Decision ID: 552dd70f-518c-4025-a814-de2cf0a05ed2
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1958
, war seit
Februar 2015
bei
der
Y._
,
Z._
,
angestellt und damit bei
der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft (Mobiliar)
oblig
atorisch unfallversichert (vgl.
Urk.
7/M1; Urk.
7/6)
, als sie a
m
18. September 2015 auf dem Weg zu ihrem Auto stürzte und in der Folge an Schulterbeschwerden litt (Urk. 7/M1).
1.2
Die
Mobiliar
anerkannte das Ereignis vom
18. September 2015
als Unfall und erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Mit Verfügung vom
15. November 2018 (Urk. 7/2
8
)
stellte sie
diese
per
1. Januar 2019 ein.
Die von der Versicherten am
2. Dezember 2018
erhobene Einsprache (Urk.
7/31
) wies
s
ie am
7. März 2019
ab (U
rk. 7/35
=
Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
6. April 2019
Beschwerde gegen den
Einspracheent
scheid
vom
7. März 2019
(Urk. 2) und beantragte,
es seien ihr die gesetzlichen Leistungen
für die Beschwerden an der linken Schulter
auszurichten, bis sie wie
der arbeitsfähig sei
(Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
6. Mai 2019
(Urk.
6
) beantragte die
Mobiliar
die Ab
weisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
28. Mai 2019
zur Kenntnis gebracht (Urk.
11
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am
9. No
vem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirk
licht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 18.
September 2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die
Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krank
heiten gewährt (Abs. 1).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
tür
lichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
wal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt
aber
die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leis
tungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.
5
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die «Aussagen der ersten Stunde» ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbe
wusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im
Einspracheentscheid
vom
7. März 2019 (Urk. 2) davon aus, dass die linke Schulter beim Sturz vom 18. September 2019 nicht betroffen gewesen sei. Sowohl in der Unfallmeldung wie auch im ersten Arzt
zeugnis sei lediglich die rechte Schulter als betroffene
r
Körperteil genannt worden und auch die weiteren Untersuchungen hätten die rechte Schulter betroffen (S. 3 Ziff. 3). Erstmals
am 25. Oktober 2017 habe die Beschwerdeführerin sich dahin
gehend geäussert, dass auch Schmerzen in der linken Schulter bestünden und sie auf beide Schultern gefallen sei. Ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Un
fallereignis und den Schmerzen in der linken Sch
ulter sei daher nicht erstellt, was auch das Aktengutachten von Dr.
A._
vom 25. September 2018 bestä
tige. Leistungen für die linke Schulter seien daher gänzlich abzulehnen. Bis zum 31. Dezember 2018 würden jedoch sämtliche Leistungen die rechte und die linke Schulter betreffend übernommen beziehungsweise nicht zurückgefordert (S. 4 Ziff. 3
, S. 5 Ziff. 5
).
Bezüglich der
Beschwerden in der rechten Schulter sei ein überwiegend wahr
scheinlicher kausaler Zusammenhang mit dem Unfallereignis erstellt. Es bestehe jedoch auch ein unfallfremder Vorzustand. Gestützt auf die Einschätzung von Dr.
A._
sei der Status quo sine
vel
ante für die rechte Schulter am 31. Mai 2018 erreicht
worden
. Auf diesen Zeitpunkt wären daher die entspre
chenden Leistungen einzustellen gewesen,
aus Kulanz
habe die Mobiliar aber auch diese bis am 31. Dezember 2018 erbracht (S. 4 f. Ziff. 4+5).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
am Tag des Unfalls habe sie ihre beiden gestreckten Arme kaum herunternehmen können. Sie sei auf den Bauch gefallen und habe beide Arme hochgerissen. Sie habe bei jedem Arztbesuch erwähnt, dass ihr beide Schultern weh täten, da sie auf beide gestürzt sei. Sie habe auch jedes Mal eine Spritze für links verlangt, aber die Ärzte hätten nicht darauf reagiert. Sie hätten zuerst die rechte Schulter gemacht (S. 1 oben). Es sei nicht ihre Schuld, dass alles so in die Länge gezogen worden sei, sondern der Arzt habe keine früheren Termine gehabt. Sie habe
der Mobiliar
den Unfall telefonisch gemeldet und sie sei aufgefordert worden, das Formular für die rechte Schulter auszufüllen. Für die linke Schulter solle sie ein
fach wieder
anrufen
. Dies habe sie befolgt (S. 1 Mitte).
Sie könne nichts dafür, wenn die rechte Schulter 2 Jahre gedauert habe (S. 1 unten).
Die linke Seite sei mehr kaputt gewesen als
die rechte
(S. 2).
2.3
In der Beschwerdeantwort (Urk. 6) führte die Beschwerdegegnerin aus, es sei nicht glaubhaft, dass die Beschwerdeführerin nun behaupte, beim Sturz auch auf die linke Schulter gefallen zu sein. Dies sei möglicherweise von anderen Überlegun
gen – etwa versicherungsrechtlicher Art – beeinflusst. Es sei kaum vorstellbar, dass die linke Schulter von den Ärzten nicht untersucht worden wäre, wenn die Beschwerdeführerin
-
wie behauptet
-
ständig auf die Beschwerden in der linken Schulter verwiesen
hätte
. Den Aussagen der ersten Stunde sei daher Beweiswert zuzumessen. Zudem erscheine der beschriebene Ablauf des Sturzereignisses nicht geeignet, eine Betroffenheit auch
der linken Schulter zu implizieren. Ein derarti
ger Sturz sei nicht nachvollziehbar (S. 3 Ziff. 2).
2.4
Streitig ist die Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin über den 31. Dezember 2018
hinaus
. Einer näheren Prüfung zu unterziehen ist insbesondere
die Frage nach einem natürlichen Kausalzusammenhang zwischen nach
diesem Zeitpunkt
weiterbestehenden Beschwerden
in der linken Schulter
und dem ve
rsicherten Un
fallereignis vom 18. September 2015.
3.
3.1
Dr. med. B._
,
Facharzt für Radiologie,
berichtete am 16. Oktober 2015 (Urk. 7/M3) über die gleichentags durchgeführte
MR-
Arthrographie
und Rö
nt
gen-
Arthrographie
des rechten Schultergelenks.
Es bestünden eine 4 mm grosse
hypointense
Strukturalteration zentral in der Sehne des
Musculus
infraspinatus
, passend zu Verkalkung, ein perifokaler Reizzustand und eine
Ansatztendinose
an der
Supraspinatussehne
und der
Infraspinatussehne
. Die Befunde seien vereinbar mit einer Tendinitis
calcarea
. Weiter gebe es eine geringe Bursi
tis
subacromia
lis
/
subdeltoidea
, keine
transmurale
Ruptur an der
Rotatorenmanschette
, keine Atrophie der Muskulatur und einen diskreten Einriss am Labrum
antero
-superior, wahrscheinlich ohne pathologische Relevanz (S. 2 oben).
3.2
In der Schadenmeldung UVG de
r
Arbeitgeber
in
vom 26. Oktober 2015 (Urk. 7/M1)
wurde folgender
Sachverhalt
geschildert
: Auf dem Weg zu ihrem Auto sei
die Beschwerdeführerin
gestolpert und der Länge nach hingefallen (Ziff. 6). Betroffene
r
Körperteil sei die rechte Schulter (Ziff. 9).
3.3
Dr. med.
C._
,
Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin und für
Neu
rologie,
nannte
im Arztzeugnis vom 9. November 2015 (Urk. 7/M2)
als vorläufige Diagnose eine Schulterkontusion rechts (Ziff. 5). Die Erstbehandlung habe am 29. September 2015 stattgefunden (Ziff. 1). D
ie Patientin sei gemäss ihren Anga
ben gestolpert und auf den rechten Arm sowie beide Knie gefallen. Danach habe sie zunehmende Schmerzen in der rechten Schulter gehabt (Ziff. 2).
Die Schulter befinde sich in Schonhaltung, es bestehe eine leichte Schwellung
anterior
und
Druckdolenz
des AC-Gelenkes
(Ziff. 4)
.
3.
4
PD Dr. med. D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, nannte im Bericht vom 31. August 2016 (Urk. 7/M6) als Diagnose einen Verdacht auf
eine
Bizepstendinopathie
an der rechten Schulter bei
subacromialem
Impingement
und AC-Arthrose nach Sturz am 18. September 201
5.
Grund für die Konsultation seien Schulterschmerzen rechts gewesen (S. 1 oben). Es handle sich bei der Patientin um eine rechtsdomi
nante Elektro-Zeichnerin. Am 18. September 2015 sei gemäss
den Angaben der Beschwerdeführerin
ein Sturz auf beide Schultern erfolgt. Probleme würde vor allem die rechte Schulter bereiten. Bis heute bestünden persistierende Schmerzen im Bereich der ganzen Schulter, ausstrahlend in den lateralen Oberarm. Die Schmerzen seien stark und zunehmend (S. 1 Mitte). Die Patientin sei konservativ austherapiert
, ein Operationstermin sei am 2. Dezember 2016 reserviert worden
(S. 2 Mitte).
3.
5
Dr. med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, führte im Bericht
vom 3. Oktober 2016 (Urk. 7/M
9) aus, si
cherlich vorbestehend seien die Arthrose im AC-Gelenk sowie die
Tendinopathie
der Supra- und
Infraspinatussehne
. Beim Sturz vom 18. September 2015 sei je
doch die
Impingement
-Symptomatik ausgelöst worden. Möglicherweise sei es auch zu einer Läsion im Bereich des
Bizeps
ankers
und anschliessend zu einer
Tendinopathie
der
Bizepssehne
gekommen. Die Symptomatik habe durch die drei
malige Infiltration offenbar nur vorübergehend und ungenügend gebessert wer
den können. Es seien jetzt noch Folgen dieses Sturzes mit den an
haltenden Be
schwerden vorhanden
und die vorgesehene operative Behandlung sei somit noch überwiegend wahrscheinlich wegen dieser Unfallfolgen notwendig (S. 1 f.).
3.
6
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.3) führte im Bericht v
om 5. Dezember 2016 (Urk. 7/M
14) zur Operation vom 2. Dezember 2016 aus, diese habe eine Schulter
arthroskopie, eine
Rotatorenmanschettenrekonstruktion
(
Supraspinatussehne
vordere Hälfte), eine
Bizepstenotomie
und –
tenodese
, eine
Acromioplastik
sowie eine AC-Resektion der rechten Schulter umfasst. Indiziert sei
sie
aufgrund einer Schulterverletzung rechts mit persistierenden Beschwerden
gewesen
(S. 1 oben).
Gemäss Austrittsbericht v
om 9. Dezember 2016 (Urk. 7/M
16)
habe die Operation komplikationslos durchgeführt werden können (S. 1 Mitte).
Gemäss Bericht
vom 12. April 2017 (Urk. 7/M
24) gehe es
nicht gut, d
ie
Patientin
habe immer noch starke Schmerzen (S. 1 Mitte).
3.
7
Die Ärzte der
F._
führte
n
im Bericht vom 20. April 2017 (Urk. 7
/M
26) zur gleichentags durchgeführten
MR-
Arthrographie
der rechten Schulter aus, es bestehe eine kleine
artikuläre
Partialruptur an der
Supraspinatus
sehnenunterfläche
und eine Leckage im
Rotatorenmanschettenintervall
. Diese Veränderungen könnten noch
regelrechten postoperativen Veränderungen nach
Supraspinatussehnenrekonstruktion
entsprechen (S. 1 unten).
3.
8
Dr.
D._
(vorstehend E.3.3) führte im Beric
ht vom 19. Mai 2017 (Urk. 7/M
28) aus, der Patientin gehe es nicht gut. Sie habe Schmerzen beim Heben des Armes, beim langen Autofahren oder beim Gehen mit Hängenlassen des Ar
mes (S. 1 oben).
Im Berich
t vom 12. Juli 2017 (Urk. 7/M
30)
wurde festgehalten
,
es habe
i
m Schul
terbereich rechts
eine Besserung gegeben (S. 1 unten). Wegen de
r
traumatischen Schulterschmerzen links werde im November eine MR
Arthrographie
erfolgen
(S. 2).
Gemäss Bericht
vom 5. Oktober 2017 (Urk. 7/M
34) gehe es der Patientin gar nicht gut. Sie habe starke Schulter-Oberarmschmerzen rechts. So gehe es nicht mehr (S. 1 Mitte
)
. Vorgesehen sei deshalb eine erneute Operation (S. 1 unten).
3.
9
Die Ärzte der
F._
führten im Bericht v
om 25. Oktober 2017 (Urk. 7/M
38) zur gleichentags durchgeführten
MR-
Arthrographie
aus, anamnestisch sei bei der Patientin erfragt worden, dass sie auf beide Schultern gefallen sei. Sie habe Schmerzen beim Heben des Arms und beim Nach-hinten-Greifen.
Die rechte Schulter sei schon operiert worden, die linke Schulter werde übermorgen operiert (S. 1 oben
)
. Es bestehe eine
artikularseitige
Partialruptur der
Supraspinatussehne
, eine deutlich ausgedünnte
tendinopathische
lange
Bi
zepssehne
, leichte AC-Gelenksarthrose, Labrumdegeneration, keine signifikante Muskelverfettung, keine Muskelatrophie,
Tendinopathie
der
Subscapularissehne
und
Infraspinatussehne
am Ansatz (S. 2).
3.
10
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.3) nannte i
m Bericht v
om 30. Oktober 2017 (Urk. 7/M
36) zur am 27. Oktober 2017 durchgeführten Operatio
n
als – hier ver
kürzt wiedergegebene - Diagnose einen
subakromialen
Reizzustand der rechten Schulter, Differenzialdiagnose
low
-grade Infekt (S. 1 oben). Die Operation habe eine Schulterarthroskopie, Fadenentfernung,
subakromiale
Bursektomie
mit
Dé
bridement
und Gewebsprobenentnahme, R
e
-
Acromioplastik
und AC-
Nachre
-
sektion der rechten Schulter umfasst
(S. 1 Mitte).
Gemäss Bericht vo
m 15. November 2017 (Urk. 7/M
40) laute die – hier verkürzt wiedergegebene – Diagnose Low-grade Infekt mit
Propionibacterium
acnes
(S. 1 oben). Bei der letzten Operation seien vier Geweb
e
proben entnommen worden. In allen
habe
sich
Propionibacterium
acnes
gefunden
. Angesichts des Low-grade Infektes sei eine perorale Antibiose während drei Monat
en durchzuführen (S. 1 unten).
Gemäss Beric
ht vom 7. März 2018 (Urk. 7/M
45) sei der Low-grade Infekt mit
Probpionibacterium
acnes
wahrscheinlich geheilt
(S. 1 Mitte). Es sei eine rele
vante Besserung eingetreten. Es gebe noch eine Physiotherapieserie, dann Stopp. In zwei Monaten solle mit einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
begonnen werden, dann solle ein Versuch mit voller Arbeitsfähigkeit erfolgen. Die linke Schulter schmerze. Die Empfehlung laute, dies im Moment zu beobachten. Sollten die Be
schwerden persistieren, müsste auch die linke Schulter angegangen werden (S. 2).
Am 29. Mai 2018 berichtete Dr.
D._
über die Verlaufskontrolle der Schult
erbeschwerden links (Urk. 7/M
47). Betreffend die linke Schulter nannte er als Diagnose einen Verdacht auf
Bizepstendinopathie
bei
Supraspinatuspartial
ruptur
(Unterfläche zum Teil
intratendinös
),
subakromialem
Impingement
und AC-
Arthropathie
(S. 1 oben).
Bezüglich der operierten rechten Schulter gehe es langsam besser und die Patientin sei diesbezüglich zufrieden. Sie habe noch Rest
beschwerden (S. 1 f.).
Seit dem Unfall vom 18. September 2015 habe sie auch Schulterschmerzen links im lateralen Schulter-Oberarmbereich vor allem beim Heben und bei Belastung. Dann seien die Schmerzen
mässiggradig
. Die Schmer
zen links hätten zugenommen (S. 2 oben). Es sei deshalb am 6. Juli 2018 eine Operation vorgesehen (S. 2 Mitte).
Am 9. Juli 2018 (Urk. 7/M
50) berichtete Dr.
D._
über die am 6. Juli 2018 vorgenommene Operation. Als Diagnose nannte er eine
Supraspinatusseh
nen-Ruptur
subtotal
links bei AC-
Arthr
opathie
und
Bizepstendinopathie
.
Die Operation habe eine Schulterarthroskopie, eine
Rotatorenmanschentten
-Rekon
struktion, eine
Bizepstenotomie
und –
tenodese
,
Acromioplastik
und AC-Resektion der linken Schulter umfasst (S. 1 oben).
Gemäss Bericht v
om 23. Oktober 2018 (Urk. 7/M
59) habe die Patientin bezüglich der linken Schulter und des linken Armes noch relevante Beschwerden. Es gebe hier einen protrahierten Verlauf mit postoperativer Steife (S. 2).
3.
11
Dr. med. A._
, Facharzt für Chirurgie, führte in seiner Be
urteilung vom
24. September 2018 (Urk. 7/M
62) aus, die Schulterbeschwerden rechts seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch das Ereignis vom 18. September 2015 mitverursacht (S. 1 Ziff. 2). Es lägen jedoch erhebliche un
fallfremde Faktoren vor, nämlich: Eine Tendinitis
calcarea
, eine hypertrophe AC-Gelenksarthrose und eine Bursitis
subacromialis
/
subdeltoidea
(S. 1 Ziff. 3). Spä
testens mit der Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit ab dem 31. Mai 2018 sei der Status quo ante
vel
sine erreicht worden (S. 2 Ziff.
4
).
Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit stehe die Operation vom
2. Dezember 2016 in keinem Zusam
menhang zum Ereignis vom 18. September 2015 (S. 2 Ziff. 5). Gleiches gelte für die aktuellen Beschwerden in der linken Schulter (S. 2 Ziff. 6).
4.
4.1
Der Beschwerdeführerin erwuchsen aus dem Unfallereignis Beschwerden an der rechten Schulter, welche vorher trotz krankhaftem Vorzustand in dieser Art und Ausprägung noch nicht bestanden hatten. D
eren Unfallk
ausalität wurde denn auch von Dr.
A._
(vgl. vorstehend E. 3.11) als gegeben erachtet und von keiner Partei in Frage gestellt. Abgestützt auf die diversen echtzeitlichen medizi
nischen Berichte lässt sich nicht nur diese Kausalität klarerweise erstellen, son
dern es ist ebenso klar, dass betreffend diese Beschwerden mittlerweile der Status quo ante
vel
sine (vgl. vorstehend E. 1.6) erreicht wurde
.
Zuletzt erwähnt wurden starke Schulterschmerzen rechts
nämlich
im Bericht von Dr.
D._
vom 5. Oktober 2017 (vorstehend E. 3.8). Darauf erfolgte am 27. Oktober 2017 eine erneute Operation, wobei anlässlich dieser auch Geweb
e
proben entnommen wurden. Dies führte zur Diagnose des Low-grade Infekts am 15. November 2017 mit anschliessender dreimonatiger Antibiose. Am 7. März 2018 wurde der Low-grade Infekt als wahrscheinlich geheilt erachtet, eine rele
vante Besserung festgehalten und die baldige Wiederaufnahme einer Arbeitstä
tigkeit prognostiziert.
Ende Mai 2018 gab die Beschwerdeführerin dann an, es gehe bezüglich der rechten Schulter langsam besser, es gebe noch Restbeschwer
den, aber sie sei zufrieden (vorstehend E. 3.10).
Die darauffolgenden
B
erichte
des behandelnden Chirurgen Dr.
D._
dre
hen sich im Wesentlichen nur noch um die Beschwerden in der linken Schulter, wobei die
Beschwerdeführerin beispielsweise Ende Oktober 2018 explizit angab, relevante Beschwerden habe sie noch bezüglich der linken Schulter und des lin
ken Arms (vorstehend E. 3.10). So wurde denn auch in der Beschwerdeschrift ausgeführt, die rechte Schulter habe zwei Jahre «gedauert» und verlangt, dass nun die volle Leistung auch für die linke Schulter erbracht
werde (vorstehend E. 2.2).
Daraus ergibt sich das stimmige Bild, wonach die Beschwerden in der rechten Schulter wohl frühestens zwei Jahre nach dem Unfallereignis und somit im Herbst 2017, mit Sicherheit aber per Einstellung der Leistungen am 31. Dezember 2018 soweit remittiert waren, dass der
Status
quo sine
vel
ante wieder erreicht war.
Dies ist
entsprechend
mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit erstellt, womit ein über
diesen Zeitpunkt
hinausgehender
Leistungsanspruch der Beschwerdeführe
rin
hinsichtlich der rechten Schulter
entfällt.
4.2
Was die linksseitigen Schulterbeschwerden anbelangt, so
argumentierte
die
Be
s
chwerdegegnerin
, dass diese von der Beschwerdeführerin erst am 25. Oktober 2017 zum ersten Mal aktenkundig erwähnt
worden seien
(vorstehend E. 2.1)
. Dies ist zunächst dahingehend zu präzisieren, dass Dr.
D._
bereits
im
Juli 2017
explizit
traumatische linksseitige Schulterschmerze
n erwähnte (vorstehend E. 3.8) und entsprechend die
MR-
Arthrographie
Ende
Oktober 2017 (vorstehend E. 3.9)
veranlasst wurde
.
Zudem wurden – allerdings
unerhebliche
– Beschwerden in der linken Schulter von Dr.
D._
im August 2016 im
plizit
angedeutet, als er festhielt, dass ein Sturz auf beide Schultern erfolgt sei. Probleme würde aber vor allem die rechte Schulter bereiten
, was auch der Grund für die Konsul
tation gewesen sei
(vorstehend E. 3.4). In diesem Moment war
zudem
seit dem Unfallereignis schon fast ein Jahr vergangen, ohne dass
linksseitige Schulterb
e
schwerden erwähnt worden wären.
Bis sie im
Juli 2017
erstmals explizite Erwäh
nung fanden, waren seit dem Unfallereignis
fast zwei Jahre
vergangen
, z
wei Jahre, in welchen sich die erstatteten ärztlichen Berichte faktisch ausschliesslich um die rechte Schulter gedreht hatten.
So führte Dr.
B._
im Oktober 2015 eine
MR-
Arthographie
lediglich betreffend des rechten Schultergelenkes durch (vorstehend E. 3.1),
wurde in der darauffol
genden
Schadenmeldung UVG als betroffene
n
Körperteil nur die rechte Schulter
genannt
(vorstehend E. 3.2), diagnostizie
rte Dr.
C._
im November 2015
le
diglich eine Schulterkontusion rechts, wobei die Patientin auf den rechten Arm sowie beide Knie gefallen sei und danach zunehmende Schmerzen in der rechten Schulter
gehabt habe (vorstehend E. 3.3).
Diesen
gegenüber den Ärzten und
in der Unfallmeldung erfolgten
«Aussagen der ersten Stunde» kommt beweismässig ein grösseres Gewicht zu als
der
spätere
n
Darstellung
, welche zudem uneinheit
lich ist: In der Beschwerdeschrift führte die Beschwerdeführerin aus, sie sei auf den Bauch gefallen (vorstehend E. 2.2), bei Dr.
D._
hatte sie im August 2016 noch angegeben, der Sturz sei auf beide Schultern erfolgt (vorstehend
E.3.4). Letzteres erscheint im Übrigen schon
rein physikalisch
als
schwer vorstellbar, zu
mal dann auch
mindestens
eine Prellung der Schulterblätter, der Wirbelsäule und des Kopfes anzunehmen wäre, was jedoch nicht dokumentiert ist.
Sodann bezog auch
Dr.
E._
seine Ausführungen im Oktober 2016 lediglich auf die rechte Schulter (vorstehend E. 3.5) und lediglich
diese
wurde darauf im De
zember 2016 von Dr.
D._
operiert (vorstehend E. 3.6). Die Ärzte der
F._
führten im April
2017 eine
MR-
Arthrographie
lediglich der rechten Schulter durch (vorstehend E. 3.7) und Dr.
D._
sprach im Mai 2017 stets nur von Beschwerden «des Armes», womit angesichts der im dor
tigen Bericht (vorstehend E. 3.8) erwähnten Diagnose lediglich der rechte Arm gemeint sein konnte.
Kaum nachvollziehbar
ist schliesslich die heutige Darstellung der Beschwerde
führerin, wonach sie bei jedem
Arztbesuch erwähnt habe, dass
beide Schultern
schmerzt
en, da sie auf beide gestürzt sei
,
die Ärzte ihren W
unsch nach einer Spritze für die linke
Schulter aber
faktisch ignoriert hätten (vorstehend E. 2.2). In einem solchen Fall wäre zu erwarten gewesen, dass die angeblich geschilderten Beschwerden in der linken Schulter zumindest unter dem Titel «Anamnese» Ein
gang in die Arztberichte gefunden hätten. Es ist kein Motiv der behandelnden Ärzte ersichtlich, weshalb sie die Beschwerden ihrer Patientin
nicht hätten be
handeln, ja nicht einmal
schriftlich hätten festhalten sollen.
Auch dafür, dass
d
ie
Beschwerdeführerin
zudem wie behauptet von der Beschwerdegegnerin aufgefor
dert worden
wäre
, die Unfallmeldung nur für
die rechte Schulter auszufüllen
, bestehen erst Recht
keine
Anhaltspunkte
. D
ie nachträgliche
n
Darstellungen der Beschwerdeführerin erscheinen insgesamt als derart
un
plausibel
, dass sich ein Hinweis auf ihre auch grundsätzlich verminderte Beweiskraft (vorstehend E. 1.
5
) erübrigt.
Der natürliche Kausalzusammenhang
zwischen dem Unfallereignis vom 18. Sep
tember 2015 und den linksseitigen Schulterbeschwerden konnte demnach nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt werden, wes
halb diesbezüglich kein Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin besteht.
4.
4
Der angefochtene Entscheid erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.