Decision ID: 90badd83-24d4-45ff-8658-04599ec3b2f6
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960
,
hat keinen Beruf erlernt und
war
ab 1979
als Lagerist
bei
Z._
,
A._,
tätig
. Nachdem er diese
Stell
e
im Jahr 2001
i
m Rahmen ein
er Umstrukturierung
verlor
en hatte
(
Urk.
9/2
Ziff.
6.2-3,
Urk.
9/33/7
Ziff.
2
),
fand
er
erneut ei
ne
Ans
tell
ung
als Lageris
t, welche ih
m
im
Jahr 2005
z
ufolge Stellenabbaus
gekündigt
wurde
. V
on
April 2005 bis März 2006
war
d
er
Ver
sicherte
als
arbeitslos gemeldet
(vgl.
Urk.
9/30/1,
Urk.
9/32/4
Ziff.
3.3).
Vom 3. April 2006 bis 31. Dezember 2007
stand
er
in einem
befristet
en Arbeitsver
hält
nis bei der
B._
,
C._
,
wo er wiederum als Lagerist tätig war.
Ab
1.
Januar 2008 war er
erneut
als arbeitslos gemeldet (
Urk.
9/24
Ziff.
5.4,
Urk.
9/28
Ziff.
2.1-2,
Urk.
9/29/1).
1.2
A
m 6. Juni 2001
hatte sich der Versicherte bei
der Invalidenversicherung zum
Leistungsbezug (Hilfsmittel) an
gemeldet
(
Urk.
9/2
Ziff.
7.8).
Am 6. November 2011
und - auf eine weitere entsprechende Anmeldung des Versicherten hin (
Urk.
9/15
Ziff.
7.8) - am 29. Mai 2008
erteilte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, Kostengutsprache für
zwei Hörgeräte (
Urk.
9/13,
Urk.
9/20).
1.3
Nach einer Meldung zur Früherfassung im August 2008 (
Urk.
9/21) und einer ent
sprechenden Abklärung durch die IV-Stelle (
Urk.
9/22
) meldete sich d
er
Ver
sicherte am
15. September
2008
erneut
zum Bezug von Leistungen der Inva
li
denversicherung (berufliche Massnahmen) an (
Urk.
9/24).
Die IV-Stell
e ho
lte Arztberichte (
Urk.
9/32-33),
einen Arbeitgeberbericht
(
Urk.
9/28
)
sowie einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug,
Urk.
9/30) ein und zog Akten der Arbeitslosenversicherung (
Urk.
9/29) bei.
Am 17. Dezember 2008 teilte
sie
dem Versicherten mit, dass derz
e
it berufliche Mass
nahmen aus gesundheitlichen Gründen nicht durchführbar seien (
Urk.
9/34).
Am 10. Februar 2009 auferlegte
sie
dem Versicherten
sodann
eine Schadenmin
derungspflicht im Sinne einer Fortführung der kontinuierlichen fachpsychiatri
schen Behandlung
einschliesslich notwendiger Pharmakotherapie (
Urk.
9/35).
Nach Einholung
weitere
r
Arztberichte (
Urk.
9/39,
Urk.
9/41) sowie einem
aktu
ellen Arbeitg
eberbericht (
Urk.
9/42)
sprach
die IV-Stelle
dem Versicherten mit
Vorbescheid vom 1
2.
Januar 2010 (
Urk.
9/44) und
Verfügung vom 6. April 2010 (
Urk.
9/48 und
Urk.
9/51) eine ganze Invalidenrente
ab 1. Juni 2009
zu.
1.4
Am 1. Dezember
2010 leitete die IV-Stelle
eine amtliche Revision ein
(vgl.
Urk.
9/69/1 oben)
. Im entsprechenden Fragebogen gab der Versicherte an, sein Gesundheitszustand sei gleich geblieben (
Urk.
9/53
Ziff.
1.1).
D
ie
IV-Stelle
holte
aktuelle Arztberichte (
Urk.
9/62
-63,
Urk.
9/66
)
ein und liess den Versicherten am 29. April 2011 durch einen Arzt ihres
R
egionalen
Ä
rztlichen Dienstes
(RAD)
untersuchen (
Urk.
9/65).
Mit Vorbescheid vom 11. August 2011 (
Urk.
9/71) stellte die IV-Stelle dem Ver
sicherten
die Herabsetzung der
bisherigen
ganzen Rente auf eine Viertelsrente in Aussicht
. Dagegen erhob
der Versicherte am 26. August (
Urk.
9/72)
sowie
am
10. Oktober 2011 (
Urk.
9/84) Einwände
und reichte a
m 16. November 2011 (
Urk.
9/88
) einen weiteren Arztbericht (
Urk.
9/87) ein.
Mit Verfügung vom 15. Dezember 2011 (
Urk.
9/90-91 =
Urk.
2) setzte die IV-Stelle
die bisherige ganze Rente auf eine Viertelsrente herab, dies ab dem ersten Tag des zweiten Monats nach der Zustellung der Verfügung.
2.
2.1
Gegen die Verfügung vom 15. Dezember 2011 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am
30. Januar 2012 Beschwerde und beantragte, diese sei aufzuheben, und seine bis
herige ganze Invalidenrente sei nicht herabzusetzen.
Eventuell sei das Ver
fah
ren
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese nach weiteren Abklä
rung
en gemäss den folgenden Ausführungen neu über den Rentenan
spruch ver
füge (
Urk.
1 S.
2 oben). Mit Beschwerdeantwort vom 8. März 2012 (
Urk.
8) schloss
die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde.
2.2
Mit Gerichtsverfügung vom 6. August 2012 (
Urk.
10) wurde die
Stiftung Auf
fangeinrichtung BVG
zum Prozess beigeladen und dem Beschwerdeführer
die Beschwerdeantwort zur Kenntnis gebracht.
Mit Eingabe vom 3. September 2012 (
Urk.
11) teilte die
Stiftung Auffangein
richtung BVG
mit, dass sie auf die Einreichung einer Stellungnahme verzichte, was
den Verfahrensbeteiligten am 5. September 2012 mitgeteilt wurde (
Urk.
12/1-3).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.
1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
che
rung
(
IVG
) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie
de
rungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Ar
beits
marktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor
den wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in
der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffern
mässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hin
weisen).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zu
kunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). An
lass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
an
spruch
zu
beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesent
li
chen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn
sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesund
heits
zustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349 mit Hin
wei
sen).
Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustan
des auf die Ar
beitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung einer an
spruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechts
kräf
tige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Einspracheent
scheid, welche oder wel
cher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskon
for
mer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditäts
bemessung beruht
(BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3 S. 75 ff; Urteil des Bundes
ge
richts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon
aus,
dass
dem Beschwerdeführer spätestens ab 29. April 2011 eine behinde
rung
s
angepasste, wechselbelastende Tätigkeit
in einem Pensum von 70
%
zu
mutbar
sei. Gestützt darauf ermittelte sie - unter Gewährung eines Abzugs vom Invali
den
einkommen von 15
%
zufolge Teilzeit-Pensum und näher dargelegten ge
sundheitsbedingten Einschränkungen - einen eine Viertelsrente begründenden In
va
liditätsgrad von 40
%
(Verfügungsteil 2 S. 1 f.)
.
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber in seiner Beschwerde (
Urk.
1)
zur
Hauptsache
geltend,
aufgrund der Folgen seiner Erkrankung zu 100
%
arbeits
un
fähig zu sein, was mit - näher genannten - bei den IV-Akten liegenden Arzt
be
richten bewiesen sei. Die Feststellungen des RAD-Arztes seien nicht zutref
fend.
Gestützt auf die IV-Akten sei es nicht gerechtfertigt, die Invalidenrente zu kürzen
(
Ziff.
24).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die
Herabsetzung der ganzen auf eine Viertels
rente rechtens ist
und in diesem Zusammenhang insbesondere
die
Frage, wie es sich mit der
dem Beschwerdeführer verbleibende
n
Arbeitsfähigkeit
verhält.
3.
3.1
Im Zeitpunkt der Rentenzusprache im
Jahr
2010
präsentierte sich die medizi
ni
sche Aktenlage
wie folgt:
3.2
Vom 7. bis 11. Juni 2008 war der Beschwerdeführer
im Kriseninterventionszent
rum der
D._
hospitalisiert. In ihrem
Austrittsbericht vom 11. Juni 2008 (
Urk.
9/33/7-8) nannten die dortigen Ärzte als Diagnose eine Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion, ICD-10 F43.21
(
Ziff.
1).
Zum Krisenauslöser beziehungsweise Krisenhintergrund führten sie aus,
der Beschwerdeführer habe berichtet, seit Januar 2008 arbeitslos zu sein und ak
tu
ell ein Bewerbungsseminar beim Regionalen Arbeitsvermittlungszent
rum (RAV) zu besuchen, dessen Anforderungen er nicht gewachsen sei. Er fühle sich ver
zweifelt, hoffnungslos und leide unter aufkommenden Suizidgedanken (
Ziff.
2)
.
3.3
Dr.
med.
E._
,
Neurologie FMH
, nannte in seinem Bericht vom 21. Okto
ber
2008
(
Urk.
9/33/9-10)
folgende Diagnosen (S. 1 Mitte):
rezidivierende nächtliche Zustände mit Zittern und Schwitzen, aktuell kein Hinweis auf Epilepsie
depressive Entwicklung
3.4
Am 2
2.
Oktober 2008 berichteten die Ärzte de
r
F._
,
G._
(
Urk.
9/32
),
welche den
Beschwerdeführer seit 18.
Juni
2008
behandelten
(
Ziff.
3.1). Als Diagnose mit Auswirkung auf die Ar
beits
fähigkeit nannten sie eine seit Juni 2008 bestehende mittelgradige depres
sive Episode, ICD-10 F
32.1 (
Ziff.
1.1).
Sie führten aus,
die Behandlung in ihrem Zentrum sei vom Kriseninterventions
zen
trum der
D._
veranlasst worden. Anlässlich der Behandlung habe sich ge
zeigt, dass der Beschwerdeführer einer intensivierten Stellensuche nicht ge
wach
sen gewesen sei. Bereits Anfang August 2008 sei infolge erneuter Ver
schlech
terung des psychischen Zustands (verstärkt depressive Stimmungslage, unab
lässi
ges
Weinen) ein zweiter Aufenthalt im Kriseninterventionszentrum notwendig gewesen. Seither bestehe eine anhaltende depr
essive Symptomatik (
Ziff.
3.3).
Vom 7. Juni bis 16. Juli 2008 habe eine 100%ige und vom 17. bis 31. Juli 2008 eine
40%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Vom 1. bis 6. August
2008
sei der Be
schwerdeführer voll arbeitsfähig gewesen. Seit 7. August 2008 bestehe erneut
eine andauernde 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S.
1 lit. a
,
Ziff.
2
). Mittelfristig
gingen sie von
einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
aus. Aufgrund des bisheri
gen
Krankheitsverlaufs und des aktuellen psychischen Gesundheitszustands gingen sie auch längerfristig von einer starken Einschränkung der Arbeitsfähig
keit aus. Der
Beschwerdeführer verfüge über geringe Stressbewältigungsmög
lichkeiten, seine Anpassungsfähigkeit und auch seine Belastbarkeit seien deut
lich ver
min
dert. Eine
eindeutige Beurteilung der längerfristigen Arbeitsfähigkeit sei ihnen im Rahmen der ambulanten psychiatrischen Behandlung allerdings nicht mög
lich. Diesbezüglich würden sie eine (gegebenenfalls stationäre) Ab
klärung des Beschwerdeführers durch die Beschwerdegegnerin empfehlen (S. 1 lit. b).
3.5
Am 14., 16. und 23. September 2009 wurde beim Beschwerdeführer im Ambu
la
to
rium
H._
der
F._
eine Intelligenzabklärung
durchge
führt, worüber Dipl.-Psych.
I._
, Psychologin, am 29. September 2009
berichtete (
Urk.
9/41). Sie führte aus, das Gesamtergebnis der Intelligenz
abklä
rung liege knapp unterhalb des Bereichs der Lernbehinderung (IQ 70-84) und ent
spreche nach ICD-10 einer leichten Intelligenzminderung (IQ 50-69). Ein
schränkend müsse erwähnt werden, dass ein eventuell vorliegendes depressi
ves Zustandsbild auch Auswirkungen auf die kognitiven Funktionen haben könne.
Insgesamt müsse beim Beschwerdeführer aber sicherlich von einer deut
lichen und
alltagsrelevanten Einschränkung der kognitiven Leistungsfähigkeit ausgegangen
werden. Unter passenden Bedingungen sei
der Beschwerdeführer über einen lan
gen Zeitraum arbeitsfähig gewesen. Dementsprechend sei auch jetzt die Schaf
fung adäquater Bedingungen, wie sie wahrscheinlich am ge
schützten Arbeits
platz
gegeben seien, unerlässlich. Dabei sollten die kognitiven Anforderungen gering gehalten werden. Die Tätigkeit sollte aus wenig wech
selnden beziehungsweise ritualisierten Aufgaben bestehen, der Arbeitstag sollte klar strukturiert sein. Vor allem sollte Zeitdruck vermieden werden, da die Ar
beitsgeschwindigkeit des Be
schwerdeführers sehr stark reduziert sei. Zum Erler
nen von Tätigkeiten brauche
der Beschwerdeführer wiederholte Instruktionen und ausreichend Zeit. Er sollte bei
Bedarf darin unterstützt werden, Strategien im Umgang mit den kognitiven De
fiziten zu entwickeln (Wochenpläne, Ge
dächtnisbuch u.ä.). Aus der Anam
nese ergäben sich Anhaltspunkte dafür, dass eine berufliche Tätigkeit, die keine Überforderung darstelle, einen wichtigen psychisch stabilisierenden Faktor für den Beschwerdeführer dargestellt habe und wieder darstellen könnte (S. 4).
3.6
In einem w
eitere
n
Bericht vom
4.
November 20
09 (
Urk.
9/39)
nannten die Ärzte des
G._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
leichte dep
ressive Episode (ICD-10 F32.1)
mit rezidivierenden Stim
mungseinbrüchen
,
bestehend seit Juni 2008 (d
amals mittelgradig ausge
prägt)
leichte Intelligenzminderung (ICD-10 F70), bestehend seit Kindesalter
Sie führten aus, bei fehlender Verbesserung des psychischen Gesundheitszu
stands im ambulanten Rahmen sei vom 10. Februar bis 27. März 2009 eine teil
sta
tionäre Behandlung im
G._
erfolgt. Der Beschwerdeführer habe sich nur wenig in die Patientengruppe integrieren können und es sei ihm trotz zuverläs
sigen Erscheinens und regelmässiger Teilnahme nur in beschränktem Ausmass möglich gewesen, vom therapeutischen Angebot der Tagesklinik zu profitieren. Per 1. April 2009 habe er eine geschützte Arbeitstätigkeit in einem Pensum von 50
%
im
J._
beginnen können. In diesem Rahmen habe er sich teilweise und auf niedrigem Niveau stabilisiert
(
Ziff.
1.4)
.
Die bis
herige Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer
nicht mehr zumutbar
(
Ziff.
1.7).
E
s
be
stehe anhaltend ein fragiler psychischer Zustand mit erhöhter Ermüdbarkeit un
d stark reduzierter Belastbarkeit (abrupte Verschlechterung mit depressiven Stimmungseinbrüchen und Weinkrämpfen, kognitiv bedingt geringe Coping
strategien). Sie erachteten den Beschwerdeführer längerfristig als zu 100
%
ar
beitsunfähig. Aktuell sei der Beschwerdeführer, der sich stark über Arbeit defi
niere, zu
5
0
%
in geschütztem Rahmen tätig, was bereits seine Belastungsgrenze darstelle (S. 1 Mitte).
3.7
Der Hausarzt des Beschwerdeführers,
Dr.
med.
K._
,
Allgemeine Medi
zin
FMH,
welcher den Beschwerdeführer seit 1993 behandelt (
Urk.
9/33
Ziff.
3.1),
be
richtete am
3.
November 20
09 (9/33/1-6)
. Als Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine mindestens seit Januar 2008 bestehende de
pres
sive Entwicklung sowie ein seit Jahren bestehendes chronisch rezidivie
rendes
Lumbovertebralsyndrom (
Ziff.
1.1). Er führte aus, in seiner bis
herigen Tätigkeit
als Lagerist sei der
Beschwerdeführer seit 1. Januar 2008 an
dauernd zu 100
%
ar
beitsunfähig (
Ziff.
2). In einer leidensangepassten Tätigkeit bestehe nach Um
schu
lung und nach Besserung der depressiven Symptome eine volle Arbeits
fähi
g
keit (
Ziff.
5.2).
3.8
In seiner Stellungnahme vom 16. November 2009
(
Urk.
9/46 S. 4 unten)
führte RAD-Arzt
Dr.
med.
L._
,
FMH Psychiatrie und Psychotherapie, aus, beim Beschwerdeführer sei gestützt auf den Bericht der Ärzte des
G._
vom 4.
November 2009
aufgrund einer leichten Intelligenzminderung mit einem IQ
von 67 ein IV-relevanter Gesundheitsschaden ausgewiesen. Die Beeinträchti
gung
en
in Kognition, Belastbarkeit und Anpassungsfähigkeit seien nachvollziehbar auf
geführt. Die Arbeitsunfähigkeit werde aus versicherungsmedizinischer Sicht mit 100
%
in der bisherigen und einer angepassten Tätigkeit im freien Markt bezif
fert. Inhaltlich sei dem zu folgen. Eine Tätigkeit zu 50
%
in geschütztem Rah
men werde ab 1. April 2009 als möglich beurteilt.
3.9
Gestützt auf diese Bericht
e
sowie einen Vergleich des vom Beschwerdeführer im Jah
r
2007
bei der
B._
erzielten
und der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2009 angepassten Lohns
in einem 100%-Pensum
als Lagermitarbeiter
im Ge
sundheitsfall
mit der von ihm im
J._
,
Heim und Werkstätte für Behinderte, im Jahr 2009 erzielten
50%igen
Einkommens gelangte die Be
schwerdegegnerin bei der Rentenzusprache vom 6. April 2010 zum Schluss, es bestehe ein Invaliditätsgrad von 88
%
(vgl.
Urk.
9/
46/5-6,
Urk.
9/48/1 unten).
4.
4.1
Im
Rahmen des per Dezember 2010
durchgeführten
Revisionsverfahren
s ergin
gen folgende medizinische Berichte:
4.2
Am 6. Januar 201
1 (
Urk.
9
/62) berichteten die Ärzte des
G._
,
der
Beschwerde
füh
r
er
habe bis
am 14. September 2010
in ihrer Behandlung gestanden
(
Ziff.
1.2)
. In Bezug auf die Anamnese verwiesen sie
a
uf ihre Vorberichte
(vgl. vorstehend E. 3.4 und E. 3.6)
. S
ie
führten aus, im weiteren Verlauf habe sich eine zuneh
men
de Stabilisierung hinsichtlich der depressiven Symptomatik gezeigt, wobei die
geschützte Arbeitsstelle und die zeitlich limitierte Arbeitszeit sicherlich als
positiv
e
W
irkfaktor
en
dazu beigetragen hätten. Gegen Ende 2009 habe sich dann
eine verstärkte Tagesmüdigkeit gezeigt. Nach wiederholter Abklärung ei
nes mög
lichen Schlafapnoesyndroms durch das
M._
habe ein solches be
stätigt werden können. Der Beschwerdeführer habe daraufhin eine positive ex
pi
ratory pressure (PEP)
-
Maske erhalten. Nach deutlicher Besserung der Tages
müdig
keit sowie anhaltender euthymer Stimmungslage sei die psychi
atrische Be
handlung in ihrer Institution am 14. September 2010 im gegenseiti
gen Ein
vernehmen beendet worden. Eine antidepressive medikamentöse Thera
pie sei zu
diesem Zeitpunkt bereits vollständig sistiert worden. Zum Zeitpunkt des Be
hand
lungsabschlusses seien die depressiven Symptome vollständig remit
tiert gewe
sen
.
Angesichts der schwachen kognitiven Leistungen und fehlenden Copingstra
te
gien
garantiere dies aus ihrer Sicht zum jetzigen Zeitpunkt
jedoch
keinesfalls ein voll
ständiges Wiedererlangen der Arbeitsfähigkeit in einem nicht geschützten
Rahmen (
Ziff.
1.4).
Das Beibehalten der halbtägigen Arbeitstätigkeit i
n ge
schütz
tem
Rahmen, welche sich stabilisierend auf den psychischen Zustand des Be
schwerdeführers auswirke, erscheine aus ihrer Sicht
günstig (
Ziff.
1.5). Die
Ar
beitsunfähigkeit
in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Lagerist könnten sie
ak
tuell
nicht beurteilen
(
Ziff.
1.6)
.
4.3
Die Ärzte des
N._
nannten i
n
ihrem Bericht vom 4. Februar 20
11
als Diagnose eine unter
Continuous
Positive Airway Pressure (CPAP)-Therapie kompensierte mittelschwere obstruktive Schlafapnoe
(
Urk.
9/63/13-14).
4.4
In seinem Bericht vom 21. Februar 2011 (
Urk.
9/63/1-9) nannte
Dr.
K._
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine seit 2008 beste
hende
depressive
Entwicklung, ein obstruktives Schlafapnoesyndrom sowie ein
seit Jahren bestehendes chronisches Lumbovertebralsyndrom (
Ziff.
1.1) und at
te
stierte dem Beschwerdeführer in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Lage
rist eine andauernde Arbeitsunfähigkeit von 100
%
seit 1. Januar 2008 (
Ziff.
1.6).
Nach dem zeitlichen und prozentualen Verlauf der Arbeitsfähigkeit seit
Februar 201
0 gefragt, gab
Dr.
K._
an, seit Februar 2010 sei in der vom Beschwer
deführer im
J._
ausgeübten Tätigkeit als All
rounder in der Werk
statt von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
(halbtags) auszu
gehen (
Urk.
9/63/14).
4.5
Am 29. April 2011 wurde der Beschwerdeführer durch
RAD-
Arzt
Dr.
L._
untersucht, welcher am 13. Mai 2011 berichtete (
Urk.
9/65).
Als psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
L._
eine leichte In
telligenzminderung (ICD-10 F70) und a
ls
solche
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Zustand nach mittelgradiger depressiver Episode, ge
genwärtig remittiert (ICD.10 F32.1). Als somatische Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine unter CPAP-Therapie kompensierte mit
telschwere obstruktive Schlafapnoe und als somatische Diagnose mit unklarer Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Lumbovertebralsyndrom (
Ziff.
8).
Dr.
L._
führte aus, beim Beschwerdeführer könne trotz der bestehenden Intelligenzminderung und fehlendem Berufsabschluss von einer weitestgehend intakten langjährigen Erwerbsbiographie seit etwa dem 17.
Lebensjahr ausge
gangen werden. Dass es nach der letzten Kündigung auf Ende 2007 zu einer psychischen Dekompensation gekommen sei, sei nachvollziehbar und plausibel, ebenso plausibel und nachvollziehbar sei in Verbindung mit der heutigen Un
tersuchung und dem Arztbericht des
G._
vom 6. Januar 2011, dass es im wei
teren Verlauf zu einer Remission der depressiven Symptomatik gekommen sei (
Ziff.
9). Beim Beschwerdeführer könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seit Juni 2009 eine Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes ange
nommen werde. Der status
quo ante sei wieder erreicht. Ab dem heutigen Un
tersuchungsdatum (29. April 2011) sei aufgrund der bestehenden Intelligenz
min
derung von einer mindestens 70%igen Arbeitsfähigkeit in jedweder Tätig
keit,
die der Intelligenzminderung Rechnung trage - unter anderem einge
schränkte Be
lastbarkeit, eingeschränkter Zeit- und Leistungsdruck, kein Schichtdienst, über
schaubare, klare Aufgaben ohne allzu grosse Anforderungen an die geistige Fle
xi
bilität, wohlwollendes Umfeld etc. - auszugehen (
Ziff.
10). Die Reduktion ergebe
sich durch den vermehrten Ruhe- und Regenerationsbe
darf (
Ziff.
9).
4.6
Am 17. Juni 2011 (
Urk.
9/66)
berichtete
Dr.
K._
, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei stationär. Die Diagnose und die Befunde hätten sich nicht verändert (
Ziff.
1-3). Danach gefragt, wie sich die von ihm in seinem Be
richt vom 21. Februar 2011 genannte Diagnose eines Lumbovertebralsyndroms auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der angestammten und in ei
ner angepassten Tätigkeit auswirke, führte er aus, dass eine Arbeit mit Bücken, längerem Stehen und Lastenheben unmöglich sei, weshalb der Beschwerdefüh
rer die Tätigkeit als Lagerist nicht mehr ausüben könne. Eine angepasste Tätig
keit mit Wechselbelastung wäre von Seiten des chronischen Lumbovertebral
syn
droms zu etwa 50
%
möglich. Der Beschwerdeführer übe im
J._
eine Tätigkeit im Umfang von 50
%
aus, wobei es sich um eine Be
schäftigungs
therapie handle (
Urk.
9/66/3).
4.7
In
ihrer
Stellungnahme vom 8. August 2011 (
Urk.
9/69/4-5)
führten die
RAD-
Ärzte
Dr.
L._
und
Dr.
med.
O._
,
FA Or
t
h
opädische Chirurgie und
Traumatologie, aus,
Dr.
K._
habe in seinem Bericht vom 3. Novem
ber
20
09
in somatischer
Hinsicht bei gleicher Diagnose in
behinderungsange
passt
er Tätig
keit
eine 100%
ige Arbeitsfähigkeit postuliert. Eine
Verschlechte
rung um 50
%
sei nicht mit Befunden unterlegt
und daher nicht ohne weiteres ausge
-
wie
sen. Vie
lmehr handle es sich um eine
an
dere Beurteilung des gleichen Sach
verhalts, so
dass
in ort
h
opädisc
her Hinsicht medizinisch-theoret
i
s
ch von einer 10
0
%igen
Arbeitsfähigkeit in angep
asster Tätigke
i
t
au
s
geg
angen werden könne (S. 4 unten)
.
Aus orthopädisch-psychiatrischer Gesamtsicht bestehe beim Beschwerdeführer ab
dem 29. April 2011 eine 70%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit mit fol
gendem Belastungs- beziehungsweise Ressourcenprofil: wechselbelastend, in psy
chischer Hinsicht eingeschränkte Belastbarkeit, eingeschränkter Zeit- und Leis
tungsdruck, kein Schichtdienst, überschaubare, klare Aufgaben ohne allzu grosse
Anforderungen an die geistige Flexibilität, wohlwollendes Umfeld
(S. 5 oben)
.
4.8
Am 31. Oktober 2011 beantwortete
Dr.
K._
Fragen des Rechtsvertreters des
Beschwerdeführers
(
Urk.
9/87/1-2). Er führte aus, körperlich sei der Be
schwer
de
führer durch chronische Rückenschm
erzen
und geistig durch eine In
telligenz
min
derung eingeschränkt. In psychischer Hinsicht resultiere eine Ein
schränkung
durch eine
erneute (behandlungsbedürftige) depressive Episode
(S.
1). A
ls Lage
rist/
Allrounder
erachte er den Beschwerdeführer
mindestens
als zu
8
0
%
arbeits
-
unfähig (S. 1 unten). In der freien Wirtschaft sei aufgrund der Min
derintelligenz
höchstens
eine Arbeitsfähigkeit von 40
%
und
auf
grund der psy
chischen Er
kra
n
k
ung eine Arbeitsfähigkeit von etwa 50
%
zumutbar. Aufgrund der Hör- und Seh
schwäche ergebe sich vermutlich eine 10-20%ige Einschrän
kung in der Ar
beitsfähigkeit (S. 2 oben). I
nsgesamt
sei in der freien Wirtschaft von einer höch
s
tens 10-20%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Im Rahmen des derzeitigen Be
schäftigungsprogramms in einem geschützten Umfeld bestehe eine Arbeits
fähig
keit von etwa 40-50%
(S. 2 Mitte)
.
4.9
Am
14.
November 20
11
berichteten die Ärzte des
G._
zu Handen des
Rechts
ver
treter
s
des Beschwerdeführers
(
Urk.
9
/87/3-4)
,
der Beschwerdeführer leide seit der
Kindheit unter einer heredogenerativen Schwerhörigkeit, welche mittels eines Hör
geräts beidseits behandelt werde. Dazu leide er ebenfalls seit der Kindh
eit unter einer leichten Intell
igenzminderung nach ICD-10F70 mit ei
nem IQ von 67,
was einem sehr niedrigen kognitiven Leistungsniveau entspre
che. A
ufgrund erneu
ter Belastungen (IV-Revision und drohende Rentenkürzung)
habe der Be
schwer
deführer
erneut eine depressive Episode mittelgradiger Aus
prägung (ICD-10 F33.1) entwickelt (
Ziff.
1).
Der Beschwerdeführer leide unter kognitiven De
fiziten, einer stark reduzierten Arbeitsgeschwindigkeit, deutlich reduzierter psy
chischer Belastbarkeit
sowie
erhöhter Ermüdbarkeit und verfüge über wenig wirk
same Copingstrategien und Flexibilität. Trotz seiner Intelli
genzminderung
habe er eine Anstellung im Lager einer Sanitärfirma gefunden und zuvor 24 Jahre
lang im Lager einer anderen Firma tätig sein können. Dort sei er für ein
fache repetitive Tätigkeiten zuständig gewesen, was heutzutage eher einer ge
schützten Arbeitsstelle entspreche. Sie erachteten den Beschwer
deführer deshalb den heutigen Arbeitsbedingungen und Arbeitsanforderungen in der freien Wirt
schaft
als
nicht gewachsen und daher als zu 100
%
arbeitsun
fähig. Eine Tätig
keit im Umfang von 50
%
in geschütztem Rahmen, wie sie der Beschwerde
führer heute ausführe, erachteten sie weiterhin als realistisch
(
Ziff.
2)
.
G
egen
über 2009
bestehe eine
Verbesserung des depressiven Zustands
bildes,
als blei
bende
Behinderung bestehe jedoch nach wie vor die Intelligenz
minderung,
welche nach Einschätzung von RAD-Arzt
Dr.
L._
in
seiner Stellungnahme
vom 16.
November 2009 zu einer 100%igen A
rbeitsunfähigkeit geführt habe (
Ziff.
3).
4.10
In einer weiteren Stellungnahme vom 2
9.
November und 1
2.
Dezember 2011 (
Urk.
9/89/2-3) führten die RAD-Ärzte
Dr.
L._
und
Dr.
O._
aus,
dass beim Beschwerdeführer mit der Diagnose einer Intell
igenzminderung zweifels
frei eine psychiatrische Diagnose vorliege, die Auswirkungen auf die Arbeitsfä
higkeit habe. Dies sei bei der Bewertung der Arbeitsfähigkeit entsprechend be
rücksichtigt und in dem von ihnen genannten Ressourcen- b
eziehungsweise Be
lastungsprofil
zum Ausdruck gebracht worden.
Unter den genannten Rah
men
bedingungen sei die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit ab 2
9.
April 2011 auf 70
%
festgelegt worden. Es sei darauf hinzuweisen, dass diese medizi
nisch-theoretische Arbeitsfähigkeit nicht als Aussage darüber zu verstehen sei, in welchem Rahmen - geschützter Rahmen, zweiter Arbeitsmarkt, erster Ar
beits
markt - diese medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit vom Beschwerde
führer verwertet werde
n könne
(S. 3 oben)
. Sodann sei zu sagen, dass die
sei
nerzeit mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit angenom
me
ne Arbeits
unfähigkeit von 100
%
nicht auf die Intelligenzminderung zurück
geführt worden
sei, sondern in erster Linie auf die depressive Symptomatik be
ziehungsweise psy
chische Destabilisierung im Kontext der stattgehabten Kündi
gung. Dass dieser Sach
verhalt in der Stellungnahme vom 1
6.
November 2011
(richtig: 2009, vgl.
Urk.
9/46 S. 4 unten)
nicht eindeutig genug formuliert wor
den sei, würden sie
bitten zu entschuldigen. Genau die depressive Symptomatik habe aber nun ge
mäss den Angaben des Versicherten in der Untersuchung vom 1
3.
Ma
i 2011 (richtig
: 2
9.
April 2011, vgl.
Urk.
9/65/1 oben)
stark gebessert, was auch
im
Be
richt des
G._
vom Januar 2011 entsprechend angegeben wor
den sei (S. 3 Mitte).
5.
5.1
Aus den medizinischen Akten ergibt sich übereinstimmend, dass beim Be
schwer
deführer eine Intelligenzminderung besteht, welche sich einschränkend auf seine
Arbeitsfähigkeit auswirkt. Diesbezüglich ist unbestrittenermassen von einem un
ver
änderten Gesundheitszustand seit der ursprünglichen Leistungszu
sprache aus
zugehen.
5.2
Im Bericht der Ärzte des
G._
vom November 2009 (vorstehend E. 3.6) wurde
nebst der Intelligenzminderung eine leichte depressive Episode diagnostiziert und
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
attestiert beziehungsweise eine
Tätigkeit in geschüt
ztem
Rahmen im Umfang von
50
%
,
wie sie der Beschwerdeführer seit
1.
April
2009 im
J._
ausübt,
als Belastbarkeitsgrenze defi
niert.
Dieser Beurteilung schloss sich RAD-Arzt
Dr.
L._
in seiner Stellung
nahme vom November 2009 (vorstehend E. 3.8) an.
Gestützt darauf erfolgte mit Ver
füg
ung vom
6.
April 2010 die Zusprache einer ganzen
Invalidenr
ente.
5.3
In
der angefochtenen Verfügung vom 1
5.
Dezember 2011
stellte die Beschwer
de
gegnerin
auf die Beurteilung der RAD-Ärzte
Dr.
L._
und
Dr.
O._
ab,
gemäss welchen es zufolge Remission der depressiven Symptomatik zu einer Ver
besserung des Gesundheitszustands gekommen sei und dem Beschwerde
führer
daher
ab
2
9.
April 2011 eine behinderungsangepasste Tätigkeit - gemäss näher for
muliertem Belastungsprofil - im Umfang von 70
%
zumutbar sei (vgl. vor
ste
h
end E. 4.5 und E. 4.7)
. Während
Dr.
L._
und
Dr.
O._
in ihrer Stellung
nahme vom November
beziehungsweise Dezember
2011
(vorstehend E. 4.10)
prä
zisierten, dass die von ihnen medizinisch-theoretisch festgelegte Ar
beitsfähig
keit
keine Aussage darüber enthalte, in welchem Rahmen der Be
schwerdeführer diese
verwerten könne, attestierten die Ärzte des
G._
dem Be
schwerdeführer
in ihrem Bericht vom November 2011 (vorstehend E. 4.9)
in der freien Wirtschaft
weiter
hin
eine volle Arbeitsunfähigkeit und erachteten
nach wie vor
lediglich eine Tätig
keit in geschütztem Rahmen
im Umfang von 50
%
als realistisch
.
5.4
Bei der Prüfung der wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit darf
nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Ins
be
son
dere kann von einer Arbeitsgelegenheit dort nicht gesprochen werden, wo die
zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der aus
geglichene Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Ar
beit
gebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb zum Vorn
here
in als ausgeschlossen erscheint.
Ferner beinhaltet der Begriff des aus
ge
glichenen Arbeitsmarktes nicht nur ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem
An
gebot und der Nachfrage nach Stellen, sondern bezeichnet auch einen Arbeits
markt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stel
len offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellek
tuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtl
ich des körperlichen Einsat
zes.
Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob eine invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten und ob sie ein ren
tenausschliessendes Einkomme
n zu erzielen vermag oder nicht
. We
der gestützt auf die Pflicht zur Selbsteingliederung
noch im Rahmen der der ver
sicherten Person auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt offen stehenden Mög
lichkeiten zur Verwertung ihrer Resterwerbsfähigkeit dürfen von ihr Vor
kehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und sub
jek
tiven Gegebenheiten des Einzelfalles nicht zumutbar sind
.
Für die In
vali
ditätsbemessung ist nicht darauf abzustellen, ob ein Invalider unter den kon
kre
ten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob er die ihm verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn
die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen wür
den (Urteil des Bundesgerichts I 45/06 vom
5.
März 2007 E. 4.2.3 mit Hinwei
sen
).
5.5
Aus dem Bericht betreffend die im Jahr 2009 dur
chgeführte Intelligenzabklä
rung
(vorstehend E. 3.5) sowie den Berichten der Ärzte des
G._
(vorstehend E.
3.6,
E. 4.2 und
E. 4.9
) ergibt sich, dass
die kognitive Leistungsfähigkeit des Be
schwer
de
führers aufgrund seiner Intelligenzminderung
und seiner Schwerhörig
keit
deut
lich eingeschränkt ist und es ihm dadurch bedingt
unter anderem
an wirk
sa
men Copingstrategien und an Flexibilität mangelt
, was nicht zuletzt dazu führt
, dass er
in Belastungssituation
depressiv reagiert.
Die behandelnden Ärzte
be
zeich
neten
die psychische Be
l
astba
rkeit
des Beschwerdeführers entsprechend als deutlich reduziert. Des Weiteren bes
chrieben sie
eine stark reduzierte Ar
beits
geschwindigkeit
. Aus dem Bericht von Psychologin
I._
geht sodann
hervor, dass der
Beschwerdeführer
beim
Erlernen von Tätigkeiten auf wi
e
der
holte
Instruktionen und ausreichend Zeit angewiesen
ist.
Auch die Ärzte des RAD zeichneten ein sehr eingeschränktes Belastungsprofil. G
e
mäss
diesem müsste
die dem Beschwerdeführer noch zumutbare Tätigkeit fol
gen
den Anforderungen genügen: „
wechselbelastend, in psychischer Hinsicht eingeschränkte Belastbarkeit, eingeschränkter Zeit- und Leistungsdruck, kein Schicht
dienst, überschaubare, klare Aufgaben ohne allzu grosse Anforderungen an die geistige Flexibilität, wohlwollendes Umfeld“ (vgl. vorstehend E. 4.7).
5.6
D
ie beschriebenen aus der Intelligenzminderung
und der Schwerhörigkeit
des Be
schwerdeführers
resultierenden Einschränkungen
erweisen
sich
als derart
erheb
lich, dass es als ausgeschlossen erscheint, dass er die ihm verbleibende Arbeits
kraft auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt noch wirtschaftlich
nutzen kann
. Auch
wenn der
ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) einen Fächer von ver
schiedenartiger Stellen, insbesondere auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen
und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte mit einem sozialen Entge
gen
kommen von
Seiten des Arbeitgebers rechnen können
, umfasst
(Urteil des Bundesgerichtes 9C_95/2007 vom 2
9.
Au
gust 2007 E. 4.3 mit Hinweisen)
,
darf dennoch nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden.
Im Falle des Beschwerdeführers
wäre eine Tätigkeit
jedoch
nur unter nicht rea
lis
tischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich
, da in
sämtlichen
Bereichen (Instruktion, Arbeitsumfeld, Arbeitsinhalt,
Arbeitszeit,
Ar
beits
tempo und damit
z
usammenhängend Arbeits-output) ein Entgegenkommen Voraussetzung wäre.
Das Finden einer entsprechenden Stelle erscheint deshalb
zum Vornherein als ausgeschlossen. Der Beschwerdeführer, welcher nach Ver
lust
seiner langjährigen Tätigkeit als ungelernte Hilfskraft bei der
Z._
im Jahr 2001
keine Arbeitsstelle mehr auf Dauer halten konnte, ar
beitet daher heute zu Recht in geschütztem Rahmen.
Damit ergibt sich, dass
die gesundheitlichen Einschränkungen es dem Be
schwer
deführer verunmöglichen, seine Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Ar
beits
markt zu verwerten. Ist aber seine Restarbeitsfähigkeit wirtschaftlich nicht verwertbar, liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, welche An
spruch auf eine ganze Invalidenrente begründet.
5.7
Im Übrigen ist zu bemerken,
dass
bei der
ursprünglichen Rentenzusprache
ne
ben
der Intelligenzminderung nur die Diagnose einer leicht
en depressiven Epi
sode im
Raum
stand, welche in der Folge zwar unbestrittenermassen remittierte (vgl. vor
stehend E. 4.2 und E. 4.5). I
m
massgebenden
Z
eitpunkt der
angefochte
nen Ver
fü
gung war jedoch erneut ein depressives Geschehen dokumentiert
(
vgl. Bericht
des
G._
vom November 2011, vorstehend E. 4.9), sodass sich di
e Beur
teilung
der
RAD-
Ärzte,
wonach nunmehr eine 70%ige Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten
Tätigkeit
bestehe,
als abweichende Beurteilung eines gleichgeblie
benen Sach
ver
halts
erweist.
Schliesslic
h
ist
darauf hinzuweisen,
dass die
Erklärung
der
RAD
-Ärzte, wonach die
ursprünglich angenommene 100
%ige
Arbeitsunfähigkeit
nicht
auf die
Intel
li
genzminderung sondern in erster Linie auf die
psychische Symptomatik zu
rückzuführen gewesen
sei
(vgl. vorstehend E. 4.10)
,
aufgrund der bereits damals
geringfügigen Ausprägung des depressiven Beschwerdebildes nicht pla
usibel ist
und die Diskrepanz zwischen der
u
r
s
p
rünglich
auch in einer angepassten Tätig
keit
angen
omme
ne
n voll
en
Arbeitsunfähigkeit
(vgl. vorstehend E.
3.8)
und
der nunmehr attestierten
lediglich
30%igen Arbeitsunfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
jedenfalls
nicht
als nachvollziehbar erscheinen lässt
.
5.
8
Nach dem Gesagten erweist sich d
ie Herabsetzung der ganzen auf eine Viertels
rente nicht als rechtens. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen und die ange
fochtene Verfügung dahingehend abzuändern, als festzustellen ist, dass der Be
schwerdeführer auch ab Februar 2012 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungslei
stungen geht, ist das Verfahren
kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert im gesetzlichen Rahmen zwischen
Fr.
200.-- und
Fr.
1'000.-- festzulegen (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG), auf
Fr.
800.-- an
zusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (GSVGer) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (
§
34
Abs.
3
GSVGer)
,
sind vorliegend auf
Fr.
1‘800.--
(inkl. Mehrwert
steuer und Barauslagen) festz
usetzen
und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.