Decision ID: 9a72e116-93b9-4e2d-b658-76105cc98c72
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ wurde von ihrer Arbeitgeberin am 9. April 2009 zur Früherfassung
angemeldet (IV-act. 1). Am 11. Mai 2009 meldete sich die Versicherte selbst zum
Leistungsbezug an (IV-act. 7). Sie gab an, nach dem Studium zur Sozialarbeiterin an
der Fachhochschule zu 60% als Jugendarbeiterin bei der Stadt B._ und zu einem
30% Pensum als stellvertretende Schulsozialarbeiterin bei der Stadt B._ gearbeitet
zu haben (IV-act. 9). Ab dem 1. August 2008 habe sie zu 60% als Schulsozialarbeiterin
in der Gemeinde C._ gearbeitet. Laut einem Kurzaustrittsbericht des Psychiatrischen
Zentrums D._ vom 15. Mai 2009 war die Versicherte vom 16. März 2008 bis zum 15.
Mai 2008 wegen einer rezidivierenden depressiven Störung basierend auf einer
spätadoleszentären Problematik tagesklinisch behandelt worden (IV-act. 16). Vom 4.
März 2009 bis zum 15. Mai 2009 hatte sich die Versicherte erneut im Psychiatrischen
Zentrum D._ in tagesklinischer Behandlung befunden (IV-act. 25). In einem
Austrittsbericht vom 21. Mai 2009 wurden eine bipolare affektive Störung und eine
abhängige Persönlichkeitsstörung als Differentialdiagnosen zur rezidivierenden
depressiven Störung auf dem Hintergrund einer Borderline-Persönlichkeitsorganisation
erwähnt. Die Ärzte attestierten eine Arbeitsunfähigkeit von 40%. Am 19. Januar 2010
berichtete Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH (IV-act.
35), die Versicherte leide an einem Zustand nach erstmalig schwerstem Verlauf einer
bipolaren affektiven Störung (F31.0) mit insgesamt drei schweren Suizidversuchen vor
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dem Hintergrund einer spätadoleszenten Problematik mit fortwährender Alexithymie
(Unfähigkeit, eigene Affekte genügend wahrnehmen zu können) sowie an einer Bulimia
nervosa. Aktuell sei die Versicherte in ihrer angestammten Tätigkeit lediglich noch zu
20% arbeitsunfähig. Am 15. Februar 2010 teilte die IV-Stelle der Versicherten mittels
Vorbescheid mit, dass sie ihr Rentenbegehren mangels eines rentenbegründenden
Invaliditätsgrades abweisen werde (IV-act. 43).
A.b Am 16. März 2010 berichtete Dr. E._, dass sich der Gesundheitszustand der
Versicherten verschlechtert habe und dass diese seit dem 25. Februar 2010 zu 100%
arbeitsunfähig sei (IV-act. 45). Ende Januar 2010 sei eine hypomanische Phase
eingetreten. Ungefähr ab Mitte Februar habe die Hypomanie in eine schwere
Depression mit fortdauernden Versagensängsten und Gefühlen der Depersonalisation
(sich selber fremd sein) umgeschlagen. Am 17. Juni 2010 berichtete das Psychiatrische
Zentrum D._, dass die Versicherte aufgrund einer weiteren Verschlechterung des
psychischen Zustandsbildes seit dem 19. März 2010 stationär behandelt werde (IV-act.
53). Die Arbeitsunfähigkeit betrage seit Januar 2010 und bis auf weiteres 100%. Unter
der Voraussetzung eines komplikationsfreien Übergangs von der stationären in die
teilstationäre Behandlung sei ab September 2010 mit einer Arbeitsfähigkeit von 50% in
einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu rechnen. Jedoch sei die Leistungsfähigkeit
zu 50% eingeschränkt, weshalb noch eine Arbeitsfähigkeit von 25% bestehe. Es solle
sich dabei um eine Tätigkeit ohne Schichtdienst, Akkordarbeit, Belastungsspitzen,
möglichst im Teamverband handeln. Im Rahmen der beruflichen Wiedereingliederung
sollte die Patientin zunächst für mehrere Monate an einem behinderungsangepassten
Arbeitsplatz arbeiten. Unter der Voraussetzung eines positiven Verlaufs mit anhaltender
psychischer Stabilität sei die Wiederaufnahme einer angemessenen Tätigkeit im
erlernten Beruf als Sozialarbeiterin denkbar. Am 29. September 2010 berichtete das
Psychiatrische Zentrum D._, der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich
verbessert, was jedoch keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe. Nach wie vor
bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit (IV-act. 56). Nach dem Austritt aus der
Tagesklinik werde die Versicherte nur eine reduzierte Leistung erbringen können und
deshalb nur teilarbeitsfähig sein. Am 12. November 2010 berichtete das Psychiatrische
Zentrum D._, dass die Versicherte am 19. November 2010 aus der Psychiatrischen
Tagesklinik F._ austreten werde. Ab dem 22. November 2010 werde sie im
geschützten Rahmen zu 50% arbeitsfähig sein, was vier Stunden pro Tag während fünf
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Tagen in der Woche entspreche (IV-act. 58, 66). Am 9. August 2011 berichtete Dr. med.
G._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, dass sich der
Gesundheitszustand der Versicherten verbessert habe (IV-act. 83). Die bisherige
Tätigkeit als Sozialarbeiterin sei der Versicherten noch zumutbar, wobei die
Leistungsfähigkeit zwischen 50% und 80% schwanke. Die Arbeitsfähigkeit am
bisherigen Arbeitsplatz bzw. im bisherigen Tätigkeitsbereich könne jedoch verbessert
werden. Am 24. August 2011 hielt Dr. med. H._ vom Regionalen Ärztlichen Dienst der
Invalidenversicherung (RAD) fest, dass eine Arbeitsfähigkeit als Sozialarbeiterin nur in
einem umschriebenen Tätigkeitsfeld mit klar strukturierten Vorgaben und
regelmässigen Arbeitszeiten ohne ständig wechselnde Anforderungen und ohne
Schichtarbeit möglich sei (IV-act. 87). Am 13. Januar 2012 berichtete Dr. G._, dass
bisher keine manischen Episoden mehr aufgetreten seien und dass auch ein
Zurückfallen in ein weiteres depressives Bild habe vermieden werden können (IV-act.
95). Erschwerend hinzugekommen sei eine Übelkeit, welche aus internistischer Sicht
schwer einzuordnen sei. Eine solche somatische Problematik könne die
Arbeitsfähigkeit kurzfristig absenken, jedoch sei davon auszugehen, dass das Problem
der Übelkeit bei der Versicherten behebbar sei.
A.c Die Versicherte absolvierte vom 5. Dezember 2011 bis am 2. März 2012 ein
Belastbarkeitstraining und vom 3. März 2012 bis zum 30. November 2012 ein
Aufbautraining (IV-act. 93, 105, 110, 122, 150). Gemäss dem Schlussbericht vom 22.
Februar 2012 zum Belastbarkeitstraining sei die Versicherte von Anfang an
konzentriert, motiviert und während der ganzen Zeit zuverlässig gewesen (IV-act. 109).
Gemäss dem Schlussbericht zum Aufbautraining vom 11. Dezember 2012 habe die
Versicherte eine Präsenz von 60% erreicht. Eine volle Leistung sei jedoch nur teilweise
erreicht worden, da die Versicherte somatische Reaktionen gezeigt hat (IV-act. 154).
A.d Bereits am 13. Januar 2012 hatte Dr. G._ berichtet, dass sich der
Gesundheitszustand und somit die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Versicherten
nicht verändert hätten (IV-act. 95). Medizinisch erschwerend hinzugekommen seien
phasenweise Übelkeitszustände, deren Ursache noch nicht bekannt sei. Am 21.
September 2012 hatte Dr. G._ angegeben, dass das rezidivierende Erbrechen als
eine somatoforme autonome Störung zu qualifizieren sei (IV-act. 140). Diese
Zusatzdiagnose könne möglicherweise einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben.
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Die sozialarbeiterspezifischen Tätigkeiten wie die Kommunikation, das Telefonieren mit
Klienten, das Aushalten von komplizierten und längeren Gesprächen mit Klienten, das
Verfassen von längeren Schriftstücken und die soziale Beurteilung von Klienten seien
wahrscheinlich mit einer Einschränkung von 20-25% durchführbar. Am 11. Oktober
2012 hielt RAD-Arzt Dr. med. H._ fest, dass nicht von einer aktuellen Arbeitsfähigkeit
von 75-80% auf dem 1. Arbeitsmarkt auszugehen sei (IV-act.143). Das Ziel sei es, die
Arbeitsfähigkeit mit Coaching spätestens innert sechs Monaten auf 80% zu steigern.
Am 25. Januar 2013 berichtete Dr. G._, der Gesundheitszustand der Versicherten sei
gleich geblieben (IV-act. 161). Er prognostizierte allerdings, dass eine Arbeitsfähigkeit
von mehr als 50% auf dem 1. Arbeitsmarkt trotz Wiedereingliederungsmassnahmen
unrealistisch sei. Im Zwischenbericht der I._ empfahl der Job-Coach am 28. März
2013, das Arbeitspensum bei einer neuen Stelle nicht auf mehr als 50% festzusetzen,
da sonst die Belastungsgrenze schnell überschritten sei (IV-act. 175). Im
Abschlussbericht vom 19. Juni 2013 hielt der Job-Coach fest, dass eine Erhöhung des
Arbeitspensums auf mehr als 60% nicht geeignet sei (IV-act. 186). Trotz des kurzen
Arbeitsweges von wenigen Minuten zeige sich, dass die Versicherte nach der Arbeit ein
grosses Ruhebedürfnis habe und dann auch schlafen müsse. Ihre Energiereserven
seien schnell verbraucht, obwohl sie kaum mehr private Aktivitäten unternehme. In
einer konsiliarischen Beurteilung hielt Dr. med. J._, FMH Neurologie, am 18. Juni
2013 fest, das anfallsartige Erbrechen weise aus neurologischer Sicht keinen
Zusammenhang mit der psychiatrischen Erkrankung auf (IV-act. 192).
Differenzialdiagnostisch erscheine eine Migraine sans Migraine möglich. Im
Verlaufsbericht vom 5. Juli 2013 stellte Dr. G._ fest, dass die bipolare Störung nach
wie vor einen negativen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe. Zudem beeinflusse die
im Raum stehende Diagnose einer somatoformen autonomen Störung die
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 189). In den Phasen der Übelkeit sei die Versicherte teilweise
bis zu 100% arbeitsunfähig. Eine Arbeitsfähigkeit von sechs Stunden pro Tag für die
Tätigkeit als Sozialarbeiterin sei aufgrund der klinischen Erfahrungen rückblickend zu
optimistisch, weshalb die Arbeitsfähigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt (als Sozialarbeiterin)
niedriger anzusetzen sei. Aus aktueller Sicht sei zu bezweifeln, ob die zuvor formulierte
Leistungsfähigkeit von 75-80% auch in einer alternativen (adaptierten) Tätigkeit
möglich sei. Am 18. Mai 2014 berichtete Dr. G._, dass sich der Gesundheitszustand
der Versicherten verschlechtert habe (IV-act. 213). Nach Rücksprache und klinischer
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Beurteilung mit und durch Dr. K._, Internist und behandelnder Arzt der Versicherten,
sei sehr wahrscheinlich, dass die Versicherte an einem cyclic vomiting syndrome leide,
das ein Grund für die phasenweise Arbeitsunfähigkeit von 100% sei. Die bereits
gestellten Diagnosen (bipolare Störung, somatoforme autonome Störung) hätten
weiterhin einen negativen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Der Gesundheitszustand sei
aus psychiatrischer Sicht instabil. Bei der Versicherten seien eine erhöhte Unruhe und
auch vermehrt gereizte und tendenziell distanzlose Zustände feststellbar. Es träten
verstärkt depressive Episoden auf. Aus psychiatrischer Sicht sei es nicht
verantwortbar, der Versicherten mehr als 40% im 1. Arbeitsmarkt zuzutrauen.
A.e Am 25. August 2014 notierte der RAD-Arzt Dr. H._, die derzeitige Einschätzung
der Arbeitsunfähigkeit von bis zu 50% durch den behandelnden Psychiater Dr. G._
erscheine als zu hoch (IV-act. 234). Die Versicherte müsse psychiatrisch begutachtet
werden. Der Gutachter habe insgesamt zum Verlauf der Erkrankung und der dadurch
bedingten Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit und ebenfalls zur
Diagnose (cyclic vomiting versus somatoforme autonome Störung) Stellung zu
nehmen. Im Auftrag der IV-Stelle erstattete Dr. med. L._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie und Facharzt für Neurologie, am 11. März 2015 ein psychiatrisches
Gutachten (IV-act. 241). Er hatte die Versicherte am 3. Dezember 2014 und am 18.
Dezember 2014 untersucht und hielt nun fest, diese leide an einer affektiven Störung
(ICD-10, F39). Aus medizinisch-theoretischer Sicht sei eine Tätigkeit im angestammten
Bereich in einem zeitlichen Pensum von sechs Stunden pro Tag an fünf Tagen pro
Woche zumutbar. Die Leistungsfähigkeit sei dabei um 20% vermindert. Die
theoretische Gesamtarbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit betrage 60%. Als
eine angepasste Tätigkeit sei eine Tätigkeit als Sozialpädagogin mit überwiegend oder
besser ausschliesslich administrativer Tätigkeit (Büroarbeit) und ohne oder zumindest
ohne intensive Arbeit mit einzelnen Klienten mit psychischen Problemen zu
qualifizieren. Eine solche angepasste Tätigkeit sei der Versicherten während sieben
Stunden pro Tag an fünf Tagen pro Woche zumutbar. Die Leistungsfähigkeit sei dabei
um 15% vermindert, weshalb die theoretisch geschätzte Gesamtarbeitsfähigkeit in
einer adaptierten Tätigkeit 70% betrage. Da es sich um eine chronische Erkrankung
handle, könnten wiederholt (depressive) Episoden auftreten, die auch mit einer weiteren
Verminderung der Arbeitsfähigkeit einhergingen.
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A.f Am 26. Mai 2015 teilte die IV-Stelle der Versicherten mittels Vorbescheid mit, dass
sie vorsehe, das Leistungsbegehren abzuweisen (IV-act. 245). Ihr sei es nämlich aus
medizinischer Sicht zumutbar, eine leidensangepasste Tätigkeit zu 70% auszuüben.
Damit sei sie in der Lage, ein Einkommen von Fr. 55'020.-- zu erzielen. Im Vergleich
zum Valideneinkommen von Fr. 85'770.-- resultiere ein nicht rentenbegründender
Invaliditätsgrad von 38%. Am 1. Juli 2015 wandte der Rechtsvertreter der Versicherten
zum Vorbescheid ein, das psychiatrische Gutachten weise verschiedene
Inkonsistenzen auf (IV-act. 253). Der Sachverständige gehe davon aus, dass die
Versicherte ein Studium zur Sozialpädagogin absolviert habe, obwohl sie als
Sozialarbeiterin FH ausgebildet sei. Nicht berücksichtigt habe er, dass es sich bei der
momentanen Arbeit bei der M._ GmbH bereits um eine angepasste Tätigkeit handle.
Es falle auf, dass die bisherigen Diagnosen einer bipolaren affektiven Störung und einer
rezidivierenden depressiven Störung nicht bestätigt und nur eine affektive Störung
diagnostiziert worden sei. Die zumutbare Arbeitsfähigkeit im angestammten Bereich
wie in der adaptierten Tätigkeit betrage weniger als 50%. Dr. G._ habe am 29. Juni
2015 festgehalten, die Diagnose des Sachverständigen Dr. L._ sei zu undifferenziert
ausgefallen. Die Arbeitsfähigkeit sei zu hoch angesetzt worden. Ausserdem sei gar
nicht auf das cycling vomiting syndrome eingegangen worden. Die IV-Stelle gehe von
einem Lohn gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE), Niveau 3 im
Gesundheitsbereich, aus. Daraus ergebe sich ein ermittelter Monatslohn von Fr.
6'550.--. Niveau 3 bedeute aber nach aktueller LSE komplexe praktische Tätigkeiten,
welche ein grosses Wissen in einem Fachgebiet voraussetzten. Dies widerspreche den
Ausführungen im Gutachten zur adaptierten Tätigkeit, welche vorwiegend
administrative Tätigkeiten als Sozialpädagogin voraussetze. Damit wäre eher Niveau 2
realistisch, in welchem ein Lohn von Fr. 5'300.-- erzielt werden könne. Daraus ergebe
sich ein jährliches Einkommen von Fr. 63'600.--, ein Invalideneinkommen von Fr.
44'520.-- und folglich ein Invaliditätsgrad von 49.6%. Unter Berücksichtigung eines
Leidensabzugs von 5% im Zusammenhang mit den fortbestehenden Belastungen bei
einer unregelmässig bleibenden Tätigkeit, sei deshalb eine halbe Invalidenrente
gerechtfertigt.
A.g Der RAD-Arzt Dr. H._ hielt am 15. Juli 2015 fest, dass die Berufsbezeichnung in
der Gesamtbeurteilung irrelevant sei (IV-act. 254). Der Sachverständige habe zu Recht
darauf hingewiesen, dass nie eine manische Phase im klinischen "Aktualzustand"
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beschrieben worden sei und dass submanische Phasen zwar möglich, aber nicht mit
der für ein Gutachten erforderlichen Sicherheit nachgewiesen seien. Da seit Monaten
kein Erbrechen und keine sonstige vegetative Symptomatik mehr aufgetreten seien,
könne dies in der Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit nicht berücksichtigt
werden. Gesamthaft seien die Einwendungen von Dr. G._ nicht geeignet, das
Ergebnis des Gutachtens zu erschüttern. Am 22. Juli 2015 verfügte die IV-Stelle
gemäss ihrem Vorbescheid vom 26. Mai 2015 (IV-act. 255).
B.
B.a Am 14. September 2015 liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin)
Beschwerde gegen die Verfügung vom 22. Juli 2015 der IV-Stelle (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) erheben (act. G 1). Ihr Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung
der Verfügung und die Zusprache einer halben, eventuell einer Viertelsrente. Zur
Begründung führte er aus, das Invalideneinkommen sei falsch berechnet worden. Das
konkret erzielte Einkommen betrage Fr. 23'258.--. Die Taggelder für das Jahr 2014
beliefen sich insgesamt auf Fr. 18'739.--, womit das Invalideneinkommen Fr. 41'997.--
betrage. Bei einem Valideneinkommen von Fr. 85'770.-- ergebe sich ein
Invaliditätsgrad von über 50%. Zudem sei zu Unrecht kein "Leidensabzug"
berücksichtigt worden.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 16. November 2015 die Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung führte sie aus, das Invalideneinkommen sei zu Recht auf
der Basis der Tabellenlöhne ermittelt worden, da die Beschwerdeführerin in ihrer
aktuellen Tätigkeit keine optimal adaptierte Tätigkeit ausübe und da sie die zumutbare
Restarbeitsfähigkeit nicht ausnütze (act. G 4). Die Beschwerdeführerin habe
umfassende berufliche Qualifikationen erworben und sei in der Lage, ihr Fachwissen zu
verwenden. Es sei davon auszugehen, dass sie nicht nur niedrig qualifizierte, sondern
auch wesentlich anspruchsvollere Bürotätigkeiten verrichten könne. Die
Beschwerdeführerin verfüge über gute allgemeine kognitive Fähigkeiten und sei
überdurchschnittlich intelligent. Bei ihr sei lediglich die Fähigkeit zur
Emotionsregulation leicht reduziert und es bestehe eine vermehrte "Irritierbarkeit" oder
erhöhte Anfälligkeit für Stress. All diese Dinge seien jedoch bei der
Arbeitsfähigkeitsschätzung bereits ausreichend berücksichtigt worden. Insbesondere
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sei aus dem psychiatrischen Gutachten ein zeitlich grösserer Erholungsbedarf aufgrund
der grösseren Belastung herauszulesen, welcher jedoch mit einer zeitlichen
Begrenzung der Tätigkeit auf sieben Stunden pro Tag bei einer verminderten
Leistungsfähigkeit von 15% ebenfalls schon beabsichtigt werde. Die Stellungnahme
des RAD-Arztes vom 15. Juli 2015 (IV-act. 254) gelte als integrierender Bestandteil der
Beschwerdeantwort.
B.c Am 23. Dezember 2015 liess die Beschwerdeführerin die Replik einreichen (act. G
6). Sie wies darauf hin, dass das Bruttoeinkommen 2014 bei der M._ GmbH Fr.
24'422.-- betragen habe. Bei der Korrektur der Tabellenwerte gehe es nicht nur um den
sogenannten "Leidensabzug"; vielmehr sei nach den Besonderheiten des konkreten
Falles auch auf weitere behinderungsbedingte Einschränkungen Rücksicht zu nehmen.
Da im vorliegenden Fall aufgrund des gravierenden Ausgangsbefunds die Anfälligkeit
für Stress und die "Irritierbarkeit" auch nach erfolgreicher Integration in den
Arbeitsmarkt unbestrittenermassen hoch bleibe, sei die Berücksichtigung eines
Abzuges gerechtfertigt.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 8).

Erwägungen
1.
Eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid ist, hat einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung (Art. 28 Abs. 1
IVG). Für die Bemessung der Invalidität wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person trotz Invalidität noch erreichen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art.
28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG).
2.
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2.1 Bei der Bemessung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ist
entscheidend, wie sich die Gesundheitsbeeinträchtigung auf die Arbeitsfähigkeit der
versicherten Person auswirkt, das heisst, welche erwerbsrelevanten Einschränkungen
die Gesundheitsbeeinträchtigung verursacht haben und welche erwerbsrelevanten
Ressourcen der versicherten Person trotz der Einschränkungen noch zur Verfügung
stehen. Dabei handelt es sich um eine medizinische Frage, die entsprechend von
Fachärzten zu beantworten ist. Vorliegend hat sich nebst diversen behandelnden
Ärzten Dr. L._ als einziger Gutachter zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
geäussert.
2.2 Die Schlussfolgerungen des Sachverständigen Dr. L._ beruhen auf einer
umfassenden Würdigung der medizinischen Berichte der behandelnden Ärzte, auf einer
zweimal drei Stunden dauernden persönlichen Untersuchung der Beschwerdeführerin
und damit auf einer umfassenden Grundlage. Im Gegensatz zu den behandelnden
Ärzten hat Dr. L._ einen weitgehend unauffälligen objektiven Befund erhoben. Diese
Diskrepanz hat er auf eine Verbesserung des Gesundheitszustandes der
Beschwerdeführerin in den Monaten vor der Begutachtung zurückgeführt, was
angesichts des in den früheren medizinischen Berichten beschriebenen und von Dr.
L._ retrospektiv bestätigten Verlaufs mit initial schweren Episoden ab dem Jahr 2008
und einer anschliessenden ständigen Verbesserung des Gesundheitszustandes der
Beschwerdeführerin überzeugt. Dr. L._ hat eine nicht näher bezeichnete affektive
Störung diagnostiziert. Der behandelnde Psychiater Dr. G._ hatte eine bipolare
Störung Typ II diagnostiziert, was auf den ersten Blick als eine genauere
Diagnosestellung erscheinen könnte. Allerdings hat Dr. L._ überzeugend dargelegt,
dass nicht hinreichend gesichert sei, dass die hypomanische Episode, welche für eine
bipolare Störung vorhanden sein müsse, mit der für ein Gutachten notwendigen
Sicherheit hinreichend nachgewiesen sei. In den Berichten werde zwar verschiedentlich
eine hypomanische Episode erwähnt, doch könne es sich dabei um eine Fehldeutung
von Stimmungsschwankungen handeln. Der Umstand, dass Dr. L._ eine weniger
spezifische Diagnose gestellt hat, ist also entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin nicht auf eine mangelnde Sorgfalt von Dr. L._ zurückzuführen.
Für die Arbeitsfähigkeitsschätzung ist aber ohnehin nicht in erster Linie die genaue
Diagnose, sondern vielmehr der klinische Befund entscheidend, weshalb der Streit um
die zutreffendere Diagnose für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde kaum von
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Bedeutung ist. Hinsichtlich des vom behandelnden Psychiater Dr. G._ erwähnten
cyclic vomiting syndrome enthält das Gutachten von Dr. L._ nur wenige
Ausführungen, was als ein möglicher Mangel des Gutachtens gewertet werden könnte.
Gemäss der im Gutachten enthaltenen Zusammenfassung der wichtigsten Befunde in
den Vorakten ist Dr. L._ jedoch bekannt gewesen, dass die Beschwerdeführerin an
rezidivierenden Übelkeits- und Erbrechensanfällen gelitten hatte. In der persönlichen
Untersuchung hat er die Beschwerdeführerin spezifisch zu den Problemen mit Übelkeit
und Erbrechen befragt. Diese hat angegeben, seit Anfang November 2014 (einen
Monat vor der ersten Untersuchung bei Dr. L._) habe sie weder an Übelkeit gelitten
noch erbrechen müssen. Wohl aufgrund dieser Angabe hat Dr. L._ dem cyclic
vomiting syndrome nur eine anamnestische Relevanz, aber keine aktuelle Bedeutung
mehr zugemessen. Der RAD-Arzt Dr. H._ hat diese Einschätzung in seiner
Stellungnahme vom 15. Juli 2015 als aus medizinischer Sicht korrekt beurteilt. Es kann
folglich kein Mangel des Gutachtens erblickt werden. Schliesslich hat Dr. L._ auch
seine Arbeitsfähigkeitsschätzung plausibel und überzeugend begründet. Im Vergleich
zu den Angaben von Dr. G._ erscheint der von Dr. L._ angegebene
Arbeitsfähigkeitsgrad von 60% für die angestammte und von 70% für eine
leidensadaptierte Tätigkeit als eher hoch, denn Dr. G._ hatte im Mai 2014 berichtet,
die Beschwerdeführerin sei nicht mehr als 40% arbeitsfähig. Allerdings lässt sich dem
Bericht von Dr. G._ vom 18. Mai 2014 entnehmen, dass er sich massgebend am
tatsächlichen damaligen Pensum der Beschwerdeführerin orientiert hatte, die einst
sozialpädagogisch Familien betreut hatte. Diese Tätigkeit ist von Dr. L._ überzeugend
als nicht leidensadaptiert qualifiziert worden, weshalb sie für die Bestimmung des
Arbeitsfähigkeitsgrades in einer leidensadaptierten Tätigkeit nicht massgebend sein
kann. Zudem hatte Dr. G._ noch im August 2011 eine Arbeitsfähigkeit von 50%-80%
attestiert. Auch der RAD-Arzt Dr. H._ hatte im Oktober 2012 im Rahmen der
Eingliederungsmassnahmen eine anzustrebende Arbeitsfähigkeit von 75%-80% als
zumutbar erachtet. Zu berücksichtigen ist auch, dass Dr. G._ aufgrund seines
Behandlungsauftrages wohl primär darauf bedacht gewesen sein dürfte, alles zu
vermeiden, was die Gesundheit der Beschwerdeführerin möglicherweise gefährden
oder beeinträchtigen könnte. Der medizinische Sachverständige Dr. L._, der keinen
Behandlungsauftrag hatte, hat dagegen die versicherungsmedizinisch relevante Frage
nach der (maximal) zumutbaren Arbeitsleistung ohne eine "Beeinflussung" aufgrund
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eines Behandlungsauftrages und damit zuverlässiger beantworten können. Seine
Arbeitsfähigkeitsschätzung ist auch deshalb überzeugender als jene von Dr. G._, weil
die Beschwerdeführerin ihre Arbeitsfähigkeit zusehends hatte steigern können und weil
sie im Zeitpunkt der Berichterstattung durch Dr. G._ im Mai 2014 und damit auch vor
der weiteren Verbesserung ihres Gesundheitszustandes bereits eine höhere
Arbeitsleistung, als von Dr. G._ als zumutbar erachtet, erbracht hatte. Sie hatte
damals nämlich bereits zu 40% in einer nicht leidensadaptierten Tätigkeit gearbeitet
und war zusätzlich einer Nebenerwerbstätigkeit nachgegangen. Gesamthaft ist deshalb
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin für leidensadaptierte Tätigkeiten spätestens ab November 2014 zu
70% arbeitsfähig gewesen ist.
2.3 Der Sachverständige Dr. L._ hat sich allerdings nicht zum Verlauf der
Arbeitsfähigkeit vor November 2014 geäussert. Seinem Gutachten lässt sich nur
entnehmen, dass die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der Zeit vor November 2014
zumindest phasenweise höher gewesen sein dürfte. Obwohl die Beschwerdegegnerin
den Sachverständigen nach dem Verlauf der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
gefragt hatte, hatte dieser nur die Arbeitsfähigkeit seit November 2014 angegeben. Der
Beschwerdegegnerin muss bewusst gewesen sein, dass Dr. L._ bloss eine
Arbeitsfähigkeitsschätzung ab November 2014 abgegeben hatte, denn sie hat in der
Beschwerdeantwort bestätigt, dass sie eine Arbeitsfähigkeit von 70% seit November
2014 für verwertbar halte. Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb sie auch für die Zeit vor
November 2014 von einer Arbeitsfähigkeit von 70% in einer behinderungsadaptierten
Erwerbstätigkeit ausgegangen ist, denn für diese Phase fehlt eine mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellte Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin, wie die folgenden Ausführungen belegen.
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin hat sich im Mai 2009 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung angemeldet, weshalb der Rentenanspruch gemäss dem Art. 29
Abs. 1 IVG frühestens im November 2009 hat entstehen können (vgl. BGE 138 V 475
zum Übergangsrecht in Bezug auf den Art. 29 Abs. 1 IVG). Gemäss den Akten ist die
Beschwerdeführerin erstmals am 16. März 2008 wegen einer rezidivierenden
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depressiven Störung basierend auf einer spätadoleszentären Problematik behandelt
worden. Ab November 2008 war sie erstmals zu 100% arbeitsunfähig. Der Beginn des
Wartejahres kann jedoch nicht mit Sicherheit bestimmt werden, da der Verlauf der
Arbeitsfähigkeit noch nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststeht.
3.2 Das Invalideneinkommen ist das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person
nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Art. 16 ATSG). Die Höhe des
Invalideneinkommens hängt also unter anderem von der Arbeitsfähigkeit der
versicherten Person ab. Für die Bemessung des Invalideneinkommens ist deshalb
darauf abzustellen, welche Tätigkeiten die Beschwerdeführerin trotz ihrer
Beeinträchtigung noch ausführen kann.
3.3 Der Invalidenlohn ist von der Beschwerdegegnerin aufgrund der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung (LSE) im Wirtschaftszweig Gesundheits- und Sozialwesen
festgelegt worden. Die Beschwerdeführerin ist im Niveau 3 eingestuft worden, welches
komplexe praktische Tätigkeiten umfasst, die ein grosses Wissen in einem
Spezialgebiet voraussetzen. Die Beschwerdegegnerin begründete dieses Vorgehen
damit, dass die Beschwerdeführerin eine umfassende berufliche Qualifikation erworben
habe und in der Lage sei, ihr Fachwissen zu verwenden. Die Beschwerdeführerin hat
zwar eine gute Ausbildung und ein grosses Wissen als Sozialarbeiterin, aber sie kann
diese berufliche Qualifikation als Folge der Gesundheitsbeeinträchtigung nur an einem
adaptierten Arbeitsplatz verwerten. Die durchschnittlichen Löhne in der LSE werden
gestützt auf die Löhne ermittelt, die an allen Arten von (entsprechend qualifizierten)
Arbeitsplätzen erzielt werden. Im vorliegenden Fall führt das Abstellen auf einen
Durchschnittslohn der LSE deshalb zu einem verzerrten Bild, da die
Beschwerdeführerin den Beruf der Sozialarbeiterin wegen ihrer psychischen
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht mehr in gleicher Weise ausführen kann wie eine
gesunde Person. Die medizinischen Diagnosen der Beschwerdeführerin schränken die
mögliche Berufsausübung in qualitativer Hinsicht erheblich ein. Dr. L._ hat die
adaptierte Ausübung des Berufs der Sozialarbeiterin als eine überwiegend oder besser
ausschliesslich administrative Tätigkeit (Büroarbeit) und ohne oder zumindest ohne
intensive Arbeit mit einzelnen Klienten mit psychischen Problemen definiert. Der Lohn
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für eine solche adaptierte Tätigkeit als Sozialarbeiterin kann offensichtlich nicht anhand
eines Tabellenlohnes, der auf allen in einer bestimmten Branche erzielten Löhnen
beruht, ermittelt werden. Deshalb wird ein Berufsberater der Beschwerdegegnerin das
Profil einer adaptierten Tätigkeit für die Beschwerdeführerin als Sozialarbeiterin
erstellen müssen. Anhand der Kenntnisse und Erfahrungen der Beschwerdeführerin
wird er eine ideale Tätigkeit umschreiben. Bei der Ermittlung des erzielbaren Lohnes
wird zu berücksichtigen sein, dass die Beschwerdeführerin auch indirekt
behinderungsbedingte Nachteile ökonomisch-betriebswirtschaftlicher Natur zu
gewärtigen hätte. So hat ein ökonomisch denkender potentieller Arbeitgeber bei der
Bemessung des Lohnes, den er der Beschwerdeführerin ausrichten würde,
beispielsweise dem Umstand Rechnung zu tragen, dass mit einem
überdurchschnittlichen Mass an Krankheitsabsenzen oder kurzzeitigen
Arbeitsunterbrüchen zu rechnen ist, so dass die effektive Arbeitsleistung der
Beschwerdeführerin unter derjenigen einer gesunden Sozialarbeiterin mit demselben
Beschäftigungsgrad liegen kann. Bereits die Gefahr einer solcherart
unterdurchschnittlichen Arbeitsleistung muss bei einer rein ökonomischen
Vorgehensweise als zusätzlicher Lohnaufwand qualifiziert und durch die Ausrichtung
eines entsprechend unterdurchschnittlichen Lohnes kompensiert werden. Unterbliebe
eine entsprechende Berücksichtigung, wäre ein Teil des der Beschwerdeführerin
ausgerichteten Lohnes als Soziallohn zu qualifizieren. Ein Soziallohnanteil würde aber
den Einkommensvergleich zulasten der Beschwerdeführerin in rechtswidriger Weise
verzerren. Der Berufsberater wird deshalb diesen ökonomisch-betriebswirtschaftlichen
Aspekt bei der Ermittlung eines durchschnittlich erzielbaren Lohnes an einem
adaptierten Arbeitsplatz berücksichtigen müssen. Dieser Lohn wird dann das
Ausgangseinkommen zur Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens bilden. Er
dürfte deutlich unter dem von der Beschwerdegegnerin früher angenommenen
Einkommen liegen, da eine rein administrative (Büro-) Tätigkeit als Sozialarbeiterin
i.d.R. wohl weniger anforderungsreich ist als eine Tätigkeit mit direktem Kontakt zu den
Klienten. Zur Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens wird die
Beschwerdegegnerin dieses Ausgangseinkommen dann im Ausmass des
Arbeitsunfähigkeitsgrades reduzieren.
4.
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4.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung im
Gutachten für die Zeit ab November 2014 überzeugt, weshalb die Beschwerdegegnerin
für die Rentenberechnung ab November 2014 von einer Arbeitsfähigkeit von 70% in
einer adaptierten Tätigkeit ausgehen wird. Da sich der Sachverständige Dr. L._ nicht
zur Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin vor dem Begutachtungsdatum
geäussert hat, ist für die Zeit ab dem (anhand des Verlaufs der Arbeitsfähigkeit und
damit der Erfüllung des sogenannten Wartejahres gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) zu
bestimmenden frühestmöglichen Rentenbeginn der Verlauf der Arbeitsfähigkeit noch zu
ermitteln. Da für die Zeit vor der Begutachtung also noch kein Einkommensvergleich
erfolgen kann, muss auch die Beurteilung des Rentenanspruchs, die für die Zeit ab der
Begutachtung an sich bereits möglich wäre, unterbleiben. Das den Rentenanspruch
bestimmende Rechtsverhältnis kam nämlich nur als Ganzes beurteilt werden (vgl. BGE
131 V 164). Die Sache ist deshalb in teilweiser Gutheissung der Beschwerde zur
Vornahme weiterer Abklärungen und zur anschliessenden neuen Verfügung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als
vollständiges Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit unterliegt die
Beschwerdegegnerin vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von
Fr. 600.-- zu bezahlen.
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--.
Praxisgemäss wird die Parteientschädigung in einem durchschnittlich aufwändigen
Rentenfall bei vollständigem Obsiegen auf Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) festgesetzt. Da es sich beim vorliegenden Fall um einen
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durchschnittlich aufwendigen Rentenfall handelt, hat die Beschwerdeführerin einen
Anspruch auf eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.--.