Decision ID: 9fbadc82-6e4f-4452-b5e7-53e8f7284eb6
Year: 2015
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_005
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

dabei eine unrichtige Sachverhaltsdarstellung durch die Baubehörde bzw.
eine falsche Würdigung der Tatsachen. So sei die Türöffnung viel zu
niedrig, um Tiere einzulassen oder landwirtschaftliche Güter wie Heu
einzubringen. Vor allem aber gebe es zeitgenössische und historische
Belege, wonach die vorliegende Kombination von Ökonomiegebäude und
Wohnhütte (Trennhof) tatsächlich wie von der Beschwerdeführerin
behauptet genutzt wurde. Damit sei der erforderliche Nachweis einer
vorbestehenden temporären landwirtschaftlichen Wohnnutzung
rechtsgenüglich erbracht.
4. Das beigeladene Amt für Raumentwicklung (ARE) liess sich mit Eingabe
vom 28. Januar 2015 vernehmen, wobei es auf einen Antrag verzichtete.
Es beurteilte verschiedene Kriterien und kam dabei zu einem
uneinheitlichen Ergebnis. Es regte deshalb die Durchführung eines
Augenscheins an, um bessere Erkenntnisse zu erlangen.
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5. Die Gemeinde (Beschwerdegegnerin) liess sich am 16. Februar 2015
vernehmen und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Dabei sah
sie - auch unter Berücksichtigung der zahlreichen teils neuen
Beweismitteln der Beschwerdeführerin - den von dieser zu erbringenden
Nachweis als nicht erbracht an. Ausserdem stellte sich die
Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt, dass ein allfälliger Nachweis
der Beschwerdeführerin ohnehin nichts nützen würde, weil eine
temporäre landwirtschaftliche Wohnnutzung der Baute bereits vor
Jahrzehnten definitiv aufgegeben worden sei.
6. In der nachfolgenden Replik vom 18. März 2015 vertiefte die
Beschwerdeführerin ihren Standpunkt und legte weitere Beweismittel ein
(u.a. Stellungnahmen von Diego Giovanoli, Autor des Buches
'Alpschermen und Maiensässe' und von Thomas Gadmer,
Geschäftsführer der Walservereinigung Graubünden); einen Augenschein
hielt sie für nicht angezeigt. Die Beschwerdegegnerin nahm mit Duplik
vom 4. Mai 2015 zur Argumentation in der Replik Stellung, ohne neue
eigene Gesichtspunkte vorzubringen. Das ARE hatte bereits am 8. April
2015 auf eine Duplik verzichtet.
7. Am 2. September 2015 führte eine Delegation des kantonalen
Verwaltungsgerichts (5. Kammer) einen Augenschein durch, an welchem
die Beschwerdeführerin persönlich in Begleitung ihres Ehemannes und
ihres Rechtsvertreters (RA lic. iur. Thomas Hess) anwesend war. Von
Seiten der Beschwerdegegnerin waren der Bauinspektor und deren
Rechtskonsulent zugegen. Das Amt für Raumentwicklung (ARE) war als
Beigeladene durch einen Mitarbeiter vertreten. Weiter waren als
Auskunftspersonen ein ehemaliger kantonaler Denkmalpfleger (Experte
für die Typisierung alter Nutz- und Wohnbauten in Berggebieten) sowie
eine Zeitzeugin (geb. 1921) betreffend die frühere Nutzung der
umstrittenen Holzstrickbaute auf Parzelle 7518 anwesend. Allen
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Anwesenden wurde dabei vor Ort noch die Möglichkeit geboten, sich
mündlich zum bisherigen Verfahrenslauf sowie der früheren Nutzung der
Holzstrickbaute zu äussern. Die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann,
der Denkmalpfleger und die Zeitzeugin votierten dabei für eine
ursprüngliche Nutzung als Milch- und Käseverarbeitungsstätte mit
Feuerstelle und einfacher Schlaf- und Wohnmöglichkeit im Innern der
Hütte, während die Beschwerdegegnerin eine frühere Bewohnbarkeit der
Hütte verneinte bzw. als nicht mehr nachweisbar bezeichnete. Der zuletzt
genannten Auffassung schloss sich auch der ARE-Mitarbeiter an, weil
keine amtlich zuverlässige Bestandesaufnahme vor dem jetzt strittigen
Um- und Ausbau der Hütte auf Parzelle 7518 erfolgt sei. Von Seiten des
Gerichts wurden zudem noch 12 Farbfotos bezüglich der bestehenden
Erschliessungs- und Platzverhältnisse sowie insbesondere des aktuellen
Ausbaustandards der Holzstrickbaute (mit visueller Aussen- und
Innenansicht) auf Parzelle 7518 inklusive benachbarter Stallbaute auf
Parzelle 7517 – samt Bildlegende - erstellt und dem Protokoll des
Augenscheins beigefügt.
8. Am 14. September 2015 reichte der Anwalt der Beschwerdeführerin seine
Honorarnote in der Höhe von Fr. 3'463.25 (inkl. Augenschein und MWST)
beim Gericht ein. Zudem wurde noch die Kostenabrechnung vom 5.
September 2015 über Fr. 630.-- des von der Beschwerdeführerin
fallrelevant beigezogenen ehemaligen Denkmalpflegers nachgereicht.
9. Am 16. September 2015 liess das Gericht die in Ziff. 8 erwähnte
Honorarnote samt Expertenrechnung der Beschwerdegegnerin zur
Kenntnisnahme zustellen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
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1. Anfechtungsobjekt ist die Verfügung vom 2./5. Dezember 2014, worin die
Gemeinde (Beschwerdegegnerin) die Bewilligung eines nachträglich
gestellten Baugesuchs betreffend Unterhalt und Isolierung einer (Alp-)
Hütte in der Landwirtschaftszone mit der Begründung verweigerte, dass
das besagte Gebäude keine Fensteröffnungen besitze und deshalb dort
zuvor niemals eine Wohnnutzung stattgefunden habe; die Hütte habe rein
landwirtschaftlichen Zwecken gedient und dürfe deshalb nun nicht
zweckentfremdet werden. Damit konnte sich die Baugesuchstellerin
(Beschwerdeführerin) nicht einverstanden erklären, weswegen sie gegen
die Bewilligungsverweigerung am 29. Dezember 2014 beim
Verwaltungsgericht Beschwerde erhob, mit den Begehren, der
angefochtene Bauentscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin
anzuweisen, die nachgesuchte Bewilligung zu erteilen. Streitgegenstand
bildet hier die Frage, ob die Hütte auf Parzelle 7518 nachweislich bereits
früher zu Wohnzwecken genutzt wurde und somit eine Bewilligung in der
Landwirtschaftszone (für Bauten ausserhalb der Bauzone; sog. BAB-
Bewilligung) möglich ist oder nicht.
2. Nach Art. 50 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR
370.100) ist zur Beschwerde legitimiert, wer durch den angefochtenen
Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an seiner
Aufhebung oder Änderung hat [...]. Gemäss Art. 51 Abs. 1 VRG können
mit der Beschwerde geltend gemacht werden: a) Rechtsverletzungen
einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens; b)
unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts. Nach Art. 52 Abs. 1 VRG ist die Beschwerde schriftlich
innert 30 Tagen seit Mitteilung des angefochtenen Entscheids beim
Verwaltungsgericht einzureichen. Im konkreten Fall ist dazu erstellt, dass
die Beschwerdeführerin durch die Verweigerung der nachgesuchten
(BAB-) Bewilligung nachteilig betroffen wird, da sie den Unterhalt und die
Isolierung ihrer (Alp-) Hütte nicht vornehmen dürfte (bzw. wieder
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rückgängig machen müsste). Die 30-tägige Anfechtungsfrist wurde
ebenfalls korrekt eingehalten, da die Beschwerde vom 29. Dezember
2014 und der angefochtene Entscheid vom 2./5. Dezember 2014
datieren. Die Beschwerdeführerin rügt insbesondere eine unvollständige
Feststellung bzw. falsche Ermittlung des rechtserheblichen Sachverhalts
und somit einen Beschwerdegrund nach Art. 51 Abs. 1 lit. b VRG. Das
Verwaltungsgericht ist zudem örtlich, sachlich und funktionell gemäss Art.
52 Abs. 1 VRG zuständig für die Entgegennahme und Behandlung der
frist- und formgerecht eingereichten Beschwerde. Auf die Beschwerde ist
deshalb vollumfänglich einzutreten.
3. a) Nach Art. 83 Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton
Graubünden (KRG; BR 801.100) richtet sich die Zulässigkeit von nicht
zonenkonformen Bauvorhaben ausserhalb der Bauzonen nach dem
Bundesrecht. Laut Art. 83 Abs. 2 KRG wird die Umnutzung
landwirtschaftlicher Wohnbauten zu landwirtschaftsfremden
Wohnzwecken im Rahmen des Bundesrechts bewilligt. Gemäss Art. 22
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG; SR 700)
dürfen Bauten und Anlagen nur mit behördlicher Bewilligung errichtet oder
geändert werden. Laut Art. 22 Abs. 2 RPG ist Voraussetzung einer
Bewilligung, dass die Bauten und Anlagen dem Zweck der Nutzungszone
entsprechen (lit. a) und das Land erschlossen ist (lit. b). Die übrigen
Voraussetzungen des Bundesrechts und des kantonalen Rechts bleiben
vorbehalten (Art. 22 Abs. 3 RPG). Nach Art. 24 RPG – der die
Ausnahmen für Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen regelt
(BAB-Bewilligung) - können, abweichend von Art. 22 Abs. 2 lit. a, solche
(BAB-) Bewilligungen erteilt werden, wenn der Zweck der Bauten und
Anlagen einen Standort ausserhalb der Bauzonen erfordert (lit. a); und
keine überwiegenden Interessen entgegenstehen (lit. b).
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b) Ist also wie im konkreten Fall ein bewilligungspflichtiges Bauvorhaben in
der Landwirtschaftszone zu beurteilen, das nicht im Sinne von Art. 22
RPG zonenkonform ist, gilt es zu untersuchen, ob allenfalls ein
bundesrechtlicher Ausnahmetatbestand gemäss Art. 24a-24e RPG
Anwendung findet. Art. 24a RPG erlaubt Zweckänderungen ohne
bauliche Massnahmen ausserhalb der Bauzone, wenn dadurch keine
neuen Auswirkungen auf Raum, Erschliessung und Umwelt entstehen
(Abs. 1 lit. a) und sie nach keinem anderen Bundeserlass unzulässig sind
(lit. b). Nach Art. 24c RPG können bestehende zonenwidrige Bauten und
Anlagen in Nichtbauzonen mit Bewilligung der zuständigen Behörde
erneuert oder wieder-hergestellt werden, falls sie bestimmungsgemäss,
d.h. zu Wohnzwecken, nutzbar und rechtmässig erstellt oder geändert
worden sind (Bestandesgarantie). Zu ergänzen bleibt nur noch, dass laut
Art. 87 Abs. 1 KRG Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen (BAB)
neben der Baubewilligung eine kantonale Bewilligung (BAB-Bewilligung;
ARE/DVS) erfordern.
c) Vorliegend geht es hauptsächlich um die Beurteilung, ob eine
Wohnnutzung in der Hütte auf Parzelle 7518 rechtmässig vorbestanden
hat oder nicht. Hat eine – wenn auch nur sehr rudimentäre bzw.
ursprünglich primitive – Wohnnutzung in der betreffenden Kleinbaute
(Raumfläche 5 m2) auf der Alp bzw. dem dortigen Maiensäss
zulässigerweise bestanden, so käme die Bestandesgarantie gemäss Art.
24c RPG und somit der Grundsatz „Wohnen bleibt Wohnen“ zur
Anwendung, solange zwischenzeitlich das fragliche Gebäude nicht einer
anderen Nutzung zugeführt wurde. Wäre eine frühere Wohnnutzung bzw.
die Rechtmässigkeit einer frühreren Wohnnutzung zu verneinen, so läge
von Beginn weg ein Fall einer zonenwidrigen Umnutzung vor, die in der
Regel nicht bewilligt werden könnte (vgl. dazu Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] R 07 36 vom 5. Juli
2007 E.2 und E.3a-d sowie VGU R 14 60 vom 8. September 2015 E.3b).
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Bei der hier behaupteten vorbestehenden Wohnnutzung handelt es sich
offensichtlich um eine solche als „temporäre landwirtschaftliche
Wohnbaute“ durch die Voreigentümer und nicht etwa um eine solche als
„nichtlandwirtschaftliche Wohnnutzung zu Ferienzwecken“ seit dem
Eigentumsübergang. Für das Gericht stellt sich nun die Kernfrage, wie
dieser frühere, zeitweilige Aufenthalt im Gebäude im Dienste der Alp- und
Landwirtschaft aus heutiger Sicht zu werten ist. Die Beschwerdeführerin
und ihre Mitstreiter sind dazu der Meinung, dass die fragliche Hütte seit
jeher als Milch- und Käseverarbeitungsstätte (inkl. Lagerung der Produkte
im Keller) mit einfacher Feuer- und Kochstelle und als temporäre Schlaf-
und Wohnbaute genutzt wurde und daher der nachgesuchten Bewilligung
betreffend Unterhalt und Isolation für die Hütte nichts im Wege stünde.
Die Beschwerdegegnerin ist dazu anderer Meinung, da der Nachweis für
eine (frühere) Wohnnutzung nicht erbracht bzw. eine temporäre
landwirtschaftliche Wohnnutzung der Hütte bereits vor Jahrzehnten
definitiv aufgegeben worden sei. Zur Würdigung und Bewertung dieser
gegensätzlichen Standpunkte sind zuerst die Argumente der Parteien
anzuführen und danach das Resultat des Augenscheins mit den
entsprechenden Schlussfolgerungen kundzutun.
d) Indizien für eine "temporäre landwirtschaftliche Wohnnutzung" sind etwa
die Existenz von Fenstern, eine gewisse Entfernung von der nächsten
permanent bewohnten Siedlung, das Vorhandensein einer Feuerstelle,
die Dimensionierung der Türöffnung und die historische
Zweckbestimmung. Insbesondere das ARE setzt sich in seiner
Stellungnahme vom 28. Januar 2015 (Ziff. 2, S. 3-5) mit diesen Kriterien
sachlich auseinander und kommt zu einem uneinheitlichen Resultat:
Während die Entfernung zum nächsten Dorf und die historische
Zweckbestimmung eher für die behauptete frühere Wohnnutzung
sprächen und auch fensterlose Wohnformen (z.B. Kleinsennereien)
bekannt seien, könne aus der Dimension der Türöffnung kein eindeutiger
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Schluss gezogen werden; ausserdem fehlten in Bezug auf die behauptete
Feuerstelle konkrete Nachweise, wonach der Ofen im betreffenden
Gebäude tatsächlich verwendet worden sei. Nicht abgestützt werden
könne auf die Bezeichnung des strittigen Gebäudes als „Hütte“ in den
Dokumenten der kantonalen Schätzungskommission und der
Denkmalpflege, da der Begriff dort untechnisch verwendet werde.
e) Anhand der bei den Akten liegenden Rechtsschriften und
Entscheidungsgrundlagen ist die Behauptung der Beschwerdeführerin
einer vorgängigen temporären landwirtschaftlichen Wohnnutzung mit
eigener Feuerstelle nachvollziehbar und plausibel. Die Distanz vom Dorf
und insbesondere die historische Dokumentation und fachkundige
Einschätzung des beigezogenen Denkmalpflegers lassen diesen Schluss
zu; zumal dieser Experte die Erkenntnis vorbrachte, dass solche
Gebäude trotz Fensterlosigkeit früher tatsächlich temporär zu
landwirtschaftlichem Wohnen genutzt worden seien. Die zahlreichen
schriftlichen Bestätigungen von Zeitzeugen, welche in besagter
Liegenschaft temporäres landwirtschaftliches Wohnen selber
wahrgenommen haben und die Beschreibung exakt dieser Liegenschaft
im Buch „Alpschermen und Maiensässe“ (S. 307) durch den erwähnten
Denkmalpfleger – welcher als ausgewiesener und anerkannter Fachmann
für die Typisierung und die Charakterisierung alter Nutz- und Wohnbauten
in Berggebieten gilt – verstärken diesen Eindruck noch. Um letzte Zweifel
auszuräumen, erschien dem Gericht ein Augenschein angezeigt.
Anlässlich dieser Ortsbegehung sollte die Gesamtsituation des Alphofes
betrachtet und analysiert werden; neben den Indizien zu Gunsten einer
vorbestehenden temporären landwirtschaftlichen Wohnnutzung sollte
dabei insbesondere noch geprüft werden, ob die Annahme der
Beschwerdegegnerin haltbar ist, wonach das strittige Gebäude zur
Lagerung und Aufbewahrung von landwirtschaftlichen Gütern und
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Tierfutter gedient haben soll (vgl. Ziff. II.6, S. 2 im angefochtenen
Abweisungsentscheid).
f) Am 2. September 2015 führte eine Delegation des zuständigen
Spruchkörpers des Verwaltungsgerichts einen Augenschein auf Parzelle
7518 (umstrittene Baute) und Parzelle 7517 (Stallbaute) durch und
besichtigte den aktuellen Ausbaustandard der zur Diskussion stehenden
Holzstrickbaute (vgl. dazu Gerichtsfotos 4, 5, 7 und 8; mit Aussenansicht
der Baute; daneben die grössere und bloss aufgetrölte Stallbaute – Fotos
2, 4, 6 und 7) samt bestehender Erschliessung (Gerichtsfotos 1, 3 und 5).
Das Gericht ist dabei zur Überzeugung gelangt, dass der bisher aufgrund
der Akten gewonnene Eindruck – wonach die Existenz einer früheren
(temporären landwirtschaftlichen) Wohnnutzung zu bejahen sei –
bestätigt werden kann. Namentlich die einleuchtenden Ausführungen des
als Auskunftsperson beigezogenen Denkmalpflegers bzw. Experten über
die typischen Unterscheidungsmerkmale zwischen Wohn- und
Stallbauten vermochten das Gericht zu überzeugen. Während erstere
eine niedrige Türöffnung am Rande der Hauptfassade aufweisen würden
und die Gebäude selbst durch einen Trennbalken in der Mitte
gekennzeichnet seien (für Inneneinteilung: Hinterer Teil mit
Zwischendecke, unten: Milch- und Käseverarbeitung samt Lager, oben:
Schlafstätte; Vorderer Gebäudeteil ohne Zwischendecke für Feuer-
/Kochstelle mit Wohnanteil), seien die Stallbauten mit einer höheren
Türöffnung in der Mitte (um das Vieh rechts und links im Stall anzubinden)
und der obere Stallteil für die Einlagerung des Heus mit eigener
Stallzufahrt auf der Hinterseite versehen worden. Genau diese typischen
Charaktermerkmale für eine „Wohnnutzung“ (vgl. Fotos 4, 6, 8 sowie
innen 9, 10, 11 - mit von aussen sichtbarem Trennbalken auf Foto 7 für
Gebäudeeinteilung) bzw. für eine „Stallbaute“ (Fotos 2, 4, 6) konnten vor
Ort durch die Gerichtsdelegation überprüft und verifiziert werden. Hinzu
kommt, dass die persönlich anwesende Zeitzeugin (geb. 1921) sehr
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bestimmt und glaubwürdig zu vermitteln mochte, dass bereits vor
Jahrzehnten eine Feuerstelle in der betreffenden Hütte auf Parzelle 7518
existiert habe und dort – aus Gründen der Zeit- und Wegersparnis für die
Bewirtschafter aus dem Dorf – zeitweilig gewohnt, gegessen und
geschlafen worden sei (vgl. Foto 12; Bild über ehemalige
Alpbewirtschafter mit Mähsensen). Diesen Beteuerungen gibt es nichts
hinzuzufügen.
g) Für das Gericht ergibt sich somit, dass von keiner Partei jemals bestritten
wurde, dass das fragliche Gebäude auf Parzelle 7518 seit jeher für
temporär landwirtschaftliche Arbeits-, Schlaf- und "Aufenthaltszwecke"
genutzt wurde; auch ist es offensichtlich, dass eine solche Nutzung
seinerzeit rechtmässig erfolgte. Gleichzeitig gibt es keinerlei Anzeichen
dafür, dass das Gebäude zwischenzeitlich einer anderen Nutzung
zugeführt worden wäre. Somit kommt vorliegend die Bestandesgarantie
zum Tragen.
h) Der ARE-Mitarbeiter betonte anlässlich des Augenscheins aber noch,
dass es grundsätzlich zwischen Arbeits- und anderen Räumen zu
unterscheiden gelte. Vorliegend sei der ursprüngliche Innenzustand des
Gebäudes einfach nicht mehr feststellbar. Eine frühere Mischnutzung
wurde jedoch selbst vom ihm nicht in Abrede gestellt. Tatsache ist zudem,
dass aus der Hütte nichts Elementares herausgerissen sowie an ihr auch
nichts (äusserlich sichtbar) angebaut wurde. Im Hinblick auf die kantonale
Bewilligung nach Art. 87 Abs. 1 KRG (BAB-Bewilligung) ist deshalb noch
von Bedeutung, dass eine differenzierte Ausscheidung bei solch
kleinflächigen Gebäuden (mit 5 m2) kaum möglich oder sinnvoll erscheint.
Liegen nachweislich derart kleine Räume vor, wäre es geradezu unsinnig
bzw. unverhältnismässig, flächenmässig eine weitere Trennung
(Ausscheidung) innerhalb dieser Hütte vorzunehmen, weshalb das
Gebäude auf Parzelle 7518 gesamthaft als „Wohnbaute“ zu qualifizieren
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und im BAB-Verfahren nach Art. 24c RPG – vorbehältlich allfälliger
anderer rechtlicher Hindernisse – zu bewilligen sein wird. Weil die
Beschwerdeführerin lediglich den Antrag auf Bewilligung ihres
Baugesuchs durch die Beschwerdegegnerin - nicht aber gesetzeskonform
auch noch durch die kantonale Fachstelle (ARE) bzw. das zuständige
Departement (DVS) - stellte, kann ihre Beschwerde nicht komplett,
sondern „nur“ teilweise gutgeheissen werden.
i) Der angefochtene Abweisungsentscheid vom 2./5. Dezember 2014 ist
demzufolge nicht rechtens oder schützenswert, was zu seiner Aufhebung
und zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde vom 29. Dezember 2014
führt. Die Streitsache ist an die Beschwerdegegnerin zur Weiterführung
des Bewilligungsverfahrens im Sinne der Erwägungen zurückzuweisen,
wobei die kantonalen Behörden die angestrebte BAB-Bewilligung innert
vernünftiger Frist zu erteilen haben.
4. Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens sind die Gerichtskosten
gestützt auf Art. 73 Abs. 1 VRG vollumfänglich der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen. Das Gericht setzt dabei die Staatsgebühr ermessensweise
auf Fr. 2‘500.-- fest. Die Beschwerdegegnerin hat die in der Hauptsache
obsiegende und anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin gemäss Art. 78
Abs. 1 VRG überdies aussergerichtlich noch angemessen zu
entschädigen, wobei hierfür auf die Honorarnote vom 11. September
2015 des Anwalts der Beschwerdeführerin in der Höhe von Fr. 3‘463.25
(gegliedert in: Arbeits-/Zeitaufwand 11.75 Std. à Fr. 260.-- [3‘055.05] plus
Spesen Augenschein [Fr. 60.--], plus 3% Pauschale für Kleinspesen [Fr.
91.65] und 8% MWST [256.55]) abzustellen und diese zu übernehmen ist;
zuzüglich Kostenabrechnung vom 5. September 2015 über total Fr. 630.--
(zusammengesetzt aus: Bericht/Dokumentation Fr. 350.-- plus Aufwand
Augenschein Fr. 200.--, plus Spesen Fr. 80.--) des von der
Beschwerdeführerin fallrelevant beigezogenen Denkmalpflegers. Die
Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin folglich insgesamt mit
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Fr. 4‘093.25 (Fr. 3‘463.25 [Anwaltskosten] plus Fr. 630.--
[Expertenkosten]) zu entschädigen.