Decision ID: a15d8ff1-a0fb-5755-8fbd-744d5dc17764
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Gemäss eigenen Angaben verliess der Beschwerdeführer Sri Lanka legal
am (...) 2016 und reiste über verschiedene Länder am 14. Juni 2016 in die
Schweiz ein, wo er am gleichen Tag um Asyl nachsuchte. Am 17. Juni 2016
fand im Empfangs- und Verfahrenszentrum die Befragung zur Person statt
(BzP). Die Vorinstanz hörte ihn am 29. August 2018 vertieft zu seinen Asyl-
gründen an.
Der Beschwerdeführer machte im Wesentlichen geltend, er stamme aus
B._, Distrikt C._. Er habe einen Bachelorabschluss in (...)
und vor seiner Ausreise Nachhilfeunterricht erteilt. Während seiner Schul-
zeit und Adoleszenz sei er mit seiner Musik-Band an Anlässen der Libera-
tion Tigers of Eelam (LTTE) aufgetreten, habe gegen die Militärcamps in
seiner Heimatregion protestiert und als (...) Kämpfer der LTTE (...). Wegen
Letzterem habe er physische Übergriffe seitens der Behörden erlitten. Fer-
ner habe der (...) einen (...)laden (...), in welchem er ab und an (...) habe.
Am (...) sei es vor dem Laden zu einer Explosion einer (...)-Mine gekom-
men, bei der ein Polizist und ein Soldat ums Leben gekommen seien. Das
Militär habe seinen jüngeren Bruder verdächtigt, den Anschlag mitverübt
zu haben. Deshalb seien Angehörige des Militärs zum Laden des (...) ge-
kommen und hätten Letzteren, ihn selbst sowie seine Eltern geschlagen.
Er und (...) seien zum Camp mitgenommen worden, wo sie erneut geschla-
gen worden seien. Noch am gleichen Abend seien sie entlassen worden,
wobei sie beide verpflichtet worden seien, wöchentlich zur Unterschrift im
Camp zu erscheinen. Seit diesem Vorfall gelte der Bruder als verschwun-
den. (...) sei es erneut zu einer Explosion einer (...)-Mine gekommen, bei
welcher fünf Personen ums Leben gekommen seien. Aus Angst seien sie
an diesem Tag ihrer Unterschriftspflicht nicht nachgekommen. Am folgen-
den Tag seien sie zu Hause aufgesucht und erneut geschlagen worden.
(...), welcher aufgrund der Misshandlungen an Langzeitschäden gelitten
habe, sei im Jahre 2011 gestorben. Er selbst habe in der Folge bis etwas
November 2007 Unterschrift leisten müssen.
Im Jahre 2011 habe er für die (...)studenten den Heldentag an (...) mitor-
ganisiert. Angehörige des Criminal Investigation Department (CID) hätten
die Veranstaltung gestört und sich alle Anwesenden notiert. Danach sei er
weiterhin, etwa einmal im Monat, von Mitarbeitenden des CID zu Hause
befragt und im Februar 2016 zudem mit einer Granate bedroht worden.
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Des Weiteren habe (...) bei den Parlamentswahlen 20(...) für die Tamil Na-
tion Alliance (TNA) kandidiert und er habe sich ebenfalls für diese Partei
eingesetzt, insbesondere Plakate aufgehängt und Wählerpräsenzlisten ge-
führt. Er sei deshalb von Angehörigen verschiedener heimatlicher Behör-
den zu Hause aufgesucht worden. Danach habe er sich nicht mehr zu
Hause respektive sich mehrheitlich bei seinem Onkel mütterlicherseits auf-
gehalten. Aufgrund des Umstandes, dass er intensiv im Fokus der Behör-
den gestanden und um sein Leben gefürchtet habe, sei er im Jahre 2016
aus Sri Lanka ausgereist.
Als Beweismittel reichte der Beschwerdeführer insbesondere eine Identi-
tätskarte im Original, eine beglaubigte Kopie seiner Geburtsurkunde, einen
Studentenausweis der (...) C._ im Original, eine Kopie der Arbeits-
ausweise seines Vaters und seiner Schwester, diverse Fotografien und Zei-
tungsartikel sowie ein Schreiben einer Drittperson zu den Akten.
B.
Mit Verfügung vom 27. September 2019 stellte die Vorinstanz fest, der Be-
schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylge-
such ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Voll-
zug der Wegweisung an.
C.
Der Beschwerdeführer erhob mit Eingabe vom 28. Oktober 2019 beim Bun-
desverwaltungsgericht Beschwerde gegen die Verfügung vom 27. Septem-
ber 2019. Er beantragt, die angefochtene Verfügung sei wegen Verletzung
des Anspruchs auf rechtliches Gehör aufzuheben und die Sache an die
Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung
wegen Verletzung der Begründungspflicht aufzuheben und die Sache an
die Vorinstanz zurückzuweisen. Subeventualiter sei die Verfügung aufzu-
heben und die Sache zur Feststellung des vollständigen und richtigen
rechtserheblichen Sachverhaltes und zur Neubeurteilung an das SEM zu-
rückzuweisen. Sub-subeventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzu-
heben, und es sei seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm Asyl
in der Schweiz zu gewähren. Sub-sub-subeventualiter sei wegen Unzuläs-
sigkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges die
vorläufige Aufnahme anzuordnen.
In prozessualer Hinsicht beantragt der Beschwerdeführer, es sei ihm der
Spruchkörper bekannt zu geben und mitzuteilen, ob dieser zufällig ausge-
wählt worden sei. Andernfalls seien die objektiven Kriterien anzugeben,
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nach welchen die Gerichtspersonen ausgewählt worden seien. Des Weite-
ren habe die Vorinstanz im Falle der Rückweisung offenzulegen, welchem
Auswahlverfahren die Übersetzerin in der Anhörung des Beschwerdefüh-
rers unterzogen worden sei und wie sich ihre sprachlichen Kompetenzen
respektive ihre Schulung darstelle. Für den Fall, dass die Sache nicht an
die Vorinstanz zurückgewiesen werde, habe das Gericht deren interne Ak-
ten beizuziehen, aus welchen sich ergeben müsse, was die für die Anhö-
rung verantwortliche Person für einen persönlichen Eindruck zur Glaubhaf-
tigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers gehabt habe. Sodann sei
der Beschwerdeführer für den Fall, dass das Bundesverwaltungsgericht
materiell entscheide, erneut anzuhören, wobei die Befragung durch eine
Person mit ausreichenden Länderkenntnisse zu Sri Lanka sowie eine qua-
lifizierte Übersetzungsperson durchzuführen sei. Werde der Beschwerde-
führer nicht erneut angehört, habe das SEM das Auswahlverfahren der
Übersetzerin sowie ihre sprachlichen Kompetenzen respektive ihre Schu-
lung offenzulegen.
Mit der Beschwerde reichte der Beschwerdeführer eine CD-ROM zu den
Akten, welche die Beweismittel Nr. 2 bis Nr. 142 enthält.
D.
Mit Zwischenverfügung vom 5. November 2019 teilte die Instruktionsrich-
terin dem Beschwerdeführer – soweit dies in diesem Zeitpunkt bereits be-
kannt war – die Zusammensetzung des Spruchkörpers mit und trat auf den
Antrag betreffend Bestätigung der Zufälligkeit der Spruchkörperbildung
nicht ein. Sodann forderte sie ihn dazu auf, innert Frist einen – angesichts
des ausserordentlichen Umfangs der Beschwerde erhöhten – Kostenvor-
schuss von Fr. 1'500.– zu leisten.
E.
Am 20. November 2019 ging beim Gericht der geforderte Kostenvorschuss
ein.
F.
Der Beschwerdeführer lies dem Gericht mit Eingabe vom 20. Novem-
ber 2019 eine CD–ROM mit den Beweismitteln Nr. 140 bis Nr. 171 zukom-
men. Ferner enthält die Eingabe ergänzende Ausführungen zur Lage in Sri
Lanka.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision des AsylG vom 26. Juni 1998
(AS 2016 3101; SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorliegende Verfah-
ren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung des AsylG vom 25. September 2015).
1.2 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember
2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und
Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Der vorliegend anzuwendende Ge-
setzesartikel (Art. 83 Abs. 1–4) ist unverändert vom AuG ins AIG übernom-
men worden und es wird nachfolgend die neue Gesetzesbezeichnung ver-
wendet.
1.3 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-
lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig
und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-
gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwer-
deführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert
(Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist
– mit nachfolgendem Vorbehalt – einzutreten (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und
Art. 52 Abs. 1 VwVG).
1.4 Bereits mit Zwischenverfügung vom 26. Juli 2019 wurde auf den Antrag
betreffend Bestätigung der Zufälligkeit der Spruchkörperbildung nicht ein-
getreten und es kann auf die dortigen Erwägungen verwiesen werden. Auf-
grund eines internen Abteilungswechsels wurde die ursprünglich zugeteilte
Gerichtsschreiberin Sybille Dischler durch Gerichtschreiber Olivier Gloor
ersetzt.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
3.1 In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rügen erhoben, wel-
che vorab zu beurteilen sind, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassa-
tion der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. Der Beschwerdeführer
rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, der Begründungspflicht sowie
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eine unvollständige und unrichtige Abklärung des rechtserheblichen Sach-
verhalts.
3.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches
Gehör, welches als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer
Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt
wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE
2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be-
hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer
Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich ist,
dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich ausei-
nandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl.
BGE 143 III 65 E. 5.2).
Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts bildet einen Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Un-
richtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher
und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch
gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Ent-
scheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl.
KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts-
pflege des Bundes, 3. Aufl., 2013, Rz. 1043).
3.3
3.3.1 Der Beschwerdeführer erblickt eine Verletzung des Anspruchs auf
rechtliches Gehör unter anderem darin, dass zwischen der BzP und der
Anhörung über zwei Jahre auseinanderliegen.
Dass die verschiedenen Befragungen durch die Vorinstanz zeitnah erfol-
gen, ist durchaus wünschenswert. Gemäss konstanter Rechtsprechung ist
daraus jedoch nicht per se auf eine Verletzung des rechtlichen Gehörs zu
schliessen (vgl. Urteil des BVGer E-1277/2018 vom 3. April 2018 E. 4.3).
Bei dem in der Rechtsmitteleingabe zitierten Rechtsgutachten handelt es
sich sodann lediglich um eine Empfehlung von Prof. Walter Kälin an die
Vorinstanz, aus welcher der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten
ableiten kann. Dasselbe gilt für die Medienmitteilung der Vorinstanz vom
26. Mai 2014. Die zwischen den Befragungen verstrichene Zeit stellt dem-
nach keine Verletzung der Verfahrensrechte des Beschwerdeführers dar,
ist jedoch bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen ange-
messen zu berücksichtigen.
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3.3.2 Als weitere Verletzung des Anspruchs auf Gewährung des rechtli-
chen Gehörs rügt der Beschwerdeführer, unter Verweis auf Stellen im An-
hörungsprotokoll, seine Vorbringen seien anlässlich der Anhörung falsch
übersetzt worden. Die übersetzende Person habe die deutsche Sprache
nicht genügend beherrscht. Das Protokoll sei dadurch in zentralen Punkten
unverständlich.
Alleine mit dem Hinweis in der Rechtsmitteleingabe, der Beschwerdeführer
habe zu Beginn der Anhörung auf Fragen zusammenhangslose Antworten
gegeben und das Protokoll weise an gewissen Stellen sprachliche Fehler
auf, ist nicht substantiiert dargetan, dass dieses generell an Übersetzungs-
mängeln leide beziehungsweise allenfalls vorhandene inhaltliche Unge-
reimtheiten auf eine mangelhafte Übersetzung zurückzuführen wären. So-
dann wird in der Rechtsmitteleingabe auch nicht dargelegt, wo die Über-
setzung im Einzelnen von den Aussagen des Beschwerdeführers abwei-
chen würde beziehungsweise was der Beschwerdeführer seiner Meinung
nach tatsächlich (anders) ausgesagt haben soll.
Ergänzend ist festzuhalten, dass die übersetzten Aussagen des Beschwer-
deführers häufig Pronomen wie "sie" oder Adverbien wie "dort" enthalten.
Dies führte dazu, dass der Fachspezialist des SEM teilweise nachfragen
musste, was oder wer genau gemeint war (als Beispiel vgl. SEM-Akten
A11/24 F108, F153). Aus dem Gesprächsverlauf drängt sich jedoch nicht
der Eindruck auf, diese sprachlichen Ungenauigkeiten wären der überset-
zenden Person anzulasten, was vom Beschwerdeführer in dieser konkre-
ten Form auch nicht behauptet wird. Bisweilen vermittelt das Protokoll viel-
mehr den Eindruck, der Beschwerdeführer habe sich nicht immer genü-
gend auf die ihm gestellten Fragen konzentriert (vgl. beispielsweise a.a.O.
F97 f., F143 f., F176 f.).
Insgesamt legt der Beschwerdeführer nicht substantiiert dar, das Anhö-
rungsprotokoll sei aufgrund von Übersetzungsfehlern nicht als Entscheid-
gundlage geeignet (vgl. auch das nachstehend Ausgeführte). Die in diesem
Zusammenhang erhobene Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs er-
weist sich als unbegründet.
3.3.3 Der Beschwerdeführer erblickt im Umstand, dass die für die Anhö-
rung zuständige Person und die entscheidverfassende Person nicht iden-
tisch sind, eine Verletzung seiner Verfahrensrechte.
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Ein Asylgesuch wird insbesondere aufgrund der Konsistenz, Schlüssigkeit
sowie Plausibilität der Vorbringen der Gesuchstellenden beurteilt (vgl.
BVGE 2012/5 E. 2.2). Somit bildet ein rechtskonform erstelltes Protokoll
grundsätzlich genügende Grundlage für einen Asylentscheid. Dass die Er-
hebung des Sachverhalts beziehungsweise der Beweise (Anhörungen
etc.) und die spätere Würdigung (Entscheidfällung) von derselben Person
vorgenommen werden müssen, lässt sich dem Gesetz nicht entnehmen.
Zum Hinweis auf die Medienmitteilung vom 26. Mai 2014 ist festzuhalten,
dass die personelle Trennung darin als einer von mehreren möglichen Fak-
toren für frühere Fehleinschätzungen genannt wurde (https://www.sem.ad-
min.ch/sem/de/home/aktuell/news/2014/2014-05-26.html; abgerufen am
2. Dezember 2021). Allein aus dem Hinweis, die entscheidverfassende
Person habe keine persönlichen Eindrücke über den Beschwerdeführer
sammeln können, ergibt sich noch keine erhöhte Wahrscheinlichkeit einer
Fehleinschätzung. Die Verfahrensführung der Vorinstanz ist insofern nicht
zu beanstanden.
3.3.4 Der Beschwerdeführer rügt sodann eine Verletzung der Begrün-
dungspflicht, weil sich die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid mit di-
versen Fluchtvorbringen nicht auseinandergesetzt habe.
Die Vorinstanz hat eingehend dargelegt, weshalb sie der Ansicht ist, die
Fluchtvorbringen seien in wesentlichen Punkten widersprüchlich bezie-
hungsweise insgesamt unglaubhaft. Dabei ist nicht zu beanstanden, dass
sie bei ihrer Einschätzung der Glaubhaftigkeit den Fokus auf die Ereignisse
im Zusammenhang mit den geltend gemachten Explosionen im Jahre
20(...) und den sich danach ereigneten Vorkommnisse gelegt hat bezie-
hungsweise sich nicht mit sämtlichen Vorbringen explizit auseinandersetzt
oder bei ihren Schlussfolgerungen auf die Aktenlage verweist. Soweit der
Beschwerdeführer insbesondere moniert, es sei nicht berücksichtigt wor-
den, dass er Körpernarben trage, ist festzuhalten, dass es sich dabei im
vorliegend konkreten Fall nicht um ein massgebendes Element bei der Ein-
schätzung der Flüchtlingseigenschaft handelt. (Vgl. zum Ganzen auch das
nachfolgend unter E. 6 Ausgeführte).
Die Vorinstanz hat sich mit den wesentlichen Elementen der Fluchtvorbrin-
gen auseinandergesetzt und die Rüge der Verletzung der Begründungs-
pflicht erweist sich als nicht stichhaltig.
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3.3.5 Im Zusammenhang mit dem Vorbringen, es sei vor Erlass der Verfü-
gung nicht berücksichtigt worden, dass der Beschwerdeführer nach der An-
hörung exilpolitisch tätig gewesen sei und er daher erneut hätte angehört
werden müssen, ist darauf hinzuweisen, dass ihn eine Mitwirkungspflicht
trifft (vgl. Art. 8 AsylG) und er anlässlich der Anhörung darauf hingewiesen
wurde, die Vorinstanz über neu eintretende Ereignisse zu informieren (vgl.
SEM-Akten A11/24 S. 22). Entgegen seiner Ansicht vermag der Umstand,
dass er juristischer Laie ist, nichts daran zu ändern, dass es grundsätzlich
an ihm liegt, für sein Asylgesuch relevante Sachverhalte den Behörden mit-
zuteilen. Die Rüge der unvollständigen Sachverhaltsabklärung erweist sich
als unbegründet.
3.3.6 Soweit der Beschwerdeführer im Zusammenhang mit dem Länder-
bericht des SEM zumindest implizit eine Verletzung der Pflicht zur sorgfäl-
tigen Sachverhaltsabklärung erblickt, ist nicht zu beanstanden, dass die
Vorinstanz praxisgemäss den Länderbericht aus dem Jahre 2016 als Aus-
gangslage für ihre Einschätzung der Ländersituation beizieht, ergänzt
durch die relevanten Entwicklungen, welche bis zum Ergehen der ange-
fochtenen Verfügung stattgefunden haben. Insbesondere mit dem in der
Rechtsmitteleingabe enthaltenen Hinweis auf nicht offengelegte Referen-
zen und der darauf basierenden Mutmassung, der Bericht stütze sich auf
manipulierte beziehungsweise nicht existierende Quellen, kann die Quali-
tät und Vertrauenswürdigkeit des Berichts nicht ernsthaft in Frage gestellt
werden. Dass die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung die Flücht-
lingseigenschaft nicht explizit vor dem Hintergrund der aktuellen Lage in
Sri Lanka würdigte, ist aufgrund des Umstandes, dass sie die Fluchtvor-
bringen als unglaubhaft qualifizierte, im Übrigen nicht zu beanstanden. So-
weit der Beschwerdeführer geltend macht, die Vorinstanz würde vor dem
sich präsentierenden Länderhintergrund (der Beschwerdeführer bezieht
sich dabei auf die Situation in Sri Lanka, wie sie sich im Jahre 2019 prä-
sentierte) zu einer falschen Einschätzung seiner Gefährdungslage gelan-
gen, rügt er im Kern die Würdigung von Sachverhaltselementen, welche
als materielle Frage nachstehend unter Erwägung 6 zu behandeln sein
wird.
3.3.7 Die formellen Rügen erweisen sich als unbegründet, weshalb keine
Veranlassung besteht, die Sache aus formellen Gründen aufzuheben und
an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die mit den prozessualen Rügen zu-
sammenhängenden Anträge sind ebenfalls abzuweisen. Namentlich er-
weist sich die Sache als spruchreif (vgl. die nachfolgenden Erwägungen),
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Seite 10
weshalb der Antrag, der Beschwerdeführer sei auf Beschwerdeebene er-
neut anzuhören, abzuweisen ist. Aufgrund des vorstehend Ausgeführten
besteht für das Gericht auch keine Veranlassung, bezüglich Auswahl,
Schulung und Sprachkompetenz der für das SEM tätigen Übersetzer oder
betreffend die persönlichen Eindrücke der befragenden Person weitere Ab-
klärungen zu treffen, weshalb auch diesen Anträgen nicht stattzugeben ist.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken.
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-
machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt
dabei ständiger Praxis. Darauf kann verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3
E. 6.5.1 sowie 2012/5 E. 2.2).
5.
5.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss,
die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten weder den Anforderungen
an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG noch denjenigen an die
Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG stand.
Zur Begründung wird in der angefochtenen Verfügung ausgeführt, die Aus-
sagen des Beschwerdeführers während der gesamten Anhörung seien
trotz mehrmaligen Nachfragens vage, substanzarm und oftmals unplausi-
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bel ausgefallen. Insbesondere sei es ihm nicht gelungen, konkrete Ereig-
nisse detailliert zu schildern, namentlich im Zusammenhang mit seinem
Bruder, den behördlichen Hausbesuchen oder mit den Heldentagsfeierlich-
keiten. Des Weiteren würden seine Ausführungen anlässlich der BzP teil-
weise von denjenigen an der Anhörung abweichen, unter anderem bezüg-
lich der Häufigkeit der behördlichen Besuche oder dem Zeitpunkt des To-
des seines (...). Den Beweismitteln könne kein relevanter Beweiswert be-
ziehungsweise keine relevante Beweiskraft attestiert werden. Insbeson-
dere sei den eingereichten Zeitungsartikeln nur zu entnehmen, dass es im
Jahre 2006 zu Explosionen gekommen sei, ohne dass daraus eine Verfol-
gung des Beschwerdeführers hervorgehe. Das Vorliegen von relevanten
Risikofaktoren im Falle der Rückkehr sei ebenfalls zu verneinen.
5.2 In der Rechtsmitteleingabe macht der Beschwerdeführer im Wesentli-
chen geltend, die Vorinstanz habe es bei der Beurteilung seiner Flücht-
lingseigenschaft unterlassen, seine Tätigkeit für die LTTE in den Jahren
2005 sowie 2006, seinen familiären Hintergrund, seine Körpernarben und
seinen mehrjährigen Aufenthalt im Exil zu würdigen. Ausserdem schätze
sie die Lage in Sri Lanka falsch ein. Bei der Einschätzung der Glaubhaf-
tigkeit hätte ferner berücksichtigt werden müssen, dass seine Vorbringen
nicht korrekt übersetzt worden seien. Bereits aufgrund seiner LTTE-Aktivi-
tät, seines oppositionspolitischen Engagements sowie des Umstandes,
dass er im Fokus der Behörden gestanden habe, weise er ein klares Risi-
koprofil auf. Des Weiteren sei er in der Schweiz exilpolitisch aktiv gewesen.
6.
6.1 Im Zusammenhang mit der aktuellen politischen Lage in Sri Lanka ist
festzuhalten, dass sich das Bundesverwaltungsgericht der jüngeren Ver-
änderungen – insbesondere im Zusammenhang mit dem Machtwechsel
nach den Präsidentschaftswahlen im November 2019 – bewusst ist. Es be-
obachtet die Entwicklungen aufmerksam und berücksichtigt sie bei der Ent-
scheidfindung. Zwar ist beim derzeitigen Kenntnisstand durchaus von einer
möglichen Akzentuierung der Gefährdungslage für Personen, die be-
stimmte Risikofaktoren erfüllen, auszugehen. Dennoch gibt es zum heuti-
gen Zeitpunkt keinen Grund zur Annahme, dass seit dem Machtwechsel in
Sri Lanka ganze Bevölkerungsgruppen kollektiv einer Verfolgungsgefahr
ausgesetzt wären. Es ist im Einzelfall zu prüfen, ob eine flüchtlingsrechtlich
relevante Verfolgungsgefahr vorliegt (vgl. statt vieler: Urteil des BVGer
D-4668/2021 vom 9. November 2021 E. 8.5 sowie Referenzurteil des
BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli 2016).
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6.2 Der Beschwerdeführer macht im Kern geltend, er stehe seit dem Jahre
2005 im Fokus der heimatlichen Behörden. Bis zu seiner Ausreise im Jahre
2016 sei er aus diversen Gründen misshandelt, wiederholt bedroht, und
immer wieder gesucht worden. Auch wenn ihm das Verhalten Dritter grund-
sätzlich nicht zum Nachteil vorgehalten werden kann, fällt zumindest auf,
dass die Behörden, trotz der vom Beschwerdeführer angeblich ausgehen-
den Gefahr, nie Anstalten getroffen haben, sein unliebsames Verhalten –
zumindest nach den behaupteten Ereignissen in Zusammenhang mit den
Explosionen – in einschneidender Weise zu sanktionieren. Vielmehr schei-
nen sie sich, nach vereinzelten physischen Übergriffen in den Jahren 2005
und 2006, weitgehend und über Jahre damit begnügt zu haben, sich nach
ihm zu erkundigen und Drohungen auszusprechen, welche er teilweise
auch nur vom Hörensagen kennt. Es ist somit einleitend festzuhalten, dass
zumindest bemerkenswert erscheint, dass es den Behörden, trotz des be-
haupteten Interesses an ihm, entweder nicht gelang, in all den Jahren sei-
ner habhaft zu werden oder sie es gar nicht darauf angelegt haben.
Zur Schilderung der Festnahme des Bruders anlässlich der Explosionen ist
festzuhalten, dass der Beschwerdeführer die konkrete Frage, was die Per-
son, welche die behördliche Festnahme des Bruders gesehen haben soll,
nicht beantwortet beziehungsweise der Vorgang der Festnahme aus den
Schilderungen nicht hervorgeht (vgl. SEM-Akten A11/24 F94). Sollte der
Beschwerdeführer der Ansicht sein, seine diesbezüglichen Ausführungen
seien im Protokoll falsch festgehalten beziehungsweise falsch übersetzt
worden, hätte er dies in der Rechtsmitteleingabe berichtigen beziehungs-
weise darin seine Version darlegen können. Mit der sinngemässen Be-
hauptung, sämtliche Unklarheiten des Protokolls seien der Übersetzung
geschuldet, kommt er seiner Substantiierungspflicht nicht genügend nach
(zum Vorwurf der falschen Übersetzung vgl. im Übrigen bereits das unter
E. 3.3.2 Ausgeführte). Sodann weicht er während der Schilderung anläss-
lich der Anhörung selber vom Thema ab, indem er über Drohungen gegen-
über dem Vater zu sprechen beginnt, was klarerweise nicht der Überset-
zung geschuldet sein kann. Somit ist festzuhalten, dass, obwohl er sinnge-
mäss erklärt, dank den Informationen Dritter zu wissen, dass und auf wel-
che Art und Weise der Bruder wegen den Explosionen von den Autoritäten
festgenommen worden sein soll, er dieses Wissen im Ergebnis nicht preis-
gibt. Damit legt er nicht überzeugend dar, dass sein Bruder und deshalb
auch er sowie seine weiteren Angehörigen im Zusammenhang mit den Ex-
plosionen in den Fokus der Behörden geraten sein sollen.
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Im Zusammenhang mit der Organisation des Heldentages (...) im Jahre
2011 ist festzuhalten, dass die diesbezüglichen Vorbringen nicht den Ein-
druck erwecken, der Beschwerdeführer habe deshalb erhebliche Probleme
zu befürchten gehabt. Einerseits scheint es sich um einen von der politi-
schen Bedeutung her eher bescheidenen Anlass gehandelt zu haben, an
welchem gemäss seinen Vorbringen zirka 15 Personen teilgenommen ha-
ben (vgl. a.a.O. F136). Der Beschwerdeführer behauptete sodann, sie
seien bei diesem Anlass von den Behörden mit dem Leben bedroht wor-
den. Auf die Frage, wie sie konkret bedroht worden seien erklärt er, die
Behörden hätten gesagt: "Wieso müsst ihr das hier feiern?" (vgl. a.a.O.
F138). Später sei er in diesem Zusammenhang einmal gefragt worden, ob
er lernen oder Lichter anzünden gehe (vgl. a.a.O. F139). Die Behauptung,
er sei deshalb mit dem Leben bedroht worden, mutet mithin als stark über-
trieben an. Die zweimal an ihn gerichtete Frage, wie er nach Abschluss der
Universität im Jahre 2014 noch konkret behelligt worden sei, lässt er
schliesslich unbeantwortet (vgl. a.a.O. F145 f.).
Beim Vorbringen, er sei im Jahre 2015 zu Hause aufgesucht worden be-
ziehungsweise er sei deswegen vorsorglich aus dem Haus geflüchtet,
scheint es sich eher um eine Vermutung des Beschwerdeführers zu han-
deln, dass nach ihm gesucht worden sei (vgl. a.a.O. F161 ff.). In Zusam-
menhang mit einem angeblichen Vorfall im Jahre 2016, anlässlich welchem
er zu Hause mit einer Handgranate bedroht worden sein soll, erklärt er in
unplausibler Weise, er sei dann einfach so weggegangen, worauf sich
seine Peiniger ebenfalls entfernt hätten (a.a.O. F193). Auf die Frage, wes-
halb er dieses Ereignis, welches er als Auslöser dafür bezeichnet, dass er
sein Zuhause verliess (a.a.O. F201), derart spät beziehungsweise erst auf
Nachfrage hin vorbringt, erklärt er, er hätte es sicher erzählen müssen,
habe es jedoch vergessen (vgl. a.a.O F200). Das geschilderte Ereignis
wirkt – wie auch schon von der Vorinstanz festgehalten – als nachgescho-
ben.
Des Weiteren kann den Akten nicht entnommen werden, dass der Be-
schwerdeführer wegen seiner nicht näher dargelegten Bandauftritte für die
LTTE sowie den Protesten gegen die Camps in den Jahren 2005 bezie-
hungsweise 2006 namhafte Probleme mit den Behörden gehabt hätte. Die
Schläge, welche er im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als (...) erlitten
haben soll, vermöchten – bereits aufgrund der verstrichenen Zeit – für sich
keine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung zu begründen.
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Dem Beschwerdeführer ist darin Recht zu geben, dass grundsätzlich nur
diametrale Abweichungen der Schilderungen der Fluchtvorbringen anläss-
lich der BzP und der späteren Anhörung massgebenden Einfluss auf die
Einschätzung der Glaubhaftigkeit haben können (so bereits Entscheidun-
gen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission
[EMARK] 1993/3 E. 3 S. 13). Die Vorinstanz stellt Abweichungen insbeson-
dere im Zusammenhang mit der Frequenz der behördlichen Befragungen
zu Hause sowie der Dauer der Unterschriftspflicht fest (vgl. SEM-Akten
A14/10 S. 4 und 5). Das Vorliegen der von der Vorinstanz korrekt erkannten
Abweichungen wird vom Beschwerdeführer nicht bestritten und bildet in
dem Sinne – nach dem bereits Ausgeführten – zumindest ein zusätzliches
Indiz für die Inkohärenz seiner Fluchtvorbringen. Ob es sich dabei um dia-
metrale Abweichungen in zentralen Punkten handelt, welche allenfalls für
sich alleine genommen zur Verneinung der Glaubhaftigkeit führen könnten,
muss nicht vertieft erörtert werden.
Vor dem Hintergrund der inkonsistenten Fluchtvorbringen des Beschwer-
deführers ist des Weiteren die Beweismittelwürdigung durch die Vorinstanz
nicht zu beanstanden.
Schliesslich ist festzuhalten, dass sich die dargelegten Unstimmigkeiten in
den Fluchtvorbringen des Beschwerdeführers letztendlich auch nicht mit
der verstrichenen Zeit zwischen BzP und Anhörung erklären lassen.
Aus dem Ausgeführten ergibt sich, dass es dem Beschwerdeführer im Er-
gebnis nicht gelingt, glaubhaft darzulegen, er sei vor seiner Ausreise aus
dem Heimatland in flüchtlingsrechtlich relevanter Weise verfolgt worden.
6.3 Im Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 hat das Bundesver-
waltungsgericht eine aktuelle Analyse der Situation von Rückkehrenden
nach Sri Lanka vorgenommen und festgestellt, dass aus Europa respektive
der Schweiz zurückkehrende tamilische Asylsuchende nicht generell einer
ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter ausgesetzt seien
(vgl. E. 8.3 des genannten Urteils). Diese Rechtsprechung behält auch vor
dem Hintergrund der aktuellen Situation ihr Gültigkeit. Das Bundesverwal-
tungsgericht hielt im erwähnten Referenzurteil fest, bestimmte Risikofakto-
ren (Eintrag in die „Stop-List“, Verbindung zu den LTTE und exilpolitische
Aktivitäten) seien als stark risikobegründend zu qualifizieren, da sie unter
den im Entscheid dargelegten Umständen bereits für sich alleine genom-
men zur Bejahung einer begründeten Furcht führen könnten. Demgegen-
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über würden das Fehlen ordentlicher Identitätsdokumente, eine zwangs-
weise respektive durch die Internationale Organisation für Migration (IOM)
begleitete Rückführung sowie gut sichtbare Narben schwach risikobegrün-
dende Faktoren darstellen. Dies bedeute, dass diese in der Regel für sich
alleine genommen keine relevante Furcht vor ernsthaften Nachteilen zu
begründen vermöchten. Jegliche glaubhaft gemachten Risikofaktoren
seien in einer Gesamtschau und in ihrer Wechselwirkung sowie unter Be-
rücksichtigung der konkreten Umstände in einer Einzelfallprüfung zu be-
rücksichtigen, mit dem Ziel, zu erwägen, ob mit beachtlicher Wahrschein-
lichkeit eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung bejaht werden müsse
(vgl. a.a.O. E. 8.5.5).
Es wurde bereits dargelegt, dass der Beschwerdeführer nicht glaubhaft
darlegen konnte, dass er bei seiner Ausreise aus dem Heimatland in flücht-
lingsrechtlich relevanter Weise im Fokus der Behörden gestanden habe.
Sodann ist die Narbe, welche er am rechten Bein tragen soll (vgl. SEM-
Akten A4/13 N 7.01), bereits aufgrund der beschriebenen Stelle nicht ge-
eignet, mit hoher Wahrscheinlichkeit die Aufmerksamkeit der Behörden auf
sich zu ziehen. Auch der Umstand, dass er aus einer wohlhabenden Fami-
lie stammen soll, welche Verbindungen zur in Sri Lanka legalen und aner-
kannten Partei TNA aufweise, vermag sein Profil nicht in relevanter Weise
zu schärfen. Insbesondere ist nicht aktenkundig, dass die Familie wegen
ihm um Geld erpresst worden wäre. Sodann ist aufgrund des Aufenthaltes
im Exil, seiner nicht näher substantiierten exilpolitischen Tätigkeit und dem
Umstand, dass er allenfalls Reisepapiere beschaffen muss, nicht davon
auszugehen, er werden bei einer Rückkehr in flüchtlingsrechtlich relevan-
ter Weise in den Fokus der Behörden geraten.
Das Vorliegen eines flüchtlingsrechtlich relevanten Risikoprofils ist auf-
grund des Ausgeführten zu verneinen.
7.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz zu Recht die
Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint und sein Asylge-
such abgelehnt hat.
8.
8.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet
den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-
milie (Art. 44 AsylG).
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8.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche
Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44
AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
9.
9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis
nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme
(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
9.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG). Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist
das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Ab-
kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK,
SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Voll-
zuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen verfassungs- und völ-
kerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkom-
mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, un-
menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105];
Art. 3 EMRK).
Weder aufgrund der Aussagen des Beschwerdeführers noch der übrigen
Akten ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-
schaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer
nach Art. 3 EMRK oder FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausge-
setzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Men-
schenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste
der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder
glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder un-
menschliche Behandlung drohen würden (vgl. Urteil des EGMR Saadi ge-
gen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127
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m.w.H.). Es besteht kein Grund zur Annahme, die jüngsten politischen Ent-
wicklungen in Sri Lanka könnten sich konkret auf den Beschwerdeführer
auswirken. Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka (vgl. dazu
auch das bereits unter E. 6.1 Ausgeführte) lässt den Wegweisungsvollzug
zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Der Vollzug der
Wegweisung ist somit zulässig.
9.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
9.3.1 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und
den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka
weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt. Nach einer eingehen-
den Analyse der sicherheitspolitischen Lage in Sri Lanka war das Bundes-
verwaltungsgericht zum Schluss gekommen, dass der Wegweisungsvoll-
zug in die Nordprovinz (mit Ausnahme des „Vanni-Gebiets“) zumutbar sei,
wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskriterien (insbesondere
Existenz eines tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes so-
wie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation) be-
jaht werden kann (Referenzurteil des BVGer E-1866/2015 vom 15. Juli
2016 E. 13.2). In seinem weiteren als Referenzurteil publizierten Entscheid
vom 16. Oktober 2017 erachtet das Bundesverwaltungsgericht sodann
auch den Wegweisungsvollzug ins „Vanni-Gebiet“ als zumutbar (Urteil des
BVGer D-3619/2016 vom 16. Oktober 2017 E. 9.5).
9.3.2 Der Beschwerdeführer verfügt in Sri Lanka über ein tragfähiges fami-
liäres Beziehungsnetz, eine Ausbildung als (...)lehrer sowie Arbeitserfah-
rung, unter anderem im familieneigenen (...)laden (vgl. SEM-Akten A11/24
F18 ff., F66 ff.). Es kann damit davon ausgegangen werden, dass ihm die
soziale und wirtschliche Reintegration bei einer Rückkehr in das Heimat-
land gelingen wird. Bezüglich seines geltend gemachten Herzflimmerns ist
festzuhalten, dass er angibt, bereits vor der Ausreise im Heimatland ent-
sprechende Medikamente zu sich genommen zu haben, in der Schweiz
jedoch nicht mehr (vgl. a.a.O. F10 ff.). Selbst wenn davon auszugehen
wäre, dass das Leiden immer noch besteht, kann er dieses, wie bereits
zuvor, in seinem Heimatland behandeln lassen.
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9.3.3 Aufgrund des Ausgeführten erweist sich der Wegweisungsvollzug als
zumutbar.
9.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-
sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE
2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu
bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
11.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Verfahrenskosten dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf Fr. 1'500.–
festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE;
SR 173.320.2]). Der am 20. November 2019 geleistete Kostenvorschuss
in gleicher Höhe ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden.
(Dispositiv nächste Seite)
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