Decision ID: 5270bdfc-edc4-5786-b6af-fa27fd80bd77
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
D._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Bruno Häfliger, Schwanenplatz 7, 6000 Luzern 5,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a D._ erlitt am 9. Mai 2005 einen Arbeitsunfall und zog sich dabei u.a. Verletzungen
am rechten Knie zu. In der Folge gewährte die SUVA ihm die gesetzlichen Leistungen
und sprach ihm am 10. Dezember 2007 mit Wirkung ab 1. September 2007 eine
34%ige Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung von 7.5% zu (act. G 6.2.6),
was auf Beschwerde hin vom Bundesgericht am 28. Juli 2009 letztinstanzlich bestätigt
wurde (vgl. Urteile 8C_348/2009 und 8C_402/2009).
A.b Am 21. September 2006 meldete sich der Versicherte zum Bezug von IV-
Leistungen (Umschulung auf eine neue Tätigkeit, Arbeitsvermittlung, Rente) an (act. G
6.1.3). Mit Arztbericht vom 13. November 2006 attestierte Dr. med. A._, Arzt für
Allgemeine Medizin FMH, dem Versicherten unter Beilage des Austrittsberichts der
Rehaklinik vom 7. November 2006, wo sich der Versicherte vom 11. September bis 24.
Oktober 2006 stationär aufgehalten hatte, für die angestammte Tätigkeit als Isoleur
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 9. Mai 2005. Zur Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit könnten noch keine Angaben gemacht werden, da noch eine
Abklärung in der Uniklinik stattfinden werde (act. G 6.1.20-3). Dr. med. B._, FMH für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats, hielt den
Versicherten mit Bericht vom 17. November 2007 in der angestammten Tätigkeit
ebenfalls für 100% arbeitsunfähig. Sofern es die chronischen Schmerzen zuliessen,
könne der Versicherte allenfalls für leichtere Arbeiten in zum Teil sitzender, zum Teil
stehender Stellung eingesetzt werden. Wieweit der Versicherte eine solche Tätigkeit
tolerieren würde, müsse im praktischen Einsatz geprüft und könne nicht theoretisch
beantwortet werden (act. G 6.1.21). Am 5. Januar 2007 berichtete die Uniklinik,
Orthopädie, objektiv finde sich eine posttraumatische Femoropatellar-Arthrose mit
Knorpeldefekt retropatellär, welche die geschilderten Beschwerden und das Ausmass
der Invalidisierung jedoch nicht ausschliesslich erklären könne. Sie stellte weitere
Untersuchungen in Aussicht und empfahl zusätzlich die Vorstellung bei einem
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Psychologen, um eine möglicherweise vorliegende Anpassungsstörung zu therapieren
(act. G 6.1.23).
A.c Vom 23. bis 25. Juli 2007 wurde der Versicherte durch die Academy of Swiss
Insurance Medicine (nachfolgend: asim) internistisch, psychiatrisch und orthopädisch
untersucht und begutachtet. Im Gutachten vom 4. Oktober 2007 wurden folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt: 1. eine
Retropatellararthrose rechts mit/ bei St. n. nicht dislozierter Patellaquerfraktur rechts
durch Leitersturz aus ca. 4 Meter Höhe auf das rechte Knie und die linke Seite am
09.05.2005, offener Reposition und Zuggurtungs-Osteosynthese,
Osteosynthesematerialentfernung, arthroskopischer Teilmeniskektomie medial rechts
und arthroskopischem peripatellärem Débridement sowie 2. St. n. Kniearthroskopie
rechts 2003 (bei unfallfremder anamnestisch lateraler Teilmeniskektomie). Als ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter einen Diabetes mellitus Typ II,
nicht insulinpflichtig, bekannt seit 2005, einen Status nach Kniearthroskopie rechts
2003 (unfallfremd anamnestisch laterale Meniskektomie) sowie eine
Verhaltensauffälligkeit bei andernorts klassifizierter Erkrankung (Patellaquerfraktur
rechts) fest. Eine weitere Beschäftigung als Isoleur scheine aufgrund der derzeitigen
Symptomatik ohne jegliche Besserungstendenz ausgeschlossen, ebenso die Arbeit in
anderen mittelschwer und schwer körperlich belastenden Berufen. Eine sitzende
Tätigkeit sei, sofern die Möglichkeit zu regelmässigem Stellungswechsel und kurzen
Bewegungsphasen in halbstündigen Abständen gegeben sei, mit vermehrten und
verlängerten Pausen aus orthopädischer Sicht zumutbar, wobei bei vollzeitiger
Tätigkeit die erbrachte Leistung (infolge des vermehrten Pausenbedarfs) auf etwa 80%
vermindert sei (act. G 6.1.37).
A.d Im Schlussbericht vom 11. Februar 2008 hielt die Eingliederungsberaterin fest, da
sich der Versicherte nicht arbeitsfähig fühle und durch das Regionale
Arbeitsvermittlungsamt in der Stellensuche angemessen betreut werde, schliesse sie
den Fall ab (act. G 6.1.51).
B.
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B.a Mit Vorbescheiden je vom 12. März 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, dass er weder Anspruch auf berufliche Massnahmen noch auf eine
Invalidenrente habe (act. G 6.1.57 und 6.1.59). Gegen den Rentenvorbescheid erhob
der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Bruno Häfliger, am 2. April 2008
Einwand und beantragte die Zusprache einer ganzen, mindestens aber einer halben
Invalidenrente. Er liess das psychiatrische Teilgutachten sowie das von der IV-Stelle
ermittelte Invalideneinkommen bemängeln und die Einholung eines Berichts des
Psychiatrie-Zentrums, wo er in Behandlung stehe, beantragen (act. G 6.1.60).
B.b Mit Verfügung vom 1. Juli 2008 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des
Versicherten ab, wobei sie einen Invaliditätsgrad von 30% ermittelte (act. G 6.1.63).
C.
C.a Mit Eingabe vom 8. September 2008 erhebt der Vertreter des Versicherten
Beschwerde und beantragt, die Verfügung vom 1. Juli 2008 sei aufzuheben. Dem
Beschwerdeführer sei ab 1. Mai 2006 eine ganze, mindestens aber eine halbe
Invalidenrente zuzusprechen. Zur Begründung bringt er im Wesentlichen vor, das asim-
Gutachten sei nicht vollständig und beurteile den Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers nicht abschliessend. Das psychiatrische Teilgutachten sei an einem
einzigen Tag erhoben worden, was ungenügend sei. Es erweise sich als äusserst
dürftig. Zudem fehlten Tests zur Abklärung einer Depression sowie jegliche
Fremdanamnese. Auch hinsichtlich der orthopädischen und internistischen
Untersuchung könne nicht von einem abschliessenden Bericht die Rede sein, da die im
Gutachten erwähnte Schmerztherapie noch nicht durchgeführt worden sei. Seit 27.
März 2008 befinde sich der Beschwerdeführer in psychiatrischer Behandlung im
Psychiatrie-Zentrum, wo eine rezidivierende depressive Störung mit einer zuletzt
bestehenden mittelgradigen Episode mit somatischem Syndrom diagnostiziert worden
sei. Ende März 2008 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden, gegenwärtig sei
der Beschwerdeführer zu 70% arbeitsunfähig. Das Valideneinkommen sei weiter
abzuklären bzw. auf Fr. 66'500.-- festzusetzen. Beim Invalideneinkommen sei ein
Leidensabzug von 25% vorzunehmen (act. G 1).
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C.b Mit Beschwerdeantwort vom 27. November 2008 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie im
Wesentlichen aus, es gebe keine Hinweise, dass der Beschwerdeführer vom asim in
psychiatrischer Hinsicht nur oberflächlich untersucht worden sei. Die Rechtsprechung
verlange nicht, dass mehrere Explorationen durchgeführt werden müssten; auch die
Dauer der Untersuchung sei nicht massgebend. Es sei nicht zu beanstanden, dass
keine Fremdanamnese erhoben und keine Tests durchgeführt worden seien. Auch die
vorgängige Durchführung einer Schmerztherapie sei nicht erforderlich gewesen. Der
Bericht des Psychiatrie-Zentrums vermöge das asim-Gutachten nicht zu entkräften. Im
Jahr 2004 habe der Beschwerdeführer ein Jahreseinkommen von Fr. 64'494.-- erzielt.
Dieser Wert entspreche dem Valideneinkommen. Weil davon auszugehen sei, dass sich
Validen- und Invalideneinkommen in etwa gleich entwickeln würden, könne eine
Aufwertung unterbleiben. Da der Beschwerdeführer nur noch vorwiegend sitzende
Tätigkeiten ausüben könne, sei ein Leidensabzug von 10% vorgenommen worden. Ein
weiterer Abzug rechtfertige sich nicht. Es resultiere ein Invaliditätsgrad von 34%
(richtig: 36%), weshalb der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Invalidenrente
habe (act. G 6).
C.c Mit Replik vom 30. Januar 2009 hält der Vertreter des Beschwerdeführers an
seinen Anträgen fest. Die psychiatrische Teilbegutachtung habe gemäss Ankündigung
30 bis 35 Minuten gedauert. Die anberaumte Zeit sei dann nicht einmal vollumfänglich
ausgenutzt worden (act. G 10).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf das Einreichen einer Duplik (vgl. act. G 12).
C.e Am 12. August 2009 reicht der Vertreter des Beschwerdeführers zwei Berichte des
Psychiatrie-Zentrums vom 2. Juni 2008 und vom 20. Januar 2009 sowie einen Bericht
von Dr. B._ vom 23. Juni 2009 ein (act. G 14 bis 14.3). Die Beschwerdegegnerin
verzichtet auf eine Stellungnahme hierzu.

Erwägungen:
1.
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Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E.
1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging am 1. Juli
2008, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten
Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher und
aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch
nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals
geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-
Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1).
2.
2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Der Grad der
für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16
ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
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70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.2 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb).
3.
3.1 In medizinischer Hinsicht stützt sich die angefochtene Verfügung auf das asim-
Gutachten vom 4. Oktober 2007 (act. G 6.1.37). Der Beschwerdeführer hält dieses
Gutachten nicht für beweistauglich und bemängelt in erster Linie das psychiatrische
Teilgutachten. Wie nachfolgend dargelegt wird, vermag die Kritik des
Beschwerdeführers das Gutachten jedoch nicht zu entkräften.
3.2 Der Beschwerdeführer rügt die psychiatrische Untersuchung durch das asim als
unzureichend und oberflächlich. Dem kann nicht gefolgt werden. Zwar können eine
kurze Dauer der psychiatrischen Untersuchung oder eine fehlende Fremdanamnese
bzw. fehlende Testuntersuchungen im Einzelfall die Aussagekraft eines Gutachtens
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entscheidend schwächen. Entscheidend bleibt indessen, ob die Begutachtung lege
artis durchgeführt wurde bzw. ob das Gutachten vollständig ist und in seinen
Schlussfolgerungen zu überzeugen vermag. Dies ist vorliegend der Fall. So ist das
psychiatrische Teilgutachten - ebenso wie die anderen Teilgutachten - in Kenntnis der
Vorakten ergangen und beruht auf einer eigenen Anamnese. Der psychiatrische
Gutachter hielt fest, im Dolmetschergespräch zeige sich der Beschwerdeführer
bewusstseinsklar und allseits orientiert. Subjektiv klage er über Konzentrations- und
Aufmerksamkeitsstörungen, insbesondere bei Schmerzexazerbation. Er zeige sich
formal-gedanklich kohärent, inhaltlich bestünden keine Hinweise auf Wahn,
Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen. Er sei affektiv dysthym verstimmt, interesse-
und perspektivelos und klage über Anhedonie und Adynamie, dabei sei er innerlich
unruhig, nervös und teilweise auch aggressiv reagierend. Psychovegetativ bestünden
erhebliche schmerzbedingte Durchschlafstörungen. Differentialdiagnostisch sei
durchaus die Diagnose einer Anpassungsstörung zu diskutieren, wie das in der
Uniklinik überlegt worden sei. Aufgrund des zeitlichen Verlaufs sei dann jedoch eher
von einer Dysthymia, also einem chronischen depressiven Aspekt, auszugehen.
Gegenwärtig könnten die Sorgen und Zukunftsängste des Beschwerdeführers aber
noch in der Diagnose der Verhaltensauffälligkeiten festgehalten werden. Diese seien
direkte Folgen der somatisch beschreibbaren chronischen Schmerzen, denn der
Beschwerdeführer würde gerne wieder arbeiten, um seinem Leben einen Sinn und eine
Struktur zu geben. Insofern sei auch nicht von einem sekundären Krankheitseffekt
auszugehen; eine Somatisierungsstörung könne zum gegenwärtigen Zeitpunkt
ausgeschlossen werden. Eine Verstärkung der depressiven Symptomatik könnte
eintreten, wenn die inzwischen etablierte antidepressive Therapie abgesetzt werde.
Diesbezüglich sei deshalb auf eine gute Compliance des Beschwerdeführers zu
achten. Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht
eingeschränkt (act. G 6.1.37-25 f.). Diese Ausführungen erscheinen überzeugend,
weshalb grundsätzlich darauf abgestellt werden kann. Zu prüfen bleibt, ob sich der
psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in der Folge bis zum
Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung massgeblich verschlechtert hat.
In diesem Zusammenhang beruft sich der Beschwerdeführer auf Berichte des
Psychiatrie-Zentrums vom 2. Juni 2008 und 20. Januar 2009 (act. G 14.1 und 14.2).
Danach scheint sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im
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Frühling 2008 etwas verschlechtert zu haben, doch war diese Verschlechterung nur
vorübergehend und von relativ kurzer Dauer. Durch eine Umstellung der
antidepressiven Medikamente konnte bereits nach einer Woche eine Verbesserung
mehrerer Symptome bei insgesamt gehobenerer Stimmung wahrgenommen werden.
Zwar wurde dem Beschwerdeführer im Bericht vom 2. Juni 2008 eine 70%ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert, doch bezog sich diese Beurteilung auf die angestammte
Tätigkeit als Isoleur, die dem Beschwerdeführer unbestrittenermassen nicht mehr
zumutbar ist. Mit der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit setzt sich der
Bericht demgegenüber nicht auseinander. Der Bericht vom 20. Januar 2009 ist (ebenso
wie der Bericht von Dr. B._ vom 23. Juni 2009 [act. G 14.3]) für das vorliegende
Verfahren grundsätzlich unbeachtlich, da er sich auf die Zeit nach Erlass der
angefochtenen Verfügung bezieht. Diesem Bericht ist allerdings zu entnehmen, dass
sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers weiter verbessert
hat. Insgesamt gibt es damit keine Anhaltspunkte dafür, dass sich der psychische
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der Begutachtung durch das asim
(dauerhaft) verschlechtert hat. Vielmehr ist davon auszugehen, dass es sich bei den
Berichten des Psychiatrie-Zentrums um eine Beurteilung desselben Sachverhalts
handelt wie ihn das asim vorgefunden hat. Die kurzzeitige Verschlechterung, die zeitlich
mit dem Erhalt des rentenablehnenden Vorbescheids zusammenfällt, vermag keine
weiteren Abklärungen zu rechtfertigen.
3.3 Zusammengefasst kann damit für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers auf das asim-Gutachten vom 4. Oktober 2007 abgestellt werden.
Demnach ist dem Beschwerdeführer eine sitzende Tätigkeit mit vermehrten und
verlängerten Pausen zumutbar, sofern die Möglichkeit zu regelmässigem
Stellungswechsel und kurzen Bewegungsphasen in halbstündigen Abständen gegeben
ist, wobei die erbrachte Leistung bei vollzeitiger Tätigkeit auf etwa 80% vermindert ist.
Dem Gutachten ist allerdings nicht zu entnehmen, seit wann diese adaptierte
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers besteht. Aus den weiteren Akten geht hervor,
dass die Rehaklinik im Austrittsbericht vom 7. November 2006 ausdrücklich festhielt,
die Zumutbarkeit der Arbeitsfähigkeit für eine andere als die angestammte berufliche
Tätigkeit könne im Moment noch nicht festgelegt werden, da an der Uniklinik noch
weitere Abklärungen der Knieproblematik rechts vorgenommen würden (act. G
6.1.20-6). Aus den Akten geht hervor, dass die SUVA umfangreiche medizinische
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Abklärungen vorgenommen hat (vgl. act. G 6.2). Gemäss Einspracheentscheid vom 10.
Dezember 2007 ging sie gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung von Dr. C._ vom
12. Juli 2007 davon aus, "aktuell" sei keine weitere therapeutische Massnahme
notwendig, es handle sich um einen Endzustand. Rein medizinisch/theoretisch sei dem
Beschwerdeführer eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit zumutbar (act. G 6.2.6-3).
Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung nicht mit dem
Beginn der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer adaptierten Tätigkeit bzw.
mit der Frage, wie lange und in welchem Ausmass der Beschwerdeführer für jegliche
Tätigkeiten arbeitsunfähig gewesen ist, auseinandergesetzt. Je nach Dauer und
Umfang der Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers hat dieser nach Ablauf des
Wartejahrs im Mai 2006 Anspruch auf eine befristete Invalidenrente. Die Sache ist
daher zu entsprechenden Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Diese wird zu prüfen haben, wie lange und in welchem Umfang der Beschwerdeführer
(auch) bezüglich in einer adaptierten Tätigkeit arbeitsunfähig war bzw. ab wann die
Ärzte die Aufnahme einer solchen Tätigkeit als zumutbar erachteten. Im Anschluss
daran wird sie mittels Verfügung über einen allfälligen rückliegenden Rentenanspruch
des Beschwerdeführers zu befinden haben.
4.
Umstritten ist schliesslich der Einkommensvergleich. Angesichts dessen, dass im
Unfallversicherungsverfahren in medizinischer Hinsicht ebenfalls auf das asim-
Gutachten abgestellt wurde und der Invaliditätsgrad sowohl im vorliegenden Verfahren
als auch im Unfallverfahren anhand von Art. 16 ATSG und gestützt auf das Einkommen
des Beschwerdeführers bei seiner letzten Arbeitgeberin zu ermitteln ist, rechtfertigt es
sich, für den Einkommensvergleich von denselben Grundlagen auszugehen wie im
Unfallversicherungsverfahren. Für dieses hat die SUVA für das Jahr 2007 ein
Valideneinkommen von Fr. 61'100.-- sowie - gestützt auf Tabellenlöhne und unter
Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 15% - ein Invalideneinkommen von Fr.
40'530.70 ermittelt (act. G 6.2.6), was vom Bundesgericht am 28. Juli 2009 bestätigt
wurde (Urteile 8C_348/2009 und 8C_402/2009). Vorliegend besteht kein Anlass, von
diesen Grundlagen abzuweichen. Allerdings ist der Einkommensvergleich nicht für das
Jahr 2007, sondern für das Jahr 2006 (Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns)
vorzunehmen. Wie das Bundesgericht im Unfallversicherungsverfahren festgestellt hat,
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hätte sich das Einkommen des Beschwerdeführers in den Jahren 2006 und 2007 nicht
verändert. Entsprechend ist das Valideneinkommen gleich wie im
Unfallversicherungsverfahren auf Fr. 61'100.-- festzusetzen. Für das
Invalideneinkommen sind die Tabellenlöhne aus dem Jahr 2006 heranzuziehen. Unter
Berücksichtigung der 2006 üblichen Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden und eines
15%igen Leidensabzugs ergibt sich bei dem dem Beschwerdeführer noch zumutbaren
80%-Pensum ein Invalideneinkommen von Fr. 40'254.--. Entsprechend resultiert ein
Invaliditätsgrad von 34%. Diese Invaliditätsbemessung gilt allerdings frühestens ab
dem Zeitpunkt, ab dem dem Beschwerdeführer zuzumuten war, in einer adaptierten
Tätigkeit zu 80% erwerbstätig zu sein. Wann dies der Fall war, wird die
Beschwerdegegnerin noch abzuklären haben (vgl. E. 3.3).
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde insoweit gutzuheissen, als die
Beschwerdegegnerin abzuklären hat, ob der Beschwerdeführer für eine rückliegende
Zeit Anspruch auf eine (befristete) Invalidenrente hat. Im Übrigen ist die Beschwerde
abzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der
Beschwerdeführer unterliegt mit seinem Antrag auf Zusprache einer unbefristeten
Invalidenrente ab Mai 2006. Die Rückweisung beschränkt sich auf die Abklärung eines
befristeten Rentenanspruchs für eine rückliegende Zeit. Diesem Ausgang des
Verfahrens entsprechend sind die Gerichtskosten zu einem Drittel der
Beschwerdegegnerin und zu zwei Dritteln dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Folglich hat die Beschwerdegegnerin die Gerichtsgebühr von insgesamt Fr. 600.-- im
Umfang von Fr. 200.-- und der Beschwerdeführer im Umfang von Fr. 400.-- zu
bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer
im Umfang von Fr. 400.-- daran angerechnet und im Umfang von Fr. 200.--
zurückerstattet.
bis
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5.3 Die obsiegende beschwerdeführende Partei hat Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers verzichtete auf das Einreichen einer
Kostennote. Entsprechend dem bloss teilweisen Obsiegen des Beschwerdeführers
erscheint eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 1'200.-- (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht