Decision ID: 76ecce63-d489-5edc-823a-734784dc6a42
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
D._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Niedermann, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
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vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, Oberer Graben 44, Postfach,
9001 St. Gallen,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1977 geborene D._ war als Fensteranschläger bei der A._ angestellt und
dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am
24. Juli 2004 als Lenker seines Personenwagens in einen Auffahrunfall verwickelt
wurde (UV-act. I/1 und I/8). Innert Stunden danach verspürte er nach eigenen Angaben
(UV-act. I/7 und I/8) Verspannungen im Nacken und Kopfschmerzen. Unfallbedingt
wurden ihm verschiedene Arbeitsunfähigkeiten attestiert, wobei er ab 23. September
2004 wieder weitgehend voll arbeitsfähig war. Die behandelnden Ärzte, Hausarzt
Dr. med. B._, und Dr. med. C._, hatten mehrfach empfohlen, dem Versicherten
leichtere Arbeit zuzuweisen, wozu im Betrieb keine Möglichkeit gefunden wurde. Das
Arbeitsverhältnis wurde am 26. Januar 2006 per 31. März 2006 gekündigt. Die Suva
erbrachte die gesetzlichen Leistungen.
A.b Die Behandlung zum Unfall vom 24. Juli 2004 war noch nicht abgeschlossen und
der Beschwerdeführer seit 12. Dezember 2005 unfallbedingt 50% arbeitsunfähig
geschrieben, als er am 6. Februar 2006 erneut als Lenker seines Personenwagens in
eine Auffahrkollision verwickelt wurde. Er verspürte unmittelbar nach dem Aufprall
einen extremen Druck im Nacken- und Kopfbereich, es wurde ihm übel und schwindlig
und er hatte beidseits Ohrenrauschen. Nach etwa einer halben Stunde musste er
einmalig erbrechen und er merkte, dass die Schmerzen ins Kreuz ausstrahlten (UV-act.
III/1, III/6 und III/7). Der gleichentags konsultierte Hausarzt stellte massive
Verspannungen der Halswirbelsäule fest; die Röntgenbilder zeigten keinen Befund. Als
Folge dieses erneuten Unfalls wurde dem Beschwerdeführer wieder volle
Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die Beschwerdegegnerin erbrachte auch für dieses
Ereignis die gesetzlichen Leistungen.
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A.c Am 20. März 2006 sass der Beschwerdeführer als Beifahrer im von der Ehefrau
gelenkten Personenwagen, als dieser von rechts gerammt wurde. Dadurch kam es zum
Anprall des rechten Knies an der Fahrzeugtüre mit Schmerzen während zwei Wochen,
vermehrten Verspannungen im Nacken und vermehrten Schmerzen im Kreuz. Ein
Arbeitsversuch zu 50%, der von Dr. C._ für Anfang Mai 2006 empfohlen worden war,
konnte wegen eines Schmerzschubes nicht durchgeführt werden.
A.d Im Auftrag der Beschwerdegegnerin führte die Arbeitsgruppe für Unfallmechanik,
Zürich, am 31. Mai 2006 für alle drei Ereignisse biomechanische Kurzbeurteilungen
durch. In den entsprechenden Berichten kam sie zum Schluss, dass beim ersten
Ereignis vom 24. Juli 2004 die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (Delta-v)
innerhalb oder knapp oberhalb eines Bereiches von 10 – 15 km/h gelegen habe und die
festgestellten Beschwerden und Befunde durch die Kollisionseinwirkung im Normalfall
erklärbar seien (UV-act. I/83). Bei den Ereignissen vom 6. Februar und 20. März 2006
beurteilten die Experten für Biomechanik das Delta-v unterhalb oder innerhalb eines
Bereiches von 10 – 15 km/h und die festgestellten Beschwerden und Befunde durch
die Kollisionseinwirkung als eher erklärbar (UV-act. III/20 und IV/15). Zum Ereignis vom
20. März 2006 wurde festgehalten, dass es sich um eine grobe Abschätzung handle,
da keine Informationen zu den Beschädigungen des Suzuki (Personenwagen der
Unfallverursacherin) vorhanden seien (UV-act. IV/15).
A.e Im Spätsommer 2006 meldete die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer
zum Assessment (Abklärung der konkreten Einschränkungen und Ressourcen und
Feststellen der bestmöglichen weiteren Behandlungsmöglichkeiten) an der Rehaklinik
Bellikon an. Er litt weiterhin unter Verspannungen im Nacken und berichtete über
Angstzustände und Panikalbträume (UV-act. I/104 und I/107). Vom 25. September bis
27. Oktober 2006 hielt er sich stationär in der Rehaklinik Bellikon auf. Am 3. Oktober
2006 fand bei der klinischen Psychologin lic. phil. E._ ein psychosomatisches
Konsilium (UV-act. I/105), teilweise in kroatischer Sprache, und am 24. Oktober 2006
ein psychiatrisches Konsilium als "Second Opinion" durch Dr. med. F._, Leitender
Arzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, statt (UV-act. I/106). Dabei wurde ein
plakatives abnormes Krankheitsverhalten (allenfalls im Sinne eines sogenannten
Ganser-Syndroms), mit weit überwiegender Wahrscheinlichkeit bewusst gesteuert
(ICD-10: F68.0, ev. F44.80), diagnostiziert. Weiter wurde ein subjektiv diffuses
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Beschwerdebild mit bewegungs- und belastungsverstärkten Nackenschmerzen und
eingeschränkter HWS-Beweglichkeit in allen Richtungen festgestellt; alles nach
rezidivierenden Distorsionstraumen der HWS, Quebec-Task-Force II.
A.f Aufgrund der Abklärungen in der Rehaklinik Bellikon (Austrittsbericht vom
6. Dezember 2006; UV-act. I/107) wurde dem Beschwerdeführer am 23. Januar 2007
telefonisch der Fallabschluss per Ende Januar 2007 angekündigt (UV-act. I/108) und
am 24. Januar 2007 formell verfügt (UV-act. I/109).
A.g Beim Schneeräumen war dem Beschwerdeführer im Januar 2005 ein Holzstück
auf den rechten Fuss gefallen und hatte Schmerzen und später auch eine
Arbeitsunfähigkeit verursacht (UV-act. II/1). Über das Ende ihrer Leistungspflicht im
Zusammenhang mit diesem Unfall hatte die Beschwerdegegnerin am 17. November
2005 verfügt (UV-act. II/27). Diese Verfügung war in Rechtskraft erwachsen. Die Folgen
des Unfalls vom Januar 2005 bildeten daher nicht mehr Gegenstand der Verfügung
vom 24. Januar 2007.
B.
Gegen die Verfügung vom 24. Januar 2007 liess der Versicherte am 31. Januar 2007
durch die CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG Einsprache erheben. Sie
beauftragte Rechtsanwalt R. Niedermann mit der Vertretung, welcher am 2. Juli 2007
eine ausführliche Einsprachebegründung nachreichte. Er rügte darin die fehlende
Begründung der Einstellungsverfügung und beantragte die Ausrichtung einer Rente von
mindestens 50%, andernfalls sei die Arbeitsunfähigkeit durch eine orthopädische bzw.
rheumatologische sowie psychiatrische Begutachtung zu bestimmen und dem
Versicherten seien bis zum Fallabschluss rückwirkend Taggeldzahlungen im Umfang
von 50% auszurichten. Mit Entscheid vom 19. September 2007 wies die
Beschwerdegegnerin die Einsprache ab. Zur Begründung führte sie aus, die drei
Unfälle hätten Distorsionstraumata der Wirbelsäule verursacht, aber nicht zu einem
typischen Beschwerdebild mit einer Vielzahl von Beschwerden geführt. Die natürliche
Kausalität zu den drei Unfällen müsse spätestens im Zeitpunkt der Leistungseinstellung
verneint werden. In Anwendung von BGE 115 V 133 müsse auch die Adäquanz
verneint werden.
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C.
C.a Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 22. Oktober 2007 mit den Anträgen,
der angefochtene Einspracheentscheid der Suva vom 19. September 2007 sei
vollumfänglich aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei eine Invalidenrente
entsprechend einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% rückwirkend per 31. Januar
2007 auszurichten; eventualiter sei die Sache zu weiteren Abklärungen und zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen und dem Beschwerdeführer seien
bis zum Abschluss der Abklärungen rückwirkend ab Einstelltag weiterhin Taggelder
auszurichten.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 22. November 2007 beantragt Rechtsanwalt
Dr. U. Glaus für die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Organisch
objektiv ausgewiesene Beschwerden würden nach keinem der Unfälle vorliegen,
ebenso kein typisches Beschwerdebild nach Schleudertrauma. Die Adäquanz sei
ebenfalls zu verneinen.
C.c In der Replik vom 31. März 2008 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
fest. Er reicht ausserdem die Berichte von Dr. med. G._, Rheumatologie FMH, vom
14. März 2008 über die konsiliarische rheumatologische Untersuchung vom
20. Februar 2008 (act. G 17.1/6) sowie von Dr. med. H._, Fachärztin Psychiatrie und
Psychotherapie, vom 18. März 2008 über die Untersuchung auf serbokroatisch vom
11. März 2008 (act. G 17.1/7) ein. Gestützt darauf erweise sich laut Beschwerdeführer
eine polydisziplinäre Begutachtung als unabdingbar. Die psychosomatische und
psychiatrische Untersuchung der Rehaklinik Bellikon, welche unter Verletzung des
rechtlichen Gehörs zustande gekommen seien und daher nicht als Beweise verwertet
werden dürften, würden durch den Bericht von Dr. H._ auch inhaltlich widerlegt.
C.d Duplizierend hält die Beschwerdegegnerin an ihren Anträgen in der
Beschwerdeantwort fest und führt aus, dass die im Auftrag des Beschwerdeführers
erstellten Arztberichte von Dr. G._ und Dr. H._ keine Erkenntnisse enthielten, die
sich nicht bereits aus den medizinischen Akten der Suva ergäben. Zudem fehle es
insbesondere auch am adäquaten Kausalzusammenhang.
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C.e Auf die weiteren Begründungen in den Rechtsschriften und die Ausführungen in
den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer infolge der Unfälle vom 24. Juli
2004, 6. Februar 2006 und 20. März 2006 an Gesundheitsschädigungen leidet, für
welche die Beschwerdegegnerin auch nach dem 31. Januar 2007
Versicherungsleistungen schuldet.
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Entscheid die rechtlichen
Voraussetzungen des Bestehens eines natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und den in Frage stehenden (physischen
und psychischen) Gesundheitsschädigungen zutreffend dargelegt (Erwägungen 2);
darauf kann verwiesen werden. Zu ergänzen ist die Rechtsprechung zur
Adäquanzbeurteilung bei mehreren Unfällen mit HWS-Distorsionstrauma: Hat die
versicherte Person mehr als einen Unfall mit Schleudertrauma der HWS oder
gleichgestellter Verletzung erlitten, so ist die Adäquanz prinzipiell für jeden Unfall
gesondert zu beurteilen. In diesem Rahmen ist es nach der Rechtsprechung jedoch
nicht generell ausgeschlossen, die wiederholte Betroffenheit desselben Körperteils bei
der Adäquanzprüfung zu berücksichtigen. Letzteres ist insbesondere dann denkbar,
wenn die Auswirkungen der verschiedenen Ereignisse auf gewisse Beschwerden und/
oder auf Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit nicht von einander abgegrenzt werden
können (SVR 2007 UV Nr. 1 S. 1 [U 39/04], E. 3.3.2 mit Hinweisen; J.-M. Duc, La
jurisprudence des assurances sociales concernant les traumatismes cervicaux, SZS
52/2008 S. 66f.).
2.2 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist nach der höchstrichterlichen
Rechtsprechung entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
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berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in
der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen
Fachperson begründet und nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert
ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung
der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder
Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 mit Hinweis; BGE 122
V 157 E. 3c S. 160f. mit Hinweisen; RKUV 4/2000 KV 124 S. 214f.).
3.
3.1 Zunächst ist zu untersuchen, ob die Beschwerden, die der Versicherte noch klagt,
auf einem organisch objektivierbaren Substrat beruhen, das auf einen der drei Unfälle
vom 24. Juli 2004, 6. Februar 2006 oder 20. März 2006 zurückzuführen ist. Bei der
Erstbehandlung am 10. bzw. 12. August 2004 – die medizinische Erstversorgung hatte
am Unfallort in Mazedonien stattgefunden – fand Dr. B._ eine verspannte HWS- und
BWS-Muskulatur sowie eine etwa hälftig eingeschränkte Beweglichkeit der HWS ohne
neurologische Ausfälle (UV-act. I/2). Auf den Röntgenbildern wurde keine Fraktur
festgestellt. Die cervikale Kernspintomografie vom 3. Februar 2005 ergab eine
mässiggradige Bandscheibendegeneration C5/6 und Th1/2 mit leichter Bandscheiben
dehydratation sowie grenzwertiger medianer Diskusprotrusion C5/6 ohne
Neurokompression oder Spinalkanalstenose sowie ein ansonsten normales cervikales
vertebrospinales Kernspintomogramm. Kreisarzt Dr. med. I._, Facharzt FMH für
Chirurgie, speziell Allgemein- und Unfallchirurgie, fand bei der Untersuchung vom
27. September 2005 keine organisch fassbaren Korrelate für die geltend gemachten
Bewegungseinschränkungen (UV-act. I/33). Er stellte während des gesamten
Untersuchungsganges unauffällige Kopfwendbeweglichkeiten des Beschwerdeführers,
auch im Gespräch mit der anwesenden Ehefrau, mit Rotation des Kopfes fest.
Hingegen war die Beweglichkeit der Halswirbelsäule bei der gezielten Untersuchung
eingeschränkt.
3.2 Nach dem zweiten Auffahrunfall vom 6. Februar 2006 kamen sofort beidseits
Nackenschmerzen und mittelstarke Kopfschmerzen hinzu, der Versicherte empfand
Schwindel und Übelkeit sowie ein Rauschen in den Ohren und musste sich einmalig
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übergeben. Die Röntgenaufnahmen, die sein Hausarzt gleichentags anfertigte, waren
ohne Befund (UV-act. III/3, III/6 und III/7). Der Unfall vom 20. März 2006 mit seitlichem
Anprall führte zu vermehrten Verspannungen der Nackenmuskulatur und zu Schmerzen
im Kreuz. Das rechte Knie war während zwei Wochen schmerzhaft (UV-act. IV/5 und
IV/6).
3.3 An der Rehaklinik Bellikon konnten an der Halswirbelsäule keine pathologischen
Befunde erhoben werden und es wurden im Wesentlichen keine posttraumatischen
und keine degenerativen Veränderungen festgestellt (UV-act. I/107).
3.4 Die Berichte von Dr. C._ vom 30. Januar 2006 (UV-act. I/53), vom 29. März
2006 (UV-act. I/67), vom 15. Mai 2006 (UV-act. I/75) und vom 26. Juni 2006 (UV-act. I/
85) weisen entgegen den Ausführungen in der Beschwerdeschrift keine organisch
nachweisbaren Unfallfolgen nach. Der behandelnde Arzt erhob manualtherapeutische
Befunde und stellte fest, dass der Patient auf seine Behandlung gut anspreche.
Radiologisch oder durch andere Verfahren belegbare strukturelle Veränderungen
beschrieb er nicht.
3.5 Auch Dr. G._, der den Beschwerdeführer am 20. Februar 2008 nach einer
weiteren Auffahrkollision, die sich 2008 ereignet haben soll und deren Auswirkungen
nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sind, konsiliarisch rheumatologisch
untersuchte, erhob keine relevanten pathologischen klinischen Befunde (Bericht vom
14. März 2008, act. G 17.1/6). In den bildgebenden Untersuchungen fanden sich laut
dem Konsiliararzt abgesehen von einer beginnenden Segmentdegeneration C5/6 mit
Diskusprotrusion ohne Neurokompression keine posttraumatischen oder degenerativen
Veränderungen bei Wirbelsäulenfehlstatik.
3.6 Zusammengefasst konnte weder nach einem der drei zur Diskussion stehenden
Unfälle vom 24. Juli 2004, 6. Februar 2006 und 20. März 2006 noch insgesamt ein
organisch objektivierbares Substrat für die Beschwerden des Versicherten
nachgewiesen werden.
4.
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4.1 Weiter ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer bei einem der drei Unfälle ein
Schleudertrauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente
Verletzung oder ein Schädel-Hirntrauma erlitten hat. Ist dies der Fall, muss beurteilt
werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden
Beeinträchtigungen wie Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel, neurologische
Defizite (Konzentrations- und Gedächtnisstörungen), Übelkeit, Visusstörungen,
Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. nach einem der drei
Unfälle vorgelegen haben (BGE 8C_181/2007 vom 17. April 2008 E. 2.4 bzw. BGE
117 V 359 E. 4b S. 360). Kann nicht von einem vielschichtigen somatisch-psychischen
Beschwerdebild - d.h. von einem komplexen Gesamtbild unfallbedingter psychischer
Beschwerden und ebenfalls unfallkausaler organischer Störungen - gesprochen
werden, hat die Prüfung der adäquaten Kausalität praxisgemäss unter dem
Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall gemäss BGE 115 V 133
zu erfolgen. Dieses Vorgehen greift Platz, wenn die zum typischen Beschwerdebild
eines HWS-Schleudertraumas gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise gegeben
sind, im Vergleich zur ausgeprägten psychischen Problematik aber unmittelbar nach
dem Unfall ganz in den Hintergrund getreten sind oder die physischen Beschwerden im
Verlauf der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Einstellungszeitpunkt gesamthaft
nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben (vgl. BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111f.,
127 V 102 E. 5b/bb S. 103, 123 V 98 E. 2a S. 99; RKUV 5/2002 Nr. U 465 S. 437, je mit
Hinweisen).
4.2 Die medizinischen Berichte gehen übereinstimmend für alle drei Unfälle von
Distorsionen der Halswirbelsäule aus. Im Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon
präzisierten die untersuchenden Ärzte die Diagnose auf rezidivierende
Distorsionstraumen der HWS, Quebec-Task-Force II (UV-act. I/107). Diese Diagnose
umfasst Nackenbeschwerden und muskuloskelettale Zeichen (wie verminderte
Beweglichkeit, punktuelle Schmerzhaftigkeit), jedoch keine neurologischen Zeichen
(zitiert nach Diagnostisches und therapeutisches Vorgehen in der Akutphase nach
kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma [sog. Schleudertrauma], Empfehlungen
einer schweizerischen Arbeitsgruppe in Schweiz Med Forum Nr. 47/2002 S. 1119 bzw.
nach Wikipedia http://en.wikipedia.org/wiki/Whiplash_(medicine), Abfrage vom 27. Ok
tober 2008). Es wird auch von keiner Partei bestritten, dass bei jedem der drei Unfälle
vom 24. Juli 2004, 6. Februar 2006 und 20. März 2006 ein Distorsionstrauma der
http://en.wikipedia.org/wiki/Whiplash_(medicine)
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Halswirbelsäule stattgefunden hat. Auf diese Diagnose der Arztberichte kann daher
abgestellt werden.
4.3 Strittig ist hingegen, ob beim Beschwerdeführer nach einem der drei Unfälle ein
typisches Beschwerdebild nach HWS-Distorsionstrauma mit einer Häufung von
Beschwerden vorgelegen hat. Dr. B._ stellte bei der Behandlungsaufnahme in der
Schweiz am 12. August 2004 eine verspannte HWS- und BWS-Muskulatur fest und
fand die HWS-Beweglichkeit etwa hälftig eingeschränkt (UV-act. I/2). Nach dem
zweiten Unfall vom 6. Februar 2006 klagte der Beschwerdeführer über sogleich
aufgetretene Kopf- und Nackenschmerzen, letztere beidseits mit sofortiger
Schmerzausstrahlung, massive Verspannungen im Nacken, Schwindel, Übelkeit, ein
Rauschen in beiden Ohren sowie einmaliges Erbrechen. Der Hausarzt beschrieb weiter
einen ängstlich verspannten Patienten ohne autopsychische Orientierung und hielt fest,
dass bereits vor diesem Unfall das Medikament Remeron (Antidepressivum)
eingenommen worden sei (Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-
zervikalem Beschleunigungstrauma, ausgefüllt durch Dr. B._ am Unfalltag, UV-act.
III/3). Diese Erhebungen zeigen ein Beschwerdebild mit einigen typischen
Beeinträchtigungen unmittelbar nach dem zweiten Unfall vom 6. Februar 2006. Wie
nachstehend noch zu zeigen sein wird, waren die psychischen Einschränkungen des
Beschwerdeführers in diesem Zeitpunkt bereits erheblich und nahmen weiter an
Gewicht zu. Der dritte Unfall folgte am 20. März 2006 nur rund sechs Wochen nach
dem zweiten Unfall. Ausser der Schmerzen am rechten Knie, die nach zwei Wochen
abgeklungen waren, klagte der Beschwerdeführer danach über vermehrte
Verspannungen im Nacken und vermehrten Schmerzen im Kreuz (UV-act. IV/5 und IV/
6). Zusammenfassend lag nach dem ersten und dritten Unfall keine Häufung von
Beeinträchtigungen im Sinne eines typischen Beschwerdebildes nach HWS-
Distorsionstrauma vor; nach dem zweiten Unfall muss ein solches wohl eher bejaht
werden.
4.4 Selbst wenn also nach dem zweiten Unfall vom 6. Februar 2006 ein typisches
Beschwerdebild nach HWS-Distorsionstrauma bejaht wird, überwog im
Einstellungszeitpunkt das "plakativ abnorme Krankheitsverhalten (allenfalls im Sinne
eines sog. Ganser-Syndroms), mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bewusst
gesteuert" (Austrittsbericht Bellikon vom 6. Dezember 2006, UV-act. I/107 und
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besonders psychiatrische Beurteilung vom 24./25. Oktober 2006, UV-act. I/106). Die
körperlichen Beschwerden traten gegenüber dieser psychisch geprägten Problematik
in den Hintergrund bzw. liessen sich auch im gezielten Abklärungsverfahren (sog.
Assessment) der Rehaklinik Bellikon gar nicht verifizieren (Austrittsbericht vom
6. Dezember 2006, UV-act. I/107). Bei dieser Ausgangssitutation ist die natürliche
Kausalität nicht weiter zu prüfen, da es, wie nachfolgend (E. 5) darzulegen ist, an der
Adäquanz fehlt.
4.5 Der Beschwerdeführer kritisiert die psychiatrische Beurteilung vom 24. Oktober
2006 durch Dr. F._ (UV-act. I/106) und daran insbesondere die Tatsache, dass kein
Dolmetscher beigezogen wurde. Nach der Rechtsprechung haben Versicherte keinen
Anspruch auf die Durchführung einer medizinischen Abklärungsmassnahme in ihrer
Muttersprache oder unter Beizug eines Übersetzers (Entscheide des Eidgenössischen
Versicherungsgericht vom 2. Mai 2005 I 715/04 und vom 30. Dezember 2003 I 245/00,
auszugsweise publiziert in AHI-Praxis 3/2004 S. 143ff. E. 4.2.1). Ob eine medizinische
Abklärung in der Muttersprache des Exploranden oder unter Beizug eines Übersetzers
im Einzelfall geboten ist, hat grundsätzlich der Gutachter bzw. Arzt im Rahmen
sorgfältiger Auftragserfüllung zu entscheiden. Neben der Wahl des Dolmetschers (Dritte
oder Verwandte oder Bekannte der versicherten Person) gehört dazu auch die Frage,
ob allenfalls bestimmte Teile der Abklärung aus sachlichen und persönlichen Gründen
ohne Dolmetscher durchzuführen sind. Die psychiatrische Beurteilung wurde durch
Dr. F._ als Zweitmeinung konzipiert und vorgenommen. Er stützte sich dabei auf
Exploration und Bericht der klinischen Psychologin, die mit dem Beschwerdeführer
auch in kroatischer Sprache kommuniziert hatte. Zusätzlich lagen Berichte über
Erfahrungen mit ihm aus rund vier Wochen Klinikaufenthalt vor, die der Psychiater aus
seiner spezialärztlichen Sichtweise überprüfen wollte. Dr. F._ beschrieb denn auch
ausführlich die nonverbale und verbale Kommunikation des Beschwerdeführers
aufgrund der unverfälschten direkten Begegnung mit ihm und bezog ausdrücklich
beide Aspekte in seine Beurteilung ein. Diese Abklärung wäre unter Beizug eines
Dolmetschers nicht in der beschriebenen Art möglich gewesen. Auch wurden dabei
keine Verfahrensrechte des Beschwerdeführers verletzt. Da die psychiatrische
Beurteilung für sich allein und im Gesamtbild der Berichterstattung durch die Fachleute
der Rehaklinik Bellikon die zitierten Kriterien zum Beweiswert medizinischer Berichte
erfüllt, kann auf sie abgestellt werden.
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4.6 An dieser Würdigung vermag auch der Bericht von Dr. H._ vom 18. März 2008
(act. G 17.1/7) nichts zu ändern, der auf der Exploration vom 11. März 2008 beruht,
welche nach dem vierten Auffahrunfall Anfang 2008, dessen Auswirkungen im
vorliegenden Verfahren nicht zur Diskussion stehen, durchgeführt wurde. Obwohl mit
der Situation nach vier Unfällen nicht die gleiche Ausgangslage beurteilt wurde wie
durch die Fachleute an der Rehaklinik Bellikon, enthält dieser Bericht keine
Widersprüche zur Beurteilung durch Dr. F._ (UV-act. I/106) und vermag er
insbesondere nicht die Einschätzung für die Folgen der drei Unfälle vom 24. Juli 2004,
6. Februar 2006 und 20. März 2006 umzukehren.
4.7 Zusammenfassend ist aufgrund der medizinischen Akten der natürliche
Kausalzusammenhang nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gegeben. Die
subjektiven Beschwerden des Versicherten lassen sich im Einstellungszeitpunkt nicht
genügend objektivieren. Selbst wenn noch von natürlich kausalen Unfallfolgen
auszugehen wäre, ist - wie nachstehend auszuführen ist - deren Adäquanz zu den
Unfällen vom 24. Juli 2004, 6. Februar 2006 und 20. März 2006 zu verneinen.
5.
5.1 Wie aus dem Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 6. Dezember 2006 (UV-
act. I/107), der psychiatrischen Beurteilung vom 24. Oktober 2006 (UV-act. I/106) und
dem Bericht vom 4. Oktober 2006 über das psychosomatische Konsilium vom
3. Oktober 2006 (UV-act. I/105) hervorgeht, überwiegen beim Versicherten eindeutig
die psychischen Beschwerden. Die Adäquanzprüfung hat demnach gemäss BGE 115
V 133 zu erfolgen.
5.2 Bei der Beurteilung des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und einer
anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwicklung mit Einschränkung der
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ist nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 133 E. 6 S. 138
ff., bestätigt unter anderem in SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31 ff.) vom Unfallereignis
auszugehen. Dabei besteht ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den
Beschwerden und dem Unfall, wenn dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die
Entstehung der Beschwerden zukommt. In objektivierter Betrachtungsweise werden
die Unfälle nach ihrer erfahrungsgemässen Eignung, psychische Beschwerden zu
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bewirken, eingeteilt in banale und leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits
und in einen dazwischen liegenden Bereich der mittelschweren Unfälle. Bei banalen
Unfällen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den
psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden, weil
auf Grund der allgemeinen Lebenserfahrung davon ausgegangen werden darf, dass ein
solcher Unfall nicht geeignet ist, einen invalidisierenden psychischen
Gesundheitsschaden zu verursachen. Bei schweren Unfällen dagegen ist der adäquate
Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit in
der Regel zu bejahen. Denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der
allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische
Gesundheitsschäden zu bewirken. Dabei gelten als schwer nur solche Unfälle, bei
denen sämtliche Umstände, insbesondere die Dramatik des Unfallereignisses und die
Dauer desselben wie auch die somatischen Unfallfolgen eine für die versicherte Person
aussergewöhnliche Eindrücklichkeit aufweisen. Mithin können auch Unfälle, die im
Volksmund als schwer bezeichnet werden, keine der Rechtsprechung zur
obligatorischen Unfallversicherung entsprechende Schwere aufweisen. Bei Unfällen im
mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und psychisch bedingter
Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des
Unfalls allein schlüssig beantworten. Vielmehr sind weitere, objektiv fassbare
Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als
direkte bzw. indirekte Folge davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung
einzubeziehen (BGE 115 V 133 E. 6a-c S. 139 ff.). Dabei müssen
rechtsprechungsgemäss (vgl. BGE 115 V 133 E. 6c S. 140f.; SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31
ff. E. 2, 2001 UV Nr. 8 S. 31 ff. E. 3, je mit Hinweisen) die weiteren unfallbezogenen
Kriterien entweder in gehäufter oder auffallender Weise oder ein einziges Kriterium in
besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann.
Als abschliessend aufgezählte Kriterien gelten dabei:
- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des
Unfalls,
- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre
erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen,
- ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung,
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- körperliche Dauerschmerzen,
- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert,
- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen,
- Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.
5.3 Jeder der drei Unfälle ist dem mittleren Bereich zuzuordnen, ohne dass bei einem
der drei Ereignisse ein Grenzfall zu den schweren Unfällen anzunehmen wäre. Beim
Unfall vom 20. März 2006 lässt sich sogar diskutieren, ob er im Grenzbereich zu den
leichten Unfällen einzuordnen ist. Diese Einteilung der drei Unfälle wird gestützt durch
die entsprechenden biomechanischen Kurzbeurteilungen der Arbeitsgruppe für
Unfallmedizin vom 31. Mai 2006 (UV-act. I/83, III/20 und IV/15). Da diese Beurteilungen
neben den übrigen Akten nur einen Teilaspekt bilden und sich aus den übrigen
Unterlagen keine anderen Hinweise ergeben, ist es für die Einteilung der Ereignisse
nicht erforderlich, zu den Unfällen vom 6. Februar 2006 und 20. März 2006 die
vorgeschlagenen technischen Unfallanalysen und darauf gestützte eingehendere
biomechanische Beurteilungen zu veranlassen, wie es der Beschwerdeführer verlangt.
Solche Expertisen würden zu den natürlichen Kausalzusammenhängen in den
Unfallzeitpunkten näher Stellung nehmen. Zur Erläuterung der strittigen Fragen im
vorliegenden Verfahren, wo es um die Kausalität im Einstellungszeitpunkt geht, würden
sie nichts beitragen.
5.4 Die vom Beschwerdeführer erlittenen Unfälle, die jeweils ein HWS-Distorsions-
trauma hervorriefen, datieren vom 24. Juli 2004 sowie 6. Februar und 20. März 2006.
Da jeweils der gleiche Körperteil betroffen wurde, rechtfertigt es sich, eine gesamthafte
Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs vorzunehmen, weil sich, vor allem
was die Unfälle vom 6. Februar und 20. März 2006 betrifft, kaum mehr unterscheiden
lässt, welche Beeinträchtigungen nun welchem Unfallereignis zugeordnet werden
können (vgl. dazu auch J.-M. Duc, La jurisprudence des assurances sociales
concernant les traumatismes cervicaux, SZS 52/2008 S. 67 und die dort in Anm. 40
zitierte Rechtsprechung).
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5.5 Von den unfallbezogenen Kriterien (E. 5.1 hiervor) ist keines in besonders
ausgeprägter Weise erfüllt. Das Kriterium körperliche Dauerschmerzen ist gegeben,
jedoch nicht in besonders ausgeprägter Weise. Bei manualmedizinischen
Behandlungen in angepassten kurzen Abständen und bei optimierter Medikation war
der Versicherte immer wieder beschwerdefrei (Berichte Dr. C._ vom 30. Januar 2006
[UV-act. I/53], vom 29. März 2006 [UV-act. I/67], vom 15. Mai 2006 [UV-act. I/75] und
vom 26. Juni 2006 [UV-act. I/85].
5.6 Auch das Kriterium Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit ist
nicht in besonders ausgeprägter Weise erfüllt. Nach dem ersten Unfall vom 24. Juli
2004 arbeitete der Beschwerdeführer ab 23. September 2004 wieder voll (UV-act. I/18
und I/11), wobei die Arbeitsunfähigkeit wesentlich durch die Tatsache mit verursacht
war, dass ihm im Betrieb keine oder kaum leichte bis höchstens mittelschwere Arbeit
zugeteilt wurde und der Heilungsprozess durch die schwere Arbeit mit Heben und
Anschlagen von Fenstern wiederholt zurückgeworfen wurde (UV-act. I/15, I/16, I/25
und I/53). Die Arbeitsunfähigkeiten 2005 waren nicht von langer Dauer. Zudem waren
sie teilweise auf den Unfall mit dem rechten Fuss im Januar 2005 (Sachverhalt Ziffer
A.g) zurückzuführen, was betreffend Arbeitsunfähigkeit erst ab 27. Juni 2005 separat
beurteilt wurde (UV-act. II/1, II/3 und II/5). Nach voller Arbeitsfähigkeit ab 7. Oktober
2005 - die vorangehende Arbeitsunfähigkeit war wegen Beschwerden und Operation
des rechten Fusses verursacht -, attestierte der behandelnde Arzt ab 23. November
2005 100%, ab 12. Dezember 2005 50% Arbeitsunfähigkeit (UV-act. I/38 und I/39).
Nach dem zweiten Auffahrunfall vom 6. Februar 2006 attestierte Dr. B._ bis auf
weiteres volle Arbeitsunfähigkeit (UV-act. III/3 und I/67). Ein Arbeitsversuch im Rahmen
von 50% war für Mai 2006 vorgesehen, wurde aber wegen zwischenzeitlicher Zunahme
der Beschwerden nicht durchgeführt (UV-act. I/69 bis I/71). Inwiefern letztere bei
gekündigtem Arbeitsverhältnis und wiederholt fehlender Zuteilung von körperlich
leichterer Arbeit auch psychisch mit verursacht war, lässt sich aufgrund der Akten nicht
beurteilen. Tatsache ist jedoch, dass der behandelnde Arzt neben Manualtherapie und
konsequenter Patientenführung inzwischen auch eine antidepressive Therapie
durchführte (UV-act. I/75). Die psychische Mitursache der Arbeitsunfähigkeit nahm
stetig zu (UV-act. I/85). Beim mittlerweile arbeitslosen Beschwerdeführer (UV-act. I/79
und I/81) ging Dr. C._ am 27. Juli 2006 von 50% Arbeitsfähigkeit, für wirklich leichte
Arbeit eventuell von voller Arbeitsfähigkeit aus (UV-act. I/87). Laut Austrittsbericht der
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Rehaklinik Bellikon vom 6. Dezember 2006 (UV-act. I/107) war dem Beschwerdeführer
ganztägig mittelschwere Arbeit zumutbar. Das Kriterium Grad und Dauer der physisch
bedingten Arbeitsunfähigkeit ist erfüllt, jedoch nicht in besonders ausgeprägter Weise.
5
.7 Nachdem die übrigen Kriterien (besonders dramatische Begleitumstände oder
besondere Eindrücklichkeit des Unfalls, die Schwere oder besondere Art der erlittenen
Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen, ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung,
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert sowie
schwieriger Heilverlauf und erhebliche Komplikationen) nicht erfüllt sind, liegt keine
Häufung vor. Die Adäquanz der Beschwerden des Versicherten im
Einstellungszeitpunkt zu den Unfällen vom 24. Juli 2004, 6. Februar 2006 und 20. März
2006 muss daher verneint werden.
6.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG