Decision ID: 905927e5-44d0-4e9f-bc47-7044905b1e3f
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

I. Sachverhalt:
1. A._, Jahrgang 1964, wohnhaft in C._, war zum Zeitpunkt des
Unfallereignisses am 31. Dezember 2018 bei D._ als
Eventmanagerin angestellt und dadurch bei der B._ Versicherungen
AG obligatorisch unfallversichert. Gemäss Bagatellunfall-Meldung UVG
vom 31. Januar 2019 schlug sich A._ beim Aufbauen einer
Silvesterparty in einer Hütte den Kopf an einem Querbalken an, wobei es
einen Knacks im Nacken gab. Die Erstbehandlung erfolgte am 1. Januar
2019 im Center E._, wo durch den behandelnden Arzt Dr. med.
F._, Leitender Arzt, die Diagnose einer leichten HWS-Distorsion und
Schädelkontusion mit intermittierend whs. kombiniert kinematisch-
cervicogener Nausea bei vorbestehend mässigen degenerativen HWS-
Veränderungen gestellt wurde. Es bestand keine Arbeitsunfähigkeit. Die
B._ Versicherungen AG erbrachte für den Unfall vom
meteo31. Dezember 2018 die gesetzlichen Leistungen
(Heilbehandlungskosten). Am 18. Dezember 2019 begab sich A._
aufgrund von anhaltenden Nackenbeschwerden erneut in ärztliche
Behandlung.
2. Zur Prüfung der weiteren Leistungspflicht legte die B._
Versicherungen AG den Schadenfall ihrem beratenden Arzt Dr. med.
G._, Facharzt für Chirurgie FMH, vor. In seiner Beurteilung vom
10. Mai 2020 hielt dieser fest, dass für die anhaltenden Beschwerden
(muskuläre Verspannungen im Bereich des Nackens) nach dem
Unfallereignis vom 31. Dezember 2018 keine Kausalität zum
Unfallereignis bestünde. Es könne eine leichte Schädelprellung
angenommen werden, ebenfalls eventuell eine sehr leichte Zerrung im
Bereich der HWS. Der Status quo ante sei jedoch drei Wochen nach dem
Unfallereignis erreicht gewesen, die darüber hinaus anhaltenden
Beschwerden den muskulären Verspannungen geschuldet.
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3. Mit Verfügung vom 5. Juni 2020 stellte die B._ Versicherungen AG
die gesetzlichen Versicherungsleistungen aus der Unfallversicherung per
21. Januar 2019 ein, unter Verzicht auf eine Rückforderung bereits
erbrachter Versicherungsleistungen. Begründend führte sie im
Wesentlichen aus, dass die geltend gemachten Nackenbeschwerden
spätestens ab 21. Januar 2019 nicht mehr auf das Unfallereignis, sondern
vielmehr auf krankheitsbedingte Ursachen (muskuläre Verspannung)
zurückzuführen seien. Hierbei stützte sie sich auf die Beurteilungen des
beratenden Arztes Dr. med. G._ vom 10. Mai 2020.
4. Dagegen erhob A._ am 8. Juni 2020 Einsprache, die mit
Einspracheentscheid vom 25. November 2020 abgewiesen wurde.
5. Gegen diesen ablehnenden Entscheid erhob A._ (nachfolgend
Beschwerdeführerin) am 11. Januar 2021 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Sie beantragte, der
angefochtene Einspracheentscheid vom 25. November 2020 sei
aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der
Versicherten die gesetzlichen Unfall-Versicherungsleistungen
(Heilbehandlung) auch über den 21. Januar 2019 hinaus zu erbringen.
Eventualiter seien ergänzende medizinische Abklärungen vorzunehmen
und der Behandlungsabschluss der laufenden Behandlung
einzubeziehen. Begründend führte sie im Wesentlichen an, im Bericht des
Center E._ an die Beschwerdegegnerin vom 12. März 2020 und 26.
März 2020 habe die Assistenzärztin eine leichte HWS-Distorsion und
Schädelkontusion mit kombiniert kinematisch-cervicogener Nausea
diagnostiziert. Die Assistenzärztin habe anlässlich der Behandlung vom
1. Januar 2019 als Befunde Doppelbilder beidseits, eine Druckdolenz
HWS, jedoch frei beweglich, sowie als Röntgenbefund vorbestehende
degenerative Veränderungen HWS erhoben. Als Verdachtsdiagnose habe
sie Nackenbeschwerden mit Schmerz, Steifigkeitsgefühl oder nur
Schmerzhaftigkeit, keine somatischen Befunde und normale
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Beweglichkeit festgestellt. Zudem seien als Angaben der Versicherten
Übelkeit und Erbrechen nach mehr als 12 Stunden vermerkt worden. Zur
Behandlung der Beschwerden habe sie einen weichen Halskragen und die
Empfehlung zur beschwerdelimitierten Belastung sowie Verlaufskontrollen
beim Hausarzt erhalten. Sie habe sich an die Empfehlungen der
Assistenzärztin gehalten, eine Besserung der Symptome abgewartet und
auf spezifische Verlaufskontrollen beim Hausarzt verzichtet. Ab Mitte Mai
2019 sei sie wegen eines Zusammenbruchs krankgeschrieben und in
hausärztlicher wie auch psychiatrischer Behandlung gewesen; das
erlittene Schleudertrauma sei auch Thema gewesen und mit
Schmerzmitteln in Eigenmedikation behandelt worden. Im Sommer 2019
sei die Situation etwas besser gewesen, da sie aufgrund der
Krankschreibung sehr selten habe Autofahren müssen und keine
körperlichen Anstrengungen zu gewärtigen gehabt habe. Ab
Wiederaufnahme der Arbeit Ende Herbst 2019 sei sie arbeitshalber wieder
vermehrt Auto gefahren, womit auch die Nackenbeschwerden und die
Übelkeit wieder zugenommen hätten. Daher habe sie sich am
18. Dezember 2019 zur Verlaufskontrolle in die Klinik I._ begeben.
Mit Bericht vom 19. Dezember 2019 hätten die behandelnden Ärzte
persistierenden Schwindel und Myalgie Übergang HWS/BWS nach
Trauma vom 31. Dezember 2018 diagnostiziert. Als Befund sei nebst
anderem ein paravertebral links bestehender Muskelhartspann, welcher
nach oben zur Schulter ziehe, erhoben worden. Verordnet worden sei
vorerst Physiotherapie und bedarfsgerechte orale Analgesie mit
Eigenmedikation. Damit sei es zu einer weiteren Verbesserung der
Beschwerden gekommen. Sie habe gelernt, eine bessere Halshaltung zu
haben, was zu weniger Vermeidungshaltung geführt habe. Aufgrund des
Muskelaufbaus habe sie zudem weniger Schmerzen gehabt. Trotz
Übelkeit habe sie sich bei Passfahrten mit dem Auto weniger übergeben
müssen. Auf Nachfragen der Beschwerdeführerin hätten die Hausärztin,
die Krankenkasse J._ als auch die Physiotherapeutin bestätigt, dass
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sie seit Jahren und auch im Jahr 2018 keine Beschwerden an HWS oder
Nacken bzw. Verspannungen gehabt habe bzw. deswegen vorstellig
geworden sei. Auf die blosse Aktenbeurteilung des
Versicherungsmediziners Dr. med. G._ könne, da ihm die
Fachlichkeit als Chirurg abgehe, nicht abgestellt werden. Untersuchungen
bei den Spezialisten der K._ Klinik in Zürich am 2. November 2020
und 4. Januar 2021 hätten einen eindeutigen Zusammenhang der
anhaltenden Beschwerden mit dem Unfallereignis vom 31. Dezember
2018 ergeben. Zur Ausheilung der Unfallfolgen sei eine intensive
Physiotherapie verordnet worden. Da von Seiten der Ärzte noch kein
Behandlungsabschluss vorgesehen sei und sie von der ersten
physiotherapeutischen Behandlung, welche im März 2020 coronabedingt
habe abgebrochen werden müssen, namhaft profitiert habe, bestehe
derzeit noch keine ausreichende Grundlage für eine Leistungseinstellung.
Eine allfällige Leistungseinstellung könne vielmehr erst nach Einholen der
notwendigen ärztlichen Einschätzungen erfolgen.
6. Am 2. Februar 2021 schloss die B._ Versicherungen AG
(nachfolgend Beschwerdegegnerin) unter Verweis auf den angefochtenen
Einspracheentscheid vom 25. November 2020 auf Abweisung der
Beschwerde. Ergänzend führte sie an, die Aktenbeurteilung von Dr. med.
G._, Facharzt für Chirurgie FMH, vom 10. Mai 2020 sei beweiswertig.
Weder in den Untersuchungen noch mittels Röntgen hätten die
angegebenen Beschwerden ausreichend objektiviert werden können.
Schon bei der Erstuntersuchung am Tag nach dem Unfallereignis vom
31. Dezember 2018 hätten sich weitgehend unauffällige Verhältnisse
gezeigt. Die Beschwerdeführerin habe weder eine Commotio erlitten, noch
sei eine retrograde Amnesie berichtet worden. Für die anhaltenden
Beschwerden bestehe keine Kausalität zum Unfallereignis. Es könne eine
leichte Schädelprellung angenommen werden, ebenfalls eventuell eine
sehr leichte Zerrung im Bereich der HWS, diese seien jedoch spätestens
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nach drei Wochen abgeheilt gewesen. Die anhaltenden muskulären
Verspannungen im Nackenbereich seien nicht unfallkausal. Aus
medizinischer Sicht seien keine Brückensymptome vorhanden. Zwischen
der Erstkonsultation vom 1. Januar 2019, einen Tag nach dem Ereignis,
und der nächsten Konsultation am 18. Dezember 2019 in der Klinik
I._ sei nahezu ein Jahr ohne weitere ärztliche Konsultationen
vergangen, so dass für diese Zeitperiode keine echtzeitlichen Akten
hinsichtlich den von der Beschwerdeführerin angegebenen Beschwerden
vorlägen. Gemäss Aktenbeurteilung von Dr. med. G._ seien die über
den 21. Januar 2019 hinaus persistierenden Beschwerden überwiegend
wahrscheinlich nicht unfallbedingt. Damit erübrigten sich weitere
Abklärungen.
7. Die Beschwerdeführerin replizierte am 15. Februar 2021, wobei sie ihre
Rechtsbegehren leicht, in nicht rechtsrelevanter Weise, anpasste, indem
sie nebst der Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheides die
Abweisung der Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin vom 2. Februar
2021 beantragte und auf den Eventualantrag verzichtete. Sachverhaltlich
brachte sie teils veränderte, teils etwas ausführlichere Schilderungen als
in der Beschwerde vor: "Unfall 31.12.18. Spitaleinweisung 01.01.19 und
stationärer Aufenthalt mit Untersuchungen über sieben Stunden.
Diagnose von zwei Ärzten in unabhängigen Untersuchungen, der Patientin
gegenüber: Stauchung/Quetschung der Halswirbelsäule mit leichter
Hirnerschütterung, Schleudertrauma. Behandlungsanweisung der Ärzte:
Halsstütze tragen, sich schonen (arbeiten am Schreibtisch ok), bei Bedarf
Schmerzmittel. Da es Wochen oder sogar einige Monate dauern könne,
bis die Stauchung/Quetschung ausheilen würde, sei es nicht sinnvoll,
Behandlungen oder eine Therapie zu machen. Nur die Zeit könne das
heilen." Die Beschwerdeführerin reichte zusätzlich den Bericht der
K._ Klinik vom 7. Januar 2021 zu den Akten. Zur Begründung führte
sie im Wesentlichen an, dass sich die Beschwerdegegnerin bei ihrem
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Entscheid auf den alten unvollständigen Bericht und lediglich auf
Wahrscheinlichkeiten und Annahmen gestützt habe. So sei sie in ihrer
Vernehmlassung auf keinen der vorgebrachten Punkte oder auf die
vorgebrachten Beweise eingegangen; sie habe die beigebrachten
Beweise und Fakten nicht berücksichtigt, diese vielmehr als nichtig
abgetan. Auch habe Dr. med. G._ seinen Bericht nicht der Faktenlage
bzw. den aktuellen medizinischen Erkenntnissen angepasst, seine
Aktenbeurteilung beruhe auf Berichten, die nach über einem Jahr für die
Beschwerdegegnerin ausgestellt worden seien und nicht auf dem Bericht
vom 1. Januar 2019. Er habe seinen Bericht auf Annahmen basierend
ausgestellt und es unterlassen, die später beigebrachten Beweise und
Fakten zu verwenden, um einen aktualisierten Bericht zu erstellen.
Auffällig sei, dass er in seinem Bericht die Unfallfolgen häufig verniedliche
("unauffällige Verhältnisse, keine Commotio, keine retrograde Amnesie,
Annahme einer leichten Schädelprellung!, sehr leichte Zerrung,
vorbestandene muskuläre Verspannungen") und behaupte, es bestehe
keine Unfallkausalität. Seine Aussagen seien jedoch durch die
behandelnden Ärzte und die Krankenkasse widerlegt worden. Sie habe
ihrerseits alle Nachweise der Kausalität der Unfallfolgen erbracht.
8. Am 24. Februar 2021 hielt die Beschwerdegegnerin duplicando an ihrem
bisherigen Rechtsbegehren fest und vertiefte im Wesentlichen ihren
Standpunkt.
9. Mit Triplik vom 8. März 2021 vertiefte die Beschwerdeführerin im
Wesentlichen den bisherigen Standpunkt und nahm Stellung zur Duplik
der Beschwerdegegnerin. Sie führte an, dass nach dem Unfall sehr wohl
ärztliche Konsultationen stattgefunden hätten. So sei sie 2019 und 2020
bei verschiedenen Ärzten wegen Krankheit in Behandlung gewesen,
wobei das Schleudertrauma auch jeweils Thema gewesen sei und sie
dafür Schmerzmittel bekommen habe. Diese Behandlungen seien nicht
über die Beschwerdegegnerin abgerechnet worden, diese habe aber
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Einsicht in ihre Krankenakten bei der Krankenkasse gehabt, zudem habe
sie Bestätigungen betreffend die ärztlichen Behandlungen beigebracht. Da
es sich um eine Folgeuntersuchung aufgrund persistierender Unfallfolgen
gehandelt habe, habe sie auch keine Rückfallmeldung gemacht. Da die
Beschwerden trotz der vergangenen Zeit und des Tragens des
Halsstützkragens nicht gebessert hätten, habe sie sich zum Spezialisten
in die Klinik I._ begeben. Die verordnete Physiotherapie habe
zwischenzeitlich zu einer Verbesserung beigetragen. Nach deren
Beendigung hätten die Schmerzen indes wieder zugenommen, so dass
sie sich zur Untersuchung in die Klinik K._ habe begeben müssen,
wo ihr eine Langzeitphysiotherapie mit speziellem Training zur Entlastung
der Schmerzen verordnet worden sei. Der Neurologe habe in seinem
Bericht vom 7. Januar 2021 eindeutig festgehalten, dass die Beschwerden
ihren Ursprung im Unfall hätten. Eindeutig sei auch dessen Erklärung,
dass das postkontusionelle Syndrom ein organisches Psychosyndrom
infolge einer Gehirnerschütterung sei, das mit körperlichen und geistigen
Veränderungen einhergehen könne. Auch im Arztbericht des
Wirbelsäulenspezialisten der K._ Klinik vom 24. November 2020
würden die Unfallfolgen als Post-Concussion-Syndrom (PCS) gewertet.
Die Berichte der Spezialisten der K._ Klinik widerlegten damit die
Beurteilung des beratenden Arztes. Der Fall sei für die
Beschwerdegegnerin keineswegs drei Wochen nach dem Unfall
abgeschlossen gewesen, habe diese doch die Rechnung der Klinik
I._ vom 18. Dezember 2019 bezahlt, ohne mit ihr in Kontakt zu treten
und im Bewusstsein, dass ein Schleudertrauma nicht innert drei Wochen
abgeheilt sei. Erst nach Eingang der Rechnung für die Physiotherapie
habe die Beschwerdegegnerin den Fall rückwirkend schnell abschliessen
und sich dadurch ihrer Leistungspflicht entziehen wollen.
10. Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 16. März 2021 auf die Erstattung
einer Quadruplik.
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11. Mit unaufgeforderter Eingabe vom 27. März 2021 vertiefte die
Beschwerdeführerin erneut im Wesentlichen das bisher Vorgebrachte.
Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen
Einspracheentscheid vom 25. November 2020 sowie die übrigen Akten
wird, sofern erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 25. November 2020. Gemäss Art. 1 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m.
Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann
gegen einen Einspracheentscheid innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung
Beschwerde an das Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben
werden, in welchem die versicherte Person im Zeitpunkt der
Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Die Beschwerdeführerin wohnt
im Kanton Graubünden, womit die örtliche Zuständigkeit des
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden gegeben ist. Dessen
sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2
lit. a des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG;
BR 370.100). Als formelle und materielle Adressatin des angefochtenen
Einspracheentscheids ist die Beschwerdeführerin davon überdies berührt
und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen gerichtlicher
Überprüfung auf (Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht
eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 60 und 61 ATSG).
2. Strittig ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die aufgrund des Unfalls
vom 31. Dezember 2018 erbrachten Leistungen (Heilbehandlung) per
21. Januar 2019 eingestellt hat, unter Verzicht auf eine Rückforderung
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bereits erbrachter Versicherungsleistungen, oder ob sie über diesen
Zeitpunkt hinaus für Heilbehandlungskosten leistungspflichtig ist.
3.1. Die Unfallversicherung erbringt gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG grundsätzlich
Leistungen für Berufsunfälle, Nichtberufsunfälle und Berufskrankheiten.
Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte
schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den
menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Nach
Art. 10 Abs. 1 UVG hat der Versicherte Anspruch auf die zweckmässige
Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehandlung).
3.2.1. Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst
voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und der
Gesundheitsschädigung (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher
Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen
Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein
der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen
Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann.
Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige
oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt,
dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die
körperliche oder geistige Integrität des Versicherten beeinträchtigt hat, der
Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass
auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 147 V 161
E.3.2). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer
gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht,
ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das
Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines
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Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs
nicht (BGE 142 V 435 E.1, 129 V 177 E.3.1, 119 V 335 E.1 mit weiteren
Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts 8C_41/2022 vom 13. April 2022
E.3, 8C_102/2021 vom 26. März 2021 E.2, 8C_269/2017 vom
13. September 2017 E.4.1).
3.2.2. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein
adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 147 V 161 E.3.1). Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines
Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und
nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg
von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges
also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (vgl. BGE 146
V 51 E.2.2, 129 V 177 E.3.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_123/2018 vom
18. September 2018 E.3.2). Der Voraussetzung des adäquaten
Kausalzusammenhangs kommt die Funktion einer Haftungsbegrenzung
zu (BGE 129 V 177 E.3.3). Sie hat bei allen Gesundheitsschädigungen,
die aus ärztlicher Sicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als
natürliche Unfallfolgen gelten, Platz zu greifen. Die Frage der Adäquanz
ist eine Rechtsfrage, sie ist nicht von medizinischen Sachverständigen,
sondern vom Richter zu beurteilen (vgl. Urteile des Bundesgerichts
8C_15/2021 vom 12. Mai 2021 E.7.3, 8C_833/2016 vom 14. Juni 2017
E.5.2; SVR 2017 UV Nr. 41 S. 141).
3.2.3. Dabei spielt im Sozialversicherungsrecht die Adäquanz als rechtliche
Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang
ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich organisch objektiv
ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die
adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 138 V 248
E.4, 127 V 102 E.5b/bb). Anders verhält es sich bei natürlich
unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv ausgewiesenen
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Beschwerden. Hier ist bei der Beurteilung der Adäquanz vom
augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, und es sind je nachdem
weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen (BGE 134 V 109 E.2,
117 V 359 E.6). Nach der für psychische Fehlentwicklungen nach Unfall
erarbeiteten sogenannten Psycho-Praxis (BGE 140 V 356 E.3.2, 138 V
248 E.4, 134 V 109 E.2.1 und 6.1) werden diese Adäquanzkriterien unter
Ausschluss psychischer Aspekte geprüft, während nach der bei
Schleudertraumen und äquivalenten Verletzungen der Halswirbelsäule
(HWS) sowie Schädel-Hirntraumen anwendbaren sogenannten
Schleudertrauma-Praxis (BGE 117 V 359, präzisiert in BGE 134 V 109)
auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen
Komponenten verzichtet wird (BGE 134 V 109 E.2.1 mit Hinweisen; Urteil
des Bundesgerichts 8C_441/2010 vom 23. August 2010 E.3).
3.3. Hat ein Unfallversicherer die Unfallkausalität bejaht und Leistungen
erbracht, entfällt seine Leistungspflicht erst, wenn der gesundheitliche
Schaden nur noch ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht.
Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand,
wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder
aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf
eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später
eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (BGE 147 V 161 E.3.3; Urteil
des Bundesgerichts 8C_7/2022 vom 22. April 2022 E.5.1). Mit dem
Erreichen des Status quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlichkeit für
noch bestehende Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf
Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch
Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch
die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_781/2017 vom 21. September 2018 E.5.1). Ebenso
wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss
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das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen
eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht
allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen sein (Status quo sine vel ante; vgl. BGE 146 V 51 E.5.1;
Urteile des Bundesgerichts 8C_322/2020 vom 9. Juli 2020 E.3,
8C_689/2019 vom 9. März 2020 E.5.3, 8C_421/2018 vom 28. August
2018 E.3.2 [dazu SVR 2019 IV Nr. 9 S. 26]). Da es sich um eine
anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders als
bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher
Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht beim Versicherten, sondern
beim Unfallversicherer. Dabei muss nicht etwa der Beweis für unfallfremde
Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes
Leiden hat, ob es Krankheitsursachen, ein Geburtsgebrechen oder
degenerative Veränderungen sind, ist unerheblich. Entscheidend ist allein,
ob unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale
Bedeutung verloren haben, ob diese also dahingefallen sind (Urteil des
Bundesgerichts 8C_543/2020 vom 11. Dezember 2020 E.5.1). Ebenso
wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu
verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die
versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteile des
Bundesgerichts 8C_68/2020 vom 11. März 2020 E.3.2 und 8C_840/2019
vom 14. Februar 2020 E.3.2 mit weiteren Hinweisen).
3.4. Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch der kantonale
Sozialversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht; der Versicherungsträger und das im Streitfall angerufene
Gericht haben den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen
abzuklären (vgl. Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Bei der Beurteilung
der streitigen Fragen ist vorliegend der Sachverhalt zu berücksichtigen,
der sich bis zum Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids am 25.
November 2020 verwirklicht hat (BGE 142 V 337 E.3.2.2). Massgeblich ist
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dabei der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 141 V 15 E.3.1, 138 V 218 E.6).
Das Gericht hat dabei das gesamte Beweismaterial objektiv zu würdigen
und bei sich widersprechenden medizinischen Berichten die Gründe
anzugeben, warum es auf die eine oder andere medizinische These
abstellt (BGE 143 V 124 E.2.2.2, 125 V 351 E.3a). Der Beweis des
natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. von dessen Wegfall ist in erster
Linie mit den Angaben medizinischer Fachpersonen zu führen (Urteil des
Bundesgerichts 8C_80/2021 vom 7. Juli 2021 E.2.2, 8C_331/2015 vom
21. August 2015 E.2.2.3.1).
3.5. Soweit ersichtlich ist vorliegend unbestritten, dass die
Beschwerdegegnerin im Zusammenhang mit dem Ereignis vom
31. Dezember 2018 gesetzliche Versicherungsleistungen erbrachte, diese
aber mit Verfügung vom 5. Juni 2020 und Einspracheentscheid vom
25. November 2020 per 21. Januar 2019 eingestellt hat. Gestützt auf die
Beurteilung des beratenden Arztes Dr. med. G._ vom 10. Mai 2020
gelangte die Beschwerdegegnerin zum Schluss, dass der Status quo ante
per 21. Januar 2019 eingetreten war bzw. die geklagten
Nackenbeschwerden spätestens ab diesem Zeitpunkt nicht mehr auf das
Unfallereignis, sondern auf krankheitsbedingte Ursachen zurückzuführen
waren.
3.6. Nachfolgend gilt es somit zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht
auf die Beurteilungen des beratenden Arztes Dr. med. G._ vom
10. Mai 2020 abgestellt hat oder ob Indizien gegen die Zuverlässigkeit und
Schlüssigkeit dieser Beurteilung sprechen.
4.1. Der Unfall ereignete sich am 31. Dezember 2018 beim Aufbau einer
Silvesterparty, als die Beschwerdeführerin den Kopf an einem Querbalken
anschlug, wobei es im Genick oder Nacken "knackte" bzw. "knirschte" (es
existieren leicht unterschiedliche Versionen in den Akten: vgl. Akten der
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Beschwerdeführerin [Bf-act.] 3 [von Beschwerdeführerin korrigierte
Version], Bf-act. 4-1 und 9; Akten der Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 12).
Die Beschwerdeführerin gab an, etwas benommen gewesen zu sein, aber
trotzdem weiter gearbeitet zu haben, da der Schmerz sich in Grenzen
gehalten habe (vgl.
E-Mail der Beschwerdeführerin vom 28. Januar 2019, Bf-act. 9).
4.2. Da die Schmerzen zunahmen mit Nausea und einmaligem Erbrechen auf
der Autofahrt am Morgen des 1. Januar 2019 begab sich die
Beschwerdeführerin zur Erstbehandlung in das Center E._, wo sie
durch Dr. med. F._, Leitender Arzt, untersucht wurde (vgl. Bf-act. 1).
Die Diagnose lautete auf leichte HWS-Distorsion und Schädelkontusion
mit intermittierend whs. kombiniert kinematisch-cervicogener Nausea bei
vorbestehend mässigen degenerativen HWS-Veränderungen. Die
Befunde bei der Erstuntersuchung um 08:00 Uhr lauteten auf unauffällige
Hirnnerven bis auf Doppelbilder beidseits bei maximal seitlicher Position
bei der Überprüfung der Augenmotilität, Periphere Sens und Mot intakt,
Druckdolenz in der HWS, jedoch frei beweglich. Bei der Untersuchung um
09:00 Uhr etwas Druck im Kopf (wie zu enger Hutrand) sowie cervical
Verspannungsgefühl (wie ein Reif um den Nacken), keine Nausea mehr
und keine Diplopie mehr provozierbar. Die Beurteilung des Röntgenbildes
ergab keine Hinweise auf eine frische ossäre Läsion, keine Streckhaltung,
mässig ausgeprägte degenerative Veränderungen, v.a.
Uncovertebralarthrose C2/3 rechtsbetont. Die aktuelle Bewusstseinslage
ergab den Maximalwert GCS-Score 15, keine äusseren Verletzungen,
keine sonstigen Feststellungen oder Auffälligkeiten (auch Psyche).
(Lediglich) als vorläufige Verdachtsdiagnose wurden Nackenbeschwerden
mit Schmerz, Steifigkeitsgefühl oder nur Schmerzhaftigkeit, keine
somatischen Befunde und normale Beweglichkeit festgehalten. Als
Procedere wurde ein weicher Halskragen, beschwerdelimitiertes Schonen
und bei weiterbestehenden cervionuchalen Beschwerden gegebenenfalls
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eine Wiederholung des MRI in der I._ empfohlen (vgl. Bf-act. 1 und 3
sowie 4-1 ff.). Eine Arbeitsunfähigkeit bestand keine, der
Behandlungsabschluss im Center E._ erfolgte gleichentags am
1. Januar 2019 (vgl. Bf-act. 3).
4.3. Zwar wurden diese Berichte über die Erstbehandlung am 11. März 2020,
12. März 2020 und 26. März 2020 zeitlich nachverfasst, doch wurde ihr
Inhalt weder in der Einsprache noch in der Beschwerde moniert, im
Gegenteil, es wurde explizit darauf Bezug genommen (vgl. Einsprache
vom 8. Juni 2020, Bg-act. 24 S. 2 f. und S. 5; Beschwerde S. 2 f. und
S. 5 f.). Wenn die Beschwerdeführerin den Begriff der "Hirnerschütterung"
bzw. des "Schädel-Hirn-Traumas" einführt (vgl. E-Mail vom 28. Januar
2019 an die Arbeitgeberin, Bf-act. 9; Bericht Klinik I._ vom 19.
Dezember 2019, Bf-act. 6), so findet sich dieser nicht in den ärztlichen
Beurteilungen der Erstbehandlung am 1. Januar 2019, sondern erst im
Untersuchungsbericht der Klinik I._ im Dezember 2019 (vgl. Bf-act. 6
und 7), wonach die Beschwerdeführerin darüber "berichtet" hat. Im
Zeitraum dazwischen gab es unbestrittenermassen keine
unfallbezogenen Untersuchungen, so dass das Vorbringen der
Beschwerdeführerin, die entsprechenden (Kranken-)Akten seien vom
Versicherungsmediziner Dr. med. G._ nicht berücksichtigt worden,
ins Leere geht.
4.4.1. Am 1. Januar 2019 wurden eine leichte HWS-Distorsion und eine
Schädelkontusion diagnostiziert (vgl. Bf-act. 1), nicht aber eine Commotio
cerebri (Hirnerschütterung). Die Beschwerdeführerin selbst führte im E-
Mail vom 28. Januar 2019 aus, sie sei nach dem Anschlagen des Kopfes
"leicht benommen" gewesen, habe aber trotzdem weitergearbeitet, da der
Schmerz sich in Grenzen gehalten habe (vgl. Bf-act. 9). Damit – und auch
aufgrund sämtlicher ärztlicher Akten (vgl. dazu u.a. Bf-act. 4-1) – kann eine
(zumindest kurzzeitige) Bewusstlosigkeit ausgeschlossen werden, was
rechtsprechungsgemäss Voraussetzung für die Diagnostizierung einer
- 17 -
Commotio cerebri ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_41/2022 vom 13.
April 2022 E.3). Auch eine Amnesie für die Zeit der Verletzung und/oder
für die Zeit vor der Verletzung liegt nicht vor (vgl. Bf-act. 4-1, vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_14/2021 vom 3. Mai 2021 E.4.2.1). Die
Beschwerdeführerin zog sich damit keine Hirnerschütterung und
unbestrittenermassen keine organisch objektiv nachweisbare
Hirnverletzung zu. Nebst dem Tragen des Halskragens wurde der
Beschwerdeführerin eine Verlaufskontrolle beim Hausarzt (vgl. Bf-act. 4-
3) bzw. bei Beschwerdepersistenz ein MRI der HWS in der Klinik I._
empfohlen (vgl. Bf-act. 1 und 3). Es ist daher nicht nachvollziehbar, dass
die Beschwerdeführerin trotz angeblicher Beschwerden (vgl. Bf-act. 5) auf
deren Abklärung verzichtete und sich erst knapp ein Jahr nach dem
Unfallereignis erstmals und einmalig zu einer Verlaufskontrolle in die Klinik
I._ begab (vgl. Bf-act. 6 und 7). Der Befund der Verlaufskontrolle in
der Klinik I._ am 18. Dezember 2019 lautete auf HWS und BWS klopf-
und druckindolent; keine Stufenbildung palpabel; paravertebral links
Muskelhartspann, welcher nach oben zur Schulter zieht; endgradig freie
HWS-Beweglichkeit, Spurling-Test negativ, Radialis-Pulse beidseits
gleich gut tastbar; periphere Sensibilität und Motorik der oberen Extremität
intakt. Somit erachteten die Ärzte der Klinik I._ eine Bildgebung für
nicht notwendig. Sie verordneten einzig Physiotherapie und empfahlen
eine bedarfsgerechte orale Analgesie mit Eigenmedikament (vgl. Bf-act. 6
und 7).
4.4.2. Die Diagnose der beurteilenden Ärzte der Klinik I._ lautete auf
persistierenden Schwindel und Myalgie Übergang HWS/BWS nach
Trauma vom 31. Dezember 2018. Zum Begriff "Trauma" ist mit der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung festzuhalten, dass der Begriff
"posttraumatisch" im medizinischen Sprachgebrauch zwar häufig
gleichbedeutend mit "unfallkausal" verwendet, nach üblichem, allgemein
geläufigem Sprachverständnis der Ausdruck "post" oft aber doch auch mit
- 18 -
der zeitlichen Abfolge – unter Ausschluss des Verhältnisses von Ursache
und Wirkung – in Verbindung gebracht wird. Vor diesem Hintergrund ist in
jedem Einzelfall zu prüfen, welche Bedeutung den Begriffen "post" resp.
"posttraumatisch" beizumessen ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts
8C_555/2018 vom 17. Oktober 2018 E.4.1.1 und 8C_524/2014 vom
20. August 2014 E.4.3.3 mit Hinweisen). Insoweit die Arztpersonen der
Klinik I._ in der erstmaligen Verlaufskontrolle ein knappes Jahr nach
dem Ereignis den Begriff "nach Trauma" verwenden, kann daraus nicht
eine eindeutig die Kausalität betreffende Aussage gelesen, sondern kann
mindestens ebensogut auf eine zeitliche Beschreibung der im Nachgang
zum Ereignis persistierenden Beschwerden geschlossen werden.
4.4.3. Die in der Verordnung zur Physiotherapie vom 18. Dezember 2019
enthaltene Diagnose einer Myalgie HWS und belastungsabhängigen
Schwindels und Nausea bei St.n. "Commotio cerebri" am 31. Dezember
2018 (vgl. Bf-act. 7) muss auf die Beschreibung der Beschwerdeführerin
zurückgehen (vgl. Bf-act. 6), findet sich doch in den Akten keine
echtzeitliche Diagnostizierung einer "Commotio Cerebri"
(Gehirnerschütterung; Schädel-Hirn-Trauma 1. Grades; vgl. dazu
https://www.pschyrembel.de/Commotio%20cerebri /K055H/doc/;
https://flexikon.doccheck.com/de/Commotio_cerebri, jeweils zuletzt
besucht am 31. Mai 2022), sondern einzig einer Schädelkontusion. Eine
Schädelkontusion ist weniger gravierend als eine Gehirnerschütterung. Mit
einer Gehirnerschütterung einher gehen symptomatisch ein
kurzdauernder Bewusstseinsverlust, Amnesie, Kopfschmerzen,
Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit (vgl.
dazu z.B. https://flexikon.doccheck.com/de/Commotio_cerebri, zuletzt
besucht am 31. Mai 2022). Die Beschwerdeführerin machte keinen
Bewusstseinsverlust und keine Amnesie (irgendwelcher Art) geltend und
es finden sich in den Akten auch keine Hinweise darauf, so dass – wie in
Erwägung 4.4.1. hiervor bereits ausgeführt – davon auszugehen ist, dass
- 19 -
die Beschwerdeführerin keine Gehirnerschütterung erlitten hat. Aufgrund
des Gesagten kann mit dem Bericht der Klinik I._ vom 19. Dezember
2019 über die Konsultation vom 18. Dezember 2019 jedenfalls keine
Kausalität der geltend gemachten Beschwerden mit dem Unfallereignis
vom 31. Dezember 2018 begründet werden bzw. vermag dieser Bericht
die versicherungsmedizinische Beurteilung von Dr. med. G._ nicht in
Zweifel zu ziehen.
4.4.4. Auch aus den Daten der UVG-Schadensmeldung vom 31. Januar 2019
sowie den Arztzeugnissen über die Erstbehandlung am 1. Januar 2019
vom März 2020 kann die Beschwerdeführerin nichts zu ihren Gunsten
ableiten. Welche aktuellen medizinischen Unterlagen/Abklärungen die
Beschwerdegegnerin nicht berücksichtigt und geprüft haben soll (vgl.
Replik S. 2 f.), tut die Beschwerdeführerin nicht substanziiert dar und sie
legt auch keine solchen Unterlagen ins Recht. Sie selbst führt aus, erst mit
der Verlaufskontrolle in der Klinik I._ die Beschwerden aus dem
Unfallereignis weiter abgeklärt zu haben. Dass der beratende Dr. med.
G._ weder bei der Hausärztin, noch bei der behandelnden
Psychiaterin oder Physiotherapeutin nachfragt hat, tut seiner
Einschätzung keinen Abbruch, wäre die Beschwerdeführerin doch
aufgrund ihrer Mitwirkungspflicht gehalten gewesen, eine entsprechende
Dokumentation beizubringen, was sie im Verwaltungsverfahren bis zum
angefochtenen Einspracheentscheid nicht tat. Auch im
Beschwerdeverfahren brachte sie diesbezüglich keine neuen Akten ein.
4.4.5. Die Beschwerdegegnerin hat gestützt auf die Bagatellunfall-Meldung UVG
den Versicherungsfall eröffnet und ist für die Heilbehandlungskosten
aufgekommen, aktenkundig zumindest bis zur Untersuchung in der Klinik
I._ am 18. Dezember 2019. Ein Fallabschluss ergeht, wenn von der
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustandes der Versicherten mehr erwartet werden kann und
allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV)
- 20 -
abgeschlossen sind (Art. 19 UVG). Wenn die Beschwerdeführerin
vorbringt, im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 21. Januar 2019 sei
sie noch in physiotherapeutischer Behandlung gestanden, weshalb die
Beschwerdegegnerin zu Unrecht einen medizinischen Endzustand
angenommen habe, ist dem zunächst entgegenzuhalten, dass bei der
Prüfung der Adäquanz nach der Praxis zu den psychischen Unfallfolgen
(vgl. BGE 115 V 133) der Umstand, dass die Beschwerdeführerin von
weiterer Physiotherapie hätte profitieren können, praxisgemäss nicht
genügt, um den Fallabschluss hinauszuzögern (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_812/2021 vom 17. Februar 2022 E.7.2). Auch der
weitere aktenmässige Verlauf mit der ersten Verlaufskontrolle in der Klinik
I._ im Dezember 2019 lässt nicht darauf schliessen, dass der
Fallabschluss per 21. Januar 2019 verfrüht vorgenommen wurde, zumal
von der Klinik I._ eine weitere Bildgebung nicht für notwendig erachtet
wurde, vielmehr eine konservative Behandlung mit Physiotherapie und
bedarfsgerechter oraler Analgesie mit Eigenmedikament verordnet wurde
(vgl. Bf-act. 6).
4.5.1. Am 10. Mai 2020 verfasste der von der Beschwerdegegnerin beigezogene
Dr. med. G._, Facharzt für Chirurgie FMH, Vertrauensarzt SGV und
SIM-Gutachter, seine Aktenbeurteilung (vgl. Bf-act. 8-4 ff. = Bg-act. 15).
Wenn die Beschwerdeführerin die fachliche Qualifikation von Dr. med.
G._ als Facharzt in Chirurgie für die in Frage stehenden
Beschwerden anzweifelt, so wird darauf hingewiesen, dass sich die
Chirurgie gemäss Schweizerischem Institut für ärztliche Weiter- und
Fortbildung FMH (SIWF) mit den konservativ und operativ zu
behandelnden chirurgischen Erkrankungen und Verletzungen beschäftigt
und der Chirurg bei der Behandlung den ganzen Menschen mit allen
medizinischen, sozialen, ethischen und ökonomischen Folgen seiner
Krankheit oder Verletzung berücksichtigt. Ziel der Weiterbildung zum
Facharzt für Chirurgie ist die Befähigung zur selbständigen sowie
- 21 -
eigenverantwortlichen Beurteilung und Versorgung häufiger chirurgischer
Erkrankungen, Verletzungen und anderer Notfallsituationen. Der Facharzt
für Chirurgie muss insbesondere im Rahmen von multidisziplinären Teams
seine Fachkompetenz einbringen können (siehe dazu
https://www.siwf.ch/weiterbildung/facharzttitel-und-
schwerpunkte/chirurgie.cfm ; besucht am 31. Mai 2022). Die Zweifel der
Beschwerdeführerin an der notwendigen fachlichen Qualifikation des
beratenden Dr. med. G._ sind somit widerlegt.
4.5.2. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob
dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt,
in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung
der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a mit
Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 8C_41/2022 vom 13. April 2022 E.3).
Arztberichte unterliegen wie sämtliche Beweismittel in
sozialversicherungsrechtlichen Verfahren der freien Beweiswürdigung
(Art. 61 lit. c ATSG). Gemäss Rechtsprechung ist auch ein medizinischer
Aktenbericht beweiskräftig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über
Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten
unbestritten sind; der Untersuchungsbefund muss lückenlos vorliegen,
damit der Berichterstatter imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen
Unterlagen ein vollständiges Bild zu verschaffen (vgl. Urteile des
Bundesgerichts 8C_812/2021 vom 17. Februar 2022 E.5.2, 8C_527/2020
vom 2. November 2020 E.3.2, 8C_322/2020 vom 9. Juli 2020 E.3 mit
weiteren Hinweisen, 8C_397/2019 vom 6. August 2019 E.4.3 mit weiteren
Hinweisen). Die Aktenbeurteilung von Dr. med. G._ vom 10. Mai
2020 untersteht der freien Beweiswürdigung, wobei er als beratender Arzt
bezüglich Beweiswert den Versicherungsmedizinern gleichgestellt ist.
- 22 -
Deren Berichten und Gutachten kommt nach der Rechtsprechung
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen
ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E.3b/ee mit Hinweis). Trotz
dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten
versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht
dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach
Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten
unabhängiger Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne
Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, sind an die
Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur
geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende
Abklärungen vorzunehmen (vgl. BGE 145 V 97 E.8.5, 142 V 58 E.5.1, 139
V 225 E.5.2; 135 V 465 E.4.4; vgl. Urteile des Bundesgerichts
8C_355/2021 vom 25. November 2021 E.3.2, 8C_234/2021 vom
12. August 2021 E.3.2, 8C_143/2021 vom 7. Juni 2021 E.2.4 mit
Hinweisen).
4.5.3. Den Schluss eines vollen Beweiswerts lässt die Aktenbeurteilung von
Dr. med. G._ ohne weiteres zu. Wenn sich die Beschwerdeführerin
daran stösst, dass er als Diagnose zusätzlich zu den in der
Erstuntersuchung vom 1. Januar 2019 genannten Schädelkontusion
(Schädelprellung) und HWS-Distorsion die muskulären Verspannungen
im Bereich des Nackens erwähnt (vgl. Bf-act. 8-5 = Bg-act. 15 S. 3), so
gereicht dies der Beschwerdeführerin nicht zum Nachteil und tut dies dem
Beweiswert seiner Einschätzung keinen Abbruch. Auch seine Beurteilung,
dass weder in den Untersuchungen noch mittels Röntgen die
angegebenen Beschwerden ausreichend objektiviert werden konnten und
dass sich schon bei der Erstuntersuchung am nächsten Tag
weitestgehend unauffällige Verhältnisse zeigten, dass die
- 23 -
Beschwerdeführerin keine Commotio erlitten habe und eine retrograde
Amnesie nicht berichtet wird, ist – gemäss Aktenlage – schlüssig,
nachvollziehbar begründet, widerspruchsfrei und es bestehen keine
Indizien gegen deren Zuverlässigkeit. Gleiches gilt für die Verneinung der
Kausalität zum Unfallereignis für die anhaltenden Beschwerden über den
21. Januar 2019 (drei Wochen nach Unfallereignis) hinaus (Erreichen des
Status quo ante), zumal eine leichte Schädelprellung und eine sehr leichte
HWS-Zerrung vorgelegen haben (vgl. Bf-act. 8-5 f.). Ob der natürliche
Kausalzusammenhang über den 21. Januar 2019 hinaus noch vorlag,
kann letztlich gar offenbleiben, ist doch der adäquate
Kausalzusammenhang – wie nachfolgend (siehe Erwägung 4.7)
ausgeführt wird – zu verneinen.
4.5.4. Wenn die Beschwerdeführerin geltend macht, Dr. med. G._ habe sie
nicht persönlich untersucht, weshalb auf seine Beurteilung nicht abgestellt
werden könne, ist dem entgegen zu halten, dass nicht auf eigenen
Untersuchungen der versicherten Person beruhende
versicherungsärztliche Stellungnahmen beweiskräftig sein können, sofern
ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die
Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht,
mithin die direkte fachärztliche Befassung mit der versicherten Person in
den Hintergrund rückt (Urteile des Bundesgerichts 8C_812/2021 vom
17. Februar 2022 E.5.2, 8C_582/2021 vom 11. Januar 2022 E.8.2,
8C_239/2008 vom 17. Dezember 2009 E.7.2; SVR 2010 UV Nr. 17 S. 63).
Angesichts des dem beratenden Arztes Dr. med. G._ vorliegenden
lückenlosen Befunds der Erstkonsultation am 1. Januar 2019 im Center
E._ und der Verlaufskontrolle in der Klinik I._ vom 18. Dezember
2019 konnte Dr. med. G._ vertretbarerweise auf eine Untersuchung
der Beschwerdeführerin verzichten. Die Beschwerdeführerin war denn
auch nie arbeitsunfähig und die indizierte Behandlung stets konservativ
(Halskragen, Schonung, Physiotherapie, orale Analgesie mit
- 24 -
Eigenmedikament), so dass Dr. med. G._ den an sich feststehenden
medizinischen Sachverhalt beurteilen konnte.
4.6.1. Rechtsprechungsgemäss kann offengelassen werden, ob ein natürlicher
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den geltend
gemachten Beschwerden erfüllt ist, wenn ohnehin der adäquate
Kausalzusammenhang nicht erfüllt ist (BGE 147 V 207 E.6.1 [Praxis
6/2021 S. 699 ff.] mit Hinweisen auf BGE 135 V 465 E.5.1). Gemäss der
Rechtsprechung genügt ein Schädel-Hirntrauma, das höchstens den
Schweregrad einer Commotio cerebri – nicht im Grenzbereich zu einer
Contusio cerebri – erreicht, grundsätzlich nicht für die Anwendung der
Adäquanzbeurteilung gemäss der Schleudertrauma-Praxis (Urteile des
Bundesgerichts 8C_66/2021 vom 6. Juli 2021 E.5.3.1, 8C_632/2018 vom
10. Mai 2019 E.7.2.2; SVR 2019 UV Nr. 41 S. 155). Während die
Beschwerdegegnerin die Frage der adäquaten Unfallkausalität der hier
streitigen Beschwerden nach der HWS-Praxis, d.h. der Schleudertrauma-
Praxis, verneinte, ist nach Ansicht des streitberufenen Gerichts die
adäquate Unfallkausalität der hier streitigen Beschwerden gegebenenfalls
nach der Praxis zu den psychischen Fehlentwicklungen nach einem
Unfall, d.h. der Psycho-Praxis, zu beurteilen, mithin unter Ausschluss
psychischer Aspekte des Gesundheitsschadens (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 8C_812/2021 vom 17. Februar 2022 E.6.2 mit Hinweisen
auf BGE 140 V 356 E.3.2, 115 V 133 E.6c/aa). Im Rahmen der
Adäquanzprüfung ist als Erstes die Schwere des Unfalls vom
31. Dezember 2018 zu bestimmen. Diese ist aufgrund des augenfälligen
Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu
beurteilen. Irrelevant sind die Unfallfolgen oder Begleitumstände, die nicht
direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können. Solchen
Faktoren ist gegebenenfalls bei den Adäquanzkriterien Rechnung zu
tragen (Urteil des Bundesgerichts 8C_812/2021 vom 17. Februar 2022
E.8.1 mit Hinweisen auf BGE 140 V 356 E.5.1; Urteil des Bundesgerichts
- 25 -
8C_582/2021 vom 11. Januar 2022 E.11.1). Für die Beurteilung der
Schwere ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom
augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenommen
wurde: banale bzw. leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits
und schliesslich der dazwischenliegende mittlere Bereich. Bei leichten
Unfällen wie z.B. einem gewöhnlichen Anschlagen des Kopfes kann der
adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und nachfolgenden
Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden, weil
aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung, aber auch unter Einbezug
unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass
ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen
Gesundheitsschaden zu verursachen (BGE 117 V 369 E.4).
4.6.2. Vorliegend ist über das eigentliche Unfallgeschehen bekannt, dass die
Beschwerdeführerin bei Arbeiten für den Silvesterschlittelplausch den
Kopf an einem Querbalken angeschlagen hat, mit Knacken im Genick
bzw. Nacken (vgl. Bf-act. 9, Bg-act. 1 und 12). Im Dokumentationsbogen
der Beschwerdegegnerin schilderte die Beschwerdeführerin den
Unfallhergang dahingehend, dass sie am 31. Dezember 2018 mehrmals
bei der Arbeit im Freien den Kopf frontal am Holzbrett angeschlagen habe,
einmal mit heftigem "Knirschen" im Nacken (vgl. Bf-act. 4-1). Laut
Bagatellunfall-Meldung UVG der Arbeitgeberin bzw. von deren
Treuhänderin hat die Beschwerdeführerin mit Aufbauen einer
Silvesterparty in einer Hütte den Kopf an einem Querbalken
angeschlagen. Es gab einen Knacks im Nacken (vgl. Bg-act. 1). Die
Beschwerdeführerin selbst beschrieb den Unfallhergang im E-Mail vom
28. Januar 2019 an ihre Arbeitgeberin so, dass sie sich beim Material-
Aufbau für den Silvesterschlittelplausch den Kopf am Holzbrett des
Durchgangs vom Windfang gestossen habe. Sie sei beim Aufbau der
Musikanlage gewesen. Dazu habe sie sich in die Schlittelhütte begeben,
um Material zu holen und Kabel zu verlegen. Wegen des vielen Schnees,
- 26 -
der lag, sei der Durchgang zur und von der Hütte nur ca. 160 cm hoch und
der Querbalken genau auf ihrer Stirnhöhe gewesen. Während des
Arbeitens sei sie aus der Hütte im Eiltempo dem Durchgang entgegen
gelaufen und da der Querbalken nicht in ihrem Sichtfeld gewesen sei, sei
sie mit voller Wucht mit der Stirn hineingelaufen. Es habe einen Knacks
im Nacken gegeben und sie sei etwas benommen gewesen. Trotzdem
habe sie weiter gearbeitet, da sich der Schmerz in Grenzen gehalten habe
(vgl. Bf-act. 9). Dieses Unfallgeschehen des Anschlagens des Kopfes an
einem Holzbalken beim Durchlaufen eines Durchgangs ist als
Bagatellunfall zu qualifizieren und damit als leichter Unfall, so dass die
adäquate Unfallkausalität des organisch objektiv nicht nachweisbaren
Gesundheitsschadens der Beschwerdeführerin zu verneinen ist (BGE 117
V 369 E.4.b). Damit kann offen bleiben, ob die natürliche Unfallkausalität
gegeben ist (BGE 147 V 207 E.6.1 [Praxis 6/2021 S. 699 ff.] mit Hinweisen
auf BGE 135 V 465 E.5.1). Die Leistungseinstellung per 21. Januar 2019
ist somit in keiner Weise zu beanstanden.
4.6.3. Daran ändern auch die zwei Beurteilungen der K._ Klinik vom
24. November 2020 resp. 7. Januar 2021 (vgl. Bf-act. 11 und 16), welche
die Beschwerdeführerin im Rahmen des Beschwerdeverfahrens beibringt,
und die die Beschwerden "am ehesten i.R. eines chronifizierten
postkontusionellen Syndroms" interpretieren, nichts. Diese Beurteilungen
konnten von der Beschwerdegegnerin bis zum angefochtenen
Einspracheentscheid nicht berücksichtigt werden (erstere ging frühestens
am Tag des Erlasses des angefochtenen Einspracheentscheids bei der
Beschwerdeführerin ein) und sind allein aufgrund des Zeitablaufs
(minus/plus zwei Jahre nach dem Unfallereignis) für die
Kausalitätsbeurteilung unbehelflich. Das postkontusionelle Syndrom ist
ein Synonym des postkommotionellen Syndroms, welches per
definitionem ein organisches Psychosyndrom infolge einer
Gehirnerschütterung ist (siehe dazu Gerichtsbeilagen sowie elektronisch:
- 27 -
https://flexikon.doccheck.com/de/Postkontusionelles_Syndrom;
https://www.icd-code. de/suche/icd/code/F07.-.html?sp=SF07.2; jeweils
zuletzt besucht am 31. Mai 2022). Eine Gehirnerschütterung wurde – wie
bereits ausgeführt – nicht diagnostiziert, sondern – so muss aufgrund der
Aktenlage angenommen werden – von der Beschwerdeführerin begrifflich
eingeführt und kolportiert. Da der natürliche Kausalzusammenhang
mangels Adäquanz ohnehin offen gelassen werden kann, vermögen auch
die Beurteilungen der K._ Klinik von November 2020 resp. Januar
2021 – möchte man sie denn überhaupt berücksichtigen – am Ergebnis
nichts zu ändern.
4.7. Was den Beweisantrag der Beschwerdeführerin auf Parteibefragung
anbelangt, kann das Gericht darauf verzichten, wenn es anhand der
vorliegenden Unterlagen den Sachverhalt als hinreichend abgeklärt
erachtet. Da von einer Parteibefragung vorliegendenfalls angesichts des
ausführlichen Schriftenwechsels keine entscheidwesentlichen
Erkenntnisse zu erwarten sind, kann in antizipierter Beweiswürdigung
darauf verzichtet werden (BGE 144 V 361 E.6.5, 136 I 229 E.5.3; vgl. Urteil
des Bundesgerichts 8C_754/2019 vom 6. Februar 2020 E.5.3).
4.8. Im Ergebnis ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 25. November
2020 nicht zu beanstanden und die Beschwerde somit abzuweisen.
5. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG sind Verfahren vor dem kantonalen
Versicherungsgericht bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig,
wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Art. 105 ff. UVG
sehen keine generelle Kostenpflicht vor. Damit sind
unfallversicherungsrechtliche Beschwerdeverfahren über Leistungen in
der Regel kostenlos. Vorbehalten bleibt die Kostenauflage infolge – in
casu nicht vorliegenden – mutwilligen oder leichtsinnigen Verhaltens
(Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis in fine ATSG). Es sind daher keine
- 28 -
Kosten zu erheben. Ein Parteikostenersatz steht der obsiegenden
Beschwerdegegnerin gemäss Art. 61 lit. g ATSG nicht zu.