Decision ID: 11cc8598-6726-484d-bb51-578778f23848
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war als Maschinenarbeiterin bei der B._ GmbH
+ Co. KG (nachfolgend: Arbeitgeberin), bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) obligatorisch gegen die Folgen von
Unfällen versichert. Am 21. März 2012 liess sie dieser melden, sie habe am 15. März
2012 mit dem Personenwagen einen Verkehrsunfall erlitten (UV-act. 1). Die Ärzte des
Spitals C._, wo sich die Versicherte vom 15. bis 17. März 2012 aufgehalten hatte,
hatten im Austrittsbericht vom 20. März 2012 eine Commotio cerebri sowie einen
Verdacht einer Fraktur des 7. Brustwirbelkörpers diagnostiziert und bis am 21. März
2012 eine 100% Arbeitsunfähigkeit attestiert (UV-act. 46-2). Der Verdacht auf die
Fraktur bestätigte sich auf Röntgenbildern vom 15. und 21. März 2012 nicht (UV-act. 7,
146 f.).
A.b Aufgrund starker Schmerzen wurde die Versicherte vom 5. bis 7. April 2012 erneut
im Spital C._ behandelt. Eine CT-Untersuchung des Neurocraniums und der
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Halswirbelsäule vom 5. April 2012 ergab keine Auffälligkeiten, insbesondere keine
intrakranielle Blutung oder Fraktur (UV-act. 148). Im Austrittsbericht vom 16. April 2012
wurde eine Schmerzexazerbation bei Status nach HWS-Beschleunigungstrauma
diagnostiziert
(UV-act. 15).
A.c Laut Bericht der Hausärztin, med. pract. D._, Fachärztin FMH Allgemeinmedizin,
vom 17. Juni 2012 litt die Versicherte weiterhin an starken Schmerzen und traten im
Verlauf auch Schlafstörungen (Träume vom Unfall) und Ängste auf (UV-act. 39-1). Die
Hausärztin attestierte ihr weiterhin eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 42).
A.d Am 28. und 29. August 2012 befand sich die Versicherte zu einem Spät-
Assessment bzw. zur neurologischen, neuropsychologischen und ergo-/physiothera-
peutischen Abklärung in der Rehaklinik Bellikon (UV-act. 64-1). Mit Bericht vom 7.
September 2012 wurden ihr eine leichte traumatische Hirnverletzung, eine
unspezifische neuropsychologische Störung mit kognitiven Einbussen in allen
untersuchten Funktionsbereichen im Rahmen von psychischen Störungen (Verdacht
auf mittelgradige [bis schwere] depressive Episode [F32.1], chronische
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren [F45.41], Hinweise auf
psychotraumatologische Faktoren, Missbrauch von abhängigkeitserzeugenden und
nichtabhängigkeitserzeugenden Substanzen [F55.2]) sowie eine Verdeutlichung der
Beschwerden, ein Status nach HWS-Beschleunigungstrauma, ein myofasziales
Schmerzsyndrom der Wirbelsäule und Schulterregion beidseits sowie ein cervikogener
Kopfschmerz diagnostiziert (UV-act. 64-1).
A.e Vom 15. November 2012 bis 24. Januar 2013 wurde die Versicherte stationär in
der Psychiatrischen Klinik E._ behandelt. Im Austrittsbericht vom 8. Mai 2013 wurden
als psychiatrische Diagnosen eine schwere depressive Episode ohne psychotische
Symptome (F32.2), eine posttraumatische Belastungsstörung (F43.1), eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung (F45.4), ein Missbrauch von
nichtabhängigkeitserzeugenden Substanzen (Analgetika [F55.2]) sowie Störungen
durch Opioide (schädlicher Gebrauch [F11.1]) genannt. Bei Austritt wurde die
Arbeitsfähigkeit auf 0% beziffert (UV-act. 124). Ab dem 1. Februar 2013 liess sich die
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Versicherte ambulant bei Dr. med. F._, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie
FMH, behandeln (UV-act. 128, 159, 207), welche ihr aus psychiatrischer Sicht eine
100%-ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigte (vgl. u.a. UV-act. 194-1, 234-2). Am 6. Mai
2013 erfolgte eine Abklärung im Schmerzzentrum des KSSG (UV-act. 138).
A.f Aufgrund starker Schmerzen mit Hyperventilation wurde die Versicherte am 25.
September und 9. Dezember 2013 notfallmässig ins Spital C._ eingewiesen (UV-act.
180, 203). Zwischenzeitlich war am 22. November 2013 am Röntgeninstitut G._ eine
MRT der Halswirbelsäule durchgeführt worden. Ausser geringen diskalen
Degenerationen C4/5 und C5/6 wurden altersentsprechende Verhältnisse dokumentiert
(UV-act. 172).
A.g Vom 3. bis 14. Februar 2014 war die Versicherte zur Schmerztherapie im Spital
H._ hospitalisiert. Als Diagnosen wurden eine schwere depressive Episode aufgrund
posttraumatischer Belastungsstörung, ein chronisches zerviko-thorako-vertebrales
Schmerzsyndrom sowie rezidivierende Hyperventilationen, Schwindel und Synkopen
bei Schmerzexazerbationen genannt (UV-act. 219-1).
A.h Mit Bericht vom 28. Februar 2014 sprach Kreisarzt Dr. med. I._, Facharzt für
Chirurgie FMH, spez. Allgemeinchirurgie und Unfallchirurgie, von einem aus
organischer Sicht wahrscheinlich auf diesem Niveau stabilen Zustand. Den
Beschwerden liege kein organisches Substrat im Sinne einer strukturellen Veränderung
zugrunde. Er schlage eine Kräftigung der Nackenmuskulatur im Sinne einer
medizinischen Trainingstherapie (MTT) vor (UV-act. 222-2). Diese wurde anschliessend
im Spital C._ durchgeführt (vgl. u.a. UV-act. 248 f., 255, 263 f., 269-1).
A.i Am 9. Januar 2015 teilte med. pract. D._ der Suva mit, dass von der Fortsetzung
der MTT keine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustands der Versicherten
mehr zu erwarten sei (UV-act. 279).
A.j Mit Verfügung vom 12. Januar 2015 stellte die Suva die Versicherungsleistungen
aus der obligatorischen Unfallversicherung per 19. Januar 2015 ein (UV-act. 280).
B.
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Am 27. Januar 2015 liess die Versicherte durch Rechtsanwalt lic. iur. J. Grämiger, Wil,
gegen die Verfügung vom 12. Januar 2015 Einsprache erheben (UV-act. 282). Mit
Eingabe vom 16. März 2015 ergänzte dieser die Einsprachebegründung und reichte
zusätzlich einen Arztbericht von Dr. F._ vom 25. Februar 2015 ein (UV-act. 286). Am
28. Mai 2015 wies die Suva die Einsprache ab (UV-act. 293).
C.
C.a Gegen den Einsprachentscheid vom 28. Mai 2015 liess die Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 25. Juni 2015 durch ihren Rechtsvertreter unter
Entschädigungsfolge Beschwerde erheben mit den Rechtsbegehren: 1. Der
Einspracheentscheid vom 28. Mai 2015 sei aufzuheben und die Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) zu verpflichten, der Beschwerdeführerin die gesetzlichen
Leistungen gemäss dem Unfallversicherungsgesetz zuzusprechen; 2. Eventualiter sei
der Einspracheentscheid aufzuheben und ein unfallmechanisches bzw.
unfallbiomechanisches Gutachten betreffend Frontalkollision vom 15. März 2012 und
Schwere der Kollision unter Einwirkung auf die Beschwerdeführerin sowie ein
polydisziplinäres bzw. mindestens neuropsychologisches Gutachten über die
Beschwerdeführerin betreffend Unfallfolgen und Kausalität derselben zum
Unfallereignis vorzunehmen; 3. Es seien der Beschwerdeführerin während der Dauer
des laufenden Verfahrens und weiterer allfälliger Abklärungen über die Schwere des
Unfalls und dessen Folgen weiterhin die gesetzlichen Taggelder auszurichten; 4. Es sei
der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung zu
bewilligen und der Unterzeichnende als Rechtsbeistand zu benennen (act. G 1). Mit der
Beschwerdeschrift reichte der Rechtsvertreter einen Bericht vom 10. Juni 2015
bezüglich eine von der Psychiatrischen Klinik E._ durchgeführte testpsychologische
Untersuchung der Beschwerdeführerin ein (act. G 1.3).
C.b Im Anschluss an ein Schreiben des Versicherungsgerichts vom 26. Juni (act. G 2)
hat der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am 10. Juli 2015 auf einen förmlichen
Entscheid bezüglich seiner Anträge 3. und 4. verzichtet bzw. diese zurückgezogen (act.
G 3).
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C.c In der Beschwerdeantwort vom 10. November 2015 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 28. Mai 2015. Die Kosten seien bei Kostenlosigkeit des
Verfahrens wettzuschlagen (act. G 9).
C.d Mit Schreiben vom 15. Dezember 2015 verzichtete der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin auf eine begründete Replik und hielt an der Beschwerde bzw.
deren Begründung vom 25. Juni 2015 vollumfänglich fest (act. G 11).
C.e Am 5. April 2017 reichte die Beschwerdegegnerin den Vorbescheid der IV-Stelle St.
Gallen vom 22. März 2017 (act. G 13.1) sowie das im IV-Verfahren eingeholte
Gutachten der PMEDA, Polydisziplinäre Medizinische Abklärungen, Zürich, vom 11.
Januar 2017 (act. G 13.2) ein (act. G 13).
C.f Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der

übrigen Akten wird, soweit entscheidwesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss den Übergangsbestimmungen werden
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor Inkrafttreten der Änderung ereignet
haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach
bisherigem Recht gewährt. Vorliegend steht ein Unfall vom 15. März 2012 zur
Diskussion. Es finden daher die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen
Anwendung.
2.
Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die im Nachgang zum Unfall vom 15.
März 2012 erbrachten Leistungen (Übernahme der Kosten für die Heilbehandlungen,
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Taggeld) auf den 19. Januar 2015 einstellte und den Anspruch auf weitere Leistungen
der Unfallversicherung ablehnte.
2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz
nichts anderes bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der
Unfallversicherung bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des
Unfallversicherers besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und
adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (ALEXANDRA
RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Wenn der Unfallversicherer den natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und einer entsprechenden
Gesundheitsschädigung einmal anerkannt hat und entsprechende Leistungen erbringt,
entfällt der Leistungsanspruch erst, wenn das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung
von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist (vgl. dazu THOMAS LOCHER/
THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, §
70 Rz 58). Da es sich dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die
Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher
Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim
Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen). Der
Unfallversicherer hat jedoch nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen zu erbringen,
sondern nur darzutun, dass die unfallbedingten Ursachen des Gesundheitsschadens
ihre kausale Bedeutung verloren haben (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 27. Februar 2004, U 29/03, E. 3.1).
2.2 Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher
Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf
Angaben ärztlicher Experten oder Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181
E. 3.1, 123 III 110; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen spielt die
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Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang
sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die
adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2.1, 127
V 103 E. 5b/bb; SVR 2000 Nr. 14 S. 45). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht
(hinreichend) fassbar, ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei
welcher wie folgt zu differenzieren ist: Hat die versicherte Person beim Unfall kein
Schleudertrauma bzw. keine schleudertraumaähnliche Verletzung und kein
Schädelhirntrauma erlitten, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/
aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen das Vorliegen einer
Schleudertraumaverletzung oder eines Schädelhirntraumas, muss geprüft werden, ob
zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörende
Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik
aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung
ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen
aufgestellten Grundsätze massgebend. Dasselbe gilt, wenn es sich bei der nach einem
Unfall aufgetretenen, psychischen Fehlentwicklung nicht um eine mit dem organisch-
psychischen Beschwerdebild nach Schleudertrauma (oder äquivalenter Verletzung) eng
verflochtene Entwicklung handelt, sondern um einen selbständigen (sekundären)
psychischen Gesundheitsschaden. Für diese Abgrenzung sind insbesondere Art und
Pathogenese der Störung, das Vorliegen konkreter unfallfremder Faktoren und der
Zeitablauf von Bedeutung. Nicht zur Anwendung gelangen die besonderen
Schleudertrauma-Kriterien ferner bei einem durch den Unfall verschlimmerten
psychischen Vorzustand (vgl. u.a. Urteil des EVG vom 7. November 2002, U 377/01, E.
4.3). Andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz bei einer
Schleudertraumaverletzung oder eines Schädelhirntraumas gemäss den in BGE 117 V
359 festgelegten und in BGE 134 V 109 präzisierten Kriterien. Die Anwendung der
Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhag bei Schleudertraumen der HWS
und Schädelhirntraumen setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus dem
Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die ebenfalls
auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV
2000 Nr. U 397 S. 327 E. 3b).
2.3 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
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die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet und
nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit
weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen
Inhalt (BGE 134 V 232 f. E. 5.1, 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
3.
Vorerst ist zu prüfen, ob zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung noch organisch
objektivierbare Unfallfolgen vorhanden waren.
3.1 Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine
strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares
Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar und
von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind.
Eine manuelle ärztliche Untersuchung fördert klinische, nicht aber objektivierbare
organisch-strukturelle Ergebnisse zu Tage. Würde auf Ergebnisse klinischer
Untersuchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches Substrat
namhaft gemacht. Von objektiv ausgewiesenen organisch-strukturellen Unfallfolgen
kann erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/
bildgebenden Untersuchungsmethoden bestätigt werden und die dabei angewendeten
Untersuchungsmethoden wissenschaftlich anerkannt sind (vgl. BGE 134 V 121 f. E. 9,
134 V 232 f. E. 5.1 mit Hinweisen, 117 V 363 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4
mit Hinweisen [U 479/05]; Urteil des Bundesgerichts vom 7. August 2008,
8C_806/2007, E. 8.2 mit zahlreichen Hinweisen). Thoracic-outlet-Syndrom (TOS),
myofasziale und tendinotische bzw. myotendinotische Befunde sind beispielsweise für
sich allein nicht als organisch hinreichend nachweisbare Unfallfolgen zu betrachten.
Auch Verhärtungen und Verspannungen der Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken
sowie Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit können für sich allein nicht als klar
ausgewiesenes organisches Substrat der Beschwerden qualifiziert werden. Gleiches
gilt für Nackenverspannungen bei Streckhaltung der HWS mit Retrohaltung (Urteile des
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Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008, 8C_124/2008, E. 6 mit vielen Hinweisen, und 7.
Februar 2008, U 13/07, E. 3.2 und 3.3).
3.2 Im Spital C._ wurde gemäss Berichten vom 20. und 27. März 2012 eine
Commotio cerebri (Schädelhirntrauma Grad I nach unauffälligem Befund bei GCS-
Überwachung) diagnostiziert (UV-act. 7, 46); Frakturen oder organisch-strukturelle
Läsionen resultierten aus den Röntgenbildern nicht (UV-act. 146 f.). Die CT-
Untersuchung des Neurocraniums und der Halswirbelsäule vom 5. April 2012 brachte
keine Auffälligkeiten, insbesondere keine intrakranielle Blutung oder Fraktur, hervor
(UV-act. 148). Auch die klinisch neurologische Untersuchung in der Rehaklinik Bellikon
ergab keine objektivierbaren Befunde (UV-act. 64-7 f.). Bei der neuropsychologischen
Untersuchung, welche ebenfalls in Bellikon durchgeführt wurde, zeigten sich zwar
kognitive Einschränkungen (UV-act. 64-8); mit neuropsychologischen Defiziten allein ist
das Vorliegen organischer Unfallfolgen indes nicht hinreichend zu begründen (vgl. u.a.
Urteil des Bundesgerichts vom 25. April 2007, U 321/06, E. 4.1). Dies gilt auch hier,
zumal gemäss Bericht bei Vorliegen einer Verdeutlichung die Plausibilität des
Ausmasses der diagnostisch festgestellten Leistungseinbussen zu relativieren ist (UV-
act. 64-8). Letztlich sind durch das MRT der HWS der Beschwerdeführerin vom 22.
November 2013 ausser geringen diskalen Degenerationen C4/5 und C5/6
altersentsprechende Verhältnisse dokumentiert (UV-act. 172).
3.3 Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die umfassend durchgeführten
radiologischen bzw. apparativen Abklärungen, aber auch die neurologischen
Untersuchungen keinen fassbaren organischen (unfallbedingten Befund) zeigen. Die
über den 19. Januar 2015 hinaus geklagten Beschwerden sind damit nicht durch einen
im Sinn der Rechtsprechung organisch nachweisbaren Unfallschaden erklärbar.
4.
4.1 Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist bekannt, dass bei
Schleuderverletzungen sowie äquivalenten Verletzungen auch ohne nachweisbare
pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle
Ausfälle verschiedenster Art auftreten können. Der Umstand, dass die für ein
Schleudertrauma, eine Distorsion der HWS oder ein Schädel-Hirntrauma typischen
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Beschwerden nicht mit entsprechenden Untersuchungsmethoden (Röntgen,
Computertomogramm, EEG) objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die
diesbezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen (BGE 117 V 363 f. E. 5d/aa). Ist ein
Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung diagnostiziert
und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von
Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und
Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit,
Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. vor, so ist der natürliche
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits-
und Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen (BGE 117 V 360 E. 4b; vgl. auch
BGE 117 V 379 f. E. 3e). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts (vgl. u.a. Urteil
vom 15. März 2007, U 258/06, E. 4.3) muss bei einem Schleudertrauma bzw. einer
äquivalenten Verletzung das typische Beschwerdebild mit einer Häufung von
Beschwerden nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens
72 Stunden nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem
Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS – bei einem Schädel-
Hirntrauma in Form von Kopfschmerzen – manifestieren. Die andern im Rahmen eines
Schleudertraumas oder einer äquivalenten Verletzung typischerweise auftretenden
Beschwerden müssen sich jedoch immerhin in einem Zeitraum manifestieren, der es
erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen Kausalzusammenhangs auszugehen.
Nachfolgend ist mithin zu klären, ob die von der Beschwerdeführerin über den
Zeitpunkt der Leistungseinstellung hinaus geklagten Beschwerden – ohne
nachweisbare strukturelle Veränderungen – bezogen auf ein Schleudertrauma oder
eine schleudertraumaähnliche Verletzung in einem natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 15. März 2012 stehen.
4.2 Beim Unfall vom 15. März 2012 prallte unbestrittenermassen ein Lenker mit der
vorderen, linken Fahrzeugecke seines Personenwagens gegen die vordere rechte
Fahrzeugecke des Personenwagens der Beschwerdeführerin. Durch die Wucht der
Kollision prallte die Beschwerdeführerin gegen den aufgegangenen Airbag. Beide
Fahrzeuge kamen unmittelbar nach der Kollision zum Stillstand (UV-act. 291-7, 9).
Damit liegt ein Unfallmechanismus vor, der eine schleudertraumatypische Verletzung
plausibel macht. Die Ärzte des Spitals C._ haben sodann anlässlich der
Erstbehandlung eine Commotio cerebri diagnostiziert (vgl. UV-act. 46-2). Auf Höhe
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HWS wurde zudem eine Druckdolenz erhoben (UV-act. 7). Mit Austrittsbericht des
Spitals C._ betreffend die Hospitalisation vom 5. bis 7. April 2012 wurde ausserdem
ein HWS-Beschleunigungstrauma diagnostiziert. Es bestünden typische Beschwerden
mit ausgeprägten Myogelosen im Nacken- und Schulterbereich (UV-act. 15-2). Weiter
wurden Übelkeit und Erbrechen sowie Schmerzen im Kopf-, Nacken- und
Schulterbereich beschrieben (UV-act. 15-4). Bei diesem Beschwerdebild, wenn auch
erst rund 20 Tage nach dem Unfallereignis gehäuft dokumentiert, ist damit anfänglich
von einem natürlichen Kausalzusammenhang gestützt auf eine
schleudertraumaähnliche Verletzung auszugehen. Dies wird seitens der
Beschwerdegegnerin auch nicht bestritten (vgl. act. G 9 S. 6 Ziff. 18.7). Eine
abschliessende Klärung der Frage, wie lange der natürliche Kausalzusammenhang
tatsächlich gegeben ist, kann indes unterbleiben, nachdem – wie sich nachfolgend
zeigen wird – ein natürlicher Kausalzusammenhang spätestens bei Leistungseinstellung
per 19. Januar 2015 nicht adäquat und damit nicht rechtsgenüglich wäre.
5.
5.1 Zu prüfen ist vorab, ob per 19. Januar 2015 noch eine unfallbedingte
Behandlungsbedürftigkeit vorlag bzw. ob von einem Fallabschluss im Sinn von Art. 19
Abs. 1 UVG – als Voraussetzung für die Adäquanzprüfung (BGE 134 V 113 ff. E. 4) –
ausgegangen werden durfte oder nicht. Der Abschluss des Falls durch den
Unfallversicherer bedingt dabei lediglich, dass von weiteren medizinischen
Massnahmen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr erwartet
werden kann, nicht aber, dass eine ärztliche Behandlung nicht länger erforderlich ist
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. November 2008, 8C_467/2008, E. 5.2.2.2).
5.2 Nachdem sämtliche vorangegangenen somatischen Behandlungen, inklusive elf-
tägiger stationärer Schmerztherapie im Februar 2014 im Spital H._ (UV-act. 219) und
durchgehender Physiotherapie, nicht anhaltend zur gewünschten Schmerzreduktion
geführt haben, ging Dr. I._ mit Bericht vom 28. Februar 2014 von einem
wahrscheinlich aus organischer Sicht stabilen Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin aus. Allenfalls sei noch eine Kräftigungstherapie für die
Nackenmuskulatur im Sinne einer MTT durchzuführen (UV-act. 222-2). Gestützt auf
diese Empfehlung wurden die Kosten für eine MTT von der Beschwerdegegnerin
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übernommen (UV-act. 249). Am 9. Januar 2015 teilte med. pract. D._ der
Beschwerdegegnerin mit, dass zwar MTT oder Physiotherapie zur stabilen Erhaltung
des Zustands äusserst wichtig seien, aber eine Verbesserung nicht mehr erwartet
werden könne (UV-act. 279). Gestützt auf diese Ausführungen ist von einer namhaften
Besserung aus somatischer Sicht spätestens bei Fallabschluss nicht mehr auszugehen.
5.3 In Bezug auf die psychischen Beschwerden – wobei diese, wie sich nachfolgend
zeigen wird, für die Adäquanzprüfung nicht von Relevanz sind – spricht die
behandelnde Psychiaterin Dr. F._ mit Bericht vom 31. Januar 2014 in Anbetracht des
inzwischen chronifizierten Leidens eine düstere Prognose in Bezug auf eine
Reintegration in den Arbeitsprozess aus. Im bisherigen Verlauf sei keine Besserung der
Symptomatik eingetreten (UV-act. 207-2). Med. pract. D._ beschreibt in ihren
Berichten vom 2. März, 3. Juli und 9. Oktober 2014 Schmerzen der
Beschwerdeführerin, die bestehen bleiben würden. Dasselbe gelte für die dadurch
verursachte depressive Stimmung (UV-act. 226-1, 255-1, 263-1). Gestützt auf diese
medizinischen Berichte ist auch in psychischer Hinsicht von weiteren medizinischen
Massnahmen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands zu erwarten.
5.4 Damit ist der per 19. Januar 2015 erfolgte Fallabschluss nicht zu beanstanden und
die Adäquanzprüfung vorzunehmen.
6.
Strittig ist, ob die Adäquanzprüfung angesichts der Fakten nach der Schleudertrauma-
oder der sogenannten Psycho-Praxis durchzuführen ist (vgl. dazu die allgemeinen
Ausführungen in der vorstehenden E. 2.2).
6.1
6.1.1 Gemäss Rechtsprechung (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. August 2008,
E. 4 [publ. in: SVR 2008 UV Nr. 35 S. 133]; vgl. ferner Urteile des Bundesgerichts vom
14. August 2014, 8C_358/2014, E. 2.4.1; 16. Oktober 2013, 8C_258/2013, E. 4.3.2; 28.
Juli 2011, 8C_270/2011, E. 2.1) genügt ein Schädel-Hirntrauma, welches höchstens
den Schweregrad einer Commotio cerebri (Gehirnerschütterung, SHT 1. Grades) –
nicht im Grenzbereich zu einer Contusio cerebri (Gehirnprellung, SHT 2. Grades) –
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erreicht, grundsätzlich nicht für die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis. Eine
Commotio cerebri ist ein Zustand vorübergehender, schnell reversibler neurologischer
Dysfunktion, der mit kurzzeitiger Bewusstlosigkeit kurz nach der Verletzung einhergeht.
Der Verletzte hat oft eine Amnesie für die Zeit der Verletzung und/oder für die Zeit vor
der Verletzung. Es bestehen aber keine neurologischen Auffälligkeiten. Die Contusio
cerebri ist eine fokale Gewaltanwendung auf das zerebrale Gewebe, die mit kleinen
parenchymatösen Blutungen oder einem lokalen Ödem einhergeht (vgl. dazu Urteil des
Bundesgerichts vom 18. April 2016, 8C_75/2016, E. 4.2).
6.1.2 Der Befund der GCS-Überwachung der Beschwerdeführerin war unauffällig
und der zweitägige stationäre Aufenthalt gestaltete sich komplikationslos (UV-act. 46).
Ausser einer bilateral kleinsten Basalganglienverkalkung zeigte sich am 5. April 2012
ein altersentsprechend normales kraniozerebrales Computertomogramm. Eine Blutung
oder Fraktur wurde ausgeschlossen (UV-act. 148). Initial bestand lediglich eine
retrograde Amnesie und die Beschwerdeführerin war – wenn überhaupt – nur für
Sekunden bewusstlos (UV-act. 46). Damit ist die erlittene Commotio cerebri keine
Verletzung im Grenzbereich zu einer Contusio cerebri, womit in Bezug auf die
Hirnerschütterung eine Adäquanzprüfung nach der Schleudertraumapraxis ausser
Betracht fällt.
6.2
6.2.1 Auch hinsichtlich der Diagnose HWS-Beschleunigungstrauma rechtfertigt sich
die Anwendbarkeit der Schleudertrauma-Praxis nicht. Ab dem 25. Mai 2012, als
erstmals psychische Beschwerden von der Beschwerdegegnerin thematisiert wurden,
dominieren diese. Gemäss dem an jenem Tag erstellten Protokoll des
Aussendienstmitarbeiters der Beschwerdegegnerin litt sie an vermehrter
Schreckhaftigkeit, Vergesslichkeit, Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten (UV-
act. 28-2). Med. pract. D._ beschreibt im Arztzeugnis UVG vom 17. Juni 2012 eine
akute Belastungsreaktion, differentialdiagnostisch eine beginnende posttraumatische
Belastungsstörung. Neben der Analgesie und Physiotherapie fanden in diesem
Zusammenhang regelmässige stützende Gespräche bei der Hausärztin statt (UV-act.
39-1). Die verantwortlichen Personen der Rehaklinik Bellikon, welche die
Beschwerdeführerin anlässlich des ambulanten Spät-Assessments bezüglich leichter
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traumatischer Hirnverletzung vom 28. und 29. August 2012 untersuchten, führten aus,
dass sich bei der klinisch-neurologischen Untersuchung eine gewisse Diskrepanz
zwischen dem Ausmass der muskulären Verspannung und der Angabe der Intensität
der Schmerzen bzw. der Einschränkungen im Alltag durch die Beschwerden gezeigt
habe, so dass das Schmerzsyndrom sicherlich auch einen Ausdruck der
Psychopathologie darstelle. Aktuell stehe damit die depressive Symptomatik im
Vordergrund, und es sei dringend eine stationäre Behandlung der Depression, der
möglichen posttraumatischen Störung und der chronischen Schmerzstörung zu
empfehlen (UV-act. 64-11). Eine solche führte die Beschwerdeführerin vom 15.
November 2012 bis 24. Januar 2013 in der Psychiatrischen Klinik durch (UV-act. 124).
In der Folge liess sich die Beschwerdeführerin ambulant psychotherapeutisch von Dr.
F._ behandeln (UV-act. 128).
6.2.2 Gestützt auf die vorstehende medizinische Aktenlage leidet die
Beschwerdeführerin an einer ausgeprägten psychischen Problematik. Die typischen
Beschwerden einer dem Schleudertrauma der HWS äquivalenten Verletzung sind
dagegen, zumindest nach einer gewissen Zeit, immer mehr in den Hintergrund
getreten. Rund zwei Monate nach dem Unfall fand eine psychische Überlagerung statt,
welche eine Adäquanzbeurteilung nach den für psychische Fehlentwicklungen nach
einem Unfallereignis aufgestellten Kriterien rechtfertigt. Bei der Beschwerdeführerin
haben sich dazu offensichtlich Vorzustände durch den Unfall verschlimmert bzw.
wurden, wie es Dr. F._ ausführt (UV-act. 286-6), reaktiviert. Die Beschwerdeführerin
erfuhr bereits mehrere als gravierend erlebte Ereignisse (zwei vorangegangene
Autounfälle, Brand im Nachbarsblock [UV-act. 282-3 f.]), womit Hinweise für eine
gewisse Vulnerabilität für Angst und Depression, wie es Dr. F._ in ihrem Bericht vom
25. Februar 2015 beschreibt (UV-act. 286-5), entgegen den Ausführungen von Dr. med.
J._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Suva St. Gallen, welcher von
diesen Ereignissen keine Kenntnis hatte (UV-act. 166-8), vorhanden waren. Für einen
gewissen Vorzustand spricht weiter die im Jahr 2010 durchgeführte Medikation mit
Citalopram (UV-act. 118). Zusammenfassend ist festzuhalten, dass, selbst wenn der
Unfall vom 15. März 2012 Auslöser einer psychosomatischen und psychischen
Fehlentwicklung gewesen sein sollte, diese im Verlauf der ganzen Entwicklung vom
Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt die zum typischen Beschwerdebild eines
Schleudertraumas bzw. eines Schädelhirntraumas gehörenden Beeinträchtigungen
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stark überlagerte bzw. psychische Vorzustände reaktiviert wurden. Die psychische
Symptomatik steht klar im Vordergrund und ist demgemäss hauptverantwortlich für die
Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin. Für die Beurteilung der Adäquanz gelangen
somit die Kriterien der Psycho-Praxis zur Anwendung. Entsprechend sind die Folgen
der organisch nicht ausgewiesenen Beschwerden nicht in die Beurteilung
miteinzubeziehen (vgl. u.a. Urteil vom 28. April 2010, 8C_903/2009, E. 4.6).
7.
Bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs gestützt auf die Psycho-
Praxis ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten
ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Der adäquate Kausalzusammenhang
zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträchtigung ist bei leichten Unfällen in der
Regel ohne weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne weiteres zu bejahen,
wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit
einzubeziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist
und abhängig davon, ob einzelne Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt
sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder
müssen mehrere herangezogen werden (BGE 117 V 366 ff. E. 6.a und b). Als Kriterien
nennt die Rechtsprechung: – besonders dramatische Begleitumstände oder besondere
Eindrücklichkeit des Unfalls; – die Schwere oder besondere Art der erlittenen
Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen; – ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen
Behandlung; – körperliche Dauerschmerzen; – ärztliche Fehlbehandlung, welche die
Unfallfolgen erheblich verschlimmert; – schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche
Komplikationen; – Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.
7.1 Die Schwere des Unfalles bestimmt sich nach dem augenfälligen
Geschehensablauf und nicht nach den Kriterien, welche bei der Beurteilung der
Adäquanz bei mittelschweren Unfällen Beachtung finden (Urteil des Bundesgerichts
vom 5. September 2015, 8C_437/2015, E. 3.3). Aufgrund der in den Polizeiakten
enthaltenen Angaben (UV-act. 291-4 f.) sowie der Ausführungen der
Beschwerdeführerin (UV-act. 290-2) und der Auskunftsperson K._ (UV-act. 291-22
ff.) ist der in Frage stehende Unfall als höchstens mittelschwerer Unfall im engeren
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Sinne zu qualifizieren. Es handelte sich um eine unspektakuläre leicht seitliche
Frontalkollision, wobei das Fahrzeug der Beschwerdeführerin eine weit grössere Masse
aufwies als dasjenige des Unfallverursachers (UV-act. 291-1 f.). Auch die
Geschwindigkeit von rund 50 km/h des Unfallverursachers ändert an dieser
Qualifikation nichts, nachdem die Rechtsprechung bei weit beeindruckenderen
Unfallereignissen und höheren Geschwindigkeiten keinen mittelschweren Unfall im
Grenzbereich zu den schweren Unfällen bzw. einen schweren Unfall annimmt (vgl. u.a.
Urteile des Bundesgerichts vom 5. Juni 2009, 8C_80/2009, 5. Februar 2008,
8C_169/2007 und 16. Mai 2007, U 492/06; vgl. im Gegensatz dazu u.a. Urteile des
Bundesgerichts vom 19. August 2010, 8C_385/2010 und 4. September 2008,
8C_257/2008). Das beantragte unfallmechanische Gutachten würde an dieser
Einschätzung nichts ändern, weshalb in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. u.a. BGE
136 I 236 f. E. 5.3) darauf verzichtet werden kann. Bei einem mittelschweren Unfall im
engeren Sinn ist die Adäquanz zu bejahen, wenn von den massgebenden sieben
Kriterien mindestens drei vorliegen oder eines in besonders ausgeprägter Art gegeben
ist (SVR 2010 UV Nr. 25 S. 100 E. 4.5 [8C_897/2009], Urteil des Bundesgerichts vom 1.
Juni 2016, 8C_12/2016, E. 7.3.2).
7.2 Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen
Eindrücklichkeit des Unfalles ist objektiv zu beurteilen und nicht aufgrund des
subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person (Urteil des
Bundesgerichts vom 25. Januar 2008, U 56/07, E. 6.1). Zu beachten ist, dass jedem
mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist, welche somit
noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 20. November 2008, 8C_39/2008, E. 5.2). Aus den Akten werden
keine Umstände ersichtlich, welche das Ereignis vom 15. März 2012 unter objektiven
Gesichtspunkten als besonders dramatisch oder besonders eindrücklich erscheinen
lassen würden. Dieses Kriterium ist damit nicht erfüllt. Von schweren oder besonders
gearteten Verletzungen, welche geeignet sind, eine psychische Fehlentwicklung der
eingetretenen Art auszulösen, kann angesichts der gestellten Diagnosen (Commotio
cerebri, HWS-Beschleunigungstrauma) nicht gesprochen werden. Unbestritten und
nicht ersichtlich ist eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich
verschlimmert hätte. Bei der Prüfung der übrigen Kriterien – ungewöhnlich lange Dauer
der ärztlichen Behandlung, körperliche Dauerschmerzen, schwieriger Heilungsverlauf
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und erhebliche Komplikationen sowie Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit – ist von
Relevanz, dass diese unter Ausschluss der organisch nicht ausgewiesenen
Beschwerden zu erfolgen hat und die Kriterien deshalb bereits aufgrund der zeitlichen
Komponente nicht erfüllt sind (vgl. dazu die vorstehende E. 6.2 f.).
7.3 Nach dem Gesagten ist keines der Kriterien erfüllt und die Adäquanz allfällig noch
vorhandener unfallbedingter Beschwerden über den 19. Januar 2015 hinaus zu
verneinen. Der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den
geklagten Beschwerden ist spätestens per Leistungseinstellung nicht (mehr) gegeben.
Hieran ändert nichts, dass die Beschwerdegegnerin während fast drei Jahren
Heilungskosten und Taggelder ausrichtete, nachdem zu entscheiden ist, ob der
adäquate Kausalzusammenhang im Zeitpunkt der Leistungseinstellung gegeben war
(Urteile des EVG vom 10. Mai 2004, U 199/03, E. 2.3.1, und 6. Mai 2003, U 6/03, E.
4.2.1). Dies ist aufgrund des Ausgeführten zu verneinen.
8.
Die im Recht liegenden ärztlichen Berichte verschiedenster Fachrichtungen lassen eine
schlüssige Gesamtbeurteilung zu. Der Sachverhalt erweist sich in medizinischer
Hinsicht für die Beurteilung des Kausalzusammenhangs als genügend abgeklärt, und
von einem polydisziplinären Gutachten sind keine neuen Erkenntnisse, welche am
Ergebnis dieses Verfahrens etwas änderten, zu erwarten. Auf weitere Abklärungen wird
deshalb verzichtet (vgl. u.a. BGE 124 V 94 E. 4b und 136 I 236 f. E. 5.3). Zu erwähnen
bleibt, dass die am 9. Juni 2015 durchgeführte testpsychologische Untersuchung (act.
G 1.3) bzw. die durch die IV-Stelle im Oktober und November 2016 veranlasste
polydisziplinäre Begutachtung (act. G 13.2) keine Hinweise liefern, dass durch den
Unfall ausgelöste Schädigungen unerkannt geblieben oder zu Ungunsten der
Beschwerdeführerin falsch beurteilt worden wären. Weiter nennen die
Untersuchungsberichte keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bzw.
attestieren der Beschwerdeführerin keine Arbeitsunfähigkeit. Insgesamt vermögen die
Berichte, soweit sie überhaupt in die Beurteilung miteinzubeziehen sind (relevant ist
lediglich der Sachverhalt bis zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen
Einspracheentscheides [28. Mai 2015]; vgl. dazu u.a. Urteil des Bundesgerichts vom
17. Mai 2016, 8C_173/2016, E. 2), am Ergebnis dieses Verfahrens nichts zu ändern.
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9.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 28. Mai 2015
nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat die
Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.