Decision ID: 70b3faac-cccf-5799-b61f-8f14dbb22f54
Year: 2007
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y., geb. 27. Dezember 1988, trat auf Beginn des Schuljahres 2005/2006 in die
Wirtschaftsmittelschule der Kantonsschule A. ein. Am 14. Februar 2006 sprach der
Rektor gegen ihn einen schriftlichen Verweis aus. Als Gründe wurden eine Störung des
Unterrichts, Fussballspiel mit einer Plasticflasche und wiederholtes Vergessen der
Hausaufgaben angeführt. Am 25. Mai 2006 erliess der Rektor gegen X.Y. eine bis Ende
des Schuljahres 2005/2006 befristete Androhung des Ausschlusses von der Schule
(Ultimatum gemäss Art. 47 Abs. 2 lit. a des Mittelschulgesetzes, sGS 215.1, abgekürzt
MSG). Als Gründe für das Ultimatum wurden zusätzliche Arbeiten, ein Ausschluss aus
dem Französisch-Unterricht sowie eine Sachbeschädigung angeführt. Bis zum Ende
des Schuljahres 2005/2006 verhielt sich X.Y. in der Folge korrekt. Im Schuljahr
2006/2007 wurde erneutes Fehlverhalten festgestellt (mehrmalige Störung des
Unterrichts durch Schwatzen und SMS-Schreiben, was auch zu
Unterrichtsausschlüssen führte, häufiges Vergessen des Unterrichtsmaterials). Am 8.
Januar 2007 sprach der Rektor gegen X.Y. erneut eine Androhung des Ausschlusses
von der Schule aus. Dieses Ultimatum war bis zum Ende des 2. Schuljahres befristet. In
der Folge kam es zu weiteren Unterrichtsstörungen durch X.Y. Er war während des
Unterrichts übermüdet, weigerte sich, nach einer Unterrichtsstörung das Zimmer zu
verlassen, und benutzte bei einer Prüfung ein unerlaubtes Hilfsmittel (Spicken).
Am 9. Juli 2007 stellten die Rektoratskommission und die Klassenkonferenz der
Kantonsschule dem Erziehungsrat den Antrag, X.Y. aus der Schule auszuschliessen.
Am 13. Juli 2007 gab der Erziehungsrat X.Y. Gelegenheit, zum Antrag auf
Schulausschluss Stellung zu nehmen. Innert erstreckter Frist liess sich X.Y. mit Eingabe
seines Rechtsvertreters vom 17. August 2007 vernehmen und beantragte, von einem
Schulausschluss sei abzusehen.
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An seiner Sitzung vom 29./30. August 2007 beschloss der Erziehungsrat, X.Y. gestützt
auf Art. 47 Abs. 2 lit. b MSG von der Kantonsschule auszuschliessen. Der Beschluss
wurde am 12. September 2007 dem Betroffenen eröffnet.
C./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 27. September 2007 erhob X.Y.
Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragte, die Verfügung des
Erziehungsrates sei aufzuheben und es sei ihm zu gestatten, weiterhin am Unterricht
der Kantonsschule teilzunehmen, eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an den
Erziehungsrat resp. die Kantonsschule zurückzuweisen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 5. Oktober 2007 auf Abweisung
der Beschwerde.
Der Beschwerdeführer erhielt Gelegenheit, zur Vernehmlassung der Vorinstanz Stellung
zu nehmen. Er liess sich mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 25. Oktober 2007
vernehmen und hielt an seinen Anträgen fest.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit wesentlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP; Art. 76
MSG). Der Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64
Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 27.
September 2007 entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. In der Beschwerde wird eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend gemacht
und gerügt, es sei dem Beschwerdeführer keine Gelegenheit geboten worden, sich
zum Vorwurf der Uebermüdung zu äussern. Bezüglich der Störung des
Französischunterrichts habe am 21. Mai 2007 eine Besprechung zwischen dem
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Beschwerdeführer und dem Prorektor stattgefunden. Darüber finde sich kein Protokoll
in den Akten. Der Beschluss der Klassenkonferenz bzw. der Rektoratskommission sei
ergangen, ohne dass der Beschwerdeführer die Möglichkeit gehabt habe, sich zu allen
Vorwürfen äussern zu können.
Der Beschwerdeführer rügt ausserdem eine Verletzung von Art. 37 der
Mittelschulverordnung (sGS 215.11, abgekürzt MSV). Es sei ihm nur bezüglich des
Spickens Gelegenheit gegeben worden, zum begründeten Antrag des Untersuchenden
Stellung zu nehmen.
Art. 37 Abs. 1 MSV bestimmt, dass bei schweren Disziplinarfehlern der Rektor oder ein
von ihm Beauftragter eine Disziplinaruntersuchung durchführt. Der Untersuchende stellt
der Rektoratskommission nach Abschluss der Untersuchung einen begründeten
Antrag. Nach Art. 37 Abs. 2 MSV ist dem Betroffenen Gelegenheit zu geben, zum
begründeten Antrag des Untersuchenden Stellung zu nehmen.
2.1. Während des Ultimatums genügen auch geringfügige Disziplinarfehler, um einen
Schulausschluss zu rechtfertigen. Allein der Umstand, dass vorliegend ein Ausschluss
angeordnet wurde, kennzeichnet die einzelnen Disziplinarfehler, die dem
Beschwerdeführer vorgeworfen werden, nicht als schwer im Sinn von Art. 37 Abs. 1
MSV. Im vorliegenden Fall wurde denn auch keine förmliche Disziplinaruntersuchung
durch den Rektor oder durch eine von ihm beauftragte Person gemäss Art. 37 Abs. 1
MSV durchgeführt. Daher ist im Umstand, dass der Beschwerdeführer keine
Gelegenheit hatte, zum Antrag eines Untersuchenden Stellung zu nehmen, keine
Verletzung des rechtlichen Gehörs zu erblicken. Vorliegend stellten
Rektoratskommission und Klassenkonferenz einen Antrag an den Erziehungsrat, und
zu diesem Antrag sowie zu den dem Entscheid des Erziehungsrates zugrundeliegenden
Akten konnte sich der Beschwerdeführer äussern. Damit wurde sein Anspruch auf
rechtliches Gehör hinreichend gewahrt.
2.2. Weiter wirft der Beschwerdeführer der Schulleitung ein treuwidriges Verhalten vor,
da sie ihm am 4. Juli 2007 eine Schulbestätigung zugestellt habe, obwohl sie zu
diesem Zeitpunkt bereits über den Beschluss betr. Schulausschluss gewusst habe.
Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Rechtmässigkeit des
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Schulausschlusses. Der Beschluss über den Antrag auf Schulausschluss war nach der
Ausstellung der Bestätigung gefasst worden. Daher kann im Verhalten der Schulleitung
kein treuwidriges Handeln erblickt werden. Der Beschwerdeführer wusste im übrigen,
dass das Ultimatum bis zum Ende des Schuljahres galt und die Schulleitung Kenntnis
von Verstössen hatte. Er konnte daher nicht darauf vertrauen, dass die Ausstellung der
Schulbestätigung bedeutete, dass von Disziplinarmassnahmen abgesehen wurde.
2.3. In formaler Hinsicht ist das Verfahren somit nicht zu beanstanden.
3. Nach Art. 47 Abs. 2 lit. b MSG kann der Erziehungsrat als schwerste
Disziplinarmassnahme gegenüber einem Mittelschüler den Ausschluss von der Schule
verfügen. Disziplinarfehler sind nach Art. 47 Abs. 1 MSG die Vernachlässigung von
Schülerpflichten (lit. a), die Verletzung der Schulordnung (lit. b) und das Verhalten in
Schule und Oeffentlichkeit, das mit der Zugehörigkeit zur Mittelschule nicht vereinbar
ist (lit. c).
3.1. Fest steht, dass gegen den Beschwerdeführer am 8. Januar 2007 als
Disziplinarmassnahme die Androhung des Schulausschlusses im Sinn von Art. 47 Abs.
2 lit. a MSG (Ultimatum) verfügt wurde. Das Ultimatum war bis Ende des Schuljahres
2006/2007 befristet. Die Massnahme erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Daher ist
auf die Gründe, welche zum Ultimatum geführt haben, vorliegend nicht weiter
einzugehen. Aufgrund der vorliegenden Akten ist jedenfalls kein offenkundiger Mangel
der Verfügung vom 8. Januar 2007 ersichtlich. Fest steht weiter, dass gegen den
Beschwerdeführer bereits im Schuljahr 2005/2006 eine befristete Androhung des
Schulausschlusses angeordnet und zuvor ein schriftlicher Verweis ausgesprochen
worden waren.
3.2. Das Ultimatum bringt zum Ausdruck, dass bei erneuten Pflichtverletzungen die
schwerste Disziplinarmassnahme, nämlich der Ausschluss aus der Schule, angeordnet
werden kann. Das Ultimatum war bis Ende des Schuljahres 2006/2007 befristet. Bei
groben und schwerwiegenden Verstössen während der Dauer des Ultimatums darf
sogar vor dessen Ablauf ein Schulausschluss verfügt werden (VerwGE vom 11./18.
Dezember 1997 i.S. Ch.L. und vom 22. Mai 2003 i.S. G.L.). Grundsätzlich ist aber das
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Verhalten des Schülers während der gesamten Zeitdauer, in der ihm der Ausschluss
angedroht ist, zu berücksichtigen.
3.3. Der Ausschluss wurde mit drei Vorfällen begründet. Der Beschwerdeführer sei
übermüdet zur Schule gekommen, er habe sich bei einer Prüfung unredlicher Hilfsmittel
bedient und sich im Französischunterricht auffällig verhalten.
3.3.1. In einer Verfügung bzw. einem Entscheid sind u.a. die Tatsachen anzuführen, auf
die sich die Anordnung stützt (Art. 24 Abs. 1 lit. a VRP). Vorliegend wird im Sachverhalt
des angefochtenen Entscheids ausgeführt, die Uebermüdung nach --matches sei
deutlich sichtbar gewesen, der Beschwerdeführer habe sich nach einer
Unterrichtsstörung geweigert, das Schulzimmer zu verlassen, und er habe bei einer
Prüfung im Fach Recht unerlaubte Hilfsmittel benutzt. Diese Ausführungen enthalten
zum Teil eine Vermengung von Tatsachen und rechtlichen Würdigungen. Was genau
vorgefallen ist bzw. welcher Sachverhalt als Disziplinarfehler qualifiziert wird, ergibt sich
aus diesen Ausführungen nicht ohne weiteres. Nur aufgrund der Akten und der
Vorbringen der Beteiligten ist hinreichend ersichtlich, welche Disziplinarfehler dem
Beschwerdeführer vorgeworfen werden. Nach den Feststellungen der
Klassenkonferenz und der Rektoratskommission habe der Beschwerdeführer zweimal
im Unterricht "geschlafen" (Kopf auf dem Pult). In der Beschwerde wird anerkannt,
dass der Beschwerdeführer im Unterricht übermüdet war und dies auf einen --match
am Vorabend zurückzuführen war. Es wird ausgeführt, der Beschwerdeführer habe
seinen Kopf nur kurz vornüber auf die Hände gelegt. Es sei nicht so, dass er
regelmässig, nach jedem Match, übermüdet zum Unterricht erscheine.
Im erwähnten Fall ist die Uebermüdung im Unterricht anerkannt. Wenn ein Schüler im
Unterricht derart müde ist, dass er den Kopf vornüber auf die Hände legen muss, ist er
nicht imstande, dem Unterricht zu folgen und vernachlässigt damit seine
Schülerpflichten. Wenn die Uebermüdung auf den --match am Vorabend zurückgeführt
wird, so heisst dies, dass der Beschwerdeführer nach dem Match zu spät nach Hause
ging bzw. sich zu spät schlafen legte. Wann und bei welcher Lehrkraft der zweite
Vorfall im Zusammenhang mit einer Uebermüdung stattfand, geht aus den Akten nicht
hervor. Im Protokoll der Schulleitung ist lediglich festgehalten, dass sich die Vorfälle im
Februar 2007 abspielten. Auf weitere Abklärungen kann allerdings verzichtet werden,
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da eine Uebermüdung in einem Fall anerkannt und die Zahl solcher Vorfälle nicht
ausschlaggebend ist.
Unbestritten ist, dass eine sinnvolle ausserschulische Beschäftigung auch im Interesse
der Schule liegt. Allerdings gilt dies nur, wenn sich solche ausserschulischen
Tätigkeiten nicht negativ auf die Schule auswirken. Dies ist offensichtlich dann der Fall,
wenn ein Schüler aufgrund abendlicher Sportveranstaltungen anderntags im Unterricht
übermüdet ist. Der Beschwerdeführer macht keine näheren Angaben, wann der Match
beendet wurde und wann er sich schlafen legte. Erfahrungsgemäss enden --matches
nicht nach 23.00 Uhr, und es ist daher anzunehmen, dass nicht der Match als solcher,
sondern das Verhalten nach dem Match Ursache der Uebermüdung war. Somit war
nicht die ausserschulische sportliche Betätigung Ursache für das Fehlverhalten.
3.3.2. Anerkannt wird das Spicken während einer Prüfung im Fach Recht. Der Einwand
in der Beschwerde, ein solches Vergehen sei im Schulalltag nicht aussergewöhnlich
und könne für sich allein einen Ausschluss nicht rechtfertigen, ist nicht stichhaltig.
Vorliegend spielte sich der Regelverstoss während eines Ultimatums ab. Er ist daher
nicht gleich zu beurteilen wie ein entsprechender Verstoss eines bislang
unbescholtenen Schülers. Auch der in der Beschwerde vorgebrachte Einwand, die
fehlende Vorbereitung auf die Prüfung im Fach Recht sei darauf zurückzuführen, dass
der Beschwerdeführer eine Homepage bearbeitet habe und dies eine Hausaufgabe
gewesen sei, die am folgenden Tag benotet worden sei, vermag den Beschwerdeführer
nicht zu entlasten. Dieser hatte in der Stellungnahme ausgeführt, er habe nach dem
Krafttraining die Homepage bearbeitet. Offenbar hat er im Wissen um die Prüfung und
die Hausaufgaben den sportlichen Aktivitäten Priorität gegenüber der Vorbereitung
einer Prüfung eingeräumt. Aus schulischer Sicht lag jedenfalls kein Hindernis vor, die
Prüfung im Fach Recht angemessen vorzubereiten.
3.3.3. Zum Ausschluss aus einer Französisch-Stunde bringt der Beschwerdeführer vor,
die Lehrkraft L. habe insgesamt ein schwieriges Verhältnis zu den Schülern. Die Klasse
habe am 19. September 2007 ein Gesuch an den Rektor gerichtet, die Stellvertreterin
weiterhin als Lehrkraft zu behalten. L. sei mit dem Unterricht und dem Umgang mit der
Klasse überfordert. Die Probleme des Beschwerdeführers im Französisch-Unterricht
seien in diesem Zusammenhang zu sehen. In Anbetracht der Tatsache, dass am 21.
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Mai 2007 alle Schüler den Unterricht gestört hätten, sei die Anordnung einer
Disziplinarmassnahme gegenüber dem Beschwerdeführer allein unverhältnismässig
und willkürlich. In Anbetracht der Vorgeschichte und des Alters des Beschwerdeführers
erstaune es nicht, dass sich dieser einer willkürlichen Anordnung widersetzt habe.
Das Wegweisen aus dem Unterricht ist eine in die Kompetenz der Lehrkraft fallende
Disziplinarmassnahme (Art. 31 Abs. 1 lit. a und Art. 34 lit. a MSV). Die Lehrerin L. hielt
fest, das Verhalten des Beschwerdeführers und eines weiteren Schülers sei
inakzeptabel gewesen. Den Beschwerdeführer habe sie hinausstellen wollen; er sei der
Aufforderung nicht nachgekommen.
Der Beschwerdeführer weigerte sich somit, einer Anordnung der Lehrkraft Folge zu
leisten. Darin ist ein schwerwiegendes Fehlverhalten zu erblicken. Ob der Schüler die
Massnahme als gerechtfertigt empfand oder nicht, ist nicht ausschlaggebend. Es war
unbestrittenermassen nicht das erste Mal, dass der Beschwerdeführer den
Französisch-Unterricht störte. Der Umgang der Lehrkraft mit der gesamten Klasse ist in
diesem Zusammenhang nicht ausschlaggebend. Es ist daher nachvollziehbar, dass die
Lehrkraft die Sanktion des Unterrichtsausschlusses gegen den Beschwerdeführer
aussprach. Jedenfalls kann aufgrund der Vorgeschichte keine Rede von einem
willkürlichen Verhalten der Lehrkraft sein. Der Beschwerdeführer war verpflichtet, die
Massnahme, selbst wenn er sie als ungerechtfertigt empfand, zu befolgen und das
Klassenzimmer zu verlassen. Indem er sich weigerte, verhielt er sich in
schwerwiegender Weise renitent.
3.4. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist in den vom Erziehungsrat beurteilten
Fällen von einem pflichtwidrigen Verhalten des Beschwerdeführers auszugehen.
3.4.1. Nicht entscheidend ist, ob jeder Vorfall für sich allein einen Ausschluss aus der
Schule rechtfertigen würde. Vorliegend geht es darum, ob die Vorfälle gesamthaft
betrachtet und im Lichte des bisherigen Verhaltens des Beschwerdeführers einen
Ausschluss verhältnismässig erscheinen lassen.
Gegen den Beschwerdeführer lief ein Ultimatum, und zwar das zweite innerhalb von
rund einem Jahr. Nach der Verfügung eines Ultimatums ist der Ermessensspielraum
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des Erziehungsrates insofern begrenzt, als für weitere Verstösse bereits eine konkrete
Massnahme angedroht ist. Dennoch haben auch in solchen Fällen
Verhältnismässigkeitsüberlegungen ihren Platz. Diese beziehen sich namentlich darauf,
ob die gesamte Dauer des Ultimatums abgewartet wird, bevor zum Ausschluss von der
Schule geschritten werden kann (vgl. VerwGE vom 11./18. Dezember 1997 i.S. Ch.L.),
andererseits ist auch bei Verstössen während des Ultimatums zu prüfen, ob ein
Schulausschluss verhältnismässig ist oder ob nicht allenfalls das Ultimatum lediglich zu
verlängern ist. Im vorliegenden Fall wurden nicht beim ersten Verstoss während des
laufenden Ultimatums Massnahmen ergriffen, sondern erst nach dem Vorliegen einer
Mehrzahl von Pflichtwidrigkeiten. Der Beschwerdeführer liess sich während des
Ultimatums mehrere Verstösse zuschulden kommen. Namentlich das Spicken sowie
die Weigerung, die Anordnung einer Lehrkraft zum Verlassen des Klassenzimmers zu
befolgen, sind als schwerwiegende Disziplinarfehler zu qualifizieren. Die Uebermüdung
im Unterricht wiegt weniger schwer, fällt aber im Gesamtzusammenhang ebenfalls in
Betracht.
3.4.2. Der Beschwerdeführer macht geltend, dem Interesse an einem geordneten
Schulablauf sei auch mit anderen, für ihn als Betroffenen weniger einschneidenden
Massnahmen entgegenzutreten. Er sei kein unverbesserlicher Täter, der nicht einsichtig
sei. Die angeordnete Massnahme schiesse über das Ziel hinaus.
Gegen den Beschwerdeführer war am 14. Februar 2006 ein schriftlicher Verweis und
am 25. Mai 2006 ein erstes Ultimatum ausgesprochen worden. Nach dem ersten
Ultimatum besserte sich sein Verhalten. Im Schuljahr 2006/2007 wurden aber erneute
Disziplinarfehler festgestellt, worauf am 8. Januar 2007 ein zweites Ultimatum
ausgesprochen wurde. Während dieser Massnahme besserte sich das Verhalten des
Beschwerdeführers nicht. Er liess sich ungeachtet der förmlichen Androhung des
Schulausschlusses wiederum Pflichtverletzungen zuschulden kommen, die nicht auf
die leichte Schulter genommen werden dürfen. Es handelt sich nicht um eine einzige
oder um eine besonders leichte Pfichtverletzung, sondern um mehrere Disziplinarfehler,
von denen wie erwähnt zwei als gravierend einzustufen sind. Während eines
Ultimatums muss namentlich das Spicken an einer Prüfung sowie die Weigerung, die
Anordnung einer Lehrkraft zu befolgen, als schwerwiegendes und nicht zu
tolerierendes Fehlverhalten betrachtet werden. Die Autorität der Lehrkräfte und der
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Schule würde in untragbarer Weise untergraben, wenn während eines Ultimatums
Vorfälle wie Renitenz gegenüber einer Lehrkraft und Spicken während einer Prüfung
folgenlos blieben oder lediglich mit einer Verlängerung des Ultimatums geahndet
würden. Daran ändert die Tatsache nichts, dass sich der Beschwerdeführer in den
Praktika sowie im laufenden Schuljahr tadellos verhalten hat. Ueber das Verhalten im
laufenden Schuljahr wurden keine Abklärungen getroffen. Der Erziehungsrat hatte
seinem Entscheid das Verhalten bis zum Ablauf des Schuljahres 2006/2007
zugrundezulegen. Der Beschwerdeführer hätte sich nicht nur in den Praktika, sondern
auch im Unterricht und insbesondere während des laufenden Ultimatums klaglos
verhalten müssen. Eine Besserung seines Verhaltens im laufenden Schuljahr könnte
daher nicht mehr entscheidend ins Gewicht fallen.
3.5. Zusammenfassend gelangt das Verwaltungsgericht zum Schluss, dass der
Schulausschluss rechtmässig ist und nicht gegen den Grundsatz der
Verhältnismässigkeit verstösst. Folglich ist die Beschwerde abzuweisen.
4. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 1'500.-- ist angemessen (vgl. Ziff. 382 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist zu verrechnen.
Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP).