Decision ID: 1ed12552-0074-4c64-aef8-5c6bcbb5e37b
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1950 geborene
X._
reiste am 8. Juli 1999 in die Schweiz ein
und ersuchte um Asyl
(
Urk. 10/4/1,
Urk. 10/84
/3)
.
Am 16. März 2000 verfügte das Bundesamt für Flüchtlinge, dass der Gesuchsteller die
Flücht
lingseigenschaft
nicht erfülle (Urk. 10/84/28-34) und mit Urteil vom 29. August 2003 wurde die
Beschwerde gegen den abschlägigen Entscheid über das Gesuch um
Wiedererwägung
der Verfügung betreffend
den Vollzug der Wegweisung vo
n der Schweizerischen
Asylrekurskommission
gutgeheissen (Urk. 10/84/79-93)
.
Der Versicherte
meldete sich am 9. Juni 2011
(Eingang bei der IV-Stelle: 6. Juli 2011)
erstmals bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an
unter Angabe einer Arbeitsunfähigkeit seit dem 8. Juli 1999
(Urk. 10/4/3, Urk. 10/4/5)
.
Die gesundheitliche Beeinträchtigung sei durch
Krankheit und Unfall herbeigeführt worden (Urk. 10/4/4).
Die IV-Stelle
holte
danach
erwerbliche (Urk. 10/12, Urk. 10/25) und medizinische (Urk. 10/10, Urk. 10/14,
Urk. 10/
30
)
Auskünfte ein
. Am 7. Mai 2012
erliess
sie
einen Vorbe
scheid, worin sie
die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht stellte
(Urk. 10/33). Dagegen erhob der Versicherte am 14. Mai 2012 (Urk. 10/35) res
pek
tive am 29. August 2012 (Urk. 10/39) Einwand
.
Daraufhin ordnete die IV-Stelle ein polydisziplinäres Gutachten an (Urk. 10/42
, Urk. 10/44
)
und liess den Versicherten
am 17.
und am
19. Dezember 2012
, am 14.
und am
15. Januar 2013
sowie
am 1. Februar 2013
durch
das MEDAS
Y._
polydisziplinär
abklären
(
Polydisziplinä
res
Gutachten vom 21. Oktober 2013, Urk. 10/62
; Neuropsychologisches
Teil
gut
achten
vom 1. Februar 2013
,
Urk. 10/63)
.
Auch
holte sie einen IK-Auszug
(Urk. 10/67), weitere Arztberichte (Urk. 10/74, Urk. 10/75)
,
eine Stellungnahme
des
Y._
zum Bericht des Hausarztes (
Urk. 10/77, vgl.
Urk. 10/
74)
sowie die Akten
des Migrationsamtes (Urk. 10/8
4
)
ein
.
Mit Vorbescheid vom
3. April 2014
stellte
die IV-Stelle
die Abweisung des
Leistungsbegehren
s
in Aussicht
(Urk. 10/87)
. Hiergegen erhob der Versicherte am 3. Mai 2014
(Urk. 10/92)
res
pektive am 3.
September 2014
, vertreten durch Rechtsanwältin Géraldine Walker
,
Einwand (Urk. 10/107).
Mit Verfügung vom 24. September 2014
verneinte die IV-Stelle wie angekündigt einen Rentenanspruch des Versicherten, da der Ver
sicherungsfall vor der Einreise in die Schweiz eingetreten sei
(Urk. 10/111
= Urk. 2).
2
.
Gegen die Verfügung vom 24.
September 2014 (Urk. 2) liess der Versicherte
, ver
treten durch Rechtsanwältin Géraldine Walker,
am 27.
Oktober 2014
Be
schwer
de
erheben und beantragen, die Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm rück
wir
kend ab Juli 2011 eine
ganz
e Invalidenrente zuzüglich Zins von 5 % auszurich
ten. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung eine
r
unentgeltlichen Rechtsvertreter
in
in der Per
son von Rechtsan
wältin Géraldine Walker. Alles unter Kosten- und
Ent
schädigungsfolgen
zu Lasten der IV-Stelle (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
3. Dezember 2014 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde (Urk. 9). Mit Ver
fügung vom 17. Februar 2015 bewilligte das Gericht dem Be
schwer
deführer die unentgeltliche Prozessführung, bestellte ihm Rechtsanwältin Géraldine Walker als unentgeltliche Rechtsvertreterin und stellte ihm die
Be
schwerdeantwort
zu (Urk. 11).
Auf die Ausführungen in den Rechtsschriften und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
L
aut
Art. 24 Ziff. 1
lit
. b/ii des Abkommens über die Rechtsstellung der Flücht
linge (Flüchtlingskonvention) gewähren die
vertragsschliessenden
Staaten den sic
h
rechtmässig
auf ihrem Gebiet aufhaltenden Flüchtlingen die gleiche Be
hand
lung wie Einheimischen mit Bezug auf die soziale Sicherheit (unter ande
rem die gesetzlichen Bestimmungen über die Invalidität), vorbehältlich der be
sonderen durch die Landesgesetzgebung des Aufenthaltslandes vorgeschriebe
nen Bestimmungen, die Leistungen oder Teilleistungen
ausschliesslich
aus öffentlichen Mitteln vorsehen, sowie Zuwendungen an Personen, die die Bedin
gungen für die Auszahlung einer normalen Rente nicht erfüllen. Mit Blick auf diese Flüchtlingskonvention hat der Gesetzgeber den Bundesbeschluss über die Rechtsstellung der Flüchtlinge und Staatenlosen in der Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung erlassen (
FlüB
). Nach alter Rechtsprechung war die Anwendung des
FlüB
auf diejenigen Flüchtlinge beschränkt, die in der Schweiz Asyl erhalten hatten (BGE 115 V 4 E. 2a). Mit BGE 139 II 1 E. 4.3 hat das Bun
des
gericht jedoch entschieden, dass sich
gemäss
Art. 59 des Asylgesetzes auch ein vorläufig aufgenommener Flüchtling auf den
FlüB
berufen kann. Dabei ist zu beachten, dass es zwei Formen der vorläufigen Aufnahme gibt, nämlich einerseits die vorläufige Aufnahme von Ausländern
ausserhalb
eines
Asylver
fah
rens
und von abgewiesenen Asylbewerbern ohne Flüchtlingseigenschaft sowie
andererseits die vorläufige Aufnahme als Flüchtling (vgl. BGE 121 V 251 E 3b). Die Bestimmungen des
FlüB
sind aber nur anwendbar, wenn eine Person als
Flüchtling anerkannt worden ist (Flüchtlingsstatus; Bewilligung F mit Hinweis
„Flüchtling“, vgl. Mitteilungen des Bundesamtes für Sozialversicherungen an die
AHV-Ausgleichskassen und EL-Durchführungsstellen Nr. 327 vom 28. März 2013).
Am 16. März 2000 verfügte das Bundesamt für Flüchtlinge, dass der
Beschwer
deführer
die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle (Urk. 10/84/28-34). Mit Urteil
vom 29. August 2003 wurde d
as
Wiedererwägung
sgesuch
betreffend
den Voll
zug der Weg
weisung von der Schweizerischen
Asylrekurskommission
im
Be
schwer
deverfahren
gutgeheissen (Urk. 10/84/79-93).
Der Beschwerdeführer ist somit ein vorläufig
Auf
genommener
ohne Flüchtling
seigenschaft (vgl. Urk. 10/84/91
),
weshalb
der
FlüB
nicht zur Anwendung gelangt.
1.2
Ein Sozialversicherungsabkommen zwischen
dem
Z._
, dem Heimatstaat des Versicherten, und der Schweiz besteht nicht (vergleiche zu den bestehenden Staatsverträgen im Bereich der Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversiche
rung SR 0.831.1 und SR 0.831.2).
Insbesondere ist das Abkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der ehemaligen
Föderativen Volksre
publik Jugoslawien über Sozialversicherung (SR
0.831.109.818.1) nicht an
wend
bar (vgl. IV-Rundschreiben Nr. 322 vom 24. September 2013).
Damit rich
tet sich der Leistungsanspruch des Versicherten
ausschliesslich
nach schweize
rischem Recht. Art. 6 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
be
stimmt, dass ausländische Staatsangehörige in Bezug auf Leistungen der Inva
lidenversicherung nur anspruchsberechtigt sind, solange sie ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz haben
und sofern sie bei Eintritt der Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Beiträge ge
leistet oder sich ununterbrochen während zehn Jahren in der Schweiz aufge
halten haben.
In Be
zug auf den Rentenanspruch enthält Art. 36 Abs. 1 IVG weitere
Anspruchs
vor
aussetzungen
. Danach haben Versicherte, die bei Eintritt der Invalidität wäh
rend
mindestens drei Jahren Beiträge geleistet haben, An
spruch auf eine ordent
liche Rente der Invalidenversicherung.
1.3
Gemäss
Art. 4 Abs. 2 IVG gilt die Invalidität als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat. Im Falle einer Rente gilt die Invalidität in dem Zeitpunkt als eingetreten, in dem der Anspruch nach Art. 28 Abs. 1 IVG entsteht.
Das ist dann der Fall, wenn die versicherte Person während eines Jahres ohne wesent
lichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen ist und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid ist (Art. 28 Abs. 1
lit
. b und c IVG).
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
4
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbsunfähig
keit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen Entscheid fest, es sei davon auszugehen, dass beim Beschwerdeführer bereits vor der Einreise in die Schweiz eine Arbeitsunfähigkeit bestanden habe und der Versicherungsfall somit auch vor der Einreise eingetreten sei (Urk. 2 S.
1). Seit der Einreise in die Schweiz
habe der Beschwerdeführer keine Erwerbstätigkeit ausgeübt. Auch
aus den Ak
ten
sei nicht ersichtlich, dass er sich um eine Erwerbstätigkeit bemüht hätte (unter Berücksichtigung, dass dies im laufenden Asylverfahren aufgrund der vorerst fehlenden Bewilligung noch nicht möglich gewesen sei). Dies bestätige auch das
Schreiben der Gemeindeverwaltung
A._
vom 5. Juli 201
1.
Die Unterla
gen
des Migrationsamtes
stütz
t
en
diese Tatsache ebenfalls, da der Be
schwerdeführer anlässlich des ersten Gesprächs im Asylverfahren angegeben habe, sich bereits vor der Einreise in die Schweiz Verletzungen zugezogen zu haben und sich in ärztlicher Behandlung zu befinden. Aus den Akten des Mig
rationsamtes gehe hervor, dass der Beschwerdeführer in die Schweiz eingereist sei, weil er verletzt
gewesen sei (gemäss Urteil der schweizerischen
Asylrekurs
kommission
vom 5. März
2001 hätten schwere Verletzungen an Kopf, Hals und am Gehörgang vorgelegen, welche einen zweimonatigen Spitalaufenthalt erfor
dert hätten) und er in seinem Heimatland nicht genügend ärztliche Hilfe erhal
ten habe. Es
l
ä
gen
weiterhin keine Beweismittel vor,
welche beleg
t
en, dass
sich der Beschwerde
führer aktiv um Stellen bemüht hätte, respektive eine Arbeitsfä
higkeit ausge
wiesen gewesen sei (Urk. 2 S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer liess in der Beschwerdeschrift vom 27. Oktober 2014 aus
führen,
die Beschwerdegegnerin stütze sich weiterhin auf Angaben in den Akten des Migrationsamtes und lasse sämtliche Angaben betreffend den Eintritt der Arbeitsunfähigkeit in den Gutachten und Berichten des
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
ausser Acht.
Erstmals sei das Gesuch um eine Invalidenrente mit Vorbescheid vom 7. Mai 2012 mit einer völlig anderen Begründung abgelehnt worden. Explizit werde im Vorbescheid vom 7. Mai 2012 erwähnt, dass die Ab
klärungen eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit seit Oktober 2011 ergeben
hätten. Seit dem 1. April 2012 sei der Beschwerdeführer wieder zu 100 % ar
beits
fähig für körperlich leichte Tätigkeiten
, weshalb
kein
Rentenanspruch
be
stehe
. Sowohl der RAD als auch die Gutachter hätten
eine
chronisch venöse Insuffi
zienz,
eine
rezidivierende depressive Störung
,
gegenwärtig mit einer
mittelgra
di
g
en
bis schweren Episode
, sowie wahrscheinlich eine
Demenz vom
vaskulären
Typ
diagnostiziert (Urk. 1 S. 4 f.).
Gemäss Stellungnahme des RAD bestehe aufgrund der kognitiven Defizite eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit. Das heutige Beschwerdebild habe nichts mit den im
Z._
erlittenen
Schussverletzungen zu tun. Das Vorliegen von
somatoformen
Schmerzstö
runge
n
sei im Gutachten sogar verneint worden. Auch wenn sich der Beschwerdeführer wegen einer Schussverletzung in ärztlicher Behandlung be
funden habe, heisse dies noch lange nicht, dass er bereits zum Zeitpunkt der Einreise in die Schweiz im Jahre 1999 erwerbsunfähig gewesen sei.
Die Ärzte g
ing
en davon aus, dass eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten auf dem freien Arbeits
markt seit Juli 2011 vorliege.
Ein Gutachter sei in Ergänzung zum Gutachten nochmals zum Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit angefragt worden. Dieser habe festgehalten, dass die Arbeitsunfähigkeit aufgrund der anamnesti
schen Angaben der Familienangehörigen
und
der Versicherungsakte
n auf 2012/2013
festgelegt worden sei (Urk. 1 S. 5 f.).
Dennoch gehe die
Beschwerde
gegn
erin
davon aus, dass die Arbeitsunfähigkeit bereits bei der Einreise in die Schweiz im Jahre 1999 bestanden habe. Ihre Angaben stütze sie auf die Akten des Migrationsamtes.
Diesen
sei nur zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer in seiner Heimat vor der Ausreise Ver
letzungen erlitten
hatte
. Es sei überhaupt nicht ersichtlich, welche Art von Ver
letzungen er erlitten hab
e und welchen Einfluss diese auf die Arbeitsfähigkeit haben sollten
(Urk. 1 S. 6)
.
Da an der 100%igen Arbeitsunfähigkeit seit Juli 2011 keine Zweifel best
ünd
en, sei dem Beschwerdeführer rückwirkend ab Juli 2011 eine ganze Invalidenrente
zuzu
sprech
en (Urk. 1 S. 7).
3.
3.1
Die
B._
berichtete am
4. März 2002
von
einem schweren depressiven Zustandsbild mit Schlafstörungen, Angstzustän
den
,
ausgeprägter körperlicher Schwäche, Selbstmordgedanken, vereinbar mit
einer andauernden
Persönlichkeitsstörung nach Extrembelastung. Der Beschwerde
fü
hrer habe chronische Schmerzen i
m Gesicht, am Hals und am Arm, sei links taub, habe eine Sehstörung links nach Schussverletzungen und Folterungen im
Z._
1998 (Urk. 10/75/1).
Der
Zustand des
Beschwerdeführer
s
sei seit der Ent
lassung aus der
B._
am 16. November 2001
unverändert. Er könne die Wohnung nicht verlassen, habe ausgeprägte Schlaf
störungen, sei gequält von Angstzuständen, die mit den erlittenen Miss
hand
lung
en/Fol
t
erungen zu tun hätten. Hinzu
k
ä
men
die chronischen körper
li
chen Schmerzen an Gesicht, Hals und
Armen als Residuen
der
Schussverletzungen. Der Beschwerdeführer sei auf konstante Hilfe angewiesen sowohl im häuslichen Bereich wie auch von ärztlicher Seite (Urk. 10/75/1).
Er
sei d
urch diesen Zu
stand invalidisiert und nicht in der Lage
,
einer einfachen Tätigkeit nachzugehen (Urk. 10/75/2).
3.2
Dem Bericht von Dr. med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, vom 24. Juli 2011, sind als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Unfall mit einem Status nach eine
r
subtot
alen
Pe
t
rosektomie
links 10/1999
bei einem
Status nach einer Schussverletzung mit einer zweimaligen
Mitteloh
r
operation
,
einer
persistierende
n
Schmerzsymptomatik und Taubheit links sowie einer traumatische
n
Kiefergelenksverletzung links
zu entnehmen
.
Des Weitern d
iagnostizierte
Dr.
C._
ein
en
z
erebrovaskuläre
n
Insult
in der mittleren
Gehirn
schlagader
links im Jahre
2002, eine Depression (ICD
-
10
:
F32.2) und ein post
traumatisches Belastungssyndrom
im Jahre
1998
(
ICD
-
10
:
F43.1,
Urk. 10/10/6).
Der Beschwerdeführer habe ein
Hemisyndrom
und leide an Übergewicht. Kog
nitiv könne er nicht genügend beurteilt werden. In guten Momenten gebe er je
doch auf eine Frage eine zielführende Antwort. Psychiatrisch liege ein schweres Bild vor. Der Beschwerdeführer leide an körperlich limitierenden Beschwerden. Zudem sei er nicht in der Lage, Zusammenhänge genügend schnell zu beurtei
len. Die Depression mache einen Einstieg in den Arbeitsmarkt unvorstellbar. Er sei seit dem 12. März 2001 zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 10/10/8).
Im Schreiben
vom 8. Februar 2014, worin er zur Frage der Beschwerdegegnerin, ob es
beim Beschwerdeführer
Hinweise auf eine dementielle Entwicklung gebe,
Stellung nahm,
hielt
Dr.
C._
fest, dass Hinweise auf eine dementielle Ent
wicklung angesichts der sprachlichen Schwierigkeiten und der übrigen Psycho
pathologie nicht einfach zu differenzieren seien.
In den Jahren
2001 und 2002
sei dem Beschwerdeführer von der
B._
eine schwere depressive En
t
wicklung
mit verschiedensten Folgestörungen attestiert worden. Im Gefolge auch
der existentiellen Verunsicherung durch die Fragen im
Asyl
verfahren
habe der Beschwerdeführer über Jahre ein regelrecht
mutistisches
Verhalten entwickelt, was eine weiterführende Diagnostik erneut schwieriger mache. In den letzten Jahren habe sich die Kommunikationsfähigkeit des Be
schwerdeführers wieder verbessert und er könne sich vorstellen, dass er mit ei
nem Übersetzer zusammen in der Lage wäre
,
einfache Testverfahren durchzu
führen. Dies
sei betreffend Demenz jedoch bisher nicht umgesetzt worden (Urk. 10/74).
3.
3
Dem Bericht des
D._
, Klinik für Unfallchirurgie
,
vom 22. März 201
2
sind als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsunfähigkeit zu entnehmen (Urk. 10/30/5):
Ein Status nach einem Polytrauma vom 27. Oktober 2011 infolge eines Unfalles mit
Abdomentrauma
Leberläsion Segment 2
subkapsulär
Milzlazeration
subkapsulär
hilusnah
Im Verlauf Kreislaufinstabilität
Wirbelsäulentrauma
Frakturierter ventraler inferiore
r
Spondylophyt
HWK 6
Beckentrauma
Beckenringverletzung (APC-II)
Vordere Sprengung ISG mit Hämatom
gluteal
rechts
Sprengung Symphyse
Extremitätentrauma
Kontusion Unterschenkel rechts
S
u
perfizielle Exkoriation Knie links
Medial betonte Gonarthrose beidseits
Status nach
Humerusschaftfraktur
links bei Status nach Schussverletzung
Status nach Notfall-Laparotomie mit
Splenorrhaphie
(
Vicryl
-Netz) und ge
schlossene Reposition des Beckens und Fixation mittels perkutanem
supraacetabulärem
Fixateur interne vom 27. Oktober 2011 (Medtronic Legacy monoaxial).
Der Beschwerdeführer sei im Oktober 2011 im Rahmen eines Verkehrsunfall
e
s pol
y
traumatisiert und operativ behandelt
worden
. Der zweite stationäre Aufent
halt habe der Entfernung von
Osteosynthesematerial
im Bereich des Beckens gedient.
Die Arbeitsunfähigkeit betrage vom 20. Februar 2012 bis zum 4. März 2012 100 %. Danach bestehe keine Arbeitsunfähigkeit mehr (Urk. 10/30/6). Es könne mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit von 50 % ab dem
5.
März 2012 gerechnet werden. Bei erfolgreicher Belastungsprobe sei sogar von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (Urk. 10/30/7). Der Beschwerde
führer könne
seit dem 5. März 2012
bis zu 20 Kilogramm heben oder tragen. Ansonsten bestehe keine Einschränkung (Urk. 10/30/7).
3.
4
Die Beschwerdegegnerin liess den Beschwerdeführer durch die MEDAS
Y._
in den Bereichen der Allgemeinen Inneren Medizin, der Neurologie,
der
Psychiatrie,
der
Rheumatologie und
der
Neuropsy
chologie abklären (vgl. Urk. 10/44
-59
).
Dem Gutachten
vom 21. Okto
ber 2013
sind als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine chronisch venöse Insuffizienz Grad I
beidseits
b
ei
einer
N
ebenast-
V
arikosis
der
V
ena
saphena
mag
na
bei einer
Stamminsuffizienz
des
Grad
es
III-IV, eine re
zidivierende (
chro
ni
fizierte
) depressive Störung
mit einer
gegenwärtig mittel
gradige
n
bis schwere
n
depressive
n
Episode (ICD
-
10
:
F33.1/F33.2)
und wahr
scheinlich eine Demenz vom
vaskulä
ren Typ (Differenzialdiagnose
:
Mischtyp
bei vaskulären Risikofaktoren im Sinne einer arteriellen Hypertonie,
H
ypertrig
lyceridämie
,
bei einem
Status nach Nikotin 30py
)
, zu entnehmen (Urk. 10/62/55).
Zusammenfassend wurde festgehalten, dass der Beschwerdeführer
unter Berück
sichtigung aller Gegebenheiten und Befunde
aus internistischer und
angiologi
scher
Sicht
un
eingeschränkt arbeitsfähig
sei
. Aus rheumatologischer Sicht liessen
sich keine funktionellen Einschränkungen finden, welche seine medizi
nisch-theo
retische Arbeitsfähigkeit zumindest für körperlich leichte und
wech
selbelastende
Tätigkeiten einschränken würden. Dies entspreche auch der soma
tischen Ein
schätzung der Unfallchirurgischen Klinik des
D._
vom 22. März 201
2.
Auf neurologischem und psychiatrischem Fachgebiet bestehe aufgrund der kognitiven Defizite in der angestammten Tätigkeit als Fabrik
arbeiter oder Bäckermitarbeiter
und
für alle
anderen
angepassten Tätigkeiten eine dauerhaft anhaltende Arbeitsunfähigkeit von 100 %, spätestens seit
A
n
fang 201
3.
Die Prognose sei schlecht
.
V
on einer Steigerung der Arbeitsfähig
keit sei auch in Zukunft nicht auszugehen (Urk. 10/62/63).
Das aktuell ermittelte Belastbarkeitsprofil gelte sicherlich seit Dezember 2012
und überwiegend wahrscheinlich seit Mitte 201
1.
Im Arztbericht an die IV-Stelle
Zürich habe Dr.
C._
bereits am 25. Juli 2011 beschrieben, dass psychi
atrisch ein schweres Bild vorliege. Zudem sei der Beschwerdeführer nicht in der Lage, Zu
sammenhänge genügend schnell zu beurteilen
.
D
ie Depression mache
einen Einstieg in den Arbeitsmarkt unvorstellbar. Aufgrund der
im Rahmen der
poly
disziplinären
Begutachtung durchgeführten
neurologischen und psychiat
rischen
Untersuchung
en
könne der Einschätzung von Dr.
C._
gefolgt werden (Urk. 10/62/63).
Die
Zusatzfrage zum chronologischen und prozentualen Verlauf der Arbeitsfä
higkeit seit Beginn der Einschränkung in der bisherigen und in einer angepass
ten Tätigkeit wurde
dahingehend beantwortet
, dass beim Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt seit Juli 2011 ausgewiesen sei (Urk. 10/62/64 f.).
3.
5
Auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin beim
Y._
führte dieses am
5. März 2014 zum Bericht des Hausarztes
vom 8. Februar 2014 (vgl. Urk. 10/74)
aus, es handle
sich
um
keine fachärztliche psychiatrisch-neurologische Stellungnahme.
Wieso de
r behandelnde
Hausarzt die Diagnose einer de
mentiellen Entwicklung
n
icht
gestellt
und
eine weitere Abklärung ge
mäss den Internationalen Leitlinien nicht durchgeführt
habe
, könne aus gutachterlicher Sicht nicht beantwortet werden (Urk. 10/77/1).
Die Festlegung der Arbeitsunfähigkeit auf 2012/2013 sei aufgrund der anamnestischen Anga
ben der Familienangehörigen
und
der Ver
sicherungsakte mit dem Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfolgt.
Auf
grund der mangelnden Angaben sei es nicht möglich zu beurteilen, ob bereits in der Vergangenheit (vor 2012
)
eine Arbeitsunfähigkeit
aufgrund der aktuellen Diagnosen
bestanden
ha
b
e. Überw
iegend wahrscheinlich müsse aufgrund der fremdanamnestisch geschil
derten Verhaltensauffälligkeit
des
Beschwerdeführers
bereits in der Vergangen
heit von einer Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit,
der
Leistungsfähigkeit und
der
Ressourcen im allgemeinen Arbeitsmarkt ausge
gangen werden
(Urk. 10/77/2)
.
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist, wann der
Versicherungsfall eingetreten
ist. Währen
d die Beschwerdegegnerin davon ausgeht, dass der invalidisierende
Gesund
heits
schaden
sowie die Arbeitsunfähigkeit bereits vor der Einreise in die Schweiz
bestanden habe und somit der Versicherungsfall vor der Einreise ein
getreten sei
(Urk. 2 S.
1),
will
d
er
Beschwerdeführ
er
den Versicherungsfall
in Überein
stim
mung
mit dem polydisziplinären Gutachten
des
Y._
auf Juli 2011 festlegen (Urk. 1
S. 5).
4.2
Der Vorbescheid vom 7. Mai 2012 (Urk. 10/33) erging gestützt auf den Bericht des
D._
, Klinik für Unfallchirurgie, vom 22. März 2012 (Urk. 10/30). Dieser Bericht beschränkte sich auf die Diagnosen nach dem
Poly
trauma
vom 27. Oktober 2011, attestierte dem Beschwerdeführer indes ab dem 5. März 2012 keine Arbeitsunfähigkeit mehr. Er ist daher für die Beurteilung des strittigen Rentenanspruchs nicht massgeblich, und der Beschwerdeführer kann daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten.
4.3
4.
3
.1
I
m
polydisziplinären
Gutachten
des
Y._
vom 21. Oktober 2013 sind als Diag
nosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine chronisch venöse Insuffizienz Grad I bei
dseits
, eine rezidivierende (
chronifizierte
) depressive Störung
,
gegen
wärtig
mit einer
mittelgradige
n
bis schwere
n
depressive
n
Episode (ICD-10
:
F33.1/F33.2)
,
und wahrscheinlich eine Demenz vom vaskulären Typ
aufgeführt
(Urk. 10/62/55).
Dieses Gutachten erging in Kenntnis der
Vorakten
, berücksich
tigt die geklagten Beschwerden und beruht auf durchge
führten Untersuchungen, so dass es die erforderlichen Kriterien für ein
beweis
rechtlich
ausreichendes Gutachten erfüllt.
4.
3
.2
Da das Gutachten vom 21. Oktober 2013 datiert und die Untersuchungen um den Jahreswechsel 2012/2013
durchgeführt worden waren
, stellt sich die Frage, ob
d
ie
genannte
n
Gesundheitsschäden
bereits zu einem früheren Zeitpunkt be
standen.
Die Diagnose einer
schweren rezidivierenden depressiven Störung
stellte
n be
reits
Dr.
C._
in se
inem Bericht vom 24. Juli 2011
und
die
B._
am 22. November 2001
(Urk. 10/10/6
, Urk. 10/10/10
).
I
m Bericht der
B._
vom 4. März 2002
wurde ebenfalls
ein schweres depressives Zustandsbild mit Schlafstörungen, Angstzu
ständen, ausgeprägter körperlicher Schwäche, Selbstmordgedanken, vereinbar mit
einer andauernden
Persönlichke
itsstörung nach Extrembelastung
beschrieb
en. Zudem w
u
rd
e
darin berichtet, dass
sich
der Beschwerdeführer
im Jahr
2001 in der
B._
auf
gehalten habe
(Urk. 10/75/1, vgl.
Urk. 10/10/7). Gemäss den Ausführungen von Dr.
C._
vom 24. Juli 2011
wirk
t
e der Beschwerdeführer etwas weniger leidend als noch 2004/200
5.
Dennoch sei eine flüssige Kommunikation mit ihm unmöglich (Urk. 10/10/7). Zudem hielt er fest, dass beim Beschwerdeführer psychiatrisch ein sehr schweres Bild vorliege (Urk. 10/10/8).
Auch
dem Urteil der Schweizerischen
Asylrekurskommission
vom 29. August 2003
ist
zu entnehmen, dass sowohl die
B._
als auch der Hausarzt eine schwere rezidivierende dep
ressive Störung
diagnostiziert hätten
(Urk. 10/84/88).
Da sich die genannten Angaben decken und aus den Akten ersicht
lich ist, dass sich der Beschwerdeführer im Jahre 2001
in der
B._
aufhielt und auch nach dem Aus
tritt keine Bes
serung eintrat (Urk. 10/75/1)
,
ist mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt, dass die Depression bereits im Jahr 2001 und durchgehend bis
zum
Verfü
gungszeitpunkt
vom 24. September 2014 bestand.
D
ies deckt sich auch
mit der Aussage des Sohnes, welcher angab, dass die Probleme mit der Psyche des Vaters bereits ums Jahr 2000 angefangen hätten (Urk. 10/62/26).
Die weiteren Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
, welche im
poly
disziplinären
Gutachten
des
Y._
genannt w
u
rden, sind
in den
Bericht
en
von Dr.
C._
und der
B._
nicht zu fin
den. Dafür
wurden
dort
weitere Diagnosen
genannt
, welche jedoch ihren Ursprung
in den Jahren 1998/1999 und 2002 hatten
(Urk. 10/10/6
, Urk. 10/10/10
)
. Davon w
u
rd
e
im polydisziplinären Gutachten vom 21. Oktober 2013
nu
r
die Ertaubung des linken Ohres bei einem Status nach zweimaliger Mittelohroperation und
subto
taler
Perosektomie
links als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit
auf
geführt (Urk. 10/62/55). Das Posttraumatische Belastungssyndrom be
steht offenbar zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr
(
Urk. 10/10/6
, Urk. 10/10/10
, vgl.
Urk. 10/
62
/
55)
.
Der 2002 erlittene
c
ere
b
rovas
c
uläre
Insult
(Urk. 10/10/6)
,
wurde zwar im
neurologischen Un
tersuchungsbefund
des
Y._
-Gutachtens
als
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit
aufgeführt (Urk. 10/62/32),
nicht
jedoch in der nachfolgen
den Zusammenfassung
(vgl. Urk. 10/62/55)
.
Es
kann
indes
offen bleiben, ob
sich
der
c
erebrovsculäre
Insult heute noch auf die Arbeitsfähigkeit
auswirk
t
, oder ob es zu einer Besserung kam.
Zusammenfassend kann m
it überwiegender Wahrscheinlichkeit
festgehalten werden
, dass die berei
ts
im Jahre 2001
diagnostizierte
Depression bis heute be
steht und somit
diesbezüglich
von einer unveränderten Diagnose auszugehen ist
.
4.4
4.
4
.1
Was den Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit
anbelangt, will
der Beschwerdeführer
deren Beginn im
Juli 2011
annehmen
(Urk. 1 S. 7), währendem die
Beschwerde
gegnerin
von einer
bereits im Jahre 1999, bei der Einreise in die Schweiz, be
steh
enden
Arbeitsunfähigkeit
ausging
(Urk. 2).
4.4
.2
Das polydisziplinäre Gutachten
des
Y._
vom 21. Oktober 2013
hielt
zu
m
Be
ginn der Arbeitsunfähigkeit
in
Würdigung der vorhandenen Arztberichte
fest
, dass die Arbeitsunfähigkeit sicherlich seit dem Beginn der Begutachtung im Dezember 2012 und mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bereits seit Mitte 2011
bestehe
. Im Arztbericht an die IV-Stelle habe Dr.
C._
bereits am 25. Juli
2011 ein psychiatrisch schweres Bild diagnostiziert (Urk. 10/62/63).
Der
Zeit
raum
von der
Einreise in die Schweiz im Jahr
1999 bis
ins Jahr
2011
sei auf
grund der
mangelnden Angaben nicht beurteilbar. Überwiegend wahrscheinlich müsse
aufgrund der fremdanamnestisch geschilderten Verhaltensauffälligkeit des Be
schwer
de
führers bereits in der Vergangenheit von einer Beeinträchtigung
von
Arbeitsfähigkeit, Leistungsfähigkeit und Ressourcen im allgemeinen Ar
beits
markt
ausgegangen werden (Urk. 10/77/2).
Diese
überzeug
en
somit
nicht restlos.
Eine erst nach Jahren rückwirkend fest
gestellte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit
vermag
für sich allein ge
sehen
auch
nicht genügen (
Urteil des Bundesgerichts
8C_41/2011 vom 17. Mai 2011, E. 2.2).
Hingegen
beruht der B
ericht von Dr.
C._
vom 24. Juli 2011
, in dem er
eine Arbeitsun
fähigkeit seit dem 12. März 2001
attestierte
,
auf zwei- bis drei monat
lichen Kontrollen seit dem 12. März 2001 (Urk. 10/10/6-7)
und dem
Austritts
bericht
der
B._
vom 22. November 20
0
1
(Urk. 10/10/10)
.
Er ist somit
echtzeit
lich
, auch wenn er erst 2011 erstellt wurde, da er den gesamten Zeitraum seit 2001 berücksichtigt
.
D
arauf
kann abgestellt
werden
.
Die Einschätzung von Dr.
C._
stimmt im Übrigen mit dem Bericht der
B._
vom 4. März 2002 überein, wonach der Zustand des Beschwerdeführers seit der Ent
lassung aus der
B._
am 16. November 2001 un
verändert sei (Urk. 10/75/1). Durch diesen Zustand sei
der Beschwerdeführer
in
validisiert und nicht in der Lage
,
einer einfachen Tätigkeit nachzugehen (Urk. 10/75/2).
4.
4
.
3
S
omit
liegen überzeugende medizinische Einschätzungen, die echtzeitlicher Natur
sind
,
vor, weshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszu
gehen ist, dass der Beschwerdeführer
seit dem 12. März 2001 zu 100 % arbeits
unfähig
ist
(
vgl.
Urk. 10/10/8).
Um einen noch früheren Eintritt des Gesundheitsschadens
als
im Jahre
2001
anzunehmen, sind die Akten zu vage, so
dass retrospektiv nicht beurteilt wer
den kann, ob bereits im Zeitpunkt der Einreise in die Schweiz der invalidisie
rend
e Gesundheitsschaden bestand.
Der Eintritt des Versicherungsfalls ist in Anwendung von Art. 28 Abs. 1
lit
. b und c IVG auf März 2002 zu datieren.
5.
Der Beschwerdeführer zahlte gemäss IK-Auszug nur in den Jahren 2007, 2008, 2009, 2012 und 2013 AHV-Beiträge ein (Urk. 10/67). Da er im Zeitpunkt des
Eintritts des
Versicherungsfall
e
s somit nicht während mindestens drei Jahren Beiträge geleistet hatte, verfügt er mangels erfüllter Beitragszeiten über keinen Anspruch auf eine ordentliche Invalidenrente (vgl.
Art.
36
Abs.
1 IVG).
Gemäss
Art.
39
Abs.
3 IVG haben Ausländer und Staatenlose dann Anspruch auf
eine ausserordentliche Invalidenrente, wenn sie als Kinder die Vorausset
zungen von
Art.
9
Abs.
3 IVG erfüllt haben.
Art.
9
Abs.
3 IVG sieht unter be
stimmten Bedingungen einen Anspruch auf Eingl
iederungsmass
nahmen für ausländische Staatsangehörige mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz
vor, die das 20.
Altersjahr noch nicht vollendet haben. Der Beschwerdeführer reiste
jedoch im Alter von 49 Jahren in die Schweiz ein
(Urk. 10/4), weshalb er die Voraussetzungen von
Art.
39
Abs.
3 in Verbindung mit
Art.
9
Abs.
3 IVG nicht erfüllt. Deshalb kann auch kein An
spruch auf eine ausserordentliche Inva
lidenrente bestehen. Die
Verneinung ei
nes Rentenanspruchs in der angefoch
te
nen Verfügung erweist sich somit im Er
gebnis als korrekt, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen
geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen der gesetzlichen Vorgabe (Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Die Kosten sind dem unterlie
genden Beschwerdeführer aufzuerlegen, infolge der ihm gewährten unentgeltli
chen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.2
Die unentgeltliche Rechtsvertreterin, Rechtsanwältin Géraldine Walker, ist für ihre
Aufwendungen in diesem Verfahren aufgrund der von ihr eingereichten Honorarnote
(Urk. 1
4
/1-2
)
mit
Fr.
1‘746.
40
(inkl. Barauslagen und Mehrwert
steuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
Der Beschwerdeführer ist darauf hinzuweisen, dass er diesbezüglich laut
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) zur Nach
zahlung verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.