Decision ID: 68cc1e3d-5d34-572e-863c-66f5e4c691af
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
T._,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
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T._ (Jg. 1951) meldete sich am 2. Dezember 2005 zum Bezug von IV-Leistungen an.
Im Anmeldeformular gab er u.a. an, er habe acht Jahre die Volks- und vier Jahre die
Mittelschule besucht. 1966 bis 1969 habe er den Zimmermannsberuf erlernt. Der
Fähigkeitsausweis sei aber nicht mehr vorhanden. Die A._ teilte der IV-Stelle am 13.
Dezember 2005 mit, sie beschäftige den Versicherten seit 1986 als Zimmermann. Seit
dem 1. Januar 2005 betrage der Lohn Fr. 4840.- (x13). Dr. med. B._ berichtete der
IV-Stelle am 27. Dezember 2005, der Versicherte sei seit dem 10. August 2005 als
Zimmermann zu 100% arbeitsunfähig. Der Versicherte leide an einer
Spinalkanalstenose L1-L5, an einer Diskushernie L1/2 und L2/3, an einer Spondyl
arthrose L3/4 und L4/5, an einem Zervikobrachialsyndrom, an einer partiellen
Rotatorenmanschettenruptur links, an einer AC-Gelenksarthrose rechts und – ohne
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit – an einem St. n. Radiusfraktur loco classico links und
an einer chronischen Blepharitis bds. Dr. med. B._ berichtete weiter, der Versicherte
klage über Rückenschmerzen im Bereich der LWS mit Ausstrahlung in beide Beine vor
allem lateral an beiden Oberschenkeln. Ausserdem klage er über ein Kältegefühl und
über Paraesthesien in allen Extremitäten. Der Versicherte könne ohne Analgesie mit
Opoiden weder schlafen noch sich bewegen. Im Juni 2005 habe sich der Versicherte
stationär in der Klinik Valens aufgehalten. Die dort attestierte und angeforderte leichte
bis mittelschwere Arbeit mit den dort beschriebenen Einschränkungen könne dem
Versicherten aktuell nicht zugemutet werden. Die Abklärung betreffend die
Schulterschmerzen sei noch nicht abgeschlossen. Eine Arbeit mit Wechselbelastungen
sitzend, stehend und gehend, ohne Tragen von Gewichten, könnte vielleicht halbtags
ausgeführt werden. Allerdings müsse noch das Resultat der Abklärung abgewartet
werden.
B.
In dem von Dr. med. B._ eingereichten Austrittsbericht der Klinik Valens vom 8. Juli
2005 hatten die Ärzte ausgeführt, es seien folgende Diagnosen erhoben worden:
lumbovertebrales Schmerzsyndrom (mit/bei klinisch Haltungsinsuffizienz und
Dekonditionierung, kernspintomographisch engem Spinalkanal lumbal, kleiner medialer
Diskushernie L1/2 und L2/3 mit leichter Duralsackkompression, degenerativer Enge in
den Segmenten L3/4 und L4/5 bei mässiger Spondylarthrose) und zervikobrachiales
Schmerzsyndrom bds. Die Ärzte der Klinik Valens hatten weiter angegeben, der
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Versicherte habe eine ausgesprochene Fehlstellung der gesamten Wirbelsäule mit einer
lumbal akzentuierten Haltungsinsuffizienz gezeigt. Anamnese und Klinik hätten das Bild
eines chronischen lumbovertebralen Schmerzsyndroms ergeben. Die neurologische
Untersuchung habe ordentliche Befunde gezeigt. Der Versicherte habe sich einem
multimodalen Therapieprogramm mit Physiotherapie zur Verbesserung der
Körperhaltung und der muskulären Rumpfkontrolle, mit Ergotherapie und
psychosomatischer Betreuung (schlafanstossende und schmerzmodulierende
Psychopharmaka wegen einer prämorbid vorhandenen Dysthymie) unterzogen. Der
Versicherte habe sich als interessierter und geschickter Patient gezeigt. Zuweilen sei
seine Leistungsbereitschaft grösser gewesen als seine körperlichen Fähigkeiten. Aus
rheumatologisch-ergonomischer Sicht bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit für leichte bis
mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten mit seltenen Gewichtsbelastungen bis
maximal 15 kg, wobei Arbeiten über Kopf und im Knien nur manchmal vorkommen
dürften. Gemäss den Angaben der Ergonomieabteilung der Klinik Valens lag die
Leistungsfähigkeit des Versicherten insbesondere beim Hantieren mit sehr schweren
Gewichten unter den Anforderungen der Arbeit als Zimmermann.
C.
Dr. med. B._ berichtete am 27. März 2006, die Abklärungen betreffend die Schultern
sowie die Wirbelsäule seien noch nicht abgeschlossen. Deshalb könne über die
medizinischen Massnahmen zur Besserung des Zustands noch kein definitiver
Bescheid gegeben werden. Die Diskushernie und die fortgeschrittene Arthrose in
beiden Schultern erlaubten keine Arbeit ohne Positionswechsel oder über dem Kopf.
