Decision ID: 400fb24d-7119-50e7-ac2b-71c44fbc27bc
Year: 2019
Language: de
Court: BE_VB
Chamber: BE_VB_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt
1. Die Beschwerdeführerin reichte am 9. April 2019 bei der Gemeinde Wangen a.A. ein
Baugesuch ein für das Erstellen von zwei freistehenden Plakatstellen an der
Umfahrungsstrasse (Kantonsstrasse). Die geplanten Plakatstellen sind unbeleuchtet,
einseitig nutzbar und sollen quer zur Strasse aufgestellt werden. Die Bauparzelle Wangen
a.A. Gbbl. Nr. B._ liegt in der Gewerbezone und steht im Eigentum der Gemeinde.
Das Strasseninspektorat Oberaargau des kantonalen Tiefbauamts, Oberingenieurkreis IV
(OIK IV), beurteilte das Bauvorhaben in Bezug auf die Verkehrssicherheit negativ und
beantragte, die Baubewilligung sei nicht zu erteilen.
RA Nr. 110/2019/130 Seite 2 von 10
Mit Gesamtbauentscheid vom 19. Juli 2019 erteilte das Regierungsstatthalteramt
Oberaargau dem Vorhaben den Bauabschlag.
2. Dagegen reichte die Beschwerdeführerin am 5. August 2019 Beschwerde bei der
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragt die
Aufhebung des Gesamtbauentscheids vom 19. Juli 2019 und die Erteilung der
Baubewilligung.
3. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, holte die Vorakten
ein und führte den Schriftenwechsel durch. Gleichzeitig erhielt das Strasseninspektorat
Gelegenheit, zur Beschwerde Stellung zu nehmen. Mit Vernehmlassung vom 6. September
2019 beantragt das Regierungsstatthalteramt Oberaargau die Abweisung der Beschwerde.
Die Gemeinde beantragt mit Stellungnahme vom 21. August 2019 die Bewilligung des
Baugesuchs. Das Strasseninspektorat nahm mit Eingabe vom 26. August 2019 Stellung
zur Beschwerde.
4. Auf die Rechtsschriften und Vorakten wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in
den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
a) Bauentscheide können innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei der
BVE angefochten werden (Art. 11 und Art. 5 KoG2 i.V.m. Art. 40 Abs. 1 BauG3). Die BVE ist
somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen den Gesamtbauentscheid zuständig.
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (Organisationsverordnung BVE, OrV BVE; BSG 152.221.191) 2 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1) 3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)
RA Nr. 110/2019/130 Seite 3 von 10
b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die
Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2
BauG). Die Beschwerdeführerin, deren Baugesuch abgewiesen wurde, ist durch den
Bauabschlag beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und
fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
2. Verkehrssicherheit
a) Die Vorinstanz erteilte den Bauabschlag gestützt auf die negative Beurteilung des
Bauvorhabens durch das Strasseninspektorat Oberaargau (OIK IV). Dieses hatte in seinem
Amtsbericht Strassenbaupolizei ausgeführt, die zwei Plakatstellen seien im
Ausserortsbereich der stark belasteten Umfahrungsstrasse vorgesehen. Die erlaubte
Höchstgeschwindigkeit betrage 80 km/h. Bei der hohen maximalen Geschwindigkeit, der
Überholmöglichkeit, dem relativ hohen Verkehrsaufkommen sowie wegen der quer zur
Fahrbahn angeordneten, freistehenden Fremdreklamen führe das Vorhaben zu einer
spürbaren Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit durch Ablenkung.4
b) Die Beschwerdeführerin bringt dagegen vor, sie habe sich an sämtliche gesetzlichen
Vorgaben gehalten. Die kantonale Richtlinie, wonach im Ausserortsbereich mit einer
Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h keine Werbetafeln gestellt werden können, sei nur
eine Empfehlung. Ausserdem seien die Plakatstellen mit dem geplanten Strassenabstand
von 3,50 m bzw. 4,00 m weiter vom Strassenrand entfernt als das Gesetz verlange. Damit
die Verkehrssicherheit noch mehr gewährleistet sei, könne der Strassenabstand der
Plakatstellen um je einen halben Meter vergrössert werden. Sie habe 2015 (richtig: 2016)
bereits ein Baugesuch für Werbetafeln an der Umfahrungsstrasse eingereicht, das damals
wegen der Nähe zum Kreisel negativ beurteilt worden sei. Nun werde auch das
Bauvorhaben am neuen Standort abgelehnt, obwohl die gesetzlichen Vorschriften
eingehalten seien. Verschiedene KMU in Wangen a.A. hätten Interesse an diesen
Werbeflächen bekundet.
Die Gemeinde erklärt, aus ihrer Sicht werde die Verkehrssicherheit durch die freistehenden
Fremdreklamen nicht beeinträchtigt. Die Vorinstanz führt insbesondere aus, die
4 Vorakten bbew 60/2019 pag. 22
RA Nr. 110/2019/130 Seite 4 von 10
Beschwerdeführerin habe ihr Baugesuch von 2016 zurückgezogen, worauf eine
Abschreibungsverfügung ergangen sei. Auch beim vorliegenden Bauvorhaben bestehe
Ablenkungsgefahr. Nach der Rechtsprechung gelte bei der Verkehrssicherheit eine strenge
Praxis; so genüge bereits eine potentielle Beeinträchtigung oder gar eine entfernte, nicht
einmal in der Regel eintretende mittelbare Gefährdung, um die Verkehrssicherheit
beeinträchtigen zu können. Das Bauvorhaben würde die Verkehrssicherheit aber nicht nur
potentiell, sondern tatsächlich spürbar beeinträchtigen. Wenn die Verkehrssicherheit im
konkreten Einzelfall gefährdet werde, könne die Baubewilligung nicht erteilt werden. Dass
die minimalen Strassenabstände eingehalten oder sogar überschritten seien, werde nicht
bestritten. Im Übrigen habe die Beschwerdeführerin nicht beantragt, die Reklametafeln um
einen halben Meter nach hinten zu verschieben.
c) Gemäss Art. 6 Abs. 1 SVG5 sind im Bereich der für Motofahrzeuge oder Fahrräder
offenen Strassen Reklamen untersagt, die zu Verwechslung mit Signalen oder
Markierungen Anlass geben oder sonst, namentlich durch Ablenkung der
Strassenbenützer, die Verkehrssicherheit beeinträchtigen könnten. Konkretisiert wird diese
Vorschrift in den Art. 95 ff. SSV6. Art. 96 Abs. 1 SSV wiederholt den Grundsatz, wonach
Strassenreklamen, welche die Verkehrssicherheit beeinträchtigen können, nicht zulässig
sind und zählt in nicht abschliessender Weise Situationen auf, bei denen typischerweise
von einer solchen Beeinträchtigung auszugehen ist. Art. 96 Abs. 2 SSV führt jene
Konstellationen auf, bei welchen Strassenreklamen stets untersagt sind. In allen übrigen
Fällen ist im Einzelfall zu prüfen, ob die Reklame die Verkehrssicherheit beeinträchtigen
könnte. Die Bestimmung stellt auf die "mögliche Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit"
ab. Das Bundesgericht misst bei der Anwendung von Art. 6 Abs. 1 SVG bzw. Art. 96 SSV
dem Aspekt der Verkehrssicherheit im Verhältnis zu wirtschaftlichen Interessen grosses
Gewicht bei. Bereits eine potentielle Beeinträchtigung oder eine entfernte, nicht einmal in
der Regel eintretende, mittelbare Gefährdung reicht aus, um die Verkehrssicherheit
beeinträchtigen zu können.7 Ob die Verkehrssicherheit gefährdet sein könnte, ist aufgrund
der Umstände und der örtlichen Gegebenheiten von Fall zu Fall zu prüfen. An
verkehrstechnisch heiklen Orten können Reklamen in aller Regel nicht bewilligt werden.8
5 Strassenverkehrsgesetz des Bundes vom 19. Dezember 1958 (SVG; SR 741.01) 6 Signalisationsverordnung des Bundesrats vom 5. September 1979 (SSV; SR 741.21) 7 BGer 1C_4/2014 vom 2.5.2014 E. 3; BGer 2A.112/2007 vom 30.7.2007 E. 3.3 mit Hinweisen; BGer 2A.431/2004 vom 16.12.2004 E. 2.2; BGer 2A.377/2002 vom 29.1.2003 E. 3.1 in: ZBl 104/2003 S. 664 f.; VGE 2013/314 vom 4.12.2013 E. 3.4, VGE 2008/23439 vom 12.2.2009 jeweils mit Hinweisen 8 BGer 2A.249/2000 vom 14.2.2001 E. 3a und 3c
RA Nr. 110/2019/130 Seite 5 von 10
d) Die Beschwerdeführerin beabsichtigt, an der Umfahrungsstrasse zwei freistehende,
unbeleuchtete, einseitig nutzbare Plakatstellen im Format F12 zu erstellen. Die
Plakatstellen sollen quer zur Strasse platziert werden und haben einen Abstand von 3,5 m
bzw. 4 m ab Fahrbahnrand. Der erforderliche Strassenabstand von 3,00 m (Art. 58 Abs. 1
Bst. b SV9) ist damit zweifellos eingehalten. Umstritten ist allerdings, ob die Plakatstellen zu
einer Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit führen würden.
e) Der Umstand, dass der gesetzliche Strassenabstand eingehalten ist, bedeutet für
sich allein noch nicht, dass die Verkehrssicherheit gewährleistet ist. Ob dies der Fall ist,
muss aufgrund des Bauvorhabens, wie es im Baugesuch beschrieben ist, und der
konkreten Gegebenheiten im Einzelfall beurteilt werden. Weder Art. 6 SVG noch Art. 96
SSV nennen Kriterien zur Beurteilung der Verkehrssicherheit. Der Begriff der möglichen
Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit nach Art. 6 Abs. 1 SVG ist ein unbestimmter
Rechtsbegriff, den die rechtsanwendenden Behörden somit auszulegen haben. Dazu
wurde in der BSIG-Information "Reklamen"10 eine Beurteilungsgrundlage für die
Verkehrssicherheit bei Strassenreklamen gemäss Art. 6 SVG geschaffen. Wie die
Beschwerdeführerin richtig bemerkt, handelt es sich nicht um Gesetzesrecht. Die BSIG-
Information ist eine Empfehlung oder Richtlinie, die eine einheitliche, gleichmässige und
sachrichtige Praxis des Gesetzesvollzugs sicherstellen und die Erfahrung sowie das
Wissen bewährter Fachstellen wiedergeben soll.11 Anhang 3 der BSIG-Information
"Reklamen" enthält in Ziffer 5.2 einen Kriterienkatalog für die Beurteilung, ob eine
Gefährdung durch Ablenkung nach Art. 6 SVG anzunehmen ist. Beim Kriterium "Strasse"
sind die Geschwindigkeit, die Verkehrsmenge, die Erlaubnis zum Überholen, die
Strassenführung (gerade Strecke oder Kurven) oder der Ausbau der Strasse massgebende
Unterkriterien. Weitere Hauptkriterien sind Knoten, Distanz zur Strasse, Grösse,
Ausrichtung, Standort im Detail, Situationen mit erhöhter Aufmerksamkeit, Spezialeffekte
und die Summierung von Ablenkungen (z.B. dichte Folge oder grosse Anhäufung von
Reklamen). Bei allen Hauptkriterien werden jeweils mehrere konkrete Unterkriterien
genannt, die sich auf die Ablenkungsgefahr auswirken.
9 Strassenverordnung vom 29. Oktober 2008 (SV; BSG 732.111.1) 10 Bernische Systematische Information Gemeinden BSIG Nr. 7/725.1/8.1 "Reklamen", abrufbar unter www.jgk.be.ch > Gemeinden > BSIG 11 VGE 2017/352 vom 3.10.18 E. 5.2; VGE 2015/306 vom 15.06.2016 E. 2.1; VGE 2011/76 vom 26.7.2011, in URP 2012 S. 270 E. 2.2
RA Nr. 110/2019/130 Seite 6 von 10
f) Das Strasseninspektorat Oberaargau erklärte im Beschwerdeverfahren, wegen der
hohen Fahrgeschwindigkeit, dem hohen Verkehrsaufkommen, der Überholmöglichkeit
sowie der relativ nahe und quer zur Fahrbahn angeordneten, freistehenden Reklamen
werde das Vorhaben bezüglich Ablenkung als problematisch erachtet. Die Gemeinde
erkennt keine Verkehrsgefährdung, begründet dies aber nicht weiter.
g) Der Standort der geplanten Plakatstellen liegt an der Umfahrungsstrasse von
Wangen a.A., welche gegen Westen zur Autobahnauffahrt führt. Die Strasse weist mit
einem täglichen durchschnittlichen Verkehr (DTV) zwischen 7'001 - 8'00012 Fahrzeugen ein
hohes Verkehrsaufkommen auf. Der Strassenabschnitt, an dem die Plakatstellen erstellt
werden sollen, befindet sich im Ausserortsbereich mit erlaubter Höchstgeschwindigkeit von
80 km/h. Die Umfahrungsstrasse verläuft unmittelbar vor und nach den geplanten
Plakatstellen in beiden Richtungen in einer leichten Kurve.13 Das Überholen ist gestattet,
und zwar auch im Kurvenbereich. Gerade in solchen Verkehrssituationen ist von allen
Verkehrsteilnehmenden eine erhöhte und volle Aufmerksamkeit auf das
Verkehrsgeschehen gefordert.
Die vorgesehenen Plakatstellen sollen freistehend und quer zur Strasse platziert werden.
Mit dieser Ausrichtung fällt eine Reklame den Verkehrsteilnehmenden stärker auf, als wenn
sie parallel zur Strasse steht.14 Hinzu kommt, dass sich der geplante Standort nicht im
Siedlungsgebiet befindet, wo ein (statisches) Plakat in der heterogenen baulichen
Umgebung in der Regel weniger stark auffällt. In einer Untersuchung zum Blickverhalten
von Automobilisten zeigte sich, dass die statischen Werbeplakate F12 ausserorts deutlich
mehr und längere Fixationen erhielten als diejenigen, die innerorts aufgestellt waren.15 Die
vorliegend geplanten Plakatstellen sind ausserorts auf einer unüberbauten Parzelle vor
Büschen und Sträuchern vorgesehen und würden in dieser Umgebung stark auffallen.
Auch mit einem um einen halben Meter vergrösserten Strassenabstand würde sich an
dieser Beurteilung nichts ändern. Die Reklamen richten sich ja an die
Verkehrsteilnehmenden und bleiben auch mit einem leicht vergrösserten Abstand gut
wahrnehmbar.
12 Vgl. Geoportal des Kantons Bern, Übergeordnetes Strassennetz 13 Vgl. Fotos auf den Beilagen "Reklame - Bewilligung" zum Baugesuch; Streetview Google Maps 14 Vgl. Checkliste Verkehrssicherheit bei Strassenreklamen, Anhang 3 zur BSIG Nr. 7/725.1/8.1 "Reklamen", S. 20 15 Vgl. Bundesamt für Strassen (Hrsg.), Reklame im Strassenraum, Forschungsprojekt SVI 2010/001, Februar 2016, S. 48
RA Nr. 110/2019/130 Seite 7 von 10
h) Es besteht somit kein Grund, von der nachvollziehbaren und überzeugenden
Beurteilung des Strasseninspektorats Oberaargau abzuweichen. Die geplanten
Plakatstellen sind verkehrstechnisch an einem heiklen Streckenabschnitt vorgesehen und
könnten Verkehrsteilnehmende ablenken. Die Verkehrssicherheit ist beim Bauvorhaben
nicht gewährleistet.
3. Rechtsgleichheit
a) Die Beschwerdeführerin rügt, in der Gemeinde Langenthal sei einem Mitbewerber die
Bewilligung für zwei Werbetafeln erteilt worden. Diese stünden ebenfalls an einer Strecke
mit Tempo 80 km/h und erlaubtem Überholen. Sinngemäss rügt sie damit eine Verletzung
der Rechtsgleichheit.
b) Das Gebot rechtsgleicher Behandlung (Art. 8 Abs. 1 BV16) ist verletzt, wenn die
gleiche Behörde zwei gleiche tatsächliche Situationen ohne sachlichen Grund
unterschiedlich beurteilt. Direkten Konkurrenten steht zudem gestützt auf die
Wirtschaftsfreiheit (Art. 27 BV) ein Anspruch auf Gleichbehandlung zu. Die
Gleichbehandlung der Konkurrenten hat aber keine absolute Geltung:
Ungleichbehandlungen erweisen sich als zulässig, wenn sie sich auf ernsthafte sachliche
Gründe stützen und zudem hinreichend wettbewerbsneutral sind. Die Rechtsgleichheit
bietet keinen Schutz, wenn verschiedene Gemeinden Spielräume bei der Anwendung von
Bundesrecht unterschiedlich nutzen.17
c) Nach unbestrittenen Angaben des Strasseninspektorats befinden sich die von der
Beschwerdeführerin erwähnten Reklamestellen der Konkurrentin im Siedlungsgebiet von
Langenthal, während die vorliegenden Plakatstellen im Ausserortsbereich vorgesehen
sind. Ob eine Plakatstelle im Siedlungsgebiet oder ausserorts auf einer Wiese liegt, spielt
für die Frage der Ablenkungsgefahr eine Rolle (vgl. vorne Erwägung 2g). Es liegen somit
keine gleichen Situationen vor. Wie bereits erwähnt, wird die Verkehrssicherheit anhand
der konkreten Gegebenheiten beurteilt. Beim geplanten Standort an der
Umfahrungsstrasse von Wangen a.A. besteht Ablenkungsgefahr, die Verkehrssicherheit ist
16 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101) 17 Kiener/Kälin/Wyttenbach, Grundrechte, 3. Aufl., Bern 2018, S. 426 S. 426 und 394 f.
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nicht gewährleistet. Selbst wenn die Reklamestellen in Langenthal (im hypothetischen Fall)
zu Unrecht bewilligt worden wären, hätte die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf
Gleichbehandlung im Unrecht, weil vorliegend das öffentliche Interesse der
Verkehrssicherheit tangiert ist.18 Der angefochtene Bauabschlag verletzt weder das
allgemeine Rechtsgleichheitsgebot noch den Anspruch auf Gleichbehandlung der
Konkurrenten.
4. Ergebnis und Kosten
a) Das Bauvorhaben erweist sich aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht als
bewilligungsfähig. Der Bauabschlag der Vorinstanz ist zu bestätigen. Bei diesem Ausgang
des Verfahrens unterliegt die Beschwerdeführerin. Sie hat die Verfahrenskosten zu tragen
(Art. 108 Abs. 1 VRPG19). Diese werden bestimmt auf eine Pauschalgebühr von Fr. 1'000.–
(Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV20).
b) Die Vorinstanz hat keinen Anspruch auf Parteikostenersatz (Art. 104 Abs. 1 und 3
VRPG).