Decision ID: 56c974a8-bec2-46a9-bae6-27171cebd89e
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Abänderung Unterhalt
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 5. Abteilung, vom 28. Januar 2020 (FK190030-L)
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Rechtsbegehren:
des Klägers (Urk. 1 S. 2; Urk. 18 S. 1):
1. In Abänderung der Unterhaltsverträge vom 29. Juni 2016 seien die  für die Kinder D._, E._, F._ und G._ ab Mai 2019 für die Dauer eines Jahres zu sistieren. Ab Mai 2020 sei der Kläger zu verpflichten, der Beklagten monatlich Fr. 25.00 je Kind zu  (zuzüglich Kinderzulagen), zahlbar monatlich im Voraus bis zum ordentlichen Abschluss der Erstausbildung.
2. Es sei der Kläger für berechtigt zu erklären, die Kinder G._, E._, F._ und D._ wie folgt zu betreuen:
- Jeden Sonntag von 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr - Jeden Montag von 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr;
Ab Bezug einer eigenen Wohnung durch den Kläger jedes Wochenende von Sonntagmittag bis Montagmittag.
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten (zuzügl. MWST).
Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Zürich vom 28. Januar 2020:
(Urk. 33)
1. Die Teilvereinbarung des Klägers und der Beklagten 1 vom 10. September
2019 wird genehmigt. Sie lautet wie folgt: "Die Parteien schliessen auf Vorschlag des Gerichts eine Teilvereinbarung betreffend Besuchsrecht des Vaters gegenüber den vier gemeinsamen Kindern, G._,  am tt.mm.2010, E._, geboren am tt.mm.2012, F._, geboren am tt.mm.2012, D._, geboren am tt.mm.2016:
1. Betreuungsanteile Der Vater ist berechtigt und verpflichtet, die Betreuungsverantwortung für die Kinder auf eigene Kosten wie folgt zu übernehmen:
− an jedem Sonntag Nachmittag, ab 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr;
− an jedem zweiten Samstag Nachmittag, ab 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr ( ab 14. September 2019);
− in den Schulferien anstelle des Samstag Nachmittags an jedem Montag Nachmittag, ab 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr (sollte die Mutter mit den Kindern ausserhalb von C._ Ferien verbringen wollen, so sprechen die  dies vorgängig rechtzeitig ab und der Vater ist in diesem Fall berechtigt, die ausfallenden Nachmittage nachzuholen).
− Sobald der Vater über eine eigene Wohnung verfügt, die auch für die Übernachtung der Kinder geeignet ist (ab 2-Zimmerwohnung), ist er  und verpflichtet, die Betreuungsverantwortung für die Kinder auf  Kosten wie folgt zu übernehmen:
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− an jedem Sonntag Nachmittag, ab 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr;
− an jedem zweiten Wochenende von Sonntag Nachmittag, 12.00 Uhr bis Montag Morgen Schul- bzw. Spielgruppenbeginn (der Vater bringt die  pünktlich zur Schule) und in den Schulferien bis Montag Abend 18.00 Uhr.
Eine weitergehende oder abweichende Kontaktregelung zwischen dem Vater und den Kindern nach gegenseitiger Absprache bleibt vorbehalten.
Sobald die Betreuungsregelung für alle Beteiligten zur Routine geworden ist und aus Sicht der Kinder und der Eltern zufriedenstellend verläuft, soll die Beiständin darauf hinwirken, dass der Vater die Kinder auch mit sich oder zu sich in die  nehmen kann, vorausgesetzt, er verfügt über eine geeignete Wohnsituation.
2. Beistandschaft Die KESB Hinwil hat mit Beschlüssen vom 30. April 2019 eine Beistandschaft für die vier Kinder errichtet. Der Beiständin wird zusätzlich zu den ihr in diesen  erteilten Aufträgen die folgenden erteilt:
− Vermittlung zwischen den Eltern bei Streitigkeiten die Kinder betreffend; − Vermittlung zwischen den Kindern und den Eltern in Konfliktsituationen; − die Überwachung der vereinbarten Betreuungsanteile des Vaters in dem
Sinne, als mit den Eltern und v.a. mit den schulpflichtigen Kindern in  Abständen (z.B. alle 2-3 Monate) zu klären ist, wie die Kontakte aus Sicht der Beteiligten verlaufen;
− auf eine angemessene Ferienregelung für den Vater mit den Kindern , wobei die Ferien mit den Kindern bis auf Weiteres in der Schweiz (allenfalls im nahe gelegenen Ausland) zu verbringen sind (zumal auch die finanziellen Verhältnisse sehr knapp sind).
Die Parteien erklären sich ausdrücklich damit einverstanden, dass die Beiständin durch das Gericht ermächtigt wird, die Betreuungszeiten innerhalb des  Rahmens den Bedürfnissen der Kinder entsprechend abweichend zu regeln.
3. Kinderunterhalt Über den Antrag des Vaters auf Abänderung der Unterhaltsbeiträge für die  wird das Gericht einen Entscheid fällen.
4. Kosten- und Entschädigungsfolgen Die Parteien überlassen den Entscheid über die Kostenfolgen dem Gericht. Sie verzichten gegenseitig auf eine Parteientschädigung, der Kläger unter Hinweis auf sein Begehren um unentgeltliche Rechtsvertretung.
5. Vorsorgliche Massnahmen Die Parteien vereinbaren, dass die Betreuungsregelung als vorsorgliche  sofort in Kraft tritt."
2. Die KESB Hinwil wird beauftragt, der Beiständin der vier Kinder G._, gebo-
ren am tt.mm.2010, E._, geboren am tt.mm.2012, F._, geboren am
tt.mm.2012 und D._, geboren am tt.mm.2016, neben den ihr mit Beschlüs-
sen der KESB Hinwil vom 30. April 2019 erteilten Aufträgen die folgenden zu-
sätzlichen Aufträge zu erteilen:
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− Vermittlung zwischen den Eltern bei Streitigkeiten die Kinder betreffend; − Vermittlung zwischen den Kindern und den Eltern in Konfliktsituationen; − die Überwachung der vereinbarten Betreuungsanteile des Vaters in dem
Sinne, als mit den Eltern und v.a. mit den schulpflichtigen Kindern in  Abständen (z.B. alle 2-3 Monate) zu klären ist, wie die  aus Sicht der Beteiligten verlaufen;
− auf eine angemessene Ferienregelung für den Vater mit den Kindern , wobei die Ferien mit den Kindern bis auf Weiteres in der Schweiz (allenfalls im nahe gelegenen Ausland) zu verbringen sind (zumal auch die finanziellen Verhältnisse sehr knapp sind).
3. Die KESB Hinwil wird beauftragt, der Beiständin ausdrücklich die Ermächtigung
zu erteilen, die Betreuungszeiten innerhalb des durch die Eltern in der Teilver-
einbarung vom 10. September 2019 vereinbarten Rahmens den Bedürfnissen
der Kinder entsprechend abweichend zu regeln.
4. In Abänderung des Unterhaltsvertrages vom 29. Juni 2016, Ziffer 1 erster Spie-
gelstrich, genehmigt mit Beschluss der KESB Hinwil vom 16. August 2016, wird
der Kläger verpflichtet, mit Wirkung ab 1. Mai 2019 für G._, geboren am
tt.mm.2010, monatliche Unterhaltsbeiträge in der Höhe von CHF 76.- (zuzüglich
Kinder- und Ausbildungszulagen) zu bezahlen, zahlbar an die Beklagte 1 bzw.
an die Gemeinde C._, solange diese für die Lebenshaltungskosten des
Kindes aufkommt.
Die übrigen Bestimmungen des genehmigten Unterhaltsvertrages bleiben un-
angetastet.
Es wird festgestellt, dass der gebührende Bedarf von G._ durch diese Un-
terhaltsbeiträge nicht gedeckt ist.
5. In Abänderung des Unterhaltsvertrages vom 29. Juni 2016, Ziffer 1 erster Spie-
gelstrich, genehmigt mit Beschluss der KESB Hinwil vom 16. August 2016, wird
der Kläger verpflichtet, mit Wirkung ab 1. Mai 2019 für E._, geboren am
tt.mm.2012, monatliche Unterhaltsbeiträge in der Höhe von CHF 76.- (zuzüglich
Kinder- und Ausbildungszulagen) zu bezahlen, zahlbar jeweils im Voraus auf
den Ersten eines jeden Monats an die Beklagte 1 bzw. an die Gemeinde
C._, solange diese für die Lebenshaltungskosten des Kindes aufkommt.
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Die übrigen Bestimmungen des genehmigten Unterhaltsvertrages bleiben un-
angetastet.
Es wird festgestellt, dass der gebührende Bedarf von E._ durch diese Un-
terhaltsbeiträge nicht gedeckt ist.
6. In Abänderung des Unterhaltsvertrages vom 29. Juni 2016, Ziffer 1 erster Spie-
gelstrich, genehmigt mit Beschluss der KESB Hinwil vom 16. August 2016, wird
der Kläger verpflichtet, mit Wirkung ab 1. Mai 2019 für F._, geboren am
tt.mm.2012, monatliche Unterhaltsbeiträge in der Höhe von CHF 76.- (zuzüglich
Kinder- und Ausbildungszulagen) zu bezahlen, zahlbar jeweils im Voraus auf
den Ersten eines jeden Monats an die Beklagte 1 bzw. an die Gemeinde
C._, solange diese für die Lebenshaltungskosten des Kindes aufkommt.
Die übrigen Bestimmungen des genehmigten Unterhaltsvertrages bleiben un-
angetastet.
Es wird festgestellt, dass der gebührende Bedarf von F._ durch diese Un-
terhaltsbeiträge nicht gedeckt ist.
7. In Abänderung des Unterhaltsvertrages vom 29. Juni 2016, Ziffer 1 erster Spie-
gelstrich, genehmigt mit Beschluss der KESB Hinwil vom 16. August 2016, wird
der Kläger verpflichtet, mit Wirkung ab 1. Mai 2019 für D._, geboren am
tt.mm.2016, monatliche Unterhaltsbeiträge in der Höhe von CHF 76.- (zuzüglich
Kinder- und Ausbildungszulagen) zu bezahlen, zahlbar jeweils im Voraus auf
den Ersten eines jeden Monats an die Beklagte 1 bzw. an die Gemeinde
C._, solange diese für die Lebenshaltungskosten des Kindes aufkommt.
Die übrigen Bestimmungen des genehmigten Unterhaltsvertrages bleiben un-
angetastet.
Es wird festgestellt, dass der gebührende Bedarf von D._ durch diese Un-
terhaltsbeiträge nicht gedeckt ist.
8. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten 1 bzw. - solange das Gemeinwesen
für die Lebenshaltungskosten der Kinder aufkommt - der Gemeinde C._,
Soziales, ... [Adresse], seine Steuererklärung, inkl. aller Beilagen (insb. Lohn-
ausweise bzw. Unterlagen zu Einkommen und Auslagen aus selbständiger Er-
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werbstätigkeit, Wertschriftenverzeichnis, Konto-Auszüge etc.) unaufgefordert in
Kopie zuzustellen und zwar jährlich jeweils bis spätestens Ende Mai eines je-
den Jahres, erstmals die Steuererklärung 2019 bis Ende Mai 2020.
9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
CHF 3'200.00; die weiteren Auslagen betragen:
CHF 465.00 Dolmetscherkosten
10. Die Kosten werden dem Kläger und der Beklagten 1 je zur Hälfte auferlegt, je-
doch zufolge gewährter unentgeltlicher Rechtspflege einstweilen auf die Ge-
richtskasse genommen. Eine Nachforderungen gemäss Art. 123 ZPO bleibt
vorbehalten.
11. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
12. [Schriftliche Mitteilung]
13. [Rechtsmittelbelehrung: Berufung, 30 Tage]
Berufungsanträge:
des Klägers, Berufungsklägers und Anschlussberufungsbeklagten (Urk. 32 S. 2): "1. Es sei Dispositiv Ziff. 4-8 des Urteils des BG Zürich 28. Januar 2020 (Ge-
schäfts-Nr. FK190030) aufzuheben und die Unterhaltsbeiträge für die  D._, E._, F._ und G._ seien in Abänderung der Unterhaltsverträge vom 29. Juni 2016 ab Mai 2019 und die weitere Dauer der Arbeitslosigkeit des Berufungsklägers zu sistieren. Ab Erlangung einer neuen Arbeitsstelle sei der Berufungskläger in Abänderung der  vom 29. Juni 2016 zu verpflichten, für die Kinder D._, E._, F._ und G._ Kinderunterhaltsbeiträge von 4/20 des Fr. 3'673.00, eventualiter Fr. 3'273.00, übersteigenden monatlichen  (inkl. 13. ML) je Kind zu bezahlen (zuzüglich ), zahlbar monatlich im Voraus bis zum ordentlichen Abschluss der Erstausbildung an die Berufungsbeklagte 1 bzw. an die Berufungsbeklagte 2, so lange letztere für die Lebenshaltungskosten der Kinder aufkommt.
2. Es sei dem Berufungskläger die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und in der Person der Unterzeichnenden eine  Rechtsvertreterin zu bestellen (zuzügl. MWST).
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzügl. MWST) zu Lasten de[r] Berufungsbeklagten."
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der Beklagten, Berufungsbeklagten und Anschlussberufungsklägerinnen(Urk. 43 S. 1 f.): "1. Es sei die Herabsetzung/Sistierung des Kinderunterhalts ab 1. Mai 2019
für die Dauer der Arbeitslosigkeit abzuweisen 2. Es seien die Unterhaltsbeiträge für die Kinder G._, E._,
F._ und D._ für die Dauer ab 1. Mai 2019 bis 31. Dezember 2019 neu zu berechnen (Anschlussberufung, neuer Antrag)
3. Es seien die Unterhaltsbeiträge für die Kinder G._, E._, F._ und D._ für die Dauer ab 1. Januar 2020 (Arbeitslosigkeit) neu zu berechnen (Anschlussberufung, neuer Antrag)
4. Es sei die Bedarfsrechnung des Berufungsklägers ab 1. Mai 2019 bis 31. Dezember 2019 neu zu erstellen (Anschlussberufung, neuer Antrag)
5. Es sei die Bedarfsrechnung des Berufungsklägers ab 1. Januar 2020 für die Dauer der Arbeitslosigkeit neu zu erstellen (Anschlussberufung, neuer Antrag)
6. Es sei dem Berufungskläger aufzuerlegen, seine Einkünfte halbjährlich der Berufungsbeklagten, aktuell vertreten durch die Gemeinde C._, Soziales, regelmässig zu deklarieren (per 1. Januar und per 31. Juli ), eventualiter sei ihm aufzuerlegen, jeweils im Januar eines Jahres den Lohnausweis aller seiner Tätigkeiten des vergangenen Jahres an die Berufungsbeklagte, aktuell vertreten durch die Gemeinde C._, 
7. Es sei dem Berufungskläger aufzuerlegen, die Steuererklärung jährlich unaufgefordert bis am 31. Mai der Berufungsbeklagten, aktuell vertreten durch die Gemeinde C._, Soziales, in Kopie einzureichen
8. Es sei dem Berufungskläger aufzuerlegen, einen neuen Arbeitsvertrag unaufgefordert innert 10 Tagen ab Erhalt an die Berufungsbeklagte,  vertreten durch die Gemeinde C._, einzureichen (, neuer Antrag)
9. Es sei dem Berufungskläger aufzuerlegen, die ersten drei  aus einem neuen Arbeitsverhältnis innert 10 Tagen ab Erhalt an die Berufungsbeklagte (aktuell vertreten durch die Gemeinde C._) einzureichen (Anschlussberufung, neuer Antrag)
10. Es sei dem Berufungskläger aufzuerlegen, sämtliche Einnahmen aus Nebentätigkeiten der Berufungsbeklagten nachweislich zu deklarieren (Lohnabrechnungen, Arbeitsverträge etc.) (Anschlussberufung, neuer Antrag)
11. Es sei der Berufungsbeklagten die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren
12. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des "
des Klägers zur Anschlussberufung (Urk. 48 S. 2):
"1. Auf die Anschlussberufung sei nicht einzutreten.
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2. Eventualiter sei die Anschlussberufung abzuweisen. 3. Es sei dem Berufungskläger/Anschlussberufungskläger auch im An-
schlussberufungsverfahren die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und in der Person der Unterzeichnenden eine  Rechtsvertreterin zu bestellen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzügl. MWST) zu Lasten der Berufungsbeklagten 1 bzw. der Anschlussberufungsklägerin."

Erwägungen:
I. Sachverhalt und Prozessgeschichte
1. Der Kläger, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagte (fortan Kläger)
und die Beklagte 1, Berufungsbeklagte 1 und Anschlussberufungsklägerin 1 (fortan
Beklagte 1) sind die unverheirateten Eltern der Kinder G._, geboren am
tt.mm.2010, E._, geboren am tt.mm.2012, F._, geboren am tt.mm.2012,
und D._, geboren am tt.mm.2016. Die Kindseltern schlossen am 18. November
2015 erste Unterhaltsvereinbarungen betreffend die Kinder G._, E._ und
F._. Nach der Geburt des vierten Kindes wurde am 29. Juni 2016 ein weiterer
Unterhaltsvertrag für D._ geschlossen und gleichzeitig die ursprünglichen Ver-
einbarungen betreffend die drei anderen Kinder abgeändert (Urk. 32 S. 4; Urk. 35/4
und Urk. 3/2-6). Alle vier Vereinbarungen wurden von der zuständigen KESB Hinwil
mit Beschlüssen vom 16. August 2016 (Urk. 34/5 betr. Sohn F._) genehmigt.
Die Unterhaltsvereinbarungen sehen einen Unterhaltsbeitrag des Klägers von
Fr. 95.– je Kind vor (Urk. 3/2-6 jeweils S. 1). Mit Eingabe vom 25. April 2019 erhob
der Kläger eine Klage auf Abänderung der obgenannten Unterhaltsverträge (Urk. 1).
Die Hauptverhandlung fand am 10. September 2019 statt (Prot. S. 3). Für den Ver-
lauf des erstinstanzlichen Verfahrens ist auf die Ausführungen der Vorinstanz zu
verweisen (Urk. 33 E. 1 ff.).
2. Am 28. Februar 2020 erhob der Kläger Berufung und stellte die eingangs zitier-
ten Anträge (Urk. 32 S. 2). Am 14. Juni 2019 erstatteten die Beklagten (bzw. die Be-
klagte 2 im Namen der Beklagten 1) die Berufungsantwort und erhoben gleichzeitig
Anschlussberufung (Urk. 43). Die Anschlussberufungsantwort datiert vom 30. Juni
2020 (Urk. 48) und wurde am 9. Juli 2020 den Gegenparteien zur Kenntnisnahme
zugestellt (Urk. 51). Mit Verfügung vom 17. September 2020 wurde der Kläger aufge-
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fordert, nähere Angaben zu einem offerierten Zeugen zu machen und/oder weitere
Beweismittel hinsichtlich der Höhe des geltend gemachten Mietzinses einzureichen
(Urk. 58). Mit Eingabe vom 8. Oktober 2020 nahm der Kläger Stellung und reichte
Unterlagen nach (Urk. 60 und Urk. 62/1-3). Die Beklagten liessen sich hierzu innert
angesetzter Frist (vgl. Urk. 64) nicht vernehmen. Weitere Eingaben der Parteien er-
folgten nicht.
3. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-31). Das Verfahren er-
weist sich als spruchreif.
II. Prozessuales
1. Allgemeines
1.1. Die Berufung hemmt die Rechtskraft und die Vollstreckbarkeit des angefoch-
tenen Entscheids im Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Gegenstand des
vorliegenden Berufungsverfahrens bildet die Unterhaltspflicht des Klägers gegenüber
seinen Kindern gemäss Dispositiv-Ziffer 4 bis 7 und die Deklarationspflicht gemäss
Dispositiv-Ziffer 8. Die Dispositiv-Ziffer 1 (Teilvereinbarung betreffend Betreuung)
sowie Dispositiv-Ziffern 2 und 3 (Beistandschaft) blieben unangefochten, weshalb sie
nach Ablauf der Anschlussberufungsfrist am 23. Mai 2020 in Rechtskraft erwachsen
sind (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Dies ist vorzumerken. Ebenfalls unangefochten blieben
die Dispositiv-Ziffern 9 bis 11 (erstinstanzliche Entscheidgebühr und Kosten- und
Entschädigungsfolgen). Hinsichtlich der Kostenfolgen des erstinstanzlichen Verfah-
rens erfolgt indessen keine Vormerknahme der (Teil-) Rechtskraft (vgl. Art. 318 Abs.
3 ZPO).
1.2. Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine unrichtige
Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-
fungsinstanz verfügt über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der Streitsache,
mithin über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen, einschliess-
lich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheitsprüfung; BGer
5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Berufungsbegründung
(Art. 311 Abs. 1 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der erstinstanzli-
che Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an
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einem der genannten Fehler leidet (BGE 142 I 93 E. 8.2; 138 III 374 E. 4.3.1). Die
Berufungsinstanz hat sich – abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich
auf die Beurteilung der Beanstandungen zu beschränken, die in der Berufungsschrift
in rechtsgenügender Weise erhoben werden (vgl. BGE 142 III 413 E. 2.2.4). In die-
sem Rahmen ist insoweit auf die Parteivorbringen einzugehen, als dies für die Ent-
scheidfindung erforderlich ist (vgl. BGE 134 I 83 E. 4.1).
1.3. Im Berufungsverfahren sind neue Vorbringen grundsätzlich nur noch unter
den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO zulässig. Art. 296 ZPO statuiert für
Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten – wie sie vorliegend zu beur-
teilen sind – den Untersuchungs- und Offizialgrundsatz, weshalb das Gericht in die-
sem Bereich den Sachverhalt von Amtes wegen erforscht und ohne Bindung an die
Parteianträge entscheidet. In Verfahren, welche der umfassenden Untersuchungs-
maxime unterstehen, können die Parteien auch im Berufungsverfahren neue Tatsa-
chen und Beweismittel unbeschränkt vorbringen. Die Bestimmung von Art. 317
Abs. 1 ZPO gilt somit nicht für Verfahren, in welchen Kinderbelange zu beurteilen
sind (BGE 144 III 349 E. 4.2.1). Nach dem Gesagten sind vorliegend sämtliche im
Berufungsverfahren neu eingebrachten Tatsachenbehauptungen und Unterlagen –
insbesondere zur Arbeitslosigkeit des Klägers (Urk. 34/11-12; Urk. 39/1; Urk. 49/4-5
und Urk. 54/1-2) sowie weiteren Kindern des Klägers (Urk. 34/15-16 und Urk. 39/2) –
zu berücksichtigen.
2. Anschlussberufung
2.1.1. Die Beklagten beantragen unter anderem, die Unterhaltsbeiträge seien für die
Kinder G._, E._, F._ und D._ für die Dauer ab 1. Mai 2019 bis
31. Dezember 2019 (Rechtsmittelantrag 2) und für die Dauer ab 1. Januar 2020 für
die Dauer der Arbeitslosigkeit (Rechtsmittelantrag 3) neu zu berechnen (Urk. 43 S.
1). Der Kläger macht geltend, auf diese Anträge sei mangels Bezifferung nicht einzu-
treten (Urk. 48 S. 3).
2.1.2. Ein Rechtsbegehren muss so bestimmt sein, dass es im Falle der Gutheis-
sung unverändert zum Urteil erhoben werden kann. Aus diesem Prozessgrundsatz
folgt, dass auf Geldzahlung gerichtete Berufungsanträge zu beziffern sind. Erst klare
und im Falle von Geldforderungen bezifferte Anträge ermöglichen es der Gegenpar-
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tei, sich in der Berufungsantwort zu verteidigen (Art. 312 ZPO). Am Erfordernis bezif-
ferter Begehren ändert die Geltung der Offizialmaxime im Bereich des Kinderunter-
halts nichts. In Berufungsverfahren sind auch für den Kinderunterhalt Anträge erfor-
derlich, die den aufgezeigten Anforderungen an die Bezifferung genügen müssen.
Die Untersuchungsmaxime betrifft nur die Art der Sammlung des Prozessstoffs, nicht
aber die Frage der Einleitung und Beendigung des Verfahrens. Sie beschlägt auch
nicht die Frage, wie das Rechtsbegehren formuliert sein muss, damit der Rechtsstreit
überhaupt an die Hand genommen werden kann. Aus der Untersuchungsmaxime
ergibt sich auch keine Pflicht des Gerichts, die Parteien in prozessualen Fragen zu
beraten (BGer 5A_3/2019 vom 18. Februar 2019, E. 3 m.w.H.). Es besteht sodann
keine Pflicht des Berufungsgerichts, bei ungenügenden Rechtsbegehren die Beru-
fung zur Verbesserung zurückzuweisen. Dabei handelt es sich nicht um einen ver-
besserlichen Mangel im Sinne von Art. 132 Abs. 1 ZPO (BGer 4A_258/2015 vom
21. Oktober 2015, E. 2.4.1 m.w.H.). Es ist nicht Sache des Gerichts, prozessuale
Nachlässigkeiten der Parteien auszugleichen (BGer 5A_855/2012 vom 13. Februar
2013, E. 5.4 m.w.H.). Die Rechtsfolge des Nichteintretens auf unbezifferte Begehren
steht jedoch unter dem Vorbehalt des überspitzten Formalismus (Art. 29 Abs. 1 BV).
Auf eine Berufung mit formell mangelhaften Rechtsbegehren ist ausnahmsweise ein-
zutreten, wenn sich aus der Begründung, allenfalls in Verbindung mit dem angefoch-
tenen Entscheid, ergibt, was der Berufungskläger in der Sache verlangt oder – im
Falle zu beziffernder Rechtsbegehren – welcher Geldbetrag zuzusprechen ist (BGer
5A_855/2012 vom 13. Februar 2013, E. 3.3.2 m.w.H.).
2.1.3. Die Beklagten führen in ihrer Anschlussberufungsschrift aus, der Kläger verfü-
ge für den Zeitraum vom 1. Mai 2019 bis 31. Dezember 2019 über einen Überschuss
von Fr. 1'678.– und ab 1. Januar 2020 bis zum Erhalt einer Arbeitsstelle einen Über-
schuss von Fr. 990.–. Dieser – so die Beklagten weiter – sei auf die vier in der
Schweiz lebenden Kinder zu verteilen, zuzüglich der gesetzlichen Kinderzulage pro
Kind (Urk. 43 S. 6). Die Beklagten äussern sich zwar nicht dazu, in welchem Verhält-
nis dieser Überschuss auf die Kinder zu verteilen ist, doch ist angesichts der Tatsa-
che, dass bereits die Unterhaltsverträge sowie das vorinstanzliche Urteil den Über-
schuss gleichmässig auf die vier Kinder verteilte und die Gleichstellung unter den
Kindern auch dem Regelfall entspricht, davon auszugehen, dass auch im Rahmen
der Anschlussberufung eine ebensolche Aufteilung verlangt wird. Die Bezifferung der
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Rechtsmittelanträge 2 und 3 ergibt sich folglich aus der Begründung, weshalb auf die
Anschlussberufung insofern einzutreten ist.
2.2.1. Daneben macht der Kläger geltend, die Beklagten hätten vor Vorinstanz ledig-
lich die Abweisung des Herabsetzungsbegehrens des Klägers verlangt, weshalb es
sich bei der mit Anschlussberufung beantragten Erhöhung der Kinderunterhaltsbei-
träge um eine Klageänderung handle, die mangels neuer Tatsachen unzulässig sei.
Auf die Anschlussberufung sei somit auch aus diesem Grund nicht einzutreten
(Urk. 48 S. 3).
2.2.2. Eine Klageänderung ist im Berufungsverfahren nur noch eingeschränkt zuläs-
sig (vgl. Art. 317 Abs. 2 ZPO). Bei Geltung der Offizialmaxime sind Änderungen von
Begehren indes jederzeit und uneingeschränkt möglich, freilich ohne dass die
Rechtsmittelinstanz an diese gebunden wäre (vgl. ZK ZPO-Reetz/Hilber, Art. 317 N
76 m.w.H.). Den von den Parteien gestellten Rechtsmittelanträgen kommt somit nur
"Vorschlagscharakter" zu, weshalb ein Nichteintreten auf die Anschlussberufung zu-
folge Klageänderung ohnehin ausser Betracht fällt.
2.3. Die Rechtsmittelanträge 4 und 5 der Beklagten, womit sie die Neuberechnung
der Bedarfsberechnung des Klägers hinsichtlich der in den Rechtsmittelanträgen 2
und 3 genannten Zeitperioden anstrebt, zielen nur auf die Begründung des angefoch-
tenen Entscheids ab. Gemäss bundesgerichtlicher Praxis bedeuten jedoch blosse
Erwägungen keine Beschwer (BGE 129 III 320 E. 5.1; BGE 130 III 321 E. 6). Weiter
ist darauf hinzuweisen, dass in materielle Rechtskraft nur der Entscheid selber er-
wächst, d.h. das Entscheiddispositiv (BGE 142 III 210 E. 2 m.w.H.; BGE 140 I 114 E.
2.4.2 m.w.H.). Mit einem Rechtsmittel anfechtbar ist daher auch nur das Dispositiv
eines gerichtlichen Entscheides, nicht dagegen dessen Begründung allein (BGer
2C_425/2016 vom 5. Oktober 2016, E. 1.2 m.w.H.). Konkret bedeutet dies, dass die-
se Begehren nicht einzeln zu behandeln sind. Auf die damit zusammenhängenden
Ausführungen ist nur insoweit einzugehen, als sie sich relevant erweisen für die Un-
terhaltsberechnung, die prozessual gültig angefochten wurde.
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III. Abänderung Unterhaltsbeiträge
1. Abänderungsvoraussetzungen
1.1. Per 1. Januar 2017 sind die neuen Bestimmungen zum Kindesunterhaltsrecht
in Kraft getreten. Die Übergangsbestimmung von Art. 13c SchlT ZGB sieht vor, dass
Unterhaltsbeiträge an das Kind, die vor dem Inkrafttreten der Änderung vom 20. März
2015 in einem genehmigten Unterhaltsvertrag festgelegt worden sind, auf Gesuch
des Kindes neu festgelegt werden. Sofern sie gleichzeitig mit Unterhaltsbeiträgen an
den Elternteil festgelegt worden sind, ist ihre Anpassung nur bei erheblicher Verän-
derung der Verhältnisse zulässig. Das Übergangsrecht differenziert damit zwischen
Unterhaltsbeiträgen von Kindern, deren Eltern nie verheiratet waren, und Kindern,
deren Eltern sich getrennt oder geschieden haben. Kinder, deren Eltern nie verheira-
tet waren, können eine Anpassung des Kindesunterhalts verlangen, ohne dass sich
die Situation in irgendeiner Weise verändert haben muss. Allein der Umstand, dass
die Unterhaltsbeiträge altrechtlich festgesetzt worden sind, berechtigt demnach zu
einer Neufestsetzung (vgl. FamKomm Scheidung/Aeschlimann/Schweighauser, Allg.
Bem. zu Art. 276-293 N 73; Senn, Verfahrensrechtliche Streiflichter zu den Revisio-
nen der elterlichen Sorge und des Kindesunterhaltsrechts, in: FamPra.ch 2017 S.
971, 987; Dolder, Betreuungsunterhalt: Verfahren und Übergang, in: FamPra.ch
2016 S. 917, 925; Spycher, Betreuungsunterhalt, in: FamPra.ch 2017 S. 198, 225;
Gloor/Umbricht Lukas, Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, Expertenwissen für die
Praxis, Zürich 2016, Kapitel 12 Rz 12.5).
1.2. Im vorliegenden Verfahren waren der Kläger und die Beklagte 1 nie verheira-
tet und die Unterhaltsbeiträge wurden durch einen Unterhaltsvertrag nach bisherigem
Recht gestützt auf Art. 287 ZGB festgelegt. Allerdings verlangt vorliegend nicht das
Kind, sondern der Kindsvater eine Abänderung der im Unterhaltsvertrag festgesetz-
ten Unterhaltsbeiträge. Gemäss klarem Wortlaut von Art. 13c Satz 1 SchlT ZGB kann
nur das Kind unverheirateter Eltern – und nicht auch der Unterhaltspflichtige – vo-
raussetzungslos eine Neufestlegung des Unterhalts verlangen. Für den Unterhalts-
schuldner gelten demgemäss, auch wenn die Unterhaltsbeiträge altrechtlich festge-
setzt worden sind, die allgemeinen Voraussetzungen von Art. 286 Abs. 2 ZGB. Erfor-
derlich ist mithin eine erhebliche Veränderung der Verhältnisse. Betreffend die ein-
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zelnen Abänderungsvoraussetzungen kann damit auf die zutreffenden Ausführungen
im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 33 E. III.B.1 bis B.4).
2. Ausgangslage
2.1. Gemäss Unterhaltsvereinbarungen vom 29. Juni 2016 verpflichtete sich der
Kläger, ab tt.mm.2016 für die vier Kinder G._, E._, F._ und D._
monatlich je Fr. 95.– (zuzüglich Kinderzulagen) bis zur Volljährigkeit bzw. zum or-
dentlichen Abschluss einer Erstausbildung zu bezahlen (Urk. 3/2-6 jeweils S. 1). Die-
se vereinbarungsgemässe Regelung basierte auf einem Nettoeinkommen des Klä-
gers von Fr. 3'130.– pro Monat (inkl. 13. Monatslohn, ohne Kinderzulagen) aus einer
Anstellung des Klägers als Tellerwäscher/Office-Manager bei H._ in I._
[Ortschaft] und einem Notbedarf des Klägers von Fr. 2'743.– (vgl. Urk. 23/1).
2.2. Der Kläger verlangte vor Vorinstanz zunächst eine Reduktion der mit Unter-
haltsverträgen vom 29. Juni 2016 vereinbarten Unterhaltspflicht auf monatlich
Fr. 25.– je Kind ab 1. Mai 2019 (Urk. 1 S. 2). Zur Begründung seiner Klage führte er
vor Vorinstanz aus, die finanziellen Verhältnisse hätten sich seither erheblich verän-
dert. Die Stelle beim H._ in I._ habe er per Ende Januar 2017 gekündigt,
weil ein rassistisches Arbeitsklima geherrscht habe bzw. er sowie andere dunkelhäu-
tige Mitarbeiter rassistischen verbalen Beleidigungen ausgesetzt gewesen seien.
Diese Arbeit sei ihm nicht länger zumutbar gewesen, weshalb er zur Kündigung be-
rechtigt gewesen sei. Bereits die Einkommenseinbusse im Vergleich zu seiner an-
schliessenden Stelle bei der J._ AG, bei welcher er durchschnittlich nur noch
Fr. 2'800.– verdient habe, stelle ein Abänderungsgrund dar. Diese Stelle habe er
aber per Ende März 2019 wegen Rückenleiden gekündigt und sich per 1. April 2019
als Taxifahrer selbständig gemacht. Die Stelle bei der J._ AG hätte er aber oh-
nehin per Ende 2019 infolge Schliessung der Lokalitäten verloren. Als Taxifahrer er-
hoffe er sich mittelfristig ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 2'800.– bis Fr.
3'000.–, erziele momentan aber unter Berücksichtigung diverser notwendiger Ausla-
gen durchschnittlich lediglich ein Einkommen von Fr. 1'850.– netto pro Monat
(Urk. 18 S. 5 ff.). Sodann habe sich sein Bedarf seit dem Zeitpunkt der Festsetzung
der Unterhaltsbeiträge um monatlich Fr. 900.– von Fr. 2'743.– auf Fr. 3'643.– erhöht.
Im Einzelnen machte er geltend, der ihm angerechnete Grundbetrag von Fr. 990.–
sei gemäss Kreisschreiben der Verwaltungskommission des Obergerichts des Kan-
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tons Zürich zur Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom
16. September 2009 (nachfolgend Kreisschreiben) auf Fr. 1'200.– zu erhöhen. Weiter
sei ihm hinsichtlich seiner Wohnkosten ein Betrag von Fr. 1'500.– für eine zu Über-
nachtungszwecken der Kinder geeignete Wohnung anzurechnen, eventualiter seien
seine effektiven höheren Mietkosten von Fr. 1'100.– zu berücksichtigen. Für die
Kommunikationskosten sei ihm anstelle von Fr. 130.– ein gerichtsüblicher Betrag von
Fr. 150.– anzurechnen. Ferner seien die ausgewiesenen Fr. 23.– für die Hausrat-
und Haftpflichtversicherung und die aktuellen Krankenkassenprämien zu berücksich-
tigen sowie für ungedeckte Gesundheitskosten Fr. 125.– und für eine anstehende
zahnärztliche Wurzelbehandlung Fr. 50.– einzurechnen. Aufgrund seiner selbständi-
gen Erwerbstätigkeit als Taxifahrer seien ihm zudem monatliche Kosten von Fr. 25.–
für eine Parkkarte der blauen Zone, auswärtige Verpflegungskosten von Fr. 220.–
sowie Ausgaben von Fr. 31.– für die Unfallversicherung entstanden, die es in seinem
Bedarf zu berücksichtigen gebe. Letztlich zahle er regelmässig Schulden ab, wofür
ihm ein Betrag von Fr. 50.– zuzugestehen sei (Urk. 18 S. 11 ff.).
2.3. Die Vorinstanz verneinte das Vorliegen eines Abänderungsgrundes im Sinne
von Art. 285 Abs. 2 ZGB hinsichtlich der vom Kläger geltend gemachten Einkom-
mensreduktion. Sie erwog im Wesentlichen, der Kläger sei gegenüber seinen Kin-
dern zu Unterhalt verpflichtet und demnach in seiner Lebensgestaltung nicht frei. Bei
der J._ AG hätte er somit bis zur Schliessung der Filiale Ende 2019 – unter Be-
rücksichtigung der infolge Einbürgerung nicht mehr anfallenden Quellensteuern (vgl.
Urk. 33 S. 6) – ein Einkommen von mind. Fr. 3'130.– verdient. Dies entspreche dem-
jenigen, welches der Berechnung der Unterhaltsbeiträge gemäss den Unterhaltsver-
trägen zugrunde gelegen habe (Urk. 33 S. 11). Es gehe nicht an, dass er, ohne sich
um eine andere Anstellung zu bemühen, begonnen habe, sich als Taxifahrer selb-
ständig zu machen, im Wissen darum, dass er damit die Kinderunterhaltsbeiträge
auch mittelfristig nicht würde bezahlen können. Nachdem er von der Schliessung der
Filiale der J._ AG im Zürcher Hauptbahnhof erfahren habe, wäre er verpflichtet
gewesen, sich um eine neue Anstellung zu bemühen, wozu er rund ein Jahr Zeit ge-
habt hätte. Das vom Kläger geltend gemachte Rückenleiden stelle keinen Hinde-
rungsgrund dar, zumal sich aus keinem der eingereichten Arztzeugnisse (Urk. 19/2
und 19/3) ergebe, dass eine Arbeitsunfähigkeit in Bezug auf seine bisher ausgeübten
Erwerbstätigkeiten bestehe. Deshalb stelle die vom Kläger geltend gemachte Ein-
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kommenseinbusse aufgrund seiner selbständigen Erwerbstätigkeit als Taxifahrer
keinen Abänderungsgrund dar und der Kläger sei weiterhin auf einem Einkommen
von mindestens Fr. 3'130.– netto pro Monat (exkl. Kinderzulagen) zu behaften
(Urk. 33 E. III.B.6.1. ff.). Ferner kam die Vorinstanz zum Schluss, dass sich der Be-
darf des Klägers einzig um die zusätzlichen Gesundheitskosten von Fr. 50.– sowie
um Mehrkosten für den Zahnarzt von Fr. 30.– unvorhersehbar, wesentlich und dau-
ernd seit der Festsetzung der Unterhaltsbeiträge erhöht habe (Urk. 33 E. III.B.7.9).
3. Einkommensreduktion des Klägers
3.1. Vom Kläger nicht beanstandet wird im Rahmen der Berufung die Argumentati-
on der Vorinstanz, wonach ihm bis Ende Dezember 2019 bzw. bis zur Schliessung
der J._ AG ein hypothetisches Einkommen von Fr. 3'130.– angerechnet wird.
Seine Situation habe sich inzwischen aber insofern geändert, als er sich Ende Okto-
ber 2019 gezwungen gesehen habe, seine Selbständigkeit als Taxifahrer aufzuge-
ben. Per Mitte November 2019 habe er sich beim RAV angemeldet und beziehe seit-
her Arbeitslosentaggeld in der Höhe von Fr. 2'426.– (zuzüglich Kinderzulagen). Dies
stelle eine erhebliche Einkommenseinbusse im Vergleich zum hypothetischen Ein-
kommen von Fr. 3'130.– dar. Da sich schon jetzt abzeichne, dass die – bereits seit
November 2019 andauernde – Arbeitslosigkeit nicht von kurzer Dauer sein werde,
sei auch das Kriterium der Dauerhaftigkeit erfüllt. Auf Stellensuche sei er zudem be-
reits seit August 2019, weil sich bereits da abgezeichnet habe, dass er auch mittel-
fristig kein ausreichendes Einkommen werde generieren können. Hinsichtlich seiner
Suchbemühungen macht der Kläger geltend, indem die Arbeitslosentaggelder stets
uneingeschränkt ausgerichtet worden seien und auch nie beanstandet worden sei,
die Bewerbungsbemühungen seien zu wenig intensiv oder die Bewerbungsunterla-
gen von schlechter Qualität, sei belegt, dass er sich ernsthaft um eine Stelle bemüht
habe. Er bewerbe sich in den Branchen Reinigung/Hauswartung sowie
Office/Küchenhilfe, wobei er in beiden Bereichen über Arbeitserfahrung verfüge.
Dennoch habe er bisher nur Absagen erhalten. Ein Selbstverschulden an der fort-
dauernden Arbeitslosigkeit könne ihm demnach nicht vorgeworfen werden, weshalb
ab Januar 2020 kein Raum mehr bestehe, ihm ein hypothetisches Einkommen anzu-
rechnen. Entsprechend sei beim Kläger ab Januar 2020 von einem monatlichen Net-
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toeinkommen aus Arbeitslosentaggeld in der Höhe von Fr. 2'426.– (zuzügl. Kinderzu-
lagen) auszugehen (Urk. 31 S. 9).
3.2. Die Beklagten machen geltend, der Kläger hätte bei intensiver Stellensuche
sehr gute Chancen, bald eine gut bezahlte Dauerstelle zu erhalten, zumal das bisher
jeweils aufwändig zu führende Bewilligungsverfahren durch das Schweizer Bürger-
recht, das ihm im November 2019 erteilt worden sei, entfalle. Überdies seien die Be-
rufszweige, in welchen er über Berufserfahrung verfüge, auf dem hiesigen Arbeits-
markt äusserst gut vertreten. Die allenfalls ab 1. Januar 2020 zuzugestehende Ar-
beitslosigkeit begründe noch keine Nachhaltigkeit der Arbeitslosigkeit, die eine Ab-
änderung der Unterhaltsbeiträge rechtfertige (Urk. 43 S. 4).
3.3. Dem hält der Kläger in der Anschlussberufungsantwort entgegen, es werde
bestritten, dass es für ihn ein Leichtes sei, bald wieder eine Festanstellung zu finden.
Seine Bewerbungsbemühungen hätten noch nicht gefruchtet und er sei nach wie vor
arbeitslos. Er sei noch nicht einmal zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wor-
den. Sodann sei gerichtsnotorisch, dass die Covid-19-Pandemie und der damit ein-
hergehende Lockdown die Stellensuche sehr schwierig mache. Zeitweise seien die
Restaurants geschlossen gewesen und hätten den Bewerbungsprozess gestoppt.
Auch jetzt seien die Restaurantbetriebe mit der Einstellung von neuem Personal sehr
zurückhaltend, da die Wirtschaftslage aufgrund der geltenden Covid-19-Regeln (Min-
destabstand zwischen den Tischen etc.) schwierig sei. Auch die übrigen Betriebe
hätten während der Zeit der Corona-Pandemie Stellensuchprozesse sistiert und sei-
en mit der Einstellung von neuem Personal aufgrund der befürchteten Rezession zu-
rückhaltend. Aufgrund dessen habe auch der Bund für stellensuchende Personen
Massnahmen im Bereich der Arbeitslosenversicherung getroffen. Der Kläger habe
aufgrund der aktuellen Situation der Covid-19-Pandemie auch nur noch fünf Arbeits-
suchbemühungen pro Monat einreichen müssen. Dennoch habe er diese geforderte
Anzahl jeweils übertroffen, wie aus den Suchbemühungen der Monate März bis Mai
2020 ersichtlich sei. Aufgrund des bisherigen Verlaufs der Stellensuchbemühungen
des Klägers und der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Lage infolge der Covid-19-
Pandemie könne nicht geschlossen werden, dass die Arbeitslosigkeit des Klägers
nur von kurzer Dauer sein werde (Urk. 48 S. 8 ff.).
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3.4. Als Abänderungsgrund, auf welchen sich der Verpflichtete berufen kann,
kommt u.a. eine qualifizierte (d.h. erhebliche) Einkommenseinbusse in Betracht. Um
eine Reduktion oder gar Aufhebung der Kinderunterhaltsbeiträge rechtfertigen zu
können, muss diese Einkommenseinbusse von einer gewissen Dauer sein. Ein frei-
williger Verzicht auf Einnahmen, die zur Erfüllung der Unterhaltspflicht notwendig
sind, stellt keinen Abänderungsgrund dar. Bestehen familiäre Unterhaltsverpflichtun-
gen, muss der Unterhaltsverpflichtete das ihm Zumutbare unternehmen, um seinen
Unterhaltspflichten nachzukommen (BGE 137 III 118 E. 3.1). Kann ein Unterhalts-
verpflichteter aufgrund eines zu tiefen Einkommens seinen finanziellen Verpflichtun-
gen nicht nachkommen, gilt es in sämtlichen Familiensachen zu prüfen, ob dem Ver-
pflichteten ein hypothetisches Einkommen anzurechnen ist (BGE 128 III 4 E. 4a).
Dem Verpflichteten wird dabei auferlegt, dasjenige Einkommen zu erzielen, welches
mit zumutbarem Aufwand und gutem Willen tatsächlich erzielt werden kann. Mit der
Anrechnung eines hypothetischen Einkommens wird kein Strafzweck verfolgt, viel-
mehr geht es darum, die wirtschaftliche Existenz der Unterhaltsberechtigten sicher-
zustellen und die Lasten des Familienunterhalts gerecht zu verteilen. Dazu ist die
Rechtsfrage zu beantworten, ob dem Gesuchsteller zuzumuten ist, ein höheres als
das tatsächlich erzielte Einkommen zu erwirtschaften. Tatfrage ist, ob die als zumut-
bar erkannte Tätigkeit (aufgrund von Ausbildung, Arbeitsmarktlage, Alter, Gesundheit
etc.) möglich und welches Einkommen dabei effektiv erzielbar ist (BGE 137 III 118 E.
2.3 m. H.). Im Verhältnis zu einem minderjährigen Kind sind besonders hohe Anfor-
derungen an die Ausschöpfung der Erwerbskraft zu stellen, insbesondere dann,
wenn – wie hier – enge wirtschaftliche Verhältnisse vorliegen (BGE 137 III 118 E.
3.1; BSK ZGB I-Fountoulakis/Breitschmid, Art. 276 N 25; Hausheer/Spycher, Hand-
buch des Unterhaltsrechts, 2. Aufl. 2010, N. 09.43). Der Pflichtige hat sich daher aus-
reichend (intensiv und ernsthaft) um eine Erwerbstätigkeit zu bemühen.
3.5. Es ist ausgewiesen, dass der Kläger seit November 2019 und andauernd ar-
beitslos ist und Taggelder bezieht (Urk. 35/11; Urk. 50/5 und Urk. 48 S. 8). Hinsicht-
lich der Höhe der Taggelder kann allerdings nicht auf den klägerisch errechneten
Durchschnitt von monatlich Fr. 2'426.– abgestellt werden, zumal darin auch die ledig-
lich für den halben November 2019 ausbezahlten Taggelder enthalten sind. Den Ab-
rechnungen kann entnommen werden, dass dem Kläger 80% des versicherten Ver-
dienstes von Fr. 3'283.– ausbezahlt wird, weshalb er von der Arbeitslosenkasse ak-
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tuell durchschnittlich monatlich Fr. 2'626.– (zuzüglich Kinderzulagen) ausbezahlt er-
hält. Damit ist grundsätzlich eine Veränderung der wirtschaftlichen Verhältnisse im
Sinne einer Einkommensreduzierung gegenüber dem hypothetischen Einkommen
von Fr. 3'130.– dargetan. Es fragt sich indes, ob im vorliegenden Fall vom tatsächli-
chen Einkommen des Klägers auszugehen oder weiterhin ein hypothetisches Ein-
kommen anzurechnen ist.
3.6. Hinsichtlich seiner geltend gemachten (erfolglosen) Suchbemühungen reicht
der Kläger die von der Arbeitslosenkasse zur Verfügung gestellten und von ihm
selbst ausgefüllten Formulare der Monate August 2019 bis Mai 2020 ein (Urk. 35/12
und Urk. 50/4). Es trifft zwar zu, dass er die von der Arbeitslosenkasse geforderte
Mindestzahl von zehn (bzw. ab März 2020 fünf) Arbeitsbemühungen pro Monat je-
weils erfüllt bzw. übertroffen hat. Doch hält das Bundesgericht im Zusammenhang
mit der Bemessung von Kinderunterhalt dafür, dass die für die Arbeitslosenversiche-
rung geltenden Kriterien nicht unbesehen übernommen werden können. Namentlich
sei die Tatsache, dass ein Unterhaltsverpflichteter arbeitslos und trotz entsprechen-
der Bemühungen keine Stelle gefunden habe, kein Beweis dafür, dass es ihm tat-
sächlich nicht möglich sei, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen (BGE 137 III 118 E.
3.1; vgl. auch OGer ZH LE180028 vom 20.12.2018, E. G.1.3.2.; OGer ZH LE120041
vom 08.03.2013, E. III.A.1.3.2). Vorliegend ist etwa zu berücksichtigen, dass nebst
den Formularen für die Arbeitslosenkasse nur für die Monate Februar bis Mai 2020
auch die entsprechenden Bewerbungsschreiben vorliegen (Urk. 39/1 und Urk. 54/1).
Ob diese Schreiben effektiv versandt wurden, lässt sich daraus nicht ersehen, han-
delt es sich doch um nachträglich neu ausgedruckte (unsignierte) Exemplare. In den
Akten befindet sich überdies kein einziges Absageschreiben oder anderweitige Re-
aktionen auf die Bewerbungen, welche deren effektiven Versand hätten belegen
können. Auch auf den der Arbeitslosenkasse eingereichten Formularen betreffend
Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen ist kein einziges Mal ein Absage-
grund angegeben. Ferner fällt auf, dass sich der Kläger offenbar auf alle Stellenaus-
schreibungen mit demselben standardisierten (unpersönlichen) Schreiben beworben
hat. Wenn er sich etwa gemäss Formular für die Arbeitslosenkasse für den "Ab-
wasch" beworben hat (Urk. 50/4), wurde einzig der Titel des Schreibens von "Bewer-
bung als Reinigungsmitarbeiter" auf "Bewerbung als Abwasch und Reinigungsmitar-
beiter" geändert. Im Schreiben wird jedoch z.B. weiterhin angepriesen, dass er die
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Boden-, Fenster- und Möbelpflege sorgsam, schonend und umweltgerecht erledige
(vgl. Sammelbeilagen Urk. 39/1 und Urk. 54/1). Weiter gilt es zu berücksichtigen,
dass dem Kläger die Taggelder – entgegen seiner Behauptung – auch nicht immer
beanstandungslos ausbezahlt wurden, sondern gemäss Abrechnung des Monats
Februar 2020 ein Tag nicht bezahlt wurde, da er an einem Kurs unentschuldigt nicht
teilgenommen habe (Urk. 50/5). Insgesamt bestehen deshalb trotz ausbezahlter
Taggelder erhebliche Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Suchbemühungen des Klä-
gers.
3.7. Allerdings haben sich die Bedingungen für die Stellensuche – insbesondere
im Gastronomiebereich – aufgrund der Covid-19-Pandemie unabhängig von den
konkreten Suchbemühungen des Klägers erheblich erschwert (vgl. auch Urk. 48
S. 9). So wurden ab Ende Februar 2020 in der Schweiz vermehrt Ansteckungen mit
dem Covid-19-Virus (nachfolgend Coronavirus) gemeldet, was sich bereits zu diesem
Zeitpunkt ohne Zweifel negativ auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt hat. Aufgrund der
sehr schnellen Zunahme der Erkrankungsfälle wurden in der Folge aufgrund der vom
Bundesrat zur Bekämpfung des aktuell grassierenden Coronavirus am 13. März 2020
beschlossenen Massnahmen sämtliche Restaurationsbetriebe mit Ausnahme von
Imbiss-Betrieben (Take-Away), Betriebskantinen, Lieferdiensten für Mahlzeiten und
Restaurationsbetrieben für Hotelgäste auf unbestimmte Zeit geschlossen (Verord-
nung 2 über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus [COVID-19]). Erste Lo-
ckerungen in Bezug auf die Restaurationsbetriebe erfolgten erst per 11. Mai 2020
(vgl. Verordnung 2 über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus [COVID-19]:
Änderung vom 8. Mai 2020). Aufgrund dieser ausserordentlichen Lage wurde denn
auch mit Verordnung über Massnahmen im Bereich der Arbeitslosenversicherung im
Zusammenhang mit dem Coronavirus (COVID-19) vom 20. März 2020 allen an-
spruchsberechtigten Personen zwischen März und August 2020 höchstens 120 zu-
sätzliche Taggelder durch die Arbeitslosenkasse zugesprochen; so auch dem Kläger
(vgl. Abrechnung April 2020, Urk. 50/5). Mit Beschluss des Bundesrates vom
12. August 2020 (in Kraft getreten am 1. September 2020) wurde zudem die Rah-
menfrist für den Leistungsbezug um maximal 6 Monate verlängert. Vor diesem Hin-
tergrund kann dem Kläger trotz ungenügender Suchbemühungen ab Februar 2020
kein Verschulden an der Arbeitslosigkeit zuerkannt werden. Eine Entspannung der
Lage ist angesichts der erneut ansteigenden Infektionszahlen bzw. des Rekords an
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Neuansteckungen im Oktober 2020 auch in naher Zukunft nicht absehbar. Jüngst
wurden mit Beschluss des Bundesrates vom 28. Oktober 2020 als Massnahme zur
Eindämmung der Covid-19-Pandemie gar wieder neue Einschränkungen für die Res-
taurants (maximal vier Personen pro Tisch) erlassen. Demzufolge erscheint es an-
gemessen, die Übergangsfrist grosszügig zu bemessen und sich am verlängerten
Anspruch an Arbeitslosentaggeldern zu orientieren. Gemäss Abrechnung der Ar-
beitslosenkasse vom April 2020 hat der Kläger einen Restanspruch von 258.5 Tag-
geldern, was ausgehend von durchschnittlich 21.7 Arbeitstagen rund 12 Monaten
entspricht. Somit ist dem Kläger ab Februar 2020 bis April 2021 ein reduziertes Ein-
kommen im Umfang Fr. 2'626.– (zuzüglich Kinderzulagen), anzurechnen. Danach
bzw. ab Mai 2021 ist dem Kläger die Wiedererlangung einer Arbeitsstelle zuzumuten,
da ihm auch genügend Zeit für eine allenfalls notwendige Umorientierung zur Verfü-
gung steht. Wenn die Beklagten geltend machen, dass der Kläger aufgrund des in
der Zwischenzeit erlangten Schweizer Bürgerrechts Chancen auf eine besser bezahl-
te Stelle habe, kann ihnen nicht gefolgt werden. Mangels Berufsausbildung des Klä-
gers ist weiterhin davon auszugehen, dass ihm insbesondere Hilfsarbeiten im Tief-
lohnbereich zugänglich sein werden, weshalb es sachgerecht erscheint, bezüglich
des zu erwartenden Einkommens an den bisherigen Lohnverhältnissen anzuknüpfen.
Ab Mai 2021 ist dem Kläger demnach wiederum ein hypothetisches Einkommen von
Fr. 3'130.– anzurechnen.
3.8. Bei den Ausführungen der Beklagten im Rahmen der Anschlussberufung, wo-
nach dem Kläger vermutungsweise zusätzliche nicht deklarierte Einkünfte in der Hö-
he von Fr. 500.– zur Verfügung stünden (Urk. 43 S. 5 f), blieb es bei unbelegten pau-
schalen Behauptungen, die vom Kläger im Übrigen bestritten wurden (Urk. 48 S. 10).
Es liegen auch keinerlei konkrete Anhaltspunkte vor, die auf ein höheres Einkommen
des Klägers hindeuten und ein Nachforschen von Amtes wegen rechtfertigen wür-
den. Im Gegenteil bilden die Unterlagen seine missliche finanzielle Lage (diverse
Schulden [Urk. 19/25-26] und Minussaldi der UBS- und ZKB-Konten [Urk. 19/28-29
und Urk. 34/19] bzw. Saldierung seines Kontos bei der UBS aufgrund des Minussal-
dos [Urk. 34/17-18]) ab. Die mit der Anschlussberufung beabsichtigte Erhöhung des
anzurechnenden Einkommens ist daher nicht vorzunehmen.
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4. Erhöhter Bedarf des Klägers
4.1. Die Unterhaltsvereinbarungen vom 24. bzw. 29. Juni 2016 basierten auf einem
Bedarf des Klägers von Fr. 2'743.– (Urk. 23/1). Die Vorinstanz berücksichtigte eine
Erhöhung von Fr. 80.– (Fr. 50.– Gesundheitskosten, Fr. 30.– Zahnarztkosten) und
setzte den aktuellen Bedarf auf Fr. 2'823.– fest. In Bezug auf die weiteren geltend
gemachten Positionen verneinte die Vorinstanz das Vorliegen veränderter Verhält-
nisse. Im Berufungsverfahren beansprucht der Kläger einen Bedarf von Fr. 3'673.–
und beanstandet noch die Positionen Grundbetrag und Miete (Urk. 31 S. 13 ff.).
4.2. Soweit die Beklagten eine eigene Bedarfsberechnung aufstellen, ohne auf die
vorinstanzlichen Feststellungen zu den einzelnen Positionen einzugehen
(vgl. Urk. 43 S. 6), genügen sie der Anforderung an eine Berufungsschrift nicht (vgl.
vorstehend E. II.1.2). Im Übrigen ist diese Bedarfsaufstellung auch nicht überzeu-
gend, blieben doch etwa die Kommunikationskosten, die ÖV-Kosten sowie die Kos-
ten für auswärtige Verpflegung (für den Zeitraum, in welchem ein hypothetisches
Einkommen angerechnet wird) unberücksichtigt. Ferner geht es bei einem Mankofall
auch nicht an, dem Kläger einen Beitrag für die Steuern anzurechnen. Darauf ist
nachfolgend insofern nicht weiter einzugehen.
4.3. Im Rahmen des Abänderungsprozesses hat lediglich eine partielle Neube-
rechnung der Unterhaltsbeiträge zu erfolgen. Auf Punkte, die keine dauerhafte und
erhebliche Änderung erfahren haben, ist nicht zurückzukommen. Obwohl sich infolge
der Notwendigkeit, die veränderten wirtschaftlichen Verhältnisse zu würdigen, im Ab-
änderungsverfahren teilweise dieselben Fragen stellen, welche bereits im ursprüngli-
chen Entscheid zu beantworten waren, dürfen nur gerade die veränderten Tatsachen
und ihre voraussichtliche Weiterentwicklung, nicht aber die gerichtlichen Feststellun-
gen und Wertungen des früheren Prozesses neu beurteilt werden (vgl. OGer ZH
LY170058 vom 03.05.2018, S. 10, II./E. 3.1. f.).
4.4. Grundbetrag
4.4.1. In den ursprünglichen Unterhaltsverträgen wurde dem Kläger ein Grundbetrag
von Fr. 990.– zugestanden (Urk. 23/1); der Kläger beantragt eine Erhöhung auf
Fr. 1'200.– gemäss Kreisschreiben (Urk. 32 S. 12). Die Vorinstanz erwog, auch die
Beratungsstellen der Regionalen Rechtsdienste würden sich an die Richtlinien für die
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Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums im Kreisschreiben halten.
Wenn in einer Unterhaltsberechnung ein tieferer als der im Kreisschreiben vorgese-
hene Grundbetrag eingesetzt werde, bedeute dies somit nichts anderes, als dass die
unterhaltsverpflichtete Person sich freiwillig mit diesem tieferen Betrag einverstanden
erklärt habe. Der Kläger mache keine Ausführungen dazu, weshalb er mit einer frei-
willigen Reduktion nicht mehr einverstanden sei. In Bezug auf die Frage des Grund-
betrags sei somit keine Veränderung eingetreten (Urk. 33 E. III.B.7.3).
4.4.2. Die vorinstanzliche Argumentation entspricht – wie der Kläger zurecht moniert
(Urk. 31. S. 12 f.) – nicht der Aktenlage. Aus dem Formular "Grundlagen und Ge-
nehmigungsantrag" vom 24. bzw. 29. Juni 2016 geht hervor, dass der Grundbetrag
nicht infolge freiwilliger Einschränkung des Klägers auf Fr. 990.– festgesetzt wurde,
sondern weil im Lohn des Klägers im Anstellungsverhältnis mit dem H._ ein Zu-
schlag für Verpflegung von Fr. 210.– inbegriffen war. Bei der damaligen, den Unter-
haltsverträgen vom 29. Juni 2016 zugrunde liegenden Berechnung wurde dieser Zu-
schlag beim Nettolohn in Abzug gebracht, weshalb zum Ausgleich auch der Grund-
betrag reduziert werden musste (Urk. 23/1 S. 3). Mit der Kündigung des Arbeitsver-
trags beim H._ I._ ist der entsprechende Zuschlag für auswärtige Verpfle-
gung weggefallen. Das dem Kläger von der Vorinstanz angerechnete hypothetische
Einkommen basiert sodann auf dem erzielten Einkommen bei der J._ AG, bei
welcher er ebenfalls keinen solchen Zuschlag mehr erhalten hat und auch kein um
diesen Betrag höheren Lohn hätte erreichen können bzw. müssen. Der Grundbetrag
ist demzufolge auf Fr. 1'200.– zu erhöhen.
4.5. Miete
4.5.1. Als weiteren Abänderungsgrund macht der Kläger erhöhte Mietkosten geltend.
Seit Juni 2016 sei er an der K._-Strasse ..., ... Zürich, wohnhaft und bezahle ei-
nen Mietzins von Fr. 1'100.–, wohingegen er im Zeitpunkt des Abschlusses der Un-
terhaltsverträge noch zusammen mit einem Mitbewohner ein Zimmer an der L._-
Strasse für Fr. 820.– plus Fr. 40.– Heizkosten bewohnt habe. Allerdings handle es
sich auch bei der aktuellen Wohnung nur um eine Notlösung, da er über keine
Kochmöglichkeit verfüge und das WC und die Duschen auf dem Gang seien. Damit
die Kinder wie vereinbart auch bei ihm übernachten könnten, habe er Anspruch auf
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eine Zwei- oder Dreizimmerwohnung in der Stadt Zürich für einen angemessenen
Mietzins von Fr. 1'500.– (Urk. 32 S. 13 f.).
4.5.2. Die Vorinstanz kam zum Schluss, für eine Erhöhung des Bedarfs bzw. eine
Anrechnung eines angemessenen Mietzinses von Fr. 1'500.– bestehe im vorliegen-
den Abänderungsverfahren kein Raum. Bereits bei der Festsetzung der Unterhalts-
beiträge sei klar gewesen, dass sich der Kläger mit dem eingesetzten Mietzins nur
eine kleine Wohnung oder ein Zimmer in einer WG werde leisten können. Von einer
freiwilligen Einschränkung im Wohnkomfort – wie der Kläger, sich auf die oberge-
richtliche Rechtsprechung (OGer ZH LE180018 vom 16.10.2018, E. III.4.2.b) beru-
fend, geltend mache – könne keine Rede sein, zumal auch die Beklagte 1 mit den
vier Kindern in beengten Verhältnissen lebe (Urk. 33 E. III.B.7.4).
4.5.3. Diesen vorinstanzlichen Feststellungen kann beigepflichtet werden. Zwar ha-
ben die Parteien – wie der Kläger zutreffend ausführt – in der mit Urteil vom
28. Januar 2019 gerichtlich genehmigten Teilvereinbarung vom 10. September 2020
(Urk. 20) festgehalten, dass die Kinder auch beim Kläger übernachten können sollen,
sobald er über eine geeignete Wohnung verfügt. Indes hat die Beiständin M._
mit Schreiben vom 13. Mai 2020 auf Bitte von N._, Sozialabteilung C._, Be-
richt über die Zusammenarbeit mit dem Kläger erstattet und dabei angegeben, dass
bisher mit dem Kläger aufgrund fehlender Kooperation noch kein verbindlicher Be-
suchsplan habe festgelegt werden können. Zudem habe der Kläger eine installierte
Sozialbegleitung mit grenzüberschreitendem Verhalten gegenüber der Fachperson
sabotiert, so dass die Unterstützungsmassnahme wieder habe neu aufgegleist wer-
den müssen (Urk. 45/3). Nicht überzeugend sind in dieser Hinsicht die Ausführungen
des Klägers, wonach sich eigentlich die Beklagte 1 stets über die Sozialbegleitung
beschwert habe und er dies einzig weitergeleitet habe, da er im Gegensatz zur Be-
klagten 1 der deutschen Sprache mächtig sei. In diesem Fall wäre nämlich kaum von
"grenzüberschreitendem Verhalten" die Rede. Abgesehen davon gilt es zu berück-
sichtigen, dass auch der Kläger nicht geltend macht, das Besuchsrecht verlaufe rei-
bungslos. Aus der E-Mail der Rechtsvertreterin des Klägers an die Beiständin der
Kinder geht gar Gegenteiliges hervor, schildert doch auch sie heftige Auseinander-
setzungen der Parteien mit Gewalt und Drohungen im Zusammenhang mit dem Be-
suchsrecht (vgl. Urk. 50/2). Angesichts dieser andauernden Probleme mit dem Be-
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suchsrecht steht eine Stabilisierung desselben im Vordergrund und ist die Überein-
kunft hinsichtlich zukünftiger möglicher Übernachtungen noch als leerer Buchstabe
zu betrachten. Überdies gewährt diese Klausel dem Kläger keinen Anspruch auf eine
angemessene Wohnung in der Stadt Zürich. Bei diesen äusserst knappen finanziel-
len Verhältnissen darf im Sinne einer maximalen Ausschöpfung der eigenen Leis-
tungskraft auch ein Umzug in eine stadtnahe Gemeinde erwartet werden. Dies gilt
umso mehr, als er insofern flexibel ist, als er momentan an keine Arbeitsstelle ge-
bunden ist und ihm überdies die Kosten für alle Zonen des ZVV-Netzes im Bedarf
angerechnet werden.
4.5.4. Auch hinsichtlich des geltend gemachten aktuellen Mietzinses von Fr. 1'100.–
erachtete die Vorinstanz eine Abänderung des Bedarfs als nicht angezeigt. Unter
diesem Titel führte sie eine Mischrechnung unter Einbezug der Positionen Miete,
Heizkosten, Arbeitsweg und Kommunikationskosten durch und kam (sinngemäss)
zum Ergebnis, dass die Veränderung unwesentlich sei. Hierbei erwog sie, bei der ur-
sprünglichen Unterhaltsberechnung sei offensichtlich davon ausgegangen worden,
dass der Kläger in Zukunft nicht mehr in der Stadt Zürich wohnhaft sein würde, da
ihm für den Arbeitsweg ein ZVV-Abonnement für alle Zonen im Betrag von Fr. 236.–
angerechnet worden sei. Da er weiterhin in Zürich wohnhaft sei, würden sich dem-
nach die Kosten für ein ZVV-Abonnement auf Fr. 85.– pro Monat reduzieren. Zudem
seien im neuen Mietzins die Heizkosten sowie ein Anteil Radio/TV-Gebühren enthal-
ten, weshalb diese beiden in der Unterhaltsberechnung separat zugestandenen Kos-
ten wegfallen würden. Dem Gesagten zufolge würden sich diese Kosten heute auf
insgesamt Fr. 1'275.– belaufen (Fr. 1'200.– + Fr. 90.– + Fr. 85.–). Im Rahmen der
Unterhaltsvereinbarungen sei dem Kläger unter den genannten Positionen ein Betrag
von Fr. 1'226.– zugestanden worden (Fr. 820.– + Fr. 40.– + Fr. 130.– + Fr. 236.–).
Daneben habe der Kläger auch nicht begründet, inwiefern diese Veränderung unvor-
hersehbar gewesen sein soll, zumal er den neuen Mietvertrag am 29. Juni 2019 und
damit am selben Tag unterzeichnet habe, an welchem die Unterhaltsbeiträge festge-
setzt worden seien (Urk. 33 E. III.B.7.4).
4.5.5. Der Argumentation der Vorinstanz ist mit dem Kläger entgegenzuhalten, dass
aus dem Berechnungsblatt zu den Unterhaltsverträgen klar hervorgeht, dass dem
Kläger die Kosten für ein ZVV-Abonnement mit allen Zonen angerechnet wurden,
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damit er seine in C._ lebenden Kindern weiterhin während seiner freien Tage
besuchen kann (Urk. 23/1). Eine "Verrechnung" dieser Positionen fällt demnach aus-
ser Betracht. Dem Kläger ist auch dahingehend Recht zu geben, dass grundsätzlich
irrelevant ist, ob die Erhöhung im Zeitpunkt der Unterhaltsvereinbarung voraussehbar
war, zumal auch eine Veränderung der Verhältnisse, die im Zeitpunkt der Festlegung
der Unterhaltsbeiträge absehbar war, zur Abänderung berechtigt, sofern der Verän-
derung damals – wie vorliegend – keine Rechnung getragen wurde (mit Verweis auf
BSK ZGB I-Fontoulakis/Breitschmid, Art. 286 N 11 und BGE 131 III 189).
4.5.6. In Bezug auf das aktuell von ihm bewohnte Zimmer an der K._-Strasse ...
in ... Zürich reichte der Kläger vor Vorinstanz als Beleg einen Mietvertrag vom
29. Juni 2016 mit einem monatlichen Mietzins von Fr. 1'100.– ein (Urk. 3/10). Die Be-
rufungsbeklagte 2 erhob im Rahmen ihrer Berufungsantwort bzw. Anschlussberu-
fungsschrift Zweifel an der Richtigkeit dieses Mietvertrags, zumal sich in ihren Akten
ein unterzeichnetes Exemplar des Mietvertrags über dasselbe Zimmer für einen
Mietzins von Fr. 600.– (Urk. 45/13) befand (Urk. 43 S. 4). Der Kläger begründet diese
Diskrepanz im Mietzins damit, dass er am Anfang für kurze Zeit das Zimmer noch mit
einer weiteren Person geteilt habe, wobei bereits von Vornherein festgestanden ha-
be, dass er danach in ein Einzelzimmer mit Kosten von Fr. 1'100.– wechseln könne
(Urk. 48 S. 11). Diese Erklärung überzeugt nicht, zumal beide Mietverträge als Miet-
beginn den 1. Juli 2016 festlegen und nicht etwa jener für die alleinige Nutzung auf
einen späteren Termin terminiert wurde, wie es bei der vom Kläger geschilderten
Sachlage zu erwarten wäre. Merkwürdig mutet ebenfalls an, dass beide Mietverträge
nur auf den Kläger lauten und am selben Tag – dem 29. Juni 2016 – unterzeichnet
wurden. Mit Beschluss vom 17. September 2020 wurde der Kläger deshalb in An-
wendung von Art. 296 Abs. 1 ZPO aufgefordert, den Nachnamen sowie die aktuelle
Adresse des offerierten Zeugen "O._" – angeblich sein damaliger Mitbewohner
– zu nennen und/oder andere Belege einzureichen, welche geeignet sind, über die
Höhe des Mietzinses ab 1. Mai 2019 Auskunft zu geben (z.B. detaillierter Kontoaus-
zug oder sonstige Zahlungsbelege, Urk. 58). Darauf folgend gab der Kläger an, we-
der den Nachnamen sowie die aktuelle Adresse des offerierten Zeugen "O._" zu
kennen noch über andere Belege für den bezahlten Mietzins von Fr. 1'100.– mehr zu
verfügen, zumal er die Miete nie via Banküberweisung, sondern stets mittels
Posteinzahlung bezahlt habe. Die entsprechenden Einzahlungsbelege habe er nicht
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aufbewahrt. Allerdings bewohne der Kläger seit dem 1. Juli 2019 ein anderes möb-
liertes Zimmer für Fr. 820.– pro Monat (Urk. 60 S. 2). Hierzu reichte er den Mietver-
trag vom 17. Juni 2019 sowie Zahlungsbelege der Posteinzahlungen für die Monate
Juli bis Oktober 2020 ins Recht (Urk. 62/1 und Urk. 62/2).
4.5.7. Fest steht folglich, dass der Kläger ab Juli 2019 wieder denselben Mietzins be-
zahlt, der bereits der Unterhaltsvereinbarung vom 29. Juni 2016 zugrunde lag. Ob er
für die beiden Monate Mai und Juni 2019 tatsächlich Fr. 1'100.– bezahlte, was ange-
sichts vorstehender Ausführungen höchst zweifelhaft ist, kann somit offenbleiben,
zumal es sich dabei ohnehin nicht um eine dauerhafte Veränderung handelt, die eine
Anpassung des Bedarfs rechtfertigen würde. Indes fallen dem Kläger, wie die Be-
klagten zutreffend ausführen (Urk. 43 S. 5), keine zusätzlichen Heizkosten an, wes-
halb der Bedarf um Fr. 40.– zu reduzieren ist.
4.6. Auswärtige Verpflegung
Nachdem dem Kläger von Februar 2020 bis April 2021 kein hypothetisches Einkom-
men angerechnet wird, sind auch die damit korrelierenden Kosten für die auswärtige
Verpflegung von Fr. 220.– in diesem Zeitraum im Bedarf nicht zu berücksichtigen.
4.7. Zusammenfassend ergibt sich folgender veränderter Bedarf des Klägers:
Position/Zeitraum 1.5.2019 bis
31.1.2020
ab 1.2.2020 bis
30.4.2021
ab 1.5.2021
Grundbetrag Fr. 1'200.– Fr. 1'200.– Fr. 1'200.–
Miete Fr. 820.– Fr. 820.– Fr. 820.–
Krankenkasse Fr. 252.– Fr. 252.– Fr. 252.–
Zahnarzt Fr. 50.– Fr. 50.– Fr. 50.–
Gesundheitskosten Fr. 30.– Fr. 30.– Fr. 30.–
Hausrat/Haftpfl.Vers. Fr. 30.– Fr. 30.– Fr. 30.–
Kommunikation Fr. 130.– Fr. 130.– Fr. 130.–
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ÖV-Kosten Fr. 236.– Fr. 236.– Fr. 236.–
auswärtige Verpflegung Fr. 220.– Fr. 0.– Fr. 220.–
Total Fr. 2'968.– Fr. 2'748.– Fr. 2'968.–
5. Unterhaltsberechnung
5.1. Im Zeitraum von Februar 2020 bis April 2021 vermag der Kläger gestützt auf
die obgenannten Einkommens- und Bedarfszahlen seinen eigenen Notbedarf nicht
zu decken und hat ein Manko von monatlich Fr. 122.– (Einkommen Fr. 2'626.– ./.
Bedarf Fr. 2'748.–). Mangels Leistungsfähigkeit des Klägers sind für diese Zeitperio-
de keine Unterhaltsbeiträge für die Kinder zuzusprechen. Indes resultiert von Mai
2019 bis Januar 2020 und wieder ab Mai 2021 ein Überschuss von Fr. 162.–.
5.2. Sowohl in den Unterhaltsverträgen als auch von der Vorinstanz wurde der
Überschuss gleichmässig auf die vier Kinder G._, E._, F._ und
D._ verteilt. Der Kläger macht nun jedoch neu geltend, aus seiner im Jahr 2014
nach Tradition des Staates S._ eingegangenen Ehe mit P._ seien noch
zwei weitere Söhne, Q._, geboren am tt.mm.2016, und R._, geboren am
tt.mm.2019, hervorgegangen. Darauf habe er vor Vorinstanz in den nicht protokollier-
ten Vergleichsgesprächen auch hingewiesen. Seine Frau und sein älterer Sohn seien
im August 2019 von S._ [Staat] in die T._ [Staat] geflohen. Der jüngere
Sohn R._ sei in der T._ zur Welt gekommen. Er beabsichtige, seine Frau
und seine zwei Söhne mittels Familiennachzug in die Schweiz zu holen. Seine Frau
sei auf finanzielle Unterstützung durch ihn angewiesen, zumal sie über keine Arbeits-
stelle verfüge und die T._ ihr keine Sozialhilfe ausrichte. Deshalb seien die zwei
in der T._ lebenden Kinder unterhaltsrechtlich auch zu berücksichtigen. Ein all-
fälliger Überschuss sei auf alle sechs Kinder zu verteilen, wobei angesichts der tiefe-
ren Lebenshaltungskosten die beiden in der T._ lebenden Kinder wie ein Kind in
der Schweiz zu betrachten seien (Urk. 32 S. 18 f.; Urk. 60 S. 2 f.).
5.3. Mit den beiden Geburtsurkunden (Urk. 35/16 und Urk. 39/2) sind die neuen
Vaterschaften des Klägers rechtgenügend erstellt und auch die Beklagten stellen
diesen Umstand nicht in Abrede. Allerdings machen sie geltend, freiwillige Zuwen-
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dungen des Klägers an seine Familie in der T._ seien nicht relevant für die Be-
darfsberechnung und der Überschuss sei nur auf die vier in der Schweiz lebenden
Kinder zu verteilen. Die Unterstützungspflicht der in der Schweiz wohnhaften vier
Kinder sei in absoluter Priorität vorzuziehen (Urk. 43 S. 5 und 6).
5.4. Diesen Ausführungen der Beklagten kann nicht gefolgt werden. Mehrere Kin-
der einer unterhaltspflichtigen Person sind im Verhältnis zu ihren objektiven Bedürf-
nissen gleich zu behandeln. Dieser Gleichbehandlungsgrundsatz gilt auch zwischen
Kindern, die nicht im selben Haushalt leben, sowie zwischen ehelichen und ausser-
ehelichen Kindern (BGE 137 III 59, Urteil vom 30. November 2010 E. 4.2.1; BGer
5A_309/2012 vom 19. Oktober 2012, E. 3.4; BGer 5A_86/2013 12. März 2014, E.
3.5, FamKomm Scheidung/Schweighauser, Art. 285 ZGB N 40; BSK ZGB II-
Breitschmid, Art. 285 ZGB N 17). Eine Ungleichbehandlung gebietet sich vorliegend
einzig aufgrund der in der T._ gegenüber der Schweiz tieferen Lebenshaltungs-
kosten. Gestützt auf die Vergleichstabelle der UBS betreffend die Preisverhältnisse in
U._ [Stadt in T._] und Zürich ergibt sich, dass das Preisniveau in U._
im Verhältnis zu demjenigen in Zürich 45% beträgt (vgl. UBS-Bericht über Preise und
Löhne abrufbar unter: https://www.ubs.com/microsites/prices-earnings). Demgemäss
erscheint der Vorschlag des Klägers, wonach die beiden in der T._ lebenden
Kinder wie ein in der Schweiz lebendes Kind zu behandeln seien, sachgemäss.
5.5. Der Überschuss von Fr. 162.– ist folglich im Umfang Fr. 129.– (4/5) gleich-
mässig auf die vier Kinder G._, E._, F._ und D._ aufzuteilen.
Somit sind die gemäss Unterhaltsverträgen vom 29. Juni 2016 festgesetzten Unter-
haltsbeiträge von je Fr. 95.– pro Kind für den Zeitraum vom 1. Mai 2019 bis
31. Januar 2020 sowie ab 1. Mai 2021 auf je Fr. 32.– (zuzüglich Kinderzulagen) zu
reduzieren. Für den Zeitraum vom 1. Februar 2020 bis 31. April 2021 ist der Kläger
mangels Leistungsfähigkeit nicht in der Lage, Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, wes-
halb für diese Periode keine Unterhaltsbeiträge zuzusprechen sind. Eine "Sistierung"
des Kinderunterhalts für die Dauer der Arbeitslosigkeit, wie dies der Kläger verlangt,
sieht das Gesetz nicht vor. Diese Möglichkeit besteht lediglich für den nachehelichen
Unterhalt (BGer 5A_35/2018 vom 31. Mai 2018, E. 5.2., mit Verweis auf Art. 129 Abs.
1 ZGB).
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5.6. Für Unterhaltsbeiträge, die vom 1. Januar 2017 an geschuldet sind, wendet
das Gericht das neue Unterhaltsrecht an (Urteile 5A_764/2017 vom 7. März 2018 E.
4.1.2; 5A_619/2017 vom 14. Dezember 2017 E. 3.2.2.1 mit Hinweisen). Nach
Art. 301a lit. c ZPO muss ausgewiesen werden, welcher Betrag zur Deckung des ge-
bührenden Unterhalts jedes Kindes fehlt. Die allgemeine Feststellung der Vorinstanz,
dass der gebührende Unterhalt der Kinder durch die zuzusprechenden Unterhaltsbei-
träge nicht gedeckt ist, genügt diesen Anforderungen nicht. Dies ist nachzuholen.
Gemäss unbestrittener Feststellung der Vorinstanz sind die den Unterhaltverträgen
zugrundeliegenden Berechnungen für alle vier Kinder identisch (vgl. Urk. 33 E. II.2.),
weshalb auf die aktuellste Berechnung des Bedarfs für die Tochter D._ abge-
stellt werden kann (Urk. 23/1). Demnach ist für die Kinder bis zum 4. Lebensjahr von
einem Bruttobedarf (vor Abzug der Kinderzulagen) von Fr. 780.–, ab dem 5. bis Voll-
endung des 12. Lebensjahrs von Fr. 1'084.– und ab dem 13. Lebensjahr bis zur Voll-
jährigkeit von Fr. 1'408.– auszugehen. Nach Abzug der in den jeweiligen Phasen zu-
zusprechenden Unterhaltsbeiträgen sowie der Kinderzulagen (Fr. 250.– ab dem
12. Geburtstag bzw. 13. Lebensjahr) resultieren folgende Mankos:
Manko G._:
− Phase I (1. Mai 2019 bis 31. Januar 2020): Fr. 852.–
− Phase II (1. Februar 2020 bis 30. April 2021): Fr. 884.–
− Phase III (1. Mai 2021 bis 17. Juli 2022): Fr. 852.–
− Phase IV (ab tt.mm.2022 bis zur Erstausbildung): Fr. 1'126.–
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Manko E._ und F._:
− Phase I (1. Mai 2019 bis 31. Januar 2020): Fr. 852.–
− Phase II (1. Februar 2020 bis 30. April 2021): Fr. 884.–
− Phase III (1. Mai 2021 bis 22. August 2024): Fr. 852.–
− Phase IV (ab tt.mm.2024 bis zu Erstausbildung): Fr. 1'126.–
Manko D._:
− Phase I (1. Mai 2019 bis 31. Januar 2020): Fr. 548.–
− Phase II (1. Februar 2020 bis 15. Februar 2020): Fr. 580.–
− Phase III (tt.mm.2020 bis 30. April 2021): Fr. 884.–
− Phase IV (1. Mai 2021 bis 15. Februar 2028): Fr. 852.–
− Phase V (ab tt.mm.2028 bis zu Erstausbildung): Fr. 1'126.–
5.7. Letztlich ist die Indexklausel der Unterhaltsverträge vom 29. Juni 2016 zu ak-
tualisieren, wobei die erste Erhöhung auf den 1. Januar 2022 vorzusehen ist.
6. Auskunftspflicht
6.1. Auf entsprechenden Antrag der Beklagten verpflichtete die Vorinstanz den
Kläger in Dispositiv-Ziffer 8, der Beklagten 1 bzw. - solange das Gemeinwesen für
die Lebenshaltungskosten der Kinder aufkommt - der Gemeinde C._, Soziales,
... [Adresse], seine Steuererklärung, inkl. aller Beilagen (insb. Lohnausweise bzw.
Unterlagen zu Einkommen und Auslagen aus selbständiger Erwerbstätigkeit, Wert-
schriftenverzeichnis, Konto-Auszüge etc.) unaufgefordert in Kopie zuzustellen, und
zwar jährlich jeweils bis spätestens Ende Mai eines jeden Jahres, erstmals die Steu-
ererklärung 2019 bis Ende Mai 2020.
6.2. Der Kläger stellt zwar den Antrag, es sei auch Dispositiv-Ziffer 8 aufzuheben.
Allerdings begründet er diesen Antrag nicht, weshalb die Auskunftsverpflichtung des
Klägers zu bestätigen ist.
6.3. Im Rahmen der Anschlussberufung beantragen die Beklagten noch weiterge-
hende Auskunftspflichten, deren Notwendigkeit sie jedoch mit keinem Wort begrün-
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den und angesichts obgenannter Verpflichtung auch nicht ersichtlich ist. Darauf ist in-
folge Verletzung der Begründungspflicht (vgl. vorstehend E. II.4.2) demnach nicht
weiter einzugehen.
IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie auch
über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3 ZPO). Die
Vorinstanz setzte die Entscheidgebühr in Anwendung von § 5 Abs. 1 GebV OG un-
angefochten auf Fr. 3'200.– fest. Hinsichtlich der Verteilung der Prozesskosten erwog
sie, es liege in der Natur von strittig geführten familienrechtlichen Verfahren, dass in
der Regel keine der Parteien vollständig obsiege bzw. unterliege, zumal beide Par-
teien gleichermassen das Recht hätten, für ihre eigenen Interessen einzutreten.
Deshalb seien die Gerichtskosten in Anwendung von Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO unab-
hängig vom Ausgang des Verfahrens den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen und
keine Parteientschädigungen zuzusprechen (Urk. 33 E. IV.2). Diese Kostenauflage
wird im Berufungsverfahren von keiner Partei beanstandet und erscheint nach wie
vor angemessen. Demnach ist das erstinstanzlichen Kosten- und Entschädigungs-
dispositiv (Ziffer 9-11) zu bestätigen.
2.1. Im Berufungsverfahren richtet sich die Höhe der Gerichtsgebühr nach § 12 Abs.
1 und 2 GebV OG in Verbindung mit § 5 Abs. 2 GebV OG. Gegenstand des Verfah-
rens bilden im Wesentlichen die Unterhaltsbeiträge. Der Streitwert ist gestützt auf die
Anträge der Berufungsbegründung und jene der Anschlussberufung zu berechnen.
Der Kläger beantragt die Sistierung der Unterhaltsbeiträge an die Kinder bis zum Er-
langen einer Arbeitsstelle. Danach sei ein allfälliger das Existenzminimum von
Fr. 3'673.–, eventualiter Fr. 3'273.– übersteigender Überschuss zu je 4/20 auf die
Kinder zu verteilen. Ausgehend von einem realistisch zu erwartenden Einkommen im
bisherigen Umfang von Fr. 3'130.– verbliebe kein zu verteilender Überschuss, womit
er faktisch eine dauerhafte Herabsetzung der vorinstanzlich festgesetzten Unter-
haltsbeiträge von Fr. 76.– auf Fr. 0.– beantragt. Geht man davon aus, dass die vier
Kinder mit 20 Jahren eine angemessene Ausbildung erlangen, resultiert ein Streit-
wert von rund Fr. 45'000.–. Die Beklagten beantragen demgegenüber die Abweisung
der Berufung des Klägers und im Rahmen der Anschlussberufung die Erhöhung der
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Unterhaltsbeiträge auf Fr. 419.50 für den Zeitraum vom 1. Mai 2019 bis.
31. Dezember 2019 sowie Fr. 247.50 für den Zeitraum vom 1. Januar 2020 bis Er-
langung einer Arbeitsstelle. Geht man von einer Arbeitslosigkeit von 12 Monaten aus,
ergibt dies ein Streitwert von rund Fr. 4'800.–. Unter Anwendung der obgenannten
Bestimmungen erscheint demnach eine Gerichtsgebühr von Fr. 4'000.– angemes-
sen.
2.2. Die Anschlussberufung erweist sich als unbegründet, die Berufung ist in etwa
zur Hälfte ausgewiesen. Gewichtet gesehen halten sich damit Obsiegen und Unter-
liegen die Waage. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind daher dem Kläger zur
Hälfte und den Beklagten 1 und 2 je zu einem Viertel aufzuerlegen, letzteren unter
solidarischer Haftung für die Hälfte. Bei diesem Ergebnis sind für das Berufungsver-
fahren keine Parteientschädigungen zuzusprechen.
3.1. Die Vorinstanz bewilligte beiden Parteien die unentgeltliche Rechtspflege und
bestellte dem Kläger Rechtsanwältin lic. iur. X._ als unentgeltliche Rechtsvertre-
terin (Urk. 33 S. 22). Im Rechtsmittelverfahren ist die unentgeltliche Rechtspflege neu
zu beantragen (Art. 119 Abs. 5 ZPO), was sowohl der Kläger (explizit für das Beru-
fungs- und Anschlussberufungsverfahren) als auch die Beklagte 1 machen (Urk. 32
S. 2; Urk. 48 S. 2 und Urk. 43 S. 2).
3.2. Nach Art. 117 ZPO hat eine Person Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege,
wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (lit. a) und ihr Rechtsbegehren
nicht aussichtslos erscheint (lit. b). Sofern es zur Wahrung der Rechte notwendig ist,
besteht darüber hinaus ein Anspruch auf einen unentgeltlichen Rechtsbeistand
(Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO).
3.3. An der engen finanziellen Situation der Parteien hat sich seit der Fällung des
vorinstanzlichen Entscheids nichts geändert, im Gegenteil hat sich die finanzielle La-
ge des Klägers aufgrund seiner Arbeitslosigkeit gar akzentuiert. Zu verweisen ist auf
die oben genannten Einkommens- und Bedarfszahlen (vorstehend E. III.3-5). Auch
hinsichtlich der Beklagten 1 ist anhand der Kontoauszüge der Gemeinde C._
ausgewiesen, dass sie bzw. ihre Familie seit 2012 von den Sozialbehörden finanziell
unterstützt werden muss (Urk. 45/5). Die Parteien gelten somit nach wie vor als mit-
tellos im Sinne von Art. 117 lit. a ZPO. Ihre Rechtmittelanträge sind zudem nicht als
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aussichtslos im Sinne von Art. 117 lit. b ZPO zu betrachten (dazu BGE 138 III 217 E.
2.2.4), und eine anwaltliche Verbeiständung des rechtsunkundigen Klägers erscheint
zur Wahrung seiner Rechte notwendig. Folglich ist beiden Parteien sowohl für das
Berufungs- als auch das Anschlussberufungsverfahren die unentgeltliche Rechts-
pflege zu bewilligen und dem Kläger in der Person von Rechtsanwältin lic. iur.
X._ eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen.