Decision ID: 4b6d76bb-1152-4724-9b84-259fa3da7b2f
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1954 geborene
X._
arbeitete seit 1982 bei der
Y._
AG, Werk
Z._
, als Mitarbeiterin in der
Stanzerei
, als sie sich am
8.
Januar 2013 unter Hinweis auf ein chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei Diskushernie L4/5 und L5/S1 sowie Kniearthrose beidseits bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldete (Urk. 7/3,
Urk. 7/9/2
, Urk. 7/14/1-2
)
. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, führte am
4.
Februar 2013 ein Standortgespräch mit der Ver
sicherten durch (Urk. 7/7-8),
holte Berichte der behandeln
den Ärzte (Urk. 7/10, Urk. 7/15
), die Akten der Krankentaggeldversicherung (Urk. 7/12) und einen
Ar
beitgeberfragebogen
(Urk. 7/14) ein und liess einen Auszug aus dem individu
ellen Konto der Versicherten erstellen (
IK-Auszug;
Urk. 7/9). Zudem liess sie durch die Klinik
A._
eine
rheumatologische Begutachtung inklusive
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit
(EFL)
durchführen (Gutachten vom
2
3.
August 2013, Urk. 7/19).
Nach Rücksprache mit ihrem Regionalen Ärzt
lichen Dienst (RAD; Stellungnahme vom 2
6.
November 2013, Urk. 7/22/4-5) stellte sie der Versicherten mit Vorbescheid vom
3.
Januar 2014 die Abwei
sung des Rentenbegehrens in Aussicht (Urk. 7/24). Mit Eingabe vom
6.
Februar 2014 (Urk. 7/27), ergänzt am 1
8.
März 2014 (Urk. 7/29), erhob die Versicherte Ein
wand dagegen. Die IV-Stelle holte beim letzten Arbeitgeber weitere Aus
künfte ein (Urk. 7/31) und verneinte dann mit Verfügung vom 2
5.
Juli 2014 wie ange
kündigt den Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente (Urk. 7/33
= Urk. 2
).
2.
Gegen die Verfügung vom 2
5.
Juli 2014 erhob die Versicherte am 15. Septem
ber 2014 Beschwerde
und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuhe
ben und es sei ihr eine volle Invalidenrente zuzusprechen. Eventua
liter sie die
An
gelegenheit zu weiteren Abklärungen an die Vorinstanz zurück
zuweisen (Urk. 1
S. 2). In prozessualer Hinsicht ersuchte
die
a
nwaltlich vertretene Versi
cherte
um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung (Urk. 1 S. 5). Die
Be
schwerdegegnerin
schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 21. Oktober 2014 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6).
Mit gerichtlicher Ver
fügung vom 1
3.
November 2014 wurde der Beschwerdeführerin die unentgelt
liche
Prozess
führung
gewährt und es wurde ihr Rechtsanwalt Oskar
Gysler
,
Zürich, als un
entgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren bestellt
. Zugleich wurde ihr die Beschwerdeantwort zur Kenntnisnahme zugestellt
(Urk. 12).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
1.3
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das
heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
gemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
ba
ren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Be
richten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wür
digen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange um
fassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwe
r
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
fol
gerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätz
lich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt,
ihre Abklärungen hätten ergeben, dass die Beschwerdeführerin seit dem
9.
Dezember 2011 im bisherigen Beruf als
Stanzerei
-Mitarbeiterin zu 50
%
arbeitsunfähig sei, dass ihr eine behinderungsangepasste, sehr leichte und vor
wiegend sitzende Tätigkeit jedoch zu 100
%
zumutbar sei. Unter Berücksichti
gung eines Leidensabzugs von 15
%
ergebe sich ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 19
%
(Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin wandte dagegen ein,
der Wirbelsäulenspezialist
Dr.
med.
B._
, Facharzt für
Chirurgie
, gehe aufgrund der
Wirbel
säu
len
beschwerden
nur von einer Arbeitsfähigkeit von 30
%
in einer
leidensan
ge
passten
Tätigkeit mit allfälliger Steigerbarkeit auf 50
%
aus. Die Gutachter der Klinik
A._
hätten selber bestätigt, dass die Bewegungsprüfung auf
grund der Schmerzen nur eingeschränkt durchführbar gewesen sei (Urk. 1 S. 3-4).
Zu
dem habe die Beschwerdegegnerin die aus psychiatrischer Sicht attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50
%
zu Unrecht unberücksichtigt gelassen. Ohnehin sei
die allenfalls verbleibende Restarbeitsfähigkeit angesichts ihres Alters bezie
h
ungs
weise der kurzen verbleibenden Restaktivitätsdauer sowie unter Berück
sich
tigung der fehlenden Berufsbildung, der mangelnden Deutschkenntnisse und wegen fehlender
Berufserfahrung in einer Verweistätigkeit nicht zumutbar
(Urk. 1
S. 4).
Eventualiter sei wegen dieser Faktoren ein Leidensabzug von 25
%
vor
zu
nehmen (Urk. 1 S. 5).
3.
3.1
Das MRT des rechten Kniegelenkes vom
6.
Januar
2012 zeigte laut dem gleichen
tags verfassten Bericht des
C._
eine ansatznahe Degeneration im
Innenmeniskushinterhorn
ohne Riss mit Extrusion der Pars
intermedia
zum Innenband mit begleitendem Reizzustand, eine mediale Gon
ar
throse mit Grad 3-4 Knorpelschaden und
subchondralem
Knochenmarködem in der
Innenkondyle
sowie einen deutlichen Gelenkerguss mit
Synovitis
, auch Bur
sitis
praepatellaris
(Urk. 7/10/14).
3.2
Die Ärzte des
D._
, Klinik für Rheumatologie, nannten
in ihrem Bericht vom 31. Juli 2012
als Hauptdiagnosen ein chronisch rezidivieren
des
lumboradikuläres
Syndrom L5 links mit sensomotorischem Ausfallsyndrom L5 links, mit Diskushernie L5/S1 mit
neuroforaminaler
Irritation der
Nerven
wurzel
L5 links sowie
rezessaler
Irritation der Nervenwurzel S1 links und mit Spinalkanalstenosen L2/3, L3/4 und L4/5, sowie eine mediale
Varusgonarthrose
am rechten Knie (Urk. 7/10/5).
Sie berichteten, die Beschwerdeführerin sei am 1
2.
Juli 2012 bei immobilisierenden
Beschwerdeexazerbationen
ins Spital ein
getreten. Unter Optimierung der Schmerzmedikation und
unter
regelmässiger Durchführung physikalisch-physiotherapeutischer Massnahmen habe ein deutli
ches Ansprechen der Symptomatik erreicht werden können. Bis zur Beendigung der vorgesehenen Rehabilitationsmassnahmen in der
Klinik E._
sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsunfähig. Eingeschränkt seien die
Gehfähi
g
keit
und das Treppensteigen sowie das Ausführen von Haushaltstätigkeiten im Stehen (Urk. 7/10/5-6).
3.
3
Dem Bericht der
Klinik E._
vom 2
0.
August 2012
ist zu entnehmen, dass sich die Beschwerdeführerin vom 2
7.
Juli bis am
9.
August 2012
zwecks Reha
bilitation stationär dort aufhielt
. Die Ärzte attestierten der Beschwerdeführerin in der aktuellen Tätigkeit noch eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit für die Zeit vom 1
0.
bis am 1
7.
August 2012 und hielten fest, danach solle eine stufenweise Wiedereingliederung in den Arbeitsalltag versucht werden (Urk. 7/10/7-8).
3.
4
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Allgemeinmedizin, nannte in seinem Bericht vom 1
3.
Februar 2013 ein
lumbospondylogenes
Syndrom mit inter
mittie
rend L5-Symptomatik links, Diskushernie L4/5 mit Kompression L5 und
Dis
kushernie
L5/S1 links, eine Gonarthrose rechts sowie eine Adipositas als Diag
nosen mit Auswirkung au
f
die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/10/1).
Seit dem 20. Dezember 2011 sei sie als Arbeiterin in der Kartonfabrik zu 50 bis 100
%
arbeitsunfähig. Dies wegen Schmerzen bei Belastung und beim Stehen (Urk. 7/10/2).
Empfohlen werde eine wechselnde Belastung. In diesem Rahmen bestehe ebenfalls eine Arbeitsfähigkeit von höchstens 50
%
(Urk. 7/10/3-4).
3.5
Der seit dem 3
1.
März 2012 behandelnde
Dr.
B._
attestierte der Beschwer
deführerin a
m 2
1.
März 2013
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 2
5.
März 2012 in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit (Urk. 7/15/4). Weiter führte er aus, in der angestammten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin zurzeit und bis auf Weiteres aufgrund der vor allem belastungsabhängigen Beschwerden bei kom
plexer Problematik des Bewegungsapparates zu 100
%
arbeitsunfähig. Das
Ach
senorgan
der Beschwerdeführerin sei vermindert belastbar, weshalb alle Tä
tig
keiten mit schwer
e
m Heben oder Tragen von Lasten sowie in wirbelsäulen
belastenden Tätigkeiten und in Zwangshaltung, langandauerndes reines Stehen insbesondere in
vor
n
übergeneig
t
er
Körperhaltung, alle Tätigkeiten mit repetiti
ven
r
umpf- oder
h
alswirbelsäule
nrotierenden Stereotypien sowie Arbeiten über
wiegend im Überkopfbereich nicht geeignet seien. Zumutbar seien körper
lich leichte Tätigkeiten in wirbelsäu
lenadaptierten Wechselpositione
n mit der Mög
lichkeit zum Wechseln zwischen Sitzen, Stehen und Gehen, ohne das Heben von schweren Lasten, kurzfristig nicht mehr als fünf Kilogramm und längerfris
tig nicht mehr als zwei Kilogramm. In einer solchen behinderungsangepassten Tätig
keit halte er die Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht für zu 30
%
arbeitsfähig. Mit physiotherapeutischen Massnahmen könnten die Beschwerden gemindert und die aktuelle 50%ige Arbeitsfähigkeit
könne
für eine angepasste Tätigkeit erhalten werden (Urk. 7/15/5).
3.6
Daraufhin wurde die Beschwerdeführerin im Juli 2013
in der Klinik
A._
, Zentrum für Rehabilitation und Nachbehandlung,
rheumatologisch begutachtet. I
n
diesem Rahmen
wurde
zudem
eine Abklärung mittel
s
EFL durchgeführt (Gut
achten
vom 2
3.
August 2013
,
Urk. 7/19).
Die Beschwerdeführerin
selber
gab an, lumbale Rückenschmerzen habe sie seit 2008, jedoch sei es seither zu einer progredienten Beschwerdezunahme mit gürtelförmigen LWS-Schmerzen beidseits mit weitläufigen Schmerzausstrah
lungen in den
Abdominalbereich
sowie in beide untere Extremitäten linksbetont
gekommen. Ferner
bestehe eine „stechende“ Schmerzsymptomatik in beiden Hüft
gelenken
. Die durchschnittliche Schmerzstärke liege bei 9 bis 10 auf der NRS-10-er-Skala. Zu einer leichten Besserung der Schmerzsymptomatik komme es nach Einnahme der analgetischen Medikation sowie durch körperliche Schonung.
Gehen könne sie dreimal täglich während zehn Minuten, Stehen am Ort während zehn Minuten und Sitzen bei zunehmenden Schmerzen im Bereich der lumbalen Lendenwirbelsäule sowie im Bereich der Kniegelenke während 45 Mi
nuten. Sie leide an permanenten Knieschmerzen beidseits
mit Stärke neun bis zehn
. Gelegentlich komme es zu Blockierungsphänomenen im Bereich beider
Kniegelenke. Ferner
bestünden weitläufige Schmerzausstrahlungen in beide Füsse
sowie eine stechende Schmerzsymptomatik im Bereich der Fusssohle beidseits (Urk. 7/19/16
-17
).
Die Gutachter
stellten
folgende Diagnosen (Urk. 7/19/19):
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
bei degenerativen LWS-Veränderungen mit mässig ausgeprägter
Osteochondrose
L
4
/L5 sowie erheblicher
Osteochondrose
L5/S1 und Diskushernie L5/S1
deutliche
medialbetonte
Gonarthrose rechts
beginnende mediale Gonarthrose links
arterielle Hypertonie
Adipos
itas
Im Bericht
über die durchgeführte EFL wurde bei etlichen arbeitsbezogenen Be
lastbarkeitswerten angegeben, es habe eine Selbstlimitierung vorgelegen (Urk. 7/19/6). Die Belastbarkeit sei daher nicht beurteilbar gewesen (Urk. 7/19/3-4).
Die Beschreibung von Schmerz und Einschränkungen sei un
differenziert ausgefallen, das Leistungsverhalten und die Konsistenz seien schlecht gewesen.
Zusammenfassend wurde die Symptomausweitung als erheb
lich eingestuft
(Urk. 7/19/4-5)
.
Die Gutachter hielten fest, das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden aus somatischer Sicht nur ungenügend erklären. Die
Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich daher
primär
auf medizinisch-
theore
tische
Überlegungen unter
Berücksichtigung
der Beobachtungen bei den
Leis
tungstests
(Urk. 7/19/19).
Die Gutachter
führten aus, in der aktuellen klinischen Beurteilung habe sich die deutlich adipöse Beschwerdeführerin mit deutlicher schmerzbedingter
Belas
tungseinschränkung
der Lendenwirbelsäule sowie der Kniegelenke gezeigt. Auf
grund des schmerzbedingten aktiven Gegenspannens habe die
Bewegungsprü
fung
der Wirbelsäule nur eingeschränkt durchgeführt werden können. Radiolo
gisch fänden sich in den aktuellen Aufnahmen der lumbalen Wirbelsäule mässig bis deutlich ausgeprägte degenerative Veränderungen sowie eine
Wirbelsäulen
fehlform
. Die Bewegungsprüfung beider Kniegelenke habe sich schmerzbedingt deutlich eingeschränkt gezeigt. Radiologisch finde sich
im Bereich des rechten Kniegelenkes eine deutliche medial betonte Gonarthrose, im Bereich des linken Kniegelenkes eine beginnende medial betonte Gonarthrose. Der neurologische Status zeige sich unauffällig (Urk. 7/19/20-21).
In der Arbeitsanamnese wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin habe seit 1982 als
Produktionsmitarbeite
rin
in einer
Stanzerei
in einem 100%-Pensum gearbeitet. Es handle sich dabei um eine überwiegend gehend und stehend ausgeübte Tätigkeit an einer Stanz
maschine. Dabei seien repetitive Verpackungsarbeiten mit einer
Gewichtsbelas
tung
von jeweils zehn Kilogramm durchzuführen gewesen (Urk. 7/19/15). Die Gutachter
gelangten zum Schluss,
diese Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin in einer
Stanzerei
sei ihr aufgrund der objektivierbaren klinischen Befunde, der radiologischen Diagnostik sowie der Ergebnisse der EFL noch während vier Stunden pro Tag zumutbar, wobei der Einsatz idealerweise auf zwei Stunden vor- und zwei Stunden nachmittags zu verteilen sei
. Eine
behinderun
gsange
passte
, wechselbelastende
, sehr leichte, vorwiegend sitzende berufliche Tätigkeit sei ihr jedoch ganztags zumutbar. Aus dem invaliditätsfremden Grund des Al
ters erscheine ihre Vermittelbarkeit
indes fraglich. Therapeutisch empfehle sich eine angepasste ambulante physiotherapeutische Behandlung zur gezielten Kräf
tigung und zum Aufbau der wirbelsäulenstabilisierenden Muskulatur. Hier
von lasse sich eine Beschwerdereduktion erwarten, womit eine Integration in die
oben erwähnte behinderungsangepasste Tätigkeit erleichtert werde
(Urk. 7/19/21)
.
Aufgrund des Vergleichs mit den Vorbefunden, radiologischen Abklärungen und Diagnosen sei davon auszugehen, dass der Gesundheitszu
stand seit dem Jahr 2012 weitgehend stabil sei. Die ab dem
9.
Dezember 2011 dokumentierte
50%ige Arbeitsunfähigkeit stimme mit der Beurteilung der Ar
beitsfähigkeit durc
h die
Klinik E._
vom 2
0.
August 2012 überein. Eine
behinderungs
ange
passte
Tätigkeit sei - abgesehen von den
Hospitalisationen
vom 1
2.
bis 2
7.
Juli 2012
und vom 2
7.
Juli bis
9.
August 2012 - durchgehend ganztags zumutbar gewesen (Urk. 7/19/22).
3.7
Am 2
8.
Februar 2014 berichtete
Dr.
med.
G._
, Facharzt für
Psychiat
rie und Psychotherapie
, die Beschwerdeführerin habe sich bei ihm zur Therapie angemeldet. Aus seiner Sicht sei sie lediglich zu 50
%
arbeitsfähig in einer an
gepassten, angemessenen Tätigkeit. Er müsse aber noch eine genauere Untersu
chung und Exploration durchführen, um dann definitive Schlüsse daraus ziehen zu können (Urk. 7/30).
4.
4.1
Die IV-Stelle stützte sich beim Erlass der angefochtenen Verfügung entspre
chend der Auffassung ihres
RAD
(
Urk.
7/22/4-5 und
Urk.
7/32/2) auf das Gut
achten der Klinik
A._
vom 23. August 2013
(Urk. 7/
19).
Dieses
basiert auf den
Vorakten
und fachärztlichen
Untersuchun
gen, wobei die Anamnese und die Befunde erhoben und die Schilderungen
der Beschwerdeführerin
berücksichtigt wurden.
Zudem wurde eine EFL durchgeführt.
Dass
die Beschwerdeführerin aus körperlicher Sicht vermindert belastbar ist und ihre angestammte Tätigkeit da
her nicht mehr vollzeitlich ausüben kann, ist bei den
degenerativen Verände
rungen an der Lendenwirbels
äule und an beiden Kniegelenken nachvollziehbar (Urk. 7/19/2, Urk. 7/19/20-21).
Die
Annahme einer
50%ige
n
Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit stimmt mit der Beurteilung der
Klinik E._
vom 2
0.
August 2012
überein
(Urk. 7/10/8). Ebenfalls für deren Angemessenheit spricht, dass die Beschwerdeführerin
im Zeitpunkt ihrer Anmeldung bei der Invalidenversiche
rung vom 8. Januar 2013 (Urk. 7/3/4) sowie
Ende März 2013
effektiv
noch
zu 50
%
in der
Stanzerei
arbeitete
(Urk. 7/15/5)
und
sich ihr Gesundheitszustand seither objektiv nicht mehr massgebend verändert
hat
(Urk. 7/19/22)
.
Bei den Diagnosen des chronischen
lumbospondylogenen
Schmerz
syndroms
sowie
der
Gonarthrosen
beidseits (Urk. 7/19/19) ist zudem die
Beurteilung im Gutachten der Klinik
A._
überzeugend, wonach eine behinderungsangepasste,
wech
selbelastende
, sehr leichte, vorwiegend sitzende Tätig
keit der Beschwerdeführe
rin ganztags zumutbar ist (Urk. 7/19/21). Den be
steh
en
den Einschränkungen wird mit diesem angepassten Zumutbarkeitsprofil gebührend Rechnung getra
gen.
Die auch für eine leidensangepasste Tätigkeit eine zeitlich nur einge
schränkte Arbeitsfähigkeit attestierenden Ärzte
Dr.
F._
und
Dr.
B._
lie
ferten keine Begründung für die von ihnen angenommene quantitative Ein
schränkung (vorstehende E.
3.4 und 3.5).
Dass die
Bewegungs
prüfung
der Wir
belsäule
laut den Gutachtern der Klinik
A._
aufgrund von
schmerzbe
dingtem
aktiven Gegenspannen
nur eingeschränkt durchführbar war
(Urk. 7/19/20), spricht nicht - wie die Beschwerdeführerin geltend macht (Urk. 1 S. 3 f.) - dagegen, dass gewisse leidensangepasste Tätigkeiten uneinge
schränkt
zumutbar sind.
Die verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule wurde beim
Zumut
barkeitsprofil
berücksichtigt
, was ausreicht
.
Auf die Angaben der Beschwerdeführerin zu ihren Einschränkungen kann nicht abgestellt werden, zumal sie sich bei der EFL selbstlimitierend und inkonsistent verhielt und ein schlechtes Leistungsverhalten aufwies (Urk. 7/19/4-5).
Bei
spielsweise erreichte sie auch in Tests betreffend Körperteile, an welchen sie keine relevante klinische Problematik aufwies, schlechte Resultate
. So erreichte sie die minimale Performance namentlich bei der Handkraft nicht. Des Weiteren war
die Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin im Vergleich zu den be
obachteten funktionellen Fähigkeiten erheblich zu tief und es bestanden Diskre
panzen der beobachteten funktionellen Fähigkeiten in verschiedenen Situatio
nen
. Weiter verweigerte die Beschwerdeführerin die Durchführung von medizi
nisch zumutbaren Tests, führte alle Hebetests im Zeitlupentempo durch und brach die Belastungstests ab, ohne dass Herz- oder Atemfrequenz relevant zugenommen hätten
(Urk. 7/19/
4-
5).
Auf ein solches
l
imitierendes
Leistungsver
hal
ten
weist im Übrigen auch das E-Mail des Arbeitgebers vom
11. Juli 2014
hin.
Er schilderte,
er habe der Beschwerdeführerin
seit etlichen Jahren einen oder mehrere leichte Arbeitsplätze angeboten, doch habe sie sich schnell immer wie
der quergestellt und die Kündigung provoziert
(Urk. 7/31
/1
)
.
4.2
Die Beschwerdeführerin
brachte in ihrer Beschwerde vor
,
Dr.
B._
als
Wirbel
säulenspezialist
könne die Auswirkungen des Wirbelsäulenleidens besser beur
teilen als die Rheumatologen der Klinik
A._
(Urk. 1 S. 4).
Dr.
B._
ist
Facharzt für Chirurgie
(
www.docto
r
fmh.ch
, besucht am 2
8.
Januar 2016)
und
weist
Berufse
rfah
rung auf mit Wirbelsäulenleiden
. Der am Gutachten beteiligte
Dr.
med.
H._
ist Facharzt für Rheumatolo
gie, Physikalische Medizin und Rehabilitation (
www.doctorfmh.ch
, besucht am 2
9.
Januar 2016)
. Er beschäftigt sich unter anderem mit der
Rehabilitation
von
P
atienten nach Rückenoperationen
. Zu
dem ist er zertifizierter medizinischer Gutachter SIM (Swiss Insurance
Medi
cine
),
was ihn besonders dazu qualifiziert, versicherungsmedizinische Beurtei
lungen der Arbeitsfähigkeit vorzunehmen. Unter diesen Umständen kann der Ein
schät
z
ung von
Dr.
B._
nicht gestützt auf seine Qualifikationen Vorrang gegeben werden.
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist
ferner
auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer
Patien
tinnen und Patienten aussagen (BGE
135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E.
3b/cc)
.
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behand
lung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedli
che Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-) Person ei
ner
seits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Exper
ten anderseits (BGE 124 I 170
E.
4
) nicht zu, ein Administrativ- oder
Ge
richtsgutachten
stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu an
derslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Ein
schätzungen wichtige - und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt ge
blieben sind (Urteil
des Bundesgerichts
8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014
,
E. 7.2
mit Hinweisen, u.a. auf
SVR 2008 IV Nr
. 15 S. 43 E.
2.2.1 [I 514/06]
).
S
olche Aspekte sind dem Bericht von
Dr.
B._
vom 2
1.
März 2013 (Urk. 7/15
) nicht zu entnehmen, weswegen er keine Zweifel am nachvollzieh
baren Gutachten der Klinik
A._
zu erwecken vermag.
4.3
Des Weiteren beanstandet die Beschwerdeführerin, dass unberücksichtigt geblie
ben sei, dass ihr aus
psychi
atri
sch
er Sicht eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attes
tiert worden sei (Urk. 1 S. 4 mit Hinweis auf Urk. 7/30).
Dr.
G._
begründete mit keinem Wort, weshalb er die Arbeitsfähigkeit auch für angepasste Tätigkei
ten eingeschränkt sah, nannte keine psychiatrische Diagnose und
machte auch
keine Ausführungen dazu, ob er die Beschwerdeführerin aus psychiatrischen oder
aus somatischen Gründen für zu lediglich 50
%
arbeitsfähig hielt (Urk. 7/30).
Dieser Bericht gab der Beschwerdegegnerin keine konkreten Hin
weise auf das Vorliegen einer psychischen Krankheit mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, welche weitere Abklärungen erfordert hätte. Dies gilt umso mehr, als in den
Vorakten
nie über psychische Probleme
geklagt oder
berichtet wurde.
4.4
Zu prüfen bleibt der Einwand der Beschwerdeführerin, wonach es ihr
aufgrund ihres Alters
nicht zumut
bar sei, ihre Restarbeitsfähigkeit zu verwerten (Urk. 1
S. 4).
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erziel
bare
Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitt
eln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und
Verdienstaus
sich
ten
keine über
mässigen Anforderungen zu stellen sind (Urteil des Bun
des
ge
richts 9C_734/2013 vom 13.
März 2014
,
E. 2.1 mit Hinweis auf SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203, 9C_830/2007
,
E. 5.1).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zu
mut
bar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leis
tungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt ab von den Um
stän
den, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten mass
gebend sind (Urteil
des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013
,
E. 2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 107 V 17 E. 2c).
Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014
,
E. 2.1 mit Hinweisen).
Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Ar
beitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt auch davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Die im gesamten Bereich des Sozialversicherungsrechts geltende Schadenminderungspflicht und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast gebieten grundsätzlich, die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit möglichst früh zu beantworten. Gemäss BGE 138 V 457 E. 3.4 steht die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine
zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013
vom 13. März 2014
,
E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).
Dies
war
spä
testens mit dem Vorliegen des Gutachtens der Kl
inik
A._
vom 23.
August 2013 der Fall. Zu diesem Zeitpunkt war die Beschwerdeführerin 59 Jahre alt
.
Bei diesem Alter verblieb ihr noch eine Aktivitätsdauer von einigen Jahren, sodass das Alter nicht zu einer fehlenden Verwertbarkeit der Erwerbs
fähigkeit führt. Hinzu kommt, dass bereits
vor der Begutachtung
feststand, dass sie zumindest in einem
Teil
pensum
noch erwerbsfähig
war
. Denn
keiner der behandelnden Ärzte und Kliniken ging längerfristig von einer vollständigen
Erwerbsunfähigkeit aus (vgl. vorstehende E.
3.3 bis 3.5).
Berufsbildung, fundierte
Deutschkenntnisse und Berufserfahrung sind für die Ausübung einer Hilfstätig
keit nicht
zwingend
er
forderlich
,
respektive der ausgeglichene Arbeitsmarkt
um
fasst
auch Stellen, die keine Berufs- oder Fachkenntnisse voraussetzen und di
e
zugleich
keine
hohen Anforderungen an die kör
perliche Belastbarkeit oder an die s
prachlichen Fähig
keiten stellen
, sodass auch aus diesen Gründen nicht von einer Unverwertbar
keit der Erwerbsfähigkeit auszugehen ist.
Nach dem Gesag
ten ist nicht zu bean
standen, dass die Beschwerdegegnerin von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in
einer angepassten
Tätigkeit ausgegangen ist.
5.
5.1
Die IV-Stelle stützte sich zur Ermittlung des
Valideneinkommens
auf die Anga
ben des Arbeitgebers
vom
7.
März 2012 (richtig: 2013)
ab
(Urk. 7/21
). Danach
hätte die Beschwerdeführerin
im Jahr
201
3
in der bisherigen Tätigkeit ein Jah
reseinkommen von Fr.
56'498
.-- erzielt (Urk.
7/14/3
).
Das Vorgehen der IV-Stelle
ist nicht zu beanstanden und vom
ermittelt
e
n
Validenein
kommen
ist auszu
gehen.
5.2
Zur Festsetzung des Invalideneinkommens ist auf die Tabelle TA
1 der Schwei
ze
rischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) 20
10
abzu
stellen. Der standardisierte Monatslohn (Vollzeitäquivalent basierend auf 4 1/3 Wochen à 40 Arbeitsstunden) für einfache und repetitive Tätigkeiten (
Anfor
de
rungsniveau
4) für
Frauen
betrug Fr. 4'
225
.--. Dieser Betrag ist auf die im Jahr 20
13
betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden hoch
zurechnen (Die Volkswirtschaft,
3/4
-201
5
,
S. 88,
Tabelle B9.2) sowie an die
Nominallohn
ent
wicklung
anzupassen (Bundesamt für Sta
tistik [BFS], Schweize
rischer
Lohn
index
nach Branche [20
10
= 100; im Internet abrufbar],
Nominal
lohnindex
Frauen
[T1.
2
.
10
], Total; 20
10: 100
; 20
13
: 102.
6
). Daraus resultiert ein jährliches
Bruttoeinkommen von Fr.
54‘229.--
(
Fr.
4‘
225
.-- x 12 : 40 x 41,7 :
100
x 102.
6
).
5.3
Davon nahm die Beschwerdegegnerin einen leidensbedingten Abzug von 15 % vor (Urk. 7/21),
währenddem
die Beschwerdeführerin einen von 25
%
bean
tragt
e
(Urk. 1 S. 5).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statisti
schen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen.
Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass ver
sicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit kör
perliche Schwerarbeit ver
richteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durch
schnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprüng
lich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwi
ckelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Be
schäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Ein
zelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfä
higkeit auf dem allgemeinen Arbeits
markt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Be
stimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merk
male auf das Invalideneinkommen un
ter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen
und insge
samt auf höchstens 25
% des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
Unter
Berücksichtigung dieser Rechtsprechung erscheint der von der
Beschwer
degegnerin
vorgenommene Abzug wegen des Alters und der Dauer der Betriebs
zugehörigkeit der Beschwerdeführerin von 15
%
als ange
messen. Somit resul
tier
t ein Invalideneinkommen von Fr. 46‘095.-- (0,85 x
Fr.
54‘229.--).
Verglichen mit dem
Valideneinkommen
ergibt sich ein
invalidi
tätsbedingter
Minderverdienst
von Fr.
10‘403.--
und
infolgedessen
ein
Invali
ditätsgrad
von gerundet
18
%.
Dem
nach hat die Beschwerdegegnerin den Ren
tenanspruch der Beschwerde
füh
rerin zu Recht
verneint, was
die
Abweisung der
Beschwerde
zur Folge hat
.
5.4
Würde, wie von der Beschwerdeführerin beantragt, der maximal zulässige
Lei
densabzug
von 25
%
vorgenommen, ergäbe sich ein Invalideneinkommen von Fr. 40‘672.-- (0,75 x
Fr.
54‘229.--), ein invaliditätsbedingter Minderverdienst von Fr. 15‘826.-- und somit ein ebenfalls nicht rentenbegründender
Invalidi
tätsgrad
von gerundet 28 %.
6.
6.1
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung
von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kosten
pflich
tig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom
Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr. 8
00.
--
anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
r
unterlie
gen
den Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen, zufolge der ih
r
gewährten un
entgelt
lichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu neh
men; dies unter Hinweis auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
).
6.2
Mit Kostennote vom
2
8.
Januar 2016
machte der unentgeltliche Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin
einen Aufwand von
5,8333
Stunden
im Jahr 2014, einen Aufwand von 0,5 Stunden im Jahr 2016
und
eine Kleinspesenpauschale von 3
%
geltend
(Urk. 1
4
),
wo
raus eine Entschädigung von Fr. 1‘
420.15
(
5,8333
Stunden x
Fr.
200.--
und 0,5 Stunden x
Fr.
220.--
zuzüglich Barauslagen von
3 %
zuzüglich Mehrwert
steuer von 8
%
) resultiert.
Der geltend gemachte Auf
wand ist angesicht
s der Bedeutung der Streitsache
und
de
r Schwierigkeit des Prozesses
angemessen.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter ist demgemäss für seine Bemühungen und Barauslagen mit Fr. 1‘
420.15
(Mehrwertsteuer inbe
griffen) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.