Decision ID: 97f65c58-551d-55c2-837f-8a570cc413d2
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._
Beschwerdeführer,
vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Anwaltskanzlei St. Jakob,
St. Jakob Strasse 37, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 15. Mai 2006 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 12).
Gemäss Austrittsbericht der Klinik Valens vom 15. November 2005 leidet der
Versicherte an einem rechtsseitigen lumbospondylogenen Syndrom, an Diabetes, an
einer Adipositas sowie an einer Hiatushernie. Die Klinikärzte hielten fest, die bisherige
Arbeit sei dem Versicherten aktuell (seit 4. Oktober 2005) nicht mehr zumutbar.
Eventuell könne mit therapeutischen und medizinischen Massnahmen eine deutliche
Verbesserung der Beschwerden erreicht werden. Für andere berufliche Tätigkeiten sei
dem Versicherten eine leicht bis mittelschwere wechselbelastende Arbeit ganztags
zumutbar (IV-act. 23-15 ff.). Der Beschwerdeführer hatte seit 1988 vollzeitlich bei der
Firma B._ gearbeitet. Seit dem 1. September 2005 bestand an diesem Arbeitsplatz
eine volle Arbeitsunfähigkeit. Bei der Firma C._ war der Beschwerdeführer seit 1991
teilzeitlich (Nebenerwerbstätigkeit von ca. 36%) beschäftigt (vgl. Urteil IV 2007/41 des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. Juli 2008).
A.b Am 6. Juni 2006 schrieb Dr. med. D._, Facharzt für Rheumatologie und Innere
Medizin FMH, in seinem Arztbericht, dass er zur Beurteilung der definitiven
versicherungsrechtlichen Arbeitsfähigkeit eine psychiatrische Exploration für nötig
erachte. Er berichtete, der Versicherte leide unter Angst, Depression, einer
fatalistischen Haltung und einer Isolation (IV-act. 23).
A.c Die IV-Stelle verfügte am 13. Dezember 2006, es bestehe kein Anspruch auf
Leistungen der Invalidenversicherung, da der Versicherte in einer körperlich leichten,
wechselbelastenden Tätigkeit 100% arbeitsfähig sei und in Ausübung einer
leidensangepassten Erwerbstätigkeit auf dem ihm offenstehenden, ausgeglichenen
Arbeitsmarkt das gleiche Einkommen erzielen könnte wie zuletzt bei der Firma B._.
Somit liege keine Invalidität im Sinne des Gesetzes vor (IV-act. 36).
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A.d Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde vom 22. Januar 2007 hiess das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen am 22. Juli 2008 teilweise gut. Es wies die
Angelegenheit zur Durchführung einer medizinisch-psychiatrischen Abklärung und zu
anschliessender neuer Verfügung an die IV-Stelle des Kantons St. Gallen zurück (Urteil
IV 2007/41 des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. Juli 2008).
A.e Im in der Folge in Auftrag gegebenen bidisziplinären (rheumatologisch-
psychiatrisch) Gutachten vom 10. April 2009 – erstellt durch Dr. med. E._, Facharzt
für Rheumatologie und Innere Medizin FMH, und Dr. med. F._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH – wurden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein
chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom sowie eine leichtgradige
Gonarthrose diagnostiziert. Die Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit –
leichte industrielle Fertigungstätigkeit unter Einhaltung der Hebegrenze von 10 kg,
ausnahmsweise 15 kg, verrichtbar in Wechselhaltung teils sitzend, kurz 30% stehend
und gehend, in nicht vornehmlich stark vorgebeugter oder gebückter Haltung ohne
monotone sich ständig wiederholende Bewegungen, Arbeitsplatz in nicht nasskalter
oder zügiger Umgebung, Zubilligung vermehrter, eingestreuter Kurzpausen von 10%
einer zeitlichen Vollbeschäftigung – wurde auf 90% geschätzt (IV-act. 81 ff.).
A.f Mit Vorbescheid vom 5. Juni 2009 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, die
Abklärungen hätten ergeben, dass aus medizinischer Sicht eine leidensangepasste
Tätigkeit zu 100% zumutbar sei. Da jedoch vermehrt Pausen eingelegt werden
müssten, sei von einer Arbeitsfähigkeit von 90% auszugehen. In einer solchen Tätigkeit
sei es dem Versicherten zumutbar, ein Invalideneinkommen von Fr. 54'237.-- zu
erzielen, was schliesslich bei einem angenommenen Valideneinkommen von Fr.
56'270.-- zu einem Invaliditätsgrad von 4% führe. Da der Invaliditätsgrad unter 40%
liege, bestehe kein Rentenanspruch (IV-act. 87).
A.g Der Versicherte liess nach Erhalt des Vorbescheids vom 5. Juni 2009 Einwand
erheben. Er führte an, es ergebe sich auch aus den von der IV-Stelle des Kantons St.
Gallen im Anschluss an das versicherungsgerichtliche Urteil im Verfahren IV 2007/41
veranlassten Abklärungen, dass er unter die Arbeitsfähigkeit beeinflussenden
gesundheitlichen Störungen leide. Weiter bestritt er, dass er in der Lage sei, ein
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Invalideneinkommen von Fr. 54'237.-- zu erzielen. Zudem hätte ein neues MRI erstellt
werden müssen (IV-act. 88).
A.h Die IV-Stelle bat den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) am 14. Juli 2009 um eine
Stellungnahme zu den Einwänden des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers. Am
15. Juli 2009 wies RAD-Arzt Dr. med. G._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, darauf hin, dass im Schreiben des
Versicherten vom 5. Juni 2009 keine neuen, bis anhin nicht bekannten medizinischen
Elemente vorgebracht worden seien. Zur Frage, wieso keine neue MRI-Untersuchung
durchgeführt worden sei, nahm Dr. G._ folgendermassen Stellung: Es würden keine
schwer wiegenden neurologischen Ausfälle vorliegen, so dass eine MRI-Untersuchung
der LWS keine relevanten weiteren Erkenntnisse bringen würde. Es sei bereits bekannt,
dass degenerative Veränderungen vorliegen würden und dass eine recessale Enge
bestehe. Auch die dadurch bedingten Beschwerden seien bekannt. Weiter wies er
darauf hin, dass den Gutachtern alle Krankheitsbilder bekannt gewesen seien und dass
sie diese in ihrer Entscheidfindung durchaus berücksichtigt hätten. Es sei auch nicht
nachzuvollziehen, warum eine mit oralen Antidiabetika behandelte Zuckerkrankheit,
eine Fettleibigkeit sowie eine Hiatushernie mit Sodbrennen die Arbeitsfähigkeit in einer
leidensangepassten Tätigkeit negativ beeinflussen sollten. Auch die Schwerhörigkeit
falle in einer leidensangepassten Tätigkeit nicht in Betracht. Die fehlende Schulbildung,
die ungenügenden Deutschkenntnisse, das Alter des Versicherten und die
Arbeitsmarktsituation seien IV-fremde Faktoren und dürften aus medizinischer Sicht
nicht berücksichtigt werden (IV-act 89).
A.i Mit Verfügung vom 16. Juli 2009 verneinte die IV-Stelle des Kantons St. Gallen
einen Anspruch auf eine Invalidenrente gemäss Vorbescheid (IV-act. 91).
B.
Gegen die Verfügung vom 16. Juli 2009 liess der Versicherte am 20. August 2009
Beschwerde erheben. Er beantragt, die angefochtene Verfügung sei vollumfänglich
aufzuheben und es sei ihm eine ganze Invalidenrente ab wann rechtens, spätestens ab
August 2006, zuzusprechen. Zur Begründung lässt der Beschwerdeführer ausführen,
es sei nicht nachvollziehbar, wie es ihm möglich sein sollte, bei den durch Dr. med.
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E._, Facharzt für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin FMH, bestätigten
gesundheitlichen Einschränkungen unter Annahme eines ausgeglichenen
Arbeitsmarktes ein Invalideneinkommen von Fr. 54'237.-- zu erzielen. So sei doch unter
anderem zu berücksichtigen, dass er zum Zeitpunkt der Einreichung des Gesuchs um
Ausrichtung von Leistungen der Beschwerdegegnerin bereits 61 Jahre, zum Zeitpunkt
der Entlassung bei der Firma B._ über 62 Jahre und zum Zeitpunkt der
angefochtenen Verfügung über 66 Jahre alt gewesen sei. Sein Leistungsvermögen
lasse sich bei zutreffender Betrachtungsweise auf dem für ihn in Frage kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt wirtschaftlich nicht verwerten. So stünden unter anderem
selbst einfachste Über- beziehungsweise Bewachungstätigkeiten nicht zur Debatte, da
er dabei unzumutbare Körperhaltungen einzunehmen respektive unzumutbare Strecken
zu gehen beziehungsweise unzumutbar lange Zeit zu stehen hätte. Hinzu komme, dass
der festgestellte Analphabetismus und die Schwerhörigkeit solche Tätigkeiten
ausschliessen würden. Schliesslich sei es schlechterdings als ausgeschlossen zu
erachten, dass jemand eine 61 oder 62 oder 65 Jahre alte Person mit den festgestellten
gesundheitlichen Einschränkungen bei Annahme eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes
einstelle. Sein Invalideneinkommen betrage somit Fr. 0.-- und er habe, wenn er im
Jahre 2005 bei der Firma C._ ein Einkommen in der Höhe von Fr. 18'060.-- erzielt
habe, seine Restarbeitsfähigkeit bereits mehr als optimal verwertet. Weiter lässt der
Beschwerdeführer vorbringen, dass sein Valideneinkommen nicht lediglich
Fr. 56'270.-- betrage. Wäre er nicht invalid geworden, hätte er weiterhin an zwei Stellen
gearbeitet. Das in der Beschwerdeergänzung vom 3. Februar 2007 (IV-act. 45-6)
angenommene Valideneinkommen von Fr. 72'245.-- sei deshalb im vorliegenden
Verfahren angemessen zu erhöhen. Auch wenn ihm in Bezug auf das
Invalideneinkommen nicht gefolgt werden könnte, so ergäbe sich durch das von ihm
geltend gemachte Valideneinkommen zumindest eine Teilrente. Der Beschwerdeführer
macht zudem geltend, es hätte eine neue MRI-Aufnahme bezüglich seiner LWS
gemacht werden müssen. Im Gutachten von Dr. E._ werde nicht angegeben, welche
Strecken er am Stück oder verteilt auf den ganzen Tag gehen und wie lange er stehen
können sollte. Dies wäre ebenfalls abzuklären (act. G 1).
B.a Mit Beschwerdeantwort vom 5. Oktober 2009 (Datum Postaufgabe) beantragt die
IV-Stelle des Kantons St. Gallen die Abweisung der Beschwerde. Der RAD habe in
seiner Stellungnahme vom 15. Juli 2009 (IV-act. 89) zu Recht ausgeführt, dass
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aufgrund der beim Beschwerdeführer nicht vorhandenen neurologischen Ausfälle eine
erneute MRI-Aufnahme der LWS keine relevanten neuen Erkenntnisse brächte. Es
komme hinzu, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der
letzten MRI-Aufnahme am 21. September 2005 nicht erkennbar verändert und auch
von daher keine Veranlassung bestanden habe, eine neue MRI-Aufnahme anzufertigen.
Das Gutachten von Dr. E._ vom 10. April 2009 (IV-act. 81) sei ausreichend, um die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers beurteilen zu können, weitere medizinische
Abklärungen seien nicht nötig. Der Beschwerdeführer habe vor Beginn seiner
invalidisierenden Beschwerden im Jahr 2005 in seiner Vollzeittätigkeit ein Einkommen
von Fr. 48'328.-- und in der Nebenerwerbstätigkeit ein solches von Fr. 13'414.-- erzielt.
Weil davon auszugehen sei, dass sich Valideneinkommen und Invalideneinkommen in
etwa gleich entwickeln würden, könne eine Aufwertung unterbleiben. Das
Valideneinkommen betrage somit Fr. 61'742.--. Der Beschwerdeführer könne
beispielsweise leichtere Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie
Verpackungsarbeiten und leichtere Arbeiten bei der Lager- und
Ersatzteilbewirtschaftung ausführen. Es sei entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführers nicht ersichtlich, weshalb dieser keine Überwachungstätigkeiten
ausüben können sollte. Hierfür müsse er weder längere Strecken zurücklegen noch
längere Zeit stehen. Auch seine Hörbeeinträchtigung verunmögliche eine solche
Tätigkeit nicht, da die Hörfähigkeit beim vorausgesetzten Gebrauch eines Hörgeräts
am rechten Ohr nur leicht beeinträchtigt sei. Da der Beschwerdeführer seit 1970 in der
Schweiz arbeite, habe ihn auch sein Analphabetismus nicht daran gehindert, die an ihn
gestellten Anforderungen bezüglich Hilfstätigkeiten zu erfüllen. Auch das hohe Alter des
Beschwerdeführers stelle im vorliegenden Fall ebenfalls keinen Hinderungsgrund dar,
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt eine Arbeitsstelle zu finden. Der
Beschwerdeführer sei in einer adaptierten Tätigkeit lediglich zu 10% eingeschränkt.
Zudem seien die qualitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in einer
angepassten Tätigkeit beim Beschwerdeführer entgegen seiner Ansicht nicht sehr
gravierend, weshalb diesem trotz seines Alters eine Vielzahl von möglichen Stellen
offen stünden. Es sei von einem auf Tabellenlöhne abgestützten hypothetischen
Valideneinkommen von Fr. 57'258.-- auszugehen. Unter Berücksichtigung der
zehnprozentigen Einschränkung und eines Leidensabzugs von 10% errechne sich
somit ein Invalideneinkommen von Fr. 46'379.-- (Fr. 57'258.-- x 0,9 x 0,9), woraus ein
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Invaliditätsgrad von 25% resultiere. Dies reiche nicht aus für einen Anspruch auf eine
(Teil-) Invalidenrente. Die angefochtene Verfügung sei deshalb rechtmässig (act. G 4).
B.b Mit Replik vom 4. November 2009 liess der Beschwerdeführer ausführen, dass
Überwachungsaufgaben intellektuell anspruchsvoll seien. Mit der Überwachung allein
sei es allerdings noch nicht getan. Vielmehr müsste bei auftretenden
Unregelmässigkeiten/Ausnahmesituationen reagiert werden können, was wiederum
entsprechende geistige/fachliche Kenntnisse voraussetze, über welche er nicht
verfüge. Allein schon sein Analphabetismus würde ihn daran hindern (act. G 8).
B.c Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 10).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die Beschwerdegegnerin hat
die angefochtene Verfügung am 16. Juli 2009, also unter der Geltung des Rechts
dieser Revision, erlassen. Zu beurteilen ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum
Zeitpunkt des Erlasses dieser Verfügung entwickelt hat. Dieser Sachverhalt reicht in
eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision zurück. Soll auf bestimmte Sachverhalte
nicht neues Recht Anwendung finden, sondern das aufgehobene Recht massgebend
bleiben, muss eine geltende Norm die Weiteranwendbarkeit aufgehobenen Rechts für
bestimmte Sachverhalte anordnen. Die 5. IV-Revision enthält keine die Rente
betreffende übergangsrechtliche Bestimmung. Das Bundesamt für
Sozialversicherungen unterstellt aber zu Recht eine ausfüllungsbedürftige Lücke (vgl.
das Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007). Die Definition der Sachverhalte,
auf die noch altes Recht anwendbar sein soll, sollte durch ein materiellrechtliches,
unbeeinflussbares Merkmal erfolgen. In Frage kommen der Zeitpunkt der Entstehung
des Auszahlungsanspruchs oder der Eintritt des Versicherungsfalls, beide definiert
nach dem alten, ausser Kraft getretenen Recht (zum Ganzen im Detail der Entscheid
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S M. vom 28. Oktober 2009, IV
2009/5). Das Bundesamt für Sozialversicherungen hat ausserdem vorgesehen, dass
der neurechtliche Rentenbeginn für alle Fälle nicht anwendbar sei, in denen das
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Wartejahr vor dem 1. Januar 2008 zu laufen begann und im Jahr 2008 erfüllt wurde und
die Anmeldung spätestens am 31. Dezember 2008 eingereicht wurde. Diese
Übergangsordnung hat das Gericht übernommen (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S F. vom 25. März 2011, IV 2009/425).
Bezüglich des allfälligen Rentenbeginns sind deshalb vorliegend angesichts der IV-
Anmeldung vom 15. Mai 2006 und des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit ab 29. August
2005 die bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Bestimmungen (im Folgenden
angeführt) anzuwenden. Für den Begriff und die Bemessung der Invalidität haben sich
indessen materiell keine substantiellen Änderungen der bis 31. Dezember 2007 gültig
gewesenen Rechtslage ergeben. Nachfolgend werden deshalb, falls nicht ausdrücklich
anders erwähnt (angegeben mit: aIVG), die seit 1. Januar 2008 geltenden
Bestimmungen wiedergegeben.
2.
Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers
zu Recht verneinte.
2.1 Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können,
während mindestens eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40% arbeitsunfähig im Sinn von Art. 6 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) gewesen sind und
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid im Sinn von Art. 8 ATSG sind
(Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]).
2.2 Als Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen und psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7
Abs. 1 ATSG).
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2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid (Valideneinkommen) geworden wäre (Art. 16 ATSG).
2.4 Um den Grad der Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität
bemessen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten
die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen).
2.5 Das Versicherungsgericht hat die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass es alle Beweismittel, unabhängig davon, von
wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Insbesondere darf es bei einander sich widersprechenden medizinischen
Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen
und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere
medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den
Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht
oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a). Je mehr ein Gutachten von diesen
Qualitätsanforderungen abweicht, desto kleiner ist sein Beweiswert (Gabriela Riemer-
Kafka [Hrsg.], Versicherungsmedizinische Gutachten, 2007, S. 20).
3.
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Zunächst ist zu prüfen, ob das am 24. November 2008 in Auftrag gegebene,
bidisziplinäre rheumatologisch/psychiatrische Gutachten die Kriterien der
Beweistauglichkeit erfüllt und bei der Bemessung des Invaliditätsgrads des
Beschwerdeführers darauf abgestellt werden kann.
3.1 Das Gutachten wird zu Recht weder vom Beschwerdeführer noch von der
Beschwerdegegnerin angezweifelt. Es beruht auf einer sorgfältigen rheumatologischen
und einer psychiatrischen Untersuchung durch ausgewiesene Spezialisten. Sowohl im
rheumatologischen als auch im psychiatrischen Untergutachten wurde eine
ausführliche Anamnese durchgeführt. Die Beurteilung ist nachvollziehbar und
substantiiert. Das Gutachten ist somit für die streitigen Belange umfassend, beruht auf
allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, ist in Kenntnis
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden, leuchtet in der Beurteilung der
medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen der Experten sind begründet.
Das Gutachten erfüllt damit sämtliche Kriterien der Beweistauglichkeit und kann als
Grundlage für die Bemessung des Invaliditätsgrads des Beschwerdeführers
herangezogen werden.
4.
Es besteht Einigkeit darüber, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten
Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig und in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 90%
arbeitsfähig ist, wobei sich die Einschränkung von 10% durch das Erfordernis
vermehrter Pausen ergibt. Unbestritten ist auch die gutachterliche Feststellung, dass
aus psychiatrischer Sicht ab Juni 2006 und zum Gutachtenszeitpunkt eine volle
Arbeitsfähigkeit bestand. Streitig ist hingegen, ob der Beschwerdeführer seine
Resterwerbsfähigkeit noch verwerten konnte oder nicht.
4.1 Bei der Prüfung der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit darf
nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Insbesondere
kann von einer Arbeitsgelegenheit im Sinn von Art. 28a Abs. 1 IVG dort nicht
gesprochen werden, wo die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form
möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie
nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers
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möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb zum vornherein
ausgeschlossen scheint. Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes beinhaltet
nicht nur ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem Angebot und der Nachfrage nach
Stellen, sondern bezeichnet auch einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen
Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür
verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des
körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob
eine invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten
und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht.
Weder gestützt auf die Pflicht zur Selbsteingliederung noch im Rahmen der den
versicherten Personen auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt offen stehenden
Möglichkeiten zur Verwertung ihrer Resterwerbsfähigkeit dürfen von ihnen Vorkehren
verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven
Gegebenheiten des Einzelfalls nicht zumutbar sind (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 10. März 2003, I 617/02, E. 3.1 mit Hinweisen).
4.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, die von der Beschwerdegegnerin
angenommene Arbeitsfähigkeit von 90% in einer leidensadaptierten Tätigkeit sei rein
theoretischer Natur. Die gemäss den ärztlichen Gutachten notwendigen
Randbedingungen für die angeblich mögliche Arbeitsfähigkeit von 90% für leichte
Tätigkeiten, seine Hörschwäche, sein Diabetes, seine Adipositas, seine Hiatushernie
mit Sodbrennen, sein Alter, sein Analphabetismus sowie seine ungenügenden
Deutschkenntnisse verunmöglichten ihm faktisch, auch unter dem Gesichtspunkt des
ausgeglichenen Arbeitsmarktes, eine behinderungsangepasste Tätigkeit auszuüben.
4.3 Grundsätzlich gelten das Alter, Sprachkenntnisse sowie die Ausbildung als
invaliditätsfremde Faktoren. Diese haben jedoch einen direkten Einfluss auf die
Bestimmung des der versicherten Person offen stehenden Arbeitsmarkts, weshalb sie –
nach Art 7 Abs. 1 ATSG – bei der Bestimmung der Erwerbsunfähigkeit dennoch in
Betracht fallen (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009, N 30 zu Art. 7). Die
Invalidenversicherung hat daher zwar grundsätzlich nicht dafür einzustehen, dass eine
versicherte Person zufolge ihres Alters keine ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung
angepasste Arbeit mehr findet. Soweit aber die Zumutbarkeit weiterer Erwerbstätigkeit
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nach Massgabe der Selbsteingliederungspflicht und der auf einem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt vorhandenen Arbeitsgelegenheiten in Frage steht, stellt das
fortgeschrittene Alter keinen invaliditätsfremden Faktor dar. Vielmehr ist diesfalls zu
beurteilen, ob für die versicherte Person auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
realistischerweise geeignete Arbeitsstellen zur Verfügung stehen, an denen sie die ihr
verbliebene Restarbeitsfähigkeit zumutbarerweise noch ganz oder teilweise verwerten
kann. Im Rahmen der sowohl durch den Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes als
auch die Selbsteingliederungspflicht gebotenen Zumutbarkeitsprüfung gehört daher
das fortgeschrittene Alter der versicherten Person zu den ihre erwerblichen
Möglichkeiten und damit ihre Invalidität beeinflussenden persönlichen Eigenschaften
(Urteil des EVG vom 10. März 2003, I 617/02, E. 3.2.3). Insbesondere ein Alter von über
62 Jahren kann bei männlichen Versicherten gemäss bundesgerichtlicher Praxis
zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen,
dass die dem Versicherten verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihm deren
Verwertung (namentlich bei notwendiger Neuausrichtung der beruflichen Tätigkeit)
auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist (Urteil des
Bundesgerichts vom 4. Juli 2008, 9C_833/07, E. 3.5, mit Hinweis auf Urteile vom
21. Februar 2008, 9C_471/2007, E. 5 und vom 21. August 2006, I 851/05, E. 4.1 mit
weiteren Hinweisen; ferner Urteile vom 21. September 2010, 9C_124/10, E. 5.2 mit
Hinweisen sowie vom 5. August 2005, I 376/05, E. 4).
4.4 Der Beschwerdeführer war unbestrittenermassen ab dem 29. August 2005 100%
arbeitsunfähig in seiner angestammten Tätigkeit (IV-act. 23-5, 81-9). Ein möglicher
Rentenanspruch hätte somit wegen der gesetzlichen einjährigen Wartefrist gemäss Art.
29 Abs. 1 aIVG erst ab dem 29. August 2006 bestehen können. Zu jenem Zeitpunkt war
der Beschwerdeführer bereits über 62 Jahre alt (IV-act. 12-1). Er war daher schwierig
vermittelbar (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 21. März
2002, I 778/01, E. 2c). Bis zum Erreichen des AHV-Alters verblieb dem
Beschwerdeführer nur noch eine kurze Aktivitätsdauer. Die Chancen des
Beschwerdeführers, auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt eine für ihn zumutbare
Arbeitsstelle zu finden, waren durch sein hohes Alter stark beeinträchtigt. Einen
entscheidenden Vorteil, welchen ältere Arbeitssuchende gegenüber jüngeren
Arbeitssuchenden in gewissen Berufen haben, ist, dass sie über grosse Erfahrung
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verfügen, welche für den Arbeitgeber einen Mehrwert schafft. Dies hat das
Bundesgericht beispielsweise bei einem 63-jährigen Bauleiter angeführt (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 21. Februar 2008, 9C_471/2007, E. 5.2 mit Hinweisen). Der
Beschwerdeführer führte im vorliegenden Fall jedoch eine Hilfsarbeitertätigkeit aus, bei
welcher eine grosse Erfahrung die Produktivität und die Qualität der geleisteten Arbeit
nicht (markant) steigern kann. Dass es sich bei vielen für den Beschwerdeführer in
Frage kommenden Tätigkeiten um Hilfsarbeitertätigkeiten handelt, welche tendenziell
vor allem körperlich anstrengend sind, verschlechtert die Chancen, als über 62-jähriger
eine Anstellung zu finden zusätzlich. So sind junge Arbeitnehmer häufig körperlich
leistungsfähiger als Arbeitnehmer kurz vor der Pensionierung. Der Beschwerdeführer
hätte bis zu seiner Pensionierung bloss noch wenige Jahre beschäftigt werden können.
Auch bei einfachen Hilfsarbeitertätigkeiten ist indessen eine Einarbeitungszeit von 1-3
Monaten nötig, bis der Arbeitnehmer die verlangte Produktivität erreicht. Der
Beschwerdeführer hätte somit noch während ca. anderthalb Jahren die volle
Arbeitsleistung erbringen können. Dabei ist ebenfalls zu berücksichtigen, dass die
Anpassungsfähigkeit an neue Tätigkeiten mit dem Alter abnimmt. Ältere
Arbeitssuchende sind gegenüber jüngeren Arbeitssuchenden klar im Nachteil.
Erschwerend kommt hinzu, dass ein Arbeitgeber für ältere Arbeitnehmende
beträchtlich höhere Beiträge an die Pensionskasse als für jüngere Arbeitnehmende zu
bezahlen hat. Die Kosten, welcher ein Arbeitnehmer kurz vor der Pensionierung
verursacht, sind somit viel höher, als die Kosten, welcher ein junger Arbeitnehmer
verursacht. Betrachtet man somit nur das Alter des Beschwerdeführers, so ist bereits
fraglich, ob ihn ein Arbeitgeber tatsächlich noch eingestellt hätte. Der
Beschwerdeführer ist zusätzlich noch Analphabet, kann nur mangelhafte
Deutschkenntnisse vorweisen und ist gesundheitlich beeinträchtigt. Er hätte bloss
Arbeiten ausführen können, welche in Wechselhaltung ausübbar sind, wobei er
repetitiv nicht über 10 kg und einmalig maximal 15 kg hätte heben dürfen. Zudem
wären ihm vermehrte Arbeitspausen zu gewähren gewesen, weshalb er
leistungsbezogen nur zu 90% arbeitsfähig gewesen wäre. Weiter ist der
Beschwerdeführer auch in seinem Hörvermögen leicht beeinträchtigt. Seine körperliche
Belastbarkeit und damit verbunden auch die Leistungsfähigkeit wären zudem durch
seine Adipositas zusätzlich eingeschränkt gewesen. All diese Einschränkungen
vermögen einzeln betrachtet die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit nicht zu
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mindern, sind jedoch in ihrer Gesamtheit durchaus entscheidend. Stellt man die
persönlichen und beruflichen Gegebenheiten den objektiven Anforderungen eines
ausgeglichenen Arbeitsmarktes gegenüber, kommt man zum Schluss, dass der
Beschwerdeführer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keinen Arbeitgeber mehr
gefunden hätte, der ihn für eine geeignete Tätigkeit eingestellt hätte, zumal
behindertengerechte Arbeitsplätze von Behinderten in jungem und mittlerem Alter
ebenfalls stark nachgefragt werden (vgl. Urteil des E vom 10. März 2003, I 617/02, E.
3.3). Eine Verwertung der Restarbeitsfähigkeit hätte somit vom unrealistischen
Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers abgehangen (vgl. Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 21. August 2006, I 831/05, E. 4.2 mit
Hinweisen).
4.5 Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass die dem Beschwerdeführer
verbleibende Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise nicht mehr nachgefragt wurde und ihm deren Verwertung auch
gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zugemutet werden konnte. War
aber seine Restarbeitsfähigkeit wirtschaftlich nicht mehr verwertbar, liegt eine
vollständige Erwerbsunfähigkeit vor und er hat Anspruch auf eine ganze Invalidenrente
ab August 2006 (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 10. März
2003, I 617/02, E. 3.3).
5.
5.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend sind die Kosten vollumfänglich der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen. Dem Beschwerdeführer ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.--
zurück zu erstatten.
bis
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5.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädigung, die ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der
Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird (Art. 61 lit. g
ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. des st. gallischen Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRP;
sGS 951.1]). Angemessen erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP