Decision ID: 1916071a-0a9d-5ad6-9592-9e895f36102e
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 8./10. April 2013 (IV-act. 1) zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an. Er sei 1991 in die Schweiz gekommen. Er habe eine Vorlehre
gemacht und eine Lehre als _ abgebrochen. Seit Februar 2006 sei er als _assistent
am B._ angestellt (Bruttoeinkommen Fr. 64'435.80). Seit Mai 2010 sei er richterlich
getrennt. Seit jenem Jahr leide er an einer massiven Belastungssituation mit
nachfolgender schwerer Erschöpfungsdepression. - In der Arbeitgeberbescheinigung
vom 15. Mai 2013 (IV-act. 9) gab das _ an, seit dem 13. September 2012 sei der
Versicherte voll arbeitsunfähig. - In einem ärztlichen Bericht zur Eingliederung vom
22. Mai 2013 (IV-act. 10-1 f.) gab das Ambulatorium C._ (Dr. med. D._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie) an, der Versicherte sei seit 1. Dezember 2012 und
noch bis 31. Mai 2013 voll arbeitsunfähig. Er sei seit einem halben Jahr im
Ambulatorium in integrierter psychiatrischer Behandlung, zurzeit monatlich, intensiviert
durch Hausbesuche durch die ambulante psychiatrische Spitex und
sozialpsychiatrische Begleitung im Ambulatorium. Beigelegt wurde ein Austrittsbericht
der Kriseninterventionsstelle des Psychiatrischen Zentrums vom 14. November 2012
(IV-act. 10-3 ff.; Aufenthalt vom 21. September 2012 bis 26. Oktober 2012). Darin war
berichtet worden, der Versicherte sei wegen eines Verdachts auf eine akute Psychose
zuerst notfallmässig in der Psychiatrischen Klinik E._ hospitalisiert worden. An
berichtender Stelle sei man zunächst von einem psychotischen Geschehen, am
ehesten im Rahmen einer schweren Depression, ausgegangen, dann seien
misstrauische Züge, Gereiztheit und vor allem Impulsivität des Versicherten immer
auffälliger geworden. Sein anhaltendes bizarres bzw. wahnhaftes Erleben sei im Verlauf
auch als kulturell begründbar erschienen, nach fremdanamnestischen Aussagen sogar
teilweise als entsprechend angemessen (vgl. IV-act. 10-5 f.). Aufgrund der Resultate im
_ (_ [Test]) habe geschienen, es liege zurzeit keine klinisch relevante Depression
vor. Es habe sich aus der Testung auch kein hinreichender Hinweis auf eine
A.a.
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stattgehabte oder aktuelle Psychose ergeben. Als hoch auffällig habe sich jedoch die
Persönlichkeitsstruktur des Versicherten erwiesen mit auffälligen Akzentuierungen
sämtlicher Skalenausprägungen, sogar starken Ausprägungen bei den Aspekten
schizoid, borderline, impulsiv, unsicher-vermeidend, zwanghaft (vgl. IV-act. 10-6). Ein
Berufseinstieg zu 50 % müsste noch organisiert werden. - In einem Gesprächsprotokoll
vom 3. Juni/2. Juli 2013 (IV-act. 11, 16) hielt die zuständige Ärztin (Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie) des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der
Invalidenversicherung fest, Dr. D._ (Ambulatorium für Sozialpsychiatrie,
Psychiatrisches Zentrum C._) habe angegeben, es liege beim Versicherten eine
Anpassungsstörung, Angst/Depression gemischt, vor. Zurzeit scheine zunehmend eine
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und paranoiden Anteilen deutlich
zu werden. Vom 24. September 2012 bis 26. Oktober 2012 sei er im F._ hospitalisiert
gewesen. Nun werde er fachpsychiatrisch und unter Einbindung von psychiatrischer
Spitex behandelt. Er zeige maximale Regression und minimale Frustrationstoleranz,
zeige sich schwer gekränkt vom Verlassenwerden durch die Ehefrau und verharre in
Passivität. Es bestehe noch kein Eingliederungspotenzial. - Am 5. Juni 2013 (IV-act. 13)
teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen mit,
Eingliederungsmassnahmen seien zurzeit nicht möglich. - In einem IV-Verlaufsbericht
vom 2. Oktober 2013 (IV-act. 20) gab Dr. D._ an, dem Versicherten seien keine
Erwerbstätigkeiten zumutbar. Er sei noch immer nicht in der Lage, sich auf
Arbeitsvorgänge zu konzentrieren. Im Vordergrund stünden die Kränkungssituation im
Rahmen der ehelichen Trennung und die Überforderungssituation am Arbeitsplatz
wegen des formal gedanklichen Besetztseins durch die erlebte Enttäuschung. - Der
Versicherte teilte auf Anfrage am 4. April 2014 (IV-act. 26) mit, er habe vom 11. bis ca.
18. Februar 2013 einen Arbeitsversuch mit Arbeit bis zu 50 % gemacht. - Dr. med.
G._, Praktischer Arzt FMH, gab am 29. April 2014 (IV-act. 29) an, es liege beim
Versicherten seit September 2012 eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradige Episode, vor. Er behandle den Versicherten seit 20. August 2013. Ab
jenem Zeitpunkt attestierte der Arzt ihm eine volle Arbeitsunfähigkeit bis zum 6. Mai
2014 und erklärte, der Versicherte könnte schlecht in einem Team arbeiten, wäre bei
der Arbeit nicht verlässlich und hätte häufige Absenzen. Eventuell könnte eine erneute
ambulante oder stationäre Behandlung zu einer Affektstabilisierung und besserer
Belastbarkeit führen. - Der RAD hielt am 3. Juli 2014 (IV-act. 36) fest, seit August 2013
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werde der Versicherte (nicht mehr durch die psychiatrische Spitex, sondern) einzig
noch durch Dr. G._ betreut. Es gebe verschiedene Unklarheiten (anamnestische,
diagnostische, solche betreffend die Funktionsdefizite, die IV-fremden Faktoren und die
medizinischen Massnahmen). Es sei eine monodisziplinäre Begutachtung
vorzunehmen.
Dr. med. H._, Facharzt FMH für Psychiatrie/Psychotherapie und
Allgemeinmedizin, benannte im Gutachten vom 15. August 2014 (IV-act. 41) als
Diagnosen beim Versicherten eine kombinierte Persönlichkeitsstörung, mittelgradig
depressive Episoden bei rezidivierender depressiver Störung, und einen schädlichen
Gebrauch von Alkohol (DD fortbestehende Alkoholabhängigkeit bei Z. n. langjähriger
Alkoholerkrankung). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit sei der Versicherte zu 50 %
arbeitsunfähig. Angepasste Tätigkeiten (ohne Schichtarbeit, in kleinen überschaubaren
Arbeitsteams, mit Rücksichtnahme, mit teilweise Möglichkeiten zur Verständigung in
der Muttersprache) seien zu 75 bis 100 % zumutbar, wobei für die ersten beiden Jahre
abhängig von wiederkehrenden depressiven Episoden eine verminderte
Leistungsfähigkeit anzunehmen sei. Insgesamt mache die Arbeitsfähigkeit 75 % aus.
Diese Arbeitsfähigkeit sei nach einem Jahr ab Therapiebeginn bei Dr. med. I._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie [im Juni 2014, vgl. IV-act. 85-2],
realistisch. Eine Steigerung auf 100 % sei abhängig vom Therapieverlauf und von der
Anpassungsfähigkeit der Arbeitsumgebung im Sinn von Nischenarbeitsplätzen. Die
Arbeitsfähigkeit von 50 % (im hälftigen Pensum oder bei vollzeitlicher Arbeit) sei sofort
zumutbar, diejenige von 75 % nach einem Jahr, bei möglicher Steigerungsfähigkeit im
Verlauf. Die Prognose sei gut, denn es sei davon auszugehen, dass die strukturelle
Störung bereits während der zwölf Berufsjahre mehrheitlich vorhanden gewesen sei
und sich seit 2010 im Rahmen der depressiven Störung akzentuiert habe. - Der RAD
erklärte am 29. September 2014 (IV-act. 47), in der angestammten, letzten Tätigkeit am
B._ sei der Versicherte voll arbeitsunfähig wegen der erforderlichen Schichtarbeit.
Unter Berücksichtigung von Adaptationskriterien sei er in der zuletzt ausgeübten Arbeit
und in den vorher ausgeübten Tätigkeiten (angelernter _, Reinigung, _) zu 50 %
arbeitsunfähig. Am 11. Dezember 2014 (IV-act. 50) erklärte der RAD, es liege ein
andauernder, invalidisierender Gesundheitsschaden vor. Nach knapp zwei Jahren der
Arbeitsunfähigkeit und wieder aufgenommener engmaschiger ambulanter
A.b.
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psychiatrischer Behandlung und Psychopharmaka-Therapie sei ab sofort eine
Arbeitsfähigkeit von 50 % möglich. Durch langfristige (über mehrere Jahre fortgesetzte
regelmässige) Behandlung sei eine Steigerung auf 75 % vorstellbar. Therapieabbrüche
seien aber als krankheitsimmanent zu erwarten und könnten nicht geahndet werden.
Auflagen seien nicht erfolgversprechend und nicht zumutbar.
Das Ambulatorium des Psychiatrischen Zentrums C._ (Dr. med. J._,
Psychiatrie und Psychotherapie) gab in einem IV-Arztbericht vom 13. Mai 2015 (IV-act.
63) an, es lägen beim Versicherten eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
schwere Episode ohne psychotische Symptome, und kombinierte
Persönlichkeitsstörungen vor. Er befinde sich seit dem 6. Februar 2015 in Behandlung.
Eine behinderungsangepasste Tätigkeit im geschützten Rahmen sei rein theoretisch zu
20 bis 30 % zumutbar. Zur genauen Quantifizierung der Restarbeitsfähigkeit sei eine
Potenzialabklärung zu empfehlen.
A.c.
Die Psychiatrische Klinik E._ reichte einen Austrittsbericht vom 19. Januar 2015
(IV-act. 65) über einen Aufenthalt vom 25. November 2014 bis 23. Dezember 2014 ein.
Nach Angaben des Versicherten habe seine Krankengeschichte nach der Ehetrennung
von 2010 begonnen. Seit 2013 sei die Scheidung rechtskräftig. Er habe nur in
Begleitung ein Besuchsrecht bei seinen Kindern. Vom 21. September 2012 bis
26. Oktober 2012 sei er bereits im F._ behandelt worden. Es seien eine
Anpassungsstörung und eine kombinierte Persönlichkeitsstörung diagnostiziert
worden. Nach dem Austritt sei er schnell wieder in eine Depression gerutscht und sei
im Ambulatorium und zuletzt bei Dr. I._ in Behandlung gewesen. Er habe sich in der
Klinik nicht zu einer regelmässigen Teilnahme an der Therapie und der Morgenrunde
motivieren lassen. Die erwünschten Wirkungen der medikamentösen Behandlung seien
sichtbar geworden. Da der Versicherte Mühe gehabt habe, sich an die Regeln und
Strukturen zu halten, und trotz Hinweises keine Verhaltensänderung gezeigt habe, sei
er vorzeitig entlassen worden.
A.d.
Die Praktische Ärztin K._ gab (anstelle von Dr. G._) am 11. Juni 2015 (IV-
act. 67) bekannt, der Versicherte sei bei Dr. med. L._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie, in regelmässiger Behandlung. 2015 sei er zweimal kurz bei ihr, K._
(in der Gruppenpraxis), gewesen. Einen Verlaufsbericht könne sie nicht ausfüllen. -
A.e.
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Dr. L._ teilte gemäss Aktennotiz (auf IV-act. 67-2) mit, der Versicherte stehe bei ihr
nicht in Behandlung. - Am 13. August 2015 (IV-act. 71) liess der Versicherte mitteilen,
er sei seit 2014 nicht mehr bei Dr. I._ in Behandlung, sondern nur noch im
Psychiatrischen Zentrum C._. - Dr. J._ erklärte am 28. August 2015 (IV-act. 73), der
Versicherte komme alle drei bis vier Wochen zu ihm. Er habe mehrfach die Medikation
geändert, aber der Versicherte beklage immer die gleichen Einschränkungen.
Dr. I._ berichtete am 20. November 2015 (IV-act. 85), es bestünden beim
Versicherten Angst und Depression gemischt und eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung. Er habe den Versicherten vom 7. Juni bis _ 2014 behandelt.
Der Versicherte habe die Behandlung wegen Inhaftierung abgebrochen. Er sei vom
30. August bis 31. Oktober 2014 arbeitsunfähig gewesen.
A.f.
In seinem Verlaufsgutachten vom 23. Januar 2016 (IV-act. 98) bezeichnete
Dr. H._ als beim Versicherten vorliegende Diagnosen eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung (abhängig und narzisstisch), eine rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig leichtgradige Episode, und einen Z. n. Alkoholabhängigkeit. In
einer adaptierten Tätigkeit (kleine Arbeitsdienste, muttersprachliche Verständigung,
psychagogische Führung, kein Schichtbetrieb) liege eine Arbeitsfähigkeit von 75 % vor.
Zu 25 % sei die fragliche Motivation zur Veränderung und Selbstverantwortung
krankheitsbedingt erklärbar. Die fehlenden Behandlungsanstrengungen könnten aus
den Gesundheitsschäden nicht (sc. weitergehend) abgeleitet werden. Es bestehe unter
anderem ein willentliches Weigerungsverhalten, weitere Anstrengungen zu
Selbstverantwortung, Unterhalt und neuen Lebensperspektiven zu unternehmen.
Weitere therapeutische Massnahmen seien kaum zweckmässig. Der Versicherte sei ab
sofort in Reinigungstätigkeiten, der bisherigen Tätigkeit oder vergleichbaren
Hilfsarbeitertätigkeiten eingliederungsfähig. Hinsichtlich der depressiven Episode habe
sich der Gesundheitszustand seit der Vorbegutachtung verbessert. Die im Rahmen der
narzisstischen Kränkbarkeit seit 2012 eingetretene rezidivierende depressive Episode
habe sich auf ein leichtgradiges Niveau abgeschwächt. Die volle Arbeitsfähigkeit bis
September 2012 trotz vorbestehender Persönlichkeitsstörung erkläre sich
ausschliesslich mit invaliditätsfremden Faktoren (nämlich mit der Unterstützung durch
die geschiedene Ehefrau, die Mutter und die Familie). In der (sc. Fähigkeit zur)
Übernahme von Selbstverantwortung und von Elternpflichten sei der Versicherte
A.g.
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weiterhin beeinträchtigt. - Das Psychiatrische Zentrum hatte dem Gutachter am
11. Dezember 2015 (IV-act. 96) auf Anfrage (IV-act. 98-32) mitgeteilt, welches die
aktuelle Medikation des Versicherten sei. Seit 6. Februar 2015 hätten sechzehn
Konsultationen stattgefunden. Eine Medikamentenspiegelbestimmung sei bis anhin
nicht erfolgt, weil kein Zweifel an der Compliance des Versicherten bestanden habe. -
Die RAD-Ärztin hielt am 17. März 2016 (IV-act. 101) fest, der Versicherte sei in
adaptierter Arbeit ab dem Gutachten vom August 2014 zu 50 % arbeitsunfähig
gewesen und sei es seit der neuen Begutachtung zu 25 %.
Mit Vorbescheid vom 24. März 2016 (IV-act. 104) stellte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen dem Versicherten die
Abweisung eines Rentenanspruchs bei einem Invaliditätsgrad von 26 %
(Valideneinkommen 2012 Fr. 66'407.--, Invalideneinkommen Fr. 48'879.--, ohne Abzug)
in Aussicht. - Der Versicherte gab am 12. April 2016 (IV-act. 107) als Einwand zu
Protokoll, es gehe ihm nicht gut und er müsse Medikamente nehmen. Ohne diese
könne er nicht schlafen, damit aber sei er müde. Er sei kraftlos und habe
Selbstmordgedanken; Letzteres werde er noch selber schreiben. Als er gesund
gewesen sei, habe er selber für sich schauen können und sei nicht vom Sozialamt
abhängig gewesen. Es sei nicht so, dass er nicht arbeiten wolle. Er wisse nicht, wie er
bei seinem Gesundheitszustand in der Lage sein sollte, einem Erwerb nachzugehen. Er
könne nicht einmal für sich selber schauen, könne nicht kochen, waschen, putzen oder
duschen. Er müsse aber selber sehen, wie er den Haushalt mache, denn er habe
niemand, der sich um ihn kümmere. Ins Freie gehe er nur, wenn er es müsse. In zwei
Tagen habe er einen Termin beim Psychiatrischen Zentrum. - In einer Aktennotiz wurde
festgehalten, der Versicherte sei gepflegt am Schalter erschienen (IV-act. 108). - Am
10. Mai 2016 (IV-act. 113) schrieb der Versicherte, seit der ersten Begutachtung vom
August 2014 habe sich sein Gesundheitszustand nicht verbessert. Inzwischen sei er
weiterhin in psychiatrischer Behandlung gewesen und habe sogar stationär behandelt
werden müssen. Er sei stets müde und habe Mühe, morgens aufzustehen. Es könne
höchstens von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % ausgegangen werden. Ausserdem
bestehe sicherlich rückwirkend ein Anspruch auf eine Rente. - Der RAD hielt auf
Anfrage an seiner Beurteilung fest (IV-act. 120). - Eine anspruchsabweisende
Verfügung vom 7. Juli 2016 (IV-act. 121) wurde auf Beschwerde vom 31. August 2016
A.h.
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(IV-act. 123-2 ff.) hin am 3. Oktober 2016 (IV-act. 134) wegen Verletzung des
rechtlichen Gehörs (Verfügungserlass vor Ablauf einer an einen bestellten damaligen
Rechtsvertreter gesetzten Frist, vgl. IV-act. 133) widerrufen (Abschreibung des
Beschwerdeverfahrens am 26. Oktober 2016, IV-act. 142). In der Beschwerde hatte der
damalige Rechtsvertreter des Versicherten unter anderem vorgebracht, dieser leide seit
2010 an psychischen Beschwerden und sei 2012 wegen des Verdachts auf eine akute
Psychose im Rahmen einer schweren Depression erstmals stationär in der
psychiatrischen Klinik gewesen. Es seien schliesslich (u.a.) Angststörungen
diagnostiziert worden. Seither habe der Versicherte im Arbeitsleben nicht mehr Fuss
fassen können und befinde sich durchgehend in psychiatrischer Behandlung. Bei der
Durchsicht des Gutachtens vom 23. Januar 2016 werde eine deutlich
voreingenommene Haltung des schon im August 2014 vorbefassten Gutachters
erkennbar. Das Hauptaugenmerk habe dabei offensichtlich darin bestanden, die
subjektiven Leidensangaben des Versicherten zu widerlegen und inquisitorisch als
Lügengebäude zu enttarnen. Es bestünden ernsthafte sachliche Zweifel an der
Ergebnisoffenheit des Gutachtens und die Partizipationsrechte des Versicherten seien
(bezüglich Fragenkatalog, Wahl des Gutachters) verletzt worden. Das Gutachten
entspreche den rechtsprechungsgemässen Anforderungen nicht. Dem Versicherten
würden Aggravationstendenzen unterstellt und psychotische Symptome und
Wahnideen würden mit dem kulturellen Hintergrund erklärt. Die durch keine Testung
untermauerte Einschätzung, dass sich der Gesundheitszustand verbessert habe, stehe
im Widerspruch zu den Tatsachen und dem Krankheitsverlauf. Daher sei auf die
Schätzung einer vollen Arbeitsunfähigkeit durch die behandelnden Ärzte abzustellen
oder eine Neubegutachtung vorzunehmen. Bis 23. Januar 2016 seien auch Dr. H._
und der RAD von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % in adaptierter Tätigkeit ausgegangen,
weshalb für diese Zeit jedenfalls eine halbe Rente zu gewähren sei. - Am 4. November
2016 (IV-act. 143-4) reichte der damalige Rechtsvertreter unter Hinweis auf einen
weiteren stationären Aufenthalt des Versicherten einen Austrittsbericht der
Psychiatrischen Klinik E._ vom 24. Juni 2016 ein. In diesem Bericht (IV-act. 143-1 bis
3, über einen Aufenthalt vom 10. bis 22. Juni 2016, Austritt auf Wunsch des
Versicherten) war erklärt worden, es bestehe beim Versicherten (nebst den
Persönlichkeitsstörungen) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
schwere Episode mit V.a. psychotische Symptome. Der Versicherte habe über einen
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psychotisch depressiven Zustand mit imperativen Stimmen, Verfolgungswahn,
Ängsten, Antriebs- und Freudlosigkeit berichtet. Während des Verlaufs habe er sich
objektiv formal gedanklich geordnet, adäquat und kooperativ gezeigt und habe keine
konkreten fassbaren Zeichen von Realitätsverkennung gezeigt, so dass die
psychotische Thematik als Zeichen einer Überforderung (bei ausserdem kulturellem
Zusammenhang) interpretiert werde. - Am 2. Februar 2017 (IV-act. 150-3) reichte die
Psychiatrische Klinik E._ zwei weitere Austrittsberichte ein. In einem Schreiben vom
14. November 2016 (IV-act. 150-1 f.) hatte sie dem Psychiatrischen Zentrum C._
mitgeteilt, es lägen beim vom 10. August 2016 bis 10. November 2016 hospitalisiert
gewesenen Versicherten kombinierte Persönlichkeitsstörungen (DD paranoide
Schizophrenie, Kopf-MRI vom 09.10.2012 und vom 06.09.2016 altersentsprechend
normal) und eine Dysthymie vor. Er habe vor allem eine ausgeprägte Antriebsstörung
und eine andauernde Dysthymie gezeigt und meist Stimmenhören und ausgeprägtes
Gedankenkreisen angegeben, sei sozial zurückgezogen gewesen und habe über
Schlafstörungen geklagt. Mit den angesetzten Medikamenten habe die Symptomatik
nur teilweise kontrolliert werden können. Einer Tagesstruktur mit Ergotherapie habe er
während zweier Stunden pro Tag nachgehen und seit Oktober 2016 wiederholt
geordnete Wochenendurlaube zuhause verbringen können. Anfangs November 2016
habe er überraschend erklärt, umgehend nach Hause austreten zu wollen, da er
glaube, dort wieder zurechtzukommen. Die dringende Empfehlung, vor Austritt
mindestens die Nachbehandlung oder besser eine ambulante Tagesstruktur zu
organisieren, habe er abgelehnt und sei gegen ärztlichen Rat ausgetreten. - Im
Schreiben vom 27. Januar 2017 (IV-act. 149) war angegeben worden, der Versicherte
leide an kombinierten Persönlichkeitsstörungen und einer Dysthymia. Er sei vom 3. bis
27. Januar 2017 hospitalisiert gewesen; am 26. Januar 2017 habe er überraschend
gesagt, er wolle umgehend aus der Klinik austreten. - Der RAD befürwortete am
21. März 2017 (IV-act. 151), am Ergebnis des Gutachtens von Dr. H._ festzuhalten.
Die Austrittsberichte, insbesondere der letzte, machten deutlich, dass sich Diagnose
und Gesundheitsschaden nicht relevant verändert/verschlechtert hätten.
Auf eine zweite Anhörung vom 23. März 2017 (IV-act. 152) hin teilte der damalige
Rechtsvertreter des Versicherten am 5. April 2017 (IV-act. 153) mit, dieser habe sich
wieder in die Klinik begeben müssen. In einem Austrittsbericht vom 20. April 2017 (IV-
A.i.
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act. 158-2 f.) gab die Psychiatrische Klinik E._ bekannt, der Aufenthalt habe vom 4.
bis 20. April 2017 gedauert. Nebst den erwähnten Diagnosen bestehe ein St. n. Delir
ca. 06.04.2017 bis 11.04.2017. - In einem IV-Arztbericht vom 22. Juni 2017 (IV-
act. 159) erklärte die Psychiatrische Klinik E._ im Einzelnen, der Versicherte habe
sich selbständig in die Kriseninterventionsstation der Klinik begeben, eine stationäre
Behandlung gewünscht und angegeben, er fühle sich instabil, sei mit der
Alltagsbewältigung zuhause überfordert und leide unter Stimmenhören und suizidalen
Ideen. Er sei als psychotisch und selbstgefährdend beurteilt worden und umgehend mit
FU-Verfügung auf eine Akutstation überwiesen worden. Bei Eintritt habe er noch einen
geordneten Zustand gezeigt, im Verlauf habe sich aber eine zunehmend ausgeprägte
delirante Symptomatik mit fluktuierender Unruhe, Desorientierung, ausgeprägten
Stimmungsstörungen und ausgeprägter Apraxie gezeigt und der Versicherte habe
wiederholt optische und akustische Halluzinationen und Angst angegeben. Es hätten
sich erhöhte CRP- und Transaminase-Werte gezeigt, ansonsten ein weitgehend
unauffälliges Laborbild und normale Blutdruck- und Pulswerte. Die Ätiologie des
deliranten Zustands habe nicht geklärt werden können. Am 20. April 2017 habe der
Versicherte wieder nach Hause gehen wollen. Bei Austritt hätten weiterhin eine
Leistungseinschränkung in einem breiten Bereich von Funktionen, eine allgemeine
Verunsicherung und Ängstlichkeit bestanden. Es sei nicht davon auszugehen, dass der
Versicherte in absehbarer Zeit wieder eine Arbeitsfähigkeit entwickeln werde.
Das Ambulatorium des Psychiatrischen Zentrums C._ gab in einem IV-
Arztbericht vom 1. September 2017 (IV-act. 162) an, es lägen beim Versicherten eine
schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen und eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung, DD paranoide Schizophrenie, vor. Mit einer Wiederaufnahme
der beruflichen Tätigkeit sei nicht zu rechnen. Deutlich einschränkend wirkten sich bei
der Arbeit psychotische Symptome, eine affektiv reduzierte Stimmungslage und
Einschränkungen im Denken aus. Das Auffassungsvermögen sei nicht eingeschränkt,
die Belastbarkeit mittel- bis schwergradig, und Konzentrationsvermögen und
Anpassungsfähigkeit seien mittelgradig eingeschränkt.
A.j.
Am 29. Dezember 2017 (IV-act. 167) gab die Psychiatrie M._,
Erwachsenenpsychiatrie, Krisenintervention, an, es bestehe beim Versicherten als
Hauptdiagnose eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode
A.k.
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mit psychotischen Symptomen, daneben lägen eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung und andere Persönlichkeitsstörungen vor. Der Versicherte habe
sich bei erneuter depressiver Exazerbation am 4. Dezember 2017 selbst im
Kriseninterventionszentrum vorgestellt. Auslöser sei der Tod eines nahen Verwandten
im Oktober gewesen. Die starke soziale Isolation habe sich als Niedergeschlagenheit
und hartnäckiges Gedankenkreisen ausgewirkt. Der Versicherte wolle lediglich fünf
Tage bleiben, da die Kürzungen von Sozialhilfegeldern bei stationärem Aufenthalt sein
Budget stark beeinträchtigten. Bei Eintritt sei er bewusstseinsklar, zu allen Qualitäten
orientiert, in Konzentration und Merkfähigkeit unauffällig, im formalen Denken geordnet
und kohärent gewesen, affektiv mittelgradig depressiv bei erhalten gebliebener
Schwingungsfähigkeit. Psychomotorisch habe er angespannt gewirkt. Er habe von
Stimmenhören (Aufforderung zu Suizidhandlungen) und davon berichtet, dass er sich
draussen misstrauisch und ängstlich fühle. Der Versicherte habe sich sehr gut in das
stationäre Setting integrieren können. Die Tagesstruktur habe sich deutlich
depressionsreduzierend ausgewirkt. Bei Austritt ins häusliche Umfeld am
19. Dezember 2017 habe noch eine deutlich verminderte Konzentrations- und
Merkfähigkeit bestanden und das formale Denken habe leicht verlangsamt gewirkt. Für
Zwänge hätten keine Anhaltspunkte bestanden, weiterhin aber imperative Stimmen,
allerdings im Vergleich zum Eintritt vermindert. Der Affekt sei zum depressiven Pol hin
verschoben gewesen, der Antrieb deutlich reduziert. Der Versicherte organisiere sich
auf eigenen Wunsch einen Folgetermin im Ambulatorium.
Am 7. Februar 2018 (IV-act. 168) teilte sein damaliger Rechtsvertreter mit, der
Versicherte sei erneut stationär im Kriseninterventionszentrum in Behandlung. -
Gemäss Notiz vom 4. April 2018 (IV-act. 170) war der Versicherte dort wieder
ausgetreten und befand sich stationär in der Psychiatrischen Klinik E._. - Im
Austrittsbericht (über den Aufenthalt vom 7. Februar 2018 bis 12. April 2018) vom
9. Mai 2018 (IV-act. 176) gab die Abteilung Akutpsychiatrie und Forensik der
Psychiatrie M._ an, es lägen beim Versicherten als Hauptdiagnose kombinierte und
andere Persönlichkeitsstörungen mit abhängigen und asthenischen Anteilen vor,
daneben eine Dysthymia und Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der
Lebensbewältigung. Der Versicherte habe sich selbst gemeldet. Auslöser für eine
Verschlechterung des Zustands sei der Tod eines nahen Verwandten und einer
A.l.
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B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 12. September 2018. Der
Beschwerdeführer beantragt sinngemäss die Zusprache einer Rente. Er sei nicht in der
Lage zu arbeiten, und zwar wegen Stimmenhörens, Depression, negativer Gedanken,
Schizophrenie usw. Er müsse sehr viele verschiedene Medikamente nehmen, sonst
verschlimmere sich die Situation. Er könne sich nicht mehr konzentrieren und sei sehr
vergesslich geworden. Es sei nicht so, dass er nicht arbeiten wolle. Er ersuche um
Verständnis, denn kein Mensch verstehe ihn und glaube ihm. In der Klinik E._ (in
einem einzelnen Haus) sei festgestellt worden, dass er Schizophrenie habe und nicht
eine Persönlichkeitsstörung, wie es die (sc. wohl: übrigen) Ärzte der Psychiatrischen
Klinik E._ meinten. Er wolle erhalten, worauf er ein Recht habe; dafür werde er bis vor
Bundesgericht gehen. Es sei ihm eine Fristerstreckung für (wohl: bezüglich) diesen
Entscheid der Beschwerdegegnerin zu geben.
Grossmutter gewesen. Dieses Mal wolle er länger in der stationären Behandlung
bleiben. Der Versicherte benötige zu seiner Unterstützung auf Dauer eine betreute
Wohnsituation. Ohne langfristig angelegte flankierende Massnahmen wie ein betreutes
Wohnen, eine Tagesstrukturierung und Erwachsenenschutzmassnahmen seien IV-
Massnahmen nicht erfolgversprechend. - Der RAD hielt am 16. August 2018 (IV-act.
177) dafür, überwiegend wahrscheinlich liege derselbe Gesundheitszustand vor wie bei
der Begutachtung, hauptsächlich bedingt und anhaltend durch unerfreuliche
psychosoziale Umstände und die Anspruchshaltung, vorübergehend verschlechtert
durch Todesfälle in der Verwandtschaft. Stimmungsverschlechterungen hätten mit
Betreibungen zusammengehangen, Stimmungsaufhellung sei durch Ablenkung gut
möglich gewesen.
Mit einer dritten Anhörung (IV-act. 178) eröffnete die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle dem damaligen Rechtsvertreter am 21. August 2018 die neuen Akten. Auf eine
Stellungnahme liess der Versicherte verzichten (vgl. IV-act. 179).
A.m.
Mit Verfügung vom 28. August 2018 (IV-act. 180) wies die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen den Anspruch des
Versicherten auf eine Rente ab. Der Invaliditätsgrad betrage 26 %. Eine befristete
Rente sei nicht geschuldet, wie sich aus Ziff. 7.5 des Gutachtens ergebe.
A.n.
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C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 7. November 2018 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Dem Gutachten von Dr. H._ komme voller
Beweiswert zu. Betreffend die nach dem Gutachten eingegangenen Arztberichte werde
auf die Stellungnahmen des RAD vom 21. März 2017 und vom 28. August 2018
hingewiesen, wonach seither keine relevante Verschlechterung eingetreten sei. Weitere
Abklärungen seien nicht angezeigt.
D.
Am 16. November 2018 ist dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten) entsprochen worden.
E.
Mit Eingabe vom 20. November 2018 beantragt Rechtsanwalt lic. iur. M. Bivetti für den
Beschwerdeführer die Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeergänzung und die
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung. Der Beschwerdeführer befinde
sich seit einigen Jahren in einer schweren psychischen Krise. Aus nicht erfindlichen
Gründen sei in der angefochtenen Verfügung aber eine Arbeitsfähigkeit von 75 %
angenommen worden, nachdem offenbar früher noch ab August 2014 von einer
Arbeitsfähigkeit von 50 % ausgegangen worden sei, die erst innerhalb eines Jahres auf
75 % gesteigert werden könne. Bei einstweilen erst sehr eingeschränkter
Aktenkenntnis liege die Vermutung nahe, dass die Festlegung der Erwerbsunfähigkeit
des Beschwerdeführers aufgrund einer Prognose aus dem Jahr 2014 erfolgt sei. Das
Gutachten sei bald drei Jahre alt und die behandelnde Psychiaterin Dr. med. N._ sei
nicht zur Abgabe eines Berichts eingeladen worden.
F.
Am 26. November 2018 ist die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung
erteilt worden.
G.
In einer Replik vom 21. Januar 2019 beantragt der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und dem
Beschwerdeführer sei ab Oktober 2013 eine ganze Rente, eventuell eine
Dreiviertelsrente, zuzusprechen. Subeventuell sei die Sache zur Vornahme weiterer
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Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Gemäss dem
ursprünglichen Gutachten hätten sich beim Beschwerdeführer aufgrund einer
strukturellen Störung in Form der kombinierten Persönlichkeitsstörung und einer
rezidivierenden depressiven Störung Funktionseinschränkungen u.a. in der
Durchhalte-, Kontakt- und Gruppenfähigkeit gezeigt. Im Rahmen der stationären und
nur sehr insuffizienten ambulanten Behandlungen seien die Störungen nicht
hinreichend behandelbar und kompensierbar gewesen. Nach knapp zweijähriger
Arbeitsunfähigkeit und wieder aufgenommener engmaschiger ambulanter Behandlung
sei eine Eingliederungsfähigkeit und Teilarbeitsfähigkeit gemäss erstem Gutachten ab
sofort wieder möglich gewesen. Der Gutachter habe somit eine volle Arbeitsunfähigkeit
ab 2012 und eine solche von 50 % ab dem damaligen Gutachtenszeitpunkt bestätigt.
Bis Ende 2014 sei somit selbst aus gutachterlicher Sicht von einem Anspruch auf eine
ganze Rente bei voller Erwerbsunfähigkeit auszugehen. Die gutachterliche Angabe
einer Erwerbsunfähigkeit von 50 % erweise sich allerdings als widersprüchlich, denn
sie sei gemäss dem Gutachten nur unter - nicht als gegeben zu erachtender -
Regulierung der Wohn- und Schuldensituation, medizinischer Behandlung,
Tagesstrukturierung und Alkoholabstinenz umsetzbar gewesen. Sie habe schon ein
Therapieziel enthalten und sei blosses Wunschdenken gewesen. Dasselbe gelte für das
erwartete Abklingen der depressiven Störung ein Jahr nach Therapiebeginn bei
Dr. I._. Die vorausgesetzte Realisierung des "Stufenplans" sei nie erfolgt, und zwar
insbesondere aufgrund der Einschätzung des RAD. Der Gutachter habe die fehlende
Fähigkeit des Beschwerdeführers zur Compliance als krankheitsimmanent bezeichnet.
In der Folge sei die Krankheit bzw. die Behandlung des Beschwerdeführers verlaufen
wie vom Gutachter vorausgesehen: Die Situation habe trotz diverser stationärer
Aufenthalte in psychiatrischen Kliniken nicht verbessert werden können. Am 23. Januar
2016 habe der Gutachter ein Ergänzungsgutachten vorgelegt. Weder das erste noch
dieses Gutachten entspreche den Qualitätsleitlinien für psychiatrische Gutachten. Die
Haltung des Gutachters gegenüber dem Beschwerdeführer habe sich fundamental
geändert. Obwohl er bei der Erstbegutachtung von krankheitsimmanent zu
erwartenden Therapieabbrüchen ausgegangen sei, werfe er dem Beschwerdeführer
nun vor, sich nicht mitwirkend zu verhalten. Angeblich würden die
Behandlungsanstrengungen fehlen. Der Beschwerdeführer sei aber unablässig in
psychiatrischer Behandlung gewesen, zwischenzeitlich gar hospitalisiert. Die
Berichterstattung durch Dr. J._ habe der Gutachter in nicht nachvollziehbarer Weise
wiederholt als widersprüchlich bezeichnet. Die gutachterlich erwähnte
Widersprüchlichkeit betreffend die Bussen und behaupteten Verfahren löse sich als
offenkundiges Missverständnis auf, weil nicht ersichtlich sei, wann die sanktionierten
Handlungen des Beschwerdeführers erfolgt seien. Ebenso gehe es mit den
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gutachterlichen Behauptungen zur Medikation; der Beschwerdeführer sei weitgehend
lückenlos versorgt worden, nämlich einmalig durch die Hausärzte, bis Ende Oktober
2014 durch Dr. I._, von Ende November 2014 bis Mitte Dezember 2014 durch die
Psychiatrische Klinik E._ und ab Februar 2015 durch Dr. J._. Der Gutachter habe
sich nicht zu den abweichenden Einschätzungen der eine volle Arbeitsunfähigkeit
attestierenden Ärzte geäussert. Ein überwiegender Teil der Arbeitsunfähigkeit solle
(gemäss dem zweiten Gutachten) auf invaliditätsfremde Faktoren zurückzuführen sein.
Dass lediglich noch eine leichte depressive Symptomatik bestehen solle, sei angesichts
der Äusserungen der übrigen Ärzte und des Erstgutachtens nicht nachvollziehbar.
Schliesslich werde behauptet, nach langjähriger ausgeschöpfter
Behandlungsbereitschaft des Beschwerdeführers ergebe sich eine Arbeitsfähigkeit von
75 %. Die Exploration scheine dem Ziel gedient zu haben, die gewagte Prognose aus
dem Jahr 2014 zu bestätigen und den Beschwerdeführer rentenausschliessend gesund
zu schreiben. Das Gutachten sei kaum verwertbar, weil der Gutachter den Anschein
der Vorbefassung mache und es widersprüchlich sei und keinen Bezug zu den
abweichenden Meinungen mache. Aufgrund der zahlreichen Berichte der
behandelnden Ärzte und der Diagnosen von Dr. H._ im ersten Gutachten sei von
einem Anspruch auf eine ganze Rente auszugehen. Der Verlauf ab 2016 mit
wiederholten Hospitalisationen bestätige dies. In den Berichten, etwa dem
Verlaufsbericht vom 22. Juni 2017, habe die Erkenntnis Gewicht gewonnen, dass sich
insbesondere die kombinierten Persönlichkeitsstörungen des Beschwerdeführers auf
die Erwerbsfähigkeit auswirkten. Er habe sich danach, auch bei der Entlassung, in
seiner Leistungsbereitschaft in einem breiten Bereich stark eingeschränkt gezeigt. Bei
der letzten Hospitalisation vom 7. Februar bis 12. April 2018 seien die Ärzte zum
Schluss gekommen, dass der Beschwerdeführer einer betreuten Wohnsituation
bedürfe. Gemäss beigelegtem Arztbericht vom 4. Januar 2019 berichte die
behandelnde Dr. N._ aktuell von einer vollen Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers. Sollte das Gericht wider Erwarten davon ausgehen, dass die
Aktenlage die Zusprache einer ganzen Rente nicht rechtfertige, sei die Sache zur
Vornahme weiterer Abklärungen, insbesondere eines den Anforderungen
entsprechenden Gutachtens, an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im
Vergleich zum Valideneinkommen von Fr. 68'358.10 bestünde bereits bei einer
Erwerbsunfähigkeit (gemeint Erwerbsfähigkeit) von 75 % und einem Leidensabzug von
10 % Anspruch auf eine Viertelsrente (Invalideneinkommen ausgehend von
Fr. 60'144.-- berechnet). - Dr. N._ hatte in dem Bericht erklärt, der Beschwerdeführer
sei wegen wiederholt schwerer Depressionen mit psychotischer Symptomatik auf dem
Hintergrund einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit Anteilen aller spezifischen
Persönlichkeitsstörungen voll arbeitsunfähig und werde es bleiben. Eine spezifische
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Persönlichkeitsstörung liege nicht vor, weil die Abweichungen im Erleben und Verhalten
nicht schon in der Kindheit, sondern erst nach der Scheidung begonnen hätten.
H.
Die Beschwerdegegnerin hat auf die Erstattung einer Duplik verzichtet. - Am 25. März
2019 reicht der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers einen Austrittsbericht der
Psychiatrie M._, _, Krisenintervention, vom 15. März 2019 ein. Der Bericht bestätige
neben der depressiven Störung mit gegenwärtig schwerer Episode und psychotischen
Symptomen eine kombinierte Persönlichkeitsstörung und eine vollumfängliche
Arbeitsunfähigkeit bei Austritt. - Es war im Bericht festgehalten worden, Dr. N._ habe
den Beschwerdeführer wegen Zunahme von akustischen Halluzinationen und
depressiver Verstimmung zugewiesen. Er habe gewünscht, den Aufenthalt auf eine
Woche zu begrenzen.
I.
Die Beschwerdegegnerin hält am 9. April 2019 an ihrem Antrag fest. - Am 29. Mai 2020
gibt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers sein Schreiben vom gleichen Tag an
die Beschwerdegegnerin zur Kenntnis. Damit hat er ihr einen Bericht der Psychiatrie
M._, _, Psychodiagnostik, vom 19. März 2020 eingereicht mit dem Hinweis, dass
beim Beschwerdeführer aus der Sicht von Dr. N._ eher eine Depression als eine
schizoaffektive Störung vorliege. - Im genannten Bericht vom 19. März 2020 über eine
testpsychologische Untersuchung vom 26. Februar 2020 (_) war festgehalten
worden, aufgrund des vagen, teils weitschweifigen und formalgedanklich eingeengten
Antwortverhaltens sei eine valide Beurteilung der angegebenen Symptomatik und der
Angaben des Beschwerdeführers deutlich erschwert gewesen. Das
Untersuchungsverhalten sei auch durch die herabgesetzte Motivation, den subjektiven
Erschöpfungszustand und die leichten Einschränkungen im Sprachverständnis
konfundiert worden.

Erwägungen
1.
Streitgegenstand bildet die Verfügung vom 28. August 2018, mit welcher die
Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente, gestellt mit
Anmeldung vom April 2013, bei einem Invaliditätsgrad von 26 % abgewiesen hat.
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2.
Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.1.
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich
die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG, vgl. auch BGE 102 V 165). - Sämtliche
psychischen Erkrankungen sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl.
BGE 143 V 418 E. 7.1 f.) grundsätzlich (bei Ausnahmen nach dem jeweiligen
Beweisbedarf) einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu
unterziehen. Für die Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens sind gemäss
BGE 141 V 281 (vom 3. Juni 2015) also in der Regel diverse Standardindikatoren
beachtlich, die in zwei Kategorien systematisiert werden, nämlich einerseits in der
Kategorie des funktionellen Schweregrads und anderseits in jener der Konsistenz.
Schon der Arzt bzw. die medizinisch sachverständige Person hat bei der Einschätzung
des Leistungsvermögens den in der Judikatur umschriebenen einschlägigen
Indikatoren zu folgen (vgl. BGE 141 V 281 E. 5.2.2). Soweit die festgestellte
Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht oder
unter dem Einfluss der Folgen der Erzielung eines sekundären Krankheitsgewinns steht
(der rechtlich grundsätzlich unbeachtlich zu bleiben hat, vgl. BGE 130 V 352), liegt nach
der Rechtsprechung regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor.
Hinweise darauf ergeben sich (im Zusammenhang mit einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung entwickelt) namentlich, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen
den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese
besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage
bleibt; keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird;
demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken;
schwere Einschränkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld
jedoch weitgehend intakt ist (BGE 141 V 281 E. 2.2).
2.2.
Die funktionellen Folgen von Gesundheitsschädigungen werden auch mit Blick auf
psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren abgeschätzt, welche den
Wirkungsgrad der Folgen einer Gesundheitsschädigung beeinflussen. Soweit diese
Belastungsfaktoren direkt negative funktionelle Folgen zeitigen, bleiben sie ausser
2.3.
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3.
Acht. Hingegen können sie mittelbar zur Invalidität beitragen, wenn und soweit sie zu
einer ausgewiesenen Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit als solcher mit
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geführt haben, wenn sie also einen
verselbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner
- unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden - Folgen
verschlimmern (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 20. Januar 2020, 8C_559/2019 E. 3.2).
Eine durch belastende Lebensumstände begründete fachärztliche Diagnose genügt
nach der Rechtsprechung für einen Leistungsanspruch für sich allein noch nicht,
sondern es ist eine krankheitswertige, d.h. von den reaktiven, invaliditätsfremden
Geschehen bei psychosozialen Belastungsfaktoren abgrenzbare psychische Störung
vorausgesetzt, die sich auf die Arbeitsfähigkeit der versicherten Person auswirkt (vgl.
Bundesgerichtsurteil vom 22. August 2018, 9C_262/2018 E. 4.2.1). Es ist also eine
Abgrenzung zu reaktivem, invaliditätsfremdem Geschehen aufgrund von
psychosozialen Belastungen erforderlich (so bezüglich depressiver Leiden BGE 143 V
409 E. 4.5.2).
Der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sind im
vorliegend zu beurteilenden Zeitraum zweimal psychiatrisch begutachtet worden.
3.1.
Zunächst kann festgehalten werden, dass die Gutachten je auf einer Kenntnis der
Aktenlage basieren. Das erste Gutachten berücksichtigte zudem die Resultate einer
Labordiagnostik und einer beigezogenen Persönlichkeitsdiagnostik mit vier Tests (_)
sowie Angaben des behandelnden Psychiaters. Der Gutachter erhob bei der
Exploration die Angaben des Beschwerdeführers zu seinem Leiden und die übrige
Anamnese unter differenzierten Aspekten und ergänzte selbst die Tests anhand der
_skala und des _. - Bei der Verlaufsbegutachtung erfragte der Gutachter
insbesondere die Angaben zur Entwicklung des Sachverhalts und berücksichtigte
neuere Laborergebnisse. - In beiden Gutachten erhob und würdigte er die objektiven
Befunde in Form des psychopathologischen Status und des Verhaltens des
Beschwerdeführers. Der Gutachter begründete seine diagnostische Beurteilung und
setzte sich sowohl mit den Funktionseinschränkungen wie den Ressourcen des
Beschwerdeführers und auch mit der Frage von Inkonsistenzen und Widersprüchen
auseinander. - Die Gutachten erscheinen insofern als vollständig. - Ein Indiz, das einen
Anschein mangelnder Unbefangenheit zeigen würde, lässt sich nicht finden. Die
Vorbefassung in einem ersten Gutachten ist bei einer Verlaufsbegutachtung
sachgerecht.
3.2.
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4.
Was im Einzelnen das Verlaufsgutachten vom 23. Januar 2016 und dort die
Diagnosen und ihre Begründung anhand der Befunde betrifft, stellte der Gutachter
beim Beschwerdeführer eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (abhängig und
narzisstisch), eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichtgradige
Episode, und einen Z. n. Alkoholabhängigkeit fest (vgl. IV-act. 98-16). - Beim Befund
legte er dar, der Beschwerdeführer habe im Verhalten eher teilnahms- und interesselos
gewirkt (vgl. IV-act. 98-15). Hinsichtlich Aufmerksamkeit und Gedächtnis hätten
geringfügige Einschränkungen bestanden, im formalen Denken sei der
Beschwerdeführer leicht verlangsamt und umständlich gewesen. Ideenflucht,
Gedankenabrisse und Inkohärenz habe es nicht gegeben (vgl. IV-act. 98-15). Im
inhaltlichen Denken habe es kulturspezifische magische Vorstellungen gegeben. Im
Affekt sei der Beschwerdeführer eher verarmt, teilweise klagsam gewesen, im Antrieb
leicht vermindert (vgl. IV-act. 98-15). - Der Gutachter begründete, es hätten ein
gekränkt passives Verweigerungsverhalten und deutliche Merkmale von abhängig
unreifen Einstellungen bestanden. In Antrieb und Affekt hätten sich psychopathologisch
leichte Einschränkungen finden lassen (vgl. IV-act. 98-17). Als Hinweise auf eine
Depression seien eine Mut- und Freudlosigkeit, ein Interesseverlust, ein vermehrter
Schlaf und die Aufgabe der Berufstätigkeit objektivierbar, jedoch weniger ausgeprägt
als bei der Vorbegutachtung (vgl. IV-act. 98-18). Dass der Beschwerdeführer seit
Dezember 2014 keinen Alkohol mehr getrunken habe und auch sonst keine Drogen
nehme, sei entsprechend den Laborergebnissen glaubwürdig (vgl. IV-act. 98-18).
4.1.
Der Gutachter hat bei seiner Verlaufsbegutachtung (wie bei der ersten Beurteilung)
Ausführungen zur weiteren erforderlichen Objektivierung des psychischen Leidens des
Beschwerdeführers anhand der Standardindikatoren gemacht, (nebst den erwähnten
Aspekten der Persönlichkeit) namentlich zum Vergleich mit alltäglichen
Tagesaktivitäten, zur Behandlung, zu IV-fremden Faktoren, zu Inkonsistenzen und zur
Motivation bzw. Compliance des Beschwerdeführers.
4.2.
Zum Tagesablauf hatte der Beschwerdeführer dem Experten angegeben, er mache
den ganzen Tag nichts, gehe wenig hinaus, gehe selbst einkaufen, schlafe viel (vgl. IV-
act. 98-11). Er verbringe den ganzen Tag zuhause, lese, schaue drei bis vier Stunden
täglich Sendungen am Computer, telefoniere selten, benutze regelmässig Bus und Zug
(vgl. IV-act. 98-13). Der Gutachter bezeichnete diese Tagesablauf-Darstellung als sehr
pauschal-unrealistisch und wenig plausibel (vgl. IV-act. 98-14). Gemäss dem
Gutachten hatte der Beschwerdeführer angegeben, keinen Kollegenkreis zu haben. Bei
hartnäckigem Nachfragen habe er doch Kontakte zu Kollegen eingeräumt, ebenso
4.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 20/30
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solche zum Vater (vgl. IV-act. 98-16). Er habe auch berichtet, seit langem wöchentlich
telefonisch Kontakt zu einem Verwandten zu haben (vgl. IV-act. 98-18). Der Gutachter
hielt dafür, hinsichtlich telefonischer Kontakte und der Beschäftigung mit dem Internet
sei der Beschwerdeführer offenbar nicht eingeschränkt (vgl. IV-act. 98-19). Das
Kontaktverhalten sei mit dem vorgegebenen Zustandsbild nicht vereinbar (vgl. IV-
act. 98-18 f.). Die Angaben des Beschwerdeführers zum sozialen Rückzug, dem
Autofahren, den Einkäufen, der Antriebsminderung und der Stimmungsstörung seien
ohne Aussenanamnese nicht objektivierbar (vgl. IV-act. 98-18). Ein Leidensdruck fehle
(vgl. IV-act. 98-13). Der Experte legte ferner dar, der Beschwerdeführer habe
angegeben, weiterhin bei der Ärztin K._ in Behandlung zu stehen; nach deren
Angaben sei das aber letztmals im April 2015 der Fall gewesen (vgl. IV-act. 98-13). Eine
antidepressive Medikation bestehe seit März 2015 nicht mehr nachweislich (vgl. IV-
act. 98-17, -13; Venlafaxin). Die Angaben des Beschwerdeführers zum Funktionsniveau
betreffend Antrieb seien zwiespältig gewesen (vgl. IV-act. 98-12). Er habe
anamnestisch und aktuell von Stimmenhören berichtet. Er habe sich aber nicht
entsprechend verhalten. Angstkorrelate oder psychomotorische Reaktionen seien nicht
ablesbar gewesen (vgl. IV-act. 98-15, vgl. auch IV-act. 98-18). Der Gutachter stellte
fest, es gebe zahlreiche Aggravierungshinweise (vgl. IV-act. 98-19). - Er hielt
ausserdem dafür, es bestünden erhebliche invaliditätsfremde Faktoren (vgl. IV-
act. 98-19 f.; u.a. die Schuldensituation, die Trennung, kulturspezifisches Verhalten). -
Die Darlegungen erscheinen begründet.
Aufgrund der Verlaufsbegutachtung schloss der Gutachter zudem, es bestehe ein
willentliches Weigerungsverhalten des Beschwerdeführers, nach entsprechender
Zurückweisung durch Familie und _ weitere Anstrengungen Richtung
Selbstverantwortung, Unterhalt und neuer Lebensperspektiven zu übernehmen (vgl. IV-
act. 98-19). Er begründete, in den Berichten werde eine willentliche
Behandlungsincompliance beschrieben; auch im Bericht über den Aufenthalt in der
Psychiatrischen Klinik E._ vom November 2014 sei dokumentiert, dass keine
Compliance vorhanden gewesen sei (vgl. IV-act. 98-18). - In den Akten aus der Zeit
zwischen den Gutachten und im Verlaufsgutachten sind - wenn auch etwa nicht im
schriftlichen Bericht der Ärztin K._ - jedenfalls diverse Hinweise auf eine fragliche und
allenfalls willentlich mangelhafte Mitwirkung des Beschwerdeführers zu finden: Dr. I._
beschrieb eine fragliche Compliance bei der Behandlung (und einen
Behandlungsabbruch durch den Beschwerdeführer wegen Inhaftierung, vgl. IV-act. 85).
Der Beschwerdeführer selber berichtete im jüngeren Gutachten, er sei mit jenem
Psychiater nicht zufrieden gewesen, denn dieser habe ihn wegen seines Verhaltens
gerügt und mit ihm gestritten (vgl. IV-act. 98-14). Das Ambulatorium des
4.4.
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5.
Im ersten Gutachten vom 15. August 2014 war der Gutachter diagnostisch zur
Beurteilung des Vorliegens einer kombinierten Persönlichkeitsstörung (abhängig,
narzisstisch, paranoid), von mittelgradig depressiven Episoden bei rezidivierender
depressiver Störung, und eines schädlichen Gebrauchs von Alkohol gelangt. - Als
Befund hatte der Gutachter beschrieben, der Beschwerdeführer habe ausgesprochen
müde, träge und unmotiviert gewirkt. Während der dreistündigen Untersuchungsdauer
habe er keine schweren Konzentrationseinschränkungen aufgewiesen (vgl. IV-
Psychiatrischen Zentrums C._ gab am 28. August 2015 (IV-act. 73) an, es bestehe
der Eindruck, dass die ambulante Behandlung (alle drei bis vier Wochen) des
Beschwerdeführers nichts bringe. Der (berichtende) Arzt habe schon mehrfach die
Medikamentenabgabe geändert, doch der Beschwerdeführer beklage immer die
gleichen Einschränkungen. Er halte dafür, der Beschwerdeführer wolle gar nichts
anderes und mache bei der Behandlung auch nicht wirklich mit. Es sei sehr zu
empfehlen, ein Belastbarkeitstraining zu machen. Aus dem Austrittsbericht der
Psychiatrischen Klinik E._ vom 19. Januar 2015 (IV-act. 65) wird des Weiteren
ersichtlich, dass der Beschwerdeführer sich nicht zu einer regelmässigen Teilnahme an
der Therapie habe bewegen lassen und vorzeitig entlassen worden sei, weil er Mühe
gehabt habe, sich an die Regeln und Strukturen zu halten, und trotz Hinweises keine
Verhaltensänderung gezeigt habe. Diese ärztlicherseits gezogene Konsequenz lässt
darauf schliessen, dass angenommen worden war, der Beschwerdeführer hätte die
entsprechende Fähigkeit aufgewiesen. - Auch diese Ausführungen sind somit
nachvollziehbar.
In der Folge wurde im Verlaufsgutachten die fehlende Kooperationsbereitschaft als
nicht durch die Grunderkrankung erklärbar (vgl. IV-act. 98-19) bzw. wurde die fragliche
Motivation als nur begrenzt - aber immerhin - zu 25 % durch die krankheitsbedingten
Faktoren (der Persönlichkeitsstörung) erklärbar bezeichnet (vgl. IV-act. 98-20). Zum
überwiegenden Teil, nämlich zu 75 %, sei die beklagte Arbeitsunfähigkeit auf
invaliditätsfremde Faktoren zurückzuführen (vgl. IV-act. 98-20).
4.5.
Diese gutachterliche Würdigung vom 23. Januar 2016 mit der
Arbeitsunfähigkeitsschätzung von 25 % ist (mit den Diagnosen und
Funktionseinschränkungen wie mittelgradig verminderter Durchhaltefähigkeit,
verminderter Selbstbehauptung sowie Minderung der Fähigkeit zu _ Beziehungen
und zu ausserberuflichen Aktivitäten, vgl. IV-act. 98-18) nach dem oben Dargelegten
insgesamt nachvollziehbar begründet und damit stichhaltig.
4.6.
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act. 41-12). Leicht- bis mittelgradige Konzentrationsstörungen sowie
Merkfähigkeitsstörungen seien anhand der Untersuchung nachvollziehbar (vgl. IV-
act. 41-12). In Aufmerksamkeit und Gedächtnis hätten keine erheblichen
Beeinträchtigungen bestanden (vgl. IV-act. 41-12). Im formalen Denken hätten
ausgeprägte Umständlichkeit, mässige Verlangsamung, Einengung und deutliche
Grübelsucht bestanden, inhaltlich starke Einengung auf Trennungssituation und
Kontaktabbruch zur Familie. In diesem Rahmen hätten u.a. erhebliches Misstrauen,
paranoide Beeinflussung und Vergiftungs-, Beziehungs-, Verfolgungs- und Schuldideen
vorgelegen (vgl. IV-act. 41-12). Der Beschwerdeführer sei affektarm gewesen,
perspektiven- und hoffnungslos, stark vermeidend, latent dysphorisch, sehr klagsam
mit vermindertem Selbstwertgefühl, psychomotorisch antriebsarm (vgl. IV-act. 41-12).
Es hätten ein ausgeprägter sozialer Rückzug und stark projektives Denken vorgelegen
(vgl. IV-act. 41-12). - Der Gutachter hatte die Diagnosen dementsprechend so
begründet, dass deutliche Hinweise auf abhängig unreife Persönlichkeitsstrukturen mit
kindlich unselbständigem, vermeidendem Verhalten, deutlich projektivem und häufig
paranoidem (auch kulturspezifisch begünstigtem) Denken bestünden. Es finde sich eine
starke Selbstwertproblematik mit Schuldideen, Kränkbarkeit und aggressiv
beschuldigendem Verhalten. Narzisstische Persönlichkeitsstrukturen seien im Rahmen
der hohen "Ansprüchlichkeit" hinlänglich ausgewiesen (vgl. IV-act. 41-15). Die
Leistungs- und Motivationsdefizite im Rahmen der defizitären Persönlichkeitsstruktur
hätten sich bereits in Schule und Lehre gezeigt und früh zu Stellenverlusten durch
Lehrabbruch bzw. Kündigungen im Rahmen von Absenzen geführt (vgl. IV-act. 41-17).
Im Rahmen der vorbestehenden persönlichkeitsstrukturellen Defizite und Unreife sei
unter der aktuellen Belastungssituation mit der Trennung und dem Zerwürfnis mit der
gesamten Familie seit Mai 2010 einschleichend eine mittelgradige depressive Episode
mit wechselndem Verlauf eingetreten. Der Beschwerdeführer zeige deutlich eine
Vitaltriebstörung und eine Beeinträchtigung von Affekt und Antrieb (vgl. IV-act. 41-16).
Ein schädlicher Gebrauch von Alkohol in den letzten zwei Wochen könne mit Sicherheit
nachgewiesen werden, obwohl die Transaminasen normal seien (vgl. IV-act. 41-13).
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6.
Im Verlaufsgutachten 2016 hielt der Gutachter fest, bezüglich der depressiven
Störung habe sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Zeitablauf seit
der ersten Begutachtung verbessert (vgl. IV-act. 98-20). Er ging von einer weniger
ausgeprägten depressiven Symptomatik aus (vgl. IV-act. 98-18). Bei der
Erstbegutachtung 2014 hatte der Gutachter wie erwähnt mittelgradige depressive
Episoden bei rezidivierend depressiver Störung diagnostiziert (vgl. IV-act. 41-13).
6.1.
Schon bei der Erstbegutachtung hatte er allerdings in der _skala für sich allein
genommen lediglich einen Hinweis auf eine leichtgradige Depression gefunden (vgl. IV-
act. 41-12).
6.1.1.
Zudem hatte sich bei der ersten Begutachtung auch gezeigt, dass die
Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers hinsichtlich der Depressivität weit von
einer objektivierten Beurteilung abwich, hatte der Gutachter doch berichtet, gemäss
der Selbstbeurteilung im _ sei der Beschwerdeführer in der Selbsteinschätzung
schwer depressiv gewesen (vgl. IV-act. 41-12).
6.1.2.
Bei der Objektivierung hatte der Experte damals ausserdem festgestellt, die
Angaben des Beschwerdeführers zu den aktuell vorhandenen (Alkohol-) Trinkmengen
seien wohl nicht zutreffend (diesbezüglich hatte er auf den _[_ Test] hingewiesen, vgl.
IV-act. 41-16, dazu E. 6.1.8); der Beschwerdeführer dissimuliere diesbezüglich (vgl. IV-
act. 41-18). Dass der Beschwerdeführer über die psychiatrische Erkrankung und
Berentung des Vaters seit 2000, wie er angegeben habe, nicht Bescheid wisse, hatte
der Gutachter für wenig wahrscheinlich gehalten (vgl. IV-act. 41-17). Der
Beschwerdeführer habe ihm weiter erklärt, zu den jüngeren beiden Kindern jedes
zweite Wochenende Kontakt zu haben, keinen Kontakt aber zur Mutter oder zu
Kollegen, sondern nur noch zu einem Verwandten. Er gehe wenig aus der Wohnung
und könne auch nicht einkaufen gehen, weil er kein Geld habe (vgl. IV-act. 41-10). Der
Gutachter hatte den damit angegebenen sozialen Rückzug damals als nachvollziehbar
bezeichnet, wenn er auch - wie damals bereits festgestellt wurde - ohne Observation
nicht zweifelsfrei objektivierbar (abendlicher Ausgang? Alkoholkonsum?) sei (vgl. IV-
act. 41-16).
6.1.3.
Der Beschwerdeführer beschrieb während des gesamten Verlaufs immer wieder
psychotische Symptome, während jedoch im Verlaufsgutachten festgehalten wurde, er
habe über Stimmenhören geklagt, sich aber nicht entsprechend verhalten (vgl. IV-act.
98-15, vgl. auch IV-act. 98-18). Auch in einem Austrittsbericht der behandelnden
6.1.4.
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Psychiatrischen Klinik E._ vom 24. Juni 2016 (IV-act. 143-1 bis 3) war nach einem
stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers erklärt worden, dieser habe über einen
psychotisch depressiven Zustand mit u.a. imperativen Stimmen berichtet, habe aber
keine konkreten fassbaren Zeichen von Realitätsverkennung gezeigt, so dass die
psychotische Thematik als Zeichen einer Überforderung (bei ausserdem kulturellem
Zusammenhang) interpretiert werde.
Die je gemachten Angaben des Beschwerdeführers zum Tagesablauf (vgl. IV-act.
41-10 und IV-act. 98-13; E. 4.3 und 6.1.3) erscheinen im Übrigen ähnlich.
6.1.5.
Wie am 28. August 2015 von behandelnder ärztlicher Stelle berichtet worden
war, beklagte der Beschwerdeführer zudem damals trotz mehrfacher Änderung der
Medikation stets die gleichen Einschränkungen, was gewisse Zweifel an diesen
aufkommen lässt.
6.1.6.
Bei dieser ersten Begutachtung hatte der Beschwerdeführer zudem als Wünsche
angegeben, geordnete Finanzen und eine Wohnung zu haben und den Kontakt zu
seinen Kindern zu verbessern. Dann würde es ihm wieder leichter fallen, gesund zu
werden (vgl. IV-act. 41-9). - Im Gutachten war diesbezüglich entsprechend festgehalten
worden, bei (Depressionsbehandlung und) Bewältigung der psychosozialen
Belastungsfaktoren sei grundsätzlich von einer Rückbildung und guten Prognose
auszugehen (vgl. IV-act. 41-20). Die entsprechenden Faktoren wurden indessen nicht
ausgeschieden, sondern bei der Umschreibung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit als
Voraussetzung für deren Umsetzung bezeichnet (vgl. IV-act. 41-18).
6.1.7.
Schon bei der ersten Begutachtung hatte sich im Weiteren in der
Persönlichkeitsdiagnostik des Beschwerdeführers in einem Validierungstest (_) ein
Hinweis auf eine willentliche Verschlechterung der Ergebnisse gezeigt. Der Gutachter
hatte damals festgehalten, die klinisch erhobene Diagnose einer Persönlichkeitsstörung
werde aber durch den beigelegten Befund bestätigt. Auch wenn der _ positiv sei -
ein geringer Konsistenzscore deute auf willentliche Verschlechterung der Ergebnisse
hin -, sei die Aggravierungstendenz keinesfalls ausreichend, die
Persönlichkeitspathologie überwiegend vorzutäuschen (vgl. IV-act. 41-13).
6.1.8.
Insgesamt zeigen sich verschiedene Anhaltspunkte für einen im Zeitablauf nicht
relevant veränderten Sachverhalt.
6.1.9.
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7.
Die genannte Feststellung des Experten der Psychiatrie im ersten Gutachten, dass
die Aggravationstendenz nicht habe bewirken können, die Persönlichkeitspathologie
des Beschwerdeführers überwiegend vorzutäuschen (vgl. IV-act. 41-13), erscheint in
diagnostischer Hinsicht überzeugend, wurde die betreffende Störung doch auch
aufgrund der Verlaufsbegutachtung (und im Übrigen auch durch die Berichte der
behandelnden Ärzteschaft) bestätigt.
7.1.
Im Verlaufsgutachten begründete der Gutachter der Psychiatrie, dass die
fehlenden Behandlungsanstrengungen des Beschwerdeführers nicht aus der
Persönlichkeitsstörung und der - nunmehr lediglich noch als leicht betrachteten -
depressiven Störung abgeleitet werden könnten, zumal die Persönlichkeitsstörung
schon während der zwölf Berufsjahre des Beschwerdeführers vorhanden gewesen sei
(vgl. IV-act. 98-19). Angesichts des vollen Aktivitätenniveaus vor Eintritt der
Gesundheitsschädigung bis 2010 könne bei vorbestehender Persönlichkeitsstörung
zurzeit keine Einschränkung der Eingliederung angenommen werden (vgl. IV-
act. 98-19). Das erscheint nachvollziehbar, stand der Beschwerdeführer doch von 2006
bis September 2012, somit während gut sechs Jahren, in einer Anstellung am B._.
7.2.
Im ersten Gutachten hatte der Experte den Beschwerdeführer in bisheriger
Tätigkeit bereits ab sofort als - unter Regulierung der Wohn- und Schuldensituation
und integriert psychiatrisch psychotherapeutischer und medikamentöser Behandlung
sowie verbesserter Tagesstrukturierung sowie Alkoholabstinenz - zu 50 % arbeitsfähig
betrachtet (vgl. IV-act. 41-18). Gleichzeitig war festgehalten worden, angepasste
Tätigkeiten seien dem Beschwerdeführer zeitlich zu 75 bis 100 % zumutbar (vgl. IV-
act. 41-19, Ziff. 8.2.3 f.) und die geschätzte Gesamtarbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers für eine adaptierte Tätigkeit liege aus medizinischer Sicht bei 75 %
(vgl. IV-act. 41-19, Ziff. 8.2.5). Der Beginn dieser angenommenen Arbeitsfähigkeit von
75 % war indessen auf einen Zeitpunkt in der Zukunft, nämlich jenem nach einer
einjährigen Behandlung, aufgeschoben worden. Das erscheint angesichts der für die
bisherige Tätigkeit sofort attestierten Arbeitsunfähigkeit von 50 % nicht ohne weiteres
erklärlich.
7.3.
Im ersten Gutachten vom 15. August 2014 hatte der Experte der Psychiatrie
jedoch auch festgehalten, dass bei der zeitlichen Arbeitsfähigkeit für 75 bis 100 %
abhängig von wiederkehrenden depressiven Episoden und für die ersten beiden Jahre
(sc. ab September 2012) noch eine verminderte Leistungsfähigkeit bestehe (vgl. IV-
act. 41-19, Ziff. 8.2.3 f.). Er hatte dem Beschwerdeführer rückblickend eine volle
7.4.
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Arbeitsunfähigkeit für zwei Jahre ab September 2012 (vgl. IV-act. 41-18, Ziff. 7.5)
attestiert und dies mit dem Zusammenfallen (der Persönlichkeitsstörung) mit den
mittelgradig depressiven Episoden begründet. - Dieser Einschätzung, es habe
retrospektiv eine volle Arbeitsunfähigkeit für die Dauer von zwei Jahren (vgl. IV-
act. 41-18) ab September 2012 bestanden (und die oben erwähnte festgestellte
Arbeitsfähigkeit von 75 % werde erst ab Juni 2015 erreicht werden), kann indessen
nicht gefolgt werden. Denn selbst im Bericht von behandelnder Stelle vom
14. November 2012 (vgl. IV-act. 10-3 ff.) war festgehalten worden, während man beim
Beschwerdeführer zunächst von (einem psychotischen Geschehen am ehesten im
Rahmen) einer schweren Depression ausgegangen sei, habe das _ nicht auf eine
klinisch relevante Depression hingedeutet - und auch auf eine stattgehabte oder
aktuelle Psychose habe sich aus der Testung kein hinreichender Hinweis ergeben.
Da die Beurteilung einer zunächst mittelschweren (vgl. E. 6.1.1 ff. und E. 7.4) und
nun leichten depressiven Episode nach dem oben Dargelegten rückblickend keine für
die Arbeitsfähigkeit relevante Veränderung auszuweisen vermag, ist dem
Verlaufsgutachten Beweiswert auch für die zurückliegende Zeit zuzumessen und
rechtfertigt es sich, auch für die Zeit der ersten Begutachtung von einer unveränderten
Arbeitsunfähigkeit von 25 % auszugehen. Denn da der Gutachter erwähnte, inwieweit
die Arbeitsfähigkeit von 75 % trotz der vorhandenen strukturellen Grunddefizite der
Persönlichkeitsstörung noch auf 100 % gesteigert werden könne, sei abhängig vom
Therapieverlauf und der Anpassungsfähigkeit der Arbeitsumgebung (vgl. IV-act. 41-19),
kann zum einen angenommen werden, die Arbeitsunfähigkeit von 25 % sei der
Persönlichkeitsstörung als solcher zugeschrieben worden. Retrospektiv ist aufgrund
der Erkenntnisse des stichhaltigen Verlaufsgutachtens zum andern anzunehmen, dass
ehemals den schon bei der Erstbegutachtung vorgefundenen Inkonsistenzen, dem
Vergleich zu den Tagesaktivitäten und den psychosozialen Faktoren sowie dem
Einfluss der - nunmehr als nicht krankheitsimmanent mangelhaft zu würdigenden -
Motivation noch weniger Bedeutung zugemessen wurde, als es gemäss der
Verlaufsbegutachtung angesichts der Aktenlage erforderlich erscheint.
Einschränkungen, die im ersten Gutachten, aber nicht mehr im Verlaufsgutachten
erwähnt wurden, wie die leichte Beeinträchtigung in der Entscheidungs- und
Urteilsfähigkeit (vgl. IV-act. 41-17) oder die mittel- und leichtgradigen
Funktionsbeeinträchtigungen in der Anpassung an Regeln und Routineabläufe (vgl. IV-
act. 41-16), erscheinen rückblickend überwiegend wahrscheinlich bereits massgeblich
durch invaliditätsfremde Faktoren und mangelnde Motivation begründet gewesen zu
sein. - Dass der Experte die festgestellte Arbeitsfähigkeit von 75 % für adaptierte
Tätigkeiten im ersten Gutachten erst nach einer einjährigen Behandlung als zumutbar
7.5.
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8.
bezeichnete (vgl. IV-act. 41-19, Ziff. 8.3.1), weil erst innerhalb eines Jahres mit dem
Abklingen der - damals wie erwähnt als mittelgradige depressive Episode bezeichneten
rezidivierenden - depressiven Störung zu rechnen sei (vgl. IV-act. 41-19; unter
Umständen mit allfälliger Steigerungsmöglichkeit bis 100 %), erscheint nach dem
Dargelegten zusammenfassend nicht stichhaltig.
Hieran ändert nichts, dass anhand der Aktenlage aus der Zeit nach den
Begutachtungen ersichtlich wird, dass der Beschwerdeführer sich im Anschluss an die
gutachterliche Feststellung seiner mangelnden Behandlungsbereitschaft wiederholt
selbst in psychiatrische Behandlung begab (vgl. IV-act. 143-2, IV-act. 159-2, IV-
act. 167-1, IV-act. 176-2). Er brach die Behandlungen mehrfach von sich aus, teilweise
überraschend und teilweise gegen ärztlichen Rat, wieder ab (vgl. IV-act. 143-2, IV-
act. 150-2, IV-act. 149-2). Einmal erklärte er dabei schon im Voraus, lediglich für eine
begrenzte Zeit von fünf Tagen in Behandlung bleiben zu wollen (vgl. IV-act. 167-1), was
sich kaum mit der damals beklagten schweren Episode depressiver Störung verträgt.
Ein andermal gab er an, er wolle diesmal länger in stationärer Behandlung bleiben (vgl.
IV-act. 176-2). Diese Umstände sprechen gegen einen erheblichen Leidensdruck.
8.1.
Ausserdem ist dem Bericht von behandelnder Stelle vom 9. Mai 2018 zu
entnehmen, dass bei Austritt keine schwerwiegenden Beeinträchtigungen vorlagen,
waren doch etwa die Gedächtnisfunktionen samt Konzentrations- und Merkfähigkeit
unauffällig und das Denken geordnet und kohärent und war der Beschwerdeführer
affektiv situationsadäquat, bei nicht befriedigend geregelten sozialen Verhältnissen
aber rezidivierend verstimmt mit allerdings affektiver Modulationsfähigkeit und
möglicher Ablenkung (vgl. IV-act. 176-8). Die geklagten Beschwerden des
Beschwerdeführers (vgl. IV-act. 176-2 f.) erscheinen dabei nicht relevant anders als
früher. Der Umstand, dass gemäss diesem Bericht eine betreute Wohnsituation
befürwortet wurde (IV-act. 176-8), ist nach dem Dargelegten mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit weniger als invaliditätsbedingt als vielmehr als psychosozial bedingt
bzw. invaliditätsfremd zu betrachten.
8.2.
Auf einen auch bis zum Verfügungszeitpunkt weiterdauernden erheblichen Einfluss
der psychosozialen Lage des Beschwerdeführers deutet ein Anhaltspunkt aus dem
Bericht vom 19. März 2020 - somit allerdings lange nach dem vorliegend zu
beurteilenden Zeitraum - über die testpsychologische Untersuchung hin. Danach
erklärte der Beschwerdeführer damals, er sei wütend, weil er von den Ärzten als zu
50 % und bis gar zu 75 % arbeitsfähig eingestuft werde und alle anderen eine IV-
8.3.
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9.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nicht von einer längerdauernden, 25 % übersteigenden Arbeitsunfähigkeit auszugehen
ist.
10.
Ergänzungsleistung erhalten würden. Das Antwortverhalten war zudem als vage und
die Motivation als herabgesetzt bezeichnet worden.
Nach Art. 16 ATSG (vgl. Art. 28a Abs. 1 IVG) wird für die Bestimmung des
Invaliditätsgrads das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Rechtsprechungsgemäss ist entscheidend, was die versicherte
Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Da die
bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden erfahrungsgemäss fortgesetzt wird, ist in
der Regel vom letzten Lohn auszugehen, der vor Eintritt der Gesundheitsschädigung
erzielt wurde (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 16. Juli 2019, 9C_247/2019 E. 4.2.1, BGE
129 V 222).
10.1.
Im Jahr vor Eintritt der gesundheitlich bedingten Arbeitsunfähigkeit, 2011, hatte
der Beschwerdeführer gemäss IK-Auszug ein Einkommen von Fr. 66'878.-- verdient
(IV-act. 5; im Jahr 2012 im Übrigen Fr. 66'407.--). Dieser Betrag kann als
Valideneinkommen angenommen werden, da es keinen Hinweis darauf gibt, dass das
Arbeitsverhältnis ohne die Arbeitsunfähigkeit nicht hätte beibehalten werden können.
10.2.
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung
primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte
Person konkret steht. Übt sie keine Erwerbstätigkeit mehr aus, sind hierfür statistische
Werte beizuziehen (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.1, vgl. etwa auch Bundesgerichtsurteil
vom 28. August 2019, 8C_352/2019 E. 3).
10.3.
Nach Eintritt der invaliditätsbedingten Arbeitsunfähigkeit (von 25 %) hat der
Beschwerdeführer keine Arbeitsstelle mehr angetreten. Der Gutachter berichtete von
einer Eingliederungsfähigkeit des Beschwerdeführers für Reinigungstätigkeiten oder die
10.4.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 29/30
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Tätigkeit in der _ und in vergleichbaren Hilfsarbeitertätigkeiten (vgl. IV-act. 98-20
Ziff. 8.3). Die attestierte Arbeitsunfähigkeit bezieht sich demnach auch auf die bisherige
Arbeit, so dass ein Einkommen zu erwarten ist, das in etwa dem Ausmass der
verbleibenden Arbeitsfähigkeit von 75 % entspricht. - Orientierte sich die Bemessung
seines Invalideneinkommens zum Vergleich aber an den statistischen
Durchschnittseinkommen, liegt das zutreffende Einkommen im Jahr 2011 bei
Fr. 61'910.-- (vgl. Anhang 2 der Textausgabe Invalidenversicherung, Allgemeiner Teil
des Sozialversicherungsrechts, Gesetze und Verordnungen, 2019, herausgegeben von
der Informationsstelle AHV/IV, S. 228, basierend auf der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung LSE des Bundesamtes für Statistik). Ein solcher Vergleich mit
den Durchschnittseinkommen rechtfertigt sich im Übrigen, obwohl eine adaptierte
Tätigkeit des Beschwerdeführers gemäss den Gutachten diverse Voraussetzungen zu
erfüllen hat. So wurde im Verlaufsgutachten kurz (wieder) festgehalten, vorausgesetzt
seien kleine "Arbeitsdienste" (gemeint wohl: Arbeitsteams, vgl. IV-act. 41-19),
muttersprachliche Verständigung, psychagogische Führung, kein Schichtbetrieb (vgl.
IV-act. 98-20). Im ersten Gutachten war detaillierter umschrieben worden, es sollten
keine Schichttätigkeiten erforderlich sein. Es sollte sich um kleine überschaubare
Arbeitsteams mit Möglichkeiten der Rücksichtnahme auf den Mitarbeiter handeln.
Innerhalb des Arbeitsumfelds sollten teilweise muttersprachliche
Verständigungsmöglichkeiten bestehen (vgl. IV-act. 41-19). Dem Beschwerdeführer
könne auch eine andere als die angestammte Tätigkeit zugemutet werden, sofern sie
artverwandt sei mit bereits ausgeübten Tätigkeiten wie jener als _, in der Reinigung,
in der Aufbereitung und Verpackung von Materialien, in der Produktion (vgl. IV-
act. 41-18). Eine Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit von immerhin 75 % durch den
Beschwerdeführer stellt demnach einige Anforderungen. Die Einschränkungen werden
allerdings nach dem Dargelegten durch die Persönlichkeitsstörung begründet, die
schon vor und während den mehrjährigen Erwerbstätigkeiten bestand, so dass es sich
rechtfertigt, von einer Verwertbarkeit der damit umschriebenen Restarbeitsfähigkeit
auszugehen. Massgeblich ist zudem nicht der tatsächliche Arbeitsmarkt, sondern ein
theoretischer und abstrakter ausgeglichener Markt (vgl. BGE 134 V 64, BGE 129 V 480
E. 4.2.2), der rein hypothetischen Charakter hat und ausserdem dazu dient, die Risiken
von Arbeitslosigkeit und Invalidität voneinander abzugrenzen (vgl. Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [seit 1. Januar 2007: Schweizerisches
Bundesgericht] vom 10. Juli 2006, I 186/05 E. 2.3, Bundesgerichtsurteil vom
23. September 2014, 9C_192/2014 E. 3.1; BGE 110 V 276 E. 4b, vgl. auch BGE 134 V
64, BGE 129 V 480 E. 4.2.2). Bei einer Arbeitsunfähigkeit von 25 % ergeben sich nach
Tabellenlöhnen ein Betrag von Fr. 46'433.-- und ein Invaliditätsgrad von 31 %. Sollte
ein - als maximal zu betrachtender - Abzug von 10 % anzubringen sein, wären es
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11.