Decision ID: 53486c4f-eb39-5db9-8318-9e42a20672d7
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
D._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Gabriela Grob Hügli, procap, Froburgstrasse 4,
Postfach, 4601 Olten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Invalidenrenten-Einstellung (Wiedererwägung)
Sachverhalt:
A.
D._, geboren 1968, meldete sich erstmals am 9. Juli 1999 aufgrund von
Rückenschmerzen zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung
(Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit sowie Rente) an. Dazu führte er
aus, dass er von 1982 bis 1997 drogensüchtig gewesen sei und sich vom 3. November
1997 bis 7. April 1999 einer Langzeitdrogentherapie unterzogen habe. Jetzt leide er an
einer Diskushernie und an verschobenen Bandscheiben und müsse operiert werden
(IV-act. 2). In seinem Arztbericht vom 19. September 1999 diagnostizierte Dr. med.
A._ einen Status nach Operation einer lumbalen Diskushernie, ein chronisch rec.
Lumbovertebralsyndrom bei Spondylolyse L5 (V.a. Arthropathie sacroilical links), einen
Status nach Drogenabusus sowie eine chronische Hepatitis C. Der Versicherte sei seit
dem 20. April 1999 100 % arbeitsunfähig. Nach der Operation habe sich der Zustand
deutlich verbessert, jedoch bestünden immer noch lage- und bewegungsabhängige
punktuelle Beschwerden gluteal links. Eine Rückkehr auf die Baustelle sei kaum
möglich, wobei an einer "rückengerechten" Arbeitsstelle eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit
erreicht werden sollte (IV-act. 7-4/10). Bei einer von der IV-Stelle angeordneten
psychiatrischen Abklärung bei Dr. med. B._ wurde eine Politoxikomanie inkl.
Heroinabusus, z.Z. unter Methadon (ICD-10 F19.22) bei Störung der
Persönlichkeitsentwicklung mit depressiven und abhängigen Zügen sowie eine
psychische Überlagerung von körperlichen (Rücken-)Beschweden (ICD-10 F54)
festgestellt. Im Weitern führte Dr. B._ in seinem Gutachten vom 19. April 2000 aus,
dass der Versicherte für eine leichte, dem körperlichen Leiden angepasste Tätigkeit
arbeitsfähig sei. Das Problem bestehe darin, dass die Grundstörung der Suchtkrankheit
nicht überwunden sei und somit nicht mit einer langfristigen Arbeitsfähigkeit gerechnet
werden könne (IV-act. 17-7/8). Nachdem die IV-Stelle dem Versicherten mit
Vorbescheid vom 12. Mai 2000 eine Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht
gestellt hatte (IV-act. 19), ersuchte der Hausarzt Dr. A._ die IV-Stelle, den Fall
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nochmals dem IV-Arzt vorzulegen (IV-act. 21). Im Bericht vom 12. Juni 2000 hielt Dr.
A._ fest, dass er die zumutbare Arbeitsfähigkeit bei leichter rückenschonender
Tätigkeit auf 100% schätze. Der Versicherte lebe jedoch nicht unter
Rahmenbedingungen, welche eine Drogenfreiheit garantierten. Er sei zur Zeit in einem
Methadon-Programm und die Urinproben seien teilweise negativ (IV-act. 23-3/3). Mit
Verfügung vom 7. Juli 2000 wies die IV-Stelle das Leistungsgesuch mit der
Begründung ab, die Arbeitsunfähigkeit beruhe auf einem reinen Suchtgeschehen,
weshalb keine Invalidität im Sinne des Gesetzes bestehe (IV-act. 25). Diese Verfügung
ist unangefochten in Rechtskraft erwachsen.
B.
B.a Am 25. Februar 2002 meldete sich D._ erneut bei der IV-Stelle und ersuchte um
Berufsberatung und Umschulung auf eine neue Tätigkeit. Er wies wiederum auf sein
Rückenleiden hin. Er habe keinen Beruf erlernt. Seit dem 27. November 2000 arbeite er
als Allrounder bei der Firma C._ und erziele dort ein monatliches Bruttoeinkommen
von Fr. 3'400.00 (IV-act. 26-4/7). Seit der Verfügung vom 7. Juli 2000 sei eine
Verschlechterung eingetreten. Im Fragebogen für den Arbeitgeber vom 24. April 2002
bestätigte die C._ AG, dass der Versicherte seit 17. November 2000 als Hilfsarbeiter
in der Schweissabteilung tätig sei (IV-act. 34-1/6). Im Arztbericht vom 10. April 2002
führte Dr. A._ bei im Vergleich zum Bericht vom 19. September 1999 (IV-act. 7-4/10)
unveränderter Diagnose aus, dass der Versicherte bei der Küchenbaufirma teilweise
leichtere Konstruktionsarbeiten ausführe und teilweise mit schwereren Lasten arbeite.
Bei rückenbelastender Arbeit sei er immer wieder kurzfristig arbeitsunfähig. Früher sei
er ca. zwei Tage im Monat arbeitsunfähig gewesen, nun während vier bis fünf Tagen.
Die Einschränkung in der jetzigen Tätigkeit könne auf ca. 20% veranschlagt werden,
allerdings sich langsam verschlechternd. Eine rückenschonende Tätigkeit sei ganztags
zumutbar (IV-act. 41-4/6). In dem von der IV-Stelle in Auftrag gegebenen
neurologischen Gutachten des Kantonsspitals St. Gallen vom 17. Oktober 2002
wurden folgende Diagnosen gestellt: fortgeschrittene Diskopatie L5/S1,
Spondylolisthesis L5/S1 (Grad I) bei bilateraler Spondylolyse; kleinvolumige, foraminale
Diskushernie L4/5 rechts; Zustand nach Fenestration lumbo-sakral vorne links,
Sequestrektomie und Diskektomie am 24.6.1999 (IV-act. 41-4/5). Dem Versicherten
wurde eine Arbeitsunfähigkeit von 50% als Hilfsarbeiter in der Schweissabteilung
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attestiert. Eine berufliche Umschulung für eine andere Tätigkeit sei nicht sinnvoll, da
auch in einer anderen Tätigkeit eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit kaum möglich sei (IV-
act. 42-5/5). In der Stellungnahme des regionalen ärztlichen Dienstes (RAD) vom 18.
Februar 2003 wurde ausgeführt, dass in Beurteilung des ganzen Dossiers der
Versicherte am aktuellen Arbeitsplatz ideal eingegliedert sei. Zusammenfassend sei
diese Tätigkeit das realistisch Mögliche einer adaptierten Arbeitsleistung. Von anderen
theoretisch möglichen Hilfstätigkeiten sei keine höhere Arbeitsfähigkeit zu erwarten (IV-
act. 48).
B.b Mit Verfügungen vom 18. November und 5. Dezember 2003 wurde dem
Versicherten mit Wirkung ab 1. August 2003 eine halbe Rente bei einem IV-Grad von
50% zugesprochen (IV-act. 70 f.).
C.
Mit Schreiben vom 9. April 2004 meldete der Hausarzt Dr. A._, dass dem
Versicherten u.a. wegen krankheitsbedingt verminderter Leistungsfähigkeit gekündigt
worden sei. Eine 50 – 100%-ige Arbeitsfähigkeit könne nur durch einen Berufswechsel
erhalten bzw. erreicht werden (IV-act. 72). Mit der Anmeldung vom 22. April 2004
ersuchte der Versicherte erneut um Berufsberatung und Umschulung auf eine neue
Tätigkeit (IV-act. 76-6/8). Im Fragebogen für den Arbeitgeber hielt die C._ AG am 5.
Mai 2004 fest, dass die Kündigung aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt sei (IV-act.
78-1/7). Mit Verfügung vom 10. Dezember 2004 wurde das
Arbeitsvermittlungsverfahren abgeschlossen und der Versicherte an das Regionale
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) verwiesen (IV-act.91).
D.
D.a Am 14. November 2005 ersuchte der Versicherte um eine Rentenrevision, da sich
sein Gesundheitszustand verschlechtert habe (IV-act. 104). Im Verlaufsbericht vom
15. Januar 2006 führte der Hausarzt Dr. A._ aus, dass der Versicherte stellenlos und
wegen belastungsabhängigen Rückenbeschwerden, Inguinalhernien bds. und
Angstkrankheit mit Panikattacken nicht vermittelbar sei (IV-act. 112-7/12). Die
Diagnose habe sich nicht verändert. Er hielt ergänzende medizinische Abklärungen für
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angezeigt. Im interdisziplinären neurologisch-psychiatrischen und orthopädischen
Gutachten des Medizinischen Gutachtenzentrums St. Gallen (MGSG) vom 20. August
2006 wurden folgende Diagnosen gestellt: Diskusprotrusion L5/S1 mit bilateraler
Einengung der Foramina L5/S1 bei Spondylolyse L5 beidseits und Spondylolisthesis
L5/S1 Grad 1 nach Meyerding sowie Status nach Fenestration, Sequestrektomie und
Diskektomie L5/S1 1999; Diskushernie L4/5 mit möglicher Nervenwurzelirritation L4
rechts sowie Diskusprotrusion L3/4 mit knappem Kontakt zur Nervenwurzel L3 rechts;
Cubitus varus rechts bei Status nach Osteosynthese einer wahrscheinlichen
suprakondylären Humerusfraktur 1972; Präadipositas; Methadonsubstitution;
organische Persönlichkeitsstörung, Differentialdiagnose primäre spezifische
Persönlichkeitsstörung; Albträume; nicht-organische Insomnie; chronische Hepatitis C;
Nikotinabusus (IV-act. 124-5 und 6/18). Anlässlich einer gemeinsamen orthopädischen-
psychiatrischen Beurteilung wurde die kombinierte Arbeitfähigkeit in der bisherigen
Tätigkeit auf 35% und in adaptierter Tätigkeit auf 80% festgelegt (IV-act. 124-9/18). Im
Weitern wurde im MGSG-Gutachten vom 20. August 2006 ausgeführt, dass die früher
angenommene 50%-ige Arbeitsunfähigkeit auch in einer adaptierten Tätigkeit nicht
nachvollziehbar sei.
D.b Mit Vorbescheid vom 24. Mai 2007 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
sofortige Renteneinstellung in Aussicht, da die Verfügung vom 18. November 2003
wiedererwägungsweise zu korrigieren sei (IV-act. 130). Mit Eingaben vom 1. und 21.
Juni 2007 nahm der Versicherte dazu Stellung (IV-act. 133 und 137). Mit Verfügung
vom 10. Juli 2007 stellte die IV-Stelle die Rente per Ende des Folgemonats ein. In der
früheren Verfügung vom 18. November 2003 sei lediglich ein Einkommensvergleich mit
der angestammten Tätigkeit vorgenommen worden. Für die Bestimmung des IV-
Grades sei jedoch auch die zumutbare Erwerbsfähigkeit in einer leidenangepassten
Tätigkeit zu berücksichtigen. Somit ergebe sich bei einer Arbeitsfähigkeit aufgrund des
MGSG-Gutachtens vom 20. August 2006 von 80% in einer leidensangepassten
Tätigkeit gestützt auf den Durchschnittsverdienst der Arbeitnehmer für einfache und
repetitive Arbeiten und unter Berücksichtigung des im Vergleich zu den Statistiklöhnen
tieferen Valideneinkommen (Minderverdienst) ein IV-Grad von 20%. Somit bestehe kein
Rentenanspruch mehr (IV-act. 139).
E.
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E.a Gegen die Wiedererwägungsverfügung vom 10. Juli 2007 richtet sich die
Beschwerde vom 10. September und Ergänzung vom 12. November 2007 mit dem
Antrag, die Verfügung vom 10. Juli 2007 sei aufzuheben und es sei dem
Beschwerdeführer weiterhin eine halbe Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei die
Angelegenheit zur Abklärung beruflicher Massnahmen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Zudem wird um unentgeltliche Prozessführung ersucht (act. G 1 und
7). Er macht insbesondere geltend, dass es sich bei der Tätigkeit nach Eintritt des
Gesundheitsschadens bereits um eine leichte und dem Leiden angepasste Arbeit
gehandelt habe. Demnach sei schon zum damaligen Zeitpunkt zur Bestimmung des
Invaliditätsgrades auf die zumutbare Erwerbsfähigkeit für eine leidensangepasste
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage abgestellt worden. Bei der Einschätzung
im Gutachten vom 20. August 2006 könne es sich daher nur um eine andere
Beurteilung des gleichen Sachverhalts handeln. Die Gutachter schätzten offenbar die
Arbeitsfähigkeit angestammt und adaptiert anders ein als die Gutachter im Jahr 2002.
Eine andere Einschätzung des gleichen Sachverhalts sei jedoch nicht relevant. Im
Übrigen sei der Gesundheitszustand gegenüber den Gegebenheiten zum Zeitpunkt der
letzten formellen rechtskräftigen Verfügung zumindest stationär geblieben. Eine
Verbesserung des Gesundheitszustandes werde durch das neue Gutachten nicht
ausgewiesen. Es könne eher davon ausgegangen werden, dass sogar eine leichte
Verschlechterung des Gesundheitszustandes stattgefunden habe. Aufgrund dieser
Tatsache sei dem Beschwerdeführer weiterhin eine halbe Invalidenrente auszurichten
(act. G 7 S. 6).
In der Beschwerdeantwort vom 14. Dezember 2007 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 10). Dabei macht sie
insbesondere geltend, dass im früheren Gutachten der Klinik für Neurologie am
Kantonsspital St. Gallen vom 17. Oktober 2002 von einem für das Leiden eher
ungünstigen Arbeitsplatz und von einer besseren Leistungsfähigkeit an einer
geeigneten Stelle ausgegangen worden sei. Unter diesen Umständen sei es nicht
vertretbar gewesen, auch für eine adaptierte Tätigkeit eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit
anzunehmen. Vielmehr wäre die IV-Stelle verpflichtet gewesen, diesbezüglich
ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Zudem sei es auch methodisch falsch
gewesen, die Leistungsfähigkeit am konkreten Arbeitsplatz, der dem Leiden nicht
optimal angepasst gewesen sei, zur Bemessung der Invalidität beizuziehen. Die
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zweifellose Unrichtigkeit ergebe sich auch aus dem MGSG-Gutachten, wo von einer
gegenwärtig mindestens 80%-igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werde. Es sei
überwiegend wahrscheinlich, dass der Invaliditätsgrad zum Zeitpunkt der
Rentenzusprache 20% nicht erreicht habe. Unter diesen Umständen sei klar erstellt,
dass die Verfügungen vom 18. November und 5. Dezember 2003 offensichtlich
unrichtig seien. Da vorliegend keine Anzeichen für eine Meldepflichtverletzung
erkennbar seien, entfalte die Wiedererwägung ihre Wirkung ex nunc, indem die
Leistungen für die Zukunft einzustellen seien, ohne dass die früheren Leistungen
zurückzufordern seien.
In der Replik vom 7. April 2008 bzw. in der Duplik vom 15. April 2008 halten die
Parteien an ihren jeweiligen Anträgen fest (act. G 17 und 19).
Sowohl die Begründungen des Beschwerdeführers als auch diejenigen der IV-Stelle
des Kantons St. Gallen werden, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen
gewürdigt.

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366
E. 1b; 132 V 215 E. 3.1.1), sind vorliegend die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden
materiellen Bestimmungen anzuwenden.
1.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Diese ist der durch Beeinträchtigung
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
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Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Die von der Rechtsprechung zu den Begriffen der
Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG), der Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), der Invalidität
(Art. 8 ATSG) und der Revision von Dauerleistungen (Art. 17 ATSG) sowie die zur
Bestimmung des Invaliditätsgrades (Art. 16 ATSG) herausgebildeten Grundsätze haben
unter der Herrschaft des ATSG prinzipiell weiterhin Geltung (BGE 130 V 352 neues
Fenster, Erw. 3.6).
1.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis Ende 2003 gültig gewesenen Fassung) hatte der
Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn er mindestens zu 66 2/3 %, auf eine
halbe Rente, wenn er mindestens zu 50 % oder auf eine Viertelsrente, wenn er
mindestens zu 40 % invalid ist; in Härtefällen hatte der Versicherte nach Art. 28 Abs.
1bis IVG (in Kraft gestanden bis Ende 2003) bereits bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 % Anspruch auf eine halbe Rente. Nach Art. 28 Abs. 1 IVG in der ab 1.
Januar 2004 gültigen Fassung besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente,
wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50
% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.
2.1 Mit Verfügung vom 10. Juli 2007 hat die IV-Stelle die Rentenverfügungen vom
18. November und 5. Dezember 2003 in Wiedererwägung gezogen und die damals
zugesprochene halbe Rente der Invalidenversicherung auf Ende August 2007
eingestellt. Strittig und zu prüfen ist somit insbesondere, ob die Voraussetzungen für
die Wiedererwägung vorliegend erfüllt sind.
2.2 Die Herabsetzung einer rechtskräftig zugesprochenen, laufenden Rente ist nur
zulässig, wenn - alternativ - die Voraussetzungen der (materiellen) Rentenrevision
gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG (s. auch Art. 88a Abs. 1 IVV [in der vom 1. Januar 1977 bis
Ende Februar 2004 gültig gewesenen und in der seit 1. März 2004 geltenden Fassung];
BGE 130 V 343 neues Fenster E. 3.5 S. 349 ff., ferner BGE 133 V 108 neues Fenster E.
5 S. 110 ff.) erfüllt sind, ein (prozessualer) Revisionsgrund gemäss Art. 53 Abs. 1 ATSG
gegeben ist oder die rechtskräftige Rentenzusprechung zweifellos unrichtig war und
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ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist, mithin unter dem Titel der
Wiedererwägung gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG (vgl. BGE 127 V 466 neues Fenster E. 2c
S. 469 mit Hinweisen) darauf zurückgekommen werden kann.
2.3 Das Erfordernis der zweifellosen Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn die
gesetzeswidrige Leistungszusprechung aufgrund falscher oder unzutreffender
Rechtsregeln erlassen wurde oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder
unrichtig angewandt wurden (BGE 103 V 128 neues Fenster E. a; Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts C 151/94 vom 30. Mai 1995, E. 3c, publ. in:
ARV 1996/97 Nr. 28 S. 158). Anders verhält es sich, wenn der Wiedererwägungsgrund
im Bereich materieller Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Beurteilung in Bezug auf
gewisse Schritte und Elemente (z.B. Invaliditätsbemessung, Einschätzungen der
Arbeitsunfähigkeit, Beweiswürdigungen, Zumutbarkeitsfragen) notwendigerweise
Ermessenszüge aufweist. Erscheint die Beurteilung solcher Anspruchsvoraussetzungen
(einschliesslich ihrer Teilaspekte wie etwa die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit) vor
dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie sie sich im Zeitpunkt der
rechtskräftigen Leistungszusprechung darbot, als vertretbar, scheidet die Annahme
zweifelloser Unrichtigkeit aus (Urteil des Bundesgerichts 9C_575/2007 vom 18.
Oktober 2007, E. 2.2 mit Hinweisen). Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein
vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein
einziger Schluss - derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung - möglich (BGE 125 V
383 neues Fenster E. 6a S. 393; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
U 378/05 vom 10. Mai 2006, E. 5.2 und 5.3, publ. in: SVR 2006 UV Nr. 17 S. 62 f. und
Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts C 29/04 vom 24. Januar 2005,
E. 3.1.1, publ. in: SVR 2005 AlV Nr. 8 S. 27, ferner etwa Urteil des Bundesgerichts
9C_575/2007 vom 18. Oktober 2007, E. 2.2, mit Hinweisen).
2.4 Alleine der Umstand, dass bei der Invaliditätsbemessung von der Arbeits- auf die
Erwerbsunfähigkeit gefolgert wird, gestattet, auch wenn dieses Vorgehen nach der
Rechtsprechung grundsätzlich unzulässig ist (BGE 114 V 314 neues Fenster Erw. 3c;
RKUV 1991 Nr. U 130 S. 272 Erw. 3b; Urteile F. vom 31. August 2001, I 414/01, und T.
vom 5. Mai 1999, I 195/99) und nur ausnahmsweise zur Anwendung gelangen darf
(Urteil S. vom 30. Mai 2001, I 35/01, Erw. 3a), noch nicht den Schluss auf zweifellose
Unrichtigkeit der sich darauf stützenden Rentenverfügungen. Hiefür genügt auch nicht,
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wenn beim der Rentenzusprechung zu Grunde gelegten Einkommensvergleich nur auf
den angestammten Beruf - als Verweisungstätigkeit - abgestellt wurde. Um eine
zugesprochene Rente wiedererwägungsweise aufheben zu können, müsste vielmehr
erstellt sein, dass eine korrekte Invaliditätsbemessung hinsichtlich des
Leistungsanspruchs zu einem anderen Ergebnis geführt hätte (vgl. etwa Urteile des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 353/04 vom 26. September 2005, E.2.4 und I
276/04 vom 9. Mai 2005, E. 5.2 sowie Urteil des Bundesgerichts 9C_575/2007 vom 18.
Oktober 2007, E.3.2 a.E.).
3.
Als Rechtsgrundlage der hier umstrittenen Renteneinstellung stützte sich die IV-Stelle
in ihrer Verfügung auf die Wiedererwägung der rechtskräftigen Verfügungen vom 18.
November bzw. 5. Dezember 2003 gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG, mit welchen dem
Beschwerdeführer ab 1. August 2003 eine unbefristete halbe Invalidenrente
zugesprochen wurde. Streitpunkt ist, ob jene Verfügungen zweifellos unrichtig waren.
Ausser Frage steht dagegen, dass ihre Berichtigung im Falle zweifelloser Unrichtigkeit
als erheblich einzustufen wäre.
3.1 Die zur Zeit der Rentenverfügung vom 18. November/5. Dezember 2003
vorhandenen medizinischen Akten, so insbesondere das Gutachten der Klinik für
Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen vom 17. Oktober 2002, bescheinigen dem
Beschwerdeführer zumindest in der damals ausgeführten Tätigkeit als Hilfsarbeiter in
der Schweissabteilung der C._ AG eine Arbeitsunfähigkeit von 50%. Weiter wird im
Gutachten des Kantonsspitals ausgeführt, dass Rehabilitationsmassnahmen nicht
vorgesehen seien und auch eine berufliche Umschulung auf andere Tätigkeiten nicht
sinnvoll sei, da auch in einer anderen Tätigkeit eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit kaum
möglich sei (IV-act. 42-5/5). Der Hausarzt Dr. A._ führt in seinem Arztbericht vom 10.
April 2002 aus, dass die Leistungsfähigkeit bei der bisherigen Tätigkeit um mehr als
20% vermindert sei (IV-act. 41-3/6, Ziff. 1.3). Diese Einschränkung verschlechtere sich
allerdings langsam (IV-act. 41-4/6). Für den Zeitraum ab Januar 2003 attestierte Dr.
A._ durchwegs eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50% (IV-act. 134-27ff./32,
vgl. act. 64). Im Eingliederungs-Schlussbericht vom 20. Februar 2003 und in der
Anfrage der IV-Stelle an den Arzt des RAD vom 18. Februar 2003 wird ausgeführt, dass
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dem Versicherten an seinem jetzigen Arbeitsplatz leichte Tätigkeiten zugeteilt würden
und auf seine gesundheitliche Situation Rücksicht genommen werde. Der Versicherte
sei an seinem bisherigen Arbeitsplatz im Pensum von 50% optimal eingegliedert (IV-
act. 48 und 51). Auf die Frage, ob der Versicherte in anderen leichten
Verweisungstätigkeiten eine höhere Arbeitsfähigkeit aufweisen würde, führte der RAD-
Arzt aus, dass er in Beurteilung des ganzen Dossiers zum Schluss komme, dass der
Versicherte an diesem Arbeitsort ideal eingegliedert sei. Zusammenfassend sei diese
Tätigkeit das realistisch Mögliche einer adaptierten Arbeitsleistung. Von einer anderen
theoretisch möglichen Hilfstätigkeit sei keine höhere Arbeitsfähigkeit zu erwarten.
Mitbestimmend für diese Wertung war offenbar auch der langjährige
Drogenhintergrund des Versicherten, der in einem Methadon-Substitutionsprogramm
stand (IV-act. 48). Diese Einschätzung wird im Übrigen auch in einer weiteren, späteren
Anfrage an den RAD vom 8. Juni 2004 bestätigt. Demnach habe der damalige
Arbeitgeber auf telefonische Anfrage hin erklärt, dass der Versicherte bei ihnen gute
Arbeit geleistet und relativ wenig Absenzen aufgewiesen habe. Sämtliche Gewichte, die
bei dieser Tätigkeit hätten gehoben werden müssen, seien Kleinteile mit einem Gewicht
von weniger als 1 kg gewesen. Er (der Arbeitgeber) habe den Eindruck gewonnen, dass
der Versicherte bis an seine Leistungsgrenze gegangen sei und die Arbeit guten Willens
verrichtet habe. Er gehe davon aus, dass ein grösseres Arbeitspensum für den
Versicherten nicht möglich gewesen wäre. Im Weitern führt der IV-Fachmitarbeiter
erneut aus, dass die ehemalige Tätigkeit dem Gesundheitszustand des Versicherten
angepasst bzw. adaptiert gewesen sei (IV-act. 82-1/2). In seiner Beurteilung vom 8.
Juni 2004 bezeichnet der RAD-Arzt mit Verweis auf die frühere RAD-Stellungnahme
vom Februar 2003 die zuletzt ausgeführten Arbeiten des Versicherten als adaptiert und
die 50%-ige Arbeitsfähigkeit als adäquat (IV-act. 82-1/2 unten). Inzwischen habe sich
der Gesundheitszustand nicht verändert, jedoch die wirtschaftliche Lage des
Versicherten (Kündigung). Es sei weiterhin von einer 50%-igen Arbeitsfähigkeit in
adaptierten Tätigkeiten auszugehen (IV-act. 82-2/2). Im Übrigen ergibt sich aus den
Unterlagen, dass das Arbeitsverhältnis aus wirtschaftlichen Gründen auf den 30. Juni
2004 aufgelöst worden ist. Im Kündigungsschreiben vom 4. März 2004 wird dazu
ausgeführt, dass die Auflösung des Arbeitsverhältnisses aus wirtschaftlichen Gründen
und den damit verbundenen notwendigen internen Restrukturierungsmassnahmen
erfolge (IV-act. 78-4/7). Auch im Fragebogen für den Arbeitgeber vom 5. Mai 2004
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werden im Zusammenhang mit der Kündigung des Arbeitsverhältnisses die
wirtschaftlichen Gründe erwähnt (IV-act. 78-1/7). Auch daraus ergeben sich somit keine
Hinweise darauf, dass die zuletzt ausgeübte Tätigkeit nicht adaptiert gewesen wäre.
3.2 Somit ist zwar in Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin festzustellen,
dass im Gutachten der Klinik für Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen vom 17.
Oktober 2002 nicht explizit und mit der wünschbaren Klarheit zur rechtlich
grundsätzlich allein entscheidenden Frage der konkreten Arbeitsfähigkeit in
zumutbaren Verweisungstätigkeiten (Art. 16 ATSG) Stellung genommen wurde.
Hingegen lässt sich auf Grund der Ausführungen im Gutachten und insbesondere
gestützt auf die daraufhin vom IV-Eingliederungsberater vorgenommenen Abklärungen
im Zusammenhang mit den konkreten Verhältnissen an der letzten Arbeitsstelle des
Versicherten bei der C._ AG sowie vor dem Hintergrund der Feststellungen des RAD-
Arztes, welcher zum damaligen Zeitpunkt ebenfalls von einer adaptierten
Arbeitsleistung des Versicherten von 50% ausgegangen ist und auch in anderen
theoretisch möglichen Hilfstätigkeiten keine höhere Arbeitsfähigkeit erwartete, der in
den rentenzusprechenden Verfügungen vom 18. November und 5. Dezember 2003
angenommene IV-Grad von 50% durchaus nachvollziehen und begründen.
3.3 Nach dem Gesagten kann jedenfalls nicht davon ausgegangen werden, die in den
Verfügungen vom 18. November und 5. Dezember 2003 angenommene 50%-ige
Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit und dementsprechend die dortige Zusprechung einer
halben Invalidenrente ab 1. August 2003 seien zweifellos unrichtig gewesen. Nach dem
unter E. 2.3 hievor Gesagten ist unter dem Rechtstitel der Wiedererwägung auch nicht
entscheidend, ob die von der IV-Stelle im November/Dezember 2003 bejahte, den
Anspruch auf eine halbe Invalidenrente begründende Invalidität unter Berücksichtigung
sämtlicher Teilaspekte richtig und angemessen war, sondern ob sie mit Blick auf die
damalige Sach- und Rechtslage insgesamt als vertretbar erscheint. Dies ist auf Grund
der damals zur Verfügung stehenden medizinischen Unterlagen und gestützt auf die
zusätzlichen Abklärungen mit dem Beschwerdeführer zu bejahen. Aus der Feststellung
der Beschwerdegegnerin in ihrer Wiedererwägungsverfügung vom 10. Juli 2007,
wonach gestützt auf das MGSG-Gutachten vom 20. August 2006 davon auszugehen
sei, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der rentenzusprechenden Verfügung in
adaptierten Tätigkeiten zu 80% arbeitsfähig gewesen sei (IV-act. 139-2/2), kann nicht
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auf eine zweifellose Unrichtigkeit der früheren Verfügungen vom November /Dezember
2003 geschlossen werden. Jedenfalls kann nicht gesagt werden, es bestünden keine
vernünftigen Zweifel daran, dass die Verfügungen vom 18. November und 5. Dezember
2003 zweifellos unrichtig waren oder es sei nur ein einziger Schluss – nämlich derjenige
auf die Unrichtigkeit der Verfügungen – möglich (E. 2.3 hievor, in fine). Die zweifellose
Unrichtigkeit der früheren Verfügungen ergibt sich auch nicht aus einer unrichtigen
Rechtsanwendung (vgl. E. 2.3 hievor, am Anfang). Eine den - im
Sozialversicherungsrecht allgemein geltenden - Untersuchungsgrundsatz verletzende
Beweiswürdigung der IV-Stelle (im November 2003) liegt entgegen der Auffassung der
Beschwerdegegnerin nicht vor, zumal die Aktenlage damals nicht offenkundig
widersprüchlich oder unvollständig war und sie es im Rahmen der – mit einem
erheblichen Ermessensspielraum behafteten (s. etwa Urteil 4A_223/2007 vom
30. August 2007, E. 3.2) – freien Beweiswürdigung durchaus zuliess, einen rechtlichen
Schluss nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu ziehen; eine
missbräuchliche oder anderweitig qualifiziert rechtsfehlerhafte (s. Urteil 9C_215/2007
vom 2. Juli 2007, E. 3.2 mit Hinweisen) Ermessensbetätigung kann darin jedenfalls
nicht erblickt werden. Damit steht auch fest, dass das MGSG-Gutachten vom 20.
August 2006 und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen für die Bemessung des
Invaliditätsgrades nicht dafür herangezogen werden können, die Verfügungen vom 18.
November und 5. Dezember 2003 als zweifellos unrichtig erscheinen zu lassen.
Ebenfalls nicht durchzudringen vermag die Beschwerdegegnerin mit dem Argument,
die IV-Stelle habe bei der Invaliditätsbemessung im November 2003 unzulässigerweise
von der Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit auf die Erwerbsunfähigkeit/
Invalidität geschlossen. Aufgrund der durchgeführten Abklärungen ist der damals
vorgenommene Prozentvergleich (vgl. dazu SVR 1/2008 IV Nr. 2 S. 3 E. 5.4) nicht zu
beanstanden. Und wie bereits ausgeführt, gestattet der Umstand allein, dass bei der
Invaliditätsbemessung von der Arbeits- auf die Erwerbsunfähigkeit gefolgert wird noch
nicht den Schluss auf zweifellose Unrichtigkeit der sich darauf stützenden
Rentenverfügung (vgl. E. 2.4 hievor).
Somit kann der besagte frühere Verwaltungsakt nicht als zweifellos unrichtig qualifiziert
und mit dieser Begründung wiedererwägungsweise aufgehoben werden. Vielmehr
weisen nach dem Gesagten die sich damals vor Erlass der rentenzusprechenden
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Verfügung vom 18. November 2003 stellenden Fragen (Einschätzung der
Arbeitsunfähigkeit, Zumutbarkeitsfragen, Beweiswürdigungen, Invaliditätsbemessung)
Ermessenszüge auf, welche den damals getroffenen Entscheid vertretbar machen. Eine
qualifiziert rechtsfehlerhafte Ermessensbetätigung liegt jedenfalls nicht vor.
Zusammenfassend sind die Voraussetzungen für eine wiedererwägungsweise
Aufhebung der rentenzusprechenden Verfügungen vom 18. November und 5.
Dezember 2003 vorliegend nicht gegeben.
4.
4.1 Kann nach dem Gesagten die Aufhebung der früheren Verfügung nicht durch
Wiedererwägung – und auch nicht durch prozessuale Revision – begründet werden,
bleibt grundsätzlich zu prüfen, ob eine Rentenrevision (Art. 41 aIVG bzw. Art. 17 ATSG)
vorzunehmen ist. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen. Ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt
sich durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen
Rentenverfügung bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der streitigen
Revisionsverfügung (BGE 125 V 369 neues Fenster Erw. 2 mit Hinweis; siehe auch BGE
112 V 372 neues Fenster Erw. 2b und 390 Erw. 1b). Grund für eine solche Anpassung
der laufenden Rente wäre insbesondere eine unter Umständen anspruchsrelevante
gesundheitliche Verbesserung.
4.2 Die IV-Stelle begründet ihr Zurückkommen auf den früheren Rentenentscheid vom
18. November und 5. Dezember 2003 in ihrer Verfügung vom 10. Juli 2007 einzig mit
der Wiedererwägung (IV-act. 139). In Bezug auf das vom Versicherten aufgrund einer
geltend gemachten gesundheitlichen Verschlechterung mit Gesuch vom 14. November
2005 eingeleitete Rentenrevisionsverfahren (IV-act. 104 und 110-1/5) wurde von der IV-
Stelle bis anhin offensichtlich keine Verfügung erlassen.
4.3 Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur
Rechtsverhältnisse zu überprüfen bzw. zu beurteilen, zu denen die zuständige
Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich - in Form einer Verfügung - Stellung
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genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise
weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem
Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und
insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 125 V 414 Erw. 1a mit Hinweisen).
Die wiedererwägungsweise verfügte Einstellung der Rentenleistung vom 10. Juli 2007
bildet vorliegend den Anfechtungsgegenstand. Da im Zusammenhang mit allfälligen
Revisionstatbeständen keine Verfügung ergangen ist, fehlt es nach dem Gesagten
diesbezüglich an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer
Sachurteilsvoraussetzung, sodass darüber vorliegend nicht zu befinden ist. Das
Gleiche gilt auch in Bezug auf die vom Beschwerdeführer in der Beschwerde
aufgeworfene Frage der beruflichen Massnahmen (insbesondere Arbeitsvermittlung;
vgl. act. G 17 S. 5, zu III., Ziff. 11). Auch diesbezüglich fehlt es vorliegend mangels
Anfechtungsgegenstand an einer Sachurteilsvoraussetzung. Und für eine Ausdehnung
des Beschwerdeverfahrens über den vorliegenden Anfechtungsgegenstand hinaus
besteht kein Anlass.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist in Gutheissung der Beschwerde die angefochtene
Verfügung vom 10. Juli 2007 aufzuheben.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen.
5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.--
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bis Fr. 12'000.--. Im vorliegenden Fall erscheint eine Parteientschädigung von
Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG