Decision ID: e2610750-ed85-454e-8b71-227cf07232e9
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
am 2
1.
April
1953,
war bei der Y._ AG
als Sanitärmonteur angestellt und damit obligatorisch bei der Suva gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als ihm am
6.
Oktober 1979 beim Handballspielen der gegnerische Spieler auf den rechten Fuss stand und aufgrund der dadurch erfolgten starken
Abdrehbewegung
des linken Beines die Kreuz
bänder am linken Knie rissen. In der Folge wurde im Kantonsspital
Z._
eine Kreuzbandplastik am linken Knie durchgeführt. Nach Behandlungsabschluss war der Versicherte wieder voll
ständ
ig beschwerdefrei (
Urk.
2 S. 2
).
Am 2
9.
Mai 2013 verdrehte sich der
inzwischen als selbs
tändiger Sanitärin
stallateur tätige
Versicherte bei einem
Sturz von einer Leiter das linke Knie (
Urk.
7/
I/
24/2).
In der Folge wurde
am
3.
November 2014 gestützt auf die Diag
nose einer schmerzhaften fortgeschrittenen medialen Gonarthrose links eine Implantation einer medialen Knieprothese links durchgeführt (
Urk.
7/
I/
5/1).
Der
damalige
Unfallversicherer
,
die
Allianz Suisse Versicherungsgesellschaft AG
,
überwies die Sache
am 2
6.
Oktober 2015
an die Suva zur
P
rüfung
von deren
Zuständigkeit
für diesen Fall
(
Urk.
7/
I/
10).
Nachdem weiterhin Beschwerden aufgetreten waren,
wurde in der Klinik
A._
am 1
2.
Februar 2016
eine Knieprothesenrevision links mit Ausbau der medialen Knieteilprothese und Ein
bau einer
Knietotalarthroplastik
links durchgeführt (
Urk.
7/
I/
27/1).
D
er Versi
cherte
hatte sich
zwischenzeitlich auch bei der Schweizerischen Invalidenversi
cherung zum
Leistungsbezug angemeldet
(
Urk.
7/
I
/
11)
,
diese sprach ihm
mit Verfügung vom 1
5.
Februar 2016 eine ganze Invalidenrente vom 1
.
Februar bis am
3
0.
Juni
2015 und
ab
1.
Juli 2015
e
ine halbe Rente zu (
Urk.
7/
I/
28).
Am
1
5.
September 2016
an
erkannte die Suva die Knieproblematik als Rückfall des Unfalls vom
6.
Oktober 1979
,
und sie
teilte dem Versicherten mit, sie übernehme die Kosten für die Heilbehandlung (
Urk.
7/
I/
56
)
.
A
m
1
7.
Ma
i 2017 entschied sie,
rückwirkend ab dem
4.
November 201
4 Taggeldleistungen auszurichten
(
Urk.
7/
I/
129).
Am 2
3.
Mai 2017 erfolgte sodann ein Knietotalprothesenwechsel in der Klinik
A._
(
Urk.
7/
I/
137/1)
.
Nachdem am
9.
Juli 2017 die Abschlussuntersuchung durch den Kreisarzt statt
gefunden hatte (
Urk.
7/
I/
175), sprach die Suva dem Versicherten mit
Verfügung vom
4.
Oktober 2018
ab
1.
August 2018
eine
Invalidenrente
für einen Invalidi
tätsgrad
von 13
%
und eine Integritätsentschädigung
für einen Integritätsschaden
von 25.94
%
zu (
Urk.
7/
I/
188). Die am
3.
November 2018
gegen die Rentenfest
setzung
erhobene Einsprache (
Urk.
7/
I/
193) wies die Suva mit
Einspracheent
scheid
vom 2
8.
Februar 2019
ab
(
Urk.
7/
I/
198 =
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versiche
rte, vertreten durch Rechtsanwäl
tin Bettina Schmid,
am 3
0.
März 2019 Beschwerde mit dem Antrag, es seien die Verfügung vom
4.
Oktober 2018 sowie der
Einspracheentscheid
vom 2
8.
Februar 2019 aufzuhe
ben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten,
ihm
die gesetzlich geschul
deten Leistungen zu erbringen (
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
3.
Mai 2019 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Dies wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
4.
Mai 2019 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im vorliegenden Fall
sind
die als Rückfall anerkannten
Folgen eines Unfalles zu beurteilen, der sich am
6.
Oktober 1979
und damit
noch vor Inkrafttreten des
U
nfallversicherungsgesetzes (UVG)
am
1.
Januar 1984 ereignet
hat
, dessen vor
liegend
strittige
Folgen der eingeschränkten Erwerbsfähigkeit jedoch erst ab November 2014 (
Arbeitsunfähigkeit nach der Operation) eingetreten und zu beurteilen sind.
Nicht strittig ist die Integritätsentschädigung, deren in der Verfügung festgesetzte
r
Anspruch demzufolge in Rechtskraft erwachsen ist
(
Urk.
1 S. 3)
.
1.2
Gemäss
den übergangsrechtlichen Bestimmungen
werde
n
Versicherungsleistun
gen für Unfälle, die sic
h vor dem Inkrafttreten des UVG
ereignet haben
,
nach dem bisherigen Recht (
Bundesgesetz über die Kranken- und Unfallversicherung,
KUVG) gewährt (Art. 118 Abs. 1 UVG). Für Versicherte der Suva gelten jedoch in den in Absatz 1 erwähnten Fällen vom Inkrafttreten des UVG an dessen Bestim
mungen, unter anderem über die Invalidenrenten und Integritätsentschädigun
gen, sofern der Anspruch erst nach dem Inkrafttreten des UVG entsteht (Art. 118 Abs. 2
lit
. c UVG).
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln
sodann
sind
einer
Beur
teilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b).
1.3
Demnach beurteilt sich nachfolgend
der aus dem
bei der SUVA versicherten
Unfallereignis vom
6.
Oktober 1979
resultierende Anspruch auf eine Invaliden
rente nach den bis am 3
1.
Dezember 2016 gültig gewesenen Normen
des UVG, die nämlich teilweise ab
1.
Januar 2017
- etwa in Bezug auf das Verbot der Revision von Renten für Bezüger von Altersrenten der AHV -
Änderungen erfah
ren haben
. Die
Normen werden in der Folge in der
anwendbaren,
bis 3
1.
Dezem
ber 2016 gültig gewesenen Fassung zitiert.
1.
4
Gemäss
Art.
6
Abs.
1
UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt
– die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt
.
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (
Art.
8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsgesetzes,
ATSG), so hat sie gemäss
Art.
18
Abs.
1 UVG Anspruch auf eine Invalidenrente. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
ATSG
). Für die Bestimmung des Invaliditäts
grades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen)
, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (
Valideneinkommen
;
Art.
16 ATSG; vgl. BGE 130 V 121).
Nach
Art.
18
Abs.
2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung des Invaliditäts
grades in Sonderfällen. Er kann dabei auch von
Art.
16 ATSG abweichen.
1.5
Nach
Art.
11
der Verordnung über die Unfallversicherung (
UVV
)
werden die Versicherun
gsleistungen auch für Rückfälle
und Spätfolgen gewährt.
1.
6
Nach der Rechtsprechung kommt den Berichten und Gutachten versicherungs
interner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungs
verhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweis
würdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
erwog die Beschwerdegegnerin,
die derzeitige Tätigkeit
des Beschwerdeführers als Sanitärinstallateur
sei
gemäss kreisärztli
cher Beurteilung nicht ideal
und
es sei nachvollziehbar
, dass dabei eine gewisse Einschränku
ng der Arbeitsfähigkeit bestehe
. Für eine angepasste Tätig
keit sei
jedoch
eine ganztägige Arbeitsfähigkeit gegeben (
Urk.
2 S. 7 f.). Zu prüfen sei, welches zumutbare Einkommen der Beschwerdeführer bei einer den Unfall
folgen angepassten Erwe
rbstätigkeit noch erzielen könn
e. Dabei sei nicht auf das derzeitige Erwerbseinkommen
als Sanitärinstallateur
abzustellen, da es sich dabei einerseits
gemäss Aussage des Beschwerdeführers
um Soziallohn handle und
er
andererseits in einer leidensangepassten Tätigkeit ein höheres Einkommen erzie
len könne (
Urk.
2 S. 8 f.). Es sei daher auf die Tabellenlöhne
im allgemeinen Arbeitsmarkt
gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik
(
LSE; Tabelle TA1
)
zurückzugreifen, wobei der Beschwerdeführer aufgrund seiner hohen beruflichen Spezialisierung auf dem Kompetenzniveau 3 einzuordnen sei
(
Urk.
2 S. 9 f.). Ferner sei ihm ein leidensbedingter Abzug von 5
%
zu gewähren, die vom Beschwerdeführer beantragten 20
%
seien nicht gerec
htfertigt (
Urk.
2 S.
10 f.). Aus dem
Vergleich des so ermittelten Invalideneinkommens, mit dem gestützt auf die Tabelle T17
Berufsgruppe 31 «Ingenieurtechnische und vergleich
bare Fachkräfte»
, Männer über 50 Jahre,
der LSE zu
errechnenden
Validen
einkommen
, resultiere ein Invaliditätsgrad von gerundet 13
%
(
Urk.
2 S. 11).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte dagegen vor,
kritisiert werde nicht das
Validenein
kommen
,
sondern das Invalideneinkommen (
Urk.
1 S. 5). I
n der kreisärztlichen Beurteilung werde nicht berücksichtigt, dass es auf dem ausgeglichenen
Arbeits
markt auf Baustellen kaum ebenes Gelände gebe und er in seinem Arbeitsbereich vor allem kauernde und kniende Tätigkeiten ausüben und auf Leitern steigen müsse, so dass er in seiner Arbeitsfähigkeit stark beeinträchtigt sei, sicher zu mehr als 13
%
(
Urk.
1 S. 4).
Es sei unberücksichtigt geblieben, dass die Erfahrungen als Spezialist für Edelgasleitungen nichts nützten, wenn diese auf der Baustelle nicht umsetzbar seien (
Urk.
1 S. 5).
Er sei unbestrittenermassen nicht mehr in der Lage, seine angestamm
te Tätigkeit auszuüben,
aufgrund seines Gesundheitszustandes
sei er
selbst für einfache Sanitärarbeiten nicht mehr einsatzfähig. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass er im Zeitpunkt der Beurteilung der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bereits
im Pensionsalter gewesen sei
, dürfte dies einen durchschnittlichen Arbeit
geber davon abhalten, die mit
der
Beschäftigung verbundenen Risiken einzuge
hen. Die Verwertbarkeit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit sei daher realistischer
weise nicht
gegeben, was einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründe (
Urk.
1 S. 8 f.).
Er
habe sodann über lange Zeit nur noch Aufträge einer einzigen Firma erhalten, die auf seine Situation Rücksicht genommen habe. Demnach habe er lediglich
Fr.
60'000.-- jährlich verdient, was ihm in einem normalen Umfeld nicht möglich gewesen wäre (
Urk.
1 S. 4)
. Eventualiter sei daher dieses Einkommen als Invali
deneinkommen zu berücksichtigen (
Urk.
1 S. 5).
Allenfalls
sei aufgrund der starken Belastung durch die Behinderung ein leidens
bedingter Abzug
vom Tabellenlohn
von 20
%
gerechtfertigt (
Urk.
1 S. 9).
2.3
In der Beschwerdeantwort
ergänzte die Beschwerdegegnerin, der Beschwerde
führer übersehe, dass sich das Zumutbarkeitsprofil der Kreisärztin auf den allge
meinen Arbeitsmarkt beziehe, was bedeute, dass die medizinisch noch möglichen Tätigkeiten unabhängig von der bisherigen Tätigkeit beziehungswiese Tätigkeiten a
uf der Baustelle beurteilt würden
. Es seien somit keine Indizien gegen die Zuverlässigkeit dieser Beurteilung gegeben (
Urk.
6 S. 3).
Dass der Beschwerdeführer auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt überhaupt nichts mehr verdienen könne, sei aufgrund des formulierten Zumutbarkeitsprofils sodann nicht nachvollziehbar. Im Bereich der Unfallversicherung habe sich keine Rechtsprechung etabliert, wonach die Verwertbarkeit einer verbleibenden Restar
beitsfä
h
igkeit wegen des fortgeschrittenen
Alters zu berücksichtigen wäre
. Dem Beschwerdeführer sei mithin die Erwirtschaftung eines Erwerbseinkommens auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu
mutbar,
das dabei erzielbare Einkommen sei korrekterweise gestützt auf die LSE ermittelt worden. Auch nicht zu beanstanden sei, dass aufgrund der Erwerbsbiografie des Beschwerdeführers und der daraus folgenden hohen beruflichen Spezialisierung sowie der immer noch möglichen leichten bis mittelschweren Tätigkeiten in Wechselbelastung, auf das Kompetenz
niveau 3 abgestellt worden sei. Auch dem Vorbringen des Beschwerdeführers, es sei bei Heranziehung eines Tabellenlohns ein Leidensabzug von 20
%
vorzuneh
men, könne nicht gefolgt werden, die von ihm angeführten Bundesgerichtsurteile seien mit dem vorliegenden Fall nicht zu vergleichen (
Urk.
6 S. 4 f.).
2.4
Strittig
und zu prüfen ist
der für die Ausrichtung einer Invalidenrente massgebli
che Invaliditätsgrad, insbesondere die Verwertbarkeit der kreisärztlich festgestell
ten Restarbeitsfähigkeit sowie die Bemessung des Invalideneinkommens.
3.
Kreisärztin
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Chiru
rgie, stellte
anlässlich
der
Abschlussu
ntersuchung vom
6.
Juli 2018 die Diagnose belastungsabhängiger Restbeschwerden im Bereich des linken Kniegelenks
,
bei Status nach Knieprothe
senwechsel im Mai 2017
,
bei Status nach
Knietotalarthroplastik
im Februar 2016
,
bei Status nach medialer unikondylärer Knieprothese im November 2014
und
bei Status nach Kreuzbandruptur im Oktober 1979 (
Urk.
7/
I/
175/ 6 f.). Sie führte aus, der Beschwerdeführer arbeite wieder in seiner angestammten Tätigkeit mit gewis
sen
Anpassungen, insbesondere ne
hme er
Hilfe der jüngeren Kollegen
in Anspruch
, so dass er entsprechend weniger Gewicht auf der Treppe t
r
agen müsse und eher auf der Leiter als kniend oder kauernd tätig sei
. In
der
Gesamtschau des Jobprofils sei die derzeitige Tätigkeit sicher nicht ideal und es sei nachvollziehbar, dass eine gewisse Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit vorliege, da es sich um eine rein stehende/gehende mittelschwere/schwere Tätig
keit handle mit Tätigkeiten auf der Leiter und Treppengehen sowie kniend und kauernd
auszuführende
Tätigkeiten. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sei für eine leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit ohne Zwangsstellung für das linke Bein, ohne kniende, kauernde Tätigkeiten und ohne Begehen von Leitern, Gerüsten und unebenem Gelände, eine ganztägige Arbeitsfähigkeit gege
ben (
Urk.
7/
I/
175/7).
4.
Die
Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auf die
se
kreisärztliche Beurteilung
und das
darin
formulierte Zumutbarkeitsprofil
(
Urk.
2 S. 8)
.
Dies
e ärztliche Beurteilung
blieb im Wesentli
chen unbestritten
. Der Beschwerdeführer
rügte
einzig,
die
Kreisärztin
habe über
sehen
, dass die
gemäss dem formulie
rten Belastungsprofil zumutbaren
Tätigkei
ten auf ebenem Gelände auf Baustellen im ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht vorhanden seien und er in seinem Arbeitsbereich vor allem - nicht zumutbare - kauernde und kniende Tätigkeiten ausführen und auf Leitern steigen müsse (
Urk.
1 S. 4).
Dazu ist
festzuhalten
, dass sich einerseits
das von
Dr.
B._
for
mulierte Belastungsprofil nicht auf die bisherige Tätigkeit des Beschwerdeführers beziehungsweise auf Arbeiten auf Baustellen, sondern au
f den allgemeinen
- also den gesamten -
Arbeitsmarkt
bezieht, der
verschiedenste Tätigkeiten
auch aus
serhalb von Baustellen beinhaltet. Andererseits
ist darauf hinzuweisen, dass die Kreisärztin
im Unfallversicherungsverfahren
lediglich die
Aufgabe hat
, die
medi
zinisch noch möglichen Tätigkeiten
einzuschätzen
ohne Berücksichtigung der Frage,
ob dem Zumutbarkeitsprofil entsprechende Stellen auf dem Arbeitsmarkt vorhanden sind.
Die Vorbringen des Beschwerdeführers sind somit nicht geeignet, auch nur geringe
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
kreisärzt
lichen
Feststellungen
zu wecken. Da die kreisärztliche Beurteilung darüber hinaus
anhand der
Vorakten
nachvollziehbar
ist
und das erstellte Zumutbarkeitsprofil auf die bestehenden Einschränkungen angemessen Rücksicht
nimmt, ist
für die Beurteilung der erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitsschadens
darauf
abzustellen.
Damit ist erstellt, dass
der Beschwerdeführer
in
eine
r
leichte
n
bis mittelschwere
n
wechselbelastende
n
Tätigkeit ohne Zwangsstellung für das linke Bein, ohne kniende oder kauernde Tätigkeiten und ohne Begehen von Leitern, Gerüsten und unebenem Gelände eine ganztägige Arbeitstätigkeit ausüben kann (
Urk.
7/
I/
175/7)
.
5.
5.1
Der Beschwerdeführer machte
weiter
geltend, aufgrund des eingeschränkten Belastungsprofils und seines fortgeschrittenen Alters könne er die attestierte Rest
arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht verwerten (
Urk.
1 S. 5
ff.).
5.2
Die Ausführungen des Beschwerdeführers zur Verwertbarkeit der Restarbeitsfä
higkeit beziehen sich hauptsächlich auf die Tätigkeit als Sanitärinstallateur, massgeblich ist jedoch wiederum die Situation auf dem allgemeinen Arbeits
markt, wodurch nicht nur Stellen auf der Baustelle in die Beurte
ilung ein
zubeziehen sind
. Gemäss dem kreisärztlichen Belastungsprofil sind dem Beschwer
de
führer leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten weiterhin zumut
bar. Solche sind gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung auf dem ausgegli
chenen Arbeitsmarkt durchaus vorhanden (Urteil des Bundesgerichts 9C_469/2016 vom 22. Dezember 2016 E. 3.2 und 6.3 mit Hinweisen). Auch aus dem Umstand, dass dem Beschwerdeführer keine knienden oder kauernden Arbeiten oder solche
,
die das Besteigen von Leitern notwendig machen, zumutbar sind, kann nicht auf eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit geschlossen werden, ist diese doch erst anzunehmen, wenn die zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt prak
tisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechen
den Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil des Bundes
gerichts 582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 5.11 mit Hinweis; vgl. Urteil des Bun
desgerichts 9C_712/2017 vom 12. Januar 2018 E. 4.2.2 mit Hinweisen). Dies ist hier nicht der Fall.
5.3
Der Beschwerdeführer wurde im April 1953 geboren und war somit im Zeitpunkt
des Rentenbeginns
bereits über 65 Jahre alt.
Er
macht zu Recht geltend, es könne nicht davon ausgegangen werden, dass
e
r in diesem Alter
noch eine Anstellu
ng finden würde (
Urk.
1 S. 8). Entgegen seinem
Vorbringen kann daraus indes nicht auf eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit geschlossen werden
, da in
der
Unfallver
sicherung
die Rechtsprechung, wonach die Unverwertbarkeit einer ver
bleibenden medizinisch-theoretischen Restarbeitsfähigkeit wegen des fortge
schrittenen Alters der versicherten Person zu berücksichtigen wäre, nicht
gilt
(
Urteil des Bundesgerichts
8C_732/2
018 vom 2
6.
März 2019,
vgl. Urteil 8C_212/2017 vom
1.
Februar 2018 E. 4.3 mit Hinweisen, insb. auf das Urteil 8C_307/2017 vom 2
6.
September 2017 E. 4.2.2).
Es ist somit von der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdefüh
rers auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt auszugehen
und zu prüfen, welche erwerblichen Auswirkungen
sich daraus ergeben
.
6
.
6
.1
Die Beschwerdegegnerin errechnete das Validen- und das Invalideneinkommen gestützt auf die Tabellenlöhne der LSE 2016 (
Urk.
2 S.
10 f.
). Während das so ermittelte
Valideneinkommen
unbestritten blieb, brachte der Beschwerdeführer vor, hinsichtlich des Invalideneinkommen
s
sei auf seinen
,
über einen längere
n
Zeitraum
erzielten Verdienst in der Höhe von rund
Fr.
60'000.-- abzustellen (
Urk.
1 S. 5).
6.2
6.2.1
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch rea
lisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlo
hn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V
297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Ansonsten können
f
ür die Bestimmung des Invalideneinkommens nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik perio
disch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3
).
6
.2
.2
Gemäss
Art.
18
Abs.
3 UVG kann der Bundesrat ergänzende Vorschriften
über die Bestimmung des Invaliditätsgrades
im Bereich der Unfallversicherung
erlas
sen. Von
dieser Befugnis hat er mit dem Erlass von
Art.
28 UVV Gebrauch gemacht, welche Bestimmung verschiedene Sonderfälle der Invaliditätsbemes
sung regelt. Gemäss
Art.
28
Abs.
4 UVV sind für die Bestimmung des Invalidi
tätsgrades die Erwerbseinkommen massgebend, die eine versicherte Person im mittleren Alter bei einer entsprechenden Gesundheitsschädigung erzielen könnte, wenn sie nach dem Unfall die Erwerbstätigkeit altershalber nicht mehr aufnimmt (Variante I) oder wenn sich das vorgerückte Alter erheblich als Ursache der Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit auswirkt (Variante II). Nach der Rechtspre
chung liegt das mittlere Alter im Sinne dieser Bestimmung bei etwa «42 Jahren» oder zwischen «40 und 45 Jahren» und das vorgerückte Alter im Bereich von «rund 60 Jahren», wobei für letztes der Zeitpunkt des Rentenbeginns massgebend ist (BGE 122 V 418 E. 1b, 122 V 426 mit Hinweisen).
Variante 1 setzt voraus, dass die versicherte Person bei Abschluss der Behandlung der Unfallfolgen zumindest teilweise wieder erwerbsfähig ist, jedoch ihre vorhan
denen erwerblichen Ressourcen nicht mehr verwertet, wobei der Grund der Erw
e
rbsaufgabe das vorgerückte Alter ist. Diese Variante gelangt insbesondere zur Anwendung, wenn während der Heilbehandlung das ordentliche AHV-Alter erreicht wird oder der schon zuvor in Aussicht genommene Zeitpunkt für einen vorzeitigen Altersrücktritt erreicht wird (vgl. Thomas
Flückiger
in: Ghislaine
Frésard-Fellay
/Susanne Leuzinger/Kurt
Pärli
(Hrsg.), Basler Kommentar Unfall
versicherungsgesetz, Basel 2019,
Art.
18
Rz
81 mit Hinweisen).
Kommt
Art.
28
Abs.
4 UVV zur Anwendung,
ist sowohl für die Ermittlung des Validen- als auch des Invalideneinkommens auf die Löhne im mittleren Alter abzustellen (vgl. Urteil
des Bundesgerichts
8C_815/2015 vom
8.
April 2016 E. 5
;
Peter Omlin, Die Invalidität in der obligatorischen Unfallversicherung, Freiburger
D
iss
. 1995, S. 256
).
6.3
6.3.1
Zwar hat der Beschwerdeführer im April
2018 - mithin
vor dem Zeitpunkt des Rentenbeginns
- das ordentliche Rentenalter erreicht
.
D
a er nach der Pensionie
rung
jedoch lediglich die AHV-Rente erhalten würde,
zog er in Betracht,
über das AHV-Alter hinaus
weiter
zuarbeiten
(
Urk.
7/
I/
112
/2
). Dies hat er in der Folge getan und war zum Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung am
6.
Juli 2018 mit gewissen Anpassungen wiederum als Sanitärinstallateur tätig (
Urk.
7/
I/
175/4).
Für diese Tätigkeit war der Beschwerdeführer als Selbständig
erwerbender bei der Ausgleichskasse angemeldet und rechnete als solcher seine Sozialversicherungsbeiträge ab. Angestellte hatte der Beschwerdeführer keine. Die Tätigkeit beinhaltete gemäss seiner
gegenüber der Suva gemachten
Darstel
lung
in
der Tabelle «Betätigungsvergleich»
vor dem Rückfall in weit überwiegen
dem Ausmass Baustellentät
i
gkeiten mit stehend und knieend auszuführende
n
Montagearbeiten teilweise auf Leitern, Gerüsten, verbunden mit Treppensteigen und Gewichten tragen
(93
%
)
; in nur einem sehr untergeordneten Mass machte er sitzend auszuführende Bürotätigkeiten wie Rapporte verfassen und Offerten schreiben (
7
%
;
Urk.
7/I/82).
Auch nach de
m Rückfall war das Ausmass an
sitzender Tätigkeit gleich, es konnte also vom Beschwerdeführer nicht ausgedehnt werden (
Urk.
7/I/82). Vielmehr berichtete er gegenüber
Dr.
B._
umfassend von den auszuführenden Montagetätigkeiten, wobei er allerdings mit Bezug auf Trep
pensteigen, Gewichte tragen und kniende Arbeiten Anpa
ssungen gemacht habe und hierauf
durch den hauptsächlichen Auftraggeber Rücksicht genommen werde, indem andere Arbeiter diese
Arbeiten
ausführten (
Urk.
7/I/
175/4).
Wie gezeigt wurde, wird diese hauptsächliche Tätigkeit aus ärztlicher Sicht wegen der Unfallrestfolgen am Knie als nicht geeignet bezeichnet, auch wenn der Beschwer
deführer gewisse Anpassungen vornehmen konnte. Von einer optimalen Ausnut
zung der Restarbeitsfähigkeit kann somit nicht gesprochen werden, weshalb das Abstellen auf die tatsächlichen Umstände nach dem Rückfall
für die Frage des Invalideneinkommens
nicht in Frage kommt.
Vielmehr
sind
Angaben zum
allge
meinen Arbeitsmarkt
heranzuziehen
und damit ist ein hypothetisches Einkom
men zu ermitteln.
6.3.2
Da der Beschwerdeführer
weiterhi
n die vormalige Tätigkeit
ausübte, ist
die erwähnte
Variante I von
Art.
28
Abs.
4 UVV
für die Ber
echnung der hypotheti
schen Einkommen
nicht einschlägig.
6.3.3
Bei Variante II von
Art.
28
Abs.
4 UVV wird neben dem vorgerückten Alter
vorausgesetzt, dass eine physiologische Altersgebrechlichkeit vorliegt, wobei es gemäss jüngerer Rechtsprechung genügt, dass sich der Altersfaktor erwerblich negativ auswirkt. So hielt das Bundesgericht fest,
Art.
28
Abs.
4 UVV gelange auch dann zur Anwendung, wenn das vorgerückte Alter das Zumutbarkeitsprofil nicht zusätzlich beeinflusse, also keine zusätzlichen Einschränkungen des funk
tionellen Leistungsvermögens mit sich bringe, aber einer Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit trotzdem entgegenstehe,
weil beispielsweise die Wieder
eingliede
rung schwierig
sei
, eine Umschulungsmassnahme nicht (mehr) gewährt
werde
oder aber sich kein Arbeitgeber mehr finde, der eine Person in diesem Alter noch einstellen würde
(Urteil des Bundesgerichts
8C_799/2019 vom 1
7.
März 2020 mit Hinweisen)
.
Wie der Beschwerdeführer zu Recht geltend macht
,
kann nicht davon ausgegan
gen werden, dass er im Alter von mehr als 65 Jahren noch eine Anstellung in einer
seinem Leiden angepassten Tätigkeit finden wird. Somit ist vorliegend
Art.
28
Abs.
4 UVV anwendbar und es
ist sowohl für die Ermittlung des Validen- als auch des Invalideneinkommens auf die Löhne im mittleren Alter abzustellen
.
6
.4
Die Beschwerdegegnerin hat
die Bestimmung
Art.
28
Abs.
4 UVV zwar im
Ein
spracheentscheid
erwähnt (
Urk.
2 S. 5), sie jedoch
in der Folge
nicht angewendet
.
D
as
Valideneinkommen
hat sie
gestützt auf die Kategorie 31 (Ingenieurtechnische und vergleichbare Fachkräfte) Männer der Tabelle T17 der LSE 2016 errechnet.
Angesichts der bisherigen Tätigkeit des Beschwerdeführers als selbständiger Sanitärinstallateur mit Spezialisierung auf Edelgasleitunge
n ist dies nicht zu beanstanden.
Sie berücksichtigte jedoch nicht, dass auch beim
Valideneinkom
men
auf ein mittleres Alter abzustellen ist, wodurch nicht die Altersgruppe ab 50 Jahren, sondern
ebenfalls
diejenige zwischen 30 und 49 Jahren
und somit ein Tabellenlohn von
monatlich
Fr.
7'153.--
massgeblich ist. Aufgerechnet auf die betriebs
übliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche und angepasst an die
Nominallohnentwicklung
gemäss T39, Entwicklung der Nominallöhne 2010-
2018, Index Basis 1939=100, Männer, des Schweizerischen Lohnindexes des Bun
desamtes für Statistik von 2016 (2239)
bis 2018
(2260)
ist
das hypothetische
Valideneinkommen
des Beschwerdeführers daher
auf
Fr.
90'323
.-- festzusetzen
(
Fr.
7'1
53
.-- / 40 x 41.7 x 12 / 2239 x 2260).
6.
5
Das Invalideneinkommen
ermittelte die Beschwerdegegnerin gestützt auf
den
Zentralwert
des Kompetenzniveaus 3 der
Tabelle TA1_tirage_skill_level,
nach
Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht,
der LSE 2016 (
Urk.
2 S.
10
)
.
Nicht berücksichtigt
hat sie
dabei jedoch einerseits, dass die angewendete Tabelle nicht nach dem Alter differenziert. Es ist daher wiederum
auf den Lohn gemäss
Tabelle T17, Alterskategorie
30-49 Jahre,
abzustellen
. Andererseits
ist darauf hinzuweisen, dass
das
angewendete
Kompetenzniveau 3 (das der Kategorie 3 der TA 17 entspricht) komplexe praktische Tätigkeiten, welche ein grosses Wis
sen in einem Sp
ezialgebiet voraussetzen, beinhaltet
. Zwar ist davon auszugehen, dass
sich
der Beschwerdeführer
in seiner mehr als dreissigjährigen
selbs
tändigen Tätigkeit als Sanitärinstallateur
mit Spezialisierung auf die
Verlegung von E
del
gasleitungen ein grosses Spezialw
issen auf diesem Gebiet angeeignet hat
, gemäss seinen Ausführungen ist er einer von nur wenigen Anbietern auf dem Markt (
Urk.
7/
I/
12/2)
. Diese Tätigkeit kann er jedoch aufgrund seiner gesundheitlichen Beschwerden nicht mehr ausüben, sein
e in diesem Bereich erreichten Kompeten
zen können
nicht ohne Weiteres auf de
n allgemeinen Arbeitsmarkt übertragen
werden. Die von der Beschwerdegegnerin angeführten bisherigen
und auch weiterhin möglichen
administrativen Tätigkeiten wie das Akquirieren von Auf
trägen, das Führen von Kundengesprächen, das Ausmessen und Zeichnen von Plänen und das
Aufrechterhalten von Verbindungen zu Gr
osskonzernen (
Urk.
6 S. 4)
,
hat der Beschwerdeführer
bis
her lediglich ergänzend zu seiner nicht mehr zumutbaren Tätigkeit auf der Baustelle ausgeübt
. Er kann daher
einen Grossteil seines
erworbenen
Spezialw
issens nicht mehr einsetzen, was eine Anstellung auf dem Kompetenzniveau 3 nicht als realistisch erscheinen lässt
.
Jedoch
ist aufgrund der erwähnten noch ausü
b
baren Tätigkeiten und der langjährigen Selbständigkeit davon auszugehen, dass ihm Anstellungen offen stehen, die über das
Anforde
rungsn
iveau von
blossen
Hilfsarbeiten
hinausgehen. Es ist somit sachgerecht, für die Berechnung des Invalideneinkommens auf das Kompetenzniveau 2 - prakti
sche Tätigkeiten wie Verkauf / Pflege / Datenverarbeitung und Administration / Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten / Sicherheitsdienst / Fahr
dienst
-
abzustellen. Dieses setzt sich in der Tabelle TA17 aus den Kategorien 4-
8 zusammen
.
Es ist
deshalb
auf den Mittelwert der Kategorien 4
-8 abzustellen:
4
«
Bürokräfte und verwandte Berufe
»
, 5
«
Dienstleistungsberufe
und Verkaufs
kräfte»
, 6 «Fachk
r
äfte in Land- und Forstwirtschaft und Fischerei», 7 «Handwerks- und verwandte Berufe»
und 8
«
Bedienen von Anlagen und M
a
schinen und Mon
tageberufe»
,
wo
raus
sich
ein
Mittelwert
von
Fr.
5'6
97.80
ergibt
(
[
Fr.
5'787.-- +
Fr.
5'436.--
+
Fr.
5'621.-- +
Fr.
5'962.-- +
Fr.
5'683.--
]
/
5
)
.
Wiederum aufge
rechnet auf die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche und angepasst an die Nominallohnentwicklung bis 2018 ist das hypothetische Invali
deneinko
mmen des Beschwerdeführers
auf
Fr.
71'948
.-- festzusetzen (
Fr.
5
'
6
97.80
/ 40 x 41.7 x 12 / 2239 x 2260).
6.
6
6.6
.1
Die Beschwerdegegnerin hat gestützt auf die Schwere der medizinischen und erwerblichen Einschränkungen einen leidensbedingten Abzug
vom Invalidenein
kommen
von 5
%
vorgenommen (
Urk.
7/
I/
188/2). Der Beschwerdeführer machte geltend, es sei ein Abzug von mindestens 20
%
gerechtfertigt (
Urk.
1 S. 9).
6.6
.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
).
Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schät
zen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung
der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts füh
ren dürfen (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
6.6
.
3
Vorliegend wurde dem auf
leichte bis mittelschwere
,
wechselbelastende Tätigkei
t
en
ohne Zwangsstellung für das linke Bein, ohne kniende oder kauernde Tätigkeiten und ohne Begehen von Leitern, Gerüsten und unebenem Gelände
ein
ge
schränkten Belastungsprofil bereits mit der
- vom
Einspracheentscheid
abwei
chenden -
Verwendung des Kompetenzniveaus 2 genügend Rechnung getragen. Sodann sind allfällige im Zusammenhang mit dem tatsächlichen Alter des Beschwerdeführers im Zusammenhang stehende Aspekte bei der Stellensuche hier ausser Betracht zu lassen, da die Invaliditätsbemessung auf der Basis der Einglie
derung einer Person im mittleren Alter zu erfolgen hat. Die weiteren vom Beschwerdeführer angeführten Abzugsgründe wie eine Beeinträchtigung des Arbeitstempos und der ganztägigen Präsenz auf dem Bau bei nicht 100%iger Arbeitstätigkeit (
Urk.
1 S. 9) beziehen sich sodann auf
die
bisherige, nicht mehr zumutbare
Tätigkeit
und sind für eine
dem Leiden angep
asste
Tätigkeit
nicht begründet. Insgesamt
rechtfertigt es sich daher nicht,
einen
leidensbedingt
en
Abzug vom Invalideneinkommen
vorzunehmen
.
6.
7
Aus der Gegenüberstellu
ng der beiden massgebenden Vergl
eichseinkommen
(
Valideneinkommen
von
Fr.
90’323
.-- und Invalideneinkommen von
Fr.
71'948
.-
-) resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr.
18'
375
.--, was einem Invaliditätsgrad von
gerundet
2
0
%
entspricht
(
Fr.
18'375
.-- x 100 /
Fr.
90'323
.--)
.
D
er Beschwerde
führer hat
daher
ab
1.
August
2018 (
Art.
19
Abs.
1 UVG) Anspruch auf eine Invalidenrente b
ei einem Invaliditätsgrad von 2
0
%
.
Die
Beschwerde
ist
(teilweise) gutzuheissen.
7
.
Nach
Art.
61
lit
. g ATSG
hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Obwohl das Hauptbegehren des Beschwerdeführers auf
Zusprechung einer ganzen Rente nur teilweise gutzuheissen ist, hat das «Überklagen» den Prozessaufwand nicht wesentlich beeinflusst. Von einer Kürzung de
r Prozessentschädigung ist daher
abzusehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_568/2010 vom
3.
Dezember 2010 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen). Unter Berücksichtigung der genannten Bemessungskriterien erweist sich eine Prozessentschädigung von
Fr.
2'100.--
(
inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer von 7.7
%
) als angemessen.