Decision ID: a6813f20-9733-4a56-8325-e45e96c92e03
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1965 geborene
X._
war seit dem 1. Juni 2003 bis zur Auflö
su
ng des Arbeitsverhältnisses infolge Konkurses der Arbeitgeberin per 6. Februar 2008 bei der Y._ AG angestellt (vgl. Ar
beitszeugnis
vom 7. Februar 2008, Urk. 15/19/2). In der Folge bezog sie bis Ende März 2008
Taggelder der Arbeitslosenversicherung und war dadurch bei der Stiftung Auffangeinrichtung BVG berufsvorsorgeversichert (vgl. Stellungnahme der Stif
tung Auffangeinrichtung BVG vom 16. September 2016, Urk. 31 S. 2). Vom 1. April bis am 30. November 2008 war X._ bei der Z._ AG angestellt (vgl. Arbeitszeugnis vom 10. Februar 2009, Urk. 15/19/1) und dadurch bei der
AXA Stiftung Berufliche Vorsorge, Winterthur
berufsvor
sorgeversichert (vgl. Klageantwort der AXA Stiftung Berufliche Vorsorge, Winterthur, vom 9. November 2015, Urk. 10 S. 3). Vom 1. Dezember 2008 bis 28. Februar 2009 arbeitete X._ bei der A._ AG (
Arbeitgeberbescheinigung vom 4. Juni 2010, Urk. 15/8). Während dieses Arb
eits
verhältnisses war X._ bei der Pro Medico Stiftung berufs
vorsorgeversichert (vgl. Stellungnahme der Pro Me
dico Stiftung vom 14. Juni 2016, Urk. 27 S. 2). Vom 1. März 2009 bis 24. November 2009 sowie vom 15. Februar 2010 bis 8. April 2010 bezog X._ erneut Arbeits
losen
taggelder und war dadurch wiederum bei der Stiftung Auffang
ein
rich
tung BVG berufsvorsorgeversichert (Urk. 31 S. 2; vgl. Bericht der Unia Arbeits
losen
kasse vom 11. Juni 2010, Urk. 15/11). Am 31. Mai 2010 meldete sich
X._
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
, zum Leistungsbezug an (Urk. 15/1). Die IV-Stelle nahm in der Folge erwerbliche und medizinische Abklärungen vor, in deren Rahmen sie unter anderem bei der Begutachtungsstelle
B._
ein internistisch-rheumatologisches Gut
achten einholte (Gutachten vom
14. November 2011 (Urk. 15/38). Mit Vor
bescheid vom 5. März 2012 stellte die IV-Stelle die Abweisung des Renten
begehrens in Aussicht (Urk. 15/48). Nachdem X._ dagegen Ein
wand erhoben hatte (Einwand vom 22. März 2012, Urk. 15/52, und vom 14. Mai 2012, Urk. 15/59),
gab die IV-Stelle bei der B._ ein weiteres bidis
ziplinäres Gutachten in Auftrag, diesmal in den Fachdisziplinen Rheumato
logie und Psychiatrie. Die B._ erstattete dieses Gutachten am 1. November 2012 (Urk. 15/81). M
it Verfügung
en
vom 2.
August
(Urk. 15/93) und
vom
12. August 2013 (Urk. 15/106) sprach die IV-Stelle X._ ab dem 1. Dezember 2011 eine halbe Invalidenrente zu
(vgl. auch Verfügungsteil 2, Urk. 15/86). Die von
X._
am 16. Septem
ber 2013 erhobene Beschwerde (Urk. 15/112) hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 31. Oktober 2014 (Urk. 15/122) in dem Sinne teilweise
gut, dass die angefochtenen Verfügun
gen vom 2. und 12. August 2013 inso
w
eit aufgehoben wurden, als sie ab dem 1. November 2012 den Anspruch auf
eine die halbe Invalidenrente übersteigende Invalidenrente verneinten, und es
wurde die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen, damit diese, nach er
folg
ten psychiatrischen Abklä
rungen, über den Leistungsanspruch ab 1. Novem
ber 2012 neu verfüge.
2.
Mit Eingabe vom 7. August 2015 (Urk. 1) erhob X._ Klage gegen die AXA Stiftung Berufliche Vorsorge, Winterthur und beantragte:
1.
Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin ab 1. Oktober 2010 die ihr gemäss Reglement zustehenden Leistungen aus Invalidität auszu
richten;
2.
Dem vorliegenden Verfahren seien die Pro Medico Stiftung als Pen
sio
ns
kasse der A._ AG und die Stiftung Auffangein
rich
tung BVG als berufliche Vorsorge der Arbeitslosenversicherung beizu
laden;
alles unter Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten der Beklagten.
Die Beklagte beantragte mit Klageantwort vom 9. November 2015 die Abwei
sung der Klage (Urk. 10).
Nachdem mit Verfügung vom 10. November 2015 (Urk. 12) die Akten der Eidgenössischen Invalidenversicherung in Sachen der Klägerin beigezogen worden
waren (Urk. 15/1-146), hielt die Klägerin mit Replik vom 3. Februar 2016 (Urk. 19) ebenso an ihrem Antrag fest wie die Beklagte mit Duplik vom 20. April 2016 (Urk. 24).
Mit Verfügung vom 13. Mai 2016 (Urk. 25) wurden die Pro Medico Stiftung (Beigeladene 1) und die Stiftung Auffangeinrichtung BVG (Beigeladene 2) zum Verfahren beigeladen. Die Beigeladenen erklärten mit Stellungnahmen vom 14. Juni 2016 (Beigeladene 1, Urk. 27) und vom 16. September 2016 (Beigeladene 2, Urk. 31), dass sie selber nicht leistungspflichtig seien. Die Stellungnahmen der Beigeladenen wurden den Parteien mit Verfügung vom 19. September 2016 zur Kenntnis gebracht (Urk. 33).
3.
Nachdem die IV-Stelle in Nachachtung des Urteils des hiesigen Gerichts vom 31. Oktober 2014 (Urk. 15/122) weitere medizinische Abklärungen vorge
nommen und insbesondere beim C._ ein interdisziplinäres Gutachten eingeholt hatte, verneinte sie nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren mit Verfü
gung vom 22. August 2016 einen Anspruch der Klägerin auf eine höhere als eine halbe Invalidenrente. Die von der Klägerin am 26. September 2016 dagegen er
hobene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit heutigem Urteil ab (Prozess Nr. IV.2016.01070).
4.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des hiesigen Gerichts zum Entscheid über die strittigen Leistungen ist gegeben (Art. 73 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge, BVG, in Ver
bindung mit § 2 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über das Sozialversicherungsge
richt
; GSVGer
).
1.2
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Inva
liden
versicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruf
lichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzli
chen Mindestvorsorge (Art. 6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Ein
tritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Fest
setz
ung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Be
trach
tung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offen
sichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in fine). Diese Bindungswir
kung
setzt unter anderem voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins Vo
r
bescheidverfahren der Verordnung über die Inva
lidenversicherung, IVV) einbezogen und ihr die Rentenverfügung form
gültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 16. Juni 2010 E. 3.1, mit Hin
wei
sen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständiges Beschwerderecht im Verfahren nach dem Bundesgesetzes über die Invaliden
versicherung (IVG) zu. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeein
richtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invaliditätsgrades (grund
sätzlich, masslich und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
1.3
Nach Art. 24 Abs. 1 BVG hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invali
denrente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine Viertelsrente, wenn er mindes
tens zu 40 % invalid ist. Gemäss Abs. 1 von Art. 26 BVG gelten für den Be
ginn des Anspruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechenden Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (Art. 29 IVG). Die Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorge
einrichtung geschuldet, welcher die den Anspruch erhebende Person bei Ein
tritt des versicherten Ereignisses angeschlossen war. Im Bereich der obligato
rischen beruflichen Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit zu
sammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (vgl. Art. 23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfähigkeit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG in Verbin
dung mit Art. 26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krank
heit eintritt, während welcher die Person unter Umständen aus dem Arbeits
verhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem Obligatorium unter
standen hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E. 2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hinweisen).
1.4
Art. 23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer Vorsorge
ein
richtungen gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Ar
beitsfähig
keit bereits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vorsorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der Inva
lidenversicherung zugesprochen wird. Der Anspruch auf Invaliden
leistungen nach Art. 23 BVG entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen Vor
sorge
einrichtung, sondern gegenüber derjenigen, welcher die Per
son im Zeit
punkt des Eintritts der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit ange
hörte.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeit
nehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst
nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko auf
zukommen hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammen
hang vor, wenn der der Invalidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im
Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt
die Annahme eines engen zeitlichen Zusammenhangs voraus, dass die ver
sicherte Person nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht während länge
rer Zeit wieder arbeitsfähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rückfälle oder Spätfolgen einer Krankheit einzustehen, die erst Jahre nach Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten. Demnach darf nicht bereits eine Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhangs angenom
men werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zu
rück
ge
kehrt ist. Ebenso wenig darf die Frage des zeitlichen Zusammenhangs zwi
schen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität in schematischer (analoger) An
wen
dung der Regeln von Art. 88a Abs. 1
IVV
beurteilt werden, wonach eine anspruchsbeeinflussende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit in jedem Fall zu berücksichtigen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich andauern wird. Zu berücksichtigen sind vielmehr die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prognostische ärztliche Beurteilung und die Beweggründe, die die versicherte Person zur Wiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben (BGE 123 V 262 E. lc, 120 V 112 E. 2c/aa und 2c/bb mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Klägerin erklärte zur Begründung ihrer Klage im Wesentlichen (Urk. 1 und Urk. 19), da ihre Anmeldung bei der Invalidenversicherung verspätet erfolgt sei, bestehe keine Bindung an den invalidenversicherungsrechtlichen Entscheid. Sie habe bei der Z._ AG gearbeitet und sei bei der Beklagten berufsvorsorgeversichert gewesen, als ihre gesundheitlichen Beschwerden im Herbst 2008 stark zugenommen und ab 21. Oktober 2008 zu einer vollen Arbeits
unfähigkeit geführt hätten. Es sei ihr seit Oktober 2008 aufgrund ihrer gesundheitlichen Einschränkungen nie mehr möglich gewesen, eine volle Arbeitstätigkeit auszuüben. Die Arbeitsstelle bei der A._ AG, welche sie am 1. November 2008 angetreten habe, sei ihr noch während der Probezeit aus gesundheitlichen Gründen gekündigt worden. Die Tatsache, dass sie sich aufgrund wirtschaftlicher Zwänge zunächst für ein volles Pen
sum beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zur Arbeitsver
mittlung angemeldet habe, vermöge keine Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhangs zu bewirken, zumal sie ja nach wenigen Monaten die Suche auf ein 50%-Pensum beschränkt habe. Da auch die sachliche Konnexität zwi
schen der im Herbst 2008 eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der Inva
lidi
tät zu bejahen sei, sei die Beklagte leistungspflichtig.
2.2
Die Beklagte wendete dagegen im Wesentlichen ein (Urk. 10 und Urk. 24), die Klägerin sei vom 1. April 2008 bis 30. November 2008 bei ihr vorsorge
versichert gewesen. Während dieser Zeit sei die Klägerin vom 20. Oktober 2008 bis 30. November 2008 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Per 1. Dezem
ber 2008 habe die Klägerin eine neue Arbeitsstelle angetreten und habe dort bis zur Kündigung per 28. Februar 2009 gearbeitet. In dieser Zeit habe es keine Arbeitsunfähigkeiten gegeben. Auch wenn die Klägerin geltend mache, dass sie während dieser Tätigkeit gesundheitlich eingeschränkt ge
wesen sei, gebe es kein entsprechendes echtzeitliches Arztzeugnis, welches diese Aus
sage stützen würde. Hinzu komme, dass sich die Klägerin bereits am 26. Febru
ar 2009 beim RAV zur Arbeitsvermittlung angemeldet habe und bis August 2009 eine 100%-Stelle gesucht habe. Erst ab September 2009 sei die Klägerin nachweislich arbeitsunfähig geworden. Seit Austritt bei ihr sei die Klägerin somit für rund zehn Monate arbeitsfähig gewesen, weshalb der zeitliche Zusammenhang unterbrochen worden sei.
2.3
Die Beigeladene 1 erklärte mit Stellungnahme vom 14. Juni 2016 (Urk. 27), es liege kein ärztlicher Bericht vor, welcher für die Dauer des Anstellungs
verhältnisses der Klägerin mit der A._ AG eine klare Aus
sage über das Ausmass einer bestehenden Arbeitsunfähigkeit mache, wobei es Indizien gebe, dass die vorbestehenden gesundheitlichen Probleme wäh
rend des Arbeitsverhältnisses nicht verschwunden seien. Unabhängig davon, ob man der Argumentation der Klägerin oder derjenigen der Beklagten folge, sei sie nicht leistungspflichtig.
2.4
Die Beigeladene 2 brachte mit Stellungnahme vom 16. September 2016 vor (Urk. 31), die Ärzte des D._, Klinik für Infekti
onskrankheiten und Spitalhygiene, bei welchen die Klägerin durchgehend seit April 2004 in Behandlung gewesen sei, hätten echtzeitlich festgehalten, dass der Gesundheitszustand der Klägerin bis Oktober 2008 hervorragend ge
wesen sei. Ab Oktober 2008 seien die Beschwerden aufgetreten, die zu ei
ner Arbeitsunfähigkeit und letztlich auch zur Invalidität geführt hätten. Eine Unterbrechung des zeitlichen Zusammenhangs bestehe nicht. Die Tätigkeit bei der A._ AG stelle lediglich einen (erfolglosen) Arbeits
versuch dar. Ab März 2009 habe die Klägerin Taggelder der Arbeitslosenver
sicherung bezogen. Während dieser Zeit habe sie ihre Leistungsfähigkeit nich
t effektiv unter Beweis stellen müssen. Auch wenn für diese Phase echt
zeit
liche Nachweise für die Arbeitsunfähigkeit fehlen sollten, so werde ge
stützt auf den gutachterlich festgestellten Krankheitsverlauf deutlich, dass die Klägerin ihre Arbeitsfähigkeit in dieser rund sechsmonatigen Phase effektiv nie mehr vollständig wiedererlangt habe. Es habe durchgehend in einer lei
dens
angepassten Verweistätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 30 % bestanden.
3.
3.1
Folgende Berichte, welche für die Beurteilung der strittigen Fragen von Be
lang sind, liegen vor:
3.2
Dr. med. E._ vom Departement für Innere Medizin des D._ hielt mit ärztlichem Zeugnis vom 31. Oktober 2008 (Urk. 15/66/4) fest, es sei aus medizinischen Gründen empfehlenswert, dass die Klägerin die aktuelle Arbeit wegen der Belastung vorzeitig aufgebe. Dies um die weitere Gesundheit nicht zu gefährden. Mit ärztlichem Zeugnis vom gleichen Tag (Urk. 15/66/5) attes
tierte er der Klägerin für die Zeit vom 30. Oktober bis 30. November 2008 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
3.3
Mit ärztlichem Zeugnis vom 23. März 2009 (Urk. 2/10) erklärte Dr. E._,
dass die letzte Stelle der Beschwerdeführerin (1. Dezember 2008 bis 28. Febru
ar 2009) aus medizinischen Gründen ungeeignet gewesen sei.
3.4
Dr. med. F._, Oberarzt, und Dr. med. G._, Assistenzärztin, Rheu
maklinik und Institut für Physikalische Medizin des D._, nannten mit
Bericht an die IV-Stelle vom 8. Juli 2010 (Urk. 15/12) als Diagnosen mit Aus
wir
kung
en auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Polyarthralgien, Differentialdiagnose degenerativ, entzündlich im Rahmen
einer HIV-assoziierten Spondarthropathie
-
chronisches rezidivierendes lumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechts bei muskulärer Dysbalance und Haltungsinsuffizienz
Bei der Klägerin bestünden Mitte 2008 aufgetretene Schwellungen der
proxi
malen (PIP) und der distalen Interphalangealgelenke
(DIP) der Finger, welche Schmerzen verursachten. Im Verlauf seien Schulterschmerzen und Hüft
schmerzen rechts mit Ausstrahlung ins Knie dazugekommen. Aus rheu
mato
logischer Sicht sei die Klägerin für eine leichte bis mittelschwere, lei
dens
an
gepasste Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig.
3.5
Dr. med. G._, Oberärztin, und Dr. E._, vom der Klinik für Infekti
onskrankheiten und Spitalhygiene des D._ hielten mit Bericht an die IV-Stelle vom 21. Juli 2010 (Urk. 15/15) als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest:
-
HIV-Infektion CDC-Stadium A2 seit 1995
-
rezidivierende depressive Episoden seit 2008
-
fibromyalgie-artiges Syndrom
-
Morbus Menière seit Juni 1996
Trotz schwerem Morbus Menière mit Neurektomie und HIV-Infektion sei der Allgemeinzustand der Klägerin bis Oktober 2008 hervorragend gewesen. Die gelernte Zahntechnikerin sei stets voll arbeitsfähig gewesen. Sie habe im Be
reich Feinmechanik gearbeitet. Im Oktober 2008 sei es zu einer zunehmenden raschen Erschöpf- und Ermüdbarkeit sowie Schlafstörungen gekommen. Die Klägerin habe die Arbeitsstelle in der Annahme, dass der weite Arbeitsweg und die Notwendigkeit von hoch konzentrierter Arbeit an den uncharakteris
tischen Beschwerden Schuld seien, gekündigt. Sie habe die Stelle mit einer medizinischen Begründung gekündigt. Bis September 2009 sei die Klägerin im Wesentlichen arbeitslos gewesen. Vom RAV seien ihr wiederholt Arbeiten im Bereich Reinigung zugewiesen worden. Bei diesen Arbeitsversuchen seien zunehmend Beschwerden hinsichtlich aller Fingergelenke, der Handgelenke, der Ellbogengelenke sowie der Schulter- und Kniegelenke aufgetreten. Es sei eine Überweisung an die Rheumatologische Poliklinik ihres Spitals erfolgt. Initial sei man von einem entzündlichen rheumatologischen Leiden ausge
gangen. Intensive Abklärungen, inklusive Skelettszintigramm, hätten jedoch keine humorale Aktivität erbracht. Die spätere Beurteilung durch die rheu
ma
tologischen Fachärzte habe einerseits degenerative Veränderungen, ande
rer
seits Schmerzen im Bereich von Sehnen respektive Sehnenansätzen und Muskeln im Sinne eines generalisierten sogenannten Fibromyalgiesyndroms
beinhaltet. Trotz sechsmonatiger ambulanter Physiotherapie sowie Einsatz von
nichtsteroidalen Antirheumatika hätten verschiedene Arbeitsversuche abge
bro
chen werden müssen. Gleichzeitig habe eine depressive Entwicklung mit Morgentief, Schlafstörungen, Interesseverlust sowie sozialem Rückzug festge
stellt werden müssen. Aus diesem Grund sei eine Überweisung an die Psy
chiatrische Poliklinik des D._ erfolgt, wo eine antidepressive Therapie und eine Gesprächstherapie eingeleitet worden seien. Zudem sei, weil sich die Klägerin subjektiv als zunehmend vergesslich erlebt habe, eine neuropsy
cho
lo
gische Abklärung erfolgt. Es seien dort milde kognitive Störungen di
agnos
tiziert worden, ein eigentliches dementionelles Syndrom habe nicht vorge
legen. Eine spezifische Therapiemöglichkeit sei negiert worden. Wegen dieser Beschwerden sei die Klägerin seit September 2009 krank geschrieben. Im Früh
jahr sei erneut ein kurzfristiger Arbeitsversuch erfolgt, der an Er
schöpf
barkeit und Schmerzen gescheitert sei. Sie hätten die Klägerin vom 21. Okto
ber bis 30. November 2008 zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben. Vom 13. bis 30. September 2009 hätten sie erneut eine 100%ige, vom 21. Oktober bis 30. November 2009 eine 50%ige und ab 1. Dezember 2009 wiederum eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Urk. 15/15).
3.6
Die B._-Gutachter nannten mit internistisch-rheumatologischem Gutachten vom 14. November 2011 (Urk. 15/38) als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 15/38/12):
-
Fingergelenkspolyarthrose (ICD-10 M15.1 und M15.2)
-
Arthralgien und Myalgien, Differentialdiagnose medikamentös be
dingt, Differentialdiagnose im Rahmen der HIV-Infektion (ICD-10 M25.51 bzw. ICD-10 M79.1)
-
HIV-Infektion CDC Stadium A2 seit 1995
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gut
achter (Urk. 15/38/12-13):
-
rezidivierende depressive Episoden seit 2008 anamnestisch
-
Morbus Menière seit Juni 1996
-
Migräne, Erstdiagnose 1998
-
klein- bis mittelgrobknotige Mastophatie beidseits
Aus gesamtmedizinischer Sicht sei die Klägerin mit Beginn der Beschwerden 2008 aufgrund der degenerativen Polyarthralgien für schwere körperliche Tätigkeiten anhaltend zu 100 % arbeitsunfähig. Ebenso bestehe für die zu
letzt ausgeübte Tätigkeit mit speziellen Anforderungen an die feinmotorische Koordination und Feinmotorik eine anhaltende 100%ige Arbeitsunfähigkeit aus rheumatologischer Sicht. Für leichte bis mittelschwere, wechselbelas
tende, nicht speziell feinmotorisch anspruchsvolle Tätigkeiten bestehe aus gesamtmedizinischer Sicht eine Restarbeitsfähigkeit von 70 %. Die Reduktion der Arbeitsfähigkeit ergebe sich durch die rasche Ermüdbarkeit der Klägerin, den erhöhten Pausenbedarf und auch die Notwendigkeit regelmässiger The
rapieanwendung zum Erhalt der aktuellen Leistungsfähigkeit (Urk. 15/38/15).
3.7
Mit psychiatrisch-rheumatologischem Gutachten vom 1. November 2012 (Urk. 15
/81) hielten die B._-Gutachter als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest (Urk. 15/81/5):
-
HIV-Infektion CDC Stadium A2 (ICD-10 B24)
-
rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
Als Diagnosen ohne Auswirkungen nannten sie:
-
myotendinotisches zervikal- und lumbalbetontes Panvertebralsyn
drom (ICD-10 M54.2, M54.5 und M54.6)
-
beginnende Polyarthrose der Fingergelenke (ICD-10 F15.0)
-
Morbus Menière seit Juni 1996
-
Pollinosis (Rhinokonjunktivitis) sowie multilple Nahrungsmittelaller
gien
-
mittel- bis grobknotige Mastopathie beidseits
Aus rheumatologischer Sicht sei die Klägerin bis auf Weiteres in der bishe
rigen Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig. Dabei interferierten einerseits die de
generativen, andererseits die persistierenden kleinen entzündlichen Ver
änderungen der kleinen Fingergelenke, welche die Belastbarkeit und die Fein
motorik der Hände in einem relevanten Ausmass beeinträchtigten. Aus psy
chiatrischer Sicht sei die Klägerin aufgrund der aktuell leichten bis mittel
gradigen depressiven Episode etwa 70 % arbeitsfähig. Aus bidisziplinärer Sicht sei daher die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit weiterhin zu
100 % eingeschränkt. In einer körperlich leichten, angepassten Tätigkeit werde
aus rheumatologischer Sicht eine aktuelle Restarbeitsfähigkeit von 50 % ermit
telt. Aus psychiatrischer Sicht bleibe weiterhin aufgrund der aktuellen leich
ten mittelgradigen depressiven Episode eine etwa 70%ige Arbeitsfähig
keit erhalten. Aus bidisziplinärer Sicht bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Der Beginn dieser Restarbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit sollte aus der Aktenlage ab Dezember 2011 abzuleiten sei (Urk. 15/81/6).
4.
Nachdem die Verfügungen der IV-Stelle vom 2. August 2013 (Urk. 15/93) und
vom 12. August 2013 (Urk. 15/106) weder der Beklagten noch den Bei
ge
la
denen zugestellt und diese auch nicht ins Beschwerde
verfahren des hiesigen
Gerichts einbezogen worden waren (vgl. Urk. 15/122), entfällt berufs
vor
sorge
rechtlich eine Bindungswirkung an die invalidenversi
cherungsrechtlichen Fest
stellungen bereits aus diesem Grund (vgl. auch Urteil des hiesigen Gerichts vom 31. Oktober 2014 E. 1, Urk. 15/122).
5.
5.1
Die
Beklagte verneinte ihre Leistungspflicht mit der Begrün
dung, dass der zeitliche Zusam
menhang zwischen der während d
er Versi
cherungsdeckung eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der Invalidität unter
brochen worden sei (E.
2
.2). Dass die Klägerin während der Versicherungsde
ckung
bei
der Be
klagten, welche vom 1. April bis 30. November 2008 gedauert hatte,
arbeits
unfähig
geworden war
und ein sachlicher Zusammenhang zwischen dieser Arbeitsunfähigkeit und des zur Invalidität führenden Gesundheits
schadens besteht, stellt
e
sie zu Recht nicht in Frage
(vgl. E. 3.2 - E. 3.7)
.
Strit
tig und zu
prüfen
bleibt
somit der zeitliche Zusammenhang.
5.2
Nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses mit der Z._ AG trat die Kläge
rin am 1. Dezember 2008 eine Stelle bei der
A._
AG an und
war dadurch bei der Beigeladenen 1 berufsvorsorgeversichert (vgl. Urk. 27 S. 2). Dieses Arbeitsverhältnis wurde noch während der Probezeit von der Arbeitgeberin per 28. Februar 2009 gekündigt (Urk. 15/8). Die Ar
beitgeberin gab in ihrem Kündigungsschreiben vom 24. Februar 2009 (Urk. 2/10) als Grund für die Kündigung an, die Klägerin habe aus gesund
heitlichen Grün
den die Arbeiten nicht ihren Vorstellungen entsprechend ausführen können. Die Einschätzung, dass die Klägerin die Arbeiten aus gesundheitlichen Gründen nicht zufriedenstellend verrichten konnte, steht in Überstimmung mit der ärztlichen Beurteilung von Dr. E._, welcher in sei
nem ärztlichen Zeugnis vom 23. März 2009 (E. 3.3) festhielt, dass die Tätig
keit der Klägerin bei der A._ AG aus medizinischen Grün
den ungeeignet gewesen sei.
5.3
Unmittelbar im Anschluss an die Arbeitstätigkeit bei der A._ AG bezog die Klägerin Taggelder der Arbeitslosenversicherung. Da
durch war sie bei der Beigeladenen 2 berufsvorsorgeversichert (Urk. 15/11; vgl. Urk. 31 S. 2). Bis und mit August 2009 gab die Klägerin zuhanden der Ar
beitslosenkasse an, eine 100%-Stelle zu suchen (vgl. Angaben der ver
sicher
ten Person für die Monate April bis August 2009, Urk. 11/11). Von den be
handelnden Ärzten der Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene wurde die Klägerin ab 13. September 2009 arbeitsunfähig geschrieben (vgl. E. 3.5). Echtzeitliche ärztliche Atteste für eine Arbeitsunfähigkeit der Klägerin für die Zeit zwischen 1. März und 12. September 2009 liegen, mit Ausnahme des Zeugnisses von Dr. E._ vom 23. März 2009 betreffend die Tätigkeit für die A._ AG (vgl. E. 3.3), nicht vor.
5.4
Zur Beurteilung des zeitlichen Zusammenhanges sind neben den ärztlichen Attesten vor allem auch die in der Arbeitswelt nach aussen in Erscheinung tretenden Verhältn
isse zu berücksichtigen, so zum Beispiel
die Angaben der versi
cherten Person gegenüber der Arbeitslosenversicherung. Zwar kann dem
Be
zug von Arbeitslosentaggeldern als voll vermittlungsfähiger Stellen
su
che
n
der nicht die gleiche Bedeutung zugemessen werden wie der Zeit,
während wel
cher
die Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit durch tatsächlich geleistete Arbeit belegt wird, da im Bereich der Arbeitslosenversicherung für körperlich oder geistig Behinderte ein weiter Begriff der Vermittlungsfähigkeit festgelegt wird, was auch bei der Beurteilung des zeitlichen Zusammenhanges berück
sichtigt werden muss. Doch gibt der Leistungsansprecher durch seine eigene Bezeichnung der vollständigen Vermittlungsfähigkeit das Bestehen einer un
eingeschränkten Arbeitsfähigkeit nach aussen unmissverständlich kund, wo
rauf er
gegebenenfalls
zu behaften ist. Wenn die versicherte Person bloss auf Grund der schwierigen wirtschaftlichen Lage keine neue Anstellung findet, darf sich dies nicht zu Lasten der Vorsorgeeinrichtung auswirken. Einem Be
zug von Arbeitslosentaggeldern bei voller Vermittlungsfähigkeit sollte in Be
zug auf den zeitlichen Zusammenhang jedenfalls dann erhöhte Bedeutung zugemessen werden, wenn er sich an eine Erwerbstätigkeit anschliesst und keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die versicherte Person während ihrer Arbeitslosigkeit erneut arbeitsunfähig geworden wäre
.
Dies ist bei
spiels
weise dann nicht der Fall, wenn sich die versicherte Person kurz nach der Anmeldung bei der Arbeitslosenversicherung in einen länger dauernden Spitalaufenthalt begeben muss und bereits während des vorangegangenen Arbeitsverhältnisses in ihrer Leistungsfähigkeit teilweise eingeschränkt war (Hürzeler in: Schneider/Geiser/Gächter, BVG und FZG, 2010
,
Art.
23 N 30)
.
5.5
Die
B._
-Gutachter setzten mit Gutachten vom 14. November 2011 (vgl. E.
3.6) den Beginn der Arbeitsunfähigkeit der Klägerin in der angestammten Tätigkeit auf das Jahr 2008 fest. Dabei erklärten sie ausdrücklich, dass diese Arbeitsunfähigkeit seither anhaltend sei und 100 % betrage (Urk. 15/38/15). Betreffend eine angepasste Tätigkeit erklärten die Gutachter zwar nicht explizit, dass die attestierte 70%ige Restarbeitsfähigkeit ununterbrochen an
ge
dauert habe, sie hielten jedoch weder für die angestammte noch für eine an
gepasste Verweistätigkeit Schwankungen in der Arbeitsfähigkeit fest. Hin
sichtlich des Einwandes der Beklagten, dass die Arbeitsfähigkeit echtzeitlich nachgewiesen zu sein habe, gilt es zu beachten, dass grundsätzlich lediglich
der Eintritt der Arbeitsunfähigkeit echtzeitlich nachzuweisen ist (vgl. Hürze
ler
, a.a.O., Art. 23 N 9) und dass das Erfordernis der Echtzeitlichkeit nicht absolut
gilt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_195/2009 vom 2. September 2009 E. 5).
Der Eintritt der Arbeitsunfähigkeit der Klägerin ist, wie dargelegt (E. 5.2), echtzeitlich belegt (vgl. insbesondere E. 3.2). Bei der Einschätzung der Gut
achter, wonach die Klägerin zwischen dem erstmaligen Eintritt der 100%igen Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2008 und ihrer Begutachtung im Sommer 2011 (vgl. Urk. 15/38/15) in der angestammten Tätigkeit andauernd 100 % arbeits
un
fä
hig blieb, handelt es sich nicht um eine nachträgliche spekulative An
nahme (vgl. Hürzeler, a.a.O., Art. 23 N 9). Den Gutachtern war es vielmehr möglich, auf Basis der bekannten Ausgangslage und dem von ihnen erho
benen Gesund
heitszustand der Klägerin den zwischenzeitlichen Verlauf zu beur
teilen. So erscheint es schlüssig, dass die Klägerin bei einmal aufgetrete
nen Polyarthralgien für die angestammte, feinmotorische Arbeitstätigkeit nicht
wieder eine Arbeitsfähigkeit erlangt hat und aufgrund der raschen Er
müd
barkeit und dem erhöhten Pausenbedarf (vgl. E. 3.6) auch in einer ange
passten Tätigkeit dauerhaft zu 30 % eingeschränkt blieb.
Die Tatsache, dass Dr. G._ und Dr. E._ der Klägerin, nachdem Dr. E._ mit ärztlichem Zeugnis vom 23. März 2009 die Tätigkeit bei der A._ AG als ungeeignet bezeichnet hatte (E. 3.3), erst ab
13. September 2009 wieder eine Arbeitsunfähigkeit attestiert hatten (vgl. E.
3.
5), steht der Annahme einer ununterbrochenen Arbeitsunfähigkeit nicht
entgegen, hielten die Dres.
G._
und
E._
doch ausdrücklich fest, da
ss es sich bei den aufgeführten Arbeitsunfähig
keiten um die von ihnen be
scheinigten Arbeitsunfähigkeiten handle (Urk. 15/15/3). Nachdem die Kläge
rin zwischen März und September 2009 in keinem festen Arbeitsverhältnis stand, ist es nachvollziehbar, dass ihr während dieses Zeitraums auch nie ärztlich eine Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Klägerin aus medizinischer Sicht in der Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt war. Gegenteils ergibt sich aus den medizinischen Berichten, dass die von der Arbeitsvermittlung zugewiesenen Arbeiten im Bereich der Reinigung zu zunehmenden Gelenkbeschwerden führten und trotz ambu
lanter Physiotherapie und dem Einsatz von nichtsteroidalen Antirheumatika
regelmässig scheiterten (Urk. 15/15/2, Urk. 15/38/13). Eine dauerhafte Wieder
er
langung einer Erwerbsfähigkeit ist mit Blick auf diese Gegebenheiten nicht objektiv wahrscheinlich.
5.6
Nach dem Gesagten und in Anbetracht dessen, dass die Parteien zu Recht nicht in Frage stellen, dass der zeitliche Zusammenhang ab September 2009 nicht mehr unterbrochen wurde, steht mit dem Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit fest, dass die Klägerin seit Oktober 2008 in der an
gestammten Tätigkeit ununterbrochen zu 100 % arbeitsunfähig war und in einer Verweistätigkeit nicht wieder zu mindestens 80 % arbeitsfähig wurde (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_98/2013 vom 4. Juli 2013 E. 4.1). Der zeitliche Zusammenhang zwischen der im Oktober 2008 eingetretenen Ar
beitsunfähigkeit und der Invalidität wurde daher nicht unterbrochen. Die Beklagte ist dementsprechend leistungspflichtig.
6.
6.1
Die Klägerin beantragte Invalidenleistungen ab 1. Oktober 2010 (Urk. 1). Ge
mäss dem anwendbaren Reglement der Beklagten (Urk. 11/10) wird bei einer vereinbarten Wartefrist von 24 Monaten – wie diese vorliegend der Fall ist (vgl. Persönlicher Ausweis der Klägerin, Urk. 2/4, und Urk. 1 S. 13) – die In
validenrente frühestens ab dem Zeitpunkt des IV-Rentenanspruchs ausge
richtet (Ziffer 20 Abs. 3). Nachdem der Klägerin mit Wirkung ab Dezem
ber
2011 Rentenleistungen der Invalidenversicherung zugesprochen wurden (Urk. 15/86
und Urk. 15/122), besteht erst ab diesem Zeitpunkt An
spruch auf Rentenleistungen der Beklagten.
6.2
Wie das hiesige Gericht im invalidenversicherungsrechtlichen Urteil vom 31. Oktober 2014 (Urk. 15/122) dargelegt hatte, beträgt der Invaliditätsgrad der Klägerin ab Dezember 2011 55,8 % (E. 5.5). Die Höhe des Invaliditätsgra
des wird von den Parteien zu Recht nicht in Frage gestellt (vgl. Urk. 11/10 Ziff. 20), weshalb die Klägerin Anspruch auf eine halbe Invalidenrente hat (vgl. Urk. 11/10 Ziff. 21 Abs. 5).
Da sich der Rentenanspruch im Übrigen auf
grund der Aktenlage nicht genau beziffern lässt und auch kein beziffertes Klagebegehren vorliegt, ist die vorliegende Klage gemäss ständiger Praxis bloss in dem Sinne gutzuheissen, dass die Beklagte grundsätzlich zu ver
pflichten ist, der Klägerin ab
1.
Dezember 2011 eine
halbe Invalidenrente
der beruflichen Vorsorge auszurichten. Die genaue ziffernmässige Berechnung der einzelnen Rentenbetreffnisse ist hingegen der leistungspflichtigen Vor
sorgeeinrichtung zu überlassen (wogegen im Streitfalle wiederum eine Klage zulässig wäre; vgl. BGE 129 V 450).
6.3
Auf Invalidenleistungen sind Verzugszinsen geschuldet, wobei grundsätzlich
Art. 105 Abs. 1 des Obligationenrechts (OR) anwendbar ist (BGE 119 V 131
ff.
)
.
Danach ist der Verzugszins vom Tage der Anhebung der Betreibung oder der gerichtlichen Klage an geschuldet.
D
er Zinssatz beträgt 5 %, sofern das Reglement der Vorsorgeeinrichtung keine andere Regelung kennt (BGE 119 V 131 E. 4).
Die Klägerin liess am
7. August 2015
Klage erheben (Urk. 1), wo
mit ihr ab diesem Datum Verzugszinsen von 5 % für die bis zu diesem Zeit
punkt fällig gewordenen Rentenbetreffnisse und für die übrigen ab dem je
weiligen Fälligkeitsdatum zuzusprechen sind.
7.
Nach § 34 Abs. 1 GSVGer hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozes
ses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3 GSVGer).
Da die Klägerin mit ihrer gegen die Beklagte erhobenen Klage
grösstenteils
obsiegt, ist die Beklagte zu verpflichten, ihr eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr.
3‘1
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.