Decision ID: ab72879e-ceaa-5131-9c14-ca75d647fda6
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer gelangte eigenen Angaben zufolge am 5. März
2017 in die Schweiz und suchte am 6. März 2017 um Asyl nach.
Am 10. März 2017 erhob das SEM die Personalien des Beschwerdeführers
und befragte ihn zu seinem Reiseweg und summarisch zu seinen
Asylgründen (Befragung zur Person; BzP). Am 6. Februar 2020 wurde er
einlässlich zu seinen Asylgründen angehört.
Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im
Wesentlichen geltend, er sei sri-lankischer Staatsangehöriger, tamilischer
Ethnie, aus B._, Distrikt Jaffna, Nordprovinz. Dort habe er mit seiner
Familie, namentlich den Eltern, seinem Bruder und dessen Familie, gelebt
und nach Abschluss der Schule in einem (...) gearbeitet. Am (...) 2016
habe er gemeinsam mit seinem Freund C._ die Gelegenheit
gehabt, an einer Preisverleihung, dem «D._», einen musikalischen
Auftritt zu bestreiten. Sie hätten ein Lied gesungen, welches den Tod einer
Tamilin durch Vergewaltigung thematisiere. Sein Freund habe bei dem
Auftritt ein T-Shirt getragen mit einem «Tiger» darauf und auch sein Tattoo
am Unterarm, einem «LTTE-Tiger», sei sichtbar gewesen. Der Auftritt sei
bei den Zuschauern grösstenteils auf Wohlwollen gestossen. Nach dem
Auftritt sei nichts passiert; die Gewinner der Preisverleihung hätten mit
ihnen sogar fotografiert werden wollen. Jedoch sei er am 4. Mai 2016 ein
erstes Mal festgenommen worden, wobei man ihn zu diesem Auftritt befragt
und ihm vorgehalten habe, die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE)
wieder aufleben lassen zu wollen. Während der Befragung sei er
misshandelt worden. Ein weiteres Mal habe man ihn am 16. Juni 2016
festgenommen und für zwei Tage festgehalten. Er sei wieder befragt
worden, zum einen betreffend seine eigenen Verbindungen zu den LTTE
und zum anderen betreffend seine Schwester, welche bei den LTTE aktives
Mitglied gewesen sei und deshalb seit dem Jahr 2009 respektive 2010 in
E._ als Flüchtling lebe. Aus Furcht vor weiteren Behelligungen habe
die Familie ihn im Juni 2016 in F._ bei einer Bekannten
untergebracht, bei welcher er sich versteckt gehalten habe. Am 2. oder
3. Juli 2016 seien Angehörige des Criminal Investigation Department (CID)
zum Haus seiner Familie gekommen und hätten an seiner statt seinen
Bruder mitgenommen, dies unter dem Vorwurf, der Bruder habe eine 60-
jährige Frau vergewaltigt. Der Bruder sei einen Tag später wieder aus der
Haft entlassen worden. Das Verfahren laufe noch. Es handle sich um reine
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Schikane, die sich wohl nicht gegen den Bruder, sondern vielmehr gegen
seine Person richte. Er selbst sei Anfang Januar 2017 mit einem
gefälschten Reisepass über den Flughafen G._ ausgereist. Seine
Familie sei auch nach seiner Ausreise noch behelligt worden. Seine Mutter
habe sich am 28. Januar 2018 mit den Behörden einen Streit geliefert, als
diese wieder zu Hause nach dem Beschwerdeführer gesucht hätten. Sie
sei im Zuge dieser Auseinandersetzung gestossen worden und habe sich
beim Sturz Verletzungen zugezogen. In der Folge sei aufgrund dieses
Vorkommnisses der 10-monatige Sohn seines Bruders, der gemeinsam mit
dem Bruder und dessen Ehefrau sowie mit seinen Eltern im Haus lebe,
vernachlässigt worden und am 6. März 2018 an (...) gestorben. Im Juni
2018 seien die Behörden erneut zum Haus der Familie gekommen.
Der Beschwerdeführer reichte im vorinstanzlichen Verfahren seine
Identitätskarte, Fotos des «D._» sowie vom zwischenzeitlich
verstorbenen Neffen ein. Zudem reichte er Fotos ein, welche die Männer,
die zum Elternhaus gekommen seien, zeigen sollen.
B.
Das SEM stellte mit Verfügung vom 2. April 2020 fest, der
Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das
Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete
den Vollzug der Wegweisung an.
C.
Der Beschwerdeführer erhob gegen diesen Entscheid – handelnd durch
die rubrizierte Rechtsvertreterin – mit Eingabe vom 7. Mai 2020
Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er beantragte, es sei die
vor-instanzliche Verfügung aufzuheben und ihm sei Asyl zu gewähren,
eventualiter sei er vorläufig aufzunehmen.
In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung und um Beiordnung der rubrizierten Rechtsvertreterin als
unentgeltliche Rechtsbeiständin; auf die Erhebung eines
Kostenvorschusses sei zu verzichten.
D.
Mit Schreiben vom 18. Mai 2020 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht
den Eingang der Beschwerde.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten
(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht
(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom
25. September 2015 [SR 142.31]).
1.2 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember
2005 (AuG, SR 142.29) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und
Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Die vorliegend anzuwendenden
Gesetzesartikel (insbesondere Art. 83) sind unverändert vom AuG ins AIG
übernommen worden, weshalb das Gericht nachfolgend die neue
Gesetzesbezeichnung verwendet.
1.3 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend
– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der
Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung
legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde ist einzutreten (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1
VwVG).
1.4 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen
Rügen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 aAbs. 1 AsylG, im Bereich
des Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
2.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise
einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie
nachstehend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das
Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
3.
3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen
grundsätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat
oder im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion,
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Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt
sind oder begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu
werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich
die Gefährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie
Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3
Abs. 2 AsylG).
3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für
gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in
wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte
oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das
Glaubhaftmachen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt
und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl.
BVGE 2015/3 E. 6.5.1, BVGE 2012/5 E. 2.2).
4.
4.1 Die Vorinstanz führte in der angefochtenen Verfügung unter anderem
aus, der Beschwerdeführer habe sowohl in der BzP als auch der Anhörung
relativ ausführlich über die Geschehnisse berichtet. Trotz der langen
Berichte seien die Aussagen jedoch nicht überzeugend. Sie seien in
wesentlichen Aspekten zum Teil oberflächlich geblieben und andererseits
widersprüchlich ausgefallen. Nicht substanziiert seien seine Erklärungen
gewesen, um was für eine Preisverleihung es sich gehandelt habe, was die
Gründe des Auftritts und die Beweggründe für die Wahl dieses Liedes
gewesen seien. Auch habe der Beschwerdeführer nicht substanziiert über
seinen Kollegen C._ berichten können, zu welchem er nach
eigenen Erklärungen seit dem Anlass keinen Kontakt gehabt habe und von
dem er auch nicht wisse, wo dieser sei. Seine Aussagen zu den
Verfolgungsgründen seien ebenfalls dürftig ausgefallen. So habe er erklärt,
dass er wegen des Liedes verdächtigt worden sei, zu helfen, die LTTE
wiederaufzubauen. Er habe sodann ausgeführt, dass ein Nachbar ihn
denunziert habe. Die zentrale Frage des Verfolgungsinteresses der sri-
lankischen Behörden habe er jedoch nicht überzeugend beantworten
können, sondern lediglich ausgeführt, dass «alles» geplant gewesen sei
und es sich um einen Komplott handle. Es habe bestimmt mit der LTTE-
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Vergangenheit seiner Schwester zu tun. Auch habe er nicht
nachvollziehbar schildern können, was die Entführer mit seiner Festnahme
hätten bezwecken wollen, und hierzu ausgeführt, dass viele Leute mit
diesem Lied nicht einverstanden gewesen seien und dass viele Einwohner
in Sri Lanka Angst vor Tamilen hätten. Diese allgemeine Antwort vermöge
nicht zu überzeugen. Schliesslich erstaune auch, dass die Entführer keine
Auflagen oder Anweisungen gegeben hätten, nachdem er freigekommen
sei. In Bezug auf die Schwester, welche bei den LTTE gewesen sei, habe
er auch keinerlei Details zu Protokoll gegeben und sich mit der Antwort
zufriedengegeben, sie sei im Geheimdienst aktiv gewesen, während ihr
Ehemann ein Kämpfer gewesen sei. Es seien sodann auch keine
stichhaltigen Angaben dafür vorhanden, die aufzeigen würden, dass der
Bruder des Beschwerdeführers nur unter einem Vorwand angeschuldigt
worden sei. Die Aussagen zu beiden Inhaftierungen seien sodann in
wesentlichen Aspekten widersprüchlich ausgefallen. Was die Entführung
vom 4. Mai 2016 anbelange, habe er in der BzP erklärt, er sei in einem Van
mitgenommen und während 24 Stunden in einem Raum festgehalten
worden. Dort sei er befragt und misshandelt worden. Die Täter hätten sich
als Angehörige des CID ausgegeben. Demgegenüber habe er in der
Anhörung vorgetragen, dass er nicht gewusst habe, wer die Entführer
seien. Er habe sodann keinen Raum erwähnt, sondern angegeben, im Van
gefesselt und befragt worden zu sein, bevor man ihn später auf die Strasse
geworfen habe. Auf diese Ungereimtheiten angesprochen habe der
Beschwerdeführer diese nicht auflösen können. Die eingereichten Fotos
seien nicht geeignet, Verfolgungshandlungen glaubhaft zu machen. Die
gemäss Aussagen des Beschwerdeführers während der Preisverleihung
gemachten Aufnahmen würden weder beweisen, dass der
Beschwerdeführer dort gewesen sei, noch, dass er ein Lied gesungen
habe, welches LTTE-freundlich sei. Mit den Fotos des verstorbenen Neffen
und der verletzten Mutter liesse sich ebenfalls keine Verfolgung bestätigen.
Schliesslich würden die Bilder einiger Männer vor dem Eingang des
Elternhauses nicht beweisen, dass diese dort gewesen seien, um nach
dem Beschwerdeführer zu suchen. Solche Aufnahmen könnten zudem
leicht inszeniert werden. Insgesamt handle es sich bei dem Vorbringen um
ein Konstrukt, dem kein Glauben geschenkt werden könne. Es seien im
Falle des Beschwerdeführers auch keine Risikofaktoren im Sinne der
Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (Urteil E-1866/2015 vom
15. Juli 2016) zu bejahen. Der Beschwerdeführer habe nicht glaubhaft
gemacht, vor der Ausreise asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen
ausgesetzt gewesen zu sen. Vielmehr sei er bis zum Jahr 2017 in Sri Lanka
wohnhaft gewesen, habe also nach Kriegsende noch über acht Jahre im
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Heimatstaat gelebt. Es sei auch nicht ersichtlich, warum er bei einer
Rückkehr nach Sri Lanka nunmehr in den Fokus der Behörden geraten und
in asylrelevanter Weise verfolgt werden sollte. Die Tatsache, dass er in
H._ an einigen Kundgebungen teilgenommen habe, vermöge an
dieser Einschätzung nichts zu ändern. Es sei nicht davon auszugehen,
dass die sri-lankischen Behörden einfache Mitläufer von
Massenveranstaltungen identifizieren könnten und diese verfolgen
würden. Auch die Wahl von Gotabaya Rajapaksa zum Präsidenten
vermöge an dieser Einschätzung nichts zu ändern. Mit der Wahl sowie
ersten Anzeichen der Zunahme von Überwachungsaktivitäten gingen
Befürchtungen von mehr Einschüchterung von Minderheiten einerseits und
Menschenrechtsaktivisten, Journalisten, Oppositionellen und weiteren
regierungskritischen Personen andererseits einher. Tatsächlich habe die
Überwachung der Zivilbevölkerung seit den dschihadistisch motivierten
Terroranschlägen an Ostern 2019 und nochmals nach der
Präsidentschaftswahl zugenommen. Dennoch gäbe es zum jetzigen
Zeitpunkt keinen Anlass zur Annahme, dass ganze Volks- oder
Berufsgruppen kollektiv einer Verfolgungsgefahr ausgesetzt seien. Das
Risiko sei weiterhin im Einzelfall zu prüfen. Voraussetzung für die Annahme
einer Verfolgungsgefahr aufgrund der Präsidentschaftswahl sei ein
persönlicher Bezug zu ebendiesem Ereignis respektive dessen Folgen.
Weder habe der Beschwerdeführer die Präsidentschaftswahl respektive
deren Folgen als Gefährdungselement vorgebracht, noch seien den Akten
Hinweise auf eine Verschärfung der persönlichen Situation aufgrund
dieses Ereignisses zu entnehmen. Die Anforderungen an die Annahme
einer begründeten Verfolgungsfurcht seien damit nicht erfüllt.
4.2 In der Rechtsmitteleingabe wird dem im Wesentlichen nebst der
Wiederholung des Sachverhaltes ausgeführt, die Vorinstanz habe die
feststellbaren Wiedersprüche zu stark in ihrer Beurteilung gewichtet.
Zudem habe der Beschwerdeführer teilweise den Dolmetscher nicht gut
verstanden, welcher eine Mischung aus Singhalesisch und Tamilisch
gesprochen habe. Er habe jedoch Angst gehabt, sich darüber zu
beschweren. Kleinere Ungereimtheiten seien nicht zu stark zu gewichten.
Der Beschwerdeführer sei sodann anlässlich der BzP durcheinander
gewesen. Das vom Beschwerdeführer in der Anhörung anerbotene Video
von seinem Auftritt sei von der Vorinstanz nicht anhand genommen worden
und unberücksichtigt geblieben. Dieses Video werde nunmehr auf
Beschwerdeebene eingereicht und eine Übersetzung des Textes in
Aussicht gestellt. Es finde sich zudem im Internet (facebook). Zu seinem
Kollegen C._ könne der Beschwerdeführer keine Angaben machen,
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da er Angst vor Überwachung habe, die auch im Exil erfolge, und er ihn
deshalb nicht kontaktiere. In der engeren Verwandtschaft gebe es sodann
drei ehemalige LTTE-Mitglieder, was von Relevanz bei der Beurteilung des
Risikoprofils sei. Weitere Risikoelemente seien die Wahl Rajapaksas am
16. November 2019, seine als glaubhaft zu erachtenden Entführungen, die
Behelligung der Familie nach seiner Ausreise und die COVID-19
Pandemie, die es der sri-lankischen Regierung erlaube, weitere
einschneidende Massnahmen zu treffen. In diesem Zusammenhang wurde
auf verschiedene aktuelle Medienberichte verwiesen.
Auf Beschwerdeebene wurden folgende Beweismittel eingereicht: ein
Bericht der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) «Sri Lanka, Aktuelle
politische Situation, Überwachung der Diaspora, Geldsammeln im Ausland
für Kriegsopfer» vom 10. April 2020; ein Bericht (Verfasser nicht erwähnt)
«Gotabaya Rajapaksa’s Präsidentschaft – Menschenrechte unter
Beschuss», aktualisiert am 16. Januar 2016; eine den Bruder des
Beschwerdeführers betreffende Kautionsquittung in Kopie; eine CD mit
Videoaufnahmen.
5.
5.1 Die vorinstanzlichen Erwägungen sind zu bestätigen. Es ist dem
Beschwerdeführer nicht gelungen, seine Asylgründe glaubhaft zu machen.
Ins Gewicht fällt massgeblich, dass sich der Beschwerdeführer hinsichtlich
der beiden Verhaftungen, die ihm widerfahren sein sollen, in wesentliche
Widersprüche verstrickt. Anlässlich der BzP berichtete der
Beschwerdeführer in freier Rede ausführlich zur ersten Verhaftung am
4. Mai 2016. Unter anderem beschrieb er nicht nur den Raum, in welchem
er nach seiner Verhaftung befragt worden sein soll, sondern auch die Art
seiner Misshandlungen, die ihm in diesem Raum zugefügt worden sein
sollen, unter anderem auch sitzend auf einem Hocker (vgl. act. A6/16 F7.01
S. 9). Er führte sodann aus, man habe ihn den ganzen Tag geschlagen.
Erst am Tag danach habe man ihn wieder zum Ort gebracht, an welchem
er festgenommen worden sei (vgl. act A6/16 F7.01 S. 10). Demgegenüber
führte der Beschwerdeführer im Rahmen der Anhörung aus, anlässlich
seiner Verhaftung am 4. Mai 2016 lediglich in einem Van befragt und in
diesem misshandelt worden zu sein (vgl. act. A16/21 F64 S. 9). Nach
zweieinhalb Stunden habe man ihn wieder freigelassen (vgl. act. A16/21
F90). In der Anhörung auf diesen Widerspruch angesprochen, vermochte
der Beschwerdeführer diesen nicht auszulösen (vgl. act. A16/21 F117 f.).
Ebenso trug der Beschwerdeführer in der BzP vor, er sei von seinen
Peinigern wieder zum Ausgangsort seiner Verhaftung gebracht und dort
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sich selbst überlassen worden. Sein Fahrrad, mit welchem er zum
Zeitpunkt der Verhaftung auf dem Weg von der Kirche nach Hause
gewesen sei, sei nicht mehr am Ort gewesen, weshalb er nach Hause
gegangen sei (vgl. act. A6/16 F7.01 S. 10). In der Anhörung hingegen gab
er zu Protokoll, er sei, nachdem man ihn wieder auf freien Fuss gesetzt
habe, mit dem Fahrrad nach Hause gefahren (vgl. act. A16/21 F64 S. 9).
Sofern nunmehr auf Beschwerdeebene geltend gemacht wird, dass der
Beschwerdeführer den Dolmetscher nicht richtig verstanden habe, finden
sich dafür im Anhörungsprotokoll keinerlei Anhaltspunkte. Im Gegenteil
spiegelt das Anhörungsprotokoll eine sehr geordnete Befragung wieder, in
welcher dem Beschwerdeführer einlässlich Gelegenheit gegeben wurde,
zu sämtlichen Aspekten seiner Fluchtgründe ausführlich zu berichten, dies
sowohl in freier Schilderung als auch konkretisierend durch weitere Fragen.
Der Beschwerdeführer wurde insbesondere bereits in der Anhörung auf
Ungereimtheiten im Vortrag hingewiesen und es wurde ihm die Möglichkeit
zur Stellungnahme gegeben (vgl. act. A16/21 F115 ff.). Auch unter
Berücksichtigung der relativ langen Zeitspanne zwischen der BzP und der
Anhörung können die feststellbaren Widersprüche nicht in einem anderen
Mass als von der Vorinstanz gewichtet werden, da sie in wesentlichen
Aspekten bestehen. Für alle Übrigen von der Vorinstanz zutreffend
festgestellten Widersprüche wird auf die vorinstanzlichen Erwägungen
verwiesen (vgl. angefochtene Verfügung S. 4 ff.).
Zutreffend hat die Vorinstanz sodann festgestellt, dass das vom
Beschwerdeführer kreierte Risikoprofil nicht überzeugend ist. Soweit er
vorbringt, seine Schwester und deren Mann sowie ein Onkel seien bei den
LTTE aktiv gewesen, ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz
festzustellen, dass der Beschwerdeführer dieses Vorbringen im Verfahren
nicht konkretisierte (vgl. act. A16/21 F23, F64, F96). Die Schwester lebt
seinen Angaben zufolge seit dem Jahr 2009 oder 2010 in E._. Er
selbst will sie dort im Jahr 2014 besucht haben (vgl. act. A6/16 F2.04) –
offensichtlich ohne jegliche Konsequenzen seitens der sri-lankischen
Behörden. Sofern der Beschwerdeführer in Bezug auf seinen im
Heimatstaat lebenden Bruder geltend macht, dieser sei am 2. oder 3. Juli
2016 wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung inhaftiert worden, wobei es
sich um reine Schikane handle und es namentlich um seine Person gehe,
ist dieses Vorbringen nicht plausibel. Der Beschwerdeführer machte
sodann geltend, der Bruder sei nur gegen Bezahlung einer Kaution aus der
Haft entlassen worden (vgl. Beschwerde S. 6), und reichte in diesem
Zusammenhang eine Quittung für die erbrachte Kaution in Kopie ein. Diese
Quittung weist jedoch das Ausstellungsdatum vom 30. Juni 2017 auf (vgl.
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Beilage 7). Sie ist daher von vornherein nicht zum Beweis geeignet. Es ist
vielmehr ein weiterer Aspekt, welcher die Unglaubhaftigkeit des
Vorbringens unterstreicht. Im Übrigen ist, um Wiederholungen zu
vermeiden, auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu
verweisen (vgl. Verfügung S. 4 f.; vorangegangene E. 4.1).
In Übereinstimmung mit der Vorinstanz sind die geschilderten
Fluchtgründe des Beschwerdeführers insgesamt als unglaubhaft zu
qualifizieren. Zu keiner anderen Beurteilung gelangt das Gericht unter
Berücksichtigung der auf Beschwerdeebene eingereichten Beweismittel.
Vor dem Hintergrund der vorangegangenen Erwägungen kann nach
Ansicht des Gerichts auch davon abgesehen werden, sich vertieft mit der
Frage auseinanderzusetzen, ob der Beschwerdeführer tatsächlich an dem
genannten Auftritt teilgenommen und ein kritisches Lied gesungen hat. Es
ist nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer vor seiner
Ausreise im Fokus der sri-lankischen Behörden stand. Im Sinne einer
antizipierten Beweiswürdigung kann daher darauf verzichtet werden, eine
Übersetzung des Liedtextes – wie auf Beschwerdeebene angekündigt –
abzuwarten.
5.2 Sodann hat die Vorinstanz zutreffend festgestellt, dass keine
Risikofaktoren im Sinne des Referenzurteils des Bundesverwaltungs-
gerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 vorliegen, aufgrund derer er bei
einer Rückkehr mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit asylrelevanten
Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt wäre. Selbst seine Herkunft aus dem
Norden – trotz allenfalls erhöhter Aufmerksamkeit der sri-lankischen
Behörden im Rahmen der Wiedereinreise und Wiedereingliederung – und
seine dreieinhalbjährige Landesabwesenheit in der Schweiz bieten keinen
hinreichend begründeten Grund zur Annahme, er habe Massnahmen zu
befürchten, welche über einen sogenannten Background Check
(Befragungen, Überprüfung von Auslandsaufenthalten und Tätigkeiten in
Sri Lanka und im Ausland) hinausgehen. Es ist nicht davon auszugehen,
dass der Beschwerdeführer aus einer Familie stammt, die als den LTTE
nahe stehend wahrgenommen wird. Er selbst war zum Zeitpunkt der
Niederschlagung der LTTE im Jahr 2009 selbst noch im Jugendalter und
weist keinerlei Profil auf, welches den Schluss zulassen könnte, dass er im
Falle seiner Rückkehr in den Heimatstaat als eine Person wahrgenommen
werden könnte, deren Handeln darauf gerichtet ist, die LTTE wieder
aufleben zu lassen. An dieser Einschätzung ändert auch die von ihm
vorgebrachte Teilnahme an Kundgebungen in H._ nichts, da nicht
davon auszugehen ist und im Übrigen auch nicht geltend gemacht wird,
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Seite 11
dass die sri-lankischen Behörden einfache Mitläufer von
Massenveranstaltungen identifizieren können.
5.3 Dem Beschwerdeführer gelingt es somit nicht, die
Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu
machen, weshalb das SEM das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat.
6.
6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den
Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie
(Art. 44 AsylG).
6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche
Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44
AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
7.
7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG).
7.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft,
zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1
AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über
die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
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Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember
1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder
erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu
Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
7.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend
darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement
nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem
Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche
Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5
AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden
Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des
Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von
Art. 5 AsylG rechtmässig.
7.2.3 Weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers noch aus den
Akten ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer
Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit
einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder
Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen
Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-
Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr
(«real risk») nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer
Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl.
Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer
37201/06, §§ 124–127 m.w.H.).
7.2.4 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt zur Einschätzung, dass sich
die jüngsten politischen Entwicklungen in Sri Lanka nicht in relevanter
Weise auf den Beschwerdeführer auswirken dürften. Die allgemeine
Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum
heutigen Zeitpunkt weiterhin nicht als unzulässig erscheinen.
7.2.5 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im
Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.
7.3
7.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat
aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und
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Seite 13
medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete
Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die
vorläufige Aufnahme zu gewähren.
7.3.2 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und
den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka
weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt, dies auch unter
Berücksichtigung der dortigen aktuellen Ereignisse. Nach einer
eingehenden Analyse der sicherheitspolitischen Lage in Sri Lanka ist das
Bundesverwaltungsgericht zum Schluss gekommen, dass der
Wegweisungsvollzug in die Nordprovinz zumutbar ist, wenn das Vorliegen
der individuellen Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz eines
tragfähigen familiären oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten
auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation) bejaht werden kann
(vgl. Urteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 13.2).
7.3.3 Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen jungen und
gesunden Mann, der aus der Nordprovinz stammt. Er hat im Heimatstaat
eine Schulausbildung durchlaufen und sich vor seiner Ausreise bereits
beruflich betätigt. Seine Familie lebt nach wie vor im Heimatort und ist
eigenen Angaben gemäss relativ vermögend, besitzt mehrere Immobilien
(vgl. act. A16/21 F19). Es ist daher davon auszugehen, dass er sich ohne
Weiteres wieder sozial und wirtschaftlich wird im Heimatstaat integrieren
können. Zutreffend hat die Vorinstanz sodann darauf verwiesen, dass trotz
der jüngsten politischen Geschehnisse keine gänzlich unsichere, von
bewaffneten Konflikten oder anderen unberechenbaren Unruhen
dominierte Lage herrscht, aufgrund derer Rückkehrer unabhängig ihres
individuellen Hintergrunds konkret gefährdet sind. An dieser Einschätzung
vermag auch der Machtwechsel mit der erfolgten Präsidentschaftswahl
vom 16. November 2019 nichts zu ändern, ebenso wenig die
Spekulationen über mögliche zukünftige politische Entwicklungen. Bei der
Corona-Pandemie, auf welche auf Beschwerdeebene hingewiesen wird,
handelt es sich – wenn überhaupt – um ein bloss temporäres
Vollzugshindernis, welchem somit im Rahmen der Vollzugsmodalitäten
durch die kantonalen Behörden Rechnung zu tragen ist, indem etwa der
Zeitpunkt des Vollzugs der Situation im Heimatland angepasst wird.
Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als
zumutbar.
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7.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der
zuständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr
notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und
dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung
auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig
sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit
diesbezüglich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist
abzuweisen.
9.
9.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie die Beiordnung eines
amtlichen Rechtsbeistandes nach aArt. 110a AsylG. Aufgrund der
vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass seine Begehren als
aussichtlos zu gelten haben. Damit ist eine der beiden kumulativ zu
erfüllenden Voraussetzungen (Bedürftigkeit und Nicht-Aussichtslosigkeit)
nicht gegeben.
9.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.–
festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]).
9.3 Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses
wird mit dem vorliegenden Entscheid gegenstandslos.
(Dispositiv nächste Seite)
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