Decision ID: 5495f40f-be35-4644-bf8f-eb7551741bef
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich im September 2005 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 1).
A.b Mit Bericht vom 20. Dezember 2005 diagnostizierte der Hausarzt des Versicherten,
Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH, chronifizierte Schmerzen (bei Status nach
ventraler Dekompression und interkorporeller Spondylodese C3/4 bei
Nervenwurzelkompression C4 links Februar 2003, mit vegetativer Symptomatik). Er
attestierte dem Versicherten eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit in seinem früheren Beruf
als Textilveredler sowie für jede auch schon mittelschwere Tätigkeit (IV-act. 17-2).
A.c In der Folge wurde der Versicherte auf Veranlassung der IV-Stelle in der Klinik
Valens interdisziplinär untersucht (rheumatologisch-orthopädisch, neurologisch,
internistisch, psychiatrisch [mit testpsychologischen Untersuchungen],
neuropsychologisch). Bestandteil der Untersuchung war auch eine Evaluation der
funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL; IV-act. 30-1). Mit Gutachten vom 3. April 2007
diagnostizierten die involvierten Experten 1. ein chronifiziertes zervikovertebrales und
zervikobrachiales Schmerzsyndrom, 2. ein Impingementsyndrom des linken
Schultergelenks, 3. einen Status nach Anpassungsstörung, kurze depressive Reaktion,
4. psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten
Krankheiten (IV-act. 30-25). Schwere Tätigkeiten seien nicht mehr möglich (IV-act.
30-31). Eine leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit sei dem
Versicherten aktuell für viereinhalb Stunden pro Tag bei voller Leistungsfähigkeit
möglich. Die Einschränkung sei durch die stark beeinträchtigende Dekonditionierung
begründet (IV-act. 30-34).
A.d Mit Verfügung vom 11. Dezember 2008 sprach die IV-Stelle dem Versicherten ab
1. November 2004 eine halbe IV-Rente zu (IV-act. 68).
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B.
Im September 2009 leitete die IV-Stelle ein Revisionsverfahren ein (IV-act. 69). Nach
der Einholung verschiedener medizinischer Akten (IV-act. 72 ff.) bestätigte sie mit
Mitteilung vom 17. Juni 2010 einen weiterhin bestehenden Anspruch auf eine halbe
Rente (IV-act. 89).
C.
C.a Im September 2013 leitete die IV-Stelle ein weiteres Revisionsverfahren ein (IV-
act. 93). Wiederum holte sie mehrere Berichte der behandelnden Ärzte, insbesondere
der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Kantonsspital St. Gallen
(KSSG), ein (IV-act. 96). Dr. med. C._, Facharzt für Innere Medizin, reichte am 7.
Oktober 2013 einen Verlaufsbericht ein und bescheinigte dem Versicherten bei
chronifiziertem Schmerzsyndrom, Gebershagen Stadium III, einen verschlechterten
Gesundheitszustand (IV-act. 98). Die Berichte wurden dem regionalen ärztlichen Dienst
(RAD) vorgelegt. Dieser stellte fest, dass seit der ursprünglichen Begutachtung im Jahr
2007 neu Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule mit Ausstrahlung in beide
Beine dazugekommen seien, weshalb weitere Abklärungen notwendig seien (IV-act.
99). In der Folge holte die IV-Stelle weitere Berichte des KSSG (Neurologie und
Schmerz-zentrum; IV-act. 103, 107) und von med. pract. D._, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie (IV-act. 114), ein. Diese diagnostizierte mit Bericht vom
13. Oktober 2014 eine chronifizierte depressive Entwicklung, welche die
Arbeitsfähigkeit des Versicherten um mindestens 80% einschränke (IV-act. 117).
C.b In der Folge wurde der Versicherte auf Empfehlung des RAD (IV-act. 125) durch die
SMAB AG, Swiss Medical, St. Gallen (nachfolgend: SMAB) interdisziplinär
(orthopädisch, psychiatrisch, neuropsychologisch) abgeklärt (IV-act. 127, 133). Das
Gutachten erging am 23. März 2015. Diagnostiziert wurden 1. ein chronisches
zervikospondylogenes Schmerzsyndrom links mit mittelgradiger
Funktionseinschränkung nach Dekompressionsoperation und Stabilisierungsoperation
C3/4 im Februar 2003, 2. eine partielle Schultersteife links nach bekannter
Schultereckgelenkverletzung und Luxation im Zustand nach subacromialer
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Dekompression im Februar 2008, 3. ein chronisches lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom links bei mittelgradiger Funktionseinschränkung, degenerativen
Veränderungen und Haltungsinsuffizienz bei statisch ungünstigem Hohl-Rundrücken.
Diesen Befunden massen die Gutachter Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu.
Weiter diagnostizierten sie 4. eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, 5. eine
Dysthymie, 6. psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika:
Abhängigkeitssyndrom, 7. psychische und Verhaltensstörungen durch Opioide:
Abhängigkeitssyndrom, 8. psychische und Verhaltensstörungen durch Nikotin:
Abhängigkeitssyndrom. Diesen Befunden massen sie keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit zu (IV-act. 137-24). Diejenigen Gesundheitsstörungen, die aus dem
psychiatrischen Fachgebiet hätten objektiviert werden können, würden auf die
Arbeitsfähigkeit keinen Einfluss haben bzw. bedingten lediglich Einschränkungen in der
Arbeitsorganisation. Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Textilveredler,
die auch schwere körperliche Elemente enthalte, sei seit der Operation der
Halswirbelsäule im Februar 2003 als aufgehoben anzusehen. Aus orthopädischer Optik
betrage die Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit 80%. Dies aufgrund immer
wiederkehrender Rückenschmerzen, welche nicht gänzlich zu vermeiden seien und die
das Arbeitstempo und die Produktivität entsprechend reduzierten. Die im Vorgutachten
der Klinik Valens als Grund für eine lediglich halbtägig vorhandene Arbeitsfähigkeit
angegebene starke Dekonditionierung könne aktuell nicht mehr bestätigt werden (IV-
act. 137-25). Die Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten werde bis zum Jahr 2011
(Zeitpunkt und Beginn von auch lumbospondylogenen Schmerzen links) auf 100%
eingeschätzt. Seit dem Jahr 2011 bestünde eine Verminderung der Arbeitsfähigkeit um
20% (IV-act. 137-26). Die Prognose sei eher ungünstig, da sich der bereits im Jahr
2007 beschriebene dekonditionierte Zustand bis zum aktuellen Zeitpunkt nicht
verändert habe (IV-act. 137-27).
C.c Mit Vorbescheid vom 3. Februar 2016 stellte die IV-Stelle die Aufhebung der halben
IV-Rente auf das Ende des folgenden Monats in Aussicht (IV-act. 149). Am 7. März
2016 liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Gabriela Grob Hügli, Procap
Schweiz, Olten, dagegen Einwand erheben (IV-act. 153). Am 21. März 2016 wurden
den Gutachtern einige Zusatzfragen gestellt (IV-act. 158). Diese nahmen am 1. Juni
2016 dazu Stellung und führten aus, dass die Prognose falsch formuliert sei. Der
gemäss Gutachten der Klinik Valens stark dekonditionierte Zustand habe nicht mehr
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festgestellt werden können. Die Nackenbeschwerden hätten sich nicht verschlimmert
und die objektiven Befunde seien etwa gleich geblieben. Hingegen habe sich die
körperliche Leistungsfähigkeit wegen der zusätzlichen Schulterproblematik und der
LWS-Affektion auf ausschliesslich leichte Tätigkeiten weiter reduziert. Die
Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierter Tätigkeit werde bis zum Jahre 2011 auf 100%
eingeschätzt. Danach sei von einer verminderten Arbeitsfähigkeit von 20% auszugehen
(IV-act. 158). Am 30. Juni 2016 liess der Versicherte dazu eine Stellungnahme
einreichen (IV-act. 160) und reichte daran anschliessend weitere Berichte der
behandelnden Ärzte ein (IV-act. 165 ff.). Auch die IV-Stelle holte weitere Arztberichte
der behandelnden Ärzte (somatisch und psychiatrisch) ein (IV-act. 172 ff.). Am 18.
Januar 2017 verfügte die IV-Stelle im Sinne des Vorbescheids die Aufhebung der Rente
per Ende des der Zustellung folgenden Monats (IV-act. 189).
D.
D.a Gegen die Verfügung vom 18. Januar 2017 liess der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) am 20. Februar 2017 Beschwerde erheben mit folgenden Anträgen:
1. Die Verfügung der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 18. Januar
2017 sei aufzuheben; 2. Dem Beschwerdeführer sei weiterhin eine halbe Invalidenrente
zuzusprechen; 3. Eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen;
4. Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und er
sei von allfälligen Vorschuss- und Sicherheitsleistungen zu befreien. Zudem sei ihm die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch die Unterzeichnende zu gewähren; 5. Unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer)
zulasten der Beschwerdegegnerin. Der Beschwerdeführer liess im Wesentlichen
geltend machen, dass die Voraussetzungen von Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) nicht erfüllt
seien, weshalb die halbe Invalidenrente nicht aufgehoben werden dürfe (act. G 1).
D.b Mit Beschwerdeantwort vom 3. März 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde und verwies zur Begründung im Wesentlichen auf die im
Rentenverfahren bereits getätigten Ausführungen (act. G 4).
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D.c Mit Verfügung vom 22. März 2017 wurde dem Gesuch des Beschwerdeführers um
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege, umfassend die Befreiung von den
Gerichtskosten und die unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwältin
Gabriela Grob Hügli, entsprochen (act. G 7).
D.d Auf die Einreichung einer umfassenden Replik wurde mit Schreiben vom 18. April
2017 verzichtet (act. G 9 f.).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Rechtmässigkeit
der verfügten Renteneinstellung.
1.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
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1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
1.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist
somit nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. E.
3.5). Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung
bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht; vorbehalten bleibt die
Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E.
5.4). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im
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Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustands auf die Arbeitsfähigkeit
für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar
(Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2008, 9C_562/2008, E. 2.1).
2.
2.1 Vorliegend ist der Sachverhalt im Zeitpunkt der rentenzusprechenden Verfügung
vom 11. Dezember 2008 (IV-act. 68) mit demjenigen im Zeitpunkt der streitigen
Revisionsverfügung vom 18. Januar 2017 (IV-act. 189) im Sinne der erwähnten
bundesgerichtlichen Vorgaben zu vergleichen. Die Beschwerdegegnerin vertritt den
Standpunkt, es liege im Vergleich zur ursprünglichen Rentenzusprache eine
wesentliche Sachverhaltsänderung und damit ein Revisionsgrund vor. Der
Beschwerdeführer lässt dies bestreiten.
2.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der ursprünglichen Rentenzusprache in
Bezug auf den Gesundheitszustand und dessen Auswirkungen auf das interdisziplinäre
Gutachten der Klinik Valens vom 3. April 2007 (IV-act. 30). Die damals gestellten
Diagnosen sind detailliert unter vorstehender lit. A.c aufgeführt. Zur Begründung einer
verminderten Arbeitsfähigkeit von 50% bei leichten bis mittelschweren
wechselbelastenden Tätigkeiten führten die Gutachter vor dem Hintergrund der
zentralen Diagnosen des chronischen zervikovertebralen und -brachialen
Schmerzsyndroms die stark beeinträchtigende Dekonditionierung an (IV-act. 30-34).
Insgesamt waren damit die orthopädischen Beschwerden vorherrschend für die
quantitative und qualitative Schätzung der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers.
2.3 In somatischer Hinsicht kam im Vergleich zum Gutachten der Klinik Valens gemäss
Gutachten des SMAB insbesondere die lumbale Problematik (chronisches
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom links) hinzu (vgl. zu den Diagnosen
vorstehende lit. C.b). Im Übrigen stimmen die Diagnosen aus orthopädischer Sicht in
den zwei Gutachten im Wesentlichen überein. Der orthopädische Gutachter des SMAB
hält aus somatischer Sicht aufgrund der gesamten Rückenproblematik aktuell eine
Arbeitsfähigkeit von 80% als angemessen. Die Verminderung um 20% ergebe sich
durch immer wiederkehrende Rückenschmerzen, welche das Arbeitstempo und die
Produktivität reduzierten. Im Vergleich zum Vorgutachten seien nur noch leichte
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Verweistätigkeiten zumutbar. Die im Gutachten Valens beschriebene stark
beeinträchtigende Dekonditionierung könne nicht mehr bestätigt werden (IV-act.
137-25, 55; 158-1). Auch die SMAB-Gutachter erachteten die orthopädischen
Beschwerden als ausschlaggebend für die Bestimmung der Leistungsfähigkeit.
3.
3.1 Im Folgenden ist zu prüfen, ob in Würdigung der vorgenannten medizinischen
Gutachten im relevanten Zeitraum in somatischer Hinsicht revisionsrechtlich erhebliche
Veränderungen eingetreten sind. In psychiatrischer Hinsicht liegen solche nicht vor.
Zwar unterscheiden sich jene Diagnosen in den zwei relevanten Gutachten (vgl. dazu
wiederum vorstehende lit. A.c und C.b); beide Gutachten gehen aufgrund der Befunde
aber von keinen wesentlichen psychischen Einschränkungen in Bezug auf die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus (IV-act. 30-59, 64, 137-40). Diesbezüglich
liegt damit kein Revisionsgrund vor.
3.2 Wie erwähnt, ergab sich die quantitative Leistungsminderung von 50% gemäss
dem Gutachten der Klinik Valens insbesondere aus der stark beeinträchtigenden
Dekonditionierung, die mit dem chronifzierten zervikovertebralen und -brachialen
Schmerzsyndrom sowie der Schulterproblematik links in Zusammenhang stand (IV-act.
30-19, 30-25). Diesbezüglich wurde ausgeführt, dass sich die allgemeine
Dekonditionierung anlässlich der EFL gezeigt habe. Herz- und Atemfrequenzen seien
bei längerer Testdurchführung stark angestiegen. Insbesondere am zweiten Testtag
hätte sich eine schnelle Ermüdbarkeit des Beschwerdeführers gezeigt und die Tests
hätten mehrmals wegen erreichter Herzfrequenzlimite abgebrochen werden müssen
(IV-act. 30-19). Gezielte Konditionierungsmassnahmen allein würden keine
Verbesserung bringen, dies habe der Beschwerdeführer bereits glaubhaft versucht. Er
bedürfe auch einer psychiatrischen Begleitung (IV-act. 30-33, 35).
3.3 Gemäss SMAB-Gutachten leidet der Beschwerdeführer noch immer an einem
chronischen zervikospondylogenen Schmerzsyndrom und unter der
Schulterproblematik links. Hinzugekommen ist – wie erwähnt – das chronische
lumbospondylogene Schmerzsyndrom (IV-act. 137-24). Der orthopädische SMAB-
Gutachter schätzt die quantitative Arbeitsfähigkeit trotz des neu hinzugetretenen
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lumbospondylogenen Schmerzsyndroms auf 80% (IV-act. 137-55). Ein verbesserter
somatischer Gesundheitszustand und damit eine erhöhte Arbeitsfähigkeitsschätzung
gegenüber dem Vorgutachten wird einzig damit begründet, dass die von der Klinik
Valens angegebene stark beeinträchtigende Dekonditionierung nicht habe bestätigt
werden können (IV-act. 137-55). Das SMAB-Gutachten ist in diesem zentralen Punkt
indes mangels nachvollziehbarer Begründung unvollständig und auch widersprüchlich,
nachdem unter "Prognose im bidisziplinären Konsens" von einem unveränderten
dekonditionierten Zustand seit 2007 gesprochen wird (IV-act. 137-27). Die
nachgereichte Stellungnahme des SMAB vom 1. Juni 2016 vermag daran nichts zu
ändern. Es wird darin zwar ausgeführt, dass es sich bei der prognostischen
Einschätzung um ein Versehen gehandelt habe und der stark dekonditionierte Zustand
nicht mehr habe festgestellt werden können (IV-act. 158-1); aufgrund welcher
Umstände bzw. welcher Massnahmen eine Verbesserung der körperlichen Kondition
seit dem Vorgutachten eingetreten sein soll, ergibt sich aber weder aus dem Gutachten
noch aus der erwähnten Stellungnahme. Auch wurden diesbezügliche Tests (allenfalls
eine erneute EFL) nicht veranlasst. Trotz dieser Ausgangslage erübrigen sich in
antizipierter Beweiswürdigung weitere Abklärungen. Angesichts des medizinischen
Verlaufs mit dem ab dem Jahr 2011 dazugekommenen lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom erscheint es in Abweichung zur nicht begründeten Einschätzung der
SMAB-Gutachter als nicht wahrscheinlich, dass sich der dekonditionierte Zustand des
Beschwerdeführers verbessert hat. Hinweise für auf diese Problematiken abzielende
physio- (gegen den körperlich dekonditionierten Zustand) und begleitend
psychotherapeutische (in Bezug auf die Schmerzverarbeitung etc.) Massnahmen,
welche eine Verbesserung des Gesundheits¬zustands gemäss Einschätzung der Klinik
Valens hätten ermöglichen können (IV-act. 30-35), ergeben sich aus den Akten auf
jeden Fall nicht. Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer auf andere Weise der
Dekonditionierung entgegengewirkt hätte, sind auch nicht ersichtlich. Entsprechend ist
davon auszugehen, dass sich der dekonditionierte somatische Gesundheitszustand
des Beschwerdeführers seit der ursprünglichen Rentenzusprache überwiegend
wahrscheinlich nicht verbessert hat. Diesbezüglich liegt kein relevant veränderter
Gesundheitszustand und damit kein Revisionsgrund nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vor.
3.4 Die Beschwerdegegnerin vertritt die Auffassung, dass sie wegen gesundheitlicher
Verschlechterung über einen Revisionsgrund verfüge, der Rentenanspruch daher ohne
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Bindung an die ursprüngliche Rentenverfügung geprüft und die Rente basierend auf
der neuen Arbeitsfähigkeitsschätzung eingestellt werden dürfe (vgl. etwa IV-act. 144-3).
Dem kann schon deswegen nicht beigepflichtet werden, weil es sich bei der
Verschlechterung durch die lumbalen Schmerzen – mangels damit einhergehender
relevanter Veränderung der Arbeitsfähigkeit – nicht um eine sich auf den
Invaliditätsgrad auswirkende Sachverhaltsveränderung im Sinn von Art. 17 Abs. 1
ATSG handelt. Eine irrelevante Sachverhaltsänderung kann aber per se kein
Revisionsgrund sein und wenn kein solcher gegeben ist, scheidet die Rentenrevision
aus. Dass der Beschwerdeführer möglicherweise nie eine Rente erhalten hätte, wenn
die medizinische Abklärungspraxis und rechtliche Würdigung bereits im Jahr 2008 dem
heutigen Stand entsprochen hätte, vermag – vor dem Hintergrund des gesetzlichen
Systems der unbefristeten Dauerleistungen mit eingeschränkten
Rückkommensmöglichkeiten – im Übrigen nicht zu einer anderen Beurteilung zu
führen. Dies auch deswegen nicht, weil die ursprüngliche (für damalige Verhältnisse auf
eingehend abgeklärtem Sachverhalt beruhende) Rentenzusprache nicht
schlechterdings nicht vertretbar ist und der Beschwerdeführer nicht als in stossender
Weise privilegiert erscheint (vgl. dazu BGE 135 V 201).
4.
4.1 Gestützt auf das Gesagte erfolgte die Renteneinstellung mangels Revisionsgrund
zu Unrecht. In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 18.
Januar 2017 aufzuheben. Dem Beschwerdeführer steht weiterhin eine halbe IV-Rente
zu.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
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Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (sGS
963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Im hier zu beurteilenden,
durchschnittlich aufwändigen Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung von
Fr. 3'500.-- als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer
somit mit Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen. Mit
der Zusprache der Parteientschädigung erübrigt sich die Frage einer Entschädigung
aus unentgeltlicher Rechtsverbeiständung.