Decision ID: a3f9637e-bb83-43c2-9eb5-8024fa21087d
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1959 geborene X._ arbeitete von Dezember 1998 bis Ende Au
gust 2005 (letzter effektiver Arbeitstag war der 21. Dezember 2004) im Restaurant Y._ der Z._ im A._ als Serviceangestellte (Urk. 6/10). Am 22. Juni 2005 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte bei der Sozi
al
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (berufliche Massnahmen und Rente, Urk. 6/1). In der Folge tätigte die IV-Stelle medizinische und erwerbliche Abklärungen und liess X._ durch die Psychiatrische Poliklinik des B._ begutachten (B._-Gutachten vom 22. Januar 2007, Urk. 6/29). Am 3. August 2007 wurde eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt durch
geführt, wobei X._ als vollerwerbstätig qualifiziert wurde (Haus
haltsabklärungsbericht vom 27. Dezember 2007, Urk. 6/38). Mit Vor
bescheid vom 7. Januar 2008 stellte die IV-Stelle der Versicherten gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 87 % die Zusprache einer ganzen Invaliden
rente ab 1. Novem
ber 2005 in Aussicht (Urk. 6/43). Auf eine anonyme Mel
dung hin (vgl. Feststellungsblatt für den Beschluss vom 16. April 2009, Urk. 6/65 S. 1) liess die IV-Stelle X._ durch Dr. med. C._ nochmals psy
chiatrisch begutachten (Gutachten vom 10. März 2009, Urk. 6/64). Nach erneutem Vorbescheidverfahren (Urk. 6/67 und Urk. 6/69) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 7. Juli 2009 das Rentenbegehren der Versicherten unter Hinweis auf einen renten
ausschliessenden Inva
li
di
täts
grad von 18 % (Urk. 6/72).
1.2
Mit Schreiben vom 9. November 2009 (Eingangsdatum) empfahl D._ Massnahmen für die berufliche Integra
tion (Urk. 6/80).
Die IV-Stelle klärte die aktuellen medizinischen und erwerb
lichen Verhältnisse ab und liess
X._
durch Dr. med.
E._
erneut psychiatrisch begutachten (Gutachten vom 7. Janu
ar 2011, Urk. 6/91). Mit rechtskräftiger Verfügung vom 2. August 2011 lehnte die IV-Stelle den Leistungsanspruch (Rente und berufliche Mass
nah
men) erneut ab (Urk. 6/113).
1.3
Am 11. August 2011 (Eingangsdatum) machte die Versicherte eine Verbesse
rung ihres Gesundheitszustandes geltend und stellte ein erneutes Gesuch für berufliche Massnahmen (Urk. 6/114). Mit Mitteilung vom 9. November 2011 wurden die Kosten eines Arbeitstrainings gutgesprochen und ein Taggeld verfügt (Urk. 6/120, Urk. 6/125 und Urk. 6/129). Nachdem X._ per 1. Mai 2012 im Restaurant F._ als Küchenhilfe bei einem 50%-Pensum im Stundenlohn angestellt worden war und sie sich aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage sah, zu einem höheren Pensum zu arbeiten, wurden die beruflichen Massnahmen am 4. Oktober 2012 abge
schlossen (Urk. 6/144-146).
1.4
Am 5. Dezember 2013 (
Eingangsdatum
) meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug (Rente und berufliche Massnahmen) an (Urk. 6/151). In der Folge tätigte die IV-Stelle weitere medizinische und er
werbliche Abklärungen. Nach Eingang des psychiatrischen Gutachtens von Dr. med. G._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 23. Februar 2015 und des rheumatologischen Gutachtens von Dr. med. H._, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin, vom 4. Dezember 2015, welche von der Krankentaggeldversicherung SWICA Ver
si
cherungen AG in Auftrag gegeben worden waren (Urk. 6/185), veranlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre Begutachtung durch das I._ (I._-Gutachten vom 9. Juli 2015, Urk. 6/191). Am 30. Juli 2015 bat die IV-Stelle das I._ um eine ergänzende Stellungnahme, welche am 31. Juli 2015 erfolgte (Urk. 6/192-193). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 6/198, Urk. 6/199 und Urk. 6/205-206) verfügte die IV-Stelle mit Verfügung vom 11. Mai 2016 die vorbeschiedene Abwei
sung des Leistungsbegehrens (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob X._ am 2. Juni 2016 Beschwerde und beantragte, es sei ihr mit Wirkung ab dem 1. Juli 2014 eine Dreiviertelsrente zuzusprechen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Bestellung von Rechtsanwalt Dr. iur. Markus Krapf als unentgeltlichen Rechtsbeistand (Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 4. Juli 2016 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 6/1-212), was der Beschwerdeführerin am 13. Juli 2016 mitgeteilt wurde (Urk. 7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird - soweit erforderlich - im Rahmen der Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsge
mäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Lei
den mit Krankheitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Auf
bietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Er
werbs
ein
kom
men zu erzielen
(Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember
2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. No
vem
ber 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar
201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November
2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeits
fähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stel
len, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreivier
telsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensver
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Validen
einkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu er
folgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 IVV eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Vo
raussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geän
dert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch
lich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisi
onsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Er
lass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prü
fen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbe
gründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwer
defall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Ge
richt (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.6
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechts
anspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Be
weismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Be
weiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Si
tu
a
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwer
defüh
rerin im Zeitraum zwischen der
Verfügung vom 2. August
2011 (Urk. 6/113), mit welcher die Beschwerdegegnerin einen Leistungsan
spruch letztmals nach umfassender Abklärung des Sachverhaltes verneint hat (vgl.
Sachverhalt
E. 1.2), und der angefochtenen Verfügung vom 11. Mai 2016 (Urk. 2) in anspruchsrelevanter Weise verändert hat.
2.2
Die Beschwerdegegnerin begründete die Verneinung des Rentenanspruchs im Wesentlichen damit, dass - entgegen der gutachterlichen Einschätzung des I._ vom 9. Juli 2015 (Urk. 6/191) - aus psychiatrischer Sicht keine nach
voll
ziehbare Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgewiesen sei. Die Aus
übung einer angepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin aus somati
scher und auch aus psychiatrischer Sicht im 1. Arbeitsmarkt vollumfänglich möglich und zumutbar (Urk. 2).
2.3
Die Beschwerdeführerin ist demgegenüber der Ansicht, dass auf das überzeu
gende polydisziplinäre I._-Gutachten abzustellen sei. Die Beschwerdefüh
rerin sei aus psychiatrischer Sicht nur zu 50 % arbeitsfähig. Dies habe auch der RAD-Arzt so befunden (Urk. 1).
3.
3.1
Die rentenablehnende Verfügung vom 2. August 2011 (Urk. 6/113) basierte hauptsächlich auf dem psychiatrischen Gutachten von Dr. E._ vom 7. Januar 2011 (Urk. 6/91), worin folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt wurden (S. 29 f.):
-
Achse I: Klinische Störungen
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F 45.4, seit
Januar 2005 mit Anfängen der Symptomatik ab 2001)
-
Agoraphobie (ICD-10: F 40.0, seit spätestens Dezember 2006)
-
Achse II: Persönlichkeitsstörungen
-
Akzentuierte Persönlichkeit mit zwanghaften und depressiven
An
tei
len bei Selbstwertproblematik (ICD-10: Z 73.1, seit der
späten Jugendzeit/dem frühen Erwachsenenalter bestehend)
-
Achse III: Medizinische Krankheitsfaktoren:
-
Rückenschmerzen mit mehreren Lokalisationen an der
Wirbelsäule (ICD-10: M 54.50, subjektiv festgehaltener
Beginn dieser Beschwerden um 2000 mit ersten
Fachuntersuchungen, orthopädisch-rheumatologischerseits
ohne grösseren Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit)
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verblieben folgende Diagnosen:
-
Achse I: Klinische Störungen:
-
Rezidivierende depressive Störung (ICD-10: F 33.9, aktuell
keine genuine depressive Symptomatik, bezüglich der
Krankheitsgeschichte liessen sich nicht mit wünschenswerter
Si
cherheit „depressive Episoden“ durch einer genauer
bestimmbaren Schweregrad abgrenzen)
-
Achse III: Medizinische Krankheitsfaktoren
-
Adipositas (ICD-10: E 66.9, nach eigener Aussage „in den
letz
ten Jahren“ Gewichtszunahme um 17 Kilogramm)
-
Weitere somatische Diagnose: Appendektomie (November
1997), axiale Hiatushernie ohne Refluxerkrankung (August
2004), Hämorrhoidalleiden mit Hämorrhoiden Stadium I-II
(2004), Status nach Eisenmangel mit Infusionstherapie (März
2005)
-
Achse IV: Psychosoziale und umgebungsbedingte Probleme:
-
Es beständen weiterhin schwere Probleme mit der nun
20-jäh
ri
gen Adoptivtochter, aber auch im sozialen Umfeld
durch ein Rückzugsverhalten. Zudem seien anlässlich einer seit
2004 anhaltenden Arbeitslosigkeit beziehungsweise
Arbeitsunfähigkeit zu 100 % wirtschaftliche Probleme
entstanden und konsekutiv hätten sich Schulden angesammelt,
wobei die Beschwerdeführerin Sozialhilfebezügerin geworden
sei. Die weitere berufliche Zukunft sei derzeit völlig im
Ungewissen.
-
Achse V: Globale Erfassung des Funktionsniveaus:
-
Bei der Beschwerdeführerin lägen zwar nur mässig ausgeprägte,
aber eben doch spürbare Symptome vor wie ein dysfunktionales
Schmerzverhalten und „depressive Schwankungen“ (ohne eine
eigentliche oder doch schwerwiegende depressive Störung).
Diese Symptome sowie die psychosozialen Einflussgrössen
hätten zusammen mit einem ab 2004 entstandenen
Vermeidungs- und Rückzugsverhalten mit erheblicher
Selbstlimitierung an sich noch gekonnter Fertigkeiten zu
beträchtlichen Einbussen der persönlichen, sozialen und
beruflichen Leistungsfähigkeit geführt. Diese psychosozialen
Störungsgrösssen beeinflussten also nicht nur die Persistenz der
Symptomatik und damit die Fortdauer des Leidens, sondern sie
hätten auch in hohem Masse an der Entstehung wie auch an
der Chronifizierung des klinischen Bildes beigetragen.
Die von Dr. C._ in seinem psychiatrischen Gutachten vom 10. März 2009 vorgenommene Prüfung der sogenannten Foerster-Kriterien sowie dessen Schlussfolgerung, dass diese Kriterien bei der gestellten Diagnose einer so
ma
toformen Schmerzstörung vorliegend nicht erfüllt seien (Urk. 6/64 S. 9 ff.), überzeuge nach wie vor (Urk. 6/91/35). Insbesondere, und das sei kon
stitutiv für die Diagnose, bestehe kein hinreichendes somatisches Leiden, das die von der Beschwerdeführerin anhaltend seit etwa 2001 geklagte Schmerz
symptomatik begründen könnte.
Anlässlich von Rückenschmerzen (ungefähr ab 2000 und mit orthopädisch-rheumatologischen Untersuchungen ab 2001 bis vorzugsweise 2005 und da
nach ab Ende 2004 mit psychiatrischer Behandlung), die als solche ohne an
haltenden und gravierenden Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gewesen seien, habe sich eine „somatoforme Schmerzstörung“ entwickelt, wobei es wieder
kehrend zu somatopsychischen Reaktionen mit depressiver Tönung gekom
men sei. Eine eigentliche depressive Episode habe nicht sicher bestimmt wer
den können. Bei einer prädisponierenden Persönlichkeitsstruktur und einer relativen Ich-Schwäche sei zudem - pathodynamisch in enger Verbindung zu dieser Entwicklung - ab etwa 2006 eine Agoraphobie aufgekommen, deren Klinik jedoch ebenfalls nicht so stark ausgeprägt sei, sodass eine bedeutsame Störung der Arbeitsfähigkeit daraus resultiert hätte, zumal dieses Leiden bis
lang auch gar nicht adäquat behandelt worden sei. Die Chronifizierung des gesamten Leidens ab Ende 2004/Anfang 2005 sei aber in erster Linie IV-fremden Faktoren geschuldet: einem zunehmenden Vermeidungsverhalten, einem sekundären Krankheitsgewinn und einer erheblichen Selbstlimitierung bei konflikthaften, enttäuschenden Auseinandersetzungen mit der Adoptiv
tochter und dem Bruch der Beziehung zum Lebensgefährten. Allenfalls ab November 2006 sei
es durch die seinerzeit erstmalig erwähnte Angststörung im Sinne einer Agoraphobie zu einer gewissen Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Serviererin (mit grösserem Arbeits
radius und Kundenkontakt usw.) gekommen. Die daraus ableitbare Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit im Gastroservice und vergleichbaren Tätig
keiten liege jedoch deutlich unter 40 % (nur um 35 %) und sie dürfte bei ei
ner suffizienten Behandlung zudem
noch weiter abnehmen. In einer leicht angepassten Tätigkeit des freien
Arbeitsmarktes (mental nicht zu anspruchs
voll, wobei aber durchaus Verkaufstätigkeiten in kleineren Einheiten ohne allzu grossen Publikumsandrang möglich seien) bestehe seit dem 21. Dezem
ber 2004 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (Urk.
6/91/31
f.). Die ab 2005 psy
ch
ia
tri
scherseits immer wieder postulierte Arbeitsunfähigkeit von 50-100 % gehe ganz überwiegend auf die beschriebenen psychosozialen und damit IV-irre
le
vanten Komponenten
(einem zunehmenden Vermeidungsver
halten, einem se
kun
dären Krankheitsgewinn und einer erheblichen Selbstlimitie
rung bei kon
flikthaften, enttäuschenden Auseinandersetzungen mit der Adoptiv
tochter und dem Bruch der Beziehung zum Lebensgefährten) zurück. Bei prinzipiell durch Behandlung lege artis erreichbarer vollständiger Rever
si
bi
li
tät der aktuell zu bestimmenden leichteren Minderung der Arbeitsfähig
keit von 35 % (Arbeitsfähigkeit von 65 %) für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Ser
vie
rerin und einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätig
keiten liege kein anhaltend invalidisierendes Leiden vor (Urk. 6/91/33).
3.2
Die Verfügung vom 11. Mai 2016 (Urk. 2), mit welcher das Rentenbegehren erneut abgewiesen wurde, basiert auf folgenden medizinischen Beurteilun
gen:
3.2.1
Der Austrittsbericht der
J._
vom 1
5.
Oktober
2013 (Urk. 6/167), wo sich die
Beschwerdeführerin
vom
31. Juli bis 3. September
2013
stationär zur psychosomatischen Rehabilitation aufgehalten hatte, führte folgende Diag
nosen auf:
1.
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwer
(ICD-10: F 33.2)
2.
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F 45.4)
3.
Chronisches Cervikobrachialsyndrom
4.
Lumboradikuläres Schmerzsyndrom
5.
generalisierte Tendomyopathie
6.
Vitamin B12-Mangel
7.
Rezidivierende Eisenmangelanämie
8.
Hämorrhoiden Grad II
Bei der Beschwerdeführerin bestehe eine rezidivierende depressive Störung und eine somatoforme Schmerzstörung. Im Vordergrund der aktuell schwer
gradigen depressiven Episode ständen sozialer Rückzug, Freudverlust, Kon
zentrationsstörungen und Antriebslosigkeit. Anamnestisch beständen die de
pressive Symptomatik und die Störung der Schmerzverarbeitung seit 2005. Dieses inzwischen chronifizierte Zustandsbild habe sich vor dem Hin
tergrund mehrerer Todesfälle nahestehender Personen innerhalb der letzten Jahre akzentuiert. Bis zum 10. September 2013 sei die Beschwerdeführerin nicht arbeitsfähig. Die weitere Einschätzung erfolge durch den nachbehan
delnden Arzt.
3.2.2
Im Bericht der D._ vom 25. Februar 2014 (Urk. 6/162) zuhanden der Be
schwer
degegnerin wurde eine rezidivierende depressive Störung, gegen
wärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F 33.1), als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit genannt.
Die Verläufe depressiver Störungen wiesen eine grosse individuelle Variabili
tät auf. Die mittlere Episodendauer depressiver Störungen werde auf 16 Wochen geschätzt. Die Beschwerdeführerin sei während der gesamten Be
handlungsdauer nie vollständig remittiert. Dies erhöhe die Wahrscheinlich
keit, eine erneute depressive Episode zu erleiden. Prognostisch ungünstig für den weiteren Verlauf und somit Erhöhung des Rückfallrisikos seien die so
matische Komorbidität, das weibliche Geschlecht, keine Paarbeziehung und Arbeitslosigkeit. Insgesamt sei die Prognose zum jetzigen Zeitpunkt als schlecht einzuschätzen. Therapeutische Massnahmen seien dringend indiziert. Bis auf Weiteres sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsunfähig. Eine Neubeurteilung solle jedoch durch den ambulanten Behandler erfolgen. Es sei nicht in absehbarer Zeit mit einer Wiederaufnahme der Arbeit zu rechnen.
3.2.3
Dr. med. K._, Fachärztin Allgemeine Innere Medizin FMH, Stellvertreterin für die behandelnde Hausärztin med. pract. L._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH, nannte in ihrem Bericht vom 9. September 2014 (Urk. 6/172) zuhanden der Beschwerde
gegnerin fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Rezidivierende teils schwere depressive Episode (ICD-10: F 33,
Erstdiagnose 2005)
-
Hospitalisation D._ vom 13.-26. Juni 2009
-
Hospitalisation
D._
vom
15. Juli bis 2. August
2009
-
Hospitalisation
D._
vom
10. August bis 23.
September
2009
-
Akuttagesklinik D._ vom 25. September bis 23. Dezember 2009
-
Akuttagesklinik
D._
vom
17.Oktober 2013 bis 9. Januar 2014
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F 45.40)
-
Hospitalisation J._ vom 17. Oktober bis 11. November
2005
-
Hospitalisation J._ vom 31. Juli bis 3. September 2013
-
Chronisches Cervikobrachialsyndrom
-
Lumboradikuläres Schmerzsyndrom mit weichteilrheumatischen
Beschwerden seit 1992
-
2001 panvertebrales Syndrom mit Reizung L5-S1
-
Sturz auf Steissbein 2005
-
PHS
-
Generalisierte Tendomyopathie
Hinsichtlich der internistischen Diagnosen sei von einer guten Prognose auszu
gehen. Betreffend die psychiatrischen und rheumatologischen Diagno
sen sowie deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sei auf die Beurtei
lung der Spezialisten verwiesen.
3.2.4
Dr. med. M._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, stell
te in seinem Bericht vom 30. September 2014 (Urk. 6/174) zuhanden der Be
schwerdegegnerin folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig
(ICD-10: F 33.10)
-
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F 45.4)
-
Akzentuierte Persönlichkeit mit zwanghaften Zügen (ICD-10: Z 73.1)
-
Chronisches Cervikobrachialsyndrom, lumboradikuläres Schmerz-
syndrom, generalisierte Tendomyopathie
-
Vitamin B12-Mangel, rezidivierende Eisenmangelanämie
Die Beschwerdeführerin sei in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Küchen-Mitarbeiterin seit dem 31. Juli 2013 andauernd zu 100 % arbeitsunfähig. Der Beschwerdeführerin fehlten die nötigen psychischen Ressourcen, um Strate
gien zur Überwindung ihrer Schmerzverarbeitungsstörung zu entwickeln. Hierzu trügen ihre rezidivierende Depression (beispielsweise durch Beein
trächtigung ihres Selbstwertgefühls) und ihre zwanghaften Persönlichkeits
züge (Unfähigkeit, flexibel auf wechselnde soziale/berufliche Situationen und Anforderungen zu reagieren) und ihre Schmerzproblematik (massiv erhöhte Erschöpfbarkeit) bei. Veränderungen ihrer Befindlichkeit und ihres Verhal
tens seien nur in sehr kleinen Schritten feststellbar, dabei sei sie sehr für Rückfälle empfindlich. Es sei daher kurz- und mittelfristig auch bei Fortset
zung der psychiatrischen Behandlung nicht mit dem Erreichen eines stabilen psychischen Funktionsniveaus und ebenso wenig mit dem Wiedererlangen einer Arbeitsfähigkeit im 1. Arbeitsmarkt zu rechnen.
3.2.5
Im polydisziplinären (internistischen, rheumatologischen, neurologischen, neuro
psychologischen und psychiatrischen)
I._
-Gutachten vom 9. Juli 2015 (Urk. 6/191) wurden folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfä
higkeit gestellt (S. 87 f.):
-
Beginnende tieflumbale Bandscheiben- und Gelenksdegeneration im
Segment L5/S1
-
bei im Übrigen unauffälligen lumbalen Wirbelsäulensegmenten
-
ohne reflektorische myofasziale Triggerpunkt- oder
Hartspannbildung
-
Mittelgradige depressive Episode im Rahmen einer rezidivierenden
depressiven Störung (ICD-10: F 33.1), differentialdiagnostisch:
chro
nisch depressive Störung einer mittelgradigen Ausprägung
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit verblieben folgende Diagnosen:
-
Fibromyalgie mit Generalisierungstendenz im Sinne einer Allodynie
bei global-muskulärer Insuffizienz mit korrigierbarer thorakaler
Fehlhaltung
-
Kopfschmerzen bei Medikamentenübergebrauch (ICD-10: G 44.41) im
Sinne von Kopfschmerz bei Nicht-Opioidanalgetika-Übergebrauch,
differentialdiagnostisch: Chronischer Kopfschmerz vom Spannungstyp
(ICD-10: G 44.2)
-
Unklare Hemihypästhesie im Bereich der gesamten rechten
Körperhälfte ohne objektivierbares fokal-neurologisches Defizit
-
Unklare lumbale Schmerzen ohne radikuläre Ausstrahlung
-
Undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10: F 45.1),
differentialdiagnostisch: Chronische Schmerzstörung mit somatischen
und psychischen Faktoren (ICD-10: F 45.41)
-
Akzentuierte Persönlichkeitszüge mit selbstunsicheren und ängstlichen
Zügen (ICD-10: Z 73.0)
Die Beschwerdeführerin sei als Fünfte von insgesamt 9 Geschwistern in Ex-Jugoslawien unter unauffälligen Verhältnissen aufgewachsen, die durch die Gewalt des Vaters geprägt gewesen sei. Sie lebe seit 1979 in der Schweiz und sei eingebürgert. Sie sei nie verheiratet gewesen. Ihr Lebenspartner sei 2012 infolge eines Prostata-Karzinoms gestorben. Seither lebe sie alleine. Die Be
schwerdeführerin habe 1980 einen unehelichen Sohn geboren, den sie gleich nach der Geburt aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Situation zur Adop
tion freigegeben habe. 1989 habe sie aus Kroatien ein damals 8-jähriges Mädchen adoptiert (S. 88).
Die internistische Untersuchung ergebe das Bild einer 56-jährigen, leicht über
gewichtigen, kardiopulmonal kompensierten Beschwerdeführerin in un
auffälligem Allgemeinzustand. Die klinische Untersuchung sei altersentspre
chend normal, ohne Hinweise auf eine Links- oder Rechtsherzinsuffizienz oder für eine Lungenerkrankung. Auch im Abdominal- und Neurostatus liessen sich keine pathologischen Befunde erheben. Korrelierend dazu fänden sich durchwegs Normalwerte in den Laboruntersuchungen. Das EKG zeige einen unauffälligen Erregungsablauf und die Spirometrie liefere keine Hin
weise auf eine obstruktive oder restriktive Ventilationsstörung. Aus internis
tischer Sicht lasse sich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen, weder in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit noch in einer dem Alter und dem Habitus angepassten Tätigkeit (S. 92).
Bei der rheumatologischen Untersuchung ergäben sich nur angedeutet reprodu
zierbare Beschwerden und Hinweise für eine Belastbarkeitseinschrän
kung des lumbalen Achsenskeletts. Das heisse, dieser Wirbelsäulenabschnitt sei gut kompensiert, bei einer gleichzeitigen Schmerzverarbeitungsstörung im Rahmen einer Fibromyalgie sei aber die Schmerzperzeption generell erhöht, sodass auch bei beginnenden degenerativen Veränderungen im unteren LWS-Abschnitt subjektiv - vor allem bei kalt-feuchter Exposition - vermehrt Beschwerden wahrgenommen würden. Die übrigen Abschnitte des Bewe
gungsapparates seien unauffällig, die generalisierende Fibromyalgie mit Halbseitenbetonung entspreche einem syndromalen Beschwerdebild und sei ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 92).
Die neurologische Untersuchung ergebe bis auf eine diffuse Hypästhesie im Bereich der gesamten rechten Körperhälfte, strikt median begrenzt, und bei der Prüfung des Vibrationssinnes eine Pallhypästhesie im Bereich des Malleolus medialis rechts 6/8 und Grosszehe rechts von 6/8 sowie Melleolus medialis links und Grosszehe links 7/8. Zudem ergebe sich bei der Prüfung von Finger-Nase-Versuch funktionell anmutendes, nicht reproduzierbares Vorbeizeigen beidseits, wobei sonst keine weiteren Hinweise auf fokal-neu
rologische Defizite vorhanden seien. Die MRI-Untersuchung des Schädels vom 22. April 2015 ergebe eine unauffällige MR-Untersuchung des Neuro
kraniums und des Hirnparenchyms. Zusammenfassend sei der durch die Be
schwerdeführerin anlässlich der neurologischen Exploration und Untersu
chung vorgetragene Kopfschmerz ohne begleitende vegetative Erscheinungen am ehesten charakteristisch für einen Kopfschmerz bei Medikamentenüber
gebrauch (ICD-10: G 44.41) im Sinne von Kopfschmerz bei Nicht-Opioida
nalgetika-Übergebrauch - differentialdiagnostisch ein chronischer Kopf
schmerz vom Spannungstyp (ICD-10: G 44.2) - zu erwägen. Im Weiteren klage die Beschwerdeführerin über chronische lumbale Rückenschmerzen, die in die gesamte rechte Extremität ausstrahlten. Während der körperlichen Untersuchung finde sich kein Anhalt für eine nervale oder radikuläre Schmerzursache für die beklagten lumbalen Rückenschmerzen. In der Un
tersuchung zeige sich, bis auf eine diffuse Hemihypästhesie im Bereich der gesamten rechten Körperhälfte, ein regelrechter Nervenstatus ohne Hinweise auf weitere sensomotorische Ausfälle, die auf eine radikuläre Schmerzgenese hindeuten könnten. Ebenso wenig lasse sich eine radikuläre Schmerzsymp
tomatik an der LWS auslösen. Auf neurologischem Gebiet könnten die be
klagten Missempfindungen und Sensibilitätsstörungen nicht erklärt werden.
Die Zusammenstellung der Befunde (Testergebnisse) in der neuropsychologi
schen Untersuchung lasse auf ein Aggravationsverhalten der Beschwerde
führerin schliessen. Daher könnten die Ergebnisse der Leistungstests nicht inhaltlich ausgewertet werden und lieferten wegen mangelnder Mitarbeit keine verwertbaren neuropsychologischen Befunde, da sie wahrscheinlich nicht das effektiv vorhandene kognitive Leistungsniveau abbildeten (S. 93).
Bei der psychiatrischen Exploration und Untersuchung erhobene objektivier
bare psychopathologische Befunde ergäben Hinweise auf eine zumindest mittelgradige depressive Störung. Die Exploration des Tagesprofils weise auf ein reduziertes Aktivitätsniveau hin und die Aktivität sowie Partizipation sei eingeschränkt. Zusammenfassend sei aufgrund der angegebenen diffusen körperlichen Schmerzen und der diffusen Missempfindungen ohne ausrei
chende Erklärbarkeit durch ein somatisches Korrelat auf psychiatrischem Fachgebiet gemäss den ICD-10-Kriterien die Diagnose einer undifferenzierten Somatisierungsstörung (ICD-10: F 45.1) zu stellen. Differentialdiagnostisch sei aufgrund der im Vordergrund stehenden Schmerzen rein formal die Diag
nose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren gemäss ICD-10: F 45.41 zu erwägen. Im Weiteren sei die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10: F 33.1, differentialdiagnostisch: chronische de
pressive Störung einer mittelgradigen Ausprägung und akzentuierten Per
sön
lichkeitszügen mit selbstunsicheren und ängstlichen Zügen, ICD-10: Z 73.1) zu stellen. Im Fall der Beschwerdeführerin seien somit aus psychiat
rischer Sicht besondere Hinweise vorhanden, die zumindest mittelschwere Defizite aufgrund eines Gesundheitsschadens und eine Unzumutbarkeit zu deren Überwindung begründeten, insbesondere durch fehlende krankheitsbe
dingte Ressourcen und durch eine fehlende Kapazität zur Verarbeitung in
ner
psy
chi
scher Konflikte. Das Vorliegen einer mitwirkenden, psychisch aus
gewiesenen Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer sei aus medizinischer Sicht ausgewiesen. Darüber hinaus könne zumindest teilweise von einem Scheitern der ambulanten und stationären Therapien gesprochen werden. Es sei nicht nachvollziehbar, dass die Be
schwerde
führerin trotz der im Subjektiven erlebten erheblichen kognitiven Defizite noch ihr Fahrzeug lenken könne. Es werde im Hinblick auf die Fahr
tauglichkeit eine separate Prüfung beim zuständigen Strassenverkehrs
amt emp
foh
len. Die gutachterliche Konsistenzprüfung ergebe Hinweise auf nicht im geklagten Umfang vorhandene Funktionsbeeinträchtigungen. Auf
grund der Diskrepanzen zwischen dem erkennbaren klinischen Bild und den Ergeb
nissen der neuropsychologischen Tests sei es nicht möglich, die Fahr
taug
lichkeit der Beschwerdeführerin einzuschätzen. Bis zur weiteren Abklä
rung bestehe ein Fahrverbot (S. 93 f.).
Zusammenfassend und unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Be
funde sei aus rheumatologischer Sicht betreffend das lumbovertebrale Ach
senskelett das Einhalten von Schonkriterien empfehlenswert, da es sonst zu einer schmerzbedingten Dekompensation kommen könne. Das Belastungs
profil aus rheumatologischer Sicht laute folgendermassen: keine repetitiven, vornüber gebückten Arbeitsabläufe, keine repetitive Gewichtsbelastungen über 10 Kilogramm, idealer Wechsel zwischen sitzenden und stehenden Ar
beitsabläufen. Für sämtliche leichten bis zeitweise wechselbelastenden Tätig
keiten, die diese Schonkriterien erfüllten,
sei aus rheumatologisch-somati
scher Sicht bezogen auf ein volles Pensum eine 100%ige Arbeitsfähigkeit zumutbar und ausgewiesen. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Küchen
hilfe bestehe lediglich noch eine 30%ige zumutbare Restarbeitsfähigkeit (be
zogen auf ein 100%-Pensum). Aus neurologischer Sicht bestehe keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht sei die Beschwer
deführerin in ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit zu 50 % arbeitsunfähig. Auf
grund der de
pressiven Störung würden zeitlich flexible
Tätigkeiten ohne permanenten Zeit- und Termindruck, bei nur geringem Publikumsverkehr, ohne besondere Anforderungen an das Umstellungs- Anpassungsvermögen empfohlen. Das aktuell ermittelte Belastbarkeitsprofil gelte seit dem Zeit
punkt der aktuellen Untersuchung und aufgrund der Würdigung der Versi
cherungsakte mit dem Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit seit der Behandlung in der J._ (Hospitalisation vom 31. Juli bis 3. September 2013), was auf das psychiatrische Leiden zurückzuführen sei. Für die Zeit
räume der stationären Behandlungen sei eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen (S. 95).
3.2.6
Dipl. med. N._, Facharzt für Neurologie, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, zertifizierter Gutachter SIM und Vertrauensarzt SGV, hielt in seiner Stellungnahme vom 28. Juli 2015 (Urk. 6/195 S. 5 ff.) fest, dass das polydisziplinäre I._-Gutachten vom 9. Juli 2015 die formalen Qua
li
tätskriterien erfülle und nachvollziehbar und in seinen Schlussfolgerun
gen plausibel sei. Demnach sei die Beschwerdeführerin in der bisherigen Tä
tigkeit seit dem 31. Juli 2013 zu 70 % arbeitsunfähig (30% arbeitsfähig). In einer angepassten Tätigkeit (leichte bis intermittierend mittelschwere Tä
tigkeiten ohne Zeit- und Termindruck, mit geringem Publikumsverkehr, ohne besondere Anforderungen an die Umstellungs- und Anpassungsfähigkeit) sei ein Pensum von 50 % zumutbar.
4.
4.1
Das polydisziplinäre I._-Gutachten vom 9. Juli 2015 (Urk. 6/191) basiert auf einer umfassenden internistischen,
rheumatologischen, neurologischen, neuropsychologischen und psychiatrischen Untersuchung und wurde in Kennt
nis und in Auseinandersetzung mit den Vorakten (Anamnese) abgege
ben. Die Gutachter haben detaillierte und nachvollziehbare Befunde und Di
ag
no
sen erhoben und sich mit den von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden auseinandergesetzt. Zudem haben
sie die medizinischen Zu
sam
menhänge und die medizinische Situation einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerung nachvollziehbar begründet. Dem Gutachten kommt dem
nach grundsätzlich volle Beweiskraft zu (vgl. E. 1.6).
4.2
Der begutachtende Rheumatologe stellte fest, dass der somatische Gesund
heits
schaden (Rückenleiden), welcher sich auf die Arbeitsfähigkeit der Be
schwerdeführerin auswirkt, mit der dargelegten Diagnose ausgewiesen ist. Er führte jedoch schlüssig aus, dass diese Degenerationen einer behinde
rungs
angepassten Tätigkeit zu 100 % mit einem besonderen Anforderungs
profil, welches auf die geklagten Beschwerden abgestimmt ist (
leichte bis in
ter
mittierend mittelschwere und wechselbelastende Tätigkeiten, ohne repeti
tiven vornüber gebückten Arbeitsabläufen, ohne repetitive Gewichtsbelas
tungen über 10 Kilogramm
), nicht entgegenstehen.
4.3
4.3.1
Der psychiatrische Gutachter diagnostizierte aufgrund der aktuellen Befund
lage eine mittelgradige depressive Episode im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10: F 33.1), welche die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit zu 50 % einschränke.
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes fallen leichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch, einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie erwiese
nermassen therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E.
3.3 mit Hin
weis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut angehbar sind - gesetzlich verlangten Konstellation ist den no
rmativen Anforderungen des Art. 7 Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3
). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht auszuschliessen sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konse
quent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zu
mut
baren (ambulanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten in ko
ope
rativer Weise optimal und nachhaltig ausgeschöpft wurden (
BGE 140 V 193
E. 3.3
;
BGE
137 V 64
E.
5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E.
4.1).
Die Beschwerdeführerin befindet sich seit 2005 in psychiatrischer Behand
lung und war bereits mehrmals teilstationär und stationär hospitalisiert. Die fortdauernde Inanspruchnahme einer konsequenten Depressionstherapie (in
klusive entsprechender Medikation) spricht demnach für einen massgebenden psychischen Leidensdruck. Seit der psychiatrischen Begut
achtung durch Dr. O._ im Januar 2011 (vgl. E. 3.1), als der fest
gestellten Depression noch aufgrund überwiegender psychosozialer Belas
tungsfaktoren eine invalidisierende Wirkung abgesprochen wurde, hat sich das depressive Zustandsbild akzentuiert, worauf bereits die J._ im Austrittsbericht vom 15. Oktober 2013 hinwies (E. 3.2.1). Zudem ist auf das Zusammenwirken der depressiven Erkrankung mit den akzentuierten Persön
lichkeitszügen mit selbstunsicheren und ängstlichen Zügen (ICD-10: Z 73.0) hinzuweisen, weshalb der Beschwerdeführerin Ressourcen und Kapazitäten fehlen, um die innerpsychischen Konflikte nachhaltig und vollständig zu verarbeiten (Urk. 6/191 S. 81). Es ist daher von einer teilwei
sen Therapieresistenz auszugehen.
4.3.2
Trotz Vorliegen diverser psychosozialer Faktoren (Migrationshintergrund, schwere Arbeit, längere Abwesenheit vom Arbeitsmarkt) hielt der psychiat
ri
sche Gutachter ausdrücklich fest, dass er diese krankheitsfremden Gesichts
punk
te nicht in die Beurteilung der medizinisch-theoretischen Zumutbarkeit einer allfälligen Tätigkeit miteinbezog.
4.3.3
Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin (Urk.
?
S. 3 f.) sind die festgehaltenen Befunde in keiner Weise als weitgehend unauffällig zu be
wer
ten. So hielt der Psychiater aufgrund der festgestellten und nachvollzieh
bar dar
gelegten Befundlage (Urk. 6/191 S. 73 ff.) explizit fest, dass die Kardi
nal
symptome einer Depression gegeben seien, da unter anderem ein Interes
sen
verlust, eine anhaltende gedrückte Stimmung und eine erhöhte Ermüd
barkeit objektiv feststellbar gewesen seien (Urk. 6/191 S. 81). Nebst der un
be
strittenermassen festgestellten beeinträchtigten Affektivität ist auch auf das objektivierbare reduzierte Aktivitätsniveau im Tagesablauf sowie die ein
ge
schränkte Teilnahme im sozialen Bereich hinzuweisen. Aus dem Umstand, dass die alleine lebende Beschwerdeführerin ab und zu einfach kocht oder für Fr. 4.-- vergünstigt in einer Kantine isst sowie einmal wöchentlich für 1 Stunde Freiwilligenarbeit in einem Altersheim leistet oder ärztlich verordnete Therapien macht (Urk. 2 S. 3), können die überzeugenden gut
ach
ter
lichen Feststellungen zur eingeschränkten Arbeitsfähigkeit aufgrund der de
pressi
ven Störung nicht entkräftet werden.
4.3.4
Hinsichtlich des in der neuropsychologischen Untersuchung festgestellten ag
gra
vatorischen Verhaltens der Beschwerdeführerin (vgl. Urk. 2 S. 4) ist auf die Stellungnahme der I._-Gutachter vom 31. Juli 2015 hinzuweisen, wo
nach die Inkonsistenz/Aggravation bei der Bemessung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigt wurde.
4.3.5
Angesichts dieser Umstände ist aufgrund der psychiatrischen Diagnose einer depressiven Störung ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesund
heitsschaden - entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin (Urk. 2) - zu bejahen. Damit steht gestützt auf die überzeugenden Feststellungen im polydisziplinären I._-Gutachten vom 9. Juli 2015 fest, dass der Beschwer
deführerin seit dem 31. Juli 2013 eine angepasste Tätigkeit (leichte bis inter
mittierend mittelschwere und wechselbelastende Tätigkeiten, ohne repetitiven vornüber gebückten Arbeitsabläufen, ohne repetitive Gewichtsbelastungen über 10 Kilogramm, ohne Zeit- und Termindruck, mit geringem Publikums
verkehr, ohne besondere Anforderungen an die Umstellungs- und Anpas
sungsfähigkeit) zu einem 50%-Pensum zumutbar ist.
5.
5.1
Anhand eines Einkommensvergleichs ist zu prüfen, wie sich die einge
schränkte Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführer
in
in wirtschaftlicher Hin
sicht auswirkt. Für die Vornahme des Einkommensvergleichs ist grundsätz
lich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des (hypothetischen) Rentenbeginns abzustellen (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222). Das Wartejahr nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG endete am
30. Juli 2014
, nachdem
sie
seit dem
31. Juli 2013
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen war (vgl. E. 4.1.6). Im Weiteren meldete sich
die
Beschwerdeführer
in
am
5.
Dezember 2013
bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk.
6/151
), wo
mit die sechsmonatige Frist gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG im
Juni 2014
en
dete und der frühestmöglich
e Rentenbeginn im Jahr 2014
liegt.
5.2
5.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Vali
den
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Ein
kommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versi
cherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstruk
turerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Ein
zelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
5.2.2
Dem Valideneinkommen legte die Beschwerdegegnerin das zuletzt vor Ein
tritt des Gesundheitsschadens bei der Z._ erzielte Einkommen zu
grunde, welches sie auf ein 100 % Pensum hochrechnete und der Lohnent
wicklung anpasste (Einkommensvergleich vom 20. Oktober 2015, Urk. 6/194, vgl. auch Einkommensvergleiche vom 16. April 2009 und 7. Januar 2008, Urk. 6/66 und Urk. 6/40). Dieses Vorgehen ist unter den Parteien unbestritten und gibt angesichts der Erwerbsbiographie der Beschwerdeführerin mit ho
hen Einkommen vor der Adoption der im Zeitpunkt der angefochtenen Ver
fügung längst volljährigen Adoptivtochter (vgl. IK-Auszug vom 20. Oktober 2015, Urk.6/196) und angesichts des Umstands, dass die Beschwerdeführerin die langjährige Stelle bei der Z._ aus gesundheitlichen Gründen ver
lor (Arbeitgeberfragebogen vom 26. Juli 2005 (Urk. 6/10), zu keiner Korrek
tur Anlass. Abzustellen ist damit auf das von der Beschwerdegegnerin er
mittelte Valideneinkommen von Fr. 68‘199.-- für das Jahr 2014 (Urk. 2 S. 2 und Urk. 1 S. 8).
5.3
5.3.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli
2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli
2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September
2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalidenein
kommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.
3.2
Vorliegend ist zur Ermittlung des Invalideneinkommens auf die Tabellen
löhne abzustellen, da die Beschwerdeführerin ihre ursprüngliche Tätigkeit nicht mehr ausüben kann und keine neue Tätigkeit aufgenommen hat. Aus der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE 2012) ergibt sich als Zentralwert für Arbeitnehmerinnen des Kompe
tenzniveaus 1 (einfache und repetitive Tätigkeiten) im privaten Sektor ein Bruttomonatslohn von Fr. 4‘112.-- (Tabelle TA1, Ziffern 5-96). In Anbetracht der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2014 für alle Sekto
ren von 41.7 (vgl. Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit, Tabelle T 03.02) resultiert ein Einkommen von Fr. 52‘282.20 (Fr. 4‘112.-- x 12 : 40 x 41.7 : 2630 x 2673 [
vgl. Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nominallöhne, Tabelle T 39
]). Bei einem 50%-Pensum ergibt dies Fr. 26‘141.10.
5.4
Die Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen ergibt eine Erwerbseinbusse von Fr. 42‘058.-- (Fr. 68‘199.-- - Fr. 26‘141.--) und führt somit zu einem Invaliditätsgrad von gerundet 62 % und berechtigt zu einer Dreiviertelsrente (vgl. E. 1.3). Ein allfälliger sogenannter Leidensabzug
(vgl.
dazu
BGE 126 V 75)
selbst in der Höhe von 20 % würde zu keinem höheren Rentenanspruch führen.
6.
Zusammenfassend ist die Beschwerde dahingehend gutzuheissen, als festge
stellt wird, dass die Beschwerdeführerin ab 1. Juli 2014 Anspruch auf eine Drei
viertelsrente der Invalidenversicherung hat.
7.
7.1
Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- und Fr. 1‘000.-- festzusetzen sind (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), sind auf Fr. 800.-- anzusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Entsprechend ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwer
de
füh
rerin eine volle Prozessentschädigung zu bezahlen, die gemäss Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialver
siche
rungs
gericht (GSVGer) - ohne Rücksicht auf den Streitwert - nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Ob
siegens zu bemessen ist, wobei ein Betrag von Fr. 1‘900.-- (in
klusive Baraus
lagen und Mehrwertsteuer) angemessen erscheint.
7.3
Entsprechend erweist sich das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewäh
rung der unentgeltlichen Rechtspflege als gegenstandslos.