Decision ID: 2fc2b0c3-1d0e-4e63-8966-edd441f6bd65
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 15. Juni 2010 zum Bezug von Leistungen bei der
Invalidenversicherung (IV) an. Sie gab an, nach sieben Operationen aufgrund von
Verwachsungen im Bauch und am Darm in ihrer Erwerbsfähigkeit eingeschränkt zu
sein. (IV-act. 1).
A.b Der Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes der Invalidenversicherung (RAD) Dr.
med. B._ besprach sich mit Hausarzt Dr. med. C._, Innere Medizin FMH,
betreffend den Gesundheitszustand der Versicherten (IV-act. 7). Dieser stellte der IV-
Stelle daraufhin verschiedene Arzt- und Operationsberichte zu (IV-act. 9). Im weiteren
Verlauf holte die IV-Stelle zusätzliche Berichte der behandelnden Ärzte ein, namentlich
des Hausarztes, des Ambulatoriums für Sozialpsychiatrie des Psychiatrischen
Zentrums D._ und der Allgemein- und Notfallpsychiatrie der Psychiatrischen Klinik
E._ (IV-act. 33, 36, 37, 43, 49). Die Ärzte der Psychiatrischen Klinik E._ berichteten
über eine Hospitalisation im Juni 2008. Damals wurde der Versicherten eine volle
Arbeitsfähigkeit attestiert (IV-act. 43). Im Januar 2011 wurde die Arbeitsfähigkeit durch
die Ärzte des Ambulatoriums für Sozialpsychiatrie des Psychiatrischen Zentrums D._
auf 30 bis 40 % bei maximal 3 bis 4 Stunden pro Tag eingeschätzt und eine
Arbeitsunfähigkeit von 60 % festgestellt. Auch andere als die bis dahin ausgeübten
Tätigkeiten seien der Versicherten während maximal 3 bis 4 Stunden pro Tag zumutbar
(IV-act. 37).
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A.c Die IV-Stelle verneinte mit Verfügung vom 9. November 2011 einen Anspruch auf
eine Invalidenrente, da der Invaliditätsgrad bei der Versicherten 0 % betrage. In ihrer 42
%igen Erwerbstätigkeit sei sie nicht eingeschränkt, wie auch nicht in ihrer 58 %igen
Haushaltstätigkeit (IV-act. 65). Die Versicherte erhob dagegen Beschwerde und
gelangte an das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen (IV-act. 72/1 f., 70). Mit
Urteil vom 22. August 2013 hiess dieses die Beschwerde teilweise gut und hob die
Verfügung vom 9. November 2011 auf. Die IV-Stelle habe den Sachverhalt nicht
rechtsgenüglich abgeklärt, und es fehle für die Beurteilung des Rentenanspruchs an
einer aussagekräftigen medizinischen Grundlage wie auch an einer schlüssig
begründeten Arbeitsfähigkeitsschätzung. Vor diesem Hintergrund überzeuge auch die
von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Qualifikation der Versicherten als zu 42
% erwerbstätig und zu 58 % im Haushalt tätig nicht. Die Sache wurde zu ergänzenden

Abklärungen und zu neuer Verfügung im Sinne der Erwägungen des Urteils an die IV-
Stelle zurückgewiesen (IV-act. 79, 80).
B.
B.a Nachdem die Versicherte bereits nach einem ersten Vorfall mit akuter Suizidalität
am 20. Juni 2008 im Rahmen eines fürsorgerischen Freiheitsentzuges (FFE) für fünf
Tage in die Psychiatrische Klinik E._ eingewiesen worden war (IV-act. 24, 43), kam es
am 8. September 2013 erneut zu einem Suizidversuch, infolgedessen die Versicherte
vom 12. bis zum 26. September 2013 im Psychiatrischen Zentrum D._ hospitalisiert
wurde (IV-act. 85).
B.b Mit Schreiben vom 12. September 2013 forderte die IV-Stelle die Versicherte auf,
den Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt
auszufüllen. Sie kam dieser Aufforderung nach und retournierte den am 3. Oktober
2013 unterschriebenen Fragebogen (IV-act. 82). Zusätzlich reichte sie den
Austrittsbericht der Krisenintervention des Psychiatrischen Zentrums D._ vom
26. September 2013 ein (IV-act. 85).
B.c Am 8. November 2013 reichten der Personaldienst sowie die Bereichsleiterin [...]
den ausgefüllten Fragebogen für Arbeitgebende ein (IV-act. 93).
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B.d Dr. med. F._, Innere Medizin FMH, äusserte sich am 11. November 2013 im
Arztbericht der IV auf Aufforderung derselben zur Arbeitsfähigkeit der Versicherten. Er
erachtete sie als Raumpflegerin auf Dauer zu 50 % arbeitsfähig und reichte den
Austrittsbericht der Klinik für Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen vom 26. März
2013, den dazu gehörigen Operationsbericht sowie den Bericht der Zentralen
Notfallaufnahme vom 10. September 2013 ein (IV-act. 96/1 ff.).
B.e Auch die Ärzte des Ambulatoriums für Sozialpsychiatrie des Psychiatrischen
Zentrums D._ wurden von der IV-Stelle angegangen und äusserten sich am
4. Dezember 2013 zur Arbeitsfähigkeit der Versicherten dahingehend, dass sie maximal
zu 50 % regelmässig auf die Woche verteilt arbeitsfähig sei (IV-act. 98).
B.f Der RAD-Arzt Dr. B._ schätzte in seinem Bericht vom 22. Januar 2014 die
zumutbare Arbeitsfähigkeit auf 50 % adaptiert in Teilzeit mit voller Leistung ein (IV-act.
100).
B.g Am 23. Mai 2014 führte eine Mitarbeiterin der IV-Stelle eine Haushaltsabklärung
bei der Versicherten durch. Deren Resultate hielt sie im Abklärungsbericht Haushalt
fest, welcher von der Versicherten bzw. der Procap (betreffend die Seiten 1 – 7) am
24. Juni 2014 unterzeichnet wurde. Die IV-Stelle ergänzte den Bericht um die Seiten 8
bis 11 mit einer Würdigung durch die Abklärungsperson vom 3. Juli 2014. Die
Versicherte gab an, ohne Gesundheitsschaden beim Kantonsspital St. Gallen mit einem
Pensum von 80 % arbeiten zu wollen und den Arbeitgeber mehrfach um eine
entsprechende Erhöhung angefragt zu haben (IV-act. 105, 108, 114-4, 114-10).
B.h Auf Wunsch der IV-Stelle erteilte der Arbeitgeber der Versicherten Auskunft über
solche Anfragen betreffend eine Pensumserhöhung auf 80 % durch die Versicherte,
den bei diesem Pensum auszurichtenden Lohn sowie die Häufigkeit von
Zusatztätigkeiten (IV-act. 105, 115).
B.i Mit Vorbescheid vom 21. Juli 2014 wurde der Versicherten eröffnet, dass sie
aufgrund der vorgenommenen Abklärungen als Teilerwerbstätige zu qualifizieren sei.
Bei einer hypothetischen 80 %igen Erwerbstätigkeit resultiere eine Einschränkung von
37.5 % bzw. 30 % und bei den 20 % im Aufgabenbereich eine solche von 24.66 %
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bzw. 4.93 %. Insgesamt ergebe dies einen Teilinvaliditätsgrad von 34 %. Sie sei damit
sowohl in ihrer Erwerbstätigkeit wie auch im Haushalt für einen Rentenanspruch nicht
genügend eingeschränkt (IV-act. 118).
B.j Am 21. Juli 2014 reichte das Ambulatorium des Psychiatrischen Zentrums D._
einen weiteren ärztlichen Bericht zuhanden der Akten ein. Darin wurde ein längerer
stationärer Aufenthalt abgelehnt und das tagesklinische Setting favorisiert, da die dort
erreichbaren Veränderungen besser im schwierigen Alltag der Patientin integriert
werden könnten (IV-act. 120).
B.k Die Versicherte, vertreten durch Procap, liess mit Schreiben vom 19. September
2014 Einwand gegen den Vorbescheid erheben und beantragen, dieser sei aufzuheben
und ihr sei eine halbe Invalidenrente zuzusprechen bei Qualifikation als
Vollerwerbstätige (IV-act. 122/1 f.).
B.l Mit Verfügung vom 6. Oktober 2014 wurde der Versicherten eröffnet, dass sie
aufgrund der vorgenommenen Abklärungen als Teilerwerbstätige zu qualifizieren sei.
Bei einer hypothetischen 80 %igen Erwerbstätigkeit resultiere eine Einschränkung von
37.5 % bzw. 30 % und bei den 20 % im Aufgabenbereich eine solche von 24.66 %
bzw. 4.93 %. Insgesamt ergebe dies einen Teilinvaliditätsgrad von 34 %. Sie sei damit
sowohl in ihrer Erwerbstätigkeit wie auch im Haushalt für einen Rentenanspruch nicht
genügend eingeschränkt (IV-act. 124).
C.
C.a Mit Beschwerde vom 4. November 2014 liess die Versicherte (nachfolgend
Beschwerdeführerin) die Aufhebung der Verfügung vom 6. Oktober 2014, die
Zusprechung einer Invalidenrente und eventualiter die Durchführung weiterer
Abklärungen beantragen. Sie brachte vor, ohne gesundheitliche Einschränkungen voll
erwerbstätig zu sein. Bezüglich der Argumente, womit die Beschwerdegegnerin den
Status als Teilerwerbstätige begründe, finde sich keine dezidierte Auseinandersetzung
in den Akten und es sei nicht ersichtlich, inwiefern diese auf ein reduziertes Pensum
hinweisen sollten (act. G 1).
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C.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 4. Dezember 2014 beantragte die IV-Stelle
(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Sie verwies auf
die in sich schlüssigen Erklärungen der Abklärungsperson wie auch auf den IK-Auszug,
welcher belege, dass die Beschwerdeführerin zu keinem Zeitpunkt mehr als 50 %
gearbeitet habe. Diese habe auch keine Versuche unternommen, ihr Arbeitspensum zu
steigern und die persönlichen Gesamtumstände sprächen klar gegen eine
Erwerbsaufnahme von 100 % (act. G 4).
C.c Mit Replik vom 2. Februar 2015 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen
fest. Sie machte weitere Ausführungen zur Notwendigkeit eines 100 %-Pensums, da
das Einkommen einer 80 %-Anstellung nicht genüge und sie, wenn sie nicht massiv
unter ihrem Existenzminimum leben wolle, gezwungen wäre, die Stelle zu wechseln
und eine Anstellung mit einem höheren Pensum anzunehmen (act. G 10).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 18).
Erwägungen
1.
1.1 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin abgelehnt. Streitig und vorliegend zu prüfen
ist daher, ob diese Abweisung rechtmässig erfolgt ist.
1.2 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise Erwerbsun
fähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen, und es habe ihr auch nicht
zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt
gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
als Invalidität. Die Invalidität gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen
Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der
konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht
geregelt. Diese Lücke füllt Art. 28a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(IVG; SR 831.20). Danach ist darauf abzustellen, in welchem Mass die betreffende
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Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Als Aufgabenbereich der
im Haushalt tätigen Personen gelten insbesondere die übliche Tätigkeit im Haushalt,
die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische Tätigkeiten (Art. 27
der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Art. 28a Abs. 3 IVG
regelt die sogenannte gemischte Methode der Invaliditätsbemessung bei Personen, die
zum Teil erwerbstätig und zum Teil im Aufgabenbereich tätig sind. In diesem Fall sind
der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich
festzulegen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden
Bereichen zu bemessen.
1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung gestellt haben. Nach dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswerts eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung
der gestellten Fragen umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die
geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der
untersuchten Person auseinandersetzt, was vor allem bei psychischen
Fehlentwicklungen nötig ist, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung
mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der
medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen des medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass
die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann (vgl. BGE 125 V 351
E. 3a, 122 V 157 E. 1c, je mit Hinweisen).
2.
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2.1 Strittig ist, ob die Beschwerdeführerin zu Recht als Teilerwerbstätige eingestuft
und die Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode vorgenommen wurde.
2.2 Die Beschwerdeführerin bemängelt hinsichtlich der Invaliditätsbemessung, dass
die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung lediglich von einer 80 %igen
Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall ausgegangen ist und die Invaliditätsbemessung
somit nach der gemischten Methode vorgenommen hat. Sie gibt an, im Gesundheitsfall
wäre sie mit einem Pensum von 100 % erwerbstätig und die Bemessung sei
demzufolge bei der Einstufung als Vollerwerbstätige vorzunehmen. Die
Beschwerdegegnerin dagegen begründet die Abweisung des Rentenanspruchs damit,
dass die Beschwerdeführerin ihrer Tätigkeit als Mitarbeiterin im Hausdienst mit einem
Pensum von 80 % nachgehen würde und die restlichen 20 % auf den Aufgabenbereich
entfielen. Betreffend ihre Erwerbstätigkeit resultiere bei einem Einkommensvergleich
ein Teilinvaliditätsgrad von 30 % und derjenige im Haushaltsbereich betrage 4.93 %.
Mit 34 % liege ein Invaliditätsgrad unter 40 % vor und bestehe kein Rentenanspruch.
2.3 Der Status einer versicherten Person, das heisst die Antwort auf die Frage, ob sie
im hypothetischen Gesundheitsfall als ganztägig oder teilweise erwerbstätig oder als
nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich nach der höchstrichterlichen
Rechtsprechung aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen
tatsächlich täte. Nicht von Belang ist, was ihr zumutbar gewesen wäre oder was sie
gegebenenfalls tun könnte (vgl. BGE 133 V 508 E. 3.3). Zu berücksichtigen sind die
persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige
Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen
Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen.
Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung
entwickelt hätten, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall
ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (vgl. BGE 125 V 150 E. 2c, BGE
117 V 194 f. E. 3b mit Hinweisen).
2.4 Die Beschwerdeführerin ist 4_ Jahre alt, geschieden vom Vater ihrer Kinder und
wieder verheiratet. Anlässlich der Scheidung am 14. Juni 2010 wurde das Sorgerecht
für die beiden gemeinsamen Kinder (damals 1_ und 1_ Jahre alt) dem Vater
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zugesprochen und sie leben in dessen Obhut. Die Beschwerdeführerin ist nicht
unterhaltsverpflichtet, erhält aber auch keine Unterhaltsbeiträge mehr (IV-act. 71/2 f.).
Damit ist sie auf die Erzielung eines substantiellen Einkommens angewiesen. Uneinig
sind sich die Beschwerdeführerin und die Beschwerdegegnerin, ob sie dieses im
Gesundheitsfall in einem 80 oder 100 %-Pensum erzielen würde. Es spricht Einiges
dafür, dass sie 100 % arbeiten könnte. Ihr obliegen keine Betreuungsaufgaben, welche
eine volle Erwerbstätigkeit verunmöglichen würden und es liesse sich sicher eine 100
%-Anstellung als Raumpflegerin finden. Allerdings erachtet ihr Arbeitgeber, das G._,
für Raumpflegerinnen einen Beschäftigungsgrad von 80 % als obere Belastungsgrenze
(IV-act. 115/1). Da es sich beim G._ - wie die Beschwerdeführerin mehrfach zum
Ausdruck bringt - um einen langjährigen, verständnisvollen Arbeitgeber handelt, bei
welchem es ihr immer gut erging und wo sie auch vergleichsweise gut entlöhnt wird
(der Stundenlohn beträgt gemäss IV-act. 61/5 bzw. 71/3 Fr. 27.80, 85/2 Mitte, 114/1
und 114/4), würde sie wohl eine zusätzliche 20 %-Anstellung suchen; aber auch dies
sollte grundsätzlich möglich sein. Aus finanzieller Sicht würden sie und ihr Ehemann
zudem zusätzlich zu seinem monatlichen Verdienst von Fr. 3'866.05 (seit September
2014, act. G 5.1) ein durch sie erzieltes volles Einkommen begrüssen (IV-act. 72/1,
122/1 f., 125/6). Abgesehen von diesen Umständen, welche für eine volle
Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin sprechen, gibt sie durchwegs konstant an, sie
wäre vollerwerbstätig gewesen (IV-act. 64/1, IV-act. 72/2, IV-act. 125). Sie habe bis zur
Geburt ihrer Kinder 100 % gearbeitet und hätte spätestens ab Zusprache des
Sorgerechts für die Kinder an den Vater wieder voll gearbeitet, wenn sie nicht durch
ihre gesundheitliche Situation eingeschränkt gewesen wäre (IV-act. 64/1, 72/2, 125).
Weiter sei sie bereits früher einmal mit dem Ersuchen um Erhöhung ihres Pensums an
ihren Arbeitgeber gelangt; diese zusätzlichen Prozente seien ihr aber nicht gewährt
worden (IV-act. 114/1). Es trifft zu, dass sie als Erwachsene bis zur Geburt des ersten
Kindes 199_ praktisch lückenlos beschäftigt war (IV-act. 64/1, 72/2). Die dabei gemäss
dem IK-Auszug erzielten Einkommen sind zwar niedrig und teilweise sogar sehr niedrig,
lassen sich aber allenfalls noch erklären. Gegenüber den behandelnden Ärzten der
Psychiatrischen Klinik E._ gab sie während ihres Aufenthaltes im Juni 2008 an, eine
Anlehre als Verkäuferin gemacht zu haben (IV-act. 43/3). Dies war möglicherweise
1986/1987 der Fall. Darauf folgten verschiedene kurzfristige Engagements und
jedenfalls bei der Anstellung bei der H._ 1990 bis 1992 mit monatlichen Einkommen
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von Fr. 2'700.-- bis Fr. 3'000.-- überwiegend wahrscheinlich eine 100 % Beschäftigung
(IV-act. 11). So betrug 1991 bis 1992 der durchschnittliche Verdienst pro Stunde von
an- und ungelernten Arbeiterinnen im Wirtschaftszweig Dienstleistungen Fr. 14.40
(Lohn- und Gehaltserhebung vom Oktober 1992 des BIGA (Bundesamt für Industrie,
Gewerbe und Arbeit), Gesamtergebnisse und Ergebnisse nach Wirtschaftsgruppen und
Einzelberufen, S. 17). Multipliziert man dies mit der 1991 im Sektor III betriebsüblichen
Arbeitszeit pro Woche von 42.1 (Bundesamt für Statistik – Statistik der
betriebsüblichen Arbeitszeit (BUA)) und rechnet es hoch auf das Jahr, erhält man ein
Jahreseinkommen von Fr. 31'525.--. Die durchschnittlichen Monatslöhne 1992 im
Wirtschaftszweig Dienstleistungen betrugen für an- und ungelernte Frauen Fr. 3'156.--
(Lohn- und Gehaltserhebung vom Oktober 1992, a.a.O., S. 17). In der Ostschweiz
herrscht ausserdem generell ein tieferes Lohnniveau als gesamtschweizerisch. Ohne
genauere Kenntnisse des Werdegangs der Beschwerdeführerin kann, unter der
Annahme von Beschäftigungen zu sehr tiefen Löhnen und der Unmöglichkeit für die
Beschwerdeführerin, ein höheres Einkommen zu erzielen, doch plausibel von einer
Vollerwerbstätigkeit während dieser Zeit ausgegangen werden. Der Schluss von den
niedrigen Löhnen auf eine Teilzeiterwerbstätigkeit ist auf jeden Fall alles andere als
zwingend. Die Angabe der Beschwerdeführerin, sie habe ihr Pensum beim G._
bereits früher erhöhen wollen (IV-act. 125/6), wird durch ihren Arbeitgeber nicht
bestätigt. Derartige Anfragen finden sich auch nicht im Personaldossier (IV-act. 115).
Dies wirft Fragen bezüglich ihres tatsächlichen Willens zur Pensumserhöhung auf. Ab
Wegfall der Betreuungsaufgaben durch Zusprache des Sorgerechts an den Vater ihrer
Kinder (und gemäss ihren Angaben auf der IV-Anmeldung bereits seit 2002) war sie
jedoch gesundheitlich derart angeschlagen, dass eine Erhöhung keinen Sinn mehr
gemacht hätte. Dass sie also nach Wegfall des Betreuungsaufwandes ihr Pensum
konkret nicht gesteigert hat, ist ihr angesichts der vorliegenden gesundheitlichen
Situation nicht vorzuwerfen und erlaubt keine Rückschlüsse. Insgesamt sind die Löhne
und die Umstände des früheren Berufslebens auf jeden Fall nicht ausreichend
dokumentiert, um daraus auf eine Teilzeitbeschäftigung zu schliessen.
2.5 Weitere Abklärungen würden den Sachverhalt diesbezüglich kaum erhellen
können, weshalb davon abzusehen ist (antizipierte Beweiswürdigung [BGE 122 V 157
E. 1d]). Somit muss davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin im
Gesundheitsfall eine 100%ige Erwerbstätigkeit ausgeübt hätte.
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3.
3.1 Zur konkreten Bestimmung des Invaliditätsgrades bei Vollerwerbstätigkeit ist auf
die vorhandenen medizinischen Unterlagen abzustellen.
3.2 In seiner Aktenbeurteilung vom 22. Januar 2014 hält RAD-Arzt Dr. B._ fest, die
bis dahin vorliegenden und durch ihn gewürdigten medizinischen Befunde und
Funktionseinschränkungen würden die rezidivierende depressive Störung
nachvollziehbar machen. Die daraus abgeleitete 50 %ige Arbeitsunfähigkeit sei deshalb
versicherungsmedizinisch plausibel. Diese 50 %ige Arbeitsunfähigkeit liege sowohl in
der angestammten als auch in der adaptierten Tätigkeit vor (IV-act. 100). Da keine
Vorbringen ergingen, welche diese Feststellung in Zweifel gezogen hätten und seine
Beurteilung somit allseits unbestritten blieb, kann zur Bemessung des
Invaliditätsgrades auf diese Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit durch den
Versicherungsmediziner abgestellt werden.
3.3 Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird
gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt. Dabei wird das
Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der
Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn
sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
3.4 Bei der Bemessung des Valideneinkommens wird in der Praxis regelmässig das
vor dem Eintritt der zur Invalidität führenden Arbeitsunfähigkeit erzielte Einkommen
beigezogen (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. Bern 2009, N 12 zu Art. 16, mit
Hinweis). Massgebend ist, was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen
Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns
(vorliegend im Jahr 2011) verdient hätte (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Dezember
2014, 9C_487/2014, E. 3.1.1).
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3.5 Als Invalideneinkommen erzielt die Beschwerdeführerin mit ihrer 50 %-Anstellung
beim G._ Fr. 30'768.--. Mit der Beschwerdegegnerin ist davon auszugehen, dass sie
auch als Valide dieses Einkommen, bei einem Beschäftigungsgrad von 100 % mithin
Fr. 61'536.--, erwirtschaften würde (IV-act. 116). Der Ausfall beträgt damit Fr. 30'768.--
oder 50 %. Bei diesem Invaliditätsgrad besteht Anspruch auf eine halbe Rente.
3.6 Zu prüfen verbleibt damit noch der Rentenbeginn. Da die Versicherte sich im
G._, Departement Innere Medizin, Psychosomatik, bei Dr. med. I._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, seit dem 22. Juni 2010 in Behandlung befunden hat,
ist der Beschwerdegegnerin darin beizupflichten, dass die 50 %ige Arbeitsunfähigkeit
ab diesem Zeitpunkt bestand. Daher hat die Beschwerdeführerin, welche sich im Juni
2010 bei der IV zum Leistungsbezug angemeldet hatte, unter Berücksichtigung des
Wartejahres ab Juni 2011 Anspruch auf eine halbe Rente (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG).
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 6. Oktober 2014 in
Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und der Beschwerdeführerin ist ab Juni 2011
eine halbe Rente zuzusprechen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von
Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGs 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier zu
bis
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beurteilenden Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.