Decision ID: 99ed75fe-b158-4adb-8900-fdb4495c82f6
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Unterhalt und weitere Kinderbelange
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 12. Juli 2019 (FK170010-G)
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Rechtsbegehren:
A. Klägerin (Urk. 127 S. 1 ff. i.V.m. Prot. VI S. 87 i.V.m. Urk. 136 S. 1)
1. Es sei die Tochter, C._, geb. tt.mm.2016, unter der  elterlichen Sorge der Eltern zu belassen.
2. Es sei die Tochter, C._, geb. tt.mm.2016, unter die alleinige Obhut der Mutter, A._, zu stellen bzw. darunter zu belassen.
3. Es sei der Beklagte für berechtigt zu erklären, die Tochter C._ wie folgt zu betreuen: – Phase 1 (ab Rechtskraft bis voraussichtlich Eintritt Kinder-
garten): Unter der Woche am Montag von 07.00 Uhr bis 17.00 Uhr sowie am Wochenende alternierend am Samstag bzw. Sonntag von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr;
– Phase 2 (ab voraussichtlich Eintritt Kindergarten): jedes 2. Wochenende von Samstag, 09.00 Uhr, bis Sonntag, 17.00 Uhr, sowie an einem freien Kindergartennachmittag ab Kindergartenschluss bis 18.00 Uhr;
– Phase 3 (ab Eintritt 1. Primarklasse): jedes 2. Wochenende von Samstag, 09.00 Uhr, bis Sonntag, 17.00 Uhr, sowie an zwei freien Schulnachmittagen von Schulschluss bis 18.00 Uhr;
– in Phase 1 und 2 in geraden Jahren an Ostersonntag sowie Pfingstmontag, am 25. Dezember sowie am 31. Dezember (C._s Geburtstag); in ungeraden Jahren an  und Pfingstsonntag, am 24. Dezember sowie am 1. Januar, jeweils von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr;
– ab Phase 3 in geraden Jahren an Ostern von Karfreitag, 09.00 Uhr, bis Ostermontag, 18.00 Uhr, in ungeraden  an Pfingsten von Samstag, 09.00 Uhr, bis , 18.00 Uhr;
– ab Phase 3 zusätzlich drei Wochen Ferien pro Jahr. 4. In Phase 1 (vorstehend Ziff. 3) sei die Klägerin berechtigt zu
erklären, alle sechs Wochen ein ganzes Wochenende mit A._ zu verbringen, ohne dass die dadurch ausfallenden  nachgeholt werden müssen.
5. In Phase 1 und 2 (vorstehend Ziff. 3) sei die Klägerin  zu erklären, pro Jahr fünf Wochen Ferien mit C._ zu verbringen, ohne dass die dadurch ausfallenden Besuchstermine nachgeholt werden müssen.
6. Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin an die  des Unterhalts von C._ folgende monatlichen Bar-
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unterhaltsbeiträge (zuzüglich allfällige gesetzliche oder  Familienzulagen) jeweils im Voraus auf den ersten eines  Monats zu bezahlen:
Fr. 1'800.00 ab 1. Januar 2017 bis 30. April 2017 Fr. 1'300.00 ab 1. Mai 2017 bis 31. Juli 2017 Fr. 3'898.00 ab 1. August 2017 bis 30. Juni 2018 Fr. 3'415.00 ab 1. Juli 2018 bis 31. August 2021 Fr. 3'075.00 ab 1. September 2021 bis 31. Dezember 2026 Fr. 2'515.00 ab 1. Januar 2027 bis zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen Erstausbildung auch über die Volljährigkeit hinaus.
7. Es sei der Beklagte zu verpflichten, der Tochter C._ für die zweite Hälfte des Monats April sowie die Monate Mai und Juni 2017 einen Betreuungsunterhalt von Fr. 3'500.00 pro Monat zu bezahlen, zahlbar an die Klägerin.
8. Es seien die Unterhaltsbeiträge gemäss der vorstehenden Ziffer 6 gerichtsüblich zu indexieren.
9. Es sei die Besuchsrechtsbeistandschaft aufrechtzuerhalten und in der Person von Frau D._ weiterzuführen.
10. Es seien die Parteien zu verpflichten, gemeinsam ein  zu besuchen.
11. Die Anträge des Beklagten seien abzuweisen. 12. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zu
Lasten des Beklagten.
B. Beklagter (Urk. 129 S. 2 ff. i.V.m. Prot. VI S. 88) 1. Obhut und Wohnsitz
Es sei das gemeinsame Kind der Parteien, C._, geb. am tt.mm..2016, unter die Obhut der Klägerin und des Beklagten mit wechselnder Betreuung zu stellen. Der Wohnsitz des Kindes soll vorläufig bei der Klägerin an der Adresse E._-schstr. ..., F._, bleiben.
2. Betreuungsanteile Es sei der Betreuungsanteil des Beklagten ab Rechtskraft des  auf die folgenden Zeiten festzusetzen: Erste Phase bis zum 1.10.2019: • Sonntag, 09.00 Uhr – 19.00 Uhr • Montag, 09.00 Uhr – 19.00 Uhr • zusätzlich jede zweite Woche am Freitag, 09.00 Uhr –
19.00 Uhr, und Samstag, 09.00 Uhr bis 19.00 Uhr
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Zweite Phase ab dem 1.10.2019: • Sonntag, 19.00 Uhr, bis Mittwochmorgen zur Übergabe an
die Kinderkrippe bzw. bis Beginn des Kindergartens oder der Schule bzw. während den Ferien verpflegt bis , 13.30 Uhr.
• Zusätzlich an jedem zweiten Wochenende von Samstag, 09.00 Uhr, bis Sonntag, 19.00 Uhr.
• Vier Wochen Ferien pro Jahr. Das Ferienbesuchsrecht sei von beiden Parteien mindestens zwei Monate im Voraus . Soweit sich die Parteien in Bezug auf die Ferien nicht einigen können, kommt dem Beklagten in den  und der Klägerin in den geraden Jahren der  bezüglich der Aufteilung der Ferien zu.
• In den Jahren mit ◦ gerader Jahreszahl an Ostern (Gründonnerstag,
12.00 Uhr, bis Ostermontag, 19.00 Uhr), Weihnachten bis Silvester (d.h. vom 25.12., 09.00 Uhr, bis 31.12., 19.00 Uhr) und
◦ in den ungeraden Jahren an Pfingsten (Samstag, 09.00 Uhr – Montag, 19.00 Uhr) und an Weihnachten 24.12. (09.00 Uhr – 19.00 Uhr) und an Neujahr (1.01., 09.00 Uhr – 2.01., 19.00 Uhr).
• Weitergehende oder abweichende Wochenend-, Feiertags- oder Ferienkontakte sollen nach gegenseitiger Absprache vorbehalten bleiben.
In Bezug auf die Übergabe gilt der Grundsatz, dass die Klägerin das Kind zu übergeben hat und der Beklagte es zurückzubringen hat. In der übrigen Zeit wird das Kind von der Klägerin betreut.
3. Beistandschaft Es sei die Erziehungsbeistandschaft per sofort aufzuheben.
4. Kindesschutzmassnahmen Es seien beide Eltern im Sinne einer Kindesschutzmassnahme zu verpflichten, eine Mediation von mindestens 10 Sitzungen ( zwei Termine pro Kalendermonat) bei einer fachlich kompetenten Stelle zu absolvieren, beginnend spätestens innert 60 Tagen ab Rechtskraft des Urteils. Für den Fall einer  innert 30 Tagen nach der Rechtskraft des Urteils betreffend die konkreten Modalitäten der Mediation (Wahl der Fachperson, Terminplanung und Kostentragung) sei der Kindsanwalt Dr. iur. Z._ nach den Regeln der ZPO-Schiedsgerichtsbarkeit als Schiedsrichter für berechtigt und verpflichtet zu erklären, auf Antrag eines Elternteils und nach angemessener Gewährung des
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rechtlichen Gehörs zu Gunsten des anderen Elternteils  für beide Eltern eine als geeignet erscheinende Fachperson für zuständig zu erklären und mit dieser einen Terminplan für die Mediation auszuarbeiten (inkl. Ersatzdaten hinsichtlich allfällig entschuldigter Absagen von Teilnehmern) und zu Handen der  verbindlich mittels eingeschriebener Post zu eröffnen. Der Schiedsrichter Dr. iur. Z._ ist an die Anträge der Eltern  die durchzuführende Mediation nicht gebunden, soll indes hierauf angemessen Rücksicht nehmen. Für den Fall einer Säumnis oder eines nicht gehörigen Mitwirkens einer Partei ( Mitwirkung bei der Wahl der Fachperson, der  sowie während den Mediationsterminen selbst) sei dem  Elternteil eine Bestrafung im Sinne von Art. 292 StGB anzudrohen. Betreffend die derzeit unbekannten  und die Anwaltskosten von Dr. iur. Z._ (auf der Basis von maximal CHF 275.– pro h, zuzüglich MWST und zuzüglich  3 % Barauslagen) seien beide Eltern dem Grundsatz nach zu verpflichten, diese hälftig zu tragen. Im Streit- und Säumnisfall seien die Kosten indes von dem Elternteil vorzuschiessen,  die Mediation beim Schiedsrichter Dr. Z._ zeitlich zuerst beantragt (Datum Poststempel), wobei der Schiedsrichter für  zu erklären ist, mit der Zustellung des konkreten  an die Eltern auch über das Kosten-Regressrecht gegen den anderen Elternteil zu entscheiden.
5. Kinderunterhaltskosten 5.1 Es seien die Kosten des Betreuungsunterhalts betreffend das
Kind C._ wettzuschlagen. 5.2 Es seien die Kosten des Barunterhalts von monatlich
CHF 800.00, der obligatorischen Krankenkasse und die effektiven Kosten der Fremdbetreuung für den Zeitraum ab der Geburt des Kindes bis heute (April 2019) von den Parteien hälftig zu tragen. Die Kosten der Krankenkasse und die Fremdbetreuungskosten seien zu beziffern, alles unter Ab- und Anrechnung der  des Beklagten in diesem Zeitraum.
5.3 Es seien alle weiteren Unterhaltskosten ab Mai 2019  und diejenige Partei für zahlungspflichtig zu erklären, welche die Kosten auslöst. Hiervon ausgenommen seien  Kinderkosten zu erklären, welche konsensual  werden, diese seien von den Parteien hälftig zu übernehmen, soweit sie mehr als CHF 200.00 pro Ausgabeposition betragen: z.B. Zahnarztkosten, ungedeckte Gesundheitskosten, Kosten für schulische Förderungsmassnahmen, SBB-Abonnement,  Kranken-Zusatz-Versicherungen, etc. Ohne einen Konsens seien solche ausserordentlichen Kinderkosten von der Partei zu tragen, welche sie auslöst, alles unter dem Vorbehalt eines  Regresses gegen die andere Partei.
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6. Klageabweisung Alle anderslautenden, klägerischen Anträge seien abzuweisen, mit Ausnahme des klägerischen Antrags zur gemeinsamen  Sorge. Dieser sei zu bewilligen.
7. Kosten- und Entschädigungsfolgen Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der , wobei die Regelung dem Endentscheid vorzubehalten sei.
C. Kindsvertreter (Urk. 131 S. 1) 1. Es sei die Tochter C._, unter die alternierende Obhut beider
Elternteile zu stellen, wobei der Wohnsitz bei der Mutter zu  sei.
2. Es sei das Betreuungsrecht des Kindsvaters so aufzubauen, dass ab 5. Januar 2020, abends, die Kindseltern C._ je zur Hälfte betreuen.
3. Die Kindseltern seien zu verpflichten, eine Mediation von  10 Sitzungen aufzunehmen mit dem Ziel, die Kommunikation untereinander zu verbessern und einen Elternvertrag .
4. Den Kindseltern sei die Weisung zu erteilen, eine Psychotherapie aufzunehmen (bzw. weiterzuführen).
5. Es sei die angeordnete Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 ZGB weiterzuführen.
Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Meilen vom 12. Juli 2019:
(Urk. 146 S. 48 ff. = Urk. 156 S. 48 ff.)
1. Die gemeinsame Tochter der Parteien, C._, geb. tt.mm.2016, wird unter
der gemeinsamen elterlichen Sorge der Parteien belassen.
2. Die gemeinsame Tochter der Parteien, C._, geb. tt.mm. 2016, wird per
1. Juli 2020 unter die geteilte Obhut der Eltern gestellt.
Der Betreuungsanteil des Beklagten wird auf folgende Zeiten festgesetzt:
− jeweils von Sonntag (erstmals 1. Juli 2020), 18.00 Uhr, bis Mittwoch,
11.30 Uhr;
− an jedem zweiten Wochenende (erstmals vom 3. bis 5. Juli 2020) zu-
sätzlich von Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr;
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− in den Jahren mit gerader Jahreszahl (d.h. erstmals im Jahr 2020) vom
26. Dezember, 09.00 Uhr, bis 31. Dezember, 13.30 Uhr, sowie in Jah-
ren mit ungerader Jahreszahl vom 24. Dezember, 09.00 Uhr, bis
26. Dezember, 09.00 Uhr, sowie vom 31. Dezember, 13.30 Uhr, bis zur
nächsten ordentlichen Übergabe (mindestens aber bis 1. Januar,
18.00 Uhr);
in der übrigen Zeit wird die Tochter von der Klägerin betreut. Für die Über-
gabe hat der jeweils betreuende Elternteil das Kind (soweit es zu diesem
Zeitpunkt nicht in der Krippe ist) an den Wohnort des anderen Elternteils zu
bringen.
Zusätzlich haben beide Elternteile Anspruch auf ein Ferienbetreuungsrecht
von vier Wochen im Jahr (wovon maximal zwei Wochen am Stück sein sol-
len). Können sich die Parteien über die Aufteilung der Ferien nicht einigen,
so kommt in den Jahren mit ungerader Jahreszahl der Klägerin und in Jah-
ren mit gerader Jahreszahl dem Beklagten das Entscheidungsrecht zu. Hin-
sichtlich der jeweils zwei Wochen Ferienbetreuungsrecht im Jahr 2020
kommt der Klägerin das Entscheidungsrecht zu.
Abweichende Regelungen der Betreuungsanteile bedürfen der Zustimmung
beider Parteien.
3. Der Wohnsitz des Kindes C._, geb. tt.mm.2016, ist bei der Klägerin.
4. Der Beklagte wird für berechtigt und verpflichtet erklärt, die gemeinsame
Tochter der Parteien, C._, geb. tt.mm.2016, bis zum 1. Juli 2020 auf ei-
gene Kosten folgendermassen mit und zu sich auf Besuch zu nehmen:
− In einer ersten Phase (ab Rechtskraft dieses Entscheides bis und mit
September 2019) jeweils am Montag von 07.00 Uhr bis 18.00 Uhr, al-
ternierend am Samstag bzw. Sonntag von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr,
sowie am Mittwoch von 13.30 Uhr bis 18.00 Uhr.
− In einer zweiten Phase (ab 1. Oktober 2019 bis zum 23. Dezember
2019) zusätzlich jede zweite Woche an beiden Wochenendtagen von
09.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Ferner entfällt ab der zweiten Phase das Be-
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suchsrecht an jedem vierten Wochenende, damit die Klägerin ein ge-
samtes Wochenende mit der Tochter verbringen kann.
− In einer dritten Phase (ab 4. Januar 2020 bis und mit März 2020) zu-
sätzlich jeweils in der Nacht vom Samstag auf den Sonntag während
dem Besuchsrechtswochenende (erstmals in der Nacht vom 4. auf den
5. Januar 2020).
− In einer vierten Phase (ab März 2020 bis zum 1. Juli 2020) jeweils von
Sonntag, 09.00 Uhr, bis Montag, 18.00 Uhr, resp. zweiwöchentlich
(erstmals vom 7. März an) von Samstag, 09.00 Uhr, bis Montag,
18.00 Uhr sowie je am Mittwoch von 13.30 Uhr bis 18.00 Uhr. Auch in
dieser Phase wird das Besuchsrecht dahingehend beschränkt, dass es
an jedem vierten Sonntag erst um 18.00 Uhr beginnt, um der Klägerin
ein gesamtes Wochenende mit der Tochter zu ermöglichen.
− Für Weihnachten und Neujahr 2019 wird das vorstehend beschriebene
Besuchsrecht pausiert (letzter ordentlicher Besuch am 23. Dezember
2019; erster ordentlicher Besuch am 4., 5. und 6. Januar 2019) und an
dessen Stelle tritt ein Besuchsrecht am 25. Dezember 2019 von
09.00 Uhr bis 18.00 Uhr, sowie am 29. und 30. Dezember 2019 jeweils
von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr und schliesslich am 31. Dezember 2019
von 13.30 Uhr bis 18.00 Uhr.
Die Übergabe findet, sofern die Tochter nicht in der Krippe abgeholt wird,
jeweils am Wohnort desjenigen Elternteils statt, der daraufhin die Betreuung
der Tochter übernimmt.
5. Die mit Präsidialverfügung vom 30. August 2017 angeordnete Erziehungs-
beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 ZGB für die gemeinsame Toch-
ter der Parteien, C._, geb. tt.mm.2016, wird weitergeführt. Der Beistän-
din werden folgende Aufgaben übertragen:
a) die Eltern darin zu unterstützen, auch in ihrer Situation als getrennte El-
tern gemeinsam für das Wohl ihrer Kinder zu sorgen, insbesondere die
Betreuungs- und Vollzugsmodalitäten einvernehmlich zu regeln;
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b) die Mediationssitzungen gemäss Dispositivziffer 6 hiernach mit den
Parteien und einer geeigneten Fachperson zu organisieren, deren Ver-
lauf zu beobachten und bei Bedarf bei der zuständigen Behörde eine
Verlängerung der Massnahme zu beantragen;
c) falls notwendig, bei der zuständigen Behörde eine Anpassung der Be-
suchsrechts- oder Betreuungsregelung zu beantragen;
d) bei Konflikten zwischen den Parteien zu vermitteln.
6. Die Parteien werden im Sinne einer Kindesschutzmassnahme angewiesen,
eine Mediation von mindestens 15 Sitzungen aufzunehmen, mit dem Ziel,
die Kommunikation untereinander zu verbessern.
7. Die Parteien werden im Sinne einer Kindesschutzmassnahme angewiesen,
bis mindestens 31. Dezember 2020 ein Psychotherapie aufzunehmen bzw.
weiterzuführen.
8. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin für die gemeinsame Tochter,
C._, geb. tt.mm. 2016, bis Ende Juni 2020 nachfolgend aufgeführte
Kinderunterhaltsbeiträge zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus, je auf
den Monatsersten, rückwirkend ab 1. April 2017:
– CHF 885.– für die Zeit vom 1. April 2017 bis zum 31. Juli 2017
– CHF 2'145.– für die Zeit vom 1. August 2017 bis 28. Februar 2018
– CHF 2'001.– für die Zeit vom 1. März 2018 bis 31. Juli 2018
– CHF 1'854.– für die Zeit vom 1. August 2018 bis 30. Juni 2020
9. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin für die gemeinsame Tochter,
C._, geb. tt.mm. 2016, ab dem 1. Juli 2020 (Beginn geteilte Obhut) mo-
natliche Kinderunterhaltsbeiträge von CHF 155.– zu bezahlen, zahlbar mo-
natlich im Voraus, je auf den Monatsersten. Im Übrigen tragen die Parteien
die Kosten für den Unterhalt der gemeinsamen Tochter während ihrem je-
weiligen Betreuungsanteil selbst.
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10. Es wird davon Vormerk genommen, dass der Beklagte an die Unterhaltsbei-
träge gemäss Dispositivziffer 8 bereits Zahlungen im Umfang von
CHF 28'000.– geleistet hat.
11. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositivziffer 8 und 9 basieren auf den fol-
genden finanziellen Verhältnissen:
a) Einkommen
Der Klägerin: CHF 7'300.– (01.04.2017 – 31.12.2017)
CHF 9'325.– (01.01.2018 – 31.12.2018)
CHF 9'720.– (01.01.2019 – 30.06.2020)
CHF 7'775.– (ab 01.07.2020)
Des Beklagten: CHF 12'050.– (01.04.2017 – 30.09.2018)
CHF 13'475.– (01.10.2018 – 01.09.2019)
CHF 11'660.– (ab 01.07.2020)
Der Tochter: CHF 250.– (Kinderzulagen)
b) Bedarf
Der Tochter: CHF 1'725.– (01.04.2017 – 31.07.2017)
CHF 3'825.– (01.08.2017 – 28.03.2018)
CHF 3'585.– (01.03.2018 – 31.07.2018)
CHF 3'590.– (01.08.2018 – 30.06.2020)
CHF 3'925.– (ab 01.07.2020)
12. Alle weiteren und vom vorstehenden Dispositiv abweichenden Anträge der
Parteien und des Kinderprozessbeistandes werden abgewiesen.
13. Der Kinderprozessbeistand wird für dessen Aufwände und Auslagen aus der
Gerichtskasse mit CHF 11'224.15 entschädigt.
14. Die Gutachterin wird für die Erstellung ihres Gutachtens sowie dessen Er-
gänzung aus der Gerichtskasse mit CHF 10'272.47 entschädigt.
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15. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
CHF 7'500.00 ; die weiteren Kosten betragen:
CHF 11'224.15 Kosten des Kinderprozessbeistandes
CHF 10'272.47 Gutachten
CHF 28'996.62 Kosten total.
16. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt.
17. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
18. (Mitteilungen.)
19. (Rechtsmittel.)
Berufungsanträge:
A. Klägerin und Berufungsklägerin (Urk. 155 S. 2 f.): "1. Es sei die gemeinsame Tochter der Parteien, C._, geb.
tt.mm. 2016, in Aufhebung der Ziffer 2 des Urteils des  Meilen vom 12. Juli 2019 unter der alleinigen Obhut der  zu belassen.
2. Es sei der Berufungsbeklagte in Aufhebung der Ziffer 2 und 4 des Urteils des Bezirksgerichts Meilen vom 12. Juli 2019 für berechtigt zu erklären, die Tochter C._ wie folgt zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen:
– Phase 1 (ab Rechtskraft bis Eintritt Kindergarten): Unter der Woche am Montag von 07.00 Uhr bis 17.00 Uhr sowie am Wochenende alternierend am Samstag bzw. Sonntag von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr;
– Phase 2 (ab Eintritt Kindergarten): jedes 2. Wochenende von Samstag, 09.00 Uhr, bis Sonntag, 17.00 Uhr, sowie an einem freien Kindergartennachmittag ab  bis 18.00 Uhr;
– Phase 3 (ab Eintritt 1. Primarklasse): jedes 2. Wochenende von Samstag, 09.00 Uhr, bis Sonntag, 17.00 Uhr, sowie an zwei freien Schulnachmittagen von Schulschluss bis 18.00 Uhr;
– in Phase 1 und 2 in geraden Jahren an Ostersonntag sowie Pfingstmontag, am 25. Dezember sowie am 31. Dezember (C._s Geburtstag); in ungeraden Jahren an Ostermon-
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tag sowie Pfingstsonntag, am 24. Dezember sowie 1. Januar; jeweils von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr;
– ab Phase 3 zusätzlich drei Wochen Ferien pro Jahr 3. In Phase 1 (vorstehend Ziffer 2) sei die Klägerin berechtigt zu er-
klären, alle sechs Wochen ein ganzes Wochenende mit C._ zu verbringen, ohne dass die dadurch ausfallenden  nachgeholt werden müssen.
4. In Phase 1 und 2 (vorstehend Ziffer 3) sei die Klägerin berechtigt zu erklären, pro Jahr fünf Wochen Ferien mit C._ zu , ohne dass die dadurch ausfallenden Besuchstermine  werden müssen.
5. Es sei der Berufungsbeklagte in Abänderung von Ziffer 8 bzw. Aufhebung von Ziffer 9 des Urteils des Bezirksgerichts Meilen vom 12. Juli 2019 zu verpflichten, der Berufungsklägerin für die gemeinsame Tochter, C._, geb. tt.mm. 2019 [recte: 2016], bis zum Abschluss einer ordentlichen Erstausbildung nachfolgend aufgeführte Kinderunterhaltsbeiträge zu bezahlen, zahlbar  im Voraus, je auf den Monatsersten, rückwirkend ab 1. April 2017:
– Fr. 1'475.00 bis und mit Juli 2017 – Fr. 3'575.00 ab August 2017 bis und mit Februar 2018 – Fr. 3'335.00 ab März 2018 bis und mit Juli 2018 – Fr. 3'090.00 ab August 2018 bis zum ordentlichen Abschluss
einer angemessenen Erstausbildung auch über die  hinaus.
6. Es sei der Berufungsbeklagte in Ergänzung zu Ziffer 8 des Urteils des Bezirksgerichts Meilen vom 12. Juli 2019 zu verpflichten, der Berufungsklägerin für die Zeit des unbezahlten Urlaubs (Mitte  bis Mitte Juni 2017) einen Betreuungsunterhalt von monatlich Fr. 3'500.00 zu bezahlen.
7. Es seien die Einkommen gemäss Ziffer 11 des Urteils des  Meilen vom 12. Juli 2019 zu berichtigen.
8. Es seien Ziffer 13 und 15 des angefochtenen Urteils betreffend die Kosten des Kinderprozessbeistands aufzuheben und es sei den Parteien das rechtliche Gehör zu gewähren.
9. Es sei Ziffer 16 des angefochtenen Urteils insofern abzuändern, als dass die Gerichtskosten dem Berufungsbeklagten  sind.
10. Es sei Ziffer 17 des angefochtenen Entscheids insofern , als dass der Berufungsbeklagte zu verpflichten ist, der  eine angemessene Parteientschädigung zu .
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11. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. gesetzl. MwSt.) zulasten des Berufungsbeklagten."
B. Beklagter und Berufungsbeklagter (Urk. 173 S. 2 f.):
"1. Es sei die Berufung abzuweisen und das Urteil des  Meilen vom 12.07.2019 (Geschäfts-Nr. FK170010-G) zu bestätigen.
2. Eventualiter seien die Dispositiv-Ziff. 2, Ziff. 3, Ziff. 4 und Ziff. 9 des Urteils des Bezirksgerichts Meilen vom 12.07.2019 (-Nr. FK170010-G) aufzuheben; und eventualiter sei im Sinne einer Anschlussberufung
• dem Berufungsbeklagten die alleinige Obhut über das Kind C._, geb. tt.mm.2016, zu übertragen,
• der Wohnsitz des Kindes C._, geb. tt.mm.2016, beim  festzulegen,
• der Berufungsklägerin mit Beginn ab Rechtskraft des  ein Besuchsrecht analog ihrem Berufungsantrag Ziff. 2, Phase 3, einzuräumen (Berufungsschrift vom 16.09.2019) und
• die Berufungsklägerin ab Rechtskraft des Berufungsurteils zu monatlichen Kinderunterhaltsbeiträgen in Höhe von CHF 3'090.00 zuzüglich allfälliger Kinderzulagen zu , zahlbar an den Berufungsbeklagten monatlich im Voraus auf den 1. Kalendertag eines jeden Monats; es sei dieser  gerichtsüblich zu indexieren.
3. Es sei im Sinne von vorsorglichen Massnahmen für die Dauer des Berufungsverfahrens das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich, I. Zivilkammer, vom 24.07.2018, aufzuheben und es seien die Ziff.1, Ziff. 2, Ziff. 3, Ziff. 4, Ziff. 5, Ziff. 6 und Ziff. 7 des Urteils des Bezirksgerichts Meilen vom 12.07.2019 im Sinne von Art. 315 Abs. 2 ZPO einstweilig zu vollstrecken; wobei der vorinstanzliche Zeitphasenplan gemäss Urteils-Dispositiv Ziff. 4 um die Dauer der rechtshemmenden Inkubation seit Beginn des  bis zum Beginn der Vollstreckung entsprechend zu  sei.
Eventualiter sei im Sinne einer vorsorglichen Massnahme die Ziff. 2 des Urteils des Obergerichts des Kantons Zürich, I. , vom 24.07.2018, aufzuheben und durch folgende  zu ersetzen:
"Es sei dem Berufungsbeklagten das Recht einzuräumen,  Tochter C._, geb. tt.mm.2016, wie folgt zu betreuen:
In einer ersten Phase:
• Jeweils am Montag von 7.00 Uhr bis 18.00 Uhr.
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• Jeweils am Mittwoch von 13.30 Uhr bis 18.00 Uhr.
• Alternierend am Samstag bzw. Sonntag von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr sowie jedes zweite Wochenende am Samstag und Sonntag je von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr, wobei das  jedes vierte Wochenende entfällt.
In einer zweiten Phase, beginnend nach einer zweimonatigen Dauer der ersten Phase hiervor zusätzlich:
• Jedes zweite Wochenende mit Übernachtung von Samstag auf Sonntag während den Besuchswochenenden."
4. Es sei betreffend die hiervor gestellten vorsorglichen  möglichst zeitnah eine obergerichtliche  durchzuführen.
5. Es sei ein neues Gutachten einzuholen in Bezug auf die  Fragen:
• In welcher psychischen und gesundheitlichen Verfassung  sich das Kind C._?
• Wie ist das Verhältnis zwischen dem Vater und dem Kind C._?
• Wie ist das Verhältnis zwischen der Mutter und dem Kind C._?
• Welcher Elternteil ist geeigneter, die Beziehung des anderen Elternteils zum Kind C._ besser zu fördern?
• Falls eine Kindsgefährdung in Bezug auf eine Entfremdung zu einem Elternteil vorliegt: Mit welchen Massnahmen und  kann dieser begegnet werden? Welche Empfehlungen können hierzu fach- und kinderpsychologisch ausgesprochen werden?
• Gibt der Fall Anlass zu weiteren Bemerkungen und ?
6. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Berufungsklägerin."
C. Kindsvertreter (Urk. 224 S. 1) "Es sei ein prozessorientiertes Gutachten betreffend die Obhut und die
Betreuung von C._ durch die Kindseltern in Auftrag zu geben."

Erwägungen:
A. Sachverhalt und Prozessgeschichte
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1. Die Parteien sind die unverheirateten Eltern der am tt.mm. 2016 geborenen
C._ (nachfolgend auch: C._ oder Verfahrensbeteiligte; Urk. 12/1/5). Vor
C._s Geburt gaben die Parteien gegenüber dem Zivilstandsamt eine Erklä-
rung über die gemeinsame elterliche Sorge i.S.v. Art. 298a ZGB ab (Urk. 12/1/3).
Per 1. April 2017 verliess die Klägerin und Berufungsklägerin (nachfolgend: Klä-
gerin) mit C._ den gemeinsamen Haushalt in Hettlingen und zog nach
F._ (Urk. 1 S. 4 und Urk. 156 S. 8). Seit dem 1. September 2018 wohnt auch
der Beklagte und Berufungsbeklagte (nachfolgend: Beklagter) in dieser Gemeinde
(vgl. Urk. 90/38). C._ wird gegenwärtig jeweils am Montag von 07:00 Uhr bis
13:00 Uhr und jeweils am Samstag oder Sonntag von 09:00 Uhr bis 15:00 Uhr
vom Beklagten sowie am Montagnachmittag von ihrer Grossmutter mütterlicher-
seits betreut. Von Dienstag bis Freitag besucht C._ tagsüber die Kita
G._, wobei die Klägerin sie am Freitag bereits um 16:30 Uhr abholt. In der
übrigen Zeit wird C._ von der Klägerin betreut (Urk. 156 S. 26; Prot. VI S.
97).
2. Seit dem 1. Juni 2017 stehen sich die Parteien in einem gerichtlichen Ver-
fahren betreffend Regelung der Kinderbelange sowie des Kinderunterhalts ge-
genüber (Urk. 1). Nachdem C._ mit Präsidialverfügung der Vorinstanz vom
30. August 2017 im Rahmen von vorsorglichen Massnahmen einstweilen unter
die gemeinsame Obhut der Eltern gestellt und ein sukzessiver Ausbau des Be-
treuungsanteils des Beklagten angeordnet worden war (Urk. 39 S. 27 f.), erteilte
die hiesige Kammer der von der Klägerin gegen die Präsidialverfügung ergriffe-
nen Berufung teilweise die aufschiebende Wirkung (Urk. 62 S. 12) und stellte
C._ schliesslich mit Urteil vom 24. Juni 2018 für die Dauer des Verfahrens
unter die alleinige Obhut der Klägerin. Dem Beklagten wurde ein Betreuungsrecht
von zweimal sechs Stunden pro Woche gewährt (Urk. 86 S. 13). Die Vorinstanz
stellte C._ mit Urteil vom 12. Juli 2019 per 1. Juli 2020 unter die geteilte Ob-
hut der Eltern und ordnete eine Ausdehnung des Betreuungsanteils des Beklag-
ten in mehreren Phasen an (Urk. 156 S. 48 ff.). In diesem Urteil finden sich auch
weitere Erwägungen zum bisherigen Prozessverlauf (Urk. 156 S. 8 ff.), auf welche
verwiesen sei.
- 16 -
3. Gegen diesen Entscheid erhob die Klägerin am 16. September 2019 Beru-
fung (Urk. 155) und stellte zugleich den prozessualen Antrag, es sei das Beru-
fungsverfahren für die Dauer von 15 Mediationssitzungen zu sistieren (Urk. 155 S.
4). Der mit Verfügung vom 30. September 2019 eingeforderte Kostenvorschuss
(Urk. 160) ging per Valuta 8. Oktober 2019 rechtzeitig ein (Urk. 161), woraufhin
nach entsprechenden Stellungnahmen (Urk. 162, Urk. 164, Urk. 167, Urk. 168
und Urk. 170) das Sistierungsbegehren der Klägerin mit Verfügung vom 5. Febru-
ar 2020 abgewiesen und dem Beklagten Frist zur Beantwortung der Berufung an-
gesetzt wurde (Urk. 171 S. 5). Mit Eingabe vom 13. März 2020 erstattete der Be-
klagte die Berufungsantwort, erhob darin eventualiter Anschlussberufung und er-
suchte um vorzeitige Vollstreckung der Dispositiv-Ziffern 1-7 des angefochtenen
Entscheids, eventualiter um Erlass vorsorglicher Massnahmen (Urk. 173 S. 2 f.).
4. Das Begehren der Klägerin vom 25. März 2020 um superprovisorischen Er-
lass von vorsorglichen Massnahmen (Urk. 176B S. 2 f.) wurde mit Verfügung vom
26. März 2020 gutgeheissen und das Besuchsrecht des Beklagten einstweilen
sistiert. Anstelle dessen wurden tägliche Kontakte per Videotelefonie angeordnet
und der Klägerin und der Verfahrensbeteiligten bei dieser Gelegenheit die Doppel
der Berufungsantwort zugestellt (Urk. 179 S. 10 f.). Der Beklagte verlangte sei-
nerseits mit Eingabe vom 2. April 2020 die superprovisorische Umteilung der Ob-
hut an ihn sowie die Sicherstellung von C._s Ausweispapieren (Urk. 182 S.
2). Mit Verfügung vom 3. April 2020 wurden diese Anträge abgewiesen und wurde
der Klägerin sowie dem Prozessbeistand der Verfahrensbeteiligten Frist zur Stel-
lungnahme zu den vom Beklagten beantragten vorsorglichen Massnahmen ange-
setzt (Urk. 185 S. 9). Mit Verfügung vom 29. April 2020 wurden diese auf den
15. bzw. 24. April 2020 datierten Stellungnahmen (Urk. 187-188) sowie eine zwi-
schenzeitlich eingegangene Noveneingabe des Beklagten (Urk. 191) der jeweils
anderen Partei bzw. dem Prozessbeistand der Verfahrensbeteiligten zugestellt
(Urk. 194 S. 3 f.). Nach Eingang und Zustellung weiterer Eingaben der Parteien
(Urk. 195, Urk. 200 und Urk. 204) zog die Klägerin ihr Gesuch um vorsorgliche
Massnahmen am 28. Mai 2020 zurück (Urk. 205-206), woraufhin auch der Be-
klagte seine entsprechenden Anträge grösstenteils zurückzog und einzig noch am
Gesuch um vorzeitige Vollstreckung sowie an der Eventual-Anschlussberufung
- 17 -
festhielt (Urk. 209 S. 3). Mit Beschluss vom 16. Juli 2020 wurde auf die Eventual-
Anschlussberufung des Beklagten kostenpflichtig nicht eingetreten, das Mass-
nahmebegehren der Klägerin als gegenstandslos geworden abgeschrieben, wur-
den die mit Verfügung vom 26. März 2020 superprovisorisch getroffenen Anord-
nungen aufgehoben, die Massnahmebegehren Ziffern 2-5 des Beklagten durch
Rückzug erledigt abgeschrieben und der beklagtische Antrag auf vorzeitige Voll-
streckung sowie der Eventualantrag auf Ausdehnung des Besuchsrechts für die
Dauer des Verfahrens abgewiesen (Urk. 213 S. 11 f.). Auf das in der Folge hin-
sichtlich des Beschlusses vom 16. Juli 2020 vom Beklagten eingereichte Wieder-
erwägungsgesuch vom 27. Juli 2020 (Urk. 214) wurde mit Beschluss vom
7. August 2020 nicht eingetreten. Zugleich wurde den Parteien sowie dem
Rechtsbeistand der Verfahrensbeteiligten unter anderem je eine Kopie des Be-
richts der Beiständin vom 6. August 2020 (Urk. 218) zugestellt (Urk. 220 S. 7 f.).
Daraufhin verlangte der Beklagte mit Eingabe vom 20. August 2020, dass dieser
Bericht 'aus dem Recht' gewiesen werde (Urk. 221), wogegen die Klägerin oppo-
nierte (Urk. 223). Der Antrag des Beklagten wurde mit Beschluss vom 29. Oktober
2020 abgewiesen (Urk. 234 S. 4).
5. Der Kindsvertreter nahm innert der ihm mit Verfügung vom 31. August 2020
angesetzten Frist (Urk. 222 S. 3) zur Berufungsschrift und Berufungsantwort Stel-
lung (Urk. 224) und die Parteien liessen sich innert der ihnen mit Verfügung vom
2. Oktober 2020 angesetzten (Urk. 225 S. 3) und danach erstreckten Frist
(Urk. 226-227) zu den Äusserungen des Kindsvertreters vernehmen (Urk. 228
und Urk. 231). Vom Beklagten wurde der Antrag gestellt, der Klägerin sei zu ver-
bieten, ohne gerichtliche Zustimmung ihren Wohnsitz zu ändern, und es sei fest-
zustellen, dass sich der Wohnsitz von C._ vorderhand in F._ befinde
(Urk. 231 S. 4). Auf diesen Antrag wurde mit Beschluss vom 29. Oktober 2020
nicht eingetreten (Urk. 234 S. 4). Schliesslich wurden die in der Folge eingegan-
genen Eingaben der Parteien (Urk. 235, Urk. 236, Urk. 239, Urk. 245 und Urk.
248) der jeweiligen Gegenpartei und der Verfahrensbeteiligten zugestellt (Urk.
237/1-2, Urk. 238/1-2, Urk. 242/1-2, Urk. 246 S. 3 und Urk. 249). Genauso wurde
die Eingabe der Beiständin vom 11. Dezember 2020 (Urk. 243) sämtlichen Betei-
ligten zur Kenntnis gebracht (Urk. 244/1-3). Das Verfahren erweist sich nunmehr
- 18 -
als spruchreif, weshalb auf einen weiteren Schriftenwechsel sowie auf eine Beru-
fungsverhandlung verzichtet werden kann, was den Parteien mit Verfügung vom
14. Januar 2021 mitgeteilt wurde (Urk. 246 S. 3).
B. Prozessuales
1. Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens sind die Dispositiv-
Ziffern 2, 4, 8-9, 11, 13 und 15-17 des angefochtenen Entscheids. Die Dispositiv-
Ziffern 1, 3, 5-7, 10, 12 und 14 blieben unangefochten, weshalb sie in Rechtskraft
erwachsen sind (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Dies ist vorzumerken.
2. Mit der Berufung kann die unrichtige Rechtsanwendung und die unrichtige
Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-
fungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfra-
gen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheits-
prüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1).
3. In der schriftlichen Berufungsbegründung (Art. 311 ZPO) ist hinreichend ge-
nau aufzuzeigen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen
Punkten als fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Mängel lei-
det. Dies setzt die genügende Bezeichnung der angefochtenen vorinstanzlichen
Erwägungen sowie eine argumentative Auseinandersetzung mit diesen voraus
(vgl. BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013, E. 3.2;
BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai 2015, E. 2.1). Was nicht oder nicht in einer den
gesetzlichen Begründungsanforderungen entsprechenden Weise beanstandet
wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden; diese hat
sich – abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurtei-
lung der Beanstandungen zu beschränken, die in der schriftlichen Begründung
formgerecht gegen den erstinstanzlichen Entscheid erhoben werden (vgl.
BGer 5A_111/2016 vom 6. September 2016, E. 5.3). Insofern erfährt der Grund-
satz der Rechtsanwendung von Amtes wegen (Art. 57 ZPO) im Berufungsverfah-
ren eine Relativierung (BK ZPO-Hurni, Art. 57 N 21 und N 39 ff.; Glasl, DIKE-
Komm-ZPO, Art. 57 N 22). Ungeachtet dessen ist die Berufungsinstanz bei der
Rechtsanwendung weder an die in den Parteieingaben geltend gemachten Argu-
- 19 -
mente noch an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden (BGer 2C_124/2013
vom 25. November 2013, E. 2.2.2; Reetz/Hilber, in: Sutter-Somm et al., ZPO-
Komm., Art. 318 N 21; Seiler, Die Berufung nach ZPO, 2013, S. 652 N 1507). Die
dargelegten Anforderungen an die Begründung einer Berufung gelten sinngemäss
auch für die Berufungsantwort (BGer 4A_580/2015 vom 11. April 2016, E. 2.2,
nicht publiziert in BGE 142 III 271).
4. Betreffend Kinderbelange gelten die Offizial- und Untersuchungsmaxime
(Art. 55 Abs. 2 ZPO; Art. 58 Abs. 2 ZPO; Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO). Das Gericht
ist demgemäss nicht an die Anträge und tatsächlichen Vorbringen der Parteien
gebunden (BGE 128 III 411 E. 3.2.1; BGE 137 III 617 E. 4.5.2) und auch das Ver-
bot der reformatio in peius greift nicht (BSK ZPO-Mazan/Steck, Art. 296 N 30b).
Diese Maximen wirken umfassend, d. h. zugunsten sämtlicher Parteien
(BGer 5A_745/2014 vom 16. März 2015, E. 2.3 mit weiteren Hinweisen). Trotz
Untersuchungs- und Offizialmaxime haben die Parteien das Tatsächliche vorzu-
tragen und bei der Sammlung des massgebenden Prozessstoffs mitzuwirken.
Insbesondere obliegt es ihnen, dem Gericht das Tatsachenmaterial mit vollständi-
gen und bestimmten Behauptungen zu unterbreiten und die Beweismittel zu be-
zeichnen (Mitwirkungspflicht; BGer 5A_357/2015 vom 19. August 2015, E. 4.2).
Dies gilt verstärkt bei anwaltlicher Vertretung beider Parteien (OGer ZH LE190027
vom 18. Dezember 2019, E. B/3 mit weiteren Hinweisen).
5. Schliesslich können die Parteien bei Verfahren betreffend Kinderbelange im
Berufungsverfahren auch dann neue Tatsachen und Beweismittel vorbringen,
wenn die Voraussetzungen nach Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144
III 349 E. 4.2.1).
- 20 -
C. Obhut
1. Die Vorinstanz beliess die elterliche Sorge über C._ beiden Parteien
und ordnete ab dem 1. Juli 2020 eine alternierende Obhut mit ungefähr hälftigen
Betreuungsanteilen an (Urk. 156 Dispositiv-Ziffern 1 und 2). Die Klägerin bean-
tragt berufungsweise, C._ sei unter ihrer alleinigen Obhut zu belassen, wobei
sie dem Beklagten das eingangs aufgeführte Besuchsrecht einräumen will
(Urk. 155 S. 2 f.). Der Beklagte verlangt im Hauptstandpunkt die Abweisung der
Berufung (Urk. 173 S. 2).
2. Bei gemeinsamer elterlicher Sorge ist auf Begehren eines Elternteils oder
des Kindes die Anordnung einer alternierenden Obhut zu prüfen (Art. 298b Abs.
3ter ZGB). Das Gesetz definiert nicht, bei welchen Betreuungsverhältnissen von
einer alternierenden Obhut auszugehen ist. Das Bundesgericht hielt in diesem
Zusammenhang fest, die Bedeutung der "Obhut" reduziere sich auf die "faktische
Obhut", daher auf die Befugnis zur täglichen Betreuung des Kindes und auf die
Ausübung der Rechte und Pflichten in Zusammenhang mit seiner Pflege und lau-
fenden Erziehung (BGer 5A_418/2019 vom 29. August 2019, E. 3.5.2). In diesem
Sinne wurde zum inhaltsgleichen Art. 298 Abs. 2ter ZGB bereits früher klargestellt,
dass die Bestimmung nicht nur bei einer hälftigen Betreuung zur Anwendung ge-
lange, sondern auch dann zum Tragen komme, wenn ein Elternteil sein Kind auch
unter der Woche betreuen wolle, anstatt es nur über das Wochenende zu sich auf
Besuch zu nehmen (BGer 5A_373/2018 vom 8. April 2019, E. 3.1). Das Gericht
hat gestützt auf festgestellte Tatsachen der Gegenwart und der Vergangenheit ei-
ne sachverhaltsbasierte Prognose darüber zu stellen, ob die alternierende Obhut
als Betreuungslösung aller Voraussicht nach dem Wohl des Kindes entspricht.
Unter den Kriterien, auf die es bei dieser Beurteilung ankommt, ist zunächst die
Erziehungsfähigkeit der Eltern hervorzuheben, und zwar in dem Sinne, dass die
alternierende Obhut grundsätzlich nur dann in Frage kommt, wenn beide Eltern
erziehungsfähig sind. Weiter erfordert die alternierende Obhut organisatorische
Massnahmen und gegenseitige Informationen. Insofern setzt die praktische Um-
setzung einer alternierenden Betreuung voraus, dass die Eltern fähig und bereit
sind, in den Kinderbelangen miteinander zu kommunizieren und zu kooperieren.
- 21 -
Allein aus dem Umstand, dass ein Elternteil sich einer alternierenden Betreuungs-
regelung widersetzt, kann indessen nicht ohne Weiteres auf eine fehlende Koope-
rationsfähigkeit der Eltern geschlossen werden, die einer alternierenden Obhut im
Wege steht. Ein derartiger Schluss könnte nur dort in Betracht fallen, wo die El-
tern aufgrund der zwischen ihnen bestehenden Feindseligkeiten auch hinsichtlich
anderer Kinderbelange nicht zusammenarbeiten können, mit der Folge, dass sie
ihr Kind im Szenario einer alternierenden Obhut dem gravierenden Elternkonflikt
in einer Weise aussetzen würden, die seinen Interessen offensichtlich zuwider-
läuft. Zu berücksichtigen ist ferner die geo-graphische Situation, namentlich die
Distanz zwischen den Wohnungen der beiden Eltern, und die Stabilität, welche
die Weiterführung der bisherigen Regelung für das Kind gegebenenfalls mit sich
bringt. In diesem Sinne fällt die alternierende Obhut eher in Betracht, wenn die El-
tern das Kind schon vor ihrer Trennung abwechselnd betreuten. Weitere Ge-
sichtspunkte sind die Möglichkeit der Eltern, das Kind persönlich zu betreuen, das
Alter des Kindes, seine Wünsche sowie seine Beziehungen zu (Halb- oder Stief-
)Geschwistern und seine Einbettung in ein weiteres soziales Umfeld. Während die
alternierende Obhut in jedem Fall die Erziehungsfähigkeit beider Eltern voraus-
setzt, sind die weiteren Beurteilungskriterien oft voneinander abhängig und je
nach den konkreten Umständen des Einzelfalls von unterschiedlicher Bedeutung.
Das Kriterium der Stabilität und dasjenige der Möglichkeit zur persönlichen Be-
treuung des Kindes spielen bei Säuglingen und Kleinkindern eine wichtige Rolle.
Geht es hingegen um Jugendliche, kommt der Zugehörigkeit zu einem sozialen
Umfeld grosse Bedeutung zu. Die Kooperationsfähigkeit der Eltern wiederum ver-
dient besondere Beachtung, wenn das Kind schulpflichtig ist oder die geografi-
sche Entfernung zwischen den Wohnorten der Eltern ein Mehr an Organisation
erfordert. Folgt aus der Beurteilung, dass eine alternierende Obhut nicht im Kin-
deswohl ist, ist anhand der vorstehenden Kriterien zu entscheiden, welchem El-
ternteil die Obhut über das Kind zuzuteilen ist. Zusätzlich ist die Fähigkeit eines
jeden Elternteils zu würdigen, den Kontakt zwischen dem Kind und dem andern
Elternteil zu fördern (BGE 142 III 612 E. 4.2 - 4.4 mit weiteren Hinweisen).
3. Die Vorinstanz geht aufgrund der durchwegs positiven Effekte einer geteilten
Obhut von der Prämisse aus, ein derartiges Betreuungsmodell liege grundsätzlich
- 22 -
im Interesse des Kindes. Die Obhut sei daher nur dann einem Elternteil alleine
zuzuweisen, wenn einer der in Betracht zu ziehenden Faktoren eine Gefährdung
des Kindeswohls vermuten lasse. Vorliegend sei die Erziehungsfähigkeit beider
Parteien gutachterlich bestätigt worden und sie seien beide als wichtige Bezugs-
personen von C._ auszumachen. Die Kriterien der persönlichen Beziehung
und der Kontinuität und Stabilität würden eher für eine alleinige Obhut der Kläge-
rin sprechen. Bis zum Auszug der Klägerin hätten die Parteien C._ gemein-
sam betreut. Danach sei es bis September 2017 nur zu einzelnen Treffen zwi-
schen C._ und dem Beklagten gekommen. Nachdem es im September 2017
wieder zu Besuchen gekommen sei, habe die hiesige Kammer für die Zeit vom
20. November bis 15. Dezember 2017 ein Besuchsrecht von vier Stunden an zwei
Tagen in der Woche beschlossen. Seit dem 16. Dezember 2017 sehe der Beklag-
te C._ jeweils am Montag von 07:00 Uhr bis 13:00 Uhr sowie an einem Tag
am Wochenende von 09:00 Uhr bis 15:00 Uhr. C._ besuche darüber hinaus
an vier Tagen pro Woche die Krippe und werde in der übrigen Zeit durch die Klä-
gerin betreut. Trotz entsprechenden Anregungen der Klägerin sei es bislang nicht
zu einer Ausdehnung des Besuchsrechts gekommen. Da der Beklagte jedoch be-
reits Kontakt zu C._ habe und eine Übergangsphase vorzusehen wäre, spre-
che das bisherige Modell auch nicht per se gegen eine geteilte Obhut. Eine Um-
stellung der Betreuung stelle für sich genommen noch keine Kindeswohlgefähr-
dung dar. Ohnehin seien Veränderungen in den Verhältnissen bei Kindern im Al-
ter von C._ an der Tagesordnung. Zudem werde C._ bereits heute
durch verschiedene Personen betreut. Aufgrund der bisher wesentlich grösseren
Betreuungsanteile der Klägerin sei diese die Hauptbetreuungs- und Hauptbe-
zugsperson von C._. Die persönliche Beziehung der Parteien zu C._ sei
jedoch als gleichwertig zu betrachten bzw. es sei davon auszugehen, dass auch
der Beklagte eine wichtige Bezugsperson von C._ sei. Die Gutachterin habe
die Beziehung zwischen C._ und dem Beklagten bereits im Mai 2018 als po-
sitiv beurteilt und auch die Klägerin selbst bezeichne diese als gut (Urk. 156 S. 23
ff.). Da beide Parteien eine Reduktion ihres Arbeitspensums auf 80 % in Aussicht
gestellt hätten und die jeweiligen Betreuungskonzepte realistisch erscheinen wür-
den und unter dem Gesichtspunkt der persönlichen Betreuung als gleichwertig zu
- 23 -
qualifizieren seien, spreche das Kriterium der persönlichen Betreuung nicht gegen
eine geteilte Obhut (Urk. 156 S. 25). Ebenso würden die geographischen Gege-
benheiten eine geteilte Obhut begünstigen, weil das örtliche und soziale Umfeld
von C._ auch bei einer Betreuung durch den Beklagten erhalten bliebe (Urk.
156 S. 26). Als entscheidend erachtet die Vorinstanz die Frage, ob die massge-
blich durch die Persönlichkeitsstile der Parteien verursachten Konflikte zukünftig
zu einer derartigen Mehrbelastung für C._ führen würden, dass das Kindes-
wohl deshalb als gefährdet zu erachten sei (Urk. 156 S. 27). Selbst absolut und
dauernd fehlende Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit würde das Kin-
deswohl nach Ansicht der Vorinstanz nicht gefährden, wenn der Elternkonflikt
vom Kind ferngehalten werden könne. Da es im Rahmen eines Besuchsrechts zu
mehr persönlichen Kontakten zwischen den Eltern komme als bei einer hälftigen
Betreuung durch die Parteien und da die Parteien sich aufgrund der gemeinsa-
men elterlichen Sorge ohnehin betreffend erziehungsrelevante Fragen regelmäs-
sig absprechen müssten, sei ihre fehlende Kommunikations- und Kooperationsfä-
higkeit von eingeschränkter Relevanz. Zu der von der Klägerin gewünschten Ent-
flechtung komme es auch bei einer alleinigen Obhut nicht. Zudem sei gestützt auf
BGE 142 III 617 E. 3.2.3 anzunehmen, dass bei kleinen Kindern und nahe beiei-
nander gelegenen Wohnorten der Eltern ein allfälliger Konflikt weniger schädlich
für das Kind sei. Aufgrund dessen, dass beide Parteien grundsätzlich ihren Kom-
munikationswillen kundgetan hätten, der Elternkonflikt teilweise auch aus pro-
zesstaktischen Gründen "angeheizt" werde, die Beistandschaft deeskalierend wir-
ke und auch von der Mediation und den Psychotherapien der Parteien eine beru-
higende Wirkung zu erwarten sei, bestehe die begründete Hoffnung, dass sich
der Konflikt derart beruhigen werde, dass normale Gespräche zwischen den Par-
teien möglich würden. Eine Gefährdung des Kindeswohls sei nicht kausal mit der
geteilten Obhut, sondern – wenn überhaupt – mit dem zwischen den Parteien
herrschenden Machtkampf verknüpft, den C._ derzeit noch nicht in seiner
Fülle mitbekomme und der mit Abschluss des vorliegenden Verfahrens und nach
Durchführung der notwendigen Kindesschutzmassnahmen voraussichtlich ab-
schwellen werde. Insgesamt erscheine die Anordnung einer geteilten Obhut mit
- 24 -
den im (vorinstanzlichen) Urteil vorgesehenen Betreuungsanteilen deshalb als die
dem Kindeswohl am besten dienende Alternative (Urk. 156 S. 27 ff.).
4.1 Erziehungsfähigkeit
4.1.1 Die Klägerin äussert die Vermutung, C._s Neurodermitis-Erkrankung
sei auf den zwischen den Parteien herrschenden Konflikt zurückzuführen.
C._ habe ihr gegenüber zudem mehrfach gesagt, dass Papi traurig sei, wenn
sie nicht da sei. Mutmasslich rede der Beklagte C._ ein, wie traurig er sei,
wenn er sie nicht sehe, was den Loyalitätskonflikt anheize und C._ ein
schlechtes Gewissen mache (Urk. 155 S. 22). Verschiedentlich sei es in der Ver-
gangenheit zu Äusserungen oder Verhaltensweisen des Beklagten gekommen,
die auf eine fehlende Bindungstoleranz schliessen liessen. So habe er Anfragen
betreffend Ferien der Klägerin mit C._ zuerst nicht beantwortet und bei der
Beiständin hierzu gesagt, dass dies die ersten Ferien in C._s Leben wären
und er verhindern wolle, dass die Bindung zwischen C._ und der Klägerin
noch mehr gestärkt werde. Zudem habe die Beiständin ihn aufgefordert, nicht zu
fördern, dass C._ seine neue Lebenspartnerin 'Mama H._' nenne (Urk.
188 S. 13).
4.1.2 Der Beklagte will zusammen mit seiner Psychotherapeutin bei C._
psychische Auffälligkeiten erkannt haben, welche aus Sicht der Psychotherapeu-
tin auf eine induzierte Entfremdung zurückzuführen seien. Deren Ursache liege
darin, dass die Klägerin C._s Beziehung zu ihm zu verhindern versuche. Die
Klägerin verfüge über keine Bindungstoleranz und wolle das Kind einzig für sich
haben, zumindest wolle sie es aber nicht beim Vater wissen. Besorgt zeigt sich
der Beklagte auch aufgrund von gemäss seinen Angaben in letzter Zeit gehäuft
wiederkehrenden Äusserungen von C._ gegenüber ihm. C._ äussere
unbegründete Ängste und Vorwürfe, welche auch als eine unbegründete Nichtan-
erkennung oder gar feindlich abwehrend interpretiert werden könnten. Diese auf-
fälligen Tendenzen könnten sich nach Ansicht des Beklagten bei der Fortsetzung
des bisherigen Betreuungskonzepts verstärken und das Kindeswohl gefährden.
C._ übernehme die indoktrinierten Gefühle der Mutter und es bestehe die
Gefahr, dass sie sich zu spalten beginne, um sich schliesslich aus Selbstschutz
- 25 -
vollständig von ihm abzuwenden. Werde er wie bislang systematisch entwürdigt,
erniedrigt und als weniger gut qualifiziert, führe dies zu psychologischen Proble-
men oder gar zu einer Erkrankung von C._. Auch die Klägerin gehe von ei-
ner konkreten Gefährdung des Kindeswohls aus. Bis zum Beschluss des Oberge-
richts vom 20. November 2017 habe ihm die Klägerin C._ faktisch entzogen
(Urk. 173 S. 4 ff.). Zudem sei unbestritten, dass die Klägerin unbegründete Ängs-
te habe. Sie sei unfähig, die Beziehung von C._ zu ihm zu fördern oder in
Veränderungen Positives für C._ zu erkennen, und sie könne C._ zu
nichts Neuem ermutigen. Es bestehe die Gefahr, dass sich C._ unter der
Obhut der Klägerin nicht gut entwickeln und von ihr weiter monopolisiert und in-
strumentalisiert werde (Urk. 173 S. 17). Auch hätten die Mediatoren bei der Klä-
gerin eine "ungesunde Borderline-Geschichte" festgestellt, welche es abzuklären
gelte (Urk. 210 S. 2).
4.1.3 Der Kindsvertreter führt aus, die Klägerin berichte von manipulativem Ver-
halten des Beklagten, dieser wiederum von besorgniserregenden Aussagen von
C._. Es werde versucht, über C._ die andere Partei in ein schlechtes
Licht zu rücken bzw. C._ dahingehend zu manipulieren, dass beim anderen
Elternteil ein gewisses Verhalten ausgelöst werde. Zudem habe sich der Konflikt
auch auf die Partner der Parteien und deren Kinder ausgeweitet, weshalb die Ge-
fahr eines Loyalitätskonflikts massiv gestiegen sei (Urk. 224 S. 9 f.). Dass bei
C._ bereits erste Ansätze eines Entfremdungssyndroms zu erkennen seien,
halte er für eher unwahrscheinlich. So führe der Beklagte selbst aus, dass
C._ gar nicht mehr nach Hause gehen und ihn mehr sehen wolle, wenn sie
bei ihm sei (Urk. 224 S. 15).
4.1.4 Wie bereits erwähnt, erachtet die Vorinstanz beide Parteien als erziehungs-
fähig (Urk. 156 S. 23 f.). Dies wird auch durch das von der Vorinstanz eingeholte
Gutachten vom 26. Mai 2018 bestätigt. Die Gutachterin weist allerdings auf Ein-
schränkungen bezüglich der Kooperationsfähigkeit und der Bindungstoleranz bei
beiden Parteien hin. Dies sei zum Teil den Belastungen und Persönlichkeiten der
Parteien, vor allem aber der destruktiven Dynamik, die sie zusammen entwickeln
würden, den negativen gegenseitigen Erfahrungen mit massivem Vertrauensver-
- 26 -
lust und der weiterhin anhaltenden gegenseitigen Verstrickung geschuldet
(Urk. 75 S. 61). Dass in der Trennung so heftige Konflikte hätten ausbrechen
können, sei auf die schlechte Passung der beiden Persönlichkeitsstile zurückzu-
führen, verbunden mit dem hohen Stellenwert des Kindes im Leben beider Partei-
en, welche vor allem durch den akuten Kinderwunsch verbunden gewesen seien
und in der kurzen Beziehungsphase keine Vertrauensbasis und funktionale Zu-
sammenarbeit hätten etablieren können (Urk. 75 S. 54). Bei beiden Parteien sei
nicht von einer Persönlichkeitsstörung auszugehen (Urk. 75 S. 54, S. 62 und S.
64). Allerdings würden sie beide Persönlichkeitszüge aufweisen, welche sich im
gegenseitigen Umgang als schwierig erweisen würden. Namentlich sei ihnen die
starke Abwehr gegenüber eigenen Unzulänglichkeiten gemeinsam. Beim Beklag-
ten seien zudem eine gewisse Theatralik und manipulative Tendenzen zu erken-
nen (Urk. 75 S. 54 f.) Bei der Klägerin sei eine erhöhte Unsicherheit und Ängst-
lichkeit gegenüber C._s Wohlbefinden zu beobachten. Die tendenzielle
Überbehütung wirke sich allerdings nicht belastend für C._ aus (Urk. 75 S.
62 f.). Im konkreten Erziehungsverhalten gegenüber C._ seien bei beiden
Parteien keine nennenswerten Einschränkungen festzustellen. Sie seien beide
ausserordentlich engagierte Eltern (Urk. 75 S. 61).
4.1.5 Die von beiden Parteien thematisierte Bindungstoleranz bezeichnet nach
der Rechtsprechung die Bereitschaft eines Elternteils, mit dem anderen in Kinder-
belangen zusammenzuarbeiten und insbesondere die Beziehung zum anderen
Elternteil zuzulassen und aktiv zu fördern (BGer 5A_351/2018 vom 23. Oktober
2018, E. 5.2 mit weiteren Hinweisen). Der Kontaktaufbau zwischen C._ und
dem Beklagten war anfangs mit erheblichen Widerständen von Seiten der Kläge-
rin verbunden (vgl. Urk. 156 S. 25). Namentlich äusserte sie zahlreiche Ängste in
Zusammenhang mit einer fürsorglichen Betreuung von C._ durch den Be-
klagten (u. a.: Urk. 1 S. 4; Urk. 35 S. 15 f.; Prot. VI S. 28 f., S. 35 und S. 37).
Nachdem das gegenwärtig praktizierte Besuchsrecht des Beklagten als vorsorgli-
che Massnahme angeordnet worden war (Urk. 66 S. 14), kam es gemäss den un-
bestritten gebliebenen Behauptungen der Klägerin mit Ausnahme von drei krank-
heits- bzw. quarantänebedingten Ausfällen immer zu den angeordneten Besu-
chen (Urk. 127 S. 6; Urk. 188 S. 6). Auch die während der Sistierung des Be-
- 27 -
suchsrechts aufgrund der COVID-19-Pandemie angeordneten täglichen Kontakte
per Videotelefonie wurden bis auf einen technisch bedingten Ausfall durchgeführt
(Urk. 188 S. 13). Wenngleich die Klägerin bislang kaum über die angeordnete
Regelung hinausgehende Kontakte zwischen C._ und dem Beklagten zu-
liess, kann ihr die Bindungstoleranz nicht abgesprochen werden. Insbesondere
konnte sie die noch vor Vorinstanz geäusserten Ängste abbauen und erhebt in-
zwischen – entgegen der Ansicht des Beklagten (Urk. 173 S. 10) – in Zusammen-
hang mit einer fürsorglichen Betreuung von C._ durch den Beklagten keine
Vorwürfe mehr. Die Befürchtungen des Beklagten sind weitgehend hypothetischer
Natur und beziehen sich nicht auf konkrete Umstände. Mit dem Kindsvertreter ist
davon auszugehen, dass bei C._ keine Hinweise auf ein Entfremdungssyn-
droms zu erkennen sind. Insbesondere sind keine Verhaltensauffälligkeiten er-
sichtlich, welche einen derartigen Schluss nahelegen würden (zur Neurodermitis-
Erkrankung vgl. nachfolgend E. C/4.1.6). Solche wurden vom Beklagten im Übri-
gen auch nicht substantiiert geltend gemacht. Ebenso werden seine Behauptun-
gen, die Klägerin würde C._ monopolisieren und instrumentalisieren und ihn
entwürdigen und erniedrigen, nicht weiter substantiiert. Der funktionierende Kon-
takt zwischen C._ und dem Beklagten lässt im Übrigen derartige Verhal-
tensweisen nicht vermuten. Auch die vom Beklagten erwähnten Aussagen von
C._ sind für sich genommen wie auch in der Summe nicht geeignet, die Bin-
dungstoleranz und damit die Erziehungsfähigkeit der Klägerin ernsthaft in Frage
zu stellen. Eine detaillierte Abhandlung dieser Behauptungen kann unter diesen
Umständen unterbleiben. Die Vorwürfe, welche der Beklagte gemäss den Ausfüh-
rungen des Kindsvertreters diesem gegenüber telefonisch geäussert hat (Urk. 224
S. 9), hat der Beklagte selbst nie in den Prozess eingebracht; er kommentiert die
entsprechenden Ausführungen des Kindsvertreters nicht einmal (vgl. Urk. 231).
Bereits aus diesem Grund ist darauf nicht weiter einzugehen. Schliesslich bleibt
die Behauptung des Beklagten, bei der Klägerin sei eine ungesunde Borderline-
Geschichte festgestellt worden (Urk. 210 S. 2), gänzlich unsubstantiiert. Ohnehin
erscheint aber wenig wahrscheinlich, dass dies der Gutachterin im Rahmen ihrer
umfangreichen Abklärungen entgangen wäre, den Mediatoren dagegen in der
einzigen Mediationssitzung aufgefallen sein soll, wobei sich darüber hinaus die
- 28 -
Frage stellen würde, inwieweit sie zu solchen "Diagnosen" befähigt wären. Es
kann demnach festgehalten werden, dass gestützt auf die Ausführungen des Be-
klagten bei der Klägerin keine relevanten Einschränkungen der Bindungstoleranz
auszumachen sind.
4.1.6 Auch die von der Klägerin hinsichtlich der Bindungstoleranz des Beklagten
geäusserten Bedenken erweisen sich als unbegründet. Gestützt auf die multifak-
torielle und bei Kindern sehr verbreitete Neurodermitis-Erkrankung (Prävalenz bei
Kindern von bis zu 20 %; ..., Update atopische Dermatitis, S. 16 [abrufbar unter:
https://www.zora.uzh.ch/id/eprint/43890/1/Atopische_Dermatitis_V.pdf, zuletzt be-
sucht am 9. April 2020, 11:30 Uhr]) auf eine dem Beklagten zuzuschreibende
emotionale Belastung von C._ zu schliessen, ist nicht angezeigt. Namentlich
wurden auch keine weiteren Beschwerden oder Verhaltensauffälligkeiten geltend
gemacht. Soweit vom Beklagten gefördert wird, dass C._ seine Lebenspart-
nerin als 'Mama H._' bezeichnet, ist das in der vorliegenden Konstellation
zwar nicht angebracht. Dass der Beklagte solches in der Absicht tun würde, die
Klägerin zu verletzen, ist indes nicht ersichtlich. Sollte der Beklagte C._ mit-
teilen, dass er traurig sei, wenn sie nicht bei ihm sei, ist das als Ausdruck seiner
Zuneigung zu betrachten. Es kann ihm in diesem Zusammenhang nicht unterstellt
werden, absichtlich einen Loyalitätskonflikt zu schüren. Schliesslich kann dem
Beklagten unter dem Titel Bindungstoleranz auch nicht vorgeworfen werden, dass
er nicht bereit war, zugunsten von Ferien der Klägerin auf sein Besuchsrecht zu
verzichten. Seine diesbezügliche Begründung erweist sich allerdings als unange-
bracht (Urk. 190/21 S. 11). Dennoch kann einzig gestützt darauf nicht auf eine
eingeschränkte Bindungstoleranz geschlossen werden.
4.1.7 Die Feststellung des Kindsvertreters, wonach über C._ versucht wer-
de, die Gegenpartei in ein schlechtes Licht zu rücken bzw. C._ dahingehend
zu manipulieren, dass beim anderen Elternteil ein gewisses Verhalten ausgelöst
werde, stützt sich auf die vorstehend abgehandelten Behauptungen der Parteien.
Anderweitige konkrete Umstände, aufgrund derer einer Partei die Erziehungsfä-
higkeit abzusprechen wäre, werden nicht vorgebracht. Weitere Ausführungen er-
übrigen sich insoweit an dieser Stelle.
- 29 -
4.1.8 Zusammenfassend sind beide Parteien trotz der entsprechenden Vorbrin-
gen als erziehungsfähig zu erachten, wie dies bereits im Gutachten schlüssig
dargelegt wurde. Da sich bei den Parteien seit der Begutachtung hinsichtlich ihrer
Erziehungsfähigkeit keine relevanten Änderungen zugetragen haben, ist das Gut-
achten in dieser Hinsicht auch weiterhin aktuell.
4.2 Kontinuität und Stabilität sowie persönliche Beziehung
4.2.1 Die Klägerin hält fest, dass sie auch heute, wie schon zum Zeitpunkt der
Erstellung des Gutachtens, die Hauptbetreuungs- und Hauptbezugsperson von
C._ sei, weshalb die Vorinstanz C._s persönliche Beziehung zu den
Parteien zu Unrecht als gleichwertig bezeichnet habe. Es sei nicht abgeklärt wor-
den, ob der Beklagte eine wichtige Bezugsperson von C._ sei. Zudem sei
ausser Acht gelassen worden, dass C._ sich unter dem gelebten Betreu-
ungsmodell sehr gut entwickelt habe. Sie habe nicht darunter gelitten, dass der
Beklagte die Obhut nicht innegehabt habe, und habe im Rahmen des bestehen-
den Besuchsrechts eine gute Bindung zu ihm aufbauen können (Urk. 155 S. 12
f.). Weiter könne nur bedingt auf die Zeit abgestellt werden, während der die Par-
teien einen gemeinsamen Haushalt geführt hätten. Unter Berücksichtigung des
Spitalaufenthalts nach der Geburt und der Ferien des Beklagten sei eine gemein-
same Betreuung maximal während acht Wochen ausgeübt worden, wobei sie
auch damals schon die Hauptbezugsperson von C._ gewesen sei. Dies zum
einen aufgrund des Stillens, zum andern, weil der Beklagte zu 100 % gearbeitet
habe. Die Vorinstanz habe zudem den Umstand vernachlässigt, dass das Be-
suchsrecht einzig aufgrund der mangelhaften Kooperation des Beklagten bislang
nicht ausgedehnt worden sei. Schliesslich bestätigt die Klägerin, dass C._
durch verschiedene Personen (Grossmutter und Mitarbeiter der Krippe) betreut
werde. Allerdings hätten diese Personen seit Beginn nicht gewechselt und weise
die Betreuung seit jeher eine grosse Konstanz auf. Zudem sei sich C._ ge-
wohnt, jeden Morgen und Abend von ihr betreut zu werden. Ferner schlafe sie in
der Nacht teilweise noch nicht durch und suche ihre Nähe. Es bleibe im Übrigen
unklar, welche Veränderungen in den Verhältnissen bei Kindern in C._s Alter
- 30 -
an der Tagesordnung stünden, wie dies die Vorinstanz ausführe (Urk. 155 S. 14
ff.).
4.2.2 Der Beklagte äussert sich im Berufungsverfahren nicht zur persönlichen
Beziehung und der Kontinuität und Stabilität (Urk. 173).
4.2.3 Der Kindsvertreter hält es für wohl unbestritten, dass die Klägerin die wich-
tigste Bezugsperson von C._ sei. In Zusammenhang mit der Betreuung
durch den Beklagten sei dies allerdings nicht relevant. Es gehe einzig um die Fra-
ge, ob das Kindeswohl bei einer Ausdehnung der Betreuung durch den Beklagten
gefährdet werde. Weiter könne aus dem unbestrittenen Umstand, dass sich
C._ bislang gut entwickelt habe, nicht der Schluss gezogen werden, es be-
stehe kein Bedarf, den Kontakt zum Beklagten auszubauen. Für unsachgemäss
hält der Kindsvertreter die Kritik der Klägerin in Zusammenhang mit der bisheri-
gen Betreuung. Augenscheinlich stelle es kein Problem für die Alltagsstrukturen
und den Tagesrhythmus von C._ dar, wenn neue Bezugspersonen wie Kita-
Betreuerinnen oder die Grossmutter sowie ein neuer Partner samt zwei neunjäh-
rigen Kindern integriert würden. Offensichtlich dürften Veränderungen nach An-
sicht der Klägerin nur nichts mit dem Beklagten zu tun haben, ansonsten sie prob-
lemlos gemeistert würden (Urk. 224 S. 11 ff.).
4.2.4 Entgegen den Ausführungen der Klägerin stellte die Vorinstanz nicht auf die
Verhältnisse vor der Trennung ab. Auch wurde der bisherigen Betreuungssituati-
on nicht grundsätzlich eine untergeordnete Bedeutung beigemessen (vgl.
Urk. 156 S. 25 f.). Indem die Vorinstanz den bereits bestehenden Kontakt des Be-
klagten zu C._ und die vor der Installierung der alternierenden Obhut vorzu-
sehende Übergangsfrist der bisherigen Betreuungssituation gegenüberstellte,
wurde die Stabilität, welche die Weiterführung der bisherigen Regelung für
C._ naturgemäss mit sich bringen würde, allerdings in unzulässiger Weise
relativiert. Die bereits bestehende Beziehung des Beklagten zu C._ ist in ei-
ner gesamthaften Würdigung miteinzubeziehen. Am Umstand, dass die bisherige
Betreuungssituation gegen eine alternierende Obhut spricht, ändert dies aller-
dings nichts. Ebenso vermag die Annahme, dass die Umstellung der Betreuungs-
situation nicht mit einer Gefährdung des Kindeswohls einhergehe, nichts daran zu
- 31 -
ändern, dass Stabilität dem Kindeswohl grundsätzlich zuträglich ist. In diesem
Sinne hält auch die Gutachterin fest, dass Kontinuität ein wichtiger Aspekt für die
ruhige Entwicklung von C._ sei (Urk. 75 S. 59). Das Kriterium der Stabilität
und der Kontinuität spricht daher, ungeachtet der bisherigen Betreuung von
C._ auch durch die Grossmutter und in der Krippe, gegen eine alternierende
Obhut.
4.2.5 Als nicht weiterführend erweisen sich die Ausführungen der Vorinstanz, wo-
nach Veränderungen bei Kindern in C._s Alter an der Tagesordnung seien.
Zum einen bemerkt die Klägerin in diesem Zusammenhang richtigerweise, dass
unklar bleibe, von welchen Veränderungen überhaupt die Rede ist, zum andern
ist es, wie sich aus der bereits wiedergegebenen Aussagen der Gutachterin ablei-
ten lässt, eine Tatsache, dass häufige grundlegende Veränderungen für die Ent-
wicklung eines Kindes ungünstig sind (zur Kontinuität vgl. auch Staub, Das Wohl
des Kindes bei Trennung und Scheidung, 2018, S. 131 ff.). Die Einführung einer
alternierenden Obhut wäre eine solche grundlegende Veränderung. Dagegen ist
der Einbezug von weiteren Bezugspersonen in C._s Alltag bei gleichbleiben-
dem Betreuungskonzept nicht als derart weitreichend zu beurteilen.
4.2.6 Dem Kindsvertreter ist insoweit zuzustimmen, als dass die gute Entwicklung
von C._ einer Ausdehnung der Kontakte zum Beklagten nicht entgegensteht.
Unter dem Aspekt der Kontinuität und Stabilität kann daraus allerdings nichts ab-
geleitet werden. Gleiches gilt für die Behauptung der Klägerin, das Besuchsrecht
sei einzig aufgrund der mangelhaften Kooperation des Beklagten bislang nicht
ausgedehnt worden.
4.2.7 Die Beziehung von C._ zu den Parteien wird durchwegs als positiv be-
schrieben (u. a. Urk. 75 S. 60). Sie können folglich beide als wichtige Bezugsper-
sonen bezeichnet werden. In diesem Sinne äussert sich auch die Klägerin unmit-
telbar nachdem sie die Qualifizierung des Beklagten als wichtige Bezugsperson in
Frage stellt, indem sie konstatiert, C._ habe eine gute Bindung zum Beklag-
ten aufbauen können. Gleichwohl ist mit dem Kindsvertreter davon auszugehen,
dass die Klägerin eindeutig die Hauptbezugsperson für C._ ist.
- 32 -
4.2.8 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Kriterium der Stabilität und
Kontinuität vorliegend klar gegen eine alternierende Obhut spricht. Weiter ist fest-
zustellen, dass beide Parteien eine gute Beziehung zu C._ pflegen und wich-
tige Bezugspersonen für sie darstellen. Die Klägerin ist indes eindeutig als Haupt-
bezugsperson auszumachen.
4.3 Persönliche Betreuung
4.3.1 Nach Meinung der Klägerin wurden ihre Aussagen in Zusammenhang mit
der persönlichen Betreuung negativ gewürdigt, da sie am Freitag nicht Home-
office mache, um C._ rechtzeitig, sondern um sie früher aus der Krippe ab-
zuholen. Dagegen sei beim Beklagten von der Möglichkeit einer Pensumsredukti-
on ausgegangen worden, obgleich dieser wahrheitswidrig ausgeführt habe, sein
Pensum bereits reduziert zu haben. Auch lägen für die angeblich zahlreich vor-
handenen Ferientage, welche es dem Beklagten erlauben würden, jeweils am
Montag nicht zu arbeiten, keine Beweise vor (Urk. 155 S. 13). In Zusammenhang
mit dem Betreuungskonzept weist die Klägerin zudem darauf hin, dass ihre Mutter
bei Bedarf jeweils kurzfristig verfügbar sei, wogegen es beim Beklagten an einem
solchen Auffangnetz fehle (Urk. 155 S. 16).
4.3.2 Der Beklagte betont, dass er nicht arbeite, während er C._ betreue
(Urk. 173 S. 19). Mit seiner Freundin, mit welcher er im Konkubinat lebe und die
selbst auch Mutter sei, verfüge er zudem über ein sehr effektives und kompeten-
tes Auffangnetz. Dagegen lebe die Mutter der Klägerin in Deutschland und sei
aufgrund ihres Alters nur noch bedingt leistungsfähig (Urk. 173 S. 18).
4.3.3 Der Kindsvertreter weist darauf hin, dass in diesem Zusammenhang einzig
massgeblich sei, dass beide Parteien in der Lage seien, ihr Arbeitspensum um ei-
nen Tag zu reduzieren und an diesem Tag C._ persönlich zu betreuen, so-
dass sie nur noch drei Tage in der Krippe fremdbetreut werden müsste (Urk. 224
S. 12 f.).
4.3.4 Der Ansicht des Kindsvertreters kann grundsätzlich vorbehaltlos gefolgt
werden. Wenngleich sich die Formulierung der Vorinstanz hinsichtlich der persön-
- 33 -
lichen Betreuung von C._ durch die Klägerin am Freitag bereits ab 16:30 Uhr
als etwas unglücklich erweist, ist dies nicht als entscheidwesentlich zu beurteilen.
Vielmehr ist die Vorinstanz zu Recht davon ausgegangen, dass beide Parteien
die Möglichkeit haben, C._ jeweils an einem Wochentag pro Woche persön-
lich zu betreuen. Ungeachtet des Grundsatzes, wonach von der Gleichwertigkeit
von Eigen- und Fremdbetreuung auszugehen ist und die Möglichkeit der Eltern,
das Kind persönlich zu betreuen, hauptsächlich dann eine Rolle spielt, wenn spe-
zifische Bedürfnisse des Kindes eine persönliche Betreuung notwendig erschei-
nen lassen oder wenn ein Elternteil selbst in den Randzeiten (morgens, abends
und an den Wochenenden) nicht bzw. kaum zur Verfügung stünde (BGer
5A_312/2019 vom 17. Oktober 2019, E. 2.1.2 mit weiteren Hinweisen), spricht der
Umstand, dass durch die persönliche Betreuung durch beide Parteien die Fremd-
betreuung von C._ reduziert werden könnte, vorliegend für eine alternierende
Obhut. Dass auch der Beklagte C._ persönlich betreuen könnte, kann ange-
sichts der mehrfach vorgelegten Bestätigung seiner Arbeitgeberin (u. a. Urk.
212/27) nicht ernstlich in Zweifel gezogen werden. Nebst der Fremdbetreuung
von Dienstag bis Donnerstag wäre eine persönliche Betreuung jeweils am Montag
und Freitag dem Wohl von C._ zuträglich, was letztlich auch die Klägerin an-
erkennt (Urk. 155 S. 14; Prot. VI S. 11).
4.3.5 Die persönlichen Betreuungsmöglichkeiten sprechen folglich für eine alter-
nierende Obhut. Beide Parteien verfügen zudem auch in ausserordentlichen Situ-
ationen über die nötige Unterstützung bei den Betreuungsaufgaben. Der mit dem
Alter und dem Wohnort der Mutter der Klägerin begründeten gegenteiligen An-
sicht des Beklagten kann nicht gefolgt werden, zumal die Mutter der Klägerin
C._ unbestrittenermassen in der Vergangenheit regelmässig betreut hat (vgl.
Urk. 155 S. 16; Prot. VI S. 97).
4.4 Geographische Gegebenheiten
4.4.1 Die Klägerin hält in diesem Zusammenhang berufungsweise einzig fest, die
Vorinstanz habe die geographischen Gegebenheiten viel zu stark gewichtet
(Urk. 155 S. 16). Dies wird die nachfolgende Gesamtwürdigung (E. C/5) zeigen.
An dieser Stelle genügt es, mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die geographi-
- 34 -
schen Gegebenheiten für eine alternierende Obhut optimal sind. Im Übrigen sei in
diesem Zusammenhang auf die entsprechenden Erwägungen im angefochtenen
Entscheid verwiesen (Urk. 156 S. 26).
4.5 Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit
4.5.1 Die Klägerin wendet gegen die vorinstanzlichen Erwägungen zur Kommuni-
kations- und Kooperationsfähigkeit im Wesentlichen ein, dass die Kommunikati-
onsunfähigkeit der Parteien keine Momentaufnahme sei, es seit April 2018 zu
praktisch keiner persönlichen Übergabe gekommen sei und die Parteien sich nur
anlässlich von Terminen bei der Beiständin persönlich begegnet seien. Als unzu-
treffend erweise sich die vorinstanzliche Interpretation der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung, wonach bei jüngeren Kindern und kurzen Distanzen ein Eltern-
konflikt weniger schädlich sei. C._ sei aufgrund ihres Alters in hohem Masse
auf die Eltern angewiesen und besitze noch nicht die Fähigkeit, sich eine eigene
Meinung zu bilden, weshalb der Konflikt der Eltern sie stark färbe. Weiter bestrei-
tet die Klägerin, stur auf ihrem Standpunkt zu beharren. Sie habe dem Beklagten
bereits im Rahmen der vorsorglichen Massnahmen eine Ausdehnung seiner Be-
treuungszeit angeboten, was dieser jedoch abgelehnt habe. Ebenso habe sie zu-
gelassen, dass die krankheitsbedingt ausgefallenen Besuche nachgeholt würden,
und auf Wunsch des Beklagten habe sie eine Drittperson für die Übergaben orga-
nisiert. Die Vorinstanz habe sich nicht mit ihren Beispielen betreffend die stetigen
Widersprüche und Zweifel des Beklagten auseinandergesetzt. Zudem habe sie
verkannt, dass sich der Elternkonflikt im Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens
überhaupt nicht beruhigt habe. Nach der Strafanzeige und der Gefährdungsmel-
dung bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde habe der Beklagte gefor-
dert, dass die Übergaben nicht mehr von ihr gemacht würden. Weiter habe er sie
angewiesen, nunmehr nur noch seine Geschäfts-Email-Adresse zu benutzen,
weshalb sie ihm nun immer eine SMS schicken müsse, nachdem sie ihm ein
Email gesendet habe. Plötzlich habe er auf eine Elterntherapie gepocht und
schliesslich den letzten Termin bei der Beiständin mittendrin überstürzt verlassen.
Zudem habe er seine Psychotherapeutin beauftragt, mit ihr persönlich Kontakt
aufzunehmen. Entgegen der vorinstanzlichen Annahme geht die Klägerin davon
- 35 -
aus, dass sich die Situation trotz der angeordneten Mediation künftig nicht beruhi-
gen werde. Selbst die Vorinstanz sei davon ausgegangen, dass zehn Sitzungen
nicht genügen würden. Auch der Beistandschaft sei bis heute kein deeskalieren-
der Einfluss zugekommen und der Konflikt habe sich aufgrund der Gespräche bei
der Beiständin – die einzigen Anlässe, bei welchen die Parteien sich gesehen und
miteinander gesprochen hätten – nicht verringert. Auch den Berichten der Bei-
ständin sei zu entnehmen, dass keine positiven, deeskalierenden Veränderungen
festzustellen seien. Da die Akten der Beiständin im Urteil keine Erwähnung fän-
den, erscheine dieses auch insoweit als willkürlich und sachlich unbegründet. Aus
diesen Akten werde ersichtlich, dass der Beklagte sich kaum je auf ein sinnvolles
Gespräch habe einlassen können und die Übergaben bis ins kleinste Detail hätten
geplant werden müssen. Das fehlende Vertrauen zeige sich auch am Geheimnis,
welches der Beklagte um seine neue Lebenspartnerin mache. Weiter habe die
Vorinstanz die Zweifel der Gutachterin betreffend kooperative Zusammenarbeit
der Parteien übergangen. C._ leide mutmasslich mit fortschreitendem Alter
zunehmend am Elternkonflikt und werde durch die vorgesehene Regelung der
dadurch verursachten Bedrohung ausgesetzt (Urk. 155 S. 17 ff.). Noch am Tag
der Zustellung des angefochtenen Urteils habe der Beklagte sie telefonisch kon-
taktiert und ihr mitgeteilt, nun die alleinige Obhut erstreiten zu wollen, was in der
Folge von seinem Anwalt explizit habe bestritten werden müssen. Die von ihr initi-
ierte Terminsuche für eine Mediation habe anfänglich nicht geklappt und der Be-
klagte habe sich an die Vereinbarung, wonach an der nächsten Sitzung ohne An-
wälte eine Lösung gesucht werde, nicht gehalten. Auch habe der Beklagte auf ih-
re Emails in provokativer Weise geantwortet und sich zudem geweigert, ihr mitzu-
teilen, wer die eigenmächtig von ihm ausgesuchten Pateneltern von C._ sei-
en (Urk. 155 S. 30 ff.), und sie über seinen Umgang mit der COVID-19-Pandemie
zu informieren (Urk. 176B S. 4 und S. 6; Urk. 188 S. 5).
4.5.2 Aus Sicht des Beklagten ist die Kommunikation zwischen den Parteien gut
und harmonisch und können alle wesentlichen Kinderbelange abgesprochen wer-
den (Urk. 173 S. 5). Die gegenteiligen Behauptungen der Klägerin würden einzig
zur Verhinderung einer alternierenden Obhut vorgebracht. Der einzige Konflikt
zwischen den Parteien betreffe die in vorliegendem Verfahren strittige Obhut. Er
- 36 -
selbst wolle Vertrauen schaffen und anständig kommunizieren, jegliche Provoka-
tionen verhindern und alle Vorgaben, Verbote und Befehle in Bezug auf C._
erfüllen und einhalten. Er habe alles gemacht, was für ihn möglich gewesen sei,
um mit der Klägerin bestmöglich zu kooperieren und mit ihr nicht zu streiten. Dies
sei auch das Hauptziel seiner Psychotherapie gewesen (Urk. 173 S. 14 ff.). Die
Vorwürfe der Klägerin in Zusammenhang mit der Gefährdungsmeldung seien drei
Jahre her und daher nur Stimmungsmache (Urk. 173 S. 18). Er bestreitet, der
Klägerin das vorinstanzliche Urteil triumphierend vorgehalten zu haben. Beim von
der Klägerin erwähnten Telefonat sei es nicht um das Urteil gegangen. Zudem
verhalte sie sich hinsichtlich der Mediation widersprüchlich. Er habe ein Interesse
daran, Absprachen mit der Klägerin einzuhalten. Er sei zuverlässig, pflichtbewusst
und verlässlich (Urk. 173 S. 20).
4.5.3 Der Kindsvertreter hält es für ein unbestrittenes Fakt, dass die Parteien
nicht vernünftig miteinander kommunizieren können (Urk. 168 S. 4). Während der
pandemiebedingten Sistierung des Besuchsrechts des Beklagten und der ersatz-
weise durchgeführten Videotelefongespräche hätten sich beide Parteien über das
Verhalten des jeweils anderen bei ihm beschwert, wobei wie üblich jedes Wort
des anderen auf die Goldwaage gelegt und ins Negative verkehrt worden sei
(Urk. 187 S. 4). Noch vor erster Instanz sei er davon ausgegangen, dass die El-
tern ihren Konflikt auch dank der flankierenden Massnahmen würden befrieden
können. Seit Erlass des angefochtenen Entscheids sei jedoch keine Beruhigung
des Elternkonflikts festzustellen, sondern die Corona-Krise habe diesen zwi-
schenzeitlich sogar verschärft. Die Kommunikation zwischen den Parteien sei
trotz der Psychotherapien weiterhin absolut ungenügend. Auch die ausschliess-
lich in Anwesenheit der Beiständin geführten Gespräche hätten nicht ansatzweise
eine Vertrauensbasis zu begründen vermocht. Im Gegensatz zur Klägerin negiere
der Beklagte diese Kommunikationsprobleme (Urk. 224 S. 3 ff.). Die vom Beklag-
ten veranlassten Interventionen seiner Psychotherapeutin und der weiteren Fach-
personen würden sich im Übrigen kontraproduktiv auswirken, wobei insgesamt
festzuhalten sei, dass weder die Therapie der Parteien noch die Anordnung der
Mediation noch die Erziehungsbeistandschaft sich in irgendeiner Weise positiv auf
die Kommunikation ausgewirkt hätten (Urk. 224 S. 7 f.). Auch zweifelt der Kinds-
- 37 -
vertreter an der vom Beklagten betonten Bereitschaft, hinsichtlich der Kinderbe-
lange harmonisch und konstruktiv zu kommunizieren, wobei er zu bedenken gibt,
dass dies losgelöst von der konkreten Betreuungslösung für das Wohl von
C._ notwendig sei (Urk. 224 S. 15 f.). Im Zusammenhang mit der weiterhin
nicht vorhandenen Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit der Parteien sei
inzwischen aus einer abstrakten eine konkrete Kindswohlgefährdung von C._
geworden (Urk. 224 S. 8).
4.5.4 Die Gutachterin stellte gestützt auf die von ihr anlässlich ihres Hausbesuchs
beim Vater vom 24. März 2018 wahrgenommene Übergabe fest, dass auch ein
kurzer gegenseitiger Austausch zwischen den Parteien nicht möglich sei, da bei-
de noch sehr wütend aufeinander seien. Dadurch brächten sie es nicht zustande,
für C._ eine sichere emotionale Brücke zwischen ihnen zu bauen (Urk. 75
S. 15 und S. 49). Der Beklagte habe bei der Übergabe zu wenig einkalkuliert,
dass der Wechsel für C._ schwierig sei und ihr Zeit gelassen werden müsse.
Darin, dass er der Mutter vorwerfe, das Kind nicht rasch genug freigeben zu wol-
len, zeige sich, dass ihm der Elternkonflikt bei der Hinwendung zu C._ in sol-
chen Situationen in die Quere kommen könne (Urk. 75 S. 57). Wie bereits ausge-
führt ging die Gutachterin davon aus, dass die heftigen Konflikte nach der Tren-
nung auf das ungünstige Zusammenspiel und die schlechte Passung der Persön-
lichkeitsstile der Parteien zurückzuführen seien und die Persönlichkeitsprofile bei-
der Parteien eine starke Abwehr bezüglich eigener Unzulänglichkeiten ergäben
(Urk. 75 S. 54). Beiden Parteien passiere es, dass sie C._ aus dem Blick ver-
lieren und sich in ihren Konflikt verbeissen würden. Das Wohl des Kindes gerate
dann in den Hintergrund und die Parteien würden versuchen, einander zu kontrol-
lieren, sei es mit übertriebenen Ängsten seitens der Mutter oder dem Pochen auf
sein Recht seitens des Vaters oder mit gegenseitigen Vorhalten von für C._
nicht relevanten Details. Beide würden vom anderen zu viel erwarten und sich
dauernd missverstanden fühlen. Die Parteien hätten in ihrer kurzen Beziehungs-
phase nicht gelernt, zusammenzuarbeiten und sich abzusprechen. Momentan
würden sie sich derart auch über Kleinigkeiten bekriegen, dass ihnen nicht zuge-
traut werde, sich tagtäglich über Kinderbelange auszutauschen und im Interesse
der Tochter zu kooperieren (Urk. 75 S. 57 f.). Weiter hielt die Gutachterin die
- 38 -
Prognose für unsicher, ob sich die Kommunikationsschwierigkeiten der Parteien
durch eine Mediation realistischerweise verbessern liessen (Urk. 75 S. 59 und S.
66). Je älter C._ werde, desto mehr wirke sich die Kluft zwischen den Partei-
en auf sie aus. Deshalb seien in Zukunft Loyalitätskonflikte mit Verhaltensauffäl-
ligkeiten von C._ und schliesslich eine Destabilisierung ihrer Beziehung zu
beiden Eltern zu befürchten (Urk. 75 S. 65). Abschliessend hielt sie fest, dass ih-
rer Ansicht nach die Voraussetzungen für eine alternierende Obhut nicht gegeben
seien, da die andauernden Konflikte über alle Belange einen ruhigen Austausch
verhindern würden und das konflikthafte Klima C._ stark belasten würde
(Urk. 75 S. 67).
4.5.5 Der Antrag des Beklagten auf Erstellung eines neuen Gutachtens durch ei-
ne andere sachverständige Person (Urk. 89 S. 2) wurde mit der vorinstanzlichen
Präsidialverfügung vom 19. August 2018 abgewiesen (Urk. 94 S. 9 f. und S. 16).
Im angefochtenen Entscheid wird zumindest implizit von der Schlüssigkeit der
gutachterlichen Darlegungen ausgegangen und auf diese abgestellt (u.a. Urk. 156
S. 23 f. und S. 27). Indem die Vorinstanz davon ausging, die fehlende Kommuni-
kations- und Kooperationsfähigkeit stehe einer alternierenden Obhut nicht entge-
gen bzw. eine Gefährdung des Kindeswohls sei nicht kausal mit einer alternieren-
den Obhut verknüpft (Urk. 156 S. 29 f.), setzte sie sich allerdings in Widerspruch
zu den im Gutachten festgehaltenen Erkenntnissen. Es gilt deshalb nachfolgend
zu prüfen, ob triftige Gründe vorliegen, die ein Abweichen von dieser Expertise
verlangen würden (zur Beweiswürdigung eines Gutachtens vgl. BGer
5A_629/2019 vom 13. November 2020, E. 7.1 mit weiteren Hinweisen).
4.5.5.1 Zu Unrecht schliesst die Vorinstanz aus BGE 142 III 617 E. 3.2.3, ein
Elternkonflikt sei bei kleineren Kindern und näheren geographischen Verhältnis-
sen grundsätzlich weniger schädlich (Urk. 156 S. 27 f.), was die Klägerin zutref-
fend bemerkt (Urk. 155 S. 17). Auch die Ergänzungen zum Gutachten vom 29.
Oktober 2018 lassen einen derartigen Schluss nicht zu (Urk. 98 S. 3). Die Auswir-
kungen eines Elternkonflikts sind in ihrer jeweiligen Ausprägung anhand des kon-
kreten Einzelfalls zu beurteilen. Dieses Argument erweist sich folglich als untaug-
lich, die Abweichung der Vorinstanz vom Gutachten zu begründen.
- 39 -
4.5.5.2 Auch die Begründung der Vorinstanz, wonach es bei einem Besuchs-
recht zu mehr Übergaben komme als bei einer hälftigen Betreuung und die Par-
teien sich über erziehungsrelevante Fragen aufgrund der gemeinsamen elterli-
chen Sorge ohnehin regelmässig abzusprechen hätten, vermag nicht zu überzeu-
gen. Die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit wird gerade deshalb als Vo-
raussetzung der alternierenden Obhut genannt, da in deren Rahmen eine deutlich
weitreichendere Kommunikation und Kooperation betreffend die Kinderbelange
notwendig ist als bei einem Besuchsrecht einer Partei. Nicht die Anzahl Überga-
ben ist dabei entscheidend, sondern der sich aufgrund der alltäglichen Betreuung
des Kindes ergebende intensive Kommunikationsbedarf. Fragen im Rahmen der
elterlichen Sorge sind dagegen nicht als alltäglich zu bezeichnen und insoweit
nicht vergleichbar mit dem bei unterwöchiger Betreuung durch beide Eltern not-
wendigen Austausch über zahlreiche Alltagsfragen.
4.5.5.3 Schliesslich vermag auch der Hinweis auf das laufende Verfahren die
klaren Aussagen der Gutachterin nicht zu relativieren. So wird im Gutachten ex-
plizit festgehalten, dass nicht nur das im Streit liegende Betreuungskonzept kon-
fliktbehaftet sei, sondern dass sich die Parteien auch über Kleinigkeiten streiten
würden, sodass ihnen nicht zugetraut werde könne, sich täglich über Kinderbe-
lange auszutauschen und im Interesse von C._ zu kooperieren (Urk. 75 S.
58). Es ist davon auszugehen, dass die rechtskräftige Obhutsregelung an diesem
Umstand nichts ändern wird.
4.5.5.4 Die zahlreichen Konflikte auch über die Betreuungsregelung hinaus
werden auch aus den weiteren Akten ersichtlich. So bezeichnet die seit dem
12. Oktober 2017 zuständige Beiständin (vgl. Urk. 51) in ihren Schreiben vom 2.
Mai 2018 und 27. Februar 2019 die Beziehung zwischen den Parteien als hoch-
strittig. Die Übergaben würden jeweils anstatt von der Klägerin von deren Mutter
übernommen, damit die Parteien sich nicht persönlich begegnen müssten. Der
Beklagte habe zwischenzeitlich jedoch auch Vorwürfe gegenüber der Mutter der
Klägerin erhoben (Urk. 119 und Urk. 132E/9). Im Schreiben vom 8. Mai 2019 be-
richtet die Beiständin, dass vorerst keine weiteren Gespräche angesetzt worden
seien, da die Emotionen "immer wieder erneut" aufbrechen würden, wenn die
- 40 -
Parteien gemeinsam anwesend seien (Urk. 132C). Abgesehen von den sehr emo-
tionalen Konflikten während der Aufbauphase des damals noch begleiteten Be-
suchsrechts im Jahr 2017 (Urk. 132E/5) sind in den von der Vorinstanz edierten
Akten der Beiständin zahlreiche weitere Streitigkeiten dokumentiert. Entspre-
chend den gutachterlichen Feststellungen stritten sich die Parteien auch über
Kleinigkeiten und alltägliche Belange und zeigten sich jeweils nur sehr beschränkt
kompromissfähig (Urk. 132E/8 S. 23 f.; Urk. 132E/10 S. 15 ff.; Urk. 132E/14 S. 1,
S. 5 ff.). Zudem wird ersichtlich, wie die Situation eskalierte, weil die Parteien die
Worte der Gegenpartei als Provokation auffassten, ohne dass der provokative
Charakter erkenntlich würde (Urk. 132E/8 S. 3 ff.). Sodann ist von Vorwürfen
durchzogene Kommunikation dokumentiert, und die Parteien gelangten vielfach
mit gegenseitigen Vorwürfen an die Beiständin (Urk. 132E/8 S. 9 ff., S. 15 ff., S.
33 ff., S. 45 f.; Urk. 132E/10 S. 33, S. 37; Urk. 132E/14 S. 2 f., S. 7 und S. 13).
Immer wieder wird ferner ersichtlich, dass der Beklagte sich über die Beiständin
beschwerte (u. a. Urk. 132E/14 S. 1, S. 9). Zudem waren die Übergaben offen-
sichtlich oft mit Konflikten verbunden, unabhängig davon, ob sie von der Klägerin
oder ihrer Mutter durchgeführt wurden. Auch die mehrfache und äusserst detail-
lierte Planung der Übergaben konnte Konflikte augenscheinlich nicht verhindern
(u. a. Urk. 132E/10 S. 5; Urk. 132E/14 S. 2 ff., S. 11 ff., S. 16), was sogar dazu
führte, dass die Klägerin mehrfach eine Aufzeichnung der Übergaben forderte
(Urk. 132E/8 S. 16; Urk. 132E/14 S. 15). Mit der Beiständin wurde zudem verein-
bart, dass während der Übergaben nur noch das absolut Nötigste kommuniziert
würde und ansonsten Informationen mittels 'Kinderbuch' ausgetauscht würden
(Urk. 132C; Urk. 132E/14 S. 11).
4.5.5.5 Auch aus den weiteren vorinstanzlichen Akten ergibt sich, dass die
Parteien über die akute Trennungsphase hinaus (vgl. hierzu exemplarisch Prot. VI
S. 17 f.) gegenseitig zahlreiche Vorwürfe betreffend diverse Belange erhoben
(u. a. Urk. 53/34; Urk. 127 S. 6 f., S. 10 ff., S. 17 f.; Prot. VI S. 26, S. 28, S. 30, S.
35, S. 37, S. 94 f.) und sich kaum auf Kompromisse einlassen konnten (u. a. Urk.
127 S. 15, S. 18 f.; Urk. 129 S. 16; Urk. 130/43-44). Zudem bestätigt sich, dass
sie sich abgesehen von den Terminen bei der Beiständin nie persönlich begegne-
ten (vgl. Urk. 131 S. 7; Prot. VI S. 27, S. 44, S. 95) und die nötigen Informationen
- 41 -
durch Übergabe eines Buchs ausgetauscht wurden (Urk. 127 S. 17; Urk. 128/31;
Urk. 131 S. 7; Prot. VI S. 95, S. 102).
4.5.5.6 Aus den vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass keine Umstände
vorliegen, welche die Schlüssigkeit des Gutachtens in Frage stellen würden.
Vielmehr werden die im Gutachten beschriebenen Probleme der Parteien im ge-
genseitigen Umgang durch die Akten belegt und wird die gutachterliche Feststel-
lung, wonach die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit der Parteien derart
mangelhaft sei, dass C._s Wohl im Falle einer alternierenden Obhut als ge-
fährdet zu erachten sei, bestätigt.
4.5.6 Schliesslich zeigen auch die Entwicklungen seit Erlass des angefochtenen
Entscheids, dass die Ausführungen im Gutachten nichts an Aktualität eingebüsst
haben und weiterhin zutreffend sind.
4.5.6.1 Nach Ansicht des Kindsvertreters hat sich der hochstrittige Elternkon-
flikt seit Erlass des angefochtenen Entscheids weiter verschärft (Urk. 224 S. 4).
Dahingehend äussert sich auch die Beiständin in ihrer unaufgeforderten Eingabe
vom 6. August 2020 (Urk. 218). In dieser erklärte sie, die Klägerin sei ihr gegen-
über sehr kooperativ, wogegen der Beklagte zwar zu den Terminen komme, ihren
Empfehlungen und Anweisungen jedoch nicht folge. Beispielhaft habe sich dies
anlässlich der pandemiebedingt angeordneten Kontakte per Videotelefonie ge-
zeigt, zu welchen sie sich wegen der dabei aufgetretenen Probleme dreimal zu-
geschaltet habe. Mit einer Mediation sei der Beklagte nur einverstanden, wenn
das Resultat eine alternierende Obhut sei. Ihre auf das Verfahren der Mediation
gerichteten Erklärungsversuche habe er nicht zugelassen. Wiederholt habe er ihr
zudem Worte in den Mund gelegt und trotz gegenteiliger Abmachung der Klägerin
nicht jeweils eine Kopie seiner Emails zukommen lassen bzw. sie angewiesen,
dies bei ihren Emails nicht zu tun. Der Beklagte zeige sich nur vordergründig be-
reit, mit der Klägerin in Bezug auf die Kinderbelange zusammenzuarbeiten. Er
komme zu Terminen und antworte auf die Emails der Klägerin, benutze aber den
Raum, um seine Sicht der Dinge darzulegen und nicht verhandelbare oder bereits
mehrfach besprochene Sachverhalte zu verhandeln. Auf kurze Anfragen oder
Feststellungen der Klägerin würden umständliche Emailwechsel folgen und ihre
- 42 -
Angebote würden hinterfragt oder abgelehnt, selbst wenn sie längere Besuchs-
kontakte zur Folge hätten. Auch mit Fachpersonen arbeite der Beklagte nur vor-
dergründig zusammen. Seine ständigen inhaltlichen Wiederholungen seien um-
ständlich, provokativ und zermürbend und würden eine konstruktive Zusammen-
arbeit verunmöglichen. Die für eine alternierende Obhut unabdingbar nötige Ab-
sprachefähigkeit sei bei ihm nur eingeschränkt bzw. nicht vorhanden und es stehe
nicht in Aussicht, dass er eine adäquate Kommunikation und Absprachefähigkeit
erlernen könne. Mittels Behauptungen versuche er zudem die Beteiligten zu steu-
ern. Inhaltlich gehe es nicht um C._, sondern um ihn und die Aufmerksamkeit
ihm gegenüber. Die gegenwärtige Situation führe zu nicht endenden Diskussio-
nen, welche für C._ nicht zumutbar seien. Ein spannungsfreier Alltag sei so
nicht gegeben und die Situation führe für C._ in einen immensen Loyalitäts-
konflikt mit all seinen gefährdenden Auswirkungen für ihre Entwicklung (Urk. 218).
Exemplarisch wurden vier Email-Korrespondenzen ins Recht gereicht, welche die
beschriebenen Umstände darlegen sollen. Daraus wird ersichtlich, dass der Be-
klagte der Beiständin nach deren Rückmeldung zum begleiteten Zoom-Kontakt
vorwarf, nicht neutral zu sein, und sie ermahnte, seine Emails nicht ohne seine
Zustimmung an die Klägerin weiterzuleiten (Urk. 219/1). Eine weitere Email-
Korrespondenz drehte sich um die Verschiebung eines Besuchstags des Beklag-
ten, damit C._ mit der Krippe einen Ausflug machen konnte. Während rund
zweieinhalb Wochen tauschten die Parteien nicht weniger als 18 Emails aus, um
sich schliesslich auf ein Ausweichdatum für den Besuchstag des Beklagten zu ei-
nigen (Urk. 219/2). Auf die Ankündigung der Klägerin in ihrer Email vom 17. Juli
2020, sie werde mit C._ im Oktober 2020 in die Ferien fahren und erwarte
die Vorschläge des Beklagten betreffend Verschiebung seines Besuchsrechts,
schlug der Beklagte ihr vor, die alternierende Obhut verbindlich einzuführen, wo-
raufhin eine Diskussion darüber entbrannte, was genau am Gespräch bei der Bei-
ständin besprochen worden war (Urk. 219/4). Am 30. Juli 2020 schrieb der Be-
klagte der Klägerin, dass er davon ausgehe, dass C._ am 1. August 2020 bei
ihr sei, da sie nicht geantwortet habe. Tatsächlich datiert die abschlägige Antwort
der Klägerin vom 13. Juli 2020, worauf sie ihn in ihrer Email vom 31. Juli 2020
hinwies (Urk. 219/3).
- 43 -
4.5.6.2 Auch aus dem Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde
des Bezirks Meilen vom 7. Februar 2020 erhellt, dass die Beiständin die Kommu-
nikation zwischen den Parteien als emotional und konfliktbehaftet wahrnimmt. Zu-
dem wurde von Schwierigkeiten bei den Übergaben berichtet und festgehalten,
dass Informationen betreffend Arztbesuche und Impfungen per Email an die Bei-
ständin erfolgen würden und hinsichtlich der Betreuungstage ein Austausch in ei-
nem Buch stattfinde, welches mit C._ übergeben werde. Abschliessend wur-
de erwähnt, dass sich die Parteien gegenüber der Beiständin stets kooperativ ge-
zeigt hätten (Urk. 175/3 S. 2).
4.5.6.3 Dass die von der Gutachterin festgestellten Kommunikations- und Ko-
operationsprobleme der Parteien auch nach Erlass des angefochtenen Ent-
scheids zahlreich zu Tage traten, wird ferner durch die weiteren Akten des Beru-
fungsverfahrens bestätigt. Während die Umstände in Zusammenhang mit dem
Anruf des Beklagten vom 15. Juli 2019 nicht geklärt werden können (vgl. Urk. 155
S. 30; Urk. 159/10-11; Urk. 173 S. 20 und Urk. 175/2 S. 1), ergibt sich aus einer
Aktennotiz der Beiständin, dass die Situation anlässlich einer Sitzung mit den Par-
teien am 17. Juli 2019 eskalierte und der Beklagte das Gespräch verliess (Urk.
159/6 S. 1 f.). Weiter wird auch aus den Aktennotizen der Beiständin vom 10. Ja-
nuar 2020 ersichtlich, dass sich die Parteien weiterhin gegenseitig sehr misstrau-
isch gegenüberstehen und befürchten, dass sie von der Gegenseite gegenüber
C._ schlecht gemacht würden. Dass C._ die neue Lebenspartnerin des
Beklagten als 'Mama H._' bezeichnet habe, wurde seitens der Klägerin kriti-
siert, ebenso eine Interaktion von C._ mit deren Tochter. Der Beklagte wei-
gerte sich gemäss der Aktennotiz zudem, den Namen seiner neuen Lebenspart-
nerin bekannt zu geben (Urk. 190/20).
4.5.6.4 Schliesslich intensivierte sich der Konflikt auch angesichts der COVID-
19-Pandemie. Die Klägerin warf dem Beklagten vor, sie nicht über sein Sozialver-
halten und jenes seines Umfelds informiert und sich nicht an die Verhaltensregeln
des BAG gehalten zu haben (Urk. 176B S. 4 ff.). Letzteres hielt der Beklagte auch
der Klägerin vor. Zudem habe sie nach Ansicht des Beklagten die infolge COVID-
19-Pandemie ausgerufene besondere Lage zu ihrem Vorteil ausgenutzt (Urk. 182
- 44 -
S. 3 und S. 6 f. und Urk. 191 S. 2). Nachdem mit Verfügung vom 26. März 2020
das Besuchsrecht des Beklagten superprovisorisch sistiert worden war, da die
Klägerin aufgrund der Einnahme eines Medikaments zu den besonders gefährde-
ten Personen im Sinne von § 10b Abs. 2 COVID-19-Verordnung 2 gehörte, und
ersatzweise tägliche Kontakte von C._ zum Beklagten per Videotelefonie an-
geordnet worden waren (Urk. 179 S. 7 ff.), verlangte der Beklagte mit Eingabe
vom 2. April 2020 unter anderem, es seien die Ausweisdokumente von C._
superprovisorisch durch die Polizei in Gewahrsam zu nehmen und es sei C._
von der Polizei aus der Wohnung der Klägerin "zu befreien" und dem Beklagten
zu übergeben (Urk. 182 S. 2). Er befürchtete, die Klägerin würde nach Deutsch-
land fliehen, sobald sie von der von ihm beantragten Obhutsumteilung erfahren
würde (Urk. 182 S. 12 f.). Diese Anträge wurde mit Verfügung vom 3. April 2020
abgewiesen (Urk. 185 S. 9). Ungeachtet der wegen der Pandemie allseits belas-
tenden Situation zeigen auch diese prozessualen Schritte, dass sich die Parteien
weiterhin höchst misstrauisch begegnen.
4.5.6.5 In Zusammenhang mit den ersatzweise angeordneten Kontakten per
Videotelefonie berichtete der Kindsvertreter, beide Parteien hätten sich bei ihm
über das Verhalten des jeweils anderen beschwert. Der Beklagte werfe der Kläge-
rin vor, C._ abzulenken, ihr Handzeichen zu geben und den Kontakt einmal
abrupt abgebrochen zu haben. Nach Ansicht der Klägerin wolle der Beklagte den
Kontakt über die vereinbarten zehn Minuten verlängern, interpretiere das Verhal-
ten und die Worte von C._ negativ und stelle ihr manipulative Fragen (Urk.
187 S. 4). Am 12. Mai 2020 teilte der Kindsvertreter zudem mit, die Video-
Kontakte seien auch für C._ eine grosse Belastung (Urk. 199). Auch der
Email der Klägerin vom 26. April 2020 ist zu entnehmen, dass es in Zusammen-
hang mit den Video-Kontakten zu Problemen kam (Urk. 193/16), ebenso der
Email der Beiständin vom 5. Mai 2020 (Urk. 197/29) und den Emails des Beklag-
ten vom 26. April und 4. Mai 2020 (Urk. 197/32-34). Schliesslich ergibt sich aus
der Email-Korrespondenz zwischen dem Beklagten und der stellvertretenden Bei-
ständin vom 5. November 2020 bis 12. November 2020, dass der Beklagte ver-
langt hatte, eine Paritätsperson zum Elterngespräch bei der Beiständin mitzubrin-
gen, was diese ablehnte (Urk. 241/38/2).
- 45 -
4.5.7 Offensichtlich haben sich die Ursache und die Dynamik des Konflikts seit
der Begutachtung nicht verändert. Weiterhin geraten die Parteien betreffend ver-
schiedenster Belange in Streit oder verstricken sich in langwierige Diskussionen
hinsichtlich zu regelnder Kinderbelange. Gleich wie zum Zeitpunkt der Begutach-
tung ist ein sachlicher persönlicher Austausch zwischen ihnen nicht möglich. Die
Erziehungsbeistandschaft konnte dabei keine Abhilfe schaffen, genauso wenig
die von beiden Parteien besuchten Psychotherapien. Es ist unter diesen Umstän-
den von einem schwerwiegenden Dauerkonflikt und von anhaltenden Kommuni-
kationsschwierigkeiten auszugehen. Trotz der nunmehr aufgenommenen Mediati-
on (vgl. Urk. 245 S. 1; Prot. VI S. 31) ist aufgrund der erörterten Umstände anzu-
nehmen, dass sich die Situation selbst bei erfolgreicher Durchführung nur zöger-
lich verbessern wird. Hierfür sprechen namentlich die Ausführungen der Beistän-
din und des Kindsvertreters, welche beide unmittelbar mit dem Konflikt der Partei-
en konfrontiert sind. Die Einschätzung der Gutachterin, wonach den Parteien nicht
zugetraut werden könne, die im Rahmen einer alternierenden Obhut zu treffenden
zahlreichen Absprachen innert nützlicher Frist zu treffen (Urk. 75 S. 58), erweist
sich weiterhin als aktuell. Triftige Gründe, von dieser Feststellung abzuweichen,
sind keine ersichtlich. Objektive Anhaltspunkte, welche für eine zumindest mini-
mal vorhandene Kommunikationsfähigkeit und Kooperationsbereitschaft der Par-
teien sprechen würden, sind nicht auszumachen. Mit der Gutachterin ist daher
von einer akuten Gefahr auszugehen, dass C._ durch die Anordnung einer
alternierenden Obhut aufgrund des hochstrittigen Elternkonflikts in ihrem Wohlbe-
finden beeinträchtigt würde, da die Parteien voraussichtlich hinsichtlich der zu re-
gelnden zahlreichen Alltagsfragen in Streit geraten würden (Urk. 75 S. 58 und S.
67). Die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit der Parteien steht folglich
entgegen den Erwägungen der Vorinstanz und den Ausführungen des Beklagten
einer alternierenden Obhut entgegen. Es bleibt unklar, aus welchen Gründen der
Beklagte unter den vorliegenden Umständen die Kommunikation für gut und har-
monisch hält. Auch seine Behauptungen, die Kommunikationsprobleme würden
nur aus prozesstaktischen Gründen vorgebracht und der Streit betreffe einzig die
Obhutsregelung, werden durch die vorstehend abgehandelten Tatsachen wider-
legt.
- 46 -
4.5.8 Die vom Kindsvertreter in Zusammenhang mit einer Neubegutachtung vor-
gebrachten Ausführungen bestätigen die obigen Erwägungen. Er weist zutreffend
darauf hin, dass C._ insbesondere aufgrund ihres fortschreitenden Alters –
sie ist inzwischen vierjährig – die Konflikte der Parteien zunehmend mitbekomme
(vgl. Urk. 224 S. 8 ff.). Entgegen dem Kindsvertreter und dem Beklagten (Urk. 173
S. 6, S. 10 ff.) bestehen allerdings gegenwärtig keine konkreten Hinweise, dass
auch bei der Zuteilung der alleinigen Obhut an eine der Parteien von einer kon-
kreten Gefährdung des Kindeswohls auszugehen wäre. Der Beklagte begründet
diese Annahme mit fehlender Bindungstoleranz der Klägerin und der Kindsvertre-
ter beruft sich auf ihm in diesem Zusammenhang von den Parteien zugetragene
Behauptungen. Es kann folglich auf die diesbezüglichen Erwägungen verwiesen
werden (E. C/4.1.5-4.1.8), nach denen nicht von einer relevanten Einschränkung
der Bindungstoleranz der Parteien auszugehen ist. Anderslautendes kann auch
den vom Beklagten eingereichten Schreiben von Dipl. Psych. I._ nicht ent-
nommen werden (Urk. 216/29 und Urk. 233/30), wobei diese ohnehin nur auf den
Schilderungen des Beklagten basieren und für die Beurteilung des konkreten
Falls nicht weiter relevant sind. Zusätzlich begründet der Kindsvertreter die Kin-
deswohlgefährdung unter Hinweis auf die Ausführungen der Beiständin. Es wurde
bereits vorstehend festgehalten, dass unter anderem gestützt auf diese Eindrücke
der Konflikt der Parteien als hochstrittig bezeichnet werden muss. Allerdings er-
geben sich auch aus den Angaben der Beiständin keine konkreten Hinweise,
dass C._s Wohl auch bei der Zuteilung der alleinigen Obhut an eine der Par-
teien tatsächlich gefährdet würde. Die Ausgangslage hat sich demnach nur inso-
weit geändert, als dass C._ älter geworden ist. Eine sich nur ausnahmsweise
aufdrängende zweite Begutachtung kann unter diesen Umständen unterbleiben.
Die entsprechenden Anträge sind deshalb abzuweisen.
5. Zwischenfazit
Die Parteien sind beide als erziehungsfähig zu erachten, weshalb grundsätzlich
eine alternierende Obhut in Frage käme. Die geographischen Gegebenheiten
würden eine solche begünstigen und auch die persönlichen Betreuungsmöglich-
keiten sowie die gute Beziehung von C._ zu beiden Parteien sprechen für ei-
- 47 -
ne alternierende Obhut. Dagegen spricht die mit der Weiterführung der bisherigen
Regelung einhergehende Stabilität und Kontinuität, vor allem aber, dass
C._s Wohl im Falle einer alternierenden Obhut aufgrund des anhaltenden El-
ternkonflikts konkret gefährdet würde. Die für eine alternierende Obhut sprechen-
den Kriterien vermögen letzteres nicht aufzuwiegen. Auch in Zukunft ist bis auf
weiteres nicht von einer wesentlichen Beruhigung des Elternkonflikts auszugehen.
Die Parteien, welche sich nicht nur über die Betreuungsregelung, sondern auch
über zahlreiche weitere Kinderbelange streiten, könnten sich voraussichtlich über
die sich im Rahmen einer alternierenden Obhut stellenden Alltagsfragen nicht
bzw. nicht innert vernünftiger Zeit und mit vernünftigem Aufwand einigen, was
dem Wohl von C._ zuwiderlaufen würde. Sie würde dadurch dem Elternkon-
flikt in schädlicher Weise ausgesetzt. Unter diesen Umständen kommt eine alter-
nierende Obhut nicht in Frage. Die Berufung der Klägerin erweist sich daher in-
soweit als begründet.
6. Zuteilung der alleinigen Obhut
6.1 Die Grundlage für die Zuteilung der Obhut bildet das Kindeswohl. Als we-
sentliche Kriterien kommen in Betracht: die persönlichen Beziehungen zwischen
Eltern und Kindern, die jeweiligen Erziehungsfähigkeiten der Eltern, ihre Eignung,
sich persönlich um die Kinder zu kümmern und sich mit ihnen zu beschäftigen,
sowie die Bereitschaft, den Kontakt mit dem anderen Elternteil zu fördern. Es ist
diejenige Lösung zu wählen, die unter Berücksichtigung der gesamten Umstände
des Falles als am geeignetsten erscheint, die für eine harmonische Entwicklung
des Kindes notwendige Stabilität in den Beziehungen zu gewährleisten, wobei af-
fektive, psychische, moralische und intellektuelle Gesichtswinkel miteinzubezie-
hen sind. Wenn auch das Gericht sich nicht damit begnügen darf, das Kind dem
Elternteil zuzuteilen, der die Obhut während des Verfahrens innehatte, geniesst
dieses Kriterium ein besonderes Gewicht, wenn im Übrigen die Erziehungs- und
Pflegefähigkeiten der Eltern vergleichbar sind (BGE 136 I 178 [=Pra 99 (2010)
Nr. 125] E. 5.3).
6.2 Beide Parteien sind gewillt und in der Lage, C._ jeweils während der
Woche an einem Tag persönlich zu betreuen. Die Betreuungskonzepte sind inso-
- 48 -
weit als gleichwertig zu erachten. Auch die erzieherischen Fähigkeiten sind bei
beiden Parteien in genügendem Ausmass vorhanden, und entgegen den gegen-
seitigen Befürchtungen sind keine relevanten Einschränkungen in der Bindungsto-
leranz vorhanden. Ausschlaggebend für die Zuteilung der Obhut ist unter diesen
Umständen, dass die Klägerin die bisherige Hauptbezugsperson für C._ war
und sie zu einem weit überwiegenden Teil betreut hat. Diese Stabilität ist beizu-
behalten und die Obhut über C._ entsprechend den gutachtlichen Überle-
gungen (Urk. 75 S. 58 f. und S. 67) der Klägerin zuzuteilen.
D. Besuchsrecht sowie Ferien- und Feiertagsbesuchsrecht
1. Gemäss Art. 273 Abs. 1 ZGB haben Eltern, denen die elterliche Sorge oder
Obhut nicht zusteht, und das minderjährige Kind gegenseitig Anspruch auf per-
sönlichen Verkehr. Dabei handelt es sich um ein gegenseitiges Pflichtrecht, wobei
es in erster Linie dem Interesse des Kindes dient und oberste Richtschnur für sei-
ne Ausgestaltung das Kindeswohl ist, welches anhand der konkreten Umstände
des Einzelfalls zu beurteilen ist. In diesem Sinn hat der persönliche Verkehr den
Zweck, die positive Entwicklung des Kindes zu gewährleisten und zu fördern.
Hierbei sind die Beziehungen zu beiden Elternteilen wichtig, da sie bei der Identi-
tätsfindung des Kindes eine entscheidende Rolle spielen können (BGer
5A_962/2018 vom 2. Mai 2019, E. 5.2.1 mit weiteren Hinweisen).
2.1 Die Klägerin beantragt in ihrer Berufungsschrift ein über drei Phasen auf-
bauendes Besuchsrecht des Beklagten. Bis zum Eintritt in den Kindergarten soll
C._ jeweils am Montag von 07:00 Uhr bis 17:00 Uhr sowie am Samstag oder
Sonntag von 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr vom Beklagten betreut werden. Ab dem
Eintritt in den Kindergarten soll der Beklagte C._ an jedem zweiten Wochen-
ende von Samstag, 09:00 Uhr, bis Sonntag, 17:00 Uhr, sowie an einem freien
Kindergartennachmittag ab Kindergartenschluss bis 18:00 Uhr betreuen und ab
Eintritt in die erste Primarschulklasse an einem zusätzlichen schulfreien Nachmit-
tag von Schulschluss bis 18:00 Uhr (Urk. 155 S. 2). Die Klägerin äussert in Zu-
sammenhang mit Übernachtungen Bedenken. Die Beziehung zwischen C._
und dem Beklagten sei durch die "wachen Stunden" aufgebaut worden und Über-
nachtungen würden in C._s Alter in zusätzlichem Stress münden. Der Be-
- 49 -
klagte habe wenig bzw. keine Erfahrung damit, Kinder beim Einschlafen zu be-
gleiten, wobei C._ seinen Angaben gemäss bei ihm in der Regel nicht schla-
fe. Zudem würden Übernachtungen ab Januar 2020 bedeuten, dass der Beklagte
C._ fortan während 33 Stunden am Stück betreuen würde, während er dies
bis jetzt nur während jeweils sechs Stunden hintereinander getan habe. Hinzu
komme, dass sie die Hauptbezugsperson von C._ sei und C._ seit ihrer
Geburt ins Bett gebracht habe, wodurch sich eine Tradition und eine Verlässlich-
keit eingestellt habe. Weiter beanstandet die Klägerin den von der Vorinstanz
vorgesehenen zusätzlichen Betreuungs-Nachmittag des Beklagten. Die Kita
G._ könne nur ganztags besucht werden. Zudem entspreche es nicht dem
Kindeswohl, wenn C._ mit drei Übergaben pro Tag konfrontiert werde. Ein
zusätzlicher Nachmittag sei erst ab Eintritt in den Kindergarten sinnvoll. Schliess-
lich wendet sie gegen die von der Vorinstanz vorgesehenen Übergaben am Sonn-
tagabend um 18:00 Uhr ein, um diese Zeit beginne bereits das Abendritual, wel-
ches bei C._ nebst dem Abendessen, dem Zähneputzen und dem Vorlesen
von Geschichten aufgrund der Neurodermitis jeden Abend eine Dusche und Ein-
cremen beinhalte. Auch seien Übergaben am Freitagabend ungünstig, da dies ihr
arbeitsfreier Tag sein werde und sie diesen ganz mit C._ verbringen wolle
(Urk. 155 S. 26 ff.).
2.2 Der Beklagte stellt hinsichtlich eines allfälligen Besuchsrechts keine Anträge.
Im Rahmen eines Eventualantrags betreffend vorsorgliche Massnahmen verlang-
te er, C._ in einer ersten Phase jeweils am Montag von 07:00 Uhr bis 18:00
Uhr, am Mittwoch von 13:30 Uhr bis 18:00 Uhr, alternierend an einem Tag am
Wochenende von 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr und jedes zweite Wochenende an zwei
Tagen von 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr zu betreuen. Jedes vierte Wochenende solle
das Besuchsrecht entfallen. Zudem beantragte er, es sei nach zweimonatiger
Dauer der ersten Phase, an jedem zweiten Wochenende zusätzlich eine Über-
nachtung von Samstag auf Sonntag vorzusehen (Urk. 173 S. 2 f.).
3.1 Beide Parteien arbeiten derzeit in einem Vollzeitpensum (Prot. VI S. 97 und
S. 103). Jeweils am Freitag befindet sich die Klägerin im Homeoffice und kann
C._ deshalb bereits um 16:30 Uhr aus der Krippe übernehmen (Prot. VI S.
- 50 -
97). Der Beklagte arbeitet immer von zuhause aus und kann seine Kundenbesu-
che selbst koordinieren (Prot. VI S. 41). Zudem arbeitete er bislang jeweils am
Montagmorgen nicht und betreute in dieser Zeit C._. Von beiden Parteien
liegt eine Bestätigung der Arbeitgeber im Recht, wonach sie die Möglichkeit hät-
ten, das Arbeitspensum auf 80 % zu reduzieren (Urk. 128/34; Urk. 212/27). Am
23. August 2021 wird C._ in den Kindergarten eintreten (vgl.
https://www.zh.ch/de/bildung/bildungssystem/schulferien.html [zuletzt besucht am
7. April 2021, 17:00 Uhr]) und während des ersten Jahres jeweils den Vormittag
dort verbringen. Im zweiten Kindergartenjahr und in der ersten und zweiten Pri-
marschulklasse wird sie zusätzlich mindestens zwei, in der dritten und vierten
Primarschulklasse zusätzlich drei und alsdann zusätzlich vier Nachmittage pro
Woche den Unterricht besuchen (vgl. Beschluss des Bildungsrats des Kantons
Zürich vom 13. März 2017 [BRB 2017/05]; Stundenplanbeispiele des Volksschul-
amts des Kantons Zürich [abrufbar unter: https://www.
zh.ch/content/dam/zhweb/bilder-dokumente/themen/bildung/informationen-fuer-
schulen/informationen-fuer-die-volksschule/organisation/stundenplaene-
blockzeiten/stundenplanbeispiel_primarschule.pdf, zuletzt besucht am 13. April
2021]). Am Mittwochnachmittag wird C._ immer schulfrei haben. Ausserhalb
der Unterrichtszeiten steht gemäss § 32a Abs. 1 VSV von 07:30 Uhr bis 18:00
Uhr ein Betreuungsangebot zur Verfügung.
3.2 Die Gutachterin empfiehlt, das gegenwärtig bestehende Besuchsrecht an
zwei Tagen pro Woche mit zunehmendem Alter zeitlich zuerst auf acht und da-
nach auf zehn Stunden auszudehnen. Etwa ein halbes Jahr vor Kindergartenein-
tritt sollten ihres Erachtens Übernachtungen aufbauend eingeführt werden, so-
dass schliesslich ein reguläres Besuchsrecht an zwei Wochenenden pro Monat
von Freitag bis Sonntag resultiere. Zusätzlich seien wöchentliche Besuche tags-
über an einem freien Nachmittag vorzusehen (Urk. 75 S. 67 f.). Eine Prognose
über den frühestmöglichen Zeitpunkt für Übernachtungen könne sie nicht abge-
ben. Als Schwelle werde oft der Kindergarteneintritt angegeben, da Kinder in die-
sem Alter in der Regel weniger abhängig seien, sich unabhängiger selbständig
zurechtfinden würden und in der Lage seien, Prozesse mitzugestalten (Urk. 98 S.
2).
- 51 -
3.3 Die Bedenken der Klägerin betreffend Übernachtungen von C._ beim
Beklagten erweisen sich als unbegründet. Der im Gutachten ins Auge gefasste
Zeitpunkt ist zwischenzeitlich überschritten. Zudem bestehen keine objektiven
Anhaltspunkte, dass C._ im Sinne der Ergänzungen zum Gutachten nicht be-
reits jetzt eine längere Trennung von der Klägerin mit Übernachtung gut wird be-
wältigen können (vgl. Urk. 98 S. 2). Ihre Beziehung zum Beklagten wird durch
Übernachtungen weiter intensiviert, was letztlich ihrer persönlichen Entwicklung
zugutekommen wird (vgl. BGer 5A_290/2020 vom 8. Dezember 2020, E. 3.4.1).
Auch mit Blick auf den Kindergarteneintritt im Sommer 2021 erweist es sich als
angezeigt, bereits vorher Übernachtungen zu etablieren, sodass nicht zu viele
Veränderungen auf einmal erfolgen.
3.4 Die von der Gutachterin empfohlene Lösung erscheint sinnvoll und ermög-
licht es C._, auch zum Beklagten eine nahe Beziehung zu leben, was ihre
Entwicklung fördert. Ein stufenweiser Ausbau des Besuchsrechts zuerst auf acht
und danach auf zehn Stunden ist aufgrund des Alters von C._ nicht mehr nö-
tig. Dagegen erscheint es mit Blick auf das Kindeswohl als angezeigt, in einer ers-
ten Phase von sechs Monaten nur eine Übernachtung pro Besuchswochenende
vorzusehen. Damit das Konfliktpotential zwischen den Parteien möglichst gering
gehalten werden kann, sind die Besuche jeweils von Samstag auf den Sonntag
festzulegen. Dadurch werden die Parteien in dieser ersten Phase weitgehend da-
von entlastet, Alltagsfragen miteinander abzusprechen.
3.5 Die Einwände der Klägerin gegen die Betreuung von C._ durch den
Beklagten an einem Nachmittag pro Woche erweisen sich als begründet. Tat-
sächlich ist dies erst mit Eintritt in den Kindergarten sinnvoll. Zudem spricht hier-
für, dass die Besuchszeiten des Beklagten schrittweise auszubauen sind. Der
Umstand, dass C._ den Beklagten dadurch in der erste Phase nicht mehr
wöchentlich sieht, wird durch die zusammenhängenden Besuchstage an den Wo-
chenenden kompensiert. Die wenigen Monate bis zum Eintritt in den Kindergarten
sind zudem eine absehbare Zeitspanne. Darüber hinaus ist C._ inzwischen
kein Kleinkind mehr, weshalb kurze Besuchsintervalle zur Gewährleistung der
Kontinuität in der Beziehung nicht mehr zwingend notwendig sind (vgl. BGer
- 52 -
5A_290/2020 vom 8. Dezember 2020, E. 3.4.1). Da im Kanton Zürich jeweils am
Mittwochnachmittag kein Schulunterricht stattfindet, ist der in einer zweiten Phase
zu installierende wöchentliche Besuchsnachmittag des Beklagten auf diesen Tag
zu legen. Der Klarheit halber ist festzuhalten, dass dieser grundsätzlich, d. h. vor-
behältlich der nachfolgenden Ausnahmen (Ferien der Klägerin, Geburts- und Fei-
ertagsregelung), auch an unterrichtsfreien Mittwochen stattfindet. Von einem Be-
such an einem weiteren schulfreien Nachmittag ist abzusehen. Zum einen ist zum
gegenwärtigen Zeitpunkt unklar, an welchen Nachmittagen C._ ab dem zwei-
ten Kindergartenjahr zusätzlich zum Mittwochnachmittag frei haben wird. Ein zu-
sätzlicher Nachmittag würde daher jedes Jahr möglicherweise einen anderen
Wochentag betreffen. Zum anderen würde ein zusätzlicher Besuchsnachmittag
weitere Absprachen zwischen den Parteien erforderlich machen, insbesondere da
dadurch der Beklagte vermehrt in den Schulalltag von C._ eingebunden wä-
re. Es wäre dadurch mit vermehrten Konflikten zu rechnen, sodass auch aus die-
sem Grund kein zusätzlicher Besuchsnachmittag vorzusehen ist.
3.6 Sechs Monate nach der Vollstreckbarkeit dieses Entscheids ist das Be-
suchsrecht des Beklagten weiter auszudehnen und an den Besuchswochenenden
eine zusätzliche Übernachtung jeweils vom Freitag auf den Samstag vorzusehen.
C._ wird sich bis zu diesem Zeitpunkt in genügender Weise an Übernach-
tungen beim Beklagten gewöhnt haben und von mehreren zusammenhängenden
Besuchstagen profitieren. Der Umstand, dass die Klägerin beabsichtigt, durch
Reduktion ihres Arbeitspensums jeweils am Freitag nicht zu arbeiten, steht dem
nicht entgegen. Sie wird mit C._ jeden zweiten Freitag vollständig verbringen
können. Zudem wird diese Lösung dem Wohl von C._ eher gerecht als eine
Ausdehnung des Besuchsrechts bis am Montagmorgen. C._ wird ihren Kin-
dergarten- und Schulalltag so stets von der Wohnung der Klägerin aus bestreiten
können, was der Kontinuität und Stabilität zuträglich ist. Ebenso werden dadurch
keine weiteren Absprachen zwischen den Parteien erforderlich.
3.7 Es ist vorzusehen, dass die Klägerin C._ jeweils für die Besuchswo-
chenenden zum Beklagten bringt und der Beklagte sie nach den Besuchswo-
chenenden und am Mittwochabend zur Klägerin zurückbringt. Zudem ist der Be-
- 53 -
klagte zu verpflichten, C._ jeweils am Mittwochmittag nach Kindergarten-
/Schulschluss im Kindergarten bzw. in der Schule abzuholen; findet an diesem
Tag kein Unterricht statt, hat der Beklagte C._ zur gleichen Zeit zuhause ab-
zuholen. Diese Regelung hat zu gelten, solange C._ diese Wege nicht selb-
ständig zurücklegt. In der ersten Phase ist der Beginn des Besuchswochenendes
am Samstag auf 09:00 Uhr festzulegen, sodass genügend Zeit für ein Frühstück
bei der Klägerin bleibt, der Beklagte jedoch auch den Morgen mit C._ ver-
bringen kann. Hinsichtlich der Übergaben ist ferner zu berücksichtigen, dass ein
ruhiges Abendritual dem Wohl von C._ entspricht. Die abendlichen Überga-
ben sind daher vor dem Abendessen auf 17:00 Uhr festzusetzen.
3.8 Zusammenfassend ist der Beklagte für berechtigt zu erklären und zu ver-
pflichten, C._ wie folgt zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen:
– ab sofort bis sechs Monate nach Vollstreckbarkeit des vorliegenden Ent-
scheids in Wochen mit gerader Wochenzahl von Samstag, 09:00 Uhr, bis
Sonntag, 17:00 Uhr,
– ab Eintritt von C._ in den Kindergarten zusätzlich am Mittwochnach-
mittag nach Kindergartenschluss bis 17:00 Uhr,
– ab sechs Monate nach der Vollstreckbarkeit des vorliegenden Entscheids
jeden Mittwochnachmittag nach Kindergarten-/Schulschluss bis 17:00 Uhr
sowie in Wochen mit gerader Wochenzahl von Freitag, 17:00 Uhr, bis
Sonntag, 17:00 Uhr.
4. Geburtstag und Feiertage
4.1 Die Vorinstanz beschränkte sich darauf, eine Feiertagsregelung für die Zeit
von Heiligabend bis zu den Neujahrstagen zu treffen (Urk. 156 S. 31 und S. 48),
was von der Klägerin zu Recht beanstandet (Urk. 155 S. 25) und auch vom
Kindsvertreter kritisiert wird (Urk. 224 S. 14). Die Klägerin beantragt ein Feier-
tagsbesuchsrecht für den Beklagten in geraden Jahren an Ostersonntag und
Pfingstmontag, am 25. Dezember sowie am 31. Dezember (C._s Geburts-
tag) und in ungeraden Jahren an Ostermontag, Pfingstsonntag, am 24. Dezember
- 54 -
und am 1. Januar jeweils von 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr (Urk. 155 S. 2 f.). Begrün-
det werden diese Anträge nicht. Es ist sinnvoll, die Weihnachtsfeiertage so zu or-
ganisieren, dass C._ abwechslungsweise entweder Heiligabend oder Weih-
nachten mit je einem Elternteil verbringen kann (vgl. Urk. 224 S. 14). Dies ent-
spricht dem Kindeswohl besser als die von der Vorinstanz vorgesehene jährlich
alternierende Regelung, bei der C._ den Heiligabend und den ersten Weih-
nachtstag nur bei einem Elternteil verbringen würde (Urk. 156 S. 31 und S. 48),
zumal jährliche Weihnachtsfestivitäten mit den Eltern hoch zu gewichten sind. Ei-
ne tageweise Zuteilung würde allerdings viele kurz aufeinander folgende Wechsel
mit sich bringen, was es nach Möglichkeit zu vermeiden gilt. Zudem werden die
entsprechenden Feiertage namentlich auch an den Abenden gefeiert, weshalb es
sinnvoll erscheint, auch Übernachtungen vorzusehen. Diese Feiertage sind daher
so zu organisieren, dass C._ in Jahren mit gerader Jahreszahl Heiligabend
(24. Dezember, 10:00 Uhr, bis 25. Dezember, 13:00 Uhr) mit der Klägerin und
Weihnachten sowie den Stephanstag (25. Dezember, 13:00 Uhr, bis
26. Dezember, 17:00 Uhr) mit dem Beklagten verbringt. Umgekehrt ist in Jahren
mit ungerader Jahreszahl zu verfahren.
4.2 Sodann sind Silvester und die Neujahrsfeiertage zwischen den Parteien auf-
zuteilen, wobei diese Tage gesamthaft ab Silvester, 14:00 Uhr, bis Berchtoldstag
(2. Januar), 13:00 Uhr, jenem Elternteil zuzuteilen sind, der Heiligabend mit
C._ verbringt. Damit sie ihren auf den Silvester fallenden Geburtstag mit bei-
den Eltern feiern kann, ist zusätzlich eine Betreuung vom 29. Dezember, 09:00
Uhr, bis am 31. Dezember, 14:00 Uhr, durch den Elternteil vorzusehen, dem die
Betreuung an Silvester und den Neujahrstagen nicht zukommt. Diese Regelung
ist auch bereits für das laufende Jahr angemessen, da sich bis im Winter Über-
nachtungen von C._ beim Beklagten bereits genügend etabliert haben wer-
den.
4.3 Weiter ist vorzusehen, dass C._ ab dem Jahr 2022 in Jahren mit gera-
der Jahreszahl Karfreitag, 09:00 Uhr, bis Ostermontag, 17:00 Uhr, mit der Kläge-
rin verbringt und den Freitag vor Pfingsten, Kindergarten-/Schulschluss, bis
Pfingstmontag, 17:00 Uhr, mit dem Beklagten. In Jahren mit ungerader Jahres-
- 55 -
zahl verbringt C._ die jeweiligen Feiertage bei gleichbleibenden weiteren
Modalitäten beim jeweils anderen Elternteil.
4.4 C._ ist für die Ausübung der Besuche an Feiertagen und an ihrem Ge-
burtstag jeweils von der Klägerin zum Beklagten zu bringen und von diesem zur
Klägerin zurückzubringen, solange sie diese Wege nicht selbständig zurücklegt.
4.5 Allfällige durch die Geburtstags- und Feiertagsregelung ausfallende Be-
suchstage sind nicht zu kompensieren.
5. Ferien
Die Klägerin verlangt berufungsweise eine Reduktion des Ferienanspruchs des
Beklagten um eine Woche und für sich das Recht auf eine zusätzliche Ferienwo-
che während der von ihr vorgesehenen Phasen 1 und 2. Eine Begründung dieser
Anträge findet sich nicht (Urk. 155 S. 3). Der Beklagte äussert sich seinerseits
nicht weiter zu dieser Thematik (vgl. Urk. 173). Die Regelung der Vorinstanz er-
weist sich von der Aufteilung her auch bei einer alleinigen Obhut der Klägerin als
angemessen und kindeswohlgerecht (vgl. auch Urk. 224 S. 14), zumal keine
Gründe für eine Ungleichbehandlung ersichtlich sind. Da C._ erst in diesem
Sommer in den Kindergarten eintreten wird und sich zuerst an Übernachtungen
beim Beklagten wird gewöhnen müssen, ist für das laufende Jahr eine gesonderte
Regelung vorzusehen. Es erweist sich dabei als sachgerecht, den Beklagten zu
berechtigen, mit C._ eine Woche der Herbstferien zu verbringen (1. Woche:
Samstag 9. Oktober 2021, 09:00 Uhr, bis Samstag 16. Oktober 2021, 09:00 Uhr;
2. Woche: Samstag 16. Oktober 2021, 09:00 Uhr, bis Samstag 23. Oktober 2021,
09:00 Uhr), wobei er der Klägerin bis 31. Juli 2021 die betreffende Woche mitzu-
teilen hat. Die Parteien sind folglich für berechtigt zu erklären, ab dem Jahr 2022
während der Schulferien vier Wochen pro Jahr (maximal zwei Wochen am Stück)
mit C._ zu verbringen. Sie haben sich über die Aufteilung der Ferien mindes-
tens drei Monate im Voraus abzusprechen. Können sie sich nicht einigen, so
kommt dem Beklagten in Jahren mit gerader Jahreszahl und der Klägerin in Jah-
ren mit ungerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung
der Ferien zu. Zudem ist der Beklagte für berechtigt zu erklären, mit C._ im
- 56 -
Jahr 2021 eine Woche der Herbstferien zu verbringen, wobei er der Klägerin bis
zum 31. Juli 2021 die betreffende Woche mitzuteilen hat. Die Klägerin ist zu ver-
pflichten, C._ zu Beginn des Ferienbesuchsrechts zum Beklagten zu bringen
und der Beklagte ist seinerseits zu verpflichten, C._ nach den gemeinsamen
Ferien wieder zur Klägerin zurückzubringen; diese Regelung hat zu gelten, solan-
ge C._ diese Wege nicht selbständig zurücklegt. Allfällige durch den Ferien-
anspruch der Klägerin ausfallende Besuchstage sind nicht zu kompensieren.
E. Unterhalt
1. Die Vorinstanz verneinte vorab einen Anspruch von C._ auf Unterhalt
für den Zeitraum bis 1. April 2017 sowie auf Betreuungsunterhalt. Anhand der er-
mittelten Einkommen der Parteien teilte sie die Kosten für C._s Barbedarf
während der Zeit, in der sie unter der alleinigen Obhut der Klägerin stand, zu 60
% dem Beklagten und zu 40 % der Klägerin zu. Mit Einführung der alternierenden
Obhut wurde der geschuldete Unterhaltsbeitrag anhand der Differenz des Barbe-
darfs von C._ bei der jeweiligen Partei errechnet. Insgesamt resultierten die
eingangs wiedergegebenen Unterhaltsbeiträge (Urk. 156 S. 36 ff.).
2. Die Klägerin beanstandet, dass C._ kein Betreuungsunterhalt zuge-
sprochen wurde. Zudem sei bei ihr (der Klägerin) von einem zu hohen und beim
Beklagten von einem zu tiefen Einkommen ausgegangen worden. Weiter ist sie
mit der Aufteilung des Barbedarfs nicht einverstanden und verlangt schliesslich
eine Indexierung des Unterhaltsbeitrags (Urk. 155 S. 33 ff.). Hierauf ist nachfol-
gend im Einzelnen einzugehen, wobei die von der Vorinstanz unterlassene Be-
darfsberechnung der Parteien als Grundlage der Unterhaltsberechnung von Am-
tes wegen nachzuholen ist.
3. Einkommen der Parteien
3.1 Für das Jahr 2017 errechnete die Vorinstanz ein monatliches Nettoeinkom-
men der Klägerin von Fr. 7'300.–, für das Jahr 2018 von Fr. 9'325.– und ab dem
Jahr 2019 von Fr. 9'720.–. Berücksichtigt wurden ein im Jahr 2019 ausbezahlter
Bonus sowie ein Senioritätsbonus und ein 13. Monatslohn. Weiter wurde davon
- 57 -
ausgegangen, dass die Klägerin ab Juli 2020 in einem reduzierten Arbeitspensum
von 80 % tätig sein und sich ihr Einkommen deshalb ab dann auf monatlich
Fr. 7'775.– verringern werde (Urk. 156 S. 36 ff.). Beim Beklagten wurde von ei-
nem monatlichen Nettoeinkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit von Fr.
9'075.– und ab September 2019 infolge Pensumsreduktion von Fr. 7'260.– aus-
gegangen. Zusätzlich wurden im Jahr 2017 erwirtschaftete Vermögenserträge von
monatlich Fr. 2'975.– berücksichtigt. Ab Oktober 2018 wurde mit Mietzinseinnah-
men von monatlich Fr. 6'300.– gerechnet, von denen nebst dem steuerrechtlichen
Pauschalabzug von 20 % zusätzlich 10 % für allfällige ausserordentliche Kosten
abgezogen wurden, sodass monatliche Mietzinseinnahmen von (gerundet) Fr.
4'400.– resultierten. Bis Ende September 2018 wurde beim Beklagten mit einem
monatlichen Nettoeinkommen von gesamthaft Fr. 12'050.–, ab Oktober 2018 bis
August 2019 von Fr. 13'475.– und ab September 2019 von Fr. 11'660.– gerechnet
(Urk. 156 S. 38 f.).
3.2 Nach Ansicht der Klägerin hätte der ihr im Jahr 2019 einmalig ausbezahlte
Senioritätsbonus von Fr. 1'000.– für die weiteren Jahre nicht berücksichtigt wer-
den dürfen und ferner anstatt auf den in diesem Jahr tatsächlich ausbezahlten or-
dentlichen Bonus auf einen Durchschnittswert der letzten drei Jahre abgestellt
werden müssen (Urk. 155 S. 34 f.). Diese Einwände sind zutreffend. Der Seniori-
tätsbonus kann nur im Jahr 2019 berücksichtigt werden und der offensichtlich va-
riierende ordentliche Bonus (vgl. Urk. 11/8/1-2; Urk 11/10/3; Urk. 137/50 und
Urk. 137/52) ist über das Jahr 2019 hinaus anhand des Durchschnittswerts der
letzten drei Jahre zu berechnen (vgl. OGer ZH LE190034 vom 18. Dezember
2019, E. III/B/3.3 mit weiteren Hinweisen). Demnach ist bei der Klägerin ab dem
Jahr 2020 bei einem 100%-Pensum von einem Jahreseinkommen von
Fr. 113'972.55 (Fr. 8'644.15 [Bruttomonatslohn; Urk. 137/52] x 13 + Fr. 14'262.20
[(Fr. 13'604.45 + Fr. 13'162.95 + Fr. 16'019.20)/3; durchschnittlicher Bonus in den
Jahren 2017 bis 2019; Urk. 11/10/3; Urk. 137/50 und Urk. 137/52] - Fr. 12'663.60
[Fr. 8'644.15 x 13 x 0.1 + Fr. 14'262.20 x 0.1; Sozialversicherungsabgaben in der
unbestritten gebliebenen Höhe von 10 %; Urk. 156 S. 37]) auszugehen, was mo-
natlich gerundet Fr. 9'498.– netto ergibt.
- 58 -
3.3 Soweit die Klägerin den beim Beklagten zusätzlich zum steuerrechtlichen
Pauschalabzug von der Vorinstanz vorgenommenen Abzug von 10 % für ausser-
ordentliche Liegenschaftskosten bemängelt (Urk. 155 S. 36), gilt es zu bemerken,
dass mit dem steuerrechtlichen Pauschalabzug nur den ordentlichen Kosten
Rechnung getragen wird (Merkblatt des kantonalen Steueramtes über die steuer-
liche Abzugsfähigkeit von Kosten für den Unterhalt und die Verwaltung von Lie-
genschaften vom 26. März 2021, S. 9 N 51). Die in den vorliegend relevanten
Jahren voraussichtlich ebenfalls anfallenden ausserordentlichen Kosten wurden
durch den zusätzlichen Abzug von 10 % mitberücksichtigt. Zudem sind bei Miet-
zinserträgen nebst den Unterhaltskosten stets auch die Hypothekarzinsen in Ab-
zug zu bringen, weshalb sich der zusätzliche Pauschalabzug als gerechtfertigt
erweist (vgl. Urk. 135/53 S. 18). Die Berufung ist insoweit unbegründet.
3.4 Schliesslich wendet die Klägerin ein, bei ihr hätte gleich wie beim Beklagten
bereits ab September 2019 von einer Reduktion des Arbeitspensums ausgegan-
gen werden müssen, wobei sie beim Beklagten zugleich mangels Belegen von ei-
nem Vollzeitpensum ausgehen möchte (Urk. 155 S. 35 f.). Auf die Vergangenheit
braucht nicht weiter eingegangen zu werden, da beide Parteien bisher kein redu-
ziertes Pensum geleistet haben. Es ist daher bei beiden Parteien vorerst von ei-
ner Vollzeiterwerbstätigkeit auszugehen. Aufgrund des mit vorliegendem Ent-
scheid anzuordnenden Besuchsrechts des Beklagten am Mittwochnachmittag ist
davon auszugehen, dass er sein Arbeitspensum ab dem 1. August 2021 auf 90 %
reduzieren wird. Sein Einkommen wird sich deshalb ab dann von den von der Vo-
rinstanz angenommenen Fr. 13'475.– netto pro Monat für ein Vollpensum
(Urk. 156 S. 38 f.) auf gerundet Fr. 12'568.– (Fr. 9'075.– x 0.9 + Fr. 4'400.–) netto
pro Monat reduzieren. Sodann ist bei der Klägerin ab 1. Juni 2021 von einem Ar-
beitspensum von 80 % auszugehen, da sie die alleinige Inhaberin der Obhut sein
wird und die Absicht äusserte, C._ jeweils am Freitag persönlich betreuen,
aber zu 80 % berufstätig sein zu wollen. Angesichts dessen, dass nach der aktu-
ellen Bundesgerichtspraxis der obhutsberechtigte Elternteil in der Regel ab der
obligatorischen Einschulung des Kindes einer Erwerbstätigkeit von (mindestens)
50 %, ab dessen Eintritt in die Sekundarstufe I einer solchen von (mindestens) 80
% und ab dessen Vollendung des 16. Lebensjahres von 100 % nachgehen kann
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(BGE 144 III 481 E. 4.7.6), ist dieses Vorhaben praxiskonform. Bei der Klägerin ist
daher ab dem 1. Juni 2021 von einem Arbeitspensum von 80 % und einem mo-
natlichen Nettolohn von gerundet Fr. 7'598.– (Fr. 9'498.– x 0.8) auszugehen. Ab
1. Januar 2033 ist bei der Klägerin gestützt auf die angeführte bundesgerichtliche
Praxis auf das bei Leistung eines 100%-Pensums erzielbare Einkommen abzu-
stellen, mithin auf Fr. 9'498.– netto pro Monat. Analog ist beim Beklagten zu ver-
fahren, weshalb bei ihm ab diesem Zeitpunkt auf ein monatliches Nettoeinkom-
men von Fr. 13'475.– abzustellen ist.
4. Bedarf der Parteien
4.1 Die für die Unterhaltsberechnung massgebliche Leistungsfähigkeit bestimmt
sich anhand einer Gegenüberstellung des Nettoeinkommens und des Bedarfs der
jeweiligen Partei (BGE 128 III 161 E. 2c). Eine Bedarfsberechnung für die Partei-
en findet sich nicht im angefochtenen Entscheid, weshalb dies nachfolgend nach-
zuholen ist, wobei zu berücksichtigen ist, dass die finanziellen Verhältnisse vorlie-
gend ohne weiteres die Deckung des erweiterten familienrechtlichen Bedarfs er-
lauben. Der Bedarf der Parteien gestaltet sich unter Zugrundelegung der per
1. August 2021 eintretenden Verhältnisse wie folgt (Beträge gerundet):
Bedarf Klägerin Bedarf Beklagter
Grundbetrag 1'350.– 850.–
Wohnkostenanteil 1'260.– Urk. 11/12 690.– Urk. 90/38
Krankenkasse (inkl. VVG) 539.– Urk. 128/46 514.– Urk. 8/16-17
Hausrat/Haftpflicht 38.– Urk. 11/15 15.– Urk. 8/19
Kommunikationskosten 120.– gerichtsüblich 60.– gerichtsüblich
Serafe 28.– gerichtsüblich 14.– gerichtsüblich
Auswärtige Verpflegung
176.– gerichtsüblich
Mobilitätskosten 33.– Urk. 11/11
Steuern 775.– 1'850.–
Total 4'319.– 3'993.–
4.2 Der für die Klägerin eingesetzte Grundbetrag für Alleinerziehende ohne
Haushaltsgemeinschaft mit einer erwachsenen Person braucht nicht weiter kom-
mentiert zu werden (vgl. Richtlinien der Konferenz der Betreibungs- und Konkurs-
- 60 -
beamten der Schweiz für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzmi-
nimums vom 1. Juli 2009 [nachfolgend: Richtlinie], S. 1). Dagegen sei bezüglich
des hälftigen Ehegatten-Grundbetrags, welcher dem Beklagten anzurechnen ist,
angemerkt, dass hierfür nicht die Dauer einer Partnerschaft, sondern der sich da-
raus ergebende wirtschaftliche Vorteil ausschlaggebend ist (BGE 138 III 97
E. 2.3.2). Entscheidend ist demnach, dass der Beklagte mit H._ zusammen-
lebt und diese Haushaltsgemeinschaft partnerschaftlicher Natur ist (Urk. 173
S. 18; vgl. auch BGE 144 III 502 E. 6.6).
4.3 Der Wohnkostenanteil der Klägerin ist nach grossen und kleinen Köpfen zu
errechnen (Fr. 1'890.– x 2/3 [Urk. 11/12]), jener des Klägers auf ihn und seine
Partnerin hälftig aufzuteilen (Fr. 1'380.– / 2 [Urk. 90/38]). Die Kosten der Kranken-
kasse können anhand der eingereichten Belege ermittelt werden, wobei bei den
gegebenen Verhältnissen nicht erheblich ist, dass bei der Klägerin der für die
Grundversicherung geschuldete Betrag nicht ermittelt werden kann (vgl.
Urk. 128/46), da auch die Versicherungen nach VVG zu berücksichtigen sind (vgl.
BGer 5A_311/2019 vom 11. November 2020, E. 7.2, zur Publikation vorgesehen).
Die Kosten der Krankenkasse des Beklagten sind belegt (Urk. 8/16-17). Die Kos-
ten der Hausrat- und Haftpflichtversicherungen sind ebenfalls ausgewiesen
(Urk. 8/19 und Urk. 11/15), können auf Seiten des Beklagten aufgrund seiner
Haushaltsgemeinschaft allerdings nur zur Hälfte angerechnet werden. Auch die
Mobilitätskosten der Klägerin sind belegt (Urk. 11/11) und die Kosten ihrer aus-
wärtigen Verpflegung sind anhand der gerichtsüblichen Ansätze festzulegen
(Fr. 220.– x 0.8). Als Aussendienstmitarbeiter arbeitet der Beklagte grundsätzlich
zuhause, soweit er nicht Kunden vor Ort bedient. Allfällige Fahrtkosten entfallen
folglich auf den Arbeitgeber (vgl. Urk. 135/51 S. 2 und Urk. 135/52) und Kosten für
auswärtige Verpflegung fallen ebenfalls nicht an bzw. diese werden gegebenen-
falls durch den Arbeitgeber vergütet (Urk. 135/52; vgl. zum Ganzen auch Urk.
135/53 S. 20). Die Kommunikationskosten sind nach den gerichtsüblichen Ansät-
zen zu bestimmen. Der Klägerin sind demnach Fr. 120.– und dem Beklagten auf-
grund seiner kostenreduzierenden Haushaltsgemeinschaft Fr. 60.– anzurechnen.
Die Serafe-Gebühr beträgt ab dem 1. Januar 2021 gemäss Beschluss des Bun-
desrats vom 16. April 2020 monatlich rund Fr. 28.– (Art. 57 Radio- und Fernseh-
- 61 -
verordnung), wovon beim Beklagten wiederum nur die Hälfte einzusetzen ist.
Nicht berücksichtigt werden können die von beiden Parteien geltend gemachten
zusätzlichen Gesundheitskosten. Bei der Klägerin fehlen Belege hierzu gänzlich,
die vom Beklagten vorgelegte Aufstellung betrifft das Jahr 2015 (Urk. 8/18), wobei
nicht behauptet wurde, dass diese Kosten auch zukünftig anfallen werden.
4.4 Schliesslich sind die Steuern mit dem kantonalen Steuerrechner
(https://www.zh.ch/de/steuern-finanzen/steuern/steuern-natuerliche-personen/
steuererklaerung-natuerliche-personen/steuerrechner.html [zuletzt besucht am
13. April 2021, 09:00 Uhr]) zu ermitteln. Als steuerrechtlich relevante Faktoren
sind bei beiden Parteien die folgenden zu berücksichtigen: F._ (Wohnort),
konfessionslos, geschieden (vgl. Urk. 135/53 und Urk. 137/53). Die Klägerin wird
zum Einelterntarif und der Beklagte zum Grundtarif besteuert. Bei der Klägerin ist
von keinem steuerbaren Vermögen auszugehen (Urk. 137/53). Zu ihrem Nettojah-
reseinkommen von Fr. 94'176.– (Fr. 91'176.– + Kinderzulagen von 12 x Fr. 250.–
[vgl. E. E/3.4 und Urk. 137/52]) sind Kinderunterhaltsbeiträge von jährlich
Fr. 30'780.– hinzuzurechnen (vgl. nachfolgend unter E. E/8) und alsdann die fol-
genden Abzüge vorzunehmen: Verpflegung Fr. 1'280.– [80 % von Fr. 1'600.–;
Urk. 137/53]; Fahrkosten Fr. 391.–; Pauschalabzug Berufsausübungskosten von
3 % des Nettolohns Fr. 2'735.–; Aus- und Weiterbildungskosten Fr. 500.–;
Fremdbetreuungskosten Fr. 9'500.– (vgl. nachfolgend unter E. E/6.3); Abzug Ver-
sicherungen Klägerin und C._ Fr. 3'900.–; Kinderabzug Fr. 9'000.–. Es resul-
tiert daraus eine voraussichtliche monatliche Steuerlast (Staats-, Gemeinde- und
direkte Bundessteuer) von Fr. 1'030.–. Hiervon ist der auf die Unterhaltsbeiträge
entfallende Steueranteil (Fr. 30'780.– / [Fr. 94'176.– + Fr. 30'780.–] = 0.25) aus-
zuscheiden und C._ anzurechnen (5A_311/2019 vom 11. November 2020,
E. 7.2 u. a. mit Verweis auf Jungo/Arndt, Barunterhalt der Kinder: Bedeutung von
Obhut und Betreuung der Eltern, in: FamPra.ch 2019, S. 758 Fn. 38). Bei der Klä-
gerin sind demnach Steuern von Fr. 775.– pro Monat zu berücksichtigen. Beim
Beklagten ist von einem steuerbaren Vermögen von Fr. 975'946.– auszugehen
(Urk. 135/53 S. 6) und von seinem Jahresnettoeinkommen von Fr. 150'816.– sind
die folgenden Abzüge vorzunehmen: Versicherung Fr. 2'600.–; Pauschalabzug
Berufsauslagen von Fr. 5'520.– (kein Parkplatz; Fr. 460.– pro Monat für Home-
- 62 -
office [1/3 Mietzins]; vgl. Urk. 135/53 S. 27); Unterhaltsbeiträge Fr. 30'780.–. Die
beim Beklagten monatlich anfallende Steuerlast (Staats-, Gemeinde- und direkte
Bundessteuer) beläuft sich demzufolge auf Fr. 1'850.–.
4.5 Die Wohnkosten des Beklagten waren vor seinem Umzug nach F._, un-
ter Berücksichtigung der Hypothekarzinsen und der erfahrungsgemäss anfallen-
den übrigen festen Kosten sowie der Nebenkosten in der Höhe von 1 % des Ver-
kehrswertes der Liegenschaft (vgl. Maier, Die konkrete Berechnung von Unter-
haltsansprüchen im Familienrecht, dargestellt anhand der Praxis der Zürcher Ge-
richte seit Inkraftsetzung der neuen ZPO, in: FamPra.ch 2014, S. 322), vergleich-
bar mit den heutigen Wohnkosten in F._ (vgl. Urk. 135/53 S. 10 und S. 18).
Allerdings gilt es zu berücksichtigen, dass der Beklagte in F._ erst seit März
2020 mit seiner Partnerin zusammenwohnt (Urk. 184/8). Für die Zeit von April
2017 bis und mit Februar 2020 sind ihm deshalb die übrigen aufgrund seiner
Partnerschaft nur hälftig angerechneten Kosten voll anzurechnen (Haus-
rat/Haftpflicht: Fr. 30.–; Kommunikationskosten: Fr. 120.–; Serafe: Fr. 28.–). Zu-
dem ist der Grundbetrag für Alleinstehende von Fr. 1'200.– einzusetzen (Richtlinie
S. 1) und für den Zeitraum von September 2018 bis und mit Februar 2020 der
ganze Mietzins, Fr. 1'380.–, zu berücksichtigen. Es resultiert demnach für die Zeit
von April 2017 bis und mit August 2018 ein monatlicher Bedarf von Fr. 4'432.–
(Fr. 1'200.– [Grundbetrag] + Fr. 690.– [Wohnkosten] + Fr. 514.– [Krankenkasse] +
Fr. 30.– [Hausrat/Haftpflicht] + Fr. 120.– [Kommunikationskosten] + Fr. 28.– [Se-
rafe] + Fr. 1'850.– [Steuern]) und für die Zeit von September 2018 bis und mit
Februar 2020 ein monatlicher Bedarf von Fr. 5'122.– (1'200.– [Grundbetrag] +
Fr. 1'380.– [Wohnkosten] + Fr. 514.– [Krankenkasse] + Fr. 30.– [Haus-
rat/Haftpflicht] + Fr. 120.– [Kommunikationskosten] + Fr. 28.– [Serafe] + Fr.
1'850.– [Steuern]).
4.6 Die Leistungsfähigkeit der Klägerin beträgt im Jahr 2017 monatlich
Fr. 2'981.– (Fr. 7'300.– - Fr. 4'319.–), im Jahr 2018 Fr. 5'006.– (Fr. 9'325.– -
Fr. 4'319.–), im Jahr 2019 Fr. 5'401.– (Fr. 9'720.– - Fr. 4'319.–), vom 1. Januar
2020 bis 31. Mai 2021 Fr. 5'179.– (Fr. 9'498.– - Fr. 4'319.–), vom 1. Juni 2021 bis
31. Dezember 2032 von Fr. 3'279.– (Fr. 7'598.– - Fr. 4'319.–) und ab 1. Januar
- 63 -
2033 von Fr. 5'179.– (Fr. 9'498.– - Fr. 4'319.–). Beim Beklagten ist vom 1. April
2017 bis 31. August 2018 von einer monatlichen Leistungsfähigkeit von Fr.
7'618.– (Fr. 12'050.– - Fr. 4'432.–), im September 2018 von Fr. 6'928.–
(Fr. 12'050.– - Fr. 5'122.–), vom 1. Oktober 2018 bis 29. Februar 2020 von
Fr. 8'353.– (Fr. 13'475.– - Fr. 5'122.–), vom 1. März 2020 bis 31. Juli 2021 von
Fr. 9'482.– (Fr. 13'475.– - Fr. 3'993.–), vom 1. August 2021 bis 31. Dezember
2032 von Fr. 8'575.– (Fr. 12'568.– - Fr. 3'993.–) und ab 1. Januar 2033 von Fr.
9'482.– (Fr. 13'475.– - Fr. 3'993.–) auszugehen.
5. Betreuungsunterhalt von Mitte April bis Mitte Juni 2017
5.1 Die Vorinstanz verneinte einen Anspruch auf Betreuungsunterhalt während
des an den Mutterschaftsurlaub anschliessenden unbezahlten Urlaubs der Kläge-
rin. Begründet wurde dies mit dem von ihr im betreffenden Jahr erzielten monatli-
chen Durchschnittseinkommen von Fr. 7'300.– (Urk. 156 S. 36 f.). Hiergegen
wendet die Klägerin ein, dass ihr Bedarf in dieser Zeit aufgrund des Umzugs nach
F._ und der Klageeinleitung enorm gestiegen sei und sie alleine für
C._s Unterhalt habe aufkommen müssen. Einkommen habe sie nicht gehabt,
genauso wenig allfällige Ersparnisse, wobei zudem keine Sozialversicherungsbei-
träge hätten geäufnet werden können, der Bonus wegen des unbezahlten Urlaubs
gekürzt worden sei und Einbussen in der Pensionskasse entstanden seien. Die-
ser finanzielle Nachteil müsse über den Betreuungsunterhalt ausgeglichen wer-
den, weshalb sie unter diesem Titel für die entsprechenden zwei Monate (Mitte
April bis Mitte Juni 2017) Anspruch auf je Fr. 3'500.– habe (Urk. 155 S. 33 f.).
5.2 Der Beklagte ist der Ansicht, die Klägerin habe keinen Anspruch auf eine
Ersatzzahlung unter dem Titel der beruflichen Vorsorge, ebenso wenig auf eine
"Urlaubszahlung" von Fr. 15'000.–. Weitergehend äussert er sich nicht zu den
Ausführungen der Klägerin unter dem Titel Betreuungsunterhalt (Urk. 173 S. 21).
5.3 Der Betreuungsunterhalt gemäss Art. 285 Abs. 2 ZGB bezweckt, die durch
die Betreuung entstehenden finanziellen Auswirkungen abzugelten (BGE 144
III 377 E. 7.1.1) und dadurch die zur erforderlichen persönlichen Betreuung eines
Kindes notwendige physische Präsenz des betreffenden Elternteils sicherzustel-
- 64 -
len (BGE 144 III 481 E. 4.4). Wirtschaftlich gesehen bedeutet dies, dass auch die
Bedürfnisse des betreuenden Elternteils soweit möglich gewährleistet sein müs-
sen. Der Betreuungsunterhalt umfasst damit grundsätzlich die Lebenshaltungs-
kosten der betreuenden Person, soweit diese aufgrund der Betreuung nicht selber
dafür aufkommen kann, was anhand der Lebenshaltungskosten-Methode zu er-
mitteln ist (BGE 144 III 377 E. 7.1.2.2). Daraus ergibt sich, dass dem Beklagten
insoweit zuzustimmen ist, als Ausfälle bei den Pensionskassenbeiträgen davon
nicht erfasst werden.
5.4 Die Klägerin nahm im Anschluss an ihren Mutterschaftsurlaub, der bis Mitte
April 2017 dauerte, zwei Monate, d. h. bis Mitte Juni 2017, unbezahlten Urlaub
und hatte in dieser Zeit unbestrittenermassen keine Einkünfte. Ob sie in der Zeit
davor und danach so viel verdiente, dass sie ihren Lebensunterhalt während des
unbezahlten Urlaubs daraus bestreiten konnte, kann nicht massgeblich sein. Ent-
scheidend ist, dass die Klägerin sich in diesen zwei Monaten voll der Kinderbe-
treuung widmete, was nicht in Abrede gestellt wird. Im Hinblick auf die bundesge-
richtliche Rechtsprechung kann ihr für diese Zeit auch nicht etwa ein hypotheti-
sches Einkommen angerechnet werden (vgl. BGE 144 III 481 E. 4.7.6). C._
hat daher für die Zeit von Mitte Mai bis Mitte Juni 2017, mithin für zwei Monate,
Anspruch auf Betreuungsunterhalt in Höhe der Lebenshaltungskosten der Kläge-
rin.
5.5 Die vom Beklagten nicht substantiiert bestrittene Aufstellung der Lebenshal-
tungskosten der Klägerin (Urk. 127 S. 25 f.; vgl. Prot. VI S. 91) erweist sich
grundsätzlich als korrekt. Da auch Prämien für überobligatorische Krankenversi-
cherungen berücksichtigt werden können (BGer 5A_727/2018 vom 22. August
2019, E. 2.3), kann offenbleiben, ob die ausgewiesene Prämie (Urk. 11/14) tat-
sächlich nur für die Krankengrundversicherung geschuldet ist. Nicht zu berück-
sichtigen sind die geltend gemachten, aber unbegründet gebliebenen zusätzli-
chen Gesundheitskosten (vgl. Urk. 127 S. 26). Für die laufenden Steuern ist eine
Pauschale von Fr. 350.– einzurechnen (vgl. vorne E. E/4.4). Die Lebenshaltungs-
kosten der Klägerin berechnen sich demgemäss für die Zeit von Mitte April bis
Mitte Juni 2017 wie folgt (Beträge gerundet):
- 65 -
Grundbetrag 1'350.–
Wohnkostenanteil 1'350.– Urk. 11/12
Krankenkasse (inkl. VVG) 473.– Urk. 11/14
Hausrat/Haftpflicht 38.– Urk. 11/15
Kommunikationskosten 120.– gerichtsüblich
Billag 38.– gerichtsüblich
Mobilitätskosten 33.– Urk. 11/11
Steuern 350.– Pauschale
Total 3'752.–
5.6 Da die Klägerin lediglich Betreuungsunterhalt im Umfang von Fr. 3'500.– pro
Monat geltend macht (Urk. 155 S. 3 und S. 34) und angesichts ihres Einkommens
im Jahr 2017 kein Anlass besteht, von Amtes wegen über ihren Antrag hinauszu-
gehen, ist der Beklagte aufgrund der obigen Erwägungen zu verpflichten, Betreu-
ungsunterhalt im Betrag von Fr. 1'750.– für den Monat April 2017, von Fr. 3'500.–
für den Monat Mai 2017 und von Fr. 1'750.– für den Monat Juni 2017 zu bezah-
len.
6. Unterhaltsberechnung
6.1 Ausgehend von den guten finanziellen Verhältnissen der Parteien errechne-
te die Vorinstanz den Barbedarf von C._ analog einer einstufigen Berech-
nung unter Berücksichtigung von angemessenen Zuschlägen auf einigen Bedarf-
spositionen. Namentlich wurde der Grundbetrag verdoppelt und wurden Kosten
für Hobbies, Freizeit und Ferien berücksichtigt. Nach Massgabe der Einkom-
mensverhältnisse teilte sie den errechneten Barbedarf während der Zeit der allei-
nigen Obhut der Klägerin auf die Parteien auf, sodass auf den Beklagten 60 %
und auf die Klägerin 40 % der Kosten entfielen (Urk. 156 S. 39 ff.). Auf die Unter-
haltsberechnung ab Einführung der alternierenden Obhut muss nach den vorste-
henden Erwägungen zur Obhut nicht eingegangen werden.
6.2 Zu Recht stört sich die Klägerin daran, dass die Vorinstanz sie am Barbedarf
von C._ zu 40 % beteiligte, obgleich sie die alleinige Obhut innehatte und
C._ weit überwiegend betreute (Urk. 155 S. 36 ff.). Steht das Kind unter der
- 66 -
alleinigen Obhut des einen Elternteils, indem es in dessen Haushalt lebt und den
anderen Elternteil nur im Rahmen des Besuchs- und Ferienrechts sieht, so leistet
der obhutsberechtigte Elternteil seinen Unterhaltsbeitrag bereits vollständig in na-
tura, indem er dem Kind Pflege und Erziehung erweist (sog. Naturalunterhalt).
Diesfalls fällt der Geldunterhalt vor dem Hintergrund der Gleichwertigkeit von
Geld- und Naturalunterhalt vom Grundsatz her vollständig dem anderen Elternteil
anheim (BGer 5A_311/2019 vom 11. November 2020, E. 5.5 mit weiteren Hinwei-
sen). Umstände, welche ein Abweichen von diesem Grundsatz gebieten würden,
sind vorliegend nicht ersichtlich. Namentlich ist die Klägerin nicht als leistungsfä-
higer zu erachten als der Beklagte (vgl. BGer 5A_727/2018 vom 22. August 2019,
E. 4.3.2.1). Ebenso ist – entgegen dem Beklagten (Urk. 173 S. 21) – der Umfang
der Fremdbetreuung grundsätzlich unerheblich, denn Naturalunterhalt erstreckt
sich auch auf die Betreuung zu Randzeiten sowie auf verschiedenste Aufgaben
wie Kochen, Waschen, Einkaufen, Hausaufgabenhilfe, Krankenbetreuung, Nacht-
dienste, Taxidienste und Unterstützung bei der Bewältigung der Alltags- und
sonstigen Sorgen des heranwachsenden Kindes (BGer 5A_311/2019 vom
11. November 2020, E. 8.1 mit weiteren Hinweisen). Auch der Umstand, dass der
Beklagte angeboten habe, C._ persönlich zu betreuen, und ihm dies ver-
wehrt geblieben ist (vgl. Urk. 173 S. 21), ändert an seiner Unterhaltspflicht nichts.
Von der Fremdbetreuung und der damit einhergehenden Erwerbstätigkeit der
Klägerin profitiert der Beklagte im Übrigen, indem die Klägerin dadurch ohne wei-
teres für ihre Lebenshaltungskosten aufzukommen vermag und somit ein Betreu-
ungsunterhalt entfällt. Die Berufung erweist sich folglich als begründet, soweit die
Klägerin verlangt, dass der Beklagte für C._s gesamten Barbedarf aufzu-
kommen hat.
6.3 Der Barunterhalt ist ausgehend vom betreibungsrechtlichen Existenzmini-
mum zu ermitteln, welches bei ausreichend verfügbaren finanziellen Mitteln auf
das familienrechtliche Existenzminimum zu erweitern ist. Dabei ist namentlich ein
Steueranteil für das Kind auszuscheiden. Für die Berücksichtigung von darüber
hinausgehenden pauschalierten Zusatzpositionen besteht dabei kein Raum
(BGer 5A_311/2019 vom 11. November 2020, E. 7.2). Der vorinstanzlich errech-
nete Barbedarf von C._ (vgl. Urk. 156 S. 40 ff.) ist demnach um die Position
- 67 -
Hobbies/Freizeit/Ferien zu reduzieren und es ist ein einfacher Grundbetrag von
(derzeit) Fr. 400.– einzusetzen. Weiter erweisen sich die berücksichtigten Fremd-
betreuungskosten von Fr. 1'600.– ab dem Kindergarteneintritt von C._ als zu
hoch. Entsprechend der bei den Akten liegenden Tarifliste der Kita G._ sind
hierfür ab diesem Zeitpunkt Kosten von Fr. 73.– pro Tag einzusetzen (Urk. 3/7).
Ausgehend von 21.7 Werktagen pro Monat und 10 Monaten pro Jahr – zwei Mo-
nate pro Jahr entfallen ferienhalber – und in der Annahme, dass C._ ab Kin-
dergarteneintritt jeweils nur am Montag, Dienstag und Donnerstag auf Fremdbe-
treuung angewiesen sein wird, ist ab Kindergarteneintritt durchschnittlich mit mo-
natlichen Fremdbetreuungskosten von Fr. 792.– zu rechnen. Gemäss den Tariflis-
ten für familienergänzende Betreuung der Gemeinde F._ (abrufbar unter:
https://secure.i-web.ch/gemweb/F._/de/verwaltung/publikationen/?amt_
id=&page=&pubid=20440&action=info [zuletzt besucht am 13. April 2021, 17:30
Uhr]) ist auch nach Eintritt in die erste Klasse mit Fremdbetreuungskosten in die-
ser Grössenordnung zu rechnen. Ab Eintritt in die fünfte Klasse ist von einer signi-
fikanten Reduktion der Fremdbetreuungskosten um rund Fr. 200.– pro Monat
auszugehen. Da C._s Grundbetrag nach Vollendung des zehnten Altersjahrs
um Fr. 200.– zu erhöhen ist (Richtlinie S. 1), kann die Berechnung für eine ge-
sonderte Phase indes unterbleiben. Ab Eintritt in die Oberstufe (August 2029) fällt
die Notwendigkeit einer Fremdbetreuung hingegen weg; zugleich ist ab diesem
Zeitpunkt der um Fr. 200.– höhere Grundbetrag tatsächlich zu berücksichtigen.
C._s Steueranteil beträgt Fr. 255.– pro Monat, wobei für weitergehende Aus-
führungen auf die hierzu bereits gemachten Erwägungen verwiesen sei (E. E/4.4).
Im Übrigen erweisen sich die im angefochtenen Urteil aufgeführten Bedarfspositi-
onen als zutreffend. Da keine alternierende Obhut anzuordnen ist, ist die Phase
vor Beginn des Kindergartens (Urk. 156 S. 43) bis zum 31. Juli 2021 zu verlän-
gern.
6.4 Bei C._ ist demnach von folgendem monatlichen Barbedarf auszuge-
hen:
- 68 -
– Fr. 1'505.– vom 1. April 2017 bis 31. Juli 2017 (Fr. 1'725.– [Urk. 156
S. 40] - Fr. 400.– [Reduktion Grundbetrag] - Fr. 75.– [Kosten
Hobbies/Freizeit/Ferien] + Fr. 255.– [Steueranteil])
– Fr. 3'605.– vom 1. August 2017 bis 28. Februar 2018 (Fr. 3'825.– [Urk.
156 S. 41 f.] - Fr. 400.– [Reduktion Grundbetrag] - Fr. 75.–
[Kosten Hobbies/Freizeit/Ferien] + Fr. 255.– [Steueranteil])
– Fr. 3'365.– vom 1. März 2018 bis 31. Juli 2018 (Fr. 3'585.– [Urk. 156
S. 42 f.] - Fr. 400.– [Reduktion Grundbetrag] - Fr. 75.– [Kos-
ten Hobbies/Freizeit/Ferien] + Fr. 255.– [Steueranteil])
– Fr. 3'120.– vom 1. August 2018 bis 31. Juli 2021 (Fr. 3'340.– [Urk. 156
S. 43] - Fr. 400.– [Reduktion Grundbetrag] - Fr. 75.– [Kosten
Hobbies/Freizeit/Ferien] + Fr. 255.– [Steueranteil])
– Fr. 2'315.– vom 1. August 2021 bis 31. Juli 2029 (Fr. 3'340.– [Urk. 156
S. 43] - Fr. 400.– [Reduktion Grundbetrag] - Fr. 75.– [Kosten
Hobbies/Freizeit/Ferien] - Fr. 808.– [Reduktion Fremdbetreu-
ungskosten] + Fr. 255.– [Steueranteil], gerundet)
– Fr. 1'720.– ab 1. August 2029 bis zu C._s Volljährigkeit bzw. bis
zum Abschluss einer angemessenen Ausbildung auch über
die Volljährigkeit hinaus (Fr. 3'340.– [Urk. 156 S. 43] -
Fr. 200.– [Reduktion Grundbetrag] - Fr. 75.– [Kosten Hob-
bies/Freizeit/Ferien] - Fr. 1'600.– [Fremdbetreuungskosten] +
Fr. 255.– [Steueranteil])
6.5 Da der Beklagte in sämtlichen Phasen genügend leistungsfähig ist (E.
E/4.6), hat er dem Gesagten zufolge für den gesamten Barbedarf von C._
aufzukommen, wobei dieser sich um die Kinderzulagen von Fr. 250.– pro Monat
reduziert.
7. Überschussverteilung
- 69 -
7.1 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist ein allenfalls resultierender
Überschuss ermessensweise auf die daran Berechtigten zu verteilen. Grundsätz-
lich hat dies nach "grossen und kleinen Köpfen" zu erfolgen, wobei sämtliche Be-
sonderheiten des konkreten Falles zu berücksichtigen sind. Bei überdurchschnitt-
lich guten finanziellen Verhältnissen ist der rechnerische Überschussanteil des
Kindes unabhängig vom konkret gelebten Standard der Eltern aus erzieherischen
und aus konkreten Bedarfsgründen zu limitieren (BGer 5A_311/2019 vom
11. November 2020, E. 7.3 mit weiteren Hinweisen; zur Überschussverteilung bei
gehobenen Verhältnissen vgl. auch BGer 5A_102/2019 vom 12. Dezember 2019,
E. 5.3).
7.2 Der Überschuss des Beklagten errechnet sich anhand seiner Leistungsfä-
higkeit (E. E/4.6), von welcher der von ihm zu tragende Barbedarf (abzüglich Kin-
derzulagen) und der geschuldete Betreuungsunterhalt in Abzug zu bringen sind.
Es ist demnach beim Beklagten von den folgenden überschüssigen Mitteln aus-
zugehen:
– Fr. 4'613.– im April 2017 (Fr. 7'618.– [Leistungsfähigkeit] - Fr. 1'255.–
[Barbedarf abzüglich Kinderzulagen] - Fr. 1'750.– [Betreu-
ungsunterhalt])
– Fr. 2'863.– im Mai 2017 (Fr. 7'618.– [Leistungsfähigkeit] - Fr. 1'255.–
[Barbedarf abzüglich Kinderzulagen] - Fr. 3'500.– [Betreu-
ungsunterhalt])
– Fr. 4'613.– im Juni 2017 (Fr. 7'618.– [Leistungsfähigkeit] - Fr. 1'255.–
[Barbedarf abzüglich Kinderzulagen] - Fr. 1'750.– [Betreu-
ungsunterhalt])
– Fr. 6'363.– im Juli 2017 (Fr. 7'618.– [Leistungsfähigkeit] - Fr. 1'255.–
[Barbedarf abzüglich Kinderzulagen])
– Fr. 4'263.– vom 1. August 2017 bis 28. Februar 2018 (Fr. 7'618.– [Leis-
tungsfähigkeit] - Fr. 3'355.– [Barbedarf abzüglich Kinderzula-
gen])
- 70 -
– Fr. 4'503.– vom 1. März 2018 bis 31. Juli 2018 (Fr. 7'618.– [Leistungsfä-
higkeit] - Fr. 3'115.– [Barbedarf abzüglich Kinderzulagen])
– Fr. 4'748.– im August 2018 (Fr. 7'618.– [Leistungsfähigkeit] - Fr. 2'870.–
[Barbedarf abzüglich Kinderzulagen])
– Fr. 4'058.– im September 2018 (Fr. 6'928.– [Leistungsfähigkeit] -
Fr. 2'870.– [Barbedarf abzüglich Kinderzulagen])
– Fr. 5'483.– vom 1. Oktober 2018 bis 29. Februar 2020 (Fr. 8'353.– [Leis-
tungsfähigkeit] - Fr. 2'870.– [Barbedarf abzüglich Kinderzula-
gen])
– Fr. 6'612.– vom 1. März 2020 bis 31. Juli 2021 (Fr. 9'482.– [Leistungsfä-
higkeit] - Fr. 2'870.– [Barbedarf abzüglich Kinderzulagen])
– Fr. 6'510.– vom 1. August 2021 bis 31. Juli 2029 (Fr. 8'575.– [Leistungs-
fähigkeit] - Fr. 2'065.– [Barbedarf abzüglich Kinderzulagen])
– Fr. 7'105.– vom 1. August 2021 bis 31. Dezember 2032 (Fr. 8'575.–
[Leistungsfähigkeit] - Fr. 1'470.– [Barbedarf abzüglich Kinder-
zulagen])
– Fr. 8'012.– ab 1. Januar 2033 (Fr. 9'482.– [Leistungsfähigkeit] -
Fr. 1'470.– [Barbedarf abzüglich Kinderzulagen])
7.3 Da der Überschuss vorliegend nur dem Beklagten und C._ dienen soll,
rechtfertigt sich grundsätzlich nach dem Prinzip der grossen und kleinen Köpfe
eine Aufteilung von 2/3 zugunsten des Beklagten und 1/3 zugunsten von
C._. Der Unterhaltsbeitrag würde in Anwendung dieses Grundsatzes indes
eine Höhe erreichen, welche mit den konkreten Bedürfnissen nicht mehr zu recht-
fertigen wäre. Daher ist C._s Überschussanteil für alle Phasen ermessens-
weise auf pauschal Fr. 500.– festzulegen. Hierfür spricht auch der Umstand, dass
C._ auch am Überschuss der Klägerin (dazu vorne unter E. E/4.6) partizi-
piert. Zudem sind mit der Arbeitstätigkeit der Klägerin, aufgrund derer sie den er-
wähnten Überschuss generiert, C._s Fremdbetreuungskosten verbunden,
- 71 -
welche in die Unterhaltsberechnung miteinzubeziehen sind. In diesem Sinne trägt
auch der Beklagte zum Überschuss der Klägerin bei, was zusätzlich ein Abwei-
chen vom üblichen Verteilschlüssel rechtfertigt. Schliesslich ist so überdies dem
Umstand Rechnung getragen, dass C._ auch aufgrund des ausgedehnten
Besuchsrechts am Überschuss des Beklagten partizipieren wird.
8. Zusammenfassend ist der Beklagte zu verpflichten, für C._ monatlich
die folgenden Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
– Fr. 3'505.– für April 2017 (Fr. 1'255.– [Barbedarf abzüglich Kinderzula-
gen] + Fr. 1'750.– [Betreuungsunterhalt] + Fr. 500.– [Über-
schussanteil])
– Fr. 5'255.– für Mai 2017 (Fr. 1'255.– [Barbedarf abzüglich Kinderzulagen]
+ Fr. 3'500.– [Betreuungsunterhalt] + Fr. 500.– [Überschus-
santeil])
– Fr. 3'505.– für Juni 2017 (Fr. 1'255.– [Barbedarf abzüglich Kinderzula-
gen] + Fr. 1'750.– [Betreuungsunterhalt] + Fr. 500.– [Über-
schussanteil])
– Fr. 1'755.– für Juli 2017 (Fr. 1'255.– [Barbedarf abzüglich Kinderzulagen]
+ Fr. 500.– [Überschussanteil])
– Fr. 3'855.– vom 1. August 2017 bis 28. Februar 2018 (Fr. 3'355.– [Bar-
bedarf abzüglich Kinderzulagen] + Fr. 500.– [Überschussan-
teil])
– Fr. 3'615.– vom 1. März 2018 bis 31. Juli 2018 (Fr. 3'115.– [Barbedarf
abzüglich Kinderzulagen] + Fr. 500.– [Überschussanteil])
– Fr. 3'370.– vom 1. August 2018 bis 31. Juli 2021 (Fr. 2'870.– [Barbedarf
abzüglich Kinderzulagen] + Fr. 500.– [Überschussanteil])
– Fr. 2'565.– vom 1. August 2021 bis 31. Juli 2029 (Fr. 2'065.– [Barbedarf
abzüglich Kinderzulagen] + Fr. 500.– [Überschussanteil])
- 72 -
– Fr. 1'970.– ab 1. August 2029 bis zu C._s Volljährigkeit bzw. bis
zum Abschluss einer angemessenen Ausbildung, auch über
die Volljährigkeit hinaus (Fr. 1'470.– [Barbedarf abzüglich
Kinderzulagen] + Fr. 500.– [Überschussanteil])
Diese Unterhaltsbeiträge, genauso wie allfällige vom Beklagten bezogene gesetz-
liche oder vertragliche Familienzulagen, sind an die Klägerin zahlbar, und zwar
inskünftig monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats. Die
Zahlungsmodalitäten gelten über die Volljährigkeit hinaus, solange C._ ihren
zivilrechtlichen Wohnsitz bei der Klägerin hat und keine eigenen Ansprüche ge-
genüber dem Beklagten stellt bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeich-
net.
9. Indexierung
9.1 Nach Ansicht der Klägerin wären die Unterhaltsbeiträge zu indexieren ge-
wesen, was die Vorinstanz versäumt habe (Urk. 155 S. 40). Wenngleich Art. 286
Abs. 1 ZGB die Indexierung von Unterhaltsbeiträgen in das Ermessen des Ge-
richts stellt, erscheint dies vorliegend namentlich aufgrund der Dauer der Unter-
haltsregelung als sinnvoll und dem Kindeswohl zuträglich. Durch die Koppelung
des Unterhaltsbeitrags an die allgemeine Preisentwicklung wird die mit dem Un-
terhaltsbeitrag beabsichtigte Wirkungsweise auf Dauer sichergestellt.
9.2 Die vorstehend erörterten Unterhaltsbeiträge basieren auf dem Landesindex
der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende März 2021,
von 100.6 Punkten (Basis Dezember 2020 = 100 Punkte). Sie sind jeweils auf den
1. Januar eines jeden Jahres, erstmals auf den 1. Januar 2022, dem Stand des
Indexes per Ende November des Vorjahres anzupassen. Die Anpassung erfolgt
nach folgender Formel:
Neuer Unterhaltsbeitrag = alter Unterhaltsbeitrag x neuer Index
100.6
Fällt der Index unter den Stand von Ende März 2021, berechtigt dies nicht zu ei-
ner Herabsetzung der Unterhaltsbeiträge.
- 73 -
F. Erziehungsgutschriften
1. Gemäss Art. 52fbis Abs. 1 AHVV regelt das Gericht gleichzeitig mit dem Ent-
scheid über die gemeinsame elterliche Sorge, die Obhut oder die Betreuungsan-
teile nicht miteinander verheirateter Eltern die Anrechnung der Erziehungsgut-
schriften. Insoweit erweist sich der Einwand der Klägerin, wonach eine entspre-
chende Regelung fehle (Urk. 155 S. 40), als richtig.
2. Betreut ein Elternteil das gemeinsame Kind zum überwiegenden Teil, wird
ihm die ganze Erziehungsgutschrift angerechnet (Art. 52fbis Abs. 2 Satz 1 AHVV).
Betreuen beide Eltern das Kind zu gleichen Teilen, wird die Erziehungsgutschrift
hälftig aufgeteilt (Art. 52fbis Abs. 2 Satz 2 AHVV). Das Alter der Parteien sowie all-
fällige Beitragslücken (vgl. Urk. 155 S. 40 und Urk. 173 S. 21) sind dabei unerheb-
lich.
3. Die Parteien vereinbarten am 28. November 2016 zusammen mit der ge-
meinsamen elterlichen Sorge auch die hälftige Teilung der Erziehungsgutschriften
(Urk. 12/1/3). Bis zum Auszug der Klägerin aus dem gemeinsamen Haushalt der
Parteien per 1. April 2017 wären sie grundsätzlich auf dieser Vereinbarung zu be-
haften. Ab diesem Zeitpunkt betreute die Klägerin C._ zum überwiegenden
Teil, was auch gegenwärtig der Fall ist und sich künftig nicht ändern wird (vgl.
E. C/6.2). Da gemäss Art. 52f Abs. 1 AHVV Erziehungsgutschriften immer für
ganze Kalenderjahre angerechnet werden, sind der Klägerin die Erziehungsgut-
schriften daher vollumfänglich alleine anzurechnen, ungeachtet der entsprechen-
den Vereinbarung der Parteien und des Umstands, dass die Parteien nach
C._s Geburt während drei Monaten einen gemeinsamen Haushalt geführt
haben.
G. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Kosten- und Entschädigungsfolgen des erstinstanzlichen Verfahrens
1.1 Die Klägerin sieht ihren Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, da die Ho-
norarnote des Kindsvertreters den Parteien nicht vor der Urteilsberatung zur Stel-
lungnahme zugestellt worden sei. Dies sei im Berufungsverfahren nachzuholen
- 74 -
(Urk. 155 S. 40 f.). Dabei verkennt sie, dass ungeachtet der formellen Natur die
Wahrung des rechtlichen Gehörs keinen Selbstzweck darstellen darf. Eine erfolg-
reiche Rüge der Verweigerung des rechtlichen Gehörs bedingt daher, dass in der
Berufungsschrift dargelegt wird, welche Vorbringen bei Gewährung des rechtli-
chen Gehörs vorgetragen worden wären und inwiefern diese hätten erheblich sein
können (BGer 4A_438/2019 vom 23. Oktober 2019, E. 3.2). Da entsprechende
Vorbringen fehlen, erübrigen sich weitergehende Ausführungen in diesem Zu-
sammenhang. Die vom Kindsvertreter in Rechnung gestellten Aufwendungen
(Urk. 145) erscheinen darüber hinaus als berechtigt und angemessen, zumal die
Klägerin selbst verschiedentlich die Meinung vertritt, der Kindsvertreter hätte mehr
Aufwand betreiben sollen (Urk. 155 S. 9). Dispositiv-Ziffer 13 des vorinstanzlichen
Urteils ist daher zu bestätigen. Das Gleiche gilt für die angefochtene Dispositiv-
Ziffer 15, die nicht konkret bemängelt wird.
1.2 Die Vorinstanz auferlegte die auf Fr. 7'500.– festgesetzte Entscheidgebühr,
die Kosten für den Kindsvertreter von Fr. 11'224.15 sowie jene für das Gutachten
von Fr. 10'272.47 den Parteien je zur Hälfte (Urk. 156 S. 47 und S. 52). Dieses
Vorgehen ist insoweit nicht ganz korrekt, als nach ständiger Praxis der urteilenden
Kammer nur die in Zusammenhang mit den übrigen Kinderbelangen stehenden
Gerichtskosten beiden Parteien unabhängig vom Prozessausgang je zur Hälfte
auferlegt werden, sofern diese gute Gründe für ihre Rechtsposition hatten (vgl.
statt vieler OGer ZH LE180013 vom 19. März 2019, E. F/3; ZR 84/1985 Nr. 41;
vgl. auch Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO). Wenngleich die Unterhaltsregelung massge-
blich von der Zuteilung der Obhut abhängt (vgl. Urk. 156 S. 47), sind die Kosten in
diesem Zusammenhang nach dem Ausgang des Verfahrens zu verteilen (Art. 106
Abs. 1 und 2 ZPO).
1.3 Die Unterhaltsfrage verursachte im erstinstanzlichen Verfahren einen deut-
lich geringeren Aufwand als die übrigen Kinderbelange, weshalb hierfür 1/5 der
Gerichtskosten zu veranschlagen ist. Angesichts der vorstehend ermittelten Höhe
der vom Beklagten geschuldeten Unterhaltsbeiträge (E. E/8) unterliegt der Be-
klagte diesbezüglich im vorinstanzlichen Verfahren vollumfänglich, weshalb ihm
für diesen Themenkomplex 1/5 der Gerichtskosten aufzuerlegen sind.
- 75 -
1.4 Die Gerichtskosten des erstinstanzlichen Verfahrens von insgesamt
Fr. 28'996.62 sind dem Gesagten zufolge im Betrag von Fr. 17'397.97 (3/5) dem
Beklagten und im Betrag von Fr. 11'598.65 (2/5) der Klägerin aufzuerlegen.
1.5 Aufgrund seines Unterliegens ist der Beklagte zudem zu verpflichten, der
Klägerin für das erstinstanzliche Verfahren eine auf 1/5 reduzierte, in Anwendung
von § 5 Abs. 1 und § 11 Abs. 1 - 3 AnwGebV auf Fr. 4'800.– festzusetzende Par-
teientschädigung, zuzüglich Mehrwertsteuer von 7.7 % (Fr. 369.60), mithin
Fr. 5'169.60 zu bezahlen.
2. Kosten- und Entschädigungsfolgen des Berufungsverfahrens
2.1 Die Höhe der Entscheidgebühr richtet sich für das Berufungsverfahren nach
§ 12 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 GebV OG. Unter Berücksichtigung
des tatsächlichen Streitinteresses, des Zeitaufwands des Gerichts und der
Schwierigkeiten des Falles erweist sich eine Entscheidgebühr von Fr. 10'000.–
(exklusiv der bereits festgelegten Entscheidgebühr für die Eventual-
Anschlussberufung von Fr. 250.–; Urk. 213 S. 11) als angemessen. Damit wird
mitunter dem Aufwand in Zusammenhang mit den von beiden Parteien gestellten
superprovisorischen Massnahmebegehren, dem Sistierungsantrag der Klägerin,
dem Wiedererwägungsgesuch des Beklagten und seinen Anträgen betreffend die
Eingabe der Beiständin und den Wohnsitz von C._ Rechnung getragen.
2.2 Gegenstand des Berufungsverfahrens sind im Wesentlichen (übrige) Kin-
derbelange und die Unterhaltsfrage. Letztere war vorliegend mit einem deutlich
geringeren Aufwand verbunden, weshalb hierfür auch im Berufungsverfahren 1/5
der Gesamtkosten zu veranschlagen ist und die restlichen Kosten auf die übrigen
Kinderbelange entfallen.
2.3 Entsprechend vorerwähnter Praxis zur Kostenliquidation bei übrigen Kinder-
belangen (E. G/1.2) haben beide Parteien je Fr. 4'000.– ([Fr. 10'000.– x 2/5) der
Entscheidgebühr zu tragen. In den unterhaltsrechtlichen Angelegenheiten unter-
liegt der Beklagte klar, weshalb ihm die damit zusammenhängenden Kosten von
Fr. 2'000.– aufzuerlegen sind. Die Entscheidgebühr des Berufungsverfahrens ist
demnach der Klägerin im Betrag von Fr. 4'000.– und dem Beklagten im Betrag
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von Fr. 6'000.– aufzuerlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss (Urk. 161)
zu verrechnen. Im Mehrbetrag hat die Obergerichtskasse Rechnung zu stellen.
Der Beklagte ist zu verpflichten, der Klägerin den von ihr geleisteten Kostenvor-
schuss im Umfang von Fr. 1'500.– zu ersetzen. Anzumerken bleibt, dass dem Be-
klagten mit Beschluss der hiesigen Kammer vom 16. Juli 2020 bereits Gerichts-
kosten im Umfang von Fr. 250.– auferlegt worden sind (Urk. 213 S. 11).
2.4 Ausgangsgemäss ist der Beklagte zu verpflichten, der Klägerin eine auf 1/5
reduzierte Parteientschädigung zu bezahlen. Diese ist in Anwendung von § 5
Abs. 1, § 11 Abs. 1 - 3 und § 13 Abs. 1 - 3 AnwGebV auf Fr. 3'200.–, zuzüglich
Mehrwertsteuer zu 7.7 % (Fr. 246.40), mithin auf Fr. 3'446.40 festzulegen.
2.5 Die ebenfalls zu den Gerichtskosten zu zählenden Kosten für die Vertretung
des Kindes (vgl. Art. 95 Abs. 2 lit. e ZPO) sind nach Vorlage der entsprechenden
Honorarnote festzusetzen und den Parteien im gleichen Verhältnis wie die Ent-
scheidgebühr aufzuerlegen.