Decision ID: 8a8356d6-6c73-5f89-98c5-6eeca5779705
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
T._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. oec. Fritz Dahinden, Blumenbergplatz 1,
9000 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, Marktplatz 4, 9004 St. Gallen,
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betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1966 geborene T._ war seit dem 1. März 2001 für die A._, als Leiter einer
Metzgerei-Imbissverkaufsstelle tätig und dadurch bei der Suva gegen die Folgen von
Unfällen versichert. Am 27. Mai 2003 brachte er sein Auto hinter einem anderen
Fahrzeug wegen eines Fussgängers zum Stillstand, als ein von hinten kommender
Personenwagen auf ihn auffuhr und seinen Wagen gegen das Heck des vorderen
schob (Suva-act. 1 und 4a). Der Versicherte gab an, sich dabei trotz Tragens des
Sicherheitsgurts den Kopf an der Sonnenschutzblende angeschlagen zu haben. Auch
sei ihm für einen Moment lang schwarz vor Augen geworden (Suva-act. 3, 4a und 15).
Der am folgenden Tag aufgesuchte Hausarzt Dr. med. H._, St. Gallen, attestierte mit
Zeugnis vom 18. Juni 2003 eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit ab 28. Mai 2003 auf
Grund einer HWS-Distorsion (Suva-act. 3). Untersuchungen in der Klinik für
Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom 29. Juli 2003
ergaben als Diagnose eine Cerviko-Cephalgie bei Verdacht auf postcommotionelles
Syndrom nach HWS-Distorsion (Suva-act. 5). Am 4. September 2003 wurde der
Versicherte in der Klinik für Neurologie des KSSG untersucht. Gemäss dem ärztlichen
Bericht vom 10. September 2003 entwickelte er, ausgelöst durch das HWS-
Distorsionstrauma, ein chronifiziertes Schmerzsyndrom mit reaktiver Depression sowie
vermutlich einer Anpassungsstörung (ICD-10: R52.2). Klinisch-neurologisch habe er
sich unauffällig präsentiert (Suva-act. 23). Dr. med. B._, Spezialarzt FMH für Ohren-,
Nasen-, Halsheilkunde, Hals- und Gesichtschirurgie, berichtete am 23. Oktober 2003,
dass er keine relevanten posttraumatischen Einschränkungen der Hörschwelle habe
feststellen können (Suva-act. 66). Vom 21. Oktober bis 18. November 2003 fand eine
Hospitalisation in der Rehaklinik Rheinfelden statt. Die behandelnden Ärzte
diagnostizierten eine HWS-Distorsion mit Verdacht auf eine leichte traumatische
Hirnverletzung (Commotio cerebri). Aus psychologischer Sicht liege eine
Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (F 43.22) vor, wobei
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die Gefahr einer Chronifizierung und der Verdacht auf eine beginnende somatoforme
Schmerzstörung bestehe (Suva-act. 14). Ab dem 26. Januar 2004 wurde der
Versicherte im Rahmen eines Arbeitsversuchs bei seinem Arbeitgeber drei Tage pro
Woche zu jeweils zwei Stunden für leichtere Arbeiten (Bestellservice und
Vorbereitungsarbeiten ohne Verkaufstätigkeit) eingesetzt (Suva-act. 18).
A.b Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, bei welchem
der Versicherte seit dem 3. Dezember 2003 in ambulanter psychiatrisch-
psychotherapeutischer Behandlung steht, beurteilte das Krankheitsbild im Bericht vom
16. März 2004 als ausgeprägte depressive Anpassungsstörung (F 43.21) bei einem
Status nach Verkehrsunfall mit HWS-Distorsion und Verdacht auf leichte traumatische
Hirnverletzung (Suva-act. 29). Im Auftrag der Suva nahm die Arbeitsgruppe für
Unfallmechanik eine biomechanische Kurzbeurteilung vor (Suva-act. 37). Am 4. Juni
2004 wurde der Versicherte wegen Sehstörungen durch Dr. med. D._, Augenarzt
FMH, abgeklärt. Dieser befand einerseits, dass die Notwendigkeit einer leichten
Korrektur für die Ferne sicherlich nichts mit dem Unfall vom 27. Mai 2003 zu tun habe,
andererseits könne die Notwendigkeit eines Nahzusatzes zum Lesen durchaus als
Unfallfolge aufgefasst werden (leichte Akkommodationslähmung; Suva-act. 68).
A.c Laut Bericht vom 7. Dezember 2004 über die stationäre Behandlung des
Versicherten vom 15. August bis 24. September 2004 in der Humaine Klinik
Zihlschlacht wurde als Zustand nach einem HWS-Distorsionstrauma ein chronifiziertes
cervicocephales Syndrom sowie ein Verdacht auf somatoforme Schmerzstörung bei
z.T. depressiver Anpassungsstörung, ein peripher und zentral vestibulärer Schwindel
(ORL-Diagnose), eine leichtgradig kombinierte Schwerhörigkeit (ORL-Diagnose), eine
Dysfunktion des Unterkiefers (Michigan-Schiene 4/04) und ein rezidivierend lumbales
(radikuläres?) Schmerzsyndrom, das aktuell (09/04) akut exazerbiert sei, festgehalten
(Suva-act. 80). Gemäss dem Zwischenbericht von Dr. C._ vom 17. Dezember 2004
verschlechterte sich der Zustand des Versicherten nach dem Aufenthalt in Zihlschlacht
(Suva-act. 81).
A.d Inzwischen hatte der Versicherte die Arbeitszeit ab November 2004 auf 3 Stunden
gesteigert, wurde dann aber im Dezember wegen des stressigen Weihnachtsgeschäfts
freigestellt und ab Januar 2005 wieder im bisherigen Rahmen eingesetzt (Suva-act. 87).
