Decision ID: 1a6ea5bd-568d-4f87-a4ae-cbea13868fee
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1991, ist ausgebildete Kauffrau
(
Urk.
8/23/5)
und war
während
ihrer
im August 2008 angetretenen
Lehre
und hernach
als Sachbearbeiterin
bei der Ausgleichskasse
Y._
angestellt
; ihren letzten Arbeitstag hatte sie am 2. Juni 2015
(Urk.
8/23/4,
Urk.
8
/67/
2)
. Nach einer Früherfassung auf Veranlassung ihres Arbeitgebers
(Urk. 8/5)
me
ldete sich die Versicherte am 22. August 2015 unter Hinweis auf eine depressive Störung
mitt
leren Grades
sowie multiple Beschwerden psychischer wie körperlicher Art
bei der Invalid
enversicherung zum
Leistung
sbezug an (Urk.
8/9
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte in der Folge die medizinische und erwerbliche Situation ab
und zog die Akten der
Kranken
ta
g
geldv
ersic
h
e
rung
, der CSS Versicherung,
bei (Urk. 8/14)
.
Mit Mitteilung vom
9.
Februar 2016 schloss die IV-Stelle die Eingliederungs
beratung
ab, weil sich die
Versicherte
gesundheitsbedingt nicht in der Lage fühlte, daran teilzunehmen (
Urk.
8/27; vgl. auch
Urk.
8/26/1
).
Am
16. Oktober 2017
wurde
das
von der
IV-Stelle veranlasste
Gutachten von
Dr.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
, mit integrativer
verhaltensneurologisch-
neuropsychologischer Untersuchung
vom 6. Oktober 2017
durch
Dr.
A._
, Fachärztin für Neu
rologie, erstattet (Urk. 8/63).
Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/68,
Urk.
8/70,
Urk.
8/78)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
26. Juli 2018
einen Rentena
nspruch (Urk. 2
).
2.
Die
Versicherte erhob am 1
3
. September 2018 Besch
werde gegen die Verfügung vom 26
. Juli 2018 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ein Gerichtsgutachten
in die Wege zu leiten. In prozessualer Hinsicht stellte sie Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege
(Urk. 1
S. 2
).
Die IV-Stelle
ersuchte
mit Beschwerdeantwort vom 9
. Oktober 2018 (Urk.
7
)
um
die Abweisung der Beschwerde
, was der Beschwerdeführerin m
it Verfügung vom
24. Oktober
2018
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 13). Gleichzeitig
wurde
ihr
antragsgemäss (Urk. 1
) die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt.
Am
6.
Januar 2020
reichte die
Rechtsvertreter
in
de
r Beschwerdeführerin
ihre
Honorarnote
zu den Akten (Urk.
16
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
IVG
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1 sowie
130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145
V
215 E. 5.3.2,
143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 13
9 V 547 E. 5.2 und
127
V
294 E. 4c; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam
men, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestat
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizi
nische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allsei
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung erwog die Beschwerdegegnerin
,
die Untersu
chungsbefunde hätten ergeben, dass
eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit
bestehe
.
D
ie
von der Beschwerdeführerin
geklagten,
schweren subjektiven Beschwerden
hätten
mit den während der Begutachtung festgestellten Befunden nicht vereinbart werden können. Die Beschwerdeführerin könne bei einem ande
ren Arbeitgeber
in ihrer angestammten Tätigkeit
ein rentenausschliessendes Ein
kommen erzielen
. Es liege allerdings eine drohende Invalidität vor, weshalb
sie erneut die
Unterstützung bei der
beruflichen Wiedere
ingliederung
aufnehme
(Urk. 2).
2.2
Dagegen
brachte
die Beschwerdeführerin
im Wesentlichen
vor,
das eingeholte Gutachten sei
nicht beweiskräftig,
weshalb
ei
n Gerichtsgutachten in die Wege zu leiten sei
(Urk. 1
S. 9
)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin und insbe
sondere die Frage, ob der medizinische Sachverhalt hinreichend abgeklärt ist.
3.
3.1
D
em
Bericht
des
behandelnden Psychiaters
B._
vom 30. Juli 2015 zuhanden der
CSS Versicherung
(
Urk.
8/14/3-5)
ist zu
entn
ehmen
, dass die Beschwerdeführe
r
in
an einer depressiven Störung mittleren Grades (ICD-10 F32.11)
leide
mit Tendenz
zu somatoformen und somatischen Reaktionen. Dabei seien Zwangssymptome und im Hintergrund wahrscheinlich eine
Dysthymie
(ICD-10 F34.1) vorhanden
(S. 3)
.
Es best
ehe
eine seit dem 2. Juni 2015 andau
ernde vollständige Arbeitsunfähigkeit, wobei
ein
schrittweise
r
Einstieg in den angestammten Arbeitsplatz
ab
September 2015
mit einem Arbeitspensum von 30 % geplant sei.
Die Arbeitsunfähigkeit sei durch nicht-medizinische Gründe beeinflusst, wobei der Behandler auf das von der Beschwerdeführerin beklagte mangelnde Verständnis der Vorgesetzten verwies (S. 4).
Da die Beschwerdefüh
rerin in der Lage sei, selbständig eine Tagesstruktur aufrecht zu erhalten, habe auf eine stationäre Behandlung verzichtet werden können
(
S. 5
)
.
3.2
Im Bericht vom
14. September 2015
zuhanden der IV-Stelle
(
Urk.
8/16)
diagnos
tizierte
B._
zusätzlich
eine
Dysmorphophobie
(ICD-10 F45.2
; S. 1
).
Er bescheinigte weiterhin eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit, wobei die psycho
therapeutische Unterstützung und psychopharmakologische Behandlun
g weiter
geführt werde. Eine konkrete Prognose zum beruflichen Wiedereinstieg konnte
B._
nicht abgeben
(S. 2-3)
; er hielt aber fest, dass die Wiederauf
nahme der Arbeit mit wenig Prozenten und langsamer Steigerung sehr sorgfältig erfolgen müsse
(
S. 7
).
3.
3
Der Hausarzt Dr.
C._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
nannte
in seinem Bericht vom 18. Oktober 2015
als Diagnosen mit Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit
eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung
(
ICD-10 F90.0
)
sowie eine leichtgradige Depression.
Die Hyperaktivität habe si
ch
mit dem Älterwerden verloren.
Er habe die Beschwerdeführerin zuletzt am 15. April 2015 gesehen.
Seit dem 1. Januar 2015 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 25 %
beziehungsweise
eine Leistungseinschränkung von
etwa
20 % aufgrund eines erhöhten Zeitbedarfs im Vergleich mit Arbeitskollegen
; die berufliche Tätigkeit könne sofort wieder zu 80
%
aufgenommen werden
(Urk. 8/25).
3.
4
B._
bescheinigte
am
10. Dezember 2015 zuhanden der
CSS Versi
cherung
weiterhin
eine
vollständig
e A
rbeitsunfähig
keit
. Ziel
sei
weiterhin die Wiedererlangung einer partiellen Arbeitsfähigkeit
von 50 %
, vorerst in einem geschützten Rahmen
(Urk. 8/35
;
vgl.
auch Bericht
e
vom 2
9.
Juni 2016,
Urk.
8/37
, und vom 1
5.
März 2017,
Urk.
8/46
).
3.5
Dr.
C._
erachtete
am 7. Oktober 2016
de
n
Gesundheitszustand
für
gebessert
;
es
liege keine Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit vor. Ü
berdies erscheine ihm die Beschwerdeführerin in allen psychopathologischen Belangen unauffällig und
es
bestünden keine funktionellen Einschränkungen
(Urk. 8/39).
Dr.
D._
, Facharzt für Gastroenterologie sowie Allgemeine Innere Medizin
,
welcher die Beschwerdeführerin nach Zuweisung durch den Hausarzt aufgrund ihrer langjährigen Darmbeschwerden untersucht hatte
, sprach
in seinem Bericht vom
4.
August 2016
aufgrund der
Anamnese und d
er erhobenen
Befunde
von
harmlose
n
Reizdarmbeschwerden mit Verstopfung
(Urk.
8
/39
/
5)
.
Die Beschwerdeführerin klagte überdies über Beschwerden beim Atmen durch die Nase
, welche
von Dr.
E._
, Facharzt für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie
,
untersucht wurden (Bericht vom 1
0.
November 2016,
Urk.
8/40). Er nannte keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit und attestierte dement
sprechend
keine Arbeitsunfähigkeit
.
Bei der Beschwerdeführerin bestünden eine behinderte Nasenatmung und ein verschleimter Hals bei leichtgradige
r
Nasensep
tumdeviation
sowie einer Hausstaub-/Milbenallergie sowie ein Tinnitus beidseits bei diskreter Hochtonperzeptionsschwerhörigkeit rechts, was sich aber nicht leis
tungseinschränkend auswirke
(Urk. 8/40)
.
Dr.
F._
, Oberarzt in der Klinik für Rheumatologie des Universitätsspitals
G._
,
stellte laut dem
Bericht vom 20. Dezember 2016
kein
e
rheumatologische Diagnose
fest
und bescheinigte keine
Arbeitsunfähigkeit
(Urk. 8/45)
.
3.
6
Am 16. Oktober 2017
erstattete
Dr.
Z._
das von der IV-Stelle in Auftrag gege
bene
Gutachten mit integrativer neuropsychologischer Untersuchung vom 6. Oktober 2017 durch Dr.
A._
(Urk. 8/63).
Der Gutachter
nannte als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine zwanghafte Persönlich
keitsstörung
(
ICD-10 F60.5
).
Keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit mass er der Somatisierungsstörung, der
Dysthymia
und der
Dysmorphophobie
zu
(S.
43).
Dazu führte d
er Gutachter Dr.
Z._
aus
,
anlässlich der Untersuchung sei die Stimmung phasenweise gedrückt und
dysphorisch
, ohne durchgehende Depressi
vität gewesen. Die Beschwerdeführerin habe sehr detailliert und präzise diffuse Beschwerden geschildert, die im Rahmen der Exploration und der psychiatrischen und neuropsychologischen Untersuchung nicht hätten objektiviert werden kön
nen. Der formale Gedankengang sei auf die Beschwerden eingeengt gewesen. Es erg
ä
ben sich Hinweise auf eine hypochondrische Erlebnisverarbeitung, darüber
hinaus f
alle
eine ausgeprägte Tendenz zur Selbstbeobachtung körperlicher Vor
gänge im
Sinne einer Aufmerksamkeitsfokussierung auf
(S. 47)
.
Es bestünden
allenfalls leichte bis mittelgradige Störungen der Aktivität und Part
i
zipation,
ins
besondere im Bereich der Items Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, Fähigkeit
zur
Anwendung fachlicher Kompetenzen und darüber hinaus insbesondere auf
grund der ausgeprägten
Somatisierungsstörung der Durchhaltefähigkeit.
Die neuropsychologische Zusatzabklärung
habe
in allen geprüften
kognitiven Bereichen durchschnittliche bis überdurchschnittliche Leistungen
ergeben.
Auch in den
komplexeren computergestützten Tests zur Aufmerksamkeits-Überprüfung
seien
intakte
Leistungen feststellbar
gewesen
. Testpsychologisch
sei
auch die
Auf
merksamkeits
-/Hyperaktivitätsstörung nicht sichtbar
gewesen
(S. 48)
.
Gemäs
s
den
Leitlinien
«
Wegleitung zur Einschätzung der zumutbaren Arbeitsfä
higkeit
nach Unfall und bei Krankheit SIM
» sei
trotz der diagnostizierten zwang
haften Persönlichkeitsstörung
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit immer die konkrete psychopathologische
Symptomatik entscheidend. Solange die patholo
gischen Reaktions- und Verhaltensmuster
sozial verträglich
seien
, besteh
e
Arbeitsfähigkeit.
Bei
der Versicherten
könnten
keine pathologischen Reaktions- und Verhaltensmuster
ermittelt werden,
die sozial unverträglich wären
und
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zumindest in einer optimal
angepassten Tätigkeit begründen könnten.
Aufgrund der zwanghaften Persönlichkeitszüge ha
be
die Versicherte Schwierigkeiten, sich
neuen Situation
en
erwartungsgemäss anzupassen. Sie
sei
reduziert flexibel, d
as heisst
ihre Fähigkeit,
sich in Bezug auf wechselnde Anforderungen der U
mwelt angemessen zu verhalten, sei
leicht- bis mittelgradig eingeschränkt. Die Versicherte
schaff
e
es störungsbedingt nicht aus
reichend, einer ihrer beruflichen Anforderungen
entsprechende fachliche Kompe
tenz zu realisieren. Aufgrund der reduzierten Durchhaltefähigkeit
könne
die Ver
sicherte zudem keine volle Leistungsfähigkeit über die ganze Arbeitszeit
hinweg zum Einsatz bringen, zudem besteht eine eingeschränkte Ein- und Umstellfähig
keit
(S. 50)
.
Die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit
mit zwölf Mitarbeitenden in eine
m
Grossraum
büro
sei
der Versicherten nicht zumutbar. In einer
angepassten Tätigkeit, entspre
chend den Ressourcen der Versicherten und der erlernten
Tätigkeit als
kaufmän
nische Angestellte
, bei einem stress- und konfl
iktarmen Arbeitgeber, mit der Möglichkeit, sich
zurückzuziehen, mit klar strukturierten Aufgaben und in einem nicht zu grossen Team
sei
die
Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsfähig (S. 50 f.
und S. 58
).
Aus fachärztlicher Sicht
stünden
der Versicherten ausreichend viele
intellektuelle
und psychis
c
he
Ressourcen zur Verfügung, um die vorgetragenen Funktionsausfälle zu überwinden
(S. 52)
.
Die gutachterliche Konsistenzprüfung ergab Hinweise auf nicht im geklagten Umfang vorhandene Beei
n
trächtigungen (S. 53). Der Gutachter
befand, dass
die Präsentation einer erheblichen Behinderung (etwa «Ich kann nur
in
einem
20%igen Arbeitspensum arbeiten») nicht im Einklang
stehe
mit der Verhaltens
beobachtung und dem klinischen Befund,
sie
sei klinisch untypisch und daher nicht
plausibel
. Bei kritischer Würdigung der Befund
e
ergebe sich ein in sich unschlüssiges, inkonsistentes Bild (S. 54).
Sodann wies er darauf hin,
dass es sich bei seiner
Bewertung der beruflichen Leistungsfähigkeit um eine
Bewertung unter Beachtung der aktuellen bundesgerichtlichen Vorgaben
handle
und
dass die
soziokulturelle
n
und psychosoziale
n
Faktoren
(
Kündigung der Arbeitsstelle, man
gelnde finanzielle Ressourcen
; vgl. S. 59)
ausgeschlossen
worden seien
.
B
ei der Versicherten
liege
keine psychiatrische Erkrankung
vor, die geeignet wäre, das positive Leistungsbild mittel- und längerfristig zu
mindern
.
Das aktuell ermittelte Belastbarkeitsprofil
gelte seit der Begutachtung
überwiegend
wahrscheinlich seit Beginn der Erkrankung 2015
(S. 58)
.
3.7
In der Stellungnahm
e vom 20. Oktober 2017 hielt
Dr.
H._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
,
vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) fest, dass auf das Gutachten
von
Dr.
Z._
abgestellt werden könne und entsprechend kein längerdauernder oder
höhergradiger
Gesundheitsschaden vorliege (F
eststel
lungsblatt, Urk. 8/67/
9).
3.
8
B._
beantwortete
am
21. Februar 2018 sowie am
8. März 2018
F
ragen
der Beschwerdeführerin
zum Gutachten
(Urk. 8/77
= Urk. 3/3-4
).
Er hielt fest, dass er mit der Diagnose einer zwanghaften Persönlichkeitsstörung überein
stimme.
Hingegen sei er nicht damit einverstanden, dass sich die
Dysthymie
,
die Somatisierungsstörung
und die
Dysmorphophobie
nicht auf die Leistungsfähig
keit
der Beschwerdeführerin
auswirken würden
(
Urk.
3/4 Ad 2.)
.
B._
erachtete die Beschwerdeführerin neu als zu 20-30 % arbeitsfähig,
mit einer Steigerung über ein halbes Jahr auf 50
%
(
Urk.
3/4 Ad 4.)
.
4.
4.1
Zunächst ist
festzuhalten, dass
hinsichtlich der
somatischen Beschwerden
keine Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin
erstellt ist
.
Wie aus den
medizinischen Unterlagen
hervorgeht, sind die so
matischen Beschwerden (etwa das Reizdarm
-
syndrom
oder die Knieschmerzen
wie auch der Tinnitus
)
ohne Krank
heitswert
und/oder
waren
nicht durch entsprechende Befunde objektivierbar.
Davon ist auszugehen,
zumal die Beschwerdeführerin selbst nichts Gegenteiliges
behauptet hat
.
Weitere Abklärungen
hinsichtlich der somatischen Beschwerden sind
daher
weder
angezeigt
noch verlangt
.
4.2
Der Gutachter Dr.
Z._
hat
s
eine Expertise
in
umfass
end
er Kenntnis der
Vorakten
erstattet (
Urk.
8/63/4 f.).
Das Gutachten basiert auf einer ausführlichen
allgemei
nen wie auch fachspezifischen Anamnese. Die Beschwerdeführerin konnte sich umfassend zu ihren Leiden äussern und detailliert ihren Werdegang und ihr aktuelles Leben schildern
(
Urk.
8/63/16 f.)
. Die geklagten Beschwerden wurden von Dr.
Z._
vollständig berücksichtigt und er nahm zusätzlich zu einer mögli
chen körperlichen Erklärung für die Müdigkeit Stellung. Der Gutachter Dr.
Z._
wie auch Dr.
A._
haben zahlreiche Untersuchungen und Tests durchgeführt, die Begutachtung bzw. Untersuchung selbst fand an drei verschiedenen Tagen mit jeweils mehreren Wochen Abstand statt.
Der Gutachter hat seine Diagnosen und Schlussfolgerungen ausführlich geschil
dert und – soweit Abweichungen zu den Berichten des Behandlers bestanden – seine abweichende
nachvollziehbar
e
Einschätzung begründet
.
Betreffend die Bericht
e
von
B._
legte er dar, dass er keine Hinweise auf eine affektive Störung ausmachen konnte und dass sich eine vorübergehende Anpas
sungsstörung unter Behandlung wohl gebessert habe (vgl. Urk. 8/63/56-57).
Mehrfach wies Dr.
Z._
auf Diskrepanzen hin
, so dass
seine
Schlussfolgerung
, es habe
sich für ihn ein diffuses Bild ergeben (vgl. auch E. 3.
6
)
, einleuchtet. Ebenso kommt d
em integrierten Bericht von Dr.
A._
unter Berücksichtigung obge
nannter Kriterien (vgl. E. 1.4) Beweiswert zu; etwas
anderes
wird von der Beschwerdeführerin denn auch nicht behauptet.
Hinsichtlich des von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Widerspruchs
(
Urk.
1 S. 4 f.) betreffend
die Frage Leistungsfähigkeit
(
Urk.
6/63/
50
)
ist festzu
halten, dass
sich
die von Dr.
Z._
genannten Einschränkungen auf das Profil einer nicht optimal angepassten Tätigkeit als Kauffrau beziehen. Würde die Beschwerdeführerin
mithin
noch in der ursprünglichen Anstellung bei der Aus
gleichskasse
Y._
stehen, so würden sie die dortigen Faktoren (etwa das Gross
raumbüro oder die Betreuung einer Lernenden) im aufgeführten Sinne beein
trächtigen, so dass für diese Stelle eine vollständige Arbeitsunfähigkeit best
ünde
(Urk. 8/63/50 f. und Urk. 8/63/58). Entsprechend geht aus der Begründung von Dr.
Z._
hervor, dass bei einem stress- und konfliktarmen Arbeitgeber, mit der Möglichkeit, sich zurückzuziehen, mit klar strukturierten Aufgaben und in einem nicht zu grossen Team, die Leistungsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit nicht eingeschränkt sei (Urk. 8/63/50 f.). Insofern besteht hier kein Widerspruch (vgl. auch Urk. 8/63/56 oben), zumal Dr.
Z._
nochmals die erheblichen Inkon
sistenzen und das ausgesprochen selbstlimitierende Verhalten der Beschwerde
führerin betonte.
Bezüglich der Somatisierungsstörung wird von der Beschwerdeführerin geltend gemacht, dass auch diese Schlussfolgerungen des Gutachters nicht einleuchtend
seien
(
Urk.
1 S. 8)
. Hierzu
hat
Dr.
Z._
ausführlich und nachvollziehbar beschrie
b
en
, inwiefern sich für ihn Diskrepanzen und Inkonsistenzen ergaben
, und er hat
auf die
Ressourcen
der Beschwerdeführerin hin
gewiesen
(Urk. 8/63/51 ff.).
Inwie
fern der behandelnde
B._
diese invaliditätsfremden Gründe von seiner Zumutbarkeitsbeurteilung ausgeklammert hat, ist nicht ersichtlich. Im Übrigen
ist letztlich nicht entscheiden
d
, ob der Gutachter dieser Diagnose - anders als
B._
- Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zugeschrieben
hat. Mass
geblich ist
vielmehr, ob es der Beschwerdeführerin nach einem objektiven Mass
stab zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vorstehend E. 1.3). Insoweit ist die vom Gutachter bescheinigte Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar.
Zusammengefasst ist festzustellen, dass das Gutachten den Anforderungen an eine beweiskräftige Entscheidungsgrundlage genügt und darauf abgestellt wer
den kann. Von der Einholung eines Gerichtsgutachtens sind keine weitergehen
den Erkenntnisse zu erwarten (antizipierte Beweiswürdigung;
BGE 122 V 157
E.
1d)
, weshalb davon abzusehen ist.
4.3
Die
B
erichte
des
behandelnden Psychiaters
B._
stehen
bezüglich
des geschilderten Bildes der Beschwerdeführerin
sowie ihrer Leistungsfähigkeit
demjenigen des Gutachtens
von Dr.
Z._
entgegen.
B._
schildert
e
zwar die von der Be
schwerdeführerin geklagten
psychischen wie auch körperli
chen
Beschwerden
sehr umfassend
(vgl. etwa Urk. 8/16/6)
und
präsentiert
e
in seinen Berichten eine Patientin mit grossem subjektiven
Leidensdruck
(vgl. etwa Urk. 8/
37/1
)
.
Die
Berichte von
B._
enthalten aber nur wenig
objektive Angaben zu den jeweils aufgeführten Diagnosen, so dass es an deren Nachvollziehbarkeit mangelt
.
Die geklagten Beschwerden sind damit auch nur schwer objektivierbar.
Die
Verlaufsberichte
zeigen
hinsichtlich des Behandlungs
erfolgs
relativ eindimensional
die Sicht der Beschwerdeführerin
auf
, indem wie
derholt festgehalten wurde, dass
sich die Beschwerdeführerin
weiterhin nicht arbeitsfähig fühle
(etwa Urk. 8/37 und Urk. 8/46)
.
Ebenfalls zu berücksichtigen sind
sodann
die relevanten psychosozialen Belas
tungsfaktoren (grosser Stress, unruhiges Arbeitsumfeld und Konflikte am letzten Arbeitsplatz mit Steigerung zum Zusammenbruch und schlussendlichem Erhalt der Kündigung sowie anschliessende finanzielle Sorgen). Entsprechend leuchtet nicht ein,
weshalb
die Beschwerdeführerin bei einem anderen Arbeitgeber, in einer ruhigeren, ihren Bedürfnissen angepassten Atmosphäre ebenfalls im glei
chen Ausmass arbeitsunfähig sein sollte, wie dies
B._
festhielt.
Die Berichte von
B._
zeigen
damit
– im Vergleich
zum
Gutachten –
deutlich
die Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag (BGE 137 V 210 E. 1.2.4, 124 I 170 E. 4)
auf und bestätigen
die Erfahrungstatsa
che, dass
behandelnde Ärzte und Ärztinnen mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pati
entinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
Insofern sind die Berichte des behandelnden Arztes
B._
zwar
auf
schlussreich
, was den zeitlichen Verlauf der Behandlung der Beschwerdeführerin betrifft; sie sind aber zu wenig objektiv und aussagekräftig
in Bezug auf die medizinische Zumutbarkeitsbeurt
ei
lung
, als dass für die Anspruchsprüfung auf diese abgestellt werden könnte.
Da die beschwerdeweise eingereichten Stellungnahmen von
B._
nicht geeignet sind, Zweifel am Gutachten zu erwecken, konnte deren Vorlage an den Experten unterbleiben, ohne dass dadurch das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin verletzt worden wäre (vgl. dazu
Urk.
1 S. 7).
5.
5.1
Obwohl
der
Gutachte
r
keine relevante Leistungseinschränkung der Beschwerde
führerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Kauffrau
postulierte
, wovon nach dem Gesagten auszugehen ist,
ist
nachfolgend ergänzend und entsprechend der neuen Rechtsprechung zu
r
i
nvalidisier
enden Wirkung
von
psychischen Gesund
heitsschäden
zu prüfen, ob aus juristischer Sicht der medizinisch attestierten Arbeitsfähigkeit gefolgt werden kann (
BGE 141 V 281 E. 5.
2.
S. 306 f. und 140
V
193)
.
Selbst wenn von der durch
B._
attestierten Arbeitsunfähigkeit auszugehen wäre, müsste diese der nachfolgenden
Indikatorenprüfung
unterzo
gen werden.
5.2
Mit BGE 143 V 418
vom 3
0.
November 2017
entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die
es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlau
-
ben
, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141
V
281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines
rentenbe
-
gründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen
Aus
-
wirkungen
der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrund
-
lage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an
diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
5.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
5.4
In der Kategorie «funktioneller Schweregrad» ist
dem Gutachten zu entnehmen, dass in der Untersuchung keine Auffassungs-, Gedächtnis-, Merkfähigkeits- oder Aufmerksamkeitsstörungen gefunden wurden. Die Beschwerdeführerin habe sehr detailliert und präzise diffuse Beschwerden geschildert, welche nicht objektiviert werden konnten. Aufgefallen sei eine ausgeprägte Tendenz zur Selbstbeobach
tung körperlicher Vorgänge im Sinne einer Aufmerksamkeitsfokussierung. Leicht vermindert war die emotionale Schwingungsfähigkeit. Der formale Gedanken
gang hingegen war ungestört, ebenso die Konzentration während
d
es ganzen Untersuchungsverlaufs
(Urk. 8/63/47)
.
Aus neurologischer Sicht fanden sich in allen geprüften kognitiven Bereichen durchschnittliche bis überdurchschnittliche Leistungen (Urk. 8/63/62).
Der Gutachter fasste zwar die Somatisierungsstörung als mittelschwer (
Urk.
8/63/52), doch ist
in Anbetracht der nicht
objektivierbaren
körperlichen
Beschwerden (vorstehend E. 4.1)
nicht von eine
m
schweren Beschwerdebild auszugehen.
Mit Hinblick auf den Behandlungserfolg ist festzuhalten, dass sich die Beschwer
deführerin seit mehreren Jahren einer psychotherapeutischen Behandlung unter
zieht, wobei pro Woche zwei bis drei
Therapies
tunden stattfinden. Dazu erfolgt eine medikamentöse Behandlung mit
Zoloft
und
Mirtazapain
, wobei der Medika
mentenspiegel für Ersteres nicht im therapeutischen Bereich lag (Urk. 8/63/48). Eine stationäre Therapie wurde
nie durchgeführ
t, da dies die Beschwerdeführerin nicht gewollt hatte (Urk. 8/63/34)
. Insofern ist nicht von einer Behandlungsresis
tenz auszugehen.
In den Bereichen «Persönlichkeit» und «sozialer Kontext» ist
als ressourcenhem
mender Faktor die belastende
beziehungsweise fehlende Beziehung zur Mutter
und der
spärliche
Kontakt zur Familie zu nennen (Urk.
8/63/17-18,
8/63/31). Positiv fällt der
relativ
geregelte Tagesablauf
auf;
die Beschwerdeführerin
kocht regelmässig
mit ihrem Partner
,
führt ihren
Ein-Personen-
Haushalt selbständig,
sie singt,
liest
oder hört
Hörbücher
, malt und
macht
gerne
handwerkliche Sachen
und verbringt
rund
vier Abende pro Woche bei ihrem Lebenspartner
; am Wochenende trifft
sie
manchmal
ihre Freunde (Urk. 8/63/33).
Dies alles lässt auf zahlreiche mobilisierende Ressourcen schliessen.
In der Kategorie «Konsistenz»
sind die mehrfachen Hinweise des Gutachters auf Inkonsistenzen, eine Symptomausweitung sowie Diskrepanzen zu berücksichti
gen.
Diese Schlussfolgerung ist nachvollziehbar, da die beklagte
Intensität und das Ausmass der Beschwerden
nicht
mit dem
relativ hohen
alltäglichen Aktivi
tätsniveau
und der subjektiv möglichen, bloss 20%igen Arbeitsfähigkeit
verein
bar
ist
(Urk. 8/63/52
, 8/63/54
, 3/3 S. 3
).
5.5
Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die
Indikatorenprüfung
erhebliche res
sourcenfördernde Faktoren
zeigt
, weshalb
nicht schlüssig und widerspruchsfrei darauf
zu
schliessen
ist
, dass bei der Beschwerdeführerin eine relevante Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit besteht.
Insofern
hat es be
i
der
gutachterlich festgestellte
n
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
sein Bewenden
. Es liegt bei der Beschwerdeführerin eine
uneingesch
ränkte
Leistungsfähigkeit
i
n ihrer ange
stammten Tätigkeit als Kauffrau
(mit Ausnahme des bisherigen Arbeitgebers)
vor. Dies führt
unter Verneinung einer Invalidität im Sinne von
Art.
8
Abs.
1 IVG zur
Abweisung der Beschwerde
.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskos
ten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rah
men von Fr. 200.–– bis Fr. 1‘000.–– festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und vor
liegend auf Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen, zufolge gewährter unentgeltlicher Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.
6.2
Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin reichte für ihre Bemühungen
und Auslagen als unentgeltliche
Rechtsvertreter
in
im vorliegenden Verfahren
ihre
Honorarnote vom
6.
Januar 2020
ein (Urk.
16
).
Darin machte
sie
einen zeitlichen Aufwand von
6.67
Stunden geltend
, was
in Anbetracht des Umfangs der Beschwerdeschrift und de
r
weiteren
Bemühungen im vorliegenden Verfahren
als angemessen erscheint
.
Praxisgemäss
beläuft sich der zu entschädigende Stunden
ansatz für Juristen des Rechtsdienstes
Inclusion
Handicap auf Fr. 185.–– statt de
s
geltend gemachten
Ansatzes von
Fr. 220.––
, welcher
für freiberufliche Rechtsan
wälte
gilt
. Entsprechend ergibt sich – unter Berücksichtigung
einer Kleinspesen
pauschale von 3 % und de
r Mehrwertsteuer von 7.7 %
-
ein
Betrag von Fr.
1‘36
9
.––, welcher de
r
Rechtsvertreter
in
aus der Gerichtskasse auszurichten ist
.
6.
3
Die Beschwerdeführerin wird auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversi
cherungsgericht (
GSVGer
) hingewiesen, wonach sie zur Nachzahlung der einst
weilen zulasten der Gerichtskasse genommenen Kosten verpflichtet werden kann, sofern sie dazu in der Lage ist.