Decision ID: dc59a2b7-dc9c-483a-ad8e-0cb68ac4c8d7
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend vorsorgliche Massnahmen (Unterhalt)
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen  am Bezirksgericht Uster vom 30. Oktober 2012 (FE120049)
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Verfügung des Einzelgerichts am Bezirksgericht Uster vom 30. Oktober 2012:
1. Das Gesuch des Beklagten um Anordnung vorsorglicher Massnahmen wird
abgewiesen.
2. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen werden im Endentscheid geregelt.
3. [Schriftliche Mitteilung]
4. [Rechtsmittelbelehrung]
Berufungsanträge:
des Beklagten (Urk. 1 S. 2):
" 1. Die Verfügung des Bezirksgerichts Uster vom 30. Oktober 2012 sei
aufzuheben, soweit sie die Frage der vorsorglichen Massnahmen ; der Notbedarf des Beklagten sei neu zu berechnen und die  Unterhaltszahlungen entsprechend den aktuellen  inkl. einer Reserve anzupassen. Bezüglich der Wohnkosten sei dem Gesuchsteller eventualiter eine Übergangsfrist bis zum nächsten ordentlichen Kündigungstermin zu gewähren.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen inkl. MWST zu Lasten der Gesuchsgegnerin."
Prozessualer Antrag (Urk. 1 S. 2, sinngemäss) Dem Beklagten sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und in der Person von Rechtsanwalt lic. iur. X._ ein  Rechtsbeistand zu bestellen.
der Klägerin (Urk. 8 S 2):
" 1.1 Der Berufungsbeklagten sei die unentgeltliche Rechtspflege zu ge-
währen und der Unterzeichner sei ihr als unentgeltlicher  zur Seite zu stellen.
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1.2 Der Berufungsbeklagten sei Frist bis 15. Januar 2013 einzuräumen, um aktuelle Unterlagen zu ihren Vermögensverhältnissen .
2. Die Berufung sei abzuweisen. 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen inkl. MWST zu Lasten des
Berufungsklägers zuzüglich 8% MWST."

Erwägungen:
I.
1. Mit Urteil vom 20. Oktober 2011 regelte das Einzelgericht im summarischen
Verfahren am Bezirksgericht Uster das Getrenntleben der Parteien (Urk. 5/2/21).
Seit dem 9. Februar 2012 stehen die Parteien vor Vorinstanz im Scheidungsver-
fahren (act. 5/1). Am 27. Juni 2012 stellte der Beklagte/Massnahmekläger und
Berufungskläger (fortan Beklagter) ein Begehren um Erlass vorsorglicher Mass-
nahmen, mit welchem er die Neuberechnung seines Existenzminimums und die
entsprechende Anpassung der in Dispositiv Ziffer 5/5 der Eheschutzvereinbarung
vom 20. Oktober 2011 festgesetzten monatlichen Kinderunterhaltsbeiträge bean-
tragte (Urk. 5/37 S. 2). Die Parteien wurden auf den 24. Juli 2012 zur Instruktions-
verhandlung (Vergleichsgespräche) sowie zur Verhandlung über die vorsorglichen
Massnahmen vorgeladen, wobei anlässlich dieser Verhandlung keine Einigung
erzielt werden konnte (Prot. I S. 30). Mit Verfügung vom 30. Oktober 2012 wies
die Vorinstanz das Massnahmebegehren des Beklagten ab (Urk. 2).
2. Hiergegen hat der Beklagte am 12. November 2012 fristgerecht Berufung
erhoben (Urk. 5/50) und stellte die vorstehend wiedergegebenen Berufungsanträ-
ge (Urk. 1 S. 2). Mit Verfügung vom 17. Dezember 2012 wurde der Kläge-
rin/Massnahmebeklagten und Berufungsbeklagten (fortan Klägerin) Frist zur Ein-
reichung der Berufungsantwort sowie zur Stellungnahme zum Gesuch um Bewilli-
gung der unentgeltlichen Prozessführung und um Bestellung eines unentgeltli-
chen Rechtsbeistandes angesetzt (Urk. 7), welche diese mit Eingabe vom
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21. Dezember 2012 innert Frist erstattete und die vorstehend wiedergegebenen
Anträge stellte (Urk. 8). Mit Verfügung vom 9. Januar 2013 wurde dem Beklagten
die Berufungsantwort zur Kenntnisnahme zugestellt und ihm Frist zur Stellung-
nahme zum Armenrechtsgesuch der Klägerin angesetzt (Urk. 14), welche der Be-
klagte mit Eingabe vom 21. Januar 2013 erstattete (Urk. 15). Diese wurde der
Klägerin zur Kenntnisnahme zugestellt (vgl. Urk. 15).
II.
1. Vorbemerkungen
1.1 Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sind einzig die Unterhaltsbeiträge
an die Kinder C._ und D._. Art. 296 ZPO statuiert für Kinderbelange und
somit auch hinsichtlich des Kinderunterhalts den Untersuchungs- und Offizial-
grundsatz, weshalb das Gericht in diesem Bereich den Sachverhalt von Amtes
wegen erforscht und ohne Bindung an die Parteianträge entscheidet. In pro-
zessualer Hinsicht ist sodann anzumerken, dass in allen Instanzen sowohl echte
als auch unechte Noven zulässig sind (Schweighauser, in: Sutter-Somm/Hasen-
böhler/Leuenberger, ZPO Komm, Art. 296 ZPO N 22).
1.2. Auf die Parteivorbringen ist im Folgenden insoweit einzugehen, als dies für
die Entscheidfindung erforderlich ist.
2. Prozesshintergrund
2.1. Im Rahmen des Eheschutzverfahrens haben sich die Parteien über die vom
Beklagten zu bezahlenden monatlichen Kinderunterhaltsbeiträge geeinigt und
diese auf monatlich Fr. 900.– pro Kind, zuzüglich allfällige gesetzliche oder ver-
tragliche Kinderzulagen, festgesetzt (vgl. Urk. 5/2/21). Der Vereinbarung lagen
folgende finanzielle Verhältnisse der Parteien zugrunde:
- monatliches Erwerbseinkommen Klägerin Netto (inkl. Hilflosenentschädigung für C._): Fr. 1'916.–
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- monatliches Erwerbseinkommen Beklagter
Netto (inkl. 13. Monatslohn): Fr. 5'117.–
- Vermögen Klägerin: Fr. 0.–
- Vermögen Beklagter: Fr. 0.–
- Notbedarf Klägerin mit Kinder: Fr. 4'765.–
- Notbedarf Beklagter: Fr. 3'288.–
2.2. Der Beklagte beantragte im Rahmen seines Massnahmebegehrens im
Scheidungsverfahren – wie erwähnt – die Abänderung der eheschutzrichterlichen
Massnahmen. Als Abänderungsgrund führte er erhöhte Wohn- und Autokosten
an. Der Beklagte ist im März 2012 von seiner 1-Zimmerwohnung an der E._-
Strasse ... in F._, für welche er einen monatlichen Mietzins von Fr. 1'120.–
bezahlte, in eine 3-Zimmerwohnung an der G._-Strasse ... in H._ mit ei-
nem monatlichen Mietzins von Fr. 1'560.– umgezogen.
2.3. Die Vorinstanz hat das Massnahmebegehren des Beklagten abgewiesen.
Sie begründete ihren Entscheid damit, dass der Umzug von einer 1-Zimmerwoh-
nung in eine 3-Zimmerwohnung, deren Mietzins um monatlich Fr. 440.– höher sei,
zwar eine wesentliche und dauerhafte Veränderung der Verhältnisse darstelle,
doch seien die erhöhten Wohnkosten selbstverschuldeter Natur, nachdem der
Beklagte in keiner Weise gezwungen gewesen sei, seine 1-Zimmerwohnung in
F._ zu kündigen. Die geltend gemachten erhöhten Autokosten seien eine di-
rekte Folge des Umzugs in die teurere Wohnung (Urk. 2 S. 7 f.).
3. Wohnkosten
3.1. Der Beklagte begründet seinen Umzug in eine grössere und teurere Woh-
nung wie bereits vor Vorinstanz damit, dass er mehr Platz benötigt habe, damit
seine Kinder bei ihm übernachten könnten. Dass der Eheschutzrichter ein Über-
nachtungsbesuchsrecht aufgrund der Wohnverhältnisse des Beklagten katego-
risch ausgeschlossen habe, nun aber die Vorinstanz dem Beklagten keine Woh-
nung, in welcher seine Kinder übernachten könnten, zubillige, sei nicht nachvoll-
ziehbar (nachstehend Erw. 3.3.a). Er habe bereits anlässlich der Eheschutzver-
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handlung vom 25. Oktober 2011 erklärt, dass es sich bei der Miete der 1-Zimmer-
wohnung lediglich um eine Übergangslösung gehandelt habe. Aufgrund seiner fi-
nanziellen Lage und der Kündigungsfrist von drei Monaten habe er nicht riskieren
können, über eine gewisse Zeit für zwei Wohnungen aufkommen zu müssen,
weshalb er sich gezwungen gesehen habe, die Wohnung aufzugeben, bevor er
eine neue gefunden habe (nachstehend Erw. 3.3.b). Infolge einer Betreibung sei-
en seine intensiven Suchbemühungen erfolglos geblieben. Den Betreibungsregis-
tereintrag habe er schliesslich bereinigen können. Mit Hilfe einer Bekannten habe
er schlussendlich die Zusage für die Wohnung in H._ erhalten (nachstehend
Erw. 3.3.c). Nachdem die Vorinstanz die veränderten Umstände selber in die Un-
terhaltsberechnung (Urk. 4/6) aufgenommen habe und damit der Umzug in eine
günstigere Wohnung zum Zeitpunkt, als die Wohnung per Ende September 2012
noch hätte gekündigt werden können, gar nicht zur Debatte gestanden sei, könne
ihm nicht vorgeworfen werden, er habe sich seit seinem Einzug in die neue Woh-
nung nicht um eine günstigere Wohnung bemüht (nachstehend Erw. 3.3.d). Über-
dies seien die aktuellen Wohnkosten von Fr. 1'560.– nicht überhöht, zumal auch
Sozialämter Wohnungen in dieser Preislage finanzieren würden (nachstehend
Erw. 3.3.e); (Urk. 1 S. 5 f.).
3.2. Die Klägerin stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass der Be-
klagte nicht gezwungen gewesen sei, seine günstige Wohnung aufzugeben, be-
vor er eine Wohnung, welche seinen wirtschaftlichen Verhältnissen entsprochen
hätte, gefunden habe. Zudem wäre es dem Beklagten bei entsprechenden Such-
bemühungen möglich gewesen, eine günstigere Wohnung zu finden. Eine Re-
cherche über eine elektronische Wohnsuchmaschine habe nämlich gezeigt, dass
in I._ und Umgebung (z.B. in ..., ..., ..., ..., ..., ..., ... usw.) zahlreiche 3-
Zimmerwohnungen angeboten würden. Der Beklagte habe keine solche Such-
bemühungen glaubhaft gemacht. Dass die Miete für die aktuelle Wohnung im
Verhältnis zu den wirtschaftlichen Verhältnissen des Beklagten sowie denjenigen
der Restfamilie übermässig sei, sei dem Beklagten seit dem Eheschutzverfahren
bewusst gewesen, wo er sich mit Mietkosten von Fr. 1'200.– in seinem Bedarf
einverstanden erklärt habe (Urk. 8 S. 5 ff.).
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3.3. Gemäss den zutreffenden vorinstanzlichen Ausführungen (vgl. Erw. 2.2.1.-
2.2.4. der angefochtenen Verfügung) bedarf es für die Abänderung von ehe-
schutzrichterlichen Massnahmen durch den Scheidungsrichter einer wesentli-
chen, dauerhaften und unvorhersehbaren Veränderung von tatsächlichen Ver-
hältnissen, wobei eine Abänderung ausgeschlossen ist, wenn der gesuchstellen-
de Ehegatte die Veränderung der Verhältnisse selbstverschuldet hat, beispiels-
weise indem er unbegründet teure Ausgaben tätigt.
a) Wie bereits die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat (vgl. Erw. 2.3.7. des
angefochtenen Entscheids), ist die Begründung des Beklagten, wonach er seine
1-Zimmerwohnung zwecks Erlangung eines ausgedehnteren Besuchsrechts auf-
gegeben habe, vor dem Hintergrund, dass damals keinerlei Anhaltspunkte für ei-
ne Erweiterung der Besuchsrechtsregelung bestanden haben und auch heute
nicht bestehen – der Beklagte hat in seinem Massnahmebegehren keine Abände-
rung der Besuchsrechts gefordert – nicht überzeugend. Es muss deshalb davon
ausgegangen werden, dass der Beklagte andere Gründe für den Umzug in die
grössere und teurere Wohnung hatte. Der Vorwurf des Beklagten, wonach die Vo-
rinstanz ihm keine Wohnung zubillige, in welcher seine Kinder übernachten könn-
ten, zielt ins Leere. Dem Beklagten wurde der Umzug in eine grössere Wohnung
nicht versagt, allerdings wird erwartet, dass die Mietkosten seinen finanziellen
Verhältnissen entsprechen.
b) Sodann ist das Argument des Beklagten, wonach dieser aufgrund seiner fi-
nanziellen Lage und der Kündigungsfrist von drei Monaten nicht habe riskieren
können, über eine gewisse Zeit für zwei Wohnungen aufkommen zu müssen,
weshalb er sich gezwungen gesehen habe, die Wohnung aufzugeben, bevor er
eine neue gefunden habe, nicht nachvollziehbar. Da dem Beklagten kein Be-
suchsrecht mit Übernachtung gewährt wurde, war er in keiner Weise gezwungen,
seine 1-Zimmerwohnung in F._ aufzugeben. Auch vermag der Beklagte aus
dem Vorbringen, wonach er bereits anlässlich der Eheschutzverhandlung erklärt
habe, dass es sich bei dem Umzug in die 1-Zimmerwohnung in F._ lediglich
um eine Übergangslösung gehandelt habe, die baldige freiwillige Kündigung sei-
ner ehemaligen Wohnung in keiner Weise zu rechtfertigen. Bereits die Vorinstanz
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hat zutreffend ausgeführt, dass es ihm vielmehr zumutbar gewesen wäre, sich zu
Gunsten seiner Kinder in seinen finanziellen Verhältnissen einzuschränken und
vorerst in der 1-Zimmerwohnung zu verbleiben, bis ihm der Umzug in eine grös-
sere, seinen finanziellen Verhältnissen entsprechende Wohnung möglich gewe-
sen wäre.
c) Auch verfängt das Vorbringen des Beklagten, wonach seine intensiven
Suchbemühungen aufgrund einer Betreibung erfolglos gewesen seien, nicht. Die
Betreibung wurde gemäss eigenen Angaben des Beklagten wieder gelöscht
(Urk. 1 S. 4), weshalb es ihm spätestens ab jenem Zeitpunkt möglich gewesen
wäre, sich um eine Wohnung, welche seinen finanziellen Verhältnissen entspro-
chen hätte, zu bemühen. Im Übrigen hat schon die Vorinstanz zutreffend festge-
stellt, dass es sich bei den vom Beklagten angeführten intensiven Suchbemühun-
gen um unsubstantiierte Behauptungen handelt. Der Beklagte hat – mit einer
Ausnahme (vgl. Urk. 5/38/5) – konkrete Anstrengungen weder rechtsgenügend
glaubhaft gemacht noch belegt. Nach dem Gesagten ist in Übereinstimmung mit
der Vorinstanz festzuhalten, dass nicht ersichtlich ist, inwiefern der freiwillige Um-
zug in eine Wohnung mit erheblich höherem Mietzins nicht unverschuldeter Natur
sein soll.
d) Sodann vermag der Beklagte aus dem Umstand, dass in der Notbedarfsbe-
rechnung, welche anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 23. April 2012 er-
stellt wurde (Urk. 5/21) und worin beim Beklagten Wohnkosten von Fr. 1'560.– be-
rücksichtigt wurden, nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Bei der genannten Not-
bedarfsberechnung handelt es sich lediglich um eine Verhandlungsbasis im Rah-
men der Einigungsverhandlung im Scheidungsverfahren, weshalb daraus nicht
abgeleitet werden durfte, dass die aktuellen Wohnkosten in vollem Umfang Be-
rücksichtigung finden würden, wenn die Vorinstanz über das Massnahmebegeh-
ren einen Entscheid fällen muss. Vielmehr musste dem Beklagte aufgrund der
sehr knappen finanziellen Verhältnisse der Parteien bewusst sein, dass ihm im
Entscheidfall nicht um Fr. 440.– höhere Wohnkosten zugestanden würden.
e) Schliesslich ist auch der Einwand des Beklagten, wonach die aktuellen
Wohnkosten von Fr. 1'560.– nicht überhöht seien, weil auch Sozialämter Woh-
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nungen in dieser Preislage finanzieren würden, unbegründet. Zum einen beurteilt
sich die Angemessenheit der Wohnkosten anhand der finanziellen Verhältnisse
der Parteien und nicht aufgrund der Richtlinien von Sozialämtern. Zum andern ist
vorliegend nicht die Angemessenheit der Wohnkosten an sich zu prüfen, sondern
es ist zu beurteilen, ob die wesentlich höheren Wohnkosten einen Abänderungs-
grund für die eheschutzrichterlichen Massnahmen bilden.
f) Zusammenfassend kann daher in Übereinstimmung mit den vorinstanzli-
chen Erwägungen festgehalten werden, dass der Beklagte nicht glaubhaft ge-
macht hat, dass seine veränderte Wohnsituation unverschuldeter Natur ist. Die
höheren Mietkosten stellen als unbegründet teure Ausgaben keinen zulässigen
Abänderungsgrund für die eheschutzrichterliche Massnahme dar. Zudem ist der
Klägerin beizupflichten, dass über die Internetplattform Homegate (www.home-
gate.ch) diverse Angebote für 3-Zimmerwohnungen im Einzugsgebiet der Stadt
I._ zu einem Mietzins von ca. Fr. 1'200.– gefunden werden können. Überdies
wäre es dem Beklagten ohne Weiteres zuzumuten, in eine 2-Zimmerwohnung zu
ziehen, für welche Kategorie die Angebote noch zahlreicher sind.
g) Bei dieser Sachlage ist auch dem Eventualstandpunkt des Beklagten (Urk. 1
S. 2, S. 10 f.) kein Erfolg beschieden. Können die gestiegenen Wohnkosten nicht
als Abänderungsgrund anerkannt werden, besteht kein Anlass, dem Beklagten
den aktuellen Mietzins im Sinne einer Übergangsregelung bis zum Bezug einer
günstigeren Wohnung – was frühestens drei Monate ab Entscheidzeitpunkt der
Fall sein soll (Urk. 1 S. 10) – dennoch zuzubilligen.
4. Fahrzeugkosten
4.1. Die Vorinstanz ist nicht näher auf die vom Beklagten geltend gemachten
erhöhten Fahrzeugkosten eingegangen, da diese eine direkte Folge des Umzugs
des Beklagten in die teurere Wohnung seien. Ohne Umzug hätte sich der Ar-
beitsweg des Beklagten nicht verlängert und die Fahrzeugkosten hätten sich ent-
sprechend nicht erhöht (Urk. 2 S. 9).
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4.2. Der Beklagte macht berufungsweise geltend, die durch den Umzug ent-
standenen Mehrkosten für das Benzin würden nur unwesentlich ins Gewicht fal-
len. Vielmehr sei es illusorisch, dass die im Eheschutzentscheid zuerkannten
Fr. 300.– für Fahrzeugkosten zur Finanzierung eines Fahrzeuges ausreichten.
Sozialämter würden auf Basis der SKOS-Richtlinien bei der Notwendigkeit eines
Autos die Benzinkosten (Fr. 0.20/km), die Kosten für die Haftpflichtversicherung,
die Verkehrssteuern, sämtliche Reparaturen sowie die Anschaffungskosten für ein
Ersatzfahrzeug vergüten. Die genannten Positionen würden sich beim Beklagten
auf monatlich Fr. 415.– belaufen (Urk. 1 S. 7 f.).
4.3. Die Klägerin erachtet die vorinstanzliche Erwägung betreffend die Fahr-
zeugkosten als zutreffend. Im Übrigen seien die im Eheschutzverfahren ange-
rechneten Fahrzeugkosten von Fr. 300.– pro Monat sehr grosszügig bemessen
worden (Urk. 8 S. 10).
4.4. Aus den Akten ist ersichtlich, dass der Beklagte im Rahmen des Ehe-
schutzverfahrens ursprünglich Fahrzeugkosten in der Höhe von deutlich mehr als
Fr. 300.– geltend gemacht hatte (vgl. Urk. 5/2/17 S. 8-10). Offenbar sind die Par-
teien im Rahmen der Notbedarfsberechnung beim Beklagten schliesslich von
Fahrzeugkosten von Fr. 300.– pro Monat ausgegangen. Dies geht aus der Exis-
tenzminimumsberechnung vom 17. Oktober 2011, welche mit dem Vermerk "in-
tern" zu den Eheschutzakten genommen wurde, hervor. Wenn der Beklagte sich
nun auf den Standpunkt stellt, dass die Fahrzeugkosten zu tief bemessen worden
seien, obwohl er anlässlich der Eheschutzverhandlung Kosten von Fr. 300.– ak-
zeptierte, verhält er sich widersprüchlich. Zudem ist der Beklagte darauf hinzu-
weisen, dass er gegen das Urteil vom 20. Oktober 2011 ein Rechtsmittel hätte er-
greifen müssen, falls er mit der mit vorgenanntem Urteil genehmigten Unterhalts-
vereinbarung nicht einverstanden gewesen wäre, zumal er damals schon Fahr-
zeugkosten von deutlich mehr als Fr. 300.- geltend gemacht hatte (Urk. 5/2/17
S. 8 Rz. 22). Dass sich seit der damaligen Eheschutzverhandlung die Verhältnis-
se geändert haben, wird nicht geltend gemacht, weshalb eine Abänderung ausser
Betracht fällt. Lediglich der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass die
Begründung des Beklagten, wonach die Anrechnung von Fahrzeugkosten in der
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Höhe von Fr. 300.– unter Hinweis auf die SKOS-Richtlinien zu tief sei, ohnehin
nicht zielführend ist. Mit der Berufung auf die SKOS-Richtlinien übersieht der Be-
schwerdeführer, dass sich die Festlegung der Unterhaltsbeiträge nach zivilrechtli-
chen Grundsätzen richtet und deshalb für die Anwendung der SKOS-Richtlinien
kein Raum bleibt (BGer 5P.172/2002, E.2.3.4).
4.5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beklagte mit Bezug auf die
Fahrzeugkosten keinen Abänderungsgrund geltend macht, weshalb die Berufung
auch in diesem Punkt nicht durchdringt.
5. Auswärtige Verpflegung
5.1. Mit Bezug auf die Kosten für auswärtige Verpflegung macht der Beklagte
geltend, dass die SKOS-Richtlinien pro Arbeitstag Auslagen für auswärtige Ver-
pflegung von Fr. 8.– bis Fr. 10.– berücksichtigen würden, was bei 20 Arbeitstagen
pro Monat Auslagen von Fr. 160.– bis Fr. 200.– entspreche (Urk. 1 S. 8).
5.2. Die Klägerin stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass der Be-
klagte bezüglich der Kosten für auswärtige Verpflegung keine Veränderung der
Verhältnisse seit dem Eheschutzverfahren glaubhaft gemacht habe (Urk. 8 S. 10).
5.3. Der erwähnten Notbedarfsberechnung kann entnommen werden, dass im
Notbedarf des Beklagten Kosten für auswärtige Verpflegung von Fr. 100.– pro
Monat berücksichtigt wurden. Der Klägerin ist beizupflichten, dass der Beklagte
weder behauptet, geschweige denn glaubhaft gemacht hat, dass sich die Kosten
für die auswärtige Verpflegung aufgrund veränderter Verhältnisse erhöht hätten.
Er begründet die höheren Kosten nicht mit veränderten Verhältnissen, sondern
mit einer anderen Berechnungsweise, indem er die Essenskosten unter Beizug
der SKOS-Richtlinien errechnet, für deren Anwendung jedoch wie erwähnt kein
Raum bleibt. Damit erweist sich die Berufung auch in diesem Punkt als unbe-
gründet.
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6. Versicherungskosten
6.1. Schliesslich macht der Beklagte eine Zunahme von Fr. 5.– der Kosten für
die Hausratsversicherung sowie um Fr. 37.– gestiegene Krankenkassenkosten
geltend (Urk. 1 S. 10).
6.2. Die Klägerin macht mit Bezug auf die Kosten für die Haftpflichtversicherung
geltend, dass diese nicht in den betreibungsrechtlichen Notbedarf gehören wür-
den. Mit Bezug auf die Krankenkassenkosten stellt sich die Klägerin auf den
Standpunkt, dass diese eine Folge des Umzugs in den Kanton J._ darstellen
würden, da im Kanton J._ geringere Prämienverbilligungen gewährt würden.
Vor dem Hintergrund, dass die Auslagen des Beklagten für den Arbeitsweg und
die Arbeitskleidung im Eheschutzverfahren grosszügig bemessen worden seien,
wäre eine Abänderung der Unterhaltsbeiträge ohnehin nicht gerechtfertigt (Urk. 8
S. 10).
6.3. Wie erwähnt ist Voraussetzung für die Abänderung der eheschutzrichterli-
chen Massnahmen durch den Scheidungsrichter die wesentliche und dauerhafte
Veränderung von tatsächlichen Verhältnissen, welche unvorhersehbar gewesen
sein muss. Von einer wesentlichen Veränderung der Verhältnisse im Sinne von
Art. 179 ZGB ist dann auszugehen, wenn die Fortdauer der bisherigen Massnah-
me Treu und Glauben widerspäche (BSK ZGB I-Isenring/Kessler, N 3-6 zu
Art. 179 ZGB).
a) Die vom Beklagten geltend gemachten gestiegenen Kosten für die Haft-
pflichtversicherung und die Krankenkasse gehen aus den eingereichten Belegen
(Urk. 4/11 und 4/12) hervor. Entgegen der Klägerin sind die Kosten für die Haft-
pflichtversicherung in der Notbedarfsberechnung zu berücksichtigen, doch han-
delt es sich bei einer Kostensteigerung von Fr. 5.– keineswegs um eine erhebli-
che Veränderung der Verhältnisse im Sinne von Art. 179 ZGB.
b) Die gestiegenen Krankenkassenkosten stellen aus nachfolgenden Gründen
keinen zulässigen Abänderungsgrund dar. Nach Abzug der monatlichen Kin-
derunterhaltsbeiträge von je Fr. 900.– sowie des Notbedarfs von Fr. 3'288.– vom
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Nettoeinkommen des Beklagten von Fr. 5'117.– verbleibt diesem ein Überschuss
von Fr. 89.–. Damit ist der Beklagte in der Lage, die um Fr. 37.– gestiegenen
Krankenkassenkosten ohne Eingriff in sein Existenzminimum zu tragen. Dies ist
ihm mit Blick auf den Umstand, dass die Klägerin als unterhaltsberechtigte Partei
ein Manko von Fr. 1'049.– zu tragen hat sowie vor dem Hintergrund, dass gegen-
über unmündigen Kindern besonders hohe Anforderungen an die Leistungsfähig-
keit des Unterhaltspflichtigen zu stellen sind, auch zumutbar.
7. Einkommen Beklagter
Der Beklagte macht berufungsweise geltend, dass sich sein Einkommen auf
Fr. 4'701.70 netto belaufe (Urk. 1 S. 10), ohne indes zu behaupten, geschweige
denn glaubhaft zu machen, dass sich sein Einkommen seit dem Eheschutzverfah-
ren reduziert habe. Eine Reduktion seines Einkommens geht aus den Akten denn
auch nicht hervor. Aus einem Vergleich der Lohnabrechnung von Oktober 2012
(Urk. 4/17) mit derjenigen von Dezember 2011 (Urk. 5/13/11) ist ersichtlich, dass
der Bruttolohn des Beklagten unverändert Fr. 5'510.– beträgt. Der Nettolohn be-
trug im Dezember 2011 Fr. 5'185.50 und im Oktober 2012 Fr. 4'701.70. Die Re-
duktion des Nettolohns lässt sich damit erklären, dass die Kinderzulagen von
Fr. 490.– pro Monat offenbar direkt an die Klägerin ausbezahlt werden, nachdem
sie sich nicht mehr in der Lohnabrechnung des Beklagten vom Oktober 2012 fin-
den.
8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beklagte keine erhebliche,
dauerhafte und nicht selbstverschuldete Veränderung der finanziellen Verhältnis-
se dargetan hat, welche eine Abänderung der eheschutzrichterlichen Massnah-
men rechtfertigen würde. Die Berufung erweist sich damit als unbegründet, wes-
halb das Massnahmebegehren abzuweisen ist.
9. Nachdem Berufung und Massnahmebegehren abzuweisen sind, kann of-
fengelassen werden, ob der Berufungsantrag dem Bestimmtheitsgebot (BGE 137
III 613) überhaupt genügen würde.
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III.
1. Da der Beklagte mit seiner Berufung unterliegt, wird er kosten- und entschä-
digungspflichtig (Art. 95 ZPO; Art. 106 Abs. 1 ZPO). In Anwendung der §§ 5
Abs. 1, 6 Abs. 1, 8 Abs. 1 und 12 GebV OG rechtfertigt es sich, die Gerichtsge-
bühr auf Fr. 3'000.– festzusetzen und der Klägerin eine Parteientschädigung von
Fr. 3'000.– zuzusprechen (§§ 5 Abs. 1, 6 Abs. 3, 9 und 13 AnwGebV). Hinzu
kommt antragsgemäss ein Mehrwertsteuerzuschlag von Fr. 240.–.
2. Beide Parteien stellen für das Berufungsverfahren ein Gesuch um Gewäh-
rung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1 S. 2; Urk. 8 S. 2). Gemäss Art. 117
ZPO hat eine Person Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie nicht
über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos
erscheint. Die unentgeltliche Rechtspflege umfasst nach Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO
auch die gerichtliche Bestellung einer Rechtsbeiständin oder eines Rechtsbei-
standes, wenn dies zur Wahrung der Rechte der Partei notwendig ist.
2.1. Wie die vorstehenden Erwägungen zeigen, erwies sich das Berufungsver-
fahren von Anfang an als aussichtslos. Dem Armenrechtsgesuch des Beklagten
kann daher nicht entsprochen werden.
2.2. Die Klägerin hat ein Manko von Fr. 1'049.– zu verzeichnen. Ihre Mittellosig-
keit steht damit zweifelsfrei fest. Sodann war sie zur Bewältigung des Prozesses
auf die Unterstützung eines Rechtsvertreters angewiesen, weshalb ihr die unent-
geltliche Rechtspflege zu gewähren ist (Art. 117 ZPO). Der Klägerin ist in der Per-
son von Rechtsanwalt lic. iur. Y._ ein unentgeltlicher Rechtsvertreter zu be-
stellen. Die der Klägerin zuzusprechende Parteientschädigung von Fr. 3'240.– ist
Rechtsanwalt lic. iur. Y._ aus der Gerichtskasse zu bezahlen, wenn sich her-
ausstellen sollte, dass der Entschädigungsanspruch uneinbringlich ist (Art. 122
Abs. 2 ZPO).
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