Decision ID: b6ecba24-05c1-5cdc-88e9-6386cbcdb63d
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war als Marketingangestellte der B._ bei der
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) gegen die Folgen von
Unfällen versichert, als sie am 23. August 2013 als behelmte Rollerfahrerin frontal mit
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einem Moped kollidierte (vgl. Suva-act. G 3.2/1, G 3.2/11, G 3.2/88-5). Die Versicherte
wurde am Unfalltag ins Spital C._ gebracht, wo die Ärzte der chirurgischen Klinik
nach röntgenologischen Untersuchungen des Beckens, rechten Handgelenks, rechten
Ellbogens, linken OSG und thorako-lumbalen Übergangs eine Contusio capitis und
Commotio cerebri sowie ein Hochgeschwindigkeitstrauma mit/bei: Kontusion BWS,
Kontusion Handgelenk rechts mit Verdacht auf nicht dislozierte Fraktur des Processus
stylodius radii, Kontusion Ellbogen rechts, Kontusion Flanke rechts, Kontusion Knie
links und multiplen Exkoriationen diagnostizierten. Die Versicherte wurde stationär
aufgenommen und es wurden eine GCS-Überwachung sowie eine adäquate
Schmerztherapie durchgeführt. Am 25. August 2013 wurde die Versicherte bei
Attestierung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit bis 30. August 2013 aus dem Spital
entlassen (Suva-act. G 3.2/10, vgl. auch Suva-act. G 3.2/6). Mit Schreiben vom 29.
August 2013 sicherte die Suva der Versicherten die gesetzlichen Leistungen
(Heilbehandlung und Taggeld) zu (Suva-act. G 3.2/3).
A.b Während ihres Arbeitsverhältnisses bei der B._ AG hatte die Versicherte bereits
am 29. Januar 2013 einen Suva-versicherten Unfall erlitten. Sie war damals beim
Snowboarden gestürzt und hatte sich eine Thoraxkontusion links zugezogen (Suva-act.
G 3.1).
A.c Am 30. August 2013 (Suva-act. G 3.2/31), 11. sowie 16. September 2013 (Suva-
act. G 3.2/32, G 3.2/35) wurde die Versicherte erneut im Spital C._ untersucht, wobei
am 11. September 2013 eine weitere Röntgenabklärung des Thorax durchgeführt
worden war (Suva-act. G 3.2/32). Gleichentags hatten die Ärzte des Spitals C._
muskuloskelettale, linksthorakale Schmerzen diagnostiziert (Suva-act. G 3.2/32) und
am 16. September 2013 - zusätzlich zu den bereits gestellten Diagnosen - eine nicht
dislozierte Fraktur des Processus stylodius rechts (Suva-act. G 3.2/35). Die 100%ige
Arbeitsunfähigkeit hatten sie bis 2. September 2013 verlängert und der Versicherten
darauf bis 30. September 2013 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (Suva-act.
G 3.2/9, G3.2/12 f., G 3.2/15). Am 7. Oktober 2013 erneuerte der damalige Hausarzt,
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Dr. med. D._, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, die 50%ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-
act. G 3.2/15). Ab 28. Oktober 2013 attestierte er eine 25%ige Arbeitsunfähigkeit
(Suva-act. G 3.2/18, vgl. auch Suva-act. G 3.2/17), schrieb die Versicherte jedoch ab 7.
November 2013 wegen einer massiven Schmerzzunahme und HWS-Blockade erneut
zu 50% arbeitsunfähig (Suva-act. G 3.2/20 f., G 3.2/24 f.). Ab dem 21. November 2013
bestand wieder eine 75%ige Arbeitsfähigkeit (Suva-act. G 3.2/37).
A.d Am 9. und 18. September 2013 war die Versicherte auch durch Dr. med. E._,
Interventionelle Schmerztherapie FA, Zentrum für Wirbelsäulenmedizin, untersucht
worden (Suva-act. G 3.2/33 f.), der eine MRT-Untersuchung der BWS in der F._
veranlasst hatte. Die Untersuchung war am 13. September 2013 durchgeführt worden
und hatte keine Hinweise auf eine posttraumatische Weichteil-/Wirbelkörperverletzung
der BWS, jedoch eine Fehlhaltung mit leichtgradiger Kyphoskoliose und einen Zustand
nach thorakalem Morbus Scheuermann gezeigt (Suva-act. G 3.2/16). Dr. E._ hatte
ein thorakales Schmerzsyndrom mit segmentaler Dysfunktion mit/bei 1. Status nach
Snowboardsturz 29. Januar 2013 und 2. Status nach Motorradunfall Ende August 2013
diagnostiziert (Suva-act. G 3.2/33 f.).
A.e Anlässlich einer Besprechung mit der Suva am 29. Oktober 2013 berichtete die
Versicherte, dass sich die Kopfschmerzen gebessert hätten und die Nackenschmerzen
ganz weg seien. Sie habe aber noch täglich Kopfschmerzen. Auf Brustwirbelhöhe habe
sie auf der linken Seite immer noch Schmerzen (Suva-act. G 3.2/19).
A.f Am 22. November 2013 veranlasste die Suva eine kreisärztliche Untersuchung
(Suva-act. G 3.2/29), welche am 5. Dezember 2013 durch Kreisarzt Dr. med. G._,
Facharzt für Chirurgie FMH, MAS Versicherungsmedizin, durchgeführt wurde. Dr. G._
befand, dass spätestens 6 bis 9 Monate nach dem Trauma davon auszugehen sei,
dass die Unfallfolgen ausgeheilt sein sollten. Bei persistierenden Beschwerden seien
jedoch ein MRI der HWS sowie des Schädels mit SWI-Sequenzen sowie eine
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neurologische Untersuchung durchzuführen (Suva-act. G 3.2/40). Im Dezember 2013
bestand weiterhin eine 75%ige Arbeitsfähigkeit (Suva-act. G 3.2/42, G 3.2/48).
A.g Nachdem die Versicherte weiterhin unter starken Kopf- und Rücken- bzw.
Nackenschmerzen litt (Suva-act. G 3.2/43, G 3.2/45, G 3.2/51), veranlasste die Suva
die kreisärztlich empfohlenen Untersuchungen (vgl. Bstb. A.f; Suva-act. G 3.2/45). Sie
wurden am 10. Januar 2014 in der F._ durchgeführt und ergaben unauffällige
Befunde, speziell ohne Nachweis bildmorphologisch erfassbarer posttraumatischer
Veränderungen (Suva-act. G 3.2/54).
A.h Am 24. Januar und 7. Februar 2014 folgten neurologische Untersuchungen durch
Dr. med. H._, Facharzt für Neurologie FMH. Der Neurologe diagnostizierte nach einer
klinisch-neurologischen und einer EEG-Untersuchung ohne auffällige Befunde
posttraumatisch persistierende Kopfschmerzen nach Schädelhirntrauma vom 23.
August 2013 im Sinne eines chronifizierten Spannungskopfschmerzes und riet zu einer
schmerzmodulierenden Behandlung mit Analgetika (Suva-act. G 3.2/58).
A.i Anlässlich einer Besprechung vom 12. März 2014 klagte die Versicherte immer
noch über heftige Kopfschmerzen, die jedoch wegen der eingenommenen
Medikamente nicht mehr so häufig seien. Die Rückenschmerzen auf Brustwirbelhöhe
seien immer noch gleich stark (Suva-act. G 3.2/61). Während eines Auslandaufenthalts
der Versicherten vom 17. März bis 20. Juli 2014 ging die Suva von einer 100%ige
Arbeitsfähigkeit aus (Suva-act. G 3.2/61, G 3.2/64, G 3.2/70). Ab 21. Juli 2014 arbeitete
die Versicherte bei der B._ AG zu 100%, dies trotz Schmerzen, die allerdings ein
wenig besser geworden seien (Suva-act. G 3.2/76).
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A.j Am 25. August 2014 wurde die Versicherte erneut durch Dr. E._ untersucht, der
seine Diagnose vom 9. und 18. September 2013 erneuerte. Im gleichentags erstellten
Untersuchungsbericht hielt er unter anderem fest, es dominiere weiterhin eine
mechanische segmentale Problematik des thorakolumbalen Übergangs bei
ausgeprägter Streckhaltung der BWS und lokalen Irritationszonen sowie muskulären
Befunden der paravertebralen Muskulatur (Suva-act. G 3.2/78).
A.k Anfang August 2014 hatte die Versicherte die wegen der Kopfschmerzen von Dr.
H._ verordnete Medikation (vgl. Suva-act. G 3.2/58, G 3.2/80) beendet. Nachdem
sich die Schmerzen ca. 3 bis 4 Wochen später wieder gehäuft hatten, nahm die
Versicherte die schmerzmodulierende Behandlung auf Anraten von Dr. H._ wieder
auf (Suva-act. G 3.2/83).
A.l In einer Kausalitätsbeurteilung vom 22. Dezember 2014 stellte Kreisärztin med.
pract. I._, Chirurgie FMH, fest, dass die Unfallkausalität beim Fehlen von strukturellen
unfallbedingten Läsionen der aktuell noch beklagten Beschwerden als nicht mehr
überwiegend wahrscheinlich zu betrachten sei (Suva-act. G 3.2/84).
A.m Am 4. Februar 2015 liess die Suva durch die AGU Zürich eine biomechanische
Kurzbeurteilung vornehmen (Suva-act. G 3.2/92).
A.n Nachdem die Versicherte am 15. April 2015 mitgeteilt hatte, die Behandlung sei
noch nicht abgeschlossen - zum einen sei sie gemäss der Verordnung von Dr. E._
noch in der Physiotherapie, zum anderen nehme sie in Abmachung mit Dr. H._
täglich Medikamente gegen die chronischen Kopfschmerzen und werde diesen Ende
Mai 2015 wieder konsultieren (Suva-act. G 3.2/93) -, stellte Suva-Kreisarzt Dr. med.
J._ unter Hinweis auf die kreisärztliche Beurteilung vom 12. (richtig: 22.) Dezember
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2014 (Suva-act. G 3.2/84) fest, dass durch weitere Behandlungen mindestens mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte Verbesserung des unfallbedingten
Gesundheitszustandes mehr erwartet werden könne (Suva-act. G 3.2/95). Suva-
Kreisarzt Dr. med. K._ bestätigte die Feststellung von Dr. J._ unter
Berücksichtigung eines Verlaufsberichts von Dr. H._ vom 28. August 2015 (Suva-act.
G 3.2/97, G 3.2/100) und nach einer Rückfrage bei Dr. H._ (Suva-act. G 3.2/99 f.).
A.o Mit Verfügung vom 4. Februar 2016 eröffnete die Suva der Versicherten, dass die
für die Folgen des Unfalls vom 23. August 2013 erbrachten Leistungen per 28. Februar
2016 eingestellt würden. Die aktuell noch geklagten Beschwerden seien organisch
nicht hinreichend nachweisbar und die Adäquanz zwischen den Beschwerden und dem
Unfallereignis vom 23. August 2013 sei mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu verneinen. Mangels Vorliegens adäquater Unfallfolgen bestehe
auch kein Anspruch auf weitere Geldleistungen der Suva in Form einer Invalidenrente
und/oder einer Integritätsentschädigung (Suva-act. G 3.2/104).
B.
B.a Am 4. März 2016 erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Jürg
Jakob, St. Gallen, gegen die Verfügung vom 4. Februar 2016 Einsprache (Suva-act. G
3.2/108). Am 26. April 2016 reichte der Rechtsvertreter die Einsprachebegründung ein
(Suva-act. G 3.2/112) und verwies darin auf einen Bericht von PD Dr. med. L._,
Chefarzt, Neurologie, Rehaklinik M._, vom 25. Februar 2016 über eine neurologische
Konsultation vom 24. Februar 2016 (Suva-act. G 3.2/107). Dr. L._ erachte es als
wichtig, den Fall nicht abzuschliessen und die Versicherte weiterhin auf ihrem
Genesungsweg zu unterstützen. Es seien die zweite Untersuchung vom 10. Mai 2016
im M._ sowie der Ausgang einer allfälligen stationären Schmerztherapie abzuwarten
(Suva-act. G 3.2/112-13 f.).
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B.b Am 28. April 2016 befürwortete der kreisärztliche Dienst der Suva das Abwarten
des Untersuchungsberichts der Rehaklinik M._ und hielt ausserdem fest, der in den
Akten erwähnte Bagatellunfall beim Snowboard-Fahren im Jahr 2013 habe im aktuellen
Fall überwiegend wahrscheinlich keinen Einfluss (Suva-act. G 3.2/113).
B.c Nach Kenntnisnahme des Untersuchungsberichts von Dr. L._ vom 11. Mai 2016
bezüglich der neurologischen Konsultation vom 10. Mai 2016 (Suva-act. G 3.2/115)
hielt Kreisarzt Dr. med. N._, Facharzt für Chirurgie, spez. Allgemein- und
Unfallchirurgie, am 17. Mai 2016 fest, dass die weitere Aktendokumentation an der
Feststellung - es seien strukturell keine Unfallfolgen vorhanden - nichts ändere. Bei
Vorliegen einer unterschiedlichen neurologischen Interpretation empfehle er jedoch die
Einholung einer neurologischen Beurteilung durch die Abteilung Versicherungsmedizin
der Suva (Suva-act. G 3.2/116). Diese wurde am 20. Juni 2016 durch Dr. med. O._,
Facharzt für Neurologie, Mitglied FMH, Leiter Fachgruppe Neurologie, vorgenommen
(Suva-act. G 3.2/119).
B.d Mit Einspracheentscheid vom 23. Oktober 2017 wies die Suva die Einsprache vom
4. März 2016 ab (Suva-act. G 3.2/124).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 23. Oktober 2017 erhob Rechtsanwalt Jakob
für die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 21. November 2017
Beschwerde mit den Anträgen, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben
und der Beschwerdeführerin seien für die Folgen des Unfallereignisses vom 23. August
2013 über den 28. Februar 2016 hinaus die gesetzlichen Versicherungsleistungen
auszurichten. Eventualiter sei die Frage der Unfallkausalität der persistierenden
Gesundheitsbeeinträchtigungen der Beschwerdeführerin durch ein unabhängiges
Gutachten zu klären, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).
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C.b Mit Beschwerdeantwort vom 19. Dezember 2017 beantragte die Suva
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde und die
Bestätigung des Einspracheentscheids vom 23. Oktober 2017 (act. G 3).
C.c Mit Replik vom 14. Februar 2018 hielt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
an den gestellten Anträgen fest (act. G 7) und reichte weitere Unterlagen ein (act. G 7.1
f.).
C.d Mit Duplik vom 15. März 2018 bestätigte die Beschwerdegegnerin ihrerseits ihr
Rechtsbegehren (act. G 9).

Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden,
nachdem der Streitigkeit Ereignisse aus dem Jahr 2013 zu Grunde liegen (siehe
Erwägung 2), die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen
Anwendung.
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2.
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der Einspracheentscheid
vom 23. Oktober 2017 (Suva-act. 3.2/124. Diesem liegt die Verfügung vom 4. Februar
2016 (Suva-act. 3.2/104) zu Grunde. Die Verfügung - wie auch der angefochtene
Einspracheentscheid - befassen sich mit der Frage eines Leistungsanspruchs über den
28. Februar 2016 hinaus, wobei dieser von der Beschwerdegegnerin grundsätzlich in
Bezug auf den Roller vom 23. August 2013 und nicht hinsichtlich des
Snowboardunfalls vom 29. Januar 2013 (Suva-act. G 3.1) geprüft wurde. Die Akten des
Schadenfalls vom 29. Januar 2013 liegen vor. Bezüglich beider Unfälle bestand eine
Versicherungsdeckung bei der Beschwerdegegnerin. Diese hat unbestrittenermassen
im Zusammenhang mit beiden Unfallereignissen Ansprüche der Beschwerdeführerin
auf vorübergehende Leistungen anerkannt und grundsätzlich bis 28. Februar 2016
Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen erbracht (vgl. act. G 3.1/1, act. G 3.2/3). Ob in
Bezug auf den Unfall vom 29. Januar 2013 die Leistungen bereits vor dem Unfall vom
23. August 2013 eingestellt worden sind, kann den Akten nicht entnommen werden.
Jedenfalls hätte jedoch im Zeitpunkt des Unfalls vom 23. August 2013 eine allfällige
formlose Leistungseinstellung - eine Leistungseinstellungsverfügung (vgl. Art. 49 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]) ist nicht aktenkundig (act. G 3.1) - noch keine rechtliche Wirksamkeit
erreicht (vgl. dazu BGE 134 V 152 f. E. 5.3.2; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl.
Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 51 N 8 und N 26). Unbestritten ist sodann, dass bei der
Beschwerdeführerin infolge des Unfalls vom 29. Januar 2013 eine Thoraxkontusion
(Suva-act. G 3.1), nach dem Unfall vom 23. August 2013 hingegen eine BWS-
Kontusion (Suva-act. G 3.2/10) diagnostiziert wurde. Auch nach dem Unfall vom 23.
August 2013 litt die Beschwerdeführerin jedoch unter Schmerzen im thorakalen
Bereich (vgl. Suva-act. G 3.2/34: Diagnose thorakales Schmerzsyndrom). Vor diesem
Hintergrund ist mithin die Frage nach dem Anspruch auf Versicherungsleistungen im
Zusammenhang mit beiden Unfällen zu prüfen. Ein Anspruch auf weitere
Versicherungsleistungen gegenüber der Beschwerdegegnerin wäre unabhängig von
einer allfälligen Teilursächlichkeit des Unfalls vom 29. Januar 2013 zu bejahen, sollte
die nachfolgende Beurteilung ergeben, dass bei der Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt
der Leistungseinstellung noch natürlich und adäquat unfallkausale Folgen mit Bezug
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auf den Unfall vom 23. August 2013 vorhanden waren (vgl. dazu nachfolgende
Erwägung 5.).
3.
3.1 Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art.
6 ATSG), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 UVG). Sie hat zudem Anspruch
auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Ist die versicherte
Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf
eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den
Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene
Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die vorübergehenden Leistungen
(Heilbehandlung, Taggeld) sind einzustellen und der Anspruch auf eine Invalidenrente
zu prüfen, wenn allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV)
abgeschlossen sind und von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine
namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet
werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird mit der
Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung
der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). Das Erreichen des
medizinischen Endzustands bildet demgemäss in Nachachtung des
Eingliederungsgrundsatzes die Voraussetzung für die Prüfung der Rentenfrage und der
Integritätsentschädigung. Angesichts des Gesagten besteht ein Endzustand in einem
Gesundheitszustand, der sich jedoch zumindest im Zeitpunkt der Rentenprüfung (Art.
19 Abs. 1 oder Art. 19 Abs. 3 UVG) als stabil bzw. beständig darstellen muss. Dies in
dem Sinn, dass Invalidität die voraussichtlich bleibende und längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit ist (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
3.2 Angesichts der in Erwägung 3.1 angeführten gesetzlichen Bestimmungen besteht
ausserdem eine Leistungspflicht des Unfallversicherers nur für Gesundheitsschäden,
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die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis
zusammenhängen (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE 129 V 181 E. 3; ALEXANDRA RUMO-
JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 53 ff.).
3.3
3.3.1 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers endet, wenn der Unfall nicht mehr
eine natürliche und adäquate Ursache der fortdauernden Beschwerden darstellt, d.h.
wenn die Beschwerden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen
beruhen. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang
muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich
fehlender Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S.
4; THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts,
4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58). Da es sich dabei um eine anspruchsaufhebende
Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein
leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der
versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (Urteil des Bundesgerichts vom
25. April 2017, 8C_766/2016, E. 2.2). Allerdings greift die vorgenannte Beweisregel erst
dann Platz, wenn die Verwaltung und - im Beschwerdefall - das Gericht dem
Untersuchungsgrundsatz rechtsgenüglich nachgekommen sind bzw. es sich als
unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer
Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die überwiegende
Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (RUMO-JUNGO/
HOLZER, a.a.O., S. 55; BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S.
327 E. 1).
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3.3.2 Der Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. dessen Wegfall ist in
erster Linie mit den Angaben medizinischer Fachpersonen zu führen (Urteil des
Bundesgerichts vom 21. August 2015, 8C_331/2015, E. 2.2.3.1). Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181
E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30). Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind.
Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich
weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E.
5.1, 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Insofern sind auch Berichte und Gutachten, welche
die Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und
Ärztinnen einholen, beweistauglich. Bestehen indessen auch nur geringe Zweifel an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen,
so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 mit Hinweis;
bestätigt in Urteil des Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3;
BGE 125 V 352 E. 3; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311 ff.).
3.3.3 Bei Unfällen mit klar ausgewiesenen organischen Unfallfolgen spielt die
Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang
sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle. Sie ist bei
ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres sowohl bezüglich vorübergehender
als auch dauerhafter Gesundheitsschäden zu bejahen (BGE 134 V 111 f. E. 2.1, 127 V
103 E. 5b/bb; SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch
nicht (hinreichend) nachweisbar, ist betreffend Dauerschäden (Invalidität und
Integritätsschaden) eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei
welcher wie folgt zu differenzieren ist: Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte
Person beim Unfall ein Schleudertrauma der HWS, eine dem Schleudertrauma
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äquivalente Verletzung oder ein Schädelhirntrauma (vgl. dazu Urteil des
Bundesgerichts vom 1. Juni 2016, 8C_12/2016, E. 7.1 mit Hinweisen; SVR 1995 UV Nr.
23 S. 67 E. 2) erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung gemäss
BGE 115 V 140 E. 6c/aa (sogenannte "Psycho-Praxis") zur Anwendung. Ergeben die
Abklärungen dagegen, dass eine versicherte Person eine der erwähnten Verletzungen
erlitten hat, muss geprüft werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen
Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar (teilweise) vorliegen, im Vergleich zur
psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die
Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit
psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a),
andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359
festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten Kriterien (sogenannte
"Schleudertrauma-Praxis"). Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten
Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die
psychischen Beschwerden aus dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den
organischen Beschwerden, die ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind,
ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 E. 3b).
3.4 Bei fehlender natürlicher und adäquater Kausalität zwischen einem Unfall und
fortdauernd geklagten Beschwerden entfällt zum Vornherein ein weiterer Anspruch auf
Heilbehandlung und Taggeld. Die Leistungseinstellung erfolgt diesfalls ohne Prüfung
des Erreichens des medizinischen Endzustands gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG (vgl.
Erwägung 3.1) und es muss deshalb auch nicht mehr geprüft werden, ob von der
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands erwartet werden kann (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 116 V 44 E.
2c; ALFRED MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern 1089. S. 274).
Dem Gesagten kommt insbesondere in Bezug auf organisch objektivierbare
Unfallfolgen Bedeutung zu, wo sich der Zeitpunkt des Erreichens des medizinischen
Endzustands in der Regel zuverlässig beurteilen lässt (vgl. SVR 2007 UV Nr. 29 S. 99,
E. 3.1, U 98/06). Sind hingegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend)
nachweisbar und hat die versicherte Person ein Schleudertrauma oder eine
schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten (vgl. dazu nachfolgende Erwägung 6.1),
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wobei nicht entscheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/
oder psychischer Natur bezeichnet werden (vgl. BGE 117 V 367 E. 6.a), liegt der Fokus
auf den Voraussetzungen für das Ende des Anspruchs auf Heilbehandlung und
Taggeld (Art. 19 Abs. 1 UVG). Hat der Unfallversicherer die vorübergehenden
Leistungen mit Blick auf das Erreichen des medizinischen Endzustands zu Recht
eingestellt, folgt erst hinsichtlich der Ansprüche auf die Dauerleistung Rente oder eine
Integritätsentschädigung die Prüfung, ob zum Zeitpunkt der Einstellung der
vorübergehenden Leistungen noch adäquat unfallkausale Restfolgen in Form eines
Dauerschadens (Invalidität und Integritätsschaden) vorhanden sind (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 18. Dezember 2017, 8C_254/2017, E. 4.3). Eine Adäquanzprüfung
nach Massgabe der in BGE 115 V 133 begründeten Rechtsprechung zu den
psychogenen Unfallfolgen bzw. der sogenannten "Psycho-Praxis" ist im Zeitpunkt des
Dahinfallens der kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines somatischen
Gesundheitsschadens oder des Erreichens des medizinischen Endzustands der
physischen Unfallverletzungen vorzunehmen. Dies ergibt sich daraus, dass die
psychischen Beschwerden im Rahmen der Adäquanzbeurteilung gemäss "Psycho-
Praxis", wo es gerade um die Beurteilung der Unfallkausalität psychischer
Beschwerden geht, auszuklammern und nur die physischen Unfallfolgen zu
berücksichtigen sind (BGE 134 V 109 E. 6.1).
4.
4.1 Vorerst ist zu prüfen, ob zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 28. Februar
2016 noch organisch objektivierbare Unfallfolgen vorhanden waren, welche die
fortdauernd geklagten Beschwerden verursachen konnten. Die Beschwerdeführerin litt
im Zeitpunkt der Leistungseinstellung unbestrittenermassen nur noch unter
Kopfschmerzen, Rückenschmerzen auf Höhe BWS sowie unter thorakalen Schmerzen.
Unfallrestfolgen bzw. Leistungsansprüche in Bezug auf die beim Unfall erlittenen
Kontusionen im Bereich des rechten Handgelenks und Ellbogens, der rechten Flanke
und des linken Knies, sowie bezüglich der nicht dislozierten Fraktur des Processus
styloideus radii rechts stehen unstreitig nicht zur Diskussion. Diese Verletzungen sind
verheilt.
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4.2 Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird grundsätzlich eine
strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares
Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar und von der
Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten bzw. der Patientin
unabhängig sind. Folglich kann von objektiv ausgewiesenen organisch-strukturellen
Unfallfolgen dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit -
wissenschaftlich anerkannten - apparativen/bildgebenden Abklärungen (wie Röntgen,
MRT, CT, EEG) bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 121 E. 9, 134 V 232 E. 5.1 mit
Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 2; SVR
2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]).
4.3 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin anerkennt, dass die in Folge des
Unfalls vom 23. August 2013 erstellten Röntgenbilder des Thorax vom 11. September
2013 (Suva-act. G 3.2/32) sowie das MRT der BWS vom 13. September 2013 (Suva-
act. G 3.2/16) keine traumatischen Läsionen der Weichteil- und Wirbelkörper zu Tage
förderten. Die Röntgenbilder der BWS vom 30. August 2013 hatten ebenfalls keine
strukturelle Verletzung zur Darstellung gebracht (Suva-act. G 3.2/31). Als Befunde
wurden hingegen eine Fehlhaltung mit leichtgradiger Kyphoskoliose sowie ein Zustand
nach thorakalem Morbus Scheuermann erhoben (Suva-act. G 3.2/16, G 3.2/31), wobei
es sich unbestrittenermassen und auch mit Blick auf die medizinische Literatur nicht
um solche durch ein Trauma verursachte strukturelle Läsionen handelt (vgl. dazu
ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S.
811, 821 ff., 827 ff.; ROCHE LEXIKON, Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 1062, 1647
f., 1715; PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin 2017, S. 1006, 1604
f., 1678). So spricht auch Dr. E._ im Untersuchungsbericht vom 18. September 2013
von einer vorbestehend ungünstigen Statik (Suva-act. G 3.2/33). In Bezug auf das
Unfallereignis vom 29. Januar 2013 ist keine radiologische Untersuchung des Thorax
aktenkundig. Offenbar wurde eine strukturelle Unfallläsion nie in Erwägung gezogen
(act. G 3.1). Ein überwiegend wahrscheinlicher Beweis für einen unfallbedingten
organisch-strukturellen Befund über das Datum der Leistungseinstellung hinaus kann
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sodann auch nicht in der von Dr. E._ im Untersuchungsbericht vom 18. September
2013 (act. G 3.2/33) gestellten Diagnose eines thorakalen Schmerzsyndroms gesehen
werden. Bei einem Syndrom handelt es sich um ein sich stets mit etwa den gleichen
Krankheitszeichen, d.h. einer Symptomatik mit weitgehend identischem
"Symptommuster", manifestierendes Krankheitsbild mit unbekannter, vieldeutiger,
durch vielfältige Ursachen bedingter oder nur teilweise bekannter Ätiogenese. Zur
entsprechenden Diagnose führt somit eher das vom jeweiligen Patienten subjektiv
angegebene "Symptommuster" als ein objektiv erhobener organischer Befund (vgl.
dazu ROCHE LEXIKON, a.a.O., S. 1791). Muskuläre Befunde bzw. muskuloskelettale
Schmerzen wie Myogelosen - wie sie von den Ärzten des Spitals C._ am 11. und 16.
September 2013 (Suva-act. G 3.2/32, G 3.2/35) und von Dr. E._ am 25. August 2014
erhoben wurden (Suva-act. G 3.2/78) - können für sich allein ebenfalls nicht als
organisch hinreichend nachweisbare Unfallfolgen betrachtet werden. Gleiches gilt für
eine Streckhaltung der BWS (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008,
8C_124/2008, mit zahlreichen Hinweisen, sowie vom 7. Februar 2008, U 13/07, E. 3.2
und 3.3). Schliesslich können nach der Rechtsprechung des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts (EVG) auch Schmerzangaben der versicherten Person für die
Annahme struktureller Unfallrestfolgen nicht genügen; vielmehr muss im Rahmen der
sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung verlangt werden, dass
Schmerzangaben durch damit korrelierende, schlüssig feststellbare Befunde
hinreichend erklärbar sind, andernfalls sich eine rechtsgleiche Beurteilung der
Leistungsansprüche nicht gewährleisten liesse (Urteil vom 9. Oktober 2001, I 382/2000,
E. 2b, vgl. auch Urteil vom 12. März 2004, I 683/2003, E. 2.2.2). Wie dargelegt ist diese
Gegenseitigkeit im vorliegenden Fall nicht gegeben. Der Feststellung von Kreisärztin
med. pract. I._ (Suva-act. G 3.2/84) und Kreisarzt Dr. N._ (Suva-act. G 3.2/116) - es
würde an unfallbedingten strukturellen Läsionen fehlen - kann damit gefolgt werden.
4.4 Wie bereits erwähnt leidet die Beschwerdeführerin seit dem Unfall vom 23. August
2013 unter anhaltenden Kopfschmerzen, womit sich die Frage nach einer strukturellen
Hirnverletzung stellt. Das Ergebnis der in der F._ am 10. Januar 2014 durchgeführten
MRT-Untersuchung des Neurocraniums war indessen unauffällig, speziell ohne
Nachweis bildmorphologisch erfassbarer posttraumatischer Veränderungen (Suva-act.
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3.2/54). Auch die klinisch-neurologische- sowie die EEG-Untersuchung vom 24. Januar
2014 durch Dr. H._ ergab gänzlich unauffällige Befunde (Suva-act. G 3.2/58). Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hält zwar in der Beschwerde vom 21.
November 2017 (act. G 1) zutreffend fest, dass eine Schädelprellung sowie ein
Schädel-Hirntrauma - welche sowohl von den Ärzten des Spitals C._ (Suva-act. G
3.2/10, G 3.2/31; Contusio capitis bzw. Commotio cerebri) als auch von Dr. H._
(Suva-act. G 3.2/58) diagnostiziert wurden - Kopfverletzungen darstellen, diese aber im
Regelfall keine Langzeitbeschwerden zur Folge haben (vgl. dazu nachfolgende
Erwägung 5.1).
4.5 Nach dem Gesagten steht fest, dass die Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit anlässlich der Unfälle vom 29. Januar und 23.
August 2013 keine klar ausgewiesene neue, bleibende, allenfalls schlecht verheilte
Läsion im Bereich der BWS bzw. des Thorax und im Bereich des Kopfs erlitten hat.
5.
5.1 In den medizinischen Akten wurden allerdings nach den Unfällen vom 29. Januar
und 23. August 2013 unstreitig organische Körperschädigungen - Kontusionen sowie
eine Commotio cerebri (= leichtes Schädelhirntrauma, Gehirnerschütterung) -
diagnostiziert (Suva-act. G 3.1/3, G 3.2/10, G 3.2/31, G 3.2/35; vgl. PSCHYREMBEL,
a.a.O., S. 351), bezüglich welcher es zu prüfen gilt, ob sie bis zur Einstellung der
vorübergehenden Versicherungsleistungen per 28. Februar 2016 vollständig abgeheilt
waren.
5.2 Bei einer Kontusion handelt es sich grundsätzlich um eine Weichteilverletzung
ohne strukturelle Läsion. Ihre Diagnose drückt eine direkte stumpfe schädigende
Gewalteinwirkung, wie ein Schlag oder Aufprall, durch einen Unfall aus, die
insbesondere anhand klinischer Befunde - wie Hämatome, Schwellung,
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Druckdolenzen, Bewegungseinschränkungen, Muskelverhärtungen - objektiviert wird.
Auch bei einer Commotio cerebri bzw. einem leichten Schädelhirntrauma zeigt sich
kein morphologisch fassbares Substrat, d.h. keine anatomische Veränderung
(PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 351; ROCHE LEXIKON, a.a.O., S. 353). Es entspricht einer
medizinischen Erfahrung, dass Kontusionen ohne strukturelle Läsionen normalerweise
innert kurzer Zeit abheilen und sich die damit verbundenen Beschwerden gänzlich
zurückbilden. Ebenso ist eine Hirnfunktionsstörung infolge eines leichten
Schädelhirntraumas voll reversibel (vgl. dazu DEBRUNNER, a.a.O., S. 412;
PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 351, 981; ROCHE LEXIKON, a.a.O., S. 353, 357). Dass es
zu keiner Besserung kommt, ist für eine traumatische Genese untypisch und weist auf
andere Ursächlichkeiten hin (GERHARD JENZER, Klinische Aspekte bei HWS-
Belastungen durch Kopfanprall oder Beschleunigungsmechanismus; Grenzbereich zum
leichten Schädel-Hirn-Trauma, SZS 1996, S. 469 mit Hinweis auf S. 463). Der
vorgenannte medizinische Erfahrungssatz darf im Rahmen des
Wahrscheinlichkeitsbeweises berücksichtigt werden (LOCHER/GÄCHTER, a.a.O., § 70
N. 58 f.). Dies hat insbesondere für den Nachweis des Dahinfallens natürlich kausaler
Unfallfolgen zu gelten, bei dem es sich um einen hypothetischen Zustand handelt,
welcher sich häufig nur mit Erfahrungswerten bestimmen lässt (Urteil des EVG vom 18.
September 2002, U 60/02, E. 2.2). Auch ohne Veränderung bzw. Besserung der
klinischen Befundsituation kann ab einem bestimmten Datum von einem Dahinfallen
der Unfallfolgen ausgegangen werden bzw. können fortdauernde Beschwerden
aufgrund der obgenannten medizinischen Erfahrungstatsache eben nicht mehr auf den
Unfall zurückgeführt werden. Ödeme oder eine Schwellung im Bereich des Kopfs und
des Thorax bzw. der BWS der Beschwerdeführerin sind in den medizinischen Akten
zumindest nicht vermerkt (vgl. insbesondere UV-act. 3.2/10-3 f.; vgl. auch act. G Ziff.
22. a.).
5.3 Kreisarzt Dr. G._ geht im kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 5. Dezember
2013 von einer Heilung der Kontusionsfolgen spätestens nach 6 bis 9 Monaten aus,
wobei er offensichtlich auf die von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
übernommene medizinische Erfahrung bezüglich traumatischer Verschlimmerungen
degenerativer Erkrankungen der Wirbelsäule abstellt (vgl. Urteil des Bundesgerichts
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vom 28. Februar 2007, U 357/06, E. 4.6; Urteil des EVG vom 18. September 2002, U
60/02, E. 2.2 mit Hinweisen auf die medizinische Literatur). Bezüglich einer Commotio
cerebri wird von Seiten der medizinischen Forschung festgehalten, dass der typische
posttraumatische Verlauf nach einer solchen Verletzung einer Erholung innert sechs bis
zwölf Wochen entspreche (JENZER, a.a.O., S. 462 ff. und insbesondere S. 467). Dr.
O._ legte sodann in seiner neurologischen Beurteilung vom 26. Juni 2016 dar, dass
akute posttraumatische Kopfschmerzen nach einer leichten traumatischen
Hirnverletzung eine gute Prognose hätten und durch einen Decrescendoverlauf
charakterisiert seien. Mit zunehmendem zeitlichen Abstand zum Ereignis würden die
unfallbedingten Faktoren immer mehr in den Hintergrund treten und unfallfremde
Faktoren an Bedeutung für die Ursache per se unspezifischer Kopfschmerzen
gewinnen. Ein erklärendes pathophysisches Konzept für persistierende
posttraumatische Kopfschmerzen nach einer leichten traumatischen Hirnverletzung sei
bis heute nicht identifiziert worden (vgl. dazu auch JENZER, a.a.O., S. 469 mit Hinweis
auf S. 463; vgl. auch BOGDAN P. RADANOV, Über den Stellenwert der
neuropsychologischen Diagnostik bei Patienten nach HWS-Distorsion, in: SZS 1996 S.
471 ff. und S. 475). Im konkreten Fall stellte die Beschwerdegegnerin die Leistungen
sogar erst per Ende Februar 2016, also zweieinhalb Jahre nach dem Unfall vom 23.
August 2013, ein.
5.4 Medizinische Erfahrungssätze beziehen sich auf den Regelfall, d.h. auf
medizinische Sachverhalte, die sich im konkreten Fall gleich dargestellt haben. Eine
Ausnahme von der Regel ist grundsätzlich nicht ausgeschlossen, doch muss sie sich
eben als solche präsentieren. In den vorliegenden Akten finden sich keine Hinweise,
welche bezüglich des Heilungsverlaufs der von der Beschwerdeführerin bei den
Unfällen vom 29. Januar und 23. August 2013 erlittenen Kontusionsverletzung im
Bereich der BWS bzw. des Thorax und des Schädels sowie der Commotio cerebri auf
einen Ausnahmefall hinweisen.
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5.5 Überzeugend erscheint zunächst die Einstufung des Unfalls vom 29. Januar 2013
als banal. Eine Arbeitsunfähigkeit ist, wie von der Beschwerdegegnerin in der
Beschwerdeantwort vom 19. Dezember 2017 bemerkt (act. G 3) und vom
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin anerkannt (vgl. act. G 7 III./2.), nicht
ausgewiesen. Seine Aussage in der Replik vom 14. Februar 2018 (act. G 7 III./2.), der
Sturz habe eine mehrere Monate andauernde therapeutische Behandlung indiziert und
die Beschwerden im Thoraxbereich seien im Zeitpunkt des Rollers vom 23. August
2013 noch nicht vollständig abgeklungen gewesen, lässt sich anhand der Akten nicht
verifizieren (Suva-act. G 3.1). Ausgewiesen ist einzig eine durch Dr. D._ am 8. Mai
2013 ausgestellte Physiotherapieverordnung für 9 Behandlungen (act. G 3.1/3). Nach
dem Unfall vom 23. August 2013 wurde zwar im Zusammenhang mit der Diagnose
eines thorakalen Schmerzsyndroms auf den Snowboardsturz vom 29. Januar 2013
hingewiesen, dies jedoch einzig im Rahmen einer Statusdiagnose (Suva-act. G 3.1/4,
Suva-act. G 3.2/33 f., G 3.2/78, G 3.2/85). Damit wird lediglich ausgesagt, auf welchen
Umstand der heutige Zustand zurückzuführen ist. Ein Andauern von Unfallrestfolgen
wird damit nicht erklärt.
5.6 Beim Rollerunfall vom 23. August 2013 zog sich die Beschwerdeführerin
Verletzungen mehrerer Körperregionen, jedoch - abgesehen von einer nicht dislozierten
Fraktur des Processus stylodius radii rechts - keine strukturellen oder sonstwie
schweren Verletzungen zu. Die echtzeitlichen, aber auch die späteren
Befundergebnisse im Bereich des Thorax und der BWS zeigten sich - sofern sie
überhaupt auffällig waren - im Rahmen einer absolut normalen Kontusionsverletzung
und auch das Schädelhirntrauma war - wie bereits erwähnt - leicht (vgl. Suva-act. G
3.2/10, G 3.2/31 ff., G 3.2/35, G 3.2/40). Die vom Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 21. November 2017 (act. G 1) und der
Replik vom 14. Februar 2018 (act. G 7) beschriebene Unfallsituation - die
Beschwerdeführerin sei mit 70 km/h ungebremst und frontal mit einem Mofalenker
kollidiert, wodurch es sie kopfüber aus dem Sattel gehoben habe und sie in
Fahrtrichtung ca. 8-10 Meter weiter vorne auf die Strasse aufgeschlagen sei - klingt
zwar dramatisch. Doch handelt es sich dabei um nicht nachgewiesene, subjektive
Schilderungen der Beschwerdeführerin (Suva-act. G 3.2/11, G 3.2/88). In der
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biomechanischen Kurzbeurteilung der AGU vom 4. Februar 2015 (Suva-act. G 3.2/92)
steht geschrieben, es könnten keine Angaben zur Bewegung der Beschwerdeführerin
im weiteren Verlauf mit ausreichender Sicherheit gemacht werden. P._ beschrieb am
10. Dezember 2017 ohne konkrete Distanzangabe, der Roller habe einige Meter von
der Beschwerdeführerin entfernt in der Wiese gelegen (act. G 7.2). Den Unfall selbst
hatte er nicht verfolgt. Im Übrigen ist zu berücksichtigen, dass Motorräder nach einem
Sturz häufig vom Fahrer bzw. der Fahrerin fortgeschleudert werden. Im Übrigen sind
die äusseren Umstände eines Unfalls nicht immer mit den konkreten Unfallfolgen
konkludent. Die Beschwerdeführerin hatte offensichtlich Glück im Unglück. Zu
beurteilen gilt es den konkreten Unfall, der keine Hinweise auf einen Ausnahmefall
hinsichtlich des Heilverlaufs enthält.
5.7 Hauptsächlich aber in Würdigung der für die Beurteilung natürlich kausaler
organischer Unfallrestfolgen bedeutsamen ärztlichen Feststellungen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 21. August 2015, 8C_331/2015, E. 2.2.3.1) ist mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit kein Ausnahmefall anzunehmen
und von einer Heilung der Unfallverletzungen spätestens per Datum der
Leistungseinstellung vom 28. Februar 2016 auszugehen.
5.8 Dr. E._ bemerkte in Bezug auf das thorakale Schmerzsyndrom bereits im
Untersuchungsbericht vom 18. September 2013 (Suva-act. G 3.2/33), dieses sei sehr
lokalisiert und könne am ehestens im Rahmen einer segmentalen Dysfunktion nach
zweimaligem Trauma der BWS und vorbestehend ungünstiger Statik mit leichter
Kyphoskoliose sowie einem Status nach leichtem Morbus Scheuermann begründet
werden. Im Untersuchungsbericht vom 9. September 2013 hatte Dr. E._ ausserdem
von Schmerzen vom mechanischen Typ gesprochen (Suva-act. 34). Unter Hinweis auf
Dr. E._ stellte sich auch Dr. G._ im kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 5.
Dezember 2013 auf den Standpunkt, die thorakalen Schmerzen seien vor allem
statisch zu erklären (Suva-act. G 3.2/40-4). Im Untersuchungsbericht vom 25. August
2014 wiederholte Dr. E._, dass weiterhin eine mechanische segmentale Problematik
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des thorakolumbalen Übergangs dominiere, dies bei ausgeprägter Streckhaltung der
BWS und lokalen Irritationszonen sowie muskulären Befunden der paravertrebralen
Muskulatur (Suva-act. G 3.2/78). Den Beurteilungen von Dr. E._ und Dr. G._
zufolge liegt die Ursache der Thorax- bzw. BWS-Beschwerden nicht mehr überwiegend
wahrscheinlich in den Unfällen. Bei der ungünstigen Statik mit leichter Kyphoskoliose
und dem Status nach leichtem Morbus Scheuermann handelt es sich unstreitig um
Vorzustände und auch in den weiteren ärztlichen Schmerzdefinitionen (mechanisch,
muskulär, Dysfunktion) kann keine überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität
gesehen werden (betreffend muskuläre Befunde vgl. Erwägung 4.3). Es handelt sich
dabei lediglich um Umschreibungen des Schmerzes, welche keine Grundlagen für die
Kausalitätsbeurteilung beinhalten. Für eine Unfallkausalität sprechen sich die Ärzte
nicht konkret aus. Angesichts des wiederholten Hinweises des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 21. November 2017 - im Vordergrund
würden vor allem die persistierenden Kopfschmerzen stehen, auf diesen liege der
Fokus (act. G 1) - stellt sich überhaupt die Frage, inwieweit die Beschwerdeführerin
tatsächlich noch unter Thorax- bzw. Rückenschmerzen auf Höhe BWS litt. Eine
diesbezügliche Untersuchung bzw. Behandlung hat - abgesehen von der
kreisärztlichen Untersuchung durch Dr. G._ am 5. Dezember 2015 (Suva-act. G
3.2/40) - letztmals durch Dr. E._ am 25. August 2014 stattgefunden. Dieser hielt
damals fest, es bestehe keinerlei Indikation für ein chirurgisches Procedere, die
Beschwerdeführerin werde sich bei Bedarf wieder melden, er denke aber, die Situation
sollte sich nach ein bis zwei Physiotherapiesitzungen langsam bessern (Suva-act. G
3.2/78). In den nachfolgenden medizinischen Akten ist nur noch von den
Kopfschmerzen die Rede.
5.9 Auch in Bezug auf die Kopfschmerzen belegen allerdings die ärztlichen
Erklärungen keine überwiegend wahrscheinliche über den
Leistungseinstellungszeitpunkt hinausgehende Unfallkausalität im Sinne eines
abweichenden Heilverlaufs. Bereits im Untersuchungsbericht vom 9. Februar 2014
(Suva-act. G 3.2/58) und auch im Bericht vom 28. September 2014 (Suva-act. G
3.2/83) definierte Dr. H._ die persistierenden Kopfschmerzen als chronifizierte
Spannungskopfschmerzen. Er erklärte zwar im Untersuchungsbericht, er habe
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gesamthaft keine Hinweise finden können, dass den Kopfschmerzen eine andere
Ursache als das Schädelhirntrauma vom August 2013 zugrunde liegen würde (Suva-
act. 3.2/58). Eine diesbezüglich schlüssige, nachvollziehbare Begründung ist dem
Untersuchungsbericht jedoch nicht zu entnehmen. Seine Schlussfolgerung scheint
damit massgeblich in der keinen genügenden Beweis für das Vorliegen unfallkausaler
Restfolgen darstellenden zeitlichen Abfolge begründet, was sich in seiner Diagnose
"Posttraumatisch persistierende Kopfschmerzen nach Schädelhirntrauma vom 23.
August 2013 im Sinne eines chronifizierten Spannungskopfschmerzes" widerspiegelt
(vgl. dazu ALFRED MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern
1989, S. 460 Fn. 1205; UELI KIESER, ATSG- Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf
2015, N 69 zu Art. 4; BGE 119 V 341 f. E. 2b/bb). Bei einer Chronifizierung, die nach
einem Unfall aufgetreten ist, der wie im konkreten Fall keine traumatische organisch-
strukturelle Läsion verursacht hat (vgl. Erwägung 4), geht die medizinische Literatur
davon aus, dass diese nicht auf eine ungenügende Gewebeheilung zurückzuführen ist,
sondern dass andere, unfallfremde Gründe für den Schmerz verantwortlich sind. Im
Verlauf einer Chronifizierung wird das Verhältnis zwischen organischem
Gesundheitsschaden und erlebter Behinderung immer ungewisser. Andere Faktoren,
wie zum Beispiel das Individuum selber mit seiner Psyche, die Arbeitsumstände bzw.
eine körperlich belastende Tätigkeit, das soziale Umfeld, das medizinische und legale
System sowie ökonomische Umstände spielen eine massgebende Rolle (vgl. BÄR/
KIENER, Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 67 vom Dezember 1994, S. 45 ff.).
Gerade das Ursachenspektrum von Kopfschmerzen ist vielfältig und muss in keiner
Weise in einem Unfall liegen. Der Spannungskopfschmerz gilt im Übrigen laut IHS-
Klassifikation ICHD-II als primärer, nicht als sekundärer Kopfschmerz (beispielsweise
als Folge eines Kopftraumas; vgl. PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 983, 1687; Internationale
Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen, 3. Aufl. [nachfolgend: ICHD-3], Teil eins:
Primärer Kopfschmerzerkrankungen, 2. Kopfschmerz vom Spannungstyp <https://
www.ichd-3.org/wp-content/uploads/2018/10/ICHD-3-Deutsche-%C3%9Cber-
setzung-German-Translation-2018.pdf>, abgerufen am 10. Januar 2019). Auch der
Bericht von Dr. L._ vom 25. Februar 2016 über die neurologische Konsultation vom
24. Februar 2016 (Suva-act. G 3.2/107) liefert über die blosse Diagnose
posttraumatische Kopfschmerzen bei Status nach Rollerunfall vom August 2013 mit
Armfraktur und leichtem Schädelhirntrauma hinaus keine weiteren Erkenntnisse. Zwar
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klassiert Dr. L._ die Kopfschmerzen anhand der Kriterien der Internationalen
Kopfschmerzgesellschaft als posttraumatischen Kopfschmerz, legt jedoch in keiner
Weise dar, inwiefern er die Kriterien mit Blick auf den vorliegenden Schadenfall als
erfüllt betrachtet (vgl. ICHD-3, Teil zwei: Sekundäre Kopfschmerzerkrankungen; vgl.
auch nachfolgende Erwägung 10.2.1). Laut Dr. O._ spricht der wechselhafte Verlauf
der Kopfschmerzen hinsichtlich Schmerzintensität verbunden mit insgesamt
sekundärer Zunahme seit Beginn der neurologischen Behandlung im Februar 2014
gegen einen posttraumatischen Kopfschmerz (Suva-act. G 3.2/119-6; vgl. dazu Suva-
act. G 3.2/58, G 3.2/60, G 3.2/83). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin sieht
den wechselhaften Verlauf der Kopfschmerzen in den Versuchen begründet, die
analgetische Behandlung mit Saroten abzubauen (act. G 1 Ziff. 22./e.). Dies ist zwar
aktenkundig (Suva-act. G 3.2/83), ändert indessen nichts an den vorangehenden
Ausführungen. Der wechselhafte Verlauf und dessen Begründung stehen für sich allein
in keinem erkennbaren Zusammenhang zur Frage, ob die Kopfschmerzen unfallbedingt
oder unfallfremd sind.
5.10 Die biomechanische Beurteilung der AGU vom 4. Februar 2015 (Suva-act. G
3.2/92) vermag eine längerdauernde Unfallkausalität der Thorax- bzw. BWS-
Beschwerden und Kopfschmerzen ebenfalls nicht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu begründen. So weist die Beschwerdegegnerin in
der Beschwerdeantwort vom 19. Dezember 2017 zutreffend darauf hin, dass sich die
dortigen Ausführungen - aus biomechanischer Sicht ergebe sich, dass sich die
anschliessend an das Ereignis bei der Beschwerdeführerin festgestellten von der HWS
ausgehenden Beschwerden und Befunde durch die Kollisionseinwirkung im Normalfall,
wie im vorliegenden Fall, eher erklärbar seien - nur auf den Zeitraum von ungefähr 6
Monaten nach dem Unfall beziehen würden und ihnen nur vage, den erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht erreichende Angaben ("eher
erklärbar"), zu entnehmen seien. Im Übrigen vermag zwar eine unfallanalytische oder
biomechanische Analyse allenfalls gewichtige Anhaltspunkte zur - einzig mit Blick auf
die Adäquanzprüfung relevanten - Schwere des Unfallereignisses zu liefern; sie bildet
jedoch für sich allein in keinem Fall eine hinreichende Grundlage für die
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Kausalitätsbeurteilung (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Juli 2007, U 328/06, E. 8.2.2;
Urteil des EVG vom 23. November 2006, E. 7.2.2; RKUV 2003 Nr. U 489 S. 357 E. 3.2).
5.11 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass angesichts der Darlegungen in den
Erwägungen 5.3 bis 5.10 mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen ist, dass die bei den Unfällen vom 29. Januar 2013 und 23. August
2013 erlittenen Kontusionsverletzungen im Bereich des Thorax bzw. der BWS und des
Schädels sowie die Commotio cerebri spätestens bis zur Einstellung der
vorübergehenden Versicherungsleistungen per 28. Februar 2016 vollständig abgeheilt
waren und deswegen eine natürliche Kausalität zwischen den fortdauernd geklagten
Beschwerden und den fraglichen Unfällen im Sinn des Vorliegens von organischen
Restfolgen der vorgenannten Verletzungen zu verneinen ist. Die Tatsache, dass Kopf-,
Rücken- bzw. BWS- und Thoraxschmerzen körperlich wahrgenommen werden,
bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine physische Gesundheitsbeeinträchtigung oder
gar eine fortdauernde Unfallverletzung vorliegen.
6.
Nachfolgend bleibt zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der
Leistungseinstellung allenfalls noch unter natürlich und adäquat kausalen nicht
objektivierbaren organischen und/oder psychischen Unfallrestfolgen litt.
6.1
6.1.1 Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist bekannt, dass bei
Schleudertraumaverletzungen sowie äquivalenten Verletzungen (u.a.
Schädelhirntrauma, HWS-Distorsion; vgl. dazu RKUV Nr. 341 S. 408 E. 3b; BGE 117 V
369 E. 3) auch ohne nachweisbare pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre
nach dem Unfall funktionelle Ausfälle verschiedenster Art auftreten können. Der
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Umstand, dass die für ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung typischen
Beschwerden nicht mit entsprechenden Untersuchungsmethoden (wie Röntgen, MRT,
CT, EEG) objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die diesbezüglichen
Beschwerden in Abrede zu stellen (BGE 117 V 363 E. 5d/aa). Ist ein Schleudertrauma
oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung diagnostiziert und liegt ein für
diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie
diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen,
Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität,
Depression, Wesensveränderung usw. vor, so ist der natürliche Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in
der Regel anzunehmen (BGE 117 V 360 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 382 E. 4b). Dieses
Beschwerdebild muss nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis
höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten. Es genügt, wenn sich in diesem
Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS und bei einem
Schädelhirntrauma zusätzlich Kopfschmerzen manifestieren (Urteile des
Bundesgerichts vom 5. Januar 2009, 8C_413/2008, E. 5.2 mit zahlreichen Hinweisen,
und vom 15. März 2007, U 258/06, E. 4.3; RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 E. 5e). Die anderen
im Rahmen eines Schleudertraumas oder einer schleudertraumaähnlichen Verletzung
typischerweise auftretenden Beschwerden müssen sich jedoch immerhin in einem
Zeitraum manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen
Kausalzusammenhangs auszugehen.
6.1.2 Die Ärzte des Spitals C._ diagnostizierten zwar eine Commotio cerebri und
damit eine schleudertraumaähnliche Verletzung (Suva-act. G 3.2/10, G 3.2/31 f.). Die
innerhalb einer Latenzzeit von 24 bis höchstens 72 Stunden und auch später
aktenkundige Beschwerdesymtomatik spricht allerdings gegen das Vorliegen einer
durch den Unfall vom 23. August 2013 überwiegend wahrscheinlich verursachten
schleudertraumaähnlichen Verletzung, insbesondere einer solchen mit Langzeitfolgen.
In den in zeitlicher Nähe zum Unfall erstellten Berichten des Spitals C._ vom 25. und
30. August sowie vom 11. September 2013 (Suva-act. G 3.2/10, G 3.2/31 f.) über die
rund zwei Wochen nach dem Unfall erfolgte ärztliche Untersuchung werden
Kopfschmerzen gar nicht erwähnt. Andere für ein Schädelhirntrauma typische
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Beschwerden - zeitweilig sei ihr übel und schwindelig gewesen - werden nur einmal im
Austrittsbericht vom 25. August 2013 (Suva-act. G 3.2/10), offenbar für die Zeit
unmittelbar nach dem Unfall, genannt. Für die Zeit während der dreitägigen
Hospitalisation sind sodann gar keine schädelhirntraumatypischen Beschwerden mehr
erwähnt. Diese Sachlage lässt eine schleudertraumatypische Verletzung bereits als
zweifelhaft erscheinen. Insbesondere auch die von Dr. O._ in seiner neurologischen
Beurteilung vom 20. Juni 2016 mit einer leichten traumatischen Hirnverletzung erklärten
akut auftretenden Kopfschmerzen (Suva-act. G 3.2/119) sind damit nicht
nachgewiesen. Das in den medizinischen Akten nachfolgend dokumentierte
Beschwerdebild zeigt sich hinsichtlich seiner Bedeutsamkeit und Vielfalt ebenfalls
wenig ausgeprägt. Die Beschwerdeführerin schilderte erstmals rund drei Wochen nach
dem Unfall anlässlich der Abschlusskonsultation im Spital C._ vom 16. September
2013, sie habe nur noch leichte Kopfschmerzen. Wann genau die Kopfschmerzen
aufgetreten sind und in welcher Stärke lässt sich daraus nicht ableiten. Weitere
Beschwerden wurden von der Beschwerdeführerin nicht angesprochen (Suva-act. G
3.2/35). Gegenüber Dr. E._ beschrieb sie anlässlich der Untersuchungen vom 9. und
18. September 2013 überhaupt keine Kopfschmerzen oder andere
schädelhirntraumatypischen Beschwerden. Vielmehr wurde in Bezug auf die
Untersuchung vom 18. September 2013 in der Anamnese festgehalten, das
Beschwerdebild sei zwischenzeitlich stabil ohne Schmerzexazerbationen und ohne
neue Beschwerden oder Symptome (Suva-act. G 3.2/33 f.). Bei den von der
Beschwerdeführerin anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 5. Dezember
2013 (Suva-act. G 3.2/40) erwähnten verstärkt auftretenden Nackenverspannungen mit
Ziehen ins Hinterhaupt, druckartigen, pochenden Kopfschmerzen im Bereich der Stirn
und der teilweise auftretenden Übelkeit handelt es sich um eine konkret beschriebene,
umfassende, jedoch erst nach einer mehrmonatigen Latenzzeit vorgebrachte
Beschwerdesymptomatik. Rund ein halbes Jahr nach dem Unfall vom 23. August 2013
schilderte die Beschwerdeführerin gegenüber Dr. H._ erstmals auch noch initial
auftretende kognitive Defizite mit Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen (Suva-
act. G 3.2/58). Die genannten Beschwerden können angesichts der Ausführungen in
Erwägung 6.1.1 nicht überwiegend wahrscheinlich dem Unfall vom 23. August 2013
zugeordnet werden. Laut Anamnese im Untersuchungsbericht von Dr. H._ vom 9.
Februar 2014 (Suva-act. G 3.2/58) sowie dem neurologischen Konsultationsbericht von
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Dr. L._ vom 25. Februar 2016 (Suva-act. G 3.2/107) sind zwar die Kopfschmerzen ca.
2 bis 3 Tage bzw. am 3. Tag nach dem Unfall aufgetreten und bestehen seither
praktisch täglich. Damit könnte aber immer noch nicht von einer Häufung von
Beschwerden, sondern nur von einem äusserst begrenzten Beschwerdebild
gesprochen werden. Im konkreten Fall lag damit von Anfang an kein Beschwerdebild
vor, welches den Schluss zulässt, dass die Beschwerdeführerin anlässlich des Unfalls
vom 23. August 2013 eine schleudertraumaähnliche Verletzung erlitten hat.
Diesbezügliche Versicherungsleistungen über den Leistungseinstellungszeitpunkt
hinaus fallen damit von Vornherein ausser Betracht.
6.1.3 Dies ergibt sich auch mit Blick auf die höchstrichterliche Rechtsprechung,
wonach ein Schädelhirntrauma die analoge Anwendung der Schleudertrauma-Praxis
nur dann rechtfertigt, wenn die erlittene Hirnerschütterung mindestens im Grenzbereich
zwischen einer Commotio und Contusio cerebri liegt. Leichte Hirnerschütterungen
hingegen reichen hierfür nicht aus (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. August
2014, 8C_358/2014, E. 2.4.1, vgl. auch Urteile des EVG vom 13. Juni 2005, U 276/04,
E. 2.2.1, und 6. Mai 2003, U 6/03). Die Schwere eines Schädelhirntraumas wird
üblicherweise nach dem Punktwert in der Glasgow-Coma-Skala (GCS) eingeteilt. In
dieser Skala erhalten der Patient oder die Patientin für bestimmte Reaktionen (wie
Augenöffnen, Reaktionen auf Schmerzreize und sprachliche Äusserungen) eine Anzahl
von Punkten, welche am Schluss addiert werden. Der schlechteste Wert beträgt 3, der
beste 15. Von einem leichten Schädelhirntrauma spricht man bei einem GCS-Wert von
13 bis 15 (mittelschwer: 9 bis 13, schwer: 3 bis 8; vgl. PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 240
"Bewusstseinsstörung" und S. 673 f. "Glasgow Coma Scale"; Urteil des EVG vom 13.
Juni 2005, U 276/04, E. 2.2.2). Dr. O._ stellte in seiner neurologischen Beurteilung
vom 20. Juni 2016 (Suva-act. G 3.2/119) anhand der Klassifikationskriterien für
traumatische Hirnverletzungen nachvollziehbar und überzeugend fest, bei der
Beschwerdeführerin könne höchstens eine leichte traumatische Hirnverletzung
angenommen werden. Allerdings seien gemäss der medizinischen Dokumentation nicht
alle diagnostisch notwendigen Kriterien für eine solche vorhanden (keine zuverlässig
dokumentierte Bewusstlosigkeit, kein GCS < 15). Der stationäre Aufenthalt der
Beschwerdeführerin im Spital C._ umfasste eine GCS-Überwachung. Nachdem im
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Austrittsbericht vom 25. August 2013 kein konkreter Wert angeführt wird (Suva-act. G
3.2/10), darf angenommen werden, dass keine relevante Beeinträchtigung messbar
war. Die Beschwerdeführerin zeigte sich nämlich am Unfalltag beim Eintritt ins Spital
wach und allseits orientiert (zeitlich, räumlich und örtlich) und auch die anderen
Reaktionsprüfungen zeigten keinerlei Auffälligkeiten. Zumindest beim Spitaleintritt
bestand damit keine Bewusstseinsstörung (Suva-act. G 3.2/10-3; vgl. dazu auch
PSCHYREMBEL, a.a.O. S. 674). Entsprechend wurde die Diagnose einer Commotio
cerebri, d.h. eines leichten Schädelhirntraumas, gestellt. Im Austrittsbericht (Suva-act.
G 3.2/10) wurde ausserdem eine Bewusstlosigkeit explizit verneint und insbesondere
auch in den Polizeiakten wird keine solche erwähnt (act. G 3.2/88). Nichts anderes
ergibt sich aus der Schilderung des zeitweise an der Unfallstelle anwesenden P._
vom 10. Dezember 2017 (act. G 7.2). Offenbar wird eine Bewusstlosigkeit auch vom
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers nur angenommen (vgl. act. G 1 Ziff. 22./d.). Ein
natürlicher Kausalzusammenhang zwischen den anhaltenden Kopfschmerzen und dem
Unfallereignis vom 23. August 2013 über den 28. Februar 2016 hinaus ist damit auch
unter dem Gesichtspunkt der Klassifikationskriterien für Schädelhirntraumen nicht mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt. Eine Amnesie bzw. ein
Gedächtnisverlust hinsichtlich des Unfallereignisses (vgl. act. G 1 Ziff. 22./b., Ziff. 22./
d.) könnte an dieser Beurteilung nichts ändern.
6.2 Nachdem die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Leistungseinstellung noch über
gesundheitliche Beschwerden klagt und sich auch eine psychische
Gesundheitsstörung in körperlichen Beschwerden zeigen kann, bleibt das Vorliegen
fortdauernder unfallkausaler psychischer Unfallfolgen zu prüfen. Den vorliegenden
Akten sind keinerlei Hinweise auf eine psychische Problematik der Beschwerdeführerin
zu entnehmen. Selbst wenn jedoch von einer psychischen Problematik und einer
natürlichen Unfallkausalität derselben ausgegangen würde, wäre der adäquate
Kausalzusammenhang zu verneinen, wie die diesbezüglichen Ausführungen im
angefochtenen Einspracheentscheid (Suva-act. G 3.2/124), in der Beschwerdeantwort
vom 19. Dezember 2017 (act. G 3) und in der Duplik vom 15. März 2018 (act. G 9)
zeigen. Darauf wird verwiesen. Der Einwand des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin, die Adäquanzkriterien der "Psycho-Praxis" seien im Sinne der
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"Schleudertrauma-Praxis" neu zu fassen, vermag an dieser Beurteilung nichts zu
ändern. Die Adäquanzkriterien wären auch in diesem Fall nicht erfüllt, weil die
psychischen Beschwerden auszuklammern wären und nur die physischen Unfallfolgen
berücksichtigt werden könnten (BGE 134 V 109).
7.
Aufgrund der bereits durchgeführten, umfangreichen Untersuchungen ist dem
Eventualantrag des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin, die Frage der
Unfallkausalität der persistierenden Gesundheitsbeeinträchtigungen sei durch ein
unabhängiges Gutachten zu klären, nicht stattzugeben. Bei der vorliegenden
Ausgangslage sind von weiteren medizinischen Gutachten keine entscheidrelevanten
neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb von der Einholung eines solchen abgesehen
werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 136 I 236 E. 5.3, 134 I 148 E. 5.3 und
114 V 94 E. 4b).
8.
Zusammenfassend lässt sich der angefochtene Einspracheentscheid vom 23. Oktober
2017 nicht beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist im Sinn der
vorstehenden Erwägungen abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61
lit. a ATSG).