Decision ID: 7fd70d46-e918-5067-924d-ac98a64b5bb8
Year: 2019
Language: de
Court: AR_OG
Chamber: AR_OG_004
Canton: AR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Sachverhalt
A. Die A._ ist zurzeit Eigentümerin der in der Gewerbezone liegenden Parzelle
Nr. 0001 mit dem Gebäude Assek. Nr. 0002 in D._. Die Parzelle wird als
Garagenbetrieb genutzt und grenzt im Süden an die E._ (vgl. den
nachstehenden Geoportal-Ausschnitt).
B. Am 3. Februar 1994 wurde - basierend auf dem Baugesuch Nr. 01 - eine Baube-
willigung für den Neubau einer Autoreparaturwerkstatt auf Parzelle Nr. 0003 in F._
ausgestellt (act. 16.4/2). Hierbei genehmigte die Hochbaukommission F._ in Form
einer Ausnahmebewilligung die Unterschreitung der Strassenbaulinie (act. 16.4/2, S. 2).
Sollte jedoch die E._ in einem späteren Zeitpunkt verlegt, verbreitert oder
entlang der Parzelle Nr. 0003 ein Trottoir eingebaut werden, wären sämtliche
Mehraufwendungen, die infolge dieser Ausnahmebewilligung entstehen, vom
Grundeigentümer der Parzelle Nr. 0003 zu tragen (act. 16.4/2, S. 2 f.). Am 8. März 1994
hat der Gemeinderat das Projekt „Verlegung der E._ im Gewerbegebiet
C._“ genehmigt. Infolge heftiger Opposition der betroffenen Grundeigentümer
kam es zum Beschluss, das Projekt (vorerst) zu sistieren (act. 16.4/1).
C. Am XX.XX.1996 reichten G._ - die damaligen Eigentümer der Parzelle Nr. 0001
in C._, E._ (vormals Parzelle Nr. 0003) - bei der Hochbau- und
Ortsplanungskommission die Unterlagen für ein Bauermittlungsverfahren betreffend die
Parzelle Nr. 0001 ein (act. 16.4/1). Die Unterlagen sahen eine Erweiterung im Bereich
der geplanten Linienführung der neuen E._ in Form eines An- und Aufbaus
von Gewerberäumen und zwei Wohnungen vor. Aufgrund der Behördenver-bindlichkeit
des Richtplans vertrat die Hochbau- und Ortsplanungskommission die Auffassung, dass
die Linienführung beibehalten werden und das Bauermittlungsprojekt so abgeändert
werden müsse, dass die neue E._ jederzeit realisiert werden könne.
D. Am 17. Januar 2001 reichte G._ die Unterlagen für ein Bauermittlungsver-fahren
ein, in dessen Rahmen die Möglichkeiten der Erweiterung des Garagenbetriebs
abgeklärt werden sollten (act. 16.4/3). Da es hierbei gemäss Entscheid der Baube-
willigungskommission zu einer Unterschreitung der Baulinie kommen würde, sei eine
Ausnahmebewilligung nötig, welche garantieren müsse, dass durch das Bauvorhaben
ein Ausbau der E._ nicht verunmöglich werde (act. 16.4/3, S. 2 f.).
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E. Im Zuge eines weiteren Baugesuchs (Baugesuch Nr. 02) wurde am 10. Januar 2003 der
Anbau einer Waschanlage an die Parzelle Nr. 0001 unter anderem mit der Auflage
bewilligt, für den späteren Ausbau der E._ einen Strassenabstand von
mindestens sieben Metern zum bergseitigen Strassenrand einzuhalten (vgl. act. 16.4/4,
S. 4, Ziff. 4.11). Selbigen Vorbehalt - ebenfalls die Parzelle Nr. 0001 betreffend - brachte
auch die Baubewilligung für den Anbau einer Autoausstellung vom 2. Juni 2006 an (act.
16.4/6, S. 4, Ziff. 4.11). Zudem müsse die Zufahrt vom Untergeschoss zur Parkebene
auf dem Dach innerhalb des reglementarischen Strassenabstandes erstellt werden. Es
bestehe die Möglichkeit, dass diese nach einem Ausbau der E._ nicht mehr
oder nur noch eingeschränkt benützt werden könne. Deshalb wurde ein Revers zu
Gunsten der D._ unterzeichnet und im Grundbuch eingetragen (act. 16.4/6,
S. 2, Ziff. 3.3).
F. Die Baubewilligung vom 11. September 2012, welche die Erweiterung des Garagen-
betriebs zum Gegenstand hatte (Baugesuch Nr. 03), hielt einmal mehr fest, dass die
Unterschreitung des gesetzlichen Strassenabstandes zwar temporär toleriert werde. Die
Realisierung des Vollausbaus der E._ werde dabei durch den Landbedarf
seitens der Parzelle Nr. 0001 die Umgebungsgestaltung weitgehend ändern. So könne
die liegenschaftsinterne Verkehrsverbindung für Motorfahrzeuge nach dem
Strassenausbau nicht mehr aufrechterhalten werden. Es wird darauf hingewiesen, dies-
bezüglich könnten von den Grundeigentümer der Parzelle Nr. 0001 auch keine
Entschädigungen oder Ersatzforderungen durch die daraus entstehenden Nutzungsein-
schränkungen geltend gemacht werden (act. 16.4/7, S. 5, Ziff. 4.16). Der zwischen der
B._ und den Eigentümern des Grundstücks Nr. 0001 verein-barte Revers
vom 26. September 2012 hält dies noch einmal ausdrücklich fest (act. 16.4/8).
G. Das Strassenbauprojekt „Sanierung E._ mit Verlängerung Trottoir“ lag vom
XX bis zum XX.XX 2017 öffentlich auf (act. 16.4/18). Laut Projektbeschrieb soll die
E._ von der H._ bis I._ ausgebaut werden. Neu werde eine
minimale Breite von 5.0 Metern und ein Trottoir mit der Breite von 1.75 Metern geplant
(act. 16.4/10/11, S. 2). Das Bauprojekt wurde vom Gemeinderat E._ am XX. XX
2017 genehmigt (act. 16.4/18).
H. Gegen dieses Strassenbauprojekt erhob die A._, vertreten durch RA
AA._, mit Schreiben vom 18. Mai 2017 Einsprache (act. 16.4/14). Mit Ein-
spracheentscheid vom 26. Oktober 2017 beschloss der Gemeinderat E._, die
Einsprache abzuweisen (act. 16.4/18, S. 12). Am 20. November 2017 reichte die
A._ beim Departement Bau und Volkswirtschaft hiergegen Rekurs ein (act.
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16.1), welches diesen mit Rekursentscheid vom 30. Januar 2019 abwies (act. 16.10, S.
7).
I. Gegen diesen Rekursentscheid reichte die A._ (nachfolgend Beschwerde-
führerin genannt) am 4. März 2019 beim Obergericht Beschwerde mit oben aufge-
führtem Rechtsbegehren ein (act. 3). Die B._ (nachfolgend Vorvorinstanz
genannt) liess sich hierzu mit Schreiben vom 29. Mai 2019 vernehmen (act. 13), das
Departement Bau und Volkswirtschaft (nachfolgend Vorinstanz genannt) verzichtete auf
eine Stellungnahme (act. 15). Auf die Stellungnahme der Vorvorinstanz reagierte die
Beschwerdeführerin am 9. Juli 2019 mit einer Replik (act. 21). Von der Möglichkeit,
hierauf mit einer Duplik zu antworten, verzichteten die Gegenseiten (act. 23). Nach
Abschluss des Schriftenwechsels wurde die Streitsache traktandiert und an der Sitzung
der vierten Abteilung des Obergerichts vom 28. November 2019 beraten. Das Urteil
wurde den Parteien im Dispositiv eröffnet (act. 25). Dem Antrag der Beschwerdeführerin
gemäss Schreiben vom 5. Dezember 2019 entsprechend (act. 26) wird das Urteil hiermit
schriftlich begründet.

Erwägungen
1. Formelles
1.1. Allgemeine formelle Voraussetzungen
1.1.1. Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der prozessualen Voraussetzungen
ergibt, dass das Obergericht nach Art. 54 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungs-
rechtspflege (VRPG, bGS 143.1) generell zur Behandlung von Beschwerden gegen
verwaltungsinterne letztinstanzliche Verfügungen zuständig ist. Die Beschwerde wurde
frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin des ange-
fochtenen Rekursentscheids formell beschwert. Als Eigentümerin von Parzelle Nr. 0001
mit dem Gebäude Assek. Nr. 0002, welche an die zu sanierende E._
angrenzt, ist sie in schutzwürdigen eigenen tatsächlichen und rechtlichen Interessen
besonders berührt und daher zur Beschwerde legitimiert (Art. 59 i.V.m. Art. 32 Abs. 1
VRPG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
1.2. Augenschein
1.2.1. Vorab ist zum Antrag der Beschwerdeführerin Stellung zu beziehen, wonach ein
Augenschein vor Ort durchzuführen sei (vgl. act. 3, S. 2). Der Entscheid, ob ein
Augenschein angeordnet werden soll, steht im pflichtgemässen Ermessen der mit der
Sache befassten Behörde (KASPAR PLÜSS, in: Kommentar zum Verwaltungsrecht-
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pflegegesetz des Kantons Zürich, 3. Aufl. 2014, S. 172). Eine dahingehende Pflicht
besteht nur, wenn die tatsächlichen Verhältnisse auf andere Weise überhaupt nicht
ermittelt werden können (Urteil des Bundesgerichts 1C_192 vom 8. November 2010 E.
3.3; 1C_512/2009 vom 10. August 2010 E. 2.3). Die Durchführung eines Augenscheins
ist somit nur geboten, wenn die tatsächlichen Verhältnisse unklar sind und anzunehmen
ist, die Parteien vermöchten durch ihre Darlegungen vor Ort Wesentliches zur Erhellung
der sachlichen Grundlagen des Rechtsstreits beizutragen (Entscheid des Verwaltungs-
gerichts des Kantons Zürich, VB.2011.00548 vom 25. Januar 2012 E. 2.1). Die auf
einem Augenschein beruhenden Feststellungen der Vorinstanz können auch im
Beschwerdeverfahren berücksichtigt werden (Urteil des Bundesgerichts 1C_422/2012
vom 6. Februar 2013 E. 3). Die lokalen Gegebenheiten sind in casu aus den
eingereichten Verfahrensakten, insbesondere dem Augenscheinprotokoll des
Rekursverfahrens mit dem dazugehörigen Bildmaterial (act. 16.6) und dem öffentlich
zugänglichen Geoportal (www.geoportal.ch) genügend ersichtlich. Der massgebliche
Sachverhalt geht demnach hinreichend aus den Akten hervor und die Beeinträchtigung
der Beschwerdeführerin durch das Strassenprojekt ist unbestritten. Des Weiteren macht
die Beschwerdeführerin nicht geltend, wie der Augenschein im Detail durchzuführen
wäre, um für die behaupteten Tatsachen den besseren Beweis erbringen zu können, als
dies bereits aufgrund der Vorakten möglich ist. Das Obergericht kann infolgedessen auf
die Durchführung eines erneuten Augenscheins verzichtet hat.
1.3. Beschwerdebegründung
1.3.1. Grundsätzlich muss aus der Beschwerdeschrift hervorgehen, in welchen Punkten und
weshalb der angefochtene Entscheid beanstandet wird (BGE 134 I 303 E. 1.3). Die
Vorbringen müssen sachbezogen sein, damit aus der Beschwerdeschrift ersichtlich ist,
in welchen Punkten und weshalb der angefochtene Entscheid beanstandet wird (BGE
131 II 449 E. 1.3), wobei pauschale Verweisungen auf Rechtsschriften in anderen
Verfahren den Begründungsanforderungen nicht zu genügen vermögen (BGE 123 V 335
E Ib; 113 Ib 287 E. 1). Bei einem solchen Verweis darf erwartet werden, dass sich der
Beschwerdeführer zumindest kurz mit den Argumenten des angefochtenen Entscheids
auseinandersetzt (BGE 139 I 306 E 1.2; 134 I 303 E. 1.3; 123 V 335 E. 1a). Die
Beschwerdeführerin verweist verschiedentlich allgemein auf frühere Eingaben, ohne
sich mit dem angefochtenen Entscheid auseinanderzusetzen (vgl. etwa der integrale
Verweis auf die Einsprache vom 18. Mai 2017 [act. 3, S. 2]). Insofern kommt sie ihrer
Substantiierungspflicht nicht nach (Art. 59 i.V.m. Art. 35 VRPG). Nachstehend sind somit
ausschliesslich die konkreten Vorbringen in der Beschwerde vom 4. März 2019 zu
behandeln.
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1.4. Kognition des Obergerichts
1.4.1. In grundsätzlicher Weise ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass die Kognition des
Obergerichts gemäss Art. 56 Abs. 1 VRPG auf die Rechtskontrolle (samt Über-, bzw.
Unterschreitung des Ermessens oder Ermessensmissbrauch) sowie auf die unrichtige
oder unvollständige Sachverhaltsfeststellung beschränkt ist. Eine Ermessenskontrolle ist
dem Obergericht im Zusammenhang mit raumplanerischen Akten dagegen verwehrt
(Art. 56 Abs. 2 VRPG). Die Kognitionsfrage wird nachstehend vor allem im Zusammen-
hang mit der Verhältnismässigkeitsprüfung unter Erwägung 2.5 relevant.
2. Materielles
2.1. Allgemeines
2.1.1. Strassen sind entsprechend ihrem Zweck und ihrer Funktion zu planen, zu projektieren,
zu bauen und zu unterhalten. Das Strassennetz dient der bedürfnisgerechten Er-
schliessung des Kantons und der Gemeinden (Art. 3 Abs. 1 des Strassengesetzes
[StrG, bGS 731.11]). Dabei sind insbesondere die Grundsätze der Verkehrssicherheit,
der Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmerinnen und -Teilnehmer, die Bedürfnisse
des öffentlichen Verkehrs, die Anliegen der Raumplanung und der Umwelt sowie die
Erfordernisse der gewachsenen Siedlung und Ortsbilder als auch der Natur und
Landschaft angemessen zu berücksichtigten (Art. 3 Abs. 2 StrG). Enteignungen von
privatem Eigentum sind nur zulässig, wenn sie auf einer gesetzlichen Grundlage
beruhen, im öffentlichen Interessen liegen und verhältnismässig sind (vgl. BGE 115 Ia
29 mit Hinweisen). Art. 43 StrG verweist in diesem Zusammenhang auf das kantonale
Enteignungsgesetz (EntG, bGS 711.1), soweit das StrG nichts anderes bestimmt.
2.1.2. Nach Ansicht der Beschwerdeführerin sei dem angefochtenen Strassenausbauprojekt
die Genehmigung zu entziehen (bzw. eventualiter die Sache zur Neubeurteilung an die
Vor- resp. die Erstinstanz zurückzuweisen), weil das Vorhaben erheblich ins Eigentum
der Beschwerdeführerin eingreife (nachstehend Ziff. 2.2.), auf einer ungenügenden
gesetzlichen Grundlage basiere (nachstehend Ziff. 2.3.), dabei keinem öffentlichen
Interesse entspreche (nachstehend Ziff. 2.4.) und schliesslich unverhältnismässig sei
(nachstehend Ziff. 2.5.). Auf jeden dieser Punkte ist nachstehend im Detail einzugehen.
2.2. Erheblicher Eingriff ins Eigentum
2.2.1. Die Beschwerdeführerin bringt vor, der geplante Strassenausbau würde insofern eine
Beeinträchtigung ihres Eigentums bewirken, als dass ein rückwärtig aus der
Doppelgarage im östlichen Winkel des Gebäudes herausfahrendes Auto unmittelbar auf
die Strasse bzw. das Trottoir gelangen würde, was die Verkehrssicherheit gefährde.
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Selbiges gelte für die Ein- und Ausfahrt zum Parkdeck, wo immerhin 10 vermietete
Parkplätze lägen, die entsprechenden Verkehr generieren würden. Zudem würden
wegen des neuen Gefälles Wasserschäden drohen. Hingegen wehrt sich die
Beschwerdeführerin unter anderem ausdrücklich nicht gegen die Auswirkungen der
Eigentumseinschränkungen auf die Ein- und Ausfahrt zur Werkstatt im Süden und
gegen die Vereitelung zahlreicher Parkplätze auf den Aussenflächen, da die Nutzungs-
einschränkungen diesbezüglich genügend deutlich aus den früheren Baubewilligungen
hervorgehen würden (act. 3, S. 3). Zu letzteren Vorbringen ist anzumerken, dass der
Eingriff ins Eigentum von den Vorinstanzen ebenfalls nicht bestritten wird (vgl. act.
16.4/18, S. 6; act. 13, S. 3).
2.2.2. Die Beschwerdeführerin bringt unter der Überschrift „erheblicher Eingriff ins Eigentum“
sodann hauptsächlich vor, die beeinträchtigten „Verbindungen“ (Ausfahrt Doppelgarage,
Ein- und Ausfahrt zum Parkdeck) würden nicht von den Eigentumseingriffen tangiert
werden, wie auf sie in den vorgehenden Baubewilligungen (Baubewilligung vom
29. November 1993, vom 7. Januar 2003, vom 1. Juni 2006, vom 7. November 2007
sowie vom 11. September 2012) hingewiesen worden sei. Mit anderen Worten hätten
sich die von der Beschwerdeführerin genannten Beeinträchtigungen in nahezu gleichem
Umfang auch ergeben, wenn die Beschwerdeführerin vollständig innerhalb des
Strassenabstandes gebaut, also den Revers nicht beansprucht hätte (act. 3, S. 6). Der
erwähnte Revers vermöge den mit dem vorliegenden Strassenausbauprojekt ver-
bundenen Eingriff nicht vollständig abzudecken (act. 21, S. 2).
2.2.3. Diesen Ausführungen ist in Übereinstimmung mit den Vorbringen der Vorvorinstanz (vgl.
act. 13, S. 2 f.) entgegenzuhalten, dass die geltend gemachten Einschränkungen aus
den erwähnten Baubewilligungen durchaus hervorgehen: Bereits in der Baubewilligung
vom 29. November 1993, welche den Neubau der Autoreparaturwerkstatt betraf, wurde
ein reduzierter Strassenabstand unter der Bedingung genehmigt, dass sämtliche, auf die
Ausnahmebewilligung zurückführende Mehrkosten zu Lasten der Bauherrschaft gehen
(act. 16.4/2, S. 2, Ziff. 3.4). Dabei war ebenfalls die Erschliessung der Parkplätze auf
dem Dach des Neubaus (d.h. auf dem Dach der Werkstatt) von der E._ her
vorgesehen (act. 16.4/2, Protokoll Nr. 232 zu „Neubau Autoreparaturwerkstatt, Parzelle
Nr. 0003, Areal C._ “, S. 2). Hieraus lässt sich ableiten, dass bereits aus den
Unterlagen zum Baugesuch aus dem Jahr 1993 aufgrund der diesen Unterlagen zu
entnehmenden, geplanten Strassenverbreiterung (act. 16.4/2, S. 3, Ziff. 4.1 und 4.2) in
Verbindung mit der Ein- und Ausfahrt zum Parkdeck im Südwesten entnommen werden
konnte, dass sich dereinst eine Einschränkung bezüglich der Parkdeckzufahrt und damit
auch bezüglich der Nutzung ergeben könnte. Aus der Baubewilligung vom 2. Juni 2006
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zum Anbau der Autoausstellung ergibt sich sodann, dass die Zufahrt von Untergeschoss
zur Parkebene auf dem Dach innerhalb des Strassenabstands erstellt wird (act. 16.4/6,
vgl. den angefügten Situationsplan). Die dazugehörige Baubewilligung hält mittels
Revers fest, es bestehe die Möglichkeit, dass diese Zufahrt nach dem Ausbau der
E._ nicht mehr aufrechterhalten werden könne und zugunsten des
Strassenabstandes abzuändern sei (act. 16.4/6, S. 4, Ziff. 4.11 i.V.m. dem angefügten
Situationsplan). Die unter anderem mit der Baubewilligung vom 11. September 2012
bewilligte Garage hält zwar - wie von der Beschwerdeführerin aufgezeigt - den
Strassenabstand ein (vgl. act. 16.4/7, angefügter Situationsplan), doch kann dem
Situationsplan entnommen werden, dass im Falle einer Verbreiterung der E._
eine flächenmässige Einschränkung der Zu- und Garagenausfahrt resultieren würde. Im
Revers vom 26. September 2012 sind der projektierte Ausbau der E._ und
die damit verbundene Beeinträchtigung der Ein- und Ausfahrt zum Parkdeck und zur
Garage klar ersichtlich. Die Ein- bzw. Ausfahrtsbereiche liegen deutlich innerhalb des
Strassenabstands. Es wird sogar explizit darauf hingewiesen, dass der Vorbereich des
Neubaus stark tangiert wird - wozu auch die Ein- und Ausfahrt zum Parkdeck gehört -
und dass die liegenschaftsinterne Verkehrsverbindung für Motorfahrzeuge nach einem
Strassenausbau nicht mehr aufrecht erhalten werden könne (act. 16.4/8, S. 2).
2.2.4. Nach dem Ausgeführten zeichnet sich ab, dass die Beschwerdeführerin bzw. deren
Rechtsvorgänger seit Ende 1993 damit rechnen mussten, dass die E._
dereinst ausgebaut und dass dadurch die Erschliessung des Parkdecks und der Garage
beeinträchtigt wird, was sich explizit aus dem Revers vom 26. September 2012 ergibt
(act. 16.4/8). Grundsätzlich sind auch die Privaten im Rechtsverkehr mit den staatlichen
Behörden an den Grundsatz von Treu und Glauben gem. Art. 5 Abs. 3 der
Schweizerischen Bundesverfassung (BV, SR 101) gebunden. Widersprüchliches
Verhalten von Privaten findet keinen Rechtsschutz. Namentlich handelt widersprüchlich,
wer eine Zusage oder Einwilligung, die zur Erlangung einer Begünstigung geführt hat,
später ausdrücklich oder stillschweigend in Abrede stellt (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 2015, S. 162 f.). Vor diesem Hintergrund mutet
vorliegend auch die Berufung auf Nutzungseinschränkungen widersprüchlich an, die
sich zwar auf eine Fläche ausserhalb der festgelegten Baulinie auswirken, jedoch
unmittelbar und einzig durch die Verbreiterung des betreffenden Strassenabschnittes
hervorgerufen werden. Entscheidend ist, dass durch den Konnex zwischen der
Strassenverbreiterung und der geltend gemachten Nutzungseinschränkungen letztere
für die Beschwerdeführerin vorhersehbar waren. Die Beschwerdeführerin respektive
deren Rechtsvorgänger haben damals den Revers akzeptiert und liessen diesen
unangefochten in Rechtskraft erwachsen. Die rein formale Betrachtung der
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Beschwerdeführerin, welche einzig darauf abstellt, ob die Baulinie unter- oder
überschritten wurde, verdient somit keinen Rechtsschutz. Dem Argument, wonach die
angerufenen Auswirkungen über den Revers hinausgehen, ist folglich nicht zu folgen.
2.2.5. Nach dieser Darlegung liesse sich zudem die Überlegung anstellen, ob die Billigung des
Revers wegen dessen absehbaren Folgen auch in puncto der in der Beschwerde
geltend gemachten Eigentumseinschränkungen nicht eine Eingriffseinwilligung in den
Schutzbereich des Grundrechts der Eigentumsfreiheit darstellt. Im konkreten Fall wäre
demnach die Reichweite des grundrechtlichen Schutzbereiches durch die Einwilligung
im selbigen Umfang zumindest zu reduzieren. In der Lehre wird sogar diskutiert, ob in
einer allfälligen Einwilligung eine „Ausnahme“ vom Erfordernis der gesetzlichen
Grundlage erblickt werden kann (vgl. hierzu ASTRID EPINEY, in: WALDMANN/BELSER/
EPINEY [Hrsg.], Basler Kommentar zur Bundesverfassung, 2015, Rz. 32 zu Art. 36 BV).
Diese (dogmatischen) Fragen können jedoch offen bleiben, da selbst unter der Prämisse
eines Eingriffs in den Grundrechtsbereich die erforderlichen Voraussetzungen nach Art.
36 BV erfüllt sind, wie nachfolgend darzutun sein wird.
2.3. Gesetzliche Grundlage
2.3.1. Die Beschwerdeführerin bringt des Weiteren vor, hinsichtlich der Fahrbahnbreite sei die
gesetzliche Grundlage mangelhaft. Zwar entspreche die erweiterte Fahrbahnbreite von
5.0 Metern gegenüber der heutigen von 4.5 bis 4.8 Metern grundsätzlich der
gesetzlichen Vorschrift des bei Projektbeginn geltenden Art. 24 aStrR. Jedoch seien seit
dem 1. Januar 2018 gemäss dem neuen Strassenreglement der D._ nicht
mehr das erwähnte gesetzliche Mass, sondern primär die einschlägigen Fachnormen
anwendbar. Bei letzterer handle es sich um die VSS-Norm 640 021, welche in Ziffer 6
sogar für Lastwagen einzig ein Lichtraumprofil von 4.50 Metern vorsähe. Die Vorinstanz
habe es somit unterlassen, zu begründen, weshalb für den konkreten Strassenabschnitt
dennoch eine Strassenbreite von 5.0 Metern erforderlich sei, wenn nach der zitierten
Norm bereits eine geringere Strassenbreite ausreichen würde (act. 3, S. 6 f.).
2.3.2. Die Vorvorinstanz weist im Anschluss an diese Vorbringen darauf hin, dass Art. 17 der
Strassenverordnung (StrV, bGS 731.111) für das Gemeindestrassennetz auf die VSS-
Normen verweise, wie es auf kommunaler Ebene auch Art. 20 Strassenreglement der
D._ anordne. Zu Recht hebt die Vorvorinstanz das Missverständnis bezüglich
des Begriffes des Lichtraumprofils hervor, womit der „lichte Raum“ über der Fahrbahn
oder einem Gehweg, keinesfalls aber die Fahrbahnbreite gemeint sei. Es wird auf die in
casu tatsächlich einschlägigen VSS-Normen SN 640 045 sowie 640 070 verwiesen und
stichhaltig erklärt, weshalb demnach einerseits eine Mindestfahrbreite von 5.0 Metern
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erforderlich wie auch eine Trottoirbreite von 1.75 Metern zulässig sei (act. 13, S. 5). In
der anschliessenden Replik der Beschwerde-führerin streitet diese die gesetzliche
Grundlage nicht mehr ab, streicht jedoch heraus, dass die vorgenannten VSS-Normen
verhältnismässig und unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten anzuwenden
seien, was bezüglich der Voraussetzung der Verhältnismässigkeit im Detail noch zu
diskutieren sei (act. 21, S. 3). Insofern erübrigen sich weitere Ausführungen zur Frage
der gesetzlichen Grundlage.
2.4. Öffentliches Interesse
2.4.1. Zur Frage des Vorliegens eines öffentlichen Interesses konzentriert sich die Argumen-
tation der Beschwerdeführerin auf den gesellschaftlichen Bedarf nach einer Errichtung
eines Trottoirs auf der Strassenseite, die an ihr Grundstück angrenzt. Unter Hinweis auf
den vorinstanzlich durchgeführten Augenschein bringt die Beschwerdeführerin vor, ein
neues Trottoir würde keinen massgebenden Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten, da
weder die Arbeitskräfte der anstossenden Industrie- und Gewerbezone noch die
Bewohner der Bauten in der anstossenden Landwirtschaftszone ein solches Trottoir
tatsächlich benützen würden. Darüber hinaus stellt die Beschwerdeführerin die
Annahme auf, der sich auf der E._ befindende Wanderweg würde für
gewöhnlich an Wochenenden benützt, an denen der Betrieb der Strasse ohnehin
bescheiden sei. Auch gäbe es attraktivere Umgehungsmöglichkeiten (act. 3, S. 7 f.).
2.4.2. Diesen Ausführungen begegnet die Vorvorinstanz mit den gesetzlichen Grundlagen von
Art. 2. Ziff. 1 EntG und Art. 3 StrG, wonach die Korrektur bestehender Strassen per se
ein öffentliches Interesse begründen würde und die Verkehrssicherheit ein Grundsatz
sei, den es beim (Aus-)Bau von Strassen primär zu berücksichtigen gelte (act. 4.2, S. 4;
act. 13, S. 6 f.). Die Vorvorinstanz ist prinzipiell der Ansicht, es komme nicht auf die
genaue Anzahl möglicher Fussgänger an; entscheidend sei vielmehr, dass die Strasse
überhaupt mitunter von Fussgängern benutzt werde, die laut Art. 3 StrG angemessen
geschützt werden müssten (act. 4.2, S. 4).
2.4.3. Ob ein öffentliches Interesse vorliegt, bestimmt sich in erster Linie nach der Verfassung
und der sie konkretisierenden Vorschriften (Urteil des Bundesgerichts 1P.329/2003 vom
29. September 2003 E. 4.1). Die von der Vorvorinstanz genannten Normen weisen
richtigerweise darauf hin, dass der die Verkehrssicherheit berücksichtigende Strassen-
ausbau ein öffentliches Interesse berücksichtigt (so explizit Art. 3 Abs. 2 lit. b StrG).
Hierzu muss prinzipiell auch die Errichtung eines Trottoirs gezählt werden, dient ein
solches doch gerade dem physischen Schutz der schwächsten Verkehrsteilnehmer,
indem es den Gehweg von der Autofahrbahn zumindest optisch trennt und hierdurch
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eine mögliche Kollision der beiden Verkehrsteilnehmer vorbeugt. Der Beschwerde-
führerin kann zwar darin zugestimmt werden, dass die Errichtung eines Gehwegs sich
nicht in jedem Fall durch ein öffentliches Interesse rechtfertigen lässt (zu denken ist etwa
an ein Trottoir, dass innerhalb eines für den Schnellverkehr vorgesehenen Tunnels
verlaufen soll, da hier wegen der Zweckausrichtung des Tunnels und bei fehlender
angrenzender Infrastruktur für Fussgänger in der Regel nicht mit einem Aufkommen von
solchen gerechnet werden muss). Das Bundesgericht hat jedoch in ähnlich gelagerten
Fällen entschieden, dass eine geringe Fussgängerfrequenz an sich noch nicht dazu
führen kann, das öffentliche Interesse a priori zu verneinen. Die Rechtsprechung geht
vielmehr davon aus, dass diese Enteignungsvoraussetzung bereits vorliegt, wenn
zumindest mit einer geringen Fussgängerfrequenz zu rechnen ist (vgl. Urteile des
Bundesgerichts 1P.329/2003 vom 29. September 2003 E. 4.2; 1C_405/2014 vom
2. Dezember 2014 E. 3.2). Bereits der Umstand, dass realistischerweise mit einer
Begehung der E._ durch die anliegenden Gebäudebenützer gerechnet
werden muss (selbst wenn die Benützung relativ gering ausfällt), reicht nach dem
Gesagten aus, um das öffentliche Interesse in Form der Gewährung der Verkehrs-
sicherheit bejahen zu können. Hinzu kommt, dass es sich gemäss der Einsprachever-
handlung der Vorvorinstanz um eine verhältnismässig enge Strecke mit teilweise
mangelhaften Ausweichmöglichkeiten für Fussgänger handelt, die angeblich nicht selten
auch von LKW’s befahren wird (vgl. act. 4.16/17, S. 5; vgl. auch das Bildmaterial zum
Augenschein vom März 2018, act. 16.6). Daneben bildet die Strasse Teil eines
Wanderwegs (vgl. act. 4.16/17, S. 5 sowie www.geoportal.ch; lebensnah kann der
Wanderweg im Übrigen gerade von Senioren auch an Werktagen benützt werden). Das
öffentliche Interesse am Strassenausbau ist demnach zweifelsfrei erstellt.
2.5. Verhältnismässigkeit
2.5.1. Die Beschwerdeführerin bringt unter dem Punkt der Verhältnismässigkeit sodann vor,
dass mehrere Alternativen für die Führung der geplanten Trottoir-Verlängerung
existieren würden, die weniger gravierend in deren Eigentumsrechte eingreifen würden.
Es wird vorgeschlagen, die Trottoir-Verlängerung ebenerdig und einzig durch eine
Markierung abgehoben in die Fahrbahn zu integrieren, was der bescheidene Verkehr
zuliesse. Dadurch würden auch Kosten gespart und das Problem der Überbreite bzw.
der Schneeräumung würde sich gleichfalls erledigen. Die Beschwerdeführerin fügt
sodann mehrere Beispiele von Orten der D._ an, an denen der so integrierte
Gehweg mit einer Velospur kombiniert worden seien bzw. wo Gehwege ebenso keinen
oder kaum einen Höhenunterschied aufweisen würden (act. 3, S. 9 f.). Wenn die
Trottoir-Verlängerung dennoch erhöht gebaut werden sollte, dann zumindest auf der
nördlichen Seite der E._. Damit wäre auch den Fussgängern gedient, die
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hierdurch die Strasse an sicherer Stelle überqueren und bequem die neu erstellte
Treppe zur J._ nutzen könnten. Die Beschwerdeführerin schlägt vor, das
Trottoir bereits ab der H._ auf der Talseite zu erstellen, da dann der Randstein
bereits ab dort auf der normalen Höhe von ca. 12 Zentimetern zu liegen kommen
könnte. Abgesenkt werden müsste der Randstein unter anderem lediglich im Bereich der
Einfahrt des Grundstücks der Beschwerdeführerin. Es wird sodann ein detaillierter
Entwurf vorgeschlagen, um den talseitigen Verlauf des Gehwegs mit Randstein
möglichst mit den Interessen der Beschwerdeführerin wie auch mit denjenigen der
Vorinstanz in Übereinstimmung zu bringen (act. 3, S. 10 f.). Schliesslich spricht sich die
Beschwerdeführerin gegen eine Trottoirbreite von 1.75 Metern aus, da das Argument
der Vorinstanz, diese Breite sei durch die technische Durchführung der Trottoir-
Reinigung gerechtfertigt, unzulässig sei. Hierzu werden ebenfalls mehrere Beispiele aus
der D._ angefügt, wo die Gehwegbreite von 1.75 Metern unterschritten
worden und eine Reinigung offenbar ebenfalls möglich sei (act. 3, S. 12).
2.5.2. Die Vorvorinstanz bringt unter dem Aspekt der Verhältnismässigkeit vor, sie sei an die
Grundsätze der Verkehrssicherheit sowie den Schutz der schwächeren Verkehrsteilneh-
mer, die es auch beim Strassenbau zu berücksichtigen gäbe (vgl. Art. 3 Abs. 2 lit. a
StrG), gebunden. Da es sich hierbei um unbestimmte Rechtsbegriffe handle, käme ihr
bereits bei deren Umsetzung ein gewisser Ermessensspielraum zu, solange ihr Handeln
nicht deutlich anderen Normen widerspreche (act. 13, S. 7 f.). Bereits durch die
Tatsache, dass die E._ Teil eines Wanderwegs bilde, sei die Trottoir-
Verlängerung nicht als unverhältnismässig einzustufen, da jederzeit mit der zweckge-
mässen Benützung dieser Strecke gerechnet werden müsse (act. 13, S. 8). Dieses
Argument sei auch in Verbindung mit den beiden vorgenannten Grundsätzen zu lesen.
Der Ausbau einer Strasse und ebenso die Ausgestaltung eines Trottoirs hätten sich
nicht schematisch an technische Richtlinien wie jene der VSS-Normen zu halten.
Vielmehr seien den örtlichen Verhältnissen angepasste Lösungen zu suchen (act. 13,
S. 8 f.). Besonders in Bezugnahme auf die Trottoir-Breite wurden im Einzelnen zu den
von der Beschwerdeführerin angeführten Beispielen aus der D._ Stellung
bezogen und jeweils erklärt, weshalb das genannte Exempel nicht mit der Situation an
der E._ vergleichbar sei (act. 13, S. 8 f.). Die Existenz schmalerer Gehwege in
der D._ lasse sich unter anderem dadurch erklären, dass es sich dabei um
ältere Anlagen handle (act. 13, S. 11).
2.5.3. Damit staatliches Handeln vor dem Hintergrund von Art. 5 Abs. 2 bzw. Art. 36 Abs. 3 BV
einen verhältnismässigen Eingriff in die Grundrechte Privater darstellt, sind nach Praxis
und Lehre grundsätzlich drei Voraussetzungen erforderlich: Die ergriffene Massnahme
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muss geeignet sein, um das angestrebte Ziel zu verfolgen (wobei bereits ein Beitrag zur
Zielverwirklichung ausreicht). Die im Weiteren nötige Erforderlichkeit einer Massnahme
ist dann gegeben, wenn es bezüglich der beeinträchtigten Interessen in sachlicher,
räumlicher, zeitlicher und personeller Hinsicht kein milderes Mittel gibt, um das
angestrebte Ziel zu erreichen. Letztendlich muss die Massnahme angemessen oder
zumutbar sein, damit sie nicht ausser Verhältnis zu dem verfolgten Zweck steht, sodass
die erwartete Wirkung der Massnahme nicht in einem Missverhältnis zu den durch sie
beeinträchtigten Rechten oder Interessen stehen darf (ASTRID EPINEY, a.a.O., Rz. 70 zu
Art. 5 BV; Urteil des Bundesgerichts 1C_106/2019 vom 10. Juli 2019 E. 3.2.1.).
2.5.4. Die in Art. 3 StrG erwähnten Grundsätze bilden Entscheidungskriterien und
Zielvorgaben, die keine absolute Geltung beanspruchen, sondern im Rahmen der
Interessenabwägung mit und gegen andere Grundsätze sowie anderswo gesetzlich
fixierte Vorschriften - konkret dem geltend gemachten Eingriff in die Eigentumsfreiheit -
abgewogen werden müssen. Ob die Interessen vollständig erfasst worden sind, ist eine
Rechtsfrage, wohingegen die relative Gewichtung der potenziell widerstreitenden
Interesse weitgehend eine Ermessensfrage darstellt, in welche das Obergericht
aufgrund seiner vorliegend eingeschränkten Kognition nur eingreifen darf, wenn die
Vorinstanz das Ermessen missbräuchlich ausübt bzw. dieses unter- oder überschreitet
(vgl. zur Kognition des Obergerichts Erwägung 1.4). Den zuständigen staatlichen
Organen ist bei der Frage, ob die Voraussetzungen eines verhältnismässigen Grund-
rechteingriffs gegeben sind, somit ein gewisser Gestaltungsspielraum einzuräumen. Das
Obergericht auferlegt sich bei der Auslegung unbestimmter Rechtsbegriffe (in casu sind
vor allem die strassenrechtlichen Grundsätze von Art. 3 StrG gemeint) praxisgemäss
besonders im Zusammenhang mit Strassenbauprojekten Zurückhaltung, weil die
kommunalen und kantonalen Behörden (in casu übt das Departement Bau und
Volkswirtschaft und damit die Vorinstanz die Oberaufsicht über den Vollzug des
Strassengesetzes aus, Art. 4 Abs. 2 StrG) bei deren Konkretisierung über besondere
Fachkenntnisse verfügen, respektive ihnen eine grössere Vertrautheit mit den örtlichen
Verhältnissen zukommt (vgl. Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft,
Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [810 15 330] vom 18. Januar 2017 E. 2;
Entscheid des Verwaltungsgerichts Kanton St.Gallen B 2017/186 vom 21. Februar 2019
E. 6.1; Entscheid des Verwaltungsgerichts St.Gallen B 2012/64 vom 4. April 2013 E. 2;
Urteil des Bundesgerichts 1C_501/2018 vom 15. Mai 2019 E. 6.3). Es ist nicht Aufgabe
der kantonalen Rechtmittelinstanzen, eine von der Gemeinde mit gutem Grund
getroffene Planungsmassnahme durch eine andere, möglicherweise ebenfalls
vertretbare Anordnung zu ersetzen (vgl. BGE 116 Ia 221 E. 2c; BGE 115 Ia 333 E. 5a;
Urteil des Bundesgerichts 1C_108/2007 vom 11. Oktober 2011 E. 2.1). Die Gemeinde
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verfügt vorab in Fragen, die lokale Umstände betreffen, über einen Beurteilungs-
spielraum, den die kantonalen Behörden und Gerichte zu respektieren haben (Urteil des
Bundesgerichts 1C_501/2018 vom 15. Mai 2019 E. 6.3). Insbesondere die Strassen-
planung setzt eine umfassende Interessenabwägung voraus, bei welcher der
Planungsbehörde ein Ermessensspielraum offensteht (vgl. Art. 2 Abs. 1 der
Raumplanungsverordnung [RPV, SR 700.1]). Das Prinzip der Verhältnismässigkeit
verlangt im Übrigen nicht, dass sich die Enteignung bzw. die Eigentumsbeschränkung
auf das absolut Notwendige beschränkt. Vielmehr darf sie sich auf alles erstrecken, was
in rechtlicher wie technischer Hinsicht zur angemessenen Realisierung des ins Eigentum
eingreifenden Vorhabens erforderlich ist (PETER HÄNNI, Planungs-, Bau- und besonderes
Umweltschutzrecht, 6. Aufl. 2016, S. 588 f.; Urteil des Bundesgerichts 1C_106/2019
vom 10. Juli 2019 E. 4.2.).
2.5.5. Nach dem Erwähnten steht es dem Obergericht nicht zu, einen sachlich haltbaren und
zweckmässigen Strassenplanentscheid zu ändern, selbst wenn es eine andere Lösung
ebenfalls als zweckmässig erachtet oder sogar bevorzugen würde. Ist der
Strassenplanentscheid nämlich sachlich haltbar und zweckmässig, vermag er auch die
Verhältnismässigkeitsprüfung im Rahmen von Art. 36 Abs. 3 BV für sich zu entscheiden.
Die Vorinstanz hat hierfür eine Abwägung vorgenommen, welche das öffentliche
Interesse an der Verkehrssicherheit (vgl. Art. 3 Abs. 2 lit. a und lit. b StrG) und die durch
den Eingriff beeinträchtigten Privatinteresse der Beschwerdeführerin miteinander
vergleicht.
2.5.6. Die Vorinstanz rechtfertigt den Verlauf und die Ausgestaltung des Trottoirs primär mit
dem Argument der Verkehrssicherheit: Der von der Beschwerdeführerin vorgeschlagene
Alternativverlauf auf der Talseite wurde von der Vorinstanz bereits mit der Begründung
verneint, die Bewohner der in der Wohnzone W2 gelegenen und auf die E._
ausgerichteten Wohnhäuser müssten somit die Strasse an einer unüber-sichtlichen
Stelle überqueren, um diesfalls auf das Trottoir zu gelangen (act. 4.2, S. 6). Diesem
Bedenken will die Beschwerdeführerin mit dem Vorschlag entgegenwirken, es könnte im
Bereich des Areal C._ das Trottoir auf beiden Strassenseiten ausgeführt
werden. Dort sei genügend Platz vorhanden und das Personenaufkommen wegen der
Familienhäuser am grössten und regelmässigsten (act. 3, S. 11). Bei der Frage, ob
diese vorgeschlagene Alternative eine verhältnismässigere Lösung darstellen würde, hat
das Obergericht auf die sachgerechte Ermessenausübung und die damit verbundene
Interessenabwägung der Vorinstanzen abzustellen. Es liegt im Wesen des
Strassenbaus, dass kaum je eine einzige Variante in Betracht kommen kann. Müsste
das Obergericht beliebige Nebenvarianten in die Beurteilung miteinbeziehen und der
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Hauptvariante wertend gegenüberstellen, ginge es über die ihm zugedachte Funktion
hinaus, nämlich die Überprüfung eines konkreten Anfechtungsobjekts auf seine
Rechtmässigkeit. Die Auswahl aus mehreren möglichen Varianten muss Sache der
politischen Instanz sein und bleiben (vgl. auch Entscheid des Aargauischen Ver-
waltungsgerichts vom 23. November 1994, in: AGVE 1995, S. 352, 360). Der
Vorvorinstanz kommt in diesem Zusammenhang überdies auch ein sog.
Managementermessen zu, da die Frage, ob die Errichtung eines beidseitigen Gehwegs
unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten vertretbar ist, evidentermassen mit
Mehrkosten verbunden wäre und der Entscheid darüber grundsätzlich ebenfalls nicht
von der gerichtlichen Instanz gefällt werden darf (vgl. zum Begriff des Management-
ermessens: HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, a.a.O., S. 105).
Die Bedenken der Vorinstanz bezüglich der Verkehrssicherheit der Bewohner der
Wohnzone W2 sind sodann nachvollzieh- und vertretbar, führt ein bergseitiger
Gehwegverlauf in casu doch zu einem erhöhten Schutz der Anwohner von Wohnzone
W2. Schliesslich begründet die Beschwerdeführerin nicht, weshalb ein Trottoir auf der
nördlichen Strassenseite für sie vorteilhafter sei. Das Trottoir bildet definitionsgemäss
Bestandteil der Strasse (Art. 10 Abs. 1 lit. a StrG). Rein flächenmässig bleibt der Eingriff
in das Eigentum der Beschwerdeführerin somit derselbe, auch wenn das Trottoir auf der
anderen Strassenseite errichtet werden würde.
2.5.7. Zur Frage, ob die Reduktion der Trottoirbreite von 1.75 Metern auf 1.5 Metern zu einem
verhältnismässigeren Eigentumseingriff führen würde, ist zunächst darauf hinzuweisen,
dass sich eine Breite der Gehfläche zwischen 1.5 und 1.75 Metern bereits auf dem
untersten Niveau des Spektrums befindet, welches den Gehkomfort in Abhängigkeit zur
Gehwegbreite stellt. Die Begegnung zweier Fussgänger ist in diesem Bereich
eingeschränkt und Überholmanöver können nur ungenügend durchgeführt werden. Dem
Grundsatz nach sind derart schmale Gehwege nur punktuell bei Engstellen, nicht aber
über längere Strecken zu planen (VSS Nr. 640 070, Tabelle 3 zu Ziff. 17.2, vgl. auch act.
14.2). Wird berücksichtigt, dass der Strassenabschnitt vor dem Gebäude der
Beschwerdeführerin zu einem Wanderweg zählt, auf dem lebensnah auch mit
Wandergruppen zu rechnen ist, fragt sich, ob nicht bereits die geplante Gehwegbreite
von 1.75 Metern unzureichend ist, um eine problemlose Begegnung bzw. ein Überholen
zu ermöglichen. Hinzu kommen die auf diesem Strassenabschnitt zulässige
Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h (wobei die Beschwerdeführerin sogar anmerkt, es
käme auch vor, dass Anwohner mit Tempo 60 bis 70 km/h die Strasse passieren
würden, vgl. act. 16.6, S. 2) und der anlässlich der Einspracheverhandlung erwähnte,
nicht seltene Schwerverkehr (act. 16.4/17, S. 4), was die Gefahr für Fussgänger
zusätzlich erhöht. Die Begründung der Vorinstanz mittels Verweis auf den Aspekt der
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Verkehrssicherheit stellt auf jeden Fall keine Ermessensüber- oder -Unterschreitung
bzw. keinen Rechtsmissbrauch dar, wenn deshalb von einer Reduktion auf die von der
Beschwerdeführerin gewünschte Trottoirbreite abgesehen wird. Mit selbigem Grund
kann auch die Ablehnung der von der Beschwerdeführerin vorgeschlagenen Alternative
eines ebenerdigen, in die Fahrbahn integrierten Trottoirverlaufs nicht als rechtswidrige
Ermessensausübung angesehen werden. Daran vermögen auch die von der
Beschwerdeführerin dargelegten Gegenbeispiele nichts ändern. Der Vorvorinstanz ist
darin zuzustimmen, dass eine vergleichbare Situation bereits deshalb nicht vorliegt, weil
es sich bei den angegebenen Vergleichsobjekten jeweils um ältere Gehwege handelt,
bei denen sich die schmalere Trottoirbreite (bzw. der fehlende Bordstein) entweder
wegen der für Fussgänger sichereren Strassenverhältnissen (Tempo-30-Zonen,
Fahrverbot) eher rechtfertigen lässt oder weil es sich um nur sehr punktuelle
Einengungen handelt (vgl. die Stellungnahmen der Vorinstanz zu den einzelnen
Strassenabschnitten in act. 13, S. 9 ff.).
2.5.8. Die vorrangige Berücksichtigung der öffentlichen Interessen ist im Rahmen der hier
vorzunehmenden summarischen Verhältnismässigkeitsprüfung auch deshalb vertretbar,
weil das strittige Strassenbauprojekt die Interessen der Beschwerdeführerin in
Abweichung des am 26. September 2012 erstellten Revers bereits beachtet. Ein
Vergleich des erwähnten Revers mit dem Projekt zum Ausbau der E._ macht
deutlich, dass die Möglichkeiten des Revers sowohl hinsichtlich der Strassenbreite (5.0
Meter statt den per Revers eingeräumten 5.5 Meter) wie auch bezüglich der
Trottoirbreite (1.75 Meter, obwohl bei gleichzeitiger Ausnützung des Banketts eine Breite
von 1.95 Meter möglich gewesen wäre) zugunsten der Beschwerdeführerin nicht
vollständig ausgelastet worden sind (vgl. act. 16.8, S. 3 i.V.m. act. 16.10, Plan Nr. 6
„Querprofil 1:100“, Abschnitt 175.50). Das Interesse an der Verfügungsfreiheit über ihr
Eigentum ist gegenüber den vorerwähnten öffentlichen Interessen ohnehin bereits
deshalb zu relativieren, weil die Beschwerdeführerin wegen des Revers grundsätzlich
mit einer Eigentumsbeschränkung und dessen konkreten Folgen rechnen musste (vgl.
hierzu bereits Erwägung 2.2. ff.). Inwiefern der geplante Verlauf der E._
darüber hinausgehend dennoch in unzumutbarer Weise als unverhältnismässig zu
werten ist, wird von der Beschwerdeführerin nicht substantiiert vorgebracht.
2.5.9. Die Überlegungen der Vorinstanzen beruhen somit auf sorgfältigen und umfassenden
Sachverhaltsabklärungen, wobei die wesentlichen Gesichtspunkte unter Verwendung
sachlicher Kriterien geprüft und mit den Interessen der Beschwerdeführerin abgewogen
wurden. Das Ergebnis der vorliegend vorgenommenen, gedrängten Überprüfung der
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Verhältnismässigkeit ist sachgerecht und vertretbar, womit kein Ermessensfehler der
Vorinstanzen ersichtlich ist.
2.6. Fazit
2.6.1. Zusammenfassend ergibt sich, dass das Strassenbauprojekt „Sanierung E._ mit
Verlängerung Trottoir“ für den Abschnitt H._ bis I._ im öffentlichen Interesse
liegt, mit den rechtlichen Rahmenbedingungen vereinbar ist und im Rahmen der hier
vorgenommenen Verhältnismässigkeitsprüfung nicht zu einem unhaltbaren Ergebnis
führt. Die Beschwerde vom 4. März 2019 erweist sich daher als unbegründet und ist
vollumfänglich abzuweisen.
3. Kosten
3.1. Nach Art. 19 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 59 VRPG ist im Beschwerdeverfahren vor
Obergericht gebühren- und kostenpflichtig, wer ganz oder teilweise unterliegt oder auf
dessen Rechtsmittel nicht eingetreten wird. In Anwendung von Art. 4a des Gesetzes
über die Gebühren in Verwaltungssachen (bGS 233.2) wird die Entscheidgebühr auf Fr.
2500.-- festgesetzt. Der Kostenvorschuss von Fr. 2000.-- ist anzurechnen.
3.2. Weil nach Art. 59 in Verbindung mit Art. 24 Abs. 3 lit. a VRPG an Behörden keine
Parteientschädigung ausgerichtet wird, ist auf die Zusprechung einer Parteientschädi-
gung zugunsten der Vorvorinstanz zu verzichten.
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