Decision ID: 67eeadc2-522e-4a6a-bb37-07aea880c58c
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Guido Hensch, Gotthardstrasse 21, Postfach,
8027 Zürich,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1958 geborene A._ meldete sich am 2. Februar 2007 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an (Berufsberatung, Umschulung,
Wiedereinschulung in die bisherige Tätigkeit, Arbeitsvermittlung; act. G 6.1/1). Der
Hausarzt, Dr. med. B._, Allgemeine- und Tropenmedizin FMH, stellte in seinem
Bericht vom 15. Februar 2007 die Diagnosen einer mittelschweren depressiven
anhaltenden Episode auf chronisch rezidivierendem Lumbovertebralsyndrom bei
mässiger degenerativer Veränderung der LWS, sowie - ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit - eines Zustands nach blutendem Ulkus duodeni 2001 und 1994 mit
zum Teil rezidivierendem Magenbrennen, Dyslipidämie und Hypertonie Grad I. Die
zuletzt ausgeübte Tätigkeit in einer Werkstätte der SBB erachtete Dr. B._ als
zumutbar, wobei diese Tätigkeit bereits leidensadaptiert war und nicht der
angestammten Tätigkeit als Zugreiniger entsprach. Auch andere Tätigkeiten seien dem
Versicherten zumutbar. Es handle sich um wechselbelastende Tätigkeiten, die kein
Heben von Lasten über 5 - 10 kg erforderten. Aus psychischen Gründen sei die
Arbeitsfähigkeit zeitlich eingeschränkt (act. G 6.1/13). Auf Vorschlag des Regionalen
Ärztlichen Dienstes Ostschweiz (RAD) ordnete die IV-Stelle St. Gallen eine medizinische
Abklärung an. Das entsprechende Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom 10. Juli
2007 hielt als Hauptdiagnosen eine Arthrose des oberen Sprunggelenks rechts, ein
belastungsabhängiges lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit/bei diskreter
Spondylose L4, geringgradiger Spondylarthrose und kleinvolumiger medianer
Diskusprotrusion L5/S1 sowie eine leichte depressive Episode ohne somatisches
Syndrom fest. Als Nebendiagnosen wurden ein Verdacht auf ein metabolisches
Syndrom (BMI 34 kg/m ), Nikotinabusus sowie ein Status nach anämisierender Ulkus
duodeni-Blutung gestellt. Die angestammte Tätigkeit als Betriebsangestellter SBB
(Bahnhof, Gepäck, Reinigung) sei aus somatischer Sicht nicht mehr zumutbar. Auch in
der zuletzt ausgeübten Tätigkeit im Logistikzentrum Olten beständen diverse
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Einschränkungen. In adaptierter Tätigkeit sei polydisziplinär von einer um 20 %
eingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen. Dies gelte ab Mai 2006 (act. G 6.1/29).
A.b Nachdem eine Wiedereingliederung, unterstützt durch die ehemalige Arbeitgeberin
SBB, die Eingliederungsberatung der IV, das RAV Oberuzwil sowie die Pro Infirmis
(profil) gescheitert war, schloss die Eingliederungsberaterin der IV den Fall ab, und es
wurde die Rentenprüfung vorgenommen (act. G 6.1/55). Mit Feststellung vom 15.
Dezember 2008 wurde das Valideneinkommen - gemäss den Angaben der
Arbeitgeberin - auf Fr. 71'125.--, das Invalideneinkommen auf Fr. 48'210.-- (LSE 2008,
80 %) festgesetzt, was einen Invaliditätsgrad von 32.22 % ergab (act. G 6.1/57). Mit
Vorbescheid vom 13. Januar 2009 wurde dem Versicherten mitgeteilt, dass diesfalls
kein Anspruch auf eine Rente bestehe (act. G 6.1/61). Mit Einwand vom 9. Februar
2009 liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter die Aufhebung des
Vorbescheids sowie die Feststellung einer 100 %igen Invalidität (also die Ausrichtung
einer ganzen Rente) beantragen (act. G 6.1/62).
Mit Verfügung vom 24. März 2009 wies die IV-Stelle St. Gallen den Rentenanspruch ab,
da der Invaliditätsgrad lediglich 32 % betrage (act. G 6.1/66).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 24. April
2009 mit dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Dem
Beschwerdeführer sei sodann gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100 % eine
(ganze) Rente zu bewilligen. Wie die Beschwerdegegnerin richtig festgestellt habe,
könne der Beschwerdeführer seine angestammte Tätigkeit bei der SBB, der er 20 Jahre
lang nachgegangen sei, nicht mehr ausüben. Der von der Beschwerdegegnerin
festgestellte Invaliditätsgrad von 32 % sei zu niedrig. Die körperlichen Beschwerden
schränkten den Beschwerdeführer erheblich ein. Er könne keinerlei schwere Arbeiten
mehr verrichten. Auch die Suche nach anderen Tätigkeiten, die keine körperlichen
Anstrengungen beinhalteten, gestalte sich auf Grund der mangelnden Ausbildung des
Beschwerdeführers als schwierig. Schliesslich erlaube es auch die übrige
gesundheitliche Verfassung dem Beschwerdeführer nicht, einer geregelten Arbeit
nachzugehen (act. G 1).
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B.b Mit Beschwerdeantwort vom 6. Juli 2009 beantragt die Verwaltung Abweisung der
Beschwerde. Der Beschwerdeführer bringe gegen das MEDAS-Gutachten keine
Einwände vor. Es sei auch nicht ersichtlich, inwiefern dieses rechtsfehlerhaft sein solle.
Somit sei vollumfänglich darauf abzustellen. Der Beschwerdeführer habe 2006 ein
Erwerbseinkommen von Fr. 68'173.-- erzielt, was - mangels Notwendigkeit einer
Aufwertung - als Valideneinkommen anzusehen sei. Das Invalideneinkommen sei
anhand der Tabellenlöhne festzustellen. Für den Beschwerdeführer geeignete
Tätigkeiten seien etwa leichtere Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf-
sowie Verpackungsarbeiten und leichtere Arbeiten bei der Lager- und
Ersatzteilbewirtschaftung. Der entsprechende Wert betrage für 2006 Fr. 59'197.--
(Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV). Unter Berücksichtigung der
80 %igen Arbeitsfähigkeit sowie eines Leidensabzugs von 10 % betrage das
Invalideneinkommen Fr. 42'622.--, der Invaliditätsgrad somit 37 %. Ein Anspruch auf
eine Invalidenrente sei damit nicht ausgewiesen (act. G 6).
B.c Mit Replik vom 23. September 2009 beantragt der Beschwerdeführer nebst der
Ausrichtung einer ganzen Rente, es sei ihm eventualiter eine halbe Rente auszurichten.
Ausserdem sei ihm die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu gewähren. Zur
Begründung wird vorgebracht, der Beschwerdeführer sei nicht zu 80 % arbeitsfähig.
Zudem sei ein zu geringer Leidensabzug vorgenommen worden. Dieser sei auf 25 %
festzusetzen, wodurch ein Invaliditätsgrad von 52,1 % resultiere (act. G 10). Die
Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 12).

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiell-rechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche
Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei
Erlass des angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben,
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als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl.
BGE 127 V 467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung
ist am 24. März 2009 ergangen. Dennoch ist ein Sachverhalt zu beurteilen, der vor dem
Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008
begonnen hat. Zu beurteilen ist im vorliegenden Verfahren eine im Mai 2006 manifest
gewordene Verschlechterung des Gesundheitszustands mit im Februar 2007 erfolgter
Anmeldung bei der IV. Gemäss den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln ist für
die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab 1.
Januar 2008 (bis Verfügungserlass) auf die neuen Normen der 5. IV-Revision
abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom
7. Juni 2006 [I 428/04] E. 1). Für die Invaliditätsbemessung ergibt sich durch das neue
Recht jedoch keine substanzielle Änderung. Zitiert werden im Folgenden die bis 31.
Dezember 2007 gültig gewesenen Bestimmungen, soweit nicht anders vermerkt.
1.2 Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente,
wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50
% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 % auf eine Viertelsrente. Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 16
ATSG ist die Invalidität grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln.
Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der
Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und zumutbaren
Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in
Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
1.3 Für die Invaliditätsbemessung, welche das Mass der Zurücksetzung der
erwerblichen Leistungsfähigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigung ergeben soll,
sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen von Bedeutung. Aufgabe des Arztes
oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beschreiben und dazu Stellung zu
nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person
arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in der Folge eine wichtige Grundlage
für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch
zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte
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Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch tatsächlich ausübt, ist für die
Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046 des vom Bundesamt für
Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in
der Invalidenversicherung = KSIH).
2.
Nachdem bereits die ehemalige Arbeitgeberin SBB versucht hatte, den
Beschwerdeführer intern einzugliedern, unternahm auch die Beschwerdegegnerin vor
Erlass der angefochtenen Verfügung dahingehende Abklärungen. Ein entsprechender
Auftrag an die Eingliederungsberaterin erfolgte am 30. August 2007 (act. G 6.1/33). Im
Frühjahr 2008 erfolgten sodann diverse Bewerbungen des Beschwerdeführers,
vorwiegend im Reinigungsbereich und als Lagermitarbeiter (act. G 6.1/42 und 44). In
die Eingliederungsaktivitäten waren nebst der früheren Arbeitgeberin und der IV auch
das RAV Oberuzwil sowie die "Profil - Arbeit und Handicap" der Pro Infirmis involviert.
Nachdem schliesslich auch ein erfolgversprechender Arbeitsversuch bei der C._ AG,
nicht zu einer Anstellung geführt hatte, wurde sowohl bei der IV als auch bei "Profil" - in
Übereinstimmung mit dem Beschwerdeführer - die Eingliederung abgeschlossen (act.
G 6.1/53.5, 54 und 55). Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet daher nur noch
die Rentenfrage.
3.
3.1 Diesbezüglich stellt die Beschwerdegegnerin auf das MEDAS-Gutachten vom
10. Juli 2007 ab. Dieses stellt die Hauptdiagnosen einer Arthrose des oberen
Sprunggelenks rechts, eines belastungsabhängigen lumbovertebralen
Schmerzsyndroms mit/bei diskreter Spondylose L4, vordiagnostizierter geringgradiger
Spondylarthrose und kleinvolumiger medianer Diskusprotrusion L5/S1 sowie einer
leichten depressiven Episode ohne somatischem Syndrom. Im Weiteren stellte die
MEDAS die Nebendiagnosen - ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit - eines
Verdachts auf ein metabolisches Syndrom, eines Nikotinabusus sowie eines Status
nach anämisierender Ulkus duodeni-Blutung 03/2001. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit
gelangten die Gutachter zum Schluss, dass die angestammte Tätigkeit als
Betriebsangestellter der SBB (Mitarbeiter auf dem Bahnhof, Gepäck, Reinigung) aus
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somatischer Sicht nicht mehr ausgeübt werden könne. Aus psychiatrischer Sicht sei
von einer 10 bis 15 %igen Leistungseinschränkung auszugehen. Die Einschränkung
bestehe seit Mai 2006. In einer adaptierten Tätigkeit sei von einer um rund 20 %
eingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen, bestehend ebenfalls seit Mai 2006. Als
Einschränkungen werden genannt, dass nur kurze Gehstrecken und keine dauernd
stehenden Tätigkeiten vorkommen dürften. Daneben sei das wiederholte Heben von
Lasten auf 10 kg beschränkt, Arbeiten in Inklination des Oberkörpers dürften nur
kurzfristig vorkommen. Zudem sollte die Möglichkeit bestehen, die Hälfte der
Arbeitszeit sitzend zu absolvieren (act. G 6.1/29).
Gegen das Gutachten werden vom Rechtsvertreter keinerlei Einwände vorgebracht.
Zwar macht er in seiner Replik vom 23. September 2009 geltend, es könne nicht von
einer 80 %igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden, begründet dies aber damit, dass
ein zu geringer Leidensabzug gemacht worden sei (act. G 10). Die Frage der Ermittlung
des Invaliditätsgrades ist nachfolgend noch zu beantworten. In Bezug auf das
Gutachten und seine Schlussfolgerungen ist aber mit der Beschwerdegegnerin
einstweilen festzustellen, dass angesichts fehlender - substantiierter - Einwände und
mangels offensichtlicher Mängel vollumfänglich auf das Gutachten abzustellen ist. Dem
Beschwerdeführer ist mithin eine adaptierte Tätigkeit, welche die genannten
Einschränkungen berücksichtigt, zumutbar. Dabei ist von einem vollen Pensum bei um
20 % reduzierter Leistung auszugehen.
3.2 Im Weiteren bemängelt der Rechtsvertreter, bei der Berechnung des
Invaliditätsgrades sei ein zu geringer Leidensabzug berücksichtigt worden. Anstelle des
von der Beschwerdegegnerin angerechneten Leidensabzugs von 10 % sei vielmehr
von einem 25 %igen Leidensabzug auszugehen. Vorliegend hat der Beschwerdeführer
mannigfaltige Einschränkungen seiner Einsatzfähigkeit hinzunehmen, wenn auch
gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten (über 10 kg) nicht ausgeschlossen sind.
Nachdem der Beschwerdeführer auch im Rahmen leichterer Hilfsarbeitertätigkeiten
nicht mehr voll leistungsfähig ist, hat er grundsätzlich Anspruch auf einen
Leidensabzug (BGE 126 V 78 E. 5a.-bb). Die Beschwerdegegnerin setzte diesen in ihrer
Beschwerdeantwort vom 6. Juli 2009 auf 10 % fest, was nicht zu beanstanden ist.
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Im Weiteren hat das Bundesgericht in seinem Entscheid 9C_728/2009 vom 21.
September 2010 seine bisherige Praxis - wie schon in einem Obiter dictum in
9C_708/2009, E. 2.5 angedacht - weiter aufgeweicht, wonach Vollzeit beschäftigte
Männer mit reduzierter Leistungsfähigkeit keinen Anspruch auf einen Abzug hätten. Im
genannten neuen Entscheid gewährte es einem Beschwerdeführer, der seine 50 %ige
Arbeitsfähigkeit über den ganzen Arbeitstag verteilt erbringen musste, de facto einen
Teilzeitabzug (obwohl es die Frage formal offen lassen konnte). Zur Begründung führte
das Bundesgericht aus, könne die Teilzeitleistung nur verteilt über den ganzen Tag und
nicht beispielsweise vormittags oder nachmittags erbracht werden, sei aus
betriebswirtschaftlicher Sicht (Auslastung des Arbeitsplatzes) eine lohnmässig
relevante Erschwernis für die erwerbliche Verwertung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit
anzuerkennen (9C_728/2009 E. 4.3.2). Zwar ist der Beschwerdeführer vorliegend in
adaptierter Tätigkeit nur 20 % eingeschränkt. Trotzdem bleibt nicht einsichtig, weshalb
jemand, der für eine 80 %-Leistung 100 % Zeit braucht, gegenüber einem gesunden
"80 %er" nicht benachteiligt sein soll. Mithin rechtfertigt es sich, auch beim
Beschwerdeführer einen "Teilzeitabzug" vorzunehmen. Gemäss LSE 2006, T2*, S. 16
waren die Männerlöhne bei einem Beschäftigungsgrad von 75 % - 89 % rund 5 %
unterproportional (Beschäftigungsgrad angeglichen Fr. 4'552.-- anstatt Fr. 4'798.--). Da
dem Beschwerdeführer die von der Beschwerdegegnerin vorgeschlagenen Tätigkeiten
wie leichtere Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie
Verpackungsarbeiten und leichtere Arbeiten bei der Lager- und
Ersatzteilbewirtschaftung möglich sein sollten, ergeben sich keine weiteren noch nicht
berücksichtigten Einschränkungen. Es rechtfertigt sich somit, den Abzug gesamthaft
auf 15 % festzusetzen. Das massgebliche Invalideneinkommen beträgt damit im Jahr
2006 Fr. 40'254.-- (Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV: Fr.
59'197.-- x 0,8 x 0,85). Verglichen mit dem massgebenden Valideneinkommen von
Fr. 68'173.-- für 2006 (act. G 6.1/8.3) ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 41 % (1 - [Fr.
40'254.-- : Fr. 68'173.--] X 100).
3.3 Nach dem Gesagten hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Viertelsrente
der Invalidenversicherung. Nachdem die Bedingung der mindestens zwölfmonatigen,
durchschnittlich 40 %igen Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit im Mai
2007 erfüllt war (aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG), ist der Beginn des Rentenanspruchs in
Anwendung von aArt. 29 Abs. 2 IVG auf den 1. Mai 2007 festzusetzen.
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4.
4.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom
24. März 2009 aufzuheben und dem Beschwerdeführer eine Viertelsrente, beginnend
am 1. Mai 2007, zuzusprechen. Die Sache ist zur Festsetzung der Rentenhöhe an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Da die Beschwerdegegnerin teilweise unterliegt, hat sie die
Gerichtsgebühr im Umfang von Fr. 400.-- zu bezahlen. Dem im kleineren Umfang
unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten im Restbetrag von Fr. 200.--
aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer
dementsprechend im Umfang von Fr. 400.-- zurückzuerstatten.
Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die teilweise obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Im vorliegenden Fall erscheint im Umfang des teilweisen Obsiegens
eine Parteientschädigung von Fr. 2'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
als angemessen.
4.3 Der Rechtsvertreter stellte in der Replik vom 23. September 2009 den Antrag auf
unentgeltliche Rechtsverbeiständung. Das Verfahren habe einen Umfang
angenommen, wonach der Beschwerdeführer nicht mehr in der Lage sei, die Kosten
der Vertretung zu übernehmen. Das Verfahren sei zudem nicht aussichtslos (act. G 10).
Der Rechtsvertreter reichte auf Aufforderung des Versicherungsgerichts am 18. Mai
2011 die Unterlagen ein.
bis
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Wie sich aus der eingereichten Steuerveranlagung 2009 ergibt, erzielte der
Beschwerdeführer und seine Ehefrau zum Zeitpunkt der Gesuchstellung (23.
September 2009) und des Abschlusses des Schriftenwechsels (3. November 2009) ein
Gesamteinkommen von Fr. 93'109.-- sowie ein Total der Vermögenswerte von Fr.
92'851.-- (Veranlagungsberechnung der Steuerverwaltung vom 30. Juni 2010). Gemäss
Selbstdeklaration (Formular) vom 10. Mai 2011 verfügten der Beschwerdeführer und
seine Ehegattin selbst noch zu diesem Zeitpunkt über ein Vermögen von rund Fr.
60'000.--. Es ist dem Beschwerdeführer somit ohne Weiteres möglich, die anfallenden
Vertretungskosten dieses Verfahrens zu bezahlen. Das Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung ist dementsprechend abzuweisen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP