Decision ID: b180b56f-11a7-43ad-91b5-acabcd390455
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y. erwarb 1978 den Führerausweis für Personenwagen. Er ist im
Administrativmassnahmen-Register nicht verzeichnet. Am 14. Juni 2008, um 07.30 Uhr,
kam er mit seinem Personenwagen beim Verlassen eines Kreisels rechts von der
Fahrbahn ab und prallte in ein Gebüsch. Die Polizei führte zwei Atemlufttests durch, die
belastend ausfielen. In der Folge wurde eine Blutprobe angeordnet, die für den
Unfallzeitpunkt eine Blutalkoholkonzentration von mindestens 2,40 Gew.-‰ (Mittelwert
2,52 Gew.-‰) ergab. Die Polizei nahm X.Y. den Führerausweis auf der Stelle ab.
Das Untersuchungsamt verurteilte X.Y. zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tages
sätzen zu je Fr. 170.-- und einer Busse von Fr. 4'500.--.
Am 18. Juni 2008 eröffnete das Strassenverkehrsamt gegen X.Y. ein Verfahren zur
Abklärung der Fahreignung. Mit Verfügung vom 27. Juni 2008 wurde ihm der
Führerausweis vorsorglich entzogen. Mit Zwischenverfügung vom 14. Juli 2008 ordnete
das Strassenverkehrsamt eine verkehrsmedizinische Untersuchung beim Institut für
Rechtsmedizin des Kantonsspitals St. Gallen (abgekürzt IRM) an. Das Gutachten vom
5. November 2008 kam zum Schluss, dass bei X.Y. zumindest ein missbräuchlicher
Konsum von Alkohol mit erheblicher Suchtgefährdung vorliege, weshalb die
Fahreignung nur mit der Auflage einer ärztlich kontrollierten und fachlich betreuten
Alkoholabstinenz befürwortet werden könne.
Mit Verfügung vom 24. Dezember 2008 hob das Strassenverkehrsamt den
vorsorglichen Führerausweisentzug auf und erteilte X.Y. den Führerausweis mit der
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Auflage einer vollständigen, strikte kontrollierten Alkoholabstinenz auf unbestimmte
Zeit.
B./ Gegen die Verfügung vom 24. Dezember 2008 erhob X.Y. durch seinen
Rechtsvertreter mit Eingaben vom 16. Januar und 27. Februar 2009 Rekurs, der von
der Verwaltungsrekurskommission mit Entscheid vom 25. Juni 2009 abgewiesen
wurde.
C./ Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 17. August 2009 erhob X.Y. Beschwerde
beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Entscheid der
Verwaltungsrekurskommission sei aufzuheben, der Führerausweis sei ohne Auflagen
auszuhändigen und der bereits ausgehändigte und mit Auflagen versehene
Führerausweis sei auf Kosten des Strassenverkehrsamts zu erneuern, unter Kosten-
und Entschädigungsfolge.
Aufgrund der uneinheitlichen Praxis des Bundesgerichts zur Zuständigkeit des
Verwaltungsgerichts übermittelte dieses die Beschwerde am 18. August 2009 dem
Bundesgericht zum Entscheid. Das Bundesgericht entschied über die Angelegenheit
am 23. November 2009 (1C_362/2009). Es hielt fest, es habe mit Urteil vom
6. November 2009 (1C_346/2009) erkannt, dass die Verwaltungsrekurskommission auf
dem Gebiet der Massnahmen im Strassenverkehr kein oberes Gericht im Sinne von
Art. 86 Abs. 2 des Bundesgerichtsgesetzes (SR 173.110, abgekürzt BGG) sei. Das
Bundesgericht trat auf die Beschwerde nicht ein und überwies die Sache zur weiteren
Behandlung an das Verwaltungsgericht.
Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 22. Dezember 2009 unter

Hinweis auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids die Abweisung der
Beschwerde.
Das Strassenverkehrsamt teilte am 13. Januar 2010 mit, der Beschwerdeführer habe
freiwillig auf das Recht zum Führen von Motorfahrzeugen verzichtet.
Auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids sowie auf die Vorbringen des
Beschwerdeführers wird, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
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Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. . .
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Der Beschwerdeführer rügt, das Strassenverkehrsamt habe seinen Anspruch auf
rechtliches Gehör verletzt bzw. die Vorinstanz habe die Gehörsverletzung zu Unrecht
verneint. In der Verfügung des Strassenverkehrsamts sei seine fünfseitige
Stellungnahme mit zwei bzw. drei Sätzen "entkräftet" worden, ohne auf die Argumente
und die Kritik an der verkehrsmedizinischen Begutachtung einzugehen.
2.1. Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV) gewährt den Parteien
Anspruch auf rechtliches Gehör. Aus diesem Anspruch leitet das Bundesgericht in
ständiger Rechtsprechung die Pflicht der Behörde ab, ihre Verfügungen und
Entscheide zu begründen (vgl. statt vieler BGE 133 III 439 E. 3.3; BGE 133 I 270 E. 3.1;
BGE 129 I 236 E. 3.2; BGE 126 I 102 E. 2b). Als persönlichkeitsbezogenes
Mitwirkungsrecht verlangt dieser Grundsatz, dass die Behörde die Vorbringen des vom
Entscheid oder der Verfügung in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich
hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt (vgl.
G. Steinmann, in: St. Galler Kommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2008, N 27 zu Art.
29 BV). Daraus folgt die grundsätzliche Pflicht der Behörden, ihren Entscheid oder ihre
Verfügung zu begründen (BGE 129 I 232 E. 3.2; BGE 126 I 102). Der von einem
Entscheid oder einer Verfügung Betroffene soll wissen, warum die Behörde entgegen
seinem Antrag entschieden hat; die Begründung muss deshalb so abgefasst sein, dass
der Betroffene den Entscheid oder die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht
anfechten kann (BGE 133 III 439 E. 3.3; BGE 129 I 232 E. 3.2; vgl. auch Häfelin/Müller/
Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2006, Rz. 1706). Dies ist nur
möglich, wenn sowohl der Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die
Tragweite des Entscheids ein Bild machen können; in diesem Sinne müssen
wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde leiten
liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Allerdings bedeutet dies nicht, dass sich
die Behörde ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem
rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den
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Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 133 I 270 E. 3.1; Häfelin/
Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 1706). Umfang und Dichte der Begründung richten sich
generell nach den Umständen (Steinmann, a.a.O., N 27 zu Art. 29 BV). Ist die Sachlage
klar und sind die anwendbaren Normen bestimmt, kann ein Hinweis auf diese
Rechtsnormen genügen, während ein weiter Spielraum der Behörde – aufgrund von
Ermessen oder unbestimmten Rechtsbegriffen – und eine Vielzahl von in Betracht
fallenden Sachverhaltselementen eine ausführliche Begründung gebieten (BGE 112 Ia
110 E. 2b; BGE 104 Ia 213 E. 5g; Steinmann, a.a.O., N 27 zu Art. 29 BV; Tschannen/
Zimmerli, Allgemeines Verwaltungsrecht, 2. Aufl., Bern 2005, § 29 N 13).
Die Begründungspflicht, welche aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne von
Art. 29 Abs. 2 BV fliesst, hat der st. gallische Gesetzgeber für Verfügungen in Art. 24
Abs. 1 lit. a VRP ausdrücklich festgehalten; nach dieser Bestimmung soll die Verfügung
unter anderem die Gründe enthalten, auf die sie sich stützt.
2.2. Die Verfügung des Strassenverkehrsamts vom 24. Dezember 2008 war wie folgt
begründet:
"Mit Zwischenverfügung vom 14.07.2008 forderten wir Sie auf, sich einer
verkehrsmedizinischen Untersuchung zu unterziehen. Der entsprechende Bericht liegt
uns mittlerweile vor.
Die Stellungnahme Ihres Rechtsanwaltes vom 18.12.2008 haben wir erhalten und
geprüft. Dem Hauptantrag, der Führerausweis sei ohne Auflagen wieder zu erteilen,
können wir nicht entsprechen. Die aufgeführten Argumente vermögen die konkreten
Zweifel an Ihrer Fahreignung nicht zu entkräften.
Gemäss verkehrsmedizinischem Gutachten vom 05.11.2008 kann Ihre Fahreignung
wegen einem missbräuchlichen Konsum von Alkohol mit erheblicher Suchtgefährdung
nur mit den aufgeführten Auflagen befürwortet werden. Wir haben keine Veranlassung
an den Ausführungen der Verkehrsmedizinerin zu zweifeln. Das Gutachten ist schlüssig
und widerspricht auch der übrigen Aktenlage nicht.
Auch dem Kompromissvorschlag Ihres Rechtsanwalts kann nicht entsprochen werden.
Ob der verkehrsrelevante Alkoholmissbrauch dauerhaft erfolgreich überwunden wurde
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kann in der Regel erst nach einer über mehrere Jahre dauernden Kontrolle der
Einhaltung einer vollständigen Alkoholabstinenz und der therapeutischen Begleitung
beurteilt werden. Die Einhaltung einer lediglich sechsmonatigen Abstinenz reicht daher
bei weitem nicht aus."
Der Beschwerdeführer hatte in seiner Stellungnahme vom 18. Dezember 2008
ausführliche Einwände gegen das verkehrsmedizinische Gutachten erhoben. Er
bemängelte, dass verschiedene Aussagen unrichtig protokolliert worden und
verschiedene medizinische Feststellungen zu korrigieren seien. Die Einwände wurden
konkret und ausführlich begründet. Weiter rügte der Beschwerdeführer falsche
Würdigungen von Sachverhalten sowie widersprüchliche Feststellungen, wobei auch
diese Rügen einzeln und detailliert begründet wurden. Unter diesen Umständen genügt
die Begründung der angefochtenen Verfügung, wonach kein Anlass bestehe, an den
Feststellungen im Gutachten zu zweifeln, das Gutachten schlüssig sei und mit den
übrigen Akten nicht im Widerspruch stehe, den Anforderungen an das rechtliche Gehör
nicht. Allerdings setzte sich die Vorinstanz ausführlich mit sämtlichen Vorbringen des
Beschwerdeführers sorgfältig und umfassend auseinander. Die Vorinstanz verfügt
zudem über volle Kognition (Art. 46 Abs. 1 VRP) und hat diese auch ausgeschöpft,
weshalb eine Gehörsverletzung der verfügenden Instanz im Rekursverfahren geheilt
wurde (vgl. statt vieler BGE 126 I 72). Allerdings darf die Heilung für den Betroffenen
keinen Nachteil zur Folge haben, was - unabhängig vom Entscheid in der Sache - im
Rahmen der Kostenverlegung zu berücksichtigen ist.
3. Streitig ist im vorliegenden Fall die Auflage, die mit der Erteilung des
Führerausweises nach Ablauf des Warnungsentzugs wegen Fahrens in angetrunkenem
Zustand verbunden wurde. Die Anordnung von Auflagen ist im Gesetz nicht explizit
vorgesehen. Die Gesetzgebung zum Strassenverkehr unterscheidet zwischen
Warnungs- und Sicherungsentzügen. Der Warnungsentzug bezweckt, den
Fahrzeuglenker, der schuldhaft Verkehrsregeln verletzt hat, zu mehr Sorgfalt und
Verantwortung zu erziehen und ihn dadurch vor weiteren Verkehrsdelikten abzuhalten.
Demgegenüber dient der Sicherungsentzug dazu, den Verkehr von Fahrzeuglenkern
freizuhalten, die aus medizinischen oder charakterlichen Gründen, wegen Trunksucht
oder anderer Süchte oder wegen einer anderen Unfähigkeit zum Führen eines
Motorfahrzeugs nicht geeignet sind. Aus besonderen Gründen können Führerausweise
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befristet, beschränkt oder mit Auflagen verbunden werden. Dies ist nicht nur bei der
Ausweiserteilung, sondern auch in einem späteren Zeitpunkt möglich, um Schwächen
hinsichtlich der Fahrtauglichkeit zu kompensieren. Dass ein Fahrzeuglenker zum
Alkoholmissbrauch neigt, stellt einen besonderen Grund dar, der Auflagen rechtfertigt.
Im Rahmen der Verhältnismässigkeit ist es stets zulässig, den Führerausweis mit
Auflagen zu versehen, welche die Fahreignung des Lenkers sicherstellen. Es ist
lediglich unzulässig, einen Warnungsentzug auszusprechen und die ordentliche
Wiedererteilung von Bedingungen abhängig zu machen (BGE 131 II 248 mit zahlreichen
Hinweisen).
3.1. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist bei einer Person, die mit einer
Blutalkoholkonzentration von 2,5 und mehr Gew.-‰ (wobei nicht auf den Minimalwert
abgestellt werden muss, sondern der Mittelwert berücksichtigt werden kann) ein
Motorfahrzeug gelenkt hat, eine medizinische Fahreignungsuntersuchung anzuordnen,
auch wenn sie während der letzten fünf Jahre vor der aktuellen Trunkenheitsfahrt keine
einschlägige Widerhandlung begangen hat. Gemäss Bundesgericht verfügt, wer eine
derart hohe Blutalkoholkonzentration aufweist, über eine so grosse Alkoholtoleranz,
dass in aller Regel auf eine Alkoholabhängigkeit geschlossen werden muss
(BGE 129 II 82 mit Hinweis auf BGE 126 II 185). Dementsprechend wurde im
vorliegenden Fall ein verkehrsmedizinisches Gutachten eingeholt. Streitig ist, ob
aufgrund der vorliegenden Umstände, insbesondere aufgrund des Gutachtens, eine
Auflage zulässig ist.
3.2. Das Gutachten des IRM kam zum Schluss, dass eine Alkoholabhängigkeit im
Rahmen der verkehrsmedizinischen Untersuchung nicht gesichert werden könne. Es
liege jedoch zumindest missbräuchlicher Konsum von Alkohol mit erheblicher
Suchtgefährdung vor. Vor diesem Hintergrund könne die Fahreignung nur mit der
Auflage befürwortet werden, dass der Beschwerdeführer eine ärztlich kontrollierte und
fachtherapeutisch betreute Alkoholabstinenz einhalte. Die ärztliche Abstinenzkontrolle
sollte mit Kontrolle der Laborparameter GOT, GPT, GGT, MCV und CDT alle acht
Wochen sowie durch regelmässige Haaranalysen alle sechs Monate erfolgen
(Mindestlänge Kopfhaar 5 cm).
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3.3. Das Lenken eines Motorfahrzeugs mit einer Blutalkoholkonzentration von 2,4
Gew.-‰, wie sie der Beschwerdeführer am 14. Juni 2008 aufwies, stellt als solches ein
Indiz für eine problematische Alkoholkonsumgewohnheit dar, welche eine eingehende
Untersuchung rechtfertigt. Die Angaben des Beschwerdeführers zu seinem
Trinkverhalten zeigen, dass er regelmässig alkoholische Getränke konsumiert. Dabei ist
nicht ausschlaggebend, ob er am Sonntag regelmässig einen bis zwei Whisky zum
Essen getrunken oder allgemein nach dem Essen hin und wieder zum Kaffee einen
Whisky getrunken habe. Nicht entscheidend ist ausserdem, ob er vor dreissig Jahren
oder vor drei Jahren einmal gekifft hatte. Es mag sein, dass die vom Beschwerdeführer
gemachten Angaben zur konsumierten Alkoholmenge dem statistischen Durchschnitt
einer erwachsenen Person entsprechen. Die klinische Untersuchung ergab jedenfalls
keine Anhaltspunkte, die zwingend auf einen übermässigen Alkoholkonsum hinweisen.
Sowohl Hautveränderungen als auch Blutdruck werden im Gutachten als nicht
alkoholspezifisch bezeichnet, sondern im Kontext mit der Vorgeschichte als hinweisend
auf chronischen Alkoholkonsum taxiert. Die labordiagnostische Untersuchung ergab
bei zwei Parametern leicht erhöhte Werte. Auch bei diesen Feststellungen wird die
Möglichkeit eines Anzeichens von übermässigem Alkoholkonsum erwähnt, nicht aber
ein zwingender oder zumindest wahrscheinlicher Zusammenhang. Sowohl eine
Urinuntersuchung als auch eine Haarprobe verliefen ohne belastendes Ergebnis. Die
Selbstbeurteilung "AUDIT" ergab ein Resultat von 9 Punkten, das einen Punkt über der
kritischen Grenze von 8 Punkten liegt. Seitens des Hausarztes wurden keine
belastenden Tatsachen genannt.
Die Untersuchung "AUDIT" beruht auf eigenen Angaben und bietet einen gewissen
Ermessensspielraum. Es handelt sich - neben dem hohen Alkoholisierungsgrad - um
den einzigen Hinweis, der einen direkten Zusammenhang mit dem Alkoholkonsum
aufweist. Bei den übrigen Untersuchungsmerkmalen besteht zwar eine Möglichkeit,
dass sie mit dem Alkoholkonsum zusammenhängen, doch bleibt der Zusammenhang
ungewiss. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer bei der Trunkenheitsfahrt eine Art
Blackout bzw. Filmriss erlebte, kann nicht zusätzlich als Merkmal für einen
regelmässigen Alkoholmissbrauch eingestuft werden, sondern bildet eher einen
Hinweis gegen ein gewohnheitsmässiges Verhalten.
.. ..
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Das Verwaltungsgericht gelangt aufgrund der vorstehenden Erwägungen zum Schluss,
dass nicht hinreichend gewichtige Merkmale nachgewiesen sind, die eine unbefristete
und vollständige Alkoholabstinenz rechtfertigen. Es handelte sich offenbar um ein
Fehlverhalten in einer belastenden persönlichen Situation und nicht um ein Zeichen
einer Trinkgewohnheit, welche die Fahreignung des Beschwerdeführers beeinträchtigt,
was eine Auflage rechtfertigen würde. Zudem ist die Überwachung der angefochtenen
Auflage aufgrund des Auslandaufenthalts des Beschwerdeführers stark erschwert. Im
Streitfall kommt hinzu, dass sich der Beschwerdeführer als Fahrzeuglenker rund 30
Jahre klaglos verhalten hat und davon auszugehen ist, dass der Warnungsentzug
sowie die Busse und die Geldstrafe ihn davon abhalten werden, künftig erneut in
angetrunkenem Zustand zu fahren. Die Auflage erweist sich daher als
unverhältnismässig und ist aufzuheben. Folglich ist die Beschwerde gutzuheissen. Der
Rekursentscheid vom 25. Juni 2009 und die Verfügung vom 24. Dezember 2008 sind
aufzuheben. Der Führerausweis ist dem Beschwerdeführer ohne Auflage wieder zu
erteilen, wobei der Ausweis keinen Hinweis auf die aufgehobene Auflage enthalten darf.
4. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Staat aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 13, Ziff. 622 Gerichtskostentarif,
sGS 941.12). Auf die Erhebung ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 2'000.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.
Der Beschwerdeführer hat Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung (Art. 98
Abs. 1 und 2 und Art. 98bis VRP). Eine Entschädigung von Fr. 3'000.-- zuzügl. MWSt
für das Rekurs- und das Beschwerdeverfahren ist angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. a und
b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75).
Demnach hat das Verwaltungsgericht