Decision ID: e65f7caa-5355-5233-b82e-88b25e3353b2
Year: 2019
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der zuständige Dienst der niederländischen Steuerbehörde (Belasting-
dienst/Central Liaison Office Almelo; nachfolgend: BD) ersuchte gestützt
auf Art. 26 des Abkommens vom 26. Februar 2010 zwischen der Schwei-
zerischen Eidgenossenschaft und dem Königreich der Niederlande zur
Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Ein-
kommen (SR 0.672.963.61; nachfolgend: DBA CH-NL) die Eidgenössische
Steuerverwaltung (ESTV) mit Schreiben vom 24. Mai 2018 um Informatio-
nen betreffend ihm namentlich nicht bekannte natürliche Personen, welche
im Zeitraum vom 1. Februar 2013 bis zum 31. Dezember 2017 (kumulativ)
folgende Kriterien erfüllt haben (Akten Vorinstanz, act. 1):
a) Die Person war Kontoinhaber/in eines Kontos/mehrerer Konten bei der
C._ AG;
b) Der/die Kontoinhaber/in verfügte (gemäss bankinterner Dokumentation)
über eine Domiziladresse in den Niederlanden;
c) Die C._ AG hat dem/der Kontoinhaber/in ein Schreiben versandt,
mit welchem diese/r dazu aufgefordert wurde, der Bank seine/ihre Steuer-
konformität zu bestätigen;
d) Der/die Kontoinhaber/in hat der C._ AG trotz Versand des vorge-
nannten Schreibens keinen der Bank genügenden Nachweis der Steuer-
konformität erbracht.
Davon ausgenommen sind Konten, welche bestimmte im Gesuch ge-
nannte Kriterien erfüllen, insbesondere solche, deren Kontostand während
der ersuchten Zeitperiode stets weniger als EUR 1'500.-- betrug. Ein Bei-
spiel des in Buchstabe c genannten Schreibens legte der BD dem Ersu-
chen bei.
Der BD verlangt nach dem Amtshilfeersuchen in Bezug auf jede dieser Per-
sonen Informationen über Vorname(n), Nachname, Domiziladresse, Ge-
burtsdatum, Bankkontonummer(n) und Vermögensstand auf den betreffen-
den Konten per 1. Februar 2013, 31. Dezember 2013, 31. Dezember 2014,
31. Dezember 2015, 31. Dezember 2016 und 31. Dezember 2017.
B.
Aufgrund des Amtshilfeersuchens des BD forderte die ESTV die Bank mit-
tels Editionsverfügung vom 11. Juli 2018 dazu auf, alle unter das Ersuchen
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fallenden Personen zu identifizieren, der ESTV die vom BD verlangten In-
formationen zu übermitteln und die beschwerdeberechtigten Personen mit
Wohnsitz im Ausland mittels eines der Verfügung beigelegten Schreibens
der ESTV über das Amtshilfeverfahren zu informieren. Dabei konkretisierte
die ESTV, dass nur Informationen zu jenen Kunden zu übermitteln seien,
welche von der Aufforderung, ihre Steuerkonformität nachzuweisen,
Kenntnis hatten (Akten Vorinstanz, act. 3).
C.
Mit Publikation im Bundesblatt vom 28. August 2018 informierte die ESTV
die betroffenen Personen über das Amtshilfeersuchen sowie deren Rechte
und Pflichten (Akten Vorinstanz, act. 4).
D.
Bereits mit Eingabe vom 30. August 2018 zeigten die Rechtsvertreter von
B._ und A._ (nachfolgend: betroffene Personen) der ESTV
an, dass sie von diesen mit deren Interessenwahrung beauftragt wurden
und baten um Akteneinsicht (Akten Vorinstanz, act. 5).
E.
E.a Mit Schreiben vom 31. August 2018 reichte die Bank der ESTV fristge-
recht die verlangten Dokumente ein. Sie kam ferner der Aufforderung nach,
die beschwerdeberechtigten Personen über das Amtshilfeverfahren zu in-
formieren (Akten Vorinstanz, act. 6).
E.b Unter diesen Unterlagen befindet sich das an die betroffenen Personen
(Referenz/Konto-Nr. [...]) gerichtete Schreiben vom 28. Juni 2013 betref-
fend «Declaration of Tax Conformity», worin folgender Abschnitt enthalten
ist (Akten Vorinstanz, act. 8):
«With this letter we respectfully ask you to sign the attached Declaration of
Tax Conformity and return it to us by 31 October 2013. This document is
a key part of our client due diligence and is essential to the future pursuit of
our professional relationship.»
E.c Die «Declaration of Tax Conformity» selbst (Seite 2 desselben Schrei-
bens) beinhaltet folgende Textpassagen:
«I/We herewith declare that all assets, including cash and securities deposited
in my/our account with C._ AG and the income or proceeds thereof,
are currently and will continue to be fully disclosed to the relevant tax and any
other authorities in my/our country of residence and in any other jurisdiction as
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Seite 4
required by the applicable laws and regulations, by myself/ourselves or by any
other person, including, but not limited to, the beneficial owner(s).»
«I/We understand that should any of the aforementioned statement or under-
taking be or become incorrect and should I/we not immediately correct the
situation and prove this to the Bank, the Bank may decide, to immediately ter-
minate its relationship with me/us. I/we shall bear any damage resulting there
from.»
F.
Die ESTV setzte die betroffenen Personen mit Schreiben vom 24. Septem-
ber 2018 darüber in Kenntnis, welche Informationen sie dem BD zu über-
mitteln beabsichtige. Ferner gewährte sie Akteneinsicht und räumte eine
Frist zur Stellungnahme ein (Akten Vorinstanz, act. 14).
G.
Mit Stellungnahme vom 26. Oktober 2018 teilten die betroffenen Personen
der ESTV mit, dass sie mit der Übermittlung der sie betreffenden Informa-
tionen nicht einverstanden seien (Akten Vorinstanz, act. 31).
H.
Mit Schlussverfügung vom 20. November 2018 ordnete die ESTV an,
Amtshilfe bezüglich der betroffenen Personen zu leisten und dem BD die
gewünschten Informationen (vgl. dazu vorne Sachverhalt Bst. A) zu über-
mitteln. Dabei wies die ESTV den BD auf die Geheimhaltungspflichten
nach Art. 26 Ziff. 2 DBA CH-NL hin.
I.
Die betroffenen Personen (nachfolgend: Beschwerdeführende) erheben
mit Eingabe vom 20. Dezember 2018 Beschwerde ans Bundesverwal-
tungsgericht und beantragen unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu-
lasten der ESTV (nachfolgend: Vorinstanz), deren Schlussverfügung vom
20. November 2018 sei aufzuheben und der Vorinstanz sei die Heraus-
gabe jedwelcher Informationen über die Beschwerdeführenden zu unter-
sagen. Als Begründung bringen die Beschwerdeführenden im Wesentli-
chen vor, dass es sich beim Amtshilfeersuchen des BD um kein gültiges
Gruppenersuchen handle und – sollte das Bundesverwaltungsgericht zur
gegenteiligen Ansicht gelangen – dass die Beschwerdeführenden gar nicht
Teil der umschriebenen Gruppe seien.
J.
Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 1. März 2019, die Be-
schwerde sei kostenpflichtig abzuweisen.
A-7256/2018
Seite 5
K.
Die Beschwerdeführenden antworteten mit Replik vom 10. Mai 2019 auf
die Ausführungen der Vorinstanz, worauf diese mit Duplik vom 14. Juni
2019 wiederum Stellung nahm und am Antrag, die Beschwerde sei kosten-
pflichtig abzuweisen, festhielt.
L.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten und die Unterlagen wird –
sofern sie für den Entscheid relevant sind – in den folgenden Erwägungen
eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Dem vorliegenden Verfahren liegt ein Amtshilfeersuchen des BD ge-
stützt auf Art. 26 Ziff. 1 DBA CH-NL zugrunde. Die Durchführung der mit
diesem Abkommen vereinbarten Bestimmungen richtet sich nach dem
Steueramtshilfegesetz vom 28. September 2012 (StAhiG, SR 651.1;
vgl. Art. 1 Abs. 1 Bst. a StAhiG und Art. 24 StAhiG e contrario). Allenfalls
abweichende Bestimmungen des im hier zu beurteilenden Fall anwendba-
ren DBA CH-NL gehen dabei vor (vgl. Art. 1 Abs. 2 StAhiG). Das Beschwer-
deverfahren richtet sich nach den Bestimmungen über die Bundesrechts-
pflege (Art. 19 Abs. 5 StAhiG).
1.2 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom
20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021). Zu den beim Bundesverwal-
tungsgericht anfechtbaren Verfügungen gehören auch die Schlussverfü-
gungen der ESTV im Bereich der internationalen Amtshilfe (Art. 32 VGG e
contrario und Art. 19 Abs. 1 und Abs. 5 StAhiG), womit seine Zuständigkeit
zur Beurteilung des angefochtenen Entscheids zu bejahen ist.
1.3 Die Beschwerdeführenden sind als vom Amtshilfeersuchen betroffene
Personen und Verfügungsadressaten im Sinne von Art. 48 VwVG i.V.m.
Art. 19 Abs. 2 StAhiG durch die angefochtene Verfügung besonders be-
rührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder
Änderung, sodass sie zur Beschwerde berechtigt sind.
A-7256/2018
Seite 6
1.4 Somit ist auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde
(vgl. Art. 50 Abs. 1 VwVG und Art. 52 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 5 StAhiG)
einzutreten.
1.5 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid in
vollem Umfang überprüfen. Die Beschwerdeführenden können neben der
Verletzung von Bundesrecht (Art. 49 Bst. a VwVG) und der unrichtigen oder
unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 49
Bst. b VwVG) auch die Unangemessenheit rügen (Art. 49 Bst. c VwVG).
Im Beschwerdeverfahren gelten die Untersuchungsmaxime (Art. 12
VwVG), wonach der Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen ist (vgl.
zum Ganzen: ULRICH HÄFELIN et al., Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl.
2016, N. 1146 ff.; PIERRE TSCHANNEN et al., Allgemeines Verwaltungsrecht,
4. Aufl. 2014, § 30 N. 23), und der Grundsatz der Rechtsanwendung von
Amtes wegen (Art. 62 Abs. 4 VwVG).
2.
Staatsvertragliche Grundlage für die Leistung von Amtshilfe in Steuersa-
chen gegenüber den Niederlanden ist Art. 26 DBA CH-NL, welcher im
Wortlaut weitgehend Art. 26 des Musterabkommens der Organisation für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zur Vermeidung
von Doppelbesteuerung von Einkommen und Vermögen entspricht (vgl.
Botschaft vom 25. August 2010 zur Genehmigung eines Doppelbesteue-
rungsabkommens zwischen der Schweiz und den Niederlanden, BBl 2010
5787, 5800).
2.1 Gemäss Art. 26 Ziff. 1 DBA CH-NL tauschen die zuständigen Behörden
der beiden Vertragsstaaten diejenigen Informationen aus, die zur Durch-
führung des Abkommens oder zur Anwendung oder Durchsetzung des in-
nerstaatlichen Rechts betreffend – für Rechnung der Vertragsstaaten, ihrer
politischen Unterabteilungen oder lokalen Körperschaften – erhobenen
Steuern jeder Art und Bezeichnung voraussichtlich erheblich sind, soweit
die diesem Recht entsprechende Besteuerung nicht dem Abkommen wi-
derspricht. Der Informationsaustausch ist dabei weder durch Art. 1 DBA
CH-NL (persönlicher Geltungsbereich) noch durch Art. 2 DBA CH-NL
(sachlicher Geltungsbereich) eingeschränkt.
Der Zweck der Verweisung auf Informationen, die voraussichtlich erheblich
sind, besteht darin, einen möglichst weitgehenden Informationsaustausch
in Steuerbelangen zu gewährleisten, ohne den Vertragsstaaten zu erlau-
ben, «fishing expeditions» zu betreiben oder Informationen anzufordern,
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Seite 7
deren Erheblichkeit hinsichtlich der Steuerbelange einer bestimmten steu-
erpflichtigen Person unwahrscheinlich ist (Paragraph XVI Bst. c des Proto-
kolls zum DBA CH-NL).
2.2
2.2.1 Art. 26 DBA CH-NL äussert sich nicht dazu, welche Anforderungen
im Einzelnen an ein Amtshilfegesuch zu stellen sind. Hierzu führt aber das
Protokoll zum DBA CH-NL in Paragraph XVI Bst. b aus, dass Einverneh-
men darüber besteht, dass die Steuerbehörden des ersuchenden Staates
bei der Stellung eines Amtshilfebegehrens nach Art. 26 des Abkommens
den Steuerbehörden des ersuchten Staates die nachstehenden Angaben
zu liefern haben:
(i) die zur Identifikation der in eine Prüfung oder Untersuchung einbezo-
genen Person(en) nötigen Informationen, insbesondere bestehend aus
dem Namen und, sofern verfügbar, der Adresse, der Kontonummer und
weiteren Angaben, welche die Identifikation dieser Person erleichtern,
wie Geburtsdatum, Zivilstand oder Steuernummer;
(ii) die Zeitperiode, für welche die Informationen verlangt werden;
(iii) die Beschreibung der verlangten Informationen sowie Angaben hin-
sichtlich der Art und Form, in der der ersuchende Staat die Informatio-
nen vom ersuchten Staat zu erhalten wünscht;
(iv) den Steuerzweck, für den die Informationen verlangt werden;
(v) den Namen und, sofern bekannt, die Adresse des mutmasslichen In-
habers der verlangten Informationen.
Während Paragraph XVI Bst. b des Protokolls zum DBA CH-NL wichtige
verfahrenstechnische Anforderungen enthält, die «fishing expeditions»
vermeiden sollen, sind die Unterabsätze (i) bis (v) so auszulegen, dass sie
einen wirksamen Informationsaustausch nicht behindern (Paragraph XVI
Bst. c des Protokolls zum DBA CH-NL).
2.2.2 Die am 31. Oktober 2011 abgeschlossene und gleichentags in Kraft
getretene Verständigungsvereinbarung über die Auslegung von Para-
graph XVI Buchstabe b des Protokolls zum DBA CH-NL (nachfolgend: Ver-
ständigungsvereinbarung) bestimmt in ihrem 3. Absatz Bst. a unter ande-
rem, dass einem Amtshilfegesuch entsprochen wird, wenn der ersuchende
Staat
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Seite 8
«die in eine Überprüfung oder Untersuchung einbezogene Person identifiziert,
wobei diese Identifikation auch auf andere Weise als durch Angabe des Na-
mens und der Adresse erfolgen kann».
2.2.3 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung erlaubt das DBA CH-
NL in Verbindung mit der Verständigungsvereinbarung die Leistung von
Amtshilfe auch ohne Identifikation durch Namen (BGE 143 II 136 E. 5.4).
Zur Beantwortung der Frage, ob es sich um eine unzulässige Beweisaus-
forschung handelt oder nicht, wendet das Bundesgericht bei Gruppenersu-
chen zusammengefasst folgende Kriterien an (BGE 143 II 136 E. 6.2):
1. Das Ersuchen muss eine detaillierte Beschreibung der Gruppe enthal-
ten, welche die Tatsachen und speziellen Umstände nennt, die zum
Ersuchen geführt haben.
2. Es muss das anwendbare Steuerrecht und die Motive nennen, die es
erlauben, davon auszugehen, dass die Steuerpflichtigen, die in diese
Gruppe fallen, ihre steuerlichen Pflichten nicht erfüllt haben.
3. Es muss aufzeigen, dass die verlangten Informationen geeignet sind,
für die Erfüllung der Pflichten zu sorgen.
Nennt das Ersuchen keine Namen, so sind die übrigen Umstände demnach
umso detaillierter zu beschreiben, damit die Notwendigkeit bzw. die voraus-
sichtliche Erheblichkeit der Informationsübermittlung vom ersuchten Staat
mit zumutbarem Aufwand beurteilt und so eine unzulässige Beweisausfor-
schung verhindert werden kann (vgl. statt vieler BGE 139 II 404 E. 7.2.3
mit Hinweisen, auf welchen auch BGE 143 II 136 E. 6.3 verweist). Weiter
hat der ersuchende Staat die betroffenen Personen soweit zu identifizieren,
dass der ersuchte Staat in die Lage versetzt wird, ohne übermässigen Auf-
wand die Namen und weitere Daten, um deren Übermittlung ersucht wird,
der betroffenen Person(en) zu ermitteln (Urteile des BVGer A-4592/2018
vom 21. März 2019 E. 3.1.4 und A-5652/2017 vom 19. Juli 2018 E. 3.1.3
mit Hinweisen).
2.2.4 In vorgenanntem Fall zog das Bundesgericht zur Beantwortung der
Frage, ob sich ein ohne namentliche Erwähnung der betroffenen Personen
gestelltes Gruppenersuchen des BD von einer unzulässigen «fishing expe-
dition» abzugrenzen vermöge, Art. 26 des OECD-Musterabkommens so-
wie die entsprechenden Kommentierungen in der Fassung des Updates
vom 17. Juli 2012 bei (vgl. BGE 143 II 136 E. 6.1). Weiter erklärte es die
Bestimmungen des StAhiG sowie sinngemäss auch der Steueramtshil-
feverordnung vom 20. August 2014 (StAhiV, SR 651.11) in der damals gel-
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Seite 9
tenden Fassung zu Gruppenersuchen (nur) insoweit für anwendbar, als da-
mit die – Amtshilfe bei Gruppenersuchen zulassende und dem Musterab-
kommen nachempfundene – staatsvertragliche Regelung des DBA CH-NL
konkretisiert wird (BGE 143 II 136 E. 6.2).
2.3
2.3.1 Wie jedes staatliche Handeln muss auch die Amtshilfe verhältnismäs-
sig sein (BGE 139 II 404 E. 7.1 ff., insb. E. 7.2.3; Urteil des BVGer
A-2543/2017 vom 3. Mai 2018 E. 3.6 mit Hinweis). Das verfassungsmäs-
sige Gebot der Verhältnismässigkeit gemäss Art. 5 Abs. 2 BV verlangt,
dass staatliche Hoheitsakte für das Erreichen eines im übergeordneten öf-
fentlichen Interesse liegenden Zieles geeignet, notwendig und dem Be-
troffenen zumutbar sein müssen. Eine Zwangsmassnahme ist namentlich
dann unverhältnismässig, wenn eine ebenso geeignete mildere Anordnung
für den angestrebten Erfolg ausreicht. Der Eingriff darf in sachlicher, räum-
licher, zeitlicher und personeller Hinsicht nicht einschneidender sein als
notwendig (BGE 128 II 292 E. 5.1 mit Hinweisen; Urteile des BVGer
A-2543/2017 vom 3. Mai 2018 E. 3.6 und A-7561/2016 vom 25. August
2017 E. 2.3).
2.3.2 Dies bedingt insbesondere, dass bei Gruppenersuchen – bei Vorlie-
gen der Voraussetzungen für die Leistung von Amtshilfe – nur Daten über
jene Personen übermittelt werden, welche die im Amtshilfeersuchen ge-
nannten Kriterien erfüllen. Dabei genügt es nicht, dass die Personen die
Kriterien möglicherweise erfüllen, sondern es müssen genügend Anhalts-
punkte vorliegen, dass die Kriterien tatsächlich erfüllt sind (vgl. Urteile des
BVGer A-4592/2018 vom 21. März 2019 E. 4.3.4, A-2543/2017 vom 3. Mai
2018 E. 3.8 und A-7561/2016 vom 25. August 2017 E. 2.5).
2.3.3 Im BGE 143 II 136 hatte das Bundesgericht zu beurteilen, welche
Rechtswirkungen ein banklagernd zugestelltes Schreiben entfaltet (BGE
143 II 136 E. 6.4.3). Im Grundsatz greife bei Banklagernd-Vereinbarungen
eine Zustellungsfiktion, die unmittelbar fristauslösend wirke. Im Zusam-
menhang mit einem Gruppenersuchen könne diese Rechtsprechung indes
nicht übernommen werden. Nichtsdestotrotz erscheine es «gerade mit
Blick auf die wirtschaftlichen Risiken einer Banklagernd-Vereinbarung (z.B.
fristauslösende Zustellungsfiktion), aber auch angesichts der aktuellen
Entwicklungen im Bereich des internationalen Steuerrechts [...] nicht als
glaubwürdig, wenn der Beschwerdegegner vorbringt, während eines Jah-
res die Korrespondenz der Bank nicht entgegengenommen zu haben.»
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Das Bundesgericht folgerte, es könne deshalb «ohne Weiteres davon aus-
gegangen werden, dass ein Bankkunde mit einer gewissen Regelmässig-
keit, in jedem Fall aber innert Jahresfrist, tatsächlich von der ihm bankla-
gernd zugegangenen Korrespondenz Kenntnis nimmt» (BGE 143 II 136
E. 6.4.3).
2.4 Als zur Anwendung oder Durchsetzung des innerstaatlichen Rechts
voraussichtlich erheblich gelten Informationen, die für den ersuchenden
Staat notwendig sind, um eine in diesem Staat steuerpflichtige Person dort
korrekt zu besteuern (BGE 143 II 185 E. 3.3.1, 141 II 436 E. 4.4.3; Urteil
des BVGer A-4592/2018 vom 21. März 2019 E. 3.1.2). Ob eine Information
erheblich ist, kann in der Regel nur der ersuchende Staat abschliessend
feststellen (vgl. BGE 143 II 185 E. 3.3.2, 142 II 161 E. 2.1.1; statt vieler:
Urteil des BVGer A-4144/2018 vom 28. Mai 2019 E. 2.1.6). Die Voraus-
setzung der voraussichtlichen Erheblichkeit ist erfüllt, wenn im Zeitpunkt
der Einreichung des Amtshilfeersuchens eine vernünftige Möglichkeit be-
steht, dass sich die verlangten Informationen als erheblich erweisen wer-
den (BGE 143 II 185 E. 3.3.2). Keine Rolle spielt, ob sich diese Informatio-
nen nach deren Übermittlung für die ersuchende Behörde als nicht erheb-
lich herausstellen (vgl. BGE 142 II 161 E. 2.1.1). Die Rolle des ersuchten
Staates bei der Beurteilung der voraussichtlichen Erheblichkeit beschränkt
sich darauf, zu überprüfen, ob die vom ersuchenden Staat verlangten In-
formationen und Dokumente einen Zusammenhang mit dem im Ersuchen
dargestellten Sachverhalt haben und ob sie möglicherweise dazu geeignet
sind, im ausländischen Verfahren verwendet zu werden (vgl. BGE 144 II
29 E. 4.2.2, 142 II 161 E. 2.1.1; Urteil des BGer 2C_241/2016 vom 7. April
2017 E. 5.2; Urteile des BVGer A-4144/2018 vom 28. Mai 2019 E. 2.1.6
und A-846/2018 vom 30. August 2018 E. 2.1.4, mit Hinweisen). Vor diesem
Hintergrund darf der ersuchte Staat Auskünfte mit der Begründung, die ver-
langten Informationen seien nicht «voraussichtlich erheblich» nur verwei-
gern, wenn ein Zusammenhang zwischen den verlangten Angaben und der
im ersuchenden Staat durchgeführten Untersuchung unwahrscheinlich er-
scheint (BGE 143 II 185 E. 3.2.2; 142 II 161 E. 2.1.1; Urteile des BVGer
A-4592/2018 vom 21. März 2019 E. 3.1.2 und A-846/2018 vom 30. August
2018 E. 2.1.4).
2.5 Gemäss dem Protokoll zum DBA CH-NL, welches integrierender Be-
standteil des Abkommens ist und gleichzeitig mit diesem unterzeichnet
wurde, stellt der ersuchende Staat ein Begehren um Austausch von Infor-
mationen erst dann, wenn er alle in seinem innerstaatlichen Steuerverfah-
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Seite 11
ren vorgesehenen üblichen Mittel zur Beschaffung der Informationen aus-
geschöpft hat (Paragraph XVI Bst. a des Protokolls zum DBA CH-NL; sog.
Subsidiaritätsprinzip).
2.6 Gemäss dem Prinzip der Spezialität darf der ersuchende Staat die vom
ersuchten Staat erlangten Informationen einzig in Bezug auf Personen
oder Handlungen verwenden, für welche er sie verlangt und der ersuchte
Staat sie gewährt hat (BGE 142 II 161 E. 4.6.1; Urteile des BVGer
A-846/2018 vom 30. August 2018 E. 2.7.1 und A-197/2018 vom 2. Mai
2018 E. 2.7.2). Im Bereich der Amtshilfe nach dem DBA CH-NL statuiert
Art. 26 Ziff. 2 DBA CH-NL selbst, für wen und zu welchem Gebrauch die
übermittelten Informationen ausschliesslich bestimmt sind.
3.
Im vorliegenden Fall gilt es hauptsächlich zu prüfen, ob die Einwände der
Beschwerdeführenden betreffend die Gültigkeit des Gruppenersuchens
begründet sind (E. 3.1), und, ob die Beschwerdeführenden im Falle eines
gültigen Gruppenersuchens dessen Kriterien erfüllen und der Gruppe zu-
zurechnen sind (E. 3.2).
3.1
3.1.1 Die Beschwerdeführenden bringen betreffend die Gültigkeit des
Gruppenersuchens im Wesentlichen vor, der vorliegende Sachverhalt wei-
che bedeutend von demjenigen im vorne dargelegten BGE 143 II 136 ab
(vgl. E. 2.2.3 ff.).
3.1.1.1 Schwerpunkt der Argumentation der Beschwerdeführenden bildet
der Wortlaut des Schreibens vom 28. Juni 2013, welches die Bank an ihre
Kunden richtete (vgl. dazu Sachverhalt Bst. E). Darin enthalten ist die Auf-
forderung, die «Declaration of Tax Conformity» zu unterzeichnen und bis
am 31. Oktober 2013 zu retournieren:
«With this letter we respectfully ask you to sign the attached Declaration of
Tax Conformity and return it to us by 31 October 2013.»
Nach dem Dafürhalten der Beschwerdeführenden habe dieses Schreiben
keinen Anlass zu einer Reaktion ihrerseits gegeben, da im Gegensatz zum
Schreiben im zitierten Entscheid (BGE 143 II 136) keinerlei Konsequenzen
für den Fall einer Nichtbeachtung angedroht worden seien. Würde ein
Schreiben ohne Androhung von Konsequenzen den Anforderungen genü-
gen, so würde die Grenze zwischen einem gültigen Gruppenersuchen und
einer «fishing expedition» vollständig aufgelöst.
A-7256/2018
Seite 12
3.1.1.2 In ihrem Schreiben fordert die Bank ihre Kunden ausdrücklich auf,
die «Declaration of Tax Conformity» bis zum 31. Oktober 2013 zu retour-
nieren. Da die Bank überdies darauf hinweist, dass dieses Dokument für
die künftige Geschäftsbeziehung wesentlich sei, kann den Beschwerdefüh-
renden nicht gefolgt werden, wenn diese daraus schliessen, nicht reagie-
ren zu müssen. Alleine schon die Ansetzung einer Frist musste für die Be-
schwerdeführenden deutlich machen, dass eine Reaktion bis zu einem be-
stimmten Zeitpunkt gefordert und erwartet wurde. Ebenso wurde die Rele-
vanz der unterzeichneten Bestätigung der Steuerkonformität im Schreiben
verdeutlicht:
«This document is a key part of our client due diligence and is essential to the
future pursuit of our professional relationship.»
3.1.1.3 In der «Declaration of Tax Conformity» wird die Wichtigkeit dersel-
ben zusätzlich hervorgehoben. Darin wird auf allfällige Konsequenzen bei
Versäumnis der Beschwerdeführenden hingewiesen. Die Erklärung auf
Seite 2 des besagten Schreibens – und damit Bestandteil desselben – be-
inhaltet einerseits die Bestätigung, dass sämtliche sich bei der Bank be-
findlichen Vermögenswerte vollständig deklariert sind, und anderseits die
Einverständniserklärung, dass sich die Bank für den Fall einer Fehlinfor-
mation oder Änderung hinsichtlich der steuerrechtlichen Situation vorbe-
halte, die Geschäftsbeziehung zu beenden:
«I/We understand that should any of the aforementioned statement or under-
taking be or become incorrect and should I/we not immediately correct the
situation and prove this to the Bank, the Bank may decide, to immediately ter-
minate its relationship with me/us. I/we shall bear any damage resulting there
from.»
Aus diesem Abschnitt ergibt sich, dass die Bank die Bestätigung der Steu-
erkonformität und deren Korrektheit als Grundvoraussetzung für die Ge-
schäftsbeziehung erachtet. Angesichts einer möglichen Kündigung dieser
Beziehung hätte für die Beschwerdeführenden durchaus Anlass bestan-
den, auf das Schreiben zu reagieren.
3.1.1.4 Hinzu kommt, dass zur Zeit des besagten Schreibens – entgegen
der Auffassung der Beschwerdeführenden – sehr wohl gemeinhin bekannt
war, dass Banken weltweit im Rahmen einer Weissgeldstrategie von ihren
Kunden die ordnungsgemässe Deklaration aller steuerlich relevanten Tat-
sachen forderten und eine diesbezügliche Nichtbefolgung die Auflösung
der Geschäftsbeziehungen zur Folge haben könnte (vgl. BGE 143 II 136
A-7256/2018
Seite 13
E. 6.4.3). Diese Umstände mussten auch den Beschwerdeführenden be-
wusst sein.
3.1.1.5 Folglich gehen die Beschwerdeführenden mit ihrer Annahme, dass
das Schreiben vom 28. Juni 2013 keinen Anlass zu einer Reaktion gege-
ben hätte, fehl. Das Schreiben und die dazugehörige «Declaration of Tax
Conformity» gaben mit der Ansetzung einer Frist und dem Aufzeigen von
möglichen Konsequenzen ausreichend Anlass zu einer Reaktion der Be-
schwerdeführenden.
3.1.2 Weiter führen die Beschwerdeführenden betreffend die Gültigkeit des
Gruppenersuchens aus, dass aufgrund der Nichtreaktion auf das Schrei-
ben der Bank nicht auf einen Verstoss gegen die niederländische Gesetz-
gebung geschlossen werden könne. Mittels des Schreibens sei zu wenig
Druck auf die Kunden ausgeübt worden, damit ebendiese Schlussfolge-
rung möglich wäre.
3.1.2.1 Das Bundesgericht legte in BGE 143 II 136 dar, dass die Annahme
der Nichteinhaltung der niederländischen Gesetzgebung darin begründet
liege, dass es niederländische Steuerpflichtige trotz Aufforderung der Bank
unterlassen hätten, ihre Steuerkonformität nachzuweisen. Der Schluss des
BD, wonach solche Steuerpflichtige die fraglichen Vermögen oder Einkom-
men nicht korrekt deklariert hätten, liege in keiner Weise fern (BGE 143 II
136 E. 6.4.2). Für die Gewährung der Amtshilfe ist demnach entscheidend
und ausreichend, dass für die vom Ersuchen betroffenen Personen der
Verdacht auf eine fehlende Steuerkonformität hinreichend begründet wird
und nicht entkräftet werden kann (E. 2.3.2).
3.1.2.2 Entsprechend ist der Auffassung der Beschwerdeführenden entge-
genzuhalten, dass die Aufforderung im Schreiben vom 28. Juni 2013 und
die darauffolgende Unterlassung der Bestätigung der Steuerkonformität
sehr wohl einen genügenden Verdacht begründen, dass die betroffenen
Steuerpflichtigen keine korrekte Deklaration vorgenommen hätten. Dar-
über hinaus wurde mit der Androhung, die Geschäftsbeziehung aufzulö-
sen, auch der von den Beschwerdeführenden verlangte Druck aufgesetzt.
Wie bereits erwähnt bestand ausreichend Anlass zu einer Reaktion der Be-
schwerdeführenden (E. 3.1.1.5).
3.1.3 Aus dem Gesagten geht hervor, dass der BD im Lichte der bundes-
gerichtlichen Rechtsprechung zurecht den Verdacht hegt, dass Empfänger
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des Schreibens der Bank, welche keine Reaktion gezeigt hätten, ihr Ein-
kommen und Vermögen nicht korrekt deklariert hätten. Zusammenfassend
machen obige Ausführungen deutlich, dass die Beschwerdeführenden ver-
geblich versuchen, das vorliegende Amtshilfegesuch von jenem in BGE
143 II 136 abzugrenzen. Die Vorinstanz hat das Amtshilfegesuch zurecht
für gültig befunden.
3.2 Die Beschwerdeführenden machen zudem geltend, sie seien nicht Teil
der Gruppe, da sie das Schreiben der Bank vom 28. Juni 2013 nie erhalten
hätten und die durch das Bundesgericht aufgestellte Zustellungsfiktion
(E. 2.3.3) in diesem Fall nicht anwendbar sei. Zudem sei es den Beschwer-
deführenden nicht möglich, eine negative Tatsache – den Nichterhalt des
Schreibens – zu beweisen, weshalb ihnen kein strikter Negativbeweis auf-
erlegt werden dürfe. Als Indiz legen sie sodann den Verlauf der Kontosal-
dierung dar.
3.2.1
3.2.1.1 Das Schreiben vom 28. Juni 2013 wurde den Beschwerdeführen-
den per «Holdmail», also banklagernd, zugestellt. Dass bis zur Stellung
des Amtshilfegesuchs über ein Jahr verging, wird von den Beschwerdefüh-
renden nicht bestritten. Sie räumen gar ein, dass die Zustellungsfiktion
damit grundsätzlich greife. Sie bestreiten indes, dass sie im vorliegenden
Fall anwendbar sei, und bringen als Begründung wiederum mehrfach vor,
dass sie keinen Anlass gehabt hätten, auf das Schreiben zu reagieren.
3.2.1.2 Die Beschwerdeführenden verkennen, dass sich selbst bei fehlen-
dem Anlass zu einer Reaktion nichts an der Vermutung ändern würde, dass
diese vom Schreiben Kenntnis genommen haben. Des Weiteren ist auf die
obigen Ausführungen (E. 3.1.1.2 ff.) zu verweisen, woraus ergeht, dass die
Beschwerdeführenden sehr wohl Anlass gehabt hätten, auf das Schreiben
zu reagieren.
3.2.1.3 Nach diesen Ausführungen ist die Zustellungsfiktion gemäss der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung (E. 2.3.3) im vorliegenden Fall zu be-
achten. Es bleibt zu prüfen, ob den Beschwerdeführenden die Widerlegung
der Vermutung gelingt.
3.2.2
3.2.2.1 Die Beschwerdeführenden argumentieren, der Verlauf der Saldie-
rung zeige auf, dass sie das Konto nicht aufgrund des Schreibens vom
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28. Juni 2013 geschlossen hätten. Die Schilderung dieses Verhaltens ver-
mag die Vermutung der Zustellung des Schreibens hingegen nicht zu wi-
derlegen, kann aus einer ausbleibenden Kontosaldierung doch nicht ge-
schlossen werden, dass das Schreiben nicht zugestellt wurde. Vielmehr
bringen die Beschwerdeführenden in ihren Eingaben Widersprüchliches
vor, indem sie die verspätete Saldierung zuerst als Nachweis für die an-
geblich nicht erfolgte Zustellung anführen, nur um diese daraufhin mit einer
für sie nicht zu beeinflussenden Blockierung der Vermögenswerte zu be-
gründen (vgl. Beschwerde Rz. 30 und Replik Rz. 22).
3.2.2.2 Schliesslich dient den Beschwerdeführenden auch der Verweis auf
mehrere Überweisungen auf deutsche und niederländische Konten nicht
zur Widerlegung der Vermutung. Im Übrigen wird damit auch der Nach-
weis, dass die fraglichen Vermögenswerte bei der schweizerischen Bank
rechtmässig deklariert wurden, nicht erbracht. Im Gegenteil erhärtet sich
der Verdacht, dass die Vermögenswerte bei der schweizerischen Bank bis
zur Überweisung ins Ausland nicht deklariert wurden.
3.2.3 Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass die Beschwerdeführen-
den mit ihren Ausführungen im Zusammenhang mit der Saldierung des
Kontos und einzelnen Überweisungen ins Leere greifen und die auf der
Zustellungsfiktion basierende Vermutung, dass die Beschwerdeführenden
das Schreiben vom 28. Juni 2013 erhalten und zur Kenntnis genommen
haben, nicht zu widerlegen vermögen.
4.
4.1 Im vorliegenden Fall ist zu Recht nicht bestritten, dass die voraussicht-
liche Erheblichkeit der vom BD verlangten Informationen gegeben ist
(E. 2.4). Informationen über den Vermögensstand der Beschwerdeführen-
den wie Bankkontonummer und Kontostand sind zweifellos geeignet, in ei-
nem Steuerverfahren in den Niederlanden verwendet zu werden, und wei-
sen den nötigen Zusammenhang mit dem Sachverhalt auf. Die angefoch-
tene Schlussverfügung ist demzufolge – soweit hier materiell zu überprüfen
– zu bestätigen und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.
5.
Ausgangsgemäss haben die unterliegenden Beschwerdeführenden die
Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf
Fr. 5'000.-- festzusetzen (vgl. Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar
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2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-
gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der einbezahlte Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden.
Den unterliegenden Beschwerdeführenden ist keine Parteientschädigung
zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 1
VGKE e contrario sowie Art. 7 Abs. 3 VGKE).