Decision ID: 2c8440d6-9337-5ba2-98ba-fb98f8d13e1a
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Eliano Mussato, Bellevuestrasse 1b, Postfach,
9401 Rorschach,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente (Wiederanmeldung, Nichteintreten)
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Sachverhalt:
A.
A.a M._, Jahrgang 1951, meldete sich im April 2004 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) an und beantragte die Ausrichtung einer Rente (IV-act. 44).
Im Arztbericht vom 2. Juni 2004 diagnostizierte Dr. med. A._, Facharzt FMH für
Allgemeine Medizin, ein cervicobrachiales Schmerzsyndrom rechts bei radiologisch
nachgewiesener Diskushernie C4/5 rechts und ein multiples chemisches
Sensitivitätssyndrom. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Coiffeur attestierte er dem
Versicherten vom 6. bis 22. Juni 2003 eine 100%ige und ab 23. Juni 2003 eine 80%ige
Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 56). Am 31. März und 1. April 2005 wurde der Versicherte
durch die Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG (AEH) polydisziplinär
untersucht mit zusätzlicher Durchführung einer Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit. Am 8. April 2005 erfolgte zudem eine neuropsychiatrische
Beurteilung im Institut für Medizinisch-Psychiatrische Expertise (IMPE). Aufgrund dieser
Untersuchungen wurden im Gesamtgutachten vom 30. Mai 2005 ein chronisches
cervicospondylogenes und thorakales Schmerzsyndrom mit/bei Fehlform mit leichter
Abflachung der oberen BWS, muskulärer Dysbalance der Schulterblattfixatoren und
Haltungsinsuffizienz, mediolateral rechtsseitiger Diskushernie C4/5 rechts mit
Kompression der Nervenwurzel C5 rechts, Anulusriss C5/6 mit bilateraler, diskogener,
foraminaler Einengung (MRI der HWS vom 18. Juni 2003), ein intermittierendes
lumbovertebrales Schmerzsyndrom, ein multiples chemisches Sensitivitätssyndrom mit
positivem Expositionsversuch 21. November 1994 und eine gemischte
Anpassungsstörung mit Störung der Gefühle und des Sozialverhaltens (ICD-10: F
43.25) diagnostiziert. Aus interdisziplinärer Sicht sei die angestammte Tätigkeit als
Coiffeur während sechs Stunden pro Tag, mit zusätzlich einer Stunde Pause,
zumutbar. Andere Tätigkeiten im leichten bis mittelschweren Bereich seien ganztags
zumutbar, mit Einschränkungen für Arbeiten über Kopf sowie vermehrtem Krafteinsatz
der rechten Hand. Aus psychiatrischer Sicht sei von einer langfristigen
Arbeitsunfähigkeit von 20 bis 30% auszugehen (IV-act. 72, 73).
A.b Mit Verfügung vom 9. November 2005 verneinte die IV-Stelle gestützt auf das AEH-
Gutachten vom 30. Mai 2005 einen Anspruch auf eine Invalidenrente und wies das
Leistungsbegehren ab (IV-act. 86).
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A.c Im Dezember 2006 meldete sich der Versicherte wieder bei der IV-Stelle und
beantragte erneut die Ausrichtung einer Rente (IV-act. 90). Nachdem Dr. med. B._,
Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, mit Arztbericht vom 9. Januar 2007 gestützt auf
ein MRI vom 21. November 2005 eine erhebliche Verschlechterung des
Gesundheitszustandes attestiert hatte, beauftragte die IV-Stelle die AEH mit der
Erstellung eines Verlaufsgutachtens. Nach einer polydisziplinären Untersuchung wurde
im Gutachten vom 19. November 2007 festgehalten, dass aufgrund der Bildgebung,
der klinischen Befunde sowie der gesamten Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit eine weitere Leistungsminderung im Vergleich zum Jahr 2005 nicht
ausgewiesen sei, obwohl sich kernspintomographisch eine Zunahme der bekannten
Diskushernie auf Höhe C4/5 zeige; die Bilder lagen den Gutachtern nicht vor (IV-act.
117).
A.d Mit Verfügung vom 2. Februar 2008 verneinte die IV-Stelle erneut einen Anspruch
auf eine Invalidenrente (IV-act. 124).
B.
B.a Am 26. Januar 2009 stellte der Versicherte ein neues Gesuch bei der IV-Stelle (IV-
act. 125). Zur Bestätigung, dass sich sein Gesundheitszustand gegenüber der letzten
Begutachtung verschlechtert habe, legte der Versicherte einen Arztbericht von Dr. med.
C._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungskörpers, vom 7. Januar 2009 bei (IV-act. 126).
B.b In einer Aktennotiz hielt der RAD-Arzt Dr. med. D._, Facharzt FMH für Innere
Medizin, am 3. Februar 2009 fest, dass der Hausarzt Dr. B._ und der konsiliarisch
beigezogene Dr. C._ dafür hielten, das Hauptproblem des Versicherten liege nicht im
Bereich des Segmentes C4/5, sondern beim Segment C5/6, namentlich in der
Nervenwurzel C6. Der RAD-Arzt kam zum Schluss, dass aufgrund des Gesprächs mit
dem Hausarzt eine unveränderte medizinische Sachlage angenommen werden könne
(IV-act. 132).
B.c Am 31. März 2009 verfügte die IV-Stelle, dass kein Anspruch auf berufliche
Massnahmen bestehe (IV-act. 147, 156).
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B.d Trotz Einwand gegen den Vorbescheid vom 13. Februar 2009 eröffnete die IV-
Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 31. März 2009, dass auf sein
Leistungsbegehren (Rentenleistungen) nicht eingetreten werde. Mit dem Gesuch sei
nicht glaubhaft dargelegt, dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten
Verfügung wesentlich verändert hätten (IV-act. 148, 152, 155).
C.
C.a Gegen diese Nichteintretens-Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur.
Eliano Mussato, Rorschach, im Namen des Versicherten erhobene Beschwerde vom
12. Mai 2009 mit den Anträgen, die angefochtene Verfügung vom 31. März 2009 sei
aufzuheben, auf das Leistungsbegehren des Beschwerdeführers vom 27. Januar 2009
sei einzutreten und die Angelegenheit sei zur materiellen Beurteilung und Verfügung an
die Vorinstanz zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur
Begründung wird im Wesentlichen ausgeführt, dass der Bericht von Dr. C._ eine
exakte Diagnose enthalte und sich im Gegensatz zu den AEH-Gutachten vom 30. Mai
2005 und 19. November 2007 auf die neuesten HWS-Röntgenbilder vom 5. Januar
2009 stütze. Diese Röntgenbilder würden zeigen, dass die erhebliche Verschlechterung
auf den Zustand von C6 zurückzuführen sei (act. G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 25. Juni 2009 beantragt die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde. Die von Dr. C._ genannten Einschränkungen für
Arbeiten ab Schulterhöhe und Krafteinsatz der Hand seien den Gutachtern bereits
bekannt gewesen und berücksichtigt worden. Eine Zunahme dieser Einschränkungen
sei nicht ersichtlich. Den Akten seien keine Hinweise für eine Verschlechterung der
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit zu entnehmen (act. G 5).
C.c Mit Replik vom 10. September 2009 hält der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers an den gestellten Anträgen unverändert fest (act. G 9).
C.d Mit Schreiben vom 16. Oktober 2009 teilte die Beschwerdegegnerin den Verzicht
auf eine Duplik mit (act. G 11).

Erwägungen:
1.
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1.1 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, wird eine
neue Anmeldung nur geprüft, wenn die gesuchstellende Person glaubhaft macht, dass
sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat
(Art. 87 Abs. 3 und 4 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
Diese Eintretensvoraussetzung soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder
mit gleichlautenden und nicht näher begründeten Rentengesuchen befassen muss
(BGE 130 V 76 E. 3.2.3).
1.2 Nach der Rechtsprechung ist unter Glaubhaftmachung im Sinn von Art. 87 Abs. 3
IVV kein Beweis nach dem im Sozialversicherungsrecht allgemein massgebenden Grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 121 V 47 E. 2a) zu verstehen. Dem Zweck
der Eintretenshürde von Art. 87 Abs. 3 IVV gemäss muss es sich bei der
Glaubhaftmachung um eine deutlich reduzierte Beweisanforderung handeln. Es genügt,
dass für den geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstand wenigstens gewisse
Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist,
dass eine eingehende Sachverhaltsabklärung die behauptete Veränderung nicht
bestätigen wird. Grundsätzlich unterliegt das Glaubhaftmachen nach Art. 87 Abs. 3 IVV
weniger strengen Anforderungen als im Zivilprozessrecht. Bei der Prüfung der
Eintretensvoraussetzung der glaubhaft gemachten Sachverhaltsänderung
berücksichtigt die Verwaltung - oder im Beschwerdefall das Gericht -, ob die frühere
Verfügung nur kürzere oder schon längere Zeit zurückliegt. Sie wird dementsprechend
an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen (SVR 2003
IV Nr. 25 E. 2.2 mit Hinweisen, Urteil des Bundesgerichtes 9C_688/2007 vom 22.
Januar 2008).
2.
Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist ausschliesslich zu prüfen, ob die
Beschwerdegegnerin zu Recht auf die Neuanmeldung nicht eingetreten ist und das
Leistungsgesuch nicht materiell behandelt hat. Umstritten ist dabei, ob der
Beschwerdeführer die Hürde der Glaubhaftmachung einer anspruchserheblichen
Verschlechterung seines Gesundheitszustands genommen hat, er also glaubhaft
dargelegt hat, dass sich seit der einen Anspruch ablehnenden Verfügung vom
2. Februar 2008 bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 31. März 2009 der
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massgebliche medizinische Sachverhalt in einer für den Rentenanspruch so
erheblichen Weise geändert hat, dass die IV-Stelle auf die Neuanmeldung hätte
eintreten müssen.
3.
3.1 Zur Substantiierung der Verschlechterung des Gesundheitszustands legte der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers einen Arztbericht von Dr. C._ vom 7. Januar
2009 ins Recht. In diesem wurde eine Zervikobrachialgie rechts durch Osteochondrose
C5/6 diagnostiziert. Eine Röntgenaufnahme der HWS vom 5. Januar 2009 habe
deutliche degenerative Veränderungen C5/6 mit Höhenminderung, leichter
Kyphosierung und Spondylophytenbildung, vor allem dorsal, ergeben. Ein Vergleich mit
den Kernspintomographien von 2005 zeige eine leichte Progression der degenerativen
Veränderungen C5/6. Auch 3 1⁄2 Jahre nach der letzten Kernspintomographie, welche
eine Diskusprotrusion breitbasig C4/5 zeige, seien konventionell radiologisch kaum
degenerative Veränderungen C4/5 sichtbar. An der LWS würden sich unauffällige,
altersentsprechende Verhältnisse zeigen. Die vom Beschwerdeführer beklagten
Beschwerden seien viel mehr auf die Degeneration des Segments C5/6 als auf die vor
3 1⁄2 Jahren zuletzt beschriebene breitbasige Diskusprotrusion C4/5 zurück zu führen.
Der Beschwerdeführer habe zu keiner Zeit radikuläre Ausfälle gehabt, zeige aber eine
radikuläre Schmerzsymptomatik entsprechend der Wurzel C6. Die Beschwerden
würden zunehmen, sobald er längere Zeit einen Gegenstand fixiert halten und/oder
Arbeiten ab Schulterhöhe nach oben ausführen müsse. Dies führe zu einer
Behinderung bei seiner Tätigkeit als Coiffeur. Er brauche für seine Arbeit wesentlich
länger Zeit und sei daher in seiner Leistungsfähigkeit deutlich eingeschränkt. Die
Einschränkung gehe weit über die von der IV festgestellten 20% hinaus, seines
Erachtens bestehe eine Einschränkung zwischen 40 und 50%. Seit dem Zeitpunkt der
letzten Beurteilung durch die IV sei eine deutliche Verschlechterung der Situation
eingetreten, weshalb eine Neubeurteilung vorzunehmen sei (act. G 1.1).
3.2 Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung hat in den
Stellungnahmen vom 3. Februar und 26. März 2009 mitgeteilt, dass den von Dr. C._
beschriebenen HWS-Pathologien, klinischen Befunden und Beschwerden im
rheumatologischen Teil des AEH-Gutachtens vom 19. November 2007 Rechnung
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getragen worden sei. Indem die Gutachter herausstreichen, dass die
Missempfindungen im rechten Daumen und Zeigefinger vor allem bei Arbeiten über der
Horizontalen zunehmen und immer wieder zu Arbeitsunterbrechungen führen würden,
würden sie insbesondere die auch von Dr. C._ festgestellte Tatsache würdigen, dass
die Beschwerden (auch) auf die Degeneration des Segments C5/6 zurückzuführen
seien. Bei der nach Dr. C._ seit 2008 eingetretenen Verschlechterung der Situation
handle es sich um eine subjektive Einschätzung sowohl seitens des behandelnden
Orthopäden als auch des Versicherten. Die am 2. und 3. Juli 2007 vorgenommene
Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit ergebe ein sorgfältig
definiertes Arbeitsprofil, das dem Versicherten trotz der bei gleicher Gelegenheit
konstatierten Dekonditionierung zugemutet werden könne. Die von Dr. C._
postulierte Verschlechterung des Gesundheitszustands, für die im Vergleich zur
Begutachtung von 2007 keine objektivierbar neuen Befunde vorgelegt worden seien,
sei nicht plausibel nachvollziehbar. Es handle sich lediglich um eine andere Beurteilung
des gleichen Gesundheitszustands, wobei die Beurteilung des neutralen Gutachters
höher eingestuft werden müsse als jene des wohlwollenden Rückenorthopäden, der zu
seinem Patienten in einem besonderen Vertrauensverhältnis stehe (IV-act. 132, 154).
3.3 Vorab ist festzustellen, dass die letzte einen Rentenanspruch abweisende
Verfügung am 2. Februar 2008 ergangen ist (IV-act. 124). Die Neuanmeldung reichte
der Beschwerdeführer knapp ein Jahr später am 26. Januar 2009 ein (IV-act. 125).
Angesichts der Tatsache, dass zwischen der (letzten) Verfügung und der
Neuanmeldung knapp ein Jahr liegt, sind an die Glaubhaftmachung neuer Tatsachen
nicht allzu hohe Anforderungen zu stellen, zumal die AEH-Begutachtung auf die sich
die abweisende Verfügung vom 2. Februar 2008 stützt, am 2./3. Juli 2007 durchgeführt
wurde und dabei u.a. auf schriftliche Befunde zu bildgebendem Material vom 21.
November 2005 abstellte (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG;
seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 18. Februar
2003, I 460/01, E. 4.1).
3.4 Bei der Beurteilung der medizinischen Situation fällt ins Gewicht, dass Dr. C._ in
Würdigung von aktuellen Röntgenbildern im Bericht vom 7. Januar 2009 ausführlich
begründet festhielt, dass gegenüber dem Zeitpunkt der letzten Beurteilung der IV eine
deutliche Verschlechterung der Situation - namentlich auch mit Auswirkung auf die
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Leistungsfähigkeit - eingetreten sei (vgl. vorstehende E. 3.1), sodass eine
Neubeurteilung vorgenommen werden solle (act. G 1.1). Gestützt auf diese von einem
Fachorthopäden gemachten Angaben ist eine relevante Änderung der medizinischen
Situation glaubhaft gemacht. Dies umso mehr, als auch die AEH-Experten im
Gutachten vom 19. November 2007 über einen nicht stationären Prozess berichteten
(Zunahme der bekannten Diskushernie, IV-act. 117-7).
3.5 Soweit der nicht der Orthopädischen Fachrichtung angehörige RAD-Arzt - ohne
dass ihm die aktuellen bildgebenden Befunde vorgelegen haben - vorbringt, die
Auffassung von Dr. C._ beruhe lediglich auf subjektiver Einschätzung, so ist
anzumerken, dass für das Glaubhaftmachen einer wesentlichen Änderung im Sinn von
Art. 87 Abs. 3 und 4 IVV auch eine abweichende (subjektive) medizinische
Einschätzung genügen kann. Eine bloss unterschiedliche Beurteilung eines im
Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes stellt zwar zweifellos keine
revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2b). Als Indiz dafür, eine
relevante, nachträgliche Veränderung als wenigstens im oben genannten Sinn
glaubhaft erscheinen zu lassen, kann aber eine erhebliche Differenz in der
Arbeitsfähigkeitsschätzung - wie sie von Dr. C._ vorgenommen wurde - genügen
(Entscheide des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. Mai 2007, IV
2007/54, E. 2e, vom 17. Juni 2008, IV 2008/9, E. 2.5.4 und vom 28. Januar 2009,
IV 2008/189, E. 3.3). Selbst wenn also dem RAD-Arzt zu folgen und eine objektivierbare
Verschlechterung des Gesundheitszustands zu verneinen wäre, bestünde ein
ausreichendes Indiz für eine glaubhaft gemachte wesentliche Änderung im Sinn von
Art. 87 Abs. 3 und 4 IVV.
4.
4.1 Vor diesem Hintergrund ist die Sache der Beschwerdegegnerin unter Aufhebung
der angefochtenen Verfügung vom 31. März 2009 zur materiellen Behandlung des
Gesuchs vom 26. Januar 2009 zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
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als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt vollumfänglich und hat deshalb
die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) hat die obsiegende beschwerdeführende
Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers verzichtete auf das
Einreichen einer Kostennote. Im vorliegenden Fall erscheint aufgrund der
eingeschränkten Fragestellung eine Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht