Decision ID: 9b706513-5e51-51d8-89e9-7303019cf62a
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ bezieht infolge eines Hüftleidens Epiphysiolysis capitis femoris links sowie
eines chronischen lumbospondylogenen Syndroms seit 1. Juni 1988 eine ganze Rente
der Invalidenversicherung (act. G 6.1/31.5, 36 und 43). Im Zeitraum bis Januar 2013
wurden in der Folge neun Rentenrevisionen, letztmalig am 4. Januar 2013,
durchgeführt, wobei die Rente jeweils unverändert weiter ausgerichtet wurde (act. G
6.1/114). Am 29. Juli 2013 ging ein anonymer Hinweis bei der IV-Stelle St. Gallen ein,
wonach der Versicherte auf einem Campingplatz einen festen Wohnwagenplatz habe.
Zudem habe er 6 Autos immatrikuliert und nehme selber diverse Arbeiten daran vor. Zu
diesem Zweck habe er ein Garagenabteil gemietet und arbeite dort schwarz (act. G
6.1/116). Am 7. August 2013 meldete die anonyme Person, dass sich die Garage an
B._ befinde. Der Versicherte arbeite dort an Buggys, die er aus dem Ausland
importiere, zusammensetze und verkaufe (act. G 6.1/117).
A.a.
Gleichentags leitete die IV-Stelle St. Gallen eine erneute Rentenrevision ein (act. G
6.1/120 f.). Im Fragebogen vom 13. August 2013 gab der Versicherte an, der
Gesundheitszustand sei unverändert und er sei nicht erwerbstätig. Er gehe auch keiner
freiwilligen Arbeit nach. Im Zusatzfragebogen gab er an, er leide an permanenten
Rückenbeschwerden mit Ausstrahlung in das rechte Bein. Bei längerem Gehen trete im
A.b.
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Oberschenkel ein Taubheitsgefühl auf. Er könne auch kaum länger als zwei Stunden
sitzen. Er arbeite als Hauswart und Verwalter der Stockwerkeigentümerschaft. (act. G
6.1/122). Auf Nachfrage gab der Versicherte an, die Hauswartung verursache einen
Zeitaufwand von rund 40 Stunden pro Jahr. Dafür erhalte er Fr. 1'200.--. Den
Zeitaufwand für die Verwaltung könne er nicht angeben, erhalte dafür jedoch Fr. 400.--
im Jahr. Er sei seit 199_ Verwalter der Liegenschaft (act. G 6.1/126).
Am 4. Oktober 2013 lud die IV-Stelle St. Gallen den Versicherten zu einem
Standortgespräch ein. Dabei gab der Versicherte an, es gehe ihm nicht gut. Er habe
massive Probleme mit dem Rücken. Er nehme die Medikamente mit Alkohol, damit er
schlafen könne, auch wenn das nicht gut sei. Er könne nur noch eine Viertel- bis halbe
Stunde am Stück gehen und könne sich kaum bücken. Nach langem Stehen habe er
Ausfälle im rechten Bein. Auch im Brustwirbelbereich habe er Ausstrahlungen in den
linken Arm. Alle drei Monate suche er seinen Hausarzt auf. Zum Tagesablauf befragt,
gab er an, dass er gerne koche und viel liege. Als Hobby repariere er gerne alte Autos.
Er arbeite, wenn er möge, ansonsten lasse er es sein. Er mache noch die Verwaltung
und die Hauswartung, wo er die Umgebungsarbeiten mache. Eine entsprechende
Ausbildung habe er nicht. Er könne leichte Arbeiten im Stehen und Gehen machen,
fühle sich aber nicht wirklich arbeitsfähig. Er habe sich nicht um eine Stelle bemüht, da
er in seinem Alter nicht mehr gefragt sei. Mit dem anonymen Hinweis konfrontiert, gab
er an, er habe eine Garagenbox gemietet und repariere dort alte Autos. Dort sei er
manchmal jeden Tag, manchmal auch nicht. Die reparierten Autos behalte er; er habe
mittlerweile acht Stück. Es seien aber nicht alle immatrikuliert. Den Buggy nehme er
manchmal mit an Buggytreffen. Die Tätigkeit mit den Autos sei mehr ein Hobby und
mache finanziell nicht viel aus. Auf Anfrage repariere er gelegentlich auch Fahrzeuge für
Dritte, aber nur alte Busse, Käfer oder Buggys, keine normalen Autos. Dafür verlange er
zwar etwas, verdiene aber kaum daran. Wenn er die Miete herausholen würde, wäre es
viel. Eine Buchhaltung führe er nicht und habe auch keine Belege. Die Arbeiten in der
Garage führe er seit ca. 2005/2006 aus (act. G 6.1/130). Am Tag nach dem Gespräch
meldete der Versicherte der IV-Stelle, dass er Unterstützung im Rahmen der
Wiedereingliederung wünsche. Er könne sich vorstellen, in einem 50 %-Pensum zu
arbeiten (act. G 6.1/131). Am 30. Oktober 2013 reichte er auf Anfrage weitere Belege zu
A.c.
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seinen Tätigkeiten als Hauswart/Verwalter sowie betreffend Autoreparaturen ein (act. G
6.1/141).
Da sich ein Verdacht auf Ausübung einer selbstständigen Erwerbstätigkeit ergab,
führte die IV-Stelle am 21. Januar 2014 eine Abklärung an Ort und Stelle durch. Dabei
wurden die Garagenräumlichkeiten in Z._, die Einstellhalle in Y._ sowie die
Wohnung des Versicherten in X._ besucht. Der Versicherte gab an, er miete die
Garage B._ seit 2009/2010 für Fr. 350.-- im Monat. Derzeit restauriere er gerade
einen VW Käfer, den er jedoch nicht verkaufen werde. In der Garage fanden sich eine
Sandstrahlkabine, eine Hydraulikpresse, ein Kompressor, zwei Schweissanlagen, zwei
Hebelifte sowie diverse Werkzeuge. Weitere Werkzeuge und Maschinen (Farbmischer,
Werkzeuge für Spenglerarbeiten) ständen ihm zur Verfügung, gehörten aber nicht zu
seinem Inventar (Vermieter). Der Versicherte könne sämtliche notwendigen Tätigkeiten
an den Fahrzeugen selber ausführen. Auch könne er die anfallenden administrativen
Arbeiten selber übernehmen. In Y._ fand sich eine sehr grosse Lagerhalle mit ca. 25
bis 30 zugedeckten Autos. Davon gehörten sieben dem Versicherten. Die Wohnung
des Versicherten fand sich schliesslich in einem 6-Familienhaus ohne Lift. Der
Versicherte bewohne das [...] Obergeschoss (oberstes Stockwerk), wo sich eigentlich
zwei Wohnungen befänden. Der Versicherte habe diese zu einer 5,5-Zimmer-Wohnung
umgenutzt. Der Versicherte habe wiederum einen unveränderten Gesundheitszustand
geltend gemacht. Er leide unter Rücken- und Hüftbeschwerden, wobei die Schmerzen
in der Hüfte mal stärker, mal weniger stark ausgeprägt seien. Aktuell habe er auch
Schmerzen im rechten Knie. Er sei zuletzt im Frühling 2013 in Behandlung gewesen.
Nochmals auf die Arbeit in der Garage angesprochen, erklärte der Versicherte, er
restauriere alte Fahrzeuge und revidiere Motoren und Getriebe. Er nehme alle
Revisionsarbeiten selber vor. Ausserhalb der Garage könne er einen weiteren Lift
benützen, wo er voll darunter stehen könne. Allenfalls könne er auch um die Hilfe von
den Lehrlingen der Garage D._ nebenan ersuchen. Im Gegenzug führe er beratende,
aber auch körperliche Tätigkeiten für die Garage D._ aus. Aktuell sei er jeweils an
zwei bis drei Tagen pro Woche von 9.00 bis 16.00 Uhr dort tätig. Die Abklärungsperson
merkte an, dass der Versicherte teilweise widersprüchliche Angaben zum Beginn der
Restaurierungstätigkeiten mache. Zudem gebe er an, er könne sich kaum die Socken
oder die Schuhe anziehen, übe aber in der Garage eine körperlich schwere Tätigkeit
A.d.
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aus. Auch habe wiederholt beobachtet werden können, wie der Versicherte
uneingeschränkt eine gebückte Körperhaltung eingenommen habe (act. G
6.1/152.13 ff.).
Die Eingliederungsverantwortliche, die ebenfalls an der Abklärung an Ort und
Stelle teilgenommen hatte, stellte fest, dass die Erwerbsfähigkeit durch eine
Verlagerung der Tätigkeiten oder durch eine berufliche Umstellung, nicht jedoch durch
Anpassung des Betriebs oder Anschaffung von Hilfsmitteln wesentlich verbessert
werden könnte. Auf Grund der gesundheitlichen Einschränkungen könne jedoch keine
abschliessende Beurteilung erfolgen, weshalb weiterführende medizinische
Abklärungen notwendig seien (act. G 6.1/152.7 f.). In der Stellungnahme ging sie davon
aus, dass der Versicherte zu keiner Zeit während der rund 3,5-stündigen Abklärung
einen kranken Eindruck gemacht habe. Es sei davon auszugehen, dass er über ein
wesentlich höheres Funktionsniveau verfüge, als er gegenüber den Ärzten und der IV
vorgebe. Das Einkommen sei schwer zu beurteilen. Die Unterlagen seien nicht
aussagekräftig, die Buchhaltung nicht abschliessend und sehr undurchsichtig. Es sei
nicht erstaunlich, dass sich der Versicherte nach der Abklärung umgehend zu 50 %
arbeitsfähig fühle. Es sei sogar davon auszugehen, dass eine noch höhere adaptierte
Arbeitsfähigkeit bestehe. Da die bisherige Tätigkeit als körperlich schwer zu
bezeichnen sei, sei insbesondere abzuklären, wie hoch die medizinisch zumutbare
adaptierte Arbeitsfähigkeit sei. Zudem bestehe eine Meldepflichtverletzung (act. G
6.1/152.9).
A.e.
Trotz der Empfehlung der Eingliederungsverantwortlichen verzichtete die IV-Stelle
St. Gallen zunächst auf eine medizinische Begutachtung und teilte dem Versicherten
mit Vorbescheid vom 27. Mai 2014 mit, dass seine Invalidenrente nach Zustellung der
Verfügung eingestellt werde, da nurmehr ein Invaliditätsgrad von 11 % bestehe. Dabei
stellte sie für die Ermittlung des Invalideneinkommens auf die Angaben des vormaligen
Arbeitgebers ab und passte es an die Lohnentwicklung bis 2010 an. Daraus resultiere
ein Valideneinkommen von Fr. 69'050.--. Beim Invalideneinkommen stellte sie fest,
dass der Versicherte bei voller Arbeitsfähigkeit zumindest ein Einkommen auf dem
Niveau eines Hilfsarbeiters (ehemaliges Anforderungsniveau 4) in Höhe von
Fr. 61'164.-- erwirtschaften könnte (act. G 6.1/154).
A.f.
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Auf den Einwand des Versicherten vom 24. Juni 2014, mit welchem er im
Wesentlichen einen unveränderten Gesundheitszustand geltend machte und sich auch
suizidal äusserte, ordnete die IV-Stelle eine rheumatologisch-psychiatrische
Begutachtung bei der Medas Ostschweiz an (act. G 6.1/171). Das Gutachten wurde am
12. Januar 2015 durch Dr. med. E._, Facharzt Innere Allgemeine Medizin und
Rheumatologie, sowie Dr. med. F._, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie,
erstattet. Die Experten diagnostizierten im Konsens mit Einschränkung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom bei hochgradigen
polysegmentalen Osteochondrosen der gesamten Lendenwirbelsäule und
linkskonvexer hochgradiger Knickskoliose, Antelisthesis L4/L5 und L5/S1 mit leichten
Instabilitätszeichen (M51.1), einen Status nach Hüft-Totalprothese links 2007 bei
Coxarthrose nach Umstellungsosteotomien wegen Femurkopf-Epiphysiolyse sowie
einen Status nach Verschraubung rechter Femurkopf (M16.1). Als Nebendiagnose ohne
wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter unter anderem
einen leichten Diabetes mellitus Typ I (später als Typ 2 bezeichnet), eine arterielle
Hypertonie sowie eine Adipositas (BMI 32,6 kg/m ) fest. Psychiatrische Diagnosen
wurden keine gestellt (act. G 6.1/183.18 und 183.20). Aktuell sei eine mässig
eingeschränkte Beweglichkeit im rechten Hüftgelenk, wo sich radiologisch ein korrekter
Sitz der Endoprothese zeige, allerdings mit einem diskreten Lysesaum am
Prothesenschaft als mögliches Lockerungszeichen. Die Lendenwirbelsäule werde
normal bewegt und es erstaune, dass in Anbetracht der sehr massiven degenerativen
Veränderungen bei ausgeprägter Skoliose nur einige Ligamentosen und Tendomyosen
tastbar seien. Im Hinblick auf die massiven Veränderungen seien die klinischen
Untersuchungsbefunde fast als dissimulierend zu bezeichnen. Dies ergebe auch der
PACT-Test, wo eine sehr hohe Score-Punktezahl angegeben werde, einem mittleren
bis schweren Arbeitsbelastungsniveau entsprechend. Diese Einschätzung erscheine in
Anbetracht der langen Vorgeschichte und der massiven degenerativen Veränderungen
in den Bildgebungen eher als zu hoch. In der angestammten Tätigkeit bestehe seit Juni
1987 eine volle Arbeitsunfähigkeit. Für die seit 2005 ausgeübte Tätigkeit mit der
Reparatur und Restaurierung von alten Autos bestehe auf Grund der geschilderten
muskuloskelettalen Probleme lumbal und an den Hüftgelenken auf dem freien
Arbeitsmarkt wohl eine stark eingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Die Arbeit könne ohne
Zeitdruck frei eingeteilt werden, vereinzelt sei auch die Unterstützung von
A.g.
2
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benachbarten Garagenkollegen möglich. In dieser speziellen Nischentätigkeit bestehe
nach eigenen Angaben eine rund halbtägige Präsenz, einer ca. 50 %igen
Arbeitsfähigkeit entsprechend. Allerdings würde gemäss üblichen Einschätzungen für
eine Tätigkeit bei Autoreparaturen auf Grund der erheblich eingeschränkten
Belastbarkeit von Wirbelsäule und Hüftgelenken wohl kaum mehr eine relevante
Arbeitsfähigkeit attestiert. Auf Grund vor allem der muskuloskelettalen Begleitprobleme
sei die Einschränkung für adaptierte Tätigkeiten unter Beachtung von verlangsamten
Bewegungsabläufen und vermehrt notwendigen Pausen mit entsprechend reduzierter
Leistung nach Ansicht des rheumatologischen Gutachters auf 50-60 % zu schätzen. In
Frage kämen körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeiten ohne vorgeneigte
Zwangshaltungen, ohne häufiges Bücken oder regelmässiges Heben von Lasten über
ca. 5-8 kg, dies gemäss herkömmlicher Einschätzung unter Beachtung der
muskuloskelettalen und internistischen Probleme. Die Arbeitsprognose sei schlecht,
nachdem seit 1987 eine Arbeitsunfähigkeit mit Erwerbsabstinenz bis 2005 bestanden
habe, als der Versicherte begonnen habe, sein Hobby teilweise zum Beruf zu machen,
ohne dies zu melden (act. G 6.1/183.21 ff.). Auf Nachfrage führten die Gutachter (bzw.
der rheumatologische Gutachter) am 27. April 2015 aus, die Restarbeitsfähigkeit von
40-50 % beziehe sich auf ein Vollpensum bei reduzierter Leistung. Auch in einer
vorwiegend sitzenden Tätigkeit ohne Zwangshaltungen sei die Arbeitsfähigkeit wegen
den chronischen belastungs- und positionsabhängigen Rückenschmerzen bei
massiven degenerativen Veränderungen kaum höher zu schätzen und betrage somit
40-50 % (act. G 6.1/188.2).
Mit erneutem Vorbescheid vom 3. Februar 2016 stellte die IV-Stelle dem
Versicherten die Reduktion der Leistungen auf eine halbe Rente rückwirkend auf Ende
Juni 2009 in Aussicht. Dabei rechnete sie das seinerzeit bei der G._ AG erzielte
Einkommen auf 2014 hoch (Fr. 70'198.--). Beim Invalideneinkommen ging sie vom
Tabellenwert 2014, bezogen auf ein 50 %-Pensum, aus (Fr. 32'824.--). Daraus
resultierte ein Invaliditätsgrad von 53 %. Da der Versicherte seine Meldepflicht verletzt
habe, erfolge die Reduktion rückwirkend (act. G 6.1/189).
A.h.
Mit Einwand vom 26. Februar 2016 machte der Versicherte geltend, er habe im ._
2015 einen Herzinfarkt erlitten, welcher Umstand nicht in die Begutachtung
miteingeflossen sei. Ausserdem sei ohnehin nicht von einer 50%igen, sondern nur von
A.i.
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einer 40%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Eine allfällige Rentenanpassung hätte
sodann nicht rückwirkend, sondern nur ex nunc zu erfolgen (act. G 6.1/193). Mit
Ergänzung vom 21. Juni 2016 machte der Versicherte zusätzlich eine massive
Schädigung der Schultern geltend, was ebenfalls zu berücksichtigen sei (act. G
6.1/199). Nach Einholen der ärztlichen Berichte des Kantonsspitals St. Gallen
(Kardiologie), des nachbehandelnden Kardiologen, Dr. med. H._ und des
behandelnden Orthopäden, Dr. med. I._, Orthopädie J._, hielt Dr. med. K._,
Fachärztin für Neurologie, IV-Stelle, fest, Dr. I._ gehe davon aus, dass die geklagten
Beschwerden nicht auf eine signifikante Schulterproblematik zurückzuführen seien.
Nachdem auch von kardialer Seite - auf Grund der bereits wieder aufgenommenen
Tätigkeit - keine dauerhaften Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit zu erwarten seien,
sei an der bisherigen Einschätzung festzuhalten (act. G 6.1/195 - 198, 200 - 202).
Mit Verfügung vom 9. September 2016 reduzierte die IV-Stelle wie angekündigt die
ganze Rente rückwirkend ab Juli 2009 auf eine halbe Rente und forderte für den
Zeitraum vom 1. Oktober 2011 bis zum 30. September 2016 Fr. 43'413.-- zurück (act.
G 6.1/204 und 208).
A.j.
Nachdem der Versicherte am 10. Oktober 2016 beim Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen dagegen Beschwerde erhoben und weitere Arztberichte eingereicht
hatte, widerrief die IV-Stelle die angefochtene Verfügung vom 9. September 2016 und
leitete weitere Abklärungen ein (act. G 6.1/227). Das Versicherungsgericht schrieb
daraufhin das Verfahren mit Verfügung vom 26. September 2017 ab (act. G 6.1/234).
Obwohl damit die Verfügung vom 9. September 2016 nicht rechtskräftig geworden war,
zahlte die Invalidenversicherung weiterhin nur eine halbe Rente aus.
A.k.
Am 30. April 2018 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass eine erneute
medizinische Abklärung (Verlaufsbegutachtung) notwendig sei (act. G 6.1/241). Damit
beauftragte sie wiederum Dr. E._ von der medexperts ag (vormals Medas Ostschweiz
[act. G 6.1/244]). Zu den bereits im Gutachten vom 12. Januar 2015 gestellten
Diagnosen diagnostizierte Dr. E._ in seinem Verlaufsgutachten vom 5. September
2018 neu (mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) eine mittelgradige Niereninsuffizienz,
differentialdiagnostisch vaskulär, diabetogen, medikamentös mit begleitender Anämie,
Hyperkaliämie und Fatiguesymptomen sowie eine chronische Periarthropathie beider
A.l.
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Schultergelenke bei degenerativen Veränderungen der Rotatorenmanschetten und
fortgeschrittenen AC-Gelenksarthrosen. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielt
Dr. E._ neu einen Diabetes mellitus Typ 2 mit schwerer Entgleisung im November
2017 im Rahmen einer aetiologisch unklar gebliebenen akuten Pankreatitis, einen
Status nach Myokardinfarkt 2014 (richtig wohl: 2015) und RIVA-Stenting, ein leichtes
Karpaltunnelsyndrom sowie eine leichte, wahrscheinlich diabetisch sensible
Polyneuropathie fest. Die neu hinzugekommenen Probleme nach massiv entgleistem
Diabetes, einhergehend mit einer langsam zunehmenden Niereninsuffizienz führten zu
einer raschen Erschöpfbarkeit. Zusammen mit den bekannten Problemen am
Bewegungsapparat müsse von einer erheblichen Polymorbidität gesprochen werden.
Eine chronische Periarthropathie bei altersüberdurchschnittlichen degenerativen
Veränderungen beider Schultergelenke verhindere Tätigkeiten über Schulterhöhe. Bei
bekannten Hüft- und Rückenproblemen mit massiven degenerativen Veränderungen
einer skoliotischen Lendenwirbelsäule lasse sich in der Gesamtschau - auch in einer
adaptierten Tätigkeit - kaum mehr eine wirtschaftlich verwertbare Arbeitsfähigkeit
annehmen (act. G 6.1/248.24 ff.).
Gestützt auf dieses Gutachten ging Dr. K._ davon aus, dass spätestens seit
November 2017, wahrscheinlich seit Mitte 2017, auch in adaptierten Tätigkeiten eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit bestehe (act. G 6.1/250.2).
A.m.
Am 19. Februar 2019 erliess die IV-Stelle einen neuen Vorbescheid und stellte dem
Versicherten eine von Juli 2009 bis Oktober 2017 befristete Reduktion der ganzen auf
eine halbe IV-Rente in Aussicht. Dabei ging sie wie im Vorbescheid vom 3. Februar
2016 von einem möglichen 50 %-Pensum in einer adaptierten Tätigkeit sowie von
einem Invaliditätsgrad von 53 % aus (act. G 6.1/262). Mit Einwand vom 14. März 2019
machte der Versicherte geltend, der Sachverhalt sei qualitativ und quantitativ nicht
richtig festgestellt worden, indem insbesondere nicht alle die Erwerbsunfähigkeit
beeinflussenden Krankheitsbilder berücksichtigt worden seien. Dem Versicherten sei
für den gesamten Beurteilungszeitraum eine ganze Rente zuzusprechen (act.
G 6.1/267). Mit Ergänzung seines neuen Rechtsvertreters vom 5. April 2019 liess er
beantragen, die rückwirkende befristete Herabsetzung der ganzen auf eine halbe Rente
sei aufzuheben und es sei ihm fortlaufend eine ganze Rente auszurichten (act.
G 6.1/270.1). Am 24. Mai 2019 verfügte die IV-Stelle wie angekündigt, wobei sie die
A.n.
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B.
Einkommensverhältnisse neu auf das Jahr 2014 bezog und damit einen Invaliditätsgrad
von 56 % errechnete. Zudem machte sie eine Rückforderung von Fr. 5'309.-- geltend
(act. G 6.1/274).
Mit Beschwerde vom 26. Juni 2019 beantragt der Beschwerdeführer, die
angefochtene Verfügung vom 24. Mai 2019 betreffend die rückwirkend von Ende Juni
2009 bis Ende Oktober 2017 befristete Herabsetzung der ganzen auf eine halbe
Invalidenrente sowie betreffend Rückforderung sei aufzuheben. Dem
Beschwerdeführer seien sodann die ihm zustehenden gesetzlichen Leistungen
auszurichten. Zur Begründung wird zunächst vorgebracht, die Revision sei nicht
rückwirkend vorzunehmen. Gemäss der bis 31. Dezember 2014 gültig gewesenen
Fassung von Art. 88 Abs. 2 lit. b IVV sei für eine rückwirkende Leistungskorrektur
eine Meldepflichtverletzung erforderlich, die kausal für den unrechtmässigen
Leistungsbezug gewesen sei. Dies sei vorliegend nicht der Fall, da der
Beschwerdeführer keine selbstständige Erwerbstätigkeit ausgeübt habe und die
ausgeübten Tätigkeiten auf Grund ihrer Geringfügigkeit für den Rentenanspruch nicht
massgebend gewesen seien. Selbst die Annahme einer kausalen
Meldepflichtverletzung würde jedoch nicht zu einer rückwirkenden Rentenkürzung
führen. Zum einen sei der Beginn der ausgeübten Tätigkeit unklar. Selbst die
Beschwerdegegnerin gehe davon aus, dass der Beschwerdeführer die hobbymässige
Tätigkeit nicht von Anfang ausgeübt habe. Das alleinige Abstellen auf einen Internet-
Forumseintrag genüge jedenfalls nicht für den Nachweis des Beginns einer Tätigkeit im
Sinn einer selbstständigen Erwerbstätigkeit. Zudem sei der Umfang der Tätigkeit völlig
unklar. Der Beschwerdeführer sei zwar ungefähr halbtägig in seiner Werksstatt präsent,
was jedoch gemäss Gutachten der Medas Ostschweiz vom 12. Januar 2015 nicht eine
50 %ige Leistungsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt bedeute. Das Gutachten treffe
sodann keine Aussagen zur Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit in der
Vergangenheit. Es lägen auch keine fachärztlichen Berichte vor, die eine überwiegend
wahrscheinlich richtige retrospektive Arbeitsfähigkeitsschätzung für den Zeitraum ab
April 2009 bis zum Zeitpunkt des Gutachtens erlauben würden. Damit liege eine
objektive Beweislosigkeit vor, die sich zulasten der Beschwerdegegnerin auswirke, die
aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt eine rückwirkend befristete Reduktion
B.a.
bis
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der Invalidenrente habe ableiten wollen. Im Weiteren sei der Einkommensvergleich
nicht korrekt erfolgt. So sei gemäss Abrechnung der Rentenanstalt vom 21. Januar
1987 (richtig wohl: 17. Februar 1988) ein Jahreslohn von Fr. 46'150.-- ersichtlich.
Zusätzlich zum 13. Monatslohn seien dem Beschwerdeführer sogenannte
Leistungspartizipationen sowie eine Dienstwohnung bezahlt worden. Insgesamt sei von
einem auf 2014 aufgewerteten Valideneinkommen von Fr. 92'181.10 auszugehen. Beim
Invalideneinkommen gehe die Beschwerdegegnerin fälschlicherweise von einer
Arbeitsfähigkeit von 50 % anstatt 45 % aus. Zudem sei ein Leidensabzug von 25 % zu
berücksichtigen, womit sich ein Invalideneinkommen von Fr. 22'427.90 ergebe. Der
Invaliditätsgrad belaufe sich damit auf 75 %, weshalb der Beschwerdeführer selbst bei
rückwirkender Anpassung der Rente Anspruch auf eine ganze Rente habe. Zu
bemängeln sei schliesslich, dass die Beschwerdegegnerin trotz Widerruf der Verfügung
vom 9. September 2016 auch weiterhin lediglich eine halbe Rente ausbezahlt habe,
ohne die vorsorgliche Renteneinstellung rechtsgenüglich zu verfügen (act. G 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 21. Oktober 2019 beantragt die Verwaltung die
Abweisung der Beschwerde. Es sei ein Faktum, dass sich der Beschwerdeführer in
einer professionell eingerichteten Autowerkstätte eingemietet habe und dort
Reparaturarbeiten an Autos ausführe. Er habe auch Aufträge von Dritten angenommen.
Dass der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben nicht auf wirtschaftliche
Rentabilität achte, vermöge ihm nicht zu helfen, erfolge dies doch nicht aus
gesundheitlichen Gründen. Es dürfe von ihm erwartet werden, dass er seine
Arbeitskraft optimal verwerte (act. G 6).
B.b.
Mit Replik vom 26. November 2019 lässt der Beschwerdeführer nochmals
ausführen, dass es sich bei der ausgeübten Tätigkeit - entgegen der Annahme der
Beschwerdegegnerin - nicht um eine Erwerbstätigkeit handle. Daran ändere nichts,
dass der Beschwerdeführer teilweise Geld von Dritten für Reparaturarbeiten erhalten
habe. Das Nichtmelden der Ausübung eines Hobbys stelle keine Meldepflichtverletzung
dar. Der Beschwerdeführer sei sowohl subjektiv wie objektiv nicht in der Lage,
Autoreparaturen mit der für eine Erwerbstätigkeit nötigen Intensität, Arbeitstempo und
Konstanz auszuüben. Es werde zudem bestritten, dass er praktisch alle Arten von
Reparaturen durchführen könne. Vielmehr müsse er für schwerere Arbeiten jeweils
B.c.
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Rechtmässigkeit
der angefochtenen revisionsweisen, befristeten Rentenkürzung. Zwischen den Parteien
zu Recht unbestritten ist, dass die Voraussetzungen für ein von Amtes wegen
einzuleitendes Revisionsverfahren nach Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 87 Abs. 1
lit. b der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) erfüllt sind.
2.
Dritthilfe in Anspruch nehmen (act. G 8). Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine
Duplik (act. G 10).
Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein
Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.1.
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
2.2.
Der Grundsatz der freien Beweiswürdigung besagt, dass die urteilenden Instanzen
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden haben, ob die verfügbaren
2.3.
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Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten
(vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2020, N 54 ff. zu Art.
43). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind (BGE 125 V
352 E. 3a).
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist
somit nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f.
E. 3.5). Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung
bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht; vorbehalten bleibt die
Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 108
E. 5.4). Hingegen stellt die bloss andere, abweichende Beurteilung eines im
Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts keine revisionsbegründende und auch
keine im Rahmen einer Revision relevante Änderung dar (Urteil des Bundesgerichts
vom 28. April 2008, 9C_720/2007, E. 1.1 mit Hinweisen; vgl. zum Inhalt der Revision
Rudolf Rüedi, Die Verfügungsanpassung als verfahrensrechtliche Grundfigur
namentlich von Invalidenrentenrevisionen, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.],
Die Revision von Dauerleistungen in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 11 und
S. 14 f.).
2.4.
Die Herabsetzung oder Aufhebung der Renten erfolgt frühestens vom ersten Tag
des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an (Art. 88 Abs. 2 lit. a
IVV). Sie erfolgt rückwirkend ab Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung,
wenn der Bezüger oder die Bezügerin die Leistung zu Unrecht erwirkt hat oder der ihm
bzw. ihr nach Art. 77 IVV zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist,
unabhängig davon, ob die Verletzung der Meldepflicht oder die unrechtmässige
Erwirkung ein Grund für die Weiterausrichtung der Leistung war (Art. 88 Abs. 2 lit. b
2.5. bis
bis
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3.
IVV). Die berechtigte Person oder ihre gesetzliche Vertretung haben jede für den
Leistungsanspruch wesentliche Änderung, namentlich eine solche des
Gesundheitszustands, der Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit sowie der persönlichen und
gegebenenfalls der wirtschaftlichen Verhältnisse unverzüglich der IV-Stelle anzuzeigen
(Art. 77 IVV).
Vorliegend ist im Wesentlichen umstritten, ob die Revision im Ergebnis überhaupt
zu einem veränderten Rentenanspruch führt und wenn ja, ob die Rentenreduktion auf
Grund einer Meldepflichtverletzung rückwirkend vorzunehmen ist. Demgegenüber
werden die medizinischen Feststellungen und Schlussfolgerungen der Gutachter nicht
bestritten, sodass - nachdem diese plausibel erscheinen und keine gravierenden
Mängel bestehen - darauf abzustellen ist.
3.1.
Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, dass die Rentenanpassung
mangels Meldepflichtverletzung - wenn überhaupt - nicht rückwirkend, sondern nur ex
nunc vorzunehmen sei. Er begründet dies im Wesentlichen damit, dass es sich bei der
fraglichen Tätigkeit nicht um eine selbstständige Erwerbstätigkeit, sondern lediglich um
ein Hobby handle, das nicht gemeldet werden müsse. Entgegen dieser Ansicht fällt
jedoch nicht bloss die Aufnahme einer eigentlichen Erwerbstätigkeit unter die
Meldepflicht. Zu melden ist vielmehr jede wesentliche Änderung in den für eine
Leistung massgebenden Verhältnissen (Art. 31 Abs. 1 ATSG). Darunter fällt bei der
Invalidenversicherung namentlich eine Veränderung (Verbesserung) des
Gesundheitszustands und der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit (Art. 77 IVG), worauf die
Versicherten denn auch explizit hingewiesen werden (vgl. etwa Revisionsmitteilungen
[act. G 6.1/96, 105 und 114]). Beim Bezug einer ganzen Invalidenrente muss sich eine
versicherte Person Rechenschaft darüber ablegen, dass die Versicherung von einer
weitgehenden Erwerbsunfähigkeit ausgeht. Zwar ist es der rentenbeziehenden Person
erlaubt, ein gewisses geringes Einkommen zu erzielen, ohne dass sich am Anspruch
auf eine ganze Rente etwas ändern würde. Ist es der rentenbeziehenden Person aus
gesundheitlicher Sicht jedoch möglich, eine Tätigkeit auszuüben, die vom Umfang und
von der Belastung her einem erheblichen erwerblichen Teilzeitpensum (vorliegend rund
50 %) entspricht, kann sie nicht mehr ohne Weiteres davon ausgehen, dass dies nicht
meldepflichtig ist. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers kommt es dabei nicht
darauf an, ob mit der fraglichen Tätigkeit ein Gewinn angestrebt oder tatsächlich ein
Einkommen erzielt wird, ob mithin die fragliche Tätigkeit als selbstständige
Erwerbstätigkeit im Sinn von Art. 9 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung (AHVG, SR 831.10) mit entsprechender Beitragsfolge zu
3.2.
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qualifizieren ist. Vielmehr geht es um die Frage, ob der gegebene Gesundheitszustand,
der offenbar auch ein körperlich anstrengendes und zeitaufwändiges Hobby erlaubt,
nicht auch eine den Rentenanspruch reduzierende oder aufhebende Erwerbstätigkeit
zulassen würde. Nachdem die Auswirkungen der tatsächlichen Verhältnisse auf eine
mögliche Rentenanpassung von der versicherten Person in der Regel nicht zuverlässig
beurteilt werden können, sind jedenfalls ausgeübte Tätigkeiten, die sowohl zeitlich als
auch von der körperlichen Belastung her nicht ganz unbedeutend sind und die - wie
vorliegend - semiprofessionell ausgeübt werden und zumindest das Potential einer
kommerziellen Verwertung aufweisen, der IV-Stelle zu melden. Dies trifft auf die
vorliegend fragliche Tätigkeit, bei welcher sich der Beschwerdeführer über Jahre
hinweg auf die Reparatur und Restauration von alten VW-Modellen (Käfer, Busse) und
Buggys spezialisiert hat und er über eine gut eingerichtete Werkstatt verfügt mit der
Möglichkeit, von der angrenzenden professionell geführten Autogarage zusätzliche
Hilfe in Anspruch zu nehmen, ohne Weiteres zu. Vorbehältlich der nachfolgenden
Ausführungen ist die IV-Rente damit infolge Vorliegens einer Meldepflichtverletzung
rückwirkend zu kürzen (Art. 88 Abs. 2 lit. b IVV). Nachdem die die
Rückerstattungsforderung regelnde Verfügung vom 24. Mai 2019 datiert (die
tatsächliche Reduktion der Rente erfolgte mit Verfügung vom 9. September 2016), ist
die am 1. Januar 2015 in Kraft getretene Fassung dieser Bestimmung massgebend,
wobei ohnehin von einem gegebenen Kausalzusammenhang zwischen der
Meldepflichtverletzung und der weiter ausgerichteten Rente auszugehen ist. Daran
ändert nichts, dass der Beschwerdeführer anlässlich der Rentenrevision vom Oktober
2012 bei der Frage nach dem Tagesablauf beiläufig erwähnte, anfallende
Hauswartsarbeiten zu erledigen (act. G 6.1/109.4).
bis
Gestützt auf das medizinische Gutachten der Medas Ostschweiz vom 12. Januar
2015 und auf das Verlaufsgutachten der medexperts ag vom 5. September 2018 geht
die Beschwerdegegnerin nunmehr von einem Invaliditätsgrad von 56 % aus. Dabei
stellt sie betreffend das Valideneinkommen auf die Angaben der ehemaligen
Arbeitgeberin, der G._ AG, St. Gallen, ab. Diese gab im "Fragebogen für den
Arbeitgeber" am 8. März 1988 an, der Beschwerdeführer habe im Jahr 1987 einen
Monatslohn von Fr. 3'550.-- (x 12) erzielt. Ohne Gesundheitsschaden würde er heute
(1988) Fr. 3'600.-- pro Monat verdienen (act. G 6.1/11.2). Dieses Einkommen wertet die
Beschwerdegegnerin auf das Jahr 2014 auf und veranschlagt das Valideneinkommen
damit auf Fr. 75'561.--. Beim Invalideneinkommen geht sie mangels verlässlicher
Angaben des Beschwerdeführers zu den von ihm ausgeübten Tätigkeiten vom
Durchschnittslohn der ungelernten Arbeitnehmenden in der Schweiz gemäss den
Erhebungen des Bundesamtes für Statistik (Lohnstrukturerhebung) bzw. von einem
3.3.
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Wert von Fr. 33'227.-- aus (50 % des Tabellenwertes 2014 von Fr. 66'453.-- [vgl.
Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV]).
Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, es sei ein 13. Monatslohn zu
berücksichtigen. Zusätzlich sei jeweils eine sogenannte Leistungspartizipation gewährt
worden, die halbjährlich ausgerichtet worden sei (2 x Fr. 1'630.25). Des Weiteren habe
der Beschwerdeführer im September 1981 als Lohnbestandteil eine Dienstwohnung
erhalten; der Mietzins von Fr. 480.-- sei durch die Arbeitgeberin bezahlt worden. Zwar
gab die ehemalige Arbeitgeberin an, der Lohn im Jahr 1987 habe (bis September)
Fr. 3'550.-- betragen (ab Oktober: Fr. 2'840.-- [wohl bereits krankheitsbedingt]). Des
Weiteren gab sie an, ohne Gesundheitsschaden würde der Versicherte im Jahr 1988
Fr. 3'600.-- pro Monat verdienen. Einen 13. Monatslohn gab sie nicht an (act.
G 6.1/11.2). Indessen geht aus dem eingereichten Versicherungsausweis der
Rentenanstalt (Pensionskasse) vom 17. Februar 1988 hervor, dass der Jahreslohn
Fr. 46'150.-- betrug (Fr. 3'550.-- x 13 [Stand 17. Februar 1988 [act. G 1.4]]). Mit dem
Beschwerdeführer ist somit von diesem Wert auszugehen. Demgegenüber kann die
geltend gemachte Leistungspartizipation nicht angerechnet werden. Die eingereichte
Abrechnung betrifft eine einzelne Auszahlung aus dem Jahr 1986 und aus dem
"Reglement zur Leistungs-Partizipation" vom 5. Januar 1976 geht hervor, dass diese
an diverse Bedingungen geknüpft war (u.a. dauerhaft gute Leistungen der
Mitarbeitenden bzw. der Abteilungen, günstige Marktverhältnisse) und auf Grund eines
komplexen Berechnungsmodus, der etwa auch die nicht- bzw. indirektproduktiven
Bereiche einschloss, ermittelt wurde (act. G 1.5 f.). Es lässt sich somit nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit feststellen, ob und wie regelmässig dieser
Lohnbestandteil ausgerichtet wurde. Nach einem allgemeinen Rechtsgrundsatz trägt
der Beschwerdeführer damit die Folgen der Beweislosigkeit. In Bezug auf die
Dienstwohnung lässt es der Beschwerdeführer bei der blossen, durch nichts belegten
Behauptung bewenden, geht doch auch aus der eingereichten Lohnabrechnung für
den Januar 1987 keine derartige Naturalleistung hervor (act. G 1.3). Der geltend
gemachte Betrag kann daher ebenfalls nicht berücksichtigt werden. Somit ist der
zuletzt erzielte Jahreslohn von Fr. 46'150.-- (Basis 1987) gemäss der Entwicklung der
Nominallöhne des Bundesamtes für Statistik (Tabelle T39) auf das Jahr 2014
aufzuwerten, womit sich ein Wert von Fr. 77'032.-- ergibt (Fr. 46'150.-- : Indexstand
1330 [1987, Männer] x Indexstand 2220 [2014, Männer]). Dies ist für den
Beschwerdeführer zudem vorteilhafter als die Zugrundelegung eines Monatslohns von
Fr. 3'600.-- (x13) mit Basis 1988 (Fr. 46'800.-- : Indexstand 1375 x Indexstand 2220 =
Fr. 75'561.-- [wie es die Beschwerdegegnerin verwendet]). Mithin ist von einem
massgebenden Valideneinkommen von Fr. 77'032.-- auszugehen.
3.4.
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Beim Invalideneinkommen geht der Beschwerdeführer zwar ebenfalls vom
Tabelleneinkommen gemäss Lohnstrukturerhebung (Anforderungsniveau 4, 2014),
somit Fr. 66'453.--, aus (vgl. Anhang 2 zur IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV).
Er macht indessen geltend, dass gemäss Gutachten eine 50-60 %ige Einschränkung in
einer adaptierten Tätigkeit bestehe. Demgemäss bestehe praxisgemäss nur eine
Arbeitsfähigkeit von 45 % und das Invalideneinkommen betrage nur Fr. 29'904.--. Wie
der Beschwerdeführer zu Recht ausführt, gehen die Gutachter in ihrem Konsens vor
allem auf Grund der muskuloskelettalen Probleme unter Beachtung von verlangsamten
Bewegungsabläufen und vermehrt notwendigen Pausen mit entsprechend reduzierter
Leistung von einer 50-60 %igen Einschränkung in adaptierten Tätigkeiten aus (act.
G 6.1/183.22). Demgegenüber begründet die Beschwerdegegnerin nicht näher,
weshalb sie entgegen der üblichen Praxis eine 50%ige Arbeitsfähigkeit annimmt. Es ist
somit ein Ausgangswert von Fr. 29'904.-- anzunehmen (Fr. 66'543.-- x 45 %; zum
Mittelwert vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. Juni 2013, 9C_730/2012, E. 4.2).
3.5.
Im Weiteren beantragt der Beschwerdeführer, es sei ihm ein maximaler Leidens
abzug von 25 % zu gewähren. Dies begründet er mit dem festgestellten
Zumutbarkeitsprofil, dem reduzierten Beschäftigungsgrad von 40-50 %, dem
fortgeschrittenen Alter, der jahrelangen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt sowie der
geringen Anzahl Dienstjahre. Die qualitativen Einschränkungen (leicht,
wechselbelastend, ohne vorgeneigte Zwangshaltungen, ohne häufiges Bücken oder
regelmässiges Heben von Lasten über ca. 5-8 kg [act. G 6.1/183.22]) sind bei der
Bemessung des Invalideneinkommens rechtsprechungsgemäss zu berücksichtigen,
während das reduzierte Rendement in der vorliegenden Arbeitsfähigkeitsschätzung
bereits enthalten ist. Die bereits zum Zeitpunkt der Aufnahme der Reparaturtätigkeiten
(nach eigenen Angaben des Beschwerdeführers im Standortgespräch vom 23. Oktober
2013: 2005/2006 [act. G 6.1/130.11]) bzw. des möglichen Beginns einer
Erwerbstätigkeit bestehende langjährige Abwesenheit vom Arbeitsmarkt und die damit
verbundene geringe Anzahl von Dienstjahren sind ebenfalls als einkommensmindernd
zu berücksichtigen. Allerdings werden dem Beschwerdeführer ohnehin nur einfache
Tätigkeiten zugemutet, weshalb der Mangel an Erfahrung hier nicht derart stark ins
Gewicht fällt wie bei anspruchsvolleren Tätigkeiten. Demgegenüber war der
Beschwerdeführer im Zeitpunkt, in welchem überwiegend wahrscheinlich eine
zumutbare Erwerbstätigkeit hätte aufgenommen werden können (im Zeitraum
2005/2006 bis 2009) erst rund 50 Jahre alt, weshalb dieses Kriterium
rechtsprechungsgemäss nicht berücksichtigt werden kann (vgl. BGE 145 V 2
E. 5.3.1 f.). Insgesamt erscheint ein Leidensabzug von 10 % als sachangemessen,
sodass ein massgebendes Invalideneinkommen von Fr. 26'914.-- resultiert (Fr. 29'904
3.6.
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x 90 %). Daraus ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 65,1 % ([Fr. 77'032.-- -
Fr. 26'914.--] : Fr. 77'032.-- x 100). Der Beschwerdeführer hat damit Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente.
Die Beschwerdegegnerin veranschlagt den Beginn der adaptierten Arbeitsfähigkeit
in der angefochtenen Verfügung auf April 2009. Dabei geht sie von den anlässlich der
Befragung vom 23. Oktober 2013 gemachten Angaben des Beschwerdeführers aus,
wonach er ca. 2005/2006 mit seiner Tätigkeit in der Garage begonnen habe (act.
G 6.1/130.11). Der Webseite des VW-Bus-Forums sei sodann zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer im April 2009 im Ruf eines guten Reparateurs gestanden habe.
Damit sei überwiegend wahrscheinlich, dass er die fraglichen Arbeiten spätestens ab
diesem Zeitpunkt im Sinn einer selbstständigen Erwerbstätigkeit ausgeübt habe. Daran
sei der Anpassungszeitpunkt anzuknüpfen und gestützt auf Art. 88a Abs. 1 IVV auf
Ende Juni 2009 festzusetzen. Auf Grund der zwischenzeitlich eingetretenen
Verschlechterung bestehe ab November 2017 wieder Anspruch auf eine ganze Rente.
Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, das Gutachten treffe keine
Aussagen über die Arbeitsfähigkeit in der Vergangenheit. Auch lägen keine
fachärztlichen Berichte vor, die überwiegend wahrscheinlich eine retrospektive
Arbeitsfähigkeitsschätzung für den Zeitraum ab April 2009 bis zum Zeitpunkt des
Gutachtens erlauben würden. Dies mag zwar zutreffen. Indessen ist festzustellen, dass
die nunmehr angefochtene Revisionsverfügung (mit geltend gemachter Rückforderung)
vom 24. Mai 2019 stammt und die zu viel ausgerichteten Rentenbetreffnisse ohnehin
nur noch ab Juni 2014 zurückgefordert werden können, während die bis Mai 2014
ausgerichteten Betreffnisse - nachdem die Verfügung vom 9. September 2016
widerrufen wurde - verwirkt sind (Art. 25 Abs. 2 ATSG [die Berechnung der
Rückforderung ist sodann nicht nachvollziehbar, werden doch den Leistungen, auf
welche nach Ansicht der Beschwerdegegnerin ein Anspruch besteht [als
"Nachzahlung" bezeichnet] unter dem Titel "Rückforderung" weder die Leistungen
gegenübergestellt, die im selben Zeitraum bereits ausgerichtet wurden noch der
Differenzbetrag, also die eigentliche Rückforderung [act. G 6.1/274.2]]). Nachdem sich
die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung auf die Exploration vom 3. November
2014 stützt (vgl. act. G 6.1/183.1), und weder ersichtlich ist noch vom
Beschwerdeführer geltend gemacht wird, dass sich sein Gesundheitszustand im Laufe
des Jahres 2014 (oder auch seit April 2009) signifikant verbessert hätte, ist demzufolge
nicht davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit im Juni 2014 (oder im April 2009)
wesentlich geringer war als im November 2014. Es ist somit nichts dagegen
einzuwenden, zumindest ab dem vorliegend noch interessierenden (rückforderbaren)
Zeitraum ab Juni 2014 von der attestierten Arbeitsfähigkeit auszugehen, womit
3.7.
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4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 24. Mai 2019
aufzuheben und die Rente des Beschwerdeführers ist für den Zeitraum vom 1. Juni
2014 bis zum 31. Oktober 2017 auf eine Dreiviertelsrente zu reduzieren. Ab dem
1. November 2017 hat der Beschwerdeführer (wiederum) Anspruch auf eine ganze
Rente. Die Sache ist zur Berechnung einer allfälligen Rückforderung bzw. Nachzahlung
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Nachdem der Beschwerdeführer in der
Frage der rückwirkenden Rentenanpassung unterliegt, ist lediglich von einem
teilweisen (hälftigen) Obsiegen auszugehen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 61 lit. f erster Satz ATSG in Verbindung mit Art. 69 Abs.
1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu
beurteilenden Angelegenheit angemessen. Dem teilweisen Obsiegen entsprechend
bezahlen der Beschwerdeführer und die Beschwerdegegnerin die Gerichtsgebühr je
zur Hälfte, mithin je Fr. 300.--.
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGs 963.75) pauschal Fr. 1'500.- bis
Fr. 15'000.--. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf
die Anforderungen und Komplexität der Streitsache, den doppelten Schriftenwechsel
(spätestens) ab diesem Zeitpunkt nurmehr ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente
bestand. Die Festlegung des Anspruchs, von Nachzahlungen sowie Rückforderungen
für den vorhergehenden Zeitraum erübrigt sich, da für diese bereits die Verjährung
eingetreten ist und kein Rechtsschutzinteresse mehr besteht (vgl. Art. 25 ATSG).
Dasselbe gilt für Leistungen / Rückforderungen der Pensionskasse (vgl. Art. 35a BVG).
Für das Vorliegen einer strafbaren Handlung besteht kein Anhaltspunkt.
Unbestrittenermassen bestand und besteht ab November 2017 wieder Anspruch auf
eine ganze Rente.
bis
bis
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sowie das nur teilweise (hälftige) Obsiegen des Beschwerdeführers eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 2'000.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer)
angemessen.