Decision ID: 350fbdac-2744-4f39-8ea8-8b2ae2165732
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_005
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt:
1. Am 9. April 2019 beschloss der Gemeindevorstand B._ gestützt auf
Art. 21 KRG über das ganze Gemeindegebiet eine zweijährige
Planungszone. Dieser Beschluss wurde im Kantonsamtsblatt publiziert. Im
Publikationstext wurde(n) der Zweck der Planungszone bzw. die
Planungsziele wie folgt umschrieben:
a) Prüfung einer Reduktion der Bauzonen (vor allem der Wohn-, Misch- und Zentrumszonen) entsprechend den Vorgaben von Art. 15 Abs. 1 und 2 RPG sowie des kantonalen Richtplans (KRIP-S) vom 20. März 2018;
b) Umsetzung der weiteren Vorgaben von Art. 15 RPG sowie des kantonalen KRIP-S vom 20. März 2018, insbesondere betreffend Förderung einer hochwertigen baulichen Siedlungsentwicklung nach innen und Siedlungserneuerung (KRIP-S, Ziff. 5.1.2, Handlungsanweisungen).
Gleichzeitig wurde im Publikationstext darauf hingewiesen, dass in der
Planungszone nichts unternommen werden dürfe, was die neue Planung
erschweren oder dieser entgegenstehen könnte. Bauvorhaben dürften
nicht bewilligt werden, wenn sie den rechtskräftigen sowie den
vorgesehenen neuen Planungen und Vorschriften oder dem sich in
Erarbeitung befindlichen kommunalen räumlichen Leitbild widersprechen
könnten (Art. 21 Abs. 2 KRG). Baubewilligungen seien während der
Planungszone ausserdem dann zurückzustellen, wenn das Bauvorhaben
unüberbaute Flächen einer Wohn-, Misch- und Zentrumszone
beanspruche, die entweder ausserhalb des weitgehend überbauten
Gebiets lägen (insbesondere potenzielle Auszonungsflächen gemäss der
gesamtkantonalen Erhebung im Rahmen des Richtplans) oder die aus
anderen Gründen (z.B. Freihaltung aus ortsbild- oder
denkmalpflegerischen Gründen) nicht überbaut werden sollten.
2. Mit Datum vom 1. Juli 2020 reichte die A._ SA bei der Gemeinde
B._ ein Baugesuch betreffend die Erweiterung einer bestehenden
Mobilfunkanlage auf der Parzelle Z.1._ (Talstation C._) ein,
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welches von der Grundeigentümerin der Parzelle Z.1._
mitunterzeichnet wurde.
3. Mit Entscheid vom 18. August 2020 sistierte der Gemeindevorstand
B._ das Baugesuch der A._ SA, ohne es öffentlich aufzulegen.
Er begründete seinen Entscheid im Wesentlichen damit, dass am 9. April
2019 über das ganze Gemeindegebiet eine Planungszone erlassen
worden sei.
4. Hiergegen erhob die A._ SA (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am
6. Oktober 2020 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden. Sie stellte folgende Anträge:
Der Entscheid des Gemeindevorstands B._ vom 26. August 2020 [recte: 18. August 2020] betreffend Baugesuch [...] für eine Erweiterung der bestehenden Mobilfunkanlage, Parz. Z.1._, [...] sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, das Baubewilligungsverfahren fortzuführen;
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen inkl. der gesetzlichen MWST zu Lasten der Beschwerdegegnerin.
Begründend führte sie im Wesentlichen aus, dass die vorliegend in Frage
stehende Erweiterung der bestehenden Mobilfunkanlage vom sachlichen
Geltungsbereich der Planungszone nicht erfasst sei. Schliesslich seien
auch keine (weiteren) Gründe ersichtlich, die eine Sistierung des
Bauverfahrens rechtfertigen würden, was insbesondere für die fehlenden
Vollzugsempfehlungen gelte.
5. In ihrer Vernehmlassung vom 29. Oktober 2020 beantragte die Gemeinde
B._ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der
Beschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne; unter gesetzlicher
Kosten- und Entschädigungsfolge. Sie machte im Wesentlichen geltend,
dass das Bauvorhaben durchaus vom Erlass der Planungszone,
insbesondere lit. b Abs. 3, gedeckt sei. Die Beschwerdeführerin
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interpretiere die massgebliche Textstelle im Erlass der Planungszone zu
eng.
6. Mit Schreiben vom 10. November 2020 hielt die Beschwerdeführerin
replicando an ihren bisherigen Anträgen fest. Die Beschwerdegegnerin
verzichtete mit Schreiben vom 19. November 2020 auf die Einreichung
einer Duplik.
7. Am 17. März 2021 beschloss der Gemeindevorstand B._ die
Verlängerung der seit April 2019 geltenden Planungszone um zwei Jahre.
Dieser Beschluss wurde im Kantonsamtsblatt publiziert. Das Departement
für Volkswirtschaft und Soziales stimmte der Verlängerung der
Planungszone zu.
8. Mit Schreiben vom 26. Mai 2021 ersuchte der Instruktionsrichter die
Beschwerdegegnerin um Edition des in ihrer Vernehmlassung vom
29. Oktober 2020 erwähnten kommunalen Richtplans sowie des
kommunalen räumlichen Leitbildes.
9. Am 3. Juni 2021 (Eingang) reichte die Beschwerdegegnerin das
kommunale räumliche Leitbild, einen Zonenplan sowie einen
Erschliessungsplan ein. Gleichzeitig wies sie daraufhin, dass kein
kommunaler Richtplan existiere.
10. In ihrer Stellungnahme vom 9. Juli 2021 hielt die Beschwerdeführerin im
Wesentlichen fest, aus dem kommunalen räumlichen Leitbild gehe klar
hervor, dass sich die von der Beschwerdegegnerin beabsichtigte Planung
im Bereich Mobilfunk auf die Koordination neuer Antennenstandorte
beschränke. Dies bestätige, dass die geplante Erweiterung der bereits
bestehenden Mobilfunkanlage von vornherein gar nicht von der
Planungszone erfasst sein könne, womit eine Sistierung des
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Baubewilligungsverfahrens rechtswidrig sei. Im Übrigen verwies sie auf
ihre bisherigen Ausführungen.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und
die eingereichten Beweismittel wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Entscheid des
Gemeindevorstands B._ vom 18. August 2020, womit das Baugesuch
der Beschwerdeführerin sistiert wurde (insbesondere mit der Begründung
der Unterstellung des Baugesuchs unter die Planungszone). Gemäss
Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG;
BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht Beschwerden gegen
Entscheide von Gemeinden, soweit diese nicht bei einer anderen Instanz
angefochten werden können oder nach kantonalem oder eidgenössischem
Recht endgültig sind. Der angefochtene Entscheid des
Gemeindevorstands vom 18. August 2020 ist weder endgültig noch kann
er bei einer anderen Instanz angefochten werden. Die Beurteilung der
vorliegenden Beschwerde fällt demzufolge in die Zuständigkeit des
angerufenen Gerichts. Ob die Sistierung des Baugesuchs zur Folge hat,
dass anstelle der in Art. 52 Abs. 1 VRG vorgesehenen 30-tägigen Frist die
in Art. 52 Abs. 2 VRG vorgesehene 10-tägige Frist zur Anwendung
gelangen müsste, kann vorliegend offenbleiben, zumal ein Nichteintreten
mangels Wahrung der Rechtsmittelfrist im vorliegenden Einzelfall zu einem
formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen
würde (Prozessökonomie). Nachdem die übrigen Prozessvoraussetzungen
zu keinen Bemerkungen Anlass geben, kann auf die Beschwerde
eingetreten werden.
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2. Vorliegend ist unbestritten und steht fest, dass der Gemeindevorstand
B._ am 9. April 2019 über das ganze Gemeindegebiet eine
Planungszone erlassen hat, welche einstweilen bis April 2023 gilt.
Umstritten ist demgegenüber die Frage, ob das Bauvorhaben der
Beschwerdeführerin (Erweiterung einer bestehenden Mobilfunkanlage auf
der Parzelle Z.1._ [touristische Gewerbezone, Art. 25 des
Baugesetzes der Gemeinde B._]) unter den sachlichen
Geltungsbereich der Planungszone fällt bzw. der Planungszone zu
unterstellen und insofern zu Recht sistiert worden ist. Dies gilt es
nachfolgend zu prüfen.
3. Die Planungszone stellt das klassische Instrument zur Sicherung künftiger
Planungen dar (vgl. WALDMANN/HÄNNI, Stämpflis Handkommentar SHK
zum Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Art. 27 Rz. 2 m.w.H.). Wird der
Erlass oder die Änderung der Grundordnung oder eines Quartierplans in
die Wege geleitet, kann der Gemeindevorstand für die davon betroffenen
Gebiete eine Planungszone erlassen (Art. 21 Abs. 1 des
Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden [KRG; BR 801.100]).
In einer Planungszone darf gemäss Art. 21 Abs. 2 KRG nichts
unternommen werden, was die neue Planung erschweren oder dieser
entgegenstehen könnte. Insbesondere dürfen Bauvorhaben nur bewilligt
werden, wenn sie weder den rechtskräftigen noch den vorgesehenen
neuen Planungen und Vorschriften widersprechen (vgl. auch Art. 27 Abs. 1
Satz 2 des Bundesgesetzes über die Raumplanung
[Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700]). Mit der Planungszone werden also
nicht gemeinhin sämtliche Bauvorhaben im Planungsbereich
verunmöglicht. Vielmehr soll nur, aber immerhin, die Erstellung derjenigen
Einrichtungen verboten werden, die der im Gang befindlichen Planung
widersprechen. Nicht planungsrelevante Sachverhalte bleiben
unangetastet. Baubewilligungen bleiben damit weiterhin möglich, solange
die konkrete Baute bzw. Nutzungsänderung den künftigen
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planungsrechtlichen Festlegungen nicht derogiert. Die Frage der künftigen
planungsrechtlichen Festlegungen bzw. der Planungsvorstellungen
bestimmt sich dabei nicht ausschliesslich nach den Absichten während der
Verfügung der Planungszone, sondern es sind auch die mittlerweile
gewonnenen Ansichten und neu formulierten Planungsideen und -ziele zu
berücksichtigen (BERNER, Luzerner Planungs- und Baurecht, Bern 2012,
Rz. 672 m.w.H.).
4. Im Publikationstext der am 9. April 2019 vom Gemeindevorstand B._
über das ganze Gemeindegebiet erlassenen Planungszone werden die
Planungsziele wie folgt umschrieben:
a) Prüfung einer Reduktion der Bauzonen (vor allem der Wohn-, Misch- und Zentrumszonen) entsprechend den Vorgaben von Art. 15 Abs. 1 und 2 RPG sowie des kantonalen Richtplans (KRIP-S) vom 20. März 2018;
b) Umsetzung der weiteren Vorgaben von Art. 15 RPG sowie des kantonalen KRIP-S vom 20. März 2018, insbesondere betreffend Förderung einer hochwertigen baulichen Siedlungsentwicklung nach innen und Siedlungserneuerung (KRIP-S, Ziff. 5.1.2, Handlungsanweisungen).
Daraus geht hervor, dass die Planungszone im Hinblick auf die Anpassung
der Ortsplanung an die Vorgaben des am 1. Mai 2014 in Kraft getretenen
teilrevidierten Raumplanungsgesetzes (RPG1) und des gestützt darauf
angepassten kantonalen Richtplans (KRIP-S) erlassen wurde. Letzterer
wurde am 20. März 2018 von der Regierung des Kantons Graubünden
beschlossen und am 10. April 2019 vom Bundesrat (mit Vorbehalten)
genehmigt.
4.1. Mit der Teilrevision des Raumplanungsgesetzes (RPG1) sollte die
Zersiedelung eingedämmt und - als Folge einer verstärkt nach innen
gelenkten Siedlungsentwicklung - das Kulturland besser geschützt werden
(Botschaft vom 20. Januar 2010 zur Teilrevision des
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Raumplanungsgesetzes, BBl 2010 1056 Ziff. 1.3.1). Vor diesem
Hintergrund wurde der Artikel 15 wie folgt angepasst:
1 Die Bauzonen sind so festzulegen, dass sie dem voraussichtlichen Bedarf für 15 Jahre entsprechen.
2 Überdimensionierte Bauzonen sind zu reduzieren. 3 Lage und Grösse der Bauzonen sind über die Gemeindegrenzen hinaus
abzustimmen; dabei sind die Ziele und Grundsätze der Raumplanung zu befolgen. Insbesondere sind die Fruchtfolgeflächen zu erhalten sowie Natur und Landschaft zu schonen.
4 Land kann neu einer Bauzone zugewiesen werden, wenn:
a) es sich für die Überbauung eignet;
b) es auch im Fall einer konsequenten Mobilisierung der inneren Nutzungsreserven in den bestehenden Bauzonen voraussichtlich innerhalb von 15 Jahren benötigt, erschlossen und überbaut wird;
c) Kulturland damit nicht zerstückelt wird;
d) seine Verfügbarkeit rechtlich sichergestellt ist; und
e) damit die Vorgaben des Richtplans umgesetzt werden. 5 Bund und Kantone erarbeiten zusammen technische Richtlinien für die
Zuweisung von Land zu den Bauzonen, namentlich die Berechnung des Bedarfs an Bauzonen.
Zudem wurde den Kantonen mit dem neuen Artikel 8a ausdrücklich
vorgegeben, zu welchen Themen sich ihre Richtpläne im Bereich
"Siedlung" zu äussern haben. Die Fragen im Zusammenhang mit der
Dimensionierung und der allfälligen Verkleinerung zu grosser Bauzonen
sowie die Strategien, um eine hochwertige Siedlungsentwicklung nach
innen zu bewirken, sollten neu zwingend Thema des kantonalen Richtplans
sein (vgl. Botschaft vom 20. Januar 2010 zur Teilrevision des
Raumplanungsgesetzes, BBl 2010 1056 Ziff. 1.3.1 und 1069 Ziff. 2.3.4).
4.2. In Nachachtung von Art. 8a i.V.m. Art. 15 RPG bestimmt der kantonale
Richtplan KRIP-S für Gemeinden mit überdimensionierter Wohn-, Misch-
und Zentrumszone (WMZ) - worunter auch die Beschwerdegegnerin fällt
(vgl. KRIP-S, 5.2-15 ff., beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 3) - was
folgt: "Gemeinden mit [...] überdimensionierter WMZ beschliessen nach
Erlass des kantonalen Richtplans Siedlung eine Planungszone bezüglich
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potenzieller Auszonungsflächen gemäss der gesamtkantonalen Grundlage
und weiterer selbst eruierter Auszonungsflächen. [...] (KRIP-S, 5.2-12 [Bf-
act. 3])." Zudem weist er sämtliche Gemeinden dazu an, gestützt auf eine
Siedlungsanalyse in einem kommunalen räumlichen Leitbild die Ziele,
Strategien und Umsetzungsmassnahmen zur Förderung einer
hochwertigen baulichen Siedlungsentwicklung nach innen und von
Siedlungserneuerung zu definieren. [...] (KRIP-S, 5.1-10 [bzw. Ziff. 5.1.2,
Handlungsanweisungen] [Bf-act. 3])."
5. Nach dem Gesagten bezweckt die Planungszone also im Wesentlichen die
Sicherung künftiger Planungen im Zusammenhang mit der Eindämmung
der Zersiedelung, dem besseren Schutz des Kulturlandes sowie einer
hochwertigen baulichen Siedlungsentwicklung nach innen und
Siedlungserneuerung. Dabei ist - wie nachfolgend zu zeigen sein wird -
nicht ersichtlich, inwiefern das beschwerdeführerische Bauvorhaben
(Erweiterung einer bestehenden Mobilfunkanlage auf der
Parzelle Z.1._) unter den sachlichen Geltungsbereich der
Planungszone fallen bzw. den künftigen planungsrechtlichen Festlegungen
derogieren könnte.
5.1. Gemäss dem kommunalen räumlichen Leitbild, welches am 12. Mai 2020
vom Gemeindevorstand B._ als wegweisendes Strategieinstrument
beschlossen wurde (vgl. kommunales räumliches Leitbild [KRL] S. 5),
erfolgt die Prüfung der Reduzierung der WMZ-Reserven in der Gemeinde
B._ in drei Schritten: "1. Nicht erschlossene oder nicht überbaubare
WMZ-Reserven am Siedlungsrand auszonen [...]. 2. Nicht überbaute
WMZ-Reserven am Rand der Siedlung resp. ausserhalb des weitgehend
überbauten Gebietes für eine Auszonung ins Auge fassen [...]. 3.
Umzonung von siedlungsgliedernden WMZ-Reserven innerhalb der
Siedlung in eine Nichtbauzone. Freihaltung aus ortsbildschützerischen
Gründen (vgl. KRL S. 58)." Bei der Parzelle Z.1._, welche überbaut
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und erschlossen ist, handelt es sich somit von vornherein nicht um eine
potenzielle Auszonungsfläche (vgl. auch die gesamtkantonalen
Grundlagen gemäss KRIP-S, 5.2-13 [Bf-act. 3]) und es ist somit von
vornherein nicht ersichtlich, inwiefern das beschwerdeführerische
Bauvorhaben (Erweiterung einer bestehenden Mobilfunkanlage auf der
Parzelle Z.1._ [Talstation C._, welche im Übrigen gemäss dem
kommunalen räumlichen Leitbild als Ausgangspunkt für die touristische
Erschliessung gilt, vgl. KRL S. 55 und S. 31]) den künftigen
planungsrechtlichen Festlegungen im Zusammenhang mit der
Eindämmung der Zersiedelung und dem besseren Schutz des Kulturlandes
derogieren könnte. Die Ausführungen im Publikationstext, wonach
Baubewilligungen während der Planungszone ausserdem dann
zurückzustellen seien, wenn das Bauvorhaben unüberbaute Flächen einer
WMZ beanspruche, die entweder ausserhalb des weitgehend überbauten
Gebiets lägen (insbesondere potenzielle Auszonungsflächen gemäss der
gesamtkantonalen Erhebung im Rahmen des Richtplans) oder die aus
anderen Gründen (z.B. Freihaltung aus ortsbild- oder
denkmalpflegerischen Gründen) nicht überbaut werden sollten (vgl. Abs. 5
bzw. lit. b Abs. 3), ändern hieran nichts, zumal das beschwerdeführerische
Bauvorhaben keine unüberbaute Fläche einer WMZ beansprucht. Wenn
die Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung geltend macht, im Erlass
der zur Diskussion stehenden Planungszone sei verfügt worden, dass
Bauvorhaben unter anderem dann zurückzustellen seien, wenn sie aus
ortsbild- oder denkmalpflegerischen Gründen nicht realisiert werden
sollten, so widerspricht dies dem klaren Wortlaut von Abs. 5 bzw. lit. b
Abs. 3 des Publikationstextes und es braucht nicht näher darauf
eingegangen zu werden.
5.2. Zwar trifft es zu, dass im kommunalen räumlichen Leitbild vom 12. Mai
2020, Kapitel 6.19 "Mobilfunk", (sinngemäss) festgehalten wird, dass die
Standorte der künftigen 5G-Antennen unter Berücksichtigung des
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Ortsbildes und des Landschaftsschutzes unter vorheriger Orientierung der
Bevölkerung festgelegt werden sollen (vgl. KRL S. 59; vgl. auch
beschwerdegegnerische Vernehmlassung). Gleichzeitig wird unter dem
Titel "Handlungsanweisungen" allerdings was folgt festgehalten:
"Kurzfristige Massnahmen ergreifen (Planungszone), damit die Standorte
neuer Antennenstandorte geplant und abgestimmt werden können
[Hervorhebungen durch das Gericht]." Dies deutet daraufhin, dass die
Sicherung einer koordinierten Standortplanung von Mobilfunkantennen
(gerade) nicht Zweck der vorliegend zur Diskussion stehenden, bereits am
9. April 2019 erlassenen Planungszone ist (wobei sich aus den im
Publikationstext umschriebenen Planungszielen nichts anderes ergibt [vgl.
dazu vorstehende Erwägungen 4 - 5]). Mit dem Hinweis auf das
kommunale räumliche Leitbild vom 12. Mai 2020, Kapitel 6.19 "Mobilfunk",
lässt sich die Unterstellung des Baugesuchs unter die Planungszone somit
von vornherein nicht rechtfertigen. Hinzu kommt, dass sich die von der
Beschwerdegegnerin beabsichtigte Planung im Bereich Mobilfunk gemäss
vorstehend zitierter Handlungsanweisung ohnehin nur auf die Koordination
neuer und nicht - wie das Bauvorhaben der Beschwerdeführerin - auf
bisherige Antennenstandorte bezieht. Unter dem Titel "Strategie" wird
zudem was folgt festgehalten: "[...] Bestehende Hochspannungsmasten,
Antennen etc. sollen vor der Erstellung neuer Antennenstandorte in erster
Priorität genutzt werden (vgl. KRL S. 59 [Hervorhebungen durch das
Gericht])." Im Übrigen ist nicht ersichtlich und wird von der
Beschwerdegegnerin auch nicht dargelegt, inwiefern das
beschwerdeführerische Bauvorhaben den im kommunalen räumlichen
Leitbild definierten Zielen, Strategien und Umsetzungsmassnahmen zur
Förderung einer hochwertigen baulichen Siedlungsentwicklung nach innen
und von Siedlungserneuerung derogieren könnte.
6. Es ist somit nicht ersichtlich, dass das Bauvorhaben der
Beschwerdeführerin (Erweiterung einer bestehenden Mobilfunkanlage auf
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der Parzelle Z.1._) unter den sachlichen Geltungsbereich der
Planungszone fällt, weshalb die Sistierung des Baugesuchs von vornherein
nicht mit dessen Unterstellung unter die Planungszone gerechtfertigt
werden kann.
7.1. Soweit ersichtlich begründet die Beschwerdegegnerin die Sistierung des
Baugesuchs auch damit, dass seitens der zuständigen Behörden des
Bundes nicht alle Bedenken betreffend die neuen Antennen ausgeräumt
worden seien. Dies zeige sich unter anderem darin, dass der Bundesrat
das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation
(UVEK) damit beauftragt habe, eine Vollzugshilfe für den Umgang mit den
neuen Antennen zu erarbeiten; der Gemeindevorstand könne erst nach
Vorliegen dieser Vollzugshilfe über das vorliegende Baugesuch
entscheiden (vgl. angefochtener Entscheid Ziff. II./1./dritter Absatz).
7.2. Nach Auffassung des streitberufenen Gerichts kann offenbleiben, ob das
Ausstehen der Vollzugshilfe die Sistierung des Baugesuchs hätte
rechtfertigen können. Denn in der Zwischenzeit, d.h. seit dem 23. Februar
2021, liegt die Vollzugshilfe für den Umgang mit den neuen adaptiven
Antennen vor
(https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/dokumentation/medienmitteilun
gen/anzeige-nsb-unter-medienmitteilungen.msg-id-82401.html, zuletzt
besucht am 14. September 2021), womit der von der Beschwerdegegnerin
geltend gemachte Sistierungsgrund weggefallen ist. Lediglich der
Vollständigkeit halber sei festzuhalten, dass das Bundesamt für Umwelt
(BAFU) bereits zuvor Empfehlungen für den Umgang mit adaptiven
Antennen herausgegeben (vgl. insbesondere die "Informationen zu
adaptiven Antennen und 5G [Bewilligung und Messung]" vom 31. Januar
2020, Bf-act. 6) und festgehalten hatte, dass unter Berücksichtigung dieser
Empfehlungen Entscheide zu adaptiven Antennen und zu 5G-
Basissationen rechtssicher begründet werden könnten (vgl. Bf-act. 6 S. 4).
https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/dokumentation/medienmitteilungen/anzeige-nsb-unter-medienmitteilungen.msg-id-82401.html https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/dokumentation/medienmitteilungen/anzeige-nsb-unter-medienmitteilungen.msg-id-82401.html
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Entsprechend führte auch der Bundesrat in einer Antwort auf eine Frage
aus dem Nationalrat vom 3. März 2020 unter anderem Folgendes aus:
"Das BAFU hat die kantonalen Fachstellen am 31. Januar 2020 informiert,
wie 5G-Anlagen bis zum Vorliegen einer Vollzugsempfehlung beurteilt
werden sollen. Das METAS hat zudem eine Methode veröffentlicht, wie 5G-
Strahlung gemessen werden kann. Damit können die Baugesuche aus
Sicht des Bundes rechtssicher beurteilt werden (Bf-act. 7; vgl. auch Bf-
act. 8)."
8. Im Ergebnis erweist sich die Beschwerde somit als begründet, weshalb der
angefochtene Entscheid vom 18. August 2020 in Gutheissung der
Beschwerde aufzuheben und das Baubewilligungsverfahren fortzuführen
ist.
9.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdegegnerin als
unterliegende Partei die Kosten des vorliegenden Verfahrens zu tragen
(vgl. Art. 73 Abs. 1 VRG). Die Staatsgebühr wird ermessensweise auf
CHF 2'500.-- festgelegt (vgl. Art. 75 Abs. 2 VRG).
9.2.1. Darüber hinaus hat die Beschwerdegegnerin der obsiegenden
Beschwerdeführerin die durch den vorliegenden Rechtsstreit verursachten
notwendigen Kosten zu ersetzen (vgl. Art. 78 Abs. 1 VRG). Die
Parteientschädigung wird gemäss Art. 2 Abs. 1 der Verordnung über die
Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte
(Honorarverordnung, HV; BR 310.250) i.V.m. Art. 19 des kantonalen
Anwaltsgesetzes (BR 310.100) durch die urteilende Instanz nach
Ermessen festgesetzt. Ausgangspunkt bildet die Kostennote (Art. 2 Abs. 2
HV). Dabei hat insbesondere der vereinbarte Stundensatz üblich
(vgl. Art. 3 Abs. 1 HV) und der geltend gemachte Aufwand angemessen
und für die Prozessführung erforderlich zu sein.
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9.2.2. Der beschwerdeführerische Rechtsvertreter reichte dem Gericht mit
Schreiben vom 25. November 2020 eine Kostennote über CHF 3'926.95
ein (Honorar nach Zeitaufwand von CHF 3'540.-- [= 11.80 h à CHF 300.--]
zzgl. 3 % Barauslagen [= CHF 106.20] und 7.7 % MWST [= CHF 280.75]).
Der geltend gemachte Aufwand von 11.80 Arbeitsstunden erscheint dem
Gericht als angemessen. Es liegt allerdings keine Honorarvereinbarung im
Recht, weshalb der geltend gemachte Stundenansatz von CHF 300.-- auf
CHF 240.-- herabzusetzen ist (vgl. statt vieler Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] R 17 86 vom
17. April 2018 E.5.2). Zudem ist die Beschwerdeführerin
vorsteuerabzugsberechtigt (UID-Registernummer Z.2._), weshalb
keine Mehrwertsteuer geschuldet ist (vgl. dazu PVG 2015 Nr. 19). Die
Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin somit eine
aussergerichtliche Entschädigung von CHF 2'916.95 (exkl. MWST, inkl.
Barauslagen) zu bezahlen.