Decision ID: 6edc362b-00c9-4af1-b88c-9797b8fe2510
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1994, begann im August 2011 eine Lehre als Kauffrau
Profil
E bei der Gemeindeverwaltung
Y._
(Urk. 7/1).
Das Lehrverhältnis wurde auf Ende Juli 2012 aufgelöst (Urk. 7/2/17-18). Vom 20. Dezember 2012 bis 11. Juli 2013 absolvierte die Versicherte im Rahmen des Programms JOB PLUS KV (Berufsvorbereitungsjahr für Jugendliche ohne Lehrstelle) bei der
Z._
ein Praktikum im kaufmännischen Bereich (Urk. 7/2/12-16).
Im September 2013 begann die Versicherte
erneut
eine über den
A._
vermittelte
Lehre als Kauffrau Profil E bei der
B._
(vgl. Urk. 7/8
, Urk. 7/14/5
).
Am 19. September 2013 meldeten die Sozia
len Dienste
des
Bezirk
s
C._
die
Versicherte bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zur Früherfassung an (Urk. 7/3). Am 30. September 2013 fand ein Standortgespräch statt
, woraufhin die Versicherte zur Anmeldung bei der Invalidenversicherung aufgefordert wurde
(Urk. 7/8
-9
).
Am 19. November 2013 meldete sich die Versicherte, unter Hinweis auf
Endometriose
, starke
Schmer
zen und Depressionen
bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an
(Urk.
7/14)
.
Daraufhin tätigte die IV-Stelle medizinische Abklärungen (Urk. 7/16) und zog einen Auszug aus dem individuellen Konto der Versicherten bei (Urk. 7/17). Am 6. Dezember 2013 erschien die Ve
rsicherte zu einem Eingliederungsg
espräch bei der IV-Stelle (Urk. 7/19/2-
3).
Am 21. März 2014 wurde das Lehrverhältnis
mit der
B._
per 31. März 2014 aufgelöst (Urk. 7/31/17). Vom 27. März bis am 2. Mai 2014 wurde die Versicherte in der
D._
stationär behandelt (
Urk.
7/31/18).
Am 26. Juni 2014 teilte die IV-Stelle der Versicherten
mit, dass keine Eingliederung
smassnahmen aufgenommen würden
(Urk. 7/18
, vgl
. Urk. 7/19/4
).
Mit Verfügung vom 18. September 2014 wurde das Leistungsbe
gehren der Versic
herten – wie vorbeschieden (Vorbescheid vom 30. Juni 2014,
Urk. 7/21) – abgewiesen (Urk. 7/22).
1.2
Mit Verfügung vom 29. Oktober 2014 erfolgte die wiedererwägungsweise Aufhe
bung der Verfügung vom 18. September 2014, da die betreffende Verfügung, trotz bestehender Vollmacht, nicht dem Rechtsvertreter der Versicherten zuge
stellt worden war
. In diesem Zusammenhang
gewährte
die IV-Stelle
der Versi
cherten eine neue Frist von 30 Tagen, um
Einwand
zu erheben
(Urk. 7/28, vgl. Urk. 7/26).
Am 14. Januar 2015 e
rhob
die Versicherte Einwand gegenüber dem Vorbescheid vom
30. Juni 2014 (Urk. 7/32),
wo
raufhin die IV-Stelle ergänzende medizinische Abklärungen
tätigte
(Urk. 7/33-38). Am 4. Mai 2015 erschien die Versicherte
nach einer letzten Aufforderung
der IV-Stelle zu einem Gespräch zur Abklärung ihrer beruflichen
Situation (Urk. 7/40, Urk. 7/45).
Mit Mitteilung vom 23. Juli 2015 erteilte die IV-Stelle
– unter Ausrichtung eines Taggeldes
(Urk. 7/60)
–
Kostengutsprache für eine Potentialabklärung vom
3.
bis am 28. August 2015 in der
E._
(Urk. 7/54
,
Schlussbericht
Potentialabklärung
vom 9. September 2015 [Urk. 7/57]
).
Mit Mitteilung vom 1. Oktober 2015 setzte die IV-Stelle die Versi
cherte darüber in Kenntnis, dass derzeit keine
beruflichen Massnahmen
möglich seien (Urk. 7/61).
In der Zeitspanne vom 29. April bis am 2. Juni 2017 absolvierte die Versicherte eine interdisziplinäre Therapie im
F._
(Urk. 7/85).
Am
10. Juli 2017 wurde die Versicherte im Regionalen Ärzt
lichen Dienst (RAD) allgemeinmedizinisch/internistisch und psychiatrisch unter
sucht (vgl. Urk. 7/81-83).
Die betreffenden
Berich
t
e
wurden am 31. Juli 2017 erstattet (Urk. 7/82-83).
1.3
Mit Vorbescheid vom 3. November 2017 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 7/87), wogegen die
se
am 30. November 2017 vorsorglich (Urk. 7/89) und am 29. Januar 2018 begründet Ein
wand erhob (Urk. 7/92).
Am 23. Mai 2018 wies die IV-Stelle das Leistungs
be
gehren der Versicherten ab (Urk. 7/96
= Urk. 2
).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 26. Juni 2018 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung
sei aufzuheben
und die IV-Stelle zu verpflichten, ihr die gesetzlich geschuldeten Leistungen zuzusprechen, insbesondere eine Invaliden
rente, eventuell Eingliederungsmassnahmen.
In prozessualer Hinsicht beantragte sie die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 7. August 2018 schloss die
Beschwer
de
gegnerin
auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6, unter Beilag
e
ihrer Akten
Urk. 7/1-97), worüber die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 8. August 2018
in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit
erforderlich
, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Massgabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des
Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die gesamt
haft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E.
4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom 7. März
2018 E.
4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig
und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrschein
lich
keit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweis
belastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.4
Über das Zusammenwirken von Recht und Medizin bei der konkreten Rechts
anwendung hat sich das Bundesgericht verschiedentlich geäussert. Danach ist es sowohl den begutachtenden Ärzten als auch den Organen der Rechtsanwendung aufgegeben, die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall mit Blick auf die normativ vorge
gebenen Kriterien zu beurteilen. Die medizinischen Fachpersonen und die Organe der Rechtsanwendung prüfen die Arbeitsfähigkeit je aus ihrer Sicht. Bei der Ab
schätzung der Folgen aus den diagnostizierten gesundheitlichen Beeinträch
ti
gungen nimmt zuerst der Arzt Stellung zur Arbeitsfähigkeit. Seine Einschätzung
ist eine wichtige Grundlage für die anschliessende juristische Beurteilung der Frage
, welche Arbeitsleistung der versicherten Person noch zugemutet werden kann (BGE 141 V 281 E. 5.2.1).
Die Rechtsanwender prüfen die medizinischen Angaben frei insbesondere darauf
hin, ob die Ärzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen
anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen
. Es soll keine
losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des struk
turierten Beweisverfahrens stattfinden, sondern im Rahmen der Beweiswürdigung überprüft werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den nor
mativen Vorgaben Rechnung tragen. Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung, welche im Rahmen des Sozialversicherungsrechts abschliessend nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann. Nach BGE 141 V 281 kann somit der Beweis für eine lang andau
ernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nur dann als geleis
tet betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Ein
schränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeits
un
fähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den Regeln über die (materielle) Beweislast zuungunsten der rentenansprechenden Person auswirkt (BGE 144 V 50 E. 4.3
).
1.5.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammen
hänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nach
voll
ziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicher
heiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialver
siche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
1.6
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne
wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrele
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
stellte sich in ihrer abweisenden Verfügung im Wesent
lichen auf den Standpunkt, die medizinischen Abklärungen hätten gezeigt, dass die
Beschwerdeführerin
seit März 2014 in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich einge
schränkt sei. Das Erscheinungsbild der
Beschwerdeführerin
habe dem von ihr erklärten Erschöpfungszustand widersprochen, zumal eine äusserst gepflegte junge Frau habe empfangen werden können. In einem von ihr erklärten Erschöp
fungszustand sei eine derart
ausgeprägte Körperpflege sehr unüblich. Auch die Angaben, dass sich die
Beschwerdeführerin
aufgrund dieser Erschöpfungs
erschei
nungen von ihrem sozialen Umfeld zurückgezogen habe, hätten nicht nachvoll
zogen werden können. Der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin
habe sich unter der aktuellen Behandlung leicht verbessert und werde sich mit der ent
sprechenden Weiterführung weiter verbessern. Somit könne aus versicherungs
medizinischer Sicht davon ausgegangen werden, dass die depressive Episode nach wie vor behandelbar sei
(Urk. 2 S. 2)
.
Nach aktueller höchstrichterlicher Recht
sprechung gelte die Therapierbarkeit als wichtiger Schweregradindikator für psy
chische Leiden
. Ausserdem seien die von der zuständigen Ärztin des RAD in der Untersuchung vom 10. Juli 2017 erhobenen Befunde nicht sehr stark ausgeprägt
(Urk. 6).
2.2
Dagegen
brachte die
Beschwerdeführerin
insbesondere vor,
die
Beschwerde
geg
nerin
habe sich in der angefochtenen Verfügung nicht mit den im Einwand vor
gebrachten konkreten Einwendungen auseinandergesetzt
und damit ihren An
spruch
auf rechtliches Gehör
verletzt
(Urk. 1 S. 5). Mit den zu den gutachterlichen Grundlagen abweichenden selektiven Einwänden der Beschwerdegegnerin (an
geb
liche Therapierbarkeit, angebliche Ressourcen und Körperschmerzen
)
liege keine
Gesamtwürdigung der Indikatoren vor, welche es erlauben würde, von der attestierten Arbeitsunfähigkeit abzuweichen (Urk. 1 S. 6).
Lediglich die Frage der Therapieresistenz habe zu einem Abweichen von der gutachterlichen Einschät
zung geführt, obwohl dieses Kriterium vom Bundesgericht als weder sachlich geboten noch medizinisch abgestützt bezeichnet worden sei (Urk. 1 S. 8).
Sollte das lege
artis
erstattete Gutachten keine genügende Grundlage sein, müsste ein allfälliger Mangel
auf gutachterlicher Ebene geklärt werden. Es könne nicht vom Schreib
tisch aus eine fachlich
unqualifizierte Person auf die eigene Leseart eines ärztlic
hen Berichtes ab
stellen (Urk. 1 S. 10).
3.
3.1
Im
RAD-
Untersuchungsbericht
von
Dipl. med.
G._
, Fachärztin für Innere Medizin,
vom 31. Juli 2017
werden
aus
allg
emeinmedi
zinisch/inter
nis
ti
scher
Sicht
keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt. D
ie
RAD-Ärztin
hielt folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit fest
(Urk. 7/82/5)
:
-
Status nach
Endometriose
-Operation 2012
-
Obstipation
Aus rein internistischer Sicht bestehe aktuell keine Arbeitsunfähigkeit, die
Be
schwerdeführerin
könne ab sofort zu 100 % leichte wechselbelastende Tätigkeiten ausüben (Urk.7/82/6).
3.2
Dr. med. H._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
stellte in ihrem psychiatrischen Untersuchungsbericht für den RAD vom 31. Juli 2017 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/83/9):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F 33.1)
-
A
n
haltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F 45.4)
Dr.
H._
hielt keine Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (Urk. 7/83/9).
Die Kontaktaufnahme mit der
Beschwerdeführerin
sei unkompli
ziert gewesen, im Gespräch sei sie offen und freundlich
gewesen
, insgesamt habe sie jedoch die ganze Zeit sehr
adynam
und antriebslos gewirkt. Der Blickkontakt habe die ganze Zeit aufrechterhalten werden können. Die
Beschwerdeführerin
sei bewussts
einsklar und in allen Modalitäten voll orientiert gewesen. Die Aufmerk
samkeit habe während der gesamten Untersuchungszeit aufrechterhalten werden können, die Konzentration habe gegen Ende der Untersuchung abgenommen. Die Gedächtnisleistungen seien im Gespräch unauffällig gewesen. Es
besteh
e kein ständiges Grübeln, aber viele verschiedene Gedanken, die die
Beschwerdeführerin
auch häufig am Einschlafen hindert
e
n
. Es seien keine Hinweise auf inhaltliche
Denkstörungen, Ich-Störungen und Wahrnehmungsstörungen/Sinnes
täuschungen
vorhanden gewesen. Der affektive Rapport sei gut herstellbar, die Schwingungs
fähigkeit leicht eingeschränkt gewesen, die
Beschwerdeführerin
habe immer wieder mal gelächelt. Auf die Frage, warum sie lächle, habe die
Beschwer
de
füh
rerin
angegeben, dass das
,
was sie erzähle, für
sie
selber absolut lächerlich und dämlich töne,
dass es ihr peinlich sei, ihre Geschichte erzählen zu müssen. In diesem Sinn sei das Lächeln als Reaktion auf Schamgefühle interpretiert worden.
Im Affekt habe die
Beschwerdeführerin
insgesamt leicht depressiv gewirkt. Anam
nestisch habe eine Reizbarkeit bestanden, die Frustrationstoleranz sei vermindert gewesen. Der Antrieb sei vermindert und psychomotorisch sei die
Beschwerde
führerin
ruhig gewesen. Die Sprache sei deutlich und klar gewesen. Die Kran
kheitseinsicht bezüglich des psychischen Hintergrunds sei nur bedingt vorhanden gewesen. Es hätten sich keine Hinweise auf Selbst- oder Fremdgefährdung erge
ben. Bei starken Schmerzen würden immer wieder Todeswünsche aufkommen, aber das würde sie der Familie nicht antun wollen (Urk. 7/83/4-5). Es hätten sich
keine Hinweise auf Aggravation oder Selbstlimitierung/Selbstüberschätzung erge
ben (Urk. 7/83/6). Dr.
H._
erachtete die
Beschwerdeführerin
in ihrer Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen, in ihrer Fähigkeit zur Planung und Strukturierung
von Aufgaben und ihrer Wegefähigkeit als mittelgradig einge
schränkt aufgrund der schweren Erschöpfbarkeit. Aus demselben Grund erachtete sie die
Beschwerdeführerin
in ihrer Flexibilität, Umstellungs- und Durchhalte
fähigkeit sowie ihrer Fähigkeit zu ausserberuflichen Aktivitäten als
schwergradig
und in ihrer Kontaktfähigkeit zu Dritten/S
elbstbehauptungsfähigkeit
als mittel- bis
schwergradig
eingeschränkt (Urk. 7/83/9-10).
Aktuell könne kein Belastungs
profil genannt werden.
Nach Zustandsbesserung und –
stabilisierung
könne mit
einer zunehmenden Arbeitsfähigkeit/Ausbildungsfähigkeit gerechnet werden, dies
müsste mit Hilfe beruflicher Massnahmen geschehen. Die Kombination der ge
nannten Diagnosen, vor allem auch im Zusammenhang mit den aktuellen psy
cho
sozialen Bedingungen,
ergeb
e eine eher ungünstige Prognose. Allerdings sei die
Beschwerdeführerin
sehr motiviert, wieder in den Arbeitsprozess zu gelangen und ein normales Leben führen zu können, so dass dies die Prognose verbessern könnte. Auch die leichte Zustandsverbesserung unter regelmässiger psychothe
rapeutischer und psychopharmakologischer Behandlung lasse bei einer konti
nu
ier
lichen Weiterbehandlung auf eine gute Prognose hoffen
. Die Fortführung einer
regelmässigen psychiatrisch-psychotherapeutischen und psychopharmakolo
gi
schen
Behandlung
werde
dringend empfohlen
. Die Beschwerdeführerin sei seit März 2014 zu 100 % arbeitsunfähig
(Urk. 7/83/10). In einem Jahr sei eine vor
zeitige medizinische Überprüfung durchzuführen.
Die
Beschwerdeführerin
leide unter psychischen Krankheiten, die sich gegenseitig negativ beeinflussen würden. Sie sei sozial massiv zurückgezogen und führe aktuell ein inaktives Leben in allen Lebensbereichen. Es gebe keine Diskrepanzen, weder
zwischen den Angaben der
Beschwerdeführerin
und der aktuellen Unter
suchung, noch zwischen den Akten und der aktuellen Untersuchung.
Es sei ein Gesundheitsschaden ausgewiesen, der sich aktuell noch erheblich auf das private und berufliche Leben auswirke (Urk. 7/83/11).
Auf Rückfrage der Verwaltung, ob die diagnostizierte Depression nicht mehr weiter therapierbar resp. als therapieresistent zu betrachten sei, hielt Dr.
H._
am 4. August 2017 fest, gemäss ihrem Untersuchungsbericht wirke sich der Gesund
heitsschaden aktuell auf die Arbeitsfähigkeit aus, mit einer Verbesserung könne bei Fortführung der Behandlung noch gerechnet werden. Von einer Therapie
resistenz sei nicht ausgegangen worden (Urk. 7/86/7).
3.
3
Im Versicherungsbericht des
F._
vom 20. Okto
ber 2017 wurden folgende Diagnosen festgehalten
(Urk. 7/85)
:
-
Chronische Schmerzen mit psychischen und somatischen Anteilen (ICD-10 F 45.41)
multilokuläre
linksbetonte Schmerzen
Achillodynie
beidseitig
-
Dysmenorrhoe bei
laparoskopischer
gesicherter
Endometriose
-
Rezidivierende depressive Störung, zuletzt mittelgradig (ICD-10 F 33.1)
-
Panikstörung
-
Chronische Ein- und Durchschlafstörungen
-
Probleme mit Bezug auf die Ausbildung
Es wurde im Wesentlichen der folgende psychische Befund festgehalten: 22-jäh
rige, allseits orientierte
Beschwerdeführerin
in gepflegtem Erscheinungsbild. Im Kontakt zurückhaltend aber offen mitteilsam. Die affektive Schwingungsfähigkeit sei bei deutlich depressivem Stimmungsbild
eingeschränkt. Die
Beschwerde
füh
rerin
sei im formalen Gedankengang geordnet und inhaltlich von Grübeln ge
prägt. Es habe kein Anhalt für Wahn, Süchte oder Ich-Störungen bestanden. Sie berichte von panikartigen Zuständen mit
Palpitation
en
,
synkopalen
Ereignissen und fraglichen Hyperventilationen. Es bestünden starke Durchschlafstörungen und Phasen mit lebensmüden Gedanken bei Hoffnungslosigkeit. Derzeit sei sie glaubhaft von akuter Suizidalität distanziert und absprachefähig (Urk. 7/85/2).
Während des Aufenthaltes
(vom 29. April bis 2. Juni 2017)
hätten bei der
Be
schwerdeführerin
die Symptome der chronisch
en
, wechselhaften Schmerzen und
die von Lustlosigkeit und Antriebslosigkeit geprägte depressive Störung domi
niert
. Sie habe reflektiert, dass Aktivitäten und der soziale Kontakt zu Gleichaltrigen ihr meist helfen würden aus dem «Loch» zu kommen. Die Überwindung, die sie aufwenden
müsse, jeweils in diese Aktivität zu kommen, sei aber meist sehr gross. Während des Aufenthaltes habe sich die
Beschwerdeführerin
etwas psychophy
sisch
rekonditionieren
und vom Programm profitieren können.
Es bedürfe im ambulanten Setting jedoch noch viel Unterstützung (Urk. 7/85/3). Es werde die Fortführung der ambulanten Psychotherapie, wie vorbestehend bei Frau
lic
. phil.
I._
, in der
J._
in Zürich
, empfohlen. Zudem werde auch die Fort
führung der ambulanten Physiotherapie, Einzeltherapie und MTT empfohlen. An
hand der Beobachtungen im Stationsalltag, mit den wiederkehrenden von Schmerzen und Antriebs-/Lustlosigkeit bedingten Limitationen, scheine eine Re-Integration in einen beruflichen oder schulischen Alltag in einem sehr tiefen Teilzeitpensum, wie 1-2 Stunden pro Tag
,
realistisch und aus therapeutischen Gründen auch wünschenswert (Urk. 7/85/4).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht auf die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit der RAD-Psychiaterin (von 100 %) abgestellt hat und von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen ist.
4.2
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medizi
nischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungs
ergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu
namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht ab
zu
stellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit
jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten
vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
vgl. E. 1.5;
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die
notwendigen fachlichen Qua
li
fikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte ge
hören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuver
lässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen
auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
4.3
Dr.
H._
erachtet
e
die
Beschwerdeführerin
als zu 100 % arbeitsunfähig
seit März 2014
(Urk. 7/83/10)
.
Die Einschätzung der RAD-Ärztin wäre weitgehend nach
vollziehbar, wenn sie lediglich eine Würdigung der bereits vorliegenden medizi
nischen Akten vorgenommen hätte (vgl. insbes. Bericht der
D._
betreffend die stationäre Behandlung vom 27. März bis 2. Mai 2014 [Urk. 7/31/18];
Bericht von Dr. med.
K._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 23. März 2015 [Urk. 7/38]; Berichte von Dr. med. univ. (A)
L._
und
lic
. phil.
I._
,
D._
,
J._
, vom 16. Februar 2016 [Urk. 7/69] und vom 28. Juni 2016 [Urk. 7/72]). Eine sachverständige Würdigung der Akten hat Dr.
H._
indessen nicht vorgenommen. Aufgrund der von ihr dokumentierten Untersuchungsbefunde (vgl. E. 3.2) ist nicht nachvollziehbar, wo
raus sie die schwere Erschöpfbarkeit ableitet, welche das funktionelle Leis
tungsvermögen der Beschwerdeführerin vollumfänglich aufheben soll. Auch wenn
die
Beschwerdeführerin
auf Dr.
H._
sehr
adynam
und antriebslos wirkte, waren die von ihr erhobenen Befunde weitgehend unauffällig oder sie berichtet von leichten Einschränkungen: Die Beschwerdeführerin war bewusstseinsklar, konnte die Aufmerksamkeit (inkl. Blickkontakt) während der gesamten Untersu
chungs
zeit aufrechterhalten und ihre Gedächtnisleistungen waren während des Ge
sprächs unauffällig. Es bestand kein ständiges Grübeln und im Affekt habe die Beschwerdeführerin insgesamt leicht depressiv gewirkt (Urk. 7/83/4-5). Die Kon
zen
tration habe gegen Ende der psychiatrischen Untersuchung, mithin nach einer Untersuchungsdauer von 2 Stunden und 45 Minuten (vgl. Urk. 7/83/1), abge
nommen
(vgl. Urk. 7/83/5), wobei unklar bleibt, wie sich diese Beeinträchtigung manifestierte. Insgesamt wird im RAD-Untersuchungsbericht nicht nachvoll
zieh
bar und schlüssig darlegt, aufgrund welcher psychischer Beeinträchtigungen die funktionelle Leistungsfähigkeit mittel- bis
schwergradig
eingeschränkt ist, wes
halb er den Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise nicht entspricht und somit nicht darauf abgestellt werden kann
(vgl. zur Publikation bestimmtes Urteil des Bundesgerichts 9C_808/2018 vom 2. Dezember 2019 E. 4.3)
.
4.4
Da auch
die weiteren medizinischen Berichte keine verlässliche Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerde
füh
rerin
erlauben, erweist sich der rechtserhebliche Sachverhalt als unzureichend abgeklärt.
Gestützt auf die gegebene Aktenlage
wäre die
Beschwerdegegnerin
ge
halten gewesen, ergänzende Abklärungen vorzunehmen, zumal das Bundesge
ric
ht bereits vor Erlass der angefochtenen Verfügung seine Rechtsprechung zur Beur
teilung von depressiven Störungen geändert hat, weshalb ein Leistungsan
spruch nicht allein mit Hinweis auf eine fehlende Therapieresistenz verneint werden konnte (vgl. E. 1.3).
4.5
Die angefochtene Verfügung vom 23. Mai 2018 (Urk. 2) ist daher aufzuheben und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie ein psychia
trisches Gutachten einhole, welches eine zuverlässige Beurteilung der Arbeits
fähigkeit im nunmehr anzuwendenden strukturierten Beweisverfahren
erlaubt. A
nschliessend
wird sie
über das Leistungsbegehren
erneut zu
entscheide
n haben
.
In diesem Sinn ist die Beschwerde gutzuheissen.
Bei diesem Verfahrensausgang kann
offen
gelassen werden, o
b
der
Beschwerde
gegnerin
– wie beschwerdeweise gerügt (Urk. 1 S. 5) –
eine Verletzung des
recht
li
che
n
Gehör
s
vorzuwerfen
ist.
5
.
5
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 6
00.
--
anzusetzen
. D
a die Rückweisung an die Verwaltung nach ständiger Rechtsprechung als vollständiges Obsiegen gilt (vgl. etwa Urteil des Bundes
ge
richts U 199/02 vom 10. Februar 2004 E. 6, mit Hinweis auf BGE 110 V 57 E. 3a; SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 E. 3),
sind die Gerichtskosten
ausgangsgemäss
von der Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
5
.2
Ausgangsgemäss
steht der
obsiegenden Beschwerdeführer
in
eine Prozessentschä
digung zu, die
gemäss
Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34
GSVGer
– ohne Rücksicht auf den Streitwert – nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens zu bemessen ist.
Mit Honorarnote vom 20. August 2018 macht
e
Rechtsanwalt
Kaspar Gehring einen Zeitaufwand von insgesamt 13.6 Stunden
(Instruktion, Besprechung mit Klientin [1.3 Stunden]; Aktenstudium, Abklärungen, Verfassen der Beschwerdeschrift [11.5 Stunden]; Diverse Telefonate und Schreiben [0.8 Stunden]) zuzüglich Bar
aus
lagen
von Fr. 122.40 geltend (Urk. 9). Der bezifferte Aufwand wurde nicht substantiiert begründet.
Aus dem pauschal geltend gemachten Zeitaufwand zu
züglich Barauslagen lässt sich nicht
erschliessen
,
welcher Posten wieviel Auf
wand verursacht haben soll. Eine Überprüfung der Angemessenheit des geltend gemachten Aufwandes ist somit nicht möglich und die Entschädigung durch das Gericht festzusetzen.
Angesichts des Umfangs der zu studierenden Aktenstücke,
der
knapp
13
Seiten umfassenden Beschwerde
, keiner Durchführung eines
zweiten Schriftenwechsel
s
,
und
der Tatsache, dass der Rechtsvertreter
bereits im
Einwandverfahren
man
datiert wurde (vgl. Urk. 7/93),
ist der zu en
tschädigende Gesamtaufwand mit
7
Stunden zu beziffern. Als Barauslagen ist ein angemessener Betrag von Fr. 30.
--
anzurechnen.
Bei Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer), von dem abzuweichen keine Veranlassung besteht, ist die Entschädigung somit auf Fr. 1‘700.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen
und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5
.3
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege vom 26. Juni 2018 (Urk. 1 S. 2) erweist sich damit als gegenstandslos.
Das Gericht
erkennt
:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne
gutgeheissen
, dass die angefochtene Verfügung vom
23. Mai 2018
aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese, nach Abklärungen im Sinne der Erwägungen, über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine Prozessent
schädigung von
Fr.
1’700
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Kaspar Gehring
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.