Decision ID: 47f153fa-51b8-47ad-bd5c-a382e8d1982f
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Die Eheleute C. R. und R. B. R. sind in St. Gallen wohnhaft. Die Ehefrau R. B. R. ist
Vorstandsmitglied des privatrechtlichen Vereins "K. L." in St. Gallen, der an der U. eine
Kinderkrippe betreibt. Der Verein finanziert sich aus Bundes- und Kantonsbeiträgen
sowie aus Einnahmen aus der Kinderkrippentätigkeit. Die Eheleute wurden für die
Staats- und Gemeindesteuern der Jahre 2003 bis 2006 rechtskräftig veranlagt, und
zwar für das Jahr 2003 ohne steuerbares Einkommen und mit einem steuerbaren
Vermögen von Fr. 1'871'000.-- (zum Satz von Fr. 7'130'000.--), für 2004 mit einem
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steuerbaren Einkommen von Fr. 14'600.-- (zum Satz von Fr. 261'300.--) und einem
steuerbaren Vermögen von Fr. 2'065'000.-- (zum Satz von Fr. 7'530'000.--), für das
Jahr 2005 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 32'100.-- (zum Satz von
Fr. 471'900.--) und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 2'718'000.-- (zum Satz von
Fr. 8'474'000.--) sowie für 2006 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 99'900.--
(zum Satz von Fr. 525'000.--) und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 3'266'000.--
(zum Satz von Fr. 9'520'000.--).
B./ Aufgrund von Abklärungen durch ein Vorstandsmitglied beim Kantonalen Steueramt
ergab sich im Jahr 2008, dass der Verein in keinem Register des Kantonalen
Steueramtes erfasst war. Mit Schreiben vom 9. Dezember 2008 beantragte der
Vertreter von R. B. R. und des Vereins "K. L." die nachträgliche Steuerbefreiung des
Vereins infolge öffentlicher und gemeinnütziger Zweckverfolgung. Zusammen mit dem
Antrag wurde auch eine Zusammenstellung betreffend die in den Jahren 2003 bis 2007
vorgenommenen Vorstands- und Projektentschädigungen eingereicht. Nach einer
Aufforderung des Kantonalen Steueramtes wurde mit Schreiben vom 12. Januar 2009
eine Übersicht der ab 2003 bis Ende 2007 geleisteten Stunden samt Höhe der
Entschädigung je Vorstandsmitglied eingereicht. R. B. R. erzielte in der Funktion als
Vorstandsmitglied Einkünfte für das Jahr 2003 von Fr. 4'200.--, für 2004 von
Fr. 2'200.--, für 2005 von Fr. 2'100.--, für 2006 von Fr. 1'100.-- sowie für das Jahr 2007
von Fr. 3'000.--. Der Verein "K. L." wurde zufolge seiner öffentlichen und
gemeinnützigen Zweckverfolgung mit Schreiben vom 3. Februar 2009 nachträglich vom
Kantonalen Steueramt und rückwirkend seit seiner Gründung am 28. Mai 1996 gemäss
Art. 80 Abs. 1 lit. g StG und Art. 56 lit. g DBG von der Gewinn- und Kapitalsteuerpflicht
befreit. Am 16. April 2009 wurde gegen R. B. R. und andere Mitglieder des Vereins "K.
L." ein Nachsteuerverfahren für die nicht deklarierten und versteuerten Vorstands- und
Projektentschädigungen aus den Jahren 2003 bis 2006 eröffnet. Die Verfahren gegen
die anderen Vereinsmitglieder wurden gemäss der Beilage 4 der Beschwerdeschrift
sistiert, um den Ausgang des vorliegenden Verfahrens abzuwarten.
Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs wurde mit Nachsteuerverfügungen vom
13. August 2009 das steuerbare Einkommen aufgrund der nicht deklarierten und
besteuerten Einkünfte aus der Vorstandstätigkeit der Ehefrau für das Jahr 2003 auf Fr.
6'500.-- (zum Satz von Fr. 369'700.--), für 2004 auf Fr. 15'500.-- (zum Satz von
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Fr. 262'300.--), für 2005 auf Fr. 33'500.-- (zum Satz von Fr. 473'300.--) und für das Jahr
2006 auf Fr. 99'900.-- (zum Satz von Fr. 525'000.--) festgesetzt. Die dagegen
erhobenen Einsprachen wies das Kantonale Steueramt mit Entscheid vom
17. November 2009 ab.
C./ Gegen den Einspracheentscheid erhoben R. B. R. und C. R. mit Eingabe vom 16.
Dezember 2009 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission. Sie beantragten, der
Einspracheentscheid für die Staats- und Gemeindesteuern 2003, 2004, 2005 und 2006
sei kosten- und entschädigungs-pflichtig aufzuheben. Dabei wurde im Wesentlichen
geltend gemacht, dass die Vorstands- und Projektentschädigungen in den Jahren 2003
bis 2006 für den erheblichen Zeitaufwand der Ehefrau bei der Sanierung und dem
Umbau der Liegenschaft "G." zwecks Betriebs einer Kinderkrippe entsprechend der
Weisung in StB 39 Nr. 4 zur Besteuerung von Sitzungsgeldern als nicht steuerbare
Unkostenentschädigung zu qualifizieren seien. Es lägen keine sachlichen Gründe vor,
Organmitgliedern eines steuerbefreiten Vereins für ihre Nebenerwerbstätigkeiten zu
Gunsten des Vereins den Abzug, der Mitgliedern von Behörden des Bundes, des
Kantons oder einer Gemeinde zugestanden werde, zu verweigern.
