Decision ID: 03028523-1f3c-47e2-865e-d58c254e40b5
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- die Staatsanwaltschaft Zeeland West-Brabant gegen B. und C. ein Strafver-
fahren wegen Betäubungsmittel-, Betrugs- und Geldwäschereidelikten führt;
- die niederländischen Behörden mit Rechtshilfeersuchen vom 30. April 2018
bzw. 14. Februar 2019 die Schweiz u.a. um Herausgabe von Kontoauszügen
betreffend die A. AG ersuchten;
- mit Schlussverfügung vom 4. Juni 2020 die Staatsanwaltschaft des Kantons
Zug als ausführende Behörde u.a. die rechtshilfeweise Herausgabe der Kon-
toauszüge der A. AG an die niederländischen Behörden verfügte (act. 1.2);
- dagegen die A. AG mit Eingabe vom 4. Juli 2020 Beschwerde bei der Be-
schwerdekammer des Bundesstrafgerichts erhebt und zur Hauptsache die
Aufhebung der angefochtenen Verfügung beantragt (act. 1).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- die Schlussverfügung der ausführenden kantonalen Behörde der Be-
schwerde an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts unterliegt
(Art. 80e Abs. 1 IRSG);
- auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten das
VwVG anwendbar ist (Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1
StBOG), wenn das IRSG nichts anderes bestimmt (Art. 12 Abs. 1 IRSG);
- in Anwendung von Art. 63 Abs. 4 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG die
Beschwerdekammer die Beschwerdeführerin mit Einschreiben vom
7. Juli 2020 eine Frist bis zum 20. Juli 2020 zur Leistung eines Kostenvor-
schusses in der Höhe von Fr. 4‘000.-- ansetzte (act. 3);
- das Einschreiben der Beschwerdeführerin am Folgetag zur Abholung mit
Frist bis 15. Juli 2020 gemeldet wurde (act. 6);
- die Beschwerdeführerin in der Folge die Abholfrist mehrfach verlängerte und
das Einschreiben erst am 24. Juli 2020 entgegennahm (act. 6);
- gemäss Art. 20 Abs. 2bis VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG eine Mittei-
lung, die nur gegen Unterschrift des Adressaten oder einer anderen berech-
- 3 -
tigten Person überbracht wird, spätestens am siebten Tag nach dem ersten
erfolglosen Zustellungsversuch als erfolgt gilt;
- diese Zustellfiktion nach Ablauf der siebentägigen Frist seit dem ersten Zu-
stellversuch auch dann gilt, wenn die Abholfrist durch den Adressaten ver-
längert wurde, sofern er mit einer behördlichen Mitteilung rechnen musste
(s. BGE 134 V 49 E. 4);
- vorliegend die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Beschwerde mit einer be-
hördlichen Mitteilung rechnen musste, weshalb das Einschreiben vom
7. Juli 2020 am siebten Tag nach dem ersten erfolglosen Zustellungsver-
such vom 8. Juli 2020 als zugestellt gilt; die Einladung zur Leistung des Kos-
tenvorschusses vorliegend somit noch vor Ablauf der Frist zur Leistung des
Kostenvorschusses am 20. Juli 2020 als zugestellt gilt;
- die Frist zur Bezahlung eines Kostenvorschusses gewahrt ist, wenn der Be-
trag rechtzeitig zu Gunsten der Behörde der Schweizerischen Post überge-
ben oder einem Post- oder Bankkonto in der Schweiz belastet worden ist
(Art. 21 Abs. 3 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG); die Rechtzeitigkeit
im Zweifelsfall vom Pflichtigen zu beweisen ist;
- die Beschwerdeführerin den ihr auferlegten Kostenvorschuss innert Frist
nicht (und auch nicht bis dato) bezahlt hat (act. 5);
- auf die Beschwerde daher androhungsgemäss nicht einzutreten ist (Art. 63
Abs. 4 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG);
- die Beschwerdeführerin bei diesem Ausgang des Verfahrens kostenpflichtig
wird (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG);
- für die Berechnung der Gerichtsgebühr gemäss Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m.
Art. 73 StBOG das Reglement des Bundesstrafgerichts über die Kosten, Ge-
bühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren vom 31. August 2010
(BStKR; SR 173.713.162) zur Anwendung gelangt;
- die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 400.-- festzusetzen ist (vgl. Art. 8
Abs. 3 lit. a BStKR).
- 4 -