Decision ID: 5823d655-771a-404a-b4bb-1a64a5f2d288
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

I. Sachverhalt:
1. A._, geb. am 21. September 1991, wird seit dem 1. Juni 2021 durch die
Gemeinde B._ öffentlich-rechtlich unterstützt. Im Zeitraum von Oktober
2021 bis Februar 2022 wurde ihm der Grundbedarf um 15 % gekürzt, weil er
am kommunalen Einsatzprogramm nicht teilgenommen hatte.
2. In der Folge ersuchte A._ um Verlängerung der öffentlich-rechtlichen
Unterstützung. Mit Verfügung vom 21. März 2022 beschied die Gemeinde
B._ im Dispositiv was folgt:
1. Der Gesuchsteller wird ab dem 01.03.2022 mit CHF 1'720.75  unterstützt. Die Unterstützung ist bis 31.08.2022 befristet.
2. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, monatlich bis spätestens am 25. des Monats, der Gemeinde 10 Arbeitsbemühungen vorzuweisen. Andernfalls behält sich die Gemeinde vor, den Grundbedarf zu kürzen.
3. Sofern der Gesuchsteller bis 30.04.2022 keinen Arbeitsvertrag vorweisen kann, wird er verpflichtet bei C._ (2. Arbeitsmarkt) einer Teilzeitarbeit, mind. 50 %, nachzugehen. Eine Missachtung dieser Weisung hat zur Folge, dass das erzielbare Einkommen vollumfänglich angerechnet wird. Bei einer 50 % Arbeitsleistung ist mit einem Lohn von mindestens CHF 700.00 zu rechnen.
4. Der Gesuchsteller wird nochmals verpflichtet im kommunalen Einsatzprogramm teilzunehmen. Eine Nichtbefolgung dieser Weisung hat eine Leistungskürzung zur Folge. Der Gesuchsteller hat während des Arbeitseinsatzes Anspruch auf eine Integrationszulage. Der Gesuchsteller wird aufgeboten.
5. (...)
3. Dagegen erhob A._ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 29. April 2022
(Poststempel) mit als "Einspruch" bezeichneter Eingabe Beschwerde beim
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und beantragte die Aufhebung
der Verfügung vom 21. März 2022. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um
unentgeltliche Rechtspflege und um Befreiung von der Bezahlung von
Gerichtskosten. Zur Begründung führte er aus, er sei bereits drei Tage nach
der Anmeldung in der Gemeinde B._ aufgefordert worden, einen
Gemeindeeinsatz zu leisten, dem er nachgekommen sei. Der Leiter vom
Gemeindeeinsatz habe mit ihm die Arbeit besprochen, wobei die Planung
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während dessen Ferienabwesenheit vom Stellvertreter widerrufen worden
sei. Nach einem "rüden" Wortwechsel seitens des Stellvertreters habe er den
Gemeindeeinsatz abgebrochen. Er lasse sich nicht schikanieren. Für ihn
stelle es kein gravierendes Verhalten dar, einer Anforderung nicht
nachzukommen. Daher sei die angedrohte Kürzung von CHF 700.--, was 70
% von seinem Grundbedarf darstelle, menschenunwürdig,
unverhältnismässig und ungerechtfertigt.
4. Die Gemeinde B._ (nachfolgend Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer
Vernehmlassung vom 20. Mai 2022 auf Abweisung der Beschwerde. Die
darin genannte Kürzung von CHF 700.-- beziehe sich auf Punkt 3 der
Verfügung vom 21. März 2022. Dabei gehe es um die Arbeitsaufnahme beim
C._, sollte der Beschwerdeführer bis zum 20. April 2022 keinen
Arbeitsvertrag vorweisen können. Die genannte Kürzung beziehe sich auf
den möglichen Verdienst, den der Beschwerdeführer bei einem
Arbeitspensum von 50 % erwirtschaften könnte. Da die Anmeldung bzw.
Arbeitsaufnahme beim C._ noch nicht erfolgt und bisher keine weiteren
Sanktionen verfügt worden seien, erhalte der Beschwerdeführer die ihm
zustehende Sozialhilfe ungekürzt. Sollte er die Arbeitsaufnahme beim
C._ verweigern, so würde ihm die Kürzung der Sozialhilfe infolge
Vermeidung eines möglichen Verdienstes in einer neuen beschwerdefähigen
Verfügung mitgeteilt werden. Der Beschwerdeführer sei ein junger Mann und
bei guter Gesundheit. Seit mehr als einem Jahr wohne er in B._ und
gehe keiner bezahlten Arbeit nach. Zur Minderung der finanziellen Situation
seien Sozialhilfe beziehende Personen verpflichtet, alles Zumutbare zur
Behebung der eigenen Notlage zu unternehmen. Daher sei der
Beschwerdeführer angehalten, einer Arbeitstätigkeit im zweiten Arbeitsmarkt
nachzugehen, da die Suche einer Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt erfolglos
geblieben sei.
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5. Der Beschwerdeführer liess sich trotz der ihm eingeräumten Frist zur
freigestellten Stellungnahme nicht mehr vernehmen.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften sowie
im angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das
Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide von Gemeinden,
soweit diese nicht bei einer anderen Instanz angefochten werden können
oder nach kantonalem oder eidgenössischem Recht endgültig sind. Der
vorliegend angefochtene Entscheid der Beschwerdegegnerin vom 21.
März 2022 ist weder endgültig noch kann er bei einer anderen Instanz
angefochten werden. Folglich stellt er ein taugliches Anfechtungsobjekt für
ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar.
Als formeller und materieller Adressat der angefochtenen Verfügung ist
der Beschwerdeführer davon überdies berührt und er weist ein
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung bzw. Änderung auf
(Art. 50 VRG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde (Art. 38 Abs. 1 und 2 sowie Art. 52 Abs. 1 VRG) ist somit
einzutreten.
2. Obschon der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde zwar die
Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 21. März 2022 beantragte,
geht aus deren Begründung jedoch hervor (zur Auslegung der
Rechtsbegehren nach Treu und Glauben, insbesondere im Lichte der
dazu gegebenen Begründung, vgl. Urteile des Bundesgerichts
4A_462/2017 vom 12. März 2018 E.3.2 und 9C_8/2012 vom 12. März
2012 E.1.1 mit diversen Hinweisen), dass er sich gegen Ziffer 3 des
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Entscheiddispositivs wehrt. Vorliegend ist somit streitig und zu prüfen, ob
die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer für den Fall, dass bis zum
30. April 2022 kein Arbeitsvertrag vorgewiesen werde, zu Recht
verpflichtet hat, in einem Pensum von mindestens 50 % an einem
Einsatzprogramm auf dem zweiten Arbeitsmarkt teilzunehmen bzw. für
den Unterlassungsfall zu Recht eine Anrechnung des dabei erzielbaren
Verdiensts von mindestens CHF 700.-- angedroht hat. Daran
vorbeizielende Vorbringen des Beschwerdeführers, namentlich zu
früheren Einsätzen in Beschäftigungsprogrammen, sind nicht zu hören.
3.1. Wer in Not gerät und nicht in der Lage ist, für sich zu sorgen, hat Anspruch
auf Hilfe und Betreuung und auf die Mittel, die für ein menschenwürdiges
Dasein unerlässlich sind (Art. 12 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft [BV; SR 101]). Diese
verfassungsmässigen Ansprüche werden durch die kantonale
Gesetzgebung konkretisiert; jede bedürftige Person hat Anspruch auf
persönliche und wirtschaftliche Hilfe. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Gesetzes
über die Unterstützung Bedürftiger (Kantonales Unterstützungsgesetz
[UG]; BR 546.250) ist bedürftig, wer für seinen Lebensunterhalt und den
seiner Familienangehörigen mit gleichem Wohnsitz nicht hinreichend oder
nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann. Diese Bestimmung
bekennt sich zum Grundsatz der Subsidiarität, welcher das
Sozialhilferecht durchdringt. Das Subsidiaritätsprinzip betont dabei den
ergänzenden Charakter der Sozialhilfe und verlangt vom jeweiligen
Ansprecher, dass er alles Zumutbare zur Behebung der eigenen Notlage
unternimmt, insbesondere die eigene Arbeitskraft einsetzt und eine
zumutbare Erwerbstätigkeit annimmt, bevor staatliche Fürsorgeleistungen
in Anspruch genommen werden können (vgl. BGE 139 I 218 E.3.3 und
E.3.5, BGE 130 I 71 E.5.3; PVG 2009 Nr. 18 E.3c). Gemäss Art. 2 Abs. 1
UG bestimmt die zuständige Sozialbehörde Art und Mass der
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Unterstützung nach dem ausgewiesenen Bedarf unter Würdigung der
örtlichen und persönlichen Verhältnisse. Für die Bemessung der
Unterstützung durch die zuständige Gemeinde sind gemäss Art. 1 Abs. 1
der Ausführungsbestimmungen zum kantonalen Unterstützungsgesetz
(ABzUG; BR 546.270) die Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für
Sozialhilfe (nachfolgend SKOS-Richtlinien) einschliesslich des Kapitels
"Praxishilfen" mit gewissen Konkretisierungen und Einschränkungen
massgebend (vgl. Urteile des Verwaltungsgerichts des Kantons
Graubünden [VGU] U 21 89 vom 8. Februar 2022 E.4.1.1, U 20 38 vom
3. Februar 2021 E.2.1.1, U 19 98 vom 7. Januar 2020 E.4.1, U 18 57 vom
24. Oktober 2018 E.2.1).
3.2. Beschäftigungs- und Integrationsprogramme sollen dazu beitragen, dass
ein Ansprecher für seinen Unterhalt, wenigstens teilweise, selber
aufkommen kann oder zumindest die Aussichten auf eine
Wiedereingliederung ins Erwerbsleben verbessert werden. Sie sind
Ausdruck der dem Ansprecher obliegenden Verpflichtung zur Minderung
seiner Unterstützungsbedürftigkeit und des Subsidiaritätsprinzips (vgl.
BGE 139 I 218 E.4.2, 130 I 71 E.5.4; SKOS-Richtlinien, Version vom 1.
Januar 2022, Kapitel A.4.1.). Aus diesen Gründen sind solche
Anordnungen grundsätzlich zulässig, sofern die Massnahmen im Einzelfall
zweckmässig und zumutbar sind. Was als zumutbare Arbeit gilt, wird im
Sozialhilferecht nicht definiert, weshalb hilfsweise die
arbeitslosenversicherungsrechtliche Umschreibung nach Art. 16 Abs. 2
des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung
und Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) herangezogen wird (vgl.
BGE 130 I 71 E.5.3; PVG 2009 Nr. 18 E.3c). Eine Arbeit gilt danach
insbesondere dann als unzumutbar, wenn sie nicht angemessen auf die
Fähigkeiten oder auf die bisherigen Tätigkeiten des Versicherten
Rücksicht nimmt (Art. 16 Abs. 2 lit. b AVIG), wobei ein Arbeitsangebot das
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Fähigkeits- oder Fertigkeitsniveau der betroffenen Person auch
unterschreiten, nicht aber zu einer Überforderung führen darf (vgl. BGE
139 I 218 E.4.4, 130 I 71 E.5.3), oder aber dem Alter, den persönlichen
Verhältnissen oder dem Gesundheitszustand nicht angemessen
Rechnung trägt (Art. 16 Abs. 2 lit. c AVIG).
3.3. Im vorliegenden Fall sind keine solchen Hinderungsgründe ersichtlich,
welche einen Arbeitseinsatz auf dem zweiten Arbeitsmarkt als unzumutbar
erscheinen liessen. Solche werden vom Beschwerdeführer denn auch
nicht benannt. Vielmehr ist mit der Beschwerdegegnerin festzuhalten,
dass es sich beim Beschwerdeführer um einen jungen Mann handelt, der
unbestrittenermassen bei guter Gesundheit ist (vgl. Zwischenbericht des
Kantonalen Sozialamtes Graubünden zur öffentlich-rechtlichen
Unterstützung vom 7. März 2022 [vgl. S. 8 f. der bei der
Beschwerdegegnerin edierten Akten {nachfolgend edierte Bg-act.}]). Dass
ihn eine Tätigkeit in einem Arbeitsprogramm beim C._ überfordern
oder anderweitig nicht seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten entsprechen
würde, macht der Beschwerdeführer nicht geltend. Auch sind keine in den
persönlichen Verhältnissen liegende Umstände bekannt, aufgrund
welcher er nicht in der Lage sein sollte, in einem Pensum von mindestens
50 % an einem Einsatzprogramm teilzunehmen. Gerade für ein
Arbeitsprogramm wie dem C._ hielt das Bundesgericht fest, dass
einer zumutbaren Erwerbstätigkeit die Teilnahme an einem von den
Sozialhilfeorganen anerkannten lohnwirksamen Beschäftigungsprogramm
des zweiten Arbeitsmarkts, mit dem der eigene Unterhalt zumindest
teilweise gedeckt werden kann, gleichzusetzen ist (BGE 142 I 1 E.7.2.2,
BGE 139 I 218 E.4.3 und E.5.3). Insofern erweist sich ein Arbeitseinsatz
in einem Beschäftigungsgrad von mindestens 50 % beim C._ auf dem
zweiten Arbeitsmarkt als zumutbar. Daneben ist eine Teilnahme an einem
Beschäftigungsproramm auch zweckmässig.
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3.4. Die Weisung zur Aufnahme einer Teilzeitarbeit beim C._ im Umfang
von mindestens 50 % erweist sich denn auch als verhältnismässig. So ist
aktenkundig, dass die bisherige Stellensuche des Beschwerdeführers im
Baugewerbe aufgrund der fehlenden Erstausbildung erschwert und ein
früherer Einsatz im kommunalen Arbeitsprogramm bereits gescheitert ist
(vgl. angefochtene Verfügung vom 21. März 2022
[beschwerdegegnerische Beilage {Bg-act.} 1]; Zwischenberichte zur
öffentlich-rechtlichen Unterstützung vom 7. März 2022 und vom 22.
November 2021 [vgl. S. 8 f. und S. 22 f. der edierten Bg-act.]; Verfügung
vom 3. September 2021 [vgl. S. 30 f. der edierten Bg-act.];
Verlängerungsgesuch vom 30. August 2021 [vgl. S. 33 f. der edierten Bg-
act.]). Zudem führte die Beschwerdegegnerin in der Vernehmlassung
unbestrittenermassen aus, dass der Beschwerdeführer seit über einem
Jahr in B._ wohne und in dieser Zeit keiner bezahlten Arbeit
nachgegangen sei (vgl. auch Zwischenberichte zur öffentlich-rechtlichen
Unterstützung vom 7. März 2022 und vom 22. November 2021 [vgl. S. 8 f
und S. 22 f. der edierten Bg-act.]; Schreiben der Beschwerdegegnerin vom
23. November 2021 betreffend Arbeitsbemühungen November und
Dezember [vgl. S. 21 der edierten Bg-act.]). Vor diesem Hintergrund
stimmt die in Frage stehende Auflage insbesondere mit den Zwecken der
Sozialhilfe überein, die berufliche Integration sowie das
eigenverantwortliche Handeln des Sozialhilfeempfängers zu fördern.
Damit dient sie auch dem öffentlichen Interesse an der Vermeidung von
auf längere Sicht sozialhilfeabhängigen Personen (vgl. BGE 139 I 218
E.4.2). Denn dabei ist zu berücksichtigen, dass mit einem Einsatz in einem
Arbeitsprogramm die Chancen auf dem Arbeitsmarkt regelmässig erhöht
werden können, da ein Sozialhilfeempfänger wieder an einem geregelten
und strukturierten Berufsalltag gewöhnt wird. Bei der Stellensuche kann
sich die Teilnahme an Beschäftigungsprogrammen positiv auswirken, da
gegenüber allfälligen Arbeitgebern ein Ausweis über geleistete Arbeit
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vorliegt. Zudem bringt ein Einsatz im Arbeitsprogramm wie beim C._
eine Struktur in den Alltag des Beschwerdeführers und ist geeignet, nach
der über einjährigen Absenz vom Arbeitsmarkt eine Aktivierung
herbeizuführen. Schliesslich hielt das Bundesgericht in BGE 139 I 218
dafür, dass die Verpflichtung zur Annahme einer konkreten Arbeit oder zur
Teilnahme an Beschäftigungs- und Integrationsprogrammen im Einzelfall
in der Regel eine verhältnismässige Weisung darstellt (vgl. dortige E.4.3).
Auch vorliegend sind keine Anhaltspunkte ersichtlich noch werden solche
namhaft gemacht, weshalb der Arbeitseinsatz beim C._ in einem
Pensum von mindestens 50 % unverhältnismässig sein sollte.
4.1. Personen, die Leistungen der Sozialhilfe beanspruchen, sind an die
Erfüllung verschiedener Pflichten gebunden. Gemäss Art. 4 UG sind die
zu unterstützende und die unterstützte Person verpflichtet, jede
sachdienliche Auskunft zu erteilen, die nötigen Unterlagen beizubringen
sowie den mit der Unterstützungsleistung verbundenen Auflagen der
Sozialbehörden Folge zu leisten. Es kann sich dabei insbesondere um die
Auflage handeln, sich um eine Anstellung zu bemühen und eine
angebotene Arbeit anzunehmen oder an Arbeitsprogrammen
teilzunehmen (Urteil des Bundesgerichts 8C_270/2016 vom 17. August
2016 E.5.3). Befolgt eine unterstützte Person die Auflagen nicht oder
verletzt sie ihre gesetzlichen Pflichten, ist eine angemessene
Leistungskürzung als Sanktion zu prüfen (vgl. SKOS-Richtlinien, Kapitel
F.2. Abs. 1). Eine Kürzung der Sozialhilfe als verwaltungsrechtliche
Sanktion ist im Allgemeinen nur dann zulässig, wenn sie von der
zuständigen Behörde unter Anwendung einer gesetzlichen Grundlage
verhängt wird (HÄNZI, Die Richtlinien der schweizerischen Konferenz für
Sozialhilfe, Entwicklung, Bedeutung und Umsetzung der Richtlinien in den
deutschsprachigen Kantonen der Schweiz, Diss. Basel 2011, S. 148 f.).
Diese findet sich im Kanton Graubünden in den ABzUG. Gemäss Art. 11
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ABzUG ist der Grundbedarf für den Lebensunterhalt bei ungenügenden
Integrationsanstrengungen, bei Pflichtverletzung und bei
Rechtsmissbrauch um 5 bis 30 Prozent zu kürzen, wobei eine Kürzung
von 20 bis 30 Prozent auf maximal sechs Monate und eine solche bis 19
Prozent auf maximal zwölf Monate zu befristen ist (vgl. auch SKOS-
Richtlinien, Kapitel F.2. Abs. 1, 2 lit. a und 3). Eine zulässige Kürzung der
Sozialhilfe setzt weiter voraus, dass die Verfügung, welche die Sanktion
begründet, vollstreckbar ist und der Grundsatz der Verhältnismässigkeit
beachtet wurde. Weiter gilt, dass Sanktionen regelmässig erst nach
vorgängiger Androhung verhängt werden dürfen (VGU U 22 1 vom 22.
Februar 2022 E.3.2, U 19 98 vom 7. Januar 2020 E.4.2, U 19 19 vom 10.
September 2019 E.2.3; HÄNZI, a.a.O., S. 149).
4.2. Von einer sanktionellen Kürzung von Leistungen der Sozialhilfe zu
unterscheiden ist die Einstellung oder Verweigerung von solchen wegen
fehlender Anspruchsvoraussetzungen. Wie das Bundesgericht
festgehalten hat, sind die Anspruchsvoraussetzungen dann nicht erfüllt,
wenn die um öffentliche Unterstützung Nachsuchende aus eigener Kraft
faktisch und rechtlich in der Lage ist, sich die für ihren Lebensunterhalt
aktuell erforderlichen Mittel zu beschaffen, doch aus eigenem Antrieb und
schuldhaft davon absieht. In solchen Fällen, in denen es bereits an der
Anspruchsvoraussetzung fehlt, kann die zuständige Behörde die
Ausrichtung der Sozialhilfe gänzlich verweigern, ohne dass eine
Verletzung von Art. 12 BV zu befürchten wäre (vgl. BGE 142 I 1 E.7.2.2,
139 I 218 E.3.3 und E.3.5, 130 I 71 E.4.3 und E.5.3; Urteile des
Bundesgerichts 8C_451/2019 vom 19. August 2019 E.4.1, 8C_850/2018
vom 12. Juni 2019 E.3.2.2.2, 8C_270/2016 vom 17. August 2016 E.5.2,
8C_787/2011 vom 28. Februar 2012 E.3.2.1 und 2P.147/2002 vom 4.
März 2003 E.3.3; VGU U 20 10 vom 19. Januar 2021 E.3.2.1; PVG 2014
Nr. 12 E.4b). Aus den die Sozialhilfe prägenden Grundsätzen der
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Eigenverantwortung und der Subsidiarität folgt, dass hilfesuchende
Personen dazu verpflichtet sind, alles Zumutbare zur Behebung der
eigenen Notlage zu unternehmen (BGE 130 I 71 E.5.3; VGU U 20 10 vom
19. Januar 2021 E.2.3, U 18 63 vom 8. Januar 2019 E.3.2.2). Gemäss
Kapitel A.4.1. Abs. 8 lit. a der SKOS-Richtlinien dient namentlich die Suche
und Aufnahme einer zumutbaren Erwerbstätigkeit der Minderung der
Bedürftigkeit. Wenn Massnahmen der beruflichen Integration angezeigt
und im konkreten Fall zumutbar sind, besteht eine Mitwirkungspflicht, zu
deren Einhaltung die unterstützte Person mittels Auflage angehalten
werden kann. Der zumutbaren Erwerbstätigkeit gleichzusetzen ist die
Teilnahme an einer von den Sozialhilfeorganen anerkannten Massnahme
(vgl. SKOS-Richtlinien, Erläuterung zu Kapitel A.4.1). Laut SKOS-
Richtlinien, Kapitel F.3. Abs. 3 lit. b, ist die teilweise oder vollumfängliche
Einstellung von Leistungen zulässig, wenn die unterstützte Person in
Kenntnis der Konsequenzen eine ihr mögliche, zumutbare und konkret zur
Verfügung stehende Arbeit nicht annimmt. Gleiches gilt gemäss Kapitel
F.3. Abs. 3 lit. c der SKOS-Richtlinien, wenn sich die unterstützte Person
weigert, einen ihr zustehenden, bezifferbaren und durchsetzbaren
Rechtsanspruch auf Ersatzeinkommen geltend zu machen. Denn dadurch
wäre sie in der Lage, ganz oder teilweise für sich selber zu sorgen. Im
Umfang des erzielbaren Ersatzeinkommens besteht im Sinne des
Subsidiaritätsprinzips keine Bedürftigkeit. Das erzielbare
Ersatzeinkommen ist in der Bedarfsrechnung als Einkommen zu
berücksichtigen und allenfalls ergänzend Sozialhilfe zu gewähren (vgl.
VGU U 20 10 vom 19. Januar 2021 E.2.6).
4.3. Im vorliegenden Fall verpflichtete die Beschwerdegegnerin den
Beschwerdeführer mit Verfügung vom 21. März 2022, beim C._ eine
Teilzeitarbeit im Umfang von mindestens 50 % aufzunehmen, sofern er bis
zum 30. April 2022 keinen Arbeitsvertrag vorweisen könne. Gleichzeitig
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drohte sie ihm für den Fall der Missachtung der Weisung an, das dabei
erzielbare Einkommen vollumfänglich anzurechnen, wobei bei einer
50%igen Arbeitsleistung mit einem Lohn von mindestens CHF 700.-- zu
rechnen sei (vgl. Dispositiv-Ziffer 3 der angefochtenen Verfügung [Bg-act.
1]). Bringt der Beschwerdeführer dagegen vor, die angedrohte Kürzung
von CHF 700.--, was 70 % seines Grundbedarfs entspreche, sei
menschenunwürdig, unverhältnismässig und ungerechtfertigt, verkennt er,
dass es hier bei der verfügten Auflage nicht um eine Androhung einer
sanktionellen Kürzung im Sinne von Art. 11 ABzUG geht, bei welcher der
Grundbedarf für den Lebensunterhalt unter Beachtung des Grundsatzes
der Verhältnismässigkeit um 5 bis 30 Prozent gekürzt werden kann.
Vielmehr handelt es sich dabei um eine Konstellation, in welcher dem
Beschwerdeführer die Anrechnung eines im Arbeitsprogramm erzielbaren
Lohns angedroht wird, weil es ihm faktisch und rechtlich möglich sein soll,
sich die für seinen Lebensunterhalt erforderlichen Mittel teilweise selbst zu
beschaffen, was einer Teilleistungseinstellung der
Unterstützungsleistungen gleichkommt (vgl. BGE 139 I 218 E.3.4 und
E.5.3, BGE 130 V 71 E.4.3; VGU U 20 10 vom 19. Januar 2021 E.3.2.1, U
18 63 vom 8. Januar 2019 E.4.3.1). In solchen Fällen, in welchen die
unterstützte Person objektiv befähigt wäre, insbesondere durch Annahme
einer zumutbaren Arbeit, (teilweise) für sich selbst zu sorgen, fehlt es
bereits an der Anspruchsvoraussetzung, weshalb es sich – wie dargelegt
– rechtsprechungsgemäss als zulässig erweist, (in diesem Umfang) die
Ausrichtung der Sozialhilfe zu verweigern (vgl. Erwägung hiervor). Die
Auffassung, bei Ablehnung einer zumutbaren Arbeit fehlten nicht die
Anspruchsvoraussetzungen, sondern seien – gestützt auf eine gesetzliche
Grundlage sowie nach Massgabe des Verhältnismässigkeitsprinzips –
lediglich Sanktionen, z.B. eine befristete Leistungskürzung, zulässig, ohne
dass der absolut geschützte Existenzbedarf im Sinne von Art. 12 BV
angetastet werden dürfe, wurde vom Bundesgericht ausdrücklich
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verworfen (BGE 139 I 218 E.3.4 und E.5.2, BGE 130 I 71 E.4.3; Urteil des
Bundesgerichts 8C_787/2011 vom 28. Februar 2012 E.3.2.2; VGU U 20
10 vom 19. Januar 2021 E.3.2.1, U 18 63 vom 8. Januar 2019 E.4.2.3). In
diesem Sinne hat das Bundesgericht entschieden, dass auch der
(entlöhnten) Teilnahme an einem Arbeitsprogramm für
Sozialhilfeempfänger der Vorrang gegenüber dem Bezug von öffentlichen
Unterstützungsleistungen zukommt, da mit der Teilnahme
Erwerbseinkommen erzielt wird, das der Überwindung der Notlage dient
(BGE 142 I 1 E.7.2.2, BGE 139 I 218 E.5.3 mit zahlreichen Hinweisen).
4.4. Allerdings stellt sich im hier zu beurteilenden Fall die Frage, ob das
sozialhilferechtliche Subsidiaritätsprinzip gegenüber selbst erzielbaren
Einkünften überhaupt zum Tragen kommt. Das Vorbringen des
Beschwerdeführers kann im Rahmen der angedrohten
Teilleistungseinstellung denn auch dahingehend verstanden werden, als
die in Aussicht gestellte Anrechnung eines erzielbaren Lohns von CHF
700.-- übermässig sei.
Dem Urteil des Verwaltungsgerichts U 20 10 vom 19. Januar 2021 lag eine
mit den vorliegenden Gegebenheiten vergleichbare Sachlage zugrunde:
Dem dortigen Beschwerdeführer wurden mit einem als Verfügung zu
qualifizierenden Schreiben vom 3. Dezember 2019 Einnahmen von
CHF 700.-- angerechnet, welche dieser – hätte er sich um eine Anstellung
bemüht – in einem 50 %-Pensum beim C._ hätte erwirtschaften
können. Dabei erwog das Gericht zwar unter anderem, dass der
Beschwerdeführer gegen die Annahme der Beschwerdegegnerin, wonach
er bei der im zweiten Arbeitsmarkt angesiedelten Tätigkeit einen Lohn von
CHF 700.-- hätte erzielen können (bei einem Pensum von 50 %), nichts
Konkretes vorgebracht habe; auch erscheine diese nicht als
unangemessen (E.3.1 des besagten Urteils). Anders als im vorliegenden
Fall war im Urteil U 20 10 vom 19. Januar 2021 indes die
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Teilleistungseinstellung an und für sich, und nicht – wie hier – deren
Androhung zu beurteilen. Die dem vorliegend angefochtenen Entscheid
entsprechende Verfügung vom 4. Juli 2019, mit welcher die
Beschwerdegegnerin den dortigen Beschwerdeführer verpflichtet hatte,
entweder einen Arbeitsvertrag vorzuweisen oder sich bei C._ zu
melden, und für den Fall der Nichtbefolgung die Anrechnung des dabei
erzielbaren Lohns und die Teilleistungseinstellung angedroht hatte, war
bereits unangefochten in Rechtskraft erwachsen (vgl. Sachverhalt, Ziffer
2) und damit nicht mehr zu überprüfen. Insofern ging das Gericht mangels
gegenteiliger Anhaltspunkte denn auch davon aus, dass der dortige
Beschwerdeführer einer entlöhnten Arbeit beim C._ zumindest im
Umfang von 50 % hätte nachgehen können (VGU U 20 10 vom 19. Januar
2021 E.3.1).
4.5. Im hier zu beurteilenden Fall fehlen jedoch jegliche Angaben darüber, ob
dem Beschwerdeführer überhaupt eine entlöhnte Arbeit beim C._
effektiv zur Verfügung stünde. Dies liegt auch nicht auf der Hand, denn
beim Arbeitsprogramm C._ werden verschiedene Lohnmodelle
angeboten, wovon nicht alle die Ausrichtung eines Lohns vorsehen (vgl.
hierzu https://www.dock-gruppe.ch/zuweiser, zuletzt besucht am 21. Juni
2022). Letzteres trifft auf das Eigenleistungsmodell ohne Lohn zu, was zur
Folge hätte, dass eine Teilnahme am Arbeitsprogramm in diesem Modell
unentgeltlich wäre, womit die Subsidiarität der Sozialhilfe gegenüber
selbst erzielbaren Einkünften entfiele (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_704/2021 vom 8. März 2022 E.4.2; VGU U 20 73 vom 21. September
2021 E.4.3). Da in der angefochtenen Verfügung vom 21. März 2022 eine
(teilweise) Einstellung von Unterstützungsleistungen mangels
Bedürftigkeit angedroht wird, trägt die Sozialhilfebehörde hierfür die
Beweislast (WINZENT, Sozialhilferecht, Zürich/St. Gallen 2020, S. 322). Die
Beschwerdegegnerin legt jedoch weder dar, dass dem Beschwerdeführer
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eine entlöhnte Arbeit konkret zur Verfügung stehen würde, noch, dass er
dabei einen Lohn von CHF 700.-- in einem Pensum von 50 % erzielen
könnte. Entsprechende Anhaltspunkte (wie z.B. ein Anstellungsvertrag mit
vereinbartem Stundenlohn) gehen auch nicht aus den Akten hervor (vgl.
VGU U 18 63 vom 8. Januar 2019 E.4.3.2). Dies wirkt sich zu Ungunsten
der beweisbelasteten Beschwerdegegnerin aus, womit sich die von ihr
verfügte Androhung einer Teileinstellung der Unterstützungsleistungen im
Umfang von CHF 700.-- im Falle einer Nichtbefolgung der Weisung, einer
Teilzeitarbeit bei C._ in einem 50 %-Pensum nachzugehen, wenn bis
zum 30. April 2022 kein Arbeitsvertrag vorgewiesen werden könne, als
unrechtmässig erweist.
4.6. Hinzuweisen bleibt, dass das Bundesgericht in BGE 142 I 1 in einem Fall,
in dem der dortige Beschwerdeführer unbestrittenermassen der Weisung,
halbtags in einem Beschäftigungsprogramm zu arbeiten, nicht
nachgekommen war, nachdem ihm die Sozialhilfe bereits zuvor wegen
ungenügender Beteiligung an einem Beschäftigungsprogramm gekürzt
worden war, die kantonalrechtlich vorgesehene Einstellung der Sozialhilfe
als bundesverfassungskonform beurteilt hat. Konkret hielt es dafür, das
kantonale Gericht habe willkürfrei erkannt, dass die Voraussetzungen für
die Einstellung der Sozialhilfe nach § 24a Abs. 1 des Sozialhilfegesetzes
des Kantons Zürich vom 14. Juni 1981 (SHG; LS 851.1) erfüllt seien,
zumal davor bereits aufgrund ungenügender Mitwirkung an einem
Beschäftigungsprogramm eine Kürzung erfolgt und mit der Androhung der
Einstellung bei erneuter Nichtbefolgung verbunden worden sei. Dass nicht
lediglich auf eine teilweise Einstellung oder auf eine Kürzung erkannt
worden sei, sei willkürfrei und verstosse weder gegen das Legalitätsprinzip
noch gegen die Grundsätze der Verhältnismässigkeit oder der gerechten
Behandlung vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen (vgl. dortige E.7.3).
Zwar präsentiert sich im vorliegenden Fall eine vergleichbare Sachlage,
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indem dem hiesigen Beschwerdeführer bereits von Oktober 2021 bis
Februar 2022 mangels Teilnahme am kommunalen Einsatzprogramm der
Grundbedarf um 15 % gekürzt (vgl. Verfügung vom 3. September 2021
[vgl. S 30 f. der edierten Bg-act.]) und ihm in der angefochtenen Verfügung
vom 21. März 2022 für den Fall einer Missachtung der Auflage, bei
C._ eine Arbeit aufzunehmen, sofern bis zum 30. April 2022 kein
Arbeitsvertrag vorgewiesen werden könne, eine Teileinstellung der
Unterstützungsleistungen angedroht wurde (Bg-act. 1). Indes kennt der
Kanton Graubünden keine dem zürcherischen § 24a Abs. 1 SHG
entsprechende Bestimmung. Nach dieser Vorschrift kann vom
grundsätzlichen Rechtsanspruch auf Sozialhilfeleistungen
ausnahmsweise unter Berücksichtigung von Art. 12 BV abgewichen
werden; die Leistungen sind ausnahmsweise ganz oder teilweise
einzustellen, wenn der Hilfesuchende eine ihm zumutbare Arbeit oder die
Geltendmachung eines Ersatzeinkommens verweigert (lit. a), ihm die
Leistungen deswegen gekürzt worden sind (lit. b) und ihm schriftlich und
unter Androhung der Leistungseinstellung eine zweite Frist zur Annahme
der Arbeit bzw. zur Geltendmachung des Ersatzeinkommens angesetzt
worden ist (lit. c). Im vorliegenden Fall fällt daher eine Androhung einer
Teileinstellung der Unterstützungsleistung wegen wiederholter
Nichtbefolgung einer Weisung zur Teilnahme an einem Arbeitsprogramm
mangels gesetzlicher Grundlage im kantonalen Sozialhilferecht aufgrund
des Legalitätsprinzips von vornherein ausser Betracht.
Insofern erweist sich die Beschwerde aufgrund der angedrohten, einer
Teileinstellung der Unterstützungsleistungen gleichkommenden
Anrechnung des in einem 50%-Pensum beim C._ erzielbaren Lohns
von CHF 700.--, ohne dass nachgewiesen worden wäre, dass das
Subsidiaritätsprinzip tatsächlich zum Tragen käme, als begründet. Dies
hat zur Konsequenz, dass (ausschliesslich) Dispositiv-Ziffer 3 der
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angefochtenen Verfügung vom 21. März 2022 aufgehoben wird. Im
Übrigen wird die angefochtene Verfügung vom 21. März 2022 weder
bestritten noch lässt sie – angesichts der vorgenannten Grundsätze zur
Androhung einer Leistungskürzung – eine Rechtswidrigkeit erkennen, was
insbesondere auch auf Dispositiv-Ziffer 4 der angefochtenen Verfügung
zutrifft. Darin ist für den Unterlassungsfall – Nichtbefolgung der Teilnahme
am kommunalen Einsatzprogramm – nämlich eine zulässige sanktionelle
Kürzung von Leistungen der Sozialhilfe vorgesehen (vgl. vorstehende
Erwägung 4.2.).
5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf
Art. 73 Abs. 1 VRG der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Das Gericht
erachtet eine Staatsgebühr von CHF 500.-- (zzgl. Kanzleiauslagen) als
angemessen (vgl. Art. 75 Abs. 2 VRG). Dem nicht anwaltlich vertretenen
Beschwerdeführer steht praxisgemäss keine Parteientschädigung zu.
Sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege sowie um Befreiung von der
Tragung der Gerichtskosten wird bei diesem Verfahrensausgang
gegenstandslos.