Decision ID: 241a446b-1e57-4c14-831a-da147364550c
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
R._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Niels Möller, Bahnhofstrasse 26, 9320 Arbon,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a R._, geboren 1955, meldete sich am 19. Oktober 2004 zum Bezug von IV-
Leistungen an. Er gab an, infolge unfallbedingter Verletzungen des rechten Knies seit
28. August 2003 an einer Arthrose und schmerzhaften Entzündung zu leiden (act.
G 4.1/3).
A.b Der behandelnde Dr. med. A._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte im Arztbericht vom
17. Dezember 2004 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten eine
Pangonarthrose bei Status nach subtotaler medialer Meniskektomie und lateraler
Teilmeniskektomie 5/97 rechts und 0-Achse sowie eine chronische Bursitis
präpatellaris rechts. Für die angestammte Tätigkeit des Versicherten als B._ bestehe
seit 2. November 2004 bis auf weiteres eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Zuvor
attestierte er vom 29. August bis 9. September 2003 eine 30%ige, vom 10. September
2003 bis 21. Oktober 2004 eine 50%ige und vom 22. Oktober bis 1. November 2004
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die Leistungsfähigkeit des Versicherten für andere
zumutbare Tätigkeiten müsse im Rahmen einer Begutachtung bestimmt werden (act.
G 4.1/12.3 ff.).
A.c Am 26. April 2005 führte die IV-Stelle eine Abklärung der selbstständigen
Erwerbstätigkeit an Ort und Stelle durch. Die Abklärungsperson ermittelte im
Abklärungsbericht vom 29. Juni 2005 anhand eines Tätigkeitsvergleiches eine
Einschränkung von 74% (act. G 4.1/22).
A.d Dr. med. C._, Facharzt FMH für Chirurgie und Unfallmedizin, erstattete am
2. Juni 2005 im Auftrag der National Versicherung als zuständiger Unfallversicherer ein
medizinisches Gutachten. Er berichtete, dass der Versicherte in der Vergangenheit
mehrere unfallbedingte Verletzungen am rechten Knie erlitten habe (Unfälle vom 5.
August 1996, 30. August 1996, 29. März 1997, 24. August 2003 und 21. Oktober 2004).
Zu diagnostizieren seien: Status nach subtotaler Meniskektomie medial rechts (nahezu
vollständige Entfernung des Innenmeniskus); Status nach Teilmeniskektomie am
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Hinterhorn des lateralen Meniskus rechts (Teilentfernung des Aussenmeniskus); Status
nach perforierender Knieverletzung, angeblich durch die Patella hindurch, mit
nachfolgender (Infekt-?) Arthritis (infektiöser Gelenkentzündung); Status nach ventraler
Kniekontusion mit traumatischer Bursitis praepatellaris rechts (Knieprellung mit
unfallbedingter Schleimbeutelentzündung); meniskoprive medialbetonte femorotibiale
Gonarthrose rechts (vorzeitiger Verschleiss im Gelenk zwischen Ober- und
Unterschenkel, vorwiegend im inneren Gelenkanteil, begünstigt durch den fehlenden
Innenmeniskus); femoropatellare Gonarthrose rechts (vorzeitiger Verschleiss im Gelenk
zwischen Kniescheibe und Oberschenkel); beginnende Coxarthrose rechts (vorzeitiger
Verschleiss im Hüftgelenk) und Adipositas. Die Beschwerden des Kniegelenkes seien
unfallbedingt, die Hüftleiden hingegen nicht. Auch die Hüftleiden hätten Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit (Schmerzen, verminderte Belastbarkeit). Bezüglich der
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als B._ hielt Dr. C._ Folgendes fest:
In der B._-Werkstatt sei von einer zeitlichen Einschränkung von ca. 33%
auszugehen. Leistungsmässig bestehe gleichzeitig eine Reduktion von 33%, da
längeres Stehen am Ort und das Tragen von Lasten ungünstig seien. Für Tätigkeiten
auf dem Bau bestehe eine 66%ige Arbeitsfähigkeit. Tätigkeiten auf dem Dach seien
nicht mehr zumutbar. Die dem Versicherten als Geschäftsinhaber anfallenden
administrativen Aufgaben könnten weitgehend uneingeschränkt ausgeübt werden. Für
leidensadaptierte Tätigkeiten (administrative Arbeiten) bestehe keine ins Gewicht
fallende Einschränkung (act. G 4.2).
A.e Am 15. März 2006 wurde die berufsberaterische Abklärung abgeschlossen.
Berufliche Massnahmen hätten nicht ausgeschöpft werden können, da der Versicherte
seine bisherige Tätigkeit nicht habe aufgeben wollen (act. G 4.1/35).
A.f Im Vorbescheid vom 3. August 2006 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, gestützt auf den ermittelten Invaliditätsgrad von 33% einen Rentenanspruch
zu verneinen (act. G 4.1/44). Mit Vorbescheid vom 4. August 2006 teilte sie dem
Versicherten mit, dass die Arbeitsvermittlung abgeschlossen werde (act. G 4.1/46).
B.
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B.a Gegen die Vorbescheide vom 3. und 4. August 2006 erhob der Versicherte am
4. September 2006 je Einwand und beantragte die Gewährung von beruflichen
Massnahmen (act. G 4.1/50) und die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente ab 29.
August 2004 (act. G 4.1/51). Am 30. November 2006 reichte der Versicherte
ergänzende Begründungen ein. Bezüglich des Anspruchs auf berufliche Massnahmen
gab er an, dass er "an einer zweckmässigen und seiner Behinderung angepassten
beruflichen Massnahme zur Verbesserung seiner Erwerbstätigkeit interessiert" sei. Die
erforderlichen Voraussetzungen seien erfüllt (act. G 4.1/58). Was den Rentenanspruch
anbelange, so sei zur Ermittlung des Invaliditätsgrades nicht ein Einkommensvergleich,
sondern das ausserordentliche Bemessungsverfahren – ein erwerblich gewichteter
Betätigungsvergleich – heranzuziehen. Selbst wenn ein Einkommensvergleich
Anwendung fände, so sei zur Ermittlung des Valideneinkommens auf das
durchschnittliche Ergebnis mindestens der letzten drei Jahre und nicht bloss auf die
beiden unmittelbar vor Eintritt der Invalidität erzielten Jahreseinkommen abzustellen.
Ausserdem sei der Abzug des Lohnanspruchs für die Ehefrau des Versicherten
unzulässig. Ferner sei bei Anwendung des Einkommensvergleichs ein Leidensabzug
von 25% zu gewähren. Aus dem beigelegten Gutachten von Dr. A._ vom 24. August
2006 (act. G 4.1/60) gehe im Übrigen u.a. hervor, dass dem Versicherten unter
bestimmten Voraussetzungen eine körperlich leichte Tätigkeit zu ca. 90% zumutbar sei
(act. G 4.1/59).
B.b Mit Verfügung vom 10. Mai 2007 lehnte die IV-Stelle einen Rentenanspruch des
Versicherten ab. Für leidensadaptierte Tätigkeiten bestehe eine 90 bis 100%ige
Arbeitsfähigkeit. Die Bestimmung des Valideneinkommens sei korrekt erfolgt. Bei der
Ermittlung des Invalideneinkommens sei ein 10%iger Leidensabzug berücksichtigt
worden. Die Berechnung des Invaliditätsgrades nach der ausserordentlichen
Bemessungsmethode sei nicht angezeigt. Bezüglich beruflicher Massnahmen werde
ein neuer Auftrag an die IV-Berufsberatung erteilt (act. G 4.1/61).
C.
C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 12. Juni 2007. Der
Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten- und Entschädigungsfolge die
Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Rückweisung der Sache zur
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Neubeurteilung. Eventualiter sei ihm ab 29. August 2004 eine ganze Invalidenrente
zuzusprechen. In formeller Hinsicht rügt er eine schwere Verletzung des rechtlichen
Gehörs, da die Beschwerdegegnerin die Begründungspflicht verletzt habe. Die
angefochtene Verfügung äussere sich lediglich mit einem Satz zur Wahl der
Bemessungsmethode, ohne auf die im Einwand vorgebrachten Argumente näher
einzugehen. Sie sei deshalb aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Sollte die Sache wider Erwarten nicht zur
Neubeurteilung zurückgewiesen werden, so werde in materieller Hinsicht festgehalten,
dass im zu beurteilenden Fall eine Bemessung des Invaliditätsgrades nach der
ausserordentlichen Methode des erwerblich gewichteten Betätigungsvergleichs
vorzunehmen sei. Es lasse sich nicht feststellen, in welchem Ausmass sich die
gesundheitsbedingte Verminderung der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers
erwerblich auswirke. Daher sei ein erwerblich gewichteter Betätigungsvergleich
vorzunehmen. Im Übrigen lautet die Begründung gleich, wie diejenige der ergänzenden
Eingabe im Vorbescheidverfahren vom 30. November 2006 (act. G 1).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 14. August
2007 die Beschwerdeabweisung. Die Bemessung des Invaliditätsgrades habe nach der
Methode des Einkommensvergleichs zu erfolgen. Gemäss IK-Einträge habe der
Beschwerdeführer zwischen 1990 und 2002 durchschnittlich Fr. 90'000.-- verdient.
Dabei sei zu beachten, dass er dafür ein Pensum von 150% habe leisten müssen.
Schon aus diesem Grund hätte er mit einem normalen Pensum Fr. 60'000.-- statt
Fr. 90'000.-- verdient. Rechtsprechungsgemäss (ZAK 1985, S. 471) sei nämlich nur die
normale Leistungsfähigkeit einer versicherten Person versichert. Ansonsten sei auch
beim Invalideneinkommen ein Pensum von 150% zu berücksichtigen. Zudem sei der
Lohn für die Arbeit des Schwiegervaters und der Ehefrau des Beschwerdeführers im
Betrag von Fr. 18'356.-- vom Valideneinkommen abzuziehen. Daraus resultiere ein
Jahreseinkommen von Fr. 42'688.--, das deutlich unter den Tabellenlöhnen liege.
Deshalb werde der Beschwerdeführer, der in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu
100% arbeitsfähig sei, keine Erwerbseinbusse erleiden. Die angefochtene Verfügung
sei im Ergebnis richtig (act. G 4).
C.c In der Replik vom 9. November 2007 bringt der Beschwerdeführer vor, dass die
Ausführungen der Beschwerdegegnerin zur höchstrichterlichen Rechtsprechung auf
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den vorliegenden Fall nicht anwendbar seien, da sich diese mit der Festlegung des
hypothetischen Aufgabenbereiches einer im Betrieb des Ehemannes mitarbeitenden
und gleichzeitig den Haushalt führenden Versicherten befasst habe. Dabei sei in
zutreffender Weise festgehalten worden, dass in derartigen Fällen die für die
Invaliditätsbemessung massgebende hypothetische Gesamtbelastung ohne
gesundheitliche Beeinträchtigung das nach den konkreten Umständen übliche und
zumutbare Mass nicht überschreiten dürfe. Im Gegensatz zu diesem Fall gehe es im
vorliegend zu beurteilenden jedoch nicht um die Frage der Festlegung einer
hypothetischen Arbeitsbelastung. Die entsprechenden Ausführungen der
Beschwerdegegnerin seien daher unbehelflich. Im Übrigen verweist der
Beschwerdeführer auf die Vorbringen der Beschwerdeschrift vom 12. Juni 2007 (act.
G 12).
C.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 14).
C.e Auf Ersuchen der Verfahrensleitung hin (act. G 16) reicht die Beschwerdegegnerin
am 29. Dezember 2008 die ab 17. Juli 2007 ergangenen Akten ein (act. G 17).

Erwägungen:
1.
In formeller Hinsicht macht der Beschwerdeführer eine Verletzung des rechtlichen
Gehörs geltend. Die Beschwerdegegnerin habe ihre Begründungspflicht verletzt.
Gestützt darauf ersucht er im Hauptantrag um Rückweisung der Sache (act. G 1). Die
Beschwerdegegnerin hat sich im Beschwerdeverfahren nicht zur Frage der
Gehörsverletzung geäussert, sondern beschränkte sich auf Ausführungen zur
materiellen Rechtslage (act. G 4).
1.1 Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll
entsprechen (Art. 49 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die grundsätzliche Pflicht einer Behörde,
ihren Entscheid zu begründen, folgt aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör. Die
Begründung muss so abgefasst sein, dass der Betroffene den Entscheid
gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz
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die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf
welche sich ihr Entscheid stützt (BGE 112 Ia 107 E. 2b mit Hinweisen; BGE 118 V 58).
Die Verwaltung darf sich nicht damit begnügen, die von der betroffenen Person
vorgebrachten Einwendungen zur Kenntnis zu nehmen und zu prüfen; sie hat ihre
Überlegungen auch namhaft zu machen und sich dabei ausdrücklich mit den
Einwendungen auseinander zu setzen oder zumindest die Gründe anzugeben, weshalb
sie gewisse Gesichtspunkte nicht berücksichtigen kann (BGE 124 V 183 E. 2b). Eine –
nicht besonders schwerwiegende – Verletzung des rechtlichen Gehörs kann dann als
geheilt gelten, wenn der Betroffene die Möglichkeit erhält, sich vor einer
Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei
überprüfen kann. Diese Voraussetzung ist im Fall des Versicherungsgerichts erfüllt (vgl.
Art. 61 lit. c ATSG i.V.m. Art. 46 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP;
sGS 951.1]).
1.2 Im Vorbescheidverfahren vertrat der Beschwerdeführer im Hauptstandpunkt mit
eingehender Begründung die Auffassung, dass zur Bestimmung des Invaliditätsgrades
nicht ein Einkommensvergleich, sondern die ausserordentliche Bemessungsmethode
heranzuziehen sei (act. G 4.1/59.3 f.). Hierzu hielt die Beschwerdegegnerin in der
angefochtenen Verfügung lediglich fest, dass die Berechnung des Invaliditätsgrades
nach der ausserordentlichen Bemessungsmethode "nicht angezeigt sei". Bei dieser
Aussage handelt es sich jedoch nicht um eine Begründung, sondern um eine blosse
Behauptung der Beschwerdegegnerin, die sich in keiner Weise mit den Vorbringen des
Beschwerdeführers auseinandersetzt. Im Übrigen beschränkte sie sich auf
Ausführungen zum vorgenommenen Einkommensvergleich. Auch bezüglich der
strittigen Frage des Leidensabzuges findet sich keine Auseinandersetzung mit den
Vorbringen des Beschwerdeführers (act. G 4.1/61.2). Die Frage, ob eine schwere, einer
Heilung nicht zugängliche Gehörsverletzung vorliegt, kann indessen offen gelassen
werden, da die angefochtene Verfügung aus materiellen Gründen aufzuheben und die
Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, wie sich aus nachfolgenden
Erwägungen ergibt.
2.
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In materieller Hinsicht beantragt der Beschwerdeführer eventualiter die Zusprache einer
ganzen Invalidenrente (act. G 1). Der allfällige Anspruch auf berufliche Massnahmen
bildet nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung.
2.1 Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des IVG
in Kraft getreten. Weil in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze
massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes
Geltung haben (BGE 127 V 467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis
zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung vom 10. Mai 2007 eingetretenen
Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366 E. 1b), sind vorliegenddie bis zum
31. Dezember 2007 geltenden materiellen Bestimmungen anwendbar.
2.2 Als Invalidität gilt gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder
länger dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG hat
die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70%,
auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie
mindestens zu 50% oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid
ist.
2.3 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad auf Grund eines
Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). Der
Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden
hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und
einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen
ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im
Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und sind die so gewonnenen
Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Lassen sich die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an
die spezifische Methode für Nichterwerbstätige (Art. 27 der Verordnung über die
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Invalidenversicherung [IVV; SR 831.20]) bei selbstständig Erwerbenden ein
Betätigungsvergleich anzustellen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der
erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten
erwerblichen Situation zu bestimmen. Der grundsätzliche Unterschied des
ausserordentlichen Bemessungsverfahrens zur spezifischen Methode für
Nichterwerbstätige besteht darin, dass die Invalidität nicht unmittelbar nach Massgabe
des Betätigungsvergleichs als solchem bemessen wird. Vielmehr ist zunächst anhand
des Betätigungsvergleichs die leidensbedingte Behinderung festzustellen; sodann aber
ist diese im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung besonders zu gewichten. Eine
bestimmte Einschränkung im funktionellen Leistungsvermögen einer erwerbstätigen
Person kann zwar, braucht aber nicht notwendigerweise eine Erwerbseinbusse
gleichen Umfangs zur Folge zu haben (vgl. BGE 128 V 30 f. E. 1 mit Hinweisen).
2.4 Bei Selbstständigerwerbenden ist das für die Invaliditätsbemessung massgebende
Erwerbseinkommen einzig auf Grund ihrer eigenen Mitarbeit im Betrieb zu bestimmen.
Abzustellen ist auf jene Einkünfte, welche die versicherte Person selbst durch ihr
eigenes Leistungsvermögen in zumutbarer Weise realisieren kann (Art. 25 Abs. 2 IVV).
Die Gegenüberstellung der vor und nach Eintritt eines
invalidenversicherungsrechtlichen Versicherungsfalles in einem Gewerbebetrieb
realisierten Geschäftsergebnisse nach Massgabe der Einkommensvergleichsmethode
lässt daher zuverlässige Schlüsse auf die invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse nur dort
zu, wo mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann, dass die
Betriebsergebnisse durch invaliditätsfremde Faktoren beeinflusst worden sind.
Tatsächlich sind aber für die jeweiligen Geschäftsergebnisse eines Gewerbebetriebes
häufig zahlreiche schwer überblickbare Komponenten wie etwa die Konjunkturlage, die
Konkurrenzsituation, der kompensatorische Einsatz von Familienangehörigen,
Unternehmensbeteiligten oder Mitarbeitenden von massgeblicher Bedeutung. Eine
verlässliche Ausscheidung der auf solche (invaliditätsfremde) Faktoren
zurückzuführenden Einkommensanteile einerseits und der auf dem eigenen
Leistungsvermögen der versicherten Person beruhenden Einkommensschöpfung
andererseits ist in solchen Fällen in der Regel auf Grund der Buchhaltungsunterlagen
nicht möglich, sodass die Invaliditätsbemessung nach der Methode des
ausserordentlichen Bemessungsverfahrens zu erfolgen hat (Urteil des Bundesgerichts
vom 18. Januar 2008, I 981/06, E. 6.2 mit Hinweis auf AHI 1998 S. 251 E. 4a).
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3.
3.1 In medizinischer Hinsicht gehen die Ärzte im Wesentlichen von denselben
Beschwerdebildern aus, und es steht nach der Lage der Akten fest, dass der
Beschwerdeführer im massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses für
administrative Arbeiten zu 100%, für Arbeiten in der Werkstatt und auf dem Bau zu
66% arbeitsfähig ist. Für Tätigkeiten auf dem Dach besteht eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit (act. G 4.2).
3.2 Dem Beschwerdeführer ist beizupflichten, dass die Invaliditätsbemessung
entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht nach der
Einkommensvergleichsmethode durchzuführen ist. Denn weder die von der
Beschwerdegegnerin beigezogenen Geschäftsabschlüsse der Jahre 2001 bis 2004
noch die IK-Auszüge enthalten aussagekräftige Grundlagen darüber, in welchem
Ausmass das Geschäftsergebnis jeweils durch die gesundheitlichen
Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers oder durch invaliditätsfremde Faktoren wie
wirtschaftliche Strukturveränderungen oder konjunkturelle Schwankungen beeinflusst
worden ist. Dass der Beschwerdeführer, seine Familienangehörigen und
Mitarbeitenden die Folgen dieser Entwicklung durch Anpassungen des Betriebes
auszugleichen suchten, ist ohne weiteres nachvollziehbar und mit Blick auf die den
versicherten Personen obliegende Schadenminderungspflicht auch zu verlangen (zur
Schadenminderungs- und Selbsteingliederungspflicht vgl. BGE 113 V 28 E. 4a; AHI
2001 S. 282 E. 5a/aa). Unter diesen Umständen und bei dem langjährigen Verlauf der
gesundheitlichen Einflüsse auf das Geschäftsergebnis ist es praktisch nicht möglich,
die invaliditätsbedingten Einflüsse auf das Geschäftsergebnis von den übrigen
genannten abzugrenzen und das hypothetische Validen- und Invalideneinkommen
zuverlässig zu bestimmen. Nach dem Gesagten ist der Invaliditätsgrad gestützt auf die
ausserordentliche Bemessungsmethode eines erwerblich gewichteten
Betätigungsvergleichs zu ermitteln, wie der Beschwerdeführer zu Recht geltend macht.
Die Beschwerdegegnerin erachtete gestützt auf den Abklärungsbericht
Selbstständigerwerbende vom 29. Juni 2005 offenbar selbst die Vornahme eines
Betätigungsvergleichs als sachgerecht (act. G 4.1/21 und 22).
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3.3 Die Beschwerdegegnerin hat es bisher unterlassen, einen erwerblich gewichteten
Betätigungsvergleich vorzunehmen. In den Akten liegt lediglich der Abklärungsbericht
Selbstständigerwerbende vom 29. Juni 2005 (act. G 4.1/22), der beinahe 2 Jahre vor
Verfügungserlass und nicht in Kenntnis der in den Akten liegenden medizinischen
Gutachten erstellt worden ist. Vielmehr wurde ohne nähere Prüfung lediglich auf die
Angaben des Beschwerdeführers abgestellt. Die Beschwerdegegnerin hat ferner zu
Unrecht auf die Abklärung der Frage verzichtet, ob durch eine zumutbare adäquate
Umverteilung der Arbeit eine höhere Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
resultiert. Die Sache ist angesichts des veralteten und nicht aussagekräftigen
Abklärungsberichts vom 29. Juni 2005 an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen,
damit sie gestützt auf die ausserordentliche Bemessungsmethode über den
Leistungsanspruch des Beschwerdeführers neu befinde. Sie wird zunächst einen
aktuellen Betätigungsvergleich vorzunehmen haben. Dieser hat sämtlichen im
Tätigkeitsbereich des B._-Betriebes in den vom Beschwerdeführer
wahrgenommenen Funktionen anfallenden Aufgaben und Verrichtungen, deren
jeweiligem Anteil an der Gesamttätigkeit sowie der Leistungsbeeinträchtigung in den
einzelnen Teilbereichen unter Berücksichtigung der medizinischen Aktenlage Rechnung
zu tragen. Es geht um die Gegenüberstellung der funktionellen Leistungsfähigkeit mit
und ohne gesundheitliche Beschwerden. Die leidensbedingten Einschränkungen in den
einzelnen Teilbereichen sind sodann im Hinblick auf ihre erwerblichen Auswirkungen
besonders zu gewichten, bevor gemäss der Formel in BGE 128 V 33 E. 4c der
Invaliditätsgrad zu berechnen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 17. April 2007,
I 70/06, E. 6.1). Unter dem Aspekt der Schadenminderungspflicht (vgl. AHI 1998
S. 119) wird sodann die Frage abzuklären sein, wieweit dem Beschwerdeführer
zugemutet werden kann bzw. muss, die körperlich belastende Arbeit an die Mitarbeiter
zu delegieren und selbst stattdessen vermehrt leitende und administrative Arbeiten
sowie leichtere körperliche Tätigkeiten auszuführen bzw. ob durch eine zumutbare
adäquate Umverteilung der Arbeit eine bessere Restarbeitsfähigkeit resultiert (vgl. Urteil
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. Mai 2008, IV 2007/4,
bestätigt in Urteil des Bundesgerichts vom 19. Januar 2009, 9C_538/08, E. 4).
4.
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4.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom
10. Mai 2007 aufzuheben und die Sache ist im Sinn der Erwägungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als
volles Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6), weshalb die Beschwerdegegnerin die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen hat. Der vom Beschwerdeführer entrichtete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist diesem zurückzuerstatten.
4.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers hat auf die Einreichung einer Honorarnote verzichtet. Der
Bedeutung und Komplexität der Streitsache angemessen erscheint eine
Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht