Decision ID: b96a26ae-5c3a-5dd2-a3f1-024bd90bfc30
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. X._ (geb. 7. November 2016) ist der Sohn von Y._ (Jg. 1997). Der Vater ist
unbekannt; das bisher angenommene Kindsverhältnis zu Z._ (Jg. 1994) wurde vom
Kreisgericht C._ mit Entscheid vom 14. Mai 2018 aufgehoben (act. 8/15/124).
Am 5. Oktober 2017 ging bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) C._
eine Gefährdungsmeldung ein, worauf ein Kindesschutzverfahren eingeleitet wurde.
Am 28. Oktober 2017 zog Y._ mit ihrem Sohn von D._ herkommend nach B._
(act. 8/3/39). Mit superprovisorischer Verfügung vom 17. Januar 2018 entzog die KESB
C._ der Mutter und dem vermeintlichen Vater vorläufig das
Aufenthaltsbestimmungsrechts über X._ und brachte Letzteren im Schlupfhuus
St. Gallen unter (act. 8/15/31). Am 13. Februar 2018 bestätigte die KESB C._ im
Rahmen einer vorsorglichen Massnahme sowohl den superprovisorisch angeordneten
Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrecht als auch die Fremdplatzierung von X._
(act. 8/15/52). Mit Verfügung vom 16. März 2018 platzierte die KESB C._ X._
vorsorglich für die Dauer des Verfahrens bei einer Pflegemutter in E._, wo er sich
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bereits seit dem 5. März 2018 aufhielt. Gleichzeitig wurde der Mutter sowie dem
vermeintlichen Vater ein begleitetes Besuchsrecht für die Dauer von einer Stunde jede
zweite Woche zugestanden und für X._ eine Beistandschaft errichtet (act. 8/15/83).
B. Per 23. April 2018 meldete sich Y._ in A._ an (act. 8/3/39). In der Folge gewährte
das Sozialamt B._ einstweilen und ohne Anerkennung des Unterstützungswohnsitzes
bzw. der Zuständigkeit weiterhin die notwendigen Unterstützungsleistungen und
erteilte zudem die Kostengutsprache für die Fremdplatzierung sowie für die anfallenden
Nebenkosten (act. 8/1/4); dies weil das Sozialamt A._ seine Zuständigkeit abgelehnt
hatte. Mit Schreiben vom 21. Juni 2018 zeigte das Sozialamt B._ dem Sozialamt A._
formell die Unterstützung von X._ an und ersuchte um Anerkennung der örtlichen
Zuständigkeit seit dem 23. April 2018 (act. 8/3/31). Dagegen erhob das Sozialamt A._
am 12. Juli 2018 beim ersuchenden Sozialamt Einsprache (act. 8/3/36). Mit
Einspracheentscheid vom 31. Juli 2018 wies das Sozialamt B._ die Einsprache ab und
stellte fest, dass sich der Unterstützungswohnsitz von X._ seit dem 23. April 2018 in
der Politischen Gemeinde A._ befinde, weshalb Letztere ab diesem Zeitpunkt für die
Übernahme der Unterstützungskosten für das Kind örtlich zuständig sei. Es
verpflichtete die Politische Gemeinde A._ zudem, der Politischen Gemeinde B._
sämtliche für den Zeitraum ab dem 23. April 2018 übernommenen
Unterstützungskosten für X._ im bisherigen Umfang von CHF _ sowie die während
eines allfälligen Beschwerdeverfahrens weiterhin vorschussweise übernommenen
Unterstützungskosten zurückzuerstatten (act. 8/3/37). Die dagegen von der Politischen
Gemeinde A._ erhobene Beschwerde wies das Departement des Innern mit Entscheid
vom 21. Februar 2019 ab und verpflichtete diese, die der Politischen Gemeinde B._
seit dem 23. April 2018 entstandenen Unterstützungskosten für X._ ab Rechtskraft
des Entscheids zu ersetzen (act. 2).
C. Mit Eingabe vom 7. März 2019 erhob die Politische Gemeinde A._
(Beschwerdeführerin) gegen den Entscheid des Departements des Innern (Vorinstanz)
Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Sie beantragte, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge sei der angefochtene Entscheid aufzuheben. Es sei festzustellen,
dass sich der Unterstützungswohnsitz von X._ seit dem 23. April 2018 in der
Politischen Gemeinde B._ befinde und dass diese ab diesem Zeitpunkt für die
Übernahme seiner Unterstützungskosten zuständig sei. Die Vorinstanz beantragte am
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2. April 2019 die Abweisung der Beschwerde. Mit Eingabe vom 26. April 2019 trug die
Politische Gemeinde B._ (Beschwerdegegnerin) ebenfalls auf Abweisung der
Beschwerde an, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Mit Eingabe vom 24. Mai
2019 äusserte sich die Beschwerdeführerin zu den Vernehmlassungen der Vorinstanz
und der Beschwerdegegnerin; dazu nahmen Letztere mit Eingabe vom 13. Juni 2019
Stellung. Am 21. Juni 2019 verzichtete die Beschwerdeführerin ausdrücklich auf eine
weitere Stellungnahme.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten, den angefochtenen Entscheid und die
Akten ist – soweit notwendig – in den nachstehenden Erwägungen einzugehen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...)
2. Unbestritten ist, dass der Unterstützungswohnsitz von X._ bis zum 22. April 2018 in
der politischen Gemeinde B._ lag. Strittig ist dagegen, ob X._ im Zeitpunkt der
superprovisorisch angeordneten Unterbringung im Schlupfhuus (17. Januar 2018) bzw.
mit der im Rahmen einer vorsorglichen Massnahme für die Dauer des Verfahrens
angeordneten Unterbringung bei der Pflegemutter in E._ (ab 5. März 2018) einen
eigenen (dauernden) Unterstützungswohnsitz im Sinn von Art. 7 Abs. 3 lit. c des
Bundesgesetzes über die Zuständigkeit für die Unterstützung Bedürftiger
(Zuständigkeitsgesetz, SR 851.2, ZUG) in B._ begründet hatte, oder ob es sich dabei
um einen abgeleiteten Unterstützungswohnsitz handelte, welcher am 23. April 2018
aufgrund des Umzugs der Mutter nach A._ wechselte.
2.1. Das unmündige Kind teilt nach Art. 7 Abs. 1 ZUG den Unterstützungswohnsitz der
Eltern oder jenes Elternteils, unter dessen Sorge es steht. Wenn die Eltern keinen
gemeinsamen zivilrechtlichen Wohnsitz haben, teilt das Kind nach Art. 7 Abs. 2 ZUG
den Unterstützungswohnsitz jenes Elternteils, bei dem es wohnt. Einen selbständigen
Unterstützungswohnsitz am letzten Unterstützungswohnsitz nach den Absätzen 1 und
2 hat das Kind nach Art. 7 Abs. 3 lit. c ZUG dann, wenn es dauernd nicht bei den Eltern
oder einem Elternteil wohnt. Art. 7 Abs. 3 lit. c ZUG gilt nur für das unmündige Kind,
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das unter elterlicher Sorge steht und wirtschaftlich unselbständig ist. Erfasst werden
freiwillige und behördliche Fremdplatzierungen ohne Entzug der elterlichen Sorge
(BGer 2A.134/2006 vom 29. Juni 2006, E. 2.2 und 4.3.1; W. Thomet, Kommentar zum
Bundesgesetz über die Zuständigkeit für die Unterstützung Bedürftiger, Zürich 1994,
Rz. 125, 127 und 132). Steht fest, dass das Kind auf Dauer fremdplatziert werden soll,
bestimmt sich sein Unterstützungswohnsitz auch dann nach Art. 7 Abs. 3 lit. c ZUG,
wenn es zunächst bloss für eine begrenzte Zeit an einem bestimmten Ort
untergebracht wird und anschliessend eine Umplatzierung erfolgt. Denn gerade in
Situationen, die ein schnelles Handeln erfordern, bleibt oft nicht genügend Zeit, um die
für das Kind am besten geeignete Unterbringungsform zu finden und es von Anfang an
dort zu platzieren (Sozialhilfe-Behördenhandbuch des Kantons Zürich [Neuauflage
2012], 3.2.03 Unterstützungswohnsitz Minderjähriger, Ziff. 3.3, www.sozialhilfe.zh.ch).
Als eigener Unterstützungswohnsitz eines minderjährigen Kindes gemäss Art. 7 Abs. 3
lit. c in Verbindung mit Abs. 1 und 2 ZUG gilt der Ort, an dem es unmittelbar vor der
Fremdplatzierung gemeinsam mit den Eltern oder einem Elternteil gelebt bzw. Wohnsitz
gehabt hat. Der derart definierte Unterstützungswohnsitz bleibt künftig für die gesamte
Dauer der Fremdplatzierung der gleiche, auch wenn die Eltern oder der
sorgeberechtigte Elternteil den Wohnsitz wechseln (BGer 8C_701/2013 vom 14. März
2014, E. 3.2.2.1). Als lediglich vorübergehend – und damit keinen eigenen
Unterstützungswohnsitz des minderjährigen Kindes nach Art. 7 Abs. 3 lit. c in
Verbindung mit Abs. 1 und 2 ZUG begründend – gelten Fremdaufenthalte in
auswärtigen Institutionen, die entweder nur von kurzer Dauer sind oder bei denen ein
Kontakt zwischen Kindern und Eltern aufrechterhalten wird und die Absicht besteht,
dass die Kinder nach einer bestimmten Zeit wieder zu den Eltern ziehen. Kümmern sich
die Eltern hingegen nicht ernstlich um ihre Kinder bzw. nehmen sie ihre elterliche Sorge
nicht wahr und erfolgt die Fremdplatzierung auf unbestimmte Zeit oder für mehr als
sechs Monate, spricht dies in der Regel für die Dauerhaftigkeit des Fremdaufenthaltes.
Ob dabei die elterliche Sorge entzogen wird oder entsprechende Bestrebungen
bestehen, ist nicht massgeblich. Genauso wenig kommt es auf die tatsächliche Dauer
des Fremdaufenthaltes an. Entscheidend ist einzig, ob bei Beginn der
Fremdplatzierung von Dauerhaftigkeit auszugehen oder nur eine vorübergehende
Lösung beabsichtigt war. Andernfalls könnte immer erst nach einer bestimmten Dauer
des Fremdaufenthalts darüber entschieden werden, welcher Kanton letztlich die
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Kosten zu tragen hat, was nicht dem Sinn des Gesetzes entsprechen kann, will dieses
doch gerade für klare Verhältnisse bei der interkantonalen Zuständigkeitsausscheidung
sorgen (BGer 8C_701/2013 a.a.O., E. 3.2.2.2 mit Hinweisen; Thomet, a.a.O., Rz. 132).
2.2. Auf die Gefährdungsmeldung vom 5. Oktober 2017 hin beauftragte die örtlich
zuständige KESB eine Sozialpädagogin, eine interventionsorientierte Sozialabklärung
über X._ zu tätigen. Nach Vorliegen des entsprechenden Situationsberichts vom
11. Januar 2018, in welchem für die Dauer der weiteren Abklärungen die Platzierung
des Kindes an einem neutralen Ort empfohlen wurde (vgl. act. 8/15/28), verfügte das
zuständige KESB-Mitglied im Rahmen einer superprovisorischen Massnahme zum
einen den Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts über X._ und zum andern
dessen vorläufige Unterbringung im Schlupfhuus St. Gallen (act. 8/15/31). Am
24. Januar 2018 konnten die Beteiligten zur Massnahme Stellung nehmen, wobei das
zuständige Behördenmitglied gemäss Protokoll wiederholt erklärt habe, dass noch
nicht definitiv über den Aufenthalt von X._ entschieden worden sei (act. 8/15/43). Am
13. Februar 2018 bestätigte die KESB im Rahmen einer vorsorglichen Massnahme den
Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts für die Dauer des Verfahrens. Zur
Begründung wurde ausgeführt, die bisherigen Abklärungen hätten Hinweise ergeben,
dass das Wohl von X._ bei einem Verbleib bei der Mutter ernsthaft gefährdet sein
könnte. Es sei unabdingbar, dass die familiäre Situation und deren mögliche
Auswirkung auf das Wohl des Kindes sorgfältig und umfassend abgeklärt werde
(act. 8/15/52). Nachdem die Sozialpädagogin das Schlupfhuus, St. Gallen, nicht weiter
als geeignete Institution erachtet und die Errichtung einer Beistandschaft empfohlen
hatte (act. 8/15/54), wurde am 16. März 2018 die Umplatzierung von X._ zu einer
Pflegemutter, bei welcher er sich bereits seit dem 5. März 2018 aufhielt, angeordnet;
auch dies wiederum lediglich vorsorglich und für die Dauer des Verfahrens. Gleichzeitig
wurde ein begleitetes Besuchsrecht verfügt und für X._ eine Beistandschaft errichtet.
Als Grund für diese Massnahmen nannte die Behörde die Kindswohlgefährdung, die
Vaterschaftsabklärung und ein in absehbarer Zeit zu initiierendes
Sachverständigengutachten (act. 8/15/83). Am 6. April 2018 ordnete die Behörde
sodann einen rechtspsychologischen Fachbericht an, welcher unter anderem darüber
Auskunft zu geben hatte, ob es mit dem Wohl des Kindes vereinbar sei, dieses wieder
zurück in die Eigenpflege der Mutter (oder des Vaters) zu geben (act. 8/15/96). Mit
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Beschluss vom 16. Januar 2019 errichtete die KESB für X._ schliesslich eine
Vormundschaft (act. 3).
Für die Frage der Dauerhaftigkeit der Fremdplatzierung im Sinn von Art. 7 Abs. 3 lit. c
ZUG entscheidrelevant ist wie dargelegt, ob bereits bei Beginn der Fremdplatzierung
von einer anhaltenden Vorkehr ausgegangen worden war. Vorliegend erfolgte der
Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts und die Fremdplatzierung durch die örtlich
zuständige KESB gestützt auf Art. 445 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches
(SR 210, ZGB). Danach trifft die KESB auf Antrag einer am Verfahren beteiligten Person
oder von Amtes wegen alle für die Dauer des Verfahrens notwendigen vorsorglichen
Massnahmen (Abs. 1), wobei sie bei besonderer Dringlichkeit vorsorgliche
Massnahmen sofort ohne Anhörung der am Verfahren beteiligten Personen treffen kann
(Abs. 2). Die entsprechende Verfügung kann der oder die Vorsitzende oder das
zuständige Mitglied der KESB erlassen (Art. 20 des Einführungsgesetzes zur
Bundesgesetzgebung über das Kindes- und Erwachsenenschutzrecht, sGS 912.5). Bei
der mit Verfügung vom 17. Januar 2018 superprovisorisch bzw. am 13. Februar 2018
vorsorglich angeordneten Kindesschutzmassnahme handelt es sich folglich um eine
Massnahme, welche lediglich für die Dauer des Verfahrens Gültigkeit hat und (noch)
nicht auf Dauer ausgelegt ist. Mit anderen Worten konnte zum damaligen Zeitpunkt
noch nicht von einer auf unbestimmte Dauer angelegten Kindesschutzmassnahme
gesprochen werden. Vielmehr ist zu berücksichtigen, dass der Verdacht einer
ernsthaften Kindeswohlgefährdung ein rasches Einschreiten notwendig machte, ohne
dass vorgängig die für die endgültige Klärung der Sachlage unabdingbaren vertieften
Erhebungen hätten vorgenommen werden können. Die zu Beginn des Jahres 2018
(vorerst superprovisorisch, danach vorsorglich) verfügte Fremdplatzierung stellte
demnach lediglich eine einstweilige vorsorgliche Vorkehr dar. Eine diesbezüglich
dauerhafte Lösung war zu Beginn noch gar nicht beabsichtigt und konnte es auch
noch nicht sein, zumal es dafür am vertieften, gebotenen Wissen um die
massgebenden Sachumstände fehlte. Wie den Akten zu entnehmen ist, klärte die
KESB in der Folge denn auch ab, ob weitergehende Kindesschutzmassnahmen
erforderlich und geboten seien. Der mit der Erstellung eines rechtspsychologischen
Fachberichts betraute Experte hatte entsprechend insbesondere die Frage zu
beantworten, ob X._ zurück in die Obhut der Mutter gegeben werden könne oder
nicht. Erst nach Vorliegen des rechtspsychologischen Fachberichts vom 25. Juli 2018
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zeichnete sich ab, dass es aktuell nicht mit dem Kindswohl vereinbar sei, X._ wieder
unter die Obhut und somit alleinige Betreuung und Versorgung der Mutter zu stellen
(act. 8/15/151 S. 18). Die Mutter äusserte daraufhin den Wunsch, X._ zur Adoption
freizugeben (vgl. act. 8/15/157, 166, 183, 184). Vor diesem Hintergrund vermag die
Auffassung der Beschwerdeführerin, die Fremdplatzierung sei bereits von Beginn an
auf Dauer ausgerichtet gewesen, offenkundig nicht zu überzeugen. Dies umso weniger,
als es sich beim Entzug des Aufenthaltsrechts und einer Fremdplatzierung um
erhebliche Eingriffe in die Rechtsstellung der Direktbetroffenen handelt, welche
regelmässig erst nach gründlichen Abklärungen und Würdigungen der konkreten
Gegebenheiten zu auf Dauer angelegten Massnahmen erklärt werden können.
2.3. Zusammenfassend zeigt sich, dass X._ mit Verfügung vom 17. Januar 2018
zunächst superprovisorisch und mit Verfügung vom 13. Februar 2018 unter
gleichzeitigem Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts vorsorglich ausserfamiliär
platziert worden ist. All diese Vorkehren dienten einzig und allein dem vorläufigen
Schutz des Kindes und eröffneten der örtlich zuständigen KESB die Möglichkeit,
allfällig erforderliche weitere Kindesschutzmassnahmen vertiefter zu prüfen und
abzuklären. Sie waren daher noch nicht auf Dauer angelegt. An dieser Beurteilung
ändert die am 16. März 2018 verfügte Umplatzierung von X._ zur Pflegemutter, wo er
sich bereits seit dem 5. März 2018 aufhielt, nichts. Auch dabei handelte es sich nach
wie um einen Bestandteil einer vorsorglichen Massnahme, welche sich aufgrund der
zeitlich begrenzten möglichen Aufenthaltsdauer im Schlupfhuus (vgl. www.kszsg.ch/
jugendliche/schlupfhuus) als notwendig erwies (vgl. auch Verfügung der KESB vom
16. März 2018 E. 2, act. 8/15/83). Folglich begründete X._ weder im Zeitpunkt der
superprovisorisch angeordneten Unterbringung im Schlupfhuus (17. Januar 2018) noch
mit der im Rahmen einer vorsorglichen Massnahme für die Dauer des Verfahrens
angeordneten Unterbringung bei der Pflegemutter in E._ (ab 5. März 2018) einen
eigenen (dauernden) Unterstützungswohnsitz im Sinn von Art. 7 Abs. 3 lit. c ZUG in
B._. Es handelte sich vielmehr um einen abgeleiteten Unterstützungswohnsitz,
welcher X._ am 23. April 2018 aufgrund des Umzugs der Mutter nach A._ wechselte.
Mittlerweile scheint die zuständige KESB einen Entscheid bezüglich X._ und dessen
künftiger Unterbringung gefällt zu haben. Jedenfalls wurde mit Beschluss vom
16. Januar 2019 für X._ eine Vormundschaft errichtet (act. 3) und damit der Mutter
anscheinend die elterliche Sorge über ihren Sohn entzogen (vgl. Art. 327a ZGB). Dies
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ändert aber nichts daran, dass zu Beginn der Fremdplatzierung des Entzugs des
Aufenthaltsbestimmungsrechts noch nicht von einer dauerhaften Massnahme
ausgegangen werden durfte.
3. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. Dem Verfahrensausgang entsprechend hat
die Beschwerdeführerin die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens zu bezahlen
(Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr für das Beschwerdeverfahren von
CHF 2'000 erscheint angemessen (Art. 7 Abs. 1 Ingress und Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Sie ist mit dem von der Beschwerdeführerin
in der gleichen Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. Auf ihre Erhebung ist
nicht zu verzichten, da das Gemeinwesen überwiegend finanzielle Interessen verfolgt
(Art. 95 Abs. 3 VRP). Bei diesem Verfahrensausgang – die Beschwerdegegnerin hat als
Gemeinwesen grundsätzlich keinen Anspruch auf Kostenersatz – sind ausseramtliche
Kosten nicht zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1 und 98 VRP).