Decision ID: ceee27f7-1509-4148-9956-caa33c1e548e
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend arbeitsrechtliche Forderung
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichts am Arbeitsgericht Zürich, 1. Abteilung, vom 26. Januar 2015 (AH140186-L)
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Rechtsbegehren: (Urk. 1)
" 1. Es sei der Beklagten unter Androhung der Bestrafung ihrer  und Geschäftsleiter gemäss Art. 292 StGB im  zu verbieten, dem US Department of Justice (DoJ) oder einer anderen Behörde der Vereinigten Staaten von Amerika in irgendeiner Weise direkt oder indirekt den Kläger identifizierende, bezeichnende oder betreffende Dokumente oder Informationen, namentlich über Art und Umfang der bei der Beklagten  Tätigkeiten, der bekleideten Positionen oder der betreuten Kundenbeziehungen, zu übermitteln, herauszugeben oder  direkt oder indirekt zugänglich zu machen.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 8% MWST zu Lasten der Beklagten."
Verfügung des Arbeitsgerichtes Zürich, 1. Abteilung, vom 26. Januar 2015:
1. Das Sistierungsgesuch des Klägers vom 22. Januar 2015 wird abge-
wiesen.
2. Auf die Klage wird nicht eingetreten.
3. Es werden keine Kosten erhoben.
4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Kläger unter Beilage des
Doppels von act. 6, an die Beklagte unter Beilage der Doppel von
act. 10-12/2.
6. (Rechtsmittelbelehrung betreffend Ziffer 1: Beschwerde, 10 Tage).
7. (Rechtsmittelbelehrung betreffend Ziffer 2: Berufung, 30 Tage).
Berufungsanträge: (Urk. 15)
1. Die Verfügung des Arbeitsgerichts Zürich vom 26. Januar 2015, -Nr.: AH140186-L, sei aufzuheben und der Prozess zur  des rechtlichen Gehörs an die Vorinstanz zurückzuweisen.
2. Eventualiter sei die Verfügung des Arbeitsgerichts Zürich vom 26. Januar 2015, Geschäfts-Nr.: AH140186-L, aufzuheben und es sei festzustellen, dass das beantragte Verbot, mit welchem der Beklagten und Berufungsbeklagten die Übermittlung von den Kläger oder Beru-
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fungskläger betreffende Personendaten in die USA zu untersagen ist, einen Streitwert von CHF 15'000 aufweist. Entsprechend sei der  Prozess zwecks materieller Beurteilung der geltend gemachten Ansprüche im vereinfachten Verfahren gemäss Art. 243 ff. ZPO an die Vorinstanz zurückzuweisen.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 8% MWST zu Lasten der Beklagten.

Erwägungen:
A. Sachverhaltsübersicht/Prozessgeschichte
1. Die Beklagte und Berufungsbeklagte (nachfolgend: Beklagte) ist eine inter-
national tätige Privatbank mit Sitz in Zürich. Der Kläger und Berufungskläger
(nachfolgend: Kläger) war von Januar 2011 bis zur Schliessung der Filiale in
C._ als Filialleiter bei der Beklagten angestellt (Urk. 1 Rz. 3; Urk. 12/2).
2. Mit Eingabe vom 9. Dezember 2014 (Urk. 1) und unter Beilage der Klage-
bewilligung des Friedensrichteramtes der Stadt Zürich, Kreise 4 und 5, vom
9. September 2014 (Urk. 3) machte der Kläger beim Arbeitsgericht Zürich, Einzel-
gericht, die vorliegende Klage anhängig. Er beantragte, es sei der Beklagten unter
Androhung der Bestrafung ihrer Organe und Geschäftsleiter gemäss Art. 292
StGB im Widerhandlungsfalle zu verbieten, dem US Department of Justice (DOJ)
oder einer anderen Behörde der Vereinigten Staaten von Amerika in irgendeiner
Weise direkt oder indirekt den Kläger identifizierende, bezeichnende oder betref-
fende Dokumente oder Informationen, namentlich über Art und Umfang der bei
der Beklagten ausgeübten Tätigkeiten, der bekleideten Positionen oder der be-
treuten Kundenbeziehungen, zu übermitteln, herauszugeben oder sonstwie direkt
oder indirekt zugänglich zu machen (Urk. 1 S. 2). Aufgrund der Streitwertangabe
(Fr. 15'000.–) wurde das Verfahren dem Einzelgericht zugewiesen. Mit Verfügung
vom 15. Dezember 2014 setzte die Präsidentin der 1. Abteilung des Arbeitsge-
richts Zürich als Einzelgericht (nachfolgend: Vorinstanz) den Parteien eine Frist
an, um zur Frage Stellung zu nehmen, ob der Prozess im vereinfachten oder im
ordentlichen Verfahren zu führen sei (Urk. 4). Nach Eingang der Stellungnahmen
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der Parteien (Urk. 6 und 10) trat die Vorinstanz mit Verfügung vom 26. Januar
2015 nicht auf die Klage ein (Urk. 13 = Urk. 16).
3. Hiergegen erhob der Kläger mit Eingabe vom 2. März 2015 fristgerecht (vgl.
Urk. 14/1) Berufung (Urk. 15). Er beantragt, die angefochtene Verfügung sei auf-
zuheben und der Prozess zur Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Vorin-
stanz zurückzuweisen. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben
und festzustellen, dass das beantragte Verbot einen Streitwert von Fr. 15'000.–
aufweise. Die Beklagte verzichtete auf eine Berufungsantwort (Urk. 20).
B. Hauptantrag
1. Mit dem Hauptantrag verlangt der Kläger die Aufhebung des angefochtenen
Entscheids und eine Rückweisung an die Vorinstanz wegen Verletzung des "Rep-
likrechts". Die Vorinstanz habe ihm die Stellungnahme der Beklagten vom 17. De-
zember 2014 (Urk. 6) nicht zugestellt. Dadurch sei sein Anspruch auf rechtliches
Gehör offensichtlich verletzt worden. Hätte er vor Erlass der angefochtenen Ver-
fügung Kenntnis von der Stellungnahme der Beklagten und damit von der Tatsa-
che der übereinstimmenden Streitwertangaben der Parteien gehabt, hätte er die
Vorinstanz auf die gemäss Art. 91 Abs. 2 ZPO bestehende, in der angefochtenen
Verfügung aber mit keinem Wort erwähnte und damit offensichtlich übersehene
Einschränkung der richterlichen Überprüfung der übereinstimmenden Streitwert-
angaben der Parteien aufmerksam machen können (Urk. 15 Rz. 8 ff.).
2.1 Gemäss Art. 29 Abs. 1 und 2 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK haben die Parteien
eines Gerichtsverfahrens Anspruch auf rechtliches Gehör. Diese Garantie um-
fasst auch das Recht, von den beim Gericht eingereichten Stellungnahmen
Kenntnis zu erhalten und sich dazu äussern zu können (sog. Replikrecht). Die
Wahrnehmung des Replikrechts setzt voraus, dass die fragliche Eingabe der Par-
tei zugestellt wird. Das Bundesgericht hat wiederholt festgehalten, dass den Ver-
fahrensbeteiligten ein Anspruch auf Zustellung von Vernehmlassungen zusteht,
unabhängig davon, ob diese Eingaben neue und erhebliche Gesichtspunkte ent-
halten. Das Gericht muss vor Erlass seines Urteils eingegangene Vernehmlas-
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sungen den Beteiligten zustellen, damit diese sich darüber schlüssig werden kön-
nen, ob sie sich dazu äussern wollen oder nicht (BGE 138 I 484 E. 2.1; 137 I 195
E. 2.3.1).
2.2 Die Vorinstanz hat es versäumt, dem Kläger die gegnerische Stellungnahme
vom 17. Dezember 2014 vor der Eröffnung der Verfügung zuzustellen, sie hat
diese erst der angefochtenen Verfügung beigelegt (vgl. Urk. 16 Dispositivziffer 5).
Da das Replikrecht alle beim Gericht eingereichten Stellungnahmen umfasst, un-
abhängig davon, ob die Eingaben neue und/oder wesentliche Vorbringen enthal-
ten und es Sache der Parteien ist zu beurteilen, ob eine Entgegnung erforderlich
ist oder nicht (BGE 139 I 189 E. 3.2), kann es letztlich offen bleiben, ob in dieser
Stellungnahme Neues vorgebracht wurde. Die Vorinstanz hat jedenfalls auf die
Ausführungen der Beklagten in der angefochtenen Verfügung Bezug genommen
(vgl. Urk. 16 E. 3, E. 4.2 ). Da die Beklagte in der fraglichen Stellungnahme die
Ausführungen des Klägers jedoch nicht bestritt, sondern seine Argumentation
vielmehr stützte und da die Vorinstanz das Recht und damit auch Art. 91 Abs. 2
ZPO von Amtes wegen zu beachten hat (vgl. Art. 57 ZPO), kann vorliegend von
einer geringfügigen Verletzung des rechtlichen Gehörs ausgegangen werden.
2.3 Eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs
kann geheilt werden, wenn die betroffene Person die Möglichkeit hat, sich vor ei-
ner Rechtsmittelinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt als auch die
Rechtslage frei prüfen kann (vgl. BGE 133 I 201 E. 2.2, 132 V 387 E. 5.1, 127 V
431 E. 3.d.aa). Von einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz ist ferner –
selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen Gehörs – abzuse-
hen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und
damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung
gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurtei-
lung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 133 I 201 E. 2.2 mit weiteren
Hinweisen).
2.4 Die Berufungsinstanz kann den angefochtenen Entscheid gesamthaft – d.h.
sowohl hinsichtlich Tat- und Rechtsfragen umfassend – überprüfen und hat somit
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volle Kognition. Sie kann sämtliche gerügten Mängel frei und unbeschränkt über-
prüfen (vgl. Reetz/Theiler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.],
Kommentar ZPO, 2. Auflage 2013, Vorb. zu Art. 308-318 N. 15; 310 N. 6).
2.5 Da die Berufungsinstanz zur freien Prüfung aller Fragen befugt ist, die schon
der Erstinstanz unterbreitet wurden, würde eine Rückweisung des Verfahrens an
die Vorinstanz, welche nach Einholung der Stellungnahme wohl wieder denselben
Entscheid fällen würde, zu unnötigen Verzögerungen des Verfahrens führen. Mit
Blick auf das Interesse an einer beförderlichen Beurteilung der Sache ist von ei-
ner Rückweisung an die Vorinstanz abzusehen.
C. Eventualantrag
1. Mit dem Eventualantrag verlangt der Kläger die Aufhebung der angefochte-
nen Verfügung sowie die Feststellung, dass das beantragte Verbot einen Streit-
wert von Fr. 15'000.– aufweise (Urk. 15 S. 2).
2. Der Kläger klagt gegen seine frühere Arbeitgeberin auf Nichtbekanntgabe
von Daten an Dritte. Er beziffert den Streitwert des geltend gemachten Anspruchs
auf Fr. 15'000.–, entsprechend einem Bruttomonatslohn (Urk. 1 Rz. 5 und Urk. 15
Rz. 3 und 40). Die Beklagte erklärte sich im vorinstanzlichen Verfahren damit ein-
verstanden (Urk. 6 Rz. 6). Die Vorinstanz qualifizierte die Klage hingegen als nicht
vermögensrechtliche. Als solche sei bzw. wäre sie im ordentlichen Verfahren zu
behandeln. Mangels richtiger Verfahrensart trat die Vorinstanz nicht auf die Klage
ein.
3. Nach konstanter Praxis sind als nicht vermögensrechtlich Streitigkeiten über
Rechte zu betrachten, die ihrer Natur nach nicht in Geld geschätzt werden können
(BGE 139 II 404 E. 12.1; 108 II 77 E. 1a). Es muss sich um Rechte handeln, die
weder zum Vermögen einer Person gehören noch mit einem vermögensrechtli-
chen Rechtsverhältnis eng verbunden sind. Dass die genaue Berechnung des
Streitwertes nicht möglich oder dessen Schätzung schwierig ist, genügt nicht, um
eine Streitsache als eine solche nicht vermögensrechtlicher Natur erscheinen zu
lassen. Massgebend ist, ob mit der Klage letztlich und überwiegend ein wirtschaft-
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licher Zweck verfolgt wird (BGE 139 II 404 E. 12.1; 118 II 528 E. 2c). Ist dies der
Fall, liegt eine vermögensrechtliche Streitigkeit vor (BGE 139 II 404 E. 12.1; 135
III 578 E. 6.3, je mit Hinweisen). Klagen gestützt auf Art. 15 Abs. 1 DSG zum
Schutz der Persönlichkeit richten sich nach Art. 28-28l ZGB. Derartige Klagen
sind klassischerweise nicht vermögensrechtlicher Natur (BGE 110 II 411 E. 1).
4. Der Kläger beruft sich zunächst auf Art. 91 Abs. 2 ZPO, wonach das Gericht
nur dann zur Festsetzung des Streitwerts berufen sei, wenn eine Einigung der
Parteien darüber nicht zustande komme oder deren Angaben offensichtlich un-
richtig seien. Der gesetzlich stipulierte Vorrang der Parteiautonomie in Bezug auf
die Bezeichnung des Streitwerts impliziere auch die Frage, ob mit einer Klage
überwiegend wirtschaftliche Interessen verfolgt würden oder eben nicht (Urk. 15
Rz. 12 ff.). Der Kläger irrt. Nicht vermögensrechtliche Klagen haben keinen Streit-
wert. Sie fallen daher von vornherein nicht unter Art. 91 ff. ZPO (Sterchi, in: Ber-
ner Kommentar ZPO, Band I, 2012, Art. 91 ZPO N. 22). Die Frage, ob eine Strei-
tigkeit vermögensrechtlicher oder nicht vermögensrechtlicher Natur ist, liegt nicht
in der Disposition der Parteien. Etwas anderes sagen auch Diggelmann und die
weiteren vom Kläger angerufenen Kommentatoren nicht (vgl. Diggelmann, in:
Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], ZPO Kommentar, 2011, Art. 91 ZPO N. 21).
5.1 Weiter anerkennt der Kläger zwar, dass Klagen aus Persönlichkeitsverlet-
zung bislang durch das Bundesgericht als nicht vermögensrechtlich qualifiziert
worden seien. Das Bundesgericht habe sich jedoch nie "vertieft mit der Problema-
tik auseinandergesetzt". Auch die Lehre habe sich, soweit ersichtlich, dieser The-
matik bisher nicht eingehend angenommen, sondern sich mit "lapidaren Verwei-
sen" auf die entsprechende Praxis begnügt. Entsprechend sei von Bedeutung,
dass sich die II. Zivilkammer des Obergerichts des Kantons Zürich kürzlich im Zu-
sammenhang mit der Übermittlung von Personendaten unter dem US Programm
mit der Frage befasst habe, ob sich die Auseinandersetzung um derartige Daten
den vermögensrechtlichen oder nicht vermögensrechtlichen Streitigkeiten zuord-
nen lasse. In seinem Entscheid LF140013 vom 7. März 2014 habe das Oberge-
richt festgehalten, dass dort, wo das Motiv für die Verhinderung einer Datenüber-
mittlung primär darin bestehe, nicht in Verfahren vor US Behörden hineingezogen
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zu werden und dadurch geschäftliche Nachteile zu erleiden, nicht der Schutz der
Persönlichkeit, sondern ein vermögensrechtliches Interesse verfolgt werde. Auch
ein mit diesen Verletzungen einhergehender Reputationsverlust habe das Gericht
als vermögensrechtlich beurteilt, da dessen Auswirkungen auf die von der be-
troffenen Partei betriebene Anlage- und Vermögensverwaltungstätigkeit nach An-
sicht der Richter ebenfalls finanzieller Natur gewesen seien. Das Bundesgericht
habe mit Urteil 4A_239/2014 vom 2. Juli 2014 eine gegen diese Auffassung erho-
bene Willkürbeschwerde abgewiesen und unter Verweis auf seine bisherige Pra-
xis festgehalten, dass für die Beurteilung eines Streitgegenstands als vermögens-
oder nicht vermögensrechtlich massgebend sei, welcher Zweck damit letztlich und
überwiegend verfolgt werde (Urk. 15 Rz. 26 ff.).
5.2 Die Vorinstanz erwog dazu, dass das Bundesgericht im Entscheid 4A_239/
2014 dem Umstand Relevanz beigemessen habe, dass es sich bei beiden Partei-
en um juristische Personen gehandelt habe. Der Grundsatz, dass Klagen der vor-
liegenden Art nicht vermögensrechtlicher Natur seien, sei damit hinsichtlich natür-
licher Personen (klägerischerseits) nicht aufgegeben worden (Urk. 14 E. 4.3). Der
Kläger hält dies für unzutreffend. Die vorinstanzliche Auffassung finde im Urteil
aus Lausanne "keinerlei Grundlage" (Urk. 15 Rz. 30).
5.3 Der fragliche Entscheid des Bundesgericht betraf eine vorsorgliche Mass-
nahme. Insofern konnte nur die Verletzung verfassungsmässiger Rechte gerügt
werden (Art. 98 BGG). Unter Willkürgesichtspunkten schützte das Bundesgericht
namentlich die obergerichtliche Erwägung, bei gewinnorientierten juristischen
Personen würden die Vermögensinteressen in der Regel überwiegen. Entgegen
dem Kläger wurde dem Umstand, dass es sich bei der Gesuchstellerin um eine
juristische Personen handelte, also durchaus Relevanz beigemessen. Ob die
Frage für eine natürliche Person gleich zu beantworten gewesen wäre, sagte das
Bundesgericht jedoch nicht.
6.1 Die weiteren von der Vorinstanz angeführten Präjudizien hält der Kläger
entweder für nicht einschlägig oder unfundiert. So hatte das Bundesgericht im
Entscheid 5C.15/2001 vom 16. August 2001 unter Hinweis auf Poudret (COJ II,
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n. 1.3.1 ad art. 44 OJ) Folgendes ausgeführt: "Le litige, qui divise deux personnes
privées, concerne principalement l'application de la loi fédérale sur la protection
des données (LPD; RS 235. 1), dont le but est de protéger la personnalité et les
droits fondamentaux des personnes faisant l'objet d'un traitement de données
(art. 1 LPD). Les actions relatives à cette protection sont régies par les art. 28 à
28l CC (art. 15 al. 1 LPD). Il s'agit ainsi d'une contestation civile portant sur un
droit de nature non pécuniaire au sens de l'art. 44 OJ." Nach dem Kläger lässt
sich daraus für den vorliegenden Fall nichts ableiten. Zum einen betreffe dieser
Entscheid keine Ansprüche aus einem Arbeitsverhältnis. Gegenstand des beur-
teilten Rechtsstreits sei vielmehr ein blosser Herausgabeanspruch gestützt auf
Art. 8 DSG gewesen. Ein Zusammenhang mit dem oder Auswirkungen auf das
Arbeitsverhältnis des Beschwerdeführers seien nicht Gegenstand der vorgebrach-
ten oder beurteilten Argumentation gewesen. Ferner seien sich in jenem Verfah-
ren zwei natürliche Personen gegenübergestanden, zwischen denen es an einem
direkten Rechtsverhältnis gefehlt habe. Auch insofern sei der Fall von der hier in
Frage stehenden Konstellation zu unterscheiden. Ziel der Klage sei sodann nicht
die Verhinderung einer Datenübermittlung an Dritte und damit die Abwehr von da-
raus entstehenden (wirtschaftlichen) Nachteilen gewesen. Im Gegenteil. Der Klä-
ger habe die Offenlegung dieser Daten bezweckt, um von deren Inhalt Kenntnis
zu nehmen (Urk. 15 Rz. 31).
6.2 Dass sich der Entscheid PF140058 der II. Zivilkammer des Zürcher Oberge-
richts vom 16. Dezember 2014 exakt mit der vorliegend aufgeworfenen Frage be-
fasste und diese – wie die Vorinstanz – dahingehend beantwortete, dass von ei-
ner nicht vermögensrechtlichen Angelegenheit arbeitsrechtlichen Ursprungs aus-
zugehen sei, bestreitet der Kläger nicht. Er ist aber der Auffassung, dass sich die-
ser Entscheid mit seiner "gänzlich unbegründeten Feststellung" nahtlos in die
Reihe der diesbezüglich "unreflektierten Praxis" einreihe und sich mit dem vorer-
wähnten Entscheid LF140013 vom 7. März 2014 (sowie den ähnlich gelagerten
Entscheiden LF130076 und LF130077 vom 3. März 2014) nicht auseinandersetze
(Urk. 15 Rz. 32).
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6.3 Letzteres trifft zwar zu, zwischenzeitlich hat sich die II. Zivilkammer jedoch
eingehender mit der Frage befasst. Sie verwies dabei auf die herrschende Lehre,
wonach Klagen aus Persönlichkeitsverletzung resp. aus Persönlichkeitsansprü-
chen aus dem Datenschutzgesetz als nicht vermögensrechtlich einzustufen seien.
Daran ändere im von ihr zu beurteilenden Fall, der das Massnahmegesuch einer
natürlichen Person gegen ihre frühere Arbeitgeberin betraf, auch der Entscheid
4A_237/2014 des Bundesgerichts vom 2. Juli 2014 nichts, zumal im bundesge-
richtlich beurteilten Fall eine juristische Person der Bank gegenüber gestanden
sei (OGer ZH LF140075, Urteil vom 3. März 2015, E. II/1). Der Entscheid BGer
4A_237/2014 war ähnlich gelagert wie der bereits diskutierte Entscheid BGer
4A_239/2014. Erneut wurde also dem Umstand Bedeutung beigemessen, dass
jene Entscheide eine im Bereich der Anlageberatung und Vermögensverwaltung
tätige, gewinnorientierte Aktiengesellschaft betrafen, welche die Übermittlung von
sie resp. ihre Partner und Mitarbeiter betreffende Personendaten an das DOJ
verhindern wollte.
7. Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass die Praxis den
Grundsatz, wonach Klagen gestützt auf Art. 15 Abs. 1 DSG klassischerweise und
grundsätzlich nicht vermögensrechtlicher Natur sind, nicht aufgegeben hat.
8.1 Der Kläger versucht sodann Parallelen zu Zeugnisprozessen zu ziehen. Da
es sowohl bei der verfahrensgegenständlichen Datenbearbeitung als auch bei der
Ausstellung eines Arbeitszeugnisses um Handlungen gehe, die keinen direkt
quantifizierbaren Vermögenswert aufweisen würden, die zugrundeliegenden Inte-
ressen jedoch in beiden Fällen vermögensrechtlicher Natur seien, dränge sich
vorliegend eine analoge Anwendung der für das Arbeitszeugnis entwickelten Pra-
xis auf. Entsprechend sei als Streitwert des vorliegenden Verfahrens ein Brutto-
monatslohn des Klägers einzusetzen (Urk. 15 Rz. 36 ff.).
8.2 Streitigkeiten betreffend die Ausstellung oder Formulierung von Arbeits-
zeugnissen sind nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts und der Lehre
vermögensrechtlicher Natur (BGE 116 II 379 E. 2b mit Hinweisen). Die Vorinstanz
argumentierte dahingehend, dass ein fehlendes oder ungenügendes Arbeits-
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zeugnis per se und unmittelbar zu vermögensrelevanten Bewerbungsnachteilen
auf dem Stellenmarkt führe. Demgegenüber bestehe die unmittelbare Konse-
quenz einer Datenlieferung in die USA für den Kläger in der Furcht, dass er in ein
Verfahren hineingezogen, allenfalls gar angeklagt werden könnte. Diese Furcht
vermöge zwar in manchen Belangen allenfalls zu einer Veränderung der Lebens-
gewohnheiten des Klägers führen, nicht aber zu einem unmittelbaren vermögens-
rechtlichen Nachteil. Im Vordergrund stünden demnach vorab ideelle Werte (Ver-
meidung von Befürchtungen und damit verbundenen Änderungen in den Lebens-
gewohnheiten). Erst mittelbar und nur bei gegebenen Voraussetzungen würden
sich diese Befürchtungen in wirtschaftliche Nachteile umsetzen (Urk. 16 E. 4.4).
8.3 Nach der Auffassung des Klägers stellt ein fehlendes oder ungenügendes
Arbeitszeugnis geradezu ein Paradebeispiel für den Eintritt mittelbarer Vermö-
gensnachteile dar. Denn die direkte, mithin unmittelbare Folge eines fehlenden
resp. nachteiligen Zeugnisses liege in der Reduktion der Chancen, im Konkur-
renzkampf auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen. Die Vermögenseinbusse in Form
eines reduzierten Einkommens trete erst als Konsequenz der eingeschränkteren
Wahlmöglichkeiten auf – und damit als indirekte, sprich mittelbare Folge eines
fehlenden oder ungenügenden Arbeitszeugnisses. Zudem sei nicht ersichtlich,
dass für eine vermögensrechtliche Streitigkeit ein direktes resp. unmittelbares
wirtschaftliches Interesse erforderlich wäre. Da es für diese Frage auf den Zweck
der Klage ankomme, könne damit auch nur ein mittelbares wirtschaftliches Inte-
resse verfolgt werden. Sein Interesse, die von der Beklagten unter dem US Steu-
erprogramm vorgesehene Datenübermittlung zu verhindern, bestehe denn auch
darin, die damit einhergehende erhebliche Gefährdung seines wirtschaftlichen
Fortkommens abzuwenden. Denn eine Strafuntersuchung oder gar eine Anklage
in den USA würde eine Weiterbeschäftigung im Finanzsektor, wo er auch heute
noch tätig sei, massiv erschweren, wenn nicht gar gänzlich verunmöglichen
(Urk. 15 Rz. 34 f.).
9.1 Der Kläger war als Filialleiter (Urk. 1 Rz. 3) bzw. als "Team Leader Swiss
Onshore C._/Branch Manager C._" in der Abteilung "Private Banking
Private Clients C._" (vgl. Urk. 12/2) in der Filiale C._ tätig. Dass er dabei
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mit US-amerikanischen Kunden in Kontakt gekommen wäre oder gar gegen US-
amerikanische Gesetze verstossen hätte, wurde nicht behauptet. Insofern beste-
hen keine Anhaltspunkte dafür, dass eine Datenlieferung an das DOJ in einer An-
klage gegen den Kläger münden könnte. Weshalb konkret eine allfällige Strafun-
tersuchung gegen den Kläger in den USA seine Weiterbeschäftigung im hiesigen
Finanzsektor massiv erschweren, wenn nicht gar verunmöglichen sollte, ist so-
dann weder ersichtlich, noch näher dargetan.
9.2 Wie die Vorinstanz bereits ausführte, besteht vorliegend kein Anlass, vom
Grundsatz, wonach Klagen der vorliegenden Art nicht vermögensrechtlicher Natur
sind, abzuweichen. Die vom Kläger geltend gemachten wirtschaftlichen Nachteile
blieben äusserst vage. Namentlich bleibt unklar, ob solche jemals eintreten wer-
den. Im Vordergrund steht die Verhinderung der Datenlieferung an einen fremden
Staat aus ideellen Gründen (informative Selbstbestimmung, Vermeidung der Be-
fürchtung in ein Verfahren einbezogen oder gar angeklagt zu werden, Vermei-
dung von mit einem Verfahren verbundenen Änderungen der Lebensgewohnhei-
ten). Die Streitigkeit darüber ist eine nicht vermögensrechtliche und im ordentli-
chen Verfahren vor dem Kollegialgericht zu behandeln. Die Ansicht der Vor-
instanz erweist sich als zutreffend. Die Berufung ist abzuweisen und der ange-
fochtene Entscheid zu bestätigen.
D. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Die erkennende Kammer hat kürzlich entschieden, dass nicht vermögens-
rechtliche Angelegenheiten arbeitsrechtlichen Ursprungs kostenpflichtig sind
(OGer ZH RA150008 vom 7. Mai 2015, zur Publikation in den ZR vorgesehen).
Die Vorinstanz hat für ihr Verfahren keine Kosten erhoben. Aufgrund des Verbots
der reformatio in peius hat es dabei zu bleiben. Da im vorinstanzlichen Verfahren
auch die Beklagte den vorliegenden Prozess im vereinfachten Verfahren (Urk. 6
S. 2) und somit vom Einzelgericht (§ 24 GOG) behandelt wissen wollte, rechtfer-
tigt es sich in Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheids, ihr keine Parteient-
schädigung zuzusprechen (Art. 107 Abs. 1 lit. f ZPO).
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2. Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von § 12
Abs. 1 und 2 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 GebV OG auf Fr. 1'500.– festzusetzen
und ausgangsgemäss dem Kläger aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Mangels
relevantem Aufwand ist der Beklagten für das Berufungsverfahren keine Partei-
entschädigung zuzusprechen.