Decision ID: 7e61fd11-f57a-5903-a9ff-e2a751c83742
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons
St. Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Nachbelastung von paritätischen Beiträgen 2008-2010 sowie Verzugszinsen
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ ist seit 1. Oktober 1987 bei der Sozialversicherungsanstalt SVA des Kantons
St. Gallen (kantonale Ausgleichskasse) als Selbständigerwerbender und Arbeitgeber
erfasst. Im Rahmen einer Kontrolle über die Einhaltung der schweizerischen Lohn- und
Arbeitsbedingungen sowie der Melde- und Bewilligungspflichten gemäss
Sozialversicherungs-, Ausländer- und Quellensteuerrecht informierte das Amt für
Wirtschaft (neu: Amt für Wirtschaft und Arbeit, AWA) A._ mit Schreiben vom
26. September 2011 darüber, dass es für alle "festen Mitarbeiter Inland" des B._
einen orts- und berufsüblichen Lohn berechnet habe (act. G 3.1.3). Am 15. Dezember
2011 wurden die von der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA)
angewandte Beitragspflicht bzw. deren Grundlagen zwischen A._ und Vertretern des
AWA und der SVA besprochen (act. G 3.1.2).
A.b Mit Stellungnahme vom 12. Januar 2012 stellte A._ der SVA eine überarbeitete
Zusammenstellung betreffend der nicht abgerechneten Lohnsummen zu. Die AHV-
Abrechnungen würden seit Jahren durch eine Buchhalterin geführt, welche absolut
zuverlässig, korrekt und genau arbeite. Sie achte minutiös darauf, bis zu den kleinsten
Beträgen von Fr. 10.--, zu Handen der SVA genaue Angaben zu machen. Die meisten
Falschannahmen durch die SVA würden vorliegend Personen betreffen, die in den
Abrechnungsperioden die Schule C._ besucht hätten oder seit Jahren als Missionare
im Ausland selbständig tätig seien. Zudem seien auch Kranke und Hilfesuchende
aufgelistet worden, die aus der Psychiatrie oder von der Strasse aufgenommen und
denen nur ein warmes Nest gegeben worden sei. Es könne nicht sein, dass im
christlichen Land Schweiz keine echte Diakonie, keine diakonische Arbeit christlicher
Nächstenliebe im Sinne des barmherzigen Samariters mehr möglich sei. Der
Einsprecher selber tue diesen Dienst nicht erst seit 2008, sondern seit 1976, als er
seinen Lehrerberuf aufgegeben habe, um sein ganzes Leben Gott zu weihen. Seine
vielen Freunde, die dadurch angespornt worden seien, in den vergangenen Jahren
dasselbe zu tun, hätten ebenfalls ihre Berufe verlassen. In diesen hätten sie zum Teil
wesentlich mehr als einen "Minimallohn" von Fr. 3'000.--/Mt. verdient (act. G 3.1.9).
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A.c Mit Schreiben vom 3. Februar 2012 berief sich die SVA auf die Besprechung vom
15. Dezember 2011. Damals sei ausführlich erklärt worden, warum das AWA und die
SVA eine korrekte Bezahlung der Arbeitnehmer und eine korrekte Deklaration der AHV-
pflichtigen Löhne verlange. Das AWA habe eine verbindliche Lohnempfehlung für
sämtliche Mitarbeiter unterbreitet. Die SVA habe einen Mindestlohn für die
Nachbelastung der Jahre 2008 bis 2010 festgelegt. Sie gehe davon aus, dass
sämtliche Mitarbeiter mindestens dieses Einkommen erzielen müssten, um für alle
Verbindlichkeiten wie Unterkunft, Verpflegung, Bekleidung, Krankenkasse,
Versicherungen und Steuern etc. aufkommen zu können. A._ habe für seine
Arbeitnehmer nicht den effektiven AHV-pflichtigen Lohn deklariert. Sämtliche Gaben
aus den Tätigkeiten für das christliche Werk gehörten ebenfalls zum AHV-pflichtigen
Lohn. Egal, ob diese Gaben direkt von A._ oder indirekt von anderen Personen
stammten. Es handle sich um eine Umgehung der AHV-Beitragspflicht, wenn diese
Gaben nicht lückenlos über die Buchhaltung von A._ verbucht würden (act.
G 3.1.10).
