Decision ID: 937b46eb-8d2c-51d4-8506-d449b02aa73e
Year: 2010
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass das BFF mit Verfügung vom 19. August 2003 den  als Flüchtling anerkannte und ihm Asyl in der Schweiz ,
dass der Beschwerdeführer mit Urteil [Zuständigkeitsgericht] vom 7. Mai 2008 der versuchten vorsätzlichen schweren Körperverletzung für schuldig erklärt und zu drei Jahren Freiheitsstrafe, unter bedingtem Aufschub einer Teilstrafe von eineinhalb Jahren bei einer Probezeit von drei Jahren verurteilt wurde,
dass aufgrund der Verurteilung des Beschwerdeführers [die  kantonale Behörde] mit Schreiben vom 6. Juni 2008 und 16. April 2010 das BFM um Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft und  des Asyls ersuchte,
dass das BFM dem Beschwerdeführer unter Fristansetzung mit  vom 5. Mai 2010 das rechtliche Gehör zum beabsichtigten  des Asyls gestützt auf Art. 63 Abs. 2 des Asylgesetzes vom 26.  1998 (AsylG, SR 142.31) gewährte,
dass es ferner festhielt, die Flüchtlingseigenschaft bleibe bestehen und die Garantien der Flüchtlingskonvention würden weiterhin ihre  finden,
dass der Beschwerdeführer nach wiederholten  am 28. Juni 2010 seine Stellungnahme einreichen liess,
dass das BFM mit Verfügung vom 14. Juli 2010 – eröffnet am 22. Juli 2010 – das dem Beschwerdeführer am 19. August 2003 gewährte Asyl widerrief,
dass zur Begründung im Wesentlichen ausgeführt wurde, aufgrund der Aktenlage verzichte das BFM auf die Prüfung einer Aberkennung der Flüchtlingseigenschaft (entgegenstehende herkunftsspezifische , Wohlverhalten des Beschwerdeführers seit Erlass des Urteils des [Zuständigkeitsgericht] vom 7. Mai 2008),
dass der Widerruf des Asyls wegen "besonders verwerflicher  Handlungen" gemäss Praxis eine qualifizierte Asylunwürdigkeit im Sinne von Art. 53 voraussetze und die betreffende Straftat mit einer er-
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heblichen Strafe bedroht sei sowie eine gewisse Intensität aufweisen müsse,
dass der Straftatbestand der versuchten schweren Körperverletzung einer abstrakten Strafandrohung von bis zu zehn Jahren unterliege, weshalb angesichts dieses abstrakten Strafmasses die vom  begangene Tat im Grundsatz klarerweise als "besonders  Handlung" im Sinne von Art. 63 Abs. 2 AsylG zu qualifizieren sei,
dass es sich zudem zu vergegenwärtigen gelte, dass es sich vor  um ein Delikt gegen Leib und Leben – mithin gegen die höchsten Rechtsgüter – handle,
dass unter Angabe der Fundstellen in den Erwägungen des Urteils [Zuständigkeitsgericht] vom 7. Mai 2008 zur Begründung weiter  wurde, die vom Beschwerdeführer begangene Tat weise auch die von der Praxis geforderte "gewisse Intensität" auf (gezielte mithin  Tat mit einem eigens vor Tatbegehung gekauften und als  erscheinenden Messers; Inkaufnahme einer möglichen  Körperverletzung durch den Einstich an einer heiklen Körperstelle des Opfers; Tatbegehung nach hiesigem Empfinden aus nichtigem  im Umfeld einer familiären Angelegenheit; generalpräventive Überlegungen),
dass hinsichtlich der Verhältnismässigkeit darauf hinzuweisen sei, dass der Asylwiderruf wie bereits erwähnt keine automatische  der Flüchtlingseigenschaft nach sich ziehe und sich der  des Asylstatus somit nicht unmittelbar und konkret nachteilig auf den Beschwerdeführer auswirke (Non-Refoulement-Schutz als ; Aufenthaltsrecht in der Schweiz mit der Möglichkeit der ; überwiegendes öffentliches Interesse an der Bekämpfung und Ahndung von gegen Leib und Leben gerichteten Straftaten),
dass die Stellungnahme vom 28. Juni 2010 (der Beschwerdeführer  objektiv nur eine einfache Körperverletzung begangen und eine schwere Körperverletzung lediglich versucht) an dieser im Resultat klaren Gesamteinschätzung nichts zu ändern vermöge,
dass unter anderem mit dem Verweis auf die Erwägungen zur  im Urteil des [Zuständigkeitsgericht] vom 7. Mai 2008  wurde, dass vielmehr das in Berücksichtigung von Straferhö-
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hungs- und Strafmilderungsgründen ausgesprochene Strafmass von drei Jahren Haft im Hinblick auf das Verschulden des  eine deutliche Sprache spreche,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 23. August 2010 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde  und die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die  der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das  (VwVG, SR 172.021) beantragen liess,
dass auf die Begründung der Beschwerde, soweit entscheiderheblich, in den Erwägungen eingegangen wird,
dass nach Erlass einer Eingangsbestätigung mit Zwischenverfügung vom 6. September 2010 das Gesuch um Gewährung der  Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG abgewiesen und der Beschwerdeführer aufgefordert wurde, einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.–, zahlbar bis zum 21. September 2010, zu ,
dass zur Begründung im Wesentlichen ausgeführt wurde, das BFM dürfte das vom Beschwerdeführer begangene Delikt zu Recht als " verwerfliche Handlung" im Sinne von Art. 63 Abs. 2 AsylG  haben,
dass der Beschwerdeführer am 7. Mai 2008 vom [] der versuchten vorsätzlichen schweren Körperverletzung für schuldig erklärt und zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren unter  Aufschub einer Teilstrafe von eineinhalb Jahren bei einer  von drei Jahren verurteilt worden sei,
dass gemäss Art. 122 Abs. 4 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 (StGB, SR 311.0) die abstrakte Höchststrafe zehn Jahre Freiheitsstrafe beträgt,
dass vor diesem Hintergrund praxisgemäss eine besonders  Handlung vorliegen dürfte (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 1 [: Nr. 11] E. 7 S. 75),
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dass daran die Einwendung in der Beschwerdeschrift, mit etwas Glück und einer engagierten Verteidigung hätte der Beschwerdeführer für die gleiche Strafhandlung auch bedeutend milder bestraft werden können, nichts ändern dürfte,
dass es sich ebenso mit dem Einwand verhalten dürfte, im Strafurteil sei ausdrücklich festgehalten, dass der Beschwerdeführer weder den Tod noch eine lebensgefährliche Verletzung (vgl. Art. 122 Abs. 1 StGB) des Opfers in Kauf genommen habe,
dass nämlich im Strafurteil demgegenüber ausgeführt wird, der  habe in Kauf genommen, dass der Arm des Opfers  und dauerhaft geschädigt werde (vgl. Art. 122 Abs. 2 StGB),
dass damit das Erfordernis der "gewissen Intensität" (vgl. EMARK 2003 Nr. 1 a.a.O.) erfüllt sein dürfte,
dass weiter hinsichtlich der Frage der Verhältnismässigkeit auf die  erscheinenden Ausführungen des BFM zu verweisen ist (vgl. angefochtene Verfügung Ziff. 2 S. 2 sowie Ziff. 3 S. 3 4. Absatz),
dass daran die Ausführungen in der Beschwerde in Bezug auf die Menschenrechtslage in der Türkei (Ziff. 4 S. 5 f.) nichts zu ändern  dürften,
dass die Beschwerdebegehren unter diesen Umständen als  erscheinen, womit es an den materiellen Voraussetzungen zur  der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG fehlt und das entsprechende Gesuch abzuweisen ist,
dass der verlangte Kostenvorschuss am 15. September 2010  geleistet wurde,

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des  vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
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dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG),
dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung  berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  Änderung hat und daher zur Einreichung der  legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde  ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichter  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen  verzichtet wurde,
dass gemäss Art. 63 Abs. 2 AsylG das Bundesamt das Asyl widerruft, wenn Flüchtlinge die innere oder äussere Sicherheit der Schweiz  haben, gefährden oder besonders verwerfliche strafbare  begangen haben,
dass gemäss Rechtsprechung der Widerruf des Asyls wegen  "besonders verwerflicher strafbarer Handlungen" eine  Asylunwürdigkeit voraussetzt (Art. 53 AsylG), mithin die "besonders verwerfliche strafbare Handlung" qualitativ eine Stufe über der  Handlung im Sinne von Art. 53 AsylG stehen muss und um als "besonders verwerfliche Handlung" bezeichnet zu werden, muss die in Frage stehende Straftat mit einer erheblichen Strafe bedroht sein und eine gewisse Intensität aufweisen (vgl. Entscheidungen und Mit teilun-
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gen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 11),
dass nach der bisherigen Rechtsprechung als "verwerfliche"  diejenigen Delikte galten, welche dem abstrakten  des Strafrechts entsprachen (vgl. EMARK 2003 a.a.O.; WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], , Basel/Genf/München 2009, Rz. 11.51),
dass gemäss dessen Art. 9 aStGB als Verbrechen die mit Zuchthaus bedrohten strafbaren Handlungen galten, wobei Zuchthaus als die höchste Strafe mit einem Strafrahmen zwischen einem und 20 Jahren (vgl. Art. 35 aStGB ) galt,
dass am 1. Januar 2007 der neue Allgemeine Teil des StGB in Kraft (vgl. AS 2006 3459; BBl 1999 1979) trat und nach dessen Art. 10 StGB Verbrechen neu als jene Taten definiert werden, die mit Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren bedroht sind (Abs. 2), wogegen Vergehen  sind, die mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bedroht sind (Abs. 3),
dass gemäss Art. 40 StGB die Höchstdauer der Freiheitsstrafe bei 20 Jahren festgelegt ist,
dass mit der gesetzlichen Neuerung die Unterscheidung zwischen Zuchthaus und Gefängnis aufgegeben wurde,
dass neu die Abgrenzung zwischen Verbrechen und Vergehen auf die abstrakte Höchststrafandrohung abgestellt wird und es sich insoweit um dieselbe Abgrenzung wie im alten Recht handelt, wonach die  – mit einigen Ausnahmen – maximal drei Jahre betrug (vgl. dazu Botschaft zur Revision des StGB, BBl 1999 1979 ff.,  zu Art. 10, S. 2000 f.),
dass das Urteil des [Zuständigkeitsgericht] vom 7. Mai 2008, gemäss dem der Beschwerdeführer wegen versuchter vorsätzlicher schwerer Körperverletzung zu drei Jahren Freiheitsstrafe, unter bedingtem  einer Teilstrafe von eineinhalb Jahren bei einer Probezeit von drei Jahren verurteilt wurde, unangefochten in Rechtskraft erwachsen ist,
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dass das BFM in der angefochtenen Verfügung ausführlich die Gründe darlegte, weshalb es die Voraussetzungen für den Widerruf des Asyls als erfüllt erachtete,
dass zur Vermeidung von Wiederholungen auf die diesbezüglich nicht zu beanstandenden Erwägungen des BFM zu verweisen ist,
dass sodann dem Beschwerdeführer mit Zwischenverfügung vom 6. September 2010 ausführlich und unter wiederholtem Verweis auf die Rechtsprechung dargelegt wurde, weshalb die Vorbringen in der  – da aussichtslos – keine Änderung in der Frage des Asyl - widerrufs bewirken,
dass eine Änderung der Sachlage hinsichtlich der Begehren von  zwischenzeitlich auch nicht eingetreten ist,
dass um Wiederholungen zu vermeiden daher ebenfalls vollumfänglich auf die Ausführungen in der erwähnten Zwischenverfügung verwiesen werden kann (vgl. auch Sachverhaltsdarstellung S. 4 und 5 hiervor),
dass lediglich im Sinne einer Richtigstellung ergänzend festzuhalten ist, dass die in der Zwischenverfügung wiederholt zitierte  (EMARK 2003 Nr. 1 E. 7 S. 75) versehentlich mit Nr. 1 statt Nr. 11 bezeichnet wurde,
dass dieser Umstand respektive Verschrieb aber insbesondere  der Angabe der Seitenzahl (75) leichthin bemerkt werden  und somit ebensowenig einen Einfluss auf das Ergebnis des  auszuüben vermag,
dass sich angesichts dieser Sachlage weitere Erörterungen erübrigen und zusammenfassend festzustellen ist, dass das BFM zu Recht das dem Beschwerdeführer seinerzeit gewährte Asyl widerrufen hat,
dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde  ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und
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Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem am 15. September 2010 in der gleichen Höhe  Kostenvorschuss zu verrechnen sind.
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