Decision ID: 97b5a936-d549-556e-8615-1ef996661b0a
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Christoph Anwander, Bahnhofstrasse 21,
Postfach 1016, 9102 Herisau,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Revision (Einstellung)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich am 13. August 2002 zum Bezug
einer Invalidenrente an (IV-act. 1). Dr. med. B._, Arzt für allgemeine Medizin, nannte
im Arztbericht vom 29. August 2002 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die
Diagnosen Hemifibromyalgie rechts, Zervikobrachialsyndrom und
Lumboischialgiesyndrom rechts, Status nach sekundärer Sectio, Uterusruptur und
iatrogener Blaseneröffnung sowie Status nach Achäsiolyse und Appendektomie bei
massiver Entzündung. Nach einer Geburt am _ 2001 mit Uterusruptur und
Blasenverletzung habe die Versicherte andauernd Unterbauchbeschwerden gehabt,
worauf am 20. Dezember 2001 eine Revision inklusive Appendektomie durchgeführt
worden sei. Die Bauchbeschwerden hätten sich danach langsam gebessert. Seit
anfangs 2001 klage die Versicherte zunehmend anfangs über Schulterschmerzen
rechts mit Ausstrahlung in den Nacken und in den Arm, anschliessend über
Kreuzschmerzen mit Ausstrahlung in das rechte Bein sowie über Parästhesien im
rechten Arm und im rechten Bein. Die Versicherte wirke etwas depressiv. Als Befunde
erhob er insbesondere eine leicht schmerzhaft eingeschränkte Beweglichkeit der HWS,
einen paravertebralen Hartspann, eine Druckdolenz im Bereich der rechten Schulter
ohne Einschränkung der Beweglichkeit, eine schmerzhafte LWS bei Lateralflexion
beidseits und Ventralflexion, einen paravertebralen Hartspann ebenfalls rechts, eine
Druckschmerzhaftigkeit an allen für eine Fibromyalgie typischen muskulo-skelettalen
Punkten im Bereich der rechten Körperhälfte und ausserdem ein chronisches Ekzem an
beiden Händen. Dr. B._ notierte schliesslich ab dem 15. Februar 2001 mehrere
100%-ige Arbeitsunfähigkeiten; vom 15. bis 16. Februar 2001, vom 28. Februar bis 27.
April 2001, vom 5. November bis 20. Dezember 2001 und seit dem 1. Februar 2002 bis
auf weiteres (IV-act. 5). Am 27. Mai 2002 hatte die Versicherte auf Zuweisung von Dr.
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B._ erstmals Dr. med. C._, Rheumatologie FMH, konsultiert. Dieser stellte in
seinem Bericht vom 24. März 2003 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die
Diagnose einer Fibromyalgie, vor allem rechter oberer Körperquadrant, bestehend seit
2000, und ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit unter anderem die Diagnose eines
Waschmittelekzems. In der Anamnese bzw. als von der Versicherten angegebene
Beschwerden führte Dr. C._ seit ca. 2000 zunehmende Schmerzen im Bereich der
ganzen rechten Körperhälfte sowie Parästhesien von der Schulter bis zum Handgelenk
rechts und von der Hüfte bis zum Fuss rechts an. Als Befunde erhob er eine
ekzematöse Hautveränderung an Händen und Fussrücken, eine verstärkte lumbale
Lordose, schmerzhafte Bewegungseinschränkungen lumbal, thorakal und zervikal, eine
paravertebrale Druckschmerzhaftigkeit beidseits entlang der HWS rechts mehr als links
und der oberen BWS rechts sowie eine Druckschmerzhaftigkeit an 12 von 18 für eine
Fibromyalgie typischen muskulo-skelettalen Punkten, vor allem im Bereich des rechten
oberen Körperquadranten. Neurologisch hatte sich die Versicherte unauffällig gezeigt
und auch eine röntgenologische Untersuchung der HWS, BWS und LWS hatte
unauffällige osteoartikuläre Befunde ergeben. Dr. C._ bezifferte die Arbeitsfähigkeit
der Versicherten für eine optimal angepasste leichte Tätigkeit, ohne Zwangshaltungen
und ohne repetitive manuelle Tätigkeiten, mit maximal 20%. Als therapeutische
Massnahmen wurden eine Physiotherapie sowie eine medikamentöse Behandlung mit
Analgetika, nichtsteroidalen Entzündungshemmern und Antidepressiva getroffen (IV-
act. 13).
A.b Mit Verfügung vom 13. August 2003 sprach die IV-Stelle der Versicherten bei einer
erheblichen Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit seit 8. Februar 2001 (Beginn der
einjährigen Wartezeit) und auf der Grundlage eines Invaliditätsgrads von 80% eine
ganze Invalidenrente ab 1. Februar 2002 zu (IV-act. 20).
A.c In den nachfolgenden, von Amtes wegen durchgeführten Revisionen bestätigte die
IV-Stelle gestützt auf Verlaufsberichte von Dr. B._ (IV-act. 27, 36) den Anspruch auf
eine ganze Rente, wie sie der Versicherten am 5. April 2006 (IV-act. 30) und am 9.
Oktober 2007 (IV-act. 42) mitteilte.
A.d Am 22. September 2011 gab die Versicherte in einem ihr von Amtes wegen
zugestellten Revisionsfragebogen an, ihr Gesundheitszustand sei gleich geblieben (IV-
act. 46).
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A.e In dem im Rahmen dieses Revisionsverfahrens bei Dr. med. D._, Arzt für
Allgemeinmedizin, eingeholten Verlaufsbericht vom 10. Dezember 2011 gab dieser an,
der Gesundheitszustand seit Juli 2007 sei stationär und die Diagnosen hätten sich
nicht geändert. Die Versicherte leide weiterhin unter Fibromyalgie, einem chronischen
zervikalen und spondylogenen Schmerzsyndrom sowie unter einer Depression. Sie
werde mit Fentanyl-Pflastern, NSAR bei Bedarf und einem Antidepressivum behandelt.
Sie habe von einer chiropraktischen Behandlung profitieren können. Eine
rückenschonende und wechselbelastende Tätigkeit sei an vier Stunden täglich
zumutbar (IV-act. 51).
A.f Im Fragebogen "Überprüfung medizinischer Sachverhalt" führte Dr. D._ am 26.
August 2012 aus, der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich seit 2003 nicht
wesentlich und anhaltend verändert. Seine Diagnosen lauteten: Fibromyalgie,
chronisches Zervikalsyndrom, chronisches lumbovertrebrales Schmerzsyndrom und
Depression. Er wiederholte schliesslich, dass eine rückenschonende und
wechselbelastende Tätigkeit an maximal vier Stunden pro Tag ausgeführt werden
könne (IV-act. 54).
A.g In einer Stellungnahme vom 10. Oktober 2012 legte Dr. med. E._ vom
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) gegenüber der Invalidenversicherung (IV) dar, in
den medizinischen Akten sei ausschliesslich eine Schmerzstörung bei Fibromyalgie
dokumentiert. Die Fibromyalgie sei ein pathogenetisch-ätiologisch unklares
syndromales Beschwerdebild ohne nachweisbare organische Grundlage. Aus den
Akten lasse sich keine psychische Beeinträchtigung im Sinn einer Komorbidität (wie
etwa depressive Störung oder anhaltende somatoforme Schmerzstörung) ableiten. Es
würden nur die (subjektiv empfundenen) Schmerzen als beeinträchtigender Faktor
beschrieben. Weitere Gesundheitsschäden würden keine vorliegen. Im Vergleich zum
massgeblichen Vorzustand sei wahrscheinlich keine relevante Änderung des
Gesundheitszustands eingetreten (IV-act. 57).
A.h Am 24. Oktober 2012 nahm die IV-Stelle einen Einkommensvergleich vor, bei dem
sie ein das Valideneinkommen übersteigendes zumutbares Invalideneinkommen
berücksichtigte, so dass keine Invalidität resultierte (IV-act. 59). Sie hielt fest, dass sie
den medizinischen Sachverhalt im Rahmen der aktuellen Rentenrevision aktualisiert
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und überprüft habe. Es liege ein klares syndromales Leiden vor, das gemäss den
Schlussbestimmungen der 6. IV-Revision keinen Anspruch auf Rentenleistungen
begründe. Weitere Diagnosen liessen sich aus den vorhandenen Unterlagen keine
ableiten (IV-act. 58).
A.i Mit Vorbescheid vom 30. Oktober 2012 kündigte die IV-Stelle der Versicherten die
Einstellung der laufenden ganzen Invalidenrente an (IV-act. 61).
A.j Mit Schreiben gleichen Datums teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass vor
Aufhebung der IV-Rente berufliche Eingliederungsmassnahmen zu prüfen seien.
Während der Durchführung bestehe bis zum Abschluss der Massnahmen Anspruch auf
Weiterzahlung der bisherigen Rentenleistungen. Im Rahmen der
Schadenminderungspflicht sei die Versicherte zur aktiven Mitwirkung bei der
Eingliederung verpflichtet, weshalb sie um Rücksendung des ausgefüllten
Anmeldetalons gebeten werde. Sobald dieser vorliege, werde die
Eingliederungsberatung mit ihr Kontakt aufnehmen (IV-act. 62).
B.
B.a Am 3. Dezember 2012 liess die DAS Rechtsschutz-Versicherungs-AG
(nachfolgend: DAS) für die Versicherte einwenden, dass entgegen den Angaben von
RAD-Arzt Dr. E._ neben der Fibromyalgie ein Zervikal- und Lumboischialgie-Syndrom
sowie eine Depression bestünden, so dass nicht nur ein pathogenetisch-ätiologisch
unklares syndromales Beschwerdebild ohne nachweisbare organische Grundlage
vorliege (IV-act. 67).
B.b Am 14. Dezember 2012 nahm Dr. E._ aus medizinischer Sicht zum Einwand der
DAS Stellung (IV-act. 66).
B.c Am 4. Januar 2013 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid die
Einstellung der laufenden ganzen Invalidenrente auf den ersten Tag des zweiten
Monats nach Zustellung der Verfügung und entzog einer allfälligen Beschwerde die
aufschiebende Wirkung (IV-act. 68).
C.
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C.a Hiegegen richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Ch. Anwander, Herisau, im
Namen der Versicherten eingereichte Beschwerde vom 1. Februar 2013. Er beantragt
die Aufhebung der angefochtenen Verfügung in Bezug auf die Einstellung der
Invalidenrente sowie in Bezug auf den Entzug der aufschiebenden Wirkung. Eventuell
sei die Streitsache zur weiteren Abklärung und zu anschliessender neuer Beurteilung
bzw. Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge (act. G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 8. März 2013 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde und des Gesuchs um Wiederherstellung der
aufschiebenden Wirkung (act. G 4).
C.c Mit Zwischenentscheid vom 16. April 2013 wies das Versicherungsgericht den
Antrag des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin auf Aufhebung der Verfügung in
Bezug auf den Entzug der aufschiebenden Wirkung ab (act. G 5).
C.d Mit Replik vom 8. Juli 2013 hält der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am
Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung in Bezug auf die Einstellung der
Invalidenrente und am Eventualantrag fest (act. G 11). Die Beschwerdegegnerin hat auf
die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 13).
C.e Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in
den medizinischen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin bzw. die
Renteneinstellung gestützt auf lit. a der Schlussbestimmungen der Änderung vom 18.
März 2011 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20;
nachfolgend Schlussbestimmungen) umstritten.
2.
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Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Rentenaufhebung einzig auf lit. a der
Schlussbestimmungen, wonach Renten, die bei pathogenetisch-ätiologisch unklaren
syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage
gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung
unter dem Gesichtspunkt der seit BGE 130 V 352 im Bereich der somatoformen
Schmerzstörungen entwickelten Grundsätze neu überprüft werden. Sind die
Voraussetzungen nach Art. 7 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1; Erwerbsunfähigkeit) nicht erfüllt, so wird
die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn der Tatbestand von Art. 17 Abs. 1
ATSG (Revision) nicht verwirklicht ist.
2.1 Nach BGE 140 V 197 E. 6.2.3 sind vom Anwendungsbereich von lit. a der
Schlussbestimmungen laufende Renten nur auszunehmen, wenn und soweit sie auf
erklärbaren Beschwerden beruhen. Lassen sich unklare Beschwerden von erklärbaren
Beschwerden trennen, können die Schlussbestimmungen der 6. IV-Revision auf erstere
Anwendung finden.
2.2 Ausgangspunkt für die Bemessung der Invalidität bildet die Frage, ob und in
welchem Ausmass es einer versicherten Person zumutbar ist, trotz ihres
Gesundheitsschadens ein Erwerbseinkommen zu erzielen. In Art. 7 Abs. 2 ATSG, der
mit der 5. IVG-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft getreten ist, wird festgelegt, dass
eine Erwerbsunfähigkeit nur vorliegt, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist. Damit wurde gesetzlich verankert, dass die Zumutbarkeit nicht nach dem
subjektiven Empfinden der versicherten Person, sondern nach objektiven
Gesichtspunkten zu beurteilen ist. Art. 7 Abs. 2 ATSG schreibt somit auf Gesetzesstufe
das Erfordernis der Objektivierbarkeit fest, was seit jeher galt (BGE 135 V 215 E. 7.3;
Thomas Gächter/Eva Siki, Sparen um jeden Preis?, Kritische Würdigung der geplanten
Schlussbestimmung zur 6. IV-Revision, in: Jusletter vom 29. November 2010, S. 3).
3.
In einem ersten Schritt ist zu prüfen, ob die der Beschwerdeführerin zugesprochenen
Rentenleistungen auf einem pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen
Beschwerdebild ohne nachweisbare organische Grundlage beruhen.
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3.1 Die ursprüngliche Rentenzusprache erfolgte gestützt auf die Berichte von Dr. B._
vom 29. August 2002 (IV-act. 5) und von Dr. C._ vom 24. März 2003 (IV-act. 13).
Unbestritten ist zunächst, dass im Zusammenhang mit dem im Bericht von Dr. B._
diagnostizierten Status nach sekundärer Section, Uterusruptur und iatrogener
Blasenöffnung bei der Geburt ihres Kindes im _ 2001 sowie dem Status nach
Achäsiolyse und Appendektomie bei massiver Entzündung im Dezember 2001 bereits
im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprache keine gesundheitlichen
Beschwerden mehr geltend gemacht wurden, welche zudem eine Arbeitsunfähigkeit
verursacht hätten. Sowohl im Bericht von Dr. B._ als auch in demjenigen von Dr.
C._ wird sodann eine (Hemi-)Fibromyalgie rechts bzw. vor allem im Bereich des
rechten oberen Körperquadranten diagnostiziert. Dabei handelt es sich laut
bundesgerichtlicher Rechtsprechung um ein einschlägiges Beschwerdebild im Sinn
von lit. a der Schlussbestimmungen, d.h. um ein pathogenetisch-ätiologisch unklares
syndromales Beschwerdebild (vgl. BGE 132 V 65), was vom Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin nicht bestritten wird. Dr. B._ attestierte der Beschwerdeführerin
sowohl in der bisherigen als auch in einer anderen Tätigkeit eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit. Dr. C._ notierte in seinem Bericht eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit seit 1. Februar 2000 als Fabrikarbeiterin und eine Arbeitsfähigkeit
von maximal 20% in einer leidensangepassten Tätigkeit. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin macht nun aber geltend, die ursprüngliche Rentenzusprache sei
nicht ausschliesslich wegen einer Schmerzstörung bei Fibromyalgie erfolgt und
verweist auf die von Dr. B._ weiter angeführten Diagnosen eines Zervikobrachial- und
Lumboischialgie-Syndroms rechts, welche von der IV übernommen worden seien (vgl.
IV-act. 17).
3.2 Nicht jedes syndromale Beschwerdebild fällt an sich in den Anwendungsbereich
von lit. a der Schlussbestimmungen. Vorausgesetzt ist, wie gesagt, dass das
Beschwerdebild pathogenetisch-ätiologisch unklar und ohne nachweisbare organische
Grundlage ist. Der Begriff "Syndrom" umfasst neben Symptomen mit unbekannter,
unklarer Ursache auch Symptomenkomplexe oder pathogenetisch verbundene
Phänomene (vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch 2013, 264. Aufl. Berlin 2012, S.
2035; beispielsweise das Zervikobrachialsyndrom). Grundsätzlich schliesst also die
Diagnose eines Syndroms eine organische Genese nicht aus, doch muss eben ein
wesentlicher organischer Befund nachgewiesen sein, der im Rahmen des fraglichen
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Syndroms die geltend gemachten Beschwerden erklärt. Sind Ätiologie sowie
Pathogenese eines Krankheitsbildes unbekannt, führen bereits das subjektiv
angegebene "Symptommuster" oder die klinisch erhobenen Befunde zur Diagnose
eines Syndroms (vgl. dazu Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 1791).
Die Beschwerdeführerin klagte sowohl gegenüber Dr. B._ und Dr. C._ über
Schmerzen und Parästhesien im Bereich der ganzen rechten Körperhälfte (Schulter,
Nacken, LWS, Bein, Fuss). Beide Ärzte erhoben bei der Beschwerdeführerin im Bereich
der Wirbelsäule klinisch verschiedene Bewegungseinschränkungen, Druckdolenzen
sowie Verhärtungen der Muskulatur. Sowohl die subjektiv geklagten Beschwerden als
auch die klinisch erhobenen Befunde können ohne weiteres mit den von Dr. B._
gestellten Syndromdiagnosen in Zusammenhang gebracht werden. Hinweise auf eine
organische Grundlage sind dagegen den ärztlichen Berichten keine zu entnehmen. Die
röntgenologische Untersuchung der HWS, BWS und LWS durch Dr. C._ ergab einen
unauffälligen osteoartikulären Befund. Degenerative Veränderungen der Wirbelsäule
werden von den Ärzten nirgends thematisiert. Angesichts des Gesagten ist denn auch
vielmehr davon auszugehen, dass es sich bei den obgenannten Symptomen mit dem
im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit (vgl. dazu Th. Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3.
Aufl. Bern 2003, S. 451 f.) um Begleitsymptome der Fibromyalgie handelt bzw. die
Syndrome das Beschwerdebild der Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer Fibromyalgie
beschreiben (vgl. dazu Pschyrembel, a.a.O., S. 672 f.; A. Debrunner, Orthopädie,
Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 577 f., S. 858). Zumindest ergeben sich
aus den Berichten von Dr. B._ (IV-act. 5) und Dr. C._ (IV-act. 13) keine
gegenteiligen Hinweise. Dementsprechend beschränkt sich Dr. C._ - trotz im
Wesentlichen übereinstimmender Befunderhebung mit Dr. B._ - auf die Diagnose
"Fibromyalgie". Eine Zusammengehörigkeit der Fibromyalgie mit den
Syndromdiagnosen ist auch dem offensichtlich gleichzeitigen Beginn der
gesundheitlichen Störungen bzw. Diagnosen - seit anfangs 2001 bzw. Frühling 2001
(IV-act. 5) - zu entnehmen. Die Nichtübereinstimmung der Zeitangaben in den
Arztberichten von Dr. B._ (Frühling 2001) und Dr. C._ (Fibromyalgie bestehend seit
2000; der Beginn der Arbeitsunfähigkeit ist in der Rubrik "Medizinisch begründete
Arbeitsunfähigkeit ...." auf das Jahr 2000 und in der Rubrik "Anamnese" auf das Jahr
2002 datiert) ist ungeklärt. Unbestritten ist jedenfalls, dass der Beschwerdeführerin ab
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Februar 2001 wiederholt Arbeitsunfähigkeiten attestiert wurden, weshalb auch der
Beginn der 1-jährigen Wartezeit auf den Februar 2001 gelegt wurde.
3.3 Bereits in den für die ursprüngliche Rentenzusprache massgebenden Berichten von
Dr. B._ und Dr. C._ ist als Befund ein chronisches Ekzem an Händen und
Fussrücken erwähnt. Diese somatische Gesundheitsstörung hat jedoch weder in den
Diagnosen mit noch ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ihren Niederschlag
gefunden. Der Schlussfolgerung der Beschwerdegegnerin, dass die Zusprache der
ursprünglichen Rente hauptsächlich wegen der Fibromyalgie bzw. deren Symptomen
erfolgt sei, ist mithin beizupflichten.
3.4 Aus dem vorstehend Gesagten ergibt sich, dass die der Rentenzusprache zu
Grunde gelegte Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten ausschliesslich
auf einem pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebild ohne
nachweisbare organische Grundlage basiert, womit der Tatbestand von lit. a der
Schlussbestimmungen erfüllt ist. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb die
Rentenleistung der Beschwerdeführerin, entgegen der Beurteilung von ihrem
Rechtsvertreter, zu Recht einer Überprüfung im Sinn der Schlussbestimmungen
unterzogen.
4.
Die Aufhebung der Rentenleistungen gemäss lit. a der Schlussbestimmungen setzt
weiter voraus, dass auch im Revisionszeitpunkt ausschliesslich ein unklares
Beschwerdebild vorliegt. Zu klären ist daher, ob sich der Gesundheitszustand seit der
Rentenzusprache allenfalls verschlechtert hat und ob neben den nicht objektivierbaren
Störungen anhand klinischer psychiatrischer Untersuchungen nunmehr klar eine
Diagnose gestellt werden kann (vgl. BGE 139 V 547 E. 10.1.2).
4.1 Eine Verschlechterung des Gesundheitszustands in Form einer Verschlimmerung
der Fibromyalgiebeschwerden bzw. einer Ausweitung des Zervikobrachial- und
Lumboischialgie-Syndroms auf andere Körperteile und auf die andere Körperhälfte (vgl.
hierzu IV-act. 27, 36) vermag am Umstand, dass es sich bei der Fibromyalgie sowie
den Syndromen um unklare Beschwerdebilder handelt, nichts zu ändern und steht
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insofern einer Rentenrevision gestützt auf lit a der Schlussbestimmungen nicht
entgegen. Anhaltspunkte dafür, dass die erstmals im Verlaufsbericht von Dr. B._ vom
9. März 2006 (IV-act. 27) erhobene diffuse leichte Schwellung der Finger der rechten
Hand und laut Verlaufsbericht von Dr. B._ vom 6. Juli 2007 ein Jahr später auch des
rechten Sprunggelenks (IV-act. 36) auf einer neuen, von der Fibromyalgie losgelösten,
organischen Gesundheitsstörung basieren würden, liegen keine vor.
Schwellungsgefühle stellen ebenfalls ein Begleitsymptom der Fibromyalgie dar
(Pschyrembel, a.a.O., S. 673). Im Übrigen haben weder Dr. B._ noch Dr. D._ in
ihren Berichten (IV-act. 27, 36, 51, 54) diesbezüglich eine neue somatische Diagnose
gestellt. Gerade auch die Formulierung "diffus" von Dr. B._ lässt erkennen, dass er
den Befund nicht anderweitig konkret einzuordnen vermochte.
4.2 Dem nach der ursprünglichen Rentenzusprechung weiterhin ärztlich beschriebenen
beidseitigen Handekzem (IV-act. 27) wurde in den verschiedenen Verlaufsberichten
nach der ursprünglichen Rentenzusprache bzw. im Rahmen der
Rentenrevisionsprüfungen offensichtlich nach wie vor keine massgebende Bedeutung
zugemessen. Eine entsprechende Diagnose ist jedenfalls nirgends vermerkt (vgl. auch
IV-act. 36, 51).
4.3
4.3.1 Im Gegensatz zu Dr. B._ und Dr. C._ (IV-act. 5, 13) führt Dr. D._ in seinem
Verlaufsbericht vom 10. Dezember 2011 (IV-act. 51) und im Fragebogen "Überprüfung
medizinischer Sachverhalt" vom 26. August 2012 (IV-act. 54) die Diagnose einer
Depression an. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin sieht hierin eine neue,
psychische Krankheit, welche nicht als pathogenetisch-ätiologisch unklares
syndromales Beschwerdebild zu betrachten sei und damit eine Aufhebung der
Invalidenrente nach Massgabe von lit. a der Schlussbestimmungen ausschliesse.
4.3.2 Tatsächlich hat der Gesetzgeber im Rahmen der 6. IV-Revision deutlich
hervorgehoben, dass depressive Leiden invalidenversicherungsrechtlich (weiterhin)
relevant seien und nicht als pathogenetisch-ätiologisch unklare syndromale
Beschwerdebilder gelten würden (vgl. Votum Kleiner Marianne ["Nicht dazu gehören
diagnostizierte Depressionen, ..."], sowie diverse Voten Burkhalter Didier ["ne sont pas
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et ne seront jamais concernées par cette disposition les maladies telle que la
dépression, ..."], Amtliches Bulletin Nationalrat, 16. Dezember 2010, AB 2010 N 2117
ff.; vgl. auch Amtliches Bulletin Ständerat, 1. März 2011, AB 2011 S. 39 f.). Es
widerspricht damit dem klaren Willen des Gesetzgebers, wenn eine - auf ein klinisch
festgestelltes depressives Leiden zurückzuführende - gutachterlich bescheinigte
Arbeitsunfähigkeit vom Rechtsanwender bloss unter Hinweis auf das gleichzeitige
Vorliegen eines pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Leidens korrigiert
und als invalidenversicherungsrechtlich irrelevant erklärt wird. Entscheidend ist, ob ein
klinisch festgestellter psychischer Gesundheitsschaden - wie etwa eine Depression -
vorliegt (vgl. Votum Burkhalter Didier, Amtliches Bulletin Nationalrat, a.a.O., AB 2010 N
2122: "Toutes celles qui peuvent être clairement établies au moyen d'examens
cliniques, c'est-à-dire psychiatriques, en seront pas concernées, soit - je cite à
nouveau pour que ce soit vraiment clair - la dépression, ..." sowie Votum Kleiner
Marianne, Amtliches Bulletin Nationalrat, a.a.O, AB 2010 N 2118 f.: "Es handelt sich
nicht um Beschwerdebilder, bei denen gestützt auf klinische oder auch psychiatrische
Untersuchungen eine klare Diagnose gestellt werden kann ... z.B. Depressionen, ...").
Was Auslöser der depressiven Erkrankung war - sei es nun eine Hirnschädigung, ein
psychosozialer Umstand, ein Unfall oder Schmerzen -, ist deshalb für die Bestimmung
der dadurch verursachten Arbeitsfähigkeitsbeeinträchtigung
invalidenversicherungsrechtlich irrelevant. Gleiches gilt bei Vorliegen weiterer
(Schmerz-) Krankheiten. Mit anderen Worten sind Kausalitätsüberlegungen in der
Invalidenversicherung (weiterhin) fehl am Platz. Vor diesem Hintergrund fehlt dem
Bestreben, selbständig diagnostizierte Leiden von Schmerzsyndromen konsumieren zu
lassen, die gesetzliche Grundlage.
4.3.3 Im konkreten Fall kann jedoch nicht von einem anhand klinischer Untersuchungen
neuen, vom syndromalen Leiden unabhängigen depressiven Leiden ausgegangen
werden. RAD-Arzt Dr. E._ bestätigt zwar in seiner Stellungnahme vom 14. Dezember
2012 (IV-act. 67), dass Dr. D._ in seinen Berichten vom 10. Dezember 2011 (IV-act.
51) und 26. August 2012 (IV-act. 54) eine "Depression" erwähne. Er weist allerdings
zutreffenderweise darauf hin, dass Dr. D._ in seinem Bericht vom 26. August 2012
ausdrücklich bestätigt habe, dass sich der Gesundheitszustand gegenüber der
Situation zur Rentenfestsetzung nicht geändert habe. Gleiches habe er auch bereits im
vorangegangenen Verlaufsbericht vom 10. Dezember 2011 bestätigt. Dr. E._ zieht
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daraus die richtige Schlussfolgerung, dass eine Veränderung des relevanten
Gesundheitszustands bzw. Gesundheitsschadens nicht plausibel nachvollziehbar sei,
insbesondere keine Verschlechterung aufgrund einer möglicherweise neu
hinzugekommenen psychischen Störung. Gestützt wird die Schlussfolgerung durch
seine Feststellung, dem Störungsbild der Fibromyalgie seien affektive
Beeinträchtigungen wie Niedergeschlagenheit und Leiden in Form von traurigen
Verstimmungen bei chronischen Schmerzen krankheitsimmanent (vgl. dazu http://
www.rheumaliga.ch/Symptome, abgerufen am 1. Dezember 2014). So wird laut
medizinischer Literatur bei Fibromyalgie therapeutisch Antidepressiva eingesetzt und
stellt die Depression eine Differentialdiagnose der Fibromyalgie dar (vgl. Pschyrembel,
a.a.O., S. 673). Dr. B._ berichtete bereits im Arztbericht vom 29. August 2002 (IV-act.
5) bzw. zum Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzusprechung über eine depressive
Verstimmung der Beschwerdeführerin und laut Bericht von Dr. C._ vom 24. März
2003 (IV-act. 13) wurde sie medikamentös mit Antidepressiva therapiert. Eine
Depression wurde damals nicht diagnostiziert. Die Annahme eines psychischen
Gesundheitsschadens, so auch einer Depression, setzt eine fachärztlich (psychiatrisch)
gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem
voraus. Dr. D._ vermerkte in seinem Verlaufsbericht vom 10. Dezember 2011 (IV-act.
51) eine Depression lediglich unter der Rubrik "Verlauf, veränderte Befunde" im
Anschluss an die Fibromyalgie und die Schmerzsyndrome und erklärte, die
Beschwerdeführerin leide weiterhin unter den vorgenannten Befunden. Eine Änderung
der Diagnose verneinte er und vermerkte keinen Einfluss der Depression auf die
Arbeitsfähigkeit. Erst im nachfolgenden Bericht vom 26. August 2012 führte er eine
Depression als psychiatrische Diagnose an, diese jedoch ohne Angabe eines ICD-
Codes für Psychische und Verhaltensstörungen. Laut Berichten von Dr. C._ und Dr.
D._ wurde die Beschwerdeführerin im Zeitraum zwischen der ursprünglichen
Rentenzusprache und der Rentenrevision fortdauernd medikamentös mit
Antidepressiva behandelt, ohne dass - wie von Dr. E._ zutreffend angeführt - aus den
für die ursprüngliche Rentenzusprache und insbesondere die Rentenrevision
massgebenden Arztberichten eine konkrete Beschreibung der psychischen
Beschwerden bzw. ihres Schweregrades hervorginge, erhobene objektive Befunde
angeführt wären oder eine psychiatrische Behandlung angeordnet worden wäre.
Angesichts des Gesagten ist mithin davon auszugehen, dass auch Dr. D._ im
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Revisionszeitpunkt nicht von einer eigenständigen psychischen Problematik, sondern
von depressiven Symptomen als Reaktion auf die Fibromyalgie ausging. Eine
psychiatrische Behandlung fand auf Zuweisung von Dr. D._ erst ab 30. April 2013 bei
Dr. med. F._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, statt (act. G 11.1). Das
Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den
bis zum Zeitpunkt der streitigen Verfügung (hier: 4. Januar 2013) eingetretenen
Sachverhalt ab (BGE 129 V 356 E. 1 mit Hinweisen). Selbst wenn bei der
Beschwerdeführerin zu einem späteren Zeitpunkt von einem selbständigen depressiven
Leiden ausgegangen werden müsste, könnte ein solches zumindest nicht aus dem
Bericht von Dr. F._ vom 12. Juni 2013 für den Revisionszeitpunkt abgeleitet werden.
Der Vollständigkeit halber ist jedoch festzuhalten, dass seine Feststellung, die
Beschwerdeführerin leide seit ca. 6 Jahren an einer mittlerweile chronifizierten
Depression, nur im Rahmen der Anamnese ("Krankengeschichte") erfolgte. Eine
genaue psychiatrische Diagnose sowie eine zeitliche Angabe, wann allenfalls sich aus
dem Begleitsymptom der Fibromyalgie ein eigenständiges psychisches Leiden
entwickelt haben könnte, enthält der Bericht nicht. Bei den von Dr. F._ in der
Anamnese angeführten zahlreichen Symptomen (Herabgestimmtsein mit
Freudlosigkeit, innere Unruhe und Nervosität, .....) handelt es sich sodann
offensichtlich um subjektive Angaben der Beschwerdeführerin. Von einem klinisch
festgestellten, objektivierten psychischen Störungsbild kann diesbezüglich nicht
gesprochen werden. Insgesamt ist folglich mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die depressiven Beschwerden der
Beschwerdeführerin nicht als eigenständige Beschwerden im Sinne einer
eigenständigen Krankheit, sondern als Symptom der Fibromyalgie bzw. der
Schmerzsyndrome zu betrachten sind.
4.4 Aus dem vorstehend Gesagten ergibt sich, dass auch der Arbeitsunfähigkeit im
Zeitpunkt der Rentenrevision ausschliesslich ein unklares Beschwerdebild zu Grunde
lag.
5.
Schliesslich ist zu prüfen, ob bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 4. Januar
2013 dennoch eine rentenbegründende Invalidität bestanden hat. Nach der
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Rechtsprechung vermögen eine diagnostizierte anhaltende somatoforme
Schmerzstörung ebenso wie grundsätzlich sämtliche pathogenetisch-ätiologisch
unklaren syndromalen Beschwerdebilder ohne nachweisbare organische Grundlage als
solche in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität führende Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG zu bewirken. Ein Abweichen von
diesem Grundsatz fällt nur in jenen Fällen in Betracht, in denen die festgestellte
somatoforme Schmerzstörung bzw. das unklare syndromale Beschwerdebild nach
Einschätzung des Arztes eine derartige Schwere aufweist, dass der versicherten
Person die Verwertung ihrer verbliebenden Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt bei
objektiver Betrachtung - und unter Ausschluss von Einschränkungen der
Leistungsfähigkeit, die auf aggravatorische Verhalten zurückzuführen sind - sozial-
praktisch nicht mehr zumutbar oder dies für die Gesellschaft gar untragbar ist. Die - nur
in Ausnahmefällen anzunehmende - Unzumutbarkeit einer willentlichen
Schmerzüberwindung und eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess setzt jedenfalls
das Vorliegen einer mitwirkenden, psychisch ausgewiesenen Komorbidität von
erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer oder aber das Vorhandensein
anderer qualifizierter, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllter Kriterien (sog.
"Foerster-Kriterien") voraus. Diese Kriterien lassen mit anderen Worten den
Gegenbeweis der Arbeitsunfähigkeit bei diagnostizierten unklaren Beschwerden zu
(BGE 139 V 547 E. 9.1, 131 V 50 f. E. 1.2, 130 V 352 E. 2.2.3; Urteil des Bundesgerichts
vom 2. Dezember 2013, 8C_311/2013, E. 5).
5.1 Unabdingbare Grundlage für die Beurteilung der Rechtsfrage, ob und
gegebenenfalls inwieweit einer versicherten Person unter Aufbringung allen guten
Willens trotz ihrer Schmerzen die Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft zumutbar
ist oder nicht, bilden die fachärztlichen Stellungnahmen zum psychischen
Gesundheitszustand und zu dem aus medizinischer Sicht (objektiv) vorhandenen
Leistungspotenzial (BGE 130 V 355 E. 2.2.5). Bei ihrer Einschätzung der psychischen
Ressourcen des Exploranden, mit den Schmerzen umzugehen, haben die
begutachtenden Ärzte notwendigerweise auch die in Erwägung 5 genannten Kriterien
zu beachten (BGE 135 V 213 E. 7.1.3, 130 V 355 E. 2.2.4) und sich daran zu orientieren.
Insbesondere haben sie sich dazu zu äussern, ob eine psychische Komorbidität
gegeben ist oder weitere Umstände vorliegen, welche die Schmerzbewältigung
behindern (SVR 2008 IV Nr. 23 S. 71, I 683/06 E. 2.2). Nicht erforderlich ist, dass sich
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eine psychiatrische Expertise in jedem Fall über jedes einzelne der genannten Kriterien
ausspricht; massgeblich ist eine Gesamtwürdigung der Situation (SVR 2005 IV Nr. 6 S.
21, I 457/02 E. 7.4 mit Hinweis, nicht publ. in: BGE 130 V 396). Gestützt darauf haben
die rechtsanwendenden Behörden zu prüfen, ob eine festgestellte psychische
Komorbidität hinreichend erheblich ist und ob einzelne oder mehrere der festgestellten
weiteren Kriterien in genügender Intensität und Konstanz vorliegen, um gesamthaft den
Schluss auf eine im Hinblick auf eine erwerbliche Tätigkeit nicht mit zumutbarer
Willensanstrengung überwindbare Schmerzstörung zu erlauben (Urteil des
Bundesgerichts vom 21. September 2010, 9C_482/2010, E. 4.3). Die Prüfung schliesst
die Frage ein, inwiefern die ärztliche Einschätzung der psychisch bedingten
Arbeitsunfähigkeit invaliditätsfremde Gesichtspunkte (insbesondere psychosoziale und
soziokulturelle Belastungsfaktoren) mitberücksichtigt (Urteile des Bundesgerichts vom
7. Mai 2010, 9C_651/2009, E. 5.1, und vom 6. Juni 2011, 9C_1040/2010, E. 3.4.1; vgl.
auch Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2014, 9C_620/2013, E. 3.2).
5.2 Angesichts der Ausführungen in Erwägung 4.3.3 ist im konkreten Fall das Vorliegen
einer mitwirkenden, psychisch ausgewiesenen Komorbidität von erheblicher Schwere
im Zeitpunkt der Rentenrevision mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit auszuschliessen. Zu prüfen bleibt damit die Frage, ob im Falle der
Beschwerdeführerin insofern von einer Unüberwindbarkeit der Fibromyalgie bzw. der
Schmerzsyndrome auszugehen ist, als die Foersterkriterien erfüllt sind. Vorliegend fehlt
es an einer umfassenden medizinischen Abklärung der Frage des Erfülltseins der
Foersterkriterien, was jedoch zur Beurteilung des Rentenanspruchs bei unklaren
Beschwerdebildern unabdingbar ist (vgl. Erwägung 5.1 hievor). Die Foersterkriterien
dürfen nicht rein aktenmässig oder gar als reine Rechtsfrage abgehandelt werden,
sondern bedürfen einer medizinisch fundierten Grundlage aufgrund einer aktuellen
Befunderhebung. Am 29. August 2012 wurde zwar RAD-Arzt Dr. E._ von der
Beschwerdegegnerin ersucht, die Kriterien zur Willensanstrengung gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung aus medizinischer Sicht zu diskutieren. Seine
Antwort beschränkte sich jedoch lediglich auf die Verneinung einer psychischen
Beeinträchtigung im Sinne einer Komorbidität wie eine depressive Störung oder eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (IV-act. 57). Auch die Beschwerdegegnerin
selbst hat sich mit der Fragestellung der Zumutbarkeit der Überwindung der
vorhandenen Beschwerden und der Verwertung der Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt der
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strittigen Verfügung vom 4. Januar 2013 in keiner Weise auseinandergesetzt. Gestützt
auf eine ausreichende medizinische Aktenlage hätte sie jedoch prüfen müssen, ob die
ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte
(insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mit
berücksichtigt, welche vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus
unbeachtlich sind, und ob die von den Ärzten anerkannte Arbeitsunfähigkeit im Lichte
der für eine Unüberwindlichkeit der Schmerzsymptomatik massgebenden rechtlichen
Kriterien standhält (vgl. BGE 127 V 299.
5.3 Nach dem Gesagten ist die Sache zur Vornahme einer psychiatrischen Abklärung
bei einer mit der Sache bisher nicht befassten, unabhängigen Fachperson, welche sich
mit der Fragestellung der zumutbaren Willensanstrengung auseinandersetzt, an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.
Der Vollständigkeit halber bzw. trotz fehlenden entsprechenden Beschwerdeantrags ist
darauf hinzuweisen, dass eine Unterlassung der Prüfung beruflicher
Eingliederungsmassnahmen für die Beschwerdeführerin durch die
Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden ist. Wer auf Leistungen der Versicherung -
darunter fallen auch Massnahmen beruflicher Art gemäss Art. 15 ff. IVG - Anspruch
erhebt, hat sich gemäss Art. 65 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung
(IVV; SR 831.201) mit einem amtlichen Formular anzumelden (vgl. dazu auch Art. 29
Abs. 2 ATSG). Das Anmeldeformular wurde der Beschwerdeführerin von der
Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 30. Oktober 2012 zugestellt (IV-act. 62). Wird
- wie offensichtlich im vorliegenden Fall - kein Begehren auf Leistungen gestellt,
besteht für die Beschwerdegegnerin automatisch auch keine entsprechende
Abklärungspflicht im Sinne von Art. 43 ATSG.
7.
7.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 4.
Januar 2013 (IV-act. 68) aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung im Sinn der
Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
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7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles
Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin
vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu
bezahlen. Der durch die Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss in gleicher
Höhe wird ihr zurückerstattet.
7.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier zu
beurteilenden Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP