Decision ID: d5b7f5bb-d665-5895-b17d-bcd095e5fa62
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X ist als Berufsfachschullehrer am Berufsbildungszentrum Y tätig. In der
Steuererklärung für 2009 deklarierte er Berufskosten von Fr. 19'849.--, wovon neben
Fahrkosten, Mehrkosten für Verpflegung etc. übrige für die Berufsausübung
notwendige Kosten von Fr. 13'490.-- (anstelle des Pauschalabzuges) sowie
Weiterbildungskosten von Fr. 1'494.--. Die Veranlagungsbehörde liess als übrige für die
Berufsausübung notwendige Kosten lediglich einen Betrag von Fr. 7'400.-- zum Abzug
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zu (Pauschale Fr. 3'000.-- zuzüglich Kosten des Büros in der eigenen Wohnung von
Fr. 4'400.--). Die Weiterbildungskosten anerkannte sie. X wurde für die Staats- und
Gemeindesteuern 2009 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 91'300.-- und einem
steuerbaren Vermögen von Fr. 57'000.-- veranlagt. Gegen diese Veranlagung erhob der
Pflichtige Einsprache, die mit Entscheid vom 15. Februar 2011 teilweise gutgeheissen
wurde. Die Veranlagungsbehörde anerkannte Weiterbildungskosten von Fr. 2'191.--.
Hinsichtlich der Berufskosten hielt sie fest, Auslagen für die Anschaffung von Kleidern,
Schuhe und Wäsche sowie deren Reinigung gehörten zu den nicht abzugsfähigen
Lebenshaltungskosten. Kosten für Berufskleider könnten nur in Abzug gebracht
werden, wenn diese ausschliesslich zu Berufs- und Arbeitszwecken dienende Kleider
beträfen. Insgesamt würden Kosten für Sportgeräte und Bekleidung von über
Fr. 7'000.-- (inklusive Kosten Weiterbildung) geltend gemacht. Auf eine prozentuale
Ausscheidung zwischen privaten und beruflichen Kosten werde verzichtet, weil die
Kosten mit dem Pauschalabzug für Berufsschullehrer von Fr. 3'000.-- angemessen
abgegolten seien. Der Pflichtige wurde für die Staats- und Gemeindesteuern 2009 mit
einem steuerbaren Einkommen von Fr. 90'100.-- und einem steuerbaren Vermögen von
Fr. 57'000.-- veranlagt.
B.- Gegen den Einspracheentscheid vom 15. Februar 2011 erhob X mit Eingabe vom
14. März 2011 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission. Er beantragte eine
Erhöhung der Abzüge für Berufsauslagen und Weiterbildung. Auf die einzelnen
Vorbringen wird, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 28. April 2011 unter Hinweis
auf die Erwägungen des Einspracheentscheids die Abweisung des Rekurses.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 14. März 2011 ist rechtzeitig eingereicht
worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen
(Art. 194 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG; Art. 48 des Gesetzes
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über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist
einzutreten.
2.- Nach Art. 39 Abs. 1 StG werden als Berufskosten die notwendigen Kosten für
Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte (lit. a), die notwendigen Mehrkosten für
Verpflegung ausserhalb der Wohnstätte und bei Schichtarbeit (lit. b), die übrigen für die
Ausübung des Berufs erforderlichen Kosten (lit. c) sowie die mit dem Beruf
zusammenhängenden Weiterbildungs- und Umschulungskosten (lit. d) abgezogen. Für
die Berufskosten nach Art. 39 Abs. 1 lit. a - c StG legt die Regierung Pauschalansätze
fest; dem Steuerpflichtigen steht im Falle von Abs. 1 lit. a und c der Nachweis höherer
Kosten offen (Art. 39 Abs. 2 StG).
Für die übrigen notwendigen Berufskosten im Sinn von Art. 39 Abs. 1 lit. c StG werden
Fr. 700.-- zuzüglich 10% der Nettoeinkünfte, höchstens Fr. 2'400.-- abgezogen (Art. 21
Abs. 1 der Steuerverordnung, sGS 811.11, abgekürzt: StV). Der Nachweis höherer
notwendiger Kosten bleibt vorbehalten (Art. 21 Abs. 3 StV).
Zu den übrigen Berufskosten zählen etwa die Auslagen für Berufswerkzeuge, für
Geschäftsfahrten mit dem Auto (nicht zu verwechseln mit den Kosten für die Fahrten
zwischen Wohn- und Arbeitsort, die nach Art. 39 Abs. 1 lit. a StG abzugsfähig sind)
sowie Repräsentations- und Kundenspesen aller Art. Zu den übrigen Berufsauslagen
gehören im Weiteren auch die Kosten für ein beruflich bedingtes Studier- oder
Arbeitszimmer in der Privatwohnung oder im Eigenheim. Gleich wie im Recht der
direkten Bundessteuer (Art. 7 Abs. 1 der Verordnung des Eidgenössischen
Finanzdepartements über den Abzug von Berufskosten, SR 642.118.1) sind diese nach
st. gallischem Recht mit der Pauschale für die übrigen Berufsauslagen gemäss Art. 21
Abs. 1 StV abgegolten. Werden sie bei Verzicht auf die Geltendmachung der Pauschale
im Rahmen der tatsächlich angefallenen Aufwendungen geltend gemacht, so werden
sie nach dem Kriterium der Notwendigkeit zum Abzug zugelassen, wenn der
Steuerpflichtige einen wesentlichen Teil seiner Berufsarbeit nicht am Arbeitsplatz
verrichten kann, sondern zu Hause erledigen muss. Nicht geltend gemacht werden
können in der Regel Aufwendungen für Repräsentationsaufgaben. Vermag die
gesetzlich vorgesehene Pauschale im Einzelfall die Berufsauslagen nicht abzudecken,
steht dem Pflichtigen die Möglichkeit offen, anstelle der Pauschale die notwendigen
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tatsächlichen Aufwendungen geltend zu machen (vgl. Weidmann/Grossmann/Zigerlig,
Wegweiser durch das st. gallische Steuerrecht, 6. Aufl. 1999, S. 43 f.). Kosten für
Kleidung können in der Regel nicht als Berufskosten abgerechnet werden. Nur wenn
spezielle Kleider angeschafft werden müssen, die ausschliesslich Berufs- und
Arbeitszwecken dienen (Berufsmäntel, Gummistiefel, Schutzkleidung), fallen die
entsprechenden Auslagen unter die Berufskosten (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, N 37 Art. 26 DBG).
a) Der Rekurrent deklarierte in der Steuererklärung Berufskosten von total
Fr. 19'849.--. Davon entfielen Fr. 1'494.-- auf Weiterbildungs- und Umschulungskosten
sowie Fr. 13'490.-- auf tatsächliche Berufskosten, die der Pflichtige anstelle des
Pauschalabzugs geltend machte. Die Veranlagungsbehörde liesse anstelle der geltend
gemachten Fr. 13'490.-- lediglich Fr. 7'400.-- zum Abzug zu. Sie hielt fest, die
Berufskosten seien mit dem Pauschalabzug von Fr. 3'000.-- abgegolten. Dieser stützt
sich auf ein Merkblatt des Finanzdepartements über die abziehbaren Berufskosten der
Berufschullehrer in den kantonalen Mittelschulen. Nach diesem werden die
notwendigen Berufsauslagen mit einem einheitlichen Pauschalabzug von Fr. 3'000.--
pro Jahr abgegolten. Die Kosten für das beruflich bedingte Arbeitszimmer können
zusätzlich abgezogen werden, ebenso die Weiterbildungskosten. Für das
Arbeitszimmer wurde ein Abzug von Fr. 4'400.-- gewährt.
Im Rekurs bemängelt der Steuerpflichtige im Wesentlichen, dass die Kosten des
Blutdruckmessgeräts nicht anerkannt worden seien. Dieses sei für die Berufsausübung
angeschafft worden. Zwei Klassen hätten Lernziele im Bereich Gesundheit. Sie hätten
sich mit den Möglichkeiten einer gesunden Lebensweise und präventiven Massnahmen
auseinanderzusetzen. Das Gerät könne zudem für weitere Klassen und Einsätze
verwendet werden. Die Zusammenstellung der beruflichen Auslagen in der
Steuererklärung enthalte zudem nicht alle Neuanschaffungen von Kleidungsstücken,
sondern nur jene, welche er für die Arbeit angeschafft habe. Da er die Kleidungsstücke
auch privat habe einsetzen können, habe er die Summe bereits um 50% reduziert. Der
Pauschalabzug von Fr. 3'000.-- entspreche in etwa dieser reduzierten Summe. Die von
der Steuerbehörde als Allgemeinlektüre bezeichnete Zeitung sei in seinem Berufsalltag
ein elementares Gut, welches mehrfach eingesetzt werde. So verwende er die aktuellen
Medienunterlagen sehr oft als Grundlage, um für die Lernenden didaktisierte Inhalte
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aus den verschiedenen Alltagslektüren zu erstellen und mit ihnen zu erarbeiten. Den
OLMA-Besuch 2009 habe er mit dem Leiter eines Geothermie-Projekts genutzt, um
unterstützende Medien/Informationen für den Unterricht einzusehen und zu besorgen.
Diese seien unter dem Lernziel der Auseinandersetzung mit erneuerbaren
Energiequellen und deren Einsatzmöglichkeiten abgelegt und bereits von mehreren
Lehrpersonen verwendet worden. Die Anschaffungskosten von Geräten und
Ausrüstung habe er erst als berufliche Auslagen deklariert und wie erwähnt um die
Hälfte reduziert. Nach der Besprechung im Einspracheverfahren habe er diese
vollumfänglich als Weiterbildungskosten aufgelistet. Die Notwendigkeit der
Weiterbildung sei vom Jugend- und Sportamt vorgeschrieben und bestätige die
Einsätze im Schneesportbereich klar. Bei den Weiterbildungskosten seien immer die
effektiven Kosten in Abzug zu bringen. Der von der Steuerbehörde als angemessen
erachtete Kostenanteil von Fr. 500.-- entspreche nicht den Aufwendungen, die er mit
Fr. 5'352.-- deklariert habe.
b) Der Pflichtige deklarierte im Einspracheverfahren Weiterbildungs- und
Informatikkosten von Fr. 7'405.50 und weitere Berufsauslagen von Fr. 6'396.35, von
denen er die Hälfte bzw. Fr. 3'198.-- zum Abzug beanspruchte. Von den weiteren
Berufsauslagen entfallen Fr. 530.35 auf Schuhe, Fr. 2'210.10 auf Kleider, Fr. 231.-- auf
Textilreinigung, Fr. 944.-- auf Ski und Kletterzusatz, Fr. 51.90 auf Druckerpatronen,
Fr. 79.-- auf ein Blutdruckmessgerät, Fr. 1'181.90 auf den Arbeitsweg und Fr. 339.--
auf das Abonnement der Wiler Zeitung, welches im Übrigen auch bei den
Weiterbildungskosten geltend gemacht wird. Die Vorinstanz liess die Hälfte der
Informatikanschaffungen, insgesamt Fr. 1'149.--, Kurskosten von Fr. 30.-- sowie
Fachliteratur für Schneesport von Fr. 512.-- und anteilige Kosten der
Geräteanschaffung, insgesamt Fr. 2'191.--, als Weiterbildungsaufwand zum Abzug. Für
die übrigen Berufsauslagen anerkannte sie eine Pauschale von Fr. 3'000.-- sowie die
Kosten des Zimmers in der eigenen Wohnung von Fr. 4'400.--.
Erfahrungsgemäss verwenden heute Lehrpersonen im Unterricht Kleider, welche auch
im Alltag benutzt werden können. Dies ergibt sich auch daraus, dass die Kleider und
Schuhe in Geschäften für Alltagskleider gekauft wurden. Der Rekurrent macht
jedenfalls nicht geltend, es handle sich bei zum Abzug gebrachten Auslagen um solche
für Kleider, die ausschliesslich zur Verwendung bei der Tätigkeit als Lehrkraft bestimmt
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sind und bei denen eine private Verwendung ausgeschlossen ist. Kosten für Kleider
und Schuhe, die auch privat bzw. im Alltag verwendet werden können, sowie deren
Reinigung gehören wie erwähnt zum normalen Lebensaufwand, der nicht abzugsfähig
ist. Dasselbe gilt für Sportbekleidung und -ausrüstung. Ebenso gehört das
Abonnement einer Tageszeitung zum üblichen Lebensaufwand. Die im Zusammenhang
mit dem Arbeitsweg geltend gemachten Kosten fallen unter Art. 39 Abs. 1 lit. a StG und
sind mit dem Pauschalbetrag von Fr. 700.-- berücksichtigt.
Die Vorinstanz hat für die Berufskosten eine Pauschale von Fr. 3'000.-- gewährt. Damit
hat sie dem Umstand Rechnung getragen, dass der Rekurrent gewisse Kleider und
Ausrüstungsgegenstände auch für den Unterricht verwendet und wohl auch im Hinblick
auf die Verwendung im Unterricht angeschafft hat. In diesem Zusammenhang ist
festzuhalten, dass grundsätzlich der Arbeitgeber für Berufswerkzeuge und -material
aufzukommen hat. Allfälligen Mehrkosten infolge der teilweisen Verwendung einzelner
Gegenstände im Unterricht wurde mit der Gewährung einer gegenüber Art. 21 Abs. 1
StV erhöhten Pauschale Rechnung getragen. Damit sind sowohl die Kosten für das
Blutdruckmessgerät von Fr. 79.-- als auch die Mehrkosten für Sportbekleidung und -
ausrüstung hinreichend berücksichtigt. Im Übrigen hat die Vorinstanz zu Recht den
OLMA-Eintritt nicht als Weiterbildung anerkannt. Solche Auslagen sind
Lebenshaltungskosten, selbst wenn im Zuge eines OLMA-Besuchs Informationen und
Unterlagen beschafft werden, die für den Unterricht nützlich sind.
Bei Kosten für Weiterbildung hat die Vorinstanz von den im Einspracheverfahren
geltend gemachten Auslagen Fr. 2'191.-- zum Abzug zugelassen. Im Rekurs wird
insbesondere beanstandet, dass von den Kosten für Wintersportausrüstung und -
bekleidung von Fr. 5'353.05 lediglich ein Anteil von Fr. 500.-- berücksichtigt wurde.
Vorab ist fraglich, inwieweit diese Kosten im Zusammenhang mit der Weiterbildung im
Sinn von Art. 39 Abs. 1 lit. d StG stehen und nicht als übrige Berufsauslagen im Sinn
von Art. 39 Abs. 1 lit. c StG zu behandeln sind. Unter Berücksichtigung des
Umstandes, dass die geltend gemachten übrigen Berufsauslagen – soweit sie als
notwendig anerkannt werden können – den gemäss Veranlagungspraxis bei
Berufsschullehrern gewährten Pauschalabzug von Fr. 3'000.-- nicht erreichen und
damit teilweise darin berücksichtigt sind, stellen diese Auslagen – wie ausgeführt – in
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erster Linie Kosten der Lebenshaltung dar. Damit hat die Vorinstanz beim Abzug für
Weiterbildungskosten ihr Ermessen insgesamt zugunsten des Rekurrenten ausgeübt.
c) Zusammenfassend ist die ermessensweise Festlegung der Berufs- und
Weiterbildungskosten sachgerecht. Namentlich die geltend gemachten Kosten für die
Schneesportausbildung und -ausrüstung wurden angemessen berücksichtigt. Höhere
Berufskosten sind nicht ausgewiesen. Folglich ist der Rekurs abzuweisen.
3.- Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Rekursverfahrens zulasten des Rekurrenten (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr
von Fr. 500.-- ist angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 Gerichtskostenverordnung,
sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist zu verrechnen.