Decision ID: 8d8d1f23-a2ac-557e-9e91-50320674866f
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
H._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Sutter, Haus Eden, Paradiesweg 2,
Postfach, 9410 Heiden,
gegen
Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft, Hohlstrasse 552, Postfach, 8048 Zürich,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1951 geborene H._ war bei der A._ als Schausteller tätig und dadurch bei
der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: Allianz) gegen die Folgen
von Unfällen versichert.
A.b Am 13. November 2005 erlitt der Versicherte einen Auffahrunfall. Der am
folgenden Tag konsultierte Arzt, Dr. med. B._, FMH Physikalische Medizin, stellte mit
Arztzeugnis vom 5. Januar 2006 eine leichte schmerzhafte Bewegungseinschränkung
im zervikalen und lumbalen Abschnitt ohne wesentlichen Hartspann, ohne
neurologische Symptome fest und diagnostizierte ein posttraumatisches zerviko- und
lumbovertebrales Syndrom bei Status nach Auffahrunfall (act. G 3.1/III). Am 16. Februar
2006 wurde der Versicherte im Auftrag der Allianz durch Prof. Dr. med. C._, Neuro
logie FMH, untersucht (act. G 3.1VII). Am 10. April 2006 erging ein ärztlicher
Zwischenbericht durch Dr. med. D._, FMH Innere Medizin/Rheumatologie (act. G 3.1/
VIII). Dieser hielt fest, dass im Heilungsverlauf psychosoziale Faktoren mitspielen
würden, von somatischer Seite die Behandlung jedoch vorerst abgeschlossen sei.
A.c Mit Unfallmeldung vom 11. August 2008 liess der Versicherte durch seine
Arbeitgeberin melden, er sei am 3. Dezember 2007 beim Verlassen der Wohnung auf
einem vereisten Weg bzw. einer vereisten Treppe ausgerutscht und habe sich verletzt.
Als Verletzung wurde eine Prellung der Wirbelsäule festgehalten. Es wurde sodann
vermerkt, dass die Arbeit zufolge des Unfalls habe ausgesetzt werden müssen und ab
April 2008 wieder teilweise aufgenommen worden sei (act. G 3.1/6). Dr. D._
bestätigte im Arztzeugnis vom 18. August 2008 eine Erstbehandlung am 7. Januar
2008 unter Erwähnung des Unfalls vom 3. Dezember 2007 wegen andauernder Kreuz-
und Hinterkopfschmerzen und verwies auf einen von ihm am 10. März 2008 erstellten
Arztbericht (act. G 3.1/7). Die Allianz erbrachte für den Unfall vom 3. Dezember 2007
die gesetzlichen Leistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen).
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A.d Im Rahmen einer Einzel-Unfallversicherung hatte der Versicherte den fraglichen
Unfall der Allianz bereits am 12. Februar 2008 gemeldet. Er sei auf einem eisglatten
Weg ausgeglitten und auf das Hinterteil sowie den Rücken gefallen (act. G 3.1/A). In
der Folge hatte die Allianz die Akten beigezogen und von Dr. D._ einen Arztbericht -
denjenigen vom 10. März 2008 - verlangt (act. G 3.1/B). Anlässlich einer am 9. Januar
2008 in der Klinik Stephanshorn, St. Gallen, durchgeführten radiologischen
Untersuchung waren als Befunde eine angedeutete, linkskonvexe, grossbogige
thorako-lumbale Skoliose mit nicht messbarem Cobbwinkel, eine Antiposition von
LWK4 gegenüber LWK5 um 12 mm, eine Osteochondrose L4/5 mit höhengeminderter
Bandscheibe, Boden-/Deckplattenirregularitäten (vermehrte Sklerosierung), ventral und
dorsal eine Spondylophytenbildung, leichtgradige Zeichen einer Chondrose im
Segment L5/S1, eine ventrale spondylophytäre Ausziehung der Deckplatte SWK1
sowie eine Spondylarthrose in den Segmenten L4/5 und L5/S1 erhoben worden (act. G
3.1/M3). Gegenüber Dr. D._ hatte der Versicherte laut Arztbericht vom 10. März 2008
als Unfallereignis ein Ausrutschen auf einer vereisten Rampe mit Sturz auf die
Kreuzregion und den Hinterkopf beschrieben, wo eine grosse Beule entstanden sei mit
darauf folgenden Nacken- und Kreuzschmerzen mit Ausstrahlungen zum Kopf bzw.
rechten Oberschenkel. Dr. D._ hatte als Befunde Tendomyosen des Musculus
iliolumbalis beidseits, Ligamentosen präsakral beidseits, Tendomyosen des
Schulterblatthebers und okzipital beidseits sowie eine zu einem Drittel schmerzhaft
eingeschränkte Beweglichkeit von Hals- und Lendenwirbelsäule (HWS, LWS) erhoben.
Aufgrund der Sturzanamnese und der radiologischen Befunde habe für schwer
belastende Tätigkeiten bis aktuell eine weitgehende, für Bürotätigkeiten keine
wesentliche und für lange Autofahrten bis aktuell eine Arbeitsunfähigkeit von
schätzungsweise 50% bestanden (act. G 3.1/B). Mit Schreiben vom 11. Juli 2008 hatte
die Allianz den Schadenfall ihrer beratenden Ärztin Dr. med. E._, Spezialärztin FMH
für Neurologie, zur ärztlichen Beurteilung unterbreitet bzw. um Beantwortung
verschiedener Fragen ersucht (act. G 3.1/D). In ihrem Bericht vom 22. Juli 2008 hatte
Dr. E._ insbesondere festgehalten, dass der Unfall vom 3. Dezember 2007 zu einer
vorübergehenden unfallbedingten Verschlimmerung unfallfremder Faktoren geführt
habe, der Status quo sine bzw. ante jedoch sechs Monate nach dem Unfall, d.h. im
Juni 2008, erreicht gewesen sei (act. G 3.1/5).
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A.e Am 20. November 2008 reichte die Klinik am Rosenberg, Heiden, bei Indikations
diagnose einer Spondylarthrose L4 und Olisthesis L4/5 ein Kostengutsprache-Gesuch
für einen durch Dr. med. F._, Wirbelsäulenzentrum am Rosenberg, St. Gallen,
durchzuführenden operativen Eingriff (mikroskopassistierte Dekompression foraminal
L4/5 beidseits, dorsolaterale Spondylodese L4/5, Eigenspong. USS) ein (act. G 3.1/13).
Nach Einholung einer weiteren Beurteilung durch Dr. E._ (act. G 3.1/15) lehnte die
Allianz am 15. Januar 2009 eine Kostengutsprache ab (act. G 3.1/17).
A.f Mit Verfügung vom 11. Februar 2009 eröffnete die Allianz dem Versicherten, dass
ein Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 3. Dezember 2007 und
den heute geltend gemachten Beschwerden nicht überwiegend wahrscheinlich sei.
Zufolge Erreichens des Status quo sine spätestens per Ende Juni 2008 entfalle die
Leistungsvoraussetzung der natürlichen Kausalität. Die Versicherungsleistungen
würden daher per 30. Juni 2008 eingestellt (act. G 3.1/20).
B.
Die gegen diese Verfügung vom Rechtsvertreter des Versicherten, Rechtsanwalt Dr. iur.
P. Sutter, Heiden, am 19. Februar 2009 unter Beilage von (Sprechstunden-)Berichten
von Dr. F._ vom 4. September 2008 und 20. Januar 2009 erhobene Einsprache (act.
G 3.1/25) wies die Allianz mit Einspracheentscheid vom 30. Juni 2009 ab (act. G
3.1/33). Der Krankenversicherer (Helsana Versicherungen AG) hatte seine vorsorglich
erhobene Einsprache (act. G 3.1/23) nach Einsicht in die Akten wieder zurückgezogen
(act. G 3.1/27).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte durch seinen
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 21. Juli 2009 Beschwerde erheben. Darin wird
beantragt, der Einspracheentscheid sei aufzuheben. Es seien dem Beschwerdeführer
die gesetzlichen Leistungen aus UVG (inkl. Taggelder) weiterhin, d.h. auch über den 30.
Juni 2008 hinaus, zu erbringen. Es sei sodann dem Wirbelsäulenzentrum am
Rosenberg eine Kostengutsprache für eine dorsolaterale Spondylodese L4/5 und
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mikroskopassistierte Dekompression L4/5 zu erteilen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge.
C.b In der Beschwerdeantwort vom 5. August 2009 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde.
C.c Mit Replik und Duplik vom 3. bzw. 16. September 2009 hielten die Parteien
unverändert an ihren Anträgen fest. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers legte
seiner Eingabe (Sprechstunden-)Berichte von Dr. F._ vom 1. April 2008 und 7. Juli
2009 bei.
C.d Auf die weiteren Begründungen und Ausführungen in den einzelnen
Rechtsschriften bzw. medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
Vorliegend ist streitig, ob die vom Beschwerdeführer ab dem 1. Juli 2008 geklagten
Rückenbeschwerden immer noch auf den Unfall vom 3. Dezember 2007
zurückzuführen sind und der Beschwerdeführer damit weiterhin Anspruch auf
Versicherungsleistungen der Beschwerdegegnerin hat. Unbestritten ist, dass die
Beschwerdegegnerin den Unfall vom 3. Dezember 2007 anerkannt und für dessen
Folgen Taggelder und Heilbehandlungen erbracht hat.
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die
rechtlichen Voraussetzungen des Vorliegens eines natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhangs zwischen Unfallereignis und gesundheitlicher Schädigung
gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20; BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen), die Grundsätze hinsichtlich des
Entfallens der Leistungspflicht des Unfallversicherers bzw. des Dahinfallens des
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leistungsbegründenden Kausalzusammenhangs sowie der diesbezüglichen
Beweislastverteilung zutreffend dar. Darauf ist zu verweisen. Während es die Aufgabe
des Arztes ist, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem
Gericht, die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (PVG
1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen hat jedoch die Adäquanz gegenüber
dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE
118 V 291 f. E. 3a). Beim Vorliegen eines krankhaften Vorzustands umfasst die Frage
nach dem Vorliegen des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und
der Schädigung auch die Frage, ob dem Unfall natürliche Kausalität im Sinn einer
bleibenden richtungweisenden Verschlimmerung des vorbestandenen
Gesundheitsschadens zukommt oder ob der Unfall neu eine bleibende
Gesundheitsschädigung im Sinn eines pathologischen Befunds am vorgeschädigten
Körperteil verursacht hat (RKUV 1994 Nr. U 185 S. 80 E. 3b). Die Beschwerdegegnerin
legte im Weiteren dar, welches die Voraussetzungen für das Ende des Anspruchs auf
Heilbehandlung und Taggeld sind. Eine Prüfung derselben hat jedoch nur dann zu
erfolgen, wenn zwischen dem Unfall und den geklagten Beschwerden sowohl die
natürliche als auch die adäquate Kausalität zu bejahen ist. Andernfalls entfällt zum
Vornherein ein Anspruch auf Heilbehandlung und Taggeld. In Bezug auf die
Heilbehandlung muss demnach auch nicht mehr geprüft werden, ob von der
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands erwartet werden kann (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 116 V 44 E.
2c; A. Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern 1989, S. 274). In
diesem Sinn gilt es auch den Endzustand gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG und den Begriff
des Status quo sine bzw. ante auseinanderzuhalten.
2.2 Für die Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge (und ihres Dahinfallens)
ist das Gericht im Bereich der Medizin wesensmässig auf Angaben ärztlicher Experten
angewiesen. Liegen zur Frage, ob zwischen einem Unfall und einem geklagten
Beschwerdebild nach wie vor ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht oder nicht,
voneinander abweichende ärztliche Berichte oder Gutachten vor, haben Verwaltung
und Sozialversicherungsgericht nach dem das ganze sozialversicherungsrechtliche
Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren beherrschenden
Grundsatz der freien Beweiswürdigung alle Beweismittel unabhängig davon, von wem
sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren
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Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten.
Insbesondere darf das Sozialversicherungsgericht bei einander widersprechenden
medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte
Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum auf die eine und nicht
auf die andere medizinische These abgestellt wird. Hinsichtlich des Beweiswerts eines
Arztberichts ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend
ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sowie
nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit
weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern nur die
Zuverlässigkeit der Aussage (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 30. Juli 2002 [U 38/02] i.S. A., E. 3.2; PVG 1996
Nr. 89, 267).
2.3 Wenn es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und
Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. BGE 125 V 352 E. 3b),
sind diese nicht als Hierarchievorgaben, sondern als reine Beweiswürdigungsregeln zu
betrachten, denen im Rahmen der materiellen Würdigung der jeweiligen ärztlichen
Beurteilungen Rechnung zu tragen ist. Eine Hierarchie ist somit letztlich nur im Resultat
der Beweiswürdigung zu sehen. - Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt der
Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in das
Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert. Selbst den Berichten
und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt durchaus Beweiswert zu, sofern sie
als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei
sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass
der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt
nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf
vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der
Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen (BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee). Die
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Rechtsprechung erachtet schliesslich auch Aktengutachten als zulässig, wenn die
Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status
ergeben und diese Daten unbestritten sind. Voraussetzung ist ein lückenloser
Untersuchungsbefund, damit der Experte imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen
Unterlagen ein lückenloses Bild zu verschaffen (PVG 1996 Nr. 89, 265 E. 3b). -
Angesichts der obigen Darlegungen sprechen keine formellrechtlichen Gründe gegen
den Einbezug der ärztlichen Aktenbeurteilung von Dr. E._ vom 22. Juli 2008 (act. G
3.1/5). Ebenso sind die ärztlichen Beurteilungen von Dr. F._ (act. G 3.1/25, G 5.1/2
und 3) in die nachfolgende materiellrechtliche Beurteilung bzw. Beweiswürdigung
einzubeziehen. Der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin im Rahmen ihrer
Beweiswürdigung letztlich zum Schluss kam, es sei auf die ärztliche Beurteilung von
Dr. E._ abzustellen (vgl. act. G 3.1/20, Ziff. 4), kann nicht derart ausgelegt werden,
dass sie dieser formellrechtlich einen besonderen bzw. unanfechtbaren Stellenwert
beigemessen hätte.
3.
3.1 Der Beschwerdeführer klagt seit dem Ereignis vom 3. Dezember 2007 über
fortdauernde Schmerzen im Bereich der LWS. Damals glitt er auf einer Eisfläche aus
und stürzte auf die Kreuzregion, wobei er offensichtlich eine LWS-Kontusion erlitt (act.
G 3.1/3, Ziff. 5). Der erstbehandelnde Arzt Dr. D._ stellte Tendomyosen des Musculus
iliolumbalis beidseits und der Ligamente präsakral beidseits sowie eine eingeschränkte
Beweglichkeit der LWS fest (act. G 3.1/3). Eine Röntgenuntersuchung in der Klinik
Stephanshorn vom 9. Januar 2008 (act. G 3.1/1) hat keine ossären Läsionen gezeigt.
Hingegen waren eine linkskonvexe, grossbogige thorako-lumbale Skoliose, eine
Osteochondrose mit höhengeminderter Bandscheibe, eine Antelisthesis von 12 mm auf
Höhe L4/5 sowie eine Spondylarthrose in den Segmenten L4/5 und L5/S1 sichtbar (act.
G 3.1/1). Bei den vorgenannten Gesundheitsschäden handelt es sich zweifelsohne um
klare organische Substrate, die grundsätzlich als Ursache der geklagten Schmerzen im
Bereich der LWS in Erwägung zu ziehen sind (vgl. dazu A. Debrunner, Orthopädie,
Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl., Bern 2002, S. 827 ff., S. 848 ff., 879 ff.). Im Falle des
Beschwerdeführers ist denn auch auf Höhe der Segmente L4/5 ein operativer Eingriff
im Wirbelsäulenzentrum am Rosenberg geplant (act. G 3.1/9, 13). Zu prüfen ist
demnach im Folgenden, inwieweit sie durch den Unfall bzw. die Kontusion vom 3.
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Dezember 2007 verursacht wurden oder inwieweit der Unfall bzw. die Kontusion auf sie
eingewirkt hat. In Frage kommt eine durch den Unfall verursachte organische
Gesundheitsschädigung, eine richtunggebende Verschlimmerung eines degenerativen
Vorzustandes oder ein durch den Unfall lediglich ausgelöster (nicht verursachter) oder
vorübergehend verschlimmerter degenerativer Vorzustand. Beim Unfall als
Auslösefaktor interessiert im Weiteren die Frage, ob der Beschwerdeschub noch
andauert bzw. bis zu welchem Zeitpunkt er angedauert hat (vgl. dazu RKUV 2000 Nr. U
378 S. 190 und Nr. U 379 S. 192).
3.2
3.2.1 Aktenmässig erstellt (act. G 3.1/VII), von den Ärzten Dr. D._, Dr. E._
und Dr. F._ bestätigt (act. G 3.1/3, act. G 3.1/5, act. G 3.1/7, act. G 5.1/2 und 3) und
von beschwerdeführender Seite unbestritten geblieben ist, dass der Beschwerdeführer
im Bereich der LWS bereits vor dem Unfall vom 3. Dezember 2007 unter einer
Skoliose, einem Glissement antérieur (= Antelisthesis, Spondylolisthesis) sowie unter
weiteren degenerativen Veränderungen auf Höhe L4/5 litt. Bei der Skoliose handelt es
sich um eine vorbestehende Wachstumsdeformität (A. Debrunner, a.a.O., S. 827 ff.).
Bei der Antelisthesis, der Osteochondrose sowie der Spondylarthrose handelt es sich
sodann um häufige degenerative, also nicht traumatisch bedingte, Veränderungen an
der Wirbelsäule, die gerade auch eine Folgeerscheinung der Skoliose bilden können,
aber auch insgesamt verschiedene Stadien einer Wirbelsäulendegeneration darstellen
(vgl. dazu A. Debrunner, a.a.O., S. 852 ff., ; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 261.
Aufl., S. 1400, 1812; Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl., S. 134). Zusammenfassend ist
damit festzuhalten, dass beim Beschwerdeführer im Bereich der LWS von einer
umfassenden degenerativen Problematik auszugehen und eine durch den Sturz auf
den Rücken verursachte neue, bleibende Gesundheitsschädigung im Sinn einer
strukturellen Veränderung auszuschliessen ist.
3.2.2 Ebenfalls auszuschliessen ist im Fall des Beschwerdeführers eine
richtunggebende, mithin dauernde, unfallbedingte Verschlimmerung seiner
degenerativen Gesundheitsschäden im Bereich der Wirbelsäule. Es ist eine
medizinische Erfahrungstatsache, dass eine solche Verschlimmerung nur dann als
erwiesen gelten kann, wenn die Radioskopie ein plötzliches Zusammensinken der
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Wirbel und das Auftreten bzw. die Vergrösserung von Randzacken nach einem Trauma
aufzeigt (E. Morscher, in: Baur/Nigst [Hrsg.], Versicherungsmedizin, 2. Aufl. Bern 1985,
S. 191). Die medizinischen Akten enthalten keine Hinweise darauf, dass sich der
degenerative Zustand der LWS im Zeitpunkt des Unfalls vom 3. Dezember 2007 massiv
verändert hätte. Bei einer Röntgenuntersuchung vom 16. November 2005 stellte sich
das Glissement antérieur zwar geringer dar als im Januar 2008 (act. G 3.1/VII, act. G
3.1/1). Diesbezüglich ist jedoch zu beachten, dass die chronische
Wirbelsäulendegeneration ein laufender Prozess ist, der unmerklich schleichend, aber
auch unvermittelt und schlagartig, kompliziert werden kann (A. Debrunner, a.a.O., S.
878). Zwischen den obigen Röntgenuntersuchungen liegen rund zwei Jahre, während
denen ein rein degenerativer Prozess wie der vorliegende durchaus denkbar ist.
Zumindest drängt sich die Annahme einer unfallkausalen Teilursächlichkeit in keiner
Weise auf. Eine allfällige richtunggebende Verschlimmerung muss röntgenologisch
ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression abheben; bei einem
Unfall ohne strukturelle Läsion am Achsenskelett ist die Chronifizierung der
Beschwerden zunehmend auf andere (unfallfremde) Faktoren zurückzuführen
(Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 67 [1994], S. 45 ff.). Allgemein kann eine
Kontusion der Wirbelsäule eine bisher stumme, vorbestehende Spondylarthrose,
Spondylose oder andere Wirbelsäulenerkrankung symptomatisch machen, wobei es
sich aber meistens nur um eine vorübergehende Verschlimmerung handelt (Debrunner/
Ramseier, Die Begutachtung von Rückenschäden, Bern 1990, S. 52). Entsprechend
den obigen Ausführung wird das Vorliegen einer richtunggebenden Verschlimmerung
einer degenerativen Erkrankung in den medizinischen Akten auch nirgends diskutiert.
3.2.3 Dr. E._ stellt in ihrem Bericht vom 22. Juli 2008 die Diagnose eines
lumbovertebralen Syndroms bei Osteochondrose und Antelisthesis L4/5 (act. G 3.1/5),
die mit der von Dr. F._ in seinem Bericht vom 7. Juli 2009 angeführten Diagnose
einer posttraumatischen Lumboischialgie rechts bei vorbestehender Spondylose L4 mit
Olisthesis L4/5 übereinstimmt (act. G 5.1/2; vgl. dazu A. Debrunner, a.a.O., S. 860 f.;
Roche, a.a.O., S. 948). Mit diesen Diagnosen sind ebenfalls keine unfallspezifischen,
organisch begründbaren Ursachen der geklagten Kreuzschmerzen festgehalten. Das
Vorliegen von Schmerzsyndromen bedeutet keinesfalls automatisch auch das
Vorliegen unfallkausaler struktureller Gesundheitsschädigungen. Laut Roche (S. 1791)
handelt es sich bei einem Syndrom um ein sich stets mit etwa den gleichen
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Krankheitszeichen, d.h. einer Symptomatik mit weitgehend identischem
"Symptommuster" manifestierendes Krankheitsbild mit unbekannter, vieldeutiger,
durch vielfältige Ursachen - eben auch degenerative Ursachen - bedingter oder nur
teilweise bekannter Ätiogenese. Gerade ein Lumbovertebralsyndrom ist typisch für die
beim Beschwerdeführer erhobenen Degenerationen (vgl. dazu A. Debrunner, a.a.O., S.
852 ff.).
3.2.4 Nach dem Gesagten steht fest, dass der Beschwerdeführer mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit durch den fraglichen Unfall weder
eine klar ausgewiesene neue, bleibende Gesundheitsschädigung im Sinn einer
strukturellen Veränderung noch eine richtunggebende Verschlimmerung des
degenerativen Vorzustandes erlitten hat.
3.3
3.3.1 Wie bereits erwähnt, kann ein Vorzustand durch einen Unfall auch
ausgelöst oder vorübergehend verschlimmert werden. In diesem Fall übernimmt die
Unfallversicherung jedoch lediglich den durch das Unfallereignis ausgelösten
Beschwerdeschub (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 193 E. 2a mit Hinweisen). - Demgemäß
hält Dr. E._ in ihrem Bericht vom 22. Juli 2008 (act. G 3.1/5) fest, dass die bekannten
vorbestehenden Veränderungen in der lumbalen Wirbelsäule durch den Unfall vom 3.
Dezember 2007 aktiviert worden seien. Unter Berücksichtigung des massiven
röntgenologischen Befundes einer Fehlstellung von 12 mm verwundere es nicht, dass
die durchgeführte Physiotherapie ungenügend gewesen und es zu einem
orthopädischen Konsilium gekommen sei. Der fragliche Unfall habe zu einer
vorübergehenden Verschlimmerung der unfallfremden Faktoren geführt, deren
Zeitraum auf sechs Monate (Juni 2008) anzusetzen sei. Gemäss dieser Beurteilung
stellte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen per 30. Juni 2008 ein.
3.3.2 Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass Prellungen,
Verstauchungen oder Zerrungen der Wirbelsäule ohne strukturelle Läsionen
normalerweise innert kurzer Zeit, in der Regel nach sechs bis neun Monaten,
spätestens aber nach einem Jahr abheilen und sich die damit verbundenen
Beschwerden gänzlich zurückbilden. Dieser medizinische Erfahrungssatz darf, zumal er
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der herrschenden medizinischen Lehrmeinung entspricht, im Rahmen des
Wahrscheinlichkeitsbeweises berücksichtigt werden. Dies hat insbesondere für den
Nachweis des Status quo sine zu gelten, bei dem es sich um einen hypothetischen
Zustand handelt, welcher sich häufig nur mit Erfahrungswerten bestimmen lässt (Urteil
des EVG vom 18. September 2002 [U 60/02] i/S H., E. 2.2, E. 3.2 mit Hinweisen auf die
medizinische Literatur; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Februar 2007 [U 357/06] i/S
B., E. 4.5). In den Medizinischen Mitteilungen der Suva Nr. 79 (2008), S. 101 hält der
Autor E. Bär sogar fest, dass Weichteilzerrungen bzw. -prellungen am Rücken (mithin
Verletzungen ohne objektivierbaren strukturellen Schaden) ungeeignet seien, länger als
einige Wochen bis wenige Monate Beschwerden zu machen, die mit organischen
Folgen der ursprünglichen Verletzung zu erklären wären, und weist auf zahlreiche
weitere Publikationen hin (E. Bär, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der Wirbelsäule.
Ein Update. in Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 79 [2008], S. 100 ff.). Insofern
zeichnet sich eine vorübergehende Verschlimmerung eines Vorzustands im Bereich der
Wirbelsäule im Regelfall durch stetige Besserung des unfallkausalen
Beschwerdeanteils aus (vgl. dazu Bär/Kiener, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der
Wirbelsäule. in Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 67 [1994], S. 45). Schliesslich
spricht der Umstand, dass seit dem Unfall anhaltende, zu Beginn als unfallkausal
taxierte Schmerzen sowie eine damit verbundene Arbeitsunfähigkeit - hinsichtlich einer
solchen sind die Akten zumindest widersprüchlich (vgl. act. G 3.1/4, G 3.1/5, G 3.1/6, G
3.1/8, G 5.1/2) - bestehen, nicht automatisch für das Vorliegen anhaltender
Unfallrestfolgen bzw. eine andauernde unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit. Die
Leistungseinstellung des Unfallversicherers bedingt keine Beschwerdefreiheit bzw.
volle Arbeitsfähigkeit. Entscheidend ist allein, ob der durch den Unfall ausgelöste
Beschwerdeschub seine kausale Bedeutung verloren hat (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329
E. 3b). Diesfalls können anhaltende Beschwerden mit unfallfremden Befunden,
beispielsweise degenerativer Art, erklärt werden. Aufgrund der Akten steht fest, dass
es sich bei der am 3. Dezember 2007 erlittenen Schädigung der LWS um ein eher
leichtes Kontusionstrauma gehandelt hat. Zum einen ist dem geschilderten
Unfallmechanismus - der Beschwerdeführer rutschte auf einer eisigen Fläche aus und
fiel auf den Rücken - keine besondere Schwere zu entnehmen (Suva-act. G 3.1/A, G
3.1/B, G 3.1/6), zum andern erlitt der Beschwerdeführer weder strukturelle Läsionen
noch ist im Bereich der Wirbelsäule eine Hämatombildung dokumentiert. Die
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Erstbehandlung fand ausserdem erst rund einen Monat nach dem fraglichen
Unfallereignis statt (act. G 3.1/3).
3.3.3 Angesichts der obigen Erwägungen sind keine Gründe ersichtlich, welche
Anlass gäben, die Richtigkeit der Beurteilung von Dr. E._ in Zweifel zu ziehen,
weshalb auf sie abzustellen ist. Ihr Bericht vom 22. Juli 2008 (act. G 3.1/5) erfüllt die an
den Beweiswert eines Arztberichts gestellten Voraussetzungen (vgl. dazu BGE 125 V
352 E. 3a mit Hinweis). Eine ärztliche Beurteilung aufgrund der Akten, wie vorliegend
diejenige von Dr. E._, ist - wie bereits erwähnt (vgl. Erwägung Ziff. 2.3) - nicht an sich
unzuverlässig, wenn genügend Unterlagen von persönlichen Untersuchungen vorliegen
(RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371, 1993 Nr. U 167 S. 95). Bei Dr. E._ handelt es sich um
eine Fachärztin der Neurologie und damit um eine Ärztin mit einer im konkreten Fall
angemessenen Fachkompetenz. Anders als der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers einwendet, kann davon ausgegangen werden, dass Dr. E._
sämtliche in diesem Fall aufgelaufenen Akten zur Verfügung standen (vgl. act. G 3.1/D),
zumal sie in ihrem Bericht die Vorakten bzw. Anamnese ausführlich darlegte. Inwiefern
Dr. E._ einen widersprüchlichen und unvollständigen, zum Teil inhaltlich falschen,
zumindest aber nicht schlüssig und nicht nachvollziehbaren Bericht abgeliefert haben
soll, ist weder erkennbar noch von Seiten des Rechtsvertreters konkretisiert und kann
angesichts der obigen Erwägungen nicht bestätigt werden. Die Schlussfolgerungen
von Dr. E._ überzeugen, indem sie in der Erfahrungsmedizin und in der konkreten
Anamnese eine eindeutige Stütze finden.
3.3.4 Die Ausführungen von Dr. F._ hinsichtlich einer über den 30. Juni 2008
hinaus andauernden Unfallkausalität vermögen demgegenüber nicht zu überzeugen,
zumal sie sich teilweise widersprüchlich darstellen und letztlich lediglich eine mögliche
Unfallkausalität belegen (vgl. dazu Th. Locher, Grundriss des
Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl. Bern 2003, S. 451). - In seinem
Sprechstundenbericht vom 4. September 2008 (act. G 3.1/25) hielt Dr. F._ fest, er sei
weiterhin der Ansicht, dass die vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden,
welche unmittelbar nach dem Sturz auf Eis am 3. Dezember 2007 begonnen hätten und
bis heute anhalten würden, als überwiegend wahrscheinlich unfallbedingt zu beurteilen
seien. Der Beschwerdeführer habe vor diesem Unfall keine Rückenprobleme gehabt
und sei als Schausteller voll leistungsfähig gewesen. Zu dieser Argumentation an sich
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ist festzuhalten, dass es im Rahmen der Kausalitätsbeurteilung allgemein von
Bedeutung ist, dass eine gesundheitliche Schädigung nicht schon dann als durch den
Unfall verursacht gelten kann, wenn sie zeitlich nach diesem aufgetreten ist (BGE 119 V
341 f.). Die Aussage von Dr. F._ betreffend Rückenanamnese entspricht ohnehin
nicht den Akten. So hatte Dr. F._ zuvor im Sprechstundenbericht vom 1. April 2008
noch selber festgehalten, dass der Beschwerdeführer während der Rekrutenschule
regelmässig Behandlungen wegen seiner Rückenbeschwerden benötigt habe (act. G
5.1/2). Bis zum Sturz vom 3. Dezember 2007 war der Beschwerdeführer sodann -
entgegen der weiteren Feststellung von Dr. F._ - nicht beschwerdearm. In Folge der
Auffahrkollision vom 13. November 2005 litt er ebenfalls unter einem lumbovertebralen
Syndrom, obwohl eine Traumatisierung der LWS nur als möglich erachtet worden war.
Die degenerativen Vorzustände im Bereich der LWS des Beschwerdeführers wurden
bereits damals zum Thema gemacht (act. G 3.1/VII). Die vorgenannte Anamnese wird
von Dr. F._ in seinem Bericht vom 7. Juli 2009 bestätigt (act. G 5.1/2). Die besagten
Umstände sprechen nun aber massgebend gegen eine fortdauernde Unfallkausalität
bzw. vermögen die Schlussfolgerungen von Dr. E._ nicht in Frage zu stellen. Die
Tatsache, dass der Beschwerdeführer durch frühere LWS-Beschwerden in seiner
Leistungsfähigkeit nie in einem relevanten Ausmass beeinträchtigt war, bildet -
genauso wie die oben angeführte zeitliche Komponente - kein massgebendes Kriterium
für eine Unfallkausalität. Dr. D._ hat zwar den Beschwerdeführer tatsächlich erstmals
einen Monat nach dem Unfall gesehen. In dieser Zeit können sich eine Prellmarke oder
ein Bluterguss zurückbilden. Trotz allem ist es eine Tatsache, dass solche
Verletzungsfolgen im konkreten Fall nicht aktenkundig sind. Insbesondere auch der
Umstand, dass erst ein Monat nach einem Unfall ein Arzt konsultiert wird, spricht
gegen eine schwerwiegendere Verletzung. Medizinische Erfahrungssätze beziehen sich
auf den Regelfall, d.h. auf medizinische Sachverhalte, die sich im konkreten Fall gleich
dargestellt haben. Eine Ausnahme von der Regel ist grundsätzlich nicht
ausgeschlossen, doch muss sie sich eben als solche präsentieren. Im vorliegenden Fall
liegen keine Hinweise für einen Ausnahmefall vor und die gegenteilige Auffassung von
Dr. F._ wird nicht konkretisiert. Seine Aussage im Sprechstundenbericht vom 4.
September 2008 (act. G 3.1/25), eine Spondylolyse mit Olisthesis Grad I nach
Meyerding könne ein Leben lang asymptomatisch bleiben und es müssten nicht mit
Sicherheit irgendwann Beschwerden auftreten, braucht nicht grundsätzlich in Abrede
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gestellt zu werden. Mit der Kann-Formulierung macht Dr. F._ jedoch selber deutlich,
dass das Gegenteil ebenso möglich ist. Im Übrigen ist zu beachten, dass sich beim
Beschwerdeführer durch die Rückenkontusion vom 3. Dezember 2007
unbestrittenermassen eine vorübergehende Verschlimmerung seines Vorzustands
entwickelt hat und es vorliegend um die Frage ging, in welchem Zeitpunkt der
unfallkausale Anteil abgeheilt war.
3.3.5 Aufgrund des Gesagten ist mithin nach Massgabe der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit im Zeitpunkt der Leistungseinstellung, d.h. sechs Monate nach dem
Unfallereignis bzw. per 30. Juni 2008, von einem Wegfall der Prellungsfolgen als
Ursache der noch geklagten lumbalen Beschwerden auszugehen. Sie sind somatisch
nicht mehr oder dann mit den nicht unfallbedingten Befunden degenerativer Art
erklärbar.
4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 30. Juni 2009 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG