Decision ID: 4b5bcd55-6f2f-4899-969b-231d688f5c70
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer suchte am 10. Juni 2022 in der Schweiz um Asyl
nach.
B.
Ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der europäi-
schen Fingerabdruck-Datenbank (Zentraleinheit Eurodac) ergab, dass der
Beschwerdeführer am 17. Juli 2014 in Frankreich ein Asylgesuch gestellt
hatte.
C.
Am 21. Juni 2022 fand die Personalienaufnahme statt.
D.
Das SEM ersuchte die französischen Behörden am 30. Juni 2022 um Wie-
deraufnahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. d der
Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Ra-
tes vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-
stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-
staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-
trags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO).
E.
Im Rahmen des Dublin-Gesprächs vom 12. Juli 2022 gewährte das SEM
dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör zur Zuständigkeit Frank-
reichs für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens und zu
einer allfälligen Rückkehr dorthin sowie zum medizinischen Sachverhalt.
Hierbei erklärte der Beschwerdeführer, er habe nach der Ablehnung seines
Asylgesuchs bis zu seiner Ausreise in die Schweiz illegal in Frankreich ge-
lebt. Seine Verlobte, B._, lebe in der Schweiz. Sie würden beab-
sichtigen zu heiraten. Er habe jedoch Mühe, die für eine Heirat notwendi-
gen Dokumente zu beschaffen, da er sich nicht vom Bundesasylzentrum
entfernen dürfe. Seine Partnerin, welche drei Kinder aus einer früheren
Ehe habe, kenne er seit etwa einem Jahr. Persönlich getroffen habe er sie
jedoch erst nach seiner Einreise in die Schweiz. Nach Frankreich wolle er
nicht zurückkehren, weil die dortigen Behörden ihn in die Türkei zurück-
schaffen würden, wo er seit 2014 gesucht werde. Gesundheitlich gehe es
ihm abgesehen von einer (...) gut.
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F.
Am 15. Juli 2022 stimmten die französischen Behörden mit Verspätung der
Wiederaufnahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d
Dublin-III-VO zu.
G.
Mit Schreiben vom 23. August 2022 teilte der rubrizierte Rechtsvertreter
dem Bundesasylzentrum namens der Verlobten des Beschwerdeführers
mit, Letzterer habe seiner Partnerin mitgeteilt, er werde sie nur wegen der
Bewilligung heiraten und nachher verlassen. Sie sei deshalb nicht mehr
gewillt, den Beschwerdeführer zu heiraten.
H.
Mit Verfügung vom 6. September 2022 – eröffnet am 7. September 2022 –
trat das SEM auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete
dessen Wegweisung nach Frankreich an und forderte ihn auf, die Schweiz
am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Gleichzeitig hän-
digte es die editionspflichtigen Akten aus und stellte fest, einer allfälligen
Beschwerde gegen den Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung
zu.
I.
Die mandatierte Rechtsvertretung legte am 7. September 2022 ihr Mandat
nieder.
J.
Der Beschwerdeführer liess mit Eingabe des rubrizierten Rechtsvertreters
vom 13. September 2022 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde
gegen den vorinstanzlichen Entscheid erheben und beantragen, die ange-
fochtene Verfügung sei aufzuheben, sein Asylgesuch sei gutzuheissen und
ihm sei die Aufenthaltsbewilligung B zu erteilen. In prozessualer Hinsicht
wurde um die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechts-
verbeiständung ersucht.
Der Beschwerde lagen die angefochtene Verfügung inklusive Empfangs-
bestätigung, eine Vollmacht sowie das Gesuch an das Amt für Migration
des Kantons C._ vom 7. September 2022 betreffend Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Heirat bei.
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Seite 4

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Behandlung von
Beschwerden gegen Verfügungen des SEM (Art. 31 und 33 Bst. d VGG).
Auf dem Gebiet des Asyls entscheidet es in der Regel – und so auch vor-
liegend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG).
1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 3
AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m.
Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist – vorbe-
hältlich der Erwägung 3.3 – einzutreten.
2.
Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb sie
im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zwei-
ten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines Schriften-
wechsels und mit summarischer Begründung, zu behandeln ist (Art. 111a
Abs. 1 und 2 AsylG).
3.
3.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 31a Abs. 1–3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1;
2012/4 E. 2.2, je m.w.H.).
3.3 Die Fragen der Asylgewährung und einer Erteilung einer Aufenthalts-
bewilligung B (vgl. Bst. J) bilden nicht Gegenstand des angefochtenen
Nichteintretensentscheides und damit auch nicht des vorliegenden Verfah-
rens, weshalb auf die entsprechenden Beschwerdeanträge nicht einzutre-
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ten ist. Der Beschwerdebegründung ist jedoch sinngemäss das Rechtsbe-
gehren zu entnehmen, es sei auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers
einzutreten und dieses in der Schweiz zu prüfen.
4.
In der Beschwerde wird geltend gemacht, die Mandatierung des rubrizier-
ten Rechtsvertreters sei sehr kurzfristig erfolgt und dieser habe keine Ak-
teneinsicht gehabt. Es seien ihm daher die vorinstanzlichen Akten zuzu-
stellen und die Möglichkeit zur Beschwerdeergänzung einzuräumen.
Die editionspflichtigen Akten wurden dem Beschwerdeführer beziehungs-
weise seiner damaligen Rechtsvertretung zusammen mit der angefochte-
nen Verfügung ausgehändigt (vgl. angefochtene Verfügung, Dispositivziffer
5). Vor diesem Hintergrund besteht kein Anlass, dem Beschwerdeführer
erneut Akteneinsicht zu gewähren und eine Nachfrist zur Beschwerdeer-
gänzung anzusetzen. Die entsprechenden Anträge sind abzuweisen.
5.
Der angefochtene Entscheid wurde in italienischer und die Beschwerde in
deutscher Sprache verfasst, weshalb das Beschwerdeverfahren in deut-
scher Sprache geführt wird (vgl. Art. 33a Abs. 2 VwVG).
6.
6.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen
Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO.
6.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem
einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als
zuständiger Staat bestimmt wird. Im Rahmen eines Wiederaufnahmever-
fahrens (engl.: take back) wie im vorliegenden Fall findet grundsätzlich
keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III statt (vgl. zum Gan-
zen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.).
6.3 Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller in den eigentlich zu-
ständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für die
Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für
Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische Schwachstellen aufwei-
sen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behand-
lung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen
http://links.weblaw.ch/BVGE-2017%20VI/5
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Union (2012/C 326/02, EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, ist zu prü-
fen, ob aufgrund dieser Kriterien ein anderer Mitgliedstaat als zuständig
bestimmt werden kann. Kann kein anderer Mitgliedstaat als zuständig be-
stimmt werden, wird der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat zum zu-
ständigen Mitgliedstaat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO).
6.4 Der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat ist verpflichtet,
einen Drittstaatsangehörigen, dessen Antrag abgelehnt wurde und der in
einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat, nach Massgabe der
Artikel 23, 24, 25 und 29 wiederaufzunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-
III-VO). Die Dublin-III-VO räumt den Schutzsuchenden kein Recht ein, den
ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. BVGE 2010/45
E. 8.3).
6.5 Jeder Mitgliedstaat kann abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO
beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-
tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn
er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-
fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintritts-
recht). Dies gilt auch im Rahmen des take-back Verfahrens. Liegen indivi-
duelle völkerrechtliche Überstellungshindernisse vor, ist der Selbsteintritt
zwingend (vgl. BVGE 2015/9 E. 8.2.1).
7.
Vorliegend ergab ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers
mit der Eurodac-Datenbank, dass dieser am 17. Juli 2014 in Frankreich um
Asyl ersucht hatte. Das SEM ersuchte deshalb die französischen Behörden
am 30. Juni 2022 um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers gestützt
auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO. Die französischen Behörden stimm-
ten diesem Gesuch am 15. Juli 2022 ausdrücklich zu. Die grundsätzliche
Zuständigkeit Frankreichs ist somit gegeben.
8.
8.1 Frankreich ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche
oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-
kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK,
SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967
(SR 0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Ver-
pflichtungen nach. Es darf davon ausgegangen werden, dieser Staat aner-
http://links.weblaw.ch/BVGE-2010/45 http://links.weblaw.ch/BVGE-2015/9
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kenne und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richt-
linien des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom
26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aber-
kennung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie
2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Auf-
nahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnah-
merichtlinie) ergeben.
8.2 Gemäss konstanter Praxis des Bundesverwaltungsgerichts im Bereich
der Wiederaufnahmeverfahren liegen im heutigen Zeitpunkt keine Gründe
für die Annahme vor, das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für
Antragstellende in Frankreich wiesen systemische Schwachstellen im
Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO auf (vgl. hierzu etwa
Urteile des BVGer F-3346/2022 vom 17. August 2022 E. 7.2, F-2963/2022
vom 19. Juli 2022 E. 6.2, F-2042/2022 vom 20. Mai 2022 E. 6.3,
E-1234/2022 vom 23. März 2022 E. 5.3, F-2682/2021 vom 23. Juni 2021
E. 7.2 oder F-2608/2021 vom 9. Juni 2021 E. 5).
8.3 Unter diesen Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-
III-VO nicht gerechtfertigt.
9.
9.1 Auch fällt die Anwendung von Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO
(sog. Selbsteintrittsrecht), welcher in Art. 29a Abs. 3 Asylverordnung 1 über
Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) konkretisiert wird, vorliegend nicht
in Betracht.
9.2 Negative Asylentscheide der französischen Behörden bilden genauso
wenig ein Überstellungshindernis wie von diesem Land ausgesprochene
Wegweisungen. Die Vermutung, Frankreich halte seine völkerrechtlichen
Verpflichtungen ein, kann im Einzelfall zwar widerlegt werden. Soweit je-
doch der Beschwerdeführer pauschal ausführen lässt, er würde unverzüg-
lich aus Frankreich in die Türkei weggewiesen, wo er als politisch Verfolgter
mit den schlimmsten Repressalien zu rechnen hätte und unverzüglich in-
haftiert würde, ist festzuhalten, dass keine Hinweise dafür vorliegen, dass
die Behandlung seines Asylgesuches in Frankreich mangelhaft gewesen
sein könnte und seine Wegweisung in Verletzung des Non-Refoulement-
Prinzips verfügt worden wäre. Im Übrigen steht es dem Beschwerdeführer
frei, nach seiner Überstellung in Frankreich ein Mehrfach- oder ein Wieder-
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erwägungsgesuch zu stellen (Art. 40 ff. Verfahrensrichtlinie) und sich sol-
cherart um eine erneute Überprüfung des negativen Asyl- und Wegwei-
sungsentscheides zu bemühen.
9.3 Im Weiteren begründet das SEM ausführlich, weshalb die Verlobte des
Beschwerdeführers nicht als "Familie" im Sinne von Art. 1a Bst. e AsylV 1
noch als "Familienangehörige" gemäss Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO gilt und
weshalb auch keine unter den Schutz von Art. 8 EMRK fallende Beziehung
vorliegt. Es kann vollumfänglich auf die entsprechenden Erwägungen in
der angefochtenen Verfügung verwiesen werden (vgl. a.a.O. S. 3 und 4).
Dass die Partnerin und der Beschwerdeführer nun ein gemeinsames Kind
erwarten sollen, was im Übrigen unbelegt ist, führt zu keiner veränderten
Rechtslage. Anzufügen ist in diesem Zusammenhang, dass die Partnerin
dem SEM am 23. August 2022 mitteilen liess, dass sie nicht gedenke, den
Beschwerdeführer zu heiraten, da es diesem nur um eine Aufenthaltsbe-
willigung gehe (vgl. Bst. G). Sollte eine Heirat dennoch angestrebt werden,
ist es dem Beschwerdeführer zuzumuten, den Ausgang des offenbar ein-
geleiteten Verfahrens betreffend Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung zur
Vorbereitung der Heirat in Frankreich abzuwarten.
9.4 In medizinischer Hinsicht kann ebenfalls vollumfänglich auf die Erwä-
gungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden (vgl. a.a.O.
S. 4 und 5).
10.
Somit bleibt Frankreich der für die Behandlung des Asylgesuchs des Be-
schwerdeführers zuständige Mitgliedstaat gemäss Dublin-III-VO. Die Vo-
rinstanz ist demnach zu Recht gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf
das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten und hat – weil er
nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung
ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung nach Frankreich an-
geordnet (Art. 32 Bst. a AsylV 1).
11.
Die Beschwerde ist demnach abzuweisen, soweit auf diese einzutreten ist.
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12.
Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und
Rechtsverbeiständung sind abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus
den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen
sind (Art. 65 Abs. 1 VwVG).
13.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.–
festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]).
(Dispositiv nächste Seite)
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