Decision ID: 12942680-de28-4690-9498-7f9c232404bc
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Hochreutener, Vadianstrasse 44,
Postfach 262, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
B._ erlitt am 20. August 2004 einen Unfall. Er rutschte von einem etwa 10-20 cm
hohen Wägelchen und fiel nach hinten. Er prallte mit dem Gesäss und mit dem linken
Ellbogen auf. Die Klinik für orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen
berichtete am 15. Juni 2005, es sei von einer fortgeschrittenen Spondylarthrose der
Facettengelenke L3/4 und L 4/5 mit deutlicher Spinalkanaleinengung in diesen
Segmenten auszugehen. Die SUVA richtete dem Versicherten nur für die Zeit bis 31.
August 2005 Versicherungsleistungen aus, da auf diesen Zeitpunkt der Status quo ante
wieder erreicht gewesen sei. Im Rahmen des Einspracheverfahren gegen diese
Verfügung hielt Dr. med. A._ von der SUVA am 6. März 2006 fest, bereits 1997 habe
am gleichen Ort eine Diskushernie bestanden. Im Bereich des Achsenskeletts habe
keine strukturelle unfallbedingte Läsion nachgewiesen werden können. Möglicherweise
seien die Beschwerden des Versicherten auf eine Weichteilläsion zurückzuführen
gewesen. Diese stelle aber keine Ursache für eine langdauernde funktionelle
Behinderung dar, da sie schnell abheile. Die mediane Diskushernie habe sich auf einem
degenerativen Boden entwickelt. Der Unfall sei der Auslöser eines Beschwerdeschubes
gewesen. Dieser habe angehalten, bis sich das Lasèguezeichen im März 2005
normalisiert habe. Sensomotorische Restfolgen seien nicht vorhanden. Die Persistenz
von Rückenbeschwerden sei auf degenerative Veränderungen der LWS
zurückzuführen. Die SUVA wies die Einsprache am 9. März 2006 ab. Der Entscheid
wurde rechtskräftig.
B.
Der Versicherte meldete sich am 10. Juni 2005 auch zum Bezug von IV-Leistungen an.
Dabei gab er u.a. an, er habe nur die Grundschule besucht. Einen Beruf habe er nicht
erlernt. Dr. med. C._ berichtete der IV-Stelle am 18. Juli 2005, der Versicherte leide
an einer Spondylarthrose L3/4 und L4/5 Grad II-III, an einer Spinalkanalstenose, an
einer psychosozialen Belastung mit aggressiven Durchbrüchen und - ohne Auswirkung
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auf die Arbeitsfähigkeit - an einem St. n. Schädelhirntrauma unklaren Schweregrades
vor Jahren. Seit dem 20. August 2004 bestehe in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit. Der Gesundheitszustand des Versicherten sei
besserungsfähig. Seit der polizeilichen Wegweisung wegen häuslicher Gewalt sei der
Versicherte mit seinen vorbestehenden Rückenschmerzen dekompensiert. Aktuell halte
er sich in der psychosomatischen Abteilung der Klinik Gais auf. Zwischen den
objektiven Befunden und den angegebenen Rückenschmerzen bestehe eine Differenz.
In einer leichten Tätigkeit sei der Versicherte zu 75% arbeitsfähig. Die D._ AG teilte
der IV-Stelle am 30. August 2005 mit, sie habe den Versicherten vom 1. April 2000 bis
31. Mai 2005 als Mitarbeiter in der Schreinerei beschäftigt. Im Jahr 2004 habe der
Monatslohn (x13) Fr. 4640.- betragen. Dr. med. E._ von der Klinik Gais berichtete der
IV-Stelle am 27. September 2005, der Versicherte leide an einer mittelgradigen
depressiven Episode mit somatischen Symptomen. Seit dem 23. Juni 2005 bestehe
eine Arbeitsunfähigkeit von 100%. Der Versicherte klage über
Konzentrationsstörungen, Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit, Deprimiertheit und sozialen
Rückzug. Durch eine regelmässige Psychopharmakotherapie und stützende Gespräche
könne die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht verbessert werden. Dr. med. F._
vom RAD Ostschweiz empfahl am 5. Dezember 2005 eine psychiatrische und
rheumatologische RAD-Untersuchung. Die behandelnde Psychiaterin Dr. med. G._
berichtete der IV-Stelle am 5. April 2006, der Versicherte leide an einer mittelgradigen
depressiven Episode mit somatischen Symptomen, an einer somatoformen
Schmerzstörung und an Problemen in der Beziehung zur Ehefrau. Seit dem Beginn der
Behandlung am 11. Oktober 2005 bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Der
Zustand sei stationär.
C.
C.a Dr. med. H._ vom RAD Ostschweiz führte in seinem Untersuchungsbericht vom
23. Mai 2006 aus, der Versicherte klage über Kreuzschmerzen mit Ausstrahlung in den
lateralen Oberschenkel rechts bis zur Grosszehe und zur Ferse. Er gebe an, die
Ausstrahlungen bestünden beim Gehen und beim Sitzen. Seit dem Unfall am 20.
August 2004 seien die Schmerzen progredient. Sie seien zudem tageszeitabhängig.
Am Morgen seien sie weniger stark, nachts aber so stark, dass er nach zwei Stunden
Liegezeit mehrfach aufstehen müsse. Nach einer Gehstrecke von mehreren hundert
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Metern trete ein Brennen in der LWS mit den erwähnten Ausstrahlungen auf. Er müsse
sich dann hinsetzen. Sitzen könne er eine halbe Stunde, stehen vier bis fünf Minuten.
Dr. med. H._ führte dazu aus, die Auskünfte des Versicherten seien diffus gewesen,
so dass die Informationen teilweise nur durch mehrfaches Nachfragen zu erhalten
gewesen seien. Dabei habe es sich nicht um ein sprachliches Problem gehandelt. Bei
der Untersuchung sei der Gang des Versicherten etwas schwerfällig gewesen mit
einem inkonsistenten Schonhinken rechts. Der Fuss- und der Zehengang seien normal
möglich gewesen. Es habe eine leichte linkskonvexe Skoliose bestanden. Der Finger-
Boden-Abstand habe 43 cm betragen. Bei der Lateralflexion der LWS in der
Untersuchungssituation sei es zu einer Gegeninnervation gekommen. In spontan
beobachteten Situationen (z.B. An- und Ausziehen) sei die Lateralflexion besser
durchführbar gewesen. Bei der Palpation der LWS seien diffuse Schmerzen angegeben
worden. In abgelenkten Situationen sei diese Region aber nicht schmerzhaft gewesen.
Dr. med. H._ stellte folgende Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:
chronisches lumbospondylogenes Syndrom rechts mit segmentaler Dysfunktion,
muskulärer Dysbalance, mässiger Spondylarthrose L3 bis S1 beidseits, leichter,
asymptomatischer Spinalstenose L4/5 (bildgebend unverändert zwischen 1997 und
2005) und Symptomausweitung. Hinzu kamen folgende Diagnosen ohne Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit: St. n. Sturz auf den Rücken, St. n. lumboradikulärem Syndrom
L5 links, St. n. anamnestischer Kopfverletzung (Schädel-CT altersentsprechend),
Adipositas Grad I, arterielle Hypertonie, atypische Thoraxschmerzen.
Zusammenfassend hielt Dr. med. H._ fest, es fänden sich keine eigentlichen
neurologischen Ausfälle. Die diffus ausgeprägte Hyposensibilität an der gesamten
rechten unteren Extremität habe vermutlich mit der Schmerzlokalisation in dieser
Extremität zu tun, entspreche aber nicht einem speziellen Dermatom. Die seit 1997
unveränderte Spinalstenose sei nur leicht, das klinische Bild einer Claudicatio spinalis
bestehe nicht. Das lumboradikuläre Syndrom von 1997 habe konservativ erfolgreich
therapiert werden können. Die Funktionsfähigkeit sei entgegen den Aussagen des
Versicherten nur leicht eingeschränkt. Es bestünden deutliche Zeichen einer
Symptomausweitung: kräftig ausgebildete Muskulatur, Lateralflexion ausserhalb der
Untersuchungssituation deutlich besser, Palpation der LWS bei Ablenkung ohne
Schmerzangabe, übertriebene Schmerzreaktion bei der Prüfung der Länge des M.
quadriceps rechts, appellatives Verhalten, Perseverationen im Gespräch und unpräzise
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Antworten auf die gestellten Fragen. Die somatische Funktionsfähigkeit sei deutlich
besser als vom Versicherten verbal und averbal kommuniziert. Es bestehe eine
deutliche Diskrepanz zwischen subjektiven Klagen und objektiven Befunden. Für eine
leichte adaptierte Tätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit 75%. Die Arbeitsunfähigkeit von
25% sei bedingt durch die degenerativen Veränderungen der LWS, die Dysfunktionen
und die muskuläre Dysbalance. Eine adaptierte Tätigkeit sei wechselbelastend (stehen,
gehen, sitzen) und beinhalte kein Heben von Gewichten über 5 kg, keine
Zwangshaltungen und keine Kälte- und Vibrationsexposition.
C.b Dr. med. I._ hielt in seinem Untersuchungsbericht fest, die behandelnde
Psychiaterin Dr. med. G._ habe telephonisch angegeben, nach der Rehabilitation in
Gais sei der Versicherte zu ihr in Behandlung gekommen. Damals habe der Versicherte
in K._ gewohnt, da er Hausverbot durch seine Ehefrau gehabt habe. Anfänglich sei
der Versicherte reaktiv depressiv mit eher schwerer Symptomatik gewesen. Das habe
sich zunehmend gebessert. Bei der letzten Konsultation habe sie den Eindruck gehabt,
dass es dem Versicherten wieder gut gehe und dass allenfalls noch eine leichte
Symptomatik vorliege. Dr. med. I._ stellte folgende Diagnose: St. n. depressiver
Episode aktuell in Remission begriffen (DD: Anpassungsstörung mit verlängerter
depressiver Reaktion), chronisches lumbospondylogenes Syndrom rechts mit
Symptomausweitung sowie - ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit - anhaltende
somatoforme Schmerzstörung, St. n. Sturz auf den Rücken, St. n. lumboradikulärem
Syndrom L5 links, St. n. anamnestisch Kopfverletzung, Adipositas Grad I, arterielle
Hypertonie und atypische Thoraxschmerzen. Dazu führte er aus, zum
Untersuchungszeitpunkt seien keine fassbaren schwerwiegenden depressiven
Symptome mehr eruierbar gewesen. Allenfalls hätten noch leichte, als depressive
Symptome zu interpretierende Beschwerden wie Schlafstörungen, Neigung zum
Grübeln und psychosomatische Beschwerden vorgelegen. Diese hätten allerdings nicht
mehr das Ausmass einer eigenständigen depressiven Störung erreicht. Sie hätten
entweder als Restsymptome einer remittierenden depressiven Störung oder als
Symptome einer andersartigen psychischen Beeinträchtigung wie beispielsweise einer
Somatisierungsstörung gewertet werden können. Der Versicherte leide nach dem
Bagatellunfall vom August 2004 an Schmerzen ohne somatisches Substrat. Erhebliche
psychosoziale Konflikte seien hinzugekommen. Damit seien die diagnostischen
Kriterien einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung erfüllt. Auf der psychischen
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Funktionsebene bestünden keine Beeinträchtigungen. Auch hinsichtlich der sozialen
Funktionen seien qualitativ und quantitativ kaum Beeinträchtigungen zu eruieren. Es
bestehe kein sozialer Rückzug und der Versicherte sei in seinen Belangen autonom
und nicht auf Hilfe angewiesen oder schwer eingeschränkt. Einzig die subjektiv starken
Schmerzen hätten bisher nicht erfolgreich angegangen werden können. Die
Schmerzstörung sei jedoch ein nicht IV-relevanter Gesundheitsschaden. Aus
psychiatrischer Sicht bestehe deshalb aktuell keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Für die Periode Oktober 2005 bis 5. April 2006 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100%
vorgelegen, die sich auf eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit verbessert habe. Die
beiden Ärzte des RAD hielten abschliessend fest, interdisziplinär bestehe in einer
adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 75%.
D.
Mit einem Vorbescheid vom 13. Juli 2006 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass
sie sein Rentengesuch abweisen werde. Der Versicherte ersuchte die IV-Stelle am
19. September 2006, seinen psychischen Gesundheitszustand weiter abzuklären. Zur
Begründung führte er aus, er anerkenne, dass allein gestützt auf die somatischen
Funktionseinschränkungen eine Arbeitsunfähigkeit von 25% bestehe. Unzutreffend sei
der Untersuchungsbericht des RAD aber in bezug auf die psychisch bedingte
Einschränkung. Die angebliche massive Verbesserung zwischen dem Bericht von Dr.
med. G._ vom 11. April 2006 (vollständige Arbeitsunfähigkeit) und der Untersuchung
durch den Psychiater des RAD Ostschweiz (uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit) sei
nicht belegt und widerspreche auch den starken Krankheitssymptomen (massive
Rücken- und Kopfschmerzen, Schlafstörungen, geringe Belastbarkeit,
Konzentrationsprobleme, rasche Erschöpfung). Die behandelnde Psychiaterin habe
offenbar nur in sehr vager Weise ausgeführt, sie habe bei der letzten Konsultation den
Eindruck gehabt, dass es wieder besser gehe. Dies stehe in einem offensichtlichen
Widerspruch zum Bericht vom 5. April 2006, in dem eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit attestiert und eine erneute Beurteilung erst in zwei bis drei Monaten
in Aussicht gestellt worden sei. Deshalb dränge sich eine umfassende Abklärung bei
einem externen Spezialarzt auf. Zudem sei eine aktuelle Beurteilung durch den jetzt
behandelnden Psychiater Dr. med. L._ einzuholen. Ob eine somatoforme
Schmerzstörung eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge habe, habe nicht der Arzt, sondern
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die IV-Stelle zu entscheiden. Dr. med. I._ nahm dazu am 24. November 2006 intern
Stellung. Er führte aus, die Untersuchung vom 3. Mai 2006 sei in Kenntnis und unter
Berücksichtigung aller Akten, nach einer ausgiebigen persönlichen Befragung und
Untersuchung und gestützt auf eine Stellungnahme der behandelnden Psychiaterin
erfolgt. Der im Untersuchungszeitpunkt vorliegende gesundheitliche Zustand (klinischer
Eindruck) des Versicherten habe keine andere diagnostische Einschätzung zugelassen.
Auch die behandelnde Psychiaterin habe in dem telephonischen fachärztlichen
Austausch diese klinische Einschätzung teilen können. Sie habe angegeben, dass sich
die depressive Störung schneller gebessert habe, als sie im Zeitpunkt der Abfassung
des Berichts an die IV-Stelle erwartet habe. Ein medizinischer Sachverständiger müsse
die gängige Rechtsprechung berücksichtigen. Mit einer Verfügung vom 28. November
2006 wies die IV-Stelle das Rentengesuch ab.
E.
Der Versicherte erhob am 12. Januar 2007 Beschwerde gegen diese Verfügung. Er
beantragte die Rückweisung an die IV-Stelle zur weiteren Abklärung. Zur Begründung
führte er aus, es sei in erster Linie nicht nachvollziehbar, aus welchen Gründen sich die
von der damaligen behandelnden Psychiaterin am 5. April 2006 diagnostizierte
mittelgradige depressive Episode und die somatoforme Schmerzstörung verbunden mit
der attestierten depressiven Episode innerhalb von rund einem Monat angeblich zu
einer vollen Erwerbsfähigkeit entwickelt habe solle, zumal am 5. April 2006 noch ein
stationärer Gesundheitszustand angegeben worden sei. Die telephonische Abklärung
des RAD werde den Anforderungen an die Untersuchungspflicht nicht gerecht, wenn
es darum gehe, eine angeblich rasche und tiefgreifende Veränderung zu klären. Der
Facharzt des RAD habe es unterlassen, die fremdanamnestischen Angaben einer
eigenständigen Würdigung zu unterziehen. Es fehle deshalb eine hinreichende
Begründung für die Steigerung der Arbeitsfähigkeit von 0% auf 100% zwischen dem 5.
April 2006 und dem 3. Mai 2006. Zudem stünden die Schlussfolgerungen des
Facharztes des RAD im Widerspruch zur aktuellen Beurteilung durch den
behandelnden Psychiater (vollständige Arbeitsunfähigkeit). Die diffusen Angaben bei
der Abklärung seien auf die fehlenden Deutschkenntnisse zurückzuführen. Der
Facharzt des RAD sei zudem in die Richterrolle geschlüpft, indem er in bezug auf
somatoforme Schmerzstörung einen IV-relevanten Gesundheitsschaden verneint habe.
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Angesichts der verschiedenen Widersprüche und Unklarheiten bestünden erhebliche
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit des Gutachtens. In Übereinstimmung
mit dem behandelnden Psychiater werde eine umfassende spezialärztliche
Begutachtung beantragt. Der Versicherte legte eine Auskunft seines aktuell (seit 18.
August 2006) behandelnden Psychiaters Dr. med. L._ an seinen Rechtsvertreter vom
12. Dezember 2006 bei. Laut dieser Auskunft war der Versicherte aufgrund seiner
aktuellen psychischen Verfassung nicht arbeitsfähig.
F.
Die IV-Stelle beantragte am 19. März 2007 die Abweisung der Beschwerde. Sie machte
geltend, bei der psychiatrischen Abklärung habe eine sehr detaillierte Anamnese
erhoben werden können. Bei den behaupteten Kommunikationsschwierigkeiten wäre
dies unmöglich gewesen. Der Rheumatologe habe ausdrücklich festgehalten, dass es
keine sprachlichen Probleme gegeben habe. Im übrigen beherrschten auch die
behandelnden Ärzte die Muttersprache des Versicherten nicht, was auf eine
ausreichende Kommunikation hinweise. Es sei nicht zu beanstanden, dass die
abklärenden Ärzte zwischen invalidisierenden und nicht invalidisierenden Beschwerden
unterschieden hätten, da sonst die Arbeitsfähigkeit durch den Rechtsanwender nicht
sinnvoll hätte gewürdigt werden können. Den Angaben behandelnder Ärzte sei mit dem
Vorbehalt der Befangenheit zu begegnen. Ein wechselhafter Krankheitsverlauf sei
durchaus plausibel. Die im Winter 2005/6 bestehende Diagnose sei bis zum
Begutachtungszeitpunkt abgeklungen gewesen. Es sei möglich, dass die Abweisung
des Rentenbegehrens wieder zu einer depressiven Reaktion geführt habe. Eine
einjährige mindestens 40%ige Arbeitsunfähigkeit lasse sich nicht nachweisen. Die
Depression sei zudem eine reaktive Begleiterscheinung der somatoformen
Schmerzstörung. Es handle sich also nicht um eine psychische Komorbidität. Auf das
Gutachten könne abgestellt werden. Der Invaliditätsgrad betrage 36%.
G.
Der Versicherte wandte am 24. April 2007 ein, es genüge nicht, wenn sich Psychiater
und Patient nur einigermassen verständigen könnten. Auf einen Dolmetscher hätte
nicht verzichtet werden dürfen. Wenn der Gutachter angebe, ein IV-relevanter
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Gesundheitsschaden sei nicht ausgewiesen, so nehme er eine rechtliche Qualifizierung
vor. Damit überschreite er seine Kompetenzen. Der Vorwurf der Befangenheit der
behandelnden Ärzte verletze den Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Für die
Annahme, im Begutachtungszeitpunkt habe eine Depression mit Sicherheit
ausgeschlossen werden können, fehle jeglicher Anhaltspunkt. Zudem habe der
Facharzt des RAD nur eine Remission, d.h. eine vorübergehende Verbesserung
angegeben. Die Annahme, die Ablehnung des Rentengesuchs habe eine depressive
Reaktion ausgelöst, sei blosse Spekulation. Es liege ein konstantes Krankheitsbild vor.
H.
Die IV-Stelle verzichtete am 21. Mai 2007 auf eine Stellungnahme.

Erwägungen:
1.
Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität ist gemäss
Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln, bei dem das Einkommen,
das eine versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der
Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Grundlage der Bemessung des
zumutbaren Invalideneinkommens - und damit in der Regel ausschlaggebendes
Element der Invaliditätsbemessung - ist die ärztliche Arbeitsfähigkeitsschätzung, bei
Hilfsarbeitern zusätzlich zusammen mit der ärztlichen Umschreibung einer der
Gesundheitsbeeinträchtigung bestmöglich Rechnung tragenden Tätigkeit. Die
Beschwerdegegnerin hat sich diesbezüglich auf die Einschätzung im rheumatologisch-
psychiatrischen Untersuchungsbericht vom 23. Mai 2006 gestützt, laut dem der
Beschwerdeführer in einer der körperlichen Beeinträchtigung angepassten,
wechselbelastenden und leichten Tätigkeit zu 75% arbeitsfähig sei. Das Ergebnis der
rheumatologischen Abklärung ist vom Beschwerdeführer ausdrücklich akzeptiert
worden. Der Beschwerdeführer hat sich diesbezüglich also nicht auf
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Kommunikationsprobleme als Folge seiner ungenügenden Deutschkenntnisse berufen,
um die Überzeugungskraft der Arbeitsfähigkeitsschätzung aus rein rheumatologischer
Sicht zu erschüttern. Zwar besteht die rheumatologische Abklärung zu einem grossen
Teil aus Untersuchungshandlungen. Aber es ist auch in einem erheblichen Umfang
sprachliche Kommunikation notwendig, auf der Seite des Untersuchers etwa in der
Form von Anweisungen an den Exploranden, bestimmte Bewegungen zu machen oder
Körperhaltungen einzunehmen, auf der Seite des Exploranden insbesondere in Form
von Schmerzangaben oder der Beschreibung der Schmerzempfindung. Zu beachten ist
aber auch, dass der Beschwerdeführer dem Rheumatologen detaillierte Angaben zur
Entwicklung der Beschwerden, zum normalen Tagesablauf, zu den schmerzbedingten
Einschränkungen im Alltag usw. hat machen können. Wenn der Rheumatologe
angegeben hat, die diffusen Auskünfte hätten jeweils ein mehrfaches Nachfragen
notwendig gemacht, dabei habe es sich aber nicht um ein sprachliches Problem
gehandelt, so kann das nur so interpretiert werden, dass die Deutschkenntnisse des
Beschwerdeführers ausreichten, um eine rheumatologische Abklärung ohne
Dolmetscher durchführen zu können. Zwar beinhaltet die psychiatrische Untersuchung
einen besonders hohen verbalen Kommunikationsbedarf, weil die Abklärung zum
grossen Teil in der Form eines Gesprächs erfolgt. Aber trotzdem ist davon auszugehen,
dass die Feststellung des Rheumatologen, es hätten keine Sprachprobleme bestanden,
auch auf die psychiatrische Untersuchung zutrifft. Andernfalls wäre ein Dolmetscher
beigezogen worden, denn der Psychiater des RAD Ostschweiz hatte keinen Grund,
sich selbst die Untersuchung zu erschweren, ein hohes Risiko einer medizinischen
Fehleinschätzung in Kauf zu nehmen und seinen Untersuchungsbericht der Gefahr
auszusetzen, dass diesem später aus formalen Gründen der Beweiswert abgesprochen
werden könnte. Wären die Deutschkenntnisse des Beschwerdeführers so bescheiden
gewesen, wie es im Beschwerdeverfahren behauptet worden ist, so wäre es dem
Psychiater zudem gar nicht möglich gewesen, die umfangreiche Anamnese zu
erstellen. Die ihm zur Verfügung stehenden medizinischen Akten allein liessen dies
nämlich nicht zu. Auch das Argument der Beschwerdegegnerin, der Beschwerdeführer
stehe in Behandlung bei Ärzten, die seine Muttersprache nicht beherrschten, so dass
er sich auf Deutsch mit ihnen unterhalten müsse, spricht dafür, dass die
Kommunikation zwischen dem Beschwerdeführer und dem Psychiater nicht in
relevanter Weise durch ungenügende Deutschkenntnisse des Beschwerdeführers
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beeinträchtigt gewesen ist. Die entsprechende Behauptung des Beschwerdeführers
vermag also nicht zu überzeugen. Sie erschüttert den Beweiswert der psychiatrischen
Abklärung durch einen Facharzt des RAD Ostschweiz nicht.
2.
Beim Untersuchungsbericht vom 23. Mai 2006 handelt es sich nicht um ein Gutachten
zweier unabhängiger Sachverständiger (Art. 55 Abs. 1 ATSG i.V.m. Art. 12 lit. e VwVG
und Art. 57 ff. BZP), sondern um einen Bericht zweier Fachärzte des RAD Ostschweiz,
also einer Verwaltungseinheit, die Teil der Invalidenversicherung bildet. Die Ärzte der
RAD sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59
Abs. 2 Satz 2 ATSG). Dies verschafft den Ärzten des RAD aber nicht jene
Unabhängigkeit, die für einen Sachverständigen notwendig ist (Art. 58 Abs. 1 BZP).
Deshalb sind Verwaltungsärzte nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl.
etwa BGE 123 V 333 f.) nicht als Sachverständige im beweisrechtlichen Sinn zu
qualifizieren, wenn sie aufgrund ihrer besonderen Fachkenntnis an der Vorbereitung
eines Verwaltungsentscheides mitwirken. Das bedeutet, dass ihre
Meinungsäusserungen nicht als Gutachten im beweisrechtlichen Sinn verstanden
werden dürfen, auch wenn sie inhaltlich einem Gutachten entsprechen. Das hat aber
keine direkte Auswirkung auf den Beweiswert einer durch einen Arzt eines RAD
abgegebenen Meinungsäusserung. Es besteht - analog dem
Sachverständigengutachten - eine Vermutung dafür, dass die Ärzte der RAD ihre
Meinungsäusserung unabhängig abgeben, dass sie also ihrer in Art. 59 Abs. 2 Satz 2
ATSG angeordneten Pflicht nachkommen, im Einzelfall unabhängig zu sein. An der
Unabhängigkeit ist - wiederum analog zu den Sachverständigengutachten - nur dann
zu zweifeln, wenn Indizien für eine Befangenheit vorliegen. Fehlen solche Indizien, ist
die Meinungsäusserung der Ärzte der RAD als unabhängig zu qualifizieren. Das
bedeutet, dass sich der Beweiswert der Meinungsäusserung ausschliesslich nach dem
Inhalt bestimmt. Bestehen allerdings Indizien für eine Befangenheit eines Arztes eines
RAD, so sinkt der Beweiswert seiner Meinungsäusserung, auch wenn deren Inhalt alle
Kriterien einer überzeugenden medizinischen Beurteilung erfüllt. Da die IV-Stellen
selbst verpflichtet sind, die Leistungsansprüche der Versicherten unabhängig zu
prüfen, kann auch aus der organisatorischen Einordnung der RAD in die
Invalidenversicherung keine Vermutung einer Befangenheit abgeleitet werden. Die
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Unterscheidung zwischen den in Erfüllung der "Unabhängigkeitspflicht" des Art. 59
Abs. 2 Satz 2 IVG erstellten Meinungsäusserungen der Ärzte der RAD und den
Gutachten unabhängiger Sachverständiger ist also nur ein formaler, denn die
Bedeutung des Befangenheitskriteriums ist dank Art. 59 Abs. 2 Satz 2 IVG bei beiden
Arten von Beweismitteln dieselbe. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
trifft dies auf die Meinungsäusserungen der behandelnden Ärzte nicht zu. Diese sind
nicht gesetzlich verpflichtet, den IV-Stellen unabhängig über ihre Patienten zu
berichten. Sie bilden auch nicht Teil einer Behörde, die in ihrem Handeln umfassend
dem Prinzip der Objektivität verpflichtet sind. Aufgrund der mehr oder weniger engen,
aber immer vorhandenen persönlichen Beziehungen zwischen den behandelnden
Ärzten und deren Patienten muss zum vornherein von einer natürlichen Vermutung
dafür ausgegangen werden, dass behandelnde Ärzte tendenziell zugunsten ihrer
Patienten befangen sind. Aber auch behandelnde Ärzte können im Einzelfall völlig
unbefangen gegenüber der IV-Stelle ihre medizinische Meinung äussern. Allerdings
muss sich dies so deutlich aus dem Bericht an die IV-Stelle ergeben, dass die
Befangenheitsvermutung widerlegt ist. Eine Verletzung des Grundsatzes der freien
Beweiswürdigung läge nur dann vor, wenn zum vornherein jeder Meinungsäusserung
eines behandelnden Arztes gegenüber einer IV-Stelle der Beweiswert abgesprochen
würde, weil behandelnde Ärzte ja gar nicht anders könnten, als zugunsten ihrer
Patienten zu berichten. Das ist aber eindeutig nicht die von der Beschwerdegegnerin
vertretene Auffassung. Es ist gerichtsnotorisch, dass sie Berichte behandelnder Ärzte
frei auf den Beweiswert würdigt.
3.
Der Vorwurf des Beschwerdeführers, der Psychiater des RAD Ostschweiz habe eine
ihm als medizinischer Fachperson gar nicht zukommende rechtliche Würdigung in
seine medizinische Meinungsäusserung einfliessen lassen, ist nicht stichhaltig. Die vom
Psychiater angesprochene Gerichtspraxis (vgl. BGE 130 V 352 ff.) beinhaltet nämlich
keine (oder nur sehr beschränkt eine) Antwort auf eine Rechtsfrage. Sie behauptet
vielmehr eine Erfahrungstatsache, laut der gewisse psychische Krankheiten bis zu
einem gewissen Schweregrad keine Arbeitsunfähigkeit i.S. von Art. 6 Satz 1 ATSG zu
bewirken vermögen, weil es den betroffenen Personen zumutbar sei, mittels einer
Willensanstrengung die subjektive, krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung
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zu überwinden und wieder zu arbeiten. Dabei wird von einem Einheitsmass an
Willenskraft ausgegangen. Die einzelnen Fälle unterscheiden sich also gemäss dieser
Gerichtspraxis nur in bezug auf das Ausmass der Krankheit, d.h. in bezug auf das
Mass des krankheitsbedingten Widerstandes, der durch eine Willensanstrengung zu
überwinden ist. Dieses Mass wird anhand vom Bundesgericht aufgelisteter Kriterien
bestimmt. Da sowohl die Depressivität als auch die somatoforme Schmerzstörung zu
diesen grundsätzlich überwindbaren psychischen Krankheiten gehören, hat der
Psychiater des RAD Ostschweiz geprüft, ob die subjektive Krankheitsüberzeugung des
Beschwerdeführers mittels einer zumutbaren Willensanstrengung überwunden werden
kann. Es liegt also keineswegs eine unzulässige rechtliche Würdigung des
medizinischen Sachverhalts durch den Psychiater des RAD Ostschweiz vor.
4.
Der Psychiater des RAD Ostschweiz hat sich u.a. auf eine telephonische
Stellungnahme der damaligen behandelnden Psychiaterin gestützt. Nach ständiger
Rechtsprechung sind telephonische Auskünfte, die in einer Aktennotiz festgehalten
werden, nicht beweistauglich. Sie verunmöglichen es nämlich der Person, die das
Subjekt des Verwaltungsverfahrens ist, den der Auskunftsperson im Rahmen der
Fragestellung geschilderten Sachverhalt zu korrigieren oder zu ergänzen, die der
Auskunftsperson gestellten Fragen zu überprüfen oder Ergänzungsfragen zu stellen.
Eine in einer Aktennotiz festgehaltene telephonische Auskunft ist deshalb nur ein
taugliches Beweismittel für blosse Nebenpunkte, namentlich Indizien oder
Hilfstatsachen (vgl. etwa BGE 117 V 282 ff., Erw. 4c). Diese Rechtsprechung bezieht
sich auf die von der Verwaltung selbst vorgenommene telephonische
Sachverhaltsabklärung. Ob sie auch auf einen von der Verwaltung mit einer
Begutachtung beauftragten unabhängigen Sachverständigen zur Anwendung kommen
muss, kann im vorliegenden Fall offen bleiben, da der Psychiater des RAD Ostschweiz
als Verwaltungsarzt mit der Abklärung des medizinischen Sachverhalts betraut
gewesen ist. Auf ihn kommt die genannte Rechtsprechung deshalb direkt zur
Anwendung. Er wäre also verpflichtet gewesen, einen schriftlichen Bericht der
behandelnden Psychiaterin einzuholen, wenn er tatsächlich, wie der Beschwerdeführer
offenbar annimmt, entscheidend auf die Angaben der behandelnden Psychiaterin
abgestellt hätte. Der Psychiater des RAD Ostschweiz hat in seiner internen
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Stellungnahme festgehalten, der im Untersuchungszeitpunkt vorliegende
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe gar keine andere diagnostische
Einschätzung zugelassen. Die behandelnde Psychiaterin habe diese klinische
Einschätzung geteilt. Daraus folgt, dass die telephonische Auskunft der behandelnden
Psychiaterin keine (Teil-) Grundlage der Einschätzung der medizinischen Situation und
damit der Arbeitsfähigkeit durch den Psychiater des RAD Ostschweiz gebildet hat.
Vielmehr hat es sich um einen Meinungsaustausch über das Ergebnis dieser
Einschätzung gehandelt. Obwohl mit dieser telephonischen Auskunft ein - scheinbarer
- Widerspruch zwischen der Einschätzung durch den Psychiater des RAD Ostschweiz
vom 3. Mai 2006 und dem Bericht der behandelnden Psychiaterin an die IV-Stelle vom
5. April 2006 (stationärer Zustand, volle Arbeitsunfähigkeit) ausgeräumt worden ist,
handelt es sich dabei doch nur um eine Bestätigung einer Hilfstatsache. Der
Untersuchungsbericht vom 23. Mai 2006 hätte nämlich auch ohne die telephonische
Auskunft der behandelnden Psychiaterin eine überzeugende
Arbeitsfähigkeitsschätzung aus psychiatrischer Sicht enthalten. Für diese Hilfstatsache
allerdings hat die in den Untersuchungsbericht vom 23. Mai 2006 eingebaute Notiz
über den Inhalt des Telephongesprächs mit der damaligen behandelnden Psychiaterin
uneingeschränkte Beweiskraft. Im übrigen kann in antizipierender Beweiswürdigung
davon ausgegangen werden, dass die behandelnde Psychiaterin auf eine
entsprechenden Anfrage hin den vom Psychiater des RAD angegebenen Inhalt des
Telephongesprächs schriftlich als korrekt bestätigt hätte. Es ist deshalb mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die
damalige behandelnde Psychiaterin eine erhebliche Verbesserung des psychischen
Gesundheitszustandes nach der Erstellung ihres Berichts vom 5. April 2006 konstatiert
hatte.
5.
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers besteht kein Widerspruch zwischen
der Arbeitsfähigkeitsschätzung der damaligen behandelnden Psychiaterin vom 5. April
2006 und der Arbeitsfähigkeitsschätzung im Bericht des RAD Ostschweiz vom 23. Mai
2006, denn beide Psychiater sind schliesslich davon ausgegangen, dass sich die
psychische Gesundheit des Beschwerdeführers nach dem 5. April 2006 erheblich
verbessert habe. Ebenfalls entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers ist es
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nicht notwendig, die medizinische Ursache dieser Verbesserung zu erforschen und
darzulegen. Es genügt, wenn die Verbesserung objektiv festgestellt wird, um die
Arbeitsfähigkeitsschätzung vom 23. Mai 2006 als überwiegend wahrscheinlich
qualifizieren zu können. Der aktuell behandelnde Psychiater Dr. med. L._ hat am 12.
Dezember 2006 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers
angegeben und er hat - in Beantwortung der ihm vom Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers gestellten Fragen - angedeutet, der Untersuchungsbericht des
RAD Ostschweiz vom 23. Mai 2006 sei wenig überzeugend, indem er eine definitive
Klärung der medizinischen Sachlage durch eine interdisziplinäre Begutachtung
empfohlen hat. Letzteres lässt darauf schliessen, dass Dr. med. L._ keine nach dem
3. Mai 2006 eingetretene erhebliche Verschlechterung des psychischen
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers angenommen, sondern eine bewusst
abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzung bei unverändertem Gesundheitszustand
abgegeben hat. Dieser Widerspruch zum Untersuchungsbericht des RAD Ostschweiz
vom 23. Mai 2006 zwingt dazu, die Überzeugungskraft dieser beiden
Arbeitsfähigkeitsschätzungen gegeneinander abzuwägen. Die vom Beschwerdeführer
geltend gemachten starken Krankheitssymptome sind dabei als Indizien nicht
stichhaltig, weil sie auf einer für die psychische Erkrankung (Depression, somatoforme
Schmerzstörung) typischen erheblichen Differenz zwischen dem subjektiven
Krankheitsempfinden und dem objektiv zu erhebenden somatischen Befund beruhen,
wie im Bericht vom 23. Mai 2006 überzeugend dargelegt worden ist. Die Antwort von
Dr. med. L._ auf die Frage nach den vom Beschwerdeführer geäusserten
Beschwerden beruht grundsätzlich auf den inhaltlich mit denjenigen vom 3. Mai 2006
übereinstimmenden Selbstangaben des Beschwerdeführers. Allerdings scheinen diese
Beschwerden gegenüber Dr. med. L._ als erheblich stärker geschildert worden zu
sein als gegenüber dem Psychiater des RAD Ostschweiz. Dies wird von Dr. med. L._
nicht thematisiert, obwohl ihm der Untersuchungsbericht vom 23. Mai 2006 offenbar
vorgelegen hat. Er erweckt damit den Anschein, er unterstelle dem Psychiater des RAD
Ostschweiz, dieser habe die Beschwerdeschilderungen des Beschwerdeführers zu
Unrecht nicht ernst genommen. Indizien dafür, dass Dr. med. L._ versucht hätte, die
Abweichung in den Beschwerdeschilderungen zu objektivieren bzw. den versteckten
Vorwurf gegenüber dem Psychiater des RAD Ostschweiz zu belegen, fehlen. Die
Auffassung von Dr. med. L._ ist deshalb nicht geeignet, die Überzeugungskraft des
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Untersuchungsberichts vom 23. Mai 2006 zu erschüttern. Erst recht ist sie nicht
geeignet, eine Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers von 100% mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit zu belegen. In dieser Situation muss der Erfahrung Rechnung
getragen werden, dass behandelnde Ärzte aufgrund ihrer Nähe zu ihrem Patienten
dazu neigen, dessen pessimistische Selbsteinschätzung unkritisch zu übernehmen,
allenfalls sogar ihm gegenüber der Sozialversicherung "zu seinem Recht zu verhelfen",
d.h. seine Arbeitsfähigkeit so einzuschätzen, dass auf jeden Fall eine
rentenbegründende Invalidität resultiert. Davon ist auch in bezug auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. L._ auszugehen. Es steht also mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdeführer in einer adaptierten
Tätigkeit im hier massgebenden Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Verfügung
zu 75% arbeitsfähig gewesen ist.
6.
Gemäss dem Bericht des letzten Arbeitgebers des Beschwerdeführers hat dessen
Einkommen im Jahr 2004 Fr. 60'320.- betragen. Ohne den Unfall hätte der
Beschwerdeführer diese Stelle behalten. Deshalb ist praxisgemäss zu vermuten, dass
das Valideneinkommen dem konkreten Einkommen entspricht. Es beläuft sich also auf
Fr. 60'320.-. Da der Beschwerdeführer keiner Erwerbstätigkeit nachgeht und da es sich
bei der zuletzt ausgeübten Erwerbstätigkeit nicht um eine behinderungsadaptierte
gehandelt hat, die der Beschwerdeführer nun noch zu 75% ausüben könnte, muss das
zumutbare Invalideneinkommen praxisgemäss anhand des Durchschnittslohnes
(Zentralwert) der Hilfsarbeiter aller Branchen ermittelt werden. Leichte,
wechselbelastende Hilfsarbeiten sind nämlich erfahrungsgemäss nicht auf einzelne
Branchen beschränkt. Gemäss der Lohnstrukturerhebung 2004 des Bundesamtes für
Statistik, Resultate auf nationaler Ebene, Anhang Tabelle TA1, beläuft sich der
durchschnittliche Monatslohn auf Fr. 4588.-. Allerdings beruht dieses Einkommen nicht
auf der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit 2004 von 41,6 Std., sondern auf einer
Wochenarbeitszeit von 40 Std. Das effektive Durchschnittseinkommen der Hilfsarbeiter
beträgt somit Fr. 4771.50 bzw. Fr. 57'258.-. Bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 75%
resultiert somit ein Einkommen von Fr. 42'944.-. Hilfsarbeiter, die mit einem
Beschäftigungsgrad von 75% erwerbstätig sind, erleiden im Durchschnitt einen
überproportionalen Lohnnachteil. Ihr Einkommen beträgt nicht 75%, sondern nur 70%
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des Einkommens eines Vollerwerbstätigen. Der Nachteil beträgt als 6,5% (vgl. die
Lohnstrukturerhebung 2004, Resultate auf nationaler Ebene, S. 25 Tabelle T6*). In
Konkurrenz zu einem gesunden, zu 75% erwerbstätigen Hilfsarbeiter weist der
Beschwerdeführer aus der Sicht eines rein ökonomisch handelnden potentiellen
Arbeitsgebers insbesondere den Nachteil auf, dass überdurchschnittlich viele
Krankheitsabsenzen drohen. Diesen Nachteil müsste der Beschwerdeführer durch
einen unterdurchschnittlichen Lohn kompensieren, um mit einem gesunden
Konkurrenten für eine 75%-Stelle gleichziehen zu können. Dies rechtfertigt es, den
Abzug vom statistischen Durchschnittseinkommen nicht auf 6,5%, sondern auf 10%
festzusetzen. Damit ergibt sich ein zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 38'650.-.
Die Erwerbseinbusse von Fr. 21'670.- entspricht einem Invaliditätsgrad von 36%. Die
Beschwerdegegnerin hat somit im Ergebnis zu Recht einen Rentenanspruch des
Beschwerdeführers verneint.
7.
Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Verfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand im Rahmen
von Fr. 200.- bis Fr. 1000.- festzulegen (Art. 69 Abs. 1 IVG). Der Verfahrensaufwand
erweist sich als durchschnittlich. Praxisgemäss rechtfertigt dies eine Gerichtsgebühr
von Fr. 600.-, die vom vollumfänglich unterliegenden Beschwerdeführer zu bezahlen
ist. Die Gerichtsgebühr ist durch den vom Beschwerdeführer geleisteten
Kostenvorschuss von Fr. 600.- gedeckt. Das Begehren des Beschwerdeführers um die
Zusprache einer Parteientschädigung ist abzuweisen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG