Decision ID: d0a71302-0c5e-4232-b774-72358e7de37e
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1961, war seit dem
1.
August 2018 als Geschäfts
führer für die
Y._
GmbH tätig und als solcher bei der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG (nachfolgend: Mobiliar) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Gemäss Unfallmeldung vom
3.
November 2020 stürzte er am
1.
November
2020 beim
Sammeln von Pilzen
im Wald und verletzte sich an der
rechten
Schulter
und im Lumbalbereich
(
Urk.
12/1)
,
worauf
er sich am
2.
November 2020 bei
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, in Behandlung begab
(
Urk.
12/2).
Die Mobiliar
erbrachte zunächst die gesetzlichen Leistungen (
vgl.
Urk.
12/15
).
In der F
olge holte sie bei ihrer beratenden Ärztin
Dr.
med.
A._
, Fach
ärztin für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, die Aktenbeurteilung vom 2
8.
November 2020 ein (
Urk.
12/18)
und teilte
dem Versicherten mit Schreiben vom 1
6.
Dezember 2020 mit,
dass sie die Versicherungsleistungen per
1.
Dezember 2020 einstelle (
Urk.
12/
14-
15). Nach
dem sich
Dr.
Z._
im Namen des Versicherten damit am
4.
Januar 2021 nicht ein
verstanden erklärt hatte (
Urk.
12
/16)
und die rechte Schulter am 2
6.
Januar 2021 operativ versorgt worden war (
Urk.
12/64)
, verfügte die Mobiliar am 1
7.
Februar 2021 die Einstellung der Leistungen per
1.
Dezember 2020
, da seither die Beschwerden nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Zu
sammenhang mit dem Unfallereign
i
s stünden
(
Urk.
12/20-21
).
Hiergegen erhob der Versicherte am 1
7.
Mär
z 2021 Einsprache (
Urk.
12/33-34
)
, die er am
1
0.
Mai 2021 ergänzend begründete (
Urk.
12/139-141)
.
Die Mobiliar
hob daraufhin den fälschlicherweise am 1
1.
Mai 2021 erlassenen
Einspracheentscheid
(
Urk.
12/123-134) wieder auf (
Urk.
12/143) und
holte eine weitere Stellungnahme bei
Dr.
A._
ein
(
Urk.
12/
167-168)
, die am 2
8.
Mai
2021 erstattet wurde (
Urk.
12/
172-180).
Mit Entscheid vom 1
5.
Juni 2021 wies die Mobiliar die Ein
sprache des Versicherten ab (
Urk.
12/181-194 =
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Fürsprecher Daniel
Buchser
, am 1
2.
August 2021 Beschwerde mit den Rechtsbegehren, der
Einspracheentscheid
vom 1
5.
J
u
ni 2021 sei aufzuheben, es sei festzustellen, dass noch immer Unfall
folgen bestünden
,
und die Beschwerdegegnerin sei zu
verpflichten
, die
versicherten
Leistungen
zu erbringen, insbesondere die laufenden Behandlungs
kosten zu bezahlen und Taggelder auszurichten. Eventualiter sei festzustellen, dass er aufgrund des Unfalles zu 50
%
invalid sei
,
und
es sei
ihm eine Rente von 50
%
auszurichten.
Subeventualiter
sei der Fall an die Beschwerdegegnerin zur erneuten Beurteilung zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 2
4.
September 2021 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10).
Innert Frist (vgl.
Urk.
13 f.) erstattete der Beschwerdeführer keine Replik, was der Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom
8.
Dezember 2021 mitgeteilt wurde (
Urk.
15).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei den im Einzelnen in Abs. 2 auf
geführten Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind.
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie An
spruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (
Art.
18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht wer
den kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nach
gewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfall
versicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schick
salsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheits
schadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglich
keit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, liegt die entsprechende Beweislast
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten mass
gebend (Urteile des Bundesgerichts 8C_600/2021 vom 3. März 2022 E. 3.2 und 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2, je mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG Leistungen zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
1.4
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten ver
sicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versicherungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Ver
sicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Ab
klärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen
Einspracheentscheid
im Wesentlichen damit, dass
gemäss der beratenden Ärztin das anfänglich als reines Anpralltrauma beschriebene Ereignis als nicht geeignet erscheine, eine
Rotatorenmanschettenruptur
hervorzurufen, insbesondere keine gleichzeitige Massenruptur diverser, zu völlig unterschiedlichen Bewegungen dienenden und bei total unterschiedlichen Mechanismen beanspruchter Sehnen. Soweit der Hausarzt jegliche Vorzustände abstreite, vermöge dies daher, selbst wenn sich bisher noch keine
behandlungsbedürftige
n
Beschwerden manifestiert hab
en soll
ten, nicht zu überzeugen
. Es habe schon seit längerem ein erheblicher Vor
zustand bestanden (
Urk.
2 S. 10).
Vorliegend
sei
zwar eine
Hämatobursa
beschrieben worden, die aber gemäss
Dr.
A._
noch kein Indiz
bilde
, das zwingend auf eine plötzliche Verletzung folgern liesse, sondern auch im Rahmen einer chronischen Reizung auftreten
könne
.
Weiter sei rückblickend berichtet worden, dass sogleich entsprechende Beschwerden bestanden hätten. I
n einem Schrei
ben der Praxisgemeinschaft
C._
sei jedoch
von einem Unfallereignis vom
1.
Ok
tober 2020 die Rede, womit der B
eschwerdeführer
während
vier Wochen weiterhin seiner Arbeit hätte nachgehen können
,
bevor er den Arzt aufge
sucht habe
.
Im Übrigen habe
Dr.
Z._
davon gesprochen, dass die Beschwerden mit der Zeit zugenommen hätten
,
was eher für ein progredientes chron
isches Geschehen spreche (
Urk.
2 S. 10). Ferner sei
en
für die Annahme unfallbedingter Rupturen der
Supraspinatus
- (
SSP
)
Sehne stets ent
sprechende Begleitläsionen des
Musculus
deltoideus
vorauszusetzen,
welche
je
doch nicht zu erheben gewesen sei
en
. Darüber hinaus hätten bildgebend klare Indizien bestanden, die für ein längeres chronisches Geschehen sprächen, anhand derer sich die ansatznahen Alterationen der fraglichen
Sehnen
der
Rotatoren
manschette
problemlos auf krankheitsbedingte und degenerative Weise erklären liessen (
Urk.
