Decision ID: f2916d0c-30c2-5d4b-bfe3-5f95dfb87a62
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 20. August 2003 ein Asylgesuch ,
dass das Bundesamt für Flüchtlinge (BFF) das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 11. September 2003 abwies und dessen Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug anordnete,
dass die damals zuständige Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) mit Entscheidung vom 5. Januar 2004 auf die dagegen  Beschwerde nicht eintrat, da der aufgrund der Aussichtslosigkeit der Beschwerde einverlangte Kostenvorschuss nicht fristgerecht  wurde,
dass der Beschwerdeführer beim BFF ein Wiedererwägungsgesuch, datiert auf den 27. Februar 2004, einreichte,
dass er zur Begründung vorbrachte, der Vollzug der Wegweisung sei nicht zumutbar, da er an einer HIV-Infektion im Stadium A3 leide und die medizinische Versorgung in Kongo (Kinshasa) nicht gewährleistet sei,
dass das BFF dieses Wiedererwägungsgesuch mit Verfügung vom 3. September 2004 abwies,
dass es zur Begründung seines Entscheides ausführte, in Kinshasa, wo der Beschwerdeführer Geschäftsbeziehungen habe, werde die von ihm benötigte antiretrovirale Therapie angeboten, zudem verfüge er in Kongo (Kinshasa) über ein intaktes Familiennetz und könne in seinen angestammten Beruf als Diamantenhändler zurückkehren,
dass der Beschwerdeführer gegen diesen Entscheid am 6. Oktober 2004 bei der ARK Beschwerde erhob,
dass er zur Begründung dieser Beschwerde vorbrachte, er befinde sich in einem fortgeschrittenen Stadium der HIV-Infektion (Stadium A3, tiefer CD4 Wert, hohe Virenzahl), sodass eine adäquate Behandlung in Kongo (Kinshasa) nicht gewährleistet sei,
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dass die Instruktionsrichterin mit Zwischenverfügung vom 12.  2004 aufgrund der Aussichtslosigkeit der Beschwerde einen  erhob mit der Begründung, es komme bei der Prüfung der Zumutbarkeit nicht nur auf das Stadium der Krankheit an, sondern vor allem auf die konkrete Situation in Kongo (Kinshasa),  auf den Zugang zur medizinischen Versorgung, die innere  des Landes und das Vorhandensein eines sozialen Netzes, und dies alles sei im Falle des Beschwerdeführers gewährleistet,
dass die ARK mit Entscheidung vom 17. November 2004 nicht auf die Beschwerde eintrat, da der einverlangte Kostenvorschuss nicht  bezahlt worden war,
dass der Beschwerdeführer am 11. Juni 2008 beim BFM ein zweites Wiedererwägungsgesuch einreichte,
dass er zur Begründung dieses Gesuchs erneut seine HIV-Infektion und das Fehlen einer adäquaten medizinischen Versorgung in Kongo (Kinshasa) geltend machte,
dass er inzwischen nicht mehr über ein soziales Netz in Kongo (Kinshasa) verfüge, da seine drei Brüder zwischenzeitlich  worden seien beziehungsweise das Land verlassen hätten, seine älteste Halbschwester in der Schweiz lebe und er zu seiner Frau,  Kindern, seiner Mutter und seinen anderen Schwestern keinen Kontakt mehr habe,
dass er zudem aufgrund seiner Krankheit nicht in seinen  Beruf als Diamantenhändler zurückkehren könne,
dass das BFM dieses Wiedererwägungsgesuch mit Verfügung vom 18. Juli 2008 abwies,
dass es zur Begründung dieses Entscheides ausführte, die  Versorgung in Kongo (Kinshasa) sei gewährleistet, der  verfüge trotz der Festnahme seiner Brüder über ein , zumal seine Frau, seine Kinder, seine Mutter und seine Schwestern nach wie vor im Land verweilten, und es sei ihm in seiner gesundheitlichen Situation möglich, einer Arbeit nachzugehen,
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dass der Beschwerdeführer – handelnd durch seinen Rechtsvertreter – am 14. August 2008 beim Bundesverwaltungsgericht gegen diesen Entscheid Beschwerde erhob und die vorläufige Aufnahme beantragte,
dass er zur Begründung der Beschwerde im Wesentlichen geltend machte, der Zugang zu einer antiretroviralen Therapie sei allenfalls in Kinshasa möglich, wo er über kein Beziehungsnetz verfüge und wegen der Festnahme seines Bruders Probleme bekommen könnte, wobei aber auch dort nur wenige Personen eine solche Therapie erhielten,
dass er zudem weder zu seiner Familie, zu welcher er keinen Kontakt mehr habe, noch in seinen angestammten Beruf als Diamantenhändler zurückkehren könne,
dass er in formeller Hinsicht um die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 des Bundesgesetzes vom 20.  1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) und die Sistierung der Wegweisungsmassnahmen ersuchte,
dass die Instruktionsrichterin den Vollzug der Wegweisung am 15.  2008 provisorisch aussetzte, das Gesuch um ein definitives  des Wegweisungsvollzuges jedoch mit Zwischenverfügung vom 22. August 2008 zufolge Aussichtslosigkeit der Begehren abwies,
dass gleichzeitig das Gesuch um die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 VwVG zufolge Aussichtslosigkeit der Beschwerde abgelehnt und der Beschwerdeführer – unter Androhung des  im Unterlassungsfall – aufgefordert wurde, bis zum 8.  2008 einen Kostenvorschuss von 1200.– einzuzahlen (Art. 63 Abs. 4 VwVG),
dass der einverlangte Kostenvorschuss am 5. September 2008  wurde,

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden  Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31] i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG,
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SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde  ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde  ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 und 52 VwVG),
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen  verzichtet wurde,
dass die Wiedererwägung im Verwaltungsverfahren ein gesetzlich nicht geregelter Rechtsbehelf ist, auf dessen Behandlung durch die  Behörde grundsätzlich kein Anspruch besteht,
dass gemäss herrschender Lehre und ständiger Praxis des  jedoch aus Art. 29 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) unter bestimmten Voraussetzungen ein verfassungsmässiger Anspruch auf  abgeleitet wird (vgl. BGE 127 I 133 E. 6 mit weiteren Hinweisen),
dass ein Anspruch auf Wiedererwägung namentlich dann besteht, wenn sich der rechtserhebliche Sachverhalt seit dem ursprünglichen Entscheid beziehungsweise seit dem Urteil der mit Beschwerde  Rechtsmittelinstanz in wesentlicher Weise verändert hat und die ursprüngliche (fehlerfreie) Verfügung an nachträglich eingetretene Veränderungen der Sachlage anzupassen ist (vgl. Entscheidungen
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und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 7 E. 1 S. 42 f.),
dass sodann auch Revisionsgründe einen Anspruch auf  begründen, sofern sie sich auf eine rechtskräftige Verfügung , die entweder unangefochten geblieben oder aus dem Grund niemals einer materiellen Prüfung unterzogen worden ist, weil das  Beschwerdeverfahren mit einem formellen Prozessurteil  hat,
dass ein derartiges, als qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch zu  Rechtsmittel grundsätzlich nach den Regeln des  zu behandeln ist,
dass eine Wiedererwägung hingegen dann ausser Betracht fällt, wenn lediglich eine neue Würdigung der beim früheren Entscheid bereits  Tatsachen herbeigeführt werden soll oder Gründe angeführt werden, die bereits in einem ordentlichen Beschwerdeverfahren gegen die frühere Verfügung hätten geltend gemacht werden können (vgl. EMARK 2003 Nr. 17 E. 2b S. 104),
dass die Vorinstanz den Anspruch auf Behandlung als  vorliegend nicht in Abrede gestellt hat, und materiell auf das Gesuch eingetreten ist, weshalb vorliegend zu prüfen bleibt, ob die Vorinstanz das Gesuch zu Recht abgewiesen hat,
dass keine gegenüber der Situation bei Eintritt der Rechtskraft der  Verfügung vom 11. September 2003 beziehungsweise nach Abschluss des ersten Wiedererwägungsverfahrens  veränderte Sachlage vorliegt, zumal der Beschwerdeführer  Sachumstände vorbringt, die er in den Grundzügen bereits im Rahmen der ordentlichen Verfahren beziehungsweise im ersten  vor dem Bundesamt und vor der ARK  hat,
dass insbesondere rechtskräftig festgestellt worden ist, dass eine  Behandlung des Beschwerdeführers in seinem Heimatstaat möglich ist,
dass die sinngemässen Vorbringen, dieser Entscheid sei ursprünglich fehlerhaft, klar verspätet und damit unbeachtlich sind,
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dass im Übrigen nichts vorgebracht worden ist, was darauf hinweisen würde, dass diesbezüglich generell eine veränderte Sachlage  sei oder dass revisionsrechtlich relevante neue Beweismittel vorlägen,
dass sodann eine Gefährdung des Beschwerdeführers wegen der  Festnahme des Bruders am 3. März 2008 nicht  geltend gemacht werden konnte,
dass die antiretrovirale Therapie zudem nicht nur in Kinshasa  wird, sodass der Beschwerdeführer in eine andere Stadt  könnte, um einer allfälligen Gefahr durch die angebliche  seines Bruders entgehen zu können,
dass der Beschwerdeführer, wie das BFM richtig festgestellt hat, trotz der behaupteten Festnahme beziehungsweise Ausreise seiner drei Brüder weiterhin über ein Beziehungsnetz in Kongo (Kinshasa) , da seine Frau, seine Kinder, seine Mutter und seine Schwestern nach wie vor dort leben,
dass daran auch die inzwischen langjährige Landesabwesenheit des Beschwerdeführers, die er im Übrigen selbst zu verantworten hat, nichts zu ändern vermag,
dass dem Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in seinen Heimatstaat aufgrund der gegenwärtigen Aktenlage auch sonst keine Wegweisungshindernisse entgegen stehen,
dass zusammenfassend festzustellen ist, dass das BFM das zweite Wiedererwägungsgesuch des Beschwerdeführers zu Recht  hat,
dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde  ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 1200.– (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und mit dem am
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5. September 2008 in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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