Decision ID: d686427e-8d19-4b0b-a5de-b105a25dd17f
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1968,
ist Zahnärztin und führt eine eigene Zahnarztpraxis (Urk. 7/11 S. 2). Am
10. Juli 2019
meldete sie sich
wegen Rücken
beschwerden bei der
Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3 Ziff. 6.1).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte in der Folge medizinische
(Urk. 7/13-14)
sowie erwerbliche Abklärungen (Urk. 7/7) und zog die Akten der Krankentaggeldversicherung bei (Urk. 7/9). Mit Schreiben vom 12. August 2019 teilte
sie
der Versicherten mit,
es seien derzeit keine Ein
gliederungsmassnahmen nötig (Urk. 7/12). Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Urk. 7/16, Urk. 7/18), in dessen Rahmen weitere medizinische Berichte eingingen (Urk. 7/17, Urk. 7/23), verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 9. Oktober 2020 einen Rentenanspruch der Versicherten (Urk. 7/26 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 26. Oktober 2020 Beschwerde gegen die Verfügung vom 9. Oktober 2020 (Urk. 2) und beantragte sinngemäss die
Zusprache
einer Invali
denrente (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 9. Dezember 2020 beantragte die Beschwerdegegnerin, die Beschwerde sei teilweise gutzuheissen und die Sache für weitere Abklärungen zurückzuweisen (Urk. 6). Nachdem mit Verfügung vom 17. Dezember 2020 ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet und der Beschwer
deführerin Gelegenheit gegeben worden war, zur beantragten Rückweisung Stel
lung zu nehmen (Urk. 8), teilte die
se
mit Replik vom
11. Januar 2021 mit, sie halte
am Antrag auf
Zusprache
einer Rente gestützt auf ein 50 %-Pensum
fest
(Urk. 10 S. 2).
Mit Schreiben vom 22. Februar 2021 verzichtete die Beschwerde
gegnerin auf das Einreichen einer Duplik (Urk. 16), was der Beschwerdeführerin am 26. Februar 2021 mitgeteilt wurde (Urk. 17).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt
nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrelevante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
Von der Rückweisung der Sache an den Versicherungsträger zur Gewährung des rechtlichen Gehörs ist nach dem Grundsatz der Verfahrensökonomie dann abzu
sehen, wenn dieses Vorgehen zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem gleichlaufenden und der Anhörung gleichgestellten Interesse der versicherten Person an einer möglichst
beförderlichen
Beurteilung ihres Anspruchs nicht zu vereinbaren sind (vgl. zum Ganzen BGE 137 I 195 E. 2.3.2; BGE 136 V 117 E. 4.2.2.2; BGE 133 I 201 E. 2.2).
Bei ungenügenden Abklärungen durch den Versicherungsträger holt die Be
schwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein, wenn sie einen (im Ver
waltungsverfahren anderweitig erhobenen) medizinischen Sachverhalt über
haupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativ
expertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Die betref
fende Beweis
erhebung erfolgt alsdann vor der – anschliessend reformatorisch entscheidenden – Beschwerdeinstanz selber statt über eine Rückweisung an die Verwaltung. Eine Rückweisung an den Versicherungsträger bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist. Ausserdem bleibt es dem kantonalen Gericht (unter dem Aspekt der Verfahrensgarantien) unbenommen, eine Sache zurück
zuweisen, wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (B
GE 137 V 210
E. 4.4.1.4 mit Hin
weisen; Urteil des Bundesge
richts 8C_815/2012 vom 21. Oktober 2013 E. 3.4, publiziert in SVR 1/2014
UV Nr. 2 S. 3)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung vom 9. Oktober 2020 (Urk. 2) aus, seit April 2019 sei die Beschwerdeführerin in der Ausübung ihrer Tätigkeit als Zahnmedizinerin eingeschränkt. Aktuell sei ihr ein Pensum von 70 % zumutbar. Ein Rentenanspruch entstehe, wenn über ein Jahr eine durch
schnittliche Arbeitsunfähigkeit von 40 % ausgewiesen sei. Mit der 30%igen Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit sei damit die durchschnittliche Arbeitsunfähig
keit nicht erfüllt (Urk. 2 S.
1).
