Decision ID: 55647946-9517-49be-b3c4-964ce6b05195
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ war von 2008 bis 2010 als selbständiger Zimmermann bei der von ihm
geführten B._ tätig (vgl. act. G 3.6). Am 26. Juli 2010 meldete er sich unter Hinweis
auf starke Rückenschmerzen bei der Invalidenversicherung des Fürstentums
Liechtenstein (FL), IV-Stelle, an und beantragte Berufsberatung bzw. eine Umschulung
auf eine neue Tätigkeit (IV-act. 21, 32, vgl. auch IV-act. 12-15). Bereits im Jahr 2007
hatten die behandelnden Ärzte bei einer seit Jahren bestehenden
Rückenschmerzproblematik ein chronisches lumbovertebrales bis
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom diagnostiziert. Im November 2007 war in
diesem Zusammenhang im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) eine Diskushernien-
Operation L3/4 rechts durchgeführt worden. Im Februar 2009 war der Versicherte
zudem in der Klinik Valens in ambulanter Therapie gewesen (IV-act. 3 ff.).
A.b Im März 2010 war der Versicherte aufgrund einer vermehrten
Kreuzschmerzsymptomatik erneut im KSSG vorstellig geworden. Daraufhin waren am
21. April und 9. Juli 2010 Facettengelenksinfiltrationen erfolgt (IV-act. 9, 17). Im August
2010 berichteten die behandelnden Ärzte des KSSG sowie der Hausarzt des
Versicherten, Dr. med. C._, Facharzt für Innere Medizin, der IV-Stelle FL, dass ab 9.
Juli 2010 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als
Zimmermann bestehe. Eine rückenschonende, wechselbelastende Tätigkeit erachteten
die Ärzte als ganztägig zumutbar. Sie empfahlen die Umschulung auf eine nicht
rückenbelastende Tätigkeit (IV-act. 22, 29, 35). In der Folge wurde der Versicherte von
der IV-Stelle FL im Rahmen von beruflichen Massnahmen bei der Wiedereingliederung
unterstützt (vgl. IV-act. 36 ff.).
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A.c Am 27. Januar 2011 erfolgte im KSSG bei Diagnose einer Lumboischialgie rechts
bei degenerativen LWS-Veränderungen mit Spondylarthrose und Osteochondrose L3-
S1 eine weitere Rückenoperation (vgl. IV-act. 41, 43, 45, 52 ff.). Am 6. Juli 2011
berichtete Dr. C._ der IV-Stelle FL, dass eine rückenschonende wechselbelastende
Tätigkeit wieder im Rahmen von zwei bis drei Stunden pro Tag zumutbar sei (IV-act.
56, vgl. auch IV-act. 49-1). In der Folge übernahm die IV-Stelle FL die Kosten für eine
zweijährige berufsbegleitende Umschulung zum technischen Kaufmann mit
eidgenössischem Fachausweis bei der Migros Klubschule beginnend ab Oktober 2011
(IV-act. 64 ff.).
A.d Ab dem 26. Juni 2012 war der Versicherte neben dieser Umschulung bei der
B._, in Z._ als „Head of Prototyping“, angestellt und dadurch bei der Columna
Sammelstiftung Client Invest berufsvorsorgeversichert (IV-act. 85, 91, 136, act. G 1.3).
Die IV-Stelle FL gewährte der Arbeitgeberin in den ersten drei Monaten des
Arbeitsverhältnisses Einarbeitungszuschüsse (vgl. IV-act. 71). Am 14. November 2012
wurde der Versicherte ein weiteres Mal im KSSG am Rücken operiert (IV-act. 88).
Nachdem er in der Folge durchgehend zwischen 50% und 100% arbeitsunfähig war,
kündigte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis am 25. Februar 2013 per 31. Mai 2013
(IV-act. 86, 136-15).
B.
B.a Am 5. Juni 2013 meldete sich der Versicherte bei der IV-Stelle FL zum Bezug einer
Invalidenrente an (IV-act. 97). Im Juli 2014 wurde er im Auftrag der IV-Stelle FL (vgl. IV-
act. 110, 112) in der Klinik Valens rheumatologisch und psychiatrisch begutachtet. Im
bidisziplinären Gutachten vom 28. August 2014 (IV-act. 118) hielten die
Sachverständigen als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit insbesondere
ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom sowie intermittierende
Kniegelenksbeschwerden beidseits fest. Aus interdisziplinärer Sicht bestehe in der
angestammten Tätigkeit als Zimmermann eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die letzte
Tätigkeit bei der B._ entspreche einer wechselbelastenden leichten Tätigkeit. Eine
solche angepasste, wechselbelastende leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne
häufiges Knien und Stehen am Ort sowie ohne hochrepetitive Gewichtsbelastungen sei
dem Versicherten in einem ganztägigen Arbeitspensum mit zusätzlichen Pausen von
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2.5 Stunden pro Tag zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht ergäben sich keine
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 118-20 ff.).
B.b Mit Verfügung vom 11. Mai 2015 sprach die IV-Stelle FL dem Versicherten bei
einem Invaliditätsgrad von 54% eine halbe Invalidenrente ab 1. Juni 2013 zu (IV-act.
130-5 ff).
B.c Am 21. Mai bzw. 24. September 2015 verneinte die Columna Sammelstiftung
Client Invest ihre Leistungspflicht (act. G 3.4 f. im Verfahren BV 2016/5).
B.d Mit Verfügung vom 11. Dezember 2015 sprach die Schweizer IV-Stelle für
Versicherte im Ausland (IVSTA) dem Versicherten ab 1. Dezember 2013 bei einem
Invaliditätsgrad von 55% eine halbe Invalidenrente zu. Ab 1. Juli 2011 würde ein
Anspruch auf eine halbe Invalidenrente, ab 1. Februar 2013 auf eine ganze Rente und
ab 1. Juni 2013 wiederum auf eine halbe Rente bestehen. Da der Antrag am 5. Juni
2013 gestellt worden sei, könne die Rente frühestens ab 1. Dezember 2013
ausgerichtet werden (IV-act. 145, 147).
C.
C.a Am 21. April 2016 erhob der Versicherte (nachfolgend: Kläger) Klage gegen die
Columna Sammelstiftung Client Invest (nachfolgend: Beklagte) mit dem
Rechtsbegehren, die Beklagte sei zu verpflichten, ihm beginnend ab 1. November 2014
eine überobligato-rische Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 55% und ab 1.
Februar 2013 eine Beitragsbefreiung zu den Sparbeiträgen gemäss Reglement der
Beklagten auszurichten; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu deren Lasten. In
prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Er
machte geltend, die für die Ausrichtung einer Invalidenrente massgebliche
Arbeitsunfähigkeit sei per November 2012 eingetreten. In diesem Zeitpunkt sei er bei
der Beklagten versichert gewesen und es sei von der IVSTA in diesem Zusammenhang
für die Beklagte bindend ein Anspruch auf eine halbe Invalidenrente bei einem
Invaliditätsgrad von 55% festgesetzt worden. Es spiele keine Rolle, dass er bereits vor
dem Versicherungsverhältnis mit der Beklagten in seiner angestammten Tätigkeit als
Zimmermann seit dem Jahr 2010 arbeitsunfähig gewesen sei. Für leichte bis
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mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten sei er vollumfänglich arbeitsfähig
gewesen. Deshalb sei er entsprechend umgeschult und schlussendlich bei der B._
angestellt worden. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in dieser Tätigkeit sei erst
aufgrund neuerlicher gesundheitlicher Probleme im November 2012 erfolgt. Erst
aufgrund dieser zusätzlichen Beschwerden sei er auch in dieser Tätigkeit nicht mehr
arbeitsfähig gewesen (act. G 1).
C.b Mit Klageantwort vom 26. Mai 2016 beantragte die Beklagte die Abweisung der
Klage. Sie brachte im Wesentlichen vor, dass nicht die Operation vom November 2012
zur Invalidität geführt habe, sondern das chronische Rückenleiden, an welchem der
Kläger schon viel früher gelitten habe. Gemäss den medizinischen Abklärungen der IV-
Stelle FL sei die Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt habe, im Juli
2010 eingetreten. Zu diesem Zeitpunkt sei der Kläger noch nicht bei der Beklagten
versichert gewesen. Die vorübergehende Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit sei nicht auf
ein neues Leiden, sondern auf die Verschlimmerung des bestehenden Rückenleidens
zurückzuführen. Der zeitliche Zusammenhang zur bereits früher eingetretenen
Arbeitsunfähigkeit sei durch den Arbeitsversuch bei der B._ nicht unterbrochen
worden. Der Kläger sei nur während eines einzigen Monats voll arbeitsfähig gewesen.
