Decision ID: c7b3b121-5436-4589-99ce-53da2b34161e
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
G._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. E. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21,
Postfach 27, 9004 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Bachmann, Schwanenplatz 4, 6004 Luzern,
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betreffend
Invalidenrente
Sachverhalt:
A.
A.a G._ war vom 1. November 1999 bis Ende Juni 2008 als Chauffeur bei der A._
angestellt und dadurch bei der Suva unfallversichert. Am 9. Oktober 2007 übersah ein
Gabelstaplerfahrer beim Aufladen von Waren in einer Lagerhalle den Versicherten und
überfuhr dessen rechten Fuss (UV-act. 1). Im Operationsbericht des Spitals Herisau
vom 10. Oktober 2007 wurde eine offene distale Unterschenkel-Trümmerfraktur links
Typ Pilon diagnostiziert (UV-act. 6). Im Kantonsspital St. Gallen wurde am 22. Oktober
2007 eine Osteosynthese mit einem lateralen Nagel am rechten Wadenbein und einer
medialen Platte am rechten Schienbein vorgenommen. Am 30. Oktober 2007 erfolgte
ein weiterer operativer Eingriff im Kantonsspital (UV-act. 12f). Am 5. September 2008
entnahmen die Operateure das Osteosynthesematerial (UV-act. 46). Die Suva
anerkannte ihre Leistungspflicht. Nach Durchführung von weiteren Behandlungen und
Abklärungen teilte sie dem Versicherten mit Schreiben vom 22. Dezember 2008 mit, bis
31. Dezember 2008 werde von einer vollen Arbeitsunfähigkeit und bis 31. Januar 2009
von einer 50 %igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen. Ab 1. Februar 2009 bestehe eine
volle Arbeitsfähigkeit (UV-act. 63).
A.b Mit Verfügung vom 6. Februar 2009 sprach die Suva dem Versicherten für die
verbliebenen Beeinträchtigungen aus dem Unfall vom 9. Oktober 2007 eine
Integritätsentschädigung basierend auf einer Integritätseinbusse von 5 % zu. Einen
Rentenanspruch verneinte sie (UV-act. 70). Die von Rechtsanwalt Dr. iur. E. R.
Pedergnana, St. Gallen, für den Versicherten gegen diese Verfügung erhobene
Einsprache (UV-act. 71 und 81) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 15.
Oktober 2009 ab (UV-act. 82).
B.
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B.a Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Pedergnana für den Versicherten
mit Eingabe vom 16. November 2009 Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid sei
aufzuheben, und dem Beschwerdeführer sei eine UVG-Invalidenrente von 26.5 %
zuzusprechen. Zur Begründung legte der Rechtsvertreter unter anderem dar, die von
der Beschwerdegegnerin ausgewählten DAP-Vergleichstätigkeiten würden die beim
Beschwerdeführer tatsächlich bestehenden medizinischen Einschränkungen nicht
beachten. Drei der fünf ausgewählten DAP-Arbeitsstellen würden der medizinischen
Zumutbarkeitsbeurteilung nicht entsprechen. Wer nicht lange Strecken gehen könne
aufgrund von Arthrosen, sei auch nicht in der Lage, längere Zeit zu stehen. Der
Beschwerdeführer werde dies durch ein Privatgutachten von PD Dr. med. B._,
Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, belegen. Das
hypothetisch anrechenbare Valideneinkommen von Fr. 55'200.-- sei
unterdurchschnittlich. Der Beschwerdeführer habe rund 25 % weniger verdient als der
Durchschnitt der Branche. Um 20 % dieser Differenz sei auch das Invalideneinkommen
zu reduzieren. Der Beschwerdegegnerin seien beim Beizug der LSE-Tabellenlöhne zwei
Fehler unterlaufen. Zum einen sei die falsche Tabelle verwendet worden. Zum anderen
habe sie bei der Aufrechnung auf die betriebsüblichen Arbeitszeiten die Situation des
Beschwerdeführers nicht berücksichtigt. Für das Valideneinkommen von Fr. 55'200.--
habe er 46 Stunden arbeiten müssen. Hätte der Beschwerdeführer an seiner letzten
Arbeitsstelle nur 41.6 Stunden gearbeitet, so hätte er nicht Fr. 55'200.--, sondern nur
Fr. 49'920.-- verdient. Beim Invalideneinkommen, für welches ebenfalls auf LSE-
Tabellen zurückgegriffen werden müsse, sei von einem leidensbedingten Abzug von
mindestens 10 % auszugehen.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 16. Dezember 2009 beantragte Rechtsanwalt
lic. iur. Reto Bachmann, Luzern, für die Beschwerdegegnerin Abweisung der
Beschwerde und Bestätigung des angefochtenen Entscheids. Zur Begründung verwies
er auf die Darlegungen im angefochtenen Entscheid und führte unter anderem aus, die
Auffassung des Beschwerdeführers, wonach die angestammte Tätigkeit als
Lastwagenchauffeur nicht mehr zumutbar sei, lasse sich aus der kreisärztlichen
Beurteilung nicht ableiten. Es sei keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit ausgewiesen, womit sich eine weitergehende Prüfung des
Rentenanspruchs erübrige. Für die Kündigung des Arbeitsplatzes seien unfallfremde
Gründe verantwortlich. Es sei den Akten nicht zu entnehmen, inwiefern der
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Beschwerdeführer seiner Schadenminderungspflicht nachgekommen sei und sich um
eine Neuanstellung bemüht habe. Der Kreisarzt habe sodann auch die Beurteilung des
Integritätsschadens vorgenommen. Diese sei nicht angefochten worden, was als Indiz
für eine korrekte Zumutbarkeitsbeurteilung zu werten sei. Das Zumutbarkeitsprofil
formuliere entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers keine Einschränkung
betreffend stehende Tätigkeiten. Er habe nicht aus invaliditätsfremden Gründen wie
beispielsweise fehlende Ausbildung unfreiwillig ein deutlich unterdurchschnittliches
Einkommen bezogen, sondern aus freien Stücken zehn Jahre lang die Tätigkeit als
Chauffeur ausgeübt, weshalb grundsätzlich von einer Parallelisierung der Einkommen
abzusehen sei. Falls die Einkommen zu parallelisieren seien, sei das
Invalideneinkommen (LSE 2008, TA 1, Zentralwert, Kategorie 3) in Anwendung der
Rechtsprechung um 4.8 % (9.8 % abzüglich 5 %) zu reduzieren. Der Leidensabzug von
5 % sei sachgerecht. Es liege kein zu einer UVG-Rente berechtigender Invaliditätsgrad
vor.
B.c Mit Replik vom 18. Januar 2010 reichte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers das Gutachten von PD Dr. B._ vom 23. Dezember 2009 ein und
bestätigte seine Anträge und Ausführungen (act. G 6). In der Duplik vom 29. Januar
2010 hielt der Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin an seinem Standpunkt fest
(act. G 9).

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig ist, ob dem Beschwerdeführer für die Restfolgen des Unfallereignisses
vom 9. Oktober 2007 Rentenleistungen auszurichten sind. Die Beschwerdegegnerin
legte im angefochtenen Entscheid (Erwägungen 2b, 2d, 4a, 4b, 5) die rechtlichen
Grundlagen der Bemessung von Rentenleistungen zutreffend dar; darauf kann
verwiesen werden.
1.2 Im Bericht vom 24. Oktober 2008 hielten die Ärzte des Kantonsspitals St. Gallen
unter anderem fest, insgesamt handle es sich um einen erfreulichen postoperativen
Verlauf. Das Bewegungsausmass im OSG habe sich im Vergleich zu präoperativ
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deutlich gebessert. Bei allerdings schon deutlich beginnender Arthrose im OSG sei mit
einer mittelfristigen Verschlechterung im Sinne einer Schmerzexazerbation sowie
Bewegungseinschränkung zu rechnen. Bei progredientem Leidensdruck müsste dann
über eine OSG-Arthrodese oder OSG-Prothese diskutiert werden. Primär werde der
Fall abgeschlossen (UV-act. 50). Die ärztliche Abschlussuntersuchung ergab gemäss
Bericht von Dr. med. C._, Facharzt FMH für Chirurgie, vom 11. Dezember 2008 unter
anderem eine verbliebene Bewegungs- und Belastungseinschränkung bei beginnender
OSG-Arthrose. Es stünden zur Zeit ausser den selbständigen Dehnungsübungen keine
weiteren medizinischen Massnahmen zur Verfügung, die zu einer wesentlichen
Verbesserung des Zustandes führen würden. Das Rückfallmelderecht bleibe beim
erhöhten Risiko für frühzeitige Arthroseprogredienz gewahrt. Es bestehe eine
Einschränkung für das langstreckige Gehen, für das Gehen in unebenem Gelände und
repetitives Besteigen von Treppen und Leitern wie auch Heben und Tragen von
schweren Gewichten. Zu vermeiden sei das Aussetzen an Vibrationen (UV-act. 57). Den
Integritätsschaden schätzte Dr. C._ unter Zugrundelegung einer beginnend mässigen
OSG-Arthrose auf 5 % (UV-act. 58). Der Hausarzt Dr. med. D._, Facharzt für
Allgemeinmedizin FMH, hatte ab 8. Dezember 2008 eine 75 %ige Arbeitsunfähigkeit
bescheinigt (UV-act. 62). Gegenüber dem Case Manager der Suva äusserte sich der
Beschwerdeführer am 7. Januar 2009 dahingehend, dass bei einer adäquaten,
vorwiegend sitzenden Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit durchaus denkbar sei. Er
verspüre keine durchgehenden Beschwerden (UV-act. 64). Im Gutachten vom 23.
Dezember 2009 zuhanden des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers kam PD Dr.
B._ zum Schluss, die im Gutachten von Dr. C._ erhobenen Untersuchungsbefunde
seien vollständig erhoben und in ihrer aktuellen Ausbildung quasi unverändert. Die
Interpretation der Röntgenbilder sei korrekt. Die vom Patienten angegebenen
subjektiven Beschwerden seien korrekt wiedergegeben worden und seien in ihrer
Ausprägung unverändert. Die Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. C._ sei noch etwas
genauer zu formulieren, denn die Belastungseinschränkung gelte neben dem Gehen
natürlich auch für das Stehen. Der Patient habe bei Dr. C._ wie auch bei ihm
angegeben, dass er etwa 1 km mit seinen Hunden ausgehen könne und dann wegen
der Schmerzentstehung eine Pause machen müsse. Beim Beschwerdeführer sei von
einer langsameren Gehgeschwindigkeit als bei einem Gesunden auszugehen, so dass
seine maximale Belastungszeit, nach der eine Gehpause eingelegt werden müsse,
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nach 20, spätestens nach 30 Minuten erreicht werde. Seines Erachtens würden
Arbeitstätigkeiten im Stehen und Gehen von über 30 Minuten immer mit einer
Beschwerdeprovokation einhergehen und so zu Arbeitsunterbrechungen führen.
Arbeitstätigkeiten im Stehen von drei bis acht Stunden seien dem Beschwerdeführer
nicht mehr zumutbar und illusorisch. Eine überwiegend sitzende Tätigkeit, die auch
einen Wechselrhythmus zum Gehen und Stehen beinhalte, würde der
Krankheitssituation des Patienten besser entsprechen. Angesichts der jetzt seit zwei
Jahren bestehenden Symptomatik sollte mit dem Patienten auch ein versteifender
Eingriff im Sprunggelenk diskutiert werden, weil hierdurch zwar die
Sprunggelenksbeweglichkeit eingeschränkt, der Patient dafür aber in aller Regel
vollständig beschwerdefrei werde (act. G 6.1/3).
2.
2.1 Dr. C._ umschrieb die beim Beschwerdeführer bestehenden Einschränkungen
(rein qualitativ) für das langstreckige Gehen, das Gehen in unebenem Gelände und das
repetitive Besteigen von Treppen und Leitern wie auch das Heben und Tragen von
schweren Gewichten (UV-act. 57). Dr. B._ stimmte dem grundsätzlich zu, ergänzte
jedoch, dass die Bewegungseinschränkung auch im Stehen vorhanden sei. Er
erachtete eine überwiegend sitzende Tätigkeit mit Wechselrhythmus zum Gehen und
Stehen der gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers angepasst (act. G
6.1/3). Die Zumutbarkeitsbeurteilungen der Dres. C._ und B._ unterscheiden sich
somit qualitativ im Wesentlichen hinsichtlich des Sitzanteils der zumutbaren Arbeit und
im Einbezug des Stehens. Die Einschätzung von Dr. B._ erscheint insofern
nachvollziehbar, als ein grosser Sitzanteil zu einer Entlastung des rechten Fusses
führen dürfte. Auch die Feststellung von Dr. B._, dass bei Bejahung einer
Einschränkung für das langstreckige Gehen auch eine solche für längeres Stehen
angenommen werden muss, leuchtet ein, zumal der rechte Fuss auch beim längeren
Stehen einer andauernden Belastung ausgesetzt ist. Beide Einschätzungen enthalten
keine quantitive (zeitliche) Einschränkung bzw. gehen implizit von einer vollzeitlichen
Einsetzbarkeit aus. Letztere wird denn auch vom Beschwerdeführer nicht bestritten.
Was den Einwand des Rechtsvertreters der Beschwerdegegnerin betrifft, dass keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als
Lastwagenchauffeur ausgewiesen sei (act. G 3 S. 4), ist festzuhalten, dass die
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Chauffeurtätigkeit zum einen das Besteigen von Laderampen usw. sowie des
Fahrzeugs (bei grösseren Lastwagen über eine kleine Leiter) beinhaltet. Zum anderen
ist die eigentliche Chauffeurtätigkeit mit einer Dauerbelastung des rechten Fusses
verbunden und es treten am gewöhnlichen Arbeitsplatz, d.h. im Lastwagen, zweifellos
Vibrationen auf. Damit ist die Zumutbarkeit der bisherigen Tätigkeit zumindest
erheblich in Frage gestellt. Ausschlaggebend erscheint jedoch, dass der
Beschwerdeführer an diesen (gekündigten) Arbeitsplatz nicht mehr zurückkehren kann.
Nachstehend ist daher die vollzeitliche Zumutbarkeit einer überwiegend sitzenden
Tätigkeit mit Möglichkeit zum zwischenzeitlichen Gehen und Stehen als gegeben zu
erachten.
2.2 Bei der hier in Frage stehenden Zumutbarkeitsbeurteilung geht es um die
gesundheitlichen Verhältnisse im Zeitraum ab Februar 2009, nachdem die
Taggeldleistungen auf Ende Januar 2009 eingestellt wurden (UV-act. 63).
Ärztlicherseits (UV-act. 50, 57; act. G 6.1/3) wurde ein beim Beschwerdeführer
bestehendes Risiko zur frühzeitigen Arthroseprogredienz diskutiert. Im hier zur
Diskussion stehenden Zeitraum von Februar bis 15. Oktober 2009 (Datum des
Einspracheentscheids) wirkte sich die erwähnte Prognose nach Lage der Akten jedoch
noch nicht dahingehend aus, dass die vollzeitliche Ausübung einer Tätigkeit im
dargelegten Sinn verunmöglicht worden wäre. Sollten sich für den Zeitraum nach dem
15. Oktober 2009 veränderte Verhältnisse ergeben haben, besteht die Möglichkeit des
Rückfallmelderechts.
3.
3.1 Bei der Ermittlung des ohne Gesundheitsschaden mutmasslich erzielten
Verdienstes (Valideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung entscheidend, was die
versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im Gesundheitsfall tatsächlich
verdienen würde. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der
Teuerung und Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es
empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Hat eine versicherte Person aus
invaliditätsfremden Gründen wie geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung,
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mangelnde Deutschkenntnisse oder beschränkte Anstellungsmöglichkeiten zufolge
Saisonnierstatus ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen bezogen, ist diesem
Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern
keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem
bescheideneren Einkommen begnügen wollte. Praxisgemäss wird diese so genannte
Parallelisierung der Vergleichseinkommen entweder auf Seiten des Valideneinkommens
durch eine entsprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Lohnes oder durch
Abstellen auf statistische Werte oder aber auf Seiten des trotz Invalidität realisierbaren
Verdienstes durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wertes
vorgenommen. (BGE 135 V 297 Erw. 5.1). Den Erheblichkeitsgrenzwert der
Abweichung des ohne Gesundheitsschaden effektiv erzielten Verdienstes vom
branchenüblichen LSE-Tabellenlohn, ab welchem sich eine Parallelisierung der
Vergleichseinkommen rechtfertigen kann, setzte das Bundesgericht auf 5 % fest (BGE
135 V 297 Erw. 6.1.2). Zur Vermeidung eines willkürlich erscheinenden, erheblichen
sprunghaften Anstiegs des Invaliditätsgrades gleich um mehrere Prozentpunkte bei im
Grenzbereich des 5%igen Erheblichkeitswertes liegenden Abweichungen befand es -
in Änderung der Rechtsprechung -, dass jeweils nur in dem Umfang zu parallelisieren
sei, in welchem die prozentuale Abweichung den Erheblichkeitswert von 5 %
übersteige. Weil die Parallelisierung nur den Ausgleich einer deutlichen - also nicht
jeder kleinsten - Abweichung des tatsächlich erzielten Verdienstes vom tabellarisch
bestimmten branchenüblichen Referenzlohn bezwecke, sei an der bisherigen Praxis,
welche bei gegebenen Voraussetzungen - insbesondere einer ausreichend deutlichen
Abweichung des Valideneinkommens vom branchenüblichen LSE-Tabellenlohn - die
Parallelisierung jeweils im vollen Ausmass der ganzen prozentualen
Unterdurchschnittlichkeit vornahm, nicht länger festzuhalten (BGE 135 V 297
Erw. 6.1.3).
3.2 Für die Festlegung des Valideneinkommens 2009 von Fr. 55'200.-- ging die
Beschwerdegegnerin von den Angaben der früheren Arbeitgeberin aus (Monatslohn
von Fr. 4'450.-- x 12 zuzüglich Gratifikation von Fr. 1'800.--; UV-act. 77). Sie erachtete
dieses Einkommen - nach Durchführung eines Vergleichs mit dem Einkommen gemäss
LSE-Tabelle TA1 für die Grossregion Ostschweiz, Position 60 (Landverkehr),
Anforderungsniveau 3 - als unterdurchschnittlich und kam zum Schluss, dass das
Invalideneinkommen unter Berücksichtigung des Erheblichkeitsgrenzwertes von 5 %
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um 6.48 % herabzusetzen sei (Erw. 5a des angefochtenen Entscheids). Hierzu ist
festzuhalten, dass für die Ermittlung von Validen- und Invalideneinkommen
rechtsprechungsgemäss die Tabelle TA 13 (Bruttolohn nach Grossregionen) der
Lohnstrukturerhebung (LSE) nicht zugezogen werden darf (SZS 2007, 64 mit Hinweis
auf Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007:
sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 12. Oktober 2006 [U 75/03]). Als
Folge davon ist die Frage der Unterdurchschnittlichkeit des Valideneinkommens bzw.
deren Umfang anhand der gesamtschweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des
Bundesamtes für Statistik zu ermitteln. Zugrunde zu legen sind die Zahlen des Jahres
2009. Der Beschwerdeführer, der über eine Ausbildung als Lebensmittelverkäufer
verfügt, war seit 1999 als Chauffeur bei der A._ tätig (UV-act. 44 S. 2). Die
Beschwerdegegnerin stellte bei diesem Sachverhalt im angefochtenen Entscheid zu
Recht auf die LSE-Position Landverkehr (Position 60) im Anforderungsniveau 3 ab,
zumal sich der Beschwerdeführer in zehn Jahren Tätigkeit im Transportbereich
zweifellos Berufs- und Fachkenntnisse erwerben konnte. Aus welchem Grund der
Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin hier nunmehr lediglich noch das
Anforderungsniveau 4 zur Anwendung bringen möchte (act. G 3 S. 6), lässt sich seinen
Darlegungen nicht entnehmen. Aus der LSE 2008 TA 1 Position 60 Niveau 3 ist für
Männer ein Monatssalär von Fr. 5'330.-- ersichtlich. Das hieraus errechnete Jahressalär
von Fr. 63'690.-- basiert auf 40 Wochenstunden und ist auf die betriebsübliche
durchschnittliche branchenspezifische Arbeitszeit 2008, d.h. auf 42.7 Stunden,
aufzurechnen, woraus sich ein Betrag von Fr. 68'277.-- ergibt. Zum Vorbringen des
Beschwerdeführers, dass er effektiv 46 Stunden pro Woche gearbeitet habe und diese
Arbeitszeit dementsprechend auch zu berücksichtigen sei (act. G 1 S. 3 und 5f), ist
festzuhalten, dass bei Verwendung von Tabellenwerten auch die dazugehörige Tabelle
der branchenspezifischen betriebsüblichen Arbeitszeiten anzuwenden ist. Ein Abstellen
auf hiervon abweichende effektive Arbeitszeiten kommt nicht in Betracht, andernfalls
statistische Grundlagen und Einzelfallwerte vermischt würden. Für 2009 resultiert unter
Berücksichtigung der Nominallohnerhöhung von 2.1 % ein Betrag von Fr. 69'711.--.
Das effektiv bei der bisherigen Arbeitgeberin im Gesundheitsfall erzielte Einkommen
von Fr. 55'200.-- liegt 20.8 % unter dem erwähnten Tabellenwert. Vor Antritt der Stelle
bei der A._ im Jahr 1999 war der Beschwerdeführer längere Zeit arbeitslos und hatte
verschiedene Einsätze im Rahmen eines RAV-Programms absolviert (UV-act. 44 S. 2).
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Der Umstand, dass er ab 1999 eine Chauffeur-Stelle mit unterdurchschnittlicher
Entlöhnung ausübte, war überwiegend wahrscheinlich nicht darauf zurückzuführen,
dass er sich freiwillig mit einem tieferen Lohn begnügen wollte, sondern dürfte
invaliditätsfremde Ursachen (insbesondere eingeschränkte Arbeitsplatzauswahl auf
dem damals für den Beschwerdeführer in Betracht kommenden Arbeitsmarkt; fehlende
einschlägige Ausbildung im Transportbereich) gehabt haben, weshalb eine Para
llelisierung geboten erscheint.
4.
4.1 Das Invalideneinkommen legte die Beschwerdegegnerin gestützt auf DAP-Zahlen,
d.h. die Arbeitsplätze Nr. 3286, 10978, 8819, 4786, 4146, mit Fr. 54'099.--
(Durchschnitt) fest. Im Hinblick auf die geforderte Repräsentativität der DAP-Profile und
der daraus abgeleiteten Lohnangaben hat die Beschwerdegegnerin nach der
Rechtsprechung, zusätzlich zur Auflage von mindestens fünf DAP-Blättern, Angaben zu
machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage
kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den Tiefstlohn sowie
über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil
entsprechenden Gruppe. Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des angerufenen
Gerichts, die Rechtskonformität der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen,
gegebenenfalls die Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-
Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE vorzunehmen (Urteil
des EVG vom 28. August 2003 i/S C. [U 35/00] Erw. 4.2.2). Ausgehend vom
dargelegten Zumutbarkeitsprofil (Erw. 2) sind die von der Beschwerdegegnerin
ausgewählten DAP-Arbeitsplätze den behinderungsbedingten Einschränkungen des
Beschwerdeführers nicht vollumfänglich angepasst. So beinhaltet die Tätigkeiten an
den Arbeitsplätzen Nr. 8819 und 4146 überhaupt keinen Sitzanteil bzw. werden im
Wesentlichen stehend ausgeübt (act. G 3.4). Die verbleibenden drei Arbeitsplätze
reichen nicht aus, um als Grundlage für die Bemessung des Invalideneinkommens
dienen zu können.
4.2 Als Folge davon ist das zumutbare Invalideneinkommen anhand der
Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik zu ermitteln und dabei auf
Tabelle 1 (Privater Sektor) Niveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) abzustellen.
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Zugrunde zu legen sind - wie beim Valideneinkommen - die Zahlen des Jahres 2009.
Der Beschwerdeführer ist zwar auf leichtere Hilfsarbeiten beschränkt, aber er wäre in
der Lage, seine Restarbeitsfähigkeit in vielen Branchen zu verwerten, sowohl im Sektor
Produktion als auch im Sektor Dienstleistungen. Auszugehen ist deshalb vom
allgemeinen Durchschnittslohn aller Branchen. Aus der LSE 2008 TA 1 Niveau 4 ist für
Männer ein Monatssalär von Fr. 4'806.-- ersichtlich. Das hieraus errechnete Jahressalär
von Fr. 57'672.-- basiert auf 40 Wochenstunden und ist auf die betriebsübliche
durchschnittliche Arbeitszeit 2008, d.h. auf 41.6 Stunden, aufzurechnen, woraus sich
ein Betrag von Fr. 59'979.-- ergibt. Im Jahr 2009 stiegen die Nominallöhne um 2.1%,
woraus für dieses Jahr ein Betrag von Fr. 61'239.-- resultiert. Aufgrund der
Einkommensparallelisierung ist dieses Einkommen um 15.8 % (20.8 % abzüglich 5 %),
d.h. auf einen Betrag von Fr. 51'563.-- herabzusetzen.
Im Urteil 8C_652/2008 vom 8. Mai 2009 hielt das Bundesgericht fest, dass bestimmte
einkommensbeeinflussende Merkmale im Sinne von BGE 126 V 75 Erw. 5b/aa S. 79
nicht mehr als ursächliche Faktoren für einen Leidensabzug berücksichtigt werden
dürfen, wenn denselben invaliditätsfremden Aspekten bereits bei der Parallelisierung
der Vergleichseinkommen Rechnung getragen worden ist. Der Abzug wird sich daher in
der Regel auf rein leidensbedingte Aspekte beschränken und die maximal zulässigen
25 % für sämtliche - invaliditätsfremden und invaliditätsbedingten - Merkmale nicht
mehr voll ausschöpfen (BGE 135 V 297 Erw. 5.3 mit Hinweisen). Es ist davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer seine Erwerbsfähigkeit auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt wegen der unfallbedingten Einschränkungen im rechten
Fuss insofern eingeschränkt verwerten kann, als für ihn - auch mit Blick auf die zur
Diskussion stehende Arthroseprogredienz - lediglich eine mehrheitlich sitzende
Tätigkeit ohne Heben und Tragen von schwereren Gewichten in Betracht fällt. Im
Übrigen ist jedoch die Verwertbarkeit einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in
leidensangepassten Tätigkeiten nicht in Frage gestellt. Die Beschwerdegegnerin hat
diesbezüglich mit Hinweis auf ein Urteil des EVG i/S K. vom 14. September 2005 (U
115/05, Erw. 2.5) einen Leidensabzug von 5 % zugestanden (Erw. 5b des
angefochtenen Entscheids). Ein Anlass, diese Ermessensausübung zu korrigieren, liegt
nicht vor, zumal es hier wie erwähnt vorab um leidensbedingte Aspekte geht und
allfällige Auswirkungen des Alters ausser Betracht zu bleiben haben. Unter
Berücksichtigung eines Leidensabzuges von 5% ergibt sich ein Invalideneinkommen
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von Fr. 48'985.--. Aus dem Vergleich mit dem Valideneinkommen von Fr. 55'200.--
ergibt sich ein IV-Grad von 11 % (zur Rundung vgl. BGE 130 V 121).
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 15. Oktober 2009 in dem Sinn gutzuheissen, dass die
Beschwerdegegnerin verpflichtet wird, dem Beschwerdeführer ab Februar 2009 eine
Rente auf der Basis eines IV-Grades von 11 % auszurichten. Gerichtskosten sind keine
zu erheben Art. 61 lit. a ATSG). Bei diesem Verfahrensausgang hat der
Beschwerdeführer Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Es
rechtfertigt sich, diese auf pauschal Fr. 4'000.-- festzulegen (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG