Decision ID: 3765e573-0960-4b82-a4b5-2a28dc24ef34
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
im Juni
1943, bezog ab August 2004 eine ganze Rente der Invalidenversicherung (Verfügung der IV-Stelle des Kantons Appen
zell vom 17. März 2005,
Urk.
8/6; Berech
n
ung
en in
Urk.
8/5 und
Urk.
8/7).
Aufgrund der Anmeldung vom 4
. Februar 2008
(
Urk.
8/13)
sprach die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse,
X._
mit Verfügung vom 6. Mai 2008 mit Wirkung ab dem 1. Juli 2008 eine Alters
rente zu, welche die bisher ausbezahlte Invalidenrente ersetzte
(Urk.
8/16
; Berech
nung in
Urk.
8/15
)
1.2
Am 21. Dezember 2010 wurde die
1971 geschlossene
Ehe von
X._
mit
Y._
, geboren im September 1947, geschie
den (vgl. die Meldung über die Änderung des Zivilstands in
Urk.
8/23
und die Bescheinigung der Gemeinde
Z._
vom 29. Juli 2013,
Urk.
8/27
).
Nachdem die Ausgleichskasse
für das Scheidungsverfahren bereits
im November 2010 provisorische Neuberechnung
en
d
er Renten von
X._
und
Y._
auf das Rentenalter von
Y._
hin vorgenommen und die Renten mit und ohne die Ehescheidung ermittelt hatte (
Urk.
8/20
und die Berechnung in
Urk.
8/21
; vgl. das Schreiben des Kan
tonsgerichts Appenzell A
u
sserrhoden vom 1. November 2010,
Urk.
8/19)
,
wurde sie
im Juli 2013
vom Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) über die erfolgte Scheidung informiert und zur Rentenkorrektur angewiesen
(vgl. Urk.
8/2
3
-27).
Sie
berechnete daraufhin die Altersrente von
X._
rückwirkend per Januar 2011 neu und gelangte für die Jahre 2011 und 2012 zu einem monatlichen Betrag von
Fr.
1‘986.-- statt bisher
Fr.
2‘320.-- und für das Jahr 2013 neu zu einem monatlichen Betrag vo
n
Fr.
2‘003.-- statt bisher Fr.
2‘340.-- (Berechnungsunterlagen in
Urk.
8/32,
Urk.
8/51,
Urk.
17/1-3 und
Urk.
20)
. Gestützt darauf eröffnete die Ausgleichskasse
X._
m
it
V
erfügung vom 13. September 2013, dass seine Altersrente rückwirkend auf Januar 2011 herabgesetzt werde, dass aus der rückwirkenden
Rentenherabset
zung
ein Betrag von
Fr.
11‘049.-- an zu viel ausgerichteten Rentenleistungen resultiere, der zurückgefordert werde, und dass sich die monatliche Rente ab Oktober 2013
auf
Fr.
2‘003.-- belaufe (
Urk.
8/31
und Urk.
8/34
).
X._
erhob mit Eingabe vom 24.
September 2013 Einsprache (Urk.
8/33). Mit Entscheid vom 3. Oktober 2013 wies die Ausgleichskasse die Einsprache ab (
Urk.
2).
2.
Mit Eingabe vom 9. Oktober 2013 erhob
X._
Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid
vom 3. Oktober 2013 und beantragte, die
Rückerstat
tungsverfügung
sei aufzuheben, eventualiter sei ihm die Rückerstattung zu erlassen, und die Berechnung der gesplitteten Rente sei offenzulegen (
Urk.
1). Die Ausgleichskasse schloss in der Beschwerdeantwort vom
2.
Dezember 2013 auf Abweisung der Beschwe
r
de (
Urk.
7).
In der Replik vom 30. Dezember 2013 hielt
X._
an seiner Beschwerde fest und stellte den zusätzlichen Antrag, die Ausgle
ichskas
se sei zu verpflichten, ihn für seinen Aufwand und seine Umtriebe sowie für die entgangenen Ergänzungsleistungen zu entschädi
gen (
Urk.
10). Die Ausgleichskasse hielt in der Duplik vom 6. Februar
2014
ebenfalls an ihrem Standpunkt fest (
Urk.
13), was dem Versicherten am
11. Februar 2014 mitgeteilt wurde (
Urk.
14).
Im März/April 2015 liess das Gericht die Berechnungsunterlagen durch die
Aus
gleichskasse
vervollständigen (
Urk.
16,
Urk.
17/1-3,
Urk.
19 und
Urk.
20;
Tele
fonnotizen
vom 25.
März und vom 7. April 2015,
Urk.
15 und
Urk.
18), und mit
Verfügung vom 17. April 2015
lud
es
Y._
zum Prozess bei
und
setzte
gleichzeitig
X._
Frist zur
Stellungnahme zu den nachgereichten Unterlage
n der Ausgleichskasse an (
Urk.
21). Sowohl
Y._
als auch
X._
liessen die ihnen angesetzte Frist unbenützt verstreichen.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 21 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die Alters- und
Hinterlassenenversi
cherung
(AHVG)
haben Anspruch auf eine Altersrente Männer, wel
che
das
65. Altersjahr vollendet haben (
lit
. a), und
Frauen, welche das
64. Altersjahr vollendet haben (
lit
. b). Der
Anspruch auf die Altersrente entsteht
nach Art. 21 Abs. 2 AHVG
am ersten Tag des Monats, welcher der
Vollendung des
gemäss
Abs.
1
massgebenden
Alt
ersjahres folgt.
Anspruch auf eine ordentliche Alters- und
Hinterlassenenrente
haben nach Art. 29
Abs. 1 AHVG die rentenberechtigten Personen, denen für mindestens ein volles Jahr Einkommen, Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften angerech
net werden können, oder ihre Hinterlassenen. Die ordentlichen Renten werden nach Art. 29 Abs. 2 AHVG für Versicherte mit vollständiger Beitragsdauer als Voll
ren
ten (
lit
. a) und für Versicherte mit unvollständiger Beitragsdauer als
Teil
ren
ten
(
lit
. b) ausgerichtet.
1.2
Die Beitragsdauer ist gemäss Art. 29
ter
Abs. 1 AHVG vollständig, wenn eine Per
son gleich viele Beitragsjahre aufweist wie ihr Jahrgang. Als Beitragsjahre gel
ten
gemäss Art. 29
ter
Abs. 2 AHVG Zeiten, in welchen eine Person Beiträge ge
leistet hat (
lit
. a), Zeiten, in welchen der Ehegatte gemäss Art. 3 Abs. 3 AHVG min
des
tens den doppelten Mindestbeitrag entrichtet hat (
lit
. b), und Zeiten, für die Er
ziehungs- oder Betreuungsgutschriften (vgl. Art. 29
sexies
und Art. 29
septies
AHVG) angerechnet werden können (
lit
. c).
Gemäss Art. 29
bis
Abs. 1 AHVG werden für die Rentenberechnung Beitragsjahre, Erwerbseinkommen sowie Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften der
renten
berechtigten
Person zwischen dem 1. Januar nach Vollendung des 20. Alters
jahres und dem 31. Dezember vor Eintritt des Versicherungsfalles (Rentenalter
oder
Tod) berücksichtigt.
Gemäss Art. 29
bis
Abs. 2 AHVG regelt der Bundesrat die
Anrechnung weiterer Beitragsmonate. Gestützt auf diese
Kompe
tenznorm
ist in Art. 52b und Art. 52c der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversi
cherung
(AHVV)
festgelegt, dass
bei unvollständiger
Beitrags
dau
er
die
Bei
trags
zeiten
vor dem 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres
und die Beitragszeiten zwischen dem 31. Dezember vor dem Eintritt des Versicherungs
falles und der Entstehung des
Rentenanspruchs
zur
Auffüllung von Beitrags
-
lücken herangezogen werden können.
1.3
Innerhalb der anwendbaren Rentenskala, welche die Abstufung der Teilrenten in
Abhängigkeit von den Beitragsjahren vornimmt (vgl. Art. 52 AHVV), wird die Rente gestützt auf Art. 29
quater
AHVG nach Massgabe des durchschnittlichen Jah
res
einkommens berechnet, das sich zusammensetzt aus den
Erwerbsein
kommen
(
lit
. a), den Erziehungsgutschriften (
lit
. b) und den Betreuungsgut
schriften (
lit
. c).
Dabei wird die Summe der Erwerbseinkommen entsprechend dem
Renten
index
gemäss Art. 33
ter
AHVG aufgewertet (Art. 30 Abs. 1 AHVG und Art. 51
bis
AHVV
),
und die Summe der aufgewerteten Erwerbseinkommen sowie die Erziehungs- oder
Betreuungsgutschriften werden durch die Anzahl der Beitragsjahre
geteilt (Art. 30 Abs. 2 AHVG).
Nach Art. 29
quinquies
Abs. 3 AHVG werden
Einkommen, welche die Ehegatten während der Kalenderjahre der gemeinsamen Ehe erz
ielt haben,
geteilt un
d je zur Hälfte den beiden Ehe
gatten angerechnet. Die Einkommensteilung wird
vor
genommen
,
wenn beide Ehegatt
en rentenberechtigt sind (
lit
. a
), wenn eine ver
witwete Person Anspruch auf eine Altersrente hat (
lit
. b) oder bei Auflösung der Ehe durch Scheidung (
lit
. c).
Dabei unterliegen der Teilung und der gegenseiti
gen Anrechnung ge
mäss Art. 29
quinquies
Abs. 4 AHVG nur Einkommen aus der
Zeit zwischen dem 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres und dem 31. Dezember vor Ein
tritt des Versicherungsfalles beim Ehegatten, welcher zuerst rentenberechtigt wird
(
lit
. a), und nur aus Zeiten, in denen beide Ehegatten in der schweizeri
schen Alters- und
Hinterlassenenversicherung
versichert gewesen sind (
lit
. b). Art. 29
quinquie
s
Abs. 4 AHVG ist gestützt auf Art. 29
quinquies
Abs. 5 AHVG nicht
anwendbar für das Kalenderjahr, in dem die Ehe geschlossen oder aufgelöst wird.
Muss eine Altersrente neu festgesetzt werden, weil der Ehegatte rentenberechtigt oder die Ehe aufgelöst wird, so bleiben
nach Art. 31 AHVG
die im Zeitpunkt der erstmaligen Rentenberechnung geltenden Berechnungsvorschriften massgebend. Die aufgrund dieser Bestimmungen neu festgesetzte Rente ist in der Folge auf den neuesten Stand zu bringen.
1
.4
Gemäss Art. 36
Abs.
2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sind für die Berechnung der Invalidenrente die Bestimmungen des AHVG sinn
gemäss anwendbar.
Nach Art. 33
bis
Abs.
1 AHVG ist für die Berechnung von Alters- oder
Hinterlas
senenrenten
, die an die Stelle einer Rente gemäss dem Bundesgesetz über die Invalidenversicherung treten, auf
die
Grundlage abzustellen, die für die Berech
nung der Invalidenrente massgebend ist, falls dies für den Berechtigten vorteil
hafter ist. Art. 33
bis
Abs.
1
bis
AHVG sieht vor, dass bei verheirateten Personen die Rentenberechnung gemäss
Abs.
1 anzupassen ist, wenn die Voraussetzun
gen für die Teilung und die gegenseitige Anrechnung der Einkommen erfüllt sind.
1.5
1.5.1
Nach Art. 53 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
-
ver
sicherungsrechts
(ATSG) müssen formell rechtskräftige Verfügungen und
Einspracheentscheide
in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsa
chen entdeckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht mög
lich war (sogenannte prozessuale Revision). Ferner bestimmt Art. 53 Abs. 2 ATSG,
dass
der Versicherungsträger auf formell rechtskräftige Verfügungen und
Einspracheentscheide
zurückkommen kann, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (sogenannte
Wieder
erwägung
).
1.5.2
Unrechtmässig bezogene Leistungen sind nach Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG zurück
zuerstatten.
Leistungen, die aufgrund einer formell rechtskräftigen Verfügung ausgerichtet worden sind, sowie auch formlos verfügte Leistungen dürfen nach der Recht
sprechung des
Bundesgerichts
allerdings nur dann zurückgefordert werden, wenn entweder die Voraussetzungen für eine Wiedererwägung oder die Vorausset
zungen für eine prozes
suale Revision erfüllt sind (
BGE 129 V 110
E.
1.1).
Nach Art. 25 Abs. 2 ATSG erlischt der Rückforderungsanspruch mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung (Satz 1). Es handelt sich bei diesen Fristen um
Verwirkungs
fristen
(vgl. BGE 124 V 380 E. 1 mit Hinweisen).
Nach der Rechtsprechung beginnt die einjährige, relative Verwirkungsfrist nach Art. 25
Abs.
2 Satz 1 ATSG in jenem Zeitpunkt zu
laufen, in welchem die Verwal
tung bei Beachtung der ihr zumutbaren Aufm
erksamkeit Kenntnis vom
rückfor
derungsbegrün
den
den
Sachverhalt haben konnte. Dabei ist nicht
das erstmalige unrich
tige Han
deln
fristauslösend
, sondern e
rst derjenige Tag
, an dem sich die Verwaltung
später - beispielsweise anläss
lich einer Rechnungskontrolle - unter A
nwendung der ihr zumutbaren Auf
merk
samkeit über ihren Fehler hätte Rechenschaft geben müssen (BGE
122 V 270 E. 5 mit Hinweisen).
1.5.3
Wer (unrechtmässige) Leistungen in gutem Glauben empfangen hat, muss sie nach Art. 25
Abs.
1 Satz 2 nicht zurückerstatten, wenn eine grosse Härte vor
liegt. Massgebend für die Beurteilung, ob eine grosse Härte vorliegt, ist nach Art. 4
Abs.
2 der
Verordnung über den Allgemeinen Teil des
Sozialversiche
rungsrechts
(ATSV)
der Zeitpu
nkt, in welchem über die Rückfor
derung
rechts
kräftig entschieden ist
.
2.
2.1
Gegenstand des
angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 3. Oktober 2013
ist die Höhe der Altersrente ab dem 1. Januar 2011, wie sie die
Beschwerdegegne
rin
aufgrund der Scheidung des Beschwerdeführers im Dezember 2010 neu berechnet hat, und die Frage, ob die Beschwerdegegnerin den
zuviel
ausgerich
teten Rentenbetrag vom Beschwerdeführer zurückfordern darf. Explizit wandte sich der Beschwerdeführer nur gegen diese Rückforderung (
Urk.
1 S. 1).
Dadurch, dass er aber
zudem
beantragte, die Berechnung der gesplitteten Rente sei offenzulegen, machte er implizit auch geltend, es sei nicht nachvollziehbar, ob die neue Rente korrekt berechnet worden sei. Damit ist im vorliegenden Verfahren nicht nur die Rechtmässigkeit der Rückforderung, sondern auch die Höhe der neu berechneten Altersrente ab dem 1. Januar 2011 zu beurteilen.
2.2
Bei der Invalidenrente des Beschwerdeführers handelte es sich gemäss der Berech
nung der Beschwerdegegnerin (
Urk.
8/5 und
Urk.
8/7) um eine Vollrente nach Art. 29 Abs. 2
lit
. a AHVG in Verbindung mit Art. 36
Abs.
2 IVG, und aufgrund des durchschnittlichen Jahre
seinkommens in der Höhe von Fr.
102‘546.-- (
Ausgangswert
Fr.
102‘146.--
[
Fr.
91‘701.-- +
Fr.
10‘445.--]
; vgl.
Urk.
8/5/6) hatte der Beschwerdeführer Anspruch auf die
monatliche
Höchst
rente
im Betrag von
Fr.
2‘110.--
(im Jahr 2004 berechtigte ein durchschnit
tli
ches Jahreseinkommen
von
Fr.
75‘960.-- und mehr zur Höchstrente),
die bis zum Jahr 2008 auf
Fr.
2‘
210.-- stieg
.
Bei der Überführung der Invalidenrente in die Altersrente per Juli 2008 ergab die Vergleichsrechnung nach Art. 33
bis
Abs.
1 AHVG für die Altersrente
- gleichermassen eine Vollrente -
ein niedrigeres durchschnittliches Jahresein
kommen als für die Invalidenrente; dieses lag jedoch mit dem
Wert von
Fr.
96‘798.-- (
Ausgangswert
Fr.
95‘945.--
[
Fr.
86‘000.-- +
Fr.
9‘945.--]
; vgl.
Urk.
8/18/4)
immer noch klar über dem durchschnittlichen Jahreseinkommen von
Fr.
79‘560.--, das im Jahr 2008 das Mindesteinkommen für den Anspruch auf die Maximalrente bildete. Auch ohne Besitzstandsgarantie hatte der Beschwerdeführer somit ab Juli 2008 weiterhin Anspruch auf die
monatliche
Höchstrente im Betrag von dannzumal
Fr.
2‘210.--
.
2.3
2.3.1
Nachdem die Ehe des Beschwerdeführers im Dezember 2010 geschieden worden war, war in Anwendung von Art. 29
quinquies
Abs. 3
lit
. c AHVG die Einkom
mensteilung vorzunehmen und die Rente per Januar 2011 neu zu berechnen.
2.3.2
Die Einkünfte des Beschwerdeführers und seiner früheren Ehefrau, welche die Beschwerdegegnerin für die Einkommensteilung herangezogen hatte, gehen aus den
nachgereichten
Auszügen aus den Individuellen
Konti
hervor (
Urk.
17/1+2 und
Urk.
20 S. 7 ff.), und es ist nicht ersichtlich und wurde auch nicht geltend gemacht, dass der Beschwerde
gegnerin
bei der Durchführung der Teilung
in Anwendung von Art. 29
quinquies
Abs.
4 und
Abs.
5 AHVG (vgl. die Übersicht in
Urk.
17/3) ein Fehler unterlaufen wäre.
Richtig ist insbesondere, dass die Invali
den-Einkünfte im Individuellen Konto des Beschwerdeführers ab dem Jahr 2004
(vgl. die letzten beiden Seiten von
Urk.
17
/1), ungeteilt blieben (vgl.
Rz
4007 und 400
9 des Kreisschreibens des BSV
über das Splitting bei Scheidung, Stand 1. Januar 2012).
2.3.3
Fehler bei der Neuberechnung der Altersrente
(vgl.
Urk.
8/32,
Urk.
8/51 und
Urk.
17/3)
sind ebenfalls nicht erkennbar.
Die gesamte Einkommenssumme von
Fr.
1‘434‘088.--, deren Zusammensetzung aus der nachgereichten Aufstellung der Beschwerdegegnerin ersichtlich ist (
Urk.
17/3),
führt unter Berücksichtigung
des Aufwertungsfaktors von 1.378 (Tabelle des BSV „Aufwertungsfaktoren 2008“, erster massgebender IK-Eintrag 1964
; vg
l. Art. 30
Abs.
1 AHVG und Art.
51
bis
AHVV sowie Art. 33
ter
AHVG
) zum durchschnit
tlichen Einkommen von
Fr.
44‘913
.-- (44 Beitragsjahre
; vgl. Art. 30
Abs.
2 AHVG
). Zuzüglich der durchschnittlichen Erziehungsgutschriften von
Fr.
9‘945.-- (3 x
Fr.
1‘
105.--
x 12
x
22
:
2
: 44; vgl. Art. 29
sexies
Abs.
2 und
Abs.
3
AHVG) resultiert ein durch
schnittliches Jahreseinkommen von
Fr.
54‘858
.--. Dieses führt für das massge
bende Jahr
2008
des Beginns der Altersrente zum nächsthöheren Tabellenwert von
Fr.
55‘
692.--
. Per 1. J
anuar 2011 ist der Wert von Fr.
58‘464
.
massgebend (Umrechnungstabelle
n
des BSV auf den
1.1.2009 und auf den
1.1.2011
; vgl. Art. 31 AHVG)
, aus dem sich eine Altersrente im errechneten Betrag von monatlich
Fr.
1‘986.-- ergibt, und per 1. Januar 2013 führt der massgebende Wert von
Fr.
58‘968.-- (Umrechnungstabelle des BSV auf den 1.1.2013) zu einer Altersrente im errechneten Betrag von
Fr.
2‘003.--.
2.3.4
Gestützt auf Art. 33
bis
Abs.
1
bis
AHVG in Verbindung mit Art. 33
bis
Abs.
1 AHVG ist allerdings bei der Neuberechnung einer Rente infolge Einkom
mensteilung erneut eine Vergleichsrechnung durchzuführen, bei der die Invali
denrente und die Altersrente einander gegenübergestellt werden und die günsti
gere Rente auszurichten ist
(vgl.
Rz
5707,
Rz
5711 und
Rz
5719 der Wegleitung des BSV über die Renten in der Eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [RWL], Stand 1. Januar 2015).
Wenn in Art. 33
bis
Abs.
1
bis
AHVG von verheirateten Personen die Rede ist, müssen damit
alle
Personen gemeint sein, bei denen
nach Art. 29
quinquies
Abs.
3 AHVG eine Ein
kommensteilung vorzunehmen ist, unabhängig davon, ob die
Einkommenstei
lung
wegen der Rentenberechtig
ung des zweiten Ehegatten (
lit
.
a;
nach der Ein
kommensteilung
weiterhin verheiratete Personen) oder wegen der Auflösung der Ehe durch Scheidung (
lit
. c; bis zur Einkommensteilung verheiratete Personen
) erforderlich wird.
Die
Beschwerdegegnerin hat es versäumt, diese
Vergleichsrechnung
vorzuneh
men; eine Berechnung der Invalidenrente nach durchgeführter
Einkommenstei
lung
fehlt in den Akten.
Nachfolgend ist diese Berechnung daher noch vorzu
nehmen, und es ist zu prüfen, ob daraus für den Beschwerdeführer eine höhere Rente resultiert.
2.3.5
Die gesamte Einkommenssumme, die für die Berechnung der Invalidenrente massgebend ist, beläuft sich auf
Fr.
1‘350‘090.-
- (
Fr.
1‘434‘088.-- gemäss Urk.
17/3 abzüglich der Einkünfte der Jahre 2004 bis 2007). Beim
anwendbaren
Aufwertungsfaktor von 1,4 (vgl.
Urk.
8/5/6
; Tabelle des BSV „Eintrittsabhängige pauschale Aufwertungsfaktoren“, erster massgebender IK-Eintrag 1964), resul
tiert ein durchschnittliches Einkommen von
Fr.
47‘254.-- (40 Beitragsjahre, vgl.
Urk.
8/5/6), und zuzüglich der durchschnittlichen Erziehungsgutschriften von
Fr.
10‘445.-- (vgl.
Urk.
8/5/6) beträgt das durchschnittliche Jahreseinkommen
Fr.
57‘699.--. Im Jahr 2004 des Beginns der Invalidenrente beträgt de
r
nächst
höhere
Tabellenwert Fr.
58‘236.--. Per 1. Januar 2011 ist der Wert von
Fr.
64‘032.--
massgebend
(Umrechnungstabellen des BSV auf den 1.1.2005, auf den 1.1.2007, auf den 1.1.2009 un
d auf den 1.1.2011), und per 1.
Jan
uar 2013 der Wert von Fr.
64‘584.-- (Umrechnungstabelle des BSV auf den 1.1.2013).
Ausgehend von diesen beiden Werten beträgt die monatliche Invalidenrente des Beschwerdeführers ab dem 1. Januar 2011
Fr.
2‘060.-- und ab dem 1. Januar 2013
Fr.
2‘078.--.
Die monatliche Invalidenrente ab Januar 2011 ist damit höher als die monatliche Altersrente ab Januar 2013, und der Beschwerdeführer hat daher Anspruch auf diese höhere Rente.
Ihm ist somit für die Zeit ab Januar 2011 eine Altersrente in der Höhe von
Fr.
2‘060.-- und für die Zeit ab Januar 2013 eine Altersrente in der Höhe von
Fr.
2‘078.-- zuzusprechen.
2.4
Für die Zeit von Januar 2011 bis September 2013 hat der Beschwerdeführer
demnach
Anspruch auf Rentenleistungen im Ges
amtbetrag von
Fr.
68‘142.-- (24
x
Fr.
2
‘060.-- =
Fr.
49‘440.--
+ 9 x
Fr.
2‘078.-- =
Fr.
18‘702.--). Der Ver
gleich diese
r Summe
mit de
r
tatsächlich ausgerichteten
Summe
gemäss der ursprünglichen Rentenberechnung von
Fr.
76‘740.--
(vgl.
Urk.
8/34)
führt zu einem Betrag von
Fr.
8‘598.-- an zu viel ausgerichteten Rentenleistungen.
Zu prüfen ist die Rechtmässigkeit der Rückforderung in dieser Höhe.
Da die Einkommensteilung und die Neuberechnung der Altersrente ab der Auflö
sung der Ehe auf zwingenden gesetzlichen Vorschriften basiert
(vgl. BGE 131 V 1)
, ist die Weitergewährung der ursprüng
lichen, höheren Rente ab dem 1.
Januar 2011 als zweifellos unrichtig im Sinne der vorstehend dargelegten Voraussetzung für eine Wiedererwägung und Rückforderung des zu Unrecht ausgerichteten Betrags (E. 1.5.1 und E. 1.5.2) zu qualifizieren.
Auch die zweite Voraussetzung der erheblichen Bedeutung der Berichtigung ist ohne
Weiteres
erfüllt angesichts der Höhe des Rückforderungsbetrags. Des Weiteren hat die Beschwerdegegnerin mit dem Erlass der Verfügung vom 13. September 2013 neben der fünfjährigen, absoluten Verwirkungsfrist auch die einjährige, relative Verwirkungsfrist
eingehalten.
G
emäss der vorstehend zitierten Rechtsprechung ist für den Beginn des Fristenlaufs
nämlich
nicht das erstmalige fehlerhafte Handeln massgebend, sondern erst der Zeitpunkt, zu dem der Fehler später ent
deckt wird (E. 1.5.2).
Nimmt man als diesen Zeitpunkt den Juli 2013 an, als die Beschwerdegegnerin vom BSV auf ihren Fehler hingewiesen wurde, so ist die Frist
ohn
e
hin
gewahrt. Sie ist aber auch dann noch gewahrt, wenn man der
Argumentation
des Beschwerdeführers folgt, wonach
die Beschwerdegegnerin
den Fehler schon bei der Berechnung der Rente seiner geschiedenen Ehefrau
erkannt habe oder hätte erk
ennen müssen (
vgl.
Urk.
1
S. 1,
Urk.
10
)
. Denn die
geschiedene Ehefrau des Beschwerdeführers
meldete sich
erst im September
2012 zum Rentenbezug an
und
füllte
das entsprechende Formular
am 13. September 2012 aus
(
Urk.
8/52). Somit
konnte
die Beschwerdegegnerin durch dieses Formular frühestens wenige Tage nach dem 13. September 2012 von der Ehescheidung
erfahren haben (vgl.
Urk.
7 S. 3 und
Urk.
13),
und die einjährige Verwirkungsfrist begann frühestens dann zu laufen. Die
Rückforde
rungsverfügung
vom 13. September 2013 erweist sich daher auch unter dieser Annahme noch als fristgerecht erlassen.
Die Rückforderung im reduzierten Betrag von
Fr.
8‘598.-- ist somit rechtens.
Die Frage nach dem Erlass der Rückforderung ist entgegen dem Antrag des Beschwerdeführers nicht im vorliegenden Verfahren zu beurteilen, sondern die Beschwerdegegnerin wird darüber separat zu verfügen haben, wenn der vorlie
gende Entscheid rechtskräftig geworden ist (vgl. E. 1.5.3). Auf den entsprechen
den Antrag kann daher nicht eingetreten werden.
2.5
Damit ist der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 3. Oktober 2013 in teilwei
ser Gutheissung der Beschwerde dahingehend zu ändern, dass der Beschwerdeführer ab Januar 2011 Anspruch auf eine
monatliche
Altersrente in der Höhe von
Fr.
2‘060.-- und ab Januar 2013 Anspruch auf eine
monatliche
Altersrente in der Höhe von
Fr.
2‘078.-- hat und dass der Rückforderungsbetrag auf
Fr.
8‘598.--
reduziert wird
. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
3.
Der Beschwerdeführer stellte den Antrag auf Zusprechung einer Entschädigung (
Urk.
10).
Soweit
sich
der geltend gemachte Anspruch
auf
entgangene
Ergänzungsleis
-
tun
gen
be
zieht
, so ist in
Art.
12
Abs.
4 des
Bundesgesetz
es
über
Ergänzungsleis
tungen
zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG)
und in
Art.
22 der
Verordnung über
die
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlasse
nen- und Invalidenversicherung (ELV)
der Anspruch auf die Nachzahlung der Ergänzungsleistungen
statuiert
, falls eine laufende Rente
mit Verfügung
geän
dert wird.
Der Entschädigungsanspruch ist daher in dieser Hinsicht unbegrün
det.
Soweit der Beschwerdeführer eine Entschädigung für seine Umtrieb
e
geltend macht,
so
sind der Arbeitsaufwand und
die
Umtriebe einer
unvertretenen
Partei
rechtsprechungsgemäss
nur dann ausnahmsweise zu entschädigen, wenn es kumulativ um eine komplizierte Sache mit hohem Streitwert handelt, ein hoher Arbeitsaufwand angefallen ist, der den Rahmen dessen überschreitet, was der Einzelne üblicher- und
zumutbarerweise
nebenbei zur Besorgung der persönli
chen Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat, und der betriebene Aufwand zudem in einem vernünftigen Verhältnis zum Ergebnis der Interessenwahrung
steht
(Urteil des Bundesgerichts C 3/04 vom 2
5.
April 2005, E. 6.2 mit Hinweis auf BGE 110 V 81 E. 7).
Vorliegendenfalls
kann nicht von einem ausseror
dentlich hohen Arbeitsaufwand gesprochen werden, weshalb auch in dieser Hinsicht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung besteht.