Decision ID: 46cd6f67-6f1e-4850-a841-371fbafcdb83
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1970, war
von
Februar 1999
bis
Juli 2016
bei der
Y._
AG als Betriebsmit
arbeiter
(Gepäcksortierer)
in ein
em 100%-Pensum angestellt (Urk.
8/18
,
Urk.
8/59
).
Am 1
3.
Februar 2015 sowie ergänzend am 1
2.
März 2015 (Eingangsdatum) mel
de
te sich der Versicherte unter Hinweis auf einen Leistenbruch beidseits
sowie
Bauch
- und/oder innere S
chmerzen
bei der Sozialversicherungsanstalt des
Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zum Be
zug von Leistungen an (Urk. 8/1 und Urk. 8/12).
Die IV-Stelle zog wiederholt die Akten der Krank
entaggeldversicherung bei (Urk.
8/16,
Urk.
8/26,
Urk.
8/103), holte die Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 8/27,
Urk.
8/28,
Urk.
8/30,
Urk.
8/38,
Urk.
8/
45,
Urk.
8/89,
Urk.
8/105, Urk.
8/109,
Urk.
8/115) sowie einen Auszug aus dem Individuellen Konto des Ver
sicherten (IK-Auszug; Urk. 8/9) ein
und
ersuchte die Arbeitgeberin um Aus
künfte (vgl. Arbeitgeberfragebo
gen vom 2
6.
März 2015; Urk. 8/18)
.
Nach Kosten
gutsprache für Arbeits
vermittlung (vgl. Mitteilung vom 2
8.
April 2016,
Urk.
8/48) sowie ein Arbeits
training inklusive Coaching (vgl. Mit
teilung vom
8.
Dezember 2016,
Urk.
8/62) teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit Schreiben vom 1
5.
Juni 2017 mit, dass die Arbeitsvermittlung aufgrund des Gesundheitszustands beendet und die Ren
ten
prüfung eingeleitet
werde
(
Urk.
8/95).
Hierauf veranlasste die
IV-Stelle eine polydisziplinäre Begutachtung beim
In
stitut
Z._
(vgl. Gutachten vom 1
6.
April 2018; Urk. 8/137). G
estützt auf die aktenba
sierte Ein
schätz
ung von
Dr.
A._
, Facharzt Chirurgie und Arzt der Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
,
vom 2. Mai 2018 (vgl. Fe
ststellungs
blatt,
Urk.
8/140 S.
7f.) und
unter Verneinung
einer
langan
dau
ernden Einschrän
kung der Arbeits
fähigkeit stellte die IV-Stelle mit Vor
bescheid vom 1
6.
Mai 2018 die Abweisung des Leis
tungs
begehrens in Aus
sicht (
Urk.
8/141). Dageg
en erhob der Versicherte am 22.
Mai 2018 (Urk. 8/143) sowie ergänzend am
1
0.
September 2018 (
Urk.
8/191) Einwand und legte im Verlauf weitere Arztberichte (
Urk.
8/180-181,
Urk.
8/187,
Urk.
8/190,
Urk.
8/200) zu den Akten. Mit Verfü
gung vom
2.
November 2018 ver
neinte die IV-Stelle wie vorbeschieden einen Rentenanspruch (
Urk.
2).
2.
Gegen die Leistungsabweisung erhob der Versicherte
unter Beilage diverser Arzt
berichte (
Urk.
3/1-13,
Urk.
5)
mit Eingabe vom
5.
De
zem
ber 2018 Beschwerde und be
antragte, die angefochtene
Verfügung
vom
2.
November 2018 sei vollum
fänglich auf
zu
heben und die Beschwerdegegnerin sei zu ver
pflichten, ihm min
des
tens eine
Vier
tels
rente
zuzusprechen. Eventualiter sei eine gutachter
liche Un
ter
suchung von einer unabhängigen Stelle
anzuordnen
(Urk. 1).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
Januar 2019 (Urk. 7) auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 2
3.
Januar 2019 wurde dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zur Kenntnisnahme zuge
stellt (Urk. 9). Im Verlauf legte der Beschwerdeführer weitere Arztberichte zu den Akten (
Urk.
10/1-2,
Urk.
12/1-2,
Urk.
14/1-4,
Urk.
16,
Urk.
18), welche der Be
schwer
degegnerin jeweils zur Kenntnisnahme zugestellt wurden (
Urk.
11, Urk. 13,
Urk.
15,
Urk.
17,
Urk.
19
).
Ferner wurde die Beschwerdegegnerin telefo
nisch er
sucht, das Gutachten des
Z._
vom 1
6.
April 2018 in leserlicher Form zu den Akten zu reichen (Eingabe vom 2
9.
November 2019,
Urk.
20 und 21
[=
Urk.
8/137]
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom
2.
November 2018 (
Urk.
2) hielt die Be
schwerdegegnerin fest, medizinische Abklärungen hätten ergeben, dass der Be
schwer
deführer in
jeder leichten bis mindestens mittelschweren Erwerbs
tätig
keit uneingeschränkt arbeits- und leistungsfähig sei.
Es
bestehe keine lang
an
dauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und damit auch kein Anspruch auf eine In
validenrente.
2.
2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom
5.
De
zem
ber 2018 (
Urk.
1) zusammengefasst geltend, ihm seien selbst als Hilfsarbeiter keine leichte
n
bis mittelschwere
n
Tätigkeiten zumutbar. Die medizinische Akten
lage spreche für eine längerfristige Arbeitsunfähigkeit.
3.
3.1
Bei Verdacht auf eine inkarzerierte
Inguinalhernie
auf der rechten Seite wurde der Beschwerdeführer am 2
1.
August 201
4
auf der chirurgischen Notfallstation des Spitals
B._
vorstellig
(vgl. Kurzbericht vom 2
1.
August 2014, Urk. 8/115/55)
, wo am 2
8.
August 2014 eine operative Hernien-Sanierung
beid
seits
durchgeführt wurde
(vgl. Operatio
nsbericht vom
2.
September 2014
[
Urk. 8/
26/17], Austrittsbericht vom 2
9.
August 2014 [
Urk.
8/26/13]
)
.
Aufgrund seither bestehenden linksseitigen Hodenschmerzen begab sich der Beschwerde
führer in die
Klinik C._
, wo eine postoperative Nebenhodenentzündung festgestellt und eine antibiotische Therapie eingeleitet wurde (vgl. Arztbericht vom 1
0.
Sep
tember 2014,
Urk.
8/137
/32). Da keine Verbesserung der Beschwerden eingetreten
war
, wurde er erneut in der
C._
vorstellig
. Der untersuchende Arzt erachtete am ehesten eine Phlebitis bei neu aufgetretener Varikozele
testis
links
als
für die Beschwerden verantwortlich. Er empfahl eine antiphlogistische Therapie (vgl. Arztbericht vom 1
4.
September 2014,
Urk.
8/137
/34).
In der Folge begab sich d
er Be
schwerdeführer zur neuro-urologischen
Evaluation
in die Uniklinik
D._
, wo bei ausblei
ben
der Besserung
unter
Antibiotika
eine Epididymitis verneint und die Antibiotikum-Therapie ab
ge
setzt wurde. Die Ärzte äusserten den Verdacht auf eine neurogene Schmerz
symptomatik bei Affektion des
Nervus
ilioinguinalis und
genitofemoralis
im Rahmen der TEPP
(Transkutane Endoskopische
Promesh
-Plas
tik) und leiteten eine Therapie mittels Lyrica ein (vgl. Arztbericht vom 3
0.
Sep
tember 2014,
Urk.
8/137
/45).
Dadurch konnte subjektiv eine Besserung der links
seiti
gen skrotalen Schmerz
sympto
matik erzielt wer
den. Die Ärzte empfahlen die Fortsetzung der Medikation für insgesamt sechs Monate postoperativ. Auf schwere körperliche Arbeit solle der Beschwerdeführer vorerst verzic
hten (vgl. Arztberichte vom 22.
Ok
tober 2014 [
Urk.
8/115/60] und 2
0.
November 2014 [
Urk.
8/137
/49]).
D
ie nachgewiesene Varikozele 1-2 Grades auf der linken Seite würde
kaum zu den Beschwerden beitragen, weshalb von einer operativen Sanie
rung der Varikozele abgeraten werde
(vgl.
Arztberi
cht vom 2
0.
Januar 2015 [Urk.
8/115/62]
).
3.2
Zur Einholung einer Zweitmeinung bei seit dem operativen Eingriff (August 2014) progredienten Hodenschmerzen links
sowie zusätzlich bestehenden diffusen
Ab
do
minalschmerzen
begab sich der Beschwerdeführe
r ins Universitätsspital
E._
. Im Arztbericht vom
2.
März 2015
teilten
die untersuchenden Ärzte
die bis
herige mediz
inische Einschätzung. Als Ultima R
atio sei eventuell die Durch
führung einer
Funi
c
olyse
und
Epidi
dymek
tomie
zu diskutieren (Urk. 8/115/51).
Aufgrund der Bauchproblematik veranlasste
seine Haus
ärztin
Dr.
F._
, Allgemeine Innere Medizin FMH, eine Computer
tomographie (CT) des Abdomens (vgl.
Überweisung
vom 22.
April 2015 [
Urk.
8/115/46], CT Abdomen vom 2
2.
April 2015 [
Urk.
8/115/39]).
Es präsentierte
n
sich beidseitige Rezidiv
-
Inguinalhernien
. In der Folge wurde
im Spital
B._
eine
Inguinalhernien
-Ope
ra
tion nach Lichtenstein durch
geführt
(am 2
2.
April 2015 auf der rechten Seite, am 8.
Mai 2015 auf der linken Seite
;
vgl. Austritts
berichte vom 24.
April 2015 [Urk. 8/26/4] und 10. Mai 2015 [
Urk.
8/26/2])
.
Im Rahmen der Nachkontrolle wurde eine Besserung dokumentiert, so seien
die präoperativen Hodenschmerzen vollständig
regredient
und die Varikozele nicht mehr vor
handen.
Bei l
ängere
m
Gehen bzw. körperliche
n
Belastungen
verspüre er - so der Beschwerdeführer
–
inguinal noch ein leichtgradiges Ziehen. Die Ärzte des Spitals
B._
erachteten a
b September 2015 ein
en
vorsichtige
n
Wie
der
beginn mit der Arbeit (drei Stunden täglich)
zumutbar. Im weiteren Verlauf
könne
die Belastung
allmählich gesteigert werden
(vgl.
Arztbericht
e
vom
2.
Juni 2015 [
Urk.
8/115/47],
20.
Au
gust 2015 [
Urk.
8/115/42]
und
15. Sep
tember 2015 [Urk. 8/115/40]
).
Im Rahmen einer er
neu
ten Kontrolle im Spital
B._
wurde festgehalten, sowohl klinisch, sono
gra
phisch als auch computertomographisch könne keine erneute Hernie evaluiert werden. Die lokalen Schmerzen seien möglicherweise post
operativ bedingt oder es handle sich um Narbenneurome. Im CT seien die sono
graphisch beschriebenen Strukturen aller
dings nicht nachweisbar (vgl. Arzt
bericht vom
3.
November 2015, Urk. 8/45/13).
Im November 2015 begann der Beschwerdeführer mit einer schmerz
therapeutischen Behandlung
im Spital
B._
(vgl.
Urk.
8/45/15)
. Eine lokale Infiltration der Operationsnarbe habe zu einer deutlichen Beschwerde
lin
derung geführt. Leichte körperliche Tätigke
iten könne er problemlos zu 100
% ausführen. Der Wech
sel in seine angestammte Tätigkeit sei
jedoch
erst sinnvoll, wenn sich die Schmerz
situa
tion anhaltend stabilisiert habe (bis ein Jahr postope
rativ; vgl. Arztbe
richt vom 2
2.
Januar 2016, Urk.
8/45/9)
.
3.3
Da die Beschwerden keine Besserung zeigten, meldete sich der Beschwerdeführer bei
Dr.
G._
, Facharzt FMH für Chirurgie, spez. Vi
szeralchirurgie
,
in der K
linik
H._
. Dieser
erklärte die angegebenen Beschwer
den auf
grund von aus
geprägt schmerz
haften
Ansatztendoperiostosen
im Bereich der Symphyse
(vgl. Arztbericht vom 29.
No
vember 2016,
Urk.
8/115/23).
Die Sono
graphie habe die ausgeprägten
Insertions
tendoperiostosen
am gesamten vorderen Beckenring be
stätigt. Hinweise für
Hernien
rezidive
gebe es keine
. Die Beschwer
den seien auch nicht durch ein Lipom in der rechten
Femoralpforte
, welches kaum beweglich sei, bedingt
(vgl. Arzt
bericht v
om 1
9.
Dezember 2016 [
Urk.
5/115
/22
] sowie
Sonographieprotokoll
vom
6.
Dezember 2016 [Urk. 8/115/21]
).
Im Vorder
grund würden thorakolumbale und lumbale Schmerzen stehen, weshalb der Be
schwerdeführer zur rheumatologischen Untersuchung an
Dr.
I._
, Fachärztin für Rheumatologie in der
K
linik
H._
, überwiesen wurde. Sie konstatierte,
kon
ven
tionelle Rönt
gen
bilder der Lendenwirbelsäule (LWS) und des thorakolumbalen Übergangs hätten ausge
prägte multisegmentale degenera
tive Veränderungen mit Facetten
gelenks
arthro
sen betont tieflumbal gezeigt (vgl. Arzt
bericht vom 25.
Ja
nuar 2017, Urk. 8/115/18).
Der Beschwerdeführer wurde wegen persistierenden Leisten- und Hoden
schmer
zen beidseits in die Schmerzsprechstunde in die Uniklinik
D._
überwiesen
,
wo
die Ärzte eine Infiltration ilioinguinalis rechts
beschlossen
(vgl. Arzt
be
richt vom 2
5.
August 2017, Urk.
8/115/6).
3.4
Im Auftrag der Beschwerdegegnerin wurde der Beschwerdeführer am 18., 1
9.
und 2
0.
Dezember 2017 sowie am
6.
März 2018 im
Z._
polydisziplinär
untersucht und begutachtet (vgl.
Urk.
21).
3.4
.1
Dr.
J._
, FMH Allgemeine Innere Medizin
, diagnostizierte eine arte
rielle Hypertonie (ICD-10: I10), eine Adipositas, BMI 30 (ICD-10: E66.0)
,
sowie eine Nephrolithiasis auf der rechten Seite (ICD-10: N20), wobei aufgrund dieser allgemeininternistischen Diagnosen aus gutachterlicher Sicht keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
attestiert
werden könne
(
Urk.
21
S.
5)
.
3.4
.2
Im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung bei
Dr.
K._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
habe der Beschwerdeführer eine etwas erhöhte Nervosität und Existenzsorgen beklagt. Er stehe nicht in psychiatrischer Be
hand
lung,
beziehe
aber von seiner Hausärztin
Xanax
und Citalopram, wobei er beide unregelmässig und bei Bedarf einnehme.
Dr.
K._
konstatierte, der Be
schwerde
führer sei bei klarem Bewusstsein, zeitlich, örtlich und autopsychisch voll orien
tiert. Der Gedankengang entfalte sich formal geordnet und inhaltlich unauffällig. Hinweise für ein psychotisches Geschehen
seien nicht zu beobachten. Insbeson
dere seien Wahnideen, Halluzinationen und Ich-Störungen zu verneinen. Die kognitiven Funktionen wie Wahrnehmung, Auffassung und Gedächtnis wür
den in der gr
o
bklinischen Prüfung nicht beeinträchtigt imponieren. Der Gedan
ken
gang des Beschwerdeführers sei jedoch oft etwas umständlich. Kon
zentration und Aufmerksamkeit seien während der gesamten Unter
suchungs
dauer vor
han
den. Die höheren Ich-Funktionen wie Realitätsprüfung, Beziehungs
fähigkeit, Ur
teils
fähigkeit, Impulskontrolle und Willensbildung würden intakt erscheinen. Psy
cho
motorisch präsentiere sich der Beschwerdeführer weder agi
tiert noch ge
hemmt. Im Affekt zeige er sich ausgeglichen und gefasst. Er sei auch in der Lage einen lebhaften und soliden affektiven Rapport zu etablieren. Hin
weise für eine bedrückte Stimmungslage oder für schwer depressive Merkmale mit vitaler Trau
rig
keit, Antriebsstörung oder Suizidgedanken würden nicht vor
liegen. Das Ge
spräch mit dem Beschwerdeführer gestalte sich flüssig
und es wür
den weder Stim
mungseinbrüche noch affektive Blockierungen auftreten. Auch die Fähigkeit zur Modulation der Affekte sei erhalten. Mimik und Gestik seien adäquat.
Eine Aggravation liege nicht vor.
Ins
gesamt zeige die Untersuchung einen unauf
fälli
gen Psychostatus ohne psycho
pathologische Befunde, weshalb aus psychia
tri
scher Sicht keine Diagnose
gestellt werden könne (
Urk.
21 S. 8-9
).
3.4
.3
Die orthopädische Untersuchung fand durch
Dr.
L._
, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, statt. Die
ser hielt fest,
nach bei
Inguinalhernien
durchgeführten Eingriffen
würden Be
schwerden zwischen Unterbauch, Leisten sowie Ober- und Unterschenkeln im Vordergrund stehen. Seitens des Bewegungsapparates habe der Beschwerdeführer thorakolumbale Rückenschmerzen sowie Beschwerden im dorsalen Schulter- und Oberarmabschnitt auf beiden Seiten beklagt. Er sei im Alltag massiv einge
schränkt, könne keine relevant lindernden Faktoren nennen und hätte unter Phy
sio
therapie eine Schmerzzunahme erfahren. Er werde weder orthopädisc
h noch rheumatologisch betreut, konsultiere aber in etwa alle zwei Monate einen
Schmerz
therapeuten (
Urk.
21 S. 12
).
Aktuell seien auf orthopädischer Ebene fol
gende Be
fun
de objektivierbar: das Gangbild auf der Treppe und ebenem Terrain sei unauf
fällig. Bei der Untersuchung der Wirbelsäule habe sich die Beweglichkeit unter Verspannung in sämtlichen Abschnitte
n
deutlich bis massiv vermindert gezeigt. Der initial erheblich vermehrte Finger-Boden-Abstand habe durch
eine freie A
u
s
l
enkung im
Langsitz
relativiert werden können.
Auch die bei der expli
ziten Prü
fung verminderte Kopfrotation sei unter Ablenkung frei gelungen. An den oberen und unteren Extremitäten liege gleichfalls eine freie Beweglichkeit vor. Der Be
schwerdeführer habe seine Beschwerden mit auffallend diffusen, aus
ladenden Hand
bewegungen angegeben. Die gesamte ausführliche Unter
suchung im Stehen, Gehen, Sitzen und Liegen habe bei ausreichender Ko
operation prob
lemlos durch
geführt werden können. Ungewöhnlich seien die sehr diffus und ste
reotyp ange
ge
benen
Druckdolenzen
an Stamm und proximalen Oberschenkeln. Wäh
rend die Prüfung der unteren Extremitäten in Rückenlage infolge zwischen Unterbauch und Oberschenkeln
angegebenen Beschwerden praktisch nicht mög
lich gewesen sei, hätten dieselben Manöver in sitzender Position mit hängen
den Beinen ohne Einschränkungen durchgeführt werden können. Auf radiologischer Ebene - so Dr.
L._
- würde eine Diskushernie BWK
12/LWK 1 rechts und im Übrigen un
auffällige Verhältnisse an thora
ko
lumbaler Wirbelsäule sowie Iliosakral
gelenken bestehen. Zusammen
fassend könne fest
gehalten werden, dass sich die letztlich sehr diffus angegebene Symptomatik durch die klinischen und radiologischen Be
funde k
einesfalls klar begründen lasse
. Nachvollziehbar sei ein ge
wisser Leidensdruck ange
sichts der Diskopathie im Bereich des thorakolumba
len Übergangs. Die deutlichen In
kon
sis
tenzen sowie das anamnestisch fehlende An
sprechen auf konservative The
ra
pie
massnahmen, Schmerzmittelkonsum, lang
dauernde körperliche Scho
nung und Arbeitskarenz würden jedoch eine massive nicht-organische Beschwer
de
kom
ponente vermuten lassen.
Dr.
L._
diagnosti
zierte ein chronisches
lumbo
- und
thorakovertebrales
Schmerzsyndrom (ICD-10: M54.4/M54.6), chronische Schul
ter
beschwerden beidseits (ICD-10: M79.61) sowie Verdacht auf Schmerz
aus
weitung, wobei diese Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
bleiben wür
den.
In Bezug auf die Arbeitsf
ähigkeit hielt
Dr.
L._
fest, f
ür die Tätigkeit in der Gepäcksortierung des Flughafens Zürich bestehe auf
grund der Untersuchung ebenso wie für jede andere körperlich leichte bis gele
gentlich schwere Tätigkeit eine zeitlich und leistungsmässig uneinge
schränk
te Arbeitsfähigkeit
(Urk. 21
S. 14-15
).
3.4
.4
Dr.
M._
, Facharzt für Neurologie, führte
im neuro
logi
schen
Teilgutachen
aus, seit die beidseitigen Leistenhernien im Jahr 2014 operiert worden seien, sei es zu einem anhaltenden Schmerzsyndrom im Unter
bauch und den Leisten sowie dem linken Hoden gekommen. Initial
seien die Schmerzen im linken Hoden im Vordergrund gestanden, wobei die Varikozele des linken Hodens laut den urologischen Berichten nicht ausreichen
würde, um die Beschwerden zu erklären. Das jetzige Hauptproblem seien
insbesondere
die Schmerzen im rechten Unterbauch
, weniger im linken Unterbauch.
Von neuro
logischer Seite stelle sich die Frage, inwieweit bei den verschiedenen Schmerz
lokalisationen eine periphere Nervenläsion beteiligt sein könnte. Den linken Ho
den betreffen
d
könne dies ver
neint werden. Was die Leisten- und Unterbauch
schmerzen betreffe, sei festzustel
len, dass diese für ein nach Leisten
hernien-Ope
ra
tionen mitunter auftretende
s
Ilioinguinalissyndrom
oder
Genito
femoralis-Syn
drom
zu weit nach kranial loka
lisiert werden
würden
und insbe
sondere am me
dia
len Oberschenkel keine Schmerzen angegeben werden
würden
.
Überdies sei festzuhalten, dass es sehr unwahrscheinlich sei, dass eine solche Komplikation beid
seitig aufgetreten wäre. Letztlich gebe die Untersuchung nicht genügend An
haltspunkte für ein peripheres Engpasssyndrom oder neuro
pathische Schmerzen. Das beidseitige Unterbauch- und Leistenschmerzsyndrom bei Status nach Leisten
hernien-Operationen beid
seits und Varikozele links (ICD-10: R10.3)
ergebe
von neurologischer Seite keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
(Urk. 21 S. 18
)
.
3.4
.5
Die
viszeralchirurgische
Untersuchung fand bei
Dr.
N._
, FMH Chirurgie
, statt.
Dieser konstatierte, in beiden Leisten seien leicht schräg ver
laufende reizlose Narben zu erkennen. Eine Schwellung sei nicht festzustellen. Der linke Hoden stehe wenig tiefer als der rechte. Bei sanfter Palpation habe der Beschwerdeführer tief im Unterbauch beidseits, in beiden
Inguinalregionen
sowie im gesamten Skrotum eine diffuse
Druckdolenz
ohne Punctum maximum und ohne Seitendifferenz angegeben. Im Bereich des
Pecten
ossis
pubis
und Tuber
culum
pubicum
,
rechts deutlich stärker als links,
habe der Beschwerdeführer eine Druckschmerzhaftigkeit vermeldet, welche bei Anspannen der Bauchmuskulatur zunehme. Die Palpation des Leistenkanals sei kaum schmerzhaft und ergebe keine Hinweise auf ein
Hernienrezidiv
.
Beim Versuch einer Palpation des Skrotal
inhal
tes habe der Beschwerdeführer Schmerzen angegeben und ein Ausweich
manöver gemacht. Dadurch hätten die Hoden, Nebenhoden und skrotaler Anteil des Samenstrangs nicht beurteilt werden können. Die Sensibilität im Unterbauch, der Leistenregion und
des
Skrotum sei beidseits intakt. Ein
Tinelzeichen
sei nicht nach
zuweisen. Im Bereich der rechtseitigen inguinalen Narbe werde eine Dys
äs
thesie vermeldet.
Dr.
N._
hielt folgende Diagnosen fest:
-
Unklares
abdomino
-
inguino
-skrotales Schmerzsyndrom (ICD-10: R10.3) bei
-
Status nach TEPP und
Lichtensteinplastiken
wegen bilateraler direkter
Inguinalhernien
resp.
Rezidivinguinalhernien
(ICD-10 K40.21) und
-
Anamnestisch leichtgradiger Variko
ze
le links
-
Verdacht auf
Insertionstendinose
am vorderen Beckenring
Dr.
N._
führte aus, das Beschwerdebild habe sich über die letzten
zwei
-
ein
halb
Jahre stetig verändert, sowohl
hinsichtlich
der
Ausbreitung
oder Ausstrah
lung (nach kranial in den Unterbauch sowie in beide Oberschenkel) als
auch
bezüglich der Seitenlokalisation mit völliger Erholung der
Orchidodynie
und - auch kontralateralem - Wiederauftreten. Bei der aktuellen Untersuchung
liessen
sich keinerlei Hinweise auf eine neuropathische
Ursache respektive a
uf eine
Ent
rapment
finden
. Diesbezüglich könne auf das neurologische Teil
gut
achten ver
wiesen werden (vgl. E.
3.
4
.4
hiervor). Die inguinal rechts vermeldete nicht schmerzhafte Missempfindung
(«wie ein schwerer Stein»)
,
könne allenfalls auf eine Fremdkörperreaktion zurückzuführen sein. B
eim verwendeten Kunst
stoff
netz
wäre
dies indessen sehr ungewöhnlich. Auch hätten weder Sono
graphie noch abdominale CT einen diesbezüglichen verdächtigen Befund ergeben. Die aktuelle klinische Unter
suchung sei wegen der histri
o
ni
sch imponierenden und äusserst diffusen
Druckdolenz
im gesamten untersuchten Areal nur einge
schränkt kon
klusiv. Bildgebende Voruntersuchungen und der aktuelle klinische Befund
liessen
indessen keine ursächliche organische Zuordnung des chro
nischen polymorphen
Schmerzsyndroms erkennen
. Bezüglich einer mögli
chen
Insertionstendoperi
ostose
seien bei Persistenz der Beschwerden Physio
therapie
o
der lokale Infiltrati
onen
denkbar.
Aus
viszeralchirurgischer
Sicht sei zu
mindest seit September 2015 keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu ver
anschlagen
(
Urk.
21/21f.)
.
3.4.6
Zusammenfassend könne aufgrund der objektivierbaren Befunde weder aus
vis
zeral
chirurgischer
, neurologischer, orthopädischer noch internistischer Sicht eine somatische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit in der ange
stamm
ten Tätigkeit
erhoben
werden. Auch aus psychiatrischer Sicht finde sich keine Diag
nose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Es bestehe aus poly
diszipli
nä
rer Sicht eine uneingeschränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit in der ange
stamm
ten Tätigkeit und in jeder anderen, leichten bis mindestens mittel
schweren Er
werbs
tätigkeit
,
mit Sicherheit ab dem Zeitpunkt der Untersuchung im De
zember 2017, wobei eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit in der Vergangenheit retro
spektiv gesehen aufgrund der vorliegenden Unterlagen aus gutachterlicher Sicht
,
ausser einigen Wochen postoperativ (Mai 2015)
,
nicht nachvollziehbar sei (Urk.
21/24).
3.5
Dr.
O._
, Chefarzt Chirurgie im Spital
P._
, dia
g
nos
tizierte chronische, neuropathische Schmerzen inguinal beid
seits (rechts > links) be
i Beteiligung des
Nervus
genito
femoralis
beidseits und ordnete eine Schmerz
abklärung
im
Q._
an (vgl. Arztbericht vom 17.
Juli 2018,
Urk.
8/180-181).
Vorab
wurde der
Beschwerdeführer in die
Klinik
R._
überwiesen.
Die untersuchenden Ärzte verwiesen auf die
Bildgebung
, welche
leichtgradige de
ge
nerative Veränderungen und eine kleine Diskushernie thorakolumbal
zeige
,
die
die vom Beschwerdeführer geklagten panvertebralen Schmerzen sowie Leisten
schmerzen jedoch nicht zu erklären verm
ö
chten
. Neu
rologische Ausfälle würden sich klinisch nicht zeigen
(vgl. Arztbericht vom 24.
Ju
li 2018,
Urk.
8/187/7
f.
).
Es wurde eine rheumatologische Standortbe
stim
mung empfohlen, im Rahmen derer sich ein panvertebrales Schmerzsyndrom mit ausgeprägter myofaszialer Kompo
nente bei muskulärer Dekonditionierung und verminderter Rumpfstabilität mit kon
sekutiver Haltungsinsuffizienz gezeigt habe. Ebenso bestehe klinisch eine ver
kürzte ischiocrurale Muskulatur. Die Ärzte er
achteten bei muskulär aus
ge
prägter Insuffizienz den Wiederbeginn einer Physio
therapie
und regelmässiges Krafttrai
ning zur
Kräftigung der Rumpf
mus
kulatur und zur Besserung der Haltung als angezeigt (vgl. Arztbericht vom
2.
Au
gust 2018,
Urk.
8/187/4ff.).
Abschliessend wurde der Beschwerdeführer auch neurologisch beurteilt. Die Ärzte dokumentier
ten, die Ursache der pan
verte
bralen Schmerzen sei ein
myofasziales-spondylo
ge
nes
Syndrom infolge des Mor
bus Scheuermann mit
Schmerzchronifi
zie
rung
. Der Leistenschmerz auf der rech
ten Seite werde aktuell als Hauptproblem ge
schildert. Es zeige sich
jedoch
weder eine innervationsbezogene klar abgrenzbare Hyp-/Dysäs
thesie im Versorgungs
gebiet des
Nervus
cutaneus
femoris
lateralis
rechts, noch
ein
Tinelz
eichen
oder
eine
Femoralisparese
(vgl. Arztbericht vom
6.
August 2018,
Urk.
8/187/1
ff.).
3.6
Nach durchgeführter Schmerzabklärung hielten die Ärzte des Zentrums
Q._
fest, es bestehe die Möglichkeit, dass bei der
Leis
ten
her
nien
operation
verschiedene Nerven verletzt worden seien. Auf der rechten Sei
te sei der
Kremasterreflex
problemlos auslösbar. Die Schmerzlokalisation rechts er
weitere sich in Richtung des mittleren Oberschenkels, wobei der rechte Hoden nicht betroffen sei, so dass eine Läsion des Ramus genitalis des
Nervus
genito
femoralis
wenig wahrscheinlich erscheine. Aus demselben Grund bestehe wohl auch keine Läsion
des Ramus
skrotalis
des
Nervus
i
lioinguinalis. Da der obere Ober
schenkel betroffen sei, sei eine
Problematik im Bereich des
Nerv
us
femoralis
cutaneus
lateralis
, des
Nervus
i
liohypogastricus
oder im Bereich des Ramus
femo
ralis
des
Nervus
genitofemoralis
möglich. In Bezug auf die linke Seite führ
ten die Ärzte aus, da die Palpation des linken Hodens schmerzhaft sei, komme primär die Varikozele als Ursache für die Hodenschmerzen in Frage.
Die Leisten
schmerzen auf der linken Seite könnten durch eine Problematik des Ramus genitalis des
Ner
vus
genitofemoralis
, des Ramus
femoralis
des
Nervus
g
enito
femoralis
und des
Nervus
i
liohypogastricus
oder des
Nervus
femoralis
cuataneus
lateralis
hervor
ge
rufen werden. Es werde entsprechend eine diagnostische Blo
cka
deserie der oben genannten Nerven empfohlen (vgl. Arztberic
ht vom 4. Sep
tember 2018, Urk.
8/200).
Zur
Einschätzung der möglichen Arbeitsfähigkeit bei chronischen Schmerzen sei eine Evaluation der funktionellen Leis
tungs
fähigkeit durch
zu
füh
ren (vgl. Arztbericht vom 1
9.
Oktober 2018, Urk. 8/207).
3.7
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens reichte der Beschwerdeführer weitere Arzt
berichte zu den Akten, aus denen hervorgeht, dass
trotz konservativ, medika
men
tös wie auch interventionell durchgeführte
r
Therapien keine Verbesse
rung der Beschwerden habe erreicht werden können. Als Ultima Ratio
– jedoch bezweifel
ter Bess
e
rung –
wurde dem Be
schwer
deführer die operative Entfernung der Netze vorgeschlagen, mit welcher sich der Beschwerdeführer einverstanden erklärte (vgl. insbesondere Arztbericht vom 2
1.
November 2019 [
Urk.
18] sowie
Urk.
14/2,
Urk.
16).
4.
4.1
Beim Erlass der angefochtenen Verfügung vom
2.
November 2018
(
Urk.
2) stützte sich die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen auf das
polydisziplinäre Gut
achten
des
Z._
vom 1
6.
April
201
8
(vgl. vorstehend E. 3.
4
), wonach
weder
das dia
gnos
tizierte chronische
lumbo
- und
thorakovertebrale
Schmerzsyndrom (ICD-10: M54.4/54.6)
bei Diskushernie BWK12/LWK1 rechts
,
noch
das
unklare
abdomino
-
inguino
-skrotale Schmerzsyndrom (ICD-10: R10.3)
bei Status nach Leisten
her
nien-Ope
ra
tionen beidseits und Varikozele links sowie bei Verdacht auf
Inser
ti
onstendinose
am vorderen Beckenring
einen Einfluss auf die Ar
beits
fähigkeit ha
ben
(vgl. E. 3.4.3-3.4.6).
4.
2
Das
polydisziplinäre
Gutachten des
Z._
vom
16. April 2018
beruht auf den er
forderlichen allseitigen fachärztlichen Untersuchungen
der Fachrichtungen Or
tho
pädie, Neurologie, Viszeralchirurgie, Innere Medizin sowie Psychiatrie
und wurde in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben. Die Gutachter haben detaillierte Befunde erhoben, die geklagten Beschwerden be
rücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten de
s
Beschwerdeführer
s
aus
einandergesetzt.
Die Beurteilung erfolgte im Konsens aller am Gutachten be
tei
ligten Fachärzte (
Urk.
21
S.
23
f.).
Zudem haben sie die medizinischen Zustände und Zusammen
hänge einleuchtend dargelegt.
Auf
grund der erhobenen objek
ti
ven Befunde
ist ohne weiteres nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer in sei
ner Arbeitsfähigkeit nicht (mehr) erheblich einge
schränkt ist.
Das Gutachten er
füllt demnach grundsätzlich die rechtsprechungs
gemässen Anforderungen an beweiskräftige ärztliche Entscheidungsgrundlagen
(vgl. E.
1.3
)
.
4.3
Soweit der Beschwerdeführer sinngemäss geltend machte, das Gutachten sei beweis
untauglich, da die geklagten Schmerzen in der Einschätzung der Arbeits
fähigkeit nicht genügend berücksichtigt worden seien, ist dem ent
gegen
zuhalten, dass
Schmerzen,
Druckdolenzen
, klinisch feststellbare Bewegungs
ein
schrän
kun
gen,
Muskulaturverhärtungen
und Verspannungen jedenfalls aus juristischer Sicht für sich allein kein klar fassbares organisches Korrelat eines Beschwerde
bildes zu begründen vermögen (vgl. etwa Urteil U 9/05 des damaligen Eid
genös
sisch
en Versicherungsgerichts vom 3.
August 2005 E. 4; Urteile des Bun
desge
richts
U
354/06 vom
4.
Juli 2007 E. 7.2, U 328/06 vom 2
5.
Juli 2007 E. 5.2 sowie 8C_369/2007 vom
6.
Mai 2008 E. 3)
und sich hieraus auch noch keine Arbeits
unfähigkeit ableiten lässt
.
Vorliegend konnte t
rotz mehrfachen ein
gehenden Untersuchungen kein organisches Substrat für die geklagten Beschwer
den gefun
den werden
(vgl.
die
orthopädische
[E. 3.
4.3
] und
viszeralchirurgische
Beurteilung [E. 3.
4.5
]
). Vielmehr stellten die Gutachter Inkonsistenzen fest.
So habe der Beschwerdeführer bei er Untersuchung
der Halswirbelsäule eine ver
minderte Kopfrotation aufgewiesen, den Kopf unter Ablenkung aber aktiv und offenbar völlig schmerzfrei und ohne relevante Einschränkung bewegt (Urk. 21
S.
13)
. Fer
ner habe die Prüfung der unteren Extremitäten in Rückenlage infolge zwischen Unterbauch und Oberschenkeln angegebenen Beschwerden praktisch nicht durchgeführt werden können. In sitzender Position bei hängenden Beinen habe der Beschwerdeführer die Kniegelenke wiederholt vollständig strecken und die Hüften frei in die Endposition rotieren können (
Urk.
21
S. 14
).
Dr.
O._
beurteilte die Schmerzen des Beschwerdeführers neuropathisch bedingt (E. 3.5). Der begutachtende Neurologe
Dr.
M._
stellte in seiner Exploration jedoch nicht genügend Anhaltspunkte für neuropathische Schmerzen
oder ein peripheres Engpasssyndrom
fest (E. 3.4.4) und
auch
die Ärzte der
Klinik R._
verneinten
in ihrem Bericht neurologische Ausfälle
(E.
3.5
). Vor dem Hintergrund, dass
die Ärzte in
Q._
im Rahmen ihrer Schmerzabklärung nur einen Verdacht auf neuropathische Schmerzen im Bereich des Ramus
femo
ra
lis
des
Nervus
genitofemoralis
rechts und links äusserten (E. 3.6) und es keine objektivierbaren Befunde für die subjektiven Sensibilitätsstörungen gibt, ist nicht ausgewiesen, dass der neuropathische Teil einen wesentlichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hat. Im Übrigen impliziert eine blosse Verdachtsdiagnose nur eine mögliche Gesundheitsstörung, kann aber ver
siche
rungs
medizinisch keine rechtsgenügliche Grundlage bilden, um mögliche Aus
wirkungen auf die Arbeits
fähigkeit nachzuweisen.
Nach dem Gesagten ist es nachvollziehbar, auch aus den subjektiven Sensibilitätsstörungen keine dauerhaft anhaltende Arbeitsunfähigkeit abzuleiten (vgl. E. 3.
4.4
).
Die geringe Varikozele l
inks wurde von den Urologen der Uniklinik
D._
sowie des
E._
als Schmerzurs
ache ausgeschlossen (vgl. E. 3.1 in
fine
und E. 3.2
). Dem stimmte Gut
achter Dr.
N._
zu (
Urk.
21
S. 22
).
Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer im Rahmen der Exploration angab, dass die linksseitigen Hodenschmerzen über die Zeit klar abgenommen hätten und jetzt nur noch zeit
weise bestünden (
Urk.
21
S. 4
), ist diese
r
Einschätzung
zu folgen
.
4.4
Die Gutachter des
Z._
attestierten eine uneingeschränkte Arbeits- und Leistungs
fähigkeit sowohl in der angestammten Tätigkeit als auch in jeder anderen, leich
ten bis mindestens mittelschweren Erwerbstätigkeit (vgl. E. 3.4.6).
Ausgehend von den Angaben im Arbeitgeberfragebogen
vom 2
6.
März 2015
, wonach die Tätig
keit als Gepäck
sortierer mehrheitlich (34 bis 66
%
) das Heben und Tragen von schweren Gepäck
stücken (über 25 kg) beinhaltet (
Urk.
8/18/5), ist die ange
stammte Tätigkeit des Be
schwerdeführers als schwer zu qualifizieren.
Angesichts dessen, dass die Ärzte der
Klinik R._
ein panvertebrales Schmerzsyndrom diagnostizierten (vgl.
E.
3.5)
und auch der begutachtende Orthopäde
Dr.
L._
einen gewissen Leidens
druck infolge der Dis
ko
pathie im Bereich des thorakolum
balen Übergangs als nach
voll
ziehbar er
achtete (vgl. E. 3.4.3),
kann
- in Abwei
chung der gutachter
lichen Einschätzung -
eine Einschränkung
der Arbeits- und Leistungsfähigkeit für
die
schwere
angestammte
Tätigkeit
nicht ausgeschlossen werden. Hierbei kann offengelassen werden, in welchem Umfang er tatsächlich eingeschränkt ist, attestierten ihm die Gutachter doch eine unein
geschränkte Arbeitsfähigkeit in einer leidensange
passten Tätigkeit
.
Die Einschätzung des Beschwerdeführers in Bezug auf eine berufliche Tätigkeit, wonach er sich mit seinen Beschwerden nur n
och eine ganz leichte
Tätigkeit mit einem Pensum von maximal 1-2 Stunden pr
o Tag vorstellen kann (
Urk.
21 S. 5
), ist in Anbetracht dessen, dass der Beschwerdeführer fünfmal wöchentlich von 08.00 Uhr bis 12.00 Uhr das «
S._
» besucht, um einen Deutschkurs zu absolvieren und Bewerbungen zu schreiben (
Urk.
21
S. 7
und
S.
12),
nicht nach
vollziehbar. Aufgrund der Akten ist erstellt, dass sich die vom Beschwerdeführer beklagten polymorphen Schmerzen
medizinisch nicht klar begründen lassen, weshalb eine krankheitsbedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht aus
gewiesen ist.
Es
ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass einige Wochen postoperativ (Mai 2015), spätestens aber nach Ablauf des Wartejahrs (August 2015), keine
anhaltende
Arbeitsunfähigkeit in einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit mehr bestanden hat.
Da von weiteren medizinischen Abklärungen keine neuen
ent
scheid
relevanten
Erkenntnisse zu erwarten wären, kann davon in antizipierter Beweis
würdigung (BGE 124 V 90 E. 4b) abgesehen werden.
5.
Zu prüfen
sind die erwerblichen Auswirkungen
.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.2
5.2.1
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt auf Grund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wah
rschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erf
olgen.
Da nach
empirischer Fest
stellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist An
knüpfungs
punkt
für die Bestimmung des
Validen
einkommens
grundsätzlich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teue
rung und der realen Einkommensentwicklung angepas
ste Verdienst (BGE 134 V 322 E.
4.1 S. 325 f.; 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224 mit Hinweisen; Urteil 8C_450/2016 vom
6.
Oktober 2016 E. 3.2.1).
5.2.2
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch rea
lisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versi
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstä
tigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Ist die Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich, können f
ür die Be
stim
mung des Invalideneinkommens nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohn
struk
turerhe
bungen
(LSE) herangezogen werden (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3,
135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlich
ten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenre
visio
nen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5
.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1).
5.2.3
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 9C_118/2015 vom 9
.
Juli 2015 E. 2.1 mit Hinweis).
5.3
5.3.1
Der hier
zu prüfende Rentenanspruch konnte g
emäss
Art.
29
Abs.
1 IVG frühes
tens nach Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendmac
hung des Leistungs
anspruchs (Anmeldung vom
1
3.
Februar 2015
,
Urk.
8/1), mithin frühestens am 1. August
201
5
entstehen.
Spätestens seit August 2015 ist
eine vollständige Arbeitsfähigkeit für jede leichte bis mindestens m
ittel
schwere Tätigkeit
gegeben
(vgl. E
. 4.4 in
fine
).
5.3.2
Gemäss Auszug aus dem IK erzielte der Beschwerdeführer im Jahre 2014 bei der
Y._
AG ein Jahreseinkommen von
Fr.
77'370.-- und bei der
T._
AG ein solches von
Fr.
14'768.-- (
Urk.
8/9). Im Arbeitgeber
fragebogen gab die
Y._
AG an, dass der Beschwerdeführer seit Januar 2014 ein monatliches Einkommen von
Fr.
5'350.-- (x 13; vgl.
Urk.
8/10/16) verdient habe, zuzüglich unregelmässiger Schichtzulagen von ca.
Fr.
712.60 (
Urk.
8/10/2), was mit dem Eintrag im IK vereinbar ist. Unklar bleibt, ob der im IK eingetragene Jahresverdienst von Fr. 14'768.-- eine Nebenerwerbs
tätigkeit betrifft, die der Beschwerdeführer ohne die
Hernienoperationen
und anschliessend persistierenden Beschwerden weitergeführt hätte. Jedenfalls sind dem IK seit 1998 Nebeneinkommen in unterschiedlichem Umfang vermerkt. Angesichts des Ausganges kann indes auf weitere Erhebungen verzichtet werden. Einschliesslich dieses möglichen Nebenverdienstes hat der Beschwerdeführer im Jahr 2014 ein Erwerbseinkommen von
Fr.
92'138.-- (
Fr.
77'370.-- +
Fr.
14'768.--) erzielt, was als Basis für die Festsetzung des
Valideneinkommens
heranzuzie
hen ist. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (
Bundesamt für Statistik, T 39 Entwicklung der Nominallöhne 1976-201
8
,
Männer
; Stand
201
4
:
2220
, Stand
2015
:
2226
) i
st das
Valideneinkommen
mit Fr. 92'387.--
zu beziffern (
Fr. 92’138.--
:
2220
x
2226
).
5.3
.
3
Zur Bemessung des Invalideneinkommens ist auf die Tabellenlöhne abzustellen (vgl. E. 5.2.2)
und das standardisierte monatliche Einkommen von Fr.
5'312.
--
für männliche Hilfskräfte gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her
aus
gegebe
nen Lohnstrukturerhebungen (LSE 2014, TOTAL in der Tabelle TA1, Kompe
tenzniveau 1, Männer)
heranzuziehen
, da körperlich leichte Arbeiten nicht nur auf den Sektor 3 (Dienstleistungen) beschränkt sind und der Umstand, dass der Beschwerdeführer langjährig als
Gepäcksortierer
tätig war, keinen Grund dar
stellt, weshalb eine Arbeit in einem anderen Bereich nicht in Frage käme. Das standardisierte monat
liche Einkommen von Fr. 5'312.--
ist unter Berück
sich
ti
gung der durchschnittlichen Arbeitszeit im Jahr 201
5
von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeits
zeit nach Wirt
schafts
abteilungen,
P
8) sowie der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 201
5
(
Stand 2014: 2220, Stand 2015: 2226)
auf ein Jahresein
kommen
von Fr. 66'632.
7
2
hochzurechnen (Fr. 5'312.--
x 12 : 40 x 41,7 :
2220
x
2226
). Das
an
zu
rechnende
Inva
lideneinkommen beträgt somit Fr. 66'632.7
0
.
Aus der Gegenüberstellung des
Valideneinkommens
von Fr. 92'387.--
(vgl. E. 5.3.2) mit diesem Invalideneinkommen resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 25'755.-- oder ein Invaliditätsgrad von 27,88 %, gerundet 28 %.
Somit besteht auch unter der Annahme, dass im Gesundheitsfalle eine Nebenerwerbstätigkeit fortgeführt worden wäre und dies invaliditätsbedingt nicht mehr möglich ist, kein Anspruch auf eine Invalidenrente.
5.4
Aufgrund dieser Erwägungen besteht die angefochtene Verfügung vom 2. No
vember 2018 zu Recht, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Das vorliegende Verfahren geht um die Bewilligung oder Verweigerung von Ver
sicherungsleistungen, es ist daher kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind dabei nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzule
gen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.