Decision ID: 46d3b525-a1c3-4c52-9ea3-73bebe5255e2
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
H._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. David Brassel, c/o Mätzler & Partner,
Grossfeldstrasse 45, 7320 Sargans,
gegen
Kantonale Arbeitslosenkasse, Davidstrasse 21, 9001 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rückerstattung von Taggeldleistungen (nachträgliche Lohnzahlung)
Sachverhalt:
A.
A.a H._ arbeitete ab 15. März 2007 für die B._ (act. G 3.2.B28). Am 22. Juli 2008
kündigte diese dem Versicherten das Arbeitsverhältnis fristlos (act. G 3.1.3). In der
Folge meldete sich der Versicherte per 4. August 2008 zum Bezug von
Arbeitslosenentschädigung an (act. G 3.2.B26).
A.b Am 10. Oktober 2008 liess der Versicherte Klage gegen die B._ erheben und die
Bezahlung von Fr. 69'000.-- (Lohn während vertraglich vereinbarter sechsmonatiger
Kündigungsfrist) sowie eine Entschädigung beantragen (act. G 3.1.28). Mit Schreiben
vom 22. Oktober 2008 teilte die Kantonale Arbeitslosenkasse (nachfolgend: Kasse)
dem Versicherten sowie der B._ mit, in Anbetracht der ungeklärten Sachlage
bezüglich Lohnzahlungen während der vertraglichen Kündigungsfrist werde sie für den
Zeitraum vom 4. August 2008 bis 31. Januar 2009 Arbeitslosenentschädigung an den
Versicherten auszahlen. Damit gingen alle arbeitsvertraglichen Ansprüche im Umfang
ihrer Leistungen auf sie über (act. G 3.1.27). In der Folge richtete sie die angekündigten
Taggeldleistungen auf der Basis eines versicherten Verdiensts von Fr. 10'500.-- aus (G
3.1.32 ff.). Am 22. Oktober 2008 zeigte sie dem zuständigen Kreisgericht an, dass sie
sich als Hauptpartei an der arbeitsrechtlichen Streitigkeit zwischen dem Versicherten
und der B._ beteilige (act. G 3.1.26).
A.c Mit Verfügung vom 7. November 2008 stellte die Kasse den Versicherten per
23. Juli 2008 für 50 Tage in der Anspruchsberechtigung ein. Solange kein Gerichtsurteil
vorliege, wonach die fristlose Kündigung ungerechtfertigt gewesen sei, müsse sie (die
Kasse) dem Versicherten vorsorglich ein Verschulden an der Arbeitslosigkeit anlasten
(act. G 3.1.23). Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 5. Dezember 2008
Einsprache, woraufhin die Kasse das Verfahren bis zum rechtskräftigen Entscheid im
arbeitsrechtlichen Verfahren sistierte (Beilage 4 in act. G 3.1.3).
A.d Am 19./20. Mai 2009 schloss der Versicherte mit der B._ einen Vergleich und
liess dem zuständigen Kreisgericht am 28. Mai 2009 mitteilen, er ziehe die Klage
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zurück, soweit er darüber infolge des Eintritts der Kasse noch verfügen könne. In
besagtem Vergleich verpflichtete sich die B._ u.a., dem Versicherten Fr. 15'000.-- zu
bezahlen. Für den Fall, dass die Kasse den Prozess nach dem Rückzug der Klage
durch den Versicherten nicht fortführe, zahle die B._ diesem (weitere) Fr. 25'000.--.
Die Kasse stimmte diesem Vergleich nicht zu, zog die Klage jedoch am 19. August
2009 ebenfalls zurück. Entsprechend wurde das arbeitsrechtliche Verfahren am 1.
September 2009 abgeschrieben (act. G 3.1.4).
B.
B.a Mit Verfügung vom 19. August 2009 forderte die Kasse vom Versicherten zuviel
bezogene Taggeldleistungen im Totalbetrag von Fr. 38'002.55 (netto) zurück. Zur
Begründung hielt sie fest, der Klagerückzug bewirke, dass er keinen Anspruch mehr
auf die ihm von der Kasse ausbezahlten Leistungen vom 14. August 2008 bis 31.
Januar 2009 im Betrag von Fr. 36'997.25 habe. Demzufolge ergebe sich eine
Rückforderung von Fr. 38'002.55 (Beilage 1 in act. G 3.1.3). Hiergegen liess der
Versicherte am 18. September 2009 Einsprache erheben und die Aufhebung der
angefochtenen Verfügung beantragen; eventualiter sei die Verfügung dahingehend
abzuändern, dass eine Rückforderung von Fr. 3'483.90 (brutto) erlassen werde. Zur
Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, die angefochtene Verfügung sei
ungenügend begründet und unverständlich. Der Klagerückzug bewirke nicht, dass der
Versicherte die von der Kasse erhaltenen Leistungen während der Kündigungsfrist
zurückzubezahlen habe; in diesem Umfang habe er nämlich gerade nicht mehr über die
Klage verfügen können, da die Kasse als Hauptpartei über diesen Prozessgegenstand
verfügt habe. Der Versicherte habe die Klage lediglich in dem Umfang zurückziehen
können, in dem diese die Leistungen der Kasse übertroffen habe (act. G 3.1.2).
B.b Mit Entscheid vom 11. November 2009 hiess die Kasse die Einsprache teilweise
gut und reduzierte die Rückforderung auf Fr. 25'000.--. Gestützt auf den Vergleich
gemachte Zahlungen seien subrogationsweise auf die Kasse übergegangen. Diese
zwingende Subrogationsvorschrift könne durch prozessuale Abmachungen der
Parteien im Rahmen eines Vergleichs nicht eingeschränkt werden. Es gingen sämtliche
gestützt auf den Vergleich zu machende Zahlungen auf die Kasse über. Die
Rückforderung bestehe somit in der Höhe von Fr. 25'000.-- (act. G 3.1.1).
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C.
C.a Mit Eingabe vom 14. Dezember 2009 erhebt der Versicherte, vertreten durch
Rechtsanwalt David Brassel, Beschwerde und beantragt, die Verfügung (richtig: der
Einspracheentscheid) vom 11. September 2009 sei aufzuheben bzw. eventualiter
dahingehend abzuändern, dass eine Rückforderung von Fr. 3'483.90 (brutto) erlassen
werde. Zur Begründung bringt der Vertreter im Wesentlichen vor, indem die
Beschwerdegegnerin dem arbeitsrechtlichen Verfahren beigetreten sei, habe sie als
Hauptpartei die Klage vom Beschwerdeführer im Umfang von Fr. 36'997.25
übernommen. Sie habe es in der Hand gehabt, ihre Ansprüche im Klageverfahren
gegen die vormalige Arbeitgeberin des Beschwerdeführers durchzusetzen oder
ebenfalls Vergleichsverhandlungen zu führen. Durch den Eintritt der
Beschwerdegegnerin in das Verfahren als Hauptpartei sei dem Beschwerdeführer der
Prozessgegenstand im Umfang der erbrachten Leistungen entzogen gewesen. Er habe
die Klage denn auch nur insoweit zurückgezogen, als er über diese noch verfügt habe,
nämlich über denjenigen Betrag, der die von der Beschwerdegegnerin ausgerichteten
Beträge überstiegen habe. Der Beschwerdegegnerin habe es weiterhin offen
gestanden, die Klage auf eigenes Risiko fortzuführen, was sie jedoch unterlassen habe.
Dies könne nicht dazu führen, dass der Beschwerdeführer anstelle der vormaligen
Arbeitgeberin die entsprechenden Leistungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzubezahlen habe.
Sollte das Gericht dieser Argumentation nicht folgen, sei die Rückforderung auf
Fr. 3'483.90 (brutto) zu reduzieren. Bei Gutheissung der arbeitsrechtlichen Klage hätte
die Beschwerdegegnerin nämlich einen Anspruch gegen die ehemalige Arbeitgeberin
des Beschwerdeführers in Höhe der diesem während der Kündigungsfrist ausbezahlten
Taggelder gehabt. Bei Abweisung der Klage wäre die Rechtmässigkeit der fristlosen
Kündigung festgestellt und somit auch das Verschulden des Beschwerdeführers
ausgewiesen gewesen, weshalb die Kasse die bereits früher verfügten (sistierten) 50
Einstelltage gegenüber dem Beschwerdeführer hätte durchsetzen können. Selbst im
schlechtesten Fall der Klageabweisung hätte der Beschwerdeführer spätestens ab 1.
Oktober 2008 Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung gehabt. Infolge Vergleich sei
die Rechtmässigkeit der Kündigung bzw. das Verschulden des Beschwerdeführers an
dieser Kündigung keinesfalls ausgewiesen und auch nicht anzunehmen. Damit sei dem
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Beschwerdeführer kein schweres, sondern höchstens ein mittelschweres Verschulden
an der Kündigung vorzuwerfen, womit die ihm auferlegten Einstelltage auf 25 zu
reduzieren seien, weshalb ab 27. August 2008 Anspruch auf Taggelder bestehe. Da die
Beschwerdegegnerin ab 14. August 2008 Leistungen erbracht habe, würde bei 25
Einstelltagen ein Rückforderungsanspruch von neun Tagen bestehen, was einem
Betrag von Fr. 3'483.90 (brutto) entspreche (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 28. Januar 2010 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen aus, dem
Beschwerdeführer seien von seiner ehemaligen Arbeitgeberin vergleichsweise
Leistungen von Fr. 25'000.-- während der vertraglichen Kündigungsfrist zugesprochen
worden. Die Forderung sei in der Höhe dieses Betrags von Gesetzes wegen auf die
Beschwerdegegnerin übergegangen (act. G 3).
C.c Mit Replik vom 5. März 2010 hält der Vertreter des Beschwerdeführers an seinen
Anträgen fest (act. G 6).
C.d Mit Duplik vom 23. März 2010 (fälschlicherweise mit 28. Januar 2010 datiert) hält
die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag fest (act. G 8).

Erwägungen:
1.
1.1 Nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) hat der
Versicherte Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung, wenn er unter anderem ganz
oder teilweise arbeitslos ist (lit. a), einen anrechenbaren Arbeitsausfall erlitten hat (lit. b)
und die Kontrollvorschriften erfüllt (lit. g). Der Arbeitsausfall ist anrechenbar, wenn er
einen Verdienstausfall zur Folge hat und mindestens zwei aufeinander folgende volle
Arbeitstage dauert (Art. 11 Abs. 1 AVIG). Nicht anrechenbar ist ein Arbeitsausfall, für
den dem Arbeitslosen Lohnansprüche oder wegen vorzeitiger Auflösung des
Arbeitsverhältnisses Entschädigungsansprüche zustehen (Art. 11 Abs. 3 AVIG). Hat die
Kasse begründete Zweifel darüber, ob der Versicherte für die Zeit des Arbeitsausfalls
gegenüber seiner bisherigen Arbeitgeberin Lohn- oder Entschädigungsansprüche im
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Sinn von Art. 11 Abs. 3 AVIG hat oder ob sie erfüllt werden, so zahlt sie
Arbeitslosenentschädigung aus (Art. 29 Abs. 1 AVIG). Mit der Zahlung gehen alle
Ansprüche des Versicherten samt dem gesetzlichen Konkursprivileg im Umfang der
ausgerichteten Taggeldentschädigung auf die Kasse über. Diese darf auf die
Geltendmachung nicht verzichten, es sei denn, das Konkursverfahren werde durch das
Konkursgericht eingestellt. Die Ausgleichsstelle kann die Kasse überdies ermächtigen,
auf die Geltendmachung zu verzichten, wenn sich nachträglich zeigt, dass der
Anspruch offensichtlich unberechtigt ist oder sich nur mit übermässigen Kosten
durchsetzen lässt (Art. 29 Abs. 2 AVIG).
Die Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung gestützt auf Art. 29 Abs. 1 AVIG stellt
einen Sonderfall dar. Hier wird unter der Voraussetzung, dass begründete Zweifel über
Ansprüche aus Arbeitsvertrag bestehen, zugunsten des Leistungsbezügers das
Anspruchsmerkmal des anrechenbaren Arbeitsausfalls im Sinn einer unwiderlegbaren
gesetzlichen Vermutung als gegeben angenommen. Folgerichtig stellt die spätere
vollständige oder teilweise Erfüllung der im Bestand oder im Hinblick auf die
Realisierbarkeit mit Zweifeln behafteten Lohn- und Entschädigungsansprüche im Sinn
von Art. 11 Abs. 3 AVIG keinen prozessualen Revisionsgrund dar. Ebenfalls entfällt -
systemkonform - eine Rückerstattungspflicht im Sinn von Art. 25 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1; Urteil des Bundesgerichts vom 5. November 2007, C 220/06 E. 4.1.2, mit
weiteren Hinweisen).
1.2 Soweit die Arbeitslosenkasse bei Insolvenz eines Arbeitgebers einem Arbeitnehmer
offene Lohnforderungen entschädigt (sog. Insolvenzentschädigung, Art. 51 ff. AVIG),
sieht das Gesetz in gleicher Weise wie bei der Arbeitslosenentschädigung eine
Subrogation vor (Art. 54 AVIG). Wenn die Lohnforderung vom Arbeitgeber nachträglich
erfüllt wird, muss der Arbeitnehmer die Insolvenzentschädigung in Abweichung von Art.
25 Abs. 1 ATSG zurückerstatten (Art. 55 Abs. 2 AVIG). Im im Internet publizierten
Entscheid AVI 2008/5 vom 10. Oktober 2008 hat das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen in E. 2.3 festgehalten, nachdem die Vorleistungspflicht gemäss Art.
29 Abs. 1 AVIG inhaltlich nah bei der Insolvenzentschädigung liege, sich im
Wesentlichen nur dadurch unterscheide, dass noch keine Arbeitsleistung erbracht
worden sei, und im Übrigen (praktisch) identische Bestimmungen zum
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Forderungsübergang bestünden (Art. 29 Abs. 2 und Art. 54 Abs. 1 AVIG), rechtfertige
es sich, die Bestimmung von Art. 55 Abs. 2 AVIG analog auf unter dem Regime von Art.
29 AVIG erbrachte Taggeldleistungen auszudehnen. Mithin bestehe für die
Zweifelsfallregelung des Art. 29 Abs. 2 AVIG eine lex specialis, welche dem
allgemeinen Rückforderungsrecht (Art. 95 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 25 Abs. 1 ATSG)
vorgehe.
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin begründet die Rückforderung im Wesentlichen damit,
dass die Lohnforderung des Beschwerdeführers gegenüber der B._ gestützt auf die
gesetzliche Subrogation gemäss Art. 29 Abs. 2 AVIG auf sie übergegangen sei. Dies
trifft zu und wird vom Beschwerdeführer auch gar nicht bestritten; allerdings verschafft
dies der Beschwerdegegnerin keinen Rückforderungstitel gegenüber dem
Beschwerdeführer, sondern einen Anspruch gegenüber der B._.
2.2 Umstritten und nachfolgend zu prüfen ist, wie die Zahlung von Fr. 25'000.-- von der
B._ an den Beschwerdeführer nach Klagerückzug durch die Beschwerdegegnerin
rechtlich zu qualifizieren ist. Während sich die Beschwerdegegnerin implizit auf den
Standpunkt stellt, mit dieser Zahlung seien Lohnansprüche abgegolten worden, macht
der Beschwerdeführer geltend, damit seien lediglich Entschädigungsansprüche
gemäss Art. 337c Abs. 3 des Obligationenrechts (OR; SR 220) beglichen worden.
Aus den Akten geht hervor, dass das arbeitsrechtliche Verfahren zwischen dem
Beschwerdeführer und der B._ ursprünglich mit Zustimmung der
Beschwerdegegnerin vergleichsweise hätte erledigt werden sollen, die
Beschwerdegegnerin diese Zustimmung jedoch nicht erteilte (vgl. act. G 3.1.19 f.). In
diesem Vergleich hätte sich die B._ verpflichtet, dem Beschwerdeführer den Betrag
von Fr. 40'000.-- (brutto), der "insbesondere den Lohnanspruch bis Ende Oktober
2008" beinhalte, zu bezahlen. Der Beschwerdeführer hätte der Beschwerdegegnerin
die für den Zeitraum vom 22. Juli bis Ende Oktober 2008 erhaltene
Arbeitslosenentschädigung zurückbezahlt (act. G 1.4). Da dieser Vergleich mangels
Zustimmung der Beschwerdegegnerin nicht zustande kam, schlossen der
Beschwerdeführer und die B._ in der Folge einen neuen Vergleich. Darin verpflichtete
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sich die B._ zur Zahlung von Fr. 15'000.-- an den Beschwerdeführer. Für den Fall des
Klagerückzugs durch die Beschwerdegegnerin verpflichtete sich die B._ zur
(zusätzlichen) Zahlung von Fr. 25'000.-- an den Beschwerdeführer (act. G 3.1.4).
Vorab fällt auf, dass sich der Beschwerdeführer und die B._ offenbar dahingehend
einig waren, die ursprünglich eingeklagte Lohnforderung in Höhe von Fr. 69'000.--
sowie die eingeklagte Entschädigung in nicht bezifferter Höhe, mit einer Zahlung von
total Fr. 40'000.-- abzugelten, erklärte sich die B._ doch in beiden Varianten des
Vergleichs (wenn in der zweiten auch nur unter gewissen Umständen) zu einer solchen
Zahlung bereit. Was den effektiv abgeschlossenen Vergleich anbelangt, ist
unbestritten, dass der Beschwerdeführer infolge Subrogation und Eintritt der
Beschwerdegegnerin als Hauptpartei im arbeitsrechtlichen Verfahren nur noch in dem
Umfang, in dem die Forderung nicht auf die Beschwerdegegnerin übergegangen war,
über den Streitgegenstand verfügen konnte, weshalb davon auszugehen ist, dass die
mit der B._ vereinbarte Zahlung von Fr. 15'000.-- höchstens bzw. nur die die
Arbeitslosenentschädigung übersteigenden Lohnansprüche abgelten sollte. In diesem
Sinn wurde in Ziff. 1 Abs. 3 des Vergleichs denn auch festgehalten: "Die Parteien sind
sich bewusst, dass die Kantonale Arbeitslosenkasse im Umfang der zwischen dem
22.07.2008 und dem 31.01.2009 [...] erbrachten Taggelder [...] als Hauptpartei am
Prozess beteiligt ist und den Prozess somit als Klägerin fortführen kann". Die Zahlung
der restlichen Fr. 25'000.--, über die zu verfügen sich der Beschwerdeführer ohne
Zustimmung der Beschwerdegegnerin offenbar nicht in der Lage sah, wurde
demgegenüber vom Klagerückzug bzw. der Nichtweiterführung des Prozesses durch
die Beschwerdegegnerin abhängig gemacht. Dies lässt darauf schliessen, dass mit
dieser Zahlung der vom Beschwerdeführer eingeklagte Lohnanspruch abgegolten
werden sollte. Hierfür spricht auch die Präambel des Vergleichs, die in beiden
Vergleichsvarianten gleich lautete. Darin ist pauschal von "Forderungen aus dem
bestandenen Arbeitsverhältnis" die Rede, die einer "gütlichen Lösung" zugeführt
werden sollten. Vor diesem Hintergrund ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen, dass mit der Zahlung von Fr. 25'000.-- weitere Lohnansprüche des
Beschwerdeführers im Zeitraum vom 22. Juli 2008 bis 31. Januar 2009 (Dauer der
ordentlichen Kündigungsfrist) abgegolten werden sollten. Da die von der
Beschwerdegegnerin im fraglichen Zeitraum ausgerichtete Arbeitslosenentschädigung
unbestrittenermassen über diesem Betrag von Fr. 25'000.-- lag, hätte an sich sie
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Anspruch auf die Bezahlung dieses Betrags gehabt, zumal sie den Beteiligten die
Subrogation angezeigt hatte und in das arbeitsrechtliche Verfahren eingetreten war. Ein
solcher Subrogationsanspruch, der sich nur gegen die Arbeitgeberin richten kann,
scheitert vorliegend jedoch daran, dass die Beschwerdegegnerin die Klage gegen die
B._ zurückgezogen und damit auf die betreffenden Ansprüche verzichtet hat.
2.3 Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin im vorliegenden Fall muss als
gesetzeswidrig bezeichnet werden. Offenbar sah sie sich ausserstande, dem ersten
Vergleich, in dessen Rahmen sie zumindest einen Teil der von ihr geleisteten
Arbeitslosenentschädigung zurückerhalten hätte, zuzustimmen, da es ihre "Haltung"
sei, "dass die ausbezahlten Taggelder in vollem Umfang gedeckt sein sollten" (act. G
3.1.20). Soweit die Beschwerdegegnerin hierbei davon ausgegangen sein sollte, dass
sie von vornherein nur dann einen Vergleich schliessen bzw. einem solchen zustimmen
könne, wenn die von ihr ausgerichtete Entschädigung voll gedeckt sei, könnte dem
nicht gefolgt werden. So muss die Kasse ihre bzw. die Interessen des Arbeitnehmers
vertreten. Je nach Sachlage kann es sich - insbesondere mit Blick auf die
Prozesschancen - durchaus rechtfertigen, einen Vergleich zu schliessen, bei dem nicht
der Gesamtbetrag der ausgerichteten Arbeitslosenentschädigung erhältlich gemacht
werden kann (vgl. ZBSV 1991/306). Ob und gegebenenfalls in welchem Umfang ein
derartiger Vergleich zulässig ist, bedarf stets einer sorgfältigen Prüfung im konkreten
Einzelfall; zudem dürfte mit Blick auf Art. 29 Abs. 2 AVIG vorgängig eine entsprechende
Ermächtigung der Ausgleichsstelle einzuholen sein.
Vor dem Hintergrund, dass die Beschwerdegegnerin den ersten Vergleich mit der
Begründung, die ausbezahlten Taggelder seien nicht in vollem Umfang gedeckt,
abgelehnt hat, ist es nicht nachvollziehbar, dass sie, nachdem der Beschwerdeführer
sich mit der B._ - soweit noch möglich - verglichen hatte, ihre Klage gegenüber der
Arbeitgeberin vorbehaltlos zurückgezogen und damit auf jegliche Ansprüche verzichtet
hat. Darüber hinaus hätte die Beschwerdegegnerin für einen Klagerückzug gemäss Art.
29 Abs. 2 AVIG wohl der Ermächtigung der Ausgleichsstelle bedurft.
2.4 Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass die B._ dem Beschwerdeführer
nachträglich Lohnzahlungen in Höhe von Fr. 25'000.-- ausbezahlt hat und dass damit
Lohnansprüche abgegolten wurden, für die der Beschwerdeführer
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Arbeitslosenentschädigung bezogen hat. Im Ergebnis konnte sich der
Beschwerdeführer damit "auf Kosten der Allgemeinheit bereichern", was nicht im Sinn
der Arbeitslosen- bzw. Sozialversicherung sein kann. Es rechtfertigt sich daher, die mit
AVI 2008/5 begründete Rechtsprechung (vgl. E. 1.2) weiterzuführen und Art. 55 Abs. 2
AVIG, wonach der Arbeitnehmer die Insolvenzentschädigung in Abweichung von Art.
25 Abs. 1 ATSG zurückerstatten muss, soweit die Lohnforderung vom Arbeitgeber
nachträglich erfüllt wird, auf den vorliegenden Fall analog anzuwenden. Entsprechend
hat der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin die empfangene
Arbeitslosenentschädigung im Umfang von Fr. 25'000.-- zurückerstatten. Der
angefochtene Einspracheentscheid erweist sich daher im Ergebnis als korrekt.
Ohne Einfluss auf das Ergebnis und nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist
die vom Beschwerdeführer eventualiter geltend gemachte Reduktion der verfügten
Einstelltage. Da die verfügten Einstelltage bzw. die sich daraus ergebenden
Rückforderungen nicht innert sechs Monaten nach Beginn der Einstellungsfrist (23. Juli
2008) vollstreckt worden sind, ist deren Vollzug ohnehin verwirkt (vgl. Art. 30 Abs. 3
AVIG; act. G 3.1.22/1). Darauf hat bereits die Beschwerdegegnerin im
Einspracheentscheid hingewiesen.
3.
Im Sinn der obigen Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind
keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).