Decision ID: 2b59a9c7-d33c-4f5e-b105-5ba2d16ffa0c
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Juli 2015 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum
Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er war seit seiner
Einreise in die Schweiz in verschiedenen Hotels als Koch angestellt und ab September
2012 bis Februar 2015 als selbständiger Koch im eigenen Restaurant B._ tätig
gewesen (IV-act. 7, 10, 12).
A.b Dr. med. C._ berichtete der IV-Stelle am 7. August 2015, dass beim Versicherten
"belastungsabhängige Schmerzen OSG, plantar links mit Erstmanifestation ca. im April
2015 bei normalen Neurographien Nn. perinaeus, tibialis und suralis links und einem
ausgeprägten OS tibiale externum und Pes plano valgus sowie ein lumbovertebrales
Schmerzsyndrom, Insertionstendinose Glutealmuskulatur Trochanter links", bestünden.
Der Versicherte sei ab dem 9. Februar 2015 zu 100%, ab dem 1. April 2015 zu 80%
und ab dem 27. Juli 2015 zu 60% arbeitsunfähig gewesen. Er habe Mühe beim Laufen,
beim Treppensteigen und beim längeren Stehen, was seine Arbeit als selbständiger
Koch im eigenen Restaurant limitiere. Der Versicherte bekomme noch Schuheinlagen,
dann sei die Behandlung des Fusses abgeschlossen. Bezüglich des Hüftbereichs
könne aufgrund der unklaren Genese noch keine prognostische Aussage gemacht
werden (IV-act. 15-2).
A.c Am 25. September 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass keine
beruflichen Massnahmen angezeigt seien, da er als Selbständigerwerbender im
Bereich Gastronomie tätig sei (IV-act. 18).
A.d Im Dezember 2015 wurde der Versicherte im Auftrag seines Krankentaggeldver-
sicherers orthopädisch begutachtet. Im Gutachten vom 4. Dezember 2015 hielt der
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Sachverständige Dr. med. D._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, fest, dass die Befragung des Versicherten
nicht ganz einfach gewesen sei, da er trotz Anwesenheit eines hilfreichen Dolmetschers
konkrete Fragen ausweichend und ausschweifend beantwortet habe bzw. auf
verschiedene Leidensepisoden zu sprechen gekommen sei, die sich seit Februar 2015
zugetragen haben mögen, welche mit der ursprünglich gestellten Frage aber nicht
zwingend etwas zu tun gehabt hätten. Der Versicherte habe daher oft in seinem
Erklärungsfluss unterbrochen und zur konkreten Stellungnahme ermahnt werden
müssen. Aus heutiger Sicht stehe zweifelsfrei die Fussproblematik links im
Vordergrund. Dies passe auch zu den objektiven Befunden (MRl-Abklärung Fuss vom
05.06.2015, Hüfte vom 27.04.2015 und LWS vom 21.04.2015), welche wenig konkrete
pathologische Befunde gezeigt hätten. Die in diesen Untersuchungen geschilderten
Veränderungen seien nicht geeignet, die vom Versicherten angegebenen, teilweise
invalidisierenden Schmerzen zu erklären. Anders verhalte es sich im Bereiche des
linken Fusses, wo sich ein dekompensierender Plattfuss anbahne. Klinische Zeichen
hierfür seien die pathologische Beschwielung unter dem Os naviculare links, was für
eine erhebliche Absenkung der FusslängswöIbung beweisend sei. Neben diesem
Problem des Plattfusses bestehe jenes des Os tibiale externum bzw. der
Synchondrose, welche im Kantonsspital St. Gallen (KSW) erfolgreich infiltriert worden
sei. Die Behandlung der beiden Fussprobleme könnte einen negativen Effekt auf das
jeweils andere haben. Im Bereich des Os naviculare und des Os tibiale externum
verlaufe die Tibialis posterior Sehne. Diese sei ein wichtiger Stabilisator für die
Fusslängswölbung und den Rückfuss. Die FusslängswöIbung sei bereits deutlich
abgeflacht. Wolle man also das OS tibiale externum entfernen, werde dadurch die
Insertion der Tibialis posterior Sehne geschwächt, was wiederum die beschleunigte
Dekompensation des Plattfusses zur Folge haben könne. Bei einem Gewicht von
100kg und einem BMI von 29.9 sei der Versicherte an der Grenze zwischen
übergewichtig und adipös, was verständlich mache, dass man eine operative
Behandlung zurückhaltend empfohlen habe. Wie erwähnt bestehe im Bereich des
linken Fusses zweifelsfrei ein gravierendes Problem, das die Arbeit als selbständiger
Koch/Restaurateur deutlich erschwere. Eine rasche Lösung könne höchstens durch
eine optimale orthopädietechnische Versorgung, wahrscheinlich mit einem
zugerichteten Serienschuh, erzielt werden. Eine operative Behandlung sei aufwendig
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und müsste, um auf Dauer von Erfolg gekrönt zu sein, eine knöcherne
Wiederherstellung der Längswölbung zum (erreichbaren) Ziel haben. Die
Arbeitsfähigkeit sei aus heutiger Sicht und auf Grund der heute vorliegenden
Untersuchungen weder durch ein Hüftleiden noch durch ein Wirbelsäulenleiden
beeinträchtigt. Die bildgebenden Untersuchungen von Hüfte und Wirbelsäule seien
allerdings sechs Monate alt. Dieser Zustand könne sich unterdessen auch geändert
haben. Allerdings habe der Versicherte heute aktuell nicht berichtet, dass bezüglich der
Wirbelsäulen- oder Hüftbeschwerden in jüngster Vergangenheit eine akute
Verschlechterung eingetreten wäre. Es bleibe also das Hauptproblem des Fusses, das,
falls unbehandelt, zu einer langdauernden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als Koch
führen werde. Die Diagnosen lauteten: Os naviculare cornutum und Os tibiale externum
(computertomographisch stumm) sowie beginnender Pes planus bei vermehrtem
Rückfussvalgus links. Daneben bestünden ein vermehrter Rückfussvalgus und eine
Plattfusstendenz links sowie eine eingeschränkte Wirbelsäulenbeweglichkeit ohne
erhebliches bildgebendes Substrat. In der Arbeitstätigkeit als Wirt sei zum jetzigen
Zeitpunkt ohne perfekte orthopädietechnische Versorgung keine Arbeitsfähigkeit von
mehr als 30% realisierbar. Einschränkungen seien durch die Unfähigkeit, lange zu
stehen und auf den Beinen zu sein, gegeben, weil sich dann massive Fussschmerzen
auf der Innenseite des linken Fusses einstellten. Heute sei der Versicherte für eine
stehende Tätigkeit ca. 30% arbeitsfähig, in sitzender Tätigkeit könne die
Arbeitsfähigkeit 100% betragen. Grundsätzlich seien alle sitzenden Tätigkeiten
zumutbar. Bei einer optimalen orthopädietechnischen Versorgung könne mit einer
Arbeitsfähigkeit von 75-100% gerechnet werden. Unsicher sei, ob sich der Zustand mit
zunehmendem Alter trotz orthopädietechnischer Versorgung nicht wieder
verschlechtern werde (IV-act. 38).
A.e Der RAD notierte am 25. Januar 2016, dass gestützt auf den Bericht von Dr. D._
ein Os naviculare cornutum und ein OS tibiale externum sowie ein beginnender Pes
planus bei vermehrtem Rückfussvalgus links bestehe. Dr. D._ zeige in seinem Bericht
gewisse Inkonsistenzen auf, diskutiere diese jedoch bedauerlicherweise nicht intensiv
genug. Solange nicht anderslautende Berichte vorlägen, müsse unter Abstützung auf
den Bericht von Dr. D._ von einer 30%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit ausgegangen werden, jedoch müsse ausdrücklich betont werden, dass eine
Arbeitsfähigkeit von 75-100% erzielt werden könne, wenn eine optimale
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orthopädietechnische Behandlung erfolge. Diese Behandlung sei dem Versicherten
zuzumuten. In einer fussentlastenden, überwiegend sitzenden Tätigkeit sei der
Versicherte zu 100% arbeitsfähig. Der RAD hielt fest, es sei zu betonen, dass die
Ätiologie der Beschwerden aufgrund der vorliegenden Arztberichte zumindest
anfänglich äusserst unklar gewesen sei. Wenn man alle vorliegenden ärztlichen
Angaben berücksichtige, falle auf, dass der Versicherte in seiner Aussagebereitschaft
sehr wechselhaft, zurückhaltend und ausweichend gewesen sei. Es lägen klare
Aussagen vor, dass die vom Versicherten angegeben Beschwerden nicht hinreichend
hätten nachvollzogen werden können (IV-act. 21).
A.f Mit einem Vorbescheid vom 27. Januar 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten
mit, dass er keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe. Er sei in seiner Tätigkeit als
Koch nur noch beschränkt arbeitsfähig. Mit einer optimalen orthopädietechnischen
Behandlung könne jedoch eine 75-100%ige Arbeitsfähigkeit erzielt werden. Eine
leidensadaptierte Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht zu 100% zumutbar. Dabei
könne der Versicherte verglichen mit den Lohnstrukturerhebungen (LSE) des
Bundesamtes für Statistik mindestens sein früheres Einkommen als Koch erreichen.
Bei einem Invaliditätsgrad von 0% bestehe kein Rentenanspruch (IV-act. 24).
A.g Dagegen wandte der Versicherte am 15. Februar bzw. 1. April 2016 im
Wesentlichen ein, dass unklar sei, wie sich eine orthopädietechnische Versorgung
tatsächlich auswirken könne und ob eine 75%ige oder 100%ige Arbeitsfähigkeit
möglich wäre. Diese Unklarheiten müssten abgeklärt werden, da ansonsten keine
abschliessende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit möglich und der
Untersuchungsgrundsatz verletzt sei (IV-act. 25, 30).
A.h Am 12. Mai 2016 notierte der RAD, dass es im Ermessen des Versicherten liege,
wie die orthopädisch empfohlene orthopädietechnische Massnahme umgesetzt werde.
Es sei ihm zumutbar, dass er sich mit einem auf Füsse spezialisierten Orthopäden
abspreche. Der Versicherte sei in einer fussentlastenden Tätigkeit zu 100%
arbeitsfähig. In Anbetracht des vom KSSG festgestellten chronisch
lumbospondylogenes Syndroms sollte die adaptierte Tätigkeit auch rückenentlastend
sein (IV-act. 31).
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A.i Die behandelnden Ärzte der Rheumatologie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG)
hatten am 17. Februar 2016 u.a. berichtet, dass beim Versicherte ein chronisches
lumbo-spondylogenes Syndrom sowie belastungsabhängige Schmerzen OSG links
bestünden. In Zusammenschau der anamnestischen, klinischen und laborchemischen
Befunde fänden sich keine Hinweise auf eine entzündliche-rheumatische
Grunderkrankung als Ursache der Beschwerden. In der sonographischen
Untersuchung des Hüftgelenkes links, wie schon zuvor im MRI, hätten sich keine
Hinweise auf eine entzündliche Aktivität gezeigt. Ebenso hätten sich die
Entzündungsparameter sowie die immun- und infektserologischen Abklärungen
unauffällig gezeigt. Am ehesten sei von einer mechanisch-statischen Fehlbelastung
durch die Schonhaltung im Rahmen der linksseitigen Fussschmerzen auszugehen.
Dem Patienten seien ein konsequentes Tragen von Schuheinlagen sowie eine aktive
Physiotherapie zur Kräftigung der Beinmuskulatur zu empfehlen (IV-act. 29).
A.j Am 26. Mai 2016 verfügte die IV-Stelle gemäss ihrem Vorbescheid. Zu den
Einwänden verwies sie auf die Stellungnahme des RAD. Eine angepasste, vorwiegend
sitzende Tätigkeit sei zu 100% zumutbar. Ein Anspruch auf berufliche Massnahmen
bestehe nicht, da eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit vorliege
(IV-act. 32).
B.
B.a Dagegen erhob der Versicherte am 30. Juni 2016 Beschwerde mit dem Antrag, die
Verfügung vom 26. Mai 2016 sei aufzuheben und ihm seien die gesetzlichen
Leistungen auszurichten; eventualiter sei die Angelegenheit zur Durchführung weiterer
Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung machte er
im Wesentlichen geltend, dass von einem ungenügend abgeklärten und unklaren
Sachverhalt auszugehen sei. Entgegen der Beurteilung der Beschwerdegegnerin dürfe
nicht davon ausgegangen werden, dass klarerweise eine 100%ige adaptierte
Arbeitsfähigkeit erreicht werden könne. Ohne Klarheit über die Wirkung einer
orthopädietechnischen Versorgung könne nicht von einem ausreichend stabilen
Gesundheitszustand gesprochen werden. Im Weiteren lasse sich den Akten der
Beschwerdegegnerin nicht entnehmen, dass die Voraussetzungen für die einzelnen
Eingliederungsmassnahmen geprüft worden wären. Vielmehr sei einzig auf die
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Mitteilung des Beschwerdeführers im August 2015, dass er seine selbständige
Erwerbstätigkeit nicht aufgeben wolle, abgestellt worden. Die Beschwerdegegnerin
hätte nicht ohne Prüfung des genauen Sachverhaltes berufliche Massnahmen ablehnen
dürfen, da offensichtlich sei, dass er als gelernter Koch, der stets nur in diesem Beruf
tätig gewesen sei, nicht ohne Unterstützung in einem ihm unbekannten neuen
Berufsfeld Fuss fassen könne (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Beschwerdeantwort vom 8. August
2016 die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie an, dass auf den
Antrag betreffend berufliche Massnahmen nicht einzutreten sei, da der
Beschwerdeführer gegen die Mitteilung keine rechtlichen Schritte unternommen habe.
Die Einwände des Beschwerdeführers seien nicht stichhaltig. Es gebe keine Hinweise
darauf, dass Dr. D._ den Beschwerdeführer nicht ausführlich und kompetent
untersucht habe. Aus den Ausführungen von Dr. D._ könne ohne Weiteres abgeleitet
werden, wie eine optimale orthopädietechnische Versorgung ausgestaltet werden
müsste. Der Beschwerdeführer habe aufgrund der Selbsteingliederungs- und
Schadenminderungspflicht diese Vorkehren zu treffen. Eine Anmeldung zur
Hilfsmittelversorgung werde empfohlen. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
sei auch die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. D._ eindeutig. Die Aussage, dass mit
einer optimalen orthopädietechnischen Versorgung mit einer Arbeitsfähigkeit von
75-100% gerechnet werden könne, beziehe sich auf seine Tätigkeit als Koch. Der
Beschwerdeführer habe als Hilfskoch ein monatliches Einkommen von Fr. 5'000.--
erzielt. Seine in E._ erworbenen beruflichen Kenntnisse würden ihm somit nicht die
Möglichkeit verschaffen, eine Arbeitsstelle zu bekommen, bei der man eine
Berufsausbildung als Koch voraussetze. Im Übrigen lege er kein Zertifikat vor, das ihm
eine in E._ abgeschlossene Ausbildung als Koch bescheinige. Deshalb sei von einem
Valideneinkommen von Fr. 65'000.-- auszugehen. Das Invalideneinkommen betrage
gestützt auf die LSE 2012 im Kompetenzniveau 1 Fr. 65'654.--. Der Beschwerdeführer
habe somit keinen Anspruch auf eine Invalidenrente (act. G 4).
B.c In der Replik vom 12. Oktober 2016 hielt der Beschwerdeführer an seinen
Rechtsbegehren fest. Er führte an, berufliche Massnahmen seien Gegenstand des
Verfahrens, da sie in der Verfügung abgelehnt worden seien. Entgegen den
Ausführungen der Beschwerdegegnerin sei die Schlussfolgerung, dass in der
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angestammten Tätigkeit eine 100% Arbeitsfähigkeit möglich sei, nicht aktenkundig und
widerspreche den Ausführungen von Dr. D._ sowie von Dr. F._. Im Weiteren habe
er eine mehrjährige berufliche Ausbildung zum Koch und Konditor absolviert, u.a. eine
fünfjährige Ausbildung in der Gastronomie mit der Fachrichtung Service und Küche und
nachfolgend eine Weiterbildung zur Fachbereich im Bereich Ernährung. Dass er in der
Schweiz nur als Hilfskoch angestellt worden sei, sei aufgrund der geringen
Deutschkenntnisse nachvollziehbar. Deshalb sei beim Valideneinkommen auf das
Kompetenzniveau 2 und nicht auf das Niveau 1 abzustellen (act. G 8).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (vgl. act. G
10).

Erwägungen
1.
1.1 Am 25. September 2015 hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer
mitgeteilt, dass keine beruflichen Massnahmen angezeigt seien, da er
selbständigerwerbend im Bereich Gastronomie tätig sei (IV-act. 18). Damit hat die
Beschwerdegegnerin aber offensichtlich nicht alle beruflichen Massnahmen, sondern
lediglich ein Anspruch auf Arbeitsvermittlung verneint. Dies ergibt sich ohne Weiteres
aus dem Kontext der Mitteilung, bzw. aus den entsprechenden Protokollen der
Beschwerdegegnerin, in denen festgehalten worden ist, dass der Beschwerdeführer
seine Selbständigkeit erhalten bzw. diese zurzeit nicht aufgeben wolle.
1.2 Mit ihrer angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen Anspruch
des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente sowie auf (alle) berufliche Massnahmen,
also insbesondere auch auf eine Umschulung, mit der Begründung verneint, dass eine
100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit vorliege. Streitig und
vorliegend zu prüfen ist somit der Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der
Invalidenversicherung; der Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche
Massnahmen ist also entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin durchaus
Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Wie der Beschwerdeführer zu Recht geltend
macht, hat es die Beschwerdegegnerin allerdings unterlassen, bezüglich des
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Anspruchs auf berufliche Massnahmen das gesetzlich vorgesehene
Vorbescheidverfahren durchzuführen. Die Verfügung leidet deshalb in diesem Punkt an
einem formellen Mangel und erweist sich in verfahrensrechtlicher Hinsicht als
rechtswidrig.
2.
2.1 Einen Rentenanspruch haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können,
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid
sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Gemäss
Art. 28a Abs. 1 des IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
2.2 Der Beschwerdeführer ist seit seiner Einreise in die Schweiz im Jahr 20_ in
verschiedenen Hotels als Koch angestellt gewesen und hat dabei ein Einkommen von
durchschnittlich ca. Fr. 5'000.-- erzielt (vgl. IV-act. 10, 12). Im Jahr 2012 hat er sich mit
einem eigenen Restaurant selbständig gemacht. Die Beschwerdegegnerin ist bei der
Bemessung des Valideneinkommens davon ausgegangen, dass die angestammte
Tätigkeit des Beschwerdeführers diejenige eines ungelernten Kochs sei und hat ein
Jahreseinkommen von Fr. 65'000.-- als Valideneinkommen herangezogen (vgl. IV-act.
16, 22). Sie hat gestützt auf das in der Schweiz erzielte Einkommen angenommen,
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dass die vom Beschwerdeführer in seinem Heimatland erworbenen beruflichen
Kenntnisse nicht mit einer Schweizer Berufsausbildung als Koch zu vergleichen seien.
Dabei hat die Beschwerdegegnerin ausser Acht gelassen, dass die Ausübung einer
unterdurchschnittlich entlöhnten Arbeit auch auf arbeitsmarktliche Zwänge oder auf
andere äussere Einflüsse – erwähnt werden z.B. die geringen Deutschkenntnisse des
Beschwerdeführers – zurückgeführt werden könnte. Hinzu kommt, dass die
eingereichten Zertifikate (IV-act. 2) darauf hindeuten und der Beschwerdeführer zudem
glaubhaft darlegt, dass er in seinem Heimatland durchaus eine qualifizierte
Berufsausbildung absolviert hat. Die Beschwerdegegnerin hat es entsprechend
versäumt, sich mit der Frage nach der überwiegend wahrscheinlichen Validenkarriere
des Beschwerdeführers auseinanderzusetzen. Insgesamt ist die Validenkarriere des
Beschwerdeführers mangels einer ausreichenden (insbesondere berufsberaterischen)
Abklärung nicht hinreichend erstellt, sodass das Valideneinkommen nicht hat bestimmt
werden können. Dies hat einen Einkommensvergleich zur Bestimmung des
Invaliditätsgrads von vornherein ausgeschlossen. Die angefochtene Verfügung ist somit
in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ergangen. Die
Sache ist deshalb zur Durchführung der notwendigen, insbesondere
berufsberaterischen Abklärung der Validenkarriere und damit des Valideneinkommens
des Beschwerdeführers an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
2.3 Um das Invalideneinkommen zu bestimmen und damit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, muss die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer
adaptierten Tätigkeit im Verfügungszeitpunkt feststehen. Entsprechend muss der
medizinische Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt sein. Dies ist mit Blick auf die
vorliegenden medizinischen Akten nicht der Fall. Die Beschwerdegegnerin hat sich in
ihrer rentenabweisenden Verfügung insbesondere auf das vom
Krankentaggeldversicherer veranlasste Gutachten von Dr. D._ vom 4. Dezember
2015 (IV-act. 38) sowie auf die RAD-Stellungnahmen vom 25. Januar und 12. Mai 2016
(IV-act. 21, 31) gestützt. Das Gutachten von Dr. D._ vermag in Bezug auf die
erhobenen Befunde und gestellten Diagnosen nicht zu überzeugen. Insbesondere fehlt
es an einer plausibel begründeten Herleitung der gestellten Diagnosen, weshalb die
daraus abgeleitete Arbeitsfähigkeitsschätzung ebenfalls nicht überzeugt. Darüber
hinaus hat sich der Gutachter auch nicht mit den von ihm selbst angesprochenen
Schwierigkeiten bei der Befragung des Beschwerdeführers und diesbezüglichen
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etwaigen Inkonsistenzen auseinandergesetzt. Hinzu kommt, dass selbst der RAD
offenbar lediglich mangels anderslautender Befunde (vgl. IV-act. 21-4) auf das
Gutachten abgestellt hat. Entsprechend beruht die vom RAD und der
Beschwerdegegnerin getroffene Annahme einer 100%igen adaptierten Arbeitsfähigkeit
auf einer ungenügenden medizinischen Grundlage und vermag deshalb nicht zu
überzeugen. Der medizinische Sachverhalt erweist sich deshalb ebenfalls als
ungenügend abgeklärt (Art. 43 Abs. 1 ATSG). Im Weiteren ist anzumerken, dass selbst
wenn der medizinische Sachverhalt als genügend abgeklärt zu erachten wäre, Dr.
D._ keine für die Bestimmung des Invaliditätsgrades taugliche
Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben hat. Dr. D._ hat sich nämlich nicht auf eine
medizinische Arbeitsfähigkeitsschätzung beschränkt, sondern eine Arbeitsfähigkeit
bzw. Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers vom Ausgang einer im
Verfügungszeitpunkt noch nicht durchgeführten, orthopädietechnischen Versorgung
des betroffenen Fusses, d.h. einer allfälligen Hilfsmittelversorgung, abhängig gemacht.
2.4 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung in Verletzung der
Untersuchungspflicht bezüglich der Validenkarriere bzw. des Valideneinkommens
sowie hinsichtlich des medizinischen Sachverhaltes ergangen und somit auch in
materieller Hinsicht als rechtswidrig aufzuheben.
3.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin somit in erster Linie die notwendigen
Abklärungen betreffend die Validenkarriere bzw. das Valideneinkommens vorzunehmen
sowie die erforderlichen medizinischen Abklärungen nachzuholen. Sollte sich nach
Durchführung dieser Abklärungen im Rahmen eines Einkommensvergleichs
herausstellen, dass das Valideneinkommen dem Invalideneinkommen (vorliegend wohl
einem Hilfsarbeitereinkommen) gegenübergestellt eine Erwerbseinbusse von 40% oder
mehr ergäbe, käme in einem nächsten Schritt der Grundsatz "Eingliederung vor Rente"
zur Anwendung. Dies würde bedeuten, dass die Beschwerdegegnerin im Rahmen ihrer
Eingliederungspflicht zu prüfen hätte, ob die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
mit einem Hilfsmittel, d.h. konkret mit der vom Gutachter als notwendig erachteten,
orthopädietechnischen Versorgung, noch verbessert werden könnte. Würde diese
Eingliederungsmassnahme nicht ausreichen, käme in einem weiteren Schritt die
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Prüfung und Durchführung einer – gegebenenfalls auch gestützt auf Art. 21 Abs. 4
ATSG durchzusetzende – Umschulung in Betracht. Dies wäre insbesondere dann der
Fall, wenn der Beschwerdeführer in einer anderen Tätigkeit mit vergleichbaren
Verdienstaussichten wie im erlernten Beruf eine höhere Arbeitsleistung erbringen
könnte.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 26. Mai 2016 aufzuheben. Die Sache
ist zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die Rückweisung
der Sache zur ergänzenden Abklärung und neuen Beurteilung an die Verwaltung ist als
volles Obsiegen des Beschwerdeführers zu werten (BGE 132 V 215 E. 6.2).
Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist
dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Die
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat eine Honorarnote über Fr. 3'998.60
eingereicht (act. G 11.1). Diesbezüglich ist festzuhalten, dass ein durchschnittlich
aufwendiger IV-Rentenfall in der Regel mit Fr. 3'500.-- entschädigt wird. Im
vorliegenden Fall ist das Aktendossier jedoch wenig umfangreich, sodass der Aufwand
bis zur nötigen Kenntnis des massgeblichen Sachverhalts verhältnismässig gering
gewesen ist. Deshalb ist von einem unterdurchschnittlichen Vertretungsaufwand
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auszugehen. Eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 2'800.-- (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer) erscheint daher als angemessen.