Decision ID: 0994172e-91c6-5cb2-9205-a5e266843bc5
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1968
,
Mutter von zwei Kindern (Jahr
gang 1990 und 1991
),
war
vom 1
5.
September 2009 bis 3
0.
April 2012
bei der
Y._
AG (vgl.
Urk.
6/42
Ziff.
2.1-2)
und nach
Betriebs
über
nahme
durch die
Z._
,
A._
GmbH
,
vom
1.
Mai 2012 bis 3
1.
August 2
013
in einem variierenden Teilzeitpensum
als Kioskverkäuferin angestellt,
w
obei der letzte Arbeitstag am 2
6.
April 2013 war (vgl.
Urk.
6/23
Ziff.
2.1 und
Ziff.
2.9,
Urk.
6/23/20-23
). Unter Hinweis auf
chronische
Wirbel
gelenksentzündungen
meldete
sich
die Versicherte am
2.
Juli 2013
bei der
Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/16
Ziff.
6.2
). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab,
und stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom
6.
Juni 2014 (
Urk.
6/33) in Aussicht, dass kein Anspruch auf eine Inva
lidenrente bestehe. Nachdem die Versicherte dagegen Einwände (
Urk.
6/35,
Urk.
6
/39,
Urk.
6
/41) erhoben hatte, klärte die IV-Stelle den Sachverhalt
weiter ab und verneinte nach
durchgeführt
em
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/50
;
Urk.
6/53,
Urk.
6/57
)
mit Verfügung vom 2
2.
April 2016 einen
Rentenanspruch (
Urk.
6/65
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am 2
3.
Mai 2016
Beschwerde gegen die Verfügung vom
2
2.
April 2016 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben
,
und
die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen und insbesondere eine Invalidenrente auszurichten (
Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
2.
Juni 2016
(
Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde.
Am 3
1.
Oktober 2016 reichte die Beschwer
de
führerin ihre Replik ein und beantragte ergänzend, eventuell sei eine um
fassende medizinische Abklärung vorzunehmen (
Urk.
11 S. 2). D
ie
Beschwer
degegnerin
verzichtete am 2
4.
November 2016 (
Urk.
13) auf die Duplik, was
der Beschwerdeführerin am 2
1.
März 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
14
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliess
lich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invaliden
ver
sicherung (IVG)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Inva
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all
fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mens
vergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der
Einkommens
diffe
renz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Ein
kommensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
tels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf
gabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre rentenanspruchsverneinende Verfü
gung (
Urk.
2) damit, die Beschwerdeführerin sei seit dem 2
6.
April 2013 (Be
ginn
der einjährigen Wartezeit
)
in ihrer Arbeits- und Leistungsfähigkeit erheb
lich eingeschränkt.
Die b
isherige Tätigkeit sei
ihr
nicht mehr zumutbar
. Organisch nicht nach
weisbare Beschwerden könnten zur Beurteilung des Anspruches nicht hinzu
gezogen werden. Für den Entscheid sei daher auf die somatisch ausgewie
se
nen Befunde abzustellen. Demnach
sei
eine
angepasste Tätigkeit zu 100
%
zumutbar.
Da
das ermittelte Invalideneinkommen
über dem
Validenein
kom
men
liege, betrage der Invaliditätsgrad 0
%
(S. 2 f.).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) gel
tend, sie leide seit mehreren Jahren unter starken Schmerzen im Rücken
,
und ihre Beine würden plötzlich eine Art Lähmung erfahren, so dass sie in sich zusammensacke und zu Boden falle. Es sei ihr dann für eine gewisse Zeit unmöglich, wieder aufzustehen, was zu einer Arbeitsunfähig
keit geführt habe (S.
3
Ziff.
4, S.
4
Ziff.
9). Die Beschwerdegegnerin habe den
Untersuchungs
grundsatz
verletzt und den medizinischen Sachverhalt ungenügend abgeklärt
(S. 3 f.
Ziff.
6
, S. 4 f.
Ziff.
9-11
,
Urk.
11 S. 3 ff.
Ziff.
7-10
).
Der behandelnde Hausarzt
habe ihr auch in einer angepassten Tätigk
eit eine Arbeitsun
fähig
keit
attestiert
(S. 4
Ziff.
7)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente und in diesem Zusammenhang, ob die Beschwerdegegnerin den medizinischen Sachverhalt genügend abgeklärt hat.
3.
3.1
Die Ärzte der
B._
Klinik stellten in ihrem Bericht vom
2
0.
Juni 2013 (
Urk.
6/21/1-2)
nach gleichentags durchgeführte
r Konsultation
der Beschwer
de
führerin
folgende Diagnosen (S. 1):
-
chronisches
lumbok
r
urales
Schmerzsyndrom mit int
ermittierenden Parästhesien bei
der Beine seit 1991 mit/bei
-
klinisch nor
malem
Neurostatus bis auf im Vergleich zu den ande
ren
Muskeleigenreflexen (
MER
)
lebhaftem
Patellar
sehnen
ref
lex (
PSR
)
beidseits, lokale
r
diffuse
r
Druckdolenz
paravertebral über der gesamten
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
-
MRI LWS
5.
September 2011:
L
eichte Facettengelenksarthrose von L2-L5 beidseits, keine Kompression neurogener Strukturen
-
Röntgen LWS 1
0.
Januar 2005:
Regelrechte Haltung und
ossäre
Ver
hältnisse im Verlauf der LWS, keine Hinweise auf das Vorliegen einer
Diskopathi
e
, regelrechte Artikulation in den
Intervertebral
gelenken
-
Röntgen LWS in zwei Ebenen 1
5.
März 1991: Keine
Diskopathie
, keine degenerativen Skelett- und Bandscheibenveränderungen,
Ilio
sakralgelenk
(
ISG
)
unauffällig
-
Elektrophysiologie 3
1.
Mai 2013: Neurographie: Normalbefund des
Nervus
medianus
und
ulnaris
rechts. Kurz-EMG: Keine patho
logische Spontanaktivität L5 und S1 rechts
-
MRI
Neurokranium
2
0.
Juni 2013: Normalbefund
-
MRI spi
nale Achse 2
0.
Juni 2013:
Halswirbelsäule (
HWS
)
: L
eichte degenerative Veränderungen mit Punktum
maximum
C6/7 mit
Dis
kusprotrusion
ohne Affektion des
Myelons
oder der Wurzel C7,
Brustwirbelsäule (
BWS
)
: Keine wesentliche degenerativen Verände
rungen, LWS:
multitagere
degenerative Veränderungen mit beid
sei
tigen Facettengelenksarthrosen, keine Hinweise für Affektion des
Myelons
oder der Nervenwurzeln
-
anamnestisch Herzrhythmusstörungen seit dem 1
6.
Lebensjahr
Die Ärzte der
B._
Klinik führten aus, die Beschwerdeführerin sei zur Besprechung des MRI der spinalen Achse sowie des
Neurokrani
u
m
s
zuge
wiesen worden (S. 1). Z
usammenfassend liege nach wie vor ein chronisches
lum
bo
k
r
urales
Schmerzsyndrom vor, höchstwahrscheinlich
mit einer
spondy
lo
genen
Haupt
komponente aufgrund der im MRI sichtbaren
deutlichen F
acettengelenksar
t
h
rosen. Für die angegebenen intermittierenden Parästhe
sien in beiden Beinen
und
auch den im Vergleich
relativ lebhaften PSR finde sich kein entsprechendes pathologisches Korrelat. Insbesondere fänden sich auch keine Hinweise für das Vorliegen einer entzündliche
n
/
demyelini
sier
e
n
den
Zentralnervensystem (ZNS)-Erkrankung. Prinzipiell wären nun diagnos
tisch/therapeutische Facettengelenksinfiltrationen
versuchenswert
. D
a die Pat
ientin jedoch an einer ausgeprägte
n
Nadelphobie le
ide, erscheine die Durch
führung
unrealistisch. Falls noch nicht durchgeführt, könnte eine
schmerz
modulierende
respektive distanzierende Therapie mittels
Antide
press
i
vum erwo
gen werden, die Patientin sei jedoch eher skeptisch eingestellt (S. 2).
3.2
Dr.
med.
C._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, stellte in seinem Bericht vom
5.
August 2013
(
Urk.
6/24/1-4)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
chronisches
lumbo
k
r
urales
Schmerzsyndrom mit
-
intermittierenden Parästhesien
bei
der Beine seit 1991
-
automatisch auftretender Blockierung der Rücken- und
dorsalen
Oberschenkelmuskulatur mit Gangbehinderung (Patientin zum
grössten Teil abhängig vom Rollstuhl
, Zuckungen und Krämpfe in der Rückenmuskulatur)
Als Diagnose
ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
C._
einen Status nach Autounfall im Jahr 2000 mit Rippenfraktur und Quet
schung der inneren Organe (
Ziff.
1.1).
Er führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit dem 2
6.
April 2013 bei ihm in Behandlung
,
und die letzte Kontrolle habe am 1
0.
Juli 2013 stattgefunden (
Ziff.
1.2).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit habe vom 2
6.
April bis
8.
August 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Die bisherige Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar (
Ziff.
1.6-7). Eine
behinderungs
angepasste
sitzende Tätigkeit sei im Umfang von 5 Stunden in einem Pensum von etwa 50 bis 60
%
zumutbar (
Ziff.
3).
3.3
Dr.
C._
stellte in seinem Bericht vom
1
1.
August 2014 (
Urk.
6/40/1-2
) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1):
-
chronisches
lumbosakrales
Schmerzsyndrom mit Dysästhesie der Beine, anamnestisch bestehend seit 1991 bei multisegmentalen dege
ne
rativen Veränderungen mit Facettengelenkarthrose (MRI LWS)
-
Gangstöru
ng mit intermittierendem
Tonusv
erlust
mit
Rezidivstürzen
-
unklare heftige Zuckungen im Rücken und in der Muskulatur der Beine mit konsekutiver Blockierung der Beine und Haltverlust
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er
seit der Kindheit
bekannte Herzrhythmusstörungen und einen Status nach Frontal
kollision im Jahr 2000 mit Leberriss und Lungenquetschung (S. 1
Ziff.
1).
Dr.
C._
führte aus, auf die Art und Weise, wie er die Patientin im Moment der auftretenden Zuckungen und darauf folgenden Blockierungen ihrer Beine selbst erlebt habe, sei sie auf keinen Fall belastbar. Die ver
bleibende Funktion der Extremitäten reiche nur aus, damit sie ihren Alltag bewältigen könne. Aus seiner Sicht bestehe für die angestammte Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
,
und er revidiere seine Einschätzung vom September 2013, wo er für eine sitzende Tätigkeit
eine Arbeitsfähigkeit von bis zu fünf S
tunden angegeben habe (S. 2
Ziff.
5). Eine medizinisch be
grün
dete Arbeitsunfähigkeit bestehe seit mindestens September 2013 (S. 2
Ziff.
6).
Dr.
C._
führte aus, die Patientin sei in ihrer angestammten Tätigkeit als Kioskverkäuferin im Hinblick auf Tätigkeiten wie Tragen schwerer Sachen, Sortieren und Auffüllen der Bestände, die bei so einer Tätigkeit sicher anfallen würden,
zu 100 %
arbeitsunfähig
. Mit Goodwill gehe er von einer Arbeits
fähigkeit in einer leichten der Behinderung angepassten Tätigkeit von 10 bis 20
%
aus. Dabei denke er an Tätigkeiten wie die einer Telefonistin oder an der Rezeption (S. 2
Ziff.
10).
Die genannten Beschwerden der Patientin persistierten nach wie vor und seien sicherlich nicht besser, sogar in einer leider nichtmessbaren Qualität schlimmer
geworden
. Dementsprechend habe sich ihre
Arbeitsfähigkeit ver
schlechtert (S. 6
Ziff.
7). Die bisherigen von verschiedenen Fachrichtungen vorgeschlagenen Massnahmen, zum Beispiel Physiotherapie, seien gemäss den eigenen Angaben der Patientin nutzlos gewesen (S. 2
Ziff.
8).
Dr.
C._
hielt weiter fest
, die Beschwerdeführerin sei fast nur körperlich beeinträchtigt. Sie se
i
aufgrund ihrer phasenweise auftretenden Zuckungen, wofür
bis jetzt keine eindeutige organisch-pathologische Relevanz habe ge
funden werden können, massiv eingeschränkt
(S. 1
Ziff.
2). Aus seiner Sicht
sei die Beschwerdeführerin seit 2013 eindeutig arbeitsunfähig. Sie sei auf
grund
ihrer Schmerzen und vor allem aufgrund ihrer unkontrollierten Zuckungen, die hauptsächlich beim Sitzen aufträten und sie zum Aufstehen zwängen
,
arbeitsunfähig. Diesen Zustand habe er persönlich mehrfach in seiner Sprech
stunde und auch beim Abholen der Patientin aus dem Wartezimmer erlebt (S. 1
Ziff.
3).
Als Bemer
kung möchte er hinzufügen, dass
bis jetzt die eindrücklichen Be
schwerden der Patientin beziehungsweise ihre Beeinträchtigungen durch keine
handfeste organische Genese hätten erklärt werden können
. Die fehlende Erklärbarkeit habe zu einer deutlichen Fehleinschätzung des Gesundheits
zustands der Beschwerdeführerin geführt
(S. 2
Ziff.
12).
3.4
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Radiologie, führte nach am 2
4.
Dezember 2015 durchgeführtem MRI der LWS in seinem gleichentags erstellten Bericht (
Urk.
6/60/10) aus,
es zeigte sich ein leichte multisegmentale
Osteochondrose
der LWS, gering auch aktiviert rechts bei L3/4 mit einzelnen zarten
Band
scheibenprotrusionen
und auch
Anulus
fibrosus
Riss, ohne umschriebene Hern
i
e. Zusätzlich habe sich auch eine leichte, nach kaudal zunehmende Facettengelenksarthrose gezeigt.
Nebenbefundlich
sei ein etwa 2,1 cm solider
Knoten angrenzend an die Gebärmutter aufgefallen und diesbezüglich würden
weitere Abklärungen empfohlen.
3.
5
Dr.
med.
E._
,
Facharzt für
Neurologie,
nannte
in seinem Bericht vom
2.
Februar
2016 (
Urk.
6/60/7-8) als Diagnose einen Verdacht auf eine somatoforme Schmerzstörung bei klinisch intermittierender Gangstörung und Kraftverlust der Beine und aktenanamnestisch massiver körperlicher Miss
hand
lung im jungen Erwachsenenalter (S. 1).
Laut Angaben der Beschwerdeführerin sei das Hauptproblem ihr Rücken auf lumbaler Ebene, wo sie immer wieder einschiessende Schmerzen verspüre. Es sei
wie ein elektrischer Schlag in der Lumbalgegend, wonach in der Folge die Beine zusammensackten und sie nicht mehr stehen
könne
. Verletzt habe sie sich bisher nicht. Das Ganze habe vor über 20 Jahren begonnen und sei nun in den letzten drei Jahren deutliche progredient mit täglichen Schwäche
zu
ständen. Sie arbeite nicht mehr. Sie habe auch Ameisenlaufen in den Beinen. Auslösesituationen für die Krisen seien längeres Sitzen oder Liegen auf dem
Rücken, danach könne sie gar nicht mehr aufstehen. Die Dauer der
Schwäch
e
episoden
sei unterschiedlich, teils bis drei Wochen. Daneben bestünden auch Zuckungen des Oberkörpers. Die Epis
oden mit Schwäche der Beine trät
en sowohl zu Hause als auch in der Öffentlichkeit auf
(S. 1 f.)
.
Im Auto habe sie einen Spezialsitz und könne deshalb noch gut über kurze Strecken Auto
fahren
.
Dr.
E._
führte aus, e
s habe sich eine freundliche kooperative Patientin gezeigt. Sie habe sich beim Gang ins Sprechzimmer an den Wänden fest
ge
halten und sich mit Mühe vom Stuhl aufgerichtet. Beim Druck auf die paravertebrale lumbale Muskulatur sei sie demonstrativ in den Beinen zu
sammengesackt, ohne sich zu verl
etz
en. Sie habe sich mühsam wieder aufge
richtet (S. 2 Mitte).
Dr.
E._
führte in seiner Beurteilung aus, wahrscheinlich leide die Patientin an einer somatoformen Störung mit
intermittierendem
Kraftverlust der Beine, ohne dass
sie sich verletz
e.
Er habe in der Sprechstunde einen solchen Kraftverlust selber beobachten können. Wie schon in den Vorun
ter
suchung
en
in der
B._
Klinik und auf der Neurologie in
F._
seien weder klinische Untersuchungen noch die Zusatzuntersuchungen rele
vant pathologisch verändert
. Auf
myographische
Untersuchungen habe er ange
si
chts der früheren Normalbefunde
und der angegebenen Angst vor Spritze
n verzichtet
. Aktenanamnestisch sei von einer massiven körperlichen Misshandlung berichtet worden. Er habe der Patientin seine Sicht der Ur
sache der Beschwerden dargelegt.
S
ie habe das soweit akzeptieren können und sei mit einer psychiatrischen Beurteilung einverstanden. Er bitte
darum
, die Patientin an einen
fachärztlichen Kollegen zu überweisen
(S. 2
unten
).
3.
6
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte
in seinem Bericht vom 1
3.
Februar 2016 (
Urk.
6/60/4-6)
aus, die Beschwer
de
führerin sei ihm zur psychiatrischen Untersuchung überwiesen worden. Sie
leide seit 24 Jahren unter chronischen Rückenschmerzen. Da keine die Schmer
zen
erklärende somatische Ursache habe gefunden werden können, habe der Neurologe die Patientin auf mögliche psychiatrische Ursachen hin
gewiesen, unter anderem auch wegen anamnestisch bekannten Gewalterfah
rungen in einer früheren Beziehung. Die Konsultation habe am 1
0.
Februar 2016 stattgefunden (S. 1).
Dr.
G._
führte in seiner Beurteilung aus, eine
psychiatrische Erkran
kung
habe ausgeschlossen werden können.
Es gebe keine Anhaltspunkte für eine affektive Erkrankung
,
und ebenso fehlten die charakteristischen Symp
tome für eine somatoforme Störung. Die Beschwerden hätten keine Bezieh
ung zu unangenehmen Lebensereignissen, emotionalen Konflikten oder psy
cho
sozialen Problemen, wie sie im ICD-10 für die Diagnose einer Somatisie
rungsstörung
v
erlangt würden (S. 3 Mitte).
D
ie in den Akten erwähnten Gewalterfahrungen hätten im Alter von 23 Jahren
stattgefunden, als die Patientin vom damaligen Partner dreimal geschlagen worden sei. Sie habe sich aus dieser Beziehung gelöst und Anklage erhoben. Der Fall habe mit der Verurteilung des Täters geendet
,
und die Beschwer
de
führerin berichte heute darüber mit einer emotionalen Distanz. Im Vorder
grund stehe für sie die Erfahrung, sich gewehrt zu haben und ni
cht in eine Opferrolle ver
fallen zu sein (S. 2 Mitte).
Die Beschwerdeführerin habe ausgeführt, schwere
akute Lumbalgien
träten drei- bis viermal jährlich auf
,
und sie könne dann einige Tage kaum gehen
,
und die Schmerzen würden im Verlauf von etwa drei Wochen langsam wieder abklingen (S. 2 Mitte).
Sie
sei in Beg
leitung ihrer Tochter gekommen,
gepflegt gekleidet gewesen, sehr freundlich und in guter Stimmung. Die Beweglichkeit sei durch die Schmerzen sichtlich beeinträchtigt, psychomotorisch sei sie ansonsten unauf
fällig.
Sie
habe psychische Probleme entschieden verneint
und
ausgeführt, sie sei abgesehen von den Schmerzen sehr zufrieden mit ihrem Leben. Sie halte einen gut strukturierten Tagesablauf ein, stehe morgens zeitig auf und gehe mit den Hunden spazieren. Sie besuche täglich ihre Mutter, besorge den Haus
halt und kümmere sich um die Tiere in ihrem Terrarium (S. 2 unten).
Zur Psychopathologie führte
Dr.
G._
aus, die Patientin sei wach, bei klarem Bewusstsein und in allen Qualitäten allseits orientiert. Die mnesti
schen Funktionen sei
en
kursorisch geprüft intakt. Auffassung,
Konzentration und Aufmerksamkeit seien während der ganzen Zeit der Untersuchung unge
stört
,
und der Antrieb sei im Normbereich.
Es bestünden kein
e
formalen oder inhaltlichen Denkstörungen. Das Verhalten sei weder durch Befürchtungen noch Zwänge oder Phobien eingeschränkt. Es gebe keine Anzeichen für eine Störung der Wahrnehmung, keine Ich-Störungen und keine paranoiden Symp
tome. Die Grundstimmung sei ausgeglichen, affektiv stabil, das Selbst
wertgefühl intakt
und die a
ffektive Modulationsfähigkeit sei erhalten. Es bestehe keine Suizidalität, Schlaf und Appetit seien ungestört (S. 3 oben).
3.
7
Dr.
C._
stellte in seinem Bericht vom
8.
März
2016 (
Urk.
6/60/1-3) folgende Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.2):
Verdacht auf somatoforme
Störung
-
klinisch intermittierende Gangstörung und
Kraftverlust der
Beine
-
Status nach massiver körperlicher Misshandlung im junge
n E
rwachsenen
a
lter
Dr.
C._
führte aus, der Zustand habe sich eher verschlechtert (
Ziff.
1.3). Aufgrund der Unberechenbarkeit des Auftretens der Symptome sei aus seiner Sicht sogar eine angepasste Tätigkeit nicht zumutbar (
Ziff.
2.1).
Es bestehe eine Verminderung der Leistungsfähigkeit von 100
%
(
Ziff.
2.2). Es finde derzeit keine Behandlung statt und keine Medikation (
Ziff.
3.1-2).
3.
8
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
to
lo
gie des Bewegungsapparates,
Regionaler Ärztlicher Dienst (
RAD
)
,
nannte
in seiner Stellungnahme vom
1
5.
April 2016 (
Urk.
6/64/2-3)
als
Diagnose
mit
dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
ein
thorakolumbales
Schmerz
syndrom
bei radiologisch Facettengelenksarthrosen L1 bis L5,
ohne
Kompromittierung
neuraler Strukturen,
elekt
roneurophyiologisch
unauffällig und
ohne
entzündliche/
demyelinisierende
ZNS-Erkrankung.
Dr.
H._
führte aus, d
ie bisherige Tätigkeit als Kioskverkäuferin sei daher zu schwer
,
und es bestehe seit dem 2
6.
April 2013 auf Dauer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. In einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit ohne häufige wirbelsäulenbelastende Zw
angshaltungen und Tätigkeiten (Bücken, Hocken, K
nien, Überkopfarbeit), ohne häufige Rumpfrotationen bestehe keine Arbeitsunfähigkeit.
Zu den im
Einwandverfahren
vorgelegten neuen Arztberichten führte
Dr.
H._
aus,
als die Arbeitsfähigkeit einschränkend habe
Dr.
C._
in seinem Bericht vom
8.
März 2016 eine sich verschlechternde somatoforme Störung genannt.
Dr.
G._
habe in seinem ausführlichen Arztbericht
vom 1
3.
Februar 2016 jedoch eine psychische Erkrankung ausschliessen können
. Auch der Neurologe
Dr.
E._
habe am
2.
Februar 2016 eine Erkrankung aus seinem Fachgebiet ausschliessen können
,
und gemäss
Radio
logiebefund
von
Dr.
D._
vom 2
4.
Dezember
2015 lägen im MRI geringe degenerative Veränderungen der LWS vor
. Es sei also e
indrücklich dargelegt worden, dass kein wesentliches Korrelat für die
g
eklagten Beschwerden vor
liege. Wider
besseren Wissens
habe
Dr.
C._
eine längst widerlegte Diagnose präsentiert.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin
ging
gestützt auf die Einschätzung
von
Dr.
H._
,
RAD
,
vom April 2016 (vgl. vorstehend E. 3.8) davon aus, dass seit dem
2
6.
April 2013 in der angestammten Tätigkeit
der Beschwerdeführerin
als Kioskverkäuferin keine Arbeitsfähigkeit mehr bestehe, jedoch in einer ange
passten Tätigkeit seit jeher eine
vollständige Arbeitsfähigkeit
gegeben sei (vgl. vorstehend E. 2.1).
4.2
Auf die Einschätzung von
Dr.
H._
vom
April 2016
kann vorliegend abge
stellt werden.
So ergaben sämtliche fachärztlichen Untersuchungen der Be
schwerdeführerin,
beispielsweise
die umfassenden bildgebenden Abklärungen in der
B._
Klinik im Juni 2013 (vgl. vorstehend E. 3.1)
,
keine
Befunde
,
welche
die
geklagte Symptomatik erklären könnte
.
Auch nach erneut im Dezember 2015 bei
Dr.
D._
durchgeführtem MRI der LWS konnten lediglich lei
chte degenerative Veränderungen
festgestellt werden
(vgl. vorstehend E.
3.4).
Weiter
blieb die neurologische Untersuchung der Beschwerdeführerin durch
Dr.
E._
im Februar 2016
ohne
Befunde
,
und er konnte den von
ihr
beschrieben
en
plötzlichen Kraftverlust in den Beinen nicht erklären (vgl. vorstehend E.
3.5)
.
Da
Dr.
E._
jedoch den Verdacht auf eine psychische Problematik
äusserte
,
wurde
die Beschwerdeführerin
in der Folge
durch den Psyc
hiater
Dr.
G._
untersucht
(vgl. vorstehend E.
3.6). Dieser konnte nach seiner Untersuchung im Februar 2016 allfällige psychiatrische Diag
nosen - insbesondere eine
somatoforme
Schmerzstörung
-
ausschliessen
.
Auffallend ist, dass die Beschwerdeführerin ihm gegenüber nur von chroni
schen Schmerzen sprach, von drei
-
bis viermal jährlich auftretenden schw
eren Lumbalgien, welche im Verlauf von etwa drei Wochen wieder abklingen würden, jedoch nichts von den Stürzen erzählte
.
A
us dem Bericht geht
denn auch nicht hervor
, dass es während der Untersuchung
,
wie bei den Vorunter
suchungen bei
Dr.
E._
und
Dr.
C._
zu Stürzen kam. Beschrieben wurde
seitens
Dr.
G._
lediglich eine eingeschränkte Beweglichkeit
der Beschwerdeführerin
.
Des Weiteren gab
Dr.
G._
einen weitgehend normalen Tagesa
blauf der Beschwerdeführerin wi
der, indem er ausführte, sie halte einen gut struktu
rierten Tagesablauf ein, stehe morgens zeitig auf und gehe mit den Hunden spazieren. Weiter besuche sie täglich ihre Mutter, besorge den Haushalt und kümmere sich um die Tiere in ihrem Terrarium.
Dieser Tagesablauf steht im
Widerspruch zu den Ausführungen des Hausarztes
Dr.
C._
. Dieser na
nnte einerseits
-
entgegen dem fachärztlichen Ausschluss der Diagnose einer
somatoformen Schmerzstörung durch
Dr.
G._
im Februar 2016
–
eben
diese Diagnose als Verdachtsdiagnose
erneut in seinem Bericht vom März 2016 (vgl. vorstehend
E.
3.7) und sprach von einem sich weiterhin ver
schlech
ternden Zustand, ohne dies näher zu erörtern.
Die von
Dr.
C._
im August 2013 beschriebene Rollstuhlabhängigkeit
der Beschwerdeführerin
(vgl. vorstehend E. 3.2) wurde
sodann
in keinem der übrigen Arztberichte erwähnt.
Im Übrigen ist hinsichtlich der Ausführungen von
Dr.
C._
zu beachten, dass das Gericht in Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen hat, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Seine
schlussendlich
attestierte vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit
in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
entbehrt einer fund
ierten medi
zinischen Begründung
und scheint sich weitestgehend auf die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin zu stützen
.
4.3
Soweit die Beschwerdeführerin verlangt, es seien weitere Abklärungen durch
zuführen (
vgl. vorstehend E.
2.2
), kann darauf in antizipierter
Beweis
würdi
gung
(BGE 127 V 491 E. 1b mit Hinweisen) verzichtet werden. Der Gesund
heitszustand und die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit sind aufgrund der medizinischen Akten hinreichend abgeklärt. Von weiteren Untersu
chung
en wären keine neuen Erkenntnisse zu erwarten.
4.4
Aufgrund des Gesagten ist
der Beschwerdegegnerin folgend d
avon auszu
gehen, dass die Beschwerdeführerin seit
April
2013
in ihrer angestammten
Tätigkeit als Kioskverkäuferin
nicht mehr arbeitsfähig ist, jedoch in einer angepassten Tätigkeit eine vollständige Arbeitsfähigkeit besteht.
5.
Die Beschwerdeführerin arbeitete sowohl bei der
Y._
AG, als auch bei der
Z._
,
A._
GmbH, in einem
vari
erenden
Teilzeitpensum (vgl.
Urk.
6/23
Ziff.
2.9,
Urk.
6/23/8-19,
Urk.
7/42
Ziff.
2.9).
Anlässlich des Standortgespräches vom 1
7.
Juli 2013 führte die Beschwerde
führerin aus, sie habe zwischen 32 und 40 Stunden pro Woche gearbeitet und ihr Pensum in der Vergangenheit aus gesundheitlichen Gründen redu
ziert. Sie würde bei voller Gesundheit 100
%
arbeiten (vgl.
Urk.
6/20/1-4 S. 2 oben).
In Anbetracht dessen, dass die im Jahr 1990 und 1991 geborenen Kinder mittlerweile erwachsen sind und sich den mit dem Arbeitgeberbericht der
Z._
,
A._
GmbH, eingereichten Lohnabrechnungen zumin
dest ab August 2012
entnehmen lässt
, dass die Beschwerdeführerin teilweise in einem hohen Pensum gearbeitet hat (vgl.
Urk.
6/23/8-19)
,
kann auf
ihre
Aussage
anlässlich des Standortgespräches
abgestellt werden
,
und sie ist dementsprechend als zu 100
%
Erwerbstätige zu qualifizieren. Der Invaliditätsgrad ist demnach nachfolgend anhand eines
Einkommens
ver
gleiches
zu bestimmen
(vgl. vorstehend E. 1.2-3).
6
.
6
.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Vali
deneinkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Ein
kommensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
6.2
Für die Vornahme des Einkommensvergleiches ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des (hypothetischen) Rentenb
eginns, mithin auf das Jahr 2014
, abzustellen (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Die Beschwerdeführerin arbe
itete zuletzt bei der
Z._
,
A._
GmbH
(vgl.
Urk.
6/23)
. Ausgehend von dem dort
im Jahr 2013 erzielten
Stundenlohn von
Fr.
19.86 (vgl.
Urk.
6/23/
8-11
)
würde sie demnach unter Berücksichtigung eines Pensums von 100
%
(vgl. vorstehend E.
5)
und der Nominallohnentwicklung von
0.8
%
im Jahr 2014
(www.bfs.admin.ch)
, ein
Valideneinkommen
von
rund
Fr.
4
9
‘
9
32
.-- erzielen (
Fr.
24.-- [inklusive
Ferien- und Feiertagsentschädigung und
Anteil 1
3.
Monatslohn
, vgl. Urk. 6/23
Ziff. 2.10]
x 43 Wochenstunden [vgl.
Urk.
6/23
Ziff.
2
.
9] x
48
Wochen x
1.008
).
6
.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Recht
sprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des
Invaliden
ein
kommens
aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
6.4
Es rechtfertigt sich
vorliegend, für die Bemessung des
Invalideneinkommens
auf den standardisierten Durchschnittslohn für einfache und repetitive Tätig
keiten in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors abzustellen. Das im Jahr
2012
von Frauen im Durchschnitt aller einfachen und repe
titiven Tätigkeiten erzielte Einkommen betrug Fr. 4‘112.-- (
LSE
2012
, S. 35, Tabelle TA1, Total, Niveau 1). Dies ergibt umgerechnet auf ein Jahr bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von
41.7 Stunden
(www.bfs.admin.ch) und unter der Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von 0.7 % im Jahr 2013, von 0.8 % im Jahr 2014 (www.bfs.admin.ch) ein
Inv
alidenein
kommen
von
rund
Fr. 52‘216
.--
im Jahr 2014
(Fr. 4'112.-- x 12 : 40 x 41.7 x 1.007 x 1
.008
).
6
.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berück
sich
tigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das
entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erre
i
chen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwick
elte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter,
Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen
eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Ar
beitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnitt
lichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Ab
zuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das
Inva
lideneinkommen
unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merk
mal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berück
sichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser angemessen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31
S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
E
in
zusätzlicher Abzug zum Tabellenlohn
erscheint
in Anbetracht der
Um
stände
vorliegend
nicht
gerechtfertigt.
6.6
Da das Invalideneinkommen mit
Fr. 52‘216.--
höher
ist als das
Validenein
kommen
von
Fr.
4
9
‘9
32
.-- liegt der Invaliditätsgrad bei 0
%
und es besteht demnach kein Anspruch
der Beschwerdeführerin
auf eine Invalidenrente.
Die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
8
00.
--
anzu
setzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterlie
gen
den
Beschwerdeführerin aufzuerlegen.