Decision ID: 9084cd8f-0f8d-4ef9-8805-0fe5f588182e
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Andres Büsser, Marktgasse 20, 9000 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach
4358, 6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ war als auszubildende Schreinerin bei der B._ angestellt und dadurch bei
der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) obligatorisch
gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie gemäss Unfallmeldung vom 4. August
2003 am 22. Juli 2003 auf dem Motorrad von einem Auto angefahren wurde (Suva-act.
1, 2; vgl. auch den Polizeirapport vom 2. August 2003, Suva-act. 12). Die
behandelnden Ärzte des Spitals Y._, in welches die Versicherte notfallmässig
eingeliefert wurde, diagnostizierten eine komplette Unterschenkelfraktur beidseits bei
erheblicher Weichteilkontusion beidseits. Die Versicherte wurde gleichentags operiert
(Verriegelungsnagelung beidseits aufgebohrt mit distaler Verriegelung) und bis zum 6.
August 2003 hospitalisiert (Suva-act. 7, 11).
A.b Seit April 2004 war die Versicherte wieder halbtags im Lehrbetrieb anwesend (vgl.
Suva-act. 55 S. 3). Vom 23. Juni bis 17. August 2004 erfolgte ein stationärer Aufenthalt
mit beruflicher Abklärung in der Rehaklinik Bellikon, wo die behandelnden Ärzte die
Diagnosen komplette Unterschenkelfraktur beidseits mit erheblicher
Weichteilkontusion, Verriegelungsnagelung beidseits sowie Adipositas permagna
stellten und der Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als Bauschreinerin in
Ausbildung sowie eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für berufliche Massnahmen
attestierten (vgl. die Berichte vom 2. und 3. September 2004, Suva-act. 55 f.).
A.c Am 8. Dezember 2004 verfügte die IV-Stelle der Sozialversicherungsanstalt (SVA)
des Kantons St. Gallen die Kostengutsprache für die Vorbereitung der Versicherten auf
die Lehrabschlussprüfung (Suva-act. 68). In der Folge schloss sie die Schreinerlehre im
Februar 2005 erfolgreich ab (vgl. Suva-act. 96-7).
A.d Am 20. April 2005 wurden die in der Operation vom 22. Juli 2003 eingesetzten
Verriegelungsschrauben und Marknägel im Spital Y._ operativ entfernt (Suva-act. 81).
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A.e Vom 6. Juni 2005 bis zum 7. August 2008 liess sich die Versicherte zur
Detailhandelsfachfrau umschulen (Suva-act. 111, vgl. auch Suva-act. 112 ff.). Nach
erfolgtem Lehrabschluss war sie ab 1. September 2008 bei der C._ AG (heute: D._
AG) vollzeitig als Verkaufsberaterin tätig (vgl. Suva-act. 117, 120).
A.f Gestützt auf die kreisärztliche Abschlussuntersuchung vom 24. September 2008
(Suva-act. 124 f.) sprach die Suva der Versicherten mit Verfügung vom 26. September
2008 entsprechend einer 15%igen Integritätseinbusse eine Integritätsentschädigung
von Fr. 16'020.-- zu (Suva-act. 127). Am 14. November 2008 teilte die IV-Stelle der
Versicherten mit, die beruflichen Massnahmen seien erfolgreich abgeschlossen worden
(Suva-act. 129).
B.
B.a Seit dem 1. Mai 2012 war die Versicherte bei der E._ AG als Verkaufsleiterin im
Vollzeitpensum angestellt (vgl. Suva-act. 138). Am 17. September 2012 wurde sie
wegen Kniebeschwerden im Spital Z._ vorstellig. Dr. med. F._, Facharzt FMH für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte
nach erfolgter MRT-Untersuchung einen Verdacht auf Insuffizienz des hinteren
Kreuzbandes (HKB) rechts bei Teilruptur bzw. möglicher initialer Ruptur und
insuffizienter Verheilung, bei Status nach beidseitiger Unterschenkelfraktur mit
Marknagelversorgung nach Motorradunfall (2003) und Metallentfernung (2005) sowie
Adipositas (vgl. den Sprechstundenbericht vom 19. September 2012, Suva-act. 145).
B.b Am 17. September 2012 meldete die Versicherte der Suva die Kniebeschwerden
rechts (Suva-act. 132; vgl. auch die Rückfallmeldung vom 25. Oktober 2012, Suva-act.
138). In einer internen Stellungnahme vom 21. November 2012 verneinte Suva-
Kreisarzt Dr. med. G._, Facharzt FMH für Chirurgie, die Rückfallkausalität. Er gab an,
dem kreisärztlichen Abschlussbericht vom 24. September 2008 (Suva-act. 125) sei kein
Hinweis auf eine unfallbedingte Kniebinnenläsion zu entnehmen. Der aktuell
diagnostizierte Verdacht auf HKB-Insuffizienz sei nicht überwiegend wahrscheinlich
unfallbedingt (Suva-act. 146). Daraufhin teilte die Suva der Versicherten gleichentags
mit, dass hinsichtlich der gemeldeten Kniebeschwerden keine Leistungspflicht bestehe
(Suva-act. 147). Mit undatiertem Schreiben stellte die Versicherte der Suva aktuellen
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MRI Bilder zu und machte geltend, die Beschwerden hätten sicherlich mit dem Unfall
zu tun (Suva-act. 149).
B.c In der ärztlichen Beurteilung vom 7. Dezember 2012 führte Dr. G._ aus, die Be
urteilung von Dr. F._, dass die Insuffizienz des HKB rechts unfallkausal sei, lasse sich
anhand der echtzeitlichen ärztlichen Dokumentation nicht nachvollziehen (Suva-act.
152). Mit Verfügung vom 12. Dezember 2012 lehnte die Suva ihre Leistungspflicht ab
(Suva-act. 154).
B.d Dagegen erhob die Versicherte mit undatiertem Schreiben (Eingang Suva 7.
Januar 2013) Einsprache und beantragte sinngemäss eine kreisärztliche Untersuchung
(Suva-act. 157). Am 10. Januar 2013 nahm Dr. G._ dahingehend Stellung, dass er
eine kreisärztliche Untersuchung für die Rückfallbeurteilung nicht als zielführend
erachte (Suva-act. 159).
B.e Mit Einspracheentscheid vom 28. Februar 2013 wies die Suva die Einsprache ab
mit der Begründung, es bestehe kein Anlass, die Einschätzung des Kreisarztes
Dr. G._ in Frage zu stellen. Ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen den
gemeldeten Kniebeschwerden rechts und dem Unfall vom 22. Juli 2003 habe sich nicht
mit der geforderten überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachweisen lassen (Suva-act.
164).
C.
C.a Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Andres
Büsser, St. Gallen, am 4. April 2013 Beschwerde und beantragte, der
Einspracheentscheid vom 28. Februar 2013 sei aufzuheben. Es sei ein unabhängiges
gerichtliches Gutachten zur Unfallkausalität der geklagten Beschwerden einzuholen
und es seien der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen zu gewähren.
Eventualiter sei die Sache zur unabhängigen Begutachtung und neuer Entscheidung an
die Suva zurückzuweisen. Zur Begründung wurde im Wesentlichen angeführt, die
Beschwerdeführerin sei von den Ärzten der Beschwerdegegnerin aufgrund der
aktuellen Beschwerden nie untersucht worden. Der Kreisarzt beziehe sich lediglich auf
Aktenvermerke von anderen Ärzten und alte Berichte. Es sei daher eine unabhängige
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und umfassende Untersuchung samt fachkundiger Beurteilung der bildgebenden
Ergebnisse der vorhandenen Unterlagen durchzuführen (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 2. Mai 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie an, ein überwiegend
wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 11. Juli 2003
(richtig: 22. Juli 2003) und den seit September 2012 geklagten Beschwerden sei
ausgeschlossen. Der Binnenbereich des rechten Knies, insbesondere das hintere
Kreuzband, sei vom Motorradunfall gar nicht betroffen gewesen und es sei seit dem
Unfall während mehr als neun Jahren in keinem Arztbericht von einer entsprechenden
unfallkausalen Läsion die Rede gewesen. Aus dem Sprechstundenbericht vom 19.
September 2012 (Suva-act. 145) könne die Beschwerdeführerin nichts zu ihren
Gunsten ableiten, da Dr. F._ diesen ohne Kenntnis der Unfallakten redigiert, sich zur
Unfallkausalität nicht explizit geäussert und lediglich von einer möglichen initialen
Ruptur und insuffizienten Verheilung gesprochen habe (act. G 3).
C.c Mit Replik vom 28. Juni 2013 hielt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin an
seinen Anträgen fest. Er machte geltend, Hauptursache für eine Verletzung des
hinteren Kreuzbandes seien Verkehrsunfälle bzw. so genannte Rasanztraumata. Es sei
fachmedizinisches Allgemeingut, dass Kreuzbandverletzungen unterdiagnostiziert
würden. MRI-Untersuchungen, bei welchen eine Kreuzbandverletzung sichtbar werde,
seien bei der Unfallbehandlung bzw. Nachbehandlung nicht gemacht worden.
Nachdem die Beschwerdeführerin keinen weiteren Unfall erlitten habe, sei mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Unfallverletzung auch
Ursache des vorliegenden Befundes der Bänderinsuffizienz sei (act. G 8).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G10).
C.e Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der

übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen näher
eingegangen.
Erwägungen:
1.
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Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin eine Leistungspflicht für den von
der Beschwerdeführerin geltend gemachten Rückfall zu Recht verneint hat.
1.1 Die Beschwerdegegnerin legt im angefochtenen Einspracheentscheid vom 28.
Februar 2013 die auch bei Rückfällen und Spätfolgen nach Art. 11 der Verordnung über
die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) geltenden rechtlichen Voraussetzungen zur
Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbesondere jene des natürlichen
Kausalzusammenhangs zwischen Unfallereignis und gesundheitlicher Schädigung (Art.
6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]; BGE 129
V 181 E. 3.1, mit Hinweisen), zutreffend dar. Darauf ist zu verweisen. Die
Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem
Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang
besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines
Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der
allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des
eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis
allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2). Während die Beurteilung
des natürlichen Kausalzusammenhangs aufgrund der Feststellungen bei den
medizinischen Untersuchungen erfolgt und Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist,
obliegt es dem Gericht, die Fragen nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu
beantworten (BGE 123 III 111 E. 2). Bei physischen Unfallfolgen hat indessen die
Adäquanz gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine
selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 3a; vgl. BGE 117 V 365 unten E. 5d/bb,
mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung).
1.2 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 E. 2, BGE 122 V 158 E. 1a, je mit
Hinweisen; vgl. auch BGE 130 I 183 f. E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst
die Beweislast im Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im
Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als
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im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus
dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte.
1.3 Vorliegend stellt sich unstreitig die Frage der Leistungspflicht im Rückfall. Bei der
hinsichtlich Rückfällen und Spätfolgen zu erfüllenden Anspruchsvoraussetzung eines
erneuten natürlichen Kausalzusammenhangs handelt es sich um eine
anspruchsbegründende Tatsache. Die diesbezügliche Beweislast liegt insofern bei der
versicherten Person, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu ihren Lasten
ausfällt. Dabei gilt es zu beachten, dass je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem
Unfall und dem Auftreten der neuen gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto
strengere Anforderungen an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen
Kausalzusammenhangs zu stellen sind (vgl. das Urteil des Bundesgerichtes vom 7.
Oktober 2011, 8C_389/2011, E. 5.2, mit Hinweisen). Selbstverständlich greift die
Beweisregel bezüglich des Nachteils der Beweislosigkeit erst dann Platz, wenn die
Verwaltung und – im Beschwerdefall – das Gericht dem Untersuchungsgrundsatz
rechtsgenüglich nachgekommen sind bzw. es sich als unmöglich erweist, im Rahmen
des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
entsprechen (BGE 138 V 222 E. 6, 117 V 264 E. 3b, je mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U
206 S. 328 E. 3b).
2.
2.1 Unter den Parteien ist streitig, ob zwischen den im Jahr 2012 gemeldeten
Kniebeschwerden rechts und dem Motorradunfall vom 22. Juli 2003 ein natürlicher
Kausalzusammenhang besteht. Die Beschwerdegegnerin verneint diese Frage gestützt
auf die Stellungnahmen des Suva-Kreisarztes Dr. G._ vom 7. Dezember 2012 und 10.
Januar 2013 (Suva-act. 152, 159). Die Beschwerdeführerin stellt sich ihrerseits auf den
Standpunkt, es lägen aufgrund des Berichtes von Dr. F._ vom 19. September 2012
(Suva-act. 145) begründete objektive Anhaltspunkte für eine Unfallkausalität der
aktuellen Beschwerden vor, weshalb ein unabhängiges Gutachten einzuholen sei (act.
G 1).
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2.2 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Ausschlaggebend
für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft
eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a mit
Hinweisen). Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte kann
rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig
erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine
Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311). Erachtet
das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen
Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den
Prozess ohne Weiterungen – insbesondere ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens
– abschliessen (vgl. BGE 135 V 469 E. 4.3.2, mit Hinweisen).
2.3 Dr. G._ führte in den ärztlichen Stellungnahmen vom 7. Dezember 2012 und
10. Januar 2013 (Suva-act. 152, 159) aus, in sämtlichen ärztlichen Untersuchungen seit
dem Unfall im Jahr 2003 habe sich nie der Verdacht auf eine Bandinstabilität bzw.
Kniebinnenschädigung ergeben. Eine solche sei in der ärztlichen
Abschlussuntersuchung von 2008 sogar explizit ausgeschlossen worden. Die
Beurteilung von Dr. F._, dass die Insuffizienz des rechten hinteren Kreuzbandes
unfallkausal sei, sei rein spekulativ. Dass neun Jahre nach dem Unfallereignis und
zwischenzeitlich ärztlich dokumentierten unauffälligen intraartikulären
Kniegelenksverhältnissen nun eine Kniebinnenschädigung als unfallkausal erachtet
werden solle, sei aufgrund der vorliegenden Dokumentation nicht nachvollziehbar.
Auch sei eine erneute Untersuchung bezüglich der Rückfallbeurteilung nicht
zielführend, da mit einer solchen nur der aktuelle Status dokumentiert werden könne.
Bei der Beurteilung der Kausalitätsfrage müsse jedoch zwingend auf die
Voruntersuchungsergebnisse der vergangenen Jahre zurückgegriffen werden und diese
könnten durch eine aktuelle Untersuchung weder bestätigt noch bezweifelt werden.
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2.4 Wie Dr. G._ in seinen Stellungnahmen darlegt, sind weder den echtzeitlichen
Berichten des Spitals Z._ (Suva-act. 11, vgl. auch Suva-act. 10, 15 f.) noch dem
Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 3. September 2004 (Suva-act. 55)
Hinweise auf eine Kniebinnenschädigung zu entnehmen. Im Rahmen der kreisärztlichen
Untersuchung und Röntgenkontrolle vom 1. März 2004 (Suva-act. 23) wurde
hinsichtlich der Knie der Beschwerdeführerin explizit festgehalten, die Kniegelenke
seien ergussfrei und bandstabil. Im Bericht über die Abschlussuntersuchung vom 24.
September 2008 (Suva-act. 125) wurde darüber hinaus angegeben, der Streckapparat
der Knie sei kräftig und funktionstüchtig und es bestehe keine Schmerzprovokation bei
Anheben des gestreckten Beines gegen Widerstand. Es bestünden keine Hinweise auf
intraartikuläre Knieschädigungen. Insgesamt ist festzuhalten, dass in keiner im
Anschluss an das Unfallereignis vom 22. Juli 2003 durchgeführten Untersuchung eine
Verletzung der Kreuzbänder festgestellt wurde. In der Abschlussuntersuchung im Jahr
2008 wurden Hinweise auf Kniebinnenschädigungen gar explizit verneint. Gemäss der
vorliegenden Aktenlage haben nach dieser Untersuchung bis zur Rückfallmeldung im
Jahr 2012 auch keine Behandlungen im Zusammenhang mit dem rechten Knie
stattgefunden. Soweit die Beschwerdeführerin hinsichtlich der vorgenommenen
Untersuchungen geltend macht, Kreuzbandverletzungen seien unterdiagnostiziert, ist
darauf hinzuweisen, dass die Diagnosestellung bei Kreuzbandverletzungen neben
bildgebenden Verfahren in erster Linie klinisch mittels Tests zur Stabilitätsprüfung in
Streck- und Beugestellung erfolgt (vgl. hierzu Alfred M. Debrunner, Orthopädie,
Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 1093 ff.; Pschyrembel, Klinisches
Wörterbuch, 2013, 264. Aufl. Berlin 2012, S. 1139 f.). Die Durchführung solcher
Funktionstests geht aus den vorliegenden Untersuchungsberichten klar hervor (vgl.
Suva-act. 23-2, 55-5, 125-2 f.). Darüber hinaus lassen sich den Akten keine
Anhaltspunkte entnehmen, aufgrund welcher angenommen werden müsste, dass die
im Zusammenhang mit dem Unfall durchgeführten Behandlungen und Untersuchungen
nicht lege artis vorgenommen worden wären.
2.5 Im Weiteren bringt die Beschwerdeführerin vor, Dr. F._ hätte in der Untersuchung
vom 17. September 2012 auf die Unfallkausalität der Beschwerden geschlossen. Dr.
F._ hielt im Bericht vom 19. September 2012 (Suva-act. 145) fest, die MRT-
Untersuchung des rechten Knies habe gute Knorpelverhältnisse ergeben. Der
Meniskus zeige eine leichte Signalalteration postero-medial mit eindrucksmässig
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leichter, ventraler Subluxation. Das hintere Kreuzband zeige ebenfalls
Signalalterationen; im Gegensatz zum gesunden, deutlich schwärzeren Band sei dies
als partielle Ruptur zu werten. Er führte aus, seines Erachtens leide die
Beschwerdeführerin unter einer Insuffizienz des hinteren Kreuzbandes bei Teilruptur
bzw. möglicher initialer Ruptur und insuffizienter Verheilung. Entgegen der
Argumentation der Beschwerdeführerin stellte Dr. F._ damit lediglich die
Verdachtsdiagnose HKB-Insuffizienz und äusserte sich weder explizit zur Frage der
Unfallkausalität der Kniebeschwerden noch brachte er die vermutete (Teil-)Ruptur mit
dem Unfall von 2003 in Verbindung. Eine Rückfallkausalität kann damit durch die
Ausführungen von Dr. F._ nicht als belegt gelten.
2.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Motorradunfall vom 22. Juli 2003
aufgrund der vorliegenden Aktenlage lediglich möglicherweise, nicht jedoch
überwiegend wahrscheinlich (teil-)ursächlich für die Kniebeschwerden der
Beschwerdeführerin ist. Es liegen keine Unterlagen vor, welche die von Dr. F._
diagnostizierte Teilruptur bzw. mögliche initiale Ruptur und insuffiziente Verheilung als
Folge des Motorradunfalls von 2003 bestätigen würden. Im Übrigen kann als mögliche
Ursache für die Beschwerden der Beschwerdeführerin auch eine allgemeine
Bandlaxizität, wie sie im Gutachten vom 12. September 2009 (Suva-act. 93, S. 6)
diagnostiziert wurde, in Betracht gezogen werden, zumal sich eine solche gerade
dadurch auszeichnet, dass sie eine nicht ausreichend stabile ligamentäre
Gelenksführung nach sich zieht (vgl. hierzu Hans Joachim Rist, Kniegelenksschäden im
Sport, Medical Journal 11/2004, S. 1 f.). Schliesslich ist bezüglich der Argumentation
der Beschwerdeführerin, sie habe keinen weiteren Unfall erlitten, weshalb mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen sei, dass die Unfallverletzung
auch Ursache des Befundes der Bänderinsuffizienz sei, mit der Beschwerdegegnerin
darauf hinzuweisen, dass eine gesundheitliche Schädigung nicht schon deshalb als
durch einen Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist (beweisrechtlich
untaugliche "post hoc ergo propter hoc"-Formel; vgl. BGE 119 V 342 E. 2b/bb).
3.
Nach dem Gesagten ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen den von der
Beschwerdeführerin geltend gemachten Kniebeschwerden und dem Unfallereignis vom
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22. Juli 2003 nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht erforderlichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt. Damit hat die Beschwerdeführerin die
Folgen der Beweislosigkeit zu tragen und die Beschwerdegegnerin hat ihre
Leistungspflicht aus der obligatorischen Unfallversicherung zu Recht verneint. Es ist
nicht zu erwarten, dass weitere medizinische Abklärungen bzw. eine aktuelle
Untersuchung wesentliche neue Erkenntnisse aufzuzeigen vermöchten, die den
erforderlichen Nachweis der natürlichen Kausalität liefern können. Es kann deshalb auf
die beantragte Einholung eines externen Gutachtens verzichtet werden (antizipierte
Beweiswürdigung; BGE 136 I 236 E. 5.3; BGE 134 I 148 E. 5.3 und BGE 124 V 94 E.
4b). Da es am rechtsgenüglichen Nachweis eines natürlichen Kausalzusammenhangs
fehlt, erübrigt sich eine Prüfung des adäquaten Kausalzusammenhangs.
4.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 28. Februar 2013 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Ausgangsgemäss hat die
Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39