Decision ID: 8afa5631-6bfc-445b-a7b7-293168732fd8
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführer,
gegen
Kantonale Arbeitslosenkasse, Davidstrasse 21, 9001 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rückerstattung von Taggeldleistungen
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Sachverhalt:
A.
M._ bezog unter anderem vom 3. September 2001 bis zum 30. September 2002
sowie vom 7. November 2006 bis zum 31. August 2008 Leistungen der
Arbeitslosenversicherung. Gemäss IV-Beschluss vom 27. Oktober 2008 wurde ihm
rückwirkend für die Zeiträume vom 1. März 2002 bis zum 31. August 2005, vom 1.
November bis 31. Dezember 2006 sowie vom 1. Dezember 2007 bis 30. November
2008 eine ganze IV-Rente, basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100 % gewährt
(act. G 3.1/7 und 13). In der Folge forderte die Kantonale Arbeitslosenkasse St. Gallen
mit Verfügung vom 9. Dezember 2008 für die Zeiträume von März bis September 2002,
November 2006 sowie Dezember 2007 bis August 2008 insgesamt Fr. 28'764.95 (netto)
zurück (act. G 3.1/4). Mit Einsprache vom 15. Dezember 2008 machte der Versicherte
im Wesentlichen geltend, die zurückgeforderten Betreffnisse seien teilweise verjährt. Es
könnten nur Leistungen, die ab November 2006 erbracht worden seien,
zurückgefordert werden. Im Weiteren würden Taggelder zurückgefordert, die er
während des Einsatzprogramms in der Staatskanzlei St. Gallen erhalten habe. Dabei
handle es sich aber um lohnähnliche Zahlungen für erbrachte Arbeitsleistung. Dasselbe
gelte auch für jene Taggelder, die während besuchter Kurse erbracht worden seien.
Mit Entscheid vom 18. Dezember 2008 wies die Arbeitslosenkasse die Einsprache ab.
Bei Rückforderungen auf Grund rückwirkend geleisteter Renten würde die fünfjährige
Verjährungsfrist erst mit der rechtskräftig gewordenen Rentenverfügung zu laufen
beginnen. Da diese vom 27. Oktober 2008 datiere, sei die Verjährungsfrist mit der
angefochtenen Verfügung vom 9. Dezember 2008 längstens gewahrt. Das
Eidgenössische Versicherungsgericht habe sodann in BGE 125 V 361 E. 2b dargelegt,
dass die vorübergehende Beschäftigung im Sinn von Art. 72 Abs. 1 AVIG als Verhältnis
sui generis zu betrachten sei und ebenfalls der Rückzahlungspflicht unterliege (act. G
3.1/1).
B.
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B.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 7. Januar
2009 mit dem sinngemässen Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung.
Nebst den in der Einsprache gemachten Ausführungen beanstandet der
Beschwerdeführer zudem implizit die Höhe der Rückforderungen in den einzelnen
Kontrollperioden. Die nachträglich zugesprochene Rente sei deutlich niedriger als die
Arbeitslosentaggelder. Das Einkommen während des Einsatzprogramms sei als eine
Art Mindestlohn zu betrachten, das nicht zurückgefordert werden könne. Es sei auch
zu beachten, dass der Gesetzgeber z.B. in der Sozialhilfe bewusst Anreizmodelle
geschaffen habe, durch die Menschen in einem Arbeitsprogramm besser gestellt
würden als Leistungsbezieher, die auf eine Teilnahme verzichteten (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 28. Januar 2009 beantragt die Verwaltung Abweisung
der Beschwerde, da der Beschwerdeführer im Zeitraum von November 2006 bis
August 2008 sowohl von der Invalidenversicherung als auch von der
Arbeitslosenversicherung Leistungen bezogen habe. Eine solche Überentschädigung
sei nicht zulässig (act. G 3).
B.c Mit Replik vom 9. Februar 2009 macht der Beschwerdeführer geltend, es könne
nicht von einer Überversicherung die Rede sein, da die Invalidenrente von Fr. 1'473.--
deutlich unter der Arbeitslosenentschädigung liege. Das Mindesttaggeld während des
Einsatzprogramms solle genau verhindern, dass Teilnehmer zusätzlich zum Taggeld auf
Sozialhilfe oder Ergänzungsleistungen angewiesen seien. Für die im Jahr 2002
ausbezahlten Taggelder erachte er eine Rückforderung wegen der Verjährung und der
fehlenden Möglichkeit, für diese Zeit Ergänzungsleistungen zu erhalten, nach wie vor
als unzulässig (act. G 5).
B.d Mit Duplik vom 4. März 2009 weist die Beschwerdegegnerin auf den
Bundesgerichtsentscheid 8C_796/2007 vom 22. Oktober 2008 hin, wonach während
eines Beschäftigungsprogramms ausbezahlte Taggelder im Umfang, in dem die
Leistungen der Mindestentschädigung entsprächen, nicht rückerstattungspflichtig
seien. Trotzdem sei sie der Ansicht, dass im Rahmen der Vorleistungspflicht erbrachte
Arbeitslosentaggelder ohne diese Einschränkung zurückzuerstatten seien. Dabei sei die
Höhe der Rückerstattungsplicht auf die von der IV für denselben Zeitraum erbrachten
Leistungen beschränkt (Art. 95 Abs. 1 AVIG).bis
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Erwägungen:
1.
Nach Art. 95 Abs. 1 AVIG richtet sich die Rückforderung mit Ausnahme der Fälle von
Art. 55 AVIG (Rückerstattung von Insolvenzentschädigung) nach Art. 25 ATSG. Nach
Abs. 1 Satz 1 der letztgenannten Bestimmung sind unrechtmässig bezogene
Leistungen zurückzuerstatten. Art. 95 Abs. 1 AVIG hält fest, dass eine versicherte
Person, die Arbeitslosenentschädigung bezogen hat und später für denselben Zeitraum
Renten oder Taggelder der Invalidenversicherung, der beruflichen Vorsorge, der
Erwerbsersatzordnung für Dienstleistende in Armee, Zivildienst und Zivilschutz, der
Militärversicherung, der obligatorischen Unfallversicherung, der Krankenversicherung
oder gesetzliche Familienzulagen erhält, zur Rückerstattung der in diesem Zeitraum
bezogenen Arbeitslosentaggelder verpflichtet ist. In Abweichung von Art. 25 Abs. 1
ATSG beschränkt sich die Rückforderungssumme auf die Höhe der von den
obgenannten Institutionen für denselben Zeitraum ausgerichteten Leistungen. Eine
Leistung in der Sozialversicherung ist nach ständiger Rechtsprechung des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts (heute: Bundesgericht) nur zurückzuerstatten,
wenn in verfahrensrechtlicher Hinsicht entweder die für die Wiedererwägung oder die
für die prozessuale Revision erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind. In Art. 53
ATSG hat diese Rechtsprechung nun eine formellgesetzliche Fassung erhalten. Danach
kann der Versicherungsträger auf formell rechtskräftige Verfügungen oder
Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn
ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Demgegenüber ist der
Versicherungsträger verpflichtet, mittels sogenannter prozessualer Revision auf eine
formell rechtskräftige Verfügung oder einen Einspracheentscheid zurückzukommen,
wenn neue Tatsachen oder Beweismittel entdeckt werden, die zu einer anderen
rechtlichen Beurteilung führen, in diesem Sinn also erheblich sind. Gemäss
höchstrichterlicher Rechtsprechung stellt die rückwirkende Zusprechung einer
Invalidenrente hinsichtlich formlos erbrachter Taggeldleistungen der
Arbeitslosenversicherung eine neue erhebliche Tatsache dar, deren Unkenntnis die
Arbeitslosenkasse nicht zu vertreten hat, weshalb ein Zurückkommen auf die
ausgerichteten Leistungen auf dem Wege der prozessualen Revision im Allgemeinen
als zulässig erachtet wird (BGE 132 V 357 E. 3.1 mit Hinweisen).
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2.
2.1 Im vorliegenden Fall ist die grundsätzliche Rückerstattungspflicht - namentlich das
Vorhandensein eines Rückkommenstitels (Rentenzusprache) - für den von der
Beschwerdegegnerin festgesetzten Zeitraum zu Recht nicht umstritten. Umstritten sind
indes die Fragen der Verjährung der im Jahr 2002 ausbezahlten Taggelder, der
Rückerstattungspflicht der während des Einsatzprogramms bei der kantonalen
Verwaltung ausbezahlten Taggelder sowie die Höhe der Rückerstattung im Hinblick auf
die von der Invalidenversicherung erbrachten Rentenleistungen
(Verrechnungsobergrenze gemäss Art. 95 Abs. 1 Satz 2 AVIG).
2.2 Der von der Beschwerdegegnerin verfügungsweise zurückgeforderte Betrag von
Fr. 28'764.95 (netto) umfasst auch Leistungen im Umfang von Fr. 6'707.45 (netto), die
im Zeitraum von März bis September 2002 ausbezahlt wurden (act. G 3.1/5b).
Diesbezüglich macht der Beschwerdeführer geltend, diese seien verjährt. Zwar beginnt
die absolute Verjährungsfrist von fünf Jahren grundsätzlich mit der Entrichtung der
einzelnen Leistung (Art. 25 Abs. 2 ATSG). Demgegenüber ist mit der
Beschwerdegegnerin festzustellen, dass gemäss der höchstrichterlichen
Rechtsprechung die Verjährungsfrist bei nachträglicher Zusprache einer Invalidenrente
erst mit der Rechtskraft der Rentenverfügung zu laufen beginnt. Das Bundesgericht
begründet seine Ansicht damit, dass es nicht das Ziel (telos) des Gesetzgebers
gewesen sein könne, die Verwirkungsfrist zu einem Zeitpunkt beginnen zu lassen, in
dem die Auszahlung der Taggelder noch gar nicht unrechtmässig gewesen sei. Die
Bezeichnung "Auszahlung" ("versement") könne sich daher nur auf Zahlungen
beziehen, auf die die begünstigte Person keinen Anspruch gehabt habe. Werde die
Rückforderung mit einer rückwirkenden Ausrichtung einer Invalidenrente begründet, sei
dies erst dann der Fall, wenn die Entscheidung über die Rente in Rechtskraft
erwachsen sei (BGE 127 V 484 E. 3b.-dd).
Diese noch unter der Herrschaft des altrechtlichen Art. 95 Abs. 4 AVIG ergangene
Rechtsprechung wurde mit dem Inkrafttreten des inhaltlich identischen Art. 25 Abs. 2
ATSG (soweit ersichtlich) nicht geändert. Dazu besteht umso weniger Anlass, als der
(fast) parallel mit dem Inkrafttreten des ATSG per 1. Juli 2003 aufgenommene Art. 95
Abs. 1 AVIG - im Gegensatz zum altrechtlichen Art. 95 AVIG - nunmehr eine
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Beschränkung der Rückerstattungspflicht auf die Höhe der nachgezahlten Leistungen
der definitiv leistungspflichten Sozialversicherung vorsieht. Mithin läuft die versicherte
Person nicht mehr Gefahr, nach Jahr und Tag mehr Leistungen zurückerstatten zu
müssen, als sie neu erhält. Vielmehr können per definitionem sämtliche
Rückforderungen mit Leistungen der definitiv zuständigen Versicherung verrechnet
werden und es werden lediglich Leistungen der Arbeitslosenversicherung durch solche
der IV ersetzt.
Vorliegend teilte die Sozialversicherungsanstalt St. Gallen der Ausgleichskasse St.
Gallen am 27. Oktober 2008 mit, dass der Beschwerdeführer ab 1. März 2002
Anspruch auf eine ganze Rente, basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100 % habe
(act. 3.1/7; vgl. auch Vorbescheid vom 19. August 2008 [act. G 3.1/13]). Selbst wenn
man auf den früher ergangenen Vorbescheid abstellen will (Eingang bei der
Beschwerdegegnerin am 29. August 2008; act. G 3.1/13), ist die fünfjährige
Verwirkungsfrist mit dem Erlass der Rückforderungsverfügung am 9. Dezember 2008
ohne weiteres gewahrt.
2.3 Wie in der vorstehenden Erwägung bereits ausgeführt, können bei der
nachträglichen Zusprache einer Invalidenrente Arbeitslosentaggelder nur in der Höhe
der von der IV ausgerichteten Leistungen zurückgefordert werden (Art. 95 Abs.
1 AVIG, in Kraft sei 1. Juli 2003). Obwohl die Beschwerdegegnerin dies sowohl in
ihrer Verfügung vom 9. Dezember 2008 als auch im angefochtenen
Einspracheentscheid vom 18. Dezember 2008 so ausführte, forderte sie schliesslich
sämtliche im Zeitraum von März bis September 2002, im November 2006 und von
Dezember 2007 bis August 2008 ausbezahlten Arbeitslosentaggelder im Umfang von
Fr. 28'764.95 zurück. Während diese im Jahr 2002 (für das die Beschränkung ohnehin
nicht gilt) und im November 2006 den Betrag der jeweiligen Rente von Fr. 1'373.-- bzw.
Fr. 1'433.-- (vgl. act. G 3.1/6) nicht überstiegen, lag der zurückgeforderte Betrag im
Zeitraum von Dezember 2007 bis August 2008 jeweils deutlich über dem
Rentenbetreffnis von Fr. 1'473.--. Die Rückforderungen sind somit für die einzelnen
Zeiträume jeweils um das die Rente übersteigende Mass zu kürzen.
Mithin kann im Zeitraum Dezember 2007 bis August 2008 nur der Betrag von
Fr. 13'257.-- (9 X Fr. 1'473.--) zurückgefordert werden. Hinzu kommt die
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Rückforderung von Fr. 1'125.80 für den November 2006 sowie der Betrag von Fr.
6'707.45 für den Zeitraum von März 2002 bis September 2002 (vgl. act. G 3.1/5b),
insgesamt also Fr. 21'090.25.
2.4 Im Weiteren macht der Beschwerdeführer geltend, es seien die während des
Einsatzprogramms bei der kantonalen Verwaltung ausbezahlten Taggelder von der
Rückforderung auszunehmen. Dabei handle es sich um eine Art Mindestlohn, der nicht
zurückgefordert werden könne. Soweit das Taggeld den Mindestbetrag von Fr. 102.--
überschritten habe, handle es sich um ein Entgelt für erbrachte Arbeit und könne
ebenfalls nicht zurückgefordert werden.
Vom 7. Mai 2008 bis zum 29. August 2008 nahm der Beschwerdeführer an einem
Einsatzprogramm bei der Staatskanzlei der kantonalen Verwaltung St. Gallen teil,
zunächst zu 100 %, ab dem 26. Juni 2008 zu 80 % (act. G 3.1/8 - 17). Der
Beschwerdegegnerin ist beizupflichten, dass das Bundesgericht in BGE 125 V 360 E.
2b festgestellt hat, die vorübergehende Beschäftigung nach Art. 72 Abs. 1 AVIG (heute:
Art. 64a AVIG) stelle kein gewöhnliches Arbeitsverhältnis dar, sondern sei als Verhältnis
sui generis zu betrachten. Die versicherte Person bekommt denn auch keinen Lohn,
sondern ein Taggeld, wie sich auch aus den AM-Bescheinigungen der Monate Mai bis
August 2008 ergibt (act. G 3.1/10 - 17). Mithin ist die Entschädigung nicht als Entgelt
für erbrachte Leistung zu betrachten. Das Beschäftigungsprogramm dient denn auch
nicht in erster Linie dem Arbeitgeber, sondern der Wiedereingliederung arbeitsloser
Personen (vgl. Thomas Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweiz.
Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, 2. Aufl., Rz 708). Im Übrigen
erleidet der Beschwerdeführer durch die Rückforderung im oben beschriebenen
zulässigen Umfang ohnehin keinen Nachteil, bekommt er doch stattdessen auch für die
Zeit des Einsatzprogramms die ganze Rente der IV (vgl. act. G 3.1/6).
Zusammenfassend ergibt sich damit, dass der Beschwerdeführer den Betrag von
Fr. 21'090.25 zurückzuerstatten hat. Bei rechtzeitiger Geltendmachung des
Verrechnungsantrags durch die Beschwerdegegnerin (vgl. act. G 3.1/6) ist dieser
Betrag bereits durch Verrechnung getilgt (da der rückforderbare Betrag kleiner ist, als
das für den entsprechenden Zeitraum zur Verfügung stehende Substrat), ansonsten ist
er beim Beschwerdeführer erhältlich zu machen. Die Frage, ob der Beschwerdeführer
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allenfalls noch Leistungen aus der beruflichen Vorsorge erhält, ist nicht Gegenstand
dieses Verfahrens. Soweit dies der Fall sein sollte, wäre der Beschwerdeführer erneut
gemäss Art. 95 Abs. 1 AVIG im Umfang der erhaltenen Leistungen (soweit noch nicht
getilgt) rückerstattungspflichtig.
3.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist der angefochtene Einspracheentscheid
vom 18. Dezember 2008 aufzuheben und der Rückforderungsbetrag auf Fr. 21'090.25
festzusetzen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG