Decision ID: d9f85e27-a71f-551c-8483-ebd02f0e5a61
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war seit dem 1. Januar 2003 bei der Helsana
Zusatzversicherungen AG (nachfolgend: Helsana) als selbständig tätiger Schreiner bei
einer Leistungsdauer von maximal 730 Tagen und einer Wartefrist von 30 Tagen
krankentaggeldversichert (act. G 1.2 ff.).
A.a.
Am 20. Juli 2010 ging bei der Helsana eine Krankmeldung des Versicherten ein
(act. G 1.4). Gleichentags attestierte Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH, dem
Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 22. April 2010 (act. G 1.5). In
der Folge entrichtete die Helsana unter Berücksichtigung weiterer medizinischer
Unterlagen sowie der 30-tägigen Wartefrist Taggeldleistungen für den Zeitraum vom
22. Mai 2010 bis 20. April 2012 (vgl. act. G 1.9, 1.10, 1.13, 1.15, 1.17, 1.18, 1.20, 1.21,
1.22, 1.23, 1.25, 1.27, 1.41, 1.42 ff.). Mit Schreiben vom 9. Mai 2012 informierte die
Helsana den Versicherten darüber, dass die Taggeldzahlungen am 20. April 2012
geendet hätten, da die maximale Leistungsdauer von 730 Tagen mit diesem Datum
erreicht worden sei (act. G 1.40).
A.b.
Mit Schreiben vom 8. November 2017 informierte die IV-Stelle des Kantons
Thurgau die Helsana darüber, dass dem Versicherten für die Zeit vom April 2011 bis
November 2012 eine Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100 %
zugesprochen worden sei (act. G 1.43). Am 21. November 2017 liess die
A.c.
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B.
Ausgleichskasse C._ der Helsana ein Formular zur Einreichung eines Antrags für die
Verrechnung der erbrachten Taggeldleistungen mit den noch ausstehenden Zahlungen
der Invalidenversicherung zukommen. Sie wies die Helsana in einem Begleitschreiben
darauf hin, dass das Einholen der für die Verrechnung benötigten Unterschrift der
rentenberechtigten Person Sache des Antragsstellers sei. Ferner machte sie darauf
aufmerksam, dass der Verrechnungsantrag spätestens bis zum 21. Dezember 2017
zurückzusenden sei. Sofern die Rückmeldung nicht bis zu diesem Zeitpunkt erfolge,
könne die Ausgleichskasse mit befreiender Wirkung auszahlen (act. G 1.44).
Mit Schreiben vom 11. Dezember 2017 erklärte die Helsana dem Versicherten,
eine Taggeldversicherung dürfe nicht dazu führen, dass bei einer Arbeitsunfähigkeit
über den Erwerbsausfall hinausgehende Leistungen bezogen würden. Aus diesem
Grund habe sie die seit dem 1. April 2011 ausgerichteten Leistungen geprüft und die
sogenannte Überentschädigung berechnet, welche sie direkt von der Ausgleichskasse
zurückfordern werde. In einer Übersicht stellte die Helsana dem Versicherten dar, dass
er im Zeitraum vom 1. April 2011 bis 20. April 2012 Leistungen der
Taggeldversicherung von insgesamt Fr. 101'523.45 erhalten habe und Leistungen der
Invalidenversicherung von insgesamt Fr. 27'981.-- zugesprochen worden seien.
Gesamthaft würden für den fraglichen Zeitraum somit Fr. 129'504.45 ausgerichtet.
Versichert seien lediglich Leistungen im Umfang von Fr. 101'523.45, sodass eine
Überentschädigung von Fr. 27'981.-- resultiere. Die Helsana bat den Versicherten, die
Abrechnung zu prüfen und ihr den Verrechnungsantrag bis zum 18. Dezember 2017
unterschrieben zurückzusenden (act. G 1.45).
A.d.
Am 2. November 2018 reichte die Helsana beim Betreibungsamt D._ die
Betreibung für die Rückforderung der Taggeldleistungen aus Überentschädigung in der
Höhe von Fr. 27'981.-- nebst Zins zu 5 % seit dem 18. Dezember 2017 ein (act. G
1.47). Der Zahlungsbefehl vom 8. November 2018 wurde dem Versicherten am 13.
November 2018 zugestellt. Noch am gleichen Tag erhob dieser über die gesamte
Forderung Rechtsvorschlag (act. G 1.48).
A.e.
Am 5. März 2019 reichte die Helsana (nachfolgend: Klägerin) beim
Versicherungsgericht ein Klagebegehren mit folgenden Anträgen ein: 1. Der Versicherte
B.a.
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(nachfolgend: Beklagte) sei zu verpflichten, ihr den Betrag von Fr. 27'981.-- zuzüglich
Verzugszins zu 5 % seit 18. Dezember 2017 für zu viel bezogene Krankentaggelder
infolge Überentschädigung im Zeitraum vom 1. April 2011 bis 20. April 2012 zu
bezahlen. 2. Es sei der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. XXXXXX des
Betreibungsamtes D._ aufzuheben und die Rechtsöffnung zu erteilen. 3. Unter
Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Beklagten (act. G 1).
Mit seiner Klageantwort vom 6. Mai 2019 beantragte der Beklagte, vertreten durch
Rechtsanwältin MLaw E. König, Frauenfeld, die Abweisung der Rechtsbegehren der
Klägerin. Eventualiter beantragte er, er sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von
Fr. 27'981.-- zuzüglich Verzugszins zu 5 % seit 2. November 2018 zu bezahlen. Alles
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin. In prozessualer
Hinsicht beantragte er die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung
(act. G 5).
B.b.
Mit Schreiben vom 14. Mai 2019 machte die verfahrensleitende Richterin die
Parteien darauf aufmerksam, dass die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels
vorgesehen werde, was jedoch den Verzicht auf eine mündliche Verhandlung bedinge.
Ohne Gegenbericht bis zum 3. Juni 2019 werde davon ausgegangen, dass die Parteien
mit dem Verzicht auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung einverstanden
seien (act. G 7). Am 28. Mai 2019 erklärte die Klägerin, dass sie auf die Durchführung
einer mündlichen Verhandlung verzichte (act. G 8).
B.c.
Am 25. Juni 2019 entsprach die verfahrensleitende Richterin dem Gesuch um
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für das Verfahren vor
Versicherungsgericht (act. G 14). Mit gleichentags verfasstem Schreiben wies das
Versicherungsgericht die Parteien darauf hin, dass sie auf eine mündliche Verhandlung
verzichtet hätten, weshalb ein zweiter Schriftenwechsel durchgeführt werde (act. G 15).
B.d.
In ihrer Replik vom 14. August 2019 hielt die Klägerin an den in der Klage
gestellten Anträgen vollumfänglich fest (act. G 16).
B.e.
In seiner Duplik vom 10. September 2019 hielt der Beklagte an den in der
Klageantwort gestellten Rechtsbegehren fest (act. G 18).
B.f.
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Erwägungen
1.
Der vorliegend zu beurteilende Versicherungsvertrag beruht unbestrittenermassen
auf der Versicherungspolice vom 22. Oktober 2002 sowie den in dieser Police
genannten Allgemeinen Versicherungsbedingen (nachfolgend: AVB) der Klägerin,
Ausgabe 1. Januar 1999/2000 (vgl. act. G 1.3). Zwar nennt die Police als Vertragsdauer
lediglich die Zeit vom 1. Januar 2003 bis 31. Dezember 2005 (vgl. act. G 1.3 S. 1),
während der Versicherungsfall im Jahr 2010 eingetreten ist (vgl. act. G 1.4). Allerdings
bestimmt Ziff. 8.2 der AVB, dass sich der Vertrag am Ablaufdatum und nach jedem
folgenden Versicherungsjahr stillschweigend um ein weiteres Jahr verlängert, sofern
keine fristgerechte Vertragskündigung erfolgt (vgl. act. G 1.1). Deshalb und mangels
gegenteiliger Behauptungen der Parteien ist davon auszugehen, dass das
Versicherungsverhältnis bis zum Eintritt des Versicherungsfalles weiterbestanden hat
und sich auf die genannte Police inklusive der erwähnten AVB stützt.
1.1.
Gemäss Ziff. 38 der vorliegend unbestrittenermassen anwendbaren AVB sind für
Klagen aus dem Versicherungsvertrag wahlweise die Gerichte am schweizerischen
Wohnort der Versicherungsnehmer oder am Hauptsitz der Helsana
Zusatzversicherungen AG zuständig (vgl. act. G 1.1). Die Klägerin hat das für den
Wohnort des Beklagten zuständige Gericht angerufen. Die örtliche Zuständigkeit des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen ist damit gegeben.
1.2.
