Decision ID: c1e76fb5-6e87-4ca0-a2e6-5d37827b11ba
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961, arbeitete seit
dem
1
9.
Juli 2005
als
Aushilfs
verkäuferin im Stundenlohn
und seit
dem
1.
Februar 2012
in einem
60%-Pensum als
Verkaufsmitarbeiterin
bei der
Z._
AG.
Ab dem
1.
Februar 2012 war die Versicherte bei der Pensionskasse
Y._
berufsvorsorgeversichert
(
Urk.
25/2)
.
Zudem
arbeitete
sie
seit
dem
1.
September 2006 in einem 20%-Pensum im Reinigungsdienst bei der Pri
marschule
A._
(
Urk.
19/10/11
).
Per
2.
Juli 2013
kündigte die
Z._
AG der Versicherten fristlos
(
Urk.
2/25). Vom
1.
bis zum 2
6.
September 2013 war
sie
als Aushilfe Hauswirtschaft
im Stundenlohn
bei der Stiftung
B._
tätig
(
Urk.
16 S. 374-375).
1.2
Am 3
0.
September 2013 beantragte
die
Versicherte bei der
Unia
Arbeitslosen
kasse Arbeitslosenentschädigung
ab dem 2
7.
September 2013 (Urk.
16 S.
386-389).
Am 1
0.
Februar 2014 meldete sie sich beim Regionalen Arbeitsvermitt
lungszentrum (RAV) Regensdorf
zur Arbeitsvermittlung (
Urk.
16
S.
318).
In
einer
vom
1
0.
Februar 2014 bis zum
9.
Februar 2016 dauernden Rahmenfrist für den Leistungsbezug
bezog die Versicherte Arbeitslosenentschädigung. Dies bei einer
Vermi
ttlungsfähigkeit von 79
%
(Urk.
11/1
)
.
Als
Arbeitslose
war sie
bei der Stiftung
Auffangeinrichtung
BVG berufsvorsorgeversi
chert
.
1.3
Am
16. Dezember 2013 (Eingangsdatum)
meldete
sich die
Versicherte
unter Hinweis auf eine Depression mit Angststörung bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistung
sbezug
an
(
Urk.
19
/12). Am
2
1.
März 2014
teilte die IV-Stelle
der Versicherten
mit, dass aufgrund ihres Gesundheits
zustands zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmas
snahmen möglich seien (
Urk.
19
/27). In der Folge gab die IV-Stelle bei
C._
Begutachtung ein poly
disziplinäres Gutachten in Auftrag, das am 2
3.
Januar
2015 erstattet wurde (
Urk.
19
/60). Am 6. August 2015 teilte die IV-Stelle mit, dass der Versicherten in der Zeit vom 6. Juli 2015 bis zum
5.
Januar 2016 Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche (A
rbeitsvermittlung) gewährt würden
(Urk.
19
/68). Am
6.
Oktober 2015 erklärte die IV-Stelle, dass die Arbeitsvermittlung abgeschlossen werde, weil die Versicherte auch Unterstützung durch das
RAV
erhalte (
Urk.
19
/73). Mit Vorbescheid
vom 4.
Februar 2016 stellte die IV-Stelle
die Abweisung des Rentenbegehrens in Aus
sicht (
Urk.
19
/82), wogegen die Ver
sicherte am 1
9.
Februar 2016 Einwand erhob
(
Urk.
19
/83; vgl. auch ergänzende
Einwandbegründungen
vom
8.
April und
2
2.
Juli 2016,
Urk.
19/86 und
Urk.
19
/88). Daraufhin holte die IV-Stelle die Stellungnahme des
C._
vom 1
2.
Oktober 2016 (
Urk.
19
/91) ein und gab bei
dipl.
Arzt
D._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ein Gutachten in Auftrag, das dieser am
2
0.
März
2018 erstattete (
Urk.
19
/121
). Mit Schreiben vom 2
1.
Juni 2018 auferlegte die IV-Stelle der Versicherten – im Sinne der ihr obliegenden Schaden
minderungspflicht -, sich zwecks Verbesserung des psychischen Gesundheits
zustands einer stationären Behandlung (vier bis sechs Wochen) und danach einer tagesklinischen Behandlung (sechs bis acht Wochen) zu unterziehen (
Urk.
19/124
). Nach entsprechendem Vorbescheid vom 1
6.
August 2018
(
Urk.
19/135
), der den Vorbescheid vom
4.
Februar 2016 ersetzte, sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügun
ge
n vom
5.
Dezember 2018 (Urk.
19/153,
Urk.
19/162 und
Urk.
19/165
) ab dem
1.
Mai 2016 eine
Viertelsrente
und ab dem
1.
September 2016 eine
unbefristete
ganze Rente zu.
Im August 2019 leitete die IV-Stelle ein Rentenrevision
sverfahren ein (
Urk.
19/174), im Rahmen dessen sie am
1
6.
März 2020
mitteilte
, dass
weiterhin Anspruch auf die bisherige
Invaliden
rente
bestehe
(
Urk.
19/187).
1
.4
Mit Sc
hreiben vom 2
0.
März 2019
beantwortete
die
Y._
Pensionskasse
ein
Gesuch der Versicherten um
Zusprache
von Leistungen aus der beruflichen Vor
sorge abschlägig
(
Urk.
2/5
).
2.
Am
2
9.
Januar 2021
erhob die
Versicherte Klage gegen die Pensionskasse
Y._
(Beklagte 1) und gegen
die Stiftung
Auffangeinrichtung
BVG (Beklagte 2) und beantragte, es
sei
ihr
zu Lasten der Beklagten 1, evtl. der Beklagten 2 ab s
pätes
tens Mai 2016 eine Rente
zuzüglich Zins
zu 5
%
ab
Klageerhebung
zuzusprechen
.
In prozessualer Hinsicht beantragte die Klägerin, es sei ihr
Gelegenheit zu geben, nach Edition der gesamten Akten, Berechnungen und Begründungen zur Höhe der geschuldeten Rente Stellung zu
nehmen (
Urk.
1
S. 2
).
Die Be
klagten
beantragte
n
mit Klageantwort
en
vom 3
0.
März
respektive 2
1.
April
2021
die Abweisung der
Klage (
Urk.
10
S. 2
und
Urk.
12
S. 2).
Mit Verfügung vom 23.
April 2021 (
Urk.
14) zog das Gericht die Akten der
Unia
Arbeitslosenkasse und der Eidgenössischen Invalidenversicherung in Sachen der Klägerin bei (
Urk.
16/1-196 und
Urk.
19/1-208).
Mit
Replik vom 1
0.
September 2021
präzisierte die Klägerin das
Rech
tsbegehren dahingehend, dass
ihr im Falle der
Zuständigkeit der Beklagten 1
eine Rente von mindestens
Fr.
10'270.20
pro Jahr
zuzusprechen sei (
Urk.
24 S. 11). Die Beklagten hielten mit
Dupliken vom 1
9.
Oktobe
r 2021 respektive
5.
Januar 2022
an ihren Anträgen fest (
Urk.
32
S. 2
und
Urk.
36
S. 2
).
Mit Verfügung vom 14
. Januar 2022
wurden
die Dupliken
den Parteien je w
echsel
seitig zugestellt (Urk. 37).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anspruch auf Invalidenleistungen
der beruflichen Vorsorge
haben Personen, die im Sinne der IV zu mindes
tens 40 Prozent invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invaliditä
t geführt hat, versichert waren (
Art.
23
lit
. a des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge, BVG).
1.2
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Been
digung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzukommen hat, ist erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sach
licher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invalidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat (BGE 134 V 20 E. 3.2).
Der zeitliche Zusammen
hang setzt voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähig
keit nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig geworden ist. Mit Bezug auf die Dauer der den zeitlichen Konnex unterbrechenden Arbeitsfähigkeit kann die Regel von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversiche
rung (IVV) als Richtschnur gelten. Nach dieser Bestimmung ist eine anspruchs
beeinflussende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit in jedem Fall zu berücksichti
gen, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussic
htlich weiterhin andauern wird
(BGE 134 V 20 E. 3.2.1 mit Hinweisen).
1.3
Von einer relevanten Arbeitsunfähigkeit ist rechtsprechungsgemäss dann auszu
gehen, wenn diese mindestens 20 % beträgt und sich auf das Arbeits
verhältnis sinnfällig auswirkt oder ausgewirkt hat. Es muss arbeitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person im bisherigen Beruf an Leistungsvermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Fest
stellung oder gar Ermahnung des Arbeitgebers oder durch gehäufte, gesund
heitlich bedingte Arbeitsausfälle. Eine erst nach Jahren rückwirkend festgelegte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit genügt nicht. Vielmehr muss der Zeitpunkt des Eintritts der berufsvorsorge
rechtlich relevanten Arbeitsunfähigkeit mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit echtzeitlich nachgewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch nachträgliche Annah
men und spekulative Überlegungen ersetzt werden (vgl. hierzu etwa Urteile des Bundesgerichts 8C_380/2009 vom 17. September 2009 E. 2.1 und 9C_178/2008 vom 15. Juli 2008 E. 3.2, je mit Hinweisen).
1.4
Ein Anspruch auf Invalidenleistungen der beruflichen Vorsorge ist nur gegeben, sofern eine entsprechende Versicherungsdeckung vorhanden ist. Deren Umfang bemisst sich nach dem Beschäftigungsgrad bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, unter Berücksichtigung einer allfälligen vorbestandenen gesundheitlich bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 141 V 127 E. 5.3.2). Versah die versicherte Person ein Teilzeitpensum, besteht kein Anspruch auf Leistungen, wenn und jedenfalls solange sie trotz gesundheitlicher Beein
trächtigung im bisherigen Umfang weiterarbeiten kann oder könnte; das Risiko Invalidität hat sich lediglich in dem berufsvorsorgerechtlich nicht versicherten Anteil einer Vollzeitbeschäftigung verwirklicht (BGE 144 V 63 E. 5.1 und 141 V 127 E. 5.3.2).
1.5
Für die Risiken Tod und Invalidität bleibt der Arbeitnehmer während eines Monats nach Auflösung des Vorsorgeverhältnisses bei der bisherigen Vorsorge
einrichtung versichert (
Art.
10
Abs.
3 Satz 1 BVG).
1.6
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invaliden
ver
sicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (Art. 6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Über
legung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen auf
wändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Ver
fahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsor
geeinrichtung beziehungsweise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 23. Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(
Art.
73
ter
IVV) einbezogen und ihr die Rentenver
fügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom
1
6.
Juni 2010 E. 3.1
mit Hinweisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständi
ges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu. Unterbleibt ein solches Einbe
ziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invalidi
tätsgrades (grundsätzlich,
masslich
und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
2.
2.1
Die Kläger
in
brachte zur Begr
ündung ihrer Klage vor, dass
sie
nach der
Hospita
lisation
in der
Höhenklinik
E._
im Sommer
2012
bis zum 5.
August 2012
zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen
sei
. Der anschliessende
Wiedereinstieg
, der nicht
dokumentiert sei,
hätte mit 50
%
des vorhergehenden Arbeitspensums beginnen sollen.
Ab dem Zeitpunkt der fristlo
sen Kündigung der
Z._
AG sei
eine Arbeitsunfähigkeit
von 80
%
dokumentiert
.
Durch den
damals
erh
obenen belastenden Vorwurf des Diebstahls/der
Unterschlagung sei es zu einer richtungs
gebenden Dekompensation und
Verschlechterung des psychischen Gesundheits
zustands
gekommen.
D
anach sei die Klägerin
nie mehr längere Zeit arbeitsfähig gewesen und eine allfällige Unterbrechung des zeitlichen Konnexes sei zu ver
neinen. Die durchgeführten Arbeitsversuche seien wegen Panikattacken
geschei
tert. Bei den von
D._
im Gutachten vom 2
0.
März 2018 gestellten Diagnosen einer Angst-, Persönlich
keits- und Schmerzstörung
, welche der
Zusprache
der IV-Rente zugrunde liegen würden,
habe
es sich
um die gleichen Diagnosen
gehandelt
, die 2012 bereits zum Rehabilitationsaufenthalt
in
F._
geführt hätten. Damit sei auch der sachliche Konnex gegeben
. Leistungspflichtig sei daher die Beklagte
1.
Sollte dies nicht der Fall sein, stünde die Zusprechung der IV-Rente
im Zusammenhang mit der Verschlechterung des Gesundheits
zustands ab November 2014 gemäss Gutachten von
D._
.
Diesfalls
wäre die Beklagte 2 leistungspflichtig
(
Urk.
1).
2.2
Die Beklagte 1 machte
in der Klageantwort
geltend, dass
die K
lägerin gemäss
den vorliegenden Akten nach der knapp einmonatigen Behandlung in der Höhenklinik
E._
im Sommer
2012 bei der
Z._
AG
wieder im
angestammten Pensum
habe
arbeiten können.
Im Rahmen der fristlosen Entlassung am
2.
Juli 2013 könne keine Arbeitsunfähigkeit angenommen werden.
Es sei zu vermuten, dass durch den
Hausarzt erstmals mit
Zeugnis
vom 1
8.
September 2013
eine Arbeitsunfähigkeit
ab dem 1
9.
September 2013
bestimmt worden sei
. Die weite
ren Arbeitsunfähigkeitszeugnisse
hätten
als Gefälligkeitszeugnisse zu gelten.
Die
IV-Stelle
sei
in der Rentenverfügung vom
5.
Dezember 2018 von einer erst ab November 2014 bestehenden höchstens 30%igen Arbeitsunfähigkeit
ausgegan
gen.
Dies habe die Klägerin im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren akzeptiert
, worauf sie zu behaften sei
. Die
Arbeitsunfähigkeit
während des Klinik
aufenthalts im Jahr 2012
sei ferner
nicht
aufgrund der
heute invalidisierende
n
Angst- und Persönlichkeitsstörung
ausgestellt worden, weshalb der
erforderliche sachliche Konnex nicht gegeben
sei
.
S
elbst für den hypothetischen F
all, dass
vom
Zeitpunkt der
Kündigung des Arbeitsverhältnisses
bei der
Z._ AG
im Juli
2013
bis April 2016 eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden hätte und ein sachlicher Zusammenhang anzunehmen wäre,
müsste
der zeitliche Konnex
als unterbrochen gelten. Dies deshalb, weil die
Klägerin
unter diesen Umständen
im angestammten 60%-Pensum
bei der
Z._ AG
hätte weiterarbeiten können.
Schliesslich
müsste das Bestehen eines zeitlichen Konnexes für die Beklagte 1 selbst dann verneint werden
,
wenn dieser
aus irgendwelchen Gründen nicht mit Bezug auf das verrichtete Pensum zu beurteilen wäre
.
Diesfalls
wäre gestützt auf das Gutachten von
D._
eine vorbestehende Arbeitsunfähigkeit anzunehmen
.
Da die relevante Arbeitsunfähigkeit somit nicht während der Ver
sicherungszeit bei der Beklagten 1 eingetreten sei, sei ihre Leistungspflicht zu verneinen.
Die Klägerin verkenne im Übrigen, dass es nicht an der Beklagten 1 sei, eine Rentenberechnung aufzustellen, wenn sie davon überzeugt sei, dass sie keine Leistungspflicht treffe.
In verfahrensrechtlicher Hinsicht
werde beantragt, es seien das Personaldossier der
Z._ AG
und die entsprechenden Strafakten beizuziehen, damit
das
Verhalten der Klägerin, welches zur fristlosen E
ntlassung geführt habe, geklärt
werden könne (
Urk.
12
).
2.3
Die Beklagte 2 brachte
in der Klageantwort
vor,
dass
die
berufsvorsorgerechtlich
relevante Arbeitsunfähigkeit
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit spätestens am
2.
J
uli 2013 eingetreten sei
. Die
Klägerin
habe sich jahrelang
in psychiatri
scher Behandlung befunden, auch im Zusammenhang mit den erlebten Gewalt
erfahrungen durch ihren ersten Ehemann. Seit der fristlosen Kündigung
durch die
Z._ AG
sei
durchgehend und echtzeitlich eine Arbeitsunfähigkeit zwischen 30
%
und 100
%
attestiert worden.
Der sachliche Zusammenhang zwischen der
während des Arbeitsverhältnisses mit der
Z._ AG
aufgetretenen Arbeitsunfähigkeit und der Invalidität sei
eindeutig zu bejahen
.
Die Beklagte
2 sei somit nicht leistungspflichtig
(
Urk.
10
).
2.4
Die Klägerin erklärte in
der Replik,
dass sie gemäss den Lohnabrechnungen der
Z._ AG
regelmässig
Überstunden geleistet
habe. Es seien
jedoch auch Monate
ersichtlich
, in welchen keine Überstunden abgerechnet worden seien. Krankheits- und angeordnete Kompensationsmonate
und -tage
seien wohl teilweise mit Mehrarbeit
/Überstunden
verrechnet/
kompensiert worden.
Dass die Klägerin nach ihrem Austritt aus der Höhenklinik
E._
im Jahr 2012 ohne Einschränkung der Leistungsfähigkeit gearbeitet hätte, treffe nicht zu.
Die Reinigungsstelle in
A._
habe formal
zwar
weiter bestanden
. Zeitweise habe aber ihr
Ehemann die
Arbeit verrichtet
. Ob die fristlose Entlassung
seitens der
Z._ AG
arbeits
rechtlich gerechtfertigt
gewesen sei
oder
ob
eine strafbare Handlung vorgelegen habe, sei für das vorliegende Verfahren
irrelevant
. Relevant sei einzig
, dass die Klägerin
zufolge des Vorgehens der Arbeitgeberin psychisch
dekompensiert
sei. Dass es sich bei den Arbeit
sunfähigkeitszeugnissen von Dr.
med.
G._
, FMH Allgemeine Medizin,
und des Medizinischen Zentrums
H._
um Gefäl
ligkeitszeugnisse handeln solle,
sei unzutreffend
. Andernfalls hätten sich die
bescheinigenden Ärztinnen
strafbar gemacht.
Im Weiteren gebe es keine Gesetzes
norm oder Rechtsprechung, wonach sich
eine Versicherte
in einem Zuständigkeitsverfahren mit Vorsorgeeinrichtungen auf ihr
em
Handeln im inva
lidenversicherungsrechtlichen Verfahren behaften lassen müsste.
Der Gesund
heitsschaden enthalte eine Persönlichkeits-, Angst- und Schmerzproblematik. Diese Gesundheitsproblematik habe bereits 2012 zum Reh
abilitationsaufenthalt
in
F._
geführt. Das Vorliegen eines sachlichen Zusammenhang
s
zwischen der damals aufgetretenen Arbeitsunfähigkeit und
der
Invalidität sei zu bejahen. Im Weiteren habe die
Z._ AG
ihr ein unvollständiges Personaldossier zugestellt
und auch die vo
n der Beklagten 1
eingereichten Akten
seien unvollständig
.
Schliesslich sei eine Vorsorgeeinrichtung verpflichtet, die an sie herangetragenen Leistungsanspräche abzuklären. Da die Beklagte 1 keine
Renten
berechnung vor
nehmen möchte, dränge es sich hinsichtlich der Kosten- und Parteientschädigung auf, der Beklagten 1 unabhängig vom Ausgang des vorliegenden Verfahrens Kosten und eine Parteientschädigung zugunsten der Klägerin aufzuerlegen (
Urk.
24
).
2.5
Die Beklagte 1 legte in der Duplik dar, dass
gemäss E-Mail der
Z._ AG
vom
2.
Jul
i 2013 zwei organisierte Test
käufe stattgefunden hätten. Dabei sei festge
stellt worden, da
ss die Klägerin die Einkäufe nicht
im Kassen
zähl
werk eingetippt habe.
Es sei vorsätzliches Handeln zu vermuten.
Ob sie tatsächlich Einnahmen unterschlagen habe, sei vorliegend relevant. Es stelle sich nämlich die Frage, ob ihre Aussage, wonach sie aufgrund von unberechtigten Vorwürfen der Arbeit
geberin entlassen worden und daraufhin psychisch
de
kompensiert
sei, glaubhaft sei.
Die Behaup
tung der Klägerin, dass sie bei
der
Z._ AG
beträchtliche Über
stunden geleistet
habe
, sei nicht belegt
.
Aus medizinischer Sicht sei es unsinnig, über Monate
rückwirkend
eine Arbeitsunfähigkeit zu
attestieren
, obwohl
die Klägerin
damals
noch gar
nicht von den betreffenden
Medizinern
behandelt worden sei.
Dies gelte
sowohl für den
Bericht des Medizinischen Zentrums
H._
vom 2
2.
November 2013 als auch
für das
Zeugnis
des Hausarztes vom
9.
Dezem
ber 201
3.
Dass bis zur Beendigung der einmonatigen Nachdeckung
am
2.
August 2013
eine gesundheitliche Beeinträchtigung bestanden habe, die
sich sinnfällig auf das Arbeitsverhältnis ausgewirkt und im ausgeübten 60%-Pensum zu einer erheblichen Leistungseinschränkung von 20
%
geführt habe, sei nicht mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit erstellt.
Schliesslich
könne keine Rede davon sein, dass die Beklagte 1 kein vollständ
iges Dos
sier eingereicht habe (
Urk.
36
).
2.6
Die Beklagte 2
führte
in der D
uplik
aus
, dass
die Gutachter des
C._
nicht davon ausgegangen seien, dass vor dem Datum der Begutachtung (November 2014) keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestanden habe. Ihre Aussagen zum Beginn der Arbeitsunfähigkeit seien
vielmehr
so zu verstehen, dass bereits zu einem früheren Zeitpunkt eine Einschränkung bestanden habe und im Verlauf die zusätzliche Diagnose einer mittelgradigen Depression weggefallen sei, so dass die Einschränkung ab Gutachtenszeitpunkt «nur» noch
30
%
betragen habe (Urk.
32
).
3.
3.1
Die Ärztinnen
der Höhenklinik
E
._
nannten im an
Dr.
G._
gerichteten Austrittsbericht
vom
7.
August 2012
folgende Diagnosen (
Urk.
19/23/9
):
(1)
chronische Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren (ICD-10
F45.41)
(2)
Verdacht
auf
histrionische
und ängstlich
abhängige Persönlichkeitszüge
(3)
Angststörung mit
Carcinophobie
(ICD-10 F41.2)
(4)
chronische Eisenmangelanämie
(5)
leichte
Aorteninsuffizienz
(6)
Colon
irritabile
(7)
Status nach
Choleocys
tektomie
2006
(8)
rezidivierende Harnwegsinfekte
(9)
Bruxismus
(10)
Allergien
Die Ärztinnen
der Höhenklinik
E
._
gaben an,
dass die
K
lägerin vom 2
5.
Juni
bis zum 2
0.
Juli 2012
hospitalisiert gewesen sei.
Bis
zum
5.
August 2012
sei sie
zu 100
%
arbeitsunfähig. Anschliessend gehe sie in den Urlaub. Der Arbeitseinstieg sollte langsam mit 50
%
des vorhergehenden Arbeitspensums (13
Stunden
pro Woche) geschehen (
Urk.
19/23/12
).
3.2
Im an die
zuständige
Untersuchungsbehörde gerichteten
Schreiben vom 1
2.
Juli 2013
erklärte
Dr.
G._
, dass die Klägerin sei
t
Jahren in seiner Behandlung stehe. Sie leide unter erheblichen gesundheitlichen Problemen, welche die Arbeitsfähig
keit dauerhaft beeinträchtigen würden. Er habe der Klägerin daher ein Zeugnis ausgestellt, das die maximale Arbeitsdauer auf sechs Stunden pro Tag festlege. Die maximale W
ochenarbeitszeit betrage 26 Stunden. Es sei der Klägerin zugute zu halten, dass sie ih
re Arbeitsfähigkeit trotz der
massive
n gesundheitlichen Störungen
unter
oft
grossen persönlichen A
nstrengungen bis anhin aufrecht
erhalten habe. Es sei davon auszugehen, dass im beruflichen Alltag immer wieder Ü
berforderungen aufgetreten
und die Konzentrationsfähigkeit zeitweise einge
schränkt gewesen sei
en
, besonders bei aussergewöhnlichen Stressbelast
ungen am Arbeitsplatz (
Urk.
19/10/1
).
3.3
Die Fachpersonen des Medizinischen Zentrums
H._
diagnostizierten im
an
Dr.
G._
gerichteten Bericht vom 2
2.
November 2013 (1)
eine
generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1) und (2)
eine
mittelgradige depressive Episo
de (ICD-10 F32.1). Sie hielten fest
, dass
sie
mit der
Klägerin am 1
0.
und 1
2.
Oktober 2013
Vorgespräche geführt
hätten
. Sie würden di
e Klägerin bereits seit dem 15.
November 2007 kennen. Sie sei im Medizinischen Zentrum
H._
in Ein
zeltherapie gewesen, zuletzt am 1
2.
Juni 200
8.
Seit dem
3.
Juli 2013 sei sie zu 80
%
arbeitsunfähig
(
Urk.
19/23/15)
.
3.4
Dr.
med.
I._
, Assistenzärztin der Höhenklinik
E._
, erklärte im
ärztlichen
Zeugnis vom 2
8.
November 2013, dass die Klägerin vom 1
8.
bis zum 2
8.
November 2013 stationär behandelt worden sei. Vom 2
8.
November bis zum 1
2.
Dezember 2013 sei sie ar
beitsunfähig (
Urk.
19/10/3
).
3.5
Med.
pract
.
J._
, Assistenzärztin Psychiatrie und Psychotherapie des Medizinisc
hen Zentrums
H._
, gab im Arztzeugnis
vom 1
0.
Dezember 2013 an, dass die Klägerin vom 1
0.
Oktober bis voraussichtlich zum 3
1.
Dezember 2013 zu 100
%
arbeitsunfähig sei (
Urk.
19/10/2
).
3.6
Die Ärzte der
Höhenklinik E._
erklärten im Bericht vom
5.
März 2014,
dass die Klägerin vom 1
1.
b
is
zum
1
6.
Februar
2014
hospitalisiert gewesen sei. Es bestehe vom 1
1.
Februar bis zum
3.
März 2014 eine Arbeitsunfähigkeit. Danach sei eine Neubeurte
ilung erforderlich (
Urk.
19/26
).
3.7
Die Ärzte des
C._
nannten im polydisziplinären Gutachten
vom 2
3.
Januar 2015 folgende Dia
gnosen mit Einfluss au
f die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
19
/60/18):
(1)
akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1), ängstlich vermeidend
(2)
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
(3)
lumbosakrales
Schmerzsyndrom mit
pseudoradik
u
lärer
Reizung links (ICD-10
M54.4)
-
degenerative Veränderung, multisegmentale
Diskopathie
(MRI Mai 2012)
-
Fehlform
(linkskonvexe Skoliose, Beckenschiefstand), Haltungsinsuffizienz
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit führte
n sie an (Urk. 19
/60/18):
(1)
Fibromyalgiesyndrom
-
Betonung der Symptomschwere (Score Teil 2a)
(2)
Osteopenie
linker Schenkelhals (DEXA März 2012)
-
RF: familiäre Belastung, verminderte Kalziumzufuhr, Dauertherapie mit PPI
Die Ärzte des
C._
gaben an,
dass
im angestammten Beruf als Verkäufe
rin/Kassiererin oder auch im Reinigungsdienst eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
bestehe. In einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit sei ebenfalls von einer Arbeitsfähigkeit von 70
%
auszugehen
. Eine retrospektive Einschät
zung der Arbeitsfähigkeit sei anhand der vorhandenen Dokumentation und den anamnestischen Angaben der Klägerin nicht möglich. Insbesondere könne nicht abgegrenzt werden, wann sich die mittelgradige depressive Episode, welche im Bericht des Medizinischen Zentrums
H._
noch diagnostiziert worden sei, gebessert habe. Die aktuellen Angaben zur zumutbaren Restarbeitsfähigkeit würden erst ab Gutachtenszeitpunkt gelten (
Urk.
19
/60/20).
3.8
D._
stellte im Gutachten vom 2
0.
März 2018 folgende psychia
tri
schen Diagnosen (
Urk.
19/121
/20):
-
generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1) mit zunehmend dysfunktional-
chronifizierendem
Vermeidungsverhalten
-
ängstlich-unsichere Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6)
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit körperlichen und psychischen
Faktoren (ICD-10 F45.41
)
D._
erklärte, dass
bezogen auf das angestammte Tätigkeitsprofil oder optimal angepasste Verweistätigkeiten in einem wohlwollend-ruhigen Arbeits
umfeld mit genügend Zeit für Pausen und
supportiver
Begleitung eine maximal 50%ige Arbeitsfähigkeit bestehe; dies aber erst nach Durchführung von wieder
einglie
dernden Massnahmen. Im Längsverlauf
sei eine Zustandsverschlechterung mit
Ausweit
ung des Angstgeschehens und
Z
unahme
der Auswirkungen der Per
sönlichkeitspathologie
seit der dokumentierten Befunderhebung und Beurteilung durch die Spezialisten der Psychiatrischen Universitätsklinik
K._
im April 2016 an
zunehmen
(
Urk.
19/121
/26
-27
).
3.9
In der Verfügung vom
5.
Dezember 2018
erwog die IV-St
elle, dass die Klägerin in der
Tätigkeit als Verkäuferin und Reinigungsangestellte seit November
2014
zu 30
%
in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Der Gesundheitszustand habe sic
h ab April 2016 verschlechtert. Seither sei auf dem
ersten
Arbeitsmarkt keine Arbeit
sfähigkeit mehr ausgewiesen
.
D
er
Beginn der W
artezeit sei
auf den 2
1.
Mai 2015 gelegt
worden
, damit eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von 40
%
während eines J
ahres erreicht werde (
Urk.
19/153/1).
4.
4.1
Vorab ist festzuhalten, dass sich
die Parteien zu Recht einig
sind
(
Urk.
1 S. 6 f.,
Urk.
10 S. 7 und
Urk.
12 S. 10
)
,
dass die beiden Beklagten nicht an die Feststel
lungen der IV-Stelle gebunden sind bei der Frage, ob nach Massgabe der berufs
vorsorgerechtlichen Bestimmungen ein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht, da sie nicht
ins
Verfahren
der
IV-Stelle betreffend Rente eingezogen wurden.
4.2
Fest steht
, dass
die Klägerin im Zusammenhang mit
dem
Aufenthalt in der
Höhenklink
E._
vom Sommer 2012
ab dem 2
5.
Juni 2012
zu 100
%
(vgl. E. 3.1
)
und
vom 2
0.
August bis zum
1.
September 2012
gemäss Zeugnis von
Dr.
G._
vom 2
0.
August 2012
noch
zu 50
%
arbeitsunfähig
war
(
Urk.
19/10/6).
D
anach wurde
ihr
ausweislich
der Akten
keine Arbeitsunfähigkeit mehr
attestiert
und es
ist
– auch mit Blick auf den Arbeitgeb
erbericht der
Z._ AG
vom 10.
März 2014, in welchem keine krankheits- oder unfallbedingten Absenzen eingetragen wurden (
Urk.
19/25/4) -
davon auszugehen
, dass
sie
die
Tätigkeit für die
Z._ AG
wieder im bisherigen
60%-Pensum ausüben konnte. D
arüber hinaus
war sie auch in der Lage, in manchen Monaten
Überstunden zu leisten (vgl. dazu die Aufstellung der
Z._ AG
betreffend Lohnbuchungen,
Urk.
13/3). E
benso konnte sie
offenbar
die Tätigkeit für die
Primarschule
A._
wieder
im
bisherigen
20
%
-Pensum
ausüben
(vgl.
Urk.
16 S. 382)
.
Eine
allfällige
Arbeits
unfähigkeit, die sich auf das Arbeitsverhältnis bei der
Z._ AG
sinnfällig aus
gewirkt hätte,
ist
bis zum Zeitpunkt der fristlosen
Kündigung
am 2.
Juli 2013 nicht ausgewiesen.
Daran vermag d
er Bericht von
Dr.
G._
vom 12.
Juli 2013, gemäss welchem die
der Klägerin maximal zumutbare
Wochenarbeitszeit
26 Stunden betragen haben soll
(vgl. E
. 3.2
), nichts zu ändern.
Nach der Kündigung durch die
Z._ AG
war die Klägerin weiterhin im bis
herigen 20%-Pe
nsum bei der Primarschule
A._
(
vgl.
Urk.
16 S. 382) und ab dem
1.
September 2013
zudem
als Aushilfe Hauswirtschaft
für die
Stiftung
B._
tätig
(
Urk.
16 S. 374-375)
. Für die Stiftung
B._
leistete sie im
Zeitraum vom
1.
bis zum 1
9.
Sept
ember 2013 70 Arbeitsstunden,
das hei
sst rund 23 Arbeitsstunden pro Woche
(vgl. Lohnabr
echnung vom 2
0.
September 2013,
Urk.
16 S. 381). Insgesamt
arbeitete
die Klägerin in
diesem Zeitraum
bei den beiden genannten Arbeitgeberinnen
somit
erneut
in einem Pe
nsum von knapp 80
%
. Anhaltspunkte dafür, dass ihr Ehemann die Tätig
keit bei der Primarschule
A._
bereits damals
für sie verrichtete, sind keine gegeben.
Krankheits
bedingte Ausfälle gab es gemäss Arbeitgeberbescheinigung der
Stiftung
B._
vom
1.
Oktober 2013 in der Zeit vom
1.
bis zum 1
9.
September 2013 keine
(
Urk.
16 S. 375).
Am 1
9.
September 2013 wurde die
Stelle
bei der
Stiftung
B._
vonseiten der Arbeitgeberi
n gemäss Angaben der Klägerin gekündigt,
weil sie zu langsam
gearbeitet habe
(
Urk.
16 S. 387).
Mit dem
Zeugnis vom 1
8.
September 2013 a
ttestierte
Dr.
G._
der Klägerin
erstmals seit der Krank
schreibung bis zum
1.
September 2012 wieder
eine Arbeitsunfähigkeit
vom 1
9.
bi
s zum 2
2.
September 2013 (
Urk.
19/10/5
).
Am
1
0.
Oktober 2013
fand
im
Medizinischen Zentrum
H._
ein Vorgespräch betreffend
die Wiederauf
nahme der im Juni 2008 beendeten Behandlung statt,
ehe
die Fachpersonen des Zentrums
im Bericht vom 2
2.
November 2013
dann
eine generalisierte Angst
störung und eine mittelgradige dep
ressive Symptomatik
feststellten
(vgl.
E. 3.3)
und die Klägerin vom 1
8.
b
is zum 2
8.
November 2013 und vom 1
1.
bis zum 1
6.
Februar 2014
erneut
in der
Höhenklinik E._
hospitalisiert war (vgl. E. 3.4 und E. 3.6
).
In der
Folge wurde
der Klägerin
vonseiten des Medizinischen Zentrums
H._
echtzeitlich
vom
1.
bi
s zum 31.
März 2014 eine 100%ige und
vom
1.
April
bis zum 3
0.
November
2014
eine
80%ige Arbeits
un
fähigkeit attes
tiert (
Urk.
16 S. 237,
Urk.
16 S. 253,
Urk.
16 S. 270,
Urk.
16 S. 277,
Urk.
16 S.
299 und
Urk.
16 S
. 305). Die Ärzte des
C._
kamen im Gutachten vom 2
3.
Januar 2015
sodann zum Schluss,
dass
spätestens ab dem Zeitpunkt der Begutachtung
(N
ovember 2
014)
infolge
Besserung der depressiven Symptomatik in den Tätig
keiten als Verkäuferin/Kassiererin/Reinigungsangestellte
lediglich
noch eine
30%ige
Arbeitsunfähigkeit bestand
(vgl. E. 3.7
).
Schliesslich stellte
D._
im Gutachten vom 2
0.
März 2018
eine neuerliche Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands fest
und erachtete die Klägerin
ohne Durch
führung von wiedereingliedernden Massnahmen
als
nicht mehr arbeitsfähig
(vgl. E. 3.8
).
4.3
Gestützt
auf diese Aktenlage
ist nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlic
hkeit davon auszugehen, dass
di
e berufsvorsorgerechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit
am 1
9.
September 2013
eintrat
,
als
Dr.
G._
der Klägerin
nach der Kündigung seitens der
Stiftung
B._
echtzeitlich eine A
rbe
itsunfähigkeit attestierte.
In
quantitativer Hinsicht ist
dabei
von einer Arbeitsunfähigkeit
von
zunächst
100
%
(1
9.
September 2013 bis 3
1.
März 2014), 80
%
(
1.
April bis Mitte November 2014), 30
%
(Mitte Novembe
r 2014 bis März 2016) und
danach
wieder 100
%
auszugehen. Dass die Klägerin nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit am 1
9.
September 2013 während längerer Zeit wieder arbeitsfähig gewesen wäre, ist damit zu verneinen. Eine allfällige Unterbrechung des zeitlichen Zusammen
hangs liegt nicht vor.
Die
ab dem 1
9.
September 2013 attestierte Arbeitsunfähig
keit beruhte sodann
im Wesentlichen auf denselben psychischen Beeinträchti
gungen wie die im Mai 2016 eingetretene Invalidität.
Auf die
von den Fachpersonen des Medizinischen Zentrums
H._
im Bericht vom 2
2.
November 2013 und von
Dr.
G._
im Zeugnis vom
9.
Dezember 2013 rückwirkend ab de
m
3.
Juli 2013 attestierte 80%-
bzw. 100%ige Arbeitsunfähig
keit (
vgl. E. 3.3
und
Urk.
19/10/4
)
kann nicht abgestellt werden, da echtzeitlich keine negativen Auswirkungen der Kr
ankheit auf die Arbeitsfähigkeit – nament
lich keine Hinweise auf eine psychische Dekompensation
nach der Kündigung vom
2.
Juli 2013
– dokumentiert sind
(vgl. Urteil des Bu
ndesgerichts 9C_851/2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 3.2
; Stauffer, Rechtsprechung des Bundes
gerichts zur beruflichen Vorsorge,
4.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2019, S. 82 f.).
Dass
auf
diese Einschätzungen nicht
abgestellt werden kann, bedeutet nicht, dass
diesfalls
von einem strafbaren V
erhalten der betreffenden
medizinischen
Fach
personen ausgegang
en werden müsste. Im
Übrigen
ist diese Frage
nicht im
vor
liegenden sozialversicherungsrechtlichen
Verfahren
zu klären.
4.4
Vom von den Parteien
beantragten
Beizug
zusätzlicher
Akten (
weitere Akten der
Z._ AG
, der Beklagten 1 und der Strafakten betreffend die fristlose Kündi
gung
vom
2.
Juli 2013
)
sind keine
entscheidrelevanten
neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abgesehen
werden kann (antizipierte
Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 157 E. 1d)
.
5.
5.1
Da die Klägerin am 1
9.
September 2013, als die Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, eintrat, weder bei der Beklagten 1 noch bei der Beklagten 2 berufsvorsorgeversichert war, sind diese nicht leistungspflichtig.
Die Klage erweist sich damit als unbegründet und ist abzuweisen.
5.2
Im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde darf obsiegenden Behörden oder mit
öffentlichrechtlichen
Aufgaben betrauten Organisationen in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen werden. In Anwendung dieser Bestim
mung hat das Bundesgericht der Suva und den privaten UVG-Versicherern sowie - von Sonderfällen abgesehen - den Krankenkassen keine Parteientschädigungen zugesprochen, weil sie als Organisationen mit
öffentlichrechtlichen
Aufgaben zu qualifizieren sind (BGE 112 V 361 E. 6 mit Hinweisen). Das hat grundsätzlich auch für Trägerinnen oder Versicherer der beruflichen Vorsorge gemäss BVG zu gelten (BGE 126 V 143 E. 4a mit Hinweis). Den obsiegenden Beklagten ist daher keine Parteientschädigung zu Lasten der Klägerin zuzusprechen.
5.3
Schliesslich kann nicht davon gesprochen werden, dass die Beklagte 1 das vor
liegende Verfahren
durch die von der Klägerin gerügte fehlende
Rentenberech
nung verursacht hätte.
Dementsprechend fällt auch eine allfällige Parteient
schädigung für die unterliegende Klägerin ausser Betracht (vgl. Urteil des
Bundesgerichts
8C_304/2018
vom
6.
Juli 2018
E. 4.3.1).