Decision ID: 1bf9f1d3-ab51-5958-ae9e-07722a24fce4
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._, geboren 195_, leidet seit 1990 an Multipler Sklerose mit progredientem
Verlauf (IV-act. 110, 143). Die IV-Stelle sprach ihr die Kosten für diverse Hilfsmittel,
insbesondere für verschiedene Rollstühle als Hilfsmittel zur Fortbewegung (IV-act. 13,
19, 32, 64, 72, 128, 135, 208), sowie für bauliche Massnahmen in der Wohnung (IV-act.
66) zu. Mit Wirkung ab 1. Januar 1999 erhielt die Versicherte eine halbe Invalidenrente
(IV-act. 14 - 17). Nach einem Krankheitsschub im Jahr 2008 verschlechterte sich der
Gesundheitszustand der Versicherten. Die IV-Stelle sprach ihr mit Wirkung ab
1. November 2008 eine ganze Rente zu (IV-act. 173, 180, 182). Zudem erhielt die
Versicherte ab 1. August 2009 eine Entschädigung wegen mittlerer Hilflosigkeit, da sie
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seit August 2008 in sämtlichen Lebensverrichtungen, ausser beim Essen, auf
regelmässige und erhebliche Dritthilfe angewiesen war (IV-act. 177 - 179, 181). Die
Abklärungen der IV-Stelle ergaben, dass die Versicherte ab Januar 2011 neu auch bei
der Verrichtung Essen in regelmässiger und erheblicher Weise auf Dritthilfe angewiesen
und damit in allen massgebenden Lebensverrichtungen hilflos war. Demzufolge sprach
die IV-Stelle der Versicherten ab 1. April 2011 eine Entschädigung wegen schwerer
Hilflosigkeit zu (IV-act. 221 - 223). Mit einem Schreiben vom 13. September 2012 teilte
der Beistand der Versicherten (IV-act. 253) mit, dass diese ab Oktober 2012 in einem
Heim platziert werde (IV-act. 232).
A.b Am 29. April 2013 ersuchte das Wohnhuus C._, wo die Versicherte
untergebracht worden war, bei der IV-Stelle um die Kostengutsprache für ein
Umweltkontrollgerät sowie ein Seitenwendegerät für die Versicherte. Sie hielt fest, dass
diese körperlich schwerstbehindert sei. Sie sitze im Rollstuhl und könne den einen
nicht gelähmten Arm nur wenig bewegen. Ihre Kontaktaufnahme mit der Umwelt sei
stark eingeschränkt. Um Kontakte nach aussen aufrechtzuerhalten, sei sie auf das
Telefon angewiesen. Ausserdem benötige sie bei jedem kleinen Handgriff Hilfe. Mit
dem beantragten Umweltkontrollgerät könne die Versicherte telefonieren, das Licht und
den Fernseher einschalten, die Türen, Fenster und Storen öffnen, den Lift bedienen und
den Notruf auslösen. Es handle sich dabei um ein System mit vorwiegend
persönlichem Charakter, das eine nominative (gemeint ist wohl: individuelle) Zuteilung
rechtfertige. Das Wohnhuus C._ sei mit der notwendigen Infrastruktur wie dem
Steuer- und Empfangsgerät ausgestattet. Den IR-Sender und das Telefon könne die
Versicherte bei einem allfälligen Wegzug mitnehmen und weiterverwenden (IV-act.
267-3).
A.c Mit einem Vorbescheid vom 30. Mai 2013 stellte die IV-Stelle die Ablehnung der
Kostengutsprache für ein Umweltkontrollgerät in Aussicht. Zur Begründung führte sie
an, dass die Versicherte Heimbewohnerin der Institution Wohnhuus C._ und damit
auf umfassende Betreuung angewiesen sei. Somit erfülle sie die Voraussetzungen für
die Abgabe eines Umweltkontrollgeräts nicht. Die Kontaktpflege im Heim sei in
ausreichendem Ausmass gewährleistet. Im Weiteren sei es Sache der Institution, wie
sie Telefonverbindungen (z.B. Handy mit Touchscreen) aufrechterhalte (IV-act. 273).
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A.d Am 28. Juni 2013 wendete die Versicherte, vertreten durch ihren Beistand, ein,
das Wohnhuus C._ verstehe sich nicht als reine Versorgungseinrichtung, sondern
biete jegliche Unterstützung, damit die Bewohner eine möglichst hohe Lebensqualität
hätten. Ziel sei es, die Autonomie der Bewohner so weit wie möglich zu fördern. Sie sei
bei allen täglichen Verrichtungen umfassend auf Hilfe angewiesen. Damit auch die
schwerstbehinderten Bewohner nicht bei jedem Handgriff abhängig seien, benutzten
diese ein Umweltkontrollgerät. Das ganze Wohnhaus sei mit der notwendigen
elektronischen Infrastruktur wie dem Steuer- und Empfangsgerät ausgestattet. Die
Umweltkontrollgeräte seien bisher ohne Ausnahme von den IV-Stellen finanziert
worden. Mit einem solchen Gerät könne die Versicherte z.B. den Notruf auslösen,
morgens nach dem Aufwachen die Fenster und Storen öffnen, das Licht und den
Fernseher einschalten, die Türen des privaten Wohnraums öffnen und den Lift
bedienen, um überall im Haus hinzugelangen. Das Umweltkontrollgerät ermögliche ihr
somit das Erledigen banaler, alltäglicher Dinge, die für einen Menschen mit derartig
schwerwiegenden Einschränkungen einen sehr hohen Stellenwert hätten. Zwar habe
sie im Wohnhuus C._ Kontakt zu anderen Bewohnern, das Konzept der Einrichtung
ziele jedoch darauf ab, bestehende Kontakte nach aussen beizubehalten bzw. sogar
noch zu erweitern. Dabei spiele der telefonische Kontakt eine wesentliche Rolle.
Aufgrund der motorischen Einschränkungen sei es der Versicherten nicht möglich, ein
Handy mit Touchscreen – wie es die IV-Stelle im Vorbescheid vorgeschlagen habe – zu
benutzen. Zudem sei sie nicht in der Lage, das Telefon an ihr Ohr zu halten. Das IR-
Telefon biete ihr daher die Möglichkeit, ungehindert zu telefonieren. Es sei zu
berücksichtigen, dass es vorliegend nicht darum gehe, den pflegerischen Aufwand zu
reduzieren, sondern ihre Autonomie in alltäglichen lebenspraktischen Situationen zu
wahren und zu fördern (IV-act. 274).
A.e Mit einer Verfügung vom 4. Juli 2013 lehnte die IV-Stelle die Kostengutsprache
für ein Umweltkontrollgerät ab. In der Begründung verwies sie auf Ziff. 15.05 der
Verordnung über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung (HVI; SR
831.232.51). Demnach könne ein Umweltkontrollgerät nur an eine schwerstgelähmte
Person abgegeben werden, die nicht in einem Spital oder in einer spezialisierten
Institution für chronisch Kranke untergebracht sei. Die Versicherte sei in der Institution
Wohnhuus C._ untergebracht und auf umfassende Betreuung angewiesen. Sie erfülle
die Voraussetzungen für die Abgabe eines Umweltkontrollgeräts demnach nicht. Sinn
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und Zweck eines Umweltkontrollgeräts, welches ausserhalb einer Institution
abgegeben werde, sei es, dass die versicherte Person nicht zu Hause vereinsame und
ein Mindestmass an sozialen Kontakten garantiert werden könne. Dank der intensiven
Betreuung bestehe bei der Versicherten keine Gefahr der Vereinsamung. Weiter sei es
zumutbar, dass in Institutionen beim Telefonieren geholfen werde (z.B. Einstellen der
Freisprechanlage). Im Übrigen sei das Bedienen des IR-Senders mit Tasten genauso
schwierig wie das Bedienen eines Handys mit Touchscreen. Insofern könne die
Autonomie nicht relevant gesteigert werden. Bezüglich der Möglichkeit, mit dem
Umweltkontrollgerät den Notruf auszulösen, hielt die IV-Stelle fest, dass Alarm- und
Notrufsysteme keine Leistungen der Invalidenversicherung seien und klar in den
Aufgabenbereich der Institution gehörten (IV-act. 275).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde der
Versicherten, vertreten durch ihren Beistand, vom 4. September 2013. Die Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführerin) beantragt die Aufhebung der Verfügung vom 4. Juli
2013 und die Kostengutsprache für ein Umweltkontrollgerät. Zur Begründung führt der
Vertreter der Beschwerdeführerin aus, dass die Beschwerdegegnerin das Wohnhuus
C._ zu Unrecht der Ziff. 15.05 HVI unterstellt habe. Es sei dort von “Spital“ oder
“spezialisierter Institution für chronisch Kranke“ die Rede. Der Gesetzgeber habe dabei
neben den Spitälern wohl auch an Alters- und Pflegeheime gedacht, insbesondere an
Institutionen, die der Krankenkasse und der Pflegefinanzierung unterlägen. Beim
Wohnhuus C._ handle es sich um eine Institution mit Integrationscharakter und dem
Auftrag, die Selbständigkeit und Selbstbestimmung zu fördern und so lange wie
möglich zu erhalten. Das Finanzierungsmodell weiche denn auch von den
vorgenannten Institutionen ab und sei der Invalidenversicherung angegliedert. Als
Institution, welche die Betreuung und Integration von Behinderten zum Ziel habe,
könne das Wohnhuus C._ nicht als Spital oder spezialisierte Institution für chronisch
Kranke bezeichnet werden. Vielmehr seien die Voraussetzungen von HVI 15.05.3 und
15.05.4 erfüllt (gemeint: Rz. 15.05.3 und 15.05.4 des Kreisschreibens über die Abgabe
von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung [KHMI], gültig vom 1. Januar 2008 bis
31. Dezember 2012). Aus diesem Grund sei wohl auch bis anhin keinem Bewohner des
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Wohnhuus C._ die Kostengutsprache für ein Umweltkontrollgerät verweigert worden
(act. G 1).
B.b Am 2. Dezember 2013 beantragt die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung hält sie zunächst fest, die implizite Ablehnung der
Kostengutsprache für ein Seitenwendegerät sei zu Recht erfolgt. Eine telefonische
Abklärung beim Wohnhuus C._ am 7. November 2013 habe ergeben, dass die
Beschwerdeführerin krankheitsbedingt gar keine Bücher und Zeitschriften lesen könne.
Bezüglich des Umweltkontrollgeräts führt die Beschwerdegegnerin mit Verweis auf die
Stellungnahme des internen Fachbereichs vom 7. Oktober 2013 aus, dass es beim
Wohnhuus C._ offensichtlich um eine spezialisierte Institution für die Unterbringung
für chronisch kranke Menschen im Sinn von Ziff. 15.05 des Anhangs zur HVI handle.
Ansonsten hätte die Beschwerdeführerin gar nicht aufgenommen werden dürfen, da sie
zu dieser Kategorie von behinderten Menschen gehöre. Der Fachbereich hielt in seiner
Stellungnahme fest, dass das vom Wohnhuus C._ geltend gemachte Ziel der
Förderung der Selbstbestimmung seiner Bewohner nicht ausschlaggebend sein könne
für die Frage, ob es sich bei der Einrichtung um eine spezialisierte Institution für
chronisch Kranke handle oder nicht. Sämtliche Heiminstitutionen würden der
Selbständigkeit und Selbstbestimmung grosses Gewicht beimessen. Die
schwerstgelähmte Versicherte sei in einer Heiminstitution untergebracht, wo sie
umfassend, rund um die Uhr betreut und überwacht werde, weil keine
Restselbständigkeit in den Alltagsverrichtungen vorhanden sei. Eine Förderung der
Selbständigkeit der Versicherten könne nicht mehr in relevantem Ausmass erreicht
werden, da das Krankheitsbild progredient sei. Sinn der Abgabe eines
Umweltkontrollgeräts sei es, dass eine versicherte Person zu Hause nicht vereinsame
und dass Mindestkontakte erhalten werden könnten. Weil die Versicherte derart
umfassend auf Hilfe angewiesen sei, könne sie nicht länger zu Hause bleiben und
benötige die Betreuung in einem Heim. Dort werde sie täglich mehrmals kontaktiert
und überwacht. Es würden umfassende Hilfestellungen gewährleistet, auch bei der
Wahrnehmung von Aussenkontakten. Eine fehlende oder ungenügende
Mindestkontaktpflege bestehe nicht (mehr). Insofern habe die Versicherte keinen
Anspruch auf ein Umweltkontrollgerät. Im Übrigen sei nicht ersichtlich, weshalb die
Versicherte ein Handy mit Touchscreen nicht bedienen können solle, ein
Umweltkontrollgerät mit Tasten hingegen schon. Da ein Handy zur üblichen
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Ausstattung eines Haushalts gehöre, sei ein solches nicht von der
Invalidenversicherung zu finanzieren (IV-act. 285). Im Weiteren verweist die
Beschwerdegegnerin auf einen (nicht im Internet publizierten) Entscheid des
Versicherungsgerichts St. Gallen vom 19. August 2013 und zitiert daraus folgende
Erwägungen: „Lebt eine schwerstgelämte Person in einer spezialisierten Institution, so
ist diese Institution nach dem hinter der Ziff. 15.05 der Liste im Anhang zur HVI
stehenden koordinationsrechtlichen Konzept dazu da, den Kontakt dieser Person mit
der Umwelt so weit als technisch möglich sicher zu stellen. Wie die Institution diese
Aufgabe erfüllt, hat die Invalidenversicherung nicht zu interessieren. (...) In der
Ziff. 15.05 der Liste im Anhang zur HVI wird deshalb unterstellt, dass
Umweltkontrollgeräte, welche die standardmässig vorhandenen Rufanlage ergänzten,
um diese auch für schwerstgelähmte Personen bedienbar zu machen, in einem Spital
oder in einer spezialisierten Institution ebenfalls zum Standard gehörten.
Koordinationsrechtlich betrachtet liegt die entsprechende Leistungspflicht nach dem
Konzept von Ziff. 15.05 der Liste im Anhang zur HVI also bei den Spitälern und bei den
spezialisierten Institutionen und nicht bei den Patienten bzw. der
Invalidenversicherung“ (act. G 6).
B.c Mit einer Replik vom 22. Januar 2014 hält die Beschwerdeführerin an ihren
Beschwerdeanträgen fest. Zur Begründung führt der Vertreter an, es vermöge nicht zu
überzeugen, weshalb eine durch den Einsatz eines Hilfsmittels im Haus mobile Person
Hilfeleistungen des Personals beanspruchen solle, wenn sie das Problem mit dem
Einsatz eines Umweltkontrollgeräts selbständig lösen könne. Im Weiteren sei nochmals
festzuhalten, dass bis jetzt bei keinem Bewohner der Einrichtung Wohnhuus C._ die
Abgabe eines Umweltkontrollgeräts verweigert worden sei (act. G 8).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf die Einreichung einer Duplik (act. G 10).

Erwägungen
1.
Streitgegenstand und zu prüfen ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin die Über
nahme der Kosten für das von der Beschwerdeführerin beantragte Umweltkontrollgerät
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zu Recht abgelehnt hat. Das beantragte Umwelkontrollgerät umfasst verschiedene
Komponenten (vgl. IV-act. 268), namentlich ein Infrarot(IR)-Sendegerät, mit welchem
aufgrund der im Wohnhuus C._ bereits vorhandenen Empfangs- und Steuergeräte
verschiedene Funktionen ausgeführt werden können (z.B Licht einschalten, Türen,
Fenster und Storen öffnen, Lift bedienen), sowie ein IR-Telefon, welches ebenfalls mit
dem erwähnten Sendegerät bedient werden kann (zur Definition von Sende-,
Empfangs- und Steuergerät, vgl. Rz. 2173 KHMI). Über die von der
Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort erwähnten Ablehnung der
Kostenübernahme für ein Seitenwendegerät ist am 4. Juli 2013 nicht verfügt worden.
Aus diesem Grund ist dieser Entscheid nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens.
2.
2.1 Versicherte, die als Folge ihrer Invalidität für die Fortbewegung, für die
Herstellung des Kontakts mit der Umwelt oder für die Selbstsorge kostspieliger Geräte
bedürfen, haben im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste ohne
Rücksicht auf die Erwerbsfähigkeit einen Anspruch auf solche Hilfsmittel (Art. 21 Abs. 2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Der Bundesrat
hat die Aufgabe, diese Liste zu erstellen, an das zuständige Departement delegiert (Art.
14 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung IVV; SR831.201]). Dieses hat
die Aufgabe mit der Verordnung über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die
Invalidenversicherung (HVI) und insbesondere mit der Hilfsmittelliste im Anhang zu
dieser Verordnung (folgend: HVI-Anhang) erfüllt.
2.2 Gemäss Ziff. 15.05 HVI-Anhang wird ein Umweltkontrollgerät abgegeben, wenn
eine schwerstgelähmte versicherte Person, welche nicht in einem Spital oder einer
spezialisierten Institution für chronisch Kranke untergebracht ist, nur durch diese
Vorrichtung mit der Umwelt in Kontakt treten kann oder wenn ihr dadurch die
selbstständige Fortbewegung mit dem Elektrofahrstuhl innerhalb ihres Wohnbereichs
ermöglicht wird.
2.3 Die Hilfsmittelversorgung unterliegt den allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen
gemäss Art. 8 IVG (Geeignetheit, Erforderlichkeit, Eingliederungswirksamkeit; BGE 122
V 212, E. 2c). Diese unbestimmten Rechtsbegriffe hat die Verwaltung durch Weisungen
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– wie beispielsweise das Kreisschreiben über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die
Invalidenversicherung (KHMI) – konkretisiert. Verwaltungsweisungen richten sich an die
Durchführungsstellen und sind für das Versicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses
soll sie bei seiner Entscheidung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall
angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen
Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von
Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der
rechtlichen Vorgaben darstellen. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch
interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten,
Rechnung getragen (BGE 132 V 121, E. 4.4; 131 V 42, E. 2.3).
2.4 Vorliegend ist zu beachten, dass das KHMI in Bezug auf die Abgabe von
Umweltkontrollgeräten gemäss Ziff. 15.05 HVI-Anhang mit Geltung ab dem 1. Januar
2013 geändert wurde und das vom 1. Januar 2008 bis 31. Dezember 2012 in Kraft
gewesene Kreisschreiben ersetzte. Im damals geltenden KHMI hiess es in Rz. 15.05.3,
dass Empfangsgeräte und Steuergeräte zur Einrichtung einer behindertengerechten
Institution gehörten und behinderte Personen in spezialisierten Institutionen deshalb
keinen Anspruch auf diese Geräte hätten. Dagegen übernehme die
Invalidenversicherung die Kosten für Komponenten mit vorwiegend persönlichem
Charakter, welche die Versicherten bei einem allfälligen Wegzug mitnehmen und an
einem anderen Ort weiterverwenden könnten. Dazu gehörten in erster Linie das
Sendegerät sowie u.a. Einrichtungen zur Bedienung des Telefons wie das
Spezialtelefon IRTEL, welches die Invalidenversicherung ebenfalls unter diesem Titel
abgeben könne. In der seit 1. Januar 2013 und aktuell geltenden Fassung besagt die
entsprechende Rz. 2174 zunächst ebenfalls, dass Empfangs- und Steuergeräte zur
Einrichtung einer behindertengerechten Institution gehörten. Im Gegensatz zur alten
Version heisst es dann aber, dass die Invalidenversicherung bei Versicherten, die in
einem Heim, “nicht jedoch in einer Institution für chronisch Kranke“, untergebracht
seien, die Kosten für ein Sendegerät übernehmen könne, sofern dieses bei einem
allfälligen Umzug von der versicherten Person mitgenommen werden könne. Vergleicht
man die beiden Bestimmungen, ist festzustellen, dass sich in Bezug auf Empfangs-
und Steuergeräte keine Änderung ergeben hat. Es ist nach wie vor Aufgabe der
Institution, diese Geräte zur Verfügung zu stellen. Bezüglich des Sendegeräts war
gemäss Rz. 15.05.3 der alten Version des KHMI eine Kostenübernahme durch die
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Invalidenversicherung grundsätzlich vorgesehen, da das Sendegerät als eine
Komponente (des Umweltkontrollgeräts) mit vorwiegend persönlichem Charakter galt.
Gestützt auf diese Bestimmung konnten schwerstgelähmte Personen unabhängig
davon, ob sie in einem Heim oder in einer spezialisierten Institution für chronisch
Kranke untergebracht waren, die Kosten für ein Sendegerät bei der
Invalidenversicherung geltend machen. Massgebend war nicht die Art der Institution,
sondern der persönliche Charakter der Komponente eines Umweltkontrollgeräts,
welcher bei einem Sendegerät vermutet wurde (als Ausnahme vgl. Entscheid des
Versicherungsgericht vom 20. August 2013, IV 2011/176: wo es sich beim
Umweltkontrollgerät inklusive Sendegerät um eine standardisierte Umrüstung einer
bestehenden Rufanlage in einer Institution handelte, damit behinderte Personen diese
bedienen konnten. In diesem Fall war das Gerät als notwendige Investition in die
Infrastruktur zu sehen, welche durch die Institution selbst und nicht durch die
Invalidenversicherung zu finanzieren war). Gemäss Rz. 2174 der neuen Version des
KHMI wird bezüglich der Kostenübernahme für ein Sendegerät unterschieden, ob die
schwerstbehinderte Person in einem Heim oder in einer spezialisierten Institution für
chronisch Kranke untergebracht ist. Bei einer Unterbringung im Heim können die
Kosten für das Sendegerät von der Invalidenversicherung übernommen werden, sofern
dieses bei einem allfälligen Umzug der versicherten Person mitgenommen werden
kann. Ist die Person hingegen in einer spezialisierten Institution für chronisch Kranke
untergebracht, erfolgt grundsätzlich keine Kostenübernahme durch die
Invalidenversicherung. Die unter der alten Version des KHMI geltende Voraussetzung
der Komponente mit vorwiegend persönlichen Charakter spielt im aktuell geltenden
KHMI keine Rolle mehr, sondern es wird lediglich auf die Art der Einrichtung abgestellt,
wo die schwerstgelähmte versicherte Person untergebracht ist. Der Inhalt von Rz. 2174
des aktuell geltenden KHMI entspricht Ziff. 15.05 HVI-Anhang, welcher bereits selbst
die Abgabe von Umweltkontrollgeräten an schwerstgelähmte versicherte Personen, die
im Spital oder in einer spezialisierten Institution für chronisch Kranke untergebracht
sind, ausschliesst. Bei Rz. 15.05.3 der alten Version des KHMI handelte es sich um
eine Ausnahmebestimmung zu Ziff. 15.05 HVI-Anhang in Bezug auf das Sendegerät
sowie andere Komponenten von Umweltkontrollgeräten mit vorwiegend persönlichem
Charakter. Rz. 2174 KHMI beschränkt die Ausnahmefälle einer Kostenübernahme
durch die Invalidenversicherung auf schwerstgelähmte Personen, die in einem Heim
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untergebracht sind. Die Heimbewohner können zudem nur noch die Kosten für
Sendegeräte und nicht für andere Komponenten von Umweltkontrollgeräten, wie
beispielswese ein IR-Telefon, geltend machen. Versicherte Personen, die in einer
spezialisierten Institution für chronisch Kranke untergebracht sind, haben
demgegenüber grundsätzlich keinen Anspruch mehr auf Komponenten von
Umweltkontrollgeräten, egal welcher Art.
2.5 Der Grund für diesen Ausschluss bei schwerstgelähmten Personen in
spezialisierten Institutionen für chronisch Kranke ist darin zu sehen, dass in diesen
Einrichtungen eine umfassende und rund um die Uhr anwesende Betreuung geboten
wird, was das Erfordernis eines Sendegerätes, mit welchem eine versicherte Person
selbständig Aktionen ausführen könnte, aufhebt. Durch die fehlende (objektive)
Erforderlichkeit mangelt es an einer für die Hilfsmittelabgabe notwendigen
Voraussetzung (vgl. Art. 8 IVG). Ob das Sendegerät von der behinderten Person
subjektiv als notwendig erachtet wird, kann nicht berücksichtigt werden. Auch wenn
der Wunsch einer schwerstbehinderten Person, mit einem Sendegerät selbständig
gewisse einfache Aktionen auszuführen, wie z.B. das Fenster zu öffnen,
nachvollziehbar ist, können diese Aktionen grundsätzlich auch von einer
Betreuungsperson erledigt werden. Aus diesem Grund können die Kosten für ein
Sendegerät mangels der Erforderlichkeit nicht der Invalidenversicherung auferlegt
werden. Ob die spezialisierte Institution für chronisch Kranke eine jederzeit verfügbare
Betreuung anbietet, welche die von der behinderten Person gewünschten Aktionen
ausführt, oder ob sie gewisse Tätigkeiten durch die Abgabe eines Sendegeräts den
Bewohnern selbst überlässt, liegt im Ermessen der Institution. Dadurch, dass die
Bewohner mit dem Sendegerät gewisse Tätigkeiten selbständig ausführen können und
nicht jedes Mal eine Betreuungsperson dafür rufen müssen, reduzieren sich der
Betreuungsaufwand und damit die Personalkosten, weil z.B. weniger
Betreuungspersonen anwesend sein müssen. Die Anschaffung von Sendegeräten ist
daher eine die Betriebskosten dauerhaft senkende Investition und aus diesem Grund
von der spezialisierten Institution selbst zu finanzieren (vgl. Entscheid des
Versicherungsgericht vom 20. August 2013, IV 2011/176, E. 2.2).
2.6 Bei schwerstgelähmten Personen, die in einem Heim untergebracht sind, kann
die Invalidenversicherung – im Unterschied zu den spezialisierten Institutionen für
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chronisch Kranke – die Kosten für ein Sendegerät übernehmen (vgl. Rz. 2174 KHMI).
Die Unterscheidung ist dadurch begründet, dass ein (nicht spezialisiertes) Heim nicht
auf die langfristige und umfassende Betreuung von schwerstgelähmten Personen
ausgerichtet ist. Die Unterbringung erfolgt grundsätzlich nur vorübergehend, weil z.B.
in einem bestimmten Moment kein Platz in einer spezialisierten Institution frei ist. Aus
diesem Grund kann die Abgabe eines Sendegeräts an die versicherte Person unter
Umständen als Hilfsmittel für den Kontakt mit der Umwelt erforderlich sein,
beispielsweise, weil im Heim keine rund um die Uhr anwesende Betreuung geboten
wird oder weil zu wenig Betreuungspersonal vorhanden ist. Je nach dem kann aber
auch in einem Heim eine umfassende Betreuung einer schwerstgelähmten Person
erfolgen. In diesem Fall besteht wiederum kein Anspruch auf die Kostenübernahme
eines Sendegeräts durch die Invalidenversicherung. Um dem Einzelfall Rechnung
tragen zu können, ist der Ausnahmefall in Rz. 2174 KHMI als “kann“-Bestimmung
formuliert worden. Es haben folglich nicht alle schwerstgelähmten Personen, die in
einem Heim wohnen, Anspruch auf die Kostenübernahme eines Sendegeräts, sondern
die Invalidenversicherung hat im Einzelfall die jeweilige Betreuungssituation im Heim zu
prüfen.
2.7 Grundsätzlich beruht die Änderung des KHMI bezüglich der Abgabe von
Umweltkontrollgeräten per 1. Januar 2013 auf sachlichen und nachvollziehbaren
Gründen. Sie entspricht im Gegensatz zur alten Version des KHMI, gestützt auf welche
auch schwerstgelähmten Personen in spezialisierten Institutionen für chronisch Kranke
Komponenten von Umweltkontrollgeräte auf Kosten der Invalidenversicherung
zugesprochen wurden, der Ziff. 15.05 HVI-Anhang, welcher in einem solchen Fall die
Abgabe von Umweltkontrollgeräten (mit allen Komponenten) generell ausschliesst.
Zudem wird mit dem Ausschluss der Abgabe von Umweltkontrollgeräten und deren
Komponenten an schwerstgelähmte Personen in spezialisierten Institutionen stärker
der Tatsache Rechnung getragen, dass das Bundesgericht bei den Hilfsmitteln für den
Kontakt mit der Umwelt in Bezug auf die Umweltkontrollgeräte nur das Ermöglichen
eines minimalen Umweltkontaktes garantiert (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14.
Dezember 2010, 9C_197/2010, Rz. 2172 KHMI). Dieser ist in einer spezialisierten
Institution für chronisch Kranke mit umfassender Betreuung ohnehin gegeben. Es
bestehen daher keine weitergehenden Ansprüche gegenüber der
Invalidenversicherung, wie insbesondere die Kostenübernahme für ein Spezialtelefon
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zur Wahrung und Erweiterung der Kontakte nach aussen oder für ein Sendegerät, mit
welchem die schwerstgelähmte Person Aktionen ausführen kann, welche genauso von
einer Betreuungsperson im Rahmen der umfassenden Betreuung übernommen werden
können. Vor diesem Hintergrund liegen keine triftigen Gründe vor, aufgrund derer das
Versicherungsgericht von der Rz. 2174 des seit 1. Januar 2013 und aktuell geltenden
KHMI abweichen müsste.
3.
3.1 Entscheidend für die Beurteilung einer Kostenübernahme durch die
Invalidenversicherung für das von der Beschwerdeführerin beantragte
Umweltkontrollgerät bzw. dessen Komponenten ist vorliegend die Frage, ob es sich bei
der Einrichtung Wohnhuus C._ um eine spezialisierte Institution für chronisch Kranke
handelt. Die Beschwerdeführerin macht geltend, das Wohnhuus C._ sei keine reine
Versorgungseinrichtung, sondern eine Institution mit Integrationscharakter und dem
Auftrag, die Selbständigkeit und Selbstbestimmung der Bewohner zu fördern und so
lange wie möglich zu erhalten. Als Institution, welche die Betreuung und Integration von
Behinderten zum Ziel habe, könne das Wohnhuus C._ nicht als spezialisierte
Institution für chronisch Kranke bezeichnet werden. Aus der Angabe des Vertreters der
Beschwerdeführerin, wonach keinem Bewohner des Wohnhuus C._ bisher die
Kostenübernahme für ein Umweltkontrollgerät verweigert worden sei, ergibt sich
bereits, dass in dieser Einrichtung mehrere schwerstgelähmte Personen untergebracht
waren bzw. sind. Wenn eine Institution schwerstbehinderte Personen auf Dauer (und
nicht nur als Notlösung bis zu dem von Anfang an beabsichtigten Wechsel in eine
effektiv spezialisierte Institution) aufnimmt, so handelt es sich um eine spezialisierte
Institiution für chronisch Kranke im Sinne von Ziff. 15.05 HVI-Anhang (vgl. Entscheid
des Versicherungsgerichts vom 20. August 2013, IV 2011/176, E. 2.5). Auch die
Beschwerdeführerin ist im Zeitpunkt ihres Eintritts in das Wohnhuus C._ bereits auf
erhebliche und regelmässige Dritthilfe in sämtlichen Lebensverrichtungen angewiesen
und damit schwerstbehindert gewesen. Zudem ist klar gewesen, dass sich ihr Zustand
höchstwahrscheinlich nicht mehr verbessern wird. Die Beschwerdeführerin ist dort
offensichtlich auch dauerhaft und nicht bloss im Sinne einer vorübergehenden
Notlösung aufgenommen worden. Sie erhält die aufgrund ihrer Behinderung
notwendige umfassende und rund um die Uhr zur Verfügung stehende Betreuung. Das
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Wohnhuus C._ ist damit auf die dauerhafte Betreuung von schwerstgelähmten
Personen ausgerichtet und klar als eine spezialisierte Institiution für chronisch Kranke
zu qualifizieren.
3.2 Daraus folgt, dass in Anwendung der Rz. 2174 des seit dem 1. Januar 2013
geltenden KHMI die Kosten für die von der Beschwerdeführerin beantragten
Komponenten eines Umweltkontrollgeräts, d.h. für das IR-Sendegerät sowie für das IR-
Telefon, im vorliegenden Fall nicht von der Invalidenversicherung zu übernehmen sind.
Die Beschwerdegegnerin hat eine Kostenübernahme somit zu Recht abgelehnt. Die
angefochtene Verfügung vom 4. Juli 2013 erweist sich als rechtmässig.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
bei dem vorliegenden durchschnittlichen Beurteilungsaufwand angemessen. Der
unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 600.--
aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP/
sGS 951.1]). Mit dem von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- sind die
Gerichtskosten beglichen.