Decision ID: 4d5acc68-7675-4a9c-accd-4ebc4fae6843
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Postfach, 8085 Zürich,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
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A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war bei der B._, mit einem
Beschäftigungsgrad von 50% tätig und dadurch bei der Zürich Versicherungs-
Gesellschaft (nachfolgend: Zürich) unfallversichert, als er am 21. Juni 1998 auf einer
Bergtour wegen Steinschlags in die Tiefe stürzte und sich eine HWK7-Fraktur mit
Abriss der Deckplatte C7, Rissquetschwunden am Schädel und an den Ellbogen sowie
multiple Prellungen zuzog. Die Erstbehandlung fand im Spital Oberengadin statt (UV-
act. Z1, ZM1). Die Zürich anerkannte ihre Leistungspflicht und übernahm
Heilungskosten sowie Taggeldleistungen aufgrund einer vollen Arbeitsunfähigkeit. Im
Nachgang zu einem stationären Reha-Aufenthalt vom 29. Juli bis 20. August 1998 in
der Klinik C._ (UV-act. ZM7) wurde dem Versicherten ab 21. Dezember 1998 wieder
eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert (UV-act. ZM9).
A.b Am 27. November 2008 teilte der Versicherte der Zürich mit, dass er mit
regelmässigem Kräftigungstraining die wiederkehrenden Schmerzen im Rücken habe
konstant halten können, er nun jedoch wegen der Rückenprobleme den Arzt habe
aufsuchen müssen (UV-act. Z32). Mit Verfügung vom 20. April 2009 eröffnete die
Zürich dem Versicherten nach Durchführung von Abklärungen (UV-act. ZM12), dass
mangels rechtsgenüglicher Kausalität für die erneuten Behandlungen der LWS ab 20.
November 2008 keine Leistungen erbracht werden könnten (UV-act. Z40). Nachdem
der Versicherte gegen diese Verfügung Einsprache erhoben hatte (UV-act. Z48),
veranlasste die Zürich eine Begutachtung bei Prof. Dr. D._, Wirbelsäulenchirurgie
(UV-act. Z70, Z73f, ZM15). Am 2. November 2010 unterbereitete sie das
entsprechende Gutachten dem Versicherten zur Stellungnahme mit dem Hinweis auf
die vorgesehene Erledigung der Einsprache (UV-act. Z83). Hierzu äusserte sich der
Versicherte am 26. November 2010 (UV-act. Z84). Der Krankenversicherer hatte die
vorsorglich erhobene Einsprache wieder zurückgezogen (UV-act. Z52, Z58). Mit
Einspracheentscheid vom 3. Februar 2011 hiess die Zürich die Einsprache
dahingehend teilweise gut, als die Leistungseinstellung in Bezug auf die unfallkausalen
Beschwerden per 30. März 2010 erfolgte und dem Versicherten eine
Integritätsentschädigung von Fr. 19'440.-- zugesprochen wurde. Im Übrigen wies sie
die Einsprache ab (UV-act. Z91).
B.
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B.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte am 3. März 2011
Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben, die Auszahlung der
Integritätsentschädigung einschliesslich Verzinsung seit 1999 sei ohne Bedingungen
vorzunehmen und es sei die Leistungspflicht für Massnahmen, die zum Erhalt der
Arbeitsfähigkeit beitragen würden, trotz erreichtem Endzustand anzuerkennen, soweit
die Massnahmen mit unfallkausalen Beschwerden zusammenhängen würden. Zur
Begründung legte er dar, der Unfall habe ökonomische Folgen gehabt. Bei
Wiederaufnahme des vollen Arbeitspensums am 21. Dezember 1998 sei eine 80%ige
körperliche Wiederherstellung attestiert worden. Daran habe sich seither nichts
geändert. Er könne nicht nachvollziehen, wieso diese Tatsache negiert werde. In diesen
Zusammenhang werde die Beurteilung von Prof. D._ willkürlich in Frage gestellt.
Andernorts (S. 3 des angefochtenen Entscheids) werde ihr jedoch volle Beweiskraft
zugesprochen. Die letzten operationsbezogenen Behandlungen hätten im Jahr 2000
stattgefunden. Die Auszahlung der Integritätsentschädigung hätte bereits Ende 1999
erfolgen sollen. Folglich sei auch eine Verzinsung angebracht. Die Auszahlung von der
Rechtskraft des Einspracheentscheids abhängig zu machen, empfinde er als
Druckversuch. Er sei von der Beschwerdegegnerin nicht informiert und nicht angehört
worden. Seine Forderungen hätten sich im Lauf der Zeit verändert, da er durch Ärzte
oder Juristen und durch eigene Recherchen auf seine Rechte aufmerksam geworden
sei. Er verstehe nicht, wieso die Sache vor Gericht gezogen werden müsse, ohne dass
zuvor der Versuch einer Schlichtung unternommen werde (act. G 1.2). Er habe
unterdessen eingesehen, dass es wohl schwierig wäre, die ökonomischen Folgen des
Unfalls zu beweisen, um eine Berentung zu erwirken. Deshalb verzichte er darauf,
gegen diesen Entscheid aufzubegehren.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 3. Mai 2011 beantragte die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Zur Begründung verwies sie
auf die Darlegungen im angefochtenen Einspracheentscheid und führte unter anderem
aus, der Beschwerdeführer verschweige, am 17. Februar 2011 telefonisch darauf
hingewiesen worden zu sein, dass er den Einspracheentscheid im Punkt
Integritätsentschädigung schriftlich akzeptieren könne, was deren Auszahlung innert
zwei bis drei Tagen bewirken würde. Von diesem Angebot habe er keinen Gebrauch
gemacht (UV-act. Z93). Nachdem er nun schriftlich die Höhe der
Integritätsentschädigung akzeptiere, sei diese dem Beschwerdeführer umgehend
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überwiesen worden. Die vom Beschwerdeführer anbegehrte Verzinsung ab 1999 sei
mit Blick auf die im Gutachten von Prof. D._ bestätigte Erreichung des Endzustands
abzulehnen. Hinsichtlich des Antrags, die Beschwerdegegnerin habe trotz erreichtem
Endzustand für unfallbedingte Heilbehandlung aufzukommen, stelle sich die Frage, ob
überhaupt darauf eingetreten werden könne, da dieses Rechtsbegehren unbegründet
sei. Der Antrag sei, soweit überhaupt darauf eingetreten werde, als unbegründet
abzuweisen. Der Vorwurf des Beschwerdeführers, er sei seitens der
Beschwerdegegnerin nie informiert und nie angehört worden, sei haltlos; diesbezüglich
werde auf die Akten verwiesen.
B.c Mit Replik vom 19. Mai 2011 (act. G 7) und Duplik vom 1. Juni 2011 (act. G 9)
bestätigten die Parteien ihre Anträge und Ausführungen.

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig ist, ob die Einstellung der im Nachgang zur Rückfallmeldung vom
November 2008 wieder ausgerichteten Leistungen (Heilungskosten) auf den 30. März
2010 zu Recht erfolgte oder nicht und ob der Beschwerdeführer als Folge des Unfalls
vom 21. Juni 1998 Anspruch auf Rentenleistungen hat. Zu klären ist dabei vorab die
Frage der Unfallkausalität der bestehenden gesundheitlichen Beschwerden. Wenn der
Unfallversicherer den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und einer
Gesundheitsschädigung einmal anerkannt hat und entsprechende Leistungen erbringt,
so trägt er die Beweislast für den Wegfall der Kausalität (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45,
1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b). Dies gilt jedoch nur für Verletzungen und Beschwerden,
welche bei der ursprünglichen Anspruchsbeurteilung zur Diskussion standen (Urteil des
Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG]
vom 15. März 2006, U 6/06, E. 2.2). Der Unfallversicherer hat nicht den Beweis für
unfallfremde Ursachen zu erbringen, sondern nur darzutun, dass die unfallbedingten
Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben (Urteil des
EVG vom 27. Februar 2004, U 29/03). Im Rahmen der Prüfung des Dahinfallens der
Leistungspflicht des Unfallversicherers genügt es für die Bejahung des fortbestehenden
natürlichen Kausalzusammenhangs, wenn der Unfall für die fragliche gesundheitliche
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Störung immer noch eine Teilursache darstellt. Gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG werden die
Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die Taggelder und
Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt, wenn die Gesundheitsschädigung nur
teilweise Folge eines Unfalls ist. Diese Bestimmung beinhaltet eine Durchbrechung des
Kausalitätsprinzips für Fälle, in denen ein Gesundheitsschaden durch das
Zusammenwirken konkurrierender, teils unfallbedingter, teils unfallfremder Ursachen
bewirkt worden ist (Urteil des EVG vom 18. Februar 2003, U 287/02, E. 4.4).
1.2 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist nach der höchstrichterlichen
Rechtsprechung entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in
der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einZ._chtet und ob die Schlussfolgerungen der
medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a
mit Hinweis; RKUV 2000, 214). Erachtet das Sozialversicherungsgericht die
rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer
Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne Weiterungen - insbesondere
ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens - abschliessen. In solchen Fällen sind an die
Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (RKUV 1997, 281 E. 1a).
2.
2.1 Von Seiten des Universitätsspitals E._, Klinik für Unfallchirurgie, wurde am
24. August 1998 eine einwandfrei verheilte Wirbelfusion, reizlos liegende Implantate
und eine unveränderte Neurologie im Bereich C7 bescheinigt (UV-act. ZM8). Der
Beschwerdeführer war ab 21. Dezember 1998 wieder uneingeschränkt arbeitsfähig
(UV-act. ZM9, Z27, Z31). Im Nachgang zur Rückfall-Meldung vom November 2008 (UV-
act. Z32) legte der Beschwerdeführer am 7. April 2009 dar, am 6. November 1998
(Besprechung mit dem Schaden-Inspektor) hätten störende Nacken- und
Schulterschmerzen bestanden; dies sei auch aktuell noch der Fall. Auch die
Sensibilitätsstörungen an den Fingern der linken Hand hätten sich nicht verbessert.
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Seit der Reha in C._ (1998) besuche er mindestens einmal pro Woche das Fitness-
Studio, wo er ein Muskeltraining durchführe, welches ihm helfe, mit erträglichen
Schmerzen durch den Arbeitsalltag zu kommen. Ein weiteres neurologisches Problem
stelle seine Blase (Inkontinenz) dar (UV-act. Z37). Der beratende Arzt der
Beschwerdegegnerin PD Dr. med. Z._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates, hatte am 5. März 2009 zu Protokoll
gegeben, dass die Wirbelsäulenstatik angesichts des sehr schönen Endresultats bei
Status nach HWK7-Fraktur und operativer Versorgung unwesentlich durch den Unfall
und seine Folgen beeinträchtigt sei. Ein natürlicher Kausalzusammenhang mit den
aktuell bestehenden LWS-Beschwerden erscheine aus wirbelsäulenorthopädischer
Sicht wenig wahrscheinlich (UV-act. ZM12). Dr. med. Y._, Allgemeine Medizin und
Sportmedizin, berichtete am 17. Juni 2009, seit dem Unfall sei der Beschwerdeführer
nie beschwerdefrei gewesen, jedoch deswegen nie zum Arzt gegangen. Es liege eine
posttraumatische Situation vor. Es sei eine Besserung eingetreten. Jedoch sei ein
bleibender Nachteil bei Schmerzen in der oberen und mittleren Wirbelsäule zu erwarten
(UV-act. ZM14).
2.2 Prof. D._ vermerkte im Gutachten vom 8. Oktober 2010 zuhanden der
Beschwerdegegnerin die Diagnosen eines Zustands nach Spondylodese C6/C7, eines
Zustands nach Avulsionsverletzung im Bereich PIP II und IV rechts, eines chronischen
Cervikocephal-/Cervikobrachialsyndroms links, eines chronischen Lumbalsyndroms
und von bilateralen Coxarthrosen. Er kam zum Schluss, die cervikale, cerviko-cephale
und cerviko- brachiale Schmerzproblematik links und auch eine gewisse
Beeinträchtigung im Bereich der rechten Hand stünden mit grosser Wahrscheinlichkeit
im Zusammenhang mit dem Unfallereignis. Die Dranginkontinenz sei schwierig
einzuordnen; eine offensichtliche neurologische Schädigung des Rückenmarks könne
bildgebend nicht nachgewiesen werden. Die durchgeführte neurologische
Mitbeurteilung im Universitätsspital E._ liege nicht vor. Diesbezüglich sei ein
möglicher Zusammenhang mit dem Unfall gegeben. Die Probleme des Kreuzes, die
2008 mit konsekutiver Einschränkung der Sitzdauer manifest geworden seien, schienen
nicht im Zusammenhang mit dem Unfall zu stehen. Degenerative Erkrankungen der
LWS seien häufig und es sei wahrscheinlich, dass diese Pathologie hier
vordergründiges Problem sei. Die deutliche Pathologie im Bereich der Hüften sei
ebenfalls ganz klar nicht traumatisch, sondern degenerativ bedingt. Dass der
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Beschwerdeführer gemäss Unfallschein die volle Arbeitsfähigkeit ab 21. Dezember
1998 wieder erreicht habe, sei unter Berücksichtigung der Unfallsituation sicher
korrekt. Aktuell könne er unter zusätzlichem Effort mit Anlauftraining und
arbeitsplatzergonomischen Massnahmen seine Arbeitstätigkeit durchführen. So
gesehen bestünden keine nicht mehr durchführbaren Verrichtungen. Trotz der
Restbeschwerden könne er ein 100%iges Pensum erledigen. Er müsse aber mehr Zeit
investieren, da er intermittierend Pausen machen und z.B. die eingeschränkte
Sensibilität mit einer zusätzlichen visuellen Kontrolle kompensieren müsse. Theoretisch
sei als Folge des Unfallereignisses eine ca. 10%ige Beeinträchtigung zu postulieren.
Als Folge der HWS-Verletzung bestehe eine Einschränkung der körperlichen Integrität
von ca. 20% (Schmerzproblematik 10%, neurologische Symptomatik 10%; UV-act.
ZM15). Der Beschwerdeführer teilte am 26. Mai 2009 mit, er sei zwischen 2000 und
2008 nie bei einem Arzt gewesen. Er habe in dieser Zeit mit den Beschwerden und
Einschränkungen leben können. Seit Mai 2009 sei er aufgrund von Schmerzen im
Schulter-Nackenbereich und Kopfschmerzen bei Dr. Y._ in Behandlung (UV-act.
Z56).
3.
3.1 Prof. D._ legte einlässlich und nachvollziehbar dar, dass die beim Beschwerde
führer bestehende cervikale, cerviko-cephale und cerviko-brachiale
Schmerzproblematik links sowie die Beeinträchtigung im Bereich der rechten Hand
überwiegend wahrscheinlich als natürlich-kausale Folge des Unfalls vom 21. Juni 1998
zu sehen seien, dass dies jedoch mit Bezug auf die Dranginkontinenz, die Probleme
des Kreuzes (degenerative Erkrankung der LWS) sowie die Pathologie im Bereich der
Hüften nicht der Fall bzw. lediglich ein möglicher Unfallzusammenhang gegeben sei
(UV-act. ZM15). Zweifel an dieser begründeten Beurteilung werden vom
Beschwerdeführer von der Inkontinenz abgesehen weder geltend gemacht noch
ergeben sich solche aus den Akten. Insbesondere liegen namentlich auch hinsichtlich
der Inkontinenz keine abweichenden ärztlichen Einschätzungen vor. Ein Anlass für
weitere medizinische Abklärungen im Zusammenhang mit der Frage der
Unfallkausalität ist dementsprechend nicht ersichtlich.
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3.2 Der Versicherte hat Anspruch auf eine zweckmässige Behandlung der
Unfallfolgen. Diesen gesetzlichen Anspruch auf Heilbehandlung hat er so lange, als von
der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Verbesserung des
Gesundheitszustands erwartet werden kann (Art. 10 in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1
UVG; BGE 116 V 44 E. 2c). Dabei genügt es nicht, dass eine Therapie lediglich eine
unbedeutende Besserung erhoffen lässt oder dass für eine namhafte Besserung nur
eine weit entfernte Möglichkeit besteht (A. Maurer, Unfallversicherungsrecht, 2. A. Bern
1989, 274). Von einer namhaften Besserung des Gesundheitszustands, wie sie der
Anspruch auf Heilbehandlung voraussetzt, kann auch dann nicht gesprochen werden,
wenn eine therapeutische Massnahme mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nur die
sich aus einem stationären Gesundheitsschaden ergebenden Beschwerden für eine
begrenzte Zeit zu lindern vermag (RKUV 2005, 388). Für die Bejahung eines
medizinischen Endzustands wird keine vollständige Schmerzfreiheit vorausgesetzt (vgl.
Rumo-Jungo, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. A., S. 145).
3.3 Nach Lage der Akten führte der Beschwerdeführer seit 1999 zur
Schmerzlinderung Behandlungsmassnahmen (insbesondere Muskeltraining) durch, und
es bestanden auch während der ganzen Zeit gewisse Beschwerden, ohne dass bis zur
Rückfallmeldung ein Arztbesuch erfolgt wäre (UV-act. ZM14, Z37, Z56). Prof. D._
legte im Zusammenhang mit der Frage der weiteren (unfallbedingten)
Behandlungsbedürftigkeit dar, bezüglich der Nacken- und Armschmerzproblematik
seien Physiotherapie und aktives Training weiterhin angezeigt. Dabei stehe nicht mehr
eine restitutio ad integrum im Vordergrund, sondern die Stabilisierung des jetzigen
Zustands. Grundsätzlich sei hier ein Endzustand erreicht (UV-act. ZM15). Der
Gutachter verneinte somit eine namhafte Verbesserung des Zustands durch weitere
Behandlung, was auch vom Beschwerdeführer nicht in Frage gestellt wird (vgl. UV-act.
Z84). Bei dieser Aktenlage ging die Beschwerdegegnerin auf den 30. März 2010
(Datum der Untersuchung durch Prof. D._) zu Recht von einem Fallabschluss im Sinn
von Art. 19 Abs. 1 UVG aus (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2008,
8C_402/2007, E. 5.1.2.2) und prüfte dementsprechend den Rentenanspruch. Die
Frage, ob ein Rentenanspruch besteht, bzw. das Vorliegen einer hierfür
vorausgesetzten Einschränkung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit, ist nachstehend zu
prüfen. Der Beschwerdeführer macht in diesem Verfahren zum einen wirtschaftliche
Folgen des Unfalls geltend (act. G 1 S. 1 mit Bestätigung in act. G 7 S. 1; vgl. auch act.
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G 1.2); zum anderen verzichtet er jedoch mit Hinweis auf Beweisprobleme offenbar auf
die Anfechtung des Rentenabweisungsentscheids (vgl. act. G 1 S. 2 unten und act. G 7
S. 2 unten). Würde auf das letztgenannte abgestellt, wäre auf die Beschwerde
hinsichtlich der Rentenabweisung nicht einzutreten. Mit Blick auf die in diesem
Verfahren geltende Offizialmaxime und den nicht ganz klaren Standpunkt des
Beschwerdeführers erscheint es gerechtfertigt, auf die Frage des Rentenanspruchs
einzutreten und materiell Stellung dazu zu nehmen.
4.
4.1 Die Begutachtung durch Prof. D._ ergab, dass der Beschwerdeführer aktuell
unter zusätzlichem Effort mit Anlauftraining und arbeitsplatzergonomischen
Massnahmen seine Arbeitstätigkeit durchführen könne. So gesehen bestünden keine
nicht mehr durchführbaren Verrichtungen. Trotz der Restbeschwerden könne er ein
100%iges Pensum erledigen. Er müsse aber mehr Zeit investieren, da er intermittierend
Pausen machen und z.B. die eingeschränkte Sensibilität mit einer zusätzlichen
visuellen Kontrolle kompensieren müsse. Theoretisch sei als Folge des
Unfallereignisses eine ca. 10%ige Beeinträchtigung zu postulieren. In seiner körperlich
wenig belastenden Tätigkeit könne der Beschwerdeführer eigentlich ein volles
Arbeitspensum erreichen. Er habe Strategien entwickelt, um die Folgen der
bestehenden Restsymptome zu kompensieren (UV-act. ZM15). Allein der Umstand,
dass der Gutachter ein volles Pensum als zumutbar erachtete, bedeutet noch nicht das
Vorliegen einer vollen Arbeitsfähigkeit. Prof. D._ bescheinigte denn auch gleichzeitig,
dass der Beschwerdeführer eine volle Arbeitsleistung nur mit einem zeitlichen
Mehraufwand von "theoretisch" 10% erreichen könne. Im Ergebnis schätzte er daher
die Arbeitsleistung und damit auch die Arbeitsfähigkeit (nicht jedoch das zumutbare
Pensum) in diesem Umfang als vermindert ein. Dies erscheint angesichts der beim
Beschwerdeführer bestehenden Unfallrestfolgen und den daraus resultierenden
Bewegungseinschränkungen nachvollziehbar und begründet. Zu prüfen ist
dementsprechend, inwiefern sich diese "theoretische" Einschränkung auch bei der
konkreten Berufstätigkeit effektiv einkommensmindernd auswirkt.
4.2 Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Entscheid (E. 2a) die
Grundsätze der Rentenbemessung (Art. 18 Abs. 1 UVG, Art. 16 ATSG) zutreffend dar;
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darauf ist zu verweisen. Zu ergänzen ist, dass bei (faktisch) Selbständig-Erwerbenden
die Bestimmung der Erwerbsunfähigkeit durch die Feststellung der leidensbedingten
Behinderung anhand eines Betätigungsvergleichs in Anlehnung an Art. 27 IVV erfolgt;
diese Behinderung ist sodann im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung unter
Berücksichtigung der betrieblichen Situation zu gewichten. Eine Einschränkung im
funktionellen Leistungsvermögen kann zwar, muss aber nicht notwendigerweise eine
Erwerbseinbusse in gleichem Umfang zur Folge haben (A. Rumo-Jungo, a.a.O. S.3. A.,
128, mit Hinweisen).
Der Beschwerdeführer war im Unfallzeitpunkt und auch im (für dieses Verfahren
massgebenden) Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids vom 3. Februar
2011 in der B._ als Gesellschafter (Stammanteilhalter) und Geschäftsführer mit
Einzelzeichnungsberechtigung tätig (vgl. Handelsregister des Kantons F._, Internet-
Auszug vom 22. November 2011). Bei diesem Sachverhalt ist er für die Prüfung des IV-
Rentenanspruchs faktisch als selbständig Erwerbender zu qualifizieren (vgl. auch Urteil
des EVG vom 14. Dezember 2006, I 534/06, E. 2, sowie Urteil des Bundesgerichts vom
19. Januar 2009, 9C_538/2008, welches den st. gallischen Entscheid vom 15. Mai
2008, IV 2007/4, bestätigte).
4.3 Nachdem im Anstellungsvertrag mit der B._ vom Oktober 1998 das monatliche
Grundgehalt noch auf Fr. 2'500.-- (50%-Pensum) monatlich beziffert und ein Bonus/
Malus entsprechend dem Geschäftsgang vereinbart worden war (UV-act. Z86/3),
wurde das Grundgehalt mit Anstellungsvertrag vom Januar 2000 auf Fr. 5'600.--
(100%-Pensum) festgesetzt und das Bonus/Malus-System beibehalten (UV-act. Z86/4).
Für 1998 hatte die Steuerbehörde den Beschwerdeführer mit einem Reineinkommen
von Fr. 57'600.-- veranlagt (UV-act. Z86/22). Im Lohnausweis 1999 wurde ein Lohn von
Fr. 32'500.-- (UV-act. Z86/5) und in den Lohnausweisen für 2001-2006 ein solcher von
Fr. 72'800.-- bestätigt (UV-act. Z86/6-11). Für 2007 und 2008 bescheinigte die B._
einen Lohn von Fr. 76'880.-- und für 2009 einen solchen von Fr. 77'600.-- (UV-act.
86/12-14). Seit 2009 war der Beschwerdeführer zusätzlich als Lehrbeauftragter an der
Universität G._ tätig (UV-act. Z86/2).
Im Einspracheverfahren wies der Beschwerdeführer darauf hin, dass wegen seines
branchenunüblich tiefen Lohns trotz bestehender Einschränkungen auf eine Lohn- oder
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Anstellungsgradreduktion verzichtet worden sei (UV-act. Z84/1). Dazu ist vorweg
festzuhalten, dass der vereinbarten Lohnhöhe in der konkreten Situation, in welcher der
Beschwerdeführer direkten Einfluss auf die Festlegung des von ihm selbst bezogenen
Lohns hat, für sich allein keinen Aussagewert für die Frage des Bestehens von
unfallbedingten Einschränkungen zugemessen werden kann. Immerhin ist festzuhalten,
dass der bescheinigte Lohn im Nachgang zum Unfall in der Zeit ab 2001 eher
angestiegen ist. Die Feststellung, dass bei Wiederaufnahme des vollen Arbeitspensums
am 21. Dezember 1998 eine 80%ige körperliche Wiederherstellung attestiert worden
sei (act. G 1; vgl. UV-act. ZM5 und ZM12), bedeutet nicht, dass zugleich auch die
Arbeitsfähigkeit in demselben Ausmass eingeschränkt wäre. Für den vom
Beschwerdeführer implizit eingenommenen Standpunkt, dass sein Lohn ohne
Unfallfolgen höher wäre als aktuell, fehlt es an konkreten Anhaltspunkten und Belegen.
Sodann stellt sich die Frage einer allfälligen Unterdurchschnittlichkeit des vor Eintritt
des Unfalls bezogenen Lohns (Valideneinkommen; vgl. Art. 16 ATSG) und eines
entsprechenden Korrekturbedarfs beim Invalideneinkommen (vgl. BGE 135 V 297)
insofern nicht, als der Beschwerdeführer seine vor dem Unfall ausgeübte Tätigkeit nach
wie vor ausübt und die Grundlage für die Bemessung der beiden Vergleichseinkommen
(Art. 16 ATSG) somit dieselbe ist.
Der Beschwerdeführer macht zwar ökonomische Folgen des Unfalls geltend, legt
jedoch nicht dar, in welcher Art und bei welchen Tätigkeiten er aus seiner Sicht mit
welcherwirtschaftlichen Auswirkung in seiner GmbH eingeschränkt ist. Sein pauschaler
Hinweis, die ökonomischen Folgen des Unfalls seien "schwer abschätzbar, aber nicht
vernachlässigbar" (UV-act. Z84), sowie die Tatsache des Bestehens einer
unfallbedingten gesundheitlichen Einschränkung, vermögen für sich allein noch nicht zu
belegen, dass die Einschränkung sich auch wirtschaftlich auswirkt. Diese Auffassung
vertritt an sich auch der Beschwerdeführer selbst (act. G 1 S. 2 unten).
4.4 Der Beschwerdeführer verlangt eine Berentung im Wesentlichen mit dem
Hinweis, dass im Fall einer "Nicht-Berentung" nach Erreichen des medizinischen
Endzustands keine Leistungspflicht für Schmerzlinderung und Stabilisierung des
erreichten Zustands vorgesehen sei (UV-act. Z84). Entgegen der Auffassung der
Beschwerdegegnerin (act. G 5 S. 4) stellt sich bezüglich dieses Antrags die
Eintretensfrage nicht, zumal der Beschwerdeführer den Antrag implizit damit
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begründet, dass unfallbedingte (wenn auch lediglich stabilisierende) Behandlungen aus
seiner Sicht auch ohne Rentenanspruch weiterhin vom Unfallversicherer zu
übernehmen seien. In materieller Hinsicht ist dazu festzuhalten, dass nach Eintritt des
medizinischen Endzustands - unter Vorbehalt der Bestimmungen über Rückfälle und
Spätfolgen - kein Anspruch auf Heilbehandlung gegenüber dem Unfallversicherer
besteht, wenn ein Fall ohne Zusprechung einer Invalidenrente abgeschlossen wird. Art.
21 Abs.1 UVG ist in solchen Fällen nicht anwendbar (BVR 2011, 183, E. 4.3; vgl. auch
Urteil des Bundesgerichts vom 8. Januar 2010, 8C_744/2009, E. 8.4). An die Stelle des
Unfallversicherers tritt in diesem Fall der obligatorische Krankenversicherer (vgl. BGE
134 V 109 E. 4.2). Einen Rückfall oder eine Spätfolge mit daraus resultierender
Behandlungsbedürftigkeit könnte der Beschwerdeführer somit - unabhängig vom
Vorliegen eines Rentenanspruchs - künftig jederzeit geltend machen, soweit und
solange aufgrund der erneuten Behandlung eine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands im erwähnten Sinn in Aussicht stünde. Jedoch kann ihm, ohne
Vorliegen der Voraussetzungen für die Zusprechung von Rentenleistungen, nicht einzig
deshalb eine Rente gewährt werden, um den Anspruch auf Heilbehandlung im Sinn von
Art. 21 UVG bejahen zu können.
5.
5.1 Mit Bezug auf die Höhe der Integritätsentschädigung erwuchs der
Einspracheentscheid vom 3. Februar 2011 unangefochten in Rechtskraft (vgl. act. G 1
und G 1.2 S. 2). Der Beschwerdeführer macht jedoch geltend, die Auszahlung der
Integritätsentschädigung hätte bereits Ende 1999 (Behandlungsabschluss) erfolgen
sollen. Folglich sei auch eine Verzinsung angebracht. Die Auszahlung von der
Rechtskraft des Einspracheentscheids abhängig zu machen, empfinde er als
Druckversuch (act. G 1). - Nach der bis zum Inkrafttreten des ATSG am 1. Januar 2003
geltenden Rechtsprechung waren im Bereich der Sozialversicherung grundsätzlich,
d.h. sofern nicht ausdrücklich gesetzlich vorgesehen, keine Verzugszinsen geschuldet.
Nur wenn "besondere Umstände" vorlagen, bejahte das EVG einen Anspruch auf
Verzugszins. Solche Umstände erachtete das Gericht als gegeben bei widerrechtlichen
oder trölerischen Machenschaften der Verwaltungsorgane. Die Verzugszinspflicht
setzte im Übrigen neben der Rechtswidrigkeit auch ein schuldhaftes Verhalten der
Verwaltung voraus. Dabei lehnte es das Gericht ab, die Verzugszinspflicht generell für
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bestimmte Gruppen von Fällen (etwa gerichtlich festgestellte Rechtsverzögerungen) zu
bejahen. Wegleitend dafür war die Überlegung, dass die Auferlegung von
Verzugszinsen im Sozialversicherungsrecht nur ausnahmsweise und in Einzelfällen
gerechtfertigt sei, bei denen das Rechtsempfinden in besonderer Weise berührt werde
(vgl. BGE 131 V 358 Erw. 1.2 mit Hinweisen). Der rechtlich massgebende Sachverhalt,
von welchem ein allfälliger Anspruch auf Verzugszinsen auf dem am 3. Februar 2011
zugesprochenen Integritätsentschädigungsanspruch abhängt, hat sich teilweise vor
und teilweise nach dem Inkrafttreten des ATSG verwirklicht. Für den Zeitraum bis 31.
Dezember 2002 erfolgt die Prüfung der materiellen Anspruchsvoraussetzungen daher
nach dem vorangehend dargelegten Grundsätzen. Für die Zeit danach stützt sich die
Beurteilung hingegen auf die Bestimmung von Art. 26 Abs. 2 ATSG (vgl. BGE 130 V
334 E. 6).
5.2 Die Integritätsentschädigung wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls
kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt
(Art. 24 Abs. 2 UVG). Im Nachgang zum einstweiligen Behandlungsabschluss Ende
1998 war aufgrund der damaligen medizinischen Akten ein Anspruch auf
Integritätsentschädigung bzw. dass Erreichen eines medizinischen Endzustands nicht
dokumentiert. Die Beschwerdegegnerin vermerkte am 20. Dezember 1999 eine
Fortdauer der Behandlung und hielt fest, dass die Integritätsentschädigung geprüft
werden müsse, sobald der Endzustand erreicht sei (vgl. UV-act. ZM7-ZM9, ZM12,
Z31). Unter diesen Umständen konnte sie den Beschwerdeführer damals auch nicht
über Integritätsentschädigungsansprüche informieren (vgl. dazu act. G 1 S. 2). Das
Bestehen eines solchen Anspruchs ergab sich erst aufgrund der ab 2010
vorgenommenen medizinischen Abklärungen, d.h. nach Vorliegen des Gutachtens von
Prof. D._, nachdem der beratende Arzt Dr. Z._ noch am 5. März 2009 die
Unfallkausalität und damit offenbar das Bestehen von jeglichen Leistungsansprüchen
negiert hatte (UV-act. ZM12). Nach der bis 31. Dezember 2002 anwendbar gewesenen
Rechtsprechung waren die Voraussetzungen für die Zusprechung von Verzugszinsen
bei dieser Aktenlage offensichtlich nicht erfüllt, zumal keine Anhaltspunkte für
widerrechtliche oder trölerische (schuldhafte) Machenschaften der
Beschwerdegegnerin in den Jahren von 1999 bis Ende 2002 ersichtlich sind. Für die
Folgezeit ab 1. Januar 2003 gilt die Verzugszinspflicht für alle Leistungen, sofern die
Voraussetzungen gemäss Art. 26 Abs. 2 ATSG erfüllt sind. Diese Norm knüpft für die
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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Bestimmung des Beginns des Verzugszinsanspruchs an den Zeitpunkt der Entstehung
des Leistungsanspruchs an. Entsprechend der mit Art. 26 Abs. 2 ATSG verfolgten
Zielsetzung sind Verzugszinsen demnach ab 1. Januar 2003 auf sämtlichen Leistungen
geschuldet, auf welche am 1. Januar 2003 bereits seit mindestens 24 Monaten ein
Anspruch besteht (BGE 131 V 358 Erw. 2.2). Vorliegend ergab sich der Anspruch auf
Integritätsentschädigung wie dargelegt erst mit der Begutachtung durch Prof. D._ im
März 2010. Im Zeitpunkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids und im Zeitpunkt
der Auszahlung der Integritätsentschädigung (3. Mai 2011; vgl. act. G 5 S. 3) war die in
Art. 24 Abs. 2 ATSG vorgesehene Wartezeit noch nicht abgelaufen, weshalb vorliegend
auch kein Verzugszins geschuldet ist.
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 3. Februar 2011 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP