Decision ID: a321fe8f-46f0-45ff-ba4a-5f516851dea6
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1962 geborene
X._
arbeitete seit Mai 2003 als Polier bei der
Firma Y._
, als er sich am 24. Februar 2005 unter Hinweis auf
B
andscheiben
probleme
bei der Eidgenössischen Invaliden
versicherung für eine Umschulung auf eine neue Tätigkeit anmeldete
(
Urk.
6/5). Nachdem die
Sozial
versicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, die medizinischen un
d beruflichen Ver
hältnisse abge
klärt hatte (
Urk.
6/9-13), sprach sie ihm mit Verfügung vom
10. Januar 2006 die Kosten für diverse Computerkurse im Rahmen beruflicher Massnahmen zu (
Urk.
6/21).
1.2
Wegen persistierender Beschwerden meldete sich der Versicherte am 4.
Septem-ber
2006 erneut für berufliche Massnahmen an (
Urk.
6/2
4
). Die IV-Stelle holte daraufhin einen Arztbericht (
Urk.
6/2
9
) sowie den Arbeitgeberbericht (
Urk.
6/
30
) ein
und tätigte berufliche Abklärungen (Urk. 6/31 ff.)
. Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(
Urk.
6/3
7
,
Urk.
6/
40
) wies die IV-Stelle das Begehren um Gewährung
beruflicher Massnahmen
mit Verfügung vom 16. April 2007 ab
(Urk. 6/
42)
.
Die hiergegen erhobene Beschwerde wurde mit Urteil des Sozialver
sicherungsgerichts des Kantons Zürich IV.2007.
00689
vom 31. Januar 2008
in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache an die
IV-Stelle
zurückgewiesen
wurde
, damit
diese die erforderlichen weite
ren Abklärungen
bezüglich Umfang und Inhalt der Arbeitsfähigkeit
tätige und hernach über den Anspruch auf berufliche Massnahmen neu verfüge
(Urk. 6/
53).
In der Folge nahm die IV-Stelle weitere Arztberichte (Urk. 6/63-64
, Urk. 6/67, Urk. 6/70
, Urk. 6/76
)
sowie den Bericht über das
Arbeitsassessment
im
Spital Z._
, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin (Urk. 6/77),
zu den Akten
und liess den Versicherten durch
Dr.
med.
A._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie
,
orthopädisch
begutachten (Gut
achten vom
2. Juli 2008
, Urk. 6/
65
).
Zudem holte sie einen Auszug aus dem individuellen Konto des Versicherten
(IK-Auszug, Urk. 6/72) und den
Arbeitge
berfragebogen
(Urk. 6/74)
ein
und führte Gespräche mit dem Versicherten (Urk. 6/80, Urk. 6/85). Mit Mitteilung vom 23. Januar 2009 schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung ab (Urk. 6/83)
.
Am
18. Februar 2009 sprach sie ihm die Kostenübernahme für die Umschulung zum Bauführer bei der
Schule B._
ab 6. Februar 2009 bis 23. April 2010 zu (Urk. 6/88).
Diese berufliche Massnahme wurde indes abgebrochen und mit Mitteilung vom
2.
Juli 2009 die
dafür erfolgte
Kostengutsprache für die Zukunft aufgehoben (Urk. 6/104).
Am 28. Oktober 2009
sowie am 20. August 2010
teilte die IV-Stelle dem Versicherten
dann
mit, sie übernehme die Kosten für eine Umschu
lung zum Bauführer beim Ausbild
ungszentrum
C._
ab 2.
November 2009 bis 21. April 2011 und sie übernehme im Rahmen der Ausbildung ein Praktikum bei der
D._
vom 29. März bis 5.
November 2010 (Urk. 6/113
und Urk. 6/130
).
Mit Mitteilung vom 23. Juni 2011 hielt die IV-Stelle fest, die Umschulung zum Bauführer habe der Versicherte erfolgreich ab
geschlossen (Urk. 6/137).
Am 4. November 2011 erteilte die IV-Stelle Kosten
gutsprache für ein Arbeitstraining bei der
Firma E._
vom 1. November 2011 bis zum 27. April 2012 (Urk. 6/148).
Am 21. Juni 2012 teilte sie mit, das
Arbeits
training
sei erfolgreich abgeschlossen und er sei nun rentenausschliessend ein
gegliedert (Urk. 6/156).
1.3
Anlässlich der Besprechung vom 8. August 2012 gab der Versicherte an, seine gesundheitliche Situation habe sich verschlechtert. Sein Arbeitgeber bezifferte die verbliebene Leistungsfähigkeit mit 50
%
(Urk. 6/160).
Am 5. November 2012 bat der Versicherte die IV-Stelle, ihn erneut bei der Stellensuch
e
zu unterstützen (Urk. 6/168). Nach medizinischen und beruflichen Abklärungen teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 18. April 2013 mit, ein Arbeitsplatzerhalt sei zurzeit nicht möglich, weshalb die Arbeitsplatzerhaltung abgeschlossen werde. Betref
fend Rente werde er später eine separate Verfügung erhalten (Urk. 6/178).
1.4
Die IV-Stelle nahm weitere Berichte und Unterlagen zu den Akten, holte
die versicherungsmedizinische Beurteilung ihres
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
ein (Urk. 6/188/4)
und
stellte dem Versicherten mit Vorbescheid vom 14. August 2013 die Abweisung seines Rentenbegehrens in Aussicht (Urk. 6/190). Hiergegen erhob der Versicherte am 13. September 2013 unter Beilage diverser Unterlagen Einwand (Urk. 6/195-203).
Am 2
2.
Oktober 2013 beantragte er zudem unter Beilage medizinischer Berichte und Zeugnisse, es seien ihm im Umfang der bestehenden Restarbeitsfähigkeit von 50
%
in ange
passter Tätigkeit berufliche Massnahmen zuzusprechen (Urk. 6/208-209), was Einladungen zu Gesprächen zur Folge hatte (Urk. 6/213, Urk. 6/221). Nach dem Einholen einer weiteren RAD-Stellungnahme (Urk. 6/214/2) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 4. Dezember 2013 den Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente (Urk. 6/215 = Urk. 2).
2.
Gegen diese Verfügung
erhob der Versicherte mit Eingabe vom 14. Januar 2014 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm mit Wirkung ab 1. August 2011 eine seiner Erwerbsunfähigkeit ents
pre
chende
Invalidenrente zuzusprechen, mindestens eine
Dreiviertelsrente
(Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle schloss mit Beschwerdeantwort vom 14. Februar 2014 auf
Abweisung der Beschwerde (Urk.
5), was dem Beschwerdeführer am 18. Februar 2014 mitgeteilt wurde (Urk. 7).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versi
cherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Verfahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (v
gl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt,
nach Abschluss der Eingliederung sei keine Verschlechterung des Gesundheitszustands ausgewiesen gewesen und es lägen keine neuen medizini
schen Befunde vor. Somit habe das vorgängig ausgewiesene Belastungsprofil im Sinne einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
für eine
behinderungsangepasste, leichte, körper
liche, rückenschonende Arbeit
weiterhin Bestand
. Für die
Schmerzexazerbation
im Rücken im Jahr 2012 finde sich keine organische Grundlage und die kognitiven Störungen gemäss neuropsychologischer Testung seien nicht nachvollziehbar. Zu den übrigen geklagten Beschwerden wie Schwindel und Migräne gebe es keine objektiven Befunde. Angesichts der Ein
schränkungen des Tätigkeitsprofils nahm die Beschwerdegegnerin einen Leidensabzug von 10
%
vor und errechnete einen Invaliditätsgrad von 25
%
(Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer
brachte demgegenüber vor
,
sein Gesundheitszustand habe sich verschlechtert, was sich s
tark leistungsmindernd auswirke. So leide er an
verstärkten Rückenbeschwerden mit Ausstrahlung ins linke Bein, was zur Diag
nose einer
residuellen
Radikulopathie
L5 und zum Attest einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auch in angepassten Tätigkeiten geführt habe. Ferner seien massive Kopfschmerzen und Schwindelattacken aufgetreten (Urk. 1 S. 3).
Ebenso sei seine Arbeitsfähigkeit infolge kognitiver Defizite
aufgrund
einer Hirnverletzung
auf 50
%
in behinderungsangepasster Tätigkeit limitiert (Urk.
1
S. 4).
Zusammengefasst machte er gestützt auf diverse Arztberichte geltend, die Beurteilung der Beschwerdegegnerin basiere auf veralteten
Unterlagen, wohin
gegen die Arbeitsfähigkeit aktuell selbst in behinderungsangepasster Tätigkeit maximal 50
%
betrage und daraus ein Invaliditätsgrad von über 70
%
resultiere
. Die Verschlechterung sei
ab dem Zeitpunkt der Konsultation bei
Dr.
med.
F._
, Facharzt
für Neurologie,
wegen
akuter Kopfschmerzen im
Mai 2011
eingetreten, weshalb der Rentenanspruch ab
1.
August 2011 bestehe
(Urk. 1 S. 6).
3.
3.1
Dr.
med.
G._
, Praktische Ärztin FMH, Allgemeinmedizin, begutachtete den Versicherten am 1
9.
Juni 2008 vertrauensärztlich
(Urk. 6/67/2).
Dr.
G._
diagnostizierte
eine langjährig vorbestehende,
chronifizierte
Rückenschmerz
problematik
bei
schwerer Segmentdegeneration L4/L5 und L5/S1 mit Deck- und Bodenplattenveränderung, bei
mediolateraler
Diskushernie L4/
L5 links
und bei
aktuell klinisch
radikulärer
Symptomatik L5 links als Ausdruck der Progression der Krankheitsproblematik
. Weiter nannte sie als Diagnose einen Status nach unfallbedingtem Schädelhirntrauma 1989, welches zwischenzeitlich
residuenfrei
abgeheilt sei mit einer Normalisierung der initial dokumentierten neu
ropsycho
logischen Defizite
und aktuell ohne Krankheitsaktivität (Urk. 6/67/10)
.
Sie gelangte zum Schluss,
der Beschwerdeführer
sei
nach erfolgter Umschulung
in
einer Tätigkeit
mit leichter Körperarbeit in Wechselbelastung zu 100
%
arbeits
fähig (Urk. 6/67/
11
).
3.2
Am 2
3.
Juni 2008 begutachtete
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Orthopä
dische Chirurgie, den Beschwerdeführer (Urk. 6/65/1).
Er hielt fest, der Beschwerdeführer könne aktuell kaum einen Schritt schmerzfrei gehen. Diese subjektive Symptomatik lasse sich mühelos objektivieren: Es bestehe
ein senso
motorisches Ausfallsyndrom L4/5 links und rein sensorisch auch L5/S1 links. Trotz gutem Arbeitswillen und positiver Motivation sei es dem Beschwerdefüh
rer nie über längere Zeit möglich gewesen, einer regulären Tätigkeit nachzuge
hen. Der Beschwerdeführer weise weder in der angestammten noch in einer anderen Tätigkeit eine verwertbare Arbeitsfähigkeit auf. Es sei eine
Spondylo
dese
von L4 bis S1 durchzuführen und drei Monate danach könne eine berufli
che Umschulung erfolgen, wobei weiterhin mit einer deutlich eingeschränkten Belastbarkeit der Wirbelsäule zu rechnen sei (Urk. 6/65/6-7).
3.3
Im Bericht über das
Arbeitsassessment
im
Spital Z._
,
Rheumakli
nik
und Institut für Physikalische Medizin,
vom 2
2.
September 2008
wurde eine verminderte Belastungstoleranz des unteren Rückens bei gut nachvollziehbaren und konsistenten Beschwerdeäusserungen sowie eine verminderte Schulter-Arm-Kraft beschrieben. Die beteiligten Ärzte gaben indes an, in einer den Beschwerden angepassten Tätigkeit bestehe nach Umsetzung der
Rehabilitati
onsmassnahmen
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
. Sinnvoll sei eine leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit, bei welcher ein anhaltendes
vorn
übergeneigtes
Stehen respektive Sitzen ohne Möglichkeit für Positionswechsel vermeidbar sei
(Urk. 6/77/3)
.
3.
4
Die behandelnde Ärztin der
Klinik H._
, Wirbelsäulenzentrum, berichtete am
6.
März 2009, beim Beschwerdeführer zeige sich eine ausgeprägte
Lumbora
dikulopathie
. Die aktuelle Kernspintomographie zeige deutliche Befunde, welche zu seiner Klinik passten. Eine Umschulung sei sicher sinnvoll, doch sei aufgrund des noch nicht zu definierenden Operationstermins schwierig zu sagen, ob diese bereits im April beginnen könne (Urk. 6/95). Am 2
2.
Mai 2009 hielt sie fest, aus medizinischer Sicht sei es zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu verantworten, dass der Beschwerdeführer neben der Schule noch dermassen intensiv Stoff nachar
beiten müsse, Hausaufgaben mache etc. So verbleibe keine Zeit für die nun notwendige Physiotherapie (Urk. 6/96/1).
3.5
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Rheumatologie und Rehabilitation, berich
tete am 1
8.
August 2011, bei der Arbeit als Bauführer gehe es dem Beschwer
deführer schmerzmässig
„
miserabel
“
.
Das Schmerzbild sei als
residuelles
L5-Syndrom interpretiert worden, jedoch sei es fraglich, ob dies als Erklärung für die heftigen Schmerzen ausreiche. In der klinischen Untersuchung gebe es Hin
weise, die eine funktionelle Komponente
- allenfalls im Zusammenhang mit einer schwierigen Lebenssituation
, wobei ihm von der persönlichen Situation des Beschwerdeführers sehr wenig bekannt sei
-
zumindest nicht ausschliessen liessen.
Bei der heftig empfundenen Schmerzsymptomatik, für die keine eindeu
tige Ursache definiert werden könne, falle die Beurteilung der weiteren Arbeitsfähigkeit ausserordentlich schwer.
Wünschenswert sei eine psycho
-
logische Evaluation.
Für leichte, wechselbelastende Tätigkeiten schätze er die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
auf 25
%
. In einer körperlich schwereren Tätigkeit (Einsatz auf Baustellen mit Klettern auf Gerüsten, Sprüngen etc.) betrage die aktuelle Einschränkung schätzungsweise 40 bis 50
%
. Das
Arbeits
pensum
als Bauführer müsse gegebenenfalls auf 60 bis 80 % reduziert werden
(Urk. 6/145/2
-3
).
3.
6
Anlässlich der Besprechung beim Arbeitgeber vom
8.
August 2012 gab der Beschwerdeführer an, seine gesundheitliche Situation habe sich verschlechtert. Er leide unter sehr starken Schmerzen und müsse viele Schmerzmittel einneh
men. Er müsse häufig aufstehen und durch die Schmerzen sowie durch die Medikamente sei er in der Konzentration eingeschränkt. Die Arbeitgeberin gab an, die Präsenzzeit betrage etwa 70 bis 80
%
und die Leistungsfähigkeit 50 % (Urk. 6/160).
3.
7
In seinem
Bericht vom 2
6.
November 2012
hielt
Dr.
I._
z
u den Beschwer
den fest, die lumbalen Schmerzen seien durch die Strukturwellenveränderungen der Lendenwirbelsäule weitgehend erklärbar. Für die Schmerzen im li
n
ken Bein lasse sich hingegen keine eindeutige Erklärung finden
, wobei es
Hinweise auf eine sich verselbständigende Schmerzerkrankung
gebe. In einer angepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführer medizinisch-theoretisch zu 100
%
arbeitsfä
hig. Angepasst seien wechselbelastende, teil
s
sitzende, teils stehende Tätigkeiten unter Vermeidung von schweren körperlichen Belastungen. Das
Anforderungs
profil
an eine leidensangepasste Tätigkeit könne aber nur mittels einer Evalua
tion der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) beantwortet werden
. In Kenntnis des bisherigen Verlaufs sowie der aktuellen Befunde empfehle
er, den Beschwerdeführer zu 50
% arbeitsunfähig zu schreiben und den Antrag auf eine halbe Invalidenrente zu stellen
(Urk. 6/
169
).
3.
8
Am 2
8.
Januar 2013 wurde der Beschwerdeführer durch Dr. med.
J._
, Fachärztin für Neurologie, und Prof. Dr. phil.
K._
, Neu
ropsy
chologin, untersucht (Bericht vom 2
2.
Februar 2013, Urk. 6/176). Der Beschwer
deführer gab an, er sei seit dem Verkehrsunfall 1989 vergesslich, verliere oft den Faden und habe kurze „Aussetzer“. Ferner leide er an
Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit und schwindelartigen Zuständen.
Dr.
J._
und
Prof.
K._
führten aus, die aktuelle neu
ropsychologische Untersuchung
habe beim Beschwerdeführer eine mit den Schmerzen verbundene Verstimmung, eine ver
minderte Konzentrationsspanne und eine psychomotorische Verlangsamung bei sehr genauer Arbeitsweise ergeben. Kognitiv im Vordergrund stünden eine nicht sprachlich betonte Lern- und Gedächtnisschwäche, eine diskrete visuelle
Erkennschwäche
sowie ein vermindertes konzeptuelles Denken und Umstellen. Diese Befunde seien
lokalisatorisch
hinweisend auf eine
bifronto
-temporale Funktionsstörung. Die aktuellen neuropsychologischen Symptome seien verein
bar mit Spätfolgen des 1989 erlittenen Schädel-Hirn-Traumas. Die aktuellen neurokognitiven Beschwerden und die zunehmende Leistungseinschränkung im
Verlauf liessen sich durch abnehmende kognitive Kompensationsmechanismen (altersbedingte Ressourcenlimitierung, zusätzliche Schmerzkomponente) erklä
ren
. Ohne Berücksichtigung der somatischen Beschwerden betrage die Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 50
%
(Urk. 6/176)
.
Gestützt auf den Bericht von Prof.
K._
postulierte
Dr.
I._
am 1
3.
März 2013 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 6/175).
Am
3.
April 2013 führte Prof.
K._
ergänzend aus, mit den Büroarbeiten, welche der Beschwerdeführer aktuell auszuführen habe, sei er völlig überfordert, was mit den erhobenen neuropsychologischen Befunden hinreichend erklärbar sei
. In dieser Tätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit maximal 20
%
. In einer angepassten, beispielsweise in einer
supervidierten
handwerklichen Tätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit 50
%
(Urk. 6/177).
3.
9
Am 1
0.
Juli 2013 gab RAD-Arzt med.
pract
.
L._
, Facharzt für Neurolo
gie, gestützt auf die Akten eine versicherungsmedizinische Beurteilung ab. Er hielt fest, es lägen keine neuen medizinischen Befunde vor. Das vorgän
gig ausgewiesene Belastungsprofil im Sinne einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
angepasst für leichte, körperliche, rückenschonende Arbeiten habe demnach weiterhin Bestand. Für die
Schmerzexazerbation
im Rücken im Jahr 2012 sei keine organische Grundlage zu finden gewesen, sondern es sei von objektiv nicht nachweisbaren Faktoren auszugehen
. Bezüglich der kognitiven Störungen führte RAD-Arzt
L._
aus, bereits im von der BVK eingeholten Gutachten vom
9.
Juli 2008 sei eine Persistenz kognitiver Störungen infolge des Schädel-Hirn-Traumas im Jahr 1989 ausgeschlossen worden. Ferner sprächen gegen das Fortbestehen kognitiver Störungen die weiterhin jahrelange erfolgreiche Arbeit und die im Jahr 2011 abgeschlossene Umschulung zum Bauführer
. Prof.
K._
habe es unterlassen, die Richtigkeit (Validität) der erhobenen Befunde mittels eines Beschwerdevalidierungsverfahrens kritisch zu überprüfen. Somit sei die daraus abgeleitete 50%ige Arbeitsunfähigkeit nicht fundiert begründet und nicht nachvollziehbar. Vielmehr sei weiterhin von einer 100%igen Arbeitsfähig
keit in angepasster Tätigkeit auszugehen (Urk. 6/188/4).
3.
10
Dem Neuro-Otologie-Bericht des
Spitals Z._
, Interdisziplinä
res Zentrum für Schwindel und Gleichgewichtsstörungen,
vom 3
1.
Juli 2013
ist die Diagnose rezidivierender
Schwankschwindelanfälle
unkla
rer Ätiologie mit/bei Verdacht auf
vestibuläre
Migräne bei Migräne in der Kind
heit zu entnehmen. Als Differentialdiagnosen wurden
eine zusätzliche
zerviko
gene
Komponente sowie eine zusätzliche psychische Belastung
genannt (Urk. 6/200/1).
Die geschilderten Beschwerden seien im Rahmen einer
vestibulären
Migräne zu interpretieren. Diese Beschwerden könnten sie nicht objektivieren. Während des
Schwankschwindels
sei der Beschwerdeführer voll
umfänglich arbeitsunfähig. Arbeiten in der Höhe (mehr als ein Meter über Boden) seien zu vermeiden. Der Beschwerdeführer berichte, Kopfschmerzen und Schwindel würden auch durch Computerarbeit ausgelöst. Bevor eine Umschu
lung diskutiert werde, sei aber vorerst der Verlauf unter
Topamax
abzuwarten (Urk. 6/200/2).
3.
11
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, attestierte dem Beschwerdeführer vom
1.
Juli 2013 bis zum 3
0.
September 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als Bauführer. Für angepasste Tätigkeiten gab er eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom
1.
Juli bis zum 2
0.
Juli 2013 an sowie eine 50%ige vom 2
1.
Juli bis am 3
1.
August 2013 (Urk. 6/202).
3.1
2
In Bezug auf den Neuro-Otologie-Bericht des
Spitals Z._
hielt RAD-Arzt
L._
fest, bei den rezidivierenden Schwindelanfällen und der
vestibulären
Migräne handle es sich wiederum um ein nicht
objektivierbares Leiden. Die im Bericht vorge
schlagene Vorstellung beim Schwindelboard erfolge jeweils, wenn die Patho
physiologie nicht plausibel sei. Nachdem die übrigen nicht objektivierbaren Beeinträchtigungen (
Schmerzexazerbation
und kognitive Störungen) entkräftet worden seien, handle es sich überwiegend wahrscheinlich um ein
Rentenbe
gehren
(Urk. 6/214/2).
4.
4.1
Nachdem der Beschwerdeführer seine Umschulung zum
dipl.
Techniker HF
Bau
führung
Hochbau erfolgreich abgeschlossen hatte (Urk. 6/140), wurde er per 2
5.
Juli 2011 von der
Firma E._
als Hilfsbauführer mit einem Pensum von 100 % angestellt (Urk. 6/143). Am
2.
August 2011 bat die
Firma E._
die IV-Stelle um Einarbeitungszuschüsse (Urk. 6/144). Sie stellte sich auf den Standpunkt, der Beschwerdeführer weise eine verminderte Leistungsfähigkeit auf (Urk. 6/150). Dies hatte zur Folge, dass die IV-Stelle Kostengutsprache für ein Arbeitstraining erteilte (Urk. 6/148). Dessen Ziel bestand darin, Präsenzzeit und Leistungsfähig
keit zu steigern, und es dauerte vom
1.
November 2011 bis zum 2
7.
April 2012 (Urk. 6/154). Ab Dezember 2011 konnte der Beschwerdeführer die Präsenzzeit auf 100
%
steigern und seine Leistungsfähigkeit hat nach seinen eigenen Anga
ben ebenfalls zugenommen (Urk. 6/157/2). Im Anschluss daran wurde dem Beschwerdeführer eine Festanstellung angeboten (Urk. 6/157/4) und die IV-Stelle teilte am 2
1.
Juni 2012 mit, er sei nun rentenausschliessend eingegliedert (Urk. 6/156). Gegen diese Mitteilung ging der Beschwerdeführer damals nicht vor. Dieses Verhalten stand in Übereinstimmung mit den Angaben des Beschwerdeführer
s vom
1
9.
März 2012, wonach er
circa 100
%
arbeite und
nach seiner eigenen Einschätzung
gleich viel leiste wie jeder andere (Urk. 6/157/3).
Diesen Angaben widerspricht das in der Beschwerdeschrift geäusserte Argu
ment, sein Gesundheitszustand habe sich im Mai 2011 dauerhaft verschlechtert (Urk. 1 S. 6
Ziff.
9). Gesundheitliche Beeinträchtigungen auch in der neuen Tätigkeit als Bauleiter sind seit August 2012 aktenkundig. Diese führten dann auch zu einer Reduktion des Arbeitspensums (Urk. 6/160). Zuvor gelang es dem Beschwerdeführer, namentlich auch mit Hilfe des als berufliche Massnahme angeordneten Arbeitstrainings, für das er Taggelder erhielt und das bis 2
7.
April 2012 dauerte (vgl.
Urk.
6/148), eine volle Arbeitsfähigkeit zu erlangen. Wie bereits erwähnt, bestätigte er dies selber gegenüber der Mitarbeiterin der
Ein
gliederungsberaterin
(
Urk.
6/157/3 f.). Damit war der Beschwerdeführer in der Lage, ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen. Diese Schlussfolge
rung ergibt sich sowohl gestützt auf den von der damaligen Arbeitgeberin kon
kret angebotenen Lohn als auch gestützt auf das von der Beschwerdegegnerin mittels der Lohnstatistik der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) ermittelte theoretische Einkommen als Bauführer (vgl.
Urk.
6/157/4, Urk. 6/158/1). Hinzu kommt, dass auch der Bezug der Taggelder während des Arbeitstrainings die Ausrichtung einer Rente ausschliesst (
Art.
29
Abs.
2 IVG). Die vom Beschwerdeführer beantragte
Rentenzusprache
bereits ab August 2011 fällt nach dem Gesagten ausser Betracht
.
4.2
Wegen der Kopfschmerzen hatte sich der Beschwerdeführer
im Mai 2011 in Behandlung begeben.
Dr.
F._
diagnostizierte in seinem Bericht vom 1
2.
Mai 2011 Cluster Kopfschmerzen (Urk. 6/145/8). Er gab indes an, diese seien erfolg
reich behandelt (Urk. 6/145/9).
Angaben zu einer allfälligen Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit sind seinem Bericht keine zu entnehmen.
Der Beschwerdeführer hatte bei
Dr.
F._
angegeben, seine Kopfschmerzanfälle dauerten jeweils eine halbe Stunde bis zwei Stunden
und träten regelmässig nachts, wec
hselnd häufig auch tagsüber auf
.
Sie seien vor rund drei Jahren bereits einmal während circa drei Monaten aufgetreten
(Urk. 6/145/8).
Anhand dieser Angaben
zur Häufigkeit und insbesondere zur Dauer
der Kopfschmerzen
ist - selbst wenn während der Kopfschmerzanfälle eine Arbeitsunfähigkeit besteht - keine andauernde
Erwerb
sunfähigkeit dargetan.
Im weiteren Verlauf
klagte der Beschwerdeführer jeweils nur noch über Rücken
schmerzen
, deren negative Auswirkungen auf die Konzentration
sowie über Nebenwirkungen der Medikation, welche er
jedoch
sogleich wieder absetzte
(
Urk. 6/150/2,
Urk. 6/157/3
, Urk. 6/160,
Urk. 6/
168/1). Vor diesem Hintergrund ist anzunehmen
, dass die
Rückenschmerzen
im Vordergrund standen
.
Erst im Neuro-Otologie-Bericht vom 3
1.
Juli 2013 fand der Verdacht auf eine
vestibuläre
Migräne wieder Erwähnung
. Diese konnte indes nicht objektiviert werden
. Ebenso wenig war die Ätiologie der rezidivierenden
Schwankschwin
delanfälle
auszumachen
(Urk. 6/200/1).
Es handelt sich dabei also um ätiolo
gisch unklare Beschwerdebilder.
Die Rücken
- und Bein
schmerzen
sind ebenfalls nur teilweise erklärbar (Urk. 6/182/17). Insbesondere wurde in den MR-Untersuchungen im Mai 2011 und 2012 keine Neurokompression gefunden (Urk. 6/169/1). Trotz dieser Schmerzen hielt der behandelnde Rheumatologe
Dr.
I._
den Beschwerde
führer
laut seinem Bericht vom 2
6.
November 2012
in einer dem Leiden ange
passten Tätigkeit medizinisch-theoretisch für zu 100
%
arbeitsfähig (Urk. 6/169/1).
Dass dennoch von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei, begründete
Dr.
I._
mit dem bisherigen Verlauf und den aktuellen Befunden (Urk. 6/169/2).
Zu seinen widersprüchlichen Beurteilungen ist weiter anzumerken, dass er betonte, dass die Arbeitsunfähigkeit schwierig einzuschät
zen sei und weitere Abklärungen (psychologische sowie eine EFL) angezeigt seien (
6/145/2,
Urk. 6/
169/1).
4.3
Bei medizinisch unklaren Beschwerdebildern nimmt die Plausibilitätsprüfung naturgemäss einen besonderen Stellenwert ein (BGE 140 V 290 E. 3.3.2).
Vorlie
gend legten die behandelnden Ärzten nicht dar, weshalb die geklagten Beschwerden plausibel seien.
D
as Attest einer Arbeitsunfähigkeit wegen Schwindels erfolgte einzig gestützt auf die Angaben des Beschwerdeführers. Die Befunde waren hingegen unauffällig. So war die Ohrmikroskopie
bland
und es gab keinerlei Hinweise auf
Nystagmen
(Urk. 6/200).
In solchen Fällen haben medizinische Experten im Einzelnen zu begründen und mittels ihrer Feststellungen und Einschätzungen zu Leidensdruck, psychischen Ressourcen oder funktionellen Defiziten darzulegen, in welchem Ausmass die Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, oder aber festzuhalten, dass die Beantwor
tung dieser Frage - trotz Ausschöpfung aller Möglichkeiten fachgerechter Exploration - nicht oder nicht sicher genug möglich ist
. Erst wenn die Auswir
kungen eines Leidens auf die Arbeitsfähigkeit trotz in Nachachtung des
Unter
suchungsgrundsatzes
sorgfältig durchgeführter Abklärungen vage und unbe
stimmt bleibt, wirkt sich die Beweislosigkeit zulasten der versicherten Person aus
(BGE 140 V 290
E. 4.1
)
.
4.4
Zur Plausibilität der vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden äusserte sich
einzig
der Arzt des RAD, med.
pract
.
L._
, Facharzt FMH für Neurologie
. Er hielt fest, die Pathophysiologie sei nicht plausibel, womit er sich aber nicht zur Plausibilität der Beschwerden selber äusserte. Daraus, dass die
Schmerzexazerbation
und seiner Ansicht nach auch die kognitive Störung nicht objektiviert werden konnten, schloss er auf ein Rentenbegehren (Urk. 6/214/2).
Med.
pract
.
L._
hat aber den Beschwerdeführer weder untersucht noch wusste er Bescheid über seine Tagesgestaltung.
Des Weiteren
versuchte
er
nicht, den
Leidensdruck
zu ermitteln
. Auch die
psychischen Ressourcen
des Beschwer
deführers
blieben
unabgeklärt
.
Deswegen ist die Sache an die IV-Stelle zurück
zuweisen, damit sie abkläre, ob
sich die geklagten Beschwerden -
insbesondere der
Schwankschwindel
,
aber auch die Schmerzen -
plausibilisieren lassen, oder ob trotz fundierter Abklärungen
keine Plausibilisierung
der Beschwerden und ihrer Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
möglich ist.
Zu beachten ist ferner, dass nach neu
e
ster Rechtsprechung des Bundesgerichts die Überwindbarkeit ätiologisch unklarer Beschwerdebilder nicht mehr vermutet werden kann, wes
wegen sich auch unter diesem Gesichtspunkt weitere Abklärungen im Sinn
e
der neuen Praxis aufdrängen (Urteil des Bundesgerichts 9C_492/2014 vom
3.
Juni 2015 E. 3 ff.).
Ähnlich verhält es sich mit den von Prof.
K._
und
Dr.
J._
beschriebe
nen
kognitive
n
Störungen
.
Med.
pract
.
L._
führte dazu aus, bereits im Gut
achten der BVK vom
9.
Juli 2008 sei eine Persistenz kognitiver Störungen infolge des Schädel-Hirn-Traumas 1989 ausgeschlossen worden. Weiter sprä
chen die jahrelange erfolgreiche Arbeit und abgeschlossene Umschulung 2011 zum Bauführer gegen ein Fortbestehen kognitiver Störungen. An der neuropsy
chologischen Testung von Prof.
K._
und
Dr.
J._
bemängelte er, die Richtigkeit der erhobenen Befunde sei nicht mittels eines
Beschwerdevali
-
dierungsverfahrens
überprüft worden. Ein suboptimales Leistungsverhalten des Beschwerdeführers im Sinne einer Aggravation oder Simulation könne somit nicht ausgeschlossen werden (Urk. 6/188/4).
Diese Ausführungen sind zutreffend und haben zur Folge, dass nicht auf die durch
Dr.
J._
und Prof.
K._
vorgenommene Beurteilung der Arbeitsfä
higkeit abgestellt werden kann.
Andererseits sind den Akten keine konkreten Anhaltspunkte für das Vorliegen einer
Aggravation oder Simulation zu ent
nehmen. So
vermerkten
Dr.
J._
und Prof.
K._
explizit, die Kooperation sei nicht vermindert
gewesen
und es bestünden keine Hinweise auf Aggravation (Urk. 6/176/2).
Bereits beim
Arbeitsassessment
im Jahr 2008 war dem Beschwerdeführer eine gute Leistungsbereitschaft ohne Selbstlimitierung und ohne
Inkonsistenzpunkte
attestiert worden (Urk. 6/77/3)
und auch der Gutachter
Dr.
A._
hatte von einem guten Arbeitswillen und einer positiven Motiva
tion gesprochen (Urk. 6/65/6).
Diese Angaben sprechen dagegen, die erhobenen Beeinträchtigungen auf eine suboptimale Leistungsbereitschaft des Beschwer
deführers zurückzuführen.
Der Beschwerdeführer seinerseits
gab an, er habe die
Ausbildung
zum Bauführer nur mit viel Unterstützung und Goodwill bestanden (Urk. 1 S.
5
, Urk. 6/176/1).
Echtzeitlich d
okumentiert ist diesbezüglich, dass der Beschwerdeführer die zuerst anhand genommene Umschulung infolge Krankheit abbrechen musste (Urk. 6/
100
) und dass er sich dabei überfordert gefühlt hatte (Urk. 6/103/1, Urk. 6/103/4-5). Des Weiteren lässt sich den Akten entnehmen, dass er
für die schliesslich bestandene Umschulung insbesondere deshalb optimistisch
gewesen
war, weil
weniger Hausaufgaben zu bewältigen seien und das Niveau der Aus
bildung tiefer sei
(Urk. 6/
112/4
).
Weiter ergab die
am 3
1.
Januar 2013
in der Klinik
N._
durchgeführte MRI-Untersuchung
laut dem Bericht von Prof.
K._
und
Dr.
J._
Zeichen einer möglichen
axonalen
Scherverletzung („
shear
injuries
“) am Marklager beider Grosshirnhemisphären
und das im Neurozentrum Bellevue am
4.
Februar 2013 angefertigte EEG zeigte eine
leichte
bitemporale
,
rechtsbetonte Funktions
störung (Urk. 6/176/2).
Die Zunahme der neurokognitiven Beschwerden
, welche sich laut dem von
Dr.
G._
zitierten Bericht des
Spitals Z._
, Neurologische Klinik, vom 2
1.
Juni 1989 bereits wieder weitgehend normalisiert hatten (Urk. 6/67/16),
erklärten
Dr.
J._
und Prof.
K._
damit, dass die kognitiven
Kompensati
onsmechanismen
infolge altersbedingter Ressourcenlimitierung sowie wegen der zusätzlichen Schmerzkomponente abgenommen hätten
(Urk. 6/
176/
2
).
Bei dieser unsicheren Aktenlage wären die allfälligen kognitiven Defizite
und deren allfällige Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers weiter abzuklären gewesen
. Auch
unter diesem Gesichtspunkt
ist die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen.
5.
5.1
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten
der
Beschwer
degegnerin
aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat.
Die Prozessentschädigung
ist
gemäss
Art.
61
lit
.
g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das
Sozialversicherungsge
richt
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Pro
zesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen zu bemessen und unter Berück
sichtigung dieser Grundsätze auf
Fr.
1
‘
9
00
.-- (inkl. Mehrwertsteue
r und
Bar
auslagen
) festzusetzen
.