Decision ID: 8b090797-41eb-4318-b24c-a4c0b032f20e
Year: 2013
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

den Sachverhalt und die Rechtslage frei überprüfen könne, was
vorliegend der Fall sei. Streitig sei vorliegend die anwendbare Methode
der Invaliditätsbemessung. Die Beschwerdeführerin habe am 3. April
2012 sowohl schriftlich als auch mündlich mitgeteilt, dass sie als Gesunde
30 - 50 % im Detailhandel erwerbstätig wäre, allerdings erst wenn ihr
Sohn in die Schule gehe. Daher sei sie als „ausschliesslich im Haushalt
tätig“ eingestuft und für die Ermittlung des Invaliditätsgrades die
spezifische Methode angewendet worden. Es dränge sich der Verdacht
auf, dass die durch den Rechtsanwalt und die Psychiaterin der
Beschwerdeführerin getätigten Ausführungen, wonach sie ohne die
vorliegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu 30 - 60 %
erwerbstätig wäre, rein versicherungsrechtlicher Natur seien. In
Berücksichtigung der schriftlichen Bestätigung der Erwerbstätigkeit bei
Gesundheit vom 3. April 2012 gebe es keinen vernünftigen Grund davon
auszugehen, dass die IV-Haushaltsexpertin die Aussagen der
Beschwerdeführerin falsch interpretiert habe, zumal die
Beschwerdeführerin der deutschen Sprache mächtig sei. Bezüglich der
Tatsache, dass die Beschwerdeführerin bei der Frage, ob sie heute ohne
Behinderung eine Erwerbstätigkeit ausüben würde, „Ja“ angekreuzt habe,
sei klarzustellen, dass zwar anerkannt werde, dass die
Beschwerdeführerin als Gesunde erwerbstätig wäre, aber eben noch
nicht heute, sondern erst, wenn ihr Sohn in die Schule gehe. Der von der
Beschwerdeführerin angesprochen Widerspruch lasse sich dahingehend
erklären, dass sie zwar die Frage nach der hypothetischen
Erwerbstätigkeit mit „Ja“ beantwortet, aber sogleich angefügt habe, dass
sie die Erwerbstätigkeit als Gesunde erst bei Schuleintritt des Sohnes
aufgenommen hätte. Zudem sei davon auszugehen, dass sich das
Ehepaar auf eine konventionelle Rollenverteilung geeinigt habe. Da der
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Ehemann seit dem 1. Juli 2012 100 % erwerbstätig sei, vermöge auch die
finanzielle Notwendigkeit keine Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin
zu begründen. Folglich sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt,
dass die Beschwerdeführerin heute ohne gesundheitliche
Einschränkungen keiner Erwerbstätigkeit nachgehen würde, weshalb zu
Recht die spezifische Methode zur Anwendung gelangt sei. Da es auch
einem erwerbstätigen Familienangehörigen zuzumuten sei, bis zu zwei
Stunden pro Tag im Haushalt mitzuhelfen, sei es dem Ehemann der
Beschwerdeführerin trotz der inzwischen aufgenommenen
Erwerbstätigkeit zumutbar, die Beschwerdeführerin im gleichen Rahmen
zu unterstützen, wie er dies noch als Arbeitsloser getan habe. Die
Unterstützung der kurdischen Nachbarin sei von der IV-Haushaltsexpertin
schliesslich nicht schadensmindernd berücksichtigt worden.
Dementsprechend sei der Abklärungsbericht Haushalt vom 3. April 2012
weder ungeeignet noch mangelhaft. Selbst wenn davon ausgegangen
würde, dass die Beschwerdeführerin als Gesunde 30 % erwerbstätig wäre
und der Invaliditätsgrad nach der gemischten Methode mit einer
Gewichtung des Erwerbsbereichs von 30 % berechnet würde, läge der
Invaliditätsgrad noch immer unter 40 %.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften
sowie in der angefochtenen Verfügung wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. a) Bevor auf die materiellen Aspekte eingegangen werden kann, ist vorweg
zu prüfen, ob die gesetzliche Beschwerdefrist vorliegend eingehalten
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wurde und dementsprechend auf die Beschwerde eingetreten werden
kann.
b) Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen
IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle
anfechtbar. Art. 60 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) sowie Art. 52 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100)
bestimmen sodann, dass die Beschwerde gegen solche Verfügungen
innerhalb von 30 Tagen nach deren Eröffnung einzureichen ist. Für die
Details im Zusammenhang mit der Frist sind gemäss Art. 60 Abs. 2 ATSG
die Art. 38 - 41 ATSG sinngemäss anwendbar. Nach Art. 38 Abs. 1 ATSG
beginnt die Frist am Tag nach der Mitteilung der Verfügung zu laufen. Die
Mitteilung erfolgt in dem Moment, in welchem die Verfügung für die
Versicherte zugänglich ist, eine effektive Kenntnisnahme wird von der
Rechtsprechung nicht verlangt (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_526/2009 vom 23. Juni 2009). Die Beweislast für die
Zugriffsmöglichkeit der Versicherten auf die Verfügung liegt bei der
eröffnenden Behörde. Dabei gilt der im Sozialversicherungsrecht übliche
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (UELI KIESER, ATSG-
Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, N. 5 f. zu Art. 39). Nach der
Rechtsprechung bedingt dies in der Regel die Eröffnung der Verfügung
mit eingeschriebenem Brief. Bei Zustellung mit A- oder B-Post vermag die
Verwaltung den Wahrscheinlichkeitsbeweis für die Zustellung der
Verfügung nicht durch den blossen Hinweis auf den üblichen
administrativen Ablauf zu erbringen. Wird die Tatsache oder das Datum
der Zustellung der uneingeschriebenen Sendungen bestritten, muss im
Zweifel auf die Darstellung des Empfängers abgestellt werden
(BGE 124 V 400 E.2a, 114 III 51 E.3c, 103 V 63 E.2a; Urteil des
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Eidgenössischen Versicherungsgerichtes C 171/05 vom 16. September
2005 E.4.2.).
c) Die Beschwerdeführerin macht geltend, weder den Vorbescheid vom
16. Mai 2012 noch die Verfügung vom 28. Juni 2012 erhalten zu haben,
weshalb sie weder fristgerecht Einsprache (recte: Einwand) noch
Beschwerde habe erheben können. Angesichts der Tatsache, dass die
Beschwerdegegnerin den Nachweis der tatsächlichen Zustellung des
Vorbescheids sowie der Verfügung offensichtlich nicht zu erbringen
vermag, weil sie diese nicht eingeschrieben versandt hat, ist im Lichte der
vorstehend zitierten Rechtsprechung zugunsten der Beschwerdeführerin
davon auszugehen, dass ihr der Vorbescheid sowie die Verfügung in der
Tat nicht bereits Mitte Mai 2012 beziehungsweise Ende Juni 2012
zugestellt wurden. Vielmehr ist - zumal keine gegenteiligen Anhaltspunkte
vorliegen - davon auszugehen, dass sie erst Mitte November 2012
Kenntnis vom Inhalt des Vorbescheids sowie der angefochtenen
Verfügung erhalten hat, als die Beschwerdegegnerin die IV-Akten der Pro
Infirmis Graubünden zugestellt hat. Dieses Ergebnis erscheint auch im
Hinblick auf die Tatsache, dass die Beschwerdegegnerin zugunsten der
Beschwerdeführerin ausdrücklich akzeptiert, dass sie die Verfügung vom
28. Juni 2012 erst Mitte November 2012 erhalten hat, als gerechtfertigt.
Mit der Beschwerde vom 10. Dezember 2012 hat die Beschwerdeführerin
somit die 30-tägige Beschwerdefrist eingehalten, weshalb auf die
Beschwerde einzutreten ist.
2. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet die
Verfügung der IV-Stelle vom 28. Juni 2012. Gegenstand des Verfahrens
ist - nachdem die Beschwerdegegnerin zugunsten der
Beschwerdeführerin akzeptiert, dass diese die angefochtene Verfügung
vom 28. Juni 2012 erst Mitte November 2012 erhalten und
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dementsprechend die ganze Invalidenrente erst per 31. Dezember 2012
aufgehoben hat - die Frage nach dem Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin ab dem 1. Januar 2013, wobei die Parteien vor allem
bezüglich der Anwendbarkeit der spezifischen Methode sowie der
Rechtmässigkeit des ermittelten Invaliditätsgrades uneins geblieben sind.
