Decision ID: 328f7558-4207-54d6-98f1-f1afbfc693c6
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer suchte am 3. Dezember 2018 in der Schweiz um
Asyl nach.
A.a Er wurde am 13. Dezember 2018 im damaligen Empfangs- und Ver-
fahrenszentrum B._ zu seiner Person, dem Reiseweg und summa-
risch zu den Fluchtgründen befragt (BzP) und am 20. Dezember 2018 vom
SEM einlässlich zu seinen Asylgründen angehört. Dabei machte er im We-
sentlichen geltend, er sei irakischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie
und habe mit seinen Eltern und (...) Geschwistern in einem eigenen Haus
in der Stadt C._ in der nordirakischen Autonomen Region Kurdistan
(Region des "Kurdistan Regional Government" [KRG]) gelebt. Sein Vater
sei (...) und arbeite an einem (...). Nach Abschluss des Handelsgymnasi-
ums habe er ab 2013, ohne entsprechende Ausbildung, als (...) und (...)
für seinen (Verwandten) namens D._ gearbeitet. Dieser leite ein
Büro von E._, einem (Verwandten) des (...). Er habe von seinem
(Verwandten) monatlich USD 1500 für seine Dienste erhalten. Im Jahr
2014 sei er in seiner Funktion offiziell vom (...) angestellt worden und habe
so doppelten Lohn und einen Ausweis, der ihn als (...) ausgewiesen habe,
erhalten. Von seinem (Verwandten) habe er auch eine Waffe geschenkt
bekommen. Diese sei ihm aber 2017 aus seinem Auto gestohlen worden.
Den Diebstahl habe er nicht gemeldet. Anfänglich habe er seine Arbeit mo-
tiviert ausgeübt, sie aber zusehends als mühsam empfunden. Da er für
seinen (Verwandten) ständig habe verfügbar sein müssen, habe er kaum
Freizeit und keine Privatsphäre mehr gehabt und an Schlafmangel gelitten.
Wenn sein (Verwandter) im Ausland unterwegs gewesen sei, was oft und
manchmal über Monate hin der Fall gewesen sei, sei es für ihn bedeutend
weniger anstrengend gewesen und er habe diese Zeiten genossen, auch
wenn der (Verwandte) ihm zuweilen auch vom Ausland aus telefonisch Auf-
träge erteilt habe. Im Jahr 2014 habe er einmal zwei Wochen Ferien in der
(...) machen können. Aufgrund der langen Arbeitstage und des Schlafman-
gels sei es ihm ab Ende 2015 psychisch nicht gut gegangen. Einen Fach-
arzt habe er deswegen nicht konsultiert, aber einen Allgemeinmediziner
aufgesucht, der ihm indes beschieden habe, dass ihm, abgesehen von zu
dickflüssigem Blut wegen zu häufigen Nikotinkonsums, nichts fehle. Als er
dem (Verwandten) gegenüber den Wunsch geäussert habe, ein Studium
zu absolvieren, habe dieser ihm erlaubt, neben der Arbeit am (...) zu stu-
dieren, und sei für die Kosten aufgekommen. Da er aber wegen der Arbeit
oft übermüdet gewesen sei, sei es ihm zu viel geworden und er habe das
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Studium im Mai 2018, am Ende des dritten Semesters, abgebrochen. Er
habe seine Arbeit aufgeben wollen, aber nicht gewusst, wie er dies bewerk-
stelligen könnte, zumal er dann unter Druck gestanden hätte, einen ande-
ren Job für die kurdischen Behörden anzunehmen. Er stamme aus einer
grossen Familie, die mehrheitlich für die Regierung tätig sei, und der das
Ansehen wichtig sei. Er sei mit seiner Situation unglücklich gewesen und
habe sogar an Suizid gedacht. Er habe deshalb weggehen wollen und bei
der (...) Botschaft ein Visum beantragt. Das Gesuch sei jedoch abgelehnt
worden. Er sei dann am (...) 2018 legal und visumsfrei mit seinem Pass
von G._ nach H._ geflogen, nachdem ihm ein Schlepper
versprochen habe, er könne via die F._ nach I._ reisen. Dies
habe sich jedoch als leere Versprechung herausgestellt. In H._
habe ihm der dortige Schlepper den Pass abgenommen und statt der ver-
sprochenen legalen Reise nach I._ eine illegale Weiterreise nach
Italien organisiert. Am 29. November 2018 sei er in H._ aufgebro-
chen und via Italien schliesslich am 3. Dezember 2018 in die Schweiz ge-
langt. Die Reise, die ihn etwa USD 20'000 gekostet habe, habe er mit dem
Verkauf eines Geländewagens finanziert. Unterwegs habe er mit seinen
Eltern und seinem (Verwandten) Kontakt gehabt. Sie hätten ihn zur Heim-
kehr bewegen wollen. Vor der Ausreise habe er nie Probleme mit den hei-
matlichen Behörden gehabt. Da er seinen Arbeitsvertrag mit dem (...) ge-
brochen habe, befürchte er aber, bei einer Rückkehr von den Behörden in
Haft genommen oder gebüsst zu werden, oder zumindest gezwungen zu
werden, seine Arbeit wiederaufzunehmen oder einen anderen Job zu über-
nehmen. Von einem Bruder habe er erfahren, dass der kurdische Sicher-
heitsdienst am (...) 2018 zuhause nach ihm gefragt habe. Er vermute, dass
sein (Verwandter) dies veranlasst habe, um ihm Angst einzujagen und ihn
zur Rückkehr zu ihm zu bewegen. Zwischenzeitlich arbeite ein (Verwand-
ter) für D._. Er schlafe immer noch schlecht. Suizidgedanken habe
er aber nicht mehr.
A.b Bezüglich der weiteren Aussagen beziehungsweise Einzelheiten des
rechtserheblichen Sachverhalts wird auf die Protokolle und die eingereich-
ten Beweismittel (Identitätskarte, Nationalitätenausweis, [...]ausweis [Ko-
pie], Bestätigungsschreiben des ehemaligen Schuldirektors vom 27. März
2018, Schulzeugnis vom 2. Januar 2019, Vorladung des Sicherheitsdiensts
C._ vom {...} 2018 [Aufforderung zur Meldung am selben Tag]) ver-
wiesen (vgl. vorinstanzliche Akten A4, A5 und A8).
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B.
B.a Mit Verfügung vom 1. Februar 2019 – eröffnet am 6. Februar 2019 –
stellte das SEM fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigen-
schaft nicht erfülle. Es lehnte das Asylgesuch ab und ordnete die Wegwei-
sung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an.
B.b Zur Begründung führte es im Wesentlichen aus, die Vorbringen des
Beschwerdeführers vermöchten den Anforderungen an die Flüchtlingsei-
genschaft gemäss Art. 3 AsylG (SR 142.31) nicht standzuhalten. Es sei
zwar durchaus ein gewisser psychischer Leidensdruck des Beschwerde-
führers erkennbar, aber er sei nicht in der Lage gewesen zu präzisieren,
inwiefern sich seine persönliche Situation vor der am 11. September 2018
erfolgten Ausreise aus dem Irak dermassen verschlechtert hatte, dass ihm
nur die Flucht ins Ausland als Ausweg übriggeblieben wäre. Auch wenn
sein Privatleben unter den beschriebenen Arbeitsbedingungen gelitten und
er sich grössere persönliche Freiheit gewünscht habe, würden seine Aus-
sagen nicht auf einen unerträglichen psychischen Druck schliessen lassen,
der ihm ein menschenwürdiges Leben verunmöglicht oder in unzumutbarer
Weise erschwert hätte. Zudem würden einige Punkte dafürsprechen, dass
er keinem übermässigen Zwang ausgesetzt gewesen sei (bspw. Möglich-
keit des Studiums neben der Arbeit, Kostenübernahme durch [Verwand-
ten], freiwillige hohe Lohnzahlung des [Verwandten], Auslandsferien,
stressfreiere Zeit während häufiger Auslandsaufenthalte des [Verwandten],
zwischenzeitliche Übernahme der Funktion durch einen [Verwandten]).
Dies spreche aus objektiver Sicht nicht für einen unerträglichen psychi-
schen Zwang oder Druck dem Beschwerdeführer gegenüber. Das Vorbrin-
gen, seitens des (Verwandten) und der Familie Druck zu verspüren, ver-
möge daher keine Asylrelevanz zu entfalten. In Bezug auf die geäusserte
Furcht, bei einer Rückkehr allenfalls aufgrund einer Arbeitsvertragsverlet-
zung von den Behörden inhaftiert oder gebüsst zu werden, sei es ange-
sichts der Ausführungen des Beschwerdeführers fraglich, ob die Behörden
ihn überhaupt sanktionieren würden, zumal er aus einer gut vernetzten,
politisch hochgestellten Familie stamme und es daher durchaus denkbar
sei, dass der (Verwandte) oder Vater dergestalt intervenieren würden, dass
ihm eine allfällige Haftstrafe erspart bleiben würde. Ein behördliches Inte-
resse sei auch nach dem erwähnten Besuch im Elternhaus nicht erkenn-
bar. Der Beschwerdeführer habe seine Lage denn auch selbst relativiert,
indem er angegeben habe, dass ihm bei der Rückkehr auch nur eine Wie-
deraufnahme der Arbeit drohen könnte. Aber selbst wenn die Behörden
Sanktionsmassnahmen einleiten würden, würden damit lediglich rechts-
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staatlich legitime Interessen wegen einer Arbeitsvertragsverletzung ver-
folgt. Solche Massnahmen würden nicht aus einer der von Art. 3 AsylG ge-
schützten Eigenschaften ergriffen. Unter diesem Blickwinkel sei auch die
Vorladung des Sicherheitsdiensts in C._ zu betrachten, falls diese
authentisch und nicht bloss auf Geheiss des (Verwandten) zur Einschüch-
terung des Beschwerdeführers angefertigt worden sein sollte. Aufgrund der
fehlenden Asylrelevanz erübrige sich eine nähere Prüfung und Würdigung
der weiteren Beweismittel. Der Wegweisungsvollzug sei als zulässig, zu-
mutbar und möglich zu erachten. Der Vollzug in die KRG sei grundsätzlich
zumutbar und es würden auch keine individuellen Gründe des Beschwer-
deführers gegen eine Rückkehr dorthin sprechen. Der Beschwerdeführer
verfüge über eine sehr gute Schulbildung und Arbeitserfahrung, die gut ent-
löhnt worden sei, sowie ein verwandtschaftliches Beziehungsnetz und eine
gesicherte Wohnsituation in C._, so dass einer Reintegration nichts
im Weg stehe. Hinsichtlich der vorgebrachten psychischen Schwierigkeiten
aufgrund der Übermüdung nach langen Arbeitstagen sei nicht von einer
medizinischen Notlage auszugehen, sei der Beschwerdeführer doch weder
in Therapie noch auf Medikamente angewiesen. Es sei ihm unbenommen,
bei Bedarf in C._ oder anderen Städten der KRG spezielle Einrich-
tungen (bspw. das [...] in C._) aufzusuchen, um sich adäquat be-
handeln zu lassen. Zudem stehe es ihm frei, medizinische Rückkehrhilfe
zu beantragen.
C.
C.a Mit Eingabe vom 4. März 2019 erhob der Beschwerdeführer durch sei-
nen am 26. Februar 2019 mandatierten Rechtsvertreter beim Bundesver-
waltungsgericht Beschwerde, worin um Aufhebung der vorinstanzlichen
Verfügung und um Feststellung der Flüchtlingseigenschaft sowie um Ge-
währung des Asyls, eventualiter um Feststellung der Unzulässigkeit, allen-
falls Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs und um Gewährung der
vorläufigen Aufnahme ersucht wurde. In verfahrensrechtlicher Hinsicht
wurde zudem unter Verweis auf eine Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung
vom 27. Februar 2019 um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-
schusses ersucht.
C.b Zur Begründung machte der Beschwerdeführer, nach zusammenfas-
sender Darstellung seiner Asylgründe, im Wesentlichen geltend, er gehöre
einem Stamm an, der mit der regierenden Partei zusammenarbeite, und
wer eine Arbeitsstelle angetreten habe, könne diese nicht einfach kündi-
gen. Er habe für seinen (Verwandten) unter sklavenähnlichen Umständen
arbeiten müssen und keine Freiheit mehr gehabt. Dies habe er nicht mehr
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ausgehalten. Er sei depressiv geworden und habe sogar an Suizid ge-
dacht. Es habe für ihn nur zwei Möglichkeiten gegeben: weiterarbeiten o-
der fliehen. Er habe sich für die Flucht entschieden. Bei einer Rückkehr
befürchte er, erneut unter den genannten Bedingungen für seinen (Ver-
wandten) arbeiten zu müssen. Zudem müsste er aufgrund der Verletzung
des Arbeitsvertrags mit dem (...) mit einer Inhaftierung rechnen. Der poli-
zeiliche Besuch bei ihm zuhause zeige, dass die Behörden nach ihm su-
chen würden. Sollte die Flüchtlingseigenschaft verneint werden, sei ihm
daher zumindest die vorläufige Aufnahme in der Schweiz zu gewähren.
D.
Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte am 6. März 2019 den Eingang
der Beschwerde.
E.
Mit Zwischenverfügung vom 13. März 2019 stellte die Instruktionsrichterin
fest, dass der Beschwerdeführer den Ausgang des Verfahrens in der
Schweiz abwarten dürfe. Gleichzeitig verzichtete sie auf die Erhebung ei-
nes Kostenvorschusses und lud die Vorinstanz zur Vernehmlassung zur
Beschwerde ein.
F.
In seiner Vernehmlassung vom 22. März 2019 beantragte das SEM die Ab-
weisung der Beschwerde. Diese enthalte keine neuen erheblichen Tatsa-
chen oder Beweismittel, die eine Änderung seines Standpunkts bewirken
könnten. Die Instruktionsrichterin stellte dem Beschwerdeführer die Ver-
nehmlassung am 28. März 2019 zur Kenntnisnahme zu.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-
ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-
son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche
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Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb
das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten
(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht
(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom
25. September 2015).
1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-
schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108
Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
Eine asylsuchende Person erfüllt die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3
AsylG, wenn sie Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat bezie-
hungsweise mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft
begründeterweise befürchten muss (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2). Eine bloss
entfernte Möglichkeit künftiger Verfolgung genügt nicht, vielmehr müssen
konkrete Indizien die Furcht vor erwarteten Benachteiligungen realistisch
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und nachvollziehbar erscheinen lassen (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.5). Mass-
geblich für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Situation im
Zeitpunkt des Asylentscheids. Die Gewährung des Asyls kann nicht dazu
dienen, einen Ausgleich für vergangenes Unrecht zu schaffen, sondern be-
zweckt vielmehr, Schutz vor künftiger Verfolgung zu gewähren (vgl. BVGE
2008/4 E. 5.4).
3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die
Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-
geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
4.
4.1 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten in
Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass der Beschwerde-
führer die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht zu begründen
vermag.
4.2 Zwar ist nicht grundsätzlich anzuzweifeln, dass der Beschwerdeführer
als (...) und (...) für seinen (Verwandten) gearbeitet hat. Es ist auch ver-
ständlich, dass er von seiner Arbeitssituation trotz überdurchschnittlich ho-
hem Verdienst enttäuscht war und sich angesichts langer Arbeitsstunden
in seinem Privatleben eingeengt gefühlt und sich mehr Freizeit gewünscht
hat. Jedoch ist nicht ersichtlich, dass er seitens seines (Verwandten)
oder seiner Familie flüchtlingsrechtlich relevanten, einen unerträglichen
psychischen Druck bewirkenden Massnahmen gemäss Art. 3 AsylG aus-
gesetzt gewesen wäre. Mit den Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe
vom 4. März 2019 vermag der Beschwerdeführer der Einschätzung des
SEM nichts Substanzielles entgegenzusetzen beziehungsweise keine ge-
gen ihn gerichteten Massnahmen asylbeachtlichen Ausmasses seitens sei-
ner Verwandten im Sinne von Art. 3 AsylG darzulegen. Die Angaben des
Beschwerdeführers zur Ausgestaltung des Arbeitsverhältnisses, wonach er
auch einmal Ferien in der F._ habe verbringen können, er während
häufiger, manchmal monatelanger Auslandsabwesenheiten des (Verwand-
ten) ruhige Zeiten gehabt habe, die für ihn jeweils wie ein Fest gewesen
seien (vgl. A8 S. 11 F68-70), und der (Verwandte) ihm auf seinen Wunsch
hin auch den Studienbesuch ermöglicht habe, lassen insgesamt nicht auf
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eine sklavenähnliche Ausbeutung durch den (Verwandten) und einen un-
erträglichen psychischen Druck auf den Beschwerdeführer schliessen. Zu-
dem lässt sich den Akten auch nicht entnehmen, dass es dem Beschwer-
deführer als Angehörigem einer bekannten Familie gänzlich unmöglich ge-
wesen wäre, die ungeliebte Tätigkeit zu beenden, gab er doch zu Protokoll,
ein Jobwechsel sei durchaus erlaubt (vgl. A5 S. 8 Ziffer 7.01). Dass es ihm
nicht zumutbar gewesen wäre, gegebenenfalls einer anderen Arbeit für die
heimatlichen Behörden nachzugehen, ist nicht ersichtlich. Ferner deutet
die Angabe, einer seiner Brüder habe ein Wirtschaftsstudium absolvieren
können und werde eventuell für ein weiterführendes Studium ins Ausland
gehen (vgl. A8 S. 8 F47), darauf hin, dass innerhalb der Familie andere
Werdegänge möglich waren. Schliesslich ist auch hinsichtlich der Befürch-
tung, bei einer Rückkehr wieder für den (Verwandten) arbeiten zu müssen,
nicht von einer objektiv begründeten Furcht des Beschwerdeführers vor
künftigen, einen unerträglichen psychischen Druck bewirkenden Massnah-
men gemäss Art. 3 AsylG seitens des (Verwandten) auszugehen. Im Übri-
gen habe mittlerweile ein (Verwandter) die Arbeit übernommen.
4.3 Mit den heimatlichen Behörden hatte der Beschwerdeführer gemäss
eigenen Angaben vor seiner Ausreise nie Probleme. Eine begründete
Furcht, dass er bei einer heutigen Rückkehr wegen der Verletzung arbeits-
vertraglicher Bestimmungen flüchtlingsrelevanten Verfolgungsmassnah-
men im Sinne von Art. 3 AsylG seitens der Behörden ausgesetzt wäre, ver-
mochte der Beschwerdeführer nicht darzulegen. Den besagten Arbeitsver-
trag mit dem (...) hat der Beschwerdeführer nicht eingereicht, so dass die
Sanktionen, die bei einer Vertragsverletzung effektiv drohen könnten, nicht
bekannt sind. Bei der Äusserung, ihm könnte Haft oder eine Busse drohen,
handelt es sich lediglich um eine nicht belegte Vermutung, die der Be-
schwerdeführer selbst wieder relativierte, indem er angab, er könnte auch
nur zur Wiederaufnahme der Arbeit oder der Übernahme einer anderen
Tätigkeit verpflichtet werden. Auf einer Vertragsverletzung beruhenden
Massnahmen würde es aber ohnehin an einem flüchtlingsrechtlich relevan-
ten Verfolgungsmotiv im Sinne von Art. 3 AsylG fehlen, weshalb es dem
entsprechenden Vorbringen des Beschwerdeführers an der asylrechtlichen
Relevanz fehlt. Daran vermag die eingereichte Vorladung des Sicherheits-
diensts C._ vom (...) 2018, unabhängig von der Frage der Authen-
tizität des Dokuments, nichts zu ändern, beinhaltet diese doch lediglich die
Aufforderung an den Beschwerdeführer, sich zu melden. Dass der Be-
schwerdeführer von den heimatlichen Behörden aus einem von Art. 3
AsylG umfassten Grund gesucht und verfolgt würde, lässt sich daraus nicht
entnehmen.
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Seite 10
4.4 Zusammenfassend ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen,
nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, im Zeitpunkt seiner
Ausreise aus dem Nordirak asyl- respektive flüchtlingsrechtlich relevanten
Massnahmen seitens seines (Verwandten) gemäss Art. 3 AsylG ausge-
setzt gewesen zu sein. Konkrete Anhaltspunkte für eine objektiv begrün-
dete Furcht vor künftiger asylrechtlich relevanter Verfolgung des Be-
schwerdeführers durch die heimatlichen Behörden oder Angehörige im
Sinne von Art. 3 AsylG liegen aufgrund der Aktenlage ebenfalls nicht vor.
Das SEM hat demnach die Flüchtlingseigenschaft zu Recht verneint und
das Asylgesuch zutreffend abgelehnt.
5.
Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt
es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug
an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44
AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine aus-
länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er-
teilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht
angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).
6.
6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei
der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen,
wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft
zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG).
6.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft,
zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1
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Seite 11
AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über
die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).
Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember
1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-
gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3
EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender
Strafe oder Behandlung unterworfen werden.
6.2.2 Das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement schützt nur
Personen, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-
schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-
dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG
verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren
keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den
Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
6.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerde-
führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer
Ausschaffung in die KRG dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer
nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung aus-
gesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Men-
schenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste
der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder
glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder un-
menschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi ge-
gen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127
m.w.H.). Dies ist vorliegend nicht der Fall. Es bestehen keine hinreichen-
den Anhaltspunkte für eine ernsthafte und konkrete Gefährdung des Be-
schwerdeführers in seinem Heimatstaat im Sinne von Art. 3 EMRK. Auch
die allgemeine Menschenrechtssituation in der KRG lässt den Wegwei-
sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen.
6.2.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im
Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.
6.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
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Seite 12
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
6.3.1 Im Urteil BVGE 2008/5 – in dem eine einlässliche Auseinanderset-
zung mit der Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in die drei
damaligen kurdischen Provinzen des Nordiraks (Dohuk, Erbil, Suleymania)
stattfand – hielt das Bundesverwaltungsgericht fest, dass sich sowohl die
Sicherheits- als auch die Menschenrechtslage in dieser Region im Verhält-
nis zum restlichen Irak relativ gut darstellt. Gestützt auf die vorgenommene
Lageanalyse kam das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass ein
Wegweisungsvollzug in die kurdischen Provinzen zumutbar ist, wenn die
betreffende Person ursprünglich aus der Region stammt oder eine längere
Zeit dort gelebt hat und über ein soziales Netz (Familie, Verwandtschaft,
Bekanntenkreis) oder aber über Beziehungen zu den herrschenden Par-
teien verfügt (vgl. E. 7.5). Diese Praxis wurde in den folgenden Jahren
durch das Bundesverwaltungsgericht bekräftigt. Im Urteil E-3737/2015
vom 14. Dezember 2015 (als Referenzurteil publiziert) wurden die Lage im
Nordirak und die Zumutbarkeitspraxis neuerlich überprüft. Festgestellt
wurde, dass in den vier Provinzen der KRG-Region (das betreffende Ge-
biet wird seit Anfang 2015 durch die Provinzen Dohuk, Erbil, Suleimaniya
sowie der von Letzterer abgespalteten Provinz Halabja gebildet) nach wie
vor nicht von einer Situation allgemeiner Gewalt im Sinne von Art. 83 Abs. 4
AIG auszugehen ist. An dieser Einschätzung, welche jeweils auf die aktuell
herrschende Lage fokussiert, ändert auch das am 25. September 2017 in
der KRG durchgeführte Referendum nichts, in welchem offenbar eine
Mehrheit der Kurden für die Unabhängigkeit vom Irak votierte. Den begüns-
tigenden individuellen Faktoren, insbesondere denjenigen eines tragfähi-
gen familiären Beziehungsnetzes, ist angesichts der Belastung der behörd-
lichen Infrastrukturen durch im Irak intern Vertriebene gleichwohl ein be-
sonderes Gewicht beizumessen (vgl. E. 7.4.5).
6.3.2 Der Beschwerdeführer lebte eigenen Angaben zufolge bis zu seiner
Ausreise Mitte September 2018 in C._. Er verfügt in der Heimatre-
gion über ein verwandtschaftliches Beziehungsnetz und seine Familie be-
sitzt in C._ ein eigenes Haus. Es ist somit von einer gesicherten
Wohnsituation und familiärer Unterstützung auszugehen. Zudem ist der
Beschwerdeführer jung und kann eine gute Schulbildung sowie mehrjäh-
rige Arbeitserfahrung als (...) und (...) vorweisen, so dass davon ausge-
gangen werden darf, dass er bei einer Rückkehr auch künftig in der Lage
sein wird, für seinen Lebensunterhalt aufzukommen. In Bezug auf die vor-
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gebrachten gesundheitlichen Beschwerden, wonach er unter Schlafstörun-
gen und Gedankenkreisen leide, ist darauf hinzuweisen, dass aus gesund-
heitlichen Gründen nur dann auf Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll-
zugs im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG geschlossen werden kann, wenn eine
dringend notwendige medizinische Behandlung im Heimatland schlicht
nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer raschen und lebens-
gefährdenden Beeinträchtigung des Gesundheitszustands, zur Invalidität
oder gar zum Tod der betroffenen Person führt, wobei Unzumutbarkeit je-
denfalls nicht vorliegt, wenn im Heimatstaat eine nicht dem schweizeri-
schen Standard entsprechende medizinische Behandlung möglich ist (vgl.
BVGE 2011/50 E. 8.3, 2009/52 E. 10.1, 2009/51 E. 5.5, 2009/28 E. 9.3.1,
2009/2 E. 9.3.2). Von einer solchen Situation ist vorliegend nicht auszuge-
hen. Den Akten lassen sich keine Hinweise entnehmen, dass sich eine
ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung des Beschwerdeführers
als notwendig erwiesen hätte, zumal er im Rahmen seiner Mitwirkungs-
pflicht keine Arztzeugnisse eingereicht hat. Im Übrigen geht das Bundes-
verwaltungsgericht in seiner Rechtsprechung davon aus, dass in der KRG-
Region die medizinische Grundversorgung sichergestellt ist und psychi-
sche Erkrankungen adäquat behandelbar sind (vgl. hierzu u. a. die Urteile
des BVGer D-6464/2018 vom 26. Februar 2020 E. 10.2.4, D-3492/2019
vom 24. Juli 2019 E. 6.3, D-1927/2019 vom 23. Mai 2019 E. 8.4.3, D-
233/2017 vom 9. März 2017 E. 10.8‒10.8.2). Das SEM hat in seiner Ver-
fügung vom 1. Februar 2019 auf entsprechende Behandlungseinrichtun-
gen in C._ sowie die Möglichkeit der Inanspruchnahme medizini-
scher Rückkehrhilfe (Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG) hingewiesen. Ohne die
Schwierigkeiten bei einer Rückkehr zu verkennen, ist aufgrund der Akten-
lage somit nicht davon auszugehen, der Beschwerdeführer würde bei einer
Rückkehr in den Nordirak in eine existenzielle Notlage geraten, die als kon-
krete Gefährdung im Sinne der zu beachtenden Bestimmung zu werten
wäre (Art. 83 Abs. 4 AIG).
6.3.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch
als zumutbar.
6.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-
gen Vertretung des Heimatstaats die für eine Rückkehr notwendigen Rei-
sedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. dazu auch BVGE
2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu
bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).
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6.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der
vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig
sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüg-
lich überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.–
festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]).
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