2 S. 11).
Was die bildgebend beschriebene Schäd
igung des Labrums betreffe, seien
weder
ossäre
Läsionen noch ein
bone
bruise
zu erheben gewesen, wie es bei einer
kürzlichen
Einwirkung eines erheblichen Kontusionstraumas zu erwarten gewesen wäre. Frische Läsionen
glenohumeraler
Ligamente seien zudem keine beschrieben worden. Dies spreche ebenfalls gegen eine traumatische Genese und für chronische degenerative Veränderungen (
Urk.
2 S. 12).
Die Beurteilung der beratenden Ärztin anhand der Akten erfülle die von der
Rechtsprechung
bezüglich des Beweiswerts ärztlicher Berichte und Gutachten gestellten A
nforderungen
. Die
Einwendungen des Beschwerdeführ
er
s
seien nicht geeignet, diese in Zweifel zu ziehen. Insgesamt vermöge das Ereignis vom
1.
November oder allenfalls
1.
Oktober 2020 zeitweise prellungsbedingte Beschwerden nach sich gezogen haben,
die
bis Ende November 2020 wieder ab
geklungen seien. Die danach erhobenen Veränderungen diverser Sehnen der
Rotatorenmanschette
sowie im Bereich des Labrums der rechten Schulter liessen sich indessen kaum darauf zurückführen. Vielmehr sei mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit von degenerativen und krankheitsbedingten Veränderungen aus
zugehen. Auch eine frische und plötzliche, richtungsgebende und dauerhafte Ver
änderung des Vorzustandes, aufgrund der sich der Zustand fortan dem Ereignis anlasten liesse, sei nicht dargetan (
Urk.
2 S. 13).
2.2
Der
B
eschwerdeführer brachte dagegen vor,
die Beschwerdegegnerin gehe von völlig falschen Prämissen aus, indem sie unterstelle, dass der Unfall sich bereits am
1.
Oktober 2020 ereignet habe. Davon ausgehend
nehme sie zu Unrecht
an
, dass er nach dem Unfall zunächst noch einen Monat gearbeitet habe, bis er zum Arzt gegangen sei. Tatsächlich habe sich der Unfall aber am
1.
November 2020 ereignet. Bereits am Folgetag sei er zum Arzt gegangen, da er den Arm nicht mehr habe heben können und starke Schmerzen g
e
habt habe
. Es habe somit keine Zu
nahme der Schmerzen über längere Zeit stattgefunden
, sondern ein Unfall mit sofortigen klaren Unfallfolgen, die auch von
Dr.
Z._
so festgehalten worden seien. Ausserdem werde im Bericht von
Dr.
A._
vermutet, dass er bereits vor
bestehende Schulterprobleme gehabt haben müsse und dass er diesbezüglich viel
leicht bei anderen Ärzten in Behandlu
ng gewesen sei
.
Dies sei eine reine Unter
stellung, er sei bis vor dem Sturz am
1.
November 2020 absolut beschwerdefrei und nirgends in Behandlung gewesen (
Urk.
1 S. 5 f.).
Ebenso werde betreffend das Unfallereignis einfach unterstellt, dass ein Sturz keine derartigen Verletzungen verursachen könne. Tatsächlich sei der konkrete Unfall aber durchaus geeignet gewesen, die Ruptur der
Supraspinatussehne
und
Teilrupturen der
Infraspinatus
- und
Subscapularissehne
zu bewirken. Er sei einen steilen Hang im Wald hochgeklettert, wobei er einen Korb mit Pilzen in der rechten Hand gehabt habe. Er sei dann ausgerutscht, gestürzt, ca. 5-6 Meter den Hang hinuntergefallen und schliesslich auf dem Rücken gelandet. Beim ganzen Vorgang habe er versucht, sich zu retten und zu halten.
Dabei habe es j
edenfalls verschiedene ruckartige Krafteinwirkungen in verschiedenen Ebenen auf den an
gespannten Arm,
also
gegen gespannte Muskeln und
Sehnen
gegeben. Die fest
gestellten Verletzungen seien dadurch plausibel erklärbar. Dies
insbesondere
auf
grund der Tatsache, dass diese Sehnen offenbar aufgrund von vorbestehenden degenerativen Verletzungen bereits geschwächt gewesen seien.
D
a er vor dem Unfall keinerlei Beschwerden oder B
eeinträchtigungen gehabt habe
,
jedoch
un
mittelbar nach dem Unfall klare und massive Bewegungseinschränkungen und Schmerzen, sei
es
offensichtlich, dass
diese sowie die bis heute verbleibenden Beschwerden einzig auf den Unfall zurückzuführen seien. Umgekehrt wäre er ohne diesen Unfall weiterhin beschwerdefrei und voll arbeitsfähig gewesen und geblieben und hätte noch jahrelang beschwerdefrei leben können. Die Kausalität des Unfalls für die Verletzungen und Beschwerden sei somit evident
(
Urk.
1 S. 6 f.).
Weiter sei
die Ruptur zwar bei der MRI-Untersuchung vom
5.
November 2020 nicht gesehen worden, dies habe aber daran gelegen, dass kein Kontrastmittel verwendet worden sei. Dass die Ruptur durch den Unf
all verursacht worden sei, ergeb
e sich auch aus den darauffolgenden Beschwerden: er habe den Arm un
mittelbar nach dem Unfall nicht mehr heben können, was ein klarer Beweis für eine Ruptur sei. Die Feststellungen des Hausarztes am
2.
November 2020 würden eindeutig belegen, dass die Verletzungen bereits in diesem Zeitpunkt bestanden hätten. Dass aus der MRI-Untersuchung vom
5.
November 2020 nicht alle Ver
letzungen ersichtlich gewesen seien, könne ihm nicht angelastet werden. Viel
mehr wäre es S
a
che der Beschwerdegegnerin gewesen, weitere Untersuchungen anzuordnen
,
um klare Diagnosen zu erhalten (
Urk.
1 S. 7 f.).
Tatsächlich habe die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid alles zu seinen
Ungunsten
interpretiert und sei von falschen Prämissen und Unter
stellungen ausgegangen. Aus diesem Grund seien auch die weiteren
Erwägungen zu
den
medizinischen
Fragen im Entscheid falsch und unbeachtlich
. Die heutigen Beschwerden seien nach dem Gesagten klarerweise auf den Unfall vom
1.
November 2020 zurückzuführen und der
status
quo sine
s
ei mit Sicherheit nicht nach einem Monat erreicht gewesen. Tatsächlich sei ein völlig unprob
lematischer Vorzustand durch den Unfall derart verschlimmert worden, dass überhaupt kein Status quo sine mehr erreichbar sei und er mit bleibenden Be
einträchtigungen leben müsse. So sei er auch heute noch voll arbeitsunfähig. Es verbleibe schätzungsweise eine Ar
beitsunfähigkeit von 50
%
, da
er nur noch leichte Arbeiten ausführen un
d keine Lasten mehr werde
heben können (
Urk.
1 S. 8 f.).
2.3
Die Beschwerdegegnerin ergänzte in der Beschwerdeantwort, es treffe zu, dass in den Akten der
1.
Oktober 2020 als Unfalldatum erschienen sei.
Die
Folgerung, dass alleine auf dieses alternative D
atum abgestellt worden sei,
sei jedoch
völlig unricht
ig. Vor dem Hintergrund der Ges
a
m
tbeurtei
l
ung sei dieses
Datum
nicht unwahrscheinlich, spiele jedoch letztlich eine untergeordnete Rolle
. Was die Aus
führungen betreffend Crescendo betreffe, habe
der behandelnde Arzt
beschrieben, dass die Bewegungsprobleme mehr zunehmen als abnehmen würden
,
Dr.
A._
liefere dazu lediglich die medizinische Erklärung (
Urk.
10 S. 3 f.)
.
Die Bemerkung von
Dr.
A._
, der Beschwerdeführer habe vor dem Ereignis auf
grund des Vorzustandes Beschwerden gehabt und sei diesbezüglich (möglicher
weise) bei anderen Ärzten in Behandlung gewesen, werde aus dem Zusammen
hang gerissen. Gemäss
Dr.
A._
seien die Vorzustände derart massiv, dass diese nicht bestritten werden könnten und das Verneinen derselben medizinisch nicht plaus
ibel sei, womit sie sich auf die
Schreibe
n
der behandelnden Ärzte
beziehe, worin
Vorzustände verneint würden. Dass vorhe
r keine Beschwerden bestanden hä
tten und keine Behandlung erfolgt sei, könne laut
Dr.
A._
durch den Haus
arzt bestätigt werden, was jedoch - und diese Bemerkung sei legitim - nicht aus
schliesse, dass er andere Ärzte konsultiert habe. Ein natürlicher Kausal
zusammenhang lasse sich jedoch
ohnehin
nicht ableiten aus der Behauptung, es hätten vorher keine Beschwerden bestanden, folglich müssten die nun auf
getretenen Beschwerden unfallkausal sein
(
Urk.
10 S. 5)
.
Der Unfallhergang werde in der Beschwerde nochmals deutlich erweitert.
Die nachträgliche Schilderung vermöge nicht zu überzeugen, berücksichtig
e
man einerseits, dass sie nach Kenntnis der Ablehnungsverfügung und de
s
Einsprache
entscheides
erfolgt sei
,
und
andererseits,
dass
die erste Untersuchung bei
Dr.
Z._
keine äusserlichen Zeichen eines gewaltsamen Sturzes nenne. Aber auch die medizinischen Unterlagen sprächen nicht für ein Geschehen, das traumatische frische Rupturen, Läsionen oder Fissuren verursacht hätte (
Urk.
10 S. 5).
Weiter
lägen
weder eine unklare Beweislage noch
unklare
Diagnosen vor, noch
sei
sie zu
weiteren
Abklärungen verpflichtet gewesen. Im Gegenteil liege ein selten klarer Fall mit stringent bewiesenem massivem degenerativem Vorzustand vor, der bereits im MRI vom
5.
Novemb
er 2020 ersichtlich gewesen
und durch die Operation vom 2
6.
Januar 2021 bestätigt
worden
sei. Auch sei nicht nur auf das MRI abgestellt worden, sondern das Gutachten von
Dr.
A._
eingefordert worden, worin sämtliche medizinische Unterlagen gewürdigt worden seien. Die Befunde des MRI seien ferner nicht wertlos, sondern lediglich aufgrund des fehlenden Kontrastmittels erschwert beurteilbar. Die wesentlichen Befu
nde hätten
vorgelegen und
seien
bei der Operation vom 2
6.
Januar 2021 bestätigt worden. Das
s
bei der Operation Verletzungen
vorgelegen
hätten, die in diesem Ausmass nicht im MRI abgebildet worden seien, belege gerade nicht eine traumatische Ur
sache, sondern das Fortschreiten der degenerativen Verletzungen (
Urk.
10 S. 7).
3.
3.1
Der erstbehandelnde
Dr.
Z._
, den der Beschwerdeführer am
2.
November 2020, also einen Tag nach dem Unfallereignis auf
ge
sucht
hatte
,
schilderte in seinem Bericht vom
5.
November 2020, der Beschwerdeführ
er sei beim
Sammeln von Pilzen
am Steilhang etwa 5-6 Meter tief
auf die rechte Seite
gestürzt
und klage über Schmerzen und eine Bewegungseinschränkung der rechten Schulter sowie Lumbalschmerzen mit Ausstrahlung ins rechte Bein
.
Er stellte diffuse Schmerzen über der Schulter rechts, ein
en
p
ainful
arc
bei 45° und eine schmerzhafte Aus
senrotation fest
.
Ferner bestünden Schmerzen lumbal L2-S1 rechts paravertebral.
Er stellte die Diagnose einer Prellung / Distorsion der Schulter rechts und lumbal nach einem Sturz und veranlasste ein
e
MRI
-Untersuchung
der rechten Schulter
. Gleichzeit
verneinte
er
, dass der Beschwerdeführer vorher unter ähnlichen Beschwerden gelitten habe. Er attestierte im Weiteren eine Arbeitsunfähigkeit ab dem Unfallzeitpunkt
(
Urk.
12/2
,
Urk.
12/4
).
3.2
Ebenfalls a
m
5.
November 2020 wurde eine MRI-Untersuchung der
schmerz
bedingt deutlich eingeschränkten
rechten Schulter durchgeführt, dies ohne
Arthrographie
, da
der
Beschwerdeführer
eine solche
ausdrüc
klich nicht ge
wünscht habe
. Die
Bildgebung
zeigte
eine mässige
Hämatobursa
subacromialis
/
subdeltoidea
, Differentialdiagose
posttraumatisch
, eine starke
Tendinopathie
der
Supraspinatussehne
mit
insbesondere
gelenksseitiger Partialruptur, eine starke gelenk
sseitige Partialruptur der
Subsc
apularissehne
mit Retraktion der betroffenen Sehnenfasern
sowie eine beginnende
Pulley
-Läsion der langen
Bizepssehne
, des
Weiteren
einen starken Verdacht auf eine SLAP-Läsion Typ II. Die lange
Bizepssehne
zeig
t
e im Übrigen im intraartikulären Verlauf eine
Tendinopathie
im Sinne einer starken Tendinitis
. Der Radiologe ersah eine
AC
(
A
c
romio
c
lavi
c
ular
)
-Gelenksarthrose, einen leicht verschmälerten
Subakromial
raum
eine
beginnende
Atrophie
,
eine fettige Degeneration des
Musculus
sub
scapularis
sowie «Deutlich Flüssigkeit» in der Bursa
; zudem sprach er von einer
Sentinel
-Zyste als Hinweis für eine gelenkseitige Partialruptur, wobei das Aus
mass der Ruptur bei Untersuchung ohne
Arthrographie
nur eingeschränkt be
urteilbar war
(
Urk.
12/3).
3.3
In ihre
r
Akten
beurteilung
vom 2
8.
November 2020
hielt
Dr.
A._
als unfall
kausale Diagnosen eine
Kontusion und Distorsion der
rechten
Schulter und der Lendenwirbelsäule mit mässiger
Hämatobursa
subacromialis
/
subdeltoidea
fest. Als Vorzustände
nannte
sie ein
pseudoradikuläres
Lumbalsyndrom bei
Spondylosis
sowie die im MRI
vom
5.
November 2020
der rechten Schulter ab
gebildete hauptsächlich
intraossäre
, gering auch
extraossäre
leichte G
anglien
bildung, eine l
eichte
A
c
romio
c
lavi
c
ulargelenk
-(
ACG
)
Arthrose und
einen leicht verschmälerten
Subakromialraum
,
Akromion
Typ II nach
Bigliani
. Ferner
be
schrieb sie
eine starke
Tendinopathie
der
Supraspinatussehne
mit gelenkseitiger Partialruptur und einer
Sentinel
-Zyste entlang dem
muskulotendinösen
Über
gang,
eine deutliche gelenksseitige Partialruptur der distalen
Subscapularissehne
mit Retraktion der betroffenen Sehnenfasern und beginnender Atrophie und fettiger Degeneration des
Musculus
subscapularis
, eine beginnende Subluxation der langen
Bizepssehne
im
Sulcus
inter
t
ubercularis
, eine intraartikuläre
Tendino
pathie
der langen
Bizepssehne
sowie eine deutliche Alteration des Labrums
superior
unterhalb der inserierenden
Bizepssehne
mit Verdacht auf Einriss als
degenerative Veränderungen
. Der Status quo sine sei vier Wochen nach dem an
gegebenen Ereignis vom
1.
November 2020 erreicht (
Urk.
12/18).
3.4
In seinem Bericht vom 1
8.
Dezember 2020 hielt
PD
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie,
wohin der Hausarzt den Beschwerdeführer überwiesen hatte,
fest, das MRI vom
5.
N
ovember 2020 zeige die
Hämatoburs
a
als Zeichen
d
er traumatischen Situation und komplexe Rupturen von
Supraspinatus
und
Subscapularis
sowie ein
en
auffällige
n
Infra
spinatus
und eine mögliche Verletzung der
Bizepssehne
. Es sei praktisch alles betroffen und vom Unfall geschädigt.
Im klinischen Befund habe der
Beschwerdeführer
dementsprechend die relevanten Ausfälle in den Kenntests der beschriebenen Muskeln.
Der Arzt
diagnostizierte eine tra
u
matische
Rotatoren
manschettenruptur
rechts und empfahl die Durchführung einer
Refixation
(
Urk.
12/27)
. Diese wurde am 2
6.
Januar 2021 durchgeführt
.
Dabei
hätten sich
gemäss dem Operationsbericht
ein adäquater Knorpel, ein aufgerautes Labrum und eine sekundäre Schädigung
des Bizepses
gezeigt. Der
Supraspinatus
sei kom
plett
rupturiert
, der
Infraspinatus
teilrupturiert
und der
Subscapularis
über die Hälfte
rupturiert
gewesen
(
Urk.
12/64).
3.5
In seinem Einwand
vom
4.
Januar 2021
gegen die
am 1
6.
Dezember 20
2
0
an
gekündigte
Einstellung der
Leistungen
(
Urk.
12/15)
legte
Dr.
Z._
dar, er habe den Entscheid mit Erstaunen zur Kenntnis genommen. Es habe tatsächlich ein Unfallereignis stattgefunden und der Beschwerdeführer habe nicht über vor
bestehende Beschwerden betreffend
die Schulter
geklagt oder sei deswegen behandelt worden. Ferner ordne auch der zugezogene Spezialist die Problematik klar einem U
nfaller
eignis zu (
Urk.
12/16)
.
3.6
In seinem Sprechstundenbericht vom
6.
Mai 2021
nahm
Dr.
B._
zu
r
Akten
beurteilung
von
Dr.
A._
Stellung und hielt fest,
diese
sei nicht schlüssig. D
er
Beschwerdeführer
zeige typische Zeichen einer traumatischen Sehnenschädigung.
Gäbe
es hier kein (vgl.
Urk.
12
/145) traumatisches Geschehen, wären weitere degenerative Schäden an den Sehnen zu erwarten, respektive hätte es weniger Blut und Vernarbungen. Die
Beschwerden und die
Behandlung
-
insbesondere die Operation vom 2
6.
Januar
2021
-
seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom
1.
November 2020 zurückzuführen. Der
status
quo sine werde wahrscheinlich nicht mehr erreicht, die Schulter werde nicht so sein, wie sie ohne Unfall gewesen wäre (
Urk.
12/138). P
er se
sei es ein sehr schöner Fall mit bilderbuchartigen traumatischen Schäden an der Schulter, die dann behandelt worden seien. Weitere degenerative Probleme, die es vielleicht gehabt
haben könnte
oder haben sollte, seien weder im Zentrum der symptomatischen Beschwerden noch der Behandlung gestanden und seien dementsprechend
seiner
Ansicht nach nicht wertig oder nachhaltig zu diskutieren (
Urk.
12/137).
3.7
Dr.
A._
führte
hiezu
am
2
8.
Mai 2021 aus, der Beschwerdeführer habe am
1.
November 2020 eine Kontusion der rechten Schulter und des Rückens erlitten. Bei der ärztlichen E
rstvorstellung am
2.
November 2020 habe eine
D
ruckdolenz
über der
rechten
Schulter
mit schmerzhafter Aussenrotation und
painful
arc
bei 45
° bestanden. Von orthopädisch-
traumatologischer
Seite sei dazu anzumerken, dass der
painful
arc
der Schulter
nur
bei der Abduktion des Armes von 60-120° bestehen könne, jedoch nicht bei 45°.
Hämatome
, Schürfwunden, Prellmarken, Schwellungen etc. im Bereich der Schulter oder LWS als Hinweise auf eine stärkere Kontusion seien nicht beschrieben worden. Im nur vier Tage nach
dem
Ereignis durchgeführten MRI der rechten Schulter hätten sich bis auf eine mässige
Hämatobursa
subacromialis
/
subdeltoidea
keine weiteren möglichen traumatischen Verä
nderungen dargestellt. Auch hätten
weder ein Muskelödem noch Hinweise auf frische
ossäre
Läsionen
oder eine Fissur des
Akromions
und auch kein
Bone
Bruise
als mögliche
Anzeichen für
eine stärkere Kontusion oder Distorsion des rechten Schultergelenks bestanden. Für die Annahme einer traumatischen Sehnenruptur seien nach herrschender medizinischer Lehre, unter Vorbehalt von Frakturen, Schnittverletzungen oder einer Schulterluxation, kine
tisch stets eine Anspannung der entsprechenden Muskulatur sowie der fraglichen Sehne und eine abrupte exzentrische Krafteinwirkung in die jeweilige Gegen
richtung
vorauszusetz
en. Auch wenn der genaue E
rei
gnishergang unklar sei, sei insbesondere das fehlende Muskelödem ein deutlicher Hinweis auf eine chronische Läsion der
Rotatorenmanschette
. Ein weiterer Hinweis auf eine chronische
Rotatorenmanschettenruptur
sei die beschriebene
kontinuierliche
Zu
nahme der Schmerzen über längere Zeit (Crescendo)
, während bei frischen Rissen plötzliche heftige Schmerzen üblich seien, die danach eher nachlassen würden (Decrescendo). Anhand der klinisch und kernspintomographisch fehlenden Hin
weise auf eine stärkere Kontusion der rechten Schulter
gehe sie
von orthopädisch-
traumatologischer
Seite
davon aus
, dass das angegebene Ereignis vom
1.
November 2020 physikalisch nicht geeignet gewesen sei, die im MRI der rechten Schulter vom
5.
November 2020 beschriebenen (chronischen)
Rotatoren
manschettenläsionen
zu bewirken. Stattdessen hätten sich zum angegebenen Ereignis vorbestehende, über längere Zeiträume von Monaten bis Jahren ent
standene degenerative Veränderungen dargestellt
(
Urk.
12/178)
.
Die im O
p
erationsbericht der rechten Schulter vom 2
6.
Januar 2021
(vgl.
Urk.
12/63-64)
beschriebene komplette Ruptur der
Supraspinatus
-Sehne, partielle Ruptur des
Musculus
infraspinatus
und hälftige Ruptur der
Subscapularis
-Sehne hätten unmittelbar nach dem ange
ge
benen
Ereignis
entsprechend dem kern
spintomographischen Befund vom
5.
November 2020 nicht in diesem Ausmass vorgelegen und würden lediglich das weitere Fortschreiten der degenerativen Veränderungen, jedoch nicht eine traumatische Genese, belegen. Das Bestreiten von degenerativen Vorzuständen der rechten Schulter und der Lendenwirbelsäule durch den Hausarzt werde durch die radiologischen Untersuchungsbefunde widerlegt und sei medizini
sch auch nicht plausibel (
Urk.
12
/
17
7).
Anhand der vorliegenden klinischen und radiologischen Untersuchungsbefunde werde von
orthopädisch-
traumatologischer
Seite
daher davon ausgegangen, dass eine Kontusion der Lendenwirbelsäule und der rechten Schulter mit mässiger
H
ämatobur
sa
subacromialis
/
subdeltoidea
rechts bei dem angegebenen Ereignis vom
1.
November 2020 zwar stattgefunden habe, deren Folgen jedoch etwa vier Wochen n
ach dem Ereignis abgeheilt gewesen seien
(Erreichen des
status
quo sine). Die darüber hinaus möglicherweise auftretenden B
eschwerden wü
rden als Folgen der vorhandenen degenerativen Veränderungen im Bereich des rechten Schultergelenks und der Lendenwirbelsäule eingeschätzt. Auch frische und plötzliche, richtungsgebende und dauerhafte Veränderungen der
vorliegenden
Vorzustände, die sich fortan dem Ereignis anlasten liessen, seien zeitnah zum Ereignis weder klinisch noch radiologisch objektivierbar gewesen (
Urk.
12/177)
.
4.
4.1
Es steht fest und ist unbestritten, dass das Ereignis vom
1.
November 2020 einen Unfall im Sinne von
Art.
4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) darstellt. Die Beschwerdegegnerin richtete in diesem Kontext denn auch vorerst die gesetzlichen Leistungen aus (vgl.
Urk.
12/15). Strittig und zu prüfen ist jedoch, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen zu Recht mit der Begründung, der Status quo sine sei per
1.
Dezember 2020 eingetreten, ab d
iesem Zeitpunkt eingestellt hat. Diesbezüglich ist zu prüfen, ob die
nach dem
1.
Dezember 2020 andauernden Schulterbeschwerden, ins
besondere die anlässlich der Operation vom 2
6.
Januar 2021 behandelten Läsionen der
Rotatorenmanschette
,
auf den Unfall vom
1.
November 2020 zurückzuführen sind.
Nicht bestritten ist demgegenüber, dass die vom erst
behandelnden
Dr.
Z._
festgestellte lumbale Prellung / Distorsion
(
Urk.
12/5)
keine über den
1.
Dezember 2020 hinausgehende
n
behandlungsbedürftige
n
Beschwerden auslöste
, so dass es damit bezüglich der Rückenbeschwerden sein Bewenden hat
.
Vorab ist festzuhalten, dass es dem Unfallversicherer grundsätzlich unbenommen ist, zunächst im Rahmen einer formlosen Deckungsanerkennung Leistungen wie Heilbehandlung und Taggelder zu erbringen und diese nach einer eingehenden Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen (Unfalltatbestand, Kausalität) bei ent
sprechendem Untersuchungsergebnis ohne Berufung auf den
Rückkommenstitel
der Wiedererwägung oder der prozessualen Revision «ex
nunc
et pro
futuro
» - das heisst unter Verzicht auf eine Rückforderung der bisher gewährten Versicherungsleistungen - einzustellen (BGE 130 V 380 E. 2.3.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_1019/2009 vom 2
6.
Mai 2010 E. 4.2).
Allerdings muss d
as Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit überwiegende
r
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein
, wobei die entsprechende
Beweislast beim Unfallversicherer
liegt (vgl. vorstehend E. 1.3).
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Entscheid auf die Beurteilungen der beratenden Ärztin
Dr.
A._
vom 2
8.
November 2020 (
Urk.
12/18) und 2
8.
Mai 20
21 (
Urk.
12/1
72-178).
Dr.
A._
setzte sich mit den erhobenen Befunden und dem bildgebenden Material nachvollziehbar aus
einander und berücksichtigte dabei auch die Berichte der behandelnden Ärzte. Gest
ützt darauf kam sie zum Schluss
, dass beim Ereignis vom
1.
November 2020 zwar eine Kontusion der Lendenwirbelsäule und der rechten Schulter statt
gefunden habe, deren Folgen jedoch etwa vier Wochen nach dem Ereignis ab
geheilt gewesen seien. Die darüber hinaus
anhaltenden
Beschwerden schätzte sie als Folgen der degenerativen Veränderungen im Bereich des rechten Schulter
gelenkes ein (
Urk.
12/177).
4.3
Dr.
A._
legte einleuchtend dar, dass im nur vier Tage nach dem Unfallereignis durchgeführten MRI vom
5.
November 2020 bis auf eine
mässige
Hämatobursa
subacromialis
/
subdeltoidea
- die auch bei einer chronischen
Rotatoren
manschettenläsion
vorhanden sein könne (
Urk.
12/174) - keine traumatischen Veränderungen
wie frische
ossäre
Läsionen, ein
Bone
Bruise
oder eine Fissur des
Akromions
ersichtlich gewesen seien. Insbesondere das fehlende Muskelödem erachtete sie dabei als deutlichen Hinweis auf eine chronische
Rotatoren
manschettenruptur
(
Urk.
12/178). Daneben zeigte
Dr.
A._
ebenfalls auf, dass mangels Erwähnung von Hämatomen, Schürfwunden, Prellmarken oder Schwellungen im Bericht des erstbehandelnden
Dr.
Z._
vom
5.
November 2020
- wie auch im MRI-Bericht vom gleichen Datum (
Urk.
12/3) -
keine
äusserlichen
Hinweise auf eine stärkere Kontusion vorl
a
gen. Dass solche bei einem Sturz, der geeignet wäre, die Verletzungen des Beschwerdeführers zu verursachen, zu erwarten gewesen wären, ist - wie dies die Beschwerdegegnerin zu Recht darlegte - einleuchtend. Der Schluss von
Dr.
A._
, dass das Ereignis vom
1.
November 2020 mangels Hinweisen auf eine stärkere Kontusion der rechten Schulter physikalisch nicht geeignet gewesen sei, die im MRI vom
5.
November 2020 beschriebenen
Rotatorenmanschettenläsionen
zu bewirken, ist daher über
zeugend.
Abweichende fachärztliche Einschätzungen, die
auch nur geringe
Zweifel an der Einschätzung von
Dr.
A._
zu wecken
verm
öchten
, liegen
nicht vor.
Dr.
B._
verwies
in seiner Stellungnahme vom
6.
Mai 2021 einzig auf die Einblutung in die Bursa
und die Vernarbungen
, welche bei degenerativen Schäden geringer sein müsste
n
.
Allerdings ist im MRI-Bericht einzig von
«
Deutlich Flüssigkeit
» die Rede, aber
weder
zum Umfang
noch zur
Qualität
der Flüssigkeit
ist ihm
etwas
zu ent
nehmen, weshalb die entsprechende
Argumentation
von
Dr.
B._
nicht ein
leuchtet.
Unter Hinweis auf die Literatur
hielt
er
daneben undifferenziert fest, dass ein sehr schöner Fall mit bilderbuchartigen traumatischen Schäden an der Schulter vorliege
,
ohne
nachvollziehbar
darzulegen,
woraus er ableite, dass die Schäden traumatischer Natur beziehungsweise unfallkausal seien
(
Urk.
12/137-138).
Im Übrigen ging
Dr.
A._
in ihrer Beurteilung ausdrücklich davon aus, dass der genaue Unfallhergang unbekannt sei
,
und verneinte die Unfallkausalität der am 2
6.
Januar 2021 operativ versorgten Sehnenrupturen unabhängig davon mangels der zu erwartenden Begleitverletzungen (
Urk.
12/178). Ohnehin wird dem Kriterium des Unfallmechanismus bei der Beurteilung der Unfallkausalität
recht
sprechungsgemäss
keine übergeordnete Bedeutung mehr beigemessen, da oftmals der genaue Unfallhergang nicht mehr rekonstruiert werden kann
. Vielmehr sind
die einzelnen Kriterien, die für oder gegen eine traumatische Genese der Ver
letzung spr
e
chen, aus medizinischer Sicht gegeneinander abzuwägen und de
r
Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich ha
t
, der Wahrheit zu entsprechen. Dabei
sind
die bildgebenden Befunde, die Vor
geschichte, de
r
Unfallhergang, de
r
Primärbefund und de
r
Verlauf zu berück
sichtigen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_167/2021 vom 16. Dezember 2021 E. 4.1 mit Hinweisen). Vor diesem Hintergrund
fällt
der genaue Unfallhergang vor
liegend
nicht ins Gewicht
und es kann auf weitere Ausführungen zur in der
Unfallmeldung (
Urk.
12/1) und präziser in der
Beschwerdeschrift erfolgten Schilderung des Geschehens verzichtet werden. Weitere Abklärungen zum Un
fallhergang, insbesondere die beantragte Befragung der Ehefrau des Beschwerde
führers als Zeugin
(
Urk.
1 S. 6)
,
erübrigen sich
unter diesen Umständen.
4.4
Dr.
A._
zog sodann
im Sinne der weiteren Kriterien
die
kontinuierliche Zu
nahme der Schmerze
n über längere Zeit (Crescendo;
Urk.
12/178) - die vom Beschwerdeführer bestritten wird (
Urk.
1 S. 5) -
in ihre Beurteilung ein. Diese rührt
nicht von der Annahme eines falschen Unfalldatums - nämlich dem
1.
Oktober 2020 - her, auf das zwar von der Beschwerdegegnerin im an
gefochtenen Entscheid
,
aber nicht von
Dr.
A._
Bezug genommen wird
.
E
ine Zunahme der Nachtschmerzen und der Bewegungseinschränkung
ergibt sich
aus
drücklich
aus dem Bericht von
Dr.
B._
vom 1
8.
Dezember 2020 (
Urk.
12/27). Eine sofortige Unfähigkeit des Beschwerdeführers, den Arm zu heben, und sofortige stechende Schmerzen werden demgegenüber in
der
Beschwerdeschrift erstmals geschildert
(
Urk.
1 S. 5)
, welche Darstellung
durch die medizinischen Unterlagen nicht
ohne Weiteres
gestützt
wird
.
Dr.
Z._
erwähnte am
5.
November 2020 lediglich
Druckdolenzen
und
als Bewegungseinschränkung lediglich
eine schmerzhafte
Aussenrotation
;
der Radiologe sprach von einer deut
lichen
,
schmerzbedingten Bewegungseinschränkung, was zwar nicht unerheblich ist, aber doch nicht
auf stärkste Schmerzen und eine sofortige
Funktionseinbusse
beziehungsweise
eine Unmöglichkeit des Hebens des Armes hindeutet
(vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts
8C_43/2022
vom 2
4.
Mai 2022
E. 5.2)
. D
e
r
Umstand, dass der Beschwerdeführer
nicht sofort
-
wie dies bei den beschwerdeweise gelten gemachten ausgeprägten Unfallfolgen zu erwarten gewesen wäre -
, sondern
erst ein Tag nach dem
um 15 Uhr
im Wald von
D
._
stattgehabten
Ereignis
(
Urk.
12/1) s
einen
an seinem Wohnort
praktizierenden
Arzt aufsuchte
,
lässt er
hebliche
Zweifel
an
der
dargestellten
Unfall
s
chwere
aufkommen.
4.5
Dr.
A._
zeigte weiter auf
, in der MRI-Untersuchung vom
5.
November 2020 hätten sich demgegenüber zum Unfallereignis vorbestehende, über längere Zeit
räume von Monaten bis Jahren entstandene degenerative Veränderungen gezeigt. So
trug
sie
zu Recht dem Umstand Rechnung
, dass die Ausbildung von radio
logisch sichtbaren knöchernen degenerativen Veränderungen - wie sie beim Beschwerdeführer in Form von intra- und
extraossären
Ganglien ventral im
Humeruskopf
und der AC-Gelenksarthrose
dargestellt wurden - einen längeren Zeitraum von Monaten bis Jahren dauere und eine fettige Infiltration Grad 2 in allen Fällen eine Entwicklungsdauer von 2.5 bis 3 Jahren benötige
(vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts
8C_43/2022
vom 2
4.
Mai 2022 E. 5.2)
.
Sie
er
achtete die anlässlich der MRI-Untersuchung ersichtlichen Partialrupturen der in der Operation vom 2
6.
Januar 2021 behandelten Sehnen angesichts d
ies
er begleitenden Veränderungen
folgerichtig
als degenerativ (
Urk.
12/177).
Das Vorliegen von vorbestehenden degenerativen Veränderungen stellte denn auch
Dr.
B._
nicht in Abrede, seine pauschale Aussage, diese seien nicht zu diskutieren, da sie weder im Zentrum der symptomatischen Beschwerden noch der Behandlung gestanden hätten
(
Urk.
12/137)
, vermag die differenzierte Dar
stellung von
Dr.
A._
jedenfalls
nicht in Zweifel zu ziehen
, zumal die Frage der Symptomatik nicht
ohne Weiteres Aussagen
zum Bestand
eines degenerativen
Leidens
zulässt
. Daran ändert auch der Hinweis von
Dr.
Z._
nichts
, dass der Beschwerdeführer vor dem Ereignis vom
1.
November nicht über Beschwerden in der Schulter geklagt habe oder diesbezüglich behandelt worden sei (
Urk.
12/16). Denn dazu ist auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung hinzuweisen,
gemäss
welcher eine Schlussfolgerung nach der Formel «
post
hoc ergo
propter
hoc», wo
nach ein Gesundheitsschaden schon dann als durch einen Unfall verursacht gilt, weil er nach diesem aufgetreten ist, beweisrechtlich nicht zulässig ist und zum Nachweis der Unfallkausalität nicht genügt (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 2
5.
Juli 2013 E. 5.1).
Entgegen der Inter
pretation des Beschwerdeführers
ergibt sich aus der Bemerkung von
Dr.
A._
, der Hausarzt könne lediglich eine fehlende Beschwerdeangabe und Behandlung bescheinigen, was eine möglicherweise bei anderen Ärzten erfolgte Behandlung nicht
ausschliesse
(
Urk.
12/177), sodann
nicht, dass sie dar
aus ableite
t
, er habe sich bereits vor dem Unfallereignis bei anderen Ärzten in Behandlung befunden
und daraus auf einen bereits symptomatischen Vorzustand
schliesst
. Vielmehr bedeutet diese Aussage einzig, dass der Hausarzt diesbezüglich keine verlässlichen Angaben machen könne, was zutreffend ist. Die Beweiskraft der Einschätzung von
Dr.
A._
vermag diese Bemerkung jedenfalls nicht zu ver
mindern. Die beantragte Einholung eines Amtsberichts der Krankenkasse des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 6) erübrigt sich daher.
4.6
Nach dem Gesagten
erweist sich der Schluss von
Dr.
A._
, dass die
Folgen der
Kontusion der rechten Schulter
am
1.
November 2020
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit
vier Wochen nach dem Ereignis abgeheilt waren und die darüber hinaus auftretenden Beschwerden Folgen
von
degenerativen Veränderungen im Bereich des rechten Schultergelenkes
sind
(
Urk.
12/177)
,
als überzeugend.
4.7
Der Beschwerdeführer brachte vor, die MRI-Untersuchung vom
5.
November 2020 sei aufgrund der fehlenden Verwendung von Kontrastmitteln nur bedingt aussagekräftig und habe sich anlässlich der Operation vom 2
6.
Januar 2021 als fehlerhaft erwiesen, indem die Ruptur der
Supraspinatussehne
nicht gesehen wor
den sei. Dass anlässlich der genannten Untersuchung nicht zweifelsfrei alle Befunde ersichtlich gewesen seien, könne ihm nicht angelastet werden. Vielmehr hätte die Beschwerdegegnerin weitere Abklärungen anordnen müssen (
Urk.
1 S. 7 f.).
Zwar trifft es zu, dass
laut
Bericht betreffend die MRI-Untersuchung vom
5.
November 2020 die Beurteilbarkeit erschwert
war
, da die Untersuchung ohne
Arthrographie
durchgeführt w
urde
; namentlich
war
das
Ausmass
der Ruptur der
Supraspinatussehne
nur eingeschränkt beurteilbar (
Urk.
12/3). Dass die
Bild
gebung
gar nicht verwertbar beziehungsweise die gesamten dabei erhobenen Befunde fehlerhaft
wäre
n
, kann indes nicht gesagt werden
. Insbesondere
kann
aus dem Umstand, dass die im Operationsbericht v
om 2
6.
Januar 2021 beschriebene
n Rupturen
nicht in diesem
Ausmass
ausgemacht werden konnten
, nicht ab
ge
leite
t werden
, dass diese bereits im Zeitpunkt der MRI-Untersuchung vorgelegen hätten und nicht gesehen worden seien. Angesichts der bereits dar
gelegten fehlenden Hinweise für traumatische Verletzungen sowie der vor
bestehenden degenerativen Veränderungen - wozu
gemäss
Dr.
A._
auch die bereits im MRI vom
5.
November 2020 abgebildeten Veränderungen der betroffenen Sehnen, namentlich eine stark ausgeprägte
Tendinopathie
der
Supraspinatussehne
mit gelenksseitiger Partialruptur und einer
Sentinel
-Zyste entlang des
muskulotendinösen
Übergangs, die deutliche gelenksseitige Partial
ruptur der distalen
Subscapularissehne
mit Retraktion der betroffenen Sehnen
fasern und beginnender Atrophie und fettige Degeneration des
Musculus
Sub
scapularis
sowie der beginnenden Subluxation der langen
Bizepssehne
im
Sulcus
intertubercularis
zählen (
Urk.
12/178) -
ist
die Beurteilung von
Dr.
A._
über
zeugend
,
wonach
die Abweichung zwischen dem MRI-Befund und dem Befund anlässlich der Operation ein Beleg für das weiteren Fortschreiten der degenerativen Veränderungen
s
ind
. Ärztliche Beurteilungen, welche die Ansicht des Beschwerdeführers untermauern würden, liegen denn auch keine vor.
Dem
nach bestehen keine Anhaltspunkte d
afür, dass sich
Dr.
A._
bei ihrer Beur
teilung auf eine ungenügend aussagekräftige MRI-Untersuchung gestützt hätte.
Von weiteren Abklärungen
,
namentlich der Einholung eines versicherungs
externen medizinischen Gutachtens sind keine anderen
entscheidrelevanten
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb davon abgesehen werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 144 V 361 E. 6.5, 136 I 229 E. 5.3, 124 V 90 E. 4b).
Nach dem Gesagten liegt vielmehr ein lückenloser Befund vor und es ging bei der Beurteilung von
Dr.
A._
im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts, wobei die direkte ärzt
liche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückte, wie es von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für ein beweiskräftiges Akten
gutachten vorausgesetzt wird (Urteil des Bundesgerichts 8C_322/2020 vom
9.
Juli 2020 E. 3 mit weiteren Hinweisen). Die Beurteilung von
Dr.
A._
erweist sich somit auch unter diesem Aspekt als beweiskräftig.
4.8
.
Nach dem Gesagten bestehen keine auch nur geringen Zweifel an der ver
sicherungsinternen Beurteilung von
Dr.
A._
. Dieser kommt volle Beweiskraft zu, weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht darauf abgestellt hat. Sie hat den Sachverhalt soweit ermittelt, dass über den Leistungsanspruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden konnte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_721/2019 vom 2
7.
Mai 2020 E. 3 mit Hin
weisen).
5.
Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen per
1.
Dezember 2020 eingestellt hat.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 1
5.
Juni 2021 (
Urk.
2) erweist sich nach dem Gesagten als rechtens, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.