Decision ID: ff17299c-3619-459e-8d2c-1ca4197ed87d
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1958, ist
seit 2008 bei der Sekundarschule
Y._
als Reinigungsangestellte tätig und in dieser Eigenschaft bei der Schwei
zerischen National-Versicherungs-Gesellschaft
(heute: Helvetia Schweizerische Versicherungsgesellschaft AG; nachfolgend: Helvetia)
gegen die Folgen von Be
rufs- und Nichtberufsunfällen versichert.
Am 2
2.
September 2013 verrenkte sie sich beim Putzen
auf
einer Leiter das Genick (Unfallmeldung vom 2
3.
Oktober
2013,
Urk.
9/
UM).
Der am
5.
Oktober
2013 erstbehandelnde
Dr.
med.
Z._
,
FMH für Allgemeinmedizin, diagnostizierte eine HWS-Distorsion und verord
nete Physiotherapie (
Urk.
9/M3).
Mit Verfügung vom
2.
April 2014 verneinte die National-Versicherungs-Gesellschaft aufgrund
eines
fehlenden natürlichen Kau
sal
zusammenhangs eine Leistungspflicht (
Urk.
9/K11). Hieran hielt sie
mit
Ein
spracheentscheid
vom 2
9.
September 2014 fest (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 3
0.
Oktober 2014 Einsprache und ersuchte u
m Aufhebung des angefochtenen Entscheids sowie Ausrichtung der gesetzli
chen Leistungen für die Beschwerden in der rechten Schulter. Mit
Beschwerde
antwort
vom
1.
Dezember 2014 (
Urk.
8 unter Beilage ihrer Akten,
Urk.
9/M1-M17 und
Urk.
9/K1-K38) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführer
in
am
2.
Dezember 2014 (
Urk.
10) zur Kenntnis ge
bracht wurde. Mit Schreiben vom
3.
Dezember 2014
(
Urk.
11)
nahm die Be
sch
wer
deführerin Stellung, worauf die Beschwerdegegnerin am 1
7.
Dezember 2014
(
Urk.
13) erneut um Abweisung der Beschwerde ersuchte, was der Be
schwer
deführerin am 1
9.
Dezember 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
14).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
(
Urk.
2)
brachte die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen vor, dass
gestützt auf die Ausführungen von
Dr.
A._
die
Be
handlungen der Halswirbelsäule (HWS) über den
1.
Februar 2014 hinaus nicht
in einem überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhang zum Er
eignis vom
2
2.
September 2013 stünden (
Urk.
2 S.
8).
Ein
Kausalzusammenhang zwischen den ab Mai 2014 geklagten Schulterbeschwerden rechts zum Ereignis vom 2
2.
September 2013 sei zu verneinen (
Urk.
2 S. 9).
Die Beschwerdeführerin hielt hingegen
in der Hauptsache
dafür, dass
die Schmer
zen in der rechten Schulter zeitnah nach dem Unfall aufgetreten seien und es überwiegend wahrscheinlich sei, dass der Unfall vom 2
2.
September 2014 Ur
sache der Verletzung sei
. So habe sie wegen zunehmender Schmerzen in der
rechten Schulter den rechten Arm beim Arbeiten immer weniger einsetzen könne
n und sei im Turnverein wegen der Schulterbeschwerden ebenfalls zu
nehmend eingeschränkt gewesen, so dass sie ab Januar 2014 nicht mehr habe am Turnen teilnehmen können
(
Urk.
1
und
Urk.
11
).
Die Beschwerdegegnerin führte ergänzend aus, dass sich das Rechtsbegehren der Beschwerdeführerin einzig auf die Schulterbeschwerden beziehe, so dass die be
züglich Nacken- und HWS-Beschwerden verfügte Leistungseinstellung per
1.
Februar 2014 nicht Gegenstand des Verfahrens und der
Einspracheentscheid
diesbezüglich somit in Rechtskraft erwachsen sei (
Urk.
8 S. 3).
2.
2.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
des Bundesgesetzes
über die Unfallversicherung (
UVG
)
setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzu
sammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungs
weise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammen
hangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
–
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.2
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
sal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
2.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.4
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zu
verlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die be
fragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick
auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungs
recht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin
allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BG
E
135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331
E. 1c).
3.
Die medizinische Aktenlage präsentiert sich folgendermassen:
3.1
Im Bericht vom
2.
Dezember 2013 über die Erstbehandlung vom
5.
Oktober 2013 hielt
Dr.
Z._
eine verspannte Schulter- und Nackenmuskulatur sowie eine frei bewegliche HWS fest.
Im Röntgenbefund gebe es keine Hinweise für eine frische
ossäre
Läsion, eine
Osteochondrose
von C5/C6 und C6/C7 liege vor.
Als vorläufige Diagnose notierte er eine HWS-Distorsion
vo
m 2
2.
September 2013 (
Urk.
9/M3).
In seinem Verlaufsbericht vom
3.
Februar 2014 konstatierte
Dr.
Z._
, dass
die Beschwerdeführerin starke Probleme mit dem Nacken habe, sie habe
fast täglich Nackenschmerzen. Er
habe deshalb eine Physiotherapie verordnet (
Urk.
9/M4
;
vgl. Physiotherapieverordnung vom 1
2.
Januar 2014,
Urk.
9/M6a
).
3.2
Dr.
med.
A._
, Chirurgie FMH, notierte im Kurzbericht vom 1
1.
Februar 2014
,
dass der
status
quo ante bzw. sine am
1.
Februar 2014 erreicht sei (
Urk.
8/M5
).
3.3
Dr.
Z._
verordnete am 1
3.
März 2014 erneut Physiotherapie und hielt als Diagnose unverändert eine am 2
2.
September 2014
erfolgte
HWS-Distorsion
fest (
Urk.
9/M7a).
3.4
Dr.
A._
hielt in seiner Stellungnahme vom 2
5.
März 2014 dafür (
Urk.
9/M8), dass einfache Kontusionen der Nacken-/Schultermuskulatur ohne nachgewie
sene
ossäre
Läsionen nach
traumatologischer
Erfahrung und Literatur im All
gemeinen nach Wochen, spätestens aber nach drei Monaten abgeheilt seien. In diesem Falle sei es wahrscheinlich zu einer vorübergehenden Aktivierung einer vorbestehenden
Osteochondrose
C5/C6 und C6/C7 gekommen. Anlässlich der Erstuntersuchung am
5.
Oktober 2013, also zwei Wochen nach dem Ereignis, habe der Hausarzt eine vollkommen freie HWS gefunden.
Versicherungsmedizi
nisch
sei der Status quo sine spätestens drei Monate nach dem Unfallereignis erreicht.
3.5
Mit Schadenmeldung vom 1
4.
Mai 2014 (
Urk.
9/M9) liess die Beschwerdeführe
rin durch ihre Arbeitgeberin neue Beschwerden an der rechten Schulter melden
.
E
s sei eine Entzündung entstanden, welche dringend behandelt werden müsse (Ruhigstellung).
3.6
Dr.
med.
B._
, FMH physikalische Medizin und Rehabilitation, notierte im von der Beschwerdegegnerin eingeholten ärztlichen Zwischenbericht vom 2
4.
Juni 2014, folgende Diagnose (
Urk.
9/M10):
Periarthropathia
humeroscapularis
(PHS) rechts
nach Sturz am 2
2.
September 2013 aus einem Meter Höhe von der Lei
ter
zunehmend
frustraner
Verlauf mit zunehmend Schmerzen auch im
Na
ckenbereich
immer arbeitsfähig als
Abwartin
(50%-Pensum)
Diff
erentialdiagnose
Supraspinatusläsion
, Labrumläsion
Subjektiv und objektiv liege ein insuffizienter Verlauf vor, die Schmerzen wür
den persistieren und es seien
durch die Physiotherapie
nur kurzfristige Ver
besserungen ohne Nachhaltig
keit erreicht worden. Die letzte Konsultation sei am
7.
April 2014 erfolgt.
3.7
Dr.
Z._
diagnostizierte in seinem zuhanden der Beschwerdegegnerin er
stellten Zwischenbericht vom
7.
Juli 2014 unverändert eine HWS-Distor
sion
.
Die Beschwerdeführerin sei
zu
r Physiotherapie in die
Klinik C._
überwiesen worden. Dadurch habe eine Stabilisierung erreicht werden können.
Dr.
B._
habe der Beschwerde
führerin eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit vom
1.
bis zum 1
1.
Mai 2014 und eine 50%ige Arbeitsun
fähigkeit vom 1
2.
Mai bis zum 3
0.
Juni 2014 a
ttes
tiert
(
Urk.
9/M11).
3.8
Im von der Beschwerdegegnerin eingeholten Kurzbericht von
Dr.
A._
vom 2
9.
Juli 2014 hielt dieser fest, dass die Schulterbeschwerden nicht überwiegend wahrscheinlich Folge des Unfalls seien (
Urk.
9/M12).
3.9
Im Überweisungsschreiben an die Klinik
D._
vom 2
0.
August 2014 (
Urk.
9/M13) führte
Dr.
B._
aus, dass am 2
8.
April 2014 eine
ultraschallso
nographische
Untersuchung durchgeführt worden sei, bei der sich eine Bursitis der langen
Bizepssehne
sowie eine Bursitis
subacromialis
und vor allem eine
intramurale Teilruptur der
Supraspinatussehne
gezeigt habe. Die ambulante The
rapie sei angepasst und weitergeführt worden, wesentliche Fortschritte hät
ten aber nicht mehr erzielt werden können.
Am 1
9.
August 2014 sei
ein
Arthro
-MRI des rechten Schultergelenkes durchge
führt und eine ansatznahe
transmurale
anteriore
Ruptur der
Supraspinatussehne
und
Infraspinatussehne
mit kleinem Partialriss gefunden worden. Auch habe sich eine nicht dislozierte
superiore
Labrumläsion gezeigt. Insgesamt erscheine die Situation eher zunehmend, sodass er um weitere Abklärungen sowie Bera
tung der Beschwerdeführerin bezüglich therapeutischer Massnahmen, insbeson
dere im Hinblick auf eine operative Sanierung, bitte (
Urk.
9/M13).
3.10
Dr.
A._
nahm am
9.
September 2014 erneut Stellung und hielt fest, dass die Schulter
-
/
Supraspinatusläsion
vorbestehend
und
nicht unfallbedingt sei. Die
Schul
terbeschwerden
seien möglicherweise auf das Ereignis vom 2
2.
September 2013 zurückzuführen (
Urk.
9/M15).
3.11
Die behandelnden Ärzte der Klinik
D._
,
Muskulo
-Skelettal Zentrum Ortho
pädie Obere Extremitäten, hielten in ihrem zuhanden der
Beschwerdegeg
nerin
erstellten Arztbericht
vom 2
5.
September 2014
1) eine traumatische
Sup
raspina
tussehnenruptur
transmural
ansatznahe rechts Unfall 2
2.
September 2013 und 2)
einen Verdacht auf abgelaufene
mitigierte
,
retraktile
Kapsulitis
rechts post
trau
matisch fest (
Urk.
9/M17).
Sie würden die Ansicht der Kollegen der
Klinik C._
teilen, dass die
arthroskopische
Rekonstruktion der
Rotatorenmanschette
an der rechten Schul
ter vorgesehen werden sollte. Die Beschwerdeführer
in
wünsche den Eingriff
möglichst rasch und es sei bereits ein provisorischer Operationstermin am 1
0.
Oktober 2014 fixiert (
Urk.
9/M17).
4.
4.1
Zu prüfen ist, ob die Beschwe
rden an der rechten Schulter
überw
iegend
w
ahr
scheinlich auf das Ereignis vom 2
2.
September 2013 zurückzuführen sind.
4.1.1
In der Unfallmeldung vom 2
3.
Oktober 2
013 wurde festgehalten, dass die Be
schwerdeführerin
sich beim Putzen (mit der Leiter) das Genick verrenkt habe (
Urk.
9/UM). Die Beschwerdeführerin führte im Fragebogen vom
9.
November 2013 diesbezüglich aus, dass sie am Sonntag, den 2
2.
September 2013
,
um 14.30 Uhr beim Fensterputzen von der Leiter gestürzt sei. Sie habe das Genick „ver
renkt“ und habe ein „Pfeifen“ im Ohr (
Urk.
9/M1). Im Bericht über die
Erstbe
handlung
am
5.
Oktober 2013 vermerkte
Dr.
Z._
eine verspannte
Schulter- und Nackenmuskulatur
bei
frei beweglich
er
HWS
und diagnostizierte eine
HWS-Distorsion
(
Urk.
9/M3).
Nachdem die Beschwerdegegnerin
die Beschwerdeführerin
mit Schreiben vom 1
2.
Februar 2014
darüber in Kenntnis
ge
setzt
hatte
, dass sie ihre Leistungen per
1.
Februar 2014 einstelle (
Urk.
9/K7)
,
teilte die Beschwerdeführer
in am 1
4.
März 2014
mit, dass sie immer noch an den Unfallfolgen leide und
sich
diverse
n
Therapie
n
unterzieh
e. Auch ihr Mann massiere sie fast täglich
,
um die Ver
spannungen im Na
cken zu lösen
.
Die Unfallfolgen und das „Pfeifen“ im Ohr seien immer noch vorhanden
(
Urk.
9/K8).
Nach Einholen der Stellungnahme von
Dr.
A._
vom 2
5.
März 2014 (E. 3.4) erliess die Beschwerdegegnerin die Verfügung vom
2.
April 2014 (
Urk.
9/K11),
woraufhin die Beschwerdeführerin am 3
0.
April 2014 mitteilte, dass die Schmer
zen immer grösser und stärker geworden seien und sie ihren Arm fast nicht mehr heben könne (
Urk.
9/K13).
Mit Schadenmeldung vom 1
4.
Mai 2014 liess die Beschwerdeführerin die Schulterbeschwerden dann auch von ihrer Ar
beit
geberin melden (E. 3.5).
4.
1.
2
Festzuhalten ist
damit
, dass
die Beschwerdeführerin
in der ersten Zeit
nach dem Unfall keine Schulterbeschwerden beklagte, sondern sowohl in der
Unfallmel
dung
(
Urk.
9/UM)
als auch im Fragebogen vom
9.
November 2013
(
Urk.
9/M1)
lediglich das Verrenken des Genicks
und
ein Pfeifen im Ohr angab.
Dr.
Z._
hielt entsprechend im Bericht vom
2.
Dezember 2013 (
Urk.
9/M3) zwar eine ver
spannte Schulter- und Nackenmuskulatur fest, stellte jedoch keine
schulter
spe
zifische
Diagnose
,
sondern notierte lediglich eine HWS-Distorsion.
Auch aus dem Schreiben
der Beschwerdeführerin
vom 1
4.
März 2014 (
Urk.
9/K8) gehen keine Beschwerden in der Schulter hervor.
Erst mit
Schreiben vom 3
0.
April 2014
(
Urk.
9/K13)
- und damit
über ein halbes Jahr
nach dem Ereignis vom 2
2.
September 2013
-
führte die Beschwerdeführe
rin explizit aus, dass sie den rechten Arm fast nicht mehr heben könne
und der Hausarzt am 1
0.
April 2014 zwei Spritzen in die rechte Schulter gemacht habe, welche vorerst nichts gebracht hätten
.
Der erste Arztbericht, aus dem eine schulterspezifische Diagnose hervorgeht
,
ist der Zwischenbericht von
Dr.
B._
vom 2
4.
Juni 201
4. Dr.
B._
notierte
eine
PHS rechts - die letzte Kontrolle sei am
7.
April 2014 erfolgt (
Urk.
9/M10)
.
Eine echtzeitliche Dokumentation der angeblich bereits
zeitnah
nach dem Unfall vorgelegenen
Schulterbeschwerden
liegt
allerdings - wie gezeigt -
nicht vor.
Dr.
A._
hielt
entsprechend
aufgrund der erst Monate nach dem Ereignis be
klagten und aktenkundigen Schulterbeschwerden
nachvollziehbar
fest, dass die Schulter/
Supraspinatusläsion
vorbestehend
und
nicht unfallbedingt sei und die Beschwerden in der rechten Schulter zwar möglicherweise, nicht aber
überwie
gend wahrscheinlich auf das Ereignis vom 2
2.
September 20
13 zurückzuführen sei
en
(
Urk.
9/M15).
Auf die nachvollziehbare und schlüssige Einschätzung kann abgestellt werden
.
4.
1.3
Die
im Beschwerdeverfahren eingereichten Bestätigungen
der Arbeitgeberin als auch der Präsidentin der Frauenriege
E._
lassen keinen anderen Schluss zu
(
Urk.
3/3 und
Urk.
3/4
): Der Bericht der Arbeitgeberin
datiert vom 3
0.
Okto
ber 2014
und
legt lediglich dar, dass ca.
a
nfangs Jahr Spätfolgen bzw. starke Schmerzen entstanden seien - somit ebenfalls erst mindestens rund drei Monate nach dem fraglichen Ereignis. Die undatierte Bestätigung der Präsiden
tin der Frauenriege vermag - insbesondere unter Berücksichtigung der fehlen
den Mitteilung von Schulterbeschwerden
durch die Beschwerdeführerin
sowie den
feh
lenden
echtzeitlichen Arztberichten nach dem Ereignis - nicht mit über
wie
gen
der Wahrscheinlichkeit eine Kausalität zwischen dem Ereignis und den
Schulter
beschwerden
zu begründen.
Die Arztberichte der Ärzte der
Klinik
D._
vom 2
5.
September
und 1
0.
Okto
ber 2014 (
Urk.
9/M17;
Urk.
3/10) als auch die
im Beschwerdeverfahren eingereichten Berichte von
Dr.
Z._
vom 2
9.
Oktober 2014
(
Urk.
3/6)
und
F._
, Naturarzt Dipl. Psych. K.P. (SRK SGP)
,
vom 2
9.
Oktober 2014
(
Urk.
3/7)
vermögen
aufgrund des Umstands, dass sie
retrospektiv
v
erfass
t wurden
bzw.
aufgrund
der Erfahrungstatsache,
dass
behandelnde Arztpersonen als auch Therapiekräfte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrau
ensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V
465 E.
4.5, 125 V 351 E.
3b/cc),
keinen über
wiegenden Kausalzusammenhang zu begründen.
4.1.4
Da der Nachweis eines Kausalzusammenhanges zwischen den geltend gemach-
ten
Beschwerden in der rechten Schulter
und dem
Ereignis vom 2
2.
September 2013
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wah
rscheinlichkeit gelingt, hat die
Beschwerdeführer
in
die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 115 V 133 E. 8a mit Hinweisen).
4.2
Dass allfällige
HWS-Beschwerden ab dem
1.
Februar 2014 nicht mehr in einem
überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhang zum Ereignis vom 2
2.
Septem
b
er 2013 stehen
,
ist aufgrund der Aktenlage plausibel und des Wei
teren unbestritten.
4.3
Zusammenfassend sind die Schulterbeschwerden nicht mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit auf das Ereignis vom 2
2.
September 2013 zurückzuführen und
allfällige
HWS-Beschwerden stehen ab dem
1.
Februar 2014 ebenfalls
– und unbestrittenermassen -
nicht mehr in einem überwiegend wahrscheinlichen Kau
salzusammenhang zum Er
eignis vom 2
2.
September 201
3.
Von zusätzlichen medizinischen Untersuchun
gen beziehungsweise Abklärungen sind keine weite
ren Aufschlüsse hinsichtlich Unfallkausalität zu erwarten.
Entsprechend erweist sich der
Einspracheentscheid
als rechtens und die Be
schwerde ist vollumfänglich abzuweisen.
5.
Der Grundsatz des kostenlosen Verfahrens hat zur Folge, dass der
Beschwerde
gegnerin
, bzw. dem jeweiligen Versicherungsträger, keine Parteientschädigung zusteht (vgl.
Kieser
, ATSG-Kommentar,
3.
Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015, N 58 zu
Art.
61).