Decision ID: d13e004c-5a3b-400d-9dee-12dbddf176e1
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1984, ist ausgebildete Rettungsassistentin und war in Deutschland erwerbstätig, bis sie ab dem 2
6.
September 2008
wegen Ganzkörperschmerzen (Fibromyalgie)
krankgeschrieben
worden ist
(
Urk.
7/18
,
Urk.
7/41
).
Die Deutsche Rentenversicherung lehnte am 3
0.
April 2010 einen Antrag auf Rente ab, da die Versicherte täglich mindestens sechs Stunden arbeiten könne (
Urk.
7/32).
Hie
rgegen erhob die Versicherte
am 1
7.
Mai 2010
Wi
derspruch (
vgl.
Urk.
7/46/1
), woraufhin
ein Rentenanspruch
mit
Wider
spruchsbescheid
vom
5.
September 2011 erneut
verneint
wurde
(vgl.
Urk.
7/59)
. Anschliessend erhob
die
Versicherte am 1
1.
Oktober 2011
betreffend den von ihr bei der deutschen Rentenversicherung geltend gemachten Anspruch
Klage
(vgl.
Urk.
7/58)
.
Nachdem die Versicherte in die Schweiz umgezogen war,
übermittelte die
Inva
lidenversicherungs
-Stelle für Versicherte im Ausland die Akten und das
Leis
tungsgesuch
am 3
0.
Januar 2012 an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (
Urk.
7/26).
Die IV-Stelle gab ein
bidisziplinäres
internistisch-rheumatologisch
es und
psychiatrisch
es
Gutachten in Auftrag, welches am
2.
und 2
2.
Mai 2012 erstattet wurde (
Urk.
7/75,
Urk.
7/78). Mit Vorbescheid vom
3.
Juli 2012 stellte die IV-Stelle
die
Verneinung
eines
Leistungsanspruchs in Aussicht, da
eine
volle Arbeitsfähigkeit bestehe (
Urk.
7/83). Am
4.
September 2012 liess die Versicherte Einwand erheben und am 3
0.
November 2012 innert erstreckter Frist begründen (
Urk.
7/91). Im
Einwandverfahren
reichte sie ein in Deutschland vom Sozialgericht Karlsruhe
im Rahmen des deutschen sozialver
sicherungsrechtlichen Verfahrens
in Auftrag gegebenes psychiatrisch-psycho
therapeutisches
G
utachten von
Dr.
med. Dipl.-Psych.
Z._
, Facharzt für Neurologie und Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin,
vom 1
9.
Oktober 2012 ein (
Urk.
7/94). Mit Verfügung vom
4.
April 2013 ent
schied die IV-Stelle im Sinne ihres Vor
-
bescheids (
Urk.
2).
2.
Hiergegen liess die Versicherte, vertreten durch Advokatin
Y._
, am
7.
Mai 2013 Beschwerde erheben. Sie beantragte, ihr sei mindestens eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Zudem stellte sie den Antrag, ihr sei die unent
geltliche
Prozessführung
zu gewähren und eine unentgeltliche Rechtsvertreterin zu bestellen (
Urk.
1). Die IV-Stelle schloss mit der Beschwerdeantwort vom 1
1.
Juni 2013 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Mit Verfügung vom 1
8.
Juni 2013 wurde der Versicherten die unentgeltliche Prozessführung gewährt und Advokatin
Y._
als unentgeltliche Rechtsvertreterin bestellt. Mit
Eingabe vom 2
5.
September 2013 liess die Rechtsvertreterin der Versicher
te
n
ihre Kostennote vom selben Datum und das psychiatrische Zusatzgutachten von
Dr.
Z._
vom 1
5.
Juli 2013 einreichen (
Urk.
10,
Urk.
11,
Urk.
12). Die IV-Stelle verzichtete am 2
1.
Oktober 2013 auf eine Stellungnahme
hierzu
(
Urk.
14).
Am 2
3.
Januar 2015 liess die Versicherte die
erneute
Verlegung ihres Wohnsitzes nach Deutschland und die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit als Callcenter Agent im Umfang von 20 Wochenstunden mitteilen (
Urk.
16,
Urk.
17). Die IV-Stelle
erklärte
am 1
7.
Februar 2015
,
auf eine Stellungnahme zu
dieser Eingabe der
Versicherten
zu verzichten
(
Urk.
19).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
-
zustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des
Beweis
wertes
eines ärztlichen Gutachtens ist ent
scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersu
chun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenen
falls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind,
dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklar
heiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
1.3
Eine fach
ärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprä
gung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllte Faktoren, so: chronische körperliche
Begleiterkrankun
gen
; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung; ein ausgewiese
ner sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeu
tisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich miss
glückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer
Krank
heitsgewinn
; „Flucht in die Krankheit"); ein
unbefriedigendes
Behandlungser
gebnis
trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung (kooperative Haltung) der versicherten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde dar
stellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumut
bare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352, 131 V 4
9 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3).
Die im Bereich der
somatoformen
Schmerzstörungen entwickelten Grundsätze werden rechtsprechungsgemäss bei der Würdigung des invalidisierenden Charakters von Fi
bromyalgien
analog angewendet
(BGE 132 V 65 E. 4)
.
2.
2.1
Die Verfügung der IV-Stelle vom
4.
April 2013 (
Urk.
2)
basierte vor allem auf dem
bidisziplinären
internistisch-rheumatologischen und psychiatrischen Gut
achten vom
2.
und 2
2.
Mai 2012
(
Urk.
7/75,
Urk.
7/78)
. Die Versicherte liess demgegenüber geltend machen, dass nicht auf dieses Gutachten abgestellt wer
den könne. Es sei
auf
das
Gutachten von
Dr.
Z._
vom 1
9.
Oktober 2012
(
Urk.
7/94)
abzustellen
. Anders als
Dr.
A._
habe
Dr.
Z._
seine Beurtei
lung auf der Grundlage des vollständigen Sachverhaltes und unter Berücksich
tigung sämtlicher relevanter Sachverhaltselemente abgegeben
(
Urk.
1)
.
Es ist folglich zu prüfen, ob
zu
r Feststellung
des Gesundheitszustands sowie der Arbeitsfähigkeit der Versicherten
auf eines der
beiden
erwähnten Gutachten abgestellt werden kann.
2.2
2.2.1
Dr.
Z._
erstattete am 1
9.
Oktober 2012 im Auftrag des Sozialgerichts Karls
ruhe im deutschen Rentenverfahren ein psychiatrisch-psychotherapeutisches Gutachten (
Urk.
7/94). Er diagnostizierte eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung und geringe Restsymptome einer emotional instabilen
Persön
lichkeitsstörung
.
Zudem hielt er
d
en Verdacht auf eine abortive posttraumati
sche Belastungsstörung fest
(
Urk.
7/94/25)
.
Zur Arbeitsfähigkeit führte er aus, die angestammte Tätigkeit als Rettungsassistentin erscheine aufgrund der
somatoformen
aber auch sonstigen psychischen Symptomatik nicht mehr mög
lich. (
Urk.
7/94/29). Als angepasste Tätigkeit seien noch leichte körperliche Arbeiten ohne Heben und Tragen schwerer Lasten im Wechsel von Sitzen und Gehen ohne Zwangshaltungen, ohne Schicht-, Fliessband-, Akkord
-
und Nacht
arbeit und ohne besondere geistige Beanspruchungen oder Anforderungen an hohes Konzentrationsvermögen möglich. Die Versicherte könne die genannten Tätigkeiten halbschichtig, also drei bis weniger als sechs Stunden täglich ausü
ben (
Urk.
7/94/33-34).
2.2.2
Art. 40 der Verordnung (EWG) Nr. 574/72 sieht vor, dass der Sozial
-
versicherungs
träger
eines Mitgliedsstaats bei der Bemessung des Grades der Erwerbsminderung die von den Trägern aller anderen Mitgliedstaaten erhaltenen ärztlichen Unterlagen und Berichte berücksichtigt (Art. 87 der Ver
ordnung EWG 1408/71 sowie Art. 51 und 76 der Verordnung EWG Nr. 574/72; vgl. auch die einschlägigen Vorschriften der in den Beziehungen zwischen der Schweiz und den EU-Staaten anwendbaren Verordnungen EG Nr. 883/2004 und Nr. 987/2009).
Es besteht
somit
kein Raum für eine Regel, wonach abschlies
send auf im Wohnsitzstaat ausgefertigte ärztliche Berichte abzustellen wäre:
B
estimmt sich der Leistungsanspruch nach dem materiellen Recht eines
Ver
tragsstaates
,
so leitet sich aus dem einzelstaatlichen Recht ab, welche Fragen
der ärztlichen Klärung bedürfen, welche Anforderungen an den Nachweis des rechtserheblichen medizinischen Sachverhaltes gestellt werden und mit welchen Mitteln dieser Nachweis gefü
hrt wird. Im Ausland erstellte Formularb
erichte werden den aus dem schweizerischen Recht abgeleiteten
versicherungsmedizi
nischen
Vorgaben
regelmässig nicht
gerecht
(Urt
eil des Bundesgerichts 9C_952/20
11 vom
7.
November 2012 E. 2.3 und 2.4 mit Hinweisen)
.
2.2.3
Dr.
Z._
hielt fest, aufgrund der Dauer und der Chronizität sowie der Intensi
tät der Symptome müsse davon ausgegangen werden, dass die Versicherte diese bei aller zumutbaren Willensanstrengung nicht aus eigener Kraft überwinden könne. Die Tatsache, dass neben der anhaltenden
somatoformen
Schmerzstö
rung
auch noch Residualsymptome einer emotional instabilen
Persönlichkeits
störung
und eine mögliche Beeinflussung durch eine früher vorliegende post
traumatische Belastungsstörung nach wahrscheinlichen
Missbrauchserfahrun
gen
vorlägen, erschwere es der Versicherten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in besonderem Mass, effektive Behandlungs- und
Verarbei
tungsstrategien
bezüglich der
somatoformen
Schmerzstörung auszubilden (
Urk.
7/94/33).
Es ist unklar, nach welchen Massstäben
Dr.
Z._
hier die Überwindbarkeit der
somatoformen
Schmerzstörung geprüft hat. Jedenfalls äusserte er sich nicht zu den in der schweizerischen Rechtsprechung im Zusammenhang mit der
somatoformen
Schmerzstörung relevanten sogenannten Foerster-Kriterien
(vgl. E. 1.3)
.
Bei nachgewiesenem
pathogenetisch
-ätiologisch unklarem
syndromalem
Beschwerdebild ist nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung aus ärztlicher Sicht zur objektiv zumutbaren Überwindbarkeit einer allfälligen psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeit Stellung zu nehmen, wobei auf die zur
somato
formen
Schmerzstörung ergangene Rechtsprechung abzustellen wäre
(
Urteil des Bundesgerichts 9C_408/2010 vom 2
2.
November 2010 E. 6)
.
Weiter erläutert
e
Dr.
Z._
die von ihm gestellte Verdachtsdiagnose einer aborti
ven posttraumatischen Störung nicht nachvollziehbar
, wobei eine solche Verdachtsdiagnose sich aus den übrigen Akten nicht ergibt
.
2.2.
4
Dr.
Z._
erhob in seinem Gutachten zuerst die medizinische und
sozialmedizi
nische
Vorgeschichte (
Urk.
7/94/1-15). Dabei verfügte er offenbar
nicht über sämtliche
Arztberichte
(vgl. die
von
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für innere Medizin,
zusammengefasste Krankengeschichte in
Urk.
7/75/3-27)
und hatte insbesondere keine Kenntnis vom
bidisziplinären
Gutachten vom
2.
und 2
2.
Mai 201
2.
Dementsprechend fehlt
in
Dr.
Z._
Gutachten
die erforderliche Auseinandersetzung mit diesen Arztberichten
und dem erwähnten Gutachten
.
In Bezug auf
eine
angepasste Tätigkeit hielt
Dr.
Z._
fest, die Versicherte könne noch leichte körperliche Arbeiten ohne Heben und Tragen schwerer Lasten im Wechsel von Sitzen und Gehen ohne Zwangshaltungen
durchführen
(
Urk.
7/94/33-34).
Darauf kann nicht abgestellt werden
.
Denn diese Einschrän
kungen wären auf somatische Beschwerden zurückzuführen und betreffen somit nicht das Fachgebiet des Gutachters.
2.2.
5
Dr.
Z._
hielt fest, in dem als Querschnittbefund erhobenen psycho
-
pathologi
schen Befund liessen sich die Erkrankungszeichen bezüglich der emotionalen Instabilität und der posttraumatischen Belastungsstörung nur teil
weise nachweisen, was aber bei Erkrankungen des psychiatrisch-psychothera
peutischen Fachgebiets nicht selten sei. Um die vorliegenden Einschränkungen sicher festzustellen, wäre eine Begutachtung mit
Tätigkeits-Belastungsprüfun
gen
erforderlich. Letztlich sei man allerdings auch hierbei in nicht unbeträchtli
chem Masse auf die subjektiven Angaben der Betroffenen angewiesen. Auf
grund der Möglichkeit der unmittelbaren Kontrolle und Beobachtung durch das Umfeld sei der Evidenzgrad jedoch höher als bei einer einmaligen Querschnit
t
-
erhebung (
Urk.
7/94/34). Auch hielt er fest, zur weiteren
Feststellung
der Leis
tungsfähigkeit wäre eine stationäre psychiatrisch-psychotherapeutische Begut
achtung von mehreren Tagen zwar wünschenswert, doch es sei wenig wahr
scheinlich, dass diese ein wesentlich anderes Ergebnis erbringen würde
,
als es
sich
während der Untersuchung im beruflichen Trainingszentrum Bremen zur Jahreswende 2009/2010
ergeben habe
(
Urk.
7/94/29-30). Dies zeigt, dass
Dr.
Z._
die
Einschränkungen der Arbeits- und Leistungsfähigkeit nicht
als genügend ausgewiesen einschätzte, sondern vielmehr
weitere Abklärungen als wünschenswert erachtete.
2.2.
6
Insgesamt ist festzuhalten, dass
die der Versicherten verbliebene
Arbeitsfähig
keit
nicht auf der Grundlage dieses Gutachten f
estgelegt werden
kann,
ohne
dass
die Ausführungen
Dr.
Z._
s und seine Folgerungen
einfach
als Ganzes
von der Hand gewiesen werden können.
2.
3
2.3
.1
Die IV-Stelle gab ein
bidisziplinäres
rheumatologisch-psychiatrisches Gutachten in Auftrag.
Dr.
B._
erstattete das internistisch-rheumatologische Gutach
ten am
2.
Mai 2012
(
Urk.
7/75). Am 2
2.
Mai 2012 erstatteten
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
und
Dr.
B._
das psychiatri
sche Gutachten mit interdisziplinärer Zusammenfassung (
Urk.
7/78).
In
d
er
interdisziplinären Zusammenfassung
wurde festgehalten, es seien aus psychiat
risch-rheumatologischer Sicht keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfä
higkeit zu stellen
(
Urk.
7/78/10)
.
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfä
higkeit
nannten die Gutachter
einen Zustand nach posttraumatischer
Belas
tungsstörung
(ICD-10 F43.1), einen Zustand nach mittelgradiger depressiver Episode mit somatischen Symptomen, gegenwärtig remittiert (Differentialdiag
nose: Anpassungsstörung mit kürzerer depressiver Reaktion, ICD-10 F43.20), eine intermittierende Akzentuierung der emotional instabilen
Persönlichkeits
züge
mit Selbstverletzungsdrang (ICD-10 Z73.1), einen Nikotin-Abusus (ICD-10 F17.1), ein Fibromyalgie-Syndrom,
einen
Adipositas Grad I (BMI 33,5 kg/m
2
), ein
en Vitamin-
D-Mangel (61
nmol
/l) und eine intermittierende arterielle Hypertonie (ED 05/2009), gegenwärtig ohne medikamentöse Therapie (
Urk.
7/78/10-11).
Die Gutachter hielten fest, es bestehe eine 100%ige Arbeits
fähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Rettungs
assistentin
.
A
us psychiatrischer und rheumatologischer Sicht
habe
nie eine über längere Zeit bestehende Arbeitsunfähigkeit bestanden
(
Urk.
7/78/11)
.
Dipl. med.
C._
, Facharzt für Neurologie und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
des Regionalen Ärztlichen Dienstes
(RAD)
empfahl am
3.
April 2013
, es könne auf dieses
bidis
ziplinäre
Gutachten abgestellt werden (
Urk.
7/97/2).
2.3.2
Dr.
B._
hielt fest, der Handeinsatz sei bei der Untersuchung beidseits normal gewesen. Dennoch habe die Versicherte bei der Messung der maximalen Handkraft rechts nur 53
%
der Norm und links 63
%
der Norm erreicht. Aus rheumatologischer Sicht gebe es keine Ursache für eine deutlich verminderte Handkraft beidseits. Vermutlich habe bei der Untersuchung eine
Selbstlimitie
rung
bestanden (
Urk.
7/74/41). Da
Dr.
B._
sich nicht weiter mit der Frage auseinandersetzt
e
, ob und weshalb eine Aggravation oder
eine
Simulation
vor
lieg
e
,
ist eine solche nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan. Diesbezüglich ist auch zu berücksichtigen, dass sich gemäss
Dr.
Z._
keine Hinweise für Simulation oder Aggravation
erg
a
ben
und die verstärkte
Erschöpf
barkeit
, leichtere motorische Einschränkungen sowie eine verminderte Kon
zentrationsfähigkeit aufgrund der glaubhaft geschilderten Symptomatik grund
sätzlich psychiatrisch nachvollziehbar
seien
(
Urk.
7/94/
28-29).
2.3.3
Dr.
A._
führte in seinem Gutachten zunächst Auszüge der für die psychiatri
sche Begutachtung
seiner Ansicht nach
relevanten Vordokumente in chroni
scher Reihenfolge auf
(
Urk.
7/78/
2
-5).
Die Versicherte liess rügen, dass
Dr.
A._
den ärztlichen Entlassu
ngsbericht der
E._
Klinik
in
D._
vom
3.
Juni 2009 (
Urk.
7/
21)
nicht aufgeführt und sich nicht mit den darin erwähnten dissoziativen Symptomen auseinandergesetzt habe (
Urk.
1 S. 5-6).
Tatsächlich führte
Dr.
A._
d
iesen Bericht nicht auf und äus
serte
sich anders als
Dr.
Z._
(
vgl.
Urk.
7/94/28
)
nicht
zu
den in diesem Bericht erwähnten dissoziativen Symptomen (verschiedene Personengruppen, die in der Versicherten seien und miteinander kommunizierten;
Urk.
7/21/5,
Urk.
7/21/7).
Es ist somit festzuhalten, dass auch das Gutachten von
Dr.
A._
nicht
in Kenntnis der gesamten relevanten
medizinischen Akten
verfasst wurde
und
Dr.
A._
sich
daher nicht mit sämtlichen Arztberichten auseinander
setzt
e
.
2.3.
4
Zu den
Folgen des sexuellen Missbrauch
s
, den die Versicherte als Zwölfjährige erlitten hatte
, hielt
Dr.
A._
fest
,
sie habe das schwere Trauma dank vielen Persönlichkeitsressourcen und offenbar fachgerechter psychotherapeutischer Unterstützung zwischen dem 1
4.
und 1
6.
Lebensjahr verarbeiten können und habe bis zum 2
0.
Lebensjahr aus psychiatrischer Sicht beschwerdefrei gelebt
. Zwanzigjährig
habe die Versicherte erneut unter nachhaltigen Missbrauchserin
nerungen gelitten, weshalb sie ein halbes Jahr lang eine psychotherapeutische Behandlung in Anspruch genommen habe.
Um sich
von den
Vergangenheits
schmerzen
zu befreien, habe sie begonnen, sich
zu schneiden.
Trotz Exazerba
tion der posttraumatischen Belastungsstörung und intermittierender Akzentu
ierung der emotional instabilen Persönlichkeitszüge habe sie die Ausbildung als Rettungsassistentin
erfolgreich abgeschlossen, was eine uneingeschränkte Leis
tungsfähigkeit trotz festgestellter posttraumatis
cher Belastungsstörung bestätig
e (
Urk.
7/78/8).
Dr.
Z._
stellte im psychischen Befund eine leichte bis mässige inhaltliche Einengung auf die Beschwerdesymptomatik fest (
Urk.
7/94/15) und führte aus, es zeige sich eine vermehrte Ängstlichkeit und teilweise Vermeidungshaltung, die als Restzustand im Zusammenhang mit einer früher bestehenden emotiona
len Persönlichkeitsstörung gesehen werden könne (
Urk.
7/94/24).
Weiter sah
Dr.
Z._
auch die in der Krankengeschichte dokumentierten Dissoziationen, fraglichen Halluzinationen beziehungsweise Pseudohalluzinationen und
Selbst
verletzungen
im Zusammenhang mit
der emotional instabilen
Persönlichkeits
störung
(
Urk.
7/94/28)
. Bei einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom
Borderline
-Typ (ICD-10 F60.31) können selbstschädigende Handlungen vorkommen (Internationale Klassifikation psychischer Störungen,
9.
Auflage, Bern 2014, S.
280),
was für diese Ansicht spricht
.
Dr.
A._
erwähnte weder eine solche Einengung auf die Beschwerdesymptomatik noch eine vermehrte Ängstlichkeit und teilweise Vermeidungshaltung.
Er verneinte zudem eine
Per
sönlichkeitsstörung
, was er mit
der fehlenden genetischen Vulnerabilität, den fehlenden Persönlichkeitsfaktoren für die Entwicklung dieser psychischen
Er
krankung,
geordneten Familienverhältnissen und einer bis zum zwölften Lebensjahr ohne besondere traumatische Erlebnisse verlaufenden Kindheit begründete
(
Urk.
7/78/8).
Gemäss der internationalen Klassifikation psychischer Störungen treten Persönlichkeitsstörungen häufig erstmals in der Kindheit oder in der Adoleszenz in Erscheinung und manifestieren sich
erst
endgültig im Erwachsenenalter
. Die Kriterien genetischer Vulnerabilität oder bestimmte
Per
sönlichkeitsfaktoren
werden
dagegen
nicht erwähnt
(Internationale
Klassi
-
fika
tion
psychischer Störungen, a.a.O. S. 276).
Eine früher vorhandene emotional instabile Persönlichkeitsstörung mit jetzt noch bestehenden
Residualsympto
men
, wie sie von
Dr.
Z._
diagnostiziert wurde, kann daher
zurzeit
zumin
dest nicht ausgeschlossen werden.
2.3.5
Dr.
Z._
diagnostizierte eine
somatoforme
Schmerzstörung.
Dies
begründete er damit, dass die
somatoforme
Schmerzstörung auf der Basis von
Miss
brauchserlebnissen
,
einer durch Verzögerungen und diverse organisatorische Schwierigkeiten gekennzeichnete
n
Ausbildung sowie mehrfach notwendig gewordene
n
Ortswechsel
n
und bei bestehenden Teilsymptomen einer posttrau
matischen Belastungsstörung
sowie
einer emotional instabilen
Persönlichkeits
störung
entstanden sein
könne
(
Urk.
7/94/28)
.
Dr.
A._
verneinte demgegenüber das Vorliegen einer
somatoformen
Schmerz
störung
. Dazu führte er aus, es seien bei der Versicherten weder schwerwiegende bewusste noch unbewusste emotionale Konflikte noch schwer
wiegend belastende psychosoziale Situationen zu eruieren (
Urk.
7/78/10). Dies
erscheint
schon
angesichts des im Alter von zwölf Jahren erlittenen sexuellen Missbrauch
s
als nicht nachvollziehbar.
Zudem
führte
Dr.
A._
in der Krankengeschichte au
s
, die Versicherte leide ungefähr seit ihrem dreizehnten Lebensjahr an Gelenkschmerzen
(
Urk.
7/78/6)
. Er unterliess es jedoch
,
wie von der Versicherten zu Recht vorgebracht wurde (
Urk.
1 S. 6)
,
zu thematisieren, ob ein Zusammenhang zwischen dem
Miss
brauchsereignis
und dem Auftreten dieser Schmerzen
bestehen könnte
.
2.3.6
Weiter verneinte
Dr.
A._
die rechtsprechungsgemäss bei einer Fibromyalgie zu prüfenden
sogenannten Foerster-Kriterien
(vgl.
E. 1.3
)
und hielt fest, die
kör
perliche
n
funktionellen Einschränkungen seien aus
psychiatrischer Sicht als überwindbar zu betrachten (
Urk.
7/78/10). Dabei erfolgte die Verneinung der einzelnen
Unüberwindbarkeitskriterien
zu
pauschal
- so setzte der Gutachter sich wie von der Versicherten
zu Recht gerügt
(
Urk.
1 S.
7-8)
nicht vertieft mit de
n
Kriterien
d
es Krankheitsgewinns,
d
er mehrjährigen Krankheitsdauer oder von unbefriedigenden Behandlungsergebnissen auseinander.
2.3.
7
Die
E._
Klinik hielt in ihrem
Kurzattestbrief
vom 2
6.
Mai 2009 sowie in ihrem Schreiben vom 3
1.
Juli 2009 fest, bei der Versicherten liege eine posttraumatische Belastungsstörung
und eine
vollständige
Arbeitsunfähigkeit
vor
(
Urk.
7/19,
Urk.
7/75/64).
Der medizinische Dienst des
Berufsförderungs
werks
F._
empfahl am 1
5.
Januar 201
0
den
Abbruch
eines
berufsfördernden
Trainings aus gesundheitlichen Gründen und hielt fest,
sinn
voll erschienen
eine stationäre schmerztherapeutische Behandlung sowie anschliessend eine
ambulante
Psychotherapie
. Möglicherweise könne
der Versi
cherten
hierbei die Notwendigkeit einer stationären psychiatrischen Behandlung erkennbar werden (
Urk.
7/23/12). Am 1
9.
Oktober 2010 führte
G._
, Fachärztin für Neurologie und Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, aus, die Versicherte reflektiere intrapsychische und interpersonelle Konflikte offensichtlich nicht ausreichend, was seelische und psychische Spannungszu
stände und Körperschmerzen verstärke. Es bestehe
eine
Arbeitsunfähigkeit
vo
n
100
%
in jeglicher Tätigkeit
(
Urk.
7/48/7-10). Der
RAD
H._
nannte
als Hauptd
iagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
am 2
2.
Juni 2011
(
Urk.
7/57) eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) und eine
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) sowie
als
Nebendia
g
nosen
ein Fibromyalgie-Syndrom
(ICD-10 M79.9) und
eine
Persönlichkeitsstö
rung
mit multipler Persönlichkeitsspaltung (ICD-10 F60.1). Am 1
1.
Juli 2011 ging der RAD
H._
dann
davon aus, dass die für eine posttraumatische Belastungsstörung geforderten Kriterien nicht ausreichend erfüllt seien und eher eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom
Borderline
-Typus vorliege
, wobei die Störung so stark ausgeprägt sei, dass
eine
vollumfängliche Arbeits
unfähigkeit für jegliche Tätigkeit bestehe
(
Urk.
7/55). Die von
Dr.
Z._
genannten Diagnosen sowie seine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im Gut
achten vom 1
9.
Oktober 2012 wurden bereits wiedergegeben (
vgl. E. 2.2
.1
).
Die Eindeutigkeit
,
mit
der sich
Dr.
A._
ausdrückt
,
täuscht nicht darüber hin
weg
, dass andere psychiatrische Fachärzte den Fall der Beschwerdeführerin
teilweise
hinsichtlich der feststellbaren Befunde,
vor allem
jedoch
hinsichtlich
der daraus zu ziehenden Schlussfolgerung
en
,
wesentlich anders als er
beurteilt haben. Im Bereich diagnostisch nicht eindeutiger und demzufolge einen
Inter
pretationsspielraum
eröffnender Beschwerdebilder ist es ein Qualitätszeichen, das Für und Wider einer krankhaften seelischen Abwegigkeit kenntlich zu machen statt eine Sicherheit vorzutäuschen, welche es in solchen Belangen von der Natur
der Sache
her nicht geben kann (
Leitlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Versicherungspsychiatrie für die Begutachtung psychischer Störungen in der Schweizerischen Ärztezeitung 2004 S. 1049 f.; Urteil des Bun
desgerichts I 391/06 vom
9.
August 2006 E. 3.2.2).
Zudem unterliess es
Dr.
A._
,
sich hinreichend mit den abweichenden fachärztlichen Ansichten auseinanderzusetzen.
3.
3.1
Aus dem Gesagten folgt, dass
weder auf das von der IV-Stelle in Auftrag gege
bene
bidisziplinäre
Gutachten noch auf das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Z._
abgestellt werden kann.
D
ie vorliegenden Akten
enthalten
keine hinreichende Grundlage zur Klärung der streitentscheidenden medizinischen Fragen sowie der Frage nach dem Restleistungsvermögen der Beschwerdeführe
rin in angestammter und allenfalls angepasster Tätigkeit. Die Sache erweist sich demnach als nicht spruchreif.
3.2
Angesichts dessen, dass die Beschwerdegegnerin die
entscheidrelevanten
Fragen bisher lediglich aufgrund eines nicht schlüssigen, nicht auf der Kenntnis der gesamten Krankengeschichte basierenden
bidiszipl
inären
Gutachtens beant
wortet hat
und auch das Gutachten von
Dr.
Z._
nicht auf vollständiger Kenntnis der Krankengeschichte basiert sowie nicht sämtliche Anforderungen der schweizerischen Rechtsprechung an ein Gutachtern erfüllte,
rechtfertigt es sich
entgegen der Ansicht der Versicherten (
Urk.
1 S. 9)
nicht, bereits zu diesem Zeitpunkt ein Gerichtsgutachten einzuholen. Vielmehr ist die Sache unter Auf
hebung der angefochtenen Verfügung vom
4.
April 2013 (
Urk.
2) an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese eine polydisziplinäre Begut
achtung (rheumatologisch, psychiatrisch, allgemeininternistisch) veranlasse, welche auf der Kenntnis sämtlicher relevanter Arztberichte beruht und hernach über den Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung neu verfüge. Diese Vorgehensweise steht im Einklang mit der höchstrichterlichen Praxis (BGE 137 V 2010 E. 4.4.1.4), da es sich um eine notwendige Erhebung einer bisher
gut
achterlich ungeklärten Frage handelt, weil noch kein die vollständiger Kranken
geschichte berücksichtigendes Gutachten vorliegt.
4.
4.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen der gesetzlichen Vorgabe (
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
) auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (Urteil des Bundesgerichts U 199/02 vom 1
0.
Februar 2004 E. 6 mit Hinweis auf BGE 110 V 57; SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 E. 3). Die Kosten sind der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
4.2
Ausgangsgemäss steht der
vertretenen
Beschwerdeführerin eine
Prozessent
-
schädi
gung
zu, die gemäss
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Pro
zesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen zu bemessen ist.
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin w
ies
in der
Kosten
note
vom
2
5.
September 2013
einen Zeitaufwand von
12 Stunden und 15 Minuten
und Barauslagen
in der Höhe
von
Fr.
25
.--
aus
, was angemessen erscheint
(
Urk.
11). Zudem sind die Eingabe vom 2
3.
Januar 2015 (
Urk.
16) und die nach Ergehen des Urteils
voraussichtlich
anfallenden Aufwände mit einzu
beziehen.
Unter Berücksichtigung des bis Ende 2014 gerichtsüblichen
Stunden
ansatzes
von
Fr.
200.-- und des ab 2015 gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
220.--
ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, Rechtsanwältin
Y._
e
ine Entschädigung in der Höhe von
Fr.
3‘148.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.