Decision ID: 9344e5ae-793b-4058-ac12-d767be8dc66b
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

I. Sachverhalt:
1. A._, Jahrgang 1964, war seit dem 1. Juni 2013 für die B._,
C._, tätig und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Berufs- und
Nichtberufsunfällen versichert. Mit Bagatellunfallmeldung vom 11. März
2016 wurde der SUVA gemeldet, dass A._ am 24. Februar 2016 auf
einer Schlittenfahrt gestürzt und dabei mit dem Kopf auf die Piste gefallen
sei. Auf telefonische Benachrichtigung hin, dass seine Brille beim Sturz
beschädigt worden, er jedoch nicht zum Arzt gegangen sei, erstattete die
SUVA A._ einen Anteil an die Kosten einer neuen Brille. Am
24. Februar 2018 erging die Rückfallmeldung, wonach bei der
Erstkonsultation beim Ophtalmologen Dr. med. D._ vom 12. Juli 2017
die Diagnose "Cat (prä)senilis links" gestellt wurde. Am 22. August 2017
und am 7. November 2018 erfolgten die Operationen am linken Auge.
2. Mit Verfügung vom 12. Februar 2021 verneinte die SUVA einen Anspruch
auf Versicherungsleistungen, weil die medizinischen Unterlagen keinen
sicheren oder wahrscheinlichen Kausalzusammenhang zwischen dem
Ereignis vom 24. Februar 2016 und den Beschwerden von A._ am
linken Auge zeigten.
3. Die dagegen von A._ erhobene Einsprache vom 10. März 2021 wies
die SUVA mit Einspracheentscheid vom 19. April 2021 ab.
4. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A._ (nachfolgend
Beschwerdeführer) am 19. Mai 2021 (Datum Poststempel) Beschwerde
an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit folgendem
Rechtsbegehren:
"Es sei unter allen Aspekten und vorhandenen Unterlagen dem
Beschwerdeführer sein Antrag als unfallbedingtes Ereignis seitens der
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Beschwerdegegnerin anzuerkennen. Inkl. rechtmässiger Entschädigung der
angefallenen materiellen Kosten, gemäss beigefügter Liste."
Der Beschwerdeführer führte begründend im Wesentlichen aus, der
Sachverhalt sei unrichtig und unvollständig, weil der Anschein aufkomme,
als würde der Kopfaufprall in keinem Zusammenhang stehen mit dem
entstandenen Grauen Star. Die augenärztlichen Berichte von Dr. med.
E._ und Dr. med. F._ könnten immerhin eine Kausalität
zwischen den zwei Ereignissen (Anm. des Gerichts: Schlittelunfall mit
Kopfanprall am 24. Februar 2016 und Entstehen des Grauen Stars) nicht
ausschliessen. Die Versicherungsmediziner hätten mit einer
"Ferndiagnose" bzw. ohne Untersuchung, einen Rückschluss auf den
Status quo gezogen, was sehr kühn sei. Auch halte die Behauptung, eine
Kausalität könne schon wegen der grossen Zeitspanne zwischen den
Ereignissen nicht bestehen, nicht Stand. Die Kausalität zwischen der
Verletzung des linken Auges mit dem walnussgrossen Stein, bei der der
Schliessmuskel beeinträchtigt worden und damit jahrzehntelang die
vierfache UV-Strahlung auf die linke Linse getroffen sei, jedoch ohne
Beeinträchtigung des Sehvermögens aufgrund Linsentrübung, und dem
Schlittelunfall mit Kopfaufprall und daraus folgendem traumatischem
Katarakt – wie er von Dr. med. D._ am 13. Januar 2020 bezeichnet
worden sei, was die SUVA ignoriere – sei gegeben. Mit dem rechten Auge
habe er bis heute keinerlei Probleme.
5. In der Beschwerdeantwort vom 14. Juni 2021 schloss die SUVA
(nachfolgend Beschwerdegegnerin) auf Abweisung der Beschwerde. Zur
Begründung verwies sie im Wesentlichen auf den angefochtenen
Einspracheentscheid, welcher zum integrierenden Bestandteil der
Beschwerdeantwort erklärt wurde. Ergänzend führte sie im Wesentlichen
an, der Ansicht des Beschwerdeführers, dass ein Kausalzusammenhang
nicht ausgeschlossen werden könne, könne sie beipflichten. Vom
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Beschwerdeführer nicht widerlegbare Tatsache sei aber, dass er erst
beinahe eineinhalb Jahre nach dem Schlittelunfall erstmals einen
Augenarzt aufgesucht habe, während eine Kopfprellung mit Schädigung
des linken Auges gemäss den erfahrenen Ärzten der
Versicherungsmedizin derart starke Symptome bewirkt hätte, dass der
Beschwerdeführer zwangsläufig gleichentags oder zumindest innert
weniger Tage einen Augenarzt aufgesucht hätte. Dass dies nicht erfolgt
sei, vermöge der Beschwerdeführer nicht stichhaltig zu begründen. Auch
nicht damit, dass eine sofortige Konsultation die entstandene Katarakt
nicht hätte vermeiden können und auch nicht mit dem Hinweis, dass er
Laie sei, weil auch ein Laie sofort einen Arzt konsultiere, wenn er
irgendwelche Verletzungen erlitten habe und erst recht, wenn das
Augenlicht betroffen sei. Angesichts der Vorschädigung des linken Auges
seit den Jugendjahren sei umso unverständlicher, dass er nach dem
Schlittelunfall nicht unverzüglich einen Augenarzt aufgesucht habe. Die
Kausalität könne nicht bewiesen werden. Die Beschwerdegegnerin
verwies dazu auf die Versicherungsmedizinerin Dr. med. G._,
Fachärztin für Ophtalmologie und Ophtalmochirurgie FMH, welche am
21. Januar 2021 in Kenntnis aller vorhandenen Akten betone, dass kein
unfallnaher Arztbericht existiere, welcher die Angaben des Versicherten
betreffend Kopfkontusion bestätigte, sondern erst Messwerte vom 24. Juli
2017. Im Operationsbericht vom 22. August 2017 habe selbst der
Operateur Dr. med. D._ eine traumatische Ursache als unwahr-
scheinlich betrachtet. Die vorhandenen Berichte würden keine
morphologischen Veränderungen erkennen lassen, welche auf eine
traumatische Ursache der Katarakt hinwiesen. Bei einem direkten Trauma
aber hätte die Schädigung des linken Auges derart starke Symptome
bewirkt, dass der Versicherte kurzfristig und zwangsläufig einen Augenarzt
aufgesucht hätte. Diese Ausgangslage vermöge der Beschwerdeführer
nicht zu entkräften. Er vermöge lediglich einen möglichen Kausal-
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zusammenhang zwischen der Augenschädigung und dem Unfallereignis
vom 24. Februar 2016 aufzuzeigen, was den unfallversicherungs-
rechtlichen Beweisanforderungen aber nicht genüge.
6. Mit Replik vom 28. Juni 2021 hielt der Beschwerdeführer unverändert an
seinem Rechtsbegehren fest und bezeichnete die von der
Beschwerdegegnerin beigezogenen Berichte als Parteibehauptung mit
herbeigewünschtem Symptomverlauf ohne Beweiskraft. Er führte aus,
dass er zeitnah einen Arzt aufgesucht hätte, wären die Beschwerden
unmittelbar aufgetreten und/oder nicht abgeklungen. Der zeitnächste
Befund stamme von zwei Monaten nach dem Unfall, als der Optiker im
Augapfel einen schwarzen Fleck festgestellt habe. Im Übrigen vertiefte er
im Wesentlichen seinen bisherigen Standpunkt.
7. Am 5. Juli 2021 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag fest unter
Verzicht auf die Einreichung einer Duplik.
Auf die Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen
Einspracheentscheid sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in
den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 19. April 2021 (vgl. Akten der Beschwerde-
gegnerin [Bg-act.] 61). Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58
Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial-
versicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen einen Einsprache-
entscheid innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung Beschwerde an das
Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben werden, in welchem
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die versicherte Person im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung ihren
Wohnsitz hat. Der Beschwerdeführer wohnt im Kanton Graubünden,
womit die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons
Graubünden gegeben ist. Dessen sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus
Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als im Einspracheverfahren
unterlegener, formeller und materieller Adressat des angefochtenen
Einspracheentscheids ist der Beschwerdeführer davon überdies berührt
und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Überprüfung auf (vgl.
Art. 59 ATSG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist
damit einzutreten (vgl. Art. 60, Art. 61 ATSG).
2. Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers gegenüber
der Beschwerdegegnerin auf die Erbringung der gesetzlichen Leistungen,
wobei eine Arbeitsunfähigkeit nie bestanden hat, so dass es einzig um die
Heilbehandlungs- und Hilfsmittelkosten gehen kann (Art. 10 f. UVG;
Art. 15 ff. Verordnung über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]).
3.1. Versicherungsleistungen werden gewährt für Berufs- und Nichtberufs-
unfälle sowie für Berufskrankheiten (Art. 6 Abs. 1 UVG). Definition eines
Unfalls ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). Gestützt auf
Art. 11 UVV werden die Versicherungsleistungen durch die Unfall-
versicherung auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt. Bei einem
Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich
geheilten Gesundheitsschädigung; von Spätfolgen wird gesprochen, wenn
ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische
Veränderungen bewirkt, die zu einem oft völlig anders gearteten
Krankheitsbild führen. Rückfälle und Spätfolgen stellen besondere
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revisionsrechtliche Tatbestände dar (vgl. BGE 144 V 245 E.6.1 f. mit
Hinweis auf BGE 127 V 456 E.4b und 118 V 293 E.2d; Urteile des
Bundesgerichts 8C_230/2021 vom 1. Juni 2021 E.2, 8C_382/2018 vom
6. November 2018 E.2.2; HÜRZELER/USINGER-EGGER, Einführung in das
schweizerische Unfallversicherungsrecht, Bern 2021, Rz. 324; GEHRING,
in: GEHRING/KIESER/BOLLINGER [Hrsg.], Kommentar KVG/UVG, Zürich
2018, Art. 6 UVG Rz. 26 f.; NABOLD, in: HÜRZELER/KIESER [Hrsg.],
Kommentar zum Schweizerischen Sozialversicherungsrecht, UVG, Bern
2018, Art. 6 Rz. 89). Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich
an ein bestehendes Unfallereignis (Grundfall) an. Daher ist Voraussetzung
für die Ausrichtung von Versicherungsleistungen für Rückfälle und
Spätfolgen, dass zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden
und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen
Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater
Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E.2c; Urteil des
Bundesgerichts 8C_421/2018 vom 28. August 2018 E.3.1; vgl. NABOLD,
a.a.O., Art. 6 Rz. 90, GEHRING, a.a.O., Art. 6 UVG Rz. 28). Der Beweis für
den Bestand des natürlichen Kausalzusammenhangs obliegt dem
Versicherten; je grösser der Abstand zwischen dem Unfall und dem
Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere
Anforderungen werden an den Wahrscheinlichkeitsbeweis gestellt (Urteile
des Bundesgerichts 8C_772/2019 vom 4. August 2020 E.3.2,
8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E.3.2.2, 8C_331/2015 vom
21. August 2015 E.2.2.2; vgl. NABOLD, a.a.O., Art. 36 Rz. 12; GEHRING,
a.a.O., Art. 6 UVG Rz. 28). Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu
Lasten der versicherten Person aus (Urteile des Bundesgerichts
8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E.3.2.2 und 8C_331/2015 vom
21. August 2015 E.2.2.2).
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3.2. Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren wird vom
Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 61 ATSG). Das Gericht hat den
rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen, aus eigener Initiative
und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Parteien,
abzuklären und festzustellen (vgl. BGE 144 V 427 E.3.2). Aus der
Untersuchungsmaxime folgt auch das Prinzip der freien Beweiswürdigung,
wonach das Gericht an keine förmlichen Beweisregeln gebunden ist
(Art. 61 lit. c ATSG). Das gesamte Beweismaterial ist unvoreingenommen
und sorgfältig auf dessen Stichhaltigkeit zu prüfen. Die Verwaltung als
verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine
Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen
überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen
Entscheid, sofern das Gesetz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse
Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den
Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener
Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen
Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste erachtet (BGE 144 V 427
E.3.2, 138 V 218 E.6; Urteile des Bundesgerichts 8C_521/2021 vom
22. März 2022 E.3.1.2, 8C_745/2020 vom 29. März 2021 E.1.3). Gemäss
Rechtsprechung hat die versicherte Person die Umstände des als Unfall
gemeldeten Ereignisses glaubhaft zu machen. Zur Glaubhaftmachung
müssen über das konkrete Geschehen genaue, und möglichst detaillierte
Angaben namhaft gemacht werden, aufgrund derer der Versicherer in die
Lage versetzt wird, sich über die Tatumstände ein klares Bild zu machen
und diese in objektiver Weise abzuschätzen (vgl. BGE 116 V 136 E.4b,
114 V 298 E.5b; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_120/2022 vom
4. August 2022 E.3.2, 8C_772/2019 vom 4. August 2020 E.3.2,
8C_268/2019 vom 2. Juli 2019 E.3). Unvollständige, ungenaue oder
widersprüchliche Angaben zum Geschehensablauf können die
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Verneinung der Leistungspflicht der Unfallversicherung zur Folge haben
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_338/2018 vom 17. Dezember 2018
E.4.2).
3.3. Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt einen natürlichen
Kausalzusammenhang zwischen Unfallereignis und eingetretenem
Schaden voraus. Ursachen im Sinne des natürlichen
Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein
der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen
Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann.
Entsprechend ist für die Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige
oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt,
dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die
körperliche oder geistige Integrität des Versicherten beeinträchtigt hat, der
Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch
die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem
schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher
Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber im
Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der freien Beweiswürdigung nach
dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse
Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruchs nicht (vgl. BGE 147 V 161 E.3.2, 142 V 435 E.1,
129 V 177 E.3; Urteile des Bundesgerichts 8C_698/2021 vom 3. August
2022 E.3.2 f., 8C_596/2021 vom 12. Juli 2022 E.3, 8C_623/2019 vom
21. Januar 2020 E.2.1.1).
3.4.1. Einem ärztlichen Bericht kommt Beweiswert zu, wenn er für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, und in Kenntnis der Vorakten
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(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und wenn die Schlussfolgerungen des Experten begründet
sind (BGE 134 V 231 E.5.1; Urteile des Bundesgerichts 8C_461/2021 vom
3. März 2022 E.4.1, 9C_661/2019 vom 26. Mai 2020 E.4.1). Auch den
Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt schliesslich
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen
ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt
in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es
bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die
Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen
(BGE 135 V 465 E.4.4, 125 V 351 E.3b/ee; Urteil des Bundesgerichts
8C_446/2021 vom 25. Januar 2022 E.2.2 f.). Im Hinblick auf die erhebliche
Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger
Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E.3b/ee). Soll ein Versicherungsfall
ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind
an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen
auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende
Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E.8.5, 142 V 58 E.5.1, 139 V
225 E.5.2, 135 V 465 E.4.4, 125 V 351 E.3b/ee; vgl. Urteile des
Bundesgerichts 8C_549/2021 vom 7. Januar 2022 E.7.1, 8C_143/2021
vom 7. Juni 2021 E.2.4, 8C_672/2020 vom 15. April 2021 E.2.3).
3.4.2. Behandelnde Ärzte, die im auftragsrechtlichen Verhältnis zum
Versicherten stehen, konzentrieren sich in erster Linie auf die Behandlung;
deren Berichte verfolgen nicht den Zweck einer den abschliessenden
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Entscheid über Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven
Beurteilung des Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die
materiellen Anforderungen an ein Gutachten gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung. Aus diesen Gründen und aufgrund der
Erfahrungstatsache, dass Hausärzte aber auch behandelnde Fachärzte
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im
Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351
E.3a/cc mit weiteren Hinweisen), wird im Streitfall eine direkte
Leistungszusprache einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden
Ärzte kaum je in Frage kommen (vgl. BGE 135 V 465 E.4.5; Urteile des
Bundesgerichts 8C_301/2021 vom 23. Juni 2021 E.5.2.2).
3.4.3. Auch eine reine medizinische Aktenbeurteilung ist gemäss
Rechtsprechung beweiskräftig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über
Anamnese, Verlauf und den gegenwärtigen Status ergeben, und diese
Daten unbestritten sind, sodass ein lückenloser Befund vorliegt und es im
Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich
feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht, mithin die direkte
ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_281/2021 vom 19. Januar 2022 E.3.2,
8C_750/2020 vom 23. April 2021 E.4, 8C_527/2020 vom 2. November
2020 E.3.2).
4. Folgendes ist den Akten über den Hergang des Ereignisses am
24. Februar 2016 und über den Beschwerde-, Behandlungs- und
Beurteilungsverlauf zu entnehmen:
4.1. Der Vorfall ereignete sich am 24. Februar 2016 beim Schlitteln, als der
Beschwerdeführer bei einer Schlittelfahrt stürzte und mit dem Kopf auf die
Piste fiel (siehe Bagatellunfall-Meldung UVG vom 11. März 2016; Bg-
act. 1). Seinen Angaben zufolge liess der Beschwerdeführer sich zwei
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Monate danach bei einem Optiker beraten, welcher einen schwarzen
Fleck im Augapfel bemerkte.
4.2. Knappe 17 Monate später erfolgte am 12. Juli 2017 die Erstkonsultation
bei Dr. med. D._, Opthalmologe in H._, der folgenden Befund
festhielt: "Cat (prä)senilis links (auch Cataracta traumatica theoretisch
möglich, aber bei ansonsten unauffälligen Befunden unwahrscheinlich);
Schlittelunfall mit Hyposphagma vor 2 Jahren (DD contusio bulbi nicht
ganz auszuschliessen)" (Bg-act. 15 S. 1). Am 22. August 2017 und am
7. November 2017 erfolgten die Operationen der Katarakt (vgl. Bg-act. 18
f.).
4.3. Die Versicherungsmedizinerin Dr. med. G._ und der Versicherungs-
mediziner Dr. med. I._, beide Fachärzte für Ophtalmologie und
Ophtalmochirurgie, beurteilten am 30. Mai 2018 bzw. 8. Juni 2018, dass
die Beschwerden am linken Auge sowie die Behandlungen und die
Operationen nicht mit erforderlicher Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom
24. Februar 2016 zurückzuführen seien (vgl. Bg-act. 25).
4.4. Mit formlosem Schreiben vom 28. November 2018 verneinte die
Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf Versicherungsleistungen, weil
die medizinischen Unterlagen keinen sicheren oder wahrscheinlichen
Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom 24. Februar 2016 und
den Beschwerden am linken Auge zeigten (vgl. Bg-act. 30).
4.5. Im vom Beschwerdeführer als Zweitmeinung eingeholten
Untersuchungsbericht vom 7. Dezember 2018 hielt Facharzt Prof.
Dr. med. E._, Chefarzt Augenklinik am Luzerner Kantonsspital,
folgende Diagnose fest: "St.n. zweimaliger Contusio bulbi mit – leicht
vergrösserter Pupille links wegen verminderter Irissphincter-Funktion, –
Cataracta traumatica mit Katarakt-operation links am 8/2017, –
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postoperative Halo-Wahrnehmung (wegen Pupillendurchmesser)" (vgl.
Bg-act. 35).
4.6. Im Untersuchungsbericht vom 13. Februar 2019 diagnostizierte Dr. med.
F._, Ophtalmologe, eine "Pseudophakie 08/2017 nach Cataract, DD
Cataracta traumatica". Er befundete u.a. einen unauffälligen Augenbulbus.
Weiter hielt er fest, ob die Cataract unfallbedingt sei, könne er zum jetzigen
Zeitpunkt nicht sicher beantworten. Für eine Cataracta traumatica spreche
sicherlich die Anamnese des Versicherten (Visusminderung nach
Schlittelunfall) sowie fehlende Linsentrübungen auf der Gegenseite (vgl.
Bg-act. 42).
4.7. Am 31. Mai 2019 und 7. Juni 2019 erfolgte die erneute Beurteilung des
Versicherungsmediziners Dr. med. I._ und der Versicherungs-
medizinerin Dr. med. G._, worin sie festhielten, der Beschwerde-
führer habe sich erstmals 17 Monate nach dem Ereignis einem Augenarzt
vorgestellt; es sei kein Befund zeitnah zum Unfall vorhanden. Anlässlich
der Erstuntersuchung habe der Augenarzt Dr. med. D._ eine
altersbedingte Katarakt in seinem Bericht dokumentiert, eine traumatische
Ursache hielt er für unwahrscheinlich. Die vorhandenen Berichte liessen
keine morphologischen Veränderungen erkennen, welche auf eine
traumatische Ursache der Katarakt hinwiesen. Wäre ein hinreichend
direktes Trauma erfolgt, sei davon auszugehen, dass die akute
Schädigung des linken Auges so starke Symptome bewirkt hätte, dass der
Beschwerdeführer kurzfristig nach dem Unfall (gleichentags oder maximal
wenige Tage später) einen Augenarzt aufgesucht hätte. Somit sei
überwiegend wahrscheinlich, dass keine Kausalität zwischen dem
Unfallereignis (Kopfprall, indirektes Trauma) vom 24. Februar 2016 und
der ab 12. Juli 2017 erfolgten augenärztlichen Behandlung bestehe. Es sei
von einer krankhaften Veränderung auszugehen. Aufgrund dessen sei der
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Graue Star nicht unfallkausal und gehe nicht zu Lasten der
Beschwerdegegnerin (vgl. Bg-act. 44).
4.8. Mit erneuter Stellungnahme vom 21. Januar 2021 hielt die
Versicherungsmedizinerin Dr. med. G._ an ihrer früheren Stellung-
nahme fest. Zusätzlich führte sie an, es gebe keinen klinisch-objektiven
Arztbefund, welcher die Angaben betreffend angeblicher Kopf- oder
Augenprellung unterstützen würde (vgl. Bg-act. 50).
4.9. Mit Verfügung vom 12. Februar 2021 verneinte die Beschwerdegegnerin
– wie bereits formlos am 28. November 2018 mitgeteilt – einen Anspruch
auf Versicherungsleistungen, weil die medizinischen Unterlagen keinen
sicheren oder wahrscheinlichen Kausalzusammenhang zwischen dem
Ereignis vom 24. Februar 2016 und den Beschwerden des
Beschwerdeführers am linken Auge zeigten (vgl. Bg-act. 55).
4.10. Auf Einsprache des Beschwerdeführers hin erfolgte der Einsprache-
entscheid der Beschwerdegegnerin vom 19. April 2021 mit deren
Abweisung (vgl. Bg-act. 61).
5.1. In der Bagatellunfall-Meldung UVG vom 11. März 2016 gab der
Beschwerdeführer an, auf den Kopf gefallen zu sein bzw. das Gesicht
angeschlagen zu haben. Aus der Meldung geht nicht hervor, welche
Körperseite betroffen war (vgl. Bg-act. 1). Erst in der Rückfallmeldung vom
24. Februar 2018 schilderte der Beschwerdeführer ausführlich den
Unfallhergang, wonach er mit der linken Schläfe auf die Piste
aufgeschlagen sei, und den weiteren Verlauf seit dem Unfall gemäss
seiner Wahrnehmung (vgl. Bg-act. 10). Unwidersprochene Tatsache ist,
dass der Beschwerdeführer erst knapp 17 Monate nach dem
Unfallereignis den Augenarzt Dr. med. D._ aufsuchte. Offenbar
verstrich diese Zeit, weil der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben
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zuvor keine Veranlassung dazu sah, führte er doch in der Replik vom
28. Juni 2021 aus, dass er zeitnah einen Arzt aufgesucht hätte, wären die
Beschwerden unmittelbar aufgetreten und/oder nicht abgeklungen (vgl.
Gerichtsakten A3). Der erstkonsultierte Augenarzt habe weder verneinen
noch bejahen können, dass es sich um einen sturzbedingten Grauen Star
handle und auch bei der ersten Nachuntersuchung nach der Operation
habe der Operateur erklärt, der Fall sei über die Krankenkasse laufen zu
lassen (vgl. Bg-act. 10 S. 2 und Bg-act. 20). Damit liegt indes keine
fachärztliche Beurteilung vor, welche den natürlichen Kausalzusammen-
hang begründen würde.
5.2. Die Diagnose von Facharzt Dr. med. D._ in der Erstkonsultation ging
von einem "Cat (prae)senilis" aus, d.h. von einer Trübung der Linse, wie
sie bei jüngeren und älteren Menschen üblicherweise auftritt (vgl.
https://flexikon.doccheck.com/de/Katarakt, letztmals besucht am
20. September 2022). Dr. med. D._ hielt fest, eine unfallkausale
Katarakt sei zwar theoretisch möglich, aber bei ansonsten unauffälligen
Befunden unwahrscheinlich (vgl. Bg-act. 15).
5.3. Den versicherungsmedizinischen, fachärztlichen Beurteilungen von
Dr. med. I._ und Dr. med. G._ in den Jahren 2018, 2019 und
2021 kommt nach Auffassung des Gerichts voller Beweiswert im Sinne der
obgenannten Beweiswürdigungsregeln (siehe E.3.4.1) zu, da sie schlüssig
erscheinen, nachvollziehbar begründet und in sich widerspruchsfrei sind
und – wie nachfolgend vertieft wird – keine Indizien gegen ihre
Zuverlässigkeit bestehen. Zudem steht ihnen keine anderslautende
fachärztliche Einschätzung entgegen, die Zweifel an ihren Beurteilungen
aufkommen lassen. Die vom Beschwerdeführer veranlasste
Zweitmeinung von Prof. Dr. med. E._, welche einen St.n. nach
zweimaliger Contusio bulbi mit u.a. Cataracta traumatica diagnostiziert
(vgl. Bg-act. 35), vermag keine Zweifel an den versicherungs-
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medizinischen Beurteilungen von Dr. med. I._ und Dr. med. G._
zu wecken, ist doch nicht schlüssig, wie er auf eine "zweimalige" Contusio
bulbi schliesst, trat doch nur ein Unfallereignis auf. Zudem nimmt er keine
eigentliche Kausalitätsbeurteilung vor bzw. begründet die Diagnose einer
Cataracta traumatica nicht weiter.
5.4. Auch Dr. med. J._ Bericht, wonach für eine Cataracta traumatica
sicherlich die Anamnese des Beschwerdeführers mit Visusminderung
sowie die fehlende Linsentrübung auf der Gegenseite spricht (vgl. Bg-act.
42), begründet keine Zweifel an den versicherungsmedizinischen
Beurteilungen und ist nicht geeignet, eine Kausalität herzuleiten, sondern
lehnt sich an die unzulässige Beweisregel "post hoc ergo propter hoc" (im
Sinne von "nach dem Unfall, also wegen des Unfalls") an (BGE 136 V 395
E.6.5 mit Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2020 vom
4. März 2021 E.3.2.3, 8C_519/2020 vom 20. Januar 2021 E.5.4,
8C_93/2019 vom 23. August 2019 E.5).
5.5. Dr. med. D._ beurteilte am 13. Januar 2020, dass mit "grosser"
Wahrscheinlichkeit die Cataract Folge des Unfalls sei wegen der
sternenförmigen/blütenförmigen Linsentrübung, die "häufig" bei einer
Cataracta traumatica gefunden werde und weil der Halteapparat der Linse
gelockert gewesen sei (vgl. Bg-act. 48 = Akten des Beschwerdeführers
[Bf-act.] 2). Damit ist aber keine überwiegende Wahrscheinlichkeit erstellt.
Zudem ist fraglich, ob Dr. med. D._ die versicherungsmedizinischen
Beurteilungen von Dr. med. G._ und Dr. med. I._ vorlagen bzw.
welche Akten ihm vorlagen, da er eingangs festhielt, dass er nicht wisse,
auf welche ophtalmologische Begutachtung sich die Ablehnung der
Leistung stütze. Damit setzt er sich nicht mit den
versicherungsmedizinischen Beurteilungen von Dr. med. G._ und
Dr. med. I._ auseinander. Zudem ist der Beweiswert seiner
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Stellungnahme als behandelnder Facharzt beschränkt, womit er nicht die
notwendige überwiegende Wahrscheinlichkeit darzutun vermag.
5.6. Dass versicherungsmedizinisch lediglich Aktenbeurteilungen ergangen
sind, ist unproblematisch, ergeben die Akten doch ein vollständiges Bild
über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status und sind diese Daten
unbestritten, sodass unbestrittenermassen ein lückenloser Befund vorliegt
und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich
feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht, mithin die direkte
ärztliche Befassung mit dem Beschwerdeführer nicht ausschlaggebend
war (vgl. oben E.3.4.3). Der Beschwerdeführer substanziiert denn auch
nicht, inwiefern der Sachverhalt unrichtig und unvollständig sein soll.
Zudem argumentiert er nach der unzulässigen Beweisregel von "Post hoc
ergo propter hoc", wenn er ausführt, dass die Beschwerden am linken
Auge erst nach dem Unfallereignis aufgetreten seien und er mit dem
rechten Auge nie Probleme gehabt habe. Nach dem Gesagten ist der
Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt (Art. 43 ATSG), so dass es keiner
weiteren Abklärungen mehr bedarf. Der vom Beschwerdeführer zu
beweisende Kausalzusammenhang der Augenbeschwerden links mit dem
Unfallereignis vom 24. Februar 2016 ist somit nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit erstellt.
5.7. Da der natürliche Kausalzusammenhang zu verneinen ist zwischen dem
Schlittelunfall vom 24. Februar 2016 und den geltend gemachten
Beschwerden bzw. der Katarakt am linken Auge, erübrigen sich aus
unfallversicherungsrechtlicher Sicht auch Weiterungen zur eingereichten
Kostenaufstellung des Beschwerdeführers (vgl. Bf-act. 3), weil die
Beschwerdegegnerin hierfür nicht leistungspflichtig ist.
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5.9. Zusammenfassend ist der angefochtene Einspracheentscheid vom
19. April 2021 nicht zu beanstanden, womit die Beschwerde abzuweisen
ist.
6. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG sind Verfahren vor dem kantonalen
Versicherungsgericht bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig,
wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Art. 105 ff. UVG
sehen keine generelle Kostenpflicht vor. Damit sind unfallversicherungs-
rechtliche Beschwerdeverfahren über Leistungen in der Regel weiterhin
kostenlos. Vorbehalten bleibt die Kostenauflage infolge mutwilligen oder
leichtsinnigen Verhaltens (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis in fine
ATSG). Für das vorliegende Verfahren sind daher keine Kosten zu
erheben. Ein Parteikostenersatz steht der obsiegenden Beschwerde-
gegnerin gemäss Art. 61 lit. g ATSG nicht zu.