Decision ID: 74a4e9d6-2207-42f5-be76-074518dc692c
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im Mai 2015 wegen belastungsabhängigen Rücken- und
Schulterbeschwerden zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-
act. 1). Er gab an, in C._ eine Ausbildung als Dreher absolviert zu haben. Zuletzt habe
er (im Rahmen eines Beschäftigungsprogramms, vgl. IV-act. 5-3, 7) als
Recyclingmitarbeiter im D._ gearbeitet. Zuvor sei er als Montagehelfer bei der
E._AG und davor als Paletten-Reparateur bei der F._ AG tätig gewesen (IV-act. 5).
Mit der Anmeldung reichte er einen Bericht des Spitals G._ vom 19. März 2015 (IV-
act. 2, 3-2) und einen Bericht der Radiologie H._ vom 3. März 2015 (IV-act. 3-1) ein.
In einem Arbeitgeberbericht vom 20. Mai 2015 notierte eine Mitarbeiterin der E._AG
(IV-act. 8), der Versicherte sei von April bis Dezember 2013 als Hilfsarbeiter angestellt
gewesen. Er habe folgende Tätigkeiten ausgeübt: Rohre abhängen und pressen,
Apparate-Montage und Material transportieren. Dabei habe er leichte (bis zehn
Kilogramm) und mittelschwere (bis 25 Kilogramm) Lasten heben und tragen müssen.
Sein Stundenlohn habe Fr. 27.69 brutto betragen. Die Normalarbeitszeit im Betrieb
habe sich auf 40 Stunden belaufen.
A.a.
Dr. med. B._, FMH Innere Medizin, berichtete am 29. Mai 2015 (IV-act. 12), der
Versicherte leide an einem thorakolumbospondylogenen Schmerzsyndrom, an einem
Verdacht auf eine verminderte Kognition und an einer Osteoporose. Die
Arbeitsfähigkeit sei aufgrund von Schmerzen im Bereich der linken Schulter, der oberen
und unteren Brustwirbelsäule sowie der Lendenwirbelsäule beeinträchtigt. Sehr
wahrscheinlich habe der Versicherte kognitive Defizite und einen reduzierten BMI. Die
Arbeitsunfähigkeit werde durch die I._ evaluiert. Wegen eines reduzierten
Allgemeinzustands bestehe derzeit kein Wiedereingliederungspotential. Bislang habe
A.b.
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der Versicherte keine psychologischen oder psychiatrischen Beschwerden angegeben.
Dr. B._ hatte von Mitte Februar 2015 bis Ende Mai 2015 mit Ausnahme von Anfang
April 2015 bis Anfang Mai 2015 praktisch durchgehend eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert (IV-act. 12-4 ff.). Der RAD-Arzt Dr. med. J._ notierte am
11. Juni 2015 (IV-act. 16), aufgrund der festgestellten Osteoporose sei es
nachvollziehbar, dass der Versicherte unter belastungsabhängigen Rückenschmerzen
leide. Zumindest solange die Osteoporose klinisch manifest sei, sei dem Versicherten
eine rückenbelastende Tätigkeit nicht mehr zumutbar. In einer optimal
rückenentlastenden, wechselbelastenden Tätigkeit ohne das Heben und Tragen von
Lasten über zehn Kilogramm und ohne Zwangshaltungen bestehe eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit.
Der Hausarzt Dr. B._ teilte am 10. September 2015 mit (IV-act. 24), der Bericht
der rheumatologischen Abklärung im I._ liege vor. Eine Konsultation im Psychiatrie-
Zentrum K._ habe stattgefunden, jedoch ohne die Vornahme einer
neuropsychologischen Untersuchung. Der BMI habe sich zwischenzeitlich stabilisiert.
Fachärzte der I._ hatten am 6. Juli 2015 über folgende Diagnosen berichtet
(Untersuchung vom 2. Juni 2015, IV-act. 24-3 ff.): Chronisches thorako-
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom, Polyarthralgien (Schultern, Hand und Fuss
beidseits) bei Arthrose (DD St.n. Arthritis urica), Osteoporose und Hypovitaminose D.
Bezüglich der Beurteilung der längerfristigen Arbeitsfähigkeit hatten sie eine Evaluation
der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) empfohlen. Sie hatten festgehalten, derzeit
bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die zuvor ausgeübte Tätigkeit als Mitarbeiter
in einem Recyclinghof sei nur bedingt (maximal 50%) leidensgerecht. Uneingeschränkt
möglich seien leichte Tätigkeiten im Wechsel zwischen Sitzen (überwiegend), Stehen
(zeitweise) und Gehen (zeitweise). Nicht möglich seien Tätigkeiten mit Heben und
Tragen von Lasten über zehn Kilogramm sowie mit häufigen
Oberkörperzwangshaltungen, häufige Überkopftätigkeiten und Tätigkeiten unter Zeit-
und Termindruck sowie Akkordtätigkeiten. Fachärzte des Psychiatrie-Zentrums K._
hatten am 24. August 2015 mitgeteilt (IV-act. 24-6 f.), sie hätten folgende Diagnose
erhoben: Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol: Schädlicher Gebrauch
(ICD-10 F10.1, DD Abhängigkeit). Sie notierten, der Versicherte lehne eine
testpsychologische Abklärung zwar nicht ab, sehe aber keinen Grund dafür. Da die
A.c.
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allfälligen kognitiven Einschränkungen am wahrscheinlichsten mit dem intensiven
Alkoholkonsum und den daraus resultierenden (eventuell reversiblen) Hirnschäden
verbunden seien, sei, um aussagekräftige Ergebnisse einer testpsychologischen
Untersuchung zu erhalten, eine alkoholabstinente Phase sehr zu empfehlen. Prinzipiell
rechtfertige ein regelmässiger Alkoholkonsum keine Arbeitsunfähigkeit. Der RAD-Arzt
Dr. J._ hielt am 18. September 2015 fest (IV-act. 27), neue Erkenntnisse mit Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit hätten sich nicht ergeben. Eine rückenbelastende Tätigkeit sei
dem Versicherten derzeit, möglicherweise auch auf Dauer, nicht zumutbar. In einer
leidensangepassten Tätigkeit sei der Versicherte, unter Berücksichtigung der Kriterien
gemäss der RAD-Stellungnahme vom 11. Juni 2015 und dem Bericht des I._ vom
6. Juli 2015, zu 100% arbeitsfähig.
Am 9. September 2015 (Datum Posteingang unbekannt) wurde in der Radiologie
H._ ein MRI des linken Handgelenks angefertigt (IV-act. 30). Am 16. Oktober 2015
unterzeichnete der Versicherte im Rahmen einer Frühinterventionsmassnahme eine
Vereinbarung betreffend einen L._ mit dem Ziel der Wiedereingliederung in den
ersten Arbeitsmarkt (IV-act. 31). Am 10. November 2015 teilte die IV-Stelle mit (IV-
act. 37), dass die Kosten für den Kurs L._ übernommen würden.
A.d.
Am 8. Dezember 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit (IV-act. 41), sein
Begehren um berufliche Massnahmen und Rentenleistungen werde abgewiesen. Zur
Begründung gab sie an, aus medizinischer Sicht bestehe in einer dem Leiden
angepassten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit. Der Versicherte wandte am
18. Dezember 2015 (Posteingang: 22. Dezember 2015) dagegen ein (IV-act. 42), dieser
Entscheid basiere nicht auf einem kompetenten medizinischen Gutachten. In der
Untersuchung vom 2. Juni 2015 in der I._ sei zur Beurteilung der längerfristigen
Arbeitsfähigkeit eine EFL empfohlen worden. Bisher sei keine EFL veranlasst worden.
Am 15. Januar 2016 erliess die IV-Stelle eine Verfügung, mit der sie das Begehren um
berufliche Massnahmen und Rentenleistungen abwies (IV-act. 45). Dagegen erhob der
Versicherte am 22. Januar 2016 eine Beschwerde (IV-act. 51), welche die IV-Stelle am
27. Januar 2016 zuständigkeitshalber dem Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen überwies (IV-act. 47). Der RAD-Arzt Dr. J._ notierte am 7. März 2016 (IV-
act. 57), am 11. September 2015 seien medizinische Unterlagen falsch eingescannt
worden und daher nicht in die Stellungnahme vom 18. September 2015 eingeflossen.
A.e.
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Die Diagnose der Fachärzte des Psychiatrie-Zentrums K._ im Bericht vom 24. August
2015 wäre wichtig gewesen. Er empfahl eine polydisziplinäre Begutachtung. Die IV-
Stelle widerrief am 10. März 2016 die Verfügung vom 15. Januar 2016 (IV-act. 61). Am
21. März 2016 schrieb das Versicherungsgericht das Verfahren ab (IV-act. 66).
Am 22./27. Juni 2016 und 5./11./22. Juli 2016 wurde der Versicherte durch das
BEGAZ Begutachtungszentrum BL polydisziplinär (internistisch, rheumatologisch,
psychiatrisch und neuropsychologisch) abgeklärt und es wurde eine EFL durchgeführt.
Im Gutachten vom 12. August 2016 nannten die Sachverständigen folgende Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 86-59): Akzentuierte narzisstische
Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit gaben sie an: Chronisches Panvertebralsyndrom bei beginnenden
degenerativen Veränderungen an den Wirbelsäulenabschnitten, Polyarthralgien bei
beginnenden degenerativen Gelenksveränderungen (Handgelenksarthrosen,
Fingergelenksarthrosen, Coxarthrosen, rechtsbetonte Omarthrosen und
Grosszehengrundgelenksarthrosen), Osteoporose, sonstige näher bezeichnete
Probleme verbunden mit der sozialen Umgebung (ICD-10 Z60.8), Status nach
psychischen und Verhaltensstörungen durch Alkohol, schädlicher Gebrauch (Diagnose
psychiatrische Dienste M._, 24. August 2015), gegenwärtig ständiger
Substanzgebrauch unklaren Ausmasses (ICD-10 F10.25) möglich, knapp
durchschnittliche Intelligenz und erhebliche Symptomausweitung (vollständige Liste
vgl. IV-act. 86-59 f.). Der internistische Gutachter konnte keine Diagnose mit oder ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erheben (vgl. IV-act. 86-11 ff.). Der
rheumatologische Gutachter gab an (IV-act. 86-22 ff.), beim Versicherten bestehe ein
multilokuläres und zunehmendes Schmerzsyndrom am Bewegungsapparat, wobei die
cervicalen, thoracalen und lumbalen Wirbelsäulenabschnitte wie auch mehrere
periphere Gelenke betroffen seien. Bildgebend seien beginnende degenerative
Veränderungen dokumentiert worden. In der klinischen Untersuchung sei die
Beweglichkeit unter Berücksichtigung der Spontanbewegungen nicht relevant
eingeschränkt gewesen. Es hätten vor allem schmerzbedingte Gegeninnervationen
bestanden. Aufgrund der deutlich besseren Spontanbewegungen verglichen mit der
Situation während der klinischen Untersuchung sei von einer gewissen Inkonsistenz im
Sinne einer zumindest Verdeutlichungstendenz auszugehen. Aufgrund der
A.f.
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multilokulären degenerativen Veränderungen bestehe eine verminderte Belastbarkeit
des Bewegungsapparats. Die Beurteilung im Bericht der I._ vom 6. Juli 2015, dass
dem Versicherten leichte Tätigkeiten im Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen
mit Gewichtsbelastungen bis zehn Kilogramm, ohne Zwangshaltungen und ohne
häufige Überkopfarbeiten zumutbar seien, sei aus gutachterlich rheumatologischer
Sicht zu bestätigen. Unter Einhaltung dieser Limiten bestehe eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit. Der psychiatrische Gutachter notierte (IV-act. 86-39 f.), es hätten keine
residualaffektiven Zustände nach einem langjährigen Alkoholabusus vorgelegen, dazu
sei der Versicherte affektiv zu schwingungsfähig, zu adäquat kommunikativ und zu
flexibel gewesen. Ausserdem habe gesichert keine alkoholbedingte
Wesensveränderung ausgemacht werden können. Auch dazu habe der Versicherte
keine sehr gravierenden Persönlichkeitsveränderungen gezeigt, auch wenn
narzisstische und markante, etwas bizarr auffällige und distanzlose Persönlichkeitszüge
im Sinne von akzentuierten narzisstischen Persönlichkeitszügen vorgelegen hätten.
Diese entsprächen einer Normvariante und hätten geringen Krankheitswert. Ein
psychiatrisches Leiden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit liege lediglich bezüglich
qualitativer Anforderungen vor (Teamfähigkeit, Flexibilität, Kundenkontakte,
Zuverlässigkeit). Die knapp durchschnittliche Intelligenz sei nicht wesentlich
invalidisierend. Der mögliche Alkoholabusus rechtfertige keine Arbeitsunfähigkeit. In
der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Hilfsarbeiter sei der Versicherte vollschichtig
arbeitsfähig. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit könne nur für gewisse berufliche
Anforderungen begründet werden. Die Teamfähigkeit sei etwas reduziert, die
Zuverlässigkeit und das Durchhaltevermögen seien leicht eingeschränkt. Im
Kundenkontakt sowie in Tätigkeiten, in denen der Versicherte kognitiv und intellektuell
anspruchsvolle Aufgaben erledigen müsste, sei er ebenfalls eingeschränkt.
Psychiatrisch könne eine Arbeitsunfähigkeit von 20% begründet werden. Der
neuropsychologische Gutachter führte aus (IV-act. 86-49 ff.), der Gesamt-IQ liege unter
der Norm. Der Versicherte habe in eher grundlegenden kognitiven Funktionen der
Aufmerksamkeit/Konzentrationsfähigkeit, im Lernen und Gedächtnis sowie in
Teilbereichen der figuralen Wahrnehmung und Verarbeitung Fähigkeiten; Schwächen
bestünden bei komplexeren Denkanforderungen. Die Befunde spiegelten eine relativ
geringe Bildung wider. Ursächlich sei davon auszugehen, dass seit jeher eine
vergleichbare Leistungscharakteristik bestanden habe. Das Leistungsprofil mit
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vergleichsweise guten Fähigkeiten im Lernen und Gedächtnis sei nicht typisch für eine
alkoholbedingte hirnorganische Schädigung. Der gemäss den Aktenangaben aus dem
klinischen Eindruck entstandene Verdacht auf eine alkoholbedingte kognitive Störung
habe nicht bestätigt werden können. Ein Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit bestehe nicht. Die erhobenen Befunde könnten als valide eingestuft
werden. Inkonsistenzen hätten sich bezüglich der angegebenen massiven Schmerzen,
die im Verlauf der mehrstündigen Untersuchung äusserlich nicht beobachtbar gewesen
seien, ergeben. Der rheumatologische Gutachter, der die EFL durchgeführt hatte,
berichtete (IV-act. 86-55 ff.), bei der Fortbewegung hätten deutliche funktionelle
Probleme beobachtet werden können. Einschränkungen hätten bei Tätigkeiten mit den
oberen Extremitäten sowohl bezüglich der Koordination als auch der Kraft bestanden.
Es habe eine allgemein reduzierte Kraftausdauer auch der Rumpfmuskulatur
bestanden. Der Versicherte habe die Aufgaben in seinem Tempo und nicht gemäss der
Testvorgabe durchgeführt. Die standardisierte Bewertung der Bereiche "Beschreibung
von Schmerz und Einschränkungen", "Schmerzverhalten", "Leistungsverhalten" und
"Konsistenz" hätten folgende zusammenfassende Bewertung ergeben: Erhebliche
Symptomausweitung. Infolge der erheblichen Symptomausweitung und der
Selbstlimitierung seien die Resultate der physischen Leistungstests für die Beurteilung
der zumutbaren Belastbarkeit nur teilweise verwertbar gewesen. Eine Tätigkeit als
Mitarbeiter in der Montage sei dem Versicherten nicht zumutbar. In einer Tätigkeit als
Mitarbeitender Recycling sei der Versicherte ganztags arbeitsfähig. Hilfe benötige er
beim Hantieren von Gewichten über zehn Kilogramm. In anderen Tätigkeiten, d.h.
wechselbelastende, leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, bestehe eine ganztägige
Arbeitsfähigkeit, wobei durch das demonstrierte reduzierte allgemeine Arbeitstempo
Einbussen bei der Leistung gemacht werden müssten. Aufgrund des Verhaltens des
Versicherten seien diesbezüglich keine abschliessenden Angaben möglich. In der
Gesamtbeurteilung hielten die Gutachter fest (IV-act. 86-62 f.), aufgrund der
multilokulären degenerativen Veränderungen, die durchaus als somatischer Kern der
Beschwerden hätten verstanden werden können und die die beschriebene
Symptomatik erklärt hätten, bestehe eine verminderte Belastbarkeit des
Bewegungsapparats. Leichte Tätigkeiten im Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und
Gehen mit Gewichtsbelastungen bis zehn Kilogramm ohne Zwangshaltungen und ohne
häufige Überkopfarbeiten seien dem Versicherten zu 80% möglich. Die Teamfähigkeit
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des Versicherten sei etwas reduziert; seine Zuverlässigkeit und sein
Durchhaltevermögen seien leicht eingeschränkt. Im Kundenkontakt bestehe eine
Einschränkung, ebenso in Tätigkeiten, in denen der Versicherte kognitiv und
intellektuell anspruchsvolle Arbeiten erledigen müsste. Gemäss den Angaben in der
Aktenlage gelte diese Beurteilung zumindest seit der Untersuchung in der I._ anfangs
Juli 2015. Der RAD-Arzt Dr. J._ notierte am 17. August 2016 im Wesentlichen (IV-
act. 87), aus versicherungsmedizinischer Sicht begründe die Diagnose "akzentuierte
narzisstische Persönlichkeitszüge" keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit; die
attestierte 20%ige Arbeitsunfähigkeit sei nicht nachvollziehbar.
Vom 3. Januar 2017 bis 31. März 2017 absolvierte der Versicherte bei der N._
eine berufliche Abklärung. Im Zielvereinbarungs- und Beurteilungsbogen gab der
Programmleiter am 28. März 2017 an (IV-act. 99), der Versicherte habe in der
Holzabteilung (körperlich leichte Arbeiten) mit einem 50% Pensum gearbeitet. Er habe
an 29 Tagen wegen Krankheit und an zwei Tagen aus anderen Gründen gefehlt. Er
habe eine negative Grundhaltung gehabt und sein Tagesablauf sei geprägt gewesen
von seinen Schmerzzuständen und Sorgen. Die letzten zwei Wochen des Programms
sei er krankgeschrieben gewesen; er habe einen Termin bei einem Radiologen gehabt,
welcher einen Bandscheibenriss diagnostiziert habe. In der momentanen
gesundheitlichen Verfassung sei der Versicherte nicht in der Lage, einem 50%igen
Arbeitspensum in einer körperlichen leichten Tätigkeit gerecht zu werden. Gemäss
einem Bericht der Radiologie H._ vom 17. März 2017 war gleichentags ein MRI der
LWS und des ISG angefertigt worden (IV-act. 98). Ein Facharzt hatte im Segment LWK
4/5 einen ca. 8mm langen Anulus-Riss und eine konsekutive minimale
Bandscheibenprotrusion median festgestellt.
A.g.
Der Hausarzt Dr. B._ berichtete am 9. Mai 2017 (IV-act. 102), im Jahr 2016 seien
im Psychiatrie-Zentrum K._ diverse Abklärungen betreffend die neurokognitiven
Defizite des Versicherten durchgeführt worden. Die Resultate dieser Abklärungen lägen
bislang nicht vor. Die Handgelenksarthrosen und das zervikovertebrale
Schmerzsyndrom würden die Arbeitsfähigkeit am stärksten einschränken. Die
Osteoporose verstärke die Schmerzen. Der Versicherte sei vollständig arbeitsunfähig.
Er legte dem Bericht ein dreiseitiges Zeugnis mit attestierten Arbeitsunfähigkeiten im
A.h.
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Zeitraum von Mitte Februar 2015 bis Mitte Mai 2017 bei. Die Arbeitsunfähigkeiten
betrugen mehrheitlich 100%.
Am 29. Juni 2017 teilte die IV-Stelle mit (IV-act. 106), trotz der Bemühungen und
der Unterstützung durch die IV sei es nicht gelungen, den Versicherten in den
Arbeitsmarkt zu integrieren. Weitere berufliche Massnahmen seien nicht angezeigt.
A.i.
Mit einem Vorbescheid vom 11. Juli 2017 stellte die IV-Stelle die Abweisung des
Rentenbegehrens in Aussicht (IV-act. 110). Zur Begründung gab sie an, die
spezialärztlichen Abklärungen hätten ergeben, dass der Versicherte seit 16. Mai 2015
aus gesundheitlichen Gründen in einem erheblichen Ausmass in der Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt sei. Die angestammte Tätigkeit als Montagehelfer sei ihm nicht mehr
zumutbar. Aus versicherungsmedizinischer Sicht seien dem Versicherten sämtliche
leichten Tätigkeiten im Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen mit einer
Gewichtsbelastung bis zehn Kilogramm, ohne Zwangshaltungen und ohne häufige
Überkopfarbeiten zu 80% zumutbar. Aus rechtlicher Sicht könne von einer
medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit abgewichen werden, ohne dass
diese ihren Beweiswert verliere. Mit den diagnostizierten akzentuierten narzisstischen
Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73.1) liege keine psychische Störung mit
invalidisierender Wirkung vor. Fehle einer psychiatrischen Diagnose der Bezug zum
Schweregrad, sei die medizinische Anspruchsgrundlage, welche zur Anerkennung einer
Invalidenrente führe, nicht gegeben, ungeachtet der ärztlich/gutachterlich attestierten
Arbeitsunfähigkeit (Urteil des Bundesgerichts vom 3. April 2017, 8C_814/2016,
E. 5.3.5). Invalidenversicherungsrechtlich sei demnach von einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit in somatisch adaptierten Tätigkeiten auszugehen. Damit sei der
Versicherte in der Lage, mindestens das bisherige Bruttojahreseinkommen in der Höhe
von Fr. 55'823.-- zu erzielen. Damit resultiere ein IV-Grad von 0%. Der Versicherte
erhob dagegen keinen Einwand.
A.j.
Am 29. September 2017 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid (IV-
act. 111).
A.k.
Am 23. Oktober 2017 ging bei der IV-Stelle ein Bericht des Psychiatrie-Zentrums
K._ vom 22. August 2017 ein (IV-act. 115). Fachpersonen hatten berichtet, vom 5. bis
A.l.
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B.
17. Oktober 2016 sei an drei Sitzungen eine Intelligenzprüfung durchgeführt worden.
Der Gesamt-IQ sei unterdurchschnittlich ausgefallen. Da keine Vorbefunde vorhanden
gewesen seien, könne keine Aussage darüber getroffen werden, ob die
Einschränkungen hinsichtlich kognitiver Leistungen auf den Alkoholabusus
zurückzuführen seien. Da der Versicherte ausschliesslich zu testpsychologischen
Untersuchungen zugewiesen worden sei, sei keine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
erfolgt.
Am 9. Oktober 2017 (Postaufgabe: 13. Oktober 2017) erhob der Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführer) bei der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin)
eine als "Rekurs" bezeichnete Beschwerde (act. G 1.1), welche die IV-Stelle am
16. Oktober 2017 zuständigkeitshalber dem Versicherungsgericht überwies (act. G 1).
Dieser "Rekurs" kann nur so interpretiert werden, dass der Beschwerdeführer darin
implizit den Antrag gestellt hat, die Verfügung vom 29. September 2017 sei aufzuheben
und ihm seien die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. Zur Begründung machte er
geltend, nicht die "akzentuierten narzisstischen Persönlichkeitsstörungen" würden die
Arbeitsunfähigkeit bedingen, sondern eine deutliche Minderung der kognitiven
Leistungen, was bereits im Oktober 2016 im Psychiatrie-Zentrum K._ objektiviert
worden sei. Ob die aus "versicherungstechnischer Sicht" attestierte 80%ige
Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten zutreffe, könne zurzeit nicht adäquat
beantwortet werden. Am 13. Oktober 2017 sei ein Kontrolltermin in der I._ geplant;
die Rheumatologen könnten die körperliche Belastbarkeit bzw. die Zumutbarkeit für
alle Tätigkeiten kompetenter beurteilen als die Beschwerdegegnerin. Das
Bruttojahreseinkommen von Fr. 55'823.-- sei mangels Dokumentation nicht
nachvollziehbar. Die Lektüre der Verfügung vom 29. September 2017 habe den
Eindruck erweckt, dass die "Gutachterärzte" ein Gutachten im Sinne des Auftraggebers
erstellt hätten, da sie eine wichtige Diagnose (verminderte kognitive Leistungen)
ignoriert und eine andere, bisher noch nicht festgestellte Diagnose (narzisstische
Persönlichkeitsstörung) angeführt hätten.
B.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 16. Februar 2018 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 8). Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, soweit der
B.b.
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Beschwerdeführer vorgebracht habe, nicht die akzentuierten narzisstischen
Persönlichkeitszüge, sondern eine deutliche Minderung seiner kognitiven Fähigkeiten
würden eine Arbeitsunfähigkeit begründen, scheine er die Schlussfolgerungen des
BEGAZ-Gutachtens in psychiatrischer Hinsicht anzuzweifeln. Der Beschwerdeführer
habe sich dabei auf einen Bericht des Psychiatrie-Zentrums K._ vom 22. August
2017 bezogen. Diesem Bericht sei zu entnehmen, dass in drei Sitzungen eine
Intelligenzprüfung durchgeführt worden und der Gesamt-IQ unterdurchschnittlich
ausgefallen sei. Der Bericht enthalte keine Arbeitsfähigkeitsschätzung. Der
psychiatrische Sachverständige des BEGAZ habe die Diagnose überzeugend
hergeleitet; die von den behandelnden Ärzten ohne nachvollziehbare Begründung
gestellte Diagnose "Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol (ICD-10
F10.1)" scheine daher unzutreffend. Die Vorbringen des Beschwerdeführers
vermöchten keine Zweifel an dem in Bezug auf den medizinischen Sachverhalt
nachvollziehbaren und schlüssigen BEGAZ-Gutachten zu wecken. Zu prüfen bleibe, ob
die Expertise auch hinsichtlich der darin enthaltenen, psychiatrisch begründeten
20%igen Arbeitsunfähigkeit zu überzeugen vermöge. Das Bundesgericht habe erkannt,
dass grundsätzlich sämtliche psychische Erkrankungen einem strukturierten
Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen seien (BGE 143 V 418). Nach
ständiger Rechtsprechung stellten Z-codierte Diagnosen für sich allein betrachtet keine
rechtserhebliche Gesundheitsbeeinträchtigung dar. Vorliegend sei auch zu
berücksichtigen, dass die akzentuierten narzisstischen Persönlichkeitszüge nicht mit
Komorbiditäten einhergingen und dass von rheumatologischer Seite Inkonsistenzen
festgestellt worden seien, die keine Erklärung in einem psychiatrischen Krankheitsbild
gefunden hätten. Der psychiatrische Gutachter habe nicht begründet, inwieweit
aufgrund der attestierten qualitativen Einschränkungen bezüglich Teamfähigkeit,
Flexibilität, Kundenkontakte und Zuverlässigkeit in einer angepassten Tätigkeit auf eine
quantitative Arbeitsunfähigkeit von 20% geschlossen werden müsste. Unter diesen
Umständen bedürfe es keiner Weiterungen in der Form des strukturierten
Beweisverfahrens, sondern es sei auch im Lichte der geänderten Rechtsprechung in
Abweichung vom BEGAZ-Gutachten invalidenversicherungsrechtlich von einer
100%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in angepassten Tätigkeiten
auszugehen.
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Erwägungen
1.
Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung vom 29. September
2017 einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers bei einem IV-Grad von 0%
verneint. Strittig ist somit, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente
hat.
Am 20. Februar 2018 bewilligte das Versicherungsgericht das Gesuch vom
27. November 2017 (act. G 4) um die unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den
Gerichtskosten) für das Beschwerdeverfahren (act. G 9).
B.c.
Der Beschwerdeführer liess in der Replik vom 15. März 2018 durch seinen
Hausarzt Dr. B._ ergänzend geltend machen (act. G 11), er (Dr. B._) habe bislang
keine "erhebliche Symptomausweitung und Selbstlimitierung" festgestellt. Die
Schmerzen entsprächen einem in der Bildgebung nachgewiesenen Korrelat. Nicht die
Diagnose der akzentuierten narzisstischen Persönlichkeitszüge schränke die
Arbeitsfähigkeit ein, sondern die irreversiblen kognitiven Defizite infolge des
langjährigen Alkoholkonsums. In einer neuropsychologischen Untersuchung im Q._
vom 27. Dezember 2017 sei rein formal eine insgesamt mittelgradige
neuropsychologische Störung objektiviert worden. Er reichte einen Bericht der O._
vom 4. Januar 2018 ein (act. G 11.1). P._, Fachpsychologe für Neuropsychologie
FSP, hatte darin berichtet, rein formal bestehe eine insgesamt mittelgradige
neuropsychologische Störung. Ein Zusammenhang der im Vordergrund stehenden
deutlichen Aufmerksamkeits- und Antriebsstörung mit einer akuten Alkohol- und
Tramadoleinnahme sei denkbar, wobei dies laboranalytisch nicht untersucht worden
sei. Mit einem dauerhaften schädlichen Konsum von Alkohol am ehesten zu
vereinbaren seien die festgestellten exekutiven und mnestischen Defizite, wobei diese
auch im Rahmen des aktenanamnestisch bekannten unterdurchschnittlichen
intellektuellen Leistungsvermögens denkbar seien. Zu empfehlen sei eine
Verlaufsuntersuchung nach einer mehrmonatigen strikten Alkoholkarenz. Dabei müsste
neben der erneuten Untersuchung des intellektuellen Niveaus auch auf die Frage der
Validität der Befunde eingegangen werden.
B.d.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 23. März 2018 auf eine Duplik (act. G 13).B.e.
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2.
3.
Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende
oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG,
SR 830.1). Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
2.1.
Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
2.2.
Um das zumutbare Invalideneinkommen ermitteln zu können, muss der
verbliebene Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Die Beschwerdegegnerin hat dazu das
BEGAZ Begutachtungszentrum BL mit der Erstellung eines polydisziplinären
Gutachtens (internistisch, rheumatologisch, psychiatrisch und neuropsychologisch
sowie Durchführung einer EFL) beauftragt. Im Gutachten vom 12. August 2016 ist
angegeben worden, dem Beschwerdeführer seien leichte Tätigkeiten im Wechsel
zwischen Sitzen, Stehen und Gehen mit Gewichtsbelastungen bis zehn Kilogramm
ohne Zwangshaltungen und ohne häufige Überkopfarbeiten zu 80% möglich. Die
Teamfähigkeit des Beschwerdeführers sei etwas reduziert; seine Zuverlässigkeit und
sein Durchhaltevermögen seien leicht eingeschränkt. Im Kundenkontakt bestehe eine
Einschränkung, ebenso in Tätigkeiten, in denen der Beschwerdeführer kognitiv und
intellektuell anspruchsvolle Arbeiten erledigen müsste. Gemäss den Angaben in der
3.1.
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Aktenlage gelte diese Beurteilung zumindest seit der Untersuchung in der I._ anfangs
Juli 2015. Strittig und im Folgenden zu prüfen ist, ob dem Gutachten voller Beweiswert
zukommt, das heisst, ob es die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit belegt.
Ein Gutachten hat vollen Beweiswert, wenn es für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen
Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE
125 V 352 E. 3a). Notwendig ist zudem, dass der psychiatrische Gutachter die vom
Bundesgericht in Bezug auf anhaltende somatoforme Schmerzstörungen und
vergleichbare psychosomatische Leiden aufgestellten und später auf alle psychischen
Erkrankungen, insbesondere auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen,
anwendbar erklärten Standardindikatoren berücksichtigt hat (vgl. BGE 141 V 281; 143
V 409 und 143 V 418).
3.2.
Alle Sachverständigen des BEGAZ haben den Beschwerdeführer persönlich
untersucht und seine subjektiven Klagen aufgenommen. Sie haben die objektiven
klinischen Befunde wiedergegeben, umfassende Kenntnis von den Vorakten gehabt
und diese gewürdigt. Gestützt auf ihre Befunde haben sie die Diagnosen gestellt und
ihre Beurteilung zur Arbeitsfähigkeit, inklusive eine Konsensbeurteilung, abgegeben.
Der internistische Gutachter hat keine Diagnose mit oder ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit gestellt. Der rheumatologische Gutachter hat überzeugend dargelegt,
dass aufgrund der multilokulären degenerativen Veränderungen eine verminderte
Belastbarkeit des Bewegungsapparats besteht und infolgedessen dem
Beschwerdeführer nur noch körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten mit
Gewichtsbelastungen bis zehn Kilogramm und ohne Zwangshaltungen sowie häufigen
Überkopfarbeiten zumutbar sind. Der psychiatrische Gutachter hat ebenfalls
überzeugend aufgezeigt, dass abgesehen von narzisstischen und markanten, etwas
bizarr auffälligen und distanzlosen Persönlichkeitszügen im Sinne von akzentuierten
narzisstischen Persönlichkeitszügen keine psychiatrischen Auffälligkeiten oder
Störungen festzustellen gewesen sind. Insbesondere hat er das Bestehen
residualaffektiver Zustände nach einem langjährigen Alkoholkonsum verneint und dies
entsprechend begründet. Der neuropsychologische Experte hat festgestellt, dass der
Gesamt-IQ unter der Norm liegt. Er hat eine alkoholbedingte kognitive Störung
überzeugend ausgeschlossen und die festgestellten Befunde auf eine
unterdurchschnittliche Intelligenz und eine relativ geringe Bildung zurückgeführt. Der
3.3.
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Rheumatologe, der die EFL durchgeführt hat, hat mit seiner Beurteilung die
verminderte Belastbarkeit des Bewegungsapparats weitgehend bestätigt. Die von den
Gutachtern erhobenen Befunde und die gestützt darauf gestellten Diagnosen sind
somit allesamt schlüssig und nachvollziehbar. Festzustellen bleibt, dass der
Rheumatologe, der die EFL durchgeführt hat, über eine erhebliche
Symptomausweitung berichtet hat. Auch der eigentliche rheumatologische Gutachter
und der psychiatrische Gutachter haben über Inkonsistenzen berichtet. Der
rheumatologische Gutachter hat diesbezüglich festgehalten, es sei zumindest von einer
Verdeutlichungstendenz auszugehen. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung der
Gutachter und insbesondere des psychiatrischen Gutachters gilt was folgt: Der
psychiatrische Gutachter hat dem Beschwerdeführer gestützt auf die Diagnosen der
akzentuierten narzisstischen Persönlichkeitszüge und der unterdurchschnittlichen
Intelligenz eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Er hat dies mit einer leichten
Einschränkung der Teamfähigkeit, der Zuverlässigkeit, des Durchhaltevermögens und
der Fähigkeit zum Kontakt mit Kunden begründet. Ebenso hat er in Tätigkeiten mit
kognitiv und intellektuell anspruchsvollen Aufgaben eine Einschränkung festgehalten.
Diese Arbeitsfähigkeitsschätzung ist aus der Sicht eines medizinischen Laien nicht
überzeugend. Die vom psychiatrischen Gutachter aufgezählten Einschränkungen sind –
wie der Gutachter selber festgehalten hat – qualitativer Art. Diesen ist dadurch
vollumfänglich Rechnung zu tragen, dass diese Kriterien im Anforderungsprofil einer
adaptierten Tätigkeit berücksichtigt werden. Der psychiatrische Gutachter hat zudem
festgehalten, die Diagnose der akzentuierten narzisstischen Persönlichkeitszüge habe
geringen Krankheitswert und der Beschwerdeführer habe über 40 Jahre als
Hilfsarbeiter in diversen Tätigkeiten in einem Umfeld gearbeitet, wo ebenso
kommuniziert werde, wie er kommuniziere. Eine Begründung der Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit in quantitativer Hinsicht, das heisst eine Erklärung, wie sich die
Einschränkungen qualitativer Art am idealen Arbeitsplatz in quantitativer Hinsicht
konkret auswirken, fehlt (vgl. dazu Entscheid des Versicherungsgericht St. Gallen vom
4. November 2019, IV 2017/428, E. 3.3). Damit ist nicht nachvollziehbar, dass und
inwiefern diese qualitativen Einschränkungen eine quantitative Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit zur Folge hätten. Der RAD-Arzt Dr. J._ hat somit im Ergebnis zu
Recht festgehalten, die aus psychiatrischer Sicht 20%ige Arbeitsunfähigkeit sei nicht
nachvollziehbar. In Abweichung von der Arbeitsfähigkeitsschätzung im psychiatrischen
Teilgutachten und damit auch von der Gesamtbeurteilung der Gutachter ist deshalb
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in körperlich leichten,
wechselbelastenden Tätigkeiten mit Gewichtsbelastungen bis zehn Kilogramm und
ohne Zwangshaltungen und ohne häufige Überkopfarbeiten auszugehen. Tätigkeiten,
die kognitiv und intellektuell anspruchsvolle Aufgaben beinhalten und die
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Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit und Durchhaltevermögen erfordern sowie Tätigkeiten
mit Kundenkontakt sind nicht adaptiert. Bei dieser Ausgangslage, das heisst dem
Bestehen von Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit ausschliesslich in qualitativer
Hinsicht, ist die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nicht erforderlich
gewesen. Insofern ist es nicht von Bedeutung, dass der psychiatrische Gutachter die
Standardindikatoren nicht im Detail berücksichtigt hat. Damit stellt die vom Gutachten
abweichende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers keine
unzulässige juristische Parallelprüfung dar (vgl. BGE 141 V 307, E. 5.2.3; Urteil des
Bundesgerichts vom 2. Dezember 2019, 9C_808/2018, E. 4.3). Vielmehr ist die aus
psychiatrisch-gutachterlicher Sicht attestierte 20%ige Arbeitsunfähigkeit in einer
adaptierten Hilfsarbeitertätigkeit angesichts der erhobenen Befunde, der gestellten
Diagnose und der Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in qualitativer Hinsicht nicht
überzeugend. Demgegenüber ist die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter aus rein
somatischer Sicht überzeugend.
Zu prüfen bleibt, ob die Einwände von Dr. B._, der den Beschwerdeführer im
Beschwerdeverfahren vertritt, Zweifel am Gutachten zu wecken vermögen. Dr. B._
hat geltend gemacht, die Arbeitsfähigkeit sei nicht wegen der Diagnose der
akzentuierten narzisstischen Persönlichkeitszüge, sondern wegen den irreversiblen
kognitiven Defizite infolge des langjährigen Alkoholkonsums eingeschränkt. Er habe
bislang keine "erhebliche Symptomausweitung und Selbstlimitierung" festgestellt. Die
Schmerzen entsprächen einem in der Bildgebung nachgewiesenen Korrelat. Der
Beschwerdeführer lässt damit sinngemäss geltend machen, dass nicht auf das
Gutachten abgestellt werden könne. Er hat dazu einen Bericht der O._ vom 4. Januar
2018 betreffend eine neuropsychologische Untersuchung vom 27. Dezember 2017
eingereicht. Des Weiteren liegt ein Bericht des Psychiatrie-Zentrums K._ vom
22. August 2017 (Posteingang bei der Beschwerdegegnerin: 23. Oktober 2017)
betreffend eine im Oktober 2016 durchgeführte Intelligenztestung in den Akten. Im
Bericht des Psychiatrie-Zentrums K._ vom 22. August 2017 ist festgehalten worden,
bei der Intelligenztestung sei der Gesamt-IQ unterdurchschnittlich ausgefallen.
Mangels Vorbefunden könne keine Aussage darüber gemacht werden, ob die
Einschränkung hinsichtlich der kognitiven Leistungen auf den Alkoholabusus
zurückzuführen seien. Dieser Bericht bestätigt somit die Beurteilung des
neuropsychologischen Gutachters, dass der IQ des Beschwerdeführers
unterdurchschnittlich ist. Im Übrigen enthält der Bericht weder neue Erkenntnisse noch
eine Arbeitsfähigkeitsschätzung. Im Bericht der O._ vom 4. Januar 2018 ist die
Ursache der formal bestehenden mittelgradigen neuropsychologischen Störung offen
gelassen worden. Zudem ist festgehalten worden, dass im Rahmen einer empfohlenen
3.4.
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Verlaufsuntersuchung neben der erneuten Untersuchung des intellektuellen Niveaus
auch auf die Frage der Validität der Befunde eingegangen werden müsste und zwar
unter Berücksichtigung von detaillierten Angaben zum schulischen und beruflichen
Werdegang, von Tätigkeitbeschreibungen für eine Einschätzung des prämorbiden
Leistungsniveaus sowie von Ergebnissen der Durchführung von
Symptomvalidierungsverfahren. Mit anderen Worten sind die Befunde im Bericht vom
4. Januar 2018 nicht validiert worden; insbesondere ist ein Verdeutlichungs- oder
Aggravationsverhalten nicht ausgeschlossen worden. In Anbetracht der von den
Gutachtern des BEGAZ festgestellten Inkonsistenzen und des
Verdeutlichungsverhaltens des Beschwerdeführers ist dieser Bericht deshalb nicht
geeignet, Zweifel am Gutachten zu wecken. Im Übrigen ist es auch nicht plausibel,
dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im kognitiven Bereich vom
Zeitpunkt der neuropsychologischen Begutachtung im Juli 2016 bis zur Untersuchung
in der O._ im Dezember 2017 so schnell verschlechtert haben soll. Die Berichte des
Psychiatrie-Zentrums K._ vom 22. August 2017 und der O._ vom 4. Januar 2018
vermögen deshalb keine Zweifel am Gutachten zu wecken.
Der Beschwerdeführer hat weiter geltend gemacht, ob die 80%ige Arbeitsfähigkeit
in adaptierten Tätigkeiten zutreffe, könne zurzeit nicht adäquat beurteilt werden. Am
13. Oktober 2017 sei ein Kontrolltermin in der I._ geplant gewesen; die
Rheumatologen könnten die körperliche Belastbarkeit bzw. die Zumutbarkeit für alle
Tätigkeiten kompetenter beurteilen als die Beschwerdegegnerin. Soweit er damit
geltend machen will, es sei auf die Untersuchung vom 13. Oktober 2017 statt auf das
Gutachten abzustellen, ist festzuhalten, dass auf die Einholung dieses Berichts hat
verzichtet werden können. Aufgrund der von den Gutachtern festgestellten
Inkonsistenzen und aufgrund des Verdeutlichungsverhaltens des Beschwerdeführers
durfte in antizipierender Beweiswürdigung davon ausgegangen werden, dass der
Beschwerdeführer auch in dieser Untersuchung ein Verdeutlichungsverhalten zeigen
würde, sodass von diesem Bericht kein Beweisfortschritt zu erwarten gewesen ist.
3.5.
Der Bericht des Hausarztes Dr. B._ vom 9. Mai 2017 enthält keine neuen
Erkenntnisse, die geeignet wären, Zweifel am Gutachten zu wecken. Zu den von
Dr. B._ attestierten Arbeitsunfähigkeiten im Zeitraum von Mitte Februar 2015 bis
Mitte Mai 2017 (vgl. die Auflistung in IV-act. 102) ist festzuhalten, dass sich diese bis
September 2016 auf eine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bezogen
haben. Sie haben also über eine Arbeitsunfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten nichts
ausgesagt. Von Mitte Januar 2017 bis Mitte Mai 2017 hat Dr. B._ folgende
Arbeitsunfähigkeiten in einer adaptierten Tätigkeit attestiert: 50% vom 20. Februar
3.6.
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2017 bis 2. März 2017, 25% am 9./10. März 2017 und 20% vom 13. bis 17. März 2017.
Im restlichen Zeitraum hat er zudem mehrmals eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
attestiert. Da der Beschwerdeführer vom 3. Januar 2017 bis 31. März 2017 in der N._
eine berufliche Abklärung mit Ausübung einer körperlich leichten Tätigkeit absolviert
hat, müssen sich auch die übrigen durch Dr. B._ attestierten 100%igen
Arbeitsunfähigkeiten von Mitte Januar 2017 bis Mitte Mai 2017 auf eine adaptierte
Tätigkeit bezogen haben. Dem Zielvereinbarungs- und Beurteilungsbogen der N._ ist
zu entnehmen (IV-act. 99), dass der Beschwerdeführer an 29 Tagen krankheitshalber
gefehlt hat, was sich mit den Angaben von Dr. B._ deckt. Die durch Dr. B._
attestierten Arbeitsunfähigkeiten in adaptierten Tätigkeiten vermögen jedoch keine
Zweifel an der Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter respektive der davon
abweichenden Beurteilung zu wecken. Dr. B._ ist nämlich der Vertreter des
Beschwerdeführers im Beschwerdeverfahren. Dies lässt darauf schliessen, dass er sich
bereits früher von den Schmerzangaben des Beschwerdeführers hat beeinflussen
lassen. Schliesslich ist auf den Bericht der Radiologie H._ vom 17. März 2017
einzugehen, worin ein Facharzt festgehalten hat, anhand eines MRI habe er im
Segment LWK 4/5 einen ca. 8mm langen Anulus-Riss und eine konsekutive minimale
Bandscheibenprotrusion median festgestellt. Wenn Dr. B._ davon ausgegangen
wäre, dass das Bandscheibenleiden die geklagten Schmerzen hätten erklären können,
hätte er dies im Bericht vom 9. Mai 2017 oder in der (als Vertreter des
Beschwerdeführers verfassten) Replik vom 15. März 2018 erwähnt. Da er dies nicht
getan hat, ist davon auszugehen, dass dieses keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gehabt hat.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Einwände des Beschwerdeführers
keine Zweifel am Gutachten zu wecken vermögen. Auf das Gutachten ist somit
abzustellen, soweit die Sachverständigen die Befunde erhoben und gestützt darauf die
Diagnosen gestellt haben. In Abweichung vom Gutachten ist nicht von einer 80%igen,
sondern von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten
auszugehen. Damit ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt, dass der Beschwerdeführer in körperlich leichten, wechselbelastenden
Tätigkeiten mit Gewichtsbelastungen bis zehn Kilogramm und ohne Zwangshaltungen
und ohne häufige Überkopfarbeiten und mit Ausschluss von kognitiv und intellektuell
anspruchsvollen Aufgaben und Kundenkontakt uneingeschränkt arbeitsfähig ist. Diese
Arbeitsfähigkeitsschätzung gilt gestützt auf das Gutachten zumindest seit anfangs Juli
2015 bzw. Juni 2015 (die Untersuchung in der I._ hat am 2. Juni 2015 stattgefunden).
Wie im Rahmen des Einkommensvergleichs aufgezeigt wird, würde jedoch selbst bei
einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren.
3.7.
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4.
Da der Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht, ist der von der Beschwerdegegnerin
vorgenommene Einkommensvergleich zu überprüfen. Der Beschwerdeführer hat in
C._ eine Ausbildung als Dreher absolviert. Anschliessend hat er gemäss eigenen
Angaben als landwirtschaftlicher Helfer und als Bauhelfer gearbeitet (IV-act. 5). Im Jahr
2007 hat er sich in der Schweiz niedergelassen. Nach temporären Anstellungen als
Dachdecker ist er während fünf Jahren bei der F._ AG als Paletten-Reparateur tätig
gewesen. Er hat Paletten instandgesetzt und nach Qualitäten sortiert (IV-act. 5-5). Dies
stellt eine Hilfsarbeitertätigkeit dar. Im Jahr 2013 hat er bei der E._ AG ebenfalls eine
Hilfsarbeitertätigkeit ausgeübt. Damit ist es überwiegend wahrscheinlich, dass er ohne
Gesundheitsbeeinträchtigung weiterhin eine Hilfsarbeitertätigkeit ausgeübt hätte. In
Bezug auf die Bemessung des Invalideneinkommens ist massgebend, dass dem
Beschwerdeführer aufgrund der fehlenden Berufsausbildung in der Schweiz einzig eine
Invalidenkarriere als Hilfsarbeiter offen gestanden hat. Da sowohl die Validen- als auch
die Invalidenkarriere in einer Tätigkeit als Hilfsarbeiter besteht, kann der Betrag der
Vergleichseinkommen bei der Berechnung des Invaliditätsgrades mathematisch keine
Rolle spielen; der Invaliditätsgrad ist anhand eines sogenannten Prozentvergleichs zu
berechnen. Er entspricht also dem Arbeitsunfähigkeitsgrad, korrigiert um einen
allfälligen zusätzlichen Abzug. Der Arbeitsfähigkeitsgrad beträgt vorliegend mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 100%. Der Beschwerdeführer kann
jedoch nur noch körperlich leichte, wechselbelastenden Tätigkeiten mit
Gewichtsbelastungen bis zehn Kilogramm und ohne Zwangshaltungen und ohne
häufige Überkopfarbeiten und mit Ausschluss von kognitiv und intellektuell
anspruchsvollen Aufgaben und Kundenkontakt ausüben. Im Vergleich zu einem
gesunden, vollerwerbstätigen Hilfsarbeiter wird sein Einkommen tiefer sein. Aus der
Sicht eines betriebswirtschaftlich-ökonomisch handelnden Arbeitgebers ist der Wert
der Arbeitsleistung des Beschwerdeführers nämlich vermindert, da der
Beschwerdeführer unfähig wäre, sich an einem nicht adaptierten Arbeitsplatz einsetzen
zu lassen. Längerfristig betrachtet bestünde zudem das Risiko von vermehrten
krankheitsbedingten Absenzen. Geht man von einem ökonomischen Invaliditätsbegriff
aus bzw. will man einen Soziallohnanteil ausscheiden, ist wegen diesen Nachteilen, die
zwingend zu einem Minderlohn führen würden, bei der Ermittlung des Ausgangswerts
des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ein zusätzlicher Abzug
vorzunehmen. Bei einer grosszügigen Vorgehensweise beträgt dieser Abzug vorliegend
maximal 10%. Die uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in einer
behinderungsangepassten Hilfstätigkeit ist verwertbar. Dem Beschwerdeführer ist
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beispielsweise eine Tätigkeit in leichteren Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-,
Prüf- sowie Verpackungsarbeiten zumutbar. Auf dem allgemeinen und ausgeglichenen
Arbeitsmarkt finden sich Stellen mit diesem Anforderungsprofil. Aus dem
Einkommensvergleich resultiert somit ein Invaliditätsgrad von maximal 10%. Damit
besteht kein Rentenanspruch. Selbst bei einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit in einer
adaptierten Hilfstätigkeit würde lediglich ein Invaliditätsgrad von maximal 28% (100% x
0.8 x 0.9 = 72% minus 100%) und damit kein Rentenanspruch resultieren. Die
Beschwerdegegnerin hat somit einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente
im Ergebnis zu Recht verneint. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen.
5.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu
befreien. Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung der Gerichtskosten verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123
der Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO, SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP, sGS 951.1]).