Decision ID: 3ee3eb36-0c5c-4dd1-bcac-91271b2392a7
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller, Engelgasse 214, 9053 Teufen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 6. November 2002 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an und beantragte
Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit und eine Rente (IV-act. 1).
A.b Mit Verfügung vom 11. April 2006 wies die IV-Stelle den Anspruch des
Versicherten auf eine Rente und auf berufliche Massnahmen ab mit der Begründung,
der Invaliditätsgrad liege bei adaptierter Tätigkeit bei 7% (IV-act. 62). Sie stützte sich
dabei auf ein Gutachten des Ärztlichen Begutachtungsinstituts (ABI), Basel, vom 3.
Januar 2006, welches als Diagnose im Wesentlichen Hüftschmerzen links sowie eine
Schmerzverarbeitungsstörung nannte und nach welchem für eine körperlich leichte bis
mittelschwere, adaptierte Tätigkeit eine uneingeschränkt zumutbare Arbeitsfähigkeit
von 100% bestand (IV-act 50).
A.c Mit Einsprache vom 22. Mai 2006 liess der Versicherte die Zusprache einer IV-
Rente mindestens im Umfang einer Dreiviertelsrente ab Mai 2001 beantragen, des
Weiteren eine Neuverfügung über den Anspruch auf berufliche Massnahmen je nach
Ausgang des Verfahrens sowie unentgeltliche Rechtsverbeiständung (IV-act. 63). Mit
Entscheid vom 16. Juni 2006 wies die IV-Stelle die Einsprache ab. Das Gesuch um
unentgeltliche Rechtsverbeiständung wurde bewilligt (IV-act. 71). Gegen diesen
Einspracheentscheid erhob der Versicherte am 22. August 2006 Beschwerde beim
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen (IV-act. 73).
A.d Mit Entscheid vom 14. November 2007 wies das Versicherungsgericht die
Beschwerde ab. Ein rentenbegründender Invaliditätsgrad bestehe nicht (IV-act. 91).
B.
B.a Der Versicherte meldete sich am 8. April 2008 erneut zum Bezug von
Rentenleistungen an (IV-act 94).
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B.b Die Psychiatrie-Dienste Süd, Psychiatrie-Zentrum Rheintal, Heerbrugg, gaben in
ihrem Arztbericht vom 20. Juni 2008 an, diagnostisch bestehe aus psychiatrischer
Sicht eine mittelgradig depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10
F32.10) sowie eine ausgeprägte somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) und aus
somatischer Sicht eine arterielle Hypertonie und eine Herzrhythmusstörung. Ein
Arbeitsunfall vom Mai 2000 habe neben körperlichen Beeinträchtigungen als direkte
Unfallfolge psychische Auffälligkeiten verursacht. Die damals diagnostizierte depressive
Symptomatik (Anpassungsstörungen mit längerer depressiver Reaktion) habe sich
seitdem trotz verschiedenster therapeutischer Massnahmen und medikamentöser
Interventionen verschlechtert. Der Versicherte sei weiterhin zu 100% arbeitsunfähig.
Mit einer Besserung sei mittelfristig aufgrund der Schwere der Symptomatik nicht zu
rechnen; Schwerpunkt sei die Vermeidung einer weiteren Verschlechterung (IV-
act. 100).
B.c Dr. med. B._, Allgemeinmediziner FMH, teilte in seinem Bericht vom 20. Juni
2008 mit, beim Versicherten bestünden weiterhin starke Hüftschmerzen und eine
Arbeitsaufnahme sei nicht vorstellbar. Die psychische Situation des Versicherten habe
sich stark verschlechtert und die schwere depressive Verstimmung sei zu bestätigen
(IV-act. 101).
B.d Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) führte im Rahmen einer internen Anfrage
vom 29. September 2008 aus, eine Stellungnahme bezüglich der Frage einer
Verschlechterung sei nur durch ein MEDAS-Verlaufsgutachten möglich. Als
Begutachtungsinstitut sei das ABI zu bezeichnen, da mittels eines Gutachtens an
gleicher Stelle am sichersten über das Vorliegen einer Verschlechterung entschieden
werden könne (IV-act. 105).
B.e Am 11. November 2008 veranlasste die IV-Stelle die medizinische Begutachtung
durch das ABI (IV-act. 107). Der Rechtsvertreter des Versicherten machte
diesbezüglich am 24. November 2008 Einwände gegen das Begutachtungsinstitut
geltend. Er beantragte namentlich die Begutachtung bei einem anderen, von der IV-
Stelle zu bestimmenden Facharzt. Die Begutachtung am ABI sei bereits im
Gerichtsverfahren mit Urteil vom 14. November 2007 mehrmals gerügt worden, was in
den Akten einsehbar sei. Es sei somit mit dem Gebot der Unabhängigkeit unvereinbar,
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wenn dieselbe Stelle noch einmal eine Begutachtung vornehme und insbesondere
einen Vergleich zum ersten Gutachten ziehen müsse (IV-act. 109).
B.f In ihrem Schreiben vom 3. Dezember 2008 hielt die IV-Stelle an der Begutachtung
durch das ABI fest (IV-act. 110).
B.g Die Psychiatrie-Dienste Süd teilten in ihrem Bericht vom 9. Februar 2009 mit, die
depressive Symptomatik (ICD-10 F32.10) habe sich seit dem letzten Bericht vom 20.
Juni 2008 (IV-act. 100) nicht verbessert. Es bestünden beim Versicherten weiterhin
Auffälligkeiten wie u.a. verminderter Antrieb, gedrückte Stimmung, Interessensverlust
und Freudlosigkeit. Am letzten Bericht sei festzuhalten (IV-act. 112).
B.h Das ABI stellte im Gutachten vom 25. Juni 2009 folgende Diagnosen mit Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit: Hüftschmerzen links (erstens Status nach medialer
Schenkelhalsfraktur am 23.05.2000, zweitens Status nach Schraubenosteosynthese
am 23.05.2000 (richtig: 24.05.2000, vgl. act. G7.2/4) und
Osteosynthesematerialentfernung ca. 2002 und drittens radiologisch keine
Veränderung zum Vorbefund 11/2005) sowie ein chronisch rezidivierendes
Zervikalsyndrom mit Zervikozephalgien (erstens Dysbalancen der
Schultergürtelmuskulatur, zweitens klinisch keine Hinweise für radikuläre Symptomatik
und drittens radiologisch ausgeprägte ventrale Spondylose C3-C6). Ohne Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit bestünden histrionische Wesenszüge ohne das Vorliegen einer
krankhaften Persönlichkeitsstörung, Beschwerdeausweitung und Selbstlimitierung,
arterielle Hypertonie sowie Adipositas. In der angestammten, körperlich schweren
Tätigkeit bestehe bleibend eine volle Arbeitsunfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht finde
sich keine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Für eine körperlich
leichte bis mittelschwere, adaptierte Tätigkeit bestehe eine Arbeits- und
Leistungsfähigkeit von 100% (IV-act. 114).
B.i Gestützt auf das ABI-Gutachten stellte die IV-Stelle dem Versicherten im
Vorbescheid vom 24. August 2009 in Aussicht, einen Rentenanspruch zu verneinen (IV-
act. 118). Dagegen erhob der Rechtsvertreter des Versicherten am 23. September 2009
Einwand und beantragte die Zusprechung einer ganzen IV-Rente ab März 2007. Im
Weiteren beantragte er eine erneute fachpsychiatrische Begutachtung. Er stellte sich
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dabei im Wesentlichen auf den Standpunkt, die im Rahmen der Begutachtung durch
das ABI durchgeführte psychische Exploration sei nicht verwertbar, da sie nur wenige
Minuten gedauert und gemäss Gutachten (IV-act. 114 13/23) habe abgebrochen
werden müssen (IV-act. 119).
B.j Zum Einwand führte das ABI in seiner Stellungnahme vom 5. November 2009
aus, dass am Begutachtungsergebnis vollumfänglich festgehalten werde. Den
Einwänden des Rechtsvertreters könnten keine medizinisch neuen Aspekte
entnommen werden. Die psychiatrischen Schlussfolgerungen seien im Gutachten
dargestellt und die Ausführungen zum Verhalten des Versicherten entsprächen den
Tatsachen (IV-act. 122).
B.k Mit Verfügung vom 25. November 2009 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren
gemäss Vorbescheid ab (IV-act. 125).
C.
C.a Gegen diese Verfügung vom 25. November 2009 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 8. Januar 2010. Der Beschwerdeführer beantragt, die Verfügung sei
aufzuheben und mit Wirkung ab März 2007 eine ganze IV-Rente zuzusprechen.
Eventualiter beantragt er die Rückweisung der Angelegenheit an die
Beschwerdegegnerin. Zur Begründung wird im Wesentlichen angeführt, die
psychiatrische Begutachtung durch das ABI sei nicht vertretbar und die
Voraussetzungen für eine gerichtlich verwertbare Exploration nicht erfüllt. Die
Begutachtung sei nach wenigen Minuten durch die Gutachterin abgebrochen worden.
Die darauffolgende Fremdanamnese der Tochter des Beschwerdeführers sei nur ein
relativ kurzes Abschlussgespräch gewesen und vermöge die Aufnahme einer
Anamnese nicht zu ersetzen. Die psychiatrische Exploration habe nur wenige Minuten
gedauert und sich auf allgemeine Fragen beschränkt; insbesondere sei nicht über die
Entwicklung seit der Neuanmeldung gesprochen worden. Des Weiteren habe keine
Auseinandersetzung mit den widersprechenden Berichten der Psychiatrie-Dienste Süd
stattgefunden und auf die dortigen Diagnosen sei absolut kein Bezug genommen
worden. Die Einschätzungen des ABI seien offensichtlich unhaltbar (act. G 1).
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C.b Am 18. Januar 2010 hat der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers nachträglich
unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung beantragt. Er reichte ausserdem einen
ärztlichen Zwischenbericht der Psychiatrie-Dienste Süd vom 14. Januar 2010 nach
(act. G 3). Darin wird festgehalten, dass die Symptome der depressiven Erkrankung
des Versicherten nicht hätten verbessert werden können und weiterhin eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit vorliege. Des Weiteren bestehe ein hochgradiger Antriebsmangel,
aufgrund dessen es zu einem sozialen Rückzug in den letzten Monaten gekommen sei
(act. G 3.4).
C.c Mit Beschwerdeantwort vom 19. Februar 2010 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie im
Wesentlichen aus, es gelinge dem Beschwerdeführer nicht, Zweifel am Gutachten des
ABI zu erwecken. Das ABI-Gutachten überzeuge in somatischer wie in psychiatrischer
Hinsicht und erfülle die Voraussetzung für eine beweiskräftige medizinische
Entscheidungsgrundlage. Des Weiteren habe sich die psychiatrische Gutachterin mit
dem Bericht der Psychiatrie-Dienste Süd auseinandergesetzt. Sie habe die
beschriebene Symptomatik aber nicht bestätigen können. Der Bericht nenne keine
objektiv feststellbaren Gesichtspunkte, die geeignet seien, zu einer abweichenden
Beurteilung zu führen. Die angefochtene Verfügung sei somit nicht zu beanstanden
(act. G 7).
C.d Mit Verfügung vom 23. Februar 2010 wurde das Gesuch des Beschwerdeführers
um unentgeltliche Prozessführung für das Verfahren vor Versicherungsgericht bewilligt
(act. G 9).
C.e Mit Replik vom 16. April 2010 lässt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
festhalten (act. G 12). Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik
verzichtet (act. G 14).

Erwägungen:
1.
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Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch
des Beschwerdeführers abgelehnt. Streitig und vorliegend zu prüfen ist daher, ob diese
Abweisung rechtmässig erfolgt ist.
2.
2.1 Invalidität wird definiert als die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Unter
Erwerbsunfähigkeit versteht man dabei den durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachten und nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibenden ganzen oder teilweisen
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) hat eine versicherte Person Anspruch auf eine
ganze IV-Rente, wenn sie mindestens zu 70% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 60% besteht ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50% auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes bzw. der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen. Es hat demnach zu prüfen, ob die vorliegenden
Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs
gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des
Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
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2.3 Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und
Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde
zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle
Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb). Was dagegen Parteigutachten anbelangt,
rechtfertigt allein der Umstand, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei
eingeholt und in das Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert
(BGE 122 V 161 E. 1c mit Hinweisen).
3.
3.1 Zu prüfen ist, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt. Die Beschwerdegegnerin stützt
sich in medizinischer Hinsicht auf das ABI-Verlaufsgutachten vom 25. Juni 2009 und
die darin festgelegte 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten bis
mittelschweren, adaptierten Tätigkeit. Der Beschwerdeführer hingegen ist der Ansicht,
dass das Gutachten nicht verwertbar sei.
3.2 Konkret beanstandet der Beschwerdeführer einerseits die erneute Begutachtung
durch das ABI und moniert andererseits, dass die psychiatrische Exploration
ungenügend durchgeführt worden sei und deshalb nicht auf den Inhalt des Gutachtens
abgestellt werden könne.
3.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass das ABI bereits die erste
Begutachtung vom 3. Januar 2006 (IV-act. 50) durchgeführt und im Rahmen dieser eine
umstrittene Diagnose gestellt habe, was zu einer vorbelasteten Situation führe und
Zweifel an einer umfassenden und objektiven Beurteilung aufkommen lassen könnte.
Der Beschwerdeführer verkennt dabei, dass es sich vorliegend um ein
Verlaufsgutachten handelt, welches sich mit den seit der ersten Begutachtung
eingetretenen Veränderungen befasst und nicht die Erstbegutachtung zu beurteilen ist,
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welcher das Versicherungsgericht im Urteil vom 14. November 2007 im Übrigen volle
Beweiskraft zugesprochen hatte. Gemäss der bundesgerichtlichen Praxis wird es als
sinnvoll erachtet, die Gutachterstelle, die sich bereits mit dem Beschwerdeführer
befasst hat, zur Entwicklung des Beschwerdebilds und der Arbeitsfähigkeit zu befragen
(vgl. BGE 132 V 110, E. 7.2.2). Ein Einbezug der Vorakten und somit auch des ersten
ABI-Gutachtens ist bei der Erstellung eines Verlaufsgutachtens unerlässlich. Das
Vorbringen des Beschwerdeführers bezüglich der erneuten Begutachtung durch das
ABI vermag keine Zweifel am Gutachten zu begründen und es bestehen im
vorliegenden Fall keine Anhaltspunkte für eine fehlende Objektivität der beauftragten
Gutachterstelle.
3.4 Sodann beanstandet der Beschwerdeführer, das Gutachten sei materiell nicht
verwertbar, da es sich auf psychiatrische Abklärungen abstütze, obwohl man solche
gar nicht habe durchführen können.
3.4.1 Konkret macht der Beschwerdeführer geltend, dass die psychiatrische
Exploration nur wenige Minuten gedauert und sich auf allgemeine Fragen beschränkt
habe. Diesbezüglich beanstandet er ausserdem, dass anstelle der eigentlichen
Anamnese, welche die psychiatrische Gutachterin nach wenigen Minuten abgebrochen
hatte, eine Fremdanamnese mit der Tochter durchgeführt wurde. Die Aussagen des
Beschwerdeführers über die Dauer der psychiatrischen Begutachtung werden im
Gutachten zwar nicht direkt durch eine Zeitangabe bestätigt, wohl aber findet sich der
Hinweis, die Exploration habe wegen unkooperativen Verhaltens des
Beschwerdeführers abgebrochen werden müssen. Der Versuch, den Beschwerdeführer
nach der Fremdanamnese mit der Tochter in ihrem Beisein und in Gegenwart des
Dolmetschers zu befragen, habe, wiederum aufgrund des Verhaltens des
Beschwerdeführers, erneut abgebrochen werden müssen. Schliesslich sei das
Gespräch im gegenseitigen Einverständnis beendet worden.
3.4.2 Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts kann es für die
Aussagekraft eines Arztberichtes grundsätzlich nicht auf die Dauer der Untersuchung
ankommen. Vielmehr ist massgeblich, ob der entsprechende Bericht inhaltlich
vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (Urteil des Bundesgerichtes vom 30. Juli
2009, 8C_925/2008, E. 3.3, mit Hinweisen). Ein genereller Zeitrahmen für eine
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psychiatrische Untersuchung lässt sich somit nicht allgemein gültig definieren. Der zu
betreibende Zeitaufwand muss jedoch hinsichtlich der Fragestellung sowie der zu
beurteilenden Psychopathologie angemessen sein (Urteil des Bundesgerichtes vom
16. Februar 2011, 9C_811/2010, E. 4.2.1, mit Hinweisen; Urteil I 1094/06 des
Bundesgerichtes vom 14. November 2007, E. 3.1.1, mit Hinweisen; Urteil I 58/06 des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; seit 1. Januar 2007
sozialversicherungsrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) vom 13. Juni 2006,
E. 2.2, mit Hinweisen). Sofern bereits ärztliche Untersuchungen durchgeführt worden
sind und deren Ergebnisse zusätzlich zu den eigenen Abklärungen im Gutachten
verarbeitet werden können, kann ein geringerer Zeitaufwand als angemessen erachtet
werden (vgl. Urteil des Bundesgerichtes vom 1. April 2009, 9C_55/2009, E. 3.3, mit
Hinweisen).
3.4.3 In Frage stehen eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes
und eine damit möglicherweise einhergehende Anpassung des Invaliditätsgrades. Im
Rahmen eines diesbezüglich zu erstellenden Verlaufsgutachtens ist der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zum Zeitpunkt des
Einspracheentscheides vom 16. Juni 2006 mit seinem jetzigen Zustand zu vergleichen.
Die in diesem Zeitraum erstellten Vorakten sind somit von wesentlicher Bedeutung für
eine rechtsgenügliche Begutachtung. Trotz der relativ kurzen Anamnese des
Beschwerdeführers ist dem Gutachten eine fachärztlich begründete, psychiatrische
Beurteilung zu entnehmen. Dass nach dem Abbruch der Anamnese des
Beschwerdeführers eine Fremdanamnese mit der Tochter durchgeführt wurde, ist nicht
zu beanstanden. Fehl schlägt der Einwand des Beschwerdeführers, die
Beschwerdegegnerin hätte ihn abmahnen und eine neue Begutachtung ansetzen
müssen, anstatt die Exploration abzubrechen. Es ist davon auszugehen, dass nach
zwei abgebrochenen Befragungen – sowohl alleine als auch in Gegenwart der Tochter
– eine erneute Begutachtung nicht zu einem erheblich unterschiedlichen Ergebnis
geführt hätte. Das äusserst auffällige Verhalten des Beschwerdeführers erlaubte es der
Gutachterin, innerhalb kurzer Zeit überzeugende Schlussfolgerungen, namentlich
hinsichtlich der geltend gemachten depressiven Symptomatik, zu ziehen. Sie kommt
nachvollziehbar zum Schluss, dass das anlässlich der Begutachtung gezeigte Verhalten
mit einer depressiven Störung grundsätzlich nicht vereinbar sei. Die entsprechenden
gutachterlichen Ausführungen erscheinen medizinisch fundiert und schlüssig.
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3.4.4 Im Rahmen einer gesamthaften Betrachtung kann somit aufgrund der
Kenntnis der Vorakten sowie der Anamnese respektive der Fremdanamnese mit der
Tochter nicht von einer ungenügenden Begutachtung ausgegangen werden.
Insbesondere weist das Gutachten keine formellen Mängel auf, die erhebliche Zweifel
am Beweiswert zu begründen vermögen.
3.4.5 Sodann macht der Beschwerdeführer geltend, dass keine
Auseinandersetzung mit den aus psychiatrischer Sicht widersprechenden Berichten
der Psychiatrie-Dienste Süd erfolgt und auf die gestellten Diagnosen kein Bezug
genommen worden sei. Dies kann nicht bestätigt werden, da dem Gutachten
Stellungnahmen zu früheren ärztlichen Einschätzungen zu entnehmen sind und
ausführlich auf die Berichte der Psychiatrie-Dienste Süd eingegangen wurde. In diesem
Rahmen wurde dargelegt, dass eine depressive Symptomatik, wie in den Berichten
diagnostiziert, nicht festgestellt werden könne. Somit ist festzuhalten, dass eine
Auseinandersetzung mit den betreffenden Berichten entgegen den Ausführungen des
Beschwerdeführers erfolgt ist.
3.4.6 Hinsichtlich der gestellten Diagnosen ist darauf hinzuweisen, dass
naturgemäss verschiedene medizinische Interpretationen möglich sind, was zulässig
und zu respektieren ist, sofern die Expertise lege artis vorgenommen wurde. Daher
kann es nicht angehen, eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets
dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die
behandelnden Ärzte nachher zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an
solchen vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält
es sich hingegen, wenn die behandelnden Ärzte objektiv feststellbare oder sonstige,
ernsthafte Zweifel auslösende Gesichtspunkte vorbringen, welche im Rahmen der
psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben und die geeignet sind, zu einer
abweichenden Beurteilung zu führen (vgl. auch Urteil I 676/05 des EVG vom 13. März
2006, Erw. 2.4, mit Hinweisen).
3.4.7 Entsprechende Gesichtspunkte fehlen vorliegend allerdings. Sowohl im
Bericht der Psychiatrie-Dienste Süd vom 20. September 2007 als auch in jenen vom
20. Juni 2008 und 9. Februar 2009 werden Auffälligkeiten wie namentlich stark
verminderter Antrieb, gedrückte Grundstimmung, Interessensverlust, Freudlosigkeit
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und pessimistische Zukunftsperspektiven geschildert. Im vom Rechtsvertreter
nachgereichten Bericht der Psychiatrie-Dienste Süd vom 14. Januar 2010 wird diese
Symptomatik ebenfalls noch einmal festgehalten. Ähnliche Befunde, insbesondere die
depressive Grundstimmung und der Pessimismus, finden sich im Übrigen bereits im
Bericht der Psychiatrie-Dienste Süd vom 31. Januar 2005, in welchem der
Beschwerdeführer zudem als mässig auskunftsbereit und gereizt beschrieben wurde.
Die behandelnden Ärzte der Psychiatrie-Dienste Süd schildern in ihren Berichten somit
einen im Wesentlichen seit Jahren unverändert bestehenden und nurmehr graduell
variierenden Zustand des Beschwerdeführers. Damit besteht insoweit
Übereinstimmung zwischen den ABI-Gutachten und den Berichten der Psychiatrie-
Dienste Süd, als im Verlauf keine wesentliche, objektivierbare Verschlechterung des
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers, insbesondere in psychiatrischer
Hinsicht, ausgewiesen wird.
3.4.8 Sodann weist der Beschwerdeführer darauf hin, dass auch in somatischer
Hinsicht im Bereich HWS eine Verschlechterung eingetreten sei und sich die
Beschwerdesymptomatik laut Gutachten in diesem Bereich zumindest zum Teil
erklären lasse. Im Gutachten wird denn auch festgestellt, dass seit der letzten
Untersuchung die Diagnose eines Zervikalsyndroms mit Zervikozephalgien neu
hinzugekommen sei und sich eine radiologisch ausgeprägte ventrale Spondylose C3-
C6 zeige. Dadurch ergebe sich eine Einschränkung für Überkopfarbeiten. Bezüglich der
Arbeitsfähigkeitsschätzung habe sich ansonsten nichts verändert und der
Beschwerdeführer sei vollschichtig einsetzbar für leichte bis gelegentlich mittelschwere
Tätigkeiten in wechselnder Position. Es lassen sich denn auch keine Hinweise finden
auf rheumatologisch-orthopädische Untersuchungen oder Befunde seit der ersten ABI-
Begutachtung 2005 (IV-act. 114-17). Das neue Gutachten ist in rheumatologischer
Hinsicht als schlüssig und nachvollziehbar zu bezeichnen. Zudem fehlen konkrete
Indizien, welche Zweifel an der Zuverlässigkeit des ABI-Gutachtens erwecken könnten.
Es ist deshalb weiterhin davon auszugehen, dass für körperlich leichte bis
mittelschwere, adaptierte Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit besteht.
4.
4.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung
der angefochtenen Verfügung abzuweisen.
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4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--
festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint als
angemessen. Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der
Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge der am 23. Februar 2010 bewilligten
unentgeltlichen Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu befreien. Wenn die
wirtschaftlichen Verhältnisse es gestatten, kann der Beschwerdeführer jedoch zur
Nachzahlung der vom Staat entschädigten Gerichts- und Parteikosten verpflichtet
werden (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m.
Art. 288 Abs. 1 der Zivilprozessordnung des Kantons St. Gallen [ZPO/SG] i.V.m. Art. 99
Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).
4.3 Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die
Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen. Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75)
pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im vorliegenden Fall erscheint mit Blick auf die
Anforderung und Komplexität der Streitsache eine pauschale Parteientschädigung von
Fr. 3'500.-- als angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3
AnwG). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers pauschal mit
Fr. 2'800.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP