Decision ID: bf752b94-1d17-40d1-a82e-40ae0f7dc7da
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1969 geborene
X._
ist gelernter Koch (
Urk.
8/2). Er arbeitete zuletzt bis 3
0.
September 2004 als Koch und Küchenchef (
Urk.
8/3,
Urk.
8/12). Am 1
9.
Juli 2004 meldete er sich unter Hinweis auf Rückenbeschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Berufsberatung, Umschulung, Arbeitsvermittlung) an (
Urk.
8/3). Mit Verfügung vom 1
2.
November 2004 gewährte ihm die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, berufliche Eingliederungsmassnahmen in Form einer Umschulung an einer Tageshandelsschule im Hinblick auf die Erlangung des Handelsdiploms VSH (
Urk.
8/15,
Urk.
8/17,
Urk.
8/27). Mit einer weiteren Verfügung vom
6.
April 2005 sprach sie ihm für die Dauer der Umschulung Taggelder zu (
Urk.
8/22). Nach Erlangung des Bürofachdiploms VSH (
Urk.
8/37) am 1
4.
Juli 2006 sowie des Handelsdiploms VSH am 1
3.
Juli 2007 (
Urk.
8/53) erteilte die IV-Stelle dem Versicherten mit Mitteilungen vom 2
0.
September 2006 und 2
8.
Juni 2007 die Kostengutsprache für eine ergänzende Ausbildung zum technischen Kaufmann (
Urk.
8/38,
Urk.
8/49) und sprach ihm für die entsprechende Zeit Taggelder zu (
Urk.
8/43,
Urk.
8/50). Am 3
0.
September 2008 schloss der Versicherte die Aus
bildung zum technischen Kaufmann erfolgreich mit dem eidgenössischen
Fach
ausweis
ab (
Urk.
8/61,
Urk.
8/75 S. 5).
Da der Versicherte danach keine Stelle fand (vgl.
Urk.
8/47
/3
ff.,
Urk.
8/62
/2
f.,
Urk.
8/68,
Urk.
8/74), gewährte ihm die IV-Stelle mit Mitteilung vom 5. Juni 2009 weitere berufliche Massnahmen in Form von Arbeitsvermittlung (
Urk.
8/76; vgl. auch
Urk.
8/61). Trotz Unterstützung der IV-Stelle gelang es dem Versicherten nicht, eine langfristige Arbeitsstelle zu finden, mit welcher sich die verbliebene Erwerbsfähigkeit angemessen verwerten liess (
Urk.
8/79, 8/83,
Urk.
8/92,
Urk.
8/96,
Urk.
8/98-100,
Urk.
8/103,
Urk.
8/111,
Urk.
8/115). Mit Verfügung vom 1
3.
September 2011 schloss die IV-Stelle die Arbeitsver
mittlung ab (
Urk.
8/114) und klärte ab, ob der Versicherte Anspruch auf eine Invalidenrente habe (
Urk.
8/117-126). Nach Durchführung des
Vorbescheidver
fahrens
(
Urk.
8/128,
Urk.
8/132,
Urk.
8/135-137) verneinte sie dies mit Verfü
gung vom
6.
Februar 2012 (
Urk.
8/138). Die hiergegen vom Versicherten erho
bene Beschwerde (
Urk.
8/139/3 ff.) wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 1
3.
August 2013 - welches unangefochten blieb - ab (
Urk.
8/149; Verfahren IV.2012.00292).
1.2
Am
3.
Februar 2014
meldete sich der Versicherte erneut, dieses Mal unter Hin
weis auf eine chronische
Lumboischialgie
, psychische Probleme und eine Legasthenie
,
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/154).
Die IV-Stelle gab in der Folge
namentlich
ein
inter
disziplinäres Gutachten
bei
Dr.
med.
Y._
, Fachärztin für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, und
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psy
chotherapie, in Auftrag (Gutachten vom 2
9.
Oktober 2014 und 1
7.
Januar 2015;
Urk.
8/183 und
8/
190).
Mit Vorbescheid vom 2
9.
April 2015 stell
t
e sie dem Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
8/194), wogegen jener am 2
7.
Mai 2015 und ergänzend am
2.
Juni 2015 Einwand erhob (
Urk.
8/203 f.). Die IV-Stelle verfügte indes am 2
0.
November 2015 im ange
kündigten Sinne (
Urk.
8/231 =
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am
3.
Januar 2016 Beschwerde (
Urk.
1/1) mit dem sinngemässen Rechtsbegehren, ihm sei für den Zeitraum vom
5.
Dezember 2013 bis mindestens 3
1.
Dezember 2015 eine befristete ganze Invalidenrente samt Ergänzungsleistungen zuzusprechen (S. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 2
8.
Januar 2016 ersuchte die IV-Stelle um Ab
weisung der Beschwerde (
Urk.
7) und verzichtete mit Schreiben vom 1
0.
Februar 2016 (
Urk.
10) auf eine Stel
lungnahme zu der zwischenzeitlich vom Versicherten getätigten Eingabe vom 1
1.
Januar 2016 (
Urk.
5 f.). Hierüber wurde
X._
mit Verfügung vom 1
1.
Februar 2016 in Kenntnis gesetzt
(
Urk.
11)
, worauf er sich nicht mehr ver
nehmen liess.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit
Krank
heitswert
besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung vom 2
0.
November 2015 (
Urk.
2) auf den Standpunkt, ihre Abklärungen hätten keine rheumatologische Diagnose ergeben, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit aus
wirke. Die vorhandenen Schmerzen seien vielmehr ein somatischer Ausdruck diverser psychosozialer Belastungsfaktoren, die invalidenversicherungsrechtlich nicht von Relevanz seien. Es bestehe kein Anspruch auf Leistungen der Invali
denversicherung, da keine länger andauernde oder hohe Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgewiesen sei (S. 2).
Unter Bezugnahme auf die seitens des Beschwerdeführers im Vorbescheid
-
verfah
ren erhobenen Einwände führte die IV-Stelle
ergänzend
im Wesentlichen aus,
das hiesige Gericht habe bereits mit Urteil vom 1
3.
August 2013 (Verfahren IV.2012.00292) festgestellt, dass dem Versicherten einfache und repetitive Arbeiten vollumfänglich zumutbar seien.
Selbst unter Berück
sichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 20
%
habe sich kein
rentenbe
gründender
Invaliditätsgrad ergeben, wobei das Gericht offen gelassen habe, ob ein solch hoher Abzug überhaupt angemessen sei.
Auf das nun vorliegende rheumatologisch-psychiatrische Gutachten von
Dr.
Y._
und
Dr.
Z._
(
bidisziplinäre
Besprechung
vom 1
7.
Januar 2015
)
könne abgestellt werden.
G
estützt darauf werde weiterhin vo
n einer vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit
für angepasste Tätigkeiten und einem nicht rentenbegründenden
Invaliditäts
grad
von unter
40
%
ausgegangen (S. 2 f.).
2.2
In seiner Beschwerdeschrift vom
3.
Januar 2016 (
Urk.
1
/1
) brachte der Ver
sicherte zusammengefasst vor,
ihm sei vom 1
3.
November 2013 bis 3
1.
Dezember 2015
von verschiedenen Ärzten
eine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden (S. 1).
Er habe in diesem Zeitraum viele Schmerzmittel mit heft
igen Nebenwirkungen eingenommen. Ab Juni 2015 habe er sich bei
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, in Behandlung begeben. Ihre Diagnose sei korrekt und durch ihre Behandlung werde er gesund (S. 2).
Im Weiteren
bemängelte der Beschwerdeführer,
die IV-Stelle habe ihn zu einer Umschulung zum technischen Kaufmann gedrängt. Er sei ausgebildeter Koch und die Kombination der beiden Berufe sei in der Wirtschaft nicht gefragt (S. 2). Mittlerweile
habe er wieder eine Anstellung als Koch gefunden. Die Schmerzen seien stabil und seine psychische Verfassung sehr gut. Er befinde sich auf dem Weg der Genesung, nachdem er über 20 Monate nicht fachgerecht behandelt worden sei. Schliesslich rügte der Versicherte in Bezug auf die Begutachtung durch
Dr.
Y._
, dass jene insbesondere die
Glutealmuskulatur
eher ober
flächlich getestet habe. Sie habe sich in ihrem Gutachten selbst widersprochen und die Aussagen des Versicherten teilweise falsch wiedergegeben. Vermutlich sei die Expertise von den Mitarbeitern der IV-Stelle nicht komplett durchgelesen worden (S. 3).
3.
3.1
Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers stellt sich anhand der Aktenlage
im Wesentlichen
wie folgt dar:
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, diagnosti
zierte in seinem Bericht vom 1
7.
August 2004 chronische
lumbo
-vertebrale Beschwerden bei linkskonvexer Skoliose
thorakolumbal
, welche bereits seit dem 2
6.
Januar 2001 bestehen und sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würden (
Urk.
8/8/1). Zunächst habe mittels einer medizinischen Kräftigungstherapie eine deutliche Besserung erzielt werden können. Durch die stehende Tätigkeit als Koch sei es jedoch rezidivierend zu
Schmerzexazerbationen
gekommen, sodass dem Versicherten im Juni 2004 zur sofortigen Kündigung habe geraten werden müssen (
Urk.
8/8/2). In einer behinderungsangepassten Tätigkeit bestehe ab sofort eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/8/4).
3.2
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Rheumatologie,
stellte am 1
5.
September 20
0
4 folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/9/1):
-
Chronisches belastungsinduziertes
Lumbovertebralsyndrom
mit intermit
tierend
lumbospondylogener
Ausstrahlung in die rechte untere Extre
mität bei / mit
-
translatorischer
Instabilität im Segment L4/L5 bei
Osteochondrose
L4/L5
-
Wirbelsäulenfehlform / -
fehlhaltung
-
muskulärer
Dysbalance
mit
dekonditionierter
Rumpfmuskulatur
.
Für die bisherige Tätigkeit als Koch attestierte
Dr.
C._
eine 50%ige Arbeitsun
fähigkeit seit dem 2
9.
April 200
4.
In einer behinderungsangepassten
,
vorwie
gend leichten
Tätigkeit mit Wechselbelastung sei der Versicherte demgegenüber seit dem
1.
Juli 2004 zu 100
%
arbeitsfähig (
Urk.
8/9/4 f.).
3.3
Nachdem sich der Versicherte aufgrund seiner Rückenbeschwerden über meh
rere Jahre nicht mehr in regelmässige ärztliche Behandlung begeben hatte (
Urk.
8/69/6;
Urk.
8/70), äusserte sich
Dr.
C._
mit Schreiben vom
7.
November 2013 dahingehend, dass dem Beschwerdeführer
Tätigkeiten mit repetitiver und lang andauernder - über einstündiger -
Vornüberneigung
sowie mit Heben von Lasten über fünf Kilogramm nicht mehr zuzumuten seien (
Urk.
8/183/58).
3.4
D
er Versicherte
wurde sodann
ab November 2013 mehrfach in der Uniklinik
D._
, untersucht
, wobei diagnostisch von einer chronischen
Lumbo
ischialgie
ausgegangen wurde
(
Urk.
8/183/59 ff.). Eine Röntgenaufnahme vom 2
6.
November 2013 habe auf keine wesentliche
skoliotische
Fehlhaltung der Wirbelsäule, sondern nur auf eine minimale rechtskonvexe hochthorakale Sko
liose schliessen lassen
(
Cobb-Winkel von 6°;
Urk.
8/183/78)
.
Mittels MRI der Lendenwirbelsäule vom
6.
Dezember 2013
habe
eine mehrsegmentale
leichtgra
dige
Degeneration festgestellt werden
können
. Es hätten sich jedoch weder eine Myelopathie, eine Spinalkanalstenose, eine Neurokompression, entzündliche Veränderungen noch eine akute oder subakute Fraktur gezeigt (
Urk.
8/183/61
und
8/183/
81
).
3.5
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in seinem Schreiben vom 1
4.
Februar 2014 aus, der Versicherte sei seit dem 1
3.
November 2013 zu 100
%
arbeitsunfähig. Sowohl dessen Rückenleiden als auch die Depression hätten sich verschlechtert. Aus diagnostischer Sicht liege eine mittel- bis
schwergradige
depressive Störung (ICD-10 F32.11/32.2) vor. Der Versicherte leide seit Juli 2013 an Verzweiflungszuständen, gedrückter Stim
mung, depressiver Antriebshemmung, meist schmerzbedingten Schlafstörungen sowie an psychischer und physischer Erschöpfung. Er habe all sein Selbstver
trauen verloren und sei in keiner Art und Weise belastbar. In somatischer wie
auch psychischer Hinsicht müsse mit einer ungünstigen Prognose gerechnet werden (
Urk.
8/159).
3.6
Dem Bericht der Uniklinik
D._
vom 1
0.
Juni 2014 kann entnommen wer
den, dass eine weitere MRI-Untersuchung der Lendenwirbelsäule am
3.
Juni 2014 eine
Diskusprotrusion
BWK11/12 mit diskreter Impression des
Myelons
sowie eine
Diskusprotrusion
L5/S1 mit Kontakt zur Nervenwurzel L5 und - fraglich - S1 ergeben habe (
Urk.
8/183/75).
Am 2
0.
Juni 2014 wurde sodann festgehalten, dass am ehesten eine muskulär
bedingte Lumbalgie vorliege. Es werde eine Physiotherapie zur Lockerung der paravertebralen Muskulatur sowie eine intensive Rückenschulung empfohlen (
Urk.
8/183/65 f.).
3.7
3.7.1
Dr.
Y._
hielt in ihrem Gutachten vom 2
9.
Oktober 2014 fest, dass aus rheu
matologischer Sicht keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit bestehen würden. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien namentlich der Nikotin-Abusus, der Cannabis-Konsum und eine Anämie (
Urk.
8/183/40).
Der Versicherte habe angegeben, lumbale Schmerzen meist mit Ausstrahlung in beide Beine bis zu beiden Knien zu
ver
spüren. Seit Langem habe er immer starke Schmerzen und könne nur kurze Zeit sitzen,
jeweils etwa nur 25 Minu
ten
. Dann müsse er sich wieder bewegen. Die letzte physiotherapeutische Behandlung habe er vor einer Woche gehabt. Sie habe ihm nicht geholfen. Zuhause mache er täglich während 20 bis 30 Minuten gymnastische Übungen. Zusätzlich
führe
er mehrmals pro Woche ein Krafttraining zu Hause
durch
. Er habe sich dazu auch Kurz- und Langhanteln sowie eine Rückenbank ange
schafft. Das
Training
tue ihm gut. Die schwerste Hantel habe ein Gewicht von etwa zehn Kilogramm
und er könne sie auf der Rückenbank liegend heben, da hierbei sein Rücken stabilisiert sei. Spaziergänge unternehme er nicht, weil dadurch seine Beschwerden schlimmer würden. Er fahre häufig mit dem Fahr
rad, bei gutem Wetter etwa zehn Kilometer pro Tag (
Urk.
8/183/32).
Dr.
Y._
wies in ihrer Beurteilung darauf hin, dass der Versicherte ein sehr kräftiger Mann sei. In der klinischen Untersuchung seien sowohl der normale als auch der Zehen- und Fersengang unauffällig gewesen.
Radikuläre
Zeichen seien nicht vorhanden gewesen. Alle grossen peripheren Gelenke hätten sich normal bewegen lassen.
Gelenksergüsse,
Synovitiden
oder überwärmte Gelenke hätten nicht vorgelegen. Die Bioimpedanz-Analyse habe eine erfreulich grosse Muskelmasse von 58
%
gezeigt, welche den Normwert von 40
%
weit übertreffe und den vom Versicherten geschilderten sportlichen Aktivitäten entspreche.
Die MRI-Untersuchung der Lendenwirbelsäule von Dezember 2013 zeige einen altersentsprechenden Befund. Kompressionen neuraler Strukturen seien nicht
vorhanden. Die Röntgenuntersuchung von November 2013 zeige eine minimale rechtskonvexe hochthorakale Skoliose mit einem Cobb-Winkel von 6°. Bis zu einem Cobb-Winkel von 20° handle es sich um eine leichte Skoliose, die kli
nisch nicht relevant sei.
Die funktionelle Röntgenuntersuchung der
Lendenwir
belsäule
von Juni 2014 weise auf keine wesentliche Instabilität bei diskreter
Retrolisthesis
L2/L3 und leicht vermehrter Beweglichkeit in diesem Segment hin. Die ausgedehnte Blutuntersuchung habe unter anderem eine leichte Anämie, eine deutliche Hypercholesterinanämie sowie einen leichten Vitamin-D-Mangel ergeben. Von den vier geprüften Medikamenten seien drei nachweisbar gewesen (
Urk.
8/183/41).
Gestützt auf diese Erkenntnisse gelangte
Dr.
Y._
zum Schluss, dass beim Exploranden keine strukturellen Befunde mit Auswirkungen auf seine Leis
tungsfähigkeit vorliegen würden. Er könne sämtliche Tätigkeiten uneinge
schränkt ausüben, denen Männer seines Alters üblicherweise nachgehen kön
nen. Insbesondere die Angabe des Versicherten, er könne nur 25 Minuten lang sitzen,
könne weder verifiziert
noch
aus den Befunden abgeleitet werden (
Urk.
8/183/41).
Es habe nie eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden (
Urk.
8/183/44).
3.7.2
Dr.
Z._
legte am 1
7.
Januar 2015 sein psychiatrisches Gutachten vor und stellte dabei die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/
190/22):
-
Rezidivierende depressive Störung, mittelgradige depressive Symptoma
tik mit beginnender
Chronifizierung
(ICD-10 F33.8)
-
Anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.1)
.
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien dagegen namentlich:
-
Psychische und Verhaltensstörungen durch
Cannabinoide
, schädlicher Gebrauch (ICD-10 F12.1)
-
Akzentuierte Persönlichkeitszüge mit
anankastischen
, narzisstischen und passiv-aggressiven Anteilen (ICD-10 Z73.1), definitionsgemäss spätes
tens seit der Adoleszenz bestehend
.
Die Grundstimmung anlässlich der Exploration sei bedrückt und mutlos gewe
sen, punktuell auch eher etwas
dysphorisch
. Die emotionale Resonanzfähigkeit sei leicht vermindert gewesen. Es hätten Hinweise auf zirkadiane Besonderhei
ten in Form eines Morgentiefs bestanden.
Des Weiteren sei der Antrieb
leicht vermindert gewesen. Psychomotorisch habe der Versicherte im Verlauf
der Untersuchung
zunehmend eher etwas angespannt gewirkt. Die kognitiven Fähigkeiten hätten klinisch im Normbereich gelegen. Es hätten ferner eine depressiv bedingt leicht eingeschränkte Aufmerksamkeit bei einer grundsätzlich
guten Auffassungsgabe sowie leichte Konzentrationsstörungen bei leicht ein
geschränkter Ausdauer vorgelegen. Hinweise auf relevante Gedächtnisstörungen oder Defizite der Merkfähigkeit hätten sich nicht eruieren lassen. Anhaltspunkte für akute
Suizidalität, Selbstbeschädigung oder Fremdgefährdung hätten eben
falls nicht bestanden.
Allerdings hätten
sich
Hinweise auf einen teilweisen sozialen Rückzug
ergeb
en. Zudem seien deutliche Selbstzweifel und
Versagens
ängste
feststellbar gewesen. Die emotionale Flexibilität und Belastbarkeit sowie die Frustrations- und Stresstoleranz seien vermindert erschienen. Einschrän
kungen bestünden auch in Bezug auf die Durchhalte-, Team- und
Selbstbe
hauptungsfähigkeit
. Für inhaltliche Denkstörungen, Wahrnehmungsstörungen, Wahnerleben, Halluzinationen, psychotische Störungen oder Ich-Störungen hätten sich keinerlei Anhaltspunkte ergeben. Es habe sich jedoch eine Tendenz zu zwanghaftem Verhalten mit mangelnder affektiver Flexibilität und Verlieren in Details gezeigt.
Der Explorand setze sich selbst sehr unter Erfolgsdruck und komme bei speziellen Anforderungen oder Überforderung in einen negativen Teufelskreis mit emotionaler und kognitiver Lähmung, die er bei einem soma
tisch orientierten Krankheitskonzept subjektiv vo
rrangig
in Form von Rücken
schmerzen wahrnehme
(
Urk.
8/190/16).
Der Explorand scheine das Vorliegen einer depressiven Störung bis anhin nicht wahrhaben oder akzeptieren zu wollen
. Die bisherigen Versuche, ihm ein Anti
depressivum zu verordnen, seien nicht erfolgreich gewesen. Eine ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung finde wohl relativ regelmässig, aber bisher mit ungenügendem Erfolg statt. Die Behandlungsmöglichkeiten seien nicht ausgeschöpft (
Urk.
8/190/20). In Bezug auf die diagnostizierte
somatoforme
Schmerzstörung würden die spezifischen Foerster-Kriterien zum Teil vorliegen. Eine chronische psychiatrische Begleiterkrankung liege mit Blick auf die depressive Störung vor, wobei diese nicht austherapiert sei. Ein ausge
wiesener sozialer Rückzug in allen Bereichen des Lebens liege angesichts des vom Versicherten geschilderten Tagesablaufs nicht vor. Die psychische Symp
tomatik sei indes bei nun schon mehrjährigem Krankheitsverlauf und erst sehr spät begonnener psychiatrischer Behandlung doch zu einem Teil verfestigt und therapeutisch nicht mehr vollständig
angehbar
. Insgesamt
sei aber festzuhalten, dass dem Exploranden die Aufwendung der zumutbaren Willensanstrengung möglich erscheine, um seine Beschwerden zu überwinden und wieder schritt
weise zumindest teilweise in den Arbeitsprozess einzusteigen, wenn eine Opti
mierung der Behandlung erreicht sei (
Urk.
8/190/20 f.).
Dr.
Z._
äusserte sich sodann dahingehend, dass die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Koch aus rein psychiatrischer Sicht circa 50-60
%
betrage. Hinsichtlich der Tätigkeit als Technischer Kaufmann betrage
sie
40-
50
%
. Für optimal adaptierte Arbeiten sei ab Dezember 2014 von einer Arbeits
fähigkeit von circa 60
%
auszugehen (
Urk.
8/190/23).
3.7.3
Im interdisziplinären Konsens kamen
Dr.
Y._
und
Dr.
Z._
zum Schluss, dass in den angestammten Tätigkeiten eine Arbeitsunfähigkeit von circa 50
%
bestehe. Die Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten belaufe sich
demgegen
über
ebenfalls
auf etwa 60
%
. Beides gelte für den Zeitraum nach November 2013
(
Urk.
8/190/27)
.
Als ideal behinderungsangepasste Arbeiten sei
en
die angestammten und andere Tätigkeiten des freien Arbeitsmarktes zu nennen, die normale Anforderungen an die Stress- und Frustrationstoleranz, die emotionale Belastbarkeit und die sozialen Kompetenzen beinhalten. Die Tätigkeit als
Tech
nischer Kaufmann erscheine eher eingeschränkt leidensadaptiert (
Urk.
8/190/28).
3.8
Dr.
A._
stellte in ihrem undatierten Bericht (Eingang bei der IV-Stelle: 1
0.
September 2015) folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit (
Urk.
8/220/1):
-
Biomechanische Funktionsstörung im Bereich der Hüfte und des Beckens sowie der Gesässregion, mindestens seit November 2013 progredient (ICD-10 M99.8)
-
Lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei Facettengelenksarthrosen L3/L4 und L5/S1
-
Intermittierendes
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom bei Diskusprolaps L5/S1 mit Reizung L5 links
-
Panvertebrales Schmerzsyndrom bei Fehlhaltung und degenerativen Ver
änderungen der Wirbelsäule und muskulären Dystonien
-
Bedingt durch die Schmerzen Opiat-Abusus mit Neigung zu Entzugs
-
symp
tomatik
bei Reduktion
-
Legasthenie (ICD-10 F81.0)
.
Seit dem 1
3.
November 2013
bestehe
in Bezug auf die im
Wiederein
-
gliederungs
programm
überwiegend sitzend ausgeführte Akkordarbeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
8/220/3). Aufgrund der biomechanisch bedingten
ischialgiformen
Schmerzen sei eine rein sitzende Tätigkeit nicht möglich. Der Versicherte könne maximal zwei Stunden am Tag - mit
dreissig
minütigen
Pausen dazwischen zur Entlastung des Nervs
- sitzen (
Urk.
8/220/4).
4.
4.1
Zwischen den Parteien ist strittig, ob der Versicherte für den Zeitraum vom
5.
Dezember 2013 bis mindestens 3
1.
Dezember 2015 Anspruch auf eine
befris
tete
Rente der Invalidenversicherung hat (vgl. E. 2.1 f.).
4.2
Zunächst ist zu prüfen, welcher Beweiswert dem interdisziplinären Gutachten von
Dr.
Y._
und
Dr.
Z._
vom 2
9.
Oktober 2014 respektive 1
7.
Januar 2015 zukommt (vgl. E. 3.7).
Dieses basiert auf umfassenden
psychiatrischen und
rheumatologischen Untersuchungen
, in deren Rahmen zusätzlich auch eine Blut- und Bioimpedanz-Analyse durchgeführt wurden (
Urk.
8/183/38 f.). Der Versicherte konnte sich überdies gegenüber beiden Gutachtern zu seinen aktu
ellen Beschwerden und dem gewöhnlichen Tagesablauf äussern (
Urk.
8/183/32;
Urk.
8/190/13 f.), wobei er in psychiatrischer Hinsicht ausserdem eingehend zu diversen Themenbereichen wie der familiären und beruflichen Situation befragt wurde (
Urk.
8/190/
10 ff.). Die Expertise wurde
sodann in detaillierter Kenntnis
der
Vorakten
erstellt (
Urk.
8/183/6 ff.;
Urk.
8/190/3 ff.)
. In diesem Kontext setzten sich die Gutachter auch - soweit möglich - mit den früheren ärztlichen Beurteilungen auseinander (
Urk.
8/183/45;
Urk.
8/190/25). Schliesslich wurden die gestellten Diagnosen sowie deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit jeweils unter Berücksichtigung der vom Beschwerdeführer geschilderten Leiden nachvollziehbar aufgezeigt und erläutert (
Urk.
8/183/40 ff.;
Urk.
8/190/22 f. und 27 f.). Das interdisziplinäre Gutachten erfüllt damit sämtliche
praxisge
mässen
Kriterien an den Beweiswert von medizinischen Expertisen (vgl. E. 1.5).
4.3
4.3.1
Der Versicherte brachte in seiner Beschwerdeschrift vom
3.
Januar 2016 (
Urk.
1
/1
) verschiedene Kritikpunkte am Gutachten von
Dr.
Y._
an. Diese erweisen sich allerdings - wie nachfolgend dargelegt wird - als unberechtigt.
Der Beschwerdeführer macht in erster Linie geltend, es sei auf den Bericht von
Dr.
A._
(vgl. E. 3.8) abzustellen. Sie habe die richtige Diagnose gestellt
und ihre Behandlung schlage an
(
Urk.
1
/1
S. 2;
Urk.
3/13 S. 2).
In diesem Zusammenhang ist auf zwei
Umstände
hinzuweisen. Zum einen ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht die diagnostische Einordnung eines Gesundheitsschadens entscheidend, sondern dessen konkrete Auswirkun
gen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit (Urteil des Bundesgerichts 9C_228/2013 vom 2
6.
Juni 2013 E. 4.1.4 mit Hinweis). Zum anderen ist in Bezug auf Berichte von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise
Therapie
kräften
auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351
E. 3b/cc
).
D
ie unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag de
r therapeutisch tätigen (Fach-)
Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestell
ten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170
E. 4
)
lässt es
nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum
Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige
–
und nicht rein subjektiver Inter
pretation entspringende
–
Aspekte benennen, die bei der Begutachtung uner
kannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil
des Bundesgerichts
8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2
mit Hinweisen, u.a. auf
SVR 2008 IV Nr
. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]
).
Solche bedeutenden unerkannt gebliebenen Aspekte sind im konkreten Fall nicht ersichtlich.
Insbesondere hat
Dr.
Y._
nicht nur die Wirbelsäule und die Gelenke
,
sondern auch die Muskulatur
des Versicherten
eingehend
begut
achtet
(
Urk.
8/183/35
ff.).
Hierbei wurde auch die
ischiocrurale
Muskulatur (hintere Oberschenkelmuskulatur) untersucht, welche für seitengleich und nicht verspannt befunden wurde (
Urk.
8/183/37). In Anbetracht dessen ist nicht ersichtlich, inwiefern eine Untersuchung der
Glutealmuskulatur
zu weiteren entscheidenden medizinischen Erkenntnissen hätte führen sollen (vgl.
Urk.
1
/1
S. 3
;
Urk.
3/13 S. 2
).
Hiervon abgesehen
überzeugt auch die Einschätzung von
Dr.
Y._
, wonach eine minimale Skoliose klinisch nicht relevant sei
(
Urk.
8/183/41)
. Die Hinweise des Versicherten auf verschiedene Internetseiten
unbekannter Autoren (
Urk.
3/13 S. 2)
vermögen diese
Beurteilung
jedenfalls nicht in Zweifel zu ziehen
.
Vor diesem Hintergrund
bleibt somit
festzuhalten, dass
sich
- aus rheumatolo
gischer Sicht -
der Schluss auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätig
keit
ohne
W
eiteres
als schlüssig erweist (
Urk.
8/183/41 und 43 f.).
Die Einschät
zung durch
Dr.
A._
vermag in diesem Kontext nicht zu überzeugen. Einerseits befand sich der Versicherte erst seit dem 1
6.
Juni 2015 bei ihr in ambulanter Behandlung (
Urk.
8/220/1), sodass die rückwirkend attestierte Arbeitsunfähigkeit nur schwer nachzuvollziehen ist.
Andererseits ist darauf aufmerksam zu machen, dass
Dr.
A._
- entgegen
Dr.
Y._
- nur auf überwiegend sitzende Tätigkeiten Bezug nahm (
Urk.
8/220/3)
und ihre Beurtei
lung
der Arbeitsfähigkeit des Versicherten somit hinsichtlich leidensadaptierter Tätigkeiten
unvollständig ist.
4.3.2
Die Ausführungen von
Dr.
Z._
beanstandete der Versicherte grundsätzlich nicht. Er liess sich
jedoch
dahingehend vernehmen, dass er in einer sehr guten psychischen Verfassung sei
und nun auch eine Arbeitsstelle als Koch gefunden habe
(
Urk.
1
/1
S. 3; vgl. auch
Urk.
3/13 S. 3
und
Urk.
6
)
.
Dr.
Z._
wies in seinem Gutachten indes darauf hin, dass der Beschwerdefüh
rer das Vorliegen einer depressiven Störung bisher nicht habe wahrhabe
n
oder
akzeptieren wollen (
Urk.
8/190/20). In Anbetracht der erhobenen Befunde über
zeugen
jedenfalls
die von ihm gestellten Diagnosen (vgl. E. 3.7.2). Aus recht
licher Sicht kann indes nicht auf die von ihm attestierte Arbeitsunfähigkeit abgestellt werden, was die Beschwerdegegnerin richtig erkannt hat (vgl. E. 2.1). So hielt
Dr.
Z._
hinsichtlich der
somatoformen
Schmerzstörung nach aus
führlicher und zutreffender Prüfung der zum Zeitpunkt der Begutachtung mass
gebenden Foerster-Kriterien fest, dass dem Versicherten die Aufwendung der zumutbaren Willensanstrengung zur Überwindung seiner Beschwerden möglich sei (
Urk.
8/190/21).
Zwar hat das Bundesgericht die Foerster-Kriterien zwischen
zeitlich durch ein strukturiertes normatives Prüfungsraster ersetzt. Es hat jedoch gleichzeitig klar festgehalten
, dass
vor dieser Praxisänderung erstellte medizi
nische Gutachten nicht per se ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rah
men einer einzelfallweisen Prüfung entscheidend, ob die Expertise eine schlüs
sige Beurteilung der massgeblichen Indikatoren erlaubt (BGE 141 V 281 E. 8 mit Hinweis).
Mit Blick auf
die
Erwägung
en
4.1.3 ff. des soeben zitierten Urteils
sowie die Ergebnisse der psychiatrischen Untersuchung durch
Dr.
Z._
kann in diesem Kontext
insbesondere
darauf verwiesen werden, dass weder ein sozi
aler Rückzug noch eine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus
in allen vergleichbaren
Lebensbereichen feststellbar sind (vgl.
Urk.
8/190/14 und
21).
Dr.
Z._
geht weiter davon aus, dass sich die psychische Störung
(Komorbidität)
mittels einer Intensivierung der ambulanten Therapie oder gege
benenfalls einer - bis anhin nicht durchgeführten - stationären Rehabilitation behandeln lasse. Die diesbezügliche Motivation des Versicherten sei aber eher noch ambivalent (
Urk.
8/190/21).
Da die bisherige Behandlung demnach noch verstärkt werden kann und bisher nicht mit optimaler Kooperation des Beschwerdeführers durchgeführt werden konnte, ist folglich von keiner Behandlungsresistenz auszugehen. Diese bildet indes gemäss genannter Recht
sprechung einen wichtigen Indikator für den Schweregrad einer psychischen Erkrankung. Im Übrigen hat
Dr.
Z._
verlauten lassen, der Versicherte verfüge über eine gute kognitive Leistungsfähigkeit und namentlich die Ausdauer
sowie
die Konzentrationsfähigkeit seien nur leicht eingeschränkt.
Der Explorand zeige ausbaufähige Ressourcen (
Urk.
8/190/21).
Im Sinne eines Zwischenfazits kann damit festgehalten werden,
dass die
somatoforme
Schmerzstörung auch in Anwendung der aktuellen bundesgerichtlichen Rechtsprechung
mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit
keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten zeitigt.
I
n Bezug auf die rezidivierende depressive Störung
ist überdies
darauf hinzu
-
wei
sen, dass
n
ach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes leichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder
episodisch, einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht
fallen
, wenn sie
erwiesenermassen
therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E.
3.3 mit Hinweis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychi
atrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut
angehbar
sind - gesetzlich verlangten Konstellation ist den no
rmativen Anforderungen des Art. 7 Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3
). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht
auszuschliessen
sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konse
quent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumut
baren (ambulanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nachhaltig ausgeschöpft wurden (
BGE 140 V 193
E. 3.3
;
BGE
137 V 64
E.
5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E.
4.1).
Nach einem neusten Entscheid fehlt bei einer leichten bis mittelschweren depressiven Erkrankung - soweit therapeutisch
angehbar
- bereits diagnosebedingt der hin
reichende Schweregrad, um als invalidisierender Gesundheitsschaden zu gelten (Urteil des Bundesgerichts 8C_753/2016 vom 1
5.
Mai 2017, E. 4.4).
Der Exper
tise von
Dr.
Z._
ist klar zu entnehmen, dass die Behandlungsmöglichkeiten nicht ausgeschöpft wurden (
Urk.
8/190/20; vgl. hinsichtlich der Einnahme der Antidepressiva auch
Urk.
8/183/39 und 41), weshalb der depressiven Störung im konkreten Fall keine invalidisierende Wirkung zukommt.
4.4
Es ist folglich
aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer im umstrittenen Zeitraum vom
5.
Dezember 2013
bis 3
1.
Dezember 2015 (vgl.
Urk.
1/1 S. 1) in jedweder Tätigkeit zu 100
%
arbeits
fähig war.
Weitere Ausführungen - etwa einen Einkommensvergleich betreffend - erübrigen sich demzufolge m
angels eines
ausgewiesenen
invalidi
-
sieren
den
Gesundheitsschadens.
4.
5
Zusammenfassend
erweist sich das interdisziplinäre Gutachten von
Dr.
Y._
und
Dr.
Z._
als beweiskräftig, woran die Rügen des Versicher
ten nichts zu ändern vermögen.
Da a
us rechtlicher Sicht
kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliegt, besteht auch kein (befristeter) Rentenanspruch.
Die angefochtene Verfügung vom 2
0.
November 2015 (
Urk.
2) erweist sich somit als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
5.
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Verfahrensausgang sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.