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A.e Mit Verfügung vom 27. Dezember 2006 eröffnete die Suva dem Versicherten die
definitive Einstellung der Versicherungsleistungen per 28. Februar 2007 mit der
Begründung, dass keine adäquaten Unfallfolgen mehr vorliegen würden (Suva-
act. 118).
B.
B.a Gegen diese Verfügung liess der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic.
oec. Fritz Dahinden, St. Gallen, am 11. Januar 2007 Einsprache erheben (Suva-
act. 124).
B.b Im Rahmen einer von der IV-Stelle des Kantons St. Gallen in Auftrag gegebenen
polydisziplinären Begutachtung in der MEDAS Ostschweiz, welcher sich die Suva
nachträglich anschloss, wurde der Versicherte am 12. November 2007
neuropsychologisch von Dr. phil. G._ untersucht (Suva-act. 156). Am 13. November
2007 fand eine klinisch-neurologische Begutachtung durch Dr. E._, Fachärztin für
Neurologie FMH, statt, welche den Versicherten aus neurologischer Sicht sowohl im
angestammten Beruf als Imbissleiter als auch in einer Verweistätigkeit als zu 100 %
arbeitsfähig befand (Suva-act. 157). Nach Untersuchungen vom 5. und 14. Dezember
2007 nahm Dr. B._ eine Beurteilung des Integritätsschadens vor (Suva-act. 158). Im
Bericht vom 28. Dezember 2007 attestierte Dr. F._, eidg. Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, dem Versicherten eine Arbeitsfähigkeit aus rein psychiatrischer Sicht
in der bisherigen sowie in einer adaptierten Tätigkeit von 50 %; dies seit September
2003, als erstmals eine depressive Störung festgehalten worden sei. Als Diagnose
erhob er eine mittelgradig depressive Störung mit somatischem Syndrom (ICD-10
F 32.11), eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F 45.4), eine
akzentuierte Persönlichkeitsstruktur mit leistungsorientierten Zügen (ICD-10 Z 73.1)
sowie ein typisches "juristisches Beschwerdebild" nach HWS-Distorsion (Suva-
act. 159). In der MEDAS-Gesamtbeurteilung vom 25. Januar 2008 (Suva-act. 160)
wurde die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als
Imbissleiter oder in ähnlichen, körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeiten mit
50 % festgehalten. Ferner befanden die Ärzte, dass aus somatischer Sicht
(neurologisch/rheumatologisch) die psychischen Beschwerden im Vordergrund stehen
würden.
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B.c Die Suva wies die Einsprache des Versicherten gestützt auf das MEDAS-
Gutachten mit Entscheid vom 5. Juni 2008 ab (Suva-act. 169).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt Dahinden
für den Versicherten erhobene Beschwerde vom 2. Juli 2008 mit den Anträgen, der
angefochtene Einspracheentscheid vom 5. Juni 2008 sei aufzuheben, es sei
festzustellen, dass der Fallabschluss zu früh erfolgt sei, und die Streitsache sei zur
Prüfung des Anspruchs auf eine Übergangsrente an die Suva Basel bzw. an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Eventualiter sei der Kausalzusammenhang
zwischen Unfallereignis und Beschwerden festzustellen und die Streitsache zur
Festlegung des Anspruchs auf Rente und Integritätsentschädigung an die Suva Basel
bzw. die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Ferner sei im Rahmen des gestellten
Eventualantrags eine mündliche Verhandlung mit Partei- und Zeugenbefragungen
durchzuführen und dem Beschwerdeführer eine angemessene Parteientschädigung
zuzusprechen. Zur Begründung führte der Rechtsvertreter aus, dass der Fallabschluss
nicht hätte erfolgen dürfen, solange die IV-Stelle noch Eingliederungsmassnahmen
durchführe. Im Weiteren könne nicht auf das MEDAS-Gutachten abgestellt werden, da
nach wie vor von einem typischen Beschwerdebild nach Schleudertrauma der HWS
ausgegangen werden müsse, weshalb die Adäquanzprüfung nicht nach BGE 115 V
133, sondern falls überhaupt bzw. nach Abschluss der Eingliederungsmassnahmen
nach BGE 117 V 359 bzw. BGE 134 V 109 hätte erfolgen müssen.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 12. September 2008 beantragte die durch
Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, St. Gallen, vertretene Beschwerdegegnerin Abweisung
der Beschwerde.
C.c Mit Replik vom 5. November 2008 änderte der Beschwerdeführer den Antrag
unter Ziff. 2 der Beschwerde dahingehend ab, als festzustellen sei, dass der
Fallabschluss zu früh erfolgt und die Streitsache zur Prüfung des weiteren Anspruchs
auf die gesetzlichen Leistungen an die Suva Basel bzw. die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen sei. Die Beschwerdegegnerin hielt mit Duplik vom 14. November 2008
an ihren Anträgen und Standpunkten fest.
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C.d Das Versicherungsgericht zog die Akten der IV (IV-act.) bei. Am 15. Januar 2009
nahm der Beschwerdeführer (act. G 19) und am 10. Februar 2009 die
Beschwerdegegnerin (act. G 23) dazu Stellung.
C.e Mit Stellungnahme vom 10. Juni 2009 zog der Beschwerdeführer seinen Antrag
auf Durchführung einer mündlichen Verhandlung zurück. Ebenso liess er den Antrag
auf Ausrichtung einer Übergangsrente fallen. Demgegenüber hielt er am Antrag fest,
dass die Streitsache zur Prüfung des weiteren Leistungsanspruchs an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen sei (act. G 25). Am 25. Juni 2009 nahm die
Beschwerdegegnerin zu den Vorbringen des Beschwerdeführers Stellung (act. G 27).

Erwägungen:
1.
1.1 Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht bezüglich
des Unfalls vom 27. Mai 2003 und erbrachte entsprechende Versicherungsleistungen.
Streitig und zu prüfen ist, ob sie weitere Leistungen ab 1. März 2006 wegen fehlender
Adäquanz der Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers zu Recht verweigert hat.
1.2 Die gemäss Rechtsprechung geltenden Voraussetzungen für die Leistungspflicht
des Unfallversicherers, insbesondere jene des natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhangs hat die Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid vom
5. Juni 2008 zutreffend dargelegt; darauf ist zu verweisen. Anzufügen bleibt, dass im
Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren
strukturellen Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit Bild gebenden
Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] nachgewiesen
werden) die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle spielt. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen
(BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb mit
Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar,
bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht automatisch auch die Bejahung
der adäquaten Kausalität, können doch gerade klinische Befunde erfahrungsgemäss
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auch psychisch ausgelöst werden. In diesen Fällen ist eine eigenständige
Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu differenzieren ist: Es ist
zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma
erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140
E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen, dass eine versicherte
Person eine Schleudertraumaverletzung erlitten hat, muss geprüft werden, ob die zum
typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen
zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den
Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE
115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze
massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a), andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz
gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten bzw. den mit BGE 134 V 109 modifizierten
Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum adäquaten Kausalzusammenhang
bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass die psychischen Beschwerden aus
dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Beschwerden, die
ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, ein komplexes Gesamtbild
ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 E. 3b). Zu präzisieren bleibt, dass die zu den
Verletzungen nach klassischem Schleudertrauma entwickelte Rechtsprechung zum
natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang (BGE 119 V 335, 117 V 359) auch
auf analoge Verletzungen wie Distorsionen der HWS sowie Schädel-Hirntraumata
anwendbar ist, wenn und soweit sich dessen Folgen mit jenen eines Schleudertraumas
vergleichen lassen (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1.
Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 17. August 2004
[U 243/03] i/S O.G.; RKUV 2000 Nr. U 395 S. 317, E. 3; BGE 117 V 369).
2.
Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass die vom Beschwerdeführer über den
28. Februar 2007 hinaus geklagten Beschwerden nicht mit klar ausgewiesenen
organischen Befunden im Sinn nachweisbarer struktureller Veränderungen erklärbar
sind. Erste Röntgenbilder vom 28. Mai 2003 ergaben mit Ausnahme einer geringen
Steilstellung der HWS ein unauffälliges Alignement. Insbesondere zeigten sich keine
Hinweise auf knöcherne oder diskoligamentäre Verletzungen. Die Funktionsaufnahme
der HWS im KSSG am 29. Juli 2003 erbrachte ebenfalls ein unauffälliges Alignement
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der HWS ohne Zeichen einer Instabilität und auch die Röntgenbilder der LWS/BWS
waren ohne Hinweis auf ossäre Verletzungen oder degenerative Veränderungen bei
altersentsprechendem Befund (vgl. Suva-act. 5). Bei der MRI-Untersuchung der HWS
im KSSG vom 13. August 2003 resultierte lediglich eine minime Diskusprotrusion C4/5
ohne Myelon- oder Nervenwurzelkompression. Schliesslich liessen auch die im
Rahmen der MEDAS-Begutachtung angefertigten Röntgenbilder, abgesehen von einer
diskreten linkskonvexen Skoliose des cervicothorakalen Übergangsbereichs bei
leichter Minderung der physiologischen HWS-Lordose sowie leicht
spondylarthrotischen Veränderungen L4/5 und L5/S1 bezüglich HWS und LWS
regelrechte Befunde erkennen (Suva-act. 160, S. 9). Klinisch erhobene Druckdolenzen,
Muskelhartspann sowie Bewegungseinschränkungen im Bereich der HWS stellen
praxisgemäss kein klar fassbares organisches Substrat dar (vgl. Urteil des EVG vom
3. August 2005 [U 9/05] i/S M., E. 4 und vom 23. November 2004 [U 109/04] i/S B.,
E. 2.2). Klinisch-neurologisch bestanden sodann keine Auffälligkeiten (vgl. Suva-
act. 23). Dr. E._ ging aus neurologischer Sicht davon aus, dass über 4 Jahre nach
dem Unfallereignis sämtliche mit diesem in Zusammenhang stehenden körperlichen
Beschwerden abgeklungen sein sollten. Dies auch im unwahrscheinlichen Fall einer
leichten traumatischen Hirnverletzung (Suva-act. 157, S. 8). Auch Dr. G._ hielt in
seinem Konsiliargutachten fest, dass bei einer allfälligen leichten traumatischen
Hirnverletzung (Commotio cerebri) entsprechende Folgen erwartungsgemäss nach
einem Jahr abgeklungen wären (Suva-act. 156, S. 7). Bereits im Bericht der Neurologie
des KSSG vom 10. September 2003 wurde die Entwicklung eines chronifizierten
Schmerzsyndroms mit reaktiver Depression sowie vermutlich einer Anpassungsstörung
(ICD-10: R52.2) festgehalten (Suva-act. 23). Als dadurch begünstigt sah Dr. E._ das
heutige Vorliegen einer somatoformen Schmerzverarbeitungsstörung, welche nach
ihrer Einschätzung die Ursache der noch geklagten Beschwerden bildet (vgl. Suva-
act. 157, S. 8). An dieser Beurteilung vermag auch die fälschlicherweise angenommene
Latenzzeit von einigen Tagen bis zur Meldung beim Hausarzt nichts zu ändern.
Dr. E._ stützte ihre Schlüsse auf eigene Untersuchungen sowie medizinische
Vorakten ab, welche keinerlei Berührungspunkte zum Zeitpunkt des ersten
Arztbesuchs haben. Aus diesem Grund kann auf die nachvollziehbaren Beurteilungen
von Dr. E._ abgestellt werden. Zusammenfassend ist gestützt auf das MEDAS-
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Gutachten davon auszugehen, dass weder äussere noch innere Verletzungen klinisch
oder bildgebend dokumentiert sind.
3.
3.1 Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist bekannt, dass bei
Schleuderverletzungen sowie äquivalenten Verletzungen auch ohne nachweisbare
pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle
Ausfälle verschiedenster Art auftreten können. Der Umstand, dass die für ein
Schleudertrauma, eine Distorsion der HWS oder ein Schädel-Hirntrauma typischen
Beschwerden nicht mit entsprechenden Untersuchungsmethoden (Röntgen,
Computertomogramm, EEG) objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die
diesbezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen (BGE 117 V 359 E. 5d/aa).
3.2 Gemäss den medizinischen Akten stellten sowohl der Hausarzt als auch die
nachbehandelnden Ärzte und Gutachter durchgehend die Diagnose einer HWS-
Distorsion (Suva-act. 3, 5, 14, 160). - Grundsätzlich ist bezogen auf den fraglichen
Unfallmechanismus - ein nachfolgender Personenwagen fuhr gegen das Heck des
Personenwagens des Beschwerdeführers, wodurch dieser auf den vor ihm stehenden
Wagen geschoben wurde (Suva-act. 1 und 4a) - ein Schleudertrauma in Betracht zu
ziehen (vgl. diesbezüglich Thomas Locher, HWS-Distorsionen [Schleudertrauma] -
Einführung in die Rechtslage nach Schweizerischem Recht, in: Murer/Niederer/
Radanov/Rumo-Jungo/Sturzenegger/Walz [Hrsg.], Das so genannte "Schleudertrauma"
- medizinische, biomechanische und rechtliche Aspekte der Distorsionen der
Halswirbelsäule, Bern 2002, S. 31 f.). Vereinzelt diagnostiziert wurde auch eine leichte
traumatische Hirnverletzung (Commotio cerebri), wobei der dieser zu Grunde liegende
Kopfanprall an der Sonnenblende auf Grund der Unfallschilderung und des
behaupteten Tragens des Sicherheitsgurts eher unwahrscheinlich erscheint. Der
Vermerk im Bericht der Rehaklinik vom 2. Februar 2004, der Beschwerdeführer habe
sich beim Unfall im Bereich der rechten Stirn verletzt (Suva-act. 22), basiert
offensichtlich einzig auf der eigenen Unfallschilderung des Beschwerdeführers. Die
klinisch-neurologische Untersuchung im KSSG vom 4. September 2003 (Suva-act. 23)
ergab weder Hinweise auf eine Commotio cerebri noch auf eine sonstige
Schädelverletzung. Laut den Berichten des Hausarztes vom 16. Juni 2003 (Suva-act. 3)
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und 20. Oktober 2006 (Suva-act. 110) beklagte der Beschwerdeführer sofort nach dem
Unfall Schmerzen am Kopf, Prellmarken sind demgegenüber nicht dokumentiert.
Zudem lag auch keine Bewusstlosigkeit vor (Suva-act. 23). Eine Amnesie wurde
erstmals gegenüber der Rehaklinik Rheinfelden im Sinn einer kurzen Gedächtnislücke
bezüglich des Unfallgeschehens vorgebracht (Suva-act. 5, 22). Darauf stützt auch die
hier abgegebene Diagnose einer leichten traumatischen Hirnverletzung ab. - Ob der
Beschwerdeführer ein eigentliches Schleudertrauma oder eine
schleudertraumaähnliche Verletzung, d.h. eine HWS-Distorsion und/oder ein Schädel-
Hirntrauma, erlitten hat, braucht jedoch nicht abschliessend geklärt zu werden. Es
genügt, dass davon ausgegangen werden kann, dass er in jedem Fall eine
Beschleunigungsverletzung der HWS erlitten hat, auch wenn sich diese
unbestrittenermassen nicht als strukturelle Verletzung zeigte. Abzuklären bleibt damit,
ob bzw. inwieweit die geklagten Beschwerden auch ohne nachweisbare pathologische
bzw. organische Befunde weiterhin als unfallkausal zu bezeichnen sind.
4.
4.1 Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert
und liegt - wie dies konkret der Fall ist - kein fassbarer pathologischer (unfallbedingter)
Befund an der HWS vor, muss für die Bejahung der natürlichen Kausalität ein typisches
Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen,
Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit
und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw.
vorliegen (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 E. 3e). Dieses
Beschwerdebild mit einer Häufung muss jedoch nicht in seiner umfassenden
Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten.
Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder
an der HWS manifestieren (Urteile des Bundesgerichts vom 30. Januar 2007 [U 215/05]
i/S T. und vom 15. März 2007 [U 258/06] i/S G.; RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 E. 5e). Die
anderen im Rahmen eines Schleudertraumas oder einer äquivalenten Verletzung
typischerweise auftretenden Beschwerden müssen sich jedoch immerhin in einem
Zeitraum manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen
Kausalzusammenhangs auszugehen.
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4.2 Gemäss den echtzeitlichen Akten sind beim Beschwerdeführer innerhalb der
erforderlichen Latenzzeit Beschwerden vom Nacken bis zum Rücken (Suva-act. 4a)
sowie Kopfschmerzen aufgetreten. Zusätzlich beklagte er die typischerweise ebenfalls
meist sofort nach Beschleunigungsverletzungen auftretenden Übelkeitsgefühle sowie
Schwindel (Suva-act. 3; vgl. dazu Liste in H. Schmidt/J. Senn [Hrsg.], Schleudertrauma
- neuester Stand: Medizin, Biomechanik, Recht und Case Management, Zürich 2004,
S. 14 f.). Die weiteren Beschwerden wie Schmerzen im Oberkörperbereich,
einschliesslich der Arme und im Bereich des Oberkiefers, Tinnitus, Lärm- und
Lichtempfindlichkeit, Impotenz, Konzentrations- und Schlafstörungen, Sehstörungen,
leichtgradig kombinierte Schwerhörigkeit, einschlafende Hände, brennende Schmerzen
in der unteren LWS mit Ausstrahlung in beide Beine mit brennendem Gefühl sowie
Kurzzeit- und Langzeitgedächtnisstörungen sind dagegen in den Akten erst nach einer
längeren Latenzzeit erwähnt (Suva-act. 22, 23, 24, 29, 41, 68 und 80). Nachdem beim
Beschwerdeführer somit innerhalb der erforderlichen Latenzzeit vier der für einen
Beschleunigungsmechanismus der HWS typischen Symptome aufgetreten sind, kann
von einem typischen, wenn auch nicht ausgeprägten Beschwerdebild gesprochen
werden, das als natürlich-kausale Unfallfolge eines HWS-Traumas zu betrachten ist.
Entsprechend hat die Beschwerdegegnerin den Leistungsanspruch des
Beschwerdeführers bis 28. Februar 2007 auch anerkannt.
5.
Während der Untersuchungen im Rahmen der MEDAS-Begutachtung klagte der
Beschwerdeführer weiterhin über Schmerzen im Nacken, ausstrahlend zum Hinterkopf,
in die Stirne und ins Gesicht sowie im Schultergürtel rechtsbetont mit Ausstrahlungen
in beide Arme bis zu den Händen. Dazu kämen Schmerzen im Rücken mit
Ausstrahlungen ins rechte Bein und beide Leisten, Einschlafstörungen, Schwindel,
Tinnitus, Vergesslichkeit und Knochenschmerzen bei kaltem Wetter. Gemäss dem
MEDAS-Gutachten stehen aus somatischer Sicht (neurologisch/rheumatologisch) die
psychischen Beschwerden im Vordergrund. Auf Grund der vorher blanden Anamnese
seien die Beschwerden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis
zurückzuführen. Die somatischen Symptome (rheumatologisch/neurologisch) müssten
aber bei einem üblichen Verlauf längst abgeklungen sein. Laut Dr. E._ beruht die
Tatsache, dass die Beschwerden in unverändertem Ausmass anhalten, auf
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unfallfremden, v.a. psychologischen Faktoren (Suva-act. 157, S. 12 f.). Ob bei dieser
Aktenlage daher davon ausgegangen werden kann, dass das Beschwerdebild - im
Zeitpunkt der Leistungseinstellung - eine weiterhin andauernde natürlich-kausale
Unfallfolge darstellt, ist fraglich. Allerdings braucht die Frage der natürlichen Kausalität
zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis vorliegend nicht
abschliessend beurteilt zu werden, da - wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen
werden - jedenfalls die Adäquanz zu verneinen ist.
6.
6.1 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht geltend, die
Adäquanzbeurteilung sei zu früh erfolgt. Laut BGE 134 V 109 ist nicht danach zu
fragen, in welchem Zeitpunkt die Adäquanzprüfung vorgenommen werden darf,
sondern wann der Unfallversicherer einen Fall abzuschliessen hat. Ausgehend von Art.
19 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) hat die
Einstellung der vorübergehenden Leistungen dann zu erfolgen, wenn von der
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands des Versicherten mehr erwartet werden kann und allfällige
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Nach
konstanter Rechtsprechung heisst dies, dass der Versicherer - sofern allfällige
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind -
Heilbehandlung und das Taggeld nur solange zu gewähren hat, als von der Fortsetzung
der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands
erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung der
vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf eine
Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung abzuschliessen (E. 4.1 mit
Hinweisen).
6.2 Der Beschwerdeführer verzichtete explizit - und nach Lage der Akten zu Recht -
auf den Einwand, dass von weiteren ärztlichen Behandlungen über den 28. Februar
2007 hinaus noch eine namhafte gesundheitliche Besserung (vgl. zum Begriff der
"namhaften Besserung des Gesundheitszustands": BGE 134 V 115 E. 4.3 mit
Hinweisen) erwartet werden konnte. Diesbezüglich ist der Zeitpunkt der
Adäquanzprüfung nicht zu beanstanden. Er opponiert dem Fallabschluss auf diesen
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Zeitpunkt jedoch mit dem Einwand, dass die durch die IV eingeleiteten
Eingliederungsmassnahmen noch nicht abgeschlossen gewesen seien. Er habe
innerhalb der zeitlichen Grenzen der richterlichen Überprüfungsbefugnis, also vor
Erlass des Einspracheentscheids vom 5. Juni 2008, gegenüber der IV-Stelle
ausdrücklich eine Unterstützung beruflicher Massnahmen erklärt. Bereits für den 3. Juli
2008 sei ein Erstgespräch mit dem zuständigen Eingliederungsberater der IV-Stelle
angeordnet worden. Da die Eingliederungsmassnahmen vorliegend einen Einfluss auf
die künftige Erwerbsunfähigkeit und damit die Rentenfrage hätten und sich die
Adäquanzkriterien bei HWS-Verletzungen erst nach Abschluss dieser Massnahmen
zuverlässig beurteilen liessen, habe der Schadenfall noch nicht abgeschlossen werden
dürfen.
6.3 Nach einer Phase vollständiger Arbeitsunfähigkeit infolge des Unfalls wurde der
Beschwerdeführer ab dem 26. Januar 2004 im Rahmen eines Arbeitsversuchs von
seiner Arbeitgeberin in einem Teilpensum beschäftigt. Noch in der Besprechung mit
dem zuständigen Suva-Mitarbeiter am 5. August 2004 zog die Arbeitgeberin einen
Ausbau des Arbeitspensums mit auf den Beschwerdeführer abgestimmten Tätigkeiten
grosszügig in Betracht (Suva-act. 49). Dies führte ab November 2004 schliesslich auch
zu einer Erhöhung der wöchentlichen Arbeitsstunden. Am 21. Mai 2008 kündigte die
Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis dann aber per 31. August 2008 (IV-act. 69). Aus
den Akten ist ersichtlich, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der
Leistungseinstellung per 28. Februar 2007 zwar bereits bei der IV-Stelle die
Ausrichtung von Leistungen beantragt hatte (IV-act. 2), konkrete
Eingliederungsmassnahmen waren im fraglichen Zeitpunkt aber noch nicht im Gang.
Die Beschwerdegegnerin konnte im Zeitpunkt des Fallabschlusses vielmehr davon
ausgehen, dass der Beschwerdeführer auch weiterhin bei seiner ehemaligen
Arbeitgeberin beschäftigt bleibe. Nachdem seit dem Unfallereignis mittlerweile vier
Jahre vergangen waren, die Kündigung durch die Arbeitgeberin erst wenige Tage vor
Erlass des Einspracheentscheids erfolgt war und eine Prüfung von beruflichen
Massnahmen durch die IV-Stelle (vgl. Suva-act. 168) erst im Mai 2008 an die Hand
genommen wurde, war es der Beschwerdegegnerin nicht mehr zumutbar, die
zeitintensiven beruflichen Eingliederungsabklärungen der IV-Stelle abzuwarten, bevor
sie ihrerseits den Fallabschluss prüfen konnte. Dies umso mehr als Dr. F._ berufliche
Massnahmen zwar als wünschenswert betrachtete, sie auf Grund der langen Dauer der
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bestehenden Symptomatik jedoch als wenig Erfolg versprechend beurteilte (vgl. Suva-
act. 160, S. 11) und der Beschwerdeführer selber seine körperlichen Fähigkeiten
gemäss der im PACT-Test vom 5. November 2007 erlangten Punktzahl (36 von 200
möglichen Punkten) als sehr tief - nicht einmal einer leichten sitzenden Tätigkeit
entsprechend - einschätzte (Suva-act. 160, S. 9). Somit ist festzustellen, dass die
Beschwerdegegnerin den Zeitpunkt der Adäquanzprüfung - auch unter
Berücksichtigung des Verhältnismässigkeitsprinzips und des Beschleunigungsgebots -
nicht zu früh angesetzt hat und dieser dementsprechend nicht zu beanstanden ist.
7.
7.1 Für die Adäquanzbeurteilung verlangt der Beschwerdeführer die Anwendung der
Kriterien nach BGE 117 V 359 ff. bzw. BGE 134 V 109 ff. (Schleudertrauma-Praxis). Bei
der Abgrenzung zwischen den Kriterien nach BGE 117 V 359 E. 6 und jenen nach BGE
115 V 133 ff. (Praxis zu psychischen Fehlentwicklungen nach Unfällen) gilt es zu
beachten, dass die typische Symptomatik nach Schleudertraumen organische und
psychische Komponenten aufweist. Daher erfolgt die Adäquanzbeurteilung nach
Distorsionen der HWS (ohne nachweisbare organische Unfallfolgeschäden)
grundsätzlich nach der Rechtsprechung gemäss BGE 117 V 359 E. 6a und 369 E. 4b
mit ihrer fehlenden Unterscheidung zwischen körperlichen und psychischen
Beschwerden. Kann hingegen nicht von einem vielschichtigen somatisch-psychischen
Beschwerdebild - d.h. von einem komplexen Gesamtbild unfallbedingter psychischer
Beschwerden und ebenfalls unfallkausaler organischer Störungen - gesprochen
werden, hat die Prüfung der adäquaten Kausalität praxisgemäss unter dem
Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall gemäss BGE 115 V 133
ff. zu erfolgen. Dieses Vorgehen greift Platz, wenn die zum typischen Beschwerdebild
eines HWS-Schleudertraumas gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise gegeben
sind, im Vergleich zur ausgeprägten psychischen Problematik aber unmittelbar nach
dem Unfall ganz in den Hintergrund getreten sind oder die physischen Beschwerden im
Verlauf der ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt gesamthaft
nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben (Urteil des Bundesgerichts vom 17.
April 2008 [8C_181/2007] i/S B., E. 2.4).
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7.2 Bereits im Bericht der Klinik für Neurologie des KSSG vom 10. September 2003
führten die Ärzte ein chronifiziertes Schmerzsyndrom mit reaktiver Depression sowie
vermutlich einer Anpassungsstörung (ICD-10: R52.2) auf. Im Bericht der Rehaklinik
Rheinfelden vom 2. Februar 2004 wurde von einer vegetativen Dysregulation, einer
leichten neuropsychologischen Funktionsstörung und einer Anpassungsstörung mit
Angst und depressiver Reaktion gemischt berichtet. Die Arbeitsunfähigkeit wurde dabei
auf 100 % geschätzt. Dr. C._ hielt im Bericht vom 16. März 2004 eine ausgeprägte
depressive Anpassungsstörung nach Verkehrsunfall mit HWS-Distorsion und einen
Verdacht auf eine leichte traumatische Hirnverletzung fest. Auch nach seiner
Beurteilung betrug die Arbeitsunfähigkeit 100 %. Während der stationären Behandlung
in der Humaine Klinik Zihlschlacht wurde das Arbeitstempo des Beschwerdeführers als
stark verlangsamt wahrgenommen. Sowohl die verbale wie auch die visuelle
Merkfähigkeit seien mittelschwer beeinträchtigt gewesen, was die Ärzte im Kontext von
Chronifizierung und Depressivität, und nicht hirnorganisch beurteilten. Zudem habe er
überwiegend traurig/"psychisch leidend" gewirkt (Suva-act. 80). Dr. F._ ging auf
Grund der eigenen psychiatrischen Exploration sowie den erhobenen Befunden von
einer anfänglichen Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion aus, die weiterhin
anhalte und gemäss ICD-10 auf Grund der Dauer umcodiert werden müsse. Aktuell
zeige der Beschwerdeführer ein depressives Zustandsbild mit herabgesetzter
Grundstimmung, eingeschränkter Schwingungsfähigkeit, verminderter Lebenslust und
Lebensfreude, negativen Zukunftsgedanken, Ängsten und Sorgen, Ein- und
Durchschlafstörungen sowie sozialem Rückzug, was am ehesten einer mittelgradigen
depressiven Störung mit somatischem Syndrom entspreche. Daneben sei ebenfalls
vom Bestehen einer Schmerzstörung auszugehen. Die beschriebene Symptomatik
könne einerseits nicht vollständig durch ein körperliches Leiden oder einen
physiologischen Prozess erklärt werden, andererseits gebe es nach dem Unfall
verschiedene psychosoziale Belastungen (z.B. die angespannte finanzielle Situation)
sowie emotionale Konflikte (Eheprobleme). Im Weiteren handle es sich beim
Beschwerdeführer um eine akzentuierte Persönlichkeit mit leistungsorientierten Zügen.
Diese Eigenschaft sei vor dem Unfall durchaus vorteilhaft gewesen, nach dem Unfall
habe sie aber eher negative Auswirkungen gezeigt. Das MEDAS-Gutachten hielt als
Diagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit sodann eine
mittelgradige depressive Störung mit somatischem Syndrom, ein diffuses chronisches
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Schmerzsyndrom cerviko-cephal und -brachial rechtsbetont sowie lumbo-femoral
rechtsbetont mit vielen vegetativen Begleitbeschwerden, ein Status nach Heckkollision
mit HWS-Distorsion, eine multifaktoriell bedingte, in der Untersuchung schwankend
und stark ausgeprägte allgemeine kognitive Leistungseinschränkung und
Belastbarkeitsminderung (psychische und Schmerzfaktoren, unbekannte Faktoren;
überlagerte Befunde) sowie mittelgradige komplexe Schwindelbeschwerden fest. Als
Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wurden eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung, eine akzentuierte Persönlichkeitsstruktur
mit leistungsorientierten Zügen, eine leichtgradige sensorineurale Einschränkung der
Hörschwelle beidseits, schwerer Tinnitus sowie eine chronische Hepatitis B erhoben.
Gegenüber den somatischen Gesundheitsstörungen im Zusammenhang mit dem
typischen Beschwerdebild nach HWS-Distorsionstrauma würden die psychischen
Beschwerden im Vordergrund stehen. Aus rein somatischer Sicht bestehe keine
wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, psychiatrischerseits bestehe eine
Arbeitsfähigkeit von 50 %. Aus den Akten ergibt sich somit, dass die organischen
Beschwerden schon früh durch eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion
unterhalten wurden und schliesslich im Vergleich zu den psychischen Problemen
gänzlich in den Hintergrund getreten sind. Die zum typischen Beschwerdebild
gehörenden physischen Anteile bilden folglich mit den psychischen Beschwerden kein
komplexes Gesamtbild, weshalb die Beurteilung des adäquaten
Kausalzusammenhangs - wie von der Beschwerdegegnerin zu Recht erkannt - nach
den für psychische Unfallfolgen (BGE 115 V 133 ff.) geltenden Regeln zu erfolgen hat.
8.
8.1 Bei der Beurteilung des Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und einer
anschliessend einsetzenden psychischen Fehlentwicklung mit Einschränkung der
Arbeits- und Erwerbsfähigkeit ist nach der Rechtsprechung (BGE 115 V 138 ff. E. 6,
bestätigt unter anderem in SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31) vom Unfallereignis auszugehen.
Dabei besteht ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den Beschwerden und
dem Unfall, wenn dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der
Beschwerden zukommt. In objektivierter Betrachtungsweise werden die Unfälle nach
ihrer erfahrungsgemässen Eignung, psychische Beschwerden zu bewirken, eingeteilt in
banale und leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und in einen
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dazwischen liegenden mittleren Bereich der mittelschweren Unfälle. Während die
Frage, ob zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit ein adäquater
Kausalzusammenhang besteht, in der Regel bei banalen Unfällen ohne weiteres
verneint und bei schweren Unfällen bejaht werden kann, lässt sie sich bei Unfällen im
mittleren Bereich nicht auf Grund des Unfalls allein schlüssig beantworten. Vielmehr
sind weitere, objektiv fassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im
Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folge davon erscheinen, in eine
Gesamtwürdigung einzubeziehen (BGE 115 V 139 E. 6a-c). Dabei müssen
rechtsprechungsgemäss (vgl. BGE 115 V 140 E. 6c; SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31 E. 2,
2001 UV Nr. 8 S. 32, je mit Hinweisen) die weiteren unfallbezogenen Kriterien entweder
in gehäufter oder auffallender Weise oder ein einziges Kriterium in besonders
ausgeprägter Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Als
wichtigste Kriterien gelten dabei: besonders dramatische Begleitumstände oder
besondere Eindrücklichkeit des Unfalls, die Schwere oder besondere Art der erlittenen
Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen, die ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen
Behandlung, körperliche Dauerschmerzen, ärztliche Fehlbehandlung, welche die
Unfallfolgen erheblich verschlimmert, schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche
Komplikationen sowie Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.
8.2 Die Parteien sind sich einig, dass der Unfall des Beschwerdeführers bei der im
Rahmen des adäquaten Kausalzusammenhangs vorzunehmenden Katalogisierung den
mittelschweren Unfällen zuzuordnen ist. Während die Beschwerdegegnerin den Unfall
im Weiteren als mittelschweren, in Richtung leichten Unfall wertet, lässt der
Beschwerdeführer eine genauere Zuordnung offen. Die Frage der Einteilung der
Unfallschwere innerhalb der mittelschweren Unfälle braucht jedoch vorliegend nicht
abschliessend beurteilt zu werden, da die Kriterien ohnehin nicht im erforderlichen
Ausmass gegeben sind.
8.3 Der Unfall vom 27. Mai 2003 hat sich weder unter besonders dramatischen
Begleitumständen ereignet noch war er - objektiv betrachtet - von besonderer
Eindrücklichkeit. Die Diagnose einer HWS-Distorsion vermag das Kriterium der
Schwere oder der besonderen Art der erlittenen Verletzung für sich allein nicht zu
begründen. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma
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typischen Beschwerden oder besondere Umstände, welche das Beschwerdebild
beeinflussen können. Solche Umstände sind vorliegend nicht gegeben, zumal die
Kopfstellung beim Unfall gerade gewesen ist und der Beschwerdeführer gemäss dem
Polizeirapport eine Kollision auf Grund seiner Beobachtungen im Rückspiegel erwartet
hatte bzw. zumindest darauf gefasst war (Suva-act. 4a). An dieser Beurteilung würde
sich auch dann nichts ändern, wenn zusätzlich von einer Commotio cerebri
auszugehen wäre (vgl. Urteil des EVG vom 6. Februar 2007 [U 479/05] i/S G., E. 8.2),
was im MEDAS-Gutachten jedoch verneint wird. Anzeichen für eine fachärztliche
Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, sind aus den
medizinischen Akten nicht ersichtlich. Im Zusammenhang mit der Frage der Dauer der
ärztlichen Behandlung ist zu beachten, dass das nach der HWS-Verletzung
aufgetretene Beschwerdebild bereits im September 2003 im Rahmen der
Untersuchung im KSSG nicht mehr vorwiegend durch organische, sondern vielmehr
durch psychische Faktoren aufrechterhalten wurde, der psychische
Gesundheitsschaden aber nicht in die Adäquanzbeurteilung einbezogen werden darf.
Zudem wird auf die kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die
Verbesserung des Gesundheitszustands gerichtete ärztliche Behandlung abgestellt.
Eine Behandlung, die lediglich noch der Erhaltung des bestehenden
Gesundheitszustands und nicht der Heilung dient, ist im Rahmen der Adäquanzprüfung
grundsätzlich nicht relevant. Abklärungsmassnahmen und blossen ärztlichen Kontrollen
kommt nicht die Qualität einer regelmässigen, zielgerichteten Behandlung zu (Urteil des
Bundesgerichts vom 27. Februar 2008 [U 11/07] i/S D., E. 5.3.1 mit Hinweisen). Der
Beschwerdeführer war vom 21. Oktober bis 18. November 2003 in der Rehaklinik
Rheinfelden und vom 15. August bis 24. September 2004 in der Humaine Klinik
Zihlschlacht in stationärer Behandlung. Danach wurde er von seinem Hausarzt
behandelt, absolvierte Physiotherapie und war bei Dr. C._ in ambulanter
psychiatrischer Behandlung. Nachdem die psychischen Beschwerden jedoch bereits
im September 2003 in den Vordergrund getreten waren und weitere Behandlungen wie
Physiotherapie und Eigentraining im Wasser lediglich der Linderung der körperlichen
Beschwerden und der Erhaltung des bestehenden Gesundheitszustands, aber nicht
der Heilung der körperlichen Beschwerden dienten (vgl. u.a. Suva-act. 50 sowie
Austrittsbericht Physiotherapie Zielschlacht vom 28. September 2004, Suva-act. 80),
kann bei dieser Zeitspanne nicht von einer ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen
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Behandlung gesprochen werden. Den Umstand, dass die psychischen Probleme schon
relativ früh die organischen Beschwerden unterhalten haben, gilt es auch bei den
Kriterien der körperlichen Dauerschmerzen und beim Grad und der Dauer der physisch
bedingten Arbeitsunfähigkeit zu berücksichtigen. Gemäss MEDAS-Gutachten besteht
die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in Höhe von 50 % aus psychiatrischer Sicht seit
September 2003. Somit kann lediglich bis dahin davon ausgegangen werden, dass der
Beschwerdeführer an körperlichen Schmerzen gelitten hat und eine erhebliche
Arbeitsunfähigkeit aus physischen Gründen gegeben war. Bei dieser Zeitspanne von
gut drei Monaten ist das Kriterium der körperlich bedingten Dauerschmerzen zu
verneinen. Auch dem Grad und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit
kommt unter diesen Umständen kein besonderes Gewicht zu. Mangels bleibender
physischer, objektivierbarer Verletzung erübrigen sich die Fragen nach der
Schwierigkeit des Heilungsverlaufs und der Erheblichkeit von diesbezüglichen
Komplikationen. Somit ist keines der Kriterien erfüllt, weshalb mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt ist, dass der Unfall vom 27. Mai 2003 nicht
geeignet war, die bestehenden psychisch bedingten Beschwerden des
Beschwerdeführers auch über den 28. Februar 2007 hinaus adäquat-kausal zu
beeinflussen. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb eine Leistungspflicht für die Zeit ab
1. März 2007 zu Recht verneint.
9.
Dem Antrag zur Einholung eines zusätzlichen medizinischen Gutachtens betreffend
Schleudertrauma und typisches Beschwerdebild sowie dadurch bedingte
Arbeitsunfähigkeit wie auch dem Rückweisungsantrag zur weiteren
Sachverhaltsabklärung ist nicht zu entsprechen, da nicht anzunehmen ist, dass weitere
medizinische Abklärungen für die Beurteilung des vorliegend relevanten Sachverhalts
neue Erkenntnisse bringen, sondern auf das schlüssige und nachvollziehbare
Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom 25. Januar 2008 abgestellt werden kann (vgl.
dazu BGE 125 V 351 E. 3a, RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311 mit Hinweisen; antizipierte
Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 94 E. 4b; Pra 88 Nr. 117; SVR-UV 1996 Nr. 62.211).
Im Übrigen ist auch der Beweisantrag bezüglich der Einholung eines biomechanischen
Zusatzgutachtens betreffend Kopfanprall an Sonnenblende und/oder Rückspiegel
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abzuweisen, da auf Grund der vorstehenden Ausführungen auch ein solches am
Ergebnis nichts ändern könnte.
10.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG