Decision ID: 63ab08f4-a35c-5c27-a7a7-5b604a639ddb
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y. (geb. 1982) ist mazedonische Staatsbürgerin. Im Dezember 2006 erhielt sie im
Rahmen des Familiennachzugs ihres niedergelassenen Ehemanns B.Z. (verstorben am
11. Juli 2008) eine Aufenthaltsbewilligung, welche jährlich verlängert wurde. Am 19.
April 2010 heiratete sie den ebenfalls aus Mazedonien stammenden A.Y. (geb. 1978) in
Altstätten/SG und ersuchte gleichentags für ihn um Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung im Familiennachzug.
2005 in Österreich, wo er zwischen 1999 und 2004 fünf Mal rechtskräftig zu
Freiheitsstrafen zwischen fünf Monaten und zweieinhalb Jahren verurteilt wurde. Im
Zuge der strafrechtlichen Verurteilungen wurde gegen ihn auch ein Aufenthaltsverbot
zunächst für zehn Jahre, später dann für unbefristete Zeit für den Schengenraum
erlassen. 2005 wurde er von Österreich in sein Heimatland abgeschoben. Am 31.
Januar 2010 reiste er illegal in die Schweiz ein und heiratete wie erwähnt am 19. April
2010 X.Y. Im Gesuch um Familiennachzug wurde das Ausländeramt (heute
Migrationsamt) über die Vorstrafen von A.Y. nicht informiert.
C./ Mit Verfügung vom 26. April 2010 lehnte das Migrationsamt einen vorübergehenden
Aufenthalt von A.Y. während der Dauer des Gesuchsverfahrens ab und setzte ihm eine
Frist bis zum 30. April 2010, um aus der Schweiz auszureisen. A.Y. verliess am 25. April
2010 die Schweiz. Mit Verfügung vom 2. August 2010 wies das Migrationsamt das
Gesuch um Familiennachzug wegen unzureichender finanzieller Mittel ab, wogegen
Rekurs erhoben wurde. Aufgrund neu eingereichter Nachweise bezüglich der
finanziellen Mittel hob das Migrationsamt die Verfügung am 15. Juli 2011
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wiedererwägungsweise auf und erklärte sich bereit, das Gesuch um Familiennachzug
neu zu prüfen. Der Rekurs wurde hierauf als gegenstandslos abgeschrieben.
Bei der nochmaligen Prüfung stellte das Migrationsamt fest, dass A.Y. in Österreich
mehrfach zu Klagen Anlass gegeben hatte und ging von vier strafrechtlichen
Verurteilungen aus. Ebenfalls kam das Migrationsamt in Kenntnis des gegen ihn
unbefristet verhängten schengenweiten Aufenthaltsverbots. Mit Verfügung vom 11.
April 2012 wies das Migrationsamt das Familiennachzugsgesuch deshalb erneut ab.
Aufgrund des Vorliegens von Widerrufsgründen wurde dabei auf eine neuerliche
Überprüfung der finanziellen Voraussetzungen für einen Familiennachzug verzichtet.
Den gegen diese Verfügung erhobenen Rekurs wies das Sicherheits- und
Justizdepartement mit Entscheid vom 2. Juli 2013 ab.
D./ X.Y. (nachfolgend Beschwerdeführerin) erhob gegen den Rekursentscheid des
Sicherheits- und Justizdepartements (nachfolgend Vorinstanz) vom 2. Juli 2013 durch
ihren damaligen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 22. August 2013 und Ergänzung vom
9. Oktober 2013 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Begehren, unter
ausseramtlicher Entschädigung für das Rekursverfahren sowie unter Kosten- und
Entschädigungsfolge seien der angefochtene Entscheid und die Verfügung des
Migrationsamts vom 11. April 2012 aufzuheben und es sei dem
Familiennachzugsgesuch für A.Y. (nachfolgend Ehemann der Beschwerdeführerin) zu
entsprechen. Die Vorinstanz beantragte am 23. Oktober 2013 unter Verweis auf den
angefochtenen Entscheid und die Akten die Abweisung der Beschwerde. Die
Beschwerdeführerin zog während des Beschwerdeverfahrens einen neuen
Rechtsvertreter bei, der am 2. April 2014 eine zusätzliche Eingabe einreichte.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, abgekürzt VRP). Da der
angefochtene Rekursentscheid an die Stelle der ihm zugrunde liegenden Verfügung
des kantonalen Migrationsamtes vom 11. April 2012 getreten ist ("Devolutiveffekt",
BGE 134 II 142 E. 1.4 und BGer 1C_166/2013 vom 27. Juni 2013 E. 1.1), kann auf die
Beschwerde, soweit damit die Aufhebung der Verfügung beantragt wird, nicht
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eingetreten werden. Im Übrigen sind die Eintretensvoraussetzungen erfüllt: Die
Beschwerdeführerin ist zur Ergreifung des Rechtsmittels befugt (Art. 64 in Verbindung
mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Eingabe vom 22. August 2013 wurde rechtzeitig
eingereicht und erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 9. Oktober 2013 in formeller
und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art.
47 Abs. 1 sowie Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist deshalb unter dem
genannten Vorbehalt einzutreten.
2. Ob die ausserhalb einer gesetzlichen oder richterlichen Frist und nicht im
Zusammenhang mit der vorinstanzlichen Vernehmlassung vom 23. Oktober 2013, in
welcher im Übrigen lediglich auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die
Akten verwiesen wurde, eingereichte zusätzliche Eingabe des neuen Rechtsvertreters
vom 2. April 2014 (act. 17) zu berücksichtigen ist, kann offen bleiben, da die darin
vorgebrachte Begründung – soweit sie sich nicht mit der in der Beschwerdeergänzung
vorgebrachten ohnehin deckt – nicht geeignet ist, am Ausgang des
Beschwerdeverfahrens etwas zu ändern.
3. Umstritten ist, ob der aufenthaltsberechtigten Beschwerdeführerin der
Familiennachzug für ihren Ehemann zu bewilligen ist.
3.1. Gemäss Art. 44 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (SR
142.20, abgekürzt AuG) kann ausländischen Ehegatten von Personen mit
Aufenthaltsbewilligung eine Aufenthaltsbewilligung erteilt werden, wenn sie mit diesen
zusammenwohnen, eine bedarfsgerechte Wohnung vorhanden ist und sie nicht auf
Sozialhilfe angewiesen sind. Im Gegensatz zu Art. 42 und 43 AuG besteht indessen
kein Rechtsanspruch auf Familiennachzug. Vielmehr liegt die Bewilligung des
Familiennachzugs im behördlichen Ermessen (vgl. BGE 137 I 284 E. 2.3.2). Dabei gilt es
auch, die Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG zu beachten.
3.1.1. Gemäss Art. 62 Ingress und lit. a AuG kann die zuständige Behörde
Bewilligungen widerrufen, wenn die ausländische Person oder ihre Vertretung im
Bewilligungsverfahren wissentlich falsche Angaben macht oder wesentliche Tatsachen
verschwiegen hat. Dabei wird vorausgesetzt, dass die Absicht besteht, gestützt darauf
den Aufenthalt oder die Niederlassung bewilligt zu erhalten. Der Betroffene ist immer
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zur wahrheitsgetreuen Auskunftserteilung verpflichtet; selbst dann, wenn die
Fremdenpolizeibehörde die fragliche Tatsache bei gebotener Sorgfalt selbst ermitteln
könnte (vgl. BGer 2A.585/2006 vom 4. Januar 2007 E. 2 mit Hinweisen auf weitere
Rechtsprechung). Die Pflicht, wahrheitsgetreu Auskunft zu erteilen, trifft auch die
Person, zu welcher der Ausländer in einer für das Erteilen der Bewilligung erheblichen
Beziehung steht, sofern diese im Bewilligungsverfahren massgeblich in Erscheinung
tritt, insbesondere also die Person, die das Gesuch einreicht. Grundsätzlich ist es nicht
von Bedeutung, ob die Person, die das Gesuch einreicht, die Behörden wissentlich
falsch oder unvollständig informiert oder ob allein der Ausländer, für den das Gesuch
gestellt wird, die für ihn an die Behörde gelangende Person über die wahren
Gegebenheiten täuscht (vgl. BGer 2A.488/2005 vom 24. August 2005 E. 2.1).
Gemäss Art. 62 Ingress und lit. b AuG kann die zuständige Behörde Bewilligungen
widerrufen, wenn die ausländische Person zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe
verurteilt wurde. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist diese
Voraussetzung erfüllt, wenn eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr
ausgesprochen wurde (vgl. BGE 135 II 377 E. 4.2). Ob die Strafe bedingt, teilbedingt
oder unbedingt ausgesprochen wurde, spielt keine Rolle (vgl. BGer 2C_453/2011 vom
28. November 2011 E. 2.2.1 mit Hinweis).
Die Bewilligung kann sodann gemäss Art. 62 Ingress und lit. c AuG widerrufen werden,
wenn der Ausländer erheblich oder wiederholt gegen die Sicherheit und Ordnung in der
Schweiz oder im Ausland verstossen hat. Ein Verstoss gegen die öffentliche Ordnung
liegt gemäss Art. 80 Abs. 1 Ingress und lit. a der Verordnung über Zulassung,
Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (SR 142.201, abgekürzt VZAE) namentlich bei
erheblicher oder wiederholter Missachtung von gesetzlichen Vorschriften und
behördlichen Verfügungen vor. Art. 62 Ingress und lit. c AuG kann auch dann erfüllt
sein, wenn die einzelnen Handlungen für sich allein noch keinen Widerruf rechtfertigen,
deren wiederholte Begehung aber darauf hinweist, dass die betreffende Person nicht
bereit ist, sich an die geltende Ordnung zu halten. Das Interesse an der Verhütung
weiterer Straftaten ist dabei ebenfalls zu berücksichtigen (Art. 80 Abs. 2 VZAE; vgl.
BGer 2C_161/2013 vom 3. September 2013 E. 2.4.1 mit zahlreichen Hinweisen; BGE
139 I 16 E. 2.1; 137 II 297 E. 3.3).
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3.1.2. Der Ehemann der Beschwerdeführerin wurde in Österreich fünf Mal rechtskräftig
verurteilt (act. 13/5 Dossier des Ehemanns der Beschwerdeführerin 51). Am 2.
November 1999 wurde er wegen versuchten Diebstahls, Einbruchdiebstahls und
versuchter Urkundenunterdrückung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von fünf
Monaten verurteilt. Am 31. Mai 2000 wurde er wegen Diebstahls, Einbruchdiebstahls,
versuchter dauernder Sachentziehung und Urkundenunterdrückung zu einer
Freiheitsstrafe von sieben Monaten verurteilt. Am 7. Juni 2000 erfolgte die Verurteilung
wegen Widerhandlungen gegen das Suchtmittelgesetz zu einer Freiheitsstrafe von
neun Monaten, wovon sechs Monate bedingt aufgeschoben wurden. Am 14. Juni 2000
wurde der bedingte Aufschub der ersten Freiheitsstrafe vom 2. November 1999 von 5
Monaten widerrufen. Am 3. Dezember 2001 wurde der Ehemann des schweren
Diebstahls und des gewerbsmässigen Einbruchdiebstahls schuldig gesprochen und zu
einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt. Gleichzeitig wurden die bedingte
Freiheitsstrafe von sechs Monaten gemäss dem Urteil vom 31. Mai 2000 und eine
bedingte Entlassung aus der Freiheitsstrafe per 16. Februar 2001 widerrufen. Am 7.
Dezember 2004 wurde er wegen Körperverletzung und fahrlässiger Körperverletzung,
begangen während seiner Haftstrafe, zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zweieinhalb
Monaten verurteilt.
Am 20. Juni 2000 erliess die Bundespolizeidirektion Wien gegen den Ehemann der
Beschwerdeführerin zudem ein zehnjähriges Aufenthaltsverbot für den Schengenraum
(act. 13/5 Dossier des Ehemanns der Beschwerdeführerin 58), das sie am 12. April
2002 in ein unbefristetes Aufenthaltsverbot umwandelte (act. 13/5 Dossier des
Ehemanns der Beschwerdeführerin 61). Mit Bescheid vom 16. November 2012
wandelte die Landespolizeidirektion Wien das unbefristete Aufenthaltsverbot zufolge
einer Änderung des österreichischen Rechts in ein zehnjähriges Aufenthaltsverbot um
und stellte fest, dass dieses bis zum 1. Mai 2012 zu befristen gewesen wäre und
mittlerweile abgelaufen sei (act. 10/2).
Beim Ausfüllen des Familiennachzuggesuchs ist über Vorstrafen Auskunft zu erteilen.
Die Beschwerdeführerin gab im Gesuch vom 19. April 2010 an, dass der Ehemann
nicht vorbestraft sei (act. 13/5 Dossier der Beschwerdeführerin 135). Entgegen den
Ausführungen der Beschwerdeführerin (act. 17, S. 3) ist die gesuchstellende Person
unabhängig davon, ob die Migrationsbehörde die betreffende Person automatisch im
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RIPOL oder im SIS überprüft, zu einer wahrheitsgetreuen Auskunftserteilung
verpflichtet. Ebenfalls ist es nicht von Bedeutung, ob die Beschwerdeführerin
wissentlich falsche Angaben gemacht hat, oder ob sie von ihrem Ehemann über die
Gegebenheiten getäuscht wurde. Es ist anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin von
den Vorstrafen ihres Ehemannes wusste, da sie zumindest vom Aufenthaltsverbot
Kenntnis haben musste. Die Frage kann aber insofern offengelassen werden, als dem
Ehemann eine klare Täuschungsabsicht zuzuschreiben ist, womit Art. 62 Ingress und
lit. a AuG erfüllt sind.
Bei der Anwendung von Art. 62 Ingress und lit. b AuG sind auch im Ausland verhängte
Strafen von Bedeutung (vgl. BGer 2C_1116/2012 vom 20. Juni 2013 E. 2.4 mit
Hinweisen unter anderem auf BGE 134 II 25 E. 4.3.1), sofern es sich bei den Delikten
um Verbrechen oder Vergehen im Sinne des schweizerischen Strafrechts handelt und
der Schuldspruch in einem Staat erging, in welchem die Beachtung der grundlegenden
rechtsstaatlichen Verfahrensgrundsätze und Verteidigungsrechte als garantiert
erscheint (vgl. BGer 2C_136/2012 vom 17. April 2012 E. 3.4 mit Hinweisen auf weitere
Rechtsprechung). Dementsprechend liegen keine Gründe vor, die österreichischen
Urteile nicht zu berücksichtigen. Der Widerrufsgrund von Art. 62 Ingress und lit. b AuG
ist aufgrund der am 3. Dezember 2001 verhängten zweieinhalbjährigen Freiheitsstrafe
erfüllt.
Aufgrund der fünf in Österreich rechtskräftigen Verurteilungen in den Jahren 1999 bis
2004 und der Einreise in die Schweiz 2010 mit anschliessendem dreimonatigem
Aufenthalt trotz gültigem Aufenthaltsverbot verstiess der Ehemann der
Beschwerdeführerin wiederholt und zum Teil erheblich gegen die Sicherheit und
Ordnung im In- und Ausland. Somit sind die Voraussetzungen des Widerrufgrunds von
Art. 62 Ingress und lit. c AuG ebenfalls erfüllt.
3.2. Art. 62 Ingress AuG ist als "Kann-"Bestimmung formuliert und räumt der
zuständigen Behörde einen gewissen Ermessensspielraum ein. Zu prüfen ist
dementsprechend die Verhältnismässigkeit der Massnahme.
3.2.1. Eine Interessenabwägung aufgrund des Landesrechts (Art. 96 Abs. 1 AuG) ist in
jedem Fall, eine solche aufgrund des Völkerrechts (Art. 8 Ziff. 2 der Europäischen
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Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten; SR 0.101,
abgekürzt EMRK) immerhin dann vorzunehmen, wenn die betroffene Person das Recht
auf Achtung des Privat- und Familienlebens im Sinne von Art. 8 Ziff. 1 EMRK
beanspruchen kann (vgl. BGer 2C_932/2011 vom 7. Juni 2012 E. 3.2). Dies ist nach
bundesgerichtlicher Rechtsprechung unter anderem dann der Fall, wenn die sich hier
aufhaltende Person über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügt, was praxisgemäss
gegeben ist, wenn sie das Schweizer Bürgerrecht besitzt, ihr die
Niederlassungsbewilligung gewährt wurde oder sie über eine Aufenthaltsbewilligung
verfügt, die ihrerseits auf einem gefestigten Rechtsanspruch beruht (BGer
2C_932/2011 vom 7. Juni 2012 E. 3.3.1 mit Hinweisen auf weitere Rechtsprechung).
Gemäss Art. 96 Abs. 1 AuG berücksichtigt die zuständige Behörde bei der
Ermessensausübung die öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse
sowie den Grad der Integration der Ausländerinnen und Ausländer. Dabei sind
namentlich die Schwere des Verschuldens, die Dauer der bisherigen Anwesenheit
sowie die dem Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen
(vgl. BGE 135 II 377 E. 4.3). Neben dem strafrechtlichen Verschulden sind
insbesondere die Art und Schwere der Straftat(en), die durch die Straftat verletzten
Rechtsgüter, die Art und Umstände der Tatbegehung (einfache oder mehrfache
Delinquenz) sowie das Verhalten nach der Tat zu berücksichtigen. Was das Interesse
an der Fernhaltung betrifft, darf bei ausländischen Personen, die nicht unter das
Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft
einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten anderseits
über die Freizügigkeit (SR.0.142.112.681, abgekürzt FZA) fallen, im Rahmen der
Interessenabwägung auch generalpräventiven Gesichtspunkten Rechnung getragen
werden (vgl. BGer 2C_932/2011 vom 7. Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen auf weitere
Rechtsprechung).
3.2.2. Der Ehemann der Beschwerdeführerin hat während Jahren gegen die
österreichische Rechtsordnung verstossen und sich zuletzt 2010 auch illegal in der
Schweiz aufgehalten. Die erste Anzeige in Österreich erfolgte 1996 und die erste
Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe 1999. Der Deliktskatalog reicht von
Vermögensdelikten über Unterdrückung von Urkunden zu Verstössen gegen die
Betäubungsmittelgesetzgebung. Zuletzt wurde er 2004 auch wegen Körperverletzung
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und fahrlässiger Körperverletzung verurteilt. In Österreich wurden gegen ihn
Freiheitsstrafen von insgesamt knapp viereinhalb Jahren erlassen, wobei die
Verurteilung 2001 wegen gewerbsmässigen Einbruchdiebstahls und schweren
Diebstahls mit zweieinhalb Jahren Freiheitsstrafe am schwersten wiegt. Die
ergangenen Freiheitsstrafen musste er vollständig verbüssen, da bedingt
ausgesprochene Freiheitsstrafen und eine bedingte Entlassung widerrufen wurden. Die
mehrfachen strafrechtlichen Verurteilungen haben offensichtlich beim Ehemann der
Beschwerdeführerin keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Auch der dreimonatige
Aufenthalt in der Schweiz 2010 trotz Aufenthaltsverbot legt dar, dass sich der Ehemann
nicht an die hiesige Rechtsordnung gebunden fühlt.
Daran vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführerin nichts zu ändern. Sie macht
geltend, die Straftaten ihres Ehemannes und insbesondere die einschlägige Straftat
aus dem Jahr 2001 lägen schon mehr wie 10 Jahre (respektive 12 Jahre) zurück, seien
während eines anderen Lebensabschnittes erfolgt und somit in der
Interessenabwägung nicht mehr zu berücksichtigen (act. 17, S. 2). Nach Art. 369 Abs. 7
des Schweizerischen Strafgesetzbuchs (SR 311.0, abgekürzt StGB) sind aus dem
Strafregister entfernte Urteile dem Betroffenen nicht mehr entgegenzuhalten.
Ausländerrechtlich ist dieses Verwertungsverbot allerdings insoweit zu relativieren, als
es den Migrationsbehörden nicht verwehrt ist, strafrechtlich relevante Daten, die sich in
ihren Akten befinden oder ihnen anderweitig bekannt sind beziehungsweise werden,
namentlich solche, die Anlass zu einer fremdenpolizeilichen Verwarnung gaben, nach
deren Löschung im Strafregister in die Beurteilung des Verhaltens des Ausländers
während seiner gesamten Anwesenheit in der Schweiz einzubeziehen (vgl. BGer
2C_136/2013 vom 30. Oktober 2013 E. 4.2). Ob mit Blick auf diese Rechtsprechung
auch bekannt gewordene ausländische Strafurteile, die nicht während der Anwesenheit
des Betroffenen in der Schweiz ergingen, berücksichtigt werden dürfen, kann offen
bleiben. Bei Anwendung des schweizerischen Rechts würde der Eintrag einer am 3.
Dezember 2001 ausgefällten Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren gemäss Art. 369
Abs. 1 Ingress und lit. b StGB nach 15 Jahren, mithin erst am 3. Dezember 2016
gelöscht. Dem Einbezug zumindest dieser Verurteilung in die ausländerrechtliche
Interessenabwägung steht demnach nichts entgegen. Daran ändert auch die
bundesgerichtliche Feststellung nichts, dass eine Straftat, die im Zeitpunkt des
angefochtenen Urteils fast neun Jahre zurückliegt und damals zu einer bedingten
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Gefängnisstrafe von 30 Tagen geführt hat, bei der Interessenabwägung im Rahmen
einer Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung nicht mehr ins Gewicht fällt, zumal
es sich um die einzige strafrechtliche Verurteilung gehandelt hatte und die
Aufenthaltsbewilligung aufgrund einer Scheinehe ohnehin nicht verlängert worden war
(vgl. BGer 2C_563/2013 vom 9. Januar 2014 E. 4.).
Die Beschwerdeführerin bringt im Weiteren vor, dass sich der Ehemann – wenn man
die Ausweisung aus Österreich als Folge eines Vergehens betrachtet - nun seit acht
Jahren wohlverhalten habe, womit die Interessenabwägung zugunsten des Ehemannes
ausfallen müsse (act. 9, Ziff. IV. 3.). Sie stützt sich dabei auf Art. 8 Ziff. 2 EMRK, in
dessen Rahmen bei der Interessenabwägung unter anderem der seit der Tat
vergangene Zeitraum und das Verhalten des Ausländers während dieser Periode zu
berücksichtigen sind. Auf eine Interessenabwägung im Sinne von Art. 8 Ziff. 2 EMRK ist
vorliegend jedoch nicht einzugehen, da die Beschwerdeführerin kein Aufenthaltsrecht
mit gefestigtem Rechtsanspruch besitzt, das ihr ein Recht auf Achtung des Privat- und
Familienlebens nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK gewähren würde. Gleichwohl kann bezüglich
der Bewährung des Ehemannes gesagt werden, dass diese nicht zuverlässig beurteilt
werden kann, da die Beschwerdeführerin einerseits nur eine Bescheinigung der
Polizeistelle Kicevo vom 7. November 2012 beigelegt hat, wonach der Ehemann in
Mazedonien nicht verurteilt worden ist, und anderseits eine Bescheinigung des
Amtsgerichtes Kicevo vom 8. November 2012, wonach gegen ihn keine Anklage
erhoben wurde, die Rechtskraft erlangt hat, kein rechtkräftiges Strafurteil gefällt wurde
und keine Untersuchung auf dem Gebiet des Amtsgerichts Kicevo geführt wird.
Weitere Belege, beispielsweise Belege hinsichtlich der beruflichen oder finanziellen
Bewährung (wie von der Vorinstanz angemerkt), wurden von der Beschwerdeführerin
nicht vorgelegt, obwohl ihr eine entsprechende Obliegenheit zukommt (Art. 90 AuG;
vgl. BGer 2C_1170/2012 vom 24. Mai 2013 E. 4.2 mit Hinweisen). Im Übrigen ist
hinsichtlich der Bewährung des Ehemannes sein illegaler Aufenthalt in der Schweiz
2010 negativ zu berücksichtigen.
Die Beschwerdeführerin wendet auch ein, dass die Landespolizeidirektion Wien in
ihrem Bescheid vom 16. November 2012, in dem sie das unbefristete Aufenthaltsverbot
für den Schengenraum aufhob, explizit festhalte, dass sie davon ausgehe, dass der
Aufenthalt des Ehemannes in Österreich keine Gefährdung der öffentlichen Ordnung
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und Sicherheit darstelle. Insofern sei nicht ersichtlich, weshalb vom Ehemann der
Beschwerdeführerin eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit in der Schweiz ausgehen
sollte (act. 9, Ziff. IV. 5.). Hierbei gilt es zu berichtigen, wie dies auch die Vorinstanz
bereits dargelegt hat, dass die Landespolizeidirektion Wien das unbefristete
Aufenthaltsverbot aufgrund einer Gesetzesänderung in ein zehnjähriges
Aufenthaltsverbot (gültig bis zum 1. Mai 2012) geändert hat. Im Weiteren sprach sich
die Landespolizeidirektion Wien nur in Bezug auf einen neuerlichen Aufenthalt und
nicht in Bezug auf einen Daueraufenthalt dafür aus, dass vom Ehemann keine weitere
Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit zu erwarten sei. In Bezug auf
einen Daueraufenthalt ist diese Wertung anders vorzunehmen, insbesondere weil bei
Ausländern, die nicht unter das FZA fallen, im Rahmen der Interessenabwägung auch
generalpräventiven Gesichtspunkten Rechnung getragen werden darf (vgl. BGer
2C_932/2011 vom 7. Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen auf weitere Rechtsprechung).
3.2.3. Das private Interesse der Beschwerdeführerin am Familiennachzug liegt darin,
die eheliche Gemeinschaft in der Schweiz leben zu können.
Die Beschwerdeführerin kam 2006 im Alter von 24 Jahren im Rahmen des
Familiennachzugs zu ihrem mittlerweile verstorbenen ersten Ehemann in die Schweiz
und ist seither im Besitz einer Aufenthaltsbewilligung. Die Beschwerdeführerin führt an,
dass ihr eine Rückkehr ins Heimatland nach über sechs Jahren Aufenthalt in der
Schweiz nicht mehr zumutbar sei und verweist auf Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG, der
impliziere, dass eine Rückkehr in das Heimatland für einen Ehegatten nach einer
Trennung nicht mehr zumutbar sei, wenn die Familiengemeinschaft in der Schweiz
mindestens drei Jahre gedauert habe (act. 9, Ziff. IV. 6.). Der Zweck des Art. 50 Abs. 1
lit. a AuG besteht jedoch darin, schwerwiegende Härtefälle bei Auflösung der ehelichen
Gemeinschaft zu vermeiden (vgl. BBl 2002 3754; BGer 2C_540/2009 vom 26. Februar
2010 E. 2.1). Ein analoger Sachverhalt liegt im Falle der Beschwerdeführerin
hinsichtlich mehrerer Kriterien nicht vor, womit dieser Einwand nicht berücksichtigt
werden kann. Vielmehr kann davon ausgegangen werden, dass die
Beschwerdeführerin bis zur Einreise in die Schweiz 2006 ihr ganzes Leben in
Mazedonien verbracht hat und somit eng mit ihrer Heimat verwurzelt ist. Die 2010 mit
einem Landsmann eingegangene Ehe unterstützt gleichfalls die Annahme, dass sie in
den vergangenen Jahren den Kontakt zu ihrem Heimatland intensiv gepflegt hat.
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Aufgrund ihres nicht gefestigten Aufenthaltsanspruches in der Schweiz konnte sie
zudem nicht davon ausgehen, dass die Ehe mit ihrem Landsmann in der Schweiz
gelebt werden kann. Eine Ausreise nach Mazedonien, um die eheliche Gemeinschaft
mit ihrem Ehemann leben zu können, erscheint deshalb als zumutbar. Im Übrigen steht
es dem Ehemann frei, die Beschwerdeführerin jederzeit in der Schweiz zu besuchen,
da das von der Bundespolizeidirektion Wien erlassene Aufenthaltsverbot für den
Schengenraum mittlerweile abgelaufen ist.
3.2.4. Zusammenfassend hat die Verhältnismässigkeitsprüfung gezeigt, dass die
öffentlichen Interessen an der Fernhaltung des Ehemanns der Beschwerdeführerin
deren private Interessen am Leben der ehelichen Gemeinschaft offensichtlich
überwiegen. Eine weitere Überprüfung der Voraussetzungen des Familiennachzugs
gemäss Ar. 44 lit. a – c AuG erübrigt sich. Die Beschwerde ist unbegründet. Sie ist
deshalb abzuweisen.
4. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht