Decision ID: 2b25fee9-57af-4e50-8ccc-9dd132b65a10
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1986
, war bei der
Y._ GmbH
als Sicherheitsagentin tätig
und über diese bei der
Allianz Suisse
Versi
che
rungs
-Gesellschaft AG
(Allianz)
gemäss dem Bundesgesetz über die Un
fall
versicherung (UVG) gegen Unfälle, unfallähnliche Körperschä
digun
gen und Be
rufs
krankheiten ver
sichert,
als sie sich am
1.
April 2014 im Dunkeln den Fuss
vertrat und sich das rechte Knie verdrehte (
Urk.
6/1,
Urk.
6/5).
Am
3.
Oktober 2014
wurde die Versicherte an ihrem rechten Knie operiert
(
arthroskopische
Re-Ersatz
plastik des vorderen Kreuzbandes und Innenm
eniskusteilresektion; Urk.
6/39/2).
1.2
Nachdem die Allianz ihre Leistungspflicht
anerkannt
und die vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld)
vorerst
erbracht hatte,
erteilte sie dem
die Versicherte behandelnden
Spital
keine Kostengutsprache
für den operativen Ein
griff vom
3.
Oktober 2014
(
Urk.
6/38) und teilte der Versicherten m
it
Schreiben vom 1
6.
Oktober 2014 (Urk. 6/42/2) mit, dass
der Status quo sine am 1
8.
Juni 2014 erreicht worden sei, und dass der natürliche
Kausalzusammen
hang zwischen
den nach diesem Zeitpunkt weiterbestehenden Beschwerden und
dem
Unfall
vom
1.
April 2014
zu verneinen sei, weshalb
die Versicherungs
leistungen auf
diesen Zeitpunkt einzustellen seien.
Mit Verf
ügung vom 2
9.
Januar 201
6
(Urk.
6/83) hielt die Allianz an der
Einstellung der vorübergehenden Leistun
gen
für
Heilbehandlung und Taggeld
per
1
8.
Juni 2014 fest.
Die
von der
Versicherten am
2
9.
Februar
2016
dagegen erhobene Einsprache (Urk.
6/88
)
wies die
Allianz
mit Entscheid vom
7.
September
2017
(Urk.
6/122
= Urk. 2) ab.
2.
Gege
n den
Einspracheentscheid
vom
7.
September
2017
(Urk. 2) erhob
die
Ver
si
cherte am
2
8.
September 2017
Be
schwerde
(Urk. 1)
und beantragte, dieser sei auf
zuhe
ben und es sei die
Allianz
zu verpflichten,
ihr ab dem 1
8.
Juni 2014 weiterhin Heilbehandlungs- und
Taggeldleistungen
für die Folgen des Unfalls vom
1.
April 2014
auszurichten.
Mit Beschwerdeantwort vom
3
0.
Oktober
2017 beantragte die
Allianz
die Abwei
sung
der Beschwerde (Urk.
5
S. 2
)
, wovon
der
Beschwerdeführer
in
am
8.
Janu
ar 2018
Kenntnis gegeben wurde (Urk.
7
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 bezie
hungsweise am 9. No
vember 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des UVG und der Verordnung über die Unfallversiche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 1. April 2014 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall An
wendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers ge
mäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall d
as Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse
Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
an
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Diese Rechtsprechung beschlägt dabei einzig die rechtlichen Folgen der Abklärung, insofern als dem Un
fallversicherer die Beweislast zugewiesen wird für den Fall, dass ungeklärt bleibt, ob dem Unfall (noch) eine kausale Bedeutung für den andauernden Ge
sund
heitsschaden zukommt. Bevor sich aber überhaupt die Frage der Beweislast stellt, ist der Sachverhalt im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes richtig u
nd vollständig zu klären (Urteile des Bundesgerichts 8C_354/2007 vom
4.
August 2008, E. 2.2, und
8C_540/2007 vom 2
7.
März 2008, E. 4.3.2).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Nach der Rechtsprechung gehören zu den im Sinne von Art. 6 Abs. 1 UVG mas
s
gebenden Ursachen auch Umstände, ohne deren Vorhandensein die gesund
heitli
che Beeinträchtigung nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre. Eine scha
densaus
lösende traumatische Einwirkung wirkt also selbst dann leistungs
begrün
dend, wenn der betreffende Schaden auch ohne das versicherte Ereignis früher oder spä
ter wohl eingetreten wäre, der Unfall somit nur hinsichtlich
des Zeit
punkts des Schadenseintritts Conditio sine qua non war. Anders verhält es sich, wenn der Unfall nur Gelegenheits- oder Zufallsursache ist, welche ein ge
gen
wärtiges Ri
siko, mit dessen Realisierung jederzeit zu rechnen gewesen wäre, manifest werden lässt, ohne im Rahmen des Verhältnisses von Ursache und Wirkung eigenständige
Bedeutung anzunehmen (Urteile des Bundesgerichts 8C_380/2011 vom 20. Okto
be
r
2011 E. 4.2.1, 8C_301/2007 vom 15. Januar
2008 E. 5.1.1 und U 413/05 vom 5. April
2007 E. 4.2 mit Hinweisen). Wenn ein alltäglicher alternativer Belastungs
faktor zu annähernd gleicher Zeit dieselbe Gesundheitsschädigung hätte bewirken können, erscheint der Unfall nicht als kau
sal signifikantes Ereignis, sondern
als austauschbarer Anlass; es entsteht daher keine Leistungs
pflicht des obligato
ri
schen Unfallversicherers (Urteile des Bundesgerichts 8C_380/2011 vom 20. Okto
ber 2011 E. 4.2.2, U 413/05 vom 5. April 2007 E. 4.2.3).
1.5
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine In
tegritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicher
ten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
In diesem Zeitpunkt ist der Un
fallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage
zu prüfen (Urteil des Bundes
ge
richts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder
Wiederherstellung der Arbeits
fä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Be
grif
fes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch
weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte
Bes
serung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines po
sitiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von wei
teren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger
the
rapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem
Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognos
tisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbe
sondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezem
ber 2014 E. 3).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
7.
Septem
ber 2017 (
Urk.
2)
gestützt auf das Aktengutachten ihres beratenden Arztes,
Dr.
med.
Z._
, vom
4.
Juli 2017 davon aus, dass
eine Verur
sachung
der Ruptur des rechten vorderen Kreuzbandes der Beschwerdeführerin
durch den versicherten Unfall vom
1.
April 2014 nicht mit dem massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt sei (S. 11),
und dass
von einem Erreichen des Status quo sine am 1
8.
Juni 2014 auszugehen sei (S.
12).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte
hiegegen
vor, dass
ein rechtsgenügender Nachweis einer weggefallenen natürlichen Kausalität von der diesbezüglichen beweisbelasteten Beschwerdegegnerin nicht erbracht worden sei, weshalb auch für die Zeit nach dem 1
8.
Juni 2014 von einem Fortbestehen der natürlichen Unfallkausalität auszugehen sei (
Urk.
1 S. 9).
3.
3.1
Zu prüfen ist im Folgenden anhand des medizinischen Sachverhalts, ob die Be
schwerdegegnerin zu Recht den Fallabschluss auf den 1
8.
Juni 2014 terminierte und die vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) auf diesen Zeitpunkt einstellte.
3.2
Die Ärzte des Klinikums
A._
erwähnten
in ihrem
undatierten
Bericht
(
Urk.
6/111/5), dass die Beschwerdeführerin vom 2
0.
bis 2
5.
März 2
003 hospitalisiert gewesen sei, und
diagnostizierten eine Ruptur des
vorderen Kreuzbandes und einen Riss des Innenmeniskus-
Hinterhorns
des rech
te
n
Kniegelenks
. Sie führten aus
, dass am 2
0.
März 2003
im Bereich des rechten Kniegelenks
eine
arthroskopische
vordere Kreuzbandersatzplastik und eine T
eil
resektion des
Innenmeniskush
interhorns
durchgeführt worden sei
en
(S. 1).
3.3
Die Ärzte der Radiologie
B._
stellten im MRI-Bericht vom
3.
März 2011 (
Urk.
6/90) fest, dass eine gleichentags durchgeführte Magnetreso
nanztomographie (MRI) des rechten Knies der Beschwerdeführerin ein fehlendes plastisches vorderes Kreuzband bei schon länger vorbestehender Ruptur ohne aktu
ellen Stumpfnachweis ergeben habe.
3.4
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Chirurgie, erwähnte im Auszug aus der Kran
kengeschichte vom
4.
März 2011
(
Urk.
6/114)
, dass
die Beschwerdeführerin unter Instabilitätsgefühlen und gelegentlich unter Schmerzen in ihrem rechten Kniege
lenk leide, und dass eine
Reoperation
des vorderen Kreuzbandes angezeigt sei.
3.5
Die Ärzte der Radiologie
D._
stellten im MRI-Bericht vom 1
7.
April 2014 (
Urk.
6/8) fest, dass eine gleichentags durchgeführte MRI des rechten Knies der Beschwerdeführerin einen Status nach einer Operation des vor
deren Kreuzbandes (VKB-Plastik) ergeben habe, wobei das Implantat nicht mehr erkennbar sei (S. 1).
3.6
Dr.
med.
E._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
,
erwähnte in seinem Bericht vom
9.
Mai 2014 (
Urk.
6/10), dass die Beschwerdeführerin, welche sich bereits am 2
0.
März 2003 in Deutschland einer Knieoperation unterzogen habe (Meniskusteilresektion und VKB-Ersatz rechts), am
1.
April 2014 auf einer dunklen Treppe gestolpert und auf das rechte Knie gestürzt sei. Dabei habe sie sich auch das rechte Knie verdreht
,
einen Bluterguss
erlitten und in der Folge
unter einer starken
Druckdolenz
gelitten.
Er stellte die folgenden Diagnosen:
-
Kontusion und Distorsion des rechten Knies
,
nachfolgend ein
Reizknie
rechts
-
Verdacht auf eine Sudeck-Reaktion
3.7
Dr.
med.
F._
,
Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, Oberarzt beim Kantonsspital
G._
, stellte in seinem Bericht vom 2
7.
Mai 2014 (
Urk.
6/19) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
VKB-
R
er
uptur
rechts am
1.
April 2014 bei:
-
Status nach VKB-Plastik und Innenmeniskus-Teilresektion am 2
0.
März
2003 in Deutschland
-
bekannte Akne
inversa
-
Status nach Operation des Oberen Sprunggelenks (OSG) im Jahre 2001
Der Arzt erwähnte, dass
die Beschwerdeführerin
anamnestisch vor knapp zwei Monaten eine erstmalige
Redistorsion
des rechten Kniegelenks mit Instabilitäts
gefühl ohne
Giving-ways
und
mit
diffusen Beschwerden
erlitten habe
, wobei die
MRI-Untersuchung
ihres
rechten Kniegelenks ein fehlendes beziehungsweise
ein
klinisch insuffizientes
VKB
ergeben habe. Es sei vorerst für drei Monate eine Physiotherapie und eine Medizinische Trainingstherapie (MTT) angezeigt, um zu sehen, inwiefern eine genügende muskuläre Stabilisierung
erreicht werden könne
(S. 2).
In seinem Bericht vom 2
3.
Juni 2014 (
Urk.
6/26) stellte
Dr.
F._
fest, dass die Beschwerdeführerin nach gut zwei Monaten nach der VKB-Ruptur das klinisch sicher fehlende Vordere Kreuzband für die aktuelle Belastung n
euro
muskulär kompensieren könne. Für die Zeit ab 1
9.
Juni 2014 sei von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
und
für die Zeit
ab
7.
Juli 2014 von einer solchen von 100
%
auszu
gehen (S. 2).
3.8
Mit Bericht vom 2
8.
August 2014 (
Urk.
6/31) erwähnte
Dr.
F._
, dass die Beschwerdeführerin seit fünf Tagen unter plötzlich einschiessenden massiven Schmerzen im Bereich ihres rechten Kniegelenks leide (S. 1),
und dass vermutlich
von einer Läsion des Innenmeniskus, möglicherweise auch von einer
Tendinose
der
Patellasehne
in der Entnahmestelle am distalen
Patellapol
,
auszugehen sei. Seit dem 2
6.
August 2014 bestehe erneut eine (vollständige) Arbeitsunfähigkeit (S. 2).
3.9
Die Ärzte der Radiologie
D._
stellten im MRI-Bericht vom 2
9.
August 2014 (
Urk.
6/32) fest, dass eine gleichentags durchgeführte MRI des rechten Knies der Beschwerdeführerin
eine progrediente
Chondropathie
am medialen
Femur
condylus
, einen Status nach Meniskusteilresektion ohne Nachweis einer
Reruptur
sowie
eine
Reruptur
der VKB-Plastik mit verbliebenen Bohrkanälen
und Defekt
in der Patella bei Status nach VKB-Plastik Entnahme
ergeben habe und erwähn
ten, dass
sich das VKB nicht mehr abgrenzen lasse
.
3
.10
In seinem Bericht vom 2
5.
September 2014 (
Urk.
6/37) führte
Dr.
F._
aus, dass die Beschwerdeführerin trotz intensiver Physiotherapie, Analgesie und Entlastung unter persistierenden Schmerzen leide, weshalb eine Arbeitsunfähigkeit bestehe.
Entgegen der Beurteilung durch die Ärzte der Radiologie
D._
vom 2
9.
August 2014
halte er den teilresezierten Innenmeniskus für erneut zumindest im
Corpusbereich
für
rerupturiert
. Es sei deshalb eine Revision mit Meniskus
beurteilung und allfälliger Restmeniskusteilresektion und VKB-
Reersatzplastik
indiziert (S. 2).
3.11
Dr.
F._
erwähnte im Operationsbericht vom
7.
Oktober 2014 (
Urk.
6/39/2), dass die Beschwerdeführerin am
3.
Oktober 2014 an ihrem rechten Knie operiert worden sei. Dabei sei eine
arthroskopische
VKB-
Reersatzplastik
und eine Innen
meniskus-
Hinterhorn
-Teilresektion durchgeführt worden (S. 1).
Dabei
seien
auch
die Reste des
rupturierten
Kreuzbandes entfernt worden. Das
bereits teilresezierte,
deutlich degenerativ veränderte und aufgefaserte
Innenmeniskushinterhorn
sei
noch einmal reseziert worden (S. 2).
3.
12
Mit Bericht vom 2
9.
Januar 2015 (
Urk.
6/58) führte
Dr.
F._
aus, dass die nach der Operation vom
3.
Oktober 2014 aufgetretenen Entzündungszeichen
regre
dient
seien, und dass ein
Infektaspekt
nicht mehr vorhanden sei. Das rechte Knie sei jedoch
noch
stark in der Beweglichkeit
eingeschränkt, weshalb
eine wahr
scheinlich monatelange Muskelaufbautherapie angezeigt
sei
.
Für die
Zeit vom 2
5.
August 2014 bis vorerst Ende Februar 2015
bestehe eine
Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(S. 2).
3.13
Dr.
med.
H._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates
, Oberarzt beim Spital
I._
,
stellte in seinem Bericht vom 1
8.
Juni 2015 (
Urk.
6/67) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
Status nach VKB-
Reersatzplastik
und
Innenmeniskushinterhorn
-Teilre
sek
tion am rechten Knie vom
3.
Oktober 2014 mit
/bei
:
-
Status nach VKB-
Reruptur
am
1.
April 2014 mit sekundärer Restinnen
meniskusläsion
-
Status nach VKB-Plastik am 2
0.
März 2003 in Deutschland
Er erwähnte, dass die Beschwerdeführerin gegenwärtig schmerzfrei und ab sofort im Umfang von 100
%
arbeitsfähig sei (S. 2).
3.1
4
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Radiologie, nahm in seinem
radiologischen Teilgutachten
vom 2
2.
Dezember 2015 (
Urk.
6/82/2)
zum
Akteng
utachten von
Dr.
Z._
vom 1
2.
Januar 2016
(vgl. nachfolgend E. 3.15
)
zu den Bildern
betref
f
end die MRI-Untersuchung
des
rechten
Kniegelenks der Beschwerdeführerin vom
1
7.
April 2014 Stellung und führte aus, dass auf Grund der vollständigen Resor
p
tion des vorderen Kreuzbandimplantates und der
ossären
Konsolidation der Bohr
kanäle des Implantates
auf
eine alte Läsion der vorderen Kreuzbandplastik
zu schliessen sei
.
Demgegenüber sei das
Ödem im subkutanen Fettgewebe
w
ahr
scheinlich posttraumatisch bedingt
(S. 2).
3.15
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für
Chirurgie
, beratender Arzt der Beschwerde
gegnerin,
führte in seinem Gutachten vom 1
2.
Januar 2016 (Urk. 6/82/1) aus, dass die MRI-Untersuchung vom 1
7.
April 2014 eine nicht mehr nachweisbare
VKB-Plastik
ergeben habe, weshalb davon auszugehen sei, dass der Unfall vom
1.
April
2014
nicht zu einer
Reruptur
der VKB-Plastik geführt habe
.
Da bei der Beschwerdeführerin bereits im Jahre
2011 eine instabile Situation bei
einem Sta
tus nach
Resorption der VKB-Pl
astik
bestanden habe, sei das
Unfallereignis vom
1.
April
2014
für die
Instabilität
des rechten Kniegelenks nicht
verantwort
lich
. Durch das
Ereignis vom
1.
April 2014 sei es auch nicht zu einem zusätzlichen Schaden im Bereich des Innenmeniskus gekommen, da die
zwei Wochen nach
dem Unfallereignis
durchgeführte MRI k
eine erneute Läsion des Restmeniskus
ergeben habe
(S. 4)
.
3.1
6
Dr.
H._
erwähnte in seiner Stellungnahme vom 2
0.
April 2016 (
Urk.
6/94/2), dass die MRI
-
Untersuchung vom März 201
1
in Übereinstimmung mit derjenigen
vom April 2014
zwar
ein fehlendes Kreuzband
ergeben habe, dass diese MRI-Befunde indes
dem intraope
rativen Befund von Oktober 2014
wiedersprächen.
Dabei seien
rupturierte
Bandanteile
festgestellt
und bildlich dokumentiert worden
.
Für
eine
eher frische
Re
r
uptur
des
VKB spreche sodann
die vorgängige Beschwer
defreiheit der
Beschwerdeführerin und die erst
nach dem Trauma
vom
1.
April 2014
aufgetretene
n
Instabilitätsgefühle mit Gangunsicherheit und Schmerzen. Aus
diesen Gründen sei von
eine
r
frische
n
Traumatisierung des Kreuzband
trans
plantates
am
1.
April 2014 auszugehen.
Eine alleinige Bewertung der Kausalität anhand der MRI-Bilder
sei nicht
ausreichend
(S.
1)
, da die Sensitivität und Spezi
fität der MRI-Untersuchung bei VKB-Ersatzplastiken und entsprechenden Unter
suchung
zwischen 85
%
und 95
%
zu liegen kämen
(S. 2).
3.17
Dr.
J._
nahm in seinem radiologischen Teilgutachten vom
2
0.
Juni 2017
(Urk.
6/
119
/2) zum
Aktengut
achten von
Dr.
Z._
vom
4.
Juli 2017
(vgl. nach
folgend E. 3.18)
ergänzend
zu den
MRI-
Bildern
betreffend die MRI-Untersuchung
des Kniegelenks der Beschwerdeführerin vom
3.
März 2011
Stellung und führte aus, dass
bereits in den MRI-Bildern
vom
3.
März 2011 die vordere Kreuz
band
plastik nicht mehr erkennbar
gewesen sei.
Er erwähnte, dass
seines Wissens
in der
medizinischen
Literatur
k
ein Fall einer intakten vorderen Kreuzbandplastik, welcher in der MRI als gerissen beurteilt worden sei, beschrieben worden sei.
3.18
Dr.
Z._
führte in seinem Gutachten vom
4.
Juli 2017 (
Urk.
6/119/1) aus, dass
es
zu einer Diskrepanz des im Rahmen des
arthroskopischen
Eingriffs erhobenen Befundes im Vergleich zu einem vorgängigen MRI-Befund kommen könne. So sei es unter Kniespezialisten allgemein
bekannt, dass
trotz eines
arthroskopischen
Nachweises eines in situ liegenden Transplantats einer VKB-Plastik (gerissen oder intakt) der entsprechende
MRI-Befund eine fehlende
VKB-Plastik
ergeben könne
(S.
2). A
uf Grund der vorliegenden
peroperativen
Bilddokumentation der
arthros
k
o
pischen
Operation vom
3.
Oktober
2014 (vgl. Urk. 6/106
) sowie des Opera
tions
berichts von
Dr.
F._
sei davon auszugehen, dass anlässlich der Operation vom
3.
Oktober 2014 ein
gerissenes VKB-Transplantat in situ gelegen
habe
. Unklar bleibe der Zeitpunkt der Ruptur der am 2
0.
März 2003 implantierten VKB-Plastik. Obwohl
die
MRI
vom
1
7.
April
2017
ein
Hämatom ergeben hätt
e
n
,
welches
durch die
Kniekontusion und -d
istorsion vom
1.
April
2014
verursacht worden sei,
sei
dadurch
nicht bewiesen, dass das VKB-
Transplantat bei diesem Unfallereignis
ak
ut
gerissen sei
. Auch beim Eingriff vom
3.
Oktober
2014
könne auf Grund
der Be
schreibung des Befundes
durch den operierenden Arzt sowie auf Grund
der
perope
rativen
Bilddokumentation kein Rückschluss auf das Alter der
Ruptur des VKB-
Transplantat
s
gezogen werden.
Auf Grund der medizinischen
Akten und der Bilddokumentation
könne vielmehr lediglich
geschlossen werden, dass die am
2
0.
März
2003 implantierte
VKB-Plastik
zum Zeitpunkt der
Re
o
peration
vom
3.
Oktober
2014 gerissen
gewesen sei.
Obwohl
auf
G
rund der
durch
Dr.
C._
im Jahre 2011
dokumentieren klinischen Beschwerden und objektivierbaren Be
funde
erstellt sei,
dass das VKB Transplantat vom
2
0.
März
2003 bereits
im Jahre
2011 insuffizient
gewesen sei, sei eine Ruptur des Transplantats zu diesem Zeit
punkt nicht zu beweisen
(S. 2 f.)
.
Die Frage, warum verschiedene Radiologen nach mehrmaliger Durchsicht der MRI-Bilder zu einem falsch negativen Resultat gekommen seien und übereinstimmend davon ausgingen, dass das VKB-Trans
plantat vom 2
0.
März 2003 nicht mehr sichtbar gewesen sei, obwohl
das gerissene Transplantat
beim
arthroskopischen
Eingriff vom
3.
Oktober 2014 identifiziert, foto
grafiert und als Vorbereitung für die erneute VKB Plastik reseziert worden
sei
, müsse offenbleiben.
Seine
vorgängige Beurteilung vom 1
2.
Januar 2016
, welche
ohne Einsich
t
in die
peroperative
Fotodokumentation verfasst
worden sei
,
müsse er daher
revidieren.
Es stehe daher fest
, dass während der Operation vom
3.
Oktober 2014 ein
rupturiertes
VKB-Transplantat
bestanden
habe
, und dass der Zeitpunkt der
Ruptur
des Transplantats
nicht
sicher bestimm
t werden
könne
(S.
3).
4.
4.1
Den erwähnten medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass
die
Ärzte der Radiologie
B._
am
3.
März 2011 (
vorstehend E.
3.3
)
und die
Ärzte der Radiologie
D._
in ihren
MRI-Bericht
en
vom 1
7.
April 2014 (
vorstehend E.
3.5
)
und vom 2
9.
August 2014 (vorstehend E.
3.9
) ein fehlendes beziehungs
weise ein nicht mehr erkennbares VKB-Implantat vom 2
0.
März 2003 feststellten. Demgegenüber stellte
Dr.
F._
im Operationsbericht vom
7.
Oktober 2014 (
vorstehend E.
3.11
)
die Reste des
rupturierten
Kreuzbandes
fest
.
Darauf stützte sich
Dr.
Z._
in seinem Gutachten vom
4.
Juli 2017 (vorstehend E.
3.18
)
und
ging
davon aus, dass auf Grund der
peroperativen
Bilddokumentation der
arthros
k
o
pischen
Operation vom
3.
Oktober 2014 sowie
auf Grund
des Operations
be
richts von
Dr.
F._
davon auszugehen sei, dass anlässlich der Op
eration vom
3.
Oktober 2014 ein
gerissenes VKB-Transplantat in situ gelegen
habe
.
Auf Grund des Operationsberichts vom
7.
Oktober 2014 (vorstehend E.
3.11
) und der
perope
rativen
Bilddokumentation der Operation vom
3.
Oktober 2014 (
Urk.
6/106) steht
daher f
est, dass anlässlich der Operation vom
3.
Oktober 2014 ein
gerissenes VKB-Transplantat in situ lag. Demnach ergaben die MRI-Untersuchungen vom
3.
März 2011 (vorstehend E.
3.3
), vom 1
7.
April 2014 (vorstehend E.
3.5
) und vom 2
9.
August 2014 (vorstehend E.
3.9
) den unrichtigen Befund eines fehlende
n
be
ziehungsweise ein
es
nicht mehr erkennbare
n
VKB-Implantat
s
vom 2
0.
März 200
3.
4.2
Dr.
Z._
ging in seinem Gutachten
vom
4.
Juli 2017
(vorstehend E. 3.18)
davon aus, dass
MRI-Untersuchungen
bei einem durch Arthroskopie nachgewiesenen
(
ge
rissenen oder intakten
)
, in situ liegenden
VKB-Transplantat
den unrichtigen MRI-Befund
eine
r
fehlende VKB-Plastik ergeben könn
t
e
n
.
Diesbezüglich gilt es den
sich in den Akten befindenden wissenschaftlichen Artikel
zu
MRI-Unter
su
chungen nach einer VKB-Plastik
(
Alberto Grassi, James R
.
Bailey, Cecilia Signo
relli, Giuseppe
Carbone
, Andy
Tchonang
Wakam
, Gian Andrea
Lucidi
und Stefano
Zaffagnini
,
Magnetic
resonance
imaging
after
anterior
cruciate
ligament
recon
struction
: A
practical
guide
, in: World Journal
of
Orthop
edics
,
1
8.
Oktober
20
16, S.
638-649
;
Urk.
6/119/3) zu
berücksichtigen
. Danach
ist der MRI-Befund
nicht immer zielführend
,
weil es
zwischen
den Ergebnissen der
klinische
n
Untersu
chung und
denjenigen der MRI-Untersuchung zu Abweichungen kommen
kann
.
Gemäss
eine
r
wissenschaftliche
n
Studie
hätten
MRI-Untersuchungen in 24
% der
untersuchten
Fälle
von durch Arthroskopie und klinische Untersuchung nachge
wiesenen Läsionen des VKB-Transplantats fälschlicherweise ein intaktes Trans
plantat gezeigt
(S. 640).
Insgesamt betrug die Abweichung
der MRI-Befunde von den Ergebnissen der klinischen Untersuchungen 52
%
und
diejenige
der MRI-Befunde von den Ergebnissen der
arthroskopischen
Untersuchungen 44
%
.
Im Ver
gleich zu der den diagnostischen Standard zur Diagnose einer Ruptur des VKB-Transplantats darstellenden
arthroskopische
n
Untersuchung
weise
die
MRI-Untersuchung eine
Sensitivität
von
60
%
und
eine
Spezifität
von
87
%
auf. Es sei da
her möglich,
dass
im Rahmen der MRI-Untersuchung
ein scheinbar normales
VKB-Transplant
zu sehen
sei
, obwohl sich
das VKB-Transplantat
in der
klinisch
en
oder
in der
arthroskopisch
en
Untersuchung als
verletzt oder
verlängert
erweise
(S. 641).
4.3
Nach Gesagte
m
steht daher fest,
dass die MRI-Untersuchungen
vom
3.
März 2011 (vorstehend E.
3.3
), vom 1
7.
April 2014 (vorstehend E.
3.5
) und vom 2
9.
August 2014 (vorstehend E.
3.9
) den
(
un
richtigen
)
Befund eines fehlenden
beziehungs
weise ein
es nicht mehr erkennbaren
VKB-Implantat
s
vom 2
0.
März 2003
ergaben
,
obwohl das gerissene VKB-Implantat gemäss
der
peroperativen
Bilddokumen
ta
tion
anlässlich der
arthroskopischen
Operation vom
3.
Oktober 2014
erwiesener
massen noch in situ lag.
Aus diesem Grunde ist daher davon auszugehen
, dass im Rahmen der MRI-Untersuchung vom
3.
März 2011
entweder ein gerissenes
oder ein
noch intaktes VKB-Transplantat
nicht
gesehen wurde
. Es kann demzu
folge nicht ausgeschlossen werden, dass am
3.
März 2011 noch ein intaktes VKB-Transplantat bestand, welches jedoch mittels MRI nicht zu sehen war. Lediglich
im Rahmen
eine
r
arthroskopische
n
Untersuchung, welche
den diagnostischen Standard zur Diagnose einer Ruptur des VKB-Transplantats darstellt,
wäre der Zustand des VKB-Transplantats zu diesem Zeitpunkt mit der erforderlichen Ge
wissheit zu beurteilen gewesen.
In Würdigung der gesamten Umstände
und insbesondere der erstellten Abweichungen
der
Befunde
der MRI-Untersuchungen von
den Befunden der
arthroskopischen
Untersuchung
vom
3.
Oktober 2014 kann
vorliegend alleine
gestützt auf die Ergebnisse
der
MRI-Untersuchung vom
3.
März
2011
mangels eines
arthroskopischen
Befundes
nicht mit dem massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf eine Ruptur des VKB-Transplantats
zu diesem Zeitpunkt
geschlossen werden.
4.4
Des Gleichen kann auch auf Grund des von
Dr.
C._
am
4.
März 2011 erho
benen klinischen Befund
es
(vorstehend E.
3.4
), wonach
die Beschwerdeführerin
zu diesem Zeitpunkt
unter Instabilitätsgefühlen und gelegentlich unter Schmer
zen in ihrem rechten Kniegelenk
gelitten habe, nicht mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit darauf geschlossen
werden
, dass
sich
eine Ruptur des VKB-Implan
tat
s
vom 2
0.
März 2003 bereits zu diesem Zeitpunkt
ereignet gehabt hätte
.
Denn Instabilitätsgefühle und gelegentliche Knieschmerzen setzen nicht zwingend eine Ruptur des VKB-Transplantats voraus.
D
iese Symptome könnten auch
andere Ursachen haben
,
beispielsweise
eine Zerrung
oder
Elongation des
ansonsten noch intakten
VKB-Transplant
at
s
.
4.5
Gestützt auf die
medi
zin
i
sche Aktenlage und insbesondere auf die
nachvoll
zieh
bare Beurteilung durch
Dr.
Z._
vom
4.
Juli 2017
(vorstehend E. 3.18)
ist daher davon auszugehen
, dass eine Ruptur des VKB-Implantats vom 2
0.
März 2003 erst zum Zeitpunkt
der
arthroskopischen
Operation vom
3.
Oktober 2014
mit dem massgebenden Beweisgrad der überwiegend
en Wahrscheinlichkeit feststeht, dass indes der
genaue
Zeitpu
nkt, zu welchem sich
die Ruptur des
V
KB-Transplantats ereignete,
nicht
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
zu bestimmen ist
.
4.6
Demzufolge kann die Unfallkausalität der anlässlich der Operation vom
3.
Oktober
2014
festgestellten Ruptur des VKB-Transplantats vom 2
0.
März 2003
nicht mit der erforderlichen Gewissheit und insbesondere
nicht mit dem massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.
Auf
Grund des Umstandes, dass sich die Beschwerdeführerin am
3.
Oktober 2014 einem
erneuten
arthroskopischen
Eingriff an ihrem rechten Kniegelenk unterzog, bei
welchem
die Reste des
rupturierten
VKB-Transplantats entfernt wurden (vorsteh
end E.
3.11
), ist in Bezug auf die Frage nach der Unfallkausalität davon auszu
geh
en, dass ergänzende Beweismassnahmen und weitere medizinische Abklä
rung
en des Sachverhalts an diesem Ergebnis nichts ändern würden, weshalb da
von abzusehen ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen).
4.7
Damit bleibt die Frage
nach der
Unfallkausalität der Ruptur des VKB-Trans
plantats vom 2
0.
März 2003
und der dadurch bedingten Behandlungsbe
dürftig
keit und Arbeitsunfähigkeit der Beschwerde
führerin
in
der Zei
t ab 1
8.
Juni 2014
offen.
Diese Beweislosigkeit hat nach Gesagtem (vorstehend E.
1.3
) die Be
schwer
degegnerin zu tragen, da
sie
das unbestrittene
Unfallereignis vom
1.
April 2014 anerkannt
und der Beschwerdeführerin für dessen Folgen bis
1
7.
Juni 2014
Versi
cherungsleistungen
ausgerichtet hat
.
5.
Nach Gesagtem gelingt es der Beschwerdegegnerin nicht, das Dahinfallen jeder
(
teil
-)
kausalen Bedeutung
der Folgen des Unfalls vom
1.
April 2014 am 1
8.
Juni 2014 beziehungsweise das Erreichen des Status quo sine
vel
ante bezüglich dieses Unfalls
per 1
8.
Juni 2014 mit genügender Bestimmtheit beziehungsweise mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Die
Beschwer
de
gegnerin bleibt daher auch hinsichtlich der über den 1
8.
Juni 2014 hinaus ge
klagten rechtsseitigen Kniebeschwerden
der Beschwerdeführerin grundsätzlich
leistungspflichtig
.
Die
Sache
ist
daher
in Gutheissung der Beschwerde
zur weiteren Leistungsfest
setzung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.
6.1
Nach
§
34
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
d
).
6
.2
Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Prozessent
schädigung, welche in Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache, der Schwie
rig
keit des Prozesses sowie eines gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
2’40
0.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.