Decision ID: d8a410df-64c0-5d01-abea-3e7e2b028935
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1981 geborene
X._
, seit 2001 ve
rheiratet und Mutter zweier Kin
der (Jahrgang 2003 und 2009)
,
absolvierte nach dem 1995 in
Y._
er
langten Schulabschluss keine berufliche Ausbildung und übte nach
der
Über
siedlung in die Schweiz ab dem Jahr 1999 – unterbrochen durch Phasen der Arbeitslosigkeit
–
diverse
Hilfstätigkeiten a
us (Urk. 9/30/1,
Urk.
9/30/4-6). Ab 12.
September 2006 war sie in verschiedenen Funktionen, zuletzt als Mitarbei
terin Qualitätskontrolle,
vollzeitlich
bei der
Z._
GmbH angestellt (
Urk.
9/7/1-5,
Urk.
9/30/2-3).
Nachdem
sie
während der zweiten Schwangerschaft krankgeschrieben gewesen war und nach der Geburt ihres Sohnes im Oktober 2009 mit anschliessendem Bezug von Mutterschaftsurlaub ihre Tätigkeit ab 8. Februar 2010
nur
zu 50 % aufgenommen
und
diese
a
m
9. März 2010
schliesslich ganz
niedergelegt hatte (Urk. 9/7/12-27,
Urk.
9/11/38, Urk. 9/11/59, Urk. 9/11/65)
, wurde ihr per
31. Juli 2010
gekündigt
(Urk. 9/7/28)
.
Hernach bezog
sie
in einer am 1. September 2010 eröffneten Rahmenfrist Tag
gelder der Arbeitslosenversicherung bei einer Vermittlungsfähigkeit von 50 % (Urk. 9/8/2-3).
Am
11.
November 2010 meldete
sich
X._
unter Hinweis auf Rücken
schmerzen und Erschöpfung bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
9/3). Nach medizinischen und erwerblich-beruflichen Abklärungen so
wie Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(
Urk.
9/44,
Urk.
9/46,
Urk.
9/50,
Urk.
9/53,
Urk.
9/56,
Urk.
9/69,
Urk.
9/72,
Urk.
9/80), in dessen Verlauf
weitere Arztberichte
e
in
gingen
(
Urk.
9/49/1-2,
Urk.
9/52,
Urk.
9/62)
und eine
Abklärung
vor Ort im Haushalt der Versicherten durchgeführt wurde
(
Urk.
9/66), verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, I
V-Stelle, mit Verfügung vom 15. Mai 2014 (Urk.
2) einen Rentenanspruch gestützt auf einen
Invalidi
tätsgrad
v
on 18
%.
2.
Hiergegen erhob
X._
am 16.
Juni 2014 Beschwerde
mit folgendem Rechtsbegehren (Urk. 1 S.
2):
„1.
Es sei die Verfügung vom 15.
Mai 2014 aufzuheben.
2.
Es sei der Beschwerdefü
hrerin eine Rente zuzusprechen.
3.
Es seien weitere medizinische Abklärungen zu treffen.
4.
Es seien die Akten bei der Be
schwerdeführerin (gemeint wohl:
Be
–
schwer
degegnerin
) zu editieren.
5.
Eventualiter sei eine befristete Rente zuzusprechen.
6.
Es sei ein weiterer Schriftenwechsel zu gewähren.
7.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerde
–
geg
nerin
.
“
Die IV-Stelle schloss in
ihrer Beschwerdeantwort vom 29. August 2014 (Urk. 8) – nun
ausgehend v
on einem Invaliditätsgrad von 8
% – auf Abweisung der B
eschwerde. Mit Verfügung vom 2.
Septe
mber 2014 (Urk.
10) wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet, worauf die Besch
werdeführerin mit Replik vom 6. Oktober 2014 (Urk.
12) an ihre
n
Antr
ägen
fes
thielt und die IV-Stelle am 10. November 2014 (Urk.
15) auf das Einreichen einer Duplik verzichtete. Dies wurd
e der Beschwerdeführerin am 11. November 2014 (Urk.
16) zur Kenntnis gebracht.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegli
chenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1
IVG
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unt
erbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.
4
1.
4
.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.
4
.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frü
hestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensent
wicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrsc
heinlichkeit erstellt sein (BGE
134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
1.
4
.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75
E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE
129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr g
enerell eine Arbeitszeit von 40
Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321
E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a)
.
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswe
rt (Tabellenlohn) um maximal 25
% zu kürzen, wenn persönliche und berufliche Merkmale wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität bezie
hungsweise Aufenthaltskategorie oder Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben und die versicherte Person deswegen die verbliebene Ar
beitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unter
durchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE
135 V 297 E.
5.2
,
126 V 75 E.
5b/
aa
-cc).
1.
5
Gemäss Art. 29 Abs.
1 IVG entsteht der Rentenanspruch, sofern die entspre
chen
den
Anspruchsvoraussetzungen (Art. 28 Abs.
1 IVG
, vgl. E. 1.2 hiervor
) ge
geben sind, frühestens sechs Monate nach Geltendmachung de
s
Leistungs
an
spruches
nach Art.
29 Abs.
1 ATSG.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin qualifizierte die Beschwerdeführerin als im
Gesund
heitsfall
mutmasslich Teilerwerbstätige mit einem Anteil von 60 % Erwerb und einem solchen von 40 % Haushalt. Sie ging davon aus, aus medizinischer Sicht bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in der bisherigen Tätigkeit und eine sol
che von 75 % in einer angepassten Tätigkeit. Im Haushalt sei die Beschwerde
führerin zu 20 % eingeschränkt. Insgesamt schloss
d
ie
Beschwerdegegnerin
in Anwendung der gemischten Methode auf einen Invaliditätsgrad von 18 %
be
ziehungsweise
von 8 % (Urk. 2, Urk. 8).
2.2
Die Beschwerdeführerin
hielt dem entgegen
, sie wäre bei guter Gesundheit wei
terhin zu 100 % erwerbstätig, weshalb zur Invaliditätsbemessung zu Unrecht die gemischte Methode herangezogen worden sei (Urk. 1 S. 2 ff. Ziff. 4-7). Da im
Zeitpunkt der psychiatrischen Untersuchung vom Mai 2011 nach wie vor eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % in sämtlichen Tätigkeiten bestanden habe und eine
Reevaluation
in neun Monaten als angezeigt erachtet worden sei, stehe ihr bis mindestens Ende Februar 2012 (zuzüglich drei Monate) eine Rente zu (S. 4 Ziff. 8). In einer angepassten Tätigkeit sei sie in ihrer Leistungsfähigkeit eben
falls eingeschränkt. Aus rheumatologischer Sicht seien vermehrt Pausen not
wendig, weswegen die Leistungsfähigkeit auf den ganzen Ta
g verteilt bei weni
ger als 75 % – zwischen 51 und 74 % –
liege
.
Im Verlauf des Jahres 2011 sei aus rheumatologischer Sicht eine Verschlechterung eingetreten mit der Folge, dass
nurmehr
eine 75%ige Präsenz unter Berücksichtigung vermehrter Pausen (zwei Stunden pro Tag) realistisch sei (S. 4 Ziff. 9).
Zudem
sei ein
leidensbe
dingter
Abzug von mindestens 15
% zu gewähren (S. 4 f. Ziff. 10,
Urk. 12 S. 2).
3.
3.1
Der die
Beschwerdeführerin
ab
6. Mai 2010 behandelnde Dr.
med.
A._
, Rheu
matologie FMH, dia
gnostizierte
i
n seinem
Bericht vom
26.
November 2010 (
Urk.
9/12/5-6) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
Cervico-Thorako-Lumbovertebralsyndrom
(seit Januar 2007) mit thorakal leichter linkskonvexer Skoliose, hochthorakaler Hyperkyphose und muskulärer
Dysbalance
mit sekun
därer Haltungsinsuffizienz, wogegen er einer leicht depressiven Stimmungslage keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beimass
(S. 1 Ziff.
1.1).
Er
bescheinigte
für die zuletzt ausgeübte
und
von ihm als
leicht
eingestufte
Tätigkeit
in der
Me
dizinaltechnik
vom 9. März bis 31.
Mai 2010
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % und vom 1. Juni bis 30.
Se
ptember 2010 eine solche von 50 % (halbtags; S. 2 Ziff.
1.6).
Ab
1.
Oktober 2010
sei
die bisherige
Tätigkeit
–
welche
der Behinde
rung angepasst
sei – wieder zu mehr als 80 % zumutbar (S. 2 Ziff.
1.7 und 1.9).
Er
ging davon aus
,
dass
auf längere Sicht bei
Einhaltung der eingeleiteten Massnahmen (medizinische Trainingstherapie
[MTT]
mittels
MedX
, Osteopathie, Medikati
on und
Flectoparinpflaster
, S. 2 Ziff.
1.5) keine Einschr
änkung der Ar
beitsfähigkeit
bestehe
(S.
2 unten).
3.2
Med.
prakt.
B._
, Fachärztin FMH für Allgemeinmed
izin, nannte im Bericht vom 15.
Februar 2011 (
Urk.
9/16/1-6) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
thorakovertebrales
Schmerzsyndrom mit
Haltungs
insuffizienz
, Hohl-Rundrücken und linkskonvexer Skoliose
der Brustwirbelsäule (BWS)
, eine
muskuloligamentäre
Überlastung, eine
Periarthropathia
Coxae
rechts, ein
cerviko
verteb
rales
Syndrom sowie eine verlängerte
postpartale
De
pression mit Schlaflosigkeit, vorzeitiger Ermüdung und Erschöpfungszuständen
(
Urk.
9/16/5 Ziff. 1.1).
Sie
attestierte
für die zuletzt ausgeübte Tätigk
eit als Fab
rikarbeiterin vom 9. März bis 31.
August 2010 eine volle Arbei
tsunfähigkeit und befand, a
b
1.
September 2010 sei die bisherige wie auch jede andere
behin
derungsangepasste
, sitzende und eventuell wechselbelastende Tätigkeit o
hne Tragen von Lasten von über fünf
Kilogramm i
n eine
m zeitlichen Rahmen von 50
% (
halbtags) zumutbar. In zirka vier bis fünf
Jah
ren –
nach
erfolgtem Mus
kelaufbau und eventuell n
achlassen der Depression
–
könne mit einer
Erhöhung der Einsatzfähigkeit auf
70
% gerechnet werden (
Urk.
9/16/2-3 Ziff.
1.6, 1.7 und 1.9).
A
namnestisch
führte die Hausärztin aus, unter Physiotherapie habe die Rücken
muskulatur und damit die Haltung deutlich verbessert werden können, was zu einer gewissen Entlastung geführt, aber die Schmerzempfindung und die Er
schöpfungszustände nicht verbessert habe. Daher
führe
sie die Symptome auf eine deutliche Neigung der Beschwerdeführerin zur Depression zurück
. Sie habe aber auf
deren
Wunsch (Stillen)
nur eine pflanzliche schlaffördernde Therapie
einleiten
können. Eine Psychotherapie sei
derzeit
infolge sprachliche
r
Barrieren nicht möglich.
E
iner regelmässigen aufbauenden sportlichen Aktivität
stünden sodann
soziale
Gründe
entgegen
(
Urk. 9/16/6).
3.3
Am
6./
7.
April 2011 wurde die Beschwerdeführerin im Auftrag des
Krankentag
geld
versicherers
i
n der Klinik
C._
durch Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Innere Medizin
wie auch
fü
r Rheumatologie (Bericht vom 7.
April 2011,
Urk.
9/25/5-8), und Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psycho
therapie (Bericht vom 8.
April 2011,
Urk. 9/25/15-18)
,
begutachtet.
In diesem
Zusammenhang
fanden
auch
Basis-Tests der körperlichen Leistungsfähigkeit
statt
, welche
als arbeitsrelevantes Problem ausgeprägte Konditionsdefizite und eine verminderte Kraftausdauer der
lumbo
-thorakalen sowie der
schulterblattfi
xierenden
Muskulatur ergaben
(Bericht der Abteilung Ergonomie vom 6. April 2011, Urk. 9/25/9-14
S. 1
).
In der interdisziplinären
Beurteilung
vom 13.
April 2011 (
Urk.
9/25/2-4)
wurde als Diagnose
ein panvertebrales Syndrom mit/bei Fehlhaltung und Fehlstatik der Wirbelsäule, muskulärer Haltungsinsuffizienz und
Dysbalance
der
wirbel
säulenstabilisierenden
Muskulatur, unzureichender Schulterblattfixierung (leichte
Scapula
alata
beidseits) sowie möglichen Facettengelenkreizungen L4/5 rechts und L5
/S1 beidseits (ICD-10 M54.8
) genannt (S. 2 Mitte).
Die Sachverständigen befanden (S. 2 oben)
, es liege eine muskuläre
Belas
tungsr
e
aktion
bei statisch ungünstigen Voraussetzungen der Wirbelsäule und einer zunehmenden muskulären Insuffizienz vor, wobei letztere sich insbeson
dere im Zusammenhang mit einer wegen vorzeitiger Wehen notwendigen län
geren Liegezeit in der Schwangerschaft entwickelt habe und nach der Geburt bis anhin noch nicht ausreichend habe rekonstruiert werden können. Leider sei es auch zu Schlafstörungen gekommen, welche sich aufgrund des Schlafmangels, auch wegen des Stillens, zusätzlich ungüns
tig auf die Schmerzsituation aus
ge
wirkt hätten. Die Symptome einer
Periarthropathia
coxae
hätten nicht mehr vorgelegen. Aus psychiatrischer Sicht
habe sich
im Sommer 2009
ein ängstlich-depressives Zustandsbild
entwickelt
, welches retrospektiv gesehen über die Ge
burt hinaus bestanden habe. Soweit anamnestisch nachvollziehbar, sei es seit zirka einem halben Jahr zu einer kontinuierlichen Besserung der psychischen Symptomatik gekommen. Die momentan vorherrschende ängstliche Besorgnis müsse als eine im normalen Rahmen liegende psychische Reaktion auf anhal
tende, bislang nicht hinreichend beeinflussbare Schmerzen
bei gleichzeitiger Verunsicherung über
die Schmerzursache und den Schmerz
verlauf beurteilt werden.
Die Gutachter empfahlen einen Ausbau der ambulanten
physiotherapeutischen medizinischen Trainingstherapie
(
dreimal pro Woche
)
und ein zusätzliches
indi
viduelles Fitnesstraining sowie
eine
begleitende
Einzelphysiotherapie (
einmal pro Woche
)
zur Kontrolle des Heimübungsprogrammes und
zur
Mobilisation der unteren
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
. Hinsichtlich der Schlafstörungen biete sich ein Wechsel von
Hova
-Tabletten auf ein schlafanstossendes Antidepressivum mit gleichzeitig sch
merzdistanzierender Wirkung an
(S. 2 f.)
.
Die
Experten
attestierten der Beschwerdeführerin für die bisherige Tätigkeit als Qualitätskontrolleurin in der
Medizinaltechnik
eine Arbeitsfähigkeit von vier Stunden pro Tag. Eine höhere Arbeitsleistung könne aufgrund der monotonen repetitiven Tätigkeit mit schneller Ermüdbarkeit nicht ausgeführt werden. In ei
ner adaptierten
Tätigkeit (leicht, wechselbelastend und anfänglich nur selten wiederholte Kniebeugen)
sei die Beschwerdeführerin ganztags arbeitsfähig, wo
bei ihr
aber
aufgrund der raschen Ermüdbarkeit zur Erholung ein vermehrter Kurzpausenbedarf von insgesamt zwei Stunden pro Tag zugestanden werden müsse, so
dass
aktuell
eine 75%ige Leistungsfähigkeit bei ganzt
ägiger Anwe
senheit vorliege (S.
3).
3.4
Im Bericht des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) der Beschwerdegegnerin vom 24.
Mai 2011 (
Urk.
9/24) betreffend die psychiatrische Untersuchung
vom Vortag stellte Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, die Diagnose einer protrahierten postnatalen Depression leicht- bis mit
telgradig
er Ausprägung (ICD-10 F53.0; S. 6 Ziff.
12). Er attestierte eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in bisheriger und angepasster Tätigkeit (zeitlich flexible Tä
tigkeiten ohne permanenten Zeit- und Termindruck, nur geringer Publikums
verkehr, ohne besondere Anforderungen an
das
Umstellungs- und Anpassungs
vermögen, wohlwollende und konfliktarme Arbeitsatmosphäre) seit der Geburt des zweiten Sohnes im Oktober 2009 bis auf weiteres. Da die Beschwerdeführe
rin bis im Januar 2011 gestillt habe, sei nach Angaben der Hausärztin
bislang
nur eine pflanzliche schlaffördernde Therapie eingeleitet worden. Er empfehle
hingegen
eine kontinuierliche fachärztliche psychiatrische Behandlung inklu
sive adäquater Psych
opharmaka-Therapie und erachte
eine medizinische
Re
e
valuation
in neun Monaten als indiziert.
3.5
Die Ärzte der
G._
, wo die Beschwerde
führe
rin nach
Auferlegung einer entsprechenden Schadenminderungspflicht durch die Beschw
erdegegnerin (Schreiben vom 25.
Mai 2011,
Urk.
9/26)
vor
stellig geworden war,
diagnostizierten
i
n ihre
m Bericht
vom 2.
Dezember 2011 (
Urk.
9/41/5-11)
einen Status nach depressiver Episode 2009, im
Untersu
chungsz
eitraum
(
26. August bis 8. November 2011
)
remittiert, sowie ein be
kanntes panvertebrales Syndrom (S.
2 Ziff.
1.1).
Sie hielten fest, d
ie Beschwerdeführerin leide unter anhaltenden
Rückenbe
schwer
den
, welche zu den üblichen Auswirkungen im psychischen Bereich führten, ohne dass jedoch im Untersuchungszeitraum eine psychische Störung gemäss ICD-10 zu diagnostizieren sei. Anamnestisch zeige sich im Längsverlauf eine depressive Erkrankung ab Sommer
2009 bis zirka Herbst 2010 (S. 3 Ziff.
1.4 Mitte). Eine engmaschige ambulante psychiatrische Behandlung sei aktuell nicht indiziert. Hingegen erscheine eine ambu
lante psychiatrische Be
gleitung
respektive
Psychoedukation zur Rückfallprophylaxe bei depressiver Er
krankung in der Vorgeschichte und zur Unterstützung im Umgang mit anhal
tenden Schmerzen alle
vier bis fünf
Wochen sowie die Fortführung der schlaf
anstossenden Medikation
mit
Trittico
als sinnvoll (S. 3 Ziff.
1.5). Aus psychiat
rischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Betriebsmitarbeiterin in einer Fabrik zu 100
% arbeitsfähig (S. 4 Ziff.
1.6).
3.6
3.6.1
Nachdem die Beschwerdegegnerin i
n ihre
m
abschlägigen
Vorbescheid vom 22. Dezember 2011 (Urk. 9/44) von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ausgegangen war, führte Dr.
A._
im Bericht vom 27. Januar 2012 an die
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (Urk. 9/49/
1-2) unter Hinweis auf das Gutachten der Klinik
C._
vom 13. April 2011
(vgl. E. 3.3 hiervor)
aus, er erachte aktuell aus rheumatologischer Sicht für die ange
stammte Tätigkeit als Qualitätskontrolleurin eine Arbeitsfähigkeit von maximal
50
% (Halbtagespensum) als ausgewiesen. Eine adaptierte, der Behinderung an
gepasste Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin nun zu weniger als 75 % mit vermehrten Pausen über den ganzen Tag verteilt zumutbar
(S. 1 Ziff. 1)
.
Geeig
net seien Tätigkeiten mit Sortier-, Kontroll- und/oder Aufsichtsfunktion (S. 2 Ziff. 4).
3.6.2
Auf Anfrage der Beschwerdegegnerin (Urk. 9/51) begründete Dr.
A._
am 14. Mai 2012 (Urk. 9/52) die Diskrepanz zu seiner früheren
Arbeitsfähig
keitseinschätzung
vom 26. November 2010 (vgl. E. 3.1 hiervor)
mit einer seither eingetretenen Verschlechterung, wobei er
auch hier
insbesondere auf das Gut
achten der K
linik
C._
vom
13
.
April 2011
verwies
(S.
1). Er
erklärte
, die Be
schwerdeführerin
sei
aktuell
in der angestammten Tätigkeit als Kontrolleu
rin
zu 50
% (halbtags) arbeitsfähig und eine der Behinderung a
ngepasste Tätigkeit
könne ihr
zu zirka 75
% mit vermehrten Pausen (zirka zwei Stunden pro Tag) über den ganzen Tag verteilt zugemutet werden (S.
2).
3.7
Gemäss
B
ericht
der Beschwerdegegnerin vom 12.
Dezember 2013 (
Urk.
9/66)
führte
die Beschwer
deführerin anlässlich
der am 6. Dezember 2013 durchge
führten
Haushaltsabklärung
aus
, dass sie ohne gesundheitliche Beeinträchtigung im Umfang von 60 % einer ausserhäuslichen Tätigkeit nachginge, da sie durch ihre in der Nachbarschaft wohnhafte Mutter bei der Kinderbetreuung entlastet würde und so massgeblich zum Familienbudget beitragen könnte (S. 3). Insge
samt wurde im Haushaltsbereich eine gesundheitlich bedingte Einschränkung des Leistungsvermögens von 20 % ermittelt (S. 5-8). Daran hielt die
Abklä
rungsperson
in ihrer ergänzenden Stellungnahme vom 14. Mai 2014 (Urk. 9/82 S. 2 f.) fest.
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der Invalidenversicherung
und
dabei
zunächst
die Frage nach der zumutbaren Arbeitsfähigkeit.
Vorwegzuschicken ist in diesem Zusammenhang,
dass
vorliegend
mit Blick auf die vom 11. November 2010 datierende Anmeldung zum Leistungsbezug
(Urk. 9/3/10 Ziff. 12)
ein Rentenanspruch frühestens ab 1. Mai 2011 in Betracht kommt (vgl.
E. 1.
5
hiervor)
.
4.2
Gestützt auf das
beweiskräftige
Gutachten der Klinik
C._
vom
13
. April 2011
(vgl. E. 3.
3
hiervor)
steht verlässlich fest, dass
im Frühjahr 2011
bei der Be
schwerdeführerin kein relevantes psychisches Leiden vorlag, aufgrund dessen
sie in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen wäre.
Der
psychiatrische Sa
chverständige Dr.
E._
(vgl. im Einzelnen Bericht vom 8. April 2011,
Urk.
9/25/15-18 S. 3 f.)
konnte im Rahmen
seiner
Untersuchung vom 7. April 201
1
keine
relevante Psychopathologie feststellen
. Entsprechend
verneinte
er
das Vorliegen einer krankheitswertigen psychischen Störung und demzufolge auch eine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit.
In Anbetracht der
von der Beschwerdeführerin anlässlich der Begutachtung geäusserten Beschwerden (Schlafprobleme und Sorge um die gesundheitliche Zukunft, vgl. Bericht S. 2 unten) und de
s
dannzumal
erhobene
n
im Wesentlichen unauffällige
n
Psycho
status
(vgl. Bericht S. 3)
leuchtet
die
Schluss
folgerung
von Dr.
E._
ohne
wei
teres
ein.
Seine Einschätzung wurde
denn auch
kurze Zeit später
bestätigt
durch die
ab Ende August 2011 mit der Beschwerdeführerin befassten
Ärzte de
r
G._
, welche
von einer Remission der
depressive
n
Symptomatik
seit Herbst 2010
aus
gingen und für die angestammte Tätigkeit
ebenfalls
eine
un
eingeschränkte Ar
beitsfähigkeit
bescheinigten
(vgl. E. 3.5 hiervor)
.
Die Beschwerdeführerin
liess diese
übereinstimmenden
fachärztlichen
Beurtei
lungen
in ihrer Argumentation ausser Acht
und
berief sich stattdessen
auf
den
RAD-
Untersuchung
sbericht von Dr.
F._
vom
24.
Mai 2011
(vgl. E. 3.4 hiervor)
. Darin erfolgte
allerdings
keine Auseinandersetzung mit dem
erst am darauffolgenden Tag bei der Beschwerdegegnerin eingegangenen
Gutachten der Klinik
C._
vom 13. April 2011
(vgl. Aktenverzeichnis zu Urk. 9/1-84,
Dok
.-Nr. 25
) und a
uch nacht
r
äglich nahm der RAD-
Facha
rzt weder zu
r gutachterli
chen Einschätzung
von Dr.
E._
noch
zu derjenigen
der Ärzte der
G._
Stel
l
ung.
Angesichts dessen, dass er bei
nahezu identischem (und damit im Wesent
lichen
blandem
) Untersuchungsbefund
auf eine
nur hälftige
Arbeitsfähigkeit schloss, vermag seine Beurteilung nicht zu überzeugen
.
Gegen eine derart hohe psychisch bedingte Einschränkung spricht auch die Tatsache, dass die Be
schwerdeführerin ihr im Oktober 2009 geborenes Kind bis im Januar 2011 stillte und deswegen in dieser Zeit (sowie darüber hinaus) auf die Einnahme von Psychopharmaka verzichtete.
Auch wenn eine invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven
Symptomatik
nicht schlechthin auszuschliessen ist, bedingt deren Annahme jedoch, dass eine konsequente Depressionstherapie be
folgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist. Fehlt es
– wie
vor
liegend
–
daran, ist in der Regel keine invalidisierende Wirkung des
Gesund
heitsschadens
anzunehmen
(Urteil des Bundesgerichts
8C_303/2015
vom 8. Ok
tober 2015 E. 4.4 mit Hinweisen). Damit kann der Einschätzung von Dr.
F._
keine
für die
Entscheidfindung
wesentliche Bedeutung beigemessen wer
den.
4.3
In somatischer Hinsicht
erachteten
die
Sachverständigen
der Klinik
C._
im Begutachtungszeitpunkt (April 2011) eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit
, welche initial nur selten wiederholte
Kniebeugen
erfordert, im Rahmen eines Vollzeitpensums mit 25%iger Leistungseinbusse als zumutbar (vgl. E. 3.3 hier
vor).
Auch
mit dieser Einschätzung
erfolgte in der Beschwerdeschrift keine A
us
einander
setzung
.
Zur Begründung i
hre
s
Standpunkt
es
, wonach
ihr
lediglich
eine Präsenz von 75
% zumutbar sei und
zusätzlich ein erhöhter
Pausenbedarf
be
stehe
,
verwies
d
ie
Beschwerdeführerin
auf die Berichte
von Dr.
A._
vom 27. Januar und 14. Mai 2012 (
vgl.
E. 3.6.1 und 3.6.2
hiervor
).
Dabei
verkannte sie indes
, d
ass der behandelnde Rheumatolog
e wiederholt auf das Gutachten der Klinik
C._
vom 13. April 2011 verwies und
dabei
klar zum Ausdruck brachte, dass er der darin geäusserten
Einschätzung
beipflichtete
.
Soweit
er
das berufliche Leistungsvermögen
seinerzeit
auf „weniger als 75 %“
veranschlagte
, fehlt es
an einer Begründung
für
diese pessimistischere Beurteilung
.
Es
handelt
sich wohl
um eine initiale Fehlinterpretation der gutachterlichen
Arbeitsfähig
keitse
inschätzung
, indem er
damals
nicht
erkannte
, dass
die von den Gutach
tern
der Klinik
C._
attestierte 75%ige Leistungsfähigkeit dem erhöhten
Pau
senbedarf
von zwei Stunden täglich (was bei einer Arbeitszeit von acht Stunden pro Tag 25 % entspricht)
bereits Rechnung trägt.
In dem in der
beschwerdefüh
rerischen
Argumentation ebenfalls
ausgeblendeten
Bericht vom 22. Juli 2013
(Urk. 9/62/7-11) bezifferte Dr.
A._
die Arbeits- respektive Leistungsfähigkeit
jedenfalls
rückwirkend ab 1. Oktober 2010
mit 75 %, dies zu realisieren über den ganzen Tag verteilt mit vermehrten Pausen (S
. 2 oben, S. 3 Ziff. 1.6 und 1.7, S. 4 Ziff. 1.9, vgl. auch Zumutbarkeitsangaben auf S. 5).
In den Akten sind keine Anhaltspunkte greifbar, welche für das Vorliegen einer weitergehenden somatischen Einschränkung
im massgebenden Zeitraum (vgl. E. 4.1 hiervor)
sprächen.
Insbesondere fehlen auch Hinweise auf eine im Nachgang zur Begut
achtung in der Klinik
C._
vom April 2011 eingetretene
relevante
Ver
schlechterung des körperlichen Gesundheitszustandes.
Hingegen
ist zu
beachten
, dass
das
reduzierte
Leistungsvermögen
mit einem erhöhten Pausenbedarf begründet wurde, welcher
insbesondere
auf eine im Zuge der Schwangerschaft in Erscheinung getretene
Dekonditionierung
z
urück
zuführen is
t.
Diesbezüglich i
st darauf hinzuweisen, dass ein
dekonditionierter
Zustand bei der Beurteilung der Invalidität, welche definitionsgemäss
eine ge
wisse Dauerhaftigkeit voraussetzt
(vgl. E. 1.1 hiervor), an sich ausser Acht zu lassen ist, da er
mit einer zumutbaren Willensanstrengung
innert wenige
r
Wo
chen
verbessert werden kann (Urteil des
Bundesgerichts I
884/05 vom 15.
März 2006 E.
2.2).
Letzteres
trifft auch
auf die Beschwerdeführerin zu, welche nach
einhelliger Auffassung der
mit ihr befassten
(Fach-)
Ärzte
ihre körperlichen Vo
raussetzungen
durch gezieltes Training und intensivierte rehabilitative Mass
nahmen
verbessern
kann
(
vgl. insbesondere
Urk. 9/25/5-8 S. 4)
.
Auch als zwei
fache Mutter ist sie in Nachachtung der ihr obliegenden
Schadenminderungs
pflicht
gehalten, die erforderlichen therapeutischen Massnahmen zur Behebung der
Dekonditionierung
zu ergreifen.
Angesichts dessen, dass keine schwerwie
gende Erkrankung vorliegt (Urk. 9/25/2-4 S. 3 oben), dürfte damit die Arbeits- und Leistungsfähigkeit
prompt
wesentlich gesteigert, wenn nicht gar vollständig wiederhergestellt werden können.
Allerdings wird, wie
aus den
nachstehenden
Erwägungen erhellt,
selbst bei Annahme einer
bloss 75%igen
Leistungsfähigkeit
der für den Rentenanspruch vorausgesetzte
Invaliditätsgrad von 40 %
nicht er
reicht.
4.4
Es ist nicht ersichtlich und wurde auch von der Beschwerdeführerin nicht dar
getan, inwiefern v
on weite
ren medizinischen Abklärungen
ein
entscheidrele
vanter
Aufschluss zu erwarten ist. Entsprechend ist im Sinne
einer antizipierten Beweiswürdigung davon abzusehen
(BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 157 E.
1d).
5.
5.1
Uneins sind sich die Parteien
sodann
hinsichtlich der Statusfrage
und damit verbunden
der
Frage
nach
der anwendbaren Invaliditätsbemessung
smethode
. Wie es sich
damit
tatsächlich verhält,
braucht nicht abschliessend beantwortet zu werden
, denn selbst wenn
– ohne nähere Prüfung der
Berechtigung
–
mit der
Beschwerdeführerin von einer
Qualifikation als
Vollerwerbstätig
e
ausgegangen
und demzufolge die Invalidität anhand der allgemeinen Methode des
Einkom
mensvergleichs
(vgl. E. 1.
4
.1 hiervor)
wird, resultiert kein
rentenbegründender Invaliditätsgrad, wie sich aus dem Nachfolgenden ergibt.
5.2
5.2.1
Gemäss
Angaben der
Z._
GmbH
(
Arbeitgeberfragebo
gen
vom 23. November 2010, Urk. 9/7/1-5 S. 3 Ziff. 2.11)
hätte die Beschwer
deführerin im Jahr 2010
Fr. 50‘700.--
(Fr.
3‘900.--
x 13) verdient.
Gestützt da
rauf resultiert
für das
massgebliche
Jahr 2011
(
potenzieller
Rentenbeginn)
unter Berücksichtigung der geschlechterspez
ifischen Nominallohnentwicklung
(vgl. Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-201
4; abrufbar unter
http://www.bfs.admin.ch/
bfs/
portal
/de/
index
/
themen
/03/04/blank/
data
/02.html
)
ein
Valideneinkommen
von
Fr. 51‘191.50 (Fr.
50‘700.--
: 2579 [Index 2010] x 2604 [Index 2011]).
5.2.2
Da die Beschwerdeführerin keine ihr zumutbare Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, sind zur Ermittlung des Invalideneinkommens die
LSE-
Tabellenlöhne
he
r
anzuziehen
(vgl. E. 1.
4
.3 hiervor)
.
Dabei erweist es sich als
sachgerecht
, auf den nicht nach Branchen differenzierten standardisierten monatlichen Brutto
lohn (Zentralwert) für weibliche Arbeitskräfte an Arbeitsplätzen des niedrigsten
An
forderungsniveaus
im pr
ivaten Sektor von monatlich Fr.
4'225.-- (LSE 2010, T
abelle TA1, Total, Anforderungsniveau 4, Frauen)
abzustellen, wie dies auch die Beschwerdegegnerin getan hat (vgl. Urk. 8 S. 2 Ziff. 4, Urk. 9/67
) und
be
schwerdeweise
nicht moniert wurde.
Unter Berücksichtigung der
betriebsübli
chen
Arbeitszeit von 41.7 St
unden pro Woche (vgl. Tabelle B
9.2, Total, in:
Die Volkswirtschaft 3-4/2015 S.
88) und der geschlechterspezifischen
Nominallohn
entwicklung
(vgl. vorstehend)
ergibt sich für das massgeben
de Jahr 2011 ein Betrag von Fr. 53‘367.10 (Fr.
4'225.-- :
40 x 41.7 x 12 : 2579
[Index 2010]
x 2604
[Index 2011]
)
bei einem
Vollzeitpensum und von Fr. 40‘025.35
bei einer Leistungsfähigkeit von
75
%.
Soweit die Be
schwerdeführerin befürchtet, si
e
könne das durchschnittliche Lohn
niveau einer gesunden Mitarbeiterin nicht erreichen, und einen 15%igen Abzug vom Tabellenlohn verlangt, ist festzuhalten, dass
im Totalwert über alle Branchen im Anforderungsniveau 4 genügend Stellen enthalten
sind
, welche körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten beinhalten und
der Beschwer
deführerin
in somatischer Hinsicht
zumutbar sind.
Eine relevante psychische Einschränkung liegt nicht vor.
Folglich drängt sich wegen leidensbedingten Einschränkungen kei
n Abzug auf.
D
er Umstand, dass eine grundsätzlich vollzeitlich arbeitsfähige versicherte Per
son krankheitsbedingt lediglich reduziert leistungsfähig ist, rechtfertigt keinen über die Berücksichtigung der eingeschränkten Leistungsfähigkeit und damit des Rendements hinausgehenden Abzug (Urteil
des Bundesgerichts
8C_20/2012 vom 4.
April 2012 E.
3.2 u
nd
3.3). Bei teilzeitlich beschäftigten Frauen ist unter dem Titel Beschäftigungsgrad ebenfalls kein leidens- oder
behinderungsbe
dingter
Abzug vom auf tabellarischer Grundlage ermittelten
Invalideneinkom
men
vorzunehmen, weil sie anders als Männer bei praktisch allen nach Be
schäftigungsgrad und Anforderungsniveau differenzierten Konstellationen hö
here Lohnansätze als vollzeitlich
A
ngestellte erreichen (SVR 2012 IV N
r. 17 S.
78,
Bundesgerichtsurteil
8C_379/2011 E. 4.2.2 u
nd
4.2.3; zum Ganzen vgl. Urteil
des Bundesgerichts 8C_503/2012 vom 3.
August 2012 E. 7).
Schliesslich sind auch die übrigen Merkmale, welche nach der Rechtsprechung einen Abzug rechtfertigen könnten (vgl. E. 1.
4
.3 hiervor), nicht erfüllt.
Damit ist
von einem Invalideneinkommen
in der Höhe
von jedenfalls
Fr. 40‘025.35
auszugehen
.
5.2.3
Bei Gegenüberstellung dieser Vergleichseinkommen
resultiert eine
Erwerbsein
busse
von Fr.
11‘166.15, was einem
rentenausschliessenden
Invaliditätsgrad von gerundet 22 %
entspricht
(zur Run
dung vgl. BGE 130 V 121 E.
3.2)
.
6.
Damit erweist sich die angefochtene Verfügung
vom 15. Mai 2014
(Urk. 2)
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7
.
Nach Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig, wobei die Kosten nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt werden.
Entsprechend dem
Verfahrensausgang
sind die ermessensweise auf Fr.
7
00.-- festzusetzenden Ge
richtskosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.