Decision ID: 361483de-e97e-4b91-b9fd-49da3a102642
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Kaspar Noser, Marktstrasse 2, Postfach,
8853 Lachen SZ,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 28. September 2005 zum Bezug von IV-Leistungen an (act.
G 7.1). Der behandelnde Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH,
berichtete am 30. November 2005, dass der Versicherte mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit an einer Arthrose am linken Ellenbogen, einem chronischen
Lumbospondylogensyndrom und einer fortgeschrittenen koronaren Herzkrankheit leide.
Die bisherige Tätigkeit als Pneumonteur sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar
(act. G 7.19). Im Verlaufsbericht vom 4. Mai 2006 beurteilte Dr. B._ den
Gesundheitszustand als stationär (act. G 7.41).
A.b Am 11. September 2006 erteilte die IV-Stelle eine Kostengutsprache für eine
berufliche Abklärung vom 1. Oktober 2006 bis 31. Januar 2007 im Werk- und
Technologiezentrum Linthgebiet (WTL, act. G 7.52). Die Abklärungspersonen kamen
nach Durchführung dieser Massnahme zum Schluss, dass die beruflichen
Möglichkeiten des Versicherten weit vom ersten Arbeitsmarkt entfernt seien. Sie
empfahlen die Prüfung des Rentenanspruchs und von Arbeitseinsätzen im geschützten
Rahmen (Austrittsgespräch vom 31. Januar 2007, act. G 7.59; vgl. auch act. G 7.60).
A.c Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte vom 23. bis 25. Juli 2007 im
Servizio Accertamento Medico (SAM) Bellinzona polydisziplinär (internistisch,
psychiatrisch, orthopädisch und kardiologisch) begutachtet. Die Gutachter
diagnostizierten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine ischämische Kardiopathie,
eine Arthrose sowie Osteophytose an den Ellenbogen bilateral und ein chronisches
lumbovertebrales Syndrom. Für die angestammte Tätigkeit als Pneumonteur sowie für
schwere Arbeiten bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Für leidensangepasste
Tätigkeiten bescheinigten die Gutachter eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Vor der
Aufnahme einer solchen Tätigkeit müsse eine stationäre Rehabilitation durchgeführt
werden. Die mittel- bis langfristige Prognose sei mit Blick auf die Progression der
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koronaren Krankheit und die nicht optimale Kontrolle der kardiovaskulären
Risikofaktoren nicht günstig (act. G 7.71 und G 25.1).
A.d Vom 29. Oktober bis 10. November 2007 befand sich der Versicherte zur
Rehabilitation in der Klinik F._ (Austrittsbericht vom 26. November 2007, act.
G 7.78-16 ff). Der dort tätige Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin
FMH, berichtete am 27. November 2007, dass eine leidensangepasste Tätigkeit dem
Versicherten nicht mehr als vier Arbeitsstunden pro Tag zumutbar sei. Aufgrund der
pulmonalen Seite bestehe unter der aktuellen CPAP-Therapie keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit (act. G 7.76).
A.e Der behandelnde Dr. B._ gab im Verlaufsbericht vom 12. Januar 2008 an, dass
sich der Gesundheitszustand des Versicherten verglichen mit dem 4. Mai 2006
verschlechtert habe. Insbesondere sei ein schweres obstruktives Schlafapnoesyndrom
hinzugekommen (act. G 7.78-1 ff.).
A.f Der RAD-Arzt, Dr. med. D._, Facharzt für Arbeitsmedizin, kam in der
Stellungnahme vom 18. Januar 2008 zum Schluss, dass der Versicherte die von den
SAM-Gutachtern bescheinigte 50%ige Arbeitsfähigkeit durch die stationäre
Rehabilitation habe erreichen können. Das Schlafapnoesyndrom führe zu keiner
Invalidisierung (act. G 7.79).
A.g Mit Vorbescheiden vom 3. November 2008 teilte die IV-Stelle dem Versicherten
mit, dass ihm ab 1. Oktober 2006 ein Anspruch auf eine halbe Rente zustehe (act.
G 7.94) und die Arbeitsvermittlung abgeschlossen werde, da er sich subjektiv nicht
arbeitsfähig fühle (act. G 7.96).
A.h Gegen den Vorbescheid betreffend Rentenanspruch erhob der Versicherte am
5. Januar 2009 Einwand. Darin stellt er sich auf den Standpunkt, dass der
vorgenommene Leidensabzug von 10% zu niedrig sei. Des Weiteren liege die
Arbeitsfähigkeit unter 50%. Auf das SAM-Gutachten könne nicht abgestellt werden, da
es die Auswirkung der funktionellen Einarmigkeit praktisch nicht berücksichtige. Der
Versicherte beantragte eine arbeitsmedizinische Begutachtung der konkreten
Auswirkungen der funktionellen Einarmigkeit (act. G 7.101).
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A.i Am 24. Februar 2009 verfügte die IV-Stelle, dass die Arbeitsvermittlung
abgeschlossen sei (act. G 7.110).
A.j In den Verfügungen vom 6. November 2009 sprach die IV-Stelle dem
Versicherten mit Wirkung ab 1. Oktober 2006 eine halbe IV-Rente und entsprechende
Kinderrenten für seine vier Kinder zu (act. G 7.119 ff. und act. G 7.114 ff.).
B.
B.a Gegen die Rentenverfügungen vom 6. November 2009 richtet sich die
Beschwerde vom 7. Dezember 2009. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen deren Aufhebung und die Ausrichtung einer ganzen
Rente für sich und entsprechende Kinderrenten für seine Kinder. Eventuell sei die
Streitsache zur Ergänzung des Sachverhalts und zu neuer Entscheidung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Es sei eine mündliche Verhandlung
durchzuführen. Die Begründung der Beschwerde lautet im Wesentlichen gleich wie
diejenige des Einwands vom 5. Januar 2009. Ergänzend bringt der Beschwerdeführer
vor, dass sich sein Gesundheitszustand seit der SAM-Begutachtung weiter und
nachhaltig verschlechtert habe. So sei er vor ungefähr vier Monaten in der Uniklinik
Balgrist am rechten Knie operiert worden. Seit einiger Zeit bestünden auch Probleme
am linken Knie. Dazu kämen erhebliche kardiologische Probleme (act. G 1). Mit der
Beschwerdeergänzung vom 10. Dezember 2009 reichte der Beschwerdeführer weitere
Arztberichte ein (act. G 4; Stellungnahme Dr. B._ vom 7. Dezember 2009 samt
Medikamentenliste, act. G 4.26 f.; MRI-Befund des Spitals E._ vom 20. Mai 2008,
act. G 4.28; Bericht Universitätsklinik Balgrist Zürich betreffend Voruntersuchung für
Knieoperation vom 11. November 2008, act. G 4.29; Operationsbericht vom
8. Dezember 2009, act. G 4.31; Bericht der Klinik für Kardiologie des Universitätsspitals
Zürich vom 22. Juni 2009, act. G 4.30).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 9. Februar
2010 die Beschwerdeabweisung. Sie bringt im Wesentlichen vor, dass sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der SAM-Begutachtung nicht relevant
verschlechtert habe. Die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung sei beweiskräftig.
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Ferner seien keine Anhaltspunkte für eine Erhöhung des gewährten 10%igen
Leidensabzugs ersichtlich (act. G 7).
B.c Mit Präsidialverfügung vom 12. Februar 2010 wird dem Gesuch des
Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten
und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) entsprochen (act. G 8).
B.d In der Replik vom 29. März 2010 hielt der Beschwerdeführer unverändert an
seinen Anträgen fest und reichte weitere medizinische Berichte ein (act. G 12 und
G 12.35 ff.).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 14).
B.f Der Beschwerdeführer reichte am 10. Mai 2010 einen weiteren Bericht der Klinik
für Kardiologie des Universitätsspitals Zürich vom 28. April 2010 ein (act. G 16.1). Die
Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stellungnahme (act. G 17).
B.g Im Auftrag des Versicherungsgerichts wurde das in italienischer Sprache
verfasste SAM-Gesamtgutachten vom 24. August 2007 ins Deutsche übersetzt (act.
G 25.1).
B.h Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Teilnahme an der mündlichen Verhandlung
vom 19. Dezember 2011 verzichtet (act. G 30). Der Beschwerdeführer hielt anlässlich
der mündlichen Verhandlung im Wesentlichen an den gestellten Anträgen fest. Er
reichte einen Bericht des behandelnden Dr. B._ vom 29. November 2011 (act.
G 31.1) und der Uniklinik Balgrist vom 1. März 2011 (act. G 31.2) ein. Auf die einzelnen
Vorbringen des Beschwerdeführers wird, soweit entscheidnotwendig, in den

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien ist die Höhe des Rentenanspruchs strittig. Die
Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer in den angefochtenen
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Verfügungen vom 6. November 2009 eine halbe Rente zu. Dieser beantragt die
Ausrichtung einer ganzen Rente.
1.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zug der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass
der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids bzw. im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467
E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtenen Verfügungen sind am
6. November 2009 (act. G 7.114 ff.) ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist,
der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am
1. Januar 2008 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine
Dauerleistung betrifft, über die noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend
den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007
auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen
Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [seit 2007: Sozialrechtliche Abteilungen
des Bundesgerichts] vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage
zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des
Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber
der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die
seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben.
1.2 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
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1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente,
wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss kommt
einem Gutachten oder anderen medizinischen Beurteilungen schon dann kein voller
Beweiswert zu, wenn Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit sprechen; es muss nicht
feststehen, dass die medizinischen Beurteilungen effektiv nicht den Tatsachen
entsprechen, was nicht mit medizinischen Fachpersonen besetzte Behörden in der
Regel nicht beurteilen können (Urteil des EVG vom 16. Oktober 2002, I 779/01, E. 4.2).
2.
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Vorab zu klären ist die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche
Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt. Die
Beschwerdegegnerin stützte sich bei ihrem Rentenentscheid auf das SAM-Gutachten
vom 24. August 2007 (act. G 7.71; Übersetzung act. G 25.1).
2.1 Die Gutachter bescheinigten dem Beschwerdeführer zusammenfassend eine
50%ige Restarbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten (act. G 7.71-20).
2.2 Gegen die gutachterliche Einschätzung bringt der Beschwerdeführer vor, es sei
seine "funktionelle Einarmigkeit" nicht ausreichend berücksichtigt worden (act.
G 7.101-2). Die Gutachter setzten sich mit den Schmerzen des Beschwerdeführers im
linken Arm eingehend auseinander. Sie erhoben eine eingehende Schmerzanamnese
(act. G 7.71-10) und unternahmen klinische und radiologische Untersuchungen (act.
G 7.71-12 ff.; Radiographie der linken und rechten Ellenbogen, der linken Hand sowie
der linken Schulter). Aufgrund der dadurch gewonnenen Erkenntnisse stellten sie mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit folgende Diagnose: Arthrose und Ostephytose an den
Ellenbogen bilateral, links markanter, rechts beginnend, mit chronischem Syndrom der
linken Schulter-Hand (act. G 7.71-15 f.). Die Gutachter diskutierten die Beschwerden
der oberen linken Extremität und berücksichtigten sie bei der Bestimmung der
Restarbeitsfähigkeit (act. G 7.71-17 ff.). Es kann daher keine Rede davon sein, die
Gutachter hätten die Leiden an der oberen linken Extremität nicht zuverlässig
gewürdigt.
2.3 Die Beweiskraft des Gutachtens sieht der Beschwerdeführer auch dadurch
geschmälert, dass die Abklärungspersonen des WTL keine Chance zur Eingliederung in
den ersten Arbeitsmarkt sahen (act. G 7.101-2).
2.3.1 Im WTL-Abklärungsbericht "Verzahnungsprogramm" wurde ausgeführt,
dass die Abklärungspersonen zur Zeit keine Chance für eine Eingliederung in den
ersten Arbeitsmarkt sähen. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass dieser Eindruck vor
allem auf Schmerzangaben des Beschwerdeführers beruhte ("ganzer
Bewegungsapparat lahmt, schmerzt", act. G 7.60-3). Ferner wurde "speziell die
Privatsituation" als "belastend" beschrieben (act. G 7.60-5) und darauf hingewiesen,
dass der Beschwerdeführer "mit seiner Situation überfordert" sei (act. G 7.60-6). Die
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Abklärungspersonen zogen bei ihrer Beurteilung auch die sprachlichen Probleme mit
ein ("kommen erschwerend zu den körperlichen", act. G 7.60-7).
2.3.2 Daraus ergibt sich, dass die WTL-Abklärungspersonen bei ihrer
Einschätzung zu einem grossen Teil nicht (versicherungs-)medizinisch relevante
Gesichtspunkte miteinbezogen. Es fehlt damit an schlüssigen Angaben zur objektiv
noch realisierbaren Leistung. Schon aus diesem Grund vermag der WTL-Bericht für
sich allein die gutachterlich gezogenen Schlüsse nicht in Zweifel zu ziehen (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 23. November 2010, 8C_468/2010, E. 3.2 am Schluss). Den
Gutachtern waren die Ergebnisse des Arbeitstrainings im Übrigen bekannt (act.
G 7.71-4). Sie berücksichtigten das Arbeitstraining im WTL auch im Rahmen der
Diskussion (act. G 7.71-16).
2.4 Des Weiteren verweist der Beschwerdeführer auf die abweichende Beurteilung
durch den behandelnden Dr. B._ (act. G 7.101-3) vom 12. /14. Januar 2008. Darin
hielt Dr. B._ den Beschwerdeführer für nicht mehr arbeitsfähig (act. G 7.78-3 ff.).
Diese Sichtweise äusserte er bereits in den Berichten vom 13. April und 14. Juni 2007
(act. G 7.71-52 f.).
2.4.1 Rechtsprechungsgemäss kann es unter Beachtung der Divergenz von
medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag nicht angehen, eine medizinische
Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass
weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden medizinischen
Fachpersonen nachher zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an solchen
vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich
hingegen, wenn die behandelnden medizinischen Fachpersonen objektiv feststellbare
Gesichtspunkte vorbringen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben und
die geeignet sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (vgl. Urteil des EVG
vom 13. März 2006, I 676/05, E. 2.4 mit Hinweisen).
2.4.2 Dr. B._ benennt keine objektiven Umstände, welche die gutachterliche
Einschätzung in Zweifel ziehen. Gegen die Beurteilung von Dr. B._ sprechen ferner
die Erkenntnisse der Klinik F._, wo sich der Beschwerdeführer vom 29. Oktober bis
10. November 2007 zur stationären Rehabilitation befand (act. G 7.78-16). Denn die
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dort behandelnden Ärzte bescheinigten dem Beschwerdeführer wie die Gutachter eine
rund 50%ige Arbeitsfähigkeit (höchstens 4 Stunden pro Tag, act. G 7.76-8). Nach dem
Gesagten wird der Beweiswert der gutachterlichen Einschätzung durch die
anderslautenden Ausführungen von Dr. B._ nicht erschüttert.
2.5 Bei der Würdigung der gutachterlichen Beurteilung fällt weiter ins Gewicht, dass
sie auf eigenständigen Abklärungen sowie umfangreichen Untersuchungen beruht und
für die streitigen Belange umfassend ist. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet
und die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt.
Die Attestierung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten
leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung
der medizinischen Situation ein. Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass
objektiv wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden wären. Die
Beschwerdegegnerin stellte daher zu Recht auf die gutachterlich bescheinigte 50%ige
Restarbeitsfähigkeit ab. Der Eintritt der dauernden Arbeitsunfähigkeit (im
angestammten Beruf) ist gestützt auf die unbestritten gebliebene Einschätzung der
Gutachter (act. G 7.71-19) sowie des RAD-Arztes (act. G 7.72) auf Oktober 2005
festzusetzen.
2.6 Indessen gilt es noch zu beachten, dass die Gutachter ihre
Arbeitsfähigkeitsschätzung mit dem Erfordernis einer vorgängigen stationären
Rehabilitation verbanden. Sie führten aus, um eine Wiedereingliederung gewährleisten
zu können, benötige der Beschwerdeführer eine adäquate und stationäre
Rehabilitation. Nach der Rehabilitation könne er eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in
adaptierter Tätigkeit erreichen (act. G 7.71-20). Daraus ist mit dem RAD-Arzt, der
ebenfalls von einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit erst nach einer stationären
Rehabilitation ausging (Stellungnahme vom 6. September 2007, act. G 7.72), zu
schliessen, dass bis zur Durchführung der Rehabilitation keine Restarbeitsfähigkeit
bestanden hat. Da die vorgeschlagene Rehabilitation schliesslich in der Klinik F._
durchgeführt wurde und danach von den dort behandelnden Ärzten eine 50%ige
Restarbeitsfähigkeit bestätigt werden konnte (act. G 7.76-8), ist erst per 11. November
2007 (Tag nach dem Austritt aus der Rehabilitation, vgl. act. G 7.76-3) vom Bestehen
der gutachterlich attestierten 50%igen Restarbeitsfähigkeit in leidensangepasster
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Tätigkeit auszugehen (vgl. auch RAD-Stellungnahme vom 18. Januar 2008, act.
G 7.79).
3.
Der Beschwerdeführer stellt sich des Weiteren auf den Standpunkt, dass die
gutachterliche Einschätzung nicht mehr aktuell sei, da sich sein Gesundheitszustand
seit der Begutachtung erheblich verschlechtert habe (act. G 1). Dabei verweist er auf
zahlreiche medizinische Berichte.
3.1 Der Beschwerdeführer benennt für den Nachweis einer Verschlechterung
Probleme am linken und rechten Knie (act. G 1).
3.1.1 Bei der Beurteilung der Knie hielten die Gutachter fest, deren Beweglichkeit
sei intakt. Die linke Wade sei schmerzhafter als die rechte (act. G 7.71-12 f.). Eine unter
Belastung vorgenommene Radiographie des rechten Knies vom 23. Juli 2007 ergab
eine Luxationstendenz der Patella. Die Gutachter erkannten fast keine Arthrosezeichen
("quasi nulli"), anderes in der Norm (act. G 7.71-14).
3.1.2 Das spätere MRI des rechten Knies vom 20. Mai 2008 ergab eine
ausgedehnte Rissbildung im Bereich der Pars intermedia sowie des Hinterhorns des
medialen Meniskus, einen diskreten Kniegelenkserguss, eine deutliche mediale
Gonarthrose und weniger ausgeprägt auch eine Retropatellararthrose (act. G 4.28). Am
17. November 2008 wurde eine Kniearthroskopie rechts, partielle Meniskektomie
Hinterhorn medial durchgeführt (act. G 4.31). Es ergibt sich aus diesen Akten sowie
dem orthopädischen Bericht des Spitals Linth vom 8. Juli 2008 (act. G 12.36) indessen
nicht, dass die Beschwerden am rechten Knie zu einer seit der Begutachtung
zusätzlichen Einschränkung der Restarbeitsfähigkeit geführt hätten. Aus den Angaben
von Dr. B._ im Bericht vom 12. Januar 2008 geht im Weiteren hervor, dass andere
Leiden im Vordergrund stehen (koronare Herzkrankheit, obstruktives
Schlafapnoesyndrom, chronisches Schmerzsyndrom, act. G 7.78-5).
3.1.3 Die Beschwerden am linken Knie wurden dem behandelnden Dr. B._
erstmals am 4. März 2009 geschildert. Der Arzt beschreibt indessen keine Einflüsse auf
die Restleistungsfähigkeit, sondern spricht in diesem Zusammenhang vielmehr von
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"Nebenproblemen", die ihn zu weiteren Abklärungen veranlasst hatten (Bericht vom
24. März 2010, act. G 12.35). Damit geht einher, dass sich auch aus dem Bericht der
Uniklinik Balgrist vom 18. Februar 2010, deren Ärzte einen Verdacht auf mediale
Meniskusläsion erhoben, keine zusätzlichen Einschränkungen auf die
Restleistungsfähigkeit ergeben (act. G 12.41).
3.1.4 Hinzu kommt, dass selbst bei bejahten dauerhaft verschlimmerten
Kniebeschwerden kein weiterer Abklärungsbedarf besteht. Denn sogar bei massiven
Kniebeschwerden geht die Rechtsprechung davon aus, dass diesem Leiden mit dem
Zumutbarkeitsprofil einer wechselbelastenden Tätigkeit - wie sie vom RAD-Arzt
umschrieben wurde (Stellungnahme vom 6. Juni 2008, act. G 7.83) - angemessen
Rechnung getragen wird (Urteile des EVG vom 17. August 2004, I 643/03, E. 4.2 und
des Bundesgerichts vom 31. Mai 2011, 9C_49/2011, E. 3.3, letzteres betreffend
Kniearthrosen). Vorliegend bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass die Knieleiden
des Beschwerdeführers in der für wechselbelastende leidensadaptierte Tätigkeiten
bescheinigten 50%igen Arbeitsunfähigkeit nicht hinreichend Berücksichtigung finden.
Ergänzend ist auf die Aussage des Beschwerdeführers hinzuweisen, wonach er sich
abgesehen von der kardiopulmonalen Symptomatik "gut" fühle (Austrittsbericht der
Klinik für Kardiologie des Universitätsspitals Zürich vom 29. Dezember 2009, act.
G 12.40).
3.2 Was das vom Beschwerdeführer genannte schwere obstruktive Schlafapnoe-
Syndrom anbelangt (act. G 12, S. 4), so ist vorab darauf hinzuweisen, dass eine
schlechte CPAP-Compliance besteht. Mit einer genügenden Geräte-Compliance
könnte das Schlafapnoe-Syndrom "weitgehend" therapiert werden. Die behandelnden
Pneumologen hielten denn auch fest, dass insgesamt das Schlafapnoe-Syndrom mit
der CPAP-Therapie ausreichend behandelt erscheine (Bericht der Klinik F._ vom
24. September 2008, act. G 12.38; vgl. auch den Bericht der Klinik F._ vom
27. November 2007, wonach aufgrund der CPAP-Therapie keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit bestehe, act. G 7.76-8). Es besteht daher auch mit Blick auf das
Schlafapnoe-Syndrom keine relevante gesundheitliche Verschlechterung bis zum
Verfügungserlass vom 6. November 2009.
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3.3 Zu prüfen bleibt damit noch die Frage, ob sich der Gesundheitszustand aus
kardiologischer Sicht massgeblich verschlechtert hat. Dies ist indessen zu verneinen,
wie sich aus einem Vergleich des SAM-Gutachtens vom 24. August 2007 mit den
danach ergangenen medizinischen Einschätzungen ergibt. So sprachen die
Kardiologen des Universitätsspitals Zürich nach einer komplikationslosen Durchführung
des Eingriffs vom 22. Dezember 2009 (Koronarangiographie und PTCA in RIVP/RCA
sowie PCI/1-fach BM-Stenting in proximaler RCA) davon, dass der postinterventionelle
Verlauf, das EKG und die klinische Kontrolle unauffällig gewesen seien. Der
Beschwerdeführer sei "bei guter Gesundheit" am 23. Dezember 2009 entlassen
worden (act. G 12.40, S. 2). Gegen eine Veränderung spricht ferner die von den
behandelnden Kardiologen am 28. April 2010 beschriebene erhaltene linksventrikuläre
Funktion von "EF 65%" (act. G 16.1), die der von den Gutachtern gemessenen "EF
63%" nahezu entspricht (act. G 7.71-14f.). Wie die behandelnden Kardiologen ("CCS II-
III", act. G 16.1) qualifizierten die Gutachter die Angina pectoris mit dem Wert CCS II im
Wesentlichen gleich (act. G 7.71-18). Auch bei der Fahrradergometrie zeichnet sich ein
ähnliches Bild: Anlässlich der SAM-Begutachtung brach der Beschwerdeführer den
Test nach knapp einer Minute ab (act. G 7.71-14). In der Klinik für Kardiologie des
Universitätsspitals resultierte am 16. Februar 2010 "nach wenigen Minuten" ein
Testabbruch (unter Hinweis auf eine formal elektrisch unauffällige Untersuchung, act.
G 12.42). Bei der Würdigung der von den behandelnden Kardiologen erstellten Berichte
ist überdies Zurückhaltung geboten, da sich diese in wesentlichen Teilen zugunsten
des Beschwerdeführers zur nicht medizinischen Rentenfrage äusserten (vgl. act. G
16.1). Dabei übersehen die Kardiologen, dass bei der Rentenzusprache die für leichte
leidensadaptierte Tätigkeiten (vgl. RAD-Stellungnahme vom 6. Juni 2008, act. G 7.83)
bestehende Arbeitsunfähigkeit massgebend ist, wobei sie den gleichen Sachverhalt
lediglich anders als die Gutachter würdigen, ohne sich mit deren Einschätzung
auseinanderzusetzen.
3.4 Was die anlässlich der mündlichen Verhandlung eingereichten Berichte von
Dr. B._ vom 29. November 2011 (act. G 31.1) und der Uniklinik Balgrist vom 1. März
2011 (act. G 31.2) anbelangt, so ergeben sich daraus keine Gesichtspunkte, die
Rückschlüsse auf den vorliegend bis zum Erlass der angefochtenen Verfügungen vom
6. November 2009 eingetretenen Sachverhalt zuliessen. Deshalb erübrigen sich
Weiterungen hierzu. Dem Beschwerdeführer steht es im Übrigen frei, die sich allfällig
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daraus ergebenden Verschlechterungen im Rahmen eines von ihm einzuleitenden
Revisionsverfahrens geltend zu machen.
3.5 Insgesamt ist im Vergleich zur Begutachtung vom 23. bis 25. Juli 2007 eine bis
zum Erlass der angefochtenen Verfügungen vom 6. November 2009 eingetretene
Verschlechterung des Gesundheitszustands, die einen weiteren medizinischen
Abklärungsbedarf begründen würde, nicht ausgewiesen. Damit geht einher, dass der
Beschwerdeführer im Einwand vom 5. Januar 2009 keinen verschlechterten
Gesundheitszustand vorbrachte. Es ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer
ab 11. November 2007 (vgl. vorstehende E. 2.6) über eine 50%ige
Restleistungsfähigkeit verfügte.
4.
Nach dem Gesagten ist bei der Prüfung der erwerblichen Auswirkungen für die Zeit ab
1. Oktober 2005 bis 11. November 2007 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit und
danach von einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
auszugehen (vgl. vorstehende E. 2.6).
4.1 Die Beschwerdegegnerin bemass beide Vergleichseinkommen auf der Grundlage
der LSE-Löhne und nahm zur Ermittlung des Invaliditätsgrads einen Prozentvergleich
vor. Dieser Berechnungsweise kann nicht gefolgt werden. Denn da der zuletzt erzielte
Verdienst des Beschwerdeführers eine verlässliche Grundlage für die Bestimmung des
Valideneinkommens darstellt, besteht keine Veranlassung für eine Parallelisierung der
Vergleichseinkommen bzw. für die Vornahme eines Prozentvergleichs (zum
grundsätzlichen Abstellen auf den zuletzt erzielten Verdienst vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 22. September 2009, 8C_143/2009, E. 2.2.1).
4.2 Gemäss IK-Auszug verdiente der Beschwerdeführer im Jahr 2003 bei seinem
Haupterwerb einen Jahreslohn von Fr. 66'300.-- (act. G 7.31). Zusätzlich erzielte er
einen Nebenerwerb. Ein Nebeneinkommen ist rechtsprechungsgemäss dann als
Validenlohn zu berücksichtigen, wenn ein solches bereits im Gesundheitsfall erzielt
wurde und weiterhin erzielt worden wäre, falls die versicherte Person keine
gesundheitliche Beeinträchtigung erlitten hätte (Urteil des Bundesgerichts vom
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7. Oktober 2011, 8C_491/2011, E. 4.1 mit Hinweisen). Vorliegend bestehen keine
Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer seinen 1993 aufgenommenen
Nebenerwerb im Gesundheitsfall aufgegeben hätte, weshalb das daraus erzielte
Einkommen zu berücksichtigen ist. Da der Nebenverdienst im Gegensatz zum
Haupterwerb Schwankungen unterlag, rechtfertigt es sich zur besseren
Repräsentativität auf den Lohn der Jahre 2001 bis 2003 abzustellen. Dies ergibt ein
Totaleinkommen von Fr. 35'959.-- (2001: Fr.12'163.--; 2002: Fr. 12'973.--; 2003:
Fr. 10'823.--; act. G 7.31) bzw. ein zu berücksichtigendes durchschnittliches
Jahreseinkommen von Fr. 11'986.-- (Fr. 35'959.-- / 3). Das Valideneinkommen für das
Jahr 2003 beträgt damit Fr. 78'286.-- (Fr. 66'300.-- + Fr. 11'986.--). Zwar sind beim
Einkommensvergleich grundsätzlich die Zahlen zur Zeit des frühestmöglichen
Rentenbeginns (hier 2006) massgebend (BGE 134 V 325 E. 4.1). Vorliegend kann indes
davon ausgegangen werden, dass sich Validen- und Invalideneinkommen prozentual
gleich entwickelt hätten, weshalb auf die Einkommensangaben für 2003 abgestellt
werden darf.
4.3 Von den Parteien unbestritten ist, dass der LSE-Tabellenlohn Grundlage des
Invalideneinkommens bildet. Im Jahr 2003 betrug das anwendbare statistische
Jahreseinkommen (unter Berücksichtigung einer betriebsüblichen Arbeitszeit von
41,7 Stunden) Fr. 57'745.-- (vgl. Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe
der Informationsstelle AHV/IV).
4.3.1 Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne der LSE um bis
zu 25% gekürzt werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte
Personen mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das
durchschnittliche Lohnniveau nicht erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb)
bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit
unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg zu verwerten in der Lage sind. Dabei
handelt es sich um einen allgemeinen behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78
E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen
Umständen – auch von invaliditätsfremden Faktoren – des konkreten Einzelfalles ab
(namentlich leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/
Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen
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gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25%
festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des Tabellenlohnabzugs ist unzulässig
(BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI 2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit
Hinweisen).
4.3.2 Die Beschwerdegegnerin gewährte einen 10%igen Abzug (act. G 7.91-2).
Unter Hinweis auf eine stark beeinträchtigende Polymorbidität hält der
Beschwerdeführer einen Abzug von 10% für zu niedrig (act. G 7.101-1). Der
Beschwerdeführer vermag aufgrund seiner verschiedenen gesundheitlichen Leiden die
Restarbeitsfähigkeit nur noch in einem eingeschränkten Bereich zu verwerten, und er
ist hierzu auf eine ganztägige Präsenz angewiesen. In Anbetracht der mehrfachen
Behinderungen erscheint ein Abzug von 15% als angemessen. Im Übrigen würde die
Bestätigung eines 10%igen Abzugs - wie sich aus dem nachfolgenden
Einkommensvergleich ergibt - zu keiner rentenrelevanten Veränderung führen.
4.3.3 Unter Berücksichtigung einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit für die Dauer
von Oktober 2005 bis November 2007 resultiert mangels anrechenbaren
Invalideneinkommens ein Invaliditätsgrad von 100%. Für die Zeit danach ergibt sich bei
Berücksichtigung eines 15%igen Tabellenlohnabzugs und einer 50%igen
Restarbeitsfähigkeit eine Erwerbseinbusse von Fr. 53'744.-- (Fr. 78'286.-- -
[Fr. 57'745.-- x 0.85 x 0.5]) und ein Invaliditätsgrad von aufgerundet 69%
([Fr. 53'744.-- / Fr. 78'286.--] x 100). Bei Einbezug eines 10%igen Tabellenlohnabzugs
ergäbe sich eine Erwerbseinbusse von Fr. 52'301.-- (Fr. 78'286.-- - [Fr. 57'745.-- x 0.9
x 0.5]) und ein Invaliditätsgrad von aufgerundet 67% ([Fr. 52'301.-- / Fr. 78'286.--]
x 100). Ein eine Dreiviertelsrente begründender Invaliditätsgrad würde selbst bei
Nichtberücksichtigung des Nebeneinkommens und eines 10%igen Tabellenlohnabzugs
resultieren (Erwerbseinbusse von Fr. 40'315.-- [Fr. 66'300.-- - Fr. 25'985.--];
Invaliditätsgrad von aufgerundet 61% [{Fr. 40'315.-- / Fr. 66'300.--} x 100]).
4.4 Unter Berücksichtigung des Wartejahres im Sinn von aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG (in
der bis 31. Dezember 2007 gültigen Fassung) ist der unbestritten gebliebene verfügte
Rentenbeginn per 1. Oktober 2006 zu bestätigen (vgl. act. G 7.114 ff.). Der
Beschwerdeführer hat demnach ab Oktober 2006 Anspruch auf eine ganze Rente samt
entsprechenden Kinderrenten. Mit Blick auf die seit 11. November 2007 bestehende
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50%ige Restarbeitsfähigkeit und einen Invaliditätsgrad von 69% (vgl. vorstehende
E. 4.3.3) ist der ganze Rentenanspruch nach Ablauf der Dreimonatsfrist gemäss
Art. 88a Abs. 1 IVV per 1. März 2008 auf eine Dreiviertelsrente herabzusetzen.
5.
5.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde sind die angefochtenen Verfügungen
vom 6. November 2009 aufzuheben, und dem Beschwerdeführer sind mit Wirkung ab
1. Oktober 2006 bis 29. Februar 2008 eine ganze Rente sowie ab 1. März 2008 eine
Dreiviertelsrente samt entsprechenden Kinderrenten zuzusprechen. Zur Festsetzung
der Rentenleistungen ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 800.--
erscheint als angemessen. Da bei der Bemessung der Gerichtskosten wie bei der
Bemessung der Parteientschädigung (vgl. nachstehende E. 5.3) von einem
vollständigen Unterliegen der Beschwerdegegnerin auszugehen ist, hat die
Beschwerdegegnerin die gesamten Gerichtskosten zu bezahlen. Die Kosten der vom
Gericht veranlassten Gutachtensübersetzung könnten lediglich dann nicht der
Beschwerdegegnerin auferlegt werden, wenn entsprechende Sprachkenntnisse ohne
weiteres vorauszusetzen wären (vgl. dazu SVR-IV 2010 Nr. 9, 27 [9C_141/2009] E. 3.2).
Im vorliegenden Fall wurden im Gutachten des SAM sprachlich anspruchsvolle
Sachverhalte abgehandelt und gewürdigt, so dass sich zur sachgerechten Prüfung der
Angelegenheit eine Übersetzung aufdrängte, zumal es um die Beurteilung einer
allfälligen gesundheitlichen Verschlechterung ging und der fallführende RAD-Arzt
lediglich eine äusserst knappe Wiedergabe des Gutachtensinhalts vornahm und nicht
einmal die Diagnosen übersetzte. Vor diesem Hintergrund erscheint es gerechtfertigt,
die Übersetzungskosten im Betrag von Fr. 3'865.70 (act. G 25) der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. BGE 128 V 34 sowie Urteil des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. Oktober 2011, IV 2010/70,
E. 5.2).
bis
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5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht
festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache
und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Im Sinn der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung zur Überklagung in sozialversicherungsrechtlichen Rentenfällen ist im
vorliegenden Fall bei der Bemessung der Parteientschädigung von einem vollständigen
Obsiegen des Beschwerdeführers auszugehen (Urteil des Bundesgerichts vom
25. Januar 2008, 9C_466/2007, E. 5 mit Hinweisen). Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers reichte am 19. Dezember 2011 eine Honorarnote ein, worin er
Barauslagen im Betrag von Fr. 203.80 sowie einen Stundenaufwand von 24
2/3 Stunden geltend macht (act. G 31.3). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Verwaltungsgericht, Verwaltungsrekurskommission und
Versicherungsgericht pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.-- (Art. 22 Abs. 1 lit. b der
Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, HonO; sGS 963.75). Das
mittlere Honorar bei einer Zeitaufwandbemessung beträgt Fr. 250.-- je Stunde (Art. 24
Abs. 1 HonO). Vorab ist darauf hinzuweisen, dass nicht der geltend gemachte, sondern
nur der notwendige Aufwand zu entschädigen ist (Urteil des EVG vom 1. Dezember
2006, I 792/04, E. 5.2 mit Hinweis). Im vorliegenden Fall ist mit Blick auf das
notwendige Studium des italienisch abgefassten pluridisziplinären Gutachtens und die
erst im Beschwerdeverfahren eingeholte Übersetzung sowie aufgrund des
umfangreichen Aktendossiers samt zusätzlichen Fremdakten von einem
überdurchschnittlichen Aufwand des Rechtsvertreters auszugehen, weshalb sich unter
Mitberücksichtigung des Aufwandes für die mündliche Verhandlung vom 19. Dezember
2011 eine über der durchschnittlichen Pauschalentschädigung für
Beschwerdeverfahren ohne mündliche Verhandlung von Fr. 3'500.-- liegende
Entschädigung von pauschal Fr. 5'000.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) rechtfertigt. Ein weitergehender Aufwand kann in Anbetracht der
Entschädigungspraxis in vergleichbaren Fällen nicht entschädigt werden, zumal der
Rechtsvertreter bereits im von ihm geführten Einwandverfahren Aktenkenntnis
erworben und Instruktionsgespräche mit dem Beschwerdeführer geführt hatte (act. G
7.122).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht