Decision ID: cf36f27a-a0b7-46bd-bf7d-cbc36f826e97
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. E. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21,
Postfach 27, 9004 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rentenrevision (Einstellung Rente)
Sachverhalt:
A.
A.a A._, geboren 1962, meldete sich am 21. März 2004 wegen eines
Harnleitertumors, Zuckerkrankheit und Augendrucks zum Bezug von IV-Leistungen an
(act. G 4.1.1). Sein Hausarzt Dr. med. B._, Arzt für Allgemeine Medizin FMH,
Rebstein, attestierte ihm im Bericht vom 30. März 2004 einen Diabetes mellitus Typ II,
einen Status nach Nephroureterektomie links im Mai 2002 bei Urothelkarzinom sowie
eine arterielle Hypertonie. Diese Diagnosen hätten keine Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit, der Versicherte sei zu 100% arbeitsfähig, jedoch habe er seine Stelle durch
Kündigung verloren (act. G 4.1.7-1ff.). Vom 16. bis 20. Februar 2004 war der
Versicherte in der Endokrinologie/Diabetologie am Kantonsspital St. Gallen (KSSG) zur
Optimierung der Diabetestherapie hospitalisiert. Den Diabetes sahen die Ärzte nicht als
Grund für eine Arbeitsunfähigkeit (act. G 4.1.9-5f.). Gemäss dem Arztbericht der
Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie, Heerbrugg, vom 7. April 2004, wo
der Versicherte seit 10. März 2003 in Behandlung war, bestand seit Mai 2002 eine
mittelgradig depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F 32.11). Die
behandelnden Ärzte attestierten dem Versicherten eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von
50% in adaptierter Tätigkeit. Als solche empfahlen sie Tätigkeiten, bei welchen er nicht
in Kontakt mit Öl komme, da er einen möglichen Zusammenhang zwischen seinem
Tumor und der früheren Arbeit mit Öl vermute. Die Teilarbeitsfähigkeit sei ganztags mit
reduzierter Leistung realisierbar. In der angestammten Tätigkeit als Maschinenführer sei
er seit 29. Mai 2001 zu 100% arbeitsunfähig. Verschiedene Arbeitsversuche seien
gescheitert (act. G 4.1.9-1ff.). Per 31. Mai 2004 kündigte die Arbeitgeberin dem
Versicherten die Stelle als Metallarbeiter (act. G 4.1.11-1).
A.b Mit Verfügungen vom 22. April 2005 und 5. Juli 2005 sprach die IV-Stelle dem
Versicherten gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 56% eine halbe Rente ab 1. März
2003 zu (act. G 4.1.34, 4.1.37). Mit Verfügung vom 15. Juli 2005 stellte sie ihre
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Bemühungen um Arbeitsvermittlung ein und verwies für die weitere Unterstützung auf
die Arbeitslosenversicherung (act. G 4.1.38).
A.c Im Verlaufsbericht vom 27. März 2006 anlässlich einer Revision von Amtes wegen
hielt Dr. B._ an seiner Einschätzung gemäss Bericht vom 30. März 2004 fest. Auf
Grund der damaligen Beurteilungen durch die Urologen und die Endokrinologen des
KSSG sowie durch das Zetup St. Gallen (keine Arbeitsunfähigkeit) könne er nicht
nachvollziehen, warum schliesslich ein IV-Grad von 56% resultiert habe (act.
G 4.1.47-3).
A.d Dr. med. C._, Oberarzt der Fachstelle für Psychiatrie und Psychotherapie,
Heerbrugg, berichtete am 4. April 2006 über eine leichte Besserung der depressiven
Grundstimmung bei grundsätzlich stationärem Gesundheitszustand. Der Versicherte
wirke immer noch emotional labil und reduziert belastbar. Die Arbeitsfähigkeit in einer
leidensadaptierten Tätigkeit betrage ca. vier Stunden pro Tag bei einer leicht
reduzierten Leistungsfähigkeit von ca. 20% (act. G 4.1.48). Gestützt darauf ging der
RAD-Arzt Dr. med. D._ von einem stationären Gesundheitszustand aus (act.
G 4.1.52) und die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 19. Juli 2006 mit, der
Rentenanspruch bleibe unverändert (act. G 4.1.54).
A.e Mit Fragebogen vom 6. Juli 2009 leitete die IV-Stelle erneut eine Rentenrevision
ein (act. G 4.1.56). Der Hausarzt Dr. B._ attestierte im Verlaufsbericht vom 7.
September 2009 einen unveränderten Gesundheitszustand (act. G 4.1.60-3). Mit
Arztbericht vom 26. Oktober 2009 befanden die Ärzte des Psychiatrie-Zentrums
Rheintal, der Gesundheitszustand des Versicherten habe sich verschlechtert. Auf
Grund der Dauer und Stärke der psychischen Symptome (Antriebslosigkeit,
Konzentrationsprobleme, Niedergeschlagenheit, Ängste in sozialen Kontexten sowie
vor Kontakt mit Maschinenöl), welche mit graduellen Unterschieden seit 2004 vorlägen,
seien nach aktueller Einschätzung die Kriterien einer rezidivierenden depressiven
Störung mit gegenwärtig mittelgradiger depressiver Episode erfüllt (ICD-10 F33.10).
Nach vorläufigem Abschluss der ambulanten Behandlung Ende März 2006 sei der
Versicherte am 5. Oktober 2009 auf Grund einer Zunahme der depressiven Symptome
erneut vorstellig geworden. Die Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierter Tätigkeit betrage
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vier Stunden pro Tag / 20 Stunden die Woche bei einer Einschränkung der
Leistungsfähigkeit um 20% (act. G 4.1.62).
A.f Gestützt auf die Untersuchung vom 19. April 2010 diagnostizierte Dr. med. E._,
Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH, im Gutachten vom 9. Juni 2010 mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig leicht bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F33.1), beginnende
Chronifizierung in leichter Ausprägung sowie eine leichtgradige atypische Angststörung
nach Krebserkrankung vor acht Jahren (ICD-10: F41.8). Ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit seien akzentuierte Persönlichkeitszüge mit passiv-aggressiven und
ängstlich-vermeidenden Anteilen (ICD-10: Z73.1). Gemäss Dr. E._ war spätestens ab
dem aktuellen Untersuchungszeitpunkt im April 2010 von einer Arbeitsunfähigkeit von
noch ca. 30% auszugehen. Diese bestehe auch in der angestammten Tätigkeit als
angelernter Maschinenführer. Die Tätigkeit könne vollzeitlich bei verminderter
Leistungsfähigkeit um ca. 30% ausgeübt werden (act. G 4.1.68-12). RAD-Arzt Dr. med.
F._ befand das Gutachten von Dr. E._ mit Stellungnahme vom 22. Juni 2010 als
plausibel und nachvollziehbar (act. G 4.1.69).
A.g Mit Vorbescheid vom 2. Juli 2010 informierte die IV-Stelle den Versicherten, dass
die Einstellung der Invalidenrente vorgesehen sei (act. G 4.1.73f.). Dagegen erhob der
Versicherte am 24. August 2010 Einwand und ergänzte diesen mit Begründung vom
13. Oktober 2010. Er beantragte eine Überprüfung des Vorbescheids und eine
Zusprache der ihm zustehenden Versicherungsleistungen bzw. die weitere Ausrichtung
einer halben Invalidenrente (act. G 4.1.78, 4.1.89).
A.h Mit Verfügung vom 2. Dezember 2010 entschied die IV-Stelle im Sinn des
Vorbescheids die Einstellung der Invalidenrente. Sie stellte sich auf den Standpunkt,
dass auf das Gutachten von Dr. E._ abzustellen und damit von einer 70%igen
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Metallarbeiter auszugehen sei.
Daher werde beim Invalideneinkommen nicht der Tabellenlohn beigezogen, sondern
der mögliche Verdienst im bisherigen Beruf. Auf Grund des resultierenden
Invaliditätsgrads von 30% bestehe kein Rentenanspruch mehr (act. G 4.1.92).
B.
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B.a Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 6. Januar 2011 mit dem Antrag auf
Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Verpflichtung der Beschwerdegegnerin
zur weiteren Ausrichtung einer halben Rente, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Zur Begründung machte der Beschwerdeführer geltend, das Gutachten von Dr. E._
sei nicht beweistauglich, weil es nicht in Kenntnis der vollständigen Akten verfasst
worden sei. Dem Gutachter sei nämlich lediglich der Verlaufsbericht von Dr. med.
G._, Psychiatrie-Zentrum Heerbrugg, vom 26. Oktober 2009, nicht jedoch ein
weiterer Verlaufsbericht bzw. die Krankengeschichte ab Oktober 2006 zur Verfügung
gestanden. Dieser Mangel wiege insofern schwer, als die Einschätzungen der
Arbeitsunfähigkeit von Dr. G._ und jene von Dr. E._ stark divergierten. Zudem sei
problematisch, dass die IV-Stelle die Arbeitsunfähigkeit von 30% mit der
Erwerbsunfähigkeit gleich gesetzt habe, zumal weder ein Abzug wegen Teilzeittätigkeit
noch ein leidensadaptierter Abzug vorgenommen worden sei (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 16. Februar 2011 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (act. G 4). Auf einen weiteren
Schriftenwechsel wurde verzichtet.

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers seit der ursprünglichen Rentenzusprache vom 22. April bzw. 5. Juli
2005 (act. G 4.1.34, 4.1.37) rentenrelevant verbessert hat.
1.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so
wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend
erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision
gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist,
den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349 f.
E. 3.5). Ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des
Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten, der versicherten Person eröffneten
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rechtskräftigen Verfügung vorlag, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs beruht, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung
(BGE 133 V 108 E. 5.4). Dabei stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der
Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustands
auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinn von
Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (BGE 112 V 372 E. 2b mit Hinweisen).
2.
2.1 Ausgangspunkt für die Beurteilung des gesundheitlichen Verlaufs bildet im vor
liegenden Revisionsverfahren die ursprüngliche Rentenzusprache vom 22. April bzw.
5. Juli 2005 (act. G 4.1.34, 4.1.37). Die Mitteilung vom 19. Juli 2006 (act. G 4.1.54),
worin die bisherige Situation ohne umfassende Abklärungen bestätigt wurde (act. G
4.1.54), ist demgegenüber für die Verlaufsbeurteilung nicht von Bedeutung. Die
Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 2. Dezember
2010 (act. G 4.1.92) auf das psychiatrische Gutachten von Dr. E._ vom 9. Juni 2010
(act. G 4.1.68). Darin diagnostizierte der Gutachter mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leicht bis
mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F33.1), beginnende Chronifizierung in
leichter Ausprägung sowie eine leichtgradige atypische Angststörung nach
Krebserkrankung vor acht Jahren (ICD-10: F41.8). Akzentuierte Persönlichkeitszüge mit
passiv-aggressiven und ängstlich-vermeidenden Anteilen (ICD-10: Z73.1) seien ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Dr. E._ führte aus, dass zum aktuellen
Untersuchungszeitpunkt eine leicht bis allenfalls zeitweilig mittelgradige depressive
Symptomatik mit Schlafstörungen, innerer Unruhe, Stimmungsschwankungen, kaum
vermindertem Antrieb, zeitweilig Gefühlen von Überforderung, vermindertem
Selbstwerterleben und zeitweilig Zukunftsängsten sowie auch Ansätzen zu
Panikäquivalenten festgestellt werden könnten. Nach der Rückkehr an seinen
Arbeitsplatz im Jahr 2003 habe der Beschwerdeführer eine eigene Theorie entwickelt,
dass sein Nierentumor durch Dämpfe bei der Arbeit mit Maschinenölen entstanden sei.
Bis heute halte er diese eigene Krankheitstheorie aufrecht, obwohl er mehrfach mit
verschiedenen Ärzten über seine Ängste habe sprechen können. Dennoch sei der
Beschwerdeführer in der Lage, positive Aktivitäten wie sportliche Betätigung, Musik
(Keyboard, Schlagzeug und Trommeln) und weitere Aktivitäten durchzuführen. Er
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kümmere sich um seine kranke Frau und versorge auch einen Grossteil des Haushalts
selbst. Auch kümmere er sich um seine Söhne wie insbesondere den Jüngeren, der
lange eine Lehrstelle habe suchen müssen. Hier zeigten sich verschiedene
psychosoziale Belastungen, die die Lebensqualität des Beschwerdeführers
beeinträchtigten bzw. seine Lebensführung erschwerten, aber auch, dass er
ausreichend Ressourcen mobilisieren könne, um ein beachtliches Mass an
Belastungen zu bewältigen. Diagnostisch sei von einer gegenwärtig leichten bis
zeitweilig mittelgradigen depressiven Episode bei einer rezidivierenden depressiven
Störung auszugehen, wobei wohl zudem eine beginnende Chronifizierung der
Symptomatik in leichter depressiver Ausprägung mitbedacht werden müsse. Die
depressive Symptomatik habe sich auf dem Boden von seit der Adoleszenz
bestehenden akzentuierten Persönlichkeitszügen mit passiv-aggressiven und
ängstlich-vermeidenden Anteilen nach einer Krebserkrankung ab 2002 entwickelt.
Zudem habe bei dem vom Beschwerdeführer nachvollziehbar geschilderten, zeitweilig
auftretenden beginnenden Panikäquivalenten die Diagnose einer leichtgradigen,
atypischen Angststörung nach Krebserkrankung vor acht Jahren gestellt werden
können. Ein Teil der aktuell vorliegenden Beschwerden sei nicht störungsbedingt,
sondern es handle sich dabei um IV-fremde psychosoziale Belastungsfaktoren (u.a.
Migrationshintergrund, geringer Ausbildungsstand, keine Berufsausbildung, erschwerte
Vermittelbarkeit auf dem freien Arbeitsmarkt, Erkrankung der Ehefrau, Probleme in der
Erziehung der Söhne). Dr. E._ stellte auf Grund seines Untersuchungsbefundes fest,
dass leicht- und zeitweilig mittelgradige Einschränkungen der Arbeits- und
Leistungsfähigkeit ausgewiesen seien. Es bestünden leichte Einschränkungen der
Aufmerksamkeit, der Konzentrationsfähigkeit und auch der Ausdauer sowie eine leicht
verminderte emotionale Belastbarkeit und leicht verminderte Stress- und
Frustrationstoleranz. Zudem bestünden leichtgradige Defizite der sozialen
Kompetenzen, insbesondere eine eingeschränkte Abgrenzungs- und Konfliktfähigkeit
seien hierbei zu beachten. Aus gutachterlicher Sicht sei von einer wesentlichen
Verbesserung des psychischen Zustands im Vergleich zu den psychiatrischen
Befunden von 2004 und somit des medizinischen Sachverhalts auszugehen.
2.2 Demgegenüber sah das Psychiatrie-Zentrum im Verlaufsbericht vom 26. Oktober
2009 eine Verschlechterung des Gesundheitszustands bei einer rezidivierenden
depressiven Störung mit gegenwärtig mittelgradiger Episode (ICD-10: F33.10).
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Angesichts akuter Belastungsfaktoren wie dem Tod des Vaters im Oktober 2008 sowie
der progredienten rheumatischen Erkrankung der Ehefrau hätten sich die Symptome
deutlich verstärkt. Die Symptomatik und der klinische Befund entsprächen einer
mittelgradigen depressiven Episode im Rahmen einer rezidivierenden Depression (act.
G 4.1.62-2). Bezugnehmend auf diese psychiatrischen Vorbefunde des Psychiatrie-
Zentrums vom 26. Oktober 2009 bestand für Dr. E._ hinsichtlich der Diagnose einer
rezidivierenden depressiven Störung zwar Übereinstimmung. Allerdings habe zum
Begutachtungszeitpunkt keine mittelgradige depressive Episode, sondern eine leichte
depressive Episode mit zeitweilig mittelgradiger Ausprägung vorgelegen. Weiter
machte Dr. E._ darauf aufmerksam, dass von den behandelnden Psychiatern auch
somatische Befunde und psychosoziale Belastungsfaktoren in die Beurteilung der
Arbeitsunfähigkeit mit einbezogen worden seien. Die Angaben zur Arbeitsunfähigkeit in
diesem Bericht seien zusätzlich inkonsistent und zum Teil auch widersprüchlich. So sei
nicht nachvollziehbar, warum im neuesten Bericht des Psychiatrie-Zentrums auch von
einer Verschlechterung des psychischen Zustands des Beschwerdeführers nach dem
Tod des Vaters im Oktober 2008 berichtet worden sei, der Beschwerdeführer aber erst
ein Jahr später, nach Einleitung der Rentenrevision, eine Veranlassung gesehen habe,
sich erneut in psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung zu begeben.
Schliesslich würden im Bericht hypothetische Angaben gemacht, wonach sich auf
Grund der Aversion des Beschwerdeführers gegen Maschinenöl durch die Ausführung
der angestammten Tätigkeit eine Verschlechterung des psychischen Zustands ergeben
könnte. Da der Beschwerdeführer aber schon sieben Jahre nicht mehr in dieser
Tätigkeit gearbeitet habe, sei dies eher Spekulation. Zudem sei das Arbeitsverhältnis in
der angestammten Tätigkeit seit 2004 gekündigt und es scheine daher sehr
unwahrscheinlich, dass der Arbeitgeber ihn erneut einstellen würde (act. G 4.1.68-14).
2.3 Weitere Widersprüche in den Berichten des Psychiatrie-Zentrums zeigen sich
sodann in der Angabe zur Höhe der Arbeitsunfähigkeit. Während im Bericht vom 7.
April 2004 noch von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen worden war (act.
G 4.1.9-4), gingen die Psychiatrieärzte im Verlaufsbericht vom 4. April 2006 zwar von
einem stationären Gesundheitszustand aus, reduzierten die Arbeitsfähigkeit jedoch
dahingehend, als sie sie durch eine leidensadaptierte Tätigkeit von ca. vier Stunden pro
Tag bei einer leicht reduzierten Leistungsfähigkeit von ca. 20% definierten (act.
G 4.1.48-1). Obgleich im Verlaufsbericht vom 26. Januar 2009 schliesslich eine
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Verschlechterung des Gesundheitszustands festgehalten wurde, blieb es weiterhin bei
der Arbeitsfähigkeitsschätzung des Vorberichts (act. G 4.1.62-1f.). Dagegen beurteilte
der Gutachter Dr. E._ die Arbeitsunfähigkeit gestützt auf seine
Untersuchungsbefunde und unter Ausblendung der psychosozialen Belastungsfaktoren
nachvollziehbar mit 30%. Von dieser Arbeitsunfähigkeit sei spätestens ab dem
aktuellen Untersuchungsdatum auszugehen, wobei adaptierte Tätigkeiten vollzeitlich
bei verminderter Leistungsfähigkeit um ca. 30% ausgeübt werden könnten. Als
adaptiert seien eher angelernte, handwerkliche Tätigkeiten zu nennen, die keine
besonders erhöhten Anforderungen an die Stress- und Frustrationstoleranz, die
emotionale Belastbarkeit oder die sozialen Kompetenzen stellten. Die angestammte
Tätigkeit als Maschinenführer erscheine grundsätzlich leidensadaptiert. Wenn die
Vorschriften der SUVA und der Arbeitsmedizin bei der Einrichtung des Arbeitsplatzes
beachtet würden, sei aus psychiatrischer Sicht auch der Umgang mit Maschinenölen
medizintheoretisch zumutbar (act. G 4.1.68-13).
2.4 Die Rüge des Beschwerdeführers, das Gutachten von Dr. E._ sei schon darum
nicht beweistauglich, weil dieser darauf verzichtet habe, einen aktuelleren Verlaufs
bericht bzw. die Krankengeschichte ab Oktober 2006 einzufordern, überzeugt nicht.
Beim Bericht vom 26. Oktober 2009 handelt es sich ja gerade um einen die
Behandlungsdauer beim Psychiatrie-Zentrum beleuchtenden Verlaufsbericht. Zudem
machte der Beschwerdeführer auch nicht geltend, dass sich sein psychischer
Gesundheitszustand innerhalb der sechs Monate bis zur Begutachtung relevant
verändert habe. Andererseits war der Beschwerdeführer ab Ende März 2006 bis
Oktober 2009 gar nicht in psychiatrischer Behandlung und auch der Hausarzt machte
im Bericht vom 7. September 2009 keine Aussage über diesbezüglich bei ihm erfolgte
Konsultationen (vgl. act. G 4.1.60-3).
2.5 Im Weiteren ist auf die von Dr. E._ festgestellte deutliche Ambivalenz in Bezug
auf die Psychotherapiemotivation des Beschwerdeführers hinzuweisen, da erst seit
Herbst 2009 wieder niederfrequent Therapiegespräche bei einer Psychologin im
Psychiatrie-Zentrum Heerbrugg stattfänden. Eine psychopharmakologische
Behandlung sei den behandelnden Psychiatern nicht erforderlich erschienen und auch
der Beschwerdeführer halte für sich eine antidepressive Medikation nicht für nötig (act.
G 4.1.68-12). Dass von März 2006 bis Oktober 2009 keinerlei psychiatrische
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Behandlungen stattfanden, lässt denn auch die vom Psychiatrie-Zentrum attestierte ca.
60%ige Arbeitsunfähigkeit (empfohlenes 50%-Pensum mit Leistungseinbusse von ca.
20%) als wenig plausibel erscheinen.
2.6 Schliesslich fällt bei der Würdigung der gutachterlichen Beurteilung ins Gewicht,
dass sie auf eigenständigen Abklärungen beruht und für die streitigen Belange
umfassend ist. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet und die vom
Beschwerdeführer geklagten Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt. Die
Attestierung einer 70%igen Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten leuchtet in
der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation ein. Namentlich geht aus der Gesamtbeurteilung anschaulich
hervor, dass der Beschwerdeführer über ausreichend Ressourcen verfügt, um ein
beachtliches Aktivitätsniveau zu halten (Sport, Musik, Haushalt, Hilfestellungen für
kranken Vater und Ehefrau, Unterstützung der jüngeren Söhne). Weiter bestehen keine
Anhaltspunkte dafür, dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden
wären. Damit geht einher, dass auch der Beschwerdeführer keine wesentlichen Mängel
an der Begutachtung ins Feld führt. Die Beschwerdegegnerin hat damit der
Bestimmung des Invaliditätsgrads in der angefochtenen Verfügung zu Recht die
gutachterliche Leistungsfähigkeitsbeurteilung zugrunde gelegt.
3.
3.1 Gestützt auf die gutachterliche Beurteilung von Dr. E._ ist demnach von einer
medizinisch-theoretischen 70%igen Restarbeitsfähigkeit in der angestammten sowie in
übrigen leidensadaptierten Tätigkeiten auszugehen.
3.2 Nachdem der Beschwerdeführer weiterhin in seiner angestammten Tätigkeit
arbeiten kann, ging die Beschwerdegegnerin zu Recht sowohl beim Validen- als auch
beim Invalideneinkommen vom Lohn bei der ehemaligen Arbeitgeberin aus. In Fällen,
wo zur Bestimmung des Validen- und Invalideneinkommens dieselbe Vergleichsgrösse
herangezogen wird, kann ein sogenannter Prozentvergleich vorgenommen werden.
Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter allfälliger
Berücksichtigung eines Abzuges vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts vom 9.
März 2007, I 697/05, E. 5.4 mit Hinweis). Da ein sogenannter leidensbedingter Abzug
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von gesamthaft höchstens 25% jedoch nur vorzunehmen ist, wenn das
Invalideneinkommen anhand von Tabellenlöhnen festgelegt wird (Urteil des
Bundesgerichts vom 7. August 2008, 9C_129/2008, E. 3.3.1 mit Hinweis auf BGE 126 V
79 E. 5b), was vorliegend wie erwähnt nicht der Fall ist, entspricht der Invaliditätsgrad
direkt dem Grad der Arbeitsunfähigkeit von 30%. Damit ist der Rentenanspruch zu
verneinen.
4.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Ange
legenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie
vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der von ihm geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat der
Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP