Decision ID: 2fb0d11a-caa8-45a6-a31b-629cc6655c42
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Anwaltskanzlei St. Jakob,
St. Jakob Strasse 37, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._, meldete sich am 4. Februar 2008 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-
act. 1). Am 6. Juni 2008 wurde die Versicherte im Medizinischen Gutachtenzentrum
B._ orthopädisch und am 9. September 2008 psychiatrisch (zum psychiatrischen
Teilgutachten vom 11. September 2008 siehe IV-act. 27-10 ff.) untersucht. Im
Gesamtgutachten vom 27. Oktober 2008 diagnostizierten die Experten mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit: eine mässige linksbetonte Spondylarthrose L5/S1 mit leichter
Einengung des linken Neuroforamens ohne neurale Kompression, eine Präadipositas,
ein neurasthenisches Beschwerdebild und eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung. Für eine leidensangepasste Tätigkeit bescheinigten sie eine 90%ige
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 27). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (vgl. hierzu IV-
act. 45, 47 und 50) verfügte die IV-Stelle am 17. September 2009 die Abweisung des
Gesuchs um berufliche Massnahmen (IV-act. 52) und Rentenleistungen (IV-act. 53). Die
gegen diese Verfügungen gerichtete Beschwerde vom 16. Oktober 2009 hiess das
Versicherungsgericht mit Entscheid vom 4. August 2011, IV 2009/399, teilweise gut
und es wies die Angelegenheit zur Einholung eines neuen Gutachtens sowie zur neuen
Verfügung an die IV-Stelle zurück (IV-act. 70).
A.b Der seit 4. Januar 2011 behandelnde Dr. med. C._, Facharzt für Innere Medizin
und Rheumatologie, diagnostizierte im Bericht vom 7. Oktober 2011 mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit einen HLA-B27 positiven Morbus Bechterew mit axialem Befall
(derzeit stark aktiv; BASDAI 7.7), ein statisch-myalgisches Wirbelsäulensyndrom der
LWS und BWS sowie eine leichte depressive Episode. Anlässlich der Erstkonsultation
im Januar 2011 sei die Versicherte unter Therapie mit Methotrexat und Inflixima
komplett beschwerdefrei gewesen, weshalb auf ihren Wunsch ein Therapieunterbruch
vorgenommen worden sei. Im Verlauf hätten die Schmerzen stark zugenommen,
worauf die Behandlung wieder habe aufgenommen werden müssen. Aktuell seien die
starken Beschwerden diskret gebessert. Dr. C._ bescheinigte der Versicherten eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 81).
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A.c Am 12. März 2012 wurde die Versicherte in der ABI Aerztliches
Begutachtungsinstitut GmbH allgemeininternistisch, psychiatrisch, rheumatologisch
und neurologisch untersucht. Die Gutachter stellten folgende Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: eine HLA-B27 positive Spondylitis ankylosans
(labortechnisch keine Entzündungsaktivität), ein chronisches zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom sowie chronische Kopfschmerzen, multifaktoriell bedingt. Nach
Auffassung der Gutachter verfüge die Versicherte für körperlich leichte adaptierte
Tätigkeiten über eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Dies gelte auch für die zuletzt
ausgeübte Tätigkeit als Betriebsmitarbeiterin (IV-act. 93).
A.d Mit Vorbescheid vom 6. Juli 2012 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 98). Am 10. Oktober 2012 verfügte
sie die Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 108). Im gleichentags ergangenen
Schreiben berichtete die Versicherte, sie habe am 26. Mai 2012 einen Autounfall mit
Schleudertrauma erlitten. Sie stehe deswegen immer noch in ärztlicher Behandlung.
Sodann habe sie sich nun zu 50% bei der Arbeitslosenversicherung angemeldet (IV-
act. 109). Diesem Schreiben legte sie den Kurzaustrittsbericht der Klinik für Orthopädie
und Traumatologie des Kantonsspitals Münsterlingen vom 27. Mai 2012 bei, worin u.a.
ein cranio cervicales Beschleunigungstrauma diagnostiziert wurde (IV-act. 110).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 10. Oktober 2012 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 6. November 2012. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter
Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Rückweisung der Sache
zur Vornahme weiterer Abklärungen und zur Durchführung von
Eingliederungsmassnahmen. Es sei ihr zudem mindestens eine halbe IV-Rente
zuzusprechen. Sie stehe nach wie vor in Behandlung wegen der Folgen des am 26. Mai
2012 erlittenen mittelschweren Autounfalls. Das erlittene Schleudertrauma dürfte sich
mit Sicherheit auf den vorbelasteten Rücken ausgewirkt haben. Des Weiteren sei es in
Bezug auf den Morbus Bechterew notwendig, beim neu behandelnden Rheumatologen
einen Bericht einzuholen. Am ABI-Gutachten rügt sie, den Gutachtern hätten offenbar
die bildgebenden Untersuchungsergebnisse aus dem Jahr 2011 nicht vorgelegen.
Eigene bildgebende Untersuchungen habe die ABI nicht durchgeführt. Da sie sich nun
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zu 50% beim RAV angemeldet habe, habe die Beschwerdegegnerin vor Erlass einer
Rentenverfügung Eingliederungsmassnahmen zu prüfen (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 24. Januar
2013 die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich unter Hinweis auf die
Stellungnahme des RAD vom 11. Januar 2013 (siehe hierzu IV-act. 117) im
Wesentlichen auf den Standpunkt, dass das ABI-Gutachten beweiskräftig sei. Aus dem
Kurzaustrittsbericht des Kantonsspitals Münsterlingen vom 27. Mai 2012 ergebe sich
keine relevante gesundheitliche Verschlechterung. Mangels gesundheitsbedingter
Einschränkungen bei der Stellensuche und aufgrund fehlender
Eingliederungsbereitschaft habe die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Arbeitsvermittlung oder andere Eingliederungsmassnahmen (act. G 4).
B.c In der Replik vom 26. Februar 2013 beantragt die Beschwerdeführerin, es sei beim
neu behandelnden Dr. med. D._, Facharzt für Rheumatologie, ein Arztbericht
einzuholen. Dieser teile offenbar die eher bagatellisierende Ansicht der ABI-Gutachter
nicht. Das Schleudertrauma und der Morbus Bechterew hätten sich vermischt und
würden sich gegenseitig ungünstig beeinflussen. Die Beschwerdeführerin beantragt in
diesem Zusammenhang die Einholung von Berichten des behandelnden Hausarztes
und Psychiaters (act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 8).

Erwägungen:
1.
Zum Antrag der Beschwerdeführerin um Rückweisung der Sache zur Durchführung von
Eingliederungsmassnahmen (act. G 1) ist in formeller Hinsicht zu bemerken, dass
Eingliederungsmassnahmen nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung bildeten,
die sich ausschliesslich zum Rentenanspruch äussert (IV-act. 108). Angesichts dessen,
dass darin das Rentengesuch wegen eines Invaliditätsgrads von 0% abgewiesen
wurde, bildete die Frage nach Eingliederungsmassnahmen auch nicht
notwendigerweise Verfügungsgegenstand. Deshalb ist auf diesen Antrag nicht
einzutreten.
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2.
Zu beurteilen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch
eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch
massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
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entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen).
2.3 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben Gericht und Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (Urteil des
Bundesgerichts vom 1. April 2011, 8C_73/2011, E. 4.1).
3.
Vorab ist die Frage zu beantworten, ob der medizinische Sachverhalt hinsichtlich der
Beurteilung der Leistungsansprüche der Beschwerdeführerin rechtsgenüglich abgeklärt
worden ist. Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung auf
das ABI-Gutachten vom 17. Mai 2012 (IV-act. 93). Die Beschwerdeführerin hält dieses
aus verschiedenen Gründen für mangelhaft (act. G 1).
3.1 Die Beschwerdeführerin wendet gegen das ABI-Gutachten ein, offenbar hätten die
Gutachter nur die bildgebenden Untersuchungsergebnisse vom Jahr 2010 zur
Verfügung gestanden, nicht aber die aktuelleren Bilder aus dem Jahr 2011. Eigene
Bilder habe die ABI nicht angefertigt (act. G 1, S. 3).
3.1.1 Hinsichtlich bildgebender Untersuchungen verwies die ABI-Rheumatologin
(IV-act. 93-18) auf die - wohl vom fallführenden Allgemein-Internisten erstellte - "2.1
Auflistung der vorhandenen Akten in chronologischer Reihenfolge" (IV-act. 93-4 ff.) und
den Abschnitt "4.2.1 Rheumatologische Anamnese" (IV-act. 93-15 ff.). Die MRT-
Untersuchungen der LWS und der ISG vom 12. Mai 2011, die aufgrund eines
dringenden Verdachts auf einen akuten Schub durchgeführt wurden (IV-act. 83-6),
werden in der Auflistung "2.1.1 vorbestehende Unterlagen der IV-Stelle" rudimentär
erwähnt (IV-act. 93-5). Allerdings ist dieser Bericht im ganzen rheumatologischen Teil
nicht aufgeführt. Insbesondere in der ausführlichen rheumatologischen Anamnese,
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worin sich die rheumatologische ABI-Gutachterin mit früheren bildgebenden
Untersuchungsergebnissen auseinandersetzt, fehlt der MRT-Bericht vom 12. Mai 2011.
Es ist daher davon auszugehen, dass die rheumatologische ABI-Gutachterin dem
fraglichen Bericht im Vergleich zu den von ihr diskutierten bildgebenden
Untersuchungsergebnissen geringe Bedeutung beigemessen hat. Dies ist insoweit
nachvollziehbar, als die MRT-Untersuchung vom 12. Mai 2011 während eines "akuten"
Schubs durchgeführt wurde und abgesehen von der entzündlichen Aktivität gegenüber
den früheren bildgebenden Untersuchungsergebnissen (Röntgen der HWS/BWS/LWS
vom 25. November 2010, IV-act. 83-20, und MRI long spine vom 21. November 2008,
IV-act. 49-11 f.) keine relevanten Veränderungen enthält (IV-act. 83-6). Anlässlich der
ABI-Begutachtung konnten zudem entzündliche Folgen des vormaligen Schubs
schlüssig verneint werden (IV-act. 93-18 f.; siehe auch die unauffälligen Ergebnisse der
Laboruntersuchungen in IV-act. 93-11). Es kann daher mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass im Nachgang zur
Wiederaufnahme der medikamentösen Therapie, deren Unterbruch zum im MRT-
Bericht beschriebenen akuten Schub geführt hatte (IV-act. 81-4 oben), die
Beschwerdeführerin entsprechend der Situation von Januar 2011 spätestens im
Zeitpunkt der ABI-Begutachtung vom 12. März 2012 wieder beschwerdefrei war (IV-
act. 81-4 oben: "unter Therapie mit Methotrexat und Inflixima komplett
beschwerdefrei") bzw. zumindest an keinen relevanten Einschränkungen der
Arbeitsfähigkeit mehr litt. Dies deckt sich mit der Einschätzung von Dr. E._, der
ausserhalb von Entzündungsaktivität eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigte
(Bericht vom 25. April 2008, IV-act. 17-1 ff.). Im Licht dieser Umstände erschüttert es
den Beweiswert des ABI-Gutachtens nicht, wenn die rheumatologische Gutachterin auf
weitere bildgebende Untersuchungen verzichtet hat, obschon eine Begründung für den
Verzicht weiterer bildgebender Untersuchungen wünschenswert gewesen wäre.
Ergänzend ist zu bemerken, dass die Beschwerdeführerin nach der Begutachtung
keine erneute Verschlechterung des Morbus Bechterew substanziiert geltend gemacht
hat und sich eine solche auch nicht aus den Akten ergibt (vgl. auch
nachfolgende E. 3.4).
3.2 Die Beschwerdeführerin benennt keine weiteren Mängel am rheumatologischen
oder dem übrigen ABI-Gutachten. Solche lassen sich auch nicht aus den Akten
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entnehmen. Des Weiteren ergibt sich - bei allem Verständnis für die
Beschwerdeführerin und ihrem schubweise auftretenden Leiden - retrospektiv aus den
Akten keine längerdauernde, mindestens einjährige gesundheitliche Beeinträchtigung
der Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit (die gemäss Angaben der
Beschwerdeführerin [IV-act. 93-19] und der ehemaligen Arbeitgeberin [IV-act. 10]
leidensangepasst ausgestaltet war). Deshalb weckt es keinen Zweifel an der
gutachterlichen Stellungnahme zu früheren Einschätzungen, worin auch rückwirkend
eine - nicht bloss vorübergehende - Arbeitsunfähigkeit ausgeschlossen wurde (IV-
act. 93-19 f. und 23).
3.3 Bei der Würdigung des ABI-Gutachtens fällt weiter ins Gewicht, dass es auf
eigenständigen Abklärungen beruht und für die streitigen Belange umfassend ist. Die
medizinischen Vorakten wurden verwertet und die von Beschwerdeführerin geklagten
Beschwerden gewürdigt. Die Bescheinigung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für die
einer leidensangepassten Tätigkeit entsprechende angestammte Tätigkeit leuchtet in
der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation ein. Sie wurde ferner vom RAD bestätigt (IV-act. 94). Weiter
bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht
berücksichtigt worden wären.
3.4 Für die Zeit nach der Begutachtung bis zum Verfügungszeitpunkt vom
10. Oktober 2012 kann an der ABI-Beurteilung festgehalten werden. Zwar erlitt die
Beschwerdeführerin am 26. Mai 2012 einen Verkehrsunfall. Diesbezüglich reichte sie
lediglich einen Kurzaustrittsbericht des Kantonsspitals Münsterlingen vom 27. Mai 2012
ein, worin ein cranio cervicales Beschleunigungstrauma sowie eine Lungenfibrose DD:
andere Lungenerkrankung ("unter Methotrexat derzeit nicht") diagnostiziert wurde.
Abgesehen von leichten Kopfschmerzen war der Gesundheitszustand unauffällig (IV-
act. 116). Anhaltspunkte für eine relevante gesundheitliche Verschlechterung ergeben
sich weder daraus noch aus den weiteren Ausführungen der Beschwerdeführerin im
Rahmen des Beschwerdeverfahrens (vgl. act. G 1 und G 6). Vor diesem Hintergrund
und gestützt auf die schlüssige RAD-ärztliche Stellungnahme vom 11. Januar 2013 (IV-
act. 117) besteht kein Anlass für weitere Abklärungen bezüglich des bis zum Zeitpunkt
des Verfügungserlasses eingetretenen Gesundheitsverlaufs.
4.
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Bei der gutachterlich bescheinigten 100%igen Arbeitsfähigkeit für die angestammte
sowie eine andere leidensangepasste Tätigkeit sind die Voraussetzungen für einen
Rentenanspruch offensichtlich nicht erfüllt, weshalb auf eine konkrete Ermittlung des
Invaliditätsgrads verzichtet werden kann.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten
ist.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die vollständig unterliegende Beschwerdeführerin hat die
gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu tragen. Der geleistete Kostenvorschuss von
Fr. 600.-- wird ihr daran angerechnet.
5.3 Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP