Decision ID: 427d8f54-866a-5d7f-b3b2-ea4d6e2c1371
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
Y._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Advokat lic. iur. Martin Boltshauser, c/o procap, Froburgstrasse 4,
Postfach, 4601 Olten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
Y._ meldete sich am 2. April 1998 zum Bezug von IV-Leistungen an. Sie gab dabei
u.a. an, sie habe weder die Schule besucht noch einen Beruf erlernt. Dr. med. A._
berichtete am 4. Mai 1998, die Versicherte leide an einer lumboradikulären
Reizsymptomatik S1 rechts ohne neurologische Ausfälle bei einer Degeneration der
lumbalen Bandscheiben L3/4 und bei einer kleinen mediorechtslateralen Diskushernie
L4/5 ohne sichere Nervenwurzelkompression L5 rechts. Dr. med. A._ empfahl eine
MEDAS-Abklärung. Die IV-Stelle kam dieser Empfehlung nach. Die MEDAS Ostschweiz
führte in ihrem Gutachten vom 24. März 1999 aus, die Versicherte leide an einem
chronischen, wenig objektivierbaren Schmerzsyndrom panvertebral und
lumboischialgiform rechts und an einer psychischen Überlagerung eines primär
somatisch bedingten chronischen lumbospondylogenen bzw. lumboradikulären
Syndroms. Es liege eine enge Verflechtung von somatisch wenig objektivierbaren
funktionellen Beschwerden und psychischen Faktoren vor. Unter Berücksichtigung
beider Aspekte sei die Versicherte als Küchenhilfe zu 40% arbeitsunfähig. In einer
körperlich leichten, rückenadaptierten Arbeit betrage die Arbeitsunfähigkeit 30%. Im
Haushalt sei die Versicherte in ihrer Arbeitsfähigkeit nur zu 20% eingeschränkt, da sie
sich bei einzelnen Arbeiten helfen lassen und da sie beliebig Pausen einschalten könne.
Die IV-Stelle nahm am 2. Juni 1999 eine Haushaltabklärung vor. Laut dem
entsprechenden Bericht gab die Versicherte dabei an, ohne die Behinderung ginge sie
zu 50% einer Erwerbstätigkeit nach. Dies sei schon aus finanziellen Gründen unbedingt
erforderlich. Die IV-Stelle ermittelte anhand der Selbstangaben der Versicherten eine
Einschränkung im Haushalt von 72%. Die Abklärungsperson hielt dazu fest, die
Versicherte werde von ihrer Familie als schwerkrank angesehen. Tatsächlich bestehe
aber eine Arbeitsfähigkeit im Haushalt von 80%. Mit einer Verfügung vom 10. August
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1999 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren der Versicherten ab. Zur Begründung
führte sie aus, leichte Tätigkeiten ohne Heben von Lasten seien vollumfänglich
zumutbar. Deshalb liege gar keine Invalidität vor.
B.
Die Versicherte meldete sich am 2. Juli 2004 erneut zum Bezug von IV-Leistungen an.
Sie beantragte nur die Ausrichtung einer Invalidenrente. Im Anmeldeformular gab sie
an, sie leide an Rückenschmerzen und an einer Depression, sie sei zunehmend
behindert. Das Spital Altstätten teilte der IV-Stelle am 19. Juli 2004 mit, es beschäftige
die Versicherte seit August 2000 als Küchenangestellte. Die wöchentliche Arbeitszeit
der Versicherte betrage 15 Std. bei einer normalen Wochenarbeitszeit von 42 Std. Dr.
med. B._ berichtete der IV-Stelle am 27. Juli 2004, die Versicherte leide an einer
mittelschweren reaktiven Depression und - ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit - an
einem rezidivierenden lumbalen und zervikalen Schmerzsyndrom. Seit dem 2. Februar
2004 bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Die Versicherte habe am 16.
Dezember 2003 einen Unfall erlitten. Die Verletzungen seien vollständig ausgeheilt.
Vorübergehend sei der Gesundheitszustand sehr gut gewesen, so dass die Versicherte
kaum mehr Beschwerden gehabt habe. Dann sei der Sohn der Versicherten verhaftet
worden. Das habe zu einer schweren depressiven Krise geführt, so dass die
Versicherte habe hospitalisiert werden müssen. Aktuell sei die Versicherte bei Frau Dr.
med. C._ in Behandlung. Diese Ärztin attestiere die vollständige Arbeitsunfähigkeit.
Aus somatischer Sicht bestehe kein Grund für eine Arbeitsunfähigkeit. Der psychische
Zustand sei besserungsfähig. Die psychiatrische Klinik St. Pirminsberg berichtete der
IV-Stelle am 26. August 2004, die Versicherte leide an einer rezidivierenden
depressiven Störung (mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom), an einer
Somatisierungsstörung, an einem chronischen lumbalen Schmerzsyndrom und - ohne
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit - an einer Hashimoto Thyroiditis. Die Weiterbehandlung
sei einer Türkisch sprechenden Rheumatologin übertragen worden, da man keinen
sprachkundigen Psychotherapeuten gefunden habe. Dr. med. C._ berichtete der IV-
Stelle am 30. August 2004, die Versicherte leide an einer mittelgradigen depressiven
Episode, an einem chronischen lumbospondylogenen Syndrom beidseits bei schwerer
Dekonditionierung und V.a. Schmerzausweitung (degenerative Veränderungen,
Fehlhaltung, muskuläre Insuffizienz). Seit dem 19. April 2004 bestehe eine vollständige
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Arbeitsunfähigkeit als Küchenhilfe. Dr. med. C._ gab weiter an, sie behandle die
Versicherte, weil kurzfristig kein Türkisch sprechender Psychotherapeut habe gefunden
werden können. Sie denke, dass die depressive Symptomatik im Vordergrund stehe
und die erfolgreiche Behandlung der chronischen und inzwischen ausgeweiteten
Schmerzsymptomatik verhindere. Solange die depressive Symptomatik nicht besser
behandelt werden könne, seien therapeutische Massnahmen zur Behandlung der
Rückenbeschwerden kaum erfolgversprechend. Nicht nur die Arbeit als
Küchenangestellte, sondern auch jede andere Tätigkeit sei der Versicherten nicht mehr
zumutbar. Die Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie berichtete am 11.
April 2005, es liege eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome
vor. Die Versicherte sei seit März 2004 zu 100% arbeitsunfähig. Aufgrund des sehr
geringen Antriebs und der fast nicht vorhandenen Belastbarkeit sei die bisherige
Tätigkeit als Küchenhilfe praktisch nicht durchführbar.
C.
Die IV-Stelle nahm am 22. Februar 2005 erneut eine Haushaltabklärung vor. Laut dem
Abklärungsbericht gab die Versicherte dabei an, ohne die Behinderung wäre sie aus
finanziellen Gründen zu mindestens 50% erwerbstätig. Ihr Ehemann sei nämlich
arbeitslos und werde nur noch während sechs Monaten Taggelder erhalten. Die IV-
Stelle ermittelte eine Einschränkung im Haushalt von 59,85%. Anschliessend
beauftragte die IV-Stelle die MEDAS Ostschweiz mit einer interdisziplinären Abklärung.
Die MEDAS berichtete in ihrem Gutachten vom 25. August 2006, nach der ersten
Begutachtung im Jahr 1999 sei die Versicherte zweimal mehrere Wochen in der
psychiatrischen Klinik St. Pirminsberg hospitalisiert gewesen. Dabei hätten die
rezidivierenden depressiven Symptome mit somatischem Syndrom im Vordergrund
gestanden. Für die Versicherte selbst stünden aber die Schmerzen im ganzen Rücken
und in den Beinen, verbunden mit vegetativen Begleitbeschwerden, im Vordergrund.
Somatisch hinzugekommen sei eine Thyroiditis, die mit einer kleinen Eltroxin-Dosis
genügend substituiert sei. Bekannt sei eine Diskushernie L4/5 mit Kontakt zur Wurzel
L5 beidseits, wobei keine radikulären Ausfälle festzustellen seien. Bei der aktuellen
Untersuchung sei die LWS nur zu einem Drittel eingeschränkt bewegt worden. Die
Versicherte habe diffuse Beschwerden am Beckenkamm, beiden Oberschenkeln,
panvertebral und in der gesamten Nackenregion angegeben. Es seien viele Zeichen für
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ein nichtorganisches Krankheitsverhalten festzustellen gewesen, nebst der diffusen
Symptombeschreibung die hohe Schmerzbewertung, die weitgehende Erfolglosigkeit
bisheriger Behandlungen, das nicht plausible Ausmass der demonstrierten
Behinderung im Vergleich zu den objektivierbaren Befunden, die sehr tiefe Bewertung
der eigenen Leistungsfähigkeit und die Inkonsistenzen (Waddellzeichen). Die
psychiatrische Exploration habe eine mittelgradige depressive Störung mit
somatischem Syndrom und eine im Vordergrund stehende anhaltende somatoforme
Schmerzstörung ergeben. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für adaptierte
Tätigkeiten betrage 50% und für die Haushaltarbeit 20%, weil hier die Möglichkeit
bestehe, sich bei schweren Tätigkeiten helfen zu lassen. Die im
Haushaltabklärungsbericht aufgeführten hohen Einschränkungen beim Kochen, bei
Reinigungsarbeiten und bei der Kleiderpflege seien weder somatisch noch
psychiatrisch nachvollziehbar. Die Arbeitsunfähigkeit von 50% bestehe seit dem 22.
März 2004.
D.
Mit einem Vorbescheid vom 6. November 2006 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit,
dass von einem Haushaltanteil von 50% und von einem Erwerbsanteil von ebenfalls
50% auszugehen sei. Im Haushalt bestehe unter Berücksichtigung der
Schadenminderung durch die Angehörigen eine Leistungsfähigkeit von 80%. Im
Erwerb sei die Versicherte nicht eingeschränkt, da sie ja eine Leistung von 50%
erbringen könne. Die Einschränkung betrage somit insgesamt 10%. Die Versicherte
liess am 6. Dezember 2006 einwenden, sie sei als Vollerwerbstätige einzustufen. Sie
habe bei der Abklärung im Haushalt nur angegeben, sie würde zu mindestens 50%
arbeiten, wenn sie gesund wäre, weil ihr Ehemann damals noch ein
Arbeitslosentaggeld erhalten habe. Wäre das Taggeld tiefer gewesen, hätte sie bereits
damals eine höhere Erwerbstätigkeit angegeben. Unterdessen sei ihr Ehemann
ausgesteuert und die Familie beziehe Sozialhilfeleistungen. Da die Kinder volljährig und
selbständig seien, wäre sie gezwungen und in der Lage, vollzeitlich einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen. Mit einer Verfügung vom 4. Januar 2007 wies die IV-
Stelle das Leistungsbegehren der Versicherten ab. Sie begründete ihren Entscheid
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damit, dass der Aussage der ersten Stunde zum hypothetischen Erwerbsanteil ein
höherer Stellenwert zuzumessen sei als den späteren Aussagen, da letztere durch
versicherungsrechtliche Überlegungen beeinflusst würden. Ausserdem habe die
Versicherte in der Vergangenheit nie mehr als drei Stunden pro Tag gearbeitet und der
Ehemann der Versicherten sei voll leistungsfähig.
E.
Die Versicherte erhob am 5. Februar 2007 Beschwerde gegen diese
Abweisungsverfügung. Sie beantragte die Ausrichtung einer halben Rente und die
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung. Letzteres wurde ihr am 20. März 2007
bewilligt. In der Beschwerdebegründung machte sie geltend, der Hinweis auf den
höheren Stellenwert der Aussage der ersten Stunde gehe fehl, denn es gehe nicht um
die Würdigung ihrer Aussage bei der Haushaltabklärung, sondern um die Situation im
Zeitpunkt des Verfügungserlasses. Bei der Haushaltabklärung habe sie noch davon
ausgehen können, dass ihr Ehemann wieder eine Arbeit finden werde. Angesichts der
seit über einem Jahr anhaltenden Fürsorgeabhängigkeit dürfte dies aber immer
schwieriger werden. Deshalb sei davon auszugehen, dass sie heute vollzeitlich einer
Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Dies wäre ihr unter der Annahme einer vollen
Gesundheit zumutbar.
F.
Die IV-Stelle beantragte am 15. Juli 2007 die Abweisung der Beschwerde. Sie führte
aus, der Ehemann der Versicherten sei seit Februar 1998 arbeitslos. Bei der
Haushaltabklärung sei er also schon seit sieben Jahren arbeitslos und das jüngste Kind
sei längst volljährig gewesen. Die Situation habe sich demnach in den vergangenen
zwei Jahren nicht grundlegend geändert. Zudem habe die Versicherte nie voll
gearbeitet. Da die Versicherte an einer somatoformen Schmerzstörung leide, sei
fraglich, ob überhaupt eine IV-rechtlich relevante Einschränkung der Arbeitsunfähigkeit
vorliege. Die gesundheitliche Beeinträchtigung oder ihre Folgen seien nämlich
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praxisgemäss vermutungsweise mittels einer zumutbaren Willensanstrengung
überwindbar. Nur ausnahmsweise sei eine Invalidität anzunehmen.
G.
Die Versicherte reichte am 31. Mai 2007 die Bescheinigungen der
Arbeitslosenversicherung für 1998 bis 2005 und die Lohnausweise 2000 bis 2004 und
2006 ihres Ehemannes ein. Sie schloss aus diesen Belegen, dass die Behauptung der
IV-Stelle, ihr Ehemann gehe seit neun Jahren keiner Erwerbstätigkeit mehr nach, falsch
sei.
H.
Die IV-Stelle wandte am 6. Juni 2007 ein, die Lohnausweise der Stiftung D._
bestätigten, dass der Ehemann der Versicherten seit Februar 1998 arbeitslos sei.

Erwägungen:
1.
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich durch
einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Bei nichterwerbstätigen Versicherten im
Sinne von Art. 5 Abs. 1 IVG - so namentlich bei im Haushalt tätigen Personen - wird
hingegen für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Mass eine
Behinderung besteht, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28
Abs. 2 IVG i. V. m. Art. 27 IVV). Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen
versicherten Personen gilt unter anderem die übliche Tätigkeit im Haushalt sowie die
Erziehung der Kinder (Art. 27 IVV). Bei einer versicherten Person, die nur zum Teil
erwerbstätig wäre, wird die Invalidität diesbezüglich nach Art. 16 ATSG festgelegt.
Wäre sie daneben in einem Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese
Tätigkeit nach Art. 28 Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Falle sind die Anteile der
Erwerbstätigkeit und der Tätigkeit im anderen Aufgabenbereich festzustellen und der
Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen
(Art. 28 Abs. 1 IVG). Diese Art der Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss als
gemischte Methode bezeichnet. Gemäss Art. 27 Abs. 2 IVV ist nur der
bis
bis
ter
bis
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Einkommensvergleich anzustellen, wenn anzunehmen ist, dass die versicherte Person
im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne den Gesundheitsschaden
ganztägig erwerbstätig wäre. In ständiger Praxis prüft das Bundesgericht die Frage, ob
und gegebenenfalls in welchem Ausmass eine versicherte Person auch ohne den
Gesundheitsschaden im Aufgabenbereich tätig wäre, anhand der hypothetischen
Verhaltensweise der versicherten Person. Nach Ansicht des Bundesgerichts ist dazu
abzuklären, ob die versicherte Person ohne den Gesundheitsschaden mit Rücksicht
auf die gesamten Umstände (persönlicher, familiärer, sozialer und erwerblicher Art)
erwerbstätig oder im Aufgabenbereich tätig wäre. Dabei sollen die finanzielle
Notwendigkeit der Aufnahme oder der Ausdehnung einer Erwerbstätigkeit, allfällige
Erziehungs- und Betreuungsaufgaben, das Alter der versicherten Person, deren
berufliche Fähigkeiten, Neigungen und Begabungen massgebend sein. Abzustellen sei
auf die hypothetischen Verhältnisse in tatsächlicher Hinsicht, wie sie sich bis zum
massgebenden Zeitpunkt entwickelt haben würden (vgl. etwa BGE 125 V 150). Das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hält es trotz des Bundesgerichtsurteils
vom 6. August 2007 (I 126/07) für richtig, dass Art. 8 Abs. 3 ATSG eine
Invaliditätsbemessung anhand der behinderungsbedingten Einschränkung im
Aufgabenbereich (Haushalt) nur zulässt, wenn und soweit eine versicherte Person die
Ausübung einer Erwerbstätigkeit im hypothetischen "Gesundheitsfall" objektiv nicht
zumutbar ist (vgl. etwa das Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
vom 30. Nov. 2007, IV 2006/175). Im vorliegenden Fall kann die Frage, welche der
beiden Gesetzesauslegungen die richtige sei, allerdings offen bleiben, denn wie die
nachfolgenden Ausführungen zeigen, führen beide Varianten zum selben Ergebnis.
2.
2.1 Bei der vom Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vertretenen objektiven
Betrachtungsweise wäre es der Beschwerdeführerin ohne weiteres zumutbar, im
hypothetischen "Gesundheitsfall" vollzeitlich einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die
Kinder sind nämlich volljährig und selbständig. Der Haushalt könnte, soweit er nicht
von den übrigen in der gemeinsamen Wohnung lebenden Personen selbst zu erledigen
wäre, von der Beschwerdeführerin abends oder am Wochenende besorgt werden, so
dass trotz einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit keine unzumutbare Belastung resultieren
würde. Die vom Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen als rechtmässig
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betrachtete Auslegungsvariante hätte also zur Folge, dass der Invaliditätsgrad der
Beschwerdeführerin ausschliesslich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln
wäre.
2.2 Entsprechend der vom Bundesgericht als richtig erachteten Gesetzesauslegung ist
zu prüfen, wie die tatsächlichen Verhältnisse im hypothetischen "Gesundheitsfall"
aussähen. Die Beschwerdegegnerin will dazu ausschliesslich auf die Aussage der
Beschwerdeführerin zu deren hypothetischem Beschäftigungsgrad abstellen. Dabei ist
die Beschwerdegegnerin allerdings mit dem Problem konfrontiert, dass die
Beschwerdeführerin im Laufe des Verfahrens unklare widersprüchliche Aussagen
gemacht hat. Dieses Problem kann nach der Auffassung der Beschwerdegegnerin mit
dem Erfahrungssatz gelöst werden, dass die sogenannte Aussage der ersten Stunde
überzeugender sei als spätere Aussagen, da letztere in der Regel in Kenntnis der
sozialversicherungsrechtlichen Konsequenzen gemacht würden. In vielen Fällen mag
die Aussage der ersten Stunde tatsächlich eine höhere Überzeugungskraft aufweisen
als die späteren Aussagen. Die Berufung auf diesen Erfahrungssatz setzt aber voraus,
dass die konkrete Aussage der ersten Stunde in umfassender Kenntnis des relevanten
Sachverhalts gemacht worden ist und dass sie, wie auch die entsprechende
Fragestellung, korrekt und vollständig protokolliert worden ist. In Fällen wie dem
vorliegenden besteht der relevante Sachverhalt aus einem hypothetischen und einem
realen Teil. Hypothetisch ist die Annahme einer vollständig erhaltenen Gesundheit und
Leistungsfähigkeit der versicherten Person, real sind die übrigen Sachumstände, im
vorliegenden Fall also insbesondere das Alter der Kinder und die Arbeitslosigkeit des
Ehemannes der Beschwerdeführerin. Die Beschwerdegegnerin hat die Fragestellung im
Bericht über die Haushaltabklärung vom 22. Februar 2005 nicht protokolliert. Es steht
deshalb nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin
sich tatsächlich in jene hypothetische Situation hineinversetzt hat, aus der heraus sie
die Frage nach dem Ausmass ihrer Erwerbstätigkeit hätte beantworten müssen,
nämlich dass sie gesund wäre, die übrigen Umstände aber der Realität entsprächen.
Es ist also durchaus möglich, dass die Beschwerdeführerin nicht die eigentlich zu
stellende Frage, in welchem Ausmass sie im hypothetischen "Gesundheitsfall" einer
Erwerbstätigkeit nachginge, beantwortet hat, sondern dass sie die Frage falsch
verstanden, sich also beispielsweise dazu geäussert hat, in welchem Ausmass sie einer
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Erwerbstätigkeit nachginge, wenn die Gesundheitsbeeinträchtigung nicht ganz so stark
wäre.
2.3 Im Bericht über die Haushaltabklärung fehlt aber nicht nur die unbedingt
notwendige Protokollierung der Fragestellung, sondern auch eine ausreichend präzise
Antwort. Die Beschwerdeführerin soll nämlich gesagt haben, sie würde aus finanziellen
Gründen zu "mindestens" 50% einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Das mag zwar
durchaus eine korrekte Wiedergabe der Aussage der Beschwerdeführerin sein, aber es
ist eine unbrauchbare Antwort. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin
kann daraus nämlich nicht der Schluss gezogen werden, dass die Beschwerdeführerin
im hypothetischen "Gesundheitsfall" genau zu 50% erwerbstätig wäre. Die
Beschwerdegegnerin hätte nachfragen und die Beschwerdeführerin dazu veranlassen
müssen, sich detailliert und sorgfältig mit der Situation im hypothetischen
"Gesundheitsfall" auseinanderzusetzen und dann eine präzise Aussage zum
hypothetischen Erwerbsgrad zu machen. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin
möglicherweise keine langfristig gültige Aussage hat machen wollen. Sie hat nämlich
auf die Tatsache hingewiesen, dass ihr Ehemann im Abklärungszeitpunkt nur noch für
etwa sechs Monate taggeldberechtigt gewesen sei. Dies könnte so verstanden werden,
dass die Aussage nur für die Dauer der Taggeldberechtigung Geltung haben sollte. All
diese Umstände setzen die Überzeugungskraft des entsprechenden Teils des Berichts
über die Haushaltabklärung vom 22. Februar 2005 so weit herab, dass die Aussage der
ersten Stunde nicht geeignet ist, einen Erwerbsanteil von 50% im hypothetischen
"Gesundheitsfall" mit ausreichender Wahrscheinlichkeit zu belegen. Den späteren
Aussagen der Beschwerdeführerin hält die Beschwerdegegnerin wohl zu Recht
entgegen, dass sie beeinflusst seien durch die von der Beschwerdeführerin erkannte
Gefahr, in Anwendung der höchstrichterlichen Rechtsprechung zur sogenannten
gemischten Methode trotz erheblicher Arbeitsunfähigkeit um einen
Invalidenrentenanspruch gebracht zu werden. Da auch eine nochmalige Befragung der
Beschwerdeführerin aus demselben Grund keine überzeugende Antwort liefern würde,
kann nicht auf die Aussagen der Beschwerdeführerin abgestellt werden.
2.4 Die Frage, in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin im hypothetischen
"Gesundheitsfall" einer Erwerbstätigkeit nachginge, ist deshalb anhand der realen
äusseren Umstände des hypothetischen "Gesundheitsfalles" zu beantworten, wobei zu
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unterstellen ist, dass sich die Beschwerdeführerin rational verhalten würde. Die
Beschwerdeführerin ist zwar immer nur teilzeitlich erwerbstätig gewesen, aber dies
kann auf die reale gesundheitliche Situation und/oder auf die familiären Pflichten
(Kinderbetreuung) zurückzuführen gewesen sein. Vom früheren Verhalten der
Beschwerdeführerin kann deshalb nicht auf das - hypothetische - Verhalten im
"Gesundheitsfall" geschlossen werden. Da die Ausübung einer Erwerbstätigkeit zur
Bestreitung des Lebensunterhalts des Ehepaares im hypothetischen "Gesundheitsfall"
unerlässlich wäre, sind die wirtschaftlichen Verhältnisse ausschlaggebend. Der
Ehemann der Beschwerdeführerin ist seit Jahren arbeitslos. Sein (bescheidenes)
Erwerbseinkommen stammte nur aus arbeitsmarktlichen Massnahmen der
Arbeitslosenversicherung. In dieser Situation drohte mit der Aussteuerung die
Sozialhilfebedürftigkeit. Da die Beschwerdeführerin im hypothetischen
"Gesundheitsfall" weder durch familiäre Pflichten noch durch andere Umstände daran
gehindert gewesen wäre, einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit nachzugehen, um den
Familienunterhalt zu finanzieren und eine Sozialhilfebedürftigkeit zu verhindern,
erscheint ein Beschäftigungsgrad von 100% als die wahrscheinlichste Variante des
hypothetischen Verhaltens. Die Beschwerdeführerin ist deshalb als rein erwerbstätig zu
qualifizieren, d.h. ihr Invaliditätsgrad ist ausschliesslich anhand eines
Einkommensvergleiches zu ermitteln.
3.
3.1 Ausschlaggebendes Element des Einkommensvergleiches (Art. 16 ATSG) ist in
aller Regel die Arbeitsfähigkeit der versicherten Person in einer der Behinderung
angepassten Erwerbstätigkeit. Die MEDAS hat in ihrem Gutachten vom 25. August
2006 eine Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer adaptierten Erwerbstätigkeit
von 50% angegeben. Die Beschwerdegegnerin hat im Verwaltungsverfahren nicht
entscheiden müssen, ob diese Arbeitsfähigkeitsschätzung überzeugend sei, denn bei
der Invaliditätsbemessung nach der von ihr zur Anwendung gebrachten
höchstrichterlichen Rechtsprechung zur sogenannten gemischten Methode war es
bedeutungslos, ob die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin 50% oder mehr betrug.
In der Beschwerdeantwort hat die Beschwerdegegnerin dann sinngemäss die
Auffassung vertreten, dass die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit
jedenfalls nicht nur zu 50%, sondern zu deutlich mehr als 50% arbeitsfähig sei, so dass
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der Invaliditätsgrad "so oder anders" (Beschwerdeantwort Ziff. III/3), also sowohl nach
der gemischten Methode als auch bei einem reinen Einkommensvergleich, unter 40%
liege. Damit hat die Beschwerdegegnerin im Ergebnis die Arbeitsfähigkeitsschätzung
der MEDAS durch eine eigene Arbeitsfähigkeitsschätzung (Arbeitsfähigkeit deutlich
über 60%) ersetzt. Hätte sie nur die Arbeitsfähigkeitsschätzung der MEDAS als nicht
überzeugend qualifiziert, so wäre sie verpflichtet gewesen, weitere Abklärungen zur
Arbeitsfähigkeit anzustellen, also entweder eine korrigierte Arbeitsfähigkeitsschätzung
der MEDAS einzuholen oder eine nochmalige Begutachtung anzuordnen, wobei die
medizinischen Sachverständigen der höchstrichterlichen Praxis gemäss BGE 130 V
352 ff. hätten Rechnung tragen müssen. Die Beschwerdegegnerin hat dadurch, dass
sie die Arbeitsfähigkeitsschätzung der MEDAS als nicht überzeugend qualifiziert, aber
gleichzeitig auf eine weitere Abklärung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
verzichtet hat, auf der Grundlage der ihr vorliegenden medizinischen Akten
angenommen, dass eine Arbeitsfähigkeit bestehe, die bei einem Einkommensvergleich
auf jeden Fall einen Invaliditätsgrad von weniger als 40% ergebe. Diese Annahme der
Beschwerdegegnerin kann nicht als überwiegend wahrscheinlich qualifiziert werden,
denn sie beruht letztlich auf eine Fehlinterpretation oder auf einer fehlerhaften
Umsetzung der bereits genannten höchstrichterlichen Rechtsprechung. Der
somatoformen Schmerzstörung, an der die Beschwerdeführer unbestrittenermassen
(auch) leidet, kann nämlich entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht
ohne weiteres die Fähigkeit abgesprochen werden, eine Arbeitsunfähigkeit von 40%
oder mehr zu bewirken.
3.2 "Nicht als Auswirkungen einer krankhaften seelischen Verfassung und damit
invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Beeinträchtigungen der
Erwerbstätigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens,
Arbeit in ausreichendem Masse zu verrichten, zu vermeiden vermöchte, wobei das
Mass des Forderbaren weitgehend objektiv bestimmt werden muss" (BGE 130 V 353),
denn es liegt keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit i.S. von Art. 6 ATSG vor. "Eine
diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als solche [vermag] in der
Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität führende Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit [...] zu bewirken [...]. Ein Abweichen von diesem Grundsatz fällt nur in
jenen Fällen in Betracht, in denen die festgestellte somatoforme Schmerzstörung nach
Einschätzung des Arztes eine derartige Schwere aufweist, dass der versicherten
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Person die Verwertung ihrer verbliebenen Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt bei
objektiver Betrachtung - und unter Ausschluss von Einschränkungen der
Leistungsfähigkeit, die auf aggravatorisches Verhalten zurückzuführen sind [...] - sozial-
praktisch nicht mehr zumutbar oder dies für die Gesellschaft untragbar ist [...]" (BGE
130 V 354). "Die - nur in Ausnahmefällen anzunehmende - Unzumutbarkeit einer
willentlichen Schmerzüberwindung und eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess
setzt jedenfalls das Vorliegen einer mitwirkenden, psychisch ausgewiesenen
Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer oder aber
das Vorhandensein anderer qualifizierter, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllter
Kriterien voraus" (BGE 130 V 354). "Die ärztlichen Stellungnahmen zum psychischen
Gesundheitszustand und zu dem aus medizinischer Sicht (objektiv) vorhandenen
Leistungspotential bilden unabdingbare Grundlage für die Beurteilung der Rechtsfrage,
ob und gegebenenfalls inwieweit einer versicherten Person unter Aufbringung allen
guten Willens die Überwindung der Schmerzen und die Verwertung ihrer verbleibenden
Arbeitskraft zumutbar ist. Im Rahmen der freien Beweiswürdigung [...] darf sich dabei
die Verwaltung - und im Streitfall das Gericht - weder über die (den beweisrechtlichen
Anforderungen genügenden [...]) medizinischen Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen
noch sich die ärztlichen Einschätzungen und Schlussfolgerungen zur (Rest-)
Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten sozialversicherungsrechtlichen Relevanz
und Tragweite zu eigen machen" (BGE 130 V 355 f.). Die hier Ausdruck findende
Überlegung, dass hinter einer - zumindest teilweise - auf eine
Gesundheitsbeeinträchtigung zurückzuführenden subjektiven
Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung dann keine objektive Arbeitsunfähigkeit i.S. von Art. 6
ATSG stehe, wenn diese subjektive Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung durch eine
zumutbare Willensanstrengung überwunden werden könnte, ist nicht neu. Sie ergibt
sich bereits aus der gesetzlichen Definition der Arbeitsunfähigkeit: Die Unfähigkeit, im
bisherigen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten, kann nur eine rein objektive sein, d.h. sie
bemisst sich nach den äusseren Gegebenheiten und nicht nach der subjektiven
Überzeugung der versicherten Person. Dies gilt nicht nur für Beeinträchtigungen der
psychischen, sondern auch für solche der körperlichen Gesundheit. So kann es
beispielsweise einer an chronischen Rückenschmerzen leidenden Person zumutbar
sein, trotz dieser Beschwerden vollzeitlich einer adaptierten Erwerbstätigkeit
nachzugehen, auch wenn sie selbst überzeugt ist, für sämtliche Erwerbstätigkeiten
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wegen dieser Rückenschmerzen vollständig arbeitsunfähig zu sein. Deshalb setzen
ärztliche Arbeitsfähigkeitsschätzungen oft ein Abwägen zwischen der subjektiven
Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung und der aufgrund der Art und der Schwere der
Gesundheitsbeeinträchtigung objektiv zumutbaren (Rest-) Arbeitsfähigkeit voraus.
3.3 Das gilt auch für den vorliegenden Fall. Die Sachverständigen der MEDAS haben
die offenkundige subjektive Überzeugung der Beschwerdeführerin, für sämtliche Arten
von Erwerbstätigkeiten vollständig arbeitsunfähig zu sein, gegen die Art und die
Schwere der Gesundheitsbeeinträchtigung der Beschwerdeführerin abgewogen. Sie
sind dabei zur Überzeugung gelangt, dass es der Beschwerdeführerin zumutbar wäre,
zu 50% einer den körperlichen Beschwerden angepassten Erwerbstätigkeit
nachzugehen. Diese Einschätzung missachtet die Erkenntnis nicht, dass eine
somatoforme Schmerzstörung bzw. die durch sie ausgelöste subjektive
Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung in aller Regel durch eine zumutbare
Willensanstrengung überwunden werden kann, denn die Beschwerdeführerin leidet
zwar an einer somatoformen Schmerzstörung, aber zusätzlich auch noch an einer
mittelgradigen Depression und an einem diffusen chronischen Schmerzsyndrom.
Letzteres dürfte bedeutungslos sein, da es zwar ansatzweise durch die klinischen und
bildgebenden Untersuchungsbefunde erklärbar ist, aber doch weitgehend in dem zur
Depression gehörenden somatischen Syndrom aufgeht. Die Depression hingegen ist
von erheblicher Schwere. Erfahrungsgemäss sind mittelgradige Depressionen
durchaus geeignet, die Arbeitsfähigkeit objektiv erheblich zu reduzieren. Dies lässt es
als durchaus plausibel erscheinen, dass die Beschwerdeführerin angesichts der aus
der somatoformen Schmerzstörung und aus der Depression bestehenden
Beeinträchtigung ihrer psychischen Gesundheit auch bei einer zumutbaren
Willensanstrengung nur zu 50% einer adaptierten Erwerbstätigkeit soll nachgehen
können. Es steht deshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass die
Beschwerdeführerin in einer adaptierten Erwerbstätigkeit zu 50% arbeitsfähig ist.
4.
Die Beschwerdeführerin geht seit längerer Zeit keiner Erwerbstätigkeit mehr nach. Ihr
zumutbares Invalideneinkommen kann deshalb praxisgemäss nur anhand statistischer
Durchschnittseinkommen ermittelt werden. Körperlich leichtere Hilfsarbeiten ohne
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Zwangshaltungen oder Stressbelastungen werden in vielen Branchen aller Sektoren
geleistet. Es kann also nicht auf das Durchschnittseinkommen eines bestimmten
Sektors oder gar einer bestimmten Branche abgestellt werden. Gemäss der
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2004, Resultate auf nationaler Ebene, Anhang
Tabelle TA1 belief sich das Durchschnittseinkommen der Hilfsarbeiterinnen aller
Branchen auf Fr. 3893.- bzw. umgerechnet von 40 auf den schweizerischen
Durchschnitt von 41,6 Wochenarbeitsstunden auf Fr. 4049.- bzw. Fr. 48'588.-. Bei
einem Beschäftigungsgrad von 50% wären also grundsätzlich Fr. 24'294.- zu
verdienen. Allerdings erleiden Hilfsarbeiterinnen, anders als Hilfsarbeiter, die nicht
vollzeitlich erwerbstätig sind, einen unterproportionalen Lohnnachteil, d.h. sie
verdienen bei einem Beschäftigungsgrad von 50% nicht die Hälfte des
Durchschnittseinkommens der vollzeitlich erwerbstätigen Hilfsarbeiterinnen, sondern
53,5% (vgl. die Lohnstrukturerhebung 2004, S. 25 Tabelle T6*), also Fr. 25'995.-. Die
Beschwerdeführerin weist als Folge der Tatsache, dass ihr auf 50% reduzierter
Beschäftigungsgrad auf eine Gesundheitsbeeinträchtigung zurückzuführen ist, einen
Konkurrenznachteil auf. Ein ökonomisch handelnder potentieller Arbeitgeber würde
nämlich ihre gesunde Konkurrentin für eine Halbtagesstelle bevorzugen, weil er bei
dieser Arbeitnehmerin nicht mit überdurchschnittlich vielen Krankheitsabsenzen
rechnen müsste, weil er und die anderen Mitarbeiter nicht (z.B. wegen schwankender
Leistungsfähigkeit) besondere Rücksicht auf die neue Kollegin nehmen müssten und
weil bei Bedarf Überstunden geleistet werden könnten, wozu die Beschwerdeführerin
behinderungsbedingt nicht oder nur sehr eingeschränkt in der Lage wäre. Diese
Nachteile gegenüber gesunden Konkurrentinnen kann die Beschwerdeführerin nur
kompensieren, indem sie ihre Arbeitskraft zu einem "Preis" anbietet, der unter
demjenigen der gesunden Konkurrentinnen, d.h. unter dem Durchschnittseinkommen
liegt. Dies rechtfertigt aufgrund der bei einer Depression zu erwartenden besonders
ausgeprägten Nachteile einen zusätzlichen Abzug von 15%. Ausgehend von dem unter
Berücksichtigung des unterproportionalen Teilzeitnachteils ermittelten Einkommen von
Fr. 25'995.- resultiert ein zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 22'096.-. Eine
berufliche Eingliederung zur Erhöhung des zumutbaren Einkommens ist
ausgeschlossen, denn in Frage käme nur eine sogenannt höherwertige Ausbildung,
nämlich eine eigentliche Berufsausbildung, denn nur so könnte die Beschwerdeführerin
in die Lage versetzt werden, bei einem Beschäftigungsgrad von 50% ein
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rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen. Die Berufsausbildung wäre schon
aufgrund der völlig fehlenden Schulbildung und der minimalen Deutschkenntnisse zum
Scheitern verurteilt. Dem Einkommensvergleich gemäss Art. 16 ATSG ist deshalb ein
zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 22'096.- zugrunde zu legen. Die
Beschwerdeführerin ist vor dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung als
Küchenhilfe tätig gewesen. Dabei handelte es sich aber nicht um die einzige
Möglichkeit der Beschwerdeführerin, die damals noch nicht eingeschränkte
Arbeitsfähigkeit zu verwerten. Die Beschwerdeführerin hätte in vielen Branchen
verschiedene Hilfsarbeiten ausführen können. Ihre hypothetische erwerbliche
Leistungsfähigkeit ohne den Gesundheitsschaden bemisst sich deshalb ebenfalls nach
dem statistischen Durchschnittseinkommen der Hilfsarbeiterinnen. Es beträgt Fr.
48'588.-. Die behinderungsbedingte Erwerbseinbusse beläuft sich somit auf Fr.
26'492.-. Das entspricht einem Invaliditätsgrad von 55%. Die Beschwerdeführerin hat
deshalb einen Anspruch auf eine halbe Invalidenrente.
5.
5.1 Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde vollumfänglich
gutzuheissen und der Beschwerdeführerin ist eine halbe Invalidenrente zuzusprechen.
Allerdings kann die Höhe dieser halben Invalidenrente vom Gericht nicht ermittelt
werden, da dazu ein Zusammenruf der individuellen Beitragskonten der
Beschwerdeführerin erforderlich ist. Die Sache ist deshalb zur Vervollständigung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Gegenstand des entsprechenden
Verwaltungsverfahrens wird auch der Zeitpunkt bilden, ab dem der Rentenanspruch
besteht.
5.2 Die obsiegende Beschwerdeführerin hat einen Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese bemisst sich nach der Bedeutung der Streitsache und nach
der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 61 lit. g ATSG). In Anwendung dieser Kriterien
wird die von der Beschwerdegegnerin auszurichtende Parteientschädigung auf Fr.
3500.- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festgesetzt. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1 IVG). Die vollumfänglich
unterliegende Beschwerdegegnerin hat auch für die Gerichtskosten aufzukommen.
bis
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Diese bemessen sich nach dem Verfahrensaufwand. Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-
ist dem Verfahrensaufwand angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG