Decision ID: 3866a438-ee21-4a87-ae33-88e0f1db9b6f
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Hochreutener, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 18. April 2007 wegen starken Depressionen zum Bezug von
IV-Leistungen an (act. G 4.1.1). Die behandelnde Dr. med. B._ berichtete am 27. April
2007, die Versicherte leide an einer schweren depressiven Episode mit psychotischen
Symptomen und einem Lumbovertebralsyndrom. In der gegenwärtigen Verfassung sei
die Versicherte für jedwede Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig (act. G 4.1.12-1 ff.).
Dr. med. C._, Psychiatrisches Zentrum D._, wo sich die Versicherte seit
16. Oktober 2006 in der tagesklinischen Behandlung befand, diagnostizierte im Bericht
vom 30. Mai 2007 eine schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen
(ICD-10: F32.3). Seit dem 16. Oktober 2006 bescheinigte er ihr bis auf weiteres eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Hausdienstangestellte. Leidensangepasste Tätigkeiten (Arbeiten in einer Küche,
Reinigungsarbeiten oder Aufräumarbeiten mit klaren Arbeitsstrukturen und von aussen
angeleitet) seien in einem zeitlichen Rahmen von sechs bis acht Stunden pro Tag
zumutbar. In diesem zeitlichen Rahmen bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit in
mittlerem Ausmass (act. G 4.1.24). Im Rahmen eines Arbeitstrainings und eines
50%igen Pensums arbeitete die Versicherte seit 25. Juni 2007 im E._ (Hotellerie,
Wäsche oder Reinigung; vgl. undatiertes Verlaufsprotokoll des Eingliederungsberaters,
act. G 4.1.29). Die Versicherte wurde am 7. Juli 2007 im Auftrag des
Krankentaggeldversicherers von Dr. med. F._, Spezialarzt Psychiatrie und
Psychotherapie, untersucht. Der Experte diagnostizierte eine mittelgradige depressive
Episode ohne somatische Symptome (ICD-10: F33.10). Aufgrund der gegenwärtigen
psychischen Störung sei die Versicherte voll arbeitsunfähig (Gutachten vom 7. Juli
2007, act. G 4.2).
A.b Die behandelnden Ärzte der Klinik für Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals
St. Gallen (KSSG) berichteten am 28. September 2007 über eine vier Wochen zuvor
durchgeführte subacromiale Infiltration. Die Versicherte leide an einem subacromialen
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Impingement bei Acromion-Typ II nach Bigliani sowie Supraspinatussehnen-Ruptur
rechts (act. G 4.1.32-5 ff.). Dr. B._ bestätigte im Bericht vom 9. Oktober 2007 eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 4.1.32). Die im Psychiatrischen Zentrum D._
behandelnden medizinischen Fachpersonen diagnostizierten im Verlaufsbericht vom
16. Oktober 2007 eine schwere depressive Episode mit psychotischem Syndrom
(ICD-10: F32.3). Für die angestammte Tätigkeit bestehe eine 20%ige
Leistungsfähigkeit. Eine leidensangepasste Tätigkeit (strukturierter Arbeitsplatz,
vermindertes Arbeitstempo und Leistungsdruck, mehrere Pausen) könne die
Versicherte vier Stunden täglich ausüben. In diesem zeitlichen Rahmen bestehe eine
um 10% bis 15% verminderte Leistungsfähigkeit (act. G 4.1.33).
A.c Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am 4. März 2008 orthopädisch von
Dr. med. G._, Spezialarzt Orthopädie FMH, und psychiatrisch von Dr. med. H._,
u.a. Facharzt für Psychiatrie, untersucht. Die Experten diagnostizierten Restschmerzen
nach arthroskopischer und offener subacromialer Dekompression mit Bursektomie
rechts vom Oktober 2007 sowie eine mittelgradige bis schwere depressive Episode.
Anlässlich der gemeinsamen orthopädisch-psychiatrischen Beurteilung vom 11. März
2008 wurde die Arbeitsfähigkeit für die bisherige Tätigkeit mit Wirkung ab Juli 2007 bei
voller Stundenpräsenz auf 40% festgelegt. Für leidensangepasste Tätigkeiten betrage
die Arbeitsfähigkeit bei voller Stundenpräsenz 50% (Gutachten vom 11. März 2008,
act. G 4.1.43-1 ff.; zum psychiatrischen Teilgutachten vom 5. März 2008 siehe act.
G 4.1.43-8 ff.). Der RAD hielt die gutachterliche Beurteilung für in sich widerspruchsfrei
und nachvollziehbar (Stellungnahme vom 15. Mai 2008, act. G 4.1.44).
A.d Die Eingliederungsverantwortliche führte im Schlussbericht vom 21. Januar 2010
aus, die Versicherte sei weiterhin zwei Stunden täglich im geschützten Rahmen in der
Reinigung für das E._ tätig. Sie habe sich bezüglich möglicher
Eingliederungsmassnahmen völlig passiv verhalten. Der Fall werde daher
abgeschlossen (act. G 4.1.57; vgl. auch das Verlaufsprotokoll in act. G 4.1.58). Nach
durchgeführtem Vorbescheidverfahren verfügte die IV-Stelle am 25. März 2010 den
Abschluss der Arbeitsvermittlung (act. G 4.1.62).
A.e Dr. med. I._, Facharzt FMH für Chirurgie, berichtete am 28. Mai 2010, das heute
durchgeführte Arthro-MRI zeige eindeutig einen relativ breiten Kontrastmittelaustritt in
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die Bursa subacromialis mit einer Lücke in der Rotatorenmanschette ventro-apikal.
Gleichzeitig bestehe nach wie vor ein hochgradiges Impingement mit einer
Spornbildung subacromial. Der Übertritt des Kontrastmittels sei relativ kräftig und
schnell, so dass doch auf eine grössere Läsion zurückgeschlossen werden müsse. Die
Schmerzhaftigkeit, welche die Versicherte angebe, sei sicher durch das nach wie vor
enge Supraspinatus outlet bedingt, mit hochgradiger Aufscheuerung der Manschette.
Auf mehreren Bildern sei die Rotatorenmanschette dorsal der Läsion, also im Bereich
der mittleren und dorsalen Supraspinatussehne ebenfalls sehr ausgedünnt, was auch
auf eine mangelnde Zentrierfunktion der Manschette hindeute (act. G 4.1.67). Die
Rechtsschutzversicherung der Versicherten beauftragte Dr. med. J._, Facharzt FMH
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, mit einer
Zweitmeinung zur somatischen Situation. Im Bericht vom 16. September 2010
diagnostizierte dieser einen dringenden Verdacht auf Supraspinatus(re)ruptur rechts mit
konsekutivem subacromialen Impingement bei Status nach arthroskopischer
Beurteilung mit subacromialer Dekompression und offener Exploration
Rotatorenmanschette mit Naht und Bursectomie (15. Oktober 2007). Angesichts der
Gesamtsituation inklusive der depressiven Problematik werde dringend von einem
operativen Eingriff abgeraten. In der angestammten Tätigkeit bestehe hinsichtlich des
Schulterleidens eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Für eine leidensangepasste Tätigkeit
bescheinigte Dr. J._ allein mit Blick auf die Schulterproblematik eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit (act. G 4.2).
A.f Die behandelnde Dr. med. K._, Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte
im Bericht vom 7. Oktober 2010 eine rezidivierende depressive Störung phasenweise
mit psychotischen Symptomen (ICD-10: F33.1). Die Versicherte arbeite im
Reinigungsdienst an fünf Halbtagen pro Woche zu jeweils zwei Stunden. Eine
Ausdehnung auf drei Stunden im August und September 2010 habe wieder rückgängig
gemacht werden müssen. Eine erhöhte Ermüdbarkeit und die Schwierigkeit, die
Konzentration über längere Zeit zu halten, stünden einer Ausdehnung der Tätigkeit
entgegen. Für die Reinigungstätigkeit bestehe eine 75%ige Arbeitsunfähigkeit (act.
G 4.1.69). Nach Würdigung des Berichts von Dr. K._ gelangte der RAD zur
Auffassung, dass seit der psychiatrischen Begutachtung durch Dr. H._ keine
gesundheitliche Verschlechterung eingetreten sei. Es sei weiterhin von einer 50%igen
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Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen (Stellungnahme vom
4. November 2010, act. G 4.1.72).
A.g Mit Vorbescheid vom 18. November 2010 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, ab Mai 2007 eine halbe Rente zuzusprechen (act. G 4.1.77). Dagegen erhob
diese am 28. Februar 2011 Einwand. Es sei ihr ab Mai 2007 eine ganze Rente
zuzusprechen. Eventualiter seien weitere Abklärungen vorzunehmen. Aus der
beigelegten Stellungnahme von Dr. K._ vom 13. Januar 2011 (act. G 4.1.85-7 ff.)
gehe hervor, dass eine Steigerung der Leistungsfähigkeit am aktuellen Arbeitsplatz in
einem Alters- und Pflegeheim von derzeit zwei Stunden pro Tag nicht möglich sei. Die
gutachterliche Einschätzung von Dr. H._ sei nicht beweiskräftig. Ferner müsse
aufgrund der Art und Vielzahl der Anforderungen an eine leidensangepasste Tätigkeit
davon ausgegangen werden, dass der allgemeine Arbeitsmarkt keine passende Stelle
kenne (act. G 4.1.85-1 ff.). Der RAD sah aufgrund des Einwands und der eingereichten
Stellungnahme von Dr. K._ keine Veranlassung, von der gutachterlich bescheinigten
Arbeitsfähigkeit abzuweichen (Stellungnahme vom 23. März 2011, act. G 4.1.86). Die
RAD-Stellungnahme wurde der Versicherten zur Kenntnis gebracht (Schreiben vom
19. Mai 2011, act. G 4.1.89). In der Verfügung vom 22. Juli 2011 sprach die IV-Stelle
der Versicherten ab 1. August 2011 eine halbe Rente zu. Über die Rentennachzahlung
(für die Zeit ab 1. Mai 2007) werde verfügt, sobald die Abklärungen über die
Drittauszahlungsbegehren abgeschlossen seien. Dazu werde eine separate Verfügung
erlassen (act. G 4.1.92).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 22. Juli 2011 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 14. September 2011. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter Kosten- und
Entschädigungsfolge deren Aufhebung und mit Wirkung ab 1. Mai 2007 die Zusprache
einer ganzen Rente. Eventualiter sei ihr ab 1. Mai 2007 eine Dreiviertelsrente zu
gewähren. Subeventualiter sei die Streitsache zur Durchführung weiterer Abklärungen
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung führt sie aus, das
Gutachten G._/H._ sei nicht beweiskräftig, da verschiedene Mängel bestünden.
Für die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit sei daher auf die Einschätzung von
Dr. K._ abzustellen, die eine 25%ige Leistungsfähigkeit bescheinigt habe. Gestützt
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darauf resultiere ein Anspruch auf eine ganze Rente. Ferner halte der allgemeine
Arbeitsmarkt keine für sie passenden Stellenangebote bereit. Selbst wenn von der
gutachterlich bescheinigten 50%igen Restarbeitsfähigkeit ausgegangen würde,
rechtfertige sich bei der Bestimmung des Invalideneinkommens ein 20%iger
Tabellenlohnabzug, woraus ein 61%iger Invaliditätsgrad und damit ein Anspruch auf
eine Dreiviertelsrente resultiere (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 4. November
2011 die Abweisung der Beschwerde. Sie hält die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung durch
die Dres. G._ und H._ für beweiskräftig. Der ausgeglichene Arbeitsmarkt halte
genügend leidensangepasste Stellen für die Beschwerdeführerin bereit. Bei der
Bestimmung des Invalideneinkommens könne ein 10%iger Abzug berücksichtigt
werden, was aber nicht zu einer höheren Rentenleistung führe (act. G 4).
B.c In der Replik vom 4. Januar 2012 hält die Beschwerdeführerin unverändert an ihrer
Beschwerde fest (act. G 7).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 9).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien ist die Höhe des Rentenanspruchs umstritten. In der
angefochtenen Verfügung wurden lediglich die ab 1. August 2011 auszurichtenden
Rentenbeträge berechnet und die Nachzahlungsbeträge für die Zeit ab 1. Mai 2007
noch offen gelassen (act. G 4.1.92). Dies ändert indessen nichts daran, dass die
angefochtene Verfügung auch den zurückliegenden, betraglich noch nicht berechneten
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin umfasst, wie auch aus dem Verfügungsteil 2
hervorgeht ("Ab. 01.05.2007 haben Sie Anspruch auf eine halbe Rente."; act.
G 4.1.92-8). Die gerichtliche Überprüfung ist daher nicht auf die Zeit ab August 2011
beschränkt, sondern umfasst auch den davor liegenden Zeitraum.
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1.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zug der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. Die
angefochtene Verfügung ist am 22. Juli 2011 (act. G 4.1.92) ergangen, wobei ein
Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen
der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass
der Rechtsstreit eine am 18. April 2007 angemeldete Dauerleistung betrifft (act.
G 4.1.1), über die noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den
allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die
damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der
5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.). Diese
übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die
5. IV-Revision hinsichtlich des Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine
substantiellen Änderungen gegenüber der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage
gebracht hat. Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des
ATSG und IVG wiedergegeben.
1.2 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen Renten
anspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
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mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad
von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
1.3 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, die aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb). Dem
Umstand, dass ein nach altem Standard, d.h. vor der in BGE 137 V 210
vorgenommenen Praxisänderung, in Auftrag gegebenes Gutachten eine massgebende
Entscheidungsgrundlage bildet, ist bei der Beweiswürdigung Rechnung zu tragen. In
dieser speziellen Übergangssituation lässt sich die beweisrechtliche Situation der
versicherten Person mit derjenigen bei versicherungsinternen medizinischen
Entscheidungsgrundlagen vergleichen. In solchen Fällen genügen schon relativ geringe
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, um eine
(neue) Begutachtung anzuordnen (Urteil des Bundesgerichts vom 17. September 2012,
9C_148/2012, E. 1.3 f. mit Hinweisen).
2.
Vorab ist die Frage zu beantworten, ob die medizinische Aktenlage eine rechts
genügliche Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt.
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2.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung in
medizinischer Hinsicht auf das Gutachten G._/H._ vom 11. März 2008 (act.
G 4.1.43). Die Beschwerdeführerin hält dieses aus verschiedenen Gründen für nicht
beweiskräftig (act. G 1, S. 8 f. und G 7).
2.2 Zunächst rügt die Beschwerdeführerin, die Gutachter hätten keine
Aktenzusammenfassung vorgenommen (act. G 1, S. 8). Sie hätten sich nicht mit den
Arztberichten von Dr. B._ auseinandergesetzt. Insbesondere habe Dr. G._ die von
der Hausärztin beschriebene Rückenproblematik (Lumbovertebralsyndrom bei
Skoliose, Osteochondrose sowie Retrolisthesis L4/5) ausser Acht gelassen (act. G 1,
S. 8).
Gegen die Beweiskraft der gutachterlichen Beurteilung führt die Beschwerdeführerin
des Weiteren ins Feld, eine Auseinandersetzung mit den Einschätzungen der
behandelnden medizinischen Fachpersonen habe nicht stattgefunden (act. G 1, S. 8 f.).
2.2.1 Ein Gutachten, das die medizinischen Vorakten unzureichend berücksichtigt,
ist unvollständig und vermag daher nicht zu Ergebnissen zu führen, die auf
gesamthafter Würdigung der medizinischen Lage beruhen. Einer solchen Expertise
fehlt rechtsprechungsgemäss die erforderliche Überzeugungs- und Beweiskraft selbst
dann, wenn die auf der Grundlage der vom Experten selbst erhobenen Befunde
gezogenen Schlüsse an sich einleuchten und vom Rechtsanwender prüfend
nachvollzogen werden können (Urteil des Bundesgerichts vom 15. Juli 2008,
9C_51/2008, E. 2.2 mit weiteren Hinweisen). Eine Stellungnahme und gegebenenfalls
Auseinandersetzung mit ärztlichen (Vor)Berichten, die vom Gutachten abweichen, ist
allein schon deshalb notwendig, weil das Gericht ansonsten bei divergierenden
Arztberichten häufig nicht in der Lage ist, das gesamte Beweismaterial zu würdigen
und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht die andere medizinische
These abstellt, wie dies die Rechtsprechung verlangt (Urteil des Bundesgerichts vom
11. November 2010, 9C_986/2009, E. 4.5.2 mit Hinweis).
2.2.2 Was den orthopädischen Teil des Gutachtens anbelangt, so ist festzustellen,
dass dieser lediglich eine kurzgehaltene Aufzählung der Voraktenlage enthält, wobei
nicht einmal das genaue Datum der entsprechenden Akten, sondern lediglich das
Erstellungsjahr genannt wird. Dieses Vorgehen weckt zwar Bedenken an der
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Sorgfältigkeit der Voraktensichtung, zumal Dr. G._ im gesamten, knapp begründeten
Gutachten den Inhalt der für ihn relevanten somatischen Aktenlage (Berichte Dr. B._
vom 27. April 2007 [act. G 4.1.12] und 9. Oktober 2007 [act. G 4.1.32-1 ff.]; Bericht der
Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG vom 28. September 2007 [act.
G 4.1.32-5 ff.]) nicht wiedergibt. Zu beachten ist indessen, dass Dr. B._ im Bericht
vom 9. Oktober 2007 im Gegensatz zum Bericht vom 27. April 2007 (act. G 4.1.12) kein
Lumbovertebralsyndrom mehr diagnostizierte, sondern die Schulterproblematik im
Vordergrund sah (act. G 4.1.32-1). Der Vorwurf der Beschwerdeführerin, Dr. G._ habe
zu Unrecht die Rückenproblematik ausser Acht gelassen, zielt daher ins Leere. Des
Weiteren ergeben sich aus den Vorakten keine wesentlichen Gesichtspunkte, die
Dr. G._ übersehen hätte. Zugunsten der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von Dr. G._
fällt weiter ins Gewicht, dass Dr. J._ in der "Zweitmeinung" vom 16. September 2010
ebenfalls aus somatischer Sicht der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
für leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigte (act. G 4.2). Vor diesem Hintergrund ist
ein weiterer somatischer Abklärungsbedarf zu verneinen und mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit aus somatischer Sicht von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen.
2.2.3 Dr. H._ listete zu Beginn des psychiatrischen Gutachtens die Vorakten
ebenfalls lediglich kurz auf, allerdings unter Angabe der genauen Erstelldaten der Akten
(act. G 4.1.43-9). Den für ihn wesentlichen Inhalt der Akten gab er in den Abschnitten
"Auszug aus dem psychiatrischen Befund von Dr. F._ vom 07.07.2007" und
"Beurteilung und Prognose" wieder (act. G 4.1.43-13). Wie die Beschwerdeführerin
zutreffend ausführt, setzte sich Dr. H._ allerdings nicht näher mit den in den Vorakten
bescheinigten Arbeitsunfähigkeiten auseinander (act. G 1, S. 8 f.). Dabei ist
entscheidend, dass Dr. F._ - wie Dr. H._ (act. G 4.1.43-13) - eine mittelgradige
depressive Episode ohne somatische Symptome (ICD-10: F33.10) diagnostizierte und
ein Vergleich der erhobenen Befunde keine wesentlichen Unterschiede zeigt (vgl. S. 4
des Berichts von Dr. F._, act. G 4.2, und act. G 4.1.43-11 f.). Der Unterschied bei der
Quantifizierung der Arbeitsunfähigkeit für eine leidensangepasste Tätigkeit (100%
gemäss Dr. F._, act. G 4.2, 50% gemäss Dr. H._) ist daher auf das Ermessen der
Experten zurückzuführen und einer eigentlichen Auseinandersetzung ohnehin nur
schwer zugänglich. Hinzu kommt, dass die von Dr. F._ vorgenommene
Bescheinigung einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten angesichts
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der Mittelgradigkeit der Depression nicht nachvollziehbar erscheint, sie wohl noch
unter dem Eindruck der zuvor bestandenen schweren depressiven Episode mit
psychotischen Symptomen und der hierfür bescheinigten Arbeitsunfähigkeit für die
angestammte Tätigkeit erfolgte (vgl. die Begründung auf S. 5 des Berichts von
Dr. F._, act. G 4.2). Schliesslich gilt es zu beachten, dass Dr. H._ entsprechend der
Voraktenlage für die Zeit von Mai 2006 bis Juni 2007 vom Bestehen einer schweren
depressiven Episode ausging und die hierfür attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit
bestätigte (act. G 4.1.43-14). Der Einbezug der Voraktenlage durch Dr. H._ ist daher
nicht mangelhaft. Daran vermag auch der von Dr. K._ mitunterzeichnete, im
Gutachten aufgeführte (act. G 4.1.43-9) Verlaufsbericht des Psychiatrischen Zentrums
D._ vom 16. Oktober 2007 nichts zu ändern. Vielmehr bestätigt dieser die
Einschätzung des Gutachters, wurde doch darin nicht ein verschlechterter
Gesundheitszustand angegeben und eine von der gutachterlichen Einschätzung der
Restarbeitsfähigkeit lediglich unwesentlich abweichende Beurteilung vorgenommen
(50%ige Arbeitsfähigkeit mit zusätzlich reduzierter Leistungsfähigkeit von "ca 15%",
act. G 4.1.33).
2.3 Die Beschwerdeführerin wirft den Gutachtern ferner vor, sie seien nicht auf die
Leistungseinschränkungen eingegangen, wie sie sich aufgrund der Tätigkeit im Alters-
und Pflegeheim ergeben würden (act. G 1, S. 8). Dabei verkennt sie, dass sie selbst im
Rahmen der vom psychiatrischen Gutachter erhobenen Krankheitsanamnese über die
berufliche Situation berichtete (act. G 4.1.43-10) und der Gutachter das Scheitern eines
Arbeitsversuchs zur Kenntnis nahm (act. G 4.1.43-13). Daraus ergeben sich indessen
keine Gesichtspunkte, welche die Gutachter zu einer näheren Auseinandersetzung
hätten veranlassen können. Dies umso weniger, als in den Vorakten keine wesentlichen
Informationen betreffend die Arbeitsversuche enthalten sind (vgl. zu den knappen
Angaben des Pflegeheims das Verlaufsprotokoll des Eingliederungsberaters, act.
G 4.1.29). Damit geht einher, dass die Beschwerdeführerin offenbar erst seit März 2009
im geschützten Rahmen täglich 2 Stunden im Hausdienst des Pflegeheims arbeitet.
Den dort gemachten Erfahrungen lässt sich indessen keine gesundheitliche
Verschlechterung entnehmen (vgl. zum Ganzen Schlussbericht der
Eingliederungsverantwortlichen vom 21. Januar 2010, act. G 4.1.57, und die Einträge
im Verlaufsprotokoll vom 21. Januar 2010, act. G 4.1.58). Da sich daraus auch keine
neuen Gesichtspunkte ergeben, welche die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung
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in Frage zu stellen vermöchten, und deshalb davon auszugehen ist, einer Steigerung
der Leistung stehe das subjektive Krankheitsempfinden der Beschwerdeführerin
entgegen, besteht kein Anlass für eine weitere Abklärung.
2.4 Schliesslich vertritt die Beschwerdeführerin u.a. gestützt auf die Einschätzung von
Dr. K._ die Auffassung, die gutachterliche Einschätzung sei im Zeitpunkt des Ver
fügungserlasses nicht mehr aktuell (act. G 1, S. 9). Dabei fällt vorab ins Gewicht, dass
Dr. K._ in ihren Berichten keine wesentlichen Aspekte erwähnt, welche die Gutachter
ausser Acht gelassen hätten. Die Differenzen bestehen denn auch lediglich hinsichtlich
der Beurteilung der Restleistungsfähigkeit und nicht etwa im Rahmen der
Diagnosestellung (Dr. K._ geht ebenfalls von einer mittelschweren depressiven
Problematik aus, act. G 4.1.85-7) oder der Befunderhebung. Die Bescheinigung einer
25%igen Arbeitsfähigkeit ist von Dr. K._ nicht näher begründet worden und scheint
sich offenbar primär an den Angaben der Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin, mithin
an der Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin, zu orientieren (Bericht vom
7. Oktober 2010, act. G 4.1.69: "Gemäss den Aussagen ihrer Vorgesetzten [...]", act.
G 4.1.69-6; vgl. auch Berichte vom 13. Januar 2011, act. G 4.1.85-7 f., und vom
12. Juli 2011, act. G 1.2).
2.5 Zwar lag die gutachterliche Beurteilung vom 4. März 2008 (act. G 4.1.43) im
Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 22. Juli 2011 (act. G 4.1.92) schon mehr
als 3 Jahre zurück. Mit Blick darauf, dass eine gesundheitliche Verschlechterung für
diesen Zeitraum weder dargetan noch ersichtlich ist (Dr. K._ sprach im Bericht vom
13. Januar 2011 von einem leicht gebesserten Gesundheitszustand, act. G 4.1.85-8;
vgl. zum aus somatischer Sicht leicht gebesserten Gesundheitszustand die
Einschätzung von Dr. J._ in der Zweitmeinung vom 16. September 2010, S. 2, act.
G 4.2), besteht kein Anlass für die Annahme eines weiteren Abklärungsbedarfs.
2.6 Gestützt auf das Gutachten ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
für leidensangepasste Tätigkeiten über eine 50%ige Restarbeitsfähigkeit verfügt (act.
G 4.1.43-15). Die Beschwerdeführerin rügt, dass die Gutachter keine verwertbare
Aussage zum Umfang der Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit in der Zeit von
Anfang Mai 2006 bis Juli 2007 vorgenommen hätten (act. G 1, S. 9). In der Tat nahmen
sie keine ausdrückliche retrospektive Einschätzung der für leidensangepasste
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Tätigkeiten bestehenden Arbeitsfähigkeit vor. Sie äusserten sich einzig im
Zusammenhang mit der angestammten Tätigkeit ausdrücklich zum zurückliegenden
Verlauf (100%ige Arbeitsunfähigkeit für die Dauer von Mai 2006 bis Ende Juni 2007; ab
Juli 2007 60%ige Arbeitsunfähigkeit, act. G 4.1.43-6 und -14). Unter Einbezug des
Berichts des Psychiatrischen Zentrums D._ vom 30. Mai 2007, der auf
Untersuchungen vom "Mai 2007" beruht und worin für leidensangepasste Tätigkeiten
eine (maximal) 50%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigt wurde (act. G 4.1.24), ist zumindest
davon auszugehen, dass die gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung spätestens ab
Mai 2007 gilt. Ob für die Zeit vor Mai 2007 eine tiefere Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten bestand, ist nicht rentenrelevant, da der Zeitraum von
Mai 2006 bis April 2007 das Wartejahr gemäss aArt. 29 Abs. 1 lit b IVG (in der bis
31. Dezember 2007 gültigen Fassung) bildet und damit vor dem frühest möglichen
Rentenbeginn liegt.
3.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der von den Gutachtern
bescheinigten
50%igen Restarbeitsfähigkeit.
3.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
bestünden für sie wegen der zu beachtenden Einschränkungen praktisch keine
Arbeitsgelegenheiten mehr (act. G 1, S. 9 f.).
3.1.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird gemäss Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (sogenanntes Valideneinkommen). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist
ein theoretischer und abstrakter Begriff. Er berücksichtigt die konkrete
Arbeitsmarktlage nicht, umfasst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch tatsächlich
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nicht vorhandene Stellenangebote und sieht von den fehlenden oder verringerten
Chancen Teilinvalider, eine zumutbare und geeignete Arbeitsstelle zu finden, ab (BGE
134 V 71 E. 4.2.1 mit Hinweis). Die wirtschaftliche Verwertbarkeit der noch zumutbaren
Restarbeitsfähigkeit auf dem als ausgeglichen gedachten Arbeitsmarkt bedeutet eine
Einschätzung der Chancen der versicherten Person, trotz der im Einzelfall
einzuhaltenden Restriktionen bezüglich Arbeitsplatz, Arbeitshaltung, Arbeitszeit und Art
der Tätigkeit von einem durchschnittlichen Arbeitgeber noch angestellt zu werden. Es
geht dabei um die konkrete Beurteilung der für die versicherte Person
realistischerweise noch vorhandenen oder nicht mehr vorhandenen
Arbeitsmarktchancen (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Dezember 2008,
9C_854/2008, E. 3.2).
3.1.2 Gemäss gutachterlicher Beurteilung sind der Beschwerdeführerin aus
somatischer Sicht körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, die nicht mit
regelmässigem Heben und Tragen von Lasten über 10 kg sowie Arbeiten über der
Horizontalen verbunden sind, zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht sind ihr in
qualitativer Hinsicht noch "geistig leichte einfache Tätigkeiten ohne erhöhte psychische
Belastung und ohne erhöhten Zeitdruck sowie erhöhte Konzentration und
Verantwortung mit wenig Kunden- und Menschenkontakten sowie klaren
Arbeitsstrukturen im kleinen Team mit klarer Führung und Anleitung ohne Schichtarbeit
bei voller Stundenpräsenz" zumutbar (act. G 4.1.43-6). Mit Blick darauf, dass der
Beschwerdeführerin gemäss psychiatrischer Umschreibung Tätigkeiten mit
durchschnittlicher psychischer Belastung, Zeitdruck, Konzentration und Verantwortung
zumutbar sind und lediglich bei "erhöhter" Inanspruchnahme dieser Voraussetzungen
eine qualitative Einschränkung zu beachten ist, kann angenommen werden, es
bestünde bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage eine ausreichende Anzahl möglicher
Stellen. Dies gilt umso mehr, als die Beschwerdeführerin noch Gewichte bis 10 kg
heben sowie tragen kann und damit nicht bloss auf sehr leichte Tätigkeiten bis 5 kg
angewiesen ist.
3.2 Hinsichtlich der Höhe der Vergleichseinkommen besteht kein Anlass, von den
unbestrittenen Berechnungsgrundlagen (Valideneinkommen Fr. 52'005.--; statistischer
Jahreslohn Fr. 51'047.— [LSE 2007 Hilfsarbeiterinnen, vgl. Anhang 2 der IVG-Ausgabe
der Informationsstelle AHV/IV]; vgl. act. G 1, S. 11 und act. G 4, S. 5) abzuweichen. Die
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Beschwerdegegnerin billigt der Beschwerdeführerin bei der Bemessung des
Invalideneinkommens einen Abzug in der Höhe von 10% zu (act. G 4, S. 5 und
G 4.1.73-2). Mit Blick auf die erheblichen Anforderungen an die adaptierte Tätigkeit
erscheint ein Abzug von 10% den Umständen knapp angemessen. Der von der
Beschwerdeführerin beantragte 20%ige Abzug ist hingegen abzulehnen, da im
vorliegend berücksichtigten Anforderungsniveau 4 keine wesentlichen lohnwirksamen
Nachteile aufgrund der fehlenden beruflichen Qualifikation zu erwarten sind und nicht
ersichtlich ist, inwiefern sich die ins Feld geführten Merkmale "Alter" (act. G 4.1.1-1)
sowie "Ausländereigenschaft" (die Beschwerdeführerin verfügt über die
Niederlassungsbewilligung, act. G 4.1.3-4) lohnsenkend auswirken könnten. Bei
Annahme eines Valideneinkommens von Fr. 52'005.-- und eines Invalideneinkommens
von Fr. 22'971.-- (Fr. 51'047.-- x 0.5 x. 0.9) ergeben sich eine Erwerbseinbusse von
Fr. 29'034.-- (Fr. 52'005.-- - Fr. 22'971.--) und mithin ein Invaliditätsgrad von
(aufgerundet) 56% ([Fr. 29'034.-- / Fr. 52'005.--] x 100).
3.3 Selbst unter Berücksichtigung eines 15%igen Tabellenlohnabzugs resultierte ein
Invalideneinkommen von Fr. 21'695.-- (Fr. 51'047.-- x 0.5 x 0.85), eine
Erwerbseinbusse von Fr. 30'310.-- (Fr. 52'005.-- - Fr. 21'695.--) und entsprechend ein
Invaliditätsgrad von abgerundet 58% ([Fr. 30'310.-- / Fr. 52'005.--] x 100). Die verfügte
Zusprache einer halben Rente erfolgte somit zu Recht.
3.4 Der verfügte Rentenbeginn (1. Mai 2007) ist von der Beschwerdeführerin nicht
bestritten worden (vgl. act. G 1, S. 2) und ist mit Blick darauf, dass die
Arbeitsunfähigkeit im Mai 2006 eintrat (act. G 4.1.43-14) und die bis 31. Dezember
2007 gültige Rechtslage Anwendung findet (aArt. 29 Abs. 1 IVG; vgl. vorstehende
E. 1.1) nicht zu beanstanden.
4.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Ange
legenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie
bis
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vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der von ihr geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat die
Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP