Decision ID: cd31f2c8-9308-4156-ad29-ff3d183814e6
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1964, bezog seit dem
1.
Mai 2004
aufgrund einer
d
epressiven Episode (ICD-10: F32.1), einer substituierten Hypothyreose und von chronischen Gelenkschmerzen
eine ganze
Rente der Invalidenversi
cherung
(
Urk.
9/26 S. 1
,
Urk.
9/16 S. 1).
Die
Rentenzusprache
wurde anlässlich der am 2
9.
September 2006 (Urk. 9/38 ff.) und am 19. Dezember 2007 (
Urk.
9/50 ff.) durchgeführten
Revisi
onsverfahren
mit Mitteilungen vom 3
0.
Januar 2007 (
Urk.
9/45) und 12. Februar 2008 (
Urk.
9/55) bestätigt.
Anlässlich eines im Jahr 2011
durchgeführten
Revisionsverfahrens (
Urk.
9/73 ff.) klärte die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV
-Stelle
,
die er
werblichen (
Urk.
9/74) und medizinischen (Urk. 9
/75-76) Verhältnisse der Versi
cherten ab und liess sie am 1
2.
September 2011 durch
Dr.
med.
Z._
,
Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, begutachten (
Urk.
9/83-84). Nach er
folgtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
9/94 ff.) setzte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
8.
März 2012 (
Urk.
2) die ganze Invalidenrente der Versicherten auf eine
Viertelsrente
herab.
2.
Gegen die Verfügung vom 2
8.
März 2012 (
Urk.
2) liess die Versicherte, vertreten durch
Y._
(
Urk.
4), am 3
0.
April 2012 Beschwerde erheben und beantragen, es sei ihr weiterhin eine ganze Invalidenrente zuzusprechen (
Urk.
1 S. 1)
. Sodann liess sie darauf hinweisen,
die IV-Stelle hätte vor der Rentenherabsetzung Eingliederungsmassnahmen durchführen
müssen
(
Urk.
1
S. 2
Ziff.
1).
Mit Beschwerdeantwort vom
6.
Juni 2012 (
Urk.
8) wies die IV-Stelle darauf hin, dass die Beschwerdeführerin keine Integrationsmassnahmen gewünscht und eine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt abgelehnt habe, und schloss auf Beschwerdeabweisung.
Am
6.
Februar
und am 2
5.
März
2013 (
Urk.
11
und
Urk.
16
) liess die Beschwerde
führerin
je
einen Bericht des
A._
vom 2
4.
und 1
4.
Januar 2013 (
Urk.
12
und
Urk.
17
)
einreichen,
die
der Beschwerde
gegnerin
zur Stellungnahme zugestellt wurde
n (
Urk.
13 und
Urk.
18)
, wobei diese auf eine solche verzichtete (
Urk.
14
und
Urk.
19
).
Auf die einzelnen Ausführungen der Parteien und die weiteren Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei ei
nem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertels
rente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheent
scheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
bemessung
beruht (BGE 133 V
108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E.
1 mit Hinweisen).
1.5
Gemäss Art. 88a
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeit
punkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie vo
raussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die hierzu notwendige Prognose un
terliegt dabei dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
mit Hinweisen).
Die Herabsetzung
oder Aufhebung
der Leistung
hat
mit dem ersten Tag des zwei
ten Monats nach Zustellung der Verfügung
zu erfolgen
(Art.
88
bis
Abs.
2
li
t
.
a IVV).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbei
tsunfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.7
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
In Bezug auf die von der
Beschwerdeführer
in
im Laufe des
Beschwerdeverfah
rens
eingereichten
(
Urk.
11 und
Urk.
16)
und nach dem Zeitpunkt des
Verfü
gungserlasses
ergangenen Berichte des
A._
vom 1
4.
und 2
4.
Januar 2013 (
Urk.
17 und
Urk.
12) über die
stationäre psychiatrische Behand
lung
vom
3.
August bis 2
6.
September 2012
ist auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts hinzuweisen, wonach der angefochtene Entscheid die Grenze der gerichtlichen Überprüfungsbefugnis bildet (BGE 129 V 256 E. 1, 129 V 169 E. 1, je mit weiteren Hinweisen). Eine allfällige Verschlechterung des gesund
heitlichen Zustandes der Beschwerdeführerin nach Erlass der Verfügung vom 2
8.
März 2012 (
Urk.
2) ist für die Beurteilung des vorliegenden Falles somit un
erheblich.
3.
Die IV-Stelle begründete die mit Verfügung vom
2
8.
März 2012
(
Urk.
2) erfolgte
Herabsetzung
der bestehenden ganzen Invalidenrente
auf eine
Viertelsrente
da
mit, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten gemäss Gutachten
von
Dr.
Z._
(
Urk.
9/83-84)
insofern verbessert habe, als die für die ursprüngli
ch
e
Berentung relevanten Gesundheitsschäden nicht mehr im gleichen
Ausmass vorhanden seien
.
Da eine Verbesserung des Gesundheitszustandes eingetreten sei,
liege ein Revisionsgrund vor, aufgrund dessen die Rente - bei einem neu ermittelten Invaliditätsgrad von
44
%
-
herabgesetzt
werden könne
(
Urk.
9/92 S. 4-5)
.
Sowohl im
Einwand gegen den Vorbescheid
(
Urk.
9
/
102
) als auch im Rahmen der Beschwerde (
Urk.
1) bringt d
ie
Beschwerdeführer
in dagegen
vor, es könne auf das Gutachten
von
Dr.
Z._
(
Urk.
9/83) nicht
abgestellt werden (
Urk.
1 S.
2-3
Ziff.
2
-3
)
, weil damit die Verbesserung des Gesundheitszustandes nur un
genügend begründet worden sei (
Urk.
1 S. 3
Ziff.
4).
Strittig und zu prüfen ist somit, inwiefern auf das Gutachten
von
Dr.
Z._
(Urk. 9/83-84)
abgestellt werden kann und ob infolge einer Verbesserung des Gesundheitszustandes d
er
Beschwerdefü
hrerin
ein Revisionsgrund vorliegt, auf
grund dessen die Rente herab
gesetzt werden kann
.
4.
4.1
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet bei der Revision die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräf
tige Verfügung oder Mitteilung, welche auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und allfälliger Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht.
4.2
Im Rahmen der in den Jahren 2006 (
Urk.
9/38 ff.) und 2007 (
Urk.
9/50 ff.) durch
geführten Revisionsverfahren holte die IV-Stelle jeweils Arztbericht
e
von
Dr.
med.
B._
,
Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und
-psychotherapie (
Urk.
9/39 und
Urk.
9/53)
,
sowie von
Dr.
C._
,
Facharzt für Innere Medizin (
Urk.
9/40 und
Urk.
9/52)
,
ein. Darin verwiesen diese betreffend Anamnese auf die früheren Berichte
(
Urk.
9/10-11)
, zählte
n
die Beschwerden sowie die Diagnosen kurz auf und wies
en
darauf hin, dass der Gesundheitszu
stand der Versicherten stationär
sei
und sie immer noch nicht in der Lage sei, einer Arbeitstätigkeit nachzugehen. Eine mit den Revisionsverfahren zusam
menhängende Konsultation der Versicherten blieb dabei jeweils aus (Urk. 9/39 S. 3
Ziff.
8
i.V.m
. S
. 1, Versanddatum;
Urk.
9/40 S.
2
Ziff.
8
i.V.m
.
S.
1, Ver
sanddatum; Urk. 9/52 S. 2
Ziff.
8
i.V.m
. S. 1, Versanddatum; Urk. 9/53 S. 3
Ziff.
8
i.V.m
. S. 1, Versanddatum). Eine materielle Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung und Beweiswürdigung erfolgte bei den genannten Revisionsverfahren somit nicht, weshalb nur die erste
renten
zusprechende
Verfügung vom
7.
Januar 2005 (Urk. 9/26
) als zeitlicher
Refe
renzpunkt
für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung dienen kann. Dementsprechend ist abzuklären, inwieweit sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin zwischen dem Jahr
2005
, in welchem ihr die Invalidenrente zugesprochen w
orden war (Urk.
9/26)
,
und dem Jahr 20
11
, in welchem sie durch
Dr.
Z._
begutachtet wurde (Urk.
9/83-84
), verändert hat.
5.
5.1
Der ursprünglichen
Rentenzusprache
mit
Verfügung vom
7.
Januar 2005 (Urk. 9/26
)
lag im Wesentlichen das Gutachten von
Dr.
med.
D._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
2.
Oktober 2004 zugrunde, in welchem folgende Diagnosen gestellt worden waren (
Urk.
9/13 S. 2
Ziff.
4):
1.
mittelgradige/
schwere depressive Episode mit paranoid gefärbten Sympto
men, wobei differenzialdiagnostisch die Entwicklung einer schizophrenen oder einer
schizotypen
Störung nicht ausgeschlossen werden könne
2.
substituierte Hypothyreose
3.
chronische Gelenkschmerzen.
Es bestehe
seit 1997 eine schwer einstellbare Hypothyreose. Seit dieser Zeit sei es immer wieder zu Angst und Würgegefühlen und zunehmend zu Schmerzen in der linken Körperhälfte gekommen. Seit 2000 habe es am Arbeitsplatz zu
nehmend Konflikte gegeben, bis die Beschwerdeführerin im Mai 2003 einen Zusammenbruch erlitten habe. Seither arbeite sie nicht mehr. Sie schliesse sich ein, fühle sich beobachtet, gehe aus Angst nicht mehr ohne Begleitung aus dem Haus und leide an nicht einfühlbaren Aggressionsausbrüchen, so dass die Kin
der jetzt bei ihrem Schwager in
E._
lebten.
Affektiv sei die Beschwerdeführerin sehr angespannt, aggressiv und abweisend, wirke hintergründig aber völlig verzweifelt. Es bestehe
eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit und es sei trotz des demonstra
tiven bis drohenden Verhaltens
von einer tiefen und schweren Störung auszugehen. Die Beschwerdeführerin sei in ihrer Lebensqualität massiv beeinträchtigt und es fänden sich keine Anhalts
punkte für eine Renten- oder Begehrensneurose (
Urk.
9/13 S. 2
Ziff.
5).
5.2
5.2.1
Im
Rahmen des letzten, von der Invalidenversicherung im Jahr 2011 durchge
führten Revisionsverfahrens
eingeholten
Arztbericht vom 2
8.
April 2011 diagnostizierte
Dr.
F._
,
Facharzt für Innere Medizin, bei welchem sich die Versicherte seit dem 1
5.
Dezember 2008 in Behandlung befindet, mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit eine schwere depressive Episode (ICD-10: F32.2), bestehend seit Mai 2003, und ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Hypothyreose bei Autoimmunthyreoiditis, bestehend
seit 2004 (
Urk.
9/75 S.
2
Ziff.
1.1).
Es bestehe ein unverändert schlechter Zustand mit häufigen Schwierigkeiten, den alltäglichen Aktivitäten nachzugehen. Die Versicherte leide an Dysphorie,
Dysthymie
und undefinierbaren Schmerzen am ganzen Körper. Die
Prognose sei
ungewiss und aufg
rund des langjährigen, stabil schlechten Zustandes sei eine wesentliche Besserung nicht zu erwarten (
Urk.
9/75 S. 3
Ziff.
1.4).
Es erfolgten alle 2 bis 3 Monate klinische Kontrollen und die psychiatrische Begleitung sei durch
Dr.
med.
B._
gewährleistet. Die aktuelle Medikation bestehe aus
Efexor
75 mg,
Lyrica
50 mg,
Remeron
15 mg und
Optifen
400 mg sowie
Pantozol
20 mg bei Bedarf. Empfohlen seien auch für die Zukunft regel
mässige Beratungen im Rahmen der psychiatrischen Behandlung (
Urk.
9/75 S. 3
Ziff.
1.5).
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Krankenpflegerin im Altersheim bestehe aufgrund der verminderten körperlichen und psychischen Belastbarkeit und in
tellektuellen Leistungsfähigkeit bis auf
Weiteres
eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit (
Urk.
9/75 S. 3
Ziff.
1.5-6). Wechselbelastende Tätigkeiten seien hingegen 2 Stunden pro Tag möglich, mit einer 50%igen Leistungsfähigkeit (
Urk.
9/75 S. 5
Ziff.
3.1).
5.2.2
Dr.
B._
diagnostizierte in ihrem Bericht vom 1
5.
April 2011 eine chroni
sche therapieresistente Depression, bestehend seit 2003 in schwankendem Aus
mass (mittelstark bis selten auch stark)
,
und eine Hypothyreose, bestehend seit sehr vielen Jahren, offenbar nicht optimal therapierbar (
Urk.
9/76
i.V.m
.
Urk.
9/53 S. 3
Ziff.
2). Es bestehe seit Juni 2003 andauernd eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die Versicherte sei nicht belastbar, ziehe sich vollständig zurück und gerate unter he
ftige
Spannungen, wenn sie Stress ausgesetzt sei (
Urk.
9/76 S. 2
Ziff.
1.6-7).
Die Einschränkungen liessen sich nicht durch medizinische Massnahmen verhin
dern
,
und es könne nicht mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit bzw.
einer
Erhöhung der Einsatzfähigkeit gerechnet werden (
Urk.
9/76 S. 1.8-9).
5.2.3
Am 2
4.
Oktober 2011
wurde die Versicherte
durch
Dr.
Z._
begutachtet. Der Gutachter stellte folgende Diagnosen (
Urk.
9/83 S. 8
Ziff.
1):
1.
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1)
2.
lange Phase von Arbeitsuntätigkeit (ICD-10: Z56).
Bei der Versicherten bestehe seit 2003 eine Einschränkung der Arbeitsfähig
keit. Zu Beginn sei die Depression stark und von paranoiden An
teilen begleitet ge
wesen. Es könne deshalb davon ausgegangen werden, dass die Versicherte vor
erst zu 100 % eingeschränkt gewesen sei.
Die paranoide Symp
tomatik habe sich zurück gebildet, eine schizophrene Störung sei nicht entstan
den. Indes habe eine Depressivität persistiert, so dass von einer rezidivierenden depressiven
Störung auszugehen sei. Gemäss den behandelnden Ärzten sei diese seit 2007 in der Regel mittelschwer, selten schwer. Auch bei der heutigen Un
tersuchung habe sich keine schwere depressive Episode gezeigt. Die Beschwer
deführerin sei phasenweise deutlich gespannt gewesen mit aggressiven Zügen, was sich mit einer schweren Depressivität nicht in Einklang bringen lasse. Ihre Symptomatik lasse höchstens auf eine mittelschwere Depressivität schliessen; eine solche führe grundsätzlich zu einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
9/83
S. 6
). Dieses Ausmass an Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe auch im Zeitpunkt der Begutachtung
(Urk. 9/83 S. 8
Ziff.
4).
Die abgegebene Beurteilung stimme mit den vorliegenden Arztzeugnissen
grossteils
überein. Allerdings sei schwer nachvollziehbar, dass die Versicherte
gemäss der behandelnden Ärztin
im April 2011
schwergradig
depressiv gewesen sei
solle,
aber lediglich eine verdünnte Therapie stattgefunden habe und keine
Hospitalisation
erwogen worden sei. Zudem kontrollierten die behandelnden Ärzte die Compliance der Versicherten hinsichtlich der Medikamenten-Therapie nicht.
Ausserdem habe die behandelnde Psychiaterin
bei ihrer Beurteilung
die ungünsti
gen krankheitsfremden Faktoren
mit
berücksichtigt, welche massgeblich ursächlich dafür seien, dass die Versicherte ihre Restarbeitsfähigkeit nicht ver
werten könne (
Urk.
9/83 S. 9
Ziff.
7).
Im ergänzenden Bericht vom
7.
November 2011 zur Frage, ob eine
somatoforme
Schmerzstörung vorliege, wies
Dr.
Z._
darauf hin, dass keine solche diag
nostiziert worden sei. Es lägen zwar diffuse Gelenkschmerzen vor, die typischen Symptome einer psychosomatischen Überlagerung seien aber nicht vorhanden, da keine Fixation auf die Schmerzen, keine hypochondrischen Befürchtungen und keine Schmerzausdehnung vorhanden seien. Vielmehr stehe die rezidivie
rende depressive Störung im Vordergrund (
Urk.
9/84 S. 1).
5.2.4
Sowohl im Rahmen des Vorbescheid- als auch des Beschwerdeverfahrens liess die Beschwerdeführerin eine Stellungnahme von Dr.
B._
zum Gutachten von
Dr.
Z._
,
datiert vom 2
7.
Februar 2012 (
Urk.
9/105 =
Urk.
3) einrei
chen.
Darin schloss sie sich der von
Dr.
Z._
erhobenen Diagnose einer re
zidivierenden depressiven Störung, zurzeit mittelstark, an, wies jedoch darauf hin, dass es immer wieder zu erheblichen Rückzügen komme, bei denen die Beschwerdeführerin die Wohnung nicht verlasse und den ganzen Tag im Bett bleibe. Die Arbeitsfähigkeit betrage wohl die meiste Zeit 40 bis 50
%
, wegen der eingeschränkten Konzentration und Gedächtnisfunktionen jedoch nicht im an
gestammten Beruf. Zudem sei die Beschwerdeführerin nicht zur Arbeit moti
viert.
6.
6.1
Das Gutachten von
Dr.
Z._
beruht auf einer eingehenden
Anamneseerhe
bung
, setzt sich mit den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin und ihres Ehemannes auseinander, würdigt die bisherigen Akten und legt die Schlussfol
gerungen in begründeter und nachvollziehbarer Weise dar. Damit genügt das Gutachten den von der Rechtsprechung entwickelten formellen Anforderungen (BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 352 E.3a, 122 V 160 E.1c).
6.2
Die Kritik der Beschwerdeführerin an der Dauer und dem Umfang der Abklärun
gen durch
Dr.
Z._
(
Urk.
1 S.
2
Ziff.
2-3
) vermag das Gutachten sowie dessen Schlussfolgerungen nicht in Zweifel zu ziehen. Denn
einerseits
kommt
es
gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts für den Aussagegehalt eines medizinischen Gutachtens grundsätzlich nicht auf die Dauer der Untersuchung an
,
sondern
in erster Linie
darauf
, ob die Expertise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (
Urteil des
Bundesgerichts 8C_768/201
1 vom
7.
Februar 2012 E. 5.3.2) und anderseits bestehen für die Behauptung der Beschwerdefüh
rerin, das Untersuchungsgespräch sei grösstenteils nicht mit ihr, sondern mit ihrem Ehemann geführt worden, aufgrund der eingehenden Darlegung der Anamnese und ihrer subjektiven Angaben keine Anhaltspunkte.
6.3
Auch in materieller Hinsicht vermag das Gutachten von
Dr.
Z._
zu überzeu
gen. Übereinstimmend mit den Angaben der Beschwerdeführerin und ihres Ehemannes führte er aus, dass die von
Dr.
D._
im Jahr 2004 erwähnten paranoiden Symptome abgeklungen seien, und hielt dementsprechend fest, dass die damals befürchtete schizophrene Störung nicht aufgetreten sei. Ebenfalls übereinstimmend mit den Aussagen der Beschwerdeführerin und den vorhande
nen Akten, insbesondere mit den Angaben der behandelnden Psychiaterin, stellte er fest, dass die 2004 diagnostizierte schwere Depressivität spätestens seit 2007 nicht mehr als schwer zu beurteilen sei, und schloss aufgrund der Akten auf eine rezidivierende depressive Störung.
Aufgrund dieser Ausführungen ist eine Besserung des Gesundheitszustands ob
jektiv ausgewiesen. Die Schlussfolgerung von
Dr.
Z._
,
eine mittelschwere Depressivität bewirke grundsätzlich nur eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit, und eine schwere Depression, die einzig eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
recht
fertigen würde, sei aufgrund der Gemütslage und der Tagesstruktur auszu
schliessen, überzeugt. Daran vermögen die anderslautenden Beurteilungen von
Dr.
F._
und
Dr.
B._
nichts zu ändern.
Dr.
F._
ist kein Psychi
ater, so dass seine Beurteilung für die psychische Beeinträchtigung nicht mass
gebend sein kann. Auch die Ausführungen von
Dr.
B._
insbesondere im Schreiben vom
2
7.
Februar 2012 vermögen die Einschätzung der Arbeitsfähig
keit durch
Z._
nicht in Frage zu stellen. Vielmehr ist die Beschwerdefüh
rerin darauf hinzuweisen, dass sie im Rahmen der Schadenminderungspflicht verpflichtet ist, die therapeutischen Möglichkeiten voll auszuschöpfen, und dass eine mangelnde Arbeitsmotivation keinen Gesundheitsschaden darstellt.
Entsprechend der Beurteilung durch
Dr.
Z._
ist demnach von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen, und zwar auch in der angestammten Tä
tigkeit als Pflegerin in einem Altersheim. Denn entgegen dem Einwand von
Dr.
B._
sind Gedächtnis und Konzentrationsvermögen nicht einge
schränkt, so dass kein Grund besteht, weshalb die bisherige Tätigkeit nicht mehr möglich sein sollte, zumal auch aus somatischer Sicht keine objektiven Befunde vorliegen, die gegen eine Wiederaufnahme der angestammten Tätigkeit spre
chen.
6.4
Das Vorgehen der IV-Stelle
, aufgrund der Beurteilung von
Dr.
med.
G._
,
Fachärztin für Arbeitsmedizin und Innere Medizin,
vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD),
von einer 100%
igen Arbeitsfähigkeit der Versicherten
in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit auszugehen
(
Urk.
9/92 S. 5 am Anfang)
,
findet in den Akten keine Stütze
.
6.5
Da die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig ist,
entspricht der Invaliditätsgrad
grundsätzlich
dem Grad der Arbeitsfähigkeit.
D
er
50%ige
Invaliditätsgrad der Versicherten
begründet
somit
Anspruch auf eine halbe Invalidenrente.
6
.
6
Die Beschwerdeführerin mach
t
weiter geltend, es hätten vor der erfolgten Herab
setzung der Invalidenrente Eingliederungsmassnahmen durchgeführt wer
den sollen, da sie bereits 9 Jahre lang der Arbeit fern geblieben und deshalb vollumfänglich
dekonditioniert
sei (
Urk.
1 S. 1). In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die
Versicherte
keine Integrationsmassnahmen ge
wünscht und eine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt abgelehnt hat, wes
halb mangels subjektiver Eingliederungsfähigkeit
die
angeboten
en
berufliche
n
Eingliederungsmassnahmen nicht zielführend durchführbar
waren
(Urk.
9/70, 9/86 und Urk. 9/89 S. 3
Ziff.
3
i.V.m
.
Urk.
8).
7
.
Die Versicherte ist spätestens seit der am 1
2.
September 2011 erfolgten
Begut
-
ach
tung
durch
Dr.
Z._
zu 50
%
arbeitsfähig
(Urk. 9/83 S. 8
Ziff.
4), weshalb unter Berücksichtigung von
Art.
88a
Abs.
1
IVV eine Herabsetzung der ganzen auf eine halbe Invalidenrente frühestens per
1.
Januar 2012 erfolgen kann
(vgl. obige E.
1.5
)
.
Gemäss
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. a IVV
hat die Herabsetzung der Leistung
jedoch
mit dem ersten Tag des zweiten Monats nach Zustellung der Verfügung
zu erfolgen. Nachdem die angefochtene Verfügung vom 2
8.
März 2012 der Versicherten am
2.
April 2012 zugestellt wurde
(
Urk.
1 S. 2 am Anfang,
Ziff.
2)
,
kann eine
Her
absetzung de
r Rente erst per 1. Juni 2012 vorgenommen werden.
D
ie Verfügung der IV-Stelle vom 2
8.
März 2012 (
Urk.
2)
ist deshalb
in teilweiser Gutheissung der Beschwerde
insofern
aufzuheben
, als
der Versicherten ab dem
1.
Juni 2012 eine
halb
e
statt eine
r
Viertelsrente
der Invalidenversicherung aus
zurichten ist.
8
.
8
.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren um die Bewilligung oder die Verweigerung von Invaliditätsleistungen vor dem kantonalen
Versi
cherungsgericht
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrens
-
auf
wand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgelegt. Die Kosten für das vorliegende Verfahren sind ermessensweise auf
Fr.
7
00.-- festzulegen und der Beschwerdegegnerin als unterliegender Partei aufzuerlegen.
8
.2
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende
b
eschwerde
f
ührende
Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Bei teilweisem Obsiegen ist ein Anspruch auf eine Prozessentschädigung zu be
jahen, wobei bei einem Teilerfolg, gemessen am Ergebnis der Anfechtung des vorinstanzlichen Entscheides, grundsätzlich Anspruch auf eine reduzierte
Pro
zessentschädigung
besteht. Ein teilweises Obsiegen liegt vor, wenn der Be
schwerdeführer nur in einzelnen Punkten oder nur im Eventualantrag obsiegt. Der Umstand allein, dass abweichend von dem auf eine ganze oder höhere Rente gerichteten Rechtsbegehren keine ganze oder nur eine geringere Rente zugesprochen wurde, rechtfertigt noch keine Reduktion der Parteientschädigung (Zünd C./Pfiffner
Rauber
B. [Hrsg.], Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich - Kommentar,
2.
Aufl., Zürich 2009, N 8 zu
§
34
GSVGer
).
Unter Berücksich
tigung dieser Grundsätze ist der
Beschwerdeführer
in
eine
Prozess
entschä
digung
von
Fr.
1'3
00.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) zuzusprechen.