Decision ID: 0161516e-7c73-4b6a-a9d8-945e83a26fff
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y. wurde im Februar 1989 in Mazedonien geboren. Am 25. September 1999 reiste
er zusammen mit seiner Mutter und seinen Geschwistern zu seinem Vater in die
Schweiz. Nach dem Abschluss der Primar- und Realschule arbeitete er ab 1. Februar
2008 bei verschiedenen Unternehmen als Hilfskraft. Er besitzt eine
Niederlassungsbewilligung.
B./ X.Y. wurde von der Jugendanwaltschaft Uznach am 28. Juni 2004 wegen eines
Einschleichdiebstahls zu einer Arbeitsleistung von zwei Tagen verurteilt. Wegen
Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz wurde er am 12. Februar 2008 –
Befahren einer Sperrfläche und Einspurstrecke für den Gegenverkehr zum Überholen -
sowie am 4. August 2011 – Nichtbeherrschen und Nichtsichern des Fahrzeugs - und
am 18. August 2011 - Missachten eines polizeilichen Handzeichens und Nichttragen
der Sicherheitsgurte, begangen am 11. Juli 2011 - mit zweimal 400 und einmal 450
Franken gebüsst.
Zwischen Februar 2007 und April 2008 beteiligte sich X.Y. an 52 Einbruchdiebstählen
insbesondere in Schulhäuser, Schützenhäuser und Autogaragen, bei denen nebst
Bargeld und Elektronikgeräten unter anderem auch diverse Waffen und Munition –
darunter elf Sturmgewehre mit über 6'000 Schuss Munition, die im Strafverfahren
sichergestellt werden konnten - gestohlen wurden. Das Kreisgericht Werdenberg-
Sarganserland verurteilte ihn deshalb am 15. April 2010 wegen banden- und
gewerbsmässigen Diebstahls, qualifizierter Sachbeschädigung, mehrfachen
Hausfriedensbruchs sowie grober Verkehrsregelverletzung zu einer Freiheitsstrafe von
36 Monaten, davon neun Monate vollziehbar. Für den Rest wurde eine Probezeit von
zwei Jahren angesetzt. Auf Berufung hin sprach ihn das Kantonsgericht am 18. August
2011 vom Vorwurf der groben Verkehrsregelverletzung frei und reduzierte die
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Freiheitsstrafe auf dreissig Monate, davon sechs Monate vollziehbar und der Vollzug
des Rests bei einer dreijährigen Probezeit ausgesetzt.
C./ Das kantonale Migrationsamt widerrief am 25. Mai 2012 die
Niederlassungsbewilligung. Das Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St.
Gallen (nachfolgend Vorinstanz) wies am 29. August 2012 den dagegen erhobenen
Rekurs ab. Die Entscheidgebühr von 1'000 Franken wurde X.Y. auferlegt und das
Gesuch um Entschädigung der ausseramtlichen Kosten abgewiesen.
Gegen den Entscheid vom 29. August 2012 erhob X.Y. (nachfolgend
Beschwerdeführer) durch seine Rechtsvertreterin mit Eingabe vom 12. September 2012
und Ergänzung vom 15. Oktober 2012 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem
Rechtsbegehren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei der angefochtene
Entscheid aufzuheben und vom Widerruf der Niederlassungsbewilligung abzusehen.
Auf die Ausführungen zur Begründung des Begehrens wird, soweit erforderlich, in den

Erwägungen eingegangen. Die Vorinstanz verzichtete am 22. Oktober 2012 auf eine
Vernehmlassung und beantragte die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Die Beschwerde richtet sich gegen den Widerruf der Niederlassungsbewilligung des
Beschwerdeführers.
2.1. Nach Art. 63 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und
Ausländer (SR 142.20, abgekürzt AuG) kann die Niederlassungsbewilligung unter
anderem widerrufen werden, wenn die Voraussetzungen nach Art. 62 lit. b AuG erfüllt
sind. Gemäss Art. 62 Ingress und lit. b AuG kann die zuständige Behörde
Bewilligungen widerrufen, wenn der Ausländer zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe
verurteilt wurde. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist diese
Voraussetzung erfüllt, wenn gegenüber dem Ausländer eine Freiheitsstrafe von mehr
als einem Jahr ausgesprochen wurde (BGE 135 II 377 E. 4.1). Ob die Strafe bedingt,
teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde, spielt keine Rolle (vgl. BGer
2C_453/2011 vom 28. November 2011 E. 2.2.1 mit Hinweis). Der Beschwerdeführer
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wurde vom Kantonsgericht St. Gallen mit Urteil vom 18. August 2011 wegen banden-
und gewerbsmässigen Diebstahls, qualifizierter Sachbeschädigung und mehrfachen
Hausfriedensbruchs zu einer – teilbedingten - Freiheitsstrafe von dreissig Monaten
verurteilt. Damit ist – was auch in der Beschwerde nicht bestritten wird - der
Widerrufsgrund von Art. 62 Ingress und lit. b AuG erfüllt.
2.2. Sowohl Art. 63 Abs. 1 als auch Art. 62 Ingress und lit. b AuG sind als
"Kann-"Bestimmung formuliert und räumen der zuständigen Behörde einen gewissen
Ermessensspielraum ein. Zu prüfen ist dementsprechend die Verhältnismässigkeit der
Massnahme.
2.2.1. Eine Interessenabwägung aufgrund des Landesrechts (Art. 96 Abs. 1 AuG) ist in
jedem Fall, eine solche aufgrund des Völkerrechts (Art. 8 Ziff. 2 der Europäischen
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten; SR 0.101,
abgekürzt EMRK) immerhin dann vorzunehmen, wenn die betroffene Person das Recht
auf Achtung des Privat- und Familienlebens im Sinne von Art. 8 Ziff. 1 EMRK
beanspruchen kann (vgl. BGer 2C_932/2011 vom 7. Juni 2012 E. 3.2). Gemäss Art. 96
Abs. 1 AuG berücksichtigt die zuständige Behörde bei der Ermessensausübung die
öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der
Integration der Ausländerinnen und Ausländer. Dabei sind namentlich die Schwere des
Verschuldens bei Straftaten, die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die dem
Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (vgl. BGE 135
II 377 E. 4.3 mit Hinweisen).
An die Schwere des Verschuldens sind umso strengere Anforderungen zu stellen, je
länger der Betroffene in der Schweiz gelebt hat. Selbst bei einem Ausländer, der
bereits hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben in der Schweiz verbracht hat
(Ausländer der zweiten Generation), sind fremdenpolizeiliche Massnahmen aber nicht
ausgeschlossen; bei schweren bzw. wiederholten Straftaten, insbesondere bei Gewalt-
und Betäubungsmitteldelikten, besteht hieran ein wesentliches öffentliches Interesse
(BGer 2C_695/2012 vom 28. Januar 2013 mit Hinweis auf BGE 122 II 433 E. 2c und
130 II 176 E. 4.4.2). Neben dem strafrechtlichen Verschulden sind insbesondere die Art
und Schwere der Straftat(en), die durch die Straftat verletzten Rechtsgüter, die Art und
Umstände der Tatbegehung (einfache oder mehrfache Delinquenz) sowie das Verhalten
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nach der Tat zu berücksichtigen. Dem strafrechtlichen Resozialisierungsgedanken ist
zwar im Rahmen der umfassenden Interessenabwägung Rechnung zu tragen. Die
Prognose über das Wohlverhalten ist jedoch nicht ausschlaggebend, weil aus der Sicht
der Ausländerbehörden das Interesse der öffentlichen Ordnung und Sicherheit im
Vordergrund steht. Aus ausländerrechtlicher Sicht ist das Risiko eines Rückfalls umso
weniger hinzunehmen, je schwerer die Tat wiegt, welche die ausländische Person
verübt hat (vgl. S. Hunziker, in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über
die Ausländerinnen und Ausländer, Stämpflis Handkommentar, Bern 2010, N 12 zu
Art. 63 AuG mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Was das
Interesse an der Fernhaltung betrifft, darf bei ausländischen Personen, die nicht unter
das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft
einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten anderseits
über die Freizügigkeit (SR 0.142.112.681) fallen, im Rahmen der Interessenabwägung
auch generalpräventiven Gesichtspunkten Rechnung getragen werden (vgl. BGer
2C_932/2011 vom 7. Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen auf weitere Rechtsprechung).
2.2.2. Das Verschulden des Beschwerdeführers bei den in der Zeit zwischen
September 2007 und April 2008 begangenen Einbruchdiebstählen wiegt schwer. Zum
Verschulden führt das Kantonsgericht im Urteil vom 18. August 2011 aus, der
Beschwerdeführer habe innerhalb von nur sieben Monaten über fünfzig Diebstähle
bzw. Versuche dazu mit einer Gesamtdeliktsumme im Bereich von 100'000 Franken
verübt. Er sei banden- und – trotz regelmässigen und genügenden Einkommens aus
legaler Tätigkeit in jenem Zeitraum – gewerbsmässig vorgegangen. Sein Verhalten bilde
Ausdruck beträchtlicher krimineller Energie zur Durchsetzung egoistischer finanzieller
Interessen. Besonders ins Gewicht fielen die acht Fälle, welche Schiessstände bzw.
Schützenhäuser betrafen, und bei denen unter anderem zwecks späteren Verkaufs
Waffen und Munition entwendet bzw. zu entwenden versucht wurde. Strafmindernd
wurde neben dem Umstand, dass es in einzelnen Sachverhalten beim Versuch
geblieben war, die Geständnisbereitschaft des Beschwerdeführers, sein noch junges
Alter im Tatzeitraum, seine Reue sowie sein Wohlverhalten seit über drei Jahren
berücksichtigt. Zum Umstand des jungen Alters wurde allerdings festgehalten, dass
angesichts der ihm zur Last gelegten Taten nicht mehr von jugendlicher Leichtfertigkeit
und Unbesonnenheit ausgegangen werden könne, weshalb diesbezüglich nur eine
leichte Strafminderung in Betracht falle. Im Urteil des Kreisgerichts Werdenberg-
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Sarganserland vom 15. April 2010 wurde bei der Würdigung des Verschuldens darauf
hingewiesen, das Vorgehen des Beschwerdeführers und seiner Mittäter unter
Verwendung von Handschuhen, Mütze und Einbruchswerkzeug wie Schraubenzieher
und Brecheisen habe insgesamt eine schwerwiegende Dimension angenommen, wie
sie für kriminelle Kreise typisch sei (act. 10/Akten Migrationsamt 199).
Den in der Beschwerde erwähnten Umständen, der Beschwerdeführer habe die Taten
gerade erst nach Erreichen der Mündigkeit begangen und sich reuig gezeigt, wurde
dementsprechend bei der Strafzumessung Rechnung getragen. Trotz dieser Umstände
lag das Strafmass mit dreissig Monaten weit über der Grenze für eine längerfristige
Freiheitsstrafe im Sinn von Art. 62 Ingress und lit. b AuG und im Übrigen auch deutlich
über dem Richtwert von zwei Jahren, ab welchem eine ausländerrechtliche Bewilligung
in der Regel entzogen oder nicht mehr erneuert wird, selbst wenn dem Ehepartner die
Ausreise aus der Schweiz un- oder nur schwer zumutbar erscheint. In dieser Situation
bedarf es besonderer Umstände, um die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung
dennoch zu rechtfertigen (sogenannte Reneja-Praxis, vgl. BGer 2C_817/2012 vom 19.
Februar 2013 E. 2.1.2, 2C_1029/2011 vom 10. April 2012 E. 3.3.3; BGE 135 II 377 E.
4.4, 120 Ib 6 E. 4b, 110 Ib 201). Im ausländerrechtlichen Verfahren besteht regelmässig
kein Raum, die Beurteilung des Strafrichters in Bezug auf das Verschulden zu
relativieren (BGer 2C_888/2012 vom 14. März 2013 E. 4.2.3).
In ausländerrechtlicher Hinsicht fällt neben dem schweren strafrechtlichen Verschulden
ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer sich trotz Strafuntersuchung und Verurteilung
nicht an die schweizerische Rechtsordnung hielt. Er wurde vom Einzelrichter des
Kreisgerichts Werdenberg-Sarganserland am 4. August 2011 wegen mehrfacher
Verletzung der Verkehrsregeln mit 450 Franken und vom Untersuchungsamt Altstätten
mit Strafbefehl vom 18. August 2011 wegen Missachtens eines polizeilichen
Haltesignals – begangen am 11. Juli 2011 – mit 400 Franken gebüsst. Insoweit ist der
Hinweis in der Beschwerde auf das Wohlverhalten des Beschwerdeführers während
des dreijährigen Strafverfahrens zu relativieren. In dieser Zeit stand er zudem unter
dem unmittelbaren Eindruck des Untersuchungs- und Gerichtsverfahrens. Im Übrigen
befand er sich, insbesondere als er sich über ein polizeiliches Haltesignal hinwegsetzte,
in der strafrechtlichen Probezeit, welche nach wie vor andauert.
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In der Beschwerde wird vorgebracht, aus dem Aufschub des Vollzugs von vier Fünfteln
der Freiheitsstrafe bei einer Probezeit von drei Jahren dürfe auf eine günstige
Zukunftsprognose geschlossen werden, die sich auch bestätigt habe, indem der
Beschwerdeführer unmittelbar nach der Entlassung mit der Stellensuche begonnen
und nun auch eine Arbeitsstelle gefunden habe. Dazu ist vorab anzumerken, dass eine
günstige Prognose aus ausländerrechtlicher Sicht nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung nicht ausschlaggebend ist (vgl. oben E. 2.2.1.). Zudem relativiert der
Umstand, dass der Beschwerdeführer die über fünfzig Einbruchdiebstähle banden- und
insbesondere gewerbsmässig beging, obwohl er in jener Zeit über ein geregeltes
Einkommen aus einer legalen Erwerbstätigkeit verfügte, die positive Bedeutung einer
Anstellung für die Prognose. Die ausserordentlich hohe Anzahl der Delikte und der
Diebstahl von Waffen und Munition rechtfertigen zudem generalpräventive
Überlegungen.
2.2.3. Den öffentlichen Interessen an der Beendigung des Aufenthalts des
Beschwerdeführers in der Schweiz sind seine privaten Interessen am Verbleib in der
Schweiz gegenüberzustellen.
In der Beschwerde wird geltend gemacht, der Beschwerdeführer, der im Alter von zehn
Jahren in die Schweiz gekommen sei, habe hier die Entwicklung vom Kindes- ins
Erwachsenenalter verlebt. Er spreche fliessend Schweizerdeutsch und fühle sich in der
Schweiz zuhause. Er verfüge über gelebte Beziehungen zu seiner ganzen, hier
lebenden Familie und zu Freunden. Er sei gewillt, sich sowohl beruflich als auch sozial
zu integrieren. Die Stelle verhelfe ihm zu Stabilität und versetze ihn in die Lage, selbst
für seinen Unterhalt aufzukommen. Zu seinem Heimatland Mazedonien habe er
keinerlei Bezug mehr. Er müsste sich dort ohne jede Unterstützung eine ganz neue
Existenz aufbauen.
Nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit hat der Beschwerdeführer keine
Berufsausbildung absolviert. In verschiedenen Unternehmen war er als Hilfsarbeiter
angestellt. Das Anstellungsverhältnis, in welchem der Beschwerdeführer bei Antritt des
Strafvollzugs stand, erwies sich nicht als tragfähig, zumal die Bewilligung der
Halbgefangenschaft widerrufen werden musste, weil er von seiner Arbeitgeberin nicht
eingesetzt wurde und keine Arbeitspläne vorlagen (act. 10/Akten Migrationsamt 338).
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Bei der in der Beschwerde angeführten Arbeitsstelle, welche der Beschwerdeführer im
Anschluss an den Strafvollzug antrat, handelt es sich um einen dreimonatigen Einsatz
als Hilfsarbeiter/Monteur, den er ab 9. Oktober 2012 für eine Temporärfirma bei der L.
AG in G. erbrachte (act. 7). Zu seiner aktuellen Beschäftigungssituation liegen keine
Informationen vor. Obwohl sich der Beschwerdeführer seit seinem zehnten Lebensjahr
- mithin seit gut dreizehn Jahren - in der Schweiz aufhält und hier zumindest einen Teil
der schulischen Grundausbildung erhalten hat, erscheint er in beruflicher Hinsicht nach
wie vor nicht stabil integriert.
Zum gesellschaftlichen Umfeld, in welchem sich der aus Mazedonien stammende
Beschwerdeführer bewegt, sind den Akten und der Beschwerdeeingabe abgesehen
von den Hinweisen auf die Beziehungen zu Mittätern keine konkreten Angaben zu
entnehmen. Die weit überwiegende Zahl der Einbruchdiebstähle beging der
Beschwerdeführer zusammen mit einem aus dem – an Mazedonien angrenzenden -
Kosovo stammenden Mittäter. Auch die familiären Wurzeln eines weiteren Mittäters
liegen – wie aus dem Familiennamen zu schliessen ist – mütterlicherseits im
ehemaligen Jugoslawien (vgl. act. 10/Akten Migrationsamt 115 und 116). Insgesamt
erscheint die soziale Integration des Beschwerdeführers insbesondere vor dem
Hintergrund seines langjährigen Aufenthalts in der Schweiz als nicht gefestigt.
Nach der Rechtsprechung schützt Art. 8 EMRK im Zusammenhang mit der Bewilligung
des Aufenthalts in erster Linie die Kernfamilie, das heisst die Gemeinschaft der
Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern (BGE 135 I 143 E. 1.3.2). In den
Schutzbereich von Art. 8 EMRK fallen aber auch nicht rechtlich begründete familiäre
Verhältnisse, sofern eine genügend nahe, echte und tatsächlich gelebte Beziehung
besteht; entscheidend ist die Qualität des Familienlebens und nicht dessen rechtliche
Begründung (BGE 135 I 143 E. 3.1). Der Anspruch auf Schutz des Privatlebens kann
auch ohne Familienbezug tangiert sein, wenn ein Ausländer ausgewiesen werden soll.
Aus diesem Anspruch ergibt sich ein Recht auf Verbleib im Land aber nur unter
besonderen Umständen. Selbst eine lange Anwesenheit und eine damit verbundene
normale Integration genügen hierzu nicht; erforderlich sind besonders intensive private
Beziehungen beruflicher oder gesellschaftlicher Natur (vgl. BGer 2C_695/2012 vom 28.
Januar 2013 E. 3.3.1 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführer ist volljährig, nicht
verheiratet und kinderlos. Seine Eltern und Geschwister leben in der Schweiz. Der
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Beschwerdeführer ist der Kernfamilie entwachsen. Wohl mag er zu seinen Eltern und
Geschwistern einen engen familiären Kontakt pflegen. Diese Beziehungen sind
allerdings im Licht von Art. 8 EMRK nicht mehr relevant. Ein besonderes
Abhängigkeitsverhältnis, welches einen Aufenthaltsanspruch zu begründen vermöchte
(vgl. dazu BGer 2C_695/2012 vom 28. Januar 2013 mit Hinweisen auf BGE 135 I 143 E.
1.3.2, 129 II 11 E. 2, 120 Ib 257 E. 1d und BGer 2C_213/2010 vom 11. Oktober 2010 E.
2.2.3), ist nicht ersichtlich. Der Kontakt kann über gegenseitige Besuche, Briefverkehr,
Telefonate und Internet aufrechterhalten werden (vgl. dazu BGer 2C_135/2012 vom 29.
Oktober 2012 E. 3.2.4).
Die Integration des Beschwerdeführers in seinem Heimatland wird dadurch erleichtert,
dass er sich auch in der Schweiz vorab im Kreis seiner Landsleute aufgehalten hat.
Dies darf jedenfalls daraus geschlossen werden, dass sein Bruder auf die Frage, ob er
den Kollegenkreis des Beschwerdeführers kenne, antwortete, es gebe "in Walenstadt
viele von uns" und er wisse nicht, "mit wem er sich herumtreibe" (act. 10/Akten
Migrationsamt 49). Der Aufbau einer wirtschaftlichen Existenz wird durch das Alter des
Beschwerdeführers, seine solide schulische Grundausbildung und die – wenn auch
beschränkten – beruflichen Erfahrungen begünstigt. Der Umstand, dass der
Beschwerdeführer Deutsch spricht, kann seine Stellung auf dem Arbeitsmarkt
verbessern. In den Akten finden sich Hinweise, dass die Familie des
Beschwerdeführers nach wie vor über Beziehungen zu Mazedonien verfügt. So hielten
sich die Eltern des Beschwerdeführers – sein Vater ist IV-Rentner, seine Mutter
Hausfrau - im Jahr 2008 in Mazedonien auf (act. 10/Akten Migrationsamt 50). Damit
besteht zumindest ein Anhaltspunkt dafür, dass der Beschwerdeführer auch in
Mazedonien auf eine Familienstruktur trifft, welche ihm die Rückkehr erleichtern kann.
Insoweit sind Zweifel angebracht an der Behauptung in der Beschwerde, der
Beschwerdeführer müsste ohne jegliche Unterstützung eine ganz neue Existenz
aufbauen.
2.2.4. Zusammenfassend ergibt sich, dass das Gewicht der privaten Interessen an der
Beibehaltung der Niederlassungsbewilligung in der Schweiz durch den Umstand
relativiert wird, dass der unverheiratete und kinderlose Beschwerdeführer weder
beruflich noch gesellschaftlich stabil in der Schweiz integriert ist. Das öffentliche
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Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung überwiegt damit das private
Interesse des Beschwerdeführers an deren Beibehaltung.
3. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers erweist sich
dementsprechend als recht- und verhältnismässig. Die Beschwerde ist deshalb
unbegründet. Sie ist abzuweisen.
4. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht