Decision ID: 47d213dc-e007-4a73-aa00-7341ad3d8621
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X ist als Lehrerin der Eingliederungsklasse für Fremdsprachige an der Oberstufe S
in W angestellt. In ihrer Freizeit engagiert sie sich unentgeltlich für den Verein des
Kellertheaters T, wo sie als Dramaturgin und administrative Leiterin tätig ist. Im Jahr
2007 nahm sie berufsbegleitend an Kursen des Lehrgangs "Executive Master in Arts
Administration" (abgekürzt: EMAA) an der Universität Y teil.
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B.- In der Steuererklärung 2007 deklarierte X ein steuerbares Einkommen von Fr.
57'725.-- und ein steuerbares Vermögen von Fr. 203'624.--. Dabei machte sie einen
Weiterbildungskostenabzug von Fr. 30'271.-- geltend (Fr. 30'151.-- für die EMAA-
Ausbildung und Fr. 120.-- für eine Weiterbildung Chorleitung). Die
Veranlagungsbehörde liess unter anderem die geltend gemachten Weiterbildungs- und
Umschulungskosten für die Ausbildung zum "Executive Master in Arts Administration"
nicht zum Abzug zu, da es sich dabei um Fortbildungskosten im Bereich der
Liebhaberei (Dramaturgie und Leitung eines Kleintheaters) handle und kein ursächlicher
und unmittelbarer Zusammenhang mit der gegenwärtigen Berufsausübung als Lehrerin
erkennbar sei. Es wurde lediglich der Pauschalabzug von Fr. 400.-- zum Abzug
zugelassen. X wurde mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 86'300.-- und einem
steuerbaren Vermögen von Fr. 203'000.-- veranlagt. Die gegen diese Veranlagung
erhobene Einsprache wies das kantonale Steueramt mit Entscheid vom 18. Januar
2010 ab.
C.- Gegen diesen Einsprache-Entscheid erhob X mit Eingabe vom 17. Februar 2010
Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem sinngemässen Antrag, die
geltend gemachten Weiterbildungskosten für das EMAA-Programm seien zum Abzug
zuzulassen.
Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 14. April 2010 die Abweisung des
Rekurses unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung der Anträge wird,

soweit notwendig, in den Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 17. Februar 2010 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG; Art. 48
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf
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2.- Umstritten ist vorliegend, ob die Auslagen für den Lehrgang "Executive Master in
Arts Administration" im Umfang von Fr. 30'151.-- steuerlich als Weiterbildungs- und
Umschulungskosten in Abzug gebracht werden können.
a) Die Vorinstanz stellt sich auf den Standpunkt, der gegenwärtige Beruf der
Rekurrentin sei Lehrerin der Eingliederungsklasse für Fremdsprachige. Der absolvierte
EMAA-Lehrgang an der Universität Y habe gemäss Ausschreibung zum Ziel
Kompetenzen zu vermitteln, die unabdingbar Voraussetzung seien, um die
Anforderungen des Führungsalltags von Kunst- und Kulturbetrieben bewältigen zu
können. Ein ursächlicher und unmittelbarer Zusammenhang dieses Lehrgangs mit der
gegenwärtigen Berufsausübung als Lehrerin sei nicht erkennbar. Dass der Lehrauftrag
an der Oberstufe S ein vorwiegend kultureller sein solle, sei nicht nachvollziehbar.
Vielmehr sei die Fortbildung dem ehrenamtlichen Engagement der Rekurrentin für das
Kellertheater T zuzuschreiben. Steuerrechtlich würden die Weiterbildungskosten als
sogenannte Gewinnungskosten gelten. Ein Abzug von Gewinnungskosten setze jedoch
Einkünfte aus der entsprechenden Tätigkeit voraus. Demnach seien die Auslagen des
absolvierten Lehrgangs der Liebhaberei zuzuordnen, welche als private, nicht
abziehbare Lebenshaltungskosten zu qualifizieren seien.
Dem hält die Rekurrentin im Wesentlichen entgegen, sie sei seit 15 Jahren als Lehrerin
im Spezialsektor "Integration fremdsprachiger Jugendlicher auf der
Volksschuloberstufe" tätig. Sie habe längere Zeit nach einer Weiterbildung gesucht, die
sie umfassend informiere und als Pädagogin im Bereich Kultur weiterbilde. Das an der
Universität Y angebotene Programm sei schweizweit das einzige gewesen, welches sie
umfassend über sämtliche Zweige des kulturellen Schaffens, der Vernetzung, der
Bedeutung und des Einflusses informiert und ihr die Möglichkeit geboten habe, im
pädagogischen Bereich ihre Reflexionen zu vertiefen und zu formulieren. Trotz grosser
und oft nicht ganz befriedigender Arbeitsbelastung sei sie dank kontinuierlicher,
interessanter Weiterbildung, die ihr auch einen interessanten, konstruktiven Kontakt zu
Jungen sichere, nicht ausgebrannt. Der Lehrberuf bringe es mit sich, dass nur
andauernde Weiterbildung die Erhaltung, Sicherung und Vertiefung der beruflichen
Kenntnisse gewährleiste. Der Stellenwert der Kultur sei in der Lehrerbildung lange
vernachlässigt worden. Sie bitte um Anerkennung ihrer gegenwarts- und
zukunftsgerichteten Bestrebungen, als Lehrerin am Puls der Zeit zu sein. Die
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Schulleitung, die Kollegen und die nutzniessenden Schüler würden bestätigen, dass sie
sich dank dem brauchbaren Fachwissen besonders gut in den beruflichen Apparat
integrieren und ihn fruchtbar aktiv mitgestalten könne. Dass die Universität die
Werbung für die Weiterbildung EMAA speziell an Führungskräfte adressiere, habe
natürlich einen taktischen Grund. Nur diese seien fähig und bereit, den hohen
Kursbetrag zu entrichten, da dieser von ihrem Arbeitsbetrieb bezahlt werde. Sie sei
eine Lehrerin, die ihre Zeit nicht verschwenden wolle, sondern
Weiterbildungsprogramme bevorzuge, die umfassend, klar und gründlich informierten
und trainierten, wie eben das EMAA-Programm an der gleichen Institution, an welcher
sie seinerzeit ausgebildet worden sei.
b) Nach Art. 39 Abs. 1 lit. d StG können die mit dem Beruf zusammenhängenden
Weiterbildungs- und Umschulungskosten von den Einkünften aus unselbständiger
Erwerbstätigkeit abgezogen werden. Zu den abzugsfähigen Weiterbildungskosten
gehören jene Aufwendungen, die dazu dienen, sich im ausgeübten Beruf
weiterzubilden, um die berufliche Stellung zu halten oder um einen Aufstieg im
bisherigen Beruf zu ermöglichen. Diese Aufwendungen müssen in unmittelbarem
Zusammenhang mit der Berufsausübung stehen und notwendig sein. Abzugsfähig sind
insbesondere Fachliteratur, Kurs-, sowie Schulgelder, Lehrmittel, Fahrtkosten,
Unterkunft und Verpflegung (VerwGE vom 9. Mai 2006 in SGE 2006 Nr. 2, E. 3b/aa mit
Hinweisen). Aus Gründen der Steuerharmonisierung (vgl. Art. 9 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und
Gemeinden, SR 642.14) wurde Art. 39 Abs. 1 StG wörtlich an Art. 26 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (SR 642.11) angepasst.
Abzugsfähig sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung alle, auch die nicht
völlig unerlässlichen Kosten der Weiterbildung, die objektiv mit dem gegenwärtigen
Beruf des Steuerpflichtigen im Zusammenhang stehen und die dieser zur Erhaltung
seiner beruflichen Stellung als angezeigt hält. Als mit dem Beruf zusammenhängende
Weiterbildungskosten sind nur solche abziehbar, die im Rahmen des bereits erlernten
und ausgeübten Berufs anfallen. Zur Anerkennung als abzugsfähige
Gewinnungskosten ist darauf abzustellen, ob die Aufwendungen für die Erzielung des
Einkommens nützlich sind und nach der Verkehrsauffassung im Rahmen des Üblichen
liegen. Dazu gehören Weiterbildungskosten, die objektiv mit dem gegenwärtigen Beruf
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des Steuerpflichtigen im Zusammenhang stehen und die dieser zur Erhaltung seiner
beruflichen Chancen für angezeigt hält, auch wenn die Auslage nicht absolut
unerlässlich ist, um die gegenwärtige berufliche Stellung nicht einzubüssen (BGE 124 II
29 E. 3a und 3c). Darunter fallen vor allem auch verbesserte Kenntnisse für die
Ausübung des gleichen Berufs. Hingegen sind Auslagen für eine Fortbildung, die zum
Aufstieg in eine eindeutig vom bisherigen Beruf zu unterscheidende höhere
Berufsstellung oder gar zum Umstieg in einen anderen Beruf dienen, keine solche
Weiterbildungskosten. Sie werden nicht für eine Weiterbildung im Rahmen des bereits
erlernten und ausgeübten Berufs erbracht, sondern letztlich für eine neue Ausbildung.
Auslagen, die das Erlernen notwendiger Fähigkeiten und Kenntnisse zur Ausübung
eines eigentlichen Berufs betreffen (z.B. Lehre, Handelsschule, Matura, Studium,
Nachdiplomstudium), sind demnach als Ausbildungskosten auch dann nicht abziehbar,
wenn die Ausbildung berufsbegleitend absolviert wird, im Ergebnis aber dem Aufstieg
in eine vom bisherigen Beruf eindeutig unterscheidbare höhere Berufsstellung oder
dem Umstieg in einen anderen Beruf dient (vgl. BGE 124 II 29 3d; Urteil des
Bundesgerichts 2C_589/2007 vom 9. April 2008, E. 3.2 mit Hinweisen). Auslagen für
eine Fortbildung, die zum Aufstieg in eine bessere Berufsstellung führen bzw. den Wert
auf dem Arbeitsmarkt deutlich erhöhen, sind Investitionen in die Zukunft, ergänzen die
Grundausbildung und gelten nicht als abzugsfähige Weiterbildungskosten (vgl. Urteil
des Bundesgerichts 2A.623/2004 vom 6. Juli 2005, E. 3.3 mit Hinweisen). Um
Berufsaufstiegskosten handelt es sich namentlich dann, wenn die absolvierte
Ausbildung zu wesentlichen Zusatzkenntnissen mit eigenem Wert führt und die
Berufsaussichten deutlich verbessert, im Gegensatz zu einer blossen Aktualisierung
und Vertiefung vorhandender Kenntnisse (vgl. StE 2006 B 22.3 Nr. 85 E. 2.4.4; StR
61/2006, S. 41, E. 3.1.2). Wesentlich für die Beurteilung der Abzugsfähigkeit der Kosten
für Zusatzausbildungen ist nicht nur der Vergleich zwischen der bestehenden
Grundausbildung und den neu erworbenen Kenntnissen; zu berücksichtigen sind auch
der aktuell ausgeübte Beruf und die Auswirkungen der Zusatzausbildung auf die
gegenwärtige und künftige Berufstätigkeit (vgl. StR 61/2006 S. 41, E. 3.2). So wurden in
der Praxis etwa die Auslagen für den Besuch eines Nachdiplomstudiums in
Unternehmungsführung durch einen ausgebildeten Juristen, durch einen Mathematiker
oder Computerfachmann, die Kosten für den Besuch eines Lehrgangs zum
diplomierten Wirtschaftsinformatiker für einen Juristen oder die Auslagen des
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Primarlehrers, der sich zum Mittelschullehrer ausbilden lässt, nicht als
Weiterbildungskosten akzeptiert. Insbesondere wurde auch die berufsbegleitend
absolvierte Ausbildung zum Master of Business Administration (MBA) eines
Steuerpflichtigen, der sein Ökonomiestudium abgebrochen hatte, sich später zum
Bachelor of Business Administration (BBA) ausbildete und in der Folge noch den MBA
erwarb, nicht zum Abzug zugelassen (vgl. zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 2A.
671/2004 vom 6. Juli 2005 E. 2.2 mit Hinweisen; vgl. auch SGE 2009 Nr. 14). Ebenso
wurde keine Weiterbildung oder Umschulung bei einem kaufmännischen Angestellten
in der Versicherungsbranche angenommen, der ein juristisches Studium absolviert
(VerwGerE vom 18. Dezember 2007 in SGE 2007 Nr. 23, E. 2.4).
Allerdings hat das Bundesgericht in der neusten Rechtsprechung zu
Weiterbildungskosten darauf hingewiesen, dass es Aufgabe der Praxis sei,
allgemeingültige und gleichzeitig der Verschiedenheit der jeweiligen Einzelfälle gerecht
werdende Kriterien zu erarbeiten, um festzulegen, wie stark der Zusammenhang
zwischen den getätigten Kosten und dem ausgeübten Beruf sein muss, um die
notwendige Intensität aufzuweisen. So wurden die Kosten für ein Nachdiplomstudium
"Philosophie und Management" bei einem Journalisten als Weiterbildungskosten zum
Abzug zugelassen, da dieser schon mehr als 20 Jahre in seinem Beruf tätigt war und es
in solchen Situationen durchaus im Rahmen des Üblichen und Nützlichen liege,
eingehender über die Hintergründe bzw. Grundlagen und die breiteren
Zusammenhänge der ausgeübten Tätigkeit nachdenken zu wollen, was nicht einer
Aktualisierung, aber einer Vertiefung der für den bisherigen Beruf bedeutsamen
Kenntnisse entspreche. Weil der Journalist als Generalist namentlich im Kulturbereich
tätig sei, könnten die neu erworbenen, wenn auch allgemeinen, philosophischen und
wirtschaftlichen Kenntnisse durchaus zu einem besseren Verständnis der in seinem
Beruf verfolgten und beschriebenen Gesellschafts- bzw. Kulturerscheinungen geführt
haben. Das gelte in doppelter Hinsicht, einerseits für das durch die Referenten
vermittelte Wissen, andererseits für die von den anderen Kursteilnehmern aus ihren
jeweiligen Berufssparten und Erfahrungshintergründen mitgebrachten Informationen.
Somit könne zumindest das Zusammentreffen dieser beiden Besonderheiten unter
Berücksichtigung aller konkreten Umstände darauf schliessen lassen, dass der
verlangte Bezug zum erlernten und ausgeübten Beruf hier im notwendigen bzw.
genügenden Ausmass gegeben sei und es sich nicht bloss um eine persönliche
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Bereicherung bzw. eine kulturelle, ausserberufliche Weiterbildung handle. Es liege
vielmehr ein ausgesprochener Spezialfall vor. Der vom Journalisten besuchte Kurs
"Philosophie und Management" habe zumindest in seinem speziellen Fall nicht zu
einem Titel mit eigenständigem Wert geführt oder die beruflichen Aufstiegs- oder
Veränderungschancen deutlich verbessert. Er habe dies auch nicht angestrebt (vgl.
zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 2C_104/2010 vom 23. Juni 2010, E. 3.2.2 und
3.3.1, veröffentlicht in: StR 12/2010 S. 959 ff.).
c) Die Rekurrentin absolvierte berufsbegleitend den Lehrgang "Executive Master in Arts
Administration" der Universität Y und macht in diesem Zusammenhang
Weiterbildungskosten von Fr. 30'151.-- geltend, die sich aus Auslagen für
Studiengebühren von Fr. 23'375.--, den Kosten für je eine Studienreise nach Berkeley
und nach Wien inkl. Transport-, Unterkunfts- und Verpflegungskosten von insgesamt
Fr. 4'046.-- sowie Fahrspesen und Verpflegungskosten während der Kurstage in O von
Fr. 2'730.-- zusammensetzen.
Die Rekurrentin ist gemäss eigenen Angaben seit über 30 Jahren im Schuldienst tätig.
Seit 15 Jahren ist sie Lehrerin an der Oberstufe S in W und betreut dort die
Eingliederungsklasse für Fremdsprachige. Sie beschreibt ihren Auftrag als einen
vorwiegend kulturellen (act. 9/1.06 und 1.09). Sie sei zuständig für die Integration der
zugewanderten fremdsprachigen Jugendlichen im Oberstufenalter. Die kulturelle
Sensibilisierung, Auseinandersetzung und die Gestaltung des interkulturellen
Zusammenlebens habe dabei eine grosse Bedeutung. Der Unterricht beinhalte
schulische Grundlagenvermittlung, politische, soziale und kulturelle Integration,
Berufsvorbereitung sowie Familienberatung. Gemäss Bestätigung der Arbeitgeberin
(Beilage zu act. 9/2.02) setzt die Rekurrentin in ihrer Eingliederungsklasse immer wieder
kulturelle Projekte um, inszeniert Theater oder auch schon mal einen Kulturbetrieb
während einer Sonderwoche. Gemäss den vereinbarten Jahreszielen sei sie angehalten
worden, eine Weiterbildung im Bereich Projekt-Administration und Administration
allgemein zu machen. Zusätzlich engagiert sich die Rekurrentin unentgeltlich für den
Verein des Kellertheaters T, wo sie als Dramaturgin und administrative Leiterin tätig ist
(vgl. Beilage zu act. 9/2.02).
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Der EMAA-Lehrgang an der Universität Y kann sowohl als Masterprogramm, als auch
als Diplomprogramm absolviert werden. Zulassungsbedingung ist ein
Hochschulabschluss oder ein Diplomabschluss im Bereich der Künste. Damit handelt
es sich um ein Nachdiplomstudium. Das erste Studienjahr ist der Erweiterung und
Vertiefung theoretischer Kenntnisse gewidmet. Dazu finden in der Regel vierzehntägig,
jeweils von Freitag bis Sonntag, Lehreinheiten statt. Im zweiten und dritten Studienjahr
werden Praktikas absolviert und eine Diplomarbeit verfasst. Praktikas sind lediglich für
das Masterstudium zwingend notwendig. Die Studiengebühren betragen zwischen Fr.
31'000.-- (Diplomprogramm) und Fr. 38'000.-- (Masterprogramm). Ziel des Lehrgangs
ist es, künstlerische Administratoren und Führungskräfte für die Leitung und
Gesamtführung komplexer Kunst- und Kulturbetriebe auszubilden. Das Zielpublikum
sind Persönlichkeiten, die ihre Kompetenzen für derzeitige oder zukünftige Tätigkeiten
in Kunst und Kultur erweitern wollen. Dazu werden künstlerische, juristische und
wirtschaftlich-administrative Themenfelder behandelt. Der Studiengang ist in
verschiedene Module gegliedert. Diese befassen sich mit den Bereichen Recht,
Öffentlichkeit und Gesellschaft, darstellende Künste, bildende Kunst,
Betriebswirtschaft, Autoren, Werke und Räume sowie Arts Administration (vgl. zum
Ganzen www......ch).
d) Die Rekurrentin hat zwar nur am Lehrgang teilgenommen, ohne einen neuen Titel zu
erwerben (vgl. http://www.......ch/graduates/......html), die Möglichkeit dazu hätte
jedoch ohne Weiteres bestanden. Sie hat immerhin während eines Jahres 42 Kurstage
absolviert (vgl. Beilage zu act. 9/2.02) und die gesamten Kurskosten beliefen sich auf
Fr. 23'375.--. Damit hat sie die für die Erlangung eines Diplomabschlusses
notwendigen Kurse mehrheitlich besucht. Die hohe Summe bildet einen klaren
Anhaltspunkt dafür, dass es um eine langfristige Investition und nicht lediglich um die
Auffrischung des bereits vorhandenen Ausbildungsniveaus geht (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 2A.623/2004 vom 6. Juli 2005, E. 3.3). Das Bundesgericht hat bereits
Schulungskosten von Fr. 9'550.-- als Aufwand bezeichnet, der für die Annahme von
Weiterbildungskosten eher am oberen Rand anzusetzen sei (Urteil des Bundesgerichts
2A.671/2004 vom 6. Juli 2005, E. 3.2.). Auch bei den vom Bundesgericht zugelassenen
Weiterbildungskosten eines Journalisten für das Nachdiplomstudium "Philosophie und
Management" betrugen die Studiengebühren nur Fr. 8'800.-- (vgl. StR 12/2010 S. 959
ff.). In der Streitsache machen somit allein schon die Kursdauer, die Höhe der
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Kurskosten und der Umstand, dass ein akademischer Mastergrad oder ein
Diplomabschluss hätte erworben werden können, deutlich, dass es ich beim EMAA-
Lehrgang nicht um eine Weiterbildung handelt, die nur dazu dient bereits vorhandenes
Wissen zu vertiefen, zu wiederholen oder anzupassen (vgl. SGE 2009 Nr. 14, E. 2d)aa)).
Vielmehr wurden der Rekurrentin umfangreiche Kenntnisse vermittelt, welche fachlich
weit über den Rahmen ihrer angestammten Tätigkeit als Oberstufen-Lehrerin
hinausgehen. Die Ausbildung stellt folglich für die Rekurrentin einen Gegenwert dar,
indem sie aufgrund des zusätzlich erworbenen Wissens ihre berufliche
Leistungsfähigkeit und damit ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöht. Der
betriebene Aufwand kann nicht mehr als im Rahmen des Üblichen liegend angesehen
werden.
Des Weiteren kann selbst unter Berücksichtigung der bereits mehrjährigen Tätigkeit der
Rekurrentin als Lehrerin und einem unter diesen Umständen durchaus im Rahmen des
Üblichen und Nützlichen liegenden Bedürfnis, sich eingehender über die Hintergründe
bzw. Grundlagen und die breiteren Zusammenhänge der ausgeübten Tätigkeit
nachzudenken, nicht gesagt werden, dass es sich beim EMAA-Nachdiplomstudium
lediglich um eine Vertiefung und Aktualisierung bereits vorhandener und für den
ausgeübten Beruf der Rekurrentin als Oberstufenlehrerin bedeutsame Kenntnisse
handelt und ein unmittelbarer ursächlicher Zusammenhang mit diesem Beruf besteht
(vgl. StR 12/2010 S. 959 ff., E. 3.2.2); auch dann nicht, wenn sie in ihrer Tätigkeit für die
Eingliederungsklasse für Fremdsprachige sicherlich integrativ-kulturelle Fähigkeiten
benötigt und mit der Durchführung von kulturellen Projekten und Theaterstücken
teilweise auch im künstlerischen-administrativen Bereich tätig ist. Sie absolvierte den
Lehrgang zwar berufsbegleitend und er liegt auch im Interesse des Arbeitgebers (vgl.
Beilage zu act. 9/2.02), indem die Fortbildung bereits bei der bisherigen Tätigkeit der
Rekurrentin nützlich ist. Darüber hinaus ermöglicht sie der Rekurrentin aber ein
Wirkungsfeld, das weit über dasjenige ihrer bisherigen Tätigkeit als Lehrerin
hinausgeht. Die Kenntnisse und Fähigkeiten, die im Rahmen des Lehrgangs zu
erwerben sind, eröffnen jedenfalls erhebliche zusätzliche berufliche Möglichkeiten. Der
Lehrgang zielt denn auch dahin, spezifische Kenntnisse zu vermitteln, um
Führungspersönlichkeiten für Kulturinstitutionen auszubilden (anders StR 12/2010 S.
959 ff., wo es sich um einen allgemein ausgerichteten Kurs handelte). Eine
Oberstufenklasse kann auch bei einem vielfältigen kulturellen Hintergrund nicht als
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Kulturinstitution bezeichnet werden. Damit sind wohl eher Institutionen wie ein Theater
gemeint. Unter den anderen Kursteilnehmern befanden sich keine Pädagogen, die im
normalen Schulalltag tätig waren. Wenn diese überhaupt Unterricht erteilten, dann an
Schauspielschulen oder Konservatorien. Vorwiegend waren die anderen
Kursteilnehmer aber in Leitungen von Theatern, Opern, Festivals, Orchestern, Museen
oder Galerien tätig und es handelte sich um Musiker, Schauspieler, Tänzer,
Komponisten, Sänger, Dramaturgen, Produzenten, Regisseure, Eventmanager,
Dirigenten oder Autoren (vgl. www......ch/graduates /....html). Die von den anderen
Kursteilnehmern eingebrachten Erfahrungen und Informationen konnten der
Rekurrentin daher wohl kaum zu einem besseren Verständnis der in ihrem Beruf zu
erfüllenden Lehrtätigkeit dienen (anders: StR 12/2010 S. 959 ff.). Ein unmittelbarer
ursächlicher Zusammenhang einer Ausbildung mit dem ausgeübten Beruf fehlt, wenn
es sich hauptsächlich um persönliche Bereicherung oder persönliche Bedürfnisse und
Neigungen bzw. eine kulturelle, ausserberufliche Weiterbildung handelt. Wie die
Vorinstanz im Einsprache-Entscheid bereits korrekt ausgeführt hat, ist das
Nachdiplomstudium wohl eher der Tätigkeit der Rekurrentin für das Kellertheater T
zuzuordnen. Diese erfolgt jedoch unentgeltlich und stellt deshalb ein Hobby bzw. eine
Liebhaberei der Rekurrentin dar. Damit sind die diesbezüglich entstandenen Auslagen
als private, nicht abziehbar Lebenshaltungskosten
e) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz den Abzug der von der
Rekurrentin geltend gemachten Auslagen für den Lehrgang "Executive Master in Arts
Administration" als Weiterbildungskosten zu Recht verweigert hat. Dementsprechend
erweist sich der Rekurs als unbegründet und ist abzuweisen.
3.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten der Rekurrentin
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 StG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 800.-- ist angemessen
(vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, ABl 2010, S. 4042 ff.). Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 500.-- ist zu verrechnen.