Decision ID: bfb5c1e0-c169-54c3-93bf-c3188955dde8
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Pascale Hartmann, c/o procap,
Froburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente (Beginn)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich im Juni 1999 erstmals bei der IV-Stelle des Kantons Zürich an
und beantragte eine Umschulung auf eine neue Tätigkeit sowie eine Rente. Er gab an,
unter Hämophilie, Meniskus-, Rücken- und Muskelbeschwerden zu leiden (IV-act. 8-1
ff.). Die IV-Stelle holte verschiedene Arztberichte ein und veranlasste in der Folge eine
Begutachtung in der Rheuma- und Rehabilitationsklinik B._. Gestützt auf das
Gutachten von Dr. med. C._ und Dr. med. D._ vom 17. April 2000 (IV-act. 29-1 ff.)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 24. August 2000 einen Leistungsanspruch
(IV-act. 32-1 f.). Die Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
A.b Am 9. September 2008 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf Schulter
schmerzen links mit Bewegungs-/Belastungseinschränkungen, Kopf- und Rücken
schmerzen, Knieprobleme sowie Schlafstörungen wiederum zum Leistungsbezug an,
aufgrund zwischenzeitlicher Wohnsitzverlegung diesmal jedoch bei der IV-Stelle des
Kantons St. Gallen (IV-act. 1-1 ff.).
A.c In einem internen Protokoll vom 6. Oktober 2008 führte Dr. med. E._, Fachärztin
für Arbeitsmedizin FMH, vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD) nach einem
gleichentags stattgefundenen Gespräch mit dem Hausarzt Dr. med. F._, Arzt für
Allgemeine Medizin FMH, aus, ein Sturz von der Leiter aus 2 m Höhe am 4. April 2008
mit Kontusion der linken Schulter sowie einer konservativen Therapie und eine
Hämophilie A würden die Arbeitsfähigkeit des Versicherten beeinträchtigen. Der
Versicherte sei für leidensadaptierte Tätigkeiten (leichte bis mittelschwere Tätigkeiten,
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keine kraftvoll ausholende Bewegungen, keine repetitive Überkopftätigkeit mit dem
linken Arm) vollschichtig eingliederungsfähig (IV-act. 50-1 f.).
A.d Am 14. Oktober 2008 erstatteten die Ärzte der Rehaklinik G._ einen Aus
trittsbericht über den stationären Aufenthalt des Versicherten vom 6. August bis
24. September 2008. Sie diagnostizierten eine Kontusion der linken Schulter und des
Rückens anlässlich des Unfalls vom 4. April 2008 mit einer schmerzhaften Funktions
störung des linken Arms, einem zervikovertebralen Schmerzsyndrom sowie einer
mittelgradigen depressiven Episode, im Verlauf unter antidepressiver Medikation ge
bessert (ICD-10: F32.1), eine Hämophilie sowie einen Nikotinabusus und attestierten
aus rein somatischer Sicht eine ganztägige Arbeitsfähigkeit für leichte bis
mittelschwere Arbeit ohne wiederholte Überkopfarbeiten mit dem linken Arm und
ausholende kraftvolle Armbewegungen. Unter zusätzlicher Berücksichtigung der
psychischen Problematik attestierten die Ärzte eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % bei
Austritt (IV-act. 51-1 ff.).
A.e Am 31. Oktober 2008 erstattete die H._ einen Arbeitgeberbericht inkl.
Lohnabrechnungen für das Jahr 2007 und für Januar bis April 2008 (IV-act. 54-1 ff.). Im
Arbeitgeberbericht wird ausgeführt, dass der Versicherte seit dem 1. Januar 2007 als
Maler im Unternehmen tätig sei.
A.f Dr. med. I._, Oberarzt und Leiter des Ambulatoriums des Psychiatrie-Zentrums
J._, erstattete einen Arztbericht, welcher am 16. März 2009 bei der IV-Stelle einging.
Dr. I._ diagnostizierte Anpassungsstörungen und eine längere depressive Reaktion
mittlerer Ausprägung (ICD-10: F43.23) und attestierte eine 30 %ige
Leistungseinschränkung für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Gipser und Maurer für
die Zeit der ambulanten Behandlung vom 9. Oktober 2008 bis 2. Februar 2009 (IV-act.
71-1 ff.).
A.g Mit Mitteilung der IV-Stelle vom 10. September 2009 wurde der Anspruch des
Versicherten auf berufliche Eingliederungsmassnahmen verneint (IV-act. 78-1 f.).
A.h Mit Vorbescheid vom 10. September 2009 stellte die IV-Stelle dem Versicherten
die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 80-1 f.). Der Invaliditätsgrad
betrage 36 % (Valideneinkommen: Fr. 66'854.--, Invalideneinkommen: Fr. 43'028.--).
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A.i Der Versicherte liess am 28. September 2009 Einwand gegen den Vorbescheid
erheben (IV-act. 81-1 f.). Er beantragte eine Neubeurteilung, da die Schulter-
Beschwerden beidseits eher noch schlimmer geworden seien und der psychische
Zustand sich erheblich verschlechtert habe (Depression). Dem Einwand wurde ein
Arztbericht von Dr. med. K._, Facharzt für Psychiatrie & Psychotherapie, vom
10. September 2009 beigelegt (IV-act. 82-1 ff.).
A.j Auf Anfrage der IV-Stelle erstattete Dr. K._ am 10. März 2010 einen Bericht. Er
nannte als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige
Episode einer rezidivierenden Depression mit somatischen Symptomen F33.11, be
stehend seit Sommer 2008, einen Status nach einem Sturz von der Leiter im April 2008,
Schulterkontusion sowie eine pathologische Schmerzverarbeitung und attestierte eine
seit April 2008 bestehende 100 %ige Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten
Tätigkeit als Gipser. Er gehe auch von einer somatoformen
Schmerzverarbeitungsstörung aus; die Abgrenzung gegenüber der persönlichen
depressiven Störung sei schwierig (IV-act. 89-1 ff.).
A.k Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Medizinische Abklärungsstelle (MEDAS)
Ostschweiz am 9. November 2010 ein polydisziplinäres (neurologisches,
psychiatrisches und internistisches) Gutachten mit Untersuchungsdaten vom 16., 18.,
und 25. August 2010. Die Gutachter diagnostizierten mit Einschränkung der
zumutbaren Arbeitsfähigkeit eine chronische Periarthropathia humeroscapularis links,
eine chronische Periarthropathia humeroscapularis tendinotica rechts, ein chronisches
Zerviko- und Lumbovertebralsyndrom, chronische Gonalgien linksbetont, chronische
Calcaneodynien, chronische Spannungskopfschmerzen, eine Hochton-
Innenohrschwerhörigkeit beidseits, einen episodischen lageabhängigen
Schwankschwindel, eine Epicondylopathia humeri radialis beidseits sowie eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung, einhergehend mit einer mittelschweren
depressiven Störung mit somatischem Syndrom bei körperbezogenen Ängsten. Die
Gutachter führten aus, in körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten mit
diversen Einschränkungen werde gesamthaft und unter Berücksichtigung aller
gesundheitsbeeinträchtigenden Aspekte eine auf der psychiatrischen Diagnose
beruhende Arbeitsunfähigkeit von 50 % (ganztags, halbe Leistung) attestiert. Aus
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somatischer Sicht seien einzig qualitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit
nachvollziehbar (IV-act. 99-1 ff.).
A.l Die RAD-Ärztin Dr. med. L._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
hielt am 25. Februar 2011 in einer internen Stellungnahme fest, dass das Gutachten
plausibel sei. Seit Juli 2009 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit leidensadaptiert von 50 %
(ganztags, halbe Leistung; aus psychiatrischen Gründen).
A.m Mit Vorbescheid vom 10. März 2011 stellte die IV-Stelle dem Versicherten eine
halbe Rente der Invalidenversicherung ab 1. Juli 2010 in Aussicht (IV-act. 110-1 ff.). Der
Invaliditätsgrad betrage 54 % (Valideneinkommen: Fr. 65'772.--, Invalideneinkommen:
Fr. 29'990.--).
A.n Der Versicherte liess am 21. April 2011 Einwand gegen den Vorbescheid erheben.
Die halbe IV- Rente sei ihm bereits ab 1. April 2009 auszurichten (IV-act. 119-1 f.).
A.o Am 12. Juli 2011 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid (IV-act. 125-1,
121-1 ff.).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die am 18. August 2011 erhobene
Beschwerde. Darin wird beantragt, es seien die Verfügung vom 12. Juli 2011
aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab April 2009 eine halbe
Invalidenrente zuzusprechen. Zudem sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche
Prozessführung und die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu gewähren. Zur
Begründung wird im Wesentlichen ausgeführt, dass aktenmässig eine durchgehende
Arbeitsunfähigkeit aufgrund der psychiatrischen Diagnose seit dem Unfalldatum (4.
April 2008) erstellt sei. Ebenfalls gehe der psychiatrische Gutachter von einer
durchgehenden Arbeitsunfähigkeit seit dem Unfall, bzw. ab Februar 2009 von einer
50 %igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus. Aufgrund der Akten dürfte sich der
psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nach Februar 2009
kontinuierlich verschlechtert haben und seit Juli 2009 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %
bestehen. Der Beginn der Verschlechterung werde in der Zusammenfassung des
Gutachtens plötzlich auf Juli 2009 nach hinten verlegt statt wie vom Psychiater in
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seinem Gutachten auf Februar 2009 festgesetzt. Diese Abweichung werde im MEDAS-
Gutachten nicht erklärt. Aus den Akten gehe hervor, dass der Beschwerdeführer
therapeutisch schwer zugänglich sei. Es sei daher nachvollziehbar, dass er nicht
unmittelbar nach Beendigung der Therapie im Psychiatrie-Zentrum J._ sofort wieder
einen Psychiater aufgesucht habe. Daraus dürfe aber nicht abgeleitet werden, dass es
dem Beschwerdeführer während der folgenden Monate psychisch besser oder gleich
"gut" gegangen sei. So sei auch dem ausführlichen Arztbericht von Dr. K._ vom 10.
Februar 2010 zu entnehmen, dass eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % seit dem Unfall
bestehe (act. G 1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 27. September 2011 beantragt die Beschwerde
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. Es sei zudem festzustellen, dass der Be
schwerdeführer keinen Rentenanspruch habe. Zur Begründung führt sie im Wesent
lichen aus, der begutachtende Psychiater Dr. M._ habe sich zum Vorliegen der recht
sprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für die Annahme einer invalidisierenden
Wirkung der somatoformen Schmerzstörung nicht explizit geäussert. Zusätzlich zur
somatoformen Schmerzstörung habe der begutachtende Psychiater zunächst eine
"mittelschwere depressive Störung mit somatischem Syndrom" diagnostiziert. Der ver
wendete Diagnose-Code "ICD-10 F32.11" bezeichne eine "mittelgradige depressive
Episode mit somatischem Syndrom". Dabei handle es sich definitionsgemäss um ein
vorübergehendes Leiden, indem solche Episoden im Mittel etwa sechs Monate, selten
länger als ein Jahr dauerten und länger dauernde Störungen unter F33 oder F34 zu
subsumieren seien. Mittelgradige depressive Episoden könnten praxisgemäss regel
mässig als keine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare an
dauernde Depression im Sinne eines verselbständigten Gesundheitsschadens be
trachtet werden, welche es der betroffenen Person verunmögliche, die Folgen der
bestehenden Schmerzproblematik zu überwinden. Unter diesen Umständen gelte die
diagnostizierte mittelgradige depressive Störung bzw. Episode mit somatischem
Syndrom (ICD-10 F32.11) als Begleiterscheinung der Schmerzstörung und nicht als
selbständige, vom Schmerzsyndrom losgelöste psychische Komorbidität, die sich auf
grund ihres Schweregrades unbestreitbar von der Schmerzstörung unterscheiden
liesse. Auch die diagnostizierte Klaustrophobie sowie die Diagnose "rigide, schwer
nehmende und nachtragende akzentuierte Züge" stellten keine erhebliche Komorbidität
dar. Die invalidisierende Wirkung der somatoformen Schmerzstörung müsste sich
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daher aus den weiteren diesbezüglichen relevanten Kriterien ergeben. Diese Kriterien
seien jedoch – entgegen der Ansicht des RAD in der Stellungnahme vom 25. Februar
2011 – nicht hinreichend gehäuft und ausgeprägt erfüllt, um insgesamt den rechtlichen
Schluss auf eine (teil-)invalidisierende Gesundheitsschädigung zu gestatten.
Zusammenfassend sei festzuhalten, dass dem MEDAS-Gutachten in Bezug auf die
medizinischen Tatsachenfeststellungen voller Beweiswert beizumessen sei, jedoch kein
Raum für die Annahme einer mit dem psychischen Leiden begründeten Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit bestehe. In Bezug auf die Gesamtbeurteilung der Arbeitsfähigkeit
resultiere nach dem Gesagten eine volle Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten
Tätigkeiten. Nach Lage der Akten sei beim Beschwerdeführer auch in der Zeit vor der
MEDAS-Begutachtung kein psychiatrisches Leiden mit invalidisierender Wirkung
vorgelegen und es habe dadurch zu keinem Zeitpunkt eine mit psychischem Leiden
begründete Arbeitsunfähigkeit von längerer Dauer bestanden (act. G 5).
B.c Am 16. Januar 2012 liess der Beschwerdeführer Replik erstatten. Auch der RAD
halte in seiner Stellungnahme vom 25. Februar 2011 fest, dass das Gutachten plausibel
sei. Das Versäumnis der nicht geprüften Foerster-Kriterien habe der RAD in seiner
Stellungnahme nachgeholt, indem er eine Prüfung aufgrund der Akten vorgenommen
habe. Der RAD komme in seiner Beurteilung weiter zum Schluss, dass gemäss Recht
sprechung bei teilweiser Erfüllung der Foerster-Kriterien neu eine teilweise
Überwindung der Schmerzen als zumutbar gelte. Als Schlussfolgerung halte er fest,
dass die sich daraus ergebende Minderung der Arbeitsfähigkeit allerdings bereits in der
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der depressiven Störung enthalten sei.
Ob im vorliegenden Fall eine depressive Störung oder aber lediglich eine depressive
Episode vorliege, sei definitiv eine medizinische Frage, welche ein Mediziner zu
beurteilen habe. Dr. K._ halte in seinem Schreiben vom 13. Dezember 2011 (act. G
12.1) fest, dass der Beschwerdeführer ohne Zweifel an einer depressiven Störung leide
(ICD Code F 33). Es brauche gemäss Dr. K._ für eine Diagnose nach ICD-10 F33
mehrere unter ICD-10 F32 codierte depressive Episoden, was im Fall des
Beschwerdeführers gegeben sei. Im Weiteren halte Dr. K._ fest, dass es sich um eine
eigenständige, vom somatoformen Schmerzgeschehen unabhängige psychiatrische
Störung handle, da die ersten depressiven Episoden des Beschwerdeführers keinerlei
Bezug zu seiner Schmerzverarbeitungsstörung gehabt hätten bzw. auch vorher
aufgetreten seien. Im Übrigen gehe auch der RAD in seiner Stellungnahme vom
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25. Februar 2011 von einer eigenständigen depressiven Erkrankung aus; eine
Minderung der Arbeitsfähigkeit werde durch die Diagnose der depressiven Störung
bestätigt. Es könne aber sein, dass depressive Stimmungslagen sich aufgrund ihres
Schweregrades von einer somatoformen Schmerzstörung unterscheiden liessen. Im
vorliegenden Fall sei festzuhalten, dass der begutachtende Psychiater lege artis
vorgegangen sei, und es in der Natur der Sache liege, dass ihm ein gewisser
medizinischer Spielraum zugestanden werden müsse (act. G 12).
B.d Am 26. Januar 2012 erstattete die Beschwerdegegnerin eine Duplik. Selbst wenn
man von einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10: F33.1) ausginge, so wäre
dieses Leiden zwar rechtsprechungsgemäss nicht ohne Weiteres als blosse Begleit
erscheinung der Schmerzstörung und damit als nichtvalidisierender Faktor einzustufen.
Jedoch wäre auch mit dieser Diagnose keine erhebliche Komorbidität dargetan, zu
mal beim Beschwerdeführer das Beschwerdebild in nicht unerheblichem Masse von
invaliditätsfremden psychosozialen Faktoren mitbestimmt und aufrechterhalten werde
(act. G 14).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2012 sind die im Zug des ersten Teils der 6. Revision revidierten Be
stimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) und
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in Kraft getreten. In
materiell-rechtlicher Hinsicht gilt der übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Be
urteilung jene Rechtsnormen zugrunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen
Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den mate
riellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklichte (vgl. BGE 127 V 467 E. 1, 126 V
136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin hat die angefochtene Verfügung
am 12. Juli 2011 (IV-act. 125-1 ff.) und somit vor Inkrafttreten der 6. IV-Revision er
lassen. Die übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen im vorliegenden Fall keine
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materiell-rechtlichen Folgen, weshalb nachfolgend die zum Zeitpunkt des Verfügungs
erlasses anwendbaren Bestimmungen wiedergegeben werden.
2.
2.1 Als Invalidität gilt gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder
länger dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat
die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %,
auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn
sie mindestens zu 50 % oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 % in
valid ist.
2.2 Grundlage der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens ist die Arbeits
fähigkeitsschätzung. Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den
Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das
Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere
Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es,
den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Um
fang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE
125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, die aufgrund eingehender Be
obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten
und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei
der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb).
3.
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3.1 Die Beschwerdegegnerin stützt sich in der angefochtenen Verfügung auf die
Begutachtung durch die MEDAS Ostschweiz. Diese hat nach der Untersuchung des
Beschwerdeführers im August 2010 am 9. November 2010 als Hauptdiagnosen mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische Periarthropathia humeroscapularis
links mit subacromialem Impingement, eine chronische Periarthropathia
humeroscapularis tendinotica rechts, ein chronisches Zerviko- und
Lumbovertebralsyndrom ohne radikuläre Störungen, chronische Gonalgien linksbetont
ohne adäquates klinisches Korrelat, chronische Calcaneodynien DD myotendinotisch,
episodische (seit 1979) und seit April 2008 (Leitersturz) chronische
Spannungskopfschmerzen, eine Hochton-Innenohrschwerhörigkeit beidseits, einen
episodischen lageabhängigen Schwankschwindel unklarer Ätiologie, eine
Epicondylopathia humeri radialis beidseits sowie eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung, einhergehend mit einer mittelschweren depressiven Störung mit
somatischem Syndrom bei körperbezogenen Ängsten, genannt. Aus somatischer Sicht
lasse sich einzig eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestieren. Weder
die multiplen rheumatologischen noch neurologischen Symptome subjektiv
invalidisierenden Ausmasses liessen sich klinisch, radiologisch, laborchemisch oder
elektroneurophysiologisch genügend erklären, um eine quantitative Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit zu begründen (IV-act. 99-28). In körperlich leichten, wechselbe
lastenden Tätigkeiten ohne Arbeiten mit den oberen Extremitäten über Kopfhöhe, ohne
Wurfbewegungen oder kraftanfordernde manuelle Arbeiten attestieren die Gutachter
gesamthaft und unter Berücksichtigung aller gesundheitsbeeinträchtigenden Aspekte
eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % (ganztags, halbe Leistung). Die quantitative Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % beruhe ausschliesslich auf der psychi
atrischen Diagnose (IV-act. 99-27).
3.2 In psychiatrischer Hinsicht erfolgte die Begutachtung durch Dr. med. S. M._,
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie (IV-act. 99-44 ff.). Dieser diagnos
tizierte eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), einhergehend
mit einer mittelschweren depressiven Störung mit somatischem Syndrom (ICD-10:
F32.11), bei körperbezogenen Ängsten (ICD-10:41.8). In der Persönlichkeitsstruktur des
Beschwerdeführers bestünden ausserdem (wie vom behandelnden Psychiater be
schrieben) rigide, schwernehmende und nachtragende akzentuierte Züge (ICD-10:
Z73.1), was den therapeutischen Zugang erschweren dürfte. Auch eine Klaustrophobie
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(ICD-10: F40.2) habe anamnestisch erhoben werden können. Der Gutachter führte aus,
aus psychiatrischer Sicht bestehe die Abweichung der Beurteilung der Gutachter im
Vergleich zu den vorliegenden medizinischen Berichten einzig darin, dass der be
handelnde Psychiater, unter Berücksichtigung der körperlichen Leiden, die Arbeitsun
fähigkeit des Beschwerdeführers bei 100 % schätze. Unter Ausblendung der körper
lichen Leiden bzw. alleine aus psychiatrischer Sicht und ebenfalls unter Ausblendung
von nichtinvalidisierenden Faktoren lasse sich eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % für
körperlich adaptierte Tätigkeiten bestätigen (IV-act. 99-48, 99-50).
3.3 Die medizinische Fachperson muss dem Umstand Rechnung tragen, dass der
versicherten Person als Folge der IV-spezifischen Schadenminderungspflicht
zugemutet werden muss, trotz der objektiv vorhandenen oder zumindest subjektiv
empfundenen Schmerzen und Beeinträchtigungen soweit als objektiv möglich und
zumutbar einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, d.h. die Krankheitsüberzeugung zu
überwinden. Dieser Pflicht der versicherten Person muss die medizinische Fachperson
bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung Rechnung tragen.
3.3.1 Die Beschwerdegegnerin bestreitet erstmals in der Beschwerdeantwort
eine selbständige, vom Schmerzsyndrom losgelöste psychische Komorbidität und
erachtet die übrigen Foerster-Kriterien als nicht erfüllt. Im psychiatrischen
Consiliargutachten wird die Diagnose einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), einhergehend mit einer mittelschweren depressiven
Störung mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11), bei körperbezogenen Ängsten
(ICD-10: F41.8), genannt (IV-act. 99-48). Obwohl die "Internationale statistische
Klassifikation der Krankheiten und verwandten Gesundheitsprobleme" den ICD-Code
10: F32 als depressive 'Episode' qualifiziert, spricht der Text zur Diagnose sowohl im
Consiliar- als auch Gesamtgutachten explizit von einer (mittelschwere) depressive
'Störung' (IV-act. 99-48, 99-23). Mithin ist von einer eigentlichen depressiven 'Störung'
im Sinn von ICD-10 F33.1 auszugehen, zumal dies von Dr. K._ bestätigt wird: In
seinem Bericht vom 23. Dezember 2011 führte er aus, gemäss ICD-10 werde die
Diagnose F33 (= rezidivierende depressive 'Störung') verwendet, wenn mehrere unter
F32 kodierte depressive Episoden aufgetreten seien. Dies sei beim Beschwerdeführer
der Fall (act. G 12.1). Sodann ist zu prüfen, ob mit der gutachterlich diagnostizierten
mittelschweren depressiven Störung ein verselbständigter Gesundheitsschaden
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vorliegt. Dies vermutet Dr. K._, indem er im erwähnten Bericht zur Frage des
Vorliegens einer eigenständigen Störung ausführte, es könne sich beim
Beschwerdeführer durchaus um eine ursprünglich depressive Krankheit handeln; er sei
schon früher durch melancholische Züge aufgefallen. Als 16-Jähriger habe der
Beschwerdeführer einen schweren Motorradunfall mit Schädel-Hirn-Trauma erlitten,
also auch ein "schweres", vom Schicksal geprüftes Leben gehabt. Frühere depressive
Episoden seien sicher nicht im Zusammenhang mit Schmerzproblemen aufgetreten.
Der Beschwerdeführer sei bereits seit 2002 (also Jahre vor dem Sturz von der Leiter)
bei Dr. N._ (offenbar Arzt im Ambulatorium in der Klinik O._, vgl. IV-act. 82-2) in
psychiatrischer Behandlung gewesen. Die erste depressive Episode sei nach dem
ersten Konkurs (1991, nicht wie von Dr. K._ erwähnt um die Jahrtausendwende, vgl.
IV-act. 82-2, 73-34) in Zusammenhang mit Beziehungsproblemen aufgetreten; man
habe es eindeutig mit einer depressiven Störung zu tun (act. G 12.1). Dem
psychosomatischen Consilium der Rehaklinik G._ vom 18. September 2008 ist zu
entnehmen, dass die affektive Problematik, welche laut Angaben des
Beschwerdeführers seit der Trennung von seiner Ehefrau im Jahr 2002 bestehe, sich
nach dem Unfall am 4. April 2008 bei anhaltender Schmerzproblematik und fehlender
Tagesstrukturierung verstärkt habe. Es seien zu Beginn des Klinikaufenthaltes de
pressive Symptome im Rahmen einer mittelgradigen depressiven Episode aufgetreten
(IV-act. 73-35). Gegenüber der Suva gab der Beschwerdeführer am 17. November
2008 an, er sei aufgrund psychischer Beschwerden im Jahr 2002 während etwa sechs
Monaten in der Klinik O._ und anschliessend in ambulanter Behandlung gewesen.
Dies habe einiges gebracht, er habe aber immer wieder Probleme gehabt. Die Suva
kam zum Schluss, die psychischen Probleme würden nicht im Zusammenhang mit
dem Unfall (von 2008) stehen, es bestehe ein Vorzustand (vgl. Bericht der Suva P._,
Aussendienst, vom 17. November 2008, IV-act. 60-2 ff.). Dr. I._ hielt am 6. August
2009 fest, im Zusammenhang mit innerfamiliärem Zerwürfnis und Scheidung sei es zu
einer erstmaligen psychischen Krise gekommen, in deren Verlauf der
Beschwerdeführer ambulant psychiatrisch behandelt worden sei (IV-act. 71-2). Vor
diesem Hintergrund ist in der depressiven Problematik ein eigenständiges Krankheits
geschehen zu erblicken und eine Komorbidität mithin zu bejahen.
3.3.2 Es besteht im Weiteren ein chronischer Schmerzzustand, der wenigstens
teilweise eine somatische Ursache hat (IV-act. 99-22). Dabei handelt es sich um einen
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Umstand, der grundsätzlich geeignet ist, entweder die zumutbare Willensenergie zu
vermindern oder den zu überwindenden Widerstand zu erhöhen. Zudem ist zu be
achten, dass auch die Schwere der somatoformen Schmerzstörung geeignet sein
kann, die vollständige Überwindung der Krankheitsüberzeugung als unzumutbar
erscheinen zu lassen. Zu prüfen ist sodann, ob ein verfestigter, therapeutisch nicht
mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch
aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn) vorliegt. Gemäss
psychiatrischem Consiliargutachten der MEDAS leidet der Beschwerdeführer unter
anderem an körperbezogenen Ängsten. Nach der Trennung seiner Frau 2002 habe er
bereits eine depressive Episode durchgemacht, sei damals fachgerecht behandelt
worden und habe sich davon erholen können. Nun im Zusammenhang mit den
empfundenen Schmerzen bzw. deren Exazerbation nach dem Unfall im April 2008
seien depressive Symptome erneut in den Vordergrund gerückt, dies schon während
des Aufenthaltes in der Rehaklinik G._ vom 6. August bis 24. September 2008. Die
subjektiv empfundenen Schmerzen bzw. die Somatisierung von intrapsychischen
Konflikten und psychosozialen Belastungen liessen sich ätiologisch kaum von den
einzelnen Symptomen, welche dem somatischen Syndrom innerhalb der depressiven
Störungen angehörten, trennen, sie verstärkten sich eher gegenseitig und könnten den
Zugang einer effektiven Behandlung erschweren (IV-act. 99-49). Dr. K._ führte in
seinem Bericht vom 10. Februar 2010 zur Frage nach der Prognose aus, der
Beschwerdeführer habe resigniert und sehe depressiv und pessimistisch in die Zukunft.
Ohne eine gelingende antidepressive Behandlung seien die Aussichten auf einen
Wiedereinstieg ins "Leben" schlecht. Auch ein optimierter Umgang mit seinen
Schmerzen hänge wesentlich davon ab (IV-act. 89-2). Ein sogenannter primärer
Krankheitsgewinn ist daher zumindest nicht auszuschliessen. Hinsichtlich der Frage, ob
eine konsequent durchgeführte ambulante oder stationäre Behandlung (auch mit
unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten
Person gescheitert sei, erwog der psychiatrische Teilgutachter, der Beschwerdeführer
werde aus psychiatrischer Sicht bereits fachgerecht behandelt, eine Besserung des
psychopathologischen Zustandes sei bereits eingetreten und es bestehe aktuell – unter
Behandlung – eine depressive Störung mittlerer Ausprägung. Weitere therapeutische
Massnahmen, die eine Verbesserung seiner Arbeitsfähigkeit innerhalb eines Jahres
bewirken würden, könnten aus psychiatrischer Sicht nicht empfohlen werden (IV-act.
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99-50 f.). Unter diesen Umständen muss ein gewisses Scheitern der konsequent
durchgeführten Behandlung angenommen werden (vgl. auch diesbezügliche
Ausführungen des RAD vom 25. Februar 2011, IV-act. 105-2). Da sich der
Beschwerdeführer im Übrigen ab dem 10. Juli 2009 (IV-act. 89-1) freiwillig in
wöchentlich bis 14-tägliche Einzelpsychotherapie zu Dr. K._ begab (IV-act. 89-2,
99-48), ist von grundsätzlicher Kooperationsbereitschaft auszugehen. In den Akten
finden sich sodann, wie oben ausgeführt, Hinweise dazu, dass der Beschwerdeführer
ab ca. 2002 jahrelang bei Dr. med. N._ im Ambulatorium in der Klinik in Oetwil in
psychiatrischer Behandlung war (act. G 12.1 Ziff. 1, IV-act. 60-2, 82-2). Gemäss
Austrittsbericht der Rehaklinik G._ vom 14. Oktober 2008 bestand zusätzlich zu den
somatischen Einschränkungen eine leichte bis mittelschwere Leistungsminderung
infolge einer psychischen Störung mit Krankheitswert (IV-act. 51-2). Dr. K._ nannte in
seinem Bericht vom 15. November 2009 die Diagnose mittel- bis schwergradige
Depression mit somatischen Symptomen (IV-act. 89-5). Mithin ist ein mehrjähriger,
chronifizierter Krankheitsverlauf mit progredienter Symptomatik ohne länger dauernde
Rückbildung gegeben (vgl. auch IV-act. 105-2). Was das Kriterium des sozialen
Rückzugs angeht, so führt der psychiatrische Teilgutachter aus, der Beschwerdeführer
wohne seit der Scheidung 2005 alleine in einer 2-Zimmer-Wohnung. Er besuche die
älteste Tochter und die Enkelkinder, doch jeweils nach 2-3 Stunden werde er wieder
nervös und gehe lieber nach Hause. Freunde habe er nur noch wenige, er sei die
meiste Zeit alleine zu Hause (IV-act. 99-45). Im Bericht vom 10. September 2009 führte
Dr. K._ diesbezüglich aus, dass sich der Beschwerdeführer seit der Trennung von
seiner Frau kontinuierlich von allen und allem zurückgezogen habe. Nur wenige gute
Kollegen und seine älteste Tochter seien ihm geblieben. Durch seinen depressiven
Rückzug sei er nur schwer therapeutisch erreichbar (IV-act. 82-2 f.). Ein gewisser
sozialer Rückzug muss daher ebenfalls angenommen werden, wenngleich dieses
Kriterium nicht in ausgeprägter Weise erfüllt ist. Aus dem Gesagten folgt, dass mehrere
der einschlägigen Kriterien erfüllt sind. Auch die Psychiaterin des RAD, Dr. L._, geht
von einer teilweisen Erfüllung der Foersterschen Kriterien aus (IV-act. 105-2). Im
konkreten Fall erscheint es mithin mit Blick auf die höchstrichterliche Rechtsprechung
(Urteil des Bundesgerichts vom 8. April 2013, 8C_651/2012, E. 5.2) plausibel, mit
Rücksicht auf die genannten Umstände von einer reduzierten Arbeitsfähigkeit
auszugehen. Der erfahrene psychiatrische Gutachter der MEDAS ist sich im Jahr 2010
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der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu dieser Frage durchaus bewusst gewesen.
Wenn er trotzdem eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit angegeben hat, dann ist er
nach einer sorgfältigen Abwägung davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer
auch bei Aufwendung aller zumutbaren Willensenergie nicht in der Lage wäre, zu mehr
als 50 % einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Diese Einschätzung überzeugt. Bei der
Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens ist deshalb eine Arbeitsfähigkeit von
50 % zugrundezulegen.
3.4 Es ist zusammenfassend davon auszugehen, dass eine 50 %ige Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit ausgewiesen ist. Auch die Frage nach den zumutbaren Tätigkeiten
wurde im MEDAS-Gutachten vom 9. November 2010 hinreichend beantwortet, wird
doch ausgeführt, dass der Beschwerdeführer körperlich leichte, wechselbelastende
Tätigkeiten ohne Arbeiten mit den oberen Extremitäten über Kopfhöhe, ohne Wurf
bewegungen oder kraftanfordernde manuelle Arbeiten ganztags mit halber Leistung
auszuführen vermöge (IV-act. 99-27).
4.
4.1 Auf der Basis des gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeitsgrades für eine
leidensadaptierte Tätigkeit ist im Folgenden der Invaliditätsgrad zu bemessen. Recht
sprechungsgemäss ist bei der Ermittlung des Valideneinkommens entscheidend, was
die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Da nach
empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall
weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Validenein
kommens grundsätzlich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte,
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepasste Ver
dienst (vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S. K. vom 23. März 2009, 8C_515/2008). Es
rechtfertigt sich daher, von den Einkommensverhältnissen im letzten Jahr vor Eintritt
der gesundheitlichen Beeinträchtigung durch den Unfall im April 2008, nämlich 2007,
auszugehen. Der Beschwerdeführer erzielte im Jahr 2007 ein Einkommen von
Fr. 65'543.-- ("Lohnabrechnung für den Monat Jan-Dez. 2007" vom 1. Januar 2008, IV-
act. 54-8; IK-Auszug, IV-act. 45-2), das als Valideneinkommen bezeichnet werden
kann. Dieser Validenlohn ist zu Recht unbestritten.
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4.2 Nach Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung stehen dem Beschwerde
führer gemäss dem Begutachtungsergebnis noch verschiedene Hilfstätigkeiten offen.
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Hat sie nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich
zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung
statistische Werte (Tabellenlöhne) beigezogen werden (BGE 129 V 472 E. 4.2.1,
Bundesgerichtsentscheid i/S C. vom 19. Juni 2008, 9C_81/2008). Im Jahr 2007 machte
der statistische Durchschnittslohn für einfache und repetitive Tätigkeiten von Männern
Fr. 60'167.-- aus (Anhang 2 der vom Bundesamt für Sozialversicherungen
herausgegebenen Textausgabe 2006 IVG und ATSG).
4.3 Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre
gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur
mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist ein Abzug vom
massgebenden Tabellenlohn zu machen. Mit dem Abzug wird in der Praxis dem Um
stand Rechnung getragen, dass versicherte Personen, die in ihrer letzten Tätigkeit
körperliche Schwerarbeit verrichteten, nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für
leichtere Arbeiten nur beschränkt einsatzfähig sind, dass sie - unabhängig von der
früher ausgeübten Tätigkeit - als gesundheitlich Beeinträchtigte im Rahmen leichter
Hilfsarbeitertätigkeiten nicht mehr voll leistungsfähig sind oder dass weitere persön
liche und berufliche Merkmale wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, allenfalls
Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die
Höhe des Lohnes haben können. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist
der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter
Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf
höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen. (vgl. zum Ganzen: BGE 134 V 322
E. 5.2 und BGE 126 V 75). - Die medizinisch bedingten Einschränkungen des Be
schwerdeführers sind bei der Festsetzung der (ganztägig zu verwertenden) Arbeits
fähigkeit bereits berücksichtigt worden. Vorliegend ist allerdings zu beachten, dass
der Beschwerdeführer als Hilfsarbeiter nur noch für körperlich leichte, wechselbe
lastende Tätigkeiten, ohne Arbeiten mit den oberen Extremitäten über Kopfhöhe, ohne
Wurfbewegungen oder kraftanfordernde manuelle Arbeiten arbeitsfähig ist. Überdies
ist er aufgrund seiner psychischen Einschränkungen mit rigiden, schwernehmenden
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und nachtragenden akzentuierten Zügen (IV-act. 99-48) sowie eingeschränktem Kon
zentrationsvermögen und eingeschränkter Anpassungsfähigkeit und Belastbarkeit (IV-
act. 89-4) auf besonderes Verständnis seitens des Arbeitgebers und der
Arbeitskollegen angewiesen. Es ist deshalb damit zu rechnen, dass der
Beschwerdeführer im Vergleich zu gesunden Mitbewerbern um eine entsprechende
Stelle auf dem Arbeitsmarkt ein geringeres Einkommen erzielen wird. In Würdigung der
hier konkreten Umstände erscheint ein Tabellenlohnabzug von 10 % angemessen. -
Das Durchschnittseinkommen ist somit auf Fr. 54'150.30 herabzusetzen. Bei einer
Arbeitsfähigkeit von 50 % ergibt sich ein zumutbares Invalideneinkommen von
Fr. 27'075.15.
4.4 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 65'543.-- und einem zumutbaren Invaliden
einkommen von Fr. 27'075.15 stellt sich der Invaliditätsgrad auf rund 59 %. Damit hat
der Beschwerdeführer Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung.
4.5 Ist eine versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
zu durchschnittlich 40 % arbeitsunfähig gewesen und ist nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40 % invalid, so entsteht ein Rentenanspruch (Art. 28 Abs. 1 lit. b und c
IVG). Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG verweist auf Art. 6 ATSG. Demgemäss ist Arbeitsunfähig
keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgaben
bereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare
Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 Satz 2
ATSG). Bei Hilfsarbeitern wird für die Ermittlung des Invaliditätsgrades bei
längerdauernder Arbeitsunfähigkeit auf die Leistungsfähigkeit in einer
leidensadaptierten Tätigkeit abgestellt. Für die Festlegung des Rentenbeginns (und
Erfüllung des Wartejahrs) ist gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung jedoch
die Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich relevant (BGE 130 V
99 E. 3.2). Die einjährige Wartezeit gilt als eröffnet, sobald in der bisherigen Tätigkeit
eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % vorliegt (AHI 1998 S. 124 E. 3c). Für die
Erfüllung des Wartejahrs genügt eine durchschnittlich 40 %ige Arbeitsunfähigkeit.
Gemäss Einschätzung der begutachtenden Ärzte der Rheuma- und
Rehabilitationsklinik B._ im Gutachten vom 17. April 2000 war dem
Beschwerdeführer in rein somatischer Hinsicht die bisherige Tätigkeit als Maler/ Gipser
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seit 2000 nicht mehr zumutbar (IV-act. 29-14, 99-26). Jedoch war ihm damals der
Wechsel in eine adaptierte Tätigkeit mit leichten bis mittelgradigen körperlichen
Belastungen, im Wesentlichen auch im Sitzen sowie unter häufigem Positions
wechsel, uneingeschränkt zumutbar (IV-act. 29-14), weshalb damals kein Rentenan
spruch entstehen konnte. Gemäss Angabe des Maler & Gipsergeschäfts H._ vom
31. Oktober 2008 war der Beschwerdeführer indessen vom 1. Januar 2007 bis 4. April
2008 wieder in Vollzeit als Maler tätig (IV-act. 54-2 f.). Ein wesentlicher Unterbruch der
Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG liegt vor, wenn die versicherte
Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art.
29 IVV). Daher ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer spätestens ab
1. Januar 2007 in seiner angestammten Tätigkeit als Maler wieder voll arbeitsfähig und
mithin die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit beendet war, dies bis zum
Unfall vom 4. April 2008. Gemäss Gutachter der MEDAS bestand seit dem
Unfallereignis vom 4. April 2008 erneut eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit in der
bisherigen Tätigkeit als Gipser/Maler (IV-act. 99-26). Der Rentenanspruch des
Beschwerdeführers entstand damit nach Ablauf des Wartejahres gemäss oben
Ausgeführten per 1. April 2009 (vgl. Art. 29 Abs. 3 IVG). Die Frist von 6 Monaten
gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG nach Anmeldung vom 9. September 2008 ist damit auch
eingehalten.
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 12. Juli 2011 gutzuheissen. Dem Beschwerdeführer ist
mit Wirkung ab 1. April 2009 eine halbe Rente zuzusprechen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- er
scheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt, sodass ihr die gesamte
Gerichtsgebühr aufzuerlegen ist.
5.3 Der Beschwerdeführer hat bei Obsiegen Anspruch auf eine Parteientschädigung,
die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache
ter
bis
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und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird (Art. 61 lit. g ATSG; vgl.
auch Art. 98 ff. VRP). Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand angemessen
erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer). Die bereits erfolgte Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung
wird bei diesem Verfahrensausgang gegenstandslos.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP