Decision ID: 676cc29e-6a71-4a09-ba4f-1ff5dc51228b
Year: 2018
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

Sachverhalt müsse grundsätzlich mit dem im Sozialversicherungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen
sein. Ausserdem habe er vorgängig mit seiner Personalberaterin
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besprochen, dass er sich für keine Vier-Schicht-Betriebe bewerben könne.
Die Personalberaterin des zuständigen RAV habe ihm bestätigt, dass dies
in Ordnung sei. Weil er gewusst habe, dass es sich bei der zugewiesenen
Stelle um eine Stelle als Produktionsmitarbeiter bei der D._
(Produktion) AG und damit um einen Vier-Schicht-Betrieb handle, habe er
sich darauf nicht beworben. Da der Beschwerdeführer mit der
Personalberaterin vereinbart habe, dass keine Vier-Schicht-Betriebe in
Frage kämen, habe er sich keines fehlerhaften Verhaltens schuldig
gemacht.
9. In seiner Stellungnahme vom 7. Juni 2018 beantragte das KIGA
(nachfolgend: Beschwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde unter
gesetzlicher Kostenfolge und brachte im Wesentlichen vor, dass der
Beschwerdeführer weder die Zuweisung noch die Tatsache, dass er die
Zuweisung nicht befolgt hat, bestreite. Selbst bei wohlwollender Prüfung
des vom Beschwerdeführer eingereichten Arztzeugnisses vom 31. Januar
2018 könne diesem nicht entnommen werden, dass Schichtarbeit für den
Beschwerdeführer aus gesundheitlichen Gründen zu vermeiden sei. Der
behandelnde Arzt weise lediglich auf die Unzufriedenheit des
Beschwerdeführers mit der Schichtarbeit hin. Dem Zeugnis sei kein
Hinweis zu entnehmen, wonach dem Beschwerdeführer die ihm
zugewiesene Stelle aus gesundheitlichen Gründen nicht zugemutet
werden könne. Damit sei erstellt, dass der Beschwerdeführer die
Unzumutbarkeit der zugewiesenen Stelle nicht bewiesen habe, weshalb er
verpflichtet gewesen wäre, der Zuweisung Folge zu leisten.
Auf weitere Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und auf den
angefochtenen Entscheid sowie auf die im Recht liegenden Beweismittel
wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
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1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der
Einspracheentscheid des Beschwerdegegners vom 19. April 2018.
Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR
837.0) i.V.m. Art. 2 sowie Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) kann gegen Einspracheentscheide aus dem Bereich der
Arbeitslosenversicherung Beschwerde beim kantonalen
Versicherungsgericht erhoben werden. Laut Art. 100 Abs. 3 AVIG i.V.m.
Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV; SR
837.02) ist für die Beurteilung von Beschwerden gegen Verfügungen
(Einspracheentscheide) einer kantonalen Amtsstelle das
Versicherungsgericht desselben Kantons örtlich zuständig. Da der
angefochtene Einspracheentscheid vom Beschwerdegegner als kantonale
Amtsstelle im Sinne von Art. 85 AVIG erlassen wurde, erweist sich das
angerufene Gericht als örtlich zuständig (Art. 1 der kantonalen Verordnung
zum Einführungsgesetz zur Arbeitsvermittlung und
Arbeitslosenversicherung [BR 545.270]). Gemäss Art. 57 ATSG i.V.m. Art.
49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden als kantonales Versicherungsgericht Einspracheentscheide
und Verfügungen in Sozialversicherungssachen, welche gemäss
Bundesrecht der Beschwerde unterliegen. Die sachliche Zuständigkeit des
angerufenen Gerichts ist damit gegeben. Als Adressat des angefochtenen
Einspracheentscheids ist der Beschwerdeführer ohne Weiteres zur
Beschwerde legitimiert (Art. 59 ATSG). Die Beschwerde wurde im Übrigen
frist- und formgerecht eingereicht (Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG), weshalb
darauf einzutreten ist.
