Decision ID: c95b301d-18ff-4af0-a124-42da994c50c2
Year: 2007
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

rechtsrelevanten Sachverhaltes der Vorinstanz zurückzuweisen. Es gehe ihr
nicht primär um die Zusprechung einer Rente, sondern um die korrekte
Feststellung des rechtlich relevanten Sachverhalts im Hinblick auf die Zukunft.
Sie habe ursprünglich eine akademische Karriere machen und kinderlos
bleiben wollen. Als ihr Ehemann unbedingt Kinder haben wollte, habe sie
eingewilligt und mit ihm vereinbart, dass er die Hauptlast der Kinderbetreuung
und Haushaltführung übernehmen würde. Bis 1993 habe sie denn auch
zwischen 80 und 100 % gearbeitet. Ab 1993 habe sie auf 50 und 65 %
reduziert, um vermehrt selber die Kinder zu betreuen. Nach dem Umzug nach
Italien 1998 sei sie mehr und mehr in die zwischen den Eheleuten von Anfang
an abgesprochene Ernährerfunktion geschlüpft. Sie habe dann bei
verschiedenen Berufskollegen in der Region von ... aber auch bei Arbeitgeber
... zu sondieren begonnen, ob die Möglichkeit bestehe, eine Praxis zu
übernehmen oder als angestellte Zahnärztin zu 100% einzusteigen. Die
Bandscheibenvorfälle im November 2000 und im Juli 2006 hätten aber ihre
Pläne zunichte gemacht. Zum Beweis reichte sie entsprechende
Bestätigungsschreiben der Dres. ... ein. Im Gesundheitsfalle hätte sie mit
Sicherheit zu 100 % gearbeitet und so als Unselbständige mindestens Fr.
350'000.--, als Selbständige mindestens Fr. 500'000.-- verdienen können, so
dass sich ein IV-Grad von 65 % respektive von 76 % ergebe.
8. Am 9. Januar 2007 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde.
Zur Begründung verwies sie im Wesentlichen auf den Einspracheentscheid.
9. Am 11. Januar 2007 liess ... beantragen, dass der Ehemann und die Kinder
sowie die Zahnärzte Dres. ... als Zeugen einvernommen würden.
10. Am 2. Mai 2007 wurde ... einvernommen. Er habe 1999 einen Arbeitsplatz in
seiner Zahnarztpraxis in Italien ausgeschrieben. ... habe sich auf diese Stelle
gemeldet. Aus Rücksicht auf die gerade erst schulpflichtig gewordenen Kinder
habe sie sein Angebot, zu 100% als Zahnärztin angestellt zu werden, vorläufig
ausgeschlagen. Sie hätten aber vereinbart, dass sie spätestens 2002 als
vollzeiterwerbstätige Zahnärztin bei ihm arbeiten würde. Im Herbst/Winter
1999/2000 habe sie einige Monate probeweise in Teilzeit bei ihm gearbeitet.
Die Pläne hätten sich durch den Bandscheibenvorfall der Versicherten 2000
zerschlagen. Beiderseits hätten feste Absichten bestanden. Eine
Teilzeittätigkeit wäre nicht in Frage gekommen.
11. Am 22. Juni 2007 wurde ... einvernommen. Es stimme, dass er seit 1993
immer wieder mit ... konkrete Gespräche über ein grösseres Arbeitspensum
geführt und auch immer wieder eine Praxisgemeinschaft in Betracht gezogen
habe. Dies sei wegen der beiden Bandscheibenvorfälle nicht zustande
gekommen. Nach dem ersten Bandscheibenvorfall habe ... versucht, ihr
Pensum auszubauen, dies hätten aber die gesundheitlichen
Einschränkungen nicht zugelassen. Ohne den Bandscheibenvorfall hätte sie
sein Kompagnon werden können. Er hätte dann allerdings erwartet, dass sie
zu 100% arbeite. ... habe von Februar 1993 bis zum ersten
Bandscheibenvorfall häufig nicht nur die vereinbarten 2 1⁄2 Tage sondern auch
bis zu 4 Arbeitstage in der Woche gearbeitet. In dieser Zeit habe sie wegen
der Kinder nicht zu 100% gearbeitet. Sie habe einen vollerwerbstätigen
Ehemann gehabt und deshalb die Kinder betreuen müssen. Im Fall der
Ausdehnung der Arbeitstätigkeit auf 100% wäre genug Arbeit vorhanden
gewesen.
12. Am 13. August 2007 liess ... ausführen, ihre Darstellung sei durch die
Zeugenaussagen erhärtet worden. Am 17. August 2007 nahm die IV-Stelle
Stellung zu den Zeugenaussagen.
Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften wird soweit erforderlich
in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Gegenstand der rechtlichen Auseinandersetzung bildet die Frage, ob der
Beschwerdeführerin zu Recht eine IV-Rente verweigert wurde. Massgebend
ist dabei grundsätzlich der Sachverhalt, der sich bis zum Zeitpunkt des
Einspracheentscheids am 31. Oktober 2006 verwirklicht hatte (BGE 129 V
223).
2. Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG hat eine Versicherte Anspruch auf eine ganze
Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %
oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 % invalid ist. Als
Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen
Gesundheitsschaden verursachte bleibende oder längere Zeit dauernde
Erwerbsunfähigkeit beziehungsweise Unmöglichkeit, sich im bisherigen
Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 8 ATSG i.V.m. Art. 4 IVG). Für die
Bemessung der Invalidität gibt es verschiedene Methoden. Bei einer
Erwerbstätigen wird das Erwerbseinkommen, das die Versicherte nach Eintritt
der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage
erzielen könnte (hypothetisches Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (hypothetisches Valideneinkommen; Art. 16 ATSG). Arbeitet
eine Versicherte Teilzeit und ist sie daneben im Haushalt und in der
Kindererziehung tätig, so wird die so genannte gemischte Methode
angewendet (Art. 28 Abs. 2ter IVG). Arbeitet eine Versicherte Teilzeit ohne
massgeblich im Haushalt und in der Kindererziehung tätig zu sein, so ist die
Methode des Einkommensvergleichs gemäss Art. 16 ATSG anzuwenden
(BGE 131 V 51). Vorliegend hat die IV-Stelle die allgemeine Methode des
Einkommensvergleichs angewendet, da die Haushaltabklärung vom 15.
Oktober 2004 ergab, dass der Haushalt für die Beschwerdeführerin absolut
keine Bedeutung habe. Dieses Vorgehen ist korrekt und wurde von der
Beschwerdeführerin auch nicht beanstandet.
3. Das Invalideneinkommen hat die IV-Stelle zu Recht nach dem seit dem Eintritt
der Invalidität tatsächlich erzielten Lohn bemessen. Angesichts der
Einkommen von Fr. 125'499.-- im Jahr 2001, Fr. 148'270.-- im Jahr 2002, Fr.
156'122.-- im Jahr 2003 und Fr. 143'578.-- im Jahr 2005 hat die IV-Stelle das
Invalideneinkommen mit Fr. 120'000.-- wohlwollend tief angesetzt. Die
Beschwerdeführerin ist mit der Bemessung des Invalideneinkommens denn
auch einverstanden.
4. Das Valideneinkommen wurde von der IV-Stelle auf Fr. 175'000.-- festgesetzt.
Nach Ansicht der Beschwerdeführerin beträgt das Valideneinkommen
hingegen Fr. 350'000.-- oder Fr. 500'000.--. Für die Ermittlung des
Valideneinkommens ist entscheidend, was die Versicherte nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich
verdienen würde und nicht, was sie als Gesunde bestenfalls verdienen
könnte. Das Valideneinkommen wird in der Regel nach dem zuletzt vor dem
Eintritt der Invalidität erzielten Verdienst bemessen, da es empirischer
Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden
fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 224). Theoretisch vorhandene
berufliche Entwicklungs- oder Aufstiegsmöglichkeiten können nur dann
beachtet werden, wenn sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eingetreten
wären. Für die Annahme einer mutmasslichen beruflichen Weiterentwicklung
wird daher der Nachweis konkreter Anhaltspunkte dafür verlangt, dass die
Versicherte einen beruflichen Aufstieg und ein entsprechend höheres
Einkommen auch tatsächlich realisiert hätte, wenn sie nicht invalid geworden
wäre. Es müssen konkrete Hinweise für das behauptete berufliche
Fortkommen bestehen. Die Absicht, beruflich weiterzukommen, muss bereits
durch konkrete Schritte kundgetan worden sein (BGE 96 V 30, I 561/03).
5. Vorliegend ist streitig, in welchem Rahmen die Beschwerdeführerin bei im
Übrigen unveränderten Umständen ohne gesundheitliche Beeinträchtigung
als Zahnärztin tätig wäre. Von der Beschwerdeführerin selber liegen dazu
folgende Aussagen vor:
 11. November 2002: Ohne ihren Gesundheitsschaden würde sie wieder
in ihr vorhergehendes Arbeitspensum zurückkehren. Vor 1993 habe sie
zu 80-100 % gearbeitet, ab 1993 bis zum Bandscheibenvorfall im
November 2000 zirka 65 %.
 29. Juli 2003: Eine länger als durchschnittlich 2 1⁄2 Tage pro Woche
dauernde Arbeitszeit sei ihr bei ... nie möglich gewesen und sei auch für
die nähere Zukunft nicht denkbar. Gründe seien die Distanz zwischen
dem Arbeitsort ... und dem Wohnort ... und die Betreuung der Kinder und
des Haushaltes zusammen mit dem Ehemann. In den 2 1⁄2 Tagen habe
sie nicht selten 26 - 27 Stunden gearbeitet, was einem Pensum von 65 %
entspreche. Bezüglich Valideneinkommen könne sie die Angaben ihres
Arbeitgebers bestätigen. Demnach wäre bei einem 50-%igen
Arbeitsumfang ein Einkommen von Fr. 210'000.-- bis Fr. 240'000.--
erzielbar.
 15. Oktober 2004 (gegenüber dem IV-Abklärungsdienst): Sie übe ihren
Beruf sehr gerne aus und sei nie für Kinderbetreuung und Haushalt
zuständig gewesen. Ohne Gesundheitsschaden würde sie wie bisher 35
h pro Woche arbeiten.
 9. März 2005 (Einsprache): Ihr Arbeitspensum sei bisher eher gering
gewesen, damit sie ihre Mutterrolle habe wahrnehmen können. Sie und
ihr Ehemann hätten geplant, dass sie zu 100 % arbeiten würde, sobald
die beiden Kinder dem Kleinkindalter entwachsen wären.
 6. Dezember 2006 (Beschwerde): Ohne den Bandscheibenvorfall hätte
sie zu 100 % gearbeitet. Bereits ab 1998 habe sie mit verschiedenen
Berufskollegen konkrete Gespräche betreffend Einstieg als
Praxispartnerin oder als vollzeiterwerbstätige Angestellte geführt.
Diese Aussagen der Beschwerdeführerin zu ihrem Arbeitspensum im
Gesundheitsfall sind widersprüchlich. Nach allgemeiner Lebenserfahrung ist
bei widersprüchlichen Aussagen einer Person diejenige Aussage
glaubwürdiger, welche die Person zuerst, das heisst in Unkenntnis der
Konsequenzen, abgegeben hatte. Auch nach der Praxis des Bundesgerichtes
ist in der Regel eine spontane "Aussage der ersten Stunde" unbefangener
und zuverlässiger als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von
nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art
beeinflusst sein könnten. Wenn der Versicherte seine Darstellung im Laufe
der Zeit wechselt, kommt den Angaben, die er vor dem Erlass der Verfügung
gemacht hat, meistens grösseres Gewicht zu als jenen nach Kenntnis einer
Ablehnungsverfügung (BGE 121 V 47). Im Lichte dieser Praxis hat die IV-
Stelle zu Recht auf die Aussagen vom 11. November 2002 und vom 29. Juli
2003 abgestellt und angenommen, die Beschwerdeführerin hätte als
Gesunde Teil- und nicht Vollzeit gearbeitet. Analysiert man ihr Verhalten,
kommt man zum selben Schluss. 1998 zog die Familie nach Italien. Die Kinder
waren 8 und 6 Jahre alt; für Haushalt und Kinderbetreuung war nach Aussage
der Beschwerdeführerin, bestätigt durch den IV-Abklärungsdienst,
ausschliesslich der Ehemann zuständig. Obwohl es möglich gewesen wäre,
steigerte die Beschwerdeführerin ihr Arbeitspensum in dieser Zeit nicht
wesentlich. Aufgaben- und Rollenverteilung in der Familie hätten es ihr ab
1998 problemlos erlaubt, am Montagmorgen früh nach ... zu fahren und nach
einer vollen Arbeitswoche am Freitagabend wieder nach Hause zu kommen.
Hätte sie Vollzeit arbeiten wollen, so hätte sie es in dieser Zeit tun können,
war doch nach ihrer eigenen und nach der Aussage ihres Arbeitgebers die
Nachfrage nach zahnärztlichen Leistungen immer vorhanden. Ob sie ihr
Arbeitspensum auch schon vorher, 1993 bis 1998, problemlos hätte steigern
können, lässt sich entgegen der im Einspracheentscheid vertretenen Ansicht
der IV-Stelle aufgrund der aktuellen Aktenlage nicht mit Sicherheit sagen. Die
Aussagen der Beschwerdeführerin bezüglich der Rollenverteilung in dieser
Zeit sind widersprüchlich. Gegenüber dem IV-Abklärungsdienst erklärte sie
noch, sie sei nie für Haushalt und Kinderbetreuung zuständig gewesen, in der
Einsprache und der Beschwerde macht sie hingegen geltend, ihr Mann habe
in dieser Zeit voll gearbeitet und sie habe sich vornehmlich um die Kinder und
den Haushalt gekümmert. Wie es sich von 1993 bis 1998 verhielt, kann aber
angesichts der klaren Situation von 1998 bis November 2000 offen gelassen
werden.
6. An der Annahme, dass die Beschwerdeführerin ihr Arbeitspensum im
Gesundheitsfall nicht auf 100 % gesteigert hätte, vermögen die Vorbringen in
der Beschwerde - wie nachstehend gezeigt wird - nichts zu ändern.
Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe ab 1998 mit verschiedenen
Berufskollegen in der Region ihres Wohnortes sowie mit ... konkrete
Gespräche betreffend Einstieg als Praxispartnerin oder als
Vollzeiterwerbstätige geführt. Die eingereichten Schreiben der Dres. ... und
die Zeugeneinvernahmen von ... (Sachverhalt 11.) und ... (Sachverhalt 10.)
bestätigen dies. Die IV-Stelle bestreitet denn auch nicht diese Verhandlungen
an sich. Sie stellt sich aber zu Recht auf den Standpunkt, diese
Verhandlungen erlaubten nicht den Schluss, dass die Beschwerdeführerin ihr
Arbeitspensum mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf 100 % ausgebaut
oder dass sie sich selbständig gemacht hätte. Das behauptete berufliche
Fortkommen war nicht mit genügender Verbindlichkeit zugesichert, konkrete
Anhaltspunkte fehlen. Die Verhandlungen waren offensichtlich wenig konkret
und die Ergebnisse nicht verbindlich, schlossen sich doch die "Abmachungen"
mit den verschiedenen Zahnärzten gegenseitig aus (auf spätestens 2002
Vollzeittätigkeit bei ...; Übernahme der Praxis von ... sobald die Kinder
weniger Betreuung brauchten; Ausbau des Pensums bei ..., sobald dies die
Kinderbetreuung zuliesse). Die Verhandlungen mit den Berufskollegen hatten
keine Konsequenzen und ein Ausbau des Arbeitspensums fand nicht statt,
obwohl dies von 1998 bis zum Bandscheibenvorfall im November 2000 - wie
schon gezeigt - problemlos möglich gewesen wäre.
Die Beschwerdeführerin beruft sich darauf, sie habe Ende der 90-er Jahre
vom Verband der Zahnchirurgen und Zahnärzte der Provinz ... das Formular
betreffend Zulassung als Zahnärztin angefordert. Damit verhält es sich gleich
wie mit den Verhandlungen mit den Zahnarztkollegen. Es äussert sich darin
zwar die Absicht, etwas an der beruflichen Situation zu verändern, doch fehlen
konkrete weitere Schritte. Offensichtlich wurde das Formular auch nur
angefordert, die Anmeldung dann aber nicht vorgenommen. Die nicht in die
Tat umgesetzte Absicht, dem Berufsverband am neuen Wohnort beizutreten,
vermag nicht mit genügender Deutlichkeit für einen konkret geplanten Ausbau
des Arbeitspensums zu sprechen.
Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, die IV-Stelle habe im
Einspracheentscheid unterschwellig den Vorwurf der Faulheit geäussert. Dies
trifft nicht zu. Die Annahme, die Beschwerdeführerin hätte ohne die
gesundheitlichen Probleme wie vor dem Eintritt der Invalidität weiterhin
Teilzeit gearbeitet, erfolgte aufgrund sachlicher Argumente und ohne
Wertung, im Bewusstsein, dass es jeder Person freisteht, zu wählen, wie viel
Zeit sie in den Beruf und wie viel Zeit sie in anderes investieren will. Dass die
Beschwerdeführerin sich bemüht, ihre Restarbeitsfähigkeit trotz Schmerzen
(beziehungsweise der Notwendigkeit, Schmerzmittel zu nehmen) optimal zu
verwerten, ist auch für die IV-Stelle klar und auf jeden Fall sehr lobenswert,
für die sich vorliegend stellenden Fragen aber nicht von Bedeutung.
7. Die IV-Stelle hat demnach zu Recht angenommen, die Beschwerdeführerin
hätte im Gesundheitsfalle weiterhin im Angestelltenverhältnis als Zahnärztin
gearbeitet, und zwar im selben Umfang wie vor dem Eintritt der Invalidität. Ob
man dieses Pensum als 50 %-ig oder 65 %-ig beziffert, spielt keine Rolle, da
das Valideneinkommen nach den vor dem Eintritt der Invalidität tatsächlich
erzielten Einkommen bemessen wurde. Mit Fr. 175'000.-- stützt es sich auf
die Angabe des Arbeitgebers und liegt rund Fr. 3'000.-- höher als der
Durchschnittswert der Einkommen in den Jahren 1996 bis 1999. Das von der
IV-Stelle ermittelte Valideneinkommen von Fr. 175'000.-- ist deshalb nicht zu
beanstanden. Der angefochtene Einspracheentscheid und die ihm zugrunde
liegende Verfügung erweisen sich somit als rechtmässig, und die Beschwerde
ist abzuweisen. Gerichtskosten werden keine erhoben. Der vorliegende Fall
unterliegt noch dem altrechtlichen Art. 69 aIVG, wonach das kantonale
Beschwerdeverfahren in Sozialversicherungsstreitigkeiten grundsätzlich
kostenlos war.