Decision ID: 920122fd-bc25-5ce2-b78c-4736b7a1adfa
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer verliess sein Heimatland eigenen Angaben zu-
folge am (...) in Richtung Türkei. Am 2. November 2016 reiste er illegal in
die Schweiz ein und suchte gleichentags im Empfangs- und Verfahrensze-
ntrum (EVZ) B._ um Asyl nach. Das SEM befragte ihn am 8. No-
vember 2016 zu seiner Identität, zum Reiseweg sowie summarisch zu den
Asylgründen (Befragung zur Person; BzP). Am 14. Juni 2018 erfolgte die
ausführliche Anhörung zu den Asylgründen.
A.b Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdeführer im
Wesentlichen geltend, er stamme aus C._ (Provinz Aleppo) und
habe dort eine (...) betrieben. Ab dem Jahr (...) habe er als (...) Militär-
dienst geleistet, bis er am (...) vom Dienst befreit worden sei. Im Jahr (...)
oder (...) habe er dann ein Aufgebot zur Leistung von Reservedienst erhal-
ten, welchem er jedoch keine Folge geleistet habe. Im Jahr (...) oder (...)
sei er nach einem handgreiflichen Streit mit einem (...), in dessen Verlauf
er unter anderem auch die Regierung beschimpft habe, in D._ ver-
haftet worden. Er sei einen Monat lang festgehalten und misshandelt und
danach gegen Bezahlung einer Kaution freigelassen worden. Ende (...) sei
sein Geschäft sowie das angrenzende Wohnhaus seiner Familie bei einem
Bombardement zerstört worden. Seine Eltern sowie sein Bruder seien ums
Leben gekommen, er selber sei am Bein verletzt worden und habe eine
Operation benötigt. Er habe daraufhin nicht mehr in Syrien bleiben wollen,
zumal er infolge seiner Weigerung, Reservedienst zu leisten, mit einer Ver-
folgung durch die syrischen Behörden habe rechnen müssen. In der Folge
sei er zunächst mehrmals nur vorübergehend in die Türkei gegangen. Der
Islamische Staat (IS) habe damals die Kontrolle über seine Herkunftsregion
übernommen, daher habe er nicht mehr in sein Dorf zurückkehren können,
sondern sei jeweils in den Flüchtlingslagern an der Grenze geblieben. Er
habe Angst vor dem IS gehabt; denn einmal, noch vor der Zerstörung sei-
nes Elternhauses, habe er mitangesehen, wie der IS einen Mann öffentlich
angeklagt und umgebracht habe. Da er ab und zu bei der Verteilung von
Hilfsgütern an Bedürftige mitgeholfen und in seiner (...) der Freien Syri-
schen Armee (FSA) repariert habe, habe er befürchtet, vom IS als Ungläu-
biger betrachtet und umgebracht zu werden. Mitte (...) sei er schliesslich
definitiv und unkontrolliert aus Syrien ausgereist. Der Beschwerdeführer
machte ausserdem geltend, er habe in Syrien mitgeholfen, Versammlun-
gen und Kundgebungen gegen die Regierung zu organisieren. Er werde
daher von den Behörden als Regimegegner betrachtet. Er habe jedoch
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deswegen keine konkreten Probleme gehabt. In der Schweiz habe er eben-
falls an einigen Kundgebungen in E._ und F._ teilgenom-
men, welche sich gegen den Gebrauch von Chemiewaffen durch das syri-
sche Regime gerichtet hätten. Im Falle einer Rückkehr nach Syrien be-
fürchte er, entweder von der Regierung oder vom IS verhaftet zu werden.
A.c Der Beschwerdeführer reichte im Verlauf des vorinstanzlichen Verfah-
rens folgende Unterlagen zu den Akten: die Identitätskarte, Auszüge aus
seinem Militärbüchlein (Kopien), den Führerschein (Kopie), ein türkisches
sowie ein griechisches Aufenthaltsdokument, medizinische Unterlagen be-
treffend seine Behandlung in der Schweiz (Kopien) sowie Fotos betreffend
die exilpolitische Tätigkeit.
B.
Das SEM stellte mit Verfügung vom 28. Oktober 2019 fest, die Asylvorbrin-
gen des Beschwerdeführers seien nicht glaubhaft. Demzufolge verneinte
es die Flüchtlingseigenschaft, lehnte das Asylgesuch ab und verfügte die
Wegweisung aus der Schweiz. Infolge Unzumutbarkeit des Wegweisungs-
vollzugs ordnete das SEM jedoch die vorläufige Aufnahme des Beschwer-
deführers an.
C.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht vom 28. November
2019 beantragte der Beschwerdeführer, es sei ihm vollumfängliche Ein-
sicht in die Akten A6, A10, A11 – A14, A32 sowie in sämtliche eingereichten
Beweismittel und Unterlagen zu gewähren, eventuell sei ihm dazu das
rechtliche Gehör zu gewähren, anschliessend sei ihm eine Frist zur Einrei-
chung einer Beschwerdeergänzung einzuräumen. Die angefochtene Ver-
fügung sei aufzuheben und die Sache zur richtigen und vollständigen Ab-
klärung und Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie zur
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventuell sei die ange-
fochtene Verfügung aufzuheben und die Flüchtlingseigenschaft festzustel-
len sowie Asyl zu gewähren, zumindest sei er als Flüchtling anzuerkennen.
In prozessualer Hinsicht wurde um Gewährung der unentgeltlichen Pro-
zessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses
ersucht.
Der Beschwerde lagen folgende Unterlagen bei: eine Kopie der vorinstanz-
lichen Verfügung vom 28. Oktober 2019, eine Bestätigung der Fürsorgeab-
hängigkeit vom 6. November 2019, ein Foto des N-Ausweises, Fotos des
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Militärbüchleins, ein Foto des syrischen Führerscheins, ein Foto einer Be-
scheinigung betreffend die Absolvierung des Wehrdienstes (inkl. Überset-
zung), ein Foto eines Aufgebots als Reservist (inkl. Übersetzung), ein Foto
eines weiteren Schreibens (Beilage 13), eine microSD-Speicherkarte mit
einem Video betreffend eine Kundgebung in E._, Screenshots die-
ses Videos sowie Fotos betreffend Kundgebungen in E._ und
F._. Ausserdem verwies der Beschwerdeführer auf mehrere-On-
line-Medienberichte (vgl. Art. 94 der Beschwerde).
D.
Mit Verfügung vom 5. Dezember 2019 hiess die Instruktionsrichterin das
Akteneinsichtsgesuch hinsichtlich der Aktenstücke A12 und A14 sowie der
vom Beschwerdeführer eingereichten Beweismittel und Unterlagen gut und
wies das SEM an, dem Beschwerdeführer diese Akten/Unterlagen innert
Frist und allenfalls in anonymisierter Form zukommen zu lassen. Ausser-
dem wurde das SEM angewiesen, die Aktenstücke A10, A11, A13 und A32
in aussagekräftiger Weise in das Aktenverzeichnis aufzunehmen, die Qua-
lifizierung von A11 von «B» auf «A» zu ändern und dem Beschwerdeführer
innert Frist eine Kopie des geänderten Verzeichnisses zukommen zu las-
sen. Das Gesuch um Ansetzung einer Frist zur Einreichung einer Be-
schwerdeergänzung wurde hingegen abgewiesen. Ferner wurde der Be-
schwerdeführer aufgefordert, innert Frist eine Übersetzung des eingereich-
ten arabischsprachigen Schreibens (Beilage 13) einzureichen. Die Instruk-
tionsrichterin hiess sodann das Gesuch um Gewährung der unentgeltli-
chen Prozessführung gut und verzichtete demzufolge auf die Erhebung ei-
nes Kostenvorschusses.
E.
Das SEM gewährte dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 19. Dezem-
ber 2019 ergänzende Akteneinsicht, indem es ihm Kopien der Aktenstücke
A12 und A14 sowie Kopien der von ihm eingereichten Beweismittel zukom-
men liess. Ausserdem stellte es dem Beschwerdeführer Kopien des Akten-
verzeichnisses (vor und nach den vorgenommenen Änderungen) zu.
F.
Das SEM hielt in seiner Vernehmlassung vom 20. Dezember 2019 vollum-
fänglich an seiner Verfügung fest.
G.
Mit Eingabe vom 23. Dezember 2019 reichte der Beschwerdeführer die
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Übersetzung der Beschwerdebeilage 13 («Bestätigung der Rückgabe des
Materials im Militärdienst») zu den Akten.
H.
Der Beschwerdeführer replizierte mit Eingabe vom 22. Januar 2020. Er
hielt dabei an den gestellten Rechtsbegehren fest.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gestützt auf Art. 31 VGG Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer
Vorinstanz im Sinne von Art. 33 VGG erlassen wurden, sofern keine das
Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt.
Demnach ist das Bundesverwaltungsgericht zuständig für die Beurteilung
von Beschwerden gegen Entscheide des SEM, welche in Anwendung des
AsylG ergangen sind, und entscheidet in diesem Bereich in der Regel –
und so auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. Art. 83 Bst. d Ziff. 1
BGG).
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der
Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September
2015).
1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-
deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die
angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-
teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur
Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1
AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26
E. 5).
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3.
In der Beschwerde werden verschiedene formelle Rügen erhoben, welche
vorab zu prüfen sind, da sie unter Umständen geeignet sein könnten, eine
Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken.
3.1 Der Beschwerdeführer rügt zunächst eine Verletzung des Aktenein-
sichtsrechts sowie der Aktenführungspflicht (vgl. Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 29
sowie Art. 26 ff. VwVG), wobei er geltend macht, ihm sei zu Unrecht die
Einsicht in die Aktenstücke A6, A10-A14 und A32 sowie in die von ihm ein-
gereichten Beweismittel und Unterlagen verweigert worden. Ausserdem
bringt er vor, die Bezeichnung der Aktenstücke im Aktenverzeichnis sei teil-
weise wenig aussagekräftig. Hinsichtlich dieser Rügen ist auf die Ausfüh-
rungen in der Zwischenverfügung vom 5. Dezember 2019 zu verweisen.
Das Akteneinsichtsgesuch wurde teilweise (betreffend A12, A14 sowie die
vom Beschwerdeführer selbst eingereichten Unterlagen) gutgeheissen,
das Gesuch um Ansetzung einer Frist zur Einreichung einer Beschwerde-
ergänzung hingegen abgewiesen. In der Folge gewährte das SEM dem
Beschwerdeführer nachträglich Einsicht in die fraglichen Akten und präzi-
sierte gewisse Einträge im Aktenverzeichnis (vgl. dazu vorstehend Bst. E).
Der Beschwerdeführer hatte sodann Gelegenheit, sich im Rahmen der
Replik zum Inhalt der nachträglich edierten Akten zu äussern, enthielt sich
indessen diesbezüglicher Vorbringen. Soweit die gerügten Mängel betref-
fend Verfahrensführung und Gewährung des Akteneinsichtsrechts berech-
tigt waren, können diese damit als geheilt betrachtet werden. Die zu Un-
recht verweigerte Einsicht in die Akten A12 und A14 sowie die vom Be-
schwerdeführer selbst eingereichten Unterlagen stellt keine Verletzung des
Anspruchs auf rechtliches Gehör dar, da diese Akten für das Asylverfahren
des Beschwerdeführers nicht relevant sind respektive das SEM in der an-
gefochtenen Verfügung nicht zum Nachteil des Beschwerdeführers darauf
abgestellt hat. Im Übrigen kann davon ausgegangen werden, dass die asyl-
suchende Person Kenntnis vom Inhalt der als Beweismittel eingereichten
Unterlagen hat, und es kann von ihr grundsätzlich auch erwartet werden,
dass sie von Dokumenten, welche sie bei den Behörden einreicht, vorgän-
gig Kopien anfertigt. Insgesamt besteht somit keine Veranlassung, die an-
gefochtene Verfügung infolge einer Verletzung des Akteneinsichtsrechts
aufzuheben.
3.2 Ferner rügt der Beschwerdeführer, der rechtserhebliche Sachverhalt
sei unrichtig und unvollständig erstellt respektive die Abklärungspflicht ver-
letzt worden, weil die Anhörung des Beschwerdeführers unter Missachtung
von Art. 6 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1,
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SR 142.311) durchgeführt worden sei, ihm in der BzP Fragen zu den Asyl-
gründen gestellt worden seien, das Verfahren verschleppt worden sei, die
Anhörung zu lange gedauert und es das SEM unterlassen habe abzuklä-
ren, in welchem Zusammenhang die geltend gemachten Misshandlungen
erfolgt seien.
3.2.1 Gemäss Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG stellen die Asylbehörden
den Sachverhalt von Amtes wegen fest (Untersuchungsgrundsatz). Dabei
muss die Behörde die für das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunter-
lagen beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abklären und darüber
ordnungsgemäss Beweis führen. Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung
dann, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger oder nicht weiter
belegbarer Sachverhalt zugrunde gelegt wurde. Unvollständig ist die Sach-
verhaltsfeststellung, wenn die Behörde trotz Untersuchungsmaxime den
Sachverhalt nicht von Amtes wegen abgeklärt hat, oder wenn nicht alle für
den Entscheid wesentlichen Sachumstände berücksichtigt wurden. Die Be-
hörde ist dabei jedoch nicht verpflichtet, zu jedem Sachverhaltselement
umfangreiche Nachforschungen anzustellen. Zusätzliche Abklärungen
sind vielmehr nur dann vorzunehmen, wenn sie aufgrund der Aktenlage als
angezeigt erscheinen (vgl. dazu ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN
BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bun-
des; 3. Aufl. 2013, Rz. 629 ff.; CHRISTOPH AUER, in: Auer/Müller/Schindler
[Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren,
2. Aufl., 2019, Rz. 17 zu Art. 12; BENJAMIN SCHINDLER, in: Auer/Mül-
ler/Schindler [Hrsg.], a.a.O., Rz. 29 ff. zu Art. 49).
3.2.2 Zur Rüge, der Sachverhalt sei infolge Verletzung von Art. 6 AsylV 1
nicht korrekt festgestellt worden, ist Folgendes zu bemerken: Gemäss
Art. 17 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 6 AsylV 1 wird die asylsuchende Person von
einer Person gleichen Geschlechts befragt, wenn konkrete Hinweise auf
geschlechtsspezifische Verfolgung vorliegen. Als Ausgestaltung des recht-
lichen Gehörs bezweckt Art. 6 AsylV 1, dass asylsuchende Personen ihre
Vorbringen angemessen vortragen, das heisst konkret erlittene Übergriffe
möglichst frei und unbeeinträchtigt von Schamgefühlen schildern können.
Gleichzeitig dient diese Vorschrift dazu, die Richtigkeit der Sachverhalts-
abklärung zu gewährleisten. Da diese Schutzvorschrift nicht bloss ein
Recht der asylsuchenden Person beinhaltet, eine solche Befragung zu ver-
langen, sondern die Behörde dazu verpflichtet, in der vorgesehenen Weise
vorzugehen, sobald entsprechende Hinweise vorliegen, ist sie von Amtes
wegen anzuwenden (vgl. dazu BVGE 2015/42 E. 5.2, m.w.H.).
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Im vorliegenden Fall reichte der Beschwerdeführer zu Beginn der Anhö-
rung einen Bericht des Ärztezentrums G._ zu den Akten und er-
klärte dazu, er sei in der Vergangenheit auf die Hoden geschlagen worden
und schäme sich, das in Anwesenheit von Frauen zu sagen (vgl. A30 F20).
Damit lagen zu diesem Zeitpunkt Hinweise auf das Bestehen einer ge-
schlechtsspezifischen Verfolgung im Sinne von Art. 6 AsylV 1 vor, und das
SEM wäre aufgrund der Anwesenheit von zwei Frauen grundsätzlich ver-
pflichtet gewesen, die Anhörung abzubrechen und den Beschwerdeführer
zu einem anderen Zeitpunkt in einem reinen Männerteam zum geltend Vor-
fall zu befragen. Die betroffene Person kann indessen darauf verzichten,
von Personen des gleichen Geschlechts befragt zu werden; ein solcher
Verzicht kann jedoch nur dann angenommen werden, wenn er ausdrück-
lich erklärt wird (vgl. BVGE 2015/42 E. 5.2 in fine). Vorliegend fragte die
SEM-Mitarbeiterin den Beschwerdeführer, ob er etwas erzählen wolle, das
er nicht in Anwesenheit von Frauen sagen könne. Der Beschwerdeführer
erwiderte, es sei nur das, was er gesagt habe, sonst nichts. Daraufhin teilte
ihm die SEM-Mitarbeiterin mit, er habe das Recht, von einem reinen Män-
nerteam befragt zu werden, wenn er Schwierigkeiten habe, bestimmte
Dinge in Anwesenheit von Frauen anzusprechen. Der Beschwerdeführer
erklärte, er habe bereits alles gesagt, und er schäme sich nicht, da die bei-
den anwesenden Frauen wie Schwestern für ihn seien (vgl. A30 F21 f.). In
der Folge erwähnte er bei der Schilderung seiner Asylgründe von sich aus
erneut, dass er Schläge auf die Hoden erhalten habe, wobei er die Um-
stände dieser Misshandlung näher erläuterte (vgl. A30 F107). Aufgrund
dessen ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer sein Recht, durch ein
Männerteam angehört zu werden, kannte, aber bewusst darauf verzich-
tete. Er hatte offensichtlich keine Hemmungen (mehr), über die erlittene
geschlechtsspezifische Verfolgung zu sprechen, zumal er im Verlauf der
Anhörung aus eigenem Antrieb (d.h. ohne dass ihm dazu Fragen gestellt
worden wären) und trotz der Anwesenheit der beiden Frauen erneut darauf
zu sprechen kam. Auf die ihm zum Schluss der Anhörung gestellte Frage,
wie er sich während der Anhörung gefühlt habe, gab er denn auch zu Pro-
tokoll, er habe sich sehr wohl gefühlt (vgl. A30 F182). Zudem bestätigte er
durch seine Unterschrift unter anderem, dass das Protokoll seinen freien
Äusserungen entspreche. Im Ergebnis ist daher davon auszugehen, dass
der Beschwerdeführer ausdrücklich und damit gültig darauf verzichtet hat,
sein Recht, zum erlittenen sexuellen Übergriff durch ein reines Männer-
team angehört zu werden, in Anspruch zu nehmen. Es ist somit keine Ver-
letzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör festzustellen, und es besteht
auch kein Hinweis darauf, dass sich der Beschwerdeführer nicht frei äus-
sern konnte und der rechtserhebliche Sachverhalt in Bezug auf die geltend
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gemachte geschlechtsspezifische Verfolgung infolge der Anwesenheit von
Frauen während der Anhörung unrichtig oder unvollständig erstellt wurde.
Insbesondere werden auch auf Beschwerdeebene keine weiteren diesbe-
züglichen Sachverhaltselemente vorgebracht. Die entsprechenden Rügen
erweisen sich daher als unbegründet.
3.2.3 Der Beschwerdeführer bringt vor, die BzP vom 8. November 2016 sei
mangelhaft gewesen. Es sei nämlich zunächst ein Dublin-Verfahren einge-
leitet worden, und in diesem Verfahren hätten keine Fragen zu den Asyl-
gründen gestellt werden sollen. Dennoch seien ihm dazu gewisse Fragen
gestellt worden. Sodann habe das SEM das Verfahren grundlos ver-
schleppt, indem die Anhörung erst eineinhalb Jahre nach der Einreichung
des Asylgesuchs durchgeführt und der Asylentscheid erst ungefähr einein-
halb Jahre später ergangen sei. Dazu ist festzustellen, dass die BzP am
8. November 2016 durchgeführt wurde, in diesem Zeitpunkt noch keine Tri-
age betreffend Verfahrensart stattgefunden hatte und daher die Asylgründe
summarisch erfragt wurden. Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden,
zumal dem Beschwerdeführer in keinem Zeitpunkt mitgeteilt worden war,
die Befragung diene ausschliesslich der Feststellung der Dublin-Zustän-
digkeit. Im Weiteren ist es zwar durchaus wünschenswert, dass die Anhö-
rung möglichst bald nach der Einreichung des Asylgesuchs stattfindet und
auch der Asylentscheid zeitnah erfolgt. Allerdings bestehen diesbezüglich
keine zwingenden, mit Rechtsfolgen ausgestatteten gesetzlichen Vor-
schriften. Im Übrigen wäre es dem Beschwerdeführer unbenommen gewe-
sen, im Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens eine Rechtsverzöge-
rungsbeschwerde einzureichen, was er jedoch unterlassen hat (vgl. dazu
auch Urteil des BVGer D-2638/2018 vom 12. März 2020, E.3.8). Schliess-
lich ist nicht ersichtlich und wird vom Beschwerdeführer auch nicht konkret
dargetan, inwiefern ihm infolge der summarischen Befragung zu den Asyl-
gründen in der BzP und der relativ langen Verfahrensdauer ein Nachteil
erwachsen ist. Der Vorwurf, das SEM habe mit seinem Vorgehen die Ab-
klärungspflicht verletzt, ist somit unbegründet.
3.2.4 Bezüglich der Frage der Anhörungsdauer ist festzustellen, dass diese
(inklusive Rückübersetzung und exklusive drei Pausen von insgesamt 75
Min.) 8 Stunden und 25 Minuten dauerte. Dies ist im Vergleich mit einer
durchschnittlichen Anhörungsdauer als eher lang zu erachten. Allerdings
waren die einzelnen Anhörungsblöcke nicht übermässig lang. Lediglich die
Rückübersetzung nahm knapp über zwei Stunden in Anspruch, im Übrigen
dauerten die Anhörungsblöcke (mehrheitlich deutlich) weniger als zwei
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Stunden. Es bestehen keine verbindlichen gesetzlichen Weisungen betref-
fend die Dauer der Anhörung im Asylverfahren. Die Dauer einer konkreten
Anhörung bestimmt sich nicht anhand von starren zeitlichen Vorgaben,
sondern ist situativ und unter Berücksichtigung individueller Kriterien fest-
zulegen. Massgebend ist primär, ob die anzuhörende Person in der Lage
ist, der Anhörung zu folgen. Im vorliegenden Fall sind weder dem Anhö-
rungsprotokoll noch dem Unterschriftenblatt der Hilfswerkvertretung Hin-
weise darauf zu entnehmen, dass die Konzentration des Beschwerdefüh-
rers aufgrund der Anhörungsdauer beeinträchtigt war. Damit ist nicht er-
sichtlich, dass die Sachverhaltsermittlung vorliegend infolge der relativ lan-
gen Anhörungsdauer qualitativ mangelhaft war. Eine Verletzung der Abklä-
rungspflicht ist daher zu verneinen.
3.2.5 Insoweit als der Beschwerdeführer rügt, das SEM habe nicht abge-
klärt, in welchem Zusammenhang die geschlechtsspezifischen Misshand-
lungen erfolgt seien, ist festzustellen, dass aus seinen Aussagen ohne wei-
teres hervorgeht, dass er anlässlich der geltend gemachten Inhaftierung im
Jahr (...) misshandelt wurde (Folter mit Elektrizität, Schläge auf Hoden; vgl.
A30 F106 f.). Damit bestand für das SEM keine Veranlassung, den Zeit-
punkt und die Umstände der geltend gemachten Misshandlungen weiter
abzuklären. Diese Rüge ist offensichtlich unbegründet.
3.3 Im Weiteren macht der Beschwerdeführer geltend, das SEM habe we-
der im Sachverhalt erwähnt noch in den Erwägungen gewürdigt, dass er
Anfang (...) Probleme mit syrischen Beamten gehabt habe und deshalb
verhaftet worden sei. Das SEM habe die geschilderte einmonatige Haft und
massive Folter einfach ignoriert, was umso schwerer wiege, da er offen-
sichtlich schon damals von den syrischen Behörden als Regimegegner
identifiziert worden sei. Ausserdem habe sich die Vorinstanz mit keinem
Wort zur drohenden Verfolgung aufgrund der geltend gemachten exilpoliti-
schen Tätigkeit geäussert und auch die diesbezüglichen Beweismittel nicht
gewürdigt. Damit rügt der Beschwerdeführer eine Verletzung des An-
spruchs auf rechtliches Gehör, namentlich der Prüfungs- und Begrün-
dungspflicht.
3.3.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 26 - 33
VwVG) beinhaltet als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse, die einer Partei
einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam
zur Geltung bringen kann (vgl. PATRICK SUTTER, in: Auer/Müller/Schindler
[Hrsg.], a.a.O., Rz. 1 zu Art. 29, m.w.H., vgl. dazu auch BVGE 2009/35
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E. 6.4.1). Aus dem Grundsatz des rechtlichen Gehörs folgt, dass alle er-
heblichen Parteivorbringen zu prüfen und zu würdigen und Entscheide zu
begründen sind (vgl. Art. 32 Abs. 1 sowie Art. 35 Abs. 1 VwVG). Nach den
von Lehre und Praxis entwickelten Grundsätzen hat die verfügende Be-
hörde im Rahmen der Entscheidbegründung die Überlegungen zu nennen,
von denen sie sich leiten liess und auf die sich ihr Entscheid stützt. Die
Begründung des Entscheides muss so abgefasst sein, dass der Betroffene
ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. Die Behörde muss sich
jedoch nicht mit jeder tatbeständlichen Behauptung auseinandersetzen,
sondern kann sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte
beschränken (vgl. dazu LORENZ KNEUBÜHLER/RAMONA PEDRETTI, in:
Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], a.a.O., Rz. 7 ff. zu Art. 35; KÖLZ/HÄNER/
BERTSCHI; a.a.O., N. 629 ff.; BVGE 2011/37 E. 5.4.1; BVGE 2009/35
E. 6.4.1, BGE 136 I 184 E. 2.2.1 und 134 I 83 E. 4.1).
3.3.2 Der Beschwerdeführer brachte im Verlauf der Anhörung vor, er habe
sich Anfang (...) eine Besitzurkunde betreffend eines Grundstücks ausstel-
len lassen wollen. Der zuständige Beamte habe sich jedoch geweigert und
ihn aufgefordert, zunächst Bestechungsgeld zu bezahlen. Daraufhin sei es
zum Streit mit gegenseitigen Beschimpfungen und Handgreiflichkeiten ge-
kommen. Er habe dabei auch die Regierung beschimpft. Schliesslich sei
die Polizei angerückt und habe ihn mitgenommen. Er sei einen Monat lang
inhaftiert gewesen, wobei er gefoltert worden sei. Unter anderem habe er
Elektroschocks und Schläge auf die Hoden erhalten. Sein Bruder habe
schliesslich eine Kaution geleistet, worauf er entlassen worden sei (vgl.
A30 F106 ff., F162). Ausserdem machte der Beschwerdeführer geltend, er
sei in der Schweiz exilpolitisch tätig und habe bisher an zwei Kundgebun-
gen (in E._ und F._) teilgenommen, welche sich gegen den
Einsatz von Chemiewaffen durch das syrische Regime gerichtet hätten
(vgl. A30 F14 ff.). Er reichte dazu mehrere Fotos zu den Akten. Diese Vor-
bringen sind allesamt grundsätzlich als erheblich im Sinne von Art. 32 Abs.
1 VwVG zu erachten; exilpolitische Tätigkeiten können grundsätzlich sub-
jektive Nachfluchtgründe darstellen. Es ist Aufgabe des SEM zu beurteilen,
ob die konkret geltend gemachten Aktivitäten glaubhaft und intensiv genug
sind, um im konkreten Fall zur Bejahung der Flüchtlingseigenschaft zu füh-
ren. Auch die geltend gemachte Inhaftierung ist grundsätzlich relevant für
die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers respek-
tive seines generellen Gefährdungsprofils, insbesondere wenn davon aus-
gegangen werden müsste, er sei schon damals als Regimegegner identifi-
ziert und registriert worden (vgl. dazu die Aussage in A30 F162, wonach er
die Regierung beschimpft und deswegen verhaftet worden sei). Obwohl die
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Seite 12
genannten Asylgründe somit keineswegs als völlig unwesentlich bezeich-
net werden können, hat sie das SEM in der angefochtenen Verfügung mit
keinem Wort erwähnt. Es hat diese Vorbringen offensichtlich überhaupt
nicht zur Kenntnis genommen und sich folglich auch nicht damit auseinan-
dergesetzt. In seiner Vernehmlassung schwieg sich das SEM zur vorge-
brachten Inhaftierung und Misshandlung im Jahr (...) weiter aus. Hinsicht-
lich der geltend gemachten exilpolitischen Tätigkeit erwog es nachträglich,
diese sei nicht geeignet, eine Furcht vor flüchtlingsrechtlich relevanter Ver-
folgung zu begründen. Den entsprechenden Erwägungen ist indessen
nicht zu entnehmen, aus welchen Überlegungen das SEM im konkreten
Fall zu dieser Schlussfolgerung gelangte, zumal seine Ausführungen – mit
Ausnahme des genannten Fazits – ausschliesslich aus Textbausteinen be-
stehen und daraus nicht hervorgeht, dass das SEM die geltend gemachten
exilpolitischen Tätigkeiten sowie die dazu eingereichten Beweismittel tat-
sächlich geprüft und gewürdigt hat. Eine gerichtliche Überprüfung des erst-
instanzlichen Entscheidungsprozesses ist damit nur sehr beschränkt mög-
lich.
3.3.3 Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass das SEM im vorliegenden
Fall die ihm obliegenden Pflichten, die rechtserheblichen Vorbringen der
asylsuchenden Person sorgfältig und ernsthaft zu prüfen und zu würdigen
und den Asylentscheid in nachvollziehbarer Weise zu begründen, verletzt
hat, woraus eine Verletzung des Anspruchs des Beschwerdeführers auf
rechtliches Gehör resultiert.
4.
4.1 Angesichts des formellen Charakters des Gehörsanspruchs führt eine
Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör grundsätzlich zur Kassa-
tion und Rückweisung der Sache an die Vorinstanz, unabhängig davon, ob
die angefochtene Verfügung bei korrekter Verfahrensführung im Ergebnis
anders ausgefallen wäre. Im Beschwerdeverfahren kann die Gehörsverlet-
zung jedoch unter Umständen aus prozessökonomischen Gründen geheilt
werden, wenn die Rechtsmittelinstanz über die volle Kognition verfügt, das
Versäumte nachgeholt wird, die beschwerdeführende Person dazu Stel-
lung nehmen kann und die festgestellte Verletzung nicht schwerwiegender
Natur ist (vgl. dazu BVGE 2015/10 E. 7.1 m.w.H.; KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI,
a.a.O., Rz. 548 ff., 645).
4.2 Im vorliegenden Fall ist eine Heilung der festgestellten (mehrfachen)
Gehörsverletzung nicht in Betracht zu ziehen, da die Verfahrensmängel re-
lativ schwer wiegen, das SEM zur geltend gemachten Inhaftierung im Jahr
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(...) in der Vernehmlassung nach wie vor nicht Stellung genommen hat und
seine dortigen rudimentären Ausführungen zur exilpolitischen Tätigkeit
(vgl. dazu vorstehend E. 3.3.2) den Anforderungen an die Prüfungs- und
Begründungspflicht offensichtlich nicht zu genügen vermögen. Ausserdem
ginge dem Beschwerdeführer bei einer Heilung durch das Gericht und ei-
nem daraufhin allenfalls ergehenden abweisenden Entscheid eine Instanz
verloren. Obwohl die Beschwerde grundsätzlich reformatorisch ausgestal-
tet ist (vgl. Art. 61 Abs. 1 VwVG), erscheint aus diesen Gründen eine Kas-
sation der angefochtenen Verfügung angebracht.
5.
Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen, soweit die Aufhebung im Asyl-
punkt beantragt wurde. Die angefochtene Verfügung ist hinsichtlich der
Dispositivziffern 1-3 aufzuheben, und die Sache ist zur umfassenden Prü-
fung und Würdigung der vorgebrachten Asylgründe sowie zur rechtsgenüg-
lich begründeten Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Bei die-
sem Verfahrensausgang erübrigt es sich, auf die weiteren Anträge und Be-
schwerdevorbringen näher einzugehen.
6.
6.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben
(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG).
6.2 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens
in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm
notwendigerweise erwachsenen Parteikosten auszurichten. Es wurde
keine Kostennote eingereicht, weshalb die notwendigen Parteikosten auf-
grund der Akten zu bestimmen sind (Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). Gestützt
auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 9–13 VGKE)
ist dem Beschwerdeführer zulasten der Vorinstanz eine Parteientschädi-
gung von insgesamt Fr. 1’800.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuerzu-
schlag) zuzusprechen.
D-6297/2019
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