Decision ID: 93ae4095-33ed-4b70-a8e9-34164a47f627
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
C._ und D._ sind Miteigentümer der Parzellen Nrn. 0000_ und 0001_, Grundbuch
X._. Gemäss dem Zonenplan der Politischen Gemeinde X._ sind diese Grundstücke
der Landwirtschaftszone zugewiesen. Die Parzelle Nr. 0000_ ist unter anderem mit
dem Wohnhaus Assek.-Nr. 0002_ und das Grundstück Nr. 0001_ mit einem 20 m
hohen, freistehenden Sendemast (Mehrzweckanlage im Telekommunikationsbereich,
anlageverantwortliche Firma: Q._ AG selbständiges, bis 13. August 2053 befristetes
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Baurecht) mit Gerätehaus überbaut. Am 30. Mai 2019/ 11. Juni 2019 reichte die
Salt Mobile SA (nachfolgend: S-SA) mit unterschriftlicher Zustimmung der
Grundeigentümer ein Baugesuch für den Neubau einer Mobilfunkanlage (Installation
zweier Sektor-Antennen, AR_1307A) und den Umbau (Einsatz adaptiver Antennen) der
bestehenden, statischen Mobilfunkanlage der Swisscom (Schweiz) AG (EGRI) am
Sendemast auf Parzelle Nr. 0001_ ein. Mit Entscheid vom 18. Februar 2020 wies der
Gemeinderat X._ eine dagegen während der öffentlichen Auflage vom 13. bis
26. August 2019 von A._ und B._ (Miteigentümer der Parzelle Nr. 0003_, Grundbuch
X._) am 23. August 2019 erhobene Einsprache ab, soweit er darauf eintrat, und
bewilligte das Bauvorhaben unter gleichzeitiger Eröffnung der raumplanungsrechtlichen
Teilverfügung des Amtes für Raumentwicklung und Geoinformation vom
22. November 2019 als Gesamtentscheid. Dagegen rekurrierten A._ und B._ am
6. März 2020 an das Baudepartement. Am 30. Juni 2020 und 26. Oktober 2020 reichte
das Amt für Umwelt (AFU) Amtsberichte ein. Mit Entscheid vom 10. September 2021
wies das Departement den Rekurs ab.
B.
Gegen den Entscheid des Baudepartements (Vorinstanz, seit 1. Oktober 2021: Bau-
und Umweltdepartement) vom 10. September 2021 erhoben A._ und B._
(Beschwerdeführer) durch ihren Rechtsvertreter am 27. September 2021 Beschwerde
beim Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren, es sei der angefochtene Entscheid
unter Kosten- und Entschädigungsfolge nebst 7.7% Mehrwertsteuer aufzuheben und
die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei
das Baugesuch abzuweisen und die Baubewilligung zu verweigern. Am
8. November 2021 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der Beschwerde. Am
2. Dezember 2021 beantragte die S-SA (Beschwerdegegnerin), die Beschwerde sei
unter Kosten- und Entschädigungsfolge, zuzüglich Mehrwertsteuer, abzuweisen,
soweit darauf einzutreten sei. Am 27. Dezember 2021 beantragten C._ und D._
(Beschwerdebeteiligte 2) dem Sinn nach, die Beschwerde sei gutzuheissen. Die
Politische Gemeinde X._ (Beschwerdebeteiligte 1) verzichtete auf eine Stellungnahme.
Am 31. Januar 2022 liessen sich die Beschwerdeführer und am 17. Februar 2022 die
Beschwerdegegnerin abschliessend vernehmen.
Auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids, die Ausführungen der
Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die Akten wird, soweit
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
[...]
2.
Die Beschwerdeführer stellen verschiedene Beweisanträge (act. 1, S. 5, 8 Ziff. III/4 f.,
act. 17, S. 6-8): Es seien eine Amtsvermessung zum Horizontalabstand vom Ort mit
empfindlicher Nutzung (OMEN) Nr. 2a, ein Gutachten einer unabhängigen Fachbehörde
zur Berechnung der Feldstärke bei OMEN Nr. 2 und ein solches Gutachten oder eine
Amtsauskunft der Fachstelle des Bundes zur vertikalen oder horizontalen
Richtungsabschwächung sowie eine Auskunft der Stiftung Schweizerische
Rettungsflugwacht (Rega) zur Lage der Antenne im Flugkorridor für Rettungshelikopter
einzuholen; sie und die Mitbeteiligten seien sodann als Partei zu befragen. Auf all die
beantragten Beweisvorkehren kann in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden.
Die mit Blick auf die nachstehend zu schildernden Gegebenheiten entscheidrelevanten
tatsächlichen Verhältnisse ergeben sich aus den Verfahrensakten und dem Geoportal
(www.geoportal.ch, vgl. zu den nicht beweisbedürftigen notorischen Tatsachen etwa
BGer 1C_582/2018 vom 23. Dezember 2019 E. 2.3 mit Hinweisen, insbesondere auf
BGE 143 IV 380 E. 1.2, in: Pra 2018 Nr. 61). Bezüglich der sich hier vorab stellenden
Fragen rechtlicher und technischer Natur ist nicht ersichtlich, was die beantragte
Einholung von Gutachten und Auskünften ebenso wie die beantragte Parteibefragung
an zusätzlichem Erkenntnisgewinn für das Gericht bringen würden (vgl. dazu
BGer 1C_90/2020 vom 15. September 2021 E. 3.4.1 mit Hinweisen). Dementsprechend
kann auch der Vorinstanz keine Verletzung des Anspruchs der Beschwerdeführer auf
rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft; SR 101, BV, Art. 4 Ingress und lit. c der Verfassung des Kantons
St. Gallen; sGS 111.1, KV) vorgeworfen werden (act. 1, S. 10 Ziff. III/7), soweit diese im
vorangegangenen Rekursverfahren auf die Abnahme der dort ebenfalls vorgebrachten
Beweismittel verzichtete.
3.
Die Beschwerdeführer halten weiter dafür (act. 1, S. 8-10 Ziff. III/5 f., act. 17, S. 7), die
Verfasser der Amtsberichte des AFU, Sektionsleiterin UVP und Planbeurteilung
Fürsprecherin G._ und Fachspezialist Dipl.Ing.ETH H._, seien befangen. Auch das
Verhalten der Vorinstanz unterstreiche deren fehlende Unvoreingenommenheit und
fehlende kritische Unabhängigkeit.
Soweit die Beschwerdeführer zunächst nicht – wie es zur Begründung der Rüge der
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Verletzung der Ausstandsvorschriften praxisgemäss erforderlich wäre – einer einzelnen
konkreten Person, sondern in pauschaler und unzulässiger Weise der Vorinstanz als
Gesamtbehörde Befangenheit vorwerfen, stösst ihre Rüge von vornherein ins Leere
(vgl. dazu VerwGE B 2020/16 vom 29. Juli 2020 E. 3.3.1 mit Hinweis auf VerwGE
B 2016/2019 vom 20. Januar 2017 E. 2.5.4; VerwGE B 2019/144 vom
17. Dezember 2019 E. 3 mit Hinweisen). Sodann stellten sie nach Eingang des
Amtsberichts des AFU vom 26. Oktober 2020 (act. 9/18) am 9. November 2020
(act. 9/20) ein Ausstandsbegehren gegen G._ und H._. Diesbezüglich hat die
Vorinstanz in Erwägung 4.2 f. des angefochtenen Entscheides (act. 2, S. 11 f.)
zutreffend dargelegt, dass keine objektiven Gründe für die Befangenheit und für eine
unzulässige Vorbefassung der fraglichen Amtspersonen ersichtlich sind. Allein aus dem
Umstand, dass die beiden die Ergebnisse der beschwerdeführerischen Berechnungen
der Feldstärke nicht bestätigten und sich nach Darstellung der Beschwerdeführer nicht
einlässlich mit deren Berechnungen auseinandersetzten, kann nicht auf den Anschein
der Befangenheit geschlossen werden (vgl. dazu Art. 29 Abs. 1 BV, Art. 7 Abs. 1
Ingress sowie lit. b und c VRP; BGE 140 I 326 E. 5.2 und 6.2 f.; VerwGE B 2021/188
vom 17. März 2022 E. 4.1 je mit Hinweisen).
4.
Des Weiteren rügen die Beschwerdeführer (act. 1, S. 3-5, 10 f. Ziff. III/2 f., 7 f., act. 17,
S. 1 f.), die Vorinstanz habe es ihnen nicht ermöglicht, die
Feldstärkeberechnungsgrundlagen des AFU einzusehen und zu prüfen, wodurch ihr
Anspruch auf rechtliches Gehör erneut verletzt worden sei.
Die Vorinstanz hat den Beschwerdeführern die Amtsberichte des AFU vom
30. Juni 2020 und 26. Oktober 2020 samt Beilagen, namentlich den Nachrechnungen
zu den OMEN Nrn. 2, 2a und 2b (act. 9/12, 18), sowie sämtliche Vorakten der
Beschwerdebeteiligten 1 mit verfahrensleitenden Anordnungen vom
16. September 2020, 3. November 2020 und 4. August 2021 (act. 9/15, 19, 22) zur
Einsichts- und Stellungnahme zugestellt. Damit erhielten sie, wenn auch erst
nachträglich im Rekursverfahren, Einsicht in das E-Mail des AFU vom 16. Januar 2020
(act. 9/4/24), welchem ein Plan zur Abstandsermittlung ("EGRI Überprüfung
Koordinaten OMEN 2") vom 4. November 2019 – und damit den von den
Beschwerdeführern geforderten "Messbeleg" (vgl. dazu E. 5.3 hiernach) – sowie die
undatierte grafische Darstellung "EGRI Befeldung OMEN 2" ("Feldstärkekarte", vgl.
dazu Vollzugsempfehlung zur NISV des Bundesamtes für Umwelt [BAFU, ehemals:
Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft BUWAL], Mobilfunk- und WLL-
Basisstationen, aus dem Jahr 2002 [Stand: 20. November 2006 [nachfolgend:
Vollzugsempfehlung], ergänzt am 28. März 2013 und 23. Februar 2021,
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www.bafu.admin.ch], S. 16) beilag. Weitere Unterlagen des AFU finden sich nicht bei
den Verfahrensakten. Bei dieser Sachlage liegt keine (erneute) Verletzung ihres
Anspruchs auf rechtliches Gehör vor (vgl. dazu Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 4 Ingress und
lit. c KV; BGE 144 II 427 E. 3.1.1 mit Hinweisen [Akteneinsichtsrecht];
BGer 1C_586/2019 vom 3. August 2020 in BGE 147 I 161 nicht publizierte E. 2.2 mit
Hinweisen [Anspruch auf vorgängige Äusserung]).
5.
Für den Schutz von Menschen vor nichtionisierender Strahlung, die beim Betrieb
ortsfester Anlagen erzeugt wird, hat der Bundesrat gestützt auf Art. 1 Abs. 1, Art. 7
Abs. 1, Art. 11, Art. 12 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 sowie Art. 13 des Bundesgesetzes über
den Umweltschutz (SR 814.01, USG) die Verordnung über den Schutz vor
nichtionisierender Strahlung (SR 814.710, NISV) erlassen. Diese regelt insbesondere
die Emissionsbegrenzungen sowie die Immissionsgrenzwerte für
Mobilfunksendeanlagen und drahtlose Teilnehmeranschlüsse, unabhängig von der
verwendeten Mobilfunktechnologie (3G [UMTS], 4G [LTE] oder 5G [New Radio], vgl.
dazu Art. 2 Abs. 1 lit. a und b, Art. 4-6, Art. 13-15 sowie Anhang 1 Ziff. 6 und
Anhang 2 NISV). Nicht geregelt wird darin die durch die Mobiltelefone selber erzeugte
Strahlung (Art. 2 Abs. 2 Ingress und lit. d NISV, kritisch dazu M. Rössli,
Gesundheitsgefährdungsabschätzung: Auswirkungen von nichtionisierender Strahlung
auf Menschen, in: URP 2021, S. 117 ff., S. 129 f.). Zum Schutz vor den
wissenschaftlich erhärteten, thermischen Wirkungen der Strahlung von
Mobilfunkanlagen sieht die NISV Immissionsgrenzwerte (IGW) vor, die überall
eingehalten sein müssen, wo sich Menschen aufhalten können (sogenannte Orte für
kurzfristigen Aufenthalt, OKA, vgl. Art. 13 Abs. 1 und Anhang 2 NISV). Ausserdem
setzte der Bundesrat zur Konkretisierung des Vorsorgeprinzips gemäss Art. 11
Abs. 2 USG Anlagegrenzwerte (AGW; Art. 3 Abs. 6 und Art. 4 Abs. 1 sowie Anhang 1
Ziff. 64 NISV) fest. Diese weisen indes keinen direkten Bezug zu nachgewiesenen
Gesundheitsgefährdungen auf, sondern wurden nach Massgabe der technischen und
betrieblichen Möglichkeit sowie der wirtschaftlichen Tragbarkeit festgelegt, um das
Risiko schädlicher Auswirkungen, die zum Teil erst vermutet werden und noch nicht
absehbar sind, möglichst gering zu halten. Mit den AGW hat der Bundesrat im Hinblick
auf nachgewiesene Gesundheitsgefährdungen eine Sicherheitsmarge geschaffen (vgl.
dazu BGer 1C_375/2020 vom 5. Mai 2021 E. 3.2.2 mit Hinweisen). An OMEN im Sinne
von Art. 3 Abs. 3 NISV, d.h. insbesondere an Räumen in Gebäuden, in denen sich
Personen regelmässig während längerer Zeit aufhalten (Ingress und lit. a), haben
Mobilfunkanlagen im massgebenden Betriebszustand den AGW für den Effektivwert
der elektrischen Feldstärke von 5,0 V/m einzuhalten, soweit sie weder ausschliesslich
in Frequenzbereichen von 900 MHz und darunter noch ausschliesslich um 1'800 MHz
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und darüber senden (Anhang 1 Ziff. 64 f. NISV). Für die Bewilligung einer neuen Anlage
ist die rechnerische Prognose massgeblich. Der Abnahmemessung kommt lediglich –
aber immerhin - eine nachträgliche Kontrollfunktion zu (vgl. BGer 1C_226/2018 vom
3. September 2019 E. 2.7 mit Hinweisen).
Nicht umstritten ist im vorliegenden Fall, dass die OMEN Nrn. 2a und 2b an der
Nordostfassade des Wohnhauses Assek.-Nr. 0002_ auf Parzelle Nr. 0000_ bei der
Bewilligung der umstrittenen Anlagen zu berücksichtigen sind und dass die
rechnerische Feldstärke bei OMEN Nr. 2b, selbst bei dem von den Beschwerdeführern
ermittelten horizontalen Abstand von 59,4 m, unterhalb des massgebenden AGW von
5,0 V/m liegt. Zu untersuchen ist, wie es sich mit der rechnerischen Prognose,
insbesondere dem Horizontalabstand zur Antenne, für die OMEN Nrn. 2
(Fensteröffnung an der Nordostfassade) und 2a (östliche Hausecke) verhält.
Grundlage für die rechnerische Prognose der Strahlung bildet die Vollzugsempfehlung.
Diese stellt eine vollzugslenkende Verwaltungsverordnung dar, welche für die Gerichte
keine Bindungswirkung hat. Gleichwohl weichen diese an sich nicht von solchen
Verwaltungsverordnungen ab, sofern deren generell-abstrakter Gehalt eine dem
individuell-konkreten Fall angepasste und gerecht werdende Auslegung der
massgebenden Rechtssätze zulässt, welche diese überzeugend konkretisiert (vgl. dazu
BGE 146 I 105 E. 4.1; VerwGE B 2015/19 vom 26. April 2018 E. 11.1 je mit Hinweisen,
in Bezug auf Kreisschreiben der Eidgenössischen Steuerverwaltung resp. des
kantonalen Baudepartements).
Laut der Vollzugsempfehlung ist für die Berechnung der anlagebedingten elektrischen
Feldstärke E (in V/m) am untersuchten OMEN als einer von mehreren Faktoren für die
Strahlungsbelastung – d.h. neben der beantragten Sendeleistung ERP , der
Abstrahlcharakteristik der Sendeantenne (Antennendiagramm, vertikale und horizontale
Richtungsabschwächung γ , maximal 15 dB), der Senderichtung, der relativen Lage des Ortes gegenüber der Antenne (Winkel zur Hauptstrahlrichtung) sowie der
Dämpfung der Strahlung durch die Gebäudehülle ẟ – auf den direkten Abstand zwischen dem OMEN und der Antenne d abzustellen (vgl. S. 24 f., siehe dazu auch
Art. 38 Abs. 3 USG). Dieser Direktabstand wird aus dem horizontalen Abstand und dem
Höhenunterschied zwischen der Antenne und dem OMEN trigonometrisch berechnet.
Der Höhenunterschied zwischen Antennen und OMEN ist die Differenz zwischen der
Höhe der Antenne über Höhenkote 0 (Zusatzblatt 2) und der Höhe des OMEN über
Höhenkote 0. Der horizontale Abstand wird in der Vollzugsempfehlung (S. 45) wie folgt
5.1.
n
n
n
n
n
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umschrieben: "Aus dem Grundrissplan herauszulesender Abstand zwischen der
Antenne und dem OMEN" sowie "Kürzester direkter Abstand in m zwischen dem
OMEN und der Sendeantenne (in der Regel unterkant Antenne; falls der OMEN höher
liegt als die Antenne, wird zur Oberkante der Antenne gemessen)".
Die Vorinstanz ging in Erwägung 7 des angefochtenen Entscheids (act. 2, S. 17-21)
gestützt auf die Amtsberichte des AFU vom 30. Juni 2020 und 26. Oktober 2020
(act. 9/12 und 18) von einem horizontalen Abstand zur Antenne von 62,4 m
(OMEN Nr. 2a) sowie – in Bestätigung der Angaben im Standortdatenblatt vom
29. Mai 2019/11. Juni 2019 (act. 9/4/29, Zusatzblatt 4a) – von 61,9 m (OMEN Nr. 2)
aus. In ihrer Vernehmlassung vom 8. November 2021 (act. 8 Ziff. II/2) führte sie dazu
aus, für die Berechnung der Distanz der Mobilfunkanlage zu den OMEN sei
praxisgemäss die Mastmitte als Ausgangspunkt massgebend. Dies werde bei allen
Mobilfunkanlagen so gehandhabt. Demgegenüber bringen die Beschwerdeführer und
die Beschwerdebeteiligten 2 unter Verweis auf den von ersteren in Auftrag gegebenen
übersichtsplan der Z._ AG vom 23. September 2021 (act. 4/1 f.), deren eigene
Nachmessung (act. 9/1, S. 7, 10) sowie einen Auszug aus einem Standortdatenblatt der
Swisscom (Schweiz) AG (Revision: 1.28, Beilage zu act. 9/1) vor (act. 1, S. 3-8, 11
Ziff. III/1, 3-5, 9, act. 17, S. 2-7, act. 15), der massgebliche Horizontalabstand betrage
bei OMEN Nr. 2 60,5 m und bei OMEN Nr. 2a 61,27 m bzw. 61,6 m. Die "Antenne" sei
der jeweilige "Kasten", der in der Strahlrichtung am Mast aufgehängt sei und in bzw. ab
welchem die Abstrahlung auch erzeugt werde bzw. wegführe. Der "Mast" selber und
seine Mitte strahlten dagegen rein gar nichts ab. Der Abstand sei daher ab "Hinterkante
UK Strahler" zu messen. Von den vier Antennen seien zwei in Richtung des OMEN
Nr. 2 bzw. 2a ausgerichtet (210°-, 185°-Strahlrichtung); beide Antennen seien
distanzmässig näher als die zur Berechnung herangezogene Mastmitte bei OMEN Nr. 2
resp. 2a.
5.2.
Der Argumentation der Beschwerdeführer und der Beschwerdebeteiligten 2 könnte
insoweit gefolgt werden, als in der Vollzugsempfehlung zur Ermittlung des
Horizontalabstandes die Begriffe "Antenne", "Sendeantenne", "unterkant Antenne"
bzw. "Oberkante der Antenne" – nicht hingegen der Begriff "Mastmitte" – verwendet
werden und die projektierten neuen Antennen, welche in die bestehende Anlage
integriert werden sollen, gemäss dem Plan Nr. 3-89268H (act. 9/4/32) seitlich über den
Mast hinausragen werden. Auch hat die Vorinstanz die von ihr ins Feld geführte
Messpraxis nicht weiter belegt (siehe dazu aber Entscheid des Baudepartements
5.3.
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6.
Die Beschwerdeführer machen ferner erstmals im Beschwerdeverfahren geltend
Nr. 22/2021 vom 5. März 2021 E. 4.6.2). Das nun von den Beschwerdeführern
favorisierte Vorgehen liefe allerdings darauf hinaus, dass nicht mehr auf den "aus dem
Grundrissplan herauszulesenden Abstand" abgestellt werden könnte, sondern stets
zusätzlich der Abstand "Unterkante (Aussenkante) Antenne" ermittelt werden müsste.
Dies wiederum stünde klar im Widerspruch zu den zitierten Vorgaben der
Vollzugsempfehlung. Mit Blick auf das der Vorinstanz bzw. dem AFU als unabhängige
Fachinstanz in diesem Zusammenhang zustehende technische Ermessen (vgl. dazu
BGE 142 II 451 E. 4.5.1 mit Hinweisen) ist es deshalb nicht zu beanstanden, wenn die
Vorinstanz in Einklang mit dem AFU die Mastmitte als massgebenden Ausgangspunkt
zur Ermittelung des Horizontalabstandes heranzog (vgl. dazu auch BGer 1C_478/2008
vom 28. August 2009 Sachverhalt lit. G, wonach gemäss BAFU vom Zentrum des
geplanten Fundaments des Antennenmasts aus gemessen werde, sowie act. 13, S. 4
Ziff. II/B/8).
Im Auszug aus dem Geoportal vom 4. November 2019 (Beilage zu act. 9/4/24) hat das
AFU entsprechend den horizontalen Abstand zwischen den OMEN Nrn. 2 und 2a und
der Antenne (Mastmitte) überprüft bzw. ermittelt. Daraus ergeben sich folgende
horizontalen Abstände in m (Quadratwurzel aus der Summe der Kathetenquadrate):
OMEN Nr. 2: 61,843 = √ 39,9 + 47,25 ;
OMEN Nr. 2a: 62,407 = √ 38,9 + 48,8 .
Gestützt auf diese Berechnungen durfte die Vorinstanz die Angaben der
Beschwerdegegnerin im Standortdatenblatt vom 29. Mai 2019/11. Juni 2019 zu OMEN
Nr. 2, insbesondere den darin deklarierten horizontalen Abstand von (rund) 61,9 m
(act. 9/4/29), sowie diejenigen in den dem Amtsbericht des AFU vom 26. Oktober 2020
(act. 9/18) beigelegten Nachrechnungen zu OMEN Nr. 2a, namentlich den horizontalen
Abstand von 62,4 m, als plausibel erachten. Daran ändert nichts, dass in dem von den
Beschwerdeführern eingereichten alten Standortdatenblatt (Revision: 1.28, Beilage zu
act. 9/1) noch ein horizontaler Abstand zwischen Antenne und OMEN Nr. 2 von 61,6 m
eingetragen worden ist. Gemäss den Nachrechnungen des AFU liegt die rechnerische
Feldstärke auch bei den OMEN Nrn. 2 und 2a unterhalb des massgebenden AGW von
5,0 V/m. Im Übrigen wird die Einhaltung der AGW durch die angeordnete
Abnahmemessung (vgl. dazu Ziff. III/4 der Baubewilligung vom 18. Februar 2020,
Beilage zu act. 9/1, S. 6) von der Beschwerdegegnerin tatsächlich noch nachgewiesen
werden müssen.
2 2
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(act. 17, S. 7 f.), die 5G-Technologie könne Höhenmesser von Flugzeugen und
Helikoptern negativ flugverkehrsgefährdend beeinflussen. Die vorliegend
interessierende Anlage werde wegen der Nähe zur REGA-Basis K._ bzw. zum
Kantonsspital M._ resp. zum Flugplatz R._ regelmässig von Helikoptern überflogen.
Nicht umstritten ist vorab, dass das strittige Baugesuch nicht unter die Bewilligungs-
oder Registrierungspflicht nach Art. 63 ff. der Verordnung über die Infrastruktur der
Luftfahrt (SR 748.131.1, VIL) fällt. Weiter hat das Bundesamtes für Zivilluftfahrt BAZL
seine von den Beschwerdeführern eingereichte Mitteilung vom 3. Januar 2022 (act. 18)
am 22. März 2022 ergänzt (www.bazl.admin.ch, Rubrik: 5G-Telefonie und Luftfahrt).
Dieser kann entnommen werden, dass die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von
Interferenzen bei bestimmten Radarhöhenmesser-Modellen derzeit zwar nicht gänzlich
ausgeschlossen werden könne, weshalb denn auch noch diverse Abklärungen
getroffen würden. Aufgrund der bereits im Herbst 2021 ergangenen Anweisung zum
Thema 5G-Interferenzen sei die Sicherheit derzeit aber nach wie vor gewährleistet. Die
Zivilluftfahrtbehörden weltweit hätten jedenfalls bis heute keinen Zwischenfall
verzeichnet, bei dem eine Beeinträchtigung sicherheitsrelevanter Funktionen an Bord
von Luftfahrzeugen auf den Einfluss von 5G-Signalen zurückzuführen gewesen wäre.
Bei dieser Ausgangslage erscheinen die von den Beschwerdeführern vorgebrachten
Befürchtungen als unbegründet. Dahingestellt bleiben kann, ob sie im vorliegenden
bau- und umweltrechtlichen Verfahren überhaupt erfolgreich zur Diskussion gestellt
werden können.
7.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf
einzutreten ist. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend haben die
Beschwerdeführer die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens zu bezahlen
(Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 3'500 ist angemessen (Art. 7
Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung; sGS 941.12, GKV). Sie ist mit dem in gleicher
Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen.
Der Verlegung der amtlichen Kosten entsprechend haben die Beschwerdeführer die
obsiegende Beschwerdegegnerin, deren Rechtsvertreter keine Kostennote eingereicht
hat, für das Beschwerdeverfahren unter solidarischer Haftbarkeit ermessensweise
pauschal mit insgesamt CHF 3'000 zuzüglich CHF 120 Barauslagen (vier Prozent von
CHF 3'000) zu entschädigen (Art. 98 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit Art. 98 VRP;
Art. 98 VRP in Verbindung mit Art. 106 Abs. 3 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung, Zivilprozessordnung; SR 272, ZPO, Art. 30 Ingress und lit. b
Ziff. 1 sowie Art. 31 Abs. 1 und 2 des Anwaltsgesetzes; sGS 963.70, AnwG; Art. 6,
bis
ter
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Art. 22 Abs. 1 Ingress und lit. b, Art. 28 der Honorarordnung, sGS 963.5, HonO). Die
Beschwerdegegnerin ist mehrwertsteuerpflichtig und vorsteuerabzugsberechtigt
(www.uid.admin.ch); ihr nicht begründeter Antrag auf Mehrwertsteuerzuschlag ist
deshalb so oder anders abzuweisen (vgl. dazu Art. 29 HonO und VerwGE B 2020/94
vom 17. Februar 2021 E. 8 mit Hinweis).