Decision ID: 2d72f447-f8ec-594a-9ce0-e08d7750b5e4
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Januar 1998 zum Bezug einer Rente der
Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Er gab an, er habe eine Ausbildung zum B._
absolviert, konnte aber kein entsprechendes Fähigkeitszeugnis beibringen. Gemäss
seinen Angaben hatte er ein Jahr in der Landwirtschaft, ein Jahr als B._ und dann
fast 20 Jahre als C._ gearbeitet. Die Hausärztin Dr. med. D._ berichtete im Februar
1998 (IV-act. 4–1 ff.), seit Januar 1997 leide der Versicherte zunehmend an
belastungsabhängigen Schmerzen im linken oberen Sprunggelenk. Im Dezember 1997
sei eine Arthroskopie durchgeführt worden. Im Oktober 1997 sei eine akute
Gichtarthritis im rechten Knie aufgetreten. Es komme immer wieder zu
Gelenksergüssen. Das medizinische Zentrum E._ hatte in einem Bericht vom August
1997 auf einen weitgehend unauffälligen objektiven Befund und auf eine Aggravation
hingewiesen (IV-act. 4–6 f.). Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Klinik für
orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen im Oktober 1998 ein
fachärztliches Gutachten (IV-act. 10). Der Sachverständige führte darin aus, der
Versicherte leide an einer Arthrose im linken oberen Sprunggelenk, an einer
beginnenden Arthrose im rechten oberen Sprunggelenk, an einer Arthritis urica mit
intermittierenden Monarthritiden sowie an einem Status nach einer medialen
Meniscushinterhornläsion rechts. Die als körperlich sehr schwer zu qualifizierenden
Tätigkeiten als C._ und B._ seien dem Versicherten nicht mehr, körperlich leichte
Tätigkeiten ohne grössere Gehstrecken dagegen uneingeschränkt zumutbar. Mit einer
Verfügung vom 21. April 1999 sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine ganze Rente
bei einem Invaliditätsgrad von 100 Prozent mit Wirkung ab dem 1. Februar 1998 zu (IV-
act. 18).
A.b Im August 1999 gab der Versicherte in einem Fragebogen zur Überprüfung seines
Rentenanspruchs an (IV-act. 20), sein Gesundheitszustand habe sich weiter
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verschlechtert. Die Krankheit werde von Tag zu Tag schlimmer. Er könne nicht mehr
arbeiten. Ebenfalls im August 1999 erhielt die IV-Stelle einen Hinweis, wonach der
Versicherte B._arbeiten ausgeführt habe (IV-act. 22). Im September 1999 berichtete
die Hausärztin Dr. D._ über eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des
Versicherten (IV-act. 24). Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Klinik für orthopädische
Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen im Juli 2000 ein Verlaufsgutachten (IV-act. 36).
Der Sachverständige führte darin aus, dem Versicherten seien die angestammten
Tätigkeiten nach wie vor nicht mehr, körperlich leidensadaptierte Tätigkeiten dagegen
vollumfänglich zumutbar. Abschliessend sei darauf hinzuweisen, dass nicht sämtliche
Beschwerden, die der Versicherte angegeben habe, hätten objektiviert werden können.
Mit einer Verfügung vom 19. Dezember 2000 hob die IV-Stelle die ursprüngliche
rentenzusprechende Verfügung vom 21. April 1999 wiedererwägungsweise auf (IV-act.
39). Zur Begründung führte sie an, angesichts der aus fachärztlicher Sicht attestierten
uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten betrage der
Invaliditätsgrad nur 15 Prozent, weshalb kein Anspruch auf eine Rente der
Invalidenversicherung bestehe.
A.c Im Juni 2002 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (IV-act.
43). Der Allgemeinmediziner Dr. med. F._ berichtete im Oktober 2002 (IV-act. 52–1
ff.), der Versicherte leide an Arthrosen in den beiden oberen Sprunggelenken, an einer
Gonarthrose rechts, an einem Status nach einer Gastritis, an einem metabolischen
Syndrom sowie an einem Status nach einem Aethylabusus mit einer aethylischen
Hepatopathie. Als C._ sei er mit Sicherheit zu 100 Prozent arbeitsunfähig. Eine
sitzende Tätigkeit wäre dagegen zumutbar, doch benötige der Versicherte dafür zuerst
eine Umschulung. Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die medizinische Abklärungsstelle
(MEDAS) Ostschweiz am 14. April 2004 ein polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 67). Die
Sachverständigen hielten darin fest, der Versicherte leide an einem chronischen,
linksbetonten Schmerzsyndrom im oberen Sprunggelenk, an chronifizierten,
rechtsbetonten Gonalgien, an einer gemischten Angst- und depressiven Störung bei
belastenden Lebensumständen sowie an einem metabolischen Syndrom. Die
gemischte Angst- und depressive Störung sei situativ bedingt respektive die Folge der
jahrelangen Untätigkeit. Die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit sei vor diesem
Hintergrund nicht nur zumutbar, sondern auch therapeutisch empfehlenswert. Die
Störung dürfte höchstens während einer ersten Einarbeitungszeit anfänglich einen
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Einfluss auf die Leistungsfähigkeit haben. Ein allfälliger Alkoholkonsum sei jedenfalls
nicht so ausgeprägt, dass er die Arbeitsfähigkeit einschränken würde. Aus
psychiatrischer Sicht bestehe folglich eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit.
Zusammenfassend sei die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als C._ nicht mehr zumutbar;
für überwiegend sitzend ausgeführte Tätigkeiten bestehe dagegen keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Während einer mehrwöchigen Einarbeitungszeit
sollte dem Versicherten allerdings die Möglichkeit zu vermehrten Pausen im Umfang
von etwa 20 Prozent eines Vollpensums gegeben werden. Mit einer Verfügung vom 29.
April 2004 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren bei einem Invaliditätsgrad von sechs
Prozent ab (IV-act. 73). Eine dagegen erhobene Einsprache (vgl. IV-act. 78 und 82)
wurde mit einem Entscheid vom 31. August 2004 abgewiesen (IV-act. 84).
A.d Im Februar 2005 liess der Versicherte ein „Revisionsgesuch“ einreichen, mit dem
die Zusprache einer ganzen Rente beantragt wurde (IV-act. 90). Zur Begründung führte
sein Rechtsvertreter an, der psychische Gesundheitszustand habe sich stark
verschlechtert; auch der somatische Gesundheitszustand habe sich weiter
verschlechtert. Der Chirurg Dr. med. G._ teilte im März 2005 mit (IV-act. 93–2), er sei
erstaunt darüber, dass „diesem schwer kranken“ Versicherten nicht einmal eine halbe
Rente zugesprochen worden sei. Immerhin sei er schon zweimal am rechten Knie und
zweimal am linken oberen Sprunggelenk operiert worden. Wegen anhaltenden
Schmerzen könne er nur am Stock gehen. Zusätzlich leide er an einem erhöhten
Blutdruck sowie an Stoffwechselstörungen wie Gicht, Diabetes mellitus und erhöhten
Cholesterinwerten. Er müsse bis zu sieben Tabletten pro Tag einnehmen. Im Juni 2005
notierte Dr. med. H._ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD), eine
wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes seit der Abweisung des letzten
Rentenbegehrens sei nicht glaubhaft gemacht (IV-act. 97). Mit einer Verfügung vom 13.
Juni 2005 trat die IV-Stelle nicht auf das neue Leistungsbegehren ein (IV-act. 99). Eine
dagegen erhobene Einsprache (vgl. IV-act. 100) wies sie mit einem Entscheid vom 30.
September 2005 ab (IV-act. 109). Die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde
(vgl. IV-act. 111) wurde vom Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit einem
Urteil vom 27. Januar 2006 abgewiesen (IV 2005/144; vgl. IV-act. 119).
A.e Im Januar 2007 liess der Versicherte ein weiteres Rentenbegehren einreichen (IV-
act. 122), nachdem der Rheumatologe Dr. med. I._ im November 2006 geltend
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gemacht hatte (IV-act. 125), die Befunde in einem neuen MRI des Knies und des
Rückfusses rechtfertigten eine neue Beurteilung durch die Invalidenversicherung. Im
April 2007 notierte der RAD-Arzt Dr. med. J._ (IV-act. 128), es handle sich dabei nicht
um einen neu aufgetretenen Gesundheitsschaden. Eine wesentliche Verschlechterung
sei nicht ausgewiesen. Mit einer Verfügung vom 31. Mai 2007 trat die IV-Stelle nicht auf
die Neuanmeldung ein (IV-act. 134). Auf eine sich gegen diese Verfügung richtende
Eingabe (vgl. IV-act. 135 und 139) trat das Versicherungsgericht mit einem Entscheid
vom 22. November 2007 nicht ein (IV 2007/289; vgl. IV-act. 149).
A.f Im April 2008 liess sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug anmelden (IV-
act. 152). Bereits im Februar 2008 hatte Dr. I._ auf eine Periarthropathie der beiden
Schultern hingewiesen (IV-act. 153). Im April 2008 teilte der Psychiater med. pract.
K._ mit (IV-act. 155), dass sich der Versicherte neu in seine Behandlung begeben
habe. Diagnostisch liege eine mittelgradige depressive Episode vor. Im September
2009 erstattete die MEDAS Ostschweiz im Auftrag der IV-Stelle ein Verlaufsgutachten
(IV-act. 168). Die Sachverständigen führten darin aus, der Versicherte leide an einer
gemischten Angst- und depressiven Störung, die durch eine längerdauernde
depressive Reaktion überlagert sei, an einem chronifizierten Schmerzsyndrom am
linken Sprunggelenk, an einer beginnenden medialen Gonarthrose links mehr als
rechts, an einem Status nach einer arthroskopischen Teilmeniscektomie medial rechts
sowie – ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – an einem diffusen chronischen
weichteilrheumatischen Schmerzsyndrom mit vielen vegetativen Begleitbeschwerden,
möglicherweise an einer Periarthropathia humero-scapularis, an einer arteriellen
Hypertonie, an einem Diabetes mellitus, an einer Adipositas, an einer Hyperurikämie, an
einem Status nach Gichtarthritiden und möglicherweise an einem Schlafapnoe-
Syndrom. Für körperlich eher leichtere und regelmässig auch kurz sitzend ausgeführte
Tätigkeiten ohne regelmässige Armbelastungen über der Horizontalen bestehe aus
somatischer Sicht keine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die gemischte
Angst- und depressive Störung schränke die Arbeitsfähigkeit um etwa 50 Prozent ein.
Diese Arbeitsunfähigkeit sei aber durch invalidenversicherungsrechtlich fremde
Faktoren mitbestimmt, namentlich durch eine Dekonditionierung und durch familiäre
sowie interkulturelle Dissonanzen. Nach „invalidenversicherungsrechtlichen Kriterien“
betrage der Arbeitsunfähigkeitsgrad 25 Prozent. Aus psychiatrisch-therapeutischer
Sicht empfehle sich nach wie vor eine möglichst rasche Wiedereingliederung ins
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Erwerbsleben. Die RAD-Ärztin Dr. med. L._ erachtete dieses Gutachten als
überzeugend (IV-act. 172). Mit einer Verfügung vom 24. März 2010 wies die IV-Stelle
das Rentenbegehren bei einem Invaliditätsgrad von 30 Prozent ab (IV-act. 176).
A.g Im Mai 2010 beantragte der Versicherte eine Unterstützung bei der beruflichen
Eingliederung (IV-act. 181). Die IV-Stelle gewährte ihm in der Folge eine
Arbeitsvermittlung, woraufhin der Versicherte eine Arbeitsstelle finden konnte (vgl. IV-
act. 194). Mit einer Mitteilung vom 28. Dezember 2010 schloss die IV-Stelle die
Arbeitsvermittlung ab (IV-act. 197).
A.h Im November 2012 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf einen im Juni
2012 erlittenen Unfall erneut zum Leistungsbezug an (IV-act. 198). Der RAD-Arzt Dr.
med. Q._ notierte im Januar 2013 (IV-act. 210), laut den Akten der Suva habe der
Versicherte am 25. Juni 2012 einen Verkehrsunfall erlitten, bei dem er sich eine mediale
Meniscusläsion und einen bone bruise links sowie eine Knie-Hüftkontusion links
zugezogen habe. Zurzeit befinde er sich in einer stationären Rehabilitation. Allenfalls
werde noch eine Knie-Totalprothese eingesetzt. Gemäss einem Bericht eines Suva-
Kreisarztes habe sich der Versicherte beim Unfall zusätzlich Kontusionen am Thorax,
an der Halswirbelsäule und am Sternum sowie eine Fraktur der achten Rippe rechts
zugezogen. Im Juni 2013 berichtete der Allgemeinmediziner Dr. med. M._ (IV-act.
220), der Versicherte leide an einem Status nach dem Einsatz einer
Hüfttotalendoprothese links im Oktober 2012, an einer postoperativen Neuropathie bei
einem Status nach dem Einsatz einer Knietotalendoprothese links im Januar 2013 und
an einer demyelisierenden Polyneuropathie. Er könne körperlich nicht belastet werden
und gehe an Stöcken; die Beweglichkeit sei stark eingeschränkt. An eine
Erwerbstätigkeit sei nicht zu denken. Bereits im Februar 2013 hatte das Spital N._
über eine stationäre Behandlung des Versicherten im Zeitraum vom 21. Januar 2013
bis zum 4. Februar 2013 berichtet (IV-act. 224). Die behandelnden Ärzte hatten eine
Arbeitsunfähigkeit von 100 Prozent für die Zeit bis zum 15. Februar 2013 attestiert und
unter anderem angesichts von Schlafstörungen und Albträumen auf die Notwendigkeit
einer psychiatrischen Begutachtung und Therapie hingewiesen. Am 31. Juli 2013
berichtete die Rehaklinik Bellikon (Suva-act. 129), der Versicherte habe sich vom 26.
Juni 2013 bis zum 31. Juli 2013 in einer stationären Rehabilitation in der Klinik
befunden. Aus psychiatrischer Sicht liege keine Gesundheitsbeeinträchtigung vor, die
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seine Arbeitsfähigkeit einschränken würde. Die in den Vorberichten erwähnte
posttraumatische Belastungsstörung und die depressive Störung seien remittiert. Die
zuletzt ausgeübte Tätigkeit als C._ sei dem Versicherten aus somatischer Sicht nicht
mehr zumutbar. Angesichts der laufenden medizinischen Behandlung könne noch
keine Zumutbarkeitsbeurteilung hinsichtlich einer leidensadaptierten Tätigkeit
abgegeben werden. Im Rahmen der Rehabilitation sei versucht worden, den
Versicherten von der medizinischen Notwendigkeit zu überzeugen, keine Stöcke mehr
zu benutzen. Dieser habe sich dazu aber nicht imstande gesehen. Im Sinne eines
Kompromisses habe er letztlich auf einen Stock verzichten können. Am 11. März 2014
hielt der Suva-Kreisarzt Dr. med. O._ fest (Suva-act. 182), dem Versicherten könne
die Tätigkeit als C._ nicht mehr, eine körperlich leichte, sitzende Tätigkeit ohne eine
Belastung des linken Beins dagegen uneingeschränkt zugemutet werden. Diese
Beurteilung beschränkte sich nicht nur auf die rein unfallversicherungsrechtlichen
Aspekte der Gesundheitsbeeinträchtigung des Versicherten. Mit einem Vorbescheid
vom 30. Mai 2014 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie die Abweisung
seines Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von vier Prozent vorsehe (IV-act.
259). Dagegen liess der Versicherte am 19. August 2014 einwenden (IV-act. 264), eine
allfällige Restarbeitsfähigkeit sei angesichts seiner vielfältigen Beschwerden und seines
fortgeschrittenen Alters nicht mehr verwertbar. Seine Situation sei mit jener eines
Versicherten zu vergleichen, dem das Bundesgericht in einem Entscheid vom 13. März
2014 eine ganze Rente zugesprochen habe (Urteil des Bundesgerichtes 9C_734/2013
vom 13. März 2014). Der Eingabe lag eine Stellungnahme des Orthopäden Dr. med.
P._ vom Spital N._ bei, der ausgeführt hatte, er könne das Attest des Suva-
Kreisarztes einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten
zwar „formal nachvollziehen“, doch sei dies „sicherlich praktisch nicht umsetzbar“. Mit
seinen eingeschränkten Deutschkenntnissen und dem fortgeschrittenen Alter werde
der Versicherte keine Anstellung mehr finden. Der RAD-Arzt Dr. Q._ notierte am 12.
September 2014 (IV-act. 265), Dr. P._ habe sich grundsätzlich der Ansicht des Suva-
Kreisarztes angeschlossen und sei nur deshalb zu einer anderen
Arbeitsfähigkeitsschätzung gelangt, weil er invalidenversicherungsrechtlich nicht
massgebende Aspekte mitberücksichtigt habe. Bezüglich der von Dr. P._
abgegebenen Empfehlung einer Vorstellung des Versicherten bei einem Psychiater und
gegebenenfalls bei einem Kardiologen sei der Hausarzt um eine Stellungnahme zu
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ersuchen. Dieser berichtete am 14. Oktober 2014 (IV-act. 269), er sei selbst
psychotherapeutisch geschult. Mit stützenden Gesprächen hätten die subjektiv
geklagten Herzbeschwerden in den Hintergrund gedrängt werden können.
Psychopharmakologisch sei der Versicherte gut eingestellt. In der Beilage zum Bericht
von Dr. R._ befand sich ein Bericht der Klinik St. Pirminsberg vom 8. Juli 2013 (IV-
act. 269–6 ff.), laut dem der Versicherte damals an einer schweren depressiven
Episode gelitten hatte. Sein Zustand hatte sich allerdings im Lauf der Behandlung (7. –
26. Juni 2013) wesentlich gebessert. Am 8. April 2015 berichtete Dr. P._ (IV-act. 279),
er habe am 24. November 2014 eine Supraspinatus- und Subscapularis-Fixation
vorgenommen. Aktuell könne dem Versicherten nur eine sitzende Tätigkeit ohne eine
stärkere Belastung des rechtem Arms zugemutet werden. Der RAD-Arzt Dr. Q._
notierte am 20. April 2015 (IV-act. 280), er sei nach wie vor der Ansicht, dass dem
Versicherten leidensadaptierte Tätigkeiten uneingeschränkt zumutbar seien. Mit einem
zweiten Vorbescheid vom 24. April 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass
sie nach wie vor die Abweisung seines Rentenbegehrens vorsehe (IV-act. 281).
Dagegen liess dieser am 1. Juni 2015 einwenden (IV-act. 284), die IV-Stelle habe sich
nicht zum von ihm angeführten Bundesgerichtsentscheid geäussert. Laut den
Berichten von Dr. P._ verlaufe die Rehabilitation schleppend; der Versicherte sei
nach wie vor vollständig arbeitsunfähig. Mit einer Verfügung vom 8. Juni 2015 wies die
IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von vier
Prozent ab (IV-act. 286).
B.
B.a Dagegen liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer) am 7. Juli
2015 eine Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die
Aufhebung der Verfügung vom 8. Juni 2015, die rückwirkende Zusprache einer vollen
(recte: ganzen) Invalidenrente und eventualiter die Einholung eines neutralen
Gutachtens. Zur Begründung führte er an (vgl. auch act. G 4), die IV-Stelle
(nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) habe keine Tätigkeit nennen können, die dem
Beschwerdeführer uneingeschränkt zumutbar wäre. Auf die Berichte von Dr. P._ sei
sie nicht eingegangen. Den vom Beschwerdeführer angeführten
Bundesgerichtsentscheid habe sie ignoriert.
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B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 23. September 2015 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 6). Zur Begründung führte sie aus, der RAD habe gestützt auf die
Berichte der behandelnden Ärzte Dres. P._ und R._ überzeugend dargelegt, dass
dem Beschwerdeführer ideal leidensadaptierte Tätigkeiten uneingeschränkt zumutbar
seien. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers seien auf dem allgemeinen und
ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend Stellen vorhanden, an denen dieser ohne eine
Einschränkung tätig sein könne. Anders als im vom Beschwerdeführer angeführten
Bundesgerichtsentscheid liege hier kein labiler Gesundheitszustand vor, weshalb der
erwähnte Bundesgerichtsentscheid nicht einschlägig sei.
B.c Der Beschwerdeführer liess am 26. Oktober 2015 an seinen Anträgen festhalten
(act. G 9) und geltend machen, die Ausführungen der Beschwerdegegnerin seien
„lebensfremd“. Es bedürfe „schon eines akrobatischen Husarenstücks“, um den
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers als stabil zu erklären.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 10 f.).

Erwägungen
1.
Falls ein früheres Rentenbegehren abgewiesen worden ist, wird eine weitere
Anmeldung gemäss dem Art. 87 Abs. 3 IVV nur geprüft, wenn die versicherte Person
glaubhaft machen kann, dass sich ihr Gesundheitszustand in einer für einen allfälligen
Rentenanspruch erheblichen Weise geändert hat. Vorliegend hatte die
Beschwerdegegnerin ein Rentenbegehren des Beschwerdeführers mit einer Verfügung
vom 24. März 2010 abgewiesen. Im November 2012 hat sich dieser dann erneut zum
Rentenbezug angemeldet. Dabei hat er auf neue Gesundheitsbeeinträchtigungen
hingewiesen, die er sich bei einem im Juni 2012 erlittenen Verkehrsunfall zugezogen
hatte. Diesen Hinweis hat er mit medizinischen Berichten belegen können. Damit hat er
glaubhaft gemacht, dass sich sein Gesundheitszustand nach der letzten abweisenden
Verfügung vom 24. März 2010 wesentlich verändert habe. Die Beschwerdegegnerin ist
folglich zu Recht auf sein erneutes Rentenbegehren eingetreten.
2.
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Eine Neuanmeldung zielt nicht auf eine Anpassung einer laufenden, formell
rechtskräftig zugesprochenen Dauerleistung und somit nicht auf eine Revision im Sinne
des Art. 17 Abs. 1 ATSG, sondern vielmehr auf eine (erstmalige) Zusprache einer Rente
ab. Inhaltlich unterscheidet sich ein Verwaltungsverfahren nach einer Neuanmeldung,
auf die gemäss dem Art. 87 Abs. 3 IVV einzutreten ist, also nicht von einer erstmaligen
Anmeldung zum Leistungsbezug. Das Verwaltungsverfahren unterliegt mit anderen
Worten nicht jenen Einschränkungen, die der Art. 17 Abs. 1 ATSG notwendigerweise
für ein Rentenrevi¬sionsverfahren vorsieht. Das Bundesgericht vertritt zwar die
gegenteilige Auffassung, ist gleichzeitig aber auch der Ansicht, dass der Sachverhalt in
einem Revisionsverfahren umfassend abzuklären und neu zu würdigen sei (vgl. den
Entscheid IV 2010/428 des St. Galler Versicherungsgerichtes vom 5. November 2012
und das Urteil des Bundesgerichtes 9C_965/2012, 9C_21/2013 vom 5. August 2013),
wobei es allerdings weder für die eine noch für die andere Rechtsprechung eine
überzeugende Begründung geliefert hat. In Fällen wie dem vorliegenden führt dieser
„doppelte Fehler“ zum selben Ergebnis wie die oben wiedergegebene, vom
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen als ständige Praxis angewendete
Rechtsaufassung, nämlich zur Notwendigkeit einer umfassenden
Sachverhaltsabklärung und Sachverhaltswürdigung in einem Verfahren betreffend eine
Neuanmeldung.
3.
3.1 Eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die
während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, hat laut dem Art. 28 Abs. 1 IVG einen
Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung. Für die Bemessung der Invalidität
wird gemäss dem Art. 16 ATSG jenes Erwerbseinkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in
Beziehung zu dem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie
gesund geblieben wäre. Der Beschwerdeführer ist vor dem Eintritt der
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Gesundheitsbeeinträchtigung als HilfsC._ tätig gewesen. Dabei hat es sich zwar um
eine Tätigkeit gehandelt, die er ohne eine anerkannte Berufsausbildung hat verrichten
können. Im Laufe der Jahre hat er sich aber die Kenntnisse und Fähigkeiten eines
ausgebildeten C._s angeeignet. Ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung hätte er
während der wenigen verbleibenden Jahre bis zur ordentlichen Alterspensionierung
weiterhin als HilfsC._ arbeiten können, denn mangels wesentlicher technischer
Fortschritte in den letzten Jahren haben sich die Anforderungen an einen C._ nicht
verändert. In den Akten finden sich keine Hinweise auf eine unterdurchschnittliche oder
überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit, weshalb davon auszugehen ist, dass der
Beschwerdeführer ein durchschnittliches Einkommen eines C._s hätte erzielen
können, wenn er gesund geblieben wäre. Laut dem Art. 9 Abs. 1 des
Gesamtarbeitsvertrages 2016–2019 für das B._- und C._gewerbe wäre er
dementsprechend in die Lohnkategorie B eingeteilt worden. Sein Monatslohn hätte
gemäss dem Art. 9 Abs. 3 des Gesamtarbeitsvertrages 4'594 Franken betragen; laut
dem Art. 9 Abs. 6 hätte er einen 13. Monatslohn erhalten. Das Valideneinkommen
beträgt folglich 59'722 Franken. Die Tätigkeit als C._ ist dem Beschwerdeführer
wegen seinen Gesundheitsbeeinträchtigungen nicht mehr zumutbar. Eine Umschulung
kommt aber nicht in Frage, da er nicht über die erforderlichen Fähigkeiten für den
erfolgreichen Abschluss des schulischen Teils einer Umschulung verfügen dürfte und
da er eine Umschulung wohl nicht mehr vor der ordentlichen Alterspensionierung
abschliessen könnte. Die Invalidenkarriere besteht folglich in der Verrichtung einer
Hilfsarbeit. Der Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens
entspricht damit dem statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne. Laut den
aktuellsten Ergebnissen der Schweizer Lohnstrukturerhebung hat der standardisierte
Monatslohn eines Hilfsarbeiters (Kompetenzniveau 1) im Jahr 2012 5'210 Franken
betragen. Unter Berücksichtigung einer betriebsüblichen Wochenarbeitszeit von 41,7
Stunden und der Nominallohnentwicklung (Indexstand 2012: 101,7 Punkte; 2016: 104,1
Punkte [Basis 2010 = 100 Punkte]) resultiert ein massgebendes Jahreseinkommen von
66'715 Franken. Dieser Betrag ist (wesentlich) höher als jener des Einkommens, das
der Beschwerdeführer als HilfsC._ mit langjähriger Berufserfahrung (siehe oben) hätte
erzielen können. Selbstverständlich kann der Beschwerdeführer mit seinen
Gesundheitsbeeinträchtigungen keine höhere Erwerbsfähigkeit als jene haben, die er
ohne diese Gesundheitsbeeinträchtigungen hätte. Die Erwerbsfähigkeit bei einem
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Invaliditätsgrad von null Prozent kann nichts anderes als die Validität respektive die
uneingeschränkte Erwerbsfähigkeit sein. Folglich kann es keinen Minusinvaliditätsgrad
geben, weshalb für das Valideneinkommen nicht ein tieferer Wert als für den
Ausgangsbetrag des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens berücksichtigt
werden darf. In der vorliegenden Konstellation muss folglich für beide Werte der
gleiche Betrag berücksichtigt werden. Bei der Berechnung des Invaliditätsgrades kann
dieser mathematisch keine Rolle spielen. Der Invaliditätsgrad kann folglich anhand
eines sogenannten Prozentvergleichs berechnet werden. Er entspricht also dem
Arbeitsunfähigkeitsgrad, allenfalls korrigiert um einen sogenannten Abzug vom
Tabellenlohn.
3.2 Laut dem Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 31. Juli 2013 hat der
Beschwerdeführer nach dem Unfall vom 25. Juni 2012 an einer ausgeprägten,
schmerzhaften Funktionseinschränkung des linken Beins mit einer multifaktoriellen
Genese, an einem Status nach einer aseptischen Femurkopfnekrose links und der
Implantation einer Totalendoprothese im Oktober 2012, an einem Status nach einer
posttraumatischen Belastungsstörung und einer schweren depressiven Störung, an
einer fortgeschrittenen medialen und patello-femoralen Arthrose im linken Knie, an
einem lumbo-radiculären Schmerzsyndrom, an einer demyelisierenden Polyneuropathie
(wahrscheinlich im Zuge des Diabetes mellitus Typ II), an einer Adipositas, an einer
arteriellen Hypertonie und an einem Diabetes mellitus Typ II gelitten. Am 8. April 2015
hat Dr. P._ berichtet, dass er am 24. November 2014 eine Supraspinatus- und
Subscapularis-Fixation am rechten Arm vorgenommen habe. In den übrigen
medizinischen Berichten finden sich keine Hinweise auf weitere
Gesundheitsbeeinträchtigungen, weshalb mit dem erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht, dass sich aus somatischer Sicht
Beschwerden im linken Bein mit besonderer Beeinträchtigung des Sprunggelenks, des
Knies und der Hüfte, ein lumbo-radiculäres Schmerzsyndrom und Beschwerden im
rechten Arm auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ausgewirkt haben. Die
arterielle Hypertonie hat dagegen keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gehabt. Das
hat auch der behandelnde Arzt Dr. R._ sinngemäss bestätigt, indem er darauf
hingewiesen hat, dass die subjektiv geklagten Herzbeschwerden mit stützenden
Gesprächen in den Hintergrund hätten gedrängt werden können. Auch die
demyelisierende Polyneuropathie hat keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, denn laut
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dem Bericht des Spitals N._ vom 1. Februar 2013 (Suva-act. 80) ist die
Nervenkontinuität überall erhalten gewesen, weshalb die Ärzte angegeben haben, dass
der Status quo ante mit einer intensiven Physiotherapie innerhalb weniger Wochen
erreicht werden könne. Der Kreisarzt der Suva hat in Kenntnis sämtlicher Beschwerden
– ausser jenen am rechten Arm – körperlich leichte, sitzende Tätigkeiten ohne eine
Belastung des linken Beins als uneingeschränkt zumutbar qualifiziert. Diese
Arbeitsfähigkeitsschätzung hat er überzeugend begründet. Auch der behandelnde
Facharzt Dr. P._ hat diese Arbeitsfähigkeitsschätzung als „formal“ zutreffend
qualifiziert und lediglich geltend gemacht, deren Umsetzung sei „unrealistisch“. Das hat
er aber nicht mit medizinischen, sondern mit anderen Faktoren begründet, die es dem
Beschwerdeführer seiner Meinung nach erschwerten, auf dem
(invalidenversicherungsrechtlich nicht massgebenden) Arbeitsmarkt eine geeignete
Arbeitsstelle zu finden. Der RAD-Arzt Dr. Q._ hat am 20. April 2015 überzeugend
dargelegt, dass die erst nach der kreisärztlichen Untersuchung aufgetretenen
Beschwerden am rechten Arm die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in
qualitativer Hinsicht zusätzlich einschränkten respektive dass dem Beschwerdeführer
nun auch keine Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten über fünf Kilogramm, mit
Arbeiten über der Brusthöhe oder mit wesentlichen Zug-Druck- und
Vibrationsbelastungen der Schultern mehr zumutbar seien. In psychiatrischer Hinsicht
sind zwar relativ kurz nach dem Unfall vom 25. Juni 2012 eine posttraumatische und
eine schwere depressive Störung diagnostiziert worden. Beide Störungen haben sich
im Verlauf einer stationären Behandlung aber rasch erheblich gebessert. Die Rehaklinik
Bellikon hat nur noch einen Status nach diesen beiden Störungen diagnostiziert, was
bedeutet, dass diese in der Zwischenzeit vollständig remittiert waren. Auch der
behandelnde – nach eigenen Angaben psychotherapeutisch geschulte –
Allgemeinmediziner Dr. R._ hat im Oktober 2014 darauf hingewiesen, dass der
Beschwerdeführer psychopharmakologisch gut eingestellt sei und dass stützende
Gespräche in der Hausarztpraxis zur Stabilisierung des psychischen
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers ausreichten. Aus psychiatrischer Sicht
hat er keine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert. Das hat sich mit
den Angaben in den übrigen medizinischen Berichten, insbesondere jenem der
Rehaklinik Bellikon vom 31. Juli 2013, gedeckt. Nach einer umfassenden Würdigung all
dieser Angaben in den medizinischen Berichten hat der RAD-Arzt Q._ im April 2015
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überzeugend dargelegt, dass dem Beschwerdeführer ideal leidensadaptierte
Tätigkeiten uneingeschränkt zumutbar seien. Zusammenfassend steht also mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der
Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Verfügung für
leidensadaptierte Tätigkeiten uneingeschränkt arbeitsfähig gewesen ist.
3.3 Die behandelnden Ärzte Dres. P._ und R._ sowie der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers haben darauf hingewiesen, dass sich die Restarbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers realistischerweise auf dem tatsächlichen Arbeitsmarkt wohl nicht
mehr verwerten lasse. Insbesondere mit Blick auf das fortgeschrittene Alter des
Beschwerdeführers sind diese Ausführungen nachvollziehbar.
Invalidenversicherungsrechtlich sind aber nicht die Verhältnisse auf dem tatsächlichen,
sondern vielmehr jene auf dem allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt
massgeblich, denn nur so kann vermieden werden, dass die Invalidenversicherung
Leistungen erbringen muss, die ihren Grund bei genauer Betrachtung nicht in einer
Invalidität, sondern in einer Arbeitslosigkeit haben. Für die Invaliditätsbemessung muss
also fingiert werden, dass auf dem Arbeitsmarkt ein Gleichgewicht zwischen dem
Angebot an und der Nachfrage nach Arbeitskräften bestehe. Zudem muss fingiert
werden, dass ein breiter Fächer verschiedenartigster Tätigkeiten existiere. In der
Rechtsprechung hat sich für diese Fiktionen der Begriff des allgemeinen und
ausgeglichenen Arbeitsmarktes eingebürgert. Angesichts des (fingierten)
Gleichgewichtes zwischen Angebot und Nachfrage auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarktes kann nicht angenommen werden, ein kurz vor der ordentlichen
Pensionierung stehender Versicherter könne keine Arbeitsstelle mehr finden. Wenn
nämlich genügend Arbeitsstellen vorhanden sind, gibt es für einen potentiellen
Arbeitgeber keinen Grund, einen älteren Arbeitnehmer nicht anzustellen. Sofern ein
potentieller Arbeitnehmer bis zu seiner Alterspensionierung noch eine verwertbare
Arbeitsleistung erbringen kann (wenn seine Ausbildung oder Einarbeitung also nicht
erst nach der Pensionierung abgeschlossen werden könnte), gibt es für einen
potentiellen Arbeitgeber auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt keinen Grund, diesem
Arbeitnehmer eine Anstellung zu verweigern. Entgegen der Ansicht des
Rechtsvertreters kann folglich nicht davon ausgegangen werden, dass die
Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers angesichts des fortgeschrittenen Alters
nicht mehr verwertbar wäre. Auch andere Gründe, die gegen eine Verwertbarkeit
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sprechen würden, sind nicht ersichtlich. Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ist
zwar qualitativ eingeschränkt, weil dieser hauptsächlich sitzend tätig sein muss, keine
schweren Lasten heben oder tragen darf und keine Zwangshaltungen einnehmen kann.
Der ausgeglichene Arbeitsmarkt kennt aber eine Vielzahl von Arbeitsstellen, die in
diesem Sinne ideal leidensadaptiert sind. In Frage kommen insbesondere Kontroll- und
Überwachungstätigkeiten.
3.4 Ein potentieller Arbeitgeber sähe sich angesichts des fortgeschrittenen Alters des
Beschwerdeführers mit hohen Sozialversicherungsbeiträgen konfrontiert. Bei einer
neuen Anstellung würde ein betriebswirtschaftlich-ökonomisch denkender Arbeitgeber
die entsprechenden Mehrkosten dadurch kompensieren, dass er dem
Beschwerdeführer nur einen unterdurchschnittlichen Lohn ausrichten würde.
Angesichts der vielfältigen Einschränkungen könnte der Beschwerdeführer zudem nicht
flexibel eingesetzt werden. Ein ökonomisch denkender Arbeitgeber müsste diesem
Umstand wie auch dem Risiko von vermehrten krankheitsbedingten Absenzen und
einer überdurchschnittlich stark schwankenden Leistungsfähigkeit
betriebswirtschaftlich Rechnung tragen. Er würde also dem Beschwerdeführer nur
einen unter dem Zentralwert liegenden Lohn ausrichten. Praxisgemäss ist vor diesem
Hintergrund ein Abzug vom Tabellenlohn von zehn Prozent zu berücksichtigen. Mit
Blick auf die wegen dem fortgeschrittenen Alter überdurchschnittlich hohen
Arbeitgeberbeiträge für die berufliche Vorsorge rechtfertigt sich hier aber ein höherer
Abzug vom Tabellenlohn von insgesamt 15 Prozent. Bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad
von 100 Prozent und einem Abzug vom Tabellenlohn von 15 Prozent resultiert kein
rentenbegründender Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent. Selbst wenn ein
Tabellenlohnabzug von 25 Prozent berücksichtigt würde, würde kein
rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren.
4.
Die angefochtene Verfügung erweist sich damit im Ergebnis als rechtmässig. Die
Beschwerde ist folglich abzuweisen. Die Gerichtskosten von 600 Franken wären an
sich dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. Zufolge der Bewilligung der
unentgeltlichen Prozessführung wird er aber von dieser Pflicht befreit. Da ihm auch die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung bewilligt worden ist, hat der Staat seinem
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Rechtsvertreter eine Entschädigung für den erforderlichen Vertretungsaufwand
auszurichten. Dieser ist als durchschnittlich zu qualifizieren, weshalb die
Entschädigung praxisgemäss auf 80 Pro¬zent (vgl. Art. 31 Abs. 3 AnwG) von 3'500
Franken, das heisst auf 2'800 Franken festgesetzt wird. Sollten es seine
wirtschaftlichen Verhältnisse dereinst gestatten, wird der Beschwerdeführer zur
Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der Entschädigung für die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung verpflichtet werden können (Art. 99 Abs. 2 VRP
i.V.m. Art. 123 ZPO).