Decision ID: 52826bf4-c9b8-4624-9a1e-4f26846d0673
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
T._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Arthur Andermatt, Teufener Strasse 8, Postfach,
9001 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, Oberer Graben 44, Postfach,
9001 St. Gallen,
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betreffend
Invalidenrente und Integritätsentschädigung
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1952 geborene T._ war bei der A._ als Maschinist tätig und dadurch bei
der Suva versichert, als er am 8. Dezember 2005 beim Aufhängen der
Weihnachtsbeleuchtung von einem Stuhl stürzte. Er erlitt dabei eine distale
intraartikuläre Radiusfraktur C3 links, die am 9. Dezember 2005 in der Klinik für Hand-,
Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) mit
einer Neurotomie des Nervus interosseus posterior, einer Plattenosteosynthese sowie
einer Implantation von "chronOs" versorgt wurde (Suva-act. 1, 2, 3). Am 13. Februar
2006 nahm der Versicherte wieder eine leichte Arbeit im angestammten Betrieb zu
50% auf (Suva-act. 15). Wegen einer Schraubendislokation sowie einem Abrutschen
der Gelenkfläche nach palmar erfolgte am 8. März 2006 die frühzeitige
Metallentfernung (act. Suva-act. 7, 10). Anlässlich der Nachkontrolle im KSSG vom 21.
April 2006 wurden weiterhin bestehende Schmerzen erhoben. Radiologisch hatte sich
eine Non-Union der zwei distalen Fragmente gezeigt. Die untersuchenden Ärzte des
KSSG empfahlen dem Versicherten, weiterhin zu 50% mit einer maximalen Belastung
von 10 kg zu arbeiten (Suva-act. 13). Die Suva erbrachte für den Unfall vom 8.
Dezember 2005 die gesetzlichen Leistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen).
A.b Am 12. September 2006 erfolgte eine kreisärztliche Untersuchung durch Dr. med.
B._. Gestützt auf eine am selben Tag durchgeführte radiologische Untersuchung des
linken Handgelenks im Röntgeninstitut und MR-Zentrum, St. Gallen (Suva-act. 32),
diagnostizierte der Kreisarzt im Untersuchungsbericht vom 20. September 2006 eine
verbliebene erhebliche Dislokation mit entsprechender Funktionseinschränkung und
schmerzhafter Belastungseinschränkung. Das Handgelenk sei objektiv bzw.
entsprechend der im Röntgenbild sich darstellenden korrelierenden Morphologie
deformiert. Die Morphologie erkläre die Funktions- sowie Belastungseinschränkung
bezüglich Heben von ca. 5 kg über Kopfhöhe bei guter Compliance, aber nicht repetitiv
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(Suva-act. 34). Am 15. November 2005 wurde der Versicherte durch Dr. med. C._,
Leitender Arzt Chirurgie des Kantonsspitals Luzern, untersucht. Dieser diagnostizierte
eine symptomatische Fehlstellung und stellte fest, dass er die Fraktur insgesamt für
ungenügend versorgt betrachte. Die klaren Zeichen des Fixationsversagens seien im
weiteren Verlauf zwar diagnostiziert worden, die notwendigen Massnahmen aber nicht
getroffen worden (Suva-act. 38). In einer ergänzenden Beurteilung vom 22. Dezember
2006 äusserte Dr. B._, dass aufgrund des geringen Leidensdrucks des Versicherten
zur Zeit eine Korrekturosteotomie oder eine Arthrodese am linken Handgelenk nicht
indiziert seien. Im Weiteren beurteilte er die Arbeitsfähigkeit des Versicherten und
definierte die ihm zumutbaren Tätigkeiten (Suva-act. 42). Am 10. Januar 2007 schätzte
Dr. B._ den Integritätsschaden auf 10% (Suva-act. 44). Es folgten weitere Berichte
der Ärzte des KSSG vom 15. Januar 2007 (Suva-act. 46, 52) sowie eine erläuternde
Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. B._ vom 20. Februar 2007 (Suva-act. 55).
Inzwischen war dem Versicherten von der A._ per 31. Januar 2007 gekündigt worden
(Suva-act. 45).
A.c Am 27. Februar 2007 sprach die Suva dem Versicherten eine Invalidenrente ab
1. Februar 2007 auf der Basis eines IV-Grads von 11% sowie eine
Integritätsentschädigung aufgrund einer Integritätseinbusse von 10% zu (Suva-act. 58).
B.
Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache (Suva-act. 66, 69) hiess die Suva
nach Eingang eines weiteren Berichts der Ärzte des KSSG sowie nach Einholung einer
Stellungnahme bei Dr. B._ (Suva-act. 62, 64) mit Entscheid vom 5. Dezember 2007
teilweise gut und erhöhte den IV-Grad auf 22% (Suva-act. 83).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2007 liess der Versicherte
durch Rechtsanwalt lic. iur. A. Andermatt, St. Gallen, am 14. Januar 2008 Beschwerde
erheben mit den Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben, und es sei ihm eine Rente
aufgrund eines Invaliditätsgrads von 42% sowie eine Integritätsentschädigung
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aufgrund einer Integritätseinbusse von mindestens 25% zuzusprechen, unter Kosten
und Entschädigungsfolge.
C.b In der Beschwerdeantwort vom 29. Februar 2008 beantragte die
Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. U. Glaus, St. Gallen,
Abweisung der Beschwerde.
C.c Mit Replik vom 7. April 2008 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
unverändert an seinen Anträgen und Standpunkten fest. Mit Duplik vom 19. Mai 2008
erneuerte der Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin seinen Antrag auf Abweisung
der Beschwerde.
C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die weiteren
Ausführungen in den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
1.1 Streitig und zu prüfen ist die Höhe des Invalidenrenten- und
Integritätsentschädigungsanspruchs des Beschwerdeführers. Die Beschwerdegegnerin
legte die rechtlichen Voraussetzungen für die Ausrichtung von Invalidenrenten und
Integritätsentschädigungen der Unfallversicherung im angefochtenen
Einspracheentscheid zutreffend dar (Erw. Ziff. 1 und 4); darauf kann verwiesen werden.
1.2 Das Gericht hat seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes
vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die
blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen
nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen
möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 125 V 195 E. 2,
121 V 47 E. 2a, 208 E. 6b mit Hinweis). Für das
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach hat das Gericht die Beweise ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Das Gericht hat dabei alle
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Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung
des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Für den Beweiswert eines Arztberichts ist
nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. Anamnese
abgegeben worden ist und in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet
und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet und
nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis; RKUV 2000 Nr. K 124 S. 214).
Auch den Berichten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kann
rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig
erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine
Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee mit Hinweis).
Anspruch auf versicherungsexterne Begutachtung, wenn Leistungsansprüche streitig
sind, besteht auch nach Art. 8 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK nicht. Erachtet das
Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen
bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne
Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens - abschliessen.
In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu
stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (RKUV 1997 Nr.
U 281 S. 281 E. 1a).
2.
2.1 Aus den medizinischen Akten geht hervor, dass beim Beschwerdeführer als Folge
der am 8. Dezember 2005 erlittenen distalen intraartikulären Radiusfraktur eine
erhebliche Dislokation mit entsprechender Funktionseinschränkung und schmerzhafter
Belastungseinschränkung am linken Handgelenk verblieben ist. Medizinisch erwiesen
ist, dass der Beschwerdeführer seinen angestammten Beruf als Maschinist wegen des
unfallbedingten Gesundheitsschadens nicht mehr ausüben kann (Suva-act. 34, 38, 46,
52, 62, 66/3). Zu prüfen ist damit, inwiefern ihm eine an seine Handgelenksproblematik
adaptierte Tätigkeit zumutbar ist. Dazu finden sich in den Akten verschiedene ärztliche
Beurteilungen und Stellungnahmen.
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2.2 Die Ärzte des KSSG empfahlen dem Beschwerdeführer im Bericht vom 24. April
2006 im Anschluss an die Metallentfernung 50% zu arbeiten und das Handgelenk mit
maximal 10 kg zu belasten (Suva-act. 13). Entsprechend arbeitete der
Beschwerdeführer dann auch bis 31. Januar 2007 halbtags bei seiner ehemaligen
Arbeitgeberin, wobei ihm leichtere Arbeiten aufgetragen wurden. Er bediente und
kontrollierte verschiedene Maschinen, an denen aus langen Glasrohren kleine Flaschen
und Ampullen hergestellt wurden. Der Beschwerdeführer musste die Glasrohre von
Hand einzeln in die Maschine füllen. Während er gegenüber Dr. B._ angab, dass
deren Gewicht ca. 2.5 kg betragen habe (Suva-act. 34), sprach er gegenüber der
Beschwerdegegnerin von einem Gewicht von nicht einmal 1 kg. Das repetitive Einfüllen
der Glasrohre in die Maschine löse irgendwann Schmerzen im Handgelenk aus.
Grössere Gewichte als 1-2 kg könne er nicht heben und tragen. Die Kraft in der linken
Hand sei reduziert (Suva-act. 15, 48). Im Zwischenbericht vom 14. August 2006 befand
Hausarzt Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeinmedizin, St. Gallen, den
Beschwerdeführer in einer geeigneten Arbeit ebenfalls zu 50% arbeitsfähig (Suva-act.
28). Dr. B._ ging im Untersuchungsbericht vom 20. September 2006 bei guter
Compliance von einer Belastungseinschränkung von ca. 5 kg für das Heben über
Kopfhöhe, nicht repetitiv, aus. Die Prüfung der aktiven Handgelenkbeweglichkeit links
habe 30-0-55 Grad bei der Extension/Flexion, 15-0-20 Grad bei der Radial/
Ulnarabduktion sowie 70-0-50 Grad bei der Pronation/Supination ergeben (Suva-act.
34). In ergänzenden Stellungnahmen vom 22. Dezember 2006 und 9. Januar 2007
erläuterte Dr. B._, aus medizinischer Sicht sei dem Beschwerdeführer das Heben
und Tragen von Gewichten mit dem linken Arm bis ca. 1 bis 1.5 kg uneingeschränkt,
bis 2.5 kg gelegentlich und bis 5 kg selten unter Vermeidung von wiederholten
Umwendbewegungen zumutbar. Zu unterlassen seien Vibrationen und hämmernde
Einflüsse. Diesen Vorgaben entsprechende Tätigkeiten seien dem Beschwerdeführer
ganztags zumutbar (Suva-act. 42, 43). Im Bericht vom 15. Januar 2007 hielten die Ärzte
des KSSG fest, der Beschwerdeführer berichte über nach wie vor intermittierende
Schmerzen im Handgelenk, besonders nach Belastung, allerdings auch nachts. Des
Weiteren sei er durch starke Rückenschmerzen sowie durch einen starken
Gehörverlust massiv eingeschränkt. Die linke Hand werde nur als Hilfshand eingesetzt.
Die Handgelenkbewegung sei extrem schlecht. Die Extension sei zu 0 Grad, die Flexion
zu 35 Grad und die Radial/Ulnarabduktion zu 5 Grad möglich. Generell sei eine
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Benutzung der linken Hand als arbeitsfähiges Greiforgan nicht mehr möglich. Die
Arbeitsfähigkeit bleibe bei 50% für leichte Arbeiten (Suva-act. 46). In einer weiteren
Stellungnahme vom 15. Januar 2007 führten die Ärzte des KSSG aus, es komme nur
noch eine leichte Tätigkeit mit der Gegenextremität in Frage. Da die Kommunikation mit
dem Beschwerdeführer aufgrund seiner Gehörschwäche aber selbst in einer ruhigen
Sprechstundenumgebung äusserst schwer falle, sei für ihn sicher keine normale Arbeit
mehr möglich. Mit der linken Hand sollten keinerlei belastende Tätigkeiten durchgeführt
werden (Suva-act. 52). In einer weiteren Beurteilung vom 20. Februar 2007 führte Dr.
B._ aus, dass sich seine Zumutbarkeitsbeurteilung vom 22. Dezember 2006 nur auf
die betroffene Hand beziehe. Er erachte einen vollschichtigen Einsatz als möglich.
Seine Gewichtslimite liege unterhalb der von den Ärzten des KSSG formulierten
leichten Tätigkeit (leicht = 5 bis 10 kg). Entsprechend könne die 50%-ige
Einschränkung nicht 1:1 auf seine Zumutbarkeitsbeurteilung übernommen werden. Er
habe am 22. Dezember 2006 eine kilogrammweise Abstufung vorgenommen. Ein
vollschichtiger Einsatz sei unter diesen Voraussetzungen zu verstehen. Dass laut den
Ärzten des KSSG die Benutzung der linken Hand als arbeitsfähiges Greiforgan nicht
mehr möglich werde, sei zu relativieren. Er verweise dazu auf die objektiven
Untersuchungsbefunde in seinem Bericht sowie auf die Angabe der Ärzte des KSSG
selbst, wonach der Beschwerdeführer bei der Kraftmessung im Vergleich zur
Gegenseite eine fast 60% geringere Kraft aufweise, was bestätige, dass er die linke
Hand mindestens als Greiforgan einsetzen könne (Suva-act. 55). Im Bericht vom 1.
März 2007 führten die Ärzte des KSSG dann aus, das Bewegungsausmass sei derart
eingeschränkt, dass grundsätzlich von einem Bewegungsumfang nach
Mediokarpalarthrodese auszugehen sei. Besonders stark eingeschränkt sei die
Pronation. Auch der Bewegungsumfang von Flexion/Extension ermögliche maximal 45
Grad (Suva-act. 62). Dr. D._ hielt in seinem Zeugnis vom 18. März 2007 fest, der
Beschwerdeführer könne wegen der Behinderung der linken Hand mit dieser absolut
keine Lasten mehr heben und sie auch bei leichtesten Arbeiten nicht dauernd
gebrauchen. Selbst wenn er nicht arbeite, sei er wegen Ruheschmerzen praktisch
täglich auf Schmerzmittel angewiesen. Er schätze die Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers deutlich höher ein als die Beschwerdegegnerin (Suva-act. 66/3).
Vom 23. April bis 22. Juni 2007 fand in Zusammenarbeit mit der Beschwerdegegnerin
sowie dem Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum St. Gallen (RAV) eine Abklärung der
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Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers statt. Laut Abklärungsbericht
Verzahnungsprogramm vom 11. Juli 2007 zeigte er bei einem Arbeitspensum von 90%
eine durchschnittliche Leistungsfähigkeit von 40%, mit einer Schwankung zwischen 30
und 50%. Eine geringe Leistung müsse akzeptiert werden. Der Beschwerdeführer
könne keine stehenden, sondern nur wechselbelastende Arbeiten ausüben, die
lediglich leicht sein müssten; die linke Hand sei höchstens zum leichten Festhalten
einsetzbar. Der Beschwerdeführer sei schwerhörig und mute sich deshalb nicht zu, mit
Maschinen zu arbeiten, weil das Hörgerät pfeife, er jedoch ohne Hörgerät nichts höre
(Suva-act. 80).
2.3 Die Beschwerdegegnerin stützt sich im angefochtenen Einspracheentscheid auf
die kreisärztliche Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. B._ vom 22. Dezember
2006/9. Januar 2007 und stellt sich auf den Standpunkt, dass diese nicht im
Widerspruch zu den Berichten der Ärzte des KSSG stehe. Indessen lassen die
medizinischen Akten hinsichtlich der Frage der Arbeitsfähigkeit Ungereimtheiten
erkennen, die es nicht zulassen, ohne Weiteres auf die kreisärztliche Einschätzung
abzustellen. Grundsätzlich handelt es sich bei den Ärzten des KSSG und bei Kreisarzt
Dr. B._ um Fachärzte, deren Kompetenz zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers in Bezug auf seine Handgelenkproblematik als ausgewiesen gilt.
Widersprüchliche und unklare Feststellungen auf der einen Seite sprechen insofern
nicht automatisch für die überwiegende Wahrscheinlichkeit des von der Gegenseite
vertretenen Sachverhalts. Leitet ein Arzt seine Schlussfolgerungen aus einer wenig
überzeugenden, anderen ärztlichen Beurteilung ab, kann dies insgesamt zu einer
unklaren medizinischen Aktenlage führen.
2.4 Wie erwähnt erachten die Ärzte des KSSG den Beschwerdeführer im Bericht vom
15. Januar 2007 für leichte Arbeiten als zu 50% arbeitsfähig (Suva-act. 46). Welche
Arbeiten sie dabei letztlich als leicht betrachten, lässt sich jedoch nicht schlüssig
beantworten. Im Bericht vom 24. April 2006 wurde zunächst vom gleichen
Arbeitsfähigkeitsgrad ausgegangen und damit verbunden eine maximale
Hebebelastung von 10 kg vermerkt (Suva-act. 13). Im Bericht vom 15. Januar 2007
wurde demgegenüber darauf hingewiesen, die linke Hand werde nur als Hilfshand
eingesetzt, und man sei der Meinung, dass eine Benutzung als arbeitsfähiges
Greiforgan nicht mehr möglich sei (Suva-act. 46). Offensichtlich wird damit ein Einsatz
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von Kraft beim Greifen und Heben als ausgeschlossen erachtet bzw. die linke Hand nur
noch als Hilfshand eingestuft. In einem weiteren Bericht vom 15. Januar 2007 wird im
Zusammenhang mit dem Begriff der leichten Tätigkeit wiederholt, dass eine solche nur
noch mit der Gegenextremität in Frage komme. Mit der linken Hand sollten keinerlei
belastende Tätigkeiten durchgeführt werden (Suva-act. 52). Angesichts dieser
Aktenlage wird die Annahme, die Ärzte des KSSG bejahten eine leichte Arbeit bei einer
Hebebelastung von maximal 10 kg und gingen hierbei immer noch von einer 50%-igen
Arbeitsfähigkeit aus, massgebend relativiert. Die späteren Feststellungen der gleichen
Ärzte lassen vielmehr erkennen, dass nur im Fall des Einsatzes der linken Hand als
Hilfshand von einer 50%-igen Arbeitsfähigkeit auszugehen ist. Die Beurteilungen von
Dr. B._ vom 22. Dezember 2006 (Suva-act. 42) und 20. Februar 2007 (Suva-act. 55)
basieren auf dem früheren Bericht der Ärzte des KSSG vom 24. April 2006 (Suva-act.
13). Der Kreisarzt begründet die von ihm vertretene 100%-ige Arbeitsfähigkeit damit,
dass er die von den Ärzten des KSSG anfänglich formulierte Gewichtslimite
unterschreite. In Anbetracht der unklaren Feststellungen der Ärzte des KSSG vermag
jedoch seine Schlussfolgerung nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu überzeugen. Indem er in seiner Beurteilung vom 20. Februar
2007 den Einsatz der linken Hand mindestens als Greiffunktion bestätigt sieht (Suva-
act. 55), wird unklar, ob er darüber hinaus auch an den Gewichtslimiten festhält. Dass
die Ärzte des KSSG im Bericht vom 15. Januar 2007 (Suva-act. 46) weiter festhalten,
der Beschwerdeführer sei durch starke Rückenschmerzen sowie durch einen starken
Gehörverlust zusätzlich massiv eingeschränkt, vermag die Differenz zwischen ihrem
Arbeitsfähigkeitsgrad von 50% und demjenigen von Dr. B._ von 100% ebenfalls nicht
rechtsgenüglich zu erklären. Die fraglichen Gesundheitsschäden werden zwar von
Seiten des Beschwerdeführers bestätigt und als unfallfremd anerkannt (vgl. Suva-act.
15). Genaue Diagnosen sowie ärztliche Beurteilungen zu der dadurch bedingten
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit können jedoch den medizinischen Akten nicht
entnommen werden und waren offenbar auch den Ärzten des KSSG nicht bekannt. Ihr
Bericht vom 15. Januar 2007 (Suva-act. 46), in dem eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit
festgehalten wird, enthält zumindest nur eine Diagnose in Bezug auf das linke
Handgelenk. Es steht somit in keiner Weise überwiegend wahrscheinlich fest, dass die
in den medizinischen Akten vermerkte Rücken- und Gehörproblematik die Differenz
von 50% ausmacht. Immerhin war der Beschwerdeführer vor dem Unfall vom
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8. Dezember 2005 zu 100% als Maschinist tätig. Die übrigen Akten bringen hinsichtlich
der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ebenfalls keine Klarheit. Auch Dr. D._
schätzt die Arbeitsunfähigkeit bedeutend höher ein als Dr. B._ (Suva-act. 28, 66/3).
Das Ergebnis des Verzahnungsprogramms und die vom Beschwerdeführer am 23.
Januar 2007 gegenüber der Beschwerdegegnerin abgegebene Schilderung seiner
Leistungsfähigkeit (Suva-act. 48) zeigen schliesslich eine Arbeitsleistung, die ebenfalls
eher dem von den Ärzten des KSSG attestierten Arbeitsfähigkeitsgrad sowie einer
zumutbaren Tätigkeit ohne Heben und Tragen von Gewichten entspricht (Suva-act. 80).
Anzufügen bleibt, dass die von den Ärzten des KSSG im Bericht vom 15. Januar 2007
betreffend Handgelenkbeweglichkeit erhobenen Befunde (Suva-act. 46) erheblich von
denjenigen von Dr. B._ abweichen (Suva-act. 34). Der genauen
Handgelenkbeweglichkeit kommt jedoch für die Bestimmung der zumutbaren Tätigkeit
eine wesentliche Bedeutung zu.
2.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die medizinische Situation hinsichtlich
der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers - zumutbare Tätigkeit,
Arbeitsfähigkeitsgrad - nicht genügend klar erstellt ist, und sich entsprechend eine
weitere medizinische Abklärung aufdrängt. Die Vorinstanz ist zu verpflichten, den
Sachverhalt durch bisher nicht beteiligte Ärzte abklären zu lassen. Angesichts der
verschiedenen Gesundheitsschäden des Beschwerdeführers - unfallkausaler und
unfallfremder Natur - erscheint es ausserdem sinnvoll, eine polydisziplinäre Abklärung
durchzuführen und in der Folge die sich stellenden Fragen betreffend Höhe der
Invalidenrente neu zu prüfen.
3.
3.1 Umstritten ist schliesslich auch das von der Beschwerdegegnerin auf 10%
festgesetzte Ausmass des Integritätsschadens. Der Wert von 10% basiert auf der
Bewertung von Kreisarzt Dr. B._ vom 10. Januar 2007 (Suva-act. 44), der dafür von
einer infolge der distalen intraartikulären Radiusfraktur bestehenden erheblichen
Dislokation mit entsprechender Funktionseinschränkung und einer schmerzhaften
Belastungseinschränkung ausgegangen ist. Grundlage für seine Einschätzung bildet
die Suva-Feinrastertabelle 5 bei Arthrosen. Danach ergeben eine mässige Arthrose im
Handgelenk 5 bis 10%, eine schwere 10 bis 25% und eine Arthrodesierung 15%.
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Radiologisch bestehe beim Beschwerdeführer noch keine Arthrose, eine solche sei
jedoch prognostisch in der Entwicklung zu erwarten. Gemäss Feinrastertabelle 1 werde
eine aufgehobene Pro- und Supination jeweils mit 10% berücksichtigt, die radiocarpale
Arthrodese mit 15%. Entsprechend erachte er den Wert von 10% aufgrund der
Dislokation, der prognostisch zu erwartenden Arthroseentwicklung und der
Bewegungseinschränkung als gerechtfertigt (Suva-act. 44). Am 12. März 2007 führte
Dr. B._ ergänzend aus, die Arthrodesierung mit einem Wert von 15% sei bei der zu
erwartenden Arthroseentwicklung aufgrund der Dislokation und der belassenen
Fehlstellung der nächste Schritt, wobei im Gegensatz zum Röntgenbild klinisch doch
bessere Befunde vorliegen würden. Der Beschwerdeführer sei noch nicht bereit für die
Arthrodesierung. Entsprechend stehe ihm hinsichtlich der Integritätsentschädigung das
Rückfallmelderecht zu (Suva-act. 64).
3.2 Angesichts der bestehenden bzw. voraussehbaren Unfallrestfolgen
(Bewegungseinschränkung, voraussehbare Verschlimmerung durch eine Arthrose)
können die von Dr. B._ angewendeten Suva-Feinrastertabellen grundsätzlich als
zutreffend bezeichnet werden. Nicht nachvollziehbar sind jedoch die von ihm
herangezogenen einzelnen Tabellenwerte, anhand derer er den konkreten
Integritätsschaden schätzte. Mit Bezug auf die eingeschränkte
Handgelenkbeweglichkeit führt er einerseits den Wert für eine radiocarpale Arthrodese
der Hand (15%), andererseits jedoch denjenigen für die Aufhebung der Pronation und
Supination des Vorderarms (je 10%; Aufhebung der Pronation und Supination = 20%)
an. In den medizinischen Akten ist indessen einhellig von einer Handgelenkproblematik
bzw. der eingeschränkten Beweglichkeit des Handgelenks die Rede.
Dementsprechend stellt sich die Frage, ob der Integritätsschaden in Bezug auf den
vorliegenden Fall nicht vielmehr ausgehend vom höheren Wert für die Pro- und
Supination der steifen Hand (25%) beurteilt werden müsste. Dr. B._ sieht sodann die
Restfunktion - ausgehend von den Werten für die Aufhebung der Pro- und Supination
des Vorderarms - offensichtlich noch als zu 50% gegeben. Der fragliche Tabellenwert
wurde damit durch den Kreisarzt wesentlich reduziert. Wie vorne in Erw. Ziff. 2.4
dargestellt, lässt sich die genaue Restfunktion des linken Handgelenks, insbesondere
auch seine Beweglichkeit, aufgrund der vorliegenden medizinischen Akten nicht
abschliessend bestimmen. Ob eine derart massgebende Reduktion der
Integritätsentschädigung angemessen ist, lässt sich dementsprechend (noch) nicht
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zuverlässig sagen. Im Übrigen ist zu bedenken, dass die unbestrittenermassen zu
berücksichtigende voraussehbare Verschlimmerung des Integritätsschadens durch
eine Arthrose ebenfalls noch Bestandteil der von Dr. B._ insgesamt geschätzten 10%
bildet. Obwohl der von den Ärzten des KSSG im Bericht vom 1. März 2007 (Suva-act.
62) angegebene Wert für die Flexion/Extension von demjenigen im Bericht vom
15. Januar 2007 (Suva-act. 46) abweicht bzw. grundsätzlich höher liegt, ist schliesslich
darauf hinzuweisen, dass im Bericht vom 1. März 2007 immerhin der Vergleich mit dem
Bewegungsumfang nach einer Mediokarpalarthrodese gezogen wird.
3.3 Zusammenfassend ist damit festzustellen, dass die Integritätsschadenschätzung
von Dr. B._ einerseits eindeutige Unklarheiten aufweist und sie andererseits
angesichts der ungenügenden medizinischen Aktenlage hinsichtlich ihrer
Angemessenheit nicht abschliessend beurteilt werden kann. Entsprechend hat die
Beschwerdegegnerin damit auch in Bezug auf den Integritätsschaden bzw. die Höhe
der Integritätsentschädigung weitere Abklärungen vorzunehmen.
4.
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
angefochtenen Einspracheentscheids vom 5. Dezember 2007 in dem Sinn
gutzuheissen, dass die Angelegenheit zu ergänzenden Abklärungen hinsichtlich Höhe
von Invalidenrente und Integritätsentschädigung und neuer Verfügung an die
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art.
61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG, SR 830.1]). Hingegen hat der Beschwerdeführer bei diesem Verfahrensausgang
Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Angesichts der
Schwierigkeit des Falls sowie der Art und des Umfangs der Bemühungen erscheint
eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG