Decision ID: 4fb6cc29-ccff-5a49-b362-3d87c0afdb53
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Haus zur alten Dorfbank,
9313 Muolen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ war als angelernter Metallarbeiter bei der B._ AG tätig, als er am 1.
August 2003 als Lenker eines Motorrads mit einem Fahrradfahrer kollidierte (act. G
4.2 / 1). Dr. med. C._, FMH für Chirurgie, diagnostizierte am 4. August 2003 eine
Meniskusläsion, offene Wunden am Oberschenkel, Fuss und Vorderarm sowie
Frakturen der Rippen 5 und 6 (act. G 4.2 / 4). Eine Kernspintomographie des rechten
Knies vom 7. August 2003 ergab einen medialen Meniskusriss, eine
Fibulaköpfchenfraktur, eine osteochondrale Läsion der Patella sowie Mikrofrakturen
(act. G 4.2 / 3). Am 16. September 2003 erfolgte in der Klinik für Orthopädische
Chirurgie, Kantonsspital Z._, eine Arthroskopie und Teilmeniskektomie am rechten
Knie bei einer diagnostizierten ausgeprägten Femoropatellararthrose und medialen
Meniskusläsion am Hinterhorn rechts (act. G 4.2 / 7). Im postoperativen Verlauf kam es
zu einer rezidivierenden Ergussbildung im rechten Kniegelenk (act. G 4.2 / 12). Am 15.
Dezember 2003 wurde in der Klinik Y._ eine weitere Arthroskopie am rechten Knie
mit medialer Restmeniskektomie sowie Chondroplastik des lateralen Femurcondyls
durchgeführt (act. G 4.2 / 19). Ab 19. Januar 2004 nahm der Versicherte die Arbeit bei
der B._ AG in einem 50% und ab 9. Februar 2004 in einem vollen Pensum wieder auf
(act. G 4.2 / 27,28). Eine ambulante Untersuchung in der Klinik für Orthopädische
Chirurgie im Kantonsspital Z._ vom 29. April 2004 ergab die Diagnose einer
Skaphoidpseudarthrose bei Zustand nach Motorradunfall August 2003 mit akuten
Handgelenksschmerzen (act. G 4.2 / 29). Am 21. Juli 2004 wurde eine
Handgelenksarthroskopie mit Skaphoidresektion und Mediokarpalarthrodese sowie
Neurotomie des Nervus interosseus posterior rechts durchgeführt (act. G 4.2 / 36,37).
Nach dem operativen Eingriff bestand eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 4.2 /
36). Ab 1. Dezember 2004 wurde die Arbeitsfähigkeit des Versicherten für eine
angepasste Tätigkeit auf 25% - bei einer Präsenzzeit von 50% - festgelegt (act. G 4.2
69, 71). Kreisarzt Dr. med. D._ hielt am 15. Februar 2005 (act. G 4.2 / 84) fest, dass
bezüglich der rechten Hand eine leichte körperliche Arbeit bei voller Präsenz unter
bestimmten Einschränkungen zumutbar sei. Beim aktuell günstigen Kniebefund rechts
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bestünden praktisch keine Einschränkungen. Eine Fortsetzung der ärztlichen
Behandlung bringe zurzeit keine wesentliche Verbesserung. Der dauernde und
erhebliche Integritätsschaden bezüglich der rechten Hand wurde von Dr. D._ auf
10% festgelegt (act. G 4.2 / 85). Der Befund bezüglich des rechten Knies rechtfertige
keine Integritätsentschädigung. Allfällige HWS- und ORL-Probleme (Oto-Rhino-
Laryngologie) seien nicht unfallkausal (zum Ganzen vgl. Fremdakten act. G 4.2 bzw.
Urteil des Versicherungsgerichts vom 25. März 2008, UV 2007/77 E. A.a).
A.b Mit Verfügung vom 24. Juni 2005 eröffnete die Suva dem Versicherten, für die
verbliebene Beeinträchtigung aus dem Unfall vom 1. August 2003 stehe ihm ab 1. Juni
2005 eine Invalidenrente aufgrund eines IV-Grads von 18 % und eine
Integritätsentschädigung für eine Integritätseinbusse von 10 % zu. Die gegen diese
Verfügung erhobene Einsprache wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 22. Mai
2007 (act G 4.2 / 154) ab. Eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde des
Versicherten wurde vom Kantonalen Versicherungsgericht mit Urteil vom 25. März 2008
abgewiesen (Verfahren UV 2007/77). Dieses Urteil ist unangefochten in Rechtskraft
erwachsen.
B.
B.a Die B._ AG löste das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten per Ende Januar
2005 auf (IV-act. 15). Der Versicherte meldete sich am 21. Februar 2005 zum Bezug
von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 1; eine weitere Anmeldung
erfolgte offenbar irrtümlich am 26. September 2007 [IV-act. 35 f.]). Dr. C._ stellte in
seinem Arztbericht vom 4. März 2005 zuhanden der kantonalen IV-Stelle folgende
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: St. n. mediokarpaler Arthrodese
Handgelenk rechts; Femoro-patellär Arthrose und St. n. medialer Teilmeniskektomie
Knie rechts. Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine
arterielle Hypertonie. Bezüglich der zuletzt ausgeübten Tätigkeit habe vom 21. Juli bis
30. November 2004 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden; seit 1. Dezember
2004 bis auf weiteres eine solche von 75 % (IV-act. 10). Am 2. Mai 2007 wurde der
Versicherte im Auftrag des Krankenversicherers in der Klinik X._ untersucht. Der
Bericht vom 29. Mai 2007 führt als Diagnosen auf: Hochgradiger Verdacht auf
manifeste koronare Herzerkrankung mit z.T. typischer retrosternaler Angina pectoris
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CCS II bei kardiovaskulärem Risikoprofil; ausgeprägte Bauchaortensklerose;
mittelgradige Depression (Dr. I._); ausgeprägte linkskonvexe Skoliose der unteren
BWS mit osteochondrotischen Veränderungen mit ausgeprägten Myogelosen, vor
allem paravertebral rechts, mit konsekutiven Hals- und Kopfschmerzen? und
Unfallfolgen. Die bisherige Tätigkeit sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar.
Inwiefern eine leidensangepasste Tätigkeit zumutbar sei, sei noch nicht ausreichend
geklärt (IV-act. 32).
B.b Die IV-Stelle veranlasste im Dezember 2007 eine interdisziplinäre Abklärung durch
die MEDAS (IV-act. 41). Der Versicherte wurde vom 19. bis 20. Februar 2008 sowie am
4. März 2008 begutachtet. Es wurde ein rheumatologisches Konsilium durch Dr. med.
E._, Rheumatologie FMH, ein kardiologisches Konsilium durch Dr. med. F._,
Kardiologie FMH, sowie ein psychiatrisches Konsilium durch Dr. med. G._,
Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, durchgeführt. Das Gutachten vom
16. Mai 2008 hält fest, sowohl in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als angelernter
Metallarbeiter als auch in der früher ausgeübten als angelernter Bauspengler betrage
die Arbeitsfähigkeit 0 %. In einer der verminderten Belastbarkeit der rechten Hand und
des rechten Knies angepassten Tätigkeit sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt
(IV-act. 49-39).
B.c Mit Vorbescheiden vom 26. Juni 2008 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, er
habe weder Anspruch auf eine Rente noch auf berufliche Massnahmen (IV-act. 54ff.).
Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Josef Jacober, am
27. August bzw. 26. September 2008 Einwand. Er beantragte berufliche Massnahmen,
eventuell ergänzende medizinische Abklärungen. Er machte geltend, das MEDAS-
Gutachten habe ausdrücklich berufliche Massnahmen empfohlen. Ausserdem hätten
sich seine Kniebeschwerden seither verschlimmert (IV-act. 61 und 65). Die IV-Stelle
veranlasste am 14. November 2008 gemäss einer Empfehlung des Regionalen Ärzt
lichen Dienstes (in der Folge: RAD) die Einholung eines Verlaufsberichts von Dr. H._.
In dem Verlaufsbericht vom 18. Dezember 2008 attestiert Dr. H._ dem Versicherten
eine Verschlechterung des Gesundheitszustands. Eine Tätigkeit, welche vorwiegend
sitzend ausgeübt werde, könnte dem Patienten zugemutet werden. Bei einer
vorwiegend sitzenden Tätigkeit bestünde keine verminderte Leistungsfähigkeit. Wohl
kaum mehr möglich sei eine körperlich belastende Tätigkeit, welche längeres Stehen
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bzw. Gehen erfordere und gegebenenfalls mit dem Tragen von Lasten verbunden wäre
(IV-act. 68-3 ff.). Der RAD hielt in seiner Stellungnahme vom 5. Januar 2009 fest,
aufgrund des Verlaufsberichts sei festzuhalten, dass in einer adaptierten Tätigkeit keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe (IV-act. 70). Die IV-Stelle verfügte am 12.
November 2009 gemäss den Vorbescheiden (IV-act. 76 ff.). Der Versicherte, vertreten
durch Rechtsanwalt Jacober, erhob am 11. Dezember 2009 Beschwerde betreffend die
Invalidenrente und legte dieser einen Arztbericht von Dr. I._ bei. Der Bericht erwähnt
die Diagnosen mittel- bis schwergradige depressive Störung mit Beziehungsideen;
Anpassungsstörung mit gemischter Störung von Gefühlen und Sozialverhalten nach
einem Motorradunfall mit Schädel-Hirn-Trauma und körperlichen Verletzungen sowie
einem danach folgenden postcomotionellen Syndrom; chronifiziertes Schmerzsyndrom
(IV-act. 80, 81). Der RAD empfahl am 4. Januar 2010 die Einholung eines
Verlaufsgutachtens (IV-act. 88). Die IV-Stelle widerrief am 5. Januar 2010 die Verfügung
vom 12. November 2009 (IV-act. 86). Das kantonale Versicherungsgericht schrieb das
eingeleitete Beschwerdeverfahren am 14. Januar 2010 als gegenstandslos ab (IV-act.
98).
B.d Die IV-Stelle gab am 8. Januar 2010 bei der MEDAS ein Verlaufsgutachten in
Auftrag (IV-act. 96). Der Versicherte wurde am 28. und 30. Juni 2010 begutachtet. Es
wurde ein rheumatologisches Konsilium durch Dr. med. J._, Facharzt FMH
Rheumatologie, und ein psychiatrisches Konsilium durch Dr. med. K._, FMH
Psychiatrie Psychotherapie, durchgeführt. Das Gutachten vom 15. September 2009
hält fest, in der seit dem letzten MEDAS-Gutachten aufgenommenen selbständig
erwerbenden Tätigkeit als Chauffeur für Personal- und Materialtransporte sei aufgrund
der rheumatologischen Befunde eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von
60 % gegeben. Eine körperlich leichte, vorwiegend sitzend ausgeübte Tätigkeit unter
Entlastung der rechten Hand sei dem Versicherten ganztags ohne Leistungseinbusse
entsprechend einer Arbeitsfähigkeit von 100 % zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht sei
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in welcher Tätigkeit auch immer gegeben.
Berufliche Massnahmen seien nicht angezeigt. Der Versicherte sei in der Zwischenzeit
selbstständig Erwerbender und gehe mit seinen Ressourcen optimal um. Dabei könne
er seine berufliche Aktivität jederzeit selber steigern (IV-act. 104-21).
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B.e Die IV-Stelle stellte dem Versicherten am 20. Oktober 2010 die Abweisung des
Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-act. 108). Dagegen erhob der Versicherte, vertreten
durch Rechtsanwalt Kreso Glavas, am 24. November 2010 Einwand. Er machte
geltend, aus dem Verlaufsgutachten sei ersichtlich, dass sich die medizinische
Situation mindestens bezüglich Progredienz des Knieleidens verschlimmert habe. Es
sei ihm eine halbe Rente zuzusprechen (IV-act. 110).
B.f Die IV-Stelle verfügte am 26. November 2010 im Sinn des Vorbescheids (IV-act.
111).
C.
C.a Gegen diesen Entscheid richtet sich vorliegende Beschwerde des Versicherten,
vertreten durch Rechtsanwalt Glavas, vom 10. Januar 2011. Unter Kosten- und
Entschädigungsfolge beantragt er, es sei die Verfügung vom 26. November 2010
aufzuheben und es sei ihm eine halbe Rente zuzusprechen. Eventualiter sei der
angefochtene Entscheid aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, eine
neue Begutachtung samt Abklärung der Erwerbssituation in Auftrag zu geben. Zur
Begründung lässt der Versicherte ausführen, das dem Entscheid zugrunde liegende
Verlaufsgutachten sei nicht schlüssig und ungenügend. So würden sich die Begriffe
leichte, vorwiegend im Sitzen ausgeübte Tätigkeit unter Entlastung der rechten
dominanten Extremität (die für jede Tätigkeit von entscheidender Bedeutung sei), nicht
mit der Schlussfolgerung vertragen, dass die Tätigkeit vollumfänglich und ohne
Leistungseinbusse zu 100 % zumutbar sei. Auch könne die "Restarbeitsfähigkeit" nie
100 % betragen. Erst recht erweise sich das Gutachten als widersprüchlich, weil
einerseits festgehalten werde, dass die Limitierung betreffend Progredienz des
Knieleidens sich hauptsächlich in der selbständig ausübenden Resterwerbstätigkeit als
Chauffeur niederschlage (S. 19), es aber dann auf S. 21 heisse, dass der
Beschwerdeführer sich in der Zwischenzeit als selbständigerwerbender Chauffeur
optimal eingegliedert habe. Entweder wirkten sich die Limitationen in seinem Beruf als
Chauffeur limitierend aus oder habe er sich optimal eingegliedert. Beides könne nicht
stimmen. Unverständlich sei weiter, dass nicht weniger als 18 Beschwerdearten ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sein sollen. Die Mediziner hätten sich nicht
genügend mit der medizinischen Problematik auseinandergesetzt. In Bezug auf das
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Valideneinkommen sei nicht nachvollziehbar, dass dieses Fr. 57'881.-- betragen soll,
nachdem für die Jahre 2000 und 2001 ein Verdienst von Fr. 57'925.-- bzw. Fr.
57'783.-- ausgewiesen sei. Es sei hier die Teuerung nicht einberechnet worden. Auch
sei zu beachten, dass er im Jahr 2004 eine Lohnerhöhung von Fr. 40.-- gehabt habe.
Es sei die Arbeitgeberin anzufragen, welchen Lohn er heute verdienen würde, wenn er
gesund geblieben wäre. Vorsorglich sei das Valideneinkommen auf mindestens Fr.
60'000.-- festzusetzen. Sollte er tatsächlich so wenig verdient haben, würde sich auch
die Frage der Parallelisierung von Validen- und Invalideneinkommen stellen. Ebenfalls
werde die Berechnung des Invalideneinkommens bestritten. Der Invaliditätsgrad könne
nicht identisch sein mit jenem, welcher der Rente von der Unfallversicherung zugrunde
liege, da zusätzliche und unfallfremde Beschwerden mitzuberücksichtigen seien.
Ausserdem hätte ein Leidensabzug vorgenommen werden müssen aufgrund des
erhöhten Pausenbedarfs sowie der medizinischen Behandlungen, die weiterhin
erforderlich seien. Im Übrigen sollte auch für den Fall, dass das Gutachten zum vollen
Wert genommen würde, das aktuelle Einkommen als Selbständigerwerbender
anerkannt werden. Es seien hier die aktuellen Buchhaltungs- und Steuerzahlen
heranzuziehen (act. G 1).
C.b Am 10. Februar 2011 reichte die Beschwerdegegnerin ihre Beschwerdeantwort
ein. Darin beantragt sie, die Beschwerde sei abzuweisen. Zur Begründung führt sie
aus, die beiden MEDAS-Gutachten seien ausführlich abgefasst und deren
Schlussfolgerungen zusammen mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung erschienen als
begründet. Die objektivierbaren somatischen Leiden des Beschwerdeführers seien bei
der Arbeitsfähigkeitsschätzung ausreichend berücksichtigt worden. Unzutreffend sei,
dass die MEDAS behaupte, der Beschwerdeführer sei in seiner aktuellen Tätigkeit als
Chauffeur optimal eingegliedert. Vielmehr werde im 2. MEDAS-Gutachten (S. 21) einzig
ausgeführt, der Beschwerdeführer gehe mit seinen Ressourcen optimal um. Er könne
seine berufliche Aktivität jederzeit selber steigern. Damit wolle die MEDAS offenbar
zum Ausdruck bringen, dass der Beschwerdeführer aufgrund der selbständigen
Erwerbstätigkeit als Chauffeur es selbst in der Hand habe, sein Arbeitspensum zu
bestimmen. Der Beschwerdeführer zeige nicht auf, inwiefern die von der MEDAS
vorgenommene Arbeitsfähigkeitsschätzung rechtsfehlerhaft sein soll. Es sei somit in
einer adaptierten Tätigkeit von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen. In Bezug auf
die Berechnung des Valideneinkommens sei auf das im Jahr 2002 erzielte
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Erwerbseinkommen abzustellen. Dieses habe Fr. 57'733.-- betragen. Bei der
Festlegung des Invalideneinkommens sei zu beachten, dass der Beschwerdeführer mit
seiner Tätigkeit als Chauffeur keine zumutbare Erwerbstätigkeit im Sinn von Art. 16
ATSG ausübe. Dieses Einkommen könne somit nicht massgebend sein, sondern es
seien die LSE-Tabellen des Bundesamts für Statistik heranzuziehen. Als Hilfsarbeiter
stünden dem Beschwerdeführer eine Vielzahl von Stellen im Produktions- und
Dienstleistungssektor offen. Gemäss der einschlägigen LSE-Tabelle errechne sich für
das Jahr 2002 ein Betrag von Fr. 57'008.--. Es rechtfertige sich ausserdem ein
Leidensabzug von 15 %. Das Invalideneinkommen betrage somit Fr. 48'457.--, woraus
ein Invaliditätsgrad von 16 % resultiere. Demzufolge sei der Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zu Recht verneint worden (act. G 4).
C.c Mit Replik vom 16. Februar 2011 weist der Beschwerdeführer erneut darauf hin,
es sei nicht schlüssig, dass ein Mensch, der keine höhergradige Ausbildung genossen
habe, und bei dem die obere rechte und dominante Extremität betroffen sei, in der
Lage sein soll, eine Tätigkeit ohne Leistungseinbusse durchzuführen, denn selbst die
Sortiertätigkeiten, welche die Beschwerdegegnerin für zumutbar erkläre, benötigten
den Einsatz beider Hände. Dies gelte erst recht mit Blick darauf, dass nur leichte, im
Sitzen zu verrichtende Arbeit möglich sei. Die Einschätzung der Gutachter über die
vielen Diagnosen, die als solche ohne Einschränkung der Arbeitsfähigkeit beurteilt
würden, könne nicht zutreffen, weil es sich dabei um keine Bagatellleiden handle. So
seien Nacken- und Rückenbeschwerden in aller Regel erwerbsfähigkeitsmindernd,
insbesondere bei Sortier- oder Kontrolltätigkeiten. Hinzu komme, dass nicht einmal alle
Beschwerden aufgezählt seien, wie z.B. die Hochtonschwerhörigkeit. Gesamthaft sei
ein Leidensabzug von 15 % zu gering und nicht angemessen; es sei ein Abzug von 25
% zu gewähren. Des Weiteren werde der Widerspruch betreffend optimaler Einsatz als
Chauffeur durch das Schönreden der Beschwerdegegnerin nicht aus der Welt
geschaffen. Wenn die Beschwerdegegnerin im Übrigen der Ansicht sei, er sei
ungenügend eingegliedert, müsste sie ihn diesbezüglich unterstützen. In diesem Sinn
würden berufliche Massnahmen beantragt. Er biete dafür die volle Mitwirkung an (act.
G 7).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 10).

Erwägungen:
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1.
1.1 Zwischen den Parteien ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers streitig.
1.2 Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366 E.
1b), sind für den bis 31. Dezember 2007 verwirklichten Sachverhalt die altrechtlichen,
danach die bis 31. Dezember 2011 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.
Die am 1. Januar 2012 in Kraft getretene IV-Revision 6A ist für dieses Verfahren nicht
von Bedeutung.
1.3 Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG (heute Art. 28 Abs. 2 IVG) besteht der Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf
eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
Nach aArt. 29 Abs. 1 entsteht der Rentenanspruch frühestens in dem Zeitpunkt, in dem
die versicherte Person mindestens zu 40 % bleibend erwerbsunfähig geworden ist (lit.
a) oder während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen war (lit. b). Nach der ab 1. Januar 2008
geltenden Regelung entsteht ein Anspruch nur noch nach der zweiten Variante (Art. 28
Abs. 1 IVG). Zusätzlich muss eine Karenzzeit von sechs Monaten seit Anmeldung
bestanden werden (Art. 29 Abs. 1 IVG).
1.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
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Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
2.
2.1 Das rheumatologisch-psychiatrisch-kardiologische Gutachten vom 16. Mai 2008
führt folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auf: Schmerzhafte
Funktionseinbusse der rechten Hand; leichtgradige Gonarthrose und
Femoropatellararthrose rechts. Bei den Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert, sind genannt: Verarbeitungsstörung nach
Unfall im August 2003 (ICD-10: F54); kardiovaskuläre Risikofaktoren; Kopfschmerzen
vom Spannungstyp; funktionelle extrakardiale Thoraxschmerzen; Tinnitus beidseits;
Hochtonsenke C5 beidseits wahrscheinlich lärmbedingt; rezidivierende "Drop-attacks"
mit Schwindel und vegetativer Symptomatik (MRI Schädel unauffällig 31.01.2008);
Gastritis im Antrum und distalem Corpus ventriculi (Endoskopie 20.07.2007);
Blepharitis beidseits unklarer Genese. Sowohl in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als
angelernter Metallarbeiter als auch in der früher ausgeübten als angelernter
Bauspengler betrage die Arbeitsfähigkeit 0 %. In einer anderen Tätigkeit bestehe
aufgrund der verminderten Belastbarkeit der rechten Hand folgendes
Zumutbarkeitsprofil: Leichte körperliche Arbeit, keine Schläge, keine Vibrationen, kein
Heben und Tragen schwerer Gewichte von über 8-10 kg über grössere Strecken, keine
kraftaufwändigen Drehbewegungen gegen Widerstand über längere Zeit; Feinarbeiten
seien praktisch unbeschränkt möglich. Belastungsprofil bezüglich des rechten Knies:
Arbeiten ohne längeres Kauern und Knien, ohne regelmässiges Besteigen von Leitern
und Treppen. Unter Berücksichtigung dieser Einschränkungen sei eine Tätigkeit zeitlich
uneingeschränkt und ohne zusätzliche Leistungseinschränkung zumutbar (IV-act.
49-38f.). Das am 15. September 2010 erstattete Verlaufsgutachten nennt als Diagnosen
mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit: Chronische,
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schmerzhafte Funktionseinbusse der rechten Hand; progrediente, aktuell aktivierte
Trikompartimentgonarthrose rechts; Status nach Arthroskopie und Restmeniskektomie
medial am 15.12.2003. Unter den Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert sind aufgelistet: Unspezifische Nacken- und
Rückenschmerzen; Fersenschmerzen rechtsbetont ohne adäquates klinisches Korrelat;
chronisches Schmerzsyndrom mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F
45.41); leichte depressive Episode (ICD-10: F 33.0); chronische
Spannungskopfschmerzen; Tinnitus beidseits; Hochtonsenke C5 beidseits; arterielle
Hypertonie; Hypercholesterinanämie und Triglyzeridämie; viszerale Adipositas BMI
34.0; koronare Atheromatose; pathologische Blutzuckerwerte möglich; Hyperurikämie;
Bloating-syndrome; Helikobakter-Gastritis (11.06.2010); deutliche Divertikulitis
(Ileokoloskopie 16.06.2010); Unverträglichkeit von Nikotinsäure anamnestisch;
obstruktives Schlafapnoesyndrom möglich. Zusammenfassend sei es zu einer
Verschlechterung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit aufgrund der
Progredienz des Knieleidens rechts gekommen. Dies schlage sich vorwiegend in der
aktuell ausgeübten Tätigkeit als selbständig erwerbender Chauffeur nieder. In einer
adaptierten, körperlich leichten Tätigkeit sei von einer quantitativ unveränderten vollen
Arbeitsfähigkeit auszugehen, allerdings neu mit der qualitativen Einschränkung, dass
es sich nun um eine vorwiegend sitzende Tätigkeit handeln sollte. In der bisherigen
Tätigkeit als Metallarbeiter und Bauspengler betrage die Arbeitsfähigkeit unverändert 0
%. Die Tätigkeit als Chauffeur werde auf 60 % geschätzt. Diese Arbeit sei dem
Beschwerdeführer ganztags zumutbar, mit einer um ca. 30 % verminderten
Leistungsfähigkeit bei ausschliesslichem Personentransport aufgrund des Hebens,
Stossens und Ziehens von Koffern und der auch teilweise rückenbelastenden
Arbeitspositionen bei Ent- und Beladen und verminderter Leistungsfähigkeit von ca. 50
% bei ausschliesslichem Warentransport infolge vermehrtem Hebeanteil. Eine
körperlich leichte, vorwiegend sitzend ausgeübte Tätigkeit unter Entlastung der rechten
Hand sei ganztags ohne Leistungseinbusse entsprechend einer Arbeitsfähigkeit von
100 % zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für
Tätigkeiten jeglicher Art gegeben (IV-act. 104-19ff.).
2.2 Die Beschwerdegegnerin stützt ihren ablehnenden Entscheid letztlich auf das
Verlaufsgutachten vom 15. September 2010. Das Gutachten beruht auf eigenständigen
Abklärungen und ist für die streitigen Belange umfassend. Die medizinischen Vorakten
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wurden verwertet und die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden
berücksichtigt und gewürdigt. Gemäss der Rechtsprechung kommt dem Gutachten
somit voller Beweiswert zu. Es darf mithin davon ausgegangen werden, dass der
Beschwerdeführer trotz der erwähnten Einschränkungen in der Lage ist, eine seinem
Leiden angepasste Tätigkeit zu einem 100%-Pensum auszuüben. Die Vorbringen des
Beschwerdeführers gegen die Schlüssigkeit dieser Beurteilung sind nicht stichhaltig. Es
besteht auch kein Anlass an der Einschätzung der Gutachter zu zweifeln, welche
Diagnosen mit und welche ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sind. Ebenso wenig ist
von Bedeutung, dass die 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von
den Gutachtern als "Restarbeitsfähigkeit" bezeichnet wurde. Das stimmt überein mit
der rheumatologischen Beurteilung der aktuell ausgeübten Chauffeurtätigkeit. In einer
Chauffeurtätigkeit mit Personen- und Warentransport wird der Beschwerdeführer
insgesamt lediglich zu 60% als arbeitsfähig erachtet, wie namentlich aus dem
rheumatologischen Teilgutachten hervorgeht (IV-act. 104-31 f.) und im polydisziplinären
Hauptgutachten auch festgehalten wird (IV-act. 104-21). Insoweit kann die adaptierte
Tätigkeit durchaus als "Restarbeitsfähigkeit" bezeichnet werden. Im Übrigen ist auch
die Behauptung unzutreffend, die von der Suva attestierte Hochtonschwerhörigkeit sei
ohne Berücksichtigung geblieben; das Gutachten erwähnt die Diagnose
"Hochtonsenke C5 beidseits, wahrscheinlich lärmbedingt". Ohnehin ist diese ohne
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Im Ergebnis kann somit zur Beurteilung des
Rentenanspruchs auf das Verlaufsgutachten abgestellt werden.
2.3 Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, es sei für ihn nicht möglich
einen Arbeitgeber zu finden, der bereit und gewillt sei, ihn mit all seinen Gebrechen mit
der Gewährung des vollen Invalideneinkommens zu beschäftigen. Die gutachterlich
attestierte medizinisch-theoretische Restarbeitsfähigkeit sei mithin nicht verwertbar.
Referenzpunkt für die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit ist der hypothetische
ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach der Rechtsprechung handelt es
sich dabei um einen theoretischen und abstrakten Begriff, der dazu dient, den
Leistungsbereich der Invalidenversicherung von demjenigen der
Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der Begriff umschliesst einerseits ein
bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach
Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen
Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält und zwar sowohl bezüglich der dafür
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verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des
körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob
die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten
und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE
110 V 276 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b). Daraus folgt, dass für die
Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide Person unter den
konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob
sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die
verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI
1998 S. 291). Für den Beschwerdeführer stehen - trotz seiner gesundheitlichen
Einschränkungen - auf diesem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend
leichte Hilfs-, Kontroll- und Überwachungstätigkeiten offen. Wie aus den Gutachten
hervorgeht, ist die Belastbarkeit der dominanten rechten Hand zwar eingeschränkt.
Indessen sind dem Beschwerdeführer gemäss gutachterlicher Beurteilung Feinarbeiten
mit der rechten Hand praktisch uneingeschränkt möglich (IV-act. 49-39). In dieser
Hinsicht hat sich keine Verschlechterung eingestellt. Diese wird im Verlaufsgutachten
allein auf die Beschwerden am rechten Knie bezogen (vgl. IV-act. 104-22). Feinarbeiten
in vorwiegend sitzender Tätigkeit sind dem Beschwerdeführer weiterhin möglich und
zumutbar. Die zumutbare Tätigkeit ist damit nicht nur in so eingeschränkter Form
möglich, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder nur unter
nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers ausgeübt
werden kann (ZAK 1989 S. 322 E. 4a). Die Ausführungen des Beschwerdeführers
verkennen den grundsätzlich rein hypothetischen Charakter des ausgeglichenen
Arbeitsmarktes, an dem festzuhalten ist, weil nur so die Risiken Arbeitslosigkeit und
Invalidität voneinander abgegrenzt werden können. So geht es beim als ausgeglichen
unterstellten Arbeitsmarkt nicht um reale, geschweige denn offene Stellen, sondern um
(gesundheitlich zumutbare) Beschäftigungsmöglichkeiten, welche der Arbeitsmarkt von
seiner Struktur her, jedoch abstrahiert von den konjunkturellen Verhältnissen, umfasst
(nicht veröffentlichtes EVG-Urteil vom 16. Juli 2003 i/S C. [I 758/02]). Anzumerken
bleibt, dass sich der Beschwerdeführer bei Schwierigkeiten mit der Stellensuche an die
IV-Stelle wenden kann, welche ihn bei der Eingliederung unterstützen wird (z.B. in Form
von Arbeitsvermittlung).
3.
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Zu prüfen bleibt, ob die Verwaltung den Invaliditätsgrad korrekt bestimmt hat. Gemäss
Art. 16 ATSG ist zur Bemessung des Invaliditätsgrads das Einkommen, das die ver
sicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum Erwerbseinkommen, das sie
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Die
Beschwerdegegnerin hat jenen Einkommensvergleich übernommen, den die Suva
ihrem Rentenentscheid zugrunde gelegt hatte (IV-act. 109). Gestützt auf die
Lohnangaben der B._ AG und die Lohnangaben gemäss der Dokumentation von
Arbeitsplätzen DAP hatte die Suva das Valideneinkommen auf Fr. 57'836.-- und das
Invalideneinkommen auf Fr. 47'541.-- festgesetzt und einen Invaliditätsgrad von 18 %
ermittelt, bei einem Rentenbeginn am 1. Juni 2005 (Einspracheentscheid vom 22. Mai
2007 (vgl. act. G 4.2 / 154, S. 8). Da für den Beschwerdeführer aufgrund des
progredienten Knieleidens laut aktuellem MEDAS-Gutachten seit dem 18. Dezember
2008 nur noch sitzende Tätigkeiten in Betracht kommen, kann zumindest ab diesem
Zeitpunkt der Einkommensvergleich der Suva nicht ohne weiteres übernommen
werden. Denn das Invalideneinkommen wurde von dieser anhand von in der DAP
dokumentierten Tätigkeiten berechnet, die nicht nur vorwiegend sitzend verrichtet
werden können (act. G 4.2 / 110). Davon abgesehen besteht rechtsprechungsgemäss
keine Bindungswirkung der Invaliditätsschätzung der Unfallversicherung für die
Invalidenversicherung (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Februar 2012 E 4.1,
8C_360/2011, mit Hinweis auf BGE 133 V 549). Hinzu kommt, dass vorliegend nicht
nur Unfallfolgen zu beurteilen sind.
3.1 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die
Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Es ist in der Regel vom
letzten Lohn, welchen die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung
erzielt hat, auszugehen (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1.
Januar 2007: Sozialversicherungsrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 16.
Mai 2001, I 42/01, mit Hinweisen). Diese Praxis wird mit der empirischen Feststellung
begründet, dass die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall in der Regel weitergeführt
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worden wäre (Urteil des EVG vom 29. August 2002, I 97/00). Wie aus dem IK-Auszug
hervorgeht, verdiente der Beschwerdeführer an seiner letzten Arbeitsstelle vor dem
Unfall im Jahr 2002 Fr. 57'733.-- (IV-act. 22). Davon ist vorliegend auszugehen, zumal
es sich dabei um den letzten Jahreslohn bei uneingeschränkter Gesundheit handelt.
Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung im Wirtschaftszweig 27-28 von
111.1 auf 120.6 Indexpunkte (Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex,
Tabelle T1.93_I) ergibt sich für 2009 ein Jahreseinkommen bzw. Valideneinkommen
von rund Fr. 62'670.--.
3.2
3.2.1 Der Beschwerdeführer erzielte in seiner Tätigkeit als Chauffeur im Jahr
2009 ein jährliches Einkommen von Fr. 20'000.-- (vgl. IV-act. 117, 118a). Wie die
Beschwerdegegnerin zu Recht feststellte, übt er damit keine Erwerbstätigkeit im
zumutbaren Ausmass im Sinn von Art. 16 ATSG aus. Gemäss der Rechtsprechung ist
deshalb auf die Lohnstrukturerhebungen (LSE) des Bundesamts für Statistik
abzustellen (BGE 129 V 475 E. 4.2.1 mit Hinweisen). Auf die dem Beschwerdeführer
noch zumutbaren körperlich leichten, vorwiegend sitzend ausgeübten Tätigkeiten unter
Entlastung der rechten Hand findet die LSE-Tabelle TA1, Privater Sektor, Total
Anforderungsniveau 4, Anwendung. Im Jahr 2008 lag der Durchschnittslohn für einen
Mann bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden bei Fr. 4'806.--. Unter
Berücksichtigung der im Jahr 2009 betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.6
Wochenstunden und der Änderung des Nominallohnindexes von 2092 auf 2136 Punkte
ergibt sich für 2009 ein Jahreseinkommen von Fr. 61'240.--.
3.2.2 Zu prüfen ist sodann, ob das auf diese Weise bestimmte Jahreseinkommen
allenfalls zu kürzen ist. Mit Abzügen von diesem Ausgangswert soll der Tatsache
Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale einer
versicherten Person, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre,
Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad (vgl. LSE 94 S. 51)
Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 323 E. 3b/aa). Der Abzug
hat nicht automatisch, sondern dann zu erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte
dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser
Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen
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Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Bei
der Bestimmung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ist nicht in der Weise
vorzugehen, dass für jedes in Betracht fallende Merkmal separat eine Reduktion
vorgenommen wird, weil damit Wechselwirkungen ausgeblendet würden. Vielmehr ist
der Einfluss aller Merkmale auf das Invalideneinkommen (leidensbedingte
Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität, Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad) unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Dabei ist der Abzug auf
insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen (BGE 126 V 79 f. E. 5b/aa-cc). Vorliegend ist
aufgrund der erheblichen Einschränkungen in Bezug auf eine adaptierte Tätigkeit
unbestrittenermassen ein Leidensabzug vorzunehmen. Ob mit einem Abzug von 15 %
den Einschränkungen ausreichend Rechnung getragen wird, wie die
Beschwerdegegnerin annimmt, mag zweifelhaft sein, kann aber letztlich offen gelassen
werden, da auch bei Berücksichtigung eines Abzugs von 25 % kein Rentenanspruch
resultiert, wie nachfolgende Rechnung zeigt.
3.3 Bei einem maximal möglichen Abzug von 25 % würde sich für das Jahr 2009 ein
Invalideneinkommen von Fr. 45'930.-- (Fr. 61'240.-- x 0,75) ergeben. Bei einem
Valideneinkommen von Fr. 62'670.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 45'930.--
würde ein Erwerbsausfall von Fr. 16'740.-- (Fr. 62'670.-- abzüglich 45'930.--) und ein
Invaliditätsgrad von aufgerundet 27 % ([Fr. 16'740.-- / Fr. 62'670.--] x 100) resultieren.
Es besteht demzufolge wie erwähnt kein Rentenanspruch. Ebenso ist festzuhalten,
dass vor der Verschlechterung des Gesundheitszustands im Dezember 2008 ein
25%iger Abzug noch nicht gerechtfertigt war; folglich muss für den Zeitraum zwischen
Juli 2005 und November 2008 von einem tieferen Invaliditätsgrad als 27 %
ausgegangen werden.
4.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie
bis
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vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der von ihm geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat der
Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP