Decision ID: 9fa6d420-c2f9-47b2-8fbd-b84092afb0ce
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
H._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Joos, Rechtsanwälte Roos/Roos-
Niedermann, Postgasse 5, 9620 Lichtensteig,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a H._, geboren 1969, meldete sich im November 2006 zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung (Rente) an (IV-act. 42). Sie leide seit April 2005 infolge
Weichteilrheuma an sehr starken Schmerzen und habe Mühe, den Haushalt zu
bewältigen. Die Versicherte ohne Berufsabschluss war zuletzt im Jahre 2006 während
drei Monaten in einem geringen Umfang erwerbstätig (IV-act. 31 und 38). Im Übrigen
half sie seit April 2003 ihrem Ehemann bei der Arbeit auf dem Bauernhof und besorgte
den Haushalt (IV-act. 42-5/8). Zuvor war sie von März 1999 bis April 2003 als
Kassiererin und an der Information sowie in der Telefonzentrale in einem Schwimmbad
tätig. Der Hausarzt Dr. A._ diagnostizierte in seinem Arztbericht vom 14. Januar 2007
ein Fibromyalgie-Syndrom sowie eine Adipositas. Gemäss Angaben der Patientin
bestehe eine Einschränkung von ca. 50%. Schwerere Arbeiten im Haushalt und vor
allem in der Landwirtschaft seien nicht mehr möglich. Dr. A._ führte unter Hinweis auf
diverse fachärztliche Berichte aus, dass keine objektivierbaren pathologischen Befunde
erhoben werden könnten und hielt ergänzende medizinische Abklärungen für angezeigt
(IV-act. 35-2/24).
A.b Anlässlich der am 11. Mai 2007 durchgeführten Haushaltsabklärung führte die
Versicherte aus, dass sie ohne Gesundheitsschaden zu 60% im Verkauf erwerbstätig
sein würde. Zu 30% würde sie den Haushalt führen und die restlichen 10% würden auf
die Mithilfe im eigenen Bauernhof entfallen (IV-act. 22-2/12). Die Abklärungsperson
erachtete die von der Versicherten gemachten Einschränkungen in den Teilbereichen
des Haushalts nur teilweise für nachvollziehbar. Für die Beschlussfassung müsse das
MEDAS-Gutachten abgewartet werden (IV-act. 22-12/12).
A.c Im Juni und Juli 2007 wurde die Versicherte in der MEDAS des Inselspitals Bern
polydisziplinär untersucht und begutachtet. Im Gutachten vom 26. September 2007
wurde – mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – ein chronisches
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Ganzkörperschmerzsyndrom bei anhaltend somatoformer Schmerzstörung (ICD-10:
F45.4) diagnostiziert. Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurde
eine Adipositas sowie eine Schielamblyopie links festgestellt (IV-act. 19-15/31). Die
Versicherte sei aus medizinisch-theoretischer Sicht in der Lage, auch ihre Tätigkeit auf
einem Bauernhof als mithelfende Familienangehörige auszuüben. Einschränkungen
würden sich durch die Schmerzwahrnehmung hinsichtlich der Ausdauer sowie im
Bereich schwerer körperlicher Anforderungen ergeben. Aufgrund der chronifizierten
Schmerzsymptomatik bestehe eine medizinisch begründete Beeinträchtigung der
Leistungsfähigkeit bei der bisherigen Tätigkeit um 20% (IV-act. 19-17/31). In Bezug auf
andere zumutbare Tätigkeiten wurde im MEDAS-Gutachten ausgeführt, dass die
Versicherte alle leichten und mittelschweren Frauentätigkeiten auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt vollschichtig, d.h. 8 1⁄2 Stunden täglich, ausüben könne. Arbeiten unter
besonderem Zeitdruck, d.h. unter Akkordbedingungen, seien allerdings ebenso
auszuschliessen wie Tätigkeiten, bei welchen Stereosehen erforderlich sei. Auch bei
diesen zumutbaren Arbeiten sei die Leistungsfähigkeit derzeit aufgrund der
chronischen Schmerzwahrnehmung um ca. 20% vermindert (IV-act. 19-19/31).