A.d Mit Nachzahlungsverfügungen vom 10. Februar 2012 forderte die SVA von A._
für die Jahre 2008, 2009 und 2010 paritätische Beiträge in Höhe von Fr. 46'707.15,
Fr. 54'384.80 und Fr. 64'811.40 nach (act. G 3.1.13, 3.1.14, 3.1.15). Ausserdem ver
fügte sie am 14. Februar 2012 auf den Nachforderungen für die Jahre 2008 bis 2010
gestützt auf einen Zinssatz von 5% Verzugszinsen von Fr. 7'291.50, Fr. 5'770.85 und
Fr. 3'636.65 (act. G 3.1.16, 3.1.17, 3.1.18).
A.e Mit Schreiben vom 10. Februar 2012 informierte die SVA A._ ebenfalls darüber,
dass er sich auf Grund der Nachbelastungen der AHV-Beiträge rückwirkend auf den 1.
Januar 2008 einer registrierten Vorsorgeeinrichtung anschliessen müsse (act. G 3.1.12).
A.f Gegen die Verfügungen vom 10. und 14. Februar 2012 erhob A._ mit Schreiben
vom 21. Februar 2012 Einsprache. Er machte geltend, er lasse sich nicht in das Korsett
sogenannter Mindestlöhne hineinzwängen. Dies nur schon darum, weil sie als
Missionare auf einem viel tieferen Lebensstandard lebten als der Durchschnittsbürger.
Sie würden viel weniger Geld ausgeben und lebten viel billiger. Dazu legte er die
Aufstellungen über die Lebenskosten dreier langjähriger Mitarbeiter bei. Ausserdem
hielt er fest, dass es die Diakonie je länger je mehr brauche. Es gehe dabei um
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unbezahlte barmherzige Nächstenliebe. In vielen Fällen seien allein im B._ viele
Hilfesuchende gratis über Wochen, Monate oder sogar Jahre beherbergt worden.
Dabei handle es sich um Menschen, die sonst den Sozialämtern zur Last gefallen
wären oder fallen würden. Die Einsparungen für die Sozialämter, Gemeinden oder den
Staat würden allein in den Jahren 2008 bis 2010 eine oder mehrere Millionen Franken
ausmachen (act. G 3.1.19, 3.1.20).
B.
Mit Einspracheentscheid vom 23. Juli 2012 wies die SVA die Einsprache ab. Vorliegend
würden Geldgaben von betreuten Personen und freiwilligen Spendern mit der Arbeits
tätigkeit für A._ zusammenhängen und zum massgebenden Lohn gehören. A._
führe diese Beiträge in seiner Buchhaltung nicht auf. Er nenne deren Höhe nicht und
verletze dadurch seine Abrechungspflicht. Die von der SVA berücksichtigten
Jahresbruttoeinkommen von Fr. 36'000.-- bei Vollzeitangestellten und von Fr. 24'000.--
bei Teilzeitangestellten oder Angestellten mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit seien
tiefer als die von der Schwarzarbeitsinspektorin des AWA ermittelten orts- und berufs
üblichen Einkommen und somit nicht zu beanstanden. Es gehe nicht an, einerseits alle
Sozialleistungen wie Kinderzulagen oder Krankenkassen-Prämienverbilligungen vom
Staat zu verlangen, andererseits aber die geschuldeten Abgaben nicht leisten zu wollen
(act. G 3.1.27).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde von A._ vom 22.
August 2012 mit den Anträgen auf Befreiung von "sämtlichen Beitragsforderungen"
2008 bis 2010 sowie den Verzugszinsen gemäss den Verfügungen vom 10. und 14.
Februar 2012 seitens der SVA-Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen.
Zudem sei die missionarische, ehrenamtliche, diakonische, gemeinnützige und wohltä
tige Arbeit, die weit mehr als nur soziale Aspekte beinhalte, endlich staatlich
anzuerkennen. Zur Begründung brachte der Beschwerdeführer vor, dass die
Forderungen nicht legitim seien, weil sie auf falschen Annahmen und Angaben
beruhten und nicht den effektiven Tatbeständen entsprächen. Die wesentlichen
Aspekte der Einsprache vom 21. Februar 2012 seien im Einspracheentscheid vom 23.
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Juli 2012 nicht berücksichtigt worden. Dies könne nicht akzeptiert werden, da es um
das Hauptziel seiner Arbeit gehe. Dass seine "Geschäftstätigkeit" ab dem 1. Oktober
1987 habe zwangserfasst werden müssen, sei eine falsche, wahrscheinlich
versehentliche Unterschiebung. Tatsache sei, dass er im Juni 1988 seine Arbeit
begonnen habe. Das Missionswerk sei eine private Angelegenheit und ein
ehrenamtlicher Betrieb. Es gebe keine Arbeitsverträge. Gegenüber der SVA werde den
Anordnungen gefolgt, dass die Mitarbeiter mit zivilrechtlichem Wohnsitz in der Schweiz
ihre Beiträge zahlen müssten, seien es die gewöhnlichen oder die Mindestbeiträge.
Allen Mitarbeitern werde Kost und Logis in Rechnung gestellt. Rabatte würden als
Naturallohn abgerechnet. Diese Beträge befänden sich im Bruttolohn. Bei Kranken und
Hilfesuchenden werde über Kost und Logis Buch geführt, aber die Kosten würden vom
Missionswerk getragen. Diese Personen seien gemäss Abmachung mit der SVA von
den Beiträgen befreit. Sämtliche Spenden würden monatlich in der Buchhaltung
erscheinen. Wenn Mitarbeiter eine persönliche Spende erhielten, liege die Verwaltung
dieses Geldes in ihrer eigenen Verantwortung. Sie hätten keine Einsicht in solche
Gaben. Zudem hätten sie nie eine Forderung gestellt betreffend Kinderzulagen oder
Prämienverbilligungen. Alle, die mit ihnen auf freiwilliger Basis zusammenarbeiten
würden, seien weder Angestellte noch Mitglieder einer religiösen Gemeinschaft. Sie
seien weder eine Organisation noch ein Verein oder eine Stiftung. Hier würden nur
ehrenamtliche freiwillige Helfer mitarbeiten, ob temporär oder vollzeitlich. Da sie
inzwischen weltweit in über 30 Ländern missionarisch und diakonisch tätig seien, seien
viele der Diakone wochen- oder monatsweise oder für Jahre im Ausland eingesetzt
(act. G 1).
C.b Mit Eingabe vom 4. September 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin unter
Verweis auf die Begründung des angefochtenen Einspracheentscheids die
Beschwerdeabweisung (act. G 3).
C.c In der Replik vom 14. November 2012 hielt der Beschwerdeführer an seinen
Anträgen fest (act. G 7).
C.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 9).
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Erwägungen:
1.
1.1 Nach dem Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG,
SR 831.10) obligatorisch versichert sind u.a. die natürlichen Personen, die in der
Schweiz ihren zivilrechtlichen Wohnsitz haben, und jene, die in der Schweiz eine
Erwerbstätigkeit ausüben (Art. 1a Abs.1 lit. a und b AHVG). Die im Sinne von Art. 1a
Abs. 1 lit. a und b AHVG Versicherten sind gemäss Art. 3 Abs. 1 Satz 1 AHVG
beitragspflichtig, solange sie eine Erwerbstätigkeit ausüben. Für Nichterwerbstätige
beginnt die Beitragspflicht am 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres und
dauert bis zum Ende des Monats, in welchem Frauen das 64. und Männer das
65. Altersjahr vollendet haben (Art. 3 Abs. 1 Satz 2 AHVG).
1.2 Zum massgebenden Lohn gehören alle Bezüge der arbeitnehmenden Person, die
wirtschaftlich betrachtet mit dem Arbeitsverhältnis in Zusammenhang stehen. Nicht von
Bedeutung ist, ob die betreffende Entschädigung geschuldet war oder freiwillig
entrichtet worden ist oder ob es sich um ein unmittelbares (oder bloss um ein
mittelbares) Entgelt handelt. Es reicht zur Erfassung als massgebender Lohn also aus,
dass die Entschädigung irgendeine (wirtschaftliche) Beziehung zum Arbeitsverhältnis
hat (BGE 124 V 102). Massgebend ist die Beziehung des zu qualifizierenden
Einkommens zur Betätigung der beziehenden Person. Besteht ein solcher
Zusammenhang, kann es nicht darauf ankommen, ob diese Tätigkeit überhaupt nicht
oder auch nicht vorwiegend in Erwerbsabsicht ausgeübt wird, weil etwa ideelle oder
gemeinnützige Zwecke im Vordergrund stehen. Beitragspflichtiges Einkommen liegt
also bei jeder Leistung vor, die im Zusammenhang mit einem Arbeits- oder
Dienstverhältnis steht und ohne dieses nicht erbracht worden wäre (Ueli Kieser,
Rechtsprechung zur Alters- und Hinterlassenenversicherung, 3. Aufl. Zürich 2012,
Rz. 124 zu Art. 5 mit Hinweisen). Erfasst wird grundsätzlich nur ein Lohn, der
tatsächlich geflossen ist (AHI-Praxis 2001 222 E. 4a). Auf einem fiktiven Lohn können
deshalb keine Beiträge entrichtet werden (AHI-Praxis 2001 225 E. 6).
1.3 Besteht auf Grund der konkreten Umstände kein relevanter Zusammenhang
zwischen freiwilligen Spenden oder Hilfeleistungen und den von der betreffenden
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Person ausgeübten Tätigkeiten und werden die Lebensbedürfnisse auf das
Allernotwendigste beschränkt, ist anzunehmen, dass es sich um eine
Nichterwerbstätigkeit handelt (Kieser, Rechtsprechung, a.a.O., Rz. 14 zu Art. 10; vgl.
auch SVR 1997 AHV Nr. 119 betreffend den Beitragsstatus eines Missionars, der als
Nichterwerbstätiger qualifiziert wurde, weil er seinen Lebensunterhalt ausschliesslich
mittels Zuwendungen von Verwandten und Freunden bestritt; vgl. dagegen ZAK 1950
159f., wonach Evangelisten, die regelmässig von der religiösen Gemeinschaft, der sie
angehören, eine feste Entschädigung beziehen, als Unselbständigerwerbende
qualifiziert wurden).
1.4 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung
des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht
uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE
110 V 52 E. 4a und 112 E. 3b). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast
im Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im
Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur
insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei
ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE
107 V 163 E. 3a mit Hinweisen). Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es
sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund
einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die
Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 105 V 216 E. 2c
mit Hinweis).
2.
2.1 Vorliegend ist nicht mehr umstritten, welche Personen auf Grund ihrer Arbeit für
die Betätigungsfelder des Beschwerdeführers einer grundsätzlichen AHV-Pflicht als
Erwerbstätige unterstehen (vgl. u.a. act. G 3.1.9 und G 3.1.10: Schreiben des
Beschwerdeführers vom 31. Januar 2012). Gemäss den Akten wurde diesen Personen
auch ein Lohn ausbezahlt. Streitig und zu prüfen ist jedoch die Höhe der Beitragspflicht
und damit deren Bemessungsgrundlagen. Während die Beschwerdegegnerin bei den
in den verschiedenen Tätigkeitsbereichen des Beschwerdeführers mitarbeitenden Per
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sonen von einem Anspruch auf Minimallöhne ausgeht, dementiert der Beschwerde
führer, dass diese Mitarbeitenden über so hohe Einnahmen verfügen würden. Sie
würden vielmehr freiwillig zu Gunsten des guten Zwecks ihrer christlichen Tätigkeiten
auf die früher in den alten Berufen erzielten Einkommen verzichten. Schliesslich seien
diese gemeinnützigen, caritativen Dienste sowie eine echte Diakonie anzuerkennen.
2.2 Die Beschwerdegegnerin begründete die Beitragsberechnung damit, sie habe sich
auf die Wegleitung über den massgebenden Lohn (WML) in der AHV, IV und EO (Stand
1. Januar 2012) gestützt. Laut Rz 4016 WML gehören zum massgebenden Lohn der
erwerbstätigen Mitglieder religiöser Gemeinschaften die Vergütungen, welche die
Personen, in deren Diensten die Mitglieder stehen, dem Kloster, dem Mutterhaus
(Stationsgeld) oder dem Mitglied selbst entrichten sowie die Naturalleistungen
(Verpflegung und Unterkunft). Der für den Eintrag im individuellen Konto massgebende
Lohn des einzelnen Mitglieds wird ermittelt, indem der innerhalb eines Jahres erzielte
gesamte massgebende Lohn nach Rz 4016 durch die Zahl der Mitglieder geteilt wird
(Durchschnittslohn; Rz 4017). Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt,
dass Geldgaben von betreuten Personen und freiwilligen Spendern mit der
Arbeitstätigkeit der für den Beschwerdeführer tätigen Mitarbeitenden
zusammenhingen. Da der Beschwerdeführer diese Beträge in der Buchhaltung jedoch
nicht aufgeführt habe, habe er seine Abrechnungspflicht nach Art. 36 der Verordnung
über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV; SR 831.101) verletzt. Die
Arbeitnehmenden seien daher auf Grund einer eigens festgelegten
Jahresbruttoeinkommensberechnung für Vollzeit- und Teilzeitangestellte zu veranlagen
(vgl. dazu: Art. 38 AHVV). Weil diese Einkommen tiefer seien als die von der
Schwarzarbeitsinspektorin des AWA ermittelten orts- und berufsüblichen Einkommen,
seien sie nicht zu beanstanden (act. G 3.1.27).
2.3 Damit ging die Beschwerdegegnerin aber gerade nicht von den effektiven Natural-
und Geldleistungen aus, welche nach der WML dem Mutterhaus bzw. vorliegend dem
Beschwerdeführer und den erwerbstätigen Mitgliedern selber von den Personen, in
deren Diensten die Mitglieder stehen, entrichtet wurde. Vielmehr berechnete sie die
massgebenden Löhne gestützt auf einen fiktiven Geldbetrag, welchen die erwerbs
tätigen Mitglieder nach Auffassung der Beschwerdegegnerin bei einem bescheidenen
Lebensstandard für ihren Lebensunterhalt durchschnittlich mindestens benötigen
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würden (act. G 3.1.10). Diese Berechnung verstösst gegen Gesetz und gängige Praxis,
weshalb sie nicht zu bestätigen ist. Gestützt auf die dem Gericht vorliegenden Akten
erscheint aber das Lohnsystem des Beschwerdeführers tatsächlich nicht ausreichend
transparent (vgl. insbesondere act. G 3.1.4). So können der Buchhaltung des
Beschwerdeführers weder die Spenden an die Arbeitnehmenden, die im
Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit erfolgten, noch die Naturalleistungen entnommen
werden. Gemäss Art. 38 AHVV kann die Ausgleichskasse bei fehlenden Angaben des
Arbeitgebers eine Veranlagungsverfügung auf Grund eigener Abklärungen bzw. einer
Prüfung der Verhältnisse an Ort und Stelle erlassen. Dies müsste jedoch aus der
Verfügung eindeutig hervorgehen. Vorliegend wurde die Höhe der veranlagten Löhne
einzig mit theoretischen Ansätzen durchschnittlicher Lebenskosten begründet, was mit
Art. 38 AHVV nicht vereinbar ist. Hinzu kommt, dass die Ausgleichskasse mit dem
Erlass einer Verfügung auf dem Gebiet der paritätischen Beiträge, eine Beitragsschuld
sowohl des Arbeitgebers als auch des Arbeitnehmers feststellt (Art. 4, 5, 12 und 13
AHVG). Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind damit in gleicher Weise durch die
Verfügung betroffen und müssten folglich die Möglichkeit erhalten, zur
Beitragsfestsetzung Stellung zu nehmen. Vorliegend wurde aber offensichtlich
unterlassen, bei den betreffenden Arbeitnehmern in irgendeiner Form vorstellig zu
werden. So ist überhaupt nicht klar, wer freiwillig auf einen orts- und berufsüblichen
Lohn verzichtet, ob die Mitarbeitenden über weitere Einkommensquellen verfügen, d.h.
ob sie weiteren Erwerbstätigkeiten nachgehen, in welchen Arbeitspensen sie für den
Beschwerdeführer tätig sind, wer tatsächlich wie viel Kost und Logis in Anspruch
nimmt bzw. innerhalb der Gemeinschaft lebt oder nur dort arbeitet. Bei all diesen
Fragen hätte die Beschwerdegegnerin die AHV-Beitragspflichtigen im
Verwaltungsverfahren miteinbeziehen müssen. Indem sie dies versäumte, hat sie die im
Sozialversicherungsrecht allgemein geltende Untersuchungspflicht verletzt (vgl. Art. 43
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]). Es ist somit festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin die massgebenden
Löhne, d.h. alle Einkommensbestandteile, welche mit dem Arbeitsverhältnis
zusammenhängen, unter Einbezug der Arbeitnehmenden noch abzuklären hat.
2.4 Die Beschwerdegegnerin beruft sich hinsichtlich ihres Vorgehens bezüglich der
Veranlagung von Minimallöhnen auch auf den Entscheid des Arbeitsgerichts D._ vom
18. Juni 2007. Dieses hatte A._ auf Grund einer "Forderung aus Arbeitsrecht" des
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Ehepaars E._ zur Zahlung von Fr. 21'572.-- und Fr. 12'726.-- verpflichtet. Gemäss
den Erwägungen des Arbeitsgerichts handelte es sich dabei um Löhne von Dezember
2006 bis Januar 2007 sowie um ein Entgelt für nicht bezogene Freitage, auf welche das
Ehepaar für seine Arbeit im Hotel F._ Anspruch hatte (act. G 3.1.7). Wie aus dem
Urteil ersichtlich wird, erhielt das Ehepaar E._ entgegen seinem Willen weder einen
für seine Tätigkeit angemessenen noch einen zur Bestreitung der Lebenskosten
notwendigen Lohn ausbezahlt. Dies stützt aber nicht die Annahme von Minimallöhnen,
sondern vielmehr die Behauptung des Beschwerdeführers, dass sich die
Entschädigungen an die Arbeitnehmenden eben nicht im Rahmen der bestrittenen
Lohnhöhen von Fr. 36'000.-- (für Vollerwerbstätige) bzw. Fr. 24'000.-- (für
Teilerwerbstätige) bewegt haben. Auch im Fall "E._" durfte eine zusätzliche AHV-
Beitragspflicht erst nach gerichtlicher Zusprache der arbeitsrechtlichen Forderungen
berücksichtigt werden. Im Übrigen ist dieser Fall nicht wegleitend für die anderen
Arbeitnehmer des Beschwerdeführers. So verzichtete das in der F._ tätige
Wirteehepaar im Gegensatz zu den anderen offensichtlich nicht freiwillig auf einen
angemessenen Lohn für seine Arbeit. Demgegenüber bekundeten immerhin drei der
übrigen Mitarbeitenden in den mit der Einsprache vom 21. Februar 2012 eingereichten
Aufstellungen, dass sie von einer angemessenen Entlöhnung absehen würden (vgl. act.
G 3.1.20). Diesen Personen darf somit nicht einfach ein hypothetisches bzw. nie
realisiertes Einkommen angerechnet werden (vgl. Erwägung 1.2).
2.5 Obgleich das Ansinnen der Beschwerdegegnerin verständlich erscheinen mag,
dass jeder und jede für seine Arbeit angemessen entlöhnt werden sollte, um auch für
sich selber Vorsorge treffen zu können, kann dies nicht über die AHV durchgesetzt
werden. Wie die Aufstellungen der drei oben erwähnten Mitarbeiter zeigen (vgl. Er
wägung 2.4), sind die Lebenshaltungskosten von Person zu Person unterschiedlich.
Auch scheinen die Erwartungen an die Höhe eines angemessenen Entgelts angesichts
dieser Beispiele nicht immer einem Durchschnitt zu entsprechen.
2.6 Auf Grund obiger Ausführungen ist somit nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Arbeitnehmenden des B._ und der weiteren vom
Beschwerdeführer geführten Betriebsstätten in der Schweiz tatsächlich in den Jahren
2008 - 2010 je ein Einkommen von Fr. 36'000.-- bei einer vollen Erwerbstätigkeit bzw.
Fr. 24'000.-- bei einer teilweisen Erwerbstätigkeit erzielt haben. Auf Grund der
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ungenügenden und widersprüchlichen Aktenlage ist die Angelegenheit zur weiteren
Abklärung im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen,
damit sie den Sachverhalt unter Einbezug der Arbeitnehmenden klären und neu
darüber verfügen kann.
3.
3.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde vom 22. August 2012 ist die Sache
unter Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids vom 23. Juli 2012 an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie im Sinne der Erwägungen die
notwendigen Abklärungen durchführe und hernach über die Beitragspflicht des
Beschwerdeführers während der Jahre 2008 bis 2010 neu verfüge.
3.2 Das Beschwerdeverfahren ist gemäss Art. 61 lit. a ATSG kostenlos.
Demgemäss hat das Versicherungsgerich