Zuvor und danach sei er auch in der angepassten Tätigkeit ganz oder teilweise
arbeitsunfähig gewesen (act. G 3).
C.c Am 2. Juni 2016 entsprach das Versicherungsgericht dem Gesuch des Klägers um
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (act. G 5). Mit Schreiben vom 13. Juni
2016 informierte das Gericht die Parteien über den Beizug der Akten der IVSTA und
gab ihnen Gelegenheit zur Einsicht- und allfälligen Stellungnahme (act. G 7).
C.d Mit Äusserung vom 28. Juni 2016 machte der Kläger geltend, anhand der
beigezogenen Akten lasse sich nachvollziehen, dass er im Zeitpunkt des Eintritts in die
Versicherung bei der Beklagten in der bei der B._ ausgeführten Tätigkeit
vollumfänglich arbeitsfähig gewesen sei und er erst ab Oktober 2012, nachdem neue
bzw. zusätzliche Beschwerden aufgetreten seien, in seiner Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt gewesen sei (act. G 8).
C.e Die Beklagte hielt in der Duplik vom 15. August 2016 an ihren Anträgen fest und
bestätigte ihren Standpunkt (act. G 10).
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Erwägungen
1.
1.1 Gemäss Art. 73 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinter-
lassenen- und Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40) bezeichnet jeder Kanton ein
Gericht, das als letzte kantonale Instanz über Streitigkeiten unter anderem zwischen
Vorsorgeeinrichtungen und Anspruchsberechtigten entscheidet. Im Kanton St. Gallen
ist nach Art. 65 Abs. 1 lit. ebis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRP;
sGS 951.1) das Versicherungsgericht zuständig für Streitigkeiten nach Art. 73 BVG.
1.2 Gerichtsstand ist nach Art. 73 Abs. 3 BVG der Sitz oder Wohnsitz des Beklagten
oder der Ort des Betriebes, bei dem der Versicherte angestellt wurde. Vorliegend ist die
örtliche Zuständigkeit des Versicherungsgerichts zu bejahen, weil der Kläger die
Tätigkeit, aufgrund derer er bei der Beklagten versichert war, in Z._ SG ausgeführt
hat (vgl. IV-act. 136).
1.3 Da auch sämtliche übrigen prozessualen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die
Klage einzutreten.
2.
2.1 Streitig und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch des Klägers auf eine
Invalidenrente gegenüber der Beklagten.
2.2 Gemäss Art. 23 Abs. 1 lit. a BVG haben Personen, die im Sinne der Invaliden-
versicherung zu mindestens 40% invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit,
deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren, Anspruch auf
Invalidenleistungen. Nach Art. 24 Abs. 1 BVG setzt der Anspruch auf eine volle
Invalidenrente eine mindestens 70%ige Invalidität im Sinn der IV voraus (lit. a). Eine
Dreiviertelsrente kommt zur Ausrichtung bei mindestens 60%iger Invalidität (lit. b). Eine
halbe Rente wird bei mindestens hälftiger Invalidität (lit. c) und eine Viertelsrente bei
mindestens 40%-iger Invalidität ausgerichtet (lit. d).
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2.3 Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung
geschuldet, bei der die ansprechende Person bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren
Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert war. Die Versicherteneigenschaft muss
nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise
auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der Invalidität. Für eine
einmal geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrichtung leistungspflichtig,
selbst wenn sich nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses der Invaliditätsgrad
ändert. Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft keinen
Erlöschungsgrund (Art. 26 Abs. 3 BVG e contrario; BGE 123 V 263 f. E. 1a, 118 V 45 E.
5). Damit die frühere Vorsorgeeinrichtung leistungspflichtig bleibt, ist allerdings nicht
nur erforderlich, dass die Arbeitsunfähigkeit zu einer Zeit einsetzte, als die versicherte
Person ihr angeschlossen war, sondern auch, dass zwischen dieser Arbeitsunfähigkeit
und der Invalidität sowohl ein sachlicher als auch ein zeitlicher Zusammenhang besteht
(BGE 123 V 264 f. E. 1c, 120 V 117 ff. E. 2c/aa f. mit Hinweisen).
2.4 Der sachliche Zusammenhang ist gegeben, wenn der der Invalidität zu Grunde
liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit
geführt hat. Der zeitliche Zusammenhang setzt voraus, dass die versicherte Person
nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig
geworden ist. Bei der Prüfung dieser Frage sind die gesamten Umstände des
konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen, namentlich die Art des
Gesundheitsschadens, dessen prognostische Beurteilung durch den Arzt sowie die
Beweggründe, welche die versicherte Person zur Wiederaufnahme oder
Nichtwiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben. Zu den für die Beurteilung des
zeitlichen Konnexes relevanten Umständen zählen auch die in der Arbeitswelt nach
aussen in Erscheinung tretenden Verhältnisse, wie etwa die Tatsache, dass eine
versicherte Person über längere Zeit hinweg als voll vermittlungsfähige
Stellensuchende Taggelder der Arbeitslosenversicherung bezieht. Allerdings kann
solchen Zeiten nicht die gleiche Bedeutung beigemessen werden wie Zeiten effektiver
Erwerbs¬tätigkeit. Mit Bezug auf die Dauer der den zeitlichen Konnex unterbrechenden
Arbeitsfähigkeit kann die Regel von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) als Richtschnur gelten. Nach dieser
Bestimmung ist eine anspruchsbeeinflussende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit in
jedem Fall zu berücksichtigen, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate
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gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Eine mindestens drei
Monate andauernde volle Arbeitsfähigkeit, gestützt auf welche eine dauerhafte
Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit als objektiv wahrscheinlich erscheint, stellt
daher ein gewichtiges Indiz für eine Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhangs dar
(vgl. BGE 134 V 20 E. 3.2, 3.2.1, E. 5.3).
3.
3.1 Der Kläger leidet nach Lage der Akten bereits seit Jahren bzw. anamnestisch seit
Jahrzehnten unter lumbalen Rückenschmerzen. Diese wurden bei gleichbleibender
Diagnose eines chronischen lumbovertebralen bis lumbospondylogenen Schmerz-
syndroms im Laufe der Zeit sowohl konservativ als auch operativ behandelt (vgl. IV-act.
3 ff., IV-act. 118-20). Ab 9. Juli 2010 war der Kläger in seiner angestammten Tätigkeit
als Zimmermann dauerhaft zu 100% arbeitsunfähig (vgl. IV-act. 17, 22, 29, 35, vgl.
auch IV-act. 118-21 ff.). Dass die Rückenproblematik letztlich zur Invalidität des
Klägers führte, ist aktenkundig und blieb zu Recht unbestritten.
3.2 Die zeitliche Konnexität setzt, wie bereits erwähnt, voraus, dass zwischen der
früheren Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität bzw. deren Verschlimmerung
keine längere Periode der Arbeitsfähigkeit liegt. Der zeitliche Zusammenhang zwischen
der Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 23 BVG und der später eingetretenen
Invalidität beurteilt sich dabei nach der Arbeitsunfähigkeit bzw. Arbeitsfähigkeit in einer
der gesundheitlichen Beeinträchtigung angepassten zumutbaren Tätigkeit. Darunter
fallen auch leistungsmässig und vom Anforderungsprofil her vergleichbare Tätigkeiten.
Diese Tätigkeiten müssen jedoch bezogen auf die angestammte Tätigkeit die Erzielung
eines rentenausschliessenden Einkommens erlauben (E 2.4, BGE 134 V 20 E. 5.3).
3.3 Nach Lage der Akten war der Kläger nach der Rückenoperation im Januar 2011
(vgl. IV-act. 41 ff., 45) nie mehr vollständig arbeitsfähig. Postoperativ bestand bis im
Juni 2011 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in allen Tätigkeiten. Danach wurde eine
20%ige Arbeitsfähigkeit adaptiert attestiert und der Hausarzt berichtete der IV-Stelle
FL, dass der Kläger in einer rückenschonenden wechselbelastenden Tätigkeit wieder
im Rahmen von zwei bis drei Stunden pro Tag arbeitsfähig sei (vgl. den Arztbericht
vom 6. Juli 2011, IV-act. 56, vgl. auch IV-act. 49-1). Von August bis Oktober 2011
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nahm der Kläger an einem interdisziplinären Schmerzprogramm teil, woraufhin sich
sein Gesundheitszustand zumindest teilweise verbessert zu haben schien (vgl. IV-act.
60). In der Folge absolvierte er ab Ende Oktober 2011 in Teilzeit eine Umschulung zum
technischen Kaufmann (IV-act. 64 ff.), wobei von einer Vollzeitausbildung aus
gesundheitlichen Gründen und insbesondere mit Blick auf eine mögliche Verschärfung
der Rückenproblematik abgesehen worden war (IV-act. 64-1). Bis zum Beginn des
Arbeitsverhältnisses bei der B._ am 26. Juni 2012 ist in den Akten ebenfalls keine
vollständige Arbeitsfähigkeit belegt. Gemäss nachträglicher Zusammenstellung der
Arbeitsunfähigkeitszeugnisse des Hausarztes bestand durchgehend eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 134). Dies steht zwar mit der für eine Umschulung
erforderlichen und vom Hausarzt echtzeitlich attestierten 20%-30%igen
Arbeitsfähigkeit im Widerspruch. Allerdings war diese Teilarbeitsfähigkeit offensichtlich
im Wesentlichen auf Wunsch des Klägers attestiert worden, um überhaupt mit der
Umschulung beginnen zu können (vgl. die Protokolle vom 7. Juni und 31. Oktober
2011, IV-act. 49-1, 64-1). Darüber hinaus hatte der Kläger gegenüber den Ärzten der
Klinik Valens selbst angegeben, dass es ihm nach Dezember 2010 wegen der
Rückenschmerzen nicht mehr möglich gewesen sei, einer regulären Arbeit
nachzugehen (vgl. IV-act. 118-5). Bei seiner Tätigkeit bei der B._ arbeitete der Kläger
(mit IV-Einarbeitungszuschüssen für drei Monate) schliesslich zu Beginn lediglich 50%,
ab August 2012 80% und zuletzt im September 2012 100%. Im Oktober 2012 kam es
aufgrund einer neuerlichen Schmerzzunahme erneut zu einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit. Entsprechend hatte der Kläger lediglich während 13 Tagen sieben
Stunden oder mehr gearbeitet. Dabei hatte er gemäss der Arbeitgeberin die geforderte
100%ige Arbeitsleistung nicht erbringen können (vgl. IV-act. 91-2, 91-8). Ab Oktober
2012 war der Kläger schliesslich durchgehend zwischen 50% und 100%
arbeitsunfähig, weshalb die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis per 31. Mai 2013
kündigte (IV-act. 86 f., 103, 136-15). Die Umschulung wurde in der Folge ebenfalls
abgebrochen (vgl. IV-act. 118-5).
3.4 Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass der Kläger seit Ende Dezember
2010 bzw. seit der Operation im Januar 2011 seine Arbeitsfähigkeit mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auch in einer adaptierten Tätigkeit nicht mehr vollständig
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wiedererlangen konnte. Ab November 2012 war er sodann unbestritten durchgehend
(teil)arbeitsunfähig und erhielt ab 1. Juni 2013 eine halbe Invalidenrente der
Invalidenversicherung FL und ab 1. Dezember 2013 eine halbe Rente der IVSTA (IV-act.
130-5 ff., 145 ff.). Eine Leistungspflicht der Beklagten ist damit zu verneinen.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Klage abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG).
4.2 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung des Klägers. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen
spricht in BVG-Prozessen gestützt auf Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) regelmässig eine (ungekürzte)
pauschale Entschädigung zwischen Fr. 2'500.-- und Fr. 4'500.-- zu. Dem
durchschnittlichen Aufwand entsprechend erscheint vorliegend eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen
(Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit ent¬schädigt der Staat den Rechtsvertreter des Klägers
pauschal (vgl. BGE 125 V 201) mit Fr. 2'800.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
4.3 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der Parteientschädigung
verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO, SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP, sGS 951.1]).