Decision ID: 3a091543-2d8d-4aa5-9918-6f3776b5e4c6
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend versuchte schwere Körperverletzung etc. (Rückweisung des Schweizerischen Bundesgerichtes)
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Berufung gegen ein Urteil und Verfügungen des Bezirksgerichtes Uster, Einzelgericht in Strafsachen, Urteil und Verfügungen vom 3. April 2014 (GG130036), Urteil des Obergerichtes des Kantons Zürich, vom 09. Februar 2016 (SB150071, Urteil des Schweizerischen Bundesgerichtes vom 12.  2017 (6B_492/2016)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 3. September 2013
betreffend B._ ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 72).
Die geänderte Anklage der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 28. Oktober
2015 betreffend C._ ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 117).
Die geänderte Anklage der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 28. Oktober
2015 betreffend D._ ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 116)
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte 1, B._, ist schuldig der versuchten schweren Körper-
verletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1
StGB.
2. Der Beschuldigte 2, C._, ist schuldig der einfachen Körperverletzung im
Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB.
3. Der Beschuldigte 3, D._, ist schuldig der einfachen Körperverletzung im
Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB.
4. a) Der Beschuldigte 1, B._, wird bestraft mit einer Geldstrafe von 220
Tagessätzen zu Fr. 70.– (wovon 2 Tagessätze durch Haft erstanden sind)
als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach vom
15. Februar 2013.
b) Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf
3 Jahre festgesetzt.
5. a) Der Beschuldigte 2, C._, wird bestraft mit einer Geldstrafe von 120
Tagessätzen zu Fr. 10.– (wovon 2 Tagessätze durch Haft erstanden sind)
sowie mit einer Busse von Fr. 1'000.–.
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b) Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf
2 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.
c) Bezahlt der Beschuldigte 2 die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren
Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen.
6. a) Der Beschuldigte 3, D._, wird bestraft mit einer Geldstrafe von 100
Tagessätzen zu Fr. 10.– (wovon 2 Tagessätze durch Haft erstanden sind)
als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach vom
15. Februar 2013.
b) Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf
3 Jahre festgesetzt.
7. Die Beschuldigten 1 bis 3 werden unter solidarischer Haftung verpflichtet,
dem Privatkläger Fr. 1'000.– zuzüglich 5 % Zins ab dem 6. Oktober 2009 als
Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren
abgewiesen.
8. Der Privatkläger wird mit seinem Schadenersatzbegehren auf den Weg des
Zivilprozesses verwiesen.
a) Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 5'400.–.
Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert
sich die Entscheidgebühr um einen Drittel.
b) Die weiteren Kosten betreffend die Beschuldigten 1 bis 3 betragen:
Fr. 360.– Kosten der Kantonspolizei Zürich
Fr. 1'467.– IRM, Gutachten etc. A._
Fr. 833.40 Umbuchung von A._
Fr. 39.05 Unispital Zürich Arztbericht
c) Die weiteren Kosten betreffend den Beschuldigten 1 betragen:
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Fr. 180.– Spital E._, Blutprobe
Fr. 42.– IRM, Administrativaufwand
Fr. 200.10 IRM, Analyse
Fr. 900.– Gebühr Strafuntersuchung
d) Die weiteren Kosten betreffend den Beschuldigten 2 betragen:
Fr. 42.– IRM, Asservate-Aufbewahrung Fr. 180.– Spital E._, Blutprobe Fr. 200.10 IRM, Alkoholanalyse Fr. 600.– Gebühr Strafuntersuchung
e) Die weiteren Kosten betreffend den Beschuldigten 3 betragen:
Fr. 42.– IRM, Asservate-Aufbewahrung Fr. 180.– Spital E._, Blutprobe Fr. 200.10 IRM, Alkoholanalyse Fr. 600.– Gebühr Strafuntersuchung
9. a) Die Entscheidgebühr gemäss Dispositivziffer 9a) wird dem Beschuldig-
ten 1 zu einem Drittel und dem Privatkläger zu zwei Dritteln auferlegt, der
Anteil des Privatklägers jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Der Privatkläger
wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 138 in Verbindung mit Art. 135
Abs. 4 StPO hingewiesen. Die Auslagen der Übersetzung im Vorverfahren
und im Gerichtsverfahren werden auf die Gerichtskasse genommen
b) Die Kosten der Untersuchung gemäss Dispositivziffer 9b) werden den
Beschuldigten 1 bis 3 unter solidarischer Haftung je zu einem Drittel aufer-
legt.
c) Die Kosten der Untersuchung gemäss Dispositivziffer 9c) werden dem
Beschuldigten 1 auferlegt.
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d) Die Kosten der Untersuchung gemäss Dispositivziffer 9d) werden dem
Beschuldigten 2 auferlegt.
e) Die Kosten der Untersuchung gemäss Dispositivziffer 9e) werden dem
Beschuldigten 3 auferlegt.
10. Die Beschuldigten 1 bis 3 werden unter solidarischer Haftung verpflichtet,
dem Privatkläger eine Parteientschädigung von Fr. 5'582.15 für das Vorver-
fahren zu bezahlen.
Berufungsanträge:
a) Des Vertreters der Privatklägerschaft:
(Urk. 129/1 S. 2)
" 1. Die Beschuldigten 1, 2 und 3 seien der in Mittäterschaft  schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.
2. Die Beschuldigten 1, 2 und 3 seien je mit Freiheitsstrafen von mindestens 20 Monaten und je einer Busse von Fr. 1'000.-- zu bestrafen. Bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse sei die  von 10 Tagen anzuordnen.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafen sei aufzuschieben unter  einer Probezeit von 2 Jahren (Beschuldigter 2) bzw. je 3 Jahren (Beschuldigter 1 und 3).
4. Die Beschuldigten seien unter solidarischer Mithaftung zu , dem Zivilkläger als Genugtuung den Betrag von Fr. 5'000.-- nebst Zins zu 5% seit dem 6. Oktober 2009 sowie  Schadenersatz in der Höhe von Fr. 8'117.95 zu bezahlen, zahlbar innerhalb von 10 Tagen ab Rechtskraft des Urteils.
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des ."
b) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 132 S. 2)
" 1. Die Berufung des Privatklägers sei vollumfänglich abzuweisen. 2. Alles unter gesetzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen."
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c) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 131 S. 1 f.)
" 1. Die drei Beschuldigten seien der versuchten schweren  im Sinne von Art. 122 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen
eventualiter seien die beiden beschuldigten C._ und D._ nur der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 Abs. 2 StGB schuldig zu .
Subeventualiter seien die beiden beschuldigten C._ und D._ des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB schuldig zu sprechen.
2 a) Der beschuldigte F._ [recte: B._] B._ sei mit  Freiheitsstrafe von 1 Jahr zu bestrafen.
b) Der beschldigte C._ sei mit einer Freiheitsstrafe von 1 Jahr zu bestrafen.
c) der beschuldigte D._ sei mit einer Geldstrafe von 240  als Zusatzstrafe zum Strafbefehl vom 15. Februar 2013 zu bestrafen.
3. Den Beschuldigten sei je der bedingte Strafvollzug unter  einer Probezeit von zwei Jahren beim beschuldigten C._ und von 4 Jahren bei den beiden beschuldigten F._ [recte: B._] und D._ zu gewähren.
4. Die Kosten seien den Beschuldigten unter solidarischer Haftung je zu einem Drittel aufzuerlegen, soweit sie nicht individuell  werden können.
5. Der sichergestellte Handgriff eines Baseballschlägers sei  und zu vernichten."
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Erwägungen:
I. Prozessgeschichte
1. Mit Urteil und Verfügung des Bezirksgerichts Uster, Einzelgericht in Straf-
sachen, vom 3. April 2014 wurden die Verfahren gegen die Beschuldigten
B._, C._ und D._ vereinigt. Ferner wurde das Gesuch des Privat-
klägers um unentgeltliche Prozessführung gutgeheissen, dasjenige um Bestellung
einer unentgeltlichen Rechtsvertretung jedoch abgewiesen. Der Beschuldigte
B._ (nachfolgend Beschuldigter 1) wurde mit gleichem Urteil wegen versuch-
ter schwerer Körperverletzung zu einer bedingten Geldstrafe von 220 Tagessät-
zen zu Fr. 70.– (als Zusatzstrafe) verurteilt. Der einfachen Körperverletzung wur-
den die Beschuldigten C._ (nachfolgend Beschuldigter 2) und D._
(nachfolgend Beschuldigter 3) schuldig gesprochen. Die Beschuldigten 2 und 3
wurden ebenfalls zu bedingten Geldstrafen verurteilt. Diese bemass die Vo-
rinstanz beim Beschuldigten 2 auf 120 Tagessätze zu Fr. 10.– und beim Beschul-
digten 3 auf 100 Tagessätze zu Fr. 10.–. Der Beschuldigte 2 wurde zusätzlich mit
einer Busse von Fr. 1'000.– bestraft. Alle drei Beschuldigten wurden ferner solida-
risch zur Zahlung einer Genugtuung an den Privatkläger in der Höhe von Fr.
1'000.– zuzüglich 5 % Zins ab dem 6. Oktober 2009 verpflichtet. Im Mehrbetrag
wurde das Genugtuungsbegehren des Privatklägers abgewiesen. Der Privatklä-
ger wurde mit seiner Schadenersatzforderung auf den Weg des Zivilprozesses
verwiesen. In den Dispositivziffern 9 - 11 nahm die Vorinstanz schliesslich eine
detaillierte Kostenfestsetzung und -auflage vor und entschied über die Entschädi-
gungsfolgen (Urk. 101 S. 58 ff.).
2. Gegen dieses Urteil liess der Privatkläger im Anschluss an die mündliche
Urteilseröffnung am 3. April 2014 rechtzeitig Berufung anmelden (Prot. I S. 27).
Die schriftliche Berufungsanmeldung erfolgte mit Eingabe vom 10. April 2014 (Da-
tum des Poststempels; Urk. 97). Am 28. Januar 2015 ging bei der hiesigen Kam-
mer die Berufungserklärung fristgerecht ein (Urk. 100: begründetes Urteil emp-
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fangen am 9. Januar 2015; Urk. 102). Die Staatsanwaltschaft See/Oberland
(nachfolgend Staatsanwaltschaft) verzichtete nach Erhalt der Berufungserklärung
des Privatklägers auf eine Anschlussberufung (Urk. 109). Die Beschuldigten lies-
sen sich innert Frist nicht vernehmen.
3. Die Parteien wurden auf den 4. September 2015 zur Berufungsverhandlung
vorgeladen. Da die Berufungsinstanz u.a. eine Anklageänderung im Sinne von
Art. 333 Abs. 1 StPO für nötig befand, wurde die Ladung wieder abgenommen.
Die Staatsanwaltschaft wurde mit Beschluss vom 25. September 2015 eingela-
den, die Anklage betreffend die Beschuldigten 2 und 3 auf versuchte schwere
Körperverletzung zu ändern (Urk. 112 E. II und III, Dispositivziffer 1). Am 30. Ok-
tober 2015 gingen bei der hiesigen Kammer die von der Staatsanwaltschaft ent-
sprechend geänderten Anklagen betreffend die Beschuldigten 2 und 3 ein
(Urk. 116 f.).
4. Mit seiner Berufungserklärung beantragte der Privatklägervertreter die An-
ordnung einer DNA-Auswertung der auf dem Teilstück eines Baseballschlägers
sichergestellten Spuren (Urk. 102 S. 4). Dieser Antrag wurde mit Beschluss vom
25. September 2015 gutgeheissen. Das Forensische Institut Zürich wurde beauf-
tragt, die ab dem abgebrochenen Baseballschläger sichergestellten DNA-Spuren
auszuwerten (Urk. 112 E. IV, Dispositivziffer 2). Am 3. Dezember 2015 ging bei
der hiesigen Kammer der Bericht des Instituts für Rechtsmedizin und am
22. Dezember 2015 derjenige des Forensischen Instituts Zürich zu den angeord-
neten Spurenauswertungen ein (Urk. 122 und 126).
5. Ebenfalls mit Berufungserklärung ersuchte der Privatkläger um Bestellung
eines unentgeltlichen Rechtsbeistands per 20. März 2014. Mit Beschluss vom
25. September 2015 wurde dieses Gesuch gutgeheissen (Urk. 112 E. V, Disposi-
tivziffer 3).
6. Am 5. Februar 2016 wurde die Berufungsverhandlung durchgeführt. Die er-
kennende Kammer sprach die Beschuldigten 1-3 mit Urteil vom 9. Februar 2016
der versuchten schweren Körperverletzung schuldig. Sie bestrafte den Beschul-
digten 1 mit einer bedingten Geldstrafe von 220 Tagessätzen zu Fr. 70.– als Zu-
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satzstrafe zu einer früheren Verurteilung, den Beschuldigten 2 mit einer bedingten
Freiheitsstrafe von 16 Monaten und den Beschuldigten 3 mit einer bedingten
Freiheitsstrafe von 13 Monaten. Im Zivilpunkt verpflichtete sie die Beschuldigten
1-3, dem Privatkläger solidarisch Fr. 2'500.– als Genugtuung und Fr. 177.55 als
Schadenersatz zu bezahlen. Für weitergehende Schadenersatzforderungen ver-
wies sie den Privatkläger auf den Zivilweg, und sein Genugtuungsbegehren wies
sie im Mehrbetrag ab. Schliesslich wurden die Kosten des ersten Berufungsver-
fahrens – mit Ausnahme derjenigen der unentgeltlichen Vertretung des Privatklä-
gers – den drei Beschuldigten und dem Privatkläger je zu einem Viertel auferlegt,
der Anteil des Privatklägers jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege auf die Gerichtskasse genommen (Urk. 136 S. 66 ff.).
7. Gegen dieses Urteil erhoben die Beschuldigten mit Eingabe vom 2. Mai
2016 Beschwerde in Strafsachen an das Schweizerische Bundesgericht. Sie be-
antragten, dass das obergerichtliche Urteil mit Ausnahme der Dispositiv-Ziffern 1
und 4 (Schuld- und Strafpunkt betreffend den Beschuldigten 1) sowie 13 (Kosten-
festsetzung) aufzuheben sei, die Beschuldigten 2 und 3 lediglich der einfachen
Körperverletzung schuldig zu sprechen seien und dem Beschuldigten 1 keine
Kosten für das Berufungsverfahren aufzuerlegen seien (Urk. 142/2; Urk. 147 S. 2
f.).
8. Mit Urteil der strafrechtlichen Abteilung des Schweizerischen Bundesgerich-
tes vom 12. Januar 2017 (6B_492/2016) wurde die Beschwerde in Bezug auf die
Beschuldigten 2 und 3 abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde. In Bezug
auf den Beschuldigten 1 wurde sie teilweise gutgeheissen, das obergerichtliche
Urteil hinsichtlich der Auflage der Kosten des Berufungsverfahrens zu dessen
Lasten aufgehoben und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zu-
rückgewiesen (Urk. 147 S. 8).
II. Prozessuales
1. Hebt das Bundesgericht einen Entscheid auf und weist es die Sache zur
Neubeurteilung an die kantonale Instanz zurück, so wird der Streit in jenes Sta-
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dium zurückversetzt, in dem er sich vor Erlass des angefochtenen Entscheides
befunden hat. Die kantonale Instanz hat ihrem neuen Entscheid die rechtliche
Begründung der Kassationsinstanz zu Grunde zu legen (vgl. SEILER / VON WERDT /
GÜNGERICH / OBERHOLZER, Bundesgerichtsgesetz, Handkommentar, 2. Auflage,
Bern 2015, Art. 107 N 8 f.; BGE 135 III 334 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts
6B_296/2014 vom 20. Oktober 2014 E. 1.2.2). Die Vorinstanz – mithin die erken-
nende Kammer – ist somit an die Auffassung des Bundesgerichts gebunden. Das
Bundesgerichtsgesetz kennt das Institut der Teilrechtskraft nicht. Im aktuellen Be-
rufungsverfahren sind daher grundsätzlich alle bereits im ersten Berufungsverfah-
ren umstrittenen Punkte nochmals zu überprüfen. Allerdings gilt gemäss Recht-
sprechung, dass die erkennende Kammer nur in jenen Punkten auf ihr Urteil zu-
rückkommen darf, die zur Aufhebung des angefochtenen Entscheides durch das
Bundesgericht geführt haben bzw. mit diesen einen Sachzusammenhang aufwei-
sen, selbst wenn aus formellen Gründen das ganze Urteil aufgehoben wurde
(BGE 123 IV 1 E. 1; BGE 121 IV 109 E. 7; BGE 110 IV 116). Entscheidend ist, auf
die materielle Tragweite des bundesgerichtlichen Urteils abzustellen und folglich
danach zu fragen, ob damit der kantonale Entscheid insgesamt oder nur teilweise
aufgehoben wurde.
2. Der bundesgerichtliche Rückweisungsentscheid bezieht sich nur auf die
dem Beschuldigten 1 auferlegten Kosten des Berufungsverfahrens. Materiell han-
delt es sich damit um eine Teilaufhebung. Hinsichtlich der weiteren Punkte erfolg-
te keine Korrektur. In dieser Hinsicht erfährt der angefochtene obergerichtliche
Entscheid somit keine Änderungen (vgl. BGE 104 IV 276; BGE 122 I 250 E. 2).
Zwecks Vermeidung extensiver Wiederholung des aufgehobenen Entscheides
kann deshalb im Folgenden in sinngemässer Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO
auf die entsprechenden Erwägungen im aufgehobenen Entscheid verwiesen wer-
den.
3. In diesem Sinne kann in Bezug auf die Erstellung des Anklagesachverhalts,
die rechtliche Würdigung, die Strafzumessung, den Strafvollzug, die Zivilansprü-
che, die Einziehung, den Umfang der Berufung, aber auch bezüglich der Pro-
zessgeschichte und dem Prozessualen, soweit nicht oben schon wiederholt,
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grundsätzlich auf das Urteil der erkennenden Kammer vom 9. Februar 2016, Er-
wägungen I. - VII. (Urk. 136 S. 8 - 63), verwiesen werden. Gleiches gilt für die
Kosten- und Entschädigungsregelungen des Untersuchungs- und des erstinstanz-
lichen Gerichtsverfahrens in den Erwägungen VIII.1 (Urk. 136 S. 63 - 65).
4. Im Folgenden ist hingegen erneut auf die dem Beschuldigten 1 auferlegten
Kosten des Berufungsverfahrens einzugehen, wobei das zweite Berufungsverfah-
ren gestützt auf Art. 406 Abs. 1 lit. d StPO schriftlich zu behandeln ist. Nachdem
die Parteien auf Nachfrage explizit auf einen Schriftenwechsel im Sinne von
Art. 406 Abs. 3 StPO verzichtet haben (Urk. 150), erweist sich das Verfahren als
spruchreif.
III. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Unter Hinweis auf Art. 428 Abs. 1 StPO stellte das Bundesgericht in seinem
Rückweisungsentscheid für die erkennende Kammer verbindlich fest, dass der
Beschuldigte 1 im ersten Berufungsverfahren hinsichtlich des ihn betreffenden
Schuldpunktes weitgehend obsiege. Er unterliege nur in Bezug auf den Zivilpunkt
teilweise. Somit müsse die erkennende Kammer die Kosten des Berufungsverfah-
rens in Bezug auf den Beschuldigten 1 neu verteilen (Urk. 147 S. 3 f.).
2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe
ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO).
3. Im ersten Berufungsverfahren obsiegt der Privatkläger mit seinen Anträgen
zum Schuldpunkt in Bezug auf die Beschuldigten 2 und 3, unterliegt aber teilweise
hinsichtlich der Zivilansprüche gegen alle drei Beschuldigten. Die Beschuldigten 2
und 3 unterliegen mit ihren Anträgen vollumfänglich. Der Beschuldigte 1 obsiegt
weitgehend. Nur in Bezug auf den Zivilpunkt unterliegt er teilweise.
3.1. Ausgangsgemäss sind die Kosten des ersten Berufungsverfahrens – mit
Ausnahme derjenigen der unentgeltlichen Vertretung des Privatklägers – den Be-
schuldigten 2 und 3 sowie dem Privatkläger je zu einem Viertel aufzuerlegen. Im
Übrigen sind sie auf die Gerichtskasse zu nehmen. Infolge Gewährung der unent-
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geltlichen Rechtspflege ist der Kostenanteil des Privatklägers einstweilen eben-
falls auf die Gerichtskasse zu nehmen.
3.2. Dem Privatkläger wurde mit Wirkung per 20. März 2014 die unentgeltliche
Rechtsvertretung gewährt. Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Privatklägers
reichte im Rahmen des ersten Berufungsverfahrens seine Honorarnoten für seine
Aufwendungen im Zeitraum vom 9. April 2014 bis zum 5. Februar 2016 ein
(Urk. 133). Die geltend gemachten Aufwendungen sind angemessen. Damit be-
laufen sich die Kosten für die unentgeltliche Vertretung des Privatklägers gesamt-
haft auf Fr. 7'236.95.
Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung des Privatklägers im ersten Beru-
fungsverfahren sind auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Rückzahlungspflicht
der Beschuldigten 2 und 3 im Umfang von je einem Viertel ist vorzubehalten.
3.3. Für das erste Berufungsverfahren machte der Verteidiger der Beschuldigten
1, 2 und 3 einen Aufwand von gesamthaft Fr. 7'126.25 geltend (Urk. 134). Die al-
leinigen Kosten für die Verteidigung des Beschuldigten 1 wurden in der Honorar-
rechnung zwar nicht ausgeschieden. Aufgrund der konkreten Umstände rechtfer-
tigt es sich jedoch, das geltend gemachte Gesamthonorar gleichmässig auf alle
drei Beschuldigte zu verteilen. Dies ergibt einen zu entschädigenden Betrag von
Fr. 2'375.40.
Für das erste Berufungsverfahren ist dem Beschuldigten 1 somit eine Pro-
zessentschädigung von Fr. 2'400.– (gerundet, inkl. MwSt.) zuzusprechen.
4. Die Gerichtsgebühr für das zweite Berufungsverfahren fällt ausser Ansatz.
Die unentgeltliche Vertretung des Privatklägers machte für das zweite Berufungs-
verfahren keinen Aufwand geltend (Urk. 151). Die Verteidigung beantragt für die
Verteidigung des Beschuldigten 1 im zweiten Berufungsverfahren eine Prozess-
entschädigung von Fr. 619.10 (Urk. 152). Dieser Betrag erweist sich als ange-
messen. Dem Beschuldigten 1 ist aus der Gerichtskasse in diesem Umfang eine
Prozessentschädigung zuzusprechen.
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