Decision ID: 0f9cde0e-b194-584a-b13b-af1caa80fd25
Year: 2018
Language: de
Court: AR_OG
Chamber: AR_OG_004
Canton: AR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Sachverhalt
A. Die am XX.XX.1973 geborene A_ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) meldete sich im
August 2003 erstmals bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Sowohl die
damals zuständige IV-Stelle des Kantons Thurgau als auch das von ihr beschwerdeweise
angerufene Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau wiesen ihr Leistungsbegehren mit
Verfügung vom 4. April 2008 (IV-act. 6.2, S. 312 ff.) bzw. Beschwerdeentscheid vom
17. September 2008 (IV-act. 6.2, S. 342 ff.) unter Verneinung eines Rentenanspruchs ab.
B. Im März 2010 meldete der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin diese bei der IV-Stelle
des Kantons Appenzell Ausserrhoden (nachfolgend: Vorinstanz) erneut zum
Leistungsbezug an mit der Begründung, die gesundheitliche Situation seiner Mandantin
habe sich seit dem Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau inzwischen
wesentlich und dauernd verschlechtert (IV-act. 7, S. 3 ff.). Mit Verfügung vom 7. Februar
2011 sprach die Vorinstanz der Beschwerdeführerin nach eingehenden medizinischen
Abklärungen eine Viertelsrente ab 1. September 2010 zu, gestützt auf die ihr gutachterlich
attestierte Arbeitsfähigkeit von mindestens 60% in einfachen, angelernten Tätigkeiten ohne
hohe Anforderungen und ohne körperlich schwere, den Rücken belastende Arbeiten (IV-
act. 33). Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde wurde vom Obergericht mit
Entscheid O3V 11 17 vom 7. Dezember 2011 (IV-act. 44) abgewiesen. Das Bundesgericht
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bestätigte den obergerichtlichen Entscheid mit Urteil 8C_256/2012 vom 16. November 2012
(IV-act. 47).
C. Mit Schreiben vom 25. August 2016 (IV-act. 51) stellte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin ein Revisionsgesuch bei der Vorinstanz mit der Begründung, der
Gesundheitszustand seiner Mandantin habe sich erneut in einer für den Anspruch auf
Leistungen der Invalidenversicherung erheblichen Weise geändert. Hierauf legte die
Vorinstanz das aktualisierte medizinische Dossier zunächst dem Regionalärztlichen Dienst
(RAD) zur Beurteilung vor, worauf Dr. B_ im Bericht vom 21. September 2016 (IV-act.
54) festhielt, gestützt auf die neue Diagnose einer Dermatomyositis sei eine Veränderung
des Gesundheitszustands mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit glaubhaft nachgewiesen. Bei
derzeit instabilem Gesundheitszustand seien für eine vertiefte Beurteilung allerdings noch
weitere Unterlagen nötig. Nachdem die Vorinstanz weitere Arztberichte von den
behandelnden Ärzten erhalten hatte, wurde zusätzlich ein polydisziplinäres Gutachten bei
der ABI (Ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH) in Basel eingeholt. Gemäss dem vom 20.
November 2017 datierenden Gutachten (IV-act. 87) erachteten die Gutachter die
Beschwerdeführerin im interdisziplinären Konsens als arbeitsunfähig in körperlich
mittelschwer und schwer belastenden Tätigkeiten, während für körperlich leichte, adaptierte
Tätigkeiten eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80% bestehe, vollschichtig umsetzbar
bei vermehrtem Pausenbedarf (IV-act. 87, S. 40 unten). Die Vorinstanz holte zu diesem
Gutachten zudem die Meinung des RAD ein, welcher dafür hielt, auf die gutachterliche
Einschätzung könne abgestellt werden, womit insgesamt von einer zwischenzeitlichen
Besserung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin auszugehen sei (vgl. IV-act.
88). Daraufhin teilte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin mit Vorbescheid vom 13. März
2018 (IV-act. 91) mit, die bisher ausgerichtete Viertelsrente werde aufgehoben, weil sie
aktuell nurmehr über einen Invaliditätsgrad von 18% verfüge. Nachdem der RAD trotz
umfangreichem Einwand der Beschwerdeführerin (IV-act. 94) weiterhin die Meinung vertrat,
es könne auf die gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im ABI-Gutachten
abgestellt werden, weil im Einwand keine neuen, bis anhin nicht berücksichtigten
Tatsachen geltend gemacht würden (IV-act. 95), verfügte die Vorinstanz am 13. Juni 2018
definitiv die Aufhebung der Rente bei einem IV-Grad von 18% (IV-act. 96).
D. Gegen diese Verfügung richtet sich die von der Beschwerdeführerin am 13. Juli 2018
erhobene Beschwerde ans Obergericht (act. 1). Mit Vernehmlassung vom 16. August 2018
(act. 7) verlangte die Vorinstanz deren Abweisung. Mit Schreiben vom 17. September 2018
(act. 10) verzichtete die Beschwerdeführerin auf eine Replik und verwies zur Begründung
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der Beschwerde auf die bereits vorgebrachten Argumente in der Beschwerdeschrift. Die
Vorinstanz liess sich hierauf nicht mehr vernehmen. Am 23. April 2019 wurde die Sache in
der dritten Abteilung des Obergerichts in Abwesenheit der Parteien abschliessend beraten
und darüber entschieden. Die Beschwerde wurde abgewiesen. Dem Begehren der
Beschwerdeführerin gemäss Schreiben vom 10. Mai 2019 (act. 14) entsprechend, wird das
Urteil mit schriftlicher Begründung eröffnet.
E. Auf weitere Einzelheiten im Sachverhalt und in den vorinstanzlichen Akten sowie auf die
Vorbringen der Parteien in den Rechtschriften wird, soweit entscheidrelevant, in den
nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.

Erwägungen
1. Formelles
Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversicherungsrecht ergangen.
Gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b des Justizgesetzes
(JG, bGS 145.31) beurteilt das Obergericht Beschwerden gegen solche Entscheide. Da
eine Verfügung der IV-Stelle Appenzell Ausserrhoden angefochten ist, ist die örtliche
Zuständigkeit gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG, SR 831.20]). Das Gesamtgericht hat Beschwerden in
Sozialversicherungssachen mit medizinischen Fragestellungen (unter Vorbehalt der hier
nicht betroffenen Zuständigkeiten des Einzelrichters) der 3. Abteilung zur Beurteilung
zugewiesen (so publiziert im Staatskalender Appenzell Ausserrhoden für das Amtsjahr
2018/19, S. 83), weshalb diese zur Beurteilung der Beschwerde zuständig ist.
Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der weiteren Prozessvoraussetzungen
ergibt, dass diese sowohl hinsichtlich der Beschwerdeberechtigung auf Seiten der
Beschwerdeführerin als auch hinsichtlich der Form- und Fristerfordernisse mit Bezug auf
die Beschwerdeschrift erfüllt sind (insbesondere Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59, Art. 60
Abs. 1 und Art. 61 lit. b ATSG).
Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
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2. Materielles
2.1 Die Beschwerdeführerin macht vorweg geltend, sie habe darauf vertrauen dürfen, dass ihr
bei der Vorinstanz eingereichtes Revisionsgesuch ihre Rechtsposition verbessern bzw.
zumindest nicht verschlechtern würde. Es sei sach- und rechtswidrig, wenn das
Revisionsgesuch nun als Anlass dienen solle, die bisher ausgerichtete IV-Viertelsrente
aufzuheben, ohne dass der Beschwerdeführerin unter Wahrung ihrer Gehörsrechte die
Möglichkeit eingeräumt worden sei, das Revisionsgesuch aufgrund der ihr drohenden
Verschlechterung der Ansprüche wieder zurückzuziehen.
a. Der Anspruch auf rechtliches Gehör ergibt sich dem Grundsatz nach aus Art. 29 Abs. 2 der
schweizerischen Bundesverfassung (BV, SR 101) sowie aus Art. 20 Abs. 4 der Verfassung
des Kantons Appenzell Ausserrhoden (KV, bGS 111.1). Mit Bezug auf
sozialversicherungsrechtliche Verfahren im Besonderen sieht Art. 42 ATSG zudem vor:
„Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör. Sie müssen nicht angehört werden
vor Verfügungen, die durch Einsprache anfechtbar sind.“ Das im Bereich der
Invalidenversicherung vorgesehene Vorbescheidsverfahren geht über den
verfassungsrechtlichen Mindestanspruch von Art. 29 Abs. 2 BV bzw. Art. 20 Abs. 4 KV
hinaus, indem es der versicherten Person Gelegenheit bietet, sich nicht nur zur Sache,
sondern auch zum vorgesehenen Endentscheid zu äussern (vgl. dazu BGE 134 V 97, E.
2.8.2): Gemäss Art. 57a Abs. 1 IVG erlassen die IV-Stellen über ihre vorgesehenen
Endentscheide zunächst einen Vorbescheid. Gegen diesen Vorbescheid kann bei der IV-
Stelle Einwand erhoben werden (vgl. zum Vorbescheidverfahren im Einzelnen: Art. 73ter der
Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV, SR 831.201]). Erst danach erlässt die IV-
Stelle eine beim kantonalen Sozialversicherungsgericht beschwerdeweise anfechtbare
Verfügung über den Leistungsanspruch der versicherten Person.
b. Der Beschwerdeführerin wurde von der Vorinstanz am 13. März 2018 ein Vorbescheid
zugeschickt und die Möglichkeit eröffnet, gegen den vorgesehenen rentenaufhebenden
Entscheid Einwand zu erheben (IV-act. 91), was die Beschwerdeführerin auch tat (IV-act.
94). Am 13. Juni 2018 erliess die Vorinstanz die im vorliegenden Beschwerdeverfahren
angefochtene Verfügung (IV-act. 96), nachdem der mit medizinischen Berichten versehene
Einwand zunächst dem RAD zur Beurteilung vorgelegt worden war. Dr. B_ vom RAD
nahm im Bericht vom 25. Mai 2018 (IV-act. 95) im Einzelnen zu den im Einwand
vorgebrachten Argumenten der Beschwerdeführerin Stellung und erklärte, weshalb aus
medizinischer Sicht weiterhin auf das ABI-Gutachten abzustellen sei. Diese RAD-
Stellungnahme wurde der angefochtenen Verfügung beigelegt, so dass die
Beschwerdeführerin ohne weiteres erkennen konnte, gestützt auf welche Grundlagen die
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rentenabweisende Verfügung erfolgte. Davon, dass ihr Einwand „ungehört verhallte“, wie
beschwerdeweise vorgebracht wird, kann somit nicht die Rede sein. Nachdem die
Vorinstanz das Vorbescheidsverfahren korrekt durchgeführt und eine mit der medizinischen
Stellungnahme des RAD begründete Verfügung erlassen hat, wurde das rechtliche Gehör
der Beschwerdeführerin offensichtlich gewahrt.
2.2 Unabhängig davon, dass der Vorinstanz somit entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin klar keine Gehörsverletzung vorzuwerfen ist, bleibt vorfrageweise zu
prüfen, ob die Voraussetzungen zur Vornahme einer Rentenrevision im Sinne von Art. 17
ATSG im konkreten Fall überhaupt erfüllt waren, was die Beschwerdeführerin ebenfalls
bestreitet.
a. Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG wird eine Rente für die Zukunft erhöht, herabgesetzt oder
aufgehoben, wenn sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezügers erheblich verändert. Anlass zu einer Rentenrevision gibt jede wesentliche
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist,
den Invaliditätsgrad und damit den Anspruch zu beeinflussen. Auch bei an sich gleich
gebliebenem Gesundheitszustand sind somit veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs-
oder Aufgabenbereich von Bedeutung, insbesondere ist eine Rente aber revidierbar bei
einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustands, wobei es sich aber nicht um eine
bloss unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen
Sachverhalts handeln darf. Eine hinzugetretene Diagnose ist dann revisionsrechtlich
relevant, wenn dieser veränderte Umstand den Rentenanspruch potentiell berührt (vgl.
dazu anstelle vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_495/2018 vom 24. Januar 2019, E. 3.2,
m.w.H.).
b. Im vorliegenden Fall meldete die Beschwerdeführerin der Vorinstanz, es bestehe neu der
Verdacht auf eine Autoimmunerkrankung bisher nicht geklärter Genese (IV-act. 51, IV-act.
53). Gemäss Einschätzung von Dr. B_ vom RAD war gestützt auf diese aktuellen
Angaben der Beschwerdeführerin und die im Zusammenhang mit ihrem Revisionsgesuch
eingereichten Arztberichte eine Veränderung des Gesundheitszustands mit überwiegend
wahrscheinlichem Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit glaubhaft nachgewiesen, nachdem aus
den Arztberichten unter anderem hervorging, dass bei der Beschwerdeführerin neu eine
Dermatomyositis diagnostiziert worden war (IV-act. 54). Eine anspruchsrelevante
Veränderung des Sachverhalts im Sinne ihrer Eignung, zu einer abweichenden Beurteilung
des Rentenanspruchs zu führen, war damit gegeben und die Voraussetzungen zur
revisionsweisen Rentenprüfung erfüllt.
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c. Dass die Rentenprüfung im konkreten Fall erst nach einem aktiven Anstoss der
Beschwerdeführerin eingeleitet wurde (nämlich nach ihrem Revisionsgesuch), schränkt das
Ergebnis der Rentenprüfung nicht zum Vornherein ein, wie die Beschwerdeführerin zu
meinen scheint: Da im konkreten Fall ein Revisionsgrund gegeben war, hatte die
Vorinstanz den Invaliditätsgrad auf der Grundlage eines richtig und vollständig
festgestellten Sachverhalts neu und ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen zu
ermitteln und gegebenenfalls eine sachgemässe Anpassung der Rentenleistung
vorzunehmen (BGE 141 V 9, E. 6.1). Eine Rentenrevision kann dabei sowohl zugunsten
der versicherten Person in einer höheren Rentenberechtigung münden als auch dazu
führen, dass zulasten der versicherten Person eine bisher ausgerichtete Rente gekürzt
oder aufgehoben wird. Sobald eine IV-Stelle Kenntnis davon hat, dass die
Voraussetzungen einer Rentenrevision erfüllt sind, so hat sie von Amtes wegen eine
Rentenprüfung durchzuführen (Art. 17 Abs. 1 ATSG: „von Amtes wegen oder auf Gesuch
hin“). Selbst ein nachträglicher „Rückzug“ des Revisionsgesuchs durch die
Beschwerdeführerin hätte somit im Resultat nichts daran geändert, dass die Vorinstanz
gestützt auf die neuen Erkenntnisse aus den aktuellen Arztberichten dazu verpflichtet
gewesen wäre, die bisher ausgerichtete Rente revisionsweise zu überprüfen (siehe auch
Art. 87 Abs. 1 IVV). Hätte die Vorinstanz die aktuellen Arztberichte zudem nicht ohnehin
bereits von der Beschwerdeführerin zugeschickt erhalten, wären solche der Vorinstanz bei
der in regelmässigen Abständen durch die IV-Stelle automatisch zu erfolgende Prüfung, ob
allenfalls zwischenzeitlich eine Rentenrevision angezeigt ist, einzureichen gewesen, so
dass spätestens dann gestützt auf die aktualisierten Angaben ein Revisionsgrund ebenfalls
zu bejahen und damit eine vertiefte Rentenrevisionsprüfung durchzuführen gewesen wäre
(vgl. dazu UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, N. 46 zu Art. 17 ATSG). Es mag
daher rückblickend für die Beschwerdeführerin zwar ärgerlich sein, aktiv Anstoss zur
Rentenprüfung gegeben zu haben, nachdem diese schliesslich in einer Rentenaufhebung
mündete, letztlich ändert dies aber nichts daran, dass diese Rentenprüfung spätestens in
jenem Zeitpunkt, in dem die Vorinstanz ohnehin von Amtes wegen eine Überprüfung der
Situation vorgenommen hätte, in die Wege geleitet worden wäre.
2.3 Ein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung setzt voraus, dass die versicherte
Person invalid oder von Invalidität unmittelbar bedroht ist.
a. Als Invalidität gilt gemäss Art. 4 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG die durch einen
körperlichen oder geistigen Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgebrechen,
Krankheit oder Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit andauernde
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Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem
in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
b. Gemäss Art. 28 IVG haben versicherte Personen Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie
mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%, auf eine
halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens
zu 40% invalid sind. Der (allfällige) Rentenanspruch einer versicherten Person hängt somit
entscheidend von der Höhe des ihr zuerkannten Invaliditätsgrads ab.
c. Einig sind sich die Parteien darin, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall voll
erwerbstätig wäre. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads ist in solchen Fällen gemäss
Art. 16 ATSG ein reiner Einkommensvergleich durchzuführen, das heisst, das
Erwerbseinkommen, das Beschwerdeführerin nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), ist in
Beziehung zu setzen zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht
invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Die einer Person medizinisch attestierte
Arbeitsunfähigkeit ist also nicht automatisch deren Invaliditätsgrad gleichzusetzen, sondern
beim Invaliditätsgrad handelt es sich vielmehr um eine rechnerische Grösse, bei der die
medizinisch attestierte Arbeitsunfähigkeit für die Ermittlung des der Berechnung des
Invaliditätsgrads zu Grunde gelegten Invalideneinkommens eine Rolle spielt.
2.4 Die Vorinstanz hat der Invaliditätsgrad-Berechnung in der angefochtenen Verfügung ein
Valideneinkommen im Betrag von Fr. 52‘894.-- zugrunde gelegt, was dem bereits im
früheren Verfahren O3V 11 17 (vom Bundesgericht im Verfahren 8C_256/2012 bestätigten)
angenommenen Valideneinkommen, angepasst durch eine Indexierung per 2015,
entspricht. Die Beschwerdeführerin rügt im Zusammenhang mit dieser Festlegung des
Valideneinkommens durch die Vorinstanz zum einen, die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
sei gemäss dem ABI-Gutachten erst im Jahr 2017 eingetreten (und nicht im Jahr 2015,
worauf sich die Indexierung der Vorinstanz bezieht) und zum anderen stelle sich angesichts
der Unterdurchschnittlichkeit des Valideneinkommens ohnehin die Frage nach einer
Parallelisierung.
a. Letzteres ist vorliegend klar zu verneinen: Die Frage nach einer Parallelisierung stellt sich
im vorliegenden Fall nicht (und war entsprechend auch im früheren Verfahren O3V 11 17
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zu Recht kein Thema). Das im Jahr 2002 zuletzt tatsächlich erzielte Einkommen der
Beschwerdeführerin (Fr. 44‘723.90, vgl. IV-act. 6.2, S. 27 unten) war nämlich keineswegs
unterdurchschnittlich, was folgender Vergleich zeigt: Indexiert man das tatsächliche
Jahreseinkommen 2002 per 2016 gemäss T39, Entwicklung der Nominallöhne, der
Konsumentenpreise und der Reallöhne, erhält man ein tatsächliches Einkommen im Betrag
von rund Fr. 52‘770.-- (Berechnung: Fr. 44‘723.90 : 2296 x 2709). Dieser Betrag liegt über
dem durchschnittlichen Jahreslohn 2016 im Betrag von Fr. 52‘356.-- für einfache ungelernte
Tätigkeiten gemäss LSE Tabelle TA1, Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach
Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht. Auch bei zusätzlicher
Berücksichtigung der betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche im Jahr
2016 ergibt sich jedenfalls noch keine erhebliche Abweichung zum tatsächlich von der
Beschwerdeführerin erzielten Einkommen, so dass kein Anlass für eine Parallelisierung
besteht.
b. Insoweit die Beschwerdeführerin allerdings geltend macht, die Verbesserung der
Arbeitsfähigkeit sei gemäss ABI-Gutachten jedenfalls frühestens im Jahr 2017 eingetreten,
weshalb die Indexierung nicht per 2015, sondern per 2017 vorzunehmen sei, so ist dem im
Grundsatz zuzustimmen. Gemäss ABI-Gutachten gilt die interdisziplinäre Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit tatsächlich erst ab dem Zeitpunkt der Untersuchungen im August 2017 (IV-
act. 87, S. 40 oben). Ausgehend vom im Jahr 2002 zuletzt erzielten Valideneinkommen im
Betrag von Fr. 44‘723.90 ergibt sich somit per 2017 ein entsprechend indexiertes
Valideneinkommen im Betrag von Fr. 52‘963.50 (Berechnung gestützt auf T39,
Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne: Fr. 44‘723.90 :
2296 x 2719). Als Basis für die aktuelle Ermittlung des Invaliditätsgrads wird somit
richtigerweise ein Valideneinkommen im Betrag von Fr. 52‘963.50 heranzuziehen sein
(siehe dazu nachfolgend, E. 2.6).
2.5 Die Beschwerdeführerin bestreitet im Zusammenhang mit dem von der Vorinstanz in der
angefochtenen Verfügung vorgenommenen Einkommensvergleich zudem insbesondere
das von der Vorinstanz angenommene Invalideneinkommen im Betrag von Fr. 43‘151.--.
Während die Vorinstanz gestützt auf die interdisziplinäre Beurteilung im ABI-Gutachten
vom 20. November 2017 (IV-act. 87) für die Festlegung dieses Invalideneinkommens davon
ausgegangen ist, der Beschwerdeführerin seien körperlich leichte Tätigkeiten entsprechend
einem Leistungspensum von 80% im Rahmen eines Vollzeitpensums zumutbar, bestreitet
dies die Beschwerdeführerin unter Verweis auf die Berichte der behandelnden Ärzte und
fordert, sollte man ihr nicht gestützt auf diese Unterlagen ohnehin eine volle Rente
zusprechen, gegebenenfalls die Einholung eines Obergutachtens.
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a. Für die Beurteilung der Frage, in welchem Pensum die Beschwerdeführerin im
hypothetischen Gesundheitsfall tätig sein könnte, werden Unterlagen benötigt, welche von
ärztlichen und gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stellen sind.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch
zugemutet werden können. Die Annahme eines invalidisierenden Gesundheitsschadens
setzt grundsätzlich eine fachärztliche, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten
Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (Urteil des Bundesgerichts
9C_687/2013 vom 24. Juni 2014, E. 3.1.1 m.w.H.).
b. Die Vorinstanz stützt ihre Annahme einer hypothetisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit von
80% auf das von ihr eingeholte ABI-Gutachten vom 20. November 2017 (IV-act. 87): Die
ABI-Gutachter erachteten die Beschwerdeführerin aus polydisziplinärer Sicht insgesamt zu
80% arbeits- und leistungsfähig in körperlich leichten, adaptierten Tätigkeiten, vollschichtig
umsetzbar bei vermehrtem Pausenbedarf. Sowohl aus rheumatologischer als auch aus
kardiologischer Sicht seien der Beschwerdeführerin körperlich regelmässig mittelschwer
oder schwer belastende Tätigkeiten nicht mehr zumutbar. Ideal seien Tätigkeiten mit
Wechselbelastung, d.h. längeres Sitzen oder Stehen am Ort sei zu vermeiden, ebenso die
Durchführung von stereotypen Rotationsbewegungen am Achsenskelett oder Arbeiten in
anhaltender Oberkörpervorneigeposition. Aus dermatologischer Sicht sollten Tätigkeiten mit
Sonnenexposition oder mit starker mechanischer Belastung der Haut gemieden werden
(IV-act. 87, S. 39 f.).
Die Beschwerdeführerin ist mit dieser gutachterlichen Einschätzung nicht einverstanden
und verweist stattdessen insbesondere auf die Berichte ihres behandelnden Psychiaters
Dr. C_, wonach sich das psychische Zustandsbild durchgehend als anhaltend schlecht
präsentiere; ausserdem leide die Beschwerdeführerin im Urogenitalbereich unter
zusätzlichen Beschwerden, welche gemäss der behandelnden Ärztin eine operative
Versorgung unumgänglich machen würden. Mit der neu hinzugekommenen
Dermatomyositis bestehe eine chronisch reduzierte Belastbarkeit des Bewegungs- und
Stützapparats, ausserdem sei bei der Beschwerdeführerin eine beginnende dilatative
Kardiomyopathie diagnostiziert worden, weshalb der Schluss der ABI-Gutachter, die
Beschwerdeführerin sei weiterhin zu 80% arbeitsfähig, unhaltbar sei.
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c. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Gutachtens oder eines Arztberichtes ist entscheidend,
ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet
sind (anstelle vieler: BGE 134 V 231, E. 5.1; BGE 125 V 351, E. 3a.). Das bei der ABI
eingeholte Gutachten erfüllt diese von der Rechtsprechung aufgestellten Kriterien, so dass
die Vorinstanz für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu Recht auf
die dortigen Angaben abgestellt hat: Die Gutachter stützten sich nicht nur auf die ihnen zur
Verfügung gestellten vollständigen Vorakten (IV-act. 87, Ziff. 2), sondern erhoben je im
Rahmen ihrer persönlichen Untersuchungen mit Hilfe einer Dolmetscherin eine aktuelle
Anamnese (IV-act. 87, Ziff. 3.1, 4.1.1, 4.2.1, 4.3.1, 4.4.1, 4.5.1) und legen die eigenen
Untersuchungsbefunde schlüssig und nachvollziehbar dar (IV-act. 87, Ziff. 3.2-3.5, 4.1.2-
4.1.6 bzw. 4.1.10, 4.2.2-4.2.6, 4.3.2-4.3.6, 4.4.2-4.4.6, 4.5.2-4.5.5). Zusätzlich nahmen die
Gutachter auch je im Einzelnen Stellung zu allfällig divergierenden Einschätzungen der
behandelnden Ärzte (IV-act. 87, Ziff. 3.6, 4.1.7, 4.2.7, 4.3.7, 4.4.7, 4.5.6). Dass eine
gutachterliche Einschätzung nicht (oder zumindest nicht vollumfänglich) mit der
Einschätzung der behandelnden Ärzte übereinstimmt, kommt regelmässig vor. In der
Rechtsprechung wurden Richtlinien dazu entwickelt, wie in solchen Fällen vorzugehen ist.
Demgemäss geht es grundsätzlich nicht an, ein Gutachten in Frage zu stellen und zum
Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, nur weil die behandelnden Ärzte zu
anderslautenden Einschätzungen gelangen (vgl. dazu anstelle vieler: Urteil des
Bundesgerichts 8C_55/2018 vom 30. Mai 2018, E. 6.2, m.w.H.). In Bezug auf Berichte von
Hausärzten bzw. behandelnden Ärzten darf und soll der Richter vielmehr der
Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten
aussagen (anstelle vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_203/2018 vom 9. Oktober 2018, E.
8.1, m.w.H.), was auch mit der unterschiedlichen Natur von Behandlungs- und
Begutachtungsauftrag zusammenhängen mag. Bei unterschiedlicher Einschätzung von
behandelnden Ärzten einerseits und Gutachtern andererseits ist den im Rahmen des
Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche
aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die
Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210, E. 1.3.4 m.w.H.). Im vorliegenden
Fall sind gerade keine solchen Indizien erkennbar, weshalb die Vorinstanz richtigerweise
auf die im interdisziplinären Konsens erfolgte gutachterliche Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit abgestellt hat und bei der Festlegung des Invalideneinkommens davon
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ausgegangen ist, die Beschwerdeführerin sei zu 80% leistungsfähig in einer adaptierten,
leichten Tätigkeit. Zu den von der Beschwerdeführerin dagegen vorgebrachten Argumenten
ist im Einzelnen folgendes zu beachten:
• Mit Bezug auf die psychische Situation hat der behandelnde Psychiater Dr. C_ bereits
früher die Diagnose einer mittelschweren bis schweren Depression mit somatischem
Syndrom gestellt, wie dies auch den aktuellsten Arztberichten entnommen werden kann.
Dr. C_ geht davon aus, dass die Beschwerdeführerin nicht mehr in der Lage sei, im
Alltag nennenswerte Arbeitsleistungen zu erbringen (vgl. IV-act. 53, S. 3; IV-act. 62, S. 2
ff.).
Schon im MEDAS-Gutachten vom 29. Oktober 2010 (IV-act. 21) wurde diese Diagnose
des langjährig behandelnden Psychiaters allerdings nicht bestätigt, sondern im
psychiatrischen Teilgutachten der MEDAS wurde dazu ausdrücklich festgehalten (vgl.
IV-act. 21, S. 50 f.): „Zur Beurteilung des behandelnden Psychiaters ... ist zu sagen,
dass diese Diagnosen anhand der aktuellen Untersuchungsbefunde so nicht
nachvollziehbar sind. Für eine schwere depressive Symptomatik fanden sich eindeutig
keine ausreichenden Hinweise. Auch für eine mittelschwere depressive Symptomatik
waren die vorliegenden depressiven Symptome aktuell nicht ausreichend. ... Es zeigte
sich eine leichtgradige psychische Problematik und keinerlei Hinweise auf
Chronifizierungstendenzen.“ Auf S. 9 des psychiatrischen Teilgutachtens (IV-act. 21,
S. 49) war schliesslich die Rede davon, dass „allenfalls leichtgradige Einschränkungen
der Arbeits- und Leistungsfähigkeit ausgewiesen sind.“
Im aktuelleren ABI-Gutachten vom 20. November 2017 nahm der psychiatrische
Gutachter Dr. D_ eingehend Stellung zu den früheren Arztberichten (IV-act. 87, S. 16
f.) und erklärte, die Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin, gar nicht mehr arbeiten
zu können, sei mit objektiv erhebbaren psychiatrischen Befunden nicht begründbar,
ebensowenig wie die der Beschwerdeführerin von Dr. C_ attestierte 100%-ige
Langzeitarbeitslosigkeit. Dr. D_ bestätigte die von Dr. C_ diagnostizierte
mittelschwere bis schwere Depression nicht und attestierte der Beschwerdeführerin
stattdessen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einerseits die Diagnose einer
leichten depressiven Episode und andererseits eine chronische Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren. Letztlich kommt es
invalidenversicherungsrechtlich allerdings ohnehin nicht primär auf die Diagnose,
sondern vielmehr darauf an, welche Auswirkungen eine Erkrankung auf die
Arbeitsfähigkeit hat (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 9C_273/2018 vom 28. Juni
2018, E. 4.2). Dr. D_ hat im ABI-Gutachten sowohl den psychiatrischen Befund als
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auch den Schweregrad der Symptomatik und die damit verbundenen
Funktionseinschränkungen schlüssig dargelegt, was auch seitens des RAD so bestätigt
wurde (IV-act. 88, 95). Insoweit die Beschwerdeführerin die Dauer der Begutachtung als
zu kurz rügt, ist auf die ständige Rechtsprechung hinzuweisen, wonach es für den
Aussagegehalt eines medizinischen Gutachtens nicht auf die Untersuchungsdauer
ankommt, sondern der Aussagegehalt eines Gutachtens vielmehr davon abhängt, ob es
inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (vgl. dazu anstelle vieler: Urteil des
Bundesgerichts 8C_695/2015 vom 19. November 2015, E. 3.4). Gerade bei
Berücksichtigung der Ausführungen im früheren MEDAS-Gutachten sind die Aussagen
im ABI-Gutachten zum psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sehr
wohl schlüssig und nachvollziehbar. Dass der behandelnde Psychiater die Situation
anders beurteilt (und auch schon im Zeitpunkt des früheren MEDAS-Gutachtens anders
beurteilte), genügt unter den gegebenen Umständen nicht, um einzig deshalb die
gutachterliche Einschätzung in Frage zu stellen. Wie die Beschwerdeführerin selbst
einräumt, kann eine psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nie völlig
ermessensfrei erfolgen und eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher praktisch
immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-
psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der
Experte lege artis vorgegangen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_200/2018 vom
7. August 2018, E. 6.3, m.w.H.). Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin
liegen im vorliegenden Fall keine Umstände vor, die dazu führen würden, die sorgfältig
und schlüssig begründete Arbeitsfähigkeitseinschätzung aus psychiatrischer Sicht, wie
sie im ABI-Gutachten vorgenommen wurde, in Frage zu stellen. Schon im früheren
MEDAS-Gutachten hiess es ausdrücklich (IV-act. 21, S. 48): „Die derzeit bestehende
leichte bis zeitweilig mittelgradige depressive Episode ist behandelbar und
besserungsfähig.“ Der MEDAS-Gutachter betonte mehrmals, dass „höchstens“ von einer
Arbeitsunfähigkeit von 30-40% auszugehen sei (vgl. IV-act. 21, S. 9 f.) und dass es der
Beschwerdeführerin aus seiner Sicht an sich zumutbar wäre, eine höhere
Arbeitsleistung zu erbringen und wieder in den Arbeitsprozess einzusteigen (IV-act. 21,
S. 48). Es wurde zudem ausdrücklich eine kurzfristige gutachterliche Reevaluation der
Arbeitsunfähigkeit empfohlen (IV-act. 21, S. 50 oben). Gerade auch vor diesem
Hintergrund ist die aktuelle Einschätzung der psychischen Situation im ABI-Gutachten
sehr wohl nachvollziehbar und es leuchtet ein, dass insgesamt von einer
zwischenzeitlichen Besserung der psychischen Situation auszugehen ist, was dazu
führt, dass in psychiatrischer Hinsicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr
vorliegt.
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• Mit Bezug auf die somatische Situation verweist die Beschwerdeführerin unter anderem
auf ihre von Dr. E_ diagnostizierten urogenitalen Beschwerden. Wie die Vorinstanz
schon in der angefochtenen Verfügung zu Recht anmerkte, können diese Beschwerden
allerdings operativ behoben werden und führen daher zum Vornherein nicht zu einer
dauerhaften Verminderung der Arbeitsfähigkeit, welche Einfluss auf die Festlegung des
Invalideneinkommens hätte (vgl. dazu auch RAD-Bericht vom 25. Mai 2018, IV-act. 95).
Insoweit die Beschwerdeführerin bemängelt, die Rendementreduktion von 20% gemäss
neurologischem Teilgutachten sei bei der interdisziplinären Arbeitsfähigkeitsein-
schätzung nicht berücksichtigt worden, kann dem nicht gefolgt werden: Gemäss dem
neurologischen Teilgutachten ist der Beschwerdeführerin zwar in körperlich leichten
Tätigkeiten eine Rendementreduktion von 20% attestierbar (IV-act. 87, S. 33 oben). Es
besteht aber entgegen der von der Beschwerdeführerin vertretenen Argumentation
keinerlei Anlass, daran zu zweifeln, dass diese Rendementreduktion in die
abschliessende Gesamtbeurteilung miteinfloss: Diese wurde nämlich durch einen
interdisziplinären Konsensus mit den das Gutachten unterzeichnenden Untersuchern -
wozu auch der neurologische Gutachter gehört (IV-act. 87, S. 45) - erarbeitet (IV-act. 87,
S. 39 oben). Die im neurologischen Teilgutachten erhobenen Diagnosen betrafen
einerseits das chronische Schmerzsyndrom und andererseits die Dermatomyositis (IV-
act. 87, S. 31); die gleichen Diagnosen wurden auch vom rheumatologischen Gutachter
berücksichtigt, welcher in seinem Teilgutachten zum Schluss gelangte, die
Beschwerdeführerin sei in einer körperlich leichten bis selten mittelschweren,
wechselbelastenden Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig mit einer um 20% reduzierten
Leistungsfähigkeit zur Gewährung von regelmässigen Pausen (IV-act. 87, S. 26 f.).
Nachdem die Gutachter der Beschwerdeführerin aus polydisziplinärer Sicht ausdrücklich
eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80% attestierten (IV-act. 87, S. 40 unten), ist
damit nicht nur die aus rheumatologischer Sicht reduzierte Leistungsfähigkeit, sondern
gleichzeitig auch die in gleichem Ausmass bestehende Rendementreduktion aus
neurologischer Sicht berücksichtigt, welcher somit mit den gemäss interdisziplinärer
Einschätzung notwendigen zusätzlichen Pausen während des Vollzeitpensums
offensichtlich Rechnung getragen wird. Entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin besteht diesbezüglich kein Klärungsbedarf und erübrigt sich somit
auch eine entsprechende Rückfrage zur Ergänzung des Gutachtens.
Schliesslich geht die Beschwerdeführerin namentlich gestützt auf die neu
hinzugekommene Diagnose einer Dermatomyositis und der Einschätzung der sie in
diesem Zusammenhang behandelnden Ärzte davon aus, nicht mehr in wesentlichem
Umfang arbeitsfähig zu sein. Gemäss Bericht von Dr. F_ vom 5. April 2018 (act. 2/4)
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besteht bei der Beschwerdeführerin nach wie vor eine deutlich eingeschränkte
Belastbarkeit des Bewegungs- und Stützapparats. Zum selben Ergebnis gelangten auch
die ABI-Gutachter, die - in Berücksichtigung der bei ihren Untersuchungen festgestellten
deutlichen Belastbarkeitseinschränkungen - die Beschwerdeführerin als vollständig
arbeitsunfähig ansahen für mittelschwere oder schwere körperliche Tätigkeiten.
Weshalb die Gutachter schliesslich - entgegen dem behandelnden Arzt, der im Bericht
vom 5. April 2018 (act. 2/4) ohne plausible Begründung angibt, der Beschwerdeführerin
sei unter Berücksichtigung sowohl der physischen als auch psychischen
Einschränkungen weder aktuell noch künftig ein Wiedereinstieg ins Erwerbsleben
möglich, nicht einmal für leichte Tätigkeiten - im interdisziplinärem Konsens davon
ausgehen, in einer adaptierten (d.h. insbesondere körperlich leichten) Tätigkeit sei der
Beschwerdeführerin aktuell eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit zu attestieren, wird im
Gutachten eingehend und schlüssig begründet: So korrelierte das Ausmass der bei der
gutachterlichen Untersuchung festgestellten Bewegungseinschränkungen in keiner Art
und Weise mit den früher festgestellten und insgesamt nur leichten degenerativen
Veränderungen. Hinweise für sensible zerviko- oder lumboradikuläre Ausfälle bestanden
ebenso wenig wie motorische Defizite, so dass die vom behandelnden Rheumatologen
Dr. F_ diskutierte radikuläre Symptomatik vom rheumatologischen Gutachter nicht
bestätigt werden konnte. Der rheumatologische Gutachter legte stattdessen
überzeugend dar, dass die Diagnose einer Dermatomyositis nicht automatisch eine
lebenslängliche Arbeitsunfähigkeit bedeute, weshalb die Aussage des behandelnden
Arztes, wonach die Beschwerdeführerin weder aktuell noch künftig je wieder in einer
körperlich leichten Tätigkeit tätig sein könne, jeglicher klinisch adäquaten Grundlage
entbehre. Gerade Autoimmunerkrankungen könnten mit den heute zur Verfügung
stehenden modernen immunsupprimierenden Medikamenten oft sehr gut und anhaltend
behandelt werden mit dem Erreichen einer klinischen Remission. Die gesamte
jahrelange Schmerzpräsentation lasse den Schluss zu, dass primär ein chronisches
multilokuläres Schmerzsyndrom respektive eine Fibromyalgie vorliege und dass die
Beschwerdeführerin überlappend dazu eine Dermatomyositis erlitten habe, welche
medikamentös adäquat behandelt wurde und sich in Bezug auf die myopathischen
Befunde weitgehend in klinischer Remission befinde. Insgesamt erhielt der
rheumatologische Gutachter bei seinen eigenen Untersuchungen den Eindruck, dass
sich die Einschätzung des behandelnden Rheumatologen im Wesentlichen an die
beklagten Beschwerden der Explorandin anlehne und nicht an die an sich klaren
pathoanatomischen Befunde. Bei Berücksichtigung der aktuellen Laborergebnisse, der
festgestellten Normalisierung der Muskelenzyme und aufgrund dessen, dass sich der
allgemeine Körperzustand der Beschwerdeführerin seit vielen Jahren nicht verändert
habe, liegen gemäss dem rheumatologischen Gutachter keine klinischen Hinweise für
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eine persistierende Myopathie mehr vor und es sei daher von einer psychosozialen
Überlagerung des Schmerzbildes auszugehen (IV-act. 87, S. 26 ff.). Nachdem diese
gutachterliche Einschätzung nicht nur detailliert und sorgfältig begründet, sondern auch
schlüssig und nachvollziehbar ist, ist die Vorinstanz für die Festlegung des
Invalideneinkommens der Beschwerdeführerin zu Recht davon ausgegangen, diese sei
in einer adaptierten Arbeit zu 80% leistungsfähig.
Insoweit die Beschwerdeführerin vorbringt, die beginnende dilatative Kardiomyopatie
schränke die Beschwerdeführerin zusätzlich in der Leistungsfähigkeit ein, so ist in
diesem Zusammenhang insbesondere darauf hinzuweisen, dass das
Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung einer Beschwerde auf den bis zum
Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen
hat (vgl. dazu BGE 132 V 215, E. 3.1.1). Allfällige gesundheitliche Verschlechterungen
nach Verfügungserlass sind im Rahmen einer Neuanmeldung bei der IV-Stelle geltend
zu machen (Urteil des Bundesgerichts 9C_691/2018 vom 21. Februar 2019, E. 1.2).
Gemäss RAD-Bericht vom 25. Mai 2018 (IV-act. 95) zeigten sich die kardialen
Veränderungen im Rahmen der auch von den ABI-Gutachtern bereits festgestellten
kardiologischen Diagnosen - jedenfalls im damaligen Zeitpunkt - als diskret und ohne
funktionelle Auswirkungen. Schon der kardiologische Gutachter empfahl zwar weitere
Verlaufskontrollen, verwies aber zugleich ausdrücklich auf einen bisher günstigen
Verlauf (IV-act. 87, S. 37). Bisher liegen keine medizinischen Berichte vor, die das
Gegenteil belegen würden. Sollte sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
allerdings künftig anhaltend verschlechtern, steht es ihr selbstverständlich frei, sich
gegebenenfalls erneut bei der Vorinstanz zum Leistungsbezug anzumelden.
d. Zusammengefasst ist die Vorinstanz somit für die Festlegung des Invalideneinkommens zu
Recht entsprechend der gutachterlichen Einschätzung im ABI-Gutachten davon
ausgegangen, die Beschwerdeführerin sei in einer adaptierten Tätigkeit zu 80% arbeits-
und leistungsfähig, umsetzbar in einem Vollzeitpensum bei vermehrtem Pausenbedarf.
Folglich ist von einem Invalideneinkommen im Betrag von Fr. 43‘775.-- auszugehen (LSE
2014, TA1, Niveau 1, Frauen: Fr. 4‘300.-- x 12 x 0.8 = Fr. 41‘280.--; umgerechnet auf die
betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche [Fr. 43‘034.40] und Indexierung
per 2017 mit den Werten gemäss T39 [Fr. 43‘034.40: 2673 x 2719]).
2.6 Der Einkommensvergleich zwischen dem Valideneinkommen im Betrag von Fr. 52‘963.50
(E. 2.4 vorstehend) und dem Invalideneinkommen im Betrag von Fr. 43‘775.-- (E. 2.5
vorstehend) ergibt somit eine Erwerbseinbusse im Betrag von 9‘188.50 und damit einen
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Invaliditätsgrad von weniger als 18%, welcher somit offensichtlich keinen Anspruch auf eine
Invalidenrente zu begründen vermag.
Bei diesem Ergebnis kann offen gelassen werden, ob die Beschwerdeführerin beim
Invalideneinkommen zusätzlich Anspruch auf einen Leidensabzug vom Tabellenlohn hat
oder nicht. Weder die Berücksichtigung des der Beschwerdeführerin im früheren Verfahren
O3V 11 17 gewährten Leidensabzugs von 10% noch die Berücksichtigung eines
theoretisch maximal überhaupt zulässigen Leidensabzugs von 25% (vgl. dazu anstelle
vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_211/2018 vom 8. Mai 2018, E. 3.3, m.w.H.) führt
rechnerisch zu einem Invaliditätsgrad von über 40%. Mangels eines rentenbegründenden
Invaliditätsgrads ist die Beschwerde so oder so abzuweisen.
Kosten und Entschädigung
Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung
oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung kostenpflichtig. Die Kosten
werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Vorliegend erscheint die in vergleichbaren Fällen
übliche Entscheidgebühr von Fr. 800.-- als angemessen, unter Verrechnung mit dem von
der Beschwerdeführerin in gleicher Höhe eingeforderten Kostenvorschuss.
Da der Kostenvorschuss für das vorliegende Verfahren doppelt bei der Gerichtskasse
einbezahlt wurde, sind der Beschwerdeführerin von der Gerichtskasse Fr. 800.--
zurückzuerstatten.
Beim vorliegenden Verfahrensausgang sind keine Entschädigungen zuzusprechen.
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