Decision ID: e33a065d-97d3-4b63-8108-76bd5f34ad39
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
D._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marco Bivetti, Oberer Graben 42, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rückerstattung Zusatzrente
Sachverhalt:
A.
A.a D._, Jahrgang 1944, wurde von der IV-Stelle mit zwei Verfügungen vom 27. Juni
2002 rückwirkend ab 1. Januar 2002 eine ganze Invalidenrente bei einem
Invaliditätsgrad von 83% und eine Zusatzrente für ihren Ehegatten zugesprochen (IV-
act. 45). Am 8. Mai 2002, also noch vor Verfügungserlass, war die kantonale
Ausgleichskasse darüber informiert worden, dass der Ehemann keinen
Ausländerausweis mehr besitze und seine Schriften in Italien seien (IV-act. 50-1). Mit
Schreiben vom 6. Mai 2003 forderte die Ausgleichskasse die Versicherte erstmals auf,
bei der italienischen Wohngemeinde eine Lebensbescheinigung für ihren Ehemann
ausfüllen zu lassen (IV-act. 41-1). Diese Bescheinigung erhielt sie am 27. Mai 2003 (IV-
act. 39). Auf Aufforderung hin reichte die Versicherte auch in den Jahren 2004 bis 2006
solche Lebensbescheinigungen ein (IV-act. 31-3; 25-3; 20-1).
A.b Die Ausgleichskasse wies die Versicherte mit Schreiben vom 5. Dezember 2006
darauf hin, ihr Ehemann vollende demnächst das 65. Altersjahr und könne eine
Altersrente beanspruchen (IV-act. 18). Daraufhin meldete sich die Versicherte selbst
zum Bezug einer Altersrente an (IV-act. 17). Mit Schreiben vom 3. Januar 2007
bestätigte die Ausgleichskasse den Erhalt der Anmeldung und forderte die Versicherte
dazu auf, amtliche Angaben über den aktuellen Zivilstand einzureichen. Gleichzeitig
machte sie die Versicherte darauf aufmerksam, dass die Zusatzrente per Ende Januar
2007 eingestellt werde, da der Ehemann sich die AHV-Beiträge von der
Schweizerischen Ausgleichskasse habe ausbezahlen lassen (IV-act. 13). Am 11. Januar
2007 forderte die IV-Stelle die im Zeitraum 1. April 2002 bis 31. Januar 2007 zu viel
bezahlte Zusatzrente in der Höhe von insgesamt Fr. 24'598.- zurück. Einer allenfalls
gegen diese Verfügung gerichteten Beschwerde entzog sie die aufschiebende Wirkung
(IV-act. 11).
B.
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B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde der Versicherten vom 31. Ja
nuar 2007. Sinngemäss beantragt sie deren Aufhebung. Die Zusatzrente sei
automatisch und ohne Antrag festgesetzt und ausbezahlt worden. Ihr Ehemann habe
sich ab April 2002 abgemeldet und arbeite nicht mehr, wohne aber mit ihr in B._. Nun
fordere man nach fünf Jahren einen Betrag zurück, der für sie untragbar sei (act. G 1).
B.b In Vertretung der Beschwerdeführerin reichte C._ vom E._ am 13. Februar
2007 ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten)
ein (act. G 4). Auf Aufforderung hin sandte die Beschwerdeführerin dem Gericht am
27. Februar 2007 das ausgefüllte Gesuchsformular für die unentgeltliche
Prozessführung samt Beilagen (act. G 7).
B.c Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 8. März 2007
die Abweisung der Beschwerde. Nach Lage der Akten sei davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin zwar noch verheiratet sei, aber seit Ende März 2002 von ihrem
Ehemann getrennt lebe. Im Januar 2007 habe man von der Schweizerischen
Ausgleichskasse in F._ erfahren, dass dem Ehemann der Beschwerdeführerin auf
Gesuch vom 6. Juni 2003 sämtliche von 1961 bis 2002 entrichteten Beiträge von
Fr. 134'265.25 zurückbezahlt worden seien. Deshalb sei die Voraussetzung für die
Ausrichtung einer Zusatzrente rückwirkend ab der Wohnsitzverlegung des Ehemanns
nach Italien dahingefallen. Man habe die rechtskräftige Verfügung vom 27. Juni 2002 in
Bezug auf den Anspruch der Beschwerdeführerin auf die Zusatzrente für den
Ehegatten für die Zeit ab April 2002 durch prozessuale Revision aufheben und die zu
Unrecht ausgerichteten IV-Zusatzrenten zurückfordern müssen (act. G 8).
B.d Die zuständige Verfahrensleitung bewilligte mit Schreiben vom 14. März 2007 das
Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege im Sinn der Befreiung
von den Gerichtskosten (act. G 10).
B.e In der Replik vom 14. April 2007 beantragt die Beschwerdeführerin erneut die
Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 11. Januar 2007. Die
Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, die Ergänzungsleistungen seit Beginn des IV-
Anspruchs neu zu berechnen und der daraus resultierende Betrag sei rückwirkend
auszubezahlen. Zudem sei sie anzuweisen, die Beschwerdeführerin über alle
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zustehenden Rechte schriftlich zu informieren und sie vor allem in Bezug auf die
Hilflosenentschädigung aufzuklären. Für das Beschwerdeverfahren seien keine Kosten
zu erheben; allfällige Kosten sollten zulasten der Beschwerdegegnerin verrechnet
werden. Weiter ersucht die Beschwerdeführerin um die Gewährung eines
unentgeltlichen Rechtsbeistands. Sie habe Anspruch auf die Zusatzrente, weil ihr
Ehemann mit ihr in B._ wohne und somit seinen Wohnsitz in der Schweiz habe. Es
treffe zu, dass der Ehemann am 28. März 2002 vorübergehend weggezogen sei. Er
habe allerdings keinen neuen Wohnsitz begründet. Der Lebensmittelpunkt liege in
B._. Zu prüfen sei im Übrigen, ob der Rückforderungsanspruch erloschen sei (act. G
14).
B.f Die Verfahrensleitung bewilligte mit Schreiben vom 17. April 2007 das Gesuch um
unentgeltliche Rechtsverbeiständung (act. G 15). Rechtsanwalt lic. iur. Marco Bivetti
kündigte dem Gericht mit Schreiben vom 10. Mai 2007 die Interessenwahrung für die
Beschwerdeführerin an (act. G 16). In der Replikergänzung vom 14. Juni 2007
beantragt er die Aufhebung der Verfügung vom 11. Januar 2007. Der
Beschwerdeführerin sei bis zum Erreichen des Rentenalters des Ehemanns eine
Zusatzrente der IV auszubezahlen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Die
Ehegatten seien nicht im Rechtssinn getrennt gewesen. Tatsächlich halte sich das
Ehepaar während rund drei Vierteln des Jahres in B._ und v.a. im Sommer in Italien
auf. Aufgrund des Abkommens zwischen der Schweiz und der EU sei dies problemlos
möglich. Der Ehemann habe am 6. Juni 2003 um Überweisung der AHV-Beiträge ans
INPS (Istituto Nazionale Previdenza Sociale), die staatliche Altersvorsorgeeinrichtung
Italiens, ersucht. Mit Verfügung vom 20. November 2003 habe die Schweizerische
Ausgleichskasse die Überweisung der AHV-Beiträge von Fr. 134'265.25 an die INPS
bestätigt. Ausbezahlt worden seien nur die AHV-, nicht aber die IV- und EO-Beiträge.
Vorliegend massgeblich seien diese in der Schweiz verbliebenen IV-Beiträge. Da der
Ehemann während mehr als eines Jahres Beiträge bezahlt habe, bestehe ein Anspruch
auf die Zusatzrente. Dieser Anspruch bestehe schon deswegen, weil der Ehemann
seinen Wohnsitz in der Schweiz habe. Die von der Commune di H._, der
Heimatgemeinde des Ehemanns, ausgestellten Bescheinigungen würden lediglich die
"esistenza in vita" und nicht den Wohnsitz bestätigen. Die Aufgabe des Wohnsitzes
oder gar die Aufnahme eines neuen Wohnsitzes werde durch nichts belegt. Zum
Beweis, dass B._ der Ort sei, an dem sich der Ehemann mit der Absicht dauernden
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Verbleibens aufhalte, beantragt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin die
Einvernahme mehrerer Zeugen, so der in der Umgebung wohnenden Verwandten des
Ehemanns und der Nachbarn in B._. Selbst wenn man davon ausgehen wollte, dass
kein Anspruch auf Zusatzrente bestanden habe, sei die Beschwerdeführerin nicht
rückerstattungspflichtig, da die Frist für die Rückforderung verwirkt sei. Ohnehin stehe
das Prinzip des Vertrauensschutzes einem Rückforderungsanspruch entgegen. Der
Gesetzgeber habe dies in Art. 25 Abs. 1 ATSG festgelegt. Die Beschwerdeführerin
könne ein Erlassbegehren stellen. Allerdings könne der Versicherer den Verzicht auf die
Rückforderung verfügen, wenn offensichtlich sei, dass die Voraussetzungen für den
Erlass gegeben seien. Aus Sicht der Prozessökonomie sei es deshalb sinnvoll, wenn
das angerufene Gericht – sollte es die gestellten Rechtsbegehren abweisen – mittels
Rechtsspruchs oder entsprechender Anweisung an die Vorinstanz festhalte, dass die
Voraussetzungen für den Erlass der Rückforderung gegeben seien (act. G 20).
B.g Die Beschwerdegegnerin hält in der Duplik vom 29. Juni 2007 am
Abweisungsantrag fest. Die Mehrzahl der Indizien spreche dafür, dass der Ehemann
der Beschwerdeführerin seinen Wohnsitz nach Italien verlegt habe. Das Einwohneramt
der Stadt B._ habe am 28. März 2002 mit einer gebührenpflichtigen
Wohnsitzbescheinigung bestätigt, dass der Ehemann am selben Tag nach Italien
weggezogen sei. Für den Ehemann hätte es keinen Sinn gemacht, seinen
Ausländerausweis abzugeben und sich beim Einwohneramt abzumelden, wenn er nur
verlängerte Sommerferien in Italien habe verbringen wollen, wie die
Beschwerdeführerin im Nachhinein behaupte. Vielmehr sei anzunehmen, dass sich der
Ehemann in den vergangenen Jahren die meiste Zeit über in Italien aufgehalten habe
und höchstens für kürzere Besuche der Familie in die Schweiz gekommen sei.
Nachdem die Schweizerische Ausgleichskasse dem Ehemann die Beiträge
zurückerstattet habe, habe man der Beschwerdeführerin die Zusatzrente
unrechtmässig weiterhin ausgerichtet, denn die Voraussetzung des vollen Beitragsjahrs
des Ehemanns sei weggefallen. Verantwortlich für die unrechtmässige Ausrichtung sei
die Tatsache gewesen, dass die Schweizerische Ausgleichskasse die
Beschwerdegegnerin über die Beitragsrückerstattung nicht informiert habe.
Massgebend für den Beginn der einjährigen Verwirkungsfrist für die Rückforderung sei
der Zeitpunkt, in dem man diesen Fehler anlässlich einer Kontrolle zumutbarerweise
hätte entdecken können. Dies sei erst zwischen Ende Dezember 2006 und Anfang
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Januar 2007 der Fall gewesen, nachdem sich die Beschwerdeführerin am
22. Dezember 2006 für eine Altersrente angemeldet habe. Früher habe man den Fehler
nicht erkennen können. Die Frage des Erlasses könne im Übrigen erst geprüft werden,
wenn über den Bestand der Rückforderung rechtskräftig entschieden worden sei (act.
G 22).

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig und im vorliegenden Verfahren zu beurteilen ist die Rückforderung der
Ehegatten-Zusatzrente im Zeitraum 1. April 2002 bis 31. Januar 2007. Die
Beschwerdeführerin beantragt zudem die Weiterausrichtung der Zusatzrente, wobei ihr
Rechtsvertreter in der Replikergänzung präzisierte, die Weiterausrichtung solle bis zum
Erreichen des AHV-Rentenalters des Ehemanns (geboren am 17. April 1942) erfolgen.
Die Beschwerdegegnerin hatte die Ausrichtung der Zusatzrente offenbar nicht
verfügungsweise beendet, sondern die Beschwerdeführerin lediglich mit formlosem
Schreiben vom 3. Januar 2007 über die Einstellung per Ende Januar 2007 informiert
(IV-act. 13-1). Die Beschwerdegegnerin hat in der Beschwerdeantwort erkannt, dass
die Korrektur nur mittels Aufhebung der rechtskräftigen Verfügungen vom 27. Juni
2002 möglich ist. Auch wenn keine die Verfügungen vom 27. Juni 2002 ersetzende
Verfügung aktenkundig ist, hat unbestrittenermassen nicht nur die Rückforderung,
sondern auch die Einstellung der Zusatzrente als angefochten zu gelten. Ohnehin kann
diese zwanglos als in der Rückforderungsverfügung mitenthalten gelten.
1.2 In der Replik vom 14. April 2007 beantragte die Beschwerdeführerin eine
rückwirkende Auszahlung höherer Ergänzungsleistungen und die Erteilung von
Informationen über die Hilflosenentschädigung (act. G 14). An diesen Anträgen hielt der
für die Replikergänzung vom 14. Juni 2007 beigezogene Rechtsanwalt zu Recht nicht
fest (act. G 20 S. 2). Die erwähnten Anträge in der Replik könnten im vorliegenden
Verfahren nicht behandelt werden, da sie nicht zum Anfechtungsgegenstand der
Verfügung vom 11. Januar 2007 zählen.
2.
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2.1 Der Beschwerdeführerin wurde am 27. Juni 2002 rückwirkend auf den 1. Januar
2002 eine ganze Invalidenrente und eine Zusatzrente für den Ehemann zugesprochen
(IV-act. 45-3). Das Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20)
kennt die Zusatzrente seit seinem Inkrafttreten im Jahr 1960, ursprünglich jedoch nur
als Zusatzrente für die Ehefrau. In der Botschaft des Bundesrats vom 13. November
1958 wurde festgehalten, die weitgehende Erwerbsunfähigkeit des Familienhaupts
infolge Invalidität habe für Frau und Kinder ähnliche wirtschaftliche Nachteile wie
dessen Tod und rufe nach einem Versicherungsschutz ähnlich jenem der Alters- und
Hinterlassenenversicherung. Grundsätzlich solle daher der Personenkreis, der in der
Alters- und Hinterlassenenversicherung in den Genuss von Hinterlassenenrenten
gelangen könne, in der IV durch Zusatzrenten begünstigt werden (BBl 1958 II, S. 1200
f.). Die Zusatzrente für die Ehefrau wurde an die Bedingung geknüpft, dass der
Ehemann rentenberechtigt war und keinen Anspruch auf eine Ehepaar-Invalidenrente
hatte (vgl. Art. 34 IVG in der Fassung ab 1. Januar 1960).
2.2 Im Rahmen der Bemühungen um weitgehende Gleichstellung von Mann und Frau
bei der 10. AHV-Revision erhielt die Ehefrau einen eigenen Anspruch auf die
Ehepaarrente. Gemäss Botschaft des Bundesrats vom 5. März 1990 wirke sich diese
verstärkte rechtliche Position insbesondere auch auf die Berechnungsvorschriften aus,
die entsprechend anzupassen seien. Dies setze aber eine geschlechtsunabhängige
Regelung der Anspruchsvoraussetzungen auch bezüglich der Erfüllung der
versicherungsmässigen Voraussetzungen voraus. Jeder Ehegatte müsste daher
grundsätzlich einen eigenen Rentenanspruch haben, wenn der andere Ehegatte nicht
betagt oder invalid wäre (BBl 1990 II S. 34 f.). Das Erfordernis, dass beide Ehegatten
die Anspruchsvoraussetzungen erfüllen müssten, gelte auch für die Zusatzrente (BBl
1990 II S. 58). Während die Zusatzrente der AHV mit der 10. AHV-Revision abgeschafft
wurde, wurde die Zusatzrente der IV (vorläufig noch) beibehalten. In der per 1. Januar
1997 in Kraft getretenen Fassung des IVG wurde schliesslich in Art. 34 Abs. 1
festgehalten, rentenberechtigte verheiratete Personen, die unmittelbar vor ihrer
Arbeitsunfähigkeit eine Erwerbstätigkeit ausübten, hätten Anspruch auf eine
Zusatzrente für ihren Ehegatten, sofern diesem kein Anspruch auf eine Alters- oder
Invalidenrente zustehe. Die Zusatzrente werde aber nur ausgerichtet, wenn der andere
Ehegatte mindestens ein volles Beitragsjahr aufweise (lit. a) oder seinen Wohnsitz und
gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz habe (lit. b).
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2.3 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht geltend, dem Ehemann seien
nur die AHV-Beiträge, nicht aber die IV-Beiträge an die italienische Ausgleichskasse
überwiesen worden, weshalb das Kriterium der einjährigen Beitragsleistung gemäss
Art. 34 Abs. 1 lit. a IVG erfüllt sei. Diese Argumentation ist nicht ohne weiteres von der
Hand zu weisen. Art. 34 Abs. 1 lit. a IVG in der bis Ende 2003 gültig gewesenen
Fassung bestimmte, dass es für den Anspruch auf eine Zusatzrente für den Ehegatten
ausreichend sei, wenn dieser mindestens ein volles Beitragsjahr aufweise. Dies stellt
eine IV-spezifische Leistungsvoraussetzung dar, d.h. es kann damit – wie der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zutreffend geltend macht – nur eine
mindestens ein Jahr dauernde IV-Beitragsleistung gemeint sein, nicht aber eine
einjährige AHV-Beitragsleistung. Art. 34 Abs. 1 lit. a IVG lässt sich nicht entnehmen,
dass während mindestens eines Jahres sowohl IV- als auch AHV-Beiträge bezahlt sein
müssten. Auch die weitgehende Parallelität von Beitragsbezug und Rentenberechnung
in der IV und in der AHV zwingt nicht zum Schluss, dass nur eine einjährige
Mindestbeitragsleistung in IV und AHV gemeint sein könne. Der Ehemann der
Beschwerdeführerin konnte nur seine AHV-Beiträge an die italienische
Sozialversicherung überweisen lassen. In der entsprechenden Verfügung ist
ausdrücklich festgehalten worden, dass die IV-Beiträge nicht überwiesen würden (IV-
act. 7-3). Dies hat seinen Grund darin, dass es sich bei den IV-Beiträgen (als
"Zuschläge" zu den AHV-Beiträgen, Art. 3 Abs. 2 IVG) um eine Risikoprämie handelt,
die sich mit Ablauf der Versicherungszeit verbraucht (vgl. Bendel Felix, Rückvergütung
und Überweisung von AHV-Beiträgen, SZS 1976, S. 99 f.; Kieser Ueli, Alters- und
Hinterlassenenversicherung, in: SBVR XIV-Meyer, Soziale Sicherheit, 2. Aufl., Basel
2007, S. 1283, Rz. 230). Die IV-Beitragsleistung des Ehemanns der Beschwerdeführerin
in der Schweiz bleibt aber als Faktum beachtlich, auch wenn er keinen eigenen IV-
Rentenanspruch mehr begründen kann. Grundsätzlich ist damit das Minimum von
einem Beitragsjahr erfüllt (vgl. auch den Entscheid IV 1999/204 des st. gallischen
Versicherungsgerichts vom 6. Juli 2000, Erw. 1).
3.
3.1 Am 14. Dezember 1962 haben die Schweizerische Eidgenossenschaft und die
Italienische Republik ein Abkommen über Soziale Sicherheit abgeschlossen
(SR 0.831.109.454.2). Zu diesem Abkommen schlossen die Vertragsstaaten am 4. Juli
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1969 eine Zusatzvereinbarung ab, die per 1. Juli 1973 in Kraft trat
(SR 0.831.109.454.21). Das Abkommen kennt in Art. 7 Möglichkeiten für italienische
Staatsangehörige zum Bezug einer Abfindung, wenn sich der Versicherte nicht in der
Schweiz aufhält und Anspruch auf eine ordentliche Teil-Altersrente hat, die 15% der
entsprechenden ordentlichen Vollrente nicht übersteigt. Beträgt die Teilrente höchstens
20% der Vollrente, kann die versicherte Person zwischen der Rente oder einer
Abfindung wählen (lit. a). Die Zusatzvereinbarung vom 4. Juli 1969 regelt in Art. 1
Abs. 1 eine Abweichung von Art. 7 des Abkommens. Demnach können italienische
Staatsangehörige verlangen, dass bei Eintritt des Versicherungsfalls des Alters nach
der italienischen Gesetzgebung die von ihnen und ihren Arbeitgebern an die
schweizerische Alters- und Hinterlassenenversicherung entrichteten Beiträge an die
italienische Sozialversicherung überwiesen werden. Bedingung ist, dass ihnen noch
keine Leistungen der schweizerischen Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung gewährt worden sind und dass sie die Schweiz verlassen haben,
um sich endgültig in Italien oder in einem Drittstaat niederzulassen.
3.2 Haben bei Ehepaaren beide Gatten Beiträge an die schweizerische Alters- und
Hinterlassenenversicherung entrichtet, so kann jeder gesondert die Überweisung seiner
eigenen Beiträge verlangen. Wurden die Beiträge der Ehefrau allein überwiesen, so
beschränkt sich der Anspruch des Ehemanns auf eine einfache Rente der Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung; die Gewährung einer Zusatzrente für die
Ehefrau ist ausgeschlossen (Art. 1 Abs. 1 der Zusatzvereinbarung). Abs. 1 Abs. 2 der
Zusatzvereinbarung hält explizit fest, dass italienische Staatsangehörige, deren
Beiträge in Anwendung von Abs. 1 an die italienische Sozialversicherung überwiesen
wurden, sowie ihre Hinterlassenen gegenüber der schweizerischen Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung keinerlei Ansprüche mehr geltend machen
können.
3.3 Seit dem Inkrafttreten des Personenfreizügigkeitsabkommens (APF;
SR 0.142.112.681) und der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 (SR 0.831.109.268.1) ist die
im Abkommen mit Italien bei Verlassen der Schweiz vorgesehene Überweisung der
AHV-Beiträge an die heimatliche Versicherung nicht mehr möglich (vgl. Müller Roland
A., Soziale Sicherheit einschliesslich Anpassungen des schweizerischen Rechts, in:
Thürer Daniel et. al., Bilaterale Verträge I & II Schweiz – EU. Handbuch, Zürich 2007,
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S. 218 Rz. 70). Das Freizügigkeitsabkommen ist auf den 1. Juni 2002 in Kraft getreten.
Der Ehemann der Beschwerdeführerin stellte den Auszahlungsantrag offenbar im April
2002 (unklar, ob am 2. April 2002 [IV-act. 7-27 unten] oder am 22. April 2002 [IV-
act. 7-17]). Somit gelangte das auf den 1. Juni 2002 in Kraft getretene
Freizügigkeitsabkommen offenbar noch nicht zur Anwendung, weshalb die
Schweizerische Ausgleichskasse die Überweisung der AHV-Beiträge am 20. November
2003 verfügungsweise bewilligte und in die Wege leitete (IV-act. 7-2 f.). Diese
Verfügung ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen.
3.4 Der Ehemann der Beschwerdeführerin liess sich also noch unter der Geltung der
Zusatzvereinbarung zum Abkommen mit Italien die AHV-Beiträge an die italienische
Sozialversicherung INPS überweisen, was möglich war, weil auch die
Beschwerdeführerin selbstständig Beiträge an die schweizerische AHV entrichtet hatte.
Nach dem Wortlaut des Art. 1 Abs. 1 der Zusatzvereinbarung beschränkt sich der
Anspruch des Ehemanns auf eine einfache Rente der Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung, wenn nur die Beiträge der Ehefrau überwiesen wurden. Ebenso
sehen dies die Originaltexte dieses Absatzes auf Italienisch und Französisch vor. Bei
Inkrafttreten der Zusatzvereinbarung kannte das schweizerische IVG noch keine
Zusatzrente für den Ehemann. Die geschlechtsneutrale Formulierung fand erst im Zuge
der 10. AHV-Revision Eingang ins IVG. Entsprechend war auch die Zusatzvereinbarung
zum Abkommen mit Italien noch nicht geschlechtsneutral formuliert. Freilich ist hier
jedoch nicht zwischen Frauen und Männern zu differenzieren. In der Botschaft des
Bundesrats vom 5. November 1969 betreffend die Genehmigung einer
Zusatzvereinbarung zum Abkommen über Soziale Sicherheit zwischen der Schweiz
und Italien wird denn auch nicht zwischen Frauen und Männern unterschieden,
sondern einheitlich der Begriff "italienische Staatsangehörige" verwendet (BBl 1969 II
S. 1201). Somit ist davon auszugehen, dass sich auch der Anspruch von Ehefrauen,
deren Ehemänner sich die Beiträge nach Italien überweisen liessen, nur auf eine
einfache AHV- oder IV-Rente beschränkt, die Gewährung einer Zusatzrente für den
Ehemann also ausgeschlossen ist. Dass der Beschwerdeführerin nach Überweisung
der zugunsten ihres Ehemanns entrichteten AHV-Beiträge eine Zusatzrente verwehrt
bleibt, stellt keine Verletzung des im Abkommen statuierten Grundsatzes der
Gleichstellung schweizerischer und italienischer Staatsangehöriger dar, bleibt es den
Vertragsparteien aufgrund von Art. 2 des Abkommens doch ausdrücklich
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unbenommen, partiell vom Gleichstellungsgrundsatz abzuweichen. Eben eine solche
Relativierung sieht Art. 1 der Zusatzvereinbarung insoweit vor, als die italienische
Staatsangehörige, deren Ehemann die Schweiz derart definitiv verlässt, dass er seine
AHV-Beiträge an die italienische Sozialversicherung überweisen lässt, für diesen
generell keine Leistungen der schweizerischen Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung beanspruchen kann. Dabei wird es den italienischen Ehegatten
freigestellt, sich für oder gegen diese Lösung zu entscheiden (so auch explizit für Italien
das Bundesgericht im an sich die Türkei betreffenden Entscheid I 525/00 vom
8. August 2001, Erw. 3d).
3.5 Somit ist der Einwand der Beschwerdeführerin, ihr Ehemann erfülle die
Anspruchsvoraussetzungen des Art. 34 Abs. 1 IVG, weshalb der Gewährung einer
Zusatzrente für den Ehemann nichts entgegenstehe, unbehelflich. Obwohl der
Ehemann mindestens ein volles Beitragsjahr aufweisen kann, ändert dies nichts daran,
dass ihm nach dem Gesagten aufgrund des vorrangigen
Sozialversicherungsabkommens zwischen der Schweiz und Italien kein entsprechender
Anspruch zusteht.
4.
4.1 Zum Zeitpunkt, ab dem der Anspruch auf eine Zusatzrente für den Ehemann der
Beschwerdeführerin weggefallen ist, gilt es folgendes festzuhalten. Bei Eintritt der
rentenbegründenden Invalidität der Beschwerdeführerin am 1. Januar 2002 war ihr
Ehemann noch in der Schweiz wohnhaft und erwerbstätig. Da er zu jenem Zeitpunkt
die Anspruchsvoraussetzungen des Art. 34 IVG erfüllte, hatte die Beschwerdeführerin
unbestrittenermassen Anspruch auf eine Zusatzrente für ihn. Nach Ansicht der
Beschwerdegegnerin erlöschte der Anspruch per April 2002, da der Ehemann am
28. März 2002 nach Italien ausgereist sei (IV-act. 11-1). Fraglich ist, ob bereits die
Wohnsitzverlegung des Ehemanns den Zusatzrentenanspruch der Beschwerdeführerin
enden liess.
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4.2 Die Zusatzvereinbarung zum Abkommen enthält keine explizite Regelung, auf
welchen Zeitpunkt der Anspruch auf eine laufende Ehegattenzusatzrente wegfällt,
wenn sich der Ehegatte, für den die Zusatzrente ausgerichtet wird, seine AHV-Beiträge
an die italienische Sozialversicherung ausbezahlen lässt. Nach dem Wortlaut von Art. 1
Abs. 1 der Zusatzvereinbarung beschränkt sich der Anspruch des Ehemanns auf eine
einfache Rente, wenn die Beiträge der Ehefrau allein nach Italien überwiesen wurden.
Art. 1 Abs. 2 der Zusatzvereinbarung hält fest, dass italienische Staatsangehörige,
deren Beiträge überwiesen wurden, gegenüber der schweizerischen AHV und IV
keinerlei Ansprüche mehr geltend machen können. Diese Bestimmungen nehmen also
auf die Überweisung der AHV-Beiträge an die italienische Sozialversicherung Bezug.
4.3 Da der Ehemann der Beschwerdeführerin die Voraussetzung des Art. 34 Abs. 1
lit. a IVG grundsätzlich erfüllte, kann das Datum der Wohnsitzverlegung nach Italien per
Ende März 2002 – sollte eine solche denn tatsächlich stattgefunden haben, was offen
bleiben kann – für sich allein nicht relevant sein. Vielmehr erscheint es als
gerechtfertigt, das Ende des Anspruchs der Beschwerdeführerin auf eine Zusatzrente
für ihren Ehemann auf das Datum der tatsächlich erfolgten Überweisung der AHV-
Beiträge an die italienische Sozialversicherung festzulegen. Die Überweisung sollte
gemäss Verfügung der Schweizerischen Ausgleichskasse vom 20. November 2003
innert 60 Tagen erfolgen (IV-act. 7-3). Die Akten enthalten keine Auskunft darüber, an
welchem Datum die Überweisung an das INPS schliesslich erfolgte. Die
Beschwerdegegnerin wird dies abzuklären haben. Ausgehend vom Ergebnis dieser
Abklärung hat sie im Anschluss die Rückforderung neu zu berechnen.
5.
5.1 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht geltend, selbst wenn die
Zusatzrente zu Unrecht ausgerichtet worden sein sollte, komme eine Rückforderung
wegen Verwirkung der Rückforderungsfrist nicht in Frage. Art. 25 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG;
SR 830.1) lässt den Rückforderungsanspruch mit dem Ablauf eines Jahres erlöschen,
nachdem die Versicherungseinrichtung Kenntnis von der Unrechtmässigkeit des
Leistungsbezugs erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach
der Entrichtung der einzelnen Leistung. Geht die unrechtmässige Leistungsausrichtung
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auf einen Fehler des Versicherungsträgers zurück, beginnt die einjährige
Verwirkungsfrist nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung in dem Zeitpunkt zu
laufen, in dem der Träger bei Beachtung der ihm zumutbaren Aufmerksamkeit hätte
erkennen müssen, dass die Voraussetzungen für eine Rückerstattung bestehen (BGE
124 V 380 Erw. 1; Urteil 8C_824/2007 vom 15. Mai 2008, Erw. 3.2.2). Das
Bundesgericht lässt also nicht das erstmalige unrichtige Handeln (oder Nichthandeln)
des Versicherungsträgers als fristauslösend genügen; es stellt vielmehr auf jenen Tag
ab, an dem sich die Amtsstelle später – beispielsweise anlässlich einer
Rechnungskontrolle – unter Anwendung der ihr zumutbaren Aufmerksamkeit über ihren
Fehler hätte Rechenschaft geben müssen (BGE 110 V 306 neues Fenster f., Erw. 2b in
fine). Diesen Grundsatz, wonach nicht der ursprüngliche Irrtum, sondern erst ein
"zweiter Anlass" die relative Verwirkungsfrist auslöst, hat das Bundesgericht wiederholt
bestätigt (z.B. in BGE 124 V 380 neues Fenster; SVR 2002 IV Nr. 2 S. 5; in den
Entscheiden P 17/02 vom 2. Dezember 2002, Erw. 3.3, und kürzlich 8C_824/2007 vom
15. Mai 2008, Erw. 3.2.2; siehe auch Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2003, Rz. 27 zu
Art. 25; SVR 2001 IV Nr. 30).
5.2 Nach der Rechtsprechung hat folgendes zu gelten: Hat der Versicherungsträger
bei zumutbarer Aufmerksamkeit einen möglichen Fehler im Nachhinein erkannt, sind
die Hinweise auf einen Rückforderungsanspruch aber noch unvollständig, so hat er die
noch erforderlichen Abklärungen innert angemessener Zeit vorzunehmen. Unterlässt er
dies, ist der Beginn der Verwirkungsfrist auf den Zeitpunkt festzusetzen, in dem der
Versicherungsträger seine unvollständige Kenntnis (nach Entdecken des möglichen
Fehlers) mit dem erforderlichen und zumutbaren Einsatz so zu ergänzen im Stand war,
dass der Rückforderungsanspruch hätte geltend gemacht werden können. Ergibt sich
jedoch aus den vorliegenden Akten bereits die Unrechtmässigkeit der
Leistungserbringung, beginnt die einjährige Frist, ohne dass Zeit für eine weitere
Abklärung zugestanden würde (K 70/06 vom 30. Juli 2007, Erw. 5.1). Das
Bundesgericht wollte mit diesen Ausführungen eindeutig nicht die konstante, in BGE
110 V 304 begründete Rechtsprechung ändern. Vielmehr wollte es verdeutlichen, dass
das zumutbare Erkennenkönnen des Fehlers Ausgangspunkt ist. Nimmt der
Versicherungsträger nach diesem Zeitpunkt innert angemessener Zeit notwendige
weitere Abklärungen vor, so beginnt die Verwirkungsfrist für die Rückforderung erst
nach Abschluss der Abklärungen zu laufen. Sind weitere Abklärungen beim Erkennen
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des Fehlers nicht notwendig, beginnt die Frist direkt mit jenem Erkennen zu laufen
(aber nicht früher). Es wäre im Übrigen angesichts solcher Komplikationen, wie dieses
Gericht schon mehrfach vorgeschlagen hat, sachdienlicher, die effektive Kenntnis als
Ausgangspunkt der Verwirkungsfrist zu nehmen, wie dies in anderen Rechtsgebieten
ausdrücklich vorgesehen wird (vgl. auch den Entscheid EL 2008/13 des st. gallischen
Versicherungsgerichts vom 17. Juli 2008, Erw. 6.1 und 6.2).
5.3 Die Beschwerdegegnerin wurde von der Schweizerischen Ausgleichskasse in F._
versehentlich nicht über die Auszahlung der AHV-Beiträge des Ehemanns der
Beschwerdeführerin nach Italien informiert (vgl. IV-act. 6). Bevor sie über diesen
Sachverhalt in Kenntnis gesetzt wurde, musste und konnte sie nicht davon ausgehen,
dass allenfalls kein Anspruch auf eine Zusatzrente für den Ehemann der
Beschwerdeführerin mehr bestehen würde. Erst durch deren Anmeldung für eine
Altersrente, die bei der Ausgleichskasse am 27. Dezember 2006 einging (IV-act. 17),
wurden Unstimmigkeiten erkannt. Auf Anfrage sandte die Schweizerische
Ausgleichskasse der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen am 3. Januar
2007 die notwendigen Unterlagen (IV-act. 7 mit Beilagen; vgl. auch IV-act. 6). Die
Verwirkungsfrist für die Rückforderung begann somit erst mit Erhalt des Schreibens der
Schweizerischen Ausgleichskasse vom 3. Januar 2007 zu laufen. Mit der am 11. Januar
2007 Verfügung erlassenen wurde sie eindeutig eingehalten. Die Rückforderung ist also
nicht zufolge Verwirkung untergegangen. Nach Kenntnis des Überweisungsdatums der
AHV-Beiträge des Ehemanns hat die Beschwerdegegnerin also über die Rückforderung
neu zu verfügen, wobei sie die Rückforderungssumme gegebenenfalls mit der
Nachzahlung der Ergänzungsleistungen, die infolge des Wegfalls der Zusatzrente zu
erfolgen hat, verrechnen kann.
6.
6.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin rückwirkend ab
dem Zeitpunkt der Überweisung der AHV-Beiträge ihres Ehemanns an das INPS keinen
Anspruch auf eine Zusatzrente mehr hat. Die Sache ist bei teilweiser Gutheissung der
Beschwerde und unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie bei der Schweizerischen
Ausgleichskasse das
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Überweisungsdatum erfrage, die Rückforderung der zuviel bezahlten Zusatzrente neu
berechne und darüber verfüge.
6.2 Der Beschwerdeführerin wurden die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung am 14. März 2007 bzw. 17. April 2007 bewilligt. Wenn ihre
wirtschaftlichen Verhältnisse es gestatten, kann sie jedoch zur Nachzahlung der
Gerichtskosten, der Auslagen für die Vertretung und der vom Staat entschädigten
Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/
SG).
6.2.1 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis
Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint
als angemessen. Da die Rückforderung erst ab einem späteren als dem von der
Beschwerdegegnerin verfügten Zeitpunkt gerechtfertigt ist, ist von einem teilweisen
Obsiegen beider Parteien auszugehen. Die Gerichtsgebühr ist ihnen entsprechend in
der Höhe von je Fr. 300.- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist die
Beschwerdeführerin von der Bezahlung ihres Anteils zu befreien.
6.2.2 Da die Beschwerdeführerin teilweise obsiegt, hat sie einen reduzierten Anspruch
auf eine Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen,
wobei insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu
tragen ist. Bei vollständigem Obsiegen wäre aufgrund des späten Verfahrenseintritts
des Rechtsanwalts eine Parteientschädigung von Fr. 2'500.- (inklusive Barauslagen
und Mehrwertsteuer) angemessen. Wegen des nur teilweisen Obsiegens erscheint eine
Parteientschädigung von Fr. 1'250.- als gerechtfertigt. Die Beschwerdegegnerin hat
den Rechtsanwalt der Beschwerdeführerin somit mit Fr. 1'250.- zu entschädigen.
6.2.3 Das aufgrund des teilweisen Obsiegens nicht von der Beschwerdegegnerin zu
bezahlende Honorar von Fr. 1'250.- ist im Rahmen der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung zu vergüten und deshalb um 20% zu reduzieren (Art. 31 Abs. 3
des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ist
somit vom Staat mit Fr. 1'000.- zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG