Decision ID: d42d0fdb-37cc-4c29-93be-ee2cd15741ac
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_VG
Chamber: ZH_VG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
hat sich ergeben:
I. Mit Veranlagungsverfügung bzw. Einschätzungsentscheid vom 10. Juli 2017 wurde A (nachfolgend der Pflichtige) vom Steueramt der Gemeinde B androhungsgemäss nach Ermessen eingeschätzt, nachdem er trotz Mahnungen vom 5. Mai 2017 und 7. Juni 2017 keine Steuererklärung 2016 eingereicht hatte. Hierbei wurde sein steuerbares Einkommen für die Staats- und Gemeindesteuern 2016 sowie die direkte Bundessteuer 2016 jeweils auf Fr. ... festgesetzt. Sein steuerbares Vermögen wurde für die Staats- und Gemeindesteuern 2016 auf Fr. ... eingeschätzt. Bereits einen Tag später, am 11. Juli 2017, holte die Mutter des Pflichtigen die Veranlagungsverfügung und den Einschätzungsentscheid bei seiner lokalen Poststelle ab.
Am 22. August 2017 ging eine auf den 16. August 2017 datierte Steuererklärung 2016 samt Beilagen beim Gemeindesteueramt ein, in welcher der Pflichtige ein steuerbares Einkommen von Fr. ... (Staats- und Gemeindesteuern 2016) bzw. Fr. ... (direkte Bundessteuer 2016) und ein steuerbares Vermögen von Fr. ... (Staats- und Gemeindesteuern 2016) deklarierte.
Die nachgereichte Steuererklärung 2016 wurde als Einsprache gegen den Einschätzungsentscheid und die Veranlagungsverfügung vom 10. Juli 2017 interpretiert und zuständigkeitshalber an das kantonale Steueramt weitergeleitet. Dieses trat am 4. September 2017 auf die Einsprachen nicht ein, da diese verspätet erfolgt seien.
II.
Am 12. September 2017 erhob der Pflichtige hiergegen "Rekurs", wobei er sich im Betreff seiner Eingabe allein auf den "Einspracheentscheid Staats- und Gemeindesteuern 2016" bezog und sinngemäss um Wiederherstellung der Einsprachefrist und Einschätzung gemäss seiner nachgereichten Steuererklärung 2016 ersuchte. Das Steuerrekursgericht nahm die Eingabe des Pflichtigen als Rekurs gegen den Einspracheentscheid betreffend die Staats- und Gemeindesteuern 2016 (nicht aber als Beschwerde gegen den Einspracheentscheid betreffend die direkte Bundessteuer 2016) entgegen und wies diesen am 6. Februar 2018 ab, soweit es darauf eintrat. In den Erwägungen prüfte es hierbei auch eine Wiederherstellung der Einsprachefrist, gelangte aber zum Schluss, dass die Voraussetzungen für eine Fristwiederherstellung nicht gegeben seien.
III.
Mit Beschwerde vom 6. März 2018 beantragte der Pflichtige dem Verwaltungsgericht sinngemäss, es sei die Einsprachefrist wiederherzustellen und es seien seine Steuern entsprechend seiner nachträglich eingereichten Steuerdeklaration festzulegen.
Das Verwaltungsgericht zog die vorinstanzlichen Akten bei, verzichtete aber auf die Einholung einer Beschwerdeantwort bzw. Vernehmlassung.

Der Einzelrichter erwägt:
Der Einzelrichter erwägt:
1. Mit der Steuerbeschwerde an das Verwaltungsgericht betreffend die Staats- und Gemeindesteuern können laut § 153 Abs. 3 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) alle Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens, und die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geltend gemacht werden.
Für die Beschwerde an das Verwaltungsgericht als weitere verwaltungsunabhängige kantonale Instanz im Bereich der direkten Bundessteuer gelten laut Art. 145 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) die Vorschriften von Art. 140 bis 144 DBG über das Beschwerdeverfahren vor der kantonalen Rekurskommission "sinngemäss", was nach der Rechtsprechung dahingehend auszulegen ist, dass die Überprüfungsbefugnis des Verwaltungsgerichts gleich wie bei den Staats- und Gemeindesteuern auf die Rechtskontrolle beschränkt ist (BGE 131 II 548 E. 2.5; vgl. RB 1999 Nr. 147).
2. 2.1 Gemäss § 147 Abs. 1 StG bzw. Art. 140 Abs. 1 DBG ist der Rekurs bzw. die Beschwerde gegen einen Einspracheentscheid des kantonalen Steueramts innert 30 Tagen nach Zustellung beim Steuerrekursgericht schriftlich zu erheben. Die Rekurs- bzw. die Beschwerdeschrift muss einen Antrag und eine Begründung enthalten sowie den allgemeinen Voraussetzungen genügen. Aus der Rechtsmittelschrift muss vorab der vorbehalts- und bedingungslos erklärte Wille hervorgehen, den Einspracheentscheid des kantonalen Steueramts anzufechten. Ist ungewiss, ob ein Rekurs- bzw. Beschwerdewille im umschriebenen Sinn vorhanden ist, so muss die Rechtsmittelinstanz dem Steuerpflichtigen Gelegenheit geben, sich zu äussern, ob er den Einspracheentscheid durch Rekurs bzw. Beschwerde anfechten wolle. Ob dieser Wille aus der Rechtsmittelschrift hervorgeht, beurteilt sich aufgrund einer Würdigung der gesamten Umstände des Einzelfalls, besonders auch des Bildungs- und Wissenstands der steuerpflichtigen Person bzw. ihres Vertreters. Bestehen hierüber Zweifel, so ist durch Rückfrage bei der steuerpflichtigen Person zu klären, ob diese überhaupt ein Rechtsmittel erheben wollte. Die Aufforderung kann mit einer Fristansetzung und der Androhung verbunden werden, die Eingabe werde im Säumnisfall nicht als Beschwerde bzw. Rekurs behandelt (vgl. – in Bezug auf das Einspracheverfahren – BGr, 30. Januar 2014, 2C_554/2013, 2C_555/2013, E. 4.1 mit Hinweisen; VGr, 11. März 2015, SB.2014.00141, E. 2.1; Felix Richner et al. [Hrsg.], Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., Zürich 2013, § 147 StG N. 20 ff. und § 140 StG N. 54; Felix Richner et al. [Hrsg.], Handkommentar zum DBG, 3. A., Zürich 2016, Art. 132 DBG N. 44).
2.2 Richtet sich ein Rechtsmittel gegen einen Nichteintretensentscheid, hat sich die Begründung mit der Frage auseinanderzusetzen, weshalb die Vorinstanz die Sache hätte materiell behandeln müssen. Eine Veranlagung bzw. Einschätzung nach pflichtgemässem Ermessen kann der Steuerpflichtige überdies nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit anfechten. Die steuerpflichtige Person hat hierfür innerhalb der Rechtsmittelfrist ihre versäumten Verfahrenspflichten nachzuholen, eine zur Beseitigung über die tatsächlichen Verhältnisse erforderliche substanziierte Sachdarstellung zu geben und hierfür notwendige Beweismittel beizubringen oder zumindest anzubieten (§ 140 Abs. 2 StG; Art. 132 Abs. 3 DBG).
2.3 Sowohl an die Antrags- als auch an die Begründungspflicht sind bei von Laien verfassten Rechtsmitteleingaben geringere Anforderungen zu stellen, genügt es doch praxisgemäss bereits, wenn die Anträge aus dem Zusammenhang heraus und unter Zuhilfenahme der Begründung zumindest sinngemäss klar werden und ziffermässig bestimmbar sind (vgl. Alain Griffel in: derselbe [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich [VRG], 3. A., Zürich etc. 2014 [Kommentar VRG], § 23 N. 12 mit Hinweisen). Von juristischen Laien kann nicht erwartet werden, dass sie ihre Rechtsbegehren mit derselben Präzision formulieren wie rechtskundige Personen. Die Anträge in einer Laienrechtsmitteleingabe sind damit unter Beizug von deren Begründung und nicht allein nach deren Wortlaut oder Betreff auszulegen. Sind die Anträge auch unter Beizug der Begründung nicht klar, ist im Sinn der dargelegten Praxis Nachfrist zur Beschwerdeverbesserung anzusetzen.
2.4 Der Pflichtige erhob im Betreff seiner Eingabe vom 12. September 2017 ausdrücklich "Rekurs" unter Bezugnahme auf den "Einspracheentscheid Staats- und Gemeindesteuern 2016". Dies legt grundsätzlich nahe, dass er im Sinn der vorinstanzlichen Erwägungen (allein) gegen den Einspracheentscheid betreffend Staats- und Gemeindesteuern 2016 rekurrieren wollte. Auch in der Entscheidbegründung nimmt der Pflichtige nirgends Bezug auf den ihm mit separater Verfügung eröffneten Einspracheentscheid betreffend direkte Bundessteuer 2016, jedoch verweist er auf Hinderungsgründe, welche ihn an der rechtzeitigen Einreichung einer Steuererklärung 2016 und einer rechtzeitigen Einsprache gehindert hätten. Aufgrund dieser Begründung erscheint unklar, ob der Pflichtige tatsächlich und ausschliesslich Rekurs gegen den Einspracheentscheid betreffend Staats- und Gemeindesteuern 2016 erheben wollte. So könnte seine Eingabe vom 12. September 2017 einerseits als Gesuch um Wiederherstellung der Einsprachefrist aufgefasst werden, andererseits aber auch entgegen dem gewählten Betreff eine Beschwerde gegen den Einspracheentscheid betreffend direkte Bundessteuer 2016 mitumfassen.