Decision ID: e5e31c83-cd1f-4493-8836-789e9edbbf7d
Year: 2017
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_004
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

mündlichen Verhandlung sei zu verzichten, zumal der Sachverhalt klar
und unbestritten sei. Im vorliegenden Fall sei keine Ermessenstaxation
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erfolgt, weshalb Art. 130 Abs. 2 DBG bzw. Art. 131 StG nicht anwendbar
seien. Der Kanton Graubünden könne nur dann einen Anspruch infolge
Rückerstattung der Verrechnungssteuer gegenüber der Schweizerischen
Eidgenossenschaft geltend machen, wenn auch tatsächlich eine
Rückerstattung der Verrechnungssteuer an den Steuerpflichtigen durch
den Kanton erfolgt sei. Dies sei vorliegend nicht der Fall. Akteneinsicht
könnte gewährt werden, obschon der Sachverhalt vorliegend klar zu sein
scheine. Eine Sistierung des Verfahrens gestützt auf pendente
parlamentarische Vorstösse auf Bundesebene im Bereich der
Verrechnungssteuer sei nicht angebracht. In der Folge legt die
Beschwerdegegnerin 1 anhand der bundesgerichtlichen Praxis und des
KS Nr. 40 der ESTV dar, dass die Beschwerdeführer vorliegend ihren
Anspruch auf Rückerstattung der Verrechnungssteuer verwirkt haben.
6. Am 18. November 2016 beantragte die ESTV (nachfolgend
Beschwerdegegnerin 2) die Abweisung der Beschwerde. Begründend
führt sie aus, dass die Beschwerdeführer in ihrer Beschwerde
mehrheitlich Ausführungen getätigt hätten, die am Streitgegenstand
vorbeizielten. Es handle sich um eine rein verrechnungssteuerrechtliche
Frage, weshalb sämtliche Ausführungen zum gemischten
Veranlagungsverfahren, zum Mehrwertsteuerrecht und zum Strafrecht
unbeachtlich seien. Die von den Beschwerdeführern erwähnte Motion
sowie die parlamentarische Initiative stellten im jetzigen Zeitpunkt
lediglich eine Meinungsäusserung bzw. Willensbekundung dar.
Massgebend für das vorliegende Verfahren seien die in Kraft stehenden
verrechnungssteuerrechtlichen Bestimmungen und die entsprechende
Praxis des Bundesgerichtes. Eine Sistierung des Verfahrens sei nicht
angebracht. Der Sachverhalt sei unbestritten; gemäss bundesgerichtlicher
Praxis sei der Rückerstattungsanspruch verwirkt.
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7. Am 30. November 2016 (Poststempel, Eingabe datiert vom 18. Oktober
2016) wiesen die Beschwerdeführer replicando insbesondere darauf hin,
dass der Bundesrat in einem Informationsschreiben eine Änderung des
VStG angekündigt habe.
8. Am 7. Dezember 2016 hielt die Beschwerdegegnerin 1 duplicando an
ihren Anträgen fest und bekräftigte nochmals, dass sie eine Sistierung
des Verfahrens als nicht angebracht erachte. Das Verwaltungsgericht
habe das vorliegende Verfahren gestützt auf die geltenden
Gesetzesbestimmungen zu entscheiden.
9. Am 12. Dezember 2016 hielt auch die Beschwerdegegnerin 2 duplicando
an ihrem Abweisungsantrag fest und verweis auf ihre Ausführungen vom
18. November 2016. Darüber hinaus führte sie noch aus, dass die
Medienmitteilung des Bundesrats vom 23. November 2016, worin dieser
seinen Willen zur Gesetzesänderung bekundet habe, nichts an der
vorliegenden Ausgangslage ändere, zumal derzeit noch völlig offen sei,
ob es zu gegebener Zeit tatsächlich zu einer Gesetzesänderung kommen
werde.
10. Am 9. Januar 2017 reichten die Beschwerdeführer ein Sistierungsgesuch
ein für die gesamte Dauer des Gesetzgebungsprozesses zuzüglich einer
Frist von 60 Tagen und ergänzten ihre Argumentation.
11. Am 13. Januar 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin 2 mangels
Vorliegen eines Sistierungsgrunds die Abweisung des Sistierungsantrags.
12. Die Beschwerdegegnerin 1 verzichtete mit Schreiben vom 19. Januar
2017 auf das Einreichen einer weiteren Stellungnahme.
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13. Am 2. Februar 2017 führten die Beschwerdeführer noch aus, dass
Ständerat Erich Ettlin an einem Seminar seine Einschätzung geäussert
habe, dass die Gesetzesänderung anfangs 2018 in Kraft treten werde.
Über die Unsinnigkeit des KS Nr. 40 seien sich Bundesrat, Ständerat und
Kommission des EFD mehrheitlich einig. Gemäss Mitteilung des
Bundesrats über das Meldeverfahren bei der Verrechnungssteuer komme
eine Verjährung von fünf Jahren zum Tragen, ausser bei sistierten
Einspracheverfahren. Eine Sistierung sei nicht schädlich, sondern von
Vorteil, um Sicherheit bezüglich der Verjährung zu erhalten und um den
weiteren administrativen Aufwand einzusparen.
14. Am 9. Februar 2017 unterstrich die Beschwerdegegnerin 2 unter Verweis
auf das Urteil des Bundesgerichtes 2C_275/2015 vom 13. Januar 2016
nochmals ihren Antrag, das Verfahren nicht zu sistieren.
15. Die Beschwerdegegnerin 1 verzichtete mit Schreiben vom 13. Februar
2017 abermals auf eine weitere Stellungnahme.
16. Mit Schreiben vom 27. Februar 2017 fassten die Beschwerdeführer die
aus ihrer Sicht wichtigsten Punkte nochmals zusammen, ohne dabei
Neues vorzubringen.
17. Am 3. März 2017 verzichtete die Beschwerdegegnerin 1 erneut auf die
Einreichung einer weiteren Stellungnahme.
18. Am 6. März 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin 2, den
Schriftenwechsel zu schliessen. Es könne nicht angehen, dass die
Beschwerdeführer mit ständigen freiwilligen Stellungnahmen versuchten,
das Verfahren zu verzögern.
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Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften
sowie im angefochtenen Einspracheentscheid vom 12. September 2016
wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. a) Das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ist gemäss Art. 54
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Verrechnungssteuer (VStG; SR
642.21) i.V.m. Art. 166 Abs. 3 des Steuergesetzes für den Kanton
Graubünden (StG; BR 720.000) zur Anhandnahme der vorliegenden
Streitsache zuständig. Als formelle und materielle Adressaten des
angefochtenen Einspracheentscheids vom 12. September 2016 sind die
Beschwerdeführer berührt und weisen ein schutzwürdiges Interesse an
dessen Aufhebung auf (vgl. Art. 50 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Auf die zudem frist- und
formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten.
b) Streitig und zu prüfen ist die Frage nach dem Anspruch auf die
Rückerstattung der Verrechnungssteuer in der Höhe von Fr. 52'500.--.
2. Zunächst gilt es in verfahrensrechtlicher und beweisrechtlicher Hinsicht
auf die Verfahrensanträge bzw. die Beweisanträge der Beschwerdeführer
einzugehen.
a) aa) Die Beschwerdeführer machen zunächst eine Verletzung des
Anspruchs auf rechtliches Gehör gelten und beantragen die Rückweisung
der schwerwiegende formelle und materielle Fehler aufweisenden
Veranlagung vom 22. Februar 2016 an die Beschwerdegegnerin 1 zur
erneuten Eröffnung. Der Veranlagungsentscheid sei in so
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schwerwiegender Weise ungenügend begründet, dass nur eine erneute
Veranlagung die gravierenden Mängel heilen könne. Insbesondere sei die
Ablehnung des Verrechnungssteueranspruchs nicht individuell-konkret
begründet worden. Einziger Hinweis sei das KS Nr. 40 der
Beschwerdegegnerin 2. Weder sei der Sachverhalt dokumentiert noch sei
eine Subsumtion unter einen Gesetzesartikel vorgenommen worden.
bb) Die Verletzung des Gehörsanspruchs führt, ungeachtet der
Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst, zur Aufhebung
des angefochtenen Entscheids (BGE 132 V 387 E.5.1). Nach der
Rechtsprechung kann ein Verfahrensmangel, insbesondere eine
Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör, zwar geheilt werden,
wenn die Kognition der urteilenden Instanz nicht eingeschränkt ist und
den Beschwerdeführern daraus kein Nachteil erwächst. Verlangt wird mit
anderen Worten, dass kein für die Beurteilung der Angelegenheit
relevantes Kognitionsgefälle besteht (vgl. WIEDERKEHR, Die
Begründungspflicht nach Art. 29 Abs. 2 BV und die Heilung bei
Verletzung, in: Zbl 9/2010, S. 502 ff.). Eine Heilung ist aber immer dann
ausgeschlossen, wenn es sich um eine besonders schwerwiegende
Verletzung der Parteirechte handelt; zudem soll sie die Ausnahme bleiben
(BGE 134 I 331 E.3.1, 126 I 68 E.2 mit Hinweisen; PVG 2008 Nr. 1).
Verfügungen oder Entscheide, die unter Missachtung des rechtlichen
Gehörs ergangen sind, sind daher grundsätzlich aufzuheben und zur
Durchführung eines ordnungsgemässen Verwaltungsverfahrens an die
Verwaltungsbehörden zurückzuweisen (statt vieler: PVG 2011 Nr. 31).
Nur wenn es sich aus verfahrensökonomischen Gründen geradezu
aufdrängt, ist die Heilung einer allfälligen Gehörsverletzung im
Rechtsmittelverfahren nach der zitierten Praxis ausnahmsweise
zuzulassen.
cc) Der durch Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (BV; SR 101) gewährleistete Anspruch auf rechtliches
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Gehör dient einerseits der Sachaufklärung und garantiert anderseits ein
persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der Parteien im Verfahren,
soweit dies Einfluss auf ihre Rechtsstellung haben kann. Die
Gehörsgarantie ist somit ein verfassungsmässig geschütztes
Individualrecht, hat also den Charakter eines selbständigen Grundrechtes
(HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl.,
Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 1001 und 1003). Aus Art. 29 Abs. 2 BV folgt
insbesondere auch ein Mindestanspruch auf Begründung eines
hoheitlichen Aktes. Der Umfang der Begründungspflicht ergibt sich
vorliegend aus Art. 52 Abs. 3 VStG, wonach der Entscheid kurz zu
begründen ist, wenn dem Rückerstattungsanspruch nicht oder nicht in
vollem Umfang entsprochen wird. Der Sinn und Zweck der
Begründungspflicht liegt darin, dass der Steuerpflichtige wissen soll,
warum eine Behörde entgegen seinem Antrag entschieden hat. Die
Begründung eines Entscheids muss deshalb so abgefasst sein, dass der
Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Dies ist nur
möglich, wenn sowohl er wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über die
Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne
müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen
sich die Behörde leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt.
Zwar darf sich die Behörde auf die für den Entscheid wesentlichen
Gesichtspunkte beschränken. Es ist insbesondere auch nicht nötig, dass
sie sich mit jeder tatbestandlichen Behauptung und jedem rechtlichen
Einwand auseinandersetzt, sondern sie kann sich vielmehr auf die für den
Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (statt vieler BGE
133 I 270 E.3.1). Bei Verfügungen im Bereich der Massenverwaltung −
wie etwa bei Veranlagungsverfügungen − genügen standardisierte
Begründungen, soweit sie dem Einzelfall noch gerecht werden (vgl.
ZWEIFEL/CASANOVA, Schweizerisches Steuerverfahrensrecht - Direkte
Steuern, Zürich/Basel/Genf 2008, § 15 Rz. 43). Ob die Begründung
rechtlich zutreffend und haltbar ist, ist wiederum keine Frage des
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formellen Anspruchs auf rechtliches Gehör, sondern der materiellen
Beurteilung der Streitfrage.
dd) Vorliegend ist die Beschwerdegegnerin 1 der sie treffenden
Begründungspflicht in hinreichendem Masse nachgekommen. Der
Veranlagungsverfügung vom 22. Februar 2016 lässt sich ohne Weiteres
entnehmen, weshalb die Beschwerdegegnerin 1 den Anspruch auf
Rückerstattung der Verrechnungssteuer bezüglich der Dividende der
C._ AG mit Fälligkeit per 29. Dezember 2014 abgewiesen hat. In der
fraglichen Veranlagungsverfügung hat die Beschwerdegegnerin 1 nämlich
unter Verweis auf das Kreisschreiben (KS) Nr. 40 der
Beschwerdegegnerin 2 ("Verwirkung des Anspruchs von natürlichen
Personen auf Rückerstattung der Verrechnungssteuer gemäss Art. 23
VStG") ausgeführt, dass die Dividende über Fr. 150'000.-- nicht ordentlich
deklariert worden sei und der Rückerstattungsanspruch gemäss Art. 23
VStG dementsprechend verwirkt sei. Aufgrund dieser Ausführungen war
es für die heutigen Beschwerdeführer denn auch hinreichend klar, von
welchen Überlegungen sich die Beschwerdegegnerin 1 im Wesentlichen
hat leiten lassen. Ob diese Überlegungen rechtlich zutreffend sind, ist
nicht im vorliegend interessierenden formellen Zusammenhang zu prüfen,
sondern materieller Natur, worauf nachstehend noch einzugehen sein
wird. Auf jeden Fall waren die Beschwerdeführer, wie bereits ihre
Einsprache vom 21. März 2016 aufzeigt, ohne Weiteres in der Lage, den
missliebigen Entscheid sachgerecht anzufechten. Folglich ist aber die
Beschwerdegegnerin 1 der sie treffenden Begründungspflicht hinreichend
nachgekommen, zumal sie mit dem im vorliegenden
verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren angefochtenen
Einspracheentscheid vom 12. September 2016 nochmals ausführlich
dargetan hat, weshalb die heutigen Beschwerdeführer ihren Anspruch auf
Rückerstattung der Verrechnungssteuer bezüglich der Dividende der
C._ AG mit Fälligkeit per 29. Dezember 2014 verwirkt haben.
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ee) Selbst wenn vorliegend mit Blick auf die gerügte Begründungspflicht
eine allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs bejaht würde, dürfte der
Mangel als nachträglich geheilt qualifiziert werden, weil es sich aufgrund
des vorstehend Gesagten um keine schwerwiegende Verletzung der
Parteirechte handelt und sich die Beschwerdeführer im vorliegenden
Verfahren im Rahmen eines mehrfachen Schriftenwechsels ausführlich zu
allen Fragen äussern konnten. Gegen eine Rückweisung sprechen
folglich auch verfahrensökonomische Überlegungen. Der Anspruch auf
rechtliches Gehör ist nach dem Gesagten nicht verletzt.
b) Weiter stellen die Beschwerdeführer in verfahrensrechtlicher Hinsicht den
Antrag, den Rekurs (recte: die Beschwerde) vor dem Verwaltungsgericht
(mündlich) zu vertreten. Dies diene der Klärung der Sachlage und es
bestehe ein gesetzlicher Anspruch auf mündliche Anhörung.
Gemäss Art. 45 Abs. 1 VRG kann der Vorsitzende zwar von Amtes
wegen oder auf Antrag eine Gerichtsverhandlung anordnen, an welcher
die Parteien und Vorgeladene teilnehmen. Das VRG vermittelt den
Parteien mit dieser "Kann-Vorschrift" indes keinen Anspruch auf eine
mündliche Gerichtsverhandlung. Der Entscheid, ob eine solche
angeordnet wird, liegt vielmehr im Ermessen des Vorsitzenden. Zudem
räumt auch der Anspruch auf rechtliches Gehör keinen Anspruch auf eine
mündliche Verhandlung ein. Und schliesslich findet Art. 6 Ziff. 1 der
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten
(EMRK; SR 0.101) bzw. der darin enthaltene Anspruch auf Durchführung
einer mündlichen Verhandlung nach ständiger Rechtsprechung des
Bundesgerichtes auf Steuerverfahren wie das vorliegende keine
Anwendung (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 2C_24/2010 vom 1. Juni
2010 E.3.2). Dementsprechend ist aber der beschwerdeführerische
Antrag auf Durchführung einer mündlichen Verhandlung abzuweisen,
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zumal der Sachverhalt klar und unbestritten ist und − entgegen der
beschwerdeführerischen Ausführungen − keiner Klärung bedarf.
c) Schliesslich beantragen die Beschwerdeführer in verfahrensrechtlicher
Hinsicht gestützt auf parlamentarische Vorstösse auf Bundesebene im
Bereich des VStG noch die Sistierung des vorliegenden
verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens bis zum Abschluss des
Gesetzgebungsprozesses zur Änderung des VStG zuzüglich einer Frist
von 60 Tagen.
Dieser Antrag ist mit dem vorliegenden Entscheid in der Hauptsache
gegenstandslos geworden. Dennoch gilt es diesbezüglich noch
anzumerken, dass sich eine Sistierung des Verfahrens unter Umständen
durchaus rechtfertigen kann, wenn nämlich die Verfahrensfortsetzung
(z.B. aufgrund von Vergleichsverhandlungen) oder der
Verfahrensausgang (z.B. aufgrund der Konnexität zu einem anderen
Verfahren) von der vorgängigen Beantwortung einer anderen Frage
abhängig ist (vgl. SEETHALER/PORTMANN, in: WALDMANN/WEISSENBERGER
[Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl.,
Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 52 Rz. 60). Vorliegend ist indes kein Grund
für eine Sistierung des verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens
ersichtlich. Insbesondere stellt eine künftige Gesetzesänderung keinen
Grund dar für eine Sistierung des Verfahrens, zumal es vorliegend
vollkommen ungewiss ist, ob es überhaupt zu einer Änderung des VStG
kommt. Zudem wäre eine allfällige Gesetzesänderung ohnehin erst ab
deren Inkrafttreten massgebend. Sowohl bei der Motion Daniela
Schneeberger zum VStG als auch bei der parlamentarische Initiative Luzi
Stamm zum VStG sowie auch bei den von den Beschwerdeführern
erwähnten Ausführungen des Bundesrats zu einer allfälligen
Gesetzesänderung des VStG handelt es sich um Auffassungen, welche
ausdrücklich de lege ferenda geäussert wurden, weshalb diese für das
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vorliegende Verfahren unbeachtlich sind. Massgebend für das
vorliegende verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfahren sind einzig die
in Kraft stehenden verrechnungssteuerrechtlichen
Gesetzesbestimmungen sowie die dazugehörige bundesgerichtliche
Praxis. Mithin ist Art. 23 VStG bis zu einer allfälligen Änderung nach
seinem jetzigen Wortlaut sowie unter Berücksichtigung der
dazugehörigen bundesgerichtlichen Praxis verbindlich anzuwenden (vgl.
zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichtes 2C_275/2015 vom 13. Januar
2016 E.3.2.2). Anders zu entscheiden würde im Übrigen auch bedeuten,
dass jedes hängige Beschwerdeverfahren mit einem parlamentarischen
Vorstoss sistiert werden könnte, was nicht angehen kann.
d) In beweisrechtlicher Hinsicht beantragen die Beschwerdeführer zum
einen die Vorlage eines Beweises, wonach ihnen eine Mahnung
bezüglich Ermessensveranlagung zugestellt worden sei. Zum anderen
wird die Offenlegung des Rückerstattungsanspruchs des Kantons
Graubünden gegenüber der Schweizerischen Eidgenossenschaft in
Bezug auf den vorliegenden Fall beantragt.
Dazu gilt es einerseits festzuhalten, dass vorliegend − entgegen der
beschwerdeführerischen Auffassung − keine Veranlagung nach
Ermessen im Sinne von Art. 130 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11) bzw. Art. 131 StG erfolgt ist und
dementsprechend von der Beschwerdegegnerin 1 auch keine Mahnung
zugestellt werden musste. Vor diesem Hintergrund erübrigt es sich, auf
die weitschweifigen Ausführungen der Beschwerdeführer zu den
Voraussetzungen für eine Ermessensveranlagung einzugehen. Bezüglich
des zweiten Beweisantrags gilt es sodann festzuhalten, dass der Kanton
Graubünden gemäss Art. 57 VStG nur dann einen Anspruch auf
Rückerstattung der Verrechnungssteuer gegenüber der Schweizerischen
Eidgenossenschaft geltend machen kann, wenn tatsächlich eine
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Auszahlung an den Steuerpflichtigen erfolgt ist. Dies ist vorliegend
offenkundig nicht der Fall, wurde doch die Rückerstattung der
Verrechnungssteuer an die Beschwerdeführer bezüglich der Dividende
der C._ AG mit Fälligkeit per 29. Dezember 2014 von der
Beschwerdegegnerin 1 mit Verfügung vom 22. Februar 2016 verweigert.
Folgerichtig kann der Kanton Graubünden gegenüber der
Schweizerischen Eidgenossenschaft auch keinen Anspruch auf
Rückerstattung der Verrechnungssteuer geltend machen, weshalb sich
auch dieser Beweisantrag als unbegründet erweist und abzuweisen ist.
3. a) Der Bund erhebt gestützt auf Art. 132 Abs. 2 BV eine Verrechnungssteuer
unter anderem auf dem Ertrag von beweglichem Kapitalvermögen (vgl.
Art. 1 Abs. 1 VStG). Die Verrechnungssteuer wird an der Quelle erhoben.
Steuerpflichtig ist der Schuldner der steuerbaren Leistung (Art. 10 Abs. 1
VStG). Er hat die Leistung bei der Auszahlung, Überweisung, Gutschrift
oder Verrechnung ohne Rücksicht auf die Person des Gläubigers um den
Steuerbetrag zu kürzen (Art. 14 Abs. 1 VStG). Der Empfänger der um die
Steuer gekürzten Leistung kann aber nach Massgabe des VStG die
Rückerstattung der Verrechnungssteuer verlangen. Voraussetzung ist,
dass die mit der Verrechnungssteuer belasteten Einkünfte ordentlich
deklariert werden (Art. 1 Abs. 2 und Art. 22 f. VStG). Darin kommt der
Sicherungscharakter der Verrechnungssteuer zum Ausdruck: Im
inländischen Verhältnis bezweckt die Verrechnungssteuer in erster Linie
die Sicherung der Deklaration der Erträge beweglichen
Kapitalvermögens. Dem Steuerehrlichen wird sie zurückerstattet (vgl.
BGE 136 II 525 E.3.3.1, 125 II 348 E.4; Urteile des Bundesgerichtes
2C_1083/2014 vom 20. November 2015 E.2.1, 2C_85/2015 vom
16. September 2015 E.2.1).
b) Gemäss Art. 23 VStG verwirkt den Anspruch auf Rückerstattung der
Verrechnungssteuer, wer mit der Verrechnungssteuer belastete Einkünfte
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oder Vermögen, woraus solche Einkünfte fliessen, entgegen gesetzlicher
Vorschriften der zuständigen Steuerbehörde nicht angibt. Nach der
Rechtsprechung verwirkt der Anspruch eines Steuerpflichtigen auf
Rückerstattung der Verrechnungssteuer, wenn er mit der
Verrechnungssteuer belastete Einkünfte nicht in der nächsten
Steuererklärung nach Fälligkeit der Leistung deklariert oder die
Selbstdeklaration nicht wenigstens so frühzeitig mit korrekten Angaben
ergänzt, dass die Einkünfte noch vor definitiver Veranlagung
berücksichtigt werden können (BGE 113 Ib 128 E.2b, 110 Ib 319 E.6c/cc;
Urteile des Bundesgerichtes 2C_322/2016 vom 23. Mai 2016 E.3.2.1,
2C_1083/2014 vom 20. November 2015 E.2.2.1, 2C_85/2015 vom
16. September 2015 E.2.2, 2C_172/2015 vom 27. August 2015 E.4.1,
2C_949/2014 vom 24. April 2015 E.3.1).
c) Der Steuerpflichtige muss die Einkünfte, die der Verrechnungssteuer
unterliegen, selbst deklarieren. Es kommt nicht darauf an, ob die
Steuerbehörde die Unvollständigkeit der Deklaration hätte erkennen und
an die erforderlichen Informationen durch entsprechende Nachfrage oder
Vergleich mit Steuerakten dritter Personen hätte gelangen können. Die
Steuerbehörden können grundsätzlich davon ausgehen, dass der
Steuerpflichtige das Formular für die Steuererklärung wahrheitsgemäss
und vollständig ausfüllt, entsprechend den Anforderungen von Art. 124
Abs. 2 DBG und Art. 42 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden
(StHG; SR 642.14) i.V.m. Art. 127 Abs. 2 StG. Erst offenkundige Mängel
können weitere Untersuchungen der Steuerbehörden erforderlich machen
(vgl. Urteile des Bundesgerichtes 2C_85/2015 vom 16. September 2015
E.2.3, 2C_172/2015 vom 27. August 2015 E.4.1, 2C_949/2014 vom
24. April 2015 E.3.2, 2C_95/2011 vom 11. Oktober 2011 E.2.1).
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d) Die gesetzlichen Grundlagen, deren Verletzung Art. 23 VStG sanktioniert,
sind namentlich die in Art. 124 Abs. 2 und Art. 125 Abs. 1 DBG
enthaltenen Deklarationspflichten. Aus diesen Bestimmungen wie auch
aus der Rechtsprechung hierzu folgt, dass der Steuerpflichtige die
Einkommens- und Vermögenswerte selbst deklarieren muss, um seinen
Anspruch auf Rückerstattung der erhobenen Verrechnungssteuer zu
wahren. Üblicherweise wird dieses Recht durch Auflistung der
entsprechenden Werte im Wertschriftenverzeichnis realisiert, welches der
Steuererklärung beigelegt ist. Der Steuerschuldner kann diesen Anspruch
− wie dargelegt − auch durch eine spätere Deklaration bis zur definitiven
Veranlagung wahren, in der die Steuererklärung ergänzt oder korrigiert
wird (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 2C_85/2015 vom 16. September
2015 E.2.4, 2C_172/2015 vom 27. August 2015 E.4.2, 2C_95/2011 vom
11. Oktober 2011 E.4.1; ZWAHLEN, in: ZWEIFEL/BEUSCH/ BAUER-BALMELLI
(Hrsg.), Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz
über die Verrechnungssteuer, 2. Aufl., Basel 2012, Art. 23 Rz. 3). Die
Massenverwaltung gebietet hierbei allerdings, dass sich die
Steuerbehörden an die Steuererklärung mit den Beilagen und eine
allfällige Erklärung halten können, die der Steuerpflichtige den
Steuerbehörden nachträglich hat zukommen lassen, um die
Steuererklärung zu vervollständigen oder zu korrigieren. Nur ein solches
Vorgehen kann den Anspruch des Steuerpflichtigen auf Rückforderung
der Verrechnungssteuer aufrechterhalten. Ohnehin erfordert der
Anspruch auf Rückerstattung der Verrechnungssteuer neben einer
Deklaration im eingangs erwähnten Sinne auch, dass der Steuerpflichtige
nicht versucht, Steuererträge oder Kapital zu hinterziehen (vgl. Urteile des
Bundesgerichtes 2C_85/2015 vom 16. September 2015 E.2.4,
2C_172/2015 vom 27. August 2015 E.4.2, 2C_95/2011 vom 11. Oktober
2011 E.4.1).
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e) Demgegenüber hat das Bundesgericht die Frage bisher nicht definitiv
entschieden, ob ein dem Steuerpflichtigen vorwerfbares Verhalten
erforderlich ist, um den Rückforderungsanspruch untergehen zu lassen.
In verschiedenen Fällen hat es aber bereits festgehalten, dass diesfalls −
wenn also ein Verschulden erforderlich sein sollte − eine einfache
Fahrlässigkeit genügen würde (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
2C_85/2015 vom 16. September 2015 E.2.5, 2C_172/2015 vom
27. August 2015 E.4.2, 2C_95/2011 vom 11. Oktober 2011 E.2.1; kritisch
zur Bedeutungszumessung von Verschulden überhaupt ZWAHLEN, a.a.O.,
Art. 23 Rz. 5).
4. a) Vorliegend haben die Beschwerdeführer die an der Generalversammlung
der C._ AG vom 27. Dezember 2014 beschlossene Dividende für
das Geschäftsjahr 2013/2014 mit Fälligkeit per 29. Dezember 2014 in der
Höhe von Fr. 150'000.-- in der Steuererklärung 2014 unbestritten nicht
deklariert. Vielmehr wurde in der Steuererklärung 2014 lediglich der
Steuerwert der Aktien im Vermögen und die Dividende des
Geschäftsjahres 2012/2013 in der Höhe von Fr. 150'000.-- mit Fälligkeit
per 3. Januar 2014 als Ertrag deklariert. Erst nachdem die
Beschwerdegegnerin 1 die Beschwerdeführer am 6. Januar 2016
aufgefordert hatte, Unterlagen zur fraglichen Dividendenausschüttung
einzureichen, haben die Beschwerdeführer die bezogenen Dividenden
des Geschäftsjahres 2013/2014 in der Höhe von Fr. 150'000.-- offen
gelegt. Durch diese nachträgliche Offenlegung erfüllen die
Beschwerdeführer die Kriterien einer selbständigen Nachdeklaration der
eingereichten Steuererklärung offenkundig nicht. Denn diese erfolgte
nicht auf eigene Initiative; vielmehr haben die Beschwerdeführer der
Beschwerdegegnerin 1 erst im Nachhinein, als diese bereits Kenntnis von
der Dividende des Geschäftsjahres 2013/2014 erlangt hatte, die
entsprechenden Informationen zukommen lassen. Eine solche Situation
schliesst die Rückerstattung der Verrechnungssteuer nach Art. 23 VStG
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und der dazugehörigen bundesgerichtlichen Praxis aus. Durch die
Nichtdeklaration der Dividende des Geschäftsjahres 2013/2014 in der
Steuererklärung 2014 haben die Beschwerdeführer ihren Anspruch auf
Rückerstattung der Verrechnungssteuer verwirkt, weshalb sich der
angefochtene Einspracheentscheid vom 12. September 2016 als rechtens
erweist.
b) Was die Beschwerdeführer dagegen vorbringen vermag − wie
nachstehend dargestellt − nicht zu überzeugen.
aa) Die Beschwerdeführer bringen zunächst vor, dass ein blosses
Versehen zur Nichtdeklaration der an der Generalversammlung der
C._ AG vom 27. Dezember 2014 beschlossenen Dividende für das
Geschäftsjahr 2013/2014 mit Fälligkeit per 29. Dezember 2014 in der
Höhe von Fr. 150'000.-- geführt habe. Im fraglichen Jahr hätten zwei
Generalversammlungen stattgefunden, was zur irrigen Deklaration von
nur einer Dividende geführt habe. Die ordentliche Dividende sei deklariert
worden. Ein Additionsfehler, wie er in der Deklaration unterlaufen sei,
führe gemäss KS Nr. 40 als rein rechnerische Korrektur noch nicht zu
einer Verwirkung des Rückerstattungsanspruchs.
Dieser Auffassung ist nicht beizupflichten. Zwar trifft es zu, dass gemäss
Ziff. 3.2 des KS Nr. 40 rein rechnerische Korrekturen von bereits
deklarierten Erträgen durch die Steuerbehörde (Schreibfehler, Deklaration
von Nettoerträgen, Anpassung von geschäftsmässig nicht begründeten
privaten Unkostenanteilen der Beteiligungsinhaber,
Bewertungsdifferenzen etc.) noch nicht zu einer Verwirkung des
Rückerstattungsanspruchs auf dem aufgerechneten Teilbetrag führen.
Vorliegend handelt es sich aber gerade nicht um eine rein rechnerische
Korrektur von bereits deklarierten Erträgen. Vielmehr haben die
Beschwerdeführer die an der Generalversammlung der C._ AG vom
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27. Dezember 2014 beschlossene Dividende für das Geschäftsjahr
2013/2014 in der Höhe von Fr. 150'000.-- − wie gesehen − weder in der
Steuererklärung 2014 noch spontan vor der ordentlichen Veranlagung
deklariert. Eine ordentliche Deklaration im Sinne von Art. 23 VStG fand
also gerade nicht statt, weshalb es sich nicht um eine rein rechnerische
Korrektur von bereits deklarierten Erträgen handeln kann. Soweit die
Beschwerdeführer mit ihren Ausführungen bezüglich Additionsfehler
geltend machen, dass es sich bei der unterlassenen Deklaration der
Dividende in der Höhe von Fr. 150'000.-- um ein reines Versehen ohne
Hinterziehungsabsicht handle, übersehen sie, dass der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung zufolge kein "Defraudationswille"
erforderlich ist, damit Rückforderungsansprüche der Verrechnungssteuer
verwirken. Ob eine Hinterziehungsabsicht gegeben ist, braucht vorliegend
daher nicht weiter geprüft zu werden. Denn die Beschwerdeführer haben
auch keine freiwillige und spontane (Nach-)Deklaration im Sinne der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung vorgenommen. Die
Berücksichtigung der fraglichen Dividende bei der Veranlagung ist − wie
hiervor gesehen − erst nach Rückfrage durch die Beschwerdegegnerin 1
erfolgt. Eine solche Situation schliesst die Rückerstattung der
Verrechnungssteuer nach der Rechtsprechung aus, ohne dass eine
weitere Prüfung zu erfolgen hätte, bis zu welchem Ausmass eine Absicht
zu Hinterziehung oder Betrug bestand. Selbst in Fallkonstellationen, wo
eine Hinterziehungsabsicht wohl ausgeschlossen werden kann, wird der
Anspruch auf Rückforderung der Verrechnungssteuer verwirkt, wenn
keine korrekte Deklaration erfolgt (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
2C_85/2015 vom 16. September 2015 E.3.4, 2C_95/2011 vom
11. Oktober 2011 E.4). Selbst wenn noch ein Verschulden
vorauszusetzen wäre, um Rückforderungsansprüche der
Verrechnungssteuer untergehen zu lassen, so genügte der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung zufolge bereits eine einfache
Fahrlässigkeit (vgl. vorstehend E.3e). Die Ausschüttung der Dividende als
- 21 -
Verwaltungsrat zu unterzeichnen und sie danach in zwei
Steuererklärungen nacheinander nicht zu deklarieren, stellt dabei eine
deutlich darüber hinausgehende Sorgfaltspflichtverletzung dar (vgl. Urteil
des Bundesgerichtes 2C_85/2015 vom 16. September 2015 E.3.4).
Dasselbe gilt auch im vorliegenden Fall. A._ hat als Aktionär und
Verwaltungsrat der C._ AG an der fraglichen Generalversammlung
der C._ AG vom 27. Dezember 2014 teilgenommen und die
Ausschüttung der Dividende beschlossen bzw. genehmigt. Trotzdem hat
er diese weder in der Steuererklärung 2014 noch spontan vor der
ordentlichen Veranlagung deklariert. Selbst einem Laien hätte klar sein
müssen, dass die für das Geschäftsjahr 2013/2014 ausgeschütteten
Dividenden in der Steuererklärung 2014 als Einkünfte zu deklarieren sind,
zumal die Beschwerdeführer durch die Studer Treuhand St. Moritz AG
vertreten wurden und es zudem nicht um unwesentliche
Dividendenerträge, sondern vielmehr um solche im sechsstelligen Bereich
ging. Eine allfällige Unsorgfalt der Vertreterin müssen sich die
Beschwerdeführer anrechnen lassen. Gestützt auf die zitierte
Rechtsprechung liegt bei einer derartigen Konstellation eine deutlich über
die einfache Fahrlässigkeit hinausgehende Sorgfaltspflichtverletzung vor.
bb) Weiter rügen die Beschwerdeführer, dass die Verweigerung der
Verrechnungssteuergutschrift als Strafe wirke und pönalen Charakter
habe, weshalb eine vorgängige Anhörung und die Feststellung des
Verschuldens notwendig seien. Zudem seien die prozessualen
Grundsätze eines Strafverfahrens zu berücksichtigen.
Dazu gilt es festzuhalten, dass es zwar zutreffen mag, dass die verwirkte
Rückerstattung der Verrechnungssteuer im Ergebnis, insbesondere auch
aufgrund der Höhe des Betrags, subjektiv als pönal empfunden werden
kann. Dies vermag aber nichts an der Tatsache zu ändern, dass es sich
dabei nicht um eine Busse handelt, zumal für die Verwirkung des
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Anspruchs auf Rückerstattung der Verrechnungssteuer grundsätzlich −
wie gesehen − nicht einmal Fahrlässigkeit gegeben sein muss. Folglich
kommen aber weder die Regeln des (Steuer-)Strafrechts noch jene der
EMRK zur Anwendung (vgl. Entscheid des Steuergerichtes des Kantons
Basel-Landschaft vom 8. April 2016, in: BStPra 3/2016 S. 126 ff. E.4c),
weswegen sich vorliegend sowohl eine vorgängige Anhörung der
Beschwerdeführer als auch die Feststellung des Verschuldens derselben
erübrigen.
cc) Zudem bringen die Beschwerdeführer sinngemäss vor, das KS Nr. 40
der Beschwerdegegnerin 2 sei widerrechtlich.
Auch dieser Auffassung ist − wie nachstehend dargestellt − nicht
beizupflichten. Im Entscheid 2C_95/2011 vom 11. Oktober 2011 war das
Bundesgericht zum Schluss gekommen, dass die Kreisschreiben der
Beschwerdegegnerin 2 Nr. 8 vom 8. Dezember 1978 und Nr. 14 vom
29. Dezember 1988 (betreffend Verwirkung des Anspruchs auf
Rückerstattung der Verrechnungssteuer), soweit sie in gewissen
Situationen die Rückerstattung vorsehen, obwohl der Steuerpflichtige
seiner Deklarationspflicht nicht im dargelegten Sinne nachgekommen
war, nicht mit Art. 23 VStG konform sind. Die Beschwerdegegnerin 2 hat
in der Folge am 11. März 2014 das KS Nr. 40 "Verwirkung des Anspruchs
von natürlichen Personen auf Rückerstattung der Verrechnungssteuer
gemäss Art. 23 VStG" erlassen und die früheren Kreisschreiben
aufgehoben. Als ordnungsgemäss deklariert gelten danach die mit der
Verrechnungssteuer belasteten Einkünfte sowie das Vermögen, woraus
solche Einkünfte fliessen, wenn die steuerpflichtige Person sie in der
ersten Steuererklärung, welche nach Fälligkeit der steuerbaren Leistung
einzureichen ist, deklariert. Ausserdem gelten jene Einkünfte, welche
spontan nach Einreichung der Steuererklärung, aber spätestens bis zum
Eintritt der Rechtskraft der ordentlichen Veranlagung deklariert werden,
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ebenfalls noch als ordnungsgemäss deklariert (Ziff. 3.1 des KS Nr. 40).
Umgekehrt gilt als nicht mehr ordnungsgemäss deklariert unter anderem
die Deklaration nach Eintritt der Rechtskraft der ordentlichen Veranlagung
sowie die Deklaration der mit der Verrechnungssteuer belasteten
Einkünfte aufgrund einer Anfrage, Anordnung oder sonstigen Intervention
der Steuerbehörde im Zusammenhang mit diesen Einkünften. Im Übrigen
entbindet die Tatsache, dass die Steuerbehörden von sich aus eine
unvollständige Deklaration hätten feststellen können und sich den Zugang
zu den fehlenden Informationen mittels Vergleich mit Steuerunterlagen
von Drittpersonen oder durch Rückfragen bei der steuerpflichtigen
Person, bei anderen Steuerbehörden oder Dritten hätten beschaffen
können, die steuerpflichtige Person nicht davon, ihrer Deklarationspflicht
bezüglich der mit der Verrechnungssteuer belasteten Einkünfte
nachzukommen (Ziff. 3.2 des KS Nr. 40). Als Verwaltungsweisung richtet
sich das KS Nr. 40 zwar vorab an die Vollzugsorgane und ist für Gerichte
nicht verbindlich, wenn auch diese es bei ihrer Entscheidung
berücksichtigen, sofern es eine dem Einzelfall angepasste und gerecht
werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen
zulässt (vgl. BGE 141 II 103 E.3.5, 137 V 1 E.5.2.3; Urteile des
Bundesgerichtes 2C_1083/2014 vom 20. November 2015 E.3.3.2,
2C_949/2014 vom 24. April 2015 E.4.2, 2C_103/2009 vom 10. Juli 2009
E.2.2). Von einer rechtmässigen Verwaltungsverordnung weicht das
Bundesgericht daher nicht ohne triftigen Grund ab. Auf diese Weise
nimmt es das Anliegen der Verwaltung auf, anhand interner Weisungen
einen rechtsgleichen, einheitlichen und sachgemässen Vollzug der
massgebenden Rechtssätze herbeizuführen (BGE 141 II 199 E.5.5,
138 V 346 E.6.2, 133 II 305 E.8.1). Soweit das KS Nr. 40 die mit dem
hiervor bereits zitierten Urteil 2C_95/2011 vom 11. Oktober 2011
präzisierte und seither bestätigte Rechtsprechung des Bundesgerichtes
zur Verwirkung des Anspruchs auf Rückerstattung der
Verrechnungssteuer wiedergibt, erweist es sich als rechtmässig und in
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Übereinstimmung mit der dargelegten bundesgerichtlichen Praxis. Das
KS Nr. 40 ist insoweit denn auch nicht zu beanstanden (vgl. zum Ganzen:
Urteil des Bundesgerichtes 2C_1083/2014 vom 20. November 2015
E.3.3.2). Das KS Nr. 40 ist damit − entgegen der beschwerdeführerischen
Auffassung − nicht widerrechtlich. Im Gegenteil, gibt das KS Nr. 40 doch
vielmehr die bundesgerichtliche Praxis zu Art. 23 VStG wieder, was nicht
zu beanstanden ist (vgl. Entscheid des Steuergerichtes des Kantons
Basel-Landschaft vom 8. April 2016, in: BStPra 3/2016 S. 126 ff. E.4d).
dd) Des Weiteren rügen die Beschwerdeführer, dass die massgeblichen
Verfahrensnormen die Beschwerdegegnerin 1 zu einem gemischten
Verfahren verpflichte mit dem Ziel, gemeinsam für eine sachgerechte
Besteuerung besorgt zu sein. Durch die Elimination der Einsprache werde
das Verfahren um eine Stufe vermindert, was eine unzulässige
Verfahrenskürzung darstelle. Die Steuerdeklaration werde dadurch zur
Selbstveranlagungssteuer. Im Veranlagungsverfahren müsse eine
gesetzliche Mahnung mit darauffolgenden Korrekturmöglichkeiten Platz
haben. Ziel des Gesetzes sei es, eine deliktische Nichtdeklaration zu
sanktionieren.
Zutreffend ist, dass für die Einkommens- und Vermögenssteuern
natürlicher Personen, die Gewinn- und Kapitalsteuern juristischer
Personen sowie die Grundstückgewinnsteuer das gemischte
Veranlagungsverfahren zur Anwendung gelangt. Dieses kombiniert und
koordiniert Mitwirkungshandlungen der steuerpflichtigen Person und
Untersuchungshandlungen der Einschätzungsbehörden. Die
systemtragende Zusammenarbeit von Veranlagungsbehörde und
Steuerpflichtigen im gemischten Veranlagungsverfahren äussert sich in
zwei Verfahrensprinzipien, im Untersuchungsgrundsatz und im
Mitwirkungsgrundsatz. Der Untersuchungsgrundsatz verpflichtet und
berechtigt die Veranlagungsbehörde, den
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massgeblichen Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären und der
Steuerveranlagung nur solche Tatsachen zugrunde zu legen, von deren
Vorhandensein sie sich selber überzeugt hat. Der Mitwirkungsgrundsatz
verlangt vom Steuerpflichtigen, dass er an der behördlichen
Sachverhaltsermittlung mitwirkt, um so eine gesetzliche Besteuerung zu
ermöglichen (vgl. ZWEIFEL/CASANOVA, a.a.O., § 13 Rz. 1 f.). Ebenfalls
zutreffend ist der sinngemässe Einwand der Beschwerdeführer, dass eine
zwar rechtzeitige, d.h. vor dem Eintritt der Rechtskraft der
Veranlagungsverfügung, jedoch aufgrund einer Nachfrage oder
Anordnung der Steuerbehörde erfolgte (Nach-)Deklaration ebenfalls zur
Verwirkung führt. Auch wenn dies in der Literatur teilweise kritisiert wird
(vgl. z.B. FISCHER/RAMP, Kreisschreiben 40 der ESTV − Verwirkung der
Verrechnungssteuer-Rückerstattung, publ. in: Der Schweizer Treuhänder
[ST] 2014/6-7, S. 503 ff., Ziff. 9) und die vorgenannte Rechtsfolge auch
aus Sicht des streitberufenen Gerichtes durchaus Fragen aufwirft, ist das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dennoch an die
bundesgerichtliche Praxis gebunden, wonach eine zwar noch vor Eintritt
der Rechtskraft der Veranlagung, aber aufgrund einer Nachfrage oder
Anordnung der Steuerbehörde erfolgte (Nach-)Deklaration zur Verwirkung
des Anspruchs auf Rückerstattung der Verrechnungssteuer führt (vgl.
zum Ganzen: Entscheid des Steuergerichtes des Kantons Basel-
Landschaft vom 8. April 2016, in: BStPra 3/2016 S. 126 ff. E.4f).
ee) Wenn die Beschwerdeführer schliesslich noch geltend machen, dass
das Prinzip der Mehrwertsteuer analog beizuziehen sei, wonach
Formfehler nicht zulasten des Steuerpflichtigen gingen, wenn der Fiskus
keinen Schaden erleide, gilt es festzuhalten, dass hier keine
mehrwertsteuerrechtlichen Fragen zu beurteilen sind und
dementsprechend das Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer (MWSTG;
SR 641.20) sowie die darin enthaltenen Grundsätze weder unmittelbar
noch analog auf das vorliegende Verfahren zur Anwendung gelangen.
- 26 -
Ebenfalls ins Leere zielen die beschwerdeführerischen Ausführungen,
wonach sie aufgrund des Gleichbehandlungsgebots einen Anspruch auf
Bereinigung der Abweichungen im Wertschriftenverzeichnis hätten, ohne
dass der Anspruch auf Rückerstattung der Verrechnungssteuer verwirkt
würde. Wie vorstehend dargestellt verwirken nämlich gemäss Art. 23
VStG und der dazugehörigen bundesgerichtlichen Praxis alle
Steuerpflichtigen, welche mit der Verrechnungssteuer belastete Einkünfte
nicht in der nächsten Steuererklärung nach Fälligkeit der Leistung oder
vor Eintritt der Rechtskraft der ordentlichen Veranlagung deklarieren, den
Anspruch auf Rückerstattung der Verrechnungssteuer. Inwiefern die
Beschwerdeführer diesbezüglich anders behandelt worden sein sollen als
andere Steuerpflichtige, ist weder ersichtlich noch wird dies von ihnen
dargetan. Nicht mehr eingegangen zu werden braucht schliesslich auf
den beschwerdeführerischen Antrag auf Akteneinsicht, zumal die
Beschwerdeführer auch im vorliegenden verwaltungsgerichtlichen
Beschwerdeverfahren ohne Weiteres Einsicht in sämtliche Akten der
Beschwerdegegnerin 1 hätte nehmen können.
5. a) Zusammenfassend ergibt sich nach dem vorstehend Gesagten, dass die
Beschwerdeführer ihren Anspruch auf Rückerstattung der
Verrechnungssteuer verwirkt haben, indem sie die an der
Generalversammlung der C._ AG vom 27. Dezember 2014
beschlossene Dividende für das Geschäftsjahr 2013/2014 mit Fälligkeit
per 29. Dezember 2014 in der Höhe von Fr. 150'000.-- weder in der
Steuererklärung 2014 noch spontan vor der ordentlichen Veranlagung
deklariert haben. Der angefochtene Einspracheentscheid der
Beschwerdegegnerin 1 vom 12. September 2016 erweist sich somit als
rechtens, was zur dessen Bestätigung und zur Abweisung der dagegen
erhobenen Beschwerde führt.
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b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten gestützt
auf Art. 73 Abs. 1 VRG unter solidarischer Haftung zulasten der
Beschwerdeführer. Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-
rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen wird gemäss Art. 78
Abs. 2 VRG in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn
sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen
besteht vorliegend kein Anlass.