A.d Mit Vorbescheid vom 7. November 2007 stellte die IV-Stelle die Abweisung des
Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 8% in Aussicht (IV-act. 12). Dagegen
wendete die Versicherte mit Eingabe vom 14. November 2007 ein, anlässlich der
Untersuchungen bei der MEDAS in Bern nicht ernst genommen worden zu sein. Sie
leide unter einer Fibromyalgie, die ihr vielfältige und starke Schmerzen bereite. Sie
könne mit diesen Schmerzen keiner Arbeit nachgehen und zeitweise auch den
Haushalt nicht mehr erledigen. Sie stelle den Antrag auf eine Invalidität von 60%.
Allenfalls seien weitere Abklärungen vorzunehmen (IV-act. 10). Nach Einholung einer
Stellungnahme beim regionalen ärztlichen Dienst der Invalidenversicherung (RAD)
verfügte die IV-Stelle am 26. November 2007 im Sinne des Vorbescheids und wies das
Rentengesuch ab (IV-act. 8 und 9).
B.
B.a Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 17. Dezember 2007 mit dem
sinngemässen Antrag, die Verfügung vom 26. November 2007 sei aufzuheben und der
Beschwerdeführerin sei eine Invalidenrente auf der Grundlage einer Invalidität von 80%
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zuzusprechen. Allenfalls seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen. Die
Beschwerdeführerin machte insbesondere geltend, dass sie aufgrund der durch die
Fibromyalgie verursachten Schmerzen keiner Arbeit mehr nachgehen könne (act. G 1).
Mit Eingabe vom 3. Januar 2008 reichte die Beschwerdeführerin einen Internet-Auszug
von Dr. med. B._ in Bezug auf die Fibromyalgie ein (act. G 4).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 7. Februar 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Sie macht insbesondere geltend, es könne offen
bleiben, ob bei der Beschwerdeführerin die Diagnose Fibromyalgie oder die Diagnose
anhaltende somatoforme Schmerzstörung zutreffender sei. Massgebend sei vielmehr
die Arbeitsunfähigkeit, welche sich aus dem Gesundheitsschaden ergebe. Bei beiden
Beschwerdebildern erweise es sich in gleichem Masse schwierig, das Ausmass der
Arbeitsunfähigkeit zu eruieren, weil sich eine allfällige Einschränkung in der
Arbeitsfähigkeit nicht bereits aus der Diagnose einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung oder einer Fibromyalgie ableiten lasse. Insbesondere erlaube die
Befunderhebung allein keinerlei Rückschlüsse auf die Intensität der Schmerzen, deren
Entwicklung oder die Prognose im konkreten Fall. Mit Blick auf diese gemeinsamen
Charakteristiken seien – aus rechtlicher Sicht und angesichts des gegenwärtigen
Standes der medizinischen Wissenschaft – die Prinzipien, welche die Rechtsprechung
im Rahmen der somatoformen Schmerzstörung entwickelt habe, in Fällen, in welchen
die Frage zu klären sei, ob die diagnostizierte Fibromyalgie invalidisierende
Auswirkungen habe, analog anzuwenden. Auch bei einer Fibromyalgie bestehe die
Vermutung, dass diese Erkrankung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren
Willensanstrengung überwindbar seien. Im Lichte der Rechtsprechung sei zu
überprüfen, ob bei der Beurteilung der zumutbaren Restarbeitsfähigkeit von den
Schlussfolgerungen des grundsätzlich beweiskräftigen Gutachtens, wonach der
Beschwerdeführerin körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten zwar zu 100%
zumutbar seien, sie aber in ihrer Leistungsfähigkeit zu 20% eingeschränkt sei,
abzuweichen sei. Aufgrund des psychiatrischen Teilgutachtens sei das Vorliegen einer
psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer zu
verneinen. Da bei der Beschwerdeführerin auch das Vorhandensein von anderen
qualifizierten, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllten Kriterien, die für die
ausnahmsweise Unüberwindlichkeit der somatoformen Schmerzstörung sprechen
würden, zu verneinen sei, hätte die MEDAS der Beschwerdeführerin in ihrer
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Gesamtbeurteilung keine 20%-ige Leistungseinbusse attestieren dürfen. Es sei deshalb
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin für körperlich leichte bis
mittelschwere Tätigkeiten uneingeschränkt arbeitsfähig sei. Damit sei auch die Mithilfe
auf dem eigenen Bauernhof als uneingeschränkt zumutbar anzusehen, zumal bis anhin
die körperlich schweren Arbeiten zweifellos vom Ehemann verrichtet worden seien. In
Bezug auf den Haushalt könne nicht auf die von der Beschwerdeführerin bei der
Abklärung an Ort und Stelle zur Einschränkung im Haushalt gemachten Angaben
abgestellt werden, da sie in einem erheblichen Widerspruch zu den ärztlichen
Befunden stünden. Nach dem MEDAS-Gutachten sei die Beschwerdeführerin lediglich
bei körperlich belastenden Tätigkeiten eingeschränkt. Solche Arbeiten würden im
Haushalt erfahrungsgemäss nur einen geringen Anteil ausmachen. Ausgehend von
einer maximal vorstellbaren 20%-igen Einschränkung im Haushalt betrage die
gewichtete Invalidität im Haushalt 6% (30% x 20%). Nach der Mischrechnung
resultiere somit bei einer fehlenden Invalidität im Erwerb sowie als Bäuerin ein
Gesamtinvaliditätsgrad von höchstens 6%. Die angefochtene Verfügung, mit welcher
ein Rentenanspruch verneint worden sei, erweise sich somit im Ergebnis als korrekt
(act. G 6).
B.c Mit Replik vom 25. Februar 2008 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen
und Ausführungen fest (act. G 8). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die
Einreichung einer Duplik (act. G 10). Nach Abschluss des Schriftenwechsels reichte der
mittlerweile beigezogene Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am 12. Juni 2008
eine Stellungnahme ein. Darin bringt er insbesondere vor, die Beschwerdeführerin
habe– nebst der somatoformen Schmerzstörung bzw. Fibromyalgie – Umstände zu
erleiden gehabt, die aufgrund ihrer Intensität und Dauer dazu geführt hätten, dass die
Beschwerdeführerin die entsprechende Willenserklärung nicht mehr aufbringen könne,
um die somatoforme Schmerzstörung zu überwinden. Sie habe schwere psychische
Störungen erlebt, die sehr heftig und dauerhaft gewesen seien. Zudem sei sie während
ihres ganzen Lebens ständig von Krankheiten und körperlichen Beeinträchtigungen
betroffen gewesen. Es sei daher mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin an einer somatoformen
Schmerzstörung bzw. Fibromyalgie leide, die sich invalidisierend auswirke. Dr. A._
attestiere ihr in seinem Arztbericht vom 1. Juni 2008 eine Arbeitsunfähigkeit von 30 –
50%. Im Übrigen sei das MEDAS-Gutachten nicht überzeugend. Die psychischen und
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physischen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin seien nicht berücksichtigt
worden. Die Feststellung, die Beschwerdeführerin verfüge über genügend Ressourcen,
um die erlebten Schmerzen zu überwinden, sei nicht begründet worden. Zudem sei der
Neurologe von Anfang an befangen gewesen, weil er sich dahingehend geäussert
habe, dass die Fibromyalgie keine anerkannte Krankheit sei. Zudem sei auch die
Haushaltsabklärung nicht korrekt vorgenommen worden, indem die von der
Beschwerdeführerin geltend gemachten Einschränkungen einfach ignoriert oder falsch
aufgelistet worden seien. Die Beschwerdeführerin sei in der Haushaltsführung zu
mindestens 60% eingeschränkt. Im Bauernbetrieb sowie im geplanten Erwerbsleben
ausserhalb des Bauernbetriebes sei die Beschwerdeführerin erheblich in ihrer
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Gemäss Dr. A._ liege die Arbeitsunfähigkeit in diesen
Bereichen bei rund 50%. Unter Berücksichtigung der Einschränkungen in der
Haushalstätigkeit sowie im Erwerbsleben ergebe sich ein Invaliditätsgrad von
mindestens 68% (act. G 14).
B.d Mit Eingabe vom 27. Juni 2008 nahm die Beschwerdegegnerin nochmals Stellung
und hielt daran fest, dass bei der Beschwerdeführerin keine invalidisierende Form einer
somatoformen Schmerzstörung bzw. Fibromyalgie vorliege (act. G 16).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung (26. November 2007) eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist
(BGE 121 V 366 E. 1b), sind vorliegend die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden
materiellen Bestimmungen anzuwenden.
2.
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2.1 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht
zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt
gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
als Invalidität. Die Invalidität gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen
Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der
konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht
geregelt. Diese Lücke füllt Art. 28 Abs. 2 des IVG: Es ist darauf abzustellen, in
welchem Mass die betreffende Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu
betätigen. Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person gelten insbesondere die
übliche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und
künstlerische Tätigkeiten (Art. 27 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV;
SR 831.201]). Die Bestimmung von Art. 28 Abs. 2 IVG regelt die so genannte
gemischte Methode der Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil erwerbstätig
und zum Teil im Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen "gemischten" Fall sind
der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich
festzulegen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden
Bereichen zu bemessen. Ist bei einer Person, die nur zum Teil erwerbstätig ist,
anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne den
Gesundheitsschaden vollzeitlich erwerbstätig wäre, so ist die Invaliditätsbemessung
ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu bemessen (Art. 27 IVV).
2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente.
2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
bis
ter
bis
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zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Diese
Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen
Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Führen die im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes von Amtes wegen vorzunehmenden
Abklärungen den Versicherungsträger oder das Gericht bei umfassender, sorgfältiger,
objektiver und inhaltsbezogener Beweiswürdigung (BGE 132 V 400 E. 4.1) zur
Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei überwiegend wahrscheinlich (BGE 126 V
360 E. 5b mit Hinweisen) und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem
feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so liegen im Verzicht auf die Abnahme
weiterer Beweise weder eine Verletzung der Untersuchungsmaxime noch eine
Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 E. 4b mit
Hinweisen).
2.4 Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und
Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde
zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle
Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb). Dies bedeutet nicht, dass Parteigutachten durch
den Umstand allein, dass sie von einer Partei eingeholt und in das Verfahren
eingebracht wurden, ohne weiteres minder beweiskräftig sind. Denn auch sie können
nützliche Äusserungen zum medizinischen Sachverhalt enthalten. Daraus folgt
wiederum nicht, dass sie den gleichen Rang wie ein vom Gericht oder vom
Sozialversicherer nach dem vorgegebenen Verfahrensrecht eingeholtes Gutachten
besitzen. Relevant werden sie nur, wenn ihre Aussagen die Auffassungen und
Schlussfolgerungen des förmlich bestellten Gutachtens in rechtserheblichen Fragen
derart zu erschüttern vermögen, dass davon abzuweichen wäre (BGE 125 V 351 E. 3c).
Was Berichte von Hausärzten angeht, so darf diesen nicht zum Vorneherein jede
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Glaubwürdigkeit abgesprochen werden. Indes muss die Erfahrungstatsache
mitberücksichtigt werden, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten
aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc; Urteil des Bundesgerichts vom 21. Dezember
2005, 4P.254/2005, E. 4.2).
2.5 Für die Invaliditätsbemessung im Haushalt stellt der nach Massgabe der
Verwaltungsweisungen des BSV (Rz 3084 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und
Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], Stand 1. Januar 2008) eingeholte
Abklärungsbericht im Haushalt eine geeignete und im Regelfall genügende Grundlage
dar. Der Abklärungsbericht im Haushalt stellt grundsätzlich auch dann eine
beweistaugliche Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch
bedingten Invalidität geht, d.h. die Beurteilung psychischer Erkrankungen im
Vordergrund steht. Bestehen indes Divergenzen zwischen den Ergebnissen der
Haushaltabklärung und den ärztlichen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten
Person, ihre Haushaltstätigkeiten noch verrichten zu können, ist der medizinischen
Einschätzung prinzipiell erhöhtes Gewicht beizumessen. Dies ergibt sich aus dem
Umstand, dass der zur Abklärung der Invalidität im Haushalt ausgearbeitete
Fragebogen vorwiegend für die Beurteilung der Invalidität infolge körperlicher
Gebrechen ausgerichtet ist (Urteil des Bundesgericht vom 22. Dezember 2003,
I 311/03).
3.
3.1 Streitig und zu prüfen sind die Auswirkungen der gesundheitlichen
Beeinträchtigung der Beschwerdeführerin im Erwerbsbereich und in der
Haushaltsführung sowie bei der Mithilfe auf dem Bauernhof. Dabei stützte sich die
Beschwerdegegnerin grundsätzlich auf das MEDAS-Gutachten vom 26. September
2007 und ging aufgrund der gestellten Diagnose einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung von einer nur geringen Beeinträchtigung (bei körperlich schweren
Tätigkeiten im Haushalt) im rentenausschliessenden Ausmass aus. Die
Beschwerdeführerin hingegen macht geltend, die somatoforme Schmerzstörung bzw.
Fibromyalgie wirke sich in hohem Masse invalidisierend aus.
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3.2 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie
körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in
Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Um Beeinträchtigungen der Erwerbsfähigkeit
aus einer krankhaften seelischen Verfassung ohne nachweisbare organische
Grundlagen zuverlässig beurteilen zu können, verlangt die Rechtsprechung eine
besondere methodische Annäherung an die Beurteilung derartiger
Gesundheitsstörungen. Das Mass des Forderbaren bei Aufbietung allen guten Willens
muss objektiv bestimmt werden. Es wird zudem eine Vermutung aufgestellt, wonach
die Störung und ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar
sind. Das betrifft vorweg anhaltende somatoforme Schmerzstörungen (BGE 130 V 352;
131 V 49), aber auch sämtliche sonstigen vergleichbaren pathogenetisch (ätiologisch)
unklaren syndromalen Beschwerdebilder ohne nachweisbare organische Grundlage
wie die Zustandsbilder der Neurasthenie und des chronische Müdigkeitssyndroms, des
Reizdarmsyndroms und des Fibromyalgiesyndroms (BGE I 70/07 vom 14. April 2008 E.
4 f.; BGE 132 V 65 und 398 f.; BGE 8C_348/2008 vom 7.Januar 2009, E.3).
3.3 Im Einzelnen ist nach BGE 130 V 354 folgendes zu beachten: Unter gewissen
Umständen können auch somatoforme Schmerzstörungen eine Arbeitsunfähigkeit
verursachen. Sie fallen unter die Kategorie der psychischen Leiden. In Anbetracht der
sich mit Bezug auf Schmerzen naturgemäss ergebenden Beweisschwierigkeiten
genügen die subjektiven Schmerzangaben der versicherten Person für die Begründung
einer (teilweisen) Invalidität allein nicht; vielmehr muss im Rahmen der
sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung verlangt werden, dass die
Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare
Befunde hinreichend erklärbar sind. Es vermag nach der Rechtsprechung auch eine
diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als solche in der Regel noch
keine lang dauernde, zu einer Invalidität führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG zu bewirken. Ein Abweichen von diesem Grundsatz fällt
nur in jenen Fällen in Betracht, in denen die festgestellte somatoforme Schmerzstörung
nach Einschätzung des Arztes eine derartige Schwere aufweist, dass der versicherten
Person die Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt sozial-
praktisch nicht mehr zumutbar ist oder diese für die Gesellschaft gar untragbar ist. Die
- nur in Ausnahmefällen anzunehmende - Unzumutbarkeit einer willentlichen
Schmerzüberwindung und eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess setzt jedenfalls
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das Vorliegen einer mitwirkenden, psychisch ausgewiesenen Komorbidität von
erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer voraus. Oder aber es sind -
alternativ - andere qualifizierte, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllte Kriterien
vorhanden: So sprechen unter Umständen (1) chronische körperliche
Begleiterkrankungen und mehrjähriger Krankheitsverlauf bei unveränderter oder
progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission, (2) ein ausgewiesener
sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, (3) ein verfestigter, therapeutisch nicht
mehr angehbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber
entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn ["Flucht in die
Krankheit"]) oder schliesslich (4) unbefriedigende Behandlungsergebnisse trotz
konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlungsbemühungen
und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und
Eigenanstrengung für die ausnahmsweise Unüberwindlichkeit der somatoformen
Schmerzstörung.
3.4 Da - bei weitgehendem Fehlen eines somatischen Befundes - die (rein)
psychiatrische Erklärbarkeit der Schmerzsymptomatik allein für eine
sozialversicherungsrechtliche Leistungsbegründung nicht genügt, obliegt es der
begutachtenden Fachperson der Psychiatrie, der Verwaltung aufzuzeigen, ob und
inwiefern eine versicherte Person über psychische Ressourcen verfügt, die es ihr -
auch mit Blick auf die unter hievor genannten Kriterien - erlauben, mit ihren Schmerzen
umzugehen. Entscheidend ist, ob die betroffene Person, von ihrer psychischen
Verfassung her besehen, objektiv an sich die Möglichkeit hat, trotz ihrer subjektiv
erlebten Schmerzen einer Arbeit nachzugehen.
3.5 Die ärztlichen Stellungnahmen bilden unabdingbare Grundlage für die Beurteilung
der Rechtsfrage, ob und gegebenenfalls inwieweit einer versicherten Person unter
Aufbringung allen guten Willens die Überwindung ihrer Schmerzen und die Verwertung
ihrer verbleibenden Arbeitskraft zumutbar ist. Es darf sich dabei die Verwaltung weder
über die medizinischen Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sich die ärztlichen
Einschätzungen und Schlussfolgerungen zur (Rest-)Arbeitsfähigkeit - unbesehen ihrer
konkreten sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite - zu Eigen machen.
Letzteres gilt namentlich dann, wenn die begutachtende Fachperson allein aufgrund
der Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung eine Einschränkung
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der Arbeitsfähigkeit attestiert. Die rechtsanwendenden Behörden haben diesfalls zu
prüfen, ob die von den Ärzten anerkannte (Teil-)Arbeitsunfähigkeit auch im Lichte der
für eine Unüberwindlichkeit der Schmerzsymptomatik massgebenden rechtlichen
Kriterien standhält.
4.
4.1 Anlässlich der Begutachtung in der MEDAS des Inselspitals Bern vom 26.
September 2007 konnte weder aus rheumatologischer noch aus neurologischer Sicht
ein Befund erhoben werden, welcher die geklagten Beschwerden erklären könnte (IV-
act. 19-16/31 und 19-28ff./31). Der Rheumatologe führte aus, ein pathologischer
Befund zur Erklärung der Schmerzen könne klinisch nicht erhoben werden. Die
Kriterien für ein generalisiertes Fibromyalgie-Syndrom würden durch den Befund
diffuser Druckschmerzhaftigkeit weit übertroffen. Ein nicht-somatisches
Krankheitsgeschehen sei sehr wahrscheinlich. Es liege keine somatische Erkrankung
aus dem Gebiet der rheumatischen Krankheiten vor, welche die Arbeitsfähigkeit
einschränke. Eine schmerzbedingte Leistungseinschränkung sei schwierig zu
beurteilen, da sie vom subjektiven Schmerzempfinden abhänge (IV-act. (IV-act. 19-30f./
31). Auch die klinisch-neurologische Untersuchung konnte keine Erklärung für das
chronische Schmerzsyndrom geben (IV-act. 19-12/31). Die Psychiaterin diagnostizierte
eine somatoforme Schmerzstörung. Die Versicherte habe eine traumatische frühe
Kindheit mit zwei Heimaufenthalten und einem späteren Übergang in die Pflegefamilie
erlebt. Auch die früh geschlossene erste Ehe sei nach Angaben der Versicherten lieblos
verlaufen, eigene Bedürfnisse und Interessen seien vom ersten Ehemann nicht
wahrgenommen worden. Erst seit drei Jahren lebe die Versicherte in einer als
zufriedenstellend wahrgenommenen Partnerschaft. Das Krankheitsmodell der
Versicherten sehe die Krankheit Fibromyalgie vor. Sie sei der Überzeugung, an einer
schwer invalidisierenden, erblichen, entzündlichen Erkrankung zu leiden.
Psychosomatische Zusammenhänge würden energisch abgewehrt. Gegenüber
behandelnden Ärzten bestehe ein erhebliches Misstrauen und eine offen geäusserte
Abwehr. Eine Zugänglichkeit für eine Psychotherapie bestehe nicht. Die Versicherte
gebe an, reichlich Gespräche bezüglich ihrer Erkrankung mit ihrer Shiatsu-Therapeutin
und auch einer Homöopathin zu führen. Aufgrund der medizinischen Unterlagen
bestehe für die geklagte Ganzkörperschmerzsymptomatik kein organpathologisches
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Korrelat. Aus psychiatrischer Sicht handle es sich um eine somatoforme
Schmerzstörung bei traumatischer Vorgeschichte. Eine psychotherapeutische
Behandlung sei im Prinzip sinnvoll. Es bestehe jedoch keine innere Voraussetzung für
eine Psychotherapie. Die geschilderte Invalidisierung könne aus objektiv
gutachterlicher Sicht nicht nachvollzogen werden. Der psychiatrische Befund sei bis
auf eine aggressive Affekttönung regelrecht. Es bestünden ausreichende Ressourcen,
insbesondere bezüglich der Willensanstrengung, um die erlebten Schmerzen zu
überwinden. Eine weitere psychiatrische Morbidität liege nicht vor. Insbesondere
könnten eine relevante Persönlichkeitsstörung und eine Depression von Krankheitswert
ausgeschlossen werden. Insofern könne aus psychiatrischer Sicht durch die
somatoforme Schmerzstörung keine Minderung der Arbeitsfähigkeit gesehen werden.
Hingegen könne eine Minderung der Leistungsfähigkeit von 20% zuerkannt werden (IV-
act. 19-27/31).
Zusammenfassend wird im MEDAS-Gutachten in Bezug auf die Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit ausgeführt, dass durch die chronische Schmerzwahrnehmung eine
leichte Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit von derzeit 20% vorliege (IV-act.
19-17ff./31). Andererseits wird festgestellt, dass die Versicherte in der
Schmerzwahrnehmung nicht so gefangen sei, dass sie unfähig wäre, Willenskräfte
aufzubringen, um schmerzbedingte Hemmnisse gegenüber einer Tätigkeit zu
überwinden (IV-act. 19-21/31). Als therapeutische Massnahme wird im Gutachten eine
begleitende ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung, auch unter
psychopharmakologischen Gesichtspunkten, zur Schmerzdistanzierung als sinnvoll
erachtet (IV-act. 19-19/31).
4.2 Im Hinblick auf die Würdigung der medizinischen Situation fällt ins Gewicht, dass
das MEDAS-Gutachten auf eigenständigen polydisziplinären Abklärungen, mithin auf
allseitigen Untersuchungen beruht und damit für die streitigen Belange umfassend ist.
Die Vorakten wurden verwertet und die von der Beschwerdeführerin geklagten
Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt. Das Gutachten leuchtet in der Darlegung
der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
ein. Das MEDAS-Gutachten erfüllt alle praxisgemässen Kriterien für beweiskräftige
Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a), so dass grundsätzlich darauf abzustellen ist.
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4.3 Gemäss MEDAS-Gutachten fällt bei der Beschwerdeführerin einzig die
diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als Grund für eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in Betracht. Eine psychische Komorbidität -
verstanden als selbstständiges, vom psychogenen Schmerzsyndrom losgelöstes
Leiden (BGE 130 V 358 neues Fenster Erw. 3.3.1 mit Hinweis auf Meyer-Blaser, a.a.O.,
S. 81 Anm. 135) -, welche den ausnahmsweisen Schluss auf eine invalidisierende
Arbeitsunfähigkeit zulassen würde, liegt nicht vor.
4.4 Der Gesundheitsschaden der Beschwerdeführerin vermag nach den unter Erw. 3
hievor dargelegten Grundsätzen über die invalidisierende Wirkung somatoformer
Schmerzstörungen (oder auch der Fibromyalgie) nur unter besonderen
Voraussetzungen die – ausnahmsweise – Annahme einer rechtserheblichen
Arbeitsunfähigkeit zu begründen. Diese sind vorliegend nicht erfüllt. So bewirken die
körperlichen Begleiterkrankungen (Adipositas, Schielamblyopie links) aus ärztlicher
Sicht weder Einschränkungen des Leistungsvermögens, noch bestehen Anhaltspunkte
dafür, dass sie eine ausgeprägte, die zumutbare Willensanstrengung (vgl. Erw. 3.3
hievor) negativ beeinflussende psychische Belastungssituation verursachen. Sodann
geben die Angaben der Beschwerdeführerin (vgl. z.B. IV-act. 19-9/31 und 19-25/32
oben) keine Indizien für einen schwerwiegenden, nahezu umfassenden sozialen
Rückzug mit gleichsam apathischem Verharren in sozialer Isolierung. Zudem besteht
kein Grund zur Annahme eines ausgeprägten, therapeutisch nicht mehr angehbaren
primären Krankheitsgewinns. Schliesslich empfehlen die Gutachter der MEDAS
ausdrücklich die Aufnahme einer ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen
Behandlung, einschliesslich einer Psychopharmako-Therapie. Auch eine kontinuierliche
Behandlung in einem Schmerztherapiezentrum zur Bewältigung der
Schmerzsymptomatik und zum Erlernen schmerzbewältigender Strategien wird im
Gutachten angeregt (IV-act. 19-20/31). Es kann somit noch nicht von unbefriedigenden
Behandlungsergebnissen trotz konsequent durchgeführten ambulanten und/oder
stationären Behandlungsbemühungen und gescheiterten Rehabilitationsmassnahmen
ausgegangen werden. Somit sind auch die weiteren in Betracht kommenden Kriterien
weder einzeln noch insgesamt in der erforderlichen intensiven Ausprägung erfüllt. Ein
mit zumutbarer Willensanstrengung nicht überwindbares und daher die Arbeitsfähigkeit
im invalidenversicherungsrechtlichen Sinne einschränkendes Leiden liegt somit nicht
vor.
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4.5 Die weiteren medizinischen Akten führen zu keiner anderen Betrachtungsweise.
Dies gilt namentlich auch in Bezug auf den am 1. Juni 2008 abgegebenen Bericht des
Hausarztes Dr. A._, welcher von einer Minderung der Arbeitsfähigkeit von 30% bis
höchstens 50% ausgeht (act. G 14.1). Hiebei ist zunächst zu beachten, dass Berichte
der behandelnden Ärzte aufgrund deren auftragsrechtlichen Vertrauensstellung zum
Patienten mit Vorbehalt zu würdigen sind (BGE 125 V 353 neues Fenster Erw. 3b/cc).
Dies gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt wie den behandelnden Spezialarzt
(Urteile S. vom 7. September 2005, I 136/05, Erw. 4.4, und H. vom 21.Februar 2005, I
570/04, Erw. 5.1 mit Hinweisen) und erst recht für den schmerztherapeutisch tätigen
Arzt mit seinem besonderen Vertrauensverhältnis und dem Erfordernis, den geklagten
Schmerz zunächst bedingungslos zu akzeptieren (vgl. Wolfgang Hausotter,
Begutachtung somatoformer und funktioneller Störungen, 2. Aufl., München 2004, S.
61). Zudem ist bei der Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung eine
allfällige Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht und somit
fachärztlich zu beurteilen, wie dies vorliegend geschehen ist. Und in Bezug auf die
Haushaltsabklärung (IV-act. 22) ist zu erwähnen, dass vorliegend nicht auf diese
abgestellt werden kann. Einerseits wurde bereits im entsprechenden Bericht erwähnt,
dass die geltend gemachten Einschränkungen nur teilweise nachvollziehbar seien. Für
die Beschlussfassung müsse das MEDAS-Gutachten abgewartet werden (IV-act.
22-12/12). Andererseits ist bei Abweichungen der Angaben der Versicherten zur
Fähigkeit, ihre Haushaltstätigkeit noch ausüben zu können und den erhobenen
ärztlichen Feststellungen bei psychischen Beschwerden der medizinischen
Einschätzung erhöhtes Gewicht beizumessen.
5.
Nach dem Gesagten sprechen aus rechtlicher Sicht keine hinreichenden Gründe dafür,
dass die psychischen Ressourcen es der Beschwerdeführerin – auch mit Unterstützung
der empfohlenen und zumutbaren therapeutischen Behandlungen – nicht ermöglichen
würden, trotz ihrer Schmerzen ihre Tätigkeiten weiterhin im bisherigen, jedenfalls einem
rentenausschliessenden Umfang auszuüben. Es fehlt nach dem Gesagten an einem
ausreichend invalidisierenden physischen oder psychischen Gesundheitsschaden,
sodass kein Rentenanspruch besteht. Daran würde im Übrigen selbst die Annahme
einer infolge der chronischen Schmerzwahrnehmung um 20% verminderten
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Leistungsfähigkeit in den Tätigkeitsbereichen der Beschwerdeführerin, wie dies im
MEDAS-Gutachten festgehalten wird, nichts ändern, da auch damit kein
rentenbegründender IV-Grad von mindestens 40% erreicht würde.
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 26. November 2007 im Ergebnis nicht
zu beanstanden und die Beschwerde ist abzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- kommt zur
Anrechnung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG