Decision ID: d4163caf-1637-59a3-b7e1-3b89a89fcb3a
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ bezog seit längerem eine IV-Rente (EL-act. 47 S. 3). Seine Ehefrau B._,
Jahrgang 1959, hatte ab dem 1. März 2004 einen Anspruch auf eine halbe IV-Rente (IV-
act. 46). Am 21. Februar 2013 verfügte die IV-Stelle gestützt auf die
Schlussbestimmungen der IV-Revision 6a die Aufhebung der halben IV-Rente der
Ehefrau in Höhe von Fr. 12'804.-- per Ende März 2013 (IV-act. 98). Daraufhin wurden
am 4. März 2013 auch die BVG-Rentenzahlungen an die Ehefrau ab April 2013
eingestellt (EL-act. 47 S. 7).
A.b Im April 2013 meldete sich der Versicherte zum Bezug von Ergänzungsleistungen
(EL) an (EL-act. 46). Im EL-Anmeldeformular gab er an, seine Ehefrau und er bezahlten
Nichterwerbstätigenbeiträge in Höhe von je Fr. 504.-- sowie einen jährlichen Mietzins in
Höhe von Fr. 16'752.-- und sie hätten ein Sparguthaben von Fr. 8'777.86 sowie
Schulden von Fr. 5'000.--. Er erhalte eine IV-Rente von Fr. 15'984.-- sowie eine BVG-
Rente von Fr. 16'664.40 (EL-act. 46, 48, 50).
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A.c Am 28. Juli 2013 verneinte die EL-Durchführungsstelle eine EL-
Anspruchsberechtigung des Versicherten aufgrund eines Einnahmenüberschusses von
Fr. 3'917.--. Bei der Berechnung des EL-Anspruchs hatte sie, da die Ehefrau des
Beschwerdeführers auf die in den Schlussbestimmungen der IV-Revision 6a
vorgesehenen Eingliederungsmassnahmen der IV und auch auf die damit verbundene
Fortzahlung der Rente verzichtet habe, die eingestellte halbe Rente der Ehefrau in
Höhe von Fr. 12'804.-- als hypothetische Rente und zusätzlich ein hypothetisches
Erwerbseinkommen in Höhe von Fr. 19'210.-- als Einnahmen berücksichtigt (EL-act.
40).
A.d Gegen die Verfügung vom 28. Juli 2013 liess der Versicherte am 13. September
2013 eine Einsprache erheben und die Aufhebung der Verfügung sowie die Sistierung
des Einspracheverfahrens beantragen. Zur Begründung liess er sinngemäss ausführen,
die halbe IV-Rente der Ehefrau dürfe nicht berücksichtigt werden, da diese effektiv
nicht mehr ausbezahlt werde und ein hypothetisches Erwerbseinkommen dürfe
aufgrund der bei der Ehefrau vorliegenden Arbeitsunfähigkeit nicht angerechnet
werden. Betreffend den Rentenanspruch der Ehefrau sei ein Beschwerdeverfahren
hängig. Das Einspracheverfahren betreffend den EL-Anspruch sei bis zum Vorliegen
eines rechtskräftigen Gerichtsentscheides zu sistieren (EL-act. 36). Die EL-
Durchführungsstelle sistierte das Einspracheverfahren am 17. September 2013 (EL-act.
39). Mit einem Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. Mai
2015 (IV 2013/141) wurde die angefochtene IV-Verfügung vom 25. März 2013
aufgehoben und die IV-Stelle wurde angewiesen, die bisherige reguläre Rente weiterhin
auszurichten und den Invaliditätsgrad der Ehefrau weiter abzuklären (IV-act. 110).
A.e Am 22. Juni 2015 erklärte die EL-Durchführungsstelle, dass die Ehefrau, die
lediglich eine halbe Rente beziehe, gehalten sei, durch die Ausübung einer
Teilzeiterwerbstätigkeit zur Existenzsicherung der ehelichen Gemeinschaft beizutragen.
Sie forderte deshalb allfällige Nachweise von Arbeitsbemühungen oder
Erwerbseinkommen der Ehefrau seit 2013 an (EL-act. 33). Der Versicherte liess
daraufhin am 19. August 2015 entgegnen, seine Ehefrau sei gemäss einem Arztzeugnis
vom November 2014 nach wie vor zu 100% arbeitsunfähig. Das laufende IV-Verfahren
habe die Ehefrau psychisch sehr mitgenommen und auch die familiäre Situation sei
derzeit sehr schwierig. Dass die Ehefrau eine Arbeitstätigkeit im Umfang von 50%
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aufnehme, sei derzeit medizinisch nicht möglich, weshalb sie sich auch nicht um eine
entsprechende Stelle bemühen könne (EL-act. 27). Am 7. Dezember 2015 teilte der
Versicherte der EL-Durchführungsstelle mit, die BVG-Invalidenrente der Ehefrau werde
rückwirkend ab dem 1. April 2013 wieder in Höhe von monatlich Fr. 513.-- ausgerichtet
(EL-act. 21).
A.f Im Einspracheentscheid vom 20. Mai 2016 hielt die EL-Durchführungsstelle fest,
dass die BVG-Invalidenrente und die IV-Rente der Ehefrau rückwirkend ab April 2013
als tatsächlich bezogene Einnahmen in der EL-Berechnung zu berücksichtigen seien,
da sie tatsächlich wieder ausgerichtet würden. Der Einwand des Beschwerdeführers,
wonach der Ehefrau die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit im Umfang von 50%
medizinisch nicht möglich sei, könne nicht gehört werden, da eine eigenständige
Abklärungspflicht der EL-Behörden nur mit Bezug auf invaliditätsfremde
Beeinträchtigungen der Erwerbsfähigkeit bestehe. Trotz des fortgeschrittenen Alters
der Ehefrau bestehe bis zu deren 60. Altersjahr die Vermutung der Verwertbarkeit der
verbliebenen Leistungsfähigkeit. Auch die Tatsachen, dass die Ehefrau seit Ende März
2004 nicht mehr erwerbstätig gewesen sei und keinen Berufsabschluss habe,
schlössen die Verwertbarkeit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit nicht aus, da
Hilfsarbeiten weder eine Schul- noch eine andere Ausbildung erforderten. Für das Jahr
2013 sei für die Ehefrau somit bei einem Invaliditätsgrad von 50% von einem
erzielbaren hypothetischen Erwerbseinkommen in der gesetzlichen Mindesthöhe von
Fr. 19'210.-- auszugehen. Im Ergebnis sei die verfügte Abweisung der EL-
Anspruchsberechtigung also rechtens. Im Vergleich zur EL-Berechnung der
angefochtenen Verfügung resultiere sogar ein höherer jährlicher Einnahmenüberschuss
von Fr. 8'674.-- statt Fr. 3'917.--. Auch von August bis Dezember 2013, von Januar bis
Dezember 2014 und 2015 sowie ab Januar 2016 bestünden jährliche
Einnahmenüberschüsse und somit kein Anspruch auf Ergänzungsleistungen (EL-act.
17).
B.
B.a In der dagegen erhobenen Beschwerde vom 2. Juni 2016 liess der Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführer) die Aufhebung der Verfügung vom 28. Juli 2013, den
Verzicht auf die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens der Ehefrau,
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die Zusprache von Ergänzungsleistungen und eventualiter die Rückweisung der
Angelegenheit an die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zur
Neubeurteilung beantragen. Zur Begründung liess er ausführen, dass entgegen der
Ansicht der Beschwerdegegnerin sehr wohl invaliditätsfremde Gründe für die
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit der Ehefrau vorlägen. Die Arbeitsunfähigkeit der
Ehefrau sei im relevanten Zeitraum nämlich gerade nicht mit ihrer Invalidität, sondern
mit einer psychischen Angeschlagenheit und der prekären Familiensituation begründet
worden. Die Beschwerdegegnerin hätte sich deshalb mit den vorgebrachten Gründen
der Arbeitsunfähigkeit näher auseinandersetzen müssen, indem sie beispielsweise ein
zusätzliches Arztzeugnis eingefordert oder eine medizinische Untersuchung bzw. eine
Begutachtung der Ehefrau in Auftrag gegeben hätte (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 16. Juni 2016 die Abweisung der
Beschwerde und verwies zur Begründung auf ihre Ausführungen im
Einspracheentscheid (act. G 5).
B.c Am 18. Juli 2016 stellte der Beschwerdeführer den Antrag, das
Beschwerdeverfahren zu sistieren, weil die IV-Stelle der Ehefrau mit einem Vorbescheid
vom 6. Juni 2016 die Aufhebung ihrer halben Rente in Aussicht gestellt habe (IV-act.
155) und dagegen Einwand erhoben worden sei (IV-act. 160, act. G 8). Das Gericht
sistierte das Verfahren daraufhin am 2. August 2016 bis längstens zum 31. Dezember
2016 (act. G 9 f.).
B.d Am 20. Januar 2017 liess der Beschwerdeführer zwei rechtskräftige Verfügungen
der IV-Stelle vom 25. Juli 2016 einreichen, mit denen diese einerseits die halbe IV-
Rente der Ehefrau aufgehoben hatte, da den medizinischen Unterlagen keine
objektivierbaren anatomischen Befunde zu entnehmen gewesen waren, welche aus
versicherungsmedizinischer Sicht eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit begründet hätten,
und weil auch keine Anhaltspunkte für eine psychiatrische Komorbidität oder sonstige
schwere Funktionseinschränkungen vorgelegen hätten (act. G 12.1). Gleichzeitig hatte
die IV-Stelle der Ehefrau mit Wirkung ab dem 1. September 2016 während der
Durchführung der Wiedereingliederungsmassnahmen für maximal 2 Jahre einen
Anspruch auf die Weiterausrichtung der halben Rente eingeräumt (act. G 12.2).
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B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 1. Februar 2017 auf eine Stellungnahme;
sie reichte die IV-Akten des Beschwerdeführers ein (act. G 14).

Erwägungen
1.
1.1 Mit der Verfügung vom 28. Juli 2013 hat die Beschwerdegegnerin erstmals über
den EL-Anspruch des Beschwerdeführers ab April 2013 entschieden. Mit der
Begründung, dass die Ehefrau nach der Aufhebung ihrer halben IV-Rente nicht an den
Eingliederungsmassnahmen der IV teilnehme, hat die Beschwerdegegnerin ihr dabei in
analoger Anwendung des Art. 14a Abs. 2 lit. b ELV ein hypothetisches
Erwerbseinkommen in Höhe von Fr. 19'210.-- und gestützt auf Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG
ein hypothetisches Renteneinkommen von Fr. 12'804.-- angerechnet. Dies hat zu
einem Einnahmenüberschuss geführt, weshalb die Beschwerdegegnerin einen EL-
Anspruch des Beschwerdeführers verneint hat (EL-act. 40 f.). Gegen diese Verfügung
hat der Beschwerdeführer am 13. September 2013 Einsprache erheben lassen (EL-act.
36). Im angefochtenen Einspracheentscheid hat die Beschwerdegegnerin die
Anspruchsberechnung dahingehend modifiziert, dass sie die
Nichterwerbstätigenbeiträge des Beschwerdeführers nicht mehr als Ausgabe
berücksichtigt (vgl. EL-act. 17 f., 42), die BVG-Rente der Ehefrau in Höhe von Fr.
6'156.-- zusätzlich zur (nun nicht mehr bloss hypothetischen) halben IV-Rente als
Einnahme angerechnet und den Vermögensertrag auf Fr. 43.-- erhöht hat. Ausserdem
hat sie den EL-Anspruch bis zum 1. Januar 2016 berechnet, um aufzuzeigen, dass
auch aktuell ein Einnahmenüberschuss und somit kein EL-Anspruch bestehe. Gemäss
der ständigen, der bundesgerichtlichen Praxis widersprechenden Rechtsprechung des
Versicherungsgerichts St. Gallen muss sich der Streitgegenstand des
Einspracheverfahrens zeitlich auf die Sachverhaltsentwicklung bis zum Erlass der mit
der Einsprache angefochtenen Verfügung und sachlich auf den Inhalt dieser Verfügung
beschränken (vgl. zum Ganzen: Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St.
Gallen vom 20. Juli 2007, EL 2007/19 und Entscheid des Versicherungsgerichts St.
Gallen vom 2. März 2015, EL 2012/37). Weil die Beschwerdegegnerin in der Verfügung
vom 28. Juli 2013 zu beurteilen gehabt hat, ob der Beschwerdeführer ab dem 1. April
2013 einen Anspruch auf Ergänzungsleistungen hat, hat dieselbe Frage - und nur diese
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- Gegenstand des Einspracheentscheides sein können. Soweit sich die
Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid also auch zum EL-Anspruch ab August
2013 sowie ab Januar 2014, 2015 und 2016 geäussert hat, ist der Einspracheentscheid
als rechtswidrig aufzuheben.
1.2 Aufgrund des hängigen Beschwerdeverfahrens betreffend den IV-Rentenanspruch
der Ehefrau hat der für die Überprüfung der angefochtenen Verfügung vom 28. Juli
2013 massgebliche Sachverhalt zum Verfügungszeitpunkt (bzw. zum Zeitpunkt der
Einsprache) nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit festgestanden, weil nicht bekannt gewesen ist, ob die Ehefrau
tatsächlich ab April 2013 keinen Anspruch auf eine halbe Rente mehr haben würde. Die
Beschwerdegegnerin hat deshalb das Einspracheverfahren zu Recht bis zum
rechtsverbindlichen Entscheid des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 7. Mai 2015
sistiert. Dieser Gerichtsentscheid hat nämlich, obwohl er nach dem Verfügungserlass
ergangen ist, den für die Beurteilung der Verfügung zeitlich massgeblichen Sachverhalt
beeinflusst, indem er dazu geführt hat, dass die Ehefrau ab dem 1. April 2013 weiterhin
einen Anspruch auf eine halbe IV-Rente gehabt hat.
2.
2.1 Zu prüfen ist demnach, ob der Beschwerdeführer ab dem 1. April 2013 einen
Anspruch auf Ergänzungsleistungen gehabt hat. Im angefochtenen
Einspracheentscheid hat die Beschwerdegegnerin den EL-Anspruch des
Beschwerdeführers ab dem 1. April 2013 aufgrund eines Einnahmenüberschusses in
Höhe von Fr. 8'674.-- verneint. Umstritten ist dabei insbesondere die Frage, ob die
Beschwerdegegnerin der Ehefrau des Beschwerdeführers ein hypothetisches
Erwerbseinkommen hat anrechnen dürfen.
2.2 Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten
Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen. Ehepaare bilden bei der
Anspruchsberechnung eine wirtschaftliche Einheit, sodass ihre Ausgaben und
Einnahmen zusammengerechnet werden (Art. 9 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes über
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [SR
831.30; ELG]). Laut der EL-spezifischen Schadensminderungspflicht muss ein EL-
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Ansprecher oder eine in die Anspruchsberechnung einbezogene Person ihren
Existenzbedarf soweit möglich und zumutbar aus eigener Kraft finanzieren, weswegen
Ergänzungsleistungsbezüger und ihre Ehegatten gleichermassen verpflichtet sind, ihren
Beitrag an den Unterhalt der Ehegemeinschaft zu leisten. Kommt eine Person dieser
Pflicht nicht oder nur unzureichend nach, indem sie beispielsweise keiner
Erwerbstätigkeit nachgeht, obwohl ihr dies möglich und zumutbar wäre, oder ist sie
ohne zwingenden Grund zu einem zu tiefen Lohn oder unentgeltlich erwerbstätig, sieht
der Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG die Anrechnung fingierter Erwerbseinkünfte – in der Praxis
als hypothetisches Erwerbseinkommen bezeichnet – als Reaktion darauf vor. Für die
Beantwortung der Frage, wie hoch das zumutbarerweise erzielbare hypothetische
Erwerbseinkommen ist, sind sämtliche Umstände des konkreten Einzelfalls zu
berücksichtigen. Namentlich ist allfälligen Gesundheitsbeeinträchtigungen, der
beruflichen Ausbildung, der bisherigen Berufskarriere, den Verhältnissen auf dem
konkreten, tatsächlichen Arbeitsmarkt und allfälligen Hinderungsgründen wie den
Betreuungspflichten gegenüber minderjährigen Kindern Rechnung zu tragen (vgl.
RALPH JÖHL, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: Schweizerisches
Sozialversicherungsrecht, Band XIV Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, Rz 125, 133 f.).
2.3 Gemäss Art. 14a Abs. 2 lit. b ELV ist bei Invaliden unter 60 Jahren bei einem IV-
Grad von 50% bis unter 60% der Höchstbetrag für den Lebensbedarf von
Alleinstehenden nach Art. 10 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 ELG anzurechnen. Praxisgemäss
begründet Art. 14a Abs. 2 ELV die Vermutung, dass die teilinvalide Person in der Lage
sei, ein Erwerbseinkommen in der vorgesehenen Mindesthöhe zu erzielen. Diese
Vermutung knüpft an einen bestimmten Invaliditätsgrad an, der von einem anderen
Sozialversicherungsträger ermittelt worden ist. Dieser Invaliditätsgrad bildet Teil des für
die EL-Durchführungsstelle massgebenden Sachverhalts, auf den sich wiederum die
Vermutung stützt, dass noch ein bestimmtes Erwerbseinkommen erzielt werden
könnte. Ausnahmsweise kann unter Berufung auf den aktuellen Gesundheitszustand
die Vermutung des Art. 14a Abs. 2 ELV widerlegt werden, nämlich wenn nach der IV-
Rentenzusprache eine Veränderung des Gesundheitszustandes eintritt, die dem
Invaliditätsgrad, auf den sich die IV-Rentenzusprache gestützt hat, offensichtlich nicht
mehr entspricht.
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2.4 Im angefochtenen Einspracheentscheid hat die Beschwerdegegnerin der Ehefrau
des Beschwerdeführers ab dem 1. April 2013 ausgehend von einer durch die IV-Stelle
ermittelten IV-Grad in Höhe von 50% der Ehefrau gestützt auf Art. 14a Abs. 2 lit. b ELV
ein hypothetisches Erwerbseinkommen in Höhe von Fr. 19'210.-- angerechnet (EL-act.
9). Laut der bundesgerichtlichen Praxis soll Art. 14a ELV nur auf den EL-Bezüger und
nicht auch auf die in die EL-Berechnung einzubeziehende Person anwendbar sein (vgl.
URS MÜLLER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum ELG, Art. 11 Rz 516). Diese
Praxis ist jedoch bislang unbegründet geblieben. Der Art. 14a ELV spricht nicht von EL-
Bezügern, die invalid sind, sondern allgemein von "Invaliden", womit der Wortlaut
keinen Grund dafür bietet, die in die EL-Anspruchsberechnung einzubeziehenden
Personen von dieser Regelung auszunehmen. Im Rahmen von Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG
werden für die Berechnung des hypothetischen Erwerbseinkommens der EL-Bezüger
und der in die EL-Anspruchsberechnung einzubeziehenden Personen dieselben
Massstäbe angelegt. Weshalb dies anders sein soll, sobald eine Invalidität vorliegt, ist
nicht ersichtlich. Deshalb muss Art. 14a ELV auch für die Berechnung des
Erwerbseinkommens der invaliden, in die EL-Anspruchsberechnung einzubeziehenden
Personen gelten. Die Beschwerdegegnerin hat also zu Recht auch bei der Ermittlung
des hypothetischen Erwerbseinkommens der Ehefrau auf Art. 14a Abs. 2 lit. b ELV
abgestellt. Das Bundesgericht geht gestützt auf die Erläuterungen des BSV (ZAK 1987
S. 544 ff.) davon aus, dass der Zweck des Art. 14a ELV darin liegt, aufwändige
Abklärungen zur Höhe des noch zumutbaren Einkommens eines Invaliden und
schwierige Ermessensentscheide zu vermeiden. Deshalb sei in Art. 14a Abs. 2 die
Anrechnung bestimmter pauschalierter Mindestbeiträge vorgesehen worden (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 11. Mai 2015, BGE 141 V 349 E. 5.4). So schliesst die
Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV (WEL Rz 3424.03 1/16) eine
Überschreitung der in Art. 14a Abs. 2 ELV genannten Beträge aus und verbietet
ausserdem die analoge Festsetzung des zu berücksichtigenden hypothetischen
Einkommens gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG. Würde man diese Interpretation des Art.
14a Abs. 2 ELV konsequent zu Ende denken, würde dies in der Praxis dazu führen,
dass bei allen Personen, die bis zu 70% invalid sind, ein hypothetisches
Erwerbseinkommen in der mit der Verordnungsnorm festgelegten Höhe anzurechnen
wäre und zwar unabhängig davon, ob die invalide Person eine unverschuldete
Arbeitslosigkeit nachgewiesen hat oder ob sie aufgrund besonderer beruflicher
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Qualifikationen eigentlich ein viel höheres Erwerbseinkommen erzielen könnte.
Ausserdem würde die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens bei
Invaliden über 70% komplett ausgeschlossen. Dass diese Interpretation der
Verordnungsbestimmung in der Praxis zu unhaltbaren Ergebnissen führt, zeigt
folgendes Beispiel: Ein Börsenhändler, der im gesunden Zustand jährlich Fr. 400'000.--
verdient hat, wird psychisch krank und kann seine angestammte Tätigkeit aufgrund
seiner nun nur noch sehr niedrigen Stresstoleranz nicht mehr ausüben. Als einfacher
Bankkaufmann ist er jedoch, wenn darauf geachtet wird, dass er keinem Stress
ausgesetzt ist, weiterhin zu 100% arbeitsfähig und könnte ein jährliches
Erwerbseinkommen in Höhe von Fr. 80'000.-- erzielen. Sein Invaliditätsgrad beträgt
somit 80%. Würde man Art. 14a Abs. 2 ELV gemäss der herrschenden
Bundesgerichtspraxis und der WEL auslegen, könnte ihm, sollte er nicht arbeiten
wollen und sich dementsprechend auch nicht um Arbeit bemühen, kein hypothetisches
Erwerbseinkommen angerechnet werden. Konkret würde er jedoch auf jährliche
Einnahmen in Höhe von Fr. 80'000.-- verzichten (vgl. JÖHL, a.a.O. Rz 136 f. mit
Hinweisen), was unter anderen Umständen, nämlich ohne das Vorliegen einer
Invalidität, in Anwendung des Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG zu einer Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens von Fr. 80'000.-- führen würde. Die EL-
spezifische Schadenminderungspflicht verlangt nämlich von jedem EL-Ansprecher und
von jeder in die Anspruchsberechnung einbezogenen Person, ihren Existenzbedarf
soweit möglich und zumutbar aus eigener Kraft zu finanzieren. Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG
soll sicherstellen, dass nur jener Teil des Existenzbedarfs gedeckt wird, den der EL-
Ansprecher und die in die Anspruchsberechnung einbezogenen Personen auch bei
pflichtgemässem Bemühen nicht selbst finanzieren können (vgl. JÖHL, a.a.O., Rz 125).
Im Fall des ehemaligen Börsenhändlers würde diesem Zweck offenkundig
zuwidergehandelt. Die Nichtanrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens in
einem solchen Fall würde daher zu einer stossenden ungleichbehandelnden
Besserstellung invalider Personen führen. Die vom Bundesgericht vorgenommene
Auslegung des Art. 14a Abs. 2 ELV ist somit offensichtlich gesetzes- und
verfassungswidrig, was sich mit dem Argument der Verfahrensökonomie nicht
rechtfertigen lässt. Bei der Anwendung des Art. 14a Abs. 2 ELV muss also
berücksichtigt werden, dass Art. 14a Abs. 2 ELV nicht die Vermeidung eines grossen
Abklärungsaufwandes und schwieriger Ermessensentscheide, sondern die
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Verhinderung der Ausrichtung von im Verhältnis zu den Rentenleistungen übersetzten
Ergänzungsleistungen bezweckt (vgl. JÖHL Rz 136 mit Hinweisen zu der Schaffung
des aArt. 3a Abs. 7 lit. c ELG [jetzt Art. 9 Abs. 5 lit. c ELG] anlässlich der 2. IV-
Revision). Unter diesem Gesichtspunkt müssen die in Art. 14a Abs. 2 ELV aufgezählten
Beträge also - im Übrigen in Übereinstimmung mit der Wortwahl des Bundesgerichts -
als Mindestbeträge betrachtet werden. Ein hypothetisches Erwerbseinkommen muss
somit mindestens dem in lit. a, b oder c vorgeschriebenen Betrag entsprechen. Sollte
sich aber ergeben, dass das Erwerbspotenzial der invaliden Person im Falle einer
Erwerbstätigkeit die Erzielung eines Erwerbseinkommens ermöglicht, das über dem
Mindestbetrag liegt, so ist eben dieses als hypothetisches Erwerbseinkommen der
invaliden Person anzurechnen (vgl. die Bemessung des hypothetischen
Erwerbseinkommens gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG). Somit muss auch einem
Invaliden mit einem IV-Grad von mehr als 80% ein hypothetisches Erwerbseinkommen
angerechnet werden können, wenn er in einer adaptierten Tätigkeit noch dazu in der
Lage wäre, seine Restarbeitsfähigkeit zu verwerten.
2.5 Der Beschwerdeführer hat stets geltend machen lassen, seine Ehefrau sei zu
100% arbeitsunfähig und nicht dazu in der Lage, auch nur einer Teilerwerbstätigkeit
nachzugehen (EL-act. 27, 36, act. G 1). In seiner Einspracheergänzung vom 19. August
2015 hat er ausführen lassen, das IV-Beschwerdeverfahren habe seine Ehefrau
psychisch sehr mitgenommen und auch die familiäre Situation sei "zur Zeit sehr
schwierig". Um die volle Arbeitsunfähigkeit der Ehefrau zu belegen, hat er ein durch Dr.
med. C._, Innere Medizin FMH, am 7. November 2014 ausgestelltes Arztzeugnis
eingereicht, gemäss welchem die Ehefrau "zur Zeit und bis auf Weiteres zu 100%
arbeitsunfähig" sei (EL-act. 27). Weder die Ausführungen des Beschwerdeführers in
seiner Einspracheergänzung noch jene des Hausarztes vermögen jedoch Erkenntnisse
betreffend die Arbeitsfähigkeit der Ehefrau zum für dieses Beschwerdeverfahren
relevanten Zeitpunkt im März bzw. April 2013 zu liefern. Den IV-Akten der Ehefrau ist
kein Hinweis darauf zu entnehmen, dass sie im März/April 2013 - beispielsweise
aufgrund eines stationären Spitalaufenthalts - keiner Erwerbstätigkeit hätte nachgehen
können. Es ist deshalb auf den durch die IV-Stelle im Jahr 2005 ermittelten und durch
das Versicherungsgericht St. Gallen vorerst bis zum Abschluss der weiteren
Sachverhaltsabklärungen durch die IV-Stelle akzeptierten IV-Grad von 50% abzustellen
und damit von einer Arbeitsfähigkeit der Ehefrau im Umfang von 50% auszugehen.
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2.6 Weiter sind invaliditätsfremde Umstände, i.d.R. wohl eine unverschuldete
Arbeitslosigkeit, geeignet, die Vermutung des Art. 14a Abs. 2 ELV umzustossen. Geht
man mit der herrschenden Auffassung von einer Fiktion in Bezug auf den IV-Grad aus,
kann ein EL-Ansprecher oder eine in die Anspruchsberechnung einzubeziehende
Person die Anrechnung des in Art. 14a Abs. 2 ELV vorgesehenen Mindestbetrages an
hypothetischen Erwerbseinkünften nur dadurch verhindern, dass er/sie mittels
qualitativ und quantitativ ausreichender, aber erfolgloser Arbeitsbemühungen eine
unverschuldete Arbeitslosigkeit nachweist (JÖHL, a.a.O., Rz 138). Zu prüfen bleibt
deshalb, ob es der Ehefrau allenfalls gelungen ist, die Vermutung des Art. 14a Abs. 2
lit. b ELV damit zu widerlegen, dass sie im April 2013 nachweislich unverschuldet
arbeitslos gewesen ist. Dafür hat sie zu belegen, dass sie sich ernsthaft und intensiv,
also qualitativ und quantitativ genügend um eine Stelle bemüht hat und dennoch
arbeitslos geblieben ist. Die Beschwerdegegnerin hat am 22. Juni 2015 u.a. Nachweise
der Arbeitsbemühungen der Ehefrau im Jahr 2013 sowie Lohnausweise der Ehefrau für
das Jahr 2013 eingefordert (EL-act. 33). Der Beschwerdeführer hat nichts dergleichen
eingereicht und erklären lassen, der Ehefrau sei es medizinisch nicht möglich, einer
Erwerbstätigkeit im Umfang von 50% nachzugehen, wes¬halb sie sich auch nicht um
eine entsprechende Arbeitsstelle bemühen könne (EL-act. 27). Somit deutet nichts
darauf hin, dass sich die Ehefrau im März 2013 oder generell in der Vergangenheit
darum bemüht hätte, eine ihrer Restarbeitsfähigkeit entsprechende Stelle zu finden und
zur Deckung des Existenzbedarfs der Ehegemeinschaft beizutragen. Seit dem 21. Juli
2005 hat die Ehefrau jedoch gewusst, dass sie lediglich zu 50% invalid ist (IV-act. 46).
Auf allfällige gegenteilige Aussagen ihres Hausarztes betreffend ihre grundlegende
Arbeitsfähigkeit hat sie sich deshalb nicht verlassen dürfen. Andernfalls hätte sie der
IV-Stelle ein Revisions- oder Wiedererwägungsgesuch mit dem Begehren, ihr sei eine
ganze IV-Rente zuzusprechen, stellen müssen. Seit dem 11. Januar 2013 hat die
Ehefrau gar damit rechnen müssen, künftig gar keine IV-Rente mehr zu erhalten (IV-act.
94 S. 15). Da die Ehefrau also mindestens zu 50% arbeitsfähig gewesen ist, hätte sie
sich mindestens im Umfang dieser verbliebenen Arbeitsfähigkeit ernsthaft um eine
Arbeitsstelle als Hilfsarbeiterin bemühen müssen. Dies hat sie nicht getan. Gesamthaft
hat der Beschwerdeführer also nicht nachweisen können, dass seine Ehefrau im April
2013 unverschuldet arbeitslos gewesen ist, weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht
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davon ausgegangen ist, die Ehefrau könne gemäss Art. 14a Abs. 2 lit. b ELV
mindestens ein Erwerbseinkommen in Höhe von Fr. 19'210.-- erzielen.
2.7 Da es sich bei dem in Art. 14a Abs. 2 lit. b ELV um ein für eine zu 50% invalide
Person anzurechnendes Mindesteinkommen handelt (vgl. E 2.4), stellt sich die Frage,
ob die Ehefrau des Beschwerdeführers nicht allenfalls dazu in der Lage wäre, ein
darüber liegendes Erwerbseinkommen zu erzielen. Die Ehefrau des Beschwerdeführers
hat fünf Jahre die Primarschule in D._ besucht, sie verfügt nicht über eine
Berufsausbildung (IV-act. 12 S. 4, 21 f.). Sie könnte demnach lediglich als
Hilfsarbeiterin tätig sein (beispielsweise als Reinigungskraft, Hilfskraft, die Gemüse
sortiert, rüstet und verpackt, oder Produktionsmitarbeiterin, die Waren verpackt). Um
prüfen zu können, wie viel die Ehefrau bei der Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit von
50% verdienen könnte, muss nach der ständigen Rechtsprechung des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen auf den für die Grossregion Ostschweiz
geltenden Zentralwert abgestellt werden (vgl. auch Ergän¬zungsleistungen zur AHV/IV,
ERWIN CARIGIET/ UWE KOCH, 2. Auflage 2009, S. 159). Gemäss den Ergebnissen der
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 2012 des Bundesamtes für Statistik
(nachfolgend: LSE 2012) haben Hilfsarbeiterinnen im Jahr 2012 im schweizerischen
Durchschnitt einen Lohn von durchschnittlich Fr. 4'112.-- pro Monat erzielt (TA1,
Kompetenzniveau 1, Frauen). Unter der Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
haben Hilfsarbeiterinnen im Jahr 2013 monatlich Fr. 4'140.-- verdient (Fr. 4'112.-- ×
2'648 ÷ 2'630). Im Allgemeinen ist das Lohnniveau in der Grossregion Ostschweiz
jedoch um rund 10% tiefer als das gesamtschweizerische Lohnniveau gewesen (vgl.
LSE 2012, K1: [Fr. 5'600.- + {Fr. 6'099.-- - Fr. 5'600.--} ÷ 2] ÷ Fr. 6'439.-- = 0,908).
Demnach hätte eine vollzeitbeschäftigte Hilfsarbeiterin in der Ostschweiz monatlich Fr.
3'759.10 verdient. Dieser Lohn gilt allerdings für eine 40h-Arbeitswoche, während in
den für die Ehefrau in Frage kommenden Branchen die 41,7h-Arbeitswoche üblich ist.
Der Betrag ist daher entsprechend anzupassen (Fr. 3'759.10 ÷ 40 × 41,7 = Fr.
3'918.90; vgl. PHILIPP MÜLHAUSER, Das Lohnbuch, Zürich 2012, S. 311, 316, 590).
Anschliessend ist er an das für die Ehefrau mögliche Pensum von 50%, also 20.85h/
Woche, anzupassen, sodass sie monatlich Fr. 1'959.45 hätte verdienen können. Davon
sind nach der ständigen Rechtsprechung des Versicherungsgerichts St. Gallen
Sozialversicherungsbeiträge von 9% abzuziehen (vgl. zum Ganzen: Urteil des
Versicherungsgerichts St. Gallen vom 26. April 2016, EL 2014/46, E 4.8). Ein
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betriebswirtschaftlich-ökonomisch denkender und selbst den Zwängen der freien
Marktwirtschaft unterliegender potentieller Arbeitgeber wird sich aufgrund des
fortgeschrittenen Alters der Ehefrau des Beschwerdeführers mit hohen
Sozialversicherungsbeiträgen konfrontiert sehen und er wird aufgrund ihrer
gesundheitlichen Probleme damit rechnen müssen, dass ihre Belastbarkeit vermindert
ist, dass sie weniger flexibel einsetzbar ist und dass die Gefahr erhöhter
Krankheitsabsenzen besteht. Ein betriebswirtschaftlich-ökonomisch sinnvolles
Verhalten eines potentiellen Arbeitgebers kann also nur darin bestehen, der Ehefrau
einen unter dem Zentralwert liegenden Lohn zu bezahlen. Ein Tabellenlohnabzug von
10% erscheint als deshalb angemessen (vgl. hierzu das Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. September 2016, EL 2014/53, E
2.3). Somit hätte die Ehefrau des Beschwerdeführers einen durchschnittlichen
monatlich Lohn von Fr. 1'605.-- bzw. von Fr. 19'258.-- jährlich erwirtschaften können.
Da der errechnete hypothetisch mögliche Jahreslohn jenen in Art. 14a Abs. 2 lit. b ELV
vorgesehenen Mindestlohn in Höhe von Fr. 19'210.-- übersteigt, ist er aus
Gleichbehandlungsgründen zu den nichtinvaliden, in die EL-Berechnung
einzubeziehenden Personen, denen ebenfalls das errechnete hypothetische
Erwerbseinkommen angerechnet wird, in der EL-Anspruchsberechnung an der Stelle
des gemäss Art. 14a Abs. 2 lit. bELV vorgesehenen Mindestbetrages zu
berücksichtigen. Davon ist der Freibetrag von Fr. 1'500.-- abzuziehen und vom Rest
zwei Drittel anzurechnen (vgl. JÖHL, a.a.O., Rz 136). Das anrechenbare hypothetische
Erwerbseinkommen beträgt demnach Fr. 11'839.--.
3.
3.1 In der angefochtenen Verfügung vom 28. Juli 2013 hat die Beschwerdegegnerin
die Nichterwerbstätigenbeiträge des Beschwerdeführers in Höhe von Fr. 504.--
berücksichtigt, die hypothetischen Nichterwerbstätigenbeiträge der Ehefrau jedoch
nicht angerechnet (EL-act. 41 f.). Indem ein hypothetisches Nettoerwerbseinkommen
für die Ehefrau angerechnet worden ist, sind die Sozialversicherungsbeiträge bereits
abgezogen worden. Eine zusätzliche Anrechnung der effektiv bezahlten
Nichterwerbstätigenbeiträge würde also zu einer unzulässigen doppelten
Berücksichtigung von Sozialversicherungsbeiträgen führen. Die Beschwerdegegnerin
hat die Nichterwerbstätigenbeiträge der Ehefrau deshalb zu Recht nicht als
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Ausgabenposition berücksichtigt (vgl. auch Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 23. Mai 2007, EL 2006/20). Im Einspracheentscheid vom 20.
Mai 2016 hat die Beschwerdegegnerin jedoch gänzlich auf die Anrechnung von
Nichterwerbstätigenbeiträgen verzichtet. Damit ist ihr ein Fehler unterlaufen, denn die
Nichterwerbstätigenbeiträge des Beschwerdeführers sind gemäss Art. 10 Abs. 3 lit. c
ELG in die EL-Berechnung einzubeziehen, da dem Beschwerdeführer, anders als seiner
Ehefrau, kein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet und somit auch keine
hypothetischen Sozialversicherungsbeiträge abgezogen worden sind. Für den
Beschwerdeführer muss also der pauschale Nichterwerbstätigenbeitrag als Ausgabe
berücksichtigt werden.
3.2 Die übrigen Einnahmen und Ausgaben sind korrekt berücksichtigt worden. Bei der
Gegenüberstellung der somit zu berücksichtigenden jährlichen Ausgaben in Höhe von
insgesamt Fr. 53'367.-- (Prämienpauschale der Krankenversicherung von insgesamt Fr.
9'048.-- + Nichterwerbstätigenbeiträge des Ehemannes von Fr. 504.-- + Mietzins von
Fr. 15'000.-- + Lebensbedarf von Fr. 28'815.--) und der jährlichen Einnahmen in Höhe
von Fr. 61'537.-- (Erwerbseinkommen von Fr. 11'839.-- + Renten von Fr. 49'688.-- +
Vermögenserträge von Fr. 43.--) ergibt sich ein Einnahmenüberschuss von Fr. 8'203.--.
Obwohl ein höheres hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet worden ist, hat
sich der Einnahmenüberschuss gegenüber jenem im angefochtenen
Einspracheentscheid verringert. Zudem ist die Differenz zwischen dem neu
angerechneten hypothetischen Erwerbseinkommen und dem in Art. 14a Abs. 2 lit. b
ELV vorgesehenen Mindestbetrag so gering, dass die Androhung einer reformatio in
peius insbesondere mit Blick auf den Verfahrensausgang nicht angezeigt gewesen ist.
Der angefochtene Einspracheentscheid ist nämlich im Ergebnis richtig gewesen, weil er
einen EL-Anspruch des Beschwerdeführers aufgrund eines Einnahmenüberschusses
verneint hat.
4.
Somit ist die Beschwerde abzuweisen. Dennoch ist die Begründung des
angefochtenen Einspracheentscheids dahingehend zu korrigieren, dass die
Nichterwerbstätigenbeiträge des Beschwerdeführers als Ausgaben und das
hypothetische Erwerbseinkommen der Ehefrau in Höhe von Fr. 19'258.-- als Einnahme
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angerechnet werden. Gerichtskosten sind gemäss Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.
Der Staat bezahlt zufolge der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor dem
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Kostennote
eingereicht. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit ist der
Vertretungsaufwand trotz des parallel laufenden relevanten IV-Verfahrens und des
damit mehrschichtigen Sachverhalts aufgrund des verhältnismässig geringen EL-
Aktenumfangs und der Tatsache, dass der Rechtsvertreter den Beschwerdeführer bzw.
dessen Ehefrau bereits im zurückliegenden EL-Einspracheverfahren und im
Beschwerdeverfahren betreffend den Rentenanspruch der Ehefrau vertreten hat und
deshalb mit dem Grossteil der relevanten (IV-) Akten bereits vertraut gewesen ist,
durchschnittlich gewesen. Deshalb erscheint eine pauschale Parteientschädigung von
Fr. 3'000.-- als angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 2 des
Anwaltsgesetztes, sGS 963.70). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers pauschal mit Fr. 2'400.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zu entschädigen. Der Beschwerdeführer kann zur Rückerstattung der
Parteientschädigung verpflichtet werden, sobald er dazu in der Lage ist (Art. 123 der
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).