Decision ID: 7d66acbe-ecf6-41f6-8a94-5a293fa35a96
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
und
Y._
sind
als
Teilhaber der
Z._
, welche den Handel mit und die Verwaltung von Liegenschaften
bezweckt,
der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse
,
als
Selbständigerwerben
de
angeschlossen (
vgl.
Urk.
8/11,
Urk.
8/22
,
Urk.
8
/51
).
X._
war zudem Inhaber de
s unter der Firma
A._
auftretenden Einzelunternehm
ens
(vgl. Urk. 8/47).
Mit
Akonto
b
eitragsverfügung
vom 2
6.
Februar 2002
erhob
d
ie
Ausgleichskasse
von
X._
für das Beitragsjahr
2002
den AHV/IV/EO-Mindestbeitrag, zuzüglich Verwaltungskosten
(Urk.
8/1
).
In der Folge teilte
Y._
der Ausgleichskasse mit Schreiben vom 26. Februar 2007 mit, dass für ihn und
X._
für
das
Jahr 2002 ein steuerbares Einkommen von je ca. Fr.
20‘000‘000.-- zu erwarten sei, weshalb sie Akontozahlungen in der Höhe von je Fr. 2‘000‘000.-- leisten wollten
(Urk.
8/27). Am
7.
März 2007
erhob
die Ausgleichskasse
,
ausgehend von einem voraussichtlichen be
i
trags
pflichtigen Einkom
men 2002 von Fr. 20‘000‘000.--, von
X._
Akonto
beiträge
(inkl. Verwaltungskosten) in der Höhe von
Fr.
1‘911‘399.60 (
Urk.
8/28).
Hernach
erhielt
sie von
X._
unter anderem
das
Schreiben
des Kantonalen Steueramtes Zürich
vom 19. April 2007
betreffend
Direkte Bundessteuer,
Steuerperiode 2002 sowie die
Ein
gangsbilanz
der
A._
per 1. Januar 2003 (Urk.
8/32/3-8)
.
Die
Ausgleichs
kasse
holte
zudem
vom Kantonalen Steueramt Zürich die Steuermeldung
für das Jahr 2002 vom 2
9.
September 2007 (Urk.
8/34)
ein
. Mit dieser
Steuer
meldung
meldete
das
Kantonale Steueramt Zürich der Ausgleichskasse ein von
X._
im Jahr 2002
in der Schweiz
aus selbständiger Erwerbstätigkeit erzieltes Einkommen von Fr.
63‘000.-- (Urk. 8/34).
Gestützt
darauf
bemass
sie
die persönlichen Beiträge von
X._
für das
Beitragsjahr 2002 mit
Nach
tragsverfügung
vom
5.
Oktober
2007
mit
Fr. 6‘310.80
,
inklusive
Verwal
tungskosten (Urk. 8/36).
Gestützt auf die Steuermeldung des Kantonalen Steueramtes Zürich vom 16. März 2015 (
Urk.
8/71)
setzte die Ausgleichskasse die persönlichen Bei
träge von
X._
für das Jahr 2002
m
it rektifizierte
r
Beitragsverfügung vom
2.
April 2015
auf
Fr.
2‘716‘759
.
20
(
inkl
.
Verwaltungskosten
)
fest
(
Urk. 8/
59
)
.
Sodann forderte sie von
X._
mit Abrechnung vom 2.
April 2015 Ver
zugs
zinsen in der Höhe von
Fr.
1‘525‘380.15 (
Urk.
8/69/7).
Dagegen
erhob
X._
am 1
1.
Mai 2015 Einsprache (Urk. 8/68).
In der Folge rektifizierte das Kantonale Steueramt Zürich seine Steuermeldung
für das Jahr 2002
am 6. August 2015 (
Urk.
8/86).
Gestützt
darauf sowie unter Berücksichtigung der mit BGE 141 V 433 geänderten Rechtsprechung zur
Aufrechnung der AHV/IV/EO-Beiträge durch die Ausgleichskassen erliess die Ausgleichskasse am 1
0.
September 2015 eine neue Beitragsverfügung, mit welcher sie die persönlichen Beiträge
2002
von
X._
auf Fr.
1‘936‘210.20 (inkl. Verwaltungskosten) bemass (
Urk.
8/94).
Die Verzugs
zinsen setzte sie m
it Verfügung vom 1
1.
September
2015
auf
Fr.
1‘086‘104
.50 fest (Urk. 8/90).
M
it
Einspracheentscheid
vom 3
0.
September 2015
hiess sie die Einsprache von
X._
teilweise gut
und bestätigte
die
Beitragsverfügung vom 10.
September 2015 und die Verzugszinsverfügung vom 1
1.
September 2015
(
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X._
am
2.
November 2015 Beschwerde erheben und beantragen, der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 3
0.
September 2015 sei - soweit er die Festsetzung von
Verzugszinsen betreffe - aufzuh
eben und es sei auf die Erhebung von Verzugszins
en für die Nachforderung persön
li
cher Beiträge aus dem Jahr 2002 gänzlich zu verzichten (
Urk.
1 S. 2). Die
Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
4.
Dezem
ber 2015
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7, unter Beilage der Kassenakten [
Urk.
8/1-97])
, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
7.
Dezember 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
Vom Einkommen aus selbst
ändiger Erwerbstätigkeit werden Beiträge erhoben
(Art. 3
und 8 f.
des
Bundesgesetz
es
über die Alters- und
Hinterlassenenver
si
cherung
[AHVG]
;
Art.
2 und 3
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenver
si
che
rung [IVG]
;
Art.
26 und 27
des
Bundesgesetz
es
über den Erwerbsersatz für Dienst
leistende und bei Mutterschaft [
EOG
]).
Gemäss Art. 22 der Verordnung über die Alters- und
Hinter
lassenenversicherung
(AHVV) wer
den die Beiträge
vom Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit für jedes Beitragsjahr fes
t
gesetzt, wobei das Kalenderjahr
als Beitragsjahr gilt. Die Bei
träge bemessen sich aufgrund des im Beitragsja
hr tatsächlich erzielten Erwerb
seinkommens und des am 31. Dezember im
Betrieb investierten Eigenkapi
tals.
Ermittelt wird das für die Bemessung der Beiträge massgebende
Erwerbsein
kommen
von den kantonalen Steuerbehörden; dies aufgrund der rechtskräfti
gen Veranlagung für die direkte Bundessteuer beziehungsweise für das im Betrieb investierte Eigenkapital aufgrund der entsprechenden recht
skräftigen kantonalen Veranla
gung unter Berücksichtigung der interkantonalen
Repar
titions
werte
(Art. 23 Abs. 1 AHVV). Die kantonalen Steuerbehörden über
mitteln diese Anga
ben für jedes Steuerjahr laufend den Ausgleichskassen (Art. 27 Abs. 2 AHVV).
1
.2
Im laufenden Beitragsjahr haben die beitragspf
lichtigen
Selbständigerwer
ben
den
nach Art. 24 AHVV periodisch
Akontobeiträ
ge
zu leisten (Abs. 1). Die Aus
gleichskassen bestimmen die
Akontobe
iträge
aufgrund des voraussicht
li
chen Einkommens des Beitragsjahres. Sie können dabei vom Einkommen aus
gehen, das der letzten Beitragsverfügung zu Grunde lag, es sei denn der Bei
tragspflich
tige mache glaubhaft, dieses entspreche offens
ichtlich nicht dem voraussichtli
chen Einkommen (Abs. 2). Zeigt sich währen
d oder nach Ablauf des Beitrags
jahres, dass das Einkommen wesentlich vom
voraussichtlichen Einkommen ab
weicht, so passen
die Ausgleichskassen die
Akonto
bei
träge
an (Abs. 3). Die Bei
tragspflichtigen haben den Ausgleichskassen die für die Fest
setzung der
Akon
tobeiträge
erforderlichen Auskünfte zu erteile
n, Unterlagen auf Verlangen ein
zureichen und wesentliche Abweichungen vom voraus
sicht
lichen Einkom
men zu melden (Abs. 4).
Die Ausgleichskassen setzen die für das Beitragsjahr geschuldeten Beiträge – in der Regel nach Eingang der Steuermeldung, vgl. Art. 27 AHVV und E.
1
.1 – in einer Verfügung fest und nehmen den Ausgl
eich mit den geleisteten
Akonto
beiträgen
vor (Art. 25 Abs. 1 AHVV). Die von den Beitragspflichtigen zu wenig entrichteten Beiträge sind innert 30 Tagen ab Rechnungsstellung zu bezahlen. Zuviel entrichtete Beiträge haben die Ausgleichskassen zurückzuer
statten oder zu verrechnen (Art. 25 Abs. 2 und 3 AHVV). Als
Zahlungsperio
den
gilt für
Selbständigerwerbende
grundsätzlich das Vierteljahr (Art. 34 Abs. 1
lit
. b AHVV).
1
.3
Nach Art. 26 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver
sicherungsrechts (ATSG) – anwendbar gestützt auf Art. 1 AHVG – sind für
fällige Beitragsforderungen und Beitragsrückerstattungsansprüche Verzugs- un
d Ver
gütungszinsen zu leisten. Der Bundesrat kann für geringfügige Bei
träge und kurzfristige Ausstände Ausnahmen vorsehen.
Gemäss Art. 41
bis
Abs. 1
lit
. f AHVV haben
Selbs
tändigerwerbende
, Nichter
werbs
tätige und Arbeitnehmer ohne beitragspflichtigen Arbeitgeber auf aus
zu
gleichenden Beiträgen, falls die
Akontobeiträge
mindesten
s
25 Prozent unter den tatsächlich geschuldeten Beiträgen liegen und nicht bis zum 1. Januar nach Ablauf des dem Beitragsjahr folgenden Kalenderjahr entrich
tet werden, ab dem 1. Januar nach Ablauf des dem Beitragsjahr folgenden
Kalenderjahres Verzugs
zinsen zu entrichten. Bei Beitragsnachforderungen endet
der Zinsenlauf mit der Rechnungsstellung, sofern die Beiträge innert Frist bezahlt werden (Art. 41
bis
Abs. 2 Satz 2 AHVV). Der Satz für die Ver
zugszinsen beträgt 5 Prozent im Jahr (Art. 42 Abs. 2 AHVV).
2.
2.1
Die Höhe der persönlichen Beiträge aus selbständiger Erwerbstätigkeit
des B
e
schwerdeführers
für das Beitragsjahr 2002 blieb unbestritten.
Er
wendet sich
einzig
gegen die Verzugszinsforderung als solche (Urk. 1 S.
2).
Abgesehen vom angewendeten Zinssatz von 5 Prozent (vgl. dazu E.
2.4 nachstehend)
werden die Verzugszinsen auf den für das Beitragsjahr 2002 auszugleichen
den persönlichen Beiträgen i
n
masslicher
Hinsicht vom Be
schwerdeführer nic
ht bestritten, weshalb diesbezüglich weitere Ausführungen unterbleiben können.
2.2
Die Beschwerdegegnerin hat gestützt auf Art. 41
bis
Abs. 1
lit
. f AHVV Ver
zugszinsen erhoben.
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts werden diese Verzugszinsen unabhängig von jeglichem Verschulden fällig. Nicht ent
scheidend ist daher namentlich,
ob die Ausgleichskasse oder jemand an
deres
für die Verspätung bei der Festsetzung der Beiträge verantwortlich ist
. Mit den Verzugszinsen wird einzig die pauschale
Ausgleichung der sich aus dem Verzug (potentiell) ergebene
n
Zinsgewinne des Versicherten und
Zins
verluste
der Verwaltung bezweckt
(
BGE 134 V 202 E. 3.3.1,
134 V 405 E.
7.1, je
mit Hinweisen
; Urteile des Bundesgerichts 9C_192/2009 vom 6.
April 2009
und
9C_84/2012 vom 2
6.
März 2012 E.
2.1
).
So oder anders finden die Vor
bringen des Beschwerdeführers hinsichtlich des ge
ltend gemachten Verschul
dens der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S.
3
ff.
) in den Kassenakten keine Stütze. Der Beschwerdeführer bringt vor, dass der Sachbearbeiter der
Be
schwerdegegnerin
die Nachtragsverfügung vom
5.
Oktober 2007 nach
Kon
takten mit seinem Treuhänder erlassen habe (
Urk.
1 S.
3).
Dem Sachbearbei
ter
sei bekannt gewesen, dass di
e
Akontozahlung
ausgehend von einem
Ein
kommen
2002
von
Fr.
20‘000‘000.--
und
in Erwartung eines ungünstigen Urteils der Gerichte erfolgt sei. Er habe schliesslich bei seinen Nachforschun
gen selbst erfahren, dass es noch keine Steuermeldung gegeben habe und die
Veranlagungsverfügung vor Gericht angefochten worden sei. Indem er die neue Verfügung veranlasst und die Rückzahlung der bereits bezahlten
Akon
tobeiträge
eingeleitet habe, habe er ein schweres Verschulden an der Ent
stehung der Verzugszinsforderung, denn ohne diese Rückzahlung wären die Verzugszinsfolgen ausgeblieben (
Urk.
1 S.
3-
4).
Den Schreiben vo
n
Y._
vom 2
6.
Februar 2007 betreffend höhere
Akontobeiträge
(Urk.
8/27) und des Beschwerdeführers vom 2
0.
Apr
il 2007, mit welchem er um Stor
nierung der
Verzugsszinsforderung
bat (
Urk.
8/29), konnte hinsicht
lich einer angefochtenen
Steuerveranlagung
indes
nichts entnommen werden.
Mit Schreiben vom 1
9.
April 2007 teilte das Kantonale Steuer
amt Zürich dem Beschwerde
führer die für
die
Steuerveranlagung
2002
vorgesehenen Ein
kommen mit und wies ihn auf die spätere Zustellung der
Veranlagungsverfü
gung
hin (Urk.
8/32
/3
).
Am 1
0.
Mai 2007
liess
der
Beschwerdeführer der
Be
schwerdegegnerin
d
ieses Schreiben zusammen mit der Eingangsbilanz der
A._
per 1. Januar
2003
zu
stellen
(
Urk.
8/32/1,
Urk. 8/32/3-8)
. Alsdann forderte die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 1
6.
Juli
2007 beim Kantonalen Steueramt Zürich die Steuermeldungen für die Jahre 2002 und 2003 an (Urk.
8/33). Die Steuermeldung, welche ein Einkommen des Beschwerdeführers im Jahr 2002 von Fr.
63‘000.-- auswies, erfolgte am 29.
September 2007 (
Urk.
8/
34).
Die Ste
uermeldung war für die
Beschwer
de
gegnerin
verbindlich (vgl.
Art.
23
Abs.
4 AHVV).
Diese Steuermeldung bildete
die
Grundlage für die Nachtragsverfügung vom 5. Oktober 2007, welche
ein
b
eitragspflichtiges Einkommen von gerundet Fr.
64‘500.--
festhielt (
Urk.
8/36).
Seitens des Beschwerde
führers blieb die
Nachtragsverfü
gung
vom
5.
Oktober 2007 (
Urk.
8/36)
unangefochten
.
Der Beschwerdeführer
bringt in diesem Zusammenhang allerdings vor
, dass er die
Nachtragsverfü
gung
nie erhalten habe
(
Urk.
1 S. 3). Gemäss seinen
Angab
en hat er jedoch von den
Gutschriftsanzeigen
vom 1
1.
und 1
6.
Oktober 2007 (
Urk.
3/6
) Kennt
nis erhalten (
Urk.
1
S
.
3).
Aufgrund dieser Gutschriften in der Höhe von
Fr.
1‘596‘940.45 und
Fr.
307‘036.35
hätte er sich bei der Ausg
leichskasse zu
mindest nach der als Zahlungsgru
nd
genannten Abrechnung vom 5. Oktober
2007
beziehungsweise Saldorückzahlung
erkundigen können.
Er hätte es mit
hin in der Hand gehabt,
die Verzugszinsforderung
zu reduzieren
indem er gegen di
e unrichtige Steuermeldung respektive
Nachtragsverfügung vom 5.
Oktob
er 2007 vorgegangen wäre
.
2.3
Eb
enso wenig kann der Beschwerde
führer aus der Stellungnahme des Bundesrates vom 28. Februar
2007 zum Postulat des dama
ligen Ständerates Maximilian Reimann vom
18. Dezember 2006 etwas zu sei
nen Gunsten ab
leiten (Urk. 1
S. 5). Darin führte der Bundes
rat zwar aus, dass in den seltenen Fällen, in d
enen die Ausgleichskasse offensichtlich ein Ver
schulden an der Ent
stehung von Verz
ugszinsen trifft, einzelfall
bezogene Lösungen getroffen
wer
den könnten. Er bean
tragte
aber
die Ablehnung des Postulats (vgl.
http://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId
=
2006373
6
).
Eine Anpassung der AHVV erfolgte ni
cht. Das Bundes
amt für Sozialversicherungen hat mit dem Merkblatt „Mitteilungen an die
AHV-Aus
gleichskassen
und EL-Durchführungsstellen Nr. 200“ vom 30. März
2007
(vgl
.
Urk.
3/7)
in der
F
olge
die Ausgleichskassen angewiesen, im Sinne der Ant
wort des Bundesrates einem Fehlverhalt
en ihrerseits entsprechend Rech
nung zu tragen. Ein solcher Sachverhalt steht hier
– wie ausgeführt -
nicht zur Diskussion (vgl. E. 2.
2.
vorstehend)
.
Zudem
ist gemäss der
bundesgericht
lichen
Rechtsprechung nicht geklärt, was als offensichtliches Selbstverschul
den
einer
Ausgleichskasse
zu gelten hat (SVR 2016 AHV Nr. 13 E. 1; Urtei
l des Bundesgerichts 9C_409/2016
vom 2
1.
Dezember 2016 E. 8.
3.1
mit Hin
weis).
Z
u berücksichtigen
ist ebenfalls
,
dass
Verwaltungsweisungen nur für die
Durchführungsorgane und
nicht
für die Gerichtsinstanzen verbindlich
sind
(vgl. BGE
137 V 1 E. 5.2.3,
118 V 206 E. 4c
, je mit Hinweis
; SVR 2016 AHV Nr.
13 E. 1
mit Hinweis
).
2.4
Schliesslich
macht der Beschwerdeführer geltend,
dass der Zinssatz von 5 Prozent gemäss Art. 42 Abs. 2 AHVV nicht gesetzeskonform
sei
und zu einer unzulässigen Bestrafung des Zinspflichtigen führe. Bei einem seit Jahren herrschenden Zinsniveau von 1 bis 2 Prozent übersteige dieser Ver
zugszins von 5 Prozent jeglichen Marktzins. Das in
Art.
5
Abs.
1 BV veran
kerte Legalitätsprinzip schreibe vor, dass Abgaben für ihre Begründung wie auch das Mass einer klaren Grundlage in einem formellen Gesetz bedürf
t
e
n
. Das AHVG ermächtige den Bundesrat zum Erlass der
Ausführungsverord
nung
. Diese Ermächtigung erstrecke sich aber nicht auf die Festsetzung eines Verzugszinses, der über die reine Ausgleichs
funktion hinaus
geh
e. Auch Art.
26 ATSG sei
keine gesetzliche Grundlage
(
Urk.
1 S. 6)
. Dem ist ent
gegenzuhalten, dass der Zinssatz von 5 Prozent gemäss Art. 42 Abs. 2 AHVV
laut
der
bundesgeri
chtlichen Rechtsprechung gesetz
mässig ist (BGE 139 V 297 E. 3.3.3
, 134 V 202 E.
3.5
, je mit weiteren Hinweisen
; Urteil
e
des Bundes
gerichts
9C_531/2015
vom 2
2.
März 2016 E. 4
und 9C_409/2016
vom
2
1.
Dezember 2016 E.
8.4.2
je
mit weiteren Hinweisen
).
Aus einem ‘‘seit Jahr
en herrschenden Zinsniveau von 1-2 Prozent‘‘ allein lässt sich noch nicht auf eine fehlende Gesetzmässigkeit schliessen (BGE 139 V 297 E.
3.3.3
;
Urteil des
Bundesgerichts 9C_409/20
16
vom 2
1.
Dezember 2016 E.
8.4.2). Zudem ist mit
Art.
104 Abs. 1
des
Obligationenrechts
formellgesetzlich
ein Verzugszinssatz von 5 Prozent festgelegt. Diese Bestimmung findet im Verwaltungsrecht
bei fehlender Anordnung als allgemeiner Rechtsgrundsatz analog Anwendu
ng (BGE 139 V 297 E. 3.3.3 mit weiteren Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_409/201
6
vom 21. Dezember 2016 E.
8.4.2 mit Hinweis). Inso
weit
die Gesetzmässigkeit der Verzugszinsregelung mit
Art.
26
Abs.
1 ATSG bestritten wird, kann auf BGE 134 V 202 verwiesen werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_409/201
6
vom 21. Dezember 2016 E. 8.4.2)
.
3.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.