Decision ID: 05310399-8b4b-4b67-85a0-5e7a25212101
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren am 18. August 1978,
besuchte die Primarschule (mit Wie
derholung der zweiten Klasse) sowie die Realschule, wobei sie jedoch zweimal die Probezeit nicht bestand. Das
Werkjahr
brach sie ab (
Urk.
15/1/4). Am 1
6.
März 1998 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf psychische Probleme erstmals bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (Urk. 15/1). Nachdem die IV-Stelle medizinische Abklärungen
getätigt
hatte
(Urk. 15/4-
7
)
, sprach sie der Versicherten – bei einem IV-Grad von 100 % – mit Verfügung vom 20. Oktober 1998 ab dem 1
. Juni 1997 eine
ausserordentliche
ganze Rente der Invalidenversicherung zu (Urk. 15/10).
Anlässlich
einer im Oktober 2001 eingeleiteten amtlichen Renten
revision (vgl. Urk. 15/13
) bestätigte die IV-Stelle mit Mitteilung vom 20. Juni 2002 den unver
änderten
Rentena
nspruch der Versicherten (Urk. 15/17).
1.2
Am 1
5.
Januar 2003 ersuchte die Versicherte die IV-Stelle darum, ihr eine Lehre als Floristin in der
Z._
zu ermöglichen (
Urk.
15/19). Die IV-Stelle tätigte medizinische Abklärungen (
Urk.
15/22-23). Mit Verfügung vom 2
6.
Juni 2003 erteilte sie der Versicherten Kostengutsprache für eine erstmalige berufliche Ausbildung (BBT-Lehre als Floristin vom 18. August 2003 bis zum 1
7.
August 2006 bei der
Z._
;
Urk.
15/27) und sprach ihr für die Dauer dieser beruflichen Massnahme ein Taggeld zu (Urk. 15/32-34, Urk. 15/37, Urk. 15/41). Im Juli 2006 schloss die Versicherte die Lehre als Floristin erfolgreich ab (vgl. Mitteilung der
Z._
vom 20. Juli 2006 [
Urk.
15/44] und vom
Mittel
schul
- und Berufsbildungsamt des Kantons Zürich ausgestelltes Fähigkeitszeug
nis vom 17. August 2006, [Urk. 15/43]). Am 4. August 2006 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie rentenausschliessend eingegliedert sei (
Urk.
15/45). Mit Schreiben vom 1
7.
August 2006 verlangte die Versicherte den Erlass einer beschwerdefähigen Verfügung; gleichzeitig ersuchte sie die IV-Stelle darum, ihr nochmals eine halbe IV-Rente zu gewähren (
Urk.
15/47). Die IV-Stelle nahm berufliche und medizinische Abklärungen vor (
Urk.
15/48,
Urk.
15/49 und Urk. 15/50/3). In der Folge setzte sie den Invaliditätsgrad neu auf 60
%
fest (Urk. 15/50/3-4) und sprach der Versicherten mit Verfügung vom 2
6.
April 2007 ab dem
1.
August 2006 eine ausserordentliche
Dreiviertelsrente
zu (Urk. 15/64).
1.3
Mit Eingabe vom 2
4.
Mai 2007 (Eingangsdatum) fragte die Versicherte die
IV-Stelle an, ob sie ihr Berufsberatung und Jobvermittlung gewähren könnte
(Urk. 7/65). Die IV-Stelle zog daraufhin den Bericht der damaligen Hausärztin,
Dr.
med. A._
, FMH Allgemeine Medizin, vom
2.
Juli 2007 (Urk. 7/68/14-18) bei. Am
7.
August 2007 teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, dass sie seit dem 1
1.
Juni 2007 zu 40
%
im Stundenlohn als Telefonistin in einem Callcenter arbeite (
Urk.
15/71, vgl. Urk. 15/75). Daraufhin verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
4.
Oktober 2007 einen Anspruch der Versicherten auf beruf
liche Massnahmen (
Urk.
7/76).
1.4
Anlässlich der im November 2008 und März 2014 eingeleiteten Revisionsverfah
ren holte die IV-Stelle die hausärztlichen Berichte von
Dr.
Vlasta
A._
vom 1
9.
F
ebruar 2009 und von Dr. med. B._
, FMH Innere Medizin, vom 1
0.
Mai 2014 (
Urk.
15/80 und
Urk.
15/89) ein und setzte anschliessend
die Ver
sicherte mit Mitteilungen vom 9. März 2009
beziehungsweise
23. Mai 2014 über ihren unveränderten Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
in Kenntnis (
Urk. 15/77,
Urk. 15/83
; Urk. 15/87,
Urk. 15/91).
1.
5
Mit Schreiben vom 15. Januar 2015 stellte die Versicherte einen Antrag auf Ren
tenerhöhung
(Urk. 15/97). Im Rahmen ihrer medizinischen Abklärungen gab die IV-Stelle
am 16. November 2015
bei Dr. med. C._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
ein psychiatrisches Gutachten
in Auftrag (Urk. 15/109, Urk. 15/111).
Das Gutachten wurde sodann am 14. Dezember 2015 erstattet (Urk. 15/115).
Mit Schreiben vom 3. Januar 2016 antwortete
Dr.
C._
auf die von der IV-Stelle gestellten Ergänzungsfragen (Urk. 15/121, vgl. Urk. 15/116).
Am 15. Juli 2016 trat die Versicherte,
welche im Oktober 2015 ihren Führerschein erworben hatte (
Urk.
15/131),
nach vorgängiger dre
imonatiger Pro
bezeit
eine unbefristete Anstellung im Stundenlohn als Mitarbeiterin im Kurier
dienst
bei
D._
in einem variablen Teilzeitpensum an (Urk. 15/129-130). Die Versicherte verrichtete
dabei
ein
Pensum von
ca. 30
-40
%
(Urk. 15/131
,
Urk. 15/140/65
). Mit Schreiben vom 12. Juli 2016 zog die Versicherte ihr Ren
tenerhöhungsgesuch zurück und bat um Weiterausrichtung der
Dreiviertelsrente
(Urk. 15/131).
Am 17. November 2016 beauftragte die IV-Stelle
nach Rückspra
che mit ihrem Rechtsdienst sowie dem RAD (
Urk.
15/142/7-8)
Dr.
E._
, Facharzt FMH für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie, mit der
bidisziplinären
Begutachtung der Versicherten (Urk. 15/136, vgl. auch Urk. 15/134). Das Gutachten in den Disziplinen Neurologie und Psychiatrie wurde am 5. März 2017 erstattet (Urk. 15/140).
Mit Vorbescheid vom 6. April 2017 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Einstellung ihrer Rente
in Aussicht (Urk. 15/143).
A
m 8. April 2017
erhob die Versicherte dagegen
Einwand
und
ergänzte
diesen
mit Eingabe
n
vom
1
9.
und
29. Juni 2017
(Urk. 15/147
, Urk. 15/1
51 und
Urk.
15/156, unter Beilage des Berichtes von Dr.
med. F._
, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 15. Juni
2017 [
Urk.
15/155]
).
Mit Verfügung vom 1. November 2017
hob
die IV-Stelle die Rente
nach Zustel
lung der
Verfügung auf Ende des folgenden
Monats
auf (Urk. 2 = Urk. 15/158)
.
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 30. November 2017 Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom 1. November 2017 sei aufzuheben und es sei ihr weiterhin eine Rente zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht ersuchte die Ver
sicherte um Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels sowie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1 S. 1).
Mit Eingabe vom 22. Dezember 2017 reichte die
Beschwerdeführerin
sodann eine
weitere
Stellungnahme
von Dr.
F._
, datiert vom
15. Dezember 2017
,
ein (Urk. 7-8).
Mit Beschwerdeantwort vom 22. Februar 2018 schloss die
Beschwerdegegnerin
auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 14, unter Beilage ihrer Akten Urk. 15/1-172), was der
Beschwerdeführerin
mit Verfügung vom 26. Februar 2018
angezeigt
wurde (Urk. 16). Gleichzeitig wurde die
Beschwerdeführerin
darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels als nicht erforderlich erach
tet werde (Urk. 16).
Mit Eingabe vom 23. März 2018 reichte die
Beschwerdefüh
rerin
eine weitere Stellungnahme ein (Urk. 17)
.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die
Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte
Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (
BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.1.2
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
1.1.3
Während einer Eingliederungsmassnahme (vgl.
Art.
8
Abs.
3 IVG), die zu einer länger als drei Monate dauernden Taggeldberechtigung führt, wird die Renten
zahlung unterbrochen. Nach Wegfall der Taggeldberechtigung lebt die Rente wie
der auf. Eine Prüfung des Rentenanspruchs für die Zukunft hat unter dem Gesichtspunkt der Revision zu erfolgen (Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014, N 2 zu
Art.
43; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_317/2015 vom 2
0.
Oktober 2015 E. 6.2 mit weiteren Hinweisen).
Eine erfolgreich durchgeführte Eingliederungsmassnahme stellt eine im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG relevante Tatsachenänderung dar, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidität ist daher neu zu bemessen (Urteil des Bundesgerichts 9C_231/2016 vom
1.
Juni 2016 E. 2.1 mit Hinweis).
1.1
.4
Der Revisionsordnung nach
Art.
17 ATSG geht der Grundsatz vor, dass die Ver
waltung befugt ist, jederzeit von Amtes wegen auf formell rechtskräftige Verfü
gungen
, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet haben, zurückzukommen, wenn sie zweifellos unrichtig sind und ihre Berichti
gung von erheblicher Bedeutung ist (sogenannte Wiedererwägung;
Art.
53
Abs.
2 und 3 ATSG;
BGE 144 I 103 E. 2.2, 141 V 405 E. 5.2, 138 V 147 E. 2.1). Unter diesen Voraussetzungen kann die Verwaltung eine Rentenverfügung auch dann abändern, wenn die Revisionsvoraussetzungen des
Art.
17 ATSG nicht erfüllt sind. Wird die zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung erst vom Gericht festgestellt, so kann es die auf
Art.
17 ATSG gestützte Revisionsver
fügung mit dieser substituierten Begründung schützen (vgl. BGE 144 I 103 E. 2.2, 140 V 85 E. 4.2, 125 V 368 E. 2, je mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_121/2017 vom
5.
Juli 2018 E. 8.2).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
Bundesgesetz über die Inva
lidenversicherung
,
IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
1.3.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine
Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitge
hend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1,
141
V
281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines ren
tenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Jan
uar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.3.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2
017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.4
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
tels
rente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, wel
che Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der
untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
erwog in der angefochtenen Verfügung im Wesentli
chen,
gemäss dem
bidisziplinäre
n
Gutachten von Dr.
E._
sei der
Beschwerde
führerin
ab Februar 2017 wieder eine Arbeitsfähigkeit in einem Pensum von
80 %
zumutbar. Dies ergebe folglich einen Invaliditätsgrad von 20 % (
Urk.
2; vgl. auch
Urk.
14).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte ihrerseits im Wesentlichen geltend,
auf
das Gut
achten von Dr.
E._
könne – aus verschiedenen Gründen – nicht
abgestützt wer
den. Es sei auf die Beurteilung von
Dr.
F._
abzustellen, welcher den Gesund
heitszustand seit der letzten massgeblichen Rentenrevision als unverändert ein
schätze und die Arbeitsfähigkeit auch aktuell zu maximal 30
%
bis 40
%
beurteile (
Urk.
1 S. 2-3; vgl.
Urk.
17).
3.
3.1
Aus den medizinischen Akten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin mit 10 Jahren sporadisch, mit 13 Jahren regelmässig Cannabis konsumiert hatte. Mit 14 Jahren begann sie, ab und zu LSD einzunehmen. Mit 16 Jahren konsumierte sie Kokain sowie über ein halbes Jahr zusätzlich Ecstasy. Mit 17 Jahren fing sie mit dem Konsum von Heroin an (fünf Monate
sniefen
, eineinhalb Jahre fixen, ein Jahr auch Folie rauchen (
Urk.
15/140/30; vgl. auch
Urk.
15/5 und
Urk.
15/6). Im Dezember 1995 hielt sich die Versicherte zum methadongestützten Drogenentzug in der
G._
und hernach mit der Diagnose «multipler Substanzge
brauch» mehrmals im
H._
auf (
Urk.
15/6/5-6 vgl.
Urk. 15/140/30, Urk. 15/140/73), so auch von anfangs März bis anfangs April 199
8.
Bei Austritt bestand offenbar jeweils eine antidepressive Medikation (Urk. 15/6/6).
3.2
3.2.1
Die Rentenverfügung vom 2
0.
Oktober 1998 (vgl. Sachverhalt Ziffer 1.1) basierte in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf den von der Beschwerdegegnerin eingeholten Berichten von Dr. med.
I._
, FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 2
1.
April 1998 (
Urk.
15/5) sowie von
Dr.
med. J._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
H._
vom 15. Mai 1998 (Urk. 15/6).
3.2.2
Dr.
I._
diagnostizierte im genannten Bericht eine
Polytoxikomanie
inklusive intravenöser Drogenabhängigkeit (IVDA) (Heroin, Kokain, Alkohol, Benzodiaze
pine), einen Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung mit abhängigen, unreifen, dissozialen und depressiven Zügen, einen Verdacht auf Anorexia
nervosa
, ein COPD bei
inhalativem
Drogenabusus
, eine
Orthostase
sowie eine Anämie. Bei der Beschwerdeführerin liege eine
langjährige
Politoxikomanie
,
wahrscheinlich auf dem Boden einer ausgeprägten Persönlichkeitsstörung,
vor
,
wobei es immer wie
der zu massiven Dekompensationszuständen mit Depressionen und massiven Drogenabstürzen komme. Derzeit sei die Ausübung einer marktwirtschaftlich nutzbaren Erwerbstätigkeit nur teilweise und im geschützten Rahmen zu 30
%
zumutbar
(
Urk.
15/5).
3.2.3
Dr.
J._
vom
H._
stellte im Bericht vom 1
5.
Mai 1998 folgende Diagnosen (Urk. 5/6/5):
-
multipler Substanzgebrauch (Sedativa-/Hypnotika-Abhängigkeit, Heroin und Kokain), gegenwärtig in laufendem Methadonprogramm (ICD-10 F19.22)
-
Asthma bronchiale
-
Verdacht auf Anorexia
nervosa
Aufgrund des reduzierten Gesundheitszustandes sei eine berufliche Ausbildung bisher nicht möglich gewesen.
Für die Versicherte geeignet wäre eine geschützte Werkstätte im Rahmen einer betreuten Wohngemeinschaft (spezialisiert auf Suchtkrankheiten). Aufgrund der Drogensucht sei eine Tätigkeit ausserhalb einer geschützten Werkstätte im Rahmen einer therapeutischen Institution den bishe
rigen Erfahrungen gemäss kaum denkbar (
Urk.
15/6/5-7).
3.3
Die Mitteilung vom 2
0.
Juni 2002, mit welcher die Beschwerdegegnerin den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine ganze Rente bestätigte, gründete in medizinischer Hinsicht auf dem von ihr eingeholten Bericht von vom 1
2.
Juni 2002 (
Urk.
15/14). Darin stellte
Dr.
K._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 15/14/1):
-
Status nach psychotischer Störung, aktuell unter
neuroleptischer
und psy
chotherapeutischer Behandlung, Status nach
Drogenabusus
-
Chronisch
asthmoide
Bronchitis
Im Weiteren hielt
Dr.
K._
fest, dass die nach dem Austritt der Beschwerdefüh
rerin aus dem
H._
durchgeführte Methadonsubstitution inzwischen habe sistiert werden können. Die
neuroleptische
und antidepressive Therapie gehe weiter. Die Beschwerdeführerin sei zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
15/14/1-2).
3.4
Die Kostengutsprache für die erstmalige berufliche Ausbildung in der
Z._
(Verfügung vom 2
6.
Juni 2003; vgl. Sachverhalt Ziffer 1.2) erfolgte gestützt auf den Verlaufsbericht von
Dr.
K._
vom 4. April 200
3.
Darin hielt Dr.
K._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (Urk. 15/22/1):
-
Erkrankung mit psychotischen Symptomen und Depressionen (Status nach Drogenabhängigkeit)
-
Chronische
asthmoide
Bronchitis
-
Hypermetropie (Augenärztliche Abklärung empfohlen)
Dr.
K._
führte sodann aus, dass die Beschwerdeführerin nach einer Drogenkar
riere reduziert leistungsfähig und vor allem reduziert belastbar sei,
unter recht hohen Dosen von
Neuroleptika und Antidepressiv
a
stehe,
damit aber in der letz
ten Zeit stabil geblieben
sei und auch
keine Drogenrückfälle mehr
zeige. Sie trage sich mit dem Gedanken, eine Ausbildung als Floristin anzutreten. Er halte sie dafür als körperlich geeignet. Ein gewisses Fragezeichen müsse wegen des Asth
mas gemacht werden. Aufgrund der Diagnose müsse
mit Schwierigkeiten beim
Konzentrationsvermögen, beim
Auffassungsvermögen sowie bei der Anpassungs
fähigkeit und
Belastbarkeit gerechnet werden. Da jedoch die mögliche Stelle in der
Z._
zur Verfügung stünde, wäre mit einer geeigneten Führung zu rechnen
(
Urk.
15/22/1-2)
.
3.5
3.5.1
Im Zeitpunkt der Verfügung vom 2
6.
April 2007 (
Urk.
15/64; vgl. Sachverhalt Ziffer 1.2) lagen - nebst dem (Lehr-)Abschlussbericht der
Z._
vom 3
0.
Mai 2006 (
Urk.
15/42) - der Bericht von
Dr.
L._
an die Beschwerdegegnerin vom 1
4.
Oktober
2006 (
Urk.
15/49) sowie die Ste
llungnahme des R
AD vom 13. Dezember 2006 (
Urk.
15/50/3) vor.
3.5.2
Im (Lehr-)Abschlussbericht vom 3
0.
Mai 2006 hielt
M._
, Leiter Aus
bildung der
Z._
, fest, es habe sich bei einem Praktikum der Versi
cherten
in einem Blumengeschäft in der freien Wirtschaft gezeigt, dass
ihr Arbeitstempo oder Einsatz bei gestalterisch anspruchsvollen Arbeiten etwa der Hälfte einer Lehrtochter in der freien Wirtschaft entsprächen. Ein gewisser Erwar
tungsdruck sei zur Förderung notwendig, hingegen könne ein zu grosser Druck oder Stress ihre psychische Stabilität gefährden.
In der Berufsschule und in der selbständigen Vertiefungsarbeit erreiche die Versicherte eine gute Leistung. Sie sei unter bestimmten (im Bericht näher beschriebenen) Umständen in einem Blu
mengeschäft in der freien Wirtschaft einsetzbar. Es sei eine Präsenzzeit von 8.5 Stunden pro Tag mit einer Pause am Morgen und einer Pause am Nachmittag möglich. Während dieser Zeit
könne ein durchschnittlicher Leistungsgrad von 40 % erzielt werden. Zu dieser verminderten Einschätzung würden das vor allem bei floristisch anspruchsvollen Werken reduzierte Arbeitstempo und der zeitweise Einsatz ohne ersichtliches Engagement sowie die fehlende Motivation und Aus
strahlung bei der Bedienung von Kunden beitragen. In Beurteilung des Leistungs
grades während eines Praktikums in einem Blumenladen der freien Wirtschaft könne die
Versicherte derzeit Fr. 1'200.--
pro Monat erzielen. Die Versicherte sei auch bei einem Einsatz in der freien Wirtschaft auf geeignete Rahmenbedingun
gen angewiesen und benötige eine Teil-IV-Rente. Eine finanziell unterstützte Ein
arbeitungszeit könn
t
e die Bereitschaft
eines Blumengeschäfts zur Prüfung einer Anstellung der Versicherten erhöhen
(Urk. 15/42/6-7
, vgl. auch Urk. 15/48
)
.
3.5.3
Dr.
L._
führte im genannten Bericht als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine paranoide Schizophrenie sowie ein depressives Zustands
bild, beide aktuell konsolidiert, sowie einen Status nach
Polytoxikomanie
an. Soweit bekannt sei die Beschwerdeführerin seit längerem suchtfrei. Ob aktuell noch eine psychiatrische Behandlung erfolge, sei unbekannt. Sie habe soeben die Lehre als Floristin abgeschlossen. Unter den gegebenen Umständen sollte seines Erachtens die bestehende Leistungsreduktion von 60
%
bei einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
zur weiteren Konsolidation beibehalten werden (
Urk.
15/49).
3.5.4
Dr.
med.
N._
vom RAD stellte in der besagten Stellungnahme vom 13. Dezember 2006 fest, dass mit den nachvollziehbaren Berichten über die durchgeführten beruflichen Massnahmen die leistungsmässige 40%ige Restar
beitsfähigkeit in der
angestammten und leidensangepassten Tätigkeit als Floristin ausgewiesen sei (
Urk.
15/50/3).
3.6
Die von der Beschwerdegegnerin seit der Verfügung vom 2
6.
April 2007 bis zur Begutachtung durch
Dr.
C._
im Dezember 2015 eingeholten Arztberichte (vgl. Sachverhalt Ziffer 1.4 und Ziffer 1.5) wurden im betreffenden psychiatri
schen Gutachten vom 1
4.
Dezember 2015 zusammengefasst (Urk. 15/115/3-12; vgl. auch die zusammenfassende Wiedergabe der ab September 2014 erstatteten, von
Dr.
E._
teilweise zusätzlich beigezogenen Arztberichte im
bidisziplinären
Gutachten vom
5.
März 2017,
Urk.
15/140/2-15 und Urk. 15/140/69-79), weshalb sie vorliegend nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwägungen jedoch darauf Bezug genommen.
3.7
Dr.
C._
führte in seinem psychiatrischen Gutachten vom 1
4.
Dezember 2015 (
Urk.
15/151, vgl. auch
Urk.
15/121) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (1) eine chronische rezidivierende Major-Depression,
rapid-cyc
ling
Typ, gegenwärtig mittelschwere Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11), (2) eine Persönlichkeitsveränderung/ein Residualsyndrom (ICD-10 F19.71) bei (3) Status nach schwerer
Polytoxikomanie
in der Jugend, seit vielen Jahren abstinent, sowie (4) einen Status nach Entzugspsychose (ICD-10 F19.5) an. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine
atopische
Dermitis
sowie ein Asthma bronchiale vom
Intrinsic
-Typ (
Urk.
15/115/29).
Die Beschwerdeführerin zeige seit der letzten Rentenrevision im Jahr 2007 durch
aus eine Verschlechterung des Zustandsbildes. Dies insbesondere in Form einer zunehmenden chronisch depressiven Symptomatik, die wahrscheinlich durch
gängig zumeist mittelschweren Ausmasses sei, mit schwankender Intensität von zum Teil leichtem Ausmass und dann wieder schwerem Ausmass mit vollkom
menem sozialem Rückzug, Antriebsmangel bis hin zu
Lebensverleiderstimmung
und Suizidgedanken (
Urk.
15/115/30). Im Zusammenhang mit der depressiven Symptomatik leide die Beschwerdeführerin unter massiven Schlafstörungen, die sie jeweils mit Valium,
Seresta
und
Sanalepsi
bekämpfe (
Urk.
15/115/31). Von Seiten der früheren Suchtproblematik her bestehe seit Jahren vollkommene Dro
gen- und Nikotinabstinenz. Alkohol werde nur gelegentlich getrunken. Hingegen bestehe durchaus eine gewisse Abhängigkeit von den Schlafmedikamenten der
Benzo
-Gruppe, die durch andere Schlafmedikamente ersetzt werden sollten. Eine einzige Diskrepanz sei ihm nach der Untersuchung und dem Telefonat mit dem Hausarzt hängen geblieben: Die Beschwerdeführerin habe in der Zwischenzeit die Autofahrschule
machen und die Autoprüfung bestehen können (Oktober 2015). Sie sehe sich aber nicht in der Lage, irgendeiner kleinen Beschäftigung nachzu
gehen. Auch der Hausarzt (Dr.
B._
) zweifle, ob das nicht doch möglich wäre, sicher aber nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt, sondern auf einem geschützten Arbeitsplatz. All dies könnte aber auch einfach Folge der Persönlichkeitsverän
derung infolge des langen und schweren Drogenkonsums in der Jugend sein. Dies sei eine so prägende Zeit, dass die Beschwerdeführerin (in allen medizinischen Berichten) schon damals als in ihrer Persönlichkeit gestört beschrieben worden sei. Heute lägen immer noch die gleichen Akzentuierungen vor wie damals (selbstunsicher, depressiv) sowie ein typisches Residualsyndrom nach langjähri
ger drogenassoziierter Hirnschädigung (
Urk.
15/115/32-33).
Zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin hielt
Dr.
C._
fest, es bestehe auf
grund einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes der Beschwerdeführerin eine andauernde Arbeitsunfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt von mindestens 80
%
bis 90
%
. Die Reduktion der Arbeitsfähigkeit durch die Verschlechterung des Zustandes der Beschwerdeführerin habe bereits während der letzten Stelle im Callcenter von 2007 bis 2012 stattgefunden und sei seither anhaltend so geblie
ben bei chronisch schlechtem Zustand der Beschwerdeführerin (Urk. 15/115/33-34).
3.8
Dr.
E._
führte in seinem psychiatrisch-neurologischen Gutachten vom
5.
März 2017 (
Urk.
15/140) im Rahmen der versicherungsmedizinischen Beurteilung aus
bidisziplinärer
Sicht folgende
folgende
Diagnose
mit Einfluss auf die Arbeitsfä
higkeit
an
(
Urk. 15/140/61):
-
Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit abhängigen, unreifen, dissozialen und emotional instabilen Persönlichkeitszügen (ICD-10 F61.0)
Daneben
hielt er
folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit fest
(Urk. 15/140/62):
-
Leichte kognitive Defizite, Differentialdiagnose
(DD)
konstitutionell, psy
chiatrisch
, D
D
Störwirkungen bei Status nach
Polytoxikomanie
(ICD-10 F06.7)
-
Status nach einer unter Einfluss von psychotropen Substanzen wiederholt induzierten organischen affektiven Störung im Sinne einer sekundären Depression, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F06.32)
-
Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen im Sinne von psychischen und Verhaltensstörungen durch multiplen Sub
stanzgebrach und Konsum anderer psychotroper Substanzen, gegenwärtig abstinent (ICD-10 F19.20), Abhängigkeitssyndrom (Nikotin, Cannabis, LSD, Ecstasy, Kokain, Heroin, Alkohol, Sedativa und Hypnotika)
-
Atypische Essstörung im Sinne sonstiger Essstörungen (ICD-10 F50.8), gegenwärtig
Laxantienabusus
-
Status nach Anorexia
nervosa
(ICD-10 F50.0)
-
Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol, schädlicher Gebrauch (ICD-10 F10.10)
-
Status nach Entzugssyndrom und einer Entzugspsychose (ICD-10 F10.5)
Auf neurologischem Fachgebiet würden bei der Versicherten weder in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit noch in allen anderen Tätigkeiten auf dem ersten Arbeits
markt Einschränkungen vorliegen. Auch in der Vergangenheit könne auf neuro
logischem Fachgebiet keine Einschränkung der Leist
ungsfähigkeit angenommen werden (Urk. 15/140/63-64).
Auf psychiatrischem Fachgebiet sei gemäss den ICD-10-Kriterien am
ehes
-
ten
– wie im Arztbericht von
Dr.
I._
am 2
3.
April 1998 (vgl. E. 3.1.1) diagnostiziert – eine Persönlichkeitsstörung mit abhängigen, unreifen, dissozialen und emotional instabilen Persönlichkeitszügen im Sinne einer kombinierten Persönlichkeitsstö
rung (ICD-10 F61.0) zu diagnostizieren. Persönlichkeitsstörungen könnten auf
grund von auffälligen, tief verwurzelten anhaltenden Verhaltensmustern, die sich in starren Reaktionen auf unterschiedliche persönliche und soziale Lebenslagen zeigten, eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit begründen, insbesondere auf
grund einer Unausgeglichenheit in der Einstellung und im Verhalten in mehreren psychischen Funktionsbereichen wie Affektivität, Antrieb, Impulskontrolle, Wahrnehmen und Denken und besonders auch in Beziehungen zu anderen (
Urk.
15/140/64-65). Trotz allem sei für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit immer die konkrete psychopathologische Symptomatik entscheidend. Der im Rahmen der aktuellen Exploration erhobene
psychopathologische Befund
sei
im Wesentlichen unauffällig. Auch gemäss den Angaben in der Versicherungsakte und der aktuellen Exploration müsse angenommen werden, dass sich der Gesund
heitszustand der Versicherten bereits seit längerer Zeit stabilisiert hatte. Die Ver
sicherte verfüge sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich über au
srei
chend viele Ressourcen. Aufgrund der Persönlichkeitsstörung könnten allerdings auch in der Zukunft, insbesondere aufgrund der reduzierten Anpassungsfähigkeit, Schwierigkeiten im interpersonellen Kontakt, Störungen der Emotionsregulation mit reduzierter Anpassungs- und Teamfähigkeit, eine niedrige Frustrationstole
ranz sowie eine eingeschränkte Ein- und Umstellfähigkeit resultieren. Es werde deshalb auch für die Zukunft ein konfliktarmer Arbeitgeber mit der Möglichkeit, sich zurückzuziehen empfohlen. In der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit bei
D._
(Eis-Kurier) in einem 40%
igen Arbeitspensum an drei Tagen in der Woche, Beginn im April 2016, und in allen Tätigkeiten mit ähnlichem Ressourcenprofil, auch in der Tätigkeit als Floristin, sei die Versicherte aus
bidisziplinärer
Sicht mindestens zu 80 % arbeitsfähig
. Die 20%ige Einschränkung werde mit der reduzierten Anpassungsfähigkeit aufgrund der Persönlichkeitsstörung und dem Bedarf nach häufigen Pausen begründet, spätestens seit April 201
6.
Es werde empfohlen, das Arbeitspensum der Versicherten in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit stufenweise
jeden Monat um 20 % zu erhöhen. Aus
bidisziplinärer
Sicht könnten sonst keine weiteren Massnahmen empfohlen werden. Aktuell bestehe keine leitlinienge
rechte psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung. In der Selbsteinschät
zung erlebe sich die Versicherte für alle Tätigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt als zu 60 % arbeitsunfähig. Die Selbsteinschätzung der Versicherten könne mit den medizinischen Befunden nicht begründet werden. Die gutachterliche Konsis
tenzprüfung habe Hinweise auf nicht im geklagten Umfang vorhandene Funkti
onsbeeinträchtigungen
ergeben (
Urk.
15/140/65).
Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich seit der
Rentenzuspra
che
wie auch seit der Verfügung vom 2
6.
April 2007 massgeblich verbessert (Urk. 15/140/67).
3.9
Dr.
F._
führte in seinem Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 1
5.
Juni 2017 als Diagnose eine Persönlichkeitsstörung des vorwiegend ängstlichen (vermei
denden) Typus (ICD-10 F60.6) in schwerer invalidisierender Ausprägung an. Im Rahmen der massiv eingeschränkten Belastbarkeit komme es bei beruflichen oder privaten Überforderungssituationen immer wieder zu kürzeren psychischen Dekompensationen im Sinne einer Anpassungsstörung mit vorwiegender Beein
trächtigung von anderen Gefühlen (ICD-10 F60.6 [gemeint wohl: F43.23]). Bezugnehmend auf das Gutachten von
Dr.
E._
vom
5.
März 2017 gehe er grundsätzlich von der gleichen Diagnose aus, er beurteile die Ausprägung und
die Auswirkungen der Persönlichkeitsstörung aber als viel
gravierender.
Chroni
zität und Ausprägung der mit der Persönlichkeitsstörung einhergehenden Ein
schränkungen und Beeinträchtigungen manifestierten sich eindrücklich in der Tatsache, dass die
Beschwerdeführerin
im bisherigen Verlauf nie in der Lage gewesen sei, ein berufliches Arbeitspensum von mehr als 30-40 % zu bewältigen.
Aus
psychiatrischer Sicht
sei sie
in einem ihren schweren Beeinträchtigungen angepassten Setting (keine längeren persönlichen Kontakte, kurze Einsätze von maximal 3-4 Stunden mit der Möglichkeit von Pausen, jeweils 1-tä
g
ige Erho
lungsphase zwischen zwei Einsätzen) zu einem Pensum von maximal 30-40 %
arbeitsfähig. Die Tätigkeit als Floristin sei in Anbetracht des unumgänglichen, häufigen Kundenkontakts als nicht den Beeinträchtigungen entsprechende Tätig
keit zu beurteilen. Insgesamt sei der Gesundheitszustand der Patientin auf Grund anamnestischer Angaben und der eigenen Befunde seit der letzten Revision vom 26. April 2007 als unverändert zu beurteilen. Bei der Patientin sei eine seit der Jugend bestehende schwere Persönlichkeitsstörung festzustellen, die die soziale und berufliche Integrations-, Belastungs- und Leistungsfähigkeit massiv ein
schränke. Mit psychiatrisch/psychotherapeutischen Massnahmen könne die Pati
entin bestenfalls auf dem bestehenden Niveau stabilisiert werden, eine Verbesse
rung sei angesichts des chronischen Verlaufs mittel- bis längerfristig nicht zu erwarten
(
Urk.
3; vgl. auch die im Rahmen des Beschwerdeverfahrens einge
reichte Stellungnahme von
Dr.
F._
vom 1
5.
Dezember 2017,
Urk.
8).
4.
4.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die seit dem
1.
August 2006 ausgerichtete
Dreiviertelsrente
zu Recht revisionsweise per Ende Dezember 2017 aufgehoben hat. Umstritten ist dabei insbesondere, ob eine erhebliche Verände
rung des Gesundheitszustandes vorliegt, welche eine revisionsrechtliche Neube
urteilung des Rentenanspruchs erlaubt (vgl. E. 1.1.1).
4.2
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG bildet – wie die Beschwerdeführerin zu Recht bemerkte (
Urk.
1 S. 4) – die Revisionsv
erfügung vom 2
6.
April 2007, mit welcher die IV-Stelle den Invaliditätsgrad – nach dem (erfolgreichem) Abschluss der erst
maligen beruflichen Ausbildung und dem damit verbundenen Wegfall der Tag
geldberech
tigung im August 2006 (vgl. E. 1.1.3
) – neu auf 60
%
festgesetzt und der Bes
chwerdeführerin
eine
ausserordentliche
Dreiviertelsrente
zugesprochen hat (vgl.
Urk.
15/54/2 und Sachverhalt Ziffer 1.2). Den – einen Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
bestätigenden – Mitteilungen vom 9. März 2009 (
Urk.
15/83) und vom 2
3.
Mai 2014 (
Urk.
15/91) ging keine umfassende Sachverhaltsabklä
rung voraus, weshalb sie revisionsrechtlich unbeachtlich sind (vgl. E. 1.1.2).
4.3
4.3.1
Während
Dr.
C._
in seinem Gutachten vom 1
4.
Dezember 2015 (vgl. E. 3.7) zum Schluss gekommen war, es sei seit der Verfügung vom 2
6.
April 2007 eine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes sowie der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin eingetreten, stellte
Dr.
E._
fest, der Gesundheitszustand sowie die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin hätten sich seit der
Rentenzu
sprache
wie auch seit der genannten Verfügung massgeblich verbessert (vgl.
E.
3.8 und
Urk.
15/140/67).
Dr.
F._
beurteilte den Gesundheitszustand sowie die Arbeitsfähigkeit hingegen als seit der Verfügung vom 2
6.
April 2007 im Wesent
lichen unverändert (vgl. E. 3.9).
4.3.2
Vorwegzunehmen ist, dass die Beschwerdegegnerin das Gutachten von
Dr.
C._
vom 1
4.
Dezember 2015 (vgl. E. 3.7) zu Recht als nicht schlüssig erachtet und eine neuerliche psychiatrische sowie zusätzlich eine neurologi
sche/neuropsychologische Begutachtung angeordnet hat (vgl. die dahingehenden Stellungnahmen der Kundenberatung, des Rechtsdienstes der Beschwerdegegne
rin sowie des RAD,
Urk.
15/142/6-8). Die von
Dr.
C._
vorgenommene Beurtei
lung erscheint nämlich in der Tat nicht nachvollziehbar. Dies insbesondere auch deshalb nicht, weil sie massgeblich auf der blossen – nunmehr widerlegten (vgl. die erst von Dr.
E._
beigezogenen und
Dr.
C._
offensichtlich nicht bekannten Ergebnisse der am 1
0.
September und am
1.
Oktober 2014 im
O._
durchgeführten neuropsychologischen und bildgebenden Untersu
chungen, Urk. 15/140/76-79) - Vermutung einer bei der Beschwerdeführerin bestehenden Hirnschädigung basiert und eine kritische Auseinandersetzung mit den von ihm selbst festgestellten Diskrepanzen zwischen der Beschwerdeschilde
rung und ihrem Verhalten vermissen lässt. Seitens der Beschwerdeführerin wurde denn auch weder im Verwaltungs- noch im Beschwerdeverfahren geltend gemacht, es sei auf das Gutachten von
Dr.
C._
abzustellen resp. es handle sich beim
bidisziplinären
Gutachten von
Dr.
E._
vom
5.
März 2017 um eine unzu
lässige «
second
opinion
».
4.3.3
Das
bidisziplinäre
Gutachten von Dr.
E._
vom 5. März 2017
beruht auf allsei
tigen Untersuchungen (Urk. 15/140/34-39; Urk. 15/140/52-58),
setzt sich mit den gesundheitlichen Beeinträchtigungen der
Beschwerdeführerin
auseinander
(Urk. 15/140/26-27, Urk. 15/140/30-33; Urk. 15/140/52)
,
berücksichtigt die medizinischen
Vorakten
(Urk. 15/140/2-15)
und begründet Abweichungen, soweit die Beurteilung mit diesen nicht in Einklang steht
(vgl. Urk. 15/140/49-51
,
Urk. 15/140/67-68
).
Die gutachterlichen
Darlegungen der medizinischen Zustände und Zusammenhänge leuchtet ein und die
Schlussfolgerungen erweisen sich
grundsätzlich
als nachvollziehbar
(
vgl.
Urk. 15/140/62-66)
. Damit erfüllt das Gutachten die praxisgemässen
allgemeinen Anforderungen
an ein beweiskräfti
ges Gutachten (vgl. E. 1.
6
; vgl. auch E. 4.3.5
).
Dr.
E._
zeigte insbesondere schlüssig auf, dass und weshalb die Diagnosekrite
rien einer kombinierten Persönlichkeitsstörung bei der Beschwerdeführerin über
wiegend wahrscheinlich erfüllt seien, – entgegen der Auffassung von Dr.
C._
– aber kein(e) Persönlichkeitsänderung/Residualsyndrom (ICD-10 F19.71) vor
liege. Zudem stellte er nachvollziehbar fest, dass aktuell keine depressive Symp
tomatik bestehe.
Insoweit wurde die Beurteilung von
Dr.
E._
seitens der Beschwerdeführerin nicht in Frage gestellt. Uneinigkeit besteht hingegen hinsichtlich der Auswirkun
gen der Persönlichkeitsstörung auf ihre Arbeitsfähigkeit.
4.3.4
Die Beschwerdeführerin beruft sich zur Begründung ihrer Auffassung, wonach auf die von
Dr.
E._
vorgenommene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht abgestellt werden könne, zum einen auf den Bericht von
Dr.
F._
vom 1
5.
Juni 2017 (
Urk.
3) sowie dessen Stellungnahme vom 17. Dezember 2017 (
Urk.
8).
Dr.
E._
habe sie im Rahmen des Gutachtens
nur
für eine relativ kurze Zeit gesehen.
Dr.
F._
habe sie über eine längere Zeitdauer gesehen. Er könne nebst den medizinisch-theoretischen Grundlagen in der Beurteilung der Arbeitsfähig
keit seine Beobachtungen und Gesprächsinhalte miteinbeziehen (Urk. 1 S. 4-5).
Dr.
F._
begründet die abweichende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei gleiche
r
Diagnose damit, dass die
Beschwerdeführerin
nie mehr als 30-40 % tatsächlich habe arbeiten können. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist
eine in der beruflichen Tätigkeit im Vergleich zu einer gesunden Person tatsächlich nur reduziert erbrachte Leistung für sich allein gesehen in aller Regel nicht ausrei
chend für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit im Sinne des Gesetzes. Vielmehr bedarf es dazu regelmässig zusätzlich einer (überzeugenden) medizinischen Ein
schätzung, die
ordentlicherweise
echtzeitiger Natur ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_204/2012 vom 19. Juli 2012 E. 3.2). Die Tatsache, dass die
Beschwerdeführe
rin
über Jahre hinweg nicht mehr als 30-40 % gearbeitet hat,
lässt daher nicht darauf schliessen, dass der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der Verfügung vom 27. April 2017 gleichgeblieben und ihr nur ein Pensum von 30
%
bis 40
%
zuzumuten (gewesen) ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_59/2016 vom
6.
Januar 2017 E. 6.2). Im Weiteren trifft es zwar zu, dass
die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen
kann
; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4
S.
175) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu
nehmen, wenn die behandelnden Arzt
personen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vor
behalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil diese wichtige - und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblie
ben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_874/2017 vom 2
3.
Mai 2018 E. 5.2.2 mit Hinweisen).
Solche (objektiven) Aspekte wurden von
Dr.
F._
nicht aufgezeigt. Ausserdem ist
der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass
behandelnde
Arztpersonen
beziehungsweise Therapiekräfte
mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pati
entinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Die Beurteilung von
Dr.
F._
vermag daher den Beweiswert des Gutachtens von
Dr.
E._
nicht zu erschüttern.
4.3.5
Im Weiteren brachte die Beschwerdeführerin gegen die von
Dr.
E._
vorgenom
mene Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vor, der
Zuspruch der
Dreiviertelsrente
mit Verfügung vom 26. April 2007 sei gestützt auf
die
Diagnosen einer
Pol
itoxiko
manie
und einer
Persönlichkeitsstörung mit unreifen dissozialen und unreifen Zügen
erfolgt. Dr.
E._
beschreibe in seinem Gutachten
aber
ausführlich, wes
halb keine chronische rezidivierende Major-Depression, rapid-
cycling
-Typ, gegenwärtig mittelschwere Episode
,
vorliege, obwohl
die
se
Diagnose
vorliegend
n
icht relevant sei.
Ferner
argumentiere
Dr.
E._
, die Verbesserung der Persön
lic
hkeitsstörung sei darauf zurückzu
führen, dass
sie
gegenwärtig keine illegalen Drogen und keine suchterzeugenden Medikamente konsumiere. Tatsächlich liege der Drogenkonsum weit zurück und
sie
habe seit dem Entzug im Jahr 2002 keine Drogen mehr konsumiert. Es liege diesbezüglich
folglich
derselbe Zustand vor wie bei der letzten relevanten IV-Revision und
dieser
sei bis zum heutigen Zeitpunkt
gleichgeblieben
(Urk. 1 S. 4).
Nach der Rechtsprechung ist die
Frage, ob eine revisionsbegründende Ver
ände
rung stattgefunden hat,
durch die Gegenüberstellung eines vergangenen und des aktuellen Zustands zu beurteilen
ist (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_244/2017 vom 26. Oktober 2017 E. 4.2; vgl. auch E. 4.2.1 und E. 4.2.2 des genannten Urteils). Die Notwendigkeit, eine bloss andere Beurteilung nicht als Anlass einer materiellen Revision gelten zu lassen (vgl. E. 1.1.1), darf nach der Rechtsprechung indessen nicht dazu führen, dass die Anforderungen an den Nachweis einer Veränderung so hoch angesetzt werden, dass die ursprüngliche Festlegung praktisch perpetuiert wird. Dies
gilt insbesondere für psychiatrische Beurteilungen, bei denen praktisch immer ein Spielraum besteht, innerhalb des
sen verschiedene medizinische Interpretationen möglich, zulässig und zu respek
tieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist. Hier können die Beur
teilungen nicht immer lückenlos mit Tatsachenschilderungen unterlegt werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_418/2010 vom 2
9.
August 2011 E. 4.4).
Dr.
E._
erklärte in seinem psychiatrischen Teilgutachten, dass
in Würdigung des Längsschnittes der Erkrankung die Kriterien einer Persönlichkeitsstörung bei der Beschwerdeführerin überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen seien. Gleich
zeitig werde festgestellt, dass sich ihr Gesundheitszustand seit der
Rentenzuspra
che
massgeblich stabilisiert und somit verbessert habe. Überwiegend wahrschein
lich sei anzunehmen, dass ein beträchtlicher Teil der in der Vergangenheit als gravierend beschriebenen Verhaltensauffälligkeiten im überwiegenden Ausmass zusätzlich durch den in der Vergangenheit bestehenden multiplen Konsum von psychotropen Substanzen im Sinne einer zusätzlich organisch bedingten (sub
stanzinduzierten) sekundären Persönlichkeitsstörung induziert gewesen sei. Die Versicherte konsumiere bis auf Alkohol in kleinen Mengen gegenwärtig keine illegalen Drogen und keine suchterzeugenden Medikamente. Auch die in der Ver
gangenheit durch
Dr.
C._
in seinem psychiatrischen Gutachten vom 1
4.
Dezember
2015
diagnostizierte chronisch rezidivierende Major Depression, rapid-
cycling
-Typ, gegenwärtig mittelschwere Episode mit somatischem Syn
drom (ICD-10 F33.11) sei somit im Sinne einer sekundären, organischen depres
siven Störung, substanzinduziert, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F06.32), zu interpretieren (
Urk.
15/140/44). Im Weiteren hielt
Dr.
E._
fest, dass der im Rah
men der aktuellen Exploration erhobene psychopathologische Befund im Wesent
lichen unauffällig sei. Auch aufgrund der Versicherungsakte und der aktuellen Exploration müsse angenommen werden, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin bereits seit längerer Zeit stabilisiert habe (
Urk.
15/140/45).
Im Rahmen der
bidisziplinären
Beurteilung wies
Dr.
E._
ausserdem darauf hin, dass
seit dem Abschluss der beruflichen Massnahme 2006 keine plausiblen fach
ärztlichen Beurteilungen, die eine retrospektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zulassen würden, vorlägen. Eine Veränderung des Gesundheitszustandes sowie der Arbeitsfähigkeit (im Sinne einer ausgewiesenen Verbesserung) könne daher erst seit der aktuellen Untersuchung festgestellt werden. Mit dem Grad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit müsse jedoch angenommen werden, dass sich bereits in der
Vergangenheit der Gesundheitszustand der Beschwerdeführer m
ass
geblich stabilisiert hätte (Urk. 15/140/64
).
Dr.
E._
hat demnach zwar – wie im Übrigen auch
Dr.
F._
- keine konkreten Feststellungen zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Verfügung vom 2
6.
April 2007 getroffen. Dies schmälert jedoch den Beweiswert seiner Beurteilung nicht, zumal – wie er zu Recht bemerkte – in diesem Zeitpunkt keine schlüssigen (befundmässig untermauerten) fachärztlichen Beurteilungen vorlagen (vgl. E. 3.5). Soweit
Dr.
L._
und RAD-Arzt
Dr.
N._
im Bericht
vom 1
4.
Oktober 2006 (vgl. E. 3.5.3) resp. in der Stellungnahme vom 13. Dezember 2006 (vgl. E. 3.5.4) überhaupt Angaben zum Gesundheitszustand der Beschwer
deführerin gemacht haben, lassen diese sodann zumindest nicht überwiegend wahrscheinlich darauf schliessen, dass bereits damals keine
durch den früheren Drogenmissbrauch und durch depressive Symptome bedingte Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit - mehr (vgl. E. 3.3 und E. 3.4) – bestanden (vgl. insbesondere
Urk.
15/49, worin
Dr.
L._
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit einen Status nach
Polytoxikomanie
und
ein depressives Zustandsbild ange
führt hatte). Dr.
E._
zeigte sodann
nachvollziehbar
auf, dass die in den Folge
berichten, nament
lich auch
im Gutachten von
Dr.
C._
,
beschriebenen depres
siven Symptome im Zeitpunkt der von ihm durchgeführten Untersuchung
voll
ständig
remittiert waren und
dass in diesem Zeitpunkt – anders als von Dr.
C._
(
Urk.
15/115/32 und
Urk.
15/121/4) und von
Dr.
B._
(Bericht vom 2
3.
November 2015, Urk. 15/112) festgestellt - keine
Benzodiazepinabhängigkeit
mehr vorlag (Urk. 15/140/44; vgl.
Urk.
15/140/25-26,
Urk.
15/140/28 und Urk. 15/140/57). Damit ist hinreichend belegt, dass Dr.
E._
nicht bloss eine – revisionsrechtlich unbeachtliche – abweichende Interpretation und Folgenab
schätzung hinsichtlich eines seit der Verfügung vom 2
6.
April 2007 im Wesent
lichen unverändert gebliebenen Zustandes vorgenommen hat.
4.3.6
Die Vorbringen
der Beschwerdeführerin vermögen demnach das Gutachten von
Dr.
E._
nicht in Zweifel zu ziehen.
Im Weiteren liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass in der Zeitspanne zwischen der
bidisziplinären
Begutachtung und dem Erlass der angefochtenen Verfügung bei der Beschwerdeführerin eine
ent
scheidrelevante
Veränderung
des Gesundheitszustandes eingetreten
ist.
4.4
Nach dem Gesagten ist gestützt auf das - sämtliche Anforderungen an beweis
kräftige Entscheidungsgrundlagen erfüllende –
bidisziplinäre
Gutachten von
Dr.
E._
von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdefüh
rerin mit
verbesserter Arbeitsfähigkeit im massgeblichen Referenzzeitraum aus
zugehen. Somit ist – mit der Beschwerdegegnerin - das Vorliegen eines Revisi
onsgrundes im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG zu bejahen.
4.5
Anzumerken ist, dass auch ein Wiedererwägungsgrund im Sinne von
Art.
53 Abs. 2 ATSG vorliegt.
Wie eingangs erwähnt
,
waren nach dem Lehrabschluss im Jahr 2006 der Gesund
heitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
neu abzuklären (
vgl. E. 3.1.3), wobei bereits nach der damaligen Rechtsprechung die
Frage nach den noch zumutbaren Tätigkeiten und Arbeitsleistungen nach Massgabe der objektiv feststellbaren Gesundheitsschädigung in erster Linie durch die Ärzte und nicht durch die Ausbildungsstätte auf der Grundlage der von ihnen erhobenen, subjektiven Arbeitsleistung zu beantworten
war
(
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_396/2014 vom 1
5.
April 2015 E. 5.4 mit Hinweis). Dies hätte vorliegend umso mehr gegolten, als im Abschlussbericht der
Z._
vom 3
0.
Mai 2006 auf ein nicht recht spürbares Engagement resp. eine nicht recht spürbare Moti
vation der Beschwerdeführerin hingewiesen worden war (Urk. 15/42).
Die Beschwerdegegnerin zog indessen nach dem Gesagten lediglich die nicht fachärztlichen und zudem nicht nachvollziehbar begründeten Beurteilungen von
Dr.
L._
und RAD-Arzt Dr.
N._
ein. Damit fehlte es im Zeitpunkt der Revisi
onsverfügung vom 2
6.
April 2007
an den mit der notwendigen Sorgfalt durch
geführten
medizinischen
Abklärungen, was als klare Verletzung des Untersu
chungsgrundsatzes eine zweifellose Unrichtigkeit der
besagten Verfügung begründet (
vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_110/2
018 vom 3.
Sep
tember 2018 E. 4.2 mit Hinweisen).
Sodann ist die Berichtigung einer zweifellos unrichtigen Verfügung von erheblicher Bedeutung, wenn sie – wie hier - perio
dische Leistungen zum Gegenstand hat (BGE 140 V 85 E. 4.4, 119 V 475 E. 1c).
4.6
Demnach durfte die Beschwerdegegnerin jedenfalls auf die Revisionsverfügung vom 2
6.
April 2007 zurückkommen. Zu prüfen bleibt der Rentenanspruch ex
nunc
et pro
futuro
resp. bei Erlass der rentenaufhebenden Verfügung vom
1.
November 2017 (
Urk.
2; vgl. E. 1.1.1; Urteile
des Bun
desgerichts 8C_35/2019 vom
2.
Juli 2019 E. 5.2 und 8C_789/2017 vom 30.
Mai 2018 E. 3.2.1
[hinsichtlich des
Rückkommenstitels
der Wiedererwägung]).
5.
5.1
Dr.
E._
attestierte der Beschwerdeführerin eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
in den bisherigen Tätigkeiten als Floristin und Kurierin und (anderen) angepassten Tätigkeiten. Diese Einschätzung gilt laut
Dr.
E._
spätestens im Begutachtungs
zeitpunkt (Urk. 15/140/65-66).
Im Folgenden ist zu prüfen, ob dieser Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von
Dr.
E._
aufgrund der bestehenden normativen Vorgaben auch aus rechtlicher Sicht gefolgt werden kann (vgl. E. 1.3.2-3). Die Darlegungen von
Dr.
E._
bilden zusammen mit den weiteren aktenkundigen ärztlichen Feststellungen eine aus
reichende Grundlage zur Vornahme einer
Indikatorenprüfung
.
5
.2
5
.2.1
Hinsichtlich
der Kategorie «funktioneller Schweregrad»,
Komplex
«
Gesundheits
schädigung
»
,
ergibt sich, dass bei der
Beschwerdeführerin
eine kombinierte Per
sönlichkeitsstörung mit abhängigen, unreifen, dissozialen und emotional insta
bilen Persönlichkeitszügen (ICD-10 F61.0) besteht (Urk. 15/
140/61).
Zur Ausprä
gung der diagnoserelevanten Befunde ist
dem psychiatrischen Teilgutachten zu entnehmen, dass
anlässlich der Untersuchung
am 1
1.
Januar 2017
eine selbstun
sichere, schüchterne Versicherte, die wenig Blickkontakt zum Untersucher aufge
nom
men habe, auffallend gewesen sei
. Darüber hinaus hätten keine weiteren psy
chopathologischen Auffälligke
iten objektiviert werden können (
Urk.
14/140/41; vgl.
Urk.
15/140/34-36). Sodann bestehen laut
Dr.
E._
a
nalog der Parameter der funktionellen Leistungsfähigkeit in Anlehnun
g an den Mini-ICF-APP
allen
falls
leichtergradige
Störungen der Aktivität und Partizipation
und hat die neu
ropsychologische Untersuchung im Rahmen der aktuellen Abklärung leichte kog
nitive Defizite ergeben (Urk. 15/140/41)
.
Somit ist von einer leicht ausgeprägten Gesundheitsschädigung auszugehen.
Zum Indikator «Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz» ist zu bemerken, dass die Beschwerdeführerin gemäss Aktenlage nach dem erfolgrei
chen Entzug (vgl. E. 3.1, E. 3.2 und E. 3.3) bis im Februar 2015 lediglich in haus
ärztlicher Behandlung stand. Im Februar 2015 suchte sie offenbar auf Zuweisung von Dr.
B._
hin erstmals
Dr.
F._
auf. Laut dessen Angaben befand sie sich bis am 10. Juni 2015 bei ihm «in Abklärung». Erst seit April 2017 unterzieht sie sich offenbar bei
Dr.
F._
einer regelmässigen ambulanten psychiat
risch/psychotherapeutischen Behandlung, wobei die Konsultationen wöchentlich bis vierwöchentlich stattfinden (
Urk.
8 S. 1; vgl.
Urk.
15/140/33). Auf eine thera
peutisch nicht mehr angehbare Störung kann vor
diesem Hintergrund nicht geschlossen werden. Die davon abweichende Beurteilung von
Dr.
F._
, wonach bei der Beschwerdeführerin die therapeutischen Möglichkeiten ausgeschöpft seien (
Urk.
8 S. 3), erscheint angesichts der nach dem Gesagten lediglich leicht ausge
prägten Gesundheitsschädigung nicht nachvollziehbar.
Relevante, die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende psychische oder somatische
, namentlich neurologische,
Komorbiditäten wurden von
Dr.
E._
verneint (Urk. 15/140/61-62; vgl. Urk. 15/140/58 und
Urk.
15/140/47-48). Zwar ist nach der Rechtsprechung
beim Indikator
«Komorbiditäten»
nicht allein auf die Diag
nosen, sondern vor allem auf die Auswirkungen der betreffenden Krankheitsbil
der auf die persönli
chen Ressourcen abzustellen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2
018 E.
7.2 mit Hinweis). Selbst wenn
die von
Dr.
E._
unter dem Titel «Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit» angeführten leichten kognitiven Defizite als ressourcen
hemmend in der Gesamt
würdigung berücksichtigt werden, vermag dies aber das Gesamtbild nicht mass
geblich zu beeinflussen.
5.2.2
In Bezug auf die Komplexe «Persönlichkeit» und «sozialer Kontext» ist festzuhal
ten, dass laut
Dr.
E._
aufgrund der Persönlichkeitsstörung, insbesondere auf
grund der reduzierten Anpassungsfähigkeit, Schwierigkeiten im interpersonellen Kontakt, Störungen der Emotionsregulation mit reduzierter Anpassungs- und Teamfähigkeit, eine niedrige Frustrationstoleranz sowie eine eingeschränkte Ein- und Umstellfähigkeit resultieren könnten (Urk. 15/140/65). (Urk. 15/140/65).
Weitere Faktoren, die unter dem Aspekt «Persönlichkeit» als ressourcenhemmend zu berücksichtigen wären, sind nicht ersichtlich
: Laut
Dr.
E._
erschien die Beschwerdeführerin
wäh
rend der Exploration aufmerksam, war die Konzentra
tion
durchgehend ungestör
t und waren
keine Hinweise auf Störungen der Merkfähigkeit ode
r des Gedächtnisses zu erkennen.
Auch die übrigen komplexen Ich-Funktionen (vgl.
dazu
BGE 141 V 281 E. 4.3.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_666/2018 vom 2
7.
Mai 2019 E.5.2.2)
beurteilte er als nicht beeinträchtigt
(
Urk.
15/140/34-35
und Urk. 15/140/55-56
).
Die
Beschwerdeführerin
ist sozial gut eingebunden. Sie unternimmt regelmässig Sachen mit Freunden oder Bekannten und besucht einmal pro Woche eine Kir
chengruppe, wo zusammen gebetet, gegessen und die Bibel gelesen wird
. Ihre Geschwister sieht sie ab und zu, ihre Eltern
einmal pro Woche
(Urk. 15/140/26
).
Die
Beschwerdeführerin
führte in der Vergangenheit verschiedene schwierige Beziehungen, wobei die längste Beziehung zwei Jahre angedauert habe (Urk. 15/140/23-24).
Damit sie nicht alleine mit den Hunden nach draussen gehen
muss,
mach
t
sie
mit B
ekannten oder Freunden etwas ab
.
G
egen Nachmittag
isst sie
mei
stens eine warme Mahlzeit, kocht selber. Am Abend
macht sie nicht so viel, ist entweder zu Hause
,
oder wenn sie mit einer Kollegin etwas abgemacht hat
,
bei dieser oder zum Beispiel im Restaurant
(Urk. 15/140/26).
Ein
erheblicher
sozialer Rückzug
ist
somit
nicht feststellbar
. Der soziale Lebenskontext enthält bestätigende, sich potentiell günstig auf die Ressourcen auswirkende Faktoren.
5
.3
5
.3.1
In der Kategorie «Konsistenz»
ist bezüglich des Indikators «gleichmässige Ein
schränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen» festzuhalten, dass die
Beschwerdeführerin
im Untersuchungszeitpunkt
bei
D._
als Kuriermitarbeiterin angestellt war und ein variables Pensum von 30-40 % verrichtete (Urk. 15/131, Urk. 15/140/65).
Einmal pro Woche arbeitet
e
sie über die Mittagszeit bei
D._
von 11.00 bis spätestens 14.30 Uhr (Dienstag) und zwei
mal pro Woche am Abend von 17.00 bis spätestens 23.00 Uhr (Donnerstag und Samstag).
Daneben verfügt
e
sie über eine aktive Tagesgestaltung. So besorgt
e
sie den Haushalt mitsamt Kochen und Einkaufen selber
und fühlt sich in der Haus
haltsführung nicht eingeschränkt
. Die
Beschwerdeführerin
g
ing
einmal pro Woche Schwimmen und regelmässig ins Fitnessstudio. Sie bewohn
e
alleine eine Wohnung mit Garten, welcher ebenfalls Pflege bedarf. Die
Beschwerdeführerin
besitzt zwei Hunde und eine Katze,
die
sie
selbständig
versorgt
. Im Sommer 2015 war
sie
für drei bis vier Tage im Tessin in Urlaub und auch im
P._
in Deutschland am Titisee für vier Nächte (Urk. 15/140/25, Urk. 15/140/41)
.
Darüber hinaus konnte
sie
die Autofahrschule absolvieren und im Oktober 2015 den Füh
rerschein erwerben (Urk. 15/115/32-33, Urk. 15/
131
).
Bei der
Beschwerdeführerin
sind demnach kaum Einschränkungen des
Aktivitä
tenniveaus
auszumachen. Dies steht in Widerspruch
zur von ihr geltend gemach
ten 60
%
Arbeitsunfähigkeit.
5
.3.2
Was den Indikator «behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiese
ner Leidensdruck» anbelangt, ist darauf hinzuweisen, dass
sich die Beschwerde
führerin gemäss Aktenlage erst am 2
0.
April 2017 und damit erst nach dem Vor
bescheid vom
7.
April 2017 (vgl. Sachverhalt Ziffer 1.5) in eine regelmässige psy
chiatrische Behandlung begab (
Urk.
3 und
Urk.
8; vgl.
Urk.
15/149). Unter diesen Umständen kann nicht auf einen erheblichen psychischen Leidensdruck geschlos
sen werden.
5.3.3
Insgesamt lässt sich – angesichts der leicht ausgeprägten Symptomatik, fehlender Komorbiditäten im Sinne eines invalidisierenden Gesundheitsschadens, nicht ausgeschöpfter Behandlungsmöglichkeiten und beträchtlicher Ressourcen sowie angesichts des nicht in allen Teilen konsistent erscheinenden Verhaltens der Beschwerdeführerin – feststellen, dass die Prüfung anhand der massgeblichen Indikatoren zumindest nichts zugunsten der Beschwerdeführerin in dem Sinne ergibt, dass von einer höheren als der von
Dr.
E._
attestierten Arbeitsunfähig
keit von (maximal) 20
%
in den bisherigen und (anderen) angepassten Tätigkeiten auszugehen wäre.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
6
.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
6.3
6.3.1
Wie erwähnt, attestierte
Dr.
E._
der Beschwerdeführerin für die aktuell ausge
übte als Kurierin und alle Tätigkeiten mit nämlichem Ressourcenprofil, nament
lich auch für die Tätigkeit als Floristin, eine 80%ige Arbeitsfähigkeit, wobei er «auch für die Zukunft einen konfliktarmen Arbeitgeber mit der Möglichkeit, sich zurückzuziehen», empfahl.
6.3.2
Vorwegzunehmen ist, dass die Beschwerdeführerin mit der absolvierten Lehre als Floristin zureichende berufliche Kenntnisse im Sinne von
Art.
26
Abs.
1 der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) erworben hat; daran ändert auch der Umstand nichts, dass sie die Lehre in der
Z._
absolvierte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_335/2017 vom
6.
Oktober 2017 E. 6.1). Sodann ist nicht
anzunehmen, dass sich diese Kenntnisse wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigung wirtschaftlich nicht verwerten liessen (vgl. E. 3.5.2) resp. lassen (vgl. E. 6.3.1), zumal
der massgebende ausgeglichene Arbeitsmarkt auch soge
nannte Nischenarbeitsplätze umfasst, bei welchen behinderte Personen mit einem sozialen Entgegenkommen seitens des Ar
beitgebers rechnen können (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_794/2017 vom 2
7.
März 2018 E. 5.2.3).
Dass die Beschwerdeführerin nach dem Lehrabschluss nie als Floristin tätig war, führt zu keinem anderen Schluss. Die Beschwerdeführerin selbst begründete dies in ihrem Schreiben an die Beschwerdegegnerin vom 2
1.
Mai 2007 (vgl. Sachverhalt Zif
fer 1.3) nämlich nicht mit ihrem Gesundheitszustand, sondern damit, dass sie lei
der keine neue Stelle als Floristin habe finden können. Nun möchte sie aber «lie
ber etwas
anderes
, in der offenen Wirtschaft arbeiten können ohne noch einmal eine Lehre machen zu müssen». Gefallen hätte sie besonders an einem Job im Pensum von 40
%
bis 50% in einem Tierheim oder einer sonstigen Arbeit mit Tieren (
Urk.
15/65).
6.3.3
Das
Valideneinkommen
(als Floristin) ist demnach aufgrund der
standardisierten Bruttolöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
des Bundesamtes für Statistik zu berechnen, wobei der Tabellenlohn gemäss LSE 2016, Tabelle T17, Berufshauptgruppe 5 «Dienstleistungen und Verkaufskräfte» [entsprechend dem Kompetenzniveau 2], Ziffer 52 «Verkaufskräfte», für Frauen im Lebensalter zwi
schen 30 und 49 Jahren heranzuziehen. Dieser beträgt
Fr.
4'550.--.
6.3.4
Gemäss Aktenlage ist die Beschwerdeführerin seit April 2016 als Kurierin bei
D._
tätig, wobei sie ein Pensum von ca. 30
%
versieht (
Urk.
15/129-130). Sie schöpft demnach die von
Dr.
E._
(auch) für diese Tätigkeit attestierte 80%ige Restarbeitsfähigkeit nicht voll aus, weshalb auch das Invalideneinkommen auf
grund von Tabellenlöhnen zu berechnen ist. Da der Beschwerdeführerin gemäss der Beurteilung von
Dr.
E._
die Tätigkeit als Floristin (zu 80
%
) zumutbar ist, ist das Invalideneinkommen aufgrund des gleichen Tabellenlohnes zu bemessen wie das
Valideneinkommen
(LSE 2016 TA17 Ziffer 52).
6.3.5
Validen- und Invalideneinkommen
sind damit
ausgehend vom gleichen Tabel
lenlohn zu berechnen
. Unter diesen Umständen
entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn, der höchstens
25
%
betragen darf
(vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 126 V 75 E. 5 b/
aa
-cc)
; die
genaue Ermittlung
von Validen- und Invalidenein
kommen erübrigt sich
(vgl. Urteil
des Bundesgerichts
8C_
358
/2017 vom
4. August 2017 E. 2.2 mit Hinweisen
).
Zu den möglichen Abzugsgründen ist zu bemerken, dass
Dr.
E._
die 20%ige Einschränkung mit der reduzierten Anpassungsfähigkeit aufgrund der Persön
lichkeitsstörung sowie mit einem Bedarf nach häufigen Pausen begründete. Die gesundheitlichen Einschränkungen wurden demnach im Zumutbarkeitsprofil berücksichtigt und rechtfertigen keinen zusätzlichen Abzug vom Tabellenlöhn.
Sodann gilt e
ine
aus psychischen Gründen erforderliche
verstärkte Rücksicht
nahme seitens Vorgesetzter und Arbeitskollegen
nicht als eigenständiger abzugs
fähiger Umstand
(Urteil des Bundesgerichts
9C_233/2018 vom 1
1.
April 2019
E.
3.2). Ist die versicherte Person aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage
, ein Vollzeitpensum auszuüben, kann dies
zwar
unter Umständen zu einem Abzug vom Tabellenlohn führen (vgl. Urteil
des Bundesgerichts
9C_421/2017 vom 1
9.
September 2017 E. 2.1.1).
Bei Frauen ohne Kaderfunktion wird jedoch Teil
zeitarbeit im
Umfang zwischen
50
%
und 89
%
sogar höher
entlöhnt
als ein Voll
zeitpensum. Die Abzugskriterien des Alters sowie der Nationalität und Aufent
haltskategorie sind ebenfalls nicht gegeben. Einzig das Kriterium der Dienstjahre resp. der langen Abwesenheit vom
Arbeitsmarkt
könnte – da die Beschwerdefüh
rerin seit über 10 Jahren nicht mehr als Floristin tätig war – als erfüllt betrachtet werden. Damit liesse sich jedoch nur ein 5%iger Abzug vom Tabellenlohn recht
fertigen.
Es resultiert demnach ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von maximal 24
%
(vgl. E. 1.4).
Anzufügen bleibt, dass m
it Blick auf das besagte Schreiben der Beschwerde
füh
rerin vom 2
1.
Mai 2007 (
Urk.
15/65, vgl. E. 6.3.2) zur Ermittlung des
Validenein
kommens
auch der standardisierte Bruttolohn gemäss LSE 2016,
Tabelle TA1
, Total,
Kompetenzniveau 1
, für Frauen von
Fr.
4'363.
-- herangezogen werden könnte, was aber ebenfalls nicht zu einem rentenbegründenden Invaliditätsgrad führen würde.
7.
7.1
Nach der Rechtsprechung ist vor einer Änderung des Rentenanspruchs gestützt auf
Art.
17
Abs.
1 ATSG grundsätzlich der Eingliederungsbedarf abzuklären (Urteil 9C_304/2018 vom
5.
November 2018 E. 5.2 mit Hinweis). Im Besonderen bei Personen, welche eine Bezugsdauer von mindestens fünfzehn Jahren aufwei
sen oder wenn sie das 5
5.
Altersjahr zurückgelegt haben, sind in der Regel vor der Herabsetzung oder Aufhebung der Rente Massnahmen zur Eingliederung
durchzuführen, bis sie in der Lage sind, das medizinisch-theoretisch (wieder) aus
gewiesene Leistungspotenzial mittels Eigenanstrengung auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten. Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass die Aus
nahme gilt, die versicherte Person also über eine genügend grosse Selbsteinglie
derungskapazität verfügt, sodass sich Eingliederungsmassnahmen erübrigen (
vgl. statt vieler:
Urteil
des Bundesgerichts 9C_704/2018 vom 2
9.
Januar 2019 E. 6.1 mit Hinweis).
7.2
Die Beschwerdeführerin bezog, unterbrochen durch den Taggeldbezug während der erstmaligen beruflichen Ausbildung, ab dem
1.
Juni 1997 eine ganze resp. eine
Dreiviertelsrente
. Es liegt demnach ein langjähriger Rentenbezug im Sinne der dargelegten Rechtsprechung vor.
Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht bemerkte, arbeitet die Beschwerdeführerin seit April 2016 (wieder) in einem Teilzeitpensum als Kurierin bei
D._
. Zu dieser Stelle war sie gemäss Aktenlage aus eigener Initiative und namentlich auch ohne jegliche Unterstützung der Beschwerdegegnerin gelangt. Sodann sind laut der Beurteilung von Dr.
E._
berufliche Massnahmen aus medizinischer Sicht nicht indiziert und, da sich die Beschwerdeführerin zu 60
%
arbeitsunfähig fühle, auch nicht erfolgversprechend (
Urk.
15/140/66). Bei diesen Gegebenheiten besteht kein Grund zur Annahme, dass die Beschwerdeführerin nicht in der Lage sein könnte,
das medizinisch-theo
retisch
ausgewiesene
höhere
Leistungspotenzial mittels Eigenanstrengung auszuschöpfen und erwerblich
rentenausschliessend
zu ver
werten.
Zudem lassen (auch) die Ausführungen in den Einwänden der Beschwer
deführerin gegen den Vorbescheid vom
6.
April 2017 (vgl. Sachverhalt Ziffer 1.5) sowie in der Beschwerdeschrift (
Urk.
1) keine Bereitschaft erkennen, an berufli
chen Eingliederungsmassnahmen mitzuwirken. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdeführerin vor der Rentenaufhebung keine beruflichen Einglie
derungsmassnahmen durchgeführt hat.
8.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerdegegnerin im Ergebnis zu Recht davon aus
gegangen, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin erheblich verbessert hat und sie nunmehr in der Lage ist, ein rentenausschliessendes Ein
kommen zu erzielen. Die Verbesserung kann dabei gestützt auf die Beurteilung von
Dr.
E._
spätestens ab dem Begutachtungszeitpunkt (Februar 2017) festge
stellt werden. Die revisionsweise erfolgte Rentenaufhebung vom 1. November 2017 erweist sich damit als rechtens (vgl.
Art.
88a
Abs.
IVV). Im Übrigen könnte die Rentenaufhebung auch
mit der substituierten Begründung der Wiedererwä
gung geschützt werden (vgl. E. 1.1.4 und E. 4.5).
Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
9
.
9
.1
Die Beschwerdeführerin stellte
am 30. November 2017
ein Gesuch um Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung für das vorliegende Verfahren (Urk. 1 S. 1). Die Voraussetzungen gemäss
§
16
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) sind erfüllt
(vgl. Urk. 12/1)
, weshalb dem Gesuch der Beschwerdeführerin zu entsprechen ist. Gemäss
§
16
Abs.
4
GSVGer
ist die
Beschwerdeführerin
zur Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist.
9
.2
Die Kost
en des Verfahrens sind auf Fr. 8
00.-- festzusetzen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.