Decision ID: 6466c7d4-f3d9-475e-bc89-8a955593d562
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. oec. Hubert Bühlmann, Museumstrasse 35,
9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 19. August 2009 unter Hinweis auf Frakturen der
Wirbelsäule, Schmerzen an der Lendenwirbelsäule (LWS) und der Brustwirbelsäule
(BWL) sowie des linken Beins und Bewegungseinschränkung zum Bezug einer Rente
der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1-1 ff.).
A.b In einem internen Protokoll vom 25. August 2009 (IV-act. 9-1 f.) nannte Dr. med.
B._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, vom IV-internen regionalen ärztlichen
Dienst (RAD) nach einem gleichentags stattgefundenen Gespräch mit dem Hausarzt Dr.
med. C._, Facharzt für Allgemeine Medizin, die die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende
Diagnose einer Wirbelsäulenfraktur (BWK12, LWK1 und 3) am 13. Mai 2008, erlitten
nach einem Sturz auf den Rücken. Die Versicherte könne ihre angestammte Tätigkeit,
die nicht nur das Busfahren, sondern auch das Putzen des Busses beinhalte, nur noch
bedingt ausüben. Eine andere körperlich leichte Tätigkeit, wechselbelastend und ohne
Zwangshaltung, könne die Versicherte auch in einem 50 %-Pensum ausführen. Dr.
C._ unterzeichnete das Protokoll am 28. August 2009 (IV-act. 9-2).
A.c Am 21. Oktober 2009 erstattete die Firma D._ einen Arbeitgeberbericht. Die
Versicherte sei seit dem 1. Januar 1989 im Unternehmen tätig. Die allgemeine
Arbeitszeit im Betrieb betrage 9 Stunden pro Tag (45 Stunden pro Woche). Bis am
13. Mai 2008 habe die Versicherte 6 Stunden pro Tag (30 Stunden pro Woche)
unregelmässig in Teilzeit als Chauffeuse/Busreinigerin gearbeitet. Seit Februar 2009 sei
sie noch ca. 15 Stunden pro Woche im 50-%-Pensum als Chauffeuse im Betrieb tätig
(IV-act. 18-1 ff.).
A.d Mit einer Mitteilung vom 23. November 2009 brachte die IV-Stelle der Versicherten
zur Kenntnis, dass aktuell keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien
(IV-act. 23-1 f.).
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A.e Im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt gab die
Versicherte am 16. Dezember 2009 an, dass sie im Haushalt Hilfe von ihrem Ehemann,
der Familie und einer Putzfrau erhalte. Bezüglich Erwerbstätigkeit als Chauffeuse führte
sie aus, aufgrund ihres Unfalls (Schulteroperation) 2004 sei ein neuer Mitarbeiter bei
der Firma D._ eingestellt worden. Somit sei das Arbeitspensum neu eingeteilt
worden, und sie habe nicht mehr in ihrem früheren Pensum von 100 % arbeiten
können. Das Pensum sei auf ca. 70 % gekürzt worden (IV-act. 27-2 ff.).
A.f Am 4. Januar 2010 erstattete Dr. C._ zuhanden der IV-Stelle einen Bericht. Er
gab als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach Auf
richtungsspondylodese Th11-L5 bei degenerativer linkskonvexer Lumbalskoliose und
einen Status nach traumatischer Deckplattenimpressionsfraktur BWK 12 und LWK 2
sowie eine posttraumatische Radikulopathie L5/S1 links mit Blasenentleerungs
störungen, bestehend seit Mai 2008, an. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
nannte er die Diagnosen eines seit 2004 bestehenden Status nach Hüft-Teilprothese
links bei Coxarthrose sowie eines seit 1995 bestehenden Status nach HWS-Distorsion.
Der Versicherten sei seit März 2009 eine behinderungsangepasste, rückenschonende
Tätigkeit zu ca. 6 Stunden täglich zumutbar (IV-act. 29-1 ff.). Dr. C._ ging davon aus,
dass rein "sitzende" Tätigkeiten ganztags zu 100 % zumutbar seien (IV-act. 29-4).
A.g Am 28. Januar 2010 erstattete die Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals
St. Gallen (KSSG) zuhanden der IV-Stelle einen Bericht. Darin wurden als Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Status nach Aufrichtungsspondylodese
Th11-L5 mit TLIF L2-L5 vom 2. Oktober 2008 bei degenerativer linkskonvexer Lumbal
skoliose mit Drehgleiten L3 über L4 und einer Deckplattenimpressionsfraktur BWK 12
und LWK 1 sowie eine posttraumatische Radikulopathie L5/S1 links mit Blasenent
leerungsstörungen genannt (IV-act. 31-2 ff.). Dr. med. E._, behandelnde Ärztin der
Orthopädischen Chirurgie des KSSG, ging am 25. Januar 2010 davon aus, dass der
Versicherten eine wechselbelastende Tätigkeit ganztags zumutbar sei (IV-act. 31-5).
A.h Im Auftrag der IV-Stelle erstattete Dr. med. F._, Facharzt für orthopädische
Chirurgie FMH, am 16. August 2010 ein orthopädisches Gutachten mit
Untersuchungsdatum 13. August 2010. Der Gutachter stellte folgende Diagnosen: eine
Spondylodese Th11-L5 bei Deckplattenimpressionsfraktur Th12 und L1, eine Hallux
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korrektur rechts, eine Rotatorenrekonstruktion rechts, eine Meniskektomie rechts
medial sowie eine Hysterektomie, Appendektomie. Der Gutachter führte aus, da schon
vor den Wirbelfrakturen im Jahr 2008 eine gewisse Arbeitsunfähigkeit bestanden habe,
dürfte das heute zumutbare Pensum im angestammten Beruf unter 50 % betragen (IV-
act. 43-1 ff.).
A.i Mit Schreiben vom 28. September 2010 brachte Dr. F._ der IV-Stelle auf deren
Anfrage hin zur Kenntnis, dass die Versicherte in der angestammten Tätigkeit als Bus-
Chauffeuse zu 40 % arbeitsfähig sei. Die beschriebene adaptierte Tätigkeit sei zu 2/3
ausführbar (IV-act. 49).
A.j Am 1. Oktober 2010 teilte die Versicherte der IV-Stelle im von ihr ausgefüllten
Fragebogen mit, dass sie nach Einreichung der Anmeldung immer noch ihrer
Beschäftigung bei den D._ nachgehe. Sie arbeite durchschnittlich 66 Stunden pro
Monat und erziele einen Bruttolohn von Fr. 23.50 pro Stunde (IV-act. 45-2).
A.k RAD-Ärztin Dr. B._ hielt am 28. Oktober 2010 in einer internen Stellungnahme
fest, gestützt auf das Gutachten von Dr. F._ und auf dessen Schreiben vom
28. September 2010 könne eine 66 %ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
mit Beginn der langdauernden Krankheit am 13. Mai 2008 bestätigt werden (IV-act. 50).
A.l Mit Vorbescheid vom 30. Mai 2011 stellte die IV-Stelle die Abweisung des Renten
gesuchs in Aussicht (IV-act. 57-1 f.).
A.m Die Versicherte liess am 5. Juli 2011 Einwand gegen den Vorbescheid erheben. Sie
beantragte die Aufhebung des Vorbescheids, die Zusprache der beantragten Invaliden
rente und eine unabhängige Abklärung der Streitsache, die neben der medizinischen
Beurteilung auch die Überprüfung der Ausschöpfung der Restarbeitsfähigkeit im
Rahmen einer konkret möglichen und zumutbaren angepassten Tätigkeit umfasse (IV-
act. 61-1 ff.).
A.n Mit Verfügung vom 12. September 2011 wies die IV-Stelle das Rentengesuch der
Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 13 % (Valideneinkommen: Fr. 40'300.--,
Invalideneinkommen: Fr. 35'134.-- [67 % von Fr. 52'439.--]) ab. In einer adaptierten
Tätigkeit bestehe aus medizinischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 67 % (Arbeitsun
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fähigkeit: 33 %). Unter Berücksichtigung der kantonalen Rechtsprechung sei auch eine
Hilfsarbeiter-Tätigkeit zumutbar oder eine solche könne angerechnet werden. Im
Rahmen der Schadenminderung könne deshalb auf die adaptierte Tätigkeit abgestellt
werden. Auf dem offenen Arbeitsmarkt gebe es genügend Stellen, welche die Kriterien
an eine adaptierte Tätigkeit erfüllten (IV-act. 63-1 ff.).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtete sich die am 20. Oktober 2011 erhobene
Beschwerde, in der beantragt wurde, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben, der
Beschwerdeführerin sei ab dem 1. März 2010 eine halbe Invalidenrente zuzusprechen
und die Streitsache sei einer unabhängigen Abklärung zuzuführen, welche neben der
medizinischen Beurteilung auch die Überprüfung der Ausschöpfung der Restarbeits
fähigkeit im Rahmen einer konkret möglichen und zumutbaren angepassten Tätigkeit
umfasse. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, die fehlende
Auseinandersetzung der Beschwerdegegnerin mit den erheblichen Vorbringen der Be
schwerdeführerin zum Vorbescheid stelle eine Verletzung der Begründungspflicht und
damit des rechtlichen Gehörs nach Art. 15 VRP dar. Der Anspruch auf rechtliches
Gehör sei formeller Natur, eine Gehörsverletzung müsse deshalb ungeachtet der
materiellen Beurteilung zur Aufhebung des angefochtenen Entscheides führen. Daher
sei der angefochtene Entscheid bereits aus diesem Grund aufzuheben. Sodann gehe
die Beschwerdegegnerin den Einschätzungen von Dr. F._ folgend bei einer
adaptierten Tätigkeit von einer Restarbeitsfähigkeit von 67 % aus. Sie weise darauf hin,
dass im Rahmen der Schadenminderungspflicht diejenige Tätigkeit mit der
wirtschaftlich höheren Verwertbarkeit zu berücksichtigen sei. Mit keinem Wort würden
jedoch konkrete Verweisungstätigkeiten erwähnt, die der Beschwerdeführerin trotz der
aufgezählten, zahlreichen Einschränkungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt noch
offen stünden. Die blosse Annahme, es könnte zumutbarerweise eine Arbeitsleistung
zu 67 % erbracht werden, ohne dies auch erwerblich zureichend zu begründen, stelle
im Sozialversicherungsrecht keine rechtsgenügliche Beweisgrundlage dar. Das
Spektrum leidensangepasster Verweisungstätigkeiten verringere sich aufgrund der
gesundheitlichen Einschränkungen, der fehlenden Erfahrung im Bürobereich und des
Alters derart, dass die Verwertbarkeit der attestierten Restarbeitsfähigkeit als
unrealistisch erscheinen müsse. Mit Schreiben vom 23. November 2009 habe die
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Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin im Übrigen mitgeteilt, dass letztere bei
der Firma D._ angemessen eingegliedert sei, so dass von
Eingliederungsmassnahmen abgesehen werde. Demnach sei vor knapp zwei Jahren
die Eingliederung der Beschwerdeführerin in einen adaptierten Tätigkeitsbereich nicht

einmal in Erwägung gezogen worden. Weshalb nun die Aufnahme einer
leidensadaptierten Tätigkeit plötzlich doch in Betracht kommen solle, sei nicht
einzusehen, zumal sich die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin in den
vergangenen Monaten stetig verschlechtert habe (act. G 1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 14. Dezember 2011 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie im
Wesentlichen aus, um der Begründungspflicht zu genügen, müssten im Bereich des
Sozialversicherungsrechts summarisch die Überlegungen genannt werden, auf welche
sich eine Verfügung stütze. Die angefochtene Verfügung erfülle die
Mindestbedingungen an die Begründungspflicht. Weil die Beschwerdegegnerin in der
Beschwerdeantwort zudem zu den Einwänden der Beschwerdeführerin Stellung
nehme, könne damit praxisgemäss eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geheilt
werden. Es sei nicht ersichtlich und werde von der Beschwerdeführerin auch nicht
substanziiert geltend gemacht, inwiefern das Gutachten F._ rechtsfehlerhaft sei. Auf
S. 6 des Gutachtens werde zudem genau beschrieben, wie eine angepasste Tätigkeit
für die Beschwerdeführerin beschaffen zu sein habe. Auch werde die quantitative
Einschränkung mit einem Drittel genau festgelegt und im Schreiben von Dr. F._ vom
28. September 2010 so bestätigt. Die Einwände der Beschwerdeführerin gegen das
Gutachten F._ seien nicht stichhaltig. Weitere medizinische Abklärungen seien
unnötig, weil Dr. F._ die geltend gemachten Einschränkungen der
Beschwerdeführerin ausführlich abgeklärt habe. Demnach sei im Folgenden davon
auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit zu 66 2/3 %
arbeitsfähig sei. Weil bei der Beschwerdeführerin sodann keine repräsentative
Einkommensbasis zur Verfügung stehe, könne ihr Valideneinkommen gestützt auf einen
Tabellenlohn berechnet werden. Dies habe im Jahr 2008 Fr. 51'368.-- betragen. Die
Beschwerdeführerin übe keine Erwerbstätigkeit im zumutbaren Ausmass im Sinn von
Art. 16 ATSG aus. Demnach sei bezüglich Invalideneinkommen wiederum auf die
Tabellenlöhne abzustellen. Für die Beschwerdeführerin geeignete Tätigkeiten seien
etwa leichtere Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier- Prüf- sowie
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Verpackungsarbeiten und leichtere Arbeiten bei der Lager- und
Ersatzteilbewirtschaftung. Es treffe demnach nicht zu, dass es für die Beschwerde
führerin auf dem nach Art. 16 ATSG vorausgesetzten ausgeglichenen Arbeitsmarkt
keine Arbeitsstelle mehr gebe. Es sei kein Leidensabzug mehr vorzunehmen. Das Inva
lideneinkommen betrage somit Fr. 34'245.--, woraus ein Invaliditätsgrad von 33 %
resultiere. Die Beschwerdeführerin habe nach Art. 28 Abs. 2 IVG keinen Anspruch auf
eine IV-Rente. Die angefochtene Verfügung sei rechtmässig (act. G 4).
B.c In der Replik vom 2. Februar 2012 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen
und der Begründung der Beschwerde fest. Die Beschwerdeführerin sei seit mehr als
20 Jahren als Busfahrerin bei der Firma D._ angestellt. Vor dem Unfall habe sie
zuletzt ein Pensum von ca. 70 % ausgeübt. Nach dem Unfall habe ihr der langjährige
Arbeitgeber ein etwa um die Hälfte reduziertes Pensum angeboten. Es sei daher von
einem äusserst stabilen Arbeitsverhältnis auszugehen. Weiter erlaube die angestammte
Tätigkeit als Busfahrerin der Beschwerdeführerin, die ihr verbliebene Arbeitskraft
optimal zu verwerten. Selbst wenn davon auszugehen wäre, dass die Restarbeits
fähigkeit trotz der unbestrittenen, medizinisch festgestellten Einschränkungen auf
einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt im von der Beschwerdegegnerin behaupteten
Umfang verwertet werden könnte, wäre der Beschwerdeführerin ein damit verbundener
Berufswechsel jedenfalls nicht zuzumuten. Die Beschwerdegegnerin lasse die
persönlichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin völlig ausser Acht. Sie übersehe
dabei insbesondere, dass ein Berufswechsel grundsätzlich nur bei jüngeren
Versicherten in Betracht komme, die noch eine lange Aktivitätszeit vor sich hätten. Im
Weiteren stehe die heutige Haltung der Beschwerdegegnerin bezüglich berufliche
Eingliederung in völligem Widerspruch zu ihrer früheren Beurteilung im Herbst 2009.
Seither hätten sich die Eingliederungsmöglichkeiten der Beschwerdeführerin weder
subjektiv noch objektiv verbessert. Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin sei
daher davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin die ihr verbliebene
Arbeitsfähigkeit im Rahmen des Zumutbaren voll ausschöpfe. Schliesslich entspreche
das tatsächlich erzielte Einkommen nach den Angaben des Arbeitgebers der
Arbeitsleistung und könne nicht als Soziallohn bezeichnet werden. Insgesamt seien
damit die Voraussetzungen für die Berücksichtigung des tatsächlich erzielten
Einkommens gegeben, weshalb sich der Beizug der Tabellenlöhne entgegen der
Ansicht der Beschwerdegegnerin erübrige. Sollte das Gericht wider Erwarten zum
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Schluss gelangen, dass nicht auf den tatsächlich erzielten Verdienst, sondern auf die
Tabellenlöhne abzustellen sei, so hätte es auch über einen allenfalls vorzunehmenden
Leidensabzug zu befinden. Vorliegend fielen vor allem das fortgeschrittene Alter und
der Umstand, dass die Versicherte bereits seit über 20 Jahren im gleichen Betrieb
arbeite, lohnsenkend ins Gewicht. Unter gebührender Berücksichtigung dieser
Umstände rechtfertige sich ein leidensbedingter Abzug in der Höhe von mindestens
20 % ohne Weiteres (act. G 7).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 9).
Erwägungen:
1.
Was vorab die Rüge der Beschwerdeführerin der Verletzung des Anspruchs auf
rechtliches Gehör betrifft, ist folgendes festzuhalten: Gemäss höchstrichterlicher
Rechtsprechung (vgl. etwa BGE 133 III 439 ff. E. 3.3) muss die Begründung so
abgefasst sein, dass der Betroffene den Entscheid sachgerecht anfechten kann. Die
Begründung muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen sich die
Verwaltung bzw. das Gericht hat leiten lassen und auf die sich der Entscheid stützt.
Nicht erforderlich ist hingegen, dass sich der Entscheid mit allen Parteistandpunkten
einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt.
Diesen Anforderungen wird die angefochtene Verfügung gerecht, denn es ist ihr
nachvollziehbar zu entnehmen, weshalb die Beschwerdegegnerin zu ihrem Entscheid
gelangt ist. So ist denn darin unter anderem ausgeführt worden, dass unter
Berücksichtigung sämtlicher zur Verfügung stehender medizinischer Unterlagen eine
67 %ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit festgelegt worden sei. Unter
Berücksichtigung der kantonalen Rechtsprechung sei auch eine Hilfsarbeitertätigkeit
zumutbar oder eine solche könne angerechnet werden. Auf dem offenen Arbeitsmarkt
gebe es genügend Stellen, welche die Kriterien an eine adaptierte Tätigkeit erfüllten (IV-
act. 63-2). Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist daher im Vorgehen der
Beschwerdegegnerin nicht zu erblicken.
2.
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2.1 Als Invalidität gilt gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder
länger dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat
die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %,
auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn
sie mindestens zu 50 % oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 %
invalid ist. Die Beschwerdeführerin hat am 15. Dezember 2009 angegeben, dass sie im
Gesundheitsfall aktuell einer 100 %igen Erwerbstätigkeit nachgehen würde (IV-act. 25).
Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist gemäss Art. 28a
Abs. 1 IVG Art. 16 ATSG anwendbar. Demnach wird für die Bestimmung des Inva
liditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Der Einkommensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander
gegenübergestellt werden. Beim zur Bemessung des IV-Grads vorzunehmenden
Einkommensvergleich sind Werte aus demselben Vergleichsjahr beizuziehen.
2.2 Grundlage der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens ist die
Arbeitsfähigkeitsschätzung. Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen zu
können, ist die Verwaltung - und im Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen
angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht
hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die
vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen
Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der
freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen
medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen
(BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte
Gutachten von externen Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
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Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der
Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb).
3.
Zunächst ist die Frage zu beantworten, ob die medizinische Aktenlage eine
rechtsgenügliche Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erlaubt.
3.1 Die Beschwerdegegnerin stützt sich bezüglich Arbeitsfähigkeitsschätzung auf die
orthopädische Begutachtung durch Dr. F._ vom 13. August 2010 (IV-act. 43-1 ff.)
sowie auf dessen Schreiben vom 28. September 2010 (IV-act. 49). Dr. F._ hat seine
Diagnosen im Gutachten vom 16. August 2010 unter anderem auf das am
23. Dezember 2009 erstellte MRI der LWS abgestützt und berichtet, die aktuell 58-
jährige Beschwerdeführerin habe mehrere Operationen gehabt, die folgenlos ausgeheilt
seien. Arbeitsmedizinisch relevant seien die Folgen von zwei Unfällen. Ein erster habe
sich 1992 in Form eines Autounfalls ereignet, bei dem die Beschwerdeführerin eine
Schleuderung der HWS neben mehreren Prellungen erlitten habe. Heute bestünden
noch Beschwerden in Form einer schmerzhaften Reklination des Kopfes, was Über-
Kopf-Arbeiten erschwere. 2008 habe sich die Beschwerdeführerin Frakturen von zwei
Wirbeln am thoraco-lumbalen Übergang zugezogen, die eine operative Stabilisierung
erfordert hätten. Als Folge sei eine eingeschränkte Belastbarkeit der Wirbelsäule ver
blieben. Das Lastenheben sei auf 10 Kilo limitiert und es könnten keine Tätigkeiten in
Zwangshaltung des Oberkörpers, insbesondere Inklination durchgeführt werden. Die
Beschwerdeführerin habe auf Nachfragen hin zudem von Blasenentleerungsstörungen
berichtet, die vor allem morgens aufträten. Es bestehe eine Pollakisurie, die sich im
Laufe des Tages aber bessere. Da die Beschwerdeführerin genügend früh aufstehe,
seien die morgendlichen Blasenstörungen bei der Arbeit jedoch nicht hinderlich. Eine
adaptierte Tätigkeit könnte so aussehen, dass sie im Sitzen erfolge und mindestens
stündlich durch Aufstehen und Gehen unterbrochen werde. Lasten wären auf maximal
10 kg limitiert, und es dürften keine Arbeiten in Zwangshaltung von Kopf und
Oberkörper vorkommen. Zusätzlich wäre infolge verlangsamtem Arbeitstempo und
vermehrten Pausen eine zeitliche Einschränkung von einem Drittel zu fordern (IV-act.
43-5 f.). Das Gutachten ist aufgrund der Akten, insbesondere auch unter
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Berücksichtigung der Suva-Akten, sowie eigener Untersuchungen erstellt worden. Es
leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung
der medizinischen Sicht ein. Vor diesem Hintergrund vermögen auch die darin
enthaltenen Schlussfolgerungen, namentlich die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, zu
überzeugen. Damit vermag das Gutachten den höchstrichterlich geltenden
Anforderungen zu genügen.
3.2 Soweit in der Beschwerde geltend gemacht wird, die vom Gutachter bescheinigte
Arbeitsfähigkeit von 67 % in adaptierter Arbeitstätigkeit lasse sich nicht halten, kann
dem nicht beigepflichtet werden, denn selbst Hausarzt Dr. C._ ist in seinem Bericht
vom 4. Januar 2010 von einer ganztägig zumutbaren Arbeitstätigkeit bei 100 %iger
Leistungserbringung in einer rein "sitzenden" Tätigkeit ausgegangen (IV-act. 29-4).
Auch Dr. E._ von der orthopädischen Chirurgie des KSSG hat am 25. Januar 2010
wechselbelastende Tätigkeiten ganztägig als zumutbar erachtet (IV-act. 31-5). Die
übrigen medizinischen Akten, sofern sie überhaupt eine abweichende Beurteilung be
inhalten, vermögen ebenfalls keinen Zweifel an der Beweistauglichkeit des Gutachtens
entstehen zu lassen. Das Gutachten bzw. die darin vorgenommene medizinische
Arbeitsfähigkeitsschätzung kann - in Übereinstimmung mit dem RAD - mithin
grundsätzlich für die Bemessung des Invalideneinkommens beigezogen werden.
Schliesslich hat die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort auch geeignete
Tätigkeiten auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt, namentlich leichtere
Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- und Verpackungsarbeiten sowie
leichtere Arbeiten bei der Lager- und Ersatzteilbewirtschaftung, genannt (act. G 4/Ziff.
5). Diese Tätigkeiten erlaubten es der Beschwerdeführerin, ihre Restarbeitsfähigkeit auf
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt optimal zu verwerten.
3.3 Angesichts der umfassenden medizinischen Abklärung besteht auch kein Anlass
zu weiteren ärztlichen Untersuchungen, weil davon für den massgeblichen Zeitpunkt
des Verfügungserlasses (12. September 2011) keine neuen Erkenntnisse zu erwarten
sind. Insbesondere lassen sich in den medizinischen Akten keine hinreichenden
Anhaltspunkte dafür finden, dass bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung eine
relevante anhaltende Verschlechterung des Gesundheitszustandes der
Beschwerdeführerin eingetreten wäre. Es steht deshalb mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin in einer adaptierten
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Erwerbstätigkeit zu 67 % arbeitsfähig ist. Die Beschwerdegegnerin hat damit der
Bestimmung des Invaliditätsgrades in der angefochtenen Verfügung zu Recht die
gutachterliche Leistungsfähigkeitsbeurteilung zugrunde gelegt.
Zu prüfen ist im Weiteren die in der angefochtenen Verfügung vorgenommene
Invaliditätsbemessung. Diese hat mittels Einkommensvergleichs zu erfolgen.
3.4 Das Wartejahr im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG beginnt mit dem Eintritt der -
zeitlich und masslich genügenden - Arbeitsunfähigkeit, definiert als "Einbusse an
funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich" (BGE
130 V 99 E. 3.2 mit Hinweisen). Ausgehend davon, dass seit Mai 2008 eine mindestens
50 %ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit besteht (IV-act. 9-1), war
das Wartejahr mithin seit Mai 2009 erfüllt.
3.5 Für die Ermittlung des Einkommens, welches die Beschwerdeführerin ohne
Invalidität erzielen könnte (Valideneinkommen), ist entscheidend, was sie im Zeitpunkt
des möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte (BGE 129 V 222 E. 4.3.1).
Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von
sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Die
Beschwerdeführerin hat sich im August 2009 zum Rentenbezug angemeldet (IV-act.
1-9). Da der Rentenbeginn mithin im Februar 2010 anzusetzen wäre, sind bei einem
allfälligen Leistungsanspruch dem Einkommensvergleich die Lohnverhältnisse im Jahre
2010 zu Grunde zu legen. Die Beschwerdegegnerin hat in der angefochtenen
Verfügung das Valideneinkommen anhand des von der Arbeitgeberin am 29. Dezember
2009 angegebenen Bruttojahreslohns in der Zeit von 2005 bis 2008 in der Höhe von
Fr. 40'300.-- (3'100.-- x 13) ermittelt, welches die Beschwerdeführerin bei einem
Arbeitspensum von 100 % erzielt hätte (IV-act. 28). Die Beschwerdeführerin hat
angegeben, dass sie im Gesundheitsfall einer 100 %igen Erwerbstätigkeit nachgehen
würde (IV-act. 25). Zur Überprüfung der Frage der Unterdurchschnittlichkeit des
Valideneinkommens rechtfertigt es sich, einen statistischen Wert (Tabellenlohn) für
Chauffeure für das Jahr 2008 beizuziehen. Gemäss der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik lag das durchschnittliche
Bruttoeinkommen von Frauen, Position "Landverkehr" (60), Anforderungsniveau 3 (die
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Beschwerdeführerin hat sich in über 20 Jahren Tätigkeit im Transportbereich zweifellos
Berufs- und Fachkenntnisse erwerben können, so dass sich eine Einordnung im
Anforderungsniveau 3 rechtfertigt), privater Sektor, im Jahr 2008 bei Fr. 5'069.-- pro
Monat, entsprechend Fr. 60'828.-- pro Jahr (basierend auf 40 Arbeitsstunden pro
Woche; Tabelle TA1). Bezogen auf die betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit von
damals 42.7 Stunden macht dies Fr. 64'934.-- aus. Der Umstand also, dass die
Beschwerdeführerin eine Chauffeuse-Stelle mit unterdurchschnittlicher Entlöhnung
ausübt, ist überwiegend wahrscheinlich nicht darauf zurückzuführen, dass sie sich
freiwillig mit einem tieferen Lohn begnügen wollte, sondern dürfte invaliditätsfremde
Ursachen (insbesondere eingeschränkte Arbeitsplatzauswahl auf dem damals für die
Beschwerdeführerin, welche keine Berufserfahrung als Chauffeuse vorweisen konnte,
in Betracht kommenden regionalen Arbeitsmarkt; Möglichkeit zu stundenweiser und
flexibler Tätigkeit; Angst vor altersbedingter Arbeitslosigkeit; IV act. 43-2, 43-5, 21-3)
haben. Es rechtfertigt sich daher, von einem Valideneinkommen gemäss Tabellenlohn
2010 (Jahr des Einkommensvergleichs) auszugehen. Aus der LSE 2010, TA1, Position
49, Niveau 3, ist für Frauen ein Monatssalär von Fr. 5'051.-- ersichtlich. Das hieraus
errechnete Jahressalär von Fr. 60'612.-- basiert auf 40 Wochenstunden und ist auf die
betriebsübliche durchschnittliche branchenspezifische Arbeitszeit 2010, d.h. auf 42.8
Stunden, aufzurechnen, woraus sich ein Betrag von Fr. 64'855.-- ergibt.
3.6 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist grundsätzlich von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ -
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die
ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint
zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als
Soziallohn, gilt deshalb der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 135 V
297 E. 5.2). Ist kein effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine ihr an sich zumutbare
andere Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung
statistische Werte (Tabellenlöhne) beigezogen werden (BGE 129 V 472 E. 4.2.1,
Bundesgerichtsentscheid i/S C. vom 19. Juni 2008, 9C_81/2008). Die Tätigkeit als
Chauffeuse, welche die Beschwerdeführerin ausübt, entspricht nicht einer adaptierten
Tätigkeit gemäss Definition im orthopädischen Gutachten (IV-act. 43-6), insbesondere,
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weil die Arbeitstätigkeit auch Reinigungsarbeiten umfasst (IV-act. 18-7), welche nicht
im Sitzen ausgeführt werden können und deshalb nicht behinderungsadaptiert sind.
Zudem ist es nicht überwiegend wahrscheinlich, dass bei sämtlichen Fahrten stets die
Möglichkeit zu stündlichem Aufstehen und Gehen besteht und bei gelegentlichem Ein-
und Ausladen von Gepäck nie Lasten von über 10 kg gehoben werden müssen. Daher
rechtfertigt es sich vorliegend, für das Invalideneinkommen Tabellenlöhne für einfache
und repetitive Tätigkeiten beizuziehen. In diesem Zusammenhang ist festzustellen,
dass es der Beschwerdeführerin aufgrund der Erfüllung der IV-spezifischen
Schadenminderungspflicht durchaus zumutbar ist, für die Jahre bis zur altersbedingten
Pensionierung noch als Hilfsarbeiterin tätig zu sein. Bezüglich Verweistätigkeiten ist
auszuführen, dass die Beschwerdeführerin zwar darauf angewiesen ist, dass es eine
sitzende Tätigkeit, verbunden mit der Möglichkeit zu stündlichem Aufstehen und
Gehen, eine Tätigkeit ohne Lastenheben von über 10 kg sowie ohne Einnahme von
Zwangshaltungen von Kopf und Oberkörper sein muss (IV-act. 43-6). Diese
Voraussetzungen setzen ihr aber nicht so enge Grenzen, dass auf einem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt durchaus noch Einsatzmöglichkeiten für sie offen stehen
(vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S S. vom 5. September
2006, I 447/06; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b). Im Übrigen erzielt die Beschwerdeführerin
zwar ab 13. Mai 2008 bei der Firma D._ als Chauffeuse im Pensum von ca. 33 % (IV-
act. 18-2) ein Erwerbseinkommen (IV-act. 68, 18-8 f.). Gemäss Gutachter ist die
Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit aber zu 67 % arbeits- und
leistungsfähig. Die Beschwerdeführerin schöpft somit in ihrer jetzigen Tätigkeit ihre
verbliebene Restarbeitsfähigkeit nicht vollständig aus, weshalb beim Inva
lideneinkommen nicht auf das als Chauffeuse erzielte Einkommen abzustellen ist. Das
durchschnittliche Bruttoeinkommen von Frauen für einfache und repetitive Tätigkeiten
(Anforderungsniveau 4) im privaten Sektor lag im Jahr 2010 bei Fr. 52'790.-- (vgl. An
hang 2 der Textausgabe Invalidenversicherung, Gesetze und Verordnungen mit Quer
verweisen und Sachregister, Ausgabe 2012, S. 234, basierend auf der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung LSE des Bundesamtes für Statistik).
3.7 Die Beschwerdegegnerin hat vom Invalideneinkommen keinen sogenannten
"Leidensabzug" gewährt (IV-act. 55-2). Der als "Leidensabzug" bezeichnete Abzug hat
nichts mit dem Leiden an sich zu tun. Vielmehr sollen damit jene Nachteile
ausgeglichen werden, welche die versicherte Person bei der Anwendung statistischer
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Daten für das Invalideneinkommen erleidet. Die Invalidität bewirkt - neben der
Arbeitsunfähigkeit - auf den realen Arbeitsmarkt bezogen eine zusätzliche
Lohneinbusse. Denn die statistischen Tabellenlöhne werden auf der Grundlage von
Daten gesunder Arbeitnehmer erhoben. Solche Werte erreicht der invalide
Arbeitnehmer im Allgemeinen nicht. Vielmehr muss er in der Entwicklung des
Invaliditätseinkommens bzw. der Invalidenkarriere mannigfaltige Nachteile gewärtigen
(vgl. BGE 126 V 75 zum "Leidensabzug"). Im Hinblick auf die verschiedenen durch die
somatischen Einschränkungen bedingten Beeinträchtigungen, insbesondere der
qualitativen Arbeitsfähigkeit, hat sich das Spektrum der für die Beschwerdeführerin
noch in Frage kommenden Tätigkeiten erheblich verkleinert. Sodann ist die
Beschwerdeführerin aufgrund ihrer gesundheitlichen Beschwerden gegenüber einem
gesunden Konkurrenten für einen adaptierten Arbeitsplatz aus ökonomischer Sicht
benachteiligt, auch weil ein grösseres Risiko besteht, dass sie mehr
Krankheitsabwesenheiten haben könnte und sie weniger flexibel ist (z.B. in Bezug auf
Überstunden; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 25. November 2008
[9C_650/2008] E. 5.4). Da zudem ein (durch den spät in der Erwerbskarriere
notwendigen Branchenwechsel verursachten) erheblicher Dienstaltersnachteil besteht,
rechtfertigt es sich daher, einen Abzug von 10 % vorzunehmen. Das
Durchschnittseinkommen ist somit auf Fr. 47'511.-- herabzusetzen. Bei einer
Arbeitsfähigkeit von 67 % ergibt sich per 2010 ein zumutbares Invalideneinkommen
von Fr. 31'832.--.
3.8 Aus der Gegenüberstellung von Valideneinkommen von Fr. 64'855.-- und
Invalideneinkommen von Fr. 31'832.-- ergibt sich ein Invaliditätsgrad von rund 51 %.
4.
Ergibt sich, dass ohne Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in Frage steht,
so gehört zum Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung
den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" (vgl. UELI KIESER, ATSG-Kommentar,
2. Aufl., Zürich 2009, Vorbemerkungen N. 47) beachtet und eine allfällige Pflicht der
Beschwerdeführerin zu Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe. Denn wie
sich aus Art. 16 ATSG ergibt, ist der Einkommensvergleich zur Bemessung des Inva
liditätsgrades erst nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
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Eingliederungsmassnahmen vorzunehmen und hat die versicherte Person, wenn ohne
berufliche Massnahmen ein Rentenanspruch droht, die Pflicht, sich geeigneten und zu
mutbaren Eingliederungsmassnahmen zu unterziehen. Die Verwaltung ihrerseits hat die
Pflicht, vor dem Entscheid über die Rentenfrage von Amtes wegen alle Eingliederungs
möglichkeiten zu prüfen und hierüber zu entscheiden. Die Beschwerdegegnerin hat
den Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen mit Mitteilung vom
23. November 2009 verneint (IV-act. 23-1 f.). Da also eine verbindliche Mitteilung
betreffend die berufliche Eingliederung – und damit über die Erfüllung des Grundsatzes
der "Eingliederung vor Rente" – vorliegt, kann das Gericht diese Frage nicht prüfen; es
bleibt somit bei dem errechneten Invaliditätsgrad von 51 %.
5.
Bei einem Invaliditätsgrad von 51 % besteht folglich gemäss obiger E. 2.1, 3.4 und 3.5
und mit Blick auf Art. 29 Abs. 3 IVG ab 1. Februar 2010 ein Anspruch auf eine halbe
Rente der Invalidenversicherung.
6.
6.1 In Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom
12. September 2011 aufzuheben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1.
Februar 2010 eine halbe Rente zuzusprechen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- er
scheint als angemessen. Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.
6.3 Die Beschwerdeführerin hat bei Obsiegen Anspruch auf Ersatz der Parteikosten,
die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache
und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl.
auch Art. 98 ff. VRP). Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand angemessen
erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
bis
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39