Decision ID: 8e44de82-ab43-4019-b93b-1ec697203d88
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Manfred Dähler, Poststrasse 12, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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IV-Leistungen (medizinische Abklärungen)
Sachverhalt:
A.
A.a M._, geboren 1969, erlitt am 10. Oktober 2005 einen Auffahrunfall (vgl. zum
Unfallhergang den Bericht des Schadeninspektors des zuständigen Unfallversicherers
vom 15. Januar 2007, act. G 7.2). Die Versicherte wurde im Auftrag des zuständigen
Unfallversicherers am 4. September 2007 im Stadtspital Triemli Zürich, Klinik für
Rheumatologie und Rehabilitation, von PD Dr. med. A._, Facharzt FMH für
Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie für Rheumatologie, und von Dr. med.
B._, Facharzt FMH für Innere Medizin und Rheumatologie, begutachtet. Im
Gutachten vom 18. September 2007 diagnostizierten die Experten chronische Nacken-
und Kopfschmerzen bei Flachrücken und bei Autoauffahrunfall vom 10. Oktober 2005.
Zusammengefasst handle es sich um wechselnde Schmerzen und Verspannungen im
linken Nackenbereich sowie eingeschränkte Aktivitäten bei einer 38-jährigen
Versicherten, die eine Mehrfachbelastung als erziehende Mutter von drei Töchtern,
einen Haushalt mit eigenem Haus und Hund sowie Arbeiten im mit dem Gatten
betriebenen Geschäft habe. Aus rheumatologischer Sicht bestünden für übliche
Tätigkeiten keine Einschränkungen. Aufgrund der grazilen Konstitution mit Flachrücken
seien schweres Heben und Tragen nicht zu empfehlen. Unter Beachtung der
Gesamtheit der Beschwerden bestünden aus "streng rheumatologischer Sicht" weder
für die bisherige Tätigkeit (teilzeitlich erwerbstätige Mitarbeiterin im eigenen Take-
away- und Catering-Betrieb verbunden mit Büroarbeiten) noch für andere Tätigkeiten
Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit. Auch im Haushaltsbereich bestünden keine
Einschränkungen in der Leistungsfähigkeit (act. G 7.2).
A.b Am 27. Dezember 2007 meldete sich die Versicherte zum Bezug von IV-Leistungen
an (act. G 7.1.1). Gestützt auf das medizinische Gutachten vom 18. September 2007
stellte die IV-Stelle mit Vorbescheiden vom 6. Februar 2008 in Aussicht, einen
Anspruch auf berufliche Massnahmen (act. G 7.1.21) sowie einen Rentenanspruch (act.
G 7.1.23) zu verneinen.
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A.c Dagegen nahm die Versicherte am 4. März 2008 Stellung. Sie stellte sich auf den
Standpunkt, dass zur Beurteilung ihres Gesundheitszustands eine polydisziplinäre
Begutachtung vorzunehmen sei (act. G 7.1.30; vgl. auch die weitere Stellungnahme
vom 21. März 2008, act. G 7.1.36).
A.d Am 5. Juni 2008 wurde im Haushalt der Versicherten eine Abklärung an Ort und
Stelle durchgeführt. Die Abklärungsperson ermittelte eine Einschränkung im
Haushaltsbereich von 24%. Der Anteil der Haushaltstätigkeit am Gesamtpensum
betrage 18%, derjenige der Erwerbstätigkeit 82% (vgl. Abklärungsbericht vom
19. August 2008, act. G 7.1.46). In der Stellungnahme vom 10. Juli 2008 kritisierte die
Versicherte die von der Abklärungsperson ermittelten Einschränkungen als zu tief (act.
G 7.1.44). Der Stellungnahme legte sie ärztliche Berichte vom behandelnden Dr. med.
C._, Facharzt FMH für Neurologie, vom 9. April und 23. Mai 2008 sowie von Dr. med.
D._, Fachärztin FMH für Neurologie, speziell Verhaltensneurologie/Neuropsychologie,
vom 8. Mai 2008 bei (act. G 7.1.45-1 ff.).
A.e Der RAD-Arzt Dr. med. E._, Facharzt FMH u.a. für Innere Medizin und
Rheumatologie, verneinte in der Stellungnahme vom 25. August 2008 das Vorliegen
von Gründen, die eine weitere medizinische Abklärung rechtfertigen könnten (act.
G 7.1.47).
A.f Mit Vorbescheid vom 27. August 2008 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, gestützt auf den ermittelten Invaliditätsgrad von 4% einen Rentenanspruch
zu verneinen (act. G 7.1.50).
B.
B.a Am 15. Oktober 2008 nahm die Versicherte zum Vorbescheid vom 27. August 2008
Stellung und stellte sich darin auf den Standpunkt, dass die medizinische Situation
nach wie vor nicht rechtsgenüglich abgeklärt worden sei und eine polydisziplinäre
Begutachtung vorgenommen werden müsse (act. G 7.1.55).
B.b Die IV-Stelle verfügte am 15. Oktober 2008 entsprechend dem Vorbescheid vom
27. August 2008 und lehnte einen Rentenanspruch ab (act. G 7.1.54).
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B.c In der Stellungnahme vom 20. Oktober 2008 begründete der RAD-Arzt nochmals,
weshalb keine weiteren medizinischen Abklärungen notwendig seien und weiterhin auf
das Gutachten vom 18. September 2007 abgestellt werden könne (act. G 7.1.56). Die
IV-Stelle teilte der Versicherten am 21. Oktober 2008 mit, dass gestützt auf diese RAD-
Stellungnahme kein Anlass für eine weitere medizinische Abklärung bestehe (act.
G 7.1.57).
C.
C.a Gegen die Verfügung vom 15. Oktober 2008 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 17. November 2008. Die Beschwerdeführerin beantragt darin deren
Aufhebung und die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme
weiterer medizinischer Abklärungen unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Ferner
beantragt sie die Durchführung einer mündlichen Verhandlung. Zur Begründung führt
sie aus, dass die Beschwerdegegnerin die Angelegenheit zu wenig abgeklärt und viel
zu früh eine Verfügung erlassen habe. Es lägen weder medizinisch stabile Verhältnisse
vor, noch seien die Abklärungen hinreichend erfolgt, noch könne die Einschätzung des
RAD-Arztes genügenden Beweis bilden (act. G 1). Unter Beilage eines Berichts von
Dr. med. F._, Facharzt FMH für Otorhinolaryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie,
vom 17. November 2008 (act. G 5.1) macht die Beschwerdeführerin ergänzend zur
Beschwerde geltend, dass sie an einem posttraumatischen cervico-encephalen
Syndrom mit neuro-psychologischen Defiziten, mit zentral-vestibulärer
Funktionsstörung rechtsbetont cervicogenen Ursprungs, mit cervico-visuellem
"mismatch" sowie mit cervico-proprio-nociceptiver Funktionsstörung bei dringendem
Verdacht auf multisegmentale Läsionen der cervicalen Bewegungssegmente PDF der
cervicalen Facettengelenke leide (act. G 5).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 24. Februar 2009 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Beschwerdeabweisung. Sie vertritt im Wesentlichen die
Auffassung, dass kein Bedarf für weitere medizinische Abklärungen bestehe und zur
Beurteilung des Rentenanspruchs auf das Gutachten vom 18. September 2007
abgestellt werden könne (act. G 7).
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C.c Die Beschwerdeführerin verzichtet auf die Einreichung einer Replik (act. G 11). Am
30. April 2010 teilt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit, dass an der
beantragten Durchführung einer mündlichen Verhandlung nicht festgehalten werde.

Erwägungen:
1.
Vorliegend strittig und zu prüfen ist die Frage, ob gestützt auf das Gutachten der
Experten des Stadtspitals Triemli Zürich, Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation,
vom 18. September 2007 eine rechtsgenügliche Beurteilung des Rentenanspruchs der
Beschwerdeführerin vorgenommen werden kann.
1.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über
den Allgmeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
1.2 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie
körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinn von Art. 4 Abs. 1 IVG in
Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt
allerdings nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen
werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten
Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 50 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3 Rechtsprechungsgemäss können schmerzhafte somatoforme Beschwerden oder
Schmerzverarbeitungsstörungen unter gewissen Umständen eine Arbeitsunfähigkeit
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verursachen. Sie fallen unter die Kategorie der psychischen Leiden, für die
grundsätzlich ein psychiatrisches Gutachten erforderlich ist, wenn es darum geht, über
die durch sie bewirkte Arbeitsunfähigkeit zu befinden (AHI 2000 S. 159 E. 4b mit
Hinweisen; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar
2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 6. Mai 2002, I 275/01,
E. 3a/bb). Wenn physische und psychische Beeinträchtigungen zusammenwirken,
rechtfertigt es sich grundsätzlich nicht, die somatischen und psychischen Befunde
isoliert zu betrachten. Daher ist in der Regel eine umfassende interdisziplinäre
Begutachtung der versicherten Person - vorzugsweise in der hierfür spezialisierten
Abklärungsstelle der Invalidenversicherung (MEDAS) - zu veranlassen (vgl. Urteil des
EVG vom 13. September 2002, I 397/02, E. 3b).
1.4 Das Versicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und
danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen
Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines ärztlichen
Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen
umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der
untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen
Fehlentwicklungen nötig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in
Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung
der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die
Schlussfolgerungen des medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass
die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder
die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die
Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich
macht (BGE 122 V 160 E. 1c; Ulrich Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der
Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H. Fredenhagen, Das ärztliche
Gutachten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
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Die Gutachter führten aus, dass es sich beim Leiden der Beschwerdeführerin
(chronische Nacken- und Schulterschmerzen) um wechselnde Schmerzen und
Verspannungen im linken Nackenbereich sowie um eingeschränkte Aktivitäten einer
Person handle, die eine Mehrfachbelastung als erziehende Mutter von drei Kindern,
Haushalt mit eigenem Haus mit Hund und Arbeiten im eigenen Geschäft zu tragen
habe. Objektivierbare pathologische klinische Befunde fehlten (Gutachten vom
18. September 2007, S. 19). Zur Beurteilung solcher Schmerzzustände ohne
objektivierbare organische Ursachen bedarf es einer eingehenden psychiatrischen
Abklärung (vgl. vorstehende E. 1.3). Dies gilt vorliegend umso mehr, als sich in den
Akten weitere Hinweise auf psychische Beeinträchtigungen finden. So beschrieb die
Abklärungsperson anlässlich der Abklärung an Ort und Stelle vom 5. Juni 2008 die
Beschwerdeführerin als "leicht depressiv" wirkend und befürwortete mit Blick auf die
"Schleudertrauma-Praxis" die Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen (act.
G 7.1.46-10). Dr. F._ stellte in dem lediglich einen Monat nach dem Erlass der
angefochtenen Verfügung (15. Oktober 2008) am 17. November 2008 erstellten - und
damit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch für die Zeit vor dem
Verfügungserlass einschlägigen - Bericht eine Konzentrationsschwäche, eine
Vergesslichkeit, eine schnelle Ermüdbarkeit und eine reduzierte Belastbarkeit fest (act.
G 5.1; vgl. zu entsprechenden Befunden auch den Bericht von Dr. D._ vom 8. Mai
2008, act. G 1.1). Ein weiterer Hinweis für eine allfällige psychische Beeinträchtigung
könnte darin liegen, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der neuropsychologischen
Untersuchung vom 7. Mai 2008 mehrmals weinte (beim Anamnesegespräch sowie bei
der Lösung einer visuo-motorischen Aufgabe; vgl. act. G 1.11). Obwohl sich aus den
Akten Hinweise auf psychische Beeinträchtigungen ergeben, hat die
Beschwerdegegnerin die Durchführung von psychiatrischen Abklärungen unterlassen
und bei der Beurteilung der Restleistungsfähigkeit einzig auf die gutachterliche
Beurteilung "aus streng rheumatologischer Sicht" (Gutachten vom 18. September
2007, S. 20, act. G 7.2) abgestellt. Damit erweist sich der medizinische Sachverhalt als
nicht rechtsgenüglich abgeklärt.
3.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die exakte Diagnose, die Krankheitswertigkeit der
geklagten Leiden und der Grad der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin mangels
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fachpsychiatrischer Beurteilung nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit beurteilt werden können. Aufgrund des vorliegenden komplexen
Schmerzbilds der Beschwerdeführerin, das nicht auf somatische Ursachen
zurückgeführt werden konnte, hätte sich bereits im Verwaltungsverfahren zusätzlich zur
somatischen eine psychiatrische Begutachtung aufgedrängt (vgl. Urteil des EVG vom
13. September 2002, I 397/02, E. 3b sowie Urteil des Bundesgerichts vom
15. Dezember 2008, 9C_273/08, E. 4.4). Die Sache ist daher an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie ergänzende fachpsychiatrische
Abklärungen vornimmt und hernach über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin
neu verfügt.
4.
4.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom
15. Oktober 2008 aufzuheben und die Sache ist zur weiteren Abklärung und zur neuen
Verfügung im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als
volles Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6). Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat
deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.
4.3 Die obsiegende beschwerdeführende Partei hat Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verzichtete auf das Einreichen einer
Kostennote. Im vorliegenden Fall erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
bis
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht