Decision ID: 3da5a5fe-ed97-4915-bff1-beac32b0fc56
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend mehrfache Veruntreuung etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Meilen vom 9. Juli 2014
(DG130013)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 2. Oktober 2013
(Urk. 28) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte A._ ist schuldig
− der mehrfachen Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2
StGB (Anklageziffern I.1. und I.2.),
− des Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB (Anklageziffer II.),
− der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 und
2 StGB (Anklageziffern III.1. und III.2.).
2. Der Beschuldigte wird mit einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten bestraft, wo-
von bis heute 57 Tage durch Haft erstanden sind.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 24 Monaten aufgescho-
ben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (12 Monate) wird
die Strafe vollzogen.
4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägern 1 und 2 den Betrag von
CHF 668'300.95 nebst Zins zu 5 % auf
- CHF 780'000.– vom 7.10.2009 bis 17.12.2009,
- CHF 680'000.– vom 18.12.2009 bis 18.5.2011,
- CHF 669'002.95 vom 19.5.2011 bis 25.7.2012,
- CHF 668'300.95 seit 26.7.2012,
sowie Betreibungskosten von CHF 200.– zu bezahlen.
5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 3 den Betrag von
CHF 100'000.– zu bezahlen.
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6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
CHF 3'500.00 ; die weiteren Kosten betragen:
CHF 435.10 Auslagen Untersuchung
CHF 3'050.00 Kosten Kantonspolizei
CHF 6'985.10 Total
7. Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. X._, wird für seine Be-
mühungen und Barauslagen mit total CHF 13'207.35 entschädigt. Die Kasse
des Bezirksgerichts Meilen wird angewiesen, diesen Betrag abzüglich die
durch die Staatsanwaltschaft See / Oberland geleistete Akontozahlung von
CHF 9'121.85, mithin total CHF 4'085.50, an Rechtsanwalt lic. iur. X._
auszubezahlen.
8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem
Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden
einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht ge-
mäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten.
Berufungsanträge:
a) der amtlichen Verteidigung:
(Urk. 63 S. 2)
1. Der Beschuldigte und Berufungskläger sei vom Vorwurf des Betruges freizu-
sprechen.
Im Übrigen sei er im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen.
2. Er sei mit 18 Monaten Freiheitsstrafe zu bestrafen. Die erstandene Haft von
57 Tagen sei anzurechnen.
3. Dem Beschuldigten und Berufungskläger sei der bedingte Strafvollzug zu
gewähren, die Probezeit sei auf drei Jahre anzusetzen.
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4. Die Kosten des Berufungsverfahrens einschliesslich jener der amtlichen Ver-
teidigung seien auf die Gerichtskasse zu nehmen.
b) der Staatsanwaltschaft See / Oberland:
(Urk. 70 S. 1)
1. Es sei festzustellen, dass der Schuldspruch der Vorinstanz betreffend mehr-
fache Veruntreuung (Anklageziffer I.1 und I.2) und mehrfache Urkundenfäl-
schung (Anklageziffern III.1 und III.2) in Rechtskraft erwachsen ist.
2. Der Beschuldigte sei zudem schuldig zu sprechen des Betruges im Sinne
von Art. 146 Abs. 1 StGB (Anklageziffer II. .ND 1).
3. Der Beschuldigte sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren, un-
ter Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft von 57 Tagen.
4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei im Umfange von 1 Jahr zu vollziehen und
für die restlichen 2 Jahre bei einer Probezeit von 2 Jahren bedingt aufzu-
schieben.
5. Dem Beschuldigten seien die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens auf-
zuerlegen.
_
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Erwägungen:
I. Verfahrensgang
Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Bezirksge-
richts Meilen vom 9. Juli 2014 meldete der amtliche Verteidiger mit Eingabe vom
28. Juli 2014 rechtzeitig Berufung an (Urk. 57/2; Urk. 58; Art. 399 Abs. 1 StPO).
Nach Erhalt des begründeten Urteils am 3. November 2014 liess der Beschuldigte
am 24. November 2014 (Datum des Poststempels) fristgerecht die Berufungser-
klärung im Sinne von Art. 399 Abs. 3 StPO einreichen (Urk. 60/3; Urk. 63). Mit
Präsidialverfügung vom 27. November 2014 wurde den Privatklägern und der
Staatsanwaltschaft die Berufungserklärung des Beschuldigten zugestellt und Frist
für Anschlussberufung oder einen Nichteintretensantrag angesetzt (Urk. 65). We-
der die Staatsanwaltschaft noch die Privatkläger liessen sich dazu vernehmen.
II. Prozessuales
Die Berufungserklärung des Beschuldigten richtet sich gegen die Verurtei-
lung wegen Betruges und die Strafzumessung (Urk. 63 S. 2). Gemäss Art. 402
StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechtskraft des angefochtenen
Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Nachdem die Urteilsdispositivzif-
fern 1, 1. und 3. Lemma (Schuldsprüche wegen mehrfacher Veruntreuung und
und mehrfacher Urkundenfälschung), 4 und 5 (Gutheissung der Zivilansprüche)
und 6 bis 8 (Kostendispositiv), unangefochten blieben, ist mittels Beschluss fest-
zustellen, dass das vorinstanzliche Urteil in diesem Umfang in Rechtskraft er-
wachsen ist.
III. Sachverhalt
1. Gegenstand der zweitinstanzlichen Beurteilung bildet demnach in tatsäch-
licher Hinsicht noch der Vorwurf des Betruges zum Nachteil von B._. Dabei
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wird dem Beschuldigten zusammengefasst zur Last gelegt (ND 1; Urk. 28 S. 6 ff.),
den ausgebildeten Sanitärinstallateur, B._, ca. gegen Ende 2005 kennenge-
lernt und im Rahmen seiner damaligen Tätigkeit bei den "C._ Versicherun-
gen" dessen Versicherungssituation überprüft und für diesen diverse Versiche-
rungen abgeschlossen zu haben. Daraus habe sich ein kollegiales Verhältnis und
Vertrauen zwischen den beiden entwickelt. Als B._ beabsichtigt habe, sich
selbständig zu machen, habe er den Beschuldigten um Rat angegangen.
1.1. Irgendwann im Jahre 2009 habe der Beschuldigte B._ gefragt, ob
dieser ihm für eine gewisse Zeit Fr. 100'000.– leihen könne. B._ habe nicht
nachgefragt wofür, aufgrund der Schilderungen des Beschuldigten aber ange-
nommen, dass es um geschäftliche Tätigkeit gegangen sei, zumal der Beschul-
digte dem in finanziellen und geschäftlichen Belangen erkennbar unerfahrenen
B._ durch Vorlage eines auf ihn und seine Ehefrau lautenden Bankauszuges
über Fr. 250'000.– und einen Koffer mit (gefälschten) Bankchecks im Wert von
angeblich mindestens USD 2'000'000.– vorgegaukelt habe, wohlhabend zu sein
und über genügend Sicherheiten zu verfügen.
1.2. Am 4. Dezember 2009 habe der sich dadurch in falscher Sicherheit über
die jederzeitige Rückzahlungsfähigkeit des Beschuldigten wiegende B._ dem
Beschuldigten ein Darlehen über Fr. 98'000.– für ca. einen Monat ohne speziellen
Verwendungszweck gewährt und an seinem Wohnort in ... in bar übergeben. Tat-
sächlich habe der Beschuldigte – für B._ weder erkennbar noch überprüfbar
– in finanziellen Schwierigkeiten gesteckt und sei weder fähig noch willens gewe-
sen, das Geld rechtzeitig zurückzuzahlen, weshalb die Darlehensforderung von
Beginn an gefährdet gewesen sei. Zudem habe der Beschuldigte aufgrund des
bestehenden kollegialen Vertrauensverhältnisses und der vorgelegten Dokumente
vorausgesehen, dass B._ seine Angaben nicht überprüfen würde und könn-
te.
1.3. Dem Beschuldigten sei es schliesslich nur durch Veruntreuung anderer
fremder Mittel, welche er gleichentags von D._ erhältlich gemacht habe, ge-
lungen, das Darlehen nach mindestens zweimaliger und letztmals Ende Februar
2010 erfolgter Aufforderung von B._ zurückzuzahlen. Soweit keine Sicherheit
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für eine jederzeitige Rückzahlung innert Monatsfrist bestanden habe, sei der Be-
schuldigte entsprechend bereichert und B._ entsprechend in seinem Vermö-
gen geschädigt worden, was der Beschuldigte zumindest in Kauf genommen ha-
be.
2.1. Der Beschuldigte hat anerkannt, das ihm von seinem damaligen Kolle-
gen B._ übergebene Geld abredewidrig für private Zwecke verwendet zu ha-
ben, wobei er anlässlich der ersten polizeilichen Befragung zunächst noch wahr-
heitswidrig geltend gemacht hatte, dieses privat kurzfristig angelegt zu haben.
Ausserdem hat er anerkannt, die Rückzahlung mit den von D._ erhältlich
gemachten Fr. 100'000.– geleistet zu haben (Urk. 10/6 S. 16 ff.; Urk. 10/8 S. 22 ff.
= Ordner 6 Urk. ND 1/11/2; Urk. ND 1/11/4 S. 2 ff.; Urk. ND 1/11/5 S. 2 ff.; Prot. II
S. 11 f.).
2.2. Anlässlich der Berufungsverhandlung anerkannte der Beschuldigte zu-
dem, B._ gegenüber falsche Angaben über seine Vermögensverhältnisse als
Sicherheiten gemacht und diesen getäuscht zu haben, um das Geld erhältlich zu
machen. Er anerkannte sodann, B._ Kontoauszüge vorgelegt und diesem ei-
nen Koffer mit gefälschten Checks gezeigt zu haben (Prot. II S. 12). Der einge-
klagte Sachverhalt ist damit rechtsgenügend erstellt.
IV. Rechtliche Würdigung
1. Die Staatsanwaltschaft würdigt das Vorgehen des Beschuldigten als Be-
trug im Sinne von Art. 146 StGB (Urk. 53 S. 4 f.; Urk. 70 S. 1), und im angefoch-
tenen Urteil wurde der Beschuldigte bei diesem Anklagevorwurf (Urk. 28 S. 6 ff.)
des Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen (Urk. 61
S. 7 ff., S. 17).
2. Dagegen liess der Beschuldigte durch seine amtliche Verteidigung im
Wesentlichen vorbringen (Urk. 54 S. 2 f.; Urk. 68 S. 1 f.), dass bei B._ gar
kein Vermögensschaden eingetreten sei, nachdem der Beschuldigte das Darle-
hen zurückbezahlt habe, wenn auch mit dem bei D._ erhältlich gemachten
Geld. Dass beim Darlehensbetrug gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
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auch eine erhebliche Gefährdung der Darlehensforderung für einen Schuldspruch
reiche, werde nicht in Frage gestellt. Im Zeitpunkt der Darlehensannahme sei die
Möglichkeit, das Geld über eine weitere Quelle aufzutreiben indessen durchaus
vorhanden gewesen. Das von B._ ausgeliehene Geld habe der Beschuldigte
von Anfang an zurückzahlen wollen. Zu beachten sei zudem, dass B._ er-
klärte habe, dass er das Geld dem Beschuldigten auch ausgeliehen hätte, wenn
er es rein zur Finanzierung seines Privatlebens eingesetzt hätte. Eine gewisse
Gefährdung der geliehenen Summe sei B._ bewusst gewesen. Dieser habe
sich beispielsweise nicht darum gekümmert, weshalb der Beschuldigte das Geld
nicht vom Bankkonto genommen habe, das ja angeblich noch ein hohes Gutha-
ben aufgewiesen habe.
3. Des Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB ist strafbar, wer in der
Absicht, sich oder einen anderen unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch
Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder ihn in ei-
nem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt,
wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Vermögen schädigt.
3.1. Arglist ist nach der Rechtsprechung gegeben, wenn der Täter ein gan-
zes Lügengebäude errichtet oder sich besonderer Machenschaften oder Kniffe
bedient. Ein Lügengebäude liegt vor, wenn mehrere Lügen derart raffiniert aufei-
nander abgestimmt sind und von besonderer Hinterhältigkeit zeugen, dass sich
selbst eine kritische Person täuschen lässt. Als besondere Machenschaften gel-
ten Erfindungen und Vorkehren sowie das Ausnützen von Begebenheiten, die al-
lein oder gestützt auf Lügen oder Kniffe geeignet sind, den Betroffenen irrezufüh-
ren. Darüber hinaus wird Arglist auch bei einfachen falschen Angaben bejaht,
wenn deren Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht
zumutbar ist, und wenn der Täter das Opfer von der möglichen Überprüfung ab-
hält oder nach den Umständen voraussieht, dass dieses die Überprüfung der An-
gaben aufgrund eines besonderen Vertrauensverhältnisses unterlassen werde
(ARZT, in: Basler Kommentar Strafrecht II, 3. Auflage 2013, N 58 ff. zu Art. 146
StGB; BGE 135 IV 76 E. 5.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_419/2014 vom 9. Ja-
nuar 2015 E. 1.2.2).
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3.2. Demgegenüber scheidet Arglist aus, wenn der Getäuschte den Irrtum
mit einem Mindestmass an Aufmerksamkeit hätte vermeiden können. Dabei ist
die Lage und Schutzbedürftigkeit des Betroffenen im Einzelfall entscheidend.
Auch unter dem Gesichtspunkt der Opfermitverantwortung erfordert der Tatbe-
stand indes nicht, dass das Täuschungsopfer die grösstmögliche Sorgfalt walten
lässt und alle erdenklichen Vorkehren trifft. Arglist ist lediglich zu verneinen, wenn
die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet wurden. Entsprechend
entfällt der strafrechtliche Schutz nicht bei jeder Fahrlässigkeit des Getäuschten,
sondern nur bei Leichtfertigkeit, welche das betrügerische Verhalten des Täters in
den Hintergrund treten lässt. Der Gesichtspunkt der Überprüfbarkeit der falschen
Angaben erlangt auch bei einem Lügengebäude oder bei betrügerischen Ma-
chenschaften Bedeutung. Auch in diesen Fällen ist das Täuschungsopfer zu ei-
nem Mindestmass an Aufmerksamkeit verpflichtet (BGE 135 IV 76 E. 5.2;
BGE 126 IV 165 E. 2a; Urteil des Bundesgerichts 6B_419/2014 vom 9. Januar
2015 E. 1.2.2).
3.3. Die Vortäuschung des Leistungswillens ist grundsätzlich arglistig im
Sinne von Art. 146 StGB, weil sie eine innere Tatsache betrifft, die vom Vertrags-
partner ihrem Wesen nach nicht direkt überprüft werden kann. Arglist scheidet in-
des aus, soweit die Behauptung des Erfüllungswillens mittels Nachforschungen
über die Erfüllungsfähigkeit überprüfbar ist und sich aus der möglichen und zu-
mutbaren Prüfung ergeben hätte, dass der andere zur Erfüllung nicht fähig ist
(ARZT, a.a.O., N 38 zu Art. 146 StGB; Urteil des Bundesgerichts 6B_419/2014
vom 9. Januar 2015 E. 1.2.3.; BGE 125 IV 124 E. 3a; BGE 118 IV 359 E. 2).
3.3.1. Zwischen dem Beschuldigten und B._ bestand im Zeitraum der
Darlehensgewährung anerkanntermassen ein kollegiales Vertrauensverhältnis,
sodass sich das Bedürfnis bei B._, die Angaben des Beschuldigten zu den
angeblichen Vermögensverhältnisses nachzuprüfen, bereits aus diesem Grunde
in engen Grenzen hielt. Mit der Vorlage des betreffenden Bankauszuges und der
(gefälschten) Checks bestärkte der Beschuldigte darüber hinaus B._ im
Glauben an das vermeintlich vorhandene eigene Vermögen, ohne dass es dem in
solchen Fragen unerfahrenen B._ möglich gewesen wäre, die tatsächliche
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Aussagekraft des Bankauszuges und der (gefälschten) Checks, geschweige
denn, den inneren Rückzahlungswillen des Beschuldigten zu überprüfen, wovon
der Beschuldigte ausging und darauf vertrauen konnte.
3.3.2. Die neben den einfachen Lügen über die wirtschaftliche Tätigkeit sei-
ner Ehefrau in der E._ [Staat] gegenüber B._ angewandten weiteren
täuschenden Machenschaften sind damit arglistig und erreichten, dass sich
B._ aufgrund dieser täuschenden Angaben über die in Wahrheit ernsthaften
finanziellen Schwierigkeiten des Beschuldigten und dessen angebliche Bonität irr-
te und gestützt auf diesen arglistig hervorgerufenen Irrtum diesem gutgläubig die
Darlehenssumme von Fr. 98'000.– am 4. Dezember 2009 übergeben hatte. Eine
leichtsinnige Auszahlung des Darlehens, ohne die grundlegendsten Abklärungen
über die Vermögenslage des Beschuldigten getroffen zu haben, kann B._ in
Übereinstimmung mit der Vorinstanz (Urk. 61 S. 9) daher nicht vorgeworfen wer-
den.
3.4. Der Betrug ist erst mit dem Eintritt einer Vermögensschädigung vollen-
det. Ein Vermögensschaden liegt nach der Rechtsprechung vor bei tatsächlicher
Schädigung durch Verminderung der Aktiven, Vermehrung der Passiven, Nicht-
Verminderung der Passiven oder Nicht-Vermehrung der Aktiven und wenn das
Vermögen in einem Masse gefährdet wird, dass es in seinem wirtschaftlichen
Wert vermindert ist. Letzteres ist beispielsweise der Fall, wenn der Gefährdung im
Rahmen einer sorgfältigen Bilanzierung durch Wertberichtigung oder Rückstel-
lung Rechnung getragen werden muss (BGE 129 IV 124 E. 3.1). Der Schaden als
Vermögensnachteil hat beim Betrugstatbestand der Bereicherung als Vermö-
gensvorteil zu entsprechen (Erfordernis der Stoffgleichheit; ARZT, a.a.O., N 193 f.
zu Art. 146 StGB; BGE 134 IV 210 E. 5.3).
3.4.1. Als Schädigung im Sinne von Art. 146 StGB genügt jede Beeinträchti-
gung des Vermögens, auch wenn sie bloss vorübergehend ist (DONATSCH, Straf-
recht III, 10. Auflage, Zürich 2013, S. 240). Ein Darlehensvertrag schliesst zumeist
gewisse Risiken in sich, welche der Darlehensgeber bewusst eingeht. Dafür er-
hebt er regelmässig auch einen Zins, welcher diesem Risiko Rechnung trägt.
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Nachdem der Beschuldigte und B._ keine Zinsvereinbarung getroffen hatten,
entfällt ein solcher Risikoausgleich vorliegend von vornherein.
3.4.2. Es kann indessen nicht schon in jeder Vermögensgefährdung, welche
im Abschluss solcher Darlehensgeschäfte liegt, eine nach Art. 146 StGB beachtli-
che Vermögensschädigung gesehen werden. Eine solche ist sinngemäss nur
dann gegeben, wenn der Darlehensgeber entgegen den beim Darlehensnehmer
geweckten Erwartungen von Anfang an so wenig Gewähr für eine vertragsge-
mässe Rückzahlung des Geldes bietet, dass die Darlehensforderung erheblich
gefährdet und infolgedessen in ihrem Werte wesentlich herabgesetzt ist. In die-
sem Falle überschreitet der Darlehensnehmer in unzulässiger Weise die Grenze
des dem Darlehensgeber zumutbaren Risikos (DONATSCH, a.a.O., S. 241 f.; ARZT,
a.a.O., N 155 zu Art. 146 StGB; BGE 102 IV 84 E. 4; BGE 82 IV 90 f.).
3.4.3. Wie bereits dargelegt (vorstehend, Erw. III.4.5.2. f.), gaukelte der Be-
schuldigte trotz seiner offensichtlich ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten
B._ arglistig eine angeblich äusserst komfortable Vermögenslage, eine gute
Bonität und damit einen vorbehaltlosen Rückzahlungswillen und eine jederzeit
unproblematische Rückzahlungsmöglichkeit des Darlehens vor. Damit täuschte er
gegenüber B._ eine weit bessere Kreditwürdigkeit vor, als es den Tatsachen
entsprach. Insofern bestand bereits im Zeitpunkt der Darlehensannahme entge-
gen der von der Verteidigung vorgebrachten Auffassung keine absehbare, ernst-
zunehmende seriöse Möglichkeit, das Geld rechtzeitig über eine weitere (legale)
Quelle aufzutreiben. Dies spricht gleichzeitig auch gegen einen ernsthaften, wirk-
lichen inneren Willen des Beschuldigten, das von B._ ausgeliehene Geld von
Anfang an zurückzuzahlen gewollt zu haben. Da er einen erheblichen Teil dieses
Geldes für seinen eigenen Verbrauch ausgab, verfügte er über gar keine (legalen)
Mittel für eine rechtzeitige Rückzahlung an B._.
3.4.4. Wären seine Angaben dagegen wahr gewesen, hätte die Darlehens-
forderung bereits nach Abschluss des Vertrages somit einen wesentlich höheren
Wert aufgewiesen und hätte von B._ als Darlehensgeber beispielsweise
auch bedeutend leichter und besser an einen Dritten verpfändet oder abgetreten
werden können. Damit war er bereits durch den Abschluss des Darlehensvertra-
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ges, resp. die Übergabe der Darlehenssumme an den Beschuldigten geschädigt,
unabhängig von der späteren Rückzahlung, welche nachweislich und vom Be-
schuldigten anerkannt, gar nicht durch ihm gehörendes Geld erfolgte, sondern un-
ter einer weiteren zweckwidrigen Verwendung des von D._ zum Zwecke der
Investition in eine gewinnbringende Anlage gleichentags erlangten Geldes. Mithin
machte die aus der Sicht und für B._ erfolgte vertragsgemässe Rückzahlung
die bereits mit Vertragsschluss eingetretene Vermögensverminderung nicht unge-
schehen. Denn auch eine bloss vorübergehende Schädigung genügt, wie bereits
dargelegt, für die Erfüllung des Tatbestandes des Betruges. Entsprechend war
der Beschuldigte auf der anderen Seite auch durch diesen wirtschaftlichen Vorteil
bereichert.
3.5. Damit sind die objektiven Tatbestandsmerkmale des Betruges im Sinne
von Art. 146 StGB erfüllt.
3.6. In subjektiver Hinsicht muss sich der Vorsatz auf sämtliche objektiven
Tatbestandsmerkmale wie auch auf den sie verbindenden Kausalzusammenhang
beziehen, wobei Eventualvorsatz genügt. Erforderlich ist mithin, dass der Täter
mit Wissen und Willen jemanden durch täuschendes Verhalten arglistig in einen
Irrtum versetzt und ihn dadurch veranlasst, eine Vermögensdisposition vorzu-
nehmen, welche ihn oder einen anderen am Vermögen schädigt. Besonders zu
beachten ist dabei, dass sich der Vorsatz der Schädigung nur auf eine solche vo-
rübergehender Natur zu beziehen braucht. Schliesslich muss er in der Absicht
gehandelt haben, sich unrechtmässig zu bereichern (DONATSCH, a.a.O., S. 243 f.;
ARZT, a.a.O., N 208 ff. zu Art. 146 StGB).
3.6.1. Ein Darlehensbetrug mit entsprechender Bereicherungsabsicht ist zu
bejahen, wenn ein sehr wahrscheinlich nicht zur Rückzahlung fähiger Darlehens-
nehmer dem Darlehensgeber seine Bonität vorgespiegelt hat (ARZT, a.a.O., N 206
zu Art. 146 StGB).
3.6.2. Wie bereits dargelegt (vorstehend, Erw. IV.3.4.3.) verfügte der Be-
schuldigte im Zeitpunkt der Übergabe der Darlehenssumme an B._ nicht
über die nötigen Eigenmittel für eine rechtzeitige Darlehensrückzahlung. Auch
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konnte er aufgrund seiner desolaten wirtschaftlichen Situation nicht ernsthaft da-
mit rechnen, zu gegebener Zeit auf legalem Wege weiteren Kredit zu erhalten, der
ihm eine (legale) Rückzahlung erlaubt hätte. Im Wissen darum täuschte er
B._ absichtlich eine nicht gegebene komfortable Bonität vor, mit dem Ziel,
gestützt auf den dadurch bei B._ hervorgerufenen Irrtum, von diesem die
Darlehenssumme erhältlich zu machen. Wie bereits die Vorderrichter zutreffend
erwogen (Urk. 61 S. 10; Art. 82 Abs. 4 StPO), ging der Beschuldigte offenkundig
nicht davon aus, dass ihm B._ das Darlehen auch gewähren würde, wenn er
ihm seine ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten offengelegt hätte, ansonsten er
kaum zu Lügen und täuschenden Machenschaften gegriffen hätte. Damit ist auch
seine Bereicherungsabsicht gegeben und auch der subjektive Tatbestand des Be-
truges erfüllt.
3.7. Demzufolge ist der Beschuldigte auch des Betruges im Sinne von
Art. 146 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.
V. Strafzumessung
1. Die Vorinstanz bestrafte den Beschuldigten dem Antrag der Anklagebe-
hörde entsprechend mit einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren. Den Vollzug der Frei-
heitsstrafe schoben die Vorderrichter im Umfang von 24 Monaten auf und setzten
die Probezeit auf 2 Jahre fest (Urk. 61 S. 18; Urk. 53 S. 7 f.). Die amtliche Vertei-
digung beantragte eine Bestrafung mit 18 Monaten Freiheitsstrafe bei bedingtem
Strafvollzug und einer Probezeit von 3 Jahren (Urk. 54 S. 1, S. 3 ff.; Prot. I
S. 12 f.; Urk. 63 S. 2).
2. Im angefochtenen Urteil wurden die allgemeinen Grundsätze der Strafzu-
messung zutreffend dargelegt und der gesetzliche Strafrahmen ausgehend von
der Veruntreuung zum Nachteil der Privatkläger F._ als schwerstem Delikt
korrekt abgesteckt (Urk. 61 S. 11 f.). Dies braucht vorliegend nicht widerholt zu
werden.
2.1. Was den Tatvorwurf der Veruntreuung zum Nachteil der Privatkläger
F._ anbelangt, ist bei der objektiven Tatschwere zu gewichten, dass der Be-
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schuldigte unter falscher Vorgabe von gewinnbringenden Investitionsmöglichkei-
ten gegenüber den Privatklägern am 5. Juni 2009 ein Darlehen über insgesamt
Fr. 880'000.– erwirkte. Nach der Rückforderung der Gelder, mithin nicht aus eige-
nem Antrieb, überwies er am 7. Oktober 2009 und am 10. Dezember 2009 jeweils
Fr. 100'000.– zurück an die Privatkläger. Die restlichen Fr. 680'000.– verbrauchte
er schamlos abrede- und treuwidrig weiterhin zur Bestreitung des ehelichen Le-
bensunterhaltes sowie des aufwendigen Lebensstils, so dass er den Privatklägern
einen grossen Schaden in dieser Höhe verursachte. Von einem beträchtlichen
kriminellen Engagement zeugen ausserdem die damit untrennbar verbundenen
beiden Urkundenfälschungen vom 2. September 2009 und vom 2. Februar 2010
(Anklageziffer III.; Urk. 28 S. 9 f.), welche der Beschuldigte in dreister Weise ge-
zielt zur Täuschung der Privatkläger über die tatsächliche Verwendung und den
tatsächlichen Verbleib ihrer ausstehenden Gelder verwendete, um der weiteren
Rückforderung zu entgehen und den ungestörten weiteren Verbrauch der Gelder
für private Anschaffungen zu ermöglichen. Die objektive Schwere dieser Tathand-
lungen ist im mittleren Bereich anzusiedeln.
2.2. Bei der subjektiven Tatschwere gereicht ihm zum Verschulden, dass er
ohne Not mit dem Ziel handelte, seinen aufwändigen Lebensstil zu finanzieren,
obwohl er über eine sichere Arbeitsstelle und gute legale Erwerbseinkünfte von
rund Fr. 7'800.– pro Monat verfügte. Er handelte mit direktem Vorsatz, und sein
Vorgehen war von Geldgier getrieben, seine Beweggründe somit rein egoistischer
Natur. Anhaltspunkte für verschuldensmindernde Aspekte, wie sie beispielsweise
in Art. 48 StGB aufgelistet sind, oder eine verminderte Schuldfähigkeit, bestanden
beim Beschuldigten zu keinem Zeitpunkt.
2.3. Das Verschulden bei diesen Tathandlungen ist vor diesem Hintergrund
als mittelschwer einzustufen. Die durch die Vorinstanz festgesetzte hypothetische
Einsatzstrafe von 30 Monaten Freiheitsstrafe (Urk. 61 S. 12 f.) erweist sich als
diesem Verschulden durchaus angemessen.
3. Bei der Würdigung der Täterkomponente kann die verschuldensange-
messene Strafe aufgrund von Umständen, die mit der Tat grundsätzlich nichts zu
tun haben, erhöht oder herabgesetzt werden. Massgebend hierfür sind im We-
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sentlichen täterbezogene Komponenten wie die persönlichen Verhältnisse, Vor-
strafen, Leumund, Strafempfindlichkeit und Nachtatverhalten, wie Geständnis,
Einsicht, Reue etc. (HUG, in: DONATSCH/FLACHSMANN/HUG/WEDER, Kommentar
Schweizerisches Strafgesetzbuch, 19. Auflage, Zürich 2013, N 14 ff. zu Art. 47
StGB).
3.1. Der Beschuldigte ist am tt. November 1973 in G._ geboren. Er hat
zwei Geschwister und ist in geordneten Verhältnissen bei seinen Eltern aufge-
wachsen. Sein Vater ist pensioniert und arbeitete als Lehrer an der Kantonsschu-
le H._ (Urk. 10/6 S. 11 f.; Urk. 20/1 ff.).
3.1.1. Eine eigentliche Befragung des Beschuldigten zur Person wurde im
Vorverfahren nicht durchgeführt. Da die vorinstanzliche Hauptverhandlung in Ab-
wesenheit des Beschuldigten stattfinden musste, lagen bloss wenige Angaben
der amtlichen Verteidigung über die jüngste Vergangenheit des Beschuldigten bis
zur vorinstanzlichen Hauptverhandlung vor (Urk. 54 S. 4 f.; Prot. I S. 7 ff.): Angeb-
lich lebt der Beschuldigte inzwischen getrennt von seiner E._stämmigen
Ehefrau in I._, [Stadt] E._, wo er eine Stelle als Koch angetreten habe
und dabei bei einem 100 %-Pensum ein monatliches Einkommen von Fr. 750.–
erziele. Das von ihm bewohnte Zimmer koste Fr. 250.– pro Monat. Der Beschul-
digte lebe daher in sehr bescheidenen Verhältnissen und habe riesige Schulden
"aus dem vorliegenden Verfahren". Weiter ist bekannt, dass er im Jahre 2009 zu-
nächst bei den C._ Versicherungen arbeitete und anschliessend bis ca. Sep-
tember 2010 bei der J._ Krankenversicherung tätig war, wo er monatliche
Einkünfte von rund Fr. 7'800.– erzielte. Anschliessend wollte er sich selbständig
machen und eine eigene Firma gründen. Seine Ehefrau hatte offenbar seit ca.
vier bis fünf Jahren kein Erwerbseinkommen mehr erzielt. Laut Betreibungsregis-
terauszug an seinem letzten Wohnort in der Schweiz vom 1. November 2011 ver-
fügte der Beschuldigte über 5 Einträge mit offenen Betreibungen aus den Jahren
2010/2011 über insgesamt rund Fr. 712'000.–, wobei einer der Einträge den Aus-
stand der Privatkläger F._ über Fr. 680'000.– betrifft. Verlustscheine waren
keine vorhanden (Urk. 10/2 S. 17; Urk. 10/6 S. 22; Urk. 10/8 S. 4; Urk. 20/5).
- 16 -
3.1.2. Anlässlich der Berufungsverhandlung ergänzte der Beschuldigte, dass
er nach der obligatorischen Schulzeit eine Ausbildung als Koch im Kantonsspital
... absolviert habe und anschliessend als Koch auf Wanderjahre gegangen sei. Im
Jahre 2009 habe er aus gesundheitlichen Gründen zur C._ Versicherung
gewechselt. Dort habe er den vollen Ausbildungslehrgang absolviert und sei im
Aussendienst tätig gewesen. Schliesslich habe er zur J._ Versicherung ge-
wechselt und dabei im Jahre 2010 ein Jahreseinkommen von Fr. 100'000.– gene-
riert. Er habe zweimal geheiratet. Die erste Hochzeit sei im Jahre 1997 gewesen.
Die Ehe habe etwa sechs oder sieben Jahre gedauert. Das zweite Mal habe er
2008/2009 geheiratet. Sie seien getrennt, und es werde zur Scheidung kommen.
Er habe keine Kinder. Nach der Entlassung aus der Untersuchungshaft sei er mit
seiner jetzigen Ehefrau in die E._ gegangen. Dort habe er sich mit Gelegen-
heitsjobs über Wasser gehalten und als Koch gearbeitet. Mitte Juli 2014 sei er mit
einem Kollegen und dessen Familie nach Deutschland gekommen. In Deutsch-
land habe er seine neue Lebenspartnerin kennengelernt. Er sei in Deutschland
nicht erwerbstätig, sondern werde von seiner jetzigen Lebenspartnerin unterstützt.
Die Schulden gegenüber den Eheleuten F._ bestünden immer noch. Er habe
noch keine Möglichkeit gehabt, die Schulden zurückzubezahlen (Prot. II S. 5 ff.).
3.2. Aus den persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten gehen keine Um-
stände hervor, aus denen sich strafmassrelevante Faktoren ableiten lassen.
3.3. Gegen die Ehefrau des Beschuldigten erliess die Staatsanwaltschaft
See / Oberland am 10. September 2013 einen Strafbefehl und bestrafte K._,
geb. L._, wegen mehrfacher Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 Abs. 1
StGB (im Zusammenhang mit den Tathandlungen des Beschuldigten) mit einer
bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 30.– unter Ansetzung einer
Probezeit von 2 Jahren (Urk. 6/4).
3.4. Im Schweizerischen Strafregister ist der Beschuldigte bislang nicht ver-
zeichnet (Urk. 64).
3.5. Beim Nachtatverhalten ist dem Verhalten des Täters nach der Tat und
im Strafverfahren Rechnung zu tragen. Ein Geständnis, das kooperative Verhal-
- 17 -
ten eines Täters bei der Aufklärung von Straftaten sowie die Einsicht und Reue
wirken strafmindernd. Dabei können umfangreiche und prozessentscheidende
Geständnisse eine Strafreduktion von bis zu einem Drittel bewirken
(BGE 121 IV 202 E. 2d/cc). Der Grad der Strafminderung hängt aber insbesonde-
re davon ab, in welchem Stadium des Verfahrens das Geständnis erfolgte. Ein
Verzicht auf Strafminderung ist zulässig, wenn das Geständnis die Strafverfol-
gung nicht erleichtert hat, namentlich weil der Täter nur aufgrund einer erdrü-
ckenden Beweislage oder gar erst nach Ausfällung des erstinstanzlichen Urteils
geständig geworden ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_558/2011 vom 21. Novem-
ber 2011 E. 2.3).
3.5.1. Die bundesgerichtliche Praxis zeigt, dass nur ein ausgesprochen posi-
tives Nachtatverhalten zu einer maximalen Strafreduktion von einem Drittel führen
kann. Zu einem solchen gehört ein umfassendes Geständnis von allem Anfang an
und aus eigenem Antrieb, also nicht erst auf konkrete Vorwürfe hin oder nach
Vorlage entsprechender Beweise. Ferner gehört kooperatives Verhalten in der
Untersuchung dazu, wozu gehört, dass beispielsweise aufgrund des Verhaltens
eines Beschuldigten weitere Delikte aufgeklärt oder Mittäter zur Rechenschaft ge-
zogen werden können, was ohne kooperatives Mitwirken nicht möglich gewesen
wäre. Schliesslich gehört Einsicht ins Unrecht der Tat und Reue dazu. Nur wenn
all diese Faktoren erfüllt sind, kann eine Strafreduktion von einem Drittel erfolgen.
Fehlen einzelne Elemente, ist die Strafe entsprechend weniger stark zu mindern
(WIPRÄCHTIGER/KELLER, in: Basler Kommentar Strafrecht I, 3. Auflage 2013,
N 169 ff. zu Art. 47 StGB; TRECHSEL/AFFOLTER-EIJSTEN, in: Schweizerisches
Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Auflage, Zürich/St.Gallen 2013, N 22 und
N 24 zu Art. 47 StGB).
3.5.2. Der Beschuldigte gestand die ihm vorgeworfenen Veruntreuungen
und die Urkundenfälschung in einem frühen Stadium des Vorverfahrens ein, aller-
dings unter dem Eindruck einer erdrückenden Beweislage durch die belegte
Strafanzeige der Privatkläger F._ (Urk. 1; Urk. 8 ff.). Überdies willigte er in
eine vorzeitige Verwertung von bei ihm noch vorhandenen und sichergestellten
Vermögenswerten ein. Mit den Vorderrichtern kann indessen nicht von einer akti-
- 18 -
ven Beteiligung an der Aufarbeitung des Tatgeschehens durch den Beschuldigten
ausgegangen werden (Urk. 61 S. 14), nachdem er sich dem erstinstanzlichen Ge-
richtsverfahren nicht stellte und sich bislang in keiner Weise darum bemühte, die
bei den Privatklägern F._ bestehenden Ausstände auch nur ansatzweise ab-
zutragen. Anlässlich der Berufungsverhandlung zeigte der Beschuldigte jedoch
Ansätze von Einsicht und Reue. Zudem reiste er für die Teilnahme der Beru-
fungsverhandlung aus dem Ausland an. Seinem Geständnis, seiner Einsicht und
Reue sowie der Einwilligung in die Verwertung von noch vorhanden gewesenen,
von den Privatklägern stammenden Vermögenswerten ist daher höchstens in der
Grössenordnung von einem Sechstel strafreduzierend Rechnung zu tragen.
3.6. Die Vorinstanz berücksichtigte die relativ lange Dauer des Strafverfah-
rens zusätzlich geringfügig strafmindernd ohne eingehendere Begründung
(Urk. 61 S. 14, Ziff. 5.2. a.E.).
3.6.1. Zur Garantie eines gerechten Verfahrens nach Art. 29 Abs. 1 BV ge-
hören der ausdrückliche Anspruch auf Beurteilung innert angemessener Frist und
das Verbot der Rechtsverzögerung. Sie gelten in allgemeiner Weise für sämtliche
Sachbereiche und alle Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsbehörden. Über-
dies konkretisiert Art. 5 StPO das Beschleunigungsgebot für den Bereich des
Strafrechts; nach Abs. 1 dieser Bestimmung nehmen die Strafbehörden die Straf-
verfahren unverzüglich an die Hand und bringen sie ohne unbegründete Verzöge-
rung zum Abschluss. Diese Grundsätze kommen sowohl auf die Behörden der
Strafverfolgung (Art. 12 und Art. 15 ff. StPO) wie auf die mit Strafsachen befass-
ten Gerichte (Art. 13 und Art. 18 ff. StPO) zur Anwendung.
3.6.2. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wird der Anspruch auf
Beurteilung innert angemessener Frist missachtet, wenn eine Sache über Gebühr
verschleppt wird. Die Beurteilung der angemessenen Verfahrensdauer entzieht
sich starren Regeln. Es ist vielmehr in jedem Einzelfall zu prüfen, ob sich die
Dauer unter den konkreten Umständen als angemessen erweist. Der Streitgegen-
stand und die damit verbundene Interessenlage können raschere Entscheide er-
fordern oder längere Behandlungsperioden erlauben. Entscheidend ist weiter der
Umfang und die Komplexität der aufgeworfenen Sachverhalts- und Rechtsfragen.
- 19 -
Kriterien für die Angemessenheit der Verfahrensdauer im Rahmen von Strafver-
fahren bilden etwa die Schwere des Tatvorwurfs, die Komplexität des Sachver-
halts, die dadurch gebotenen Untersuchungshandlungen, das Verhalten der be-
schuldigten Person und dasjenige der Behörden (z.B. unnötige Massnahmen oder
Liegenlassen des Falls) sowie die Zumutbarkeit für die beschuldigte Person.
Strafverfahren sind zügig voranzutreiben, um die beschuldigte Person nicht unnö-
tig über die gegen sie erhobenen Vorwürfe im Ungewissen zu lassen
(BGE 130 I 269 E. 2.3 und 3.1 S. 272 f.; Urteile des Bundesgerichts 1B_388/2011
vom 5. September 2011 E. 2.2 und 1B_208/2012 vom 22. Juni 2012 E. 2). An-
spruch auf Verfahrensbeschleunigung haben primär beschuldigte Personen, in
etwas geringerem Mass jedoch auch die übrigen Verfahrensbeteiligten, wie die
Privatklägerschaft (vgl. Botschaft vom 21. Dezember 2005 zur Vereinheitlichung
des Strafprozessrechts, BBl 2006 1130 Ziff. 2.1.2; Schmid, Schweizerische Straf-
prozessordnung, Praxiskommentar, 2. Auflage 2013, N 1 zu Art. 5 StPO; Urteil
des Bundesgerichts 1B_699/2011 vom 20. Februar 2012 E. 2.6).
3.6.3. Eine Rechtsverzögerung liegt damit insbesondere vor, wenn die Be-
hörde im Verfahren über mehrere Monate hinweg untätig gewesen ist (Wohlers,
in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Auflage 2014, N 9
zu Art. 5 StPO), mithin das Verfahren respektive der Verfahrensabschnitt innert
wesentlich kürzerer Zeit hätte abgeschlossen werden können (SCHMID, Handbuch
des schweizerischen Strafprozessrechts, 2. Auflage 2013, N 147).
3.6.4. Die durch die amtliche Verteidigung monierte (vermeintliche) Bearbei-
tungslücke von Mitte 2011 bis Mitte 2013 (Prot. I S. 13; Urk. 68 S. 4) lässt sich
weitgehend durch die ab anfangs 2011 aufgenommene aufwändige Ermittlungstä-
tigkeit zur Vermögensabschöpfung bis ca. Mitte 2012 erklären (Urk. EIZ 3 ff.;
Prot. II S. 15). Der Beschuldigte war im Übrigen am 20. April 2011 aus der Unter-
suchungshaft entlassen worden (Urk. 18/10). Der Zeitbedarf vor Vorinstanz geht
sodann auf seine unentschuldigte Abwesenheit und die dadurch notwendig ge-
wordene Vorladung zu einem zweiten Hauptverhandlungstermin zurück (Prot. I
S. 7 ff.; Art. 366 Abs. 1 und 2 StPO). Ausserdem ist das Verfahren mit drei resp.
vier verschiedenen Anklagesachverhalten und einem Aktenumfang von 12 Bun-
- 20 -
desordnern insgesamt als komplex und umfangreich zu bezeichnen. Es bot den
Untersuchungsbehörden aus diesem Grund einige Schwierigkeiten. So waren für
den Abschluss des Vorverfahrens umfangreiche Untersuchungsakten durch die
Anklagebehörde zu bearbeiten und die Mitwirkungsrechte der Privatkläger und
der weiteren Beteiligten zu wahren. Zwei Tatvorwürfe waren mit umfangreichen
Erwägungen vor der Anklageerhebung einzustellen (Urk. 4/5 ff.; Urk. 2; Urk. 6/3).
Es ist daher nicht zu beanstanden, dass das auch nach Einschätzung der amtli-
chen Verteidigung zunächst sehr zügig vorangetriebene Strafverfahren (Prot. I
S. 13) von der Verhaftung des Beschuldigten am 23. Februar 2010 bis zur Ankla-
geerhebung vom 2. Oktober 2013 gegen ihn gut zweieinhalb Jahre in Anspruch
genommen hat (Urk. 18/2; Urk. 67/5 = Urk. 28).
3.6.5. Eine Verletzung des Beschleunigungsgebot liegt demzufolge bei einer
Gesamtbetrachtung trotz einer Phase von einigen Monaten ohne ersichtliche Un-
tersuchungshandlungen im Zeitraum zweite Hälfte 2012 / anfangs 2013 in gerin-
gem Ausmass vor. Die lange Verfahrensdauer von zweieinhalb Jahren ist ledig-
lich leicht strafmindernd zu berücksichtigen.
4. Die Tatvorwürfe der Veruntreuung zum Nachteil der Privatkläger F._
und den damit verbundenen beiden Urkundenfälschungen (Anklagezif-fer I.1.
und III.; Urk. 28 S. 2 ff., S. 9 f.) rechtfertigen demzufolge eine Einsatzstrafe von 24
Monaten Freiheitsstrafe.
5. Beim Tatvorwurf des Betruges zum Nachteil von B._ ist im Rahmen
der objektiven Tatschwere zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte durch sein
arglistiges Vorspiegeln einer komfortablen Vermögenslage und guter Bonität ge-
genüber B._ am 4. Dezember 2009 von diesem eine ansehnliche Darlehens-
summe von Fr. 98'000.– erhältlich machte und diese für private Zwecke verwen-
dete, im Wissen, diese Gelder nicht innert absehbarer Zeit durch legale Mittel zu-
rückzahlen zu können.
5.1. Der dadurch verursachte vorübergehende Vermögensschaden bestand
bereits bei Abschluss des Darlehensvertrages, resp. ab Übergabe der Darlehens-
summe an den Beschuldigten bis zur Rückzahlung am 5. März 2010 (vgl. vorste-
- 21 -
hend, Erw. V.3.4. ff.). Die Bereicherung des Beschuldigten lag dabei mindestens
in der nicht genau bezifferbaren, uneingeschränkten (zins-) freien Verfügung über
diese Darlehenssumme in einem Zeitraum von drei Monaten. Da B._ sein
Geld vom Beschuldigten zurückerhielt, entstand diesem letztlich aber kein spürba-
rer, grosser Vermögensschaden. Ins Gewicht fällt indessen, dass der Beschuldig-
te die latente erhebliche Gefährdung der gesamten Darlehenssumme von
Fr. 98'000.– von B._ einzig durch eine weitere Veruntreuung in nämlicher
Höhe am Tag der Rückzahlung vom 5. März 2010 zum Nachteil des Privatklägers
D._ beseitigen konnte. Insgesamt erweist sich die objektive Schwere dieser
Tat aber als noch leicht.
5.2. Bei der subjektiven Schwere dieser Tat ist dem direktvorsätzlichen
Handeln des Beschuldigten Rechnung zu tragen. Seine Beweggründe waren wie-
derum einzig egoistische, geldwerte Motive. Das verwenden von gefälschten
Checks und eines die tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnisse nicht wiederge-
benden Bankauszuges illustrieren die erhebliche kriminelle Energie des Beschul-
digten. Da er zur fraglichen Zeit über eine feste Anstellung mit einem guten Lohn
verfügte (vorstehend, Erw. V.2.2.), wäre er zusammen mit seiner Ehefrau auf le-
galem Wege wirtschaftlich gut über die Runden gekommen. Anhaltspunkte für
verschuldensmindernde Aspekte, wie sie beispielsweise in Art. 48 StGB aufgelis-
tet sind, oder eine verminderte Schuldfähigkeit, liegen nicht vor.
5.3. Insgesamt erweist sich das Verschulden beim Betrug zu Nachteil von
B._ als nicht mehr leicht.
5.4. Hinsichtlich der Täterkomponente und des Nachtatverhaltens ist auf das
beim Tatvorwurf der mehrfachen Veruntreuung bereits Dargelegte zu verweisen
(vgl. vorstehend, Erw. V.3.1. ff., V.3.6. ff.). Beim Nachtatverhalten zu dieser Tat ist
ergänzend zu würdigen, dass der Beschuldigte den äusseren Sachverhalt in Be-
zug auf das Erhältlichmachen der Darlehenssumme und deren zweckwidrige
Verwendung für eigene Zwecke bereits in der Untersuchung anerkannte. Andere
wesentliche Aspekte, wie den nicht gegebenen rechtzeitigen Rückzahlungswillen
und die Vorlage wahrheitswidriger Dokumente zum Vorspiegeln seiner angebli-
chen Bonität anerkannte der Beschuldigte erst anlässlich der Berufungsverhand-
- 22 -
lung. Die Geständnisse vermögen daher lediglich eine leichte Strafreduktion beim
Betrug zum Nachteil von B._ zu rechtfertigen.
6. Die objektive Schwere beim Tatvorwurf der (weiteren) Veruntreuung von
Fr. 100'000.– zum Nachteil des Privatklägers D._ erhält durch den nunmehr
bei diesem realisierten Eintritt des Schadens in der Höhe der gesamten Darle-
henssumme bereits am Tag der Übergabe an den Beschuldigten erheblich an
Gewicht, indem der Beschuldigte dieses Geld flugs in dreister Weise abrede- und
treuwidrig an B._ übergab, um dadurch das dortige Finanzloch auf illegale
Art mit ihm gar nicht zustehendem Geld zu stopfen.
6.1. Der mit dem Privatkläger D._ vereinbarte Rückzahlungstermin vom
19. März 2010 war damit praktisch von Beginn weg verunmöglicht. Ausserdem
hatte sich der Beschuldigte zum Zwecke der Erlangung der Darlehenssumme von
D._ zielgerichtet diverser falscher Versprechen bedient. Das objektive Tat-
verschulden ist als nicht mehr leicht einzustufen.
6.2. Bei der subjektiven Tatschwere sind wiederum das direktvorsätzliche
Vorgehen und die rein geldwerten und damit egoistischen Beweggründe sowie
seine intakte Integration ins legale Erwerbsleben und die dadurch gesicherten,
ausreichenden legalen Erwerbseinkünfte zu berücksichtigen. Erneut zeugt sein
Vorgehen unter Verwendung von falschen Versprechen von der erheblichen kri-
minellen Energie des Beschuldigten. Die umgehende zweckwidrige Verwendung
der gesamten Deliktssumme ist als zielgerichtet, schamlos und dreist zu bezeich-
nen. Verschuldensmindernde Aspekte liegen nicht vor.
6.3. Das Verschulden bei der Veruntreuung zum Nachteil des Privatklägers
D._ ist daher insgesamt keineswegs mehr leicht.
6.4. Bezüglich der Täterkomponente und des Nachtatverhaltens ist auf das
bereits Dargelegte zu verweisen (vorstehend, Erw. V.3.1. ff., V.3.6. ff.). Beim
Nachtatverhalten zu dieser Tat ist ergänzend dem vollumfänglichen Geständnis
erheblich strafreduzierend Rechnung zu tragen. Auch gegenüber diesem Privat-
kläger hat der Beschuldigte bis dato indessen keinerlei Bemühungen angestrengt,
- 23 -
die bestehenden Ausstände auch nur ansatzweise abzutragen (vorstehend,
Erw. V.3.1.1.; Prot. II S. 10).
7. Die für das schwerste Delikt der Veruntreuung zum Nachteil der Privat-
kläger F._ und den damit verbundenen zwei Urkundenfälschungen festge-
setzte hypothetische Einsatzstrafe von 24 Monaten Freiheitsstrafe (vorstehend,
Erw. V.4.) ist nunmehr unter Einbezug des Betruges zum Nachteil von B._
und der weiteren Veruntreuung von Fr. 100'000.– zum Nachteil des Privatklägers
D._ unter Anwendung des Asperationsprinzips (Art. 49 Abs. 1 StGB) ange-
messen um insgesamt 12 Monate zu erhöhen und der Beschuldigte demzufolge
mit einer Freiheitsstrafe von insgesamt 3 Jahren zu bestrafen.
8. Der durch die Vorderrichter gestützt auf Art. 51 StGB korrekt vorgenom-
menen Anrechnung von 57 Tagen Untersuchungshaft auf die Strafe (Urk. 61
S. 14, Ziff. 6) steht nichts entgegen.
VI. Vollzug
1. Für Freiheitsstrafen von mehr als zwei Jahren und höchstens drei Jahren
sieht das Gesetz den teilbedingten Vollzug vor (Art. 42 Abs. 1 und Art. 43 Abs. 1
StGB). Der Gesetzgeber geht davon aus, bei Freiheitsstrafen in dieser Höhe wie-
ge das Verschulden (Art. 43 Abs. 1 StGB) so schwer, dass trotz günstiger bzw.
nicht ungünstiger Prognose ein Teil der Strafe zum Ausgleich des Verschuldens
vollzogen werden muss (Urteil 6B_538/2007 vom 2. Juni 2008 E. 3.1.3;
BGE 134 IV 241). Der unbedingt vollziehbare Teil darf die Hälfte der Strafe nicht
übersteigen (Art. 43 Abs. 2 StGB). Zudem muss sowohl der aufgeschobene wie
auch der zu vollziehende Teil der Freiheitsstrafe mindestens sechs Monate betra-
gen (Art. 43 Abs. 3 Satz 1 StGB). Innerhalb des gesetzlichen Rahmens liegt die
Festsetzung im pflichtgemässen Ermessen des Gerichts. Das Verhältnis der
Strafteile ist so festzusetzen, dass darin die Wahrscheinlichkeit der Legalbewäh-
rung des Täters einerseits und dessen Einzeltatschuld andererseits hinreichend
zum Ausdruck kommen. Je günstiger die Prognose und je kleiner die Vorwerfbar-
keit der Tat sind, desto grösser muss der auf Bewährung ausgesetzte Strafteil
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sein. Der unbedingt vollziehbare Strafteil darf das unter Verschuldensgesichts-
punkten (Art. 47 StGB) gebotene Mass nicht unterschreiten (BGE 134 IV 97
E. 6.3.4.3; BGE 134 IV 1 E. 5.6).
2. Angesichts der Berufungsanträge kommt eine Verweigerung des teilbe-
dingten Strafvollzuges in einem 12 Monate übersteigenden Ausmass bereits auf-
grund des Verschlechterungsverbotes (Art. 391 Abs. 2 StPO) nicht in Betracht,
nachdem die Vorinstanz den Vollzug der Freiheitsstrafe im Umfang von 24 Mona-
ten aufgeschoben und eine Probezeit von 2 Jahren festgesetzt hat (Urk. 61 S. 18;
Urk. 53 S. 7 f.).
3. Bei der Veruntreuung und den Urkundenfälschungen zum Nachteil der
Privatkläger F._ muss sich der Beschuldigte ein mittleres Verschulden anlas-
ten lassen, beim Betrug zum Nachteil von B._ und der weiteren Veruntreu-
ung zum Nachteil des Privatklägers D._ ein nicht mehr leichtes resp. keines-
wegs mehr leichtes Verschulden (vorstehend, Erw. V. 2.3., V. 5.3., V. 6.3.). Der
insgesamt angerichtete Vermögensschaden beträgt Fr. 780'000.–, wobei der Be-
schuldigte bis anhin noch keine Anstrengungen unternommen hat, den Geschä-
digten Abzahlungen zu leisten. Hinzu kommen die Unsicherheiten bei der sozia-
len Einbindung des Beschuldigten und seiner unsicheren wirtschaftlichen Situati-
on. Der Beschuldigte verfügt weder über eine Arbeitsstelle noch über eine Melde-
adresse, obwohl er gemäss eigener Angabe seit Juli 2014 in Deutschland lebt.
Unter Würdigung der gegebenen Umstände verbleiben gewisse Bedenken an
seiner Legalbewährung, sodass der zu verbüssende Teil der Freiheitsstrafe auf 8
Monate festzusetzen ist.
VII. Kostenfolge
Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe
ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte und
Berufungskläger unterliegt mit seiner Berufung gänzlich. Es sind ihm daher aus-
gangsgemäss die Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen.
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