Decision ID: a31b5080-9d79-4943-9a2c-20814ccd741c
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960, war als Geschäftsführer für die
Y._
GmbH tätig und über diese bei der Suva gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als er am 1
2.
Dezember 2011 verun
fallte (
Urk.
8/16/116
Ziff.
1-6). Am 1
2.
Dezember 2012 meldete
er sich
bei der Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug
an (
Urk.
8/7).
Mit Verfügung vom 1
1.
Juli 2013 (
Urk.
8/24) sprach die Suva dem Versicherten eine Invalidenrente
bei einem Invaliditätsgrad von 23
%
und eine Integritätsent
schädigung zu
. Diese erwuchs in Rechtskraft
(
Urk.
8/35
,
Urk.
8/40 S. 2
Ziff.
1.3).
Mit Verfügung vom
3.
April 2014 (
Urk.
8/37) verneinte die Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, einen Rentenanspruch.
Die
vom Versicher
ten
am 2
6.
Mai 2014
(
Urk.
8/38/3-8)
dagegen erhobene Beschwerde wies das hie
sige Gericht mit Urteil vom
2.
Februar 2015 (
Verfahren
sn
r
. IV.2014.00559) ab (
Urk.
8/40 S. 10 Dispositiv
Ziff.
1).
Am 2
5.
Mai 2015 erlitt der Versicherte einen weiteren Unfall (
Urk.
8/86/164
Ziff.
4-6).
Mit Verfügung vom 2
3.
Februar 2017 erhöhte die Suva
die laufende Invalidenrente per
1.
Februar 2017 auf
27
%
(
kombinierte Invalidenrente;
Urk.
8/42 S. 1).
1.
2
Der Versicherte meldete sich am
1
3.
Juni 2018
unter Hinweis auf eine Hernie
sowie auf eine Entzündung der Leber und des Darms
erneut bei der Invaliden
versicherung an (
Urk.
8/43). Die IV-Stelle trat auf die Neuanmeldung ein
und
holte medizinische Berichte
(
Urk.
8/53-57, 8/69-70,
Urk.
8/72)
ein
. Am 1
5.
No
vember 2019 (
Urk.
8/77) erliess
sie
den Vorbescheid. Der Versicherte brachte dagegen Einwände (
Urk.
8/84) vor. Die IV-Stelle zog in der Folge Akten des Unfallversicherers (
Urk.
8/86) zum Verfahren bei. Mit Verfügung
vom
5.
August 2020 (
Urk.
8/96,
Urk.
8/90 =
Urk.
2) sprach
sie
dem Versicherten befristet für die Zeit vom
1.
Februar bis
3
1.
August
2019 eine ganze Rente zu.
2.
Der Versicherte erhob am 1
4.
September 2020 Beschwerde gegen die Verfügung vom
5.
August 2020 (
Urk.
2) und beantragte,
es
sei die IV-Stelle zu verpflichten, ihm eine unbefristete Rente auszurichten (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
8.
Oktober 2020 (
Urk.
7) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde de
m
Beschwerdeführer am
2.
Novem
ber 2020 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
9).
Mit Verfügung vom
5.
Oktober 2021
(
Urk.
13)
wurde dem Beschwerdeführer Gelegenheit zur Stellungnahme zu den von der Beschwerdegegnerin nach Erlass des Vorbescheids eingeholten Akten der Suva sowie des regionalärztlichen Dienstes gewährt. Am
2
4.
Januar
202
2
nahm der Beschwerdeführer dazu Stellung (
Urk.
1
7
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestim
mungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversiche
rungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen Einspracheentscheids eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglich
keiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art.
17 Abs
.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbeson
dere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabe
nbereich von Bedeu
tung (BGE 141
V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Metho
denwahl massgeblichen (hypothetisc
hen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I
28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Weder eine im Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinwei
sen).
1.
4
Die rückwirkend ergangene Verfü
gung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhe
bung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflag
e 2014, Rn 11 zu Art. 30–31
).
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invaliden
rente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_122/2020 vom 26. Februar 2021 E. 2). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhält
nisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt
der Anspruchs
änderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine Leistungs
anpassung in der Regel erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der Änderung vorzunehmen (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5.3; vgl. ZAK 1984 S. 134; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_32/2015 vom 10. September 2015 E. 4.1 und I 583/05 vom 15. März 2006 E. 2.3.2 je mit Hinweisen).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ
ation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet si
nd (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V
351 E. 3a mit Hinweis).
1.6
Der Beweiswert von Berichten
der regio
nalen ärztlichen Dienste (RAD)
nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxis
gemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1).
Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest
stellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1 mit Hinweisen).
Reine Aktengutachten sind beweiskräftig, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich fest
stehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befas
sung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundes
gerichts 8C_750/2020 vom 23. April 2021 E. 4 mit Hinweisen).
2.
2.1
Vorab zu prüfen
ist in formeller Hinsicht
die
geltend gemachte
Verletzung des rechtlichen Gehörs.
Der Beschwerdeführer brachte
diesbezüglich
vor,
die Beschwerdegegnerin habe am
5.
August 2020 verfügt, ohne ihm vorgängig die erst nach Erlass des Vorbe
scheids
beigezogenen S
uva
-
Akten und die dazu eingeholte Stellungnahme
des RAD zuzustellen
. Auch sein Akteneinsichtsgesuch vom
6.
August 2020 sei bis zur Beschwerdeerhebung nicht beantwortet worden
(
Urk.
1 S. 4 f.
Ziff.
3).
2.2
Aus Inhalt und Funktion des Akteneinsichtsrechts als Teil des Anspruchs auf rechtliches Gehör folgt, dass grundsätzlich sämtliche beweiserheb
lichen Akten den Beteiligten gezeigt werden müssen, sofern in der sie unmittelbar betreffenden Verfügung darauf abgestellt wird. Denn es gehört zum Kerngehalt des rechtlichen Gehörs, dass die Verfügungsadressaten vor Erlass eines für sie nachteiligen Verwaltungsaktes zum Beweisergebnis Stellung nehmen können. Das Akteneinsichtsrecht ist somit eng mit dem Äusserungsrecht verbunden, gleichsam dessen Vorbedingung. Die Betroffenen können sich nur dann wirksam zur Sache äussern und geeignete Beweise führen oder bezeichnen, wenn ihnen die Möglichkeit eingeräumt wird, die Unterlagen einzusehen, auf welche sich die Behörde bei ihrer Verfügung gestützt hat. Das rechtliche Gehör dient in diesem Sinne einerseits der Sachaufklärung und stellt anderseits ein persönlichkeits
bezogenes Mitwirkungsrecht im Verfahren dar. Daraus ergibt sich, dass der Versicherer, welcher neue Akten beizieht, auf die er sich in seiner Verfügung zu stützen gedenkt, grundsätzlich verpflichtet ist, die Beteiligten über den Akten
beizug zu informieren. Das Akteneinsichtsrecht bezieht sich auf sämtliche verfahrensbezogene Akten, die geeignet sind, Grundlage des Entscheids zu bilden. Die Einsicht in die Akten, die für ein bestimmtes Verfahren erstellt oder beige
zogen wurden, kann nicht mit der Begründung verweigert werden, die fraglichen Akten seien für den Verfahrensausgang belanglos. Es muss vielmehr den Betroffenen selber überlassen sein, die Relevanz der Akten zu beurteilen (BGE 132 V 387 E. 3 mit Hinweisen).
2.3
Die Beschwerdegegnerin hatte das Akteneinsichtsgesuch des Beschwerdeführers vom
6.
August 2020 (
Urk.
8/102) zum Zeitpunkt
der Beschwerde vom 1
4.
Sep
tember 2020 noch nicht
behandelt
.
In der
Vernehmlassung vom 2
8.
Oktober 2020
äusserte
sie sich
nicht dazu
(
Urk.
7).
Eine Nachfrage bei der Beschwerdegegnerin ergab
, dass
das Gesuch
am
9.
Oktober 2020
behandelt w
orden
war
(vgl.
Urk.
10 und
Urk.
12/1)
.
Weiter trifft es
zu,
d
ass die Beschwerdegegnerin die beigezogenen Akten der Suva
und die
ergänzende
Stellungnahme des RAD
dem Beschwerde
führer
vor Erlass der Verfügung vom
5.
August 2020 nicht zur Stellungnahme unterbreitet hat.
Mit Gerichtsverfügung vom
5.
Oktober
2021 (
Urk.
13
) wurde
n
dem Beschwerde
führer
die
nach Erlass des Vorbescheids von der Beschwerdegegnerin eingeholten Suva-Akten (
Urk.
8/86) sowie
die
Beurteilung
des RAD vom 2
0.
Mai 2020
(
Urk.
8/87
S. 4) zur Stellungnahme unterbreitet
.
Am
2
4.
Januar 2022
(
Urk.
1
7
) ging die Stellungnahme des Beschwerdeführers dazu ein.
2.4
Vorliegend stellt der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin die fragliche kreis
ärztliche und regionalärztliche Beurteilung dem Beschwerdeführer erst nach Beschwerdeerhebung zukommen liess, grundsätzlich eine schwere Verletzung des rechtlichen Gehörs dar, handelte es sich dabei doch um Unterlagen, auf welche sich die Beschwerdegegnerin bei ihrem Entscheid abstützte. Keine Rolle spielt dabei, dass
sich
die darin formulierten Einschränkungen lediglich auf das Belas
tungsprofil und nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirken. Zudem wurde der Beschwerdeführer durch dieses Verhalten der Beschwerdegegnerin gleichsam auf den Rechtsweg gezwungen. Da eine Rückweisung einzig aus diesem Grund jedoch zu einer unnötigen Verzögerung und einem formalistischen Leerlauf führen würde und der Beschwerdeführer im Gerichtsverfahren
nunmehr
Gelegenheit hatte, sich zu äussern, ist von einer Aufhebung des angefochtenen Entscheides aus formellen Gründen abzusehen. Der Verletzung des rechtlichen Gehörs ist jedoch bei der Festsetzung der Entschädigung Rechnung zu tragen
.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin hielt
im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2)
fest,
gemäss den medizinischen Abklärungen sei
dem Beschwerdeführer
die Tätigkeit in der Reinigung
seit dem
1.
Februar 2018 nicht mehr zumutbar
gewesen
. Nach Ablauf der einjährigen Wartezeit
sei ihm keine Tätigkeit mehr zumutbar gewesen und
es
habe
daher
ab dem
1.
Februar 2019
bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
Anspruch auf eine ganze Rente
bestanden
.
Seit
Januar 2019
habe sich die gesundheitliche Situation
wieder
verbessert
und der
Beschwerdeführer
habe
sein Arbeitspensum
stetig
steiger
n können
. Seit dem
9.
Juni 2019 sei ihm eine körperlich leichte bis mittelschwe
re Tätigkeit zu 100
%
zumutbar
, weshalb bis 3
1.
August 2019 ein Anspruch auf eine ganze Rente bestehe
(S. 4 unten).
Gemäss dem vom
RAD
erstellten Belastungsprofil
mit Berücksichtigung des Unfalles vom 2
5.
Mai 2015
sei
dem Beschwerdeführer
das Heben und Tragen von Lasten auf der linken Seite nur
mit leichten Gewichten
möglich
. Arbeiten über Brusthöhe seien links nicht statthaft
.
Weiter sei das
Hantieren
links
auf fein
motorische und leichte Tätigkeiten
zu beschränken
.
Auf der rechten Seite bestün
den keine Einschränkungen.
Diesbezüglich könne der
Beschwerdeführer mit Gewichten von über 5 kg hantieren
. Gehen sei bis zu einer Strecke von 50 Metern möglich. Längere Strecken
und Gehen auf unebenem Gelände
sollten hingegen vermieden werden. Das Besteigen von Leitern sei zu unterlassen. Weiter sollten Arbeiten, die zu
Schlägen oder Vibrationen auf das linke Knie führten sowie repetitive Kniebeugen und Zwangshaltungen für das linke Knie vermieden werden
(S. 5 oben).
Das ergänz
ende
Belastungsprofil
(Kniekontusion/-distorsion links)
des RAD
beeinflusse den festgelegten Invaliditätsgrad nicht.
Da
es sich um
reine Unfallfolgen
handle
,
könne mit der Suva koordiniert werden, welche
den Rentenanspruch
mit Verfügung vom 2
3.
Februar 2017 auf einen Invaliditätsgrad von 27
%
erhöht habe (S. 5 unten).
3.2
Der Beschwerdeführer führte aus,
dass er nebst
an
den Unfallfolgen auch an krankheitsbedingten, sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden Diagnosen leide und eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
nicht
erstellt sei. E
ine fachärztliche Gesamt
beurteilung sei unerlässlich. Die Stellungnahme durch den RAD genüge nicht
. Es sei eine polydisziplinäre Begutachtung zu veranlassen
(
Urk.
1 S. 6
Ziff.
4). Eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit sei sodann erst nach drei Monaten zu berück
sichtigen.
Die
Rente
wäre daher
bis Ende September 2020 auszurichten (S. 6
Ziff.
5).
Mit Stellungnahme vom 2
4.
Januar 2022 (
Urk.
17) ergänzte er, dass
die vom RAD am 2
0.
Mai 2020 neu formulierte Zumutbarkeitsbeurteilung weitge
hend mit der kreisärztlichen Beurteilung der Suva vom 1
5.
November 2016 über
einstimme. Sie beruhe auf nicht aktualisierten Akten ohne persönliche Unter
suchung und berücksichtige unfallfremde Beschwerden und Einschränkungen nicht (S. 2).
3.3
Streitig und zu prüfen ist, ob
der Beschwerdeführer über den 3
1.
August 2019 hinaus Anspruch auf eine Rente hat.
4
.
4
.1
Der Beschwerdeführer verletzte sich beim Unfall vom 1
2.
Dezember 2011 an der linken Schulter (
Urk.
8/16/116
Ziff.
4, 6 und 9).
4
.2
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, stellte im Bericht vom
5.
März 2013 (
Urk.
8/17/5-7) die Diagnose
Rotatorenmanschetten
-Insuffizienz/Schulterfunktionsstörung links bei Status nach
Naht der
Rotatorenmanschette
vom 3
0.
Januar 2012 (S. 1
Ziff.
1.1).
Dr.
Z._
führte zur Anamnese aus, der Beschwerdeführer sei im Dezember 2012 (richtig: 2011) auf die linke Schulter gestürzt,
wodurch
es zur Massenruptur d
er
Rotatorenmanschette
gekommen sei.
Nach der Operation vom 3
0.
Januar 2012
habe eine verzögerte
Rehabilitation
sphase
bestanden
bei einer
wegen
Schmerzen verminderten Kraft bei
passiv
guter
Beweglichkeit. Nach
dem
R
e
ha-Aufenthalt vom 3
0.
Oktober bis
5.
Dezember 2012 sei die Arbeitsfähigkeit für
die Tätigkeit als Inhaber eines
Reinigungs
unternehmens
auf 30
%
angesetzt worden. Der Patient sei
bei der letzten Kontrolle vom 2
2.
Februar 2013 nicht schmerzfrei gewesen (S. 2
Ziff.
1.4).
Für die Tätigkeit als Inhaber eines Reinigungsunternehmens habe seit dem
6.
Dezember 2012 bis zum
5.
März 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 70
%
bestanden. Es bestünden Einschränkungen bezüglich der Funktion der linken Schulter. Arbeiten oberhalb der Brusthöhe könnten nicht durchgeführt werden. Die bisherige
Tätigkeit sei zu 30
%
zumutbar. Für Tätigkeiten ohne Überkopf
arbeiten bestehe ab sofort eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 50
%
(S. 2
Ziff.
1.6 und 1.7).
4
.3
Dr.
med.
A._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumato
logie des Bewegungsapparates, RAD,
führte in der Stellungnah
me vom
7.
August 2013 (
Urk.
8/25
S. 4) aus,
es bestehe ein
somatischer Gesundheitsschaden
mit
einer
daraus abzuleitenden
Einschränkung der f
u
nktionellen Leistungsfähigkeit bei
eine
r
Rotatorenma
n
schetten
-Insuffizienz/Schulterfunktionsstörung
nach Sturz vom 1
2.
Dezember 201
1.
Der Gesundheitsschaden sei stabil.
Für die bishe
rige Tätigkeit habe a
b dem 1
2.
Dezember 2011 eine Arbeits
unfähigkeit von 100
%
und
vom
1.
Mai
bis zum 2
9.
November 2012
eine Arbeitsunfähigkeit
von 70
%
bestanden. Seit dem 3
0.
November 2012 bestehe bis auf Weiteres eine Arbeits
unfähigkeit von 50
%
. Für eine angepasste Tätigkeit bestehe
seit dem 3
0.
Novem
ber 2012
ganztags
eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
.
In einer angepassten Tätig
keit seien
dem Beschwerdeführer
als Belastungsprofil
leichte und mittelschwere Arbeiten möglich, ohne repetitiven Einsatz des linken Armes und ohne die Anforderung
eines raschen
Arbeitstempo
s
bezüglich des linken Arms
. Zu vermei
den seien
zudem
Tätigkeiten links über Kopf od
er mit nach vorn angeh
oben
em
Arm,
das
Hantieren mit Gewichten körperfern und Arbeiten an sturzexponierten Stellen.
4
.4
Mit Verfügung vom 1
1.
Juli 2013 (
Urk.
8/24) sprach die Suva dem Beschwerde
führer ausgehend von einer vollen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit bei näher formuliertem Belastungsprofil
(vgl.
Urk.
8/25 S. 4 oben)
eine Invalidenrente von 23
%
zu.
Die Beschwerdegegnerin
stellte
in der Verfügung vom
3.
April 2014
auf den von
der Suva
durchgeführten
Einkommensvergleich
mit einem
Invalidi
tätsgrad von 23
%
ab
und verneinte
daher
einen
Renten
anspruch (
Urk.
8/37 S. 2 oben).
5
.
5
.1
Der Beschwerdeführer
schlug sich bei einem weiteren Unfall vom
2
5.
M
ai 2015
das
linke Kniegelenk
an
(
Urk.
8/86/164
Ziff.
4
-6)
.
5
.2
Dr.
Z._
stellte im Bericht vom 2
9.
Juni 2015 (
Urk.
8/86/133-
134) die Diagnose Kniekontusion/-
distorsion links mit sagit
t
aler Instabilität (
Ziff.
5).
Am 1
2.
Okto
ber
2015 wurde der
Beschwerdeführer
am linken Kniegelenk operiert
(
mediale und laterale Meniskusläsion links;
vgl.
den
Operationsbericht vom 1
6.
Oktober 2015,
Urk.
8/86/118-119).
5
.3
Suva-Kreisarzt
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Chirurgie, erstattete am 1
5.
November 2016 (
Urk.
8/86/37-46) einen Bericht über die kreisärztliche Untersuchung vom gleichen Tag.
Er
führte aus, der Beschwerdeführer habe angegeben, dass es ihm
bezüglich des linken Armes
immer gleic
h gehe. Er habe keine Schmerzen. Ein Problem sei
aber
die Kraftlosigkeit
. Die Beweglichkeit der Schulter habe sich
in den letzten
Jahre
n
eher etwas eingeschränkt. Bezüglich des linken Knies habe er keine Schmerzen, er verspüre aber ebenfalls eine gewisse Kraftlosigkeit. Der Beschwerdeführer habe auf einen Motorradunfall vor über 30 Jahren hingewiesen. Die Kraftlosigkeit und die weitaus grössten Einschränkungen im Bereich des linken Beins
seien
auf diesen Unfall und nicht auf die Problematik im Bereich des linken Knies zurückzuführen
.
Schmerzmittel nehme er nicht
regelmässig ein
(S
. 5 unten). Der Beschwerdeführer arbei
te aktuell nur halbtags zu 50
%
ohne körperliche Arbeit. Er könne nicht mehr arbeiten, da nicht mehr Arbeit vorhanden sei.
Dr.
Z._
habe ihm gesagt, dass eine angepasste, körper
lich leichte Arbeit mit einem vollen Arbeitspensum möglich sein werde (S. 6 oben).
Nach dem Unfall vor über 30 Jahren in Portugal sei es zu einer Verkürzung der Beinlänge um zirka 5 Zentimeter zuungunsten des linken Beines gekommen. Treppensteigen sei daher etwas unharmonisch (S. 6
Mitte
).
Das lin
ke Knie zeige weder eine Rötung
noch eine Schwellung oder eine Überwärmung. Die Gelenk
spalten seien unauffällig indolent (S. 7 unten).
Dr.
B._
nannte als Diagnosen (S.
8 unten
):
-
Status nach T
reppensturz im Dezember 2011 mit Anprall der linken Schul
ter
-
Status nach Schulterarthroskopie und Rekonstruktion der
Rotatoren
manschette
über Mini-Open-Zugang, vordere
Acromioplastik
links vom
3.
Februar 2012
-
Status nach Sturz vom 2
5.
Mai 2015 beim Reinigen mit Kniean
prall/Distorsion links mit
-
Schrägriss im lateralen Meniskusvorderhorn
-
(intraoperativ): Rissbildung i
m Bereich des Meniskus
medialis
-
Kniearthroskopie mit
Teilmeniskektomie
medial und lateral vom 1
2.
Oktober 2015
Der Kreisarzt nannte sodann als unfallfremde Nebendiagnose (S. 9 oben):
-
Status nach Motorradsturz vor über 30 Jahren mit Oberschenkel- und Unterschenkelfraktur mit osteosynthetischer Versorgung in Portugal mit
-
Osteosynthese-Materialentfernung am Unte
r
schenkel links
-
liegende
r
Platte am Oberschenkel links
(keine OSME mehr vorhanden)
-
seit Unfall Beinverkürzung um zirka 5 cm mit subsequentem Zehen
spitzengang (etabliert seit Motorradunfall)
-
arterielle
r
Hypertonie
Gemäss der klinischen Untersuchung sei es
hinsichtlich der Beweglichkeit
der linken Schulter gegenüber den Vorbefunden aus dem Jahr 2013 zu einer weiteren Einschränkung gekommen. Die
damalige
Integritätsentschädigung sei daher anzupassen. Eine Veränderung des Zumutbarkeitsprofils ergebe sich allerdings nicht. Im Bereich der linken Schulter sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine Verbesserung mehr zu erwarten (S. 9 oben). Bezüglich des linken Knies sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
ebenfalls
keine Verbesserung mehr zu erwarten. Die Reinigungstätigkeit könne dem Beschwerdeführer nicht vollum
fänglich zugemutet werden. Die Anforderungen seien sowohl
im Bereich der Schulter
sowie der Knie
zu hoch.
Gemäss
dem Zumutbarkeitsprofil für den allgemeinen Arbeitsmarkt
sei das Heben und Tragen auf der
linken Seite
nur für leichte Lasten
möglich. A
uf der rechten Seite bestehe keine Einschränkung.
Diesbezüglich dürften Lasten von 5 kg über
schritten werden.
Arbeiten über Brusthöhe seien auf der linken Seite nicht statt
haft. Weiter solle der linke Arm nicht repetitiv eingesetzt werden und das Hantieren sei
links
auf feinmotorische oder leichte Werkzeuge zu beschränken. Arbeiten über Kopf seien ebenso zu vermei
den wie Arbeiten mit
nach vorne a
ngehob
enem
linken Arm
und das Hantieren mit Gewichten körperfern mit langem Hebe
l
. Möglich sei eine wechselbelastende Tätigkeit mit Sitzen und Ste
hen in einem ausgewogenen Verhältnis. Gehen sei bis 50 Meter unein
geschränkt möglich, l
ange Strecken sollten selten gegangen werden.
Gehen auf unebenem Gelände
sei
zu vermeiden,
Treppensteigen sei möglich. Das Besteigen von Leitern sei zu vermeiden
. Arbeiten, die zu Vibrationen oder Schlägen auf die
linke
Schul
ter oder auf das linke Knie führten, dürften nicht durchgeführt werden. Zu vermeiden seien s
odann repetitive Kniebewegungen,
Arbeiten mit Zwangsbe
wegungen im linken Kniegelenk
und Arbeiten, die ein Balancieren erforderten
(S. 9 unten).
5
.4
Die Ärzte des
C._
gaben
im Bericht vom
1.
Februar 2018 (
Urk.
8/53) an, der Beschwerdeführer sei seit dem
1.
Februar 2018 im
C._
in ambulanter Behandlung.
5
.5
Am
2.
Juli 2018 (
Urk.
8/55/1-2)
wurde
über
die
Hospitalisatio
n des Beschwerde
führers vom 2
3.
Juni bis
3.
Juli 2018
berichtet
.
Die Ärzte
des
C._
nannten
im Bericht
als Diagnosen
äthyltoxische Leberzirrhose, Child Stadium C, und asymptomatische
Umbilicalhernie
im Rahmen von
ersterer
Diagnose (S. 1).
5
.6
Im Bericht vom
9.
September 2018 (
Urk.
8/69/11-12) stellten die
Ärzte des
C._
folgende
Diagnose (S. 1):
-
ä
thyltoxische Leberzirrhose, aktuell Child A
-
Alkoholabusus bis Februar 2018
-
Gastroskopie 2
3.
Juni 2018: hochgradiger Verdacht auf stattgehabte Varizenblutung bei Ösophagusvarizen Grad I-II mit «
red
spots
»
-
Status nach 2x sekundärprophylaktische
r
Gummibandligatur der Ösophagusvarizen
-
hepatische Enzephalopathie, im Rahmen dekompensierter Leberzir
rhose und Varizenblutung, Juni 2018
5
.7
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie,
stellte im Bericht vom 2
2.
Feb
ruar 2019 (
Urk.
8/69/16-17) folgende Diagnosen (S. 1):
-
proximale rechtsbetonte Beinparese beidseits seit einer Hospitalisation
im
Juli 2018
-
Ätiologie unklar
, Differentialdiagnose
CIDP
-
MRI der Lendenwirbelsäule
(LWS)
6.
Februar 2019: leichte
neurofora
minale Enge bei LWK 4/5, keine Spinalkanalstenose,
Spondarthro
pathie
der Facettengelenke lumbosakral
-
vorbestehende
Spitzfussstellung links bei wahrscheinlicher Sehnenver
kürzung des M
usculus
gastrocnemius, Status nach mehreren Tibia-Operationen in der Jugend
-
Status nach hepatischer Enz
ephalopathie bei dekompensierter
Leber
zirrhose, Juni 2018
, abstinent
seit Februar 2018
Dr.
D._
führte
zur Anamnese aus,
es bestehe unverändert eine
Beinschwäche rechtsbetont. Im Verlauf nach der Hospitalisation im
C._
sei es zu einer leichten Besserung
der Beschwerden
gekommen. Der Beschwerdeführer sei weiterhin sehr schwach.
Nach einer Gehstrecke von 50-100 Metern werde es noch schwieriger
. Einmal pro Woche erfolge eine Physiotherapie
(S. 1 unten).
Die Ursache der proximalen Beinparese bleibe weiterhin unklar.
Eine lumbale Spinalkanalstenose sei nicht nachgewiesen worden. Eine chronische Variante des Guilla
i
n-Barré-
Syndromes
(CIDP)
mit proximaler Betonung
sei
möglich
(S. 2 Mitte).
5
.8
Dr.
D._
gab in einem weiteren Bericht vom 2
6.
März 2019 (
Urk.
8/69/18-19) an, der Patient habe über einen erfreulichen Verlauf berichtet mit objektiver und subjektiver Besserung der proximal betonten Parese, die differentialdiagnostisch am ehesten au
f eine CIDP zurückzuführen sei
. Aufgrund des günstigen Verlaufs sei auf weitere Ab
klärungen verzichtet worden (S. 2).
5
.9
Der Beschwerdeführer war seit dem
4.
Juli 2018 bei med. pract.
E._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Tropen- und Reisemedizin, in
hausärztlicher
Behandlung (
Urk.
8/69/2
Ziff.
1.1).
Med. pract.
E._
nannte in einem Bericht vom April 2019 (
Urk.
8/69/2-5) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
proximale Beinparese
beidseits
seit
einer
Hospitalisation
im
Juni 2018
(S. 2
Ziff.
2.5). Sie
attestierte für die
bisherige
Tätigkeit in der Reinigung seit Beginn der Behandlung im Juli bis Ende November 2018 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
.
Zuvor sei die Arbeitsunfähigkeit durch
Dr.
med.
O._
attestiert worden.
Im Dezember 2018 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 80
%
bestanden. Seit dem
1.
Januar 2019 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 70
%
(
S. 1
Ziff.
1.3). Für die Tätigkeit in der Reini
gung beziehungsweise für eine körperliche Tätigkeit sei die Arbeitsfähigkeit blei
bend eingeschränkt (S. 2
Ziff.
2.7).
Der Beschwerdeführer sei
gegenwärtig im Bereich Planung und Organisation bezüglich der Angestellten seines Reinigungs
unternehmens
tätig
(S. 2
Ziff.
3.1).
Von den organisatorischen Arbeiten abge
sehen sei die Arbeit körperlich eher streng und repetitiv (S. 3
Ziff.
3.3).
5
.10
Dr.
D._
gab im Bericht vom
9.
Juni 2019 (
Urk.
8/70/1-2) an,
er habe keine Arbeitsunfähigkeitszeugnisse ausgestellt. Er
erachte
den Patienten aber seit der Hospitalisation
im
C._
im Juli 2018 für Reinigungsarbeiten
als
arbeitsunfähig (S. 1
Ziff.
1.3). Eine
l
angsame Erholung der Kraft in den Beinen sei grundsätzlich möglich. Dies könnte jedoch mehrere Jahre in Anspruch neh
men. Er vermute, dass der Beschwerdeführer zumindest in den nächsten Jahren für körperlich anstrengende Arbeiten wie Reinigungsarbeiten nicht mehr arbeits
fähig sei (S. 1
Ziff.
2.7).
In einer angepassten eher sitzenden od
er wechselbelastenden Tätigkeit
ohne körperliche Anstrengung sei wahrscheinlich ein Arbeitspensum von 100
%
mög
lich (S. 2
Ziff.
4.2).
5
.11
Dr.
med.
F._
,
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
RAD, führte in der Stellungnahme vom 2
7.
September 2019 (
Urk.
8/74
S. 4 ff.) aus,
bei der ersten Prüfung eines Leistungsanspruches
sei ein Invaliditätsgrad v
on 23
%
festgestellt worden. Die
Beschwerdegegnerin
habe dabei
auf das Belastungsprofil der Suva abgestellt. Zu diesem Zeitpunkt hätten
nach dem Sturz vom Dezember 2011
vor allem Beschwerden aufgrund einer
Rotatorenmanschetten
-Insuffizienz
der linken Schulter
vorgelegen
(S. 4 oben). Der Beschwerdeführer habe
in der Folge mit
einem Anteil vom 70
%
in der Reinigung und von 30
%
in der Administration seines Geschäftes gearbeitet.
Zu einer
gesundheitlichen
Verschlechterung
bestün
den folgende
Diagnosen
(S. 4 Mitte):
-
proximale Beinparesen beidseits
-
fortgeschrittene Leberzirrhose (Child
C
)/Aszites
-
asymptomatische
Um
b
ilicalhernie
-
Aethylabusus
(seit Februar 2018 gestoppt)
Der Beschwerdeführer sei v
on hausärztlicher Seite
seit
dem
1.
F
ebruar 2018 zu 100
% arb
eitsunfähig geschrieben
worden
aufgrund der fortgeschrittenen Leber
zirrhose mit Aszites. Vom 2
3.
Juni bis
3.
Juli 2018
sei eine
Hospitalisation im
C._
erfolgt
wegen
einer hepatischen
Enzephalopathie im Rahmen der dekompensierten Leberzirrhose bei
einer
Öso
phagus-Varizenblutung. Der Aszites sei im Verlauf rückläufig
gewesen
.
Für die Tätigkeit in der Reinigung sei seit der Hospitalisation vom 2
3.
Juni bis Ende November 2018 eine Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
und im Dezember 2018 von 80
%
attestiert worden. Seit dem
1.
Januar 2019 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 70
%
. Die Hausärztin habe
wohl
berücksichtigt, dass
dem Beschwerdeführer
administrative Arbeiten weiter
hin zu 30
%
möglich seien
, aber
f
ür
reine
Reinigungsarbeiten weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestehe
(S. 4 unten).
Ein MRI der
LWS
vom
6.
Februar 2019
zeige eine leichte neuroforaminale Enge bei LWK 4/
5.
Eine Spinalkanalstenose b
estehe nicht. Ein MRI des
Myelon
s
vom
1.
März 2
019
(zur weiteren Klärung der proximalen Beinparesen beidseits) zeige eine relative, links führende Spinalkanalstenose bei BWK
7/8 durch eine intraspi
nale Lipomatose. Eine
o
ssäre Stenose sei nicht festgestellt worden. Zudem bestünden moderate degenerative Veränderungen der Halswirbelsäule
(HWS)
5/6 mit möglicher linksbetonter
recessaler
Einengung.
Bei der K
ontrolle vom 2
6.
März 2019 sei
eine deutliche
Verbesserung bezüglich der möglichen
Geh
strecke
von 1 km
und der Schwäche im rechten Bein festgestellt worden.
Dr.
D._
habe am
9.
Juni 2019 für die Reinigung weiterhin ein
e Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
prognostisch für
weitere 18-24 Monate attestiert. Bezüglich einer eher sitzenden od
er wechselbelastenden Tätigkeit
ohne körperliche Belas
tung sei von einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
auszugehen (S. 4 f.).
Der RAD hielt fest, dass die
Rotatorenmanschetten
-Insuffizienz, die beidseitigen Beinparesen sowie die asymptomatische
Umbilicalhernie
sich auf die Arbeits
fähigkeit auswirkten.
Für den linken Arm
gelte weiterhin das Belastungsprofil gemäss der Stellungnahme des RAD vom
7.
August 2013 (
vgl.
E. 3.3 hiervor).
Demzufolge seien leichte bis
mittelschwere Arbeiten möglich
ohne repetitiven Einsatz des linken Armes
und
ohne die Anforderung eines raschen Arbeitstempos bezüglich des linken Arms. Zu vermeiden seien zudem Tätigkeiten
mit dem linken Arm
über der Schulterhöhe, mit nach vorne angehobenen Arm und das Hantieren mit Gewichten körperfern.
Die Beinbefunde seien im Verlauf langsam rückläufig gewesen.
Seit dem
9.
Juni 2019 sei eine angepasste eher sitzende oder wechsel
belastende Tätigkeit ohne grosse Belastung der Beine (maximal 5-10 kg) möglich.
Gehen sei für eine St
r
ecke von
maximal
1 km am Stück möglich.
Der Beschwer
deführer könne eine
solche Tätigkeit
mi
t
einer Arbeitsfähigkeit
von 100
%
ausü
ben
(S. 5 oben).
Für die bisherige Tätigkeit habe ab
1.
Februar 2018 und weiterhin prognostisch für eine Dauer von 18 bis 24 Monaten eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden.
Für eine angepasste Tätigkeit habe
seit
dem
1.
Februar 2018 ebenfalls eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden.
Seit Beendigung der Hospitali
sation
im
C._
habe
bis Ende Dezember 2018
eine Arbeitsunfähig
keit von 80
% und seit Januar 2019 von 70
%
bestanden. Anschliessend sei
es
zu einer langsamen Besserung der Beschwerden gekommen mit der
Steiger
ung der Arbeits
fähigkeit
von
10
%
pro Monat
. Gemäss
Dr.
D._
habe ab dem
9.
Juni 2019 in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
bestanden.
Eine langsame
weitere
Verbesserung sei möglich
, sodass b
ezüglich der Schulter in zirka 24 Monaten wieder eine Arbeitsfähigkeit möglich sei
n sollte
, wie 2012 durch die Suva bestimmt (S. 5 unten).
5
.12
Dr.
F._
führte in der
ergänzenden
Stellungnahme vom 2
0.
Mai 2020 (
Urk.
8/87 S. 4)
zum
Unfall vom 2
5.
Mai 2015
und den Akten der Suva aus,
beim
Unfall
sei es
zu einer Kniekontusion/-distorsion links gekommen.
Das von ihm
beschriebene
Belastungsprofil sei bezüglich des linken Knies noch anzupassen
:
Das Gehen bis 50 m sei nicht eingeschränkt, lange Strecken und das Gehen auf unebenem Gelände sollten vermieden werden. Das Treppensteigen sei möglich, nicht aber ein Besteigen von Leitern
. Auszuschliessen seien Schläge und Vibra
tionen am linken Knie, repetitive Kniebeugebewegungen und Zwangshaltungen des linken Knies sowie Arbeiten, welche ein sicheres Balancieren erforderten
.
Dies werde den festgelegten Invaliditätsgrad
jedoch
nur minim beeinflussen.
Weitere Abklärungen seien nicht erforderlich.
5
.13
Dr.
D._
stellte im Bericht vom
3.
September 2020 (
Urk.
3) folgende Diagnosen (S. 1):
-
proximale Beinparese beidse
its seit einer Hospitalisation im
Juli 2018
-
am ehesten im Rahmen einer CIDP
-
MRI
HWS
, Brustwirbelsäule
1.
März 2019: Lipomatose intraspinal auf Höhe BWK 7/8 mit Spinalkanalstenose, jedoch ohne Signalalteration im Myelon
-
MRI LWS
6.
Februar 2019: leichte neuroforami
n
ale Enge bei LWK 4/5, keine Spinalkanalstenose,
Spondarthropathie
der Facettengelenke
lum
bosacral
-
v
orbestehende Spitzfussstellung links bei wahrscheinlicher Sehnen
verkürzung des M
usculus
gastrocnemius, Status nach mehreren Tibia-Operationen in der Jugend
-
Status nach hepatischer Enzephalopathie bei dekompensierter Leberzir
rhose, Juni 2018, seit Juli 2018 abstinent
In seiner Beurteilung hielt
Dr.
D._
fest, dass der Beschwerdeführer bei stabiler proximal betonter Parapares
e
nun auch mit Physiotherapie beginnen werde (S. 2).
6
.
6
.1
Der Beschwerdeführer erlitt vor über 30 Jahren einen Motorradunfall, welcher zu einer Verkürzung des linken Beins um 5 cm führte.
Aktenkundig
ist ferner die Schulterverletzung aus dem Jahre 2011
, welche
zur
Zusprache einer Invaliden
rente der Unfallversicherung bei einem IV-Grad von 23
%
sowie einer Integri
tätsentschädigung
führte
(
Urk.
8/24)
, während e
in Rentenanspruch der Invaliden
versicherung
im Rahmen der Erstanmeldung
mit Verfügung vom
3.
April 2014 (
Urk.
8/37) verneint
wurde
.
6.2
Seit Verfügungserlass hinzugekommen ist der
Unfall
aus dem Jahre
2015
, bei welchem
der Beschwerdeführer sich
das linke Kniegelenk an
schlug
.
Kreisarzt
Dr.
B._
diagnostizierte
im Bericht vom
1
5.
November 2016
diesbezüglich
einen
Status nach Sturz vom 2
5.
Mai 201
5 beim Reinigen mit Knie
anprall
/Distorsion
links
mit Schrägriss im lateralen Meniskusvorderhorn, Rissbil
dung im Bereich des Meniskus
medialis
und Kniearthroskopie
mit
Teilmenis
kektomie
medial und lateral
und formulierte ein
ausführliches
Belastungsprofil
. In Bezug auf die linke Schulter hielt er fest, dass seit dem Sturz im Dezember 2011 und dem damals formulierten Belastungsprofil zwar weitere Einschrän
kungen hinsichtlich der Beweglichkeit hinzugekommen seien, sich dies
e
aber nicht auf das Zumutbarkeitsprofil auswirk
t
e
n
(
vorstehend
E.
5
.3).
Die behandelnde
n
Ärzte stellten zudem
neu
die
Diagnosen äthyltoxische Leber
zirrhose,
asymptomatische
Umbilicalhernie
,
proxi
male, rechtsbetonte Beinparese
beidseits
seit einer Hospitalisation im
C._
und Status nach hepati
scher Enzephalopathie bei dekompensierter Leberzirrhose
(E.
5
.4-
5
.
10,
5
.13
).
RAD
-Arzt
Dr.
F._
gelangte
aufgrund der
Einschätzungen des Suva-Kreis
arztes
,
von
Dr.
D._
und der Ärzte des
C._
zum
nachvollzieh
baren
Schluss, dass
der Beschwerdeführer seit
1.
Februar 2018 in angestammter wie angepasster Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig
gewesen ist. In angepasster Tätigkeit ist er
von Juli 2018 bis Ende Dezember 2018 zu 80 % arbeitsunfähig und seit Januar 2019 zu 70
%
arbeitsunfähig gewesen.
Ferner zeigte
Dr.
F._
anhand des von den behandelnden Ärzten beschriebenen Verlaufs schlüssig auf, dass es anschliessend
zu einer langsamen Besserung der Beschwerden gekommen
ist
mit
einer
Steiger
ung der Arbei
tsfähigkeit von 10
%
pro Monat
,
und
dass
a
b
9.
Juni 2019 eine Arbeitsfähigkeit
von 100
%
in angepasster Tätigkeit unter Berücksichtigung des formulierten Belastungsprofils
besteht
(E. 5.
11-12
).
6.3
Nicht zu folgen ist den Einwendungen des Beschwerdeführers, wonach die Einschätzung des RAD nicht überzeuge
und krankheitsbedingte Beschwerden nicht berücksichtige
und
wonach
ein polydisziplinäres Gutachten anzuordnen sei
(
Urk.
1 S.
6
Ziff.
4
,
Urk.
17 S. 2
; vorstehend E. 3.2
).
So
übernahm
Dr.
F._
das
bereits
zum Schulterunfall
vom Dezember
2011 formulierte Belastungsprofil
, welches Grundlage der Rente
n
zusprache der Unfall
versicherung bei einem Invaliditätsgrad von 23
%
gebildet
(
Urk.
8/24) und auf welches die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom
3.
April 2014 (
Urk.
8/37) abgestellt hatte
.
D
ie sich seither ergebenden Einschränkungen in der Beweglich
keit
der linken Schulter wirken sich laut Einschätzung
des Kreisarztes
Dr.
B._
nicht
zusätzlich
auf das Belastungsprofil aus
(E. 5.3)
,
so dass
dieses Vorgehen nicht zu beanstanden ist
.
Ebenfalls übernahm
Dr.
F._
im Wesentlichen das
von
Dr.
B._
zum Knie
unfal
l formulierte Belastungsprofil
(E
. 5.3
)
, welches
bereits
Grundlage für die
rentenerhöhende Verfügung d
er Unfallversicherung gebildet hatte
.
Dass
Dr.
F._
seine
eigene
Beurteilung
(E. 5.11)
erst nachträglich
mit
dem
Profil
betreffend Knie
ergänzte
(E. 5.12)
, ändert nichts an der Beweiswertigkeit seiner
Gesamtb
eurteilung.
Zu bemerken ist, dass sich die Arbeitsfähigkeit von
unver
ändert
100
%
in angepasster Tätigkeit bei gleichzeitig
höherem
I
nvaliditätsg
rad in der Unfallversicherung
damit
erklärt
, dass die Suva aufgrund des einge
schränkteren Belastungsprofils einen höheren Leidensabzug (15
%
) gewährte.
Was die nicht unfallbedingten Einschränkungen angeht, so kam
Dr.
D._
in Bezug auf die Beinparesen
zur Einschätzung, dass
seit
Juli
2018 in der ange
stammten Tätigkeit in der Reinigung
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestan
d
en
hat
und dem Beschwerdeführer e
ine
behinderungsangepasste
,
eher sitzende oder wechselbelastende Tätigkeit ohne körperliche Anstrengung
seit
9.
Juni 2019
wieder zu 100
%
möglich
ist
(E. 5.10)
.
Angesichts der fachärztlichen Einschät
zung von
Dr.
D._
, der bereits im März 2019 von einem erfreulichen
, langsam rückläufigen
Verlauf berichtet
und nach Vornahme der
erforderlichen bildge
benden Abklärungen
(vgl. E. 5.13) auf
weitere Abklärungen
verzichtet
hatte
(E.
5.7-5.8
)
,
stellte
Dr.
F._
zu Recht auf
diese
Angaben ab
.
Bezüglich der Leberzirrhose und der
Umbilicalhernie
stellte
Dr.
F._
sodann auf den von den Ärzten des
C._
festgestellten medizinischen Sachverhalt ab, wobei diese keine Arbeitsunfähigkeit attestierten (E. 5.4-5.6).
Dr.
F._
s Einschätzung, wonach in angepasster Tätigkeit ab Beendigung der Hospitalisation im
C._
und bis Ende Dezember 2018 von einer Arbeitsunfähigkeit von 80
%
, seit Januar 2019 von einer solchen von 70
%
und anschliessend von einer monatlichen
Steiger
ung der Arbeitsfähigkeit um 10
%
auszugehen ist, erscheint angesichts dieser Berichte als überzeugend.
Anders als vom Beschwerdeführer beanstandet
(E. 3.2)
, bezog
Dr.
F._
damit auch die unfallfremden Beschwerden anhand aktueller fachärztlicher Berichte in seine Beurteilung
mit
ein.
Med. pract.
E._
äusserte sich im Bericht vom April 2019 nicht zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
(E. 5.9)
.
Auch d
er Bericht der Hausärztin
steht
der Beurteilung durch
Dr.
F._
daher
nicht entgegen.
Die Beurteilung des RAD stimmt demnach mit den aktenkundigen Arztberichten überein und beruht auf einem lückenlosen Befund
bei
einem medizinisch fest
stehenden Sachverhalt.
Seine Stellungnahmen und
die Einschätzung durch
Dr.
D._
vom
9.
Juni 2019 ermöglichen zusammen mit den Akten der Suva zum Unfall vom Mai 2015 eine abschliessende Beurteilung zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit in der angestammten und in einer angepassten Tätigkeit.
Mit dem von
Suva-
Kreisarzt
Dr.
B._
und
RAD
-Arzt
Dr.
F._
aufgestellten Belastungsprofil wurde
den
von den behandelnden Ärzten
neu
beschriebenen funktionellen Einschränkungen
und
den
Folgen der Unfälle vom Dezember 2011 und vom Mai 2015
ausreichend
Rechnung getragen.
Die Beurteilung des RAD erweist sich
somit
als beweiswertig (vorstehend E.
1.
6
)
. Damit
erübrigen sich weitere medizinische Abklärungen sowie der Beizug weiterer Akten.
Insbesondere besteht
entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers
(
Urk.
1 S.
5
Ziff.
3
)
kein Anlass, die Akten des Krankentaggeldversicherers beizuziehen.
Zusammenfassend
ist
von einer vollen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit ab
1.
Februar 2018 und - nach einer schrittweisen Besserung - ab
9.
Juni 2019
von
einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
in einer angepassten, eher sitzenden oder wechselbelastenden Tätigkeit ohne körperliche Anstrengung unter Berücksichti
gung
des
weiteren
, sich
a
uf Schulter und Knie beziehenden Zumutbarkeitsprofil
s
(E. 5.3, E. 5.11-5.12)
aus
zugehen
.
6.4
Unbestrittenermassen liegt ein Revisionsgrund vor,
womit der
Leistungsanspruch
umfassend zu prüfen ist
(vorstehend E. 1.3).
Vorliegend rechtfertigt es sich, in Bezug auf die Unfallfolgen den Einkommens
vergleich der Suva
unter Berücksichtigung des neu vorgenommenen Leidensab
zugs von 15
%
zu übernehmen
, welcher zu einem Invaliditätsgrad von gerundet 27
%
führt
(
Urk.
8/42)
.
Ein weitergehender
leidensbedingter
Abzug aufgrund der
Beinparese und
der Leberz
irrhose
rechtfertigt sich
vorliegend
nicht
. Im Übrigen
würde auch ein maximaler Abzug von 25
%
keine Invalidenrente begründen
([
Fr.
78'467.-- - 0.75 x
Fr.
67’522.--] :
Fr.
78'467.
--
x 100 =
Fr.
35.46)
.
6.5
Den Rentenbeginn legte die Beschwerdegegnerin
in Anbetracht
der ab
1.
Februar 2018 bestehenden vollen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit
und ab
1.
Januar 2019 bestehenden Arbeitsunfähigkeit von 70
%
in angepasster Tätig
keit
(E. 6.3) nach Ablauf des Wartejahrs
nach
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG
und der am 1
3.
Juni 2018 erfolgten Neuanmeldung zutreffend auf den
1.
Februar 2019 fest.
Die am
9.
Juni 2019 eingetretene Verbesserung des Gesundheitszustandes im Sinne einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
in angepasster Tätigkeit ist praxisgemäss nach Ablauf von drei Monaten und somit
entgegen der Beschwerdegegnerin nicht per Ende August, sondern
per Ende September 2019 zu berücksichtigen
(E. 1.
4
)
.
Die Beschwerde erweist sich daher insofern
als
begründet, als vom
1.
Februar bis 3
0.
September 2019 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung besteht.
6.6
Zusammenfassend bestand nach den vorliegenden Akten für die Zeit vom
1.
Feb
ruar bis
3
0.
September
2019 Anspruch auf eine ganze Rente.
Aufgrund einer gesundheitlichen Verbesserung
lag
mit Wirkung ab dem
1.
Oktober
2019 in einer angepassten Tätigkeit wieder eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
vor
,
so dass
ein Rentenanspruch
ab diesem Zeitpunkt
bei einem Invaliditätsgrad von 27
%
zu verneinen ist.
Die angefochtene Verfügung vom
5.
August 2020
ist
nach dem Gesagten
aufzu
heben und es ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer vom
1.
Februar bis zum 3
0.
September 2019 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung hat
.
Im Übrigen ist d
ie Beschwerde abzuweisen.
7.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG werden die Verfahrens
kosten nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Art. 69 Abs. 1
bis
IVG enthält (anders als Art. 61 lit. g ATSG) keine Kostenverteilungsregeln, also keine Anweisungen an die kantonalen Versicherungsgerichte, nach welchen Grundsätzen sie die Verfah
renskosten auf die Parteien aufzuteilen haben (BGE 137 V 57 E. 2.2). Massgebend für die Kostenverteilung im kantonalen Prozess ist ausschliesslich kantonales Recht (Urteil des Bundesgerichts 9C_254/2018 vom 6. Dezember 2018 E. 2.1). Gemäss § 28 lit. a GSVGer finden unter anderem Art. 104 ff. ZPO Anwendung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_304/2018 vom 6. Juli 2018 E. 4.2.2). Demnach werden die Prozesskosten grundsätzlich der unterliegenden Partei auferlegt beziehungsweise
nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt, wenn keine Partei vollständig obsiegt (Art. 106 Abs. 1 und 2 ZPO).
Nach
§
34
Abs.
1 GSVGer hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozes
ses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3 GSVGer).
Der Beschwerdeführer obsiegt nur geringfügig, indem der Anspruch auf eine ganze Rente für die Dauer eines zusätzlichen Monats bejaht wird. Jedoch steht fest, dass die Beschwerdegegnerin eine schwere Gehörsverletzung beging, indem sie die Verfügung erliess, ohne zuvor dem Beschwerdeführer die beigezogenen Suva-Akten (
Urk.
8/86) und die regionalärztliche Einschätzung vom 2
0.
Mai 2020 (
Urk.
8/87 S. 4), auf die sie sich im besagten Entscheid stützte, zur Kenntnis zu bringen (E. 2.3). Dem Beschwerdeführer blieb somit nur die Beschwerdeer
hebung, um sich dazu zu äussern.
Ob es sich bei dieser Gehörsverletzung um ein rechtswidriges Verhalten im Sinne von
§
6
Abs.
3 GebV SVGer handelt, kann offen bleiben, vermag doch auch das
im Rahmen von
Art.
61 lit. g ATSG geltende
Verursacherprinzip selbst i
n Fällen materiellen Unterliegens einen Anspruch auf Entschädigung zu begründen (vgl. dazu das Urteil des Bundesgerichts 9C_1000/2009 vom
6.
Januar 2010 mit Hinweisen).
Demnach rechtfertigt es sich, den Parteien die Gerichtskosten von
Fr.
800.-- je zur Hälfte aufzuerlegen und dem Beschwerdeführer eine reduzierte Prozessent
schädigung von
Fr.
1'
2
00
.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) zuzu
sprechen, die von der Beschwerdegegnerin zu leisten ist.