Decision ID: 46d2019d-d117-52bc-b859-fb2e02b20d55
Year: 2022
Language: de
Court: BE_VG
Chamber: BE_VG_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A._ ist Eigentümer einer Ferienwohnung in der Gemeinde B._. Die ihm von der Einwohnergemeinde (EG) B._ in diesem Zusammenhang für das 2020 in Rechnung gestellte Tourismusförderungsabgabe betrug (ebenso wie in den Vorjahren) Fr. 55.-- . Nachdem A._ gegenüber der Gemeinde sinngemäss die Pflicht zur Leistung einer Abgabe in Frage gestellt hatte, bestätigte der Gemeinderat am 26. Januar 2021 unter Hinweis auf die rechtlichen Grundlagen, dass die Beitragspflicht gegeben und der bereits bezahlte Betrag korrekt berechnet worden sei. In der Folge ersuchte A._ den Gemeinderat mit Schreiben vom 23. Februar 2021 darum, ihn ab sofort von der Tourismusförderungsabgabe zu befreien. Ihm wurde jedoch am 23. März 2021 erneut beschieden, dass er aufgrund der massgeblichen Bestimmungen abgabepflichtig sei und daher eine Befreiung ausser Betracht falle. Hierauf wandte sich A._ am 8. April 2021 abermals an den Gemeinderat und verlangte sinngemäss, von der Abgabe befreit zu werden. In seinem Antwortschreiben vom 19. April 2021 erläuterte ihm der Gemeinderat, aus welchen Gründen er abgabepflichtig sei und keine Ausnahmeregelung Anwendung fände.
B.
Dagegen gelangte A._ am 30. April 2021 mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht, das die Eingabe zuständigkeitshalber an den  des Verwaltungskreises Obersimmental-Saanen . Mit Entscheid vom 31. Mai 2021 trat der Regierungsstatthalter- auf die Beschwerde nicht ein.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 18.02.2022, Nr. 100.2021.201U, Seite 3
C.
Gegen diesen Entscheid hat A._ am 29. Juni 2021 (Postaufgabe: 30.6.2021) Verwaltungsgerichtbeschwerde erhoben. Er beantragt (), der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und er sei ab dem Jahr 2021 von der Tourismusförderungsabgabe zu befreien. Zudem hat A._ mit Eingabe vom 8. Juli 2021 ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gestellt.
Die EG B._ schliesst mit Beschwerdeantwort vom 9. August 2021 auf Abweisung der Beschwerde, ohne zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege Stellung zu nehmen. Mit Beschwerdevernehmlassung vom 10. August 2021 beantragt das RSA, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, eventuell sei sie abzuweisen. Weiter beantragt es die Abweisung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege.
Mit Eingabe vom 25. August 2021 hat sich A._ nochmals zur Sache geäussert.

Erwägungen:
1.
1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig. Der Regierungsstatthalter-Stellvertreter ist auf das Rechtsmittel des Beschwerdeführers nicht eingetreten, weshalb sich dessen  für das verwaltungsgerichtliche Verfahren unmittelbar aus dem negativen Prozessentscheid ergibt (vgl. BVR 2021 S. 285 [VGE 2020/399 vom 22.4.2021] nicht publ. E. 1.1, 2017 S. 418 E. 1.1, 2017 S. 459 E. 1.2; Michael Pflüger, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 79 N. 2 i.V.m. Art. 65 N. 23). Die Bestimmungen
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über Form und Frist sind eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
1.2 Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide behandeln die  des Verwaltungsgerichts als Einzelrichterin oder Einzelrichter (Art. 57 Abs. 2 Bst. c des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der  und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]). Ebenfalls einzelrichterlich zu beurteilen sind Beschwerden, deren Streitwert Fr. 20'000.-- nicht erreicht; wobei sich die Berechnung des Streitwerts nach den Vorschriften der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19.  2008 (ZPO; SR 272) richtet (Art. 57 Abs. 1 GSOG). Umstritten ist die von der EG B._ vom Beschwerdeführer erhobene  von Fr. 55.-- jährlich. Da es sich hierbei um eine wiederkehrende Leistung auf unbeschränkte Dauer handelt, gilt – in sinngemässer Anwendung von Art. 92 Abs. 2 ZPO – als Streitwert das Zwanzigfache der einjährigen Leistung. Dieser liegt unter Fr. 20'000.--, und die Beurteilung der Beschwerde fällt in die einzelrichterliche Zuständigkeit.
1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).
2.
2.1 Der Regierungsstatthalter-Stellvertreter ist auf die Beschwerde vom 30. April 2021 nicht eingetreten mit der Begründung, dass kein  ersichtlich sei und es damit an einer notwendigen  mangle. Weder aus der Beschwerde noch aus der verbesserten Eingabe vom 18. Mai 2021 gehe hervor, welche Verfügung der  anfechten wolle. Weil er die Veranlagung der  (TFA) für das Jahr 2020 nicht angefochten habe, sei diese in  erwachsen, während die TFA 2021 noch nicht veranlagt worden sei. Soweit darauf einzutreten wäre, erweise sich die Beschwerde auch inhaltlich als unbegründet. Der Beschwerdeführer bringt gegen den  vor, er bestreite nicht die Auferlegung der TFA in einem  Jahr, sondern ersuche darum, ab dem Jahr 2021 von der TFA befreit zu
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werden. Das RSA sei daher verpflichtet gewesen, in der Sache zu .
2.2 Zu prüfen ist demnach zunächst, ob das RSA das Vorliegen eines Anfechtungsobjekts zu Recht verneint hat. – Die nachträgliche  setzt das Bestehen eines Anfechtungsobjekts voraus, das in einer Verfügung – als der zentralen Handlungsform in der  (Art. 49 Abs. 1 VRPG) – oder in weiteren behördlichen Akten bestehen kann (vgl. Art. 60 Abs. 1 Bst. a und b VRPG). Liegt keiner dieser Beschwerdegegenstände vor, mangelt es dem Rechtsmittelverfahren an  Anknüpfungs- und Ausgangspunkt, so dass auf die Beschwerde  nicht einzutreten ist (BVR 2013 S. 301 E. 1; VGE 2018/432 vom 24.10.2019 E. 1.2; Ruth Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 60 N. 19, Art. 74 N. 16). Eine  im Sinn des VRPG ist gegeben, wenn eine Verwaltungshandlung die geforderten materiellen Strukturmerkmale aufweist. Nach ständiger Praxis gilt als Verfügung ein individueller, an Einzelne gerichteter Hoheitsakt, durch den eine konkrete verwaltungsrechtliche Rechtsbeziehung in verbindlicher und erzwingbarer Weise geregelt wird (vgl. BGE 141 II 233 E. 3.1, 135 II 38 E. 4.3; BVR 2018 S. 99 E. 2.1, 2015 S. 263 E. 1.4, je mit weiteren Hinweisen; Ruth Herzog, a.a.O. Art. 60 N. 35; Markus Müller, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 49 N. 7 ff., 18). In  äussere Form eine Anordnung gekleidet ist und wie sie bezeichnet wird, spielt für ihre Qualifikation als Verfügung keine Rolle. Ebenso ist unerheblich, ob eine schriftliche behördliche Äusserung alle Elemente einer Verfügung gemäss Art. 52 Abs. 1 VRPG enthält oder ob einzelne davon fehlen (BVR 2013 S. 423 E. 2.2, 2011 S. 564 E. 2.3.1; Michel Daum, in /Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 52 N. 1 f.).
2.3 Aus dem Schreiben des Beschwerdeführers vom 23. Februar 2021 an den Gemeinderat der EG B._ geht unmissverständlich hervor, dass er ab dem Jahr 2021 grundsätzlich von der TFA befreit werden will. Dieses Gesuch um generelle Befreiung hat der Gemeinderat mit Schreiben vom 23. März 2021 bzw. 19. April 2021 abschlägig beurteilt, wobei er sich erst in letzterem mit den vom Beschwerdeführer genannten Ausnahme-
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