Mit Beschwerdeantwort vom 9. Dezember 2020 (Urk. 6) beantragte die Beschwer
degegnerin die teilweise Gutheissung der Beschwerde und Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung. Da bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit primär auf die undeutlichen Angaben der Hausärztin abgestellt und der Verlauf bei geltend gemachter Veränderung nicht ärztlich gewürdigt worden sei, könne
nicht
ohne weitere Abklärungen mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit über die Höhe der Arbeitsfähigkeit und somit auch nicht über den Rentenan
spruch entschieden werden.
2.2
Die Beschwerdeführerin
machte
geltend, da sie mit sehr starken Schmerzen kon
frontiert sei, sei bei ihrer Tätigkeit als Zahnärztin längeres Sitzen oder Stehen unmöglich. Trotz reduziertem Pensum sei sie regelmässig auf Infiltrationsspritzen mit Cortison angewiesen. Die Schmerzen seien teilweise so intensiv, dass sie zeit
weise auch psychisch erschöpft sei und sie regelmässig auf die Einnahme von Schmerzmitteln angewiesen sei. Sie bitte dringend darum, die Situation neu zu beurteilen (Urk. 1).
Im Rahmen der Replik (Urk. 10) legte die Beschwerdeführerin sodann dar, Dr.
Y._
habe in ihrem ersten Bericht zwar eine maximale Arbeitsfähigkeit von fünf bis sechs Stunden attestiert, jedoch betont, dass diese eventuell längeren Arbeitszeiten durch Pausen kompensiert werden sollten, damit ein maximales Arbeitspensum von 50 % resultiere. Die Beschwerdegegnerin habe lediglich den ersten Teil wahrgenommen und die weiteren Erläuterungen ignoriert. Dr.
Y._
habe in ihrem zweiten Bericht die möglichen Unklarheiten korrigiert. Den
noch habe die Beschwerdegegnerin auf einer Arbeitsfähigkeit von 70 % beharrt (S. 1). Ihre Lebensqualität sei durch die Rückenveränderungen massiv gesunken. Ohne Spritzen sei sogar die 50%ige Arbeitsfähigkeit sehr schwer zu ertragen. Das lange Sitzen oder Stehen in steifen Positionen, das in ihrem Beruf unumgänglich sei, sei für den Rücken extrem belastend und die intensive
n
Schmerzen würden sie zeitweise in depressive Zustände versetzen. Sie halte an ihrem Antrag auf
Festsetzung der Arbeitsfähigkeit auf maximal 50 % fest
(S. 2).
2.3
Strittig und zu prüfen ist damit der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin.
3.
3.
1
In seinem Bericht
vom 15. März 2018 (Urk. 7/9/5-6) führte PD
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Radiologie, Klinik
A._
, aus, die Beschwerdeführerin zeige bei L5/S1 eine aktivierte
Osteochondrose
sowie eine deutliche
Spondylar
throse
ohne Zeichen einer Nervenwurzelkompression. In der linken Hüfte zeige sich am Schenkelhals ein Knochenödem, vereinbar mit einer
herniation
pit
bei
Pincer
Impingement
. Gegebenenfalls werde eine genauere Abklärung der linken Hüfte empfohlen. Zeichen für eine Arthritis oder Arthrose im
Ileosakralgelenk
(ISG) gebe es keine
(S. 2).
3.
2
Die Hausärztin
Dr.
med.
Y._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
diagnostizierte am 5. Mai 2019 eine ausgeprägte
Osteochondrose
der Wirbelsäule sowie eine ausgeprägte
Spondylarthrose
mehrerer Etagen (Urk. 7/9/4 Ziff. 3). Seit dem 4. April 2019 sei die Beschwerdeführerin zu 40 % arbeitsunfähig (Ziff. 4). Es sei davon auszugehen, dass die Arbeitsunfähigkeit länger als sechs Monate andauere (Ziff. 4.1).
3.
3
In ihrem Bericht vom 15. Oktober 2019 (Urk. 7/13/1-3)
hielt Dr.
Y._
fest, seit dem 3. Juni 2019 sei die Beschwerdeführerin 50 % arbeitsunfähig (Ziff. 1.3). Die Symptomatik könne mit intensiver Physiotherapie und Heimtraining soweit stabil gehalten werden,
so dass
die Beschwerdeführerin
50 % arbeitsfähig sei,
jedoch nicht länger als vier bis maximal sechs Stunden pro Tag arbeiten
könne
. Insbesondere Arbeiten im Bereich des Oberkiefers eines Patienten seien äusserst belastend und schmerzhaft, die Beschwerdeführerin müsse ihre Sprechstunde darauf ausrichten (Ziff. 2.2). Eine sichere Prognose könne derzeit nicht gestellt werden, in den nächsten zwölf Monaten sei nicht mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen (Ziff. 2.7).
Die aktuelle Tätigkeit sei körperlich inso
fern streng, als oft unnatürliche Haltungen über längere Zeit eingehalten werden müssten, exaktes Arbeiten mit Lupenbrille in teilweise unnatürlicher Kopfhal
tung. Die Arbeiten seien repetitiv für Wirbelsäule und Arme belastend
, zudem sei der Kundenkontakt und das freundliche Auftreten ausserordentlich wichtig (Ziff. 3.3). Aufgrund der Schmerzen könnten bestimmte Arbeiten (Oberkiefer der Patienten) nur während begrenzter Zeit und maximal einmal pro Tag durchge
führt werden (Ziff. 3.4).
Eine dem Leiden angepasste Tätigkeit sei ebenfalls wäh
rend maximal fünf bis sechs Stunden pro Tag zumutbar (Ziff. 4.2).
3.
4
RAD-Arzt
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, führte am 19. Februar 2020 aus,
gemäss den Angaben von
Dr.
Y._
seien
i
nsbesondere Arbeiten am Oberkiefer der Patienten äusserst belastend und schmerzhaft. Unter der Prämisse, dass die Hälfte der Zähne eines Menschen im Oberkiefer angesiedelt
seien
, lasse sich die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nachvollziehen.
Sollte der Arbeitsplatz mit einer modernen Behandlungseinheit ausgestattet werden, könnten die Belastungen für die Wir
belsäule erheblich reduziert werden und eine höhere Arbeitsfähigkeit wäre die Folge. Nicht nachvollziehbar sei die Angabe von Dr.
Y._
, dass in einer angepassten Tätigkeit keine höhere Arbeitsfähigkeit bestehe. Wenn die schmerz
haften Belastungen und Bewegungsabläufe von der Beschwerdeführerin fernge
halten würden, gebe es keinen Grund mehr für eine Reduktion des Arbeitspen
sums, zumal die radiologisch nachgewiesenen degenerativen Veränderungen das altersentsprechende Mass kaum übersteigen würden (Urk. 7/15 S. 3). Für leichte wechselbelastende Tätigkeiten ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufige wirbelsäulenbelastende Tätigkeiten und Zwangshaltungen, ohne häufige Rumpfrotationen, ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände sowie unter Ver
meidung von andauernden Vibrationsbelastungen und Nässe-/Kälteexposition sei keine Arbeitsunfähigkeit plausibel ausgewiesen.
In der Tätigkeit als Zahnärztin habe vom 4. April bis 31. Mai 2019 eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit sowie vom 3. Juni bis 14. Oktober 2019 eine solche von 50 % bestanden. Seit dem 15. Oktober 2019 sei der Beschwerdeführerin eine Arbeitsfähigkeit von fünf bis sechs Stunden täglich zumutbar, dies entspreche zirka 70 %.
Eine wesentliche
Änderung des Gesundheitszustandes sei nicht zu erwarten, die degenerativen Veränderungen würden im Laufe des Lebens zunehmen. Es sei nicht davon aus
zugehen, dass weitere medizinische Massnahmen die Arbeitsunfähigkeit relevant reduzierten. Eine Optimierung der Arbeitsplatzsituation sollte jedoch zu einer Verbesserung der Arbeitsfähigkeit führen (S. 4).
3.
5
Nach einem MRI der ganzen Wirbelsäule legte
PD
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Radiologie,
in ihrem Bericht vom 17. April 2020
dar, zervikal zeig
ten sich vor allem aktivierte deck- und bodenplattennahe Veränderungen im Seg
ment 6/7, hier ausgeprägt, sowie
Diskusprotrusionen
im gesamten mittleren und unteren HWS-Bereich,
foraminal
links mit möglichen
Kompromittierungen
von C5 und C7 sowie
intraforaminal
rechts mit möglicher
Kompromittierung
von C4, C5 und C
6.
Thorakal gebe es keine Hinweise für frische traumatische
ossäre
Läsionen. Lumbal bestünden aktivierte deck- und bodenplattennahe Veränderun
gen L5/S1 mit leichter
foraminaler
Stenosierung
beidseits
,
in diesem Segment mit knappem Kontakt zu L5
foraminal
rechts. Insgesamt
seien
deutliche
Fazettenge
lenksarthrosen
nach kaudal zunehmend
nachgewiesen
(Urk. 7/23/7-8).
3.
6
In ihrem Bericht vom 27. Juni 2020 (Urk. 7/23/1-5) hielt Dr.
Y._
fest, die objektiven Befunde und Diagnosen seien unverändert (Ziff. 2.4-5). Sie rechne mit einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit von 50 % (Ziff. 2.7). Sowohl die bisherige als auch eine dem Leiden angepasste Tätigkeit sei während vier Stunden pro Tag zumutbar (Ziff. 4.1-2). Die Beschwerdeführerin könne maximal während vier Stunden pro Tag arbeiten und brauche regelmässige Ruhezeiten (Ziff. 5).
3.
7
Mit Schreiben vom 23. Oktober 2020 wies Dr.
Y._
darauf hin, dass sich zwar die Diagnose nicht verändert habe, die Beschwerdeführerin im Verlauf jedoch eine Verschlechterung erfahren habe. Es sei ihr nur mit äusserster Anstrengung
möglich, vier Stunden am Stück zu arbeiten. Schon während dieser Zeit und anschliessend leide sie unter starken Schmerzen, weswegen keine län
gere Arbeitsdauer möglich sei. Dem MRI-Befund vom 17. April 2020 sei klar zu entnehmen, wie schwer die Veränderungen seien. Dies erkläre die ausgeprägten Beschwerden ausreichend. Der Beschwerdeführerin sei eine Arbeitsfähigkeit von maximal 50 % zumutbar, eine längere Arbeitsdauer als vier Stunden pro Tag sei nicht möglich (Urk. 7/31/7).
4.
4.1
In ihrer Beschwerdeantwort vom
9. Dezember 2020 hielt die Beschwerdegegnerin fest, bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei primär auf die undeutlichen Angaben der Hausärztin abgestellt und der Verlauf bei geltend gemachter Verän
derung
ärztlich
nicht gewürdigt worden. Ohne weitere Abklärungen könne daher mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht über die Höhe der Arbeitsfähigkeit und somit auch nicht über den Anspruch auf eine Rente ent
schieden werden (
E. 2.1
).
Tatsächlich
hat
die Beschwerdegegnerin die
leicht missverständlichen
Angaben der Hausärztin Dr.
Y._
unzutreffend gewürdigt.
In ihrem
Bericht vom
15. Oktober 2019
führte
Dr.
Y._
aus,
die Beschwerdeführerin könne nicht länger als vier bis maximal
sechs Stunden pro Tag arbeiten (E. 3.3). Die Beschwer
degegnerin schloss aus diesen Angaben auf
eine Arbeitsfähigkeit von 70 % (vgl. E. 3.4). Dabei übersah sie jedoch, dass Dr.
Y._
die Arbeitsfähigkeit insge
samt auf 50 % festlegte, ungeachtet der täglich möglichen Arbeitsdauer von vier bis sechs Stunden.
In ihrem
Bericht
vom
27. Juni 2020
führte sie denn auch ergänzend aus, die Beschwerdeführerin könne maximal während vier Stunden pro Tag arbeiten und brauche regelmässige Ruhezeiten. Es sei mit einer dauer
haften Arbeitsunfähigkeit von 50 % zu rechnen (E. 3.6).
4.2
Zudem ergeben sich aus dem
MRI-Bericht der Klinik
A._
vom 17. April 2020 (E. 3.5) weitergehende Befunde, welche vom RAD bis anhin nicht gewürdigt worden sind. Dieser überprüfte das Dossier der Beschwerdegegnerin letztmals am 19. Februar 2020 (Urk. 7/15 S. 3-4) und damit vor Eingang des MRI-Berichts.
Nachdem somit zwar neue Befunde vorliegen, jedoch keine entsprechende Neu
beurteilung der Arbeitsfähigkeit, ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszuge
hen, dass für die Feststellung des medizinischen Sachverhaltes weitere Abklärun
gen notwendig und die
entscheidrelevanten
Unterlagen nicht vollständig sind.
Die Beschwerde ist daher in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtene Ver
fügung aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, damit diese nach ergänzender Abklärung des medizinischen Sachverhaltes sowie der Gewährung des rechtlichen Gehörs gestützt auf die dannzumal voll
ständigen Unterlagen über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin neu entscheide.
5.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung einer Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb die Gerichtskosten entsprechend dem Ausgang des Verfahrens
der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen sind.