Decision ID: 9967270d-a986-5ac6-a12b-c5dfce0503ab
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.
1
Die
1966 geborene
X._
war seit
dem
1.
April
2002
beim Kranken- und Altersheim
Y._
als Reinigun
gsmitarbeiterin
in einem 50 %-Pensum
tätig und
bei der Basler Versicherung AG obligatorisch
gegen die Folgen von Unfäl
len versichert
, als sie
am 30. September 2008
zu Hause im Treppenhaus stürzte (Urk. 7/2.1)
und sich dabei eine Distorsion des Oberen Sprunggelenkes (OSG) links zu
zog (Urk.
7/3.1
)
.
Gemäss Unfallschein war die Versicherte bis zum 14. Dezember 2008 zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 7/2.2).
Die Basler Versiche
rung AG erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, Taggelder).
1.2
Am 5. November 2009 wurde eine MR-
Arthrographie
der rechten Schulter durch
geführt und eine
transmurale
Ruptur der
Supraspinatussehne
festgestellt (Urk. 7/3.10).
Am 18.
November 2009 wurde
die Versicherte an der rechten Schulter
operiert (
Supraspinatusrekonstruktion
,
Urk. 7/3.11).
Am 7. Dezember 2009 meldete der Arbeitgeber der Versicherten der Basler Versicherung AG einen Rückfall (Urk. 7/2.3).
Am 17. März 2010
und am 8. Nov
e
m
ber 2010
wurde die Versicherte erneut an der rechten Schulter
operiert (Urk. 7/3.17 und
Urk. 7/3.27).
Die Basler Versicherung AG kam für die Heilbehandlung auf und richtete
erneut
Taggelder aus.
In der Folge
veranlasste sie eine Begutachtung
durch
Dr. med.
Z._
, Orthopädische Chirurgie FMH. Das Gutachten wurde am 12. Mai 2011 erstattet (Urk. 7/4.2).
1.3
Mit Verfügung vom 1. Februar 2012 verneinte die Basler Versicherung AG
ab 1. Januar 2012
einen Anspruch auf
weitere
Versicherungsleistung
en
, da die Beschwerden nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in Zusammen
hang mit dem Unfallereignis vom 30. September 2008 stünden (Urk. 7/5.2). Die dagegen erhobenen Einsprachen der Versicherten
(Urk.
7/5.3)
sowie
ihrer
Kran
kenversicherung, der
Sanitas
Grundversicherungen AG
(Urk. 7/5.5)
,
wies die Basler Versicherung AG mit Entscheid vom
5. März 2013
ab (Urk. 7/5.9 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
die
Sanitas
Grundversicherungen AG
mit Eingabe vom
19. April 2013
Beschwerde
mit dem Rechtsbegehren
,
der angefochtene Entscheid sei auf
zuheben und die gesetzlich
en Leistungen seien über den 1.
Januar 2012 hinaus zu erbringen (Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 16. Mai 2013
beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde
(Urk. 6).
Die
Beschwerde
antwort
wurd
e der Beschwerdeführerin am 15.
Oktober 2013 zugestellt (Urk. 9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art.
6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
)
werden
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt
(Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die
Versicherung einbeziehen (Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
nige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E.
4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereig
nis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammen
hang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammen
hangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfäl
le und Spätfolgen gewährt (Art.
11
der Verordnung über die Unfallversicherung [
UVV
]
). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krank
heit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
1.4
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes
Unfall
er
eignis
an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallver
siche
rung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen
Gesund
heitsschädigung
ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E.
2c in
fine
).
Es obliegt dem Leistungsansprecher, das Vorliegen eines natürlichen Kausalzu
sammenhangs zwischen dem als Rückfall postulierten Beschwerdebild und dem Unfall nachzuweisen. Nur wenn die Unfallkausalität mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt ist, entsteht eine erneute Leistungspflicht des
Unfallversi
cherers
. Je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftre
ten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den Beweis der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eines natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen. Im Falle der Beweislosigkeit fällt der Ent
scheid zu Lasten des Versicherten aus, der aus dem unbewiesen gebliebenen natürlichen Kausalzusammenhang als anspruchsbegründender Tatsache Rechte ableiten will (
Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts U
163/04 vom 8. Oktober 2004 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen
).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
d
ie unfallkausale Fussbehandlung sei am 15. Dezember 2008 abgeschlossen worden. Die erstmals
15 Monate nach dem Unfall geltend gemachten Schulterbeschwerden seien gestützt auf die Expertise vom 12. Mai 2011 nur möglicherweise unfallkausal und fielen deshalb in den Leistungsbereich der Krankenversicherung (Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin
machte dagegen geltend
,
aus der Beurteilung ihres beratenden Arztes
Dr.
A._
vom 5. März 2012 gehe hervor, dass postoperative Komplikationen vorlägen, die im Anschluss an die Erstoperation vom November 2009 aufgetreten seien und trotz aller bisherigen Massnahmen wie intensive Physiotherapie, Schultergelenksmobilisation und Arthroskopien zu einer ausge
prägten
Einsteifung
des Schultergelenkes geführt hätten. Wesentliche
unfall
fremde
Veränderungen des rechten Schultergelenkes hätten von Dr.
A._
keine festgestellt werden können (Urk. 1).
3.
3.1
Vom erstbehandelnden Arzt
im Spital
B._
wurde
nach dem Unfall vom 30. September 2008 eine OSG-Distorsion links mit Läsion des
anterolateralen
Bandapparat
es diagnostiziert (Urk. 7/3.1).
3.2
Die MR-
Arthograp
hie
der rechten Schulter vom 5.
November 2009 zeigte eine
transmurale
Ruptur der
Supraspinatussehne
in der sagittalen Ebene über ein
e Ausdehnung von ca. 1.
7 cm mit einer Retraktion
coronar
über ca. 0.8 cm sowie eine Bursitis
subacromialis
/
subdeltoidea
(Urk. 7/3.10).
3.3
Am 18. November 2009 führte Dr. med.
C._
, Facharzt Chirur
gie FMH, eine diagnostische Schultergelenksarthroskopie,
eine
mini
-open
Acro
mi
o
plastik
und
eine
transossä
r
e
Supraspina
t
usrekonstruktion
mit
Fiberwire
rechts durch (Urk. 7/3.11).
3.4
In seinem Bericht vom 25. Februar 2010 führte Dr.
C._
aus, anläss
lich der Sprechstundenkontrolle habe er eine zunehmende Einschränkung der Innenrotation bei zeitgerechtem Heilresultat bezüglich der rekonstruierten
Sup
raspinatussehne
festgestellt.
Bezüglich der
Supraspinatussehne
sei die
bisherige physiotherapeutische Nachbehandlung erfolgreich gewesen, aktuell bestehe
aber der Verdacht auf eine beginnende posttraumatische
frozen
shoulder
vor allem des ventralen Gelenksbereichs. Bei vorher vollständig frei beweglicher Schulter ohne irgendwelche Beschwerden oder gar
Impingement
bestehe eine über
wiegende Wahrscheinlichkeit, dass die Sehnenläsion traumatisch entstanden sei
. Grundsätzlich sei bei Einheilen der
Supraspinatussehne
davon auszugehen, dass sich innerhalb eines Jahres ein stabiles, frei bewegliches und schmerzfreies Schultergelenk wiederherstellen lasse
(Urk. 7/3.16b)
.
3.5
Am 17. März 2010 führte Dr.
C._
eine
Rearthroskopie
, eine
arthro
sko
pische
Arthrolyse
und eine Gelenksmobilisation der rechten Schulter durch (Urk. 7/3.17).
3.6
Am
27. Oktober 2010 wurde ein MRI der rechten Schulter
erstellt
, welche
s
eine erhaltene Kontinuität der
Supraspinatussehne
bei einem Zustand nach
Über
nähung
zeigte. Im Übrigen sei keine wesentliche Pathologie erkennbar. Grund für die eingeschränkte Mobilität könnten Adhäsionen im Bereich der Bursa
sub
acromiales-subdeltoidea
und
eventuell
auch im Verlauf der langen
Bizepssehne
sein (Urk. 7/3.25).
3.7
Am 8. November 2010
führte
Dr. med.
D._
, Orthopädische Chirurgie FMH, eine Schulterarthroskopie sowie eine
Arthrolyse
subacromial
und der
Subscapularissehne
durch (Urk. 7/3.27).
3.8
In seinem Bericht vom 25. Mai 2011
nannte
Dr.
D._
folgende Diagno
sen:
Frozen
shoulder
mit
subacromialem
Impingement
bei Status nach
transossärer
Refixation
Supraspinatussehne
und
Acromioplastik
(No
vember 2009)
Status nach
Rearthroskopie
und
arthroskopischer
Arthrolyse
mit
Gelenk
mobilisation
Schulter rechts am 17.03.1010
Status nach Schultera
r
t
h
roskopie rechts und
Arthrolyse
am 08.11.2011 (recte: 08.11.2010)
Dr.
D._
führte aus, anlässlich der Arthroskopie vom 8.
November
2
010 seien moderate Verklebungen und
eine gut inserierte
Supraspinatussehne
sowie eine intakte
Bizepssehne
, welche nicht aus dem
Sulkus
luxiert habe und auch gut in das Gelenk habe hochgezogen werden können, gefunden worden. Die erheblichen Einschränkungen der aktiven und passiven Beweglichkeit könnten somit nicht rational erklärt werden
. Die Versicherte könne A
rbeiten, welche nicht mit erhobenem
rechten
Arm ausgeführt werden müssten, ausführen, wenn die rechte Hand nicht grosse Lasten bewegen müsse. Dies auch wenn subjektiv mehr Schmerzen bestünden
,
als durch objektivierbare Befunde erklä
rt werden könnten
(Urk. 7/3.35b).
3.9
Dr.
Z._
führte in seinem Gutachte
n vom 12. Mai 2011 aus, bei
m Treppensturz vom 30. September 2008 habe sich die Versicherte den linken Fuss verdreht, welcher in der Folge als Distorsion konservativ behandelt worden sei und keine Beschwerden mehr mache. Am 1. Oktober 2008 sei die Versicherte im Spital
E._
ambulant untersucht und behandelt worden. Dass dabei auch der rechte Arm angeschaut worden sein müsse, erkenne man unter anderem daran, dass der rechte Mittelfinger sogar
geröngt
worden sei. Von der rechten Schulter sei jedoch nirgends die Rede. Umso erstaunlicher se
i
deshalb, dass die rechte Schul
ter erstmals nach Ablauf
über
eines J
ahres (erste Konsultation beim C
hirurgen am 26. Oktober 2009) vorkomme. Die Versicherte habe
dazu
erklärt, dass sie nicht wegen irgendwas zum Arzt renne. Sie habe damals immer etwas
Schulter
beschwerden
gehabt und auf eine spontane Besserung gehofft.
Beim lang
wierigen Verlauf, der nach drei Schulteroperationen zum unbef
r
iedigenden Resul
tat einer ausgeprägten
frozen
shoulder
geführt habe, scheine einiges schief gelaufen zu sein. Auf dem letzten
Arthro
-MRI vom 22. Oktober 2010 erkenne man eine in der Kontinuität einigermassen erhaltene
Supraspinatussehne
, ein erhebliches
Impingement
bei AC-Arthrose und eine ausgedehnte Obliteration des
Subacromialraums
mit Narbengewebe.
Zur Frage der Unfallkausalität lasse sich sagen, dass diese zwar möglich, aber nicht überwiegend wahrscheinlich sei. Am ehesten könn
t
e es sich um einen damals symptomatisch gewordenen Vorzustand gehandelt haben
. Gegen eine Unfallkausalität sprächen das völlige Fehlen von en
t
sprechenden Befunden am Tag nach dem Unfall und die Tatsache, dass die rechte Schulter aufgrund der Akten erstmals nach über einem Jahr zum Thema geworden sei. Die Vermutung, dass es der Versicherten sogar besser gehen könnte, wenn ihre rechte Schulter nie operiert worden wäre, spreche auch nicht gerade für eine klare
Unfallkausa
lität
. Die Funktion der rechten Schulter bleibe mit den aktuellen Befunden stark eingeschränkt. Es handle sich um ein vorwiegend mechanisches Problem am Schultergelenk. Der rechte Arm könne nicht mehr annähernd zur Horizontalen gehoben werden, so dass jede Arbeit ab
Brusthöhe verunmöglicht werde (Urk. 7/4.2).
3.10
Der beratende Arzt der Beschwerdeführerin, Dr. med.
A._
, Orthopädie
/
Traumatologie FMH hielt in seinem Bericht vom 5. März 2012 fest, obwohl sich die Schulterbeschwerden rechts erst ein Jahr nach dem Sturzunfall eindeutig manifestiert hätten, sei von Dr.
C._
bei der Erst-Arthroskopie die Diag
nose einer posttraumatischen
Supra
s
pinatus
-Ruptur festgelegt worden. Als direkte Folge der primär vorgenommenen Operation seien mit der ausgeprägten therapieresistenten Schultersteife schwere postoperative Komplikationen aufge
treten, die eindeutig dem Primärunfall angelastet werden müssten.
Obwohl rückblickend, wie auch bei der konsiliarischen Untersuchung und Beurteilung von Dr.
Z._
festgehalten,
die im MRI vom November 2009 nachgewiesene Ruptur der
Supraspinatussehne
nicht mehr mit der absolut überwiegenden Wahrscheinlichkeit dem Treppensturz vom September 2008 angelastet werden könne
, seien die für diese Verletzung vorgenommenen Massnahmen wie Arth
roskopie mit Rekonstruktion der
Supraspinatus
-Sehne und
Acromiopla
s
tik
von der Beschwerdegegnerin als unfallkausal anerkannt worden
.
Die aktuell noch vorliegenden Restbeschwerden der rechten Schulter seien die direkte Folge der
nach der Erstoperation vom 18. November 2009 aufgetretenen Komplikationen, die ohne Zusammenhang mit
einer
möglicherweise vorbestehenden
unfallfrem
den
Vorerkrankung zu einem recht unbefriedigenden Schlussresultat mit einer nun partiellen Dauerversteifung im Schultergelenk geführt hätten. Bei der Durchsicht der MRI-Aufnahmen v
om 5. November 2009 und vom 22.
Oktober 2010 könnten neben der unfallkausalen
Suprapinatussehnen
-Läsion und neben den diskreten
subacromialen
Oste
o
phyten
keine vorbestehenden degenerativen Veränderungen nachgewiesen werden, während in den Aufnahmen vom Okto
ber 2010 neben dem intakt rekonstruierten
Supaspinatus
nun als Folge der durchgemachten postoperativen Komplikationen deutliche Adhäsionen mit weit
gehender Obliteration des
Subacromial
-Raumes durch das erst nach der Operation sekundär aufgetretene Narbengewebe vorgefunden worden seien (Urk. 3/6).
4.
4.1
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin kann der
Unfallversicherer
die durch Ausrichtung von Heilbehandlung und Taggeld anerkannte
Leistungs
pflicht
ohne Berufung auf einen
Rückkommenstitel
der Wiedererwägung oder der prozessualen Revision mit Wirkung ex
nunc
et pro
futuro
einstellen
. Nur wenn
der Unfallversicherer
die zu Unrecht ausbezahlten Leistungen zurückfor
dert – was vorliegend jedoch nicht der Fall ist –, muss der hierfür erforderliche
Rückkommenstitel
ausgewiesen sein
(BGE 130 V 380 E.
2.3.1)
. Die
Leistungs
pflicht
wird somit durch die faktische Erbringung vorübergehender Leistungen nicht präjudiziert (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_22/2010 vom 28. Sep
tember 2010 mit weiteren Hinweisen).
Wenn vorliegend
also
die
Unfall
kausa
lität
der mit Rückfallmeldung vom 7. Dezember 2009
geltend gemachten
Schul
ter
beschwerden
zu verneinen ist
–
was nachfolgend zu prüfen sein wird
–
, war die Beschwerdegegnerin trotz vorheriger Ausrichtung von Leistungen für die Heil
behandlung und
von
Taggeldern befugt, die Leistungen für die Zukunft einzustellen.
4.2
Im angefochtenen Entscheid stützte sich die Beschwerdegegnerin im Wesentli
chen auf d
as Gutachten
von Dr.
Z._
vom
12. Mai 2011, das
für die streitigen Belange umfassend
ist,
auf allseitigen Untersuchungen
beruht
und in Kenntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben
wurde
. Es würdigt die vorhandenen
Arztbe
richte
sorgfältig, berücksichtigt die von der Versicherten geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen hinreichend auseinander. Die Darlegung der medizi
nischen
Zusammenhänge ist einleuchtend
und die Schlussfolgerung
, dass die
Schulterbeschwerden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das versi
cherte Unfallereignis zurückzuführen seien, ist
nachvollziehbar
.
Dr.
Z._
führte in Bezug auf die Frage der Unfallkausalität aus, dass diese zwar möglich, aber nicht überwiegend wahrscheinlich sei.
Am ehesten könnte es sich um einen damals symptomatisch gewordenen Vorzustand gehandelt haben.
Gegen eine Unfallkausalität sprächen das völlige Fehlen von entsprechenden Befunden am Tag nach dem Unfall und die Tatsache, dass die rechte Schulter aufgrund der Akten erstmals nach über einem Jahr zum Thema geworden sei
(Urk. 7/
4.2 S. 8
)
.
Diese Beurteilung stimmt
grundsätzlich
auch mit derjenigen des beratenden Arztes der Beschwerdeführerin, Dr.
A._
, überein,
wonach
„d
ie im MRI vom November 2009 nachgewiesene Ruptur der
Supraspinatussehne
nicht mehr mit der absolut überwiegenden Wahrscheinlichkeit dem Treppensturz vom Septem
ber 2008 angelastet werden
“
könne
(Urk. 3/6 S. 2
).
Ob
die Restbeschwerden
–
entsprechend den Ausführungen von
Dr.
A._
–
eine
direkte Folge der nach der Erstoperation vom 18. November 2009 aufgetretenen Komplikationen
sind
,
kann
vorliegend
offen bleiben
,
da
die
Beschwerden
, die zu dieser Operation führten, nicht
unfallkausal sind
.
Im Übrigen
ist darauf hinzuweisen, dass
Dr.
D._
in diesem Zusammenhang fest
hielt
, die erheblichen Ein
schränkun
gen der aktiven und passiven Beweglichkeit
könnten nicht rational erklärt wer
den. S
ubjektiv
bestünden
mehr Schmerzen als durch objektivierbare Befunde erklärt werden könnten (Urk. 7/3.35b).
Auch der
Bericht
von Dr.
C._
vom 25. Februar 2010
,
worin
fest
gehal
ten wird
,
bei vorher vollständig frei beweglicher Schulter ohne irgend
welche Beschwerden oder gar
Impingement
bestehe eine überwiegende Wahr
scheinlichkeit, dass die Sehnenläsion traumatisch entstanden sei (Urk. 7/3.16b),
vermag die Schlussfolgerungen von Dr.
Z._
nicht in Zweifel zu ziehen
, zumal sich Dr.
C._
dabei
lediglich auf die subjektiven Angaben der Versi
cherten
stützt
und die Tatsache, dass während mehr als einem Jahr nach dem Unfall keinerlei Schulterbeschwerden dokumentiert sind,
obwohl die Beschwer
deführerin
infolge
des Unfalls in ärztlicher Behandlung war,
nicht berücksich
tigt
.
4.3
Nach dem Gesagten lässt sich zwischen den im
November 2009
aufgetretenen Beschwerden und dem Unfallereignis vom
30. September 2008
kein Kausalzu
sammenhang erstellen. Es ist somit nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerde
gegnerin
die Leistungen per
1.
Januar
2012
einstellte. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.