Gemäss dem beigelegten Bericht der Klinik für orthopädische Chirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen vom 23. Februar 2006 hatte der Versicherte angegeben,
durch die AC-Gelenksinfiltration sei keine Verbesserung der Beschwerden erreicht
worden. Die Eingliederungsberaterin der IV-Stelle hielt am 29. Mai 2006 fest, eine
Arbeitsvermittlung mache vor dem Hintergrund der möglichen Eröffnung einer
Rahmenfrist bei der Arbeitslosenversicherung wenig Sinn. Sie hatte dem Versicherten
eine Anmeldung beim RAV empfohlen. PD Dr. med. C._ vom Kantonsspital St. Gallen
berichtete der IV-Stelle am 7. August 2006, als Zimmermann sei der Versicherte seit
dem 18. Mai 2006 zu 50% arbeitsunfähig. Die Ursache dieser Arbeitsunfähigkeit sei
eine Bandscheibendegeneration C6/7 mit Nervenwurzelkompression C7 bds. und
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linksbetonten Paraesthesien. Die Arbeitsfähigkeit könnte durch medizinische
Massnahmen verbessert werden. In Frage kämen mehrere Massnahmen von der
konservativen Krankengymnastik bis hin zu operativen Massnahmen in der Form einer
vertebralen Nukleotomie und einer ventralen Spondylodese des Segments C6/7.
Gemäss einem Bericht von PD Dr. med. C._ an den Hausarzt vom 6. April 2006 hatte
sich der Versicherte nicht für eine Operation entscheiden können. Dr. med. D._ vom
RAD empfahl am 7. November 2006 eine orthopädische und psychiatrische
Begutachtung.
D.
D.a Dr. med. univ. G._ berichtete in seinem psychiatrischen Teilgutachten vom 5.
Oktober 2007, aufgrund der langjährigen Schmerzsymptomatik bestehe ein
leichtgradiges neurasthenisches Beschwerdebild einhergehend mit
Durchschlafstörungen, vegetativen Beschwerden mit vermehrtem Schwitzen, Neigung
zu Unruhezuständen und bedrückter Stimmungslage. Dieses Beschwerdebild führe zu
einer leichten Beeinträchtigung der psychischen Belastbarkeit. Der Versicherte erhalte
eine antidepressive Medikation, wobei durch eine leichte Dosiserhöhung rasch eine
Besserung der Schlafstörungen zu erreichen wäre. Im neurologischen Status liessen
sich keine eindeutigen Nervenwurzelreizerscheinungen und damit auch keine sensiblen
oder motorischen Ausfälle erheben. Das Beschwerdebild sei orthopädisch zu
beurteilen. Aus rein psychiatrischer Sicht bestehe eine 10%ige Arbeitsunfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit als Zimmermann. Die zumutbare Arbeitsfähigkeit in einer dem
Leiden angepassten Tätigkeit sei orthopädisch zu beurteilen.
D.b Der orthopädische Gutachter Dr. med. E._ führte in seinem Gutachten vom 22.
Oktober 2007 aus, dem Versicherten sei aufgrund der ausgeprägten
Bandscheibendegeneration C6/7 mit Nervenwurzelkompression C7 bds. eine
Ausräumung der Bandscheibe mit Fusion des entsprechenden Segments empfohlen
worden. Der Versicherte habe sich aber nicht dazu entschliessen können. Zudem
bestünden Schmerzen in der Schulter links stärker als rechts. Eine Behandlung mittels
Spritzen und Physiotherapie sei nutzlos gewesen. Der Versicherte brauche täglich
Analgetika. Er leide gemäss seinen eigenen Angaben an drückenden, konstanten
Nackenschmerzen. Das Sitzen mit Inklinationshaltung des Kopfes sei auf 30 Min.
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limitiert. Das Gehen sei durch die lumbalen Schmerzen beeinträchtigt. Die
Beschwerden verstärkten sich beim Bücken und beim Heben und Tragen von Lasten.
Der Versicherte habe Dysaesthesien der Arme zirkulär bds. beschrieben, aber
Lähmungen der oberen Extremitäten verneint. Die stechenden Schmerzen in den
Schultern liessen das Liegen weder rechts noch links zu. Die Schmerzen verstärkten
sich beim Heben und Tragen von Lasten sowie bei Arbeiten über der Horizontalen. Die
lumbalen Schmerzen breiteten sich bis in die Fersen aus. Das Sitzen und das Gehen
seien schmerzbedingt auf 30 Min. beschränkt. Auch diese Beschwerden verstärkten
sich beim Bücken und beim Heben und Tragen von Lasten. Er spüre ein Ameisenlaufen
am Unterschenkel bds., aber die Beine seien nicht gelähmt und er habe auch keine
Miktionsschwierigkeiten. Dr. med. E._ gab folgende Diagnosen an: Osteochondrose
C5/6 und C6/7 mit kleiner mediolinkslateraler foraminal reichender Diskushernie C6/7
sowie Unkarthrose, partielle Supraspinatussehnenläsion mit Bursitis subacromialis und
hypertropher Acromioclaviculargelenksarthrose links, Ruptur der Subscapularissehne
und partielle Supraspinatussehnenruptur bei leicht hypertropher
Acromioclaviculargelenksarthrose rechts, Spondylarthrose L2/3 mit Diskushernie und
Spinalkanaleinengung sowie L3/4 mit Diskushernie und absoluter Spinalkanalstenose
sowie L4/5 mit Spondylarthrose als auch L5/S1. Hyperlipidämie, arterielle Hypertonie
und Aortensklerose. In seiner Beurteilung führte er aus, die Nackenschmerzen und die
abnormen Untersuchungsbefunde der HWS seien grösstenteils durch die im MRI
sichtbaren degenerativen HWS-Veränderungen erklärbar. Die zirkulären beidseitigen
Dysaesthesien der Arme seien aber bei fehlender neuraler Kompression im MRI nicht
nachvollziehbar. Die Schmerzen in den beiden Schultern und die pathologischen
Untersuchungsbefunde seien mit den im MRI nachgewiesenen degenerativen
Veränderungen vereinbar. Die lumbalen Schmerzen und die objektiv abnormen
Befunde der LWS seien durch die im MRI sichtbaren mehretagigen degenerativen
Veränderungen bedingt. Körperlich schwere Arbeiten in kalter und feuchter Umgebung,
die mit häufigen unphysiologischen inklinierten, reklinierten oder rotierten Stellungen
der Wirbelsäule verbunden seien und bei denen regelmässig Gegenstände über 10 kg
gehoben oder getragen, Tätigkeiten über der Horizontalen verrichtet oder vorwiegend
sitzend oder stehend ausgeübt werden müssten, seien nicht mehr vollumfänglich
zumutbar. Als Zimmermann sei der Versicherte noch zu 20% arbeitsfähig. Da die
konservativen Behandlungsmassnahmen an der HWS erfolglos gewesen seien, bleibe
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nur die Ausräumung der Bandscheibe C6/7 und die Spondylodese dieses Segments
als medizinische Massnahme. Gegen die Schulterschmerzen empfehle sich eine
arthroskopische subacromiale Dekompression links und die gleichzeitige Naht der
Subscapularissehne. Die lumbalen Schmerzen sollten nochmals mit einer Tonisierung
der paravertebralen Muskulatur in einer Physiotherapie und mit einer anschliessenden
medizinischen Trainingstherapie sowie mit einer Gewichtsreduktion behandelt werden.
Angesichts des mehretagigen Befalls sollte die Operationsindikation hier nur
zurückhaltend und nach ausgiebigen weitergehenden Abklärungen wie z.B. eine
Funktionsmyelographie gestellt werden. Gemäss der gemeinsamen orthopädisch-
psychiatrischen Beurteilung vom 22. Oktober 2007 bestehe in einer adaptierten
Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80%.
E.
Der Versicherte verzichtete schriftlich auf eine Arbeitsvermittlung. Die
Eingliederungsberaterin gab am 5. Dezember 2007 an, sie sehe keine Möglichkeit, den
Versicherten bei der Eingliederung zu unterstützen, da aus subjektiver Sicht keine
Arbeitsfähigkeit bestehe. Mit einer Mitteilung vom 23. Januar 2008 schloss die IV-Stelle
die Arbeitsvermittlung ab. Zur Prüfung eines allfälligen Rentenanspruchs verglich die
IV-Stelle ein Valideneinkommen 2007 von Fr. 64'312.- mit einem zumutbaren
Invalideneinkommen von Fr. 47'222.- (80% des Durchschnittseinkommens der
Hilfsarbeiter) und ermittelte so einen Invaliditätsgrad von 27%. Mit einem Vorbescheid
vom 23. Januar 2008 teilte sie dem Versicherten mit, dass sie beabsichtige, sein
Rentengesuch abzuweisen. Der Versicherte liess am 21. Februar 2008 sinngemäss
einwenden, es dürfe nicht sein, dass ein Gutachter die Einschätzungen von Ärzten, die
zeitlich und behandlungsmässig näher am Fall seien, ausser Acht lasse. Deshalb
müsse eine neue Begutachtung durch einen unvoreingenommenen Arzt erfolgen,
zumal er sich von Dr. med. E._ nicht ernst genommen gefühlt habe. Er stellte
ausdrücklich den Antrag auf berufliche Eingliederungsmassnahmen, primär die Suche
nach einer geeigneten Stelle und allenfalls ein vorgängiges Arbeitstraining oder eine
andere Integrations- oder Eingliederungsmassnahme. Wenn die IV-Stelle keine
Leistungen erbrächte, würde das dem Grundsatz von Treu und Glauben
widersprechen. Er sei nämlich aufgrund der Angaben von Dr. med. B._ und Dr. med.
F._ im berechtigten Glauben gewesen, er werde eine Dreiviertelsrente erhalten.
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Deshalb sei es ihm faktisch verwehrt gewesen, Leistungen der
Arbeitslosenversicherung zu erhalten. Dazu habe die unverhältnismässig lange Dauer
der IV-Abklärung beigetragen. Die zurückzuzahlenden Sozialhilfeleistungen stellten
einen Schaden dar, für den die Invalidenversicherung aufzukommen habe. H._ wies
die IV-Stelle am 7. Juli 2008 im Namen des Versicherten darauf hin, dass sie es
unterlassen habe, einen Bericht der behandelnden Psychiaterin Dr. med. I._
einzuholen. Dr. med. I._ berichtete der IV-Stelle am 13. September 2008, neben den
somatischen Diagnosen bestehe eine Anpassungsstörung mit längerer agitiert
depressiver Reaktion. Allenfalls wäre eine testpsychologische Prüfung vorzunehmen.
Eventuell wäre eine Abklärung in Appisberg sinnvoll, um die tatsächliche
Arbeitsfähigkeit und die Einsatzmöglichkeiten zu prüfen. Die Arbeitsunfähigkeit aus
psychischen Gründen sei unklar. Eine leichte Tätigkeit wäre an zwei bis drei Stunden
täglich zumutbar. Dr. med. J._ und Dr. med. K._ vom RAD hielten dazu am 18.
November 2008 fest, Dr. med. I._ habe die Arbeitsfähigkeit des Versicherten
somatisch beurteilt, obwohl sie Psychiaterin sei. Deshalb sei ihre Einschätzung nicht
geeignet, das Gutachten zu widerlegen. Die Diagnose einer Anpassungsstörung mit
längerer agitiert depressiver Reaktion entspreche im Wesentlichen dem von Dr. med.
univ. G._ umschriebenen leichtgradigen neurasthenischen Beschwerdebild. Daraus
resultiere jedoch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Mit einer Verfügung vom
19. November 2008 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten ab.
F.
Der Versicherte erhob am 12. Dezember 2008 Beschwerde. Er beantragte die
Zusprache einer ganzen Invalidenrente. Zur Begründung machte er sinngemäss
geltend, er habe sehr starke Rücken- und Schulterschmerzen, einen hohen Blutdruck
und Gleichgewichtsstörungen. Ausserdem sei er sehr nervös und er leide an
Depressionen. Er sei von Beruf Zimmermann und habe nur körperlich schwere
Tätigkeiten erledigt. Die von den Gutachtern festgestellten Einschränkungen bei
körperlich leichten Tätigkeiten bedeuteten, dass er praktisch aus dem Erwerbsleben
ausgeschlossen sei. Er sei in Behandlung bei einem Wirbelorthopäden. Den
entsprechenden Bericht werde er baldmöglichst zustellen. Am 22. Januar 2009 reichte
er einen Bericht von Dr. med. L._ vom 6. Januar 2009 ein. Dr. med. L._ hatte
angegeben, gestützt auf bildgebende Verfahren habe er eine multisegmentale
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Diskopathie der LWS mit konsekutiver Instabilität festgestellt. Diese Diagnose sei im
Gutachten nicht erwähnt worden. Im Übrigen sei keine wesentliche Veränderung
festzustellen gewesen. Gemäss dem Ergebnis der klinischen Untersuchung gehe es
dem Versicherten aktuell deutlich schlechter. Für die Tätigkeit als Zimmermann
bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in
einer angepassten Tätigkeit müsste anhand eines Leistungstests erfolgen. Aufgrund
der deutlichen Verschlechterung müsste die medizinische Situation physisch und
psychisch in einem neuen Gutachten beurteilt werden.
G.
Die IV-Stelle beantragte in ihrer Beschwerdeantwort vom 26. Februar 2009 die
Abweisung der Beschwerde. Sie machte geltend, der Versicherte sei als Hilfsarbeiter
zu qualifizieren, weshalb er keinen Anspruch auf eine Umschulung habe. Deshalb
könne auf das aus einer adaptierten Erwerbstätigkeit erzielbare Einkommen abgestellt
werden, ohne dass vorgängig berufliche Massnahmen durchzuführen wären. Im
nachgereichten Bericht von Dr. med. L._ werde eine Verschlechterung behauptet.
Der Stellungnahme des RAD vom 23. Februar 2009 zufolge seien dem Attest von Dr.
med. L._ keine neuen Erkenntnisse zu entnehmen. Insbesondere könne die Diagnose
einer multisegmentalen Instabilität das Ergebnis der Begutachtung nicht in Frage
stellen. Die verbliebene Arbeitsfähigkeit sei auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
verwertbar. Ein "Leidensabzug" sei nicht gerechtfertigt. Dr. med. K._ vom RAD hatte
am 23. Februar 2009 festgestellt, Dr. med. L._ habe keine neuen Tatsachen
vorgebracht. Er habe die Aussage von Dr med. E._ nicht widerlegt, denn jede LWS
mit multiplen degenerativen Veränderungen sei per definitionem instabil. Die Kernfrage
laute nicht, ob radiologisch eine sogenannte Instabilität vorliege, sondern wie sich die
radiologischen Befunde in der Funktionsfähigkeit auswirkten. Dr. med. E._ habe
angegeben, dass die Funktionsfähigkeit gut genug sei, um in einer adaptierten Tätigkeit
eine Arbeitsfähigkeit von 80% zu erlauben. Dr. med. L._ habe diese Einschätzung in
seinem Bericht nicht widerlegt. Der somatische Gesundheitszustand habe sich seit der
Begutachtung nicht geändert. Die abweichende Beurteilung entspringe einer
unterschiedlichen Wertung des gleichen Sachverhalts. Deshalb seien keine weiteren
Abklärungen notwendig.
H.
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Der Versicherte wandte am 19. März 2009 u.a. ein, er habe ein Anrecht auf einen
"Leidensabzug" von mindestens 20%. Bei körperlichen Anstrengungen würden seine
Beschwerden schnell stärker. Dadurch würde sein gesundheitlicher Zustand total
ruiniert.
I.
Die IV-Stelle verzichtete am 21. April 2009 auf eine Stellungnahme zur Replik.

Erwägungen:
1.
Der Beschwerdeführer hat dem Gericht nur die Zusprache einer ganzen Rente
beantragt. Die in der Stellungnahme zum Vorbescheid noch geltend gemachten
beruflichen Eingliederungsmassnahmen bilden deshalb nicht Gegenstand des
Beschwerdeverfahrens. Dasselbe gilt für die am gleichen Ort unter Berufung auf den
Grundsatz von Treu und Glauben beanspruchte Schadenersatzleistung. Gegenstand
des Beschwerdeverfahrens bildet ausschliesslich eine allfällige Rentenberechtigung.
2.
Gemäss Art. 16 ATSG ist das Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt
der Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen). Die Ermittlung des Validen- und des zumutbaren
Invalideneinkommens setzt die vorgängige Definition der Validen- und der
Invalidenkarriere voraus.
2.1 Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer als Hilfsarbeiter qualifiziert, da
er immer zu einem Hilfsarbeiterlohn gearbeitet habe. Der Beschwerdeführer selbst hat
sich als gelernter Zimmermann bezeichnet, ohne dies aber durch einen
Ausbildungsnachweis belegen zu können. Die A._ hat den Beschwerdeführer in
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ihrem Bericht vom 13. Dezember 2005 als Zimmermann bezeichnet. Die Frage, ob der
Beschwerdeführer nun als gelernter Zimmermann oder als Hilfsarbeiter zu betrachten
sei, kann offen bleiben, denn der Beschwerdeführer ist seit 1986 für die A._ tätig
gewesen. Daraus muss der Schluss gezogen werden, dass der Beschwerdeführer
seinem Können und seiner Leistung entsprechend entlöhnt worden ist. Wäre er bei der
A._ als gelernter Zimmermann unterfordert und damit auch unterbezahlt gewesen, so
hätte er längst eine qualifiziertere und damit auch besser bezahlte Stelle als
Zimmermann angenommen. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Tätigkeit für
die A._ die Validenkarriere des Beschwerdeführers, d.h. seine weitere berufliche
Tätigkeit bis zur Pensionierung im hypothetischen "Gesundheitsfall" bestimmt, wovon
im Übrigen auch der Beschwerdeführer selbst ausgeht. Der bei der A._ in der
bisherigen Stelle erzielbare Lohn stellt deshalb das Valideneinkommen dar.
Massgebend ist das Einkommen 2006, da der Beschwerdeführer seit August 2005 als
Zimmermann zu mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen ist (Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG in
der hier massgebenden Fassung vor dem Inkrafttreten der 5. IV-Revision). Die A._
hat für das Jahr 2005 einen Jahreslohn von Fr. 62'920.- angegeben. Im Baugewerbe ist
der Nominallohn 2006 um durchschnittlich 1,1% angestiegen (vgl. die vom Bundesamt
für Statistik herausgegebene Lohnentwicklung 2006, Tabelle T1.05). Das ergibt ein
Valideneinkommen von Fr. 63'612.-.
2.2 Der Beschwerdeführer ist als Zimmermann (oder als Hilfszimmermann) zu
mindestens 80% arbeitsunfähig. Da er in einer adaptierten Erwerbstätigkeit jedenfalls in
einem höheren Mass arbeitsfähig ist, kann die Invalidenkarriere nicht diejenige des
(Hilfs-) Zimmermanns sein. Wäre die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers in einer
adaptierten Erwerbstätigkeit so hoch, dass eine Erwerbseinbusse von 40% oder mehr
resultieren würde, so käme die im Grundsatz der Eingliederung vor Rente (vgl. U.
Kieser, ATSG-Kommentar, 2.A., Vorbemerkungen N. 47) zusammengefasste IV-
spezifische Schadenminderungspflicht zur Anwendung, d.h. der Beschwerdeführer
wäre grundsätzlich verpflichtet, einen qualifizierten Beruf zu erlernen, um so die auch in
einer adaptierten Erwerbstätigkeit bestehende Arbeitsunfähigkeit durch ein höheres
Lohnniveau auszugleichen und damit die behinderungsbedingte Erwerbseinbusse auf
unter 40% zu halten. Der Beschwerdeführer weist zwar eine für die damaligen
Verhältnisse in seinem Herkunftsland eher überdurchschnittliche Schulbildung auf, aber
es ist doch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass er sein
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schulisches Wissen und insbesondere seine Deutschkenntnisse ergänzen und
verbessern müsste, um eine Berufslehre absolvieren zu können. Vor der eigentlichen
beruflichen Umschulung müsste er also eine schulische Ausbildung absolvieren.
Berücksichtigt man, dass diese schulische Ausbildung und die anschliessende
Berufsausbildung mindestens drei, wahrscheinlich aber sogar vier Jahre in Anspruch
nehmen würden, so zeigt sich, dass eine qualifizierte Umschulung für den
Beschwerdeführer altersbedingt nicht mehr in Frage kommt. Die an die Umschulung
anschliessende erwerbliche Aktivitätsphase wäre viel zu kurz, um eine aufwendige
berufliche Eingliederung zu rechtfertigen. Die Invalidenkarriere ist also unabhängig von
der Fähigkeit des Beschwerdeführers, (nochmals) einen Beruf zu erlernen und
unabhängig von der Höhe der Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Erwerbstätigkeit
diejenige eines Hilfsarbeiters. Das zumutbare Invalideneinkommen bemisst sich somit
ausgehend vom Durchschnittseinkommen (Zentralwert) der Hilfsarbeiter im Jahr 2006.
Praxisgemäss ist dabei auf die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene
Lohnstrukturerhebung 2006, Anhang Tabelle TA1, abzustellen. Massgebend ist der
Durchschnittslohn der Hilfsarbeiter aller Branchen, da der Beschwerdeführer seine
verbliebene Arbeitskraft an einem adaptierten Hilfsarbeitsplatz in praktisch jeder
Branche verwerten könnte. Dieser Durchschnittslohn beläuft sich auf Fr. 4732.- bzw.
Fr. 56'784.-. Allerdings beruht dieser Betrag auf einer zur statistischen Vereinfachung
gewählten Wochenarbeitszeit von 40 Std. Die effektive durchschnittliche
Wochenarbeitszeit aller Branchen hat 2006 41,7 Std. betragen. Praxisgemäss ist der
Durchschnittslohn entsprechend umzurechnen. Damit beläuft sich das
Ausgangseinkommen zur Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens auf Fr.
59'197.-.
2.3 Die Höhe des zumutbaren Invalideneinkommens hängt vom Arbeitsfähigkeits- bzw.
Beschäftigungsgrad ab, der dem Beschwerdeführer in einer adaptierten Hilfsarbeit
möglich und zumutbar ist. Zu diesem Arbeitsfähigkeitsgrad liegen ärztliche Angaben
vor, die erheblich voneinander abweichen. Die früheste Arbeitsfähigkeitsschätzung
stammt von der Klinik Valens. Diese hat in ihrem Austrittsbericht vom 8. Juli 2005 eine
volle Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers für eine leichte bis mittelschwere,
wechselbelastende Tätigkeit (mit bestimmten Einschränkungen) angegeben. Wenige
Monate später, am 27. Dezember 2005, hat Dr. med. B._ die Auffassung vertreten,
dem Beschwerdeführer könne entgegen der Auffassung der Klinik Valens auch keine
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leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Arbeit zugemutet werden. Am 27. März
2006 hat Dr. med. B._ seine Einschätzung präzisiert, indem er angegeben hat,
vielleicht sei dem Beschwerdeführer eine wechselbelastende Tätigkeit ohne Tragen von
Gewichten halbtags zumutbar. PD Dr. med. C._ hat dann am 7. August 2006 eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 50% in einer adaptierten Tätigkeit angegeben,
dies aber auf einen Zeitraum von sechs Wochen beschränkt. Die Gutachter Dr. med.
E._ und Dr. med. univ. G._ haben am 5. und 22. Oktober 2007 eine Arbeitsfähigkeit
von 80% in einer adaptierten Erwerbstätigkeit ermittelt, wobei sie die Einschränkungen,
die bei einer adaptierten Tätigkeit zu beachten wären, grundsätzlich gleich, aber
präziser als die Klinik Valens umschrieben haben. Dr. med. I._ als behandelnde
Psychiaterin hat am 13. September 2008 für eine adaptierte Tätigkeit keine präzise
Arbeitsfähigkeitsschätzung abgeben wollen. Sie hat eine Abklärung in Appisberg
vorgeschlagen, um die tatsächliche Arbeitsfähigkeit zu ermitteln. Nur für die Tätigkeit
als Zimmermann hat sie – gestützt allerdings auf die somatischen Beeinträchtigungen –
eine genaue Einschätzung (100% arbeitsunfähig) vorgenommen. Dr. med. L._ hat am
6. Januar 2009 zwar eine Verschlechterung angegeben, aber die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers in einer adaptierten Erwerbstätigkeit nicht beziffert. Dr. med. K._
vom RAD hat am 23. Februar 2009 überzeugend dargelegt, dass Dr. med. L._ weder
eine neue Diagnose noch Verschlechterung in bezug auf die bereits früher gestellten
Diagnosen des Beschwerdeführers nachgewiesen habe. Zusammenfassend ist
festzuhalten, dass mit Ausnahme der Ärzte der Klinik Valens kein behandelnder Arzt
eine präzise Arbeitsfähigkeitsschätzung für eine adaptierte Erwerbstätigkeit abgegeben
hat. Es hat auch keiner der behandelnden Ärzte – wieder mit Ausnahme derjenigen der
Klinik Valens – definiert, wie eine adaptierte Erwerbstätigkeit beschaffen sein müsste.
Die allgemeine Aussage lautet also nur, es bestehe auf jeden Fall keine Arbeitsfähigkeit
von 80% oder sogar 100% in einer adaptierten Erwerbstätigkeit. Der Vorschlag, die
Arbeitsfähigkeit durch die BEFAS Appisberg bestimmen zu lassen, ist nicht zielführend,
da derartige Abklärungen nur dazu bestimmt sind, im Rahmen der Berufsberatung eine
geeignete Umschulungsmöglichkeit oder die den persönlichen Fähigkeiten und
Beschränkungen der versicherten Person entsprechende Arbeit zu definieren.
Versicherte, deren subjektive Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung nicht mit den objektiven
Abklärungsergebnissen übereinstimmt, benützen BEFAS-Abklärungen
erfahrungsgemäss oft dazu, ihre subjektive Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung als
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objektiv richtig zu "beweisen", d.h. sie demonstrieren eine in diesem Ausmass gar nicht
vorhandene Arbeitsunfähigkeit. Damit verfehlt die BEFAS-Abklärung nicht nur ihr
eigentliches Ziel, die Berufsberatung und damit die Umschulung oder eine andere
berufliche Eingliederung zu erleichtern, sondern sie erweist sich auch als ungeeignet,
den Arbeitsfähigkeitsgrad objektiv zu bestimmen. Eine EFL-Abklärung, wie sie von Dr.
med. L._ vorgeschlagen worden ist, ist bereits einmal durchgeführt worden. Die
Klinik Valens hat den Beschwerdeführer entsprechend untersucht und gestützt darauf
eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte Erwerbstätigkeit festgestellt.
Da diese Arbeitsfähigkeitsschätzung zusammen mit der Umschreibung einer
adaptierten Erwerbstätigkeit weitgehend mit denjenigen der Gutachter Dr. med. E._
und Dr. med. univ. G._ übereinstimmt und da die Ausführungen dieser beiden Ärzte
alle Anforderungen an ein beweiskräftiges Gutachten erfüllen, muss auf sie abgestellt
werden. Der Beschwerdeführer ist also mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einer
adaptierten Hilfsarbeit zu 80% arbeitsfähig. Die abweichenden Einschätzungen der
behandelnden Ärzte vermögen die Überzeugungskraft dieses Gutachtens nicht zu
erschüttern. Während Dr. med. E._ und Dr. med. univ. G._ als unabhängige
medizinische Sachverständige befragt worden sind, müssen alle anderen Ärzte, die
sich gegenüber der Beschwerdegegnerin geäussert haben, beweisrechtlich als
befangene Auskunftspersonen betrachtet werden, da sie zum Beschwerdeführer in
einem Auftragsverhältnis stehen oder gestanden haben. In bezug auf die Angaben von
Dr. med. B._ und von Dr. med. I._ gilt es zudem der Erfahrungstatsache Rechnung
zu tragen, dass langjährig behandelnde Ärzte insbesondere durch die konsequent
vertretene und im Alltag auch umgesetzte subjektive Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung
ihrer Patienten beeinflusst werden und deshalb in aller Regel keine vollständig
objektiven Aussagen zur Arbeitsfähigkeit machen können, sondern diese allzu
pessimistisch einschätzen. Zusammenfassend ist deshalb davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einer adaptierten
Hilfsarbeit zu 80% arbeitsfähig ist. Die Anforderungen an eine adaptierte Hilfsarbeit
sind nicht so einschränkend, dass der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit auf
dem freien Arbeitsmarkt überhaupt nicht mehr verwerten könnte und deshalb auf einen
geschützten Arbeitsplatz angewiesen wäre. Da auf den ausgeglichenen Arbeitsmarkt
abzustellen ist, spielt es keine Rolle, ob der reale und aktuelle Arbeitsmarkt im
massgebenden Zeitraum eine geeignete offene Arbeitsstelle bereitgehalten hat. Es
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genügt, wenn er eine solche Arbeitsstelle aufgewiesen hat, auch wenn diese bereits
besetzt gewesen ist. Das Fehlen einer offenen Stelle hätte den Beschwerdeführer
nämlich nur arbeitslos und nicht invalid gemacht. Daran ändert auch die Tatsache
nichts, dass eine der Ursachen der Arbeitslosigkeit die Gesundheitsbeeinträchtigung
gewesen ist. Bei einem Arbeitsfähigkeits- bzw. Beschäftigungsgrad von 80% resultiert
in Einkommen von Fr. 47'358.-.
2.4 Damit bleibt noch die bei der Bemessung des Invalideneinkommens anhand
statistischer Durchschnittslöhne immer aufzuwerfende Frage zu beantworten, ob ein
zusätzlicher Abzug notwendig sei. Ursache dieser Fragestellung ist der Umstand, dass
die statistischen Durchschnittslöhne auf der Grundlage der Löhne gesunder
Arbeitnehmer berechnet worden sind. In ihrer Gesundheit beeinträchtigte Arbeitnehmer
weisen aber aus der Sicht rein ökonomisch denkender Arbeitgeber Nachteile (und
damit zusätzliche Lohnkosten bzw. Ertragseinbussen) auf, die bei gesunden
Arbeitnehmern nicht vorhanden sind. Diese Nachteile schlagen sich nicht in der
Arbeitsunfähigkeit nieder, sondern treten zusätzlich auf. Dazu gehören etwa die
Unfähigkeit, bei Bedarf Überstunden (bzw. hier mehr als 80% eines Normalpensums)
zu leisten, die Unfähigkeit, bei Bedarf vorübergehend an einem anderen, nicht
adaptierten Arbeitsplatz eingesetzt zu werden, die Gefahr, überdurchschnittlich oft
krank zu sein usw. All diesen Nachteilen muss betriebswirtschaftlich betrachtet durch
einen angemessenen Minderlohn Rechnung getragen werden. Statistische Angaben
dazu existieren soweit ersichtlich nicht. Der Nachteil muss also geschätzt werden,
wobei ein Massstab (mit Ausnahme der – vom Bundesgericht aufgestellten, aber nie
begründeten – Beschränkung auf maximal 25%) fehlt. Statistisch ausgewiesen ist, dass
Arbeitnehmer, die teilzeitlich tätig sind, einen überproportionalen Lohnnachteil erleiden
(vgl. etwa die Lohnstrukturerhebung 2006, S. 16 Tabelle T2*). Besondere Ressourcen,
die dem Beschwerdeführer gegenüber anderen Hilfsarbeitern einen Vorteil verschaffen
würden, sind nicht vorhanden. Unter diesen Umständen erscheint es als gerechtfertigt,
einen zusätzlichen Abzug (in der Verwaltungspraxis leider missverständlich als
"Leidensabzug" bezeichnet, obwohl der leidensbedingte Abzug die Arbeitsunfähigkeit
ist) vorzunehmen. Dieser Abzug ist angesichts des statistisch ausgewiesenen
Teilzeitnachteils als bedeutsam zu qualifizieren. Ein Abzug von 15% erscheint als
gerechtfertigt. Damit beläuft sich das zumutbare Invalideneinkommen auf Fr. 40'254.-.
Bei einem Valideneinkommen von Fr. 63'612.- resultiert eine behinderungsbedingte
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Erwerbseinbusse von Fr. 23'358.-. Das entspricht einem Invaliditätsgrad von 37%. Die
Beschwerdegegnerin hat deshalb im Ergebnis zu Recht einen Rentenanspruch des
Beschwerdeführers verneint.
3.
Da sich die angefochtene Verfügung vom 19. Dezember 2008 als im Ergebnis richtig
erweist, ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist grundsätzlich
kostenpflichtig. Die Gerichtsgebühr richtet sich nach dem Verfahrensaufwand (Art. 69
Abs. 1 IVG). Der konkrete Verfahrensaufwand ist als mittelgradig einzustufen,
weshalb die Gerichtsgebühr praxisgemäss auf Fr. 600.- festzusetzen ist. Da dem
Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden ist, wird er von
der Bezahlung dieser Gerichtsgebühr befreit. Wenn seine wirtschaftlichen Verhältnisse
es später einmal gestatten sollten, wird der Staat den Beschwerdeführer jedoch zur
Nachzahlung des vom ihm entschädigten Teils der Gerichts- und Parteikosten
verpflichten (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG