Decision ID: 07918b4d-6d9e-447a-9625-2915280694a5
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1970
,
war ab
1.
Juli 2017 als Aussendienstmitarbeiterin
bei der
Y._
GmbH
tätig (
Urk.
6/19). Im August 2017 wurde bei ihr ein Brust
krebs diagnostiziert (
Urk.
6/5
,
Urk.
6/23
).
Am
7.
Februar 2018 meldete sie sich
unter Hinweis auf diese Erkrankung
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
zum Leistungsbezug (berufliche Integration, Invaliden
rente) an (
Urk.
6/11). Diese tätigte erwerbliche und medizinische A
bklärungen,
zog
(wiederholt)
die Akten des Krankentaggeldversicherers bei
und veranlasste
das polydiszip
linäre (
Allgemeine Innere Medizin/Neurologie/
Gynäkologie/
Neuropsychologie/
Psychiatrie) Gutachten der
Z._
AG, MEDAS
A._
, vom
2
1.
September 2020 (
Urk.
6/94;
Urk.
6/19,
Urk.
6/21,
Urk.
6/23,
Urk.
6/28,
Urk.
6/31,
Urk.
6/33-35,
Urk.
6/37-38,
Urk.
6/41,
Urk.
6/56,
Urk.
6/64
,
Urk.
6/70,
Urk.
6/74-77).
Mit Vorbescheid vom 1
3.
Oktober 2020 kündigte sie die Abweisung des Leistungsbegehrens an (
Urk.
6/97)
,
wogegen die Versicherte unter Beilage eines ärztlichen Berichts (
Urk.
6/105) Einwand erhob
(
Urk.
6/98+101,
Urk.
6/106). Mit Verfügung vom 2
0.
Dezember 2021 wies
die IV-Stelle
wie vorbeschieden das Leistungsbegehren ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X._
mit Eingabe vom 3
1.
Januar 2022 Beschwerde erheben und beantragen, ihr seien die gesetzlichen Leistungen zu gewähren, ins
besondere Rentenleistungen (
Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in der Beschwerdeantwort vom
7.
März 2022 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), was der
Beschwerdeführer
in
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7, vgl. auch
Urk.
8-10).
Mit Eingabe vom 2
0.
Juni 2022 liess sich die Beschwerdeführerin nochmals verlauten (
Urk.
11).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. De
zember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
tei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderer
seits
-
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundes
gerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines renten
begründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrund
lage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchs
frei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben die Beweise frei, das
heisst
ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss
zu würdigen.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Zudem muss der Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen ver
fügen. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 1
0.
Juni 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erklärte zur Begründung ihres Entscheids im Wesent
lichen (
Urk.
2),
aus dem
Z._
-Gutachten ergebe sich, dass die Beschwerdefüh
rerin
unter einer leichtgradigen depressiven Episode
leide
. Eine solche sei per Definition nicht invalidisierend. Die Krebserkrankung habe nur vorübergehend eine Arbeitsunfähigkeit ausgelöst.
Das Leistungsbegehren sei deshalb abzuweisen.
2.2
Die Beschwerdeführerin liess dagegen im Wese
ntlichen einwenden (
Urk.
1),
das
Z._
-Gutachten sei nicht beweiskräftig.
Es sei unter Verletzung der Zuteilungsvorschriften zustande gekommen.
Im Gutachten
werde aufgrund einer leichtgradigen depressiven Episode eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit von 20
%
attestiert. Eine
Indikatorenprüfung
enthalte es jedoch nicht und genüge daher schon deshalb den bundesgerichtlichen Anforderungen nicht. Sie
, die Beschwerdeführerin,
leide an einer persistierenden Erschöpfungssymptomatik. Die Ärzte des Universitätsspitals
B._
hätten die Diagnose einer Cancer-
related
F
atigue
gestellt. Mit dieser auf der Hand liegenden Diagnose hätten sich die
Z._
-Gutachter nicht beziehungsweise nicht hinreichend auseinanderge
setzt.
Bei der Begutachtung sei kein Onkologe beteiligt gewesen, was aber notwendig gewesen wäre.
Im Weiteren sei sie insbesondere mit Tamoxifen behandelt worden. Dieses Medikament verursache die Art von Einschränkungen und Beschwerden, unter welchen sie leide.
Darauf werde im Gutachten
nicht eingegangen. Schliesslich erweise sich die im Gutachten enthaltene Konsens
beurteilung als Farce, weil sie auch vom Neurochirurgen Prof.
Dr.
med.
C._
unterzeichnet worden sei, obschon dieser an der Begutachtung gar nicht mitge
wirkt habe.
Soweit der RAD-Arzt
Dr.
med.
D._
das
Z._
-Gutachten als beweiswertig beurteile, sei festzuhalten, dass ihm als Facharzt für Neurologie die hierfür notwendige Fachkompetenz abgehe.
Aufgrund der Berichte der behan
delnden Ärzte sei eine seit August 2017 durchgehende volle Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen.
3.
3.1
Die Ärzte des
Universitätsspitals B._
,
Klinik für G
ynäkologie, diagnostizierten
im Bericht vom 1
1.
August 2017
(1
.
) ein
duktales
Mammakarzinom
rechts
periareolär
bei 2-3 Uhr
(2
.)
eine
paraureth
r
ale
plattenepitheliale
Zyste rechts
posterior
und (3.) ein
en
Status nach vier
Spontangeburten. Nach operativer Segmentresektion der
Mamma rechts
am
1
1.
August 2017 wurde eine
adjuvante
Chemotherapie in die Wege geleitet (
Urk.
6/
21/
18-19, vgl. auch
Urk.
6/5/1). Eine Arbeitsunfähigkeit wurde bis auf Weiteres attestiert (vgl.
Urk.
6/21/17,
Urk.
6/21/19).
3.2
Die Ärzte des
Universitätsspitals B._
,
Klinik für
Konsiliarpsychiatrie
und Psychosomatik,
stellten im Bericht vom 1
3.
April
2018 die Diagnose
einer Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt bei onkologischer Erkrankung (ICD-10 F43.22).
Sie führten aus,
ihnen sei die Beschwerdeführer
in
wegen Zukunftsängsten,
Vertrau
ensverlust in den eigenen Körper
und einer Belastung durch ein
Fatigue
-Syndrom zugewiesen worden. Die Beschwerdeführer
in habe mit den Folgen der Erkrankung und den Therapien zu kämpfen. Sie
klage
über Parästhesien an Hände
n
und Füsse
n
.
Sie sei sehr müde, vergesse viel, habe Blackouts und könne sich schlecht konzentrieren.
Seit August habe sie kein Geschmacksempfinden mehr.
Die Ärzte bestätigten, dass sich im Rahmen der Exploration gelegentlich Gedächtnislücken (Blackouts) gezeigt hätten. Ansonsten sei das Denken formal
und inha
ltlich geordnet, d
ie Aufmerksamkeit und Kon
zentration
unauffällig
gewesen
. Zur diagnostischen Beurteilung erklärten sie,
vor dem Hintergrund der onkologischen Erkrankung und des psychopathologischen Befunds lasse sich das affektive Zustandsbild im Zuge der Krankheitsverarbeitung als Anpassungsstörung mit Angst und D
epression interpretieren (
Urk.
6/34, vgl. auch
Urk.
6/23
)
. Im Bericht vom 2
9.
September 2018 wiesen die nämlichen Ärzte darauf
hin, dass die Konsultationen
alle drei Monate stattfänden. Als Diagnosen nannten sie eine Anpassungsstörung mit depressiver Symptomatik (ICD-10 F43.22) sowie
ein
Fatigue
-Syndrom. Sie bejahten
eine Belastbarkeit für Wiedereingliederungsmass
nahmen im Umfang von mindestens
zwei Stunden pro Tag
, konnten aber keine Aussagen zum genauen Umfang machen (
Urk.
6/28).
Im Bericht vom 1
9.
Dezem
ber 2018 präzisierten sie die gestellten Diagnosen insofern, als sie
das
Fatigue
-Syndrom als
C
ancer-
related
Fatigue
qualifizierten
(
Urk.
6/41).
3.3
Die Ärzte des
Universitätsspitals B._
,
Klinik für
Gynäkologie
, hielten im Bericht vom 3
0.
Oktober 2018 ein Mammakarzinom (gemeint wohl: ein Status nach Ma
mmakarzinom) eine Chemotherapie-
assoziierte
Fatigue
, eine Polyneuropathie und eine Anpas
sungsstörung fest. Der Gesundheitszustand habe sich leicht gebessert. Die Kontrollen würden alle drei Monate stattfinden. Die Ärzte bescheinigten eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit, quantifizierten diese aber nicht (
Urk.
6/31).
Im Bericht vom 1
6.
Juli 2019 erklärten sie
, dass keine Anhaltspunkte für ein Rez
i
div oder ein Zweitkarzinom bestünden. Aus gynäkologischer Sicht bestehe ein guter Verlauf. Eine Arbeitsaufnahme sei denkbar. Zum Umfang der Arbeitsfähigkeit äusserten sie sich
indessen nicht (
Urk.
6/56).
3.4
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Neurologie, diagnostizierte im Bericht vom 1
4.
August 2019 ein Karpaltunnelsyndrom
beidseits (Erstmanifestation 2018
), eine leichte distal-symmetrische sensible
PNP toxischer Genese (mit geringer Hypästhesie an Fingerspitzen und Zehen, nach Chemotherapie), ein
en
Status nach Mammaka
rzinom rechts (Erstdiagnose 2017
), eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion sowie
eine
Cancer-
related
Fatigue
(übernommene Diagnose) sowie kognitive Störungen mit Gedächtnis und Konzentrationsstörun
gen, vermutlich im Rahmen einer Anpassungsstörung. Die Beschwerdeführerin gebe an, dass sie seit der Chemotherapie Taubheitsgefühle in den Händen und
F
üsse habe. Die letzte Chemotherapie habe sie im April 2018 erhalten.
Klinisch und neurographisch liessen sich die Beschwerden an den Händen eindeutig auf das Karpaltunnelsyndrom zurückführen mit Manifestation durch die chemo
therapeutische Behandlung. Da die Beschwerdeführerin verspätet zum Termin erschienen sei, habe bei vermutlich vorliegende
r
toxischer sensibler PNP keine Neurographie der Beinnerven durchgeführt werden können. Vor allem das Medikament
Paclitaxel
(Taxol) habe eine hohe neurotoxische Wirkung. Moto
rische Ausfälle der Beine seien nicht nachweisbar. Die von der Beschwerdeführe
rin geschilderten Gedächtnis- und Konzentration
sstörungen seien
am ehesten durch die Anpassungsstörung beziehungsweise eine depressive Entwicklung erklärbar (
Urk.
6/64).
3.5
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
diagnostizierte im Bericht vom 2
8.
Oktober 2019 eine Anpassungsstörung mit depressiver Reak
tion (F42.3), einen Verdac
ht auf eine C
ancer-
related
Fatigue
, ein
en
Status nach Mammakarzinom rechts, ein Karpaltunnelsyndrom beidseits, eine leichte distal-sym
metrische PNP toxischer Genese und
einen Verdacht auf kognitive Störung mit Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen (Differenzi
aldiagnose unklar). Er
attestierte eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 80
%
(
Urk.
6/70).
3.6
Auf Zuweisung von
Dr.
E._
hin erfolgte bei
Dr.
med.
G._
, Verhaltens
neurologin, und
l
ic
. phil.
H._
, Neuropsychologin/Psychologin, am 2
9.
November 2019 eine verhaltensneurologische-neuropsychologische Unter
suchung. Diese ergab eine leicht
- bis mittelgradige
Funktionsstörung
, die im Rahmen der vordiagnostizierten affektpathologischen Symptomatik sowie der Cancer-
related
Fatigue
als gut erklärbar beurteilt wurde.
Differentialdiagnostisch wurde eine diskrete Befundaggravation durch die
Fremdsprachigkeit
als möglich erachtet. Aus rein neurokognitiver Sicht wurde eine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit von 30 bis 50
%
bescheinigt
(
Urk.
6/77).
3.7
Die Gutachter der
Z._
AG nannten in ihrem Gutachten vom 2
1.
September 2020 als Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
6/94/11-12)
:
•
leichtgradig depressive Episode im Rahmen einer depressiven Entwicklung (ICD-10 F32.01)
Keine
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit massen sie
folgenden Diagnosen zu:
•
zwei Schilddrüsenknoten links, Erstdiagnose 01/2018, FNP: benigne
•
Nikotinabusus,
kum
. 34
py
•
Spannungs
typ
kopfschmerzen
•
leichtes Carpaltunnelsyndrom beidseits
•
Riechstörung, am ehesten Chemotherapie-bedingt
•
Duktales
Mammakarzinom rechts
periareolär
bei 2-3 Uhr
•
3
1.
Juli 2017 Mammographie
•
Segmentresekt
i
on Mamma rechts
bei 2h mittels
periareoläre
Mastoplexie
,
onkoplastische
Rekonstruktion und
Sentinellymphono
dektomie
(
Dr.
I._
) am
9.
August 2017
•
2
3.
August 2017 PET-CT: in erster Linie postoperative Veränderung Mamma rechts sowie
Serom
axillar rechts nach
Lymphknotendissek
tion
. Zwei nicht pathologisch vergrösserte, zum Teil schwach metabolische aktive Lymphknoten
axilläres
Level rechts
I, DD post
operativ
, DD Metastasen möglich. Ansonsten kein Hinweis auf anderweitige Metastasen
.
•
August 2017 bis Januar 2018 Chemotherapie mit 4xAC, 12xTaxol
•
Februar 2018 Start
Femara
•
5.
März 201
8
bis
9.
Mai 2018 Perkutane
adjuvante
Radiotherapie der Mamma rechts
•
Fatigue
-Symptomatik (
pharmakogen
)
•
Paraurethrale
p
lattenepitheliale
Zyste rechts
posterior
•
MRI Becken vom
7.
August 2017: Verdacht auf
Urethraldivertikel
rechts
posterior
, DD
Gartner
gang
zyste
•
Bio
ps
ie
paurarethral
: keine Malignität
•
Status nach vier Spontangeburten
•
Belastungsinkontinenz
•
Descensus
urogentalis
Die
internistische
Gutachterin
hielt fest, auf dem allgemein-internistischen Fachgebiet ergäben sich keine IV-relevanten Diagnosen oder entsprechende Funktionseinschränkung
en
. Die Tumorerkrankung selbst scheine nach Angaben der Beschwerdeführerin und gemäss Akten
rezidivfrei
zu sein
.
Die Beschwerde
führerin
klage
über Geschmacks- und Riechstörungen, Ameisenlaufen in den Fingern und Zehen, Gelenkschmerzen, ein Carpaltunnelsyndrom, psychische Störungen und Schlafstörungen. Ob die beklagte Beschwerdesymptomatik als Nebenwirkung der Chemotherapie, einer vielleicht etablierten Therapie mit einem
Aromatashemmer
, eines in den Akt
en geäusserten Verdachts einer C
ancer-
related
Fatigue
oder eine
r ebenfalls diskutierten depressiven Erkrankung
zu interpretie
ren
sei, sei nicht aus internistischer Sicht zu beurteilen
(
Urk.
6/94/56-57).
D
er neu
rologische Teilgutachter erklärte
, dass die Beschwerdeführerin aus neuro
logischer Sicht voll arbeitsfähig sei. Was die Gefühlsstörungen an beiden Händen anbelange, hätten die bisherigen Abklärungen Hinweise auf ein leichtgradig ausgeprägtes Carpaltunnelsyndrom ergeben. Die klinische Symptomatik sei jedoch aufgrund der ungenauen Angaben der Beschwerdeführer
in
nicht eindeutig zuordenbar. Möglich erscheine auch eine polyneuropathische Symptomatik aufgrund der Chemotherapie, obschon sich an den Füssen hierzu klinisch kein hinreichender Anhalt ergebe.
Des Weiteren gebe die Beschwerdeführerin Riech
störungen an, was vor dem Hintergrund der Chemotherapie gut nachvollziehbar sei (
Urk.
6/94/73)
.
Die gynäkologische Teilgutachterin attestierte der Beschwerdeführerin gestützt auf die Untersuchungsbefunde eine volle Arbeitsfähigkeit aus gynäkologischer Sicht, wies aber darauf hin, dass die Gedächtnisstörungen die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Aussendienstmitarbeiterin beeinträchtigen könnten (
Urk.
6/94/98).
Die
neuropsychologische Teilgutachterin führte aus, im Rahmen der neuropsy
chologischen Untersuchung seien drei verschiedene Verfahren zur Beschwerde
validierung durchgeführt worden. Auf dieser Grundlage seien wiederholt negative Antwortverzerrungen objektiviert worden. Das Leistungsverhalten sei daher als nicht authentisch zu werten und die Testergebnisse würden
keine verwertbaren Aussagen
zur Überprüfung der kognitiven Funktionen
liefern. Bei
Vorliegen eines nicht authentischen Leistungsverhalte
ns sei
das Ausmass der diagnostisch festgestellten Leistungseinbussen in Frage zu stellen. Folglich besitze auch die von
lic
.
phil.
H._
und
Dr.
G._
durchgeführte neuropsychologische Untersuchung vom 2
9.
November 2019 nur geringe Aussagekraft. Auf der Grund
lage der eigenen Befunderhebung könne keine positive Aussage dazu gemacht werden, ob eine krankheitsbezogene kognitive Funktionsstörung vorliege. Einige der geltend gemachten Beschwerden liessen sich widerlegen. Positiv belegbar und überwiegend wahrscheinlich seien negative Antwortverzerrungen von Seiten der Beschwerdeführerin.
Es sei zwar überwiegend wahrscheinlich davon auszugehen, dass eine krankheitswertige
kognitive S
törung
vorhanden sei, aufgrund der eingeschränkten Mitwirkung der Beschwerdeführerin
lasse sich
jedoch
das Ausmass des tatsächlichen Ausfallsmusters nicht abschätzen (
Urk.
6/115-118).
Der psychiatrische
Gutachter
hielt fest,
im Rahmen der Untersuchung
habe
sich keine Beeinträchtigung der Bewusstseinsklarheit gezeigt. Die Beschwerdeführerin sei in allen Qualitäten (Ort, Zeit, Person und Situation)
voll orientiert
gewesen
. Sie habe die
Aufme
rksamkeit
für die Dauer des Gesprächs durchgehend
aufrecht erhalten
können, dies bei subjektiv erlebter Konzentrationsminderung und Alltagsvergesslichkeit. Das Langzeitgedächtnis habe sich klinisch als unauffällig erwiesen. Die Beschwerdeführerin habe mit vernehmlicher Stimme gesprochen, deutlich artikuliert, mit leicht viskösem Redefluss. Die persönliche Geschichte habe sie nachfühlbar zum Ausdruck gebracht
(
Urk.
6/94/139-140)
.
Als Haupt
symptom habe
eine leichtgradig depressive Verstimmung (leicht gedrückte, ängstlich-besorgte Stimmung sowie eine vermehrte Erschöpfbarkeit im Sinne einer lei
chten Antriebsminderung) vorgelegen
. Als sogenannte Zusatzsymptome seien ein vermindertes Selbstwertgefühl und Insuff
izienzgefühle und als «soma
tische Symptome» eine leichte Antriebsminderung, Schlafstörungen sowie ein Morgentief
eruierbar
gewesen. Den Berichten des
Universitätsspitals B._
,
Klinik für
Konsiliarpsy
chiatrie
und Psychosomatik
, und des behandelnden Psychiater
s
Dr.
F._
sei die Diagnose einer Anpassungsstörung zu entnehmen. Eine Anpassungsstörung sei definiert als eine leichtgradige, vorübergehende Störung. Aus rein psychiat
rischer Sicht könne deshalb eine langandauernde volle Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollzogen werden. Angesichts des Zeitkriteriums sei nun zum Un
ter
suchungszeitpunkt die
Diagnose einer Anpassungsstörung nicht mehr zu stellen. Zu bevorzugen sei die Diagnose einer leichten depressiven E
pisode.
Eine
schwergradige
depressive Symptomatik könne nicht festgestellt werden, Damit wäre auch das von der Beschwerdeführerin geschilderte Aktivitätsniveau (Tages
ablauf)
nicht in Einklang zu bringen
(
Urk.
6/94/144).
Das Ergebnis des neuropsy
chologischen Teilgutachtens lasse sich durch die vorliegende leichtgradige depressive Symptomatik nicht erklären. Aus psychiatrischer Sicht sei eine valide Beurteilung möglich (
Urk.
6/94/146).
Aufgrund der leichtgradig depressiven Symptomatik sei von einer Leistungsminderung von 20
%
bei einer zumutbaren ganztägigen Präsenz auszugehen (
Urk.
6/94/148+150).
Die Gutachter attestierten in der Gesamtbeurteilung a
ufgrund der
psychiatrischen Diagnose einer leichtgradig depressive
n Episode eine Einschränkung
der A
rbeits
fähigkeit von 20
%
in der
angestammte
n
Tätigkeit als Aussend
ienstmitarbeiter
i
n sowie in einer
Verweistätigkeit (
Urk.
6/94/14-15). Zum Verlauf der Arbeitsfähig
keit hielten sie fest, dass eine retrospektiv
e Beurteilung schwierig sei. Die
bescheinigte
Arbeitsfähigkeit in
der bisherigen Tätigkeit habe
ab dem Unter
suchungsdatum, also ab August 2020
(
Urk.
6/94/5), die
Arbeitsfähigkeit in
einer Verweistätigkeit
ab Januar 2018
Gültigkeit (
Urk.
6/94/15-16). Die Gutachter
betonten jedoch, dass aufgrund der mangelnden Mitwirkung der Beschwerde
führerin im Rahmen der neuropsychologischen Begutachtung die Testergebnisse nicht verwertbar gewesen seien. Es habe deshalb nicht abschliessend abgeklärt werden können, ob allenfalls kognitive Defizite bestünden, die eine
höhergradige
Arbeitsunfähigkeit zur Folge hätten (
Urk.
6/94/12+16).
3.8
Im (im
Einwandverfahren
eingereichten) Bericht vom 2
4.
Februar 2021 diagnos
tizierten die Ärzte des
Universitätsspitals B._
,
Klinik für
Konsiliarpsychiatr
i
e
und Psychosomatik, eine Cancer-
related
Fatigue
und eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1). Dazu hielten sie fest, bei der Beschwerdeführerin lasse sich seit 2018 mit dem Beginn der Chemotherapie eine persistierende Erschöpfungssymptomatik eruieren, begleitet von Schmerzen in den Händen und Füssen, ausgeprägten Sorgen und eine
r
depressive
n
Symptomatik seit ein paar Monaten. Für das chronische Müdigkeitssyndrom beziehungsweis
e die Neurasthenie spräche die wiederkehrende körperliche Erschöpfung und damit verbunden die substantiell beeinträchtigte
Fähigkeit, alltägliche, soziale, berufliche und private Angelegen
heiten oder Aktivitäten zu
absolvieren
. Die Kriterien für ein
Chronic
Fatigue
Syndrom respektive eine
myalgische
Enzephalomyelitis
seien derzeit nicht hinreichend erfüllt.
Das erstmalige Auftreten der Symptomatik im Rahmen der Chemotherapie, die substantielle Einschränkung im Alltag und die initiale Beur
teilung im Ers
tgespräch vom 1
3.
April 2018, anlässlich
welchem die Kriterien für eine depressive Episode nicht als erfüllt gesehen worden seien, so dass die
Fatigue
nicht ausschliesslich durch eine psychische Störung habe erklärt werden können, sprächen am ehesten für eine Cancer
-
related
Fatigue
. Dies indizierten
auch die Auswertungsergebnisse im diagnostischen Interview nach Kiss. Zudem lasse sich nun
nebenbefundlich
eine mittelgradig
e depressive Episode feststellen. Im Rahmen der
Befunderhebung
wiesen die Ärzte
unter anderem darauf hin, dass subjektiv Konzentrationsstörunge
n bestünden, erklärten aber gleichzeitig
,
dass in der Untersuchungssituation keine Hinweise für manifeste Auffassungs-, Konzentrations
-
oder Gedächtnisstörungen vorgelegen hätten.
Zur Arbeits
fähigkeit hielten sie fest, dass die Konzentrationsstörungen und die
Fatigue
zu einer ausgeprägten Beeinträchtigung von Aktivitäten aus verschi
edenen Fähigkeits
bereichen führten
, so dass eine volle Arbeitsunfähigkeit für die früher ausgeübte Tätigkeit bestehe (
Urk.
6/105).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte ihren Entscheid im Wesentlichen auf das Gutachten der
Z._
A
G vom 2
1.
September 2020 (E. 3.7
;
Urk.
6/94) und ging in Übereinstimmung mit dem Gutachten von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus.
4.2
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_77/2021 vom 20. April 2021 E. 3 mit Hinweisen).
Vorliegend bestehen keine Indizien, welche gegen die Zuverlässigkeit des Gut
achtens der
Z._
AG vom 2
1.
September 2020
sprächen. Vielmehr beruht das Gutachten auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen, wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet, berück
sichtigt die geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander. Die Gutachter haben die medizinischen Zustände und Zusammenhänge zudem einleuchtend dargelegt und ihre Schluss
folgerungen nachvollziehbar begründet (vgl. E. 1.5).
Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt
, vermag nicht zu überzeugen.
4.3
Zunächst ist auf die formellen Rügen einzugehen. In diesem Zusammenhang macht die Beschwerdeführerin geltend
, dass
das Gutachten unter Verletzung der Zuteilungsvorschriften nach
Art.
72
bis
IVV zustande gekommen sei (
Urk.
1 S.
13 u.
15).
Diese Rüge ist unbegründet
. Aus den Akten ist ersichtlich, dass die
Vergabe des Gutachtens nach dem Zufallsprinzip erfolgte (
Urk.
6/82-83). Daran ändert nichts, dass der zuständigen Sachbearbeiterin
der Beschwerdegegnerin
im Rahmen der Auftragserteilung
insofern ein Fehler unterlief, als sie zunächst im System die Fachrichtung Neurochirurgie statt Neuropsychologie eingab, was dann im Nachhinein korrigiert werden musste (
Urk.
6/87).
Die Beschwerdeführerin bemerkt richtig
(
Urk.
1 S. 13)
, dass die Konsensbeurtei
lung auch von Prof.
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurochirurgie, unterzeichnet wurde
, der an der Begutachtung gar nicht mitgewirkt hatte (
Urk.
6/94/17
). Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin vermag dieser Umstand das Gutachten nicht in Frage zu stellen, fanden doch die auf umfassender Unter
suchung der Beschwerdeführerin fussenden und von den Untersuchern persönlich unterzeichneten Teilgutachten Eingang in die Konsensbeurteilung. Dass die interdisziplinäre Gesamtbeurteilung und deren Ergebnis mit den Teilgutachten nicht in Übereinstimmung stünde, macht die Beschwerdeführerin denn zu recht nicht geltend. Eine fehlende Unterschrift - oder wie hier von einem nicht beteiligten Experten - vermag mithin unter diesen Umständen keinen Mangel zu begründen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_114/2017 vom 21. August 2018
E. 7.2.1)
.
Nicht gefolgt werde
n kann der Beschwerdeführer
in
sodann
, soweit sie dem Gutachten die Beweiskraft abspricht, weil kein Onkologe beigezogen wurde (
Urk.
1 S. 7 f.). Rechtsprechungsgemäss entscheidet die Gutachterstelle
auf
Grund der konkreten Fragestellung und der erforderlichen Untersuchungen
abschliessend darüber,
welche Fachdisziplinen - neben den von der IV-Stelle gewünschten - im Einzelf
all zu begutachten sind
(BGE 139 V 349 E. 3.3., Urteil des Bundes
gerichts 9C_474/2013 vom 2
0.
Februar 2014 E. 5.2.1). Vorliegend erfolgte die Begutachtung in den Disziplinen Innere Medizin, Neurologie
, Gynäkologie, Neuropsychologie und
Psychiatrie. Der RAD-Arzt
Dr.
D._
hielt dafür
, es sei davon auszugehen, dass die gynäkologische Fachgutachterin die
sich stellenden Diagnostik
-
und
Therapi
efragen eines Mammakarzinoms
als
onkologisches Geschehen umfassend beurteilen könne (
Urk.
6/114/5). Dem ist beizupflichten.
Zum
Gutachten wurde seitens der Beschwerdegegnerin von RAD-Arzt
Dr.
D._
Stellung genommen
(vgl.
Urk.
6/114)
. Entgegen de
m Einwand der Beschwerde
führerin
begründe
t die Tatsache, dass
Dr.
D._
kein Facharzt für Psychiatrie
respektive Gynäkologie, sondern für Neurologie
ist, keine
n Anlass, seine Stellungnah
m
e in F
rage zu stellen, ist ein Arzt doch unabhängig von seiner Fachrichtung grundsätzlich in der Lage, die Kohärenz des Berichts eines Kollegen
zu
beurteilen (Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, IVG,
3.
Auflage, Zürich 2014,
Art.
59 N 5 mit Verweis auf das Urteil des Bundesgerichts 9C_149/2008 vom 2
7.
Oktober 2008 E. 3.2; ferner: Urteil des Bundesgerichts 9C_582/2020 vom
8.
September 2021 E. 3.3).
4.4
Als massgebend für die gutachterlich attestierte Einschränkung der Arbeitsfähig
keit von 20
%
erweist sich die
psychiatrische Diagnose einer leichtgradigen depressiven Episode im Rahmen einer depressiven Entwicklung.
In Bezug auf das psychiatrische Teilgutachten moniert die Beschwerdeführerin, dass keine respek
tive keine hinreichende
Indikatorenprüfung
erfolgt sei (
Urk.
1 S. 4 f.).
Dieser Vorwurf trifft nicht zu. Zum Komplex «Gesundheitsschädigung» legte der psychiatrische
G
utachter dar,
dass der Ausprägungsgrad der diagnoserelevanten Befunde im Untersuchungszeitpunkt als leichtgradig zu beurteilen sei. In Bezug auf einen Behandlungserfolg respektive -resistenz sei anzumerken, dass mit fortgeführter psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung mittlerweile eine deutliche Besserung des depressiven Zustandsbilds erreicht worden sei. Ange
sichts des leichtgradig ausgeprägte
n
psychische
n
Störungsbild
s
bestehe grund
sätzlich eine Eingliederungsfähigkeit. Wesentliche Eingliederungshemmnisse lägen nicht vor. Es bestehe eine Komorbidität zwischen der somatischen Erkran
kung und der leichten depressiven Störung. In Hinblick auf den Komplex «Persönlichkeit» sei zu bemerken, dass keine Persönlichkeitsstörung im engeren Sinne vorliege.
Betreffend
den sozialen Kontext bestünden keine schwerwiegen
den Beeinträchtigungen. Aus der Schilderung der Beschwerdeführerin sei auf ein
e
bloss leichte Beeinträchtigung
im
Tagesverlauf zu schliessen (Reisefähigkeit, regelmässige soziale Kontakte).
Zur Kategorie «Konsistenz» führte der
psychiat
rische G
utachter aus, es zeige sich keine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in vergleichbaren Lebensbereichen, bei einerseits leichten Einschränkungen im privaten Bereich und einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit im ber
uflichen Umfeld. Anamnestisch fi
nde sich ein relevanter Leidensdruck, was sich anhand der regelmässigen medizinischen Betreuung belegen lasse (
Urk.
6/94/
147-
148). D
amit wurde den normativen Vorgaben
(im Rahmen einer
Indikatorenprüfung
)
hinreichend
Rechnung getragen und die funktionellen Auswirkungen respektive die attestierte Einschränkung von 20
%
schlüssig
begründet
(vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
An dieser St
elle ist
daran zu erinnern, dass eine
leicht- bis mittelgradige depressive Störung ohne nennenswerte Interferen
zen durch psyc
hiatrische Komorbiditäten
sich im Allgemeinen nicht als schwere psychische Krankheit definieren
lässt
. Besteht dazu noch ein bedeutendes therapeutisches Potential,
was im Falle der Beschwerdeführerin bejaht wurde (
Urk.
6/94/151),
so ist insbesondere auch die Dauerhaftigkeit des Gesundh
eits
schadens in Frage gestellt.
Diesfalls
müssen gewichtige Gründe vorliegen, damit dennoch auf eine invalidisierende Erk
rankung geschlossen werden kann (BGE 148 V 49 E. 6.2.2, 143 V 409 E. 4.5.2). Solches wurde vorliegend nachvollziehbar verneint.
4.5
Die behandelnden Ärzte des
Universitätsspitals B._
,
Klinik für
Konsiliarpsychiatrie
und Psychoso
matik, stellten die Diagnose einer Cancer-
Fatigue
und attestierten im Bericht vom 2
4.
Februar 2021 primär gestützt darauf eine v
olle
Arbeitsunfähigkeit (E. 3.8
hiervor,
Urk.
6/105). Darauf beruft sich die Beschwerdeführerin und macht geltend, mit dieser Diagnose hätten sich die
Z._
-Gutachter nicht auseinan
dergesetzt (
Urk.
1 S. 6). Dazu i
st festzuhalten, dass die Gutachter
die Diagnose einer
Fatigue
-Symptomatik
(
pharmakogen
) stellten
(
Urk.
6/94/12). Damit inter
pretierten
sie die Symptomatik als eine Nebenwirkung der Medikamente. Zu einem
vergleichbaren Schluss waren
die Ärzte des
Universitätsspitals B._
,
Klinik für Gynäkologie,
gelangt,
die von einer Chemotherapie-
assozierten
Fatigue
sprachen (E. 3.
3
,
Urk.
6/56). Es trifft
jedoch
zu, dass
im Gutachten
die Diagnose einer Cancer-
related
Fatigu
e
nicht diskutiert wurde. Allerdings
setzten sich die Gutachter sehr wohl mit der Müdigkeit respektive der körperlichen Erschöpfung, mit welchen Symptomen die Ärzte des
Universitätsspitals B._
,
Klinik für
Konsiliarpsychiatrie
und P
sychosoma
tik
, ihre Diagnose eine
r
Cancer-
related
Fatigue
begründeten, auseinander.
Es besteht grundsätzlich keine Korrelation zwischen ärztlich gestellter Diagnose und Arbeitsunfähigkeit (BGE 140 V 193 E. 3.1 S. 195). Vielmehr ergibt sich letztere aus den vorhandenen - objektivierten oder plausibilisierten - Funktions
einschränkungen (vg
l. BGE 140 V 290 E. 3.3.1
;
Urteil des Bundesgerichts
9C_474/2017
vom
4.
Oktober 2017
E. 4.1)
. E
s ist daher nicht zu beanstanden
, dass die Gutachter die
geklagten
Funktionseinschr
änkungen, soweit fest
-
stellbar
,
diagnostisch der leichtgradigen depressiven Episode zuordneten
(
Urk.
9/94/140+144)
und gestützt auf den von ihnen erhobenen Befund eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
annahmen
.
Der
Bericht des
Universitätsspitals B._
,
Klinik für
Konsi
l
iarpsychiatrie
und Psychosomatik, vom 2
4.
Februar 2021
(
Urk.
6/105)
vermag diese Beurteilung nicht in Zweifel zu ziehen
. Für die darin
attestier
te volle Arbeitsunfähigkeit sind primär
die von der Beschwerdeführerin geklagten Konzentrationsstörungen
massgebend
. In
der Untersuchung vermochten die Klinikärzte
jedoch, wie übrigens die anderen Ärzte auch, keine Hinweise für manifeste Auffassungs-, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen finden. Ihre Einschätzung beruht damit
weit
gehend auf den subjektiven Angaben der Beschwerdeführer
in
. In diesem Zusammenhang fällt ins Gewicht, dass die
kogni
tiven Ress
ourcen respektive Defizite der Beschwerdeführer
in
im Rahmen der neuropsychologischen Begutachtung
aufgrund mangelnder Leistungsbereitschaft
nicht hinreichend
eruierba
r
waren
.
Es war der Beschwerdeführerin trotz der von ihr geklagten Erschöpfungssymptomatik
gegenteils
möglich, die Belastbarkeit und Daueraufmerksamkeit während der Untersuchung über 3 1⁄4 Stunden hinweg aufrecht zu erhalten (
Urk.
6/94/113).
4.6
Soweit die Beschwerdeführerin die von ihr geltend gemachten Beschwerden und Einschränkungen der Leistungsfähigkeit mit dem Medikament Tamoxifen begründet (
Urk.
1 S. 10 u. S. 12), übersieht sie, dass dieses Medikament vier bis zwei Wochen vor der Begutachtung abgesetzt
worden war
(
Urk.
6/94/69,
Urk.
6/94/91
). Auch im Bericht des
Universitätsspitals B._
,
Klinik für
Konsiliarpsychiatrie
und Psychosomatik
, vom 2
4.
Februar 2021 ist dieses Medikament nicht mehr aufge
listet (
Urk.
6/105/2).
Hingegen wird im Bericht de
s
Universitätsspitals B._
,
Klinik für Gynäkologie, vom 2
0.
Mai 2022 – bei im Wesentlichen unveränderten Befunden – die Abgabe von Tamoxifen erwähnt (
Urk.
12), was darauf schliessen lässt, dass im weiteren Verlauf dieses Medikament wieder verabreicht wurde.
Der gynäkologischen
Z._
-
G
utachterin war bekannt, dass die Beschwerdeführerin das Medikament Tamoxifen eingenommen respektive später wieder abgesetzt hatte (
Urk.
6/94/91).
D
ie
Z._
-Gutachter
- wie auch
die Ärzte des
Universitätsspitals B._
,
Klinik für Gynäkologie - gingen
von einer Medikamenten-
assozierten
Fatigue
aus, ohne jedoch konkret einen Zusammenhang zum Medikament Tamoxifen herzustellen.
Massgebend ist indessen
, dass die Gutachter dieser
Fatigue
alleine
keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit be
i
massen
(
Urk.
6/94/12
)
, sondern wie bereits dargelegt, im Rahmen der depressiven Erkrankung berücksichtigten (E. 4.5)
. Diese fachärztliche Einschätzung vermag die Beschwerdeführerin
(
respektive ihr R
echtsvertreter)
mit ihren
Ausführungen, die sie als Laie zu diesem Thema macht
(
Urk.
1 S. 10 ff.)
, nicht in Zweifel zu ziehen.
4.7
Zusammenfassend ist somit gestützt auf das
Gutachten der
Z._
AG vom 2
1.
September 2020
von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Diese Einschätzung hat in Bezug auf eine Verweistätigkeit ab Januar 2018 und in Bezug auf die bisherige Tätigkeit ab August 2020 Bestand
(E. 3.7 am Ende)
.
Es ist zwar nicht auszuschliessen, dass aus neuropsychologischer Sicht eine krankheitswer
tige Symptomatik besteht, die allenfalls eine weitergehende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründet. Aufgrund der Aggravation und den
gezeigten Inkon
sistenzen
im Rahmen der neuropsychologischen
Begutachtung liess sich
ein erhebliches krankhei
tsmässiges Geschehen nicht
mit ausreichender Wahrschein
lic
hkeit feststellen
. Diese Beweislosigkeit geht
zu Lasten der Beschwerdeführerin
(vgl. BGE 138 V 218 E. 6
; Urteil
des Bundesgerichts 9C_659/2017 vom 2
0.
Sep
tember 2018 E. 4.4).
5.
5.1
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothe
tischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invali
deneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungs
erlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174).
5.2
5.2.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
5.2.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (vgl. BGE 145 V 141 E. 5.2.1, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1; vgl. auch Art. 26 Abs. 1 IVV).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Recht
sprechung Tabellenlöhne gemäss LSE herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeit
punkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwen
den (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevi
sionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Wird das Invaliden
einkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnitt
lichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemäs
sem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc).
5.2.3
Sind indessen Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen, er
übrigt sich deren genaue Ermittlung.
Diesfalls
entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berück
sichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn. Dies stellt keinen «Prozentvergleich» dar, sondern eine rein rechnerische Vereinfachung (Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2017 vom 19. Juni 2017 E. 4 unter Hinweis auf Urteil 9C_675/2016 vom 18. April 2017 E. 3.2.1
).
5
.3
Nachdem die Beschwerdeführerin im August 2017 arbeitsunfähig geworden war und sich im Februar 2018
zum
Leistungsbezug angemeldet hat (
Urk.
6/11), ist der frühestmögliche Rentenbeginn im August
2018 (
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG,
Art.
29 IVG
).
Ab Januar 2018 bestand in einer Verweistätigkeit wieder eine Arbeitsfähigkeit von 80
%
, jedoch noch keine Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit. Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit von 80
%
ist ab August 2020 anzunehmen. Der Invaliditätsgrad ist bis zu diesem Zeitpunkt gestützt auf
den allgemeinen Einkommensvergleich zu berechnen. Ab diesem Zeitpunkt entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn.
5.4
Im Rahmen des allgemeinen Einkommensvergleich
s
ist gestützt a
uf die Angaben der Arbeitgeberin
von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
54'799.--
(
Fr.
4'500.--
x 12
x
108.2 :
109.8;
unter
Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung [Bundesamt f
ür Statistik, Nominallohnindex
,
Frauen, Tabelle T1.2.10, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen
;
Urk.
6/19/5
)
auszugehen
.
Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens
sind die Tabellenlöhne
gemäss LSE
heranzuziehen
(BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1)
, konkret auf die LSE 201
8.
Gemäss Tabelle TA1 beläuft sich der Bruttolohn für Frauen beim Kompetenzniveau 1 (einfache Tätigkeiten) auf der Bas
is des Total
wertes auf
Fr.
4'371
.--. In B
erücksichtigung der im Jahr 2018
betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden (vgl. Bun
desamt für Statistik, Tabelle T
03.02.03.01.04.01 Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaft
sabteilungen, „Total“, Jahr 2018
) resultiert ein Bet
rag von
Fr.
54'681.--
(
Fr.
4’371
.-- x
12 :
40 x 41.7). Entsprechend
einer Arbeitsfähigkeit von 80
%
ergib
t dies
Fr.
43'745.--
(
Fr.
54'681.
--
:
100 x 8
0).
Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur unterdurch
schnittlich verwerten könnte, sind nicht aktenkundig und wurden denn beschwerdeweise auch nicht vorgetragen. Selbst wenn aber zugunsten der Beschwerdeführerin ein leidensbedingter Abzug von 10
%
gewährt würde, resultierte
ein massgebliches Inval
ideneinkommen von
Fr.
39'371.-- und damit in
Gegenüberstellung zum
Valideneinkommen
ein (rentenausschliessender) Invaliditätsgrad von 28
%
.
5.5
Ab August 2020 ist der Beschwerdeführerin die bisherige
Tätigkeit zu 80
%
zumutbar
.
Da die Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit gegeben ist, rechtfertigt sich ein Abzug vom Tabellenlohn nicht.
Damit entspricht der Grad der Arbeits
unfähigkeit dem Invaliditätsgrad, mithin 20
%
.
Diese Verbesserung ist ab Dezem
ber 2020 zu berücksichtigen (
Art.
88a
Abs.
1 IVV; vgl. Urteile des Bundesgerichts I 569/06 vom 2
0.
November 2006 E. 3.3 und I 792/06 vom 2
6.
September 2007 E. 8.2).
6.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass kein Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente besteht. Da spätestens ab August 2020 wieder eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit besteht, sind auch keine beruflichen Massnahmen angezeigt.
Die Beschwerdeführerin machte denn auch keine konkreten Ausführungen dazu.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7
.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind a
uf
Fr.
8
00.-- festzu
setzen und ausga
ngsgemäss der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.