Decision ID: 46577b69-e94a-53af-84fb-3836760d83b1
Year: 2018
Language: de
Court: BE_VB
Chamber: BE_VB_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt
1. Der Beschwerdegegner ist Eigentümer des ostseitigen Gebäudeteils eines älteren
Chalets in Brienz. Am 25. Januar 2017 reichte er zusammen mit der Beschwerdegegnerin
ein Baugesuch ein für die Dachsanierung und Wohnraumerweiterung im Dachgeschoss.
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Zu diesem Zweck soll auf der ostseitigen Satteldachfläche ein gebäudebreiter Quergiebel
erstellt werden. Das südseitige Vordach soll im unteren Teil entfernt und auf die neue
Traufhöhe des Quergiebels angehoben werden, was eine Fassadenergänzung erfordert.
Die Parzelle Brienz Gbbl. Nr. E._ liegt in der Dorfkernzone DK. Brienz ist im
Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als Ortsbild von nationaler
Bedeutung eingestuft. Die Parzelle Nr. E._ liegt im Gebiet F._ mit
Erhaltungsziel A. Gegen das Bauvorhaben erhob der Berner Heimatschutz Einsprache.
Im Baubewilligungsverfahren wurden Projektanpassungen diskutiert. Sowohl die
Bauherrschaft wie auch der Einsprecher hätten grundsätzlich als Alternative einen
Dachschlepper über die gesamte Gebäudebreite bevorzugt, was aber eine
Ausnahmebewilligung erfordert hätte. Die Gemeinde lehnte dies aus präjudiziellen
Gründen ab. Die Gemeinde verlangte demgegenüber als Projektvariante, dass das
Vordach auf der Südseite des Wohnhauses durchlaufend bestehen bleibt. Diesem
Vorschlag hätte auch der Einsprecher zustimmen können. Die Baugesuchsteller lehnten
den Erhalt des Vordachs Süd hingegen ab. Das Bauvorhaben blieb deshalb unverändert.
Mit Bauentscheid vom 4. Juli 2017 erteilte die Gemeinde dem Bauvorhaben die
Baubewilligung.
2. Dagegen reichte der Berner Heimatschutz am 4. August 2017 Beschwerde bei der
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Er beantragt die
Aufhebung des Gesamtentscheides vom 4. Juli 2017 und Erteilung des Bauabschlags. Er
macht insbesondere geltend, der geplante Dachausbau erfülle weder die ästhetischen
Anforderungen noch entspreche er den Bestimmungen über Dachaufbauten und
Kreuzfirste.
3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, holte die
Vorakten ein und führte den Schriftenwechsel durch. Die Beschwerdegegnerschaft nahm
mit Beschwerdeantwort vom 22. August 2017 Stellung und beantragt die Abweisung der
Beschwerde. Die Gemeinde beantragt mit Stellungnahme vom 5. September 2017, die
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
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Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden könne. Der Bauentscheid
sei zu bestätigen.
4. Das Rechtsamt holte einen Fachbericht samt Fotodokumentation der kantonalen
Kommission zur Pflege der Orts- und Landschaftsbilder (OLK) ein. Die Parteien erhielten
Gelegenheit, sich zum Bericht der OLK zu äussern und Schlussbemerkungen
einzureichen.
Die Beschwerdegegnerschaft nahm mit Eingabe vom 15. November 2017 Stellung. Sie
ersuchte die BVE, die vom Berner Heimatschutz favorisierte Variante (Anmerkung: gemeint
ist wohl der Dachschlepper über die ganze Breite) zu befürworten und die Gemeinde
anzuweisen, hierfür eine Ausnahmebewilligung zu erteilen. Andernfalls sei die Beschwerde
abzuweisen. Die Gemeinde bestätigte in ihrer Stellungnahme vom 14. Dezember 2017 den
Antrag auf Abweisung der Beschwerde. Der inzwischen anwaltlich vertretene
Beschwerdeführer äusserte sich mit Eingabe vom 11. Januar 2018 und hielt am
beantragten Bauabschlag fest.
5. Auf die Rechtsschriften und den Fachbericht der OLK wird, soweit für den Entscheid
wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
Bauentscheide können nach Art. 40 BauG2 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit
Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit für die Beurteilung
der Beschwerde zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die
Baugesuchsteller, die Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige
Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG). Private Organisationen, die als juristische
Person konstituiert sind und rein ideelle Zwecke verfolgen, sind beschwerdebefugt (Art.
35a i.V.m. Art. 40a BauG). Der Berner Heimatschutz ist ein Verein i.S. von Art. 60 ff. ZGB3
2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721) 3 Schweizerisches Zivilgesetzbuch vom 10. Dezember 1907 (ZGB; SR 201)
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und erhebt Rügen im Rahmen seines statutarischen Zweckes (vgl. Art. 35c Abs. 3 BauG).
Er ist im vorinstanzlichen Verfahren unterlegen und daher zur Beschwerdeführung
legitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
2. Kreuzfirst
a) Die Beschwerdegegnerschaft möchte primär einen Dachschlepper erstellen, der über
die ganze Gebäudebreite geht und beantragt in den Schlussbemerkungen eine
entsprechende Ausnahmebewilligung. Die Gemeinde führte in ihrer Beschwerdeantwort
aus, die Variante Dachaufbau sei im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens mehrmals
zur Diskussion gestanden. Eine Ausnahmebewilligung für das Überschreiten der
zulässigen Breite der Dachaufbaute habe aber aufgrund der Lage (Dorfkernzone, ISOS)
und der zu erwartenden Präjudiz nicht in Aussicht gestellt werden können.
Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist das Bauvorhaben, wie es im Baugesuch
umschrieben und auf den dazugehörenden Plänen dargestellt ist. Das von der Gemeinde
beurteilte und bewilligte Bauvorhaben betrifft einen Quergiebel bzw. Kreuzfirst. Die
Projektvariante mit einer gebäudebreiten Schleppgaube wurde im vorinstanzlichen
Verfahren zwar diskutiert, eine Projektänderung ist aber nicht erfolgt. Somit bildet nur das
von der Gemeinde bewilligte Vorhaben Verfahrensgegenstand.
b) Der Beschwerdeführer rügt, der geplante Dachausbau überschreite die
reglementarisch zulässige Länge. Er könne auch nicht als Kreuzfirst bezeichnet werden, da
eine solche die gleiche Höhe der Trauflinie wie das übrige Dach aufweisen müsste. Das
Bauvorhaben sehe einen gebäudebreiten Dachaufbau in der Form einer nach Osten
gerichteten Kreuzfirst mit gleicher Höhe der bestehenden Firstlinie, aber einer um die halbe
Dachhöhe hinaufverschobenen Traufe vor. Diese entstehe durch das Zurückschneiden der
bestehenden Ortlinie der südseitigen Dachauskragung.
c) Unter dem Randtitel "Dachgestaltung" bestimmt Art. 27 Abs. 4 GBR4 soweit hier
interessierend Folgendes:
4 Einwohnergemeinde Brienz, Baureglement vom Juni 2014, vom Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) genehmigt am 29. April 2014
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«Dacheinschnitte, Dachaufbauten wie Giebellukarnen sowie Quergiebel dürfen zusammen
nicht mehr als 1⁄2 der Fassadenlänge des obersten Geschosses aufweisen. Kreuzfirste mit
gleicher Höhe der First und der Trauflinie wie beim übrigen Dach gelten nicht als
Dachaufbauten und sind zulässig. Dachaufbauten sind mit Ausnahme von Quergiebeln mind.
0.4 m von der First abzusetzen.»
Die Gemeinde verweist auf die Gemeindeautonomie bei der Auslegung ihrer
Bestimmungen zur Dachgestaltung. Sie macht geltend, die First der neuen
Dachkonstruktion komme unbestritten auf derselben Höhe wie die bestehende First zu
liegen. Nach der Sanierung liege die Traufe des Ostdachflügels auf der Höhe der
Kreuzfirsttraufe und erfülle damit die Anforderung nach Art. 27 Abs. 4 GBR. Ein
Verschieben der Trauflinie im Rahmen eines Umbauvorhabens sei reglementarisch
zulässig und sei auch schon des Öfteren bewilligt worden (z.B. Anbau mit Verlängerung
des Hauptdaches). Dass durch das Anheben der Traufe die Südfassade verändert in
Erscheinung trete, sei unumgänglich. Die reglementarischen Vorgaben zu Kreuzfirsten
würden eingehalten, auch wenn die Erweiterung nur auf dem Ostflügel des bestehenden
Daches vollzogen werde (einseitige Kreuzfirst). Der Beschwerdeführer weist darauf hin,
dass die Präzisierung "mit gleicher Höhe der First und der Trauflinie wie beim übrigen
Dach" erst in der Revision des GBR eingefügt worden sei. Verschiebungen der Traufe
eines bestehenden Gebäudes seien zwar in Zusammenhang mit Dachaufbauten zulässig,
nicht aber für Kreuzfirste im Sinne des neu gefassten Art. 27 Abs. 4 GBR. Die von der
Gemeinde angeführten Bewilligungen beträfen ausschliesslich altrechtliche Umbauten und
zudem nur Anbauten mit Verlängerung des Hauptdaches. Um einen derartigen Anbau
gehe es vorliegend nicht.
d) Die First des geplanten Quergiebels verläuft bündig mit der First des Hauptdachs.
Insofern entspricht das vorliegende Vorhaben einer Kreuzfirst. Art. 27 Abs. 4 GBR setzt
weiter voraus, dass die Trauflinie auf gleicher Höhe verläuft wie beim übrigen Dach. Die
Präzisierung "wie beim übrigen Dach" war in der früheren Bestimmung des alten
Baureglements5 noch nicht enthalten. Art. 36 aGBR lautete soweit hier interessierend: "(...)
Kreuzfirsten mit gleichen First- und Traufhöhen gelten nicht als Dachaufbauten und sind
zulässig." Diese Norm wurde im ersten Teil der Ortsplanungsrevision von 2008-2014
5 Gemeinde Brienz, Baureglement vom 25. März 1991 mit Ergänzungen, vom AGR letztmals genehmigt am 3. Juli 1997 (aGBR) (Planarchiv BVE)
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revidiert. Voraussetzung ist nun explizit, dass die Trauflinie von Kreuzfirsten auf gleicher
Höhe verlaufen müssen wie beim übrigen Dach. 6
e) Für die massgebende Trauflinie ist vorliegend das Satteldach zu betrachten, das sich
über das gesamte Gebäude spannt. Die Trauflinie des geplanten Kreuzfirstes kommt höher
zu liegen als beim heute bestehenden Dach. Auf der Südseite soll in diesem
Zusammenhang der untere Teil des Vordachs bis auf die neue Traufhöhe entfernt werden,
was eine Ergänzung (Erhöhung) der Südfassade zur Folge hat. Die bestehende Trauflinie
würde demnach um rund 2 m angehoben und somit auch ungefähr 2 m höher verlaufen als
beim übrigen Dach auf der westlichen Gebäudeseite.7 Dies entspricht fast der halben
Dachhöhe. Die Gemeinde legt ihre Bestimmung dahingehend aus, dass die Trauflinie nicht
beim gesamten Dach einheitlich sein muss, sondern im Rahmen eines Umbaus auf einer
Gebäudeseite angehoben werden darf. Diese Auslegung ist auch unter Berücksichtigung
der Gemeindeautonomie mit dem Wortlaut von Art. 27 Abs. 4 GBR nicht vereinbar. Das
Bauvorhaben entspricht somit nicht den reglementarischen Voraussetzungen und stellt
demnach keinen zulässigen Kreuzfirst im Sinne von Art. 27 Abs. 4 GBR dar.
Dass die Gemeinde nach eigenen Angaben bereits Umbauvorhaben mit Verschiebung der
Trauflinie bewilligt hat, ist unerheblich. Der Umstand, dass das Reglement in anderen
Fällen allenfalls nicht oder nicht richtig angewandt worden ist, gibt dem Bürger
grundsätzlich keinen Anspruch darauf, ebenfalls abweichend vom Gesetz behandelt zu
werden.8 Die Gemeinde und die Beschwerdegegnerschaft haben kein Vorhaben
nachgewiesen, das mit dem vorliegenden Bauprojekt direkt vergleichbar ist und unter
neuem Recht, d.h. nach Mai 2009 bewilligt wurde. Die Gemeinde nannte bei den
bewilligten Vorhaben zudem Anbauten, was vorliegend nicht geplant ist. Das in
unmittelbarer Nähe gelegene Gebäude mit unterschiedlichen Traufhöhen9 hat gemäss
Luftbild einen Quergiebel, der unter der First des Hauptdaches ansetzt. Bei den von der
Gemeinde angeführten erhaltenswerten Liegenschaften (Hauptstrasse 83-87, 91, K-Objekt;
Hauptstrasse 29, 33, 35, K-Objekt; Gräbigässli 1) handelt es sich um Gebäude, deren
Querfirst vor 2009 auf einer seitlichen Gebäudeerweiterung erstellt wurde.10 Diese
6 Teilrevision Ortsplanung 1. Teil, Baureglement 2008, vom AGR genehmigt am 26. Mai 2009; vgl. auch ecoptima, Einwohnergemeinde Brienz, Revision Ortsplanung 2. Teil, Baureglement (GBR), Liste aller Änderungen, Januar 2014 7 Vgl. Projektplan Schnitt Ost und Süd 1:100 vom 23.01.2017 8 BGE 122 II 451 E. 4a m.w.H. 9 Vgl. Fotos Nr. 3 und 4 der Bilddokumentation zum OLK-Bericht vom 25. Oktober 2017 10 Vgl. Bauinventar der Gemeinde Brienz, Beilagen zur Eingabe der Gemeinde vom 5. September 2017
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Gebäudeerweiterungen unterscheiden sich deutlich vom vorliegenden Bauvorhaben und
wurden unter früherem Recht erstellt.
f) Die Gemeinde macht geltend, allenfalls könne die gewählte Dachgestaltung auch als
zwei ineinanderlaufende Hauptdächer (Satteldächer) beurteilt werden, was
reglementarisch zulässig wäre. Vorliegend ist nicht von zwei Hauptdächern auszugehen,
da einzig das bestehende Dachgeschoss ausgebaut bzw. erhöht werden soll.
3. Ästhetik
a) Der Beschwerdeführer macht geltend, Brienz verfüge über ein Ortsbild von nationaler
Bedeutung gemäss ISOS. Das bestehende Gebäude liege in der Baugruppe F._,
für die im ISOS das höchste Erhaltungsziel (A) formuliert sei. Das vorliegende Gebäude
repräsentiere die ursprüngliche Bauweise des Oberländer Bauernhauses in Holzbau auf
massivem, weissgetünchten Sockelgeschoss und mit der charakteristischen, nach Süden
gerichteten Überdeckung durch ein weit auskragendes Satteldach mit beidseitig tiefer
Traufe. Ein Kreuzfirst wäre für diesen Gebäudetyp an dieser Lage unüblich.
Charakteristisch für die Gestalt des Gebäudes sei das kräftige Vordach. Das Bauvorhaben
erzeuge in der Hauptfassade einen unschönen Unterbruch dieses Vordachs. Zudem
entstehe beim Zusammentreffen der Kehle mit der Fassade ein unschöner Knick, der
durch die dreieckförmige Fassadenergänzung entstehe.
Die Gemeinde bringt dagegen vor, das Bauvorhaben sei zwar Bestandteil des Gebiets
F. _ nach ISOS, das Gebäude sei aber gemäss Bauinventar weder schützenswert
noch erhaltenswert und liege in keiner Baugruppe. Brienz sei nur deshalb im ISOS
aufgeführt, weil die Gemeinde seit jeher sorgfältig mit dem Ortsbild umgegangen sei und
das auch weiterhin tun werde. Das Baureglement bilde diese Sorgfalt ab. Insbesondere im
Umgang mit Fragen der Dachgestaltung bestehe eine langjährige gesicherte Praxis. Die
Dachlandschaft mit unzähligen Quergiebeln oder Kreuzfirsten sei ortsbildprägend. Bei der
Auslegung und Anwendung ihrer eigenen Gestaltungsvorschriften stehe ihr gestützt auf die
Gemeindeautonomie ein gewisser Beurteilungsspielraum zu. Das ISOS rechtfertige nicht,
die Bestimmungen des GBR zu übersteuern, da andernfalls ein inventarisiertes Ortsbild
zum baurechtlich undefinierten Gebiet würde. Die Beschwerdegegnerschaft macht geltend,
ihr Wohnhaus sei weder von der Hauptstrasse noch vom See her einsehbar. Sie weisen
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auf ein zentral gelegenes Haus mit einem Glasaufbau hin und führen aus, auch in der
charakteristischen Brienzer Dachlandschaft gebe es etlichen Spielraum.
b) Nach dem kommunalen Gestaltungsgrundsatz sind Bauten und Anlagen so zu
gestalten, dass zusammen mit der Umgebung eine gute Gesamtwirkung entsteht. Die
Beurteilung dieser Gesamtwirkung richtet sich nach der bestehenden, bei Vorliegen einer
genügend detaillierten Überbauungsordnung nach der zukünftigen Umgebung (Art. 40 Abs.
1 GBR). Für die Beurteilung sind unter anderem der Standort, Stellung, Dimensionen und
Proportionen des Gebäudes sowie die Gestaltung inkl. Farbgebung von Fassaden und
Dach samt Aufbauten zu beachten (vgl. Art. 40 Abs. 2 GBR). Die Ästhetikvorschriften der
Gemeinde gehen somit über das Beeinträchtigungsverbot von Art. 9 Abs. 1 BauG hinaus
und haben selbständige Bedeutung.11 Ergänzend hat die Gemeinde nähere
Gestaltungsvorschriften für die Dorfkernzone und zu Dächern erlassen. Die
Dachgestaltung inkl. Bedachungsmaterial muss sich in Struktur und Farbe ins Orts- und
Landschaftsbild einfügen (Art. 27 Abs. 1 GBR). Bei Satteldächern von Bauten mit zwei und
mehr Geschossen sind Vordächer vorgeschrieben. Das Vordach muss giebelseitig
mindestens 1.5 m und traufseitig mindestens 1.2 m breit sein (Art. 27 Abs. 3 GBR). In der
Dorfkernzone sind die Elemente der traditionellen Bauweise, die Fassaden- und
Dachgestaltung, die Gassenraum-, Strassenraum- und Platzverhältnisse zu erhalten (Art.
12 Abs. 1 GBR).
Der Gemeinde kommt nicht nur beim Erlass von eigenen Normen, sondern auch bei deren
Auslegung Autonomie zu, welche die Rechtsmittelbehörden grundsätzlich respektieren
müssen (vgl. Art. 65 BauG, Art. 109 KV12). Beruht der vorinstanzliche Entscheid auf einer
vertretbaren Würdigung der massgebenden Sachumstände, dürfen die kantonalen
Instanzen das Ermessen der Gemeinde nicht durch ihr eigenes ersetzen.13
c) Brienz ist im ISOS als verstädtertes Dorf mit höchsten räumlichen und höchsten
architekturhistorischen Qualitäten aufgeführt. Besondere architekturhistorische Qualitäten
bestehen "wegen der selten gut ablesbaren Ortsentwicklung mit direkt aneinander
grenzenden, verschiedenartigen Strukturen der Ausbauphasen sowie dank der grossen
11 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 9/10 N. 4; BVR 2009 S. 328 E. 5.2 mit Hinweisen 12 Verfassung des Kantons Bern vom 6. Juni 1993 (KV; BSG 101.1) 13 BGer 1C_265/2014 vom 22. April 2015 E. 5.3; BVR 2012 S. 20 E. 3.2
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Dichte wertvoller Oberländer Häuser mit überaus reicher Mal- und Schnitz-Zier; einer
seltenen Menge von stilistisch und typologisch interessanten Holzbauten aus dem 16. bis
19. Jahrhundert."14 Das Wohnhaus G._strasse befindet sich in der ISOS-
Baugruppe
"F _, steil ansteigende, bäuerliche Bebauung zwischen G _strasse und
H._strasse, 16. - 19. Jh." Die Baugruppe F._ weist ursprüngliche
Substanz und ursprüngliche Struktur auf (Aufnahmekategorie AB), hat besondere
räumliche Qualität und besondere Bedeutung sowie eine gewisse architekturhistorische
Qualität. Das für die Baugruppe F._ definierte Erhaltensziel A bedeutet "Erhalten
der Substanz. Alle Bauten, Anlagenteile und Freiräume erhalten, störende Eingriffe
beseitigen."15
d) Das Wohnhaus G._strasse ist gemäss Bauinventar der Gemeinde kein
Baudenkmal im Sinne von Art. 10a BauG. Im ISOS ist es nicht als Einzelobjekt
verzeichnet, gehört aber zur Baugruppe F._ mit dem Erhaltensziel A. Als
Bundesinventar im Sinn von Art. 5 NHG16 entfaltet das ISOS zwar nur bei der Erfüllung von
Bundesaufgaben direkte Wirkung. Bundesinventare wie das ISOS sind aber auch bei der
Erfüllung von kantonalen und kommunalen Aufgaben zu berücksichtigen. Dies betrifft
einerseits die Nutzungsplanung. Entsprechend hat die Gemeinde Brienz in Art. 12 GBR
vorgeschrieben, dass in der Dorfkernzone die Elemente der traditionellen Bauweise, die
Fassaden- und Dachgestaltung, die Gassenraum-, Strassenraum- und Platzverhältnisse zu
erhalten sind. Bei einem gewöhnlichen Bauvorhaben sind die im ISOS verankerten
Ortsbild- und Denkmalschutzanliegen bei der Anwendung von Art. 9 ff. BauG,
insbesondere bei einer allfälligen Interessenabwägung, einzubeziehen.17 Das Bauvorhaben
muss sich daher daran messen, dass es in einem ISOS-Gebiet mit höchstem Erhaltensziel
liegt.
e) Die OLK hat die Dorfkernzone wie folgt beschrieben: "Der Dorfkern ist geprägt durch
eine nahezu geschlossene Bauweise entlang der Hauptstrasse. Enge Stichgassen
14 Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), Ortsbilder von nationaler Bedeutung, Kanton Bern, Band 8.1 Oberland Orte A-K, 2007, S. 74 15 ISOS, a.a.O., S. 84 16 Bundesgesetz vom 1. Juli 1966 über den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451) 17 VGE 2012/332 vom 11. September 2013 E. 4.4; BVR 2014 S. 251 E. 3.2.1; BGE 135 II 209 E. 2.1; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 9/10 N. 33a
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verknüpfen die G _strasse mit der H._strasse. Grösstenteils bäuerlich
geprägte Holzbauten reihen sich in hoher Dichte und definieren die Strassenräume und die
Gassen. Hinter diesen Gebäudereihen lockert sich die Bebauungsstruktur auf und es
spannen sich durchgrünte Aussenräume. Die vorherrschende Gebäudetypologie sind die
Oberländer Bauernhäuser, welche giebelständig zum Strassenraum gerichtet sind.
Prägendes Merkmal des Siedlungskörpers sind die mächtigen, weit auskragenden
Satteldächer. Durch die hohe Dichte der Bebauung und der zum See abfallenden
Topographie bildet sich eine für Brienz charakteristische Dachlandschaft. Die
Dächerstaffeln werden durch verschiedene Quergiebel und abgedrehte Dächer
unterbrochen, wobei die seeseitige Ausrichtung dominant bleibt." Zum bestehenden
Gebäude Nr. I._ und der Umgebung des Bauvorhabens führte die OLK aus: "Das
Gebäude Nr. I._ steht oberhalb der dichten Häuserstaffel zur G _strasse
und ostseitig der Häuserreihe zur J._gasse. Es greift mit seinem längsformatigen
Grundriss in den Grünbereich hinein. Durch die sehr kleinteilige Bebauungsstruktur der
Nachbarbauten entstehen gassenähnliche Aussenräume, die sich nach Osten aufweiten.
Das Gebäude beschreibt in seiner heutigen Erscheinung trotz mehrfacher Umbauten seine
ursprüngliche Form. Mit seinem weit gespannten Satteldach und der tiefen Traufe
erscheint die breite Giebelfassade nach Süden als Hauptfassade. Charakteristisch ist das
kräftige Vordach, welches die Fassade dreiseitig überdeckt. Die benachbarte südseitige
Gebäudestaffel weist, mit einer Ausnahme, zur Hauptstrasse giebelständige Satteldächer
auf. Die westseitig angrenzenden Häuser orientieren sich giebelseitig zur Gasse, wobei
einzelne Quer- und Kreuzfirsten festgestellt werden. So sehr die Kernzone insgesamt
durch ihre Dichte und typologische Einheit ein sehr qualitätsvolles Ensemble bildet, lösen
sich die Bebauungs- und Dachstrukturen in der nahen Umgebung des Objekts etwas auf.
Durch verschiedene Quergiebel sowie An- und Aufbauten ist die dörfliche Grundstruktur an
diesem Ort weniger lesbar."
Die Wirkung des Bauvorhabens auf das Orts- und Landschaftsbild beurteilte die OLK wie
folgt: "Die Sichtbezüge zum Objekt beschränken sich auf den inneren Grünraum sowie auf
die H._strasse. Wesentlich sind die Sichtbezüge in die Dachlandschaft. Auf das
Erscheinungsbild vom Hauptstrassenraum und vom Seeuferbereich aus hat das
Umbauprojekt wenig Einfluss. Der geplante Dachausbau stellt eine evidente Störung der
ortsbildprägenden Dachlandschaft dar. Das Aufbrechen der Traufe durch einen
gebäudebreiten Dachaufbau stellt eine relevante Verunklärung der vorherrschenden
Dachstruktur dar."
RA Nr. 110/2017/86 11
Zum geplanten Dachausbau führte die OLK aus: "Die beschriebene Typologie des
Gebäudes mit dem breit gespannten Satteldach wird durch das Bauvorhaben zerstört. Der
Quergiebel hebt die östliche Traufsituation auf und schafft eine Hauptfassade, die formal
keinen Bezug zum bestehenden Gebäude zu schaffen vermag. An der baurechtlich
formulierten Beschränkung der Grösse für Dachaufbauten auf 50 % der Gebäudebreite ist
festzuhalten. Das Dach sollte im Traufbereich nicht unterbrochen werden. Die geplanten
Solarmodule stellen durch ihre tiefschwarzen und glänzenden Oberflächen ein ortsfremdes
Dachmaterial dar. Sie beeinträchtigen die weitgehend einheitlich materialisierte
Dachlandschaft erheblich." Zur Frage, ob sich an der Beurteilung etwas ändern würde,
wenn das Vordach auf der Südseite wie heute erhalten bleiben würde, erklärte die OLK,
diese Massnahme würde zwar eine kosmetische Verbesserung darstellen. Sie vermöge
aber die grundsätzlichen, konzeptionellen Mängel nicht zu beheben. Abschliessend hielt
die OLK fest, in dieser sensitiven Gesamtsituation müsse ein baulicher Eingriff mit grösster
Sorgfalt geplant werden.
f) Der Gemeinde und der Beschwerdegegnerschaft ist darin zuzustimmen, dass die
Brienzer Dachlandschaft durch zahlreiche Dachaufbauten, Quergiebel und Kreuzfirsten
geprägt ist, was vor allem auf der Luftaufnahme gut sichtbar ist. Auch der hier betroffene
Gebäudeteil G _strasse hat bereits eine Dachaufbaute. Das östlich des
Baugrundstücks gelegene Gebäude an der J._gasse weist mit den diversen
Dachaufbauten gar eine recht komplexe Dachgestaltung auf. Die OLK hat nicht verkannt,
dass mannigfache Dachaufbauten und Quergiebel die Dachlandschaft von Brienz prägen
(vgl. Ziffer 1 und 2 der Beurteilung der OLK).
An der Förderung der erneuerbaren Energie besteht ein grosses Interesse. Auch in
Ortsbildschutzgebieten und an Kulturdenkmälern sind Solaranlagen zulässig, wenn sie die
Denkmäler nicht wesentlich beeinträchtigen (Art. 18a RPG18). Als Kulturdenkmal gilt unter
anderem ein Gebiet, das im ISOS als schützenswertes Ortsbild von nationaler Bedeutung
mit Erhaltungsziel A aufgenommen ist (Art. 32b Bst. b RPV19). Die Wirkung der geplanten
Solaranlage auf das geschützte Ortsbild braucht vorliegend aber nicht beurteilt zu werden,
da sie in dieser Form nur erstellt werden könnte, wenn der projektierte Kreuzgiebel
bewilligungsfähig ist.
18 Bundesgesetz vom 22. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700) 19 Raumplanungsverordnung des Bundesrates vom 28. Juni 2000 (RPV; SR 700.1)
RA Nr. 110/2017/86 12
g) Die Rechtsmittelbehörde weicht nur aus wichtigen Gründen von der Beurteilung der
Fachbehörde ab. Die eingehende Beurteilung der OLK überzeugt. Zwar ist das Wohnhaus
Nr. I._ von der Hauptstrasse und vom See her nicht sichtbar, dennoch befindet
sich das Bauvorhaben in einem für das Ortsbild sensitiven Gebiet. Das Wohnhaus ist ein
älteres Chalet mit der charakteristischen giebelständigen Hauptfassade. Mit seinem weit
gespannten Satteldach und dem markanten, breiten Vordach entspricht es den prägenden
Merkmalen der Dorfkernzone. Die Umbauten beim östlichen Gebäudeteil, die nach
Aussagen der Beschwerdegegnerschaft in den 1960er Jahren vorgenommen wurden, sind
vor allem auf der Rückseite des Gebäudes (Nordfassade) erkennbar, fallen bei der gegen
den See gerichteten Hauptfassade aber nicht ins Gewicht.20 Kräftige Vordächer sind
traditionelle Elemente der Dachgestaltung in der Dorfkernzone, entsprechend wird ihnen im
Baureglement Gewicht beigemessen. Das Umbauvorhaben greift stark in die bestehende
Fassaden- und Dachgestaltung des Gebäudes ein. Die bisher eindeutige giebelständige
Ausrichtung des Gebäudes Richtung Süden geht durch den neuen, gebäudebreiten
Quergiebel verloren, das Gebäude erhält eine zusätzliche Ausrichtung gegen Osten. Das
bestehende Vordach auf der Südseite würde bis auf die Traufhöhe des neuen Kreuzfirstes
zurückgeschnitten. Als Folge davon müsste die Südfassade in diesem Bereich ergänzt
werden. Optisch entsteht ein seltsamer Knick im Dach. Wie die OLK überzeugend ausführt,
wirkt sich dieses Aufbrechen der Traufe durch den gebäudebreiten Dachaufbau sowohl auf
das Ortsbild als auch auf das betroffene Gebäude störend aus.
Im Übrigen hat auch die Gemeinde das Bauvorhaben zunächst nicht in der Form
gutgeheissen, wie es jetzt bewilligt wurde. So erklärte sie ursprünglich mehrmals, dass das
Vordach aus ästhetischen Gründen an der Südfassade wie bestehend erhalten bleiben
müsse.21 Diesen Kompromiss hätte auch der Beschwerdeführer akzeptieren können.22
Auch wenn in der Umgebung mannigfache Dachaufbauten und Quergiebel bestehen,
wurde soweit ersichtlich bei keinem Gebäude die Ortlinie bzw. das Vordach und die
Fassade in vergleichbarer Weise verändert. Ohnehin sind bei der ästhetischen Beurteilung
nicht die weniger gelungenen Beispiele massgebend; ein Bauvorhaben muss sich immer
20 Vgl. Fotos Nrn. 1,2, 7 der Bilddokumentation zum OLK-Bericht vom 25. Oktober 2017 21 Vgl. Protokollauszüge, Vorakten pag. 28, 29, 36; Schreiben an den Beschwerdegegner 1, Vorakten pag. 31, 34, 36 22 E-Mail vom 29. Mai 2017, Vorakten pag. 33
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an den qualitativ hochwertigeren Bauten und Anlagen der Umgebung orientierten.23 Die
bisherigen baulichen Veränderungen am Gebäude Nr. I._ haben die
charakteristischen Merkmale und die Typologie des Gebäudes bewahrt, insbesondere auf
der nach Süden gerichteten Hauptfassade. Mit dem geplanten Dachaufbau würde sich das
Erscheinungsbild des Gebäudes und des Ortsbildes in verschiedener Hinsicht nachteilig
verändern. Das Bauvorhaben entspricht weder den Anforderungen an eine gute
Gesamtwirkung noch den Vorschriften der Dorfkernzone. Es ist auch unter diesem Aspekt
nicht bewilligungsfähig.
23 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 9/10 N. 4a; BVR 2009 S. 329 E. 5.3, BVR 2006 S. 491 E. 6.3.1
RA Nr. 110/2017/86 14
4. Verfahrenskosten
a) Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr.
Für besondere Untersuchungen, Gutachten und dergleichen können zusätzliche Gebühren
erhoben werden (Art. 103 Abs. 1 VRPG24 i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV25). Die
Pauschalgebühr wird festgesetzt auf Fr. 1'000.–. Die Kosten der OLK von Fr. 600.–
gemäss Rechnung vom 7. November 2017 werden gestützt auf Art. 11 GebV zusätzlich
erhoben. Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren betragen somit Fr. 1'600.–.
b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die Beschwerdegegnerin und der
Beschwerdegegner. Sie haben die Verfahrenskosten von Fr. 1'600. – zu tragen (vgl.
Art 108 Abs. 1 VRPG).
c) Die unterliegende Partei hat der Gegenpartei die Parteikosten zu ersetzen, sofern
nicht deren prozessuales Verhalten oder die besonderen Umstände eine andere Teilung
oder Wettschlagung gebieten oder die Auflage der Parteikosten an das Gemeinwesen als
gerechtfertigt erscheint (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die Kostennote des Anwaltes des
Beschwerdeführers gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Die Beschwerdegegnerschaft hat
somit dem Beschwerdeführer die Parteikosten von Fr. 2'381.85 (inkl. Auslagen und MWSt)
zu ersetzen.
d) Die vorinstanzlichen Baubewilligungskosten von Fr. 998.– bleiben der
Beschwerdegegnerin und dem Beschwerdegegner auferlegt (Art. 52 Abs. 1 BewD26).