Decision ID: e3b0018e-c3d4-5fe1-aa0a-8fefed190844
Year: 2005
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ M.D., geboren 1966, ist Staatsangehöriger von Bosnien und Herzegowina. Er reiste
1994 in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch, welches am 4. Mai 1994
abgewiesen wurde. Gleichzeitig wurde er jedoch vorläufig aufgenommen. Nach der
Aufhebung der gruppenweisen vorläufigen Aufnahme bestimmter Personen aus dem
ehemaligen Jugoslawien durch Beschluss des Bundesrates vom 25. Februar 1998
wurde M.D. am 13. Mai 1998 eine Frist zur Ausreise aus der Schweiz angesetzt. Sein
Gesuch vom 27. Mai 1998 um Verlängerung des Aufenthalts wurde vom Ausländeramt
am 11. Juni 1998 abgelehnt. M.D. befolgte die Pflicht zur Ausreise aber nicht, sondern
blieb weiterhin in der Schweiz. Am 11. September 1998 heiratete er in St. Gallen die
Schweizer Bürgerin Dzemila L., worauf ihm das Ausländeramt am 23. September 1998
eine Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des Familiennachzugs erteilte. Am 5. Juli 1999
reichte die Ehefrau beim Bezirksgericht St. Gallen eine Scheidungsklage ein. Die Ehe
wurde mit Urteil vom 2. November 1999 geschieden. M.D. erhob dagegen Berufung,
welche vom Kantonsgericht am 6. Juli 2000 gutgeheissen wurde, da die vierjährige
Trennungsfrist noch nicht abgelaufen war und die von der Ehefrau geltend gemachte
Scheinehe nicht als erwiesen betrachtet wurde.
Am 5. September 2003 erhob die Ehefrau gegen M.D. Strafantrag wegen Drohung.
Am 24. September 2003 reichten die Ehegatten beim Kreisgerichtspräsidium St. Gallen
ein gemeinsames Scheidungsbegehren ein. Die Ehe wurde am 28. Januar 2004
geschieden.
Mit Verfügung vom 30. Juni 2004 wies das Ausländeramt das Gesuch von M.D. um
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Erteilung der Niederlassungsbewilligung
ab mit der Begründung, die Ehe mit einer Schweizerin habe nur formell bestanden. Der
Gesuchsteller habe das Ausländeramt mit der Angabe falscher Wohnadressen
getäuscht und so die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung erschlichen. Die
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Berufung auf die Ehe mit einer Schweizerin sei unter diesen Umständen
rechtsmissbräuchlich.
B./ Gegen die Verfügung des Ausländeramts erhob M.D. Rekurs, der vom Justiz- und
Polizeidepartement mit Entscheid vom 27. Juni 2005 abgewiesen wurde.
C./ Mit Eingaben seines Rechtsvertreters vom 4. Juli und 4. August 2005 erhob M.D.
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, die Verfügung des
Ausländeramts vom 30. Juni 2004 und der Rekursentscheid vom 27. Juni 2005 seien
aufzuheben, es sei ihm die Niederlassungsbewilligung zu erteilen und eventuell
zumindest die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Der Beschwerdeführer macht im wesentlichen geltend, die
Berufung auf die Ehe sei nicht rechtsmissbräuchlich, und im weiteren sei die
Wegweisung unverhältnismässig, weil seine persönlichen Interessen am Verbleib in der
Schweiz die öffentlichen Interessen an der Ausreise, die gar nicht richtig erkennbar und
fassbar seien, offensichtlich nicht überwiegen würden (gemeint wohl: offensichtlich
überwiegen würden). Im übrigen habe sich das Aufenthaltsrecht schon seit längerem
faktisch verselbständigt und seinen Titel nicht mehr in der Ehe, sondern im
Arbeitsverhältnis. Auf die einzelnen Vorbringen wird, soweit wesentlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 15. August 2005 auf Abweisung
der Beschwerde.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 4. Juli und 4.
August 2005 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2
VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
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2./ Nach Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der
Ausländer (SR 142.20, abgekürzt ANAG) hat der ausländische Ehegatte einer
Schweizer Bürgerin Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung. Nach einem ordnungsgemässen und ununterbrochenen
Aufenthalt von fünf Jahren hat er Anspruch auf die Niederlassungsbewilligung. Kein
solcher Anspruch besteht nach Art. 7 Abs. 2 ANAG, wenn die Ehe eingegangen worden
ist, um die Vorschriften über Aufenthalt und Niederlassung von Ausländern und
namentlich jene über die Begrenzung der Zahl der Ausländer zu umgehen. Erfasst wird
davon die sogenannte Scheinehe bzw. Ausländerrechtsehe, bei der die Ehegatten von
vornherein keine echte eheliche Gemeinschaft beabsichtigten (BGE 128 II 151, 127 II
55 mit Hinweisen). Auch wenn die Ehe nicht bloss zum Schein eingegangen worden ist,
heisst dies nicht zwingend, dass dem ausländischen Ehepartner der Aufenthalt
ungeachtet der weiteren Entwicklung gestattet werden muss. Zu prüfen ist
insbesondere, ob sich die Berufung auf die Ehe nicht anderweitig als
rechtsmissbräuchlich erweist (BGE 128 II 151 mit Hinweis).
a) Rechtsmissbrauch liegt vor, wenn ein Rechtsinstitut zweckwidrig zur Verwirklichung
von Interessen verwendet wird, die dieses Rechtsinstitut nicht schützen will (BGE 128 II
151, 127 II 56 je mit Hinweisen). Im Zusammenhang mit Art. 7 ANAG ist dies dann der
Fall, wenn sich der Ausländer in einem fremdenpolizeilichen Verfahren auf eine Ehe
beruft, welche nur noch formell und ohne Aussicht auf Aufnahme bzw.
Wiederaufnahme einer ehelichen Gemeinschaft besteht (BGE 128 II 151 mit Hinweis
auf BGE 127 II 56, 123 II 50 f.). Ein Rechtsmissbrauch darf nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht leichthin angenommen werden, namentlich
nicht schon deshalb, weil die Ehegatten nicht mehr zusammenleben oder ein
Eheschutz- oder Scheidungsverfahren eingeleitet worden ist (BGE 128 II 151).
Erforderlich sind konkrete Hinweise darauf, dass die Führung einer
Lebensgemeinschaft nicht mehr beabsichtigt und nicht mehr zu erwarten ist (BGE 128
II 151, 127 II 57).
b) Der Beschwerdeführer war vom 11. September 1998 bis 28. Januar 2004 mit der
Schweizer Staatsangehörigen Dzemila L. verheiratet. Insoweit kann er sich auf Art. 7
Abs. 1 ANAG berufen und die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und die
Erteilung einer Niederlassungsbewilligung beanspruchen. Zu prüfen bleibt, ob
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Ausländeramt und Vorinstanz die Berufung auf die Ehe zu Recht als
rechtsmissbräuchlich qualifizierten.
Der Beschwerdeführer heiratete Dzemila L. am 11. September 1998. Er weilte in jenem
Zeitpunkt illegal in der Schweiz, nachdem sein Gesuch um Verlängerung der am 30.
August 1998 ablaufenden Ausreisefrist abgewiesen worden war. Im Mai 1999 reichte
die Ehefrau die Scheidungsklage ein. Das Bezirksgericht St. Gallen sprach am 2.
November 1999 die Ehescheidung aus. Es ging davon aus, die Parteien würden seit
geraumer Zeit getrennt leben; spätestens seit 15. Juli 1999 sei von einer Trennung der
Eheleute auszugehen. Als glaubwürdig wurden auch die von der Ehefrau behaupteten
Vorbereitungen des Beschwerdeführers für eine Auswanderung in die USA betrachtet.
Zutreffend ist, dass das Kantonsgericht die Berufung des Beschwerdeführers gegen
die Scheidung schützte. Allerdings spricht dies nicht gegen eine rechtsmissbräuchliche
Berufung auf die Ehe. Ausschlaggebend für das Kantonsgericht war der Umstand,
dass eine Scheinehe nicht als nachgewiesen betrachtet wurde, was eine Scheidung
während der Trennungsfrist nicht zuliess. In ausländerrechtlicher Hinsicht kann die
Berufung auf den Bestand der Ehe indessen auch dann rechtsmissbräuchlich sein,
wenn die zivilrechtlichen Voraussetzungen für eine Ehescheidung nicht gegeben sind
(BGE 128 II 151 f.). Im ausländerrechtlichen Verfahren ist auch nicht entscheidend,
welcher Ehegatte die überwiegende Verantwortung am Scheitern der Ehe trägt.
Der Beschwerdeführer erklärte bei der Einvernahme vor der Familienrichterin am 16.
September 1999, er habe vor rund drei Monaten festgestellt, dass seine Ehefrau "mit
Albanern etwas hatte". Seit 8. September würden sie getrennt leben. Im Juli sei schon
ein Brief von der Vermittlerin gekommen. Seine Frau habe mehr Geld gebraucht, als sie
gehabt hätten, für Kleider und Geschenke für ihren Freund, da habe er einen Kredit
aufnehmen müssen. Auf Vorhalt der Ausführungen seiner Frau, er habe nach den USA
auswandern wollen, hielt er fest, er habe dort lediglich mit seinem Bruder Ferien
machen wollen. Seine Frau habe nicht mitkommen wollen. Seine Frau kenne ihren
Freund schon seit zehn Jahren; ihm, dem Beschwerdeführer, habe sie gesagt, dass
sich der Freund habe scheiden lassen. Abschliessend hielt der Beschwerdeführer
daran fest, er wolle keine Scheidung; er liebe seine Frau.
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In der Berufungsschrift an das Kantonsgericht vom 19. Januar 2000 hielt der
Beschwerdeführer fest, er habe seit Mai 1999 nicht mehr in der ehelichen Wohnung
ein- und ausgehen können, da seine Frau eine Freundschaft mit einem anderen Mann
gepflegt habe und dieser an seiner Stelle in der Wohnung gewohnt habe. Um
Streitigkeiten zu vermeiden, habe er für unbestimmte Zeit ein schlichtes Appartement
gemietet, in der Meinung, dass sich seine Frau bald seiner besinne.
Somit steht fest, dass die Ehefrau dem Beschwerdeführer rund acht Monate nach der
Heirat den Zutritt zur gemeinsamen Wohnung verweigerte und mit ihrem langjährigen
Freund in der Wohnung lebte. Ungeachtet der Heirat pflegte die Ehefrau die Beziehung
zu ihrem Freund weiter. Die Darlegungen des Beschwerdeführers, er habe einen Kredit
aufnehmen müssen, um der Ehefrau unter anderem zu ermöglichen, Geschenke für
ihren Freund zu kaufen, sind nicht nachvollziehbar. Ein solches Verhalten des
Ehemannes kann nur dadurch motiviert sein, dass er aus sachfremden Motiven an der
Ehe festhalten wollte. Wenn der Beschwerdeführer unter solchen Umständen
gegenüber der Instruktionsrichterin festhielt, er wolle keine Scheidung und er liebe
seine Frau, so kann die Berufung auf die Ehe ausschliesslich dadurch motiviert sein,
dass der Beschwerdeführer in fremdenpolizeilicher Hinsicht einen Nutzen aus dem
Bestand der Ehe zog.
Am 19. September 2003 unterzeichnete der Beschwerdeführer in der Folge erneut ein
gemeinsames Scheidungsbegehren. Dieses wurde rund zwei Wochen nach Ablauf von
fünf Jahren seit der Heirat eingereicht.
Nach eigenen Angaben erfuhr der Beschwerdeführer im Juli 1999 von der
Scheidungsklage der Ehefrau. Seit August 1999 verweigerte ihm die Ehefrau den Zutritt
zur Wohnung, welche sie mit ihrem langjährigen Freund bewohnte. Es sind aufgrund
des Verhaltens der Ehefrau keinerlei Anhaltspunkte ersichtlich, welche darauf
hinweisen, dass sie eine Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft in Betracht zog.
Auch seitens des Beschwerdeführers sind keine solchen Anstrengungen ersichtlich.
Dass das Kantonsgericht eine Scheinehe als nicht erwiesen betrachtete, ist vorliegend
nicht ausschlaggebend. Auch die Fremdenpolizeibehörden sind nicht von einer
Scheinehe ausgegangen, und im übrigen ist es nicht dasselbe, ob die Berufung auf
eine formal bestehende Ehe in fremdenpolizeilicher Hinsicht, also im Zusammenhang
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mit der Berufung auf einen Anspruch auf eine Bewilligung, rechtsmissbräuchlich ist,
oder ob der Widerstand gegen ein Scheidungsbegehren rechtsmissbräuchlich ist. Das
Kantonsgericht hatte nicht darüber zu befinden, ob der Widerstand des
Beschwerdeführers gegen die Scheidung in fremdenpolizeilicher Hinsicht
rechtsmissbräuchlich ist oder nicht. Ob im übrigen die Miete eines eigenen Zimmers als
Merkmal für das endgültige Scheitern der Ehe zu betrachten ist, kann im vorliegenden
Fall offen bleiben, da der Beschwerdeführer bereits seit 1996 über ein eigenes Logis an
der Linsebühlstrasse 68 verfügte und dieses somit nicht erst im Zusammenhang mit
der Trennung von seiner Ehefrau gemietet hatte.
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen steht fest, dass die Ehegatten seit Juli 1999
getrennt lebten, die Ehefrau während der gesamten Zeit der Ehe eine Drittbeziehung
pflegte und beide Ehegatten keine Vorkehrungen trafen, um die eheliche Gemeinschaft
wieder aufzunehmen. Nachdem die eheliche Gemeinschaft lediglich rund acht Monate
dauerte und die Ehefrau offenbar ihre vor der Ehe schon bestandene Drittbeziehung
weiter pflegte, konnte der Beschwerdeführer spätestens nach Einreichung des ersten
Scheidungsbegehrens bei objektiver Einschätzung der gesamten Umstände keinen
Zweifel mehr am definitiven Scheitern der Ehe haben. Stellt er sich dennoch auf den
Standpunkt, er halte weiterhin an der Ehe fest, so ist mit der Vorinstanz und dem
Ausländer-amt davon auszugehen, dass er sich ausschliesslich aus
ausländerrechtlichen Motiven und damit in rechtsmissbräuchlicher Weise auf die Ehe
beruft. Unter diesen Umständen durfte die Vorinstanz die Berufung des
Beschwerdeführers auf die formal bestehende Ehe zutreffend als rechtsmissbräuchlich
qualifizieren. Somit steht dem Beschwerdeführer gestützt auf Art. 7 Abs. 1 ANAG kein
Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Erteilung der
Niederlassungsbewilligung zu (statt vieler BGE 128 II 154 und 127 II 59; VerwGE B
2005/56 vom 20. Juni 2005 i.S. M.E., zurzeit publiziert in: www.gerichte.sg.ch).
Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, die Behörden hätten seit mehr als einem
halben Jahrzehnt von der mindestens zeitweisen faktischen Trennung gewusst und
trotzdem, ohne ein Verfahren einzuleiten, seine Anwesenheit weiter geduldet. Dieses
Argument bzw. der Vorwurf des Handelns wider Treu und Glauben geht fehl.
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In den Gesuchen um Erteilung bzw. Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung vom 15.
September bzw. 10. November 1998 gab der Beschwerdeführer die Adresse
Treuackerstrasse 15 an. Im Gesuch um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung vom
8. November 1999 vermerkte das Einwohneramt die neue Adresse Linsebühlstrasse
68. Das Ausländeramt erhielt am 13. März 2000 Kenntnis vom Scheidungsverfahren. Im
Gesuch vom 4. November 2000 vermerkte das Einwohneramt, dass die Ehegatten
getrennt lebten. Im Gesuch vom 20. Oktober 2001 hielt das Einwohneramt dagegen
fest, der Beschwerdeführer lebe wieder in ehelicher Gemeinschaft. Unter diesen
Umständen kann dem Ausländeramt kein Handeln wider Treu und Glauben vorgehalten
werden, dass es nicht bereits nach der ersten Meldung über die Trennung ein
Widerrufsverfahren einleitete, sondern erst nach der Strafklage der Ehefrau gegen den
Beschwerdeführer im Septemer 2003 und dem neuerlichen Scheidungsverfahren im
Jahr 2004. Das Ausländeramt hat dem Beschwerdeführer keine verbindlichen
Zusicherungen gemacht, dass ihm trotz jahrelangen Getrenntlebens weiterhin die
Aufenthaltsbewilligung verlängert würde, zumal er selber lediglich im Gesuch um
Stellenwechsel vom 28. September 2001 vermerkte, er befinde sich in Trennung, und
im Gesuch um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung dem Einwohneramt angab, er
lebe wieder in ehelicher Gemeinschaft. Daher kann dem Ausländeramt nicht
vorgeworfen werden, es hätte trotz leichthin festzustellendem Getrenntleben den
Aufenthalt während längerer Zeit weiterhin vorbehaltlos bewilligt, und es liege darin ein
Verstoss gegen Treu und Glauben. Nicht belegt ist indessen auch die Feststellung der
Vorinstanz, der Beschwerdeführer habe gegenüber dem Ausländeramt täuschende
Angaben gemacht. Angesichts des Ablaufs des Scheidungsverfahrens können die
Angaben und Vermerke über die familiären Verhältnisse und die Wohnverhältnissen
nicht zweifelsfrei als täuschend qualifiziert werden.
Nicht entscheidend ist im übrigen, ob als Aufenthaltszweck der Verbleib bei der
Ehefrau oder die Erwerbstätigkeit angenommen wird. Dem Beschwerdeführer wurde
die Verlängerung der Bewilligung nicht deshalb verweigert, weil der Aufenthaltszweck
nicht mehr erfüllt ist, sondern weil die Berufung auf die Ehe zur Begründung eines
Rechtsanspruchs auf eine Bewilligung missbräuchlich ist und die Erwerbstätigkeit als
solche keinen Anspruch auf eine Bewilligungsverlängerung verschafft.
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Nach dem Gesagten steht fest, dass die Berufung auf die Ehe rechtsmissbräuchlich ist.
Der Rechtsmissbrauch liegt darin, dass der Bestand der Ehe gemäss der gesetzlichen
Ordnung nach Ablauf von fünf Jahren einen Rechtsanspruch auf Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung und Erteilung der Niederlassungsbewilligung gibt. Dieser
Anspruch geht zwar mit einer Trennung nicht automatisch unter. Es widerspricht aber
Sinn und Zweck des Gesetzes, ein Recht auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung
und Erteilung einer Niederlassungsbewilligung auch dann anzuerkennen, wenn eine
Ehe seit längerem getrennt ist und keine Aussicht auf Wiederaufnahme der
Gemeinschaft besteht. In solchen Fällen wird die Berufung auf eine nur noch formal
bestehende Ehe zur Erlangung ausländerrechtlicher Ansprüche als missbräuchlich
qualifiziert. Das Gesuch um Erteilung einer Niederlassungsbewilligung wurde daher zu
Recht abgewiesen.
c) Zu prüfen bleibt, ob die Verweigerung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung
einem Missbrauch bzw. einer Ueberschreitung des Ermessens gleichkommt.
Nach Art. 4 ANAG entscheidet die Behörde im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften
und der Verträge mit dem Ausland nach freiem Ermessen über die Bewilligung von
Aufenthalt oder Niederlassung.
Der Beschwerdeführer hat weder aufgrund einer gesetzlichen Vorschrift noch aufgrund
eines Staatsvertrags Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung. Er ist seit 28. Januar 2004 geschieden, weshalb er sich
insbesondere auch nicht mehr auf die Ehe mit einer Schweizerin berufen kann.
Das Verwaltungsgericht übt lediglich eine Rechtskontrolle aus (Art. 61 Abs. 1 und 2
VRP). Somit kann nur geprüft werden, ob die Verwaltung ihr Ermessen überschritten
oder missbraucht hat und damit rechtswidrig handelte, als sie die Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung verweigerte (GVP 1996 Nr. 9 und 1998 Nr. 71).
Nach der Praxis des Ausländeramts wird die Aufenthaltsbewilligung in gewissen Fällen
zwar auch nach der Auflösung der Ehe verlängert. Als massgebend werden dabei nach
den Weisungen des Bundesamts für Migration (Ziff. 654) unter anderem die Dauer der
Anwesenheit in der Schweiz, insbesondere wenn Kinder vorhanden sind, die berufliche
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Situation, die Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage sowie das Verhalten und der
Integrationsgrad betrachtet. Zu berücksichtigen sind ferner die Umstände, die zur
Auflösung der Ehe geführt haben.
Inwiefern die Ausführungen in der Beschwerde überhaupt eine Rechtswidrigkeit des
angefochtenen Entscheids darzutun vermögen oder lediglich die Ermessensbetätigung
des Ausländeramts bzw. der Vorinstanz kritisieren, was im Beschwerdeverfahren
gemäss Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP nicht zulässig wäre, erscheint fraglich, kann aber
offen bleiben. Ein Ermessensmissbrauch liegt jedenfalls nicht vor. Die eheliche
Gemeinschaft dauerte lediglich einige Monate, und die Ehe blieb kinderlos. Zudem hält
sich der Beschwerdeführer erst seit dem Jahr 1998 mit einer Aufenthaltsbewilligung in
der Schweiz auf. Zuvor hatte sein Aufenthalt seit 1994 auf einer vorläufigen Aufnahme
beruht, was bedeutet, dass er jederzeit mit einer Rückkehr rechnen musste. Der
Beschwerdeführer ist überdies nach Ablauf der Ausreisefrist am 30. August 1998 illegal
in der Schweiz verblieben.
Zugunsten des Beschwerdeführers ist die Bewährung als Arbeitnehmer sowie das
weitgehend klaglose Verhalten zu würdigen. Als tadellos kann sein Verhalten
angesichts des illegalen Verbleibs in der Schweiz nach der Aufhebung der vorläufigen
Aufnahme aber nicht betrachtet werden. Die Bewährung als Arbeitnehmer und ein
klagloses Verhalten werden im übrigen von jedem in der Schweiz lebenden Ausländer
erwartet, weshalb darin kein ausserordentlich verdienstvolles Verhalten zu erblicken ist.
Obwohl die berufliche Tätigkeit des Beschwerdeführers von seinem Arbeitgeber in
hohem Masse geschätzt wird, kann dies in wirtschaftlicher und arbeitsmarktlicher
Hinsicht nur geringfügig zu seinen Gunsten berücksichtigt werden. Die Tätigkeit eines
Hilfsbäckers, selbst wenn sie auf langer Erfahrung beruht und im Betrieb des
Arbeitgebers überaus geschätzt wird, ist nicht eine derart qualifizierte Berufstätigkeit,
welche in wirtschaftlicher oder arbeitsmarktlicher Hinsicht die Verlängerung einer
Ausländerbewilligung rechtfertigen würde. Im übrigen können auch die Umstände der
Ehescheidung nicht zugunsten des Beschwerdeführers berücksichtigt werden, da
dieser wie erwähnt nach der Trennung im Jahr 1999 keinerlei Vorkehrungen für eine
Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft machte.
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Nach einem Aufenthalt von über zehn Jahren ist es offensichtlich, dass eine gewisse
Integration in der Schweiz eingetreten ist. Unbestritten ist aber auch, dass der
Beschwerdeführer nach wie vor Kontakte zu seinem Heimatland pflegt. Nach eigenen
Angaben ist er letztmals im Januar 2004 in Bosnien und Herzegowina gewesen. Weiter
leben nach eigenen Angaben Geschwister in Bosnien und Herzegowina. Als
alleinstehender Mann ohne familiäre Unterhaltspflichten hat der Beschwerdeführer die
Möglichkeit, auch nach einem längeren Aufenthalt in der Schweiz im Herkunftsland
wieder Fuss zu fassen.
Unter den gegebenen Umständen durfte die Vorinstanz das öffentliche Interesse an der
Verweigerung des weiteren Aufenthalts höher gewichten als das private Interesse des
Beschwerdeführers am Verbleib in der Schweiz. Das öffentliche Interesse an der
Verweigerung des weiteren Aufenthalts besteht im übrigen darin, dass Personen, bei
denen die Voraussetzungen für die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung nach relativ
kurzer Zeit weggefallen sind, die Schweiz wieder verlassen (vgl. statt vieler VerwGE B
2004/163 vom 25. Januar 2005 mit Hinweisen, zurzeit publiziert in:
www.gerichte.sg.ch).
d) Schliesslich macht der Beschwerdeführer einen Härtefall geltend. Nach Art. 13 lit. f
der Verordnung über die Begrenzung der Zahl der Ausländer (SR 823.21, abgekürzt
BVO) sind Ausländer von der Höchstzahl für erwerbstätige Personen ausgenommen,
wenn ein schwerwiegender persönlicher Härtefall oder staatspolitische Gründe
vorliegen.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung setzt ein Härtefall im Sinn von Art. 13
lit. f BVO voraus, dass sich der betreffende Ausländer in einer persönlichen Notlage
befindet. Das bedeutet, dass seine Lebens- und Daseinsbedingungen gemessen am
durchschnittlichen Schicksal von Ausländern in gesteigertem Mass in Frage gestellt
sein müssen, bzw. die Verweigerung der Ausnahme von der zahlenmässigen
Begrenzung für den Betroffenen schwere Nachteile zur Folge hätte (vgl. statt vieler
BGE 124 II 112).
Im vorliegenden Fall ist nicht ersichtlich, inwiefern die Lebens- und
Daseinsbedingungen des Beschwerdeführers in weit grösserem Masse als jene der
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Durchschnittsbevölkerung in Bosnien und Herzegowina beeinträchtigt sind. Vielmehr
hat der Beschwerdeführer dieselbe Möglichkeit, sich in seinem Herkunftsland wieder
zurechtzufinden, wie zahlreiche seiner Landsleute, die nach einem längeren Aufenthalt
in der Schweiz zurückkehren müssen. Wohl kann nach einem Aufenthalt von zehn
Jahren und einem tadellosen Verhalten nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts
ein Härtefall in Erwägung gezogen werden (BGE 124 II 110). Allerdings ist zu
berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer diese Aufenthaltsdauer in gewisser
Hinsicht auch erschlichen hat, indem er die verbindliche Weisung zur Ausreise nicht
befolgte. Von einem tadellosen Verhalten kann daher nicht gesprochen werden,
weshalb in der Verweigerung der Anerkennung als Härtefall keine Rechtsverletzung zu
erblicken ist.
f) Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass die
Beschwerde als unbegründet abzuweisen ist.
3./ Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP).