Decision ID: c51d21e1-c889-5ac6-bb45-94690696419c
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. oec. Fritz Dahinden, Blumenbergplatz 1, 9000 St.
Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war seit 1. November 2000 bei der B._ AG
angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt
(nachfolgend: Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am
17. April 2011 als Beifahrerin im von ihrem Sohn gelenkten Auto einen Zusammenstoss
mit einem ihre Fahrbahn überquerenden Fahrzeug erlitt und sich am linken Oberarm
und an der Halswirbelsäule verletzte (Suva-act. 1). Der erstbehandelnde Dr. med.
C._, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, diagnostizierte am 20. April 2011 eine HWS-
Distorsion und attestierte der Versicherten eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit ab
20. April 2011 bis voraussichtlich Ende Mai (Suva-act. 5). Die Suva erbrachte die
gesetzlichen Leistungen (Taggelder und Heilungskosten; Suva-act. 55, 56).
A.b Ab 30. Mai 2011 nahm die Versicherte die Arbeit zu 30% wieder auf (Suva-act. 8,
9, 10, 11).
A.c Am 27. Juli 2011 wurde in der Rehaklinik Bellikon ein ambulantes Assessment
durchgeführt und eine erhebliche Symptomausweitung beobachtet (Suva-act. 18). Am
16. August 2011 diagnostizierte Dr. med. D._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
bei der Versicherten eine Anpassungsstörung mit Ängsten, Sorgen, Anspannungen,
Stimmungseinbrüchen und Schlafstörungen sowie ein zervikales Syndrom bei Status
nach HWS-Distorsion nach dem Unfall vom 17. April 2011 (Suva-act. 19). Am 8. August
2011 wurde im Kantonsspital St. Gallen eine ambulante Schmerzsprechstunde
durchgeführt (Suva-act. 32). In der Folge wurde vom 22. August 2011 bis 21. Oktober
2011 eine ambulante psychosomatische Rehabilitation durchgeführt und der
Versicherten während dieser Zeit eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Suva-
act. 20, 27, 33, 34, 35, 38). Am 24. Oktober 2011 nahm sie die Arbeit wieder zu 30%
auf, ab 7. November 2011 steigerte sie diese auf 50%, wobei sie jedoch wegen
mangelnder Auftragslage des Betriebs im Durchschnitt an drei halben Tagen pro
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Woche arbeitete, und die restlichen zwei (Halb-)Tage jeweils Ferien bezog (Suva-
act. 37, 38, 42, 44).
A.d Das MR der HWS vom 12. Dezember 2011 (Suva-act. 46) zeigte ein normales
cervicales vertebrospinales Kernspintomogramm ohne Nachweis posttraumatischer
Veränderungen. Es gebe keine morphologisch fassbare Ursache der persistierenden
Beschwerden.
A.e Am 4. Januar 2012 beurteilte Kreisarzt Dr. med. E._ die Situation dahingehend,
dass aus somatischer Sicht bildgebend keine unfallbedingte Läsion nachweisbar sei
und sich diesbezügliche weitere Therapiemassnahmen erübrigen würden, da von
einem stabilen Zustand auszugehen und eine Verbesserung nicht zu erreichen sei
(Suva-act. 47). Ob die Symptomausweitung und die Anpassungsstörung unfallkausal
seien, unterliege der Adäquanzbeurteilung.
A.f Mit Bericht vom 10. Januar 2012 diagnostizierte Dr. C._ eine Anpassungs
störung infolge einer HWS-Distorsion nach Unfall vom 17. April 2011 sowie ein
anhaltendes cervicocephales Schmerzsyndrom ohne fassbare Organursache (Suva-
act. 50). Seit 19. Dezember 2011 attestierte Dr. C._ der Versicherten eine 75%-ige
Arbeitsfähigkeit.
A.g Mit Verfügung vom 17. Januar 2012 (Suva-act. 65) wurde die Adäquanz verneint,
weshalb die Versicherungsleistungen per 31. Januar 2012 eingestellt und kein
Anspruch auf weitere Geldleistungen in Form einer Invalidenrente und/oder einer
Integritätsentschädigung gewährt wurden.
B.
Die dagegen erhobene Einsprache vom 15. Februar 2012 (Suva-act. 72) wurde mit
Einspracheentscheid vom 30. April 2012 (Suva-act. 79; act. G 1.2) abgelehnt.
C.
C.a Mit Beschwerde vom 30. Mai 2012 (act. G 1) liess die Versicherte durch Rechts
anwalt lic. oec. HSG Fritz Dahinden, St. Gallen, beantragen, der Einsprache-Entscheid
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vom 30. April 2012 sei aufzuheben, die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der
Beschwerdeführerin auch über den 1. Februar 2012 hinaus Taggelder und
Heilbehandlungen zu gewähren, eventuell sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten,
Verlaufsberichte bei den behandelnden Ärzten einzuholen und/oder eine
polydisziplinäre Begutachtung anzuordnen, es sei eine mündliche Verhandlung mit
Parteibefragung durchzuführen, es sei davon Vormerk zu nehmen, dass weder
Rentenleistungen noch eine Integritätsentschädigung beansprucht werden und die
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine angemessene
ausseramtliche Entschädigung zu bezahlen. Zur Begründung führte der Rechtsvertreter
insbesondere an, dass die Beschwerdeführerin gemäss Erstdiagnose, HWS-
Dokumentationsbogen und Rehaklinik Bellikon eine HWS-Distorsion erlitten habe und
von einem primär psychischen Beschwerdebild nicht die Rede sein könne. Auch die
später vom behandelnden Psychiater gestellte Diagnose einer Anpassungsstörung
vermöge das Beschwerdebild der HWS-Distorsion nicht in den Hintergrund zu stellen.
Bei der Frage nach der Erreichung des medizinischen Endzustands müsse folglich auf
eine Differenzierung in physische und psychische Komponenten verzichtet und bei der
Beurteilung der noch möglichen Verbesserung des Gesundheitszustands auch die auf
das psychische Leiden gerichteten ärztlichen Behandlungen berücksichtigt werden.
Das Arbeitspensum der Beschwerdeführerin habe im Februar 2012 von 50% auf 60%
erhöht werden können und es seien weitere Steigerungen in Schritten von jeweils 10%
und in Absprache mit dem Hausarzt geplant gewesen, wovon die Beschwerdegegnerin
gewusst habe. Zwischenzeitlich sei das Arbeitspensum auf 75% erhöht worden, der
Zeitpunkt für weitere Steigerungen sei noch offen. Es sei ausgewiesen, dass seit
Verfügungserlass eine erhebliche Steigerung der Arbeitsfähigkeit stattgefunden habe
und seitens der behandelnden Ärzte und der Beschwerdeführerin von einer gänzlichen
Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen werde. Es sei von einer bereits
eingetretenen und noch zu erwartenden namhaften Besserung des
Gesundheitszustands auszugehen.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 3. Juli 2012 (act. G 3) schloss die
Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung brachte sie im
Wesentlichen vor, dass es sich bei der Frontalkollision vom 17. April 2011 um ein
biomechanisch schlicht ungeeignetes Ereignis handle, um mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit einen Gesundheitsschaden an der HWS zu bewirken. Die natürliche
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Unfallkausalität sei nicht gegeben und da es sich um einen leichten Unfall handle, fehle
es auch am adäquaten Kausalzusammenhang. Die Beschwerdegegnerin hätte von
Anfang an keine Leistungen erbringen müssen bzw. dürfen, weshalb es keine Rolle
spiele, ob im Zeitpunkt der Leistungseinstellung der medizinische Endzustand erreicht
gewesen sei oder nicht. Selbst wenn die Unfallkausalität zu bejahen wäre, müsse die
Leistungseinstellung per 31. Januar 2012 geschützt werden, da der medizinische
Endzustand in physischer Hinsicht spätestens im Juli 2011 erreicht gewesen sei.
Aufgrund der Aktenlage sei die klare Dominanz der psychischen Probleme
offensichtlich. Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin habe bereits ab
19. Dezember 2011, also vor Leistungseinstellung am 31. Januar 2012, auf 75%
gesteigert werden können.
C.c Mit Replik vom 27. August (act. G 8) beantragte der Rechtsvertreter eine Expertise
betreffend (Teil-)Kausalzusammenhang zwischen Unfallereignis und anhaltenden
Beschwerden und Einschränkungen und hielt im Übrigen an seinem Standpunkt fest.
C.d Mit Duplik vom 6. September 2012 (act. G 10) hielt die Beschwerdegegnerin an
ihrem bisherigen Antrag fest.
C.e Mit Schreiben vom 18. Oktober 2012 verzichtete der Rechsvertreter namens der
Beschwerdeführerin auf eine mündliche Verhandlung (act. G 12).

Erwägungen:
1.
Streitig ist vorliegend, ob die Versicherungsleistungen (Heilungskosten, Taggelder),
welche von der Beschwerdegegnerin im Anschluss an das Unfallereignis vom 17. April
2011 ausgerichtet wurden, auf den 31. Januar 2012 eingestellt werden durften.
2.
2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
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bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung
bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht
demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem
versicherten Unfallereignis zusammenhängen (Alexandra Rumo-Jungo,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2003, S. 42 ff.). Ob ein
natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit;
die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177, E. 3.1 mit Hinweisen). Ebenso wie der
leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Da es
sich bei der Einstellung um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die
Beweislast nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000
Nr. U 363 S. 46, E. 2 mit Hinweisen; BGE 117 V 261 E. 3b). Dieser muss jedoch nicht
den Beweis für unfallfremde Ursachen erbringen. Ebenso wenig geht es darum, vom
Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden
mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007:
Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] U 285/00 vom 31. August 2001,
E. 5a). Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist unerheblich.
Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens
ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind.
2.2 Nach dem Unfallereignis vom 17. April 2011 klagte die Beschwerdeführerin über
zunehmende Nackenschmerzen (Suva-act. 5). Der erstbehandelnde Arzt Dr. C._
diagnostizierte am 20. April 2011 eine HWS-Distorsion und stellte eine diffuse
Druckdolenz der HWS-Haltemuskulatur sowie eine eingeschränkte HWS-Beweglichkeit
in alle Richtungen fest. Der Röntgenbefund HWS ap./seitl. ergab keine Hinweise auf
ossäre Läsionen oder Auffälligkeiten bezüglich Haltung. Anlässlich des ambulanten
Assessments vom 28. Juli 2011 bei der Rehaklinik Bellikon sowie der ambulanten
Schmerzsprechstunde vom 8. August 2011 wurde unter Anderem eine HWS-Distorsion
QTF II bei erheblicher Symptomausweitung und zervikalem Syndrom festgestellt (Suva-
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act. 18, 32). Eine MR der HWS vom 12. Dezember 2011 (Suva-act. 46) zeigte ein
normales cervicales vertebrospinales Kernspintomogramm ohne Nachweis
posttraumatischer Veränderungen. Für die persistierenden Beschwerden konnte keine
morphologisch fassbare Ursache gefunden werden. Dass kein fassbares organisches
Substrat vorhanden ist, das zu den anhaltenden Kopfschmerzen der
Beschwerdeführerin korreliert, geht ebenfalls aus der gesamten medizinischen
Aktenlage - insbesondere auch aus dem ärztlichen Zwischenbericht vom 10. Januar
2012 des behandelnden Hausarztes Dr. C._ - hervor; selbst die Beschwerdeführerin
behauptet nichts Anderes (Suva-act. 50, act. G 1 S. 3). Auf diese bereits in
medizinischer Hinsicht einhellig erhobene Grundlage kann daher ohne weiteres
abgestellt werden.
2.3 Ist ein Schleudertrauma der HWS oder eine äquivalente Verletzung (unter anderem
ein Status nach leichter traumatischer Hirnverletzung) diagnostiziert und liegt - bezogen
auf diese Diagnose - kein fassbarer organischer (unfallbedingter) Befund vor, muss für
die Bejahung der natürlichen Kausalität ein typisches Beschwerdebild mit einer
Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations-
und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen,
Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. gegeben sein (BGE
117 V 359 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 E. 3e; Bestätigung in BGE 134 V 109 E. 9).
Nach der aktuellen Rechtsprechung des Bundesgerichts (Urteile vom 30. Januar 2007,
U 215/05 und vom 15. März 2007, U 258/06) muss bei einer HWS-Verletzung das
typische Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden nicht in seiner
umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall
auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der
Halsregion oder an der HWS - bei einem Schädel-Hirntrauma in Form von
Kopfschmerzen - manifestieren. Die anderen im Rahmen eines Schleudertraumas oder
einer äquivalenten Verletzung typischerweise auftretenden Beschwerden müssen sich
jedoch immerhin in einem Zeitraum manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein
eines natürlichen Kausalzusammenhangs auszugehen.
2.4 Von den behandelnden Ärzten wurde eine HWS-Distorsion diagnostiziert (Suva-
act. 5, 18, 19, 32, 50). Dr. C._ stellte bei der Beschwerdeführerin innerhalb der
erforderlichen Latenzzeit Nackenschmerzen fest, gegenüber der Polizei meldete die
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Beschwerdeführerin diese Beschwerden bereits am Tag nach dem Unfallereignis
(Suva-act. 4, 5). Gemäss Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-
zervikalem Beschleunigungstrauma vom 23. Mai 2011 (Suva-act. 5) sowie dem
Erhebungsblatt für die Abklärung von HWS-Fällen vom 15. Juni 2011 (Suva-act. 9) trat
ca. drei Stunden nach dem Unfall bzw. in der Nacht eine Übelkeit auf und nach ca. 12
Stunden hätten sich Kopf- und Nackenschmerzen manifestiert. Weitere Beschwerden -
darunter auch die zu einem späteren Zeitpunkt beklagten Seh- und Schlafstörungen
sowie Schwindel - wurden am 23. Mai 2011 von der Beschwerdeführerin explizit
verneint. Am 15. Juni 2011 berichtete die Beschwerdeführerin, zum aktuellen Befinden
befragt, vor allem über noch vorhandene Kopfschmerzen linksseitig mit Ausstrahlung in
die linke Nackengegend. Die Beschwerdeführerin konnte nach eigenen Angaben den
Kopf in allen Seiten frei bewegen, wobei es leicht im Nacken spannte. Das
Hauptproblem seien die ständigen Kopfschmerzen, die beim Blick nach unten
zunähmen. Bei schnellen Bewegungen und stehender Arbeit tauche fast täglich ein
kurzer Schwindel auf (Suva-act. 9, 10). Beim ambulanten Assessment in der Rehaklinik
Bellikon vom 27. Juli 2011 wurde neben den haubenförmigen Kopfschmerzen und
intermittierenden Schwindelattacken erstmals auch eine Vergesslichkeit und eine
psychische Belastung bzw. depressive/affektlabile Stimmungslage als aktuelles
Problem genannt (Suva-act. 18). Die inzwischen nicht mehr beklagten Armschmerzen
sind vorliegend ausser Acht zu lassen, da sie nicht zum typischen Beschwerdebild
eines Schleudertraumas bzw. einer schleudertraumaähnlichen Verletzung gehören
(Suva-act. 32). Am 9. August 2011 wurden erstmals Schlafprobleme erwähnt und
analgetisch behandelt (Suva-act. 32). Bei der Aussendienst-Abklärung vom
5. Dezember 2011 sprach die Beschwerdeführerin erstmals über das Nachlassen der
Augenschärfe seit dem Unfall, welches Ende September beim Augenarzt festgestellt
worden sei (Suva-act. 42). Es liegen damit zwar zum Teil typische Symptome vor, wie
sie nach einer HWS-Distorsion auftreten können, doch sind die Schwindelattacken erst
zwei, und die Vergesslichkeit sowie die depressive/affektlabile Stimmung erst drei
Monate nach dem Unfall erstmals in aktenkundiger Weise aufgetreten. Fast vier
Monate nach dem Unfallereignis wurden Schlafstörungen aktenkundig. Eine (allfällige)
Visusstörung wurde nicht vor Ende September 2011, das heisst fünf Monate nach dem
Unfall, festgehalten. Das Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG; seit 1. Januar
2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) hat in seiner Rechtsprechung
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neue Symptome, die zwei Monate nach dem Unfall aufgetreten sind, aufgrund ihres
späten Auftretens nicht als natürlich-kausale Unfallfolgen betrachtet (vgl. Urteil vom
2. März 2005, U 309/03, E. 4.2). Von einer Häufung von Beschwerden kann nicht
bereits bei einmalig ca. 3 Stunden nach dem Unfallereignis aufgetretener Übelkeit
sowie anhaltenden Kopf- und Nackenschmerzen gesprochen werden. Grundsätzlich ist
demnach eine natürliche Kausalität zwischen den beklagten Kopf- und
Nackenschmerzen und dem Unfall vom 17. April 2011 als Folge eines
Schleudertraumas oder einer schleudertraumaähnlichen Verletzung eher zweifelhaft
und mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu verneinen, weshalb sich die Einholung
von weiteren Verlaufsberichten und auch einer polydisziplinären Begutachtung erübrigt
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d, mit Hinweisen). Selbst wenn in
Bezug auf die geklagten Beschwerden - wie von der Beschwerdegegnerin zunächst
anerkannt - für die Zeit direkt nach dem Unfall von einer natürlichen Kausalität
ausgegangen wird, muss zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit geschlossen werden, dass die beim Unfall vom 17. April 2011
erlittene Verletzung spätestens bis zur Einstellung der Leistungen am 31. Januar 2012
vollständig abgeheilt war, eine natürliche Kausalität zwischen den geklagten
Beschwerden und dem fraglichen Unfall über dieses Datum hinaus nicht mehr
besteht und psychische Beschwerden spätestens seit Juli 2011 im Vordergrund
standen.
3.
3.1 Nach bundesgerichtlicher Praxis (BGE 134 V 109) ist die Adäquanzprüfung im
Zeitpunkt des Fallabschlusses vorzunehmen. Dem Gesetz lässt sich nicht entnehmen,
zu welchem Zeitpunkt der Unfallversicherer den Fall abschliessen und die
Heilbehandlungen und Taggelder einstellen darf. Dieser Zeitpunkt ergibt sich jedoch
aus Art. 19 Abs. 1 UVG, wonach der Rentenanspruch entsteht, wenn von der
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des - unfallbedingt
beeinträchtigten - Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet werden
kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV)
abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die
Taggeldleistungen dahin. Nach konstanter Rechtsprechung bedeutet dies, der
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Versicherer hat die Heilbehandlung und das Taggeld nur solange zu gewähren, als von
der Fortsetzung der Heilbehandlung noch eine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter
Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs
auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (BGE 137 V
199 E. 2.1 und 2.2.3.1; 134 V 109 E. 4.1 mit Hinweisen). Eine namhafte Verbesserung
des Gesundheitszustand der versicherten Person bestimmt sich namentlich nach
Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit,
soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. "Namhaft" bedeutet, dass die Besserung
ins Gewicht fallen muss und unbedeutende Verbesserungen ebenso wenig genügen
wie die blosse Möglichkeit einer Besserung (BGE 134 V 109 E. 4.3; Urteil des
Bundesgerichts vom 12. Juni 2009, 8C_25/2009, E. 4.1.1 mit Hinweisen). Da ein
Schleudertrauma oder eine schleudertraumaähnliche Verletzung mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit zu verneinen ist bzw. die psychischen Beschwerden im
Vordergrund stehen, sind vorliegend entsprechend der Psycho-Praxis (BGE 115 V 133)
lediglich physische Komponenten für diese Beurteilung zu berücksichtigen (BGE 134 V
109 E. 4.1 und E. 6.1).
3.2
3.2.1 Im Eingliederungsplan vom 12./20. April 2012 wurde als Ziel vereinbart, dass
die Steigerung der Arbeitsfähigkeit am angestammten Arbeitsplatz bis zum
angestammten Pensum von 100% erreicht werden solle (act. G 1.11). Dass diese oder
eine andere Eingliederungsmassnahme der Invalidenversicherung dem Fallabschluss
per 31. Januar 2012 entgegenstehen sollten, ist weder aus den Akten ersichtlich, noch
wurde dies von der Beschwerdeführerin behauptet. Daher erübrigen sich weitere
Ausführungen hierzu.
3.2.2 Im ambulanten Assessment der Rehaklinik Bellikon vom 28. Juli 2011 wurde
festgehalten, dass aus medizinisch-diagnostischer Sicht bei guter Kooperation und
Leistungsbereitschaft selbst mit einer optimalen Therapie keine Verbesserung der
Beschwerden und der arbeitsbezogenen Belastbarkeit zu erreichen sei (Suva-act. 18).
Es sei insgesamt eine erhebliche Symptomausweitung beobachtet worden, wobei die
Vermutung nahe liege, dass ein psychischer Zusammenhang bestehe. Eine
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psychosomatische Abklärung wurde dringlich empfohlen. Aus rein muskuloskelettaler
Sicht stehe der Wiederaufnahme der angestammten Tätigkeit nichts im Wege.
Vorbehalten bleibe eine mögliche psychosomatische Diagnose. Bei der Sprechstunde
vom 16. August 2011 vereinbarte Dr. D._ mit der Beschwerdeführerin eine ambulante
psychosomatische Rehabilitation zwecks Schmerzlinderung, Verbesserung der
Beweglichkeit im Hals- und Schulterbereich, Verbesserung der Stimmungslage und
Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit (Suva-act. 19). Dem Bericht des Kantonsspitals
St. Gallen vom 9. August 2011 ist zu entnehmen, dass aus neurologischer Sicht kein
Handlungsbedarf bestehe (Suva-act. 32). Gemäss Bericht der Rehaklinik F._ vom
26. September 2011 (Suva-act. 33) kam es im Verlauf der dritten Woche der
Rehabilitation zur leichten Stimmungsaufhellung, Verbesserung der Schlafqualität und
einer diskreten Schmerzlinderung. Zudem habe die Beschwerdeführerin über deutlich
verbesserte lokomotorische Fähigkeiten des Kopfes und des Schulterbereichs
berichtet. Weiterhin als Problem im Vordergrund stünden die Schmerzen im
Halsbereich sowie persistierende aber in ihrer Stärke variierende Kopfschmerzen. Im
Bericht vom 26. Oktober 2011 (Suva-act. 38) ist darüber hinaus noch die Rede davon,
dass es der Beschwerdeführerin zum grossen Teil gelungen sei, ihre Schonhaltung
abzubauen und ihren Bewegungsradius auszudehnen. Dem Bericht von Dr. C._ vom
10. Januar 2012 ist schliesslich zu entnehmen, dass die HWS-Beweglichkeit frei und
uneingeschränkt sei (Suva-act. 50). Es bestünden keine neurologischen Defizite im
Bereich der oberen Extremität. Ab 19. Dezember 2011 bestehe bis auf weiteres eine
Arbeitsfähigkeit von 75%. Gegenwärtig verbleibe eine subjektiv anhaltende chronische
Cephalea sowie ein myalgieformes Cervicalsyndrom. Als gegenwärtige Behandlung
gab er weiterhin Psychotherapie sowie Physiotherapie in der Klinik F._,
medikamentöse Unterstützung sowie phasenweise Magenschutz an. Weitere
Behandlungsvorschläge wurden auch nicht mit Schreiben vom 30. Januar 2012
geäussert, worin Dr. C._ die Beschwerdeführerin entgegen der Verfügung vom
17. Januar 2012 weiterhin als nur zu 50% arbeitsfähig erachtete. Am 25. Mai 2012
berichtete Dr. C._, dass sich das Zustandsbild der Beschwerdeführerin unter
fortgesetzter polydisziplinärer Behandlung in der Klinik F._ deutlich verbessert habe,
die gesamte Symptomatik progredient rückläufig sei und damit auch eine Steigerung
der Arbeitsfähigkeit auf 75% (seit 23. Mai 2012) habe erreicht werden können.
Gegenwärtig werde eine polydisziplinäre Behandlung unter Einschluss von
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Physiotherapie und Psychotherapie sowie Aktivierungsmassnahmen durch die Klinik
F._ durchgeführt. Weitere Behandlungsvorschläge wurden auch hier nicht gemacht.
3.2.3 Insgesamt ist diesem Verlauf zu entnehmen, dass seit dem ambulanten
Assessment der Rehaklinik Bellikon vom 28. Juli 2011 der Fokus zunehmend auf die
psychosomatische Rehabilitation der Beschwerdeführerin gelegt wurde. Die
psychischen Beschwerden und infolgedessen auch die psychotherapeutische
Behandlung haben bei der vorliegenden Beurteilung jedoch unbeachtet zu bleiben.
Während die HWS-Beweglichkeit nun frei und uneingeschränkt ist und die
Armschmerzen seit August 2011 nicht mehr beklagt werden, persistieren nach wie vor
die bis anhin therapieresistenten Kopf- und Nackenschmerzen, für deren Verbesserung
- abgesehen von der diesbezüglich bisher erfolglos durchgeführten Physiotherapie,
Analgesie und den Aktivierungsmassnahmen - keine Behandlungsvorschläge gemacht
wurden. Eine Besserung dieser Leiden war zum Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung
vom 17. Januar 2012 und des Einspracheentscheids vom 30. April 2012 nicht in Sicht
und da ein objektives Korrelat bzw. ein natürlicher Kausalzusammenhang zu einem
Schleudertrauma oder einer schleudertraumaähnlichen Verletzung mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit fehlt, wären die Kopf- und Nackenschmerzen nach der Psycho-
Praxis bei der vorliegenden Beurteilung ohnehin ausser Acht zu lassen. Hinzu kommt,
dass bereits am 26. September 2011 eine Verlängerung der Rehabilitationsbehandlung
in der Klinik F._ lediglich beantragt wurde, um bisher Erreichtes mit Hilfe einer
zusätzlichen Stabilisierungszeit nicht zu gefährden und die ambulante Nachbetreuung
in der Klinik F._ voraussichtlich nicht zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit, sondern
der präventiven Rückfallprophylaxe diente (Suva-act. 33, 38). Es ist davon auszugehen,
dass die am 10. Januar 2012 von Dr. C._ attestierte 75%-ige Arbeitsfähigkeit ab
19. Dezember 2011 medizinisch-theoretisch (und nicht probatorisch) festgelegt wurde
und offenbar auch aus betrieblichen Gründen (Betriebsferien vom 19. Dezember 2011
bis 8. Januar 2012 sowie Anmeldung von Kurzarbeit für sechs Monate ab 1. Januar
2012; Suva-act. 42) nicht effektiv gesteigert werden konnte (Suva-act. 50, 84;
act. G 8.2). Aus muskulo-skelettaler Sicht bestand bereits ab 28. Juli 2011 eine volle
Arbeitsfähigkeit (Suva-act. 18). Der Fallabschluss auf den 31. Januar 2012 erfolgte
somit auch unter diesem Gesichtspunkt zu Recht.
4.
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Die Beschwerdegegnerin hat zur Adäquanzprüfung die Psycho-Praxis (BGE 115 V 133)
herangezogen. Da ein Schleudertrauma bzw. eine schleudertraumaähnliche Verletzung
gemäss der vorliegenden Aktenlage mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu
verneinen ist bzw. im Vergleich zu einer psychischen Fehlentwicklung in den
Hintergrund rückt (E. 2.4), erscheint die Anwendung der Psycho-Praxis
situationsgerecht. Im Einspracheentscheid vom 30. April 2012 hat die
Beschwerdegegnerin in Würdigung der Aktenlage und insbesondere der Unfallanalyse
der DEKRA vom 18. August 2011 dargelegt, dass der vorliegende Unfall als ein
höchstens im Bereich der mittelschweren im Grenzbereich zu den leichten Unfällen
liegendes Ereignis zu qualifizieren sei. Es sei höchstens das Kriterium der
Dauerschmerzen, und dies nicht in besonders ausgeprägter Weise, erfüllt. Aus den
Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte, die gegen die Ausführungen der
Beschwerdegegnerin zur adäquaten Kausalität sprechen. Auch die Beschwerdeführerin
führt dagegen keine substantiierten Einwände ins Feld und verneint die Adäquanz gar
selbst (act. G 1 S. 3 und S. 10), weshalb auf die überzeugenden Erwägungen im
Einspracheentscheid (Suva-act. 79 S. 10 ff.) verwiesen werden kann. Der adäquate
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 17. April 2011 und den jetzt noch
beklagten Beschwerden ist somit zu verneinen.
5.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Bei diesem Prozessausgang hat die
Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP