Decision ID: 2c0ace59-a38d-4b83-8edf-c67708930285
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1974 geborene
X._
(angelernte
Reprografin
, geschieden und Mut
ter einer 1996 geborenen Tochter) arbeitete zuletzt seit April 2012 bei der
Y._
AG als Produktionsassistentin bei einem 100%-Pensum
. Am 13.
Mai 2013 prallte die Versicherte anlässlich eines Stolpersturzes mit der linken Hüfte gegen eine Tischkante und erlitt dabei eine Hüft-/Beckenkontusion (Urk. 9/
25)
.
Das
Anstel
lungsverhältnis
mit der
Z._
AG
wurde
per 28. Februar 2014 aufgelöst
(vgl. Arbeitgeberfragebogen, Urk. 9/26).
Die Visana Services AG (nachfolgend: Visana) trat als
Unfallversicherung auf
d
en Schaden ein, leistete Taggelder und übernahm die Heilungskosten (Urk. 9/25).
Am 22. Januar 2014 (Eingangsdatum) meldete sich
X._
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 9/12).
In der Folge tätigte die
IV-
Stelle
medizinische und erwerbliche Abklärungen und zog die Akten der Visana-Unfallversicherung
b
ei.
Mit Schreiben vom
14. Juli 2014 teilte sie der Versicher
ten mit, dass zurzeit aufgrund ihres Gesundheitszustandes keine Arbeitsvermitt
lung möglich sei (Urk. 6/41).
Am
26. August 2014
untersuchte
Dr.
med.
A._
, Facharzt
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
vom Regio
nalen Ärztlichen Dienst (RAD)
X._
(RAD-Untersuchungsbericht vom 27. August 2014, Urk. 9/4
3
). Mit Mitteilung vom 23. Februar 2016 wurde die Arbeitsvermittlung abgeschlossen, da sich die Versicherte derzeit aus subjektiven Gründen nicht in der Lage fühle, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (Urk. 9/59).
Daraufhin holte die
IV-Stelle
das poly
disziplinäre Gutachten der
B._
AG
vom
27. Januar 2016
ein (folgend:
B._
, Urk.
9/92)
und legte dieses
RAD-Arzt
Dr.
A._
zur Stellungnahme vor (
vgl. Fest
stellungsblatt,
Urk. 9/94 S. 10 f.). Mit Vorbescheid vom 15. Februar 2016 kün
digte die I
V-Stelle der Versicherten die Ab
weisung ihres Leistungsbegehrens (Rente) an (Urk. 9/95), wogegen sie am 11. März respektive 26. April 2016 Ein
wand erhob (Urk. 9/102 und Urk. 9/111).
Die IV-Stelle tätigte erneut medizinische Abklärun
gen und
liess
die
B._
-Gutachter zur aktuellen medizinischen Akten
lage
und zu den Ausführungen im Einwand
Stellung nehmen (Stellungnahme vom 21. Juli 2017, Urk. 9/141). Nachdem sich die Versicherte am 28. September 2017
dazu
geäussert
(
Urk. 9/147) und der RAD eine versicherungsmedizinische Beurteilung ab
ge
geben
hatte
(vgl. Feststellungsblatt, Urk. 9/156 S. 10 f.)
, wozu m
it Eingabe vom
28. September 2017 die Versicherte
Stellung
nehmen konnte (Urk. 9/147)
, verfügte
die IV-Stelle
am
16. Februar 2018
die vorbeschiedene Abweisung des Rentengesuchs
(Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am 21. März 2018 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine Invalidenrente zuzusprechen.
Sie sei
durch das Gericht medizinisch begutachten zu lassen
.
Even
tuell sei
die Sache sei zwecks Neubegutachtung an die Verwaltung zurückzuwei
sen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
sowie um die Bestellung von Rechtsanwältin
MLaw
Stephanie C. Elms als unentgeltliche
Rechtsbeiständin
(Urk. 1
, unter Beilage des Formulars zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit sowie der Unterstützungsbestätigung
der Stadt Zürich
inklusive SKOS-Budget, Urk. 4 und Urk. 7/1-2).
Die Beschwer
degegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 2. Mai 2018 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 8, unter Beilag
e
ihrer Akten, Urk. 9/1-165), was der Beschwer
deführerin am 3. Mai 2018 mitgeteilt wurde (Urk. 10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien
und die eingereichten Unterlagen
wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen
Verfügung (Urk. 2) gestützt auf das polydisziplinäre
B._
-Gutachten vom
27. Januar 2016
davon aus, dass der Beschwerdeführerin die bisherige schwere Tätigkeit als Produktionsassistentin nicht mehr möglich sei, ihr hingegen eine angepasste Tätigkeit weiterhin zu 100 % zumutbar sei. Die Invaliditätsbemessung ergebe unter Berücksichtigung eines le
idensbedingten Abzuges von 10 %
einen rentenausschliessenden Invali
ditätsgrad von 29 %. Auch die seit der Begutachtung eingetroffenen neu
en
ärzt
lichen Berichte würden aus versicherungsmedizinischer Sicht keine andere Beur
teilung zulassen. Einzig ab dem operativen Eingriff im August 2017 (Hysterekto
mie) und
während
der nachfolgenden Heilphase von erfahrungs
-
gemäss 1 bis 2 Monaten könne von einer vollen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden, danach gelte wieder die gutachterliche Einschätzung.
2.2
Die Beschwerdeführerin ist demgegenüber der Ansicht, auf das polydisziplinäre
B._
-Gutachten könne nicht abgestellt werden, da es widersprüchlich und damit nicht beweiskräftig sei. Das Gutachten liege zudem zeitlich erheblich zurück und berücksichtige die zwischenzeitlich eingetretene Verschlechterung nicht, weshalb sich weitere (gerichtliche) Abklärungen aufdrängten.
Jedenfalls habe die Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit der im
Juli
2017
erfolgten Hysterektomie mindestens Anspruch auf eine befristet
e
Rente (Urk. 1).
3.
3.1
Dr.
med.
C._
, Fachärztin FMH für Innere Medizin, welche die Beschwerdeführerin seit dem 20. September 2013 hausärztlich behandelt, stellte in ihrem Bericht vom
4.
März 2014 (Urk. 9/28) zuhanden der Beschwerdegegnerin folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Status na
ch Becken-/Hüftkontusion am
7.
[richtig: 13.]
Mai 2013
-
Verdacht auf ISG-Fugenzerrung
-
Kleine
mediolaterale
Diskushernie L5/S1 mit S1-Kompression
Die
Beschwerdeführerin sei in ihrem zuletzt ausgeübten Beruf als Druckereiarbei
terin mit Heben von schweren Lasten seit dem 18. September 2013 wegen immo
bilisierender Rückenschmerzen bis auf Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig. Die Prognose sei unbestimmt.
3.2
RAD-Arzt
Dr.
A._
stellte in seinem Untersuchungsbericht
auf orthopädischem Fachgebiet
vom 27. August 2014 (Urk. 9/43)
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische, belastungsabhängig verstärkte
Lumboischi
algie
links
bei
MRI-gesicherter paramedian-linkslateral bestehender
Dis
kusprotrusion
L5/S1 mit diskreter Verlagerung der S1-Nervenwurzel links ohne Hinweis auf Nervenwurzelkompression. Anamnestisch bestehe auf gynäkologi
schem Fachgebiet
ein aktuell festgestelltes Uteruskarzinom unbekannten Stadi
ums und grosse Ovarialzyste links (operative Therapie geplant).
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit verblieben folgende Diagnosen:
-
Flach
rücken und lumbosakral vertiefte Lordose
-
Chronisch-rezidivierende muskuläre Verspannung des Schultergürtels
-
Chronische
Ansatztendinose
/
Tendopathie
am Trochanter Major links
-
Vitamin-D-Mangel, medikamentös therapiert
In der versicherungsmedizinischen Beurteilung hielt
Dr.
A._
fest, dass bei der als
Reprografin
(Produktionsmitarbeiterin in einer Druckerei) tätigen Beschwerde
führerin anhand der
vorliegenden
medizinischen
Berichterstattung und
d
er
kör
perlichen Untersuchung vom 26.
August 2014 einige
somatische
Gesundheits
sch
äden ausgewiesen seien,
welche
die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigten. Wäh
rend die auf orthopädischem Fachgebiet
bestehenden Gesundheitsschäden stabil seien, sei der neu entdeckte, aber aktuell im Vordergrund stehende Gesundheits
schaden auf gynäkologischem
Fachgebiet
noch instabil, da die notwendige
The
rapie
noch
nicht
einmal begonnen habe. In ihrer bisherigen Tätigkeit als
Repro
grafin
bestehe aufgrund der vorliegenden Gesundheitsschäden auf orthopädi
schem Fachgebiet eine 0%ige
Arbeitsfähigkeit
seit September 2013 und mit über
wiegender
Wahrscheinlichkeit
bis auf Weiteres beziehungsweise auf Dauer. In angepasster
Tätigkeit
(körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne Heben und Tragen von Lasten mehr als maximal 10 Kilogramm, ohne häufiges Bücken oder Arbeiten in verdrehter Körperhaltung, ohne Steigen auf Leitern und Gerüste)
wäre aus rein orthopädischer Sicht ab sofort eine zumindest 75%ige Arbeitsfä
higkeit möglich (vollzeitige Präsenz mit Leistungsminderung von 25 % aufgrund
eines
verlangsamten
Arbeitstempos und der Notwendigkeit
häu
figerer Pausen) bei medizinisch-theoretisch zu erwartender Steigerung auf 100 % innerhalb der nächsten drei Monate. Wegen des akut festgestellten Uteruskarzinoms mit noch unklarem therapeutischem Procedere bis zum Abschluss dessen Behandlung sei noch von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (instabiler Gesund
heitsschaden).
Nach Einholung der Berichte d
es Departements Frauenheilkunde
des
D._
betreffend d
as
(behandelte) Uteruskarzinom sowie der Klinik für Rheu
matologie des
D._
betreffend durchgeführte
Evaluation der funktionellen Leis
tungsfähigkeit (EFL) sei eine medizinische Neubeurteilung erforderlich.
3.3
Im
B
ericht der Klinik für Rheumatologie des
D._
vom
16. Oktober 2014 (Urk. 9/44
), wo sich die Beschwerdeführerin
vom 24. April bis 14
.
Mai 2014
zur
multimodalen rheumatologischen Komplextherapie stationär aufhielt, wurden folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
genannt:
-
Lumbospondylogenes
Syndrom links (seit circa Juni 2013)
-
Status nach
lumboradikulärem
Syndrom S1 links
-
kleine me
diale Diskushernie L5/S1 links (MRI vom 24
. September
2013)
-
Status nach Dysfunktion des rechten Iliosakralgelenks
-
myofasziale Befun
de gluteal,
peritrochanter
und T
ractus ili
o
tibi
alis
links
-
bekannte
Diskusprotrusion
L5/S1 seit 2008
-
Periarthropathie
des linken Hüftgelenkes seit Kontusion (seit 13. Mai 2013)
-
Verdacht auf Ruptur der Glutaeus minimus-Sehne
-
Unterbauchbeschwerden (seit Juli 2014)
-
unter gynäkologischer Kontrolle
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verbleibe ein Vitamin-D-Mangel
. Die Beschwerdeführerin sei in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Mitarbeiterin in einer Druckerei mit Lasten bis 30 Kilogramm seit der Erstkonsultation am 28.
März 2014 bis auf Weiteres zu 100 % arbeitsunfähig.
Mittels ambulanter Phy
siotherapie hätten Fortschritte erreicht werden können. Leider sei ein Rezidiv auf
getreten, da die
Beschwerdeführerin
neu zusätzlich auch Unterbauchbeschwerden habe, weswegen sie
gynäkologisch untersucht werde. Nach Abschluss der Behandlung auf der Gynäkologie könne die Physiotherapie wieder aufgenommen werden. Zuerst müsse in der Physiotherapie eine dreimonatige medizinische Trai
ningstherapie erfolgen, um die Muskulatur gut
auftrainieren
zu können, bevor eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) durchgeführt werden könne. Die Prognose sei sehr gut. Die Beschwerdeführerin sei sehr motiviert und positiv eingestellt. Eine Arbeitsfähigkeit sei gemäss den
Ergebnissen der EFL
sehr realistisch.
3.4
Im Bericht des Departements Frauenheilkunde des
D._
vom 7. November 2014 (Urk. 9/45) zuhanden der Beschwerdegegnerin
wurden chronische Unterbauch
schmerzen bei Adhäsionssitus (gegebenenfalls
Hypermenorrhoe
) diagnostiziert, welche sich auf die Arbeits
fähigkeit auswirke.
Ohne
Einfluss
auf die Arbeitsfä
higkeit verblieben rezidivierend auffällige
Pap
-Abstriche seit November 201
3.
Es liege ein Status nach
Hysteroskopie und fraktionierte
r Kü
rettage
, einer Lapa
roskopie mit
Adhäsiologie
und Zystene
ntfernung Ovar links und
einer LEEP-
Konis
ation
am 29. September 2014 vor.
Vom 26. September bis 10. Oktober 2014 sei die Beschwerdeführerin zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Seither könne mit der Wiederaufnahme ihrer beruflichen Tätigkeit gerechnet werden, wenn auch bei erneuten Unterbauchschmerzen phasenwese eine verminderte Leistungsfähigkeit bestehen könne.
3.5
Im polydisziplinären
(orthopädisch-traumatologischen, psychiatrischen, internis
tischen und gynäkologischen)
B._
-Gutachten vom 27. Januar 2016 (Urk. 9/92)
wurde in
d
er Konsensbeurteilung als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit ein chronisch
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei nachgewiese
ner kleiner, medio-lateraler Diskushernie L5/S1 links ohne Zeichen einer Wurzel
reizung aufgeführt. Ohne Einfluss auf die zuletzt ausgeübte Tätigkeit verblieben folgende Diagnosen:
-
Peritroch
a
ntäres
Schmerzsyndrom links
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(ICD-10: F45.41)
-
Chronische
Abdominalbeschwerden
, Dysmenorrhoe,
Hyperm
e
norrhoe
,
Menometrorhagien
, Dyspareunie bei klinische
m
Verdacht auf
Endo
metriose
-
Zervixdysplasie
-
Leichtes Übergewicht (
BMI 26.6 kg/m2)
-
Funktionelle Magendarmbeschwerden (differentialdiagnostisch
Reizdarmsyndrom)
-
Laktoseintoleranz
-
Vitamin-D-Mangel
Bei der
orthopädisch-traumatologischen
Untersuchung
habe die Beschwerdefüh
rerin
in einem fliessenden, sicheren, koordinierten Gangbild ohne wesentliche Funktionseinschränkungen der Wirbelsäule, der peripheren
Extremitätengelenke
das Untersuchungszimmer
betreten
.
D
ie LWS
zeige
ein freies Bewegungsausmass mit uneingeschränkter
Entfaltbarkeit
der LWS und BWS. Die Rumpfmuskulatur
erscheine balanciert
, die Beinumfangsmessungen zeig
ten keine Seitendifferenz, so
dass eine motorische Defizitsymptomatik links ausgeschlossen werden
könne. Eine Wurzelreizung läge
zum Untersuchungszeitpunkt ebenfalls nicht vor, die
Nervendehnungszeichen nach Lasè
gue und Bragard
seien
negativ. Auch das Reflexverhalten
sei
seitengleich. Die Funktion der Hüftgelenke
sei nicht einge
schränkt. Es stelle
sich eine
Druckdolenz
über dem Trochanter
major
links dar. Diese Druckschmerzhaftigkeit
sei
im Sinne eines
peritrochantären
Schmerzsyn
droms zu deuten. Lokale Anwendungen in Form von Querfriktionen, Kältethera
pie, Stosswellentherapien
seien
geeignet, um dieses Krankheitsbild zu therapi
eren.
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bestehe keine Arbeitsfähigkeit, da d
as
dortige
Anforderungsprofil mit Heben und T
ragen von Lasten zwischen 30-40 Kilo
gramm
die Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin übersteige
. Dagegen
sei die Arbeitsfähigkeit in l
eidensadaptierter Tätigkeit nicht eingeschränkt.
Es gelte fol
gendes
Belastungsprofil:
Die Beschwerdeführerin sei
in der Lage, körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten mit Heben
und Tragen von Lasten bis zu 15 Kilogramm
unter Vermeidung von Zwangshaltungen (Vorbeuge) durchzufüh
ren. Tätigkeiten unter extremen Witterungsbedingungen mit Hitze, K
ä
lte, Nässe und Zugluft sollten ebenfalls vermieden werden.
Retrospektiv betrachtet
liege der Beginn der Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit beim Unfallereignis im Mai 201
3.
Mit dem Nachweis der Diskushernie durch ein MRT der LSW am 24. September 2013 sei die Arbeitsfähigkeit für körperlich schwere Tätigkeiten nachvollziehbar aufgehoben. In einer leidensadaptierten Tätigkeit sei die Arbeits
fähigkeit etwa 6 bis 8 Wochen nach dem Ereignis im Mai 2013
und Kenntnis einer
Diskushernie
L5/S1
wiederhergestellt.
Aus orthopädischer Sicht
sei die Prognose gut und
unter Berücksichtigung des Belastungsprofils
sei
mit einer dau
erhaften Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen.
Anlässlich der psychiatrischen Exploration
habe
sich eine 41-jährige
Beschwer
deführerin präsentiert
, die seit 2013 bestehende chronische Schmerzen in den Vor
dergrund ihrer Beschwerden rücke
. Mit Blick auf die dokumentierten somati
schen Befunde und in der Psychobiographie bestehende Hinweise auf psychogene Komponenten (Missbrauchserfahrung, Gewalterfahrung)
sei
die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren zu stel
len, jedoch ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Die Psychobiographie der
Beschwerdeführerin zeige
trotz sehr schwieriger und ungünstiger familiärer Umgebung, dass sie ausreichende Ressourcen u
nd kognitive Fähigkeiten besitze
, um ihr Leben erneut in den Griff zu bekommen ohne psychisch zu erkrank
en. Der aktuell erhobene psychopathologische Befund zeige
keinen Hinweis für das Vor
handensein einer schweren psychischen Erkrankung, die die Arbeitsfähigkeit massgeblich beeinträchtig
e
t. Das Aktivitätsniveau der
Beschwerdeführerin
sei
in allen Bereichen reduziert aufgrund der Schmerzsympt
omatik. In der Exploration habe
sie keinerlei Tendenzen
gezeigt
, die Schmerzsymptomatik darstellerisch in den V
ordergrund zu stellen, sie neige
eher dazu, die Schmerzen zu bagatellisieren und ähnlich wie früher sich als stark und fähig zu zeigen, um die Schmerzen zu bewältigen. Im Sinne der Konsistenz zeig
t
en sich keinerlei Diskrepanzen zwischen den geschilderten Symptomen und den somatischen Befunden. Auch die Alltags
aktivitäten
seien
in allen Bereichen gleichermassen beeinträchtigt. Der klar for
mulierte Wille der versicherten Person, sich in leidensadaptierter Tätigkeit wieder einzugliedern,
sei
glaubhaft. Vor der Gesundheitsschädigung
habe
es ein relativ höheres Aktivitätsniveau
gegeben
, was nicht mehr vorhanden
sei
. Die therapeu
tischen Optionen
würden
wahrgenommen und befolgt. A
us psychiatrischer Sicht bestehe
keinerlei krankheitsbedin
gte Unfähigkeit zur Therapieadhä
ren
z.
Aus psy
chiatrischer Sicht
sei
die Versicherte in der Lage, sämtliche ihrem Kenntnisstand sowie ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit entsprechenden
(leidensangepassten)
Tätigkeiten zu verrichten. In der bisherigen Tätigkeit
sei
die
ei
n
geschränkte Arbeitsfähigkeit
nur aus somatischer Sicht zu beurteilen.
Auch retrospektiv bestehe a
us psychiatrischer Sicht
eine
durchgehende 100%ige Arbeitsfähigkeit sowohl für die bisherige wie auch für eine leidensadaptierte Tätigkeit. Die Moti
vation der
Beschwerdeführerin
f
ür einen Wiedereinstieg in eine
leidensadaptierte Tätigkeit mit
100%iger Arbeitsfähigkeit mache
die Prognose günstig. Ungünstig
sei
die Tendenz der
Beschwerdeführerin
, sich zu überschätzen und ihre Belastung eher zu untertreiben. Eine begleitende psychologische Beratung
beziehungsweise
Therapie zur besseren Schmerzvera
rbeitung wäre empfehlenswert, zumal bisher noch keine solche erfolgt sei.
Aus internistischer Sicht hätten m
it Ausnahme der Gewichtszunahme, die auf die Inaktivität der früher sehr sportlichen
Beschwerdeführerin
(Fussball) zurückge
führt
werde
(hausärztliche Laboruntersuchungen einschliesslich die Bestimmung der Schilddrüsenparameter
seien
vor wenigen Wochen normal ausgefallen)
,
sowie der Magendarmbeschwerden, für welche kein organisches Substrat anlässlich zweier endoskopischer Untersuchungen gefunden worden
sei
,
sowie der La
kto
seintoleranz und dem Vitamin-
D-Mangel (zeitweise Substitution) weder in den Akten noch anlässlich der gutachterlichen internistischen Untersuchung weitere Erkrankungen gefunden
werden können
.
Bei einer 100%igen Arbeitsfähigkeit sei das Belastungsprofi
l aus internistis
cher Sicht nicht eingeschränkt. Auch gäbe es keine Hinweise, dass jemals eine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit aus internis
tischer Sicht bestanden habe.
Aus rein gynäkologischer Sicht habe die Beschwerdeführerin das Bewusstsein zwischen Nikotinkonsum und Dysplasie zu aktiv
ieren. Betreffend die
Dysmenor
rh
oe und d
ie
persistierenden
Menometrorrhagien
würde die Beschwerdeführerin von einer Hysterektomie sicherlich profitieren. Damit wären die Blutungen weg. Was die Arbeitsfähigkeit betreffe, sei d
iese sicherlich durch die Dysme
norrhoe etc. (nicht aber die Dysplasie) mitbedingt. Nach einer Hysterektomie wäre mit rund 6 Wochen 100%iger Arbeitsunfähigkeit zu rechnen. Danach sollte keine gynäkologische Mitursache für die Arbeits
un
fähigkeit bestehen.
Zusammenfassend und aus polydisziplinärer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aufgrund der chronischen Gesundheitsschädigung der L
WS seit dem Unfall im Mai 2013
in der bisherigen Tätigkeit (Arbeiterin Druckerei) aufgehoben. Die Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierter Tätigkeit
(
körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten bis zu 15 Kilogramm unter Vermeidun
g von Zwangshaltungen [Vorbeuge]
sowie unter Vermeidung von
Tätigkeiten unter extremen Witterungsbedingungen mit Hitze, Kalte, Nässe und Zugluft
)
betrage wieder 100
%
, wobei nach einer Hysterektomie mit einer rund 6-wöchigen 100%igen Arbeitsunfähigkeit zu rechnen sei. Festzu
halten sei, dass keine invaliditätsfremden Faktoren vorlägen, es keine Hinweise für Aggravation gäbe und kein Suchtleiden vorliege. Ebenso wenig liege eine krankheitsbedingte Unfähigkeit zur Therapieadhärenz vor.
3.6
Im Rahmen des
Einwandverfahrens
reichte die Beschwerdeführerin einen Bericht der Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie des
D._
vom 15. April 2016 ein (Urk. 9/114). Wegen Schmerzen im linken Unterbauch im Bereich des
Trokarzugangs
unklarer Ätiologie (differentialdiagnostisch
Nervenentrapment
, Endometriose) sei auf den 31. Mai 2016 eine Narbenrevision im linken Unter
bauch vereinbart worden, im Wissen darum, dass sich dadurch die Schmerzen sowohl verbessern, gleichbleiben oder auch verschlechtern könnten.
3.7
Die Klinik für Gynäkologie des
D._
hielt in ihrem Bericht vom 31. Oktober 2016 (Urk. 9/126) zuhanden der Beschwerdegegnerin fest, dass der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin stationär sei, sich die Unterbauchschmerzen aber verbes
sert hätten. Dabei wurden folgende aktuelle Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt:
-
unklare linksseitige Unterbauchschmerzen
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
Beim Status nach Narbenrevision seien die Unterbauchschmerzen nun besser geworden. Diesbezüglich bestehe keine Minderung der Leistungsfähigkeit.
Die Arbeitsfähigkeit könne - insbesondere seitens des
lumbospondylogenen
Schmerzsyndroms - nicht beurteilt werden.
3.8
Im Verlaufsbericht der Klinik für
Rheumatologie
des
D._
vom 3. November 2016 (Urk. 9/129) zuhanden der Beschwerdegegnerin wurden folgende Diagnosen auf
geführt:
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit
lumboradikul
ärer
Reizung S1 links
(EM
J
uni
2013)
-
Wirbelsäulenfehlform bei Hypokyphose der BWS und
rechtskon
vexer Skoliose thorakolumbal.
-
Segmentale Überbelastung lumbal bei leichter S
pondylarthrose
LWK4-SWK1 beidseits
-
Myofasziale Befunde gluteal,
peritrochanter
und Ansatz Tractus
iliotibialis links seit Hüftkon
tusion bei Sturz am
7. Mai 2013
-
St
atus nach
Diskushernienprolaps
2008
-
MRI
der
LWS
am 28. Mai 2015
: Leicht degenerierter Diskus L5/S1
mit kleiner
breitbasige
r
Protrusion, ohne
Nervenwurzelkompression. Facett
engelenksarthrosen L5/S1
beidseits
-
Sakralblock am
22. Juni 2016
-
Abdominalschmerzen
linker U
nterbauch unklarer Ätiologie
-
Laparoskopie
am 10. Juni 2016
, danach deutliche Besserung
-
verstärkt seit Hysteroskopie und fraktionierte Kürettage,
d
iagnostisch/therapeutische Laparoskopie mit
Adhäsiolyse
und
Zystenentfernung Ovar li
nks, Spülzytol
ogie im 10/2014
-
differentialdiagnostisch
: Reizdarmsyndrom
-
Diagnostik:
-
MRI
vom 29. Januar 2016
: Zystische Läsion in der rechten
Adnexloge
, vereinbar mit funktioneller Follikelzyste (20 x 18
mm).
Verdacht auf
Uterus
septus
-
Gastroskopie vom
29. Mai 2015
:
inlet
patches
oesophageal
,
streitig gerötete
Antrumschleimhaut
, am ehesten
im Rahmen
einer NSAR-
Einnahme. Biopsie: keine HP-
lnfektion
, kein
Hinweis für Malignität
-
Koloskopie vom
29. Mai 2015
: Makroskopisch unauffälliger
Befund. Biopsie: kein Hinweis für Malignität, keine
Entzündung
Stuhlbakteriologie vom
6. Juni 2015
:
Salmonella, Shigella,
Vibrio
,
Plesiomonas
, Campylobacter,
Yersina
und
Aer
omonas
negativ
-
Serolo
gie vom
1. Juni 2015: Anti-
Gliadin
, Anti-
Endomysium
, Anti-Transglutaminase Ant
ikörper negativ,
IgA
normwertig
-
Dysfunktion des rechten
lle
osakralgelenkes
Die Beschwerdeführerin sei in ihrer bisherigen Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig. Eine angepasste (leichte, wechselbelastende) Tätigkeit sei ihr seit dem 10. Oktober 2016 wieder zu 50 % möglich.
Aufgrund von starken
Abdominalschmerzen
im linken Unterbauch
sei
die Durchführung einer guten, stabilisierenden Physiothe
rapie für den Rücken lange Zeit nicht möglich
gewesen
. Erst seit der Laparoskopie vom
10. Juni 2016
sei
eine deutliche Besserung der
Abdominalschmerzen
im lin
ken Unterbauch auf
getreten
, sodass jetzt endlich mit der seit langem gewünsch
ten Physiotherapie begonnen werden
könne
. Die
Beschwerdeführerin
sei
sehr motiviert. Nun
müsse
intensiv die Muskulatur wieder
auftrainiert
werden. Dies dauere
mindestens drei bis sechs Monate. Insgesamt
sei
mit einer Verbesserung der Schmerzsymptomatik und mit einer Steigerung der Belastbarkeit und Arbeits
fähigkeit zu rechnen. Jedoch
werde
die Arbeit in einer Druckerei, wo mittel
schwere bis schwere Tätigkeiten durchgeführt werden müss
t
en, wahrscheinlich nicht mehr möglich sein.
3.9
Im
Bericht der Klinik für Rheumatologie des
D._
vom
2.
März 2017 (Urk. 9
/137) zuhanden der Hausärztin
Dr.
C._
wurden folgende
Diagnosen
gestellt:
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom links, aktuell
domi
nant muskulär
-
Chronische Unterbauchschmerzen
-
Vitamin-D-Mangel
-
Anpassungsstörung
-
Laktoseintoleranz
Anamnestisch hätten sich sowohl die Schmerzen im Unterleib als auch die von lumbal ins linke Gesäss und Bein ausstrahlenden Schmerzen im Januar und März 2017 etwas stabilisiert.
Klinisch liessen sich die im Alltag erlebten Schmerzen klar über muskuläre Triggerpunkte reproduzieren und zwar im
Muskulus
gluteaus
minimus mit Ausstrahlung in den lateralen Oberschenkel und im
Muskulus
vastus
lateralis
mit Ausstrahlung nach proximal und distal. Dagegen finde sich aktuell keine radikuläre Reizung in den Nervendehnungstests. Auch die lumbalen Facet
ten seien nicht
provozierbar
. Die Stabilisierungsinsuffizienz lumbal sei moderat eingeschränkt. Bei der Beschwerdeführerin bestehe also aktuell ein dominant muskulär ausstrahlendes
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom. Daneben beständen aber Komorbiditäten (Anpassungsstörung, narzisstische Persönlich
keitsakzentuierung) und psychosoziale Belastungsfaktoren (Arbeitslosigkeit, Schulden, Versicherungsstreitigkeiten),
welche die Behandlung und den H
ei
lungsverlauf ungünstig beeinflussten. Damit im Zusammenhang stehe eine schwere Störung
des Schlafes, weshalb therapeutisch (medikamentös) eine Ver
besserung des Schlafes angegangen werden müsse.
Stationäre Re
habilitations
massnahmen seien in
d
er Vergangenheit angeboten und abgelehnt worden. Zum
a
ktuellen Zeitpunkt biete sich diese
s
Vorgehen nicht an, da wegen der psychoso
zialen Situation die Aussicht auf einen
muskoskelettalen
Rehabilitationserfolg
äusserst gering sei
.
Aus rheumatologischer Sicht könne vorerst keine Hilfe ange
boten werden, zumal auch die Beschwerdeführerin diesbezüglich keinen Unter
stützungsbedarf sehe. An der Arbeitsfähigkeit
von 50 %
für leichte wechselbelas
tende Tätigkeiten ohne Heben von Lasten über 15 Kilogramm, ohne Arbeiten in stark gebückter Haltung und unter Vermeidung von langem Stehen und langen Sitzen sei zunächst festzuhalten, welche bis und mit 30. April 2017 attestiert wor
den sei. Aus rheumatologischer Sicht sollte bei
der
Umsetzung der empfohlenen Massnahmen danach idealerweise eine schrittweise Steigerung der Arbeitsfähig
keit möglich sein.
3.10
Dr.
C._
hielt in ihrem Bericht vom 25. April 2017 (Urk. 9/138) zuhanden der Beschwerdegegnerin folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit fest:
-
Chronisches LWS-Syndrom links
(bestehend seit 1
2.
Juni 2013)
-
therapieresistent trotz verschiedener fachspezifischer Therapien
-
aktuell unter Dauerschmerz-Therapie
-
Unterbauchschmerzen intermittierend
-
Status nach Laparotomie
Die Beschwerdeführerin habe bis zum Beschwerdeeintritt 2013 in einer Druckerei ge
arbeitet
und habe regelmässig 10-30 Kilogramm schwere Stapel tragen müssen. Eine angepasste Tätigkeit sei zu circa 40-50 % möglich, sofern diese kein Heben von Lasten über 15 Kilogramm, kein Arbeiten in gebückter Haltung und kein langes Stehen oder Sitz
e
n beinhalte. Es sei
weiterhin von einem chronischen Ver
lauf auszugehen. Zudem bestehe eine psychosoziale Belastungssituation, da die Beschwerdeführerin seit ihrer Erkrankung am Existenzminimum lebe.
3.11
Im Bericht vom 21. Juli 2017 (Urk. 9/141) nahmen die
B._
-Gutachter Stellung zur
Einwandbegründung
der Beschwerdeführerin und zu den seit Februar 2016 neu vorlie
genden medizinischen Unterlagen und führten aus, dass das orthopä
dische
B._
-Teilgutachten in keiner Weise widersprüchlich zum RAD-
Un
-
tersuchungsbericht
vom 2
6.
August 2014 sei. Indem im
B._
-Gutachten
die Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierter Tätigkeit auf 100% eingeschätzt
worden sei,
entspreche
diese
somit
der
Einschätzung des RAD
-Arztes
Dr.
A._
, da
die untere Grenze der Arbeitsfähigkeit nicht weniger als 75
%
betrage wie dieser als min
destens möglich dargelegt gehabt habe.
Gegen den Vorschlag
,
eine EFL durchzu
führen
,
bestehe kein Einwand. Dennoch sei das orthopädische Gutachten voll
ständig, da die Arbeitsfähigkeit in der Regel ohne die Durchführung einer EFL bestimmt werde. An der gutachterlichen Einschätzung werde festgehalten.
Dagegen impliziere d
ie gestellte psychiatrische Diagnose alleine nicht die psychi
schen Funktionsbeeinträchtigungen. Die
Beschwerdeführerin leide
nicht an einer primären psychiatrische
n Erkrankung, sondern sie leide
unter einer Schmerzver
arbeitungsstörung auf Grund der somatischen (orthopädischen) Diagnose. Der psy
chiatrisch erhobene Befund zeige
keine Symptome einer schweren Psychopa
thologie, die in sich eine genuine komorbide psychiatrische Erkrankung begrün
den könn
t
e. Die Funktionsbeeinträchtigungen
der Beschwerdeführerin seien
nicht auf Grund ihrer psychiatrischen Diagnose, sondern die Folge ihrer som
atischen Beschwerden.
Die Ressourcen und die gesunde Persönlichkeitsstruktur der
Beschwerdeführerin
hätten
verhindert, dass eine schwere psychiatrische Erkran
kung entstanden
sei. Deswegen habe
sie selber bis jetzt auch keine psychiatrische Behandlung angestrebt. Die bis jetzt gestellten psychiatrischen Diagnosen beweg
ten sich auf dem Niveau
einer Anpassungsstörung.
Die von ihr und der Tochter gemachten Angaben über die Alltagsbeeinträchtigung
seien
psychiatrischerseits
insgesamt berücksichtigt und bewertet
worden
. Die Angaben über die Zumutbar
keit der zu tragenden Kilos
seien
im Rahmen der somatischen Gutachten zu bewerten und nicht im psychiatrischen Gutachten. Im psychiatrischen Gutachten
sei
lediglich über das berichtet
worden
, was die
Beschwerdeführerin
darüber angegeben
gehabt habe
. Psychiatrisch
werde ihr
zu keinem Zeitpunkt
unterstellt, dass sie aggraviere
. Ihre Funktionsbeeinträchtigungen im Al
l
tag, weswegen sie glaubhaft die Hilfe ihrer Tochter in Anspruch
nehme
,
seien
nicht auf Grund der psychiatrischen Defizite nötig, sondern auf Grund der Schmerzfolgen. Die psy
chiatrische Befunderhebung unter Berücksichtigung des Verlaufs und der
persön
lichkeits
-immanenten Ressourcen
seien kongruent und nachvollziehbar. Zur bes
seren Bewäl
tigung der Schmerzverarbeitungsstörung sollte die
Beschwerdeführe
rin
eine begleitende Verhaltenstherapie durchführen.
3.12
Im Bericht der Frauenklinik des
D._
vom
7. November 2017 (Urk. 9/148) zuhan
den der Beschwerdegegnerin wurden bei einem stationären Gesundheitszustand folgende aktuelle Diagnosen aufgeführt:
-
P
rämenopausale Beschwerdeführerin mit
Menometrorrhagien
unklarer
Ätiologie bei
-
Status nach Gestagen-Therapie, nicht zufriedenstellend,
-
Status nach diagnostisch/therapeutischer Hysteroskopie,
Laparoskopie mit Adnexektomie links und
Salpingektomie
rechts
wegen Unterbauchschmerzen und
Dysmennorhoe
am 15. Juli 2015
-
R
ezidivierend auffällige PAP-Abstriche seit Dezember 2013, Status
nach LEEP-
Konisation
und CK-Kürettage (unauffällige Histologie)
am 29. September 2014
-
Anpassungsstörung, narzisstische Persönlichkeitsstörung
-
Dysfunktion des rechten Iliosakralgelenks
-
Nikotinabusus
-
Status nach Kaiserschnitt 1996
Im Weiteren gibt dieser Bericht lediglich den Inhalt des Berichtes der Klinik für Rheumatologie vom 2. März 2017 (vgl. E. 3.9) wieder (vgl. auch RAD-Stellungnahme von
Dr.
A._
vom 14. Februar 2018, Urk. 9/156 S. 10 f.).
3.13
Die Klinik für Rheumatologie des
D._
hielt in ihrem Schreiben vom
8.
November 2017 (Urk. 9/149) fest, dass der Fall bei ihnen im März 2017 abgeschlossen worden sei, weshalb der weitere Verlauf nicht bekannt sei.
3.14
Die behandelnde Hausärztin
Dr.
C._
verwies in ihrem Verlaufsbericht vom 23. November 2017 (Urk. 9/150) zuhanden der Beschwerdegegnerin auf ihren letzten Bericht (vgl. E. 3.10) und diagnostizierte einen Status nach Hysterektomie (August 2017). Im Heilungsverlauf habe sich eine teilweise Besserung der Unter
bauchschmerzen gezeigt. Die Prognose sei beim vorliegenden chronischen Ver
lauf der Schmerzen unbestimmt.
Unter Einhaltung des Belastungsprofils bestehe eine Belastbarkeit für Massnahmen der Wiedereingliederung im Umfang von circa 50 %.
4.
4.1
Das polydisziplinäre
B._
-Gutachten vom
27. Januar 2016
(Urk.
9/92
) basiert auf einer umfassenden
orthopädisch-traumatologischen, psychiatrischen, inter
nistischen und gynäkologischen
Untersuchung und wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben. Die Gutachter haben detaillierte und nachvollziehbare Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit den von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden auseinandergesetzt. Zudem wurden die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situa
tion einleuchtend dargelegt und die Schlussfolgerung nachvollziehbar begründet. Dem polydisziplinären Gutachten kommt demnach grundsätzlich v
olle Beweis
kraft zu (vgl. E. 1.5
).
4.2
Die
B._
-Gutachter stellten in ihrer polydisziplinären Konsensbeurteilung schlüssig fest, dass mit der dargelegten orthopädisch-traumatologischen Diagnose ein
Gesundheitsschaden, welcher sich auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin auswirkt, ausgewiesen ist. So stellte
d
er
orthopädische Gutachter nachvollziehbar
fest, dass
der Beschwerdeführerin die bisherige Tätigkeit als Druckereimitarbeiterin, welche als schwere Tätigkeit einzustufen sei, nicht mehr zumutbar sei. Für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten bis zu 15 Kilogramm unter Vermeidung von Zwangshaltungen (Vorbeuge) sowie von extremen Witterungsbedingungen wie Hitze, Kälte, Nässe und Zugluft attestierte er ihr dagegen eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
Diese Ein
schätzung überzeugt aufgrund der umfassend dargelegten Befundlage und stimmt im Wesentlichen auch mit derjenigen von RAD-Arzt
Dr.
A._
überein, welcher anlässlich einer orthopädischen Untersuchung der Beschwerdeführerin ebenfalls eine mindestens 75%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit attestierte
und eine Steigerung auf 100 % innerhalb der nächsten 3 Monate erwartete
(vgl. E. 3.2).
Auch nach Einsicht in die zwischenzeitlich neu vorliegenden medizinischen Unterlagen hielten die
B._
-Gutachter an der
über
zeugenden
orthopädischen Beurteilung einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit fest (vgl. E. 3.11).
Weder auf internistischem, psychiatrischen noch gynäkologischen Fachgebiet wurde dagegen eine gesundheitliche Beeinträchtigung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
festgestellt. Aus psychiatrischer
Sicht wurde vielmehr sogar positiv
hervorgehoben
, dass die Beschwerdeführerin trotz sehr schwieriger und ung
ünstiger familiärer Umgebung ausreichende Ressourcen und kognitive Fähig
keiten besitze, um ihr Leben jeweils wieder in den Griff zu bekommen ohne psy
chisch zu erkranken (Urk. 9/92 S. 36
und E. 3.11
). Diese
gutachterlich
festgestellte psychische Stabilität zeigt sich
darin
,
dass
sich die Beschwerdeführerin psychisch nicht beeinträchtigt fühlt und entsprechend
bisher
auch keine psychiatrische The
rapie in Anspruch nimmt.
Da der psychiatrische Gutachter des
B._
eine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischen Gründen nachvollziehbar
und schlüssig verneinte
,
ist
auf ein strukturiertes Beweisverfahren nach BGE
141 V 281
zu ver
zichten
.
Die
fachfremd gestellten Diagnosen einer Anpassungsstörung und einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung
(vgl.
E.
3.9 und E. 3.12
) stellen daher
keine
relevanten
Hinweise auf eine psychiatrische Störung
dar
.
D
ie von der Beschwerdeführerin beklagten gynäkologischen Beschwerden wur
den
ebenfalls
gutachterlich ausreichend berücksichtigt, indem ihr eine Hysterek
tomie mit
anschliessender
rund 6-wöchiger 100%iger Arbeitsunfähigkeit
nahe
gelegt wurde (
Urk. 9/92 S. 48 f.).
Insbesondere wurde plausibel dargelegt, dass
aus
gynäkologischer Sicht keine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit resultiert.
Nach dem operativen Eingriff im August 2017 ging die Beschwerde
gegnerin richtigerweise von einer vollen Arbeitsunfähigkeit während der nach
folgenden Heilungsphase von
erfahrungsgemäss
1-2 Monaten aus (vgl. Urk. 2 S. 3), doch genügt eine solche kurzzeitige Verschlechterung nicht, um eine inva
lidenversicherungsrechtlich relevante Änderung des Anspruchs anzunehmen (vgl. Art. 88a Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV).
4.3
An der gutachte
rlichen Einschätzung, wonach der
Beschwerdeführer
in
eine angepasste Tätigkeit vollumfänglich zumutbar ist
, vermögen auch die Einwände der Beschwerdeführerin
(Urk. 1 S. 7 ff.)
nichts zu ändern:
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 7) steht die orthopä
dische Beurteilung im
B._
-Gutachten nicht im Widerspruch zu derjenigen von RAD-Arzt
Dr.
A._
, welcher den Gesundheitszustand nach einlässlicher orthopä
discher Untersuchung beurteilt hatte.
Indem RAD-Arzt Dr.
A._
damals eine min
destens 75%ige Arbeitsfähigkeit (vollzeitige Präsenz mit Leistungsminderung von 25 % aufgrund eines verlangsamten Arbeitstempos und der Notwendigkeit häu
figerer Pausen) bei medizinisch-theoretischer Steigerung auf 100 % innerhalb von 3 Monaten festhielt (vgl. E. 3.2) und im orthopädischen
B._
-Teilgutachten nun eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit bei gleich formuliertem Belastungsprofil attestiert
wurde
, erfolgt
e
vielmehr sogar eine Bestätigung der ursprünglichen RAD-Einschätzung (vgl. auch
B._
-Stellungnahme, E. 3.11).
Die Ausführungen
der Beschwerdeführerin
zur
von RAD-Arzt
Dr.
A._
festgehal
tenen
vollständigen Arbeitsunfähigkeit aufgrund des
akut festgestellten
Ute
ruskarzinoms
gehen fehl (Urk. 1 S. 7 f), da diese Diagnose
- fachfremd -
auf anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin
selbst
beruhte und sich offen
sichtlich nicht bestätigte (vgl. auch RAD-Stellungnahme vom 2.
März 2015, Urk. 9/94 S. 8 f.).
Soweit die Beschwerdeführerin gestützt auf die divergierenden Beurteilungen der behandelnden Ärzte vorbringt, dass sich ihr Gesundheitszustand seit der
B._
-Begutachtung
relevant
verschlechtert habe, zumal diese
weiterhin
eine 50%ige Arbeits
un
fähigkeit attestierten (Urk. 1 S. 8), kann dem nicht gefolgt werden.
Im Bericht der Klinik für Gynäkologie des
D._
vom 31.
Oktober 2016 (vgl. E. 3.7) wurde eine Besserung der Unterbauchschmerzen seit der am 10. Juni 2016 durch
geführten Narbenrevision festgehalten. Aus gynäkologischer Sicht wurde keine Minderung der Leistungsfähigkeit festgestellt.
Der weitere Verlaufsbericht
dersel
ben Klinik
vom
7. November 2017 (
vgl. E. 3.12
)
, worin nun
dennoch eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert
wurde, ist
weitgehend identisch mit demjenigen der Klinik für Rheumatologie vom 2. März 2017 (vgl. E. 3.9) und
gibt
- unter Ver
wendung desselben Wortlautes - die gleichen Befunderhebungen aus rheumato
logischer Sicht sowie dieselbe Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
wider
. Dies stellte auch RAD-Arzt
Dr.
A._
in seiner Stellungnahme vom 14. Februar 2018 fest (vgl. Urk. 9/156 S. 10 f.). Dies ist nicht nachvollziehbar, weshalb auf diese «gynäkolo
gische» Einschätzung nicht abzustellen ist.
Auch die Darlegung von
Dr.
C._
in ihrem Bericht vom 23. November 2017 (vgl. E.
3.14
), worin sie bei einem Status nach Hysterektomie im August 2017 eine weitere Besserung der gynäkologi
schen Problematik festhält und dennoch weiterhin eine 50%ige Arbeitsunfähig
keit attestiert, überzeugt nicht.
4.4
Soweit die Beschwerdeführerin weitere medizinische A
bklärungen verlangt (Urk. 1 S. 10
), ist darauf
in antizipierter Beweiswürdigung
zu verzichten, da der Gesundheitszustand und die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit aufgrund der vorliegenden medizinischen Akten
- insbesondere des
voll beweiskräftigen
polydisziplinären
B._
-Gutachtens inklusive nachträglicher Stellungnahme (Urk. 9/92 und Urk. 9/141)
, womit die Gutachter auch dem zeitlichen Aspekt
und der Vollständigkeit
genügend Rechnung tragen konnten
-
hinreichend
ab
geklärt sind.
4.5
Damit steht aufgrund der überzeugenden Feststellungen im polydisziplinären
B._
-Gutachten vom 27. Januar 2016 (Urk. 9/92) inklusive nachträglicher Stel
lungnahme vom 21. Juli 2017 (Urk. 9/141) mit überwiegender Wahrscheinlich
keit fest, dass der Beschwerdeführerin eine leidensangepasste Tätigkeit (
körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten bis zu 15 Kilogramm unter Vermeidung von Zwangshaltungen [Vorbeuge] sowie unter Vermeidung von Tätigkeiten unter extremen Witterungsbedingungen mit Hitze, Kalte, Nässe und Zugluft
) zu 100 % zumutbar ist.
5.
Die von der Beschwerdegegnerin für die Invaliditätsbemessung verwendeten Bemessungsfaktoren werden weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht beanstandet und es besteht angesichts des klar
rentenausschliessenden
Invalidi
tätsgrades auch kein Anlass für eine nähere Prüfung von Amtes wegen. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
6.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
6.2
Die Beschwerdeführerin wird
gemäss
Unterstützungsbestätigung vom
20. März 2018 (Urk. 7/1-2
) von
der Stadt
Zürich
finanziell unterstützt. Mit Blick darauf ist sie im vorliegenden Verfahren bezogen auf den
massgebenden
Zeitpunkt als pro
zessual bedürftig zu qualifizieren. Da auch die weiteren Anspruchsvoraussetzun
gen (fehlende Aussichtslosigkeit und sachliche Notwendigkeit der Rechtsverbei
ständung) erfüllt sind, ist der Beschwerdeführerin in Bewilligung ihres Gesuchs vom
2. März 2018
(Urk. 1 S. 2) Rechtsanwältin
MLaw
Stephanie C. Elms
,
Zug
, als unentgeltliche Rechtsvertreterin für das vorliegende Verfahren zu bestellen, und es ist ihr die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren.
6.3
Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert zu bemessen sind (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), sind auf Fr. 600.-- anzusetzen und der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen, jedoch zufolge Gewäh
rung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.4
Rechtsanwältin
Stephanie C. Elms
ist in Anbetracht der zu berücksichtigenden Akten und der zu behandelnden Rechtsfragen bei einem gerichtsüblichen Stundenansatz von Fr. 220.-- als unentgeltliche Rechtsvertreterin mit einer Prozess
entschädigung in der Höhe von Fr. 1‘900.-- (inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
6.5
Die Beschwerdeführerin ist darauf hinzuweisen, dass sie zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Kosten für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist (§ 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht,
GSVGer
).