Decision ID: 1f9645c9-7156-42fc-a401-94c0408d142a
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
C._, geb. 1977, wurde vom 17. November 2011 bis 31. Oktober 2013 durch die
Politische Gemeinde A._ finanziell unterstützt. Gedeckt wurden unter anderem die
Aufwendungen für eine Integrationstherapie, die C._ von Ende Juli 2012 bis Ende Juli
2013 bei der Stiftung Y._ absolvierte, sowie für eine anschliessende dreimonatige
Wohnbegleitung von August bis und mit Oktober 2013 in der eigenen Wohnung in B._.
Abklärungen der Sozialen Dienste der Politischen Gemeinde A._ ergaben, dass C._,
mittlerweile wohnhaft in D._, für das Jahr 2017 mit einem steuerbaren Einkommen von
CHF 63'800 veranlagt worden war. Mit Verfügung vom 4. September 2019 wurde C._
verpflichtet, Sozialhilfeleistungen von CHF 79'784.50 bis 31. Dezember 2019
zurückzuerstatten.
B.
C._ erhob gegen die Verfügung der Sozialen Dienste der Politischen Gemeinde A._
durch ihren Rechtsvertreter Rekurs beim Departement des Innern des Kantons
St. Gallen mit dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung und
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Feststellung, dass sämtliche Sozialhilfeleistungen nicht rückerstattungspflichtig seien,
unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Im Hinblick auf ein anderes, ähnliche
Rechtsfragen betreffendes hängiges Rekursverfahrens wurde das Verfahren sistiert.
Nach Aufhebung der Sistierung hiess das Departement des Innern den Rekurs von
C._ am 4. März 2022 gut, hob die angefochtene Verfügung der Sozialen Dienste A._
auf, stellte fest, dass der Rückerstattungsanspruch CHF 25'321.70 beträgt, und wies
die Angelegenheit im Sinn der Erwägungen zur ergänzenden Abklärung der finanziellen
Verhältnisse an die Sozialen Dienste A._ zurück; die amtlichen Kosten von CHF 1'000
wurden der Politischen Gemeinde A._ auferlegt und C._ eine ausseramtliche
Entschädigung von CHF 2'549.60 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer)
zugesprochen.
C.
Die Politische Gemeinde A._ (Beschwerdeführerin) erhob durch ihre Sozialen Dienste
gegen den Entscheid des Departements des Innern des Kantons St. Gallen (Vorinstanz)
vom 4. März 2022 mit Eingabe vom 21. März 2022 (Datum Poststempel) und
Ergänzung vom 22. April 2022 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem
Rechtsbegehren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge seien der angefochtene
Entscheid aufzuheben und C._ (Beschwerdegegnerin) zu verpflichten, die im Zeitraum
17. November 2011 bis 31. Oktober 2013 bezogenen Sozialhilfeleistungen im Umfang
von CHF 35'407.70 zurückzuerstatten.
Die Vorinstanz liess sich am 12. Mai 2022 unter Beantragung der Abweisung der
Beschwerde vernehmen. Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Vernehmlassung
vom 1. Juli 2022 durch ihren Rechtsvertreter, die Beschwerde sei unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer abzuweisen. Dazu nahm die
Beschwerdeführerin am 19. August 2022 Stellung. Die Vorinstanz und die
Beschwerdegegnerin verzichteten auf weitere Stellungnahmen.
Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid, die Ausführungen der Beteiligten zur
Begründung ihrer Anträge sowie die Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen
eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Verwaltungsrechtspflegegesetzes; sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeführerin ist zur
Erhebung der Beschwerde befugt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Sie ist
bis
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im Rekursverfahren insoweit unterlegen, als der von ihr geltend gemachte
Rückerstattungsanspruch gegenüber der Beschwerdegegnerin von CHF 36'837.50 auf
CHF 25'321.70 herabgesetzt wurde und eine Rückweisung zur weiteren Abklärung an
sie erfolgte. Dass Gegenstand des Beschwerdeverfahrens ein Rückweisungsentscheid
ist, ändert nichts daran, da die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid
herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit und Kosten für ein
Abklärungsverfahren ersparen würde (vgl. Art. 111 Abs. 1 und Art. 93 Abs. 1 Ingress
und lit. b des Bundesgesetzes über das Bundesgericht; Bundesgerichtsgesetz,
SR 173.110, BGG). Die Sozialen Dienste A._ sind zur Vertretung der
Beschwerdeführerin befugt (Art. 5 Abs. 1 des Sozialhilfegesetzes, sGS 381.1, SHG;
Art. 8 lit. n des Sozialhilfereglements der Gemeinde A._, sRS 333.2; Art. 1 des
Reglements über den Weiterzug von Verfügungen und Entscheiden, sRS 931.1). Die
Beschwerde gegen den Rekursentscheid vom 4. März 2022 wurde mit Eingabe vom
21. März 2022 (Datum Poststempel) rechtzeitig erhoben und erfüllt zusammen mit der
Ergänzung vom 22. April 2022 in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf
die Beschwerde ist deshalb einzutreten.
2.
Zwischen den Verfahrensbeteiligten ist umstritten, welche der im Zeitraum Juli 2012 bis
November 2013 von den Sozialen Diensten A._ erbrachten Leistungen
rückerstattungspflichtig sind. Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe
mehrmals Umzugs- und Lagerungskosten der Beschwerdegegnerin bezahlt, insgesamt
im Umfang von CHF 1'301. Gemäss Entscheid der Vorinstanz seien davon lediglich die
Umzugskosten vom 14. November 2011 von CHF 490 rückerstattungspflichtig. Die
übrigen Umzugs- und Lagerungskosten von CHF 811 stünden im Zusammenhang mit
der Wohnungsaufgabe per Ende Juli 2012 vor dem Übertritt von der stationären
Therapie in der Z._-Klinik ins Y._. Ausgenommen von der Rückerstattungspflicht
seien aufgrund des klaren Gesetzeswortlauts lediglich die Kosten für die Teilnahme an
Massnahmen der beruflichen und sozialen Integration. Nichts deute darauf hin, dass
der Gesetzgeber auch weitergehende, vorgelagerte Aufwände von der
Rückerstattungspflicht habe ausnehmen wollen. Die Umzugskosten seien vergleichbar
mit den Wohnkosten, die ebenfalls zurückzuerstatten seien. Zwecks Vermeidung der
Ausuferung nicht rückerstattungspflichtiger Kosten sei der Gesetzeswortlauf von Art.
18 Abs. 2 lit. a SHG eng auszulegen; eine Kausalität zwischen der
Integrationsmassnahme und den Kosten reiche nicht aus. Das Kostgeld bei einem
2.1.
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stationären Aufenthalt gemäss Art. 22 der Interkantonalen Vereinbarung für soziale
Einrichtungen IVSE (sGS 381.31) werde in der bis 31. Dezember 2020 geltenden
Fassung der KOS-Praxishilfe als der finanziellen Sozialhilfe zugehörige Leistung der
Rückerstattung unterstellt. Wenn man die Rückerstattung lediglich gegenüber
Sozialhilfeempfängern, welche in einer IVSE-Einrichtung untergebracht waren, bejahe,
resultiere daraus eine sachlich nicht gerechtfertigte Ungleichbehandlung zu anderen,
nicht in einer solchen Einrichtung untergebrachten Sozialhilfeempfängern. Das
Kostgeld von insgesamt CHF 9'275 (CHF 25 pro Tag) sei somit
rückerstattungspflichtig, auch wenn es sich bei den Institutionen Y._ nicht um IVSE-
Einrichtungen gehandelt habe.
Dem hält die Vorinstanz entgegen, ein Rückforderungsanspruch des Kostgeldes
gestützt auf Art. 22 IVSE falle ausser Betracht, da die fraglichen Institutionen keine
IVSE-Einrichtungen seien. Hinzu komme, dass für den damaligen Aufenthalt im Y._
der Beschwerdegegnerin ein monatlicher Grundbedarf von CHF 761.60 – umfassend
insbesondere Ausgaben für Nahrungsmittel und Getränke und damit ein Kostgeld – in
Rechnung gestellt worden sei. Diese als Nebenkosten bezeichneten
Lebenshaltungskosten seien im angefochtenen Entscheid der Rückerstattungspflicht
unterstellt worden. Ein zusätzlicher Rückerstattungsanspruch auf Kostgeld sei daher zu
verneinen. Ferner sei auch ein Wohnkostenanteil von CHF 600 der
Rückerstattungspflicht unterworfen worden. Der Ansatz gemäss IVSE von CHF 25 pro
Tag, in welchem nicht nur Kost, sondern auch Logis enthalten sei, sei damit bereits
überschritten worden.
Die Beschwerdegegnerin führt aus, die umstrittenen Umzugs- und Einlagerungskosten
seien durch ihren Übertritt ins betreute Wohnen verursacht worden, weshalb sie zu den
Integrationsmassnahmen zu zählen seien. Für die Rückerstattung eines Kostgeldes von
CHF 9'275 bestehe keine gesetzliche Grundlage.
Die finanzielle (Art. 9 ff. SHG) bildet zusammen mit der betreuenden (Art. 7 ff. SHG) die
persönliche Sozialhilfe (Abschnitt II des SHG). Anspruch auf finanzielle Sozialhilfe hat,
wer für seinen Lebensunterhalt nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen
Mitteln aufkommen kann (Art. 9 Abs. 1 SHG). Zur betreuenden Sozialhilfe gehören
Massnahmen zur beruflichen und sozialen Integration (Art. 8 Abs. 1 lit. d SHG), zu
denen insbesondere Bildungs- und Beschäftigungsmassnahmen, Therapien,
Beratungen sowie gemeinnützige Tätigkeiten zählen (Art. 12a Abs. 1 SHG). Die
stationäre Sozialhilfe bezweckt, Personen, die aus verschiedenen Gründen auf
2.2.
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Betreuung in einer stationären Einrichtung angewiesen sind, ein geeignetes Angebot
zur Verfügung zu stellen (vgl. Art. 27a Abs. 1 SHG; Botschaft und Entwurf der
Regierung vom 5. August 1997 zum Sozialhilfegesetz, in: ABl 1997 S. 1770).
Der Rückerstattung durch die unterstützte Person – sofern sich deren finanzielle Lage
gebessert hat und die Rückerstattung zumutbar ist –, unterliegt gemäss Art. 18 Abs. 1
SHG ausdrücklich die rechtmässig bezogene finanzielle Sozialhilfe, während die
betreuende Sozialhilfe nicht rückerstattungspflichtig ist. Die Rückerstattung erstreckt
sich nach Art. 18 Abs. 2 lit. a SHG daher nicht auf die Kosten für Massnahmen zur
beruflichen und sozialen Integration nach Art. 12a SHG. Sowohl aus den Richtlinien der
Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS-Richtlinien), als auch aus Art. 12a
Abs. 2 SHG, wonach die Teilnahme an Massnahmen zur sozialen und beruflichen
Integration bei der Bemessung der finanziellen Sozialhilfe angemessen berücksichtigt
wird, ergibt sich, dass die finanzielle Sozialhilfe bei einem stationären Aufenthalt nicht
die gesamten anfallenden Kosten umfasst. Bedürftigen Personen in stationären
Einrichtungen (Heimen, Kliniken usw.), in therapeutischen Wohngemeinschaften oder in
Pensionen ist an Stelle des Grundbedarfs für den Lebensunterhalt (GBL) eine
Pauschale zur Deckung der nicht im Pensionsarrangement enthaltenen
Ausgabenpositionen zu gewähren (VerwGE B 2020/8 vom 26. März 2020 E. 4.2 mit
Hinweisen; C. Hänzi, Die Richtlinien der schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe,
Basel 2011, S. 181; G. Wizent, Sozialhilferecht, Zürich/St. Gallen 2020, S. 350). Die
SKOS-Richtlinien sind zwar im Kanton St. Gallen nicht verbindlich, stellen aber gemäss
der St. Gallischen Konferenz der Sozialhilfe (KOS) ein taugliches Praxisinstrument dar
(vgl. SKOS-Richtlinien Kap. A.1. und KOS Handbuch unter www.kos-sg.ch). Das
vorrangige Ziel der Sozialhilfe liegt darin, dass die unterstützte Person ihre
wirtschaftliche Unabhängigkeit wiedererlangt. Leistungsbezogene Hilfen,
Eingliederungshilfen sowie situationsbedingte Leistungen im Zusammenhang mit
Eingliederungshilfen unterliegen bei rechtmässigem Bezug gemäss SKOS-Richtlinien
(Kap. D.2 und E.3.1.) nicht der Rückerstattungspflicht (Wizent, a.a.O., S. 305).
2.3.
Nach einer stationären Entzugsbehandlung in der Z._-Klinik in E._ weilte die
Beschwerdegegnerin vom 26. Juli 2012 bis 31. Juli 2013 im Y._. Das betreute Wohnen
diente der beruflichen und sozialen Integration der Beschwerdegegnerin. Die von der
zuständigen Sozialhilfebehörde erbrachten Aufwendungen für jene stationäre
Unterbringung sind deshalb grundsätzlich nicht der – zurückzuerstattenden –
2.3.1.
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finanziellen Sozialhilfe zuzurechnen, so insbesondere die Kosten für die Therapie und
für die interne Beschäftigung.
In den von der Stiftung Y._ erhobenen Tagespauschalen von CHF 150 waren jedoch
nebst den Kosten für die sozialtherapeutische Begleitung (Gruppen- und
Einzelgespräche, Sozialdienst, etc.) auch Wohnkosten (Zimmer, Strom, Heizung, etc.)
enthalten (vgl. vi-act. 13/30). Die Vorinstanz erwog, dass die Beschwerdeführerin für
jene Zeit den Wohnkostenanteil von CHF 600 pro Monat, was einer ortsüblichen
Zimmermiete in A._ entspreche, zurückzuerstatten habe, da dieser praxisgemäss
nicht der betreuenden, sondern der finanziellen Sozialhilfe zuzurechnen sei. Für zwölf
Monate und sechs Tage resultierten rückerstattungspflichtige Kosten von CHF 7'316.
Diese Rückerstattungspflicht wird im vorliegenden Verfahren weder von der
Beschwerdeführerin noch der Beschwerdegegnerin in Frage gestellt.
Nebst den Wohnkosten verfügte die Beschwerdeführerin zusätzlich die Rückerstattung
eines Kostgeldes von CHF 9'275 (CHF 25 pro Tag) für die Zeit im Y._. Sie stützt sich
dabei auf die IVSE. Die IVSE bezweckt, die Aufnahme von Personen mit besonderen
Betreuungs- und Förderungsbedürfnissen in geeigneten Einrichtungen ausserhalb ihres
Wohnkantons ohne Erschwernisse zu ermöglichen. Insbesondere geht es darum, dass
der Wohnkanton der Einrichtung des Standortkantons mittels der
Kostenübernahmegarantie die Leistungsabgeltung zu Gunsten der Person für die zu
garantierende Periode zusichert (Art. 19 IVSE). Die IVSE regelt also die entsprechenden
Finanzierungsmodalitäten bei interkantonalen Sachverhalten zwischen dem Wohn- und
dem Standortkanton. Sie kommt zur Anwendung, wenn eine stationäre Einrichtung der
IVSE unterstellt ist. Bei der Leistungsabgeltung nach IVSE handelt es sich nur im
Zusammenmang mit den Beiträgen der Unterhaltspflichtigen um Leistungen der
Sozialhilfe (vgl. Art. 22 IVSE; Wizent, a.a.O., S. 353 f.). Diese Beiträge entsprechen den
mittleren Tagesaufwendungen für Kost und Logis für eine Person in einfachen
Verhältnissen. Nach Art. 18 der Verordnung zur Interkantonalen Vereinbarung für
soziale Einrichtungen IVSE (sGS 387.21, V-ISVE) beträgt der Beitrag der
Unterhaltspflichtigen im Kanton St. Gallen CHF 25 pro Tag.
Die Vorinstanz verneinte den Anspruch auf Rückerstattung eines Kostgeldes von
CHF 9'275 (CHF 25 pro Tag) für die Zeit im betreuten Wohnen mangels
Rechtsgrundlage, da jene Trägerinstitution (damals Stiftung Y._, heute X._-Stiftung)
keine IVSE anerkannte Einrichtung sei (act. 2 E. 3.7), was zutrifft. Unabhängig davon,
2.3.2.
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ob eine bestimmte Institution eine von der IVSE anerkannte Einrichtung war bzw. ist,
sind die Kosten für die Lebenshaltung, darin inbegriffen insbesondere jene für
Nahrungsmittel, Kleidung und persönliche Pflege, der finanziellen Sozialhilfe
zuzuordnen. Je nachdem, wie die Finanzierung in einer Institution erfolgt und welche
Positionen mit Pauschalen abgegolten sind, variiert die Höhe des Grundbedarfs für den
Lebensunterhalt (GBL). Die Beschwerdeführerin kam während des Aufenthalts im Y._
vollumfänglich für den Lebensunterhalt der Beschwerdegegnerin auf. Die Abrechnung
erfolgte nicht über die IVSE-Verbindungsstelle, sondern die Zahlungen wurden von der
Wohnsitzgemeinde als Sozialhilfe direkt an die Stiftung Y._ geleistet. Gemäss
Kostengutsprache vom 10. Juli 2012 übernahm die Beschwerdeführerin die
Tagespauschale von CHF 150, die zusätzlichen Kosten von CHF 80 pro Tag für die
interne Beschäftigung an 2.5 Tagen pro Woche sowie die Lebenshaltungskosten von
CHF 761.60 (vi-act. 2). Die Lebenshaltungskosten waren nicht in der Tagespauschale
inbegriffen, sondern wurden separat ausgewiesen und in Rechnung gestellt. In den
Monaten August 2012 bis und mit Juli 2013 überwies die Beschwerdeführerin der
Stiftung Y._ monatlich CHF 761.60 (vi-act. 21, als "Grundbedarf" in Rechnung
gestellt). Dies entspricht einem Ansatz von rund CHF 25 pro Tag. Hinzu kamen noch
CHF 147.40 für sechs Tage im Juli 2012 (vi-act. 21/16). Insgesamt leistete die
Beschwerdeführerin somit durch Finanzierung des Grundbedarfs finanzielle Sozialhilfe
in der Höhe von CHF 9'286.60 (12 x CHF 761.60 plus CHF 147.40). Das Geld wurde
der Beschwerdegegnerin im betreuten Wohnen ausgehändigt, und sie bestritt damit
ihren Lebensunterhalt.
Im angefochtenen Entscheid erwog die Vorinstanz, die im betreuten Wohnen von Juli
2012 bis Juli 2013 angefallenen Nebenkosten (Grundbedarf, Fahrspesen, auswärtige
Verpflegung und Einkommensfreibetrag) in der Höhe von insgesamt CHF 14'511.60
seien der finanziellen Sozialhilfe zuzuordnen und rückerstattungspflichtig (E. 3.8.4). Die
Beschwerdegegnerin akzeptierte dies. Wie aus den einzelnen Rechnungen der Stiftung
Y._ ersichtlich ist, waren der Grundbedarf von CHF 9'286.60 und damit das
"Kostgeld" darin enthalten (vi-act. 21/16 [Juli und August 2012], 21/20 [September
2012], 21/25 [Oktober 2012], 21/26 [November 2012], 21/27 [Dezember 2012], 21/28
[Januar 2013], 21/30 [Februar 2013], 21/32 [März 2013], 21/33 [April 2013], 21/34 [Mai
2013], 21/36 [Juni 2013] und 21/38 [Juli 2013]). Es besteht daher kein Anspruch der
Beschwerdeführerin auf zusätzliche Rückerstattung eines Kostgeldes von CHF 9'275
durch die Beschwerdegegnerin. Etwas Gegenteiliges ergibt sich entgegen der Ansicht
der Beschwerdeführerin weder aus Art. 22 IVSE, der vorliegend ohnehin nicht
anwendbar ist, noch liegt unter diesen Umständen eine Ungleichbehandlung
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gegenüber in IVSE-Einrichtungen untergebrachten Sozialhilfeempfängern vor. In
diesem Punkt ist die Beschwerde somit abzuweisen.
2.4.
Ebenfalls umstritten ist, ob die im Zusammenhang mit dem Umzug von der damaligen
Wohnung in A._ in das Y._ am 30. Juli 2012 entstandenen Umzugskosten von
CHF 454 (vi-act. 21/12) und "Lagergebühren" von CHF 75 (bei denen es sich offenbar
tatsächlich um Fahrspesen für die Wohnungsabgabe in A._ handelt, vi-act. 21/16)
sowie die beim Umzug vom Y._ in die eigene Wohnung in B._ am 8. Oktober 2013
entstandenen Umzugskosten von CHF 282 (vi-act. 21/39) zurückzuerstatten sind. Die
Vorinstanz erwog, die Umzugs- und Einlagerungskosten hätten ihren Teil dazu
beigetragen, dass die Beschwerdegegnerin im betreuten Wohnen in ihrer beruflichen
und sozialen Integration professionell habe unterstützt werden können, weshalb diese
nicht zurückzuerstatten seien.
2.4.1.
Bei den Umzugs- und Lagerungskosten handelt es sich um situationsbedingte
Leistungen (SIL; SKOS-Richtlinien Kap. C.6.6.). Da diese im vorliegenden Fall in
direktem Zusammenhang mit einer Eingliederungshilfe, namentlich der Therapie
zwecks sozialer und beruflicher Integration, anfielen, besteht ein sachlicher
Zusammenhang zu dieser (SKOS-Richtlinien Kap. E.2.4.). Die beim Umzug ins wie auch
beim Wegzug vom betreuten Wohnen entstandenen Kosten von insgesamt CHF 811
sind somit in Übereinstimmung mit der Vorinstanz der betreuenden Sozialhilfe
zuzuordnen, womit ein Rückerstattungsanspruch der Beschwerdeführerin entfällt. Da
es sich um klar definierte Kosten mit engem Bezug zur Mass-nahme der sozialen und
beruflichen Integration handelt, besteht keine Gefahr der Ausuferung von nicht
rückerstattungspflichtigen Kosten. Zudem konnten mit der Wohnungsauflösung
zugunsten des befristeten Aufenthalts im betreuten Wohnen erhebliche Kosten
eingespart werden. Auch in diesem Punkt ist die Beschwerde abzuweisen.
2.4.2.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin im Zeitraum 17. November 2011 bis
31. Oktober 2013 somit finanzielle und damit grundsätzlich rückerstattungspflichtige
Sozialhilfe im Betrag von CHF 25'321.70 bezogen.
2.5.
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3.
Die Beschwerdeführerin rügt, der Schluss der Vorinstanz, sie habe die Zumutbarkeit
einer Rückerstattung ungenügend geprüft, sei nicht haltbar. Trotz mehrfacher
Aufforderung im Jahr 2019 habe die Beschwerdegegnerin bis heute keine Auskunft
über ihre finanziellen Verhältnisse geliefert. Damit habe sie ihre Mitwirkungspflicht nach
Art. 16 SHG verletzt. Es habe von Beginn weg festgestanden, dass zumindest ein Teil
der bezogenen Leistungen rückerstattungspflichtig sei, womit kein Anlass bestanden
habe, die Mitwirkung bei der Ermittlung der finanziellen Verhältnisse zu verweigern.
Zudem habe sich die Beschwerdegegnerin im vorinstanzlichen Verfahren grundsätzlich
bereit erklärt, zumutbare Abzahlungsraten zu leisten. Auf eine Rückweisung zwecks
Abklärung und Beurteilung der Zumutbarkeit der Rückerstattung sei folglich zu
verzichten.
Die Beschwerdegegnerin führt aus, eine Prüfung der Zumutbarkeit der Rückerstattung
mache eindeutig nur Sinn, wenn die Höhe des Rückerstattungsbetrags rechtskräftig
feststehe, da die finanziellen Verhältnisse im dannzumaligen Zeitpunkt massgebend
seien.
3.1.
Nach Art. 18 Abs. 1 SHG ist rechtmässig bezogene finanzielle Sozialhilfe
zurückzuerstatten, wenn sich die finanzielle Lage der unterstützten Person gebessert
hat und die Rückerstattung zumutbar ist. Aus den allgemeinen Zielsetzungen der
Sozialhilfe ist abzuleiten, dass die Rückerstattung nicht zumutbar ist, wenn sie mit
einiger Wahrscheinlichkeit zu einer erneuten Bedürftigkeit des Pflichtigen führen würde.
Die Rückerstattung setzt voraus, dass sich die wirtschaftliche Lage der unterstützten
Person grundlegend verbessert hat. Einkünfte, die nur wenig über dem
Existenzminimum liegen, vermögen die Rückerstattungspflicht noch nicht auszulösen,
weil dadurch die Motivation zur Selbsthilfe untergraben würde. Der unterstützten
Person ist eine den durchschnittlichen Verhältnissen entsprechende Lebenshaltung
zuzugestehen. Zumutbar ist die Rückerstattung insbesondere dann, wenn dadurch
eine den Verhältnissen des Verpflichteten durchschnittliche, angemessene
Lebenshaltung nicht gefährdet wird (Wizent, a.a.O., S. 297; F. Wolffers, Grundriss des
Sozialhilferechts, 2. Aufl. 1999, S. 178 f.).
Gemäss verwaltungsgerichtlicher Praxis muss die Rückerstattungspflicht in ihrem
Umfang und ihrer Art so bestimmt werden, dass die wirtschaftliche Existenz und das
3.2.
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Fortkommen des Pflichtigen weder gefährdet noch erheblich beeinträchtigt werden.
Die Rückerstattung ist nur zumutbar, wenn unter Berücksichtigung der gesamten
persönlichen Verhältnisse angenommen werden darf, der Betroffene werde durch die
Rückerstattung nicht der Gefahr einer erneuten Bedürftigkeit ausgesetzt. Dabei sind
nicht dieselben strengen Massstäbe anzulegen wie bei der Prüfung der Frage, ob der
Gesuchsteller Anspruch auf finanzielle Sozialhilfe hat. Hinzu kommt jedoch, dass eine
Rückerstattung erst zumutbar ist, wenn stabile Verhältnisse vorliegen und das
vorhandene Einkommen das um den Grundbetrag (inkl. Zuschlag von 20 %), die
obligatorischen Abgaben (Steuern, Militärpflichtersatz usw.), die Versicherungsprämien,
die Alimente und die Ausbildungskosten erweiterte soziale Existenzminimum übersteigt
und/oder das vorhandene Vermögen höher ist als die doppelten Vermögensfreigrenzen
nach den Richtlinien über die Bemessung der Sozialhilfeleistungen (vgl. GVP 2001 Nr.
6).
Ob die Voraussetzungen für eine Rückerstattung erfüllt sind, ist von der Behörde,
welche die Sozialhilfe gewährte, zu prüfen, wobei die vormals bedürftige Person
entsprechend Auskunft zu erteilen hat (vgl. Art. 16 SHG). Die Sozialhilfebehörde trägt
die Beweislast für die Höhe der geleisteten wirtschaftlichen Hilfe. Ihr obliegt eine
Dokumentationspflicht, wonach die Abrechnung sämtlicher Ausgaben und Einnahmen
leicht verständlich und nachvollziehbar darzustellen ist (Wizent, a.a.O., S. 303).
Die Rekursinstanz kann die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz
zurückweisen (Art. 56 Abs. 2 VRP). An der für einen reformatorischen Entscheid
notwendigen Entscheidreife fehlt es vor allem dann, wenn die Vorinstanz den
Sachverhalt ungenügend abgeklärt hat (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit
im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 1029). Die Rückweisung beruht auf einem
Ermessensentscheid und ist – auch im Rekursverfahren – insbesondere dann
angezeigt, wenn eine wesentliche Ergänzung der Beweisgrundlagen notwendig ist (vgl.
Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 1030 mit Hinweis auf GVP 1969 Nr. 29).
Die Vorinstanz erwog, die Beschwerdeführerin habe die Zumutbarkeit der
Rückerstattung ungenügend geprüft. Sie sei ausschliesslich aufgrund des steuerbaren
Einkommens von CHF 63'800 im Jahr 2017 davon ausgegangen, dass die
Rückerstattung höchstwahrscheinlich zumutbar sei. Nachdem sich die
Beschwerdegegnerin bereit erklärt habe, ihre finanziellen Verhältnisse offenzulegen und
zumutbare Abzahlungsraten zu vereinbaren, sobald die Rückerstattungssumme
rechtskräftig feststehe, sei die Angelegenheit zur ergänzenden Abklärung der
3.3.
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finanziellen Verhältnisse und Neubeurteilung betreffend Zumutbarkeit an die
Beschwerdeführerin zurückzuweisen.
Der Nachweis der Zumutbarkeit der Rückerstattung obliegt der Beschwerdeführerin,
welche die Rückerstattung gegenüber der Beschwerdegegnerin verfügt hat. Mit
Schreiben vom 11. Juni 2019 forderte sie diese auf, zwecks Prüfung der finanziellen
Situation resp. der Rückerstattungsmöglichkeiten einen Fragebogen auszufüllen (vi-act.
11). Die Beschwerdegegnerin ersuchte daraufhin um Zustellung einer Übersicht über
die bezogenen Leistungen und wies anschliessend mit Schreiben vom 14. August 2019
zutreffend darauf hin, dass gewisse Positionen falsch abgerechnet worden seien.
Zudem erklärte sie, einen Rechtsbeistand beiziehen zu wollen, und verwies auf die
SKOS-Richtlinien, wonach eine Rückerstattung durch monatliche Arbeitseinkünfte
nicht als sinnvoll erachtet werde (vi-act. 7). Die Beschwerdeführerin teilte der
Beschwerdegegnerin am 21. August 2019 mit, man werde gerne dazu Stellung
nehmen, benötige aber noch Zeit, um Belege herauszusuchen
(vi-act. 6). Anstelle einer Stellungnahme verfügte die Beschwerdeführerin am 4.
September 2019 die Rückerstattungspflicht im Betrag von CHF 79'784.50 bis 31.
Dezember 2019.
Der Vorwurf der Verletzung der Mitwirkungspflicht trifft unter diesen Umständen nicht
zu. Inwiefern die Beschwerdegegnerin anlässlich eines Telefonats vom 13. August 2019
von der Beschwerdeführerin erneut darauf hingewiesen worden sein soll, die
eingeforderten Unterlagen zur Prüfung einer allfälligen Rückerstattung einzureichen,
geht aus den Akten nicht nachweislich hervor; insbesondere fehlt dazu jeglicher
Hinweis im Schreiben der Beschwerdeführerin vom 21. August 2019, das zudem auch
nicht auf allfällige Folgen einer Nichteinreichung des Fragebogens aufmerksam macht
(vi-act. 6). Die angefochtene Verfügung enthält sodann weder eine nachvollziehbare
Zusammenstellung der Höhe der Rückforderung noch Ausführungen zur Zumutbarkeit
der Rückerstattung (vi-act. 1). Allein der in den Akten nicht belegte Hinweis, die
Beschwerdegegnerin sei im Jahr 2017 mit einem steuerbaren Einkommen von
CHF 63'800 veranlagt worden, reicht nicht aus, zumal diese Angabe im Zeitpunkt der
Verfügung am 4. September 2019 ohnehin nicht mehr aktuell gewesen wäre.
Unzutreffend ist auch die Erwägung, wonach die Beschwerdegegnerin innert Frist
keine Einwendungen gegen die Rückerstattung erhoben habe. Sie hat sich auch nicht
durchwegs geweigert, die erforderlichen Angaben zu machen, sondern wies
zutreffenderweise auf mehrere Unstimmigkeiten hin und wollte zuerst nähere Angaben
und Erklärungen, worauf ihr die Beschwerdeführerin eine Stellungnahme in Aussicht
stellte. Dass sie unter diesen Umständen mit der Einreichung des Fragebogens
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4.
Die Rückweisung einer Sache zu neuem Entscheid mit offenem Ausgang gilt als
vollständiges Obsiegen (VerwGE B 2010/19 vom 1. Juli 2020 E. 2.3.), womit sich die
Verlegung der amtlichen und ausseramtlichen Kosten zulasten der Beschwerdeführerin
durch die Vor-instanz als rechtmässig erweist.
5.
Zusammenfassend ist die Beschwerde somit vollumfänglich abzuweisen. Bei diesem
Ausgang des Verfahrens sind die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von der
Beschwerdeführerin zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von
CHF 1'500 erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung;
sGS 941.12). Auf die Erhebung ist nicht zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
Die Beschwerdeführerin hat die Beschwerdegegnerin, deren Rechtsvertreter keine
Kostennote eingereicht hat, für das Beschwerdeverfahren ermessensweise mit einem
Pauschalhonorar von CHF 2'000 zuzüglich Barauslagen von CHF 80 (vier Prozent von
CHF 2'000) und CHF 160.15 Mehrwertsteuer (7,7 Prozent von CHF 2'080) zu
entschädigen (Art. 19, Art. 22 Abs. 2 Ingress und lit. b, Art. 28 und Art. 29 der
Honorarordnung; sGS 963.75).