Decision ID: 9c3d7a74-160f-4d73-a550-97b9b28cb8e6
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X besitzt den Führerausweis für die Kategorien B, D1, BE und D1E seit 17. Oktober
1996 und für die Kategorie A seit 1. April 2003. Am 19. Oktober 2006 sprach ihr die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) eine IV-Rente im Umfang
einer Viertelsrente (Invaliditätsgrad: 40%) zu. Da X am 8. Juli 2012 eine ganze Rente
(80%) beantragte, wurde sie neurologisch und psychiatrisch untersucht. Gestützt auf
das eingereichte Gutachten von Dr.med. E, Arzt für Neurologie und Psychiatrie, vom
17. Dezember 2012 stellte der regionale ärztliche Dienst der Invalidenversicherung
(RAD), St. Gallen, fest, die Versicherte leide unter neurokognitiven Beeinträchtigungen,
verursacht durch eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung im
Erwachsenenalter (ADHS), eine chronifizierte Depression, Schlafstörungen infolge eines
atypischen Syndroms mit Bewegungsunruhe (restless-legs-syndrom [RLS]) und
Cannabiskonsum. Sie zeige deutliche Konzentrationsstörungen und eine verminderte
Anpassungs- und Umstellungsfähigkeit. Von einem verminderten Reaktions- und
Aufmerksamkeitsvermögen sei aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht
auszugehen. Mit Schreiben vom 6. November 2013 informierte die SVA das
Strassenverkehrsamt über diesen Befund und hielt ergänzend fest, aus medizinischen
Gründen bestünden Zweifel an der Fahreignung von X. Das Strassenverkehrsamt
verbot X mit Verfügung vom 13. November 2013 das Führen von Motorfahrzeugen
sämtlicher Kategorien daraufhin vorsorglich ab sofort und ordnete am 20. Dezember
2013 eine verkehrsmedizinische Untersuchung beim Institut für Rechtsmedizin (IRM)
am Kantonsspital St. Gallen an.
B.- Am 5. März 2014 liess sich X beim IRM untersuchen. Der Gutachter bejahte im
Bericht vom 18. Juni 2014 die Fahreignung, empfahl jedoch die Fortsetzung der
regelmässigen psychiatrisch-fachärztlichen Betreuung, Kontroll-Haaranalysen auf
gängige Drogen in sechs und zwölf Monaten, monatliche Urinkontrollen auf Cannabis
und eine Haaranalyse auf suchterzeugende zentralwirksame Medikamente. Mit
Verfügung vom 15. Juli 2014 hob das Strassenverkehrsamt den vorsorglichen
Führerausweisentzug auf (Ziff. 1) und ordnete folgende Auflagen an: Fortsetzung der
regelmässigen psychiatrisch-fachärztlichen Betreuung (Ziff. 2a), regelmässige
Einnahme der verordneten Medikamente (2b), Verzicht auf das Führen eines Fahrzeugs
und Aufsuchen eines Arztes bei gesundheitlichen Störungen (2c), Kontroll-Haaranalyse
auf gängige Drogen in sechs und zwölf Monaten und auf suchterzeugende
Medikamente in sechs Monaten (2d), monatliche Urinkontrollen auf Cannabis (2e) und
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halbjährliche psychiatrisch-fachärztliche Zeugnisse (2f). Die Auflagen wurden auf
unbestimmte Zeit erlassen (2g). Einem allfälligen Rekurs entzog das
Strassenverkehrsamt die aufschiebende Wirkung (Ziff. 3). Die Gebühr für die Verfügung
setzte es auf Fr. 350.– fest (Ziff. 4).
C.- Mit Eingabe vom 12. August 2014 erhob X durch ihren Rechtsvertreter bei der
Verwaltungsrekurskommission Rekurs. Sie beantragte, die Ziffern 2 bis 4 der Verfügung
des Strassenverkehrsamts vom 15. Juli 2014 seien aufzuheben; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Als Prozessantrag begehrte sie die Erteilung der aufschiebenden
Wirkung des Rekurses. Auf die Ausführungen der Rekurrentin zur Begründung der

Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. Das
Strassenverkehrsamt verzichtete mit Schreiben vom 25. August 2014 auf eine
Vernehmlassung.
Am 9. September 2014 beantragte die Rekurrentin den Beizug der SVA-Richtlinie über
Meldungen wegen Verdachts auf eine eingeschränkte Fahrtauglichkeit aus
medizinischen Gründen.
Mit Verfügung vom 20. Oktober 2014 wies der Präsident das Gesuch um Erteilung der
aufschiebenden Wirkung ab.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 12. August 2014 (Datum des
Poststempels) ist rechtzeitig eingereicht worden und erfüllt in formeller und inhaltlicher
Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist
einzutreten.
2.- Die Rekurrentin rügt in formeller Hinsicht, die Vorinstanz habe mit der Verfügung
vom 15. Juli 2014 ihren Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt.
bis
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a) Art. 29 Abs. 2 BV gewährt den Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Daraus
leitet das Bundesgericht in ständiger Rechtsprechung die Pflicht der Behörde ab, ihre
Verfügungen und Entscheide zu begründen (vgl. BGE 133 III 439 E. 3.3; BGE 133 I 270
E. 3.1; BGE 129 I 236 E. 3.2; BGE 126 I 102 E. 2b). Als persönlichkeitsbezogenes
Mitwirkungsrecht verlangt dieser Grundsatz, dass die Behörde die Vorbringen der vom
Entscheid oder der Verfügung in ihrer Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört,
prüft und berücksichtigt und ihren Entscheid vor diesem Hintergrund begründet (vgl.
Steinmann, St. Galler Kommentar, 3. Aufl. 2014, N 49 zu Art. 29 BV). Die von einem
Entscheid oder einer Verfügung Betroffene soll wissen, warum die Behörde entgegen
ihrem Antrag entschieden hat; die Begründung muss deshalb so abgefasst sein, dass
sie den Entscheid oder die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann
(BGE 133 III 439 E. 3.3; BGE 129 I 232 E. 3.2; vgl. auch Häfelin/Müller/Uhlmann,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 2010, Rz. 1706). Dies ist nur möglich, wenn
sowohl die Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des
Entscheids ein Bild machen können; in diesem Sinne müssen wenigstens kurz die
Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche
sich ihr Entscheid stützt. Allerdings bedeutet dies nicht, dass sich die Behörde
ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand
auseinandersetzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen
Gesichtspunkte beschränken (BGE 133 I 270 E. 3.1; Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O.,
Rz. 1706). Umfang und Dichte der Begründung richten sich generell nach den
Umständen (Steinmann, a.a.O., N 49 zu Art. 29 BV). Ist die Sachlage klar und sind die
anwendbaren Normen bestimmt, kann ein Hinweis auf diese Rechtsnormen genügen,
während ein weiter Spielraum der Behörde – aufgrund von Ermessen oder
unbestimmten Rechtsbegriffen – und eine Vielzahl von in Betracht fallenden Sachver-
haltselementen eine ausführliche Begründung gebieten (BGE 112 Ia 110 E. 2b; BGE
104 Ia 213 E. 5g; Steinmann, a.a.O., N 49 zu Art. 29 BV; Tschannen/Zimmerli,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 2. Aufl. 2005, § 29 N 13). Die Begründungspflicht,
welche aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV fliesst,
hat der st. gallische Gesetzgeber für Verfügungen in Art. 24 Abs. 1 lit. a VRP
ausdrücklich festgehalten; nach dieser Bestimmung soll die Verfügung unter anderem
die Gründe enthalten, auf die sie sich stützt (vgl. zum Ganzen VerwGE B 2009/211 vom
18. März 2010 E. 2.1).
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b) Die Rekurrentin erhielt mit Schreiben vom 7. Juli 2014 Gelegenheit, sich zu den
vorgesehenen Auflagen zu äussern. Sie beantragte die sofortige Wiedererteilung des
Führerausweises ohne Auflagen. Aus dem Gutachten des IRM gehe eindeutig hervor,
dass sie weder drogenabhängig noch psychisch auffällig sei. Der Gutachter habe
zudem nicht ausgeführt, wie eine psychiatrische Betreuung aus verkehrsmedizinischer
Sicht zu erfolgen habe. Das Gutachten sei deshalb nicht schlüssig; damit seien die
Auflagen nicht zu rechtfertigen.
Die Vorinstanz erwog in der angefochtenen Verfügung, sie habe die Stellungnahme des
Rechtsvertreters erhalten. Dem Antrag auf Erteilung des Führerausweises ohne
Auflagen, könne nicht entsprochen werden. Im Rahmen der Verhältnismässigkeit sei es
nach den allgemeinen verwaltungsrechtlichen Grundsätzen zulässig, aus besonderen
Gründen den Führerausweis mit Auflagen zu versehen, wenn diese der Sicherstellung
der Fahreignung und damit der Verkehrssicherheit dienten und mit dem Wesen der
Fahrerlaubnis im Einklang stünden. Erforderlich sei zudem, dass sich die Fahreignung
nur mit dieser Massnahme aufrechterhalten lasse und die Auflagen erfüll- und
kontrollierbar seien. In Anbetracht der komplexen Problematik sowie gestützt auf die
ihr vorliegenden Akten werde an den Auflagen festgehalten. Das Gutachten vom 18.
Juni 2014 sei schlüssig, und die darin gemachten Empfehlungen seien
verhältnismässig.
c) Mit diesen allgemeinen Ausführungen verletzte die Vorinstanz ihre
Begründungspflicht. Sie hätte die Aussagen des Gutachters kurz würdigen und eigene
Überlegungen dazu anstellen müssen. Ein blosser Verweis auf die im Bericht
gemachten Feststellungen genügt nicht, zumal die Rekurrentin die Schlüssigkeit des
Gutachtens hinsichtlich der Drogenproblematik und ihrer psychischen Verfassung
ausdrücklich bestritt. Auf die Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz zu
neuer Verfügung kann jedoch verzichtet werden, da die Gehörsverletzung im
vorliegenden Rekursverfahren geheilt werden kann. Das Gericht verfügt über volle
Überprüfungsbefugnis (Art. 46 Abs. 1 VRP). Der Umstand, dass die Vorinstanz die
angefochtene Verfügung nicht hinreichend begründete, ist jedoch bei der
Kostenverlegung zu berücksichtigen. Dabei ist zu beachten, dass der Rekurrentin das
ärztliche Gutachten des IRM St. Gallen, auf dessen Inhalt sich die Vorinstanz stützte,
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vorlag. Es war ihr deshalb trotz mangelhafter Begründung möglich, die Verfügung
sachgerecht anzufechten.
3.- Die Rekurrentin rügt weiter, die Bedenken an ihrer Fahreignung seien der Vorinstanz
willkürlich mitgeteilt worden. Die zuständige Sachbearbeiterin der SVA habe nach
eigenem Gutdünken und ohne ersichtlichen Anlass gehandelt. Gemäss Art. 15d Abs. 1
lit. d des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG) werden namentlich
Personen, die von der IV gemeldet werden, einer Fahreignung unterzogen. Nach
Eingang der Meldung der SVA vom 6. November 2013 war die Vorinstanz folglich
verpflichtet, eine Eignungsabklärung einzuleiten. Der entsprechende Einwand ist
deshalb unbegründet.
4.- Die Vorinstanz verpflichtete die Rekurrentin, ihre Haare halbjährlich auf gängige
Drogen und einmal – nach sechs Monaten – auf zentralwirksame Medikamente
analysieren zu lassen. Zudem ordnete sie monatliche Urinkontrollen auf Cannabis und
die Fortsetzung der regelmässigen psychiatrisch-fachärztlichen Betreuung mit
halbjährlicher Berichterstattung an. Zu prüfen ist, ob diese Massnahmen zur
Aufrechterhaltung der Fahreignung der Rekurrentin verhältnismässig sind.
a) Eine Grundvoraussetzung für die Erteilung des Führerausweises ist die Fahreignung.
Dieser Begriff umschreibt die körperlichen und geistigen Voraussetzungen, um ein
Fahrzeug im Strassenverkehr sicher lenken zu können. Die Fahreignung muss
grundsätzlich dauernd vorliegen (BGE 133 II 384 E. 3.1). Nach Art. 14 Abs. 2 lit. b und c
SVG verfügt über die notwendige Fahreignung, wer die erforderliche körperliche und
psychische Leistungsfähigkeit zum sicheren Führen von Motorfahrzeugen hat und frei
von einer Sucht ist, die das sichere Führen von Motorfahrzeugen beeinträchtigt. Wer
einen Lernfahr-, Führerausweis oder eine Bewilligung zum berufsmässigen
Personentransport erwerben will, muss gewisse medizinische Mindestanforderungen
erfüllen. Nicht geeignet, ein Fahrzeug zu führen, ist unter anderem, wer an einer
schweren Nervenkrankheit, einer bedeutenden Geisteskrankheit, Schwachsinn,
Psychopathien, periodischen Bewusstseinsstörungen oder -verlusten oder
Gleichgewichtsstörungen leidet (Art. 7 der Verordnung über die Zulassung von
Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr [SR 741.51, abgekürzt: VZV], Anhang
1 VZV). Wird nachträglich festgestellt, dass die gesetzlichen Anforderungen zur
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Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen, ist der Führerausweis zu entziehen (Art. 16
Abs. 1 SVG). Gemäss Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG wird der Führerausweis einer Person
auf unbestimmte Zeit entzogen, wenn sie an einer Sucht leidet, welche die Fahreignung
ausschliesst. Drogensucht wird nach der Rechtsprechung bejaht, wenn die
Abhängigkeit von der Droge derart ist, dass die Betroffene mehr als jede andere
Person der Gefahr ausgesetzt ist, sich ans Steuer eines Fahrzeugs in einem –
dauernden oder zeitweiligen – Zustand zu setzen, der das sichere Führen nicht mehr
gewährleistet. Im Interesse der Verkehrssicherheit setzt die Rechtsprechung den
regelmässigen Konsum von Drogen der Drogenabhängigkeit gleich, sofern dieser
seiner Häufigkeit und Menge nach geeignet ist, die Fahreignung zu beeinträchtigen. Auf
fehlende Fahreignung darf geschlossen werden, wenn die Betroffene nicht mehr in der
Lage ist, Haschischkonsum und Strassenverkehr ausreichend zu trennen, oder wenn
die nahe liegende Gefahr besteht, dass sie im akuten Rauschzustand am motorisierten
Strassenverkehr teilnimmt (BGE 127 II 122 E. 3c). Nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung ist die gelegentliche Cannabiskonsumentin, die nicht mit Alkohol oder
anderen Drogen mischt, in der Regel fähig, konsumbedingte Leistungseinbussen als
solche zu erkennen und danach zu handeln. Gemäss den Empfehlungen der
Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin (SGRM) zur Abklärung der
Fahreignung bei Cannabiskonsum wird unter gelegentlichem Konsum der maximal
zweimalige Substanzgebrauch pro Woche verstanden (B. Liniger, in: R. Schaffhauser
[Hrsg.], Jahrbuch zum Strassenverkehr 2014, S. 327 ff.). Demgegenüber ist bei
andauerndem und gleichzeitig hohem Konsum von einer mindestens geringen
Bereitschaft und Fähigkeit auszugehen, zuverlässig zwischen Drogenkonsum und
Teilnahme am Strassenverkehr zu trennen (Urteil des Bundesgerichts [BGer]
1C_445/2012 vom 26. April 2013 E. 4.2.1). Verkehrsrelevante Ausfallerscheinungen (im
Bereich der Wahrnehmung und der Psychomotorik, der kognitiven und affektiven
Funktionen) sind bei hohen Cannabisdosierungen mit grosser Wahrscheinlichkeit zu
erwarten; Gleiches gilt beim kombinierten Konsum von Alkohol und Cannabis infolge
einer gegenseitigen Potenzierung beider Stoffe (eingehend BGE 124 II 559 E. 4a und
b).
Nach allgemeinen verwaltungsrechtlichen Grundsätzen ist es im Rahmen der
Verhältnismässigkeit zulässig, aus besonderen Gründen den Führerausweis mit
Auflagen zu versehen, wenn diese der Sicherstellung der Fahreignung und damit der
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Verkehrssicherheit dienen sowie mit dem Wesen der Fahrerlaubnis im Einklang stehen.
Dies ist nicht nur bei der Ausweiserteilung, sondern auch in einem späteren Zeitpunkt
möglich, um Schwächen hinsichtlich der Fahrtauglichkeit zu kompensieren. Die
Anordnung von Auflagen kommt dann in Frage, wenn der Lenker die gesetzlichen
Anforderungen an die Fahreignung bei Einhaltung bestimmter Massnahmen erfüllt; ein
Entzugsgrund nach Art. 16 SVG muss dabei nicht gegeben sein. Erforderlich ist zudem,
dass sich die Fahreignung nur mit dieser Massnahme aufrechterhalten lässt und die
Auflagen erfüll- und kontrollierbar sind (BGE 131 II 248 E. 6). Auflagen lassen sich
namentlich dann rechtfertigen, wenn es der Behörde aufgrund des Verhaltens der
betroffenen Person nicht möglich ist, eine sichere Prognose über deren künftigen
Umgang mit Drogen im Strassenverkehr zu machen (vgl. BGE 125 II 289 = Pra 1999 Nr.
192).
b) aa) Der Gutachter führte in seinem Bericht vom 18. Juni 2014 unter Verweis auf die
Berichte von Dr.med. E vom 17. Dezember 2012 und der Klinik für Neurologie des
Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom 9. März 2009 aus, die aktenkundige
Drogenproblematik bzw. der Konsum von Drogen wie Ecstasy, Speed, Cannabis und
Wodka würden von der Rekurrentin negiert. Sie habe angegeben, Cannabis lediglich
probiert zu haben. Aus einem Bericht des Inselspitals Bern vom 28. Juni 2012 gehe
aber hervor, dass die Rekurrentin MDMA (Ecstasy), Speed und Cannabis konsumiert
habe. Nach Angaben des Psychiaters der Rekurrentin bestehe jedoch keine
Drogenproblematik. Somit lägen voneinander abweichende Angaben vor. Auch die
Haaranalyse vom 25. April 2014 und die beiden Urinkontrollen auf Cannabis vom 5.
März und 25. April 2014 seien negativ ausgefallen. Mit den Analyseergebnissen lasse
sich – zumindest ein paar Monate vor den Probenahmen – kein Drogenkonsum
nachweisen; weder eine Drogenabhängigkeit noch ein chronischer Drogenmissbrauch
seien dargetan. Hingegen lägen widersprüchliche Angaben zum früheren, nach seiner
Beurteilung erheblichen Drogenkonsum vor. Aus verkehrsmedizinischer Sicht seien
Kontrollen auf Drogen (in sechs und zwölf Monaten) und Cannabis (monatlich) zu
empfehlen.
Die Rekurrentin bringt im Wesentlichen vor, das Gutachten des IRM sei nicht schlüssig;
ein Drogenproblem werde darin nicht nachgewiesen. Da gemäss Gutachter weder eine
psychische noch eine emotionale Auffälligkeit vorliege, seien die Auflagen auf
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unbestimmte Zeit nicht gerechtfertigt. Sie verfüge seit dem 17. Oktober 1996 über
einen Führerausweis und habe sich seither nie des Fahrens in fahrunfähigem Zustand
schuldig gemacht; ihre Fahreignung sei daher erstellt.
bb) Dass der Rekurrentin in den Monaten vor den Probenahmen vom 5. März und
25. April 2014 kein Drogenkonsum nachzuweisen war, ist unbestritten. Hingegen wurde
ein früherer Drogenkonsum in verschiedenen im Gutachten von Dr.med. E zitierten
ärztlichen Berichten erwähnt (act. 10/27 ff.); so in den Berichten der Zentren für
Schlafmedizin der Klinik Hirslanden, Zürich, und des KSSG aus den Jahren 2005 und
2008. Diese Kliniken führten übereinstimmend aus, die Rekurrentin habe Cannabis
konsumiert, um die Beschwerden in den Beinen zu lindern. Aus der Schilderung der
Klinik für Neurologie des KSSG vom 9. März 2009 geht hervor, dass die Rekurrentin
vom täglichen Konsum der Medikamente Ritalin und Cipralex und von Cannabis
berichtet habe. Sodann wurde der Cannabiskonsum am 23. April 2014 auch vom
Hausarzt der Rekurrentin erwähnt: Die Rekurrentin habe Cannabis aus medizinischen
Gründen konsumiert. Damit sei ein guter "Benefiz" hinsichtlich des Schlafens erzielt
worden. Anlässlich der Untersuchung bei Dr.med. E vom 13. Dezember 2012 gab die
Rekurrentin an, jede Nacht zwei "Stumpen" mit kleinen Einzelportionen Cannabis zu
rauchen (act. 10/31). Der gelegentliche Konsum von Cannabis wurde auch vom
Psychiater der Rekurrentin – Dr.med. W, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie –
im Bericht vom 5. November 2012 bestätigt. Zudem ergeben sich aus den
verschiedenen medizinischen Unterlagen Hinweise auf den gelegentlichen Konsum von
Amphetaminen (Ecstasy und Speed). Gegenüber dem Gutachter des IRM bestritt die
Rekurrentin jedoch, diese Substanzen konsumiert zu haben; sie sei von den Ärzten
falsch verstanden worden. Cannabis habe sie vor langer Zeit und nur wenige Male aus
Neugier probiert. Er habe ihr nicht geschmeckt, und sie könne sich kaum noch daran
erinnern (act. 10/67).
cc) Vor diesem Hintergrund ist die Feststellung des Gutachters, es bestünden
diskrepante Aussagen zum Drogenkonsum, insbesondere auch über dessen Ausmass,
nachvollziehbar. Zu berücksichtigen ist indes, dass sich der Konsum der Rekurrentin –
soweit aus den Akten ersichtlich – auf die Drogen Cannabis, Ecstasy und Speed
beschränkte und ihr zudem nicht vorzuwerfen ist, sie sei in der Vergangenheit nicht in
der Lage gewesen, den Drogenkonsum vom Strassenverkehr zu trennen. Unter diesen
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Umständen ist grundsätzlich von (strassenverkehrsrechtlichen) Massnahmen
abzusehen, denn ein regelmässiger, aber kontrollierter und mässiger Cannabiskonsum
erlaubt für sich allein noch nicht den Schluss auf eine fehlende Fahreignung; Gleiches
gilt für die Einnahme von Amphetaminen (BGer 1C_445/2012 vom 26. April 2013 E. 3.1;
Expertengruppe Verkehrssicherheit, Verdachtsgründe fehlender Fahreignung,
Massnahmen, Wiederherstellung der Fahreignung – Leitfaden für die Administrativ-,
Justiz- und Polizeibehörden, Abschnitt II/4.2, in: Handbuch der verkehrsmedizinischen
Begutachtung, Bern 2005, S. 113 ff.). Von einem übermässigen und unkontrollierten
Drogenkonsum ist bei der Rekurrentin nicht auszugehen; die Analyseergebnisse vom 5.
März und 25. April 2014 zeugten gar von einer vollständigen Drogenabstinenz. Zu
berücksichtigen ist zudem, dass der Psychiater der Rekurrentin eine Sucht
ausdrücklich verneinte. Am 27. März 2014 führte er gegenüber dem Gutachter des IRM
aus, die Rekurrentin sei eine ordentliche, gewissenhafte, eher akribische und
engagierte Persönlichkeit. Er betreue sie seit 2007. Drogenprobleme seien kein Thema
gewesen, und es bestünden keine Hinweise auf eine Suchtproblematik. Auflagen zur
Kontrolle des Drogenkonsums erscheinen vor diesem Hintergrund als
unverhältnismässig, zumal Cannabiskonsumentinnen für die dritte medizinische
Führerausweisgruppe – dazu gehören unter anderem die Führerausweiskategorien A
und B – grundsätzlich ohne Auflagen als fahrgeeignet gelten, sofern weder eine
Abhängigkeit noch ein verkehrsrelevanter missbräuchlicher Konsum vorliegt. Diese
Vermutung gilt jedoch nicht, wenn die betroffene Person psychotrope Medikamente
wie Ritalin (Methylphenidat) oder Temesta verwendet oder an einer psychischen
Krankheit leidet (B. Liniger, Drogen, Medikamente und Fahreignung, in: Handbuch der
verkehrsmedizinischen Begutachtung, Bern 2005, S. 37). Es ist deshalb zu prüfen, ob
die von der Vorinstanz verfügten Drogenauflagen im Lichte der bei der Rekurrentin
diagnostizierten Krankheiten zu rechtfertigen sind.
c) aa) Der Gutachter führte aus, aufgrund der ihm vorliegenden Unterlagen seien
bezüglich der Fahreignung, nebst der Suchtmittelproblematik, ein RLS, eine
psychische Störung, ein ADHS mit Ritalin-Medikation und allfällige kognitive Defizite zu
diskutieren. Das RLS habe bisher nicht erfolgreich behandelt werden können. Die
Erkrankung bleibe jedoch, abgesehen von einer möglichen Müdigkeit infolge der
Schlafstörungen, für die Fahreignung ohne Relevanz. Den Akten seien Angaben über
ein psychisches Problem in Form einer emotionalen oder psychischen Instabilität, von
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Depressionen, von Schlafstörungen und einer Essstörung zu entnehmen. Depressionen
seien gemäss Angaben der Rekurrentin in ihrer Kindheit im Zusammenhang mit
Schlafstörungen diagnostiziert worden; eine Essstörung negiere sie. In psychischer
Hinsicht habe die Rekurrentin anlässlich der Begutachtung beim IRM einen
unauffälligen Eindruck hinterlassen. Insgesamt lasse sich derzeit eine psychisch
instabile Verfassung nicht konkret ableiten. Ihr Psychiater habe eine emotionale
Instabilität ebenfalls verneint und das Verhalten der Rekurrentin als eher dramatisierend
beschrieben. Es seien zwar krisenhafte Verschlechterungen im Zusammenhang mit der
RLS-Symptomatik aufgetreten, mit der aktuellen Unterstützung durch die IV gehe es
nun aber besser. In Anbetracht der komplexen Problematik sei aber zu empfehlen, die
psychiatrische Betreuung fortzusetzen. Da konkrete Hinweise auf eine Tagesmüdigkeit
fehlten, drängten sich diesbezüglich derzeit keine weiteren Massnahmen auf. Die
Rekurrentin werde wegen des ADHS mit Ritalin therapiert. Es sei nicht
auszuschliessen, dass sie die Drogen im Sinne einer Selbsttherapie zur Behandlung
dieser Krankheit eingesetzt habe. ADHS könne, wie eine psychische Störung, zu
kognitiven Einbussen führen. Deshalb sei im Rahmen der Begutachtung ein
verkehrspsychologischer Test durchgeführt worden. Dabei hätten sich keine Hinweise
auf eine Impulskontrollstörung als mögliches Indiz für eine aktuelle emotionale
Instabilität ergeben. Aufgrund der Testresultate sei die Fahreignung für die dritte
Führerausweisgruppe zu befürworten. Den vom Hausarzt eingereichten Unterlagen aus
dem Jahre 2008 sei zu entnehmen, dass die Rekurrentin in der Vergangenheit täglich
25 mg des Benzodiazepins Temesta eingenommen habe. Diese erhebliche Dosis lasse
auf einen missbräuchlichen Gebrauch schliessen. Deshalb sei es angebracht, die
nächste Haarprobe auf zentralwirksame Medikamente zu analysieren, obwohl die
Urinuntersuchung auf Benzodiazepine negativ ausgefallen sei und sich auch aus den
Fremdauskünften keine Hinweise auf eine aktuelle Medikation mit Benzodiazepinen
ergeben habe.
bb) Die Rekurrentin leidet an einem RLS. Abgesehen von einer möglichen Müdigkeit
infolge von Schlafstörungen ist diese Krankheit gemäss dem Gutachter für die
Fahreignung ohne Relevanz. Anders stellt sich die Situation im Zusammenhang mit
dem bei der Rekurrentin ebenfalls diagnostizierten und mit Ritalin therapierten ADHS
dar. Hier ergibt sich die Verkehrsrelevanz aus den die Diagnose leitenden Kriterien
Unaufmerksamkeit, Überaktivität und Impulsivität. Verschärfend kommt die hohe
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Gefahr von Begleiterkrankungen mit Substanzmissbrauch bzw. Abhängigkeit hinzu.
Menschen mit einer solchen Erkrankung setzen häufig im Sinne einer Selbsttherapie
Drogen und auch Alkohol ein (H.H. Schaumann, ADHS und Ritalin – Erfahrungen aus
der verkehrsmedizinischen Begutachtungspraxis, in: R. Schaffhauser [Hrsg.], Jahrbuch
zum Strassenverkehrsrecht 2010, S. 35). Dies war bei der Rekurrentin in der
Vergangenheit der Fall. Sie räumte am 14. November 2012 im Rahmen der
Begutachtung durch Dr.med. E ein, zur Schlafunterstützung täglich Cannabis zu
konsumieren. Gegenüber dem Gutachter des IRM bestritt sie dies. Es sei lange her,
seit sie Drogen aus reiner Neugier konsumiert habe. Diese Aussage gibt insbesondere
im Lichte des Berichts ihres Hausarztes zu ernsthaften Bedenken Anlass. Er bestätigte
am 23. April 2014 gegenüber dem IRM, Cannabis sei von der Rekurrentin wirkungsvoll
gegen die Schlafstörungen eingesetzt worden ("guter Benefiz"). Im Gutachten von
Dr.med. E wurde gar ein von den übrigen Psychopathologien methodisch nicht mehr
zu trennender Cannabiskonsum ("sekundäre" Sucht) diagnostiziert. Die Rekurrentin
äusserte sich dazu widersprüchlich, so dass davon auszugehen ist, dass sie sich mit
ihrem Konsumverhalten nicht in ausreichendem Masse auseinandersetzte. Folglich
besteht die Gefahr, dass sie anlässlich eines unbedachten, zufälligen Mischkonsums
mögliche Interaktionswirkungen ausser Acht lassen und die Risiken des kombinierten
Konsums unterschätzen könnte (vgl. Madea/Musshoff/Berghaus (Hrsg.),
Verkehrsmedizin, 2. Aufl. 2012, S. 586 f.). Die Empfehlung des Gutachters, Haare und
Urin regelmässig auf Drogen – insbesondere auf Cannabis – zu testen, ist deshalb
schlüssig.
cc) Ein aktueller Konsum von Temesta oder anderen Benzodiazepinen wurde vom IRM
nicht nachgewiesen. Aktenkundig ist jedoch ein Konsum von bis zu 25 mg Temesta im
Jahre 2008. Dabei handelt es sich um ein Medikament das unter anderem zur
Behandlung von Schlafstörungen eingesetzt wird. Die übliche Dosierung beträgt
gemäss Fachinformation des Herstellers höchstens 1 mg vor dem Schlafengehen (vgl.
www.compendium.ch). Da Temesta nach Angaben des Herstellers, besonders bei
hoher Dosierung, zu einer psychischen und physischen Abhängigkeit führen kann,
erscheint die Feststellung des Gutachters, es bestünden Hinweise auf einen
missbräuchlichen Gebrauch dieser Substanz, nachvollziehbar; dasselbe gilt für seine
Empfehlung, die Haare der Rekurrentin einmalig auf Benzodiazepine zu analysieren.
Damit ist ein längerer Zeitraum überprüfbar als mit der Urinkontrolle, deren
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Nachweisdauer nur einen Tag bis zwei Wochen beträgt (vgl. K. Sutter/W. Sturm, IRM
St. Gallen, Wissenswertes zur Analytik von Suchtstoffen im Urin und in anderen
Asservaten mittels immunchemischen Verfahren, Version 02, in:
www.rechtsmedizin.kssg.ch/gn/downloads).
dd) Schliesslich empfahl der Gutachter die Fortsetzung der regelmässigen
psychiatrisch-fachärztlichen Betreuung. Diese Massnahme erscheint mit Blick auf das
ADHS zweckmässig (vgl. Schaumann, a.a.O., S. 41). Zu berücksichtigen ist
insbesondere, dass die einzelnen gesundheitlichen Störungen in ihrem Zusammenspiel
zu betrachten sind und deshalb – wie der Gutachter ausführte – von einer gewissen
Komplexität des Krankheitsbildes auszugehen ist. Hinzu kommt, dass die Rekurrentin
gemäss den Ausführungen ihres Psychiaters in der Vergangenheit immer wieder in
schwere Krisen geriet (act. 10/51). Da die Rekurrentin den Psychiater ohnehin
mehrmals pro Jahr aufsucht – je nach Bedarf, es gebe auch Pausen von zwei bis drei
Monaten (act. 10/68) – wird diese Auflage zu keiner unzumutbaren Mehrbelastung
führen; sie erweist sich auch in dieser Hinsicht als angemessen.
d) Die Rekurrentin bezeichnete die Dauer des Begutachtungsverfahrens als
unverhältnismässig lang. Das Gutachten sei ihr erst nach über einem halben Jahr nach
der Auftragserteilung vom 20. Dezember 2013 eröffnet worden. Es ist zu
berücksichtigen, dass die Rekurrentin vom IRM bereits am 29. Januar 2014 zur
verkehrsmedizinischen Untersuchung aufgeboten wurde. Der Gutachter vereinbarte
den Termin vom 5. März 2014 vorgängig telefonisch mit ihr. Dass sie damals auf einen
früheren Termin drängte, geht aus den Akten nicht hervor und wird auch nicht geltend
gemacht. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Rekurrentin mit dem zeitlichen
Vorgehen einverstanden war. Hinzu kommt, dass sie zur ersten Untersuchung – trotz
entsprechenden Hinweisen auf dem ihr zugestellten Informationsblatt – mit gefärbtem
Haar erschienen war und deshalb zu einer zweiten Kontrolle aufgeboten werden
musste (act. 10/13). Die Verfahrensdauer von rund sieben Monaten ist deshalb nicht zu
beanstanden.
e) Zusammenfassend ist festzustellen, dass das Gutachten des IRM vom 18. Juni 2014
schlüssig ist und die darin abgegebenen Empfehlungen nachvollziehbar sind. Demnach
ist der Rekurrentin die Fahreignung nicht abzusprechen. Es bestehen jedoch Zweifel an
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© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
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St.Galler Gerichte
ihrer Fähigkeit, die Risiken des gleichzeitigen Konsums verschiedener Substanzen wie
Ritalin, Temesta und Cannabis richtig einzuschätzen. Ein – weder suchtbedingter noch
verkehrsrelevant missbräuchlicher – Cannabiskonsum ist aber wie dargelegt nur dann
mit der Fahreignung vereinbar, wenn keine weiteren psychotropen Substanzen
eingenommen werden und keine psychische Störung vorliegt (Liniger, a.a.O., S. 37).
Die in der Verfügung vom 15. Juli 2014 angeordneten Auflagen erscheinen deshalb
verhältnismässig. Die Vorinstanz stellte bei positiven Resultaten die Lockerung bzw.
Aufhebung der Auflagen in Aussicht. Die angefochtene Verfügung ist deshalb zu
bestätigen und der Rekurs abzuweisen.
5.- Mit den Auflagen soll sichergestellt werden, dass die Rekurrentin zum Schutz der
Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer nur in fahrfähigem Zustand ein
Motorfahrzeug lenkt. Dieser Zweck wäre gefährdet, müsste die Rekurrentin diese
Auflagen während eines Beschwerdeverfahrens nicht einhalten. Einer allfälligen
Beschwerde ist deshalb die vom Gesetz vorgesehene aufschiebende Wirkung zu
entziehen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 51 VRP).
6.- Dem Verfahrensausgang entsprechend wären die amtlichen Kosten der Rekurrentin
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Zufolge Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die
Vorinstanz sind die amtlichen Kosten dem Staat und der Rekurrentin je zur Hälfte
aufzuerlegen. Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'400.–, worunter Fr. 200.– für die
Zwischenverfügung vom 20. Oktober 2014, erscheint angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122
der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist
zu verrechnen und der Rekurrentin im Restbetrag von Fr. 500.– zurückzuerstatten.
Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf Entschädigung der
ausseramtlichen Kosten (Art. 98 VRP).