Decision ID: 9c6d04ad-29fe-5ec1-9140-3113e6d82f65
Year: 2007
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Die aus dem Kosovo stammende X._ reiste im Dezember 2001 – ein halbes Jahr nach Vollendung ihres 18. Lebensjahres – im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz ein, nachdem ihr Vater zuvor ein  Gesuch für seine Ehefrau und seine fünf Kinder gestellt hatte. Ihr wurde daraufhin im Kanton Aargau eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei den Eltern erteilt. Im Dezember 2002 verheiratete sie sich während eines Urlaubs in ihrer Heimat mit einem Landsmann. Am 1. Februar 2003 verliess sie die  ihrer Eltern, bezog eine eigene Unterkunft und stellte nachfolgend ein Gesuch um Familiennachzug für ihren Ehemann. Mit Verfügung vom 15. August 2005 verweigerte das Migrationsamt des Kantons Aargau die Verlängerung ihrer Aufenthaltsbewilligung. Die von X._ dagegen gerichtete Einsprache an das kantonale  im Ausländerrecht führte zwar zur Aufhebung der Verfügung; das Bundesamt für Migration (BFM) verweigerte der anstehenden  der Aufenthaltsbewilligung jedoch am 9. Februar 2005 seine . Die Beschwerde, die X._ gegen die  an das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) , wurde mit rechtskräftigem Entscheid vom 18. Juli 2006 abgewiesen.
B. Aufgrund der verweigerten Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung  das BFM am 10. August 2006 die Wegweisung von X._ und setzte ihr eine Ausreisefrist bis zum 30. September 2006.
C. Gegen die Wegweisungsverfügung vom 10. August 2006 erhob X._ am 6. September 2006 Beschwerde beim damals zuständigen EJPD. Sie beantragt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Anordnung der vorläufigen Aufnahme. In verfahrensrechtlicher Hinsicht stellt sie das Begehren, die der Beschwerde entzogene aufschiebende Wirkung wieder herzustellen. Zur Begründung macht sie geltend, eine Ausreise sei ihr nicht zumutbar, da sie in der Schweiz gut integriert sei und sich in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis befinde. Sie habe sich schon kurz nach der Einreise in der Schweiz ins Erwerbsleben integriert und verfüge seit dem 18. September 2002 über eine feste Arbeitsstelle. Ihre Wegweisung tangiere daher in erheblicher Weise auch die Interessen ihres Arbeitgebers.
D. Mit Verfügung vom 12. September 2006 verweigerte die  die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung.
E. In ihrer Vernehmlassung vom 16. Oktober 2006 beantragt die Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
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(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden gegen  nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen die  des BFM betreffend Wegweisung (Art. 12 Abs. 3 des  vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der  [ANAG, SR 142.20]), welche vom Bundesverwaltungsgericht endgültig beurteilt werden (Art. 83 lit. c Ziff. 4 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Das Bundesverwaltungsgericht übernimmt, sofern es zuständig ist, die  der beim Inkrafttreten des Verwaltungsgerichtsgesetzes bei  Rekurs- oder Schiedskommissionen oder bei  der Departemente hängigen Rechtsmittel. Für die Beurteilung gilt das neue Verfahrensrecht (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG). Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem VwVG, soweit dieses Gesetz nichts anderes bestimmt.
1.3 Als Verfügungsadressatin ist die Beschwerdeführerin zur Anfechtung der vorinstanzlichen Verfügung legitimiert. Auf die frist- und formgerecht  Beschwerde ist deshalb einzutreten (Art. 48 ff. VwVG).
2.
2.1 Gemäss Artikel 1a ANAG ist eine ausländische Person dann zur  in der Schweiz berechtigt, wenn sie über eine Aufenthalts- oder  verfügt oder nach dem Gesetz keiner solchen  (zum Letzteren vgl. Art. 2 ANAG und Art. 1 ANAV). Besitzt sie keine Bewilligung und kann sie sich auch nicht auf ein gesetzliches Bleiberecht berufen, so ist ihr Aufenthalt illegal und sie kann jederzeit zur Ausreise aus der Schweiz verhalten werden (vgl. Art. 12 Abs. 1 ANAG, ferner den  des illegalen Aufenthaltes im Sinne von Art. 23 Abs. 1 ANAG, : NICOLAS WISARD, Les renvois et leur exécution en droit des étrangers et en droit d’asile, Basel/Frankfurt a.M. 1997, S. 102).
2.2 Abgesehen von der Konstellation, dass von vornherein kein  besteht, ist eine ausländische Person u.a. auch dann zur Ausreise verpflichtet, wenn ihr eine Bewilligung oder die Verlängerung einer solchen verweigert wurde (Artikel 12 Absatz 3 Satz 1 ANAG). Die Behörde  in diesem Fall die Ausreisefrist. Ist die Behörde eine kantonale, so hat die ausländische Person aus dem Kanton, ist die Behörde eine , so hat die Person aus der Schweiz auszureisen (Artikel 12  3 Satz 2 und 3 ANAG). Ein Entschliessungsermessen steht der  dabei nicht zu (vgl. dazu NICOLAS WISARD, a.a.O., S. 130).
2.3 Vor diesem Hintergrund ist die Wegweisung kein Eingriff in ein irgendwie geartetes Anwesenheitsrecht, sondern eine exekutorische Massnahme zur Beseitigung eines rechtswidrigen Zustandes (vgl. ANDREAS ZÜND,  der Anwesenheit, Entfernung und Fernhaltung, in: Uebersax/Münch/ Geiser/Arnold [Hrsg.], Ausländerrecht. Ausländerinnen und Ausländer im
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öffentlichen Recht, Privatrecht, Strafrecht, Steuerrecht und Sozialrecht der Schweiz, Basel/Genf/München 2002, Rz. 6.53 mit Hinweisen) und zugleich dessen logische und nicht in Frage zu stellende Konsequenz. Die  kann in dieser Konstellation namentlich nicht dadurch in Frage gestellt werden, dass die Ausreisepflicht thematisiert wird, beispielsweise durch Berufung auf ein überwiegendes privates Interesse am weiteren Verbleib in der Schweiz. Derartige Vorbringen sind im kantonalen  oder – nach Verweigerung der Bewilligung – in dem dafür vorgesehenen Rechtsmittelverfahren geltend zu machen; vorbehalten  Vollzugshindernisse im Sinne von Art. 14a ANAG.
3. Demzufolge bleibt zu prüfen, ob Hinderungsgründe für den Vollzug der Wegweisung anzunehmen sind (Art. 14a Abs. 3 und 4 ANAG) und das  Bundesamt deshalb gestützt auf Art. 14a Abs. 1 ANAG die  Aufnahme von X._ hätte verfügen müssen (vgl. ALAIN WURZBURGER, La jurisprudence récente du Tribunal fédéral en matière de police des étrangers, in: Revue de droit administratif et de droit fiscal [RDAF], September 1997, S. 306). In diesem Zusammenhang gilt es  hinzuweisen, dass die vorläufige Aufnahme als Ersatzmassnahme für den Vollzug der Wegweisung ausgestaltet ist. Sie tritt neben die , deren Bestand sie nicht antastet, sondern vielmehr voraussetzt (BBl 1990 647; WALTER KÄLIN, Grundriss des Asylverfahrens, Basel/ Frankfurt a.M. 1990, S. 200). Vollzugshindernisse können somit die  als solche von vornherein nicht in Frage stellen.
4.
4.1 Der Vollzug der Wegweisung ist nicht möglich, wenn die ausländische  weder in den Herkunfts- oder in den Heimatstaat noch in einen  verbracht werden kann. Er ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz – insbesondere jene der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) und des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK; SR 0.142.30) – einer Weiterreise in den Heimat-, Herkunfts- oder Drittstaat entgegenstehen. Der Vollzug kann insbesondere nicht zumutbar sein, wenn er für die ausländische Person eine konkrete Gefährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 ANAG).
4.2 Aus den Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte, die darauf hindeuten würden, einer Rückkehr der Beschwerdeführerin stünden technische  im Weg oder es drohe ihr in ihrem Heimatland Verfolgung, Folter oder eine andere Art grausamer und unmenschlicher Behandlung oder  (vgl. Art. 1A Ziff. 2 i.V.m. Art. 33 FK sowie Art. 3 EMRK; vgl. auch Art. 25 Abs. 2 und 3 der Schweizerischen Bundesverfassung vom 18. April 1999 [BV, SR 101]).
4.3 Ebenso wenig lässt das Vorbringen der Beschwerdeführerin darauf schliessen, dass ihre Rückkehr mit einer konkreten Gefährdung verbunden und damit für sie unzumutbar sein könnte. Eine konkrete Gefährdung kann bestehen aufgrund einer im Heimatland herrschenden politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Situation allgemeiner
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Gewalt kennzeichnet, oder aufgrund anderer Gefahrenmomente, wie  der Nichterhältlichkeit einer notwendigen medizinischen  (vgl. EMARK 2006 Nr. 11 E. 6 S. 118 mit Hinweisen).  Schwierigkeiten, von welchen die ansässige Bevölkerung  betroffen ist, wie Wohnungsnot oder ein schwieriger Arbeitsmarkt,  keine konkrete Gefährdung zu begründen. Dagegen ist der Vollzug der Wegweisung nicht zumutbar, wenn sich die ausländische Person im Falle einer zwangsweisen Rückkehr in ihren Heimatstaat mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer existenzgefährdenden Situation ausgesetzt sähe (vgl. EMARK 2005 Nr. 12 E. 10.3 S. 114 mit Hinweisen). Eine solche Situation liegt namentlich dann vor, wenn die weggewiesene Person  in völlige Armut gestossen würde, dem Hunger und somit einer ernsthaften Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes, der  oder sogar dem Tod ausgeliefert wäre (vgl. EMARK 2006 Nr. 10 E. 5.1 S. 106 mit Hinweisen). Derartige Einwände werden von der Beschwerdeführerin nicht erhoben, so dass auch in ihrem Fall der Vollzug der Wegweisung in den Kosovo –  Rechtsprechung und Praxis grundsätzlich ausgehen – als zumutbar zu erachten ist. Die verheiratete Beschwerdeführerin gehört in ihrer Heimat jedenfalls nicht zu den ethnischen Minderheiten und/oder Angehörigen von so genannten vulnerable groups, für die hinsichtlich des  eine Ausnahme in Betracht gezogen werden könnte (vgl. hierzu und zum Erfordernis einer Einzelfallabklärung EMARK 2006 Nr. 11 E. 6.2.3 S.122 und Nr. 10 E. 5.4 S. 107 f.).
5. Darüberhinaus macht die Beschwerdeführerin geltend, sie sei in der Schweiz privat und beruflich gut integriert. Wie bereits erwähnt, sind diese Umstände indessen grundsätzlich im Aufenthaltsverfahren vorzubringen. Für die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges ist dagegen gemäss ständiger Rechtsprechungspraxis grundsätzlich auf die Situation im Heimatland und nicht auf diejenige im Gastland abzustellen (vgl. Entscheid des EJPD vom 5. Mai 1998, publiziert in Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 62.52 E. 13.2).
6. Abschliessend betrachtet ergeben sich aus den Akten und aus dem  keine relevanten Anhaltspunkte, die gegen die  und Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in die Heimat der Beschwerdeführerin sprächen: Dem Vollzug ihrer Wegweisung stehen  völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz entgegen, noch wird das Vorliegen einer konkreten Gefährdung im Sinne von Art. 14a Abs. 4 ANAG glaubhaft gemacht. Die Beschwerdeführerin hat ihre Heimat im Dezember 2001 verlassen und erhielt im Rahmen des Familiennachzugs eine  in der Schweiz. Sie ist weder gesundheitlich gefährdet oder sonst von einer Krankheit betroffen, deren medizinische Behandlung im Heimatland nicht gewährleistet wäre. Hinweise auf ihre angeblich gute Integration in der Schweiz sind, was die Zumutbarkeit des  betrifft, jedenfalls unbeachtlich.
7. Die angefochtene Verfügung ist somit als rechtmässig zu bestätigen (Art. 49 VwVG) und die Beschwerde infolgedessen abzuweisen.
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8. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind der Beschwerdeführerin die Kosten aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG).