Decision ID: 337c7ceb-aaad-5ac6-963c-636245131f7c
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
I._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Erwin Scherrer, Marktgasse 20, 9000 St. Gallen,
gegen
SWICA Versicherungen, Römerstrasse 37, Postfach, 8401 Winterthur,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
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A.
A.a Die 1959 geborene I._ war als technische Operationsfachfrau beim A._ mit
einem Pensum von 70-80% angestellt und dadurch bei der SWICA
Gesundheitsorganisation (SWICA) gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am Abend
des 7. Juni 2004 fuhr sie auf dem Rückweg von ihrem Arbeitsort auf der Autobahn A13
zwischen St. Margarethen und Au, als sich am vor ihr fahrenden Fahrzeug das linke
Vorderrad löste und sie mit diesem kollidierte. Durch den Aufprall geriet das Fahrzeug
der Versicherten ins Schleudern, kippte für kurze Zeit nach links und dann wieder
zurück, wodurch die Versicherte gemäss UVG-Bericht vom 2. Februar 2005 mit dem
Kopf gegen das linke Seitenfenster schlug (UV-act. 25). Sie konnte danach das
Fahrzeug wieder unter Kontrolle bringen und es auf den Pannenstreifen lenken, wo es
zum Stillstand kam (UV-act. 2,10,25,140). Bei der noch gleichentags durchgeführten
ärztlichen Untersuchung diagnostizierte Dr. med. B._ eine HWS-Distorsion und gab
an, die Versicherte beklage sich über Nacken- und Kopfschmerzen, Schwindel,
Übelkeit sowie Erbrechen. Sie attestierte der Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von
100% ab 8. Juni 2004 (UV-act. 4,11). Am 2. Juli 2004 bestätigte der Hausarzt, Dr. med.
C._, Praxisgemeinschaft Centro, die Diagnose HWS-Distorsion (UV-act. 12). Die
SWICA anerkannte ihre Leistungspflicht mit Schreiben vom 12. August 2004 (UV-act.
9).
A.b Am 7. Dezember 2004 berichtete Dr. C._, die Versicherte beklage sich weiterhin
über persistierende Nacken- und Kopfschmerzen mit Schwindelzuständen und
Konzentrationsstörungen. Der Heilungsverlauf sei langsam, zeige jedoch eine
tendenzielle Besserung. Die Prognose dürfte nicht schlecht sein. Es sei ein
teilstationärer Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik Leukerbad (recte: Bad Reutte)
geplant, nach welchem er sich erhoffe, dass die Versicherte wieder zu 100% einsetzbar
sein werde (UV-act. 24). Am 2. Februar 2005 wurde im UVG-Abklärungsbericht
festgehalten, dass die Versicherte ab 1. Februar 2005 ihre Arbeit versuchsweise zu
50% wieder aufnehmen werde (UV-act. 25). Dr. C._ äusserte sich am 28. Februar
2005 bezüglich der Arbeitsfähigkeit von 50% dahingehend, dass die Prognose nicht
schlecht sei, wenn die Wiederaufnahme der Arbeit mit kontinuierlicher Steigerung und
ohne Druck erfolgen könne (UV-act. 29). Am 2. Juni 2005 attestierte er der Versicherten
hingegen erneut eine Arbeitsunfähigkeit von 100% seit dem 25. Mai 2005 bis auf
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Weiteres (UV-act. 36). Im medizinischen Bericht vom 15. August 2005 hielten Dr. med.
D._ und Dr. med. E._, Neurologie, Kantonsspital St. Gallen, fest, dass der
angegebene Schwindel klinisch-neurologisch nicht objektiviert werden könne.
Zusammen mit den Konzentrationsstörungen sowie den Nacken- und Kopfschmerzen
sei die Diagnose eines cervicocephalen Beschleunigungstraumas wahrscheinlich. Es
empfehle sich ein Rehabilitationsaufenthalt in einer dafür spezialisierten Klinik (zum
Beispiel Rheinfelden) (UV-act. 80).
A.c Mit Schreiben vom 12. August 2005 und 11. Oktober 2005 forderte die SWICA
die Versicherte auf, sich bei der IV-Stelle ihres Wohnsitzkantons anzumelden (UV-act.
45). Die Versicherte gelangte daraufhin an die Invalidenversicherung und beantragte
Berufsberatung, die Umschulung auf eine neue Tätigkeit sowie die Wiedereinschulung
in die bisherige Tätigkeit (UV-act. 56).
A.d Vom 26. Oktober bis 2. Dezember 2005 weilte die Versicherte in der Rehaklinik
Rheinfelden. Im Austrittsbericht vom 4. Januar 2006 hielt Dr. med. F._ fest, dass die
Versicherte die stationäre Rehabilitation gut zu einer Verbesserung ihres körperlichen
und psychischen Befindens habe nutzen können. Die vegetative Dysbalance habe sich
deutlich, die Schmerzsituation hingegen nur geringfügig vermindert. Bezüglich der
Arbeitsfähigkeit empfahl er, dass die Versicherte Anfang Januar 2006 die angepasste
Berufstätigkeit in der Klinik (Handchirurgie, Ausbildungstätigkeit) zu 50% beginnen
sollte. Je nach der Stabilität könne dann z.B. in 10%-Schritten eine Steigerung der
Arbeitsbelastung erfolgen (UV-act. 64). Am 23. Januar 2006 berichtete Dr. med. G._,
Orthopädie am Rosenberg, das Hauptproblem sei im Augenblick der
Schwankschwindel. Im medizinischen Bericht vom 15. August 2006 führte er aus, die
Versicherte habe deutliche Fortschritte gemacht (UV-act. 85). Am 8. November 2006
hielt er hingegen fest, dass aufgrund des hohen Drucks seitens des Arbeitgebers der
Versicherten eine zunehmende Verschlechterung der Situation eingetreten sei (UV-act.
91). Im Bericht vom 14. März 2007 beschrieb Dr. G._ wiederum eine langsame
Stabilisierung der Situation. Die Versicherte sei aber weiterhin vollständig
arbeitsunfähig. Eine Prognose sei schwierig zu stellen. Es sei jedoch mit einer weiteren
Besserung zu rechnen (UV-act. 103).
B.
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B.a Mit Verfügung vom 5. Juni 2007 eröffnete die SWICA dem Rechtsvertreter der
Versicherten, Rechtsanwalt Dr. Erwin Scherrer, St. Gallen, dass aufgrund des
vorliegenden Sachverhalts die Adäquanz spätestens seit Februar 2006 nicht mehr
gegeben sei und somit der Leistungsfall per 31. Januar 2006 abgeschlossen werde.
Auf die Rückforderung der bereits erbrachten Leistungen seit Februar 2006 werde
verzichtet (UV-act. 122).
B.b In der dagegen gerichteten Einsprache vom 29. Juni 2007 beantragte der
Rechtsvertreter die Aufhebung der Verfügung vom 5. Juni 2007 sowie sinngemäss die
weitere Ausrichtung der Versicherungsleistungen. Des Weiteren sei der Einsprache die
aufschiebende Wirkung zu erteilen. Zur Begründung führte der Rechtsvertreter
insbesondere aus, da die Beschwerden der Einsprecherin objektivierbar seien, der
Heilungsverlauf vielversprechend, vor allem aber die Heilbehandlung noch nicht
abgeschlossen sei, sei die angefochtene Verfügung aufzuheben (UV-act. 129).
B.c Mit Einspracheentscheid vom 8. Oktober 2007 wies die SWICA die Einsprache
ab. Seit spätestens Januar 2006 sei der Gesundheitszustand der Einsprecherin
stationär. Die verschiedenen Berichte der behandelnden Ärzte zeigten keine Besserung
der Beschwerden. Insofern müsse der Zeitpunkt der Adäquanzprüfung auf den Januar
2006 festgelegt werden. Unter Berücksichtigung der Kasuistik in der Rechtsprechung
des Bundesgerichts müsse das Ereignis als höchstens mittelschwer an der Grenze zu
den leichten Unfällen eingeordnet werden. Unter Berücksichtigung des Zeitpunkts der
Adäquanzprüfung per 1. Februar 2006 müsse zudem festgestellt werden, dass die in
gehäufter Weise nötigen Zusatzkriterien nicht in genügendem Masse gegeben seien
(UV-act. 136).
C.
C.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die Beschwerde vom 7. November 2007 mit
den Anträgen, die Verfügung vom 5. Juni 2007 sowie der Einspracheentscheid vom
8. Oktober 2007 seien aufzuheben und der Beschwerdeführerin seien die
Unfalltaggelder und Heilbehandlungskosten weiter auszurichten. Der Beschwerde sei
zudem die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Zur Begründung legt der Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin unter anderem dar, dass es sich vorliegend um einen Unfall
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aus dem mittleren Bereich handle. Es seien demnach für die Bejahung des adäquaten
Kausalzusammenhangs weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit
dem Unfall in Zusammenhang stünden oder als direkte oder indirekte Folge davon zu
betrachten seien, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Nach der
Gesamtwürdigung aller objektiven Kriterien habe der Unfall eine massgebende
Bedeutung für die Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit sowie die gesundheitliche Situation
der Beschwerdeführerin. Der adäquate Kausalzusammenhang sei deshalb zu bejahen.
Des Weiteren führt er aus, dass die Beschwerdegegnerin nicht darlege, weshalb sie
davon ausgehe, dass seit Januar 2006 der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin stationär sei. Die verschiedenen Berichte von Dr. G._ zeigten
eine Verbesserung der gesundheitlichen Situation, obwohl die Beschwerdeführerin
immer wieder Rückfälle zu beklagen gehabt habe. Das ohne Zustimmung der
Beschwerdeführerin erstellte Gutachten sehe klare Besserungsmöglichkeiten und eine
berufliche Wiedereingliederung. Aufgrund der eigenen Akten der SWICA sei der
Zeitpunkt der Adäquanzprüfung noch nicht erreicht (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 10. Januar 2007 beantragt die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verweist sie auf die Ausführungen im
angefochtenen Entscheid und macht insbesondere geltend, dass die Unfallschilderung
laut Beschwerdeschrift nicht der Unfallschilderung laut Befragungsprotokoll des PSP
Thal entspreche. Im Befragungsprotokoll sei weder die Rede davon, dass das
Fahrzeug zeitweise seitlich nur noch auf zwei Rädern gestanden habe, noch davon,
dass die Beschwerdeführerin heftig den Kopf gegen das linke Seitenfenster
angeschlagen habe. Im HWS-Fragebogen werde kein Kopfanprall angegeben und die
Kopfstellung sei nicht bekannt. Aufgrund dieser Tatsachen handle es sich beim
Ereignis vom 7. Juni 2004 um einen Unfall, welcher laut der Rechtsprechung des
Bundesgerichts eher den leichten als den mittleren Unfällen zuzuordnen sei. Mit Datum
vom 27. Dezember 2007 habe sie endlich auch das medizinische Gutachten des
Instituts für Interdisziplinäre Medizin, Zürich, erhalten (UV-act. 140). Das Gutachten
beruhe auf Untersuchungen der Beschwerdeführerin zwischen dem 29. April und
25. September 2006 und sei somit nicht aktuell. Der Gesundheitszustand habe sich bis
Juni 2007 trotz diverser Therapien nicht verbessert. Es sei davon auszugehen, dass
weitere Behandlungen und Therapien keine Verbesserung des Gesundheitszustands
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mehr bringen würden und dass der Endzustand eingetreten sei. Die rückwirkende
Leistungseinstellung per Januar 2006 sei somit korrekt (act. G 5).
C.c Mit Replik vom 30. Januar 2008 lässt die Beschwerdeführerin an den gestellten
Anträgen festhalten. Es wird ergänzend angefügt, dass die Unfallschilderung der
Beschwerdeführerin den Beilagen zur Beschwerde sowie der Darstellung des Unfalls
im interdisziplinären Gutachten vom 9. Dezember 2007, welche die
Beschwerdegegnerin selber bestellt habe, entspreche. Das Verbesserungspotential sei
auch heute noch gegeben. Auch das interdisziplinäre Gutachten zeige klar, dass der
Zeitpunkt für die Adäquanzprüfung noch nicht erreicht sei (act. G 9).
C.d Mit formellem Zwischenentscheid vom 26. Februar 2008 hat der Präsident des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen festgestellt, dass der Beschwerde vom
7. November 2007 gegen den Einspracheentscheid vom 8. Oktober 2007
aufschiebende Wirkung zukomme (act. G 14).
C.e Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 15).

Erwägungen:
1.
Streitig ist vorliegend, ob die am 5. Juni 2007 verfügte Einstellung der Leistungen durch
die Beschwerdegegnerin per 31. Januar 2006 zu Recht erfolgt ist oder ob weiterhin ein
Anspruch auf Versicherungsleistungen (insbesondere Heilungskosten und Taggelder)
besteht. Bezüglich der strittigen Unfallschilderung (Kopfanprall) ist festzuhalten, dass
vorliegend offen gelassen werden kann, ob während des Unfalls vom 7. Juni 2004 ein
Kopfanprall stattgefunden hat oder nicht.
2.
2.1 Gemäss ständiger Praxis des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; seit
1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) kann ein nach einem
versicherten Unfall aufgetretenes Leiden nur dann als dessen Folge betrachtet werden,
wenn und soweit es sicher oder doch zumindest überwiegend wahrscheinlich von
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jenem Unfall herrührt (natürliche Kausalität; BGE 129 V 181 Erw. 3.1 mit Hinweisen).
Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungsanspruchs nicht (BGE 119 V 338 und 118 V 289). Der Unfallversicherer haftet
sodann nur für jene Folgen, die mit dem Unfall adäquat-kausal zusammenhängen,
wobei für die Adäquanz nicht die subjektive, sondern die objektive Voraussehbarkeit
des eingetretenen Erfolgs entscheidend ist. Nach der Rechtssprechung hat ein Ereignis
dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen
Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen
Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also
durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 125 V 476 Erw. 5a).
Während es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen
Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 110 Erw. 3a).
2.2 Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von
nachweisbaren strukturellen Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit
bildgebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG]
nachgewiesen werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus
dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers
praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu
bejahen (BGE 129 V 181 Erw. 3.2, 125 V 461 Erw. 5a). Sind dagegen die Unfallfolgen
organisch nicht (hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität
nicht automatisch auch die Bejahung der adäquaten Kausalität, können doch gerade
klinische Befunde erfahrungsgemäss auch psychisch ausgelöst werden. In diesen
Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt
zu differenzieren ist: Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall
ein Schleudertrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung
gemäss BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen
indessen, dass eine versicherte Person eine Schleudertraumaverletzung erlitten hat,
muss geprüft werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung
gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen
Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die
Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa für Unfälle mit
psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze massgebend (BGE 123 V 99 Erw.
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2a), andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 366
Erw. 6a und 382 Erw. 4b festgelegten Kriterien (BGE 127 V 103 Erw. 5b/bb). Mit Urteil
vom 19. Februar 2008 i/S M. (U 394/06) bestätigte das Bundesgericht diese
Vorgehensweise (Erw. 9), präzisierte hingegen die in BGE 117 V 366 Erw. 6a und 382
Erw. 4b festgelegten Kriterien (Erw. 10).
2.3 Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist bekannt, dass bei
Schleuderverletzungen sowie bei äquivalenten Distorsionen der HWS (vgl. dazu RKUV
1999 Nr. 341 S. 408 Erw. 3b), d.h. bei so genannten Beschleunigungsverletzungen der
HWS, auch ohne nachweisbare pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre
nach dem Unfall funktionelle Ausfälle verschiedenster Art auftreten können. Der
Umstand, dass die für ein Schleudertrauma oder eine Distorsion der HWS typischen
Beschwerden nicht mit entsprechenden Untersuchungsmethoden (Röntgen,
Computertomogramm, EEG) objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die
diesbezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen (präzisierendes Urteil des
Bundesgerichts vom 19. Februar 2008, a.a.O., Erw. 9; BGE 117 V 359 E. 5d/aa).
Aufgrund der medizinischen Akten ist unbestritten davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin eine Beschleunigungsverletzung der HWS erlitten hat (u.a. UV-act.
4, 12, 24, 64, 80, 140). Entsprechend hat die Beschwerdegegnerin einen
diesbezüglichen Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin bis am 31. Januar 2006
auch anerkannt.
3.
3.1 Wenn die Beschwerdegegnerin nun geltend macht, ab 1. Februar 2006 seien
keine Unfallfolgen mehr gegeben, so ist darauf hinzuweisen, dass die Leistungspflicht
des Unfallversicherers erst entfällt, wenn das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung
von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im
Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es sich dabei um eine anspruchsaufhebende
Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein
leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der
versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 Erw.
2 mit Hinweisen). Dabei muss nicht etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen
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erbracht werden. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ob es
Krankheitsursachen, ein Geburtsgebrechen oder degenerative Veränderungen sind, ist
unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der Unfallversicherer bei einmal bejahter
Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde Ursachen nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte
Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also
dahin gefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 Erw. 3b).
3.2 Bezüglich des Einwands der Beschwerdeführerin, der Zeitpunkt der
Adäquanzprüfung sei noch nicht erreicht (act. G 1), ist vorliegend festzuhalten, dass
nicht danach zu fragen ist, in welchem Zeitpunkt die Adäquanzprüfung vorgenommen
werden darf, sondern wann der Unfallversicherer einen Fall abzuschliessen hat. Beim
Abschluss hat er den Anspruch auf eine Invalidenrente und eine
Integritätsentschädigung zu prüfen. Gemäss Art. 19 des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20), hat der Versicherer – sofern allfällige
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind – die
Heilbehandlung (und das Taggeld) nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung
der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands
erwartet werden kann. Dies wird sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden
Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt
beeinträchtigt, bestimmen. Dabei muss die durch weitere Heilbehandlung zu
erwartende Besserung ins Gewicht fallen. Unbedeutende Verbesserungen genügen
hingegen nicht (Urteil des Bundesgerichts vom 19. Februar 2008, a.a.O., Erw. 3.2, 4.1,
4.3). Die Adäquanz hat demzufolge erst nach Abschluss des normalen, unfallbedingt
erforderlichen Heilungsprozesses geprüft zu werden, und nicht solange von einer
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch immer eine namhafte Besserung zu
erwarten ist (Urteil des EVG vom 11. Februar 2004 i/S K. [U 246/03]).
3.3 Den im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 31. Januar 2006 vorliegenden
ärztlichen Stellungnahmen der Rehaklinik Rheinfelden vom 4. Januar 2006 (UV-act. 64)
und von Dr. G._ vom 23. Januar 2006 (UV-act. 67) sind weder zu einem stationären
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin noch zu einer zu erwartenden
erheblichen Verbesserung klare Äusserungen zu entnehmen.
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3.4 Zwischen dem 29. April und 25. September 2006 unterzog sich die
Beschwerdeführerin einer interdisziplinären Begutachtung durch das Institut für
Interdisziplinäre Medizinische Begutachtung (kurz: IIMB), Zürich (UV-act. 140).
Bezüglich der rechtlichen Würdigung dieser Begutachtung, datiert vom 9. Dezember
2007, ist festzuhalten, dass das Versicherungsgericht nach ständiger Rechtsprechung
die Gesetzmässigkeit des angefochtenen Einspracheentscheides in der Regel nach
dem Sachverhalt beurteilt, der zu jenem Zeitpunkt gegeben war. Massgebend sind die
rechtserheblichen Tatsachen, wie sie sich bis zum Erlass des Einspracheentscheids
vom 8. Oktober 2007 entwickelt haben (BGE 131 V 243 Erw. 2.1; BGE 121 V 366 Erw.
1b mit Hinweisen, RKUV 2001 Nr. U 419 S. 101 Erw. 2a). Spätere Arztberichte sind
somit nicht in die Beurteilung mit einzubeziehen, soweit sie keine Rückschlüsse auf die
im Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens bestehende Situation
erlauben (BGE 121 V 366 Erw. 1 b in fine). Entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin ist das Gutachten für die Beurteilung des Gesundheitszustands
im Zeitpunkt der Leistungseinstellung durchaus aktuell. Die persönlichen Explorationen
der Beschwerdeführerin haben zwischen April und September 2006 stattgefunden, also
noch vor dem Erlass des Einspracheentscheids vom 8. Oktober 2007 und nur kurze
Zeit nach der Leistungseinstellung per Ende Januar 2006. Das Gutachten vom
7. Dezember 2007 ist somit in die rechtliche Würdigung des Sachverhalts mit
einzubeziehen.
3.5 Zu der im Rahmen des IIMB-Gutachtens durchgeführten rheumatologischen
Untersuchung vom 15. September 2006 hielt Dr. med. H._, Facharzt FMH für
Rheumatologie, Innere Medizin, fest, dass er prognostisch im Zeitpunkt der
Untersuchung, zweieinviertel Jahre nach dem Unfall, und in Anbetracht der
dokumentierten kurzen Verbesserung der Arbeitsfähigkeit damit rechne, dass noch
eine weitere teilweise Besserung realistisch sei. Ein definitiver Endzustand dürfte nach
insgesamt etwa drei Jahren erreicht sein (UV-act. 140). In der Gesamtwürdigung der
Fachgutachten führten Dr. med. J._ und Dr. med. K._, beide Neurologie FMH, aus,
es bestünden mit der ausgeprägten vegetativen Begleitreaktion in der neurologischen
als auch in der rheumatologischen Untersuchung sowie in der parazervikalen
Myogelose objektivierbare klinische Zeichen. Zudem bestünden keine Hinweise auf
unfallfremde Ursachen. Der Unfall sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die einzige
Ursache der aktuellen Beschwerden. Nur die Schwellungen, die unsystematische
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Sensibilitätsstörung und die Gewichtszunahme seien höchstens möglicherweise auf
den Unfall zurückzuführen. Grundsätzlich sei die Prognose gut, eine Arbeitsfähigkeit
von mindestens 60% sollte im Bereich des Machbaren liegen. Langfristig sei sogar eine
Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit zu 100% denkbar. Aus psychiatrischer Sicht
bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (UV-act. 140). Des Weiteren hielten
die Gutachter ausdrücklich fest, dass der Endzustand noch nicht erreicht sei, da die
Beschwerdeführerin noch nicht voll austherapiert sei. Grundsätzlich sei eine namhafte
Besserung des Gesundheitszustands noch möglich und bei adäquater Behandlung
anzunehmen. Aus rheumatologischer und neurologischer Sicht seien diverse
Massnahmen zu empfehlen (vgl. UV-act. 140/23).
3.6 Das IIMB-Gutachten und die zugehörigen Fachgutachten basieren auf
eingehenden medizinischen Untersuchungen, enthalten klare und schlüssig begründete
Diagnosen und sind ohne Weiteres nachvollziehbar, weshalb ihnen volle Beweiskraft
zukommt. Auf die darin enthaltenen überzeugenden ärztlichen Beurteilungen und die
gezogenen Schlussfolgerungen kann ohne weiteres abgestellt werden. Dem IIMB-
Gutachten ist zu entnehmen, dass die geklagten Beschwerden zur Zeit der
Begutachtungen vom 29. April bis 25. September 2006 mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit immer noch auf das Unfallereignis zurückzuführen sind und von den
medizinischen Massnahmen eine namhafte gesundheitliche Verbesserung und dadurch
eine wesentliche Steigerung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu erwarten
sei. Wie bereits in Erw. 3.3 ausgeführt, lagen zum Zeitpunkt der Leitungseinstellung
keine gegenteiligen ärztlichen Beurteilungen vor. Somit ist nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit dargetan, dass im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 31. Januar
2006 keine unfallkausalen Folgen der Beschleunigungsverletzung vom 7. Juni 2004
mehr vorgelegen haben und von der Fortsetzung der medizinischen Behandlung keine
namhafte Besserung des Gesundheitszustandes sowie der Arbeitsfähigkeit zu erwarten
war. Folglich besteht für einen Fallabschluss per 31. Januar 2006 kein Anlass, weshalb
unter den gegebenen Umständen die Adäquanzprüfung zu früh erfolgte. Gemäss
rheumatologischem IIMB-Teilgutachten ist ein Endzustand drei Jahre nach dem
Unfallereignis zu erwarten. Es bleibt der Beschwerdegegnerin überlassen, in
medizinischer Hinsicht abzuklären, ob diese Prognose eingetroffen ist.
4.
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Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die vorhandenen medizinischen
Unterlagen nicht geeignet sind, einen Fallabschluss per 31. Januar 2006 zu belegen,
weshalb die Leistungseinstellung zu diesem Zeitpunkt zu Unrecht erfolgte.
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
angefochtenen Einspracheentscheids vom 8. Oktober 2007 gutzuheissen und die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin die gesetzlichen
Leistungen für den am 7. Juni 2004 erlittenen Unfall über den 31. Januar 2006 hinaus
auszurichten.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Hingegen hat die
obsiegende Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Parteientschädigung für die Kosten
der Vertretung und Prozessführung (Art. 61 lit. g ATSG). Unter Berücksichtigung der
Bedeutung der Streitsache sowie der Schwierigkeit des Prozesses rechtfertigt es sich,
diese auf pauschal Fr. 4'000.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG