Decision ID: 4e026e01-1f28-568b-8b11-8b9124848d8a
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1963 geborene
X._
(verheiratet in zweiter Ehe und Mutter von 3 Kindern, geboren 1986, 1988 und 1991)
war zuletzt im
Pflege
zentrum
Y._
als Pflegeassistentin bei einem 100%-Pensum tätig. A
m 19. November 2008 (Eingangsdatum)
meldete sich die Versicherte
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
Leistungsbe
zug
an (Urk. 7/2).
In der Folge tätigte die IV-Stelle medizinische und erwerb
liche Abklärungen.
Im Rahmen des durch die Stadt Zürich durchgeführten Case Managements wechselte
X._
von der Pflege in die Aktivierungstherapie.
Mit Verfügung vom 14. Juni 2010 verneinte
die IV
Stelle
einen Anspruch auf berufliche Massnahmen, nachdem
das Pensum als Aktivierungstherapeutin (angepasste Tätigkeit) nicht über 10 % gesteigert werden konnte
(vgl. Urk. 7/24-25).
Per
31. August 2010
wurde
der Versi
cherten
gekündigt
.
Die
IV-Stelle
aktualisierte
die medizinische Aktenlage und liess die Versicherte durch
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Psych
iatrie und Psychotherapie, begutachten (psychiatrisches Gutachten vom 6. September 2010, Urk. 7/31).
Am 21. Februar 2011 wurde der Versicherten eine Schadenminderungspflicht im Sinne der Durchführung einer psychia
trisch-pharmakologischen Therapie auferlegt (Urk. 7/41).
Mit Verfügungen vom 1
0.
und 27. September 2012 (Urk. 7/57-88 in Verbindung mit Urk. 7/45) sprach die IV-Stelle
X._
mit Wirkung ab 1. August 2009 eine ganze und mit Wirkung ab 1. Dezember 2010 eine
Dreiviertelsrente
zu.
1.2
Die IV-Stelle leitete im Jahr 2013 von Amtes wegen ei
ne Rentenrevision ein (Urk. 7/89
) und klärte wiederum die medizinischen und erwerblichen Ver
hältnisse ab. Dabei
liess
sie
X._
durch Prof.
Dr.
med.
A._
, FMH Neurologie und FMH Psychiatrie und Psychotherapie, psychiatrisch (Gutachten vom 1
0.
Januar 2014, Urk. 7/102) und durch
Dr.
med. und
Dr.
sc. n
at. ETH
B._
internistisch-rheumatologisch begutachten (Gutachten vom 19. Februar 2014, Urk. 7/104, mit
bidisziplinärer
Zusammenfassung, Urk. 7/107 S. 1).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/116
,
Urk. 7/123
und Urk. 7/133
) hob die IV
Stelle mit Verfügung vom
21.
Januar 2016
(Urk. 2) die Rente
gestützt auf
lit
.
a
Abs.
1 der Schlussbestimmungen der Änderung vom 18.
März 2011 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
auf.
2.
Hiergegen erhob
X._
am 18. Februar 2016 Beschwerde und beantragte, es sei ihr unter Aufhebung der Verfügung vom 21. Januar 2016 weiterhin eine Dreiviertelrente zuzusprechen; unter Kosten- und
Ent
schädigungsfolgen
zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1). Die
Beschwer
degegnerin
schloss mit Beschwerdeantwort vom 30. März 2016 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 7/1-145), was der Beschwerdeführerin am 13. April 2016 mitgeteilt wurde (Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird
soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge
gan
gen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbs
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglich
keiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsge
mäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. No
vember 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer
Restarbeits
fähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl.
Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheits
zustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer
anspruchser
heblichen
Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige
Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechtskon
former
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundes
gerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.4
Nach
lit
. a
Abs.
1 der am
1.
Januar 2012 in Kraft getretenen
Schlussbe
stimmungen
der Änderung vom 1
8.
März 2011 des IVG (6.
IV
Revision, erstes Massnahmenpaket; kurz:
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG 6.
IV
Revision
) wer
den Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage
(
Päusbonog
)
gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkraft
treten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Artikel 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Vor
aussetzungen von Artikel 17 Absatz 1 ATSG nicht erfüllt sind. Diese Bestimmung ist verfassungs- und EMRK-konform (BGE 139 V 547 E. 3).
Die in
lit
. a
Abs.
1
SchlB
6.
IV-Revision
vorgesehene Rentenherabsetzung beziehungsweise -aufhebung ist nicht auf vor dem
1.
Januar 2008 zuge
sprochene Renten beschränkt. Erging die fragliche
Rentenzusprache
aber bereits in Beachtung der jeweils relevanten Rechtsprechung zu
pathogene
tisch-ätiologisch
unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweis
bare organische Grundlage, bleibt kein Raum für ein Rückkommen unter dem Titel der Schlussbestimmung (BGE 140 V 8 E. 2).
Laufende Renten sind vom Anwendungsbereich von
lit
. a
Abs.
1
SchlB
zur 6.
IV-Revision nur ausgenommen, wenn und soweit sie auf erklärbaren Beschwerden, das heisst auf einer nachweisbaren objektivierbaren Grundlage beruhen. Lassen sich unklare von erklärbaren Beschwerden trennen, können die Schlussbestimmungen der
6.
IV-Revision auf erstere Anwendung finden (BGE 140 V 197 E. 6.2, in Präzisierung u.a. von
BGE 139 V 547
E. 10.1.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_738/2013 vom
8.
April 2014 E. 3.1.2.1 mit Hinweis). Demnach ist die Schlussbestimmung bei kombinierten Beschwerden anwendbar, wenn die unklaren und die „erklärbaren" Beschwerden
-
sowohl diagnostisch als auch hinsichtlich der funktionellen Folgen
-
auseinander
ge
halten werden können. Ein organisch begründeter
Teil
der Arbeitsfähigkeit kann bei Anwendbarkeit der Schlussbestimmung nur neu beurteilt werden, sofern eine Veränderung im Sinne von
Art.
17 ATSG eingetreten ist. Insoweit wird im Anwendungsbereich der Schlussbestimmung vom Grundsatz abge
wichen, dass die Verwaltung im Rahmen einer materiellen Revision
-
um
eine solche handelt es sich auch hier
den Rentenanspruch in tat
sächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend prüft (Urteil des Bundes
gerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 2.4.2 mit Hinweisen).
Ist ein „Mischsachverhalt" gegeben, bei dem es unmöglich ist festzustellen, wie gross der Anteil der organisch bedingten Beschwerden bei der
Renten
zusprechung
war, wäre ein Abstellen auf die aktuelle gutachtliche Ein
schätzung nicht zu vereinbaren mit der Rechtsprechung, wonach der auf erklärbaren Beschwerden beruhende Teil der Invalidität unter dem Rechtstitel der Schlussbestimmung nicht überprüft werden kann. In einem solchen Fall bestimmt sich die (zu einer
integralen
Neuprüfung führende) Anwendbarkeit der Schlussbestimmung nach folgendem Grundsatz: Besteht (im Zeitpunkt der Rentenzusprechung und/oder -überprüfung) neben dem
syndromalen
Zustand eine davon unabhängige organische oder psychische
Gesundheits
schädigung
, so hängt die Anwendbarkeit der Schlussbestimmung davon ab, dass die weitere („
nichtsyndromale
") Gesundheitsschädigung die
anspruchs
erhebliche
Arbeitsunfähigkeit nicht mitverursacht, das heisst letztlich nicht selbständig zur Begründung des Rentenanspruchs beigetragen hat. Wenn sie die Auswirkungen des unklaren Beschwerdebildes bloss verstärkte, bleibt eine Rentenrevision unter diesem Rechtstitel möglich (Urteil des Bundesge
richts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 2.6 mit Hinweisen).
Da der Bestand laufender Renten wesentlich von medizinischen Aspekten abhängt, sind an die entsprechenden Abklärungen besonders hohe Anforde
rungen zu stellen. Namentlich muss verlangt werden, dass die Untersuchun
gen im Zeitpunkt der Revision aktuell sind und sich mit der massgeblichen Fragestellung auseinandersetzen. Soweit die versicherte Person sich
-
auch mit Bezug auf die Chancen, welche die Wiedereingliederungsmassnahmen bieten
-
der Beurteilung durch die Verwaltung und deren regionalen ärztli
chen Dienst nicht anschliessen kann, dürfte sich in der Regel eine neue, polydisziplinäre Begutachtung als unumgänglich erweisen (vgl. BGE 139 V 547 E. 10.2).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
zu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medi
zinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des
Beweiswer
tes
eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erfor
derlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizini
schen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die
rechts
anwendende
Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenen
falls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auf
lage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
D
ie Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung, die Überprü
fung der Invalidenrente
gemäss
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG 6. IV
Re
vision habe ergeben, dass die Diagnosen, welche zur
Renten
zu
sprache
geführt hätten, zu den ätiologisch-
pathogenetisch
unklaren
syndro
malen
Zustands
bildern
ohne nachweisbare organische Grundlagen gehörten.
Aus der
bidisziplinären
Einschätzung von Prof.
A._
und von Dr.
B._
vom 19. Februar 2014 (Urk. 7/107 S. 1) gehe hervor, dass keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vorlägen.
Den medizinischen Unterlagen seien keine objektivierbaren anatomischen Befunde zu ent
nehmen, welche aus versicherungsmedizinischer Sicht eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit zu begründen verm
öchten
.
Diese gutachterliche Ein
schätzung halte auch einer Über
prüfung anhand der mit BGE 141 V 281 neu eingeführten
bundes
gerichtlichen
Rechtsprechung zur
Invaliditäts
be
messung
bei Schmerz
störungen ohne erkennbare organische Ursache mittels
Stan
dardindikatoren
stand. Folglich liege
kein invalidisierender
Gesundheits
scha
den
vor und
es
sei die bisher
ige Rente aufzuheben (Urk. 2
S.
2 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber in ihrer Beschwerde (Urk. 1) im Wesentlichen geltend, dass eine Überprüfung der Rente nach
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG 6. IVG-Revision nicht zulässig sei. Dies, da
die
Rentenzusprache
mit Verfügungen vom 10. und 2
7.
September 2012 erst zugesprochen wor
den sei, als die Schlussbestimmungen bereits
(ab 1. Januar 2012)
in Kraft gesetzt gewesen seien. Ausserdem sei die 3-jährige Frist verpasst gewesen, da das anfänglich nach Art. 17 ATSG eingeleitete Revisionsverfahren erst im Jahre 2015 an das Team EP 6a
umgeteilt
und erst damit die Überprüfung der laufenden Rente gemäss Schlussbestimmungen eingeleitet worden sei. Im Weiteren sei die damalige
Rentenzusprache
in Beachtung der Rechtsprechung zu
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisebare organische Grundlage zugesprochen werden, weshalb ein Rückkommen unter dem Titel von
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG 6. IVG-Revision nicht mehr möglich sei. Zudem seien auch die Voraussetzungen einer Wiedererwägung nicht erfüllt.
3.
3.1
Die ursprüngliche
Rentenzusprache
stützte sich im Wesentlichen auf die nach
folgend zitierte medizinische Aktenlage.
3.1.1
Dr.
med.
C._
,
Facharzt FMH für physik
alische Medizin und
Reha
bilita
tion
, hielt in seinem Bericht vom 2
4.
November 2008 (Urk. 7/9) zuhanden der Beschwerdegegnerin als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
chronifiziertes
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei
Spondylarthrosen
fest (bestehend seit circa 2006).
Die subjektiven Anga
ben der Beschwerdeführerin seien betreffend Ausmass der objekti
ven Befunde diskrepant. Die
Chro
nifikation
beeinflusse die Prognose
negativ. Aufgrund der festgestellten Belastungsintoleranz könne sie bei der
Pflege von Patienten nur teilwei
se mithelfen
. Entsprechend sei eine Umschulung respektive Arbeitsvermittlung sinnvoll. Eine Rente sei aber eh
e
r nicht gerechtfertigt.
3.1.2
Dr.
med.
D._
, FMH
für Allgemeine Medizin,
stellte in seinem Bericht vom 27. November 2008 (Urk. 7/10) zuhanden der
Beschwerde
gegnerin
folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Degenerative Veränderungen der LWS mit
-
Osteochondrose
L4/5
-
Spondylarthrose
zunehmend von
cranial
nach
dauddal
-
Diskusprotrusion
l3/4 und L4/5
Die Beschwerdeführerin sei vom
6.
August bis 28.
Oktober 2008 zu 100
%
, vom 27. Oktober bis 3
0.
November 2008 zu 75
%
arbeitsunfähig gewesen
und
sei
seit dem 1. Dezember 2008 zu 50
%
arbeitsunfähig. Berufliche Mass
nahmen seien angezeigt, da unter der Arbeit als Altenpflegerin mit viel Heben von Patienten Rückenschmerzen zugenommen hätten. Aufgrund der
doch erheblichen degenerativen Veränderungen der LWS könne die Beschwer
deführerin keinen Beruf mehr ausüben, in dem sie schwere Lasten heben müsse, aber
auch eine rein sitzende Tätigkeit sei nicht zu empfehlen. Es sollte eine Tätigkeit mit wechselnder Belastung und wechselnder
Arbeits
haltung
sein, in der keine schweren Lasten zu heben seien.
3.1.3
Dem Austrittsbericht der
E._
vom 2
2.
Februar 2010 (Urk. 7/21/7-
9), wo sich die Beschwerdeführerin vom 11.
Januar bis 14.
Fe
bruar 2010 in stationärer Behandlung befand, sind folgende Diagnosen zu ent
nehmen:
-
Lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits rechtsbetont mit/bei:
-
MRI-LWS vom 3. September 2008:
leichtgadige
degenerative
Ver
ände
rungen der Bewe
gungssegmente L3/4 sowie L4/5,
ke
ine Hinweise auf Diskushernie, S
pinalkanalstenose,
entzündliche Veränderungen oder
Nervenwurzelbeeinträchtigungen
-
MRI-Becken vom 13. Juni 2007: unauffällig
-
MRI-HWS vom 20. August 2007: unauffällig
-
Status nach erfolgloser Facettengelenksinfiltration L4/5
beidseits am 9. September 2008 und 26.
Februar 2009
-
Mittelgradige depressive Episode
Am 14. Februar 2010 habe die Beschwerdeführerin bei leicht verbesserter psycho
physischer Belastbarkeit in die gewohnte häusliche Umgebung ent
lassen werden können. Weiter
e
ambulante Psycho- und Physiotherapie werde unbedingt empfohlen.
3.1.4
Dr.
D._
hielt in seinem Bericht (undatiert, eingegangen am 21. Juni 2010) zuhanden der Beschwerdegegnerin an seiner
bereits zuvor
gestellten Diagnose
(
degenerativen Veränderungen der LWS
)
fest. Ergänzend nannte er seit Jahren bestehende Depressionen, welche aber ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit blieben. Die Beschwerdeführerin sei in ihrer angestammten Tätigkeit als medizinische Pflegerin vom 27. A
pril bis 8. Dezember 2009 zu 72 %
, vom 9. Dezember 2009 bis 10. Januar 2010 zu 90 %, vom 11.
Januar bis 21.
Februar 2010 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen und seit dem 22.
Februar 2010 zu 90% arbeitsunfähig.
Die Prognose sei für die nächsten 1
bis 2 Jahre ganz schlecht, wobei keine Verbesserung gesehen werde. Mittel- bis langfristig beständen durchaus Optionen für eine erfolgreiche Reha
bili
tation.
3.1.5
Das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Z._
vom 6. September 2010 (Ur. 7/31)
nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit:
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen
Faktoren (seit 2006)
-
ICD-10 (GM2009): F 45.41
-
Dauerschmerzen zwischen NRS 4-6, Exazerbationen bis NRS 10
-
mit intensivierter Schmerzwahrnehmung bei übermässiger
affektiver Komponente
-
Leichtgradige
depressive Ep
is
ode (ICD-10: F 32.0, Beginn retrospektiv
nicht festlegbar)
-
Hinweise auf eine
dependente
Persönlichkeitsproblematik (seit
Ado
leszenz)
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verbleibe eine Klaustrophobie.
Die Affektivität werde als überwiegend traurig (60:40) beschrieben und als grosse Veränderung zu früher („Son
nenschein der Abteilung“) erleb
t. Die Depressi
vität korreliere einerseits mit der Schmerzstärke, sei aber auch unabhängig davon. Punktuell sei die depressive Stimmung in der Exploration erlebbar. Eine ausgeprägte starre Depressivität liege aber nicht vor. Insgesamt sei bezüglich Schweregrad von einer
leichtgradigen
depressiven Episode nach ICD-10: F 32.0 auszugehen. Die erhaltene affektive Schwingungsfähigkeit spreche gegen eine Depression höheren Schweregrades. Insgesamt lasse sich psychiatrisch auch eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren gemäss ICD-10: F 45.41 diagnostizieren.
Der somati
sche Kern sei hierbei die lumbale Überlastung und die initial
hexenschussar
tigen
Schmerzbeschwerden. Die psychischen Faktoren seien hier
Selbstfor
cierung
beziehungsweise später ängstliche Vermeidung, dazu eine ängstliche und depressive Komponente und wahrscheinlich auch biographische Fakto
ren (Scheidung).
Eine
somatoforme
Schmerzstörung, ne
u kodiert unter F 45.40, liege nicht vor. Der Höhepunkt der Eheeskalation sei 2002 gewesen, die Schmerzproblematik bestehe sei
t
circa 200
5.
Dazwischen lägen doch 3
Jahre - eine Latenz, welche die Eheeskalation als Hauptgrund der
Schmerz
problematik
unwahrscheinlich mache
(S. 14 f.)
.
Die Kriterien einer
somato
formen
Schmerzstörung seien nicht erfüllt. Die gestellte Diagnose ICD-10: F 45.41 entspreche nicht der Diagnose F 45.40 beziehungsweise der früheren
somatoformen
Schmerzstörung F 45.
0.
Letztere sei ätiologisch stärker psychogen (S. 20).
Die Beschwerdeführerin sei als zweites von 5 Kindern geboren worden, die in der Schweiz als Fabrikarbeiter gearbeitet hätten und circa 1995 wieder in die Heimat zurückgekehrt seien. Das erste der
Kinder
sei mit 6 Jahren verstorben. Die
Beschwerdeführerin
selbst sei in
F._
aufgewachsen, abgesehen von den
4.
b
is
6.
Lebensjahren, die sie bei ihrer Grossmutter in
G._
verbracht habe. Der Vater (
Jahrgang
1937) werde als verschlossen und auf die Familie zurückgezogen beschrieben. Die einige Jahre jüngere Mutter sei 2010 verstorben. Bei ihr seien in den letzten
Lebensjahren
Ängste und depressive Beschwerden bekannt gewesen. Auch eine Schwester der Beschwerdeführerin
habe
in früheren
Jahren
an starken Depressionen gelitten. Sonst seien keine psychischen
Erkrankungen
in
der Familie bekannt. Sie habe 9
Jahre die obligatorische Schule besucht und
eine 3-jährige
Coiff
e
u
rlehre
absolviert. Mit 19 Jahren
habe sie eine
n gleichaltri
gen geheiratet, den sie in den Sommerferien in Italien kennenge
lernt habe. Aus der Ehe seien 3 Kinder entstanden (1986, 1988 und
ungeplant
1991). Die Ehe sei prob
lematisch gewesen. Der Ehemann
sei Fabrikar
beiter mit wenig Deutschkenntnissen und sehr eifersüchtig gewesen. Er habe ihr keine Aktivitäten ausser Haus zugelassen.
1996 - als die jüngste Tochter in den Kindergarten gekommen sei - sei sie beruflich wieder eingestie
gen. Es sei zu einer zunehmenden Entfremdung vom Ehemann gekommen mit Trennungswunsch und Eskalation der Ehesituation Anfang 2002 mit Flucht ins Frauenhaus. Gemäss eigenen Angaben sei sie anschliessend wegen depressiver Beschwerden, extremer Angst und Schreck
haftigkeit psychia
trisch unterstützt worden (keine Akten vorhanden). Vom Frauenhaus aus habe sie erfolgreich eine Wohnung und eine Arbeitsstelle gefunden. Schliesslich sei sie im Pflegezentrum
Y._
als
Pflege
assistentin
ange
stellt worden. Bei diesen Schritten sei sie von ihre
m
heutigen, zweiten Ehe
mann unterstützt worden, den sie im August 2009 auch geheiratet habe.
Im Sinne einer angepassten Tätigkeit habe die Beschwerde
führerin pflegeheim
-
intern in den Bereich der
Aktivierungs
therapie
gewechselt. Sie habe aber nur ein 10%-Pensum realisieren können (2
Stun
den an 2 Tagen pro Woche). Das Arbeitsverhältnis sei auf 31. August 2010 gekündigt worden. Sonst beschreibe sich die Beschwerdeführerin als glücklich verheiratet und lebe mit der leicht behinderten
18-
j
ährigen Tochter aus erster E
he und ihrem zweiten Ehemann (Fahrlehrer) in einem gemein
samen Haushalt. Sie habe intakte Beziehungen zu ihrer Herkunftsfamilie, aber keine speziellen Hobbies. Diag
nostisch ständen die Schmerzen und affektiven Auslenkungen im Vorder
grund. Alle 3
Wochen fände eine psych
iatri
sche Therapie statt nebst
haus
ärztliche
r
Betreuung (S. 16 f.).
Invaliditätsfremde Faktoren spielten für die aktuelle
Arbeitsfä
higkeit keine Rolle. Aufgrund des Schweregrades der beschriebenen Störungsbilder, dem Ausmass der
erfragbaren
psychovegetativen Beeinträchtigungen und auf
grund des
erfragbaren
Aktivitätsniveaus, wie auch unter Berücksichtigung des
Arbeitsbesuches
, lasse sich die
zumutbare
Arbeitsfähigkeit
un
g
efähr abschätzen. Einschränkungen beständen dabei primär aufgrund der Schmer
zen. Deren willentliche Überwindung sei durch die zusätzliche ängstliche Beeinträchtigung und leichte depressive Störung eingeschränkt. In der ursprünglichen Tätigkeit als Pflegeassistentin bestehe keine Arbeitsfähigkeit mehr. Hingegen bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in adaptierten, das heisst leichten, wechselbelastenden, vorwiegend sitzenden Tätigkeiten, ohne häufiges Bücken und ohne schweres Heben, mit leicht vermehrten
Pausenbe
darf
.
Es gebe aktuell keine zusätzlichen medizinischen
Behandlungsmöglich
keiten
, mit der sich die Arbeitsfähigkeit verbessern liesse. Die bisherige Therapie, insbesondere die psychiatrische Behandlung, sollte weitergeführt wer
den. Hierbei sei innerhalb der nächsten
1 bis 3 Jahre eine weitere Besserung zu erwarten beziehungsweise die psychiatrische Therapie wirke auch einer möglichen Verschlechterung entgegen. Es handle sich um ein psychisches Leiden mit Krankheitswert und es beständen keine Hinweise auf Sucht. Der psychiatrische Gesundheitsschaden habe sich
gemäss behandel
ndem Psychiater - seit August 2008 insoweit entwickelt, als es im
Behand
lungs
verlauf
eine stetige Verschlechterung bis circa Frühling 2010 gegeben habe und dieser ab diesem Zeitpunkt persistiert habe. Auch gemäss Beschwer
de
führerin selbst sei es bis circa Juni 2010 zu einer ste
t
igen Ver
schlechterung des Befindens gekommen. Über die sehr beschützende Paar
beziehung habe sich die Beschwerdeführerin wohl insgesamt stabi
lisieren können, was sich an der Heirat und am guten Verkraften des Todes der Mutter festmachen lasse. Alles zusammen spreche für eine Stabilisierung seit circa Januar 201
0.
Inzwischen müss
e
von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit
i
n angepassten Tätigkeiten ausgegangen werden.
Dies gelte ab dem Zeitpunkt der aktuellen Begutachtung (25. August 2010, S. 20 f.).
3.1.6
Am 1
6.
Oktober 2010 antwortete
Dr.
Z._
auf
die
Rückfrage
der
Beschwer
de
gegnerin
vom 1
4.
Oktober 2010 (Urk. 7/33-34
).
Er
hielt
insbeson
dere fest, dass erst seit dem 1. September 2010 (nach dem Verlust der Arbeitsstelle per 3
1.
August 2010) eine 50%ige medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit in adaptierten, das heisst leichten, wechselbelastenden, vor
wiegend sitzenden
Tätigkeiten, ohne häufiges Bücken und ohne schweres Heben, mit leicht vermehrtem Pausenbedarf bestehe.
3.2
Die angefochtene Verfügung stützt sich in medizinischer Hinsicht
im Wesentli
chen
auf das psychiatrische Gutachten von Prof.
A._
vom 10. Januar 2014 (Urk. 7/102) und das internistisch-rheumatologische Gut
achten von Dr.
B._
vom 19. Februar 2014 (Urk. 7/104).
3.2.1
Prof.
A._
hielt im
psychiatrische
n
Fachgutachten vom 10. Januar 2014 (Urk. 7/102) fest, dass keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliege. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verblieben die anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10: F 45.4) und die ängst
lich vermeidende Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F 60.8).
Zum
psychiatrischen G
utachten
von
Dr.
Z._
sei
anzumerken, dass die Diagnose einer chronischen
Schmerzstörung
mit psychischen und somati
schen Faktoren gem
ä
ss
ICD-10: F 45.41
nur dann zu stellen
sei
, wenn ein
somatoformes
Leiden auf der Grundlage objektiv somatisch nachweisbarer Stö
run
gen besteht. Zu diesem Zeitpunkt
hätten
jedoch bei
der Beschwerde
führerin
MR-tomografisch gesichert keine somatischen Faktoren vor
gelegen
. Es
hätten
sich im MRI vom
3.
September
2008 nur (altersentsprechende)
leichtgradige
degenerative Veränderungen in
den Bewegungssegmenten L3/4 und L
4/5 ohne Hinwe
i
se auf eine Diskushernie
gefunden
. Ein MRI des Beckens vom 13.
Juni
20
07
sei
ebenso unauffällig
gewesen
wie ein MRI der HWS vom 20.
August
200
7.
Die Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmer
z
störung gemäss ICD-10 F 45.4 wäre korrekt gewesen.
Entsprechend hätte der damals begutach
t
ende
Dr.
Z._
das Vorliegen einer
Schmerzver
arbeitungsstörung
beziehungsweise
die
sogenannten
„Foerster-Kriterien“
prüfen müssen
, was er aber unterlassen habe
(S. 19 f.)
.
Bei der Beschwerdeführerin lägen folgende 4 von 6 Eigenschaften oder Ver
hal
tensweisen vor, welche für die Diagnose einer ängstlich-vermeidenden
Per
sönlichkeitsstörung
nach ICD-10: F 60.6 sprächen: (1) andauernde und umfassende Gefühle von Anspannung und Besorgtheit, (2) übertriebene Sorge, in soziale
n Situationen kritisiert oder ab
gelehnt zu werden, (3) per
sönliche Kontakte nur, wenn Sicherheit besteht, gemocht zu werden, (4) ein
geschränkter Lebensstil wegen des Bedürfnisses nach körperlicher Sicherheit. Entsprechend sei auch die Diagnose des behandelnden Psychiaters
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, zu bestä
tigen (S. 22).
Das Auftreten der generalisierten Schmerzsymptomatik im Zusammenhang mit der vorgenannten Psychodynamik, die rasche Symptomausweitung, die unzureichende Wirkung der Analgetika und die Schmerzintensivierung im Zusammenhang mit emotionalen und psychosozialen Faktoren stütze die Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung nach ICD-10: F 45.4). Hingegen könne die Diagnose einer rezidivierenden Depression aktuell nicht gestellt werden, da effektiv niedergestimmte Symptome nur
kurz
anhaltend
seien und in Verbindung mit dem traumatisierenden Thema der Ehescheidung aufträten.
Aber auch eine posttraumatische
Belastungs
störung
nach ICD-10: F 43.1 liege nicht vor
(S. 22)
.
Im Vordergrund stehe jedoch die Schmerzsymptomatik, sodass bei der Beschwerdeführerin von einem
syndromalen
Leiden auszugehen sei. Die Dis
kussion über das Vorliegen einer Schmerzverarbeitungsstörung beziehungs
weise Prüfung der sogenannten „Foerster-Kriterien“ (vgl. S. 23 f.) ergebe aus gutachterlicher Sicht und in Würdigung des
Längsschnittsverlaufs
der psychischen Erkrankungen, dass bei der Beschwerdeführerin eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung vorliege. Aus psychiatrischer
versicherungs
medizinischer
Sicht sei die Zumutbarkeit der Überwindung des psychischen Störungsbildes anzunehmen.
So liege b
ei der Beschwerdeführerin
keine wei
tere schwere psychiatrische Erkrankung vor, welche das Kriterium einer psychischen Komorbidität mit erheblicher Intensität, Schwere und Ausprä
gung erfüllte. Die diagnostizierte
dependente
Persönlichkeitsstörung erfülle die genannten Voraussetzungen nicht. Eine chronische körperliche
Begleiter
krankung
und mehrjähriger Krankheitsverlauf bei unveränderter und progre
dienter Symptomatik ohne längere Remission
bestehe
unter Hinweis auf di
e Feststellungen von
Dr.
B._
, wonach eine Diskrepanz zwischen den objektiv zu erhebenden Befunden und den geklagten Beschwerden der Beschwerdeführerin vorliege, ebenfalls nicht.
Die Beschwerdeführerin habe weiterhin teil am sozialen Leben. Ausserdem geniesse sie eher einen sekun
dären Krankheitsgewinn, da eine Selbstlimitierung erkennbar sei.
Angesichts noch vorhandener Motivation und Eigenanstrengung könne nicht von unbe
friedigenden Behandlungsergebnissen und gescheiterter
Rehabilitationsmass
nahmen
gesprochen werden.
Bei der
Beschwerdeführer
in
lägen keine psychiatrischen Erkrankungen vor, die
ihr
berufliches Leistungsvermögen (positives Leistungsbild) mittel- und langfristig einschränkten. Aus psychiatrischer Sicht sei eine berufliche Wieder
eingliederung möglich. Prognostisch sei jedoch davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin den Rechtsweg besch
reiten werde. Subjektiv aus
Sicht der Beschwerdeführerin habe sich ihr Gesundheitszustand verschlech
tert. Aus psychopathologischer Sicht seien
keine wesentlichen Veränderun
gen bestehend. Die diagnostische Einschätzung
zum Vorgutachter
Dr.
Z._
variiere erheblich, da gegenwärtig von einem seit 2006 bestehenden
syndro
malen
Leiden auszugehen sei.
Eine Sucht liege nicht vor
(S. 25 f.)
.
3.2.2
Im internistisch-rheumatologischen Gutachten von
Dr.
B._
vom 19. Fe
bruar 2017 (Urk. 7/104) wurden
keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit genannt. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ver
blieben intermittierende zervikale und lumbale Schmerzen, gegenwärtig schmerzfrei ohne Schmerzmittel.
Die Beschwerdeführerin
sei eine kräftige 50-jährige Frau.
Bei der Untersu
chung geht es ihr so wie meistens in der letzten Zeit:
sie
sei
ohne Schmerz
mittel
schmerzfrei. Manchmal habe sie lumbale oder
cervikale
Schmerzen, gelegentlich auch Kopfschmerzen, j
edoch nicht am Untersuchungstag.
In der klinischen Untersuchung
fielen Diskrepanzen auf.
Der intermitti
erend hin
kende Gang normalisiere
sich unter Ablenkung.
Alle drei Wirbelsäulen-Ab
schni
tte (HWS, BWS und LWS)
seien
normal beweglich.
Radikuläre
Zeichen
seien nicht vorhanden. Der
Lasè
gue
sei
beidseits normal. Sie
nehme bei
ihren gymnastischen Übungen spontan
den Längssitz ein, w
as eine relevante lumbale n
eural
e Kompression aus
schliesse
. Alle grossen peripheren Gelenke
seien normal beweglich.
Gelenksergüsse,
Synovitiden
oder überwärmte Gelenke
seien
nirgends vorhanden. Die ganze Muskulatur
sei liegend geprüft nirgends verspannt. Die Bioimpedanz-Analyse zeige
eine erfreulich kräftige Muskelmasse von 48
%, welche den Normwert von 40
% weit übertreffe. Eine lang an
dauernde körperliche Schonung
könne
daraus nicht abgeleitet werden. Die MRI-Untersuchung der LWS (
Januar 2014) zeige
altersentspre
chende
degenerative Veränderungen
ohne Kompression neuraler
Stru
kturen. Das ausgeprägte querver
laufende s
akrale Knochenödem werde von der Beschwerdeführerin
offensichtlich nicht gespürt. Es könnte sich um ein Residuum der kürzlich erf
olgten vier
chiropraktischen
Be
handlungen
han
deln. Auch die MRI
-Untersuchung der HWS (
Januar 2014) zeige
altersent
sprechende
Befunde ohne Kompression neural
er Strukturen. Die au
sgedehnte Blutuntersuchung zeige
keinen abnormen Laborwert
. Der Rheuma
faktor und die
Anticitrullin
-Antikörper
seien
normal wie auch die Entzündungszeichen
(Blutsenkung und C-reaktives
Protein). Eine entzündlich-rheumatische Erkrankung
sei
nicht vorhanden. Bei
der Beschwerdeführerin
beständen
keine strukturellen Befunde
, die ihre Arbeitsfähigkeit ein
schränk
ten.
Sie
könne
sämtliche Tätigkeiten uneingeschränkt ausüben, die Frauen ihres
Alters üblicherweise machen können.
Sie klage
nicht
über Handbeschwerden. Ihr Handei
nsatz
sei
bei der Untersuchung
beidseits normal. Sie komme
mit einer grossen
schwarzen Handtasche zur Unter
suchung, die sie problemlos sowohl mit der rechten wie auch mit der linken Hand
handhabe. Sie gebe
an, dass die Gebrauchsspuren an den Fingerkuppen des Daumens und Zeige
fingers beidseits von Putzen mit
Javelle
-Wasser stamm
t
en. Das
sei
eine plausibl
e Erklärung, wenn sie viel putze. Die
Gebrauchsspuren zeig
t
en, dass sie aktuell lang andauern
d
beide
Hände kraftvoll einsetze
. Diskrepant dazu
sei
die gezeigte maximale Handkraft von rechts 10
% der Norm,
und links 46
%. Aus rheumatologischer Sicht
gebe
es
keine Ursache für eine deutlich
verminderte Handkraf
t beidseits. Hier bestehe
sicher eine Selbstlimitierung bei der Messung. So
gar Patientinnen mit einer fort
geschrittenen
erosiven
rheumatoiden Arthritis erreich
t
en in der Regel eine höhere Handkraft als
die Beschwerdeführerin
mit ihre
r unversehrten rechten Hand. Bei der Beschwer
deführerin habe nie eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden. Sie sei zu 100%
arbeitsfähig, bezogen auf ein P
ensum von 100 %. Die Beschwer
deführerin könne sämtliche Tätigkeiten uneingeschränkt ausüben, die Frauen ihres Alters üblicherweise machen könnten. Die berufliche Eingliederung könne ab sofort auf die übliche Art erfolgen. Die Beschwerdeführerin habe eine gute Prognose und es sei wahrscheinlich, dass sie lange arbeiten könne
(S
.
35 ff.)
.
3.2.3
Die beiden Gutachter Prof.
A._
und Dr.
B._
hielten im Rahmen der
bidisziplinären
Zusammenfassung vom 19. Februar 2014 (Urk. 7/107 S. 1) nochmals fest, dass weder psychiatrische noch rheumatologische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorlägen. Es bestehe entsprechend keine Arbeitsunfähigkeit. Die Beschwerdeführerin könne sämt
liche Tätigkeiten, die Frauen ihres Alters üblicherweise machten, zu 100 % ausüben, bezogen auf ein 100%-Pensum. Es habe auch nie ein Leiden bestanden, welches eine Arbeitsunfähigkeit über 20 % begründet hätte.
3.3
Im Rahmen des
Einwandverfahrens
fanden folgende weitere Berichte Ein
gang in die Akten:
3.3.1
Dr.
med.
H._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, welcher die Beschwerdeführerin seit März 2009 psychiatrisch behandelt, nannte in sei
nem Bericht vom 16. Juli 2015 (Urk. 7/128) zuhanden der
Beschwerde
gegne
rin
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit:
-
Residualer Defektzustand mit stark
eingeschränktem Funktionsniveau
-
Rezidivierende ängstlich-depressive Episoden, gegenwärtig
mittel (ICD-10: F 33.1)
-
Ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung (ICD-10: f 60.0)
-
Angstzustände, selten Panikattacken mit starker
Somatisierungstendenz
(ICD-10: F 41.1/F 41.0)
-
Hypochondrische Ängste, sozialphobische Ängste
Im angestammten Beruf als nicht diplomierte, geriatrische Hilfskraft bestehe keine Arbeitsfähigkeit. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit (wechsel
nde Körperhaltung bei leichter körperlicher Belastung, Belastung ohne
Schmerz
provokation
, stressarmes und emotional ausgeglichenes
Arbeits
umfeld
) bestehe höchstens eine 50%ige Arbeitsfähigkeit.
3.3.2
Dr.
med.
I._
, Praktischer Arzt FMH, diagnostizierte in seinem Berich
t
vom 16. August 2015
(Urk. 7/129)
zuhanden der Beschwerdegegnerin
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
:
-
Anpassungsstörung (ICD-10: F 43.2, bestehend seit 2008) mit/bei
-
Somatisierungstendenz
-
chronifizier
tem
Schmerzsyndrom
-
Chronifiziertes
Panvertebralsyndrom
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verblieben eine Dyspnoe und
Thorax
schmerzen
, wobei die kardialen und
pneumologischen
Abklärungen im Juli 20
1
5 unauffällig gewesen seien.
Die Rückenschmerzen würden
cervikal
und lumbal beklagt, doch seien diese klinisch nicht objektivierbar. Aufgrund des
chronifizierten
Leidens scheine
eine Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt unrealistisch, wobei die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von den rheumato
logischen beziehungsweise psychiatrischen Fachärzten vorzunehmen sei.
3.3.3
Dr.
med.
J._
, Spezialarzt FMH für Physikalische Medizin und
Rehs
bilitation
, speziell Rheumatologie, kam in seinem Bericht vom 20. August 2015 (Urk. 7/131) zuhanden
Dr.
I._
in seiner Beurteilung zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin ein
zervikobrachiales
und
lumbo
spondylogenes
Syndrom habe. In den MRI-Untersuchungen seien degenera
tive Veränderungen - in der HWS ausgeprägter als in der LWS - ersichtlich. Zudem sei bei ihr eine Depression verbunden mit Angstzuständen bekannt. Das Schmerzbild werde sicher durch die psychische Erkrankung der Beschwerdeführerin wesentlich beeinflusst. Aus therapeutischer Sicht stehe daher
an erster Stelle die psychiatrische Betreuung und
Therapie
. Aus rheu
matologischer Sicht sei eine Aktivierung im Sinne der medizinischen Trainingstherapie sinnvoll, wie das auch von Fibromyalgie-Patienten
bekannt sei. Begleitend sei es sinnvoll, die analgetische medikamentöse The
rapie auszubauen. Die Kombination Schmerzbild und psychische Erkrankun
gen rechtfertigten die 50%ige Arbeitsunfähigkeit.
4.
4.1
Vorliegend ist
- gestützt auf die
bidisziplinäre
Begutachtung (psychiatrisch
[vgl. E. 3.2.1
] und rheumatologisch [vgl. E.
3.2.2
]) -
unbestritten, dass
es seit den Rentenverfügungen vom 10. und 27. September 2012 (Urk. 7/57-88 in Verbindung mit Urk. 7/45) zu keiner rechtserheblichen Änderung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin gekommen ist. Damit ist eine Revision gemäss Art. 17 ATSG ausgeschlossen.
4.2
Im Weiteren ist s
trittig
und zu prüfen
, ob die Voraussetzungen einer Rentenan
passung nach
Massgabe
von
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG 6. IV-Revision erfüllt sind und ob die Rentenaufhebung unter diesem Rechtstitel zulässig ist.
4.2.1
Gestützt auf
die
medizinische Aktenlage
im Jahre 2012 (vgl. E. 3.1)
sprach die IV-Stelle
der Beschwerdeführerin
mit Wirkung ab 1. August 2009 eine ganze und mit Wirkung ab 1. Dezember 2010 eine
Dreiviertelsrente
zu (Urk. 7/57-88 in Verbindung mit Urk. 7/45).
4
.2.2
Der psychiatrische Gutachter
Dr.
Z._
diagnostizierte bei der Beschwerde
führerin eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren nach ICD-10: F 45.4
1.
Dabei führte
Dr.
Z._
aus
, dass diese Diagnose keine eigentliche
somatoforme
Schmerzstörung
gemäss
F 45.40 darstelle, da sie ätiologisch weniger psychogen sei (Urk. 7/31 S. 20
, vgl. auch Ausführungen in der Beschwerde vom 18. Februar 2016,
U
rk. 1 S. 9 f.
).
Ent
sprechend verzichtete er auch auf eine Prüfung der Überwindbarkeit nach den sogenannten „Foerster-Kriterien“.
B
ei der Einordnung einer psychiatri
schen Diagnose unter die sogenannten
Päusbonog
-Diagnosen (vgl. E. 1.4)
handelt es sich jedoch
um eine rechtliche F
rage
, welche
durch die
rechtsan
wendenden
Behörden im Rahmen der rechtlichen Vorgaben zu
beurteilen
ist
.
Zumindest im Nachhinein hat die bundesgerichtliche
Rechtsprechung
explizit festgestellt, dass
auch die Diagnose ICD-10: F 45.41 klar unter die
somato
forme
Schmerzstörung
fällt
(
Urteil 8C_381/2012 vom 20.
Juni 2012 E. 4.2.1)
.
Auch aus der festgestellten Befundlage ergibt sich, dass die ursprüngliche
Rentenzusprache
im Wesentlichen aufgrund eines
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildes erfolgte.
So liess sich trotz einge
henden klinischen und bildgebenden Abklärungen kein hinreichendes orga
nisches Korrelat für die beklagten Symptome finden.
So hielt auch Dr.
C._
fest, dass die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin betreffend Aus
mass der objektiven Befunde diskrepant seien (vgl. E. 3.1.1).
Letzteres blieb denn auch von der Beschwerdeführerin unbestritten. Weiter steht fest, dass im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
jedenf
alls keine
vom
syndromalen
Zustand unabhängige somatische und/oder psychische
Gesundheitsschädi
gung
, welche selbständig zur Begründung des Rentenanspruchs hätte beitra
gen können, vorlag.
Insbesondere konnte nur eine
leichtgradige
degenerative Veränderung ohne Hinweise auf Diskushernie, Spinalkanalstenose, entzünd
liche Veränderungen oder Nervenwurzelbeeinträchtigungen festgestellt wer
den (vgl. E. 3.1.3). Diese führten denn auch zu keiner quantitativen Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit, sondern nur zu einer qualitativen (vgl. Belastungsprofil, E. 3.1.5). Auch
Dr.
B._
konnte anlässlich der internistisch-rheumatologischen Begutachtung bei der Beschwerdeführerin keine strukturellen Befunde mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest
stellen (vgl. E. 3.2.2). Die retrospektive Einschätzung, wonach ein Leiden, welches eine Arbeitsunfähigkeit über 20 % begründet hätte, nie bestanden habe, spricht ebenfalls für ein
syndromales
Leiden.
Hinzuweisen ist überdies auf die überzeugende gutachterliche Feststellung von Prof.
A._
, wonach von eine
m
seit 2006 bestehenden
syndromalen
Leiden auszugehen sei (vgl. E. 3.2.2)
Zusammenfassend ergibt sich, dass die ursprüngliche
Rentenzusprache
im Wesentlichen aufgrund eines
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndro
malen
Beschwerdebildes erfolgte.
4.2.3
Nach
lit
. a
Abs.
1 der am
1.
Januar 2012 in Kraft getretenen
Schlussbestim
mungen
der Änderung vom 1
8.
März 2011 des IVG werden Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage (
Päusbonog
) gesprochen wurden, inner
halb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft.
Die
Rentenzusprache
erfolgte aber mit Verfügungen vom 10. und 27. Sep
tember 2012 (Urk. 7/57-88 in Verbindung mit Urk. 7/45), also bereits als die
SchlB
IVG
6.
IV-Revision
in Kraft waren. Bereits aus diesem zeitlichen
Ablauf sowie dem klaren Wortlaut
von
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision
ergibt sich aber, dass deren Anwendbarkeit vorliegend ausgeschlossen ist. So sollen mit den
SchlB
der 6. IV-Revision - innerhalb von 3 Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung (1. Januar 2012) - nur diejenigen Fälle über
prüft werden dürfen, bei den
en eine Rente gestützt auf eine
Päusbonog
-Di
agnose zugesprochen wurde und bei denen eine Revision nach Art. 17 ATSG
nicht möglich ist. Ausgeschlossen von dieser Überprüfung sind
damit
aber neu zugesprochene Renten, welche nach dem Inkrafttreten der
SchlB
der 6. IV-Revision
am 1. Januar 2012 aufgrund eines
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildes
erfolgten.
Da die fragliche Rentenverfügung erst 9 Monate nach Inkrafttreten
von
lit
. a Abs. 1
SchlB
IVG 6. IV-Revision
erlassen wurde, bleibt kein Raum für ein Rückkommen unter dem Titel der Schlussbestimmungen
(
vgl. E. 1.4).
4.
3
Zusammenfassend ergibt sich, dass
sich
die
Renteneinstellung
weder auf Art. 18 ATSG noch auf
lit
. a Abs. 1
SchIB
6. IV-Revision stützen lässt
, weshalb die Beschwerde gutzuheissen ist.
5.
5.1
Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzusetzen sind (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), sind auf Fr.
8
00.-- anzu
setzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegen
den Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversi
cherungsgericht (
GSVGer
) ist der
Beschwerde
führer
in
eine Prozessentschädigung zuzusprech
en, wobei ein Betrag von Fr. 1‘9
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen erscheint.