3. a) In formeller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin zunächst eine
Verletzung des rechtlichen Gehörs, da sie weder den Vorbescheid vom
16. Mai 2012 noch die angefochtene Verfügung vom 28. Juni 2012
erhalten habe und sich dementsprechend gegen diese nicht habe zur
Wehr setzen können. Aufgrund der Tatsache, dass das Gericht in
vorliegendem Beschwerdeverfahren auf die Beschwerde eintritt und die
Sache materiell beurteilt, zielt die Rüge, wonach die Beschwerdeführerin
infolge unterbliebener Zustellung der Verfügung vom 28. Juni 2012 keine
Beschwerde habe erheben können, ins Leere. Es bleibt in formeller
Hinsicht zu prüfen, ob durch die allenfalls unterbliebene Zustellung des
Vorbescheids das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin verletzt
wurde.
b) Der sowohl durch Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) als auch durch
Art. 16 f. VRG gewährleistete Anspruch auf rechtliches Gehör, welcher
auch in Art. 42 ATSG verankert ist, dient der Sachaufklärung und
garantiert der von einem Entscheid Betroffenen ein
persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht im Verfahren, soweit dies
Einfluss auf ihre Rechtsstellung haben kann. Die Gehörsgarantie ist somit
ein verfassungsmässig geschütztes Individualrecht, hat also den
Charakter eines selbständigen Grundrechts (ULRICH HÄFELIN/GEORG
MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich
2010, Rz. 1673 f.). Die Betroffene soll sich vor Erlass des Entscheides zur
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Sache äussern, erhebliche Beweise beibringen, Einsicht in die Akten
nehmen und an der Erhebung von Beweisen mitwirken oder sich
zumindest zum Beweisergebnis äussern können, wenn dieses geeignet
ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 122 I 53 E.4a mit Hinweisen).
Verfügungen oder Entscheide, die unter Missachtung des rechtlichen
Gehörs ergangen sind, sind nach der Praxis des Verwaltungsgerichtes in
der Regel aufzuheben und zur Durchführung eines ordnungsgemässen
Verwaltungsverfahrens an die Verwaltungsbehörden zurückzuweisen.
Wenn es sich jedoch aus verfahrensökonomischen Gründen geradezu
aufdrängt, ist die Heilung einer allfälligen Gehörsverletzung im
Rechtsmittelverfahren ausnahmsweise zuzulassen (statt vieler: PVG 1996
Nr. 107).
c) Vor dem Hintergrund des unter Erwägung 1 Ausgeführten ist vorliegend
zugunsten der Beschwerdeführerin davon auszugehen, dass sie den
Vorbescheid vom 16. Mai 2012 in der Tat nicht erhalten hat. Jedenfalls
vermag die Beschwerdegegnerin den Nachweis der Zustellung des
Vorbescheids nicht zu erbringen. Damit wurde aber der
Beschwerdeführerin offensichtlich die Möglichkeit genommen, sich vor
Erlass der entsprechenden Verfügung zum Inhalt derselben zu äussern.
Dies stellt eine Verletzung einer Verfahrensvorschrift und gleichzeitig eine
Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. Vorliegend rechtfertigt sich jedoch
eine ausnahmsweise Heilung der Gehörsverletzung im Rechtsmittel-
verfahren, zumal sich die Beschwerdeführerin im Rechtsmittelverfahren
zu allen aufgeworfenen Fragen einlässlich in einem doppelten
Schriftenwechsel äussern konnte. Insbesondere aus der Replik der
Beschwerdeführerin geht zweifelsfrei hervor, dass sie die angefochtene
Verfügung für nicht rechtsmässig erachtet. Vielmehr vertritt sie die
Auffassung, dass bei ihr infolge Arbeitsunfähigkeit ein Invaliditätsgrad von
60 % vorliege. Addiere man den Prozentsatz für die Einschränkung im
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Bereich Haushaltführung/Kinderbetreuung dazu, ergebe sich ein
Invaliditätsgrad von über 70 %, weshalb sie nach wie vor Anspruch auf
eine ganze Invalidenrente habe. Die Beschwerdeführerin könnte daher,
wenn die Streitsache zur Durchführung eines ordnungsgemässen
Verwaltungsverfahrens inklusive Vorbescheidverfahren an die Beschwer-
degegnerin zurückrückgewiesen würde, keine neuen Argumente
vorbringen, als sie bereits in ihrer Beschwerde und Replik vorgebracht
hat. Wohl aus diesem Grund wird die Rückweisung denn auch selbst von
der Beschwerdeführerin nicht verlangt. Dieser verfahrensökonomische
Grund spricht unter anderem dafür, dass das Rechtsmittelverfahren den
Mangel der Gehörsverletzung geheilt hat, und das Verwaltungsgericht die
zur Diskussion stehenden Fragen materiell behandeln darf. Das
verfahrensökonomische Motiv allein würde die Heilung der
Gehörsverletzung aber nicht rechtfertigen; denn es geht nicht an, dass die
Verwaltungsgerichtsbarkeit dazu verwendet wird, anstelle der an sich
zuständigen Beschwerdegegnerin ganze Sozialversicherungsverfahren
nachzuholen. Im vorliegenden Fall kommt aber zur
verfahrensökonomischen Begründung noch hinzu, dass dem
Verwaltungsgericht volle Kognition zukommt und in tatbestandlicher
Hinsicht keine weiteren Abklärungen notwendig sind. Die Streitsache ist
fassbar und dem Gericht liegen alle Informationen vor, die für die
Entscheidfindung zentral sind. In diesem konkreten Einzelfall ist es daher
ausnahmsweise angebracht, die Gehörsverletzung als geheilt zu
betrachten und auf den Fall materiell einzutreten.
4. Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen
Gesundheitsschaden verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit andauernde Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 ATSG und Art. 4 IVG). Bei
Nichterwerbstätigen wird die Unmöglichkeit, sich im bisherigen
Aufgabenbereich zu betätigen, der Erwerbsunfähigkeit gleichgesetzt
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(Art. 5 Abs. 1 IVG). Bei erwerbstätigen Versicherten erfolgt die Ermittlung
der Invalidität in der Regel nach der Methode des
Einkommensvergleiches (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG). Bei
dieser Methode wird das gegenwärtige trotz Behinderung noch zumutbare
Erwerbseinkommen mit jenem ohne Behinderung verglichen, wobei die
daraus resultierende Differenz in Prozenten den Invaliditätsgrad ergibt.
Bei Nichterwerbstätigen oder noch in Ausbildung stehenden Versicherten
stellen Art. 28a Abs. 2 IVG und Art. 27 der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) darauf ab, in welchem Ausmass
diese Personen eingeschränkt sind, sich im bisherigen Aufgabenbereich
zu betätigen (Betätigungsvergleich mit spezifischer Methode). Bei
Versicherten, die teilweise erwerbstätig und teilweise im Haushalt tätig
sind, kommt die sogenannte gemischte Methode zur Anwendung
(Art. 28a Abs. 3 IVG und Art. 27bis IVV), wobei die Behinderung im
Erwerbsbereich nach der Einkommensvergleichsmethode und die
Einschränkung im Haushalt nach der spezifischen Methode
(Betätigungsvergleich) zu erfolgen hat, was zusammen - je nach
Gewichtung des Erwerbs-/Haushaltsanteils - den Invaliditätsgrad ergibt.
Ist eine Versicherte danach mindestens 40 % invalid, so hat sie Anspruch
auf eine Viertelsrente, bei mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei
mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und ab 70 % auf eine ganze
Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Für die Festsetzung des Invaliditätsgrades
kommt es primär auf die wirtschaftliche Erwerbsunfähigkeit und nicht auf
die medizinische Arbeitsunfähigkeit an (BGE 132 V 393 E.2.1; PVG 2005
Nr. 11, 1982 Nr. 80). Ohne zuverlässige und beweistaugliche
Bestimmung der graduellen Arbeitsfähigkeit durch die Ärzte – als
Beurteilungsgrundlage – ist eine seriöse Ermittlung der
Erwerbsunfähigkeit (Invaliditätsgrad) aber zum Voraus nicht möglich
(BGE 125 V 256 E.4, 122 V 157 E.1c).
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5. a) Vorliegend ist zuerst die Anwendbarkeit der richtigen Bemessungs-
methode zu klären. Während die Beschwerdegegnerin in der
angefochtenen Verfügung vom 28. Juni 2012 auf die spezifische Methode
abstellt, ist die Beschwerdeführerin demgegenüber der Meinung, dass die
gemischte Methode zur Anwendung hätte kommen müssen.
Praxisgemäss hat die IV-Stelle bei der Bemessung der Invalidität
diejenige Methode anzuwenden, welche der Tätigkeit entspricht, die die
versicherte Person im Zeitpunkt der massgebenden Rentenverfügung
ausüben würde, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde.
Demnach ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin ohne Invalidität mit
Rücksicht auf die gesamten Umstände vorwiegend erwerbstätig oder im
Haushalt beschäftigt wäre (BGE 117 V 194 E.3b, 98 V 262 E.1, 98 V 265
E.1c). Für die Beurteilung und Festlegung des von der Versicherten im
Gesundheitsfall mutmasslich ausgeübten Aufgabenbereiches sind ausser
der finanziellen Notwendigkeit, eine Erwerbstätigkeit wiederaufzunehmen
oder auszudehnen, auch allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben
gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die
Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu
berücksichtigen. Bei verheirateten Versicherten ist überdies die
eherechtliche Aufgaben- und Rollenverteilung im Rahmen der ehelichen
Gemeinschaft zu beachten (BGE 117 V 194 E.3b und 4; Urteil des
Verwaltungsgerichtes des Kantons Graubünden S 99 286 vom 11. Januar
2000 E.1c). Die Frage der anwendbaren Methode hat sich nach den
Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung
entwickelt haben, zu beurteilen, wobei für die hypothetische Annahme
einer im Gesundheitsfall ausgeübten Erwerbstätigkeit der im
Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (vgl. 125 V 146 E.2c, 117 V 194 E.3b).
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b) Zu prüfen gilt es vorliegend, ob die Beschwerdeführerin ohne
gesundheitliche Beeinträchtigung einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit
nachginge. Vom 1. August 2001 bis 31. Juli 2004 absolvierte die
Beschwerdeführerin bei der D._ in O.1._ eine Lehre als
Detailhandelsverkäuferin. Nach Ablauf des Lehrvertrages wurde das
Arbeitsverhältnis in gegenseitigem Einverständnis aufgelöst. Seither war
sie, mit Ausnahme eines über die Invalidenversicherung vermittelten
Arbeitsversuchs vom 1. bis 30. Juni 2008 im Restaurant E._ in
O.2._, nicht mehr erwerbstätig. Anlässlich der Haushaltsabklärung
vom 3. April 2012 gab sie zu Protokoll, dass sie als Gesunde 30 - 50 % im
Detailhandel erwerbstätig wäre, allerdings erst, wenn ihr Sohn in die
Schule gehe. Diese Aussage bestätigte sie gleichentags schriftlich mit
ihrer Unterschrift (vgl. IV-act. 105). In ihrer Replik führte die
Beschwerdeführerin sodann aus, dass sie ohne gesundheitliche
Probleme zu 60 % erwerbstätig wäre, was auch mit dem Schreiben von
Dr. med. B._ bestätigt werde.
c) Stehen - wie im vorliegenden Fall - zwei Aussagen einer Person in einem
Widerspruch zueinander, so ist gemäss der allgemeinen Lebenserfahrung
und der überwiegenden Wahrscheinlichkeit diejenige Aussage
glaubwürdiger, welche die Person zuerst, d.h. in Unkenntnis der
Konsequenzen, abgegeben hat. In der Regel ist eine solche „Aussage der
ersten Stunde“ unbefangener und zuverlässiger als spätere
Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen
Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein
können (BGE 121 V 45 E.2, 115 V 133 E.8c, Urteil des
Verwaltungsgerichtes des Kantons Graubünden S 00 10 vom 6. April
2000 E.2b). Die Beschwerdeführerin hat sowohl zu Protokoll gegeben als
auch handschriftlich ausgeführt und mit ihrer Unterschrift bestätigt, dass
sie ohne gesundheitliche Probleme bis zum Schuleintritt ihres Sohnes
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weiterhin im Haushalt tätig geblieben wäre. Erst, als sie sich anwaltlich
vertreten liess, gab sie an, dass sie ohne Invalidität zu 60 % erwerbstätig
wäre, so dass sich der Verdacht aufdrängt, dass sie sich hierbei von
Überlegungen versicherungsrechtlicher Art leiten liess. Hinzu kommt,
dass sich das Ehepaar offensichtlich auf eine traditionelle
Rollenverteilung geeinigt hat, in welcher der Ehemann voll erwerbstätig
ist, während sich die Ehefrau um die Führung des Haushalts sowie die
Betreuung des Kindes kümmert. Zudem bestehen vorliegend keinerlei
Anzeichen, dass sich an dieser Situation in absehbarer Zeit etwas ändert.
Des Weiteren wurde von der Beschwerdeführerin auch nicht dargetan,
dass die finanzielle Notwendigkeit eine Erwerbstätigkeit ihrerseits
begründen könnte, zumal der Ehemann der Beschwerdeführerin seit dem
1. Juli 2012 zu 100 % erwerbstätig ist. In Würdigung all dieser Umstände
ist somit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass
sich die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung
auch ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen als Hausfrau betätigt hätte
und keiner ausserhäuslichen Beschäftigung nachgegangen wäre. Ein
Widerspruch zur von der Beschwerdeführerin mit „Ja“ angekreuzten
Frage, ob heute ohne Behinderung eine Erwerbstätigkeit ausgeübt würde,
ist entgegen den beschwerdeführerischen Ausführungen nicht erkennbar,
wäre die Beschwerdeführerin doch ohne Invalidität unstreitig erwerbstätig,
aber eben - wie sie selbst ausführte - erst im Zeitpunkt des Schuleintritts
ihres Sohnes. Überdies erweisen sich auch die beschwerdeführerischen
Ausführungen, wonach es anlässlich der Haushaltsabklärung vom 3. April
2012 zu sprachlichen Missverständnissen gekommen sei, als reine
Schutzbehauptungen. Denn die Beschwerdeführerin lebt einerseits seit
über 18 Jahren in der Schweiz und hat hier auch ihre Lehre als
Detailhandelsverkäuferin erfolgreich abgeschlossen. Andererseits ist auch
die handschriftliche Bestätigung der Beschwerdeführerin betreffend ihrer
Erwerbstätigkeit bei Gesundheit (vgl. IV-act. 105) ein Indiz dafür, dass
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keine sprachlichen Probleme vorliegen. Dementsprechend kann aber
ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass sie der deutschen
Sprache mächtig ist. Es darf daher mit der Beschwerdegegnerin davon
ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin auch ohne Invalidität
zurzeit keiner Erwerbstätigkeit nachginge, weshalb sie zu Recht als
Nichterwerbstätige eingestuft wurde. Demnach ist die spezifische
Methode zu Recht zur Anwendung gelangt.
6. a) Die Beschwerdeführerin bringt im Weiteren vor, die in der angefochtenen
Verfügung angenommene Einschränkung im Haushaltsbereich von
lediglich 11.2 % sei völlig unrealistisch, weshalb zur Frage der
Einschränkung im Aufgabenbereich Haushaltführung/Kinderbetreuung ein
Gutachten einzuholen und allenfalls eine erneute Befragung unter
ärztlicher Begleitung durchzuführen sei.
b) Für die Bemessung der Invalidität im Haushaltsbereich ist gemäss
Art. 28a Abs. 2 IVG ein Betätigungsvergleich durchzuführen, bei dem
abzuklären ist, in welchem Masse die versicherte Person unfähig ist, sich
im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Gemäss Art. 27 IVV gelten
als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Versicherten die übliche
Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und
künstlerische Tätigkeiten. Die Verwaltungspraxis hat dazu ein Schema
der gewöhnlicherweise anfallenden Haushaltsarbeiten aufgestellt,
welches eine möglichst rechtsgleiche Festsetzung des Invaliditätsgrades
gewährleisten soll. Der gesamte Tätigkeitsbereich der im Haushalt zu
verrichtenden Arbeiten ist stets mit 100 % zu gewichten (AHI-Praxis 1997
S. 286). Der Betätigungsvergleich wird getrennt für sieben Teilbereiche
vorgenommen, die im Einzelfall nach den konkreten Verhältnissen im
gegebenen Haushalt zu gewichten sind (vgl. Kreisschreiben über
Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung vom 22. März
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2011 [KSIH] Rz. 3084 ff.). Zu beachten ist dabei die Einhaltung der
Schadenminderungspflicht. Eine im Haushalt tätige Person hat von sich
aus das ihr Zumutbare zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit beizutragen.
Sie hat ihre Arbeit entsprechend einzuteilen und die Mithilfe von
Familienangehörigen, soweit dies den üblichen Umfang nicht
überschreitet, in Anspruch zu nehmen. Unterbleiben solche Vorkehren zur
Schadenminderung, so wird die daraus resultierende Leistungseinbusse
nicht berücksichtigt (ZAK 1984 S. 143 E.5; vgl. auch KSIH Rz. 3089). Bei
der Beurteilung haben die Haushaltsexpertinnen naturgemäss einen
gewissen Ermessensspielraum. Es soll daher nicht ohne triftigen Grund
von den Angaben im Abklärungsbericht abgewichen werden (Urteil des
Bundesgerichtes 9C_299/2008 vom 3. Dezember 2008 E.5.2).
c) Vorliegend klärte die Haushaltsexpertin des IV-Abklärungsdienstes die
verschiedenen Aufgabenbereiche am 3. April 2012 eingehend ab. Die
Aufgabenbereiche wurden dabei folgendermassen gewichtet:
Gewichtung der Bereiche
- Haushaltführung 2 %
- Ernährung 30 %
- Wohnungspflege 12 %
- Einkäufe und weitere Besorgungen 6 %
- Wäsche und Kleiderpflege 14 %
- Kinderbetreuung 30 %
- Verschiedenes 6 %
Insgesamt wurde somit korrekt auf einen hauswirtschaftlichen
Beschäftigungsgrad von 100 % abgestellt. Anlässlich der Abklärung
wurden folgende invaliditätsbedingte Einschränkungen der
Leistungsfähigkeit ermittelt:
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Einschränkung Behinderung
- Haushaltführung 5 % 0.1 %
- Ernährung 15 % 4.5 %
- Wohnungspflege 20 % 2.4 %
- Kinderbetreuung 10 % 3.0 %
- Verschiedenes 20 % 1.2 %
Die in den betroffenen Aufgabenbereichen ermittelte invaliditätsbedingte
Einschränkung der Leistungsfähigkeit ergab demzufolge eine
Gesamteinschränkung von 11.2 %. Diese Behinderungen im Umfang von
11.2 % wurden im Abklärungsbericht eingehend erläutert. Die
Beschwerdeführerin weist demgegenüber pauschal und ohne auf die
einzelnen Aufgabenbereiche einzugehen darauf hin, dass die festgestellte
Gesamteinschränkung von 11.2 % viel zu gering sei. Zur Zeit der
Befragung sei ihr Ehemann noch arbeitslos gewesen und habe sie im
Haushalt und in der Erziehung des Kindes unterstützt. Seit dem 1. Juli
2012 habe der Ehemann eine Arbeitsstelle im Umfang von 100 %,
weshalb sie tagsüber grösstenteils auf sich alleine gestellt sei. Zudem
könne die Unterstützung im Haushalt und in der Kinderbetreuung durch
ihre kurdische Nachbarin nicht als Ausfluss der Schadenminderungs-
pflicht angesehen werden. Wie nachfolgend dargestellt wird, stösst die
Beschwerdeführerin mit diesen Einwänden ins Leere.
d) Zur hauptsächlich kritisierten Schadenminderungspflicht von im Haushalt
tätigen Versicherten gilt es - unter Hinweis auf BGE 133 V 504 E.4.2 -
was folgt klarzustellen: Auszugehen ist immer vom Grundsatz, dass einer
Leistungsansprecherin im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht alle
Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in derselben
Situation ebenfalls ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu
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erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies,
dass sie Verhaltensweisen zu entwickeln haben, die die Auswirkungen
der Einschränkungen im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und
ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der
Haushaltsarbeiten ermöglichen. Kann eine Versicherte wegen ihrer
Körperbehinderung gewisse Haushaltsarbeiten nur noch mühsam und mit
viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit
einteilen und in üblichem Masse die Mithilfe von Familienangehörigen in
Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt
tätigen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben,
die nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen
Entlöhnung oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch
nachgewiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine
unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der
Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichtigende Mithilfe
von Angehörigen geht damit weiter als die ohne Gesundheitsschädigung
üblicherweise zu erwartende Unterstützung (BGE 130 V 97 E.3.3.3; Urteil
des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes I 90/02 vom 30. Dezember
2002 E.2.3.3; AHI 2003 S. 215; ZAK 1984 S. 135 E.5). In Nachachtung
der Schadenminderungspflicht sind einer Leistungsansprecherin daher
Massnahmen zuzumuten, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen
Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte.
Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist deshalb stets
danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familiengemeinschaft
einrichten würde, sofern keine Versicherungsleistungen zu erwarten
wären (Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes I 228/06 vom
5. Dezember 2006 E.7.1.2, I 467/03 vom 17. November 2003 E.3.2.2).
e) Unstreitig ist vorliegend, dass die Beschwerdeführerin im Bereich der
Haushaltführung sowie im Bereich der Kinderbetreuung insbesondere in
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Anbetracht der diagnostizierten Borderlinestörung und deren Ausprägung
auf Unterstützung angewiesen ist. Im Lichte der vorstehend zitierten
Rechtsprechung ist eine Mithilfe des Ehegatten im Haushalt und in der
Kinderbetreuung jedoch trotz der inzwischen aufgenommenen 100%igen
Erwerbstätigkeit ohne Weiteres zu erwarten und zumutbar, wird das
üblich Mass dessen, was gemeinhin unter zumutbarer Mithilfe der
Familienangehörigen zu subsumieren ist, doch durch die von der
Beschwerdeführerin benötigte Hilfe nicht überschritten. Vielmehr handelt
es sich bei den Unterstützungshandlungen um gelegentliche
Hilfeleistungen wie die Erledigung von Reinigungsarbeiten, welche Kraft
mit den Armen erfordern beziehungsweisen von Arbeiten über Kopf, die
Erledigung des wöchentlichen Grosseinkaufs sowie die Mithilfe bei der
Kinderbetreuung, wenn es der Beschwerdeführerin psychisch nicht gut
geht. Die Ehegatten haben sich intern selbst so straff und effizient zu
organisieren, dass sie aus eigener Kraft in der Lage sind, die durch die
Invalidität der Beschwerdeführerin vermehrt anfallenden Haushalts-
verrichtungen untereinander sinnvoll aufzuteilen, so dass der verursachte
Mehraufwand noch tragbar ist. Daraus folgt, dass vorliegend von einer
inakzeptablen Gesamtbelastung für die Ehegatten nicht ausgegangen
werden kann, was den Vorwurf der Unzumutbarkeit der geschätzten
Einschränkungen für den Ehemann als unbegründet erscheinen lässt.
Dies zumal sein Arbeitsquantum gemäss Abklärungsbericht Haushalt
schon vor Aufnahme der 100%igen Erwerbstätigkeit unklar ist. Dass die
durch den Ehemann zu übernehmenden Mehraufgaben diesen in
unverhältnismässiger Weise physisch oder psychisch belasten würden
oder gar zu einer Erwerbseinbusse führten, wird denn auch weder geltend
gemacht, noch sind entsprechende Anhaltspunkte aus den Akten
ersichtlich. In Bezug auf die von der Beschwerdeführerin erwähnte
Unterstützung der kurdischen Nachbarin ist festzuhalten, dass diese
Unterstützung - wie schon die Beschwerdegegnerin richtig ausführte - von
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der IV-Haushaltsexpertin nicht schadensmindernd berücksichtigt wurde.
Damit steht fest, dass der Abklärungsbericht Haushalt vom 3. April 2012
weder ungeeignet noch mangelhaft ist. Gestützt wird dieses Ergebnis
zusätzlich durch die Einschätzung von Dr. med. F._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, zertifizierter medizinischer
Gutachter (SIM) vom RAD Ostschweiz, welcher in seiner Stellungnahme
vom 7. Mai 2012 explizit erklärte, dass die anlässlich der
Haushaltsabklärung erhobenen Einschränkungen mit Blick auf den
Gesundheitsschaden der Beschwerdeführerin aus medizinischer
(insbesondere psychiatrischer) Sicht plausibel seien. Der von der IV-
Haushaltsexpertin ermittelte Invaliditätsgrad von 11.2 % gibt somit zu
keiner Korrektur Anlass, was einen Rentenanspruch gestützt auf Art. 28
Abs. 2 IVG ausschliesst. Bei diesem Ergebnis kann auf die von der
Beschwerdeführerin beantragten Abklärungen (Gutachtung zur Frage der
Einschränkung im Aufgabenbereich Haushaltführung/Kinderbetreuung
und erneute Befragung der Versicherten unter ärztlicher Begleitung)
verzichtet werden.
7. a) Die angefochtene Verfügung vom 28. Juni 2012 ist damit in jeder
Beziehung rechtens und verhältnismässig, was zur Abweisung der
Beschwerde führt. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das
Beschwerdeverfahren - in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG - bei
Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von
Invalidenleistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht
kostenpflichtig. Diese Kosten werden jeweils nach dem Verfahrens-
aufwand und unabhängig vom Streitwert der Sache im Umfang von
Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Aufgrund des Ausgangs dieses
Verfahrens sind die Kosten von Fr. 500.-- der unterliegenden
Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
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b) Dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege inklusive Verbeiständung
durch Dr. iur. Hans-Martin Allemann wird indes nach Art. 61 lit. f ATSG in
Verbindung mit Art. 76 VRG entsprochen, da die finanzielle Bedürftigkeit
der Beschwerdeführerin hinreichend belegt wurde (vgl. dazu im Detail
Gesuchsangaben vom 18. Januar 2012 samt diverser Beilagen
[Mietvertrag Wohnung, Krankenkassenpolicen, Prämien Hausrat- und
Haftpflichtversicherung, Lohnabrechnungen des Ehegatten, Steuer-
erklärung 2011, Berechnungsblatt für die Bemessung der Sozialhilfe]) und
ihre Beschwerde nicht als völlig aussichtslos bezeichnet werden muss.
Aufgrund dieser Fakten werden die Gerichtskosten von Fr. 500.-- auf die
Gerichtskasse genommen. Angesichts der Komplexität der Materie
erscheint zudem der Beizug eines Rechtsvertreters notwendig und
angemessen, weshalb auch dessen Kosten auf die Staatskasse zu
nehmen sind. Die eingereichte Honorarnote vom 22. März 2013 von
Fr. 2‘835.-- (12.75 h x Fr. 200.-- zuzüglich Auslagen und MWST)
erscheint dem Gericht als angemessen und wird genehmigt. Der
obsiegenden Beschwerdegegnerin steht keine Parteientschädigung zu
(Art. 61 lit. g ATSG e contrario).