Decision ID: 9179e927-1cf7-488d-846d-5ee384ec5a7b
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1965, arbeitete bei der
Y._
AG als Vora
r
beiter und war in dieser Eigenschaft bei der Suva gegen die Folgen von Unfällen versichert (
Urk.
9/1).
Am
8.
August 2013 stürzte er bei Schleif- und Spitzarbeiten von der Leiter (
Urk.
9/1
)
. Die Erstbehandlung erfolgte
g
leichen
tags
in der Klinik
Z._
, wo
eine Schnittverletzung am 5. Finger der linken Hand und
eine
Thoraxkontusion
links
diagnostiziert wurde
n
(
Urk.
9/5,
Urk.
10/1)
.
Die Suva erbrachte Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen (vgl.
Urk.
9/2-4).
Dr. med.
A._
, FMH orthopädische Chirur
gie und Traumatologie des Bewegungsapparates, untersuchte den Versicherten am 2
6.
August 201
3.
Er
diagnostizierte eine beim Sturz vom 8.
August 2013
erlittene
Schulterkontusion links
mit aktuell
subacromialen
Schmerzen sowie einen Status nach einer Kniekontusion links mit ausgeprägter Bursitis
präpatellaris
. Deswegen
attestierte
er
de
m
Versicherten
eine
100%
ige Arbeitsunfähig
keit, welche er ab 2
7.
August
2013
auf 50
%
reduzierte
(Urk.
9/8
,
Urk.
9/10
).
Am 17. September 2013
wurde die Behandlung der Schnittverletzung an der linken Hand
abgeschlossen (Urk.
9/9).
Dr.
A._
veranlasste
un
ter anderem bildgebende Untersu
chungen der linken Schulter und des linken Knies (Urk. 9/17,
Urk.
9/23,
Urk.
9/26)
und schrieb
den Versicherten
auch im weiteren Verlauf
zu 50
%
arbeitsunfähig
(
Urk.
9/10
, Urk.
9/21
Urk. 9/41,
Urk.
9/49 S. 2-3
).
Alsdann wurde
der Versicherte am 30. April 2014 am linken Knie operiert (Urk. 9/53 S. 2, Urk. 9/57 S. 2). Es folgten
angiologische
Untersuchungen zur Abklärung der
vom Versicherten
geklagten Herz- und Gefässbeschwerden
(
vgl.
Urk.
9/55
,
Urk.
9/68
,
Urk. 9/71
, Urk. 9/74
).
Am 1
2.
Feb
ruar 2015 untersuchte d
er
Suva-
Kreisarzt
den Versicherten (Urk. 9/122).
Nach weiteren Abklärungen
durch
die
Suva
hielt
der Kreis
arzt
am
2
1.
April 2015
fest
,
dass die Durchblutungs
störung nicht Folge eines Unfalls sei und im Übrigen
unfallbedingt keine Arbeitsunfähigkeit des Versicherten in der bisherigen Tätigkeit
mehr
be
stünde
(
Urk.
9/136 S. 1)
.
Gestützt
darauf
verneinte die Suva
mit Verfügung vom 1
2.
Mai 2015
ihre
Leistungspflicht bezüglich der
Gefäss
beschwerden
und stellte
ihre
aufgrund des
Unfalles vom
8.
August 2013 erbrachten Heilbehandlungs- und
Taggeld
leistungen
per
1.
Ju
ni
2015 ein (
Urk.
9/143).
Die dagegen vom Versicherten am
8.
Juni 2015 erhobene Einsprache (Urk.
9/1
50
, mit ergänzender
Ein
sprachebegründung
vom 2
7.
Juni 2015 [Urk.
9/157
]) wies die Suva mit
Ein
spracheentscheid
vom 18. November 2015 (Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob
X._
am
4.
Januar 2016 Beschwerde und liess beantragen (
Urk.
1 S. 2):
„
1.
Der angefochtene Einsprache-Entscheid der SUVA vom 1
8.
November 2015 sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei eine Invalidenrente von mindestens 36
%
auszurichten.
2.
Eventualiter sei der angefochtene Einsprache-Entscheid der SUVA vom 1
8.
November 2015 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu ver
pflichten, eine neutrale Begutachtung in Auftrag zu geben, worauf neu zu entscheiden sei.
3.
Für das vorliegende Verfahren sei die unentgeltliche Rechtspflege und
Verbeiständung
zu gewähren.
4.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 8
%
Mehrwertsteuer zu Lasten der Beschwerdegegnerin.“
Mit Eingabe vom 1
9.
Januar 2016 zog der Beschwerdeführer sein Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege wieder zurück (
Urk.
7).
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
7.
Januar 2016 Abweisung der Beschwerde (
Urk.
8, unter Beilage der Suva-Akten [Urk. 9/1-171]
sowie des Berichts der Klinik
Z._
vom
8.
August 2013 [
Urk.
10/1
] und der Chirurgischen Beurteilung der Abteilung
Versicherungs
medizin
der Suva vom 2
5.
Januar 2016 [
Urk.
10/2]
).
Die Parteien hielten
replicando
(
Urk.
13) und
duplicando
(
Urk.
16) jeweils an ihren Anträgen fest.
Mit Verfügung vom 1
7.
März 2016 (
Urk.
17) wurde dem Beschwerdeführer eine Kopie der Duplik
der Beschwerdegegnerin vom 16. März 2016 (Urk. 16)
zur Kenntnisnahme zugestellt.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Per
1.
Januar 2017 sind die
geänderten
Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; Änderung vom 2
5.
September 2015) i
n Kraft getreten. Versicherungs
leistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkraft
treten der Änderung vom 2
5.
September 2015 ereignet habe
n
, werden nach bisherigem Recht gewährt (
Abs.
1 der Übergangsbestimmungen
des UVG
zur Ände
rung vom 2
5.
September 2015).
Vorliegend ist zu beurteilen, ob der Beschwerdeführer aufgrund des Unfalls vom
8.
August 2013
oder
allenfalls
des geltend gemachten Unfalls vom Juni 2014 (vgl.
Urk.
9/122 S. 3,
Urk.
3 S. 18)
Anspruch auf
eine Invalidenrente
der Be
schwerdegegnerin hat
(
vgl. Urk. 1 S. 2, Urk. 2 S. 14)
, weshalb
grundsätz
lich
die bis 3
1.
Dezember 2016 gültig gewe
senen Bestimmungen des UVG anwendbar sind.
1.2
Gemäss
Art.
6
Abs.
1 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen,
Nichtberufsun
fällen
und Berufskrankheiten gewährt.
1.3
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % inva
lid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1
UVG
).
1.4
1.
4
.1
Die L
eistungspflicht eines Unfallver
sicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetr
etenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind a
lle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetr
eten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedin
gungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Stö
rung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im
Sozialversicherungs
recht
üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit zu befin
den hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für
die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119
V
335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
.2
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und de
m eingetretenen Schaden ein adä
quater Kausalzusammenhang besteht. Nach
der Rechtsprechung hat ein Erei
gnis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge
und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adä
quate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusam
menhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134
V
109 E. 2.1).
1.
5
1.
5
.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch d
ie geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.
5
.2
Auch den Bericht
en und Gutachten versicherungs
interner Ärzte und Ärztin
nen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollzieh
bar begründet sowie in sich wider
spruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem A
n
stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen
lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut
achters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2
.
2
.1
Strittig und zu prüfen
ist
, ob
der Beschwerdeführer
ab
1.
Juni 201
5
Anspruch auf eine Invalidenrente der Beschwerdegegnerin hat (
Urk.
1 S. 2,
Urk.
2 S.
14).
2
.2
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 1
8.
November 2015
führte die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen aus, dass
auf
die Beurteilung ihres Kreisarztes vom 2
1.
April 2015, wonach
die Durchblutungsstörung nicht überwiegend wahrscheinlich unfallbedingt sei,
abgestellt werden könne
.
Es
werde in keinem medizinischen Bericht ein direkter oder indirekter Zusam
menhang
dieser Beschwerden
zum Unfallereignis vom 8. August 2013 her
gestellt (
Urk.
2 S. 8).
Da sich in den Akten keine
der Beurteilung
des Kreis
a
rztes
widersprechende
n
medizinischen Berichte
fänden, sei auch dessen
Beurteilung
der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
zu
folg
en
(
Urk.
2 S.
13). Demnach habe ab dem 1. Juni 2015 unfallbedingt keine Arbeitsun
fähigkeit des Beschwerdeführers in seiner angestammten beruflichen Tätigkeit als Vorabeiter mehr bestanden
,
weshalb
ab diesem Zeitpunkt weder
An
spruch auf weitere Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen
bestanden
habe
,
noch Anspruch auf eine Invalidenrente
bestehe
(
Urk.
2 S. 14).
2.3
Der Beschwerdeführer macht demgegenüber im Wesentlichen geltend, dass in medizinischer Hinsicht auf das
von der Krankentaggeldversicherung einge
holte
Gutachten des
C._
vom 18. Oktober 2015 abzustellen sei (
Urk.
1 S. 2-3).
Nach der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit hätten die Gutachter festgehalten, dass er keine Symptomausweitung zeige. Gemäss den Gutachtern sei ihm eine Tätigkeit auf Knien sowie längeres Heben des linken Armes auf über 90 Grad nicht mehr möglich, weshalb ihm auch die bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei (
Urk.
1 S. 4).
Darauf abstel
lend würde sich beim Einkommens
vergleich ein Invaliditätsgrad von mindestens 36
%
ergeben (
Urk.
1 S. 5-6).
Zumindest würde dieses Gutachten erhebliche Zweifel an der Beurteilung des Kreisarztes begründen, weshalb die Beschwerdegegnerin zu verpflichten sei, ein polydisziplinäres Gutachten ein
zuholen (
Urk.
1 S. 5).
3.
3.1
3.1.1
Im Bericht zur kreisärztlichen Untersuchung vom 1
2.
Februar 2015
stellte Dr. med.
B._
, Facharzt für Chirurgie FMH, die
folgenden
Diagnosen (Urk.
9/122
S. 6
)
:
Status nach Leitersturz 2013 mit dorsaler Schnittver
letzung
im Be
reich der Basis P1 des
Dig
. V links mit diffuser Hyposensibilität des gesamten Fingers, Schulterkontusion linksseitig
ohne unfallbedingte
strukturelle Läsion und rezidivierende Bursitis
präpatellaris
links und
Bursektomie
präpatellär
links am 3
0.
April 2014
nebenbefundlich
peripherer Verschluss der a.
radialis
, a.
ulnaris
, linksseitig und Verschluss des Arcus
palmaris
profundus
und
super
fi
cialis
links, noch
unklarer Genese.
Dazu
führte
Dr.
B._
aus, dass sowohl am
5.
Finger links als auch am Knie linksseitig komplett reizlose Narbenverhältnisse bestünden. Zudem
bestünden
eine minimale Bewegungseinschränkung im linken Schultergelenk, jedoch keine auffällige Seitendifferenz der Muskulatur sowohl der
oberen als auch der unteren Ex
tremitäten
,
sowie eine unfallbedingt nicht erklärbare
Gangstö
rung
/Bewegungseinschränkung
an der linken unteren Extremität und
deut
li
che Zeichen der Selbstlimitation (Urk. 9/122 S. 6). Bei komplett reizlosem Knie und nun entfernter Bursa sei keine dauerhafte Einschränkung anzu
nehmen
,
auch nicht bei kniender Tätigkeit bei konsequenter Benutzung von gepolsterten Knieschonern. Auch würden das leichte Streckdefizit im PIP des 5. Fingers links und die streckseitige Sensibilitätsstörung an diesem Finger kein Hindernis für eine Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit
des Beschwerdeführers
darstellen (Urk. 9/122 S. 7).
3.
1.
2
Dr.
B._
hielt i
n seiner Be
urteilung vom 1
6.
Dezember 2015
sodann
fest, dass
sich
bei der MRI-Untersuchung des Kniegelenks vom 1
6.
November 2013 keinerlei Anhalt für eine Kniebinnenläsion gezeigt habe. Der
einzige
patho
logische
Befund sei die Bursitis
präpatellaris
gewesen. Die Bursa sei entfernt worden
. W
eder in der kreisärztlichen Untersuchung noch anlässlich der gutachterlichen Untersuchung im
C._ habe sich ein objek
tivierbarer pathologischer Befund
gezeigt. A
uch bei der Begutachtung in
C._
sei kein Erguss, keine Krepitation, ein negati
ver Meniskustest, keine Anhalts
punkte für eine Kreuzbandläsion sowie keine vermehrte Aufklapp
barkeit fest
gestellt worden.
Zudem würden
die Gutachter
bezüglich des Knies auf ein Angst- und Vermeidungsverhalten mit Selbstlimitierung und allgemeiner
De
konditionierung
hinweisen und festhalten,
dass
sich klinisch und bildgebend das Beugedefizit nicht erklären lasse. Somit werde auch mit diesem Gutach
ten bestätigt, dass keine objektivierbare Lä
sion im Bereich des linken Knie
ge
lenks
bestehe
. Die vom Beschwerdeführer
geklagte
Hyperpathie
beruhe auf rein sub
jektiven Empfindungen und Äusserungen un
d
sei nicht objektivier
bar (Urk. 9/165 S. 5).
Alsdann seien die im
Arthro
-CT der linken Schulter vom
3.
September 2013 beschriebenen
Befunde überwiegend wahrscheinlich degenerativer Genese und nicht unfallbedingt. Ausserde
m ergebe sich kein adäquater
Un
fallmecha
nismus
für eine
Supraspinatussehnenruptur
(Urk. 9/165 S. 5). Unfallbedingt sei
daher
keine Einschränkung d
er Arbeitsfähigkeit gegeben
.
D
ie
Unfallkau
salität
der arteriellen Verschlüsse
sei
ebenfalls zu verneinen
.
Sodann sei die Schnittverletzung im Bereich des Kleinfingers links komplett abgeheilt, wes
halb sich diesbezüglich keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit er
geben würden (
Urk.
9/165 S. 6).
Damit würden als unfallbedingte - objektivierbare - Restfolgen jeweils eine Narbe am Kleinfinger links und im Bereich des ventralen Kniegelenks links nach
Bursektomie
verbleiben. Die Bursa sei entfernt worden und das Knie reizlos.
Es
liesse
sich kein Anhaltspunkt für eine Restbursitis oder eine
Knie
binnenläsion
finden. Somit bestünden keine Anhaltspunkte für nicht nur subjektive - willentlich oder unwillentlich -, sondern objektivierbar begrün
dete Funktionseinschränkungen (
Urk.
9/165 S. 6).
3.
2
3.
2
.1
Am Gutachten des
C._
, Universitätsklinik für Rheumatologie, klinische Immunologie und Allergologie,
vom 1
8.
Oktober 2015
waren Prof.
Dr.
med.
D._
, Chefarzt, SIM-zertifizierter Gutachter, PD
Dr.
med.
E._
, leitender Arzt, sowie
Dr.
med.
F._
, Assistenzarzt,
beteiligt (Urk. 3 S. 1, 22).
Sie stellten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
3 S. 18)
:
Subakutes
Ischämiesyndrom
Finger I und II links
Aufgetreten nach Sturz im Juni 2014
Angiographie Juni/2014: Verschluss distale
Arteria
radialis
sowie Fingerarterie I und II links sowie Verschluss des Arcus
palmaris
superficialis
MR-
Angio
Aorta Juni/2014: regelrechte Darstellung der Gefässe zentral und auch peripher bis auf eine 3.3 cm lange Unterbrechung der
Arteria
Ul
naris
, Differentialdiagnose (DD
)
:
Artefakt
MR-
Angio
Thorax März/2015: regelrechte Darstellung der thoraka
len Aorta sowie ihrer
supraaortalen
Abgänge, der
Arteria
subclavia
bis in die
Arteria
brach
ialis
sinistra
. Keine Stenose,
Dis
sektion
oder
aneurysmatische
Erweiterung
Keine Hinweise für
embolische
Genese (TEE, 7-Tage-EKG)
Präpatellare Bursitis links
Sturz von Leiter vom
8.
August 2013 mit intermittierender Bursitis
präpatellaris
links
MR Knie links November/2013: keine Binnenläsion
Offene
Bursektomie
April/2014 bei
präpatellärer
Restbursitis
Eingeschränkte Beugefähigkeit, Angst-/Vermeidungsverhalten,
De
konditionierung
Subacromiales
Schulterimpingement
links
Sturz von Leiter vom
8.
August 2013 und erneuter Sturz im Juni/2014
deutliche AC-Gelenksarthrose
Arthro
-CT Schulter links September/2013: kleiner Riss
Supra
spi
natus
mit Kontrastmittelaustritt und Kontrastmittelnachweis in der Bursa
zusätzlich
myofasziale
Befunde
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führten sie an (Urk. 3 S. 18-19):
Thoraxkontusion
links im Rahmen des Sturzes vom
8.
August 2013
Riss-Quetschwunde Finger V links und Fingerdistorsion, persistieren
der Sensibilitätsausfall Finger V
Nikotinabusus
(aktuell 1⁄2 Pack pro Tag)
Adipositas Grad I (BMI 31 kg/m
2
)
3.
2
.2
Die
am
C._
tätigen
Gutachter hielten fest, dass beim Beschwerdeführer belastungs- und positionsabhängige Armbeschwerden links bei
Vaskulopa
thie
mit Status nach Verschluss der distalen
Arteria
radialis
und
Fingerarte
rienverschlüsse
I und II, ein
subac
r
omiales
Schulterimpingement
und
myo
fasziale
Befunde sowie Knie- und Unterschenkelschmerzen links mit Status nach offener
B
ur
sekto
mie
bei
präpatellärer
Restbursitis bestünden (
Urk.
3 S.
20).
Durch Armbewegung, Überkopfarbeiten und bei Kälteexposition und je nach Armposition komme es zur Beschwerdeprovokation respektive -zunahme. Beim Knie führe die zuletzt ausgeübte Berufstätigkeit (90 bis 95
%
der Arbeitszeit in kniender Position) zu
Beschwerdezunahme (
Urk.
3 S. 20).
Die bisherige Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer seit August 2013 nicht mehr zumutbar. Das Belastbarkeitsniveau entspreche im Wesentlichen einer leichten Täti
gkeit mit
Hantieren von Lasten selten bis 1
0 bis 15 kg, viel Ste
hen/Gehen und ohne
belastende Arm- oder Beinfunktionen
(
Urk.
3 S. 20
)
.
Dem Beschwerdeführer seien daher leichte Tätigkeiten, bei welcher kniende Positionen und Heben von Lasten über 10 bis 15 kg nicht nötig seien, ganz
tags möglich (
Urk.
3 S. 21).
3.
3
In seiner Beurteilung vom 2
5.
Januar 2016 gelangte med.
pract
.
G._
, Facharzt für Chirurgie, Abteilung Versicherungsmedizin der Suva,
zum Schluss, dass die im Rahmen des Unfalls
vom
8.
August 2013
erlittenen Ver
letzungen des linken Kleinfingers, des Thorax links sowie
die
Prel
lung des linken Oberarms zeitge
recht und ohne funktionelle Defizite abgeheilt
seien. Es verbleibe eine lokali
sierte Sensibilitätsstörung am Kleinfinger. Die Bursitis
präpatellaris
links
sei nicht überwiegend wahrscheinlich Folge
dieses Unfal
les
.
Es komme hinzu, dass d
iese Krankheit durch die operative Entfernung des Schleimbeutels
vom 30. April 2014 (vgl. Urk. 9/53 S. 2, Urk. 9/57 S. 2)
sachgerecht behandelt worden
sei
. Nach der Operation
sei
ei
ne vollständige Heilung dokumen
tiert. Nach sachgerechter Therapie der Bursitis gebe es keine Gefährdung der Gesundheit des Beschwerdeführers durch kniende Tätigkeiten
mehr
, die medizi
nisch begründet wäre.
Sodann sei e
ine Verlet
zung der linken Schulter durch den Unfall nicht dokumentiert und eine strukturelle
Verletzung als Folge des Unfalls vom
8.
August 2013 bildgebend nicht objektiviert. Die nachgewiesenen Veränderungen (Arthrose im Schul
tereckgelenk, kleine
Zu
ammenhangstrennung
der
Supraspinatus
sehne
,
Impinge
mentsyndrom
bei knöcherner Einengung des
subacromialen
Raumes) im Be
reich der linken Schulter seien nicht überwiegend wahrscheinlich
Fol
gen
des Unfalls. Zudem s
eien die
im Verlauf eingetretenen
Befundver
schlech
terungen
bezüglich des linken Kleinfingers, der linken Schulter und des linken Beines nicht überwiegend wahrscheinlich
auf diesen Unfall zurückzuführen
. Gleiches gelte für die
Gefässerkrankungen des Beschwer
de
führers (arterielle Verschlüsse des linken Unterarms, der linken Hand und mögli
cherweise auch des linken Unter
schenkels). Deshalb sei ab
1.
Juni 201
5
weder von weitere
r
ärztlicher Be
handlung eine Besserung des
unfallbeding
ten
Gesundheitszustandes zu er
warten
n
och bestehe ab diesem Zeitpunkt
eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers in seiner ange
stammten Tätigkeit als Bauarbeiter (
Urk.
10 S. 13-14).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin verneint
einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente
und weist darauf hin, dass
er
gemäss
Dr.
B._
und med. prakt.
G._
unfallbedingt
in seiner Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt
sei
(
Urk. 2 S. 14
,
Urk.
8 S. 8-9).
Dr.
B._
untersuchte den Beschwerdeführer am 1
2.
Februar 2015 und befragte ihn zu seinen Beschwerden (vgl. Urk. 9/122 S.
3).
Für seinen Kreisarztbericht vom selben Tag
standen
ihm zudem
die Akten der Beschwerdegegnerin zur Verfügung (vgl.
Urk.
9/122 S. 1-3).
In
seinen Beurteilungen berücksichtigte
Dr.
B._
die
neuen
medizinischen Akten, insbesondere das Gutachten des
C._
vom 18.
Oktober 2015
(vgl.
Urk.
9/165 S. 2-7). M
ed.
pract
.
G._
erstellte
eine Aktenb
eurteilung, mit welcher er sich
mit den
Vorakten
- ins
besondere den Berichten von
Dr.
A._
(vgl. Urk. 10/2 S. 8-10) -
auseinan
dersetzte (Urk.
10/2 S. 8-13).
In ihren Beurteilungen
befass
t
en
sich Dr.
B._
und med.
pract
.
G._
ein
lässlich mit der Unfallkausalität der vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden. Hierbei
ging
med.
pract
.
G._
insbesondere
dar
auf
ein, dass in de
n
echtzeitliche
n
Berichten der Klinik
Z._
einzig von einer Schnittverletzung am Kleinfinger der linken Hand und einer
Thoraxprellung
die Rede
gewesen sei
(
Urk.
10/2 S. 8) und
bei
bildgebenden Untersuchungen der linken Schulter keine Hinweise für traumatische Läsionen, wohl aber eine deutliche Arthrose, gefunden
worden seien
(
Urk.
10/
2 S.
8
). Des Weiteren legt
e
med.
pract
.
G._
mit einleuchtender Begründung dar, dass eine Schulterluxation beim Sturz vom
8.
August 2013 unwahrscheinlich
gewesen sei
(
Urk.
10/2 S. 8). Hi
nsichtlich der Schleimbeutelentzün
dung
links
wies
er auf die fehlenden Verletzungszeichen nach dem Unfall vom
8.
August 2013 und die grosse zeitliche Latenz bis zum Auftreten von Beschwerden hin
und
hielt
eine Unfall
kausalität
aus diesen Gründen für unwahrscheinlich (
Urk.
10
/2 S. 10)
.
Dr.
B._
schrieb i
n seiner Stellungnahme vom 2
1.
April 2015, dass das
Angio
-MRI vom
6.
März 2015 keinerlei Anhalt für ein Aneu
rysma, eine
Dissektion
oder Stenose und die periphere Angiographie
auch keine
Dis
sektion
, Aneurysma oder Gefäss
verletzung gezeigt hätten.
Eine Luxation, d
ie eine Gefäss-Läsion hätte aus
lösen können, habe ebenfalls nicht vorgelegen. Eine Prellung allein - ohne Nachweis einer
Gefässverlet
-
zung
- sei kein adäquates Trauma für eine kon
sekutive periphere
Embolisa
-
tion
. Es sei somit nicht überwie
gend wahr
scheinlich, dass die Durchblutungs
-
störung un
fallbedingt sei, sie müsse viel
mehr durch eine kra
nkheitsbedingte Ursache entstan
den sein (
Urk.
9/136).
Diesbe
züglich
führte med.
pract
.
G._ aus, dass die exakte Ur
sache für den arteriellen Verschluss bei den Unter
suchun
gen nicht gefun
den worden
sei
, eine Verletzung der arteriellen
Strom
bahn
zum linken
Arm als mögliche Folge des Unfalls vom
8.
August 2013 jedoch bildgebend au
sgeschlossen worden sei. Als Raucher bestehe beim Beschwerdeführer zudem ein erhöhtes Risiko für vaskuläre Erkrankungen
(
Urk.
10/2 S. 10).
Die
se
Beurteilung
en
von Dr.
B._
und med.
pract
.
G._
sind schlüssig und überzeugend.
4.2
Der Beschwerdeführer vertritt den Standpunkt, dass nicht auf die Beurteilun
gen
von
Dr.
B._
und med.
pract
.
G._
, sond
ern auf das Gutachten des
C._
vom 1
8.
Oktober 2015 (
Urk.
3) abzustellen sei (E. 2.3).
Dieses Gutachten wurde im Auftrag einer Krankentaggeldversicherung erstellt (vgl.
Urk.
1 S. 2,
Urk.
3 S. 1). Die Frage, welche der vom Beschwerdeführer geklag
ten Beschwerden in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfall vom 8. August 2013 stehen, gehörte nicht zu den gestellten Fragen (vgl. Urk.
3 S. 20-21
) und war für die Krankentaggeldversicherung nicht von Rele
vanz.
Bei ihre
n
Aussagen
,
wonach die Armbeschwerden links seit einem Sturz im Juni 2014 und die Knie- und Untersche
nkelschmerzen sei dem Arbeitsun
fall vom
August
2013
bestünden (
Urk.
3 S. 16), stell
t
en die Gutachter
des
C._
einzig auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers (
Urk.
3 S. 11) ab. Mit
der Unfallkausalität der vom Beschwerdeführer geklag
ten Be
schwerden
setzten sich die Gutachter
jedoch
nicht auseinander
, weshalb deren
Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im vorliegenden Zusammenhang kein Beweiswert zukommt. Anzufügen ist, dass diese
Einschätzung
als solche
auch nicht zu überzeugen verm
ag
. Hin
zuweisen ist
auf die von den Gutachtern erwähnten nicht objektivier
baren Beschwerden,
die Selbstlimitation des
Beschwerde
führers und
das
aufgrund der „Verunsicherung“ des Beschwerdeführers eingeschränkte
Belastbarkeits
niveau
bei der
dortigen
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (Urk.
3 S. 15-16)
.
Schliesslich
sind auch den
vorliegenden
Berichten der behan
delnden Ärzte keine Aussagen zu entnehmen, welche die
B
eurteilungen von
Dr.
B._
und med.
pract
.
G._
in Zweifel ziehen könnten.
4.3
Mit
Dr.
B._
und med.
pract
.
G._
ist daher davon auszugehen, dass
- spä
testens ab dem
1.
Juni 2015 - keine unfallbedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des Beschwer
deführers in seiner an
gestammten Tätigkeit als Vora
r
beiter für die
Y._
AG mehr
besteht
(E. 3.1 und
E.
3.3)
. Damit
hat
die Beschwerdegegnerin einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zu Recht verneint
.
Weitere medizinische Abklärungen sind nicht angezeigt.
5.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.