Decision ID: 743594e0-61e7-5ee1-a34e-30e3c1acfea4
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Bei A._ wurde im April 2011 eine multiple Sklerose diagnostiziert (vgl.
Kurzaustrittsbericht Kantonsspital St.Gallen vom 19. April 2011; act. G 9.2). Die vor der
Diagnosestellung als Reinigungskraft tätig gewesene Versicherte (letzter Arbeitstag: 31.
März 2011, IV-act. 23-1) meldete sich am 29. Juli 2011 zur beruflichen Integration bzw.
zum Bezug einer IV-Rente an (IV-act. 1).
A.b Im Oktober 2011 befand sich die Versicherte zur Durchführung einer
retroperitonealen Tumorektomie stationär im Kantonsspital St.Gallen. Die
behandelnden Ärzte diagnostizierten einen retroperitonealen benignen neurogenen
Tumor vereinbar mit einem Ganglioneurom, eine postoperative Verschlechterung der
vorbestehenden Neurologie i.S.v. Hypästhesien des linken Beins sowie eine akute
Belastungssituation, welche durch eine depressiv-ängstliche Anpassungsstörung, eine
schwere somatische Erkrankung und die schwierige soziale Situation bedingt sei.
Daneben leide die Versicherte unter anderem an einer multiplen Sklerose mit
schubförmiger Verlaufsform, einem chronischen Schmerzsyndrom, rezidivierenden
Ovarialzysten und einer Livedo reticularis (IV-act. 25-1 ff.).
A.c Am 12. Dezember 2011 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, zurzeit seien
aufgrund ihres Gesundheitszustandes keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen
möglich (IV-act. 29).
A.d Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH, attestierte mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit einen retroperitonealen, neurogenen Tumor mit postoperativ
persistierender Schädigung des Plexus sacralis, eine multiple Sklerose und eine
reaktive Überlastungsreaktion mit depressiver Symptomatik bei schwerer somatischer
Erkrankung und psychosozialer Belastung (undatierter Bericht, bei der IV-Stelle
eingegangen am 27. Februar 2012; IV-act. 32).
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A.e Dr. med. C._ und Dr. med. D._, Fachbereich Psychosomatik, Kantonsspital
St.Gallen, nannten am 14. März 2012 (IV-act. 35) neben der sich auf die
Arbeitsfähigkeit auswirkenden Diagnose einer multiplen Sklerose jene einer
mittelschweren depressiven Störung (ICD-10: F33.2). Die Versicherte sei aus
psychiatrischer Sicht mindestens zu 50% arbeitsunfähig seit mindestens Mai 2011.
Hinzu komme die somatische Arbeitsunfähigkeit durch das neurologische Leiden. Am
22. Juni 2012 berichteten Dr. C._ und Dr. D._ sodann, die Versicherte habe seit
mindestens Februar 2012 eine sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende mittelschwere
depressive Episode entwickelt (IV-act. 45-1).
A.f Dr. med. E._ und med. pract. F._, Klinik für Neurologie, Kantonsspital St.
Gallen, diagnostizierten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine multiple Sklerose
mit schubförmiger Verlaufsform, einen retroperitonealen benignen neurogenen Tumor
vereinbar mit einem Ganglioneurom, eine ängstlich-depressive Symptomatik bei
Anpassungsstörung (ICD-10: F43.21) sowie ein chronisches Schmerzsyndrom. Die
Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit habe
vorwiegend aufgrund der psychiatrischen Begleiterkrankungen sowie des
generalisierten Schmerzsyndroms von 4. April 2011 bis 30. April 2012 100%, von 1.
Mai 2012 bis 31. Mai 2012 50% und seit 1. Juni 2012 100% betragen (Bericht vom 24.
Juli 2012; IV-act. 49). Im Wesentlichen gleiche Beeinträchtigungen der
Arbeitsunfähigkeit bestätigte Dr. B._ in diversen im entsprechenden Zeitraum
ausgestellten Arztzeugnissen (IV-act. 25-28 f., IV-act. 52).
A.g Die Versicherte nahm im September und Oktober 2013 an einer polydisziplinären
Abklärung durch Dr. med. G._, FMH für Allgemeine Innere Medizin, Dr. med. H._,
Facharzt für orthopädische Chirurgie, Dr. med. I._, FMH für Neurologie, und Dr. med.
J._, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, alle Ärzte des Begutachtungszentrums
Basel Land (BEGAZ), teil (IV-act. 79-2 ff.). Diese diagnostizierten mit Auswirkungen auf
die Arbeitsfähigkeit eine multiple Sklerose von schubförmigem Verlauf (Zustand nach
wahrscheinlich zwei Schüben 2010 mit Parästhesien der rechten Hand und des linken
Fusses) und einen Zustand nach Excision eines gutartigen retroperitonealen Tumors,
vereinbar mit einem Ganglioneurom (Läsion des Plexus sacralis links, mit
neuropathischen Schmerzen und Hypästhesie in den Dermatomen S1 und S2 links; IV-
act. 41). Aus neurologischer Sicht bestehe in der angestammten Tätigkeit als
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Reinigungskraft seit dem 1. Juni 2012 eine vollschichtige Arbeitsfähigkeit mit
einzuräumender Leistungseinschränkung von 25%. Die Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit werde lediglich noch durch die neurologische Problematik und
Einschätzung begründet, weshalb diese Gültigkeit habe (IV-act. 79-44).
A.h Mit Vorbescheid vom 15. Januar 2014 (IV-act. 87) stellte die IV-Stelle der
Versicherten die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht. Der Vertreter der
Versicherten erhob am 11. Februar 2014 (IV-act. 89) vorsorglich Einwand und stellte
eine begründete Stellungnahme in Aussicht. Trotz Zustellung der Akten (IV-act. 91) und
gewährter Fristverlängerung (IV-act. 92) liess sich die Versicherte nicht mehr
vernehmen. Am 8. April 2014 verfügte die IV-Stelle im Sinne des Vorbescheids. Der
Invaliditätsgrad betrage 25% und es bestehe somit kein Rentenanspruch (IV-act. 93).
A.i Dr. med. K._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, nahm am 12. Mai
2014 (IV-act. 98) Stellung zum Gutachten von Dr. J._ (vgl. IV-act. 79-30 ff.). Er
diagnostizierte eine multiple Sklerose, eine andauernde Persönlichkeitsänderung
infolge anhaltender posttraumatischer Belastungsstörung seit 2008 (ICD-10: F62.1),
chronisch rezidivierende depressive Episoden mit derzeit mittelgradiger Ausprägung
(ICD-10: F33.11), eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) und den
Verdacht auf eine leichte Minderintelligenz (ICD-10: F70.0).
B.
B.a Gegen die Rentenverfügung vom 8. April 2014 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 23. Mai 2014 (act. G 1). Die Beschwerdeführerin beantragt darin
deren Aufhebung sowie die Zusprache einer ganzen Rente. Eventuell sei die
Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter Kosten-
und Entschädigungsfolge.
B.b Am 2. Juni 2014 ersuchte die Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege
und Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwalt lic.iur. E. Mussato (act. G 3). Dem
Gesuch wurde mit Verfügung vom 1. September 2014 entsprochen (act. G 10).
B.c Die Beschwerdegegnerin beantragt die Abweisung der Beschwerde
(Beschwerdeantwort vom 25. August 2014; act. G 9). Sie bringt vor, auf das BEGAZ-
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Gutachten könne ohne weiteres abgestellt werden. Berichte der behandelnden Ärzte
seien mit Vorbehalt zu würdigen. Hinzu komme, dass Dr. K._ die Beschwerdeführerin
erst seit neuem behandle und auch erst einmal “zu einer ausführlichen Konsultation“
gesehen habe. Es bestehe daher kein Anlass, von der Einschätzung der Gutachter
abzuweichen.
B.d In ihrer Replik vom 30. Oktober 2014 (act. G 16) hält die Beschwerdeführerin an
ihren Anträgen fest. Sie begründet, die Beschwerdegegnerin lehne die Beurteilung
eines neuen behandelnden Arztes jeweils ab, weil dieser zu wenig Erfahrung mit den
Patienten habe. Dabei vergesse sie, dass ihre Gutachter einen Patienten auch nur kurz
sähen, und messe dem Gutachten ohne weiteres einen hohen Beweiswert zu. Dr. K._
habe verschiedene Diagnosen gestellt, welche sich im Gutachten der Vorinstanz nicht
fänden. Trotzdem habe es die Beschwerdegegnerin nicht für notwendig gehalten, die
fachliche Meinung ihrer Gutachter zur neuen Situation einzuholen.
B.e Mit Schreiben vom 19. November 2014 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem
Antrag fest und verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 18).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin gegenüber der Invalidenversicherung.
1.1 Unter Invalidität wird laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende
oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden.
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
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ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60%
invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf
eine halbe Rente und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
1.2 Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht
und der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der
Versicherungsträger bzw. im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen
Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien
gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben
zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a am Schluss).
1.3 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine
zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen
Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a). Ausschlaggebend für den
Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft des Beweismittels noch die
Bezeichnung der Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. dazu das Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG]; seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts, vom 26. Januar 2006, I 268/2005 E. 1.2 mit Hinweis
auf BGE 125 V 353 E. 3.a). Gleichwohl erachtet es die Rechtsprechung mit dem
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Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen
medizinischer Berichte und Gutachten, Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (vgl. BGE 125 V 353 E. 3.b und Urteil des EVG vom 24. Januar 2000, I
128/98, E. 3.b., jeweils mit Hinweisen). So ist den im Rahmen des
Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte,
welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach
Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu
schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb, mit weiteren Hinweisen). Diese im Bereich der
Unfallversicherung entwickelten Grundsätze finden für das Verwaltungsverfahren im
Bereich der Invalidenversicherung sinngemäss Anwendung (Urteil des EVG vom 9.
August 2000, I 437/99, E. 4b/bb). Überdies sind Berichte der behandelnden Ärzte
aufgrund deren auftragsrechtlichen Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu
würdigen. Dies gilt für den allgemein praktizierenden Hausarzt wie den behandelnden
Spezialarzt (Urteil des EVG vom 20. März 2006, I 655/05, E. 5.4 mit Hinweisen).
2.
Vorab ist die Frage zu klären, ob die medizinische Situation und die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin rechtsgenüglich abgeklärt wurde.
2.1 Die angefochtene Verfügung der Beschwerdegegnerin stützt sich in medizinischer
Hinsicht vorwiegend auf das polydisziplinäre BEGAZ-Gutachten vom 6. November
2013 (IV-act. 79-2 ff.). Die Beschwerdeführerin spricht diesem die Beweiskraft ab (vgl.
act. G 1 und G 16).
2.2 Die Beschwerdeführerin hält dem BEGAZ-Gutachten die davon abweichenden
Einschätzungen von Dr. K._ entgegen (vgl. act. G 1 und G 16). Nach Lage der Akten
zu Recht unbestritten sind die Diagnose der multiplen Sklerose und ein Zustand nach
Excision eines gutartigen retroperitonealen Tumors, vereinbar mit einem
Ganglioneurom. Uneinigkeit besteht jedoch bezüglich der Beurteilung des psychischen
Zustandes der Beschwerdeführerin und der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
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2.2.1 Der vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beigezogene Dr. K._ nahm
eine eigene Untersuchung der Beschwerdeführerin vor (act. G 1.2). Er berichtete, es sei
auffällig, dass die Versicherte viele Fragen intellektuell nicht verstehe, einfache
Zusammenhänge nicht erkenne und nicht aufmerksam zuhören könne. Sie rede viel,
verliere sich in Details und ein konstruktives Gespräch sei gar nicht möglich. Der
Anamnese und dem Befund nach zu beurteilen sei bei nur wenigen Schuljahren und
der fehlenden Berufsausbildung die Vermutung der Diagnose der leichten
Minderintelligenz vorhanden. Diese stehe im Zusammenhang mit seiner Diagnose der
posttraumatischen Belastungsstörung. Die Versicherte habe etliche massive Traumata
erlitten (Aufwachsen in existenzbedrohender Armut, Umzug in die Schweiz, Ablehnung
durch den Vater, Diagnose der multiplen Sklerose sowie des Tumors) und sei aufgrund
der Minderintelligenz nicht in der Lage, diese zu verarbeiten, weshalb es zur
Chronifizierung gekommen sei. Diagnostisch spreche man dabei von einer
“andauernden Persönlichkeitsänderung“. Die Summe der Traumata hätten die
Symptome der posttraumatischen Belastungsstörung mit erlebter Existenzbedrohung
über längere Zeit, Alpträume, Schreckhaftigkeit, Konzentrationsstörungen und
Flashbacks ergeben. Aufgrund ihrer Minderintelligenz sei die Beschwerdeführerin nicht
in der Lage, psychotherapeutisch die Traumata zu bewältigen. Diese Zusammenhänge
seien Dr. J._ entgangen und er erachte dessen Gutachten (vgl. IV-act. 79-68 ff.)
daher als unseriös und oberflächlich. Es sei eine Spontanaufnahme, Befunde würden
suggestiv verharmlost und auf den Verlauf oder die Ursache der Erkrankungen werde
gar nicht eingegangen. Gemäss Dr. K._ ist die Beschwerdeführerin aus
psychiatrischer Sicht zu mindestens 80% arbeitsunfähig. Höchstens in einem
geschützten Rahmen sei sie zu 40% arbeitsfähig (Stellungnahme vom 12. Mai 2014;
act. G 1.2).
2.2.2 Dr. K._ erhob keine eigene Anamnese, sondern stützte sich ausdrücklich auf
jene von Dr. J._. Der Bericht erfolgte nach seinen Angaben nach einem Gespräch mit
dem Hausarzt und nach Studium der Unterlagen der IV-Stelle, eine erkennbare
Auseinandersetzung damit fand jedoch, abgesehen in Bezug auf das Gutachten von
Dr. J._, nicht statt (vgl. act. G 1.2). Dr. K._ äusserte einen Verdacht auf eine leichte
Minderintelligenz, weshalb die Beschwerdeführerin erlebte massive Traumata nicht
habe verarbeiten können. Seinen Verdacht stützte er auf die wenigen in der Schweiz
und in L._ absolvierten Schuljahre sowie die fehlende Berufsausbildung. Zudem
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verstehe sie Fragen oft aus intellektueller Sicht und von der Konzentration her nicht,
habe Mühe mit Zuhören und perserveriere. Sie verliere oft den roten Faden im
Gespräch, sei ideenflüchtig, springe mit den Gedanken und spreche oft vorbei (vgl. act.
G 1.2). Die Beschwerdeführerin ging 4 Jahre in L._ zur Schule, zog mit 12 Jahren in
die Schweiz und besuchte hier die Schule für weitere 4 Jahre (vgl. IV-act. 79-71 f.).
Weshalb die Beschwerdeführerin keine Berufsausbildung absolvieren konnte, ist nicht
aktenkundig. Es bestehen jedoch keine konkreten Hinweise, dass dieser Werdegang
auf eine allfällige Minderintelligenz zurückzuführen wäre. Vielmehr deuten die Akten
darauf hin, dass der gegenüber der heutigen schweizerischen Regelschulzeit leicht
verkürzte Schulbesuch und die fehlende Möglichkeit einer Berufsausbildung sich
mindestens teilweise durch den Umzug von L._ in die Schweiz und die damalige
finanzielle Situation erklären lassen (vgl. IV-act. 79-33). Dr. J._ berichtete, die
Beschwerdeführerin erweise sich im Gespräch als kooperativ und zugewandt, der
affektive Rapport sei gut herstellbar. Auffallend sei, dass sie spontan und viel spreche
und in ihren Angaben weit aushole. Oft gehe sie auch nicht direkt auf eine Frage ein,
sondern hole so weit aus, dass kein Zusammenhang mit der Frage zu bestehen
scheine. Der Gedankengang sei in formaler Sicht leicht sprunghaft, aber nicht
gehemmt oder an Ideen verarmt und auch nicht verlangsamt. Den Überlegungen und
Äusserungen entsprechend könne von einer durchschnittlichen Intelligenzanlage
ausgegangen werden (IV-act. 79-34 f.). Dr. J._ stellte somit ein ähnliches
Gesprächsverhalten wie Dr. K._ fest, vermutete aber im Gegensatz zu diesem keine
Minderintelligenz, sondern führte dies in nachvollziehbarer Weise auf eine leichtgradig
depressive Episode zurück (vgl. IV-act. 79-36). Auch den weiteren aktenkundigen
Arztberichten ist kein Hinweis auf eine Minderintelligenz zu entnehmen. Aus dem
blossen, nicht hinreichend nachvollziehbar begründeten und nicht durch Testverfahren
abgestützten Verdacht von Dr. K._ kann somit nicht auf eine vorhandene
Minderintelligenz geschlossen werden.
2.2.3 Weiter stellt Dr. K._ die Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung.
Unumstritten war die Beschwerdeführerin nach der Diagnose der multiplen Sklerose
und der späteren Feststellung eines benignen neurogenen Tumors sowie durch die
damit verbundene schwierige finanzielle und familiäre Situation psychisch belastet und
hatte Existenzängste (vgl. IV-act. 79-36, IV-act. 53, IV-act. 58-1 ff., IV-act. 58-17, IV-
act. 58-22). Dies wurde jedoch weder von den behandelnden Ärzten noch von Dr. J._
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als Trauma betrachtet. Die Kindheit, welche die Beschwerdeführerin in ärmlichen
Verhältnissen verbrachte und welche einen Umzug in die Schweiz beinhaltete, wird
weder von der Beschwerdeführerin noch von den weiteren Ärzten erkennbar als
traumatisch bezeichnet. Dr. J._ erwähnte lediglich, der Vater habe in der Schweiz
gearbeitet und die Mutter habe viel auf dem Feld mithelfen müssen, weshalb sich die
Beschwerdeführerin von ihren Eltern offenbar vernachlässigt gefühlt habe. Inwiefern die
Ereignisse in der Kindheit zu einer noch heute relevanten psychischen Belastung
geführt haben sollten, erläutert Dr. K._ sodann vor allem mit Verweis auf die infolge
der vermuteten Minderintelligenz nicht mögliche Verarbeitung. Da vorliegend jedoch
keine Minderintelligenz erwiesen ist, erscheint auch die so begründete Diagnose der
anhaltenden Persönlichkeitsänderung bzw. der zugrundeliegenden posttraumatischen
Belastungsstörung nicht überzeugend. Obwohl Dr. K._ die Beschwerdeführerin
erstmals am 24. April 2014 gesehen hatte, legt er den Beginn der
Persönlichkeitsänderung auf 2008 fest, ohne dies zu begründen. Den Akten ist zwar zu
entnehmen, dass zu dieser Zeit erstmals eine Ovarialzyste entfernt wurde (vgl. act. G
9.2), Hinweise auf damals bereits vorhandene psychische Probleme bestehen jedoch
nicht. Der angegebene Beginn im Jahr 2008 lässt sich zudem auch kaum mit den
angeblich bereits in der Kindheit erlittenen Traumata vereinbaren. Insgesamt ist somit
nicht nachvollziehbar, weshalb bei der Beschwerdeführerin eine andauernde
Persönlichkeitsänderung infolge anhaltender posttraumatischer Belastungsstörung
vorliegen sollte. Schliesslich deuten auch die Arztberichte des Hausarztes Dr. B._
und der behandelnden Ärzte des Kantonsspitals St. Gallen nicht auf diese Diagnose
hin.
2.2.4 Die Beurteilung von Dr. K._ ist insgesamt nicht geeignet, das polydisziplinäre
BEGAZ-Gutachten vom 6. November 2013 in Frage zu stellen. Er benennt keine
objektiven Gesichtspunkte, die im BEGAZ-Gutachten nicht berücksichtigt worden
wären, stützt sich bezüglich der Anamnese ausdrücklich auf das Teilgutachten von Dr.
J._ und beurteilt mithin lediglich den gleichen Sachverhalt anders.
2.3 Das BEGAZ-Gutachten vom 6. November 2013 stützt die attestierte
Arbeitsunfähigkeit von 25% auf die neurologischen Befunde und stellt keine
psychiatrische bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit fest.
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2.3.1 Dr. J._ diagnostizierte eine leichtgradig depressive Episode ohne Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit. Die Depression sei auf die gesundheitlichen Probleme und auf
finanzielle Schwierigkeiten zurückzuführen. Es lasse sich insbesondere keine Freud-
oder Lustlosigkeit und auch keine andauernd bedrückt traurige oder gereizt aggressive
Stimmung nachweisen. Es sei davon auszugehen, dass es bezüglich des
Schweregrades der Depression seit 2012 zu einer Verbesserung gekommen sei. Im
Vergleich zu den Befunden der Psychosomatik des Kantonsspitals St.Gallen,
respektive von Dr. C._ von 2012, lasse sich aktuell weder eine zum Traurigen hin
verschobene Affektivität noch eine Angetriebenheit nachweisen. Die
Beschwerdeführerin beklage sich nicht mehr über Atemnotattacken und es lasse sich
keine Erschöpfung mehr nachweisen. Die von Dr. C._ beschriebenen Befunde
dürften zudem kaum die Kriterien für eine mittelgradige depressive Episode erfüllen
(vgl. IV-act. 79-36 f.). Gemäss der Aktenlage wurde die Diagnose einer Depression
erstmals während des stationären Aufenthalts im Kantonsspital St.Gallen zur Abklärung
des Verdachts auf eine multiple Sklerose im April 2011 gestellt (vgl. act. G 9.2). Dr.
med. M._, Klinik für Neurologie, Kantonsspital St.Gallen, diagnostizierte sodann am
13. Februar 2012 eine ängstlich-depressive Symptomatik bei Anpassungsstörung
aufgrund einer psychosozialen Belastungssituation (IV-act. 58-4). Dr. C._ und Dr.
D._ attestierten in ihrem Verlaufsberichten vom 14. März 2012 eine mittelschwere
depressive Störung und hielten die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht zu
mindestens 50% arbeitsunfähig seit mindestens Mai 2011 (IV-act. 35-2). Am 22. Juni
2012 gingen sie sodann von einer mittelschweren depressiven Episode seit mindestens
Februar 2012 aus, ohne die abweichende Einschätzung des Beginns zu begründen.
Zur Arbeitsfähigkeit äusserten sie sich nicht mehr (IV-act. 45-1). Dr. C._ berichtete
am 12. September 2012 erneut über eine ängstlich-depressive Symptomatik im
Rahmen einer Anpassungsstörung. Die Beschwerdeführerin klage über Herzklopfen,
Atemnot, Verspannungen und Kopfschmerzen sowie finanzielle Probleme (IV-act. 58-1
ff.). Spätere Berichte von Dr. C._ sind nicht aktenkundig, die Beschwerdeführerin
konsultierte sie zur Zeit der BEGAZ-Begutachtung aber noch ca. einmal pro Monat (IV-
act. 79-34). Dr. B._ ging von einer depressiver Symptomatik bei schwerer
somatischer Erkrankung und psychosozialer Belastung aus (vgl. IV-act. 32), stützte sich
dabei wohl aber zentral auf den ihm zugestellten Bericht des Kantonsspitals St.Gallen
(vgl. IV-act. 58-4). Dr. E._ und med. pract. F._ der Klinik für Neurologie,
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Kantonsspital St.Gallen, erachteten die Beschwerdeführerin zwar seit 1. Juni 2012 als
zu 100% arbeitsunfähig, hielten aber fest, die Arbeitsfähigkeit sei im Wesentlichen
durch die psychiatrischen Begleiterkrankungen sowie das generalisierte
Schmerzsyndrom zu erklären und das Ausmass der Verminderung der
Leistungsfähigkeit könne ihrerseits nicht sicher beurteilt werden (IV-act. 49-7). Seit dem
24. März 2012 (vgl. IV-act. 35-2) erfolgte somit keine eindeutige Einschätzung der
Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht mehr. Die Beschwerdeführerin erwähnte
selbst eine seitherige Verbesserung, indem sie unter anderem aussagte, sie habe die
psychiatrische Behandlung aufgrund von Angst bezüglich der diagnostizierten “Flecken
in ihrem Gehirn“ begonnen. Nun habe sie weniger Angst (IV-act. 79-34, vgl. auch IV-
act. 79-37). Wie vom RAD erwähnt (IV-act. 80) ist bei den Einschätzungen von Dr.
B._ zu beachten, dass psychiatrische Behandlungen nicht sein Fachgebiet sind und
auch Dr. C._ primär im Schmerzzentrum des Kantonsspitals St.Gallen tätig ist und
gemäss eigenen Angaben keine psychiatrische Begleitung im engeren Sinne mehr
anbieten kann (IV-act. 58-1 f.). Insgesamt scheint somit die Darlegung der BEGAZ-
Gutachter, wonach die psychiatrisch bedingte Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2012 als zu
hoch eingeschätzt wurde und sich die depressive Symptomatik seither so gebessert
hat, dass keine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit mehr besteht, nachvollziehbar.
2.3.2 Bei der Würdigung der medizinischen Situation fällt weiter ins Gewicht, dass das
BEGAZ-Gutachten vom 6. November 2013 und die dazu eingereichte Stellungnahme
der RAD-Ärztin Dr. med. N._ vom 11. November 2013 (vgl. IV-act. 80) auf
umfassender Aktenkenntnis sowie polydisziplinären eigenen Untersuchungen beruhen,
das gesamte Leidensbild der Beschwerdeführerin berücksichtigen und die auf dieser
Grundlage gezogenen Schlüsse nachvollziehbar sind. Aus den von der
Beschwerdeführerin vorgebrachten medizinischen Einschätzungen von Dr. K._
ergeben sich zudem keine objektiven Gesichtspunkte, welche im BEGAZ-Gutachten
vom 6. November 2013 ausser Acht gelassen worden wären. Schliesslich wurden auch
keine zwischen dem BEGAZ-Gutachten vom 6. November 2013 und der umstrittenen
Verfügung der IV-Stelle vom 8. April 2014 (act. G 1.1) eingetretenen massgeblichen
Veränderungen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit geltend gemacht und solche
ergeben sich auch nicht aus den Akten.
3.
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Das ausschlaggebende Element der Bemessung des zumutbaren
Invalideneinkommens - und damit indirekt des Invaliditätsgrads - ist in aller Regel der
Grad der verbliebenen Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerdeführerin hat keinen Beruf
erlernt, so dass sie als Hilfsarbeiterin einzustufen ist. Es ist ihr deshalb ohne weiteres
zumutbar, im Ausmass ihrer verbliebenen Arbeitsfähigkeit einer Hilfsarbeit
nachzugehen. Es muss sich um eine der Behinderung optimal gerecht werdende
Hilfsarbeit handeln, damit die verbleibende Arbeitsfähigkeit - der allgemeinen
Schadenminderungspflicht Rechnung tragend - bestmöglich verwertet werden kann.
Wenn in Art. 6 Satz 1 ATSG von der durch eine Gesundheitsbeeinträchtigung bewirkten
Einschränkung bei der Fähigkeit, im bisherigen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten, die
Rede ist, so kann damit im Zusammenhang mit der Bemessung des zumutbaren
Invalideneinkommens der Beschwerdeführerin also nur die Arbeitsunfähigkeit in einer
behinderungsadaptierten Hilfsarbeit gemeint sein (vgl. Urteil des Versicherungsgerichts
vom 17. August 2012, IV 2010/400 E. 1.1). Ausgehend von einer 100%igen
Arbeitstätigkeit in der angestammten Tätigkeit als Hilfsarbeiterin (Raumpflegerin) im
Validenfall und einer solchen von 75% im Invalidenfall erübrigen sich die Vornahme
eines konkreten Einkommensvergleichs und insbesondere die Festsetzung eines
Tabellenlohnabzugs, da – vor dem Hintergrund dessen, dass die Beschwerdeführerin
stets unterdurchschnittlich verdient hat (IV-act. 11) - kein rentenbegründender
Mindestinvaliditätsgrad von 40% resultiert.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Zufolge
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. act. G 10) ist sie von der Bezahlung
zu befreien.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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4.3 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art.
61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr.
12'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verzichtete auf das Einreichen
einer Kostennote. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint eine
pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- angemessen. Diese ist um einen
Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit entschädigt der Staat den
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin pauschal (vgl. BGE 125 V 201) mit Fr. 2'800.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).
4.4 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).