Decision ID: 21524a9b-9bf4-4905-8ccc-edf4b15513aa
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
am 1
8.
Januar
1954,
ohne Berufsausbildung, war zuletzt von Februar 2007 bis Dezember 2014 bei der
Y._
,
Z._
, als Pro
duktionsmitarbeiter angestellt (
Urk.
6/3/5,
6/
10/4
und
6/29/124).
Nachdem er sich am
8.
April 2014 bei einem Arbeitsunfall eine Ruptur der distalen
Bizepssehne
am linken Obera
rm zugezogen hatte (
Urk.
6/5/87,
6/5/96
und 6/21/22 ff.
), meldete er sich am 2
4.
November 2014 bei der Invalidenversiche
rung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle,
holte nebst den Akten d
es Unfallversicherers (
Urk.
6/5 und
6/21) aktuelle IK-Auszüge
(
Urk.
6/2 und 6/10) und diverse Arztberichte (
Urk.
6/11/6 ff., 6/13 und 6/19/5 ff.) ein.
Mit Schreiben vom
8.
September 2015 (
Urk.
6/25) teilte sie dem Versicherten mit, die Unterstützung für die berufliche Eingliederung werde aufgrund seiner gesundheitlichen Situation (Krebserkran
kung) abgeschlossen. Nach Eingang weiterer Akten des Unfallversicherers (
Urk.
6/29, 6/32 und 6/36) und zusätzlicher ärztlicher Stellungnahmen (
Urk.
6/27, 6/30, 6/31/4 ff. und 6/35/6 ff.)
erteilte die IV-Stelle am 2
2.
August 2016 Kostengutsprache für eine Arbeitsvermittlung durch die
A._
, Zürich (
Urk.
6/49).
Diese reichte am 1
0.
Dezember 2016 einen Assessmentbericht ein (
Urk.
6/63). Unter Berücksichtigung weiterer Arztberichte (
Urk.
6/52/6 ff., 6/56/6 ff., 6/57 und 6/59) sowie einer Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD,
Urk.
6/65/6 ff.) teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbe
scheid vom 1
9.
Dezember 2016 mit, dass er von Mai 2015 bis und mit Januar 2017 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung habe (
Urk.
6/67)
, wogegen
er am
6.
Februar 2017 Einwand erhob (
Urk.
6/68).
Nach Eingang weiterer medizinischer Unterlagen (
Urk.
6/70), des Schlussberichtes der
A._
(
Urk.
6/71) sowie einer ergänzenden Stellungnahme des RAD (
Urk.
6/73/2) verfügte die IV-Stelle am 2
1.
März 2017, dass der Versicherte von Mai 2015 bis und mit März 2017 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente und
da
nach auf eine
Viertelsrente
habe (
Urk.
6/75 =
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am 2
4.
April 2017 Beschwerde (
Urk.
1) mit den Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm auch ab April 2017 eine ganze Rente zuzusprechen. Eventualiter sei die IV-Stelle zu verpflichten, in medizinischer Hinsicht und in Bezug auf die Verwert
barkeit der Restarbeitsfähigkeit weitere Abklärungen vorzunehmen (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
9.
Mai 2017 (
Urk.
5) schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom
6.
Juni 2017
(
Urk.
7)
wurde
die ASGA Pensionskasse
Genossenschaft
zum Prozess beigeladen
, liess
sich in der
Folge jedoch nicht vernehmen. Hierüber wurden die Parteien mit Verfügung vom 1
8.
Juli 2017 (
Urk.
9) in Kenntnis gesetzt
. Ausserdem wurde dem Beschwerdeführer eine Kopie der Beschwerdeantwort (
Urk.
5) zugestellt.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsren
te
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaus
sichten keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (Urteil des Bundesge
richts 9C_734/2013 vom 1
3.
März 2014 E. 2.1 mit Hinweis auf SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203, 9C_830/2007 E. 5.1).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar
ist
. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt ab von den Umständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten massgebend sind (Urteil
des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013 E. 2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 107 V 17 E. 2c).
Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.1 mit Hinweisen).
Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt auch davon ab, welcher Zeit
raum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Die im gesamten Bereich des Sozialversicherungsrechts geltende Schadenminderungspflicht und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast gebieten grundsätzlich, die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit möglichst früh zu beantworten. Gemäss BGE 138 V 457 E. 3.4 steht die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die
ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin zog in der angefochtenen Verfügung vom 2
1.
März 2017 (
Urk.
2) im Wesentlichen in Erwägung, dass
der Versicherte nach seinem Unfall im April 2014 in
der bisherigen
beruflichen Tätigkeit zu 100
%
arbeits
unfähig gewesen sei.
Es sei erfolglos versucht worden, ihn wieder in die Arbeitswelt einzugliedern. Die Anmeldung zum Leistungsbezug sei am 2
4.
November 2014 eingegangen, weshalb eine Rente frühestens ab Mai 2015 ausgerichtet werden könne. Zu diesem Zeitpunkt sei ihm gar keine Tätigkeit mehr zumutbar gewesen; die Erzielung eines Erwerbseinkommens sei ihm behinderungsbedingt nicht mehr möglich gewesen. Entsprechend bestehe ab Mai 2015 Anspruch auf eine ganze Rente.
Seit Dezember 2016 sei dem Beschwerdeführer gemäss den medizinischen Abklärungen eine überwiegend sitzende Tätigkeit in einem 50%-Pensum wieder zumutbar. Der Einkommens
vergleich ergebe einen Invaliditätsgrad von 42
%
. Dementsprechend habe der Versicherte ab dem
1.
April 2017 - drei Monate nach Eintritt der gesundheit
lichen Besserung - nur mehr Anspruch auf eine
Viertelsrente
der Invalidenver
sicherung (S. 2 f.).
2.2
Der Versicherte rügte in seiner
Beschwerdeschrift vom 2
4.
April 2017 (
Urk.
1) zur Hauptsache, dass ihm die Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit nicht mög
lich sei. Er sei insbesondere bereits 63 Jahre alt, leide an multiplen gesundheit
lichen Einschränkungen und verfüge nur über mangelhafte Deutschkenntnisse (S. 4). Hiervon abgesehen sei nicht nachvollziehbar, dass die IV-Stelle bei der Berechnung des Invalideneinkommens keinen leidensbedingten Abzug gewährt habe. Dieser sei angesichts der konkreten Sachlage auf 25
%
festzulegen (S. 5).
Sollte wider Erwarten von einer verwertbaren Restarbeitsfähigkeit ausgegangen werden, so werde geltend gemacht, dass die Beschwerdegegnerin den medizi
nischen Sachverhalt nur ungenügend abgeklärt habe.
Eine vertiefte Prüfung und Beurteilung der
gesundheitlichen Gesamtsituation
sei nicht erfolgt (S. 3).
3.
3.1
Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers stellt sich anhand der Aktenlage im Wesentlichen wie folgt dar:
Am
8.
April 2014 erlitt der Versicherte am linken Oberarm eine Ruptur der dis
talen
Bizepssehne
, als ihm während der Arbeit mehrere Zargen
auf den Arm fie
len (
Urk.
6/5/96).
Mittels radiologischer Untersuchungen konnte zudem am lin
ken Ellbogengelenk eine
Humeroradialarthrose
festgestellt werden (
Urk.
6/5/87).
Der
Bizepssehnenausriss
wurde am 1
5.
April 2014 im
B._
operativ versorgt, wobei der intraoperative Verlauf komplikationslos gewesen sei und der Versicherte tags darauf mit reizlosen, trockenen Wundver
hältnissen nach Hause
habe
entlassen werden k
önnen
. Bis zum 2
0.
Juli 2014 wurde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert
(
Urk.
6/5/63-66
).
Im weiteren Verlauf kam es zu einem erneuten Ausriss der distalen
Bizepssehne
(
Urk.
6/5/40 und 6/5/51). Die operative
Refixation
fand am
2.
September 2014
wiederum
im
B._
statt (
Urk.
6/5/20 f.)
. Der Beschwerdeführer konnte bei postoperativ kom
plikationslosem Verlauf tags darauf
wieder
entlassen werden
(
Urk.
6/5/17).
3.2
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie,
untersuchte den Ver
sicherten
am 2
2.
Oktober 201
4.
Im Rahmen
des traumatischen
Bizepssehnen
ausrisses
respektive der Re-Ruptur und -Fixation sei von begleitenden Nerven
läsionen auszugehen.
Art und Ausmass der zum Teil objektivierbaren periphe
ren Nervenläsion würden eine spontane weitere Erholung erwarten lassen; eine Restitution zum Normalzustand sei möglich. Insgesamt sei aber von einer mehrmonatigen Erholung der neurologischen Defizite auszugehen. Aus rein neurologischer Sicht sei mindestens mittelfristig und bei normaler Erholung keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten (
Urk.
6/11/14 f.).
3.3
In seinem Bericht vom
3.
Dezember 2014 stellte
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6/11/6):
-
Persistierende unspezifische postoperative Schmerzen und diffuse Sensi
bilitätsminderung der linken Hand und des linken Arms bei Status nach Ausriss der distalen
Bizepssehnen
links am
8.
April 2014, Fixation am 1
5.
April 2014 und
Refixation
am
2.
September 2014,
-
Cervicospondylogenes
Syndrom bei
facettären
Reizzuständen der mittle
ren und oberen Halswirbelsäule,
-
Periarthritis
humeroscapularis
(PHS)
tendinotica
links bei Verdacht auf
subacromiales
Impingement
.
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien demgegenüber:
-
Chronische Bronchitis bei Nikotinabusus
von über 40 pack
years
(
py
)
,
-
Fersensporn beidseits,
-
Inguinalhernie
links.
Der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers
sei stationär; die bisherigen funktionellen und symptomatischen Behandlungen hätten nicht den erwünsch
ten Erfolg gebracht. Die Prognose bezüglich der Arbeitsfähigkeit sei zurzeit schwer festzulegen. Es bestehe jedoch eine Tendenz zur
Chronifizierung
(
Urk.
6/11/7).
3.4
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Chirurgie und Leitender Arzt am
B._
, äus
serte sich in seinem Bericht vom
8.
Juni 2015 dahingehend, dass eine deutliche Einschränkung
beim Einsatz
des linken Armes bestehe, weshalb dem Versicher
ten
insbesondere
das Heben und Tragen von Gegenständen nicht zumutbar sei (
Urk.
6/19/5).
Die Ausübung der bisherigen Tätigkeit sei aufgrund der schmerz
haften Bewegungen des linken Ellbogens sowie einer Hyposensibilität im Aus
breitungsgebiet des
Ramus
superficialis
nervii
radialis
(oberflächlicher Ast des
Speichennervs
) eingeschränkt. Seit dem
8.
April 2014 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und die weitere Entwi
cklung sei sehr schwierig vorher
zusa
gen (
Urk.
6/19/7).
3.5
Dr.
C._
führte in seinem Bericht vom 2
1.
August 2015 aus,
dass
die als thera
pieresistent beschriebene Schmerzsymptomatik links
cubital
, die distal betonte Schwäche des linken Armes und der sensible Ausfall im
Radialis
-Bereich der linken dorsalen Schwurhand
nur zum Teil neurogenen Ursprungs sein dürften. Es sei jedoch nicht auszuschliessen, dass die vermutete mechanische Irritation am linken Vorderarm auch einen anhaltenden Reiz auf regionale Nervenläufe unterhalte. Eine solche Irritation könne möglicherweise auch verantwortlich gemacht werden f
ür die in den Oberarm
respekti
ve
axillär
retrograd ausstrah
lenden Schmerzen und Missempfindungen (
Urk.
6/29/55).
Grundsätzlich sei eine weitere Erholung der vorwiegend sensiblen Defizite zu erwarten. Aufgrund des aktuellen Befundes bleibe der Versicherte aus neurologischer Sicht für manuelle Arbeiten beziehungsweise in seinem bisherigen Beruf zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
6/29/56).
3.6
Dr.
med.
F._
, Facharzt für plastisch-
rekonstruktive
und ästhetische Chirurgie, entfernte beim Beschwerdeführer am 2
5.
August 2015 ein Lipom am linken Oberschenkel sowie einen unklaren Tumor am rechten Rippenbogen (
Urk.
6/30/22).
Pathologische
Untersuchungen ergaben, dass es sich beim Tumor um ein pleomorphes
Liposarkom
handelt
(
Urk.
6/30/15 ff.)
.
Als Folge davon wurde am
B._
von Oktober bis November 2015 eine perkutane Radiotherapie durchgeführt (
Urk.
6/31/6).
3.7
Dr.
D._
attestierte in seinen
Bericht
en
vom 2
3.
Dezember 2015
und 2
7.
Februar 2016
weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt vom Versicherten ausgeübte Tätigkeit.
Eine Wiederanstellung auf dem Bau erscheine infolge der Restbeschwerden am linken Oberarm und
des Tumorleidens
nicht realistisch
(
Urk.
6/30/4 f.
und
Urk.
6/31/4 f.
).
3.8
Der Beschwerdeführer hatte sich am
8.
Januar 2016 a
m
B._
eine
r
Bauchwand
nachresektion mit einer Teilresektion des Rippenbogens
zu unterziehen
. Zudem fand eine Exzision eines Lipoms an der linken Schulter statt
(
Urk.
6/52/18 f.)
. Postoperativ habe der
Versicherte
über starke, einschiessende und teilweise brennende Schmerzen im Bereich der Exzisionsstelle geklagt. Die damit verbun
dene perifokale Rötung sei nach entsprechender medikamentöser Therapie deut
lich zurückgegangen (
Urk.
6/31/6 f.
; vgl. ferner
Urk.
6/52/
8 f. und 6/52/
12 f.
).
Im Bericht des
B._
vom
3.
Mai 2016 wurde sodann festgehalten, dass
auf
grund der
viszeralchirurgischen
Eingriffe seit dem
8.
Januar 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Es könne jedoch mit der Wiederaufnahme der beruf
lichen Tätigkeit gerechnet werden (
Urk.
6/35/7).
3.9
Demgegenüber ging
Dr.
D._
in seiner Stellungnahme vom
6.
Oktober 2016 davon aus, dass der Gesundheitszustand des Versicherten stationär sei
und aufgrund dessen relativ hohen Alters, des chronischen Leidens und der Gesamt
situation mit sprachlichen Barrieren die Aussichten für eine Anstellung in der freien Wirtschaft als illusorisch erscheinen würden (
Urk.
6/52/7).
3.10
Dem Bericht des
B._
vom 1
1.
Oktober 2016 ist zu entnehmen, dass der Ver
sicherte im Rahmen der klinischen Kontrolle über einen stabilen Verlauf
berich
tet habe
. Es sei postoperativ weder zu ungewolltem Gewichtsverlust, Einschrän
kungen in der allgemeinen Belastungsfähigkeit, Nachtschweiss oder Fieber gekommen. Im Alltag seien keinerlei Beschwerden im Bereich der
Thorakoto
mienarbe
vorhanden. Das letztmals beschriebene, lokale Wärmegefühl bestehe ebenfalls nicht mehr. Auch klinisch zeige sich ein regelrechter postoperativer Befund. Radiologisch hätten sich weder eine Grössenprogredienz der bekannten Lungenrundherde noch ein
Lokalrezidivhinweis
ergeben (
Urk.
6/57). Sodann wurde im Bericht vom 2
0.
Oktober 2016 festgehalten, dass aus medizinischer Sicht bezüglich der Bauchwandresektion eine vollständige Arbeitsfähigkeit bestehe. Die Gesamtarbeitsunfähigkeit müsse
auf der Grundlage
der
Bizepsseh
nenruptur
beurteilt werden (
Urk.
6/56/6 f.).
3.11
Ausgehend von einer radiologischen Untersuchung des linken Fusses vom 2
0.
Mai 2016,
im Rahmen derer
eine schwere
Tendinose
der Achillessehne
mit
medialer Partialruptur und Bursitis
subachillea
festgestellt werden konnte (
Urk.
6/59/6), wies
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, mit Bericht vom 1
2.
November 2016 darauf hin, dass dem Beschwerdeführer nur mehr eine rein sitzende Tätigkeit zumutbar sei (
Urk.
6/59/3 und 6/59/5).
3.12
RAD-Arzt
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Chirurgie, vertrat in seiner Stellungnahme vom
9.
Dezember 2016
die Auffassung
, dass der Versicherte ausgehend von den bekannten Diagnosen eine schwere körperliche Tätigkeit, insbesondere eine solche mit überwiegender Belastung des linken Armes und mit erhöhten Anforderungen an den linken Arm sowie mit Kälte- oder Nässe
exposition vermeiden sollte. Körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten mit Wechselbelastung ohne erhöhte Anforderungen an die Kraft und Haltefunktion des linken Arms, ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne Heben und Tragen von Lasten mit dem linken Arm, ohne Arbeiten mit ungünstigen Hebel
wirkungen am linken Arm sowie ohne repetitive Beanspruchung des linken Armes seien
hingegen
weiterhin zu 100
%
zumutbar. Dies gelte aus chirur
gischer Sicht seit dem 1
1.
Oktober 2016 (
Urk.
6/65/6 f.).
3.13
In den Berichten des
B._
vom 2
0.
und 2
2.
Dezember 2016 wurde ausgeführt, dass aufgrund der Achillessehnenruptur neben einer operativen Versorgung auch ein konservatives Vorgehen möglich sei. Unabhängig von der Wahl der Behandlungsmethode sei allerdings nicht zu erwarten, dass der Versicherte bis zum Erreichen des Rentenalters jemals wieder voll in einer stehenden Tätigkeit arbeitsfähig sein werde. Es sei
vielmehr
von einer dauerhaften 100%igen Arbeitsunfähigkeit in einer stehenden Tätigkeit auszugehen. In einer sitzenden Tätigkeit sei der Beschwerdeführer zu 50
%
arbeitsfähig (
Urk.
6/70/3-5).
Der linke Fuss des Versicherten wurde
sodann
am 1
8.
Januar 2017 erneut radiolo
gisch untersucht. Dabei zeigt
e
sich eine Komplettruptur der Achillessehne mit Längsriss, eine
Dehiszenz
der Hauptkompone
nten über eine Distanz von 8.5 Z
entimetern sowie ein stark aufgetriebener distaler Sehnenstumpf (
Urk.
6/70/1).
3.14
Unter Berücksichtigung der zwischenzeitlich eingegangen
en
medizinischen Unterlagen (vgl. E. 3.13 hiervor) äusserte sich
Dr.
H._
vom RAD am 2
1.
Februar 2017 dahingehend, dass für eine stehende Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und für eine sitzende Tätigkeit seit dem 2
0.
Dezember 2016 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestehe. Eine
B
esserung des
Gesundheits
-
zustandes
des Versicherten
sei auf Dauer nicht zu erwarten (
Urk.
6/73/2).
4.
4.1
Zwischen den Parteien ist strittig, ob der Beschwerdeführer auch
ab
April 2017 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung hat.
Anhand der medizinischen Akten ist erstellt, dass der Beschwerdeführer seiner bis zum Unfall vom
8.
April 2014 ausgeübten
,
körperlich
mittelschweren bis
schweren
Tätigkeit -
die
namentlich das
beidhändige
repetitive Auf- und Abhängen
von
oftmals 10-45
Kilogramm schwere
n Zargen beinhaltete (
Urk.
6/5/5 und 6/5/57
)
- nicht mehr nachgehen kann.
Hiervon geht auch die Beschwerde
-
gegnerin aus. Sie argumentierte in der angefochtenen Verfügung indes dahingehend, dass der Versicherte seit Dezember 2016 in einer überwiegend sitzenden Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig sei, weshalb ab April 2017 ausgehend von einem Invaliditäts
grad von 42
%
nur noch Anspruch auf eine
Viertelsrente
der Invalidenversiche
rung bestehe.
Der Versicherte brachte dagegen in erster Linie vor, die Verwer
tung der Restarbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
sei ihm nicht mög
lich (vgl. E. 2.1 f.).
Der Entscheid der IV-Stelle basiert insbesondere auf der Stellungnahme des RAD
-Arztes
Dr.
H._
vom 2
1.
Februar
2017
, welcher selbst wiederum auf die Einschätzung des
B._
vom
2
0.
und 2
2.
Dezember 2016 abstellte (vgl.
E. 3.13 f.).
Die Schlussfolgerung
, wonach seit Dezember 2016 eine 50%ige Arbeits
fähigkeit in einer
sitzenden
Tätigkeit bestehe, erweist sich in Anbetracht der
ausgewiesenen
körperlichen Einschränkungen
des Versicherten
auf den ersten Blick
nicht
als abwegig
oder
als widersprüchlich
im Vergleich
mit
den
Beurtei
lungen der übrigen behandelnden Ärzte
.
Von einer abschliessenden Würdigung kann indes angesichts der nachfolgenden Erwägungen abgesehen werden. Ebenso kann
offen gelassen
werden, ob
der vom Beschwerdeführer erhobene
Einwand
, die IV-Stelle habe weder seine gesundheitliche Gesamt
situation noch die konkreten Tätigkeitsmöglichkeiten g
enügend abgeklärt
(vgl.
Urk.
1 S. 3),
berechtigt wäre
.
4.2
Im Zeitpunkt, da die medizinischen Unterlagen eine zuverlässige Feststellung des Sachverhalts erlaubten - was mit der zweiten Stellungnahme des RAD vom 2
1.
Februar 2017 (
Urk.
6/73/2) der Fall war - war der Beschwerdeführer bereits 63 Jahre und einen Monat alt.
Für die Aufnahme einer behinderungs-angepassten (Teilzeit-)Erwerbstätigkeit standen ihm demnach zu diesem Zeit
punkt bis zur Erreichung
des
ordentlichen
AHV
-Rentenalters lediglich noch ein Jahr und elf Monate zur Verfügung.
Im Weiteren ist zu berücksichtigen, dass der Versicherte
nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit
in Mazedonien
k
eine berufliche Ausbildung absolviert hat
(
Urk.
6/3/5)
.
Er verfügt zwar in Bezug auf Tätigkeiten in der Industrie über mehrere Jahre Berufserfahrung (vgl.
Urk.
6/10/3 f.)
. Es ist jedoch in Anbetracht der doch erheblichen funktionellen Einschränkungen am linken Arm (vgl. E. 3.12)
und des Umstandes, dass dem Beschwerdeführer nur
noch
eine sitzende Tätigkeit zugemutet werden kann, nicht davon ausz
ugehen, dass er die erworbenen F
achkenntnisse in einer adap
tierten Tätigkeit gewinnbringend
einsetzen könnte
.
In diesem Sinne ist denn auch die Einschätzung der
A._
in deren Schlussbericht vom
7.
Februar 2017 nachvollziehbar
, wonach sich gezeigt
habe, dass eine Integration auf dem ersten Arbeitsmarkt sehr schwierig bis unmöglich wäre (
Urk.
6/71/4).
In diesem Zusammenhang ist im Übrigen
darauf hinzuweisen
, dass der Beschwerdeführer nur über mangelhafte Deutschkenntnisse verfügt (vgl.
Urk.
6/24
/1, 6/24/3
und 6/71/2)
, was auch die Ausübung einer Bürotätigkeit erheblich erschwert. In die
ser Hinsicht verfügt er ohnehin über keinerlei berufliche Erfahrung.
Insgesamt ist dem Beschwerdeführer
somit insofern
beizupflichten, als
seine
r
verbliebene
n
Restarbeitsfähigkeit namentlich unter Berücksichtigung
sein
es
fortgeschrittenen
Alter
s
, seine
r
multiplen gesundheitlichen Probleme
, der feh
lenden beruflichen Ausbildung sowie der
Sprachbarriere
auf dem ausgegliche
nen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird. Es fehlt damit an einer wirtschaftlichen Verwertbarkeit derselben, weshalb eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vorliegt (vgl. zum Ganzen E. 1.3 und Urteile des Bundes
gerichts 9C_183/2017 vom 3
0.
Oktober 2017 E. 5.2.2 ff.
sowie
9C_416/2016 vom 1
4.
Oktober 2016 E. 5.1).
4.3
Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2
1.
März 2017 (
Urk.
2) ist
nach dem Gesagten
in Gutheissung der Beschwerde
insoweit
aufzuheben
, als dem Beschwerdeführer ab April 2017 bloss eine
Viertelsrente
zugesprochen wird
. Der Beschwerdeführer hat auch
über Ende März 2017 hinaus
Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung
.
5.
5.1
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
I
VG) und ermessensweise auf
Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der
Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Unter Berücksichtigung der massgebenden Kriterien und mit Blick auf ver
gleichbare Fälle ist die von der Beschwerdegegnerin an den Beschwerdeführer zu bezahlende Prozessentschädigung auf
Fr.
1‘400.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.