2. Gemäss Art. 43 Abs. 1 VRG entscheidet das Verwaltungsgericht in der
Regel in der Besetzung mit drei Richterinnen und Richtern. In
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einzelrichterlicher Kompetenz entscheidet das streitberufene Gericht, wenn
der Streitwert von Fr. 5'000.-- nicht überschritten wird und keine
Fünferbesetzung vorgeschrieben ist oder wenn ein Rechtsmittel
offensichtlich unzulässig oder offensichtlich begründet oder unbegründet
ist (Art. 43 Abs. 3 VRG). Der versicherte Verdienst des Beschwerdeführers
beträgt monatlich Fr. 5'977.-- und wird ihm im Umfang von 70 % von der
Arbeitslosenversicherung entschädigt (vgl. Art. 22 Abs. 2 AVIG). Dies
entspricht gemäss Art. 23 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 40a AVIV einem Taggeld
von Fr. 192.80 (Fr. 5'977.-- : 21.7 Tage x 0.7). Mit Verfügung vom
19. Februar 2018 (Akten des Beschwerdegegners [Bg-act.] 9) wurde der
Beschwerdeführer für 30 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt,
was einem Streitwert von Fr. 5'784.-- (30 Tage x Fr. 192.80) entspricht. Da
der Streitwert somit über Fr. 5'000.-- liegt, die Streitsache nicht in
Fünferbesetzung entschieden werden muss und das Rechtsmittel nicht
offensichtlich unzulässig oder offensichtlich unbegründet ist, hat das
Verwaltungsgericht über vorliegende Streitsache in Dreierbesetzung zu
entscheiden.
3. In materieller Hinsicht ist streitig und zu prüfen, ob der Beschwerdeführer
zu Recht für 30 Tage in der Anspruchsberechtigung eingestellt worden ist,
weil ihm die zugewiesene Stelle zumutbar gewesen sein soll und er sich
dennoch nicht darauf beworben hat.
3.1. Gemäss Art. 17 AVIG muss der Versicherte, der Versicherungsleistungen
beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes alles
Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu
verkürzen. Insbesondere ist er verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls
auch ausserhalb seines Berufes, und er muss seine Bemühungen
nachweisen können (Abs. 1). Der Versicherte muss zudem eine vermittelte
zumutbare Arbeit annehmen (Abs. 3). Es handelt sich dabei um den
Ausdruck der im Sozialversicherungsrecht geltenden
Schadenminderungspflicht. Kommt der Versicherte diesen Pflichten nicht
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nach, verursacht er schuldhaft einen Schaden im Sinne des
Sozialversicherungsrechts, was grundsätzlich gestützt auf
Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung
zur Folge hat (CHOPARD, Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung,
Diss., Zürich 1998, S. 34 f.). Der Einstellungstatbestand ist auch dann
erfüllt, wenn eine versicherte Person die Arbeit zwar nicht ausdrücklich
ablehnt, es durch ihr Verhalten aber in Kauf nimmt, dass die Stelle
anderweitig besetzt wird (BGE 122 V 34 E.3b; CHOPARD, a.a.O., S. 148;
vgl. NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung in: MEYER [Hrsg.],
Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit,
3. Auflage, Basel 2016, S. 2519 f., Rz. 850). Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG
erfasst neben der Nichtannahme einer von der zuständigen Amtsstelle
zugewiesenen zumutbaren Arbeit auch die Nichtannahme einer selbst
gefundenen oder von Dritten vermittelten oder angebotenen zumutbaren
Stelle (vgl. Urteil des Bundesgerichts C 17/07 vom 22. Februar 2007 E.2.2
m.w.H.). Arbeitslose Versicherte haben bei den Verhandlungen mit dem
künftigen Arbeitgeber klar und eindeutig die Bereitschaft zum
Vertragsabschluss zu bekunden, um die Beendigung der Arbeitslosigkeit
nicht zu gefährden (BGE 122 V 34 E.3b). Zwecks Schadenminderung hat
der Versicherte grundsätzlich jede Arbeit unverzüglich anzunehmen
(Art. 16 Abs. 1 AVIG), es sei denn, die Arbeit sei aus den in Art. 16 Abs. 2
AVIG abschliessend aufgeführten Gründen unzumutbar und damit von der
Annahmepflicht ausgenommen (BGE 122 V 34 E.4d). Demnach gilt
grundsätzlich jede Arbeit als zumutbar (vgl. BGE 122 V 34 E.4d m.w.H.).
3.1.1. Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung dient dazu, die
Schadenminderungspflicht der Versicherten durchzusetzen. Sie hat die
Funktion einer Haftungsbegrenzung der Versicherung für Schäden, die die
Versicherten hätten vermeiden oder vermindern können. Als
versicherungsrechtliche Sanktion bezweckt sie die angemessene
Mitbeteiligung der versicherten Person am Schaden, den sie durch ihr
Verhalten der Arbeitslosenversicherung in schuldhafter Weise natürlich
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und adäquat kausal verursacht hat (BGE 133 V 89 E.6.2.2). Als
Verwaltungssanktion ist die Einstellung vom Gesetzmässigkeits-,
Verhältnismässigkeits- und Verschuldensprinzip beherrscht. Ein
Selbstverschulden der versicherten Person liegt vor, wenn und soweit der
Eintritt oder das Andauern der Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren
zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Umständen
und Verhältnissen vermeidbaren Verhalten liegt, für das die Versicherung
die Haftung nicht übernimmt.
3.1.2. In beweisrechtlicher Hinsicht muss der Einstellungstatbestand mit dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit erfüllt sein (Urteil des Bundesgerichts C 17/07 vom
22. Februar 2007 E.2.2). Die blosse Möglichkeit eines bestimmten
Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat
vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen
möglichen Geschehensabläufen für die wahrscheinlichste hält (BGE 126 V
353 E.5b). Zwar ist das Sozialversicherungsrecht vom
Untersuchungsgrundsatz beherrscht, was die Beweislast im Sinne einer
Beweisführungslast begriffsnotwendig ausschliesst. Im
Sozialversicherungsprozess tragen die Parteien jedoch insofern eine
Beweislast, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten
jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt
Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn
es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes
aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der
zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
entsprechen (BGE 138 V 218 E.6). Eine Beweislosigkeit liegt namentlich
erst dann vor, wenn auch von weiteren Beweismassnahmen, insbesondere
von der Abnahme der von den Parteien angebotenen Beweise, keine
Erkenntnisse zu erwarten sind, aufgrund derer sich der rechtserhebliche
Sachverhalt mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
feststellen lässt (sog. antizipierte Beweiswürdigung, Urteil des
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Bundesgerichts C 102/06 vom 30. Januar 2007 E.4.2.2; BGE 122 V 157
E.1d; BGE 134 I 140 E. 5.3).
3.2. Der Beschwerdeführer macht vorliegend geltend, dass ihm die
zugewiesene Stelle aus gesundheitlichen Gründen nicht zumutbar
gewesen sei. Er habe vorgängig mit seiner Personalberaterin besprochen,
dass er sich für keine Vier-Schicht-Betriebe bewerben könne. Ein
entsprechendes Arztzeugnis sei aktenkundig.
3.2.1. Diesem Vorbringen kann nicht gefolgt werden. Dem Grundsatz nach hat
der Versicherte zur Schadensminderung jede Arbeit unverzüglich
anzunehmen (Art. 16 Abs. 1 AVIG). Gemäss Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG ist
eine Arbeit dann unzumutbar und somit von der Annahmepflicht
ausgenommen, wenn sie dem Alter, den persönlichen Verhältnissen oder
dem Gesundheitszustand des Versicherten nicht angemessen ist. Nach
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung muss eine Unzumutbarkeit aus
gesundheitlichen Gründen jedoch durch ein eindeutiges ärztliches Zeugnis
oder allenfalls durch andere geeignete Beweismittel belegt sein (BGE 124
V 234 E.4b/b, Urteil des Bundesgerichts 8C_742/2013 vom 27. November
2013 E.4.1). Aus dem vom Beschwerdeführer genannten aktenkundigen
Arztzeugnis vom 31. Januar 2018 (Bg-act. 8) geht Folgendes hervor:
„A._ hat in der Vergangenheit schon dreimal Schichtarbeiten
durchgeführt und jeweils von 1 1⁄2-3 Jahren Dauer. Aufgrund der
Unzufriedenheit mit der Schichtarbeit kam es zu Arbeitswechsel.
Demzufolge ist eine Nichtschichtarbeit unbedingt anzustreben, um die
Lebensqualität anhaltend zu verbessern und Arbeitswechsel nach kurzer
Zeit zu vermeiden". Zwar bringt der Beschwerdeführer in seiner
Stellungnahme an den Beschwerdegegner vom 2. Februar 2018 (Bg-act.
8) diesbezüglich vor, die Schichtarbeit entspreche ihm aus
gesundheitlichen Gründen nicht, weil er in der Vergangenheit öfters mit
Kreislaufproblemen und Schlafstörungen zu kämpfen gehabt habe. Wie
dargelegt, erwähnt der Verfasser des im Recht liegenden Arztzeugnisses
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vom 31. Januar 2018 (Bg-act. 8) weder derartige Symptome noch
anderweitige gesundheitliche Gründe, welche für die Unzumutbarkeit der
zugewiesenen Stelle sprechen würden. Auch aus der übrigen Aktenlage,
ergeben sich keine Hinweise auf eine auf gesundheitliche Gründe
zurückzuführende Unzumutbarkeit der dem Beschwerdeführer
zugewiesenen Stelle. Demnach ist die vom Beschwerdeführer geltend
gemachte Unzumutbarkeit weder durch ein eindeutiges Arztzeugnis noch
durch anderweitig geeignete Beweismittel belegt. Bei dieser Ausgangslage
sind auch bei weiteren Beweismassnahmen keine Erkenntnisse zu
erwarten, aufgrund welcher sich die Unzumutbarkeit der zugewiesenen
Stelle für den Beschwerdeführer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
feststellen lassen würde.
3.2.2. Zu Recht macht der Beschwerdeführer keine weiteren
Unzumutbarkeitsgründe geltend, enthalten die Akten diesbezüglich denn
auch keine Hinweise. Demnach sind vorliegend keine
Unzumutbarkeitsgründe i.S.v. Art. 16 Abs. 2 AVIG gegeben, weshalb dem
Beschwerdeführer die zugewiesene Stelle zumutbar war und er zur
Annahme der zugewiesenen Stelle gemäss Art. 16 Abs. 1 AVIG verpflichtet
gewesen wäre, was dieser jedoch unbestritten nicht getan hat. Unbestritten
ist auch der Umstand, dass der Beschwerdegegner dem Beschwerdeführer
eine Stelle bei der C._ AG zugewiesen hat. Die Erfüllung des
Einstellungstatbestands gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG ist demnach mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt.
3.3. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass der Beschwerdeführer
einer Weisung der zuständigen Amtsstelle ohne entschuldbaren Grund
keine Folge geleistet hat, weshalb die Einstellung in der
Anspruchsberechtigung zu Recht erfolgt ist.
4. Damit bleibt zu prüfen, ob die Dauer der Einstellung in der
Anspruchsberechtigung von 30 Tagen angemessen ist.
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4.1. Gemäss Art. 30 Abs. 3 AVIG bemisst sich die Dauer der Einstellung in der
Anspruchsberechtigung nach dem Grad des Verschuldens, das sich die
versicherte Person vorwerfen lassen muss. Die Einstellung dauert 1 bis 15
Tage bei leichtem Verschulden, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem
Verschulden und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 30
Abs. 3bis AVIG i.V.m. Art. 45 Abs. 3 AVIV). Bei der Festsetzung der
Einstelldauer handelt es sich um eine Ermessensfrage (Urteil des
Bundesgerichts 8C_22/2008 vom 5. März 2008 E.3.1), weshalb bei der
Überprüfung durch das Verwaltungsgericht Zurückhaltung geboten ist. Es
darf sein Ermessen nicht ohne triftige Gründe an die Stelle desjenigen der
Verwaltung setzen, sondern muss sich bei der Korrektur auf
Gegebenheiten abstützen können, welche eine abweichende
Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 123 V
150 E.2).
4.2. Die Ablehnung einer zumutbaren Stelle ohne entschuldbaren Grund stellt
gemäss Art. 45 Abs. 4 lit. b AVIV grundsätzlich ein schweres Verschulden
dar. Liegt jedoch ein entschuldbarer Grund vor, ist nicht zwingend von
einem schweren Verschulden auszugehen (BGE 130 V 125 E.3.5). Bei
entschuldbaren Gründen im Sinne von Art. 45 Abs. 4 AVIV handelt sich
mithin um Gründe, die - ohne zur Unzumutbarkeit zu führen - das
Verschulden mittelschwer oder leicht erscheinen lassen können. Diese im
konkreten Einzelfall liegenden Gründe können sich aus der subjektiven
Situation der betroffenen Person (beispielsweise gesundheitliche
Probleme, familiäre Situation, Religionszugehörigkeit) oder aus objektiven
Gegebenheiten (beispielsweise befristete Stelle) ergeben. Liegt ein solcher
Grund vor, wiegt das Verschulden nicht schwer im Sinne von Art. 45 Abs.
4 AVIV und bemisst sich die Einstellungsdauer nach der allgemeinen Regel
von Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG (BGE 130 V 125 E.3.4.3 f.; NUSSBAUMER,
a.a.O., S. 2524, Rz. 864). Danach bemisst sich die Dauer der Einstellung
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nach dem Grad des Verschuldens und beträgt je Einstellungsgrund
höchstens 60 Tage (Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG).
4.2.1. Vorliegend wurde der Beschwerdeführer unter Berücksichtigung der
Tatsache, dass ihm eine befristete Stelle zugewiesen wurde, für 30 Tage
in der Anspruchsberechtigung eingestellt. Dies entspricht der schärfsten
Sanktion im Bereich des mittelschweren Verschuldens. Weil die dem
Beschwerdeführer zugewiesene Stelle vorerst befristet war (Bg-act. 5),
geht der Beschwerdegegner nach dem Gesagten zu Recht nicht von einem
schweren Verschulden gemäss Art. 45 Abs. 4 AVIV aus. Zu prüfen bleibt
noch, ob weitere Gründe vorliegen, welche die Einstellungsdauer von 30
Tagen als unverhältnismässig erscheinen lassen.
4.2.2. Der Beschwerdeführer bringt vor, ihm sei bewusst gewesen, dass die ihm
zugewiesene Stelle bei einem Vier-Schicht-Betrieb, namentlich der
D._ (Produktion) AG, zu besetzen war, weshalb er sich für diese Stelle
nicht beworben habe. Dies habe er mit der Personalberaterin auch so
besprochen. Er habe sich demnach keines fehlerhaften Verhaltens
schuldig gemacht.
4.2.3. Damit ist der Beschwerdeführer nicht zu hören, führt er doch in seiner
Stellungnahme vom 2. Februar 2018 (Bg-act. 8) an den Beschwerdegegner
aus, die Beraterin habe seine Ausführungen betreffend Kreislaufproblemen
und Schlafstörungen entgegengenommen und ihn aufgefordert, ein
Arztzeugnis einzureichen. Der Beschwerdeführer durfte aber deshalb nicht
davon ausgehen, dass er sich für eine im Anschluss daran zugewiesene
Stelle nicht zu bewerben hätte. Aufgrund seiner normativen
Schadenminderungspflicht hätte er sich für die ihm zugewiesene Stelle
unabhängig davon, dass es sich dabei um einen Schichtbetrieb handelt,
bewerben müssen. Selbst wenn der Beschwerdeführer von einem
Missverständnis zwischen ihm und der RAV-Personalberaterin ausging,
wie er ausführt (Bg-act. 8), hätte es an ihm gelegen, sich beim RAV
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diesbezüglich zu erkundigen. Demnach ist ihm entgegen seinen
Ausführungen ein fehlerhaftes Verhalten vorzuwerfen.
4.3. Unter Berücksichtigung aller Umstände des konkreten Falles,
insbesondere der Tatsache, dass die durch den Beschwerdeführer durch
sein Verhalten faktisch abgelehnte Stelle befristet gewesen wäre und keine
weiteren entschuldbaren Gründe vorliegen, ist die Dauer der Einstellung in
der verfügten Höhe nicht zu beanstanden und dem Verschulden des
Beschwerdeführers angemessen.
5. Der vorliegend angefochtene Einspracheentscheid erweist sich somit in
allen Punkten als begründet und rechtens, weshalb die Beschwerde
abzuweisen ist.
6. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in
Sozialversicherungssachen - ausser bei leichtsinniger oder mutwilliger
Prozessführung - kostenlos, weshalb vorliegend keine Kosten erhoben
werden. Dem obsiegenden Beschwerdegegner steht kein Anspruch auf
Ersatz der Parteikosten zu (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).