Decision ID: 05f81843-5e80-5452-ab13-24190f16fbf2
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Fredy Fässler, Oberer Graben 42, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich im Januar 2007 zum Bezug von IV-Leistungen an (act. G 6.1).
Der behandelnde Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, berichtete am
15. Februar 2007, dass der Versicherte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seit
2006 an einer Depression sowie einem Status nach Operation eines Teratom
intraabdominal leide. Für die bisherige Tätigkeit als Schneider sowie für
leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigte er dem Versicherten eine 50%ige
Restarbeitsfähigkeit (act. G 6.17). Die behandelnden Psychiater des Psychiatrie-
Zentrums Rheintal diagnostizierten im Bericht vom 13. August 2007 (Datum
Posteingang SVA) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende
depressive Störung, aktuell mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1). Für die bisherige
Tätigkeit attestierten sie dem Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Es bestehe
ein chronifiziertes Zustandsbild mit fehlender Arbeitsfähigkeit, und es sei derzeit auch
keine adaptierte Tätigkeit vorstellbar, in welcher der Versicherte eine konstante
Leistung erbringen könne. In der Anamnese hielten die Psychiater u.a. fest, dass der
Versicherte nach einer seit Mai 2005 bestehenden neuerlichen depressiven Episode in
der Klinik Pfäfers in der Zeit vom 30. Mai bis 10. Juni 2005 hospitalisiert gewesen sei.
Im März 2006 sei die psychische Behandlung bei Diagnose eines Tumors abgebrochen
worden, bei unverändertem depressivem Syndrom. In der Folge hätten drei
Blasenoperationen und eine Entfernung eines Hodens stattgefunden (act. G 6.29).
A.b Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte am 13. Mai 2008 psychiatrisch von
Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, begutachtet. Im
Gutachten vom 29. Mai 2008 stellte der Experte folgende Diagnosen mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit: eine rezidivierende depressive Störung, beginnende
Chronifizierung im Sinn einer andauernden, mittelgradigen depressiven Störung
(ICD-10: F33.1), eine Dysthymia (ICD-10: F34.1) sowie akzentuierte Persönlichkeitszüge
mit narzisstischen, unreifen und abhängigen Anteilen (ICD-10: Z73.1). Ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe ein Verdacht auf schädlichen Gebrauch
von Alkohol (ICD-10: F10.1). Sowohl für die angestammte wie auch für
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leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigte der Experte eine 60%ige
Restarbeitsfähigkeit (act. G 6.41).
A.c Mit Vorbescheid vom 28. November 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten
mit Wirkung ab 1. Januar 2007 eine Viertelsrente in Aussicht (act. G 6.55). Dagegen
erhob der Versicherte am 29. Dezember 2008 Einwand. Darin rügte er die Rentenhöhe
sowie den Rentenbeginn (act. G 6.59). Auf Nachfrage der IV-Stelle hin nahm der
psychiatrische Gutachter am 14. April 2009 ergänzend Stellung zu seiner
gutachterlichen Beurteilung. Er führte namentlich aus, dass vor März 2006 keine
andauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden habe (act. G 6.63).
A.d Mit neuerlichem Vorbescheid vom 12. Juni 2009 stellte die IV-Stelle dem
Versicherten mit Wirkung ab 1. März 2007 eine Viertelsrente in Aussicht (act. G 6.65).
Dagegen erhob der Versicherte am 13. Juli 2009 Einwand. Er machte geltend, dass
zumindest für den Zeitraum von Januar bis März 2007 ein Anspruch auf eine ganze
Rente bestehe. Für die Zeit danach bestehe ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente
(act. G 6.67).
A.e In der Verfügung vom 17. September 2009 sprach die IV-Stelle dem Versicherten
mit Wirkung ab 1. März 2007 eine Viertelsrente zu (act. G 6.70).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 17. September 2009 richtet sich die vorliegend zu
beurteilende Beschwerde vom 22. Oktober 2009. Der Beschwerdeführer beantragt
darin unter Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung. Für den Zeitraum vom
1. Januar 2006 bis zum 31. März 2007 sei ihm eine ganze Invalidenrente und ab 1. April
2007 eine Dreiviertelsrente zuzusprechen (act. G 1). In der ergänzenden Begründung
vom 30. November 2009 führt der Beschwerdeführer aus, dass nach der Ansicht des
RAD seit Mai 2005 bis sicher März 2007 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden
habe. Ausgehend von der gutachterlich bescheinigten 50%igen Arbeitsunfähigkeit und
unter Berücksichtigung eines 25%igen Leidensabzugs resultiere ab 1. April 2007 ein
Invaliditätsgrad zwischen 60 bis 70% (act. G 4).
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B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 1. Februar
2010 die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung gibt sie an, der
Beschwerdeführer habe nicht zur Kenntnis genommen, dass der psychiatrische
Gutachter mit seinem Schreiben vom 14. April 2009 klargestellt habe, dass der
Beschwerdeführer über eine 60%ige Restarbeitsfähigkeit verfüge und eine länger
dauernde Arbeitsunfähigkeit erst ab 1. März 2006 bestehe. Es sei ihm daher zu Recht
eine Viertelsrente mit Wirkung ab 1. März 2007 zugesprochen worden (act. G 6).
B.c Mit Präsidialverfügung vom 4. Februar 2010 wird dem Gesuch des
Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung (Befreiung von
den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung)
entsprochen (act. G 7).
B.d In der Replik vom 18. März 2010 hält der Beschwerdeführer unverändert an den
gestellten Anträgen fest (act. G 11).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 13).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien sind die Höhe und der Beginn des Rentenanspruchs strittig.
1.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zug der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass
der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 17.
September 2009 ergangen (act. G 6.70), wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der
vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar
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2008 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine
Dauerleistung betrifft, über die noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend
den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007
auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen
Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil
des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage
zeitigt indessen insoweit keine materiellrechtlichen Folgen, als die 5. IV-Revision
hinsichtlich des Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen
Änderungen gegenüber der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat.
Neu normiert wurde demgegenüber der Zeitpunkt des Rentenbeginns, der, sofern die
entsprechenden Anspruchsvoraussetzungen gegeben sind (Art. 28 Abs. 1 IVG),
gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens 6 Monate nach Geltendmachung des
Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG entsteht. Art. 48 IVG, der den Anspruch
auf Nachzahlung von Leistungen für die Zeit vor einer Anmeldung regelte, wurde
aufgehoben. Da ein allfälliger Rentenanspruch im vorliegend zu beurteilenden Fall –
beim Beschwerdeführer, der sich bereits am 11. Januar 2007 bei der IV zum
Leistungsbezug angemeldet hatte (act. G 6.1) – vor dem 1. Januar 2008 festzusetzen
wäre, wirken sich diese Neuerungen auf den hier zu prüfenden Fall jedoch nicht aus
(Urteil des Bundesgerichts vom 28. August 2008, 8C_373/08, E. 2.1 mit Hinweis).
Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und
IVG wiedergegeben, soweit nicht ausdrücklich auf die altrechtlichen Bestimmungen
verwiesen wird.
1.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG bzw. aArt. 28 Abs. 1 IVG (in bis 31. Dezember 2007
gültigen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
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mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Der Eintritt des Rentenfalles wird daneben durch
aArt. 29 Abs. 1 IVG geregelt (in der bis 31. Dezember 2007 gültigen Fassung). Der
Rentenanspruch entsteht danach frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte
Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens zu 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (aArt. 29 Abs. 1 lit. b
IVG). Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte
Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (aArt. 29
IVV in der bis 31. Dezember 2007 gültigen Fassung). Gemäss dem bis 31. Dezember
2007 gültigen aArt. 48 IVG konnten Leistungen für bis zu 12 der Anmeldung
vorangehende Monate nachgezahlt werden.
1.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
2.
Zunächst ist zu prüfen, ob für die Beurteilung des Rentenanspruchs eine
beweiskräftige medizinische Grundlage besteht.
2.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung in
medizinischer Hinsicht auf das psychiatrische Gutachten vom 29. Mai 2008 und die
ergänzende Stellungnahme des psychiatrischen Gutachters vom 14. April 2009 ab (act.
G 6.70). Der Beschwerdeführer bestreitet die Beweiskraft der gutachterlichen
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich nicht. Er schliesst jedoch daraus nicht -
wie die Beschwerdegegnerin - auf eine 40%ige sondern auf eine 50%ige
Restarbeitsfähigkeit. Ferner geht er von einem früheren Beginn der für den
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Rentenanspruch relevanten Arbeitsunfähigkeit (Mai 2005) als die Beschwerdegegnerin
(März 2006) aus (act. G 1 und G 11).
2.2 Die Beweiskraft der gutachterlichen Beurteilung des Beschwerdeführers wird von
den Parteien nicht in Frage gestellt. Auch aus den Akten ergeben sich keine Hinweise,
die ernsthafte Zweifel an deren Aussagekraft entstehen lassen. Zwar ist das Gutachten
vom 29. Mai 2008 insofern unklar, als an einigen Stellen von einer 60%igen
Restarbeitsfähigkeit (etwa Ziff. 7.1, act. G 6.41-9; Ziff. 8.4 f., act. G 6.41-11), an anderer
Stelle von einer 60%igen (Ziff. 7.2, act. G 6.41-9) bzw. 50%igen Arbeitsunfähigkeit
(Ziff. 9.2, act. G 6.41-12) die Rede ist. Dieser Umstand schmälert indessen die
gutachterliche Beurteilung letztlich nicht. Denn Dr. C._ führte in der ergänzenden
Stellungnahme vom 14. April 2009 plausibel und in Übereinstimmung mit dem Kontext
des Gutachtens aus, dass er eine 60%ige Restarbeitsfähigkeit für die bisherige sowie
leidensangepasste Tätigkeiten bescheinige und es sich bei den davon abweichenden
Angaben um Schreibversehen handle. Ebenso begründet er nachvollziehbar, dass eine
anhaltende Arbeitsunfähigkeit vor März 2006 nicht vorgelegen hat (act. G 6.63).
Gestützt auf die gutachterliche Beurteilung ist demnach davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer seit März 2006 anhaltend zu 40% arbeitsunfähig ist (act. G 6.41-9
und act. G 6.63), zumal der Beschwerdeführer diese Sichtweise nicht substanziiert in
Frage stellt.
3.
Ausgehend von einer 60%igen Restarbeitsfähigkeit (vgl. vorstehende E. 2.2) sind
nachfolgend die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchtigungen
zu bestimmen. Unbestrittenermassen findet hierfür die Methode des
Einkommensvergleichs Anwendung. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes Valideneinkommen; Art. 16
ATSG).
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3.1 Zunächst ist zwischen den Parteien die Höhe des Valideneinkommens umstritten.
Der Beschwerdeführer hält ein Valideneinkommen von Fr. 70'000.-- für zutreffend (act.
G 4, S. 4, und G 11, S. 2). Die Beschwerdegegnerin legte dem Einkommensvergleich in
der angefochtenen Verfügung ein Valideneinkommen im Betrag von Fr. 15'132.-- zu
Grunde (act. G 6.69).
3.1.1 Gemäss Art. 16 ATSG richtet sich das Valideneinkommen danach, was eine
versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Massgebend
für das Valideneinkommen ist, was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen
Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns verdient
hätte.
3.1.2 Aus dem Auszug des individuellen Kontos (IK) ergibt sich, dass der
Beschwerdeführer in den 90er Jahren ein jährliches Einkommen zwischen ca.
Fr. 30'000.-- bis knapp Fr. 53'000.-- erzielte. Für die Zeit ab dem Jahr 2000 bis 2004
wurden dem Beschwerdeführer jährliche Einkommen von Fr. 31'122.-- (2000),
Fr. 9'448.-- (2001), Fr. 18'698.-- (2002), Fr. 20'035.-- (2003) und Fr. 12'347.-- (2004) im
IK gutgeschrieben (act. G 6.7; zu den Bruttoeinnahmen aus der selbstständigen
Erwerbstätigkeit vgl. act. G 6.11). Die vom Beschwerdeführer seit 1990 erzielten
Einkommen weisen demnach erhebliche jährliche Schwankungen auf. Es kann deshalb
zur Ermittlung des Valideneinkommens nicht - wie es der Beschwerdeführer im
Ergebnis vorschlägt (vgl. act. G 4, S. 4) - einzig auf den höchsten Lohn der 90er Jahre
abgestellt werden. Dieses Vorgehen würde den erheblich schwankenden jährlichen
Einkommen nicht gerecht und kein aussagekräftiges Bild für das Valideneinkommen
bilden. Für die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Validenkarriere (act. G 11)
fehlt es im Übrigen an einschlägigen konkreten Indizien. Insgesamt bilden die vom
Beschwerdeführer in den letzten Jahren erzielten Einkünfte keine verlässliche
Grundlage für die Bestimmung des Valideneinkommens. Deshalb und weil betreffend
das Invalideneinkommen auf die Tabellenlöhne abzustellen ist, rechtfertigt es sich, die
Vergleichseinkommen (Validen- und Invalideneinkommen) auf der gleichen Grundlage
zu erheben, wovon auch die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung
ausgegangen ist.
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3.2 In derartigen Fällen, wo zur Bestimmung des Validen- und Invalideneinkommens
dieselbe Vergleichsgrösse herangezogen wird, kann ein sogenannter Prozentvergleich
vorgenommen werden. Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der
Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (Urteil des
Bundesgerichts vom 9. März 2007, I 697/05, E. 5.4 mit Hinweis). In Anwendung eines
Prozentvergleichs bleibt zur Bestimmung des Invalideneinkommens nachfolgend noch
die Höhe des Abzuges vom Tabellenlohn zu prüfen.
3.2.1 Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25%
gekürzt werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen
mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche
Lohnniveau nicht erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre
Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem
erwerblichem Erfolg zu verwerten in der Lage sind (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der
Rechtsprechung hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne
herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen – auch
von invaliditätsfremden Faktoren – des konkreten Einzelfalles ab (namentlich
leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie
und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu
schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine
schematische Vornahme des sogenannten Leidensabzuges ist unzulässig (BGE 126
V 79 E. 5b, bestätigt in AHI 2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
3.2.2 Die Beschwerdegegnerin gewährte in der angefochtenen Verfügung keinen
Abzug vom Tabellenlohn (act. G 6.69). Der Beschwerdeführer hält demgegenüber einen
Abzug von 25% für gerechtfertigt (act. G 4, S. 5 f.).
3.2.3 Vorliegend ist nicht ersichtlich, dass der Beschwerdeführer, der nach
eigenen Angaben nur "gebrochen" deutsch spricht (act. G 4, S. 5), bezüglich leichter
Hilfsarbeitertätigkeiten aus diesem Grund wesentlich benachteiligt wäre. Der 1960 (act.
G 6.1) geborene Beschwerdeführer hatte im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung
vom 17. September 2009 noch eine rund 15-jährige Aktivitätsdauer vor sich, weshalb
der Faktor Alter im hier zu beurteilenden Fall keinen Abzug rechtfertigt. Indessen gilt es
zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer lediglich noch teilzeitlich erwerbstätig
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sein kann (act. G 6.41-10). Diesen Umständen angemessen erscheint ein Abzug von
höchstens 10%. Im Rahmen eines Prozentvergleichs resultiert damit bei einer
Restleistungsfähigkeit von 60% ein Invaliditätsgrad von 46% (100% - [60% x 0.9]) bzw.
ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Die Höhe der von der Beschwerdegegnerin
zugesprochenen Invalidenrente ist damit im Ergebnis nicht zu beanstanden.
4.
Abschliessend gilt es noch den umstrittenen Beginn des Rentenanspruchs zu
bestimmen. Die Beschwerdegegnerin setzte den Rentenbeginn gestützt auf das
Gutachten von Dr. C._ auf den 1. März 2007 fest (Beginn längerdauernde
Arbeitsunfähigkeit 1. März 2006, act. G 6.69). Dieser Sichtweise ist zu folgen. Zwar
wurden dem Beschwerdeführer bereits ab Mai 2005 von den behandelnden Ärzten
längere Arbeitsunfähigkeiten bescheinigt (vgl. etwa act. G 6.29). Indessen ist zu
berücksichtigten, dass dem Beschwerdeführer im Gutachten von Dr. med. D._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 5. Februar 2006 (vgl.
Fremdakten) eine volle Arbeitsfähigkeit bescheinigt wurde. Diese Einschätzung
bestätigte Dr. C._ und verneinte für die Zeit zuvor das Bestehen einer
längerdauernden Arbeitsunfähigkeit (act. G 6.63). Im Licht dieser Umstände ist davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer spätestens seit der Begutachtung durch
Dr. D._ vom 26. Januar 2006 während mindestens 30 Tagen über eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit verfügte, bzw. dass ein wesentlicher Unterbruch der
Arbeitsunfähigkeit im Sinn von Art. aArt. 29 IVV (in der bis 31. Dezember 2007 gültigen
Fassung) stattfand. Der Gesundheitszustand änderte sich erst mit der Diagnose des
Tumors im März 2006 (zum Zeitpunkt der Diagnose vgl. act. G 6.29-2). Die von den
Gutachtern bescheinigten Arbeitsfähigkeiten werden durch die vom behandelnden
Psychiater seit 19. Mai 2005 bescheinigte ununterbrochene 90 bis 100%ige
Arbeitsunfähigkeit (act. G 6.29) nicht in ihrer Beweiskraft erschüttert. Denn der
behandelnde Psychiater begründet die ununterbrochen bescheinigte Arbeitsunfähigkeit
nicht näher. Zudem fand ab März 2006 keine psychiatrische Behandlung mehr statt.
Ferner hatte er offenbar auch keine Kenntnis von der Beurteilung durch Dr. D._. Die
Beschwerdegegnerin ist damit zu Recht von einem rentenrelevanten Beginn der
Arbeitsunfähigkeit per März 2006 ausgegangen. Der Beschwerdeführer hat demnach in
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Nachachtung der einjährigen Frist von aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG mit Wirkung ab 1. März
2007 einen Anspruch auf eine Viertelsrente.
5.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
5.1 Dem Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Prozessführung am 4. Februar
2010 bewilligt (act. G 7). Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse dem Beschwerdeführer
es gestatten, kann er jedoch zur Nachzahlung der Gerichtskosten, der Auslagen für die
Vertretung und der vom Staat entschädigten Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288
Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG i.V.m. Art. 404 ZPO/CH).
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.--
aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu
befreien.
5.3 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis
Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers verzichtete auf das
Einreichen einer Kostennote. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit
erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle eine pauschale Parteientschädigung von
Fr. 3'500.-- angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG).
Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers pauschal (BGE 125 V
201) mit Fr. 2'800.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
bis
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP