Decision ID: 39936f8e-84d5-4add-b85f-b34cd5578106
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Abänderung Eheschutz
Berufung gegen eine Verfügung und ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 19. Juni 2017 (EE170014-G)
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Rechtsbegehren: (Urk. 1; sinngemäss)
1. Es seien die Dispositivziffern 9 und 10 des Urteils des  im summarischen Verfahren des Bezirksgerichts Meilen vom 12. Februar 2016 (EE150037-G) ersatzlos aufzuheben.
2. Es seien die Dispositivziffern 2 und 3 des Urteils des Einzelgerichts im summarischen Verfahren des Bezirksgerichts Meilen vom 12. Februar 2016 (EE150037-G) abzuändern und durch die  Obhut zu ersetzen.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der .
Verfügung und Urteil des Bezirksgerichtes Meilen vom 19. Juni 2017: (Urk. 33 S. 16 f.)
" 1. Das Gesuch wird abgewiesen.
2. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: CHF 2'400.– ; die weiteren Kosten betragen: CHF 281.25 Dolmetscherkosten CHF 2'681.25 Gerichtskosten total
3. Das Gesuch des Gesuchstellers um Gewährung der  Rechtspflege wird abgewiesen.
4. Der Gesuchsgegnerin wird die unentgeltliche Rechtspflege gewährt und es wird ihr in der Person von Rechtsanwältin lic. iur. X._, ... [Adresse], eine unentgeltliche Rechtsbeiständin bestellt.
5. Die Gerichtskosten werden dem Gesuchsteller auferlegt.
6. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchsgegnerin eine  von CHF 3'500.– zu bezahlen.
7. Rechtsanwältin lic. iur. X._ wird für ihre Bemühungen und Auslagen als unentgeltliche Rechtsbeiständin der  aus der Gerichtskasse mit CHF 3'500.– entschädigt. Mit der  dieser Entschädigung geht der Anspruch der  gegenüber dem Gesuchsteller gemäss Ziffer 6 hiervor auf die Gerichtskasse über.
8. (Schriftliche Mitteilung.) 9. (Rechtsmittelbelehrung.)"
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Berufungsanträge:
des Gesuchstellers und Berufungsklägers (Urk. 32 S. 1 und 5; sinngemäss):
Das Urteil sei aufzuheben und die erstinstanzliche Abänderungsklage gutzuheissen.

Erwägungen:
1. a) Mit Urteil vom 12. Februar 2016 entschied die Vorinstanz im Ehe-
schutzverfahren der Parteien unter anderem das Folgende (Urk. 5/60 S. 61 ff.):
" 1. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Parteien das  auf unbestimmte Zeit vereinbart haben und bereits seit dem 14. Juni 2015 getrennt leben.
2. Die Kinder C._, geboren tt.mm.2009, und D._, geboren tt.mm. 2011, werden für die Dauer des Getrenntlebens unter die Obhut der Gesuchstellerin gestellt. Die elterliche Sorge verbleibt bei beiden Parteien.
3. Der Gesuchsgegner wird für berechtigt erklärt, die Kinder C._ und D._
a) bis zum Kindergarteneintritt von D._ jedes zweite  von Samstag 10:00 Uhr bis Sonntag 18:00 Uhr auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen;
b) ab Kindergarteneintritt von D._ jedes zweite Wochenende von Freitag 18:00 Uhr bis Sonntag 19:00 Uhr auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen;
c) in geraden Jahren je am zweiten Tag der Doppelfeiertage  und Neujahr sowie von Ostersamstag bis und mit Ostermontag und in ungeraden Jahren je am ersten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten und Neujahr und von  bis und mit Pfingstmontag auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen;
d) ab Kindergarteneintritt von D._ während vier Wochen in den Schulferien, maximal eine Woche am Stück, zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen, wobei das Ferienbesuchsrecht mindestens drei Monate im Voraus anzukündigen ist.
4.-8. (...) 9. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für die
Kinder C._ und D._ folgende monatliche Kinderunter-
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haltsbeiträge je zuzüglich allfälliger gesetzlicher oder vertraglicher Kinderzulagen zu bezahlen, je zahlbar monatlich im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats:
a) für den Monat Juni 2015 je CHF 367.– b) für den Monat Juli 2015 je CHF 368.50 c) für den Monat August 2015 je CHF 579.–
d) für den Monat September 2015 je nur Kinderzulagen e) für den Monat Oktober 2015 je nur Kinderzulagen
f) ab November 2015 je CHF 579.– g) ab Juli 2016 je CHF 600.– für die
weitere Dauer des .
10. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin ab Juli 2016 für die Dauer des Getrenntlebens für sich persönlich  Unterhaltsbeiträge von CHF 338.– zu bezahlen, zahlbar im  jeweils auf den Ersten eines jeden Monats, erstmals ab 1. Juli 2016.
11.-20. (...)."
b) Mit Eingabe vom 27. Februar 2017 stellte der Gesuchsteller und Beru-
fungskläger (fortan Gesuchsteller) das eingangs aufgeführte Rechtsbegehren be-
treffend Abänderung des vorinstanzlichen Urteils vom 12. Februar 2016 (Urk. 1).
Sodann stellte er den prozessualen Antrag, es sei ihm für das erstinstanzliche
Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren (Urk. 1).
Mit Eingabe vom 29. März 2017 stellte die Gesuchsgegnerin und Beru-
fungsbeklagte (fortan Gesuchsgegnerin) den prozessualen Antrag, es sei ihr die
unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und in der Person von Rechtsanwältin
lic. iur. X._ eine unentgeltliche Rechtsvertreterin zu ernennen (Urk. 5A).
Mit Verfügung und Urteil vom 19. Juni 2017 entschied die Vorinstanz im ein-
gangs erwähnten Sinne (Urk. 33).
c) Innert Frist erhob der Gesuchsteller gegen die Verfügung und das Urteil
vom 19. Juni 2017 Berufung mit obgenanntem Antrag (Urk. 32) sowie betreffend
die Nichtgewährung der unentgeltlichen Rechtspflege Beschwerde (vgl.
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RE170023-O Urk. 32). Zudem verlangt er auch für das Berufungsverfahren die
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 32 S. 7).
d) Auf die im Berufungsverfahren gemachten Ausführungen des Gesuchstel-
lers ist nachfolgend nur insoweit einzugehen, als sich dies für die Entscheidfin-
dung als notwendig erweist.
2. Der Gesuchsteller führt in der Berufungsschrift zu seinen finanziellen Ver-
hältnissen unter anderem aus, der Umzug in eine andere Wohnung gestalte sich
nicht alleine aufgrund des Marktes schwierig, sondern auch wegen seines desola-
ten Betreibungsauszuges. Da ihm seit der Trennung kein Geld geblieben sei, um
die während der Ehe aufgelaufenen Verbindlichkeiten zu begleichen, sei es zu ei-
ner Reihe von Verlustscheinen gekommen, welche im Betreibungsregister ersicht-
lich seien. Kaum ein Vermieter sei bereit, mit ihm unter diesen Umständen in nä-
here Verhandlungen einzutreten (Urk. 32 S. 2).
Im erstinstanzlichen Verfahren führte der Gesuchsteller zur Wohnungssuche
aus, dass keine adäquate Wohnung habe gefunden werden können, die in den
preislichen Vorstellungen des Gerichts lägen (Urk. 1 S. 2, Urk. 22 S. 8 f.). Er
reichte betreffend seine Wohnsituation und die Wohnungssuche erstinstanzlich
einige E-Mails und Wohnungsinserate (Urk. 23/6) sowie einen Protokollauszug
der Sozialkommission E._ vom 4. April 2017 (Urk. 23/1) ein (Urk. 33 S. 11
E. IV.3 f.). Den im Berufungsverfahren geltend gemachten desolaten Zustand sei-
nes Betreibungsregisterauszuges liess er im erstinstanzlichen Verfahren uner-
wähnt.
Der Gesuchsteller brachte somit die in seiner Berufungsschrift enthaltene
Tatsachenbehauptung zu dem ihn betreffenden Betreibungsregisterauszug und
die sich damit ergebenden Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche erstmals im
Berufungsverfahren vor. Er macht dabei nicht geltend, dass die von ihm behaup-
tete Tatsache nicht schon im erstinstanzlichen Verfahren hätte vorgebracht wer-
den können (Art. 317 Abs. 1 lit. b ZPO). Das diesbezügliche Vorbringen ist daher
im Sinne von Art. 317 ZPO als verspätet zu betrachten und kann im Berufungs-
verfahren nicht mehr berücksichtigt werden.
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3. a) Das Berufungsverfahren ist als eigenständiges Verfahren ausgestaltet.
Es dient nicht der Vervollständigung des vorinstanzlichen Verfahrens, sondern der
Überprüfung und Korrektur des erstinstanzlichen Entscheids im Lichte konkret
dagegen vorgebrachter Beanstandungen. Entsprechend ist die Berufung nach
Art. 311 Abs. 1 ZPO begründet einzureichen. Dies gilt auch dann, wenn das Ver-
fahren wie hier dem Untersuchungsgrundsatz unterliegt. Der Berufungskläger
muss aufzeigen, inwiefern er den angefochtenen Entscheid als fehlerhaft erach-
tet. Um dieser Pflicht nachzukommen genügt es nicht, wenn er auf seine Vorbrin-
gen vor der ersten Instanz verweist oder den angefochtenen Entscheid in allge-
meiner Art und Weise kritisiert. Vielmehr muss der Berufungskläger im Einzelnen
die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnen, die er beanstandet, sich mit ihnen
argumentativ auseinandersetzen und die Aktenstücke nennen, auf denen seine
Kritik beruht. Die Begründung muss hinreichend explizit sein, dass sie von der Be-
rufungsinstanz einfach nachvollzogen werden kann (BGer 5A_573/2017 vom
19. Oktober 2017, E. 3.1 m.w.H.). Das Gericht muss den angefochtenen Ent-
scheid nicht von sich aus auf Mängel untersuchen, es sei denn, der Sachverhalt
sei geradezu willkürlich festgestellt worden oder das Recht sei geradezu willkür-
lich angewandt worden (BGer 4A_258/2015 vom 21. Oktober 2015, E. 2.4.3
m.w.H.; Reetz/Theiler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm.,
Art. 311 N 36 m.w.H.). Genügt die Berufung den Anforderungen an die Begrün-
dung nicht, so wird auf diese nicht eingetreten. Inhaltliche Nachbesserung der
Begründung ist nach Ablauf der Berufungsfrist nicht zulässig (Reetz/Theiler, in:
Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO Komm., Art. 311 N 38 m.w.H.;
BGer 4A_41/2017 vom 9. Februar 2017).
b) Der Gesuchsteller führt in der Berufungsschrift aus, bei der Beurteilung,
ob der Wechsel zur alternierenden Obhut sinnvoll sei, gehe die Vorinstanz ohne
Begründung von Folgendem aus (unter Hinweis auf S. 6 E. III.3 des angefochte-
nen Entscheids): "Indessen verfüge die Gesuchstellerin über die bessere Mög-
lichkeit, die Kinder persönlich zu betreuen und gewährleiste insgesamt ein stabile-
res Umfeld für die Kinder als der Gesuchsgegner". Diese Annahme geschehe oh-
ne jede Begründung sowie Abwägung der Belange der Kinder. Sollte es der Fall
sein, dass die Gesuchsgegnerin nur deshalb als besser geeignet erachtet werde,
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da sie eine Frau sei, so verstiesse dies gegen Art. 8 Abs. 2 BV (Urk. 32 S. 2).
Dem Gesuchsteller ist bei dieser Rüge entgangen, dass die erstinstanzliche Rich-
terin in dem vom Gesuchsteller angeführten Teil der Erwägung III.3 einzig das
rechtskräftige Eheschutzurteil vom 12. Februar 2016 zitiert und hierbei noch keine
eigene Beurteilung vornimmt. Mit den Erwägungen III.4, III.7 und III.8 des ange-
fochtenen Entscheides, in welchen sich die vorinstanzliche Richterin konkret mit
dem Antrag des Gesuchstellers auf Abänderung des Urteils vom 12. Februar
2016 und Anordnung einer alternierenden Obhut befasst, setzt sich der Gesuch-
steller in seiner Berufungsschrift hingegen nicht auseinander. Er erwähnt zwar
noch, dass die Kommunikationsunwilligkeit der Gesuchsgegnerin nicht auf dem
Rücken der Kinder ausgetragen werden sollte (Urk. 32 S. 2). Dies entspricht je-
doch nicht der im Berufungsverfahren notwendigen Auseinandersetzung mit der
vorinstanzlichen Feststellung, dass die Umstände der Kommunikation zwischen
den Parteien der Installation einer alternierenden Obhut entgegenstünden
(Urk. 32 S. 8 E. III.7). Wenn der Gesuchsteller schliesslich in seiner Berufungs-
schrift vorbringt, es entziehe sich seiner Kenntnis, wieso die Vorinstanz die alter-
nierende Obhut nicht einmal in Erwägung gezogen habe bzw. der Versuch dazu
nicht zugelassen worden sei (Urk. 32 S. 2), dann fehlt es endgültig an einer Aus-
einandersetzung seinerseits mit den vorinstanzlichen Erwägungen III.7 und III.8,
in welchen von der erstinstanzlichen Richterin ausgeführt wurde, wieso vorliegend
keine alternierende Obhut angeordnet werden könne. Auf die Berufung des Ge-
suchstellers betreffend die vorinstanzliche Abweisung der Anordnung der alternie-
renden Obhut wird mangels genügender Auseinandersetzung seinerseits mit den
diesbezüglichen vorinstanzlichen Erwägungen nicht einzutreten sein.
c) Der Gesuchsteller führt in seiner Berufungsschrift sodann aus, am
28. Februar 2017 habe seine Rahmenfrist beim RAV geendet. Er sei somit seit
dem 1. März 2017 auf Unterstützung durch die Sozialhilfe angewiesen, was eine
erhebliche Veränderung seiner finanziellen Leistungsfähigkeit bedeute. Aus die-
sem Grund habe er vor dem 1. März 2017 die Abänderungsklage bei der Vorin-
stanz eingereicht (Urk. 32 S. 1). Bereits anlässlich der Hauptverhandlung habe er
ausgeführt, dass sein Einkommen stark schwankend sei, da er keinen Einfluss
auf die Einsatzplanungen der einzelnen Unternehmungen habe. Der Protokoll-
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auszug der Sozialkommission vom 4. April 2017 sowie der entsprechende Be-
schluss, gemäss welchem er mit wirtschaftlicher Sozialhilfe unterstützt werde,
würden alles über seine derzeitigen finanziellen Verhältnisse aussagen (Urk. 32
S. 2). In Absprache mit dem Sozialamt E._ sowie weiterhin auch des RAV
unternehme er alles, um wieder ein akzeptables Einkommen zu erzielen. Seine
Bemühungen würden regelmässig vom Sozialamt und vom RAV kontrolliert und
gutgeheissen werden. Das ihm im Urteil vom 12. Februar 2016 angerechnete Net-
togesamteinkommen von Fr. 5'493.90 könne er gegenwärtig nicht erzielen, da er
keine entsprechende Anstellung finde (Urk. 32 S. 3). Gerne hätte er noch vor dem
Ende der Rahmenfrist sein Pensum aufgestockt oder eine Vollzeitstelle angetre-
ten. Hier würden jedoch Wunsch und Realität auseinanderdriften. Bezüglich sei-
ner Zahlungsfähigkeit könne er nur von der Realität ausgehen. Deshalb habe er
die Abänderungsklage eingereicht (Urk. 32 S. 5).
Gemäss den Erwägungen der erstinstanzlichen Richterin blieben die vom
Gesuchsteller geltend gemachten Suchbemühungen für eine neue Stelle unbelegt
(Urk. 33 S. 10 E. IV.3 uns S. 11 E. IV.4; siehe auch Urk. 22 S. 6 f.). Der Gesuch-
steller unterlässt es im Berufungsverfahren in seinen vorstehend aufgeführten
Einwendungen, sich damit konkret auseinanderzusetzen, weshalb diesbezüglich
auf seine Berufung ebenfalls nicht einzutreten sein wird und im Folgenden davon
auszugehen ist, dass seine geltend gemachten Suchbemühungen um eine neue
bzw. weitere Arbeitsstelle unbelegt geblieben sind.
d) da) Der Gesuchsteller führt in seiner Berufungsschrift weiter an, dass ge-
mäss gefestigter Rechtsprechung die Veränderung der wirtschaftlichen Verhält-
nisse erheblich und auf Dauer sowie nicht vorhersehbar sein müsse, damit die
Kinderunterhaltsbeiträge der Abänderung zugänglich seien. Da im ursprünglichen
Eheschutzverfahren davon ausgegangen worden sei, dass er noch vor dem Ende
der Rahmenfrist wieder zu Arbeit kommen würde, seien die aktuellen Verhältnisse
als nicht vorhersehbar einzustufen. Der finanzielle Einbruch von Fr. 5'027.20 im
Februar 2017 auf den Grundbetrag von netto Fr. 986.– ab März 2017 sollte als
erheblich angesehen werden. Sei eine Veränderung bereits zum Zeitpunkt des
Urteils vorhergesehen und berücksichtigt worden, rechtfertige diese bei ihrem Ein-
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treffen keine Anpassung des Unterhaltsbeitrages. Vorliegend sei von einer ande-
ren Zukunftsprognose ausgegangen worden. Habe sich das Einkommen des Un-
terhaltspflichtigen unverschuldet erheblich, dauerhaft und unvorhergesehen redu-
ziert, so habe er Anspruch auf eine Reduktion der Unterhaltsbeiträge. Natürlich
könne der Schuldner hingegen auch bei unverschuldeten Einkommenseinbussen
keine Reduktion verlangen, wenn ihm bereits ein hypothetisches Einkommen an-
gerechnet worden sei und er neuerdings noch weniger verdiene (Urk. 32 S. 5 f.).
Gemäss den Erwägungen der vorinstanzlichen Richterin handelt es sich
beim mit Urteil vom 12. Februar 2016 festgelegten Nettoeinkommen des Gesuch-
stellers in der Höhe von Fr. 5'493.90 nicht um ein tatsächlich erzieltes Einkom-
men, sondern um ein hypothetisches Einkommen (Urk. 33 S. 11 f. E. IV.5 f.). Da-
mit setzt sich der Gesuchsteller in seiner Berufungsschrift nicht konkret auseinan-
der. Er zitiert zwar einige Erwägungen des Urteils vom 12. Februar 2016 und führt
dazu aus, dass die Annahme eines hypothetischen Einkommens schlichtweg
falsch sei (Urk. 32 S. 3 f.), wieso er jedoch dieser Ansicht ist, konkretisiert er in
der Folge nicht näher. Der Gesuchsteller führt schliesslich in rechtlicher Hinsicht
selber aus, dass bei unverschuldeten Einkommenseinbussen keine Reduktion der
Unterhaltsbeiträge beantragt werden könne, sofern der antragstellenden Person
ein hypothetisches Einkommen angerechnet worden sei und dieser neuerdings
noch weniger verdiene.
db) Die erstinstanzliche Richterin erwog weiter, es sei im Urteil vom 12. Feb-
ruar 2016 nicht davon ausgegangen worden, dass das tatsächliche Erzielen des
Nettoeinkommens von Fr. 5'493.90 Voraussetzung für die Höhe der Unterhalts-
beiträge sei und damit – bei Nichterzielen – einen Abänderungsgrund darstelle.
Dass das verminderte Einkommen des Gesuchstellers keinen Abänderungsgrund
darstelle ergebe sich bereits aus den allgemeinen Regeln des zeitlichen Umfangs
der Rechtskraftwirkung. Zum Zeitpunkt der Urteilsfällung – auch nur als Möglich-
keit – absehbare Veränderungen (wie vorliegend die "Aussteuerung" des Ge-
suchstellers, ohne dass er eine neue Arbeitsstelle finde) habe der ursprüngliche
Richter zu berücksichtigen und würden mit seinem Entscheid verbindlich (wenn
auch nur im Rahmen der allgemein "reduzierten" Rechtskraftwirkung von Ehe-
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schutzentscheiden) erledigt. Dies müsse jedenfalls dann gelten, wenn nicht aus-
drücklich ein Vorbehalt angebracht worden sei, dass eine bestimmte Veränderung
einen Abänderungsgrund darstellen könne. Das sei vorliegend aber nicht der Fall
(Urk. 33 S. 12 E. IV.7). Da das tatsächlich erzielte Einkommen also ohne Bedeu-
tung sei – weil eben von einem hypothetischen Einkommen ausgegangen worden
sei –, bleibe zu prüfen, ob sich die Annahme, der Gesuchsteller könne bei genü-
genden Anstrengungen wieder ein solches Einkommen erzielen, als falsch erwie-
sen habe. Dass man zur Zeit des ersten Urteils und aufgrund der damals vorlie-
genden Tatsachen grundsätzlich davon ausgegangen sei, dies sei so, könne nicht
in Frage gestellt werden. Dem stehe die Rechtskraftwirkung des Urteils entgegen
und eine allfällige Unberechtigtheit dieser Annahme hätte der Gesuchsteller auf
dem Rechtsmittelweg vorbringen müssen. Möglich sei aber, dass sich nun tat-
sächlich gezeigt habe, dass die Annahme unberechtigt gewesen sei. Dies wäre
dann der Fall, wenn der Gesuchsteller trotz genügender Anstrengungen nicht in
der Lage wäre, ein solches Einkommen zu erzielen. Dafür wieder müsste er indes
zumindest glaubhaft machen, dass er solche Anstrengungen unternommen habe
(Urk. 33 S. 13 E. IV.8). Dass die Annahme, der Gesuchsteller könne bei genü-
genden Anstrengungen wieder ein Einkommen von rund Fr. 5'500.– erzielen,
nicht fälschlicherweise getroffen worden sei, zeige bereits der Umstand, dass der
Gesuchsteller gemäss seinen eigenen Aussagen nunmehr eine dritte Teilzeitstelle
gefunden habe und ein zusätzliches Einkommen von rund Fr. 4'500.– pro Monat
erzielen werde. Zusammen mit seinen weiteren monatlichen Einkünften von rund
Fr. 1'500.– werde er damit in absehbarer Zeit wieder über Einkünfte in der Höhe
des ihm hypothetisch angerechneten Einkommens verfügen. Dass er alle ihm
zumutbaren Anstrengungen unternommen habe, um bereits früher wieder ein
entsprechendes Einkommen zu generieren, substantiiere und belege der Ge-
suchsteller wie bereits dargelegt in keiner Art und Weise. Der Umstand alleine,
dass er Arbeitslosentaggeld bezogen habe, vermöge hieran nichts zu ändern. Es
obliege dem Gesuchsteller die entsprechenden Behauptungen vorzubringen und
zu belegen (Urk. 33 S. 13 E. IV.9).
Wie bereits erläutert, blieben die Suchbemühungen des Gesuchstellers für
eine neue Stelle unbelegt. Er konnte somit nicht glaubhaft machen, dass er An-
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strengungen dafür unternommen habe, dass ihm angerechnete hypothetische
Einkommen zu erzielen. So war es der erstinstanzlichen Richterin ohne Belege
nicht möglich, zu überprüfen, ob der Gesuchsteller – wie von ihm behauptet –
auch tatsächlich genügend Suchbemühungen für eine neue bzw. weitere Arbeits-
stelle unternommen hat. Das Kassationsgericht des Kantons Zürich hat in einem
Entscheid vom 25. Dezember 2002 sodann festgehalten, dass die Anforderungen
an den Nachweis genügender Suchbemühungen im Rahmen der Arbeitslosen-
versicherung und im Rahmen der Festsetzung von Unterhaltsbeiträgen nicht iden-
tisch seien, weshalb im zivilrechtlichen Verfahren zum Nachweis genügender
Bemühungen Beweismittel vorzulegen seien (Kass.-Nr. 2002/142 Z, in: Rechen-
schaftsbericht des Kassationsgerichtes des Kantons Zürich über das Jahr 2002
Nr. 21 S. 22).
Der Gesuchsteller hat sich aber ohnehin auch hierzu nicht genügend mit den
vorinstanzlichen Erwägungen auseinandergesetzt. Er führt hauptsächlich aus,
dass der finanzielle Einbruch seit März 2017 erheblich sei und daher die Unter-
haltsbeiträge herabzusetzen seien. Dies stellt jedoch keine genügende Auseinan-
dersetzung mit den vorstehenden Erwägungen der erstinstanzlichen Richterin
zum hypothetischen Einkommen und zu seinen Suchbemühungen dar. So unter-
lässt er es im Berufungsverfahren ferner auch, die Annahme der erstinstanzlichen
Richterin, er werde mit der dritten Teilzeitstelle ein zusätzliches Einkommen von
Fr. 4'500.– pro Monat erzielen (Urk. 33 S. 13 E. IV.9), konkret zu bestreiten, ob-
wohl er anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 31. Mai 2017 noch
vorbrachte, dass sein gesamthaftes Einkommen, welches er anstrebe, inklusive
der dritten Teilzeitstelle brutto Fr. 4'500.– betrage (Urk. 22 S. 24). Somit wird auch
diesbezüglich auf die Berufung nicht einzutreten sein.
e) Wie aufgezeigt ist die Eingabe des Gesuchstellers gesamthaft als Beru-
fung unzureichend, da sich dieser mit der Entscheidbegründung der erstinstanzli-
chen Richterin nicht konkret auseinandergesetzt hat. Da keine Anhaltspunkte da-
für vorliegen, dass die erstinstanzliche Richterin den Sachverhalt willkürlich fest-
gestellt oder das Recht willkürlich angewandt hat, und da sich der Gesuchsteller
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mit den vorinstanzlichen Erwägungen nicht genügend auseinandergesetzt hat, ist
auf seine Berufung nicht einzutreten.
4. Gemäss Art. 117 ZPO hat eine Person Anspruch auf unentgeltliche
Rechtspflege, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Die Berufung war, wie dargelegt, von vor-
neherein aussichtslos, weshalb dem Gesuchsteller für das zweitinstanzliche Ver-
fahren die von ihm beantragte unentgeltliche Rechtspflege nicht gewährt werden
kann.
5. Die Prozesskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt. Bei Nicht-
eintreten gilt die klagende Partei bzw. die Partei, welche das Rechtsmittel erho-
ben hat, als unterliegend (vgl. Art. 106 Abs. 1 ZPO), weshalb dem Gesuchsteller
die Gerichtskosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen sind. Für deren Be-
messung gelangen § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 2 lit. b, § 10 Abs. 1 und § 12 Abs. 1 und 2
GebV OG zur Anwendung. Mangels wesentlicher Umtriebe ist der Gesuchsgeg-
nerin für das Berufungsverfahren keine Entschädigung zuzusprechen.