Decision ID: cbe7fc42-9f64-5afc-b048-b03878c87b15
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1962 geborene
X._
arbeitete zuletzt seit 1. November 2004 als Autoverkäufer bei der
Z._
und war damit bei
der
Y._
BVG-Kasse berufsvorsorgeversichert
. Am 1. Februar 2006 stolperte er
im Dunkeln
über die offene
Türe des Geschirrspülers
und
verletzte sich dabei am
Rücken (Urk.
1 S. 3 f., Urk. 11/2 S. 2
).
Die Schweizerische Unfall
versicherungsanstalt (SUVA) erbrachte in der Folge Taggeld- sowie
Heilbe
handlungsleistungen
und verfügte am 2. Juli 2009
– unter Annahme eines zumut
baren Arbeitspensums von 30 Stunden pro Woche in der angestammten oder einer anderen behinderungsgerechten Tätigkeit -
mit Wirkung ab 1. Dezember 2008 eine auf einer Erwerbsunfähigkeit von 53 % basierende Inva
lidenrente
sowie
eine Entschädigung für eine Integritätseinbusse von 60 % (Urk. 2/9).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, sprach
dem Versicherten,
nachdem sie die Akten de
r
SUVA
beigezogen hatte, mit Ver
fügungen vom 5. Oktober 2009 (Urk. 2/10a) und vom 19. Februar 2010 (Urk. 2/10b)
– ausgehend von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten und einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit -
mit Wirkung ab 1. April 2007 eine auf einem Invaliditätsgrad von 50 % beruhende halbe Rente zu.
Die am 1. März 2010 im Prozess Nr. IV.2010.00307 gegen den Rentenentscheid der IV-Stelle erhobene Beschwerde wies das hiesige Gericht mit
– in der Folge unangefochten in Rechtskraft erwachsenem -
Urteil vom 4. November 2011
(Urk. 11/2)
ab.
1.2
Mit Schreiben vom
21. August 2009
(Urk. 2/11) und vom 2. März 2010 (Urk. 2/12)
ersuchte der Versicherte
die
Y._
BVG-Kasse
um Aus
richtung von Invalidenleistungen, was diese
am 27. Mai 2010 ablehnte
, weil
die Überentschädigungsgrenze von 90 % des mutmasslich entgangenen
Verdienstes
mit den Invalidenleistungen der IV und der SUVA
bereits
überschritten werde
(Urk. 2/13). Nachdem der Versicherte
hiegegen
– unter Hinweis darauf, dass er
seit September 2007
erfolglos nach einer leidensangepassten Stelle suche – opponiert hatte (vgl.
Schreiben vom 5. November 2010
[
Urk. 2/14
], vom 17. November 2010 [Urk. 2/16], vom 7. Januar 2011 [Urk. 2/17] und vom 11. März 2011 [Urk. 2/20]
),
hielt die
Y._
BVG-Kasse
an der
Leis
tungsverweigerung
fest (vgl. Schreiben vom 12. November 2010 [Urk. 2/15], vom 7. März 2011 [Urk. 2/19] und vom 16. März 2011 [Urk. 2
/21]).
2.
Am 28. Februar 2012
liess
X._
mit folgendem Rechtsbegehren Klage gegen die
Y._
BVG-Kasse erheben (Urk. 1 S. 2):
"1.
Die Beklagte sei zu verpflichten
, dem Kläger spätestens ab 1. Dezember 2008 die geschuldeten Leistungen aus der beruflichen
Vorsorge auszurichten.
2.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beklagten.“
Die Beklagte schloss am 31. Mai 2012 auf – kosten- und entschädigungspflich
tige – Abweisung der Klage (vgl. Klageantwort, Urk. 10).
Replicando
(Urk. 15) und
duplicando
(Urk. 19) hielten die Parteien an ihren Rechtsbegehren fest.
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invaliden
versi
cherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der berufli
chen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (Art. 6
des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinter
lassenen- und Invalidenvorsorge [
BVG
]
) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrach
tung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entschei
dend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmel
dung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsorgeeinrichtung bzw. das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bun
desgerichts 9C_49/2010 vom 23.
Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(
aArt
. 73bis
der Verordnung über die Invalidenversi
cherung [
IVV
]
; seit 1. Juli 2006: Art. 73ter IVV) einbezogen und ihr die
Renten
verfügung
formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 16. Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selb
ständiges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invaliditätsgrades (grundsätzlich,
masslich
und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrach
tungsweise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente ent
scheidend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Verfahren der Invalidenversicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die Invaliditätsbemessung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
1.2
Gemäss
Art.
34a
Abs.
1
BVG
erlässt der Bundesrat Vorschriften zur Verhinde
rung ungerechtfertigter Vorteile des Versicherten oder seiner Hinter
lassenen beim Zusammentreffen mehrerer Leistungen. Gestützt darauf bestimmt
Art.
24
der Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und
Invali
denvor
sorge
(BVV 2)
, dass die Vorsorgeeinrichtung die Hinterlassenen- und
Invali
denleistungen
kürzen kann, soweit sie zusammen mit anderen anrechen
baren Einkünften 90 Prozent des
mutmasslich
entgangenen Verdienstes über
steigen (
Abs.
1). Als anrechenbare Einkünfte gelten Leistungen gleicher Art und Zweck
bestimmung, die der anspruchsberechtigten Person aufgrund des schädi
genden Ereignisses ausgerichtet werden, wie Renten oder Kapitalleistungen mit ihrem Rentenumwandlungswert in- und ausländischer Sozialversicherungen und Vorsorgeeinrichtungen, mit Ausnahme von
Hilflosenentschädigungen
, Abfin
dungen und ähnlichen Leistungen. Bezügern von Invalidenleistungen wird über
dies das weiterhin erzielte oder
zumutbarerweise
noch erzielbare Erwerbs- oder Ersatzeinkommen angerechnet (
Abs.
2).
1.
3
Die Vorsorgeeinrichtungen können sich im
Überobligatoriumsbereich
weitge
hend frei einrichten (
Art.
49
Abs.
1 BVG), sie haben dabei aber den
verfas
sungsmässigen
Minimalstandard (rechtsgleiche Behandlung, Willkürverbot,
Ver
hältnismässigkeit
) zu wahren. Im
Überobligatorium
gelten daher nicht
Art.
34a BVG und
Art.
24 BVV
2, sondern die reglementarischen Bestimmun
gen, welche auch strenger sei
n können als diejenigen der BVV
2, solange die Leistungen
gemäss
Obligatorium
eingehalten werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_37/2010 vom 4. August 2010 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.4
Nach der Rechtsprechung wird im Rahmen der berufsvorsorgerechtlichen
Über
entschädigungsberechnung
das weiterhin erzielte oder
zumutbarerweise
noch erzielbare Erwerbs- oder Ersatzeinkommen angerechnet. Es besteht
aufgrund der gesetzlichen Konzeption der Invalidenleistungen aus der ersten und zweiten Säule (E. 1.1)
eine Vermutung, wonach das
zumutbarerweise
noch erzielbare Erwerbseinkommen mit dem von der IV
Stelle ermittelten Invalideneinkommen übereinstimmt (BGE 134 V 64 E. 4.1.3). Das
gemäss
Art.
24 Abs. 2 Satz 2 BVV2 anrechenbare Einkommen basiert
aber
- anders als das Invalideneinkommen
, d
a
s auf der Grundlage eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes (Art. 16
des Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG)
ermittelt wird
- auf dem Zumutbarkeitsgrundsatz, der die Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Umstände, auch in
arbeitsmarktlicher
Hinsicht, verlangt, wobei auch bei der Würdigung der subjektiven Gegebenhei
ten und Möglichkeiten einer bestimmten versicherten Person ein objektiver
Massstab
anzulegen ist. Solche subjektiven Gegebenheiten, denen unter
Zumut
barkeitsgesichtspunkten
Rechnung zu tragen ist, sind alle Umstände, welche
im Rahmen einer objektivierenden Prüfung - für die effektiven Chancen des betreffenden Versicherten, auf dem jeweiligen tatsächlichen Arbeitsmarkt eine geeignete und zumutbare Arbeitsstelle zu finden, von wesentlicher Bedeutung sind (BGE 134 V 64 E. 4.2.1).
1.5
Für die Beurteilung der Frage, ob der versicherten Person im Rahmen der
Über
entschädigungsberechnung
ein hypothetisches Arbeitseinkommen anzurechnen ist, gelten die gleichen Grundsätze wie bei der Berücksichtigung von
Verzichts
einkommen
gemäss
Art. 11 Abs. 1
lit
. g des Bundesgesetzes über
Ergänzungs
leistungen
zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG). Für die Frage, ob im Bereich
der Ergänzungsleistungen
bei Teilinvaliden ein
Verzichts
einkommen
anzurechnen ist (Art. 3c Abs. 1
lit
.
g ELG; seit 1.
Januar 2008: Art. 11 Abs. 1
lit
.
g ELG; Art.
14a Abs.
1 und 2
lit
.
a ELV), sind
rechtspre
chungsgemäss
die invaliditätsfremden Faktoren wie Alter, Sprachkenntnisse, Ausbildung, bisherige Tätigkeit sowie die konkrete Arbeitsmarktlage zu berück
sichtigen. Angesichts d
er
offenkundigen Parallelen zwischen beruflicher Vor
sorge und der Anrechnung eines hypothetischen Arbeitserwerbs im Rahmen der Prüfung des Anspruchs auf Ergänzungsleistungen liegt es auf der Hand, für die Belange der Überent
schädigungsberechnung nach Art. 24 Abs.
1 und 2 BVV2 die zum ergänzungsleistungsrechtlichen Verzichtseinkommen ergangene Rechtsprechung heranzuziehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_73/2010 vom 28.
September 2010 E. 6.1 mit Hinweisen).
1.
6
Nach Art. 23 des Reglements der Beklagten, Ausgabe Januar 2007 (Urk. 11/3)
,
kürzt die Kasse Hinterlassenen- und Invalidenleistungen, soweit sie zusammen
mit anderen anrechenbaren Einkünften 90 % des mutmasslich entgangenen Verdienstes übersteigen (Abs. 1).
Als anrechenbare Einkünfte gelten Leistungen gleicher Art und Zweckbestim
mung, die der anspruchsberechtigten Person aufgrund des schädigenden Ereig
nisses ausgerichtet werden, wobei die Einkünfte des überlebenden Ehegatten und der Waisen zusammengerechnet werden:
a)
Leistungen der AHV/IV oder ausländischer Sozialversicherungen;
b)
Leistungen der Militärversicherung oder
der
obligatorischen
Unfallversi
cherung;
c)
Leistungen aus anderen Vorsorgeeinrichtungen.
Bezügern von Invalidenleistungen wird überdies das weiterhin erzielte oder
zumutbarerweise
noch erzielbare Erwerbs- der Ersatzeinkommen angerechnet. Bei der Bestimmung des
zumutbarerweise
noch erzielbaren Erwerbseinkommens wird grundsätzlich auf das Invalideneinkommen gemäss IV-Entscheid abge
stellt. Eine Anpassung des anrechenbaren Betrages erfolgt bei Revision der IV (Abs. 2).
Kapitalleistungen werden zu ihrem Rentenumwandlungswert angerechnet. Hilflo
sen-, Integritätsentschädigungen, Genugtuungssummen und ähnliche Leistungen werden nicht angerechnet (Abs. 3).
Die Kasse kann eine Kürzung jederzeit überprüfen und die Leistungen anpassen, wenn sich die Verhältnisse wesentlich ändern. In Härtefällen kann die Kasse auf eine Kürzung teilweise oder ganz verzichten (Abs. 7).
2.
2.1
Der Kläger führte zur Klagebegründung im Wesentlichen aus,
seine
intensiven Arbeitsbemühungen
während
mehrerer Jahre
hätten gezeigt, dass
ihm
die Erzielung des dem
Rentenentscheid der IV zugrunde liegende
n
Invalidenein
kommens
faktisch
unmöglich sei
(Urk. 1 S. 12 ff.
, Urk. 15 S. 3
)
. Bei der
Über
entschädigungsberechnung
sei
daher nicht
auf den
seitens der Invalidenversi
cherung
ermittelte
n
Invalidenlohn
abzustellen, sondern es seien seine
-
wesent
lich geringeren - tatsächlichen
Einkünfte für die Arbeit als
Mi
s
t
ery
-Shopper
auf Abruf sowie
die Betreuung eines Schulkollegen seines Sohns einen Nachmittag pro Woche und dessen Verpflegung am Mittagstisch zu berücksichtigen
(Urk. 1 S. 6 und S. 12
, Urk. 15 S. 4 ff.
)
. Demnach habe er durchaus Anspruch auf
Inva
lidenleistungen
der Beklagten.
2.2
Die Beklagte stellte sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Standpunkt,
Art. 24 Abs. 2 BVV
2 gelte ausschliesslich für
den Bereich der
obligatorische
n
berufliche
n
Vorsorge.
Angesichts der Tatsache, dass ihre
reglementarischen
Risikoleistungen
die nach BVG obligatorischen
klar überstiegen
,
sei sie auch berechtigt
gewesen
, im Reglement eine
eigene Überentschädigungsregelung im Sinne einer statischen Überentschädigungsgrenze
zu treffen
(Urk. 10 S. 5 ff.
, Urk. 19 S. 6 f.
).
Selbst
unter Annahme
der Anwendbarkeit der genannten
Ver
ordnungsbestimmung
erweise sich
ihre Überentschädigungsberechnung
und damit auch die Leistungsverweigerung
als
rechtens,
da
die Vermutung der
I
dentität von Invaliden- und zumutbarem Erwerbseinkommen
gelte
. D
ie dürfti
gen Arbeitsbemühungen sowie die weiteren persönlichen Umstände des Klägers
erfüllten die Voraussetzungen
für ein Abweichen von diesem mutmasslichen Einkommen keineswegs
(Urk.
10 S. 7 ff.
, Urk. 19 S
.
6). H
inzuweisen sei in diesem Zusammenhang insbesondere darauf, dass die SUVA beziehungsweise die IV-Stelle und das hiesige Gericht bei der Festsetzung des hypothetischen Invalideneinkommens sämtliche gesundheitlichen Beeinträchtigungen berück
sichtigt und den behinderungsbedingten Nachteilen
des Klägers
auf dem Arbeitsmarkt namentlich mit der Gewährung eines leidensbedingten Abzugs vom Invalidenlohn
bereits
Rechnung getragen hätten (Urk. 19 S. 3 ff.).
3.
3.1
Die Überentschädigungsregelung gemäss Art. 23 Abs. 2 des Reglements der Beklagten (Urk. 11/3) stimmt insoweit exakt mit Art. 24 Abs. 2 BVV2 überein, als
sie vorsieht, dass
Bezügern von Invalidenleistungen (
nebst weiteren Ein
künften
) das weiterhin erzielte oder zumutbarer Weise noch erzielbare Erwerbs- oder Ersatzeinkommen angerechnet wird.
Dabei wird im Reglement der Beklag
ten
-
anders als in Art. 24
Abs. 2 BVV
-
explizit festgehalten
, dass bei der Bestimmung des
zumutbarerweise
noch erzielbaren Erwerbseinkommens
grund
sätzlich -
auf das Invalideneinkommen gemäss IV-Entscheid abgestellt wird.
Aufgrund des Wortlauts dieser Norm steht fest, dass
der Invalidenlohn gemäss Rentenentscheid der IV
nur
in (im Reglement nicht definierten)
Aus
nahme
-f
ällen nicht massgebend ist für die Berechnung der Überentschädigung.
3.2
Ob die Beklagte bei der Ermittlung des vom Kläger
zumutbarer
w
eise
noch erziel
baren Erwerbseinkommens
kraft ihres Reglements zwingend auf das
inva
lidenversicherungsrechtliche
Invalideneinkommen abzustellen hatte
(Urk. 10 S. 5 ff., Urk. 19 S. 5), kann vorliegend offen bleiben.
Wie sich im Folgenden ergibt, lassen die
diesbezüglich relevanten Faktoren
nämlich nicht darauf
schliessen, dass der Kläger tatsächlich ausserstande
ist
, das dem
Rentenent
scheid
der IV zugrunde liegende Invalideneinkommen zu erzielen.
Soweit der Kläger die (weitestgehend) erfolglose Stellensuche damit erklärt, dass
der
invali
denversicherungsrechtlich
festgelegte Arbeitsfähigkeitsgrad und das erstellte Belastungsprofil unzutreffend seien beziehungsweise dass er
aufgrund seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen gar keine Restarbeitsfähigkeit in einer
gemäss der IV behinderungsangepassten
Tätigkeit aufweise
(Urk. 1 S. 5 f., Urk. 15 S. 4
und S. 6 f.
)
, ist er nicht zu hören.
D
ie diesbezüglichen Feststellun
gen im (rechtskräftigen) Rentenentscheid der IV sind für die Beklagte nämlich bindend (vgl. E. 1.1).
Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang darauf, dass er den – zur Zufriedenheit seines Arbeitsgebers verlaufenen - Arbeitsversuch
als Mitarbeiter eines Callcenters, mithin einer durchaus
leidensangepassten Tätig
keit
,
wegen gesundheitlicher Beschwerden aus eigener Initiative
abbrach
(Urk. 2/6)
, ohne dass ihm
ärztlicherseits eine (weitergehende als bis dahin bescheinigte) Arbeitsunfähigkeit attestiert worden war.
Sodann vermögen auch die Gehunsicherheit sowie die
geltend gemachte
Heiserkeit und Veränderung der Stimmlage (Urk. 15 S. 7) nicht zu erklären, weshalb der Kläger während rund viereinhalb Jahren kein
e
geeignete Stelle gefunden hat. Die
Gehunsicher
heit
, die sich insbesondere beim Treppensteigen und beim
Gehen auf unebenem Gelände manifestiert (Urk. 15 S. 7), dürfte hinsichtlich eines
Bewerbungsge
sprächs
kaum negative Auswirkungen haben. Was die Heiserkeit anbelangt, wurde diese vom Leiter des Callcenters, in dem der Kläger im Rahmen des Arbeitsversuchs rund zehn Telefonate pro Stunde durchführte, nicht einmal erwähnt (Urk. 2/6).
Schliesslich lassen auch die erfolgten Arbeitsbemühungen nicht darauf schliessen, dass
der Kläger tatsächlich ausserstande sei, ein dem Invalideneinkommen äquivalentes Resterwerbseinkommen zu generieren.
So
hat er von November 2009 bis April 2010 während eines halben Jahres
insgesamt
nur gerade
26
(mithin
weniger als fünf pro Monat
) und i
n der Zeit zwischen März 2011 und Januar 2012 während fünf Monaten lediglich 30 (durchschnitt
lich sechs pro Monat) Arbeitsbemühung
getätigt. Dabei verfasste er,
obwohl
er den Fokus
zum weit überwiegenden Teil
auf Stellen im Bürobereich richtete
,
keine einzige schriftliche Bewerbung
(vgl. Anhang zu Urk. 2/14
und Urk. 2/2/3
).
3.3
Aufgrund der gesamten Umstände erscheint demnach nicht als überwiegend wahrscheinlich, dass es dem Kläger
tatsächlich
unmöglich ist, auf dem für ihn konkret in Frage kommenden Arbeitsmarkt eine Stelle zu finden, bei dem er ein Salär in Höhe des Invalideneinkommens
erzielen
kann
. Dass die Beklagte im Rahmen ihrer Überentschädigungsberechnung auf das
invalidenversicherungs
rechtlich
festgelegte Invalideneinkommen abstellte, ist daher – unabhängig
davon, ob sie im vorliegenden Fall
gestützt auf ihr Reglement
von dieser
Bezugs
grösse
hätte abweichen können beziehungsweise müssen – nicht zu beanstanden. Die Klage erweist sich folglich als unbegründet.
4.
Der obsiegenden Beklagten als Trägerin der beruflichen Vorsorge steht keine Prozessentschädigung zu (Urk.
10
S. 2; § 34 Abs. 2 des Gesetzes über das
Sozi
alversicherungsgericht
[
GSVGer
]; vgl. BGE 128 V 133 E. 5b, 126 V 150 E. 4a, 118 V 169 E. 7 und 117 V 349 E. 8, mit Hinweisen; vgl. auch BGE 122 V 125 E. 5b und 320 E. 1a und b sowie 112 V 356 E. 6).