Decision ID: 36808a98-8026-50bb-a53c-4c9a689a45e7
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Die X. AG ist Eigentümerin der Grundstücke Nr. 000 und 001, Grundbuch Walenstadt.
Die Grundstücke liegen im Perimeter des Seezunternehmens, Flums. Dieses stellte der
X. AG am 14. September 2010 für die beiden Grundstücke Perimeterbeiträge 2010 von
Fr. 1'188.40 - Fr. 1.40 für das Grundstück Nr. 000 (Fr. 0.0045 x 316 m2) und
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Fr. 1'187.-- für das Grundstück Nr. 001 (Fr. 0.0045 x 2'337 m2 + Zeitwert Gebäude von
Fr. 4'706'000.-- x Fr. 0.25 je Fr. 1'000.--) - in Rechnung (act. G 9 II/16). Die gegen diese
Rechnung erhobene Einsprache wies der Verwaltungsrat des Seezunternehmens am 8.
November 2010 ab (act. G 9 I/2). Gegen diesen Einspracheentscheid liess die X. AG
Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen erheben (act. G 9
I/1). Die Verwaltungsrekurskommission trat auf den Rekurs nicht ein und überwies die
Streitsache am 29. November 2011 zuständigkeitshalber der Aufsichtskommission des
Seezunternehmens (act. G 9 I/31). Diese wies den Rekurs mit Entscheid vom
17. Februar 2012 ab (act. G 9 II/2). Den gegen diesen Entscheid erhobenen Rekurs
(act. G 9 II/1) hiess die Verwaltungsrekurskommission mit Entscheid vom 19. Juni 2013
gut (act. G 2).
B.
a. Gegen diesen Rekursentscheid erhob Rechtsanwalt Dr. M. Möhr, St. Gallen, für die
Aufsichtskommission Seezunternehmen mit Eingabe vom 3. Juli 2013 Beschwerde
(act. G 1). In der Beschwerdeergänzung vom 15. August 2013 beantragte er, der
Entscheid sei aufzuheben (Rechtsbegehren Ziff. 1) und der Entscheid der
Aufsichtskommission Seezunternehmen vom 17. Februar 2012 sei zu bestätigen;
eventuell sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuweisen, alles unter Kosten-
und Entschädigungsfolge (Rechtsbegehren Ziff. 2; act. G 5).
b. In der Vernehmlassung vom 3. September 2013 beantragte die Vorinstanz
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Darlegungen im
angefochtenen Entscheid und machte ergänzende Ausführungen (act. G 8). Die
Beschwerdegegnerin liess am 21. Oktober 2013 durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel
Perret Abweisung der Beschwerde beantragen, soweit darauf einzutreten sei, unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdeführerin. Zur Begründung
liess sie unter anderem auf den vorinstanzlichen Entscheid sowie die Vernehmlassung
der Vorinstanz vom 3. September 2013 verweisen (act. G 13).
c. Mit Replik vom 4. November 2013 (Stellungnahme zu den Vernehmlassungen vom
3. September und 21. Oktober 2013) bestätigte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin seinen Standpunkt (act. G 15).
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d. Auf das Schreiben des Verwaltungsgerichtspräsidenten vom 4. September 2014
(act. G 18) äusserten sich die Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, des
Seezunternehmens und der Beschwerdegegnerin mit Eingaben vom 10. und 12.
September 2014 (act. G 19-21).
e. Auf die Darlegungen der Parteien in den Eingaben des vorliegenden Verfahrens wird,
soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59
Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Hinsichtlich
der Beschwerdelegitimation der Aufsichtskommission Seezunternehmen ist
festzuhalten, dass diese gemäss Art. 13-15 des Gesetzes über gemeinschaftliche
Unternehmen (sGS 153.1; GGU) lediglich Aufsichts- und Rechtsmittelinstanz ist, jedoch
keine Organstellung beim Seezunternehmen hat (Art. 9, 15 und 28 der Statuten des
Seezunternehmens von 2008; act. G 9 II/16/13 Beilage 1; nachfolgend: Statuten). Die
Aufsichtsbehörde ist weder nach Art. 45 Abs. 1 noch nach Art. 45 Abs. 2 VRP befugt,
als Beschwerdeführerin aufzutreten. Beschwerdelegitimiert ist nur das
Seezunternehmen selbst bzw. dessen Verwaltungsrat. Auf Anfrage des
Verwaltungsgerichtspräsidenten vom 4. September 2014 bestätigte der Rechtsvertreter
des Seezunternehmens im Schreiben vom 12. September 2014, dass die
Aufsichtskommission in Vertretung der Organe des Seezunternehmens Beschwerde
erhoben habe. Vor diesem Hintergrund hat die Beschwerdeerhebung durch die
Aufsichtskommission in Vertretung des Seezunternehmens als nachträglich genehmigt
zu gelten. Das Seezunternehmen ist zur Beschwerde legitimiert, und die Eingaben vom
3. Juli und 15. August 2013 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP).
Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2.
2.1. Streitig ist, ob die Vorinstanz die Perimeterbeitragspflicht 2010 der
Beschwerdegegnerin gegenüber dem Seezunternehmen hinsichtlich der Grundstücke
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Nr. 000 und 001, Grundbuch Walenstadt, zu Recht verneinte. Gemäss Art. 2 der
Statuten besteht der Zweck dieses Unternehmens in der Besorgung des Unterhalts des
Seezkanals und der zugehörigen Werke und Anlagen, wie Strassen, Bäche, Kanäle,
Wassergräben, Drainagen, Sammelleitungen, Kiesfänge und Brücken innerhalb des
Perimetergebietes. Nach Art. 3 der Statuten sind sämtliche Eigentümer der im
Perimeter des Seezunternehmens liegenden Grundstücke Mitglieder des
Seezunternehmens. Die Kosten des Unternehmens sind nach Art. 24 der Statuten
gemeinsam zu tragen, soweit sie nicht durch Dritte gedeckt werden. Die Verteilung der
Kosten des Unternehmens erfolgt gemäss dem jeweils rechtskräftigen Perimeter auf
die pflichtigen Grundstücke, Bauten und Anlagen (Art. 26 Statuten). Im Anhang der
Statuten werden die Bemessungskriterien für die Beitragsleistungen an den Unterhalt
der gemeinschaftlichen Werke des Seezunternehmens bzw. die von den
Beitragspflichtigen zu leistenden Beiträge (Art. 24 der Statuten) nach dem
Vorteilsprinzip für Grundstücke, Gebäude und Anlagen festgelegt
Nach Art. 4 Abs. 1 lit. a des Wasserbaugesetzes (sGS 734.1; WBG) gilt die Seez ab
Brücke Runggalina in Mels als kantonales Gewässer. Die Wasserbaupflicht umfasst
nach Art. 7 Abs. 1 WBG die Pflicht zum Unterhalt und Ausbau der Gewässer. Sie gilt
unabhängig vom Eigentum am Gewässer und obliegt für kantonale Gewässer dem
Kanton (Art. 7 Abs. 2 WBG). Als Gewässerunterhalt gelten nach Art. 9 Abs. 1 WBG
Massnahmen, die erforderlich und geeignet sind, Gerinne und Ufer eines Gewässers
sowie die Wasserbauwerke in einem guten Zustand zu erhalten. Darunter fallen nach
Art. 9 Abs. 2 WBG insbesondere die periodische Pflege der Ufervegetation (lit. a), das
Entfernen von Böschungswülsten und anderen Hindernissen im Gerinne und an Ufern,
wenn sie den Abfluss hemmen (lit. b), das Ausschöpfen von Gewässern, wenn der
Schutz der Umgebung vor Überflutung es erfordert (lit. c), das Ausschöpfen von
Kiesfängen (lit. d), Unterhaltsmassnahmen an Schutzbauten und Durchlässen (lit. e)
sowie das Entfernen von Unrat (lit. f). Besteht - wie vorliegend - ein öffentlich-
rechtliches Unternehmen, trägt dieses die Wasserbaupflicht (Art. 7 Abs. 3 WBG). Zum
Gewässer gehören insbesondere das Gerinne bzw. die Wasserfläche, das angrenzende
Ufer, allfällige Schutzbauwerke, Dämme, Schüttungen, Durchlässe, Fischaufstiege,
zum Gewässergrundstück vermarkte Uferstreifen, Röhren eingedolter Bäche, Pegel,
Signale, Pfähle, Schleusen. Andere Bauwerke, die Gegenstand einer bewilligten
Gewässernutzung sind, gehören nicht dazu. Ebenso gelten Brücken als Bestandteile
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der Strasse, nicht der Gewässer (Botschaft zum Wasserbaugesetz vom 22. April/14.
Mai 2008, ABl 2008, 2175 ff., 2195).
Die Kosten für Bau und Unterhalt von Gewässern werden nach Art. 38 WBG getragen
von den Wasserbaupflichtigen, soweit nicht Beiträge zur Verfügung stehen. Nach Art.
39 Abs. 1 WBG trägt der Kanton die Kosten für Bau und Unterhalt der kantonalen
Gewässer, soweit nicht Beiträge zur Verfügung stehen. Die politische Gemeinde leistet
an die Kosten für Bau und Unterhalt der kantonalen Gewässer Beiträge von 25 Prozent
(Art. 39 Abs. 2 WBG). Die politische Gemeinde trägt nach Art. 40 Abs. 1 WBG die
Kosten für Bau und Unterhalt der Gemeindegewässer, soweit nicht Beiträge zur
Verfügung stehen. Besteht ein öffentlich-rechtliches Unternehmen, trägt dieses die
Kosten.
2.2. Als Vorzugslasten bzw. Beiträge gelten Kausalabgaben, die einer Person
auferlegt werden, um den besonderen wirtschaftlichen Vorteil abzugelten, der ihr (bzw.
einem bestimmten Kreis von Privaten) aus einer öffentlichen Einrichtung oder einem
öffentlichen Werk erwächst (vgl. GVP 2003 Nr. 24 mit Hinweisen; BGE 131 I 313 E. 3.3).
Es handelt sich bei den Vorzugslasten um öffentlich-rechtliche Abgaben, welche
denjenigen (natürlichen oder juristischen) Personen auferlegt werden, welche durch
eine im öffentlichen Interesse erfolgende Massnahme eine besondere, angemessen
zurechenbare Wertvermehrung (im Sinne eines wirtschaftlichen Vorteils) an ihrem
Vermögen, meist an ihrem Grundeigentum, erfahren (K. Vallender, Grundzüge des
Kausalabgabenrechts, Bern 1976, S. 95). Voraussetzung für die Abgabenerhebung ist
dabei ein individueller, dem einzelnen Pflichtigen zurechenbarer, konkreter
Sondervorteil (Vallender, a.a.O., S. 95). Fehlt es an einem solchen bzw. knüpft die
Abgabepflicht bloss an die abstrakte Interessenlage des belasteten Personenkreises
an, so stellt die Abgabe keine Vorzugslast, sondern eine - voraussetzungslos erhobene
- sog. Kostenanlastungssteuer dar (vgl. BGE 131 I 313 E. 3.3 mit Hinweisen). Der
Seezperimeter umfasst nach seiner Konzeption jene Grundstücke und Bewohner der
Gemeinden Walenstadt, Flums und Mels (vgl. Art. 1 der Statuten), denen ein
individueller Sondervorteil zugerechnet wird. Sowohl für die politischen Gemeinden als
auch für die Grundeigentümer und Anwohner im Perimetergebiet stellt es einen
direkten Nutzen dar, wenn sie gemäss der Vorstellung des Gesetzgebers von den
Bauten und Anlagen des Seezunternehmens profitieren und die Hochwasser- und
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Ueberflutungsgefahr gebannt wird. Dies kennzeichnet die streitige Abgabe als
Vorzugslast bzw. als Beitrag, nicht als Kostenanlastungssteuer.
2.3. Ist die streitige Abgabe als Vorzugslast zu betrachten, sind die für die
Erhebung solcher
Abgaben massgebenden Rechtsnormen und Rechtsgrundsätze zu bestimmen und die
Rechtmässigkeit der Abgabe zu prüfen. Im Abgaberecht wurde das Erfordernis der
gesetzlichen Grundlage nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts zu Art. 4 aBV
als selbständiges verfassungsmässiges Recht anerkannt (BGE 123 I 249; 126 I 182).
Art. 164 Abs. 1 lit. d der Bundesverfassung (SR 101; BV) bestimmt für die
Bundesgesetzgebung, dass alle wichtigen rechtsetzenden Bestimmungen in der Form
eines Gesetzes zu erlassen sind, wozu insbesondere die grundlegenden
Bestimmungen über den Kreis der Abgabepflichtigen sowie den Gegenstand und die
Bemessung von Abgaben gehören. Das Bundesgericht hat diesen Grundsatz als
allgemeines Prinzip für die Abgabenerhebung anerkannt (BGE 130 I 113 E. 2.2). Es hielt
fest, dass diese Anforderungen bei gewissen Arten von Kausalabgaben von der
Rechtsprechung gelockert worden seien. Die Anforderungen dürften namentlich dort
herabgesetzt werden, wo das Mass der Abgabe durch überprüfbare
verfassungsrechtliche Prinzipien (Kostendeckungs- und Aequivalenzprinzip) begrenzt
werde und nicht allein der Gesetzesvorbehalt diese Schutzfunktion erfülle. Der Umfang
des Legalitätsprinzips sei daher je nach der Art der Abgabe zu differenzieren. Das
Prinzip dürfe weder seines Gehalts entleert noch in einer Weise überspannt werden,
dass es mit der Rechtswirklichkeit und dem Erfordernis der Praktikabilität in einen
unlösbaren Widerspruch gerate (statt vieler BGE 130 I 113 E. 2.2)
Im Weiteren sind bei Erlassen das Willkürverbot und der Grundsatz der
Rechtsgleichheit zu beachten. Ein Erlass ist willkürlich im Sinne von Art. 9 BV, wenn er
sich nicht auf ernsthafte sachliche Gründe stützen lässt oder sinn- und zwecklos ist,
und er verletzt das Rechtsgleichheitsgebot gemäss Art. 8 Abs. 1 BV, wenn er rechtliche
Unterscheidungen trifft, für die ein vernünftiger Grund in den zu regelnden
Verhältnissen nicht ersichtlich ist, oder Unterscheidungen unterlässt, die sich aufgrund
der Verhältnisse aufdrängen, wenn also Gleiches nicht nach Massgabe seiner
Gleichheit gleich und Ungleiches nicht nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich
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behandelt wird. Vorausgesetzt ist, dass sich die ungerechtfertigte Gleich- bzw.
Ungleichbehandlung auf eine wesentliche Tatsache bezieht. Die Frage, ob für eine
rechtliche Unterscheidung ein vernünftiger Grund in den zu regelnden Verhältnissen
ersichtlich ist, kann zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich beantwortet werden. Dem
Gesetzgeber bleibt im Rahmen dieser Grundsätze ein weiter Spielraum der Gestaltung
(vgl. statt vieler BGE 131 I 1 E. 4.2 mit Hinweisen, 129 I 1 E. 3). Wie das Bundesgericht
wiederholt festgestellt hat, ist die Gestaltungsfreiheit insbesondere bei den öffentlichen
Abgaben und bei der Verteilung der Last auf die Abgabepflichtigen gross (vgl. BGE 131
I 1 E. 4.2 mit Hinweisen).
3.
3.1. Im angefochtenen Entscheid kam die Vorinstanz unter anderem zum Schluss,
in Art. 26 der Statuten würden die sich auf den Grundstücken befindenden Gebäude
nicht ausdrücklich aufgeführt (act. G 2 E. 2c). Die Grundsätze der Abgabenerhebung
würden in den Statuten nicht geregelt. Auch sei nicht klar, ob der Anhang mit den
Bemessungskriterien von den Eigentümern beschlossen worden sei (act. G 2 E. 2d).
Die Zuteilung der Seez ab der Runggalinabrücke bei Mels flussabwärts bis zum
Walensee als kantonales Gewässer ziehe zwar nach Art. 7 Abs. 2 lit. a WBG die
Wasserbaupflicht des Kantons nach sich. Jedoch trage nach Art. 7 Abs. 3 WBG, wenn
ein öffentlich-rechtliches Unternehmen bestehe, dieses die Wasserbaupflicht.
Dementsprechend habe das Seezunternehmen mit der Einteilung der Seez als
kantonales Gewässer seine Daseinsberechtigung nicht verloren. Daran vermöge nichts
zu ändern, dass die Kosten für Bau und Unterhalt entsprechend dem Grundsatz von
Art. 38 WBG bei kantonalen Gewässern der Kanton trage, soweit nicht Beiträge zur
Verfügung stünden (Art. 39 Abs. 1 WBG). Solche Beiträge leiste die Gemeinde (Art. 39
Abs. 2 WBG) und gegebenenfalls der Bund (vgl. Art. 6 ff. des Bundesgesetzes über den
Wasserbau; SR 721.100). Jedoch werde auf eine Kostenbeteiligung der Eigentümer der
angrenzenden Grundstücke verzichtet (act. G 2 E. 2e mit Hinweis auf Botschaft Zum
WBG in ABl 2008, 2180 f.). Die Bestimmungen des WBG über das Perimeterverfahren
würden im Wesentlichen die Gemeindegewässer betreffen, da die Kostenaufteilung
zwischen Kanton und Gemeinden bei kantonalen Gewässern gesetzlich festgelegt sei
(ABl 2008, 2210). Mit dem Inkrafttreten des WBG am 1. Januar 2010 sei somit die
Grundlage für die Erhebung von Beiträgen von Grundeigentümern, deren Grundstücke
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an kantonale Gewässer anstossen würden, dahingefallen. Die in den Statuten des
Seezunternehmens verankerte Beitragspflicht habe somit keine Rechtsgrundlage mehr.
Daher müsse auch nicht geprüft werden, ob die Beitragspflicht vor dem Inkrafttreten
des WBG den Grundsätzen der Abgabeerhebung genügt habe (act. G 2 E. 2f). Auch die
Vorschriften des GGU enthielten keine Regeln zur Erhebung von Beiträgen. Da die
Ordnung des gemeinschaftlichen Unternehmens aufgrund der umfassenden Geltung
für Grundeigentümergemeinschaften zwangsläufig nur rudimentär sei, blieben
besondere Vorschriften der Spezialgesetzgebung vorbehalten. Dies gelte insbesondere
für die Regelungen zur Kostentragung im Wasserbaurecht (act. G 2 E. 2g mit Hinweis
auf Botschaft zum GGU, in: ABl 1996, 1599). Im Meliorationsgesetz (sGS 633.1; MelG)
fänden sich Vorschriften über andere gemeinschaftliche Bodenverbesserungen, also
solche, die nicht im Rahmen landwirtschaftlicher Güterzusammenlegungen
vorgenommen würden. Eine öffentlich-rechtliche Körperschaft wie das
Seezunternehmen, die auf Dauer angelegt sei, falle nicht unter die in Art. 49 MelG
geregelten Vorhaben. Mit dem Erlass des GGU sollte ohnehin die Doppelspurigkeit bei
gemeinschaftlichen Unternehmen gemäss MelG und anderen Realgenossenschaften
aufgehoben werden (act. G 2 E. 2h mit Hinweis auf ABl 1996, 1596). Daraus ergebe
sich, dass keine Grundlage für die Erhebung von Grundeigentümerbeiträgen bestehe
(act. G 2 E. 2i).
3.2. Die Beschwerdeführerin legt unter anderem dar, die im Oktober 2012
beschlossene Änderung von Art. 2 der Statuten sei von der Beschwerdegegnerin
angefochten worden; das Verfahren sei noch hängig (vgl. act. G 5 S. 4). Seit
Jahrzehnten erhebe das Seezunternehmen die in den Statuten vorgesehenen
Perimeterbeiträge. Das Seez-Projekt befinde sich nach wie vor im Ausbau und das
Seezunternehmen müsse sich an den Kosten dieses Ausbaus beteiligen. Soweit die
Vorinstanz festhalte, dass mit dem Inkrafttreten des WBG am 1. Januar 2010 die
Grundlage für die Erhebung von Beiträgen von Grundeigentümern dahingefallen sei, sei
diese Schlussfolgerung nur insofern richtig, als es sich um Eigentümer von
Grundstücken handle, welche an ein kantonales Gewässer anstossen würden. Bei allen
übrigen Eigentümern - somit im Anwendungsbereich der Gemeindegewässer (Art. 40
WBG) und übrigen Gewässer (Art. 41 WBG) - sei die Folgerung nicht zutreffend. Der
angefochtene Entscheid sei ohne Weiteres aufzuheben, da die Beschwerdeführerin
unabhängig vom kantonalen Gewässer eine Vielzahl von anderweitigen Aufgaben zu
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erfüllen habe. Damit bestehe für die betroffenen Grundeigentümer auch weiterhin eine
Beitragspflicht. Wenn die Vorinstanz im Weiteren geltend mache, die Beitragspflicht
könne nicht die Grundstücke sowie Bauten und Anlagen treffen, sondern allenfalls
deren Eigentümer (act. G 2 E. 2d) und damit sinngemäss ausführe, das Abgabesubjekt
sei nicht hinreichend klar bestimmt, treffe dies in keiner Weise zu. Bei vernünftiger
Auslegung der Statuten (Art. 3, 25 und 26) könne nur folgen, dass die jeweiligen
Grundeigentümer des Perimetergebiets beitragspflichtig seien. Art. 6 Abs. 1 lit. a der
Statuten sehe ausdrücklich die Eigentümerversammlung vor und die Statuten seien
anlässlich der in den drei Gemeinden durchgeführten Eigentümerversammlungen vom
7., 8. und 9. Mai 2008 genehmigt worden. Inwiefern dies nicht zulässig sein solle, sei
nicht nachvollziehbar und werde (im vorinstanzlichen Entscheid) auch nicht weiter
begründet. Insgesamt ergebe sich, dass Perimeterplan und Statuten (wobei der
Anhang Bestandteil des Statutentextes sei) die wesentlichen Elemente der Abgabe klar
und eindeutig festlegen würden und somit auch die Grundsätze der Abgabeerhebung
erfüllt seien (act. G 5). Die Beschwerdegegnerin lässt demgegenüber bestreiten, dass
die Beschwerdeführerin unabhängig von der Einteilung als kantonales Gewässer und
insbesondere auch nach Rechtskraft der (von ihr beim Baudepartement
angefochtenen) Statutenänderung noch zahlreiche Aufgaben zu erfüllen habe. Sie (die
Beschwerdegegnerin) sei der Auffassung, dass die Statutenänderung nichtig sei. Bis
zum rechtskräftigen Entscheid könne aus der Statutenänderung gar nichts abgeleitet
werden. Insbesondere könne nicht abgeleitet werden, dass die Besorgung des
Unterhalts des Entsumpfungskanals (kleines Seezlein) vom Walensee bis zum
Judenwinkel in der Gemeinde Flums und der dazugehörigen Werke und Anlagen zum
Aufgabenbereich gehöre. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin genüge
die in den Statuten verankerte Beitragspflicht den Erfordernissen des Abgaberechts
nicht. Der gesamte Verlauf der Seez im Perimetergebiet falle unter die für kantonale
Gewässer geltenden Wasserbauregeln (act. G 13).
4.
4.1. Bei kantonalen Gewässern besteht - im Gegensatz zu Gemeindegewässern
(Art. 40 WBG) - keine Beitragspflicht von Grundeigentümern; die Grundeigentümer
sollten bei kantonalen Gewässern vollständig entlastet werden (Art. 39 WBG; Botschaft
zum WBG, ABl 2008, 2180 und 2185; Abstimmungsbroschüre für die Volksabstimmung
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vom 17. Mai 2009, S. 10 unten, www.abstimmungen.sg.ch/abstimmungsbroschüren
2009). In gleicher Weise bestätigte im Übrigen die Regierung auch in der Botschaft zum
Linthgesetz den Verzicht auf eine weitere Perimeterbelastung der Grundeigentümer von
Seiten des Linthkonkordats. Aus verwaltungsökonomischen Gründen und aus Gründen
der Gleichbehandlung mit dem Rhein sollten nicht die einzelnen Grundeigentümer
beitragspflichtig sein; vielmehr sollten die Perimeterbeiträge bei den Gemeinden
erhoben werden (ABl 2001, S. 745 f.). Die Regelung der Kostenbefreiung der
Grundeigentümer im Perimetergebiet der Seez umfasst sämtliche Grundstücke im
Gefährungsgebiet des kantonalen Gewässers und damit entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin nicht nur jene, die unmittelbar an die Seez angrenzen und
Aufwendungen verursachen, die unmittelbar mit dem Hauptgewässer
zusammenhängen. Eine solche Einschränkung lässt sich weder dem WBG noch der
zugehörigen Botschaft entnehmen. Art. 42 WBG bestimmt zwar, dass die Mehrkosten
für Bau und Unterhalt, soweit diese durch Werke Dritter verursacht werden, zulasten
der Eigentümerinnen und Eigentümer der Werke gehen. Dies kann etwa auf Grund- und
Werkeigentümerinnen und -eigentümer zutreffen, die wegen ihrer im, am oder über
dem Gewässer erstellten Bauten und Anlagen und der damit zusammenhängenden
Gewässerverbauungen einen gegenüber einer offenen und natürlichen
Gewässerführung kostenintensiveren Gewässerbau und -unterhalt verursachen (ABl
2008, S. 2210). Solche Verhältnisse liegen jedoch im Fall der Grundstücke der
Beschwerdegegnerin unbestritten nicht vor. Zu Recht weist die Vorinstanz darauf hin,
dass es stossend und durch nichts zu rechtfertigen wäre, wenn - wie die
Beschwerdeführerin geltend machen lässt (act. G 5 S. 7 oben) - bei der Seez nur
Grundstücke, die unmittelbar an das Hauptgerinne anstossen, von Perimeterbeiträgen
befreit wären, während ein benachbartes Grundstück ohne direkten Anstoss, das
bezüglich Gefahrenlage und Schutzwirkung mit dem direkt anstossenden Grundstück
vergleichbar ist, beitragspflichtig wäre (act. G 8). Auch die Grundstücke mit nicht
direktem Anstoss liegen im Perimetergebiet der Seez als kantonales Gewässer.
4.2. Der von der Beschwerdeführerin angeführte Umstand, dass das
Seezunternehmen seit Jahrzehnten von den Grundeigentümern im Perimetergebiet der
Seez Beiträge erhält sowie die von ihr in der Vernehmlassung vom 11. März 2011
dargelegte Tatsache, dass sich das Seez-Projekt nach wie vor im Ausbau befinde und
sich das Seezunternehmen an den entsprechenden Kosten beteiligen müsse (act. G 5
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S. 4 unten mit Hinweis auf act. G 6 Beilage 2), vermag nichts an der mit dem
Inkrafttreten des WBG am 1. Januar 2010 dahingefallenen Grundeigentümer-
Beitragspflicht für die als kantonales Gewässer eingeteilte Seez zu ändern. Eine
Erhebung von Grundeigentümer-Beiträgen für den Gewässerunterhalt, welcher gemäss
Art. 9 WBG sämtliche Massnahmen umfasst, die erforderlich und geeignet sind,
Gerinne und Ufer eines Gewässers sowie die Wasserbauwerke in einem guten Zustand
zu erhalten (Pflege der Ufervegetation, Entfernen von Böschungswülsten und anderen
Hindernissen im Gerinne und an Ufern, Ausschöpfen von Gewässern, wenn der Schutz
der Umgebung vor Überflutung es erfordert, Ausschöpfen von Kiesfängen,
Unterhaltsmassnahmen an Schutzbauten und Durchlässen sowie das Entfernen von
Unrat), fällt damit seit dem 1. Januar 2010 ausser Betracht. Entscheidend erscheint hier
auch, dass die Tatsache, wonach die Beschwerdeführerin mit Inkrafttreten des WBG
ihre Daseinsberechtigung nicht verloren hat (vgl. act. G 2 E. 2e) und ihr gestützt auf Art.
7 Abs. 3 WBG nach wie vor die Wasserbaupflicht zukommt, nicht zugleich auch eine
Befugnis zur Erhebung von entsprechenden Grundeigentümer-Beiträgen bedeutet. Zur
Anwendung kommt vielmehr ausschliesslich die in Art. 39 WBG festgelegte
Finanzierung der Aufgaben der Beschwerdeführerin durch den Kanton und die Beiträge
der Gemeinden (Art. 39 Abs. 2 WBG) sowie gegebenenfalls des Bundes gemäss Art. 6
ff. des Bundesgesetzes über den Wasserbau. Das von der Beschwerdeführerin in
diesem Zusammenhang angeführte Literaturzitat (act. G 5 S. 6 f. mit Hinweis auf
Werner Ritter unter Mitarbeit von Antonela Stefanoski-Agatonovic, Kommentar zum
Wasserbaugesetz des Kantons St. Gallen, Widnau 2012, S. 108 unten) bezieht sich auf
Art. 40 WBG (Gemeindegewässer) und Art. 41 WBG (übrige Gewässer). Konkret geht
es jedoch um die als kantonales Gewässer (Art. 39 WBG) eingeteilte Seez. Zweck des
Seez-Unternehmens ist dabei nach Art. 2 der Statuten ausschliesslich die Besorgung
des Unterhalts des Seezkanals und der dazugehörigen Werke und Anlagen (vgl.
vorstehende E. 2.1). Soweit die Beschwerdeführerin, wie sie geltend machen lässt,
"eine Vielzahl von anderweitigen Aufgaben" (act. G 5 S. 7) zu erfüllen hat, kann sich
diese Aufgabenerfüllung somit nur auf den statutarischen Zweck - und damit nicht auf
Gemeindegewässer und übrige Gewässer - beziehen.
Die anlässlich der Grundbesitzerversammlung der Beschwerdeführerin vom
24. Oktober 2012 von der Mehrheit der an der Versammlung Anwesenden
gutgeheissene Änderung von Art. 2 der Statuten (vgl. act. G 5 S. 4) wurde von der
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Beschwerdegegnerin am 2. November 2012 angefochten. Gegen den ablehnenden
Entscheid der Beschwerdeführerin erhob die Beschwerdegegnerin beim
Baudepartement des Kantons St. Gallen (Tiefbauamt) Rekurs. Dieses Verfahren ist
unbestritten noch hängig (act. G 5 S. 4, G 13 S. 3), weshalb die geänderte Bestimmung
auf die vorliegend streitige Angelegenheit schon aus diesem Grund nicht zur
Anwendung kommen kann. Sodann könnte die Statutenänderung, selbst wenn sie
unangefochten geblieben wäre, für die hier streitige Frage der Perimeterbeiträge für
das Jahr 2010 nicht rückwirkende Geltung beanspruchen.
4.3. Nachdem der vorinstanzliche Entscheid im Weiteren die rechtlichen
Erfordernisse der Abgabeerhebung prüfte und deren Vorliegen verneinte, ergibt sich
bezüglich der entsprechenden Einwendungen der Beschwerdeführerin - entgegen der
Auffassung der Beschwerdegegnerin (act. G 13 S. 6 f.) - im vorliegenden Verfahren kein
Eintretenshindernis. Mit der Vorinstanz ist in diesem Zusammenhang festzuhalten, dass
eine Beitragspflicht nicht die Grundstücke bzw. Bauten und Anlagen treffen kann,
sondern allenfalls deren Eigentümer (act. G 2 E. 2d); dies anerkennt im Ergebnis auch
die Beschwerdeführerin (act. G 5 S. 8 Ziff. 4.2). Auch sind die Grundsätze der
Abgabeerhebung nicht in den Statuten selbst geregelt. Unter den dargelegten
Umständen kann jedoch die im vorinstanzlichen Entscheid (act. G 2 E. 2a und 2d) und
von den Parteien (act. G 5, G 13) diskutierte Frage, ob die in den Statuten enthaltene
Beitragspflicht für Grundeigentümer den Erfordernissen des Abgaberechtes (vgl. dazu
vorstehende E. 2.3) zu genügen vermag, offen bleiben, zumal hier die
Beitragserhebung gegenüber den Grundeigentümern vor 2010 nicht streitig und damit
auch nicht zu prüfen ist. Für das zu prüfende Jahr 2010 sieht das WBG für kantonale
Gewässer wie dargelegt eine Befreiung der Grundeigentümer von der Beitragspflicht
vor.
5.
5.1. (...).
5.2. (...).