Decision ID: 14943292-ee6a-45c3-a62e-2495afadad31
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1949, meldete sich am 28. April 2012 zum Bezug von
Zusatzleistungen zur seit dem 1. April 2012 vorbezogenen Altersrente an (ver
gleiche zum Sachverhalt im Folgenden: Urteile des Sozialversicherungs
gerichts Z
L.2012.00093 vom 26. Juni
2014 [
Urk.
6/47] und ZL.2015.00062 vom 3
1.
März 2016
[
Urk.
6/66]
). Die Gemeinde
Y._
, Durchführungs
stelle für Zusatz
leistungen zur AHV/IV (nachfolgend Durchfüh
rungs
stelle), ermittelte einen Ein
nahmenüberschuss und wies das Gesuch mit Verfügung vom
13. September 2012 und anschliessend mit
Einspracheentscheid
vom 25. Septem
ber 2012
für die Zeit ab
1.
April 2012
ab.
Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil ZL.2012.00093 vom 26. Juni 2014 in dem Sinne gut, dass es den
Einspracheentscheid
vom 25. September 2012 aufhob und die Sache an die Durchführungsstelle zurückwies, damit diese
hinsichtlich des Eigenmietwertes der vom Versicherten bewohnten Liegenschaft weitere Abklärungen tätige
und hernach über den Anspruch des Versicherten auf Zusatzleistungen neu verfüge
(
Urk.
6/47)
.
Gestützt auf das Urteil vom 26. Juni 2014 nahm die Durchführungsstelle wei
tere Abklärungen vor. Hernach ermittelte sie erneut einen Einnahmen
über
schuss und wies das Gesuch des Versicherten mit Verfügung vom 7. Januar 2015 ab.
Die dagegen
erhobene
Einsprache wies die Durchführungsstelle mit Entscheid vom
16. Juni 2015 ebenfalls ab. Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das
Sozialversicherungsgericht
mit Urteil ZL.2015.00062 vom 3
1.
März 2016
(
Urk.
6/66)
, soweit es darauf eintrat, in dem Sinne teilweise gut, dass es den
Einspracheentscheid
vom 1
6.
Juni 2015
aufhob und die Sache an die Durchführungsstelle zurückwies, damit diese
eine Neuberechnung der Einnah
men und Ausgaben
im Sinne der Erwägungen
vornehme
und hernach über den Anspruch des Versicherten auf Zusatzleistungen für die Zeit ab
1.
April
2012
neu verfüge
.
Gestützt auf das Urteil vom 31. März 2016 nahm die Durchführungsstelle wei
tere Abklärungen vor
. Hernach ermittelte sie erneut einen Einnahmenüber
schuss und wies das Gesuch des Versicherten mit Verfügungen vom 1
1.
Oktober 2016 für die Zeit ab
1.
April 2012 bis zum 3
1.
Dezember 2014 ab (
Urk.
6/79-82
).
Die dagegen
erhobene
Einsprache vom
2
5.
Oktober 2016 (
Urk.
6/85)
wies die Durchführungsstelle mit Entscheid vom
2
0.
Februar 2017
ebenfalls ab
(
Urk.
6/96
)
.
1.2
Dagegen erhob
X._
am 2
7.
Februar 2017 Beschwerde (Urk. 1) mit dem sinngemässen Antrag, der angefochtene Entscheid sei im Sinne seiner Vor
bringen zu korrigieren und es seien ihm Zusatzleistungen ab
1.
April 2012 zuzusprechen. In der Beschwerdeantwort vom 2
5.
April 2017 schloss die Durchführungsstelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
5
)
, was dem Beschwerdeführer am
2.
Mai 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7)
.
2.
2.1
Mit der Verfügung vom 2
4.
Januar 2017 wies die Durchführungsstelle ein Gesuch des Versicherten um Zustellung von (weiteren) Aktenkopien ab (Prozess
ZL.
2017.00014,
Urk.
8/2).
2.2
Dagegen erhob der Versicherte am 3
1.
Januar 2017 Beschwerde (
Urk.
8/1) mit dem
sinngemässen
Antrag,
infolge einer Verletzung des rechtlichen Gehörs sei die Sache an
die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen, damit diese ihm
die kompletten Akten
kopien
betreffend den
Beizug
von Rechtsanwalt Kurt Berger inklusive der Kostenabrechnung
zu
stelle
.
In der Beschwerdeantwort vom 2
5.
April 2017
(
Urk.
8/8)
schloss die Durchführungsstelle auf Abweisung der Beschwerde.
Diese wurde dem Beschwerdeführer am
2.
Mai 2017 zugestellt (
Urk.
8/9).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen
(
Urk.
3/1-12, 3/17, 3/19-29, 8/3/1-7)
wird, so
weit erforderlich, in den Erwägun
gen einge
gangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Da die beiden Verfahren eng zusammenhängen, rechtfertigt es sich aus prozess
ökonomischen Gründen, den Prozess Nr. ZL.2017.00014 mit dem vorliegenden Pro
zess Nr. ZL.
2017.00025 zu vereinigen und unter dieser Prozessnummer wei
terzuführen. Das Verfahren Nr. ZL.2017.00014 ist als dadurch erledigt abzu
schreiben; dessen Akten werden im vorliegenden Prozess
unter
Urk.
8/0-
10
geführt.
2
.
2.1
Mit dem
Einwand
(
Urk.
8/1), die Beschwerdegegnerin habe es zu Unrecht unter
lassen,
ihm die kompletten Akten betreffend
den
Beizug
von
Rechtsanwalt
Kurt Berger inklusive de
ssen
Kostenabrechnung zuzustellen
,
macht der Beschwerde
führer eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend. Dieser Einwand ist vorab zu prüfen.
2
.2
Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör. Der Anspruch auf recht
liches Gehör umfasst unter anderem das Recht der versicherten Person, vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids sich zur Sache zu äussern, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn darauf abgestellt werden soll (BGE 121 V 151 E. 4a).
Nach der Rechtsprechung folgt aus dem Anspruch auf
rechtliches
Gehör das Recht der Parteien, Einsicht in die Akten eines hängigen Verfahrens zu nehmen und sich dazu zu äus
sern
(
Art.
29
Abs.
1 und 2 der Bundesverfassung)
.
Das Akteneinsichtsrecht bezieht sich grundsätzlich auf sämtliche verfahrensbezoge
nen Akten; ausgenommen sind praxisgemäss rein interne Akten, die aus
schliesslich für die interne Meinungsbildung bestimmt sind und den
en kein Beweischarakter zukommt
. Nicht erforderlich ist, dass die Akten den Entscheid in der Sache tatsächlich beeinflussen könnten. Die Einsicht in die Akten, die für ein bestimmtes Verfahren erstellt oder beigezogen wurden, kann demnach nicht mit der Begründung verweigert werden, die betreffenden Dokumente seien für den Verfahrensausgang
belanglos; vielmehr muss es der
versicherten Person
selber überlassen sein, die Relevanz der Akten zu beurteilen
. Der verfassungs
mässige Anspruch vermittelt grundsätzlich kein Recht auf Zusendung
(
Urteil des Bundesgerichts 9
C_369/2012 vom
2.
November 2012
E. 6.2
-3;
Art.
8 der Ver
ordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSV
).
2.3
Hinsichtlich des
vom Beschwerdeführer
gerügten
Beizug
s
von Rechtsanwalt Kurt Berger
hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer in ihrem Schrei
ben vom
5.
Dezember 2016 (
Urk.
6
/89) die
entsprechenden
Eckdaten
dar
gelegt.
Daraus ergibt sich, dass
Rechtsanwalt
Kurt Berger von der Beschwerde
gegnerin mündlich beauftragt wurde, sie
bei der Bearbeitung des Gesuchs des Versicherten als externe Fachperson
informell zu unterstützen
.
Dieser
Beizug
hat somit den Charakter einer
interne
n
Meinungsbildung
, welcher
kein Beweis
charakter zukommt. Daher hat der Beschwerdeführer
nach der Rechtsprechung
kei
n
en
Anspruch auf Einsicht in diesbezüglich allenfalls bestehende
Akten
, wie
beispielsweise
Abrechnungsunterlagen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_338/2
016
vom 2
1.
Februar 2017 E. 5.2
), und erst Recht nicht, dass ihm dies
e
zugestellt würden.
Zudem hat die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer mehrfach und uneingeschränkt auf die Möglichkeit der Akteneinsicht hingewiesen (
Urk.
6/86-87).
Somit wurde
n
in diesem Zusammenhang das rechtliche Gehör respektive das Akteneinsichtsrecht ausreichend gewahrt.
Im Übrigen ist kein Grund ersichtlich, weshalb die Beschwer
degegnerin eine externe Fachp
erson nicht hätte beiziehen dürfen. Indirekt wird die Zulässigkeit dieses Vorgehens auch mit
Art.
33
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver
sicherungsrechts (
ATSG
)
bestätigt, gemäss welchem
(extern)
beigezogene Perso
nen der Schweigepflicht unter
stehen
. Soweit der Beschwerdeführer darin eine Verletzung von datenschutzrechtlichen Bestimmungen erblickt,
bleibt es ihm unbenommen, den entsprechenden
Rechtsweg
zu beschreiten
.
Dies ist
nicht Gegenstand des angefochtenen Entscheids.
Auch sonst bestehen keine Anhalts
punkte für eine Ver
letzung des rechtlichen Gehörs.
Die Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
4.
Januar 2017 ist daher abzuweisen
.
3
.
3
.1
Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkann
ten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und In
validenversicherung, ELG). Als Einnahmen werden unter anderem Einkünfte aus beweglichem und unbeweglichem Vermögen (Art. 11 Abs. 1
lit
. b ELG) und ein Fünfzehntel, bei Personen, die eine AHV-Rente beziehen, ein Zehntel des einen Freibetrag übersteig
enden
Reinver
mögens angerechnet (Vermögensverzehr, Art. 11 Abs. 1
lit
. c ELG).
Nach Art. 17
Abs.
1 der Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hin
terlassenen- und Invalidenversicherung (ELV) ist das anrechenbare Vermö
gen
nach den Grundsätzen der Gesetzgebung über die direkte kantonale Steuer für die
Bewertung des Vermögens im Wohnsitzkanton zu bewerten.
Gemäss Art. 23 ELV sind in zeitlicher Hinsicht für die Berechnung der jährlichen Ergän
zungsleistung in der Regel die während des
vor
ausgegangenen Kalenderjahres erzielten anrechenbaren Einnahmen sowie das
am 1. Januar des Bezugsjahres vorhandene Vermögen massgebend (Abs. 1).
Bei der Bemessung der jährlichen Ergänzungsleistung sind die laufenden Renten, Pensionen und anderen wieder
kehrenden Leistungen (Art. 11
Abs.
1
lit
. d ELG) anzurechnen (
Abs.
3).
Der Ertrag des unbeweglichen Vermögens umfas
st auch den Mietwert der selbst
bewohnten Wohnung.
Für die Bemessung des Mietwertes der vom Eigen
tümer bewohnten Wohnung sind die Grundsätze der Gesetzgebung über die
direkte kantonale Steuer im Wohnsitzkanton massgebend (Art. 12 Abs. 1 ELV). Gemäss der
Weisung des Regierungsrates an die Steuerbehörden über die
Be
-wertung von Liegenschaften und die Festsetzung der Eigenmietwerte ab Steu
er-per
iode 2009 (Weisung 2009; Urk. 9
) beträgt der Eigenmietwert für Einfami
li
enhäuser grundsätzlich 3,5 % des Steuerwertes (
Rz
20 und 59 der Weisung 2009).
Ergänzungsleistungsrechtlich als Einkommen anzurechnen ist dabei nicht der gekürzte steuerliche Mietwert, sondern der nach Massgabe des kantonalen Steuerrechts ermittelte ungekürzte Mietwert (BGE 138 V 9). So findet ein steuer
rechtlicher Härtefallabzug bei den Ergänzungsleistungen keine Anwendung
(BGE 138 V 9 E. 4.7)
.
Dienen Grundstücke dem Bezüger nicht zu eigenen Wohnzwecken, so sind diese bei der Bewertung des Vermögens zum Verkehrswert einzusetzen (Art. 17 Abs. 4 ELV).
Nach der Rechtsprechung ist
unter dem Verkehrswert der Verkaufswert (Marktpreis) zu verstehen, den eine Liegenschaft im normalen Geschäftsverkehr besitzt (BGE 120 V 12
)
.
Wird nur ein Teil d
er Liegenschaft zu eigenen Wohn
zwecken genutzt, wird der selbst bewohnte Teil zum Steuerwert und der übrige zum Verkehrswert angerechnet (
Carigiet
/
Koch, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV,
2. Auflage, Zürich 2009, S. 168). Im Übrigen ist bei nicht selbst bewohnten Liegenschaften grundsätzlich ebenfalls ein Mietwert anzurechnen (
Carigiet
/
Koch,
a.a.O., S. 172).
3
.2
Bei der Bestimmung des Rein
vermögens nach
Art.
11
Abs.
1
lit
. c ELG sind die Schulden des
Versicherten
vom rohen Vermögen abzuziehen. Dazu zählen u
nter anderem
Hypothekarschulden, Kleinkredite bei Banken
und Darlehen zwischen Privaten
. Die Schuld muss tatsächlich entstanden sein, ihre Fälligkeit ist nicht vorausgesetzt. Ungewisse Schulden oder Schulden, deren Höhe noch nicht fest
steht, können nicht abgezogen werden. Die Schuld muss einwandfrei belegt sein (BGE 142 V 311 E. 3.1 und 3.3
)
.
Nach
Art.
23
Abs.
1 ELV ist das am
1.
Januar eines Bezugsjahres vorhande
ne Vermögen zeitlich massgebend
, so dass die Durchführungsstellen grundsätzlich das Vermögen aufgrund der letzten Steuer
veranlagung berücksichtigen können (vgl. Art 17
Abs.
1 ELV und
Art.
23
Abs.
2 ELV). Können Rentnerinnen und Rentner bei einer Neuanmeldung oder auch während der Leistungsberechtigung glaubhaft machen, dass ein wesentlich geringeres Vermögen vorhanden ist, ist auf dieses abzustützen (
Carigiet
/Koch, a.a.O., S. 167); dabei ist eine Neuberechnung der jährlichen Ergänzungsleistung wegen Vermögensverzehrs nur einmal jährlic
h möglich (
Art.
25
Abs.
3 ELV)
.
4
.
4
.1
Gegenstand des angefochtenen Entscheids vom 2
0.
Februar 2017 (
Urk.
2
/1
) sind
allfällige Zusatzleistungen des Beschwerd
eführers für die Zeit
vom
1. April
2
0
12
b
is zum 31. Dezember 2014. Strittig sind
vor allem
der Eigenmiet- und
der
Vermögenswert
der
vom Beschwerdeführer selber bewohnten Liegenschaft an der
Z._
in
Y._
.
Darauf
ist
im Folgenden einzugehen.
B
ezüglich der Zeit bis zum 3
1.
Dezember 2012
sind
dabei
die verbind
lichen Vorgabe
n der U
rteile vom 26. Juni 2014 und 3
1.
Mär
z 2016 (
Urk.
6/47,
Urk.
6/66)
zu beach
ten.
4
.2
Was die Zuordnung der Liegenschaft zum Privat- oder Geschäftsvermögen betrifft, war ursprünglich umstritten, ob ein Geschäftsanteil auszuscheiden sei. Diesbezüglich ist
nun
unbestritten, dass
die Liegenschaft ab dem
1.
Januar 2013 vollumfänglich dem Privatvermögen zuzuordnen
ist
(
Urk.
1).
Bezüglich des Zeitraums
vom
1.
April bis Ende Dezember 2012
machte
der Beschwerdeführer im Verwaltungsverfahren trotz entsprechender Beweisauflagen der
Beschwerde
gegnerin
vom
2
3.
Juni und 1
8.
A
ugust 2016 (
Urk.
6/69,
Urk.
6/72
)
keine sub
stantiierten
Angaben
.
Hingegen
führt er dazu
in der Beschwerde
aus
(
Urk.
1
S. 2), die Beschwerdegegnerin versuche mit der Ausscheidung eines Geschäfts
an
teils zu verwirren. Der Begriff Einfamilienhaus schliesse eine gewerbliche Nut
zung aus.
Bereits im Jahr 2012 habe
eine
(geschäftliche) Nutzung
der Liegen
schaft
nicht mehr
bestanden
, da er aus wirtschaftlichen Gründen seine Geschäftstätigkeit habe aufgeben müssen. Gestützt auf diese eigenen klaren Angaben des Versicherten is
t die Liegenschaft somit bereits
a
b
1.
April 2012 ganz dem Privatvermögen zuzuordnen. Abgesehen davon würde sich eine Aus
scheidung eines Geschäftsanteils
nicht zugunsten des Beschwerdeführers aus
wirken, da
auch in diesem Fall ein
entsprechender Mietertrag sowie
ein
Vermö
genswert
berücksichtigt werden müssten.
4
.3
4
.3
.1
Streitig sind vor allem der anzurechnende Vermögenswert und
der
Eigenmiet
wert der Liegenschaft.
In dieser Hinsicht steht g
emäss den Akten fest und ist unbestritten, dass bei der steuerlichen
„
Neubewertung 2009 des Einfamilienhauses“ (
Neubewertung 2009;
Urk.
6/67/2) gestützt auf die Weisung 2009 (
Urk.
9)
der
Vermögenssteuerwert der Liegenschaft
auf
Fr.
938‘000
.-
und der Eigen
miet
wert auf
jährlich
Fr.
32‘800
.-
(
3,5
%
von
Fr.
938‘000
.-
) festgesetzt worden
sind
.
Die Beschwerde
gegnerin – die
im angefochtenen Entscheid von einem Vermögenssteu
er
wert der Liegenschaft von
Fr.
495‘000
.-
sowie einem (jährlichen) Eigen
miet
wert von
Fr.
19‘680
.-
aus
ging (
Urk.
6/79-82)
–
beantragt nun
i
n der Beschwerdeantwort
(
Urk.
5)
,
gestützt auf die Neubewertung 2009 und die übrigen eingeholten
Steu
erakten sei
en
der
Vermögenssteuerwert der Liegensc
haft auf
Fr.
938‘000.- und der
jähr
lich
e
Eigenmiet
wert auf
Fr.
32‘
800.-
zu erhöhen
.
Demgegenüber bringt der Beschwerdeführer
hau
p
tsächlich
vor,
er habe seinen Wohnsitz bis
zum 2
8.
April 2012 im Kanton St. Gallen gehabt. Aus den rechtskräftigen Steuerer
klärungen für die Jahr 2011 und 2012
würden sich
Eigenmietwerte von jeweil
s
Fr.
0
ergeben
. Die
Neubewertung 2009
habe erst im Mai 2015 stattge
funden und könne daher nicht rückwirkend für die Steuerjahre 2011 und 2012 ange
wendet werden.
Im
Einspracheverfahren
der direkten kantonalen Steuer
für das Jahr 2013 sei
en
der Verkehrswert der Liegenschaft auf
Fr.
459‘000
.-
redu
ziert und der Eigen
miet
wert auf
Fr.
13‘960.- angepasst worden.
4
.3.2
Ausgangspunkt für die Beantwortung der Streitfragen sind
Art.
12
Abs.
1
und 17
Abs.
1 ELV
. Danach sind
für die Bemessung des
Vermögenswert
es
der Lie
genschaft
und
des
Eigenm
iet
wertes
die Grundsätze der Gesetzgebung über die direkte kantonale Steuer
für die Bewertung
im Wohnsitzkanton massgebend
.
Niedergelegt sind diese Bewertungsgrundsätze in der Weisung 200
9.
Gestützt darauf wurde
n
nach dem Wohnsitzwechsel des Beschwerdeführers vom Kanton St. Gallen in den Kanton Zürich gegen Ende April 2012
der Vermögenssteuer
wert der Liegenschaft
wie erwähnt auf
Fr.
938‘000
.-
und der
jährliche
Eigen
miet
wert auf
Fr.
32‘800
.-
festgelegt.
Steuerveranlagungen, welche dieser Neu
bewertung 2009 vorangegangen sind und
der
en
Ergebnis
ernsthaft
in Frage stellen würden,
sind nicht ersichtlich
.
In z
eitlicher Hinsicht gelten
die
Werte
der Neubewertung 2009
nach der Weisung 2009 grundsätzlich schon ab dem Steu
erjahr 200
9.
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers
ist daher bei der Festsetzung der Zusatzleistungen für die Ze
it ab
1.
April 2012 grundsätzlich
von diesen Werten gemäss der Neubewertung 2009
auszugehen,
umso mehr als dies
mit
der
Auskunft des kantonalen Steueramtes vom
2
0.
Septe
mber 2016
übereinstimmt
(
Urk.
6/78)
.
Hingegen fragt
sich
, ob die im
Einspracheentscheid
der direkten kantonalen Steuer für das Jahr 2013
vom 2
9.
Juni 2015
(
Urk.
6/67) erfolgte Reduktion des Vermögenssteuerwertes der Liegenschaft
von
Fr.
938‘000.-
auf
Fr.
459‘000
.-
– auf
welche
der Beschwerdeführer sich beruft
– Anlass
dazu gibt
, vom Ergebnis der
Neubewertung 2009
abzuweichen.
Dabei
ist zu beachten, dass
das
Ergebnis d
es
steuerlichen
Einsprache
entscheids
vom 2
9.
Juni 2015
für die Berechnung der Ergän
zungsleistungen nicht absolut ver
bindlich
ist
. Entscheidend ist nach
Art.
12
Abs.
1
und 17
Abs.
1 ELV
vielmehr
, ob die Begründung im steuerlichen
Einspracheentscheid
den
zuvor
bei der Neu
bewertung 2009 fest
gesetzten
Vermögenssteuerwert
der Liegenschaft
von
Fr.
938‘000
.-
und
den
Eigen
mietwert
von
jährlich
Fr.
32‘000
.-
im Lichte der
einschlägigen
Bewertungsgrundsätze
(Weisung 2009)
ernsthaft in Frage zu stellen vermag.
Dies ist
zu verneinen.
G
emäss dem
steuerlichen
Einspracheentscheid
vom 2
9.
Juni
2015
wurde der
Vermögenssteuerwert von
Fr.
938‘000
.-
einzig deshalb reduziert, weil er
höher
sei als der „Kaufpreis“
; gemeint ist mit dem „Kaufpreis“
der Preis von
Fr.
510‘000
.-
, zu welchem
der Beschwerdeführer die Liegenschaft
im Frühjahr 2009 im konkursrechtlichen Zwangsvollstreck
ungs
verfahren betreffend die Firma
A._
übernommen hat
(
Urk.
6/14)
.
D
aher wurde
der Vermögenssteuerwert
neu
auf 90
%
von
Fr.
510‘000
.--
fest
gesetzt, mithin auf
Fr.
459‘000.-
.
Dieses Vorgehen entspricht nicht der
verbindlichen
Vorgabe von
Ziff.
79 der Weisung 2009 (
Urk.
9),
gemäss welcher
als Voraussetzung für eine Reduktion des Vermögenssteuerwertes dieser tatsächlich höher als der
Ver
kehrswert – also der Marktpreis
(Verkaufswert)
, den eine Liegenschaft im nor
malen Geschäftsverkehr
besitzt –
sein muss
.
Denn a
bgesehen davon, dass ein einzelner Kaufpreis begrifflich nicht dasselbe ist wie der Verkehrswert (
N
aegeli
/
Hungerbühler
, Handbuch des
Liegenschaftenschätzers
,
3.
Aufl.
, Zürich
1988
,
S. 117), kann erst
r
echt nicht der
Übernahm
epreis im Rahmen eines
kon
kursrechtlichen
Zwangvollstreckungsverfahrens
– aufgrund der mit den
Beson
derheiten
des Vollstreckungsverfahrens erfahrungsgemäss verbundenen
man
gelnde
n
Objektivierung des
Ver
kaufs
wertes
–
dem Verkehrswert
gleichgesetzt werden.
Es handelt sich
beim konkursrechtlichen Zwangsvollstreckungsverfah
ren
eben gerade nicht um den normalen Geschäftsverkehr. In diesem Zusam
menhang ist auch darauf
hinzuweisen, dass
der Beschwerdeführer
, nachdem er
bei diesem Konkurs
ein
erstes
Angebot
für die Liegenschaft
von
Fr.
500‘000
.-
mit
Fr.
510‘
000
.- knapp überboten hat
te
,
im weiteren Verlauf des Verwertungs
verfahrens noch als einziger an der Liegenschaft Interessierter verblieb
(
Urk.
6/14)
. Es vermag daher unter diesen Umständen nicht zu erstaunen, dass der Begründung im steuerlichen
Einspracheentscheid
vom 2
9.
Juni 2015
in kei
ner Weise entnommen werden kann, weshalb der Vermögenssteuerwert der Lie
genschaft von
Fr.
938‘000
.-
über dem Verkehrswert liegen soll. Für eine solche Annahme bestehen auch in den Akten keine konkreten Anhaltspunkte,
und auch der Beschwerdeführ
er bringt diesbezüglich nichts S
ubstantiiertes vor.
Dass
das
Vorgehen im steuerlichen
Einspracheverfahren
nicht korrekt war, bringt im Übrigen selbst das kantonale Steueramt in
seinem Schreiben vom
7.
Dezem
ber 2016 (
Urk.
3/17
) klar zum Ausdruck. Somit kann darauf nach
Art.
12
Abs.
1
und 17
Abs.
1 ELV nicht abgestellt werden kann.
Es
bleibt
beim
Vermögens
steuerwe
rt von
Fr.
938‘000
.-
und dem daraus mit 3,5
%
abgeleitet
en Eigen
mietwert von
Fr.
32‘800
.
-.
Hinsichtlich des Eigenmietwertes gilt dies umso mehr, als der
für die
direkten
kantonalen Steuern im
Einsprache
entscheid
für das Jahr 2
013 festgesetzte Eigenmietwert
von
Fr.
17‘450
.-
(
Urk.
6/67)
ebenfalls vom
E
igenmietwert von
Fr.
32‘800.-
her
ge
leitet
wurde
, wobei die
reduzierenden Faktoren (O,6; Härtefallabzug)
vorliegend
gemäss den
obigen
Erwägungen
keine Anwendung finden.
4
.3.3
Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass bei der Festsetzung der Zusatzleis
tungen für den ganzen massgebenden Zeitraum in Übereinstimmung mit der Auffassung der Beschwerdegegnerin von einem Vermögenssteuerwert der Liegenschaft von
Fr.
938‘000
.-
und einem
Eigen
miet
wert von
Fr.
32‘8
00
.-
auszugehen ist.
4
.4
Bezüglich der (jährlichen) Hypothekarzinsen ging die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid aufgrund der rechtskräftigen Steuerveranlag
ungen für die Jahr
e
2012 bis 2014
(
Urk.
6/75/2-4)
von folgenden
Beträgen aus
:
Fr.
3
‘
557
.-
für den Zeitraum
1.
April bis Ende 2012 (
Urk.
6/79-80),
Fr.
3
‘
510
.-
für das Jahr 2013 (
Urk.
6/81) und
Fr.
3‘243
.-
für das Jahr 2014 (
Urk.
6/82).
Dieses Vorgehen ist korrekt
,
entspricht
zudem
dem eigenen Antrag des Beschwe
rdeführers (
Urk.
1 S. 4 unten) und stimmt
schliesslich
überein mit den verbindlichen Vo
r
gaben der
Rückwei
sungsurteile
vom 2
6.
Juni 2014 und
vom 3
1.
März 2016 (
Urk.
6/47
E. 2.5
,
Urk.
6/66
E. 4.6
).
Damit erweist sich der
Antrag
des Beschwerdeführers, wonach
hinsichtlich der Zeit ab
1.
April bis Ende 2012
auf
die
Hypothekarzin
sen von
Fr.
6‘656
.-
gemäss
der
Steuer
er
klärung 2011
(
Urk.
3/28)
abzustellen sei, als unbegründet.
Dies
widerspricht
den verbindlichen Vorgaben der
in Rechts
kraft erwachsenen
Rückweisungsurteile.
4
.5
Bei den Ausgaben kann der im angefochtenen Entscheid in der Zeit ab
1.
Oktober 2012 bis Ende 2014 berücksichtigte Mietzinsabzug von jährlich
Fr.
10‘680
.- (
Urk.
6/80-82)
in Übereinstimmung mit dem Antrag der Beschwer
degegnerin (
Urk.
5) in diesen Zeitraum auf jährlich
Fr.
13‘
200
.-
erhöht werden. Es handelt sich dabei entgegen der
Auffassung des Beschwerdeführers (
Urk.
1
S. 5)
um eine anerkannte Ausgabe, und nicht um eine fiktive Einnahme. Diese Erhöhung wirkt sich somit bei der Berechnung der Zusatzleistungen
zu seinen Gunsten aus.
4
.6
4
.6.1
Bezüglich der Berechnung der Reinvermögen beantragt der
Beschwerdeführer
zunächst
(
Urk.
1)
,
es seien die
in den Steuererklärungen
für die Jahre 2011
bis 2013 (
Urk.
3/28
,
Urk.
6/75/
3-
4)
deklarierten Darlehensschulden von
Fr.
75‘000.- per Ende 2011,
Fr.
63‘523.- per Ende 2012
und
Fr.
43‘523.- per Ende 2013 zu berücksichtigen. Dies verneinte die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid mit der Begründung, der Beschwerdeführer habe diese Schulden nicht
belegt
.
Hinsichtlich der per Ende 2011 geltend gemachten Darlehensschulden ist der Antrag des Beschwerdeführers unbegründet. Dann darüber wurde in den voran
gegangen
en
Urteilen vom 2
6.
Juni 2014 und 3
1.
März 2016 verbindlich
ent
schieden (
Urk.
6/47 E. 2.5,
Urk.
6/66 E. 4.3
). Es bes
teht kein Anlass
, diesbezüg
lich von der ursprünglichen Berechnung abzuweichen. Hinsichtlich der übrigen Darlehensschulden per Ende 2012 von
Fr.
63‘523.- und Ende 2013 von
Fr.
43‘523.- kann offen bleiben, ob sie
bei der Berechnung des Reinvermögens
abzuziehen sind oder nicht.
Denn s
elbst wenn man sie
abziehen würde
, wirkt sich dies
,
wie
nachfolgend
zu zeigen sein wird,
im Ergebnis
nicht aus.
4
.6.2
Im Weiteren beantragt der Beschwerdeführer den Abzug
von
Schulden betref
fend AHV,
Billag
, Steue
r
n und Zahnarztkosten per Ende 2011, Ende 2012 und Ende 2013 im Sinne
der
beigelegten Aufstellungen (
Urk.
3/24-27)
. Diesen Antrag wies
d
ie Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid
als unbe
gründet ab.
Über die
per Ende 2011 geltend gemachten Schulden wurde in den vorangegange
n
en
Urteilen vom 2
6.
Juni 2014 und 3
1.
März 2016 verbindlich
entschieden (
Urk.
6/47 E. 2.5
,
Urk.
6/66
E. 4.3
). Es besteht kein Anlass
, von der ursprünglichen Berechnung abzuweichen.
Hinsichtlich der übrigen per Ende 2012 und Ende 2013 geltend gemachten Schul
den
kann dem
Antrag des Versicherten in Übereinstimmung mit der Auf
fassung der Beschwerdegegnerin
nicht gefolgt werden
. Denn einerseits sind diese Schulden in den entsprechenden Steuer
er
klärungen für die Jahre 2012 und 2013
(
Urk.
6/75/3-4)
nicht enthalten
. Andererseits
hat der Beschwerdefüh
rer
sie
trotz der erschwerten Beweislage nicht näher substantiiert. Vielmehr
beliess
er
es
bei
blossen summarischen Aufstellungen, verbunden mit
der allge
meinen Behauptung, die
Schulden seien über jeden Zweifel erhaben, da sie mit Ausnahme der Zahnarztkosten von staatlichen Stellen stammen würden (
Urk.
1). Weder konkretisierte er diese Schulden noch legte er entsprechende Belege bei. Dass im Verlaufe eines Jahres erhebliche Änderungen in der Höhe der Schulden eingetreten seien, macht er
ebenfalls
nicht geltend.
Unter diesen Umständen
besteht
entgegen der A
uffassung des Versicherten kein
Anlass dazu, weitere Schulden zu berücksichtigen oder diesbezüglich
weitere Abklärungen
vorzunehmen.
4
.7
Die weiteren Berechnungselemente im angefochtenen Entscheid blieben unbestrit
ten. Mangels Anhaltspunkte
n
für Fehler sind sie daher zu bestätigen, soweit sie nicht aufgrund der obigen Erwägungen respektive deren Folgen
daraus
abzuändern sind.
5
.
Zu prüfen bleibt
im Folgenden
, ob und gegebenenfalls
wie sich
das Gesagte
auf die Berechnung der Zusatzleistungen
im Ergebnis auswirk
t
.
Der
im angefochtenen Entscheid (
Urk.
6/79-82) berücksichtigt
e
Vermögens
steuer
wert der Liegenschaft von
Fr.
495‘000.- ist gemäss
Erwägung 4.3.3 für den ganzen massgebenden Zeitraum
auf
Fr.
938‘000.-
zu
erhöhen
,
verbunden mit einer entsprechenden Erhöhung des
Reinvermögen
s respektive des
daraus abgeleitete
n
Vermögensverzehr
s zulasten des Versicherten
;
an dieser Erhöhung
würde
auch
der in Erwägung 4.6.1 erwähnt
e
Abzug
der
Schulden von
Fr.
63‘523.- per Ende 2012 und von
Fr.
43‘523.- per Ende 2013
nichts
ändern
.
Der im angefochtenen Entscheid berücksichtigte
jährliche
Eigenmietwert
v
on
Fr.
19‘680.- ist gemäss der Erwägung 4.3.3
für den ganzen Zeitraum
auf
jähr
lich
Fr.
32‘800.- zu erhöhen
, verbunden mit der entsprechenden Erhöhung des
jährliche
s
Vermögensertrag
s
zulasten des Versicherten; an dieser Erhöhung ändert grundsätzlich auch
der Umstand
nichts
,
dass
der
abzugsberechtigte Gebäudeunterhalt von
jährlich
Fr.
3‘936.- (gemäss dem angefochtenen Ent
scheid) auf
jährlich
Fr.
6‘560.-
zu
erhöh
en ist
(20
%
von
Fr.
32‘800
)
.
Da diese
einnahme
seitige
n
Erhöhungen des Vermögensverzehrs und
des
Vermögenser
trags auf der Ausgabenseite durch
die
in Erwägung 4.5 erwähnte Erhöhung des
jährliche
n
Mietzinsabzug
s
in der Zeit vom
1.
Oktober 2012 bis Ende 2014 von jährlich
Fr.
10‘680.- (gemäss dem angefochtenen Entscheid) auf
Fr.
13‘200.-
nicht kompensiert
werden
, bleibt es g
esamthaft
bei einem
Einnahmenüber
schuss
, so dass bis Dezember 2014 kein Anspruch auf Zusatzleistungen besteht
.
Im Ergebnis ist der angefochtene Entscheid daher zu bestätigen.
6
.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde
gegen den
Ein
sprache
entscheid
vom 2
0.
Februar 2017
.