Das Versicherungsgericht entscheidet gemäss Art. 9 des Einführungsgesetzes zur
Schweizerischen Zivilprozessordnung (EG-ZPO; sGS 961.2) i.V.m. Art. 7 der
Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) als einzige kantonale Instanz über
Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach dem
Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10). Darunter werden
praxisgemäss auch Zusatzversicherungen wie die vorliegend zu beurteilende
Kollektivtaggeldversicherung subsumiert, auf die das Bundesgesetz über den
Versicherungsvertrag (VVG; SR 221.229.1) zur Anwendung gelangt (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. Februar 2012, KV-Z 2011/2,
E. 1.1). Damit sind vorliegend auch die Voraussetzungen der sachlichen und
funktionellen Zuständigkeit erfüllt. Dies hat auch für die von der Klägerin gleichzeitig mit
der Forderungsklage beantragte Beseitigung des Rechtsvorschlags zu gelten. Denn die
vorliegend erhobene Klage stellt eine Anerkennungsklage im Sinne von Art. 79 des
Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG, SR 281.1) dar. Die auf
dem ordentlichen Prozessweg zu erhebende Anerkennungsklage kann mit der
1.3.
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2.
Rechtsöffnung verbunden werden, indem der Gläubiger im Forderungsprozess
zugleich auch die Beseitigung des Rechtsvorschlags verlangt (vgl. Art. 79 SchKG; Kurt
Ammonn/Fridolin Walther, Grundriss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 9.
Aufl. Bern 2013, §9 N 9 ff.).
Vor der Klageanhebung beim Versicherungsgericht ist kein Schlichtungsverfahren
gemäss Art. 197 ff. ZPO durchzuführen (vgl. BGE 138 III 564 E. 4.6).
1.4.
Die prozessualen Voraussetzungen sind erfüllt und auf die Leistungsklage ist
einzutreten.
1.5.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu beurteilen ist die seitens der
Klägerin gegenüber dem Beklagten geltend gemachte Rückforderung von erbrachten
Krankentaggeldleistungen im Umfang der behaupteten Überentschädigung.
2.1.
Klagen aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung sind gemäss
Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO ohne Rücksicht auf den Streitwert im vereinfachten Verfahren
zu behandeln, wobei gemäss Art. 219 ZPO die Bestimmungen über das ordentliche
Verfahren sinngemäss gelten (vgl. Christoph Leuenberger/Beatrice Uffer-Tobler,
Schweizerisches Zivilprozessrecht, 2. Aufl. Bern 2016, N 11.154 und 11.157). Art. 247
Abs. 2 ZPO sieht vor, dass das Gericht in solchen Streitigkeiten den Sachverhalt von
Amtes wegen feststellt. Diese sogenannte abgeschwächte oder soziale
Untersuchungsmaxime gebietet es dem Gericht zwar, bei der Feststellung des
Sachverhalts und der Beweiserhebung insbesondere durch entsprechende Fragen
mitzuwirken. Die Parteien werden dadurch aber nicht von der Pflicht zur Mitwirkung an
der Erhebung der Beweise und der Erstellung des Sachverhalts entbunden.
Grundsätzlich bleibt es Sache der Parteien, die wesentlichen Tatsachen vorzutragen
und die Beweismittel zu bezeichnen (vgl. Stephan Mazan, in: Karl Spühler/Luca
Tenchio/Dominik Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar Schweizerische
Zivilprozessordnung, 3. Aufl. Basel 2017, N 3 ff. zu Art. 247 und Peter Guyan, N 3 ff. zu
Art. 153; vgl. Franz Hasenböhler, in: Thomas Sutter-Somm/Franz Hasenböhler/
Christoph Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung
[ZPO], 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2016, N 5 ff. zu Art. 153).
2.2.
Nach Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB; SR 210) hat, wo es das
Gesetz nicht anders bestimmt, derjenige das Vorhandensein einer behaupteten
Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Demgemäss hat die Partei, die
einen Anspruch geltend macht, die rechtsbegründenden Tatsachen zu beweisen,
2.3.
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3.
während die Beweislast für die rechtsaufhebenden bzw. rechtsvernichtenden oder
rechtshindernden Tatsachen bei der Partei liegt, die den Untergang des Anspruchs
behauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet (vgl. BGE 141 III
242 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts vom 17. August 2015, 4A_246/2015, E. 2.2).
Bewiesen werden müssen nur Tatsachenbehauptungen, die ausdrücklich bestritten
sind. Bestreitungen sind so konkret zu halten, dass sich bestimmen lässt, welche
einzelnen Behauptungen damit bestritten werden. Notwendig ist eine klare Äusserung,
dass der Wahrheitsgehalt einer bestimmten und konkreten gegnerischen Behauptung
infrage gestellt wird (vgl. zum Ganzen ausführlich BGE 141 III 437 f. E. 2.6).
Mangels gegenteiliger Behauptungen und aufgrund der entsprechenden
Ankündigung der Ausgleichskasse im Schreiben vom 21. November 2017 ist davon
auszugehen, dass dem Beklagten die IV-Rentenleistungen direkt ausbezahlt worden
sind und dieser somit für den Zeitraum 1. April 2011 bis 20. April 2012 sowohl
Leistungen der Taggeldversicherung als auch Leistungen der Invalidenversicherung
erhalten hat (vgl. act. G 1.44 f.). Aus diesem Grund ist die Klägerin der Ansicht, dass
der Beklagte überentschädigt sei, d.h. dass die erhaltenen Versicherungsleistungen
seinen Erwerbsausfall überstiegen hätten. Folglich fordert die Klägerin die von ihr im
besagten Zeitraum entrichteten Taggeldleistungen im Umfang der von der
Invalidenversicherung für denselben Zeitraum ausgerichteten Rentenleistungen zurück,
da sie der Ansicht ist, sie habe ihre Leistungen subsidiär zu denjenigen von
Sozialversicherungen zu erbringen (vgl. act. G 1).
3.1.
Um die Forderung der Klägerin beurteilen zu können, ist zunächst zu prüfen, ob es
sich bei der vom Beklagten abgeschlossenen Krankentaggeldversicherung um eine
sogenannte "Schadensversicherung" oder "Summenversicherung" handelt. Eine als
Schadensversicherung ausgestalte Krankentaggeldversicherung setzt einen Schaden,
konkret den Nachweis einer tatsächlich erlittenen Erwerbseinbusse voraus (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 20. April 2007, 5C.21/2007, E. 3; vgl. BGE 104 II 49 f. E. 4c
ff.). Demgegenüber werden bei einer Summenversicherung die
Versicherungsleistungen ohne Rücksicht auf eine effektive Erwerbseinbusse bestimmt,
sodass die vereinbarte Leistungssumme grundsätzlich unabhängig allfällig anderer
Versicherungsansprüche geltend gemacht werden kann (Art. 96 VVG; Urteil des
Bundesgerichts vom 20. April 2007, 5C.21/2007, E. 3; Christoph Graber, in: Heinrich
Honsell/Nedim Peter Vogt/Anton K. Schnyder [Hrsg.], Kommentar zum
Schweizerischen Privatrecht, Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag [VVG],
3.2.
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Basel 2011, N 2 ff. zu Art. 96). Beim Vorliegen einer Summenversicherung fiele eine
Rückforderung wegen Überentschädigung somit grundsätzlich ausser Betracht.
Die Klägerin stellt sich mit Verweis auf Ziff. 1, 21 und 22 der AVB auf den
Standpunkt, dass die vorliegend zu beurteilende Taggeldversicherung klar als
Schadensversicherung zu qualifizieren sei. Sie setze nämlich sowohl das Vorliegen
einer Arbeitsunfähigkeit als auch einen nachweisbaren Erwerbsausfall voraus
(vgl. act. G 1 S. 5 f. und 16 S. 3 ff.). Auch sei in den AVB die Möglichkeit zur
Leistungskürzung, die Bemessung der versicherten Leistung entsprechend dem Grad
der Arbeitsunfähigkeit sowie die Pflicht der versicherten Person, den Grad der
Erwerbsunfähigkeit zwecks Anpassung oder Aufhebung der Leistung mitzuteilen,
vorgesehen. Dies seien Merkmale, die eine Erwerbsausfallversicherung als
Schadensversicherung qualifizieren würden (act. G 16 S. 4 f.).
3.3.
Der Beklagte ist demgegenüber der Meinung, dass eine Summenversicherung
vorliege. Einerseits sei in den AVB als Leistungsvoraussetzung lediglich der Eintritt
einer Arbeitsunfähigkeit genannt. Zudem sehe die Versicherungspolice eine feste
Jahreslohnsumme vor, was ein klares Indiz für das Vorliegen einer
Summenversicherung sei. Überdies habe die Klägerin ihm am 9. Dezember 2011 einen
neuen Versicherungsantrag zugestellt, welcher inhaltlich der bestehenden Versicherung
entsprochen habe, jedoch neu den Abschluss der Versicherung anhand eines
Erwerbseinkommens vorgesehen habe. Dies habe die Klägerin wohl deshalb getan,
weil ihr bewusst geworden sei, dass der vorliegende Versicherungsvertag durch
wörtliche Auslegung der Police als Summenversicherung anzusehen sei. Den Antrag
habe er nicht unterschrieben. Auch seien die Prämien zu keiner Zeit an seinen
Verdienst angepasst worden, was als weiteres Kriterium für das Vorliegen einer
Summenversicherung anzusehen sei (act. G 5 S. 4 f.). Sodann ist der Beklagte der
Ansicht, dass Ziff. 21.3 der AVB, welche vorsehe, dass die versicherte Person den
Nachweis des Erwerbsaufalls zu erbringen habe, lediglich eine Präzisierung von Ziff.
21.2 der AVB darstelle und Ziff. 21.2 bei Leistungen von Summenversicherungen
gerade nicht anwendbar sei. Die unter Ziff. 21 aufgeführten Bestimmungen seien somit
nur anwendbar, wenn eine Qualifizierung als Schadensversicherung vorliege. Der
Rückschluss der Klägerin, aus Ziff. 21.3 der AVB eine Schadensversicherung
abzuleiten, gehe somit aus systematischer Auslegung fehl. Auch sei darauf
hinzuweisen, dass die Klägerin nach Kenntnis der Arbeitsunfähigkeit von ihm nie einen
Nachweis für das Vorliegen einer Erwerbseinbusse eingefordert habe, was zur Prüfung
der Leistungsvoraussetzungen bei einer Schadensversicherung erforderlich gewesen
wäre (act. G 18 S. 2 f.).
3.4.
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Zwar ist es richtig, dass in der Police eine Jahreslohnsumme vereinbart worden ist
(vgl. act. G 1.3 S. 2), was als Indiz für eine Summenversicherung zu werten ist. So
heisst es denn auch in Ziff. 6.2 AVB, dass bei Selbständigerwerbenden,
Betriebsinhabern und deren Familienmitgliedern, sofern diese nicht in der
Lohnbuchhaltung aufgeführt seien, der Versicherungsabschluss mit festen
Jahreslohnsummen erfolge. Gleichzeitig sieht Ziff. 33.1 AVB vor, dass die Klägerin dem
Versicherungsnehmer jeweils Ende Jahr ein Lohnsummendeklarationsformular zustelle,
welches er innerhalb von 30 Tagen vollständig und wahrheitsgetreu ausgefüllt
zurückzusenden habe. Die Klägerin erstelle daraufhin die endgültige
Prämienberechnung für das vorausgegangene Jahr. Weiter heisst es in Ziff. 33.2 AVB,
dass die Prämien durch Einschätzung festgesetzt würden, wenn der
Versicherungsnehmer seiner Deklarationspflicht nicht nachkomme. Stelle sich später
heraus, dass dadurch Prämien entgangen seien, schulde der Versicherungsnehmer
neben dem Differenzbetrag einen Verzugszins. Sodann ist in Ziff. 33.3 der AVB
vorgesehen, dass die Klägerin oder von ihr beauftragte Dritte das Recht haben,
jederzeit Einsicht in die Lohnbuchhaltung des Versicherungsnehmers zu nehmen.
Unwahre Angaben berechtigten die Klägerin vor Ablauf der ordentlichen
Kündigungsfrist vom Vertrag zurückzutreten. Ausserdem blieben
Schadenersatzansprüche vorbehalten. Diese in Ziff. 33 AVB enthaltenen
Bestimmungen machen deutlich, dass das effektiv erzielte Einkommen des Beklagten
für die Versicherung bedeutsam ist. Zwar stehen die in Ziff. 33 AVB enthaltenen
Bestimmungen in erster Linie im Zusammenhang mit den zu erhebenden
Versicherungsprämien, jedoch sind sie gleichwohl ein Indiz dafür, dass die
Versicherung nicht zwingend auf einer starren Lohnsumme beruht. Möglicherweise hat
die Klägerin, wie vom Beklagten behauptet, zwar keine Prämienanpassungen anhand
des Verdienstes vorgenommen (vgl. act. G 5 S. 4). Dieser Umstand würde aber nicht
zwingend auf die Ausgestaltung der Versicherung als Summenversicherung hindeuten,
sondern könnte ebenso gut auf einen Fehler in der Versicherungsdurchführung
zurückzuführen sein. Dass das tatsächlich erzielte Einkommen des Beklagten für die
Versicherungsabwicklung relevant gewesen ist, kommt auch dadurch zum Ausdruck,
dass der Beklagte der Klägerin eine Zusammenstellung seiner Einnahmen der Jahre
2009 und 2010 zukommen lassen hat (vgl. act. G 1.7).
3.5.
Besonders bedeutsam für die Qualifikation als Schadensversicherung ist sodann
Ziff. 21.1 der AVB, welche festhält, dass ein Anspruch auf Taggeldleistungen nur in
dem Masse bestehe, als der versicherten Person kein Versicherungsgewinn erwachse.
Ziff. 21.2 der AVB definiert den Versicherungsgewinn als alle Leistungen, welche die
volle Deckung des Erwerbsausfalles der versicherten Person übersteigen.
3.6.
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Ausgenommen davon sind Leistungen von Summenversicherungen. Entgegen der
Ansicht des Beklagten führt der in Ziff. 21.2 AVB erwähnte Ausschluss der
Summenversicherungen nicht dazu, dass die Qualifikation der zu beurteilenden
Taggeldversicherung als Schadens- oder Summenversicherung losgelöst von den in
Ziff. 21 der AVB enthaltenen Bestimmungen vorzunehmen ist. Vielmehr ist davon
auszugehen, dass Ziff. 21.2 der AVB lediglich eine Definition für den Begriff
Versicherungsgewinn enthält und im Rahmen dieser Definition korrekterweise festhält,
dass die Frage, ob in einem konkreten Fall ein Versicherungsgewinn vorliegt,
unabhängig von allfälligen Leistungen von Summenversicherungen zu beantworten ist
(vgl. dazu E. 3.2). Für die Qualifikation der vorliegenden Versicherung als Schadens-
oder Summenversicherung ist aber nicht die in Ziff. 21.2 enthaltene Definition des
Begriffs "Versicherungsgewinn" von Bedeutung, sondern das in Ziff. 21.1 statuierte
Bereicherungsverbot. Dieses spricht klar für das Vorliegen einer
Schadensversicherung. Anhaltspunkte dafür, dass Ziff. 21.1 der AVB vorliegend nicht
anwendbar wäre, liegen nicht vor. Ebenso bedeutsam für die Qualifikation als
Schadensversicherung ist Ziff. 21.3 der AVB, welche festhält, dass die versicherte
Person den Nachweis von Erwerbsausfall zu erbringen hat, ansonsten kein Anspruch
auf Taggeldleistungen besteht. Ob die Klägerin dann tatsächlich einen Nachweis des
Erwerbsausfalls verlangt hat, lässt, wie bereits erwähnt, nicht zwingend einen
Rückschluss auf die Natur der Versicherung zu, wobei vorliegend ohnehin aus den
Akten hervorgeht, dass der Beklagte Zusammenstellungen der Einnahmen eingereicht
hat (vgl. act. G 1.7). Zwar ist dem Beklagten darin zuzustimmen, dass in den AVB unter
dem Übertitel "Leistungsvoraussetzungen" im Wesentlichen lediglich die
Arbeitsunfähigkeit, nicht aber ein Erwerbsausfall genannt ist. Dies ändert aber nichts
daran, dass Ziff. 21 AVB, wenn auch nicht unter dem Titel "Leistungsvoraussetzungen",
weitere Bedingungen für den Taggeldanspruch statuiert. Zudem sieht Ziff. 22.2 AVB
explizit auch für Selbständigerwerbende, Betriebsinhaber und deren Familienmitglieder,
die nicht in der Lohnbuchhaltung aufgeführt sind, vor, dass die Leistungen gemäss der
vorliegenden Versicherung jeweils im Nachgang zu sozialen Versicherungen erbracht
werden. Würde es sich bei der zu beurteilenden Taggeldversicherung um eine
Summenversicherung handeln, wäre diese Bestimmung nicht passend, da die
Taggeldleistungen grundsätzlich kumulativ zu anderen Versicherungsleistungen zu
entrichten wären. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die vom Beklagten
abgeschlossene Taggeldversicherung trotz des Vorliegens gewisser Merkmale einer
Summenversicherung als Schadensversicherung zu qualifizieren ist. Aus diesem Grund
und insbesondere gestützt auf Ziff. 21 i.V.m. Ziff. 22.2 der AVB reduziert sich der
Taggeldanspruch des Beklagten im Umfang der für den Zeitraum vom 1. April 2011 bis
20. April 2012 ebenfalls ausgerichteten Leistungen der Invalidenversicherung. Da die
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4.
Die Klägerin hat den Forderungsbetrag auf Fr. 27'981.-- beziffert (vgl. act. G 1;
vgl. ferner act. G 1.45). Gestützt auf die sich in den Akten befindende Verfügung der IV-
Stelle vom 8. November 2017 (act. G 1.43), das Schreiben der Ausgleichskasse C._
vom 21. November 2017, das von der Ausgleichskasse eingereichte Antragsformular
für die Verrechnung der Leistungen (vgl. act. G 1.44) sowie mangels gegenteiliger
Behauptungen ist davon auszugehen, dass der Beklagte für den Zeitraum vom 1. April
2011 bis 30. November 2012 Leistungen der Invalidenversicherung in der Höhe von
Fr. 42'346.-- erhalten hat. Entsprechend der Abrechnung der Ausgleichskasse ist
sodann anzunehmen, dass sich die IV-Leistungen im hier interessierenden Zeitraum
vom 1. April 2011 bis 20. April 2012, in welchem gleichzeitig Taggeldleistungen
ausgerichtet worden sind, auf Fr. 27'921.35 belaufen haben (Fr. 20'709.-- + Fr. 5'901.--
[3 x Fr. 1'967.--] + Fr. 1'311.33 [Fr. 1'967.-- / 30 x 20]; vgl. act. G 1.44 S. 3 und 1.46
S. 6). Wie die Klägerin auf einen Betrag von Fr. 27'981.-- kommt (vgl. act. G 1, 1.45 und
1.47), erschliesst sich dem Gericht nicht. Der Forderungsbetrag von Fr. 27'921.35 ist
jedoch rechtsgenüglich ausgewiesen. Mangels anderer Abmachungen und
Behauptungen der Parteien ist gestützt auf Art. 75 OR auch die Fälligkeit der Forderung
anzunehmen. Dass die von der Klägerin geltend gemachte Forderung bereits verjährt
sei, bringt der Beklagte nicht vor. Ausführungen dazu erübrigen sich somit (vgl. Art. 142
OR).
5.
Klägerin gestützt auf Ziff. 24.1 der AVB zur Leistung gehalten gewesen war, bevor sie
vom Anspruch des Beklagten auf die befristete Rente der Invalidenversicherung
erfahren hat, ist sie gestützt auf Art. 62 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung
des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (OR; SR 220) dazu berechtigt, die von ihr
erbrachten Leistungen im Umfang der nachträglich weggefallenen Leistungspflicht vom
Beklagten zurückzufordern (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts vom 6. Januar
2014, 4A_425/2013; vgl. ferner act. G 1 S. 7).
Schliesslich beantragt die Klägerin vom Beklagten Verzugszins von 5 % seit dem
18. Dezember 2017, da sie den Beklagten dazu aufgefordert habe, ihr den
Verrechnungsantrag der Ausgleichskasse bis zu diesem Termin zurückzusenden.
Indem er die Unterzeichnung des Antrags bzw. deren Rücksendung unterlassen habe,
sei er mit Ablauf des gesetzten Termins in Schuldnerverzug geraten (vgl. act. G 1 S. 7).
Demgegenüber ist der Beklagte der Ansicht, dass ein allfälliger Verzugszins von 5 %
erst ab Einleitung der Betreibung, sprich ab dem 2. November 2018 geschuldet sei, da
5.1.
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erst zu diesem Zeitpunkt nach Abbruch von Vergleichshandlungen eindeutig gewesen
sei, dass er nicht zur Rückzahlung gewillt sei (act. G 5 S. 5).
Gemäss Art. 104 Abs. 1 OR hat ein Schuldner Verzugszinse zu fünf vom Hundert
für das Jahr zu bezahlen, wenn er mit der Zahlung einer Geldschuld in Verzug ist. Der
Schuldnerverzug tritt ein, wenn eine Verbindlichkeit fällig ist und der Schuldner durch
Mahnung des Gläubigers in Verzug gesetzt worden ist (Art. 102 Abs. 1 OR). Wenn für
die Erfüllung ein bestimmter Verfalltag verabredet worden ist oder sich ein solcher
infolge einer vorbehaltenen und gehörig vorgenommenen Kündigung ergibt, so kommt
der Schuldner schon mit Ablauf dieses Tages in Verzug (Art. 102 Abs. 2 OR). Unter
Mahnung wird die an den Schuldner gerichtete Erklärung des Gläubigers verstanden,
durch die er in unmissverständlicher Weise die unverzügliche Erbringung der fälligen
Leistung beansprucht. Die Mahnung muss nicht nur klar zum Ausdruck bringen, dass
der Gläubiger die versprochene Leistung endgültig verlangt, sondern auch deren
Quantität, Qualität und deren Erfüllungsort richtig bezeichnen. Wenn mit der Mahnung
mehr oder anderes verlangt wird als dem Gläubiger zusteht, so ist grundsätzlich darauf
abzustellen, ob der Schuldner erkennen kann, dass die geschuldete Leistung gefordert
wird (zum Ganzen BGE 129 III 541 f. E. 3.2.2; Wolfgang Wiegand, in: Heinrich Honsell/
Nedim Peter Vogt/Wolfgang Wiegand [Hrsg.], Basler Kommentar Obligationenrecht I, 6.
Aufl. Basel 2015, N 5 f. zu Art. 102 mit Hinweisen).
5.2.
Ein Verfalltag geht für die Rückforderung weder aus der Police noch aus den AVB
hervor (vgl. act. G 1.1 und 1.3). Auch geben die Akten keinen Hinweis auf eine
entsprechende Abmachung der Parteien. Ein Verfalltag, welcher den Schuldnerverzug
hätte eintreten lassen können, ist somit nicht gegeben. Das Schreiben der Klägerin
vom 11. Dezember 2017, mit welchem sie den Beklagten dazu aufgefordert hat, den
Verrechnungsantrag zu unterzeichnen und ihr bis zum 18. Dezember 2017
zurückzusenden (vgl. act. G 1.45), kann sodann nicht als Mahnung betrachtet werden.
Aus diesem Schreiben geht nicht unmissverständlich hervor, dass die Klägerin den
Beklagten zur Zahlung auffordert. Vielmehr heisst es in dem Schreiben, dass die
Taggelder direkt bei der Ausgleichskasse eingefordert würden. Auch wird der Beklagte
in dem Schreiben lediglich zu einer Unterschrift, nicht jedoch zu einer Zahlung
aufgefordert. Ferner wird nicht angekündigt, dass bei Verweigerung der Unterschrift
ihm direkt Rechnung gestellt werde. Selbst wenn dies der Fall gewesen wäre, würde
dies noch keine den Verzug auslösende Mahnung darstellen. Aus diesen Gründen kann
das Schreiben vom 11. Dezember 2017 nicht als Mahnung betrachtet werden. Folglich
ist der Beklagte durch dieses Schreiben nicht in den Schuldnerverzug geraten. Ausser
den Betreibungsunterlagen hat die Klägerin keine Nachweise einer rechtsgültigen
5.3.
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6.
Mahnung eingereicht. Demnach ist mit dem Beklagten davon auszugehen, dass der
Schuldnerverzug nicht vor der Einleitung der Betreibung eingetreten ist (vgl. act. G 5
S. 5). Mittels Betreibung hat die Klägerin den Beklagten ausdrücklich zur Zahlung
aufgefordert, wobei es für den Beklagten erkennbar gewesen ist, welche Forderung die
Klägerin von ihm verlangt, obwohl der in Betreibung gesetzte Betrag leicht vom in
diesem Verfahren nachgewiesenen Forderungsbetrag abweicht (vgl. E. 4). Ob der
Verzugsbeginn bereits mit Einleitung der Betreibung (vgl. act. G 1.47) oder erst mit
Zustellung des Zahlungsbefehls eingetreten ist (vgl. act. G 1.48 S. 2), ist nicht weiter zu
erörtern, da der Klägerin nicht weniger zuzusprechen ist als vom Beklagten anerkannt
worden ist (vgl. Art. 58 Abs. 1 ZPO). Der Verzugszins ist somit ab Einleitung der
Betreibung vom 2. November 2018 zuzusprechen (vgl. act. G 1.47).
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde teilweise
gutzuheissen. Der Beklagte ist zu verpflichten, der Klägerin Fr. 27'921.35 zuzüglich
Verzugszins zu 5 % ab dem 2. November 2018 zu bezahlen. In diesem Umfang ist in
der Betreibung Nr. XXXXXX des Betreibungsamtes D._ definitive Rechtsöffnung zu
erteilen. Die Betreibungskosten von Fr. 103.30 sind von Gesetzes wegen geschuldet
(Art. 68 SchKG). Entsprechend bedarf es zu deren Durchsetzung weder eines Urteils
noch eines Rechtsöffnungsentscheids (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons
Graubünden vom 30. April 2015, S 13 147, E. 10 mit Hinweisen).
6.1.
Gemäss Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei
auferlegt. Hat keine Partei vollständig obsiegt, so werden diese nach dem Ausgang des
Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 2 ZPO). Die Klägerin dringt mit ihrer Leistungsklage
(beinahe) vollständig durch. Der zu früh angesetzte Verzinsungsbeginn sowie die
marginal falsche Berechnung der Rückforderung sind von derart untergeordneter
Bedeutung, dass die Klägerin in Bezug auf die Verteilung der Prozesskosten als
vollständig obsiegend zu gelten hat. Entsprechend hätte der Beklagte grundsätzlich die
Prozesskosten (Gerichts- und Parteientschädigung; Art. 95 Abs. 1 ZPO) zu tragen,
wobei jedoch zu berücksichtigen ist, dass ihm die unentgeltliche Rechtsverbeiständung
gewährt worden ist (vgl. act. G 14).
6.2.
Gerichtskosten sind gemäss Art. 114 lit. e ZPO keine zu erheben.6.3.
Die obsiegende Klägerin hat die Zusprache einer Parteientschädigung beantragt
(vgl. act. G 1 S. 2). Dieses Verfahren ist von Angestellten ihres Rechtsdienstes geführt
worden, die nicht als berufsmässige Vertreter i.S.v. Art. 95 Abs. 3 lit. b ZPO gelten
(vgl. Viktor Rüegg/Michael Rüegg, in: Karl Spühler/Luca Tenchio/Dominik Infanger
6.4.
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