Decision ID: 5a73d99a-8a77-4701-96a0-a47f1cf34d8e
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 5. Februar 2007 bei der Sozialversicherungsanstalt/IV-
Stelle des Kantons St. Gallen an und beantragte Umschulung auf eine neue Tätigkeit
und eine Rente (IV-act. 52). Bis zum Eintritt einer vollen Arbeitsunfähigkeit im März
2003 war der Versicherte als B._/Hilfsarbeiter tätig gewesen (vgl. IV-act. 11, 35). Zwei
frühere Leistungsgesuche (vom September 2003, IV-act. 1 und 12, und vom
September 2004, IV-act. 27 und 30) waren am 28. Mai 2004 (IV-act. 26) und am 22.
März 2005 (IV-act. 46) abgewiesen worden. Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle
traf verschiedene Abklärungen und holte namentlich zwei Gutachten ein, nämlich eines
vom Medizinischen Gutachtenzentrum St. Gallen, MGSG, vom 11. Januar 2008 (IV-act.
67 f.) und ein weiteres vom Ärztlichen Begutachtungsinstitut, ABI, vom 11. Januar 2010
(IV-act. 106). Mit Verfügung vom 15. Januar 2010 (IV-act. 108) wies sie den Anspruch
des Versicherten auf eine Invalidenrente erneut ab. Im Vergleich zur Referenzsituation
bei den Abweisungen vom Mai 2004 und vom März 2005 seien keine relevanten
Verschlechterungen des Gesundheitszustands ausgewiesen. In der angestammten
Tätigkeit als B._/Hilfsarbeiter hätte der Versicherte im Jahr 2008 ein
Jahreseinkommen von Fr. 57'850.-- erzielen können. In einer adaptierten Tätigkeit
könnte er bei gegebener voller Arbeitsfähigkeit gemäss der Lohnstrukturerhebung ein
Jahreseinkommen von Fr. 60'263.-- erzielen, das aber wegen früheren
Minderverdienstes auf die Höhe des Valideneinkommens angepasst werde. - Eine
Beschwerde vom 11. Februar 2010 (IV-act. 112-2 f.) gegen diese Verfügung hiess das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 7. August 2012 (IV-act.
127) unter Aufhebung der Verfügung vom 15. Januar 2010 teilweise gut. Es sprach
dem Versicherten ab 1. Januar 2008 eine ganze Invalidenrente zu und wies die Sache

zu ergänzenden Abklärungen im Sinn der Erwägungen (für die Zeit ab Januar 2009
oder Januar 2010 [nämlich ab dem Zeitpunkt des Eintritts voller Arbeitsfähigkeit
gemäss ABI], die je nach Ergebnis eine Abstufung oder Aufhebung der Rente aufzeigen
könnten) und zu allfälliger neuer Verfügung an die Sozialversicherungsanstalt/ IV-Stelle
des Kantons St. Gallen zurück. Das Bundesgericht hiess eine Beschwerde der IV-Stelle
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mit Urteil vom 15. Februar 2013 (8C_661/2012; IV-act. 134) teilweise gut. Es hob den
Entscheid des hiesigen Versicherungsgerichts auf, soweit er auf Zusprechung einer
ganzen Invalidenrente ab 1. September 2008 lautete, und die Verfügung der IV-Stelle
vom 15. Januar 2010, soweit sie den Rentenanspruch vom 1. Januar bis 31. August
2008 betraf, und wies die Sache im Sinn der Erwägungen (zur Prüfung, ob die im
September 2008 eingetretene Verbesserung von Gesundheitszustand und
Arbeitsfähigkeit den Invaliditätsgrad in anspruchsrelevanter Weise zu beeinflussen
vermöge, und ob ergänzende medizinische Abklärungen für den Zeitraum ab Januar
2009 eine revisionsrechtlich relevante Änderung ergeben würden) an die IV-Stelle
zurück. Im Übrigen wies es die Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat.
A.b Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle erkundigte sich nach Kenntnisnahme vom
Bundesgerichtsurteil nach den Ärzten und Kliniken, die den Versicherten seit
September 2008 behandelt hätten, und nach der jeweiligen Behandlungsdauer.
Ausserdem holte sie einen Arztbericht von Dr. med. C._, FMH Innere Medizin/
Rheumatologie, ein (IV-act. 139). Danach machte die Arbeitsfähigkeit des Versicherten
für eine leichte Tätigkeit theoretisch 50 bis 100 % aus. Mit Vorbescheid vom 18.
August 2013 (IV-act. 145 f.) stellte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der
damaligen Rechtsvertretung anschliessend die Zusprache einer ganzen Rente für die
Zeit von Januar bis November 2008 an den Versicherten in Aussicht, für die Zeit von
Dezember 2008 bis April 2009 einer Viertelsrente sowie von August 2009 bis Oktober
2010, von Mai 2011 bis April 2012 und von Dezember 2012 bis Februar 2013 einer
halben Rente. - Der Versicherte wandte am 13. September 2013 (IV-act. 150) ein, med.
pract. D._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychiatrisches Zentrum,
attestiere ihm eine schwere depressive Störung, derentwegen er regelmässig bei ihm in
Behandlung stehe. Es seien schon mehrere stationäre Aufenthalte erfolgt. Eine
gesundheitliche Verbesserung sei jedoch nicht eingetreten. Deshalb verstehe er die
Befristung der Rente nicht. Wie angekündigt berichtete med. pract. D._ in der Folge
(Eingang am 18. September 2013; IV-act. 151) unter anderem, der Versicherte sei
weder mittel- noch langfristig in der Lage, wieder einer Arbeit von wirtschaftlichem
Wert nachzugehen. Die depressive Entwicklung werde immer schlimmer. Dr. C._
berichtete am 18. Oktober 2013 (IV-act. 166), es lägen unter anderem ein CAM
Impingement der rechten Hüfte mit konsekutiver Arthrose, ein St. nach Teilruptur der
Supraspinatussehne rechts und ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom vor. -
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Mit Verfügung vom 11. November 2013 (IV-act. 161 bis 164, vgl. IV-act. 153) sprach die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen dem Versicherten für
verschiedene Phasen - für die Phase von Mai 2011 bis April 2012 fehlt zumindest eine
Verfügungskopie in den Akten - Rentenleistungen zu.
A.c Med. pract. D._ ersuchte mit Schreiben vom 20. November 2013 (IV-act. 169) für
den Versicherten darum, die Entscheidung nochmals zu prüfen. Die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle teilte dem Versicherten am 21. November 2013
(IV-act. 170) mit, eine allfällige Beschwerde sei innert Frist beim Versicherungsgericht
einzureichen. Für eine allfällige Wiederanmeldung sei ein separates Gesuch zu stellen.
B.
B.a Am 19./20. Februar 2014 nahm der Versicherte eine Neuanmeldung vor (IV-act.
174). Med. pract. D._ berichtete am 7. März 2014 (IV-act. 177), der
Gesundheitszustand des Versicherten werde immer schlimmer, namentlich was die
Schmerzen im Hüftgelenk und im Rückenbereich, aber auch was die Depressionen
betreffe. Wegen der zunehmenden Depressionen leide er unter Schlaflosigkeit und
suizidalen Gedanken. Seit Februar 2013 habe sich die Arbeitsfähigkeit auf null
vermindert. Die persönliche, familiäre und finanzielle Situation sei desolat geworden.
Mehrere Vorstellungen beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) hätten
ebenfalls zum Ergebnis geführt, dass der Versicherte keiner Erwerbstätigkeit von
wirtschaftlichem Wert mehr nachgehen könne. Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD)
der Invalidenversicherung hielt dafür, eine Veränderung im Vergleich zu November
2013 sei nicht glaubhaft gemacht worden (IV-act. 179). Auf den Vorbescheid hin,
wonach auf das Gesuch nicht eingetreten werde (IV-act. 182 f.), erklärte med. pract.
D._ am 30. April 2014 (IV-act. 184) unter anderem, mittlerweile sei der Versicherte
nicht einmal mehr zur Erledigung der täglichen Angelegenheiten, zur Haushaltführung,
zur Tätigung des Schriftverkehrs und der Ämtergänge fähig. Insgesamt habe er sich
bereits seit mehr als zweieinhalb Jahren teilstationär psychiatrisch behandeln lassen.
Aufgrund der Vorgeschichte mit schwersten depressiven Zuständen und der desolaten
körperlichen Verfassung sei der Stopp der Rente nicht verständlich. Der Versicherte
erhob Einwand (IV-act. 186). Daraufhin holte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle
Berichte bei med. pract. D._ (IV-act. 190) und der Klinik Teufen (IV-act. 192) ein. Der
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RAD befürwortete eine (bidisziplinäre) Begutachtung (IV-act. 193), worauf am 11. Mai
2015 ein Auftrag erteilt wurde (IV-act. 207; vgl. auch IV-act. 209).
B.b Am 2. Februar 2015 (IV-act. 196) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle
dem Versicherten mit, ein Anspruch auf berufliche Massnahmen bestehe nicht, da
solche zurzeit nicht durchführbar seien.
B.c In seinem polydisziplinären Gutachten vom 5. November 2015 (IV-act. 224) gab
das BEGAZ Begutachtungszentrum BL an, beim Versicherten lägen vor:
1. Impingementsyndrom Schultergelenk rechts mit
- geringgradiger humeralseitiger Partialruptur der kranialsten Portion der
Subscapularissehne auf einer Länge von ca. 1 cm ansatznahe
- leichtgradiger Degeneration der Supraspinatussehne ohne Einrisse
- leichter AC-Gelenksarthrose (Arthro-MRT 06.12.2007)
2. Chronisches therapierefraktäres lumbospondylogenes Schmerzsyndrom mit
pseudoradikulärer Ausstrahlung
- leichte degenerative LWS-Veränderungen
- kein Nachweis eines lumboradikulären Reiz- und Ausfallssyndroms
- St. n. Operation mit interspinöser Distraktionsstabilisation L5/S1 am 26.08.2004
- kein Nachweis einer Polyneuropathie
- Fehlhaltung und muskuläre Dysbalance
- verstärkte Lordose der LWS.
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien unter anderem eine rezidivierende
depressive Störung, aktuell remittiert (F33.4), ein Status nach Hüftarthroskopie bei
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femoroacetabulärem Impingement und ein bildungsentsprechendes kognitives
Leistungsniveau und Leistungsprofil. Körperlich schwere und häufig mittelschwere
Arbeiten einschliesslich der früher ausgeübten Tätigkeit seien insgesamt (psychiatrisch,
orthopädisch, neuropsychologisch, neurologisch, allgemein-internistisch) ungeeignet
bzw. nicht zumutbar. Angepasste, körperlich leichte bis sporadisch mittelschwere,
wechselbelastende Tätigkeiten ohne vorwiegend einseitige Körperhaltung seien jedoch
ohne zusätzliche Leistungseinschränkung vollschichtig zumutbar. Eine Änderung im
Vergleich zum ABI-Gutachten ergebe sich nicht; eine Verschlechterung sei
neurologisch nicht nachweisbar. Während der Zeiten der Behandlung in der Tagesklinik
sei Arbeitsunfähigkeit anzunehmen, da tagsüber eine Therapie durchgeführt werde. -
Der RAD schloss sich dem Gutachten an (IV-act. 226).
B.d Mit Vorbescheid vom 27. November 2015 (IV-act. 229) wurde dem Versicherten
eine Abweisung des Leistungsgesuchs in Aussicht gestellt. Er wandte am 3. Dezember
2015 (IV-act. 230) ein, besonders seine Hüft- und Rückenschmerzen seien unerträglich
geworden. Die Sache sei daher nochmals zu prüfen.
B.e Med. pract. D._ hielt mit Schreiben vom 2. Februar 2016 (IV-act. 232) fest, die
ambulanten Behandlungsmethoden seien mehr als ausgeschöpft. Der Versicherte leide
seit mehr als fünfzehn Jahren an einem chronischen Schmerzsyndrom. Aus rein
psychiatrischer Sicht bestehe keine Erwerbsfähigkeit. Über die physischen
Beschwerden könne Dr. C._ Auskunft geben. - Dr. C._ erklärte im IV-Arztbericht
vom 11. Februar 2016 (IV-act. 233), es lägen beim Versicherten die psychiatrischen
Diagnosen F34 [gemäss ICD-10: Anhaltende affektive Störungen] und F33.1
[Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode] vor (seit 2005),
ausserdem ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom (seit 2003), eine
DIAM Stabilisation 2004, ein CAM Impingement rechte Hüfte und eine sekundäre
Schmerzausweitung und Chronifizierung von F34 (F45.9 [Somatoforme Störung, nicht
näher bezeichnet]). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien eine nicht
stenosierende Koronaratheromatose, eine Refluxoesophagitis und eine Hypertonie.
Eine leichte Tätigkeit sei dem Versicherten an zwei bis vier Stunden pro Tag zumutbar.
Beigelegt waren zwei Berichte eines Radiologie-Instituts vom 29. September 2015 an
den BEGAZ-Gutachter der Allgemeinen Inneren Medizin über einerseits eine
Beckenübersicht und Aufnahmen der LWS pa/lateral und der Hüftgelenke beidseits ap
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(Ergebnis: mässige Zeichen der Coxarthrosen beidseits, rechts mehr als links,
konventionell radiologisch bis auf leichte spondylophytäre Anbauten keine
wesentlichen Degenerationen der LWS) und anderseits über ein MRT der LWS nativ
vom selben Tag. In Letzterem waren bei L2/3 eine flache mediane Diskusprotrusion
ohne Wurzelkontakt, bei L5/S1 eine Chrondrose, bei L4/5 und L5/S1 ein Anuluseinriss
mediolateral links, bei L4/5 eine initiale Degeneration der Facettengelenke und bei L5/
S1 ein St. n. Implantation eines interspinosen Spacers (ohne lokalen Reizzustand)
gefunden worden. Ausserdem hatte Dr. C._ einen Bericht vom 10. Februar 2015 über
den Eintritt des Versicherten in das Psychiatrische Zentrum Y._ beigelegt.
B.f Mit Verfügung vom 6. April 2016 (IV-act. 238) wies die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Leistungsgesuch des Versicherten vom Februar
2014 ab.
C.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. rer. publ. Michael B. Graf
für den Betroffenen am 4. Mai 2016 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und dem
Beschwerdeführer seien die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine ganze
Invalidenrente ab Juli 2014, auszurichten, eventualiter seien weitere medizinische
Abklärungen, insbesondere ein neues medizinisches Gutachten, anzuordnen. Es sei
eine öffentliche Verhandlung durchzuführen, damit sich das Gericht ein Bild vom
Beschwerdeführer machen könne. Dieser sei ein langjähriger "Depressionspatient". Er
habe in den Jahren 2009 bis 2010 eine vierzehnmonatige, 2011 eine elfmonatige, 2012
eine zweimonatige und 2014 eine einmonatige teilstationäre psychiatrische
Kliniktherapie absolviert. Im Frühjahr 2015 sei er während mehr als zwei Monaten in
stationärer Therapie gewesen. Seit Mai 2009 befinde er sich in ununterbrochener
ambulanter psychiatrischer Behandlung mit wöchentlichen, teils zweiwöchentlichen
Sitzungen bei med. pract. D._. Seit 2009 würden ihm hochpotente antidepressive
Medikamente wie Remeron, Citalopram, Lyrica usw. verabreicht. Med. pract. D._ sei
der Ansicht, die Arbeitsfähigkeitsschätzung des BEGAZ sei nicht haltbar.
Berücksichtigt werden müsse die soziale Isolation des Beschwerdeführers, welche
seine Frau und seine Tochter bezeugen könnten. So habe er, der früher teilweise
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mehrmals pro Jahr in sein Heimatland gereist sei, unter anderem seit mittlerweile acht
Jahren keine solche Reise mehr unternommen. Auf das BEGAZ-Gutachten könne aus
mehreren Gründen nicht abgestellt werden. Es sei mangelhaft (unter anderem Angabe
falscher Körpergrösse; ohne Begründung Absehen von testpsychologischen
Zusatzuntersuchungen; keine Erwähnung der jeweiligen Diagnosen in den einzelnen
Teilgutachten) und nicht beweistauglich. Das psychiatrische Teilgutachten weise grobe
formelle Mängel auf (Erwähnung der Vorakten ungenügend; keine
fremdanamnestischen Angaben). Die darin enthaltenen Feststellungen und Diagnosen
widersprächen jenen der behandelnden Ärzte diametral. Neun verschiedene Ärzte,
davon sechs Fachärzte der Psychiatrie und eine Fachpsychologin, hätten unabhängig
voneinander mindestens eine mittelgradige depressive Episode oder Störung beim
Beschwerdeführer diagnostiziert. Die Alltags- und Sozialsituation des
Beschwerdeführers sei in hohem Mass beschönigend dargestellt worden. Die
Begutachtung habe (statt acht bis fünfzehn Stunden) nur eine Stunde gedauert. Die
intensiven Therapien hätten zwar teilweise zu vorübergehenden Besserungen geführt,
auf die jeweils aber wieder eine Verschlechterung gefolgt sei. Mit Ausnahme der Klink
Teufen würden alle Fachärzte von einer vollen Arbeitsunfähigkeit ausgehen. Der
BEGAZ-Psychiater habe zudem die mehrfach beschriebenen Schlafstörungen und die
somatoforme Schmerzstörung nicht erwähnt. Es sei nicht ersichtlich, aus welchen
Gründen der Beschwerdeführer nun Gewichte bis zu 15 kg sollte heben können,
während ihm in jüngerem Alter durch die jeweiligen damaligen Gutachter nur Gewichte
bis 10 bis 15 oder von gar nur bis 10 kg zugemutet worden seien. Die
Beschwerdegegnerin habe den revisionsrelevanten Zeitpunkt falsch bestimmt und zu
Unrecht angenommen, es sei seither keine gesundheitliche Verschlechterung
eingetreten. Sollten die vorhandenen ärztlichen Berichte keine genügende
Entscheidungsgrundlage bilden, sei ein Gerichtsgutachten einzuholen; der Zeitverlust
bei einer Rückweisung wäre für den Beschwerdeführer nicht hinnehmbar. - Beigelegt
wurde ein Austrittsbericht des Psychiatrischen Zentrums Y._ vom 20. Mai 2015 an
med. pract. D._ über einen Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 10. Februar 2015
bis 17. April 2015. Es lägen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradige Episode, und eine somatoforme Störung, nicht näher bezeichnet, vor. Der
Beschwerdeführer pflege einen guten Kontakt zur Tochter. Er arbeite zurzeit zu 50 % in
geschütztem Rahmen. Somatisch gesehen wichtig seien durchgemachte Operationen
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des Rückens (2004), der Hüfte (2008) und der Herzarterien (2009 und 2011). Es seien
unter Cipralex ausgeprägte Zuckungen und eine Verschlechterung eines Restless legs-
Syndroms aufgetreten.
D.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 7./11. Juli 2016 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Das BEGAZ-Gutachten erfülle formell und materiell
die Voraussetzungen für die Beweiskraft. Es sei daher von einer vollen Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers in einer angepassten Tätigkeit auszugehen. Eine solche habe
seit 24. November 2012 bestanden. Der Gesundheitszustand habe sich seit der am 11.
November 2013 verfügten Befristung des Rentenanspruchs auf Ende Februar 2013
nicht anspruchserheblich geändert. Die in der Beschwerde erwähnte Verfügung vom
19. September 2013 sei in Wirklichkeit der Beschluss im Hinblick auf die
Rentenberechnung durch die Ausgleichskasse gewesen.
E.
Mit Replik vom 28. Juli 2016 hält der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers daran
fest, dass im psychiatrischen Gutachten diverse Berichte nicht erwähnt worden seien.
Die Berichte vom 10. Februar 2015 und vom 20. Mai 2015 seien nicht einmal im
Aktenzusammenzug eingangs des Gutachtens aufgeführt worden. Der Gutachter habe
somit keine ausreichende Aktenkenntnis gehabt. Bei schwer objektivierbaren
Beschwerden, wie der Beschwerdeführer sie habe, seien testpsychologische
Zusatzuntersuchungen vorgeschrieben. Die Abweichung sei nicht begründet worden.
Der kurzen Dauer der psychiatrischen Untersuchung komme bei den weiteren konkret
gegebenen Umständen Bedeutung zu; für eine verlässliche Aussage habe sie nicht
ausgereicht. Die Begutachtung sei gerade nicht lege artis erfolgt, da sie nicht
vollständig sei. Lägen sich widersprechende Expertenmeinungen vor, obsiege
diejenige, die lückenlos dokumentiert sei und durch eine schlüssige Beurteilung
überzeuge. Es komme auf die Qualität an. Die gutachterliche Exploration lasse keine
verlässlichen Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand zu, insbesondere nicht, was
die angegebene Remission der depressiven Symptome betreffe. Davon könne keine
Rede sein. Würde der Beschwerdeführer nicht mehr an Depressionen leiden, stünde er
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nicht in Behandlung und würden ihm keine "harten" Medikamente dagegen
verschrieben. Es treffe nicht zu, dass keinerlei Hinweise auf das Vorliegen einer
Erkrankung aus dem Kreis der somatoformen Störungen bestünden. Selbst das ABI
habe ein Schmerzsyndrom bestätigt. Die Diagnose im Austrittsbericht vom 20. Mai
2015 sei nach mehr als zwei Monate dauerndem stationärem Klinikaufenthalt gestellt
worden. Das chronische therapierefraktäre lumbospondylogene Schmerzsyndrom mit
pseudoradikulärer Ausstrahlung habe nach Ansicht der behandelnden Ärzte auch eine
psychische Komponente. Seit der Feststellung einer Traglimite von 10 bis 15 kg durch
das ABI hätten die Chondropathie im kranio-ventro-lateralen Abschnitt des Hüftgelenks
bzw. das CAM Impingement und die Chondrosen der LWS deutlich zugenommen. Die
Schulter sei bei der BEGAZ-Begutachtung nicht bildgebend untersucht worden. Wegen
der Verschlechterung habe Dr. C._ die Traglimite bei 5 kg und die somatisch
betrachtete Einschränkung der Leistungsfähigkeit bei 40 bis 50 % angesetzt, was
einleuchte. Es sei möglich, dass der Gutachter der Allgemeinen Inneren Medizin die
Körpergrösse des Beschwerdeführers (angegeben mit 178 cm statt 166 cm) falsch
gemessen oder dass er Akten vertauscht habe. Der Beschwerdeführer sei weder in
angestammter noch in adaptierter Tätigkeit arbeitsfähig. Wenn die Ordnung und
Nummerierung der IV-Akten zutreffe, sei der "Verfügungsteil 2" Bestandteil der
Verfügung oder Mitteilung vom 19. September 2013 gewesen.
F.
Die Beschwerdegegnerin hat mit Schreiben vom 15. August 2016 auf die Erstattung
einer Duplik verzichtet.
G.
An der mündlichen Verhandlung vom 8. Mai 2018 in Anwesenheit einer Dolmetscherin
hat der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers unter anderem ausgeführt, dieser habe
schon als Minderjähriger gearbeitet und identifiziere sich über seine Arbeit. Er sei ein
Kämpfer; man sehe ihm die Probleme und die Symptome nicht an. Er mache es einem
Psychiater deshalb nicht einfach. Med. pract. D._ sei es gelungen, die Situation zu
erfassen; seiner Beurteilung komme daher erhebliches Gewicht zu. Der
Beschwerdeführer hat auf Befragen als Hauptproblem seine Rücken-, Hüft-, Schulter-,
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Hand- und Fussschmerzen angegeben. Wenn er 2 km gehe und dann stehen bleibe,
nach etwa zehn Minuten, begännen die Füsse warm zu werden und die Muskeln
schmerzten ihn. Nach dem Sitzen könne er nicht mehr aufstehen. Etwa 2.5 km könne
er gehen. Ob ohne körperliche Probleme alles gut wäre, wisse er nicht, eventuell
schon. Die schwierige Situation habe mit dem Sturz begonnen. Sein Orthopäde Dr.
E._ habe ihn 2008 operiert und es sei angenommen worden, es werde acht bis neun
Jahre andauern. Seit fünf bis sechs Monaten habe es wieder begonnen; er müsse
einen Termin bei Dr. E._ machen; dann werde man sehen. Einen (weiteren)
Arbeitsversuch habe er nicht mehr machen können; man habe ihm gesagt, es gebe
keine entsprechende Arbeitsmöglichkeit mehr. Er habe wenig sozialen Kontakt. Auf
Fragen seines Rechtsvertreters hat der Beschwerdeführer geantwortet, die
Beschwerden in den Händen seien nicht neu, die Hände seien nachts geschwollen und
täten weh. Er habe immer Schmerzen. Er habe in den letzten zehn bis zwölf Jahren 24
kg an Gewicht zugenommen, aber nicht wegen des Essens, vielleicht seien es die
Medikamente. Dr. C._ werde das kontrollieren müssen. In die Ferien gehen könne er
nicht und er habe auch gar keine Möglichkeit dazu. Psychisch gehe es ihm nicht so
gut; er müsse immer med. pract. D._ aufsuchen und bekomme von ihm
Medikamente. Mit ihnen gehe es besser, aber nur einigermassen.
Erwägungen
1.
1.1 Im Streit liegt die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 6. April 2016, mit
welcher sie das Leistungsgesuch des Beschwerdeführers vom Februar 2014
(Neuanmeldung nach formell rechtskräftiger Rentenzusprache vom 11. November 2013
mit Befristung des Anspruchs auf Februar 2013) abwies. Dass sie das Gesuch an die
Hand nahm, war - schon angesichts des Hinweises auf eine mögliche Neuanmeldung
(ohne Aufklärung über die je unterschiedlichen Anforderungen und Folgen von
Beschwerde und Neuanmeldung) - gerechtfertigt. Berufliche Massnahmen hatte sie am
2. Februar 2015 als nicht durchführbar bezeichnet.
1.2 Der Beschwerdeführer lässt mit der Beschwerde die Ausrichtung der gesetzlichen
Leistungen, insbesondere eine ganze Rente ab Juli 2014, eventualiter weitere
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Abklärungen, beantragen. Streitgegenstand bildet daher der allfällige Rentenanspruch.
Ergäbe sich allerdings, dass ohne Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in
Frage stünde, so gehörte zum Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob
die Verwaltung den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige
Pflicht des Beschwerdeführers zu Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.
2.
2.1 Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen
von Bedeutung. Der Arzt sagt, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen
bzw. geistigen Funktionen durch das Leiden eingeschränkt ist (vgl. BGE 107 V 17 =
ZAK 1982 S. 34). Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand
zu beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich
welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte
sind im Weiteren eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (vgl. BGE
132 V 99 f. E. 4, BGE 141 V 281 E. 5.2.1).
2.3 Die Rechtsanwender überprüfen die ärztlichen bzw. gutachterlichen Angaben nach
der Rechtsprechung (vgl. BGE 141 V 281 E. 5.2.2) frei, insbesondere darauf hin, ob die
Ärzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben, das
heisst, ob sie ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigt haben, welche Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung sind (vgl. Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG), sowie,
ob die versicherungsmedizinische Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter
Grundlage erfolgt ist (vgl. Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG).
3.
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3.1 Zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers liegt namentlich das Gutachten
vom 5. November 2015 vor, auf welches sich die Beschwerdegegnerin bei Erlass der
angefochtenen Verfügung stützte.
3.2 Der Beschwerdeführer beklagte bei der Begutachtung Rückenbeschwerden, vor
allem im Bereich der Lendenwirbelsäule, aber auch der Halswirbelsäule, sowie
Schmerzen in beiden Beinen - samt Gefühlsstörungen - und in den Schultergelenken,
zeitweise auch an den Ellbogen, ausserdem Konzentrationsstörungen (IV-act. 224-22).
Es bestünden eine bewegungs- und belastungsabhängige Schmerzakzentuierung
(beim Bücken, Treppensteigen, längerem Gehen, aber auch nachts und bei längerem
Sitzen und Stehen) sowie ein Einschlafgefühl und Ameisenlaufen in den Füssen.
Ausserdem nannte der Beschwerdeführer nebst den Schulterschmerzen auch noch ein
Einschlafgefühl der linken Hand, Nackenschmerzen und Schlafstörungen (vgl. IV-act.
224-54 f.).
3.3
3.3.1 Nach der traumatologisch-orthopädischen Untersuchung vom 19. August 2015
(IV-act. 224-36 ff.) hielt der betreffende Gutachter fest, in der Gesamtschau der
orthopädischen Befunde könne dem Beschwerdeführer eine wechselseitig belastende,
abwechslungsweise im Stehen/Sitzen zu verrichtende Verweistätigkeit ohne Heben von
schweren Lasten (über 15 kg) zugemutet werden. - Der Gutachter der Orthopädie
begründet seinen Standpunkt unter anderem damit, dass die Schulter-, Hüft- und
Rückenbeschwerden des Beschwerdeführers in den vergangenen zwölf Jahren
therapeutisch hätten angegangen werden können.
3.3.2 Er gibt bekannt, im Schulterbereich habe mit Infiltrationen eine Verbesserung
erreicht werden können. Die im MRT mehrmals dargestellten leichten degenerativen
Veränderungen der Supraspinatussehne seien nicht weiter progredient gewesen. Die
klinische Untersuchung habe eine recht gute Funktion des linken Schultergelenks
gezeigt (vgl. IV-act. 224-42). (Zumindest) die erstgenannten Feststellungen bezogen
sich nach der Aktenlage auf die rechte Schulter. Die Beschreibung der einzelnen
Schädigungen des Schultergelenks rechts (erste zwei Unterpunkte) in der
diesbezüglichen BEGAZ-Diagnose (IV-act. 224-73) geht denn auch auf die Angaben
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über das Arthro-MRI der Schulter rechts vom 18. September 2003 (IV-act. 33-8)
zurück. Das Arthro-MRT vom 6. Dezember 2007, auf welches in der Diagnoseliste
ebenfalls im Zusammenhang mit dem Impingementsyndrom der rechten Schulter
(dritter Unterpunkt) hingewiesen wurde, hatte dagegen (wie das Röntgenbild vom 30.
No¬vember 2007) die linke Schulter abgebildet (IV-act. 224-41). Der Gutachter hat aber
jedenfalls die AC- und Glenohumeral-Gelenke beidseits klinisch untersucht und die (je
unterschiedlichen) relevanten aktuell vorgefundenen Befunde aufgenommen und
detailliert beschrieben (vgl. IV-act. 224-38). Die Seitwärts-Elevation im Glenohumeral-
Gelenk rechts des Beschwerdeführers war dabei leicht schmerzhaft gewesen.
3.3.3 Weiter berichtet der Gutachter der Orthopädie, die Offset-Störung im Bereich
des rechten Hüftgelenks sei im Jahr 2008 mit einer Arthroskopie therapiert worden.
Auch hier hätten sich bei der klinischen Untersuchung wenige Residuen gezeigt. Die
Distraktions-Spondylodese L5/S1 habe bezüglich des lumbovertebralen
Schmerzsyndroms wenig Verbesserung gebracht. Zu den vom Beschwerdeführer
weiterhin geklagten ausstrahlenden Beschwerden in den unteren Extremitäten sei das
neurologische Teilgutachten zu beachten (vgl. IV-act. 224-42). Die letztgenannten
Beschwerden bewertet der Gutachter nach der Aktenlage als invaliditätsfremde
Faktoren (vgl. IV-act. 224-43, 42). Sie gehören nach seiner Auffassung demnach nicht
der Orthopädie (oder Neurologie) zu, denn andernfalls wäre nicht ersichtlich, inwiefern
invaliditätsfremde Gegebenheiten sollten vorliegen können. Bei der klinischen
orthopädischen Untersuchung war unter anderem festgestellt und berücksichtigt
worden, dass der Beschwerdeführer mit der rechten unteren Extremität leicht hinkte
(IV-act. 224-37). Bei forcierter Aussen- und Innenrotation der Hüften wurden
Schmerzen festgestellt, rechts mehr als links (IV-act. 224-39).
3.3.4 Was die Grundlagen aus bildgebenden Verfahren betrifft, stützte sich der
Gutachter der Orthopädie gemäss seinen Ausführungen insgesamt auf verschiedene
alte Bilder aus den Jahren 2003 und 2007 und auf ein einzelnes jüngeres Bild, ein MR
der Hüfte rechts vom 16. Mai 2012. Es wurden bei der BEGAZ-Begutachtung jedoch
noch aktuelle (konventionelle) Röntgenbilder von Becken und Hüfte und der LWS (IV-
act. 224-86) sowie ein MRT der LWS nativ (IV-act. 224-87) erstellt, allerdings erst am
29. September 2015, also nach der allgemein-internistischen und der orthopädischen
Untersuchung. Der Gutachter der Orthopädie (wie jener der Allgemeinen Inneren
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Medizin, an den der Bericht gerichtet war), setzte sich in seinen eigenen Ausführungen
mit diesen aktuellen Bildern dementsprechend nicht auseinander. Dieser Umstand fällt
zwar vorliegend insbesondere deshalb auf, weil das Absehen vom Erstellen (und damit
Beurteilen) aktueller Bilder im Rahmen der Begutachtung im November 2009
(Gutachten vom Januar 2010) durch das ABI gerichtlich als Mangel bezeichnet worden
war. Ausschlaggebende Bedeutung kommt ihm aber nicht zu. Denn nach Lage der
Akten boten die aktuellen konventionell radiologischen Bilder, die lediglich mässige
Zeichen der Coxarthrosen beidseits, rechts mehr als links, und (konventionell
radiologisch) mit Ausnahme von leichten spondylophytären Anbauten keine
wesentlichen Degenerationen der LWS ergaben, keinen Grund für Weiterungen. Mit
dem MRT der LWS befasste sich ausserdem ausdrücklich der Neurologe in seinen
Ausführungen (vgl. unten E. 3.4.1).
3.3.5 Insgesamt ist der klinischen (traumatologisch-orthopädischen) Untersuchung die
ausschlaggebende Bedeutung für die Beurteilung von Funktion und Arbeitsfähigkeit
zuzumessen. Die Folgerungen zu diesen beiden relevanten Aspekten sind bezüglich
des somatischen Beschwerdebilds ausserdem schliesslich polydisziplinär (namentlich
unter Berücksichtigung der neurologischen Beurteilung, vgl. unten) gefunden worden,
was ihnen erhöhtes Gewicht gibt. Von einer Ergänzung des orthopädischen Teils (zur
ausdrücklichen Befassung mit dem Bildmaterial) kann daher abgesehen werden.
3.4
3.4.1 In neurologischer Hinsicht gelangte das Gutachten zum Schluss, körperlich
schwere und häufig mittelschwere Arbeiten einschliesslich der bisherigen Tätigkeit
würden das Risiko einer Zustandsverschlechterung der teilweise beeinträchtigten
Wirbelsäulenfunktion beinhalten und seien dem Beschwerdeführer daher nicht
zumutbar. Angepasste, körperlich leichte bis sporadisch mittelschwere,
wechselbelastende Tätigkeiten ohne vorwiegend einseitige Körperhaltung seien ihm
hingegen voll zumutbar. Der Gutachter der Neurologie gab diese Einschätzung ab,
nachdem er die Vorakten - darunter namentlich einen Bericht von Dr. med. F._,
Fachärztin für Neurologie FMH, vom 23. März 2015 (IV-act. 224-82) - und das erwähnte
MRT der LWS vom 29. September 2015 zur Kenntnis genommen, einen
neurologischen Status erhoben und Neurographien von N. medianus und ulnaris links
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und vom N. suralis beidseits erstellt hatte. Das MRT der LWS habe eine leichte
Discopathie L2/3 [gemäss Befund eine flache mediane Diskusprotrusion] ohne
Wurzel¬läsion, leichte degenerative Veränderungen L4/5 und L5/S1 und einen
Anuluseinriss L5/S1 [gemäss Befund samt L4/5] mediolateral links gezeigt. Eine
Kompromittierung neuraler Strukturen sei nicht zur Darstellung gekommen. Der
Gutachter erklärte, im Bereich der LWS hätten sich eine Bewegungseinschränkung und
ein lokales Reizsyndrom, aber kein radikuläres Reiz- und Ausfallssyndrom, gezeigt, an
den unteren Extremitäten ausserdem eine funktionell nicht ins Gewicht fallende leichte
Grosszehenheberschwäche. Das Verhalten des Beschwerdeführers sei unauffällig und
adäquat gewesen, ohne Aggravation. Lediglich aus einem Bericht hätten sich Hinweise
auf eine möglicherweise ungenügende Kooperationsbereitschaft im Sinn einer
Selbstlimitierung ergeben. Der betreffende Bericht, der Arztbericht des Rheuma- und
Rehabilitationszentrums Klinik Valens vom 20. April 2004 samt beigelegtem
Austrittsbericht vom 15. Januar 2004 (IV-act. 23), hatte erwähnt, Konsistenz und
Belastungsbereitschaft seien mässig gewesen, allerdings auch, die Selbsteinschätzung
der Leistungsfähigkeit sei realistisch gewesen. Der Bericht war zudem bei der
Begutachtung bereits mehr als zehn Jahre alt. Der Gutachter der Neurologie hielt
insgesamt fest, es bestünden ein organischer Beschwerdekern orthopädischer Natur
und darüber hinaus eine ausgeprägte funktionelle Überlagerung. Was die Retrospektive
betrifft, legte der Neurologe dar, es seien über die Jahre hinweg ausgedehnte
ambulante und stationäre Behandlungen durchgeführt worden, ausserdem
interventionelle Behandlungen mit Infiltrationen und einem neurochirurgischen Eingriff
an der Lendenwirbelsäule. Ob für Letzteren eine ausreichende Indikation bestanden
habe, könne nicht geklärt werden. Jedenfalls seien die Behandlungen umfassend und
intensiv gewesen, das Ergebnis aber sei ernüchternd, mit weitgehend
therapierefraktärem Verlauf (IV-act. 224-69).
3.4.2 Die Schlussfolgerung des Gutachters der Neurologie erscheint begründet und für
den Begutachtungszeitpunkt ausreichend überzeugend. Die rückblickende Beurteilung
(Infragestellen der Indikation für interventionelles Vorgehen) ist zwar in Anbetracht der
echtzeitlichen Akten mit Zurückhaltung zu betrachten, im Übrigen ebenso wie die
pauschale, bis zu zwölf Jahre retrospektive Beurteilung des Gutachters der Orthopädie.
Was den Vergleich mit dem Ergebnis der ABI-Begutachtung betrifft, ist ausserdem
namentlich insofern ein Vorbehalt anzubringen, als jene Abklärung gerichtlich für den
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Sachverhalt ab Januar 2009 als ergänzungsbedürftig bezeichnet worden ist. Beide
Aspekte schmälern aber nicht die Beweiskraft der für das vorliegende Verfahren
massgeblichen aktuellen Begutachtungsergebnisse.
3.5
3.5.1 Was des Weiteren den psychiatrischen Zustand des Beschwerdeführers betrifft,
beurteilte der Gutachter der Psychiatrie dessen Arbeitsfähigkeit -
versicherungsmedizinisch betrachtet - als nicht dauerhaft eingeschränkt. Der
Beschwerdeführer sollte unter diesem Gesichtspunkt in der Lage sein, eine körperlich
adaptierte, einfach strukturierte Tätigkeit in vollem Pensum auszuüben. In den Zeiten,
in denen er in der Tagesklinik in Behandlung gestanden habe, sei er aber sicherlich
arbeitsunfähig gewesen. Eine depressive Störung liege zurzeit nicht vor. Die
vorhandenen Verstimmungszustände träten im Rahmen von psychosozial belastenden
Situationen auf und könnten daher nicht als eigenständige Störung interpretiert
werden. Es sei zwar möglich, dass sie ein Ausmass erreichten, bei welchem allenfalls
von einer depressiven Störung gesprochen werden könne, doch handle es sich im
Grunde genommen um rezidivierende Anpassungsstörungen in subjektiv
bedrängenden Situationen. Diese Störungen seien jedoch nicht in einem so
gravierenden Ausmass vorhanden, dass dem Beschwerdeführer keine Tätigkeit mehr
möglich wäre.
3.5.2 Bei der Begutachtung vom 6. August 2015 lag nach dem Gutachten keine
depressive Störung vor. Diese Feststellung wurde mit dem gutachterlich psychiatrisch
erhobenen Befund einwandfrei begründet. Der Beschwerdeführer sei in keiner Weise
depressiv verstimmt, im Gespräch kognitiv nicht wesentlich beeinträchtigt, affektiv gut
moduliert, zur Kontaktaufnahme ohne Weiteres fähig und psychomotorisch nicht
verlangsamt gewesen. Dass in mehreren fachärztlichen Berichten depressive
Störungen diagnostiziert worden sind, vermag an der Überzeugungskraft der
gutachterlichen Befundbeurteilung nichts zu ändern (zumal auch etwa in der
neuropsychologischen Untersuchung nichts anderes aufgefallen ist, vgl. IV-act.
224-47). Plausibel erscheint auch die vom Gutachter erwähnte diagnostische
Einordnung als rezidivierende Anpassungsstörungen in subjektiv bedrängenden
Situationen (schon das ABI hatte eine Anpassungsstörung diagnostiziert), die am Ende
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allerdings keinen Eingang ins Gutachten fand (stattdessen - in Anlehnung an die
jeweiligen echtzeitlichen Angaben der behandelnden Ärzte - die Diagnose einer
rezidivierenden depressiven Störung, aktuell remittiert). Der Gutachter beschrieb
ausserdem umfassend und nachvollziehbar die für die Situation des
Beschwerdeführers und den ausschlaggebenden psychiatrischen Gesundheitszustand
bedeutsamen Aspekte und zog dabei auch einen Vergleich mit dessen
Alltagsaktivitäten. Er würdigte nebst den verschiedenen Einschränkungen auch die
diversen Fähigkeiten (vgl. IV-act. 224-32 f.) und (insgesamt allerdings als knapp
bezeichneten) Ressourcen. Der Gutachter der Psychiatrie hat auch zur Kenntnis
genommen, dass der Beschwerdeführer nachts lediglich vier bis fünf Stunden schläft
(vgl. IV-act. 224-26) und das Mirtazapin im Hinblick auf die schlafanstossende Wirkung
einsetzt (IV-act. 224-34). Die Schlafprobleme waren im Übrigen auch bei der
neurologischen Begutachtung erwähnt worden (vgl. IV-act. 224-55). Schon beim
Rehabilitationsaufenthalt in Valens im Dezember 2003 war deren Behebung ein Ziel
gewesen (IV-act. 23-6) und das ABI hatte im Januar 2010 eine nichtorganische
Insomnie diagnostiziert.
3.5.3 Die gutachterliche Beurteilung weicht (in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in
adaptierten Tätigkeiten) deutlich (wenn auch nicht durchwegs diametral) von den
Einschätzungen der behandelnden Ärzte ab, hatten doch med. pract. D._ eine volle
Arbeitsunfähigkeit und die Klinik Teufen eine solche von 50 % angenommen. - Med.
pract. D._ hatte am 7. März 2014 von immer schlimmer gewordenen und schlimmer
werdenden Depressionen des Beschwerdeführers berichtet, die Schlaflosigkeit und
suizidale Gedanken bewirkten, aber auch massgeblich von vermehrten Hüft- und
Rückenschmerzen. Die Arbeitsfähigkeit werde mittel- bis längerfristig nicht mehr wieder
aufleben können. Am 30. April 2014 hatte er (der behandelnde Psychiater) erklärt,
selbst die Erledigung der alltäglichen Angelegenheiten, der Haushaltsführung, des
Schriftverkehrs und der Ämtergänge sei dem Beschwerdeführer nicht mehr möglich. Im
IV-Arztbericht vom 14. November 2014 (IV-act. 190) gab der Psychiater wiederum an,
es liege - seit 2003 - eine schwere rezidivierende depressive Störung vor. Der
Beschwerdeführer sei schwer krank (depressiv) und leide an Ein- und
Durchschlafstörungen, Antriebs-, Freud- und Hoffnungslosigkeit, und nebst den
starken Körperschmerzen an massiven Selbstvorwürfen, häufig auch mit
Suizidgedanken. - Der Gutachter der Psychiatrie erklärt bezüglich der erwähnten
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Alltagstätigkeiten (wie etwa Schriftverkehr) nachvollziehbar, dass es sich bei diesen
Tätigkeiten mehrheitlich um Bereiche handelt, welche dem Beschwerdeführer als
solche nicht liegen [aufgrund seiner Interessen und Veranlagungen]. - Nach
gutachterlicher Beurteilung kann die wiederholte Einschätzung als schwere depressive
Störung durch den behandelnden Psychiater nicht nachvollzogen werden. In diesem
Zusammenhang ist festzuhalten, dass in den erwähnten Berichten die Lebenssituation
des Beschwerdeführers ganzheitlich betrachtet und gesundheitlichen - sowohl
somatischen wie psychiatrischen - und sozialen und finanziellen Aspekten Rechnung
getragen wird. So sehr diese Sichtweise der mit der Behandlung des
Beschwerdeführers befassten Ärzte auch begreiflich ist, sind doch für eine Beurteilung
der invalidenversicherungsrechtlich relevanten Arbeitsfähigkeit nur die
Einschränkungen von Bedeutung, welche aus einem (in diesem Zusammenhang:
psychiatrischen) Gesundheitsschaden resultieren (welche Gründe allerdings auch
immer bei dessen Entstehung mitgewirkt haben mögen, also auch soziale, vgl. BGE
139 V 547 E. 3.2.2). Die behandelnden Ärzte haben ausserdem einerseits die
(vorteilhafte) Möglichkeit einer längeren Beobachtungszeit (vgl.
Bundesgerichtsentscheid vom 21. Dezember 2005, 4P.254/2005). Anderseits aber
haben sie einen therapeutischen Auftrag (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 25. Mai
2007, I 514/2006) und befinden sich zudem in einer Vertrauensstellung zu ihren (vor
allem langjährigen) Patienten (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 27. August 2008,
8C_588/2007; BGE 125 V 353 E. 3b/cc), so dass es nicht ihre Sache sein kann, deren
Arbeitsfähigkeit objektiv einschätzen zu müssen (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 22.
April 2014, 9C_184/2014; vgl. auch BGE 135 V 465 E. 4.5), und so dass des Weiteren
damit gerechnet werden muss, dass sie sich durch die "Macht des Faktischen" von
deren pessimistischer subjektiver Einstellungen überzeugen lassen (so der nicht
veröffentlichte Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27.
März 2003, IV 2002/10). - Auch mit der Einschätzung durch die Klinik Teufen, wo eine
mittelgradige depressive Episode mit somatischen Symptomen diagnostiziert worden
war, hat sich der Gutachter der Psychiatrie im Übrigen ferner auseinandergesetzt. Er
weist darauf hin, dass dort eine Rückbildung der depressiven Symptomatik, eine
Schmerzlinderung, eine Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit und ein Abbau
der schmerzbedingten Vermeidungshaltung hätten erreicht werden können.
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3.5.4 Dass der Beschwerdeführer seit langer Zeit - nach der Aktenlage seit Januar
2009 (IV-act. 190-1) - psychiatrisch behandelt wird (vom 8. Mai 2009 bis 9. Juli 2010
und nochmals vom 9. Februar 2011 bis 12. Dezember 2011 teilstationär in der
Tagesklinik und danach in der Praxis des behandelnden Psychiaters im Spital, vgl.
Bericht vom 28. März 2012, IV-act. 126; ferner im Psychiatrischen Zentrum Y._), kann
in der Würdigung nicht ausser Acht bleiben. Der Beschwerdeführer nimmt auch
Psychopharmaka ein (die Serumspiegel für Mirtazapin und Lyrica lagen allerdings
"unterhalb des Normwertes", IV-act. 224-19; der Gutachter der Psychiatrie hielt fest,
die Dosis sei möglicherweise zu gering, doch angesichts des zurzeit euthymen
Zustands sei eine antidepressive Medikation nicht unbedingt indiziert, IV-act. 224-34).
Es ist denn auch nachvollziehbar, dass die seit Jahren bestehenden gesundheitlichen
Beeinträchtigungen und anschliessenden sozialen Schwierigkeiten mit Arbeitslosigkeit
psychisch belastend sind. Aus diesen Umständen lässt sich jedoch nicht ohne
Weiteres ableiten, der Beschwerdeführer leide an einem Arbeitsunfähigkeit
bewirkenden psychiatrischen Gesundheitsschaden. Zu berücksichtigen sind auch unter
diesem Gesichtspunkt die erwähnte besondere Vertrauensstellung und namentlich der
therapeutische Blickwinkel der behandelnden Ärzte.
3.5.5 Für die Invaliditätsbemessung massgebend ist die möglichst objektive
Beurteilung der Leistungsfähigkeit. Vorliegend ist von Bedeutung, dass im
psychiatrischen Gutachten auch die Beurteilungen der behandelnden Ärzte
berücksichtigt wurden und dass das Ergebnis sorgfältig, einleuchtend und schlüssig
begründet ist, was (im Unterschied zu dem im vom Beschwerdeführer erwähnten
Entscheid IV 2006/91 beurteilten Sachverhalt) seinen Beweiswert ausmacht.
Angesichts dieser Umstände und der Vollständigkeit des psychiatrischen Gutachtens
ist auch die für die eigentliche Untersuchung aufgewendete Zeit nicht als ungenügend
zu bezeichnen.
3.6 Die allgemein-internistische Abklärung erschöpfte sich nebst dem Erfragen der
Anamnese in einem kursorisch anmutenden Erheben eines (Teil-) Status (IV-act.
224-24), bei welcher das gerügte Versehen in Bezug auf die Körpergrösse des
Beschwerdeführers erfolgte. Die Koronaratheromatose (erst im Bericht vom Februar
2016 erwähnt) und die "Arterienoperationen" (ebenfalls erst später genannt) wurden
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(dementsprechend) nicht thematisiert. Ein Grund für relevante Skepsis ist diesbezüglich
nicht ersichtlich.
3.7 Schliesslich wurde eine neuropsychologische Begutachtung veranlasst, obwohl in
dieser Hinsicht (abgesehen von angegebenen Konzentrationsstörungen, IV-act. 224-22
und 25) kein Anhaltspunkt für eine relevante Einschränkung bestand und keine
bedeutenden subjektiven Beschwerden vorlagen. Die Untersuchung umfasste sehr
viele Tests. Es ergab sich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus
neuropsychologischer Sicht. Dass von weiteren Untersuchungen unter diesem Aspekt
abgesehen wurde, ist nicht zu beanstanden.
3.8 Die Vorbringen gegen die Stichhaltigkeit des Gutachtens begründen insgesamt
keine namhaften Zweifel am Ergebnis. Zur Rüge der mangelnden Aktenkenntnis der
Begutachtungsstelle ist insbesondere noch zu erwähnen, dass der Bericht des
Psychiatrischen Zentrums Y._ vom 10. Februar 2015 erst mit dem Bericht von Dr.
C._ vom 11. Februar 2016 und derjenige vom 20. Mai 2015 erst mit der Beschwerde,
also je nach der Begutachtung, zu den Akten gelangt sind. Neue, im Gutachten nicht
bereits berücksichtigte Gesichtspunkte sind nicht genannt worden. Der Bericht von Dr.
F._ ist im neurologischen Gutachten berücksichtigt worden.
3.9 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
auf das Begutachtungsergebnis abgestellt werden kann.
3.10 Es ist daher anzunehmen, dass der Beschwerdeführer für eine adaptierte Tätigkeit
arbeitsfähig ist. Er selber ist denn auch, was unterstützt werden soll, gewillt zu arbeiten.
Er hält sich allerdings für in der Lage, lediglich zwei Stunden pro Tag zu arbeiten (IV-
act. 224-34).
3.11 Angemerkt werden kann, dass - was allerdings rechtlich angesichts der
Neuanmeldung nach rechtskräftiger Renteneinstellung nicht im Sinn von Art. 17 ATSG,
sondern lediglich von Art. 87 Abs. 3 IVV relevant ist (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. Juli 2016, IV 2015/229) - nach
der Aktenlage im Zeitablauf (im Vergleich zum Zustand im Jahr 2008, als der
Beschwerdeführer noch operiert worden und auch in adaptierter Tätigkeit
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arbeitsunfähig gewesen war) von einer wesentlichen Verbesserung der unter einzig
gesundheitlich bedingt betrachteten Leistungsfähigkeit auszugehen ist.
4.
Angesichts der vollen Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte Tätigkeit ist die angefochtene
Verfügung nicht zu beanstanden. Einen invaliditätsbedingten Erwerbsausfall von
mindestens 40 % hat der Beschwerdeführer bei der Anwendung der statistisch
erhobenen Lohndaten sowohl als Valideneinkommen wie als Grundlage für die
Bemessung des Invalideneinkommens - selbst bei Annahme des Maximalabzugs -
nicht hinzunehmen. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass bei der
Invaliditätsbemessung von einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage ausgegangen wird
(vgl. Art. 16 ATSG). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist ein theoretischer und abstrakter
Begriff (vgl. BGE 134 V 64, BGE 129 V 480 E. 4.2.2). Er hat rein hypothetischen
Charakter und dient dazu, die Risiken Arbeits¬losigkeit und Invalidität voneinander
abzugrenzen (vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts, nunmehr
Bundesgerichts, i/S C. vom 16. Juli 2003, I 758/02; BGE 110 V 276 E. 4b). Für die
Bestimmung des Invalideneinkommens kommt es nicht darauf an, ob eine invalide
Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen tatsächlich vermittelt werden
kann, sondern einzig darauf, ob und in welchem Rahmen sie die ihr verbliebene
Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem
Angebot an Arbeitskräften entsprächen (vgl. AHI 1998 S. 287 E. 3b). Ein ausgeglichener
Arbeitsmarkt beinhaltet von seiner Struktur her sowohl bezüglich der beruflichen und
intellektuellen Voraussetzungen als auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes einen
Fächer verschiedenster Tätigkeiten bzw. verschiedenartiger Stellen (vgl.
Bundesgerichtsurteile vom 9. Januar 2015, 8C_652/2014, und vom 23. September
2014, 9C_192/2014). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts umfasst er auch
sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen
Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitgebers rechnen
können (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 8. Oktober 2015, 8C_582/2015, vom 28.
November 2014, 9C_485/2014, und vom 29. August 2013, 8C_514/2013). Allerdings
dürfen keine realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten berücksichtigt werden.
Insbesondere kann von einer zumutbaren Tätigkeit im Sinn von Art. 16 ATSG dort nicht
gesprochen werden, wo sie nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der
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allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht
realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre
und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb von vornherein als
ausgeschlossen erscheint (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 8. Oktober 2015,
8C_582/2015, und vom 28. April 2010, 8C_1050/2009; ZAK 1991 S. 318 E. 3b). Von
solchen von der Rechtsprechung umschriebenen Verhältnissen ist vorliegend nicht
auszugehen, auch wenn plausibel ist, dass die starke Ausrichtung seiner Fähigkeiten
auf praktische Arbeit (vgl. IV-act. 224-51) in Kombination mit dem Verlust der
Möglichkeit zu schwererer Tätigkeit es dem Beschwerdeführer erschwert, tatsächlich
wieder eine Anstellung aufzufinden.
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungs¬gericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000
Franken festgelegt. Angesichts der mündlichen Verhandlung erscheint eine
Entscheidgebühr von Fr. 1'000.-- angemessen (einschliesslich der Dolmetscherkosten;
vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. A. 2015, N 62 zu Art. 61 ATSG). Nach Art. 95
Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren
ganz oder teilweise abgewiesen werden, hier also der Beschwerdeführer. Mit dem
geleisteten Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 600.-- ist ein entsprechender Teil der
geschuldeten Gerichtskosten beglichen.