Mit Entscheid vom 10. Dezember 2010 wies die Verwaltungsrekurskommission den
Rekurs ab. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, dass die Beschränkung der
Anwendung der Weisung in StB 39 Nr. 4 hinsichtlich Sitzungsgelder auf neben- oder
ehrenamtliche Mitglieder einer Behörde des Bundes, des Kantons oder einer Gemeinde
sachlich begründet sei und deswegen nicht gegen die Rechtsgleichheit verstosse.
Zudem werde von den zusätzlichen Einkünften von Fr. 9'600.-- unter Berücksichtigung
des Pauschalabzugs für unselbständige Nebenerwerbstätigkeit und des Sonder-
abzugs bei Erwerbstätigkeit beider Ehegatten (total Fr. 3840.--) lediglich 60 %
besteuert, was durchaus einer massvollen Besteuerung entspreche.
D./ Mit Eingabe ihres Vertreters vom 25. Januar 2011 erheben R. B. R. und C. R.
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen, der Entscheid der
Verwaltungsrekurskommission betreffend Staats- und Gemeindesteuern 2003-2006 sei
kosten- und entschädigungspflichtig aufzuheben. Im Rahmen der Beschwerdeschrift
wird unter anderem dargelegt, dass die Ehefrau als Vertreterin des Vereins "K. L." im
Rahmen der Sanierung und des Umbaus der Liegenschaft "G." umfangreiche
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Abklärungen hinsichtlich Möblierung, Materialien und sonstigen Anschaffungen sowie
teils mit Unterstützung von Frau P. L. die Planung und das Nutzungs- und
Raumkonzept inklusive Garten-gestaltung vorgenommen und an zahlreichen Sitzungen
teilgenommen habe. Für diesen erheblichen Zeitaufwand von gesamthaft 635.5
Stunden in den Jahren 2003 bis 2006 habe die Ehefrau insgesamt Fr. 9'600.-- an
Vorstands- und Projektentschädigungsgeldern erhalten, was rund Fr. 15.-- pro Stunde
entspreche. Insgesamt habe die Ehefrau im Jahr 2003 an 33, im Jahr 2004 an 36, im
Jahr 2005 an 24 sowie im Jahr 2006 an 15 Sitzungen teilgenommen. Aus Gründen der
Rechts-gleichheit habe die Betrachtungsweise über Sitzungsgelder der Mitglieder einer
Behörde des Bundes, des Kantons oder der Gemeinde als reinen Auslagenersatz resp.
Unkostenentschädigung, sofern diese den Betrag von Fr. 2'400.-- pro Jahr oder Fr.
60.-- pro Sitzung nicht überschreiten würden, auch für Organmitglieder steuerbefreiter
Institutionen zu gelten.
Die Vorinstanz liess sich mit Eingabe vom 14. Februar 2011 zur Beschwerde

vernehmen und beantragt deren Abweisung mit Verweis auf die Erwägungen im
angefochtenen Entscheid. Das Kantonale Steueramt beantragt in seiner
Vernehmlassung vom 7. März 2011, die Beschwerde sei kostenpflichtig vollumfänglich
abzuweisen. Dabei wird im Wesentlichen vorgebracht, dass politische Gründe für die
Beschränkung des zusätzlichen Pauschalabzugs bei Sitzungsgeldern auf Mitglieder
von Behörden des Bundes, der Kantone und der Gemeinden bestehen würden. Zudem
sei die grosszügige Auslagenpraxis gemäss der Weisung in StB 39 Nr. 4
steuersystematisch nicht lupenrein. Es rechtfertige sich daher, die Weisung in StB 39
Nr. 4 restriktiv auf Behördenmitglieder einzuschränken, und sie nicht in "grober
Analogie" auf ehrenamtlich tätige Organe von gemein-nützigen Institutionen
auszuweiten.
Den Eheleuten wurde mit Schreiben vom 8. März 2011 die Möglichkeit zur
Stellungnahme zu den Vernehmlassungen der Verwaltungsrekurskommission und des
Kantonalen Steueramts gewährt. Mit Schreiben vom 22. März 2011 verzichten die
Eheleute auf eine weitere Stellungnahme, beantragen indessen nochmals die
Gutheissung ihrer Beschwerde vom 25. Januar 2011.
Auf die weiteren von den Verfahrensbeteiligten vorgebrachten Ausführungen wird,
soweit notwendig, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
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Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 196 Abs. 1
des Steuergesetzes [sGS 811.1, abgekürzt StG; Art. 59 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungs-rechtspflege [sGS 951.1, abgekürzt VRP]). Die Beschwerdeführer sind zur
Ergreifung des Rechts-mittels legitimiert, und die Eingabe vom 25. Januar 2011
entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 196
Abs. 1 und Art. 161 StG in Verbindung mit Art. 64 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
Daher ist auf die Beschwerde einzutreten.
2. Unbestritten ist im vorliegenden Verfahren, dass der Beschwerdeführerin im Jahr
2003
Fr. 4'200.--, im Jahr 2004 Fr. 2'200.--, im Jahr 2005 Fr. 2'100.-- sowie im Jahr 2006
Fr. 1'100.-- als Vorstands- und Projektentschädigungen für ihre Tätigkeit im Vorstand
des Vereins "K. L." zugeflos-sen sind, die in den betreffenden Steuererklärungen der
Jahre 2003 bis 2006 nicht deklariert und besteuert wurden. Unbestritten ist ebenfalls,
dass die Vorstands- und Projektentschädigungen als Einkünfte aus unselbständiger
Nebenerwerbstätigkeit zu behandeln sind. Umstritten ist hingegen, welche steuerlichen
Abzüge in welchem Umfang auf den Einkünften aus unselbständiger Neben-
erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin zulässig sind, und insbesondere, ob die
Weisung des Kantonalen Steueramtes in StB 39 Nr. 4 (in der Fassung von 1999) auf die
Vorstandstätigkeit in einem Verein mit gemeinnütziger und öffentlicher Zwecksetzung
Anwendung findet.
2.1. Nach Art. 30 StG sind in Ausführung zum Grundsatz der
Gesamtreineinkommenssteuer (Art. 29 Abs. 1 StG) auch Einkünfte aus unselbständiger
Nebenerwerbstätigkeit steuerbares Einkommen. Aufgrund des Grundsatzes der
Gesamtreineinkommenssteuer gilt das Nettoprinzip, d.h. steuerbar ist nur das
Reineinkommen, also die Bruttoeinkommen abzüglich der damit zusammenhängenden
Aufwendungen (sog. Gewinnungskosten) und anderer Vermögensabgänge (M. Reich,
in: M. Zweifel/P. Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/1, 2.
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Aufl., Basel 2003, Rz. 25 zu Art. 7 sowie Rz. 5 f. zu Art. 9 StHG). Daher können
sämtliche für die Ausübung einer unselbständigen (Neben-)Erwerbstätigkeit
notwendigen Aufwendungen steuerlich in Abzug gebracht werden. Dementsprechend
enthält das st. gallische Steuerrecht in Art. 39 StG und Art. 18 ff. der Steuerverordnung
(sGS 811.11, abgekürzt StV) Regelungen betreffend den Abzug der Berufskosten bei
unselbständiger Erwerbstätigkeit. Für die unselbständige Nebenerwerbstätigkeit hält
Art. 22 StV fest, dass die notwendigen Berufskosten gemäss den für die direkte
Bundessteuer massgebenden Pauschalansätzen abgezogen werden können. Für die
Bemessungsjahre 2003 bis 2006 betrug der Pauschalabzug gemäss Anhang zu Art. 3
der Verordnung über den Abzug von Berufskosten der unselbständigen Erwerbstätig
bei der direkten Bundessteuer (SR 642.118.1, abgekürzt BerufskostenV; AS 2002
S. 2474; AS 2003 S. 3309; AS 2004 S. 3559; AS 2005 S. 4815) 20 % der
Nettoeinkünfte, mindestens aber Fr. 700.-- und höchstens Fr. 2'200.-- im Jahr.
2.2. Nach der Praxis des Kantonalen Steueramts wird über den Pauschalabzug bei
unselbständiger Nebenerwerbstätigkeit gemäss Art. 22 StV in Verbindung mit Art. 10
BerufskostenV und Anhang zu Art. 3 BerufskostenV hinaus für die neben- und
ehrenamtliche Tätigkeit in einer Behörde des Bundes, des Kantons oder einer
Gemeinde ein zusätzlicher Abzug für Sitzungsgelder gewährt, indem entsprechende
Entschädigungen bis zu Fr. 2'400.-- pro Jahr oder Fr. 60.-- pro Sitzung als reiner
Auslagenersatz von der Besteuerung ausgenommen werden (StB 39 Nr. 4 in der
Fassung vom 1. Januar 1999; H. Weidmann/B. Grossmann/R. Zigerlig, Wegweiser
durch das st. gallische Steuerrecht, 6. Aufl., Muri-Bern 1999, S. 37).
2.2.1. Die Vorinstanz hielt zu Recht fest, dass die Weisung in StB 39 Nr. 4 für den
Richter nicht bindend ist. Das Verwaltungsgericht prüft bei der Anfechtung einer
Steuerveranlagung resp. im Nachsteuerverfahren grundsätzlich nur, ob die
Steuerveranlagung resp. Nachsteuererhebung mit dem Steuergesetz und den
dazugehörigen Rechtsverordnungen übereinstimmt, und nicht, ob diese auch einer
Verwaltungsverordnung wie der Weisung in StB 39 Nr. 4 entspricht. Es berücksichtigt
aber die Weisung in StB 39 Nr. 4 insofern bei seiner Entscheidung, als diese eine dem
Einzelfall gerecht werdende Auslegung der massgebenden Bestimmungen (Art. 39 StG
und Art. 22 StV) zulässt und mit dem Sinn und Zweck des Steuergesetzes vereinbar ist.
Das Verwaltungsgericht soll nicht ohne Not von einer einheitlichen Praxis der
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Steuerbehörden wie in StB 39 Nr. 4 abweichen (U. Häfelin/G. Müller/F. Uhlmann,
Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 128 mit weiteren
Hinweisen).
Nach der Ansicht der Vorinstanz sei die Anwendung der Pauschalabzüge auf Einkünfte
aus Sitzungsgeldern gemäss der Weisung in StB 39 Nr. 4 nach konstanter
Rechtsprechung (vgl. SGE 2007 Nr. 19) rechtmässig und sinnvoll, auch wenn sie im
Einzelfall zu einem höheren Abzug führe, als Gesetz und Verordnung selbst vorsehen
würden. Die Vorinstanz und auch die kantonale Steuerverwaltung verkennen indessen,
dass Art. 39 Abs. 2 StG ausdrücklich vorschreibt, dass die Regierung für die
Berufskosten Pauschalansätze festlegt und dass der Steuerpflichtige die Höhe von
Berufsunkosten nachzuweisen hat, die nicht durch die von der Regierung festgesetzte
Pauschale abgedeckt sind. Diese Verpflichtung gilt auch für den Adressatenkreis der
Weisung in StB 39 Nr. 4 und damit auch für die Sitzungsgelder für neben- oder
ehrenamtliche Tätigkeiten in einer Behörde. Aus diesem Grund erscheint es als
problematisch, wenn die kantonale Steuer-verwaltung ohne gesetzliche Grundlage in
einer Weisung einen zusätzlichen Pauschalabzug für Sitzungsgelder von
Behördenmitgliedern vorsieht. Es ist aber der Vorinstanz zuzustimmen, dass durchaus
ein Interesse für einen zusätzlichen Pauschalabzug für Behördenmitglieder bestehen
kann. So betrachtet auch das Bundesrecht (Bundesgesetz über die Bezüge und
Infrastruktur der Mit-glieder der eidgenössischen Räte und über die Beiträge an die
Fraktionen [SR 171.21, abgekürzt PRG]) nicht sämtliche Entschädigungen an die
Bundesparlamentarier als steuerbar. Auch weitere Kantone (z.B. Schwyz oder Aargau)
kennen Steuerabzüge für Einkünfte aus Behördentätigkeiten. Der Steuerabzug für
Sitzungsgelder gemäss der Weisung in StB 39 Nr. 4 verfolgt daher insofern ein
gewisses sachliches Interesse, als beispielsweise bei Kantonsparlamentariern mit
Ausnahme des Infrastrukturbeitrags das Taggeld auch Entschädigungen abdeckt (z.B.
Spesenersatz), die bei Nationalräten gemäss PRG und der Weisung in StB 30 Nr. 5
bereits als teilweise oder nicht steuer-bares Einkommen ausgewiesen werden (vgl.
auch Bericht der staatspolitischen Kommission des Nationalrates zur
Parlamentarischen Initiative: Unterstützung zur Erfüllung der parlamentarischen
Aufgaben, ABl 2002, S. 3995 ff.). Die im Taggeld der Kantonsparlamentarier
enthaltenen Aufwand-entschädigungen werden somit im Gegensatz zu gewissen
Jahresentschädigungen der Bundes-parlamentarier als voll steuerbares Einkommen
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deklariert. Als Kompensation dafür sieht der Kanton St. Gallen wie die Kantone Schwyz
(Schwyzer Steuerbuch 60.10, in: www.sz.ch) und Aargau (Weisung Steueramt
betreffend Lebenssituationen – Unselbstständige Erwerbstätigkeit – Einkünfte/Abzüge,
in: www.ag.ch/steueramt) einen zusätzlichen Abzug bei Sitzungsgeldern vor. Dies
entspricht auch der Praxis der eidgenössischen Steuerverwaltung vor der klaren
Splittung der Einkünfte und Entschädigungen eines Bundesparlamentariers in
steuerbare und nicht steuerbare Beträge gemäss PRG. Unter Geltung des
Bundesbeschlusses über die direkte Bundessteuer wurden nämlich 85 % der
Jahresentschädigung als Ersatz für administrativen Aufwand nicht besteuert, sondern
als Gewinnungskosten betrachtet (vgl. die Praxis der Eidgenössischen
Steuerverwaltung dazu in: StE 1989 B 22.3 Nr. 26 E. 3). Es besteht also durchaus ein
gewisses sachliches Bedürfnis an einem zusätzlichen Pauschalabzug für neben- oder
ehrenamtliche Behördenmitglieder. Ein solcher zusätzlicher Pauschalabzug muss
indessen – wie bereits erwähnt -aufgrund von Art. 39 Abs. 2 StG und aus Gründen der
Rechtsgleichheit zumindest in einer Verordnung der Regierung enthalten sein.
2.2.2. Die Frage der Rechtmässigkeit der Weisung in StG 39 Nr. 4 ist vorliegend
insofern nicht primär entscheidend, als sich zunächst die Frage stellt, ob der
Geltungsbereich der Weisung in StB 39 Nr. 4 auch neben- oder ehrenamtliche
Tätigkeiten bei nicht-behördlichen Organisationen erfasst. Wird nämlich die
Anwendbarkeit der Weisung in StB 39 Nr. 4 auf den vorliegenden Sachverhalt verneint,
so kann auch trotz ihrer fehlenden Rechtsgrundlage kein Anspruch auf
Gleichbehandlung im Unrecht hergeleitet werden.
2.2.3. Wörtlich hält die Weisung in StB 39 Nr. 4 explizit fest, dass der Begriff der
behördlichen Tätigkeit relativ eng gefasst und nur für solche Behörden bzw. Gremien
angewendet wird, die unmittelbar hoheitliche Befugnisse ausüben. Nebenamtliche
Behördenmitglieder sind nach der Weisung beispielsweise die Mitglieder des
Kantonsrates, des Gemeinderates, der Geschäftsprüfungskommission, des Schulrates
oder die nebenamtlichen Richterinnen und Richter. Nach dem Wortlaut findet die
Weisung in StB 39 Nr. 4 auf Vorstandsmitglieder einer Organisation mit gemeinnütziger
oder öffentlicher Zwecksetzung keine Anwendung.
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2.2.4. Die Beschwerdeführer lassen dagegen vorbringen, dass aus Gründen der
Rechtsgleichheit die Weisung in StB 39 Nr. 4 auch auf Mitglieder von Organen
steuerbefreiter Institutionen, welche für ihre Tätigkeit im Nebenerwerb entschädigt
würden, anzuwenden sei. Es würden keine sachlichen Gründe vorliegen, weshalb
Mitgliedern einer Behörde des Bundes, des Kantons oder einer Gemeinde für
Sitzungsgelder bei neben- oder ehrenamtlichen Tätigkeiten ein pauschaler
Gewinnungskostenabzug zugestanden werde, während Organmitgliedern von
steuerbefreiten Organisationen für deren Nebenerwerbstätigkeit ein solcher Abzug
verweigert werde.
2.2.5. Die Vorinstanz begründet die Nichtanwendung der Weisung in StB 39 Nr. 4 auf
Vereine mit gemeinnützigem oder öffentlichem Zweck damit, dass die Weisung
berücksichtige, dass das schweizerische politische System darauf angewiesen sei,
dass sich Bürger für neben- und ehrenamtliche Tätigkeiten zur Verfügung stellen
würden. Es sei deshalb in solcher Hinsicht gerechtfertigt und verletze das Gebot der
rechtsgleichen Behandlung nicht, wenn die – grosszügige – Veranlagungspraxis
entsprechend ihres Anwendungsbereichs auf die Einkünfte aus einer neben- oder
ehrenamtlichen Tätigkeit in einer – politischen - Behörde des Bundes, des Kantons und
der Gemeinden beschränkt werde. Insbesondere fehle es an einer gesetzlichen
Grundlage, um für die Anwendung dieser Praxis auf die Steuerbefreiung der Institution,
für welche die Leistungen erbracht worden seien, abzustellen oder sie gar auf
sämtliche Organisationen auszudehnen, die in irgend-einer Weise auch öffentliche
Interessen wahrnehmen würden. Auch das Kantonale Steueramt bringt in seiner
Vernehmlassung vom 7. März 2011 vor, dass man durch die grosszügige Handhabung
der Aufwandentschädigungen für behördliche Sitzungen in StB 39 Nr. 4 einer
Amtsverdrossenheit der Bürger vorbeugen wolle.
Auch wenn sich die Argumentation der Vorinstanz in steuersystematischer Hinsicht als
fragwürdig erweist, ist ihr im Ergebnis betreffend den Geltungsbereich der Weisung in
StG 39 Nr. 4 zuzustimmen. Das Verwaltungsgericht hat bereits im Urteil B 2005/72 vom
13. September 2005 festgehalten, dass sich die Weisung des Kantonalen Steueramtes
in StB 39 Nr. 4 ausdrücklich nur auf Behördentätigkeiten bezieht. Es sei unter
rechtlichen Gesichtspunkten nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz den Begriff der
behördlichen Tätigkeit relativ eng fasse und nur für solche Behörden bzw. Gremien
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anwende, die unmittelbar hoheitliche Befugnisse ausüben würden. Dies sei bei einem
Berufs- bzw. Fachverband in der Regel nicht der Fall. Dies bedeute nicht, dass die
Ausbildung von jungen Berufsleuten nicht öffentlichen Bedürfnissen entspreche oder
nicht im öffentlichen Interesse liege. Entscheidend sei, dass der Verband bzw. die
Verbandstätigkeit keine unmittelbar hoheitliche Funktion darstelle. Unter diesen
Umständen sei die Verweigerung des für die Behördentätigkeit vorgesehenen Abzuges
nicht rechtswidrig (SGE 2005 Nr. 18). Das Bundesgericht erachtete diese
Argumentation des Verwaltungsgerichts als rechtlich haltbar (BGE 2A.581/2005 vom 1.
Februar 2006 E. 3).
Das soeben für Berufs- und Fachverbände Gesagte gilt auch für Vereine mit
gemeinnütziger oder öffentlicher Zwecksetzung. Solche Vereine sind, auch wenn sie
von den Steuerbehörden aufgrund ihrer Zwecksetzung steuerbefreit wurden, nicht als
Behörden im Sinne der Weisung in StB 39 Nr. 4 zu betrachten. Daran ändert auch die
gemeinnützige oder öffentliche Zwecksetzung des Vereins nichts, soweit er nicht
unmittelbar eine hoheitliche Tätigkeit ausübt. Deshalb erweist sich auch der
Standpunkt der Beschwerdeführer als unbehelflich, wonach die Schwierigkeiten,
Bürger für neben- und ehrenamtliche Tätigkeiten zu finden, nicht nur bei politischen
Behörden bestehen würden, sondern auch bei steuerbefreiten Institutionen. Diese
Schwierigkeiten in der Besetzung des Vorstands eines Vereins mit gemeinnütziger oder
öffentlicher Zwecksetzung können zwar durchaus bestehen, dies ändert aber nichts
daran, dass sich die Weisung in StB 39 Nr. 4 an Behörden mit hoheitlichen Tätigkeiten
richtet. Könnten auch Vorstandsmitglieder von privatrechtlichen Vereinen mit
gemeinnütziger oder öffentlicher Zwecksetzung den grosszügigen Pauschalabzug für
Sitzungs-gelder geltend machen, hätte dies zur Folge, dass kaum mehr praktikabel und
rechtsgleich differenzierbar wäre, wann ein solcher Verein vorliegt und wann er eine
gemeinnützige oder öffentliche Zwecksetzung verfolgt. Damit würde die
Abzugsmöglichkeit für Sitzungsgelder einen weitreichenden Anwendungsbereich
bekommen, und die Pauschale für Sitzungsgelder wäre nicht mehr realitätsbezogen
festgelegt, da ein grosser Teil der Steuerpflichtigen im Vergleich zu Art. 22 StV in
Verbindung mit Art. 10 BerufskostenV und Anhang zu Art. 3 BerufskostenV zu hohe
Pauschalen abziehen könnte. Hinzu kommt, dass es für die Steuerbehörden bei
privatrechtlichen Vereinen nicht immer einfach nachvollziehbar wäre, wer eine
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Vorstandstätigkeit wahrnimmt und in welchem Masse. Bei Behördenmitgliedern ergibt
sich ihre Tätigkeit indessen bereits ohne weiteres aus dem Staatskalender.
2.2.6. Weiter bringen die Beschwerdeführer bezüglich der Gleichbehandlung zwischen
Sitzungsgeldern bei behördlichen Institutionen und solchen bei steuerbefreiten
Organisationen vor, dass die ehrenamtliche Tätigkeit in der Schweiz gemäss einem
Urteil des Verwaltungsgerichts Schwyz einen grossen Stellenwert habe und die
Entschädigungen an ehrenamtlich tätige Personen jeweils sehr bescheiden seien. Die
ohnehin bestehenden Schwierigkeiten, alle diese neben-amtlichen Posten durch
qualifizierte Personen zu besetzen, würden durch die Besteuerung der bescheidenen
Entschädigungen an die Organe von Institutionen mit gemeinnütziger oder öffentlicher
Zwecksetzung zusätzlich erschwert.
Soweit sich die Beschwerdeführer auf den Entscheid des Verwaltungsgerichts des
Kantons Schwyz vom 25. August 1988 (StE 1989 B 22.3 Nr. 26) berufen, können sie
daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. Wie das Kantonale Steueramt in seiner
Vernehmlassung vom 7. März 2011 festhält, ist dieser Entscheid des
Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz für den vorliegenden Sachverhalt nicht
präjudiziell. Dieser Entscheid hält insofern eine Verletzung des Rechtsgleichheitsgebots
fest, als bei der direkten Bundessteuer nur eidgenössische Parlamentarier von der
grosszügigeren Pauschalabzugsregelung profitieren konnten, nicht aber auch
kantonale Behördenmitglieder. Der Kanton Schwyz sieht deswegen wie der Kanton
St. Gallen eine gesonderte, grosszügige Pauschal-abzugsregelung für Vergütungen aus
der Behördentätigkeit (Fr. 5'000.-- ohne besonderen Nachweis [Schwyzer Steuerbuch
60.10 Ziff.1, in: www.sz.ch]) für nicht vollamtliche Mitglieder einer Behörde des
Kantons, der Bezirke, der politischen Gemeinden und der Kirchgemeinden (Kantonsrat,
Gerichte, Exekutivbehörden und Kommissionen) vor, nicht jedoch für Organe von
privaten Institutionen (Schwyzer Steuerbuch 60.10, Ziff. 1, in: www.sz.ch).
Auch die Äusserungen im Urteil des Verwaltungsgerichts Schwyz vom 25. August
1988, dass die Schwierigkeiten, die ohnehin bestehen würden, nebenamtliche
Behördenposten qualifiziert zu besetzen, nicht durch fiskalische Behandlung der
bescheidenen Entschädigungen vermehrt werden sollten, können nicht tel quel auf
privatrechtliche Vereine übertragen werden. Die Beschwerdeführer legen in keiner
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Weise dar, inwiefern ein tatsächlicher Konnex zwischen Schwierigkeiten in der
Besetzung von Vorständen in privatrechtlichen Vereinen und der Nichtanwendbarkeit
der Weisung in StB 39 Nr. 4 auf Mitglieder von privatrechtlichen Vereinen existiert.
Zudem ist es fraglich, ob die Besetzung von Vorständen in privatrechtlichen Vereinen
vergleichbar ist mit der Problematik in Behörden, die hoheitliche Aufgaben erfüllen
müssen, und von deren Besetzung ein funktionierendes Staatswesen abhängt.
2.2.7. Zudem stellen sich die Beschwerdeführer auf den Standpunkt, dass je kleiner
eine Entschädigung ausfalle, desto grösser sei der prozentuale Anteil des
betragsmässig nicht zu beziffernden Aufwandes. Vorliegend sei die Steuerbefreiung der
Kinderkrippe geprüft und gutgeheissen worden, und diese werde gemäss den
Praxishinweisen der Arbeitsgruppe "Steuerbefreiung juristische Personen" der
Schweizerischen Steuerkonferenz (SSK) nur gewährt, wenn die durch die Organe von
Institutionen mit gemeinnütziger oder öffentlicher Zwecksetzung geleistete Arbeit
ehrenamtlich erfolge und lediglich ein "massvolles" Entgelt an die Organe bezahlt
werde.
Das Kantonale Steueramt lehnt in seiner Vernehmlassung vom 7. März 2011 diese
Ansicht der Beschwerdeführer ab. Vielmehr gebe es Tätigkeiten, welche per se mehr
Spesen hervorrufen würden als andere, unabhängig davon, wie grosszügig sie
entschädigt würden. Vorliegend sei zu berücksichtigen, dass die Sitzungen zumeist in
nächster Nähe zur Wohnadresse der Beschwerdeführerin stattfanden und daher eine
Spesenberücksichtigung von 20 % der Entschädigung bzw. mindestens Fr. 700.-- pro
Jahr als gerechtfertigt erscheine.
Dem kantonalen Steueramt ist zuzustimmen, da sich nicht in genereller Weise
festhalten lässt, dass bei einer kleinen Entschädigung der prozentuale Anteil des
Aufwandes grösser ist. Falls die Aufwandentschädigungen tatsächlich einen grossen
Anteil an den Einkünften der Beschwerde-führerin aus ihrer Vorstandstätigkeit im
Verein "K. L." ausmachen, ist zu berücksichtigen, dass bei kleinen jährlichen
Entschädigungen zumindest Fr. 700.-- als Pauschalabzug abziehbar sind, was je nach
Einkünften weit mehr als 20 % ausmachen kann. Hinzu kommt, dass den
Beschwerdeführern der Nachweis der tatsächlich angefallenen Aufwendungen
offensteht und sie damit einen höheren Abzug als 20 % resp. Fr. 700.-- geltend
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machen könnten, sofern sich aus den Nachweisen einwandfrei ergibt, dass es sich
hierbei um Berufsauslagen für die Tätigkeit im Vorstand des Vereins "K. L." handelt.
2.2.8. Sodann lassen die Beschwerdeführer vorbringen, dass die Feststellung der
Vorinstanz nicht zutreffe, wonach die Ermittlung des auf die reine Sitzungstätigkeit
entfallenden Anteils an den vom Verein ausgerichteten Vergütungen nicht möglich sei,
da diese nicht auf die einzelnen Tätigkeits-bereiche (Sitzungstätigkeit/
Nebenerwerbstätigkeit) aufgeteilt gewesen seien. Dies sei gemäss der Vorinstanz eine
Voraussetzung dafür, dass neben dem Pauschalabzug für die unselbständige
Nebenerwerbstätigkeit die für den "Sondertatbestand" der reinen Sitzungstätigkeit
vorgesehenen Regeln in der Weisung StB 39 Nr. 4 zur Anwendung gelangen würden.
Aus den Akten ergebe sich nach den Beschwerdeführern, dass die Beschwerdeführerin
insgesamt an 108 Vorstands- und anderen Sitzungen teilgenommen und dafür rund
630 Stunden aufgewendet habe.
Aus den eingereichten Akten ergibt sich indessen, dass neben 7 bis 10
Vorstandssitzungen, die jeweils ca. drei Stunden dauerten, viele Besprechungen,
Meetings und Personalgespräche unter "Sitzungen" subsumiert wurden, die meistens
lediglich eine halbe bis eine Stunde dauerten. Gemäss der Vernehmlassung des
Kantonalen Steueramtes vom 7. März 2011 finde die "Sitzungsgelder-Praxis" gemäss
StB 39 Nr. 4 auf solche kurze Sitzungen keine Anwendung, da davon ausgegangen
werde, dass Sitzungen von Behördenmitgliedern, die mit Sitzungsgeldern entschädigt
würden, mindestens zwei bis drei Stunden dauern würden. Diese Frage, ob stets eine
Sitzung von zwei bis drei Stunden erforderlich ist, braucht vorliegend nicht beantwortet
werden, da - wie bereits ausgeführt - die "Sitzungsgeld-Praxis" auf Vereine ohne
hoheitliche Befugnisse keine Anwendung findet.
2.2.9. Aus den genannten Gründen rechtfertigt es sich, die Weisung in StB 39 Nr. 4
restriktiv auf Behördenmitglieder mit hoheitlichen Befugnissen einzuschränken, und sie
nicht in analoger Weise auch auf ehrenamtlich tätige Organe von Institutionen mit
gemeinnützigem oder öffentlichem Zweck auszuweiten.
2.3. Schliesslich stellen sich die Beschwerdeführer noch auf den Standpunkt, dass die
Vorinstanz verkenne, dass der Beschwerdeführerin Kosten wie Fahrspesen oder
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Einladungen zu Hause für die Durchführung von Sitzungen entstanden seien.
Ansonsten hätte die Beschwerdeführerin ihre Tätigkeit als Interessenvertreterin des
Vereins "K. L." bei der Sanierung und dem Umbau der Liegenschaft "G." nicht
wahrnehmen können. Die Auslagen der Beschwerdeführerin seien im Zusammenhang
mit ihrer Tätigkeit für die Kinderkrippe entstanden.
2.3.1. Nach Art. 39 Abs. 2 StG und hinsichtlich der unselbständigen
Nebenerwerbstätigkeit gemäss Art. 4 und 10 BerufskostenV bleibt der Nachweis
höherer Kosten offen. Die für die Ausübung einer unselbständigen
(Neben-)Erwerbstätigkeit notwendigen Aufwendungen können indessen nur dann
steuerlich in Abzug gebracht werden, soweit sie vom Arbeitnehmer selber getragen
werden. Falls die Aufwendungen vom Arbeitgeber bezahlt werden, sind diese lediglich
dann steuerlich abziehbar, wenn die dafür ausgerichtete Entschädigung dem
steuerbaren Einkommen des Arbeitnehmers zugerechnet wurde (Weidmann/
Grossmann/Zigerlig, a.a.O., S. 40 f.). Nach konstanter Rechts-prechung hat der
Steuerpflichtige die steuermindernden Tatsachen zu beweisen (vgl. anstatt vieler
VerwGE B 2010/253 vom 22. Februar 2011 mit Hinweis). Die Beweispflicht trifft die
Beschwerde-führer auch dann, wenn sie höhere Kosten als den pauschalen
Berufsauslagenabzug für unselbständige Nebenerwerbstätigkeit geltend machen.
2.3.2. Soweit die Beschwerdeführer also durch Nachweise belegen könnten, dass die
Vorstandstätigkeit der Beschwerdeführerin im Verein "K. L." höhere Aufwendungen zur
Folge hatte, als 20 % der erhaltenen Einkünfte aus der Vorstandstätigkeit resp. mehr
als Fr. 2'000.-- bzw. Fr. 700.-- (Anhang zu Art. 3 BerufskostenV in der Fassung 2003,
2004, 2005 und 2006), könnten sie die gesamten Gewinnungskosten für diese
unselbständige Nebenerwerbstätigkeit abziehen. In den eingereichten Akten finden
sich indessen – wie die Vorinstanz zutreffend feststellte – keine rechts-genügenden
Nachweise von konkreten Auslagen, die im Zusammenhang mit der Tätigkeit der
Beschwerdeführerin im Verein "K. L." entstanden sind. Zwar wurden
Zusammenstellungen über die Sitzungstätigkeiten und andere Aufwendungen
eingereicht, aber daraus ist nicht ersichtlich, welche Auslagen die Beschwerdeführerin
mit eigenen Mitteln getätigt hat und dafür vom Verein "K. L." mit steuerlich erfassbaren
Einkünften entschädigt worden ist.
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Der Einwand der Beschwerdeführer, dass die Beschwerdeführerin davon ausgegangen
sei, dass die ihr vom Verein vergüteten Entschädigungen Unkostenersatz darstellen
würden, und sie deswegen die von der Vorinstanz bemängelten fehlenden Belege nicht
gesammelt bzw. keine Aufschriebe gemacht habe, erweist sich als reine
Schutzbehauptung. Zu Recht hinterfragt das Kantonale Steueramt in seiner
Vernehmlassung vom 7. März 2011, weshalb die Beschwerde-führerin davon
ausgegangen sein soll, dass sämtliche Entschädigungen Auslagenersatz sind. Die
Spezialregelung für Behördenmitglieder ergibt sich nämlich nicht aus der Wegleitung
zur Steuer-erklärung, so dass die Eheleute diese Praxis im Zeitpunkt der Einreichung
ihrer Steuererklärungen der Jahre 2003 bis 2006 nicht gekannt haben konnten resp. sie
konnten bei Kenntnis der Weisung in StB 39 Nr. 4 nicht davon ausgehen, dass diese
Abzugsregelung auch auf die Vorstandstätigkeit beim Verein "K. L." anwendbar ist.
Nach dem erwähnten Grundsatz der Gesamtreineinkommens-besteuerung sind alle
Einkünfte steuerbar, und zwar selbst Einkommen aus einer behördlichen Tätigkeit und
umso mehr aus einer Tätigkeit bei einem Verein. Selbst wenn die "Sitzungsgeld-
abzugspraxis" vorliegend zur Anwendung gelangen würde, hätten die
Beschwerdeführer die Einkommen aus der Vereinstätigkeit deklarieren müssen und
hätten dementsprechend einen Abzug geltend machen können.
3. Zusammengefasst ist somit festzuhalten, dass gegen die Beschwerdeführer zu
Recht ein Nachsteuerverfahren wegen der Nichtdeklaration der Einkünfte aus
unselbständiger Nebenerwerbstätigkeit eröffnet wurde. Es ist rechtlich nicht zu
beanstanden, dass angesichts der nicht-hoheitlichen Tätigkeit des Vereins "K. L." die
Anwendung der rechtlich problematischen Weisung in StB 39 Nr. 4 auf die Vorstands-
und Projektentschädigungen der Mitglieder dieses steuerbefreiten Vereins mit
gemeinnütziger Zwecksetzung verneint wurde. Es verstösst nicht gegen die
Rechtsgleichheit, dass sich der Adressatenkreis der Weisung in StB 39 Nr. 4 auf
Behörden-mitglieder beschränkt und der Begriff "Behörde" restriktiv interpretiert wird,
da andernfalls Rechtsungleichheiten infolge nicht möglicher Differenzierungen
zwischen Vereinen mit gemein-nützigem oder öffentlichem Zweck und solchen mit
anderen Zwecken entstehen würden. Den Mitgliedern von Vereinen mit
gemeinnützigem und öffentlichem Zweck bleibt aber wie bei sämtlichen
unselbständigen Nebenerwerbstätigkeiten der Nachweis von höheren Gewinnungs-
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kosten offen, für welchen sie aber die Beweislast tragen. Die Beschwerde ist folglich
abzuweisen.
4. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht