Decision ID: cc879465-fec2-5cc2-b46d-950edd8d9f12
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Mit Eingabe vom 19. September 2007 liessen die im Nordirak  Beschwerdeführenden durch ihren Rechtsvertreter beim BFM – unter Beilage einer Vollmacht – ein "Dringliches Asylgesuch/Gesuch um Bewilligung der Einreise" einreichen, mit welchem sie zur  beantragten, es sei ihnen die Einreise in die Schweiz gestützt auf Art. 20 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) zu bewilligen. Zur Begründung führten die  aus, ihr Ehemann beziehungsweise Vater habe den Irak im  (...) verlassen, weil er als ehemaliges Mitglied der Baath-Partei ernsthaften Nachteilen ausgesetzt gewesen sei. Sein Asylverfahren in der Schweiz sei noch hängig. Wegen der politischen Vergangenheit des Ehemannes/Vaters und dessen Familie seien auch die im Nordirak verbliebenen Beschwerdeführenden (Ehefrau sowie die drei  Kinder) stark unterdrückt worden. So hätten sie regelmässig Drohbriefe erhalten. Sie hätten diese Schreiben den  gezeigt, doch seien diese untätig geblieben. Auch hätten sie wegen der Drohungen mehrmals die Wohnung wechseln müssen. Anlässlich der Trauerfeier für die Grossmutter des Ehemannes beziehungsweise Urgrossmutter der Kinder im Jahr (...) sei es zudem zu einem Vorfall gekommen, bei welchem Unbekannte einen Familienangehörigen  und einen schwer verletzt hätten. Nachdem in der Öffentlichkeit vermehrt davon gesprochen werde, ehemalige Baath-Kollaborateure zur Rechenschaft zu ziehen, sei die Situation für sie immer  geworden. Schliesslich seien sie im Juni (...) von Suleimaniya in Richtung der iranischen Grenze geflohen. Seither lebten sie unter schwierigen Umständen – kein Zugang zu medizinischer Versorgung und Schule – im Dorf E._ im Grenzgebiet zum Iran. Angesichts der gesamten Umstände seien die Voraussetzungen für die Erteilung einer Einreisebewilligung erfüllt.
Zusammen mit der Eingabe wurden verschiedene Zeitungsausschnitte als Beweismittel eingereicht.
B. Mit Schreiben vom 28. September 2007 forderte das Bundesamt den Rechtsvertreter auf, eine von der Beschwerdeführerin A.B._. unterzeichnete Originalvollmacht nachzureichen und anhand der Briefumschläge den postalischen Zustellweg in den Irak zu belegen.
Seite 2
D-7717/2008
Die Beschwerdeführenden liessen das Schreiben des BFM mit  vom 4. Oktober 2007 beantworten. Daraufhin forderte das  die Beschwerdeführenden auf, eine neue Vollmacht mit notariell beglaubigter Unterschrift der Beschwerdeführerin A.B._. (für sich und die Kinder) im Original einzureichen. Mit Eingabe vom 9. November 2007 reichte der Rechtsvertreter acht Fotos ein, wobei auf dreien davon die Beschwerdeführerin A.B._. abgebildet ist, welche die Vollmacht in den Händen hält, womit der Nachweis der Echtheit der Bevollmächtigung erbracht sei. Gleichzeitig wurden zwei Berichte über die Region Penjwin zu den Akten gegeben.
C. Am 28. Januar 2008 ging beim Bundesamt ein Arztbericht betreffend die beiden Töchter B._ und D._ ein.
D. Mit Eingabe vom 21. Juni 2008 liessen die Beschwerdeführenden  Zeitungsberichte einreichen, aus welchen hervorgehe, dass die Sicherheitslage am gegenwärtigen Aufenthaltsort wegen  Operationen der iranischen Armee äusserst schlecht sei. Zudem ersuchten sie um umgehende Bewilligung der Einreise.
E. Die Beschwerdeführenden liessen in der Folge mit Eingabe vom 22. September 2008 beim Bundesverwaltungsgericht eine  einreichen.
F. Mit Verfügung vom 29. Oktober 2008 - eröffnet am 30. Oktober 2008 - verweigerte das Bundesamt den Beschwerdeführenden die  und lehnte deren Asylgesuche ab. Daraufhin wurde das Beschwerdeverfahren betreffend Rechtsverzögerung mit Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts vom 4. November 2008 infolge  abgeschrieben.
G. Mit Eingabe vom 1. Dezember 2008 (Poststempel) liessen die  durch ihren Rechtsvertreter Beschwerde gegen die Verfügung des BFM vom 29. Oktober 2008 erheben, mit welcher sie die Aufhebung des angefochtenen Entscheides beantragten. Es sei ihnen zwecks Durchführung des Asylverfahrens beziehungsweise zwecks Anerkennung als Flüchtlinge und Gewährung des Asyls die
Seite 3
D-7717/2008
Einreise in die Schweiz zu bewilligen, eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersuchten die Beschwerdeführenden um Vereinigung ihres Verfahrens mit demjenigen des Ehemannes beziehungsweise Vaters, um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege.
H. Mit Zwischenverfügung vom 8. Januar 2009 entschied der zuständige Instruktionsrichter, über das Gesuch um Gewährung der  Rechtspflege werde im Endentscheid befunden. Gleichzeitig  er auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und  die Akten der Vorinstanz zur Vernehmlassung. Eine Stellungnahme seitens des BFM ging beim Bundesverwaltungsgericht nicht ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das  Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des  vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des  vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht. Die  sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Die Beschwerdeführenden sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1; Art. 50 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige
Seite 4
D-7717/2008
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3. Die Beschwerdeführenden begründen ihren Antrag auf  damit, die Verweigerung ihres Asyl- und Einreisegesuchs  in unmittelbarem Zusammenhang mit der Ablehnung des  des Ehemannes beziehungsweise Vaters. Angesichts der  des Auslandverfahrens erscheint jedoch eine formelle Verfahrensvereinigung trotz des bestehenden persönlichen und  Zusammenhanges der Verfahren nicht angezeigt. Mit gleichem Datum ergeht jedoch das Urteil in Bezug auf den Ehemann  Vater der Beschwerdeführenden.
4. 4.1 Das Bundesamt hielt in seiner Verfügung zunächst fest, eine  der Beschwerdeführerin sei faktisch unmöglich gewesen, nachdem die Schweizerische Vertretung in Bagdad per Ende  2008 vorübergehend geschlossen worden sei. In der schriftlichen Gesuchsbegründung seien jedoch die für den entscheidwesentlichen Sachverhalt nötigen Angaben gemacht worden. Da der Sachverhalt anhand der schriftlich vorliegenden Gesuchsbegründung, mehrerer weiterer Eingaben sowie der Akten des Ehemannes (beziehungsweise Vaters) genügend erstellt sei, und sich das Gesuch ausschliesslich an der vom Ehemann geltend gemachten Asylbegründung orientiere,  sich eine Befragung vorliegend. Im Weiteren führte das BFM zur Begründung seines ablehnenden Entscheides im Wesentlichen aus, die Beschwerdeführenden begründeten ihre Gefährdung  mit der politischen Vergangenheit des Ehemannes und . Dessen Asylgesuch sei jedoch abgelehnt worden, weshalb der Asylbegründung der Beschwerdeführenden die Grundlage entzogen sei. Die angeblich prekären Lebensumstände der  fielen sodann nicht unter den Aspekt der asylrechtlichen . Zudem sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführenden Unterstützung durch eine Schwägerin beziehungsweise Tante erhalten würden. Aus diesen Gründen liege eine Gefährdung der  im Sinne von Art. 3 AsylG nicht vor und die  für die Erteilung einer Einreisebewilligung seien nicht erfüllt.
4.2 In der Beschwerde wird geltend gemacht, das BFM habe das Asylgesuch des Ehemannes beziehungsweise Vaters zu Unrecht ab-
Seite 5
D-7717/2008
gelehnt. Im Übrigen hätten die Beschwerdeführenden zahlreiche  beigebracht, welche eine Bedrohung nach der Ausreise des Ehemannes belegten. Die Vorinstanz hätte die geltend gemachte  viel vertiefter prüfen müssen, zumal die Gefährdung von  und deren Familien gemäss verlässlichen Berichten nach der Ausreise des Ehemannes stark zugenommen habe. Zudem sei die gegenwärtige Lage mit einer akuten und dauerhaften Bedrohungssituation und damit mit einem unerträglichen psychischen Druck im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG verbunden. Hinzu komme, dass sich keine Familienangehörigen mehr im selben Dorf wie die  aufhielten. Sie verfügten deshalb in E._ weder über ein Beziehungsnetz noch über eine Unterkunft. Schliesslich habe das Bundesamt den Anspruch der Beschwerdeführenden auf rechtliches Gehör verletzt, indem keine Anhörung stattgefunden habe, zumal eine Anhörung bereits vor dem erwähnten Schliessungsdatum der Schweizerischen Vertretung in Bagdad möglich gewesen wäre. Zudem hätte eine Befragung auch auf der Schweizerischen Vertretung in Teheran durchgeführt werden können, was unter Sicherheitsaspekten sogar vorzuziehen gewesen wäre. Selbst wenn aber davon auszugehen wäre, dass das BFM die Durchführbarkeit einer Anhörung zu Recht verneint habe, hätte der Beschwerdeführerin gemäss Rechtsprechung vor Erlass eines negativen Entscheides hierzu zwingend das rechtliche Gehör gewährt werden müssen.
5. 5.1 Das BFM kann einer Person, die sich im Ausland befindet, das Asyl verweigern, wenn keine Hinweise auf eine aktuelle Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG vorliegen oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet werden kann (vgl. Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das BFM Asylsuchenden die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein  Land auszureisen. Dabei ist in einer Gesamtschau zu prüfen, ob es aufgrund der konkreten Umstände geboten erscheint, dass es  die Schweiz ist, die den angesichts der bestehenden Gefährdung erforderlichen Schutz gewähren soll (vgl. Entscheidungen und  der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1997 Nr. 15 E. 2f S. 132).
Seite 6
D-7717/2008
5.2 Die Voraussetzungen zur Erteilung einer Einreisebewilligung sind bei diesem Entscheid grundsätzlich restriktiv zu umschreiben, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zukommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit der  durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur  Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen.  für die Erteilung der Einreisebewilligung ist dabei die  der betroffenen Personen, mithin die Prüfung der Fragen, ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der  zugemutet werden kann (vgl. EMARK 2004 Nr. 20 S. 128 ff., mit Verweis auf EMARK 1997 Nr. 15 S. 126 ff.).
6. Gemäss Praxis zu Art. 20 AsylG und Art. 10 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) ist im Auslandverfahren die asylsuchende Person in der Regel zu befragen. Davon kann nur abgewichen werden, wenn eine Befragung faktisch oder aus organisatorischen oder kapazitätsmässigen Gründen  ist. Falls die Befragung nicht durchgeführt werden kann, muss die gesuchstellende Person – soweit möglich und notwendig – mittels  individualisierten und konkretisierten Schreibens aufgefordert , ihre Gründe für das Asylgesuch schriftlich einzureichen. Dabei ist sie auf die allfällige Konsequenz eines negativen Entscheids infolge Verletzung ihrer Mitwirkungspflicht aufmerksam zu machen. Ist der Sachverhalt schon aufgrund des eingereichten Asylgesuchs  erstellt, kann sich eine persönliche Befragung ebenfalls ; zeichnet sich ein negativer Entscheid ab, ist der asylsuchenden Person diesbezüglich das rechtliche Gehör zu gewähren. Das  ist gehalten, den Verzicht auf eine Befragung im Ausland in der Verfügung zu begründen (vgl. BVGE 2007/30 E. 5.8).
7. Das Bundesverwaltungsgericht gelangt im vorliegenden Fall zum Schluss, dass die Vorinstanz den Anspruch der Beschwerdeführenden auf rechtliches Gehör verletzte.
Seite 7
D-7717/2008
7.1 Zutreffend ist, dass die Beschwerdeführenden ihre Verfolgung auf die politische Vergangenheit des Ehemannes beziehungsweise Vaters und dessen Familie zurückführen. Zu beachten ist jedoch, dass der Ehemann und Vater den Irak bereits vor mehreren Jahren (nämlich Ende [...]/anfangs [...]) verlassen hat und die Beschwerdeführenden auch noch Verfolgungshandlungen für den Zeitraum nach der Ausreise des Ehemannes und Vaters geltend machen. Konkrete, selbst erlebte Angaben zu diesen (allenfalls) seit (...) geschehenen Vorfällen können naturgemäss nur die Beschwerdeführenden machen. Aus den Akten ist auch nicht ersichtlich, dass der Rechtsvertreter der  direkt mit diesen in Verbindung wäre, vielmehr ist davon auszugehen, dass er seine Informationen vom Vater und  der Beschwerdeführenden, den er ebenfalls vertritt, bezieht. Dieser kann allerdings, was die Zeit nach seiner Ausreise betrifft, auch nur vom "Hörensagen" berichten. Hinsichtlich der Behelligungen der Beschwerdeführenden seit (...) wären deshalb weitere  nötig gewesen. Dabei erscheint es zwar im vorliegenden Fall zumindest fraglich, ob eine Befragung der Beschwerdeführenden vor der Schliessung der Schweizerischen Vertretung in Bagdad  gewesen wäre. Auch eine Befragung in Teheran drängte sich bei vorliegender Sachlage nicht auf. Hingegen ging das Bundesamt – wie sich aus den Akten betreffend Vollmacht ergibt – selbst offenbar davon aus, dass eine schriftliche Kontaktnahme mit den  durch ihren Rechtsvertreter möglich ist. Das BFM wäre demnach zur Gewährung des Anspruches auf rechtliches Gehör  gewesen, die Beschwerdeführenden zumindest mittels eines individualisierten und konkretisierten Schreibens aufzufordern, ihre Gründe für das Asylgesuch persönlich schriftlich darzulegen.
7.2 Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör führt in der Regel zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Der  steht es jedoch offen, die Gehörsverletzung zu heilen, wenn ihr, wie vorliegend, eine umfassende Kognition zusteht (vgl. Art. 106 Abs. 1 AsylG) und dem Beschwerdeführenden aus der Heilung kein Nachteil erwächst (BGE 126 I 72 E. 2, 125 I 209 E. 9).
Aus prozessökonomischen Gründen hat der Gesetzgeber die  und damit auch die Beschwerde an das  grundsätzlich reformatorisch ausgestaltet (vgl. Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG); gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG darf eine Kassation und Rückweisung an die Vorinstanz nur
Seite 8
D-7717/2008
ausnahmsweise erfolgen, so etwa, wenn weitere Tatsachen festgestellt werden müssen und ein umfassendes Beweisverfahren durchzuführen ist. Die in diesen Fällen fehlende Entscheidungsreife kann  durch die Beschwerdeinstanz selbst hergestellt werden, wenn dies im Einzelfall aus prozessökonomischen Gründen angebracht erscheint. Allerdings muss eine Grenze gezogen werden, deren Überschreitung nicht mehr ohne weiteres durch die Beschwerdeinstanz rückgängig  werden kann. Eine sachgerechte Lösung im Sinne einer Heilung oder Kassation wird sich entscheidend an der Schwere der Verletzung einer Verfahrensvorschrift, aber auch daran zu orientieren haben, ob die Verletzung auf einem Versehen beruht oder das Resultat einer  unsorgfältigen Verfahrensführung ist. Ob indessen die  von Verfahrensvorschriften durch die Vorinstanz auch Einfluss auf das Ergebnis hatte, kann bei einer Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör angesichts seiner formellen Natur von vornherein keine Rolle spielen (vgl. zum Ganzen die weiterhin zutreffende Praxis der ARK in EMARK 2004 Nr. 38 E. 7.1).
7.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz im  Fall den Anspruch auf rechtliches Gehör der  verletzt hat. Da eine Heilung der Gehörsverletzung im  nicht angezeigt erscheint, wird der angefochtene Entscheid aufgehoben und die Sache zur Neubeurteilung an das  zurückgewiesen.
8. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, die  Verfügung vom 29. Oktober 2008 aufzuheben und das BFM anzuweisen, in der Sache neu zu entscheiden.
9. 9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Das Gesuch der  um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird damit gegenstandslos.
9.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten  (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem  [VGKE, SR 173.320.2]). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden reichte keine Kostennote ein. Indessen
Seite 9
D-7717/2008
lässt sich der Parteiaufwand von Amtes wegen abschätzen. Aufgrund des Aktenumfangs und des Umstandes, dass sich der Aufwand  des parallel geführten Verfahrens des Vaters/Ehemannes der Beschwerdeführenden reduzierte, wird eine Parteientschädigung von Fr. 700.-- (inkl. Auslagen und MWSt) als angemessen erachtet. Das BFM hat den Beschwerdeführenden demnach eine  in dieser Höhe auszurichten.
(Dispositiv nächste Seite)
Seite 10
D-7717/2008