Decision ID: 9c5f1b27-4cbe-4e2e-b528-45465a255e5f
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Hochreutener, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Wartezeittaggeld 6.12.08 - 9.8.09
Sachverhalt:
A.
A._ meldete sich am 13. November 2006 zur Durchführung beruflicher
Eingliederungsmassnahmen an (IV-act. 1). Nach einer TFCC-Läsion des linken
Handgelenks war eine Ulnaverkürzungsosteotomie vorgenommen worden (IV-act. 10).
Der Arbeitgeber kündigte dem Versicherten per 31. Januar 2007 (IV-act. 11-5). Am
19. Februar 2008 bewilligte die IV-Stelle eine Umschulung zum technischen Kaufmann
in der Form eines Vorbereitungskurses zur Abklärung bei der B._ vom 18. Februar bis
20. März 2008 (IV.act. 41, 43). Gemäss einer telephonischen Auskunft der
Arbeitslosenkasse vom 3. April 2008 hatte sich der Versicherte per 18. Februar 2008
bei der Arbeitslosenversicherung abgemeldet (IV-act. 50). Die IV-Stelle erteilte am 9.
April 2008 eine Kostengutsprache für die Umschulung zum technischen Kaufmann an
der B._St. Gallen vom 14. April 2008 bis 28. März 2009 (IV-act. 52). Am 18. April
2008 sprach die IV-Stelle dem Versicherten für die Periode 14. April bis 31. Dezember
2008 ein Taggeld zu (IV-act. 56). Die zuständige Berufsberaterin der IV-Stelle hielt am
18. September 2008 fest, der Versicherte habe am 16. September 2008 angegeben, es
gehe ihm gesundheitlich schlechter. An der rechten Hand zeigten sich jetzt die gleichen
Schmerzen wie an der linken Hand. Es zeichne sich dieselbe Diagnose ab wie für die
linke Hand. Der Versicherte sehe nicht, dass er mit der Umschulung zum technischen
Kaufmann weitermachen könne. Wegen der Schmerzen könne er weder mit dem PC
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noch mit der Hand schreiben. Zudem wäre der PC bei einer Tätigkeit als technischer
Kaufmann ein tägliches Arbeitsinstrument. Die Berufsberaterin hielt weiter fest, sie
habe dem Versicherten den Besuch einer BEFAS vorgeschlagen. Die Massnahme an
der B._ werde am 4. Oktober 2008 enden. Der Besuch der BEFAS sollte möglichst
anschliessen. Der Versicherte werde sich nach dem Ende der Massnahme an der B._
beim RAV melden. Es sei zu prüfen, ob zwischen dem Ende der Massnahme und dem
Beginn der BEFAS ein Anspruch auf ein Wartezeittaggeld bestehe (IV-act. 64). Der
zuständige Sachbearbeiter der IV-Stelle notierte am 22. September 2008, es bestehe
kein Anspruch auf ein solches Taggeld, da der Versicherte nicht auf eine
Eingliederungs-, sondern auf eine Abklärungsmassnahme warten müsse (IV-act. 66).
B.
Die IV-Stelle bewilligte am 15. Oktober 2008 eine Abklärung in der BEFAS Appisberg
(IV-act. 68). Diese bestätigte am 17. November 2008 den Eintritt des Versicherten (IV-
act. 70). Die IV-Stelle sprach dem Versicherten am 28. November 2008 ein Taggeld für
die Dauer des Aufenthalts in der BEFAS zu (IV-act. 71). Diese berichtete am 17.
Dezember 2008 über die am 5. Dezember 2008 abgeschlossene Abklärung, es sei
nicht möglich gewesen, mit dem Versicherten einen Umschulungsplan auszuarbeiten
(IV-act. 73). Die Berufsberaterin empfahl am 21. Januar 2009 eine medizinische
Abklärung, bevor neue berufliche Massnahmen geprüft werden könnten (IV-act. 75). In
einem "Triage-Protokoll nach Grundsatzentscheid" vom 15. Mai 2009 wurde
festgehalten, dass keine medizinische Begutachtung nötig sei; es genüge, die
medizinische Situation mittels Arztzeugnis abzuklären (IV-act. 79). In einer internen
Aktennotiz stellte die Berufsberaterin am 28. Mai 2009 fest, der Versicherte warte nun
schon seit Januar 2009 auf eine Weiterführung der Massnahme. Die im Januar 2009 in
die Wege geleitete Begutachtung sei wieder storniert worden. Da der Versicherte willig
sei und sofort in eine Massnahme einsteigen würde, sollte das Dossier bereits vor dem
Eintreffen des Arztzeugnisses an die Arbeitsvermittlung überwiesen werden. Der
Versicherte wolle ein Wartezeittaggeld für die Zeit, in der er wegen des Wartens auf das
Gutachten keiner Massnahme habe nachgehen können (IV-act. 80). Vom Kantonsspital
St. Gallen (Klinik für Hand-, plastische und Wiederherstellungschirurgie) erfuhr die IV-
Stelle am 28. Mai 2009, dass der Fall des Versicherten bereits am 17. Oktober 2007
abgeschlossen worden sei. Deshalb könnten keine Angaben zur Zeit ab November
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2007 gemacht werden (IV-act. 82). Dr. med. C._ vom RAD empfahl daraufhin am 8.
Juni 2009 eine handchirurgische Begutachtung (IV-act. 86). Der entsprechende
Begutachtungsauftrag wurde am 10. August 2009 erteilt (IV-act. 92).
C.
Die Eingliederungsverantwortliche notierte am 18. August 2009, nach der BEFAS-
Abklärung sei intern vorgesehen worden, nochmals ein medizinisches Gutachten
einzuholen, da der Versicherte geltend gemacht habe, auch das zweite Handgelenk
bereite nun Schmerzen. Man habe verhindern wollen, dass erneut eine Umschulung
begonnen und dann nach kurzer Zeit abgebrochen werden müsse. Der Versicherte sei
angehalten worden, sich bis zum Eintreffen des Gutachtens auf dem RAV zu melden.
Der Versicherte habe aber "attestiert", dass er als nicht vermittelbar gelte und dass er
in diesem Zustand auch keine Arbeit annehmen könne. Da es sehr lange gedauert
habe, bis das Gutachten in die Wege geleitet worden sei, habe sich der Versicherte
selbst bemüht, einen Praktikumsplatz im Bereich PC-Support zu bekommen. Das sei
aber nicht zustande gekommen. Deshalb sei im Mai 2009 erneut vereinbart worden,
eine handchirurgische Begutachtung in die Wege zu leiten. Nun bemühe sich der
Versichert erneut, eine Praktikumsstelle zu finden. Er könnte in einem Treuhandbüro
eine Abklärungszeit durchlaufen. Bei positiver Rückmeldung könnte er im Oktober
2009 parallel dazu eine Handelsausbildung an der B._ absolvieren. Der
Eingliederungsplan sehe deshalb wie folgt aus: Erste Phase (10. August bis 25.
Oktober 2009) Abklärung bei einem Treuhandbüro; zweite Phase (26. Oktober 2009 bis
2. Oktober 2010) Ausbildung zur Erreichung des Kaderdiploms an der BVS. Der
Versicherte habe darum gebeten, ein Wartezeittaggeld ab 6. Dezember 2008 (Ende der
BEFAS-Abklärung) zu prüfen, da er unverschuldet auf die Begutachtung habe warten
müssen (IV-act. 93). Die IV-Stelle bewilligte am 4. September 2009 die berufliche
Abklärung für die Periode 10. August bis 25. Oktober 2009 (IV-act. 99). Am 10.
September 2009 erging die Taggeldverfügung für diese Periode (IV-act. 103). Gemäss
einer Telephonnotiz vom 15. September 2009 hatte das RAV angegeben, der
Versicherte habe im Januar und Februar 2008 Taggelder bezogen. Die Rahmenfrist
laufe bis Ende Oktober 2009 (IV-act. 104).
D.
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In einer Notiz über ein mit dem handchirurgischen Gutachter geführtes
Telephongespräch hielt Dr. C._ vom RAD am 22. Oktober 2009 fest, der
Gesundheitszustand des Versicherten sei als stabil zu betrachten; es seien keine
weiteren medizinischen Massnahmen vorgesehen. Die Ausbildung zum technischen
Kaufmann sei sinnvoll; es sei mit einer weitgehend vollen Arbeitsfähigkeit zu rechnen
(IV-act. 107). Die Berufsberaterin notierte am 27. Oktober 2009, die Tätigkeit beim
Treuhandbüro sei ohne Einschränkungen zu verrichten. Der Versicherte könne
anschliessend dort bleiben. Er sollte die schulische Ausbildung berufsbegleitend
absolvieren (IV-act. 108). Dr. med. D._ von der Orthopädie am Rosenberg, berichtete
in seinem Gutachten vom 19. Oktober 2009, leichte handwerkliche Tätigkeiten
kombiniert mit geistiger Arbeit (Administrationsarbeiten, Telephon/PC/Gespräche,
Managementaufgaben) seien dem Versicherten an acht Stunden pro Tag zumutbar.
Dabei sei der Versicherte voll leistungsfähig. Nur eine 100%ige Arbeit am PC wäre
ungünstig (IV-act. 109). Die IV-Stelle erteilte am 20. November 2009 die
Kostengutsprache für die Umschulung an der B._(IV-act. 116).
E.
Mit einem Vorbescheid vom 20. November 2009 kündigte die IV-Stelle dem
Versicherten an, dass sie sein Gesuch um die Ausrichtung eines Wartezeittaggeldes für
die Periode 6. Dezember 2008 bis 9. August 2009 abweisen werde. Da er in einer
leidensadaptierten Erwerbstätigkeit zu 100% arbeitsfähig gewesen sei, wäre es ihm,
allenfalls mit Hilfe des RAV, möglich gewesen, während der fraglichen Zeit einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen (IV-act. 119). Der Versicherte liess am 30. Dezember
2009 einwenden, er sei mit der Abweisung seines Gesuchs um ein Wartezeittaggeld
nicht einverstanden (IV-act. 125). Sein Rechtsvertreter führte am 2. Februar 2010
ergänzend aus, die Feststellung, in der Wartezeit vom 6. Dezember 2008 bis 9. August
2009 habe eine Arbeitsfähigkeit von 100% bestanden, finde in den Akten keine Stütze.
Die letzte ärztliche Arbeitsfähigkeitsschätzung stamme vom November 2007. Die
Umschulung zum technischen Kaufmann sei im Oktober 2008 abgebrochen worden,
aber eine medizinische Abklärung sei damals nicht erfolgt. Zwar sei am 21. Januar
2009 eine ärztliche Begutachtung vorgesehen worden, aber erst am 10. August 2009 -
gleichzeitig mit dem Beginn der beruflichen Massnahme - sei die Begutachtung in
Auftrag gegeben worden. Das Gutachten beschreibe nur die gesundheitliche Situation
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zwei Monate nach dem Ende der Wartezeit. Es sei also nicht nachgewiesen, dass er zu
100% arbeitsfähig gewesen sei. Er habe im Sinne von Art. 18 IVV auf eine Massnahme
gewartet, denn nach dem Abbruch der Umschulung zum technischen Kaufmann habe
zwar kein konkreter Umschulungsplan vorgelegen, aber es habe eine klare Empfehlung
für eine Umschulung bestanden. Das sei bis zur Gewährung der weiteren Umschulung
weiterverfolgt worden. Die Erfüllung der beiden Grundvoraussetzungen eines
Leistungsanspruchs (Arbeitsunfähigkeit, bevorstehende Umschulung) seien während
der fraglichen Zeit nicht in Frage gestellt worden. Wäre eine der beiden
Voraussetzungen fraglich gewesen, hätte er umgehend informiert werden müssen. Er
sei auch nicht angehalten worden, einen Entscheid der Arbeitslosenversicherung über
allfällige Taggeldansprüche zu erwirken (IV-act. 128). Die IV-Stelle wies das Gesuch um
die Ausrichtung eines Wartezeittaggeldes am 11. Februar 2010 ab. Sie führte zur
Begründung an, der Versicherte sei sich ab dem 6. Dezember 2008 dessen bewusst
gewesen, dass die weiteren beruflichen Massnahmen erst in mehreren Monaten
gestartet werden könnten. Aufgrund der ausgewiesenen 100%igen Arbeitsfähigkeit in
einer leidensadaptierten Tätigkeit wäre es angezeigt gewesen, sich rechtzeitig beim
RAV zu melden. Der IV-ärztliche Dienst habe bereits im Jahr 2007 eine vollständige
Arbeitsfähigkeit adaptiert bestätigt. Er hätte in der Zeit vom 6. Dezember 2008 bis 9.
August 2009 eine leidensadaptierte Tätigkeit in der bisherigen Lohnstufe annehmen
können (IV-act. 129).
F.
Der Versicherte liess am 11. März 2010 Beschwerde erheben und die Ausrichtung
eines Wartezeittaggeldes für die Zeit vom 6. Dezember 2008 bis zum 9. August 2009
beantragen. Sein Rechtsvertreter machte sinngemäss geltend, sowohl in der früher
ausgeübten Tätigkeit als Anlagenführer, aber auch im erlernten Beruf als Coiffeur habe
eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50% bestanden. Der Beschwerdeführer sei in
subjektiver und objektiver Hinsicht eingliederungsfähig gewesen. Es habe ihm nie
bewusst sein müssen, dass eine Massnahme erst in mehreren Monaten gestartet
werden könnte, denn er sei zu keinem Zeitpunkt über die mutmassliche Dauer des
Entscheidungsprozesses informiert worden. Die Beschwerdegegnerin habe durch ihr
widersprüchliches Vorgehen massgeblich dazu beigetragen, dass das Verfahren bis zur
Fortsetzung der beruflichen Massnahme unnötig in die Länge gezogen worden sei.
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Anfangs 2009 habe nicht einmal die Beschwerdegegnerin eine konkrete Vorstellung
über die mutmassliche Dauer des Entscheidungsprozesses gehabt. Er habe in der
fraglichen Zeit aktiv nach einem geeigneten Praktikums- und Ausbildungsplatz gesucht
und diesen schliesslich auch gefunden. Er hätte einem allfälligen Arbeitgeber keine
konkreten Angaben zur Dauer der möglichen Beschäftigung machen können.
Arbeitsbemühungen wären aus diesem Grund und als Folge der gesundheitlichen
Beeinträchtigung wohl kaum erfolgreich gewesen. Gestützt auf Art. 27 Abs. 1 ATSG
hätte die Beschwerdegegnerin ihn auf seine Mitwirkungspflicht bei der Abklärung eines
Anspruchs auf Taggelder der Arbeitslosenversicherung hinweisen müssen. Das
angebliche Fehlverhalten könne sich deshalb nicht nachteilig auf die
Leistungsansprüche gegenüber der Beschwerdegegnerin auswirken. Es sei fraglich, ob
er einen Anspruch auf Taggelder der Arbeitslosenversicherung gehabt hätte (act. G1).
G.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 10. Mai 2010 die Abweisung der Beschwerde.
Sie machte geltend, auch nach der BEFAS-Abklärung habe noch nicht festgestanden,
ob der Beschwerdeführer subjektiv eingliederungsfähig gewesen sei. Es sei den
Mitarbeitern der BEFAS nämlich nicht möglich gewesen, mit ihm einen
Umschulungsplan auszuarbeiten. Da der Beschwerdeführer während des BEFAS-
Aufenthalts über invalidisierende Schmerzen am Handgelenk geklagt habe, seien
weitere medizinische Abklärungen nötig gewesen. Um Zeit zu sparen, habe der RAD,
entgegen seiner ursprünglichen Absicht, eine orthopädische Begutachtung
durchführen zu lassen, die Einholung eines Arztberichts vorgeschlagen. Da sich
herausgestellt habe, dass der Beschwerdeführer gar nicht in ärztlicher Behandlung
gewesen sei, habe kein Arztbericht angefordert werden können. Deshalb habe der RAD
am 8. Juni 2009 wieder die Einholung eines Gutachtens vorgeschlagen. Bis zum 9.
August 2009 sei der Beschwerdeführer subjektiv nicht eingliederungsfähig gewesen.
Erst ab dem Beginn der beruflichen Abklärung in einem Treuhandbüro am 10. August
2010 könne davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer subjektiv
eingliederungsfähig gewesen sei. Bis zum 9. August 2009 habe dem Beschwerdeführer
nicht nur die subjektive Eingliederungsfähigkeit gefehlt, sondern er habe auch nicht auf
eine berufliche Massnahme gewartet. Zwischen dem 6. Dezember 2008 und dem 9.
August 2009 sei einzig die Eingliederungs- und Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
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die Fragestellung gewesen. Zudem sei der Beschwerdeführer ab November 2007 in
einer adaptierten Erwerbstätigkeit voll arbeitsfähig gewesen. Deshalb könne gemäss
Art. 18 Abs. 1 IVV kein Anspruch auf Wartezeittaggelder bestanden haben. Der
Beschwerdeführer hätte nach einer Arbeitsstelle suchen können, denn gemäss Art.
335c OR hätte er keine allzu lange arbeitsvertragliche Bindung zu befürchten gehabt.
Da der Beschwerdeführer ab anfangs Februar 2007 bereits Taggelder der
Arbeitslosenversicherung bezogen habe, sei er mit diesem Versicherungszweig vertraut
gewesen. Er habe deshalb nicht speziell auf die Arbeitslosenversicherung aufmerksam
gemacht werden müssen. Der Beschwerdeführer habe im übrigen selbst geltend
gemacht, dass er infolge Nichterfüllung der Beitragszeit keinen Anspruch auf Taggelder
der Arbeitslosenversicherung habe. Demnach liege keine Verletzung der
Beratungspflicht (Art. 27 Abs. 3 ATSG) vor (act. G4).
H.
Der Beschwerdeführer liess am 25. Juni 2010 insbesondere einwenden, die
Eingliederung habe mit der Kostengutsprache für die Umschulung zum technischen
Kaufmann vom 9. April 2008 begonnen. Er habe unmittelbar nach dem Abschluss der
BEFAS-Abklärung auf eine Fortsetzung der beruflichen Massnahme gedrängt. Die
Beschwerdegegnerin habe zwischen dem Abschluss der BEFAS-Abklärung und dem
Entscheid, ein Gutachten einzuholen, ein halbes Jahr verstreichen lassen. In dieser Zeit
sei er über die möglich Fortsetzung der beruflichen Massnahme im Ungewissen
gewesen. Das dürfe sich nicht zu seinem Nachteil auswirken. Die Beschwerdegegnerin
habe nicht plausibel darlegen können, weshalb er angeblich genau bis zum 9. August
2009 subjektiv nicht eingliederungsfähig gewesen sein solle. Massgebend für den
Taggeldanspruch sei nicht die Arbeitsfähigkeit in einer optimal angepassten, sondern
die Arbeitsfähigkeit in der gewohnten Erwerbstätigkeit (act. G7).
I.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 2. Juli 2010 auf eine Duplik (act. G9).

Erwägungen:
1.
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Versicherte haben während der Durchführung von Eingliederungsmassnahmen nach
Art. 8 Abs. 3 IVG einen Anspruch auf ein Taggeld, wenn sie an wenigstens drei
aufeinanderfolgenden Tagen wegen der Massnahme verhindert sind, einer Arbeit
nachzugehen, oder wenn sie in ihrer gewohnten Tätigkeit zu mindestens 50%
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) sind (Art. 22 Abs. 1 IVG). Der Bundesrat bestimmt, unter
welchen Voraussetzungen u.a. Taggelder für Wartezeiten ausgerichtet werden (Art. 22
Abs. 6 IVG). Die versicherte Person, die zu mindestens 50% arbeitsunfähig ist und auf
den Beginn einer Umschulung warten muss, hat während der Wartezeit einen Anspruch
auf ein Taggeld (Art. 18 Abs. 1 IVV). Der Anspruch entsteht in dem Zeitpunkt, in dem
die IV-Stelle feststellt, dass eine Umschulung angezeigt ist (Art. 18 Abs. 2 IVV). Die
Beschwerdegegnerin hat am 12. Februar 2008 mit dem Beschwerdeführer vereinbart,
dass er in den Vorbereitungskurs zum technischen Kaufmann im Sinn einer Abklärung
einsteigen solle (vgl. IV-act. 39). Am 18. März 2008 hat sie dem Beschwerdeführer die
Teilnahme an diesem Vorbereitungskurs bewilligt (vgl. IV-act. 46) und am 9. April 2008
hat sie dann die eigentliche Umschulung zum technischen Kaufmann verfügt (vgl. IV-
act. 52). Spätestens am 9. April 2008 hat die Beschwerdegegnerin also im Sinn von
Art. 18 Abs. 2 IVV festgestellt, dass eine Umschulung des Beschwerdeführers
angezeigt sei. Nun hat der Beschwerdeführer diese Umschulung aber am 4. Oktober
2008 krankheitsbedingt abgebrochen (vgl. IV-act. 64). Dies wirft die Frage auf, ob damit
die Feststellung vom 9. April 2008, dass eine Umschulung des Beschwerdeführers
angezeigt sei, ihre Wirkung eingebüsst habe, so dass nun gegebenenfalls eine neue
Feststellung notwendig wäre. Diese Frage kann offen bleiben, denn bereits am 18.
September 2008, also vor dem Abbruch der Umschulung zum technischen Kaufmann,
hat die Beschwerdegegnerin wieder festgestellt, dass eine Umschulung in der B._
angezeigt sei. Ziel der vorher noch zu absolvierenden BEFAS-Abklärung, die
idealerweise unmittelbar an das vorzeitige Ende der Umschulung anschliessen solle,
sei die Ausarbeitung eines Umschulungsplans (vgl. IV-act. 64). Das ist allerdings bis
zum Ende der Abklärung am 5. Dezember 2008 nicht gelungen (vgl. IV-act. 73). Die
Berufsberaterin der Beschwerdegegnerin hat am 21. Januar 2009 festgehalten, dass
ein ärztliches Gutachten eingeholt werden solle, bevor man neue berufliche
Eingliederungsmassnahmen prüfen könne. Sie bitte aber darum, die Begutachtung
möglichst bald anzuordnen, damit die weitere berufliche Eingliederung nicht gefährdet
sei (vgl. IV-act. 75). Auch dies wirft wieder die Frage auf, ob die Feststellung der
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Beschwerdegegnerin vom 9. April 2008, dass eine Umschulung angezeigt sei,
dahingefallen sei und nun gegebenenfalls eine neue solche Feststellung notwendig sei,
damit wieder eine Wartezeit im Sinne von Art. 18 Abs. 2 IVV zu laufen beginnen könnte.
Mit dem Unterbleiben der früher empfohlenen Ausbildung an der B._ unmittelbar im
Anschluss an die BEFAS-Abklärung und mit dem Entschluss, ein medizinisches
Gutachten anzufordern, ist tatsächlich eine Abklärungsphase eingeleitet worden.
Allerdings lässt nichts darauf schliessen, dass an der Umschulungsfähigkeit des
Beschwerdeführers gezweifelt worden wäre, dass das in Auftrag gegebene Gutachten
also darauf ausgerichtet gewesen wäre, als blosse Abklärungsmassnahme die nötigen
Angaben über den Gesundheitszustand, die Tätigkeiten, die Arbeitsfähigkeit etc., d.h.
die nötigen Grundlagen für einen Entscheid über die Eingliederungsfähigkeit des
Beschwerdeführers zu liefern (vgl. den Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 29. Juli 2008, IV 2007/172, Erw. 4.2 unter Verweis auf BGE 117
V 277 Erw. 2a und das Bundesgerichtsurteil I 334/02 vom 3. September 2002, Erw. 4).
Vielmehr ist davon auszugehen, dass das Gutachten dazu hätte dienen sollen, ein
behinderungsadaptiertes Umschulungsziel zu wählen. Darauf lässt auch die Aktennotiz
vom 15. Mai 2009 zum Verzicht auf die Begutachtung und deren Ersatz durch ein
Zeugnis des behandelnden Arztes schliessen (vgl. IV-act. 79). In dieser Aktennotiz ist
nämlich klargestellt worden, dass die Erhebung des medizinischen Sachverhalts nur
der Entscheidung über die konkrete Ausgestaltung der weiteren Umschulung dienen
sollte. In einer weiteren Aktennotiz vom 28. Mai 2009 ist festgehalten worden, dass der
Beschwerdeführer nun schon seit Januar 2009 auf die Weiterführung der Massnahme
warte (vgl. IV-act. 80). Mit der "Massnahme" kann nur die Umschulung gemeint
gewesen sein. Auch daraus folgt, dass das Verwaltungsverfahren nach dem Abbruch
der Umschulung zum technischen Kaufmann und nach der BEFAS-Abklärung nicht
darauf ausgerichtet gewesen ist, die allgemeine Eingliederungsfähigkeit des
Beschwerdeführers zu ermitteln. Vielmehr hat die medizinische Abklärung dazu
gedient, die laufende Umschulung nach dem Abbruch der Ausbildung zum technischen
Kaufmann auf ein geeignetes neues Ausbildungsziel auszurichten. Die im Frühjahr 2008
begonnene berufliche Eingliederung ist also nach dem vorzeitigen Ende der
Umschulung zum technischen Kaufmann an der B._ nicht völlig abgebrochen
worden, so dass auch keine "eingliederungsfreie", ausschliesslich der Abklärung der
Eingliederungsfähigkeit des Beschwerdeführers dienende Phase begonnen hat. Somit
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ist davon auszugehen, dass die Feststellung der Beschwerdegegnerin vom 9. April
2008, es sei eine Umschulung des Beschwerdeführers angezeigt, ihre Wirkung über
den 9. August 2009 hinaus angehalten hat. Diese Grundvoraussetzung des Anspruchs
auf ein Wartezeittaggeld ist also in der vorliegend zur Diskussion stehenden Phase 6.
Dezember 2008 bis 9. August 2009 erfüllt gewesen.
2.
Zu prüfen bleibt, ob auch die übrigen Voraussetzungen eines Taggeldanspruchs erfüllt
gewesen sind.
2.1 Anspruch auf ein Taggeld hat, wer wegen der Eingliederungsmassnahme
verhindert ist, einer Arbeit nachzugehen, oder wer in der gewohnten Tätigkeit zu
mindestens 50% arbeitsunfähig ist (Art. 22 Abs. 1 IVG). Bei einem Wartezeittaggeld
kann die erstgenannte Voraussetzung nie erfüllt sein, da naturgemäss eine
Eingliederungsmassnahme fehlt, welche die versicherte Person daran hindern könnte,
einer Arbeit nachzugehen. Anspruch auf ein Wartezeittaggeld kann also nur haben, wer
in der gewohnten Erwerbstätigkeit zu mindestens 50% arbeitsunfähig ist. Gemeint ist
eine Erwerbstätigkeit, die von der versicherten Person vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung ordentlicherweise ausgeübt worden ist (vgl. Rz 1012
KSTI). Das ist im vorliegenden Fall nicht die Ausübung des erlernten Berufs des
Coiffeurs, sondern die Tätigkeit als Anlagenführer bei der E._ (vgl. IV-act. 11). Dass
der Beschwerdeführer in der zur Diskussion stehenden Periode 6. Dezember 2008 bis
9. August 2009 in einer adaptierten Hilfsarbeit möglicherweise uneingeschränkt
arbeitsfähig gewesen ist, muss entgegen der von der Beschwerdegegnerin im
Beschwerdeverfahren vertretenen Auffassung irrelevant sein, da auch der Anspruch auf
die berufliche Eingliederungsmassnahme selbst die Arbeitsunfähigkeit in der
gewohnten Erwerbstätigkeit voraussetzt. Das Taggeld als akzessorische Leistung hat
zwingend dasselbe versicherte Risiko wie die berufliche Eingliederungsmassnahme zu
decken. Die Anspruchsvoraussetzung einer Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50% ist
also erfüllt.
2.2 Der Anspruch auf ein Wartezeittaggeld setzt weiter voraus, dass die versicherte
Person eingliederungsfähig und die Umschulung subjektiv und objektiv angezeigt ist
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(vgl. Rz 1047 KSTI). Der Beschwerdeführer ist zwar vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung einer Hilfsarbeit nachgegangen, aber daraus kann nicht
der Schluss gezogen werden, dass er objektiv nicht fähig sei, sich umschulen zu
lassen, weil er nicht über die notwendigen intellektuellen Ressourcen und über die
erforderlichen schulischen Grundlagen verfügen würde. Hätte keine objektive
Umschulungsfähigkeit bestanden, so wäre die Ausbildung zum technischen Kaufmann
gar nie begonnen worden und auch die im Jahr 2009 begonnene Ausbildung im
Bereich Treuhand wäre bald wieder abgebrochen worden. Die objektive
Eingliederungsfähigkeit ist also gegeben. In bezug auf die subjektive
Eingliederungsfähigkeit könnte geltend gemacht werden, der Abbruch der Umschulung
zum technischen Kaufmann und die weitgehend erfolglose BEFAS-Abklärung liessen
darauf schliessen, dass dem Beschwerdeführer die subjektive Eingliederungsfähigkeit,
d.h. die Bereitschaft, sich umschulen zu lassen, gefehlt habe. Tatsächlich hat der
Beschwerdeführer aber auch an der zweiten, nicht operierten Hand an Schmerzen
gelitten, die ihm insbesondere das Tastaturschreiben und das Schreiben von Hand
stark erschwert oder sogar verunmöglicht haben. Das erklärt den Abbruch der
Ausbildung zum technischen Kaufmann. Der Bericht über die BEFAS-Abklärung
befasst sich vor allem mit der Abweichung zwischen der Selbsteinschätzung des
Beschwerdeführers und der Einschätzung durch die Sachverständigen, nicht aber mit
dem Fehlen der Bereitschaft des Beschwerdeführers, sich umschulen zu lassen. Auch
die Erfolglosigkeit der BEFAS-Abklärung lässt also nicht auf ein Fehlen der subjektiven
Eingliederungsfähigkeit schliessen. Für die hier relevante Periode 6. Dezember 2008 bis
9. August 2009 fehlt ein überzeugendes Indiz dafür, dass der Beschwerdeführer
subjektiv nicht (oder auch nur reduziert) eingliederungsfähig gewesen wäre.
Insbesondere enthalten die Akten keinen Hinweis darauf, dass der Beschwerdeführer,
was naheliegend gewesen wäre, unter Verweis auf seine Gesundheitsbeeinträchtigung
eine Umschulung als unmöglich bezeichnet hätte. Im Gegenteil ist festzustellen, dass
der Beschwerdeführer das aus seiner Sicht als Untätigkeit erscheinende Verhalten der
Beschwerdegegnerin zum Anlass genommen hat, sich selbst eine
Umschulungsmöglichkeit zu suchen. Die mit der Verfügung vom 20. November 2009
bewilligte Umschulung ist nur durch das Betreiben des Beschwerdeführers zustande
gekommen. Unter diesen Umständen ist mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in der Zeit vom 6.
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Dezember 2008 bis zum 9. August 2009 objektiv und subjektiv eingliederungsfähig
gewesen ist. Zudem liegt weder eine selbstverschuldete Unterbrechung der
Umschulung vor (das Gutachten hat die geltend gemachte Beeinträchtigung am
Handgelenk nicht widerlegt) noch hat der Beschwerdeführer die Umschulung ohne
rechtserhebliche Veranlassung oder gar unbegründet hinausgezögert (vgl. Rz 1047
KSTI).
2.3 Soweit Versicherte einen Anspruch auf ein Taggeld der Arbeitslosenversicherung
haben, besteht kein Anspruch auf das Taggeld der Invalidenversicherung (Art. 18 Abs.
4 IVV). Der Beschwerdeführer hat in der fraglichen Zeit vom 6. Dezember 2008 bis 9.
August 2009 unbestrittenermassen keine Taggelder der Arbeitslosenversicherung
bezogen. Die Beschwerdegegnerin macht geltend, er hätte ein Taggeld der
Arbeitslosenversicherung beziehen können, wenn er sich rechtzeitig darum bemüht
hätte, denn er habe einen Anspruch auf ein solches Taggeld gehabt. Damit unterstellt
die Beschwerdegegnerin, dass Art. 18 Abs. 4 IVV seinem Wortlaut entsprechend zu
interpretieren sei, dass also nicht die effektive Ausrichtung eines Taggeldes der
Arbeitslosenversicherung, sondern bereits der reine Anspruch auf ein solches Taggeld
die Entstehung eines Anspruchs auf ein Wartezeittaggeld verhindere. Bei Art. 18 Abs. 4
IVV handelt es sich um eine koordinationsrechtliche Bestimmung mit dem Ziel, eine
Überentschädigung als Folge der gleichzeitigen Ausrichtung eines Taggeldes der
Arbeitslosenversicherung und eines Wartezeittaggeldes zu verhindern. Art. 18 Abs. 4
IVV ist also eine Ausführungsbestimmung zu Art. 69 Abs. 1 ATSG, der das
Überentschädigungsverbot beinhaltet. Zu einer Überentschädigung kommt es nur,
wenn die Leistungen gleicher Art und Zweckbestimmung, also das Taggeld der
Arbeitslosenversicherung und das Wartezeittaggeld, effektiv ausgerichtet werden. Da
der Beschwerdeführer kein Gesuch um die Ausrichtung eines Taggeldes der
Arbeitslosenversicherung für die Periode 6. Dezember 2008 bis 9. August 2009 gestellt
hat und ihm deshalb auch kein solches Taggeld ausgerichtet worden ist, kann mit der
im vorliegenden Fall strittigen Ausrichtung eines Wartezeittaggeldes zum vornherein
gar keine Überentschädigung eintreten. Das bedeutet, dass Art. 18 Abs. 4 IVV bei einer
Interpretation im Lichte des Überentschädigungsverbots in der Grundregel des Art. 69
Abs. 1 ATSG gar nicht auf den vorliegenden Fall angewendet werden kann. Wenn die
Beschwerdegegnerin - sinngemäss - geltend macht, Art. 18 Abs. 4 IVV sei anwendbar,
weil sie das Wartezeittaggeld hätte "einsparen" können, wenn sich der
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Beschwerdeführer rechtzeitig zur Ausrichtung eines Taggeldes der
Arbeitslosenversicherung angemeldet und dann auch ein solches Taggeld bezogen
hätte, so interpretiert sie den Art. 18 Abs. 4 IVV nicht als Ausführungsbestimmung zu
Art. 69 Abs. 1 ATSG, sondern als eine Bestimmung, die dem haushälterischen Umgang
mit den Finanzmitteln der Invalidenversicherung dient. Selbst wenn die Interpretation
des Art. 18 Abs. 4 IVV als einer Bestimmung mit zwei völlig unterschiedlichen Zwecken
(Durchsetzung des Überentschädigungsverbots - Ermöglichen einer
Leistungseinsparung) richtig wäre, könnte sich die Beschwerdegegnerin im
vorliegenden Fall nicht auf eine aus dem Sparzweck fliessende, selbstverständliche
Pflicht des Beschwerdeführers stützen, sich zum Bezug eines Taggeldes der
Arbeitslosenversicherung anzumelden, so dass bei einer Missachtung dieser Pflicht
ohne weiteres ein Anspruch auf ein Wartezeittaggeld entfiele. Vielmehr müsste eine
solche Pflicht abgemahnt und mit der Androhung verbunden werden, dass kein
Anspruch auf ein Wartezeittaggeld entstehen könne, wenn der Anspruch auf ein
Taggeld der Arbeitslosenversicherung nicht geltend gemacht werde. Die gesetzliche
Grundlage einer solchen Abmahnungspflicht wäre entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers nicht in Art. 27 ATSG zu suchen, denn diese Bestimmung hat nur
die Aufklärungs- und nicht auch eine Abmahnungs- und Sanktionierungspflicht zum
Gegenstand. Ebensowenig können Art. 21 Abs. 4 und Art. 43 Abs. 3 ATSG
herangezogen werden, denn es geht weder um eine Eingliederungspflicht noch um die
Pflicht, bei der Sachverhaltsabklärung mitzuwirken. Das bedeutet, dass Art. 18 Abs. 4
IVV als lückenhaft qualifiziert und durch die Anordnung eines adaptierten
Mahnverfahrens ergänzt werden müsste. Das zwingt zur Schlussfolgerung, dass die
Interpretation des Art. 18 Abs. 4 IVV als - auch - auf die Einsparung von IV-Leistungen
ausgerichtete Norm nicht richtig sein. Art. 18 Abs. 4 IVV ist nach seinem Sinn und
Zweck ausschliesslich eine Ausführungsbestimmung zum Überentschädigungsverbot
in Art. 69 Abs. 1 ATSG und kommt deshalb nur zur Anwendung, wenn effektiv
Taggelder der Arbeitslosenversicherung ausgerichtet werden oder ausgerichtet worden
sind (vgl. Rz 1045 KSTI, wo ausdrücklich auf den Bezug eines Taggeldes der ALV
abgestellt wird; zur vergleichbaren Regelung in Art. 16 Abs. 3 UVG vgl. Ueli Kieser,
Schweizerisches Sozialversicherungsrecht, S. 386, N. 107: "Es gilt im Verhältnis IV-
Taggeld/UV-Taggeld das (absolute) Prioritätsprinzip, indem jeder Bezug eines IV-
Taggelds denjenigen des UV-Taggelds ausschliesst"; vgl. zu Art. 16 Abs. 3 UVG auch
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BGE 126 V 193 Erw. 4a). Im vorliegenden Fall sind keine Taggelder der
Arbeitslosenversicherung ausgerichtet worden, so dass Art. 18 Abs. 4 IVV der
Ausrichtung eines Wartezeittaggeldes nicht entgegensteht.
2.4 Übt eine versicherte Person während der Eingliederung eine Erwerbstätigkeit aus,
so wird das Taggeld soweit gekürzt, als es zusammen mit dem aus dieser Tätigkeit
erzielten Einkommen das gemäss Art. 21 bis 21 IVV massgebende
Erwerbseinkommen übersteigt (Art. 21 Abs. 1 Satz 1 IVV). Übt die versicherte
Person eine zumutbare Erwerbstätigkeit nicht aus, ist das Taggeld entsprechend dem
Lohn zu kürzen, den sie erzielen könnte (vgl. Rz 3075 KSTI). Aufgrund seiner objektiv
vollständig erhaltenen Arbeitsfähigkeit in einer der Behinderung angepassten Hilfsarbeit
wäre der Beschwerdeführer bereits unmittelbar nach der BEFAS-Abklärung fähig
gewesen, ein Erwerbseinkommen zu erzielen. Allerdings war er in der fraglichen
Periode 6. Dezember 2008 bis 9. August 2009 stellenlos, d.h. er hätte zuerst eine
geeignete Arbeitsstelle finden müssen. Das wäre wohl kaum mit einem Stellenantritt
per 6. Dezember 2008 möglich gewesen, selbst wenn sich der Beschwerdeführer
bereits während der BEFAS-Abklärung um eine geeignete Stelle als Hilfsarbeiter
bemüht hätte. Der für ihn in Frage kommende Ausschnitt aus dem realen, aktuellen
Markt für Hilfsarbeiten war nicht nur durch die Beschränkung auf eine der Behinderung
angepasste Tätigkeit, sondern auch durch den Umstand sehr stark verengt, dass keine
Daueranstellung, sondern nur eine vorübergehende Anstellung gefordert gewesen
wäre, wobei die Dauer nicht zum vornherein hätte definiert werden können. Entgegen
der Auffassung der Beschwerdegegnerin wäre es dem Beschwerdeführer in dieser
Situation nicht zumutbar gewesen, einen potentiellen Arbeitgeber im Glauben zu
lassen, er suche eine Dauerstelle, um so die Anstellungschancen zu verbessern. Hinzu
kommt, dass der Beschwerdeführer aufgrund der von der Beschwerdegegnerin
geforderten weiteren medizinischen Abklärung nicht sicher sein konnte, in einer
adaptierten Hilfsarbeit zu 100% arbeitsfähig zu sein. Auch in diesem Punkt hätte er
einem Arbeitgeber also etwas verschweigen müssen. Es ist sehr unwahrscheinlich,
dass es dem Beschwerdeführer unter diesen Umständen möglich und zumutbar
gewesen wäre, eine geeignete adaptierte Stelle zu finden, um den Bedarf nach einem
Taggeld in der Periode 6. Dezember 2008 bis 9. August 2009 zu vermeiden oder auch
nur zu reduzieren. Somit liegt kein Anwendungsfall der Anrechnung eines
quinquies
septies
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hypothetischen Erwerbseinkommens gemäss dem Art. 21 Abs. 1 Satz 1 IVV und
der Rz 3075 KSTI vor.
3.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer für die strittige Periode
vom 6. Dezember 2008 bis 9. August 2009 einen Anspruch auf ein Wartezeittaggeld
hat. Die Beschwerde ist deshalb gutzuheissen und die Sache ist zur Berechnung des
Taggeldbetrages und zur Ausrichtung der entsprechenden Taggeldnachzahlung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang hat der
Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine volle Parteientschädigung. Diese bemisst
sich nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses
(Art. 61 lit. g ATSG). Da es sich in bezug auf diese beiden Kriterien um ein
durchschnittliches Verfahren gehandelt hat, ist die Parteientschädigung praxisgemäss
auf Fr. 3500.- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. Das
Beschwerdeverfahren in IV-Sachen ist kostenpflichtig. Die Kosten richten sich nach
dem Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG). Auch hier ist von einem
durchschnittlichen Aufwand auszugehen, was - der Praxis des Versicherungsgerichts
entsprechend - eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- rechtfertigt. Die Parteientschädigung
und die Gerichtsgebühr sind von der unterliegenden Beschwerdegegnerin zu bezahlen.
Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- ist dem Beschwerdeführer
zurückzuerstatten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP