Decision ID: db93a67e-6a30-56e3-b1cf-63597f943dba
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Fürsprecher Luigi R. Rossi, Oberer Graben 3, 9000 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Invalidenrente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ war bei der B._ AG in einem vollzeitigen Arbeitsverhältnis tätig und
dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen
von Unfällen versichert, als er am 23. Januar 2004 vom Pferd stürzte und sich
Verletzungen am linken Knie zuzog (act. G 3.1/1). Es wurde eine proximale Tibiafraktur
links mit lateraler Tibiaplateauimpressionsfraktur, frakturierter Eminentia intercondylaris
und Frakturausläufer in den proximalen Schaft; mit lateraler, kompletter radiärer
Rissbildung mit Luxation des Hinterhorns in der Intermediärzone diagnostiziert. Am 29.
Januar 2004 wurde eine offene Reposition und Plattenosteosynthese Tibiaplateau
lateral links mit Spongiosaplastik, 7 Loch-Abstützplatte sowie einer Meniskusnaht
lateral in der Intermediärzone im Kantonalen Spital Herisau durchgeführt (act. G 3.1/4).
Nach 100%iger Arbeitsunfähigkeit war der Versicherte ab dem 30. Juni 2004 zu 50%
und ab dem 2. August 2004 wieder vollzeitig bei der Arbeitgeberin tätig (act. G 3.1/11
und 16). Am 14. Februar 2006 fand die Osteosynthesematerialentfernung statt (act. G
3.1/21). Gemäss Rückfallmeldung vom 12. Dezember 2006 sind beim Versicherten
erneut Beschwerden im linken Fuss aufgetreten (act. G 3.1/26). Das MRI vom 21.
November 2006 zeigte ein minimalen Gelenkerguss, eine partielle Ankylose des
proximalen tibio-fibularen Gelenks bei vollständiger Konsolidation der vormaligen
subcapitalen Fibulafraktur, eine fortgeschrittene Chondropathie des lateralen femoro-
tibialen Kompartiments (Grad III), eine mässiggradige Chondropathia patellae sowie
eine femorale Ansatztendinose des Innenbands (act. G 3.1/28). Gemäss ärztlichem
Zwischenbericht vom 11. Januar 2007 klagte der Versicherte über persistierende
Schmerzen und eine verminderte Belastungstoleranz (act. G 3.1/29). Darauf führte Dr.
med. D._, Kantonales Spital Herisau, am 17. Januar 2007 eine Arthroskopie und
Meniskusteilresektion durch (act. G 3.1/31). Der Versicherte hat seine Arbeit am 30.
Januar 2007 zu 100% wieder aufgenommen (act. G 3.1/33). Gemäss Arztbericht von
Dr. med. E._, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, Orthopädie am Park, vom
29. Oktober 2007 klagte der Versicherte über belastungsinduzierte Beschwerden im
Knie, die vor allem im Verlaufe des Tages verstärkt auftreten würden. Das linke Knie sei
regelmässig am Abend geschwollen, er habe Schmerzen beim Gehen, sich verstärkend
auf unebenem Gelände und zeitweise verspüre er eine massive akute
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Schmerzeinstrahlung. Dr. E._ diagnostizierte eine initiale laterale posttraumatische
Arthrose und Synostose des proximalen Tibio-Fibulargelenks (act. G 3.1/35). Dr. med.
F._, Neurologie, Kantonsspital St. Gallen, hielt am 29. Oktober 2007 fest, dass sich
eine Läsion des Nervus cutaneus surae lateralis nachweisen lasse, die
belastungsabhängigen Schmerzen im Bereich des linken Knies jedoch aller
Wahrscheinlichkeit nach nicht auf eine neurogene Ursache zurückzuführen seien (act.
G 3.1/51). Die Skelettszintigrafie vom 14. April 2008 zeigte keine Hinweise für das
Vorliegen eines pathologischen Prozesses im Bereich des linken Kniegelenks auf,
sondern lediglich, bei wesentlich altersentsprechendem Zustand, diskrete degenerative
Veränderungen (act. G 3.1/46). Gemäss Schadenmeldung vom 16. Juli 2008 hat der
Versicherte seit dem 19. Mai 2008 die Arbeit ausgesetzt. Am 17. Juni 2008
diagnostizierte Dr. D._ eine Chondropathie des lateralen Tibiaplateaus; ein
hypertrophes Restmeniskushinterhorn und ein nichttransmuraler Meniskusvorderhorn-
Längriss lateral und führte gleichentags eine Arthroskopie und eine Teilmeniskektomie
lateral im Hinterhornbereich durch (act. G 3.1/43). Ab dem 14. Juli 2008 war der
Versicherte wieder zu 50% arbeitsfähig (act. G 3.1/45). Am 30. September 2008
berichtete Dr. med. G._, der IV, der Versicherte verfüge in der angestammten sowie
in einer leidensadaptierten Tätigkeit über eine Arbeitsfähigkeit von 50%. Nach ca. zwei
Stunden verspüre er zunehmende Knieschmerzen links, die auch bei nur ganz leichten
Tätigkeiten auftreten würden (act. G 3.1/59).
A.b Anlässlich der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 28. Oktober 2008 bei
Dr. med. H._, Facharzt für Chirurgie FMH, klagte der Versicherte über Schmerzen auf
der Aussenseite des linken Knies; dieses sei geschwollen und der Muskel noch
reduziert, zudem habe er, vor allem wenn er in gleicher Position verharre,
Anlaufbeschwerden. Ausserdem seien auch Beschwerden im rechten Knie
hinzugekommen. Dr. H._ führte aus, dass zurzeit keine weiteren medizinischen
Massnahmen betreffend das linke Knie zu empfehlen seien, so dass der administrative
Abschluss vorgenommen werden könne. Der Versicherte könne in einer adaptierten
Tätigkeit vollschichtig arbeiten. Den Integritätsschaden aufgrund verbliebener diskreter
Belastungs- und minimer Bewegungseinschränkung bei beginnend mässiger
Gonarthrose im femorotibialen lateralen Bereich schätzte er auf 5%. Eine
weitergehende spätere Verschlimmerung über das geschätzte Ausmass hinaus sei
nicht berücksichtigt worden (act. G 3.1/64).
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A.c Mit Schreiben vom 14. November 2008 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass
ab dem 12. November 2008 von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen und das
Taggeld ab diesem Datum eingestellt werde. Die Behandlung des rechten Knies werde
nicht von der Suva getragen, da die Beschwerden nicht auf den Unfall vom 23. Januar
2004 zurückzuführen seien (vgl. Schreiben von Dr. G._ vom 20. März 2009, wonach
am 11. November 2008 eine Arthroskopie am rechten Knie erfolgt sei; act. G 3.1/67
und 79). Dr. G._ beurteilte am 2. Februar 2009 die Arbeitsfähigkeit des Versicherten,
in abweichender Meinung von Dr. H._, in der angestammten Tätigkeit auf 50% und in
einer adaptierten Tätigkeit auf 50 bis 70% (act. G 3.1/79). Am 28. Mai 2009 gab der
Versicherte gegenüber der Suva an, immer noch 50% arbeitsunfähig zu sein und
dementsprechend halbtags zu arbeiten, da er weiterhin an Beschwerden im linken Knie
leide. Die Arbeitgeberin teilte ausserdem mit, die Differenz von 50% zwischen der von
der Suva angenommenen Arbeitsfähigkeit und der tatsächlichen Tätigkeit des
Versicherten habe bis anhin sie selbst getragen (act. G 3.1/81). In einem weiteren
Gespräch zwischen dem Versicherten, dem Vertreter der Arbeitgeberin und der Suva
wurde beschlossen, dass die Arbeitsfähigkeit erneut von einem Kreis- oder Drittarzt
untersucht werden sollte und der Versicherte versuchen werde, eine Arbeitsfähigkeit
von 75% umzusetzen (act. G 3.1/84). Darauf setzte Dr. G._ die Arbeitsfähigkeit des
Versicherten wiederum auf 50% fest, aufgrund dessen der Versicherte halbtags
arbeitete (act. G 3.1/85). Die besprochene kreisärztliche Untersuchung fand am 24. Juli
2009 durch Dr. H._ statt, der im Bericht die Diagnose vom 29. Oktober 2008
bestätigte und darlegte, dass der Versicherte zu 75% arbeiten sollte (act. G 3.1/88). Mit
MRI vom 29.Juli 2009 stellte Dr. med. I._, Spital Herisau, ein Status nach
osteosynthetisch versorgter Tibiaplateaufraktur mit posttherapeutischen
Veränderungen im Tibiaplateau und wahrscheinlich posttraumatisch bedingter
Überbrückung im proximalen Tibiafibulargelenk fest. Horizontal verlaufe ein
Meniskusriss mit Ausstrahlung nahe am freien Rand im lateralen Meniskusvorderhorn.
Im Hoffa-Fettkörper und im Bereich des lateralen Seitenbands seien narbige
Veränderungen vorhanden. Im lateralen Kniegelenkskompartiment zentral sei nur eine
leichtgradige Chondropathie erkennbar. Mit Schreiben vom 28. August 2009 teilte Dr.
G._ mit, dass der Versicherte nach grossen Widerständen zu 70% arbeite, da sonst
seine Arbeitsstelle gefährdet sein könnte (act. G 3.1/90). Am 20. November 2009 haben
die Arbeitgeberin, die Suva und der Versicherte beschlossen, dass Letzterer in einem
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Halbtagspensum arbeiten und die Suva ihre Taggeldleistungen auf 30% erhöhen
werde. Dies sei jedoch, gemäss Suva, keine Zusage für eine Rente oder für
längerfristige Taggeldleistungen (act. G 3.1/97). Die Arbeitgeberin ersetzte mit
Arbeitsvertrag vom 15. Dezember 2009 den bisherigen Arbeitsvertrag mit dem
Versicherten und setzte das Pensum auf 50% fest (act. G 3.1/103).
A.d In der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 7. Juni 2010 beschrieb Dr.
H._ den Gesundheitszustand des Versicherten als verbliebene Belastungs- und
leichte Bewegungseinschränkung bei beginnend mässiger Gonarthrose femorotibial
lateral. In der angestammten Tätigkeit sei von einer Arbeitsunfähigkeit von 30%
auszugehen, da der Versicherte zwischendurch schwere Gewichte heben müsse. Für
leichte und mittelschwere Tätigkeiten sei ein vollschichtiger Einsatz möglich (act. G
3.1/114). Aufgrund der leichten Verschlimmerung der Arthrose, schätzte Dr. H._ die
Integritätseinbusse auf 10% (act. G 3.1/113). Am 3. August 2010 teilte die Suva dem
Versicherten mit, die Heilkosten- und Taggeldleistungen würden mit dem 1. August
2010 eingestellt (act. G 3.1/121).
A.e Mit Verfügung vom 27. August 2010 richtete die Suva dem Versicherten eine
Invalidenrente auf der Basis eines Invaliditätsgrads von 22% (Valideneinkommen von
Fr. 76'100.-- und Invalideneinkommen von Fr. 59'387.--) und eines versicherten
Jahresverdienstes von Fr. 78'982.-- aus. Der Versicherte sei in seiner angestammten
Tätigkeit als Lagermitarbeiter tätig. Dabei sei seine Leistung unfall- wie
krankheitsbedingt um 50% eingeschränkt. Er könne jedoch jede leichte bis
mittelschwere Tätigkeit ganztags ausführen. Zudem sprach die Suva dem Versicherten
eine Integritätsentschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von 10% zu (act. G
3.1/130).
B.
Am 24. September 2010 erhob Fürsprecher Luigi R. Rossi, St. Gallen, für den
Versicherten Einsprache mit dem Antrag die Verfügung vom 27. August 2010 sei
aufzuheben; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Die Erwerbseinbusse des
Versicherten liege entgegen der Annahme der Suva bei mindestens 50% (act. G
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3.1/131). Die Suva wies die Einsprache mit Entscheid vom 24. Februar 2011 ab. Die
Invalidenrente sei korrekt bemessen worden (act. G 3.1/140).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid vom 24. Februar 2011 richtet sich die von
Fürsprecher Rossi im Namen des Versicherten erhobene Beschwerde vom 5. März
2011 mit dem Antrag, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und dem
Beschwerdeführer eine Invalidenrente von mindestens 50% zuzusprechen; unter
Kosten- und Entschädigungsfolge. Eine 50%ige Erwerbstätigkeit stelle das Maximum
der möglichen Belastung dar. Zudem verfüge der Versicherte einzig über eine
Ausbildung als Chauffeur. Diese Tätigkeit könne er nicht ganztags ausüben, auch das
Auf- und Abladen des Transportguts sei ihm nicht zuzumuten. Es sei nicht
nachvollziehbar, dass gemäss Dr. H._ keine objektivierbaren Befunde bestehen
sollten. Dieser habe den Beschwerdeführer am Morgen nur während einer halben
Stunde und am Abend während einer Viertelstunde untersucht. Ausserdem habe Dr.
H._ die zusätzlichen Arztzeugnisse nicht berücksichtigt und in keiner Weise die
eigenen objektiven Befunde festgehalten (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 18. April 2011 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des Einspracheentscheids. Der
Beschwerdeführer sei in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig. Indem
er zu 50% als Chauffeur tätig sei, schöpfe er die ihm verbliebene Arbeitskraft nicht in
zumutbarer Weise aus. Der Invalidenlohn sei deshalb gestützt auf die DAP-
Arbeitsplatzdokumentation ermittelt worden. Die gegen den kreisärztlichen Bericht vom
7. Juni 2010 ausgeübte Kritik gehe ins Leere, weshalb dieser volle Beweiskraft
geniesse. Der Einwand des Beschwerdeführers, er könne auf dem Arbeitsmarkt keine
geeignete Stelle finden, sei unzutreffend. Massgebend sei nicht der aktuelle, sondern
der ausgeglichene Arbeitsmarkt. Auch das Alter des Beschwerdeführers spiele keine
Rolle, weil es sich bei den ausgewählten DAP-Arbeitsplätzen um Hilfsarbeiten handle,
deren Nachfrage altersunabhängig bestehe (act. G 3).
C.c Mit Replik vom 19. Mai 2011 lässt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
festhalten. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit könne nicht in einer Untersuchung
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erfolgen, die lediglich 30 Minuten gedauert habe. Des Weiteren bestehe eine
Diskrepanz zwischen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin und den
Darlegungen in den Arztberichten. Aufgrund dessen müsse der Beschwerdeführer noch
einmal eingehend untersucht werden (act. G 6).
C.d Die Beschwerdegegnerin hält ihrerseits am Antrag auf Abweisung der
Beschwerde fest und verzichtete mit Stellungnahme vom 30. Mai 2011 auf eine
ausführliche Duplik (act. G 8).

Erwägungen:
1.
Streitig ist, welcher Invaliditätsgrad Basis für die dem Beschwerdeführer für die
Restfolgen des Unfallereignisses vom 23. Januar 2004 mit Wirkung ab dem 1. August
2010 zugesprochenen Rentenleistungen bildet. In Bezug auf die Höhe der
Integritätsentschädigung ist die Verfügung vom 27. August 2010 in Rechtskraft
erwachsen. Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Entscheid (Erwägung 2)
die rechtlichen Grundlagen der Bemessung von Rentenleistungen zutreffend dar;
darauf kann verwiesen werden.
2.
Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Die
Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht haben den Sachverhalt von Amtes
wegen festzustellen und zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige
Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Dieser Grundsatz gilt jedoch
nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien
(BGE 122 V 158 E. 1.a und 121 V 210 E. 6.c, je mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswerts von Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte ist
entscheidend, ob sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich
widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die
Tatsache allein, dass ein Arzt oder eine Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum
Versicherungsträger steht, reicht nicht aus um auf mangelnde Objektivität und auf
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Befangenheit zu schliessen. Vielmehr bedarf es dafür besonderer Umstände (BGE 125
V 354 f. E. 3.b.ee).
3.
3.1 Für die Ermittlung des ohne Gesundheitsschadens mutmasslich erzielten
Verdiensts (Valideneinkommen) ist ausschlaggebend, was die versicherte Person im
Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde.
Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensentwicklung angepassten Verdienstes angeknüpft, da es empirischer
Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden
fortgesetzt worden wäre (BGE 135 V 300 E. 5.1). Neben dem Grundlohn sind auch
weitere Lohnbestandteile zu berücksichtigen (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2.
Aufl. Zürich 2009, Art. 16, Rz. 12 f.). Die Beschwerdegegnerin stellte auf die Angaben
der Arbeitgeberin des Beschwerdeführers ab, wonach diese für das Jahr 2010 von
einem Valideneinkommen von Fr. 76'100.-- (13 x Fr. 5'700.-- + Fr. 2'000.-- Bonus; vgl.
act. G 3.1/119) ausgeht. Auf dieses ist vorliegend abzustellen.
3.2 Für die Festlegung des Invalideneinkommens ist zuerst abzuklären, ob der
Versicherte nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit ausübt. Wenn dies der Fall
ist, gilt der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalideneinkommen, wenn kumulativ
besonders stabile Arbeitsverhältnisse herrschen und anzunehmen ist, dass er die ihm
verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft sowie das
Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint
(BGE 117 V 18 E. 2.c.aa). Falls kein solches Erwerbseinkommen gegeben ist,
namentlich wenn der Versicherte nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder
jedenfalls keine ihm an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so
können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne beigezogen werden (BGE 126 V 76 f.
E. 3.b.bb mit Hinweisen).
3.2.1 Als Grundlage für die Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens
dient die Arbeitsfähigkeitsschätzung. Die Beschwerdegegnerin stützte sich dabei auf
die ärztliche Abschlussuntersuchung vom 7. Juni 2010 durch Kreisarzt Dr. H._.
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Dieser untersuchte den Beschwerdeführer vormittags und abends, um den geltend
gemachten Beschwerden, die im Verlauf des Tages zunehmen würden, Rechnung zu
tragen. Die am Morgen durchgeführte Umfangmessung (37,5 cm) des linken Knies
(Mitte Patella) sei in etwa identisch mit jener am Abend (37,8 cm). Das Ausmass der
subjektiv beklagten Beschwerden mit objektivierbaren Befunden sei bezüglich der
Arbeitsfähigkeit schwierig zu korrelieren. Bei der minimen objektivierbaren
Verschlimmerung des gesundheitlichen Zustands sei in Bestätigung früherer
Untersuchungen eine Arbeitsunfähigkeit von 30% in nicht optimaler Tätigkeit (in Bezug
auf die damals aktuelle Tätigkeit bei der Arbeitgeberin als Chauffeur/Lagerist) gegeben.
Für leichte und mittelschwere Tätigkeiten, ohne Einnahme von bodennahen und
knienden sowie kauernden Haltungen, ohne wiederholtes Treppenbegehen und längere
Gehstrecken, sei ein vollschichtiger Einsatz möglich (act. G 3.1/114).
Der Beschwerdeführer rügt insbesondere, Dr. H._ habe ihn während nicht einmal 30
Minuten untersucht. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei nicht glaubwürdig, da man
die Frage der Arbeitsfähigkeit nicht in dieser kurzen Zeit abschliessend beurteilen
könne. Dieser Einwand vermag nicht zu überzeugen. Der Beweiswert einer ärztlichen
Abschlussuntersuchung kann nicht nur von der Dauer der Untersuchung abhängen.
Vielmehr ist die Qualität entscheidend. Dr. H._ hat sich bei seiner Beurteilung auf
umfassende Untersuchungen gestützt und sich mit den Beschwerden des
Beschwerdeführers ausführlich auseinandergesetzt. Bei der Aussage des
Beschwerdeführers, Dr. H._ habe am Morgen das Messband locker und am Abend,
bei geschwollenem Zustand, sehr eng um das linke Knie angelegt, handelt es sich um
eine durch nichts belegte Behauptung. Es besteht kein Anlass an der
Untersuchungsmethode von Dr. H._ und den Messergebnissen zu zweifeln, ist dieser
doch als Mitarbeiter der Suva, also eines dem Gesetzesvollzug dienendes
Verwaltungsorgans, zu korrekter Sachverhaltsermittlung und damit medizinischer
Abklärung verpflichtet. Ausserdem gibt die Beschwerdegegnerin, entgegen den
Behauptungen des Beschwerdeführers, in korrekter Weise die Ausführungen von Dr.
H._ wieder, wonach der Beschwerdeführer in einer leidensadaptierten Tätigkeit über
eine Arbeitsfähigkeit von 100% verfüge. Der Verweis des Beschwerdeführers auf die
Berichte von Dr. F._ vom 29. Oktober 2007, von Dr. G._ vom 14. Juli 2008 und
vom 27. August 2008 sowie auf das Schreiben des KSSG vom 26. Oktober 2009 geht
ins Leere (act. G 3.1/51, 53, 59, 60 und 93). Diese Berichte wurden teilweise sogar
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noch vor dem gesundheitlichen Endzustand verfasst und sind nicht geeignet, als
Grundlage für eine Zumutbarkeitsbeurteilung hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit zu
dienen, die Ausgangspunkt der Festsetzung des Invalideneinkommens ist (vgl.
Mitteilung der SVA vom 11. Dezember 2008, wonach vorerst auf den weiteren
medizinischen Verlauf abgewartet werden muss und demnach ein medizinisch stabiler
Zustand verneint wird; act. G 3.1/74). Dr. H._ verweist insofern auf den Bericht von
Dr. F._, als dass er schon in der ärztlichen Abschlussuntersuchung vom 28. Oktober
2008 darauf Bezug nimmt und dessen Beurteilung, nämlich die Verneinung einer
neurogenen Ursache der belastungsabhängigen Schmerzen im linken Knie
berücksichtigt. Die Arztberichte älteren Datums vermögen eher als Vorakten
(Anamnese), denn als Beurteilung der jetzigen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
zu dienen. Die genannten Arztberichte setzen sich zudem nicht mit einer an die
gesundheitlichen Beschwerden angepassten, zumutbaren Tätigkeit auseinander, wie
dies Dr. H._ in präziser Art und Weise festhält und klar zwischen einer möglichen
Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten und in der angestammten Tätigkeit
unterscheidet. Des Weiteren stützt sich Dr. H._ auch auf neuere
Untersuchungsergebnisse, namentlich auf das MRI vom 29. Juli 2009 und auf den
Konsultationsbericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 23. Oktober 2009 (act. G
3.1/90 und 93).
In der Replik vom 19. Mai 2011 fordert der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers,
dass dieser aufgrund der Diskrepanz zwischen den Ausführungen der Suva und den
Darlegungen in den Arztberichten, noch einmal eingehend untersucht werden müsse.
Es ist nicht anzunehmen, dass weitere medizinische Abklärungen für die Beurteilung
des vorliegend relevanten Sachverhalts neue Erkenntnisse bringen, weshalb darauf
verzichtet werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 94 E. 4b; Pra 88
Nr. 117; SVR-UV 1996 Nr. 62.211). Es bestehen keine Anhaltspunkte, welche Zweifel
an der ärztlichen Abschlussuntersuchung vom 7. Juni 2010 von Dr. H._ zu erwecken
vermöchten. Damit ist auf den Bericht von Dr. H._ abzustellen.
3.2.2 Der Beschwerdeführer hat nach Eintritt des Gesundheitsschadens seine an
sich in einer leidensadaptierten Tätigkeit zumutbare Erwerbsfähigkeit von 100% nicht
ausgeschöpft. Er ist ab dem 1. Januar 2010 bei der Arbeitgeberin zu 50% tätig (vgl.
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Arbeitsvertrag zwischen der Arbeitgeberin und dem Beschwerdeführer vom 15.
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3.2.3 Wenn die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat,
so können nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne gemäss den vom
Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
oder die DAP-Zahlen herangezogen werden. Unter der Bezeichnung DAP führt die
Suva eine interne Dokumentation zu ausgewählten Arbeitsplätzen mit Angaben zu den
ausbildungsmässigen und körperlichen Anforderungen, der betrieblichen Arbeitszeit
und dem Verdienst sowie zum konkreten Aufgabenbereich (BGE 129 V 475 f. E. 4.2.1
mit Hinweisen). Im Hinblick auf die geforderte Repräsentativität der DAP-Profile und
der daraus abgeleiteten Lohnangaben hat die Beschwerdegegnerin nach der
Rechtsprechung Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der
gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den
Höchst- und den Tiefstlohn sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils
verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Gruppe. Im Beschwerdeverfahren ist
es Sache des angerufenen Gerichts, die Rechtskonformität der DAP-
Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Versicherer
zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich
gestützt auf die LSE vorzunehmen (Urteil des EVG vom 28. August 2003 i/S C.
[U 35/00] E. 4.2.2). Die erforderlichen Angaben sind den Akten zu entnehmen (act. G
3.1/124). Der nach Rechtsprechung geforderten Repräsentativität der DAP-Profile ist
Genüge getan.
3.2.4 Indem die Invaliditätsbemessung auf Grund hypothetischer
Vergleichseinkommen und unter Berücksichtigung des in Betracht fallenden
(ausgeglichenen) allgemeinen Arbeitsmarktes zu erfolgen hat, müssen die DAP auch im
konkreten Einzelfall repräsentativ sein. Es genügt nicht, wenn lediglich ein einziger oder
einige wenige zumutbare Arbeitsplätze angegeben werden. Eine Mindestanzahl von
fünf Arbeitsplätzen erscheint in quantitativer Hinsicht als ausreichend (BGE 129 V 480
E. 4.2.2). Bei der Berechnung des Invalideneinkommens hat sich die
Beschwerdegegnerin auf die DAP-Zahlen der Arbeitsplätze Nr. 9223, 3602, 8483,
338839 und 6894 gestützt. Die ausgewählten DAP-Arbeitsplätze sind den
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behinderungsbedingten Einschränkungen des Beschwerdeführers angepasst. Es
werden weder kniende Positionen, noch Treppensteigen verlangt. Längere
Gehstrecken sind zudem nicht erforderlich (höchstens manchmal bis zu 50 m). Die
Beschwerdegegnerin hat den Durchschnittslohn (Fr. 59'387.20) und das sich daraus
ergebende Invalideneinkommen in derselben Höhe in korrekter Weise ermittelt.
3.3 Damit resultiert aus der Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen
ein Erwerbsunfähigkeitsgrad von aufgerundet 22%. Unter diesen Umständen lässt sich
der von der Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 27. August 2010 errechnete
und im Einspracheentscheid vom 24. Februar 2011 bestätigte Invaliditätsgrad nicht
beanstanden.
4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG: SR 830.1]).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP