Decision ID: 5e56a7c4-f979-4477-9522-622027ee5246
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1998 geborene
X._
wurde am 26. Juni 2003
von seinen Eltern
unter Hinweis auf ein Geburtsgebrechen
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Bezug von IV-Leistungen für Versicherte vor dem 20. Altersjahr angemeldet (Urk. 11/1). Mit Verfügung vom 30. Oktober 2003 wurde dem Versicherten Kostengutsprache für Sonderschulmassnahmen
(Urk. 11/6)
und mit Verfügung vom 31. Oktober 2003 für medizinische Mass
nahmen
(Ergotherapie)
zugesprochen (
Urk. 11/8
).
Mit Verfügung
en
vom 12. Juli
und 10. November 2005
wurde Kostengutsprache für den Sprachheilkindergarten
erteilt (Urk. 11/11
und Urk. 11/13
).
Mit Verfügung
en
vom 20. Oktober 2006 wurde
Kostengutsprac
he für medizinische Massnahmen für die
Behandlung des Geburts
gebrechens
Ziff
. 390
(angeborene
cerebrale
Lähmungen)
des Anhangs der Ver
ordnung über Geburtsgebrechen (
GgV
Anhang)
und ambulante Ergotherapie
erteilt (Urk. 11/19
und Urk. 11/20
).
1.2
Der Versicherte absolvierte vom 1. August 2016 bis 31.
Juli
2019
erfolgreich
eine Berufslehre als Fachmann Betriebsunterhalt EFZ bei der Stiftung
Y._
in
Z._
(Urk. 11/
42
).
Am 25
. April 2019
(Eingangsdatum)
meldete sich der Versicherte unter Angabe
der Diagnose
eines
Asperger
-Syndroms sowie weiterer Beeinträchtigungen bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 11/25).
Die IV-Stelle tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen.
Am 15. Juli 2019 teilte
sie
dem Versicherten mit, sie übernehme die Kosten für
den 1.
Teil des
Programm
s
«Fit in den Arbeitsmarkt» (
Assess
ment und Suche Praktikumsstelle) vom 1. Septem
ber
2019 bis 31. Januar 2020
(
Urk. 11/45).
Am 10. Dezember 2019 erteilte die IV-Stelle
dem Versicherten
Kostengutsprache für den 2
.
Teil des Programms «Fit in den Arbeitsmarkt» (
Training und Nachbetreuun
g) vom 1. Dezember 2019 bis 31. Mai 2020
(
Urk. 11/58) und sprach ihm
f
ür diesen Zeitraum
mit Verfügung
vom 13. Januar 2020
ein kleines IV-T
aggeld zu
(Urk. 11/62).
Der Versicherte absol
vierte den Arbeitsversuch als Fachmann Betriebsunterhalt im Werkdienst bei der Gemeinde
A._
(Urk. 11/65-66)
. Am 29. Oktober 2020 teile die IV-Stelle dem Versicherten mit, die beruflichen Massnahmen seien abgeschlossen
, da er sich
nach dem Arbeitsversuch entschieden habe, eine Zweitausbildung anzustreben und
einen zweiten Arbeitsversuch abgelehnt habe (Urk. 11/72).
Mit Vorbescheid vom 12. Mai 2021 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Verneinung
eines Ren
ten
anspruchs in Aussicht (Urk. 11/83).
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe
vom 27. Mai 2021 Einwände
(U
rk.
11/85)
. Er beantragte eine Teilrente sowie einen
Job Coach für die
vom
16. August 2021
bis 15. August 2024 geplante
Berufslehre als Fachmann Betreuung EFZ in einem Alterszentrum (
Lehr
vertrag vom 13. November 2020,
Urk. 11/84
). Seine behandelnde
Psychiaterin reichte sodann
d
en Verlaufsbericht
vom 22. Juli 2021
ein (
Urk. 11/
92
).
Mit Ver
fügung vom 2. September 2021 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch des Versicherten
. Zu seinem Antrag, die Kosten eines Job Coaches zu übernehmen, führte die IV-Stelle aus, die Anstellung als Fachmann Betriebsunterhalt sei für ihn geeignet. Aus diesem Grund könne die Invalidenversicherung die Kosten für einen Job Coach zur Unterstützung der Zweitausbildung nicht übernehmen
(Urk. 11/100
= Urk. 2
).
2.
Gegen die V
erfügung vom 2.
September 2021 erhob der Versicherte mit Eingabe vom
4. Oktober 2021
Beschwerde und beantragte,
in Aufhebung der angefoch
te
nen Verfügung seien ihm Eingliederungsmassnahmen zuzusprechen und es seien ihm Rentenleistungen ab dem frühestmöglichen Zeitpunkt zu gewähren. Even
tualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegeg
nerin zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 10. November 2021 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Be
schwerde (Urk. 10), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 15. Novem
ber 2021
zur Kenntnis gebracht wurde
(Urk. 12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nachfol
gend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1
.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
a
us (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne Weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Inva
lidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio
logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der ver
sicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Invalide oder von einer Invalidität (
Art.
8 ATSG) unmittelbar bedrohte Versicherte haben Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga
benbereich zu betätigen, wieder
herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern, und die Voraus
setzungen für die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (
Art.
8
Abs.
1 IVG). Die Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art bestehen in Berufsberatung, erstmali
ger beruflicher Au
s
bildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung und Kapitalhilfe (
Art.
8
Abs.
3
lit
. b IVG).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuver
lässig
keit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
1.7
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den
Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrele
vante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die IV-Stelle, der Beschwerdeführer sei auf
grund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung in seiner Leistungs
f
ähigkeit zu 20
% eingeschränkt. Diese Leistungseinbusse bestehe seit Abschluss der Ausbil
dung zum Fachmann Betriebsunterhalt im Juli 201
9.
Ein Rentenanspruch ent
stehe nach Ablauf der einjährigen Wartezeit. Während der Wartezeit müsse eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von 40
% bestehen, welche nach Ablau
f der Wartezeit weiterhin andau
re. Diese Voraussetzung sei nicht erfüllt, weshalb kein Anspruch a
uf eine Invalidenrente bestehe.
Zum Einwand des Beschwerdeführers führte die IV-Stelle aus,
a
ufgrund seines Gesuchs um berufliche Massnahmen se
i
er durch Eingliederungsberatung und einen Job Coach bei der Stellensuche im freien Arbeitsmarkt unterstützt worden. Er habe sich jedoch für eine Ausbildung als Fachmann Betreuung entschieden. Aus den Unterlagen gehe hervor, dass die Anstellung als Fachmann Betriebs
unterhalt für ihn geeignet sei und er eine Anstellung finden könne. Aus diesem Grund könne die Invalidenversicherung die Kosten für einen Job Coach zur Unterstützung der Zweitausbildung nicht übernehmen (U
rk.
2)
.
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber im Wesentlichen geltend,
sowohl der Lehrmeister als auch die IV-Stelle seien übereinstimmend davon ausgegan
gen, dass er nach dem Ausbildungsende auf zusätzliche Unterstützung hinsicht
lich der Eingliederung angewiesen sei. Eine verwertbare Leistungsfähigkeit sei im Juli 2019 nicht vorgelegen. Der von der IV-Stelle beauftragte Job Coach sei davon ausgegangen, dass die Ausbildung im halbgeschützten Rahmen stattgefunden habe. Die Funktionsfähigkeit bzw. Leistungsfähigkeit in einem wirtschaftlich orientierten Betrieb sei unklar
. Die Einschätzung nach dem me
hr
monatigen Prak
tikum bei der Gemeinde
A._
habe schliesslich gelautet, dass er im Vergleich zu anderen Mitarbeitern zwischen 30 und 50 % leiste. Eine Grundlage für die von der Beschwerdegegnerin postulierte Leistungsfähigkeit von 80 % finde sich nicht. Es mache den Anschein
,
als ginge die RAD-Ärztin fälschlicherweise von der von
Dr.
B._
geäuss
erten 80%
igen Arbeitsfähigkeit aus, was aber einer lang
fristigen Prognose entspreche.
Sowohl
der Lehrmeister als auch die Prakt
ikums
ver
antwortlichen sowie Dr.
B._
hätten die Geeignetheit des erlernten Beru
fes in Frage gestellt. Gestützt auf die Arztberichte und die Erfahrungen im Rahmen der beruflichen Eingliederung sei die Tätigkeit als Fachmann Betriebsunterhalt nicht leidensangepasst.
Falls das Gericht davon ausgehen sollte, dass der Beruf
Fachmann Betriebsunterhalt eine leidensangepasste Tätigkeit darstelle, sei bei der Bemessung des Invalideneinkommens
gestützt auf die berufspraktischen Erfah
rungen
von einer durchschnittlichen L
eistungsfähigkeit von 40
% auszugehen.
Nachdem der Gesundheitsschaden nachweislich Einfluss auf den schulischen und beruflichen Werdegang
gehabt habe und nicht feststehe
, welchen Ausbildungs
weg er ohne Beeinträchtigung gewählt hätte, sei das
Valideneinkommen
nach
Art.
26
Abs.
1 IVV zu bemessen.
Zu kritisieren sei
des Weiteren
, dass die von
Dr.
B._
im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
eingereichte Stellungnahme
vom 23.
J
uli 20
21
mit den relevanten Präzisierungen zur
Asperger
-Symptomatik
nicht
dem RAD vorgelegt worden sei. Es sei keine Auseinandersetzung mit dem konkreten Einzelfall erfolgt. Es liege eine Verletzung des Untersuchungs
grund
satzes vor.
Konkret beantrage er
,
dass er bei Lehrbeginn von einer auf Autismus spezialisierten P
erson U
nterstützu
n
g erhalte. Es gehe also um behinderungs
be
dingte Mehrkosten, auf welche im
Fa
lle einer Neu- oder Weiterausbildung
ein Anspruch bestehe.
Der Gesetzgeber habe mit dem im Z
uge der 4.
IV-Revision eingeführten Art.
16
Ab
s.
2
lit
.
c IVG sicherstellen wollen, dass behinderten Per
sonen die berufliche Weiterbildung nicht nur in angestammten Tätigkeiten son
dern auch in neuen Berufsfeldern möglich sei (U
rk.
1 S
. 6 ff.
).
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort vom 10. November 2021 führte die IV-Stelle
unter anderem
ergänzend aus,
die Tätigkeit als Fachmann Betriebsunterhalt entspreche einer angepassten Tätigkeit, weshalb sie den Beschwerdeführer bei der Suche einer Arbeitsstelle in Form von beruflichen Massnahmen unterstützt habe.
Auf
grund seiner persönlichen Interessen habe er sich
jedoch für eine Zweitausbildung zum Fachmann Betreuung entschieden. Diese Tätigkeit entspreche nicht mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit einer angepassten Tätigkeit. Aus diesem Grund
könne sie keine Unterstützung bei dieser Ausbildung bieten. Die beruflichen Ma
ss
nahmen habe sie
deshalb
mit Mitteilung vom 29. Oktober 2020 abge
schlossen
.
Gemäss der RAD-S
tellungnahme vom 30.
April 2021 sei dem Be
schwerdeführer eine angepasste T
ätigkeit zu 100
% mit einer Leistungsein
schränkung
von 20
% auf dem ersten Arbeitsmarkt zumutbar. Diese Beurteilung stütze sich auf die Berichte der behandelnden P
sychiaterin Dr.
B._
. Der Invaliditätsgrad liege unter 40 % und begründe keinen Rentenanspruch
(Urk.
10)
.
3.
3.1
Dr.
med.
B._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, FMH Kinder- und Jugendpsychiatrie, nannte in ihrem Bericht vom 27. Mai 2019
zuhanden der IV-Stelle
die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Autismus-Spektrum-Störung ASS, heute im Sinne eines
Asperger
syn
droms
F84.0
-
Intelligenz im unteren Normbereich (
fremdtestologisch
geschätzt)
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie eine mässige soziale Beeinträchtigung bestehend seit der Kindheit.
Im Kindesalter seien die folgenden Diagnosen gestellt worden:
-
Stark dissoziiertes Entwicklungsprofil mit
-
altersentsprechenden Fähigkeiten im verbalen und logisch-figuralen Denken
-
visuomotorischer
Teilleistungsschwäche
-
auditiver und visuell-serieller Merkfähigkeitsschwäche
-
Entwicklungsstörung der Motorik F82 (fein- und grobmotorische Unge
schicklic
h
keit)
-
Spracherwerbsstörung
-
Multiple Ticks mit Lippenlecken, Lippenkneifen, Schulterheben
-
Familiäre Mikrozephalie bei kleinwüchsigem Kind
Der Beschwerdeführer habe mit Hilfe der Familie eine Lehre als Hauswart in einem Erwachsenenheim, die er im Sommer 2019 vollenden werde, absolvieren können. Die soziale und bisherige berufliche Integration sei typisch für
Asperger
-Betroffene, die in fordernden familiären Verhältnissen lebten. Aktuell zeige sich das klinische Bild eines High-
Functioning
-Autisten des Jungendalters. Der Versich
erte wolle und könne bis zu 100
% arbeiten. Er berichte bagatellisierend
von verschiedenen Problemen am Arbeitsplatz: Er leide an Konzentrations
man
gel, absolviere wegen Vergesslichkeit nicht alle Aufgaben, die ihm übertragen
würden, sei nachmittags langsam, mache F
lüch
tigkeitsfehler. Aufgrund der Haup
t
diagnose des
Aspergersyndroms
könne von einer
Leistungsminderung von 20-30
% ausgegangen
werden
.
Die Prognose sei bei längerfristiger Durchführung der empfohlenen Interventionen als positiv anzunehmen
. Alle Tätigkeiten seien nur eingeschränkt möglich, insbesondere das Tempo sei verlangsamt.
Die Koordina
tion sei leicht beeinträchtigt.
Der Beschwerdeführer könne und möchte einen Einsatz von 100 % erbringen.
Die Arbeitsleistung entspreche dabei bis zu 80 %
.
Eine Eingliederung auf dem ersten Arbeitsmarkt sei realistisch, jedoch benötige er hierbei Unterstützung (Urk. 11/32).
3.2
Im Zwischenbericht vom 6. Januar 2020 betreffend
das
Praktikum
als Fachmann Betriebsunterhalt beim Werkdienst der Gemeinde
A._
vom 1.
Dezember 2019
bis 31.
Mai 2020
wurde ausgeführt, bis zur nächsten Beurteilung liege der Schwerpunkt im Erla
n
gen der Selbständigkeit und der Selbstmotivierung. Der
Beschwerdeführer arbeite genau so viel
,
wie i
h
m beauftragt werde,
dies reiche aber im Moment klar nicht für den ersten Arbeitsmarkt
(Urk. 11/61)
.
Im
Bericht
vom 19. Mai 2020 wurde festgehalten, der Beschwerdeführer
leiste zwischen 30 und 50 % eines Mitarbeiters
. Seine Leistung sei stark abhängig vom Arbeitsort (Urk. 11/66).
3.3
Im Bericht vom 12. Oktober 2020 betreffend den Arbeitseinsatz (Schnupper
woche
) bei der
C._
GmbH vom
5.
bis 9. Oktober 2020 wurde festgehalten, eine Bewertung sei schwierig nach einer Woche. Der Beschwerdeführer brauche sicher eine längere Einarbeitungszeit, um selbständig alle erforderlichen Arbeiten ausführen zu können. Er habe die Arbeiten gut erledigt, wenn man ihm genau gesagt habe, was er machen müsse und wenn eine Begleitperson dabei gewesen sei (Urk. 11/69 und Urk. 11/70).
3.4
Im Abschlussbericht Coaching vom 29. Oktober 2020 führte
Jobcoach
D._
,
E._
GmbH, aus, der Beschwerdeführer habe sich trotz der Mög
lichkeit eines zweiten Arbeitsversuchs mit der Aussicht auf eine anschliess
ende Festanstellung für eine berufliche Neuorientierung entschieden. Er wolle im Sommer 2021 eine zweite Ausbildung als Fachmann Betreuung (
Betagtenpflege
) starten. Er habe mit seiner pflichtbewussten, zuverlässigen und freundlichen Art überzeugen können. Die
Asperger
Thematik habe ihn vor allem in der anfän
gli
chen Interaktion mit neuen Kontaktpersonen gebremst. Die Kommunikation be
schränke sich anfänglich auf ein sachliches und fachliches Minimum. Der Be
schwerdeführer brauche länger
als andere Personen, um ein Gespräch auf einer persönlichen Ebene führen zu können. Dies lasse ihn anfänglich auch eher als Einzelgänger oder Aussenseiter wirken. Zuweilen könne dies bis zu Desinteresse gedeutet werden. Die Aufklärung des Arbeitgebers über die
Asperger
Thematik scheine ein wichtiger Türöffner für die erfolgreiche Integration in ein Team zu sein. Der Beschwerdeführer habe in der räumlichen Orientierung Mühe. Ein über
sichtlicher Arbeitsort sei angezeigt. Ein Areal oder ein Gebäude scheine gut mach
bar zu sein. Wichtig seien auch regelmässige Strukturen. Für eine schnellere Umsetzung der Arbeiten seien
konstante Ansprechpersonen, wiederkehrende Arbei
ten und regelmässige Arbeitszeiten wichtig.
Eine offene und klare Kom
mu
ni
kation über die
Asperger
Thematik erscheine dem Beschwerdeführer immer noch als Grund, der ihn hindere und den er darum verschweige. Ohne Unter
stützung des
Jobcoaches
hätten diese Themen mit dem Arbeitgeber nicht aus
reichend geklärt werden können. Der Beschwerdeführer habe sich nach einer langen Auseinandersetzung mit dem A
rbei
tsmarkt als Fachmann Betriebsunter
halt dafür entschieden, den Beruf zu wechseln.
Sein Herz ziehe ihn in die Welt der Altenbetreuung. Der
Jobcoach
habe darauf hingewiesen, dass hier die Kom
munikation und die Interaktion mit Menschen zentrale Kompetenzen seien, welche klar zu seinen Schwächen gehörten. Der Beschwerdeführer wolle diesem Manko mit Interesse gegenübertreten. Die schriftliche Beurteilung der Schnupper
woche bei der Stadt
F._
, Abteilung Alter und Pflege, sage klar, dass der Beschwerdeführer für den neuen Beruf geeignet sei (Urk. 11/77).
3.5
Dr.
med.
G._
, FMH Allgemeine Innere Medizin, hielt in ihrem Bericht vom 7. Dezember 2020 zuhanden der IV-Stelle fest,
beim Beschwerdeführer sei 2019 die Diagnose eines
Asperger
-Syndroms gestellt worden
. D
er Beschwerde
führer habe sei
n
e
Erstausbildung als Fachmann Betriebsunterhalt abschliessen können, habe jedoch während seiner Ausbildung eine
fehlende Geschicklichkeit im Umgang mit handwerklichen Dingen und
eine fehlende Flexibilität im Um
gang mit neuartigen Problemen und Aufgaben
im
tä
glich
e
n Arbeitsalltag fest
gestellt.
Insbesondere sei es im Fach Betriebsunterhalt erforderlich,
sich immer wieder neuen Situationen anpassen zu können
,
um neuartige Probleme und Defekte im Arbeitsalltag lösen zu können. In derartigen Situationen fühle sich der Beschwerdeführer überfordert
und benötige häufig eine Betreuung und Be
gleitung. Aufgrund des
Asperger
-Syndroms wäre eine Routinearbeit mit klaren Aufgaben sinnvoller
(Urk. 11/79)
.
3.6
Dr.
B._
hielt i
n ihrem Bericht vom 10. Dezember 2020 zuhanden der IV-Stelle
fest
, es sei anzunehmen, dass der Beschwerdeführer mit wenig Hilfe eine zweite Ausbildung als Fachmann Betreuung absolvieren werde. Dabei sei er in einem 100%-Pensum belastbar, es seien
Schwankungen von etwa 20 % in der Leistungserbringung zu erwarten.
Er habe im Dezember 2019 eine Schnupper
woche im Werkhof der Gemeinde
A._
absolviert und habe danach ein halb
jähriges Praktikum als Fachmann Betriebsunterhalt im Werkdienst absolvieren
können. Die Arbeit sei für ihn sehr herausfordernd gewesen und sein Arbeits
tempo sei im Vergleich zum Pensum langsam gewesen.
Im August 2020 habe die Familie entschieden, neue berufliche Wege einzuschlagen. Es
sei ihm
eine Stelle als Praktikant im Altersheim
H._
in
F._
mit der Möglichkeit, im Sommer 2021 die Ausbildung zum Fachmann Betreuung zu absolvieren, ange
boten worden.
Es sei längerfristig davon auszugehen, dass
er
auf dem ersten Arbeitsma
rk
t zu 80 % arbeitsfähig sei
. Die Motivation sei sehr hoch und er lasse sich gut führen
(Urk. 11/78).
3.7
RAD-Ärztin
Dr.
med.
I._
, Fachärztin für Psychiatrie
und
Psy
chotherapie,
nannte
in ihrer Stellungnahme vom 30. April 2021 als Diagnose mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
Asperger
-Syndrom (ICD-10 F84.0) mit Intelligenz im unteren Normbereich.
Sie
hielt fest,
der Beschwerde
führer habe seine
Ausbildung zum Fachmann Betriebsunterhalt im geschützten Rahmen im Juli 2019 abgeschlossen. Anschliessend habe er keine Anschlussstelle gefunden. Er wolle nun eine weitere
Ausbildung zum Fachmann Betreuung absol
vieren. Dies sei nicht ideal in Anbetracht der
Asperger
-Diagnose.
Sein Arbeits
tempo sei verlangsamt und sein Lerntempo sei vermindert. Wesentliche motori
sche Einschränkungen bestünden nicht
. Es bestünden jedoch Probleme in der interpersonellen Interaktion
. Zumutbar seien leichte, einfache und gut vorstruk
turierte Tätigkeiten
,
idealerweise Routinetätigkeiten ohne Zeit- und Termindruck bei ausreichender Fremdkontrolle in einem Pensum von 80 %
(bzw. 80 % Leis
tung bei 100 % Präsenzzeit). Durch eine Fortführung der psychotherapeutischen Begleitung könne der Gesundheitszustand stabilisiert bleiben. Aufgrund des Gesundheitsschadens liege eine
Arbeitsunfähigkeit von 20 % seit Lehrabschluss im ersten Arbeitsmarkt
vor. Es sei fraglich, ob eine Tätigkeit in der Betreu
ung/
Pflege von älteren Menschen ideal sei (Urk. 11/82/5).
3.8
In ihrem Bericht vom 23. Juli 2021 zuhanden der IV-Stelle führte
Dr.
B._
aus,
der Beschwerdeführer gehöre aus ihrer Sicht in die Gruppe der
Asperger
-Patienten, welche einen guten Verlauf und eine gute Prognose zeigten. Er habe am Arbeitsplatz nie gefehlt, d.h. er
somatisiere
nicht, er könne Hilfe holen und Kritik annehmen. Er habe auch keine Blockade gezeigt
, was den Verlauf vieler Patienten erschwere und in die Länge ziehe
.
Die
motorische Ungeschicklichkeit und die mangelhafte Flexibilität machten ihn für den Job in der Hauswirtschaft wenig geeignet
und diese Arbeit entspreche auch nicht seinen Neigungen.
RAD-Ärztin
I._
zweifle
an der Eignung für eine Arbeit als Fachmann Betreuung, weil der Job sozialkompetenz
-
lastig
sei
. Die Tatsache, dass bei Autisten die sozialen Kompetenzen schwerer zu erwerben seien als bei neurotypischen Menschen, mache Autisten nicht automatisch sozial inkompetent.
Asperger
B
etroffene könnten in der Regel jeden Job ausüben, für welchen sie ein ehrliches Interesse zeigten, wie es beim Beschwerdeführer der Fall sei
. Gerade in einem sehr eng strukturierten und überschaubar-ordentlichen ruhigen Rahmen wie in einem Seniorenheim könne ein
Asperger
Betroffener sich sehr gut in der täglichen Routine integrieren. Anders als neurotypische Menschen langw
eilten sich
Asper
ger
Betroffene
nicht bei Routinearbeiten und Wiederholungen, sondern profi
tierten von diesen und pflegten diese Arbeiten mit gleichbleibender Motivation. Im Unterschied hierzu sei der Beschwerdeführer handwerklich nicht begabt und
zeige zu wenig Initiative, Kreativität sowie Fähigkeit, Prioritäten zu setzten
, um den Job als Fachmann Betriebsunterhalt erfolgreich ausüben zu können
(Urk. 11/92).
4.
4.1
Die Psychiaterin
Dr.
B._
diagnostizierte
beim Beschwerdeführer
am 7.
März 2019 eine Autismus-Spektrum-Störung (ASS) im Sinne eines
Asperger
-S
yndroms und
bezeichnete
diese
mit
ICD-10 F84.
0.
Gemäss ICD-10 wir
d
der frühkindliche Autismus
mit F84.0
und
das
Asperger
-Syndrom
mit F84.5
klassifiziert.
Zum frühkindlichen A
u
tismus äussert
sich
Dr.
B._
nicht,
verweist
jedoch auf die im Kindesalter gestellten Diagnosen (vgl. oben E
.
3.1).
Dr.
B._
geht aufgrund der Hauptdiagnose eines
Asperger
-Syndroms von einer
Leistungsminderung von 20-30 %
aus.
Alle Tätigkeiten seien nur einge
schränkt möglich, insbesondere
sei
das Tempo verlangsamt
. Die Koordination sei leicht beeinträchtigt. Der Beschwerdeführer könne einen Einsatz von 100 % erbringen, d
ie Arbeitsleistung entspreche dabei bis zu 80 %
. Eine Eingliederung auf dem ersten Arbeitsmarkt sei realistisch, jedoch benötige er hierbei Unter
stützung
(vgl. vorne E.
3
.1
)
.
Längerfristig sei
davon auszugehen, dass er auf dem ersten Arbeitsmarkt zu 80 % arbeitsfähig sei
. Dabei bezieht sich
Dr.
B._
jedoch
auf eine künftige Tätigkeit als Fachperson B
etreu
ung
, für welche der Beschwerdeführer aktuell noch nicht über eine Ausbildung verfügt
(
vgl. vorne E.
3
.6
)
.
RAD-Ärztin
Dr.
I._
gelangt in ihrer A
ktenbeurteilung vom
30. April 2021
zum Schluss,
zumutbar seien leichte, einfache und gut vorstruk
turierte Tätigkeiten
,
idealerweise Routinetätigkeiten
,
ohne Zeit- und Termindruck bei ausreichender Fremdkontrolle in einem Pensum von 80 %
(bzw. 80 % Leis
tung bei 100 % Präsenzzeit). Aufgrund des Gesundheitsschadens liege eine
Arbeits
unfähigkeit von 20 % seit Lehrabschluss im ersten Arbeitsmarkt
vor (vgl. vorne E
.
3
.7
).
Dr.
B._
geht demgegenüber längerfristig - im Sinne einer Prognose - von einer 80%-
igen
Arbeitsfähigkeit
in einer optimal angepassten Tätigkeit
aus.
Sie stellt
wegen der
motorische
n
Ungeschicklichkeit und
der
mangelhafte
n
Flexi
bilität
in Frage, dass die Tätigkeit als Fachmann
Beriebsunterhalt
eine für den Beschwerdeführer geeignete Tätigkeit darstellt.
Ha
u
s
ärztin
Dr.
G._
weist darauf hin, dass der Beschwerdeführer
im Arbeitsalltag
häufig
überfordert
ge
wesen sei und eine Betreuung und Begleit
ung benötigt habe (vgl. oben E.
3.5).
Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdefü
hr
er seine Ausbildung
zum Fachmann Betriebsunterhalt im geschützten Rahmen
absolviert hat. Im Rahmen seines Arbeitsversuchs im Werkdienst bei der Geme
i
nde
A._
wurde festgehalten, dass
s
ei
n
e
Arbeit
im Moment
nicht für den ersten Arbeits
m
a
r
kt ausreiche
und er lediglich
zwischen 30 und 50 % eines Mitarbeiters
leiste (vgl. oben E
.
3
.2
).
Auf
grund der Aktenlage
ist s
omit
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden W
ahr
schei
nlichkeit
erstellt
,
dass der Beschwerdeführer seit Lehrabschluss im ersten
Arbeitsmarkt zu 80
% arbeitsfähig ist.
Damit bestehen
gewisse
Zweifel an der RAD-Aktenbeurteilung sowie an der attestierten Arbeitsfähigkeit. Die Akten
lage erweist sich für eine abschliessende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers als unzureichend. Um über den Rentenanspruch des Beschwer
deführers befinden zu können, sind weitere Abklärungen notwendig.
Dabei ist
insbesondere die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
im ersten Arbeitsmarkt
näher zu unter
s
uchen.
4.2
Im Rahmen dieser Abklärungen ist
ausserdem
der Anspruch des Beschwer
de
führers auf allfällige weitere
berufliche
Eingliederungsmassnahmen zu prüfen
. Dabei ist insbesondere die Frage zu klären, ob es sich bei der Tätigkeit als Fach
mann Betriebsunterhalt aus medizinischer Sicht um eine zumutbare
und
geeig
nete Tätigkeit handelt.
Unklar ist in diesem Zusammenhang, ob
die
erwähnte handwerkliche
Ungeschicklichkeit
des Beschwerdeführers
im Zusammenhang mit der
Autismus-Spektrum-Störung
steht oder allenfalls
auf das Geburtsgebrechen
Ziff.
390
GgV
Anhang
zurückzuführen ist bzw. im Rahmen der Entwicklungs
störung der Motorik (fein- und grobmotorische Ungeschicklichkeit)
als
krank
heitsbedingt
einzustufen
ist oder ob es sich dabei um eine subjektive Neigung handelt
, wovon die Beschwerdegegnerin auszugehen scheint
.
4.3
Die angefochtene Verfügung ist demnach aufzu
heben
und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese nach ergänzender Abklärung eine neue Beurteilung vornehme und anschliessend über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers neu verfüge.
5.
5.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 700.-- festzusetzen und, da die Rückwei
sung an die Verwaltung nach ständiger Rechtsprechung als vollständiges Obsiege
n gilt (BGE 137 V 57 E. 2.2), ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
5.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der vertretene Beschwerdeführer An
spruch auf eine Parteientschädigung, die in Anwendung von Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungs
gericht (
GSVGer
) auf Fr.
1’700
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) festzusetzen ist.
5.3
Damit erweist sich das Gesuch des Beschwerdeführe
r
s um Gewährung der unent
geltlichen Rechtspflege als gegenstandslos.