Decision ID: b227f2ee-49bf-4ba4-a114-29f9e94533ae
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 196
4
,
ist gelernter Koch
und arbeitete nach Lehrabschluss eine Saison als Koch. Ansonsten verfügte er kaum je über eine reguläre Arbeit. Nach einem einjährigen Gefängnisaufenthalt wegen Drogenhan
dels 1994 meldete er sich bei der Arbeitslosenkasse an. 1999
nahm er zwei Mal a
n einem Arbeitslosenprogramm
teil,
als Koch und im Putzdienst
(
Urk. 7/3/2, Urk. 7/3/8-11,
Urk. 7/26/1)
. Auch Stelle
n
als
Koch
im Restaurant
Z._
im Dezember 1999
(Urk. 7/3/4,
vgl.
Urk. 7/26/2)
,
als Kellner
im
A._
im
Mai
2000
(Urk. 7/3/3
, vgl. Urk. 7/26/2
)
und im Restaurant
B._
im August 2000
(Urk. 7/4/4)
wurden
nach
wenigen
Monat
en
Anstellungs
dauer
aufgelöst
(vgl. Urk. 7/3
/6
,
Urk. 7/4/4,
Urk. 7/26
/1-2
)
.
Am 21. Dezember 2000 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf
diverse
Störungen bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk.
7/4).
Diese klärte die erwerblichen (
Urk. 7/
7
, Urk. 7/10
,
Urk.
7/26
)
und medizinischen (Urk. 7/11,
Urk.
7/
27
) Verhältnisse ab.
Seit Mai 2001 arbeitete der Versicherte für die
C._
AG als
Zeitungsver
träger
und ab Januar 2002 für die
D._
als Zusteller (vgl. Urk. 7/57/2, vgl. Urk. 7/83/5, vgl. Urk. 7/84/3), was der IV-Stelle in dieser Form nicht bekannt war (vgl. Urk. 7/26/3).
Ausgehend von einer beginnenden
Gon
arthrose rechts
bei einem Status nach Meniskusteilresektion rechts am 10. Feb
ruar 2000
,
von
re
zidivierenden Panikattacken und von
sporadischem Alkohola
busus, von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätig
keit als
Kellner
und Koch
(
vgl.
Urk. 7/29), von einer 50%igen Restarbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit, die jedoch
gestützt auf das Verlaufs
protokoll der Berufs
beratung vom 12. Februar 2012 (vgl. Urk. 7/26)
als nicht verwertbar erachtet wurde
(
Urk. 7/30)
,
und von einem Invaliditätsgrad von 100 % (Urk. 7/33), sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 12. Juli 2002 (Urk. 7/35) eine ganze Invalidenrente ab dem 1. Februar 2001 zu.
1.2
2007
führte
die IV-Stelle ein
erstes
Revisionsverfahren
durch
(Urk. 7/52)
. Dabei holte sie einen
Hausa
rztbericht ein (Urk. 7/53
). M
it Mitteilung vom 18. Juli 2007
(
Urk.
7/55)
bestätigte sie
eine
unveränderte ganze
Invalidenrente.
Mitte
2010
leitete die IV-Stelle erneut von Amtes we
gen eine Rentenüberprüfung ein
(Urk.
7/56
).
Die IV-Stelle
holte einen IK-Auszug ein
(Urk. 7/57) und
klärte die medizinischen
Verhältnisse ab
, indem sie einen Hausarztbericht besorgte
(Urk. 7/59)
und
den Versicherten
rheumatologisch durch Dr. med.
E._
, Fachärztin für Rheumatologie und für Allgemeine Innere Medizin, und psychiat
risch durch
Dr. med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
begutachten
liess
(rheumatologisches Gutachten vom 27. April 2011 [Urk. 7/71]
und psychiatrisches Gutachten vom 9. Mai 2011 [Urk. 7/73]).
Gestützt auf diese Gutachten, insbesondere auf darin erwähnte Restbeschwerden nach Knie- und Fussoperationen, auf die Diagnose einer ängstlich (vermeidenden) Persönlich
keitsstörung (ICD-10 F60.6), auf eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisheri
gen Tätigkeit als Koch und Kellner aus somatischen und psychischen Gründen, auf eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus psychi
schen Gründen, und auf einen durch einen Einkommensvergleich (Invalidenein
kommen: Fr. 12'138.15) errechneten Invaliditätsgrad von 74 %
(
vgl.
Feststel
lungsblatt für den Beschluss vom 2
1.
Juni 2011 [
Urk. 7/74/4
]
),
bestätigte die IV-Stelle dem Versicherten mit Mitteilung vom 20. Juni 2011 (Urk. 7/75)
die Aus
richtung
eine
r
ganze
n
Invalidenrente.
1.3
Im
Juni
2016
eröffnete
die IV-Stelle ihr drittes Revisionsverfahren (Urk. 7/76)
. Sie holte einen IK-Auszug (Urk. 7/77) ein und liess durch die
D._
AG
(Urk. 7/83) und die
G._
AG (Urk. 7/84)
Arbeitgeber
fragebögen
ausfüllen. Zudem besorgte sie
einen Hausarztbericht
(Urk. 7/82
) und einen Bericht des
H._
(
Urk. 7/88)
. Sie l
iess
auch
ihren Rechtsdienst Stellung nehmen (Urk. 7/86). Dieser erachtete einen medizinischen und einen erwerblichen Revisionsgrund für gegeben und empfahl eine Anfrage
beim Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
sowie eine externe Begutachtung (Urk. 7/86/2).
Die IV-Stelle liess den Versicherten in der Folge von der Gutachterstelle „
I._ GmbH
” internistisch, psychiatrisch und rheumatologisch begutachten
(
Gutachten vom 25. Oktober 2017
[Urk. 7/105])
.
Sie
liess
in der Folge
den RAD dazu Stellung nehmen (Urk. 7/107/5-6)
,
eine interne Ressourcenprüfung durchführen (Urk. 7/107/7
-8) und den inter
nen Rechtsdienst
erneut
eine Beurteilung
ab
geben
(Urk. 7/107/9).
Gestützt auf ihre Abklärungen,
insbesondere
die
interne
n
Beurteilungen
der Rechtsdienste
(
Urk. 7/86,
Urk. 7/107/
9
),
ging die IV-Stelle von
einem Revisions
grund aus.
Sie
stellte
dem Ver
sicherten
,
gestützt auf die interne Ressourcenprüfung
(Urk. 7/107/7-8)
und auf die Annahme, ihm sei eine Erwerbstätigkeit vollschichtig zumutbar,
m
it
Vorbescheid vom
17.
November
2017
(Urk. 7/108)
die
Einstellung der ganzen Invalidenrente in Aussicht
.
Dagegen
erhob
d
er
Versicherte am
12. Dezember
2017 Einwand
(Urk. 7/109).
Mit Verfügung vom 12. Januar 2018 (Urk. 2 = Urk. 7/113) stellte
die IV-Stelle die bisherige
ganze Rente
im angekün
digten Sinne auf Ende des der Zustellung folgenden Monats ein und entzog einer Beschwerde die aufschiebende Wirkung.
2.
Hiergegen liess der Versicherte, vertreten durch
lic
.
iur
.
Y._
vom Sozialen Dienst der Stadt Zürich
, mit Eingabe vom
7. Februar 2018
(Urk. 1) Beschwerde erheben
mit den Rechtsbegehren
, die Verfügung vom
12. Januar 2018
sei aufzuheben
,
ihm sei die ganze Invalidenrente weiter zu gewähren
,
und
gegebenenfalls sei die Arbeitsfähigkeit im Rahmen von berufl
ichen Massnahmen abzuklären. Weiter
sei ihm die unentgeltl
iche Prozessführung zu gewähren
(Urk. 1 S.
2). Die IV-Stelle schloss am
19. März 2018
auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
6
),
was dem
Versicherten am
26. März 2018
unter gleichzeitiger Bewilligung der
unentgeltlichen Prozessführung
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
10
).
Auf
die
Vorbringen
der Parteien und die eingereichten Akten
wird, soweit erfor
derlich, in den Erwägungen eingegange
n.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Renten
bezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
säch
lichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Ren
tenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hin
weisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszu
stan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
onsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die
letzte rechts
kräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheent
sc
heid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbe
messung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.1 mit Hinweisen).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durchgeführten Revision keine leistungsbe
ein
flussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (Art. 74
ter
lit
. f der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung, IVV) und die bisherige Invaliden
rente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Ver
fügung verlangt (Art. 74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den Ver
gleichszeitpunkt einer (ordentlichen) rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteile des Bun
desgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
1.4
Das Sozialver
sicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen
einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledi
gen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, waru
m
es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Un
tersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhal
ten der untersuchten Person auseinandersetzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinan
dersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der
medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolge
rungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
Bei einer Rentenrevision im Besonderen hat die Feststellung einer revisionsbe
gründenden Veränderung durch die Gegenüberstellung eines vergangenen und des aktuellen Zustandes zu erfolgen. Gegenstand des Beweises ist somit das Vor
handensein einer
entscheiderheblichen
Differenz in den - den medizinischen Gut
achten zu entnehmenden - Tatsachen. Die Feststellung des aktuellen gesundheit
lichen Befundes und seiner funktionellen Auswirkungen ist zwar Ausgangspunkt der Beurteilung. Sie erfolgt aber nicht unabhängig, sondern wird nur
entscheid
wesentlich
,
soweit sie tatsächlich einen Unterschied zum früheren Zustand wiedergibt. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt folglich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema - erhebliche Änderung(en) des Sachverhaltes also - bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Rentenberechtigung beweisend wäre,
mangelt
es daher in der Regel am recht
lich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hin
reichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des Gesund
heitszustandes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, dass sich die gesundheitlichen Ver
hältnisse verändert haben (Urteil des Bundesgerichts 8C_889/2015 vom 29. September 2016 E. 3.2 mit diversen Hinweisen).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung stellte sich die Beschwerdegegnerin im Wesent
lichen auf den Standpunkt,
dass ein Revisionsgrund vorliege
. In somatischer Hin
sicht sei die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit gestützt auf das
I._
-
Gutachten nicht eingeschränkt.
In psychischer Hinsicht könne aufgrund der Aktivitäten des Beschwerdeführers nicht von einem sozialen Rückzug ausge
gangen werden. In erwerblicher Hinsicht habe der Beschwerdeführer einerseits seine bisherige Anstellung bei
der
G._
AG
gekündigt, weil ihm diese Tätigkeit zu mühsam geworden sei, und andererseits habe er die weitere Tätigkeit bei
der
D._
AG
offenbar gegenüber dem
psychiat
rischen
I._
-
Gutachter verschwiegen, da
dieser
davon ausg
egangen sei
, dass eine langjährige Arbeitsabstinenz vorliege. Dem IK-Auszug könne
sodann
ent
nommen werden, dass der Beschwerdeführer seit der
Rentenzusprache
im Jahre 2001 weiterhin bei verschiedenen Arbeitgebern gearbeitet habe. Demzufolge
seien
Tätigkeiten wie bisher als
Zeitungsverträger
auch weiterhin
zumutbar
. Es sei von genügend Potential für eine Erwerbstätigkeit in einem Vollpensum aus
zugehen (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber liess d
er Beschwerdeführer
im Wesentlichen vorbringen, dass
sich d
er Gesundheitszustand seit der
Rentenzusprache
nicht massgeblich geändert
habe. Zudem könne
die durch die Beschwerdegegnerin vorgenommene Ressour
cenprüfung nicht nachvollzogen werden
. Mit der Tätigkeit als
Zeitungsverträger
frühmorgens sei maximal ein 50%iges Pensum realisierbar. Die Rentenaufhebung für die Zukunft sei entsprechend nicht rechtens. Die Arbeitsfähigkeit müsse nach so langer Rentendauer umfassend im Rahmen von beruflichen Massnahmen geklärt werden, bevor eine
Rentenaufhebung erfolgen dürfe
(Urk. 1).
3
.
3.1
Die letzte Rentenüberprüfung wurde mit der schriftlichen
Mitteilung vom 20. Juni 2011 (Urk. 7/75)
abgeschlossen, mit welcher keine rentenrelevanten Änderungen und dementsprechend weiterhin ein Anspruch auf eine
g
anze Invalidenre
n
t
e
fest
gestellt wurde
n
. Es lag
dieser Beurteilung
ein
rheumatologisches Gutachten von Dr.
E._
vom 27. April 2011 (Urk. 7/71) und ein psychiatrisches Gutachten
von Dr.
F._
vom 9. Mai 2011 (Urk. 7/73) zugrunde
. Der
rheumatologische und der psychiatrische
Gesundheitszustand des aus somatischen
und psychischen
Gründen berenteten Beschwerdeführers wurde
somit
damals fachärztlich unter
sucht
.
Sodann
wurde
ein
IK-Auszug
(Urk. 7
/
57
)
eingeholt
und
ein
Einkommens
vergleich
durchgeführt
(Urk. 7/74/4
)
. Damit liegt eine
rechtskonforme
Sachver
haltsabklärung
und eine Invaliditätsbemessung
vor
, weshalb die schriftliche Mit
teilung vom
20. Juni 2011
(Urk. 7/75)
als zeitliche Vergleichsbasis herangezogen
werden kann für die Prüfung der Frage, ob bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom
12. Januar 2018 (Urk. 2)
eine anspruchsrelevante Änderung ein
getreten ist.
4.
4.1
4.1.1
Im
rheumatologische
n
Gutachten vom 27. April 2011 (Urk. 7/71)
hielt
Dr.
E._
einerseits
fest, dass am 10. Februar 2000 eine
arthroskopische
Teil
menisektomie
mit Entfernung eines lateralen Meniskusganglions bei degenera
tiver Läsion des lateralen
M
e
sniskus
stattgefunden habe
. In der
Magnetre
sonanztomographie vom April 2011
seien
Knorpelschäden am lateralen
Tibia
plateau
und
femoropatellär
ohne wesentliche Gonarthrose und leichte Meniskusde
generationen des lateralen Vorderhorns und medialen
Hinterhorns
bei im Wesentlichen intakten Kreuzbändern und Kollateralbändern
ersichtlich gewesen.
Andererseits
erwähnte
Dr.
E._
Operationen des
Hallux
valgus
und
rigidus
links und des proximalen
Interphalangealgelenk
(PIP) der zweiten Zehe links wegen Krallenzehenstellung
(Urk. 7/71/26)
.
Sie kam zum Schluss, dass der Beschwerdeführer seit Februar 2000
durch das rechte Knie lim
itiert und seit August 2009
eine zusätzliche Beeinträchtigung durch den linken Fuss vorhanden
sei
. Vorwiegend gehende und stehende Tätigkeiten könne der Beschwerdeführer nicht mehr ausüben. Dazu würden die angestammten Tätigkeiten als Koch bezie
hungsweise Kellner gehören. In einer adaptierten Tätigkeit sei der Beschwerde
führer hingegen nie langfristig arbeitsunfähig gewesen (Urk. 7/71/28).
Dr.
F._
diagnostizierte am 9. Mai 2011 eine ängstlich (vermeidende) Persön
lichkeitsstörung (ICD-10 F60.6) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine Agoraphobie (ICD-10 F40.0
, Urk. 7/73/6
). Der Beschwerdeführer leide seit 2002 an
schwergradigen
Persön
lichkeitsdefiziten, weshalb seit dann aus psychiatrischer Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in
der angestammten
und
in
jeder
adaptierte
n
Tätigkeit
vor
liege (Urk. 7/73/7).
4.1.2
In erwerblicher Hinsicht
hielt die Beschwerdegegnerin in ihrem Feststellungsblatt
für den Beschluss
vom 2
1.
Juni 2011 (Urk. 7/74) gestützt auf den IK-Auszug vom 12. (recte: 11.) August 2010 (Urk. 7/57) im Jahr 2008
ein
Einkommen von Fr. 12'138.-- von der
D._
AG
und von Fr. 14'567.-- von der
C._
s AG
fest
(Urk. 7/74/2)
, und für das
Jahr 2009
ein
Einkommen von Fr. 11'970.-- von der
D._
AG
und von Fr. 14'619.-- von der
C._
s AG
(
Urk. 7/74/2, vgl. Urk. 7/57/1
).
Im anschliessenden Einkommensvergleich ging die IV-Stelle
dann aber lediglich von einem Invalideneinkommen von Fr. 12'138.15 aus, wobei
sich
dieser Betrag aus dem Einkommen gemäss IK-Auszug im Jahr 2009 und einer Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2011 ent
spreche. Sie errechnete so einen Invaliditätsgrad von 74 % ([
Fr.
47'078.40 – 12'138.15] / 47'078.40 x 100, vgl. Urk. 7/74/4).
4.2
4.2.1
Im Rahmen
des Mitte
Juli 2016 eingeleiteten amtlichen Revisionsverfahrens, wel
ches in der angefochtenen rentenaufhebenden Verfügung
(Urk. 2)
seinen Abschluss fand, holte die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen
das
polydisziplinäre Gutachten des
I._
vom
25. Oktober 2017
ein
(Urk. 7/105).
Die rheumatologische Gutachterin Dr. med.
J._
, Fachärztin für Rheumatologie und Innere Medizin, bestätigte am 11. Oktober 2017 belastungsabhängige Knie
schmerzen
rechts und
belastungsabhängige Vorfussschmerzen links
. Ausserdem hielt sie
intermittierende, belastungsabhängige (Sitzen) lumbale Schmerzen fest (Urk. 7/105/22). Die Hauptbeschwerden des Beschwerdeführers im rechten Knie und linken Vorderfuss seien im Vergleich zur rheumatologischen Begutachtung im Jahr 2011 unverändert.
Die vom Beschwerdeführer erstmals geltend gemach
ten lumbalen Schmerzen bei längerem Sitzen, die sofort verschwinden würden, sobald er sich etwas bewege, hätten im Befund kein objektives Korrelat gezeigt. Es handle sich am ehesten um einen unspezifischen Rückenschmerz.
Ebenfalls neu
seien
Parästhesien in beiden Händen mit vorwiegendem Auftreten nachts, aber auch beim Tragen von schweren Gewichten erwähnt
worden
. Klinisch wür
den sich Hinweise für ein Karpaltunnelsyndrom finden. Dieses schränke die Arbeitsfähigkeit des Versicherten aus rheumatologischer Sicht längerfristig aber nicht ein, da es durch geeignete Therapiemassnahmen behebbar sei (Urk. 7/105/23-24).
Zur Arbeitsfähigkeit meinte Dr.
E._
, aufgrund der somatischen Diagnosen könne der Beschwerdeführer keine Arbeiten mehr aus
üben, die mit ununterbrochenem oder langdauerndem Stehen und Gehen verbun
den seien. Daher könne ihm seine bisherige Arbeit als Koch und im Service nicht mehr zugemutet werden. Möglich seien aus rheumatologischer Sicht weiterhin leichte bis intermittierende (d.h. bis 15 kg) wechselbelastende, schwerpunktmäs
sig im Sitzen tätigende Arbeiten unter Ausschluss aller Arbeiten, die nicht mit dauerndem oder wiederholtem Steigen auf Leitern und Gerüsten, Arbeiten in der Höhe, in kauernde, kniender oder dauernder stehender Position sowie Gehen auf unebenem Gelände oder längerem Abwärtsgehen oder Hinunterspringen verbun
den seien. Eine adaptierte Tätigkeit könne der Beschwerdeführer aus rheumato
logischer Sicht vollschichtig ausüben.
Die Arbeitsfähigkeit habe sich aus rheu
matologischer Sicht im Vergleich zum Gutachten aus dem Jahr 2011 nicht ver
ändert (Urk. 7/105/25).
Der psychiatrische Gutachter Dr. med.
K._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, bestätigte
am 19. Oktober 2017
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine vermeidende-selbstunsichere Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannte er ebenfalls
eine Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.0
,
Urk. 7/105/32)
.
Bezüglich des Gesundheitsschadens und der
Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit habe sich seit der letzten Begutachtung im Mai 2011 keine Veränderung ergeben. Nach wie vor sei vom Vorliegen einer vermeidend-selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung auszugehen, welche zu einer weitgehenden Isolation und einem Vermeidungs
verhalten des Beschwerdeführers führe. Aus diesem Grund sei der Beschwerde
führer für sämtliche Tätigkeiten, welche soziale Kontakte bedingen
würden
(wie z.B. als Serviceangestellter oder Koch) als vollständig arbeitsunfähig zu beurtei
len. Eine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ohne soziale Kontakte (zum Beispiel Heimarbeit oder ähnliches) sei theoretisch vorstellbar. Wie hoch die Arbeitsfähigkeit dabei sei, könne nach nun fast 20-jähriger Arbeitsabstinenz jedoch nicht eingeschätzt werden und müsse im Rahmen von beruflichen Mass
nahmen abgeklärt werden (Urk. 7/105/40-41).
Der internistische Gutachter Dr. med.
L._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin
, erklärte am 19. September 2017, dass der Beschwerdeführer ent
sprechend der Aktenlage eine HIV-Infektion mit Erstdiagnose im Jahr 2016 habe (Urk. 7/105/11). Internistisch würde aber keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen (vgl. Urk. 7/105/12, Urk.
7/105/43).
Im Rahmen einer Konsensbesprechung erklärten die Gutachter, gesamtmedizi
nisch müsse festgehalten werden, dass sich keine Veränderung des Gesundheits
schadens und der Arbeitsfähigkeit seit der letzten Begutachtung im Mai 2011 ergeben habe. Nach wie vor sei vom Vorliegen einer vermeidend-selbstunsicheren Persönlichkeitsstörung auszugehen, welche zu einer weitgehenden Isolation und einem Vermeidungsverhalten des Beschwerdeführers führe. Aus diesem Grund sei er für sämtliche Tätigkeiten, welche soziale Kontakte bedingen würden (wie z.B. als Serviceangestellter oder Koch) als vollständig arbeitsunfähig zu beurteilen. Eine Arbeitsfähigkeit in einer rheumatologisch und psychiatrisch angepassten Tätigkeit sei theoretisch vorstellbar. Wie hoch die Arbeitsfähigkeit dabei se
i, könne nach
fast 20-jähriger Arbeitsabstinenz jedoch nicht eingeschätzt werden und müsse im Rahmen von beruflichen Massnahmen abgeklärt werden
(Urk. 7/105/46).
4.2.2
In erwerblicher Hinsicht
lagen dem dritten Revisionsverfahren ein IK-Auszug (Urk. 7/77) und zwei Arbeitgeberfragebö
g
en, einerseits von der
D._
AG
(Urk. 7/83) und anderseits von der
G._
AG (Urk. 7/84), zugrunde.
Gemäss dem aktuellsten IK-Auszug (Urk. 7/77)
bezog der Beschw
erdeführer in den Jahren vor dem
Revision
sverfahren im Jahr 2016
nach wie vor Einkommen von der
D._
AG
und von der
G._
AG (
vor
mals
C._
s AG
).
Diese betrugen im Jahr 2014 Fr. 10'825.--
von der
D._
AG und Fr.
10'089.-- von der
G._
AG. Im Jahr 2015 belie
fen sich die Einkommen von der
D._
AG auf
Fr.
9'028.-- und von der
G._
AG auf Fr. 8'305.
-- (Urk. 7/77/3)
.
Gestützt auf den Arbeitgeberbericht der
D._
AG
vom 25. November 2016 (Urk. 7/83)
arbeitete der Beschwerdeführer seit 2002 in einem
Pensum
von rund 32 %
(13.2
Stunden / 41-Stundenwoche) und stand
in einem ungekündigten Anstellungsverhältnis (Urk. 7/83/1
-2
).
Gestützt auf dem Arbeit
geberberich
t
der
G._
AG
vom 6. Dezember 2016 (Urk. 7/84)
arbeitete er
für diese
vom
3. März 2004
bis zum 3
0.
April 2016 in einem
Pensum von rund 17 %
(7.2 Stunden / 42-Stundenwoche [Urk. 7/84/2])
.
Gemäss
IK-Auszug vom 11. August 2010 (Urk. 7/57) sind
jedoch
nicht erst ab dem 3. März 2004, sondern
bereits seit Mai 2001
von der
C._
s AG
bzw. der
späteren
G._
AG
erzielte Einkünfte
ersichtlich (vgl. Urk. 7/57/2).
Der Beschwerdeführer kündigte die
se
Stelle
bei der
G._
per 30. April 2016 (Urk. 7/84/1)
und begründete seine Kündigung im rheumatologischen
I._
-Gutachten vom 11. Oktober 2017 damit, dass er für das Zeitungsvertragen
, das grundsätzlich
eine gute Stun
de täg
lich
an
sieben Tage pro Woche in Anspruch nahm,
immer länger gebraucht
habe. Diese
Arbeit
sei ihm
zu mühsam geworden (vgl. Urk. 7/105/18)
.
5.
5.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin
in
der angefochtenen Ver
fügung zu Recht
davon ausging, dass die Voraussetzungen für eine revisions
weise Aufhebung der
ganze
n
Invalidenrente
gegeben sind
.
5.2
Die rheumatologische Gutachterin Dr.
J._
h
ielt
den Gesundheitszustand in rheumatologischer Sicht für
stationär
, indem sie erklärte, dass die Hauptbe
schwerden des Beschwerdeführers im rechten Knie und linken Vorderfuss im Ver
gleich zur rheumatologischen Begutachtung im Jahr 2011 unverändert seien (vgl. Urk. 7/105/23). Sie meinte, die diese Beschwerden betreffenden klinischen und radiologischen Untersuchungsbefunde hätten sich nur unwesentlich verändert (Urk. 7/105/24).
Der psychiatrische Gutachter Dr.
K._
äusserte sich ebenfalls dahingehend, dass sich
im Vergleich zum psychiatrischen Vorgutachten aus dem Jahr 2011 weder diagnostische Divergenzen noch bezüglich der Einschätzung der Arbeits
fähigkeit Veränderungen ergeben würden (vgl. Urk. 7/105/41).
Damit stellen das rheumatologische und das psychiatrische
I._
-Gutachten
hinsichtlich der Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
höchstens
andere Beurteilungen eines unver
änderten Gesundheitszustandes dar, womit in medizinischer Hinsicht kein Revi
sionsgrund vorliegt.
Daran ändert auch die neue HIV-
D
iagnose am 3. Februar 2016 nichts, bestand doch gemäss dem Bericht des Universitätsspital Zürich vom 15. November 2016 (Urk. 7/88) eine normale Immunlage (Urk. 7/88/5), eine medikamentöse Behand
lung (Urk. 7/88/6)
, und wurde
bezüglich der HIV-Erkrankung keine relevante Ein
schränkung der Lebenserwartung
(Urk. 7/88/3) und keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit festgehalten (Urk. 7/88/4). Diese Auffassung bestätigte auch das
I._
-Gesamtguta
chten, indem es die HIV
1
Primoinfektion
als
eine
Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auflistete (Urk. 7/105/43). In Anbe
tracht dieser Äusserungen zur HIV-Erkrankung vermag die gegenteilige Meinung des Hausarztes Dr. med.
M._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medi
zin, in seinem Bericht vom 15. November 2016 (Urk. 7/82), wonach die HIV-Infektion als neue Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu sehen sei (Urk. 7/82/1), nicht zu überzeugen.
5.3
5.3.1
Weiter ist fraglich, ob ein erwerblicher Revisionsgrund vorliegt.
Die Beschwerde
gegnerin legte ihrer Mitteilung vom 20. Juni 2011 gestützt auf das Feststellungs
blatt vom 21. Juni 2011 (Urk. 7/74) nur das Einkommen der
D._
AG zugrunde und ermittelte
ein Invalideneinkommen von
Fr. 12'138.15
(vgl. Urk. 7/74/3, Urk. 7/74/4).
Von diesem Sachverhalt ist auszugehen und zu prüfen, inwiefern sich das Erwerbseinkommen seither verändert hat. Ausser Acht zu las
sen ist dabei das 2011 erzielte zusätzliche Einkommen bei der
G._
AG (bis 2010
C._
s AG), das bei der Rentenüberprüfung fälschlicherweise nicht berücksichtigt wurde. Eine Korrektur dieses Fehlers im neuerlichen Revisionsverfahren verbietet sich. Im Übrigen bestehen die betreffende Anstellung und das damit erzielte Einkommen zwischen
zeitlich nicht mehr. Der Beschwerdeführer hat das Arbeitsverhältnis per Ende April 2016 gekündigt (vgl. Urk. 7/84).
5.3.2
Gemäss IK-Auszug vom 5. August 2016 (Urk. 7/77)
hatte
der Beschwe
rdeführer
von der
D._
AG
nach
201
1
folgende Einkünfte
erzielt
: 2012
Fr.
13'078.--, 2013
Fr.
14'897.--, 2014 Fr. 10'825.-- und 2015
Fr.
9'028.--. Im Durchschnitt
erreichte
er
damit
von
D._
AG
ein
Invalidenein
kommen von
jährlich
Fr. 12'070
.5
0.
2016
belief sich das Einkommen gemäss Arbeitgeberbericht der
D._
AG vom 2
5.
November 2016 auf
Fr.
12'524.40 brutto respektive Fr. 11'847.70 netto (Lohnjournal 2015; Urk. 7/83/7).
Ein neu erzieltes Erwerbseinkommen oder die Erhöhung eines bestehenden Erwerbseinkommens ist gemäss
Art.
31 Abs. 1 IVG zu berücksichtigen, wenn die Einkommensverbesserung jährlich mehr als Fr. 1'500.-- beträgt. Ist diese Voraus
setzung erfüllt, so ist grundsätzlich jede Änderung des Sachverhalts als erheblich zu betrachten, die zu einer Unter- oder Überschreitung eines Schwellenwertes führt (vgl. Art. 28
Abs.
2 IVG
, Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2016 vom 2. März 2017 E. 6.2
)
.
Das 2016, das heisst im Jahr der Eröffnung des jüngsten Revisionsverfahrens erzielte Einkommen erreichte verglichen mit dem im vorangehenden Revisions
verfahren ermittelten Invalideneinkommen von
Fr.
12'138.15 die
Erheblichkeits
schwelle
gemäss
Art.
31
Abs.
1 IVG nicht. Auch der Durchschnitt der in den Jah
ren nach dem Revisionsentscheid vom 2
0.
Juni 2011 bei der
D._
AG erzielten Einkommen erreicht diese
Erheblichkeitsschwelle
nicht. Ein Revisi
onsgrund aus erwerblicher Sicht ist daher nicht gegeben.
5.
4
Im Ergebnis kann
damit
mangels anspruchserheblicher Änderung der tatsäch
lichen Verhältnisse keine revisionsweise Rentenaufhebung gemäss Art. 17 ATSG erfolgen.
Es bleibt
zu prüfen, ob die
angefochtene Rentenaufhebung mit der sub
stituierten Begründung der zweifellosen Unrichtigkeit der
Rentenzusprache
zu schützen ist.
6.
6.1
Fehlen die in Art. 17 ATSG genannten Voraussetzungen, so kann die Rentenver
fügung nach den für die Wiedererwägung rechtskräftiger Verwaltungsverfügun
gen geltenden Regeln abgeändert werden. Danach ist die Verwaltung befugt, auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller rich
terlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn sich diese als zweifel
los unrichtig erweist und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (
Art.
53
Abs.
2 ATSG; BGE 110 V 176 E. 2a mit Hinweisen). Das Gericht kann eine zu
Unrecht ergangene Revisionsverfügung gegebenenfalls mit der substituierten Begründung schützen, dass die ursprüngliche Rentenverfügung
zweifellos unrichtig und die Berichtigung von erheblicher
Bedeutung ist (BGE 125 V 368 E.
2 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 128 V 272 E. 5b/
bb
; Urteile des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 201
4 E. 3.2.2, 9C_762/2013 vom 24.
Juni 2014 E. 4.2 und 9C_562/2008 vom 3. November 2008 E. 2.2 je mit Hinweisen).
6.
2
Da die Beschwerdegegnerin bei der Durchführung des Einkommensvergleichs im Feststellungsblatt für den Beschluss vom 21. Juni 2011 (Urk. 7/74) nur das AHV-pflichtige Einko
mmen der
D._
AG
berücksichtigte (vgl. Urk. 7/74/4) und jenes von der
C._
s AG ausser Acht liess (Urk. 7/74/2, vgl. Urk. 7/74/4), hat sie massgebliche Bestimmun
gen (Art. 25 Abs. 1 IVV in Verbindung mit Art. 16 ATSG) unrichtig angewandt (vgl. BGE 144 V 77 E. 3.1; 138 V 324 E. 3.3). Richtigerweise hätte die Beschwer
degegnerin gestützt auf ihre Abklärungen im Feststellungsblatt vom 21. Juni 2011 (Urk. 7/74) einen Einkommensvergleich
unter Berücksichtigung des gesam
ten im massgeblichen Zeitraum erzielten Einkommens durchführen müssen. Dies
bezüglich besteht kein Ermessen der Verwaltung. Die der Mitteilung vom 2
0.
Juni 2011 betreffend den unveränderten Anspruch auf eine ganze Rente (Urk. 7/75) zu Grunde liegende Invaliditätsbemessung (vgl.
Urk.
7/74/4) ist zweifellos unrichtig. Die Korrektur des Entscheides ist, da es sich um eine Dauerleistung handelt, von erheblicher Bedeutung.
Unter Berücksichtigung des zusätzlichen Lohnes bei der
G._
AG (bis 2010
C._
s AG) erzielte der Beschwerdeführer gemäss IK-Auszug im Jahr 2011, das heisst im Zeitpunkt
des fehlerhaften Revisionsentscheides, ein Einkommen von
Fr.
25'030.-- (
Fr.
12'347.-- + Fr. 12'683.--;
Urk.
7/77/3). Ausgehend vom
Valideneinkommen
von Fr. 47'078.40 (Urk. 7/74/4) wäre für die Aufhebung der Rente ein Invaliden
ein
kommen von mindestens Fr. 28'247.-- erforderlich (60
%
von Fr. 47'078.40). Dies ist nicht der Fall. Obschon somit Gründe für eine wiedererwägungsweise Anpas
sung der Rente zu bejahen sind, lässt sich damit gleichwohl nicht die verfügte Aufhebung der Rente schützen.
Zusammenfassend kann weder eine revisions- noch eine wiedererwägungsweise Bestätigung der Aufhebung der ganzen Rente erfolgen. Die Beschwerde ist folg
lich gutzuheissen und die angefochtene Verfügung ist aufzuheben
.
7
.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kostenpflich
tig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
I
VG) und ermessensweise auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.