Decision ID: b0e99be5-c54c-4b0c-8be1-5dbdb1d6d2de
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
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Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Rufener, Anwaltskanzlei schmuckipartner,
Marktgasse 3, 9004 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A. Der 1948 geborene A._ beantragte am 28. April 2002 erstmals Leistungen der
Invalidenversicherung für Hilfsmittel (IV-act. 1). Am 3. September 2003 leistete diese
Kostengutsprache für die Abgabe eines Hörgeräts der Indikationsstufe 1 für das rechte
Ohr (IV-act. 10).
B.
B.a Mit Anmeldung vom 15. Oktober 2009 beantragte der Versicherte bei der
Invalidenversicherung eine Rente. Er leide an einer Depression, an Fuss-, Bein- und
Sohlenschmerzen, an Gicht, Blasen-, Magen- und Darmproblemen und sinngemäss an
Beeinträchtigungen der Lunge, Niere und Leber; sein linkes Bein sei kürzer. Die Be
schwerden hätten sich schleichend seit 1990 entwickelt. Seit 1. August 2008 sei er
arbeitslos. Vorher habe er zu 100% als Personal- und Versicherungsberater gearbeitet
(IV-act. 17).
B.b Im Rahmen der Frühintervention erstattete der Hausarzt des Versicherten Dr.
med. B._, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, dem Regionalen Ärztlichen Dienst
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der IV-Stelle (RAD) am 27. Oktober 2009 Bericht und stellte folgende Diagnosen:
Störung durch einen seit Jahren praktizierten schädlichen Alkoholmissbrauch, die sich
in einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom, in einer
alkoholtoxischen Hepatopathie bei einem Status nach Aszites, in einer aethylischen
Kardiomyopathie mit paroxysmalem Vorhofflimmern, in einer Gichtarthritis mit
Kniegelenkserguss rechts und in unklaren Fusssohlen- und Knieschmerzen beidseits
bei Verdacht auf eine aethylische Polyneuropathie zeige. Im weiteren bestehe ein
Barrett-Ösophagus, der in Dauertherapie mit einem Protonenpumpenhemmer
behandelt werde, ein Diabetes mellitus Typ II, eine morbide Adipositas selbst nach
Ausschwemmung des Aszites sowie eine arterielle Hypertonie. Vom 2. September bis
1. Oktober 2009 habe sich der Versicherte in der Klinik C._ zum stationären Entzug
aufgehalten. Angesichts der erheblichen Alkoholveränderungen sei er zurzeit für
sämtliche Tätigkeiten vollumfänglich eingeschränkt. Die Prognose sei nicht günstig (IV-
act. 26 und 43).
B.c Die Ärzte der Klinik C._ bestätigten in ihrem Austrittsbericht vom 20. Oktober
2009 zuhanden des Hausarztes den stationären Aufenthalt des Versicherten vom 2.
September bis 1. Oktober und vom 5. bis 15. Oktober 2009. Der Versicherte sei zu
einer stationären psychotherapeutischen Behandlung bei zunehmender
Verschlechterung der Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion sowie
zunehmenden Suizidgedanken und fortschreitendem schädlichen Gebrauch von
Alkohol zugewiesen worden. Die im April 2009 begonnene ambulante Psychotherapie
habe nicht zur Verbesserung der Situation geführt. Ein selbständiger Alkoholentzug im
Sommer 2009 sei gescheitert. Unter einer antidepressiven Medikation habe sich ein
Rückgang der depressiven Symptomatik abgezeichnet. Zufolge progredienter
Verschlechterung des Allgemeinzustandes habe der Patient vom 4. bis 18. September,
vom 28. September bis 5. Oktober und vom 6. bis 12. Oktober 2009 ins Spital D._
verlegt werden müssen. Bei fehlenden Zeichen von Selbst- oder Fremdgefährdung sei
dem Wunsch des Versicherten auf Austritt am 15. Oktober 2009 in Rücksprache mit
der Ehefrau und dem Hausarzt entsprochen worden. Als Diagnosen gaben die Ärzte
an: Störung durch Alkohol (schädlicher Gebrauch), mittelgradige depressive Episode
mit somatischem Syndrom, alkoholtoxische Hepatopathie, Divertikulitis mit
Frischblutabgang, Gichtarthritis mit Gelenkserguss rechts, normochrome makrozytäre
Anämie, arterielle Hypertonie, Adipositas, Diabetes mellitus Typ II, Prostatitis,
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Barretösophagus (ED 09/09), Status nach Stauungsdermatitis Unterschenkel links,
sensible Polyneuropathie, Vitamin B12-Mangel, unklare Schmerzen beider Fusssohlen
und Kniegelenke. Die attestierte Arbeitsfähigkeit bei Austritt betrug 0% (IV-act. 35).
B.d Am 2. November 2009 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, im Rahmen der
beruflichen Eingliederungsbemühungen bleibe es ihm überlassen, ob er seine
Alkoholabstinenz nachweisen wolle (IV-act. 37). Ein Assessmentgespräch mit dem
Versicherten fand am 10. November 2009 statt. Dem Eingliederungsverantwortlichen
gegenüber klagte er über Probleme in den Füssen mit Ausstrahlung ins rechte Bein,
auch über Schwindelgefühle. Der Eingliederungsverantwortliche hielt im Protokoll fest,
der Versicherte sei beim RAV gemeldet, die Rahmenfrist für den Leistungsbezug laufe
am 31. Juli 2010 aus. Seit 3. September 2009 sei er zu 100% arbeitsunfähig. Psychisch
scheine ihm die lange Arbeitslosigkeit zuzusetzen. Der Versicherte habe einen frei
willigen Entzug hinter sich und lebe seither abstinent. Der Abstinenzkontrolle stehe er
positiv gegenüber. Er wolle keine grossen Eingliederungsbemühungen mehr von Seiten
der IV-Stelle. Er habe erfolglos schon über 100 Bewerbungen geschrieben und bemühe
sich aktuell um einen Zwischenverdienst mit einem Pensum von 20%. Der Versicherte
wünsche die Rentenprüfung. Der Eingliederungsverantwortliche stellte fest, der Ver
sicherte schätze die momentane Situation auf dem Arbeitsmarkt realistisch ein und
sehe seine geringen Chancen. Trotzdem werde er weitere Bewerbungsbemühungen
tätigen und die RAV-Termine wahrnehmen (IV-act. 44). Am 28. Dezember 2009 teilte
der Hausarzt mit, der Versicherte habe mit einer Antabusbehandlung begonnen und die
Leberwerte seien rückläufig. Ab Januar 2010 würden die Laborwerte monatlich be
stimmt (IV-act. 52). Am 15. Januar 2010 verfügte die SVA in Vertretung der IV-Stelle
den Abschluss der Arbeitsbemühungen (IV-act. 53).
B.e Zwischenzeitlich wurde dem Versicherten mit Verfügung vom 26. November 2009
eine Kostengutsprache für die Abgabe zweier Hörgeräte (beidseitig) gemäss Indika
tionsstufe 2 erteilt (IV-act. 50, 51).
C.
C.a Am 12. Januar 2010 reichte der Versicherte einen Laborbericht und ein aktuelles
Arztzeugnis des Hausarztes ein (IV-act. 54, 55, 56). In seinem Verlaufsbericht vom
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13. April 2010 attestierte der Hausarzt dem Versicherten weiterhin eine volle Arbeits
unfähigkeit ab 2. September 2009 bis auf weiteres, da Konzentrationsstörung, Unruhe
und Beinschmerzen eine Wiederaufnahme der Arbeit verunmöglichen würden. Er legte
diverse ärztliche Berichte bei, nämlich des behandelnden Psychiaters und Psycho
therapeuten E._, vom 14. Dezember 2009, der Klinik C._ vom 20. Oktober 2009,
des Spitals D._ vom 29. und 30. September sowie vom 23. Oktober 2009, des
Spitals F._ vom 11. Februar 2009 und des Medizinischen Zentrums G._ vom 14.
Februar 2000. Nebst einem Dosierungsplan vom 30. Januar 2010 und zwei
Laborblättern vom 26. April 2010 beurteilte der Hausarzt auch die Einschränkungen
des Versicherten in einer behinderungsangepassten Tätigkeit (IV-act. 58).
C.b Zuhanden der IV-Stelle reichte der den Versicherten seit 26. Oktober 2009 be
handelnde Psychiater und Psychotherapeut am 30. April 2010 einen Arztbericht ein. Er
diagnostizierte seit ca. 1992 bestehende Störungen durch Alkohol mit
Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent, und eine seit ca. anfangs 2009
bestehende mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom bei
alkoholtoxischer Hepatopathie und Multimorbidität bei zunehmender
Belastungsintoleranz und Leistungsinsuffizienz. Aus psychiatrischer Sicht sei von einer
dauerhaften vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen, denn die seit anfangs 2009
zunehmende depressive Entwicklung habe im Verlauf zwar eine leichte psychische
Stabilisierung und Verbesserung der Stimmungslage sowie eine Alkoholabstinenz (mit
anfangs noch zeitweisen Abstürzen) seit drei Monaten gezeigt, das depressive
Zustandsbild bestehe aber weiterhin mit körperlicher Schwäche, stark reduzierter
Leistungsfähigkeit bei Multimorbidität, Konzentrationsstörung in Bezug auf Ausdauer,
Aufnahmefähigkeit und Belastung bei sehr fragiler psychischer Belastbarkeit und
Neigung zu schneller Reizbarkeit, sehr gedrückten, labilen Stimmungslagen und
Leistungsinsuffizienz. Diese Einschränkungen seien so limitierend, dass auf dem freien
Arbeitsmarkt keine verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr bestehe (IV-act. 59).
C.c Zu den medizinischen Akten nahm RAD-Arzt Dr. med. H._, Facharzt für Innere
Medizin, Rheumatologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, am 1. Juni
2010 Stellung. Nach seiner Einschätzung sei der aktuelle Gesundheitszustand einiger
massen stabil, Einschränkungen seien durch die psychische Störung und die Multi
morbidität gegeben. Seit September 2009 betrage die Arbeitsfähigkeit in der ange
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stammten Tätigkeit 0%. Aufgrund der vorliegenden Diagnosen dürfte die
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten leichten, vorwiegend sitzenden körperlichen
Tätigkeit ohne grosse kognitiven Ansprüche 50% betragen (IV-act. 60-2/2).
D.
D.a Mit Vorbescheid vom 30. September 2010 eröffnete die IV-Stelle dem
Versicherten, ab 1. September 2010 werde in Berücksichtigung einer adaptierten
Arbeitsfähigkeit von 50%, die ganztags realisierbar sei, bei einem errechneten IV-Grad
von 48% (Valideneinkommen Fr. 52'711.--, Invalideneinkommen 27'673.-- nach LSE
privater Sektor Niveau 4, bei Berücksichtigung eines Minderverdiensts von 8%) die
Ausrichtung einer Viertelsrente in Aussicht genommen (IV-act. 67).
D.b Am 18. Oktober 2010 wandte der Versicherte gegen den Vorbescheid ein,
während seiner Arbeitslosigkeit im ersten Halbjahr 2009 habe er einen Kursbesuch bei
einer attestierten Arbeitsfähigkeit von 50% nicht durchstehen können, v.a. die
psychischen Einschränkungen seien im Vordergrund gestanden. Seit seiner Anmeldung
für einen Rentenbezug habe sich die Situation nochmals verschlechtert. Aufgrund
seiner physischen und psychischen Situation traue er sich realistisch im allerbesten Fall
eine leichte Halbtagsarbeit von maximal 50% zu. Zudem bemängelte der Versicherte
den Einkommensvergleich sinngemäss dahingehend, als er im Jahr 1986 ein AHV-
pflichtiges Einkommen von Fr. 154'585.-- und, nach Beginn seiner Behinderungen
anfangs der 1990er Jahre, zwischen 1997 und 2002 regelmässig über Fr. 80'000.--
verdient habe. Als Valideneinkommen sei ein auf dem freien Arbeitsmarkt erzielbares
Einkommen ohne Behinderung im Minimalbetrag von Fr. 83'000.-- anzurechnen (IV-
act. 69).
D.c Am 14. Dezember 2010 verfügte die IV-Stelle die Ausrichtung einer monatlichen
Rente ab 1. September 2010 in Höhe von Fr. 561.-- (Viertelsrente; IV-act. 76). Die Mit
teilung des Beschlusses vom 16. November 2010 mit den Angaben zur Invalidität, dem
Abklärungsergebnis und der Stellungnahme zum Einwand wurde zwar der
Ausgleichskasse, dem Hausarzt, dem behandelnden Psychiater, der kantonalen
Arbeitslosenkasse und der IV-Stelle Vaduz, nicht aber dem Versicherten zugestellt (IV-
act. 73).
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E.
E.a Gegen diese Verfügung lässt der Versicherte am 19. Januar 2011 durch
Rechtsanwalt lic.iur. Adrian Rufener, St.Gallen, Beschwerde erheben (act. G 1). Der
Rechtsvertreter beantragt die Aufhebung der Verfügung und die Ausrichtung der
gesetzlichen Leistungen an den Beschwerdeführer, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung wird im
Wesentlichen ausgeführt, in den medizinischen Unterlagen fänden sich keine
schlüssigen Aussagen dazu, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit
zu 50% erwerbstätig sein könnte. RAD-Arzt Dr. I._ habe am 29. Oktober 2009
festgehalten, der Versicherte sei zu 100% arbeitsunfähig, das Eingliederungspotential
sei von der IV-Stelle am 30. Oktober 2009 als unklar eingestuft worden, die Ärzte der
Klinik C._ seien am 20. Oktober 2009 aufgrund der gestellten Diagnosen von einer
Arbeitsunfähigkeit von 100% ausgegangen; auch der Eingliederungsberater habe am
10. November 2009 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% festgehalten, ebenfalls der
behandelnde Psychiater am 14. Dezember 2009 und am 6. Mai 2010 sowie der
Hausarzt am 13. April 2010. In der RAD-Stellungnahme vom 1. Juni 2010 sei Dr. H._
ohne Begründung oder Stellungnahme zu den in den Akten liegenden medizinischen
Berichten von einer Arbeitsfähigkeit von 50% ausgegangen. Darin sei eine Verletzung
des rechtlichen Gehörs zu sehen, und zudem setze sich die Beschwerdegegnerin nicht
mit der Rechtsprechung auseinander. Das wäre aber notwendig, damit der
Beschwerdeführer seine Parteirechte wahrnehmen könne. Es sei daher auf die
medizinischen Berichte der Fachärzte abzustellen und damit auf eine Arbeitsunfähigkeit
von 100%. Dem Beschwerdeführer sei eine ganze Rente zuzusprechen (act. G 1).
E.b Nach zweimal erstreckter Frist reicht die Beschwerdegegnerin am 2. Mai 2011
ihre Beschwerdeantwort mit dem Antrag auf Abweisung der Beschwerde ein. Sie führt
aus, Streitgegenstand bilde einzig die medizinische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit.
An der attestierten Arbeitsunfähigkeit der behandelnden Ärzte (100%) seien Zweifel an
zubringen, denn diese hätten sich zur Frage der Fähigkeit zur (vollumfänglichen)
willentlichen Überwindung der subjektiven Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung des Be
schwerdeführers bei einer vorliegenden mittelschweren depressiven Episode nicht ge
äussert. Ausserdem sei dem Bericht des behandelnden Psychiaters zu entnehmen,
dass sich im Verlauf eine leichte psychische Stabilisierung und Verbesserung der
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Stimmungslage gezeigt habe und die Alkoholabstinenz seit drei Monaten habe ein
gehalten werden können. Inwiefern eine allfällige Verbesserung auch durch die
Abstinenz habe erreicht werden können sei aktuell nicht geklärt. Insgesamt scheine die
Sachlage nicht abschliessend festzustehen. Offensichtlich aber sei, dass die Arbeits
fähigkeitsschätzungen der Fachärzte nicht unbesehen übernommen werden könnten,
eine volle Arbeitsunfähigkeit bei den vorliegenden Diagnosen sei nicht überzeugend.
Die Auffassung des erstbeurteilenden RAD-Arztes, es sei von einer adaptierten Arbeits
fähigkeit von 50% auszugehen, sei am 29. April 2011 vom Psychiater des RAD
bestätigt worden. Dem entsprechenden Schreiben des RAD-Arztes Dr. med. J._ vom
29. April 2011 kann entnommen werden, dass – nach grundsätzlichen Ausführungen
zum Schweregrad depressiver Episoden und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit – einem Betroffenen mit diagnostizierter mittelschwerer depressiver Episode
einfach strukturierte Tätigkeiten mit geringen Anforderungen an kognitive Leistungen im
reduzierten Umfang auch auf dem freien Arbeitsmarkt medizinisch-theoretisch
zumutbar seien ("mittelgradige" Leistung medizinisch-theoretisch zumutbar gegenüber
dem Zustand ohne Depression). Die Frage nach der grundsätzlichen Fähigkeit zu einer
Willensanstrengung zur vollumfänglichen Überwindung einer subjektiven
Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung beantwortete Dr. J._ explizit nicht mit der
Begründung, die Frage sei für einen Mediziner nicht verständlich. Die
Beschwerdegegnerin führt abschliessend aus, in der Beschwerde sei der
Einkommensvergleich überdies nicht beanstandet worden (act. G 9).
E.c Mit Replik vom 4. Juli 2011 ergänzt der Rechtsvertreter die Beschwerde mit einer
Stellungnahme zum Einkommensvergleich. Als Gesunder habe der Beschwerdeführer
Einkommen von weit über Fr. 80'000.-- erzielt. Sein Einkommen sei erst nach
Stellenverlust und längerer Arbeitslosigkeit auf rund Fr. 50'000.-- gesunken. Es sei von
einem Valideneinkommen von mehr als Fr. 80'000.-- auszugehen. Als
Invalideneinkommen lasse sich kaum mehr als Fr. 25'000.-- veranschlagen. Der
Beschwerdeführer sei zudem bereits 63 Jahre alt, weshalb ein maximaler
Leidensabzug zu gewähren sei. Der Rechtsvertreter stellt fest, dass sich alle Psychiater
betr. der Diagnose einig seien, Uneinigkeit bestehe nur mit Bezug auf die
Auswirkungen der gestellten Diagnose auf die Arbeitsfähigkeit. Beiden RAD-Berichten
könne nicht entnommen werden, weshalb der Beschwerdeführer in der Lage sein solle,
eine Erwerbstätigkeit zu 50% auszuüben, denn es handle sich nur um pauschale
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Beurteilungen. Die Berichte der Klinik C._ und des behandelnden Psychiaters seien
nicht entkräftet worden. Zudem trage die Beschwerdegegnerin erstmals in der
Beschwerdeantwort vor, es läge keine invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse vor, da der
Beschwerdeführer in der Lage sei, einer vollzeitlichen Tätigkeit nachzugehen. Das sei
bestritten (act. G 15).
E.d Unter Verweis auf die Ausführungen in der Beschwerdeantwort hält die
Beschwerdegegnerin am 2. August 2011 an ihrem Antrag auf Abweisung der
Beschwerde vollumfänglich fest (act. G 17).
E.e Am 4. Dezember 2012 weist die zuständige Verfahrensleiterin den Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers auf eine nach einer möglichen Rückweisung der Streitsache an
die Verwaltung drohende Schlechterstellung (reformatio in peius) und auf die Möglich
keit hin, einer solchen durch einen Beschwerderückzug zu entgegnen (act. G 20).
E.f Mit Schreiben vom 6. Januar 2013 hält der Beschwerdeführer an der
Beschwerde fest (act. G 22).

Erwägungen:
1.
1.1 Mit der angefochtenen Verfügung vom 14. Dezember 2010 hat die Beschwerde
gegnerin dem Beschwerdeführer eine Viertelsrente ab 1. September 2010 bei einem IV-
Grad von 48% zugesprochen mit der Begründung, nach den zur Verfügung stehenden
Unterlagen für die angestammte Tätigkeit als Personalberater bestehe eine volle
Arbeitsunfähigkeit seit September 2009. In einer leichten, vorwiegend sitzenden
körperlichen Tätigkeit ohne grosse kognitive Ansprüche sei aus medizinisch-
theoretischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 50% zumutbar, die ganztags realisiert
werden könne. Die Unterlagen der behandelnden Mediziner, insbesondere des be
handelnden Psychiaters, seien in die medizinische Stellungnahme des RAD einge
flossen. Die Beurteilung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 50% werde unter
anderem auch von der gängigen Gerichtspraxis abgeleitet (IV-act. 72). Diese
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Verfügungsbegründung wurde dem Beschwerdeführer nicht zugestellt, er erhielt
lediglich die Verfügung der Ausgleichskasse (IV-act. 73). Erst nach Zuzug eines
Rechtsvertreters und Einsicht in die Akten konnte der Beschwerdeführer eine
begründete Beschwerde einreichen (vgl. Sachverhalt unter D.c).
1.2 Der Beschwerdeführer erachtet es als nicht erstellt, dass er zu 50% arbeitsfähig
sei. Die jüngsten beiden RAD-Stellungnahmen seien zu allgemein gehalten gewesen.
Sinngemäss sei sein konkreter Fall nicht Gegenstand der Beurteilung durch den RAD
gewesen, die Stellungnahmen hätten weder eine Begründung noch substantiierte Aus
einandersetzungen mit den Berichten der behandelnden Ärzten enthalten, weshalb auf
die Berichte der behandelnden Ärzte abzustellen und von einer vollen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei.
2. Der Beschwerdeführer rügt die Verletzung des rechtlichen Gehörs hinsichtlich
der fehlenden Begründung der Verfügung. Die entscheidende Behörde kann sich auf
die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 99 V 188; vgl.
auch BGE 124 V 181 E. 1a, BGE 118 V 58 E. 5b), das gilt auch in Bezug auf die Be
gründungspflicht (BGE 126 V 80 E. 5b/dd; BGE 124 V 181 E. 1a mit Hinweisen). Die
angefochtene Verfügung ist diesbezüglich zwar zu beanstanden, aber im Zug des
Beschwerdeverfahrens hat der Beschwerdeführer rechtzeitig in alle Akten Einsicht
erhalten und hat dementsprechend eine begründete Beschwerde einreichen können.
Im Übrigen hat der Beschwerdeführer das Interesse an einer formell korrekten
Behandlung demjenigen an einer beförderlichen Beschwerdeerledigung hintan gestellt.
Da der Anspruch auf rechtliches Gehör ganz und der Grundsatz der
Verfahrensbeschleunigung weit überwiegend den Interessen des Beschwerdeführers
dienen, muss es dem Beschwerdeführer überlassen bleiben, welchem Interesse er den
Vorzug geben will (vgl. UELI KIESER, Das Verwaltungsverfahren in der
Sozialversicherung, N. 181, S. 85; nicht veröffentlichtes Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S U.R.-H. vom 23. Mai 2001). Eine
Aufhebung der angefochtenen Verfügung aus formellem Grund hätte sich daher
ohnehin nicht gerechtfertigt. Denn selbst eine schwerwiegende Verletzung des
rechtlichen Gehörs wird geheilt, wenn der betroffene Versicherte dies ausdrücklich
verlangt (nicht veröffentlichter Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen i/S E.L.-K. vom 6. August 2002).
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3.
3.1 Nach Art. 8 Abs. 1 ATSG gilt als Invalidität die voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Diese wird gemäss
Art. 7 Abs. 1 ATSG verstanden als der durch die Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
oder Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt.
Die Invalidität kann nach Art. 4 Abs. 1 IVG Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit
oder Unfall sein. Nach der Rechtsprechung begründet eine Drogen- bzw.
Medikamenten- und Alkoholsucht für sich allein keine Invalidität im Sinn des Gesetzes.
Die Suchterkrankung kann jedoch im Rahmen der Invalidenversicherung relevant
werden, wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein
körperlicher oder geistiger, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender
Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder wenn sie selber Folge eines geistigen
Gesundheitsschadens ist, dem Krankheitswert zukommt (BGE 99 V 28 E. 2; Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 13. April 2007, I 207/2006). Ob die Sucht
ursächlich für eine andere Gesundheitsschädigung war oder erst in Folge einer solchen
auftrat, ist in einem solchen Fall nicht mehr von Belang. Erforderlich ist lediglich, dass
auch ein anderer Gesundheitsschaden vorliegt, der mit der Sucht in Zusammenhang
steht. Ist dies erfüllt, so geht es nicht etwa darum, den auf die Sucht entfallenden Anteil
der Arbeitsunfähigkeit abzuspalten und als nicht invalidisierend zu bezeichnen.
Vielmehr ist bei Bejahung eines solchen Zusammenhangs mit einer anderen
Erkrankung auch die Sucht vollumfänglich zu berücksichtigen (Urteil des Ver
sicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. Juni 2009, IV 2008/307, E. 2.1).
3.2 Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz
beherrscht, indem Verwaltung und Sozialversicherungsgericht von sich aus für die
richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen
haben. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in
den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2 mit Hinweisen; vgl. BGE
130 I 183 E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn einer
Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen
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mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Fall der
Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift
allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
entsprechen (BGE 117 V 265 E. 3b mit Hinweisen).
4.
Zu prüfen ist vorerst die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers.
4.1 Unbestritten liegen diverse somatische Beeinträchtigungen vor, die unmittelbar
auf den seit ca. 1992 praktizierten gesundheitsschädigenden Alkoholkonsum zurückzu
führen sind und die – auch deshalb – auf die Arbeitsfähigkeit Einfluss haben: alkohol
toxische Hepatopathie, Status nach Aszites, aethylische Kardiomyopathie (Herz
beschwerden), Verdacht auf aethylische Polyneuropathie (unklare Fuss-, Bein- und
Knieschmerzen, Magen-, Darm- und Blasenstörungen). Daneben wurden durchgehend
weitere somatische Diagnosen gestellt: Barrett-Ösophagus, Diabetes mellitus Typ II,
Adipositas, arterielle Hypertonie, Divertikulitis, Gichtarthritis, normochrome
makrozytäre Anämie, Prostatitis, Status nach Stauungsdermatitis Unterschenkel links,
sensible Polyneuropathie und Vitamin B-12 Mangel (ferner Hörstörungen).
4.2 In psychiatrischer Hinsicht liegt gemäss Aktenlage unbestritten eine mittelgradige
depressive Episode (mit somatischem Syndrom) vor. Der behandelnde Psychiater
erachtet diese seit ca. anfangs 2009 bestehende Erkrankung, zusammen mit Multi
morbidität (Kombination von affektiven Störungen mit körperlichen Erkrankungen) bei
zunehmender Belastungsintoleranz und Leistungsinsuffizienz, als vollständig invali
disierend auf dem freien Arbeitsmarkt.
4.3 Der RAD (Dr. H._) bestätigte im Juni 2010 bestehende Einschränkungen durch
die psychische Störung und die Multimorbidität, der Gesundheitszustand des Be
schwerdeführers sei einigermassen stabil. Die Diagnosen dürften die Arbeitsfähigkeit in
einer adaptierten Tätigkeit zu 50% einschränken. Im April 2011 anerkannte der RAD
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(Dr. J._) wiederum eine medizinisch-theoretische Zumutbarkeit für adaptierte Tätig
keiten (einfach strukturiert mit geringen Anforderungen an kognitive Leistungen) im
reduzierten Umfang. Beide RAD-Ärzte setzten sich nicht eingehend mit den von den
behandelnden Ärzten eingereichten und auf den Beschwerdeführer bezogenen Aus
führungen auseinander, sondern blieben bei grundsätzlichen und theoretischen Aus
führungen generell zu Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bei einer bestehenden
mittelgradig depressiven Episode mit somatischem Syndrom. Damit fehlt es den ver
sicherungsinternen ärztlichen Feststellungen (RAD-Stellungnahmen) an Zuverlässigkeit
und Schlüssigkeit mit Bezug auf den konkreten Fall des Beschwerdeführers. Wenn ein
Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll,
sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur
geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen
ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 122 V
157 E. 1d S. 162 f.).
4.4 Auch wenn der konkrete Fall des Beschwerdeführers nicht Gegenstand der
Beurteilung durch den RAD gewesen ist und die Stellungnahmen weder eine Be
gründung noch substantiierte Auseinandersetzungen mit den Berichten der be
handelnden Ärzten enthalten haben, ist nicht ohne weiteres auf die Berichte der
behandelnden Ärzte abzustellen und von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
Da sich die behandelnden Ärztinnen und Ärzte in erster Linie auf die Behandlung zu
konzentrieren haben, verfolgen deren Berichte nicht den Zweck einer den ab
schliessenden Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven
Beurteilung des Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen
Anforderungen an ein Gutachten gemäss höchstrichterlicher Praxis (BGE 125 V
351 E. 3a S. 352). Aus diesen Gründen und aufgrund der Erfahrungstatsache, dass
Haus- und behandelnde Fachärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver
trauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125
V 351 E. 3a/cc S. 353 mit weiteren Hinweisen), wird im Streitfall eine direkte Leistungs
zusprache einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte denn
auch kaum je in Frage kommen.
4.5 Die Frage nach der medizinisch-theoretischen quantitativen oder qualitativen
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit ist eine Tatfrage, keine Rechtsfrage (BGE 132
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V 393 E. 3.2 S. 398 mit zahlreichen Hinweisen). Ihre Beantwortung setzt Fachwissen
voraus, weshalb dazu in aller Regel medizinische Sachverständige beauftragt werden.
Aufgabe von Verwaltung und Gericht ist es, die entsprechenden Antworten rechtlich zu
würdigen, was insbesondere bedeutet, zu prüfen, ob sie für die Beurteilung der An
gelegenheit als bewiesene Tatsachen heranzuziehen sind. Bei der Beweiswürdigung ist
sowohl gesetzlichen als auch tatsächlichen Vermutungen Rechnung zu tragen. Bei
letzteren handelt es sich um Schlussfolgerungen aus bewiesenen Tatsachen auf
weitere nicht bewiesene Tatsachen, welche der Rechtsanwender auf Grund der
Lebenserfahrung zieht (natürliche Vermutungen; Erfahrungstatsachen; vgl. Oscar
Vogel/Karl Spühler, Grundriss des Zivilprozessrechts, 7. Aufl., Bern 2001, Kap. 10,
Rz. 50 ff.). So hat das Bundesgericht etwa in BGE 137 V 64 E. 1.2 S. 66 festgehalten,
es bestehe gestützt auf medizinische Empirie beispielsweise die Vermutung, dass eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung oder ein vergleichbarer ätiologisch unklarer
syndromaler Zustand überwindbar sei. Gemeint ist damit, dass zu vermuten ist, einer
versicherten Person sei es trotz anhaltender somatoformer Schmerzstörung zumutbar,
einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Diese tatsächliche Vermutung ist, wie alle anderen
tatsächlichen Vermutungen auch, als Beweisregel und damit als Rechtsfrage zu
qualifizieren, nicht als Tatfrage. Wie jede andere tatsächliche Vermutung auch kann sie
durch einen Gegenbeweis widerlegt werden (Oscar Vogel/Karl Spühler, a.a.O., Kap. 10,
Rz. 51). Dies verkennt die Beschwerdegegnerin vorliegend offensichtlich, wenn sie
davon ausgeht, es könne auf die (generell gehaltenen) RAD-Stellungnahmen abgestellt,
und die darin enthaltene rein grundsätzlich gestellte medizinisch-theoretische
Arbeitsfähigkeitsschätzung könne gleichsam durch eine rechtliche Arbeitsfähigkeits
schätzung ersetzt werden. Damit geht sie zu Unrecht davon aus, die tatsächliche
Vermutung, einer versicherten Person sei es trotz somatoformer Schmerzstörung oder
einem dieser verwandten Syndrome zumutbar, mit vollem Pensum und bei voller
Leistung einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, könne nicht widerlegt werden. Wie
dargelegt, ist die Widerlegung dieser Vermutung durch den Gegenbeweis ohne
weiteres möglich. Liegt also im Einzelfall keine überzeugende medizinische
Arbeitsfähigkeitsschätzung vor, von der anzunehmen ist, dass sie der der allgemeinen
Schadenminderungspflicht entspringenden zumutbaren Willensanstrengung zur
Verrichtung einer Erwerbstätigkeit trotz Gesundheitsbeeinträchtigung genügend
Rechnung trägt, ist der Rechtsanwendung nicht die tatsächliche Vermutung, sondern
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vielmehr der insofern mit dem notwendigen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesene Sachverhalt zu Grunde zu legen. Gerade an diesem
fehlt es vorliegend, wie die Beschwerdegegnerin übrigens selber eingeräumt hat (vgl.
Beschwerdeantwort Begründung Ziffer 3, act. G 9).
5.
5.1 Nach dem Gesagten erweist sich die Sache mangels rechtsgenüglich abgeklärter
medizinischer Situation als noch nicht spruchreif. Mit Blick auf das komplexe
Leidensbild des Beschwerdeführers ist die Sache zur Abklärung der für
leidensangepasste Tätigkeiten bestehenden Arbeitsfähigkeit an die
Beschwerdegegnerin zur Vornahme einer polydisziplinären Begutachtung durch eine
hierfür spezialisierte MEDAS zurückzuweisen. Danach wird die Beschwerdegegnerin
erneut über die Anspruchsberechtigung des Beschwerdeführers zu befinden haben.
5.2 Da sich die Sache bezüglich der für leidensangepasste Tätigkeiten bestehenden
Arbeitsfähigkeit als noch nicht spruchreif erweist, kann auf die vom Beschwerdeführer
anlässlich der Replik bezüglich Einkommensvergleich ins Feld geführten Aspekte (Höhe
des Validen- und Invalideneinkommens sowie des leidensbedingten Abzugs, act. G 15)
vorerst nicht eingegangen werden, weshalb sich Weiterungen hierzu erübrigen.
6.
6.1 Im Sinn der vorstehenden Ausführungen ist die Verfügung vom 14. Dezember
2010 aufzuheben. Die Sache ist zur weiteren Abklärung und zur neuen Verfügung im
Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt vollumfänglich (vgl. URS
PETER CAVELTI/THOMAS VÖGELI, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen –
dargestellt an den Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, 2.A., Rz 764). Die Be
schwerdegegnerin hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.
Der vom Beschwerdeführer geleistete
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Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm zurückzuerstatten.
6.3 Der Beschwerdeführer hat bei teilweisem Obsiegen und Rückweisung zur
weiteren Abklärung Anspruch auf Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff.
VRP). Es rechtfertigt sich, die Parteientschädigung auf pauschal Fr. 3'500.--,
einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer, festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP