Decision ID: 2d2254d5-76be-4c3e-beb8-5a7ae5403bf3
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1992,
leidet an einer paranoiden Schizophrenie und
b
e
zieht seit J
a
nuar 2013 eine ganze Rente der Invalidenversicherung (Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom
5.
November 2013,
Urk.
8/3/1
; Feststellungsblatt der IV-S
telle vom 1
6.
August 2013, Urk.
8/3/29
). Aufgrund der Anmeldung vom 1
2.
November 2013 (
Urk.
8/3/2) sprach ihm die Stadt
Y._
, Durchführungsstelle für Zusatzleistungen zur AHV/IV, mit Verfügung vom 1
6.
Juli 2014
rückwirkend
ab
dem Beginn des
Ren
ten
anspruchs
Zusatzleistungen in Form von Ergänzungsleistungen zur AHV/IV zu (
Urk.
8/3/4)
.
1.2
Mit Beschluss vom 1
9.
Februar 2015
errichtete
die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) des Bezirks
Y._
über
X._
eine Beistandsch
aft gemäss
Art.
393
Abs.
1
des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB; Begleitbeistandschaft) und gemäss
Art.
394
Abs.
1 und 2 ZGB i. V. m.
Art.
395
Abs.
1 ZGB (Vertretungsbeistandschaft
mit Einkommens- und Vermögensverwaltung
);
im Rahmen der Vertretungsbeistandschaft wurde
X._
im August 2015 die Handlungsfähigkeit hinsichtlich des Abschlusses von Verträgen über
Fr.
200.-- entzogen (vgl. das Protokoll der KESB des Bezirkes
Y._
vom 1
8.
August 2016,
Urk.
3/G2/2). Die Beistandschaft wurde
zunächst von der Beiständin
B._
und ab dem
1.
September 2016 von der Beiständin
C._
geführt (vgl. die Ernennungsurkunden
in
Ur
k.
8/
3/G2/1+3).
1.3
Nachdem
X._
seit Juni 2012
in einem Wohnhaus der
D._
in Zürich
gelebt hatte (vgl.
Kostengutsprache der Stadt
Y._
vom 2
1.
Juni 2012,
Urk.
8/3/3
), trat er
am
7.
Oktober 2016 in ein W
ohnheim der
E._
ein, das ebenfalls in Zürich gelegen war
(vgl. den Aufenthaltsvertrag in
Urk.
8/3/8).
Am
1.
August 2017 nahm
X._
sodann im
F._
in Zürich
die Ausbildung zum Detailhandelskaufmann EFZ
auf
(vgl. die Unterlagen in Urk.
8/3/11/1-
15).
1.4
Am
2.
Oktober 2017 kündigte die
E._
den Aufenthaltsvertrag mit
X._
wegen Fehlverhaltens fristlos (
Urk.
8/3/12/7).
X._
ging
in der Folge am
2.
November 2017 einen Untermietvertrag mit
G._
über die Miete eines möblierten Zimmers an der
H._
in
I._
ein
(
Urk.
8/3/17/3)
.
Die Stadt
Y._
, die für die Jahre 2015 bis 2017 die Zusatzleistungszusprache jewei
ls er
neuert hatte (
Urk.
8/3/5-7,
Urk.
8/3/9-10
und
Urk.
8/3/12/1), stellte daraufhin die Zusatzleistungen mit Verfügung vom 1
5.
November 2017 per November 2017 ein (
Urk.
8/3/14).
1.5
Im Dezember 2017 meldete die Beiständin
C._
X._
neu
bei der Stadt
A._
zum Bezug von Zusatzleistungen an (
Urk.
14/1a mit den Beilagen in
Urk.
14/1b-
m).
Mit Verfügung vom
1
2.
Dezember 2017 wies die Stadt
A._
das
Gesuch mit dem Hinweis auf fehlende Zuständigkeit ab (Urk.
14/2a).
Nachdem die Stadt
A._
und die Stadt
Y._
über ihre Zuständigkeit zur Ausrichtung von Zusatzleistungen an
X._
korrespondiert hatten
(vgl. di
e E-Mail-Ausdrucke in
Urk.
14/3a/5
/13), erhob die Beiständin m
it Eingabe vom 2
2.
Dezember 2017
Einsprache
mit dem Antrag, es sei festzustellen, dass die Stadt
A._
ab dem 2
7.
November 2017 für die Ausrichtung von Zusatzleistungen an
X._
zuständig sei
,
und die Stadt
A._
sei ausserdem um vorsorgliche Ausrichtung der Zusatzleistungen zu verpflichten (
Urk.
14/3a/1).
Gleichzeitig ersuchte die Beiständin
das kantonale Sozialamt um dessen
Beurteilung der Zuständigkeitsfrage
(
Urk.
14/3a/3)
und erhielt von diesem die Einschätzung vom 1
6.
Januar 2018 (
Urk.
8/3/
19).
Gestützt auf eine darin enthaltene Empfehlung erklärte sich die Stadt
Y._
mit E-Mail vom 2
3.
Januar 2018 gegenüber der Stadt
A._
bereit, die Ausrichtung von Zusatzleistungen an
X._
provisorisch wieder aufzunehmen, bis sich die beiden Durchführungsstellen entweder über die Leistungspflicht geeinigt hätten oder ein Gerichtsentsch
eid hierzu vorliege (
Urk.
8/3/21
). Gleichentags erliess sie die leistungszusprechende Verfügung
, mit der sie
X._
nunmehr neben Ergänzungsleistungen auch kantonale Beihilfen gewährte
(
Urk.
8/3/17/1).
Bereits vor der Anmeldung zum Bezug von Zusatzleistungen hatte die Beiständin die Stadt
A._
Ende November 2017 um die Ausrichtung wirtschaftlicher Sozialhilfe an ihren Mandanten ersucht. Die Stadt
A._
hatte das Gesuch am
5.
Dezember 2017 abgelehnt
und bestätigte die Ablehnung
in der Folge
mit Beschluss vom 3
1.
Januar 201
8.
Der Beschluss blieb unangefochten (
Urk.
8/3/24).
Mit Entscheid vom 1
0.
April 2018 wies die Stadt
A._
sodann auch die Einsprache gegen die Ablehnung der Erbringung von Zusatzleistungen ab
und beurteilte den Antrag auf vorsorgliche Ausrichtung von Zusatzleistungen als gegenstandslos angesichts dessen, dass die Stadt
Y._
dies unterdessen übernommen hatte
(
Urk.
2 =
Urk.
14/3c).
2.
2.1
Mit Eingabe vom
8.
Mai 2018 erhob
C._
für
X._
Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der Stadt
A._
vom 10. April 2018 und beantragte, die Stadt
A._
sei rückwirkend ab dem
1.
November 2017 als zuständig für die Ausrichtung von Zusatzleistungen z
u
erklären (
Urk.
1;
vorliegender
Prozess Nr. ZL.2018.00046)
.
Des Weiteren hatte mit Eingabe vom
7.
Mai 2018 auch die Sta
dt
Y._
Beschwerde gegen den Einspracheentscheid der Stadt
A._
vom 1
0.
April 2018 erhoben
und den gleichen Antrag gestellt
(
Urk.
8/
1
; Prozess Nr. ZL.2018.00047
).
2.2
Mit Verfügung vom 1
6.
Mai 2018
setzte das Gericht der Beiständin
C._
Frist an, um mitzuteilen, ob und inwieweit die Handlungs
fähigkeit von
X._
eingeschränkt sei, und forderte sie dazu auf, im Falle der Einschränkung der Handlungsfähigkeit
in Bezug auf
die vorliegende Prozessführung die Zustimmung der Erwachsenenschutzbehörde für die Prozessführung beizubringen und im Falle nicht bestehender Einschränkung entweder das Einve
rständnis von
X._
zur Prozessführung schriftlich nachzuweisen oder ebenfalls die Zustimmung der Erwachsenenschutzbehörde beizubringen (
Urk.
4).
Mit Eingabe vom 1
1.
Juni 2018 (
Urk.
7) reichte
die Be
i
ständin
die schriftliche Erklärung
von
X._
vom 2
4.
Mai 2018 ein, mit der Vertretung durch seine Beiständin im Prozess betreffend die Zuständigkeit für Zusatzl
eistungen einverstanden zu sein
(
Urk.
6)
.
Mit Verfügung vom 1
8.
Juni 2018 befand das Gericht, dass
C._
mit der Erklärung
von
X._
vom 2
4.
Mai 2018 rechtsgenüglich zu dessen Vertretung im vorliegenden Verfahren ermächtigt sei und es keiner Zustimmung der Erwachsenenschutzbehörde bedürfe. Gleichzeitig vereinigte das Gericht den
Prozess Nr. ZL.2018.00047 m
it dem vorliegenden Prozess Nr.
ZL.2018.00046, schrieb d
en Prozess Nr. ZL.2018.00047
als dadurch erledigt ab und forderte die
Stadt
A._
zur Beantwo
rtung der Beschwerden auf (Urk.
9).
2.3
Mit Eingabe vom 2
5.
September
2018
erstattete die
Stadt
A._
die Beschwerdeantwort und beantragte, die Beschwerden
seien abzuweisen (
Urk.
13). Auf die Aufforderung zur Replik hin (Verfügu
ng vom 2
7.
September 2018, Urk.
15)
hielten die Beschwerdeführerin 2 mit Eingabe vom
3.
Oktober 2018 und der Beschwerdeführer 1, neu ges
e
tzlich vertreten durch die Beiständin
Z._
(Ernennungsurkunde vom 2
1.
Juni 2018,
Urk.
19), mit Einga
be vom
1.
November 2018 an ihren Anträgen
fest (
Urk.
17 und
Urk.
18). Die Beschwerdegegnerin
blieb in der Duplik vom
7.
Dezember 2018 ebenfalls bei ihrem Standpunkt (
Urk.
22). Mit Verfügung vom 1
2.
November 2018 wurde die Duplik den Beschwerdeführenden zur Kenntnis gebracht (
Urk.
20).
Mit Eingabe vom 2
8.
Januar 2020 (
Urk.
24) in
formierte die Beschwerdeführerin
2
das Gericht darüber, dass der Beschwerdeführer 1 die Wohngelegenheit in
A._
gemäss den Angaben seiner Beiständin per
Ende 2019 gekündigt habe (Urk.
25), und reichte die aktuellste Zusatzleistungsverfügung
der Stadt
Y._
vom 2
8.
Januar 2020 ein (
Urk.
25). Am 1
7.
Februar 2020 wurden diese Dokumente der Beschwerdegegnerin zugestellt (
Urk.
26).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Voraussetzung für den Anspruch auf Ergänzungsleistungen sind unter anderem nach
Art.
4
Abs.
1
des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG)
der Wohnsitz und der gewöhnliche Aufenthalt in der Schweiz, beides im Sinne von Art. 13 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG).
Der Wohnsitz bestimmt sich gemäss
Art.
13
Abs.
1 ATSG nach
Art.
23
-26 des Z
ivilgesetzbuches (ZGB).
1.
2
Nach
Art.
23
Abs.
1 Satz 1 ZGB
befindet sich der Wohnsitz einer Person an dem Ort, wo sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält.
Für die Begründung des Wohnsitzes müssen somit zwei Merkmale erfüllt sein: ein objektives äusseres, der Aufenthalt, sowie ein subjektives inneres, die Absicht dauernden Verbleibens.
Für die
subjektive Absicht dauernden Verbleibens
kommt es nach der
Rechtsprechung nicht auf den inneren Willen, sondern darauf an, auf welche Absicht die erkennbaren Umst
ände objektiv schliessen lassen. Der Wohnsitz ei
ner Person befindet sich
danach
an dem
jenigen
Ort, den sich die Person zum Mittelpunkt ihres Lebens und
ihrer Beziehungen gemacht hat
(
BGE 133 V 309 E. 3.1,
125 V 7
6 E. 2a, je
mit H
inweisen; Kieser,
ATSG
Kommentar,
3.
Aufl
age
,
Zürich 2015
,
Art.
13
ATSG
N 15
).
Nicht allein massgeblich, sondern lediglich Indizien für den Wohnsitz
sind die Anmeldung und Hinterlegung der Schriften, die Ausübung der politischen Rechte, die Bezahlung der Steuern, fremdenpolizeiliche Bewilligungen sowie die Gründe, die
jemanden
zur Wahl eines bestimmten Wohnsitzes veranlassen (
Urteil des Bundesgerichts K 34/04 vom
2.
August 2005 E. 3)
.
Der
Aufenthalt zum Zweck der Ausbildung oder die Unterbringung einer Person in einer Erziehungs- oder Pflegeeinrichtung, einem Spital od
er einer Strafanstalt begründet gemäss
Art.
23
Abs.
1 Satz 2 ZGB
für sich allein keinen Wohnsitz.
Was den Aufenthalt in einer
(Wohn-)
Institution betrifft, so ist nur der Tatbestand der Unterbringung, also der Einweisung durch Dritte, von der Regelung in
Art.
23
Abs.
1 Satz 2 ZGB umfasst. Demgegenüber vermag der selbstbestimmte Eintritt einer urteilsfähigen Person einen zivilrechtlichen Wohnsitz
nach den allgemeinen Kriterien nach
Art.
23
Abs.
1 Satz 1 ZGB
zu begründen (
vgl.
Daniel Staehelin
in: Bas
ler Kommentar Zivilgesetzbuch I,
6.
Auflage, Basel 2018
,
Art.
23
ZGB N
19
h).
Gemäss
Art.
24
Abs.
1 ZGB bleibt der Wohnsitz an einem bestimmten Ort bestehen, solange nicht anderswo ein neuer beg
ründet wird. Sodann haben
nach
Art.
26 ZGB
v
olljährige
Personen
unter umfassender Beistandschaft ihren Wohnsitz
stets
am Sitz der Erwachsenenschutzbehörde.
2.
2.1
Innerhalb der Schweiz ist nach
Art.
21
Abs.
1 Satz 1 ELG derjenige Kanton zuständig für die Festsetzung und die Auszahlung der Ergänzungsleistung, in dem die Bezügerin oder der Bezüger Wohnsitz hat. Auch in diesem interkantonalen Verhältnis ist unter dem Begriff des Wohnsitzes der zivilrechtliche Wohnsitz zu verstehen (vgl.
Carigiet/Koch, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV,
2.
Auflage, Zürich 2009, S. 78).
Ungeachtet des dargelegten zivilrechtlichen Grundsatzes, wonach mit dem selbstbestimmten Eintritt in eine Institution Wohnsitz begründet werden kann, bestimmt jedoch
Art.
21
Abs.
1 Satz 2 ELG, dass der Aufenthalt in einem Heim, einem Spital oder einer ander
e
n Anstalt keine neue Zuständigkeit begründet. In diesem Bereich können somit Wohnsitz und Zuständigkeit in Abweichung vom Grundsatz in
Art.
21
Abs.
1 Satz 1 ELG auseinande
rfallen (vg
l. BGE 142 V 67 E.
3, 141 V 255 E. 2.1 und E. 2.2,
138 V 23; vgl. auch
BGE
140 V 563
E. 5.1).
2.2
Was die innerkantonale Situation anbelangt, so haben n
ach
Art.
21
Abs.
2 Satz 1 ELG die Kantone die Organe zu bezeichnen, die für die Entgegennahme der Gesuche und für die Festsetzung und die Auszahlung der Ergänzungsleistungen zuständig sind.
Im Kanton Zürich wird die Durchführung
in
§
2 des Zusatzleistungsgesetzes (ZLG)
den
politischen Gemeinden übertragen
.
Die Zusatzleistungen,
die
nach
§
1
Abs.
1
ZLG neben den bundesrechtlichen Ergänzungsleistungen auch die kantonalen Beihilfen und die Gemeindezuschüsse umfassen, s
ind
nach
§
21
Abs.
1 ZLG
von der Gemeinde zu gewähren, in welcher
der
Gesuchsteller oder
die
Gesuchsteller
in
d
en zivilrechtlichen Wohnsitz hat
.
Im Kanton Zürich ist somit a
uch im innerkantonalen
beziehungsweise interkommunalen
Verhältnis
grundsätzlich
der zivilrechtliche Wohnsitz massgebend.
Auch hier gilt jedoch nach
§
21
Abs.
2 ZLG, dass der Aufenthalt in einem Heim, einem Spital oder einer anderen Anstalt keine neue Zuständigkeit begründet.
2.3
Der Begriff des Heimes ist in
Art.
25a
der Verordnung über
die
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV)
definiert. Als Heim gilt nach
Art.
25a
Abs.
1 ELV jede Einrichtung, die von einem Kanton als Heim anerkannt wird oder über eine kantonale Betriebsbewilligung verfügt.
Art.
25a
Abs.
1 ELV basiert auf der Delegationsnorm in
Art.
9
Abs.
5 lit. h ELG, worin dem Bundesrat die Kompetenz übertragen worden ist, den Heimbegriff zu definieren.
Art.
9 ELG betrifft die Berechnung der Höhe der jährlichen Ergänzungsleistung, und der Heimbegriff ist in diesem Zusammenhang dort relevant, wo Ehegatten Heimbewohner sind. Nach der bundesgericht
l
ichen Rechtsprechung erstreckt sich die Definition in
Art.
25a
Abs.
1 ELV jedoch auf
das
gesamte ELG
und mithin auch auf
das Heim im Sinne der Zuständigkeit
s
regelung in
Art.
21
Abs.
1 Satz 2 ELG (BGE
141 V 255
E. 3.1).
Nichts anderes kann für die Zuständigkeitsregelung im gleichlautenden
§
21
Abs.
2 ZLG gelten.
3.
Die
Handlungsfähigkeit des Beschwerdeführers
1
ist durch die bestehende Beistandschaft zwar insoweit eingeschränkt, als ihm im Rahmen der Vertretungsbeistandschaft die Handlungsfähigkeit hinsichtlich des Abschlusses von Verträgen über
Fr.
200.-- entzogen worden ist. Dies ergibt sich für den Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung aus der Ernennungsurkunde für die Beiständin
C._
vom 1
9.
August 2016 (
Urk.
8/3/G2/1) und für die Zeit ab Juli 2018 aus der Ernennungsurkunde für die Beiständin
Z._
vom
2
1.
Juni 2018 (Urk.
19). Wie
indessen
das Gericht bereits in der Verfügung vom 1
8.
Juni 2018 festgehalten hat
(
Urk.
9)
, ist der Gegenstand des vorliegenden Prozesses kein Vertrag und die Prozessführung ist demgemäss vom Entzug der Handlungsfähigkeit nicht betroffen. Die Beiständin
C._
wurde somit durch die Einverständnis-Erklärung des Beschwerdeführers 1 vom 2
4.
Mai 2018
(
Urk.
6)
rechtsgenüglich zur Vertretung ermächtigt, ohne dass eine Zustimmung der Erwachsenenschutzbehörde (
Art.
416
Abs.
1
Ziffer 9 ZGB) erforderlich wäre. Mangels anderer
Anhaltspunkte ist sodann davon auszugehen, dass sich das Einverständnis des Beschwerdeführers
1
ab Juli 2018 auch auf die neue Beiständin
Z._
erstreckt. Der Beschwerdeführer 1 ist zudem als Gesuchsteller und potentieller Leistungsbezüger unmittelbar betroffen vom angefochtenen Einspracheentscheid (
Art.
59 ATSG)
, sodass auf seine Beschwerde ohne Weiteres einzutreten ist.
Ebenfalls berührt vom angefochtenen Einspracheentscheid ist die Beschwerdeführerin 2, da die Verneinung der Zahlungspflicht der Beschwerdegegnerin auf die Zahlungspflicht der Beschwerdeführerin 2 hinweisen würde.
A
uf die Beschwerde der Beschwerdeführerin 2 ist daher ebenfalls einzutreten.
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist die Zuständigkeit der Beschwerdegegnerin für die Ausrichtung von Zusatzleistungen an den Beschwerdeführer 1 ab dem
1.
November 2017.
4.2
Nach
Art.
35
Abs.
3 ATSG tritt der Versicherungsträger, der sich als unzuständig erachtet, durch Verfügung auf die Sache nicht ein, wenn eine Partei die Zuständigkeit behauptet. Bei dieser Verfügung handelt es sich um eine Endverfügung, die mit Einsprache angefochten werden kann
(
Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV un
d IV [WEL], Stand
1.
Januar 2020
, Rz
1500.01
in der ab Januar 2013 gültigen Fassung
).
Die Verfügung der Beschwerdegegner
in vom 1
2.
Dezember 2017 lautet
auf Abweisung des Gesuchs
statt auf Nichteintreten
(
Urk.
14/2a).
Inhaltlich geht aus der Verfügung und aus dem angefochtenen Einspracheentscheid jedoch zweifelsfrei hervor, dass die Beschwerdegegnerin nicht den
Anspruch des Beschwerdeführers
1 auf Zusatzleistungen als solchen verneint, sondern nur den Anspruch auf Zusatzleistungen ihr gegenüber. Verfügung und Einspracheentscheid halten somit
dem Erfordernis in
Art.
35
Abs.
3 ATSG ohne Weiteres stand
,
und es besteht in dieser Hinsicht kein Korrekturbedarf.
4.3
In der Zeit von Januar 2013 bis
zum
2.
Oktober 2017 war die Zuständigkeit der Beschwerdeführerin 2 für die Erbringung von Zusatzleistungen (Ergänzungsleistungen, kantonale Beihilfe und G
emeindezuschüsse) unbe
stritten.
Die Beschwerdeführerin 2 ging gemäss ihren
Ausführungen
in der
Beschwerdeschrift
vom 7.
Mai 2018 davon aus, dass sich der zivilrechtliche Wohnsitz des Beschwerdeführer
s
1 im Sinne des Erfordernisses in
Art.
21
Abs.
1 Satz 1 ELG und
§
21 Abs.
1 ZLG in
Y._
befand, wo
offenbar bis Mai 2011 auch dessen Vater und bis Juni 2014 dessen Mutter
gelebt hatten
(
Urk.
8/1
S.
5).
Nicht zuständigkeitsrelevant war der Umstand, dass der Beschwerdeführer 1 im Februar 2015 verbeiständet wurde
, da die Beistandschaft keine umfassende im Sinne von
Art.
26 ZGB war. Darauf wies auch das kantonale Soziala
mt in d
er Stellungnahme vom 16.
Januar 2018 zutreffend hin (
Urk.
8/3/19 S. 1). E
benfalls richtiger
weise n
icht als zuständigkeitsrelevant erachtete die Bes
chwerdeführerin 2
den Umstand, dass der Beschwerdeführer 1
in der Zeit ab Mitte 2012 in zwei Wohneinrichtungen in Zürich lebte; diese Aufenthalte
begründeten
gestützt auf die
innerkantonal
bezie
hungsweise interkommunal
massgebende
Ausnahmeregelung in
Art. §
21
Abs.
2 ZLG
ungeachtet einer allfälligen zivilrechtlichen Wohnsitzbegründung
keine neue Zuständigkeit
.
Ebenfalls nicht umstritten ist die Zuständigkeit der Beschwerdeführerin 2 in der
ersten
Zeit nach der fristlosen Auflösung des Aufenthaltsvertrags mit der
E._
am
2.
Oktober 2017, die mit einem sofort wirksamen Hausverbot einherging (
Urk.
8/3/12/7), bis Ende des Monats.
Gemäss den Ausführungen der Beiständin
C._
in
ihrer
Beschwerdeschrift wurde der Beschwerdeführer 1 am
5.
Oktober 2017
in der
J._
hospitalisiert
(
Urk.
1 S. 2)
, was unbestrittenermassen nicht zur Begründung eine
r neuen Zuständigkeit
führen konnte.
Strittig ist demgegenüber, ob infolge des Abschlusses des Mietvertrags über das möblierte Zimmer an der
H._
in
I._
neu ein Wohnsitz des Beschwerdeführers 1 an dieser Adresse begründet wurde.
4.4
4.4.1
Der Untervermieter
G._
hatte die Liegens
chaft an der
H._
, damals noch
mit der Postleitzahl
«...»
A._
versehen
,
gemäss einem Auszug aus dem Mietvertrag vom 1
2.
April 2017, den die Beschwerdegegner
in beschafft hatte
, per Juni 2017 gemietet
; das
Wohngebäude
wurde als sanierungsbedürftig bezeichnet, und es wurde vermerkt, dass die Eigentümerin keine Investitionen mehr zu tätigen beabsichtige, dass der Mieter hingegen daran interessiert sei, allfällige Renovationen und Umbauten auf ei
gene Kosten durchzuführen (Urk.
14/4a).
Gegenstand des Untermietvertrags vom
2.
November 2017, den
G._
mit dem Beschwerdeführer 1 abschloss, war ein möbliertes Zimmer im
Haus
an der
H._
zu einem
Mietzins von
Fr.
1'350.-- im Monat inklusive Elektrizität
.
Die Möblierung bestand in einem Bett inklusive Matratze und Bettzeug, einem Kleiderschrank, zwei Sesseln und einem Salontisch sowie einem TV
Gerät
; zur Mitbenützung wurden zum
einen
gemäss
vorgedruckten Feldern «Garten/Gartensitzplatz/Ter
r
asse» und «Waschküche/Waschmaschine/Tumbler» und zum andern
gemäss separatem Vertragspunkt Küche und Bad/WC zur Verfügung gestellt (
Urk.
8/3/17/3).
Ein
derartiges Mietobjekt bietet die Gelegenheit zum uneingeschränkten Verweilen sowohl tagsüber als auch des Nachts, zur Aufbewahrung
von Hab und Gut
und zusätzlich
zur Verpflegung und zur
Körperpflege. Es
ist
daher
nicht von vornherein ungeeignet für die Begründung eines zivilrechtlichen Wohnsitzes, also
eines
Aufen
t
halt
s
mit der Abs
icht des dauernden Verbleibens. Soweit die Beschwerdegegnerin daher von einer Unterkunft sprach, die keine ordentliche Wohngelegenheit biete (
Urk.
2 S. 4), kan
n ihr nicht zugestimmt werden.
Daran ändert auch der Umstand nichts, dass gemäss der Darstellung im angefochtenen Einspracheentscheid (
Urk.
2 S. 4) die möblierten Zimmer, die auf mehrere Wohnungen
vert
eilt waren, nicht über individualisierte Briefkästen verfügten und keine Möglichkeit bestand, bei den einzelnen Zimmern zu klingeln.
Im Folgenden ist somit
zu prüfen, ob
der Beschwerdeführer 1 an der
H._
in
I._
tatsächlich zivilrechtlichen Wohnsitz begründet hat.
4.4.2
4.4.2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte bereits das objektive Merkmal des tatsächlichen Aufenthalts des Beschwerdeführers 1 an dieser Adresse in Frage und wies hierzu
auf die wiederholten Hospitalisationen in der
J._
hin
(
Urk.
2 S. 3
und S. 5
,
Urk.
13 S. 2,
Urk.
22 S. 2).
4.4.2.2
In den Akten findet sich eine E-Mail-Nachricht der Stellvertreterin der Beiständin vom
6.
Oktober 2017, wonach der Beschwerdeführer 1 (nach seinem Eintri
tt vom
5.
Oktober 2017) ab dem
9.
Oktober 2017 wieder aus der
J._
hätte
austreten könn
en
, aber noch keine Anschlusslösung in puncto Wohnen
gefunden worden sei
(
Urk.
8/3/12/2
S. 2
)
.
Die effektive Entlassung erfolgte dann gemäss der Sachverhaltsdarstellung der Beiständin in der Einspracheschrift vom 2
2.
Dezember 2017 erst am
3.
November 2017 (
Urk.
14/3a/1
)
, was von keiner
der
Partei
en
bestritten wurde (
Urk.
2 S. 3,
Urk.
13)
;
aus den E-Mail-Nachrichten der Beiständin an den Beschwerdeführer 1
vom 1
6.
und vom 2
6.
Oktober 2017 (
Urk.
14/
3a/5/6+8) ist jedoch zu schliessen, dass dieser
bereits ab Mitte Oktober dazu in der Lage
war
,
die Klinik für Zimmerbesichtigungen zu verlassen
.
Das
Entlassungsdatum des
2
3.
November 2017, das in der E-Mail-Nachricht der Assistenzärztin
Dr.
med.
K._
an die Beiständin vom 2
7.
April 2018 angegeben ist (
Urk.
8/3/26), muss
daher auf einem Verschrieb b
eruhen
.
Es ist somit nicht in Frage zu stellen, dass der Beschwerdeführer 1 das Zimmer an der
H._
in
I._
Anfang November 2017
tatsächlich bezog
, wie es die Beiständin in der Einspracheeschrift und in der Be
schwerdeschrift ausführte (Urk.
8/3a/1 S. 1
,
Urk.
1 S.
1)
und
wie es
auch die Beschwerdeführerin 2 darlegte (
Urk.
8/1 S. 4)
. Dies gilt auch deshalb, weil von keiner anderen Unterkunft die Rede war, die dem Beschwerdeführer 1 nach der Entlassung aus der Klinik zur V
erfügung gestanden wäre. Insbesondere wurde in der Korrespondenz über die Anschlusslösung nach dem Klinikaustritt (vgl.
die E-Mail-Nachrichten vom 12.
und 1
3.
Oktober 2017 in
Urk.
8/3/12/2+4) nicht erwogen, dass der Beschwerdeführer 1 bei den Eltern wohnen könnte, die gemäss der Beschwerdeschrift der Beschwerdeführerin 2 in Zürich lebten (vgl.
Urk.
8/1 S. 5)
.
Aus der Tatsache, d
ass die Beiständin die erforderliche Zustimmung zum Mietvertrag erst am
1.
Dezember 2017 erteilte (
Urk.
14/3a/5/3),
lässt sich
unter diesen Umständen nicht
schliessen, dass der Beschwerdeführer 1 das Zimmer erst dann bezogen hatte.
4.4.2.3
Unbestritten ist sodann, dass der Beschwerdeführer 1 in der Folgezeit erneut in der
J._
hospitalisiert wurde. Der Beschwerdegegnerin lag gemäss Einspracheentscheid offenbar
eine
E-Mail-Nachricht
der Klinik vom 2
4.
November 2017 vor, wonach der Beschw
erdeführer 1 an diesem Tag per f
ürsorgerische Unterbringung dorthin gebr
acht worden sei (vgl.
Urk.
2 S.
3), und
sowohl
die Beiständin
C._
als auch die Beschwerdeführerin 2
bestätigte
n dieses Eintrittsdatum in den
Beschwerdeschrift
en (
Urk.
1 S.
3,
Urk.
8/1 S. 4).
Dieser erneute Klinikeintritt vom 2
4.
November 20
17 spricht indessen nicht
ge
gen die
Wohnsitznahme an der
H._
in
I._
.
Denn der
tatsächliche
Aufenthalt ist nur erforderlich für die Begründung, nicht aber für die
Beibehaltung
des Wohnsitzes. Und zur Wohnsitzbegründung genügt auch ein sehr kurzer Aufenthalt, sofern
das subjektive Merkmal
der objektiv erkennbaren
Ab
sicht des dauernden Verbleibens
und mithin
der Begründung eines neuen
Lebensmittelpunkts gegeben ist (vgl. Daniel Staehelin, a.a.O.,
Art.
23 ZGB N 20
f.).
4.4.3
4.4.3.1
Dieses subjektive Merkmal
wurde von der Beschwerdegegnerin ebenfalls angezweifelt.
4.4.3.2
Vorab
stellte auch die Beschwerdegegnerin
zu
Recht nicht
grundsätzlich
in Frage, dass der Beschwerdeführer 1 ausserhalb der akuten psychotischen Schüb
e urteilsfähig in Bezug auf die Bildung des Willens zum dauernden Verbleiben an einem bestimmten Ort war
(vgl. hierzu BGE 127 V 237 E. 2c)
.
Insbesondere ist aus den bereits erwähnten E-Mail-Nachrichten der Beiständin an den Beschwerdeführer 1 vom 1
6.
und vom
2
6.
Oktober 2017 (
Urk.
14/
3a/5/6+8) zu schliessen, dass ihm zugetraut wurde, die angebotenen Zimmer ohne Begleitung zu besichtigen und die B
eiständin über das Ergebnis d
er Besichtigungen zu informieren. Zutreffend wies die Beschwerdeführerin 2 in ihrer Beschwerdeschrift zudem darauf hin, dass der Beschwerdeführer 1 den Mietvertrag vom
2.
November 2017 selbst unterzeichnet hatte
(
Urk.
8/1 S. 4);
dieser
wurde
erst nachträglich von der
Beiständin genehmigt
.
4.4.3.3
Soweit die Beschwerdegegnerin
sodann
an der Fähigkeit des Beschwerdeführers 1 zweifelte, während längerer Zeit ausserhalb eines betreuten Rahmens zu wohnen (
Urk.
2 S. 5 f.,
Urk.
13 S. 2), so
hatte der Beschwerdeführer 1 bis anhin tatsächlich nur in Institutionen gelebt, sodass
zur Zeit
seine
s
erzwungenen Austritt
s
aus dem Wohnheim der
E._
nicht ohne Weiteres feststand, dass er die neue Wohnsituation werde bewältigen können. Es kann allerdings auch nicht gesagt werden
, dass hierzu keinerlei Chance be
standen habe, denn gemäss der E-
Mail-Nachricht von
Dr.
K._
vom 2
7.
April 2018 war die
J._
bei der Entlassung des Beschwerdeführers 1 im Bild über die neu organisierte Wohnform und hatte diese gebilligt (
Urk.
8/3/26).
Im Zeitpunkt der Aufen
t
haltsbegründung war es
somit
nicht als von vornherein unmöglich zu beurteilen, dass der Bes
chwerdeführer 1 eine
Absicht, am Ort des gemieteten Zimmers im Sinne von
Art.
23
Abs.
1 Satz 1
ZGB dauernd zu verbleiben, zu realisieren in der Lage wäre.
Unter diesen Umständen lässt sich indessen aus der Tatsache, dass der Beschwerdeführer 1 das Wohnheim nicht freiwillig verliess, entgegen der Annahme der Beschwerdegegnerin (
Urk.
2 S. 4
,
Urk.
13 S. 2
) nicht ableiten, dass
das bezogene Zimmer an der
H._
in
I._
lediglich die Zeit bis zur Organisation einer geeigneteren, insbesondere einer erneut betreuten Wohnmöglichkeit überbrücken sollte.
Zwar berichtete die Beschwerdeführerin 2 mit der aktuellen Eingabe vom 2
8.
Januar 2020, dass der Beschwerdeführer 1 das möblierte Zimmer per
Ende 2019 wieder gekündigt hab
e und
in das
-
betreute
–
L._ in Zürich
eingetreten sei (
Urk.
24). Diese Entwicklung ergab sich jedoch erst rund zwei Jahre nach dem Bezug des Zimmers in
I._
und lässt die Zimmermiete daher nicht als Überbrückungslösung erscheinen.
4.4.3.4
Was
des Weiteren
die
Hinweise
der Beschwerdegegnerin
zur
Beschaffenheit des Mietobjekts betrifft
(
Urk.
2 S. 4)
, so wur
de bereits vorstehend auf die
Eignung
des Objekts
für einen Aufenthalt mit der Absicht des dau
ernden Verbleibens hingewiesen.
Die einfache Ausstattung der Unterkunft wäre daher nur dann ein Indiz für die fehlende Absicht des dauernden Verbleibens, wenn sich der Beschwerdeführer 1 an mehreren W
ohnstätten regelmässig aufgehalten hätte
und es zu bestimmen gälte, welche
von
ihnen er zu seinem Lebensmittelpunkt gemacht hat
te
(vgl. hierzu die Kasuistik gemäss Daniel Staehelin, a.a.O.,
Art.
23 ZGB N 5 ff.).
Dies ist jedoch nicht der Fall; namentlich bestehen keine Hinweise darauf, dass er sich in einem Mass, das über die üblichen Besuche hinausging, in der Wohnung oder den Wohnungen seiner Eltern aufgehalten hätte. Den Ausführungen der Beschwerdeführerin 2 in ihrer Replik (
Urk.
17 S. 2) ist
in dieser Hinsicht zuzustimmen.
Ist
aber
nicht davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer 1 am Ort seiner Ausbildung in Zürich wenigstens eine Übernachtungsgelegenheit zur Verfügung stand, von der er regelmässig Gebrauch machte
(vgl.
Daniel Staehelin, a.a.O., Art. 23 ZGB
N 6)
, so kann Zürich
entgegen dem Dafürhalten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
13 S. 2)
nicht als Lebensmittelpunkt im Sinne des Wohnsitzerfordernisses eingestuft werden,
ungeachtet dessen, dass der Beschwerdeführer
1
sich an den Werktagen dort länger aufhielt als im Zimmer an der
H._
in
I._
und dort auch Beziehungen zu den Eltern und zu Kollegen pflegte.
4.4.3.5
Es ist sodann darauf hinzuweisen, dass das Vorhaben, den Wohnort zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu verlassen, die Absicht des dauernden Verbleibens im Rechtssinne
gemäss dem zutreffenden Hinweis
der Beschwerdeführerin 2 (Urk.
8/1 S.
4)
nicht ausschliesst (Daniel Staehelin, a.a.O.,
Art.
23 ZGB N 7). Der Umstand, dass
der Bezug eines möblierten Zimmer
s
regelmässig nicht auf eine langjährige Dauer ausgerichtet ist, spricht daher nicht gegen die Absicht einer Wohnsitzbegründung an diesem Ort. Anders wäre vorliegendenfalls nur dann zu entscheiden, wenn die Zimmermiete von vornherein nur
auf eine kurze Zeitspanne bis zur Verwirklichung einer
bereits geplanten anderweitigen, stabileren
Wohnsituation ausgerichtet gewesen wäre.
Anhaltspunkte für einen solchen Übergangscharakter
der Zimmermiete fehlen indessen. Der Mietvertrag war nicht befristet, und er war zwar kurzfristig auflösbar, mit einer Kündigungsfrist von zwei Wochen auf das Monatsende (
Urk.
8/3/17/3 S. 2), was indessen der gesetzlichen Mindestkündigungsfrist für möblierte Zimmer entspricht
(
Art.
266e des Schweizerischen Obligationenrechts [OR])
und somit nichts besagt
über die effektiv geplante Verweildauer. Soweit die Beschwerdegegnerin ferner darauf hinwies
(
Urk.
2 S. 4)
,
dass der Mietzins mit
Fr.
1'350.-- über dem Betrag von
Fr.
1'100.-- lag, den das ELG bei alleinstehenden Personen als maximale Ausgabe für die Miete anerkennt (
Art.
10
Abs.
1 lit. b Ziffer 1 ELG),
so bemerkte die Beschwerdeführerin 2 richtigerw
eise, dass der Beschwerdeführer
1 mit dem Anspruch auf kantonale Beihilfe nach
§
16 ZLG (im Maximalbetrag von jährlich
Fr.
2'420.--) eine zusätzliche Möglichkeit hatte, für den Mietzins aufzukommen (
Urk.
8/1 S. 6 f.).
4.4.4
Sind somit sowohl das objektive Merkmal des Antritts des tatsächlichen Aufen
t
haltes an der
H._
in
I._
als auch das subjektive Merkmal der Absicht des dauernden Verbleibens an diesem Ort erfüllt, so hat der Beschwerdeführer 1 Anfang November 2017
dort
im Sinne von
Art.
23
Abs.
1 Satz 1
ZGB Wohnsitz begründet.
4.5
Es stellt sich die weitere Frage, ob der Beschwerdeführer 1 diesen Wohnsitz in der nachfolgenden Zeit bis zum massgebenden Datum des angefochtenen Einspracheentscheids vom 1
0.
April 2018 wieder aufgegeben und an einem neuen Ort zivilrechtlichen Wohnsitz begründet hat.
Der erneute Aufenthalt des Beschwerdeführers 1 in der
J._
ab dem 2
4.
November 2017
verm
ochte gestützt auf
Art.
23 Abs.
1 Satz 2 ZGB keinen
zivilrechtlichen Wohnsitz zu begründen, was unbestritten ist. Der Austritt aus der Klinik erfolgte
gemä
ss der E-Mail-Nachricht von Dr.
K._
vom 2
7.
April 2018 am 2
9.
März 2018 (
Urk.
8/3/26); gemäss einem Zusatz in einer zweiten, von der Beiständin mit der Beschwerdeschrift eingereichten Version dieser Nachricht handelte es sich bei diesem Datum um das definitive Austrittsdatum, nachdem der Beschwerdeführer 1 bereits ab Januar 2018 regelmässig während mehrerer Tage am Stück «nach Hause»
gegangen sei (
Urk.
3/1). Ob d
er Zusatz ebenfalls von
Dr.
K._
stammt, ist unklar, da diese weitere
, mit identischer Versandzeit versehene
Version der Nachricht in Form einer Weiterleitung der Beiständin an sich selbst vorliegt und der Text somit auch nachträglich von der Beiständin bearbeitet worden sein könnte.
Wie es sich damit verhält, ist indessen unerheblich. Denn der Austritt per Ende März 2018 wurde in beiden Versionen der Nachricht bestätigt, und es ist zudem eine E-Mail-Nachricht der Beschwerdeführerin 2 vom 2
3.
Januar 2018 vorhanden, wonach der Beschwerdeführer 1 gemäss einer Auskunft seiner Beiständin bereits im Januar den Schulbesuch und die Arbeit wieder aufgenommen habe und nach der Entlassung aus der Klinik wieder «in seine Wohnung», in der sich seine persönlichen Gegenstände befänden, zur
ückzukehren gedenke (
Urk.
8/3/21
). Dass der Beschwerdeführer 1 dies in der Folge auch tat, ist wiederum nicht in Frage zu stellen.
Denn erneut
ist nirgendwo eine alternative Unterkunft erwähnt;
von einer solchen müsste jedoch
die Beiständin, die den Beschwerdeführer 1 im Rahmen der Beistandschaft auch persönlich zu begleiten
hatte,
gewusst haben.
Damit hatte der Beschwerdeführer 1 den Wohnsitz an der
H._
in
I._
bis zum massgebenden Datum des Erlasses des angefochtenen Einspracheentscheids beibehalten.
4.6
Es steht sodann fest und ist auch unbestritten, dass es sich beim Wohnhaus an der
H._
in
I._
nicht um ein Heim im Sinne von
Art.
25a ELV in Verbindung mit
Art.
21
Abs.
1 Satz 2 ELG und
§
21
Abs.
2 ZLG
handelte. Auch die Beschwerdegegnerin machte nämlich nicht geltend, das Wohnhaus verfüge über eine kantonale Betriebsbewilligung oder sei als Heim anerkannt, sondern führte in einer E-Mail-
Nachricht
vom 2
0.
Dezember 2017
an
die
Beschwerdeführerin 2 lediglich aus, der Hauptmieter gedenke
,
die Zimmer in Zusammenarbeit mit den Sozialdiensten der Region möglichst gewinnbringend zu vermieten und das Haus in diesem Sinne als Herberge zu führen (
Urk.
14/3a/5/13).
4.7
Hatte der Beschwerdeführer 1 somit Anfang November 2017
Wohnsitz an der Adresse
H._
in
I._
begründet und diesen bis zum
Datum des angefochtenen Einspracheentscheids vom 1
0.
April
beibehalten
und
handelte es sich beim betreffenden Wohnhaus nicht um ein Heim, was nach
§
21
Abs.
2 ZLG
trotz allfälligem Wohnsitz keine neue Zuständigkeit begründet hätte, so führte die Wohnsitznahme an der besagten Adresse zur neuen Zustän
digkeit derjenigen Gemeinde, deren Gebiet das Haus zugeordnet ist
. Gemäss den eigenen Ausführungen der Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid (
Urk.
2 S. 3) ist dies diese selbst, also die Stadt
A._
und nicht die Gemeinde
I._
, und es besteht kein Anlass, diese Angabe in Frage zu stellen.
4.8
Zu prüfen ist schliesslich, zu welchem genauen Zeitpunkt die Zuständigkeit
von
der Beschwerdeführerin 2 auf die Beschwerdegegnerin überging.
Nach
Art.
12
Abs.
1 ELG besteht d
er Anspruch auf eine jährl
iche Ergänzungsleistung
ab Beginn des Monats, in dem die Anmeldung eingereicht worden ist, sofern sämtliche gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Er
erlischt
nach
Art.
12 Abs.
3 ELG
am Ende des Monats, in dem eine der Voraussetzungen dahingefallen ist.
Es rechtfertigt sich, diese Regelung nicht nur auf den Anspruch auf Zusatzleistungen als solchen, sondern auch auf die Zuständigkeit zu deren Ausrichtung im interkantonalen und interkommunalen Verhältnis anzuwenden, und zwar aus Koordinationsgründen sowohl auf die Zuständigkeit zur Ausrichtung von Ergänzungsleistungen als auch auf die Zuständigkeit zur Ausrichtung von kantonaler Beihilfe
(
§
15 ZLG)
.
Der Beschwerdeführer 1 zog nicht am 1., sondern erst am
2.
oder
3.
November 2017 an die
H._
in
I._
. Demzufolge ist bis Ende November 2017 noch die Beschwerdeführerin 2
und erst ab Dezember 2017 neu die Beschwerdegegnerin
zur Ausrichtung der Zusatzleistungen
zuständig.
4.9
Damit ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerden festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin ab dem
1.
Dezember 2017 zur Ausrichtung der Zusatzleistungen
an den Beschwerdeführer 1
zuständig ist.
5.
5.1
Nach
Art.
61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person Anspruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten
.
Nach der Rechtsprechung sind der Arbeitsaufwa
nd und die Umtriebe einer unver
tretenen Partei nur dann ausnahmsweise zu entschädigen, wenn es sich kumulativ um eine komplizierte Sache mit hohem Streitwert handelt, ein hoher Arbeitsaufwand angefallen ist, der den Rahmen dessen überschreitet, was der Einzelne üblicher- und zumutbarerweise nebenbei zur Besorgung der persönli
chen Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat, und der betriebene Aufwand zudem in einem vernünftigen Verhältnis zum Ergebnis der Interessenwahrung steht (Urteil des Bundesgerichts C 3/04 vom 25. April 2005 E. 6.2 mit Hinweis auf BGE 110 V 81 E. 7).
5.2
Der Beschwerdeführer 1 ist durch seine Beiständinnen vertreten
. Dort, wo ein Anwalt oder eine Anwältin einen Prozess als Beistand oder Beiständin führt, kann nach der Rechtsprechung ein Anspruch auf eine Prozessentschädigung
gestützt auf die allgemeinen Kriterien
erhoben werden (
BGE 124 V 338 E. 4
). Vorliegendenfalls sind die Beiständinnen des Beschwerdeführers 1 jedoch keine Rechtsanwältinnen, sondern Angestellte des Mandatszentrums Erwachsenenschutz der Beschwerdeführerin 2 (
Urk.
8/3/G2/1 und
Urk.
19).
Anspruch auf eine Prozessentschädigung besteht dahe
r nur im Falle der besonderen Voraussetzungen
, die für unvertretene
Parteien gelten. Es kann indessen nicht
von einem ausse
rordentlich hohen gerechtfertig
ten Ar
beitsaufwand
der Beiständinnen
gesprochen werden, der das Mass dessen übersteigt, das im Rahmen der Führung einer Beistandschaft anfällt. Dem Beschwerdeführer 1 ist daher
keine Pr
ozessentschädigung zuzusprechen, und seine Be
i
ständin
nen
haben
zu Recht
keinen entsprechenden Antrag gestellt.
Demgegenüber
hat
die
B
eschwerdeführerin
2
den Antrag auf Zusprechung einer P
rozessentschädigung
gestellt
(
Urk.
8/1 S. 2
).
Als
Behörde
ist sie indessen vom Anspruch auf eine Prozessentschädigung ausgenommen (vgl.
Kieser,
a.a.O.,
Art.
61 ATSG
N 200
), und im Übrigen war auch sie weder anwaltschaftlich vertreten noch hatte sie einen ausserordentlichen Arbeitsaufwand zur Führung des vorliegenden Prozesses.
Der Beschwerdeführerin
2
ist daher ebenfalls keine Prozessentschädigung zuzusprechen.