Decision ID: 4ea2e756-89bc-5b9e-b4ab-32bd96494737
Year: 2007
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Der Stadtrat Altstätten schrieb die Baumeisterarbeiten für die Instandsetzung der
Sperren des Donnerbachs im offenen Verfahren aus. Innert der angesetzten Frist
wurden neun Angebote zwischen Fr. 710'371.55 und Fr. 1'070'962.05 eingereicht. Mit
Verfügung vom 9. Juli 2007 vergab der Stadtrat Altstätten den Zuschlag zum Preis von
Fr. 746'105.30 der ARGE Niederer AG/F. Finger AG, Altstätten.
B./ Mit Eingabe vom 18. Juli 2007 erhob die Sieber Bau GmbH, Heiden, Beschwerde
beim Verwaltungsgericht und beantragte, der Zuschlag sei aufzuheben, die Vergabe sei
neu zu beurteilen und der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge. Sie machte geltend, die Ablehnung ihres Angebots
sei ungenügend begründet. Der Preis sei am höchsten gewichtet worden. Bei den
übrigen Kriterien sei ihr Angebot ungenügend bewertet worden. Ausserdem sei ihr
keine Akteneinsicht gewährt worden.
Nachdem sie zur Vernehmlassung zum Begehren um aufschiebende Wirkung
aufgefordert worden war, übermittelte die Vorinstanz die Akten, ohne einen Antrag zu
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stellen. Die Beschwerdegegnerin liess sich zum Begehren um Erteilung der
aufschiebenden Wirkung nicht vernehmen.
Mit Verfügung vom 20. Juli 2007 erteilte der Präsident des Verwaltungsgerichts der
Beschwerde wegen mangelhafter Begründung des Zuschlags die aufschiebende
Wirkung und forderte die Vorinstanz auf, die Begründung des Zuschlags nachzuholen
und zur Beschwerde Stellung zu nehmen.
Mit Eingabe vom 14. August 2007 beantragte die
Vorinstanz, die Beschwerde sei abzuweisen und der Zuschlag sei der ARGE Niederer
AG/F. Finger AG zu vergeben. Zur Begründung wurde vorgebracht, die Angebote seien
hinsichtlich der Kriterien "Preis", "Vollständigkeit/Qualität" und "Referenzen" nahe
beieinander gelegen, bezüglich des Kriteriums "Unternehmung" lägen grössere
Unterschiede zugunsten der ARGE Niederer AG/F. Finger AG vor. Diese habe sich mit
dem Objekt auseinandergesetzt und die Randbedingungen besser in die Abläufe
einfliessen lassen. Sie schlage die besseren Lösungen für die Realisierung vor. Ihr
Angebot sei mit einer Punktzahl von 9,02 das wirtschaftlich günstigste, während jenes
der Beschwerdeführerin mit 8,27 Punkten an fünfter Stelle liege.
Die Beschwerdeführerin erhielt Gelegenheit, zur Vernehmlassung der Vorinstanz
Stellung und in die Akten Einsicht zu nehmen. In ihrer Eingabe vom 27. August 2007
beantragt sie, die Beschwerde sei vollumfänglich gutzuheissen und der Zuschlag sei ihr
zu vergeben, unter Kostenfolge.
Die Vorinstanz hielt in ihrer Vernehmlassung vom 10. September 2007 an ihrem Antrag
auf Abweisung der Beschwerde fest.
Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 12. September 2007 beantragte die
Beschwerdegegnerin, die Beschwerde sei abzuweisen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge.
In der Stellungnahme ihres Rechtsvertreters vom 8. Oktober 2007 zu den
Vernehmlassungen der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin beantragte die
Beschwerdeführerin, der Vergabeentscheid sei aufzuheben und die Arbeiten seien an
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sie zu vergeben, eventuell sei die Sache zum neuen Entscheid an die Vorinstanz
zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Vorinstanz und
der Beschwerdegegnerin.
Auf die einzelnen Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit wesentlich, in den
nachstehenden Erwägungen näher eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 2 Abs. 1 lit. b
und Art. 5 Abs. 2 des Einführungsgesetzes zur Gesetzgebung über das öffentliche
Beschaffungswesen, sGS 841.1, abgekürzt EGöB). Die Beschwerdeführerin ist als nicht
berücksichtigte Anbieterin zur Anfechtung des Zuschlags legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS
951.1, abgekürzt VRP). Die Beschwerdeschrift vom 18. Juli 2007 wurde rechtzeitig
eingereicht und entspricht formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art.
15 Abs. 3 der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen,
sGS 841.32, abgekürzt IVöB). Auf die Beschwerde ist daher grundsätzlich einzutreten.
Nach Art. 5 Abs. 1 EGöB richtet sich der Rechtsschutz nach den Bestimmungen der
IVöB. Nach Art. 15 Abs. 3 IVöB sind Beschwerden schriftlich und begründet innert zehn
Tagen seit Eröffnung der Verfügung einzureichen. Neben dem Erfordernis der
Schriftlichkeit und der Frist enthält die IVöB keine weiteren Bestimmungen über die
formalen Anforderungen an eine Beschwerde. Ergänzend sind daher die Vorschriften
des VRP anzuwenden (vgl. Ch. Bock [Hrsg.], Oeffentliches Beschaffungsrecht/
Submissionsrecht, Basel 1996, S. 240). Nach dessen Bestimmungen hat die
Beschwerde gewissen inhaltlichen Mindestanforderungen zu genügen. Eine
Beschwerde muss einen Antrag, eine Darstellung des Sachverhalts und eine
Begründung enthalten (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 1 VRP).
In der Beschwerdeschrift vom 18. Juli 2007 stellte die Beschwerdeführerin den Antrag,
der Zuschlag sei aufzuheben und die Vergabe sei neu zu beurteilen. Dieses Begehren
ist hinreichend bestimmt. Damit verlangte die Beschwerdeführerin, die angefochtene
Verfügung sei aufzuheben und die Vergabe sei erneut zu beurteilen bzw. es sei erneut
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darüber zu entscheiden. Auf den in der Stellungnahme vom 27. August 2007 zur
vorinstanzlichen Vernehmlassung gestellten (und in der Eingabe vom 8. Oktober 2007
wiederholten) Antrag der Beschwerdeführerin, der Zuschlag sei ihr zu vergeben, kann
hingegen nicht eingetreten werden. Einen solchen Antrag hat sie in der
Beschwerdeeingabe vom 18. Juli 2007 nicht gestellt. Die in der Praxis auf Art. 64 Abs.
1 in Verbindung mit Art. 48 Abs. 2 VRP gestützte Möglichkeit, eine Beschwerdeschrift
und mithin auch ein Rechtsbegehren nach Ablauf der Rechtsmittelfrist zu ergänzen
(vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003,
Rz. 911 f.), wird durch die Spezialnorm von Art. 15 Abs. 3 IVöB beschränkt. Die
Verankerung einer kurzen Rechtsmittelfrist und die ausdrückliche Anforderung einer
begründeten Beschwerde bedeuten, dass innerhalb der gesetzlichen Frist von zehn
Tagen eine vollständige Beschwerdeschrift mit Antrag, Darstellung des Sachverhalts
und Begründung einzureichen und eine nachträgliche Ergänzung und Erweiterung des
Rechtsbegehrens nicht zulässig ist. Wenn eine Verfügung mangelhaft begründet ist
und ihre Motive erst in der Beschwerdeantwort dargelegt werden, so erhält zwar die
Beschwerdeführerin Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen und damit ihre Beschwerde
gleichsam zu ergänzen. Das Rechtsbegehren kann aber nicht mehr erweitert werden
(GVP 2001 Nr. 18 mit Hinweisen auf die Judikatur sowie auf Galli/Lehmann/
Rechsteiner, Das öffentliche Beschaffungswesen in der Schweiz, Zürich 1996, Rz. 582).
Auf die Eingabe vom 8. Oktober 2007 ist ausserdem nur insoweit einzutreten, als darin
zu neuen und zuvor nicht erörterten tatsächlichen und rechtlichen Argumenten der
Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin Stellung genommen wird. Auf diese
Einschränkungen in der Zulassung neuer Vorbringen wurde in der Aufforderung zur
Vernehmlassung vom 13. September 2007 ausdrücklich hingewiesen. Auf die Rügen
bezüglich des ungenügenden Offertöffnungsprotokolls sowie auf die wiederholt
vorgetragenen Ausführungen zur Bewertung einzelner Zuschlagskriterien ist daher nicht
weiter einzugehen.
2. Nach Art. 41 Abs. 1 der Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen (sGS
841.11, abgekürzt VöB) sind Verfügungen des Auftraggebers kurz zu begründen. Nach
Art. 41 Abs. 3 VöB wird in der Zuschlagsverfügung kurz begründet, weshalb das
berücksichtigte Angebot mit Bezug auf die Zuschlagskriterien das wirtschaftlich
günstigste ist. Die Begründung enthält insbesondere den Preis des berücksichtigten
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Angebots oder die tiefsten und höchsten Preise der in das Vergabeverfahren
einbezogenen Angebote.
2.1. Das Verwaltungsgericht hat die Anforderungen an die Begründung einer
Zuschlagsverfügung in zahlreichen Urteilen umschrieben und seine Praxis wiederholt
publiziert (vgl. statt vieler GVP 2000 Nr. 24 und 2006 Nr. 59; VerwGE B 2006/25 vom
12. April 2006 i.S. S. AG, publ. in: www.gerichte.sg.ch). Eine Begründung ist
ungenügend, wenn sie lediglich die Aussage umfasst, ein bestimmtes Angebot sei das
wirtschaftlich günstigste. Die Auftraggeberin muss in der Begründung einer Verfügung -
zwar kurz, aber immerhin - darlegen, weshalb sie das Angebot einer bestimmten
Unternehmung als das wirtschaftlich günstigste qualifiziert. Die Anbieter müssen
aufgrund der Verfügung bzw. deren Begründung darüber in Kenntnis gesetzt werden,
aus welchen Motiven die Vergabebehörde ein Angebot als das wirtschaftlich günstigste
qualifiziert.
2.2. In der angefochtenen Zuschlagsverfügung wurde lediglich festgehalten, dass das
wirtschaftlich günstigste Angebot den Zuschlag erhalte, dass die Angebote
entsprechend den in den Ausschreibungsunterlagen bekannt gegebenen
Zuschlagskriterien geprüft worden seien und das Angebot der Beschwerdegegnerin
hinsichtlich der Kriterien "Erfahrung", "Qualität" und "Termin" das beste sei, weshalb
es den Zuschlag erhalte. Insoweit enthält die Verfügung zwar in formaler Hinsicht eine
Begründung. Diese erschöpft sich aber in der Mitteilung des Bewertungsergebnisses,
wobei keine genauen Angaben über die Bewertung gemacht werden. Zudem fehlen
Angaben, auf welche Tatsachen sich die Bewertung stützte und wie die übrigen
Angebote bewertet wurden. Somit konnte die Beschwerdeführerin erst im
Beschwerdeverfahren von den Einzelheiten der Bewertung und den Gründen des
Zuschlags Kenntnis erhalten. Die Zuschlagsverfügung ist somit mangels genügender
Begründung formell fehlerhaft.
2.3. Im Rahmen des zweifachen Schriftenwechsels vor Verwaltungsgericht kann der
Mangel der fehlenden Begründung indes geheilt worden. Von einer Aufhebung einer
Zuschlagsverfügung und einer Rückweisung an die Vorinstanz wird deshalb in der
Regel abgesehen, wenn der Mangel geheilt wird. Ob eine Heilung vorliegend möglich
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ist bzw. ob der angefochtene Zuschlag materiell rechtmässig ist, ist im folgenden zu
prüfen.
Auch wurde der Beschwerdeführerin im Rahmen des Beschwerdeverfahrens die
verlangte Akteneinsicht gewährt.
3. Nach Art. 16 Abs. 1 IVöB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen,
einschliesslich Ueberschreitung und Missbrauch des Ermessens, sowie unrichtige und
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden.
Dagegen kann Unangemessenheit nicht geltend gemacht werden (Art. 16 Abs. 2 IVöB).
Diese Vorschriften entsprechen den allgemeinen Grundsätzen des st. gallischen
Verfahrensrechts (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Im Beschwerdeverfahren gegen
Verfügungen im Bereich des öffentlichen Beschaffungswesens kann somit nur geprüft
werden, ob die Vorinstanz ihr Ermessen überschritten oder missbraucht hat und damit
rechtswidrig handelte. Zur Ermessenskontrolle ist das Verwaltungsgericht hingegen
nicht befugt (vgl. statt vieler GVP 1999 Nr. 37 und 2006 Nr. 60).
3.1. Art. 34 Abs. 1 VöB bestimmt, dass das wirtschaftlich günstigste Angebot den
Zuschlag erhält. Das wirtschaftlich günstigste Angebot ist nicht identisch mit dem
preisgünstigsten bzw. preislich tiefsten Angebot. Bei der Wirtschaftlichkeit können
neben dem Preis weitere Kriterien berücksichtigt werden (GVP 1999 Nr. 37 mit
Hinweis). Art. 34 Abs. 2 VöB beinhaltet eine (unvollständige) Aufzählung von Kriterien,
darunter Preis, Qualität, Termin und Erfahrung. Gemäss Art. 34 Abs. 3 VöB sind die
Kriterien und allfällige Unterkriterien im Rahmen der Ausschreibung in der Reihenfolge
ihrer Bedeutung oder mit ihrer Gewichtung bekannt zu geben.
Dem Auftraggeber wird mit Art. 34 Abs. 2 VöB ein weiter Ermessensspielraum
eingeräumt. Die Gewichtung der einzelnen Zuschlagskriterien ist einer Rechtskontrolle
nur beschränkt zugänglich. Wie beispielsweise die Erfahrung einer Unternehmung
gewichtet und in Relation zu einer bestimmten Preisdifferenz gesetzt wird, ist
weitgehend eine Ermessensfrage, in die das Verwaltungsgericht nicht eingreift. Es kann
lediglich einschreiten, wenn einzelne Kriterien in unzulässiger Weise ausser acht
gelassen bzw. fehlerhaft angewendet wurden (vgl. statt vieler GVP 2006 Nr. 58).
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3.2. In der Ausschreibung wurden als Zuschlagskriterien folgende Merkmale genannt:
"Preis"; "Vollständigkeit und Qualität des Angebots"; "Unternehmung: QM, lokale
Kenntnisse, Kundendienst, personelle Kapazität und Infrastruktur"; "Referenzen:
Wasserbau, Sperrenbau"; "Qualität der Arbeit/Ablauf". Eine Gewichtung war nicht
angegeben, weshalb die Kriterien nach Massgabe ihrer Reihenfolge zu gewichten
waren.
3.3. Die Vorinstanz reichte eine als Entscheidungsprofil bezeichnete Uebersicht mit der
Bewertung der einzelnen Angebote ein. Danach wurde der Preis mit 50 Prozent, die
Kriterien "Vollständigkeit/Qualität des Angebots" und "Unternehmung" mit je 15
Prozent und die Kriterien "Referenzen" sowie "Qualität Arbeit/Ablauf" mit je 10 Prozent
gewichtet. Die Beschwerdeführerin erhielt 8,27 Punkte und die Beschwerdegegnerin
9,02 Punkte. Beim Kriterium "Unternehmung" wurde das Angebot der
Beschwerdeführerin mit 5,5 Punkten (gewichtet 0,83) und jenes der
Beschwerdegegnerin mit 9 Punkten (gewichtet 1,35) bewertet. Bei den Referenzen
erhielt die Beschwerdeführerin 4 (gewichtet 0,4) und die Beschwerdegegnerin 5 Punkte
(gewichtet 0,5), und beim Kriterium "Qualität Arbeit/Ablauf" erhielt die
Beschwerdeführerin 5,4 (gewichtet 0,54) und die Beschwerdegegnerin 10 Punkte
(gewichtet 1,0).
In der Zuschlagsverfügung wurde vermerkt, dass sich das Angebot der
Beschwerdegegnerin hinsichtlich der Kriterien "Erfahrung", "Qualität" und "Termin" als
das beste erweise, weshalb es den Zuschlag erhalte. In den Ausschreibungsunterlagen
war aber kein Hauptkriterium "Erfahrung" aufgeführt. Auch wurden weder "Qualität"
noch "Termin" als Hauptkriterien genannt. Bezüglich der Qualität wurden sowohl die
Qualität des Angebots als auch die Qualität der Arbeit als Kriterien aufgeführt. Termin
und Erfahrung wurden insbesondere auch nicht als Unterkriterien vermerkt. Die
Begründung des Zuschlags wurde offenbar ohne jeglichen Bezug zu den in der
Ausschreibung festgelegten Zuschlagskriterien verfasst. Auch darin ist ein
schwerwiegender Mangel zu erblicken.
3.4. Die Vorinstanz hat mit ihrer Vernehmlassung bzw. der ergänzenden Begründung
des Zuschlags eine nachträglich erstellte Bewertung des Angebots der
Beschwerdeführerin eingereicht. Eine Bewertung des Angebots der
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Beschwerdegegnerin findet sich allerdings nicht in den Akten. Offenbar stützte sich die
Vorinstanz bei ihrem Entscheid ausschliesslich auf die Resultate der von der
beauftragten Ingenieurunternehmung vorgenommenen Bewertung, ohne die
Einzelheiten für die unterschiedlichen Qualifikationen zu kennen. Solche werden
jedenfalls auch im Protokoll des Stadtratsbeschlusses vom 9. Juli 2007 nicht
aufgeführt.
3.4.1. Bei der Bewertung des Qualitätsmanagements ist ein Punkteabzug wegen
fehlender ISO-Zertifizierung grundsätzlich gerechtfertigt (vgl. VerwGE B 2004/39 vom
17. August 2004, publiziert in: www.gerichte.sg.ch). Daran ändert der Umstand nichts,
dass eine solche Zertifizierung nicht vorgeschrieben war. Wäre das der Fall gewesen,
hätte eine Anbieterin ohne Zertifizierung unter Umständen ausgeschlossen werden
können.
3.4.2. Als weiteres Unterkriterium wurden lokale Kenntnisse beurteilt. Ein solches
Kriterium ist heikel, da es die Gefahr der Diskriminierung auswärtiger Anbieter in sich
birgt. Vorliegend wurde die Bewertung der Beschwerdeführerin damit begründet, diese
habe sich aufgrund der Beschreibungen im Arbeitsablauf nicht ausreichend mit den
örtlichen Verhältnissen (durchnässte und steile Hänge, Rutschungen)
auseinandergesetzt. Beim Kundendienst wurde ein Abzug vorgenommen mit der
Begründung, erfahrungsgemäss müsse die Baustelle bei Regen- und allfälligen
Hochwasserereignissen auch nachts und an Wochenenden überwacht werden, und in
kritischen Situationen müsse die Mannschaft sofort aufgeboten werden. Dies erweise
sich bei einem Anfahrtsweg von Heiden aus als Nachteil. Eine zu späte Intervention
könne hohe Kosten verursachen.
Aufgrund dieser Bewertung ist eine Bevorzugung der einheimischen Anbieter
offenkundig. Namentlich beim Kundendienst wurde hauptsächlich die Nähe des
Anbieters zur Baustelle positiv gewertet. Das Alarmdispositiv für eine bestimmte
Baustelle kann durchaus bewertet werden, wenn in den Ausschreibungsunterlagen
darauf hingewiesen wird und ein entsprechendes Unterkriterium vermerkt ist. Der
Anbieter muss aber nicht davon ausgehen, dass dies unter dem Kriterium
"Kundendienst" gemacht wird. Hinzu kommt, dass die Arbeitsabläufe sowohl beim
Kriterium "Qualität der Arbeit/Abläufe" als auch beim Kriterium "Unternehmung" bzw.
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den lokalen Kenntnissen gewertet wurden. Nachdem die Arbeitsabläufe gesondert
bewertet wurden, ist die erneute Bewertung unter dem Kriterium "lokale Kenntnisse"
unzulässig.
3.4.3. Bei der Bewertung der Referenzen begründete die Vorinstanz den Abzug bei der
Offerte der Beschwerdeführerin damit, die Referenzen seien schlecht bzw. es lägen
keine Angaben über die Art und das Ausführungsjahr der Referenzobjekte vor.
In den Ausschreibungsunterlagen waren lediglich Referenzen bezüglich Wasserbau
und Sperrenbau verlangt worden. Eine Limite beim Baujahr oder eine bestimmte Art
der Baute bzw. eine Bausumme waren aber nicht vorausgesetzt worden. Die
Beschwerdeführerin hat verschiedene Referenzobjekte angegeben und
Kontaktpersonen genannt. Welche Referenzen schlecht sind, begründet die Vorinstanz
nicht. Diese hielt fest, Basis der Bewertung seien vier Referenzen im Sperrenbau in den
letzten fünf Jahren. In diesem Zusammenhang anerkennt aber sogar die
Beschwerdegegnerin, in den letzten fünf Jahren keine Sperren errichtet zu haben. Die
Beschwerdegegnerin hat in ihrer Offerte ebenfalls einige Objekte angegeben, ohne
Erstellungsjahr und Bausumme zu nennen oder anzugeben, ob es sich um
Wasserbauobjekte oder Sperren handelt. Zudem waren keine Kontaktpersonen
angegeben. Weshalb die Beschwerdegegnerin unter diesen Umständen bei den
Referenzen besser bewertet wurde als die Beschwerdeführerin, ist unerfindlich und in
keiner Art und Weise nachvollziehbar. Der Punkteabzug bei diesem Kriterium ist daher
unbegründet.
3.5. Aus den vorstehenden Ausführungen ergibt sich, dass die Bewertung
verschiedene Mängel aufweist. Bei den dargelegten Kriterien sind die Abzüge nicht
schlüssig und nachvollziehbar begründet. Auch fehlen jegliche Angaben der Vorinstanz
zur Bewertung der Offerte der Beschwerdegegnerin. Es wird weder in den schriftlichen
Stellungnahmen der Ingenieurunternehmung noch in der Vernehmlassung der
Vorinstanz dargelegt, weshalb die Offerte der Beschwerdegegnerin in den
angefochtenen Punkten besser bewertet wurde als jene der Beschwerdeführerin. In der
als Entscheidungsprofil bezeichneten Zusammenstellung sind jedenfalls lediglich die
Resultate der Bewertung aufgeführt. Worauf sich die Bewertung der einzelnen Kriterien
und Unterkriterien aber stützt, ist daraus nicht ersichtlich. Insbesondere wird auch nicht
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näher erläutert, weshalb die Arbeitsabläufe in der Offerte der Beschwerdegegnerin
wesentlich zweckmässiger sind als in jener der Beschwerdeführerin und wieso die
Qualität von deren Arbeit schlechter ist als jene der Beschwerdegegnerin.
Zusammenfassend gelangt deshalb das Verwaltungsgericht zum Schluss, dass die
Bewertung des Kriteriums "Unternehmung" nur hinsichtlich des Abzugs wegen der
fehlenden ISO-Zertifizierung nachvollziehbar ist. Dafür wurde ein Abzug von 10
Punkten gemacht. Die weiteren Abzüge von den verbleibenden 90 Punkten und damit
die schlechtere Bewertung der Beschwerdeführerin gegenüber der
Beschwerdegegnerin sind dagegen nicht schlüssig begründet. Auch bei den
Referenzen ist die geringere Bewertung der Beschwerdeführerin offensichtlich
unbegründet, nachdem die Beschwerdegegnerin selber anerkennt, in den letzten fünf
Jahren keine Sperren erstellt zu haben. Beim Kriterium "Qualität der Arbeit/Abläufe"
fehlen jegliche Angaben zur Bewertung der Offerte der Beschwerdegegnerin, weshalb
die Abzüge bei der Bewertung der Beschwerdeführerin nicht schlüssig nachvollziehbar
und vergleichbar sind. Selbst wenn bei diesem Kriterium aufgrund der Ausführungen
der Vorinstanz ein Abzug von der Höchstbewertung gerechtfertigt werden könnte,
liesse dies vorliegend die Bewertung der Beschwerdeführerin nicht schlüssig
erscheinen. Da nämlich beim Kriterium "Referenzen" die Beschwerdegegnerin bei
gleichen Verhältnissen besser bewertet wurde als die Beschwerdeführerin, muss auch
die Bewertung des Kriteriums "Qualität der Arbeit/Abläufe" als unbegründet qualifiziert
werden. Dies bedeutet, dass die schlechtere Bewertung des Angebots der
Beschwerdeführerin aufgrund der Aktenlage sachlich nicht gerechtfertigt ist. Somit ist
die Beschwerde gutzuheissen, soweit darauf einzutreten ist. Die Zuschlagsverfügung
vom 9. Juli 2007 ist aufzuheben und die Angelegenheit ist gestützt auf Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 56 Abs. 2 VRP zur neuen Beurteilung im Sinne der Erwägungen
und zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zulasten der Vor-instanz (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 7'500.-- ist angemessen (mit Einschluss der Kosten von Fr.
750.-- der Verfügung vom 26. Juli 2007, Ziff. 381 und 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Auf die Erhebung der Kosten ist nicht zu verzichten. Bei fehlender Begründung
eines Zuschlags verzichtet das Vewaltungsgericht nach ständiger Praxis auf die
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Kostenerhebung beim Gemeinwesen nicht (vgl. R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach
st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 110). Der
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 7'500.-- ist der Beschwerdeführerin
zurückzuerstatten.
Die Beschwerdeführerin hat grundsätzlich Anspruch auf eine ausseramtliche
Entschädigung (Art. 98bis VRP). Ihr Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht,
weshalb die Entschädigung ermessensweise festzusetzen ist (Art. 6 der
Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, abgekürzt HonO).
Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin ihren Rechtsvertreter erst
beigezogen hat, nachdem sie zur Stellungnahme zu allfälligen neuen Vorbringen in den
Vernehmlassungen der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin aufgefordert worden
war. Eine Entschädigung von Fr. 1'500.-- zuzügl. MWSt ist angemessen (Art. 22 Abs. 1
lit. b HonO). Die Beschwerdegegnerin ist unterlegen und hat daher keinen Anspruch
auf ausseramtliche Entschädigung (Art. 98bis VRP).