Decision ID: bf340f17-e9e2-40f0-aa6c-597ae778da57
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1959 geborene
X._
war vom 17. Oktober 2006 bis zum 31. August 2008 bei der
Y._
als Raumpflegerin tätig, ab de
m 19. Fe
bruar 2008 gesundheitsb
edingt
nurmehr
in einem 50%-Pensum (Urk. 8/15).
Vom
9. September 2008
bis zum 3
1.
Juli 2011
war
sie als Verkäu
ferin und Küchenhilfe bei der
Z._
in einem ca.
50%
Pen
sum angestellt (U
rk. 8/19,
Urk. 8/23
und
Urk.
8/76
). Am 5. August 2008 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf eine Diskushernie bei der
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 8/5). Die IV-Stelle zog einen Auszug aus dem individuellen Konto der Versicherten bei (IK-Auszug, Urk. 8/11) und tätigte medizinische und erwerbli
che Abklärungen. Mit Verfügung vom 19. Mai 2009 sprach die IV-Stelle der Ver
sicher
ten eine halbe Invalidenrente ab 1. Februar 2009 zu (Urk. 8/36).
1.2
Am 1
2.
August 2009 wies
der Krankentaggeldversicherer,
die Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft
,
die
IV
Stelle
darauf hin, dass die Versicherte gemäss den medizinischen Berichten in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfä
hig sei
(
Urk.
8/38-40). Die IV
Stelle gelangte
daraufhin
zum Schluss, dass die rentenzusprechende Verfügung vo
m 19.
Mai 2009 auf einem Irrtum beruhte und stellte der Versicherten m
it Vorbescheid vom 4. Januar 2010
die
wiederer
wägungsweise
Aufhebung
der rentenzusprechenden Verfügung
sowie
die Ein
stellung der Rente in Aussicht (Urk. 8/44). Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 4. Februar 2010 Einwände (Urk. 8/52) und reichte in der Folge diverse medizinische Berichte ein. Die IV-Stelle tätigte
deshalb
weitere medi
zinische Abklärungen
und ordnete am 1
2.
August 2009 eine
bidisziplinäre
Begutachtung an (Urk. 8/64). Das Gutachten wurde am 3. Mai 2011 erstattet (Urk. 8/74).
Am 2. September 2011 erlitt die Versicherte einen Herzinfarkt (Urk. 8/86).
Nach Eingang der ausführlichen Berichte der behandelnden Häma
to
logen und Kardiologen (Urk. 8/95) holte die IV
Stelle deren Stellungnahme zur Arbeitsfä
higkeit vom 4. Juli 2012 ein (Urk. 8/99). Zu den getätigten Abklärungen im
Vorbescheidverfahren
nahm die Versicherte mit Eingaben vom 20. August 2012 (Urk. 8/102), vom 21. August 2012 (Urk. 8/103) und vom 17. September 2012 (Urk. 8/106) Stellung.
1.3
Mit Verfügung vom 27. September 2012 hob die IV-Stelle die Verfügung vom 19. Mai 2009 wiedererwägungsweise auf und stellte die Rente per Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats ein. Einer allfälligen Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzogen (Urk. 8/109 = Urk. 2).
2.
2.1
Gegen die Verfügung vom 2
7.
September 2012 erhob die Versicherte mit Ein
gabe vom 26. Oktober 2012 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Ver
fügung sei aufzuheben und es sei ihr weiterhin eine halbe Rente auszurichten (Urk. 1).
2.2
Mit Beschwerdeantwort vom 22. November 2012 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 23. November 2012 mitgeteilt wurde (Urk. 9). Mit Eingabe vom 26. Februar 2013
liess
die Beschwerdeführerin einen medizinischen Bericht der
A._
auflegen
(Urk. 10 und Urk. 11), welcher am 20. März 2013 der Beschwerdegegnerin zur Kenntnisnahme zugestellt wurde (Urk. 12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.
1
Ändert sich der Grad der Invalidität eines Rentenbezügers oder einer
Renten
bezü
gerin
in einer für den Anspruch erheblichen Weise, so ist die Rente laut
Art.
17
Abs.
1 ATSG für die Zukunft entsprechend zu erhöhen, herabzu
setzen oder aufzuheben.
Der Revisionsordnung gemäss
Art.
17 ATSG geht jedoch der Grundsatz vor, dass die Verwaltung befugt ist, jederzeit von Amtes wegen auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn diese zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 110 V 176 E. 2a;
Art.
53
Abs.
2 ATSG). Unter diesen Voraussetzungen kann die Ver
waltung eine Rentenverfügung auch dann abändern, wenn die
Revisions
vor
aussetzungen
des Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht erfüllt sind.
Wird die zweifel
lose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung erst vom Gericht fest
gestellt, so kann es die auf
Art.
17
Abs.
1 ATSG gestützte Revisionsverfügung der Verwaltung mit dieser Begründung schützen (BGE 125 V 368 E. 2 mit Hin
weisen). Nach der Rechtsprechung lässt sich eine allgemein gültige
betragliche
Grenze für die Voraussetzung der Erheblichkeit der Berichtigung nicht festlegen. Massgebend sind vielmehr die gesamten Umstände des Einzelfalles.
Bei perio
dischen Leistungen ist die Erheblichkeit der Berichtigung zu bejahen (BGE 119 V 475 E. 1c; Urteil des Bundesgerichts 9C_11/2008 vom 29. April 2008 E. 4.2 mit Hinweisen.)
1.
2
Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn eine
Leistungszusprache
aufgrund falscher oder unzutreffend verstandener
Rechtsre
geln
erfolgt ist oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden. Anders verhält es sich, wenn der Widererwägungsgrund im Bereich materieller Anspruchs
voraussetzungen liegt, deren Beurteilung notwen
digerweise Ermessenszüge aufweist. Erscheint die Beurteilung einzelner Schritte bei der Feststellung solcher Anspruchsvoraussetzungen (Invaliditätsbemessung,
Arbeitsunfähigkeits
sc
hätzung
, Beweiswürdigung, Zumutbarkeits
fragen) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der rechtskräf
tigen Leistungszusprechung darboten, als vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus (Urteil des Bundesgerichts 9C_500/2013 vom 29. November 2013 E. 4 mit weiteren Hinweisen).
1.
3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist,
ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE
134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin, die Verfügung vom 19. Mai 2009, mit welcher der Beschwerdeführerin eine halbe Rente zuge
sprochen worden sei, basiere auf der Annahme, dass sie in einer angepassten Tätigkeit noch zu 50 % arbeitsfähig gewesen sei. Nach erneuter Überprüfung habe sich herausgestellt, dass dieser Entscheid auf einem Irrtum beruhe. Gemäss den medizinischen Unterlagen sei die Beschwerdeführerin in einer optimal angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig gewesen. Da der Invaliditätsgrad somit unter 40 % liege, bestehe kein Rentenanspruch. Unter diesen Umständen sei die rentenzusprechende Verfügung vom 19. Mai 2009 zweifellos unrichtig. Die Voraussetzungen für eine wiedererwägungsweise Aufhebung seien erfüllt
(
Urk.
2)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend, es werde bestritten, dass die ursprüngliche Rentenverfügung mit einem Mangel behaftet sei. Die Schätzung der Arbeitsunfähigkeit und die daraus resultierende Erwerbsunfähig
keit wiesen immer Ermessenszüge auf. Wenn die Beschwerdegegnerin in Kennt
nis aller Akten damals zum Schluss gekommen sei, trotz ärztlich festgestellter voller Arbeitsfähigkeit in optimal angepasster Tätigkeit liege ein
Invaliditäts
grad
von 53 % vor, handle es sich dabei um einen Ermessensentscheid und nicht um eine qualifiziert falsche Anwendung von Rechtsregeln. Die ursprüngli
che Verfügung sei deshalb nicht als zweifelsfrei unrichtig zu qualifizieren und dürfe nicht einfach nachträglich korrigiert werden. Für den Fall, dass das ange
rufene Gericht einen Widerrufsgrund bejahen würde, werde geltend gemacht, dass sich seit der Rentenzusprechung die gesundheitliche Situation bezüglich
der Schultern und aufgrund des erlittenen Herzinfarktes bei essenti
eller
Thro
mbo
zythämie
mit multiplen thrombotischen Manifestationen in inva
lidisierendem Ausmass verschlechtert habe. Unter Berücksichtigung aller Diag
nosen ergebe sich, dass weiterhin Anspruch auf eine halbe Rente der IV bestehe (Urk. 1).
3.
3.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die der Beschwerdeführerin bisher ausgerichtete Rente zu Recht aufgehoben worden ist.
3.2
Unter dem Rechtstitel der Wiedererwägung ist entscheidend, ob die Ein
schätzung der Arbeitsunfähigkeit mit Blick auf die damalige Sach- und Rechts
lage insgesamt als vertretbar erscheint.
In medizinischer Hinsicht basierte die Verfügung vom 19. Mai 2009 insbeson
dere auf dem Bericht der Klinik
B._
vom 1. September 2008, worin
Dr.
med.
C._
,
Rheumatologie FMH, Mi
tarbeiter von Prof.
Dr.
med.
D._
,
Neurochirurgie FMH, einen phänomenologisch
lumboischialgiformen
Schmerz rechts, differential
diagnostisch
spondylogen
/
myofascial
und eine schwere LWS Degeneration erwähnte und der Beschwerdeführerin eine Arbeitsfähigkeit von 50 bis 100 % je nach Tätigkeitsprofil attestierte. In ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Raumpflegerin bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. In einer angepassten Tätigkeit ohne ergonomisch ungünstige Zwangspositionen wie länger dauerndes Knien, nach vorne gebeugtes Stehen, Überkopfarbeiten und ohne Heben grosser Gewichte, jedoch mit häufigem Stehen und der Möglichkeit zur Wechselbelastung bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %. Für eine opti
mal angepasste Tätigkeit sitzend mit der Möglichkeit zur Wechselbelastung bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/16).
Im Feststellungsblatt vom 26. Februar 2009 wurde zwar ausdrücklich festge
halten, dass gestützt auf den Bericht der Klinik
B._
vom 1. September 2008 in einer behinderungsangepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 % bis 100 % je nach Tätigkeitsprofil bestehe, der RAD-Arzt kam jedoch irrtümlicher
weise zum Schluss, dass in einer adaptierten Tätigkeit von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei (Urk. 8/29 S. 3).
3.3
Die Invaliditätsbemessung, welche der rentenzusprechenden Verfügung vom 19. Mai 2009 zugrunde liegt, beruht
somit
auf
der
irrtümlichen und
nicht
mit der medizinischen Aktenlage übereinstimmenden
Einschätzung der Arbeitsfä
higkeit
durch den RAD-Arzt
. Die Z
usprechung
einer halben Rente erweist sich
daher
als zweifellos unrichtig im wiedererwägungsrechtlichen Sinne.
4.
4.1
Im Hinblick auf die Herstellung eines ex
nunc
et pro
futuro
rechtskonformen Zustands ist weiter zu prüfen
, ob
zwischenzeitlich eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes
eingetreten ist
, welche zu einem anspruchsbegründenden Invaliditätsgrad führen würde.
4.2
Am 3. Mai 2011 erstatteten
Dr.
med.
E._
,
FMH Orthopädie, und
Dr.
med.
F._
,
FMH Psychiatrie und Psychotherapie ein
bidiszipli
näres
Gutachten, das sämtliche von der Rechtsprechung geforderten Kriterien (vgl. E. 1.5) erfüllt. Die Gutachter stellten darin folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/74 S. 17):
-
Acromioclaviculargelenksarthrose
mit leichtem
Impingement
sowie Bursi
tis
subacromialis
und Partialruptur der
Supraspinatussehne
links
-
Leichte
Acromioclaviculargelenksarthrose
mit leichtem
Impingement
der rechten Schulter und Partialruptur der
Supraspinatussehne
-
Osteochondrose
und
Spondylarthrose
L4/5 und L5/S1 ohne neurale Kompression sowie leichte
Recessusstenose
L3/4 mit fraglicher Irritation der Nervenwurzel L4 beidseits
-
Supraspinatussehnenruptur
mit mässiger Atrophie des
Musculus
supra
spi
natus
und
Impingement
durch lateral konkav geformtes
Acro
mion
links
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig noch leicht (ICD-10 F32.1)
-
Dysthymie
(F34.1)
-
Akzentuierte abhängige und ängstliche Persönlichkeitszüge (Z73.1)
Die Gutachter hielten fest, die seit August 2010 bestehenden therapieresistenten Schulterschmerzen beidseits, die eine regelmässige Schmerzmitteleinnahme bedingten, könnten grösstenteils auf die im MRI sichtbare
Acromioclavicular
gel
e
nksarthrose
mit leichtem
Impingement
sowie Bursitis
subacromialis
und Partialruptur der
Supraspintussehne
rechts und links zurückgeführt werden. Allerdings könne das Ausmass der subjektiven Einschränkung der abnormen Untersuchungsbefunde der Schultern bei dem nicht sehr ausgeprägten MRI
Befund nicht vollumfänglich plausibilisiert werden. Auch manifestierten sich seit 2008 therapieresistente lumbale Schmerzen, die in die rechte Wade aus
strahlten. Eine stationäre Rehabilitation in der
G._
vom
2.
bis 2
6.
August 2010 sei gemäss Aussage der Klinik nützlich, gemäss Aussagen der Beschwerdeführerin allerdings mehr oder weniger wirkungslos gewesen. Die lumbalen Schmerzen und die pathologischen objektiven Befunde der
Lenden
wirbelsäule
seien im Wesentlichen mit der im MRI dokumentierten
Osteo
chondrose
und
Spondylarthrose
L4/5 und L5/S1 ohne neurale Kompression ver
einbar.
Körperlich schwere Arbeiten in kalter und feuchter Umgebung, die vorwiegend sitzend oder stehend mit häufigen inklinierten und
reklinierten
sowie rotierten Körperhaltungen ausgeübt werden müssten und die mit häufigen Arbeiten über der Horizontalen sowie Heben und Tragen von Lasten von 5 bis 10 Kilogramm verbunden seien, könnten wegen der
Acromioclaviculargelenks
arthrose
und der
Osteochondrose
und
Spondylarthrose
L4/5 und L5/S1 nicht mehr vollumfäng
lich zugemutet werden. Die Arbeitsfähigkeit als Angestellte in einer Bäckerei, einer vorwiegend stehenden und gehenden Tätigkeit mit häufigen inklinierten und rotierten Körperhaltungen, betrage dementsprechend seit September 2010 bei voller Stundenpräsenz 60 %. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen betrage zum Zeitpunkt der Untersuchung etwa 20 % bei noch nicht vollständig remittierter leichter depressiver Episode. In angepasster Tätigkeit mit körperlich leichten Tätigkeiten in temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt werden könnten, ohne dass dabei häufig inklinierte und
reklinierte
sowie rotierte Körperhaltungen einge
nommen und Gegenstände über 5 Kilogramm gehoben oder getragen werden müssten und die nicht mit häufigen Arbeiten über der Horizontalen verbunden seien, könnten bei voller Stundenpräsenz seit September 2010 vollumfänglich zugemutet werden (Urk. 8/74 S. 15 ff.).
4.3
Im Bericht der Klinik für Innere Medizin des
H._
vom 12. Sep
tember 2011 wurde eine essentielle
Thrombozythämie
mit multiplen thrombo
ti
schen Manifestationen diagnostiziert (Urk. 8/95).
Im Schreiben der Klinik für Medizinische Onkologie und Hämatologie des
H._
vom 4. Juli 2012 wurde festgehalten, dass die Arbeitsfähig
keit der Beschwerdeführerin im September 2011 aufgrund der Diagnose einer essentiellen
Throm
b
ozythämie
und die Komplikationen mit Herzinfarkt und Transitorischer Ischämischer Attacke (TIA) eingeschränkt gewesen
sei
. Die
Thrombozythämie
sei aktuell gut behandelt. Aus hämatologischer Sicht bestün
den bis auf eine milde Anämie als Nebenwirkung der Therapie mit
Litalir
keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/99).
4.4
Gestützt auf das
Gutachten vom 3. Mai 2011
und die Auskunft der behandeln
den Ärzte der Klinik für Medizinische Onkologie und Hämatologie des
H._
vom
4.
Juli 2012
besteht
somit
in adaptierter Tätigkeit k
eine
Einschränkung
der
Arbeitsfähigkeit
und a
us psychiatrischer Sicht eine Ein
schränkung
von
20 %
(Urk. 8/
74 S.
17 f.
).
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbs
einkommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
5.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der
Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder
Aufenthalts
kategorie
sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche
invaliditäts
fremde
Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
6.
6.1
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen.
Da nach
empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des
Valideneinkommens
grundsätzlich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (BGE 134 V 322 E. 4.1). Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
auf den IK-Auszug und ging vom im Jahr 2007 erzielten Einkommen von Fr. 55‘139.-- aus, was nicht zu beanstanden ist. Unter
Berück
sichtigung der
Entwicklung der Nominallöhne für weibliche Arbeitskräfte von 2453 Punkten im Jahr 2007 auf 2630 Punkte im Jahr 2012 (Die Volkswirt
schaft 12-2013 Tabelle B10.3 S.
91) ergibt dies
ein
Valideneinkommen
von
Fr. 59‘118.--
.
6.2
Für die Ermittlung des Invalideneinkommens zog die
Beschwerdegegne
rin
die Schweizerische
Lohnstruktur
erhebung
(LSE) 2010 (Tabelle TA 1,
Anforderungs
niveau
4) heran und ging von einem standardisierten
Salär
von Fr. 4‘225.-- pro
Monat bzw. Fr. 50‘700.-- pro Jahr aus, was ebenfalls nicht zu beanstanden ist. Aufgerechnet auf die betriebsübliche durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden pro Woche im Jahr 2012 (Die Volkswirtschaft 12-2013, Tabelle B9.2 S. 90) und angepasst an die Entwicklung der Nominallöhne für weibliche Arbeitskräfte von 2579 Punkten im Jahr 2010 auf 2630 Punkte im Jahr 2012 (Die Volkswirtschaft 12-2013 Tabelle B10.3 S. 91) ergibt dies ein Jahreseinkommen von
Fr.
53‘900.--. Unter Berücksichtigung der im Gutachten
attestierten Arbeitsfähigkeit von 80 % resultiert ein Einkommen von
Fr. 43‘120.
. Die Beschwerdegegnerin
berücksichtigte
ausserdem einen
leidens
bedingten
Abzug von 10 %, was angesichts sämtlicher
massgebender
Umstände ange
messen erscheint. Somit resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 38‘808.--.
6.3
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von Fr. 59‘118.-- mit dem
Invalidenein
kommen
von Fr. 38‘808.-- ergibt eine Einkommenseinbusse von Fr. 20‘310.--, was einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von gerundet (BGE 130 V 121) 34 % entspricht.
6.4
Zusammenfassend
erweist sich die angefochtene Verfügung, mit welcher die der Beschwerdeführerin bisher ausgerichtete halbe Invalidenrente aufgehoben
wor
den
ist
, als
rechtens
, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
6
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).