Decision ID: 5857d1c1-33a3-4156-a090-363e74051225
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1983, Mutter eines Sohnes (Jahrgang 2012)
,
besuchte die Schulen in ihrem Heimatland (
Urk.
9/25/1) und absolvierte nach ihrer Einreise in die Schweiz im Jahr 2002 (
Urk.
9/3/1
Ziff.
1.6) in den Jahren 2008 und 2009
eine Ausbildung
an der Gastronomie- und Serviceschule
Y._
, die sie mit einem Zertifikat abschloss (
Urk.
9/3/4
Ziff.
5.2,
Urk.
9/24/2,
Urk.
9/26/1). Nach mehrjähriger vollzeitlicher Tätigkeit im Restau
rant
Z._
(
Urk.
9/11/2,
Urk.
9/24/4)
war
sie
- neben Teilzeit
tätigkeiten
als Reinigungskraft in mehreren Privathaushalten
sowie
bei der Ge
werkschaft
A._
(
Urk.
9/24/3,
Urk.
9/47/2,
Urk.
9/53)
-
vom 15. Juli 2015 bis 31. Oktober 2016
in einem Pensum von 71
%
bei
Restaurants B._
als Team Member Restaurant
angestellt
, wobei der letzte Arbeitstag
gemäss Arbeitgeberfragebogen
d
er 6. Juli 2016 war (Urk. 9/10/
1 f.).
Bereits im April 2016 hatte sich
die Versicherte
aufgrund von Thoraxschmerzen in medizinische Be
hand
lung begeben und war in der Folge bei diagnostizierter Tuberkulose-Pleuritis (
Urk.
9/15/6) (teil-)arbeitsunfähig geschrieben (
Urk.
9/12/15 ff.) und bezog von April bis Oktober 2016 Krankentaggelder (
Urk.
9/10/8).
Am
7. Oktober 2016
mel
dete
sich
die Versicherte
unter Hinweis auf
ein Lungenleiden
bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 9/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr
nach Durchführung von erwerblichen und medizinischen Abklärungen
mit Verfügung
vom
1
9
. Februar
2018
bei einem Invaliditätsgrad von 92 % rückwirkend ab 1. Mai 2017 eine ganze Rente
sowie eine Kinderrente
zu (
Urk. 9/34
, Urk. 9/32
).
1.2
Am 30. November 2018 (Eingangsdatum) meldete die Versicherte der IV-Stelle die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit
als Unterhaltsreinigerin
bei der
C._
AG
per 2. November 2018
(Urk. 9/43). Die IV-Stelle leitete daraufhin
das
Revisionsverfahren ein.
Nach Eingang eines am 16. März 2019 ausgefüllten Revi
sionsfragebogens (Urk. 9/54) holte die IV-Stelle Berichte der behandelnden Ärzte sowie eine Stellungnahme des
r
egionalen
ä
rztlichen Dienstes (RAD) vom
3
0.
Juli 2019
ein (Urk. 9/55-56, Urk. 9/62/3, Urk. 9/65/5 f.).
Nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(Urk. 9/66, Urk. 9/70-73, Urk. 9/76) hob die IV-Stelle mit Verfü
gung vom 27. September 2019 die bisher ausgerichtete
ganze
Rente
auf das Ende des der Zustellung folgenden Monats
auf (Urk. 9/78 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 29. Oktober 2019 Beschwerde gegen die Verfügung vom
27. September 2019 (Urk. 2) und beantragte sinngemäss, diese sei aufzuheben und
es sei
ihr weiterhin eine ganze Rente auszurichten. Gleichzeitig
ersuchte
sie um
Bewilligung der
unentgeltliche
n
Prozessführung (Urk. 1).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 27. November 2019 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 8). Dies wurde der Beschwerdeführerin am 3. Dezember 2019 zur Kenntnis gebracht und ihr
wurde
gleichzeitig mitgeteilt, dass über ihren Antrag
auf
unentgeltliche Prozessführung zu einem späteren Zeit
punkt entschieden werde (Urk. 10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung,
IVG
).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
an
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem
Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kon
text unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) ab
gegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.
5
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktio
nelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung
(
IVV
) beurteilen die RAD die medizi
nischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdi
gen die
vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxis
gemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1)
genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen ver
f
ügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versiche
rungs
interner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete die revisionsweise Aufhebung der ganzen Rente
in der angefochtenen Verfügung vom 27. September 2019
damit
,
dass sich
die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin verbessert
habe
.
In einer angepassten Tätigkeit unter Berücksichtigung des beschriebenen Belastungs
pro
fils sei sie wieder zu 100
%
arbeitsfähig (
Urk.
2 S. 1 f.)
, weshalb keine Erwerbs
einbusse mehr bestehe.
Sie
habe wieder eine Tätigkeit in der Reinigung aufge
nommen
, wobei
davon auszugehen
sei
, dass diese
nicht
optimal
angepasst sei
.
Es sei ihr
jedoch möglich und
zumutbar, eine
angepasste
Tätigkeit im Hilfsarbeiter
bereich aufzunehmen, in dem sie schon zuvor tätig
gewesen sei
.
Aus
dem mit dem Einwand eingereichten Bericht der Hausärztin
gingen
keine neue
n medi
zinischen Diagnosen
hervor
. Zudem nehme die Hausärztin keine Stellung zu einer angepassten Tätigkeit.
Aufgrund dieser Sachlage bestehe kein Anspruch mehr auf eine Rente der Invalidenversicherung
(
Urk. 2
S. 2)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte demgegenüber vor, nach Ansicht ihrer Haus
ärztin sei sie keinesfalls zu 100 % arbeitsfähig. Die Hausärztin habe ihr auch immer wieder Arztzeugnisse ausgestellt, welche dies bestätigen würden. Die Schmerzen
kämen auch
von den Nebenwirkungen der Medikamente, welche sie über eine lange Zeit habe einnehmen müssen. Sie habe versucht, ihr Arbeits
pensum zu erhöhen. Allerdings habe sie es dann wieder reduzieren müssen, da sie es vor Schmerzen nicht ausgehalten habe (Urk. 1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die
Beschwerdegegnerin die bisherige ganze Rente der Beschwerdeführerin zu Recht
revisionsweise
per Ende Oktober 2019
aufge
hoben hat
.
3.
3.1
Die rentenzusprechende Verfügung vom
19
. Februar
2018
(
Urk.
9/3
4
, Urk. 9/32
)
stützte sich in medizinischer Hinsicht in erster Linie auf
die nachfolgenden medizinischen Berichte:
3.1.1
Die Hausärztin der Beschwerdeführerin,
pract
. med.
D._
, nannte in ihrem Bericht vom 23. Juni
2017 (Datum Eingang Beschwerdegegnerin, Urk. 9/19/1-3) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Tuber
kulose (Tbc) Pleuritis rechts mit Erschöpfungszustand, bestehend seit Mai 201
6.
Mit Bezug auf
die Arbeitsfähigkeit erklärte
pract
. med.
D._
, die Beschwerde
führerin sei sowohl in angestammter als auch in angepasster Tätigkeit zu 90 % arbeitsunfähig (Urk. 9/19/1).
Die Prognose sei unklar und die Arbeitsfähigkeit
könne aktuell nicht durch medizinische Massnahmen verbessert werden (Urk. 9/19
/2).
3.1.
2
Die behandelnden Ärzte des Kantonsspitals
E._
, Pneumologie,
erklärten mit Bericht vom 19. Juli 2017, bei der Beschwerdeführerin liege prinzi
piell eine kurativ behandelbare Erkrankung bei Pleura-Tuberkulose vor.
Aktuell sei bei erneutem Nachweis von
einem
Mycobacterium
tuberculosis
mikroskopisch sowie mittels PCR im
Pleurapunktat
vom Mai 2017 von einer persistierenden Infektion trotz medikamentöser Therapie von Mai bis November 2016 auszu
gehen.
Da nach
stattgefundener medikamentöser Behandlung prinzipiell von Resistenzentwicklungen ausgegangen werden müsse,
bleibe
das Antibiogramm vor erneuter Einleitung der Therapie abzuwarten. Nach Erhalt
desselben
werde unverzüglich mit einer medikamentösen Therapie unter direkter Beobachtung der Medikamenteneinnahme (
directly
observed
therapy
, DOT)
sowie Spiegelbe
stim
mung
en
begonnen
.
Solange
sei die Beschwerdeführerin aufgrund der atemab
hängigen Thoraxschmerzen trotz analgetischer Therapie nicht arbeitsfähig. Die erneute Therapie sei je nach ausstehender Resistenzlage für mindestens sechs Monate vorgesehen. Wie die Arbeitsfähigkeit unter der Therapie verlaufen werde, könne aktuell noch nicht abgeschätzt werden. Es sei jedoch nicht mit einem lebenslangen Gesundheitsschaden zu rechnen
(Urk. 9/22).
3.1.
3
In seiner Stellungnahme vom 18. August 2017 (Urk. 9/26/4 f.) nannte RAD-Arzt Dr. med. Dr.
rer
. pol.
F._
, Facharzt für Innere Medizin,
als Diagnose mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
den Status nach Tbc
-
Pleuritis rechts seit Juni 2016 (nicht offen).
D
ie Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkei
t betrage
0 % seit der Erstdiagnose im Spital
G._
am
19. April 2016 (Urk. 9/26/4
; vgl.
Urk.
9/12/15
). In einer angepassten Tätigkeit
(leichte bis mittelschwere Tätigkeiten)
sei die Beschwerdeführerin seit dem 19. Apri
l 2016 zu 10 % arbeitsfähig
(Urk. 9/26/4 f.)
. Der Gesundheitszustand werde sich
langfristig am ehesten unter der
antituberkulostatischen
Therapie verbessern
. Eine
vorzeitige medizinische Überprüfung sei in sechs bis neun Monaten bezieh
ungs
weise nach Vorliegen eines Antibiogramms
gemäss Resistenzlage
und nach Ab
schluss der sechsmonatigen spezifischen Behandlung vorzunehmen
(Urk. 9/26/5).
3.2
3.2.1
Im
Rahmen des im
November 2018
eingeleiteten Revisionsverfahrens sind im Wes
entlichen folgende ärztliche Beurteilungen
zu den Akten genommen worden
:
Mit Bericht vom 8. April 2019
zuhanden der Beschwerdegegnerin
(Datum Ein
gang, Urk. 9/55),
stellte
Hausärztin
pract
. med.
D._
eine Verschlech
te
rung des Gesundheitszustandes
der Beschwerdeführerin
fest und nannte
als aktu
elle Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende
Tbc
-
Pleuritis seit Mai 2017 mit Tuberkulostatika bis Ende Februar 201
9.
Als verän
derten
respektive aktuellen psychopathologische
n
Befund und
funktionelle Ein
schränkung gab sie körperliche Erschöpfung an
(Urk. 9/55/1).
Zudem ergänzte sie, die Frage nach dem Ressourcenprofil für berufliche Tätigkeiten könne sie nicht beantworten. Die Beschwerdeführerin sei, wenn überhaupt,
höchstens
10 % arbeitsfähig
(Urk. 9/55/2)
.
Die Prognose sei unklar und die Arbeitsfähigkeit könne durch medizinische Massnahmen nicht verbessert werden (Urk. 9/55/4)
.
Es könnten leichte Arbeiten (bis 10 Kilogramm) im Stehen, Gehen oder Sitzen verrichtet werden, jedoch nur
für
jeweils
sehr kurz
e Zeit
(Urk. 9/55/2).
3.2.2
Die behandelnden Ärzte
der Pneumologie des
E._
nannten mit Bericht vom
12. März 2019
(Urk. 9/56/5 f.) folgende Diagnosen
(Urk. 9/56/
5):
-
Status nach Rezidiv einer Tbc-Pleuritis rechts, Erstdiagnose (ED) Mai 2017 mit/bei
-
Persistenz eines tuberkulösen Empyems rechts lateral
submammär
mit
sonographisch nachgewiesener
Grössenregredienz
unter prolongierter
tuberkulostatischer
Therapie (INH/RMP/PZ/
Moxifloxacin
) vom
16. August
2017 bis 25. Februar 2019
-
Pleu
rapunktion
am 19. September 2018 mit pos
itivem
Nachweis von
Mycobacterium
tuberculosis
(PCR) und Bacillus
species
(in
Anreicherung)
-
Diagnosestellung im Rahmen von persistierenden Thoraxschmerzen
rechts, atemabhängig
-
Status nach Tbc-Pleuritis rechts, ED Mai 2016
-
Diagnose mittels
Pleurabiopsie
mit vereinzelt säurefesten Stäbchen und
Epitheloidzellgranulomen
(Thorakoskopie am 6. Mai 2016)
-
Tuberkulostatische
Therapien:
Rimstar
vom 21. Mai bis 27. Mai 2016,
Rifinah
vom 28. Juli bis 29. November 2016
Dazu ergänzten die Ärzte des
E._
,
bezüglich des thorakalen Befundes
sub
mammär
rechts bestünden aktuell praktisch keine Restsymptome bei einer sono
graphisch dokumentierten weiteren
Grössenregredienz
. Die Beschwerdeführerin habe die
tuberkulostatische
Therapie während 18 Monaten durchgeführt und werde
sie
nun, wie vorbesprochen,
per sofort
beenden. Des Weiteren gebe sie diverse Gelenks- und Rückenschmerzen an, der
en Ursache nicht ganz klar sei
. Differentialdiagnostisch seien auch Medikamentennebenwirkungen im Rahmen der
tuberkulostatischen
Therapie
zu erwägen
, wobei der zeitliche Zusammenhang nicht sehr suggestiv sei. Die Rücken- und Gelenksbeschwerden würden aktuell von der Hausärztin abgeklärt. Weitere pneumologische Nachkontrollen seien im
E._
nicht vorgesehen (Urk. 9/56/6).
3.2.3
Mit Bericht vom 4. Mai 2019
zuhanden der Beschwerdegegnerin
(Urk. 9/56/1-4)
hielten die Ärzte des
E._
einen stationären Gesundheitszustand bei gleichen
Diagnosen fest (Urk. 9/55/1, vgl. E. 3.2.2).
Zudem sprachen sie von einer guten
Prognose (Urk. 9/56/3).
Es könnten leichte bis mittelschwere Tätigkeiten (bis 15
Kilo
gramm), überwiegend im Gehen, Stehen und Sitzen verrichtet werden (Urk. 9/56/2).
3.2.4
Im Nachtrag vom 11. Juli 2019 zum Bericht vom 4. Mai 2019 (E. 3.2.3) ergänz
t
en die behandelnden Ärzte des
E._
, es seien keine Therapiemassnahmen mehr ge
plant. Zudem bestünden keine Funktionseinschränkungen aufgrund von Rücken- und Gelenksbeschwerden.
Die Frage nach dem
Belastungsprofil
könne nicht
be
antwortet
werden, hierfür
sei die Hausärztin zu konsultieren. Die Arbeitsfähigkeit in einer optimal angepassten Tätigkeit betrage ab sofort 100 % (Urk. 9/62/3).
3.2.5
In seiner Stellungnahme vom 30. Juli 2019 (Urk. 9/65/5 f.) erklärte RAD-Arzt Dr.
F._
,
gemäss Verlaufsbericht des
E._
vom 4. Mai 2019 (E. 3.2.3) sei bei Resistenz eines tuberkulösen Empyems eine prolongierte Tbc-spezifische Behand
lung erforderlich gewesen (16. August 2017 bis 2
5.
Februar 2019). Mit der aktu
ellen pneumologischen
Berichterstattung aus dem
E._
vom 11. Juli 2019 sei gegenü
be
r der letzten Verfügung vom 12
. Februar
2018
(
richtig: 19. Februar 2018,
Urk. 9/34
)
eine
B
esserung des Gesundheitszustandes eingetreten
.
Die Be
schwerdeführerin sei gemäss Angabe
n
des
E._
seit dem
11. Juli 2019 in einer
optimal
angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig.
Geeignet
sei eine wechsel
belastende, teils sitzende, teils ebenerdige, gehend oder stehend ausgeführte Tätigkeit. Das sporadische Anheben und Tragen von mittelschweren Gewichten (10-15 Kilogramm) sei ebenfalls zumutbar. Unter diesem Belastungsprofil sei eine vollschichtige Tätigkeit im Rahmen der beruflichen Aktivität zumutbar (Urk. 9/65/5 f.).
3.2.6
Hausärztin
pract
. med.
D._
berichtete am
26. August 2019, die Be
schwerdeführerin sei seit einer Tbc-Pleuritis im April 2016 hochdosiert mit Anti
biotika therapiert worden, welche sie diesen Winter abgesetzt habe. Es bestehe nach wie vor ein ausgeprägter Erschöpfungszustand mit pleuralen Schmerzen
rechtsseitig beim Atmen. Daneben seien Gelenksschmerzen und Rücken
schmer
zen
dazugekommen, so dass die Beschwerdeführerin aus ihrer Sicht keinesfalls zu 100 % arbeitsfähig sei. Nach wie vor sei sie körperlich s
ehr geschwächt, be
nötige täglich Schmerzmedikamente
und behelfe sich mit Physiotherapie
.
Ge
ge
be
nen
falls sei
eine Zweitmeinu
ng respektive
Begutachtun
g der pulmonalen Situ
a
tion ein
zu
holen,
eventuell
auch
eine
psychiatrisch
e
Abklärung
, da die Er
kran
kung doch starke Spuren hinterlasse
(Urk. 9/70
=
Urk. 3/1
).
3.2.7
Mit der Beschwerde reichte die Beschwerdeführerin we
itere ärztliche Zeugnisse von
pract
. med.
D._
ein, gemäss welchen sie vom 1. September bis
30. November
2019 zu 90 % arbeitsunfähig gewesen sei (Zeugn
isse vom 26.
August
, 23. September und 28. Oktober 2019, Urk. 3/2).
3.2.8
Die
behandelnde Physiotherapeutin
,
H._
,
erklärte im undatierten, mit der Beschwerde eingereichten Bericht,
die Beschwerdeführerin sei seit April 2019 bei ihr in physiotherapeutischer Behandlung. Sie sei mit akuten lumbalen Schmerzen und schmerzbedingten Bewegungseinschränkungen gekommen. Mit der Therapie, bestehend aus Weichteilbehandlung, leichten aktiven und passiven Bewegungsübungen und Haltungsinstruktionen hätten sich die Beschwerden ge
bessert
, seien
jedoch nicht vollständig abgeklungen. Durch körperliche Arbeit würden die Beschwerden verstärkt. Die Beschwerdeführerin sei weiterhin in phy
siotherapeutischer Behandlung (Urk. 3/3).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin bem
a
ss den Invaliditätsgrad anlässlich der
Z
usprache
der ganzen Rente
mittels eines Einkommen
s
vergleichs
(vgl. auch den Haushalt
abklärungsbericht vom 1
9.
September 2017,
Urk.
7/24)
. In Bezug auf das Inva
lideneinkommen ging sie von einer Arbeitsfähigkeit von 10
%
in einer Verweis
tätigkeit
aus
und stützte sich in masslicher Hinsicht auf das von der Be
schwer
deführerin als Reinigungskraft effektiv erzielte
Einkommen
,
da sie da
mit ihre Restarbeitsfähigkeit bestmöglich verwerte (
Urk.
9/25,
Urk.
9/32/1).
Zu prüfen
ist
, ob sich
der Gesundheitszustand und damit
die Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin
im Zeitraum zwischen
der rent
enzusprechenden Verfügung vom 19
. Febru
ar
2018
(
Urk. 9/34,
Urk. 9/32)
und der angefochtenen Verfügung vom 2
7.
September 2019 (
Urk.
2)
in
anspruchserheblicher
Weise verbessert hat.
4.2
4.2.1
Die Zusprache der ganzen Rente mit Verfügung vom 1
9.
Februar 2018 (
Urk.
9/34) erfolgte gestützt auf die Stellungnahme des RAD-Arztes,
Dr.
F._
, vom 1
8.
August 2017, dessen Beurteilung wiederum im Wesentlichen auf dem Bericht der Hausärztin
pract
. med.
D._
vom Juni 2017 sowie demjenigen des
E._
vom 1
9.
Juli 2017 beruhte (vgl. Feststellungsblatt vom 1
3.
November 2017;
Urk.
9/26/4-5). Die behandelnden Ärzte gingen übereinstimmend davon aus, dass die Beschwerdeführerin an einer Tbc-Pleuritis rechts leide und deswegen
auch in einer angepassten Tätigkeit
zu 90
%
beziehungsweise vollumfänglich arbeitsun
fähig sei (
Urk.
9/19/1,
Urk.
9/22). Die Hausärztin, die im Dezember 2016 noch eine gute Prognose gestellt hatte (
Urk.
9/14/2), erachtete diese
im Juni 2017
nun als unklar (
Urk.
9/19/2). Die Ärzte des
E._
vermochten im Juli 2017 zwar noch nicht einzuschätzen, wie die Arbeitsfähigkeit unter der Therapie verlaufen werde, sie rechneten jedoch nicht mit einem lebenslangen Gesundheitsschaden (
Urk.
9/22).
Dementsprechend
empfahl
Dr.
F._
eine vorzeitige medizinische Überprüfung nach sechs bis neun Monaten (
Urk.
9/26/5
).
4.2.2
Zur Begründung
der
rentenaufhebenden
Verfügung
vom 2
7.
September 2019
(Urk. 2)
stützte sich die Beschwerdegegnerin
auf die Stellungnahme von RAD-Arzt Dr.
F._
vom 30. Juli 2019 (Urk. 9/65/5 f.)
.
Laut der Einschätzung
von
Dr.
F._
, welcher als Facharzt für Innere Medizin über die erforderlichen fach
lichen Qualifikationen
verfügt,
ist auf die Beurteilung der behandelnden Ärzte des
E._
gemäss
deren
Berich
t vom 11. Juli 2019 (E. 3.2.4
) abzustellen
(Urk. 9/65/5)
.
G
emäss
den
Bericht
en
des
E._
wurde die
tuberkulostatische
Therapie
am 25. Februar 2019 abgeschlossen (Urk. 9/56/1, Urk. 9/56/5) und
die Ärzte
des
E._
hielten fest, dass
bezüglich
des
thorakalen
Befundes
submammär
rechts (Rest
flüssigkeitsansammlung) aktuell praktisch keine Restsymptome mehr
bestünden
bei dokumentierter weiterer
Grössenregredienz
. Daher
sei
die medikamentöse Therapie wie geplant
per sofort
beendet
worden
.
Weitere pneumologische
Nach
kontrollen
seien
nicht
geplant
(Urk. 9/56/6)
.
In
ein
er ergänzenden Stellungnahme
vom 1
1.
Juli 2019 (
Urk.
9/62/3) bestätigte der Chefarzt der Pneumologie des
E._
, dass weder
weitere
Therapiemassnahmen geplant seien noch Funktionsein
schrän
kungen vorlägen wegen Rücken- und Gelenksbeschwerden
,
und
er
attestierte der Beschwerdeführerin in einer optimal angepassten Tätigkeit ab sofort eine voll
ständige Arbeitsfähigkeit.
Gestützt auf
diese
nachvollziehbare
fachärztliche
Einschätzung
steht demnach mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest
, dass die Tbc-Pleuritis rechts
, die seinerzeit zur Zusprache einer ganzen Rente geführt hatte,
mittlerweile ausgeheilt ist
und die
Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht mehr einschränkt
.
D
amit liegen
eine wesentliche Änderung des Gesundheitszustands und
ebenso
ein Revisionsgrund vor.
4.2.3
Vor diesem Hintergrund vermag
es
nicht zu überzeugen,
dass
pract
.
med.
D._
in ihrem Bericht vom 8. April 2019 immer noch die Dia
gnose eine
s
R
ezidiv
s einer
Tbc-
Pleuritis
stellte
, zumal sie selbst
darauf hinwies
, die
tuber
kulostatische
Therapie sei Ende Februar 2019 beendet worden (Urk. 9/55/1).
Etwas Anderes geht auch aus ihrem Bericht vom 26. August 2019 (
Urk.
9/70
) nicht hervor.
Was die geltend gemachten
Rücken- und Gelenksbeschwerden
angeht
(Urk. 1, Urk. 9/70)
, so
ist
dem Bericht der Ärzte des
E._
vom 12. März 2019
zu ent
nehmen
, dass diese
Beschwerden
bei
pract
. med.
D._
in Abklärung s
ind
(Urk. 9/56/5)
.
A
us
deren
Bericht vom 26. August 2019
ist
jedoch nicht
ersichtlich
,
dass sie
diesbezüglich
– abgesehen von Physiotherapie, deren Dauer und Fre
quenz unklar ist –
weitere
medizinische
Sofortmassnahmen
oder Abklärungen
veranlasst hätte
(Urk. 9/70).
Um welche Art von Rücken- und Gelenksbe
schwer
den es sich handelt und inwiefern diese die Arbeitsfähigkeit der Beschwer
de
füh
rerin beeinträchtigen soll
en, begründet
e
pract
. med.
D._
nicht.
Konkrete
Anhaltspunkte
dafür
, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der
Rücken- und Gelenkschmerzen in ihrer Arbeitsfähigkeit
auch in angepassten Tätigkeiten in anspruchsrelevanter Weise
eingeschränkt
ist
, bestehen damit nicht. Im Gegenteil verneinten die Ärzte des
E._
ausdrücklich
eine darauf zurückgehende Funk
tions
einschränkung
(Urk. 9/62/3)
.
Daran ändert auch der Bericht von
Physiothe
ra
peutin
H._
nichts,
selbst wenn
man davon absieht, dass er weder
datiert
noch
unterzeichnet
ist
(Urk. 3/3
).
Jedenfalls
lässt sich dem Bericht
keine
schlüssige
Einschätzung
zur
aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht ent
scheidenden
Frage der
Auswirkung
der
gesundheitlichen Beeinträchtigung auf die Arbeitsfähigkeit
entnehmen
(vgl. hierzu BGE 136 V 279 E. 3.2.1 mit Hinweis auf BGE 127 V 294).
Immerhin berichtet
e
aber
auch
Physiotherapeutin
H._
von einer Besserung der Beschwerden
unter ihrer Therapie, bestehend aus Weich
teilbehandlung, leichten aktiven und passiven Bewegungsübungen und Haltungs
instruktionen
(Urk. 3/3).
Was den
von
pract
. med.
D._
erwähnten aus
geprägten Erschöpfungszustand (Urk. 9/70)
angeht, so
wurde
nicht dargetan und ist aufgrund der Akten auch nicht ersichtlich, inwiefern
diesem
ein medizinisches Substrat
zugrunde liegen
sollte
,
welches
z
ur Annahme
einer
Invalidität nach
Art.
8 ATSG
aber
notwendig
wäre
.
Allfällige psychische Beschwerden
,
wie sie
pract
. med.
D._
in ihrem Be
richt vom 26. August 2019
andeutete
(Urk. 9/70)
,
hat die Beschwerdeführerin weder
ihr noch den
Ärzten des
E._
gegenüber
beklagt.
Dass relevante psychische Beschwerden
bestünden, ist denn auch
aus den Akten nicht ersichtlich.
Selbst
pract
. med.
D._
vermerkte in ihrem Bericht vom April 2019 keine Ein
schränkungen aus psychiatrischer Sicht und fügte an
, die
Beschwerdeführerin
sei vor allem körperlich in ihrer Belastbarkeit eingeschränkt
(
Urk. 9/55
/3
)
.
Damit be
stehen keine Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin aus psychia
trischer Sicht in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt
wäre
.
In
antizipierter Be
weiswürdigung (BGE 136 I 229 E. 5.3)
konnte
deshalb
auf
psychiatrische
Abklä
rungen verzichtet werden.
4.2.
4
In Bezug auf
die
Zumutbarkeit
einer leidensangepassten Tätigkeit haben sowohl RAD-Arzt Dr.
F._
als auch die Ärzte des
E._
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert (Urk. 9/65/5, Urk. 9/62/3).
Hingegen hat
pract
. med.
D._
in ihrem Bericht vom 8. April 2019 eine solche von – wenn überhaupt – höchstens 10 % bescheinigt (Urk. 9/55/2
)
. In ihrem Bericht vom 26. August 2019 hielt sie weiter fest, die Beschwerdeführerin sei ihrer Ansicht nach
keinesfalls zu 100
% arbeitsfähig (Urk. 9/70)
, ohne jedoch eine abschliessende eigene Einschätzung vorzunehmen
.
A
llerdings vermögen die Berichte von
pract
. med.
D._
die schlüssige Einschätzung von RAD-Arzt Dr.
F._
sowie der
Fachärzte
des
E._
nicht umzustossen. Denn
zum
Einen
ist
in Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Zum
Anderen
ist
den Berichten von
pract
. med.
D._
vom 8. April sowie 26. August 2019
auch keine Begründung für ihre abwei
chen
de medizinische Einschätzung
zu entnehmen
(Urk. 9/70, Urk. 9/55)
.
Auch zum Belastungsprofil äussert sich
pract
. med.
D._
nur vage (Urk. 9/55/2), weshalb diesbezüglich auf die detaillierte Ausführung von RAD-Arzt Dr.
F._
abzustellen ist (Urk. 9/65/5 f.).
Zusammengefasst
vermögen die hausärztlichen Berichte
keine auch nur geringe
n
Zweifel an der
Beweiskraft der Berichte des RAD sowie der Ärzte des
E._
(Urk. 9/65/5, Urk. 9/62/3)
zu e
rwecken
. Auf diese ist abzustellen.
Dass die Beschwerdeführerin, wie sie beschwerdeweise geltend macht
(Urk. 1)
, ihr
neu aufgenommenes
Arbeitspensum in der Unterhaltsreinigung schmerzbedingt wieder habe reduzieren müssen
und
pract
. med.
D._
ihr deswegen eine weitergehende Arbeitsunfähigkeit attestierte (Urk. 3/2)
,
widerspricht der durch den RAD und die Ärzte des
E._
bescheinigten
100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nicht
. Denn die Arbeit in der Unterhaltsreinigung entspricht
nicht einer
angepassten,
wechselbelastenden Tätigkeit, wie sie
ihr
ge
mäss Belastungsprofilzumutbar ist
, was die Beschwerdegegnerin verfügungsweise gestützt auf die Einschätzung des RAD-Arztes zutreffend festhielt
(Urk. 9/65/5 f.
,
Urk.
2
).
4.3
Nach dem Gesagten liegt
ein Revisionsgrund
im Sinne einer wesentlichen
Ver
besserung des Gesundheitszustandes
vor
(vgl. E. 1.5)
und es steht fest, dass
die
Beschwerdeführer
in ab dem 11. Juli 2019
in
einer angepassten
Tätigkeit
, welche
wechselbelastend, teils sitzend, teils ebenerdig gehend oder stehend ausgeführt wird, mit sporadischem Anheben und Tragen von mittelschweren Gewichten (10-15 Kilogramm)
,
zu 100 % arbeitsfähig ist
(Urk. 9/65/5 f.).
5.
5.1
Für die Ermittlung des Invaliditätsgrades bleibt zu prüfen, wie sich die medi
zinisch-theoretische
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.2
Die Beschwerdeführerin erzielt effektiv ein Einkommen als Unterhaltsreinigerin mit einem Pensum von 10.75 Stunden pro Woche. Allerdings hat sie diese Stelle erst am
2.
November 2018 angetreten (
Urk.
9/43), weshalb nicht von einem be
sonders stabilen Arbeitsverhältnis gesprochen werden kann. Rechtspre
chungs
gemäss kann daher nicht der
tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn
her
angezogen werden
(BGE 139 V 592 E. 2.3
).
Die Beschwerdegegnerin
hat den Invaliditätsgrad ohne genaue Ermittlung der Vergleichseinkommen anhand der
Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstruk
tu
rerhebung (LSE) für eine Hilfsarbeiterin
festgelegt
(
Urk. 9/65/6).
Dies
e
Vorgehensweise wird
von der Beschwerdeführerin nicht bestritten und ist mit Blick auf
ihre
Ausbildung sowie Erwerbsbiografie nachvollziehbar. So
besuchte
sie
in Äthiopien die Grund- und Oberstufe und kam
als 19
-
J
ährige
in die Schweiz
. Hier ab
solvierte
sie
eine Schule
für Gastronomie und Service
bei der
Y._
(Urk. 9/3/4). Vor
und teilweise auch nach
Eintritt des Gesundheits
scha
dens
arbeitete sie
bei verschiedenen Arbeitgebern
in der Gastronomie
und war daneben
beziehungsweise danach
unregelmässig
als Reinigungskraft
in
diversen
Betrieben und Privathaushalten
tätig (Urk. 9/3/4
, Urk. 9/47/2, Urk. 9/53
)
, führte mithin verschiedene Hilfstätigkeiten aus
.
Dementsprechend ist
zur Ermittlung des
Valideneinkommens
auf
die Hilfsarbei
tertätigkeit gemäss LSE
abzustellen.
Derselbe
Tabellenlohn
ist auch bei der Er
mittlung des Einkommens, das die Beschwerdeführerin
zumutbarerweise
in einer
angepassten Tätigkeit in einem 10
0%-Pensum verdienen könnte (Invalidenein
kommen), massgebend.
Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen,
erübrigt sich deren genaue Ermittlung. Diesfalls
entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfä
lligen Abzugs vom Tabellenlohn
(Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2017 vom 19. Juni 2017 E. 4 unter Hinweis auf Urteil 9C_675/2016 vom 18. April 2017 E. 3.2.1
).
Ein Abzug vom Tabellenlohn ist hier nicht
gerechtfertigt
(vgl. zum Ganzen: BGE 126 V 75 und 134 V 322 E. 5.2) und wird von der Beschwer
de
führerin auch nicht geltend gemacht.
Ausgehend von einer Arbeitsunfähigkeit von 0 %
resul
tiert ein
gleich hoher
Invaliditätsgrad von
0 %, welcher keinen An
spruch auf eine Invalidenrente begr
ündet (vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG).
Die angefochtene Verfügung vom
27.
September
2018
(Urk. 2
)
erweist sich damit als rechtens. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen
.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
7
00.-- anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind
sie
der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
6.2
In ihrer Beschwerde vom 29. Oktober 2019 ersuchte die Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung
(Urk.
1). Gemäss
§ 16 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) wird einer Partei auf Gesuch hin in kostenpflichtigen Verfahren die Bezahlung der Verfahrenskosten erlassen, wenn ihr die dazu nötigen Mittel fehlen und der Prozess nicht aussichts
los
erscheint.
Der Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege ist nicht voraus
setz
ungslos und insoweit subsidiär, als die Pflicht des Staates, der mittellosen Partei für einen nicht aussichtslosen Prozess die unentgeltliche
Prozessführung
zu ge
währen, nur dann zum Tragen kommt, w
enn keine Drittpersonen für die
Prozess
finanzierung aufkommen. Werden die Kosten durch eine
Rechtsschutz
versiche
rung
getragen, fehlt die Bedürftigkeit (Urteil des Bundesgerichts 8C_27/2016
vom
5. April 2016 E. 3).
Im Lichte dieser Praxis
hat die Beschwerdeführerin
im Rahmen der beantragten unentgeltlichen Prozessführung und der Prüfung der finanziellen Bedürftigkeit
Auskunft zu geben betreffend Rechtsschutzversicherung.
I
m Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (Urk.
6 S. 2 Ziff. 5) erklärte die Beschwerdeführerin, dass sie
übe
r eine Rechtsschutzversicherung
bei der UNIA
verfüge.
Aus ihrer Krankenkassenpolice geht hervor, dass sie
ferner
bei der
Protekta
Rechtsschutz
V
ersicherung
AG
versichert ist
(Urk. 7/4). Im Abklä
rungsformular
liess
sie
die Frage, aus welchem Grund
die
se
Rechtsschutz
ver
sicherung
en
eine Kostenübernahme abgelehnt
habe
n
, unbeantwortet. Auch wurd
e dem Gericht –
tr
otz entsprechender Aufforderung
im besagten Formula
r – das
Ablehnungsschreiben der Rechtsschutzversicherung nicht eingereicht. Es besteh
en
daher keine Anhaltspunkte
, dass die
Rechtsschutzversicherung
en
allfällige
Ge
richtskosten nicht
decken
würden
.
Dementsprechend ist das Gesuch
um unentgeltliche Prozessführung androh
ungs
gemäss (vgl. Urk. 6
S. 6 Ziff. 13) abzuweisen.