Decision ID: ad7c698b-c1a4-4ca2-b83e-977e6c447577
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y., geboren am 15. Oktober 1983, Staatsangehöriger von Mazedonien, reiste am
6. September 1997 mit der Mutter und dem jüngeren Bruder im Rahmen des
Familiennachzugs in die Schweiz ein und erhielt eine Aufenthaltsbewilligung. Am
3. Dezember 2009 wurde die Aufenthaltsbewilligung letztmals - unter jedem Vorbehalt -
bis 14. Dezember 2010 verlängert (act. 523 des Migrationsamtes).
B./ Das Verhalten X.Y.s gab in strafrechtlicher Hinsicht wie folgt zu Klagen Anlass:
1) Bussenverfügung des Untersuchungsamtes Altstätten vom 28. November 2002:
Verurteilung wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln (Führen eines
Motorfahrzeuges in übermüdetem Zustand) und Nichttragen der Sicherheitsgurte als
Fahrzeugführer zu einer Busse von Fr. 860.–.
2) Strafbescheid des Untersuchungsamtes Uznach (Zweigstelle Flums) vom 13.
Januar 2004: Verurteilung wegen einfacher Körperverletzung zu einer unter Ansetzung
einer Probezeit von zwei Jahren bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 2
Monaten.
3) Bussenverfügung des Untersuchungsamtes Uznach (Zweigstelle Flums) vom
18. Mai 2004: Verurteilung wegen Verletzung der Verkehrsregeln (Überschreitung der
zulässigen Höchstgeschwindigkeit ausserorts) zu einer Busse von Fr. 360.–.
4) Bussenverfügung des Untersuchungsamtes Uznach vom 30. Mai 2005:
Verurteilung wegen Verletzung von Verkehrsregeln (Nichtanpassen der
Geschwindigkeit an die Strassenverhältnisse) zu einer Busse von Fr. 300.–.
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5) Strafbescheid des Untersuchungsamtes Uznach (Zweigstelle Flums) vom 8.
November 2006: Verurteilung wegen Tätlichkeit und Drohung zu einer (unbedingten)
Gefängnisstrafe von 2 Wochen.
6) Strafbescheid des Untersuchungsamtes Uznach vom 4. März 2008: Verurteilung
wegen Sachbeschädigung (grosser Schaden) und fahrlässiger Störung des
Eisenbahnverkehrs zu einer unter Ansetzung einer Probezeit von drei Jahren bedingt
ausgesprochenen Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je Fr. 60.– und einer Busse
von Fr. 800.–.
7) Urteil des Kantonsgerichtes St. Gallen vom 28. September 2011: Verurteilung
wegen einfacher Körperverletzung, Raufhandels, Widerhandlung gegen das
Waffengesetz und mehrfachen Betäubungsmittelkonsums zu einer unter Ansetzung
einer Probezeit von 5 Jahren bedingt ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 18
Monaten und einer Busse von Fr. 300.–. Der vom Kreisgericht Werdenberg-
Sarganserland am 21. Oktober 2010 erstinstanzlich angeordnete Widerruf der mit
Strafbescheid des Untersuchungsamtes Uznach vom 4. März 2008 bedingt
ausgesprochenen Geldstrafe wurde bestätigt.
8) Strafbefehl des Untersuchungsamtes Altstätten vom 20. Dezember 2011:
Verurteilung wegen Hinderung einer Amtshandlung und Übertretung gegen das
Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe – im Zusatz zum
Urteil des Kantonsgerichtes vom 28. September 2011 – zu einer (unbedingten)
Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je Fr. 60.– und einer Busse von Fr. 200.–.
Am 18. November 2010 stellte X.Y. das Gesuch, die Aufenthaltsbewilligung sei zu
verlängern (act. 539-540 des Migrationsamtes). Nachdem am 28. September 2011 das
Urteil des Kantonsgerichts betreffend einfache Körperverletzung, Raufhandel,
Widerhandlung gegen das Waffengesetz (SR 514.54, abgekürzt WG) und mehrfachen
Betäubungsmittelkonsums und der Strafbefehl des Untersuchungsamtes Altstätten
vom 20. Dezember 2011 betreffend Hinderung einer Amtshandlung und Übertretung
gegen das Betäubungsmittelgesetz (SR 812.121, abgekürzt BetmG) ergangen waren
(act. 596-608 und 609-612 des Migrationsamtes), lehnte das Migrationsamt das
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Gesuch am 29. Mai 2012 ab und wies X.Y. an, die Schweiz bis 5. August 2012 zu
verlassen.
C./ Am 13. Juni 2012 erhob X.Y., vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Vedat Erduran,
Sargans,
gegen die Verfügung des Migrationsamtes vom 29. Mai 2012 Rekurs beim Sicherheits-
und Justizdepartement. Er beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben
und die Aufenthaltsbewilligung sei zu verlängern (Ziff. 1). Sodann sei dem Rekurs die
aufschiebende Wirkung zu gewähren, sofern ihm diese Wirkung nicht von Gesetzes
wegen zukomme (Ziff. 2), unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Vorinstanz (Ziff. 3). Am 3. Mai 2013 wies das Sicherheits- und Justizdepartement den
Rekurs ab und lud das Migrationsamt ein, X.Y. eine neue Frist zur Ausreise zu setzen.
D./ Am 21. Mai 2013 erhob X.Y. durch seinen Rechtsvertreter gegen den Entscheid des
Sicherheits- und Justizdepartements vom 3. Mai 2013 Beschwerde beim
Verwaltungsgericht. Er stellte die Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei
aufzuheben und die Aufenthaltsbewilligung sei zu verlängern (Ziff. 1), er sei
ausländerrechtlich zu verwarnen (Ziff. 2), unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu
Lasten des Staates (Ziff. 3). Nachdem die Beschwerde am 5. Juli 2013 innert
erstreckter Frist begründet worden war, verzichtete das Sicherheits- und
Justizdepartement am 22. Juli 2013 auf eine Stellungnahme und beantragte, die
Beschwerde sei abzuweisen.
Am 3. Januar 2014 gab das Migrationsamt einen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft
Höfe Einsiedeln vom 15. November 2013 zu den Akten, mit welchem X.Y. des
Überschreitens der signalisierten Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h auf der
Autobahn um 33 km/h schuldig gesprochen und zu einer Busse von Fr. 600.-- verurteilt
worden ist.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
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2. Streitgegenstand ist die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Nach Art. 33
Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer (SR 142.20,
abgekürzt AuG) ist die Aufenthaltsbewilligung befristet und kann verlängert werden,
wenn keine Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG vorliegen. Es besteht kein Anspruch auf
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung.
3. Nach Art. 62 lit. b AuG kann die Aufenthaltsbewilligung widerrufen werden, wenn die
Ausländerin oder der Ausländer zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde.
Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass er diesen Widerrufsgrund gesetzt hat. Er
vertritt aber den Standpunkt, die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung sei
unverhältnismässig, weil die Abwägung zwischen privaten und öffentlichen Interessen
nicht korrekt vorgenommen worden sei. Im Gegensatz zur Auffassung der Vorinstanz
überwiege sein privates Interesse am Verbleib in der Schweiz das öffentliche Interesse
an seiner Fernhaltung.
3.1. Anhand der gesamten wesentlichen Umstände ist zu prüfen, ob die
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung verhältnismässig ist (Art. 96 Abs. 1 AuG,
Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung [SR 101, abgekürzt BV]).
Nach Art. 96 Abs. 1 AuG berücksichtigen die zuständigen Behörden bei der
Ermessensausübung sowohl die öffentlichen Interessen als auch die persönlichen
Verhältnisse sowie den Grad der Integration des Ausländers. Dabei sind namentlich die
Schwere des Verschuldens bei Straftaten, die Dauer des bisherigen Aufenthalts sowie
die dem Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (BGE
135 II 377 E. 4.3 mit Hinweisen). Je länger eine Person in der Schweiz gelebt hat, desto
strengere Anforderungen sind an die Entfernungs- und Fernhaltemassnahmen zu
stellen. Personen die, wie der Beschwerdeführer, bereits ausgesprochen lange hier
leben, dürfen wie die "Ausländer der zweiten Generation" in der Regel nicht schon
wegen eines einzelnen Delikts weggewiesen werden, sondern nur bei wiederholten
Straftaten von einigem Gewicht, insbesondere wenn die ausländische Person - statt
sich zu bessern - mit der deliktischen Tätigkeit fortfährt und sich namentlich immer
schwerere Straftaten zu Schulden kommen lässt (BGE 135 II 110 E. 2.1). In Betracht
fällt weiter, dass der Rückfallgefahr ausserhalb des Anwendungsbereichs des
Freizügigkeitsabkommens (SR 0.142.112.681) keine zentrale Bedeutung zukommt und
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dass auch generalpräventive Gesichtspunkte berücksichtigt werden dürfen
(BGer2C_819/2013 vom 24. Januar 2014 E. 3.2 mit Hinweisen, BGer 2C_282/2012 vom
31. Juli 2012 E. 2.5 mit Hinweisen). Ausschlaggebend ist die Verhältnismässigkeit der
Massnahme im Einzelfall, die praxisgemäss gestützt auf die gesamten wesentlichen
Umstände geprüft werden muss (BGer 2C_224/2013 vom 27. November 2013 E. 2.2,
BGer 2C_640/2013 vom 25. November 2013 E. 2.2, BGer 2C_160/2009 vom 1. Juli
2009 E. 3.1; BGer 2A.71/2007 vom 7. Mai 2007 E. 3.2).
Ausgangspunkt und Massstab der ausländerrechtlichen Güterabwägung ist die
Schwere des strafrechtlichen Verschuldens. Dabei hat sich die Behörde mit den
Erwägungen des Strafrichters und dessen Würdigung des Verschuldens ("besondere
Skrupellosigkeit", "Profitgier", "aggressives und brutales Vorgehen",
"Hemmungslosigkeit und intensives kriminelles Vorgehen" auseinanderzusetzen
(Nägeli/Schoch, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel
2009, Rz. 22.188). Neben dem strafrechtlichen Verschulden sind insbesondere die Art
und Schwere der Straftaten, die durch die Straftat verletzten Rechtsgüter, die Art und
Umstände der Tatbegehung (einfache oder mehrfache Delinquenz) sowie das Verhalten
nach der Tat zu berücksichtigen (VerwGE B 2012/259 vom 3. Dezember 2013 E. 4.1,
abrufbar unter www.gerichte.sg.ch, BGer 2C_819/2013 vom 24. Januar 2014 E. 3.3.1).
3.2. Mit dem Kurzurteil vom 28. September 2011 (act. 603-608 des Migrationsamtes),
mit welchem der Beschwerdeführer wegen einfacher Körperverletzung, Raufhandel,
Widerhandlung gegen das WG und mehrfachem Betäubungsmittelkonsum zu einer
Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt worden ist, ist das Kantonsgericht im
Wesentlichen den Ausführungen des Kreisgerichts Werdenberg-Sarganserland vom
21. Oktober 2010 (act. 564-592 des Migrationsamtes) zum Sachverhalt gefolgt. Danach
hat der Beschwerdeführer anlässlich der Melser Fasnacht vom 20. Februar 2009 A.B.
mit einer Gewehrattrappe von hinten mit Wucht und gezielt auf den Kopf geschlagen,
wodurch das Opfer am Schädel eine Impressionsfraktur (eingedrückter Knochenbruch)
erlitt und operiert werden musste. Am Kopf entstand zudem eine Rissquetschwunde,
die bis knapp zum Sinus sagitalis sup. reichte, und es sind eine Hirnkontusion und eine
kleine Blutung in die weichen Hirnhäute festgestellt worden. A.B. musste sich während
zehn Tagen im Spital behandeln lassen und litt als Folge davon noch Monate später an
Kopfschmerzen und motorischen Problemen am linken Fuss (act. 574 des
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Migrationsamtes). Auch hat der Beschwerdeführer gegen das WG verstossen, weil er
seit Jahren verbotenerweise einen Schlagring in seinem Besitz hatte, der am 3. März
2009 sichergestellt wurde. Das Kreisgericht qualifizierte das Verschulden des
Beschwerdeführers als schwer, sein Vorgehen als hinterlistig und brutal und hielt fest,
der Einsatz des harten Gegenstands als Schlaginstrument zeuge von einer
Gewaltbereitschaft, die durch überhaupt nichts zu entschuldigen sei. Erschwerend
komme hinzu, dass die erlittenen Verletzungen an der Schwelle zu einer schweren
Körperverletzung anzusiedeln seien. Verschuldensmindernd berücksichtigte das
Gericht, dass ein Gerangel stattgefunden habe und dem Schlag verbale und
körperliche Provokationen vorangegangen seien. Zudem habe der Alkoholkonsum eine
gewisse Enthemmung bewirkt. Strafschärfend wirkte sich der Umstand aus, dass der
Beschwerdeführer mehrere Tatbestände erfüllt hatte. Zu einer Straferhöhung führte der
Umstand, dass der Beschwerdeführer mehrfach - teils einschlägig - vorbestraft war
und dass er während der Probezeit zu einer früheren Verurteilung erneut delinquiert
hatte (act. 569-570 des Migrationsamtes). Das Kantonsgericht hielt die vom
Kreisgericht ausgefällte Freiheitsstrafe von 18 Monaten für angemessen und ergänzte
die Erwägungen der Vorinstanz dahingehend, dass es ausführte, wer mit einem
schweren Gegenstand mit voller Wucht auf den Hinterkopf einer Person schlage,
müsse mit einer schweren Schädigung dieser Person rechnen. Insofern sei von einem
"Glücksfall" auszugehen, dass die Tat keine schlimmeren Folgen gehabt habe.
Entsprechend schwer wiege das Verschulden des Täters, der sich zusätzlich des
Raufhandels schuldig gemacht habe (act. 605 des Migrationsamtes).
3.3. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers wiegen das Verhalten und das
Verschulden des Beschwerdeführers nicht nur in strafrechtlicher, sondern auch in
ausländerrechtlicher Hinsicht ausserordentlich schwer. Er hat seinem Opfer am
20. Februar 2009 durch massive, hinterlistige Gewalteinwirkung schwerwiegende
Verletzungen zugefügt. Daran ändert nichts, dass die Freiheitsstrafe von 18 Monaten
u.a. auch deshalb verhängt worden ist, weil sich der Beschwerdeführer neben der
einfachen Körperverletzung u.a. auch des Raufhandels schuldig gemacht hat, zumal es
sich beim Raufhandel um eine wechselseitige tätliche Auseinandersetzung von
mindestens drei Personen handelt, die den Tod oder die Körperverletzung eines
Menschen zur Folge hat (BGE 137 IV 3 E. 4.2.2). Hinzu kommt, dass der
Beschwerdeführer im Jahr 2009 nicht zum ersten Mal gewalttätig geworden ist. Im Juli
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2003 hatte er im Zusammenwirken mit R.S. in Walenstadt auf U.T. eingeschlagen,
sodass dieser mit einer Hirnerschütterung, einer Nasenbeinfraktur, Zahnschäden und
einer Rissquetschwunde an den Lippen ins Spital Walenstadt eingeliefert und dort
während vier Tagen behandelt werden musste. Zudem war U.T. während einem Monat
zu hundert Prozent arbeitsunfähig. Der Beschwerdeführer wurde deshalb der einfachen
Körperverletzung schuldig erklärt und zu einer bedingten Gefängnisstrafe von zwei
Monaten verurteilt (act. 71 des Migrationsamtes). Im Gegensatz zur Auffassung des
Beschwerdeführers handelt es sich bei diesem Vorfall nicht um eine Bagatelle, die bei
der Interessenabwägung auch deshalb keine oder kaum Berücksichtigung finden
dürfte, weil sie lange zurückliegt. Vielmehr bringt das Vorgehen des Beschwerdeführers
im Jahr 2003 zum Ausdruck, dass er bereits damals keine Hemmungen hatte, die
physische Integrität anderer Menschen zu verletzen. Dafür spricht überdies, dass der
Beschwerdeführer am 8. November 2006 wegen Tätlichkeit und Drohung gegenüber
E.G. zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt worden ist. Er hatte seinem Opfer am
26. April 2006 per Natel mit Gewaltanwendung gedroht und diesem am 2. Juli 2006
zumindest eine Ohrfeige verpasst, die einen Arztbesuch notwendig machte (act. 175
des Migrationsamtes). Aktenkundig ist weiter, dass es im April 2006 zu einer
Intervention im häuslichen Bereich kam, u.a. weil der Beschwerdeführer einem
Nachbarn während eines Streits eine Ohrfeige verpasst hatte (act. 151-153 des
Migrationsamtes). Erschwerend kommt hinzu, dass weder 10 Tage Untersuchungshaft
(act. 536 des Migrationsamtes) noch das Urteil des Kreisgerichts Werdenberg-
Sarganserland vom 21. Oktober 2010 den Beschwerdeführer davon abgehalten haben,
sich bereits am 13. November 2010 wieder strafbar zu machen. Am 20. Dezember
2011 wurde er der Hinderung einer Amtshandlung sowie der Übertretung gegen das
BetmG schuldig erklärt und mit einer Geldstrafe von 20 Tagesansätzen zu je Fr. 60.--
bestraft (act. 609-612 des Migrationsamtes). Im Strafbefehl wird ausgeführt, das
Verschulden des Beschwerdeführers sei erheblich und sein am 13. November 2010 an
den Tag gelegtes Verhalten zeuge von langanhaltender Pression, die die Arbeit der
Polizeibeamten massiv behindert habe. Er sei erwiesenermassen alkoholisiert und
unter Drogeneinfluss auf den Polizeibeamten zugegangen und habe diesen bei der
Unfallaufnahme erheblich behindert. Auch hat F.H. am 22. Dezember 2010 gegen den
Beschwerdeführer Strafantrag gestellt und diesen am 11. Januar 2011 zurückgezogen.
Sie hatte geltend gemacht, er habe sie per Natel massiv belästigt, tätlich angegangen
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und gedroht, anzügliche Fotos von ihr ins Internet zu stellen (act. 600 des
Migrationsamtes). Weiter musste der Beschwerdeführer am 15. November 2013 mit
einer Busse von Fr. 600.-- bestraft werden, weil er am 21. September 2013, zu einem
Zeitpunkt als die Beschwerde betreffend Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung
beim Verwaltungsgericht hängig war, die signalisierte Höchstgeschwindigkeit auf der
Autobahn A3 um 33 km/h überschritten hatte. Diese Vorfälle machen deutlich, dass der
Beschwerdeführer weder willens noch in der Lage ist, sich an die hier geltende
Rechtsordnung zu halten. Weder die ausländerrechtlichen Verwarnungen vom 2. März
2004, 7. Dezember 2006 und 29. April 2008 (act. 72-73, 179 und 255 des
Migrationsamtes) noch die Tatsache, dass die Aufenthaltsbewilligung am 3. Dezember
2009 in Anbetracht des hängigen Strafverfahrens "unter jedem Vorbehalt" (act. 523 des
Migrationsamtes) verlängert und am 29. Mai 2012 nicht mehr verlängert worden ist,
haben den Beschwerdeführer davon abzuhalten vermocht, sich erneut strafbar zu
machen. Auch haben ihn die vielen strafrechtlichen Verurteilungen ab dem Jahr 2002,
so auch die schwerwiegendste vom 28. September 2011 wegen einfacher
Körperverletzung, Raufhandels, Widerhandlung gegen das WG und mehrfachen
Betäubungsmittelkonsums offensichtlich unbeeindruckt gelassen. Er ist unbelehrbar
und hat den Verlust des Aufenthaltsrechts in Kauf genommen.
Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Vorinstanz zu Recht angenommen hat,
das Verschulden des Beschwerdeführers wiege schwer und aufgrund seines bisherigen
Verhaltens könne ihm keine günstige Prognose gestellt werden. Hinzu kommt, dass die
Rückfallgefahr ohnehin keine zentrale Bedeutung hat. Demzufolge besteht ein
erhebliches öffentliches Interesse an der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung
bzw. an der Wegweisung des dem Beschwerdeführer aus der Schweiz.
3.4. Bei der Würdigung der privaten Interessen des Beschwerdeführers in der Schweiz
bleiben zu können, fällt zu seinen Gunsten in Betracht, dass er sich seit dem
14. Altersjahr, somit seit rund 16 1/2 Jahren, hier aufhält. Unbestritten geblieben ist
allerdings, dass er die prägenden Kindheits- und die frühen Jugendjahre, davon sieben
Schuljahre, im Herkunftsland verbracht hat. Anschliessend besuchte er in J. drei Jahre
die Realschule und schloss im Jahr 2002 eine Anlehre als Metallbauschlosser ab. In der
Folge arbeitete der Beschwerdeführer für verschiedene Arbeitgeber, insbesondere in
temporärer Anstellung (act. 571 des Migrationsamtes). Unbestritten geblieben ist
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sodann, dass der Beschwerdeführer, der wie seine ebenfalls aus Mazedonien
stammenden Eltern und sein Bruder in J. lebt, in der Lage ist, sich in der Sprache
seines Herkunftslandes auszudrücken, zumal er dort auch sieben Jahre zur Schule
ging. Er behauptet zwar, es treffe nicht zu, dass ihm die Lebensumstände in der
Heimat vertraut seien, und er würde sich dort alleine nicht zu Recht finden. Abgesehen
davon, dass der Beschwerdeführer erst mit 13 Jahren im Rahmen des
Familiennachzugs in die Schweiz übersiedelte, ist unbestritten, dass er mit seinen
Eltern und seinem Bruder im Herkunftsland jeweils Ferien verbracht hat. Aktenkundig
ist zudem, dass ihm am 27. Dezember 2010 ein Rückreisevisum ausgestellt worden ist,
weil er für eine Beerdigung nach Struga in Mazedonien reisen wollte (act. 562 des
Migrationsamtes). Fest steht ebenfalls, dass der Beschwerdeführer im Juni 2012
zwischenzeitlich in die Heimat gereist ist (act. 655-657 des Migrationsamtes). Die
Behauptung, die Lebensumstände im Herkunftsland seien ihm völlig fremd, erscheint
deshalb nicht glaubwürdig. Dem gut 30 Jahre alten unverheirateten Beschwerdeführer,
der über eine Berufsausbildung verfügt, ist es deshalb zumutbar, zum dauernden
Verbleib in die Heimat zurückzukehren, sich dort beruflich und privat ein
Beziehungsnetz aufzubauen und sich mit den Gepflogenheiten, die dort herrschen,
besser vertraut zu machen. Das Gericht verkennt nicht, dass es ihm schwer fallen
dürfte, auf das ihm vertraute Umfeld in J. - Eltern, Bruder, Freunde - verzichten zu
müssen und sich im Herkunftsland ein neues Leben aufzubauen. In Betracht fällt in
diesem Zusammenhang aber, dass der Beschwerdeführer seine Wegweisung aus der
Schweiz durch seine Uneinsichtigkeit selber zu verantworten hat und dass ihn das
Umfeld, über das er hier verfügt, offensichtlich nicht davon abhalten konnte, sich
immer wieder strafbar zu machen. Sodann ist es dem Beschwerdeführer möglich,
Beziehungen zu Personen in der Schweiz mittels telefonischen, elektronischen und
brieflichen Kontakten und gegenseitigen Besuchen aufrechtzuerhalten. An dieser
Beurteilung ändert nichts, dass der Beschwerdeführer geltend macht, er lebe in
stabilen finanziellen Verhältnissen, gehe seit mehreren Jahren einer geregelten Arbeit
nach bzw. er sei seit Dezember 2012 bei der Q. AG in J. in einer Festanstellung als
Metallbauschweisser tätig, und er sei seit mehreren Jahren Vereinsmitglied und
ehrenamtlicher Trainer bei der "Z." in Mels. Es spricht zwar für den Beschwerdeführer,
wenn es ihm gelungen ist, hier beruflich Fuss zu fassen und seinen finanziellen
Verpflichtungen nachzukommen (vgl. dazu act. 597 des Migrationsamtes).
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Wohlverhalten darf aber nicht nur in strafrechtlicher, sondern auch in beruflicher und
finanzieller Hinsicht erwartet werden und führt in Anbetracht des strafrechtlich
relevanten Verhaltens des Beschwerdeführers nicht dazu, dass seinem privaten
Interesse am Verbleib in der Schweiz höheres Gewicht beizumessen wäre als dem
öffentlichen Interesse an seiner Wegweisung. Dasselbe gilt für den Umstand, dass er
sich gemäss Arbeitszeugnis vom 28. Mai 2013 seit Jahren als Trainer einer
Kampfsportschule betätigt.
3.5. Der Beschwerdeführer beruft sich bezüglich der Zumutbarkeit, ins Herkunftsland
zurückkehren zu müssen, auch auf Art. 8 Ziff. 1 der Konvention zum Schutz der
Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, abgekürzt EMRK) und macht wie in
der Rekursergänzung vom 15. August 2012 geltend, er habe konkrete Heiratspläne. Er
führt aus, es sei gut möglich, dass er seine derzeitige Freundin, eine schweizerische
Staatsangehörige, noch während des Beschwerdeverfahrens heirate und mit ihr Kinder
zeuge.
Art. 8 EMRK gewährleistet den Schutz des Familienlebens, verschafft aber kein Recht
auf Aufenthalt in einem bestimmten Konventionsstaat. Hat der Ausländer nahe
Verwandte in der Schweiz und ist diese familiäre Beziehung intakt und wird sie
tatsächlich gelebt, kann es hingegen das in Art. 8 Ziff. 1 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV
garantierte Recht auf Achtung des Familienlebens verletzen, wenn ihm die Anwesenheit
in der Schweiz untersagt wird. Das geschützte Familienleben beschränkt sich dabei
grundsätzlich auf die Kernfamilie, bzw. die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren
gemeinsamen Kindern (BGE 129 II 11 E. 2). Nach der neueren Rechtsprechung des
Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte kann der Begriff "Familienleben" das
Zusammenleben ausserhalb der Ehe umfassen, wobei unter anderem zu
berücksichtigen ist, ob und wie lange die Partner zusammenleben und ob sie
gemeinsame Kinder haben. Das Bundesgericht hat für die Berufung auf Art. 8 Ziff. 1
EMRK in diesem Zusammenhang stets vorausgesetzt, dass die Partner
zusammenleben, wobei die Dauer von eineinhalb Jahren grundsätzlich nicht genügt.
Lebt das Paar nicht seit längerer Zeit in einer echten eheähnlichen Gemeinschaft, sind
konkrete Heiratspläne notwendig, welche sich beispielsweise in der Bekanntmachung
der Eheschliessung äussern können (BGer 2C_856/2012 vom 25. März 2013 E. 6.3 mit
Hinweisen).
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Der Beschwerdeführer hat sowohl im Rekurs- als auch im Beschwerdeverfahren darauf
verzichtet, bezüglich der Beziehung zu einer Freundin konkrete Angaben zu machen.
Somit bestehen keine Anhaltspunkte, wonach er seit langem in einer echten
eheähnlichen Gemeinschaft leben könnte oder dass ernst zu nehmende Heiratspläne
bestehen könnten. Demzufolge fällt die geltend gemachte Beziehung zu einer
schweizerischen Freundin nicht unter den Schutzbereich von Art. 8 Ziff. 1 EMRK.
4. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist. Der
angefochtene Entscheid erweist sich als recht- und verhältnismässig. Das öffentliche
Interesse an der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers
überwiegt sein privates Interesse, hier weiterhin ein Bleiberecht zu haben, auch wenn
die Rückkehr ins Herkunftsland mit persönlichen und wirtschaftlichen Nachteilen
verbunden ist. Wie sich aus den Erwägungen ergibt, hat der Beschwerdeführer mit
seinem Verhalten eine bedenkliche Gleichgültigkeit gegenüber der schweizerischen
Rechtsordnung offenbart. Aus diesem Grund ist es auch nicht gerechtfertigt, ihn im
Sinn einer milderen Massnahme ein weiteres Mal zu verwarnen, zumal feststeht, dass
mehrere Verwarnungen wirkungslos geblieben sind.
4.1. (...).
4.2. (...).