Decision ID: d3df3587-65cd-4a28-b964-ab637033e2a9
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X ist seit 1988 im Besitz des liechtensteinischen Führerausweises für
Personenwagen. Am Dienstag, 23. Dezember 2014, um 18.15 Uhr, war er mit seinem
Personenwagen, auf dessen Dach er ein Kajak befestigt hatte, auf der Autobahn
unterwegs. Kurz vor der Ausfahrt A brachen die Querholme des Dachträgers.
Abgebrochene Teile des Dachträgers fielen auf die Fahrbahn, das Kajak auf den
Pannenstreifen. Mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes U vom 24. Februar 2015
wurde X wegen Verletzung der Verkehrsregeln (ungenügende Sicherung der Ladung)
schuldig gesprochen und zu einer Busse von Fr. 250.– verurteilt. Der Strafbefehl
erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
B.- Aufgrund dieses Vorfalls aberkannte das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt
des Kantons St. Gallen, Abteilung Administrativmassnahmen, den Führerausweis von X
mit Verfügung vom 30. Juni 2015 wegen mittelschwerer Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften für die Dauer eines Monats.
C.- Gegen diese Verfügung erhob X mit Eingabe vom 8. Juni 2015 Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen
Verfügung. Auf die Ausführungen des Rekurrenten wird, soweit erforderlich, in den

Erwägungen eingegangen. Die Vorinstanz verzichtete am 9. August 2015 auf eine
Vernehmlassung.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 8. Juni 2015 ist rechtzeitig eingereicht
worden und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen
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(Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege,
sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Die angefochtene Verfügung ist von Amtes wegen auf ihre formelle Rechtmässigkeit
zu überprüfen.
a) Gemäss Art. 23 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG)
ist der Betroffene vor dem Erlass einer Administrativmassnahme in der Regel
anzuhören. Die Gewährung des rechtlichen Gehörs dient einerseits der
Sachaufklärung, andererseits stellt sie ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht
der Verfahrensbeteiligten dar. Der Umfang des Anspruchs wird zunächst durch das
kantonale Verfahrensrecht umschrieben. Wo dieser kantonale Rechtsschutz sich als
ungenügend erweist, greifen die unmittelbar aus Art. 29 Abs. 2 BV folgenden
Minimalgarantien (Kölz/Bosshart/Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz
des Kantons Zürich, 2. Aufl. 1999, Rz. 3). Der Anspruch auf rechtliches Gehör wurde für
das Gerichtsverfahren entwickelt. Er gilt jedoch – zumindest in seinem Kerngehalt –
auch in Verfahren vor Verwaltungsbehörden (vgl. Art. 15 Abs. 2 VRP).
Die Gewährung des rechtlichen Gehörs ist formeller Natur und die Verletzung dieses
Grundsatzes hat in der Regel die Aufhebung der angefochtenen Verfügung zur Folge
(L. Kneubühler, Gehörsverletzung und Heilung, in: ZBl 99/1998 S. 101; BGE 122 II 469,
121 I 232 je mit Hinweisen; GVP 1988 Nr. 37). Eine Heilung dieses Verfahrensmangels
kann somit nur in Ausnahmefällen vorgenommen werden. Wesentliche Kriterien, die
gegen eine Heilung sprechen, sind unter anderem dann gegeben, wenn die
Gehörsverletzung schwer wiegt, wenn sie in einem Verfahren erfolgt, welches einen
empfindlichen Eingriff in eine Grundrechtsposition der betroffenen Person bewirkt, und
wenn bei der Vorinstanz eine Tendenz zur regelmässigen Gehörsverletzung besteht
(Kneubühler, a.a.O., S. 116). Das Bundesgericht lässt in Ausnahmefällen die Heilung
des Anspruches auf rechtliches Gehör im Rechtsmittelverfahren zu, um einen
prozessualen Leerlauf und damit verbunden eine zeitliche Verzögerung zu vermeiden
(BGE 137 I 195 E. 2.3.2). Vor-ausgesetzt wird, dass der betroffenen Partei daraus kein
Nachteil erwächst, d.h. dass sie ihre Rechte im Rechtsmittelverfahren voll wahrnehmen
und die zweite Instanz alle Tat- und Rechtsfragen frei nachprüfen kann (Häfelin/Müller/
Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 2010, Rz. 1709).
bis
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b) Die Vorinstanz setzte den Rekurrenten von der Einleitung des
Administrativmassnahmeverfahrens nicht in Kenntnis und räumte ihm keine Möglichkeit
zur Stellungnahme zu einer allfälligen Aberkennung ein. Damit verletzte sie den
Anspruch des Rekurrenten auf rechtliches Gehör. Die Voraussetzungen für eine Heilung
des Mangels im Rekursverfahren sind jedoch erfüllt. Der Rekurrent hatte die
Möglichkeit, Einsicht in die Akten zu nehmen und eine Stellungnahme einzureichen. Die
Verwaltungsrekurskommission verfügt zudem über dieselbe (volle) Kognition wie die
Vorinstanz. Eine Rückweisung zu neuer Verfügung an die Vorinstanz erwiese sich aus
verfahrensökonomischen Gründen deshalb als nicht zweckmässig. Die Verletzung des
rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz (vgl. E. 5) wird jedoch bei der Kostenverlegung
zu berücksichtigen sein (vgl. VRKE IV-2013/47 vom 29. August 2013 E. 2, in:
www.gerichte.sg.ch).
3.- a) Gemäss Art. 16 Abs. 2 SVG wird nach Widerhandlungen gegen die
Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das Verfahren nach dem
Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 ausgeschlossen ist, der Lernfahr- oder
Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Ausländische
Führerausweise können nach den gleichen Regeln aberkannt werden, die für den
Entzug des schweizerischen Führerausweises gelten (Art. 45 Abs. 1 der
Verkehrszulassungsverordnung, SR 741.51). Das Gesetz unterscheidet zwischen
leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG) und schweren Widerhandlungen
(Art. 16c SVG). Eine leichte Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von
Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft und ihn dabei
nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG). Ist die Verletzung der
Verkehrsregeln grob und wird dadurch eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer
hervorgerufen oder in Kauf genommen, ist die Widerhandlung schwer (Art. 16c Abs. 1
lit. a SVG). Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von
Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt
(Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Von einer mittelschweren Widerhandlung ist immer dann
auszugehen, wenn nicht alle privilegierenden Elemente einer leichten und nicht alle
qualifizierenden einer schweren Widerhandlung erfüllt sind (vgl. Botschaft, in:
BBl 1999 S. 4487; VRKE IV-2009/19 vom 26. August 2009, in: www.gerichte.sg.ch).
http://www.gerichte.sg.ch http://www.gerichte.sg.ch
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b) Die Vorinstanz wirft dem Rekurrenten vor, er habe am 23. Dezember 2014 auf der
Autobahn die ungenügend gesicherte Ladung verloren. Dabei handle es sich um eine
mittelschwere Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften.
Dem hält der Rekurrent im Wesentlichen entgegen, trotz seinem Vorbringen, der
fragliche Dachträger sei fehlerhaft, sei die Ermittlung einseitig geführt und darauf
verzichtet worden, gegen den Hersteller des Produkts vorzugehen. Bis heute seien
keine Massnahmen getroffen worden, um das Produkt auf seine Sicherheit zu prüfen
und gegebenenfalls vom Markt zu nehmen. Dass der vordere Querträger nur verklemmt
und nicht fest verschraubt sei, könne ein Nutzer ohne besondere technische
Fachkenntnisse nicht erkennen. Die angefochtene Verfügung liefere keine Begründung,
weshalb er die Ladung unzureichend gesichert gehabt habe und wie er sie stattdessen
hätte sichern müssen. Der zuständige Sachbearbeiter habe ihm gesagt, das Kajak
hätte zusätzlich an den Längsholmen befestigen werden müssen. Es sei jedoch reine
Spekulation, ob es bei einer solchen Befestigung nicht zum Verlust der Ladung
gekommen wäre. Zudem würden Kajaks üblicherweise nur an den Querholmen
befestigt. Seinerseits bestehe keine Vernachlässigung von Sorgfaltspflichten. Die
Bezahlung der Busse sei sodann nicht als Schuldeingeständnis, sondern als Wunsch,
einen Strich unter den traumatisierenden Vorfall zu ziehen, zu verstehen.
c) Nach Art. 29 SVG dürfen Fahrzeuge nur in betriebssicherem und
vorschriftsgemässem Zustand verkehren. Fahrzeuge dürfen gemäss Art. 30 Abs. 2 SVG
nicht überladen werden. Die Ladung ist so anzubringen, dass sie niemanden gefährdet
oder belästigt und nicht herunterfallen kann. Aus dieser Bestimmung werden in der
Rechtsprechung mit Blick auf die Dichte des Verkehrs und die Häufung der
Zwischenfälle und Unfälle jeder Art und Schwere relativ strenge Anforderungen
abgeleitet. So genügt es nicht, die Stabilität der Ladung nur im Hinblick auf den
normalen Verkehr und die dazugehörenden plötzlichen Bremsmanöver sicherzustellen,
sondern die Sicherung der Ladung muss auch kleineren Unfällen standhalten (BGE 97
II 242). Art. 57 Abs. 1 der Verkehrsregelnverordnung (SR 741.11, abgekürzt: VRV)
verpflichtet den Führer, sich zu vergewissern, dass Fahrzeug und Ladung in
vorschriftsgemässem Zustand sind. Weil der Fahrzeugführer die oben genannten
Möglichkeiten in Betracht zu ziehen hat, muss er auch die entsprechenden
Massnahmen treffen.
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Nach konstanter Rechtsprechung darf die Verwaltungsbehörde von den tatsächlichen
Feststellungen im Strafurteil abweichen, wenn sie Tatsachen feststellt und ihrem
Entscheid zu Grunde legt, die dem Strafrichter unbekannt waren oder die er nicht
beachtet hat, wenn sie zusätzliche Beweise erhebt, deren Würdigung zu einem anderen
Entscheid führt, wenn die Beweiswürdigung durch den Strafrichter den feststehenden
Tatsachen klar widerspricht, oder wenn der Strafrichter bei der Rechtsanwendung auf
den Sachverhalt nicht sämtliche Rechtsfragen abgeklärt hat, namentlich die Verletzung
bestimmter Verkehrsregeln übersehen hat. Anders verhält es sich bei der rechtlichen
Würdigung des Sachverhalts. Diesbezüglich ist die Verwaltungsbehörde grundsätzlich
nicht an den Strafentscheid gebunden, es sei denn, die rechtliche Würdigung hänge
sehr stark von der Würdigung von Tatsachen ab, die das Strafgericht besser kennt als
die Verwaltungsbehörde, etwa wenn der Beschuldigte im Strafverfahren persönlich
einvernommen wurde, was im vorliegenden Fall nicht zutrifft (vgl. BGE 124 II 103 E. 1c).
d) Der Rekurrent wurde mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes U vom 24. Februar
2015 wegen ungenügender Ladungssicherung schuldig gesprochen. Zum Sachverhalt
wurde festgehalten, dass er auf dem Dachträger seines Fahrzeugs ein Boot (Kajak)
transportiert habe, welches ungenügend gesichert gewesen und folglich während der
Fahrt auf die Fahrbahn gefallen sei. Das Kajak sei auf der rechten Seite des
Dachlastträgers platziert worden. Anschliessend sei es durch den Rekurrenten mittels
einer Spanngurte fixiert worden. Die Gurte sei auf der linken Seite des Kajaks unter den
Querholmen durchgeführt, anschliessend über das Kajak auf die andere Seite und von
dort wieder unter den Querholmen hindurch geführt worden. Nachdem die Spanngurte
erneut über das Kajak geführt worden sei, sei sie mittels einer Rätsche festgezurrt
worden. Gemäss Typenschein entspreche die zulässige Dachlast des Fahrzeugs 50 kg.
Der Dachträger sei so konstruiert, dass der hintere Querholm mit den beiden
Längsträgern fix verbunden sei. Der vordere Querträger sei lediglich gegen die beiden
Längsträger geklemmt. Dieser sei nicht fest mit den Trägern verbunden. Während der
Fahrt müsse sich das Kajak durch den Fahrtwind angehoben haben, wodurch es sich
aufgerichtet und sich folglich der vordere Querträger aus seiner Klemmposition gelöst
habe. Dadurch sei der hintere Querträger abgebrochen und das Kajak habe sich vom
Dachträger gelöst und sei auf den Pannenstreifen gefallen.
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Der Rekurrent focht den Strafbefehl, worin er wegen ungenügender Sicherung der
Ladung verurteilt worden war, nicht an, obschon er bereits damals der Ansicht war,
keine Sorgfaltspflicht verletzt zu haben und nicht schuldig zu sein. Bereits im
Polizeiprotokoll anerkannte er den Tatbestand der ungenügenden Ladungssicherung
nicht. Trotzdem gelangte der Strafrichter zur gegenteiligen Ansicht. Wenn der
Rekurrent jedoch den Dachträger für fehlerhaft hielt, hätte er im Strafverfahren einen
technischen Defekt desselben geltend machen müssen. Den Akten ist nicht zu
entnehmen, dass er damals einen entsprechenden Beweisantrag gestellt hätte. Im
Administrativmassnahmeverfahren ist eine solche Überprüfung nicht mehr möglich. Es
ist auch nicht so, dass die Beweiswürdigung des Strafrichters den feststehenden
Tatsachen klar widerspricht. Da beim verwendeten Dachträger der vordere Querholm
nur zwischen die Längsholmen geklemmt war, hätte das Kajak mit der Spanngurte
zwingend an mindestens einem Längsholm befestigt werden müssen; dies umso mehr
noch, als der Rekurrent gemäss eigenen Angaben zum ersten Mal ein Kajak auf dem
Dachträger mitgeführt hatte. Die vom Rekurrenten gewählte Befestigung hatte zudem
den Nachteil, dass durch die Verwendung von lediglich einer Spanngurte auf den
vorderen Querholm Zug nach hinten ausgeübt wurde. Bereits eine separate
Befestigung vorne und hinten mit zwei Gurten hätte diesbezüglich eine Verbesserung
gebracht. Auch beim vom Rekurrenten erwähnten Thule-Träger erfolgt die Befestigung
eines Kajaks vorne und hinten mit zwei separaten Gurten, obschon dort sogar beide
Querholme fest mit den Längsholmen verbunden sind. Es fällt zudem auf, dass der
Rekurrent auf ein Abspannen des Kajaks an Bug und Heck verzichtet hat. Damit hätte
ein Anheben des Kajaks verhindert werden können. Die Beweiswürdigung des
Strafrichters aufgrund der Akten ist deshalb schlüssig und nachvollziehbar. In
Übereinstimmung mit ihm ist in tatsächlicher Hinsicht davon auszugehen, dass der
Rekurrent das Kajak und damit die Ladung auf seinem Fahrzeug in Missachtung von
Art. 30 Abs. 2 SVG ungenügend gesichert hatte.
e) In rechtlicher Hinsicht ist die mit der Verkehrsregelverletzung geschaffene
Gefährdung der Verkehrssicherheit von entscheidender Bedeutung. Die Revision des
SVG mit den neuen Bestimmungen von Art. 16a bis 16c SVG ordnet der Gefährdung
der Sicherheit allgemein eine wesentliche und eigenständige Bedeutung zu. Der
Gesetzgeber mass dem Gesichtspunkt der Verkehrsgefährdung bewusst ein höheres
Gewicht bei. Insbesondere hat er das Recht des Warnungsentzugs verselbständigt und
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im Hinblick auf die Erhöhung der Verkehrssicherheit verschärft (Urteil des
Bundesgerichts [BGer] 1C_267/2010 vom 14. September 2010 E. 3.4).
Eine Verkehrsgefährdung liegt vor, wenn die körperliche Integrität einer Person
entweder konkret oder zumindest abstrakt gefährdet wurde. Im Recht der
Administrativmassnahmen wird zwischen der einfachen und der erhöhten abstrakten
Gefährdung unterschieden. Erstere zieht keine Administrativmassnahmen nach sich
(vgl. Art. 16 Abs. 2 SVG). Von einem solchen Fall ist jedoch nur dann auszugehen,
wenn keine anderen Verkehrsteilnehmer vom Fehlverhalten hätten betroffen werden
können. Führte dieses hingegen zu einer Verletzung eines Rechtsguts oder einer
konkreten bzw. einer erhöhten abstrakten Gefährdung der körperlichen Integrität, hat
dies eine Administrativmassnahme zur Folge (R. Schaffhauser, Die neuen
Administrativmassnahmen des Strassenverkehrsgesetzes, in: Jahrbuch zum
Strassenverkehrsrecht 2003, St. Gallen 2003, S. 181, Rz. 43 ff.). Innerhalb der erhöhten
abstrakten Gefährdung ist auf die Nähe der Verwirklichung der Gefahr abzustellen. Je
näher die Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder Verletzung liegt, umso
schwerer wiegt die erhöhte abstrakte Gefahr (vgl. BGE 118 IV 285 E. 3a). Eine konkrete
Gefahr liegt vor, wenn für einen bestimmten, tatsächlich daherkommenden
Verkehrsteilnehmer oder einen Mitfahrer des Täters die Gefahr einer Körperverletzung
oder gar Tötung bestand (J. Boll, Grobe Verkehrsregelverletzung, Davos 1999, S. 12).
Zudem ist das Ausmass der üblicherweise entstehenden Schädigung bei Eintritt der
Rechtsgutverletzung zu berücksichtigen (vgl. VRKE IV-2011/113 vom 24. November
2011 E. 3b, in: www.gerichte.sg.ch).
Strafrechtlich wurde der Rekurrent wegen einfacher Verkehrsregelverletzung im Sinn
von Art. 90 Abs. 1 SVG verurteilt. Diese Bestimmung umfasst administrativrechtlich
sowohl die leichte als auch die mittelschwere Widerhandlung. Der Strafbefehl vom
24. Februar 2015 enthält keine näheren Ausführungen zu Gefährdung und Verschulden.
Durch die ungenügende Sicherung der Ladung fiel das Kajak unvermittelt auf den
Pannenstreifen, die Querholme des Dachträgers kamen auf der Fahrbahn zu liegen. Es
ist lediglich glücklichen Umständen zu verdanken, dass kein nachfolgendes Fahrzeug
mit den Gegenständen kollidierte. Durch die ungenügend gesicherte Ladung setzte der
Rekurrent allfällige nachfolgende Fahrzeuglenker der Gefahr einer Körperverletzung
aus. Es bestand die ernsthafte Möglichkeit, dass diese angesichts des Vorfalls sowie
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der auf der Fahrbahn liegenden Dachträgerteile abrupte Brems- oder
Ausweichmanöver machen, dadurch ins Schleudern geraten oder mit Leitplanken und
anderen Fahrzeugen kollidieren. Unter diesen Umständen kann nicht mehr von einem
Bagatellfall bzw. einem leichten Fall gemäss Art. 16a SVG gesprochen werden. Daran
würde selbst ein leichtes Verschulden des Rekurrenten nichts ändern, wobei auf jeden
Fall von Fahrlässigkeit auszugehen ist.
f) Zusammenfassend qualifizierte die Vorinstanz die ungenügende Sicherung der
Ladung zu Recht als mittelschwere Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz
und aberkannte den ausländischen Führerausweis gestützt auf Art. 16b Abs. 1 lit. a
SVG.
4.- Gemäss Art. 16 Abs. 3 SVG sind bei der Festsetzung der Dauer der
Führerausweisaberkennung die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen,
namentlich die Gefährdung der Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als
Motorfahrzeugführer sowie die berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen;
die Mindestaberkennungsdauer darf nicht unterschritten werden. Diese beträgt gemäss
Art. 16b Abs. 2 lit. a SVG nach einer mittelschweren Widerhandlung mindestens einen
Monat und wurde von der Vorinstanz verfügt. Demzufolge ist der Rekurs abzuweisen.
5.- a) Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu
tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. Es gilt der
Grundsatz der Kostentragung nach Massgabe des Obsiegens und Unterliegens (W.
Hagmann, Die st. gallische Verwaltungsrechtspflege und das Rechtsmittelverfahren vor
dem Regierungsrat, Diss. Zürich 1979, S. 267 f.). Kosten, die ein Beteiligter durch
Trölerei oder anderes ungehöriges Verhalten oder durch Verletzung wesentlicher
Verfahrensvorschriften veranlasst, gehen jedoch zu seinen Lasten (Art. 95 Abs. 2 VRP).
Die Vorinstanz verletzte im Verwaltungsverfahren den Anspruch des Rekurrenten auf
rechtliches Gehör (vgl. E. 2), weshalb die amtlichen Kosten dem Staat aufzuerlegen
sind. Angemessen erscheint eine Entscheidgebühr von Fr. 1‘200.– (vgl. Art. 7 Ziff. 122
der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 1‘200.– ist
dem Rekurrenten zurückzuerstatten.
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b) Voraussetzung für die Zusprechung einer ausseramtlichen Entschädigung ist ein
entsprechendes Begehren (Art. 98 VRP in Verbindung mit Art. 105 Abs. 2 der
Zivilprozessordnung, SR 272, abgekürzt: ZPO; vgl. auch BSK ZPO-Rüegg, Art. 105 N
2, wonach eine Parteientschädigung nur auf Antrag der Gegenpartei zuzusprechen ist).
Da ein solcher Antrag fehlt, ist eine ausseramtliche Entschädigung nicht zuzusprechen.