Decision ID: 8402892b-7624-40fa-977c-61257fe943f5
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich erstmals am 17. Juni 2002 mit Hinweis auf ein chronisches
lumbospondylogenes Syndrom und auf chronische rezidivierende Knieschmerzen
rechts zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (berufliche Massnahmen)
bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1). Gemäss Fragebogen für den
Arbeitgeber war der Versicherte vom 10. April 2000 bis am 31. Mai 2002 als Schlosser/
Schweisser im Anlagen- und Apparatebau tätig, wobei ihm aus wirtschaftlichen
Gründen gekündigt worden sei. Der Versicherte war zuvor längere Zeit arbeitsunfähig
gewesen (IV-act. 10). Eine telefonische Nachfrage beim ehemaligen Arbeitgeber vom 7.
April 2003 ergab, dass der Versicherte eine leichte Tätigkeit ausgeführt hatte, welche er
sitzend oder stehend ausüben konnte und bei welcher er nur selten schwer heben
musste. Es habe höchstens mal vorkommen können, dass eine Hebe- oder
Schiebebewegung eine gewisse Verrenkung nötig gemacht hätte, dies sei aber nicht
grundsätzlich der Fall gewesen (IV-act. 21). Mit Verfügung vom 4. November 2003 wies
die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab. Für eine leichte, rückenschonende Tätigkeit
bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100%. In einer angepassten Tätigkeit könne der
Versicherte in etwa dasselbe Einkommen erzielen wie in der letzten Tätigkeit als
Schlosser, womit keine Invalidität ausgewiesen sei (IV-act. 29).
A.a.
Nachdem der Versicherte am 20. und 21. Mai 2008 an der Halswirbelsäule (HWS,
HWK 5/6 und 6/7) operiert worden war (IV-act. 32-2), meldete er sich am 16.
September 2008 erneut zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-
act. 42). Gemäss Fragebogen für Arbeitgebende war der Versicherte vom 1. August
2007 bis 30. November 2008 als Metallbauschlosser (Werkstatt- und Montagearbeiten)
A.b.
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angestellt, wobei er diese Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr
vollumfänglich habe erfüllen können, was schliesslich zur Kündigung geführt habe. Das
Heben oder Tragen von schweren Lasten sei bei dieser Tätigkeit selten, von
mittelschweren Lasten manchmal und von leichten Lasten oft vorgekommen (IV-act.
52). Die IV gewährte dem Versicherten berufliche Massnahmen im Rahmen von
Arbeitsvermittlung (vgl. IV-act. 69). Vom 2. März bis 30. April 2010 befand sich der
Versicherte wegen einer schweren depressiven Episode in der Klinik B._ (IV-act.
100). Am 4. Juni 2010 erfolgte eine weitere Operation der HWS (ventrale Diskektomie
und Prothesen-Implantation C4/5 und C3/4 und der LWS lumbaler Mikrodiskektomie
L5/S1 rechts; IV-act. 106-5). Vom 2. November 2010 bis 30. April 2011 wurde eine
berufliche Abklärung durchgeführt (IV-act. 119 und 135), welche per 15. April 2011
vorzeitig beendet wurde (IV-act. 150). Gemäss Schlussbericht der beruflichen
Eingliederung habe der Versicherte nach intensiven und nachhaltigen Bemühungen
und Unterstützung, bis hin zu einem ideal adaptierten Arbeitsplatz, nicht eingegliedert
werden können (vgl. IV-act. 146). Die IV-Stelle teilte dem Versicherten mit Schreiben
vom 7. Juni 2011 mit, dass die beruflichen Massnahmen abgeschlossen würden (IV-
act. 151).
Vom 1. Mai bis 8. Juli 2011 arbeitete der Versicherte erneut als Schweisser in
einem Pensum von 50%, wobei der Arbeitgeber angab, dass nur selten mittelschwere
Lasten und manchmal leichte Lasten gehoben oder getragen werden mussten. Dieses
Arbeitsverhältnis wurde während der Probezeit aus wirtschaftlichen Gründen aufgelöst
(IV-act. 167).
A.c.
Gestützt auf die Stellungnahme des RAD vom 27. März 2012 (IV-act. 168) und
nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (IV-act. 176 und 182) sprach die IV-Stelle
dem Versicherten mit Verfügung vom 22. März 2013 ab Juni 2010 eine ganze Rente
und ab 1. Dezember 2010 eine halbe Rente befristet bis 30. Juni 2011 zu (IV-act. 192
f.). Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom 25. April 2013 Beschwerde (IV-
act. 195). Mit Verfügung vom 13. Juni 2013 widerrief die IV-Stelle die Verfügung vom
22. März 2013 zur Vornahme weiterer Abklärungen (IV-act. 203). In der Folge wurde
das Beschwerdeverfahren vor dem Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit
Entscheid vom 26. Juni 2013 (IV 2013/182) abgeschrieben (IV-act. 210).
A.d.
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Im von der IV-Stelle in Auftrag gegebenen polydisziplinären Gutachten vom 21.
Januar 2014 der Medas Ostschweiz (Medas-Gutachten), welches gestützt auf
Untersuchungen vom 26. bis 28. November 2013 erfolgte, diagnostizierten die
Experten eine chronische Cervicobrachialgie, einen Status nach Diskektomie HWK 5/6
und HWK 6/7 sowie chronische lumbospondylogene Schmerzen mit rezidivierender
Radikulopathie S1 rechts, aktuell ohne sensomotorische Ausfälle. In der zuletzt
ausgeübten Tätigkeit als Schweisser sei der Versicherte aus orthopädischer und
neurologischer Sicht spätestens seit der Operation vom 20. Mai 2008 zu 0%
arbeitsfähig. In einer adaptierten Tätigkeit sei der Versicherte aus neurologischer Sicht
zu 100% arbeitsfähig. Aus orthopädischer Sicht werde auf Grund der Schmerzen und
der eingeschränkten Belastbarkeit von Seiten der Wirbelsäule von einer
Leistungsminderung von 20% ausgegangen. Für eine adaptierte Tätigkeit werde
deshalb eine 80%ige Arbeitsfähigkeit ausgehend von einem 100%-Pensum
angenommen (IV-act. 225).
A.e.
Mit Vorbescheid vom 12. Februar 2014 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Aus polydisziplinärer Sicht sei von einer
80%igen Leistung im Rahmen eines 100% Pensums auszugehen (IV-act. 229).
Dagegen erhob der Versicherte mit undatiertem Schreiben (Eingang bei der IV-Stelle
am 20. März 2014) Einwand. Seine gesundheitliche Situation habe sich nicht
verbessert, sondern im Gegenteil sogar noch verschlimmert. Die notwendigen
Abklärungen seien zurzeit im Gang, er werde zudem am 18. März 2014 am linken Knie
operiert (IV-act. 230).
A.f.
Nach erneut durchgeführtem Vorbescheidverfahren (IV-act. 236 f.) wies die IV-
Stelle das Rentenbegehren des Versicherten mit Verfügung vom 8. Juli 2014 gestützt
auf das Medas-Gutachten ab (IV-act. 239). Dagegen erhob der Versicherte mit
Schreiben vom 8. September 2014 Beschwerde (IV-act. 241). Mit Verfügung vom 1.
Oktober 2014 widerrief die IV-Stelle die Verfügung vom 8. Juli 2014 zur Vornahme
weiterer Abklärungen (IV-act. 250). In der Folge wurde das Beschwerdeverfahren vor
dem Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 21. Oktober 2014
(IV 2014/397) abgeschrieben (IV-act. 256).
A.g.
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Mit Vorbescheid vom 25. November 2014 stellte die IV-Stelle dem Versicherten
erneut die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Es sei zwar eine erneute
Diskushernie L5/S1 festgestellt worden, die aber nicht von solcher Relevanz sei, dass
dadurch die im Gutachten festgestellte Arbeitsfähigkeit vermindert würde (IV-act. 265).
Am 2. Dezember 2014 wurde beim Versicherten eine Kniearthroskopie links und eine
Teilmeniskektomie medial sowie eine Plicaresektion durchgeführt (IV-act. 274-9 f.). Mit
Schreiben vom 23. Dezember 2014 machte der Versicherte Mängel am Medas-
Gutachten geltend und reichte weitere Arztberichte ein (IV-act. 269). Am 18. Februar
2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass am Vorbescheid vom 25.
November 2014 festgehalten werde (IV-act. 276). Der Versicherte entgegnete daraufhin
mit Schreiben vom 2. März 2015, dass sich die Kniebeschwerden zwar gebessert
hätten, aber nicht verschwunden seien. Auf die übrigen Einwände sei nicht
eingegangen worden, weshalb er daran fest halte (IV-act. 277).
A.h.
Am 11. Mai 2015 wurde beim Versicherten eine dorsale bilaterale Foraminotomie
C6/C7 durchgeführt (IV-act. 289). Der RAD hielt in der Stellungnahme vom 2.
September 2015 fest, dass die Heilungsphase nach der Operation abgeschlossen sei
und bezüglich der Halswirbelsäule zumindest der Zustand wie im Medas-Gutachten
beschrieben erreicht worden sei, weshalb auf dieses abgestellt werden könne (IV-act.
297). Nach zusätzlicher Prüfung von Eingliederungsmassnahmen (IV-act. 299) teilte die
IV-Stelle dem Versicherten am 1. Oktober 2015 mit, das Gesuch um berufliche
Massnahmen werde abgewiesen (IV-act. 301). Mit Vorbescheid vom 8. Oktober 2015
stellte die IV-Stelle dem Versicherten wiederum die Abweisung des Rentenbegehrens
in Aussicht (IV-act. 304). Mit Einwand vom 12. November 2015 reichte der Versicherte
neue Arztberichte ein und machte erneut Mängel am Medas-Gutachten geltend (IV-act.
308).
A.i.
Im von der IV-Stelle in Auftrag gegebenen polydisziplinären Verlaufsgutachten vom
4. Mai 2016 der medexperts ag (vormals Medas Ostschweiz; medexperts-Gutachten),
welches gestützt auf Untersuchungen vom 21. und 23. März 2016 erfolgte,
diagnostizierten die Experten eine zervikale Radikulopathie C4, C5 und C6 links,
chronifizierte cervikoradikuläre Schmerzen bei Failed-back surgery-Syndrom der HWS
und chronische lumbospondylogene-intermittierende radikuläre Schmerzen. In einer
adaptierten Tätigkeit sei beim Versicherten aus orthopädischer Sicht mittel- bis
A.j.
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langfristig eine Leistungsminderung von 60% bei einem Vollpensum anzunehmen. Die
40%ige Restarbeitsfähigkeit werde als erheblich beeinträchtigt und auch als derzeit
nicht verwertbar angesehen. Wegen der hohen Medikamenteneinnahme von Hypnotika
und Opiaten sei die Arbeitssicherheit bei eingeschränkter Reaktion und gestörter
Aufmerksamkeit gefährdet (IV-act. 330-53). In der Stellungnahme vom 10. Mai 2016
hielt der RAD fest, dass sich das Verlaufsgutachten nicht hinreichend plausibel
nachvollziehen lasse. Im Gutachten werde mehrfach auf die hohe
Medikamenteneinnahme hingewiesen, die auch einen relevanten Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit haben soll. Leider würden für sämtliche vom Versicherten
eingenommenen Medikamente die entsprechenden Blutspiegel mitsamt der
Metabolitenkonzentration fehlen. Weiter sei der von der orthopädischen Gutachterin
angegebene klinische Befund bezüglich Wirbelsäule ohne massiven pathologischen
Befund. Es liessen sich Hinweise auf eine Symptomausweitung finden. Bezüglich des
chronischen Schmerzsyndroms sei der Versicherte nicht austherapiert (IV-act. 331). Auf
Nachfrage (IV-act. 332) stellte die medexperts der IV-Stelle am 3. Juni 2016 die
Ergebnisse der Medikamentenspiegelbestimmung zu (IV-act. 334). Der RAD hielt in der
Stellungnahme vom 17. Juni 2016 dafür, es müsse ein neues polydisziplinäres
(allgemeininternistisch-orthopädisch-neurologisch, neuropsychologisch mit
Symptomvalidierung-psychiatrisches) Gutachten veranlasst werden. Aufgrund der
Ergebnisse der Medikamentenspiegelbestimmung könne die Einnahme von Morphin/
Heroin nicht nachvollzogen werden. Damit sei das Verlaufsgutachten im Wesentlichen
entwertet (IV-act. 348).
Mit Schreiben vom 8. Juli 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass eine
erneute polydisziplinäre medizinische Untersuchung vorgesehen sei (IV-act. 337). Der
Versicherte machte mit Schreiben vom 18. August 2016 geltend, dass eine erneute
umfassende medizinische Untersuchung keineswegs notwendig sei. Vielmehr liege
bereits ein umfassendes, schlüssiges und nachvollziehbares Gutachten vor. Sofern
daran festgehalten werde, ersuche er um den Erlass einer anfechtbaren
Zwischenverfügung (IV-act. 341). Mit Verfügung vom 23. August 2016 bestätigte die IV-
Stelle die Durchführung der Begutachtung (IV-act. 342).
A.k.
Die dagegen erhobene Beschwerde (IV-act. 344) hiess das Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 12. Dezember 2016 (IV 2016/300) teilweise
A.l.
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gut und wies die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen an die IV-Stelle zurück.
Zunächst sei bezüglich der zu klärenden Punkte eine Rückfrage bei den medexperts-
Gutachtern vorzunehmen und falls diese für die Beurteilung der verbleibenden
Arbeitsfähigkeit nicht schlüssig sei, eine nochmalige orthopädische oder orthopädische
und neurologische Begutachtung anzuordnen (IV-act. 354).
Auf die Rückfrage der IV-Stelle vom 5. Januar 2017 (IV-act. 357) antwortete die
orthopädische Gutachterin der medexperts mit Schreiben vom 23. Januar 2017. Es
werde an der bestehenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 60% festgehalten.
Ob die Restarbeitsfähigkeit im Wesentlichen von der Medikamenteneinnahme
abhänge, sei strittig. Die vorliegenden objektivierbaren pathomorphologischen
Störungen seien vorhanden und müssten unabhängig von der Medikamenteneinnahme
betrachtet werden (IV-act. 358). Diese Antwort beurteilte der RAD in der Stellungnahme
vom 24. Januar 2017 als unbefriedigend (IV-act. 361), weshalb die IV-Stelle am 9. März
2017 die PMEDA AG, Zürich, mit der Durchführung einer bidisziplinären
orthopädischen und neurologischen Begutachtung beauftragte (IV-act. 364) und dies
gleichentags dem Versicherten mitteilte (IV-act. 363). Der Versicherte beanstandete mit
Schreiben vom 23. März 2017, dass die Vorgaben des Entscheids des
Versicherungsgerichts vom 12. Dezember 2016 nicht eingehalten worden seien und
zunächst eine Rückfrage bei den medexperts-Gutachtern erfolgen müsse (IV-act. 367).
Mit Zwischenverfügung vom 27. März 2017 hielt die IV-Stelle an der vorgesehenen
bidisziplinären Begutachtung fest (IV-act. 368). Der Versicherte verzichtete auf eine
Anfechtung (Schreiben vom 27. April 2017; IV-act. 369).
A.m.
Der Versicherte wurde am 12. Juni 2017 bei der PMEDA Polydisziplinäre
Medizinische Abklärungen, Zürich-Wollishofen (PMEDA-Gutachten vom 18. August
2017) orthopädisch und neurologisch untersucht. Die Gutachter diagnostizierten ein
leichtgradiges radikuläres zervikales Defizit (C5/6) nach multiplen spinalen Eingriffen
(zervikal und lumbal), einen Status nach multiplen HWS-Operationen mit gutem
funktionellem Ergebnis und einen Status nach lumbaler Mikrodiskektomie im Segment
LWK5/SWK1 (2010) mit gutem funktionellem Ergebnis. Für die reklamierten
Beschwerden habe sich vor allem hinsichtlich des Ausmasses kein ausreichendes
objektives klinisches Befundkorrelat gefunden, es sei hier also eine Aggravation
anzunehmen. Die Arbeitsfähigkeit in der letzten sowie jedweder vergleichbaren oder
A.n.
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auch einer anderen körperlich überwiegend leichten, wechselbelastend oder
überwiegend sitzend ausgeübten Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarkts sei mit
100% einzuschätzen. Körperlich schwere Arbeiten und Tätigkeiten mit häufigen
Zwangshaltungen der Wirbelsäule seien ungeeignet (IV-act. 376).
Mit Vorbescheid vom 9. Oktober 2017 stellte die IV-Stelle dem Versicherten
gestützt auf das PMEDA-Gutachten die Abweisung des Rentenantrags in Aussicht (IV-
act. 381). Mit Einwand vom 11. Dezember 2017 beantragte der Versicherte eine
Invalidenrente ab Mai 2009. Allenfalls seien vorgängig berufliche Massnahmen zu
prüfen. Zudem beantragte er die unentgeltliche Rechtsverbeiständung. Das PMEDA-
Gutachten weiche ohne stichhaltige Begründung wesentlich von sämtlichen früheren
medizinischen Beurteilungen ab. Darauf könne nicht abgestellt werden (IV-act. 391).
Zudem reichte der Versicherte zwei zusätzliche Arztberichte ein (IV-act. 393 f.).
A.o.
Mit Schreiben vom 15. Januar 2018 wurde der Einwand mit den beigelegten
medizinischen Berichten den Gutachtern der PMEDA mit der Frage vorgelegt, ob sich
damit etwas an der medizinischen Einschätzung ändere (IV-act. 397). In der
Stellungnahme vom 12. Februar 2018 hielten die Gutachter der PMEDA fest, dass die
vorgetragenen Einwände bereits in der Konsensbeurteilung angesprochen und
diskutiert worden seien. Insoweit die Hausärztin von einer psychiatrischen Erkrankung
berichte, sei zu sagen, dass das Gutachten keine psychiatrische Untersuchung
umfasst habe (IV-act. 400).
A.p.
Im psychiatrischen Verlaufsbericht vom 13. Februar 2018 gab der behandelnde
Psychiater Dr. med. C._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, an, dass
sich seit seinem Behandlungsbeginn am 22. August 2017 keine relevante Veränderung
im Befund ergeben habe. Unter Ausklammerung der nach der Ansicht von Dr. C._
somatisch bedingten Schmerzsymptomatik bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100%
ohne Nachtarbeit, unter besonderer Eingewöhnungszeit und an einem ruhigen
Arbeitsplatz (IV-act. 401-2 f.).
A.q.
Mit Schreiben vom 20. Februar 2018 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass
sie aufgrund der ergänzenden Abklärungen an ihrem bisherigen Entscheid festhalte
und dem Versicherten keine IV-Rente zustehe (IV-act. 403). Mit Schreiben vom 5. März
A.r.
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B.
2018 teilte der Versicherte mit, dass er mit dem erneut vorgesehenen Entscheid nicht
einverstanden sei (IV-act. 404).
Mit Verfügung vom 7. März 2018 wies die IV-Stelle den Antrag des Versicherten
auf eine Invalidenrente ab. Es bestehe auch kein Anspruch auf eine Umschulung (IV-
act. 406). Mit Verfügung vom 5. April 2018 wies die IV-Stelle das Gesuch um
unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Vorbescheidverfahren mangels sachlicher
Gebotenheit und wegen fehlender Notwendigkeit ab (IV-act. 410). Mit Schreiben vom
10. April 2018 erklärte der Sohn des Versicherten, dass er die früher gemachten
Einwände für seinen Vater verfasst habe, da dieser nicht in der Lage gewesen wäre, die
Komplexität des Falles zu verstehen. Aus beruflichen Gründen sei es ihm aber seit
längerem nicht mehr möglich, sich um das IV-Verfahren seines Vaters zu kümmern (IV-
act. 412). Mit Schreiben vom 23. April 2018 nahm die IV-Stelle dazu Stellung und führte
aus, es sei unerheblich, ob die vergangenen Einwände von der versicherten Person
selbst oder von Dritten verfasst worden seien. Entscheidend sei, dass die versicherte
Person in der Lage gewesen sei, Hilfe von Drittpersonen zu fordern, und diese auch
erhalten habe. Überdies könne von Familienmitgliedern, welche in der Lage seien,
solche Hilfe zu leisten, eine gewisse Unterstützungspflicht erwartet werden (IV-
act. 414).
A.s.
Gegen die Verfügung vom 7. März 2018 richtet sich die vorliegend zu beurteilende
Beschwerde vom 25. April 2018. Der Beschwerdeführer beantragt unter Kosten und
Entschädigungsfolge die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung, die
Aufhebung der Verfügung vom 7. März 2018 und die Zusprache einer Invalidenrente ab
Mai 2009. Allenfalls seien vorgängig nochmals berufliche Massnahmen zu prüfen. Das
PMEDA-Gutachten widerspreche sämtlichen bisherigen ärztlichen Einschätzungen und
es könne nicht darauf abgestellt werden. Abgesehen davon wäre auch über einen
Rentenanspruch bis August 2017 auf jeden Fall zu befinden. Es seien auch keine
beruflichen Massnahmen geprüft worden (IV 2018/147, act. G 1).
B.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 23. Mai 2018 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Das PMEDA-Gutachten enthalte eine vollständige
Anamnese, berücksichtige die geklagten Beschwerden, leuchte in der Beurteilung der
B.b.
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C.

Erwägungen
1.
medizinischen Zusammenhänge ein und enthalte begründete Schlussfolgerungen,
weshalb diesem Beweiskraft zuzumessen sei. Weiter seien in der Vergangenheit
berufliche Massnahmen durchgeführt, diese aber aufgrund fehlender Motivation
abgebrochen worden. Der Beschwerdeführer gehe von keiner verwertbaren
Arbeitsfähigkeit mehr aus, womit es an der subjektiven Eingliederungsfähigkeit fehle
und keine erneuten beruflichen Massnahmen angezeigt seien (IV 2018/147, act. G 4).
Am 30. Mai 2018 wurde dem Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) entsprochen (IV 2018/147, act. G 5).
B.c.
Mit Replik vom 21. Juni 2018 hält der Beschwerdeführer unverändert an den
Anträgen der Beschwerde fest (IV 2018/147, act. G 7). Die Beschwerdegegnerin
verzichtet mit Schreiben vom 25. Juli 2018 auf die Einreichung einer Duplik (IV
2018/147, act. G 9).
B.d.
Gegen die Verfügung vom 5. April 2018 betreffend Ablehnung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung im Vorbescheidverfahren richtet sich die Beschwerde vom 3.
Mai 2018. Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung im Beschwerdeverfahren, die Aufhebung der Verfügung vom 5. April
2018 und die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im
Vorbescheidverfahren. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen, um die Höhe der Entschädigung festzulegen (IV 2018/156, act. G 1).
C.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Schreiben vom 30. Mai 2018 die
Abweisung der Beschwerde und verweist auf die Erwägungen in der Verfügung vom 5.
April 2018 bzw. auf die Stellungnahme vom 23. April 2018 (IV 2018/156, act. G 4).
C.b.
Streitgegenstand im Verfahren IV 2018/147 bildet die Frage der Rechtmässigkeit
der Abweisung des Begehrens um Leistungen der Invalidenversicherung (Verfügung
vom 7. März 2018). Im Verfahren IV 2018/156 bildet die unentgeltliche
1.1.
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Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren jenes Leistungsverfahrens den
Streitgegenstand (Verfügung vom 5. April 2018). Da die Streitgegenstände eng
zusammenhängen und sich dieselben Parteien gegenüberstehen, rechtfertigt es sich,
die Verfahren IV 2018/147 und IV 2018/156 zu vereinigen.
Vorliegend strittig ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente.
Weiter verlangt der Beschwerdeführer die vorgängige Prüfung beruflicher Massnahmen
(IV 2018/147, act. G 1, S. 2).
1.2.
Hinsichtlich des Anfechtungsgegenstands im vorliegenden Verfahren ist zu
beachten, dass im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren grundsätzlich
lediglich Rechtsverhältnisse zu überprüfen bzw. zu beurteilen sind, zu denen die
zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung –
Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt vorliegend die Verfügung vom 7. März
2018 den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt
es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung,
wenn und insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1). Über
berufliche Massnahmen kann im Beschwerdeverfahren allerdings grundsätzlich auch
dann entschieden werden, wenn sich der durch die angefochtene Verfügung definierte
Streitgegenstand lediglich auf den Rentenanspruch bezieht. Denn im
Sozialversicherungsrecht gilt der allgemeine Grundsatz "Eingliederung vor Rente" (vgl.
etwa Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/ Basel/Genf 2015,
Vorbemerkungen N 81 ff.). Ergeht eine Rentenverfügung in Verletzung dieses
Grundsatzes, ist sie rechtswidrig (vgl. dazu auch Art. 28 Abs. 1 lit. a des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG, SR 831.20]). Deshalb muss im
Beschwerdeverfahren eine solche Verfügung aufgehoben und die Verwaltung
verpflichtet werden können, die Eingliederung abzuschliessen. Anders verhält es sich
jedoch, wenn die IV-Stelle bereits zu einem früheren Zeitpunkt rechtskräftig über die
beruflichen Massnahmen entschieden hat. In diesem Fall kann der Anspruch auf
berufliche Massnahmen im Beschwerdeverfahren grundsätzlich nicht erneut überprüft
werden, es sei denn, es dränge sich eine neue Beurteilung auf. Dies ist insbesondere
dann der Fall, wenn sich im Rahmen der gerichtlichen Rentenprüfung ein
rentenbegründender Invaliditätsgrad ergibt (vgl. Urteil des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 7. August 2018, IV 2017/145, E. 1.1 f.).
1.3.
Nachdem die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer bereits berufliche
Massnahmen zugesprochen und diese durchgeführt hatte (vgl. IV-act. 69, 119, 135,
146 und 150 f.), befand sie mit Mitteilung vom 1. Oktober 2015, dass er keinen
Anspruch auf weitere berufliche Massnahmen habe (IV-act. 301). Die Mitteilung ist zwar
1.4.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/27
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2.
formlos und nicht in der Form einer Verfügung erfolgt. Allerdings hat die
Beschwerdegegnerin in der Mitteilung ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der
Beschwerdeführer im Falle seines fehlenden Einverständnisses eine Verfügung
verlangen könne, weshalb er um dieses Recht hat wissen müssen. Das Recht, eine
solche Verfügung zu erwirken, ergibt sich für Mitteilungen, die zu Recht in einem
formlosen Verfahren ergangen sind, auch aus Art. 51 Abs. 2 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1). Für zu Unrecht
formlos ergangene Mitteilungen kann ein solches Recht in analoger Anwendung von
Art. 51 Abs. 2 ATSG abgeleitet werden. Hinsichtlich der zu Unrecht formlos
ergangenen Mitteilungen hat das Bundesgericht festgelegt, dass der betroffenen
Person grundsätzlich eine Frist von einem Jahr zur Verfügung steht, um an den
Versicherungsträger zu gelangen und den Erlass einer Verfügung zu verlangen (BGE
134 V 145 E. 5.2 ff.). Es ist anzunehmen, dass für die zu Recht formlos ergangenen
Mitteilungen jedenfalls keine längere Frist zur Anwendung kommt. Unabhängig davon,
ob die Mitteilung der Beschwerdegegnerin vom 1. Oktober 2015 zu Recht oder zu
Unrecht formlos ergangen ist, hat sie nach dem Gesagten als rechtskräftig zu gelten.
Denn die einjährige Frist ist bereits verstrichen gewesen, als der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers in seinem Einwand vom 11. Dezember 2017 gegen den
Rentenvorbescheid vom 9. Oktober 2017 berufliche Massnahmen beantragt und damit
sinngemäss das fehlende Einverständnis mit der Mitteilung der Beschwerdegegnerin
vom 1. Oktober 2015 zum Ausdruck gebracht hat (vgl. IV-act. 391). Aus den Akten geht
nicht hervor, dass der Beschwerdeführer bereits vor diesem Einwandschreiben vom
11. Dezember 2017 die Nichtgewährung weiterer beruflicher Massnahmen beanstandet
hätte. Vielmehr hatte der Beschwerdeführer in seinem Einwand vom 11. Dezember
2017 gegen den Rentenvorbescheid vom 9. Oktober 2017 das PMEDA-Gutachten
kritisiert und die Zusprache einer Invalidenrente beantragt. Daraus ist zu schliessen,
dass das Interesse des Beschwerdeführers auf die Zusprache einer Rente ausgerichtet
war. Im Gutachten wird dann auch festgehalten, dass sich der Beschwerdeführer keine
andere Tätigkeit zutraue (IV-act. 376-19). Nach dem Gesagten ist auf den Antrag des
Beschwerdeführers bezüglich beruflicher Massnahmen nicht einzutreten. Dem
Beschwerdeführer bleibt es unbenommen, bei der Beschwerdegegnerin ein Gesuch
um Arbeitsvermittlung zu stellen, sobald er sich subjektiv eingliederungsfähig
einschätzt.
Zunächst ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu prüfen.2.1.
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Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die: a. ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern
können; b. während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40% invalid sind. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2.
Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente.
2.3.
Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im
Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der
Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden
können (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
2.4.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/27
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3.
Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit
Hinweisen).
Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und
Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen
Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie
nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu
schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft,
solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
125 V 351 E. 3b/bb).
2.5.
Zunächst ist die Frage zu beantworten, ob die medizinische Aktenlage eine
rechtsgenügliche Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zulässt.
Die Beschwerdegegnerin stützt sich in der angefochtenen Verfügung im Wesentlichen
auf das PMEDA-Gutachten sowie auf die Stellungnahme des RAD-Arztes vom 20.
Februar 2018. Die Gutachter hielten fest, dass die Arbeitsfähigkeit in der letzten sowie
jedweder vergleichbaren oder auch einer anderen körperlich überwiegend leichten,
wechselbelastend oder überwiegend sitzend ausgeübten Tätigkeit des allgemeinen
Arbeitsmarkts mit 100% einzuschätzen sei. Es liege (beim Beschwerdeführer) ein
spinaler Status nach mehrfachen Eingriffen vor, der – ungeachtet von Beschwerden
und klinischen Befunden – körperlich schwere Arbeiten und Tätigkeiten mit häufigen
Zwangshaltungen der Wirbelsäule ungeeignet mache. Assoziiert bestehe ein
leichtgradiges radikuläres Defektsyndrom den linken Arm betreffend. Eine
umschriebene oder anderweitig neurogen zu erklärende neuropathische
Schmerzstörung lasse sich anamnestisch und anhand der Befunde nicht schlüssig
herausarbeiten. Insbesondere spreche die seitengleiche und deutliche Beschwielung
der Hände gegen eine namhafte alltagsrelevante Schonung des (nicht dominanten)
linken Arms. Die anamnestisch aufscheinenden Indikatoren (Führen eines Pkw,
Fernreise im 2017 mit Pkw, Selbständigkeit und Selbstversorgung im Alltag, soziale
Integration, stundenweise Ausübung einer Hausmeister- bzw. Gärtner-Tätigkeit) seien
mit der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit gut vereinbar. Auch habe im hiesigen
klinischen Eindruck keine namhafte Schmerzbeeinträchtigung (Diskrepanz zu den
anamnestischen Angaben zur aktuellen Schmerzintensität) bestanden und die
spontane Mobilität habe nicht wesentlich limitiert gewirkt, wobei auch die deutliche
3.1.
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Beschwielung von Händen und Füssen für eine rege Aktivität spreche. Die spinalen und
weiteren orthopädischen Eingriffe seien aktenkundig schlüssig belegt, hier würden
keine Zweifel an der resultierenden qualitativen Einschränkung bestehen. Der hiesige
objektive spinale Befund spreche jedoch für ein gutes und stabiles operatives Ergebnis
(IV-act. 376-1 f.).
Der Beschwerdeführer bringt gegen das PMEDA-Gutachten vom 18. August 2017
vor, dass dieses sämtlichen bisherigen ärztlichen Einschätzungen widerspreche. Dass
der Beschwerdeführer selbst in der angestammten Tätigkeit 100% arbeitsfähig sei, sei
aktenkundig seit Oktober 2001 nicht mehr der Fall. Die Untersuchung sei nur
oberflächlich erfolgt und für die nicht erhobenen Befunde sei einfach eine Aggravation
angenommen worden, was ebenfalls den bisherigen ärztlichen Einschätzungen
widerspreche. Die PMEDA-Gutachter hätten sich nur rudimentär mit den Vorakten und
insbesondere dem medexperts-Gutachten auseinandergesetzt. Der Hinweis, dass das
Führen eines Pkw, die selbständige Haushalts- und Lebensführung und eine gewisse
Reiseaktivität damit nicht in Einklang zu bringen seien, überzeuge ohne weitere
Begründung nicht. Weiter werde im Gutachten auch das Schmerzproblem bei
ausgeprägten Veränderungen an der Wirbelsäule und nach mehrfachen Operationen
nicht diskutiert. In den Vorakten sei in diesem Zusammenhang auch verschiedentlich
von einem Failed-back surgery-Syndrom die Rede. Auch diesem werde im Gutachten
nicht nachgegangen. Ebenso werde nicht diskutiert, dass der Beschwerdeführer nach
Bewegungen zunehmende Schmerzen bekomme. Das Gleiche gelte bei längerer HWS-
Flexion, weshalb er dann immer wieder Pausen brauche (act. G 1).
3.2.
Der Beschwerdeführer wurde ein erstes Mal im November 2013 polydisziplinär bei
der Medas Ostschweiz begutachtet. Sowohl internistisch als auch psychiatrisch
wurden keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit festgestellt. Aus orthopädischer
Sicht sei der Beschwerdeführer nicht mehr in der Lage, ständige repetitive Tätigkeiten
mit dem linken und rechten Arm durchzuführen oder Tätigkeiten, die eine Hockstellung,
eine ständige gebückte Haltung oder häufige Drehbewegungen der Wirbelsäule
erfordern würden. Deshalb sei die angestammte Tätigkeit als Schweisser nicht mehr
zumutbar. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe aufgrund der Schmerzen und der
eingeschränkten Belastbarkeit der Wirbelsäule eine Leistungsminderung von 20%. Aus
neurologischer Sicht sei aufgrund der radikulären Beschwerden die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit, wie schweres Heben von Lasten und das Verharren in bestimmten
Kopfpositionen, nicht mehr zumutbar. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe eine
100%ige Arbeitsfähigkeit. Somit kamen die Gutachter der Medas Ostschweiz zum
Schluss, dass beim Beschwerdeführer bei Arbeiten in wechselnden Positionen, mit
3.3.
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Heben und Tragen von Lasten bis zu 10 kg, ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule,
ohne repetitive Tätigkeiten mit ständigem Armeinsatz, ohne über Kopf Arbeiten, sowie
ohne ständiges Vor-rückwärtsneigen oder Drehbewegungen der Halswirbelsäule von
einer 80%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei, bei vermehrtem Pausenbedarf
aufgrund der dauerhaften Schmerzen (IV-act. 225-58 f.).
Bei der Verlaufsbegutachtung durch die medexperts ag im März 2016 hielten die
Gutachter eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes fest. Die wiederholten
Eingriffe hätten keinen Benefit gebracht. Die vielfachen Operationen hätten bei der
multietageren Bandscheibenerkrankung des Beschwerdeführers letztendlich zu
weiteren Problemen geführt. Es werde ein Failed-back surgery-Syndrom postuliert.
Sowohl aus internistischer als auch aus psychiatrischer Sicht bestehe keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Aus orthopädischer Sicht werde beim
Beschwerdeführer bei Dauerschmerzen mit neuropathischer Komponente,
therapierefraktärer Radikulopathie und Status nach fünf HWS-Operationen und
eingeschränkter Belastbarkeit von Seiten der Wirbelsäule mittel- bis langfristig eine
Leistungsminderung von 60% bei einem Vollpensum angenommen. Begründet werde
dies durch die auch neurologisch klaren Hinweise auf die cervikale Radikulopathie und
die Schmerzchronifizierung mit neuropathischer Komponente (IV-act. 330-50 ff.).
3.4.
Die PMEDA-Gutachter haben ihr Gutachten in Kenntnis der Vorakten erstellt und
sich – wenn auch relativ knapp – mit den relevanten Vorgutachten auseinandergesetzt
und ihre abweichende Einschätzung dargelegt (vgl. z.B. IV-act. 376-6 f. und 376-13 f.).
So hielt der orthopädische Gutachter fest, dass die multiplen HWS-Operationen zu
einem guten funktionellen Ergebnis geführt hätten (IV-act. 376-101). Weiter gibt er an,
dass der klinische Untersuchungsbefund bezüglich der vom Beschwerdeführer
angegebenen Knieschmerzen bis auf einen lokalen Druckschmerz über dem medialen
Gelenkspalt unauffällig gewesen sei. Ebenfalls habe die klinisch-funktionelle
Untersuchung der rechten Schulter kein Korrelat für die geltend gemachten
Beschwerden geboten. So wurden bei der klinischen Untersuchung keine Probleme bei
der spontanen Kopfrotationsbewegung festgestellt. Weiter habe der Beschwerdeführer
während der gesamten Untersuchung nicht schmerzgequält oder anderweitig
beeinträchtigt gewirkt. Es seien kein Schonsitz, keine Schonhaltung und kein
Schongang festgestellt worden. Zudem spreche die mittelgradige bis kräftige
Beschwielung der Hände und der Fusssohlen beidseitig für eine rege physische
Aktivität. In diesem Sinne wurde auch die Aktivität des Beschwerdeführers mit der
stundenweisen Tätigkeit als Hauswart, die Mitarbeit im Haushalt und die Fernreise mit
dem Pkw als Zeichen beurteilt, die gegen die geltend gemachten Beschwerden
3.5.
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sprechen (IV-act. 376-1 ff., 376-54 ff. und 376-98 ff.). Bereits bei der medexperts-
Begutachtung im März 2016 hielt der neurologische Gutachter eine Tendenz zur
Symptomausweitung fest (vgl. IV-act. 330-44 f.), wobei eine solche von der
orthopädischen Gutachterin nicht bestätigt wurde (vgl. IV-act. 358-2). Dass die
PMEDA-Gutachter im Juni 2017 auf eine Aggravation schliessen, ist aufgrund von
Unstimmigkeiten im Verhalten bzw. in Aussagen des Beschwerdeführers
nachvollziehbar. Im Medas-Gutachten gab er im November 2013 an, dass er beim
Autofahren nur kurze Strecken bewältigen könne (IV-act. 225-58). Obwohl er im Verlauf
von einer stetigen Verschlechterung des Gesundheitszustandes berichtete, erklärte der
Beschwerdeführer anlässlich der PMEDA-Begutachtung im Juni 2017, dass ihm das
Autofahren keine grösseren Probleme bereite und er im April 2017 mit dem eigenen
Auto eine Reise nach D._ unternommen habe, wobei er sich beim Fahren mit seiner
Ehefrau abgewechselt und Pausen gemacht habe (IV-act. 376-19). Auch bezüglich der
Opiateinnahme gab es anlässlich der medexperts-Begutachtung im März 2016
erhebliche Unstimmigkeiten. So gab der Beschwerdeführer dort an, dass er sich
aufgrund seiner HWS-Schmerzen alle zwei bis drei Stunden hinlegen müsse und
ständig auf Opiate angewiesen sei (IV-act. 330-51). Im Rahmen einer Nachfrage bei der
behandelnden Rheumatologin aufgrund des Medikamentenspiegels – bei welchem eine
Einnahme von Opiaten nicht nachgewiesen werden konnte – gab diese an, dass der
Beschwerdeführer bei der Opiateinnahme unter enormen Nebenwirkungen leide und
diese deshalb nur einnehme, wenn er es anders nicht aushalte. Da er nicht arbeite und
sich zur Schmerzlinderung immer wieder hinlegen könne, komme es nur selten zu
diesen extremen Situationen, womit der Laborbefund mit nicht nachweisbaren
Opioiden im Blut erklärbar sei (IV-act. 351).
Die unterschiedliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit lässt sich damit begründen, dass die verschiedenen Gutachter die
Anforderungen an die angestammte Tätigkeit unterschiedlich beurteilen (vgl. IV-act.
376-63). Bezüglich der tatsächlichen Einschränkungen bei einer Tätigkeit stimmen sie
jedoch weitgehend überein, so führten auch die PMEDA-Gutachter aus, dass nur
überwiegend leichte, wechselbelastend oder überwiegend sitzend ausgeübte
Tätigkeiten zumutbar seien (IV-act. 376). Somit widerspricht das PMEDA-Gutachten
nicht sämtlichen bisherigen ärztlichen Einschätzungen, sondern kommt lediglich zu
einer anderen Einschätzung als das medexperts-Gutachten. Im Vergleich zum ersten
Gutachten der Medas Ostschweiz kommt es lediglich zu einer leicht anderen
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit.
3.6.
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4.
Zusammenfassend bestehen keine erheblichen Zweifel am umfassenden und
nachvollziehbaren PMEDA-Gutachten. Es liegt in der Natur der Sache, dass die
Gutachter bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung einen gewissen Ermessensspielraum
haben. Selbst wenn vorliegend die PMEDA-Gutachter mit der Einschätzung einer
100%igen Arbeitsfähigkeit aus Sicht des Beschwerdeführers eine strenge
Einschätzung abgegeben haben, ist zu berücksichtigen, dass auch eine 80%igen
Arbeitsfähigkeit, wie sie von den Medas-Gutachtern festgehalten wurde, zu keinem
rentenbegründenden Invaliditätsgrad führen würde (vgl. E. 6).
3.7.
Somit ist ab der PMEDA-Begutachtung im Juni 2017 von einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen. Diese gelte gemäss den
Gutachtern nur ex nunc (IV-act. 376-13).
4.1.
Gemäss dem Medas-Gutachten vom 21. Januar 2014 war der Beschwerdeführer
in einer adaptierten Tätigkeit seit dem Beginn der HWS-Erkrankung im Jahr 2007 zu
80% arbeitsfähig. Dem Beschwerdeführer waren dabei Arbeiten in wechselnden
Positionen, das Heben und Tragen von Lasten bis 10 kg, ohne einseitige
Zwangshaltungen der Wirbelsäule und ohne repetitive Tätigkeiten mit ständigem
Armeinsatz, über Kopf Arbeiten, sowie ständiges Vor-rückwärtsneigen oder
Drehbewegungen der Halswirbelsäule zumutbar (IV-act. 225-58 f.). Das Medas-
Gutachten beruht auf umfassenden Untersuchungen, wurde in Kenntnis der
vollständigen Aktenlage und in Berücksichtigung des gesamten Leidensbildes erstellt.
Es ist nachvollziehbar und die Ergebnisse sind schlüssig, weshalb darauf abgestellt
werden kann. Im Verwaltungsverfahren wurden lediglich aufgrund der geltend
gemachten gesundheitlichen Verschlechterung und der in der Zwischenzeit
durchgeführten Operation (vgl. IV-act. 230) weitere Abklärungen getätigt. Die in der
Folge eingeholten Arztberichte lassen jedoch nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf eine anhaltende Verschlechterung des Gesundheitszustandes
bzw. der Arbeitsfähigkeit schliessen (vgl. IV-act. 233, 234, 237-3, 238, 241-12 ff.). Erst
mit dem Verlaufsbericht vom 30. Oktober 2014 brachte Dr. med. E._, Facharzt für
Neurochirurgie FMH, eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes vor und
attestierte dem Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit
von 50% (IV-act. 263-4). Gemäss Stellungnahme des RAD vom 5. November 2014
nutze der behandelnde Arzt bei seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit seinen
Ermessensspielraum zugunsten seines Patienten aus, ohne dies mit entsprechenden
objektivierbaren klinischen Befunden hinreichend plausibel zu untermauern (IV-
act. 264). Im Arztbericht vom 5. Februar 2015 hielt die behandelnde Ärztin Dr. med.
4.2.
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F._, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, fest, dass dem
Beschwerdeführer leichte körperliche Tätigkeiten ohne Heben, ohne längere
Kopfflexion, ohne Körperlagewechsel maximal vier bis fünf Stunden täglich zumutbar
seien (IV-act. 274-7 f.). Nach einer weiteren HWS-Operation berichtete Dr. E._ am 12.
August 2015 von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes, hielt aber an einer
50%igen Arbeitsfähigkeit für leichte körperliche Arbeiten fest (IV-act. 295-2). Der RAD
führte diesbezüglich in der Stellungnahme vom 2. September 2015 aus, dass nach
positiv verlaufener Operation nun mindestens wieder der Zustand, wie im Medas-
Gutachten beschrieben, erreicht worden sei (IV-act. 297). Mit Schreiben vom 6.
November 2015 teilte Dr. F._ mit, dass auch nach der Operation die neuropathischen
Nackenschmerzen nicht weg zu bringen seien und der Beschwerdeführer deshalb
immer wieder liegende Pausen benötige, weshalb eine adaptierte Arbeitsfähigkeit
maximal bis 50% möglich sei (IV-act. 308-10 f.). Auch Dr. E._ bestätigte mit
Schreiben vom 21. Januar 2016 seine Einschätzung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit
aufgrund der chronischen Nacken-, Schulter- und Kopfschmerzen (IV-act. 316). Der
RAD hielt am 2. Dezember 2015 fest, dass er mit diesen Berichten nicht konform gehen
könne und veranlasste die Verlaufsbegutachtung (IV-act. 323).
Wie bereits im Entscheid vom 12. Dezember 2016 (IV 2016/300) festgehalten, kann
auf die medexperts-Begutachtung nicht abgestellt werden. Auch die vom Gericht
angeordnete Rückfrage (vgl. IV-act. 358) durch die Beschwerdegegnerin bei den
Gutachtern brachte nicht die nötigen Erkenntnisse, damit dieses Gutachten und die
darin festgehaltene Arbeitsfähigkeitsschätzung von 40% überzeugt hätte.
Insbesondere konnte die Diskrepanz zwischen der vom Beschwerdeführer berichteten
Medikamenteneinnahme mit dem Medikamentenspiegel und der Angabe der
Hausärztin nicht aufgelöst werden.
4.3.
Mit Schreiben vom 6. Dezember 2017 hielt Dr. F._ auch nach der PMEDA-
Begutachtung an ihrer Einschätzung fest und attestierte dem Beschwerdeführer
weiterhin eine Arbeitsfähigkeit von 50% (IV-act. 394). Somit beurteilt sie den
Gesundheitszustand bzw. die Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt der PMEDA-Begutachtung
gleich wie bei der erstmaligen Erwähnung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit im Februar
2015. Da ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung auch im Zeitpunkt der Begutachtung von den
Experten der PMEDA abweicht und sie keine Veränderung der Arbeitsfähigkeit im
Verlauf postuliert, kann mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch nicht ihre
Einschätzung im Februar 2015 als zutreffend beurteilt werden.
4.4.
Zusammenfassend genügen die vorliegenden Arztberichte nicht, um mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit eine höhere Arbeitsunfähigkeit als im Medas-
4.5.
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5.
Gutachten vom 21. Januar 2014 angegeben, nachzuweisen. Somit ist im Verlauf
gestützt auf das Medas-Gutachten seit dem Beginn der HWS-Erkrankung im Jahr 2007
von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit und ab dem PMEDA-Gutachten vom 18. August
2017 von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen.
Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf
von sechs Monaten nach der Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Der
Beschwerdeführer meldete sich am 16. September 2008 zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle an (IV-act. 42), somit ist ein allfälliger
Rentenanspruch frühestens per 1. März 2009 entstanden. Das Wartejahr gemäss Art.
28 Abs. 1 lit. b IVG war im Mai 2009 erfüllt, da dieses mit dem Eintritt der 100%igen
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Konstruktionsschlosser (IV-
act. 9-3) bzw. Metallbauschlosser (IV-act. 52-2) spätestens mit der HWS-Operation im
Mai 2008 (IV-act. 225-58) ausgelöst wurde.
5.1.
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
5.2.
Für das Valideneinkommen ist massgebend, was die versicherte Person aufgrund
ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen
Rentenbeginns verdient hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Dabei ist in der
Regel vom zuletzt erzielten, der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung
angepassten Verdienst auszugehen, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die
bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen
müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 und
BGE 130 V 349 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.3.
Gemäss Aussage der damaligen Arbeitgeberin im Fragebogen für Arbeitgebende
hätte der Versicherte im Jahr 2008 Fr. 68'900.-- verdient (IV-act. 52-3). Hochgerechnet
auf das Jahr 2009 (Nominallohnentwicklung von 2.1%) ergibt dies ein
Valideneinkommen von Fr. 70'347.-- (Fr. 68'900.-- x 1.021).
5.4.
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Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht, sofern
kumulativ besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist,
dass die versicherte Person die ihr verbleibende Leistungsfähigkeit in zumutbarer
Weise voll ausschöpft und das Einkommen aus der Arbeitsleistung angemessen und
nicht als Soziallohn erscheint. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen
gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des
Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine an sich zumutbare neue
Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so ist auf Erwerbstätigkeiten abzustellen, die der
versicherten Person (nach zumutbarer Behandlung und allfälliger Eingliederung)
angesichts ihrer Ausbildung und ihrer physischen sowie intellektuellen Eignung
zugänglich wären. Rechtsprechungsgemäss werden hierzu die Tabellenlöhne gemäss
den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen (BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
5.5.
Der Tabellenlohn für Hilfsarbeiter für das Jahr 2009 lag bei Fr. 61'240.-- (vgl.
Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV,
Ausgabe 2012).
5.6.
Nach der Rechtsprechung hängen die Fragen, ob und in welchem Ausmass
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen
Umständen des konkreten Einzelfalls ab (etwa leidensbedingte Einschränkung, Alter
und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu
schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine
schematische Vornahme des Tabellenlohnabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b
und 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere
dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst
im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit
eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/bb). Im vorliegenden Fall waren dem
Beschwerdeführer gemäss dem Medas-Gutachten Arbeiten in wechselnden
Positionen, das Heben und Tragen von Lasten bis 10 kg bei Vermeidung von
einseitigen Zwangshaltungen der Wirbelsäule zumutbar. Repetitive Tätigkeiten mit
ständigem Armeinsatz, über Kopf Arbeiten, sowie ständiges Vorrückwärtsneigen oder
Drehbewegungen der Halswirbelsäule seien ebenfalls zu vermeiden (IV-act. 225-59).
Wenn überhaupt rechtfertigen diese Einschränkungen höchstens einen
Tabellenlohnabzug von 10%. Weitere Gründe für einen höheren Tabellenlohnabzug
sind nicht ersichtlich.
5.7.
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6.
Unter Berücksichtigung eines Valideneinkommens von Fr. 70'347.-- und eines
Invalideneinkommens bei einer Arbeitsfähigkeit von 80% und einem Tabellenlohnabzug
von 10% von Fr. 44'093.-- (Fr. 61'240.-- x 0.8 x 0.9) resultiert eine Erwerbseinbusse
von Fr. 26'254.-- (Fr. 70'347.-- – Fr. 44'093.--) bzw. ein nicht rentenbegründender
Invaliditätsgrad von gerundet 37% ([Fr. 26'254.-- / Fr. 70'347.--] x 100). Bei einer
100%igen Arbeitsfähigkeit ab der PMEDA-Begutachtung ist der Invaliditätsgrad
entsprechend noch geringer und der Beschwerdeführer hat somit keinen Anspruch auf
eine Invalidenrente.
5.8.
Schliesslich ist die Frage der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im
Verwaltungsverfahren zu prüfen.
6.1.
Gemäss Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV; SR 101) hat jede Person, die
nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und deren Rechtsbegehren nicht
aussichtslos erscheint, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege. Falls es zur Wahrung
ihrer Rechte notwendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf unentgeltlichen
Rechtsbeistand. Beim Anspruch gemäss Art. 29 Abs. 3 BV handelt es sich um einen
"eigentlichen Pfeiler des Rechtsstaates" (BGE 132 I 214 E. 8.2).
6.2.
Der gesuchstellenden Person wird im Sozialversicherungsverfahren ein
unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt, wo die Verhältnisse es erfordern (Art. 37 Abs.
4 ATSG). Voraussetzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung sind (in Analogie zum gerichtlichen Verfahren) die finanzielle
Bedürftigkeit, die fehlende Aussichtslosigkeit und die Erforderlichkeit der Vertretung
(vgl. BBl 1999 4595). Den höheren Anforderungen im Verwaltungsverfahren soll
insofern Rechnung getragen werden, als die Erforderlichkeit der Vertretung eingehend
zu prüfen ist. Dabei wird auf die Schwierigkeit des Falles und auf die Verfahrensphase
abgestellt (BBl 1999 4595; vgl. auch BGE 132 V 201; Urteil des Bundesgerichts vom
12. März 2009, 9C_816/2008, E. 4.1). Die Beschwerdegegnerin wies das Gesuch
wegen fehlender Notwendigkeit ab (IV-act. 410). Demgegenüber unbestrittenermassen
erfüllt ist die Voraussetzung der finanziellen Bedürftigkeit (vgl. IV 2018/147, act. G 5
und IV-act. 410). Auch die Nicht-Aussichtslosigkeit der Rechtsbegehren ist unbestritten
(vgl. IV-act. 410).
6.3.
Ob eine unentgeltliche Rechtsverbeiständung sachlich notwendig ist, beurteilt sich
nach den konkreten Umständen des Einzelfalls. Die Rechtsnatur des Verfahrens ist
ohne Belang. Grundsätzlich fällt die unentgeltliche Rechtsverbeiständung für jedes
6.4.
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7.
staatliche Verfahren in Betracht, in das die gesuchstellende Person einbezogen wird
oder das zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist (BGE 128 I 227 E. 2.3 mit Hinweisen).
Die Notwendigkeit einer anwaltlichen Vertretung im Verwaltungsverfahren wird in
der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung namentlich mit Blick darauf, dass
die Versicherungsträger und Durchführungsorgane der einzelnen Sozialversicherungen
den rechtserheblichen Sachverhalt unter Mitwirkung der Parteien nach den
rechtsstaatlichen Grundsätzen der Objektivität, Neutralität und Gesetzesgebundenheit
(BGE 136 V 376) zu ermitteln haben (Art. 43 ATSG), nur zurückhaltend bejaht. Es
müssen sich danach schwierige rechtliche oder tatsächliche Fragen stellen und eine
Interessenwahrung durch Dritte (Verbandsvertreter, Fürsorgestellen oder andere Fach-
und Vertrauensleute sozialer Institutionen) muss ausser Betracht fallen (BGE 132 V 201
E. 4.1 in fine; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 26. November 2012,
9C_878/2012, E. 3.6 und vom 22. Februar 2013, 9C_908/2012, E. 2.2, je mit Hinweis
darauf, dass die IV-Stellen unter Umständen auf soziale Einrichtungen hinzuweisen
haben, die fachkundige Unterstützung im Verwaltungsverfahren bieten [würden], und
darauf aufmerksam zu machen haben, bei diesen ein entsprechendes Gesuch zu
stellen). Von Bedeutung ist schliesslich auch die Fähigkeit der versicherten Person, sich
im Verfahren zurechtzufinden (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2013,
9C_908/2012, E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).
6.5.
Somit ist zu prüfen, ob eine unentgeltliche Rechtsverbeiständung im zu
beurteilenden Verwaltungsverfahren auf Grund der Verhältnisse erforderlich war.
Unbestritten blieb, dass der Beschwerdeführer über keine Rechtskenntnisse verfügt.
7.1.
Vorliegend geht das Verfahren zurück auf die IV-Anmeldung im September 2008,
womit bereits eine sehr lange Verfahrensdauer vorliegt (vgl. dazu Urteil des
Bundesgerichts vom 14. Dezember 2017, 9C_436/2017, E. 3.6.3). Zudem ging es im
Zeitpunkt der Stellung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtsverbeiständung um die
Wahrung der Parteirechte bezüglich der gestützt auf das PMEDA-Gutachten in
Aussicht gestellten negativen Rentenverfügung. Zwar trifft es zu, dass die hohe
Bedeutung medizinischer Gutachten für sich allein genommen die Notwendigkeit einer
anwaltlichen Vertretung nicht zu begründen vermag (vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 16. Dezember 2013, 9C_692/2013, E. 4.2), sondern es mithin weiterer Umstände
bedarf, welche die Sache als nicht (mehr) einfach und eine anwaltliche Vertretung als
notwendig erscheinen lassen (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2013,
9C_908/2012, E. 5.2 mit Hinweisen). Solche Besonderheiten liegen beispielsweise vor,
7.2.
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wenn die Verwaltung nicht bloss einzelne rechtsverbindliche Anweisungen gemäss
Rückweisungsentscheid ohne eigenen Ermessensspielraum konkret umzusetzen hat,
sondern das kantonale Gericht die Sache zur umfassenden medizinischen Abklärung
und Veranlassung eines polydisziplinären Gutachtens an die IV-Stelle zurückweist, ein
komplexer Sachverhalt vorlag und die versicherte Person bereits im damaligen
gerichtlichen Verfahren vertreten war (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Dezember
2013, 9C_692/2013, E. 4.2, und vom 14. Dezember 2017, 9C_436/2017, sowie
9C_746/2017, E. 3.6.1). Besondere Umstände können des Weiteren dann gegeben
sein, wenn die Rückweisung an die Verwaltung zur mono- oder bidisziplinären
Begutachtung erfolgt, weil in diesem Kontext die zufallsbasierte Zuweisung einer
Gutachterstelle entfällt, so dass den übrigen Verfahrensgarantien im Sinne von BGE
137 V 210 (Partizipationsrechte, Verfügungspflichten und Rechtschutz) umso grössere
Bedeutung zukommt.
Es ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerdegegnerin im vorliegenden
Verfahren bereits am 22. März 2013 und am 8. Juli 2014 je eine Verfügung erliess,
welche sie, nachdem der Beschwerdeführer dagegen Beschwerde erhoben hatte,
widerrufen musste. Bereits in diesen beiden Verfahren wurde der Beschwerdeführer
durch den heute nach wie vor gleichen Rechtsbeistand vertreten. Eine weitere
Beschwerde des Beschwerdeführers gegen die Durchführung einer erneuten
polydisziplinären Untersuchung wurde vom Versicherungsgericht des Kantons St.
Gallen teilweise gutgeheissen und die Sache an die Beschwerdegegnerin
zurückgewiesen. Bei der Rückweisung durch das Gericht ging es um die weitere
Abklärung des medizinischen Sachverhalts, wobei noch unklar war, ob eine reine
Rückfrage bei den Vorgutachtern ausreicht oder ob trotzdem ein weiteres – nur
bidisziplinäres – Gutachten einzuholen sei. Auch in diesem Verfahren wurde der
Beschwerdeführer durch den gleichen Rechtsbeistand vertreten. Dies spricht
grundsätzlich für die Erforderlichkeit der Vertretung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
18. November 2014, 8C_557/2014, E. 5.2.2 mit weiteren Hinweisen). Zudem muss auf
Grund der bereits langjährigen Vertretung vom Vorliegen eines Vertrauensverhältnisses
ausgegangen werden, welches einen Anspruch auf unentgeltliche
Rechtsverbeiständung durch denselben Rechtsbeistand auch im anschliessenden
Verwaltungsverfahren rechtfertigt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 5. März 2019,
9C_315/2018, E. 9.4.3 und vom 22. Oktober 2018, 9C_440/2018, E. 5.1). Dass die
Beschwerdegegnerin weiterhin von einem einfachen, durchschnittlichen Fall ausgeht,
nachdem sie selber ihre Verfügungen mehrfach widerrufen hatte, vom
Versicherungsgericht zu Rückfragen bezüglich des medexperts-Gutachtens angehalten
werden musste und schliesslich auch nach der neuerlichen bidisziplinären
7.3.
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8.
Begutachtung eine erneute Nachfrage bei den PMEDA-Gutachtern erforderlich war,
sowie weitere medizinische Berichte eingeholt wurden, ist nicht nachvollziehbar. Da
schlussendlich drei Gutachten mit sehr unterschiedlicher Würdigung des
Gesundheitszustandes bzw. der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers vorlagen,
kann nicht mehr von einer einfachen Sachlage ausgegangen werden. Zudem stellten
sich dem Beschwerdeführer auch verfahrensrechtliche Probleme, da die
Beschwerdegegnerin auf Empfehlung des RAD (IV-act. 361) ein orthopädisch-
neurologisches Gutachten in Auftrag gab, ohne die vom Gericht angeordnete
Rückfrage bei den Vorgutachtern dem Beschwerdeführer vorgängig zur Kenntnis zu
bringen bzw. ihm die Möglichkeit zur Stellungnahme zu gewähren. Zudem wurde der
Beschwerdeführer, obwohl das Gericht eine einvernehmliche Wahl der Gutachterstelle
anordnete, diesbezüglich nicht miteinbezogen.
Nachdem es im ersten Beschwerdeverfahren um die Zulässigkeit einer
angeordneten polydisziplinären medizinischen Begutachtung ging, wobei eine
anwaltliche Vertretung unbestrittenerweise notwendig war, und sich auch die weiteren
Sachverhaltsabklärungen mittels einem weiteren Gutachten bei diesem bereits sehr
lange dauernden Verfahren als nicht einfach erwiesen, ist die Notwendigkeit einer
anwaltlichen Vertretung im Verwaltungsverfahren zu bejahen. Aufgrund des komplexen
Verfahrensverlaufs und der nicht mehr einfachen Fragestellungen zielt auch der
Einwand der Beschwerdegegnerin ins Leere, dass sich der Beschwerdeführer – wie
bereits früher – Unterstützung durch dessen Sohn hätte holen können (vgl. IV-act. 414).
7.4.
Auf Grund der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde gegen die
Verfügung betreffend Rente vom 7. März 2018 (IV 2018/147) abzuweisen, soweit darauf
einzutreten ist.
8.1.
Die Beschwerde gegen die Verfügung betreffend unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren vom 5. April 2018 (IV 2018/156) ist
gutzuheissen, die angefochtene Verfügung ist aufzuheben und dem Beschwerdeführer
ist die unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren rückwirkend ab
dem Rückweisungsentscheid des Versicherungsgerichts vom 12. Dezember 2016 für
die notwendigen Aufwendungen zu bewilligen sowie Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Braun
zum unentgeltlichen Rechtsbeistand zu ernennen (zur rückwirkenden Bewilligung vgl.
Kieser, a.a.O., Art. 37 N 47 und Art. 61 N 190). Die Sache ist zur Festsetzung der Höhe
der Entschädigung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
8.2.
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Das Beschwerdeverfahren IV 2018/147 betreffend Rente ist kostenpflichtig. Die
Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im
Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit als angemessen. Der Beschwerdeführer ist im Verfahren unterlegen,
weshalb ihm die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen sind. Zufolge
unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu befreien.
8.3.
bis
Demgegenüber sind im Beschwerdeverfahren IV 2018/156 betreffend
unentgeltliche Verbeiständung im Verwaltungsverfahren keine Gerichtskosten zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Da es sich vorliegend nicht um eine Streitigkeit betreffend
"IV-Leistungen" handelt, findet die Kostenregelung von Art. 69 Abs. 1 IVG keine
Anwendung (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12.
Januar 2012, IV 2010/270 E. 6.4).
8.4.
bis
Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung im Verfahren IV
2018/147 die Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers (vgl. IV 2018/147,
act. G 5). Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr.
15'000.--. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen
(Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetztes; sGS 963.70). Somit hat der Staat den
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers pauschal mit Fr. 2'800.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
8.5.
Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).
8.6.
Im Verfahren IV 2018/156 hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG). Für dieses Verfahren erscheint eine Parteientschädigung von
pauschal Fr. 1'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen. Damit
8.7.
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