Decision ID: 67d72a59-1b09-441d-bab1-1bc7d42947b5
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1971 geborene
X._
, Vater dreier in den Jahren
1999, 2008 und 2013 geborener Kinder,
arbeitete ab dem 1
8.
August 1994 mit einem Beschäftigungsgrad von 100 % als Gipser (
Urk.
6/3). Am 7. April 2006 meldete er sich unter Hinweis auf bewegungs- und belastungsabhängige Nacken- und Schulterschmerzen bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 6/3). Zur Abklärung der medizinischen und erwerblichen Verhältnisse zog die IV-Stelle Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 6/8,
6/11
)
, des Arbeitgebers (
Urk.
6/10)
sowie Auszüge aus dem individuellen Konto (
Urk.
6/7, 6/
12
) bei.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/33-35) wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
7.
April 2007 das Leistungsbegehren ab (
Urk.
6/42).
Die dagegen gerichtete Beschwerde des Versicherten hiess das hiesige Gericht
mit Urteil vom 1
1.
September 2008 in dem Sinne gut, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache zur weiteren medizinischen Abklärung an die Verwaltung zurückgewiesen wurde (
Urk.
6/56).
1.2
In der Folge zog die IV-Stelle weitere Arztberichte bei (
Urk.
6/57, 6/61-68) und ordnete eine medizinische Abklärung bei Dr. med.
Y._
, Fachärztin FMH Psychiatrie und Psychotherapie
,
sowie Dr. med.
Z._
, Facharzt FMH Innere Medizin und Rheumatologie, an, die ihr
bidisziplinäres
Gutachten am
2
1.
Januar 2010 erstatteten (
Urk.
6/75).
Mit Verfügung vom 1
0.
Februar 2011 wurde dem Versicherten mit Wirkung ab 1. Oktober 2007 eine ganze Rente der Invalidenversicherung (samt einer Kinderrente) zugesprochen (
Urk.
6/88).
1.3
Ende Juli 2014 wurde ein amtliches Rentenrevisionsverfahren eröffne
t. Der Versicherte teilte
der IV-Stelle
am 2.
September 2014 mit, sein Gesundheitszu
stand erlaube es ihm weiterhin nicht, eine Arbeitstätigkeit aufzunehmen (
Urk.
6/93 S. 2). Nachdem die IV-Stelle
weitere Abklärungen getätigt hatte, ord
nete sie eine polydisziplinäre medizinische Abklärung durch die
Begutach
tungsstelle
A._
an (Urk. 6/102), welche ihr Gutachten am 1
9.
August 2015 erstattete (Urk. 6/109).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Einwand vom 1
1.
November 2015 [Urk. 6/116], ergänzender Arztbericht vom
1.
Dezember 2015 [Urk. 6/122]) stellte die IV-Stelle die dem Versicherten bisher ausgerichtete ganze Invalidenrente mit Verfügung vom
4.
Februar 2016 auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats ein; einer allfälligen dagegen gerichteten Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzogen (Urk. 2 [= Urk. 6/127]).
2.
Dagegen führte der Versicherte mit Eingabe vom
9.
März 2016 Beschwerde und beantragt
e
, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm weiter
hin eine ganze Rente der Invalidenversicherung auszurichten, eventuell sei die Sache an die Verwaltung zurückzu
weisen, damit diese neu verfüge. Alles
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 2 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
7.
April 2016
schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
5
), was de
m
Beschwerdeführer mit Verfügung vom
8.
April
2016 angezeigt wurde (Urk.
7
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen, dem Be
schwerdeführer sei aus versicherungsrechtlicher Sicht eine angepasste, leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit seit Juni 2015 zu 100 % zumutbar.
Zum vorge
brachten Einwand führte die Verwaltung aus, im Gutachten des
A._
werde nachvollziehbar erläutert, weshalb die früheren Beurteilungen der Arbeitsfähig
keit aufgrund der depressiven Symptomatik nicht schlüssig gewesen seien. Es bestünden Unsicherheiten, gegenüber welchem Vorzustand vergleichend auszu
gehen sei. Mit ausreichender Sicherheit könne die Arbeitsfähigkeit aber nur ab dem Begutachtungszeitpunkt, d.h. ab Juni 2015, beurteilt werden. Bei der Fest
setzung des
Valideneinkommens
sei basierend auf der LSE Tabelle für das Jahr 2015 von einem Einkommen von
Fr.
74‘436.80
auszugehen
. Der Beschwerde
führer hätte bei einer seinem Leiden angepassten Tätigkeit im Jahr 2015
ein Invalideneinkommen von Fr. 65‘599.35 erzielen können, womit ein
rentenaus
schliessender
Invaliditätsgrad von 12 % resultiere (Urk. 2).
2.2
Dagegen brachte der Beschwerdeführer vor,
das orthopädische Teilg
utachten des
A._
weise Widersprüche auf. Zudem werde nicht begründet, weshalb vom
bidisziplinären
Gutachten vom 2
1.
Januar 2010 abgewichen werde. Eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes, die Voraussetzung für eine Revision wäre, werde nicht einmal behauptet. Das psychiatris
che Teilg
utachten leide unter den gleichen Mängeln. Es sei oberflächlich, was angesichts dessen, dass sich der Gutachter nur 45 Minuten Zeit genommen habe, nicht erstaune. Zwar werde ausgeführt, die Depression sei deutlich remittiert. Gleichzeitig werde aber darauf hingewiesen, dass schwer nachvollziehbar sei, weshalb im früheren
bi
disziplinären
Gutachten vom 2
1.
Januar 2010 von einer schweren Depression ausgegangen worden sei.
Anhand der diagnostischen Kriterien hätte die Diag
nose einer mittel- bis
schwergradigen
Depression
damals
nicht gestellt werden können.
Es könne somit
nicht von einer erheblichen Veränderung des Gesund
heitszu
standes ausgegangen werden
. Der Sachverhalt präsentiere sich heute
noch gleich wie bei der Begutachtung im Jahr 201
0.
Da es an einer erheblichen Veränderung der Verhältnisse fehle, sei die Verfügung vom
4.
Februar 2016 aufzuheben und dem Beschwerdeführer
weiterhin
eine ganze Rente
auszurich
ten
(
Urk.
1).
3.
3.1
Im
bidisziplinären
(psychiatrisch-rheumatologischen) Gutachten vom 2
1.
Januar 2010 wurde beim Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht eine
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F 45.4) sowie eine mittel- bis
schwergradige
Depres
sion mit somatischem Syndrom (ICD-10 F 32.2) diagnostiziert (Urk. 6/75 S. 11).
Die Psychiaterin,
Dr.
Y._
, führte aus,
der Explorand
habe
affektiv bedrückt bis resigniert
gewirkt
. Zwar sei er bei der Untersuchung kooperativ
gewesen
, er
habe
jedoch unsicher und zaghaft
gewirkt
. Bei der Schilderung von Erlebtem
sei
er undifferenziert
geblieben
. Das Denken sei stark eingeengt auf
das
Leiden und die missliche Lebenssituation
gewesen
, während des gesamten Gesprächs
sei
die Mimik fast unbewegt
geblieben. Der Antrieb sei vermindert und
der Redefluss verlangsamt
gewesen
(
Urk.
6/75 S. 10-11)
.
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit hielt
Dr.
Y._
fest, aufgrund der mindestens mittelschweren Depression sei es dem Exploranden nicht möglich, die Schmerzen zu überwinden.
Die depressive Erkrankung
schränke
die Arbeitsfä
higkeit
erheblich ein,
insbesondere
durch das Stimmungstief, die Antriebsstö
rung, die Konzentrationsstörung
und die
Grübeltendenz
. Beim Exploranden müsse daher aus psychischen Gründen von einer 80%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden (
Urk.
6/75 S. 12).
3.2
Aus rheumatologischer Sicht wurde festgehalten,
beim Exploranden würden ein
chronifiziertes
Zervicovertebral
-, ein
Zervicobrachial
- sowie ein
Lumbospondy
logensyndrom
vorliegen (
Urk.
6/75 S. 20).
D
er Explorand
habe
brennende, tief in der Muskulatur lokalisierte Schmerzen
geschildert
. Er könne wegen einer Einschränkung der Kopfrotation nicht mehr Auto fahren. Zunehmend störend seien auch Schulterbeschwerden, die bei Abduktion der Arme auftreten und diese erheblich einschränken würden. In den letzten Jahren seien zudem progredient lumbale Schmerzen beim Gehen und
vor allem
beim Bück
en in beide Beine ausstrahlend
aufgetreten
(
Urk.
6/75
S.
18).
Klinisch finde sich be
im Exploranden eine Fehlhaltung/
Fehlform
der Wirbel
säule im Sinne eines haltungsinsuffizienten Hohl- und Rundrückens in Kombi
nation mit einer Skoliose, die
sich auch radiologisch bestätigt habe
. Zervikal
würden
sich eine Einschränkung der Kopfrotation nach links sowie eine Ein
schränkung
der Extension
zeigen
. Am peripheren Gelenkstatus sei ein massiver Schulterschmerz beidseits auffälligster Befund. Die Arme könnten weder aktiv noch passiv über ca. 80° – 90° abduziert und
eleviert
werden. Auch die
Ante
version
sei eingeschränkt. Neurologisch würden sich weder Reflexdifferenzen noch motorische Defizite zeigen (
Urk.
6/75 S. 18-19).
Zur
Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
Z._
aus,
aus rheumatologischer Sicht bestehe – bei erheblicher Diskrepanz zwischen objektivierbaren, somatisch abstützbaren Befunden und subjektiver Schmerzempfindung – eine Arbeitsfähigkeit von 50 %, wobei diese bei einem günstigen Verlauf mittel- und längerfristig steigerungsfähig sei. Nicht zumutbar seien Tätigkeiten, die eine regelmässige Extension der Halswirbelsäule sowie eine monotone oder repetitive Abduktionsstellung der Schultern voraussetzen würden (
Urk.
6/75 S. 19-20).
3.3
Gestützt auf dieses
bidisziplinäre
Gutachten hielt der RAD dafür, dass der Versi
cherte seit Oktober 2006 zu 80 % und seit Sommer 2007 zu 90 % arbeitsunfähig in jeder beruflichen Tätigkeit sei. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass bereits in einem Jahr eine erneute Beurteilung erfolgen solle (
Urk.
6/77 S. 6).
4.
4.1
4.1.1
Im
A._
-Gutachten vom 1
9.
August 2015 wurden folgende Diagnosen mit Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (
Urk.
6/109 S. 21):
Chronische Nacken-Schulter-Arm-Hand-Beschwerden beidseits (ICD-10 M 54.2/M 79.60)
Rundrücken samt
Protraktion
von Kopf und Schultern
Radiologisch keine relevante Veränderung an
zervikothorakaler
Wirbelsäule und rechter Schulter (MRI 27.6.2005 und 2.11.2006 sowie Röntgen 14.5.2008, 9.12.2009 und 16.6.2015)
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit listeten die Gutachter folgende Diagnosen auf (
Urk.
6/109 S. 22):
leichte depressive Episode (ICD-10 F 32.0)
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F 45.41)
chronisches unspezifisches
multilokuläres
Schmerzsyndrom (ICD-10 R 52.9)
4.1.2
Im psychiatrischen Teilgutachten
führte
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
,
aus,
der affektive Kontakt zum Exploranden sei gut herstellbar gewesen. Die Stimmung sei depressiv, die Mimik und Gestik
seien wenig ausgeprägt und die affektive Modulation eingeschränkt gewesen. Der Explorand habe mit eher leiser Stimme und knappen Sätzen, aber ausreichend geantwortet. Er habe eine verminderte Freudeempfindlichkeit, Schlafstörungen in der Nacht und Müdigkeit am Tag angegeben. Die Aufmerk
samkeit, die Auffassung und das Gedächtnis seien intakt, das Denken formal geordnet gewesen und inhaltlich hätten keine W
ahnideen, Halluzinationen oder I
ch-Störungen bestanden (
Urk.
6/109 S. 11).
Diagnostisch bestehe beim Exploranden eine leichte depressive Episode, die durch eine verminderte Freudeempfindlichkeit, erhöhte Ermüdbarkeit, Schlaf
störungen, Appetitstörung und einen verminderten Selbstwert gekennzeichnet sei. Zudem bestehe eine ausgeweitete, diffuse Schmerzsymptomatik im Bewe
gungsapparat,
aufgrund derer
sich der Explorand nicht mehr arbeitsfähig fühle. Ein gewisser sozialer Rückzug in die Familie habe stattgefunden. Es seien indessen durchaus Ressourcen vorhanden, mit Kontakten in der Familie, in der Nachb
arschaft und mit einem Kollegen
, zudem aber auch mit einer mehrjähri
gen Berufserfahrung. Vor einem Jahr sei der Explorand noch einmal Vater ein
es dritten Sohnes geworden (
Urk.
6/109
S
. 11).
Weiter nahm
Dr.
B._
zur Selbsteinschätzung des Exploranden und zu frühe
ren psychiatrischen Einschätzungen Stellung. Er führte aus, der Explorand fühle sich nicht arbeitsfähig, was durch psychiatrische Befunde nicht begründet werden könne. Er
sei
während der Untersuchung ruhig
dagesessen,
ohne Anzei
chen von Beschwerden zu zeigen. Er habe angegeben, selber kurze Strecken mit dem Auto fahren zu können, was gegen das Vorliegen von Konzentrationsstö
rungen spreche.
Zudem habe er durchaus gute Kontakte zur Familie und könne trotz der subjektiv starken Beschwerden und Depressionen
Flugreisen in die Heimat
unternehmen. Er habe zwar angegeben, regelmässig Medikamente ein
zunehmen, der Medikamentenspiegel sei jedoch nicht nachweisbar gewesen. Hinsichtlich der früheren psychiatrischen Beurteilungen gab
Dr.
B._
an, es sei schwer nachvollziehbar, dass eine schwere Depression vorgelegen habe, weil in diesem Fall Tätigkeiten und Aktivitäten kaum mehr möglich gewesen wären und es wahrscheinlich zu einer stationären Behandlung gekommen wäre. Zwar sei auch der behandelnde Psychiater,
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, in einem Bericht
aus dem
Jahr 2014 von einer schweren Depression mit einer Arbeitsunfähigkeit von 80 %
ausgegangen. Er habe dabei
aber
die Resultate des BDI-Selbstbeurteilungsfragebogens aufge
führt. Da
in diesem
vor allem die subjektiven Befindlichkeiten abgebildet seien, könne im Rahmen einer versicherungsmedizinischen Begutachtung nicht darauf abgestützt werden.
Dem Exploranden könne keine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung attestiert werden, wie dies in früheren fachärztlichen Beurtei
lungen erfolgt sei. Dafür wären deutliche
,
schwere
,
psychosoziale oder emotio
nale Belastungen wie auch schwere Konflikte erforderlich, die beim Exploran
den nicht
ausgewiesen seien (Urk. 6/109 S. 12-13)
.
Zur
der Arbeitsfähigkeit führte
Dr.
B._
aus, aus psychiatrischer Sicht bestehe beim Exploranden keine Einschränkung. Es könne ihm zugemutet werden, in einer somatisch angepassten und seinen Fähigkeiten entsprechenden Tätigkeit ganztags und ohne Leistungseinschränkung zu arbeiten (Urk. 6/109 S. 12).
4.1.3
Im orthopädischen Teilgutachten
führte
Dr.
med.
D._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie, aus,
bei der Untersuchung der Wir
belsäule habe sich eine mässig bis deutlich eingeschränkte Beweglichkeit sämt
licher Abschnitte gezeigt, wobei die zervikale Beweglichkeit während der Anamneseerhebung offensichtlich weitestgehend frei gelungen sei. Die gesamte Untersuchung habe im Stehen, Gehen, Sitzen und
L
iegen problemlos durchge
führt werden können. Auffallend sei die anfangs freie Beweglichkeit der Schul
tergelenke gewesen
,
während bei sofortiger Wiederholung eine massive Ein
schränkung demonstriert worden sei. Die klar vermehrte
Beschwielung
an den Händen sei mit einer längerdauernden Schonung derselben keinesfalls verein
bar
. Radiologisch würden weitgehend unauffällige Verhältnisse an zervikaler, thorakaler und lumbaler Wirbelsäule, den
Iliosakralgelenken
und der rechten Schulter vorliegen. Die diffusen Beschwerden würden sich klinisch und radiolo
gisch kaum begründen lassen, wobei ein gewisser Leidensdruck bei der
Fehl
haltung
im Sinne eines Rundrückens mit
Protraktion
von Kopf und Schultern nachvollziehbar sei
(Urk.
6/109 S. 17).
Weiter
führte
Dr.
D._
aus, den früheren medizinischen Beurteilungen könne zugestimmt werden. So sei
Dr.
Z._
im Gutachten vom 2
1.
Januar 2010 ebenfalls zum Schluss gekommen, dass sich die Beschwerden allein mit den somatischen Befunden nicht erklären lassen könnten.
Dr.
Z._
sei von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit als Gipser und von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % mit Steigerungspotenzial in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen. Dieser Einschätzung könne er insgesamt zustimmen, wobei zu betonen sei, dass der Explorand nun wieder Auto fahren könne und im Untersuchungszeitpunkt eine klare
Handbeschwielung
vorgelegen habe (
Urk.
6/109 S. 19).
Zur
Arbeitsfähigkeit hielt
Dr.
D._
fest, für körperlich schwere Tätigkeiten bestehe eine volle Arbeitsunfähigkeit. Für körperlich leichte bis mittelschwere Verrichtungen unter Wechselbelastung liege dagegen aus orthopädischer Sicht eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit vor (
Urk.
6/109 S.
17 f.
).
4.1.4
Sowohl
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Neurologie,
als auch
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin,
stellten dem Beschwerdeführer
keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. So führte
Dr.
E._
aus, der Neurostatus beim Exploranden sei unauffällig. Hingegen würden die
Verschwielungen
beider Hände für ausreichende Restaktivitäten und das Ergebnis des Rey-Testes für eine bewusstseinsnahe Ausgestaltung sprechen. Aus neurolog
ischer Sicht bestünden keine Ein
schränkungen.
Dr.
F._
hielt fest, aus allgemeininternistischer Sicht würden sich keine Hinweise für eine Arbeitsunfähigkeit ergeben, wobei auch in den Akten keine abweichenden Diagnosen genannt würde
n
(
Urk.
6/109 S. 9
und 21
).
4.1.5
Im Rahmen der Gesamtbeurteilung wurde im
A._
-Gutachten vom 2
6.
Januar 2015 festgehalten, für eine leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätig
keit sei der Beschwerdeführer zu 100 % arbeits- und leistungsfähig. Körperlich schwere Tätigkeiten, wie die früher ausgeübte Tätigkeit als Gipser, seien
ihm jedoch nicht mehr zumutbar (
Urk.
6/109 S. 23).
4.2
4.2.1
Das
A._
-Gutachten vom 2
6.
Januar 2015 vermag die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen vollumfänglich zu erfüllen; die Gutachter tätigten sorgfältige, allseitige Untersuchungen (
Urk.
6/109 S. 7-8,
9-11,
13-16, 19-20) und berücksichtigten die geklagten Beschwerden sowie die
Vorakten
(
Urk.
6/109 S. 4-7). Zudem setzten sie sich mit der Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers sowie mit den früheren ärztlichen Beurteilungen aus
führlich auseinander (
Urk.
6/109 S. 12-13, 18-19, 23-24).
Da es für den Aussagegehalt eines medizinischen Gutachtens praxisgemäss nicht auf die Dauer der Untersuchung ankommt (vgl. etwa Urteil des Bundesge
richts 8C_639/2011 vom 5. Januar 2012 E. 4.3.1), ist das Vorbringen des Beschwerdeführers, eine psychiatrische Exploration von bloss 45 Minuten Dauer werde der Komplexität seiner psychischen Erkrankung nicht gerecht, vor dem Hintergrund der vollständigen und schlüssigen gutachterlichen Beurteilung
unbehelflich
. Immerhin trifft es zu, dass der zeitliche Aufwand der Fragestel
lung und der zu beurteilenden Psychopathologie angemessen sein muss. Dabei kann beispielsweise für die Beurteilung einer
somatoformen
Schmerzstörung eine zwanzigminütige Untersuchung ausreichen, wenn keine konkreten Hin
weise vorliegen, dass sich die kurze Untersuchungsdauer negativ auf die Quali
tät des Gutachtens ausgewirkt hat (Urteil des Bundesgerichts 8C_942/2009 vom 29. März 2010 E. 5.2). Solche werden in der Beschwerde nicht genannt und sind auch nicht ersichtlich.
4.2.2
Im orthopädischen Teilgutachten wurde schlüssig dargetan, dass die vom Beschwerdeführer geschilderten Beschwerden weder klinisch noch radiologisch begründet werden könnten
und einzig für schwere Tätigkeiten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorliege.
Bereits im Gutachten vom 2
1.
Januar 2010 war Dr.
Z._
zum gleichen Schluss gelangt. Im Unterschied zu Dr.
Z._
attestiert Dr.
D._
dem Beschwerdeführer nun jedoch eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für leichte und mittelschwere Tätigkeiten
. Aus dem Gutachten geht hervor, dass diese Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf eine Verbesserung des Gesundheitszu
standes zurückzuführen ist. So führt
e
Dr.
D._
aus, es sei zu berücksichtigen, dass der Explorand inzwischen wieder Auto fahren könne und er zudem eine klare
Handbeschwielung
aufweise, die im früheren Gutachten von Dr.
Z._
nicht dokumentiert worden sei. Damit begründet
e
Dr.
D._
klar, worauf seine Schlussfolgerung, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich verbessert, gründet. Diese Schlussfolgerung ist nachvollziehbar und beruht auf
objektiven Befunden, weshalb die diesbezüglichen Einwendungen des Beschwerdeführers
unbehelflich
sind.
4.2.3
Dr.
B._
stellte dem Beschwerdeführer die Diagnose einer leichten depressiven Episode gemäss ICD-10 F. 32.0 und unterlegte diese in überzeugender Weise mit einem ausführlichem Befund (E. 4.1.2). Er nahm auch zum Bericht des behandelnden Arztes,
Dr.
C._
,
aus dem Jahr 2014
Stellung und erläuterte
einleuchtend
,
dass darauf nicht abgestützt werden könne, weil darin vor allem subjektive Befindlichkeiten abgebildet würden.
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers ist das Gut
achten in sich schlüssig. Dass
Dr.
B._
dem Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit attestiert und gleichzeitig
bemerkt
, dass die Prognose eher ungünstig sei, stellt keinen Widerspruch dar, weist er doch darauf hin, dass diese auf die ausgeprägte Krankheits- und Behinderungsüberzeugung zurück
zuführen sei (
Urk.
6/109 S. 11). Auch die vom Beschwerdeführer zusätzlich eingereichten Kommentare des behandelnden Psychiaters,
Dr.
C._
, zum
A._
-Gutachten (
Urk.
3) vermögen den Beweiswert de
s Gutachtens nicht zu schmälern, zumal die Kritik stellenweise das notwendige Mass an Sa
chlichkeit ver
missen lässt.
Es
erscheint nicht abwegig, aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer halbstündige Autofahrten unternehmen kann, auf seine
allgemeine
Konzentrations
fähigkeit zu schliessen
. Denn nur wer über die erforderliche psychische Leistungsfähigkeit – und damit auch Konzentrations
-
fähigkeit – verfügt, darf überhaupt ein Motorfahrzeug führen (Art. 14 des
Stras
-
senverkehrsgesetzes
, SVG).
Nicht zu überzeugen vermag auch der Einwand,
aus dem Umstand, dass der Beschwerdeführer Flugreisen unternehme und soziale Kontakte habe, könne auf keine Ressourcen geschlossen werden.
So geht aus
den Unterlagen hervor, dass der Beschwerdeführer bei der Beurteilung im Jahr 2010 gegenüber Dr.
Y._
angegeben hatte, kaum das Haus zu verlassen und keinen Kontakt zu Kollegen zu unterhalten (
Urk.
6/75 S. 9-10). Bei der Begutachtung im August 2015 hingegen schilderte er, Kontakte in der Nachbarschaft und zu einem Kollegen zu pflegen. Zudem reise er jedes Jahr während der Schulferien im Sommer jeweils für drei bis vier Wochen nach
G._
(
Urk.
6/109 S. 10 und 14). Dass der Beschwerdeführer
wieder
soziale Kontakte aufnehmen konnte und fähig ist, Reisen zu unternehmen,
deutet durchaus auf vorhandene Ressourcen hin
, weshalb
der Einwand
von
Dr.
C._
nicht verfängt.
Zudem ist der
Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte und Ärztinnen mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
-
rechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer
Patien
-
tinnen
und Patienten au
ssagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
Die
Kritik erweist sich daher unbegründet.
Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, aus den Ausführungen von Dr.
B._
gehe hervor, dass keine Veränderung des Gesundheitszustandes eingetreten sei, sondern lediglich eine andere Beurteilung des gleichen Sachver
haltes vorliege. Zwar trifft es zu, dass
Dr.
B._
Zweifel daran
äusserte
, dass im Beurteilungszeitpunkt eine
mittel- bis
schwergradige
Depression vorgelegen habe
. Indessen handelt es sich dabei nur um eine Einschätzung, die zwar zutreffen könnte, jedoch aufgrund des Umstandes, dass damals sowohl der behandelnde Arzt als auch der Gutachter und der RAD-Arzt das Vorliegen einer
mittel- bis
schwergradigen
Depression bejahten, nicht mit dem im
Sozialversi
cherungsrecht
massgebenden
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich
keit ausgewiesen ist. Entsprechend muss davon ausgegangen werden, dass im Zeitpunkt der
Rentenzusprache
trotz möglicher Zweifel an den damaligen Ein
schätzungen eine die Arbeitsfähigkeit erheblich einschränkende
mittel- bis
schwergradige
Depression vorlag
, die zwischenzeitlich remittiert ist.
4.2.4
Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im polydisziplinären Gutachten vom
19. August 2015 erweist sich als schlüssig. Damit steht
mit dem im
Sozialversi
cherungsrecht
massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich
keit fest, dass dem Beschwerdeführer eine angepasste Tätigkeit
zu 100
%
zuzu
muten ist.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Für die Bemessung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versi
cherte Person im relevanten Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich erzielen würde. Die Ermittlung des
Valideneinkommens
muss so konkret wie möglich erfolgen. Da die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden erfahrungsgemäss fortgesetzt worden wäre, ist in der Regel vom letzten Einkommen auszugehen, das vor Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung erzielt wurde (SVR 2008 IV Nr. 35 S. 118 E. 3.3.3).
Der
Beschwerdeführer arbeitete
vor
Eintritt des Gesundheitsschadens als Gipser und erzielte im Jahr 2006 ein Einkommen von
Fr.
73‘450.- (
Urk.
6/10). Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im Jahr 201
5
ein
an die Entwicklung der Nominallöhne für männliche Arbeitskräfte von 2‘014 Punkten im Jahr 2006 auf 2‘226 Punkte im Jahr 2015 angepasstes
Valideneinkommen
von Fr. 8
1
‘
181
.- erzielt hätte (
vgl. die auf der Website des Bundesamtes für Statistik [www.bfs.admin.ch] unter der Rubrik „03 – Arbeit und Erwerb“ und der Unterrubrik „Löhne,
Erwerbseinkom
men
“ publizierten Lohnentwicklungsdaten). Damit ist dem
Einkommensver
gleich
ein
Valideneinkommen
in dieser Höhe zugrunde
zu
legen.
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472
E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median)
auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist vorliegend ein statistischer Tabellenlohn heranzuziehen.
Angesichts der Ausbildung des Beschwerdeführers ist auf den Lohn für Hilfsarbeiten (Zentralwert),
Kompetenzniveau 1
, abzustellen und somit von einem standardisierten monatlichen Einkommen von Fr.
5‘210.-
auszugehen (LSE 201
2
, S.
35
, Tabelle TA1, TOTAL,
Kompetenzniveau 1). Auf
gerechnet auf die durchschnittliche betriebsübliche
Arbeitszeit von 41,7 Stun
den pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, A-S)
und angepasst an die Entwicklung
der Nominal
löhne
für männliche Arbeitskräfte von
2188 Punkten im Jahr 2012 auf 2226
Punkten im Jahr 2015
(vgl.
die auf der Website des
Bundesamt
es
für Statistik
[www.bfs.admin.ch] unter der Rubrik „03 – Arbeit und Erwerb“ und der
Unter
rubrik
„Löhne, Erwerbseinkommen“ publizierten Lohnentwicklungsdaten
)
ergibt dies ein Bruttoeinkommen von
Fr.
66‘309.
- (Fr.
5‘210.-
/ 40 x 41,7 x 12 /
21
88
x 222
6
).
Angesichts der nur noch beschränkten Einsatzfähigkeit des Beschwerdeführers aufgrund seiner Rückenproblematik rechtfertigt sich ein Abzug vom errechneten Jahreseinkommen im Umfang von 10 %. Weitere persönliche oder berufliche Merkmale, welche sich auf die Lohnhöhe im
Kompetenzniveau
1
auswirken könnten, sind nicht ersichtlich. Es resultiert ein Invalideneinkommen von Fr.
59‘678
.-
(Fr.
66‘309.
- x 0.9).
5.4
Bei einem Invalideneinkommen von
Fr.
59‘678.- resultiert im Vergleich zum
Valideneinkommen
von
Fr.
81‘181.- eine Erwerbseinbusse von
Fr.
21‘503.-, was
einem nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von
gerundet
26
%
entspricht.
Die angefochtene Verfügung ist im Ergebnis nicht zu beanstanden. Damit erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist abzuweisen.
6.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
700.- festzulegen und ausgangsgemäss vom Beschwerdeführer zu tragen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).