Decision ID: a5a4d4ee-c250-4b33-acdc-5e15c9bf24e8
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
D._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Advokat Dr. iur. Manfred Bayerdörfer, Rathausstrasse 40/42,
4410 Liestal,
gegen
Ausgleichskasse,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Nachbelastung von paritätischen Beiträgen für das Jahr 2006 (Ermessensleistung
patronaler Wohlfahrtseinrichtung)
Sachverhalt:
A.
A.a Die D._ (nachfolgend: Arbeitgeberin), war der Ausgleichskasse, bis 31. Dezember
2008 angeschlossen. Am 15. Juni 2009 führte die Revisionsstelle der Ausgleichskassen
bei der Arbeitgeberin eine Arbeitgeberkontrolle (Schlusskontrolle zufolge
Kassenwechsel) durch. Im Bericht vom 15. Juni 2009 wurde festgehalten, dass im Jahr
2006 eine Einmaleinlage für eine Rentenerhöhung aus dem Härtefonds der
Wohlfahrtsstiftung der A._ in die Pensionskasse von Fr. 64'061.-- (netto) und eine
von der Arbeitgeberin finanzierte Überbrückungsrente von Fr. 3'461.-- (netto; vgl. dazu
act. G 1.3-1.6) bzw. Fr. 3'645.-- (brutto) nicht der Beitragspflicht unterstellt worden
seien (act. G 3.3). Hierauf erliess die Ausgleichskasse am 7. Juli 2009 eine
Nachtragsverfügung, worin sie die Arbeitgeberin zur Nachzahlung von
Sozialversicherungsbeiträgen im Betrag von Fr. 9'552.75 verpflichtete (act. G 3.4).
A.b Gegen diese Verfügung erhob Advokat Dr. iur M. Bayerdörfer, Liestal, für die
Arbeitgeberin am 27. Juli 2009 Einsprache, worin er die Aufhebung der Verfügung
bezüglich der Einmaleinlage von Fr. 64'061.-- beantragte. Die Nachzahlung bezüglich
der Lohnsumme von Fr. 3'645.-- (brutto) blieb unbeanstandet (act. G 3.2). Mit
Einspracheentscheid vom 19. August 2009 wies die Ausgleichskasse die Einsprache
ab (act. G 3.1).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess die Arbeitgeberin durch ihren
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 21. September 2009 Beschwerde erheben mit den
Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben und die Angelegenheit sei an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die Nachzahlung aufgrund einer AHV-
Lohnsumme (brutto) von Fr. 3'645.-- neu berechne. Es sei ihr eine angemessene
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Parteientschädigung zulasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Zur Begründung
führte der Rechtsvertreter unter anderem aus, es sei unbestritten, dass die Zahlung der
Beschwerdeführerin an die Pensionskasse im Betrag von Fr. 3'461.-- (bzw. Fr. 3'645.--
brutto) zum massgebenden Lohn im Sinne des AHV-Beitragsrechts gehöre. Anders
verhalte es sich mit der Einmaleinlage im Betrag von Fr. 64'061.-- zur Finanzierung der
lebenslangen Rentenerhöhung. Diese sei im Sinn der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung (Urteil 9C_435/2008) von der Beitragspflicht auszunehmen. Die im
Einspracheentscheid angeführten Einwände gegen diese Rechtsprechung seien nicht
stichhaltig. Selbstverständlich komme es immer wieder vor, dass ein Dritter anstelle
des Arbeitgebers Leistungen erbringe, die zweifellos Arbeitsentgelt darstellen und
folglich unter den Begriff des massgebenden Lohnes fallen würden. Dies bilde jedoch
keinen Grund, um auch im Fall einer Ermessensleistung eines patronalen
Wohlfahrtsfonds auf massgebenden Lohn zu erkennen. Gemäss ausdrücklicher
Vorschrift würden auch Leistungen des Arbeitgebers für den Ausgleich des
Lohnausfalls bei Krankheit oder Unfall zum massgebenden Lohn gehören. Schliesse
hingegen der Arbeitgeber zur Deckung dieser Risiken Versicherungen ab, würden
weder die vom Arbeitgeber bezahlten Prämien noch die Versicherungsleistungen zum
massgebenden Lohn gehören. Die Beitragsbefreiung für Versicherungsprämien gelte
auch dann, wenn diese vollständig vom Arbeitgeber finanziert würden. Vor diesem
Hintergrund erscheine keineswegs als systemfremd, dass bei Beendigung des
Arbeitsverhältnisses ausgerichtete Leistungen mit sozialem Charakter unterschiedlich
behandelt würden, je nachdem, ob diese vom Arbeitgeber oder von einem
Wohlfahrtsfonds stammen würden.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 14. Oktober 2009 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie im
Wesentlichen aus, durch das Urteil des Bundesgerichts vom 6. März 2009
(9C_824/2008) sei die frühere Rechtsprechung und Lehre bestätigt worden, dass nach
den Grundsätzen des AHV-Beitragsrechts sämtliche Zuwendungen, die mit dem
Arbeitsverhältnis in Zusammenhang stehen würden, der Beitragspflicht unterliegen
würden. Aus diesem und weiteren Gründen habe das Bundesamt für
Sozialversicherungen (BSV) die für die Ausgleichskassen verbindlichen Weisungen
bisher nicht angepasst und auch keine AHV-Mitteilung erlassen. Sie sehe daher keine
Möglichkeit, von ihrem Einspracheentscheid abzuweichen.
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B.c Mit Eingabe vom 8. Dezember 2009 teilte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin mit, dass an den beschwerdeweise gestellten Anträgen
festgehalten werde (act. G 7).

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die vom Härtefonds der
Wohlfahrtsstiftung der A._ zugunsten einer Arbeitnehmerin der Beschwerdeführerin
übernommene Einmaleinlage von Fr. 64'061.-- in die Pensionskasse zur lebenslangen
Rentenerhöhung im Betrag von Fr. 500.-- pro Monat (vgl. act. G 1.3 S. 2 und G 1.4 S.
2) zu Recht als massgebenden Lohn qualifizierte. Bei der Beschwerdeführerin handelt
es sich um die Zweigniederlassung der D._ (vgl. Handelsregisterauszug, act. G 1.2).
Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen ist somit örtlich (und sachlich) zur
Beurteilung der streitigen Angelegenheit zuständig (vgl. Art. 58 ATSG, SR 830.1; vgl.
auch U. Kieser, ATSG-Kommentar, Rz 13 zu Art. 58 ATSG; BGE 124 V 104). Die
Arbeitnehmerin, deren Vorsorgeanspruch mit der streitigen nachträglichen
Beitragserhebung in Zusammenhang steht, hatte ihren Wohnsitz nach Lage der Akten
im Juni 2009 offenbar in Frankreich (vgl. act. G 1.3 S. 2). Ob dies auch im Zeitpunkt der
Anhängigmachung der Beschwerde der Fall war und eine Beiladung aus diesem Grund
unterbleiben könnte (SVR-AHV 1996 Nr. 87, 265), lässt sich den Akten nicht
entnehmen. Auf eine Beiladung kann jedoch verzichtet werden, weil die Arbeitnehmerin
durch den Verfahrensausgang in keinem Fall beschwert ist, denn die
Beschwerdeführerin gab die Zusicherung ab, in jedem Fall auf die Nachforderung des
Arbeitnehmerbeitragsanteils zu verzichten (act. G 9).
2.
2.1 Zu dem für die Berechnung der Beiträge massgebenden Lohn (Art. 5 Abs. 2 AHVG)
gehören, soweit sie nicht Unkostenentschädigungen darstellen, unter anderem
Leistungen des Arbeitgebers bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses, soweit sie nicht
im Sinne von Art. 8 vom massgebenden Lohn ausgenommen sind (Art. 7 lit. q Satz 1
AHVV). Art. 8 AHVV zählt in Abs. 1 verschiedene Leistungen bis zur Höhe von acht
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Monatslöhnen auf, welche vom massgebenden Lohn ausgenommen sind, worunter
auch Leistungen im Rahmen einer Vorruhestandsregelung des Arbeitgebers (lit. c) und
Entschädigungen bei Entlassungen im Falle von Betriebsschliessung oder
Betriebszusammenlegung (lit. d; vgl. dazu BGE 133 V 153).
2.2 Die Wohlfahrtsstiftung der A._ ist im Handelsregister eingetragen. Sie dient dem
Zweck, die Vorsorge für die Mitarbeitenden und deren Angehörige und Hinterbliebene
gegen die wirtschaftlichen Folgen von Alter, Tod, Krankheit, Unfall, Arbeitslosigkeit und
unverschuldete Notlage zu gewährleisten. Die Stiftung kann freiwillige einmalige oder
wiederkehrende Leistungen zu Gunsten des Personals gewähren, das im Dienst der
Arbeitgeber steht oder gestanden hat. Die Stiftung kann Beiträge aus vorgängig
geäufneten und gesondert ausgewiesenen Beitragsreserven an andere steuerbefreite
Vorsorgeeinrichtungen leisten, die für die ihr angeschlossenen Unternehmen bestehen.
Aus dem Handelsregister ist ersichtlich, dass im Juni 2005 ein grösserer
Vermögensübertrag (ohne Gegenleistung) von der Wohlfahrtsstiftung auf die
Pensionskasse der A._ erfolgt war. Auch konkret geht es um einen solchen Übertrag
bzw. eine Einmaleinlage aus dem Härtefonds der Wohlfahrtsstiftung in die
Pensionskasse zum Zweck der individuellen Leistungsaufbesserung. Wie aus dem
Antrag der Arbeitgeberin vom 23. Oktober 2006 an den Stiftungsrat hervorgeht,
erreichte die zu begünstigende Arbeitnehmerin am 30. November 2006 das
Pensionierungsalter. Sie hätte gerne aus finanziellen Gründen über das
Pensionierungsalter hinaus weiter gearbeitet. Dies war von der Arbeitgeberin abgelehnt
worden; statt dessen beantragte sie die Finanzierung einer Rentenerhöhung von
monatlich Fr. 500.-- und eine Überbrückungsrente von monatlich Fr. 300.-- (act. G 1.3).
Der Stiftungsrat bewilligte in der Folge die Finanzierung der Rentenerhöhung, während
die Überbrückungsrente von der Arbeitgeberin direkt finanziert werden sollte (act. G
1.4). Letztere Leistung ist anerkanntermassen beitragspflichtig.
2.3 In einem Urteil vom 21. Oktober 2008 hielt das Bundesgericht fest, von
entscheidender Bedeutung sei, dass sowohl der Begriff des massgebenden Lohnes
gemäss Art. 5 Abs. 2 AHVG (BGE 133 V 556 Erw. 4) als auch Art. 7 lit. q AHVV
unmissverständlich an das Arbeitsverhältnis anknüpfen würden. Art. 7 lit. q AHVV
spreche gar ausdrücklich von Leistungen des Arbeitgebers. Davon, dass Art. 7 lit. q
und 8 AHVV Leistungen des Arbeitgebers betreffen würden, sei auch das Bundesamt ter
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für Sozialversicherungen (BSV) in seinen Erläuterungen zu diesen neu gefassten
Bestimmungen bei deren Inkrafttreten am 1. Januar 2001 ausgegangen (AHI 2000 S.
254f). Somit würden weder der Gesetzeswortlaut noch der Verordnungstext Raum für
die Annahme lassen, beitragspflichtige Entgelte aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit
lägen auch vor, wenn sie nicht von der Arbeitgeberfirma, sondern von einer Drittperson,
namentlich einer vom Arbeitgeber zu unterscheidenden Vorsorgeeinrichtung, selbst in
Gestalt eines patronalen Wohlfahrtsfonds, erbracht würden (Urteil des Bundesgerichts
vom 21. Oktober 2008 i/S BSV/Bank X. [9C_435/2008] Erw. 3.2).
In dem von der Beschwerdegegnerin angeführten Urteil vom 6. März 2009 i/S E.
(9C_824/2008) ging es um die Frage, wer (von mehreren möglichen juristischen
Personen) als Arbeitgeber im Sinne des AHV-Rechts (Art. 12 Abs. 1 AHVG) zu gelten
habe. Gemäss Sachverhalt jenes Falles richtete die X. AG nach dem Verkauf ihrer
Beteiligungen an die Y. AG einem Arbeitnehmer dieser AG Geldleistungen aus. Das
Bundesgericht kam zum Schluss, dass diese Geldleistungen nicht von der X. AG,
sondern von der Y. AG mit der Ausgleichskasse abgerechnet werden müssten (Urteil
9C_824/2008, Erw. 5-6). Die von einer Holdinggesellschaft an Arbeitnehmende einer
Gesellschaft, deren Beteiligung sie hält, für langjährige Betriebszugehörigkeit
ausgerichteten Entschädigungen wurden als massgebender Lohn deklariert. Dass die
Holdinggesellschaft die Entschädigungen ausgerichtet habe, genüge für sich allein
noch nicht, um sie als beitragspflichtige Arbeitgeberin zu betrachten. Vielmehr hätten
die Gesellschaften, welche die Begünstigten beschäftigen würden, die sich daraus
ergebenden beitragsrechtlichen Konsequenzen zu tragen (Urteil 9C_824/2008 Erw.
6.2).
2.4 Anders als im vorerwähnten Urteil 9C_824/2008 stehen bei der hier streitigen
Angelegenheit ausschliesslich Leistungen der Wohlfahrtsstiftung an die Einrichtung der
beruflichen Vorsorge der Beschwerdeführerin in Frage. Die bei den Akten liegende
Rechnung der Pensionskasse der A._ an die Beschwerdeführerin (act. G 1.5) betrifft
nämlich die (hier nicht streitige) temporäre Übergangsrente von Fr. 300.--, nicht jedoch
die streitige Leistung. Die streitige Einmaleinlage zur Rentenerhöhung im Betrag von
Fr. 500.-- pro Monat erbrachte die Wohlfahrtsstiftung aus eigenem (Ermessens-)Ent-
scheid und aus eigenen Mitteln. Dem erwähnten Urteil liegt insoweit ein mit den
vorliegenden Gegebenheiten nicht vergleichbarer Sachverhalt zugrunde. Es handelt
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sich insbesondere auch nicht um eine Leistung im Rahmen einer
Vorruhestandsregelung (Art. 8 Abs. 1 lit. c AHVV), da die Erhöhung der Rente im
Betrag von Fr. 500.-- pro Monat erst mit Vollendung des 64. Altersjahres der
betroffenen Arbeitnehmerin ausgerichtet wurde (vgl. act G. 1.3, 1.4). Das
Bundesgericht entschied sich im zuvor ergangenen Urteil 9C_435/2008 dafür, dass
Leistungen eines Wohlfahrtsfonds der Beitragspflicht nicht unterstehen sollen. Dieses
Ergebnis wird von einem Teil der Lehre begrüsst (Jürg Brechbühl, Einlagen in die
berufliche Vorsorge, Pensionskassenleistungen und ihre Behandlung im Beitragsrecht
der AHV, in: Schaffhauser/Stauffer, BVG-Tagung 2009, St. Gallen 2009, 119 unten;
Christina Ruggli-Wüest, Wohlfahrtsfonds heute: Ein Auslaufmodell, oder ...? in:
Schaffhauser/Stauffer, BVG-Tagung 2009, St. Gallen 2009, 174-177 mit Hinweisen;
Franziska Bur Bürgin/Markus Moser, Wohlfahrtsfonds im "Würgegriff" des AHV-
Beitragsrechts, in: Schweizer Personalvorsorge 2008 Nr. 8, 83 und Nr. 12, 79; H.
Wohlmann, in: Schweizer Personalvorsorge 2009 Nr. 8, 85), während andere Autoren
das Urteil kritisieren (vgl. P. Cadotsch, Wird der AHV-massgebende Lohn durch
Auszahl- und Zahladresse beeinflusst, in SZS 209, S. 3ff., insb. S. 14). Im Parlament
hat die Kontroverse zu gesetzgeberischen Aktivitäten im Rahmen der 11. AHV-Revision
geführt, deren Ergebnis noch offen ist.
2.5 Aus dem dargelegten Zweck der Wohlfahrtsstiftung (vorstehende Erw. 2.2) ergibt
sich, dass es sich bei den Leistungen der Wohlfahrtsstiftung nicht um reglementarische
Leistungen, sondern um Zahlungen gestützt auf einen Ermessensentscheid des
Stiftungsrates handelt. Nach Auffassung des Bundesgerichts ist die Tatsache, dass
Art. 6 Abs. 2 lit. h AHVV reglementarische Leistungen von Vorsorgeeinrichtungen, die
der Begünstigte bei Eintritt des Vorsorgefalles persönlich beanspruchen kann, wozu
namentlich Renten aus der obligatorischen und der weitergehenden beruflichen
Vorsorge zu zählen sind, vom Begriff des Erwerbseinkommens ausnimmt, eine
Selbstverständlichkeit und bedeutet nicht, dass umgekehrt alle Leistungen einer
Vorsorgeeinrichtung, eines Wohlfahrtsfonds oder einer anderen vorsorgeähnlichen
Einrichtung, die nicht unter Art. 6 Abs. 2 lit. h AHVV fallen, auch ohne entsprechende
gesetzliche Grundlage als massgebender Lohn der Beitragspflicht unterliegen. Eine
rechtsgenügliche Grundlage für die Erfassung derartiger Zahlungen als massgebender
Lohn könne nicht mittels eines Umkehrschlusses gefunden werden, sondern bedürfte
einer positivrechtlichen gesetzlichen Regelung (Urteil 9C_435/2008 Erw. 3.3).
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Entrichtet ein Arbeitgeber Sozialleistungen an seine Arbeitnehmenden, gehören diese
zum massgebenden Lohn, es sei denn, sie seien kraft ausdrücklicher gesetzlicher
Vorschrift von der Beitragspflicht ausgenommen (vorstehende Erw. 2.1). Von P.
Cadotsch (a.a.O., S. 13-15) wird dazu mit Hinweis auf die ältere Rechtsprechung
festgehalten, auch wenn der Wohlfahrtsfonds klarerweise nicht der beschäftigende
Arbeitgeber sei, handle es sich - abgesehen von bestimmten (konkret nicht zur
Anwendung gelangenden) Ausnahmetatbeständen - bei den Leistungen eines
patronalen Wohlfahrtsfonds um massgebenden Lohn. Er erachtet eine Abkehr von der
bisherigen Rechtsprechung als nicht zureichend begründet. Eine weitere
Autorenmeinung gibt zu bedenken, dass vergleichbare Leistungen in vergleichbaren
Situationen - als Beispiele angeführt werden vom Arbeitgeber freiwillig an vorzeitig
zurücktretende Mitarbeiter ausgerichtete Überbrückungsrenten (= massgebender
Lohn), Ermessensleistung eines patronalen Fonds (= kein massgebender Lohn) -
unterschiedlich behandelt würden, je nachdem, ob sie direkt ausgerichtet oder über
einen Fonds fliessen würden. Eine solche Praxis führe zur Benachteiligung von
Arbeitgebern, welche keine Stiftung errichtet hätten, oder von Mitarbeitern, die nicht
zum Begünstigtenkreis gehören würden. Weiter erlaube sie die Ausnahme von
Leistungen, durch die einzelne Mitarbeiter bevorzugt würden. Dies widerspreche der
Zielsetzung des Verordnungsgebers, der bei der Schaffung der Ausnahmen dem
Gleichbehandlungsgrundsatz grosses Gewicht beigemessen habe. Die
Rechtsprechung gemäss Urteil 9C_435/2008 lasse zu, dass verschiedenste
Lohnersatzleistungen über patronale Stiftungen erbracht und damit vom
massgebenden Lohn ausgenommen würden. Dies könne im Extremfall dazu führen,
dass nur der Grundlohn lückenlos der Beitragspflicht unterstellt bleibe, was in Bezug
auf das Solidaritätsprinzip heikel erscheine (F. Grob/M. Hirt, Wohlfahrtsfonds aus der
Sicht der AHV, in: Schweizer Personalvorsorge 2009 Nr. 3, 79). Diese Überlegungen
erscheinen insgesamt begründet, so dass Leistungen eines patronalen
Wohlfahrtsfonds jedenfalls solange, als kein entsprechender gesetzlicher
Ausnahmetatbestand geschaffen ist, der Beitragspflicht unterliegen. Nur so kommt der
Grundsatz zum Tragen, wonach alle Bezüge eines Arbeitnehmers, die wirtschaftlich mit
dem Arbeitsverhältnis zusammenhängen, als massgebender Lohn zu betrachten sind,
unabhängig davon, ob das Entgelt geschuldet wird oder dessen Entrichtung freiwillig
erfolgt (vgl. Hanspeter Käser, Unterstellung und Beitragswesen in der obligatorischen
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AHV, 2. Aufl., S. 112 mit Hinweisen). Eine Befreiung von der Beitragspflicht kommt
daher auch bei den konkret streitigen Leistungen nicht in Betracht. Die von den
Parteien erwähnte, im Parlament zur Diskussion stehende Gesetzesänderung (Frage
der Unterstellung von nichtreglementarischen Leistungen eines Wohlfahrtsfonds unter
die AHV-Beitragspflicht; act. G 1.6, 1.7) könnte, selbst wenn für Leistungen von
Wohlfahrtsfonds eine generelle Ausnahme von Beitragspflicht gesetzlich verankert
würde, für den vorliegenden Fall keine rückwirkende Geltung bewirken.
3.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 19. August 2009 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).