Decision ID: 5d10258d-9555-552d-9dee-ba1d39d14908
Year: 2010
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Am 28. Juli 2008 beantragte B._ (sri lankischer Staatsangehöriger, geboren 1975; nachfolgend Gesuchsteller) bei der schweizerischen Botschaft in Colombo ein Visum für einen  von zwei Wochen bei seinem Cousin, dem , und dessen Familie. Nach formloser Verweigerung des Visums übermittelte die Auslandvertretung das Gesuch zur Prüfung und zum Entscheid an die Vorinstanz.
B. Nachdem die kantonale Migrationsbehörde weitere Informationen  hatte, wies die Vorinstanz das Gesuch mit Verfügung vom 15. September 2008 ab. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, die Wiederausreise des Gesuchstellers könne aufgrund der wirtschaftlichen und soziokulturellen Situation im Herkunftsland sowie wegen der persönlichen Verhältnisse des Gesuchstellers nicht als  angesehen werden. Zudem sei ein früherer Gast des  nicht nach Sri Lanka zurückgekehrt, sondern in Frankreich untergetaucht.
C. Mit Rechtsmitteleingabe vom 20. September 2008 beantragt der  sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen  sowie die Erteilung der beantragten Einreisebewilligung. Zur Zeit könnten er und seine Familie aufgrund der unsicheren Lage nicht nach Sri Lanka reisen, deshalb lade er seine Verwandten in die Schweiz ein. Er begleite seine Gäste jedes Mal zum Flughafen, von wo sie nach Sri Lanka zurückreisten; mit denen, die in ein anderes Land reisten, habe er nichts zu tun.
D. Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 24. November 2008 die Abweisung der Beschwerde.
E. Mit Verfügung vom 28. November 2008 wurde dem Beschwerdeführer die Möglichkeit gegeben, zur Vernehmlassung der Vorinstanz Stellung zu nehmen. Davon machte er keinen Gebrauch.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden  Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen u.a. Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der . Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Sofern das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt, richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem VwVG (Art. 37 VGG).
1.3 Der Beschwerdeführer ist als Gastgeber und Garant gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Beschwerde berechtigt. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 – 52 VwVG).
2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des  Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im  das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist  Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht  und kann die Beschwerde auch aus anderen als den gel tend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Rechts- und Sachlage zum Zeitpunkt seines  (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten  2A.451/2002 vom 28. März 2003).
3. Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie alle anderen
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Staaten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und  die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher  handelt es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 135 II 1 E. 1.1. S. 4).
4. Am 12. Dezember 2008 ist das Abkommen vom 26. Oktober 2004  der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der Europäischen  und der Europäischen Gemeinschaft über die Assoziierung dieses Staates bei der Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des -Besitzstands [SAA, SR 0.360.268.1]) in Kraft getreten. Auf den gleichen Zeitpunkt wurde die Verordnung vom 22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumerteilung (VEV, SR 142.204) in Kraft gesetzt, die in Artikel 57 vorsieht, dass Verfahren die bei Inkrafttreten hängig sind, nach neuem Recht (und damit insbesondere nach dem übergeordneten Schengen-Recht) fortgeführt werden.
5. 5.1 Zur Einreise in den Schengen-Raum für einen Aufenthalt von höchstens drei Monaten benötigen sogenannte Drittstaatsangehörige, d.h. Bürger eines nicht zu diesem Raum gehörigen Staates, gültige Reisedokumente, die zum Grenzübertritt berechtigen, und ein Visum, sofern dieses erforderlich ist (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. a AuG sowie Art. 2 Abs. 1 VEV i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b der Verordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener Grenzkodex bzw. SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32] und Art. 2 der  [EU] Nr. 265/2010 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. März 2010 zur Änderung des Übereinkommens zur Durchführung des Übereinkommens von Schengen und der  [EG] Nr. 562/2006 in Bezug auf dem Verkehr von Personen mit einem Visum für einen längerfristigen Aufenthalt [ABl. L 85 vom 31.03.2010, S. 1]).
5.2 Im Weiteren müssen sie den Zweck und die Umstände ihres  Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende  Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK, Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG). Namentlich haben sie zu belegen, dass sie das Land vor Ablauf der Gültigkeitsdauer des beantragten Visums wieder verlassen, bzw.
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Gewähr für ihre fristgerechte Wiederausreise zu bieten (vgl. Art. 14 Abs. 1 Bst. d der Verordnung [EG] 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft [EG-Visakodex; Abl. L 243 vom 15.09.2009, S. 1], Art. 5 Abs. 2 AuG). Hinsichtlich der in Frage kommenden Belege zur Glaubhaftmachung des Aufenthaltszwecks verweist Art. 5 Abs. 2 SGK auf den Anhang I. Ausführliche Regelungen zum Einreiseerfordernis der ausreichenden finanziellen Mittel finden sich in Art. 5 Abs. 3 SGK sowie in Art. 2 Abs. 2 und Art. 7 – 11 VEV. Ferner dürfen Drittstaatsangehörige nicht im Schengener Informationssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitgliedstaats darstellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK; vgl. auch Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG).
6. In Anhang I zur Verordnung (EG) Nr. 539/2001 des Rates vom 15. März 2001 (ABl. L 81 vom 21.03.2001, S. 1–7) sind diejenigen Staaten aufgelistet, deren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengrenzen der Schengen-Mitgliedstaaten im Besitz eines Visums sein müssen. Sri Lanka ist in diesem Anhang aufgeführt, weshalb der Gesuchsteller der Visumspflicht unterliegt.
7. Die Vorinstanz verweigerte die Erteilung eines Visums an den  mit der Begründung, die fristgerechte Wiederausreise  nicht gesichert.
7.1 Zur Prüfung des Kriteriums der rechtzeitigen Wiederausreise muss das Verhalten des Gesuchstellers oder der Gesuchstellerin im Falle einer Einreise in die Schweiz beurteilt werden. Da es sich um ein  Verhalten handelt, lassen sich dazu in der Regel keine  Feststellungen, sondern lediglich Voraussagen machen. Dabei sind sämtliche Umstände des Einzelfalles zu würdigen.
7.2 Anhaltspunkte zur Beurteilung der rechtzeitigen Wiederausreise können sich aus der allgemeinen Lage im Herkunftsland der  oder des Gesuchstellers ergeben. Dabei rechtfertigt es sich durchaus, Einreisegesuche von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit politisch oder wirtschaftlich vergleichsweise  Verhältnissen von vornherein mit Zurückhaltung zu be-
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gegnen, da die persönliche Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten  in Einklang steht.
7.3 Die Wirtschaft Sri Lankas ist im Jahr 2009 real um 3.5 %  (2008: 6 %). Allerdings zeigen sich bei der wirtschaftlichen Entwicklung grosse regionale Unterschiede. Wirtschaftliches Zentrum ist die Region rund um Colombo, die fast die Hälfte der gesamten Wirtschaftsleistung erbringt. Demgegenüber sind der Norden und Osten des Landes aufgrund des langjährigen, erst 2009 beendeten Bürgerkriegs in ihrer Entwicklung zurückgeworfen und beim wirtschaft - lichen Wiederaufbau auf erhebliche Hilfe sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland angewiesen (Quelle: Deutsches Auswärtiges Amt, www.auswaertiges-amt.de > Länder, Reisen und Sicherheit > Sri Lanka > Wirtschaft, Stand April 2010, besucht im September 2010). Die globale Wirtschaftskrise im Jahr 2009 hat sich zudem negativ auf die wirtschaftliche Lage des Landes ausgewirkt (Quelle: U.S. Aussenministerium, www.state.gov > Countries > Background Notes > Sri Lanka, Stand: 7. Juni 2010, besucht im September 2010). Die  der Folgen des Bürgerkriegs gehören zu den  innenpolitischen Aufgaben. Eine politische Lösung für den ethnischen Konflikt zwischen der singhalesischen  und der tamilischen Minderheit scheint zur Zeit in weiter Ferne zu sein (Quelle: Deutsches Auswärtiges Amt, a.a.O. > Innenpolitik, Stand: April 2010; vgl. auch die Publikation der Schweizerischen : JUDITH MACCHI/RAINER MATTERN, Sri Lanka: Aktuelle Situation,  vom 7. Juli 2009, S. 22, im Internet unter www.fluechtlingshilfe.ch > Herkunftsländer > Asien – Pazifik > Sri Lanka. Beide Seiten besucht im September 2010). Trotz des Endes des Bürgerkrieges ist das politische Klima nach wie vor angespannt und die Regierung hält den Ausnahmezustand weiterhin aufrecht (Quellen: Deutsches Auswärtiges Amt, a.a.O. > Reise- und Sicherheitshinweise, Stand 20. August 2010 und Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten, www.eda.admin.ch > Sicherheits- und Reisehinweise pro Land > Sri Lanka, Stand 15. April 2010, beide Seiten besucht im September 2010).
7.4 Angesichts der schwierigen Lage im Herkunftsland des  ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das Risiko einer nicht fristgerechten Wiederausreise allgemein als hoch einschätzte. Bei der Risikoanalyse sind allerdings nicht nur solch allgemeine Um-
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stände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des konkreten Einzelfalles zu berücksichtigen. Obliegt dem Gesuchsteller oder der Gesuchstellerin beispielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, so kann dieser Umstand durchaus die Prognose betreffend die anstandslose  begünstigen. Umgekehrt muss bei Gesuchstellern und Gesuchstellerinnen, die in ihrer Heimat keine besonderen  haben, das Risiko, dass sie sich nach einer bewilligten Einreise nicht gemäss den fremdenpolizeilichen Regeln verhalten, als hoch  werden.
7.5 Der Gesuchsteller ist 35 Jahre alt, ledig und stammt gemäss  auf dem Gesuchsformular aus Jaffna, lebt jedoch in Wattala, nördlich von Colombo. Gemäss seinen eigenen Angaben ist er  Landwirt. Gegenüber der Schweizer Botschaft führte er in einem Schreiben vom 15. Juli 2008 aus, er lasse seine Eltern in Sri Lanka zurück, die von ihm abhängig seien. Deshalb werde er auf jeden Fall zurückkehren und seine Arbeit wieder aufnehmen.
Diese spärlichen Informationen lassen keine Verpflichtungen , die den Gesuchsteller nachhaltig von einer Emigration  könnten. Inwiefern die Abhängigkeit seiner Eltern seine  in Sri Lanka erforderlich macht und so als Indiz für eine  Wiederausreise gewertet werden könnte, ist weder aus den Ausführungen des Gesuchstellers noch aus denjenigen des  erkennbar. Auch die persönliche Situation des  ist demnach nicht geeignet, die aufgrund der allgemeinen Situation in Sri Lanka negativ ausgefallene Prognose positiv zu .
7.6 Vor diesem Hintergrund durfte die Vorinstanz davon ausgehen, dass keine hinreichende Gewähr für die fristgerechte und  Wiederausreise des Gesuchstellers nach einem  besteht. Zwar lässt sich diese Einschätzung nicht zu einer  Feststellung verdichten; sie reicht aber aus, um die Erteilung einer Einreisebewilligung – auf die, wie erwähnt, ohnehin kein  besteht – abzulehnen.
8. Aus diesen Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Ergebnis nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist daher .
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9. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und  vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).