Decision ID: 821152a5-0f4a-5421-985c-7a51155248a6
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die im Jahre 1964 geborene
X._
verfügt über keine berufli
che
Ausbildung und ist seit dem 2
8.
November 1984 verheiratet.
In der Zeit
von Juli 1985 bis März 1991
übte sie
verschiedene Hilfsarbeitertätigkeiten bei gerin
gem Pensum aus
;
am 1
1.
Januar 1989 wurde die Versicherte erstmals Mutter, die zweite Tochter wurde
am 2
4.
Januar 1990 geboren. Ab Januar 1992 nahm die Versicherte bei der
Z._
eine volle Erwerbstätigkeit auf, die dritte Tochter wurde
am 2
0.
Januar 1993 geboren. Während
der vierten Schwanger
schaft beendete die Versicherte ihre Tätigkeit für die
Z._
, nahm für wenige Monate eine Teilzeitstelle an und bezog ab September 1995
Arbeits
losenentschädigung
. Ihr Sohn kam am 2
5.
September 1995 mit ei
ner Behinde
rung
zur Welt. Aufgrund des erhöhten Betreuungsaufwandes nah
m die Versi
cherte nach Auslaufen der Arbeitslosenentschädigung im September 1997 vorerst
keine Erwerbstätigkeit mehr auf; d
as fünfte Kind
wur
de am
1.
September 1998 geboren. Von September 2004 bis Juli 2007 war die Versi
cherte erneut
in einem reduzierten Pensum
für die
Z._
tätig, (
Urk.
10/2,
Urk.
10/9,
Urk.
10/24 S. 3).
Aufgrund einer seit 2008 dokumentierten Pol
y
arthritis sowie Venen- und
Rücken
beschwerden
meldete sich die Versicherte am 1
7.
Mai 2011 bei der
Sozi
alversicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an
(
Urk.
10/9,
Urk.
3/1).
Neben der Bestimmung der medizinisch-theoretischen
Rest
leistungsfähigkeit
wurde eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähig
keit in Beruf und Haushalt durchgeführt (Abklärungsbericht vom 2
2.
Februar 2012,
Urk.
10/24).
Mit Vorbescheid vom
8.
März 2012 stellte die IV-Stelle der Versi
cher
ten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, ausgehend da
von, dass diese im Gesundheitsfall zu 100
%
im Haushalt tätig und dabei zu 31
%
eingeschränkt wäre (
Urk.
10/26). Mit Verfügung vom
7.
Februar 2014 hielt die IV-Stelle fest, dass der Erwerbsbereich mit 30
%
und der
Haushaltsbe
reich
mit 70
%
zu gewichten sei, was bei einem Invaliditätsgrad von 34.22
%
ebenfalls zur Abweisung des Leistungsbegehrens führe (
Urk.
10/49 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die
Vertreterin der Versicherten am
6.
März 2014 Beschwerde und beantragte, es sei der Beschwerdeführerin eine
Viertelsrente
zuzusprechen und die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren; unter Kosten- und
Entschädi
gungsfolgen
zu Lasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1).
Unter Hinweis auf die Akten beantragte die Beschwerdegegnerin mit
Beschwer
deantwort
vom 2
9.
April 2014 Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9), was der
Beschwerdeführerin mit Schreiben vom
7.
Mai 2014 zur Kenntnis gebracht wurde
(
Urk.
11).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung
des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Ge
sichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG
die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Me
tho
de der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, ge
mischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Üb
rigen
unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchti
gung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der ver
sicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in wel
chem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung;
IVV). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der
allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme ei
ne
r im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit ist der im
Sozialversi
che
rungsrecht
übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfor
der
lich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hin
weisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie all
fällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren
Invalidi
tätsbemess
ung
s
methode
und damit der Beantwortung der entscheidenden
Sta
tusfrage
handelt es
sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothe
tische Willens
ent
schei
dungen der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für
die
Fra
ge, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Be
ein
trächtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsachen sind indessen einer di
rek
ten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus äusse
ren
In
dizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypothe
tischer Geschehensabläufe ist eine Tatfrage, soweit sie auf Beweiswürdigung beruht, selbst wenn darin auch
Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Le
benserfahrung mitberücksichtigt wer
den. Rechtsfragen sind hingegen Folgerun
gen, die ausschliesslich – losgelöst vom konkreten Sachverhalt – auf die allge
meine Lebenserfahrung gestützt wer
de
n
oder die Frage, ob aus festgestellten In
dizien mit Recht auf bestimmte Rechts
folgen geschlossen worden ist (vgl. Ur
teile des Bundesgerichts 9C_287/2013 vom
8.
November 2013 E.
3.5
und 8C_511/2013 vom 3
0.
Dezember 2013, je
mit Hin
weisen).
1.4
1.4.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu be
stimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Inva
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
gegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalidenein
kommen
),
in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkommens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
überge
stellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4.2
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die
Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Auf
ga
ben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
gelt
lichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ent
spre
chend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerb
s
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und er
werb
lichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die
Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufga
ben
bereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die
Gesamtin
va
lidität
aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teil
invaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass
im erwerblichen Bereich in einer behinderungsangepassten Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 20
%
auszugehen sei, was bei einer Gewichtung dieses Bereich
s
mit 30
%
zu einer Teilinvalidität von 12.34
%
führe. Im Bereich Haus
halt sei von einer Einschränkung von 31.26
%
auszugehen, was zu einer
Teilin
vali
dität
von 21.88
%
und zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 34.22
%
führe (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte die Vertreterin der Beschwerdeführerin im Wesentlichen
geltend, dass
d
ie Wiederaufnahme einer Arbeit durch seit 2006 bestehende ge
sund
heitliche Probleme verunmöglicht worden
sei
, unabhängig von einer all
fälli
gen Beruhigung der Situation um ihren behinderten Sohn. Dieser sei aktuell gut betreut
und die Familie lebe in engen finanziellen Verhältnissen, so dass der
Aussage der Beschwerdeführerin, bei guter Gesundheit zu 50
%
einer erwerbli
chen
Tätigkeit nachzugehen,
G
lauben zu schenken sei (
Urk.
1).
3.
3.1
Dr.
med.
A._
, Fachärztin FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumatologie, diagnostizierte in ihrem Bericht vom
9.
November 2011 mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine undifferenzierte
seronegative
Arthritis mit Beteiligung beider Hand-, F
ingergrund- und Schultergelenke
; ein
lumbospondylogenes
Syndrom beidseits mit/bei
Sakroilieitis
rechtsbetont sowie eine arterielle Hypertonie. Die Beschwerdeführerin zeige deutliche
Synovitiden
im Bereich der Handgelenke, der Fingergelenk
e
sowie der Zehengrundgele
nke,
dann
Sehnenscheidenentzündungen im Bereich beider Sprunggelenke
und eine
Plantarfasziitis
rechts, was sie in ihren Alltagsaktivitäten, sei es mit den Händen
oder
beim
Herumlaufen
,
stark beeinträchtige. In einer mittelschweren oder schwe
ren körperlichen Arbeit bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit; für leichte Arbeiten im Haushalt mit genügenden Ruhepausen sei von einer 60%igen
Arbeitsfähigkeit auszugehen. Eine ausserhäusliche Tätigkeit sei aus ihrer Sicht nicht möglich (
Urk.
10/21 S. 5 ff.).
3.2
In ihrer ergänzenden Stellungnahme vom 1
0.
Juli 2013 hielt
Dr.
A._
fest, dass
die entzündliche rheumatische Erkrankung von einer ausgeprägten Müdigkeit begleitet sei und schubhaft verlaufe. In einer ideal angepassten Tätigkeit bestehe allerhöchstens eine 20%ige Arbeitsfähigkeit mit Ruhepausen dazwischen und Freitagen im Schub. Im Grossen und Ganzen müsse jedoch gesagt werden, dass
die Beschwerdeführerin für eine kontinuierliche Tätigkeit
(Arbeitsfähigkeit)
nicht
mehr geeignet sei. Seit dem Bericht vom
9.
November 2011 habe sich der Zu
stand eher verschlechtert, da die Beschwerdeführerin auf die gängigen
Ba
sis
the
rapien
nicht wirklich angesprochen und sich neu eine Lebersteatose gebildet habe;
eine Leberbiopsie sei geplant (
Urk.
10/39).
3.3
Im Rahmen der Abklärung
vom 2
2.
Februar 2012
führte
die Beschwerdeführerin
aus, an
immer gleich starke
n
Schmerzen in den Handgelenken, den Füssen und dem Rücken
zu leiden
. Sie trage zwei Schienen für die Handgelenke, welche sie nur beim Essen, beim Duschen und in der Nacht abnehmen dürfe. Seit Frühling 2010 habe sie von den Medikamenten starke Kopfschmerzen, Migräne und Schwindel
und falle in der Regel so alle zwei Wochen einen Tag aus, in letzter Zeit auch häufiger (
Urk.
10/24 S. 1).
Sie habe bis im September 2007 gearbeitet und dann wegen der zunehmenden
Schmerzen aufhören müssen. Gleichzeitig habe sie auch mit ihrem gehörlosen Sohn
grosse Probleme bekommen, da dieser nicht mehr in die Gehörlo
senschule in
B._
habe
gehen wollen. Sie habe ihn dann am Morgen in die Schule
bringen und am Abend wieder abholen müssen. Jetzt sei die Pflege des 16jäh
ri
gen
Sohnes nicht mehr so intensiv. Er gehe unter der Woche in die
Ge
hör
lo
sen
tagesschule
in
B._
und könne seit dem Sommer 2011 mehr
heitlich am
Abend alleine mit dem Zug nach Hause fahren. Am Morgen werde er in die Schu
le
begleitet, im Moment sei er in der Entwicklungsphase eines etwa 11/12
-
jäh
rigen Jungen. Sie denke, dass sie im Gesundheitsfall wieder zu 50
%
arbeiten könn
t
e (
Urk.
10/24 S. 3).
Der Ehemann könne wegen seiner Krankheit im Haushalt praktisch nicht mehr mithelfen. Unter Berücksichtigung der zumutbaren Mithilfe der Kinder sei von einer Einschränkung der Beschwerdeführerin im Bereich Haushalt von 31.26
%
auszugehen (
Urk.
10/24 S. 5 ff.).
4.
4.1
Hinsichtlich der Statusfrage führte die Beschwerdegegnerin aus, dass die Be
schwer
deführerin bei der
Z._
zuletzt bis zum Austritt am 3
0.
Juni 2007 in einem Pensum von ca. 29
%
gearbeitet habe
. Die Kündigung sei dabei im Zusammenhang mit der Betreuung des behinderten Sohnes erfolgt, wobei die
Aussage, dass die Aufgabe auch aus gesundheitlichen Gründen er
folgt sei, medi
zinisch nicht dokumentiert
sei. In der Zeit von Juli 2007 bis zum Eintritt des
Ge
sundheitsschaden
im November 2010 habe sich die Beschwerde
führerin nicht um eine ihrer Situation angepasste ausserhäusliche Tätigkeit bemüht, so dass im Gesundheitsfall von der Wiederaufnahme einer Tätigkeit im gleichen Umfang auszugehen sei (29
%
, gerundet 30
%
;
Urk.
10/48 S. 2,
Urk.
10/47).
Demgegenüber machte die Vertreterin der Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, dass bei den vorliegenden Umständen entsprechend der Aussage ihrer Mandantin von der Wiederaufnahme einer erwerblichen Tätigkeit im Ausmass von 50
%
ausgegangen werden könne (
Urk.
1).
4.2
4.2.1
Aus den Akten ist ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin in der Zeit von Januar 1992 bis Februar 1995 einer vollen Erwerbstäti
gkeit nachging, wobei die Kinderbetreuung in dieser Zeit durch die Schwiegermutter sichergestellt wurde (
Urk.
10/2,
Urk.
10/24 S. 3). Die Aufgabe der angestammten Tätigkeit erfolgte wäh
rend der vierten Schwangerschaft, wohl zur Aufnahme einer
tiefer
pro
zentigen
Tätigkeit (vgl. Anstellung Juni bis September 1995). Weiter lässt auch die
Höhe des bezogenen Arbeitslosentaggelds auf die Suche einer
Teilzeit
stelle
schliessen
(
Urk.
10/2). Die Beschwerdeführerin führte diesbezüglich aus, dass sie nach der Geburt des behinderten Sohnes eine Pause eingelegt habe (
Urk.
10/24 S.
3).
Für die Zeit ab September 1995 ist dabei festzuhalten, dass neben der Be
treuung des
neugeborenen behinderten Sohnes
weiterhin auch die drei älteren Kinder (6-, 5- und 2jährig) zu betreuen waren, ab September 1998 auch noch die jüngste Tochter. Vor diesem Hintergrund ist die Aufgabe der er
werblichen
Tätigkeit bis September 2004 sowie die anschliessende Wiederauf
nahme im Aus
mass von lediglich 30
%
aufgrund der familiären Verpflichtungen ohne weiteres nachzuvollziehen.
4.2.2
Was die erneute Aufgabe der Tätigkeit per
Juli 2007 betrifft
,
ist unbestritten, dass
dabei der vorübergehend gestiegene Betreuungsaufwand des behinderten Sohne
s
im Vorderg
rund
gestanden hat
. Festzuhalten ist dabei aber a
uch, dass von einem
wesentlich
früheren Beginn der gesundheitlichen Beschwerden auszugehen ist, als dies die Beschwerdegegnerin annimmt.
So hielt
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, in seinem Schreiben vom
3.
März 2014 fest, dass er die Beschwerdeführerin im Februar 2008 wegen Ar
thritiden mit hoher Blut
senkung und zunehmenden Lumbalgien zur rheumato
logischen Abklärung habe überweisen müssen. Schon im Dezember
2007
habe ihn die Beschwerdeführerin mit einer Tendovaginitis de
Quervain
rechts aufge
sucht, vermutlich als frühe Mani
festation einer rheumatoiden Arthritis (
Urk.
3/2). Vor diesem Hintergrund
kann der Beschwerdeführerin eine man
gelnde Stellensuche in der Zeit ab Juli 2007
nicht vorgeworfen werden.
Auch wenn der Betreuungsaufwand für die älteren drei Kinder zu diesem Zeitpunkt nicht mehr
massiv
ins Gewicht
gefallen ist
, gilt es zu berücksichtigen, dass neben den beginnenden Beschwerden und dem Aufwand mit dem behinderten Sohn, auch die rund 9jährige Tochter noch Betreuung nötig hatte.
Unbestritten ist dabei, dass es im
November
2010 zu
einer wesentlichen Verschlechterung der Be
schwerden gekommen ist (
Urk.
3/1
,
Urk.
10/21 S. 6,
Urk.
10/48 S. 2
).
Aufgrund der genannten Verschlechterung der Beschwerden sowie der Anmel
dun
g zum Leistungsbezug am 1
7.
Mai
2011 ergibt sich ein
frühstmöglicher
Ren
tenbeginn per
1.
November 201
1.
Zu diesem Zeitpunkt f
ie
l neben dem
Be
treu
ungs
aufwand
für den
(ganztags auswärts beschäftigten)
behinderten Sohn ledig
lich noch ein solcher für die jüngste Tochter an (13-jährig). In diesem Zu
sam
menhang ist wohl auch die Aussage der Beschwerdeführerin zu verstehen, dass ein Pensum von 80
%
wohl etwas übertrieben wäre und sie ein solches von 50
%
wieder gut bewältigen könnte (
Urk.
10/24 S. 3).
4.2.3
Angesichts dieses Lebenslaufs der Beschwerdeführerin ergibt sich, dass sie jeder
zeit in hohem Masse erwerbstätig war und einzig in Phasen erforderlicher
Kinder
betreuung
keiner ausserhäuslichen Arbeitstätigkeit nachging. Dass sie nach der Beruhigung der Situation um ihren Sohn und angesichts der engen finanziellen Verhältnisse ihr Pensum wieder gesteigert hätte, liegt damit auf der Hand. An
zufügen bleibt trotz der Rechtsprechung, dass grundsätzlich nicht auf Statis
tiken abzustellen ist (
Urteil des Bundesgerichts 8C_35/2011 vom 24. Mai 2011, E.
3.4
), dass in der vorliegenden Konstellation von einer zumutbaren
Arbeits
tätig
keit
von jedenfalls 50 % auszugehen wäre und der Ehemann der Be
schwer
deführerin - wenn auch gesundheitlich eingeschränkt und IV-Rentenbezüger -
wohl zu Hause ist und zumindest Überwachungsaufgaben übernehmen kann (Urk. 10/24
S. 2).
Diese Gesamtsituation spricht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall wieder ein Pensum von 50 % auf
ge
nommen hätte.
5.
5.1
Die im Rahmen der Haushaltsabklärung ermittelte Einschränkung von 31.26
%
im Haushalt blieb unbestritten und ist nicht zu beanstanden. Bei einer Gewich
tung dieses Bereichs mit 50
%
führt dies zu einem Teilinvaliditätsgrad von 15.63
%
.
5.2
Hinsichtlich des
Valideneinkommens
ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass die Beschwerdeführerin die angestammte Tätigkeit aufgrund privater Gründe
aufgegeben habe, und ermittelte das massgebende
Vergleichseinkom
men
an
hand
der statistischen Durchschnittswerte der Schweizerischen
Lohn
strukturerhebung
(herausgegeben vom Bundesa
mt für Statistik, Neuchâtel 2010
; LSE).
Dabei stellt
e
sie
aufgrund der angestammten Tätigkeit auf den
Bereich Herstellung von
Kunst
stoffteilen
(
LSE TA1
Ziff.
22-23)
ab und bezifferte das monatliche Einkommen mit
Fr.
4‘626.--
(Urk. 2)
,
was nicht nachvollzogen werden kann (
Ziff.
22:
Fr.
4‘203.--,
Ziff.
23:
Fr.
4‘450.--). Auch wenn die Beschwerdeführerin in der an
gestammten Tätigkeit über eine gewisse Erfahrung verfügt, geht es vorliegend dennoch um Hilfsarbeiten im Bereich der einfachen und
repetitiven Tätigkeiten, so dass die Wiederaufnahme einer Arbeit im gleichen Wirtschafts
bereich nicht
überwiegend wahrscheinlich erscheint. Praxisgemäss ist vielmehr auf den
Ge
samt
durchschnitt
der
monatliche
n Bruttolöhne
(Zentralwert)
weibli
cher
Arbeits
kräfte im privaten Sektor für einfache und repetitive Tätigkeiten
ab
zustellen,
wie dies die Beschwerdegegnerin für die Ermittlung des
Invalidenein
kommens
getan
hat (Fr. 4‘225.-- per 2010). Bei diesem Vorgehen kann auf eine zahlen
mässige Festsetzung der Vergleichseinkommen verzichtet und ein rech
nerischer Prozentvergleich durchgeführt werden, wobei der von der
Beschwer
degegnerin
vorgenommene leidensbedingte Abzug von 5
%
unbestritten geblie
ben und nicht
zu beanstanden ist. Dies führt im erwerblichen Bereich zu einer Einschränkung von 62
%
(
unbestrittenen gebliebene [Urk.
1 S.
2] und ausgewiesene [E.
3.2]
zumutbare Arbeitsfähigkeit von 20
%
abzüglich 5
%
gegenüber Pensum im Gesundheitsfall von 50
%
). B
ei einer Gewichtung dieses Bereichs mit 50
%
führt dies zu
einer T
eilinvalidität von 31
%
und zu einem Gesamtinva
liditätsgrad von rund 4
7
%
.
5
.3
Aufgrund der Verschlechterung der Beschwerden per November 2010 (Eröff
nung
der Wartezeit) sowie der Anmeldung zum Leistungsbezug am 1
7.
Mai 2011 führt dies
ab
1.
November 2011
zu einem Anspruch auf eine
Viertelsrente
.
6
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69
Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird bei diesem Verfah
ren
s
ausgang gegenstandslos.
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerde
führerin eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in An
wendung
von
Art.
61
lit
. g ATSG, namentlich unter Berücksichtigung der Be
deu
tung der Streitsache und der Schwier
igkeit des Prozesses auf
Fr.
1'1
00.-- (inklu
sive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.