Decision ID: b28f73a7-ce40-5daa-8627-923db670fac5
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Gabriela Grob Hügli, procap, Froburgstrasse 4,
Postfach, 4601 Olten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente (Nichteintreten)
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 2. September 2004 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an und beantragte eine
Rente (IV-act. 1). Mit Verfügung vom 21. Februar 2006 wies die IV-Stelle das
Leistungsbegehren aufgrund eines Invaliditätsgrades von 16% ab (IV-act. 35). Sie
stützte sich dabei im Wesentlichen auf ein Gutachten von Dr. med. B._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Klinik Gais, vom 26. Oktober 2005. Darin wurde
der Versicherten eine Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst, ICD-10 F41.0) mit
agoraphobischen und sozialphobischen Symptomen, eine leichte depressive Episode
einer rezidivierenden Störung (ICD-10 F33.0) sowie ein Nikotinabhängigkeitssyndrom
(ICD-10 F17.2) diagnostiziert (IV-act. 22).
A.b Der Hausarzt der Versicherten, Dr. med. C._, Facharzt FMH für Allgemeine
Medizin, teilte im Bericht vom 21. März 2006 mit, das Zustandsbild der Versicherten
habe sich deutlich verschlechtert. Seines Erachtens müsse die Versicherte erneut
abgeklärt werden (IV-act. 36). Mit undatiertem Formular (Eingang IV-Stelle 7. Juni 2006)
meldete sich die Versicherte daraufhin erneut zum Bezug von Rentenleistungen an (IV-
act. 39). Mit Vorbescheid vom 8. November 2006 stellte die IV-Stelle der Versicherten
in Aussicht, auf das Leistungsbegehren nicht einzutreten (IV-act. 49). Sie stützte sich
dabei im Wesentlichen auf eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes
(RAD) vom 24. Oktober 2006, gemäss welcher in den eingereichten Arztberichten von
Dr. med. D._ vom 18. Juli 2006 (IV-act. 43) und Dr. med. E._, Facharzt FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie, vom 25. Juli 2006 (IV-act. 44) keine neuen
medizinischen Erkenntnisse in Bezug auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
vorgebracht worden seien (IV-act. 45). Dagegen erhob die Versicherte am 8. Dezember
2006 Einwand und beantragte sinngemäss erneute medizinische Abklärungen (IV-
act. 50).
A.c Am 5. Januar 2007 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid, dass auf das
Gesuch nicht eingetreten werde (IV-act. 52). Gegen diese Verfügung vom 5. Januar
2007 erhob die Versicherte am 31. Januar 2007 Beschwerde beim
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Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen (IV-act. 53-2). Am 27. März 2007 widerrief
die IV-Stelle die Verfügung vom 5. Januar 2007 mit der Begründung, das Schreiben
von Dr. C._ vom 21. März 2006 (IV-act. 36) werde als Einsprache
entgegengenommen und es folge das Einspracheverfahren (IV-act. 58). Mit
Präsidialverfügung vom 29. März 2007 wurde das Beschwerdeverfahren als
gegenstandslos abgeschrieben (IV-act. 60). Mit Einspracheentscheid vom 23. August
2007 wies die IV-Stelle die Einsprache ab mit der Begründung, es ergebe sich ein
Invaliditätsgrad von knapp 13% (IV-act. 68).
B.
B.a Am 3. Juli 2009 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von
Rentenleistungen an. Sie machte geltend, sie würde heute einer 100%igen
Erwerbstätigkeit nachgehen, wenn sie dazu in der Lage wäre, da ihr Mann aufgrund
gesundheitlicher Probleme nur noch zu 50% erwerbstätig sei und dieses Einkommen
für die Bestreitung des Lebensunterhaltes nicht ausreiche (IV-act. 72).
B.b Im Arztbericht vom 17. Juli 2009 führte Dr. C._ aus, die Versicherte klage in
letzter Zeit zunehmend über Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Angstzustände und
Schlafstörungen und sei sicher nicht mehr arbeitsfähig. Sie habe zudem Mühe, ihren
eigenen Haushalt alleine zu führen (IV-act. 78). Dr. E._ teilte in seinem Bericht vom
21. Juli 2009 mit, die jahrelange Depression spreche für das Vorliegen einer Dysthymie
(ICD-10 F34.1). Das Verhalten der Versicherten und das Ausmass der sozialen Ängste
wiesen am ehesten auf eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-
Typus (ICD-10 F60.31) und auf eine Panikstörung (ICD-10 F41.0) hin (IV-act. 77).
B.c Im Schreiben vom 28. Juli 2009 teilten die Sozialen Dienste F._ mit, dass die
Familie auf finanzielle Unterstützung angewiesen sei, da der Ehemann aus
gesundheitlichen Gründen nur noch zu 50% einer Erwerbstätigkeit nachgehen könne.
Aufgrund des finanziellen Druckes sei davon auszugehen, dass die Versicherte heute
100% erwerbstätig wäre. Zudem sei der einzige noch zu Hause lebende Sohn
(Jahrgang 1994) nun entsprechend selbständig (IV-act. 76).
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B.d Der RAD führte in einer internen Stellungnahme vom 5. Oktober 2009 aus, eine
relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Versicherten sei gemäss
den aktuellen medizinischen Unterlagen nicht ausgewiesen. Es werde der gleiche
Sachverhalt dargestellt, auch wenn ergänzend eine Persönlichkeitsstörung
diagnostiziert worden sei (IV-act. 79).
B.e Mit Vorbescheid vom 13. Oktober 2009 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, dass auf das Leistungsbegehren nicht eingetreten werde (IV-act. 83).
Dagegen erhob die Versicherte am 31. Oktober 2009 Einwand und beantragte
sinngemäss die erneute Überprüfung der Angelegenheit (IV-act. 84).
B.f Im Arztbericht vom 7. November 2009 führte Dr. C._ aus, dass die Versicherte
derart stark depressiv sei, dass sie kaum mehr ihren täglichen Verpflichtungen als
Hausfrau nachkommen könne. Sie habe trotz intensiver Medikation Schlafstörungen.
Seines Erachtens habe sich der Zustand der Versicherten erheblich verändert und sie
sei zu mindestens 70-80% arbeitsunfähig infolge schwerer Depression und
Persönlichkeitsveränderung (IV-act. 86).
B.g Am 21. Januar 2010 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid, dass auf das
Leistungsbegehren nicht eingetreten werde. Zum Einwand führte sie aus, eine Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes sei nicht ausgewiesen (IV-act. 88).
C.
C.a Gegen die Verfügung vom 21. Januar 2010 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 10. Februar 2010. Die Beschwerdeführerin beantragt sinngemäss, die
Verfügung sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, auf das
Revisionsgesuch einzutreten. Zur Begründung führt die Beschwerdeführerin im
Wesentlichen an, dass sie seit Jahren psychotherapeutische Massnahmen in Anspruch
nehme und eine Besserung kaum eingetreten sei, weshalb die Beschwerdegegnerin zu
Unrecht von einer besserungsfähigen Situation ausgegangen sei. Des Weiteren habe
die Beschwerdegegnerin nicht berücksichtigt, dass sie heute aufgrund der
Sozialhilfeabhängigkeit wegen der gesundheitlichen Probleme ihres Mannes sowie der
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geringeren Betreuungsbedürftigkeit ihres jüngsten Sohnes einer 100%igen
Erwerbstätigkeit nachgehen würde (act. G 1).
C.b In der Beschwerdeergänzung vom 12. April 2010 lässt die Beschwerdeführerin an
ihren Anträgen festhalten. Zur Begründung wird im Wesentlichen angeführt, gemäss
Dr. E._ sei neben der Panikstörung eine Persönlichkeitsstörung für die
Arbeitsunfähigkeit verantwortlich, was eine neue Diagnose darstelle. Zusätzlich
beantragt die Beschwerdeführerin, die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, bei der
Berechnung des Invaliditätsgrades die Methode des reinen Einkommensvergleichs
anzuwenden (act. G 5).
C.c Am 12. April 2010 beantragte die Beschwerdeführerin zusätzlich die
unentgeltliche Prozessführung (act. G 5, act. G 8). Dem Gesuch ist am 21. Mai 2010
entsprochen worden (act. G 13).
C.d Mit Beschwerdeantwort vom 20. Mai 2010 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung macht sie im Wesentlichen geltend, im
Vergleich zum Gutachten vom 26. Oktober 2005 (IV-act. 22), in welchem von einer
80%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen wurde, sei keine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes eingetreten. Die Diagnosen der Dysthymie und der
Persönlichkeitsstörung seien zwar neu, würden sich aber nicht weiter einschränkend
auf die Arbeitsfähigkeit auswirken. Zudem sei festzuhalten, dass selbst bei Annahme
einer 100%igen Erwerbstätigkeit und der Berücksichtigung eines 10%igen
Leidensabzuges kein Rentenanspruch resultieren würde (act. G 11).
C.e Mit Replik vom 7. Juli 2010 lässt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen
festhalten. Zudem macht sie geltend, die Methodenwahl sei ebenfalls bestritten und
diese müsse unabhängig davon festgelegt werden, ob dem Eintretensantrag gefolgt
werde oder nicht. Beim Einkommensausfall durch die Arbeitsunfähigkeit des Ehemanns
handle es sich um eine bleibende Situation (act. G 16).
C.f Die Beschwerdegegnerin hat am 27. August 2010 auf die Einreichung einer Duplik
verzichtet (act. G 18).

Erwägungen:
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1.
Streitig und vorliegend zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht auf die
Neuanmeldung der Beschwerdeführerin zum Bezug von IV-Leistungen eingetreten ist.
Eine materielle Beurteilung des Anspruchs bildet nicht Gegenstand dieses Verfahrens.
2.
2.1 Eine Rentenzusprache aufgrund einer Neuanmeldung nach vorangegangener
Ablehnung eines Rentengesuchs gemäss Art. 87 Abs. 4 der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201, in der bis zum 31. Dezember 2010 gültigen
Fassung) in Verbindung mit Abs. 3 dieser Bestimmung setzt voraus, dass seit der
letzten rechtskräftigen Verfügung (oder des letzten rechtskräftigen
Einspracheentscheides, der diesbezüglich einer Verfügung gleichgestellt werden kann),
die auf einer materiellen Prüfung des Anspruchs beruht (BGE 133 V 108 E. 5, 130 V 71
E. 3.2.3), eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, welche zu
einem (höheren) Invaliditätsgrad führt, der nunmehr einen Rentenanspruch begründet.
Wird ein neues Gesuch um Rentenleistungen eingereicht, ist darin – analog einem
Rentenrevisionsbegehren – glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität in
einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 3 IVV). Durch
diese Eintretensvoraussetzung soll verhindert werden, dass sich die Verwaltung immer
wieder mit gleichlautenden und nicht näher begründeten Leistungsgesuchen befassen
muss (vgl. Urteil des Bundesgerichtes vom 2. November 2011, 8C_624/2011, E. 4.3.1,
mit Hinweis).
2.2 Unter Glaubhaftmachen im Sinne von Art. 87 Abs. 3 IVV ist nicht der Beweis nach
dem im Sozialversicherungsrecht allgemein massgebenden Grad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu verstehen. Die Beweisanforderungen sind vielmehr dergestalt
herabgesetzt, als es genügt, dass für den geltend gemachten rechtserheblichen
Sachumstand wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch
mit der Möglichkeit zu rechnen ist, dass sich bei eingehender Abklärung die
behauptete Sachverhaltsänderung nicht erstellen lässt. Bei der Prüfung der Frage, ob
die Vorbringen der versicherten Person glaubhaft sind, berücksichtigt die Verwaltung
u.a., ob seit der rechtskräftigen Erledigung des letzten Leistungsgesuchs lediglich
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kurze oder schon längere Zeit vergangen ist. Je nachdem sind an die
Glaubhaftmachung einer Änderung des rechtserheblichen Sachverhalts höhere oder
weniger hohe Anforderungen zu stellen (vgl. Urteil des Bundesgerichtes vom 8. Juli
2011, 9C_236/2011, E. 2.1.1, mit Hinweisen).
2.3 Entsprechend der zitierten Bundesgerichtspraxis ist daher der Sachverhalt, wie er
sich im Zeitpunkt des Einspracheentscheides vom 23. August 2007 (IV-act. 68)
darstellte, mit dem Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der Verfügung vom
21. Januar 2010 verwirklicht hat, zu vergleichen.
3.
Die Invalidenrente ist nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des
Gesundheitszustands oder der erwerblichen Auswirkungen (vgl. dazu BGE 130 V 349 f.
E. 3.5) revidierbar. Ein Revisionsgrund kann vielmehr auch dann gegeben sein, wenn
neu eine andere Art der Bemessung des Invaliditätsgrades (Einkommensvergleich,
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) als die bei der ursprünglichen oder früheren
Invaliditätsbemessung verwendete zur Anwendung zu gelangen hat (vgl. Ueli Kieser,
ATSG-Kommentar, 2. A. 2009, N 20 zu Art. 17 ATSG, mit Hinweis). Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert und führt erst die Anwendung
einer neuen Methode erstmalig zu einem rentenbegründenden Invaliditätsgrad, so kann
dies Grund für eine Neuanmeldung gemäss Art. 87 Abs. 4 IVV sein (Ulrich Meyer,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 2. Aufl., Zürich 2010, S. 376 f.).
4.
4.1 Die Beschwerdeführerin machte geltend, sie würde heute nicht einer 50%igen,
sondern einer 100%igen Erwerbstätigkeit nachgehen, wenn sie dazu gesundheitlich in
der Lage wäre. Sie begründete dies damit, dass sie aufgrund der gesundheitlichen
Probleme ihres Mannes, der nur noch zu 50% erwerbstätig sein könne, nun auf
finanzielle Unterstützung der Sozialen Dienste angewiesen sei. Zudem sei der jüngste
Sohn jetzt selbständig, weshalb sie ihn nicht mehr in gleichem Masse betreuen müsse.
Die Sozialen Dienste F._ bestätigten in ihrem Schreiben vom 28. Juli 2009 die
sozialhilferechtliche Unterstützung und die Annahme einer im Gesundheitsfall
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hypothetisch ausgeübten 100%igen Erwerbstätigkeit (IV-act. 76). Es ist mitunter
nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin ihre Erwerbstätigkeit ausdehnen würde,
um nicht auf finanzielle Unterstützung angewiesen sein zu müssen. In diesem
Zusammenhang sind zudem die Ausführungen von Dr. E._ zu berücksichtigen,
gemäss welchen der "Gang zum Sozialamt" die Beschwerdeführerin sehr belaste (IV-
act. 77). Der Aufnahme einer 100%igen Erwerbstätigkeit stünden des Weiteren auch
keine massgeblichen Betreuungspflichten mehr entgegen, zumal grundsätzlich davon
ausgegangen werden kann, dass Kinder im Alter des Sohnes der Beschwerdeführerin
kaum mehr beaufsichtigt werden müssen. Der Aktenlage sind sodann keine
gegenteiligen Gesichtspunkte zu entnehmen, die Zweifel an der Schlüssigkeit der
Ausführungen der Beschwerdeführerin zu begründen vermögen. Es erscheint somit
zumindest glaubhaft, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer finanziellen Situation
und der nunmehr weggefallenen Betreuungspflichten im Gesundheitsfall einer
100%igen Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Dies wurde von der
Beschwerdegegnerin überdies auch nicht bestritten.
4.2 Die Beschwerdegegnerin machte ihrerseits geltend, dass die Ausdehnung der
Erwerbstätigkeit von 50% auf 100% nicht relevant sei, da nach wie vor von der im
Gutachten der Klinik Gais (IV-act. 22) angegebenen 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit auszugehen sei (act. G 11). Somit würde auch dann kein
Rentenanspruch resultieren, wenn die Beschwerdeführerin als zu 100% Erwerbstätige
qualifiziert würde (IV-act. 35). Es gilt zu berücksichtigen, dass sich die im
psychiatrischen Gutachten vom 26. Oktober 2005 angenommene 80%ige
Arbeitsfähigkeit auf Heimarbeit oder Tätigkeiten in einer dem Wohnort der
Beschwerdeführerin nahe liegenden, vertrauten Umgebung (vgl. IV-act. 22-5) bezieht.
Es ist daher fraglich, ob bei diesen Einschränkungen auf eine verwertbare
Arbeitsfähigkeit von 80% auf dem hypothetisch anzunehmenden, ausgeglichenen
Arbeitsmarkt geschlossen werden kann. Da nun ein anspruchsrelevanter
Methodenwechsel (Einkommensvergleich statt Betätigungsvergleich bzw. gemischte
Methode) zur Diskussion steht, wird die Beschwerdegegnerin diese Frage umfassend
zu prüfen haben.
4.3 Nach dem Gesagten ist ein anspruchsrelevanter Wechsel in der Methode der
Invaliditätsbemessung vorliegend glaubhaft gemacht, so dass die Beschwerdegegnerin
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auf die Neuanmeldung hätte eintreten und das Leistungsgesuch einer materiellen
Beurteilung hätte zuführen müssen.
4.4 Im Übrigen erscheint aufgrund des Arztberichts von Dr. C._ vom 7. November
2009 (IV-act. 86) auch eine gesundheitliche Verschlechterung ausreichend glaubhaft im
Sinne der Rechtsprechung, so dass weitere Abklärungen bezüglich der psychischen
Erkrankung der Beschwerdeführerin angezeigt sind.
5.
5.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
Verfügung vom 21. Januar 2010 gutzuheissen und die Sache zur materiellen Prüfung
der Neuanmeldung vom 3. Juli 2009 an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Die obsiegende beschwerdeführende Partei hat
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Der Bedeutung und Komplexität der Streitsache angemessen
erscheint eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen
und Mehrwertsteuer). Die Festlegung einer Entschädigung aus unentgeltlicher
Rechtsverbeiständung erübrigt sich damit.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP