Decision ID: 5a92b751-1c12-45ee-b9f5-911223613353
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach dem 1957 geborenen
X._
mit Verfügung vom 27. Dezember 2000 ab 1. Januar 1999 eine halbe Invalidenrente zu (Urk. 2/9/43). Mit Verfügung vom 19. Februar 2002 wurde die laufende halbe Rente mit Wirkung ab 1. Dezember 2001 auf eine ganze Rente erhöht (Urk. 2/9/61). Am 3. Februar 2005 wurde dem Versicherten mitgeteilt, bei der Überprüfung des Invaliditätsgrades sei keine rentenbeeinflussende Änderung festgestellt worden, weshalb er weiterhin An
spruch auf die bisher ausgerichtete Invalidenrente habe (Urk. 2/9/75).
1.2
Im September 2010 eröffnete die IV-Stelle ein weiteres
Rentenrevisionsverfah
ren
; zur Klärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse holte sie beim Versicherten Auskünfte (Urk. 2/9/76) und bei den behandelnden Ärzten Verlaufsberichte (Urk. 2/9/78-79) ein. Sodann wurde eine
bidisziplinäre
Begut
achtung durch die Abklärungsstelle
Y._
ange
ordnet, welche ihr psychiatrisch-rheumatologisches Gutachten am 10. März 2011 erstattete (Urk. 2/9/82) und am 31. März/1. April 2011 ergänzte (Urk. 2/9/85). Gestützt darauf stellte die IV
Stelle die dem Versicherten bisher ausgerichtete Invalidenrente nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 2/9/87-98) mit Verfügung vom 20. Juli 2011 per Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats, das heisst per Ende August 201
1, ein (Urk. 2/9/99 = Urk. 2/2)
,
was das hiesige
Gericht
mit Urteil vom 1. Februar 2013 (Urk. 2/13, Prozess Nr. IV.2011.00832)
bestätigte
.
1.3
Das Bundesgericht hiess die dagegen geführte Beschwerde in öffentlich-rechtli
chen Angelegenheiten mit Urteil vom 3. Oktober 2013 gut, hob das Urteil des hiesigen Gerichts auf und wies die Sache zu neuer Entscheidung an dieses zu
rück (Urk. 1 = Urk. 2/22 je Dispositiv -Ziffer 1).
Das Gericht legte in der Folge das Verfahren unter der
Prozessnum
-
mer
IV.2013.00951 neu an, wobei die Prozessakten aus dem Verfahren IV.2011.00832 als Urk. 2/0-22 zu den Akten genommen wurden.
Mit Verfügung vom 28. Oktober 2013 wurde den Parteien Frist angesetzt, um sich zum Urteil des Bundesgerichts zu äussern (Urk. 3). Der Versicherte reichte am 12. November 2013 seine Stellungnahme ein (Urk. 5), wohingegen die IV-Stelle mit Schreiben vom 20. November 2013 darauf verzichtet
(Urk. 6). Die beiden Eingaben wurden der jeweiligen Gegenpartei am 25. November 2013 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Das Sozialversicherungsgericht hat im Urteil vom 1. Februar 2013 erwogen,
gestützt auf das Gutachten
der Abklärungsstelle
Y._
vom 10. März 2011 sei der medizinische Sachverhalt dahingehend er
stellt, dass dem Beschwerdeführer eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne repetitiv gebückte Arbeitspositionen spätestens seit November 2010 uneinge
schränkt zumutbar sei. Dementsprechend ging das Sozialversicherungsgericht ohne Durchführung eines Einkommensvergleiches davon aus, dass der Be
schwerdeführer keine rentenbegründende Erwerbseinbusse mehr erleide und stützte damit den Entscheid der Beschwerdegegnerin,
welche
die dem Be
schwerdeführer zuvor ausgerichtete Rente per Ende August 2011
aufgehoben hatte
(Urk. 2/13 E. 4.4).
1.2
Hierzu erwog das Bundesgericht im Urteil vom 3. Oktober 2013,
dem Beschwer
deführer sei ge
mäss
Y._
-
Gutachten vom 10. März 2011 eine leidensangepasste Tätigkeit (leichte bis mittelschwere Arbeit ohne repetitiv gebückte Positionen mit Wechsel zwischen sitzender und stehender Position) voll zumutbar. Ange
sichts des hohen
Valideneinkommens
vermöge jedoch die
ohne nähere Begrün
dung gezogene
Schlussfolgerung des Sozialversicherungsgerichts, wonach der Beschwerdeführer keine rentenbegründende Erwerbseinbusse erleide, nicht zu überzeugen
. Die Sache werde daher an das Sozialversicherungsgericht zurück
gewiesen, damit dieses unter Beachtung der vollen Zumutbarkeit einer
leidens
angepassten
Tätigkeit den Invaliditätsgrad im Rahmen eines
Einkommensver
gleiches
ermittle und über den Anspruch auf eine Invalidenrente neu entscheide
(Urk. 1 E. 4.3).
1.3
Gestützt auf das bundesgerichtliche Urteil vom 3. Oktober 2013 steht nunmehr fest, dass
dem
Beschwerdeführer spätestens seit November 2010
eine leichte bis mittelschwere Arbeit ohne repetitiv gebückte Positionen mit Wechsel zwischen sitzender und stehender Position uneingeschränkt zugemutet werden kann.
Strittig und zu prüfen bleibt der Invaliditätsgrad, welcher aufgrund eines
Einkom
mensvergleiches
zu bestimmen ist.
2.
2.1
In der renteneinstellenden Verfügung vom 20. Juli 2011 war die
Beschwer
-
degeg
nerin
davon ausgegangen, dass dem Beschwerdeführer sowohl die ehemalige Tätigkeit als Bäckerei-Mitarbeiter als auch eine leidensangepasste Tätigkeit in eine
m Pensum von 100 % zumutbar sei und rechnete das vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens erzielte Einkommen aus dem Jahre 1997 so
wohl für das Validen- als auch für das Invalideneinkommen auf das Jahr 2011 hoch (vgl. Urk. 2/9/99 S. 2).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend, das in der Verfügung vom 20. Juli 2011 angenommene und auf einem Lohn von Fr. 76‘717.25 im Jahre 1997 basierende
Valideneinkommen
von Fr. 91‘353.85 divergiere erheb
lich von
den
in den ursprünglichen Verfügungen eingesetzten
Valideneinkom
men
(Urk. 5
S. 1
Ziff. I.1). Seit dem Jahre 1997 habe er einen Monatslohn von Fr. 6‘380.-- sowie
eine Gratifikation von Fr. 5‘400.-- erzielt. Infolge
krankheits
bedingter
Absenzen habe er jedoch seit dem Jahre 1997 nicht immer das volle Gehalt erhalten. Ebenso habe er in dieser Zeit die für Bäcker hohen
Nachtzula
gen
nicht mehr erzielen können. Er habe die meiste Zeit in der Nacht gearbeitet, weshalb die Nachtzulage ein wesentlicher und fester Bestandteil des Lohnes sei. Dass die Beschwerdegegnerin auf das tatsächlich ausbezahlte Gehalt abstelle, gehe nicht an. Die Berechnung des
Valideneinkommens
habe so konkret als möglich zu erfolgen, sämtliche Erwerbseinkommen inklusive Überstunden seien einzuberechnen.
In den Monaten Januar, Februar und Oktober 1997
sei daher vom üblicherweise erzielten Lohn von monatlich Fr. 6‘380.-- auszugehen, was unter Berücksichtigung des Nominallohnindex für das Jahr 2011 ein
Validen
einkommen
in der Höhe von Fr. 98‘005.-- ergebe (S. 2 Ziff. I.2.1). Für die Be
rechnung des Invalideneinkommens sei der Tabellenwert TA1, Stufe 4, LSE 2010 privater Sektor für Männer von Fr. 4‘901.-- heranzuziehen. Umge
rechnet auf das Jahr 2011 und auf die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden ergebe dies ein
en
Jahresverdienst von Fr. 61‘881.60 (S. 3 Ziff. II.1).
Aufgrund der Tatsache, dass er als 54jähriger seit 13 Jahren voll
kommen aus dem Arbeitsmarkt herausgefallen sei, sich auf Deutsch nicht ver
ständigen könne, bisher immer nur als Bäcker gearbeitet habe und daher keine weiteren Kenntnisse des Arbeitsmarktes besitze, sei ein Leidensabzug von 15 % gerechtfertigt. Insgesamt ergebe sich damit ein Invalideneinkommen in der Höhe von Fr. 52‘599.-- (S. 3 Ziff. II.2.1). Der Invaliditätsgrad betrage somit 46 % und es sei mindestens eine
Viertelsrente
geschuldet (S. 3 f. Ziff. II.3).
3.
3.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
3.2
Für die Ermittlung des ohne Gesundheitsschadens erzielbaren Einkommens (
Vali
deneinkommen
) ist entscheidend, was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit ohne den Gesundheitsschaden, aber sonst bei unveränderten Ver
hältnissen verdienen würde (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 E. 3b mit Hinweis), wobei für die Vornahme des Einkommensvergleiches grundsätzlich auf die Ge
gebenheiten im Zeitpunkt der Rentenüberprüfung, mithin auf das Jahr 201
1
, abzustellen ist (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
3.3
Der Beschwerdeführer arbeitete seit dem Jahre 1979
bis zum Eintritt des
Gesund
heitsschadens
im Jahre 1997
als Bäckerei-Mitarbeiter. Gemäss den An
gaben im Arbeitgeberbericht betrug der monatliche Lohn im Jahre 1997 Fr. 6‘380.--, zusätzlich erhielt er eine Gratifikation in der Höhe von Fr. 5‘400.-- (Urk. 2/9/12 Ziff. 16 und 20). Basierend auf diesem Einkommen berechnete die Beschwerdegegnerin denn auch das
Valideneinkommen
im Rahmen der
ur
sprünglichen
Rentenzusprache
(vgl. Urk. 2/9/29 S. 3, Urk. 2/9/30 S. 2, Urk. 2/9/41 S. 2).
Wie der Beschwerdeführer zu Recht ausführte (vgl. vorstehend E. 2.2) gibt es keinen Grund,
die
Berechnungsgrundlage
zu ändern und
auf die vom Arbeitge
ber effektiv geleisteten Zahlungen (Urk. 2/9/12 Ziff. 20) abzustellen. Bei diesen bleiben im Krankheitsfall geschuldete Ersatzleistungen wie Unfallversicherungs- oder Krankenkassentaggelder unberücksichtigt, weshalb sie für die Berechnung des ohne Gesundheitsschaden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erzielbaren Einkommens
gerade
nicht verwendet werden können.
Zu berücksichtigen ist so
dann, dass der Beschwerdeführer im Jahre 1997 nicht nur in den Monaten Ja
nuar, Februar und Oktober weniger als die vereinbarten Fr. 6‘380.-- erzielte, sondern auch in den Monaten März, Juli und August (Urk. 2/9/12 Ziff. 20). Zu
dem liegen weder Lohnabrechnungen noch ein Auszug aus dem individuellen
Konto (IK-Auszug) aus den dem Eintritt des Gesundheitsschadens vorangehen
den Jahren vor, sodass die Höhe der üblicherweise ausbezahlten Nachtzuschläge nicht nachvollzogen werden kann. Das
Valideneinkommen
ist daher
weiterhin
gestützt auf den vereinbarten Lohn von Fr. 6‘380.-- zuzüglich Gratifikation in der Höhe von Fr. 5‘400.-- zu berechnen.
3.4
Insgesamt
ist damit für das Jahr 1997 von einem Einkommen in der Höhe von
Fr. 81‘960.-- (12 x Fr. 6‘380.-- zuzüglich Fr. 5‘400.--)
auszugehen
. Unter Be
rücksichtigung der Nominallohnerhöhung seit dem Jahre 1997 (Schw
eizerischer Lohnindex insgesamt
, Männer, Stand 1997:
1
‘
818
, Stand 2011:
2
‘
171
;
www.bfs.admin.ch
, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen
, detaillierte Da
ten, Lohnentwicklung) ergibt dies ein
Valideneinkommen
in der Höhe von insgesamt
rund
Fr. 97‘874.
--
(Fr. 81‘960.-- : 1
‘
818 x 2
‘
171).
3.
5
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Nachdem der Beschwerdeführer seit dem Jahre 1999
nicht mehr erwerbstätig ist
(vgl. Urk. 2/9/12 Ziff. 1), kann das Invalideneinkommen entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin nicht aufgrund des früheren Einkommens berechnet werden. Vielmehr sind Tabellenlöhne beizuziehen und es ist vom mittleren Lohn für Männer, die einfache und repetitive Arbeiten ausführen, auszugehen. Dieser belief sich im Jahre 2010 auf monatlich Fr. 4‘901.-- (LSE 2010, Bundesamt für Statistik, Neuenburg 2012, TA1, Total, Niveau 4), mithin Fr. 58‘812.-- im Jahr (Fr. 4‘901.-- x 12). Unter Berücksichtigung der Nominallohnerhöhung (Schwei
zerischer Lohnindex insgesamt [1939 = 100], Männer, Stand 2010: 2151, Stand 2011: 2171;
www.bfs.admin.ch
, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen,
detaillierte Daten, Lohnentwicklung) sowie einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total;
www.bfs.admin.ch
,
Arbeit und Erwerb,
Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detail
lierte Daten)
ergibt dies ein Jahreseinkommen von
rund
Fr. 61‘88
2.--
(Fr. 58‘812.-- : 2151 x 2171 : 40 x 41.7)
.
3.
6
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen
Durch
-
schnitts
werten
ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
3.7
Der Beschwerdeführer machte einen Leidensabzug von 15 % geltend und ver
wies zur Begründung auf sein Alter, die lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt, seine auf die frühere Tätigkeit als Bäckerei-Mitarbeiter beschränkten
Arbeits
kenntnisse
sowie die fehlenden Deutschkenntnisse (vgl. vorstehend E. 2.2). Nachdem der Beschwerdeführer zwar weiterhin vollzeitig arbeitsfähig ist, jedoch lediglich noch körperlich leichte bis mittelschwere Arbeit ohne repetitiv ge
bückte Positionen mit Wechsel zwischen sitzender und stehender Position aus
führen kann
,
und
da
aufgrund seiner langen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt sowie seinen beschränkten Arbeitskenntnissen mit Erschwernissen bei der
Reintegration in den Arbeitsprozess zu rechnen ist, trägt ein Abzug von 15 % den Gegebenheiten des vorliegenden Falles zwar grosszügig, aber noch ange
messen Rechnung.
3.
8
Bei einem Abzug von 15 % beträgt das Invalideneinkommen (vorstehend E.
3.3)
rund
Fr. 52‘
600.--
(Fr. 61‘
882.--
x 0.85). Bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 97‘874.
--
(vorstehend E. 3.2)
ergibt sich somit eine
Einkommenseinbusse
von
Fr. 45‘274.--, was einem Invaliditätsgrad von gerundet 46 % entspricht.
Damit hat der Beschwerdeführer
ab September 2011
Anspruch auf eine
Viertels
rente
. Dies führt zur teilweisen
Gutheissung der Beschwerde.
4.
4.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
4.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Vorliegend erscheint eine Prozessentschädigung von
Fr.
1’100.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) als angemessen.