Decision ID: 5afe1775-5c9e-43ec-9fe4-909656c4cc36
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Mit Urteil vom
2.
Mai 2016 im Verfahren Nr. IV.2015.00392 hiess das hiesige Gericht die
Beschwerde (
Urk.
10/95/3-5)
von
X._
, ge
boren 1971
,
gegen die Verfügung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 1
2.
März 2015 (
Urk.
10/94), mit welcher die bisher ausge
richtete Invalidenrente eingestellt wurde,
in dem Sinne gut, als dass die ange
fochtene Verfügung aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde, damit diese nach erfolg
t
en Abklärungen im Sinne der Erwägungen über den Rentenan
spruch neu verfüge (
Urk.
10/102
Dispositiv
Ziff.
1).
1.2
Die IV-Stelle holte in der Folge unter anderem bei der
Z._
ag
ein poly
diszip
linäres Gutachten ein, das am
2.
Mai 2017 erstattet wurde (Urk. 10/130
). Nach durchgeführt
em
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
10/134;
Urk.
10/136
)
hielt
di
e IV-Stelle mit Verfügung vom 3
1.
Januar 2018
an der Renteneinstellung fest
(Urk. 10/143
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
1.
März 2018
Beschwerde gegen die Verfügung vom
3
1.
Januar 2018
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihr die bisherige Invalid
enrente zu belassen (
Urk.
1 S. 1
).
Die IV-Stelle beantra
gte mit Beschwerdeantwort vom 2
4.
April 2018 (
Urk.
9
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde
der Beschwerdeführerin am
2.
Mai 2018
zur Kenntnis geb
racht (
Urk.
12
).
Mit Gerichtsverfügung vom 1
7.
Mai 2018 wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (
Urk.
17).
Mit Gerichtsverfügung vom 1
1.
Juni 2018 (
Urk.
21) wurde dem Vertreter der Beschwerdeführerin
, wie vor
gängig telefonisch vereinbart (
Urk.
20)
,
eine Kopie des Gutachtens der
Z._
ag
vom
2.
Mai 2017 (
Urk.
10/130) zugestellt. Hierzu reichte
er
am 2
3.
August 2018
eine
Stellungnahme (
Urk.
24) ein, welche der Beschwerdegeg
nerin am 3
0.
August 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
25).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vo
raus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden soma
toformen Schmerzstörung oder eines damit vergleichbaren psychosomatischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2) sind Indikatoren beachtlich, die das Bundesgericht wie folgt systematisiert hat (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «
funktioneller Schweregrad
»
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex «
Persönlichkeit
»
(Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen)
-
Komplex «
Sozialer Kontext
»
-
Kategorie «
Konsistenz
»
(Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungshindern
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotenzialen (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschät
zen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4):
Der Indikator einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen zielt auf die Frage ab, ob die diskutierte Ein
schränkung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Aufgabenbe
reich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Freizeitgestaltung) anderseits gleich ausgeprägt ist. Dabei ist das bisherige Kriterium des sozialen Rückzugs (wiederum) so zu fassen, dass neben Hinweisen auf Einschränkungen auch Ressourcen erschlossen werden; umgekehrt kann ein krankheitsbedingter Rückzug aber auch Ressourcen zusätzlich vermindern. Soweit
erhebbar
, empfiehlt sich auch ein Vergleich mit dem Niveau sozialer Aktivität vor Eintritt der Ge
sundheitsschädigung. Das Aktivitätsniveau der versicherten Person ist stets im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu sehen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1).
Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das heisst das Ausmass, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder
-re
sistenz unter dem Komplex
«Gesundheitsschädigung»
) auf den tatsächlichen
Lei
densdruck hin. Dies gilt allerdings nur, solange das betreffende Verhalten nicht durch das laufende Versicherungsverfahren beeinflusst ist. Nicht auf fehlenden Leidensdruck zu schliessen ist, wenn die Nichtinanspruchnahme einer empfohle
nen und zugänglichen Therapie oder die schlechte Compliance klarerweise auf eine (unabwendbare) Unfähigkeit zur Krankheitseinsicht zurückzuführen ist. In ähnlicher Weise zu berücksichtigen ist das Verhalten der versicherten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-) Eingliederung. Inkonsistentes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend gemachte Einschränkung sei anders begründet als durch eine versicherte Gesundheitsbeeinträchtigung (BGE 141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_296/20
16 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.2).
1.4
Weder für die Verwaltung noch für das Gericht be
steht ein Anlass, die Diagnose «
Fibromyalgie
»
in Frage zu stellen, auch wenn diese in der Ärzteschaft umstritten ist. Die Fibromyalgie weist zahlreiche mit den somatoformen Schmerzstörungen gemeinsame Aspekte auf, sodass es sich beim aktuellen Kenntnisstand aus juris
tischer Sicht rechtfertigt, die von der Rechtsprechung im Bereich der somatofor
men Schmerzstörungen entwickelten Grundsätze bei der Würdigung des inva
lidisierenden Charakters einer Fibromyalgie analog anzuwenden (BGE 132 V 65 E. 4).
1.5
Nach
lit
. a
Abs.
1 der am
1.
Januar 2012 in Kraft getretenen Schlussbestimmun
gen der Änderung vom 1
8.
März 2011 des IVG (
6.
IV-Revision, erstes Massnah
menpaket; kurz:
lit
. a
Abs.
1
SchlB
IVG
6.
IV-Revision
) werden Renten, die bei
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jah
ren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach Artikel 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen von Artikel 17 Absatz 1 ATSG nicht erfüllt sind. Diese Bestimmung ist verfassungs- und EMRK-konform (BGE 139 V 547 E. 3).
Die in
lit
. a
Abs.
1
SchlB
6.
IV-Revision
vorgesehene Rentenherabsetzung bezie
hungsweise -aufhebung ist nicht auf vor dem
1.
Januar 2008 zugesprochene Ren
ten beschränkt. Erging die fragliche
Rentenzusprache
aber bereits in Beachtung der jeweils relevanten Rechtsprechung zu
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage, bleibt kein Raum für ein Rückkommen unter dem Titel der Schlussbestimmung (BGE 140 V 8 E. 2).
Laufende Renten sind vom Anwendungsbereich von
lit
. a
Abs.
1
SchlB
zur
6.
IV-Revision nur ausgenommen, wenn und soweit sie auf erklärbaren Beschwerden, das heisst auf einer nachweisbaren objektivierbaren Grundlage beruhen. Lassen
sich unklare von erklärbaren Beschwerden trennen, können die Schlussbestim
mungen der
6.
IV-Revision auf erstere Anwendung finden (BGE 140 V 197 E. 6.2, in Präzisierung u.a. von
BGE 139 V 547
E. 10.1.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_738/2013 vom
8.
April 2014 E. 3.1.2.1 mit Hinweis). Demnach ist die Schluss
bestimmung bei kombinierten Beschwerden anwendbar, wenn
die unklaren und die «
erklärbaren
»
Beschwerden – sowohl diagnostisch als auch hinsichtlich der funktionellen Folgen – auseinandergehalten werden können. Ein organisch be
gründeter
Teil
der Arbeitsfähigkeit kann bei Anwendbarkeit der Schlussbestim
mung nur neu beurteilt werden, sofern eine Veränderung im Sinne von
Art.
17 ATSG eingetreten ist. Insoweit wird im Anwendungsbereich der Schlussbestim
mung vom Grundsatz abgewichen, dass die Verwaltung im Rahmen einer mate
riellen Revision – um eine solche handelt es sich auch hier – den Rentenanspruch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend prüft (Urteil des Bundesge
richts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 2.4.2 mit Hinweisen).
Ist ein
«
Mischsachverhalt
»
gegeben, bei dem es unmöglich ist festzustellen, wie gross der Anteil der organisch bedingten Beschwerden bei der Rentenzuspre
chung war, wäre ein Abstellen auf die aktuelle gutachterliche Einschätzung nicht zu vereinbaren mit der Rechtsprechung, wonach der auf erklärbaren Beschwerden beruhende Teil der Invalidität unter dem Rechtstitel der Schlussbestimmung nicht überprüft werden kann. In einem solchen Fall bestimmt sich die (zu einer
integralen
Neuprüfung führende) Anwendbarkeit der Schlussbestimmung nach fol
gen
dem Grundsatz: Besteht (im Zeitpunkt der Rentenzusprechung und/oder
-über
prüfung) neben dem
syndromalen
Zustand eine davon unabhängige organi
sche oder psychische Gesundheitsschädigung, so hängt die Anwendbarkeit der Schlussbestimmu
ng davon ab, dass die weitere («
nichtsyndromale
»
) Gesundheits
schädigung die anspruchserhebliche Arbeitsunfähigkeit nicht mitverursacht, das heisst letztlich nicht selbständig zur Begründung des Rentenanspruchs beigetra
gen hat. Wenn sie die Auswirkungen des unklaren Beschwerdebildes bloss ver
stärkte, bleibt eine Rentenrevision unter diesem Rechtstitel möglich (Urteil des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 2.6 mit Hinweisen).
Da der Bestand laufender Renten wesentlich von medizinischen Aspekten ab
hängt, sind an die entsprechenden Abklärungen besonders hohe Anforderungen zu stellen. Namentlich muss verlangt werden, dass die Untersuchungen im Zeit
punkt der Revision aktuell sind und sich mit der massgeblichen Fragestellung auseinandersetzen. Soweit die versicherte Person sich – auch mit Bezug auf die Chancen, welche die Wiedereingliederungsmassnahmen bieten – der Beurteilung durch die Verwaltung und deren regionalen ärztlichen Dienst nicht anschliessen kann, dürfte sich in der Regel eine neue, polydisziplinäre Begutachtung als un
umgänglich erweisen (vgl. BGE 139 V 547 E. 10.2).
1.6
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.7
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2) damit
, dass der An
spruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente
infolge der
6.
Revisio
n der Invalidenversicherung
gestützt auf die Schlussbestimmungen der Änderun
gen des IVG vom 1
8.
März 2011 überprüft worden
sei
. Da im Urteil des hiesigen Gerichtes betreffend die am 1
2.
März 2015 verfügte Einstellung der Invaliden
rente festgehalten worden sei, dass eine Rentenrevision unter der Anwendbarkeit der Schlussbestimmungen möglich sei, jedoch weitere Abklärungen zu den aktu
ellen Ressourcen zu machen seien, sei ein Revisionsgrund weiterhin gegeben. Gestützt auf das veranlasste Gutachten der
Z._
ag
vom
2.
Mai 2017 sei von einer maximalen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20
%
auszugehen, wes
halb kein
Anspruch mehr auf Leistungen der Invalidenversicherung bestehe. Bei
der Beurteilung von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Physikalische Medi
zin und Rehabi
litation und für Rheumatologie,
handle es sich um eine andere Beurteilung
des
gleichen Sachverhalt
s
(S. 1 ff.)
.
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) geltend, das
s das
rechtliche G
ehör verletzt worden
sei
,
indem
ihr die Beschwerdegegnerin bislang keine
Akteneinsicht gewährt habe
und der Vorbescheid vom 1
0.
Oktober 2017 nicht nachvollziehbar begründet worden
sei
. Sie wolle noch Stellung zu den Ausführungen im verheimlichten Gutachten vom
2.
Mai 2017 nehmen (S. 2
lit
. A.
Ziff.
2).
Gemäss
Dr.
A._
sei sie
nicht mehr als 30
%
bis 40
%
belastbar. Da die Krankheit unberechenbar sei, sei sie auf dem ersten Arbeitsmarkt kaum vermittelbar (S. 3 Mitte). Die behandelnden Ärzte seien sich einig, dass sie chro
nisch schwer krank sei (S. 3 unten f.).
Auch seien die Feststellungen der Beschwer
degegnerin zu ihrer beruflichen
Ausbildung rätselhaft und das K
ommunikative sei in ihrer Kultur verwurzelt (S. 4
Ziff.
3).
2.3
In ihrer Replik (
Urk.
24) machte die Beschwerdeführerin geltend, dass die
Z._
-Gutachter höchstens die Ist-Situation beurteilen könnten, jedoch nicht ihre frühere gesundheitliche Situation. Dies sei unglaubwürdig. Es fehle an Objektivität und
an
einer überzeugenden Begründung (S. 3
Ziff.
6-7). Es sei no
torisch, dass jemand, der unter chronischen Schmerzen leide, nicht arbeitsfähig sei (S. 3
Ziff.
8).
2.4
Strittig und zu prüfen ist
, ob die
Renteneinstellung rechtens ist.
3.
Vorab ist zur beschwerdeweise geltend gemachten Gehörsverletzung
im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
im Sinne einer nicht gewährten Akteneinsicht, insbe
sondere der Nichtzustellung des polydisziplinären Gutachtens der
Z._
ag
vom
2.
Mai 2017
an den Vertreter der Beschwerdeführerin
,
festzuhalten, dass ge
mäss Aktenlage
dieser
zwar mit Schreiben der IV-Stelle vom 2
3.
Dezember 2016 (
Urk.
10/124) über die Durchführung der polydisziplinären Untersuchung infor
miert worden ist und ihm vorgängig mit Schreiben vom 1
8.
Januar 2017 auch die beteiligten Gutachter mitgeteilt worden sind (vgl.
Urk.
10/128)
, eine Zustel
lung des Gutachtens zur Stel
lungnahme jedoch nicht erfolgte. Im
Rahmen seiner Einsprache vom
6.
November 2017 (
Urk.
10/136)
auf den Vorbescheid vom
1
0.
Oktober 2017 (
Urk.
10/134) ersuchte der Vertreter jedoch
auch nicht darum, obwohl klar aus dem Vorbescheid
hervorging, dass sich der in Aussicht gestellte Entscheid auf
das Gutachten der
Z._
ag
stützte.
Da der Vertreter der Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung am hiesigen Gericht
mit einem
befristeten
Berufsausübungsverbot
von zwei Jah
ren sowie mit einem Patentenzug sanktioniert war (vgl.
Urk.
5-6
)
, wurde ihm
mit Gerichtsverfügung
vom 1
7.
Mai 2018
im Rahmen eines gewährten zweiten Schriftenwechsels die Möglichkeit geboten,
die vollständigen Prozessakten nach telefonischer Voranmeldung am Sitz des Gerichtes
einzusehen
(
Urk.
17). Am 1
8.
Mai 2018 teilte der Vertreter der Beschwerdeführerin mit, dass er um Zusen
dung der Akten ersuche, da es für ihn sehr umständlich sei, nach Winterthur zu fahren, da er sich oft im Ausland aufhalte (
Urk.
19). Telefonisch wurde ihm da
raufhin mitgeteil
t, dass die Akten nur an Anwälte mit g
ültigem Anwaltspatent versendet
würden, welche
Voraussetzungen er nicht erfülle
. Vereinbart wurde,
ihm
eine Kopie des Gutachtens
der
Z._
ag
vom
2.
Mai 2017 zur Stellung
nahme zuzustellen (vgl.
Urk.
20).
Zum Gutachten der
Z._
ag
äusserte er sich sodann mit Eingabe vom 2
3.
August 2018 (
Urk.
24).
Da der Vertreter der Beschwerdeführer
in
demnach
nachträglich
die Möglichkeit gehabt hätte, die vollständigen Akten einzusehen und er
zum Gutachten
der
Z._
ag
bei voller Kognition des hiesigen Gerichtes alle sei
ne Argumente vorbringen konnte, ist
eine allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Beschwerdegegnerin
als geheilt anzusehen
.
4.
4.1
Mit Urteil des hiesigen Gerichts vom
2.
Mai 2016 (
Urk.
10/
102
) wurde hinsichtlich der
im Oktober 2008 rückwirkend ab Februar 2007
erfolgten
Rentenzusprache
(Urk.
10
/40, Urk.
10
/43-46)
festgehalten, dass
es sich bei dem zugrunde liegenden medizinischen Sachverhalt
um einen sogenannten
„Mischsachverhalt“
(vgl. vor
stehend E. 1.5
)
handle und i
n Anbetracht de
r Gegeben
heiten davon auszugehen
sei
, dass die psychischen Einschränkungen die Auswirkungen der Fibromyalgie
bloss
verstärkt und die anspruchserhebliche Arbeitsunfähigkeit
der Beschwerde
führerin
nic
ht eigenständig verursacht hätten
. Eine Rentenrevision unter der An
wendbarkeit der Schlussbestimmungen
wurde
für
möglich
erachtet
(
Urk.
10/
102
E.
5.1
).
Demnach ist im Folgenden zu prüfen,
ob im Zeitpunkt der Revision die Voraussetzungen nach Art. 7 ATSG (vorstehend E. 1.1) erfüllt waren.
4.2
Hinsichtlich des von der Beschwerdegegnerin im Rahmen der im Juli 2013 ein
geleiteten Rentenrevision
(vgl.
Urk.
10/69)
eingeholten Gutachtens
B._
vom Juli 2014 (
Urk.
10/81) hielt das hiesige Gericht in seinem
Urteil vom
2.
Mai 2016
fest
, dass dieses keine nach der darge
legten Rechtsprechung von BGE 141 V 281 geforderte Prüfung der releva
nten Standardindikatoren zulasse
und sich die offenen Fragen im Zusammenhang mit den Indikatoren gemäss BGE 141 V 281
auch nicht anhand der vorliegenden
Berichte der behandelnden Ärzte
beantworten liesse
n
. Die Sache wurde
folglich
an die Beschwerdegegnerin zu weiteren Abklärungen und erneutem Entscheid zurückgewiesen (vgl.
Urk.
10/102
E.
5.9-10, Dispositiv
Ziff.
1).
Die medizinische Aktenlage zeigte sich hernach wie folgt:
4.3
Dr.
A._
,
Leitender Arzt,
C._
,
stellte in seinem Bericht vom 1
8.
November 2016 (
Urk.
10/
122) folgende Diagnosen (S. 1
):
-
a
ku
te
psycho
physische Dekompensati
on mit ausgeprägter massivster ge
neralisierter Schmerzsymptomatik
mit
-
Schlaflosigkeit
-
begleitende
n
neuro-vegetative
n
Symptome
n
: Kopfschmerzen, Ti
nnitus im linken Ohr, abdominelle
Beschwerden
-
g
eneralisierte
Tendomyopathie
(
Fibromyalgiesyndrom
)
mit
-
wechselnde
n
multiple
n
neurovegetative
n
Begleitsymptom
en
-
chronisch
cervikocephalem
Syndrom
-
intermittierend
lumbospondylogene
r
bis
radikuläre
r
Symptomatik
-
stark verminder
ter globalen Belastungstoleranz
-
d
epressive Entwicklung (in
psychiatrischer Behandlung)
-
Residualsyndrom nach schwerer abszedierender Pneumonie rechts
mit
-
generelle
r
Leistungsminderung
-
Status nach akuter respiratorischer I
nsuffizienz mit Intubation Februar
2009
-
Status nach Abszedierung, ventraler Pneumothorax rechts
-
Status nach
Hospitalisation
über mehrere Monate
-
n
ormochrome
,
normo
zytäre
Anämie
-
aus religiösen Gründen
keine Blutprodukte erwünscht
-
Migräne
accompagnée
-
s
ubstitutionspflichtige Hypothyreose
-
Stat
us nach
Hashimotothyreoiditis
-
s
ymptomatische Gastritis Typ A, bei axialer Hernie und
Refluxoeso
phagitis
Dr.
A._
führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit mehreren Jahren bei ihnen in Behandlung und Betreuung. Die letzte Konsultation habe am 1
1.
November 2016 stattgefunden (S. 1 Mitte). Die genannten Diagnosen bestün
den seit Jahren. Bei der Fibromyalgie handle
es sich um eine chronische rheuma
tische Erkrankung mit wechselnd auftretenden Schmerzen der M
uskulatur und der Sehnenansätze.
Hinsichtlich
der psychi
schen
Situation sei
auf
die fachärzt
liche Stellungnahme von
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
verwiesen
(S. 2 oben)
.
Dr.
A._
führte aus, t
rotz umfangreicher Therapiem
assnahmen komme
es imm
er wieder zu starken
Schmerzexazerbatio
nen
.
Da es
auch
keine gut
wirksamen analgetischen Medik
amente bei der Fibro
myalgie gebe
, s
eien
auftretende Schmerzspitzen zwangsläufig mit einer
Reduk
tion der Belastbarkeit und der Leistungsfähigkeit verbunden
. Trotz grosser Moti
vation
könne die Beschwerdeführerin
nicht zuverlässig einer regelmässigen hö
herprozentigen Arbeit nachgehen. Aktuell
sei
die
Arbeitstätigkeit als Hilfskraft in der Bibliothek an drei
Tagen pro Woche jeweils für drei
Stunden knapp machbar.
Daneben mü
ss
e
sie noch ihren Haushalt führen
und den adol
eszenten Sohn be
treuen
.
Realistisch sei eine maximale
Belastbarkeit von
10
%
bis 15% (S. 2 Mitte).
4.4
Dr.
D._
stellte in seinem Bericht vom 2
3.
November 2016 (
Urk.
10/120
)
folgende Diagnosen (
Ziff.
1.1):
-
generalisierte
Tendomyopathie
/Fibromyalgie bei chronischem
cervikover
tebralen
/-
cephalen
Syndrom und chronischem
Lumbovertebralsyndrom
; chronische Schmerzen
-
wiederholte Lungenentzündungen
-
rezidivierende depressive Episoden mit somatischem Syndrom (ICD-10 F33.1)
-
substituierte Hypothyreose, Status nach akuter
Thyreoiditis
Hashimoto
-
Fatigue
-Syndrom
-
generalisiertes Angstsyndrom (ICD-
10 F41.1) mit Panikattacken (ICD
-10 F41.0)
im Rahmen einer ängstlich
-
vermeidenden und infantilen Persön
lichkeitsstörung
(ICD-10 F60.6; ICD-10 F60.8)
Dr.
D._
führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit dem 1
0.
Mai 2006 bei ihm in Behandlung, und die letzte Kontrolle sei am 2
2.
November 2016 erfolgt (
Ziff.
1.2).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Housekeeping
-
attenda
n
t
bestehe seit dem
1.
November 2006 eine Arbeitsunfähigkeit von 70
%
bis 100
%
(
Ziff.
1.6). Die Beschwerdeführerin sei durch körperliche Schmerzen und eine herabgesetzte kör
perliche und psychische Belastbarkeit eingeschränkt. Die bisherige
Tätigkeit
sei nicht mehr zumutbar (
Ziff.
1.7). Eingliederungsmassnahmen in einer leichten Tä
tigkeit seien auf ein Pensum von 50
%
begrenzt (
Ziff.
1.8).
Zum ärztlichen Befund führte
Dr.
D._
aus, es handle sich um eine kleine, zierli
che, alleinerziehende geschiedene Frau, die sich über Schwäche, Schlafstörungen, Sorgen um den Sohn
und über Zukunftsängste beklag
e. Periodisch habe sie schwere Depressionen. Zur Prognose führte
Dr.
D._
aus, es sei nur eine Linde
rung der Symptome möglich (
Ziff.
1.4).
4.5
Am
2.
Mai 2017 erstatteten
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie,
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Neuro
logie,
Dr.
med.
H._
,
Assistenzärztin Klinik für Neurologie, und
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Allgemein Innere Medizin,
Z._
ag
,
das von der Beschwerdegegnerin veranlasste polydisziplinäre Gutachten (
Urk.
10/130).
Sie nannten zusammenfassend folgende Hauptdiagnosen mit Ein
schränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit (S. 55
Ziff.
8.1.1.):
-
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0)
-
chronische Kopfschmerzen
im Rahmen des Fibromyalgie-Syndroms
-
möglicher zusätzlicher Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerz, Differenzialdiagnose zusätzliche somatoforme Schmerzkomponente
Als Nebendiagnosen ohne wesentliche
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nann
ten die Gutachter eine Migräne ohne Aura, ein
Fibromyalgiesyndrom
mit vielen vegetativen Begleitbeschwerden und hoher Inanspruchnahme des medizinischen Systems, einen Status nach komplizierter Pneumonie im Februar 2009 mit an
schliessender Rehabilitation
in
der der
J._
, eine Thy
reoiditis Hashimoto, seit 2003 mit
E
ltroxin
substituiert, aktuell
eu
th
y
reot
,
und eine Neigung zu medikamenteninduziertem
hyperazidem
Reizmagen (S. 55
Ziff.
8.1.2
.
).
Zur Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit führten die Gutachter aus, aus internistischer und rheumatologischer Sicht bestehe für körperlich leichte bis mittelschwere Belastungen bei der Beschwerdeführerin keine wesentliche Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit für angelernte körperlich leichte bis mittel
schwere Tätigkeiten ohne besondere Stressbelastungen. Polydisziplinär bestehe aus neurologischer und psychiatrischer Sicht unter Berücksichtigung der chroni
schen Kopfschmerzsymptomatik sowie der rezidivierenden depressiven Störung und der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung eine gesamthaft 20%ige Arbeitsunfähigkeit. Dies auch unter Berücksichtigung der psychosozialen Aspekte (S. 60
Ziff.
9.1.1
.
).
Diese Arbeitsunfähigkeit bestehe aus psychiatrischer Sicht soweit retrospektiv be
urteilbar seit der Begutachtung 2008 und aus neurologischer Sicht zumindest seit Erwähnung im IV-Bericht der Rheumatologie des
C._
vom 2
4.
Juni 2013 unter Anführung der Diagnose einer
Migraine
accompagnée
(S. 60
Ziff.
9.1.2
.
).
Zur Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit führten die Gutachter aus
, po
lydisziplinär bestehe aus neurologischer und psychiatrischer Sicht unter Berück
sichtigung der chr
onischen Kopfschmerzsymptomatik
sowie der rezidivierenden depressiven Störung und der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung auch für eine adaptierte Tätigkeit eine gesamthaft 20%ige Arbeitsunfähigkeit mit Be
ginn aus psychiatrischer Sicht
,
soweit retrospektiv beurteilbar
,
seit der Begutach
tung im Jahr 2008 und aus neurologischer Sicht zumindest seit Erwähnung im IV-Bericht der Rheumatologie des
C._
vom 2
4.
Juni 2013 (S. 61
Ziff.
9.2.1
.
).
Aufgrund der chronischen Kopfschmerzen und der psychiatrischen Diagnosen sollte die Versicherte die Möglichkeit haben, kürzere Pausen einlegen zu können. Schichtarbeiten sollten vermieden werden, um einen regelmässigen Lebensrhyth
mus beziehungsweise
chronobiologischen
Rhythmus zu gewährleisten. Hinsicht
lich der Tätigkeit sei eine Umsetzbarkeit in freier Wirtschaft anzustreben. Er
schwerend seien dabei allenfalls versicherungsfremde Faktoren (S. 61
Ziff.
9.2.2.).
Prognostisch seien
aktuell anhand des langjährigen und
frustran
anmutenden Verlaufs sowie der fraglichen
Medikamentencompliance
durch den aktuellen
Fluox
etin
-Spiegel
keine sicheren An
gaben möglich. Grundsätzlich be
stünden
bei der Versicherten trotz gewisser Handicaps weiterhin a
uch gute Ressourcen, jedoch seien
diese hinsichtlich des chronischen Beschwerdebildes mit psychischer Kom
ponente und Symptomausbau
sowie
derzeitig
invalidisierendem Krankheits
kon
zept
insgesamt als eingeschränkt zu beurteilen
(S. 62
Ziff.
9.4.
)
.
4
.6
Dr.
A._
stellte in seinem Beri
cht vom
1.
November 2017
(
Urk.
10
/
13
5
/1-2
) folgende Diagnosen (S. 1):
-
generalisierte
Tendomyopathie
(Fibromyalgie-Syndrom)
-
depressive Entwicklung, rezidivierende depressive Episode
-
substitutionspflichtige Hypothyreose
Dr.
A._
führte aus, die Patientin leide seit Jahren an obgenannter Problema
tik mit somatischen und psychischen Faktoren.
E
s
handle
sich zweifelsohne
um eine Fibromyalgie und damit um eine in
fachrheumatologischen
Kreisen aner
kannte Diagnose und Krankheit.
Es gebe keinen labormässigen und auch keinen bildgebenden Test, welcher die Schmerzepisoden, die Schmerzangaben und das Schmerzerleben der Patientin in Korrelation bringen könne. Es handle sich eben nicht um eine klassische Erkrankung.
Die Patientin bemühe sich trotz
der chronischen Schmerzerk
r
ankung
um eine Teilarbeitsfähigkeit im Rahmen ihrer R
essourcen
.
Sie
sei
nicht mehr als 30
%
bis 40
%
belastbar
. Auf zu starke körperliche und seelische Belastung reagiere sie jeweils mit
schwersten
Schmerzexazerbationen
. Entsprechend der Unberechen
barkeit der Erkrankung sei sie im ersten Arbeitsmarkt kaum vermittelbar
(S. 1 unten f.).
Zusammengefasst leide die Patientin unter der aktuellen Schmerzerkrankung, nicht zuletzt auch wegen der psychischen Komorbidität. Diese werde durch den behandelnden Psychiater attestiert. Ferner sei es nicht so, dass die Patientin die
Medikamente nicht einnehme.
Ihre
Motivation
die
Krankheit zu überwinden sei klar und deutlich ersichtlich. Sie sei in keiner Weise als
Aggravantin
zu bezeich
nen (S. 2 oben).
4
.7
Dr.
D._
stellte in seinem Bericht vom
6.
November 2017 (
Urk.
3/6) folgende Diagnosen (S. 1):
-
generalisierte
Tendomyopathie
/Fibromyalgie bei chronischem
cervikover
tebralen
/-
cephalen
Syndrom und chronischem
Lumbovertebralsyndrom
-
wiederholte Lungenentzündungen
-
substituierte Hypothyreose
-
rezidivierende depressive Episoden mit somatischem Syndrom,
Fatigue
Syndrom
,
Ängsten und Panikattacken im Rahmen einer ängstlich-vermei
denden un
d infantilen Persönlichkeitsst
örung
Dr.
D._
führte aus, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführer
in
werde im Maxi
mum bei 50
%
gesehen. Sie werde zurzeit in der Bibliothek beschäftigt. Weder körperlich noch hinsichtlich ihrer Konzentration sei sie in der Lage, mehr als 50
%
zu leisten. Der Hintergrund ihrer Erkrankung liege im erlebten Trauma in ihrer Heimat aufgrund der schweren politischen Lage von damals (S. 2 Mitte).
Die körperliche und psychische Erkrankung der Beschwerdeführerin sei als chro
nisch zu betrachten. Im V
ordergrund der Beschwerden stünden
das generalisierte Angstsyndrom, die Panikattacken und andere somatische Beschwerden (S. 2 oben).
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin stütz
t
e sich in der vorliegend angefochtenen Verfügung auf die Einschätzung durch die
Z._
-
Gutachter vom
Mai 2017 (vgl. vor
stehend E. 4.5
), welche bei diagnostizierter anhaltender somatoforme
r Schmerz
störung (ICD-10 F45.4), einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte Episode
(ICD-10 F33.0) sowie chronischen
Kopfschmerzen im Rahmen des
Fibromyalgiesyndroms
von einer generellen Einschränkung der Arbeitsfähigke
it der Beschwerdeführerin von 20
% ausgingen (vgl. vorstehend E. 2.1).
5.2
Auf die Einschätzung der
Z._
-Gutachter in ihrem Gutachten vom
Mai
2017 kann vorliegend abgestellt werden. So werden die von der Beschwerdefüh
rerin beklagten Beschwerden berücksichtigt und die Gutachter setzten sich mit diesen sowie mit ihrem Verhalten umfassend auseinander. Es wurde sodann in Kenntnis der wesentlichen
Vorakten
abgegeben, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation ein, und die Schlussfolgerung ist in nachvollziehbarer
Weise begründet. Es erfüllt daher die Anforderungen an eine beweiskräftige Ex
pertise (vorstehend E. 1.8).
Während aus rheumatologischer und internistischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert wurde, resultierte aus neurologischer Sicht auf
grund der Kopfschmerzsymptomatik eine generelle Einschränkung der Arb
eitsfä
higkeit von 20
%
, welche jedoch nicht additiv zu der aus psychischer Sicht resul
tierenden Einschränkung in eben dieser Höhe hinzugefügt wurde.
Hinsichtlich der Ausführungen des langjährig behandelnden Rheumatologen
Dr.
A._
vom November 2016 und 2017 (vgl. vorstehend E. 4.3 und E. 4.6)
decken sich seine gestellten Diagnosen im Wesentlichen mit jenen der Gutachter der
Z._
ag
.
Soweit er
jedoch
die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in leichter Tätigkeit
zunächst mit 10
%
bis 15
%
und dann
mit maximal 30
%
bis 40
%
beziffert,
handelt es sich dabei um eine andere Einsc
hätzung desselben Sachverhaltes, welche insbesondere auch in der unterschiedlichen Gewichtung der Aspekte der
Selbslimitierung
und
der
Aggravation der Beschwerden gründete.
Dr.
A._
schloss im Gegensatz
zu
den
Z._
-Gutachtern
eine Aggrava
tion der Beschwerden aus und
stützte
sich
bei
labormässig
und auch bildgebend unauffälligen Befunden vollumfänglich auf die subjektiven Beschwerd
eangaben der Beschwerdeführerin
. Hinsichtlich seiner Ausführungen vom November 2016, dass die Beschwerdeführerin neben ihrer Tätigkeit in der Bibliothek noch den Haushalt führen und ihren erwachsenen Sohn betreuen müsse, ist zu bemerken, dass es sich hierbei um aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht unbeachtliche Aspekte handelt.
5
.
3
Dass aufgrund der vom psychiatrischen Teilgutachter
Dr.
E._
diagnosti
zierten anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
und
der re
zidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0)
,
die Arbeitsfähig
keit der Beschwerdeführerin um 2
0 % beeinträchtigt ist, wird durch die Prüfung der Standardind
ikatoren (vgl. vorstehend
E. 1.3
) bestätigt.
Da ihre
Fähigkeit
, alltägliche Verrichtungen auszuüben, erhalten geblieben ist,
sie
sozial gut integriert ist und Kontakte zu
r Familie und Kolleginnen pflegt (vgl. Urk. 10/
13
0 S. 32 Mitte
), fällt eine schwere Ausprägung des psychischen Leidens
ausser
Betracht
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 7.1).
Hinsichtlich des
Ausmasses
der Schmerzstörung führte
Dr.
E._
aus, dass die Versicherte in der psychiatrischen Exploration ausgeprägte Schmerzen ange
geben habe, sich jedoch in der über 100 Minuten dauernden psychiatrischen Ex
ploration, welche ohne Pausen stattgefunden habe, keine Anhaltspunkte für ein von
aussen
beobachtbares Schmerzerleben gezeigt hätten. Zudem habe die
Schmerzsymptomatik im psychiatrischen Gespräch als verdeutlicht dargebracht imponiert (
Urk.
10/130 S. 31 f. unten).
Auffallend ist, dass
Dr.
E._
wäh
rend der psychiatrischen Untersuchung der Beschwerdeführerin keinerlei Schmerzverhalten beobachten konnte, sie sich aber bereits vor den somatischen Untersuchungen schmerzgepeinigt gab (vgl.
Urk.
10/130 S. 37
Ziff.
5.1., S. 42
Ziff.
6.1)
.
Dr.
E._
führte denn auch aus, dass sich aus der gutachterlichen Zusammenschau bei der Beschwerde
führerin mit einer überwiegenden
Wahr
scheinlichkeit der Verdacht für eine teilweise vorhandene Aggravation ergebe, die von einer Verdeutlichung, welche typisch bei somatoformen Störungen sei, abweiche.
Das Vorliegen einer hohen Selbstlimitierung bestätigte ebenfalls
der rheumatologische Teilgutachter
.
Auch konnte
Dr.
E._
die von der Be
schwerdeführerin im Rahmen der depressiven Symptomatik angegebene Müdig
keit und Kraftlosigkeit sowie Reduktion von Freude und Interessen anlässlich sei
ner Untersuchung nicht verifizieren (vgl.
Urk.
10/130 S. 33 Mitte
, S. 53
Ziff.
7.9.
).
Weiter
wies
er
auf die Diskrepanz hin, dass
die Beschwerdeführerin geltend machte, kaum mehr etwas machen zu können, obwohl sie bereits drei Tage die Woche während zwei bis drei Stunden gearbeitet habe (vgl.
Urk.
10/130 S. 32 unten).
Vom eigentlichen Krankheitsgeschehen abzugrenzen gilt es vorliegend die aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht unbeachtlichen psychosozialen Belas
tungsprobleme.
Als grundlegende psychosoziale Probleme wurden
neben
der
Migrationsproblematik und
den
minimalen Deutschkenntnissen auch
S
chwierig
keiten mit dem erwachsenen Sohn sowie finanzielle Probleme
genannt.
Erschwe
rend
erweist sich
auch,
dass die Beschwerdeführerin
in der Schweiz
ledigli
ch für kurze Zeit erwerbstätig
war
, wobei sie den Umstand,
dass ihre Ausbildung zur Hotelfachfrau in der Schweiz nicht anerkannt
wurde, als belastend empfand
(vgl.
Urk.
10/130
S. 22 oben,
S. 27 oben
, S. 53
Ziff.
7.9.
).
Daran, dass lediglich ein leicht ausgeprägtes Leiden vorliegt, ändert auch die Ge
gebenheit nichts, dass die Beschwerdeführerin
verschieden
e
ambulante und stationäre
Behandlungen
in Anspruch
nahm
und sich seit 2006 in psychiatrischer Behandlung bei
Dr.
D._
befindet
(vg
l. vorstehend E. 4.4 und E. 4.7)
.
Trotz an
lässlich der Begutachtung bei
Dr.
E._
weiterhin geklagter depressiver
Symptome
un
d
der Angabe,
die antidepressive Medikation einzunehmen,
wies
der Medikamentenspiegel auf eine längere Nichteinnahme
hin
(vgl.
Urk.
10/130 S. 35 oben)
.
Ins Gewicht fällt hier auch das Krankheitskonzept der Beschwerde
führerin, indem sie gegenüber
Dr.
E._
äusserte
, sie wolle, dass die Men
schen verstünden, dass sie krank sei (
Urk.
10/130 S. 25
Ziff.
3.5.), welches eine erhöhte Inanspruchnahme von medizinischen
Massnahmen
und Therapien be
günstig. Vor diesem Hintergrund lässt die Inanspruchnahme von Therapien keine
zuverlässigen Rückschlüsse zu.
Zum Zeitpunkt der Begutachtung bei
Dr.
E._
befand sich die Beschwerdeführerin
überdies
in eine
m Eingliede
rungsprojekt, wo sie
dreimal pro Woche für zwei bis drei Stunden in einer Bibli
othek arbeitete (
Urk.
10/130 S. 35 Mitte).
Was allfällig
e
Komorbiditäten anbelangt, wurde
weder aus
internistischer
noch aus
rheumatologischer Sicht
eine
Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit attestiert. Der
neurologische Gutachter der
Z._
ag
ging jedoch
infolge
der chroni
schen Kopfschmerzen
von
eine
r
Leistungsminderung in jeglicher Tätigkeit von maximal 20
%
aus
. Diese Komorbidität wurde jedoch von den Gutachtern der
Z._
ag
nicht als additiv gewertet, sodass sie sich
g
esamthaft nicht rele
vant auswirkt (vgl. vorstehend E. 4.5
).
Was die zu prüfenden strukturellen Defizite im Sinne einer Persönlichkeits
problematik anbelangt, welche im Rahmen der umfassenden Ressourcenprüfung ne
gativ ins Gewicht fallen könnte,
konnte
Dr.
E._
die von
Dr.
D._
ge
stellte
Diagnose einer ängstlich-vermeidenden und infantilen Persönlichkeits
störung (ICD-10 F60.6; F60.8)
nicht bestätigten.
Nach genauer Auseinandersetzung mit der Anamnese hielt
Dr.
E._
fest, dass sich weder anlässlich der aktuelle Exploration noch im Längsschnitt ein An
halt für eine spezifische Persönlichkeitsstörung finde, zumal die Beschwerdefüh
rerin leben
s
geschichtlich eine normale Entwicklung in Ecuador gezeigt habe und erst im Zuge des Unfalls eine Veränderung in Form einer depressiven Störung berichtet worden sei, es ihr jedoch im weiteren Verlauf gelungen sei, wieder be
ruflich und sozial
Fuss
zu fassen, so dass von keiner tief
g
reifenden oder verwur
zelten Persönlichkeitsstörung ausgegangen werden könne. Zudem hätten sich im Verlauf mit der Karriere als Spitzensportlerin ebenfalls keine Elemente einer ängstlich-vermeiden
d
en Symptomatik gezeigt
. Auch aktuell seien solche bei Abhandlung der Diagnosekriterien
gemäss
ICD-10 zu verneinen
(vgl.
Urk.
10/130 S. 30
f.).
Was die
persönlichen Ressourcen
anbelangt, so hielt
Dr.
E._
fest, dass die Beschwerdeführerin grundsätzlich mit einer lebenspraktischen und kommunika
tiven Kompetenz ausgestattet sei.
Zudem verfüge sie über eine in Ecuador abge
schlossene
universitäre Ausbildung zur Hotelfachfrau
und habe
sich
durchaus in der Lage gezeigt, sich nach ihren Möglichkeiten für ihre Interessen einzusetzen und diese auch durchzusetzen (vgl.
Urk.
10/130 S. 34
Mitte
).
Zum
sozialen Kontext
hielt Dr.
E._
fest, es
liege ein soziales Netzwerk vor. So stehe die Beschwerdeführerin via Skype und
Whatsapp
in
regelmässigen
Kon
takt zu ihren Eltern in Ecuador. Zuletzt sei sie im Oktober 2016 für rund drei Wochen in Ecuador gewesen, wobei Kollegen und die Geschwister für sie und ihren Sohn
das Flugticket bezahlt hätten.
Sie treffe sich
öfters mit ihrer in der Schweiz lebenden Schwester. Die anderen in Mailand lebenden Geschwister treffe sie rund zweimal pro Jahr und stehe auch zu ihnen via Skype und
Whatsapp
in
regelmässigem
K
ontakt
(vgl.
Urk.
10/130 S. 21
Ziff.
3.1.1.).
Weiter gab die Be
schwerdeführerin an, dass sie etwa vier gute Kolleginnen habe, mit welchen sie sich treffe und etwa einmal im
Monat einen
Grosseinkauf
mache und
dass sie nach der S
cheidung im Jahr 2010 zwei Bezie
hungen gehabt habe, welche dann aber auseinandergegangen seien (
Urk.
10/130 S. 22 Mitte).
Damit en
thält der soziale Lebenskontext
aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht kei
ne ressourcenhemmenden Aspekte
.
Sowe
it die Beschwerdeführerin angegeben hat
, dass sie im Haushalt nicht mehr alles selber machen könne und der Sohn staubsaugen und die Wäsche
sowie
den Wäschekorb tr
agen müsse, sie lediglich noch k
ochen könne, sind diese
Äusserun
gen
vor dem Hintergrund der Selbstlimitierung
und der
beschriebenen
Aggrava
tionstendenzen
zu relativieren
(vgl.
Urk.
10/130 S. 22 f.
Ziff.
3.1.3.-3.1.4.).
Auch
war es ihr möglich, selbständig mit dem
Zug zur Begutachtung anzureisen oder mit Kolleginnen mit dem Auto nach Deutschland zu
m Einkaufen mitzufahren (vgl.
Urk.
10/130 S. 36 unten).
Zusammenfassend erscheint das von Dr.
E._
anhand eines strukturierten normativen Prüfrasters beurteilte tatsächlich erreichbare Leistungsvermög
en der Beschwerdeführerin von 80
% in ihrer angestammten und in jeder angepassten Tätigkeit als nachvollziehbar und vermag zu überzeugen.
5.4
Die Schlussfolgerungen von
Dr.
E._
vermögen auch die Berichte des be
handelnden Psychiaters
Dr.
D._
vom November 2016 und 2017 (vgl. vorstehend E. 4.4 und E. 4.7
)
nicht in Zweifel zu ziehen, zumal
in
seinen Berichten eine
objektive Befunderhebung fehlt,
welche di
e gestellten Diagnosen erklären würde
oder Rückschlüsse auf d
ie Schwere des Leidens
der Beschwerdeführerin
zuliesse
.
Die objektive Befunderhebung
erschöpfte sich im Wesentlichen in der Wiedergabe der von der Beschwerdeführerin geschilderten psychosozialen Belastungssitua
tion.
Zudem nahm er eine Vermischung von somatischen und psychiatrischen Diagnosen vor.
5.5
Aufgrund des G
esagten ist gestützt auf das
Z._
-Gutachten vom
Mai 2017
davon auszugehen,
dass die
Beschwerdeführerin
seit dem Jahr 2008
sowohl
in
ihre
r
angestammte
n
als auch
in
jede
r
angep
asste
n
Tätigkeit
im Umfang von 20
%
eingeschränkt ist.
Damit
resultiert kein rentenanspruchsbegründender Invalidi
tätsgrad (vgl. vorstehend E. 1.6-7),
da
sich bei einem Prozentvergleich der Grad der Invalidität aus dem Anteil der Erwerbsunfähigkeit ergibt.
Die angefochtene Verfügung (Urk. 2) erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6
.
6.1
Zu prüfen bleibt
der
Antrag auf Gewährung
der
unentgeltlichen
Prozessführung (
Urk.
1 S.
1).
Nach Gesetz und Prax
is sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung
erfüllt
, wenn
der Prozess nicht aussichtslos und
die Partei bedürftig
ist (BGE
103
V
46, 100
V
61, 98
V 115).
Die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin
ist ausgewiesen (Urk. 16/4
). Da auch die weiteren Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind, ist
ihr
in Bewilligung
ihres Gesuchs vom 1
.
März 2018 (Urk. 1 S. 1
) die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren.
6.2
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist
das
Verfahren kostenpflichtig. Die
Gericht
skosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sin
d s
ie der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unent
geltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die
Gericht
skasse zu nehmen.
6.3
Die Beschwerdeführerin ist auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über
das
Sozialversiche
rungs
gericht
(
GSVGer
) hinzuweisen, wonach
sie
zur Nachzahlung der Kosten für die unentgeltliche Rechtspf
lege verpflichtet ist, sobald sie
dazu in der Lage ist.
Das Gericht
beschliesst
:
In
Bewilligung des Gesuchs vom 1. März
2018 wird der
Beschwerdeführer
in
die unent
gel
tliche Prozessführung bewilligt,
und erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
900
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt
, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Die Beschwerdeführerin wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
lic
.
iur
.
Y._
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.