Decision ID: 4934ec91-e6f6-4d3b-95e5-6c92f3f99db5
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der
1951 geborene
X._
bezieht eine AHV-Rente (
Urk.
6/11).
Am 1
4.
September 2015
ersuchte er um die Zusprechung von Zusat
zleistungen
zu
seine
r Altersrente
(
Urk.
6/18). Nach Abklärung der Einkommens- und Vermö
gensverhältnisse sprach ihm die Stadt
Y._
, Durchführungsstelle für Zusatzleistungen zur AHV/IV, mit Verfügung vom
1
1.
November 2015
ab
1.
November 2015
Ergänzungs
leistungen in Höhe von
monatlich
Fr.
947.-- zu
. Bei der Bedarfsberechnung berücksichtigte sie unter anderem
den Nettojahres
lohn der Ehefrau des Leistungsansprechers in Höhe von
Fr.
25‘712.-- sowie
ein hypothetisches Erwerbseinkommen der Ehe
frau
von
Fr.
17‘645.--
, wobei sie nach Abzug
des
Freibetrags von
Fr.
1‘500.--
2/3 des Gesamtbetrages, entspre
chend
Fr.
27‘904.--, anrechnete
(
Urk.
6/24).
Die vom Leistungsansprecher dage
gen erhobene Einsprache
mit dem Antrag, es seien der Berechnung der Ergän
zungsleistungen die tatsächlichen Erwerbseinkünfte der Eheleute zugrunde zu legen
(
Urk.
6/25/2)
,
wies die Durchführungsstelle mit
Einspracheentscheid
vom 1
1.
Februar 2016 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
, vertreten durch Rechtsanwalt Hadrian Meister, mit Eingabe vom 1
6.
März 2016 Beschwerde und beantragte sinngemäss die Zusprechung höherer Ergänzungsleistungen (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeant
wort vom
5.
April 2016 beantragte die Durchführungsstelle die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 9 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über Ergänzungsleistungen zur
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG)
entspricht die jähr
liche Ergänzungsleistung
im Sinne von
Art.
3
Abs.
1
lit
. a ELG
dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben (Art. 10
ELG]
die anrechenbaren Einnahmen (Art. 11 ELG) übersteigen
.
Die a
nerkannten Ausgaben sowie die anrechenbaren Einnahmen von Ehegatten werden zusammengerechnet (
Art.
9
Abs.
2 ELG).
Als Einnahmen angerechnet werden zwei Drittel der Erwerbseinkünfte in Geld oder Naturalien, soweit sie bei Ehepaaren
Fr.
1'500.- übe
rsteigen (
Art.
11
Abs.
1
lit
. a
ELG). Das jährliche Erwerbseinkommen wird ermittelt, indem vom Brutto
erwerbseinkommen die ausgewiesenen Gewinnungskosten (
Art.
10
Abs.
3
lit
. a ELG) sowie die einkommensabhängigen obligatorischen Sozialversicherungs
beiträge (unter Ausschluss der Prämien für die Krankenversicherung;
Art.
10
Abs.
3
lit
. c ELG) abgezogen werden (
Art.
11a der
Verordnung über Ergän
zungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen-
und Invalidenversicherung [ELV]).
A
ngerechnet werden ferner Einkünfte und Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist (
Art.
11
Abs.
1
lit
. g ELG). Sie werden in gleicher Weise in die EL-Berechnung einbezogen wie Einkünfte und Vermögenswerte, auf die nicht ver
zichtet worden ist (
BGE 142 V 12 E. 3.1; vgl. auch
Rz
3482.04
der
Wegleitung
des Bundesamtes für Sozialversicherungen über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV
[WEL]
,
Stand
1.
Januar 2016
).
1.2
Unter dem Titel des Verzichtseinkommens (
Art.
11
Abs.
1
lit
. a und g ELG) ist auch ein hypothetisches Einkommen des Ehegatten eines EL-Ansprechers anzurechnen, sofern auf eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder deren zumutbare Ausdehnung verzichtet wird. Bei der Ermittlung einer allfälligen zumutbaren Erwerbstätigkeit der Ehefrau oder des Ehemannes ist der konkrete Einzelfall unter Anwendung familienrechtlicher Grundsätze (vgl.
Art.
163
des Zivilgesetz
buches
) zu berücksichtigen. Dementsprechend ist auf das Alter, den Gesund
heitszustand, die Sprachkenntnisse, die Ausbildung, die bisherige Tätigkeit, die konkrete Arbeitsmarktlage sowie gegebenenfalls auf die Dauer der Abwesenheit vom Berufsleben abzustellen (
BGE 142 V 12 E. 3.
2.
mit weiteren Hinweisen
).
1.3
Ferner ist bei der Festlegung eines hypothetischen Einkommens zu berücksichti
gen, dass für die Aufnahme und Ausdehnung der
Erwerbstätigkeit eine gewisse Anpassungsperiode erforderlich und nach einer langen Abwesenheit vom Berufsleben die volle Integration in den Arbeitsmarkt in einem gewissen Alter nicht mehr möglich ist. Dem wird im Rahmen der Ergänzungsleistung
einerseits
dadurch Rechnung getragen, dass
dem nicht invaliden Ehegatten
sowohl im Falle laufender als auch erstmals beantragter EL
eine realistische Übergangsfrist für die
zumutbare
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit oder Erhöhung des Arbeits
pensums zuzugestehen ist, bevor ein hypothetisches Erwerbseinkommen ange
rechnet wird
. Dies gilt dort nicht, wo mit Blick auf einen absehbaren künftigen EL-Bezug des einen Ehepartners, beispielsweise infolge Eintritts in das AHV-Rentenalter und Aufgabe der Erwerbstätigkeit, dem anderen Ehepartner im Vorfeld genügend Zeit zur Verfügung stand, um sich erwerblich einzugliedern
(BGE 142 V E. 3.2 und 5.4)
.
Andererseits ist zu berücksichtigen, dass nach neuem Scheidungsrecht bezüglich der durch die Rechtsprechung festgelegten bisherigen
Alter
sgrenze von 45
Jah
re
n für einen vollständigen und dauerhaften (Wieder-)Einstieg ins Erwerbsleben eine Erhöhung in Betracht zu zi
ehe
n ist und auch
Art.
14b
lit
. c
der
Verordnung über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversiche
rung (ELV)
von d
er Hypothese ausgeht, dass nichtinvaliden Witwen
ohne min
derjährige Kinder
im Alter von 51 bis 60 Jahren
der Wiedereinsti
eg ins Berufs
leben zumutbar ist
. Diese zivil- und EL-rechtlichen Leitlinien sind zu berück
sichtigen, wenn in einem konkreten Fall zu entscheiden ist, ob und in welchem Umfang der
Ehe
frau eines EL-Ansprechers die (Wieder-)Aufnahme einer Erwerbstätigkeit in einem bestimmten
Alter
überhaupt noch zugemutet werden kann
(vgl. BGE 142 V E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts
9C_916/2011 vom
3.
Februar 2012, E. 1.3 mit Hinweisen).
2.
2.
1
Di
e Durchführungsstelle begründete die Anrechnung eines Erwerbseinkommens der Ehefrau bei der Ergänzungsleistungsberechnung im angefochtenen
Ein
spracheentscheid
damit, der nicht invaliden Ehepartnerin des Beschwerdeführers sei es unter Berücksichtigung der persönlichen Umstände zumutbar, ihre bishe
rige
,
im Rahmen eines 60
%
-Pensums
ausgeübte Erwerbstätigkeit
auf ein Voll
zeitpensum auszudehnen.
Gemäss der Lohnstrukturerhebung 2012 des Bundes
amtes für Statistik könnte die Ehefrau im Bereich Reinigung oder als sonstige Hilfskraft in einem 40
%
-Pensum
ein mittleres Bruttoei
nkommen von
Fr.
1‘773.-- erzielen, wobei der niedrige Lohn für solche Tätigkeiten
bei
Fr.
1‘551.00 brutto liege.
Das
bei den Einnahmen berücksichtigte
, tatsächliche,
jährliche Erwerbseinkommen der Ehefrau ermittle sich
demnach
folgendermas
sen: Vom effektiv im 60%-Pensum erzielten Jahreslohn von
Fr.
31‘200.-- (
Fr.
2‘400.-- x 13) seien
gemäss Randziffer 3421.04 der
Wegleitung des Bundes
amtes für Sozialversicherungen über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV
(WEL)
die
obligatorischen
Beiträge
an die
AHV, ALV, NBU und BVG von total 15.166
%
in Abzug zu bringen.
Die Beiträge von 0.9
%
des Bruttoeinkommens an die Krankentaggeldversicherung seien demgegenüber nicht abzuziehen, da es sich nicht um obligatorische Beiträge an die Sozialversicherungen des Bundes handle.
Auch der monatlich für die Verpflegung vom Bruttolohn abgezogene Betrag von
Fr.
210.
-- könne nicht berücksichtigt werden, da es sich hierbei nicht um effektive Mehrkosten für die auswärtige Verpflegung handle.
Hinge
gen
seien
zusätzlich
die Abonnementskosten für den öffentlichen
Verkehr vo
n
Fr.
756.-- abzuziehen, was einen
effektiven Nettolohn von
Fr.
25‘712.20
ergebe
. Ausgehend
vom effektiven monatlichen Bruttolohn von
Fr.
2‘400.-- für eine 60%-Erwerbstätigkeit sei von einem zusätzlichen hypothetischen Monatslohn von
Fr.
1‘600.-- (
Fr.
2‘400.--: 60 x 40) auszugehen, welcher im verbleibenden 40
%
- Pensum erzielt werden könnte. Auf das Jahr hochgerechnet ergebe dies ein zusätzliches Bruttoeinkommen von
Fr.
20‘800.--. Nach Abzug der Sozial
versicherungsbeiträge von total 15.166
%
verbleibe ein hypothetischer Netto
lohn von
Fr.
17‘645.4
5.
Vom effektiven und hypothetischen Erwerbseinkommen von
total
Fr.
43‘357.65 seien, nach Abzug des Freibetrages von
Fr.
1‘500.--, 2/3, also
Fr.
27‘904.
--
bei den Einnahmen anzurechnen (
Urk.
2 S.
3 f.
).
2.2
Der Beschwerdeführer stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt,
seine Frau habe im Jahr 2015 ein Nettoeinkommen von monatlich
Fr.
1‘804.40 erhalten, was unter Berücksichtigung des dreizehnten Monatslohns einem Netto-Jahres
einkommen von
Fr.
23‘457.20 entspreche.
Von
diesem Betrag
sei die
Stadtver
waltung bereits früher im Rahmen der Berechnung der Unterstützungsbeiträge ausgegangen.
Das von der Durchführungsstelle ermittelte Nettoeinkommen von
Fr.
25‘712.20 sei nicht nachvollziehbar.
Sodann
sei die Anrechnung eines hypothetischen
Einkommen
s
seiner Ehefrau
rechtswidrig
.
Es könne keine Rede davon sein, dass sie freiwillig auf ein zusätzliches Einkommen im Umfang der hypothetischen Anrechnung verzichtet habe. Seine Ehepartnerin
dürfe
völlig frei und unabhängig von seinen Rechten und Pflichten entscheiden, ob und in welchem Umfang sie erwerbstätig
sei
.
Hinzu komme, dass
ihr
aus sachlichen Gründen eine Ausdehnung ihrer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden könne.
Sie s
e
i
heute 56 Jahre alt,
lebe seit 2002 in der Schweiz, verfüge über keine hier
anerkannte Ausbildung
und spreche nur wenig Englisch und kaum Deutsch. In ihrer Heimat Thailand sei sie als Hilfsgärtnerin tätig gewesen. Als Folge seiner Arbeitsunfähigkeit habe sie in der Schweiz eine Stelle als Hilfs
köchin angenommen
, und zwar in einem thailändischen Lokal, dessen Ange
stellte praktisch ausschliesslich thailändisch sprechen wü
rden. Im fraglichen Betrieb sei
eine Ausdehnung ihres Arbeitspensums über die heutigen 60
%
hinaus
nicht möglich. Sie habe bereits mehrmals darum ersucht, ihre Bewerbungen seien aber abgelehnt worden. Bei dieser Sachlage habe sie die Wahl zwischen dem Verbleiben an der bisherigen Arbeitsstelle und der Suche nach einer neuen Arbeit. Wegen der ungenügenden Sprachkenntnisse und Ausbildung sei sie für eine andere Stelle aber nicht vermittelbar (
Urk.
1).
2.3
Die Beschwerdegegnerin hielt in der Beschwerdeantwort an ihre
n
Darlegungen fest (
Urk.
5).
3.
3.1
Strittig ist zunächst die Höhe des anrechenbaren
tatsächlichen
Erwerbseinkom
mens der Ehefrau des Beschwerdeführers.
Unbestrittenermassen beläuft sich das durch die Ehefrau erwirtschafte
te
Bruttoein
kommen auf
monatlich
Fr.
2‘400.
--
(
Urk.
6
/6/2)
und, unter Berück
sichtigung des 1
3.
Monatslohns, auf
Fr.
31‘200.-- pro Jahr
. Hiervon sind die in den Lohnabrechnungen ausgewiesenen Beiträge an die AHV, ALV, NBUV und BVG von insgesamt 15.166
%
in Abzug zu bringen, womit
jährliche
Einkünfte von
Fr.
2
6‘468.20
übrig bleiben
.
Die Durchführungsstelle hat die ebenfalls ausgewiesenen
, vom Arbeitgeber abge
zogenen
Beiträge an die Krankentaggeldversicherung von 0.9
%
von
Fr.
2‘400.--
zu Recht nicht berücksichtigt, da es sich hierbei um eine freiwillige Versicherung und nicht um eine obligatorische einkommensabhängige Sozial
versicherung im Sinne von
Art.
10
Abs.
3
lit
. c ELG in Verbindung mit
Art.
11a ELV handelt.
Nicht zu beanstanden ist sodann, dass
die Durchführungsstelle
die Abonnementskosten für den öffentlichen Verkehr von
Fr.
756.-- als Gewin
nungskosten vom Bruttolohn abgezogen hat (
Urk.
2 S. 4
,
Urk.
6
/6/1
).
Nicht gefolgt werden kann der Durchführungsstelle dagegen, soweit sie den laut den Lohnabrechnungen monatlich vom Bruttolohn abgezogenen Betrag von
Fr.
210.-- pro Monat für die Verpflegung
(
Urk.
6
/6/2)
nicht als Gewinnungs
kosten anerkennt. Die von ihr angeführte Begründung, es handle sich hierbei um keine effektiven Mehrkosten
(
Urk.
5 S. 2)
, hält einer
näheren Überprüfung nicht stand.
Mehrkosten für auswärtige Verpflegung können in dem Masse als Gewinnungskosten vom Einkommen abgezogen werden, in welchem sie die in
Art.
11
Abs.
2 der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVV) in Verbindung mit
Art.
11a ELV festgesetzten Beiträge übersteigen (BGE 123 V 258).
In
Art.
11
Abs.
2 AHVV wird für das Mittagessen von einem Kostenansatz von
Fr.
10.-- und für das Abendessen von einem solchen von
Fr.
8.-- ausgegangen.
Den Akten ist zu entnehmen, dass die Ehefrau sehr unterschiedliche Arbeitszeiten und Schichten hat
(
Urk.
6
/6/1); folglich
kann
davon ausgegangen werden
, dass sie teils das Mittagessen, teils das Abendessen auswärts einnimmt. Deshalb
rechtfertigt
es
sich,
von einem Kostenansatz von
Fr.
9.--, dem Durchschnitt der Ansätze für das Mittag- und Abendessen gemäss
Art.
11
Abs.
2 AHVV, pro Tag und angesichts des von der Ehefrau versehenen 60
%
-Pensums von
Fr.
27.-- pro Woche für die Verpflegung auszugehen. Bei jährlich 47 Arbeitswochen
– die Ehefrau hat Anspruch auf fünf Ferienwochen (
Urk.
8/6/5) - entspricht dies einem Betrag von
Fr.
1‘269.--. Misst man die
im Arbeitsvertrag vorgesehenen (
Urk.
6/6/5) und
in den Lohnabrechnungen
sodann
ausgewiesenen auswärtigen Verpflegungskosten von
Fr.
210.-- pro Monat (
Urk.
6/2) und
Fr.
2‘520.-- pro Jahr an diesem Betrag, resultieren jährliche Mehrkosten von
Fr.
1‘251.-- für die aus
wärtige Verpflegung. Auch diese
sind als Gewinnungskosten
vom Brutto
jahre
slohn abzuziehen. Auf diese Weise ver
bleibt ein anrechenbarer (Netto-)
Jahre
slohn von
Fr.
24‘461.20
(=
Fr.
26‘468.20
-
Fr.
756.-- -
Fr.
1251.--)
, und nicht, wie von der Durchführungsstelle angenom
men, von
Fr.
25‘712.20 (
Urk.
2 S. 4).
3.2
3.2.1
Zu prüfen ist sodann, ob ein hypothetisches Erwerbseinkommen der Ehefrau des Beschwerdeführers anzurechnen ist.
3.2.2
Den Akten ist zu entnehmen, dass die Ehefrau am
5.
November 1959 geboren worden ist und somit bei der Einreichung des Zusatzleistungsgesuchs am 1
4.
September 2015 knapp 56
Jahre alt war
(
Urk.
6/26)
.
In ihrer Heimat arbei
tete sie während 16 Jahren als Hilfsgärtnerin.
Sie reiste 2002 in die Schweiz ein und besitzt mittlerweile das Schweizer Bürgerrecht.
Sie hat
laut eigenen Anga
ben
keine gesundheitlichen Beschwerden und fühlt sich arbeitsfähig
(
Urk.
6
/7/1 S. 2)
. Seit 2009
ist
sie im
gleichen
thailändischen Restaurant als Hilfsköchin
tätig
.
Laut eigenen Angaben beträgt der
Beschäftigungsgrad
momentan
60
%
(
Urk.
6
/7
/1 S. 3
)
.
A
us den Lohnangaben im von der Durchführungsstelle beige
zogenen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) kann aber geschlos
sen werden, dass sie in den Jahren
2009 bis 2010
in einem höheren Pensum von
mindestens zu 70-80
%
angestellt war
(
Urk.
8/8)
, zumal auch
im am 1
5.
Februar 2010
unterzeichnete
n
Arbeitsvertrag
ein Vol
lzeitpensum erwähnt wird (
Urk.
6
/6/5).
Ihre Anfrage beim
Arbeitgeber
, ob sie ihr Pensum nicht auf 100
%
erhöhen könne, wurde von diesem abschlägig beurteilt
mit der Begrün
dung, dass er bereits genügend Mitarbeiter habe
(
Urk.
6
/7/1 S. 3)
. Anlässlich einer Besprechung vom 2
1.
Oktober 2015 gelangte die Abklärungsperson der Durchführungsstelle zum Eindruck, dass die Ehefrau ein wenig Deutsch spreche, sich aber insgesamt nur mit Mühe verständigen könne (
Urk.
6
/7/1 S. 1). Ihr
Ehemann
, also der Beschwerdeführer,
ist nicht pflegebedürftig
, und sie hat auch keine Kinder zu versorgen (
Urk.
6
/7/1 S. 2).
3.2
.
3
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers
darf
unter dem Blickwinkel der allgemeinen
Schadenminderungspflicht von seiner nicht invaliden und nicht im AHV-
Rentenalter stehenden
Ehefrau mit Blick auf die gemeinsame eheliche
Unterhaltspflicht
(
Art.
163 ZGB)
ohne
Weiteres erwartet werden, dass sie sämt
liche
Einkunftsmöglichkeiten
, über die sie verfügt, auch tatsächlich realisiert
. Auch
ist es den Eheleuten zumutbar, sich so umzuorganisieren, dass der nicht mehr erwerbstätige Beschwerdeführer sich vermehrt im Haushalt betätigt
(vgl.
die
Urteil
e
des Bundesgerichts
9C_362/2010 vom 2
3.
Juni 2010, E. 2.2.2.1,
8C_589/2007 vom 1
4.
April 2008 E. 6.1 mit weiteren Hinweisen
und
P 38/03 vom
2.
Dezember 2003, E. 4.1
; vgl. auch
Rz
3482.03 der WEL
).
Die
Ehefrau
ist nach eigenen Angaben
g
esund und fühlt sich, jedenfalls bezo
gen auf die aktuelle Stelle als Hilfsköchin,
als
zu 100
%
arbeitsfähig
.
Zudem
hat
sie
bereits
in den Jahren
2009
bis 201
0
mindestens
zu
70-80
%
gearbeite
t. Mit Blick
auf diese Gegebenheiten und
die Regelung in
Art.
14b
lit
. c
ELV, wonach
nichtinvaliden Witwen
ohne minderjährige Kinder
im Alter von 51 bis 60 Jah
ren
der Wiedereinstieg ins Berufsleben
zugemutet wird,
wäre es
der bei der
Gesuchseinreichung
im Jahr 2015
knapp
56
Jährigen
Ehefrau
t
rotz
ihres
Alter
s zumutbar gewesen, ihr damaliges Arbeitspensum von 60
%
auf ein Vollzeit
pensum zu erhöhen.
Das
s
die Ehefrau über keine in der Schweiz anerkannte Ausbildung verfügt, wirkt sich auf ihre Vermittlungsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt für Hilfsarbeiten nicht negativ aus.
Das gleiche gilt für ihre bloss rudimentären Deutschkennt
nisse (Urteil
des Bundesgerichts 9C_717/2010 vom 2
6.
Januar 2011, E. 5.1)
. Da die Ehefrau seit 2002 in der Schweiz lebt
,
kann davon ausgegangen werden, dass ihre Sprachkenntnisse jedenfalls zur Bewältigung des Alltags in der Schweiz ausreichen.
Damit dürften die rudimentären Deutschkenntnisse auch für
zahlreiche
Hilfsarbeiten kein Hindernis darstellen.
Ferner
deutet nichts darauf hin, dass der Ehefrau eine andere Hilfstätigkeit etwa im Reinigungsdienst medizinisch nicht zumutbar wäre. Schliesslich
fehlen
Anhaltspunkte und
es
wird auch nicht geltend gemacht, dass die Arbeitsmarktlage für
Hilfsarbeiten, etwa in der Küche oder im Reinigungsdienst,
im Grossraum Zürich
generell schwierig
ist
.
Vielmehr ist gestützt auf di
e Akten davon auszugehen, dass
die Ehefrau
bisher keine Anstrengungen unternommen hat, um eine zweite Arbeitsstelle im Teilzeitpensum oder eine Vollzeitstelle bei einem anderen Arbeitgeber zu finden
(vgl. auch das Urteil des Bundesgerichts 9C_717/2010 vom 2
6.
Januar 2011, E. 5.4)
.
Aus dem Argument, seine Frau habe die Wahl zwischen dem Verbleiben an der bisherigen Arbeitsstelle und der Suche nach einer neuen Arbeit, kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten, da der Ehefrau das Suchen einer neuen Arbeit
im Vollzeitpensum
nach dem Gesagten ohne Weiteres zumutbar war.
3.2.4
Zu prüfen
bleibt
, wieviel die
Ehefrau in einer Hilfstätigkeit im Vollzeitpensum hypothetisch
im Jahr 2015
verdienen könnte. Da
davon auszugehen ist,
dass eine Erhöhung des Arbeitspensums beim bisherigen Arbeitgeber nicht möglich ist, und die
Ehefrau
sehr unregelmässige Arbeitszeiten hat
(
Urk.
8/6/1
)
, ist die Annahme der Durchführungsstelle, sie
hätte
nebst der angestammten Arbeit zu 60
%
als
Hilfsköchin ohne Weiteres eine zweite Teilzeittätigkeit mit einem Beschäftigungsgrad von 40
%
aufnehmen
können
(
Urk.
2 S. 4)
, nicht zulässig.
Vielmehr ist davon auszugehen, dass sie zur Ausweitung ihres Arbeitspensum
s
eine neue Stelle
mit einem Beschäftigungsgrad von 100
%
hätte suchen müssen.
Es rechtfertigt sich,
das
möglichst konkret zu bestimmende
hypothetische Erwerbseinkommen
gleich
wie die Durchführungsstelle
anhand des
individuel
len Lohnrechners „
Salarium
“ des Bundesamtes für
Statistik
(
im Internet abruf
bar)
und dabei der
für die Region Zürich
ermittelten
Löhne
festzusetzen
.
Da die Ehefrau in der Schweiz bisher nur als Hilfsköchin tätig war,
ist auf den
statis
tischen
Lohn
von
Hilfskr
äften
ohne abgeschlossene Berufsausbildung
in der Nahrungsmittelzubereitung (Branche Gastronomie
)
abzustellen.
In einer solchen Tätigkeit
hätte s
ie
gemäss „
Salarium
“ im Jahr 2014
einen Monatslohn von
Fr.
3‘764.--
(
Mittelwert
, umgerechnet auf 12 Monatslöhne bei einer Wochen
arbeitszeit von 40 Stunden und einer Unternehmensgrösse von 20-49 Beschäf
tigten
, unter Berücksichtigung
der Nationalität als Schweizerin und
des
Alter
s im Jahr 2015 von 56 Jahren
)
erzielt
.
Dieser Betrag ist auf
ein ganzes Jahr und
die im Jahr
2015
in der
Gast
ronomi
e
betriebsübliche w
öchentliche Arbeitszeit von 4
2.3
Stunden hochzurechnen (vgl. Bundesamt für Statistik [BFS], Betriebs
übliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, in Stunden pro Woche; im Internet abrufbar)
und an die
Nominallohnentwicklung
anzupassen (BFS, Schweizerischer Lohnindex nach Branche [20
10 = 100; im Internet abrufbar], Nominallohnindex Frauen [T1.2.10], Beherbergung und Gastronomie; 2014: 104.3; 2015: 104.6). Daraus resultiert ein jährliches Bruttoeinkommen von
Fr.
47‘902.55
(
Fr.
3‘764.-- x
12
:
40 x 42.3
: 104.3 x 104.6).
Lohnmindernde Faktoren, welche einen Abzug von diesem statistischen Lohn rechtfertigen, sind nicht ersichtlich; insbesondere wirken sich das fortgeschrittene Alter
und
die
bloss
minimalen
Deutschkenntnisse
bei Hilfsarbeiten
nicht lohnmindernd aus
(vgl.
Rz
3482.04 der WEL
sowie
Meyer
/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundes
gerichts zum Sozialversicherungsrecht,
Bundesgesetz
über
die
Invalidenver
sicherung
,
3.
Aufla
ge, Zürich 2014,
Art.
28a
Rz
109 ff.
mit weiteren Hinweisen
).
Dami
t ist von einem hypothetischen Bruttoe
rwerbsei
nkommen der Ehefrau im Jahr 2015
in einer Hilfstätigkeit in der Gastronomie von
Fr.
47‘902.55
bei einem 100%igen Beschäftigungspensum
auszugehen.
Zieht man hiervon wie die Durchführungsstelle für die AHV, ALV, NBU und BVG Beiträge in Höhe von insgesamt 15,166
%
des Bruttoeinkommens ab (
Urk.
2 S. 4), verbleibt ein hypothetischer Nettolohn von
Fr.
40‘
637.6
5.
Als Verzichtseinkommen ist nur derjenige Teil, der den von der Ehefrau effektiv erzielten Nettolohn von
Fr.
24‘461.20
(vorstehende E. 3.1) übersteigt, also
Fr.
16‘176.45, anzurechnen.
3.3
Nach dem Gesagten beläuft
sich
dass
zu berücksichtigende Erwerbseinkommen der Ehefrau des Beschwerdeführers auf total
Fr.
40‘637.65 (effektives Nettoein
kommen in Höhe von
Fr.
24‘461.20
zuzüglich des hypothetischen Nettoein
kommens von
Fr.
16‘176.45).
Dies entspricht einem
privilegiert anrechenbaren Erwerbseinkommen der Ehefrau von
Fr.
26‘091.75 (
Fr.
40‘637.65 –
Fr.
1‘500.-- x 2/3; vgl. vorstehende Erwägung 1.1).
3.
4
Dem Beschwerdeführer ist mit Verfügung vom 2
0.
Juli 2015 ab
1.
November 2015 eine
um 1 Jahr vorbezogene
AHV-Rente zugesprochen worden
(
Urk.
6/11)
.
Bereits 2014 war er nicht mehr berufstätig und Sozialhilfebezüger (
Urk.
6/17).
Demnach war der künftige Bezug von Ergänzungsleistungen für
ihn
und seine Frau
zumindest
Monate im Voraus
absehbar und es stand der Ehepartnerin genügend Zeit zur Verfügung, um
auf den
1.
November 2015 hin
eine Arbeits
stelle mit einem Beschäftigungsgrad von 100
%
anzutreten. Deshalb hat die Durchführungsstelle
das hypothetische Erwerbseinkommen der Ehefrau
zu Recht
ab
1.
November 2015 angerechnet,
ohne der Ehefrau noch eine
(weitere)
Über
gangsfrist für die zumutbare
Ausdehnung
des Arbeitspensums
zuzugestehen
(vorstehende Erwägung 1.3
)
.
4.
Dem Beschwerdeführer sind nach dem Gesagten nur effektive und hypothe
tische Erwerbseinkünfte der Ehefrau in Höhe von
Fr.
26‘091.75 anzurechnen, und nicht, wie von der Durchführungsstelle angenommen, von
Fr.
27‘904.-- (
Urk.
2 S. 4). Unter Berüc
ksichtigung seiner AHV-Rente
von
Fr.
14‘508.--
und des Vermögensertrags in Höhe von
Fr.
1.
-- (
Urk.
6/24)
betragen die gesamten anrechenbaren Einnahmen
gerundet
Fr.
40‘601.--. Bei anerkannten Aus
-
gaben von
Fr.
53‘775.--
(
Urk.
6/24)
verbleibt ein Ausgabenüberschuss von
Fr.
13‘174.--
im Jahr und
Fr.
1
‘
098.-- im Monat
. Der Beschwerdeführer hat ab
1.
November 2015 Anspruch auf monatliche Ergänzungsleistungen in dieser Höhe.
Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde.
Es bleibt darauf hinzuweisen, dass bei der Festsetzung der jährlichen Ergänzungs
leistungen in den nächsten Jahren kein hypothetisches Erwerbsein
kommen der Ehefrau mehr anzurechnen sein wird, wenn diese trotz ausreichen
der Arbeitsbemühungen keine neue Stelle findet (vgl.
Rz
3482.03 der WEL). Der Beschwerdeführer wird der Durchführungsstelle gegebenenfalls entsprechende erfolglose Stellenbemühungen melden können.
5.
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Demzufolge
ist dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von
Fr.
1‘
500.-- zuzusprechen (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer).