Decision ID: a592d106-1142-4a45-8cf8-8b677f011fd3
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Irja Zuber Hofer, c/o procap, Froburgstrasse 4,
Postfach, 4601 Olten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._, meldete sich am 12. Januar 2009 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1-1 ff.). Die
Anmeldung erfolgte aufgrund eines am 1. Juli 2008 erlittenen akuten Kollaps mit
anfallartigem Tremor im Rahmen eines psychischen Erschöpfungszustandes bei
Burnout-Symptomatik und reaktiver Depression sowie anschliessendem stationären
Aufenthalt in der Rehabilitationsklinik Gais vom 29. September 2008 bis 25. Oktober
2008 (Arztberichte von Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, vom 6.
Oktober 2008 und 12. Dezember 2008; nicht nummerierte Fremdakten G 6.2).
A.b In einem internen Protokoll vom 16. Januar 2009 führte Dr. med. C._vom IV-
internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD) nach einem gleichentags stattgefundenen
Gespräch mit dem behandelnden Arzt Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, aus, aktuell bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Grundsätzlich sei in
einer adaptierten Tätigkeit mit weniger Zeitdruck und Arbeitsanfall wie bisher eine volle
Arbeitsfähigkeit durchaus denkbar (IV-act. 5-1 f.).
A.c Am 5. Februar 2009 erstattete die Firma E._, einen Arbeitgeberbericht (IV-act.
15-1 ff.). Der Versicherte sei seit dem 2. Juli 1990 als Mitarbeiter im Betrieb tätig. Vor
Eintritt des Gesundheitsschadens habe er bis 31. Dezember 2007 die Position Leiter
Gebäudedienste bekleidet. Nach Eintritt des Gesundheitsschadens sei der Versicherte
ab 1. Januar 2008 als Stellvertreter Leiter Gebäudedienst tätig. Der Bruttolohn seit 1.
Januar 2008 betrage Fr. 6'700.-- pro Monat (IV-act. 15-3).
A.d Im Schlussbericht über die berufliche Eingliederung vom 9. September 2009 (IV-
act. 28-1) führte der Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle im Wesentlichen aus,
der Versicherte sei mit 50 % an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit angekommen und
im Betrieb in einer optimal angepassten neuen Tätigkeit eingegliedert. Daher empfehle
man den Abschluss der Arbeitsvermittlung und die Rentenprüfung. Das Invaliden
einkommen betrage Fr. 43'550.-- (Fr. 87'100.-- x 0.5).
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A.e Mit Vorbescheid vom 17. September 2009 wurde dem Versicherten eine
Abweisung des Gesuchs um berufliche Massnahmen in Aussicht gestellt. Zur
Begründung wurde ausgeführt, der Versicherte arbeite seit 1. August 2009 in einer
entlastenden adaptierten Tätigkeit bei der bisherigen Arbeitgeberin; eine Steigerung sei
aufgrund der Stelle sowie seiner subjektiven Einschätzung nicht möglich. Der
Versicherte sei somit angemessen eingegliedert (IV-act. 30-1 f.). Mit Verfügung vom 29.
Oktober 2009 wies die IV-Stelle das Leistungsgesuch des Versicherten um berufliche
Massnahmen ab (IV-act. 31-1 f.).
A.f Am 27. November 2009 erstattete der behandelnde Arzt Dr. A._ einen Arzt
bericht. Er diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, einen chronischen
Erschöpfungszustand, funktionelle Beschwerden, zur Zeit rezidivierende Thorax
schmerzen sowie einen Tinnitus und attestierte eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (vier
Stunden täglich) in der bisherigen Tätigkeit. Während dieser vier Stunden pro Tag
könne die volle Arbeitsleistung erbracht werden (IV-act. 35-3 ff.).
A.g Am 6. Dezember 2009 erstattete der Psychiater Dr. D._ einen Arztbericht. Er
diagnostizierte eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit depressiven, narzisstischen
und zwanghaften Zügen, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradige Episode, sowie eine dissoziative Störung, gemischt, und attestierte eine
langfristig reduzierte Arbeitsfähigkeit, bestenfalls mit Stabilisierung auf dem heutigen
Niveau im Umfang von 50 % (IV-act. 36-1 ff.).
A.h Mit Vorbescheid vom 7. Januar 2010 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Ausrichtung einer halben Rente ab 1. September 2009 in Aussicht. Die aktuell ausge
übte Tätigkeit könne nach einer weiteren Modifikation des Arbeitsplatzes als optimal
adaptiert betrachtet werden. Dem Versicherten sei es zumutbar, ein Pensum von 50 %
(mit voller Leistung) auszuüben (IV-act. 42-1 ff.).
A.i Mit Verfügung vom 5. März 2010 sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit
Wirkung ab 1. April 2010 eine halbe Rente plus eine Kinderrente zu (IV-act. 50-1 f.). Mit
Verfügung vom 22. April 2010 sprach sie ihm eine halbe Rente plus eine Kinderrente
von 1. September 2009 bis 31. März 2010 zu (act. G 3.1).
B.
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B.a Gegen diese Verfügungen richtet sich die Beschwerde vom 19./28. April 2010. Der
Beschwerdeführer beantragt darin deren Aufhebung, die Zusprache mindestens einer
Dreiviertelsrente (inkl. Kinderrente) und eventualiter die Rückweisung der Angelegenheit
zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin, unter Kosten- und Ent
schädigungsfolge. Zur Begründung führt er im Wesentlichen aus, die Beschwerde
gegnerin habe sich bei der Ermittlung des Valideneinkommens auf Angaben im An
meldeformular und Fragebogen für Arbeitgebende gestützt. Dabei sei lediglich der
Grundmonatslohn berücksichtigt und die ausbezahlte Sonderprämie sowie das Be
teiligungszertifikat unberücksichtigt geblieben. Eine Nachfrage beim Arbeitgeber habe
ergeben, dass er als Leiter Gebäudedienst im Jahr 2008 bei einem Vollpensum einen
Lohn von Fr. 110'457.-- erwirtschaftet habe. Darauf sei abzustellen. Ebenfalls sei das
Invalideneinkommen zu korrigieren: Die Arbeitgeberin habe darauf verzichtet, das
Grundgehalt seiner neuen Funktion anzupassen und weiterhin das Grundgehalt von
Fr. 6'700.-- monatlich (bei einem 100 %-Pensum) ausgerichtet. Der effektiv
ausbezahlte Lohn betrage Fr. 46'685.-- (pro 2010). Unter Abzug der gewährten
Soziallohnkomponente in der Höhe von jährlich Fr. 9'341.-- betrage das
Invalideneinkommen Fr. 37'344.--. Daraus ergebe sich ein IV-Grad von über 60 %,
weshalb er Anspruch auf eine Dreiviertelsrente habe (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 9. Juni 2010
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie im Wesentlichen Folgendes
aus: Im Fragebogen für Arbeitgebende habe diese am 5. Februar 2009 angegeben,
dass der Beschwerdeführer als stellvertretender Leiter Gebäudedienst Fr. 6'700.-- pro
Monat und somit Fr. 87'100.-- pro Jahr seit dem 1. Januar 2008 verdiene. Ein Blick auf
den Auszug des Individuellen Kontos (IK) zeige, dass der Beschwerdeführer in den
letzten fünf Jahren vor dem internen Jobwechsel bzw. als Leiter Gebäudedienst
durchschnittlich Fr. 85'017.60 verdient habe. Die Angaben im Fragebogen für
Arbeitgebende würden ziemlich genau dem Durchschnittsverdienst der letzten Jahre
entsprechen. Auf diese Zahlen sei abzustellen, und es sei bei den
Vergleichseinkommen von einem gleich hohen (Validen)Verdienst auszugehen. Zum
Invalideneinkommen sei Folgendes auszuführen: Die Arbeitgeberin habe im
Fragebogen explizit zum Ausdruck gebracht, dass der angegebene Lohn der
Arbeitsleistung entspreche. Darauf sei sie zu behaften. Dem Bestätigungsschreiben der
Arbeitgeberin vom 12. April 2010 könne kein Gewicht beigemessen werden. Es sei
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vielmehr als Gefälligkeitsschreiben zu betrachten. Zudem spreche auch der im Jahre
2010 ausbezahlte Lohn von Fr. 46'685.-- gegen die Annahme eines Soziallohnes.
Dieser entspreche rund der Hälfte des früheren Lohnes. Dies scheine angemessen zu
sein, zumal der Beschwerdeführer in etwa die gleiche Tätigkeit wie früher ausübe (bis
2007: Leiter Gebäudedienste, ab 2008: stellvertretender Leiter Gebäudedienste).
Inhaltlich dürfte sich am Jobprofil nicht allzu viel geändert haben (act. G 6).
B.c In der Replik vom 21. Juli 2010 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest.
Er führt im Wesentlichen aus, auf das Schreiben der Arbeitgeberin vom 12. April 2010
könne abgestellt werden. Der Arbeitgeber habe im gleichen Schreiben zudem bestätigt,
dass die Gewinnbeteiligung nur darum wegfalle, weil er nicht mehr eine "Leiter-
Funktion" ausübe. Er würde somit ein Bruttogehalt von Fr. 110'457.-- erzielen können.
Im Weiteren frage das Formular der IV zu wenig klar, ob ein Soziallohn ausgerichtet
würde. Der Grund für den vergleichsweise hohen Soziallohn sei darin zu suchen, dass
er bereits früher in dieser Unternehmung beschäftigt gewesen sei und man kulanter
weise darauf verzichtet habe, den Lohn der Position anzupassen. Lediglich eine
Reduktion aufgrund des 50%-Pensums sei vorgenommen worden. Er habe nun -
entgegen der Meinung der Beschwerdegegnerin - keine Leitungs- oder Führungs
funktion mehr, sondern eine untergeordnete, ausführende Funktion. Es sei vollum
fänglich auf die Angaben der Arbeitgeberin abzustellen und von einem Invaliden
einkommen von Fr. 37'344.-- (2010) für die Stelle als Mitarbeiter im Qualitätswesen
auszugehen (act. G 10).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 12).

Erwägungen:
1.
1.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch
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auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch
auf eine Viertelsrente.
1.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist gemäss
Art. 28a Abs. 1 IVG Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) anwendbar. Danach wird für die Bestimmung
des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Der Einkommensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbs
einkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt
werden; sie können aber auch nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände
geschätzt werden (AHI 1998 S. 119).
1.3 Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch
des Beschwerdeführers auf eine Dreiviertelsrente zu Recht abgelehnt hat.
2.
2.1 Gestützt auf die medizinische Aktenlage ist der Invaliditätsgrad zu ermitteln.
Aufgrund der in den Akten liegenden Arztberichte und der Stellungnahme des RAD
vom 21. Dezember 2009 (IV-act. 37-2) kann unbestritten davon ausgegangen werden,
dass dem Beschwerdeführer eine leidensadaptierte Tätigkeit zu höchstens 50 %
zumutbar ist bzw. dass er mit seiner momentanen Tätigkeit, die er zu 50 % ausübt,
seine Restarbeitsfähigkeit ausschöpft.
2.2 Umstritten ist jedoch der Einkommensvergleich zur Berechnung des Invaliditäts
grads. Rechtsprechungsgemäss ist bei der Ermittlung des Valideneinkommens ent
scheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde.
Da nach empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im
Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung
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des Valideneinkommens grundsätzlich der letzte vor Eintritt der
Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S. K.
vom 23. März 2009, 8C_515/2008). Es rechtfertigt sich daher vom Jahr 2007
auszugehen. Für die Vornahme des Einkommensvergleichs ist jedoch grundsätzlich auf
die Gegebenheiten im Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns, nämlich 2009,
abzustellen (BGE 129 V 222). Der Beschwerdeführer erzielte im Jahr 2007 gemäss
Jahreslohnartenliste 2007 seines Arbeitgebers ein Einkommen von insgesamt
Fr. 106'392.-- (IV-act. 15-10). Dieser Betrag setzte sich zusammen aus den
Monatslöhnen inkl. 13. Monatslohn von insgesamt Fr. 84'500.--, einer Sonderprämie
von Fr. 2'000.--, einem Beteiligungszertifikat von Fr. 12'700.--, einer Prämie
Personenfaktor von Fr. 18.-- sowie einer variablen Prämie manuel und automatisch von
insgesamt Fr. 7'174.05. Es ist somit von einem Valideneinkommen 2007 in der Höhe
von Fr. 106'392.05 auszugehen. Das Valideneinkommen im Jahr 2009 inklusiv
Teuerung und Reallohnerhöhung beläuft sich nach dem Gesagten auf Fr. 111'017.80
(Valideneinkommen 2007 Fr. 106'392.05, Nominallohnindex Männer 2007: 2047/2009:
2136).
2.3 Als Einkommen, das die versicherte Person trotz gesundheitlicher Beein
trächtigungen zumutbarerweise noch zu realisieren vermag (Invalideneinkommen), ist
zu berücksichtigen, was durch eine zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Marktlage
erzielt werden könnte (vgl. dazu BGE 130 V 348 f. Erw. 3.4 mit Hinweisen). Der von
einer invaliden versicherten Person tatsächlich erzielte Verdienst bildet, für sich alleine
betrachtet, grundsätzlich kein genügendes Kriterium für die Bestimmung der Erwerbs
unfähigkeit und damit des Invaliditätsgrades. Das Mass der tatsächlichen Erwerbs
einbusse stimmt mit dem Umfang der Invalidität vielmehr nur dann überein, wenn -
kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse eine Bezugnahme auf den allge
meinen Arbeitsmarkt praktisch erübrigen, wenn die versicherte Person eine Tätigkeit
ausübt, bei der anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und wenn das Einkommen aus der Arbeitsleistung als
angemessen und nicht als Soziallohn erscheint (BGE 129 V 475 Erw. 4.2.1, 126 V 76
Erw. 3b/aa, 117 V 18 f., je mit Hinweisen; Urteil G. vom 2. Mai 2006, I 230/05, Erw. 2.3
mit Hinweisen). Nach Art. 25 Abs. 1 lit. b IVV gehören Lohnbestandteile, für die der
Arbeitnehmer nachgewiesenermassen wegen beschränkter Arbeitsfähigkeit keine
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Gegenleistung erbringen kann, nicht zu dem für die Invaliditätsbemessung mass
gebenden Erwerbseinkommen. Praxisgemäss sind an den Nachweis von Soziallohn
indessen strenge Anforderungen zu stellen, da vom Grundsatz ausgegangen werden
muss, dass ausbezahlte Löhne normalerweise das Äquivalent einer entsprechenden
Arbeitsleistung sind (BGE 117 V 18 mit Hinweisen; Entscheid I 106/05 des Eid
genössischen Versicherungsgerichts vom 2. August 2005). Es ist zudem zu bedenken,
dass Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ein eigenes Interesse daran haben können, die
Bezahlung von Soziallohn zu behaupten (BGE 110 V 277, 104 V 93; ZAK 1980 S. 345
Erw. 2b). Als Indiz für eine freiwillige Sozialleistung fallen insbesondere verwandt
schaftliche Beziehungen zur versicherten Person oder eine lange Dauer des Arbeits
verhältnisses in Betracht (RKUV 1996 Nr. U 240 S. 95). Der Beschwerdeführer war vom
1. Januar 2008 bis 31. Juli 2009 noch als stellvertretender Leiter Gebäudedienst bei
seiner bisherigen Arbeitgeberin tätig. Dem Frühinterventions-Assessmentprotokoll vom
27. März 2009 lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer am 1. Januar 2008
seine Führungsfunktion abgegeben hat (IV-act. 21-1). Trotz fehlender Führungsfunktion
des Beschwerdeführers blieb sein Einkommen des Jahres 2008 jedoch konstant, es
stieg sogar leicht an (vgl. Jahreslohnartenlisten 2007 und 2008, IV-act. 15-10, 15-9). Im
Hinblick darauf, dass sich Leitungsfunktionen in der Regel erheblich lohnwirksam aus
wirken, der Beschwerdeführer aber ab 2008 keine solche Funktion mehr ausübte, ist
davon auszugehen, dass der gegenüber 2007 leicht angestiegene Lohn 2008 einen
Soziallohnbestandteil innehatte. Zudem ist der Bestätigung der Arbeitgeberin vom
12. April 2010 zu entnehmen, dass im Jahres-Bruttogehalt des Beschwerdeführers als
Mitarbeiter im Qualitätswesen für die Zeit ab 1. August 2009 (IV-act. 26-1) 13 Monats
löhne sowie ein variables Gehalt in der Höhe von Fr. 3'135.-- enthalten sind (act. G 1.3).
Es scheint daher überwiegend wahrscheinlich, dass die Auszahlung dieses variablen
Gehaltes an den Beschwerdeführer ausschliesslich im Hinblick auf seine langjährige
Mitarbeit im Unternehmen erfolgte, das variable Gehalt mithin Soziallohncharakter auf
weist. Ein weiterer Soziallohnanteil ist im Übrigen nicht mit dem Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen.
2.4 Die Gegenüberstellung von Validen- (Fr. 111'017.80) und Invalideneinkommen
(Fr. 43'550.-- [Fr. 6'700.-- x 13 Monate x 50 %, IV-act. 26-2]) ergibt eine Erwerbs
unfähigkeit bzw. ein Invaliditätsgrad von 60.7 %, gerundet 61 % (BGE 130 V 121).
Damit besteht Anspruch auf eine Dreiviertelsrente.
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3.
3.1 Gemäss den obigen Erwägungen ist die Beschwerde gutzuheissen und die ange
fochtenen Verfügungen vom 5. März 2010 und 22. April 2010 aufzuheben. Die Sache
ist zur Festsetzung der Rentenhöhe und zur Ausrichtung einer Dreiviertelsrente ab
1. September 2009 an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt vollumfänglich, so dass
ihr die ganze Gerichtsgebühr aufzuerlegen ist. Der geleistete Kostenvorschuss von
Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.
3.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird
(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Angemessen erscheint
eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwert
steuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP