Decision ID: a20e8a50-4883-58ec-bec8-890862d41c94
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_BRK
Chamber: ZH_BRK_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
A.
Mit Beschluss vom 3. Mai 2021 erteilte der Gemeinderat X R. und V. F. die
baurechtliche Bewilligung für den Neubau einer Remise auf dem Grundstück
Kat.-Nr. 1 in Y. Gleichzeitig wurde die Bewilligung der Baudirektion Kanton
Zürich vom 27. April 2021 betreffend die Lage des Bauvorhabens in der
Landwirtschaftszone, im Geltungsbereich von überkommunalen Land-
schaftsinventaren und betreffend Bodenrekultivierungen/Terrainveränderun-
gen ausserhalb der Bauzone eröffnet.
B.
Gegen diese Entscheide erhob H. W. mit Eingabe vom 9. Juni 2021 fristge-
recht Rekurs beim Baurekursgericht des Kantons Zürich und beantragte de-
ren Aufhebung unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Re-
kursgegner.
C.
Mit Verfügung vom 14. Juni 2021 wurde der Rekurseingang vorgemerkt und
das Vernehmlassungsverfahren eröffnet.
D.
Mit Eingabe vom 12. Juli 2021 beantragte die kommunale Vorinstanz die Ab-
weisung des Rekurses unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten
des Rekurrenten. Die Baudirektion schloss in ihrer Eingabe vom 13. Juli 2021
ebenfalls auf die Abweisung des Rekurses. Auch die private Rekursgegner-
schaft beantragte mit Eingabe vom 12. Juni 2021 die Abweisung des Rekur-
ses, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Rekurrenten.
E.
Mit Replik vom 16. August 2021 bzw. Duplik vom 4. September 2021 hielten
die privaten Parteien an ihren Anträgen fest. Der Gemeinderat und die Bau-
direktion verzichteten stillschweigend auf eine Duplik.
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F.
Am 4. Oktober 2021 führte die 4. Abteilung des Baurekursgerichtes im Bei-
sein der Parteien einen Augenschein auf dem Lokal durch.
G.
Auf die Vorbringen der Parteien und die anlässlich des Lokaltermins ge-
machten Feststellungen wird, soweit zur Entscheidbegründung erforderlich,
in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen.

Es kommt in Betracht:
1.
Der Rekurrent ist Eigentümer der Parzelle Kat.-Nr. 2 an der W.-Strasse 3,
welche einzig durch einen Flurweg (Kat.-Nr. 3) von der südwestlich davon
gelegenen Bauparzelle getrennt ist. Die Entfernung zur geplanten Remise
beträgt ca. 20 m. Der Rekurrent rügt u.a. übermässige Lärmimmissionen und
eine ungenügende Einordnung in die landschaftliche Umgebung. Aufgrund
der engen räumlichen Beziehung und der vorgebrachten Rügen ist er zur
Rekurserhebung im Sinne von § 338a des Planungs- und Baugesetzes
(PBG) legitimiert. Da die übrigen Prozessvoraussetzungen ebenfalls erfüllt
sind, ist auf den Rekurs einzutreten.
2.
Das Baugrundstück Kat.-Nr. 1 "S." im Halte von 30'292 m2 liegt in der Land-
wirtschaftszone und ist derzeit nicht bebaut. Im Nordosten grenzt die Parzelle
– getrennt durch einen Flurweg – an das Siedlungsgebiet von Y (Wohnzone
Wa), im Nordwesten und Südwesten an weiteres Landwirtschaftsgebiet und
im Süden, wo jenseits des dortigen Flurwegs der Dorfbach verläuft, an einen
schmalen Waldstreifen, der den Bachlauf säumt. Im Osten grenzt das Bau-
grundstück über die Ecke an die Parzelle Kat.-Nr. 4, wo sich in der Kern-
zone II das Betriebszentrum des landwirtschaftlichen Betriebs der Familie F.
R4.2021.00103 Seite 4
befindet. Für diesen Betrieb soll im Osten des Baugrundstücks eine neue
Remise erstellt werden.
3.1.
Der Rekurrent führt aus, bis anhin würden die landwirtschaftlichen Maschi-
nen bzw. landwirtschaftlichen Fahrzeuge, für die die Remise erstellt werden
solle, in den Räumlichkeiten der Bauherrschaft auf der Parzelle Kat.-Nr. 4
beherbergt. Mit dem geplanten Neubau der Remise erfolge ein Umbau- bzw.
ein Umnutzungsvorhaben, wobei die bestehende, u.a. zur Lagerung der
landwirtschaftlichen Maschinen genutzte Scheune in eine rein mechanische
Werkstatt umgebaut werde, welche nur noch der F. Konstruktionen GmbH
dienen solle. Die Umnutzung führe offenbar zu einem erheblichen Platzman-
gel in der Kernzone. Es dürfe nicht angehen, den Platzbedarf in die Land-
wirtschaftszone auszulagern. Führe eine Bauherrschaft durch eigenes Han-
deln einen Platzbedarf in der Landwirtschaftszone herbei (hausgemachter
Platzmangel), so dürfe dies nicht berücksichtigt und als Grund zur Erteilung
einer bedarfsbegründeten Bewilligung führen.
Unklar sei sodann, ob in der Remise ausschliesslich die für die Selbstbewirt-
schaftung notwendigen Maschinen gelagert werden sollen oder eben auch
betriebsfremde bzw. überbetriebliche Maschinen. Letzteres würde eine un-
zulässige industriell-gewerbliche Nutzung darstellen: Denn gemäss der Pra-
xis des Bundesgerichts dürfe der landwirtschaftliche Zweck nicht als Vor-
wand benutzt werden, um ein Bauvorhaben zu realisieren, das für die Be-
wirtschaftung des Bodens gar nicht erforderlich sei. Auch die Baudirektion
habe offenbar dahingehende Zweifel, andernfalls hätte sie nicht die – aller-
dings ungenügende Auflage – statuiert, dass die Traktorenhalle ausschliess-
lich für das Einstellen und Reparieren der eigenen landwirtschaftlichen Fahr-
zeuge und Maschinen verwendet werden dürfe.
Bei den gelagerten Maschinen werde es sich in der Tat um die Maschinen
des Familienbetriebs handeln, jedoch würden diese mutmasslich auch zum
Zwecke der Distribution und des Weiterverkaufs gelagert, zumal sich dem
Betriebskonzept der Bauherrschaft entnehmen lasse, dass die Familienun-
ternehmung "F. Konstruktion GmbH" einen Handel mit landwirtschaftlichen
Geräten und Maschinen betreibe. Es wäre aufgrund der Tatsache, dass auf
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dem Baugrundstück Kat.-Nr. 4 gleichzeitig eine mechanische Werkstatt ge-
plant sei, wo diese landwirtschaftlichen Maschinen konzipiert oder repariert
werden sollen, nahezu realitätsfremd anzunehmen, dass in der Remise nur
die zur Bewirtschaftung notwendigen Maschinen gelagert würden. Es müsse
stark vermutet werden, dass die Remise einzig zwecks des Vertriebs bzw.
der Lagerung der neu konzipierten Maschinen erbaut werden soll. Mit ande-
ren Worten werde vermutet, dass durch die Umnutzung der Liegenschaft in
der Kernzone überhaupt erst der Platzbedarf in der Landwirtschaftszone ge-
schaffen worden sei. Das Bauvorhaben entspreche nicht dem eigentlichen
Zweck der Landwirtschaftszone.
3.2.
Die Baudirektion entgegnet, dass die Gebäude mit den Vers.-Nrn. 3 und 1 in
der Kernzone nicht an den Remisenraum angerechnet werden könnten, da
die Flächen im Obergeschoss mit Maschinen nicht befahrbar seien. Für die
Flächen im Erdgeschoss sei eine Umnutzung zu einer zonenkonformen Nut-
zung bewilligt. Aufgrund dieser Umnutzung seien die Flächen nicht an den
Bestand angerechnet worden. Die neue Nutzung sei in der Kernzone zonen-
konform, wohingegen Remisen für landwirtschaftliche Betriebe nicht in der
Kernzone, aber sehr wohl in der Landwirtschaftszone zonenkonform seien.
Dementsprechend bestehe ein Bedarf und ein Anspruch auf zusätzliche Re-
misenfläche in der Landwirtschaftszone.
Da die projektierte Remise nicht im Zusammenhang mit den Nebenbetrieben
in der Bauzone genutzt werde, sei in der Verfügung der Baudirektion [...] in
Dispositiv I Ziffer 1. lit. b ausdrücklich die Nebenbestimmung eingefügt wor-
den, dass der Neubau einzig zum Einstellen und zur Reparatur von landwirt-
schaftlichen und betriebseigenen Fahrzeugen und Maschinen verwendet
werden dürfe. Eine Nutzung im Rahmen der Nebenbetriebe sei somit aus-
drücklich verboten. Für die gegenteiligen, nicht spezifizierten Befürchtungen
würden weder Belege noch Beweise vorgelegt. Zusätzlich sei in Dispositiv I
Ziffer 1 lit. e die Eintragung eines Rückbaurevers in das Grundbuch verfügt
worden, wonach die projektierte Remise zurückgebaut werden müsse, wenn
die zonenkonforme Nutzung wegfalle.
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3.3.
Die private Rekursgegnerschaft führt aus, die geplanten Umnutzungen be-
treffend die Holzwerkstatt und die mechanische Werkstatt für die F. Kon-
struktion und F. Holzhandwerk würden die landwirtschaftliche Nutzung der
bestehenden Gebäude in keiner Weise beeinträchtigen und die Problematik
des fehlenden Remisenraumes nicht verschärfen.
Die Holzwerkstatt sei bereits seit 2006 mit Holzverarbeitungsmaschinen be-
legt und die mechanische Werkstatt sei seit 1984 mit den Gerätschaften ei-
ner mechanischen Werkstatt ausgestattet. Die für die Umnutzung beantrag-
ten Flächen seien nicht für das Einstellen von landwirtschaftlichen Maschi-
nen geeignet, weil die Raumhöhe der Holzwerkstatt viel zu niedrig sei, Zu-
fahrten fehlen würden und man in der mechanischen Werkstatt nicht mehr
arbeiten könnte. Zudem blieben diese Flächen für die Landwirtschaft erhal-
ten, da sie bereits jetzt als mechanische Werkstatt sowie als Holzverarbei-
tungsraum eingerichtet seien und weiterhin für die Landwirtschaft zur Verfü-
gung stünden; beabsichtigt sei eine Mischnutzung.
Die Fläche auf dem Landwirtschaftsbetrieb zum Unterstellen von Fahrzeu-
gen sei schon seit Jahren viel zu knapp, weshalb die Maschinen auf drei
weitere Standorte verteilt würden. An dieser Problematik ändere sich mit den
Umnutzungsgesuchen nichts, da der Landwirtschaft keine Flächen genom-
men würden. Die einzige Einstellhalle auf dem Betrieb sei die Maschinen-
halle Nr. 10.3. (Anmerkung: Vers.-Nr. 2). Diese werde nicht umgenutzt, da
sie für die landwirtschaftlichen Maschinen benötigt werde. Ihr Platz (192 m2)
reiche aber bei weitem nicht mehr aus.
In der geplanten Remise würden keine überbetrieblichen Maschinen einge-
stellt, da man dringend auf zusätzlichen Remisenraum für die eigenen Ma-
schinen angewiesen sei und in der neuen Remise kein Platz sei für zusätzli-
che fremde Maschinen. Mit der Firma F. Konstruktion, die noch gar nicht aktiv
sei, sei kein Maschinenhandel geplant. Man wolle in kleinerem Rahmen Kun-
denaufträge ausführen, wie beispielsweise die Reparatur eines Rasenmä-
hers eines Bekannten oder das Zeichnen und Fertigen eines Treppengelän-
ders für einen Kollegen. Dies solle separat und unabhängig von der landwirt-
schaftlichen Buchhaltung abgerechnet werden, insbesondere im Hinblick auf
die Mehrwertsteuer. Zudem könnten mit dieser Firma Waren zum Händlerta-
rif eingekauft werden und müsste Lagerware nicht in der landwirtschaftlichen
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Buchhaltung deklariert werden. Somit resultiere durch die Trennung von
nichtlandwirtschaftlichen und landwirtschaftlichen Arbeiten eine saubere
Buchführung.
3.4.1.
Gemäss Art. 16a Abs. 1 Satz 1 des Raumplanungsgesetzes (RPG) sind Bau-
ten und Anlagen in der Landwirtschaftszone zonenkonform, die zur landwirt-
schaftlichen Bewirtschaftung oder für den produzierenden Gartenbau nötig
sind. Überdies sind Bauten und Anlagen, die der inneren Aufstockung eines
landwirtschaftlichen oder eines dem produzierenden Gartenbau zugehörigen
Betriebs dienen, zonenkonform (Art. 16a Abs. 2 Satz 1 RPG). Die Bestim-
mungen des Raumplanungsgesetzes werden in der Raumplanungsverord-
nung (RPV) konkretisiert. Gemäss Art. 34 Abs. 1 RPV sind Bauten und An-
lagen in der Landwirtschaftszone insbesondere zonenkonform, wenn sie der
bodenabhängigen Bewirtschaftung oder der inneren Aufstockung dienen und
wenn sie für die Produktion verwertbarer Erzeugnisse aus Pflanzenbau und
Nutztierhaltung (lit. a) oder die Bewirtschaftung naturnaher Flächen (lit. b)
verwendet werden. Die Bewilligung darf gemäss Art. 34 Abs. 4 RPV nur er-
teilt werden, wenn die Baute oder Anlage für die infrage stehende Bewirt-
schaftung nötig ist (lit. a); der Baute oder Anlage am vorgesehenen Standort
keine überwiegenden Interessen entgegenstehen (lit. b) und der Betrieb vo-
raussichtlich längerfristig bestehen kann (lit. c).
Ökonomiegebäude gelten nach ständiger Praxis als zonenkonform, wenn sie
aufgrund einer Gesamtbetrachtung nach den Massstäben vernünftiger bäu-
erlicher Betriebsführung und örtlich herrschender Betriebsformen zur land-
wirtschaftlichen Produktion und zur Aufbereitung, Lagerung sowie zum Ver-
kauf in der gewählten Sparte unmittelbar benötigt werden. Dabei gilt es auch
zu berücksichtigen, ob für die geplante Verwendung des Neubaus nicht be-
reits bestehende Bauten genutzt werden können, ansonsten fehlt es an der
betrieblichen Notwendigkeit im Sinn von Art. 34 Abs. 4 lit. a RPV. Hierzu
haben die Behörden im konkreten Fall keine zusätzlichen Untersuchungen
darüber anzustellen, ob allenfalls irgendwo noch bereits bestehende Bauten
zu finden sind, die als Remise in Frage käme. Anders könnte die Situation
allenfalls dann zu beurteilen sein, wenn trotz offensichtlich verfügbarem vor-
handenem Raum zusätzlich gebaut werden sollte. Ist eine Neubaute erfor-
derlich, so muss diese den objektiven Bedürfnissen des Betriebs angepasst
sein; namentlich mit Bezug auf ihre Grösse und ihren Standort. Ausserdem
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dürfen keine überwiegenden öffentlichen Interessen gegen die Errichtung
des Neubaus am vorgesehenen Standort sprechen (vgl. VB.2018.00809
vom 22. August 2019, E. 2; VB.2007.00482 vom 7. Februar 2008, E. 4.1;
VB.2006.00382 vom 21. Dezember 2006, E. 2.1; VB.1999.00396 vom 5. Juni
2000, E. 4a).
3.4.2.
Soweit der Rekurrent geltend macht, die in der Remise geplanten Einstellflä-
chen würden deshalb benötigt, weil entsprechende bestehende Flächen in
der Bauzone durch Umnutzungen reduziert würden, ist Folgendes festzuhal-
ten. Die fraglichen Flächen betreffen die mechanische Werkstätte und die
Schreinereiwerkstatt. Die betreffenden Räume werden schon heute als
Werkstätten und nicht als Remisen genutzt. Die mit Beschlüssen des Ge-
meinderates [...] und Gesamtverfügungen der Baudirektion [...] bewilligten
Umnutzungen bestehen darin, dass die Werkstätten künftig nicht mehr aus-
schliesslich dem Landwirtschaftsbetrieb dienen sollen. Somit ergibt sich die
Notwendigkeit der streitbetroffenen Remise nicht aus diesen Umnutzungen.
Die Frage, ob sich die Werkstatträume in objektiver Hinsicht auch als Remi-
sen eignen würden, stellt sich nicht, zumal die Flächen dafür nicht verfügbar
sind und der Bedarfsnachweis für eine landwirtschaftliche Baute in der Land-
wirtschaftszone nicht voraussetzt, dass der Bedarf prioritär durch die Auf-
gabe von anderen, in der Bauzone zonenkonformen Nutzungen gedeckt
wird. Gleiches gilt auch für die Garage des abgetretenen Betriebsleiterehe-
paars.
3.4.3.
Die Zonenkonformität in der Landwirtschaftszone bedingt zunächst, dass die
hier in Frage stehende Remise ausschliesslich für landwirtschaftliche Zwe-
cke genutzt wird. Soweit aus dem Projektbeschrieb (act. 15.1.1.), den Plänen
und der Maschinenliste (act. 15.1.7) ersichtlich, trifft dies zu. Demgemäss
dient die Remise zum Einstellen der Maschinen des landwirtschaftlichen Be-
triebs. Die geplante Tankstelle mit Diesellager und Betankungsplatz und das
Pflanzenschutzmittellager dienen ebenfalls und ausschliesslich dem land-
wirtschaftlichen Betrieb, ebenso der Wasch- und Umschlagplatz, der Silobal-
lenlagerplatz und die Mistplatte. Dass die u.a. in der Einstellhalle unterzu-
bringende Vibroplattwalze, der Dumper und der Pneubagger für landwirt-
schaftliche Zwecke eingesetzt werden, erscheint plausibel, zumal keiner der
Nebenbetriebe der Betriebsleiterfamilie im Strassenbau tätig ist. Die Frage
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der betrieblichen Notwendigkeit bzw. Dimensionierung der Remise wird
nachfolgend geprüft.
4.1.
Der Rekurrent macht geltend, die geplante Remise sei überdimensioniert;
weil die für den streitbetroffenen Betrieb erforderliche Maximalfläche für Re-
misenraum überschritten werde. Gemäss FAT-Bericht (vgl. Tabelle 2) be-
laufe sich der Bedarf für Remisenflächen für den streitbetroffenen Betrieb
(Betriebsgrösse 38,45 ha, gemischter Betrieb Futterbau/Ackerbau) auf
875 m2. Vorliegend müsse allerdings der tatsächliche bzw. maximale Flä-
chenbedarf mittels Maschinenliste eruiert werden. Die Bauherrschaft habe
das entsprechende im FAT-Bericht enthaltene Formular betreffend Raumbe-
darf für Remisen und Einzelmaschinen zwar ausgefüllt. Die Angaben seien
jedoch nie verifiziert worden. Der Aufstellung könne entnommen werden,
dass die Maschinen aufsummiert eine Fläche von 801,3 m2 (100 %) benöti-
gen würden. Sofern gar ein grosszügiger Zuschlag von 20 % hinzugerechnet
werde, um sämtlichen möglichen Faktoren gerecht zu werden, ergebe sich
eine maximale Lagerfläche von 961,56 m2 (120 %), die nicht überschritten
werden dürfe. Vergleiche man die Fläche von 961,56 m2 mit dem Richtwert
des FAT-Berichts für einen Betrieb dieser Grössenordnung (875 m2), so
müsse zwangsläufig der Schluss gezogen werden, dass die privaten Rekurs-
gegner mehr Maschinen besitzen würden, als effektiv für ihren Betrieb not-
wendig seien.
Der maximale Remisenraum (961,56 m2) müsse sodann der geplanten
Grösse der Remise sowie der bereits bestehenden Remisenfläche auf der
Parzelle Kat.- Nr. 4 gegenübergestellt werden. Diese Berechnung sei nicht
vorgenommen worden. Auf der Parzelle Kat.-Nr. 4 würden sich unter ande-
rem eine Scheune (Gebäude Vers.-Nr. 1, 155,12 m2) sowie eine Einstellhalle
(Gebäude Vers.-Nr. 2, 192 m2) befinden, welche bis anhin für die landwirt-
schaftlichen Maschinen genutzt worden seien und folglich mit total 347,12 m2
an den Remisenraum angerechnet werden müssten. Die Vorinstanz gehe
von lediglich 341 m2 aus. Es sei im Rekursverfahren mittels eines Augen-
scheins abzuklären, welche Flächen effektiv als Remise in Frage kommen
würden. An anderer Stelle verlangt der Rekurrent, für die korrekte Berech-
nung der effektiv bereits bestehenden Flächen sei ein unabhängiger Bericht
bzw. ein entsprechendes Gutachten einzuholen.
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Mit der geplanten Remise kämen 936 m2 hinzu, welche allein zur Lagerung
der Maschinen verwendet werden könnten, Vordächer mit einberechnet. Die
Remise beherberge auf der Südseite eine Lagerungsstätte für Siloballen (so-
wie sonstigem Material). Diese Lagerungsfläche hätte theoretisch ebenfalls
miteinkalkuliert werden müssen, zumal die Zuschläge, welche auf dem kon-
kreten Maschinenflächenbedarf getätigt worden seien, exakt solche Flächen
miterfassen würden.
Summa Summarum ergebe sich ein Remisenraum von 1'283 m2 (Neubau:
936 m2 zuzüglich Scheune/Einstellhalle 347,12 m2) für die Einstellung der
Maschinen. Damit werde der Bedarf von 961,56 m2 um mindestens
321,44 m2 überschritten, womit die Remise überdimensioniert und deshalb
in der Landwirtschaftszone nicht zonenkonform sei.
4.2.
Die Baudirektion führt aus, die private Rekursgegnerschaft bewirtschafte ein
zonenkonformes landwirtschaftliches Gewerbe im Sinne des Bundesgeset-
zes über das bäuerliche Bodenrecht (BGBB). Sie verfügten zurzeit über eine
anrechenbare Remisen- und Lagerfläche von 341 m2. Mit dem Neubau
werde zusätzlicher Remisenraum von 748 m2 geschaffen. Entsprechend der
eingereichten Maschinenliste und dem Bedarfsnachweis der privaten Re-
kursgegner vom 25. November 2020 sowie den Richtlinien der Forschungs-
anstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART (FAT Bericht Nr. 590) sei diese
Fläche nicht überdimensioniert, weshalb das Vorhaben landwirtschaftlich
ausgewiesen und dementsprechend zonenkonform sei. Dies beruhe auf der
nachfolgenden Berechnung:
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Die Gebäude mit den Vers.-Nrn. 3 und 1 in der Kernzone würden nicht an
den Remisenraum angerechnet, da die Flächen im Obergeschoss mit Ma-
schinen nicht befahrbar seien und für die Flächen im Erdgeschoss eine Um-
nutzung bewilligt worden sei. Dementsprechend bestehe ein Bedarf und ein
Anspruch auf zusätzliche Remisenfläche. Der Flächenbedarf gemäss Ma-
schinenliste des Gesuchstellers im Umfang von 1'139 m2 setze sich wie folgt
zusammen:
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Der Bedarf gemäss der Maschinenliste sei von der Abteilung Landwirtschaft
im Baubewilligungsverfahren überprüft und als ausgewiesen beurteilt wor-
den. Bei der Überprüfung im Rahmen der vorliegenden Rekursantwort sei
festgestellt worden, dass die Restflächen nach FAT-Bericht 590 im Umfang
von 160 m2 nicht ins Total aufgerechnet worden seien. Der effektive Bedarf
nach Maschinenliste wäre demnach sogar noch höher (1'139 m2 plus 160 m2
= total 1'299 m2). Die privaten Rekursgegner müssten die Dokumente und
Formulare wahrheitsgemäss ausfüllen und die Bewilligungsbehörden dürften
sich auf diese Angaben verlassen, wenn keine offensichtlichen Zweifel an
deren Rechtmässigkeit bestünden. Vorliegend gebe es keinen Grund, an der
Vollständigkeit und dem Wahrheitsgehalt der Angaben der privaten Rekurs-
gegnerschaft zu zweifeln.
4.3.
Die private Rekursgegnerschaft führt aus, in einem Nutzungsplan sei genau
aufgezeigt worden, wie die Fläche der neuen Remise genutzt werde. Die
Grösse der Remise sei so gewählt worden, dass die Maschinen optimal Platz
fänden und möglichst wenig nicht nutzbare Kleinflächen entstünden. Der Be-
trieb verfüge nicht über zu viele Maschinen. Die Berechnung von 875 m2 Re-
misenraum, abgeleitet aus dem FAT Bericht Nr. 590, Seite 2 Tab. 2, sei le-
diglich eine Orientierung nach dem Betriebstyp gemischter Betrieb Futter-
bau/Ackerbau. Sie belege keinesfalls eine Überzahl an Maschinen, denn der
Betriebstyp Futterbau/Ackerbau sage noch nichts über die Vielfältigkeit der
Produktion eines Landwirtschaftsbetriebes aus. Der streitbetroffene Betrieb
habe eine sehr vielfältige Fruchtfolge mit sieben verschiedene Ackerkulturen.
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Weizen, Dinkel und Sonnenblumen würden pestizidfrei angebaut, wozu ein
Striegel und ein Hackgerät benötigt würden, wohingegen für den intensiven
Anbau von Raps und Zuckerrüben eine Feldspritze benötigt werde. Somit
habe man einen Mehrbedarf gegenüber den durchschnittlichen Betrieben,
welche nur in einer Produktionsform intensiv oder extensiv wirtschafteten.
Zudem verfüge man bereits seit 2006 über einen betriebseigenen Mähdre-
scher, welcher ebenfalls gegenüber einem Durchschnittsbetrieb einen Mehr-
bedarf auslöse.
In der Scheune (Gebäude Vers.-Nr. 1) könnten keine landwirtschaftlichen
Maschinen eingelagert werden, da die Raumhöhen mehrheitlich zu gering
seien und der einzige höhere Bereich (53 m2) für die Fütterung der Kühe
benötigt werde. Zweimal wöchentlich werde Futter mit dem Futtermischwa-
gen abgeladen und bilde vor den Stützen eine Made für die nächsten drei bis
vier Tage. Danach werde das Heu vom Stock geworfen (Seite Schreinerei)
und somit sei dann der Platz ausgefüllt, bis die Kühe alles gefressen hätten
und neues Futter bereitgestellt werde. Die Garage (28,62 m2) diene dem ab-
getretenen Betriebsleiterpaar als Autogarage (ausschliessliches Nutzungs-
recht gemäss Hofübernahmevertrag). Zudem sei die Höhe mit 2,2 m nicht
ausreichend. Des Weiteren würden zwei Garagenplätze pro Betrieb nicht als
Remisenfläche gelten. In der mechanischen Werkstatt könnten aufgrund der
geringen Breite und der geringen Höhe keine landwirtschaftlichen Maschinen
eingestellt werden. Lediglich in der Einstellhalle (Gebäude Vers.-Nr. 2) wür-
den landwirtschaftliche Maschinen untergebracht, doch hätten dort längst
nicht alle Platz. Nur diese könne als Remisenfläche angerechnet werden. In
der Fläche von 341 m2 gemäss der angefochtenen Gesamtverfügung seien
nebst Remisenflächen auch Lagerflächen enthalten.
Gemäss FAT Bericht S. 7 Abb. 8 werde das Vordach für das kurzfristige Un-
terstellen von Maschinen und Geräten verwendet. Denn wenn Maschinen
unter dem Vordach dauerhaft abgestellt würden, könnten die Maschinen im
Innern nicht mehr geholt werden, ohne zuerst jene unter dem Vordach weg-
zustellen, was sehr umständlich sei, da vorliegend keine Durchfahrt in der
Mitte oder eine einseitige Remise geplant sei. Das Vorhaben entspreche ge-
mäss FAT Bericht Seite 5 dem Typ c) zweiseitige Remise, Halle ohne Durch-
fahrt. Zudem sei im Grundrissplan der neuen Remise ersichtlich, dass in der
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Remise ein Spritzmittellager sowie einen Technikraum eingeplant seien, wel-
che nicht zur Remisenfläche gehören würden. Daher betrage die Fläche der
neuen Remise lediglich 748 m2 und nicht 936 m2.
4.4.1.
Der Raumbedarf für die Maschinen lässt sich anhand der detaillierten Ma-
schinenliste gemäss FAT Bericht Nr. 590/2002 (Eidgenössische For-
schungsanstalt für Agrarwirtschaft und Landtechnik FAT, heute Agroscope)
und den entsprechenden maschinenspezifischen Richtmassen ermitteln
(act. 15.1.7.). Für die Berechnung des Raumbedarfs einer Maschine wird bei
den Dimensionen Länge, Breite und Höhe ein Zuschlag berücksichtigt. Die-
ser Zuschlag dient als Funktionsraum und ist notwendig, damit die betref-
fende Maschine ohne grosse Schwierigkeiten an den Remisenplatz gebracht
bzw. wieder herausgenommen werden kann. Die Funktionsflächen sind
Richtwerte. Zu beachten ist ausserdem, dass nicht alle Maschinen dieselben
Längen-Breiten-Verhältnisse haben. Sie lassen sich somit nicht unbedingt
wie in einem Puzzle-Spiel zusammenfügen. Zwangsläufig entstehen Rest-
flächen, die je nach Gebäudeform und Art der zu remisierenden Maschinen
10 bis 20 Prozent ausmachen (FAT-Bericht S. 2 f.).
Vorliegend resultiert ein Flächenbedarf von 801,3 m2 zuzüglich Restflächen
von 80 - 160 m2. Der Rekurrent vermag nicht substanziiert zu begründen,
dass die Maschinenliste unnötige Maschinen enthält. Der Umstand, dass die
drei Motoreinachser (Bucher, Rapid, Aebi) nicht im Fahrzeugregister enthal-
ten sein sollen (s. Fahrzeugauskunft des Strassenverkehrsamts im Anhang
zur Replik), stellt die Maschinenliste nicht grundsätzlich in Frage. Die private
Rekursgegnerschaft erklärt, diese Fahrzeuge würden kein Kontrollschild be-
nötigen, weil sie nur auf dem eigenen Grundstück verkehren würden. Wie es
sich damit verhält, kann offen bleiben, weil der diesbezügliche Flächenbedarf
lediglich 22,2 m2 beträgt und sich am Ergebnis des Bedarfsnachweises
nichts ändern würde. Im Weiteren spricht die Lebenserfahrung ungeachtet
der staatlichen Förderung der Landwirtschaft dagegen, dass sich ein Bauer
einen übermässigen Maschinenpark anschafft und seine Erfolgsrechnung
dadurch belastet. Die Rechtsmittelinstanzen müssen sich auf eine Grobkon-
trolle beschränken. Soweit – wie im vorliegenden Fall – keine klaren Anhalts-
punkte für eine Gesetzesumgehung vorliegen, darf einem Landwirt nicht un-
terstellt werden, dass er sinnlos überdimensionierte Ökonomiebauten er-
richte (VB.2006.00382 vom 21. Dezember 2006, E. 2.3.1.).
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Der FAT Bericht Nr. 590/2002 (act. 6.9) enthält in Tabelle 2 Beispiele für den
Flächenbedarf für Maschinen von unterschiedlichen Betriebstypen und Be-
triebsgrössen. Für gemischte Betriebe Futterbau/Ackerbau beträgt der Flä-
chenbedarf inklusive Restflächen 772 m2 (Betriebsgrösse 30 ha) bzw.
951 m2 (Betriebsgrösse 45 ha). Daraus errechnet die Baudirektion für den
streitbetroffenen Betrieb (Betriebsgrösse 38,45 ha) einen Flächenbedarf von
873 m2 (inklusive Restflächen). Die lineare Interpolation geht von einem pro-
portional zur Betriebsgrösse steigenden Flächenbedarf aus. Es verhält sich
jedoch nicht so, dass der Bedarf an Maschinen und Geräten proportional mit
dem Betrieb wächst (vgl. FAT Bericht Nr. 590/2002, S. 2; BGr 1C_567/2015
vom 29. August 2016, E. 4.6). Dennoch lässt sich aus dem im FAT-Bericht
beispielhaft und orientierungshalber aufgeführten Flächenbedarf keine Über-
mechanisierung des hier streitbetroffenen Betriebs ableiten, zumal sich der
Flächenbedarf gemäss Maschinenliste (961,5 m2 inkl. 20 % Restfläche) in
derselben Grössenordnung bewegt und der modellhafte Betriebstyp "ge-
mischter Betrieb Futterbau/Ackerbau" kaum mit den hier betroffenen konkre-
ten Betriebsstrukturen und Anbaumethoden übereinstimmt. Aus diesem
Grund ist, wie der Rekurrent in seiner Rekursschrift (Ziff. 20) selbst ausführt,
bei der Dimensionierung der Remise auf die betriebsspezifische Mechanisie-
rung abzustützen und der tatsächliche Flächenbedarf mittels Maschinenliste
zu bestimmen.
Zum Flächenbedarf für die Maschinen (801,3 m2, ohne Restfläche) hinzu
kommt der unbestritten gebliebene Bedarf für Heu- und Strohballenlager
(240 m2), Holzlager (28 m2), Düngerlager (15 m2) und Pflanzenschutzmittel-
lager (15 m2). Nicht nachvollziehbar ist der in der Duplik der Baudirektion
aufgeführte Bedarf für eine Werkstatt als Teil der Remise (40 m2). Eine sol-
che ist weder aus den Plänen noch aus dem Projektbeschrieb ersichtlich.
Somit ist von einem Bedarf für Remisen-, Lager- und Futterlagerflächen von
insgesamt 1'099,3 m2 auszugehen, ein Zuschlag für eine Restfläche von 10-
20 % auf der für die Maschinen benötigten Fläche gemäss FAT Bericht (nicht
ausnützbare Flächen) nicht eingerechnet.
4.4.2.
Die bestehenden Flächen hat die Baudirektion in ihrer Rekursantwort aufge-
listet (s. oben E. 4.2.). Soweit der Rekurrent behauptet, es seien in der
Scheune (Assek.-Nr. 1) zusätzliche Flächen anzurechnen, kann ihm nicht
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gefolgt werden. Die Garage wird durch das abgetretene Betriebsleiterehe-
paar genutzt, die mechanische Werkstatt durch die F. Konstruktion GmbH
und die Schreinereiwerkstatt durch die Einzelfirma F. Holzhandwerk. Diese
Räume stehen als Remise für landwirtschaftliche Maschinen nicht zur Verfü-
gung, weshalb es nicht darauf ankommt, ob sie sich für diesen Zweck eignen
oder nicht. Dies gilt auch für den 53,5 m2 grossen Scheunenraum, der für die
Futterzubereitung für die Kühe im angrenzenden Stall genutzt wird. Somit
geht die Baudirektion zu Recht von 341 m2 bestehendem Remisen- und La-
gerraum aus. Zumal sich das Baurekursgericht anlässlich des Augenscheins
selbst einen Eindruck von den tatsächlichen Verhältnissen verschaffen
konnte und keine speziellen Fragen offen sind, ist es entgegen dem Rekur-
renten nicht notwendig, für die Berechnung der effektiv bereits bestehenden
Flächen ein Gutachten einzuholen.
4.4.3.
In der angefochtenen Verfügung der Baudirektion wird erwogen, mit dem
Neubau werde "zusätzlicher Remisenraum mit einer Grundfläche von rund
748 m2 geschaffen". Auf der West- und Ostseite der Remise sei ein Vordach
von je 4 m Tiefe geplant. Vordächer von mehr als 2 m Vordachtiefe würden
an die Remisenfläche angerechnet. Diese Angaben sind nicht vollständig
nachvollziehbar. Die Remise ist 36 m lang und 18 m breit und weist damit
eine Gebäudegrundfläche von 648 m2 auf. Die für den Bedarfsnachweis
massgeblichen Nutzflächen im Gebäudeinneren belaufen sich auf insgesamt
ca. 602,8 m2 (Einstellhalle 164,9 m2, davon 15 m2 Betankungsplatz [nicht an
die Remisen-/Lagerflächen anrechenbar], Lagerhalle 440,2 m2,
WC/Technikraum 10,5 m2 [nicht an die Remisen-/Lagerflächen anrechen-
bar], Pflanzenschutzmittellager ca. 12,7 m2).
Durchfahrten und Unterstände unter Vordächern sind in den Bedarfswerten
gemäss FAT Bericht Nr. 590 (S. 4) nicht eingerechnet. Die witterungsge-
schützten Flächen unter den Vordächern eignen sich vorliegend nicht für das
dauerhafte Abstellen von Maschinen oder als Lagerflächen, weil es sich um
Verkehrsflächen handelt, über die in die Halle eingefahren wird. Dement-
sprechend ist dort gemäss den Plänen keine Remisen-/Lager-nutzung vor-
gesehen. Da der Gebäudeumschwung als Verkehrsfläche ohnehin chaus-
siert werden muss, hat die Ausladung der Vordächer keinen Einfluss auf den
mit dem Bau der Remise einhergehenden Verlust von Fruchtfolgeflächen.
Abgesehen davon sprengen die Vordächer den Rahmen des betrieblichen
R4.2021.00103 Seite 17
Bedarfs (z.B. temporäres, witterungsgeschütztes Abstellen von Maschinen)
nicht und die Remise kann diesbezüglich nicht als überdimensioniert be-
zeichnet werden. Somit sind die Flächen unter dem Vordach nicht an die
Remisenfläche anzurechnen.
Die betonierte Fläche auf der Südwestseite der Remise soll unter anderem
als Lagerplatz für Siloballen genutzt werden und ist insoweit dem Bedarf für
Lagerfläche anzurechnen. Indes wird die betreffende Fläche für verschie-
dene Zwecke genutzt (Wasch- und Umschlagplatz, Zufahrt zur Lagerhalle,
unterirdische Jauchegrube). Gemäss Gesamtverfügung der Baudirektion
sind ca. 126 m2 der Nutzung als Siloballenlagerplatz zuzurechnen, was plau-
sibel erscheint und seitens des Rekurrenten nicht moniert wird.
Soweit ist festzuhalten, dass mit dem Neubau der Remise insgesamt ca.
729 m2 (602,8 m2 + 126 m2) neue Remisen- und Lagerflächen geschaffen
werden. Zusammen mit den 341 m2 bestehenden Remisen- und Lagerflä-
chen ergibt sich eine Fläche von 1'070 m2, der ein nachgewiesener Bedarf
von 1'099,3 m2 (ohne Zuschlag für Restflächen) gegenübersteht. Die Remi-
sen- und Lagerflächen sind daher nicht überdimensioniert. Der Bedarf für die
weiteren Nutzungen im Zusammenhang mit dem geplanten Neubau (Mist-
platz, Jauchegrube, Wasch-/Umschlagplatz, Betankungsplatz,
WC/Technikraum) wird vom Rekurrenten nicht infrage gestellt. Nach dem
Gesagten ergibt sich, dass das streitbetroffene Vorhaben nicht überdimensi-
oniert ist.
5.1.
Der Rekurrent macht geltend, eine Lärmprognose nach Art. 25 UWG (recte
wohl USG) sei unabdingbar. Mit dem Gebrauch der Remise bzw. insbeson-
dere mit dem An- und Abtransport der Maschinen würden naturgemäss
Lärm- sowie auch sonstige Emissionen (Staub, Geruch und dergleichen) ein-
hergehen. Solche Lärmemissionen seien in der Landwirtschaftszone grund-
sätzlich unbedenklich, da diese in die Empfindlichkeitsstufe III eingeteilt
werde. Jedoch befinde sich vorliegend in unmittelbarer Nähe des Baugrund-
stücks die Wohnzone (Wb), welche in die Empfindlichkeitsstufe II eingeteilt
worden sei. Massgebend für die Lärmimmissionen seien die Grenzwerte die-
ser Zone gemäss Anhang 6, Ziff. 2 Lärmschutz-Verordnung (LSV).
R4.2021.00103 Seite 18
Die Zufahrt zur Remise führe über den Strassenabschnitt bzw. den Feldweg
zwischen dem Grundstück des Rekurrenten und dem Baugrundstück (Weg-
parzelle Kat.-Nr. 3). Aufgrund der enormen Anzahl an Fahrzeugen, welche
beherbergt werden sollen, sei anzunehmen, dass in der Sommerzeit dieser
Strassenabschnitt stark frequentiert werde. Es sei daher fraglich, ob die vor-
gegebenen Immissionsgrenzwerte überhaupt eingehalten werden könnten.
Zu prüfen sei auch, wie sich die Lärmemissionen begrenzen liessen, soweit
dies technisch und betrieblich möglich bzw. wirtschaftlich tragbar sei (vgl.
Art. 7 Abs. 1 lit. a und b LSV).
5.2.
Die Baudirektion bringt vor, das Bauvorhaben befinde sich in der Landwirt-
schaftszone. Es gelte die Empfindlichkeitsstufe III, in welcher mässig stö-
rende Betriebe zugelassen seien. Die zu erwartenden Lärmimmissionen
würden den üblichen Immissionen entsprechen, welche von einem Landwirt-
schaftsbetrieb zu erwarten seien und dementsprechend auch der Empfind-
lichkeitsstufe III entsprächen. Es gebe keine Hinweise oder Anhaltspunkte,
dass durch das Bauvorhaben übermässige Immissionen zu erwarten seien
oder mehr Immissionen zu erwarten seien, als in der Empfindlichkeitsstufe III
üblich und zugelassen seien.
5.3.
Die kommunale Baubehörde führt aus, wenn die Grenzwerte eingehalten
respektive deutlich unterschritten würden, könne davon ausgegangen wer-
den, dass das Vorsorgeprinzip erfüllt sei. Für die Remise seien keine Lärm-
gutachten erarbeitet worden, aber für zwei andere Projekte auf dem Hofareal
der Familie F.. Gemäss den errechneten Beurteilungspegeln "gesamtes Ge-
werbeareal F." seien die Werte bei der Liegenschaft W.-Strasse 3 mit 48 dBA
(Tag) und 29 dBA (Nacht) mehr als nur knapp eingehalten. Es sei somit nicht
zu erwarten, dass wegen der Remise die Lärmbelastung für die Liegenschaf-
ten an der W.-Strasse deutlich ansteigen werde.
5.4.
Die private Rekursgegnerschaft entgegnet, durch den Neubau der Remise
könnten unzählige Traktorfahrten gespart werden, da die Anbaugeräte nicht
mehr vor jeder Tätigkeit von den externen Abstellplätzen in bis zu 1,5 km
Entfernung geholt und wieder dorthin zurückgebracht werden müssten. So-
mit würden Leerfahrten vermieden, was sich lärmvermindernd auswirke.
R4.2021.00103 Seite 19
Weiter werde mehrheitlich die Zufahrt dem Bachlauf entlang genutzt und
nicht jene entlang der Häuserreihe an der W.-Strasse. Eine weitere Zufahrt
bestehe über das Hofgelände.
Der rekurrentischen Liegenschaft sei die Stirnseite der Remise zugewandt,
wo sich keine Einfahrt für Maschinen, sondern lediglich eine Personentüre
befinde, dies auch aus lärmtechnischen Überlegungen. Der Rekurrent wür-
den somit keinesfalls direkt von den Geräuschen der Maschinen und Gerä-
ten etwas hören können. Um die Remise herum sei bewusst eine eigene
Rundfahrt geplant, damit der Feldweg vor dem rekurrentischen Grundstück
möglichst wenig benützt werden müsse.
In einer landwirtschaftlichen Remise würden primär Traktoren eingestellt und
keine lärmverursachenden Arbeiten ausgeführt, wie dies in der mechani-
schen Werkstatt oder in der Schreinerei üblich sei. Daher hätten die Bewilli-
gungsbehörden keine Lärmprognose verlangt. Man habe dennoch eine Er-
gänzung des Lärmgutachtens vom 12. Januar 2021 in Auftrag gegeben
(act. 12.10). Demgemäss seien alle Werte problemlos eingehalten und be-
finde sich die Lärmbelastung des Rekurrenten im gesetzlich vorgeschriebe-
nen Bereich.
5.5.1.
Bei der geplanten Remise handelt es sich in lärmrechtlicher Hinsicht um eine
neue ortsfeste Anlage im Sinne von Art. 7 (LSV). Folglich müssen die
Lärmemissionen soweit begrenzt werden, als dies technisch und betrieblich
möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist (Abs.1 lit. a) und dass die von der
Anlage allein erzeugten Lärmimmissionen die Planungswerte nicht über-
schreiten (Abs. 1 lit. b). Die Vollzugsbehörde ermittelt die Aussenlärmimmis-
sionen ortsfester Anlagen oder ordnet deren Ermittlung an, wenn sie Grund
zur Annahme hat, dass die massgebenden Belastungsgrenzwerte über-
schritten sind oder ihre Überschreitung zu erwarten ist (Art. 36 Abs. 1 LSV).
Dazu bestand vorliegend kein Anlass, wie sich aus dem inzwischen beige-
brachten Lärmgutachten der S. AG vom 12. Juli 2021 (act. 12.10, Ziff. 4.1.2)
ergibt. Nur weil es sich dabei um ein Parteigutachten handelt, kann ihm der
Beweiswert entgegen der Auffassung des Rekurrenten nicht abgesprochen
werden (VB.2020.00367 vom 28. Januar 2021, E. 6.3; Kaspar Plüss, in:
Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 7 Rz. 148). Der Rekur-
R4.2021.00103 Seite 20
rent bringt nichts vor, was an der Richtigkeit des Gutachtens Zweifel aufkom-
men liesse, weshalb es sich erübrigt, ein weiteres Gutachten erstellen zu
lassen.
Gemäss dem Lärmgutachten ist bei den nächstgelegenen Liegenschaften
W.-Strasse 1, 3 und 5, ausgehend vom gesamten Landwirtschaftsbetrieb
einschliesslich der geplanten Remise, mit einem Beurteilungspegel Lr von
53 dB(A), 48 dB(A) bzw. 46 dB(A) am Tag und von 42 dB(A), 35 dB(A) bzw.
33 dB(A) in der Nacht zu rechnen. Damit sind die Planungswerte der Emp-
findlichkeitsstufe (ES) II für Industrie- und Gewerbelärm gemäss Anhang 6
LSV von 55 dB(A) am Tag und 45 dB(A) in der Nacht eingehalten.
Entgegen der Auffassung des Rekurrenten ist das Lärmgutachten nicht un-
vollständig, weil es den Strassenverkehrslärm auf dem Feldweg nicht be-
rücksichtigt. Denn der Lärm, der von der Nutzung der geplanten Remise aus-
geht, ist zu unterscheiden vom Lärm im Zusammenhang mit der Mehrbean-
spruchung des Flurwegs, über den die Remise erschlossen ist. Gemäss
Art. 9 LSV darf der Betrieb neuer oder wesentlich geänderter ortsfester An-
lagen nicht dazu führen, dass durch die Mehrbeanspruchung einer Verkehrs-
anlage die Immissionsgrenzwerte überschritten werden (lit. a) oder durch die
Mehrbeanspruchung einer sanierungsbedürftigen Verkehrsanlage wahr-
nehmbar stärkere Lärmimmissionen erzeugt werden (lit. b). Die entspre-
chende Beurteilung war vom Gutachtensauftrag nicht erfasst.
Dass es sich um eine sanierungsbedürftige Verkehrsanlage im Sinne von
Art. 9 lit. b LSV handelt, kann beim vorliegend wenig befahrenen Flurweg
offensichtlich ausgeschlossen werden. Sodann ergibt sich aus dem Lärm-
gutachten, dass der Traktorverkehr als Linienquelle Nr. 12 erfasst wurde, die
im Bereich der Remise, gegenüber der Liegenschaft W.-Strasse 3, bis an
den Flurweg heranreicht (Lärmgutachten, Abb. 4). Nachdem das Lärmgut-
achten zeigt, dass der Lärm insgesamt (d.h. unter Einbezug aller Lärmquel-
len) den Planungswert nicht übersteigt, kann ausgeschlossen werden, dass
allein der Traktorverkehr auf dem Flurweg, obwohl noch etwas näher bei den
lärmempfindlichen Räumen der benachbarten Liegenschaften, zur Über-
schreitung der weniger strengen Immissionsgrenzwerte führt (60 dB[A] am
Tag, 50 dB[A] in der Nacht). Dies zumal sich mit den zeitbezogenen Schall-
leistungspegeln Lw (Emissionen) für den Traktorverkehr (Lärmquelle Nr. 12)
R4.2021.00103 Seite 21
von 82,8 dB(A) am Tag und 76,7 dB(A) in der Nacht (s. Lärmgutachten An-
hang 1) bei einer Distanz der lärmempfindlichen Räume zur Mitte des Flur-
wegs von mindestens ca. 9,5 m aufgrund der Abstandsdämpfung keine
Schalldruckpegel Lp (Immissionen) über den Immissionsgrenzwerten erge-
ben1. Hinzu kommt, dass den genannten zeitbezogenen Schallleistungspe-
geln längere Lärmphasen zugrunde liegen, als sie auf die Vorbeifahrt an der
rekurrentischen Liegenschaft auf dem Feldweg entfallen. Für den Traktoren-
verkehr auf dem Feldweg ist daher gegenüber den oben angegebenen Wer-
ten Lw von tieferen zeitbezogenen Schallleistungspegeln auszugehen.
5.5.2.
Auch bei Einhaltung der massgebenden Belastungsgrenzwerte sind die
Lärmemissionen soweit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich
möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist (Art. 7 Abs. 1 lit. a LSV). Als Lärm-
quelle fällt für den Rekurrenten vorwiegend der Traktorenverkehr ins Ge-
wicht. Der Rekurrent legt indes nicht dar und es ist auch nicht ersichtlich, mit
welchen verhältnismässigen Massnahmen eine spürbare Verbesserung er-
zielt werden könnte. Insbesondere bietet sich für die Remise kein anderer
Standort in einer weniger lärmempfindlichen Umgebung an, der u.a. den be-
trieblichen Bedürfnissen gleichermassen gerecht würde. Dies führt zum
Schluss, dass die Remise in lärmrechtlicher Hinsicht nicht zu beanstanden
ist.
6.1.
Der Rekurrent moniert einen Verstoss gegen die Schutzziele des Bundesin-
ventars. Das Gebiet rund um die Gemeinde Y sei in ein "überkommunales
Landwirtschaftsinventar" (recte Landschaftsschutzinventar) aufgenommen
worden, dies aufgrund der eindrucksvollen Glaziallandschaft zwischen der
Thur und dem Rhein. Gemäss dem Schutzziel 3.9 müssten die charakteris-
tischen Strukturelemente des Landschaftsbildes, wie Wiesen, Weiden, He-
cken etc., erhalten bleiben. Das streitbetroffene Bauprojekt kollidiere mit den
Schutzzielen des zwingend zu beachtenden Bundesinventars, zumal unnö-
tigerweise schützenswerte Wiesenfläche vernichtet und kein gleichzeitiger
Ersatz geschaffen werde.
R4.2021.00103 Seite 22
6.2.
Die Baudirektion führt aus, das Vorhaben liege gemäss dem Bundesinventar
der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) im
Objekt Nr. [...]. Zu den für das eingereichte Bauvorhaben relevanten Schutz-
zielen zählten insbesondere die Schutzziele 3.8 (Erhalt der standortange-
passten landwirtschaftlichen Nutzung und Zulassen derer Entwicklung) und
3.9 (Erhalt der charakteristischen Strukturelemente der Landschaft). Zudem
widerspreche die Vergrösserung des Dorfes Y keineswegs dem Schutzziel
3.9. Dieses sei in den vergangenen Jahrzehnten ständig gewachsen, was
jedoch nichts daran ändere, dass die charakteristischen Strukturelemente
erhalten würden. Zudem könne nicht davon gesprochen werden, dass cha-
rakteristische Strukturelemente nur dadurch zerstört würden, dass auf einem
kleinen Teil einer Wiese am Dorfrand ein landwirtschaftlich genutztes Ge-
bäude gebaut werde. Schliesslich sei an keiner Stelle von einer Ersatzpflicht
die Rede, wenn Baugrund innerhalb eines BLN-Objektes genutzt werde. Das
Bauvorhaben befinde sich am Dorfrand entlang der bereits bestehenden
Strasse und beeinträchtige damit die Schutzziele nicht.
Die Landwirtschaftszone sei neben der langfristigen Sicherung der Ernäh-
rungsbasis eben gerade für landwirtschaftliche Bauten und Anlagen gedacht.
Wäre der Verlust von Boden ein Hindernisgrund für Bauten und Anlangen in
der Landwirtschaftszone, könnte kein landwirtschaftlicher Betrieb mehr ge-
baut werden.
6.3.
Die private Rekursgegnerschaft entgegnet, die geplante Remise widerspre-
che nicht dem angeblichen Grundsatz, offene Landschaften zu erhalten, da
sie genau in der Ecke der Parzelle gegen das Betriebszentrum hin gebaut
werde, mit einer Längsseite zur Hecke. Dabei bilde sie mit den restlichen
Betriebsgebäuden eine Einheit. Der geplante Standort S. werde im Sommer
bereits seit einiger Zeit als Zwischenlagerplatz für Maschinen, Siloballen und
Strohballen genutzt und im Winter als Silo- und Strohballenlagerplatz. Mit
dem Neubau werde sich eine Verbesserung des Landschaftsbildes ergeben.
Weitere Gründe für den vorgesehenen Standort seien die Nähe zur beste-
henden Einstellhalle, der Hochwasserschutz, die Eignung des Gebiets N.-
Weg als Weide in Hofnähe und die Qualität des Baugrunds.
R4.2021.00103 Seite 23
Das Bauvorhaben widerspreche dem Schutzziel 3.10 (Erhalt von kompakten
Dörfern) nicht, da die Baute direkt an das Betriebszentrum anschliesse. Viel-
mehr entspreche es dort den Schutzzielen 3.7 (Vernetzung Lebensräume),
3.8 (standortangepasste landwirtschaftliche Nutzung Erhalten und ihre Ent-
wicklung zulassen) und 3.9 (charakteristische Strukturelemente erhalten).
Zum Schutzziel 3.8: Der Landwirtschaftsbetrieb sei ca. 1880 erbaut worden,
womit er Teil der älteren Gebäude von Y sei. Die Häuserreihe entlang der
W.-Strasse sei erst in den 1990er Jahren erbaut worden. Die Parzelle S. sei
grösstenteils eine Ackerfläche, im Bereich des Neubaus befinde sich eine
Kunstwiese, welche als Zwischenlagerplatz genutzt werde und nur dafür an-
gesät worden sei. Somit werde dieses Schutzziel vollumfänglich erfüllt, da
durch den Remisenneubau der Betrieb zukunftsfähig bleibe, da alle Maschi-
nen und Geräte endlich auf eigenem Grund untergestellt werden könnten.
Zum Schutzziel 3.7: Seit Einführung des Vernetzungsprojekts X im laufenden
Jahr 2021 habe man zwanzig Massnahmen angemeldet, wobei deren zwei
die Parzelle Kat.-Nr. 4 betreffen würden: Einerseits der wertvolle Hochstam-
mobstgarten der BFF Qualität 2 auf der Parzelle N.-Weg und in Verbindung
dazu die grosse Hecke entlang des Bachlaufs, ebenfalls in BFF Qualität 2
(höchste Stufe). Somit bleibe die hohe Biodiversität auf der Parzelle N.-Weg
erhalten und werde gar erweitert durch die Magerwiesen der Retentionsflä-
chen des Neubaus Remise auf der Parzelle S., da beabsichtigt sei, dort eine
artenreiche Wiese der BFF Qualität 2 anzulegen.
6.4.
Durch die Aufnahme in ein Inventar des Bundes wird dargetan, dass ein Ob-
jekt in besonderem Masse die ungeschmälerte Erhaltung, jedenfalls unter
Einbezug von Wiederherstellungs- oder angemessenen Ersatzmassnahmen
die grösstmögliche Schonung verdient (Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Natur- und Heimatschutz [NHG]). Gemäss Art. 6 Abs. 2 NHG gilt
dieser Schutz indes nur bei der Erfüllung von Bundesaufgaben im Sinn von
Art. 2 und Art. 3 NHG in unmittelbarer Weise. Die Bewilligung von landwirt-
schaftlichen Bauten in der Landwirtschaftszone, wie sie vorliegend im Streite
steht, stellt eine Bundesaufgabe im Sinne von Art. 2 NHG dar (BGr
1C_17/2015 vom 16. Dezember 2015, E. 1.1; BGr 1C_397/2015 vom 9. Au-
gust 2016, E. 1.1).
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Das Baugrundstück liegt im Bereich [...], die als Objekt Nr. [...] in das Bun-
desinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeu-
tung (BLN) aufgenommen wurde. Das Schutzobjekt erstreckt sich auf einer
Fläche von 120,8 km2 [...]. Die nationale Bedeutung wird begründet mit der
reich strukturierten Kulturlandschaft (langgezogene Hügelzüge, weite, offene
Ebenen, sanft gewelltes Relief, Mosaik aus Wäldern und Kulturland), mit der
glazial geprägten Landschaft mit vielfältigem Formenschatz aus mehreren
Eiszeiten, mit mehreren Kleinseen, mit der grossen Lebensraumvielfalt (zahl-
reiche charakteristische und gefährdete Pflanzen- und Tierarten), mit bedeu-
tenden prähistorischen Pfahlbauten [...], mit gut erhaltenen Ortsbildern (ein-
zigartige Dichte an intakten Fachwerkbauten), [...].
Die Schutzziele sind der Erhalt der Seen und ihre Verlandungsgürtel als
wichtiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere, der Erhalt der Gewässer und
ihre Lebensräume in einem natürlichen und naturnahen Zustand, das Zulas-
sen der Dynamik der Gewässer und der Auen, der Erhalt der Moorbiotope
und der Trockenlebensräume in ihrer Qualität sowie ökologischen Funktion
und mit ihren charakteristischen Pflanzen- und Tierarten, der Erhalt der
Auen- und Bruchwälder sowie der lichten Wälder mit ihren charakteristischen
Arten, der Erhalt des kleinräumigen Mosaiks von meist bewaldeten Drumlins
und offenen Feuchtgebieten in den Senken, der Erhalt der Vernetzung der
Lebensräume, der Erhalt der standortangepassten landwirtschaftlichen Nut-
zung und das Zulassen ihrer Entwicklung, der Erhalt der charakteristischen
Strukturelemente der Landschaft wie Wiesen, Weiden, Hecken, Obstgärten
und Rebberge, der Erhalt der kompakten Dörfer und Weiler mit ihren typi-
schen Fachwerkbauten, [...] und der Erhalt der historischen Verkehrswege
in ihrer Substanz und ihrer Einbettung in die Landschaft.
Aufgrund der Rüge des Rekurrenten in Frage steht einzig der mit dem Neu-
bau der Remise verbundene optische bzw. ästhetische Eingriff in das Land-
schaftsbild. Betroffen sind insofern die Schutzziele, die Wiesen und Weiden
als charakteristisches Strukturelement der Landschaft und die kompakten
Dörfer zur erhalten.
Die Aufnahme eines Objektes in das Inventar bedeutet nicht, dass sich am
bestehenden Zustand überhaupt nichts mehr ändern darf. Der Zustand eines
Objektes soll aber gesamthaft betrachtet unter dem Gesichtspunkt des Na-
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tur- und Heimatschutzes nicht verschlechtert werden. Allfällige Nachteile ei-
ner Veränderung müssen durch gleich- oder höherwertige Interessen bzw.
Vorteile mindestens ausgeglichen werden (BGE 127 II 273, E. 4c).
Der Schutz der Wiesen und Weiden bzw. allgemein des Kulturlandes geht
deshalb in der hier betroffenen Glaziallandschaft nicht so weit, dass deren
Fläche ungeschmälert erhalten bleiben muss, womit jegliche neuen landwirt-
schaftlichen und damit zonenkonformen Bauten unzulässig wären. Dies zu-
mal die Entwicklung der zu erhaltenden standortangepassten landwirtschaft-
lichen Nutzung ausdrücklich zulässig ist. Der Schutz zielt vielmehr auf den
Erhalt der charakteristischen Landschaftsstruktur. An dieser Struktur ändert
sich mit dem Neubau der Remise nichts, zumal das Bauvorhaben am Rand
des Siedlungsgebietes und am Rand des Acker- und Wieslandes platziert
wird und es im Verhältnis zum grossräumigen Schutzobjekt von sehr unter-
geordneter Bedeutung ist. Das Gebiet westlich des Neubaus bleibt als weite
und ausgedehnte Ackerfläche bestehen.
Durch die Lage am Siedlungsrand wird auch die Kompaktheit des Dorfes
nicht beeinträchtigt. Die weiteren schützenswerten Qualitäten des Gebiets
werden durch das Bauvorhaben offensichtlich nicht tangiert. Insgesamt hat
das Bauvorhaben keine Auswirkungen auf die Erreichung der Schutzziele.
Mithin stellt es keine Beeinträchtigung der Glaziallandschaft dar und ist des-
halb zulässig (vgl. Art. 6 Abs. 1 der Verordnung über das Bundesinventar der
Landschaften und Naturdenkmäler [VBLN]). Weil die Glaziallandschaft nicht
beeinträchtigt wird, entfällt auch die Pflicht, für angemessenen Ersatz zu sor-
gen (Art. 6 Abs. 4 VBLN). Alternative, allenfalls noch besser geeignete
Standorte sind nicht zu prüfen, nachdem sich der bewilligte Standort als zu-
lässig erweist.
7.1.
Schliesslich beanstandet der Rekurrent eine ungenügende Einordnung.
Massgebend für das im schützenswerten Landschaftsinventar aufgenom-
mene Objekt sei die Bestimmung von § 238 Abs. 2 PBG. Auf das Schutzob-
jekt werde allerdings keine Rücksicht genommen, sondern dieses werde
nachhaltig zerstört, indem die Wiesenfläche einem neuen Gebäude weichen
müsse. Die vorliegend überdimensioniert geplante Remise nehme von ihren
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Ausmassen her sodann auch keine Rücksicht auf die umliegenden kleinräu-
migen Bauten. Die direkt angrenzenden Wohnhäuser würden durch die rie-
sige Scheune geradezu erdrückt. Auch auf die direkt angrenzende Kern-
zone, in welcher ebenfalls erhöhte Gestaltungsvorschriften gelten würden,
werde keine Rücksicht genommen. Die Gemeinde habe die Einordnung so-
dann auch nicht vor dem Hintergrund der erhöhten Einordnungsanforderun-
gen geprüft. Dementsprechend habe sie ihr Ermessen nicht wahrgenom-
men, was den Entscheid willkürlich erscheinen lasse.
7.2.
Die kommunale Baubehörde entgegnet, gemäss Pt. 2.5 der Gesamtverfü-
gung vom 27. April 2021 sei der Einordnung in das Orts- und Landschaftsbild
besondere Bedeutung beizumessen (vgl. Art. 3 RPG). Diese Anforderung
gelte auch für Materialien und Farben. Die Farb- und Materialangaben ge-
mäss den Gesuchsunterlagen würden die Anforderungen der Baudirektion
erfüllen und das Volumen ordne sich bezüglich Stellung und Volumen ein.
Dieser Beurteilung habe sich der Gemeinderat angeschlossen und sehe
auch keinen Anlass, von dieser Beurteilung abzuweichen.
7.3.
Die private Rekursgegnerschaft entgegnet, die Baute sei von Z nach Y kom-
mend von der Hauptstrasse hinter der Hecke versteckt, wodurch das Land-
schaftsbild des Dorfes mit dem schönen alten Obstgarten links und rechts
erhalten bleibe. Durch die Erhöhung in der Mitte der Parzelle S. und der He-
cke entlang des Baches sei die Remise auch von den anderen beiden Seiten
weitgehend verdeckt und trete keinesfalls störend in Erscheinung.
Die Baute werde bewusst mit der kürzeren Seite gegen den Feldweg entlang
der Häuserreihe W.-Strasse platziert, damit die angrenzenden Nachbarn in
ihrer Aussicht auf das Kulturland möglichst wenig beeinträchtigt werde. Zu-
dem sei gegen die Häuserreihe hin bewusst eine kleine Wiese als Re-
tentionsfläche geplant. Die Remise befinde sich folglich in einem Abstand
von 17 m zur F.-Strasse und bis zum nächsten Häuserwinkel des Rekurren-
ten seien es knapp 30 m. Daher sei der Aussage zu widersprechen, die neue
Remise würde die Häuser erdrücken. In ihrem Erscheinungsbild sei die neue
Remise den umliegenden Gebäuden angepasst, sie habe wie die Wohnhäu-
ser ein Giebeldach und wie die grosse Scheune ein Giebeldach und eine
Holzfassade. Durch die geschlossene Bauweise wirke die neue Remise sehr
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ruhig. Die Holzverschalung aus eigenem unbehandeltem Käferholz werde
rasch nachdunkeln und sich an die bestehenden Gebäude angleichen. Die
Dachfläche sei ebenfalls sehr ruhig und gleichmässig durch die sepia brau-
nen Dachpanele.
7.4.1.
Gemäss § 238 Abs. 1 PBG sind Bauten, Anlagen und Umschwung für sich
und in ihrem Zusammenhang mit der baulichen und landschaftlichen Umge-
bung im Ganzen und in ihren einzelnen Teilen so zu gestalten, dass eine
befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird; diese Anforderung gilt auch für
Materialien und Farben.
Diese Vorschrift enthält eine Grundanforderung an Bauten, Anlagen und Um-
schwung. Verlangt wird sowohl eine gewisse Qualität der Gestaltung in sich
als auch der Einordnung in die bauliche und landschaftliche Umgebung. Da-
bei erfasst die Norm über den Wortlaut ihres Randtitels ("Gestaltung") hinaus
nicht nur die Gestaltungselemente wie beispielsweise die Dach- oder die
Fassadengestaltung, sondern auch ortsbauliche Aspekte wie etwa die Stel-
lung der Baukörper, soweit jene nicht durch speziellere Bauvorschriften ge-
regelt sind. Die Frage, ob eine befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird,
ist gestützt auf objektive, nachvollziehbare Kriterien zu beantworten. Blosses
Empfinden rechtfertigt keinen Eingriff in das Eigentum.
Nach § 238 Abs. 2 PBG ist auf Objekte des Natur- und Heimatschutzes be-
sondere Rücksicht zu nehmen. In der Nachbarschaft von Schutzobjekten
bzw. bei Änderungen an solchen ist demnach mehr als eine bloss befriedi-
gende Gesamtwirkung zu verlangen. Was als Objekt des Natur- und Heimat-
schutzes zu betrachten ist, ergibt sich aus der Aufzählung in § 203 Abs. 1
PBG. Eine förmliche Unterschutzstellung wird für die Anwendung von § 238
Abs. 2 PBG nicht vorausgesetzt. Vielmehr genügt es, dass sich die Schutz-
würdigkeit aus der Aufnahme des Objektes in ein Inventar im Sinne von §
203 Abs. 2 PBG ergibt.
7.4.2.
Nach ständiger Rechtsprechung kann in Ausnahmefällen gestützt auf § 238
PBG ein Verzicht auf die Realisierung des auf einem Grundstück zulässigen
Volumens verlangt werden, nämlich dann, wenn der Widerspruch zur bauli-
chen Umgebung klar und krass ist. Hierfür sind jedoch im Rahmen der bei
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Eigentumsbeschränkungen gebotenen Interessenabwägung besonders trif-
tige Gründe erforderlich, wie zum Beispiel eine weitherum zurückhaltende
Ausnützung, eine besondere Qualität der bestehenden Überbauung oder
eine qualifizierte landschaftliche Empfindlichkeit. Die Rechtsprechung des
Bundesgerichts gewichtet das Legalitätsprinzip stark, weshalb die Anwen-
dung einer Ästhetik- bzw. Schutzvorschrift nicht dazu führen darf, dass ge-
nerell - etwa für ein ganzes Quartier - die Zonenordnung ausser Kraft gesetzt
würde. Nur ein krasses Missverhältnis der Proportionen oder die Rücksicht
auf ein Schutzobjekt kann die Ausschöpfung des zulässigen Bauvolumens
verbieten (VB.2018.00162 vom 17. September 2020, E. 5.3.4., mit weiteren
Hinweisen).
Eine bauästhetisch bzw. ortsbaulich motivierte Herabsetzung des nach der
Bau- und Zonenordnung zulässigen Gebäudevolumens stellt grundsätzlich
einen schweren und zudem die Rechtssicherheit in gravierender Weise tan-
gierenden Eingriff in das Grundeigentum dar. Seitens des Eigentümers be-
steht ein erhebliches Interesse an der Ausschöpfung der ihm gemäss Bau-
und Zonenordnung zustehenden Baubefugnisse. Auf Grund des Gebotes
der haushälterischen Bodennutzung (Art. 1 RPG) ist auch ein gleichgerich-
tetes öffentliches Interesse anzunehmen.
Steht ein Gebäude zur Beurteilung, das sich durch sein geplantes Volumen
von der baulichen Umgebung deutlich abheben soll, ohne dass die Voraus-
setzungen für eine Volumenreduktion erfüllt sind, verlangt § 238 PBG immer-
hin, diesem Spannungsverhältnis in anderer Weise Rechnung zu tragen.
Nebst einer besonders sorgfältigen Gestaltung fallen Massnahmen wie bei-
spielsweise eine auf die bauliche Umgebung abgestimmte Gliederung des
zulässigen Bauvolumens in Betracht (VB.2017.00102 vom 30. November
2017, E. 4.6; BRGE II Nr. 0197/2015, E. 4.2., in BEZ 2016 Nr. 32, mit weite-
ren Hinweisen; www.baurekursgericht-zh.ch).
7.4.3.
Soweit den Gemeinden bei der Anwendung von Bestimmungen des kanto-
nalen Rechts als Ausfluss der Gemeindeautonomie eine besondere Ent-
scheidungs- und Ermessensfreiheit zukommt, überprüft das Baurekursge-
richt entsprechende Entscheide mit Zurückhaltung. Beruht der kommunale
Entscheid auf einer vertretbaren Würdigung der massgebenden Umstände,
so hat ihn die Rekursinstanz zu respektieren. Die Rekursinstanz darf nur
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dann einschreiten, wenn die Baubehörde ihren Ermessensspielraum über-
schreitet, indem sie sich von unsachlichen, dem Zweck der in Frage stehen-
den Regelung fremden Erwägungen leiten lässt oder allgemeine Rechtsprin-
zipien, wie das Verbot von Willkür oder den Grundsatz der Verhältnismäs-
sigkeit, verletzt. Dabei darf sich die Rekursinstanz jedoch nicht auf eine
blosse Willkürprüfung beschränken, vielmehr muss die Eingriffsschwelle tie-
fer gesetzt werden (vgl. BGE 145 I 52, E. 3.6., mit Hinweisen).
Ob eine Bestimmung des kantonalen Rechts den Gemeinden einen autono-
men Entscheidungsspielraum einräumt, ist durch Auslegung zu ermitteln
(Marco Donatsch, in: Kommentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014,
§ 20 Rz. 62). Nach ständiger Praxis der kantonalen Instanzen betrifft dies
insbesondere § 238 PBG, ferner aber auch etwa § 71 PBG betreffend die
bauliche Gestaltung und Einordnung von Arealüberbauungen, § 237 PBG
betreffend die Beurteilung der Verkehrssicherheit einer Zufahrt und § 357
Abs. 1 PBG betreffend die Beurteilung zulässiger Änderungen an vorschrifts-
widrigen Bauten (Donatsch, § 20 Rz. 72).
7.4.4.
Was die gemäss § 238 Abs. 2 PBG geforderte besondere Rücksichtnahme
auf das Landschaftsschutzobjekt anbelangt, kann auf die Ausführungen un-
ter E. 6.4. verwiesen werden. Die Glaziallandschaft wird wie gezeigt nicht
beeinträchtigt. Im Weiteren ist auf die östlich angrenzende, in der Kernzone
gelegene Bebauung, mithin auf das schützenswerte Ortsbild (§ 50 PBG) be-
sondere Rücksicht zu nehmen. Beim benachbarten Ortsteil handelt es sich
um das landwirtschaftliche Betriebszentrum der privaten Rekursgegner-
schaft. Die zur geplanten Remise nächstgelegenen Gebäude sind landwirt-
schaftliche Zweckbauten, namentlich eine Maschinenhalle und Scheunen
(s. Protokoll, Bild 6). Geplant ist eine ebenfalls landwirtschaftliche Zweck-
baute. Inwiefern deren Erscheinungsbild im Konflikt mit den benachbarten,
ebenfalls landwirtschaftlichen Bauten stehen könnte, ist nicht ansatzweise
erkennbar und wird vom Rekurrenten auch nicht substantiiert dargelegt.
Bei den benachbarten, der Wohnzone Wa zugehörigen Wohnliegenschaften,
handelt es sich weder um Schutzobjekte noch um ein schützenswertes Orts-
bild. Diesbezüglich ist gestützt auf § 238 Abs. 1 PBG lediglich eine befriedi-
gende Gesamtwirkung zu verlangen. Die Voraussetzungen für eine aus äs-
thetischen Gründen bedingte Volumenreduktion sind hier offensichtlich nicht
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gegeben. Mit einer in Erscheinung tretenden Gebäudehöhe von ca. 7 m ab
gestaltetem Terrain und einer Höhe bis zum First von ca. 10,8 m weist die
geplante Remise keine ungewöhnlichen Dimensionen auf. Eine erdrückende
Wirkung gegenüber den benachbarten, in der zweigeschossigen Wohnzone
Wa gelegenen Einfamilienhäusern entsteht nicht, zumal der Abstand zur Re-
mise ca. 30 m und mehr beträgt und die Remise mit ihrer Schmalseite (Gie-
belseite) den Nachbargebäuden zugewandt ist. In der zweigeschossigen
Wohnzone Wa ist im Übrigen eine Gebäudehöhe von 5,5 m und eine First-
höhe von 4 m erlaubt. Die Differenz zu den geplanten entsprechenden Mas-
sen der Remise (gemessen ab gestaltetem Terrain) beträgt somit lediglich
ca. 1,5 m. Nach dem Gesagten ist das Volumen der geplanten Baute nicht
zu beanstanden. Es sind auch keine anderen gestalterischen Mängel ersicht-
lich und werden auch nicht geltend gemacht. Somit ist der Rekurs auch in
diesem Punkt abzuweisen.
8.