Decision ID: 7daed3d0-c8d2-43d3-a179-b78ca23e7302
Year: 2017
Language: de
Court: SH_OG
Chamber: SH_OG_001
Canton: SH
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

grundsätzlich nicht von den Sachverhaltsfeststellungen eines rechtskräftigen Straf-
urteils abweichen. Das gilt auch bei einem Strafbefehl, der auf einen Polizeibericht
abstellt, wenn der Betroffene weiss oder davon ausgehen muss, dass neben dem
Strafverfahren ein Administrativverfahren eröffnet wird. Der Betroffene muss seine
Verteidigungsrechte im Strafverfahren wahrnehmen (E. 3.2).
Das Hintereinanderfahren auf dem Überholstreifen einer Autobahn mit einer Ge-
schwindigkeit von über 100 km/h über eine Strecke von 700 Metern in einem Ab-
stand von 12 m stellt auch bei trockener Fahrbahn und guten Sichtverhältnissen
eine schwere Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften dar (E. 3.4).
OGE 60/2015/13 vom 24. Oktober 2017
Veröffentlichung im Amtsbericht
Sachverhalt
A. fuhr mit seinem Personenwagen auf der Autobahn. Gemäss Polizeirapport folg-
te er auf dem Überholstreifen mit ungenügendem Abstand dem vorausfahrenden
Personenwagen; er hielt über eine Wegstrecke von ca. 700 m einen Abstand von
10–12 m ein bei einer Geschwindigkeit von ca. 120 km/h. In der Folge wurde er mit
rechtskräftigem Strafbefehl wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln zu einer
bedingt aufgeschobenen Geldstrafe von 20 Tagessätzen und einer Busse von
Fr. 900.– verurteilt. Im nachfolgenden Administrativverfahren machte er geltend,
der Sachverhalt sei unrichtig festgestellt worden. Die Staatsanwaltschaft (Ver-
kehrsabteilung) ging aufgrund der Akten von einer schweren Widerhandlung gegen
die Strassenverkehrsvorschriften aus; sie entzog A. für drei Monate den Führer-
ausweis. A. rekurrierte erfolglos an den Regierungsrat. Seine hierauf erhobene
Verwaltungsgerichtsbeschwerde wies das Obergericht ab.

Aus den Erwägungen
3. Nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen
das Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz ausgeschlossen ist, wird der
Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen (Art. 16 Abs. 2 des
Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 [SVG, SR 741.01]). Bei der
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Festsetzung der Dauer des Führerausweisentzugs sind die Umstände des Ein-
zelfalls zu berücksichtigen, namentlich die Gefährdung der Verkehrssicherheit, das
Verschulden, der Leumund als Motorfahrzeugführer sowie die berufliche Not-
wendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen. Die Mindestentzugsdauer darf jedoch
nicht unterschritten werden, ausser wenn – was hier nicht in Frage steht – die Stra-
fe nach Art. 100 Ziff. 4 Satz 3 SVG gemildert wurde (Art. 16 Abs. 3 SVG).
3.1. Nach Art. 16a SVG begeht eine leichte Widerhandlung, wer durch Ver-
letzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervor-
ruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Abs. 1 lit. a). Nach einer leich-
ten Widerhandlung wird die fehlbare Person verwarnt, wenn in den vorangegange-
nen zwei Jahren der Ausweis nicht entzogen war und keine andere Administrativ-
massnahme verfügt wurde (Abs. 3). In besonders leichten Fällen wird auf jegliche
Massnahme verzichtet (Abs. 4).
Nach Art. 16b SVG begeht eine mittelschwere Widerhandlung, wer durch Ver-
letzung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder
in Kauf nimmt (Abs. 1 lit. a). Nach einer mittelschweren Widerhandlung wird der
Führerausweis für mindestens einen Monat entzogen (Abs. 2 lit. a).
Nach Art. 16c SVG begeht eine schwere Widerhandlung, wer durch grobe Ver-
letzung von Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer her-
vorruft oder in Kauf nimmt (Abs. 1 lit. a). Nach einer schweren Widerhandlung wird
der Führerausweis für mindestens drei Monate entzogen (Abs. 2 lit. a). Voraus-
gesetzt wird eine konkrete oder jedenfalls eine erhöhte abstrakte Gefährdung
anderer Personen, wobei die erhöhte abstrakte Gefährdung bei der naheliegenden
Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder Verletzung anzunehmen ist. Das
Verschulden muss sodann schwer wiegen (Philippe Weissenberger, Kommentar
Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbussengesetz, 2. A., Zürich/St. Gallen
2015, Art. 16c SVG N. 4, S. 183, mit Hinweisen).
Die mittelschwere Widerhandlung stellt einen Auffangtatbestand dar. Eine mittel-
schwere Widerhandlung liegt vor, wenn nicht alle privilegierenden Elemente einer
leichten Widerhandlung und nicht alle qualifizierenden Elemente einer schweren
Widerhandlung gegeben sind (BGE 135 II 138 E. 2.2.2 S. 141).
3.2. Im System des Dualismus von Straf- und Administrativverfahren spricht der
Strafrichter die Strafsanktionen aus, während die zuständige Administrativbehörde
über die in Art. 16 ff. SVG vorgesehenen Administrativmassnahmen entscheidet.
Dabei drängt sich eine gewisse Koordination der beiden Verfahren auf. Die Ver-
waltungsbehörde, die über einen Führerausweisentzug entscheidet, darf grund-
sätzlich nicht von den Sachverhaltsfeststellungen eines rechtskräftigen Strafurteils
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abweichen. Die Rechtssicherheit gebietet, zu vermeiden, dass die Unabhängigkeit
des Straf- und des Verwaltungsgerichts zu entgegengesetzten Urteilen führt, die
auf der Grundlage des gleichen Sachverhalts ergehen. Die Verwaltungsbehörde
kann nur vom Strafurteil abweichen, wenn sie in der Lage ist, ihren Entscheid auf
Sachverhaltsfeststellungen zu stützen, die dem Strafrichter unbekannt sind oder
die von diesem nicht berücksichtigt wurden, wenn neue Beweise bestehen, deren
Würdigung zu einem anderen Ergebnis führt, wenn die Beurteilung durch den
Strafrichter klar dem festgestellten Sachverhalt widerspricht oder wenn der Straf-
richter nicht alle Rechtsfragen geklärt hat, insbesondere diejenigen, welche die
Verletzung der Strassenverkehrsregeln betreffen (BGE 139 II 95 E. 3.2 S. 101 f.
mit Hinweisen [= Pra 2013 Nr. 83]).
Die Verwaltungsbehörde hat vor allem dann auf die Tatsachen im Strafurteil ab-
zustellen, wenn dieses im ordentlichen Verfahren unter Anhörung von Parteien und
Einvernahme von Zeugen ergangen ist, es sei denn, es bestünden klare Anhalts-
punkte für die Unrichtigkeit dieser Tatsachenfeststellung; in diesem Fall hat die
Verwaltungsbehörde nötigenfalls selbständige Beweiserhebungen durchzuführen.
Die Verwaltungsbehörde ist unter bestimmten Umständen aber auch an einen
Strafentscheid gebunden, der im Strafbefehlsverfahren ergangen ist, bei dem die
Behörde auf einen Polizeibericht abstellt, der auf Wahrnehmungen der Polizei-
beamten an Ort und Stelle beruht und sich auf Aussagen von Beteiligten stützt, die
unmittelbar nach dem Vorfall eingeholt wurden und für den Führerausweisentzug
massgebend sind. Das gilt namentlich, wenn der Betroffene weiss oder davon aus-
gehen muss, dass neben dem Strafverfahren ein Administrativverfahren eröffnet
wird. Entsprechend dem Grundsatz von Treu und Glauben muss der Betroffene
allfällige Verteidigungsrechte und Beweisanträge im Strafverfahren vorbringen und
dort gegebenenfalls alle Rechtsmittel ausschöpfen (BGer 6A.19/2006 vom 16. Mai
2006 E. 1 mit Hinweisen, insbesondere BGE 123 II 97 E. 3c/aa S. 103 f.).
Im vorliegenden Fall musste der Beschwerdeführer im Grundsatz ohne weiteres
davon ausgehen, dass die Verurteilung wegen grober Verletzung der Verkehrs-
regeln ein separates Administrativverfahren nach sich ziehen werde. Er macht
jedoch geltend, er habe den Strafbefehl erst nach Ablauf der Einsprachefrist zur
Kenntnis genommen (Zustellversuch und unbenützter Ablauf der Abholungsfrist
während seiner Abwesenheit). In dieser Situation kann ihm nicht unbesehen
vorgehalten werden, er hätte seine Verteidigungsrechte – insbesondere auch zur
Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts – im Strafverfahren geltend ma-
chen können. Der festgestellte Sachverhalt kann daher im vorliegenden Verfahren
grundsätzlich überprüft werden.
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3.3. Dem Strafbefehl wurde der Sachverhalt gemäss Polizeirapport zugrunde
gelegt. Demnach folgte der Beschwerdeführer am Samstag, 14. Juni 2014,
09.40 Uhr, mit seinem Personenwagen auf dem Überholstreifen über eine Distanz
von ca. 700 m, bei einer Geschwindigkeit von ca. 120 km/h, mit einem Abstand von
lediglich 10–12 m dem vorausfahrenden Fahrzeug.
Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe auf seiner Fahrt einen weit vor ihm
fahrenden Lastwagen gesehen und deshalb von der rechten auf die linke Spur ge-
wechselt. Etwa zeitgleich habe ein anderer Personenwagen, der vor ihm, aber hin-
ter dem Lastwagen gefahren sei, ebenfalls die Spur gewechselt. Dieser Personen-
wagen sei zwar schneller als der Lastwagen, aber langsamer als der Beschwerde-
führer gefahren (Annahme: Lastwagen 80 km/h, Personenwagen 90–95 km/h, Be-
schwerdeführer anfänglich ca. 120 km/h). Trotz Abbremsens des Beschwerde-
führers habe sich der Abstand zwischen den beiden Fahrzeugen verringert und
kurzzeitig den gewünschten Mindestabstand unterschritten. Die Geschwindigkeit
des Beschwerdeführers sei – aufgrund des Abbremsens – während des Manövers
deutlich unter 120 km/h gewesen. Der Abstand habe nach wenigen hundert Metern
wieder zugenommen, weil der Beschwerdeführer das Tempo weiter reduziert
habe. Der Sachverhalt sei unrichtig festgestellt worden, indem angenommen wor-
den sei, das Manöver habe bei ca. 120 km/h und einem Abstand von 10–12 m
stattgefunden. Der Beschwerdeführer sei ca. 120 km/h gefahren, bevor der voraus-
fahrende Personenwagen auf die linke Spur gewechselt habe. In der Folge habe
der Beschwerdeführer markant abgebremst. Die Situation sei dadurch entstanden,
dass der vorausfahrende Personenwagen langsamer gefahren sei. Die Ge-
schwindigkeit sei somit deutlich unter 120 km/h gewesen, wohl ca. 100 km/h.
Der Beschwerdeführer wiederholt damit im Wesentlichen nur seine Darstellung im
Administrativverfahren und im verwaltungsinternen Rekursverfahren. Er setzt sich
jedoch nicht mit der Würdigung des Regierungsrats auseinander. Demnach zeigen
die auf einer Strecke von ca. 600 m aufgenommenen vier Fotos klar, dass der Ab-
stand zwischen dem Personenwagen des Beschwerdeführers und dem voraus-
fahrenden Personenwagen jedenfalls sehr gering war und über die gesamte
Strecke ungefähr gleich blieb. Das ist aus den Fotos – die auch der Beschwerde-
führer zum Beweis anruft – in der Tat ersichtlich. Nachvollziehbar ist aufgrund der
Fotos – auch unter Beachtung der Schatten – insbesondere auch die Feststellung,
der Abstand habe "10–12 m (2–3 Wagenlängen)" betragen. Die Fotos zeigen
sodann, dass das Fahrzeug der Polizei zumindest über eine längere Strecke einen
im Wesentlichen konstanten Abstand zum Fahrzeug des Beschwerdeführers ein-
hielt. Die Polizeibeamten konnten daher beim Nachfahren die Geschwindigkeit des
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Fahrzeugs des Beschwerdeführers hinreichend genau feststellen. Das voraus-
fahrende Fahrzeug befand sich sodann bei der letzten Fotoaufnahme noch auf
dem Überholstreifen, neben einem vor dem Lastwagen fahrenden Personen-
wagen. Bis es den Überholstreifen freigeben konnte, waren die rapportierten ca.
700 m des Hintereinanderfahrens offensichtlich erreicht. Der Beschwerdeführer
nahm im Übrigen nach dem Anhalten durch die Polizei Einsicht in deren Video-
aufnahme über den Vorfall. Er macht nicht geltend, dass er dadurch Erkenntnisse
gewonnen hätte, die dem protokollierten, auch mit Fotos dokumentierten Sach-
verhalt massgeblich entgegenstehen könnten.
In dieser Situation ist entsprechend der Würdigung im angefochtenen Entscheid
grundsätzlich vom Sachverhalt auszugehen, der schon dem Strafbefehl zugrunde
gelegen hat. [...]
3.4. Im Strafbefehl wurde ausgeführt, der notwendige Sicherheitsabstand sei
durch das Vorgehen des Beschwerdeführers massiv unterschritten worden; da-
durch habe dieser für sich und andere Verkehrsteilnehmer eine erhöhte abstrakte
Gefahr gebildet. Der Regierungsrat ist sodann davon ausgegangen, dass der Be-
schwerdeführer zumindest grobfahrlässig eine grobe Verletzung der Verkehrs-
regeln begangen und damit eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer her-
vorgerufen oder in Kauf genommen hat.
Gegenüber allen Strassenbenützern ist ausreichender Abstand zu wahren, na-
mentlich beim Hintereinanderfahren (Art. 34 Abs. 4 SVG). Der Fahrzeugführer hat
beim Hintereinanderfahren einen ausreichenden Abstand zu wahren, so dass er
auch bei überraschendem Bremsen des voranfahrenden Fahrzeugs rechtzeitig
halten kann (Art. 12 Abs. 1 der Verkehrsregelnverordnung vom 13. November 1962
[VRV, SR 741.11]). Was unter einem "ausreichenden Abstand" zu verstehen ist,
hängt von den gesamten Umständen ab, namentlich von den Strassen-, Verkehrs-
und Sichtverhältnissen sowie der Beschaffenheit der beteiligten Fahrzeuge. Im
Sinne von Faustregeln stellt die Rechtsprechung für Personenwagen auf die Regel
"halber Tacho" (entsprechend 1,8 Sekunden) und die "Zwei-Sekunden"-Regel ab.
Diese Distanz entspricht ungefähr der Anhaltestrecke bei plötzlichem ordnungs-
gemässem Bremsen und Anhalten des vorausfahrenden Personenwagens. Für die
Beurteilung, ob eine grobe Verkehrsregelverletzung anzunehmen ist, wird als
Richtschnur die Regel "1/6-Tacho" bzw. Abstand von 0,6 Sekunden herangezogen
(BGer 6B_92/2015 vom 27. Mai 2015 E. 1.3.1 mit Hinweisen, insbesondere BGE
131 IV 133 E. 3.1 und 3.2.2 S. 135, 137). So wurde beispielsweise das Hinter-
einanderfahren auf dem Überholstreifen einer richtungsgetrennten Autostrasse bei
trockener Fahrbahn und guten Sichtverhältnissen mit einer Geschwindigkeit von
über 100 km/h (gemäss dem betroffenen Fahrzeugführer 110 km/h) über eine
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Strecke von mindestens 800 m mit einem Abstand von ca. 10 m (entsprechend
1/11 Tacho bzw. einem Abstand von 0,33 Sekunden) und auf einer Autobahn mit
einer Geschwindigkeit von 90 km/h über eine Distanz von rund 1'000 m mit einem
Abstand von 12 m als grobe Verkehrsregelverletzung betrachtet (BGE 131 IV 133;
BGer 6B_92/2015 vom 27. Mai 2015).
Im vorliegenden Fall entsprach der Abstand von 12 m bei der von der Polizei fest-
gestellten Geschwindigkeit von ca. 120 km/h ungefähr 1/10 Tacho bzw. 0,36 Se-
kunden, bei der vom Beschwerdeführer behaupteten Geschwindigkeit von ca.
100 km/h rund 1/8 Tacho bzw. 0,43 Sekunden. Die Grenze zur Annahme einer
objektiv groben Verkehrsregelverletzung war auf jeden Fall klar überschritten. Ein
derart geringer Abstand auf dem Überholstreifen einer Autobahn während des
Überholens von anderen Fahrzeugen über eine Strecke von mindestens ca. 700 m
begründet wenn nicht eine konkrete, so zumindest eine erhöhte abstrakte Gefahr.
Grundsätzlich ist von einer objektiv groben Verletzung der Verkehrsregeln auch
auf ein zumindest grobfahrlässiges Verhalten zu schliessen. Die Rücksichtslosig-
keit ist ausnahmsweise zu verneinen, wenn besondere Umstände vorliegen, die
das Verhalten subjektiv in einem milderen Licht erscheinen lassen. Dies gilt auch
bei groben Verkehrsregelverletzungen durch ungenügenden Abstand (BGer
6B_92/2015 vom 27. Mai 2015 E. 1.4 mit Hinweisen). Vorliegend sind keine
Gründe ersichtlich, die das Verhalten des Beschwerdeführers subjektiv als weniger
schwer erscheinen lassen könnten. Dieser ist dem vorausfahrenden Fahrzeug be-
wusst mit geringem Abstand gefolgt; entgegen seiner Behauptung hat er sich
aufgrund der durch die Fotos belegten Feststellungen der Polizei nicht zurückfallen
lassen, um den zu geringen Abstand zu vergrössern. Damit hat er sich zumindest
grobfahrlässig verhalten. Die guten Witterungs-, Strassen- und Verkehrsverhältnis-
se stellen im Übrigen keine besonderen Umstände dar, welche die objektiv grobe
Verkehrsregelverletzung subjektiv in milderem Licht erscheinen liessen (BGer
6B_33/2015 vom 5. Mai 2015 E. 1.2 mit Hinweisen).
Demnach sind die Vorinstanzen zu Recht von einer schweren Widerhandlung im
Sinn von Art. 16c SVG ausgegangen. Weil sie den Führerausweisentzug nur für
die vorgesehene Mindestdauer angeordnet haben, sind die Umstände des Einzel-
falls in diesem Zusammenhang nicht näher zu prüfen (vgl. Art. 16 Abs. 3 SVG).
3.5. Die Beschwerde erweist sich damit als unbegründet; sie ist abzuweisen.