Decision ID: 3b3e50a3-1536-52f7-b20b-4e308a6521be
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 21.06.2017 Art. 28 IVG, Art. 16 ATSG, Art. 43 Abs. 1 ATSG Die Würdigung der Gutachten und Berichte der behandelnden Ärzte hat ergeben, dass die Arbeitsfähigkeit weder aus psychiatrischer noch aus somatischer Sicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht, weshalb die Sache zur Neubegutachtung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21. Juni 2017, IV 2014/533). Entscheid vom 21. Juni 2017 Besetzung Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin ; Gerichtsschreiberin Annemarie Haase Geschäftsnr. IV 2014/533 Parteien A._, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Filiz-Félice Aydemir Séquin, Magnihalden 7, Postfach 14, 9004 St. Gallen, gegen IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen, Beschwerdegegnerin, Gegenstand Rentenrevision (Einstellung) Sachverhalt
Entscheid Versicherungsgericht, 21.06.2017
A.
A.a A._ meldete sich am 10. Januar 2000 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act.
2). Er hatte bis 1998 als Hilfsarbeiter in der Produktion bei der B._ AG gearbeitet (IV-
act. 5). Am 23. Oktober 2000 beauftragte die IV-Stelle die Klinik Valens mit einer
multidisziplinären Begutachtung des Versicherten inkl. der Durchführung einer
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (nachfolgend EFL, IV-act. 17). Im Bericht
der Klinik Valens vom 12. April 2001 erklärte Dr. med. C._, Ärztin Rheumatologie, die
Ergebnisse der am 26./27. März 2001 durchgeführten EFL seien aufgrund der
bestehenden Selbstlimitierung und der daher nicht zuverlässigen Leistungsbereitschaft
des Versicherten nicht verwertbar gewesen (IV-act. 26 S. 25 ff.). Im Rahmen der
multidisziplinären Begutachtung seien ein chronisches Panvertebralsyndrom und ein
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lumboradikuläres Reizsyndrom S1 links seit 11/98 sowie eine Anpassungsstörung mit
anhaltender depressiver Reaktion, differentialdiagnostisch evtl. auf der Basis einer
somatoformen Schmerzstörung, diagnostiziert worden. Der begutachtende Psychiater
med. pract. D._, Oberarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und
Suchtbehandlung E._, erklärte, im Zuge der körperlichen Beschwerden habe sich
eine schwere depressive Symptomatik entwickelt, die das rein körperlich bedingte
Beschwerdebild überlagert habe. Psychodynamisch sei davon auszugehen, dass die
Zusprache einer IV-Rente dazu führen werde, dass der Versicherte trotz seines
medizinisch "legitimierten" Ausstiegs aus dem Arbeitsleben "vor seiner Familie das
Gesicht wahren" könne. Eine erneute psychiatrische Standortbestimmung werde in
einem Jahr nach erfolgter antidepressiver Behandlung empfohlen. Zusammenfassend
hielten die Gutachter fest, der Versicherte sei aus somatischer Sicht in einer leichten
und wechselbelastenden Tätigkeit voll arbeitsfähig, aus psychiatrischer Sicht jedoch
vorläufig voll arbeitsunfähig (IV-act. 26). Daraufhin sprach die IV-Stelle dem
Versicherten mit einer Verfügung vom 7. Februar 2002 eine ganze IV-Rente zu (IV-act.
33). Die IV-Stelle erklärte am 6. September 2002 und am 6. Januar 2005, dass
weiterhin aufgrund des bisherigen Invaliditätgrades ein Anspruch auf eine ganze IV-
Rente bestehe (IV-act. 36, 44).
A.b Im Rahmen einer weiteren Überprüfung des Leistungsanspruches (IV-act. 45)
reichte der einzige behandelnde Arzt Dr. med. F._, Allgemeinmedizin, am 7. März
2010 einen Verlaufsbericht ein, in dem er von einem unveränderten
Gesundheitszustand des Versicherten ausging (IV-act. 50). Da weder über eine
therapeutische Behandlung der Anpassungsstörung seit der Rentenzusprache noch
über die psychiatrische Situation des Versicherten Informationen vorlagen, beauftragte
der Regionale Ärztliche Dienst (nachfolgend RAD) die Klinik Valens mit einer
Verlaufsbegutachtung (IV-act. 51, 57, 59). Dem interdisziplinären Konsensbericht der
Klinik Valens vom 14. März 2011 waren folgende Diagnosen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit zu entnehmen: Chronisches Panvertebralsyndrom mit einer
Lumboischialgie linksbetont und einer Zervikozephalgie (ICD-10 M54.8) und chronische
Schmerzstörung mit somatischen sowie psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41). Die
Gutachter gaben folgende Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit an: Status
nach Anpassungsstörung mit anhaltender depressiver Reaktion, chronische
Periarthropathia genu bds. und leichte Epicondylitis humeri ulnaris bds. Dr. C._
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konnte aus rheumatologischer Sicht keine Veränderung des Gesundheitszustands des
Versicherten feststellen; sie erklärte, weder lumbal noch zervikal seien motorische
Ausfälle vorhanden. Aus psychiatrischer Sicht berichtete Dr. med. G._, leitender Arzt
Psychosomatik, der Versicherte sei gemäss eigenen Angaben nach der Begutachtung
im Jahr 2001 einmal bei einem Psychiater gewesen; er habe in den letzten 10 Jahren
abgesehen von Momenten der Reizbarkeit und der Übellaunigkeit bei einem
fortgesetztem Schmerzerleben keine Beschwerden gehabt. Im Rahmen der aktuellen
Untersuchung hätten keine Hinweise auf ein relevantes psychisches Leiden gefunden
werden können. Es sei davon auszugehen, dass die im Jahr 2001 diagnostizierte
Anpassungsstörung über die Jahre ohne eine spezifische Therapie abgeklungen sei. Da
die Schmerzstörung jedoch bereits seit 13 Jahren tiefgreifend konsolidiere, sei nicht
davon auszugehen, dass der Versicherte die nötige Willensanstrengung aufbringen
könne, um eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen oder sich in eine Therapie zu begeben,
die seine körperlichen Beschwerden lindern könnte. Obwohl der Versicherte also aus
somatischer Sicht in einer angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei, sei aufgrund der
psychiatrischen Situation gesamthaft von einer vollen Arbeitsunfähigkeit auszugehen
(IV-act. 62). Dr. med. H._ vom RAD, Fachärztin für Arbeitsmedizin FMH, führte dazu
aus, das Gutachten der Klinik Valens sei grundsätzlich umfassend und schlüssig, die
vorgenommene Arbeitsfähigkeitsschätzung könne jedoch nicht nachvollzogen werden.
Aus versicherungsmedizinischer Sicht bestehe nämlich keine psychiatrische Diagnose
als Komorbidität zur Schmerzproblematik, welche die Annahme rechtfertigen würde,
der Versicherte könne die aus der Schmerzstörung resultierende subjektive
Überzeugung, vollständig arbeitsunfähig zu sein, nicht mit einer zumutbaren
Willensanstrengung überwinden (IV-act. 67).
A.c Mit einem Vorbescheid vom 1. Juli 2011 kündigte die IV-Stelle dem Versicherten
bei einem IV-Grad von 21% die Aufhebung der Rente an. Zur Begründung gab sie an,
dass eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung in der Regel nicht zu einer
langdauernden, invalidisierenden Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führe und dass
der Versicherte deshalb in einer leidensangepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei (IV-
act. 72). Dagegen liess der Versicherte am 7. September 2011 einwenden, es liege
weder ein veränderter medizinischer Sachverhalt - und somit ein Revisionsgrund - vor,
noch sei die Einschätzung des RAD unabhängig oder nachvollziehbar. Er erfülle die
Kriterien für die Annahme des Vorliegens einer arbeitsfähigkeitseinschränkenden
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Schmerzstörung (IV-act. 79). Mit der Verfügung vom 15. September 2011 stelle die IV-
Stelle die IV-Rente des Versicherten auf Ende Oktober 2011 ein (IV-act. 80).
A.d Am 4. April 2012 liess der Versicherte darauf hinweisen, dass er vom 24. Oktober
2011 bis 5. Januar 2012 wegen einer rezidivierenden depressiven Störung mit
somatischem Syndrom sowie einem Verdacht auf eine chronischen Schmerzstörung in
der psychiatrischen Klinik I._ hospitalisiert gewesen sei (IV-act. 82). Dem
entsprechenden Austrittsbericht vom 17. Januar 2012 war zu entnehmen, dass die
Kürzung der IV-Rente der "Nährboden für das depressive Zustandsbild" sei. Der
Versicherte weise ein fassadäres Verhalten auf und habe Schwierigkeiten, Bedürfnisse
und Emotionen auszudrücken (IV-act. 104). Dr. med. J._, Leiter des Ambulatoriums
der Psychiatrischen Klinik I._, erklärte am 2. März 2012, dass sich, nachdem der
Zustand des Versicherten zum Abschluss der stationären Therapie deutlich stabiler und
hoffnungsvoller gewesen sei, im Verlauf der ambulanten Gesprächstermine eine
erneute Verschlechterung gezeigt habe und dass gegenwärtig eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit bestehe (IV-act. 83). Am 26. April 2012 verfügte die IV-Stelle den
Widerruf der Verfügung vom 15. September 2012. Sie kündigte weitere Abklärungen an
(IV-act. 87, 98).
A.e Dr. J._ hielt in seinem Verlaufsbericht vom 8./9. November 2012 fest, der
Gesundheitszustand des Versicherten habe sich von einer mittel- zu einer
schwergradigen depressiven Episode entwickelt (ICD-10 F32.1 zu ICD-10 F32.2, IV-
act. 100). Die Rückfragen der IV-Stelle beantwortete Dr. J._ am 9. Januar 2013
dahingehend, dass der Versicherte unter Ein- und Durchschlafstörungen leide sowie
über einen deutlichen sozialen Rückzug, zunehmende Suizidgedanken und eine
häufige Antriebshemmung berichte. Aus rein psychiatrischer Sicht sei der Versicherte
aufgrund der Grübelneigung, der Konzentrationsstörung, der Antriebsarmut bis
Antriebshemmung, der Schlafstörungen, der Suizidgedanken und der sozialen
Rückzugs funktionell eingeschränkt und somit zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 102,
105).
A.f Im durch die IV-Stelle in Auftrag gegebenen psychiatrischen Gutachten vom 8. Juni
2013 (IV-act. 108) gab Dr. med. K._, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, die
Diagnose chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
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(ICD-10 F45.41) an. Er ging davon aus, dass diese Diagnose keine Arbeitsunfähigkeit
zur Folge habe. Er führte weiter aus, obwohl es möglich sei, dass nach der
Renteneinstellung eine depressive Reaktion (bzw. Anpassungsstörung) vorgelegen
habe, könnten keine anderen psychischen Erkrankungen als die somatoforme
Schmerzstörung nachgewiesen werden; insbesondere seien keine äusseren Anzeichen
einer depressiven Stimmung vorhanden gewesen. Zwischen den
Beschwerdeschilderungen, den Befunden und den Angaben zu den Aktivitäten hätten
sich zudem so viele Inkonsistenzen ergeben, dass er nicht zur Überzeugung habe
gelangen können, die geltend gemachten Beschwerden und
Funktionsbeeinträchtigungen seien tatsächlich im angegebenen Umfang vorhanden.
Beispielsweise wäre zu erwarten gewesen, dass der Versicherte die offenbar in einem
grossen Ausmass bestehenden Beschwerden konkreter hätte umschreiben können
und dass er in der Untersuchungssituation zu den beschriebenen Beschwerden
passende Anzeichen gezeigt hätte. Ausserdem hätten wesentliche Abweichungen
zwischen den Aussagen des Versicherten und denjenigen der Ehefrau zu den
Aktivitäten am Vortag bestanden. So habe der Versicherte angegeben, zwei Stunden
spazieren gewesen zu sein und abends zwei Stunden Besuch von seinem Schwager
gehabt zu haben, während die Ehefrau berichtet habe, der Versicherte sei den ganzen
Tag zuhause gewesen bzw. eine halbe Stunde spazieren gegangen und er habe keinen
Besuch gehabt. In Bezug auf das psychiatrische Gutachten der Klinik Valens aus dem
Jahr 2011 führte Dr. K._ aus, dieses sei grundsätzlich nachvollziehbar, doch habe
kein primärer, sondern vielmehr ein sekundärer Krankheitsverlauf vorgelegen, weshalb
nicht von einer Arbeitsunfähigkeit hätte ausgegangen werden dürfen. Aus dem
Verlaufsbericht des Ambulatoriums der Klinik I._ vom 8. November 2011 gehe keine
Diagnose der Schmerzstörung mehr hervor. Zudem sei den vorhandenen Arztberichten
nicht zu entnehmen, ob, wie und mit welchem Ergebnis die Beschwerden auf ihre
Konsistenz geprüft worden seien, obwohl eine Beschäftigung mit diesem Thema
angesichts der Rentensituation des Versicherten naheliegend gewesen wäre. Da die
eigene Konsistenzprüfung ergeben habe, dass keine leistungsmindernden
Auswirkungen nachweisbar seien, sei aus psychiatrischer Sicht seit mindestens
Februar 2011 von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (IV-act. 110).
A.g Mit einem Vorbescheid vom 23. September 2013 teilte die IV-Stelle dem
Versicherten mit, dass kein Rentenanspruch mehr bestehe. Zur Begründung führte sie
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aus, aufgrund der fachmedizinischen Gesamtbeurteilung sei er aktuell in einer
leidensangepassten Tätigkeit zu 100% arbeitsfähig. Bei einem Valideneinkommen von
Fr. 78'951.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 61'776.-- ergebe sich ein
Invaliditätsgrad von 22% (IV-act. 117 f.). Der Versicherte liess dagegen am 28. Oktober
2013 einwenden, das Gutachten von Dr. K._ sei nicht widerspruchsfrei und nicht
vollständig nachvollziehbar. Die Angaben der Ehefrau zu seinem Tagesablauf hätten
der Wahrheit entsprochen, während er an einer "Zeitgitterstörung" gelitten und daher
von einem Wunschtag berichtet habe. Er halte die Fassade des positiven,
aufgeschlossenen und sozialen Menschen, der er einst gewesen sei, stets aufrecht und
er könne seine soziale Zurückgezogenheit nur schwer zugeben. Es sei ihm offenbar
gelungen, Dr. K._ mit seiner Selbstdarstellung zu täuschen. Weiter sei die Kritik von
Dr. K._ am Gutachten der Klinik Valens zu wenig begründet. Die Begutachtung habe
nämlich deutlich weniger lange gedauert als geplant. Schliesslich sei im Rahmen des
Einkommensvergleichs unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung von einem
Valideneinkommen von Fr. 80'997.-- sowie einem Tabellenlohnabzug von mindestens
20% auszugehen (IV-act. 119). Der Versicherte liess gleichzeitig eine Stellungnahme
von Dr. med. L._, Assistenzarzt, Psychiatrische Klinik I._, vom 25. Oktober 2013
einreichen. Darin hatte Dr. L._ ausgeführt, das psychische Zustandsbild des
Versicherten habe sich jeweils nach somatischen Akutbehandlungen verschlechtert,
weshalb davon ausgegangen werden müsse, dass die genannten Beschwerden und
Schmerzen chronifiziert somatisch begründet seien. Ein Zusammenhang zwischen den
psychischen Problemen und der jeweiligen Schmerzintensität habe sich jedoch nur
sehr selten gezeigt, weshalb primär die langsam wieder zunehmende, schwerwiegende
depressive Symptomatik nach der zunächst erfolgreichen stationären Behandlung
Gegenstand der psychiatrischen Behandlung gewesen sei. Sein positives,
zuvorkommend-freundliches Wesen und Selbstbild sei dem Versicherten stets sehr
wichtig gewesen, weshalb er sich selbst in besonders niedergeschlagenen Phasen
zugewandt und freundlich verhalten und den eigentlich schlechten psychischen
Zustand oft überspielt habe (IV-act. 119 S. 10 ff.).
A.h In einem Austrittsbericht vom 10. April 2014 hielt med. pract. M._, Psychiatrie
und Psychotherapie, fest, der Versicherte sei vom 4. bis 9. November 2013 sowie vom
14. November 2013 bis 14. März 2014 in der Psychiatrischen Klinik I._ hospitalisiert
gewesen. Aus psychiatrischer Sicht leide er an einer rezidivierenden depressiven
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Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10
F33.11), und es bestehe der Verdacht auf eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4). Beim Austritt sei er im Denken leicht verlangsamt,
aber kohärent gewesen, habe leichte Konzentrationsstörungen gezeigt und sei im
Affekt leicht- bis mittelgradig deprimiert und hoffnungslos sowie im Antrieb leicht
reduziert gewesen. Ausserdem habe er sich leichtgradig affektarm gezeigt (IV-act. 128).
Im Austrittsbericht vom 2. Mai 2014 hielt Dr. med. N._, Allgemeine Medizin FMH,
Oberärztin Spital O._, folgende Diagnosen fest: Erysipel Unterschenkel links,
hyporegenerative normochrome normozytäre Anämie, Depression, Dyslipidämie. Sie
berichtete, der Versicherte sei vom 17. bis 22. April 2014 aufgrund eines Erysipels im
Spital O._ hospitalisiert gewesen und in einem guten Allgemeinzustand wieder
entlassen worden (IV-act. 131).
A.i Dr. med. P._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, nahm am 1.
September 2014 für den RAD zu den neuen medizinischen Akten und zum Einwand
des Versicherten Stellung. Sie erklärte, dass sich aus versicherungsmedizinischer Sicht
anhand der neuen medizinischen Berichte keine anhaltende Verschlechterung der
Arbeitsfähigkeit in einer körperlich angepassten Tätigkeit ableiten lasse. Es zeigten sich
keine Hinweise auf Gedächtnisstörungen und der Versicherte würde bei einer
mittelschweren bis schweren depressiven Symptomatik nicht über die Ressourcen
verfügen, um Dr. K._ derart über seinen psychischen Zustand zu täuschen. Da die
Diagnose des Austrittsberichts der Psychiatrischen Klinik I._ vom 10. April 2014 nicht
der psychopathologischen Befunderhebung entspreche und da das Spital O._ am 2.
Mai 2014 festgehalten habe, der Versicherte sei in einem guten Allgemeinzustand
entlassen worden, sei davon auszugehen, dass im April 2014 keine mittelgradig
depressive Symptomatik mehr vorhanden gewesen sei. Aus
versicherungsmedizinischer Sicht habe also nach der Renteneinstellung eine
vorübergehende psychische Verschlechterung bestanden, die jedoch keine
andauernde Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit begründen könne. Auch Dr. L._
habe ausgeführt, die psychosoziale Belastung sei ursächlich für die depressive
Symptomatik, während die Schmerzen eindeutig somatisch begründet seien.
Zusammenfassend sei daher festzuhalten, dass der Versicherte im Wesentlichen nicht
durch psychische Beschwerden, sondern durch sein Schmerzerleben in seiner
Teilnahme am sozialen und beruflichen Alltag behindert sei (IV-act. 132).
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A.j Am 20. Oktober 2014 verfügte die IV-Stelle die Aufhebung des Rentenanspruchs
per Ende November 2014. Zur Begründung übernahm sie sinngemäss die
Ausführungen von Dr. P._ (IV-act. 135).
B.
B.a In seiner am 20. November 2014 (act. G 1) dagegen erhobenen Beschwerde liess
der Versicherte (nachfolgend Beschwerdeführer) beantragen, ihm sei weiterhin eine
ganze Invalidenrente zuzusprechen (eventualiter eine 3⁄4, 1⁄2, 1⁄4-Rente); eventualiter sei
die Angelegenheit zur weiteren Abklärung des Sachverhalts an die IV-Stelle
(nachfolgend Beschwerdegegnerin) zurückzuweisen. Zur Begründung liess er
ergänzend zu seinen Ausführungen im Einwand anbringen, es liege gar kein
Revisionsgrund vor, da die im Jahr 2001 diagnostizierte Anpassungsstörung mit
depressiver Verstimmung in symptomatischer Hinsicht nichts anderes darstelle als die
im Jahr 2011 mit tiefgreifend konsolidierter Schmerzverarbeitungsstörung
beschriebene Diagnose einer chronischen Schmerzverarbeitungsstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41). Den Austrittsberichten der
Klinik I._ sei zu entnehmen, dass er mindestens seit Oktober 2011 unverändert an
depressiven Episoden leide. Ausserdem sei es sehr wohl möglich, dass er seine
Fassade trotz einer vorhandenen mittelgradigen oder schweren Depression
aufrechterhalten könne und dass Dr. K._ diese Selbstschutzdarstellung innerhalb der
kurzen Begutachtung nicht erkannt habe. Schliesslich hätten die behandelnden Ärzte
berichtet, dass sie lange gebraucht hätten, um seine Persönlichkeit in aller Gänze zu
erfassen. Selbst wenn nicht auf die Diagnosen der Klinik I._ abgestellt werden sollte,
sei aufgrund der psychopathologischen Befunde mindestens von einer rezidivierenden
leichten bis mittelgradigen depressiven Episode und somit von einem im Vergleich zum
Jahr 2001 unveränderten Sachverhalt auszugehen. Aus dem Bericht des Spitals O._
vom 2. Mai 2014 könne im Übrigen nicht abgeleitet werden, dass er im April 2014 nicht
an einer Depression gelitten habe, da der primäre Behandlungszweck somatischer Art
gewesen sei und da die im Vorfeld 3,5 Monate lange Hospitalisation in der
psychiatrischen Klinik I._ dagegen spreche. Sein somatischer Zustand habe sich in
Bezug auf die vorliegende Nervenwurzelreizung C7 und C8 rechts sowie die
osteodiskäre Diskushernie C3/4 bis C6/7 verschlechtert, weshalb neue MRI-
Aufnahmen nötig seien. Zudem rechtfertigten das eingeschränkte Belastungsprofil
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sowie die Durchschlafstörungen und die bestehende rezidivierende depressive
Verstimmung einen Tabellenlohnabzug von 25% (act. G 1).
B.b Am 5. Dezember 2014 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung führte sie sinngemäss aus, neue MRI-Aufnahmen seien
nicht notwendig, da aufgrund der kompetenten und gründlichen Untersuchung durch
die Klinik Valens (inkl. MRI-Aufnahmen der HWS und LWS aus dem Jahre 2011)
feststehe, dass sich die Rückensituation des Beschwerdeführers nicht wesentlich
verändert habe. Weiter sei der invalidisierende Charakter einer somatoformen
Schmerzstörung ausgeschlossen, wenn die präsentierte Symptomatik wie beim
Beschwerdeführer auf einer Aggravation o.ä. beruhe. Dr. K._ habe den
Beschwerdeführer ausführlich und kompetent untersucht und die erst im
Beschwerdeverfahren vorgelegten Behandlungseinträge des Gesundheitszentrums
Q._ hätten die Begutachtung nicht beeinflussen können. Zudem habe Dr. K._ den
Beschwerdeführer sehr wohl richtig erfassen können, denn der von Dr. K._ erhobene
harmlose Befund ergebe zusammen mit dessen Beurteilung ein schlüssiges und mit
der EFL übereinstimmendes Bild. Demgegenüber überzeuge die
Arbeitsfähigkeitsschätzung der Klinik I._ nicht, da sie sich schwergewichtig auf die
Schilderungen des Beschwerdeführers stütze und keine Befunde nenne, die die
attestierte volle Arbeitsunfähigkeit belegen würden. Da Dr. K._, anders als die Klinik
Valens im Jahr 2001, keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit mehr habe stellen können, habe sich der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers seit der Verfügung vom 7. Februar 2002 wesentlich verändert (act.
G 4).
B.c In der Replik vom 28. Mai 2015 liess der Beschwerdeführer ergänzend die
Einholung eines Verlaufsberichts von Dr. R._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie, und die Einholung der Austrittsberichte der Klinik E._ und der Klinik
S._ beantragen. Zur Begründung liess er ausführen, sein Gesundheitszustand sei
desolat. Nach einer dreimonatigen, intensiven stationären psychiatrischen Behandlung
in der Klinik E._ werde er nun in der Klinik S._ weiterbehandelt. Dass die
Beschwerdegegnerin die Austrittsberichte über monatelang dauernde stationäre
Aufenthalte einzig mit dem Vermerk abwerte, diese würden lediglich seine subjektiven
Schilderungen präsentieren, sei nicht nachvollziehbar. Zudem habe eine
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rheumatologische Abklärung seiner seit Sommer 2014 beklagten zunehmenden
Gelenkschmerzen den Verdacht auf ein beginnendes Polyarthrosis-Syndrom ergeben.
Nachdem selbst Dr. C._ im Jahre 2011 vor einer weiteren Verschlechterung des
Gesundheitszustands gewarnt habe, dürfe der verschlechterte rheumatologische
Gesundheitszustand nicht grundlos vernachlässigt werden (act. G 13).
B.d Am 14. September 2015 liess der Beschwerdeführer einen Bericht der Klinik E._
vom 27. Juli 2015 und einen Bericht der Klinik S._ vom 9. September 2015
einreichen (IV-act. G 16). Im Bericht vom 27. Juli 2015 stellte Dr. med. T._, Oberarzt
der Psychiatrie-Dienste U._, folgende Diagnosen: Rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), chronische Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), chronisches
Panvertebralsyndrom mit Lumboischialgie linksbetont und Zervikozephalgie. Er führte
aus, nach Abschluss der dreimonatigen Behandlung könne in Bezug auf die schwere
depressive Symptomatik über keinen wesentlichen Behandlungserfolg berichtet
werden. Der Genesungsprozess werde hauptsächlich durch starke chronische
Schmerzen verhindert, die einerseits die depressive Symptomatik und die
Schlafstörungen begünstigten und andererseits die Teilnahme des Beschwerdeführers
an aktivierenden Therapiemodalitäten trotz seiner guten Motivation einschränkten (act.
G 16.1). V._, Diplom-Psychologin Univ., und Dr. med. W._, Oberarzt
Psychosomatik, stellten im Bericht vom 9. September 2015 dieselben Diagnosen wie
Dr. T._, wobei sie von einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig
schwere Episode (ICD-10 F33.2), ausgingen. Sie berichteten, aufgrund des komplexen
Beschwerdebildes mit schweren körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen,
welche sich zudem ungünstig wechselseitig beeinflussten, bestehe keine reelle Chance
einer Integration in eine Erwerbstätigkeit (act. G 16.2). Am 5. Januar 2017 liess der
Beschwerdeführer weitere Berichte einreichen (act. G 19). Dr. med. X._ hatte am 25.
November 2016 eine chronische Cephalgie whs. multifaktorieller Ätiologie, EM bereits
vor 2006, deutliche Zunahme seit ca. 2014, diagnostiziert (act. G 19.1.3). Dr. med.
Y._, Oberärztin der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin, Kantonsspital St.
Gallen, hatte am 2. Dezember 2016 eine MRI-Untersuchung der Wirbelsäule
durchgeführt. Diese zeigte einen konstitutionell schmalen Spinalkanal mit oesodiskal
bedingten hochgradigen Spinalkanalstenosen HWK3 bis HWK7 mit Myelopathie auf
Niveau HWK5/6 sowie foraminalen Stenosen HWK4/5 links mit Kompression der C5-
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Nervenwurzel, HWK5/6 rechts mit möglicher Affektion der C6-Nervenwurzel und
HWK6/7 bds. mit Kompression der C7-Nervenwurzel rechts und möglicher Affektion
der C7-Nervenwurzel links, eine unspezifische Lymphadenopathie bds. sowie eine
vergrösserte Schilddrüse (act. G 19.1.4).

Erwägungen
1.
1.1 Der Zusprache einer Rente der Invalidenversicherung liegt für den Zeitraum vor
dem Erlass der leistungszusprechenden Verfügung ein mit dem erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ermittelter Sachverhalt und für den
Zeitraum nach dem Erlass der Verfügung eine Prognose über die Entwicklung des
künftigen Sachverhaltes zugrunde. Diese Prognose lautet in aller Regel, dass die im
Verfügungserlass vorliegenden, stabilen tatsächlichen Verhältnisse sich in absehbarer
Zeit nicht verändern werden. Tritt nach der Rentenzusprache eine Veränderung des
Gesundheitszustandes ein, wird der rentenzusprechenden Verfügung für die Zeit nach
dem Eintritt dieser Veränderung gewissermassen das Fundament entzogen, weil sich
die der Verfügung zugrunde liegende Prognose des sich nicht verändernden
Gesundheitszustandes ab diesem Zeitpunkt als überholt, nicht mehr plausibel und
falsch erweist. Der Gesetzgeber hat den Sozialversicherungsträgern mit dem Art. 17
Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(SR 830.1; ATSG) ein Instrument zur Verfügung gestellt, mit dem sie auf eine solche
Veränderung reagieren und die rentenzusprechende Verfügung für die Zukunft an diese
Veränderung anpassen kann.
1.2 Der Beschwerdeführer hat ab dem 1. November 1999 eine ganze Rente der
Invalidenversicherung bezogen. Der rentenzusprechenden Verfügung vom 9. Oktober
2001 hat die Prognose zugrunde gelegen, dass der Beschwerdeführer aufgrund einer
Anpassungsstörung mit anhaltender depressiver Reaktion in absehbarer Zukunft nicht
mehr in der Lage sein werde, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Diese Prognose hat
sich auf die multidisziplinäre Begutachtung durch die Klinik Valens vom 27. August
2001 und insbesondere die Einschätzung des Psychiaters Dr. D._ gestützt (IV-act.
27), gemäss welcher sich im Zuge der körperlichen Beschwerden eine schwere
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depressive Symptomatik entwickelt habe, die das rein körperlich bedingte
Beschwerdebild überlagert habe. Da Dr. D._ aus psychodynamischer Sicht davon
ausgegangen ist, dass eine Rentenzusprache dazu führen werde, dass der
Beschwerdeführer trotz seines medizinisch "legitimierten" Ausstiegs aus dem
Arbeitsleben "vor seiner Familie das Gesicht wahren könne" und eine antidepressive
Behandlung somit höhere Erfolgsaussichten habe, hat er eine erneute psychiatrische
Standortbestimmung nach erfolgter antidepressiver Behandlung nach einem Jahr
empfohlen (IV-act. 26). Eine solche hat jedoch erst im Jahr 2011 im Rahmen einer
interdisziplinären Begutachtung durch die Klinik Valens stattgefunden. Sie hat ergeben,
dass die im Jahr 2001 diagnostizierte Anpassungsstörung über die Jahre ohne eine
spezifische Therapie abgeklungen ist, die seit 13 Jahren tiefgreifend konsolidierende
Schmerzstörung jedoch weiterhin zu einer vollen Arbeitsunfähigkeit führe (IV-act. 62).
Während Dr. K._, der nach der Aufhebung der Renteneinstellungsverfügung mit der
erneuten psychiatrischen Begutachtung des Beschwerdeführers beauftragt worden
war, in seinem Gutachten vom 8. Juni 2013 ebenfalls weder eine Anpassungsstörung
noch Anzeichen für eine depressive Reaktion beim Beschwerdeführer hat ausmachen
können und zudem die Schmerzstörung als nicht invalidisierend qualifiziert hat, sind die
behandelnden Ärzte der Klinik I._ davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer
an einer mittel- bzw. schwergradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom
leide (IV-act. 83, 104 f., 110).
1.3 Der Beschwerdeführer hat weiterhin einen Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern
er im Wirkungszeitpunkt der angefochtenen Verfügung zu mindestens 40% invalid
gewesen ist (Art. 28 Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
[SR 831.20; IVG]). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich durch
einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
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zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
Invalideneinkommen), zu dem Einkommen in Beziehung gesetzt, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
1.4 Um eruieren zu können, ob sich der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers im
Vergleich zum Zeitpunkt der Rentenzusprache massgeblich verändert hat und somit
die Verfügung vom 20. Oktober 2014 zu Recht unter der Berücksichtigung einer neuen
Prognose hat erlassen werden müssen, muss die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers im Verfügungszeitpunkt mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit feststehen.
2.
2.1 In psychiatrischer Hinsicht hat sich die Beschwerdegegnerin primär auf das
Gutachten von Dr. K._ gestützt, gemäss welchem der Beschwerdeführer spätestens
seit Februar 2011 voll arbeitsfähig ist. Dr. K._ hat angegeben, die im Jahr 2001 zur
Berentung des Beschwerdeführers führende Anpassungsstörung sei seither kein
Thema mehr gewesen und die chronische Schmerzstörung (ICD-10 F45.41) habe keine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Der Beschwerdeführer hat dazu festhalten lassen,
die begutachtenden Ärzte der Klinik Valens hätten im Jahr 2011 einen seit 14 Jahren
unveränderten medizinischen Sachverhalt festgestellt und seien deshalb weiterhin von
einer ganzen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen. Sie hätten erklärt, rein unter
Berücksichtigung des im Jahr 2001 dokumentierten Psychostatus sei davon
auszugehen, dass der damals diagnostizierten Anpassungsstörung eine anhaltende
leichte bis allenfalls mittelgradige depressive Verstimmung zugrunde gelegen habe. Da
man interdisziplinär zu dem Schluss gekommen sei, dass eine vorübergehende
Legitimierung der beklagten Beschwerden über eine Rentenzusprache dem
dysfunktionalen Schmerzverarbeitungsmechanismus den Boden entziehen würde,
habe man sie jedoch wie eine schwere depressive Verstimmung behandelt. Dr. K._
habe also lediglich einen im Wesentlichen gleich gebliebenen medizinischen
Sachverhalt anders beurteilt, weshalb kein Revisionsgrund vorliege (act. G 1).
Tatsächlich ist dem Gutachten der Klinik Valens aus dem Jahr 2001 jedoch einzig zu
entnehmen, dass sich "im Zuge der körperlichen Beschwerden eine schwere
depressive Symptomatik entwickelt habe". Von einer leichten bis mittelschweren
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depressiven Verstimmung ist nicht die Rede (IV-act. 26 f.). Dr. G._ hat im Jahr 2011
erklärt, die Zusammenschau aller damals manifestierten Symptome, die Akten und die
anamnestischen Angaben hätten die Gutachter im Jahr 2001 wohl dazu bewogen, die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers unter Annahme einer "schweren depressiven
Symptomatik" vorübergehend als zu 100% eingeschränkt zu bezeichnen. Entgegen der
Interpretation des Beschwerdeführers ist Dr. G._ also nicht davon ausgegangen,
dass im Gutachten 2001 einzig mit Hinblick auf das Resultat, nämlich die
vorübergehende Legitimierung des Ausstiegs aus der Arbeitswelt durch die Berentung,
eine schwere depressive Symptomatik diagnostiziert worden wäre. Er hat vielmehr
angenommen, dass diese Diagnose damals trotz des während der Begutachtung eher
unauffälligen Psychostatus aufgrund weiterer Gründe gestellt worden ist. Der
Beschwerdeführer hat weiter geltend machen lassen, die im Jahr 2001 diagnostizierte
Anpassungsstörung stelle in symptomatischer Hinsicht nichts anderes dar als die im
Jahr 2011 mit tiefgreifend konsolidierter Schmerzverarbeitungsstörung beschriebene
Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen
Faktoren. Die heute geläufige "somatoforme Schmerzstörung" sei damals nicht in
Gebrauch gewesen (act. G 1 S. 11). Somit hat er sinngemäss geltend machen lassen,
dass nicht nur im Gutachten der Klinik Valens aus dem Jahr 2011, sondern auch in
jenem aus dem Jahr 2001 aufgrund einer somatoformen Schmerzstörung von einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen worden sei. Dem Gutachten der Klinik
Valens aus dem Jahr 2001 ist jedoch klar zu entnehmen, dass die Rentenzusprache
aufgrund der damals bestehenden Anpassungsstörung, also der schweren depressiven
Symptomatik, erfolgt ist. Dabei ist ausdrücklich festgehalten worden, dass eine solche
"differenzialdiagnostisch eventuell auf einer somatoformen Schmerzstörung" (der
Begriff ist demnach durchaus bereits in Gebrauch gewesen) basiere (vgl. IV-act. 26 S.
21). Über einen entsprechenden Zusammenhang ist also lediglich eine Vermutung
aufgestellt worden. Da gestützt auf blosse Vermutungen keine
Arbeitsfähigkeitsschätzungen angestellt werden können, muss davon ausgegangen
werden, dass die Rentenzusprache im Jahr 2001 einzig und allein aufgrund der damals
schwer depressiven Symptomatik erfolgt ist. Im Rahmen der Begutachtung durch die
Klinik Valens im Jahr 2011 hat der Beschwerdeführer angegeben, er sei seit der
Rentenzusprache im Jahr 2001 nur noch ein Mal bei einem Psychiater gewesen (IV-act.
62 S. 7). In den Akten findet sich kein Hinweis auf eine entsprechende Konsultation und
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auch sonst sind den Arztberichten bis zur erneuten Begutachtung durch die Klinik
Valens im Jahr 2011 keine Angaben zum psychischen Zustand des Beschwerdeführers
zu entnehmen. Hätte nach der Berentung weiterhin eine schwere depressive
Symptomatik bestanden, so wäre Dr. F._ in seinen Berichten darauf eingegangen
und der Beschwerdeführer hätte fachärztliche Hilfe in Anspruch genommen. Dies ist
jedoch nicht geschehen und auch Dr. G._ hat im Rahmen der psychiatrischen
Begutachtung im Jahr 2011 keine Anpassungsstörung mehr feststellen können,
sondern im Gegenteil erklärt, diese sei wohl im Laufe der Zeit abgeklungen (IV-act. 62
S. 59). Daher steht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass der
Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der Begutachtung im Jahr 2011 (und wahrscheinlich
bereits davor) nicht mehr unter der vormals mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
diagnostizierten Anpassungsstörung gelitten hat. Somit hatte sich der medizinische
Sachverhalt im Jahr 2011 gegenüber jenem im Jahr 2001 massgeblich verändert,
womit Dr. K._, dessen Diagnose und dessen Beschreibung der
Beschwerdesymptomatik im Wesentlichen mit jenen des Gutachtens der Klinik Valens
2011 übereinstimmen, nicht wie vom Beschwerdeführer behauptet einen seit 14 Jahren
gleichgebliebenen Gesundheitszustand anders beurteilt hat.
2.2 In ihren Gutachten haben Dr. K._ und Dr. G._ basierend auf dieselbe Diagnose
abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzungen abgegeben. Dr. G._ hat in seinem
psychiatrischen Gutachten im Jahr 2011 festgehalten, der Beschwerdeführer sei, da er
an einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(ICD-10 F45.41) leide, zu 100% arbeitsunfähig, während Dr. K._ zu dem Schluss
gekommen ist, die anhaltende Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) führe nicht zu einer
Arbeitsunfähigkeit.
2.2.1 Dr. G._ hat seine Einschätzung damit begründet, dass die Schmerzstörung
sich über die rund 13 Jahre seit ihrem Entstehen tiefgreifend konsolidiert habe. Es sei
nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer künftig befähigt sein werde, jene
Willensanstrengung aufzubringen, die nötig wäre, um wieder einer Erwerbstätigkeit
nachzugehen oder auch nur jene Therapien in Angriff zu nehmen, die geeignet wären,
seine körperlichen Beschwerden relevant zu lindern (IV-act. 62 S. 59 f.). Was Dr. G._
mit der "tiefgreifenden Konsolidierung der Schmerzstörung" gemeint hat, ist nicht klar.
Obwohl er ausgeführt hat, dass der Beschwerdeführer seit 13 Jahren seinen Alltag
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nach der Schmerzstörung ausgerichtet habe und sich nicht vorstellen könne, jemals
anders zu leben als bisher, ist nicht nachvollziehbar, weshalb der Beschwerdeführer
nicht in der Lage sein sollte, den Willen aufzubringen, um trotz der durch die
Schmerzstörung ausgeprägten Schmerzempfindungen einer Erwerbstätigkeit
nachgehen zu können. Diesbezüglich sind insbesondere auch die aktuelleren Akten zu
beachten. So hat der Beschwerdeführer gemäss den Behandlungseinträgen des
Gesundheitszentrums Q._ seit 2012 einmal wöchentlich die Wassergymnastik und
Anfang des Jahres 2013 eine Physiotherapie besucht, gemäss dem Bericht vom 10.
April 2014 u.a. an Ergotherapien und Physiotherapien und gemäss dem Bericht vom 9.
September 2015 im Sommer 2015 an bewegungstherapeutischen Massnahmen
teilgenommen. Entgegen der weitgehend unbegründeten Vermutung von Dr. G._, der
Beschwerdeführer könne nicht die Willensanstrengung aufbringen, die nötig wäre, um
die zur Linderung seiner körperlichen Beschwerden geeignete Therapien in Angriff zu
nehmen, ist dieser somit offenbar sehr wohl dazu imstande. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. G._ vermag daher nicht zu überzeugen.
2.2.2 Dr. K._ hat zu seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung ausgeführt, aufgrund der
Inkonsistenzen in den Beschwerdeschilderungen, den Befunden und den
anamnestischen Angaben während des gesamten Krankheitsverlaufs sowie der nicht
authentischen Darstellung bei der Untersuchung bestünden Zweifel, dass die geltend
gemachten Beschwerden und Einschränkungen tatsächlich im geltend gemachten
Ausmass vorlägen. Die Möglichkeit zu Aussagen über mögliche tatsächlich vorhandene
Funktionsbeeinträchtigungen und deren Quantifizierung sowie über Ressourcen falle
daher schwer. Während nachvollziehbar sei, dass der Beschwerdeführer sich nicht
wohl fühle, bestünden grosse Zweifel daran, dass das psychische Leiden eine
relevante Leistungsbeeinträchtigung begründe. So wäre bei dem geschilderten
Beschwerdeausmass zu erwarten gewesen, dass der Beschwerdeführer konkretere
Angaben hätte machen können, als er es getan habe, und dass ihm seine Schmerzen,
die sich nach eigenen Angaben auf der Schmerzskala bei 9 von 10 Punkten bewegt
hätten, auch im normalen Gespräch anzumerken gewesen wären (IV-act. 110 S. 17).
Dem Gutachten von Dr. K._ ist in der Tat kein Hinweis auf eine solch prekäre
Schmerzsituation zu entnehmen und auch die Ehefrau hat im Gespräch mit Dr. K._
angegeben, dem Beschwerdeführer gehe es "heute mal gut", weshalb die Zweifel in
Bezug auf die am Untersuchungstag beschriebenen Schmerzen durchaus
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nachvollziehbar sind. Weiter hat Dr. K._ erklärt, es bestünden Unstimmigkeiten
zwischen dem geltend gemachten Beschwerdeausmass und den beschriebenen
Aktivitäten. So habe der Beschwerdeführer angegeben, einerseits täglich für mehrere
Stunden spazieren zu gehen und andererseits nach wenigen hundert Metern eine
Pause machen zu müssen und an einer Antriebsstörung zu leiden (IV-act. 110 S. 17).
Hierzu hat der Beschwerdeführer bemerken lassen, dass er unter einer
Zeitgitterstörung leide und deshalb nicht wie verlangt den Tag vor der Untersuchung,
sondern irgendeinen Wunschtag geschildert habe. Dies würde denn auch die
Diskrepanz zur Aussage der Ehefrau erklären, der Beschwerdeführer sei am Vortag der
Untersuchung gar nicht bzw. kurz spazieren gegangen und er habe keinen Besuch
gehabt (IV-act. 119 S. 3 f.). Dr. P._ vom RAD hat dazu erklärt, aus psychiatrischer
Sicht gebe es keine Hinweise darauf, dass Beschwerdeführer anstelle des Vortages
einen "Wunschtag" aus alten Zeiten geschildert hätte oder dass eine Zeitgitterstörung
vorläge (IV-act. 132). In der Tat ist von den behandelnden Ärzten nie von einer
Zeitgitterstörung oder einer ähnlichen Gedächtnisstörung berichtet worden. Im Bericht
vom 17. Januar 2012 ist sogar festgehalten worden, der Beschwerdeführer habe im
Laufe des stationären Aufenthalts bald zuverlässig aus eigenem Antrieb tägliche
Spaziergänge durchgeführt (IV-act. 104 S. 3). Es besteht also kein Grund, die Angaben
des Beschwerdeführers in Bezug auf seinen Tagesablauf am Tag vor der Untersuchung
in Zweifel zu ziehen, zumal die Aussagen seiner Ehefrau nicht völlig widerspruchsfrei
gewesen sind. Abgesehen davon hat die Ehefrau nach Dr. K._s Ansicht nicht in einer
Weise von den Schmerzen des Beschwerdeführers berichtet, wie es beim vom
Beschwerdeführer geltend gemachten Ausmass zu erwarten gewesen wäre. Aus ihren
Schilderungen (der Beschwerdeführer sei zwar körperlich in der Lage, "etwas zu
machen", "vom Kopf her jedoch nicht"; er könne sich nicht konzentrieren, bleibe nicht
an den Sachen dran, ihm sei langweilig, er sei nicht zufrieden und habe keine Kraft)
geht tatsächlich nicht hervor, dass die Schmerzen oder das Schmerzerleben des
Beschwerdeführers der Grund für sein Nichtstun wäre. In der Vergangenheit hat der
Beschwerdeführer im Rahmen einer Untersuchung bei Dr. med. Z._, Physikalische
Medizin FMH, im Jahr 2001 ein "inadäquates Verhalten mit demonstrativ leidendem
Gebaren sowie eine Symptomausweitung" gezeigt (IV-act. 10 S. 3) und auch bei der im
Jahr 2001 durchgeführten EFL hat aufgrund der nicht zuverlässigen
Leistungsbereitschaft sowie der starken Selbstlimitierung keine funktionelle,
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ergonomisch sichere Leistungsfähigkeit definiert werden können (IV-act. 26 S. 26 ff.).
Ebenso hat der Beschwerdeführer im Rahmen der EFL im Jahr 2011 eine "starke
Selbstlimitierung" gezeigt (IV-act. 62 S. 40) und auch Dr. C._ hat im
rheumatologischen Gutachten festgehalten, die klinische Untersuchung sei von einer
deutlichen Selbstlimitierung mit Schon-/Vermeidungsverhalten und deutlichen
Hinweisen auf eine Symptomausweitung geprägt gewesen (IV-act. 62 S. 35). Der
Beschwerdeführer hat demgegenüber geltend machen lassen, er versuche stets, sich
besser darzustellen, als er sei (act. G 1). In diesem Fall wäre jedoch zu erwarten
gewesen, dass er im Rahmen der Begutachtung durch Dr. K._ und auch in den
vorherigen Untersuchungen seine in der Vergangenheit und zum
Begutachtungszeitpunkt bestehenden Schmerzen eher heruntergespielt und nicht in
einem offenbar nicht vorhandenen übermässigen Ausmass angegeben hätte.
Gesamthaft liegen somit deutliche Hinweise dafür vor, dass stets eine grosse Differenz
zwischen den Angaben des Beschwerdeführers und seinem tatsächlichen Verhalten
bzw. der Wirklichkeit bestanden hat und dass der Beschwerdeführer keine objektiv
bestehenden Zustände angegeben hat, sondern dass eine Tendenz zu (unbewussten)
Übertreibungen besteht.
2.2.3 In welchem Ausmass die Schmerzschilderungen des Beschwerdeführers als
Aggravation zu qualifizieren sind, steht nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
fest, da Dr. K._ nicht überzeugend hat begründen können, weshalb die
diagnostizierte Schmerzstörung nicht zumindest zu einer teilweise eingeschränkten
Arbeitsfähigkeit soll führen können. Aufgrund der vorhandenen Inkonsistenzen hat er
keine Aussagen über mögliche tatsächlich vorhandene Funktionsbeeinträchtigungen
und Ressourcen machen können. Deshalb hat er sich in Bezug auf die Auswirkung der
Störungen und Funktionsdefizite auf die bisherige Tätigkeit sehr vage geäussert, indem
er einzig erklärt hat, es handle sich um einen "sekundären Krankheitsgewinn" und
leistungsmindernde Auswirkungen von psychischen Funktionsdefiziten seien nicht
nachweisbar (IV-act. 110 S. 19). Der RAD hat gestützt auf das Gutachten von Dr. K._
unter Berücksichtigung der damals für pathogenetisch-ätiologisch unklare syndromale
Beschwerdebilder geltenden "Überwindbarkeitsvermutung" und der Ausnahmekriterien
(vgl. BGE 130 V 352) festgestellt, dass die Schmerzstörung keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit zu begründen vermochte. Diese Praxis hat das Bundesgericht jedoch
mit dem Leitentscheid BGE 141 V 281 vom 3. Juni 2015 aufgehoben und neu einen
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Indikatorenkatalog konzipiert, der es im Einzelfall erlauben soll, die Vermutung der
Validität zu widerlegen (vgl. BGE 141 V 281 E. 4 S. 296 ff.). Da die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. K._ in Hinblick auf die angegebene volle
Arbeitsfähigkeit nicht genügend begründet worden ist und da die Einschätzung des
RAD und auch jene von Dr. K._ auf der mittelweile überholten sogenannten
"PÄUSBONOG"-Praxis basiert, steht nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest,
ob und gegebenenfalls in welchem Ausmass die diagnostizierte Schmerzstörung die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers beeinflusst hat.
2.3 Während Dr. K._ abgesehen von der Schmerzstörung keine weitere
psychiatrische Diagnose hat feststellen können, haben die behandelnden Ärzte
angegeben, der Beschwerdeführer leide seit der Renteneinstellung im September 2011
an einer mittelgradigen bis schweren depressiven Episode.
2.3.1 Der Beschwerdeführer hat geltend machen lassen, dass es ihm gelungen sei, Dr.
K._ mit seiner positiven Selbstdarstellung über seinen desolaten psychischen
Zustand hinwegzutäuschen (IV-act. 119 S. 4). Demgegenüber hat Dr. P._ vom RAD
angemerkt, dass eine unter einer angeblich derart schwerwiegenden Depression
leidende Person in der Regel keine Kapazitäten habe, sich derart zu verstellen (IV-act.
132). In Bezug auf seine Schmerzen hat der Beschwerdeführer nicht versucht, sich
besser darzustellen (vgl. E.2.2). Da die Renteneinstellung einzig und allein infolge der
eingereichten Arztzeugnisse mit Hinweis auf eine tiefgreifende depressive Symptomatik
aufgehoben worden ist, erscheint es nicht als überwiegend wahrscheinlich, dass der
bereits dazumal anwaltlich vertretene Beschwerdeführer im Rahmen der
psychiatrischen Begutachtung, bei welcher insbesondere die Glaubwürdigkeit der
Arztberichte hat geklärt werden sollen, versucht hätte, seine Depressivität zu
verstecken und so die Angaben der Behandler zu "widerlegen".
2.3.2 Somit sind die entsprechenden Arztberichte auf ihre Nachvollziehbarkeit zu
überprüfen. Nachdem der Beschwerdeführer sich vom 24. Oktober 2011 bis 5. Januar
2012 in stationärer psychiatrischer Behandlung befunden hat, ist er mit einer
rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte Episode mit somatischem
Syndrom (ICD-10 F33.01), wieder entlassen worden (IV-act. 104). Dass der
Beschwerdeführer kurz nach der Renteneinstellung vorübergehend mit einer
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Anpassungsstörung (Reaktion auf eine sehr ungünstige Veränderung der
Einkommenssituation) reagiert hat, hat selbst Dr. K._ in seinem Gutachten für
möglich gehalten (IV-act. 110 S. 16). Gemäss dem Bericht der psychiatrischen Klinik
I._ vom 9. Januar 2013 soll der Beschwerdeführer allerdings auch noch zu Anfang
des Jahres 2013 an einer schweren depressiven Episode ohne psychotische Syndrome
(ICD-10 F32.2) gelitten haben. Dr. J._ hat in der Befunderhebung festgehalten, der
Beschwerdeführer zeige deutliche Konzentrations- sowie leichte
Aufmerksamkeitsstörungen, sein Denken sei in den Themen eingeengt und
gelegentlich umständlich und der Affekt sei deutlich gedrückt, deprimiert und leicht
dysphorisch. Der Beschwerdeführer habe ein ausgeprägtes Insuffizienzgefühl,
beschreibe eine innere Unruhe und sei zuweilen auch klagsam, jedoch nicht jammernd.
Er präsentiere sich antriebsarm, anamnestisch berichte er von einer häufigen
Antriebshemmung und seine Mimik und Gestik wirkten sparsam und teilweise
reduziert. Zudem berichte der Beschwerdeführer weiterhin von Ein- und
Durchschlafstörungen, deutlichem sozialen Rückzug sowie - wegen des lang
andauernden depressiven Zustands - von zunehmenden Suizidgedanken (IV-act. 105).
Auffällig ist, dass Dr. J._ vor allem die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers
in die psychopathologische Befunderhebung übernommen hat (ausgeprägtes
Insuffizienzgefühl, innere Unruhe, Antriebshemmung, Ein- und Durchschlafstörungen,
sozialer Rückzug, Suizidgedanken werden beklagt). Wenige Monate später hat Dr.
K._ beim Beschwerdeführer keine Depression mehr diagnostizieren können und
berichtet, der Beschwerdeführer verhalte sich nicht authentisch, sondern oft
demonstrativ leidend; er sei kaum kooperativ. Zur Befunderhebung hat Dr. K._
angegeben, die Konzentration und Aufmerksamkeit seien nicht vermindert,
Denkstörungen nicht vorhanden, die affektive Schwingungsfähigkeit sei nicht
wesentlich beeinträchtigt gewesen; der Beschwerdeführer sei affektiv auslenkbar
gewesen. Über Zustände mit Gereiztheit und Rechthaberei habe der Beschwerdeführer
ebenso gesprochen wie über Schlafstörungen und einen sozialen Rückzug. Der Antrieb
sei während der Untersuchung nicht beeinträchtigt gewesen, Mimik und Gestik seien
unauffällig und Suizidgedanken seien keine vorhanden (IV-act. 110 S. 13 f.). Die auf der
Untersuchung vom 10. Mai 2013 basierende Befunderhebung unterscheidet sich
grundlegend von jener von Dr. J._ vom Januar 2013. Zu dieser Diskrepanz hat Dr.
K._ nach eigenen Angaben keine Stellung nehmen können, da er grosse Zweifel an
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der Authentizität der Beschwerdedarstellung der behandelnden Ärzte habe und sich
aus deren Expertisen nicht schliessen lasse, mit welchen Worten der
Beschwerdeführer seine Beschwerden beschrieben habe. Ausserdem seien die
behandelnden Ärzte nicht ausreichend auf Inkonsistenzen eingegangen. Eine nähere
Konsistenzprüfung wäre jedoch angesichts der aktuellen Situation (Gefährdung der
Rente) naheliegend gewesen (IV-act. 110 S. 13, 19). Zwar ist Dr. K._ zuzustimmen,
dass die behandelnden Ärzte die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers wohl in
ihre Befunderhebungen übernommen haben, ohne die Möglichkeit einer Aggravation zu
erwägen. Doch hat Dr. K._ umgekehrt nicht nachvollziehbar darlegen können, dass
der Beschwerdeführer gegenüber den Behandlern in Bezug auf die angeblich
vorhandene depressive Problematik aggraviert hätte. Angesichts der starken
Diskrepanz zu der zum Begutachtungszeitpunkt vorliegenden aktuellsten
Befunderhebung von Dr. J._ (und dies insbesondere in Bezug auf die Differenzen
zwischen den erhobenen objektiven Befunden) ist die Begründung von Dr. K._ für
seine Abweichung von allen bisherigen Berichten der behandelnden Ärzte und
insbesondere jenem von Dr. J._ zu knapp und zu allgemein ausgefallen und damit
ungenügend. Da Dr. J._ grösstenteils aufgrund der subjektiven Angaben der
Beschwerdeführers zu der Überzeugung gelangt ist, der Beschwerdeführer leide an
einer schweren depressiven Episode und da Dr. K._ seine davon abweichende
Einschätzung nicht genügend begründet hat, steht nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit fest, ob beim Beschwerdeführer zum Begutachtungszeitpunkt eine
depressive Symptomatik vorgelegen hat.
2.3.3 Im Bericht vom 10. April 2014 hat Dr. M._ die Diagnose "rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, mit somatischem Syndrom
(ICD-10 F33.11)" gestellt und berichtet, der Beschwerdeführer habe beim Klinikaustritt
unter leichten Konzentrationsstörungen gelitten, sei im formalen Denken leicht
verlangsamt, im Affekt leicht- bis mittelgradig deprimiert, hoffnungslos, leichtgradig
affektarm und im Antrieb leicht reduziert gewesen (IV-act. 128). Dr. P._ vom RAD hat
dazu ausgeführt, dass bei Klinikaustritt keine Hinweise für eine zumindest mittelgradige
Ausprägung eines depressiven Zustandsbildes bestanden hätten (IV-act. 132). In der
Tat ist nicht nachvollziehbar, wie die Befunderhebung im Bericht vom 10. April 2014 zu
einer mittelschweren Diagnose hat führen können, da nur von leichten
Einschränkungen die Rede gewesen ist. Dass Dr. N._ vom Spital O._ den
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Beschwerdeführer in ihrem Bericht vom 2. Mai 2014 psychisch und neurologisch als
unauffällig beurteilt hat, wie Dr. P._ weiter hervorgehoben hat, vermag jedoch für sich
allein nicht zu beweisen, dass der Beschwerdeführer zum Verfügungszeitpunkt nicht
mittelgradig depressiv gewesen wäre. Schliesslich ist der primäre Behandlungszweck
der Erysipel am Unterschenkel gewesen. Dennoch bestehen grundsätzlich Zweifel, ob
der Beschwerdeführer im geltend gemachten Ausmass depressiv gewesen ist, da zu
erwarten gewesen wäre, dass auch Dr. N._ in diesem Falle einen entsprechenden
Vermerk in ihrem Bericht gemacht hätte. Auch die vom Beschwerdeführer
eingereichten Berichte der Q._ vermögen nicht zu belegen, dass der
Beschwerdeführer tatsächlich an einer mittelschweren bis schweren depressiven
Episode gelitten hat. Die behandelnde Ärztin ist keine psychiatrische Fachperson
gewesen und hat sich lediglich auf die vorhandenen Berichte der Klinik I._ sowie die
subjektiven Angaben des Beschwerdeführers gestützt ("seine Depression sei
schlimmer geworden", "er brenne innerlich wie ein Vulkan", "er spüre Anspannung,
Wut, Aggression, Verzweiflung", "er habe wirklich vorgehabt, dem Ganzen ein Ende zu
setzen", "Patient in Schwarz gekleidet"). Aufgrund der Differenzen zwischen den
Befunderhebungen und Diagnosen, der Übernahme der subjektiven Angaben des
Beschwerdeführers in die Befunderhebungen, der fehlenden Auseinandersetzung mit
einer allfälligen Aggravationsgefahr sowie der Erfahrungstatsache, dass behandelnde
Ärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Stellung erfahrungsgemäss dazu neigen,
zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 353; EVG-Urteil vom 5.4.2004 S. 4 [I
814/03]) kann auch auf die Berichte und Einschätzungen der behandelnden Ärzte nicht
abgestellt werden. Der psychiatrische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
steht damit nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit fest.
3.
In somatischer Hinsicht hat sich die Beschwerdegegnerin auf das rheumatologische
Fachgutachten von Dr. C._ im Rahmen der interdisziplinären Begutachtung durch die
Klinik Valens im Jahr 2011 gestützt. Wie im Jahr 2001 hat Dr. C._ im Jahr 2011 (mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) ein chronisches Panvertebralsyndrom mit einer
Lumboischialgie linksbetont und einer Zervikozephalgie (ICD-10 M54.8) diagnostiziert
(IV-act. 62). Der Beschwerdeführer hat jedoch geltend gemacht, es seien neue MRI-
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Auf-nahmen nötig, da seit 2007 ein Verdacht auf eine Nervenwurzelreizung C7/C8
sowie seit 2011 eine osteodiskäre Diskushernie bestehe (act. G 1). Bei der
Begutachtung im Jahr 2011 sind Röntgenbilder von der Hals- und Lendenwirbelsäule
und vom Knie sowie eine Beckenübersicht angefertigt worden. Da bei der klinischen
Untersuchung u.a. weder lumbal noch zervikal motorische Ausfälle vorhanden gewesen
sind, ist Dr. C._ trotz der seit 2007 bestehenden zervikoradikulären Reizung C7/C8
und unter Berücksichtigung der aktuellen und der alten Röntgenbilder zum Schluss
gekommen, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich im Vergleich
zur Begutachtung im Jahr 2001 nicht arbeitsfähigkeitsrelevant verschlechtert (vgl. IV-
act. 62 S. 31 f.). Im Rahmen der EFL vom 7./8. Februar 2011 hat der Beschwerdeführer
dieselbe Leistungsfähigkeit gezeigt wie in der EFL vom 19. April 2001 und auch seine
bei den verschiedenen Tests erzielten Werte sind weitgehend unverändert gewesen
(IV-act. 62 S. 40). Insgesamt ist im Rahmen der sorgfältigen und umfassenden
Begutachtung durch die Klinik Valens im Jahr 2011 nachvollziehbar dargelegt worden,
dass der somatische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers gleich geblieben ist.
Allerdings ist die angefochtene Verfügung erst drei Jahre später erlassen worden.
Nichts deutet darauf hin, dass die in der Replik geltend gemachten, seit Sommer 2014
zunehmenden Gelenkbeschwerden bereits zum Verfügungszeitpunkt ein
arbeitsfähigkeitsrelevantes Ausmass angenommen hätten. Schliesslich hat der
behandelnde Arzt des Gesundheitszentrums Q._ am 25. November 2014 lediglich
einen Verdacht auf ein beginnendes Polyarthrosis-Syndrom diagnostiziert (act. G 13.2).
Ebenso wenig ist von einer von Dr. X._ beschriebenen deutlichen und allenfalls
arbeitsfähigkeitsrelevanten Zunahme der bereits vor 2006 bestehenden chronischen
Cephalgie whs. multifaktoriellen Ätiologie seit 2014 auszugehen (act. G19.1.3 S. 1 ff).
Der Beschwerdeführer hat zwar im Juni 2014 von "starken Kopf- und
Rückenschmerzen" berichtet und im Juli 2014 abermals über Kopfschmerzen in
Verbindung mit einem grippalen Infekt geklagt (act. G 13.2), doch lassen sich in den
Vorakten abgesehen davon keinerlei Hinweise auf starke Kopfschmerzen beim
Beschwerdeführer finden. Vom Zeitpunkt der Begutachtung bis zum Verfügungserlass
hat der Beschwerdeführer keine neuen somatischen Beschwerden geltend gemacht.
Zwar ist beim Beschwerdeführer am 27. Februar 2014 eine transthorakale
Echokardiografie durchgeführt worden, doch ist hier ausser einem Verdacht auf eine
supravalvuläre Aortenstenose nichts Aussergewöhnliches aufgefallen (IV-act. 128 S.
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21). Auch nach der Behandlung des Erysipels vom 17. bis 22. April 2014 ist der
Beschwerdeführer in einem "guten Allgemeinzustand" entlassen worden (IV-act. 131).
Allerdings hat der Beschwerdeführer MRI-Aufnahmen der Wirbelsäule vom 2.
Dezember 2016 eingereicht (act. G19.1.3 S. 10 f.). Diese sind zwar zwei Jahre nach
Verfügungserlass angefertigt worden, doch sie sind damit dem Verfügungszeitpunkt
immer noch näher als die drei Jahre vor Verfügungserlass durch die Klinik Valens
angefertigten Röntgenaufnahmen. Ob sich daraus aber eine zusätzliche
arbeitsfähigkeitsrelevante Einschränkung ergibt, steht nicht fest. Der Beschwerdeführer
hat bereits vor der Begutachtung durch die Klinik Valens im Jahr 2011 über starke
Rückenschmerzen geklagt und Spritzen und Schmerzmittel gegen die
Rückenschmerzen bekommen (vgl. auch act. G 1.1.5, G 13.2). Diese haben jedoch im
Rahmen der Begutachtung durch die Klinik Valens im Jahr 2011 in Bezug auf ihr
Ausmass nicht anhand des somatischen Beschwerdekerns objektiviert werden können.
Allein gestützt auf das gleichbleibend sehr starke Schmerzempfinden des
Beschwerdeführers kann also nicht zwingend auf einen gleichbleibenden somatischen
Zustand abgestellt werden. Es ist vielmehr durchaus möglich, dass sich der Zustand
des Rückens des Beschwerdeführers trotz der nach aussen hin gleichbleibend
beklagten Schmerzen bereits im Verfügungszeitpunkt relevant von dem auf den
Röntgenbildern im Jahr 2011 gezeigten Zustand unterschieden hat. Auch der
somatische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers hat daher zum
Verfügungszeitpunkt nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit festgestanden.
4.
Gesamthaft hat der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zum
Verfügungszeitpunkt nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit festgestanden. Der Sachverhalt erweist sich folglich als
ungenügend abgeklärt, weshalb die angefochtene Verfügung vom 20. Oktober 2014 in
Verletzung der Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ergangen und deshalb als
rechtswidrig aufzuheben ist. Da es nicht die Aufgabe des Versicherungsgerichtes sein
kann, ein Versäumnis hinsichtlich der ureigensten Aufgabe der Beschwerdegegnerin,
nämlich der Sachverhaltsabklärung, nachzuholen, ist die Sache zur weiteren
Abklärung, an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Dazu hat die
Beschwerdegegnerin eine interdisziplinäre Begutachtung in Auftrag zu geben, wobei
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sie darauf zu achten hat, dass die beauftragten Gutachter sich der erhöhten
Wahrscheinlichkeit aggravierender Angaben des Beschwerdeführers bewusst sind. Mit
einer psychiatrischen Verlaufsbegutachtung ist die Frage zu beantworten, wie sich die
psychiatrische Diagnose und Einschätzung der Krankheitsentwicklung seit Erlass der
angefochtenen Renteneinstellungsverfügung vom 20. Oktober 2014 darstellt. Weiter ist
im Rahmen einer psychiatrischen Fachbegutachtung der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers seit 2011 anhand der bisherigen Arztberichte und der
Begutachtung selbst (unter Berücksichtigung der Tatsache, dass nun nicht mehr die
"PÄUSBONOG-Praxis" gilt) zu beurteilen. In einem somatischen Teilgutachten sind
zudem insbesondere die Rückenbeschwerden und Gelenkschmerzen des
Beschwerdeführers mit Hinblick auf eine allfällige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu
untersuchen und zu beurteilen.
5.
Im Sinne eines obiter dictum ist für den zukünftigen Einkommensvergleich darauf
hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer zuletzt im Jahr 1999 als Hilfsarbeiter in der
Produktion bei der B._ AG ein Einkommen erzielt hat (IV-act. 5) und eine
Nominallohnanpassung nach so langer Zeit keinen Sinn mehr machen würde. Daher
dürfte zur Bestimmung des Valideneinkommens auf das durchschnittliche
Hilfsarbeitereinkommen abzustellen sein. Auf derselben Grundlage dürfte auch das
Invalideneinkommen zu bestimmen sein, da nicht davon auszugehen ist, dass der
Beschwerdeführer, der in der Schweiz stets als Hilfsarbeiter tätig gewesen ist, als
Invalider eine leidensangepasste qualifizierte Berufstätigkeit ausüben könnte. Da die
Invalidenkarriere also wohl der Validenkarriere entspricht, dürfte der Invaliditätsgrad
allenfalls unter Berücksichtigung eines sogenannten Tabellenlohnabzugs anhand eines
Prozentvergleichs zu bestimmen sein.
6.
6.1 Hinsichtlich der Kosten- und Entschädigungsfolgen gelten die Aufhebung einer
Verfügung und die Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung und zur
anschliessenden neuen Verfügung rechtsprechungsgemäss als ein vollständiges
Obsiegen der Beschwerde führenden Person. Die gemäss dem Art. 69 Abs. 1bis IVG
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zu erhebenden und angesichts des durchschnittlichen Verfahrensaufwandes auf Fr.
600.-- festzusetzenden Gerichtskosten sind folglich der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
6.2 Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung
auszurichten. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor dem Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers hat eine Honorarnote von Fr. 3'976.13 eingereicht, wobei sie
diesen Betrag anhand des bei unentgeltlicher Prozessführung reduzierten
Stundenansatzes von Fr. 200.-- bemessen hat (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes
[sGS 963.70] i.V.m. Art. 24 Abs. 1 der Honorarordnung für Rechtsanwälte und
Rechtsagenten [sGS 963.75]). Unter Berücksichtigung des ausserhalb der
unentgeltlichen Prozessführung geltenden durchschnittlichen Stundenansatz von Fr.
250.-- hätte das Honorar Fr. 4'931.28 betragen. Zur Begründung für die
Überschreitung der für ein IV-Beschwerdeverfahren üblichen Fr. 3'500.-- hat die
Rechtsvertreterin angeführt, es habe sich um einen mittelschweren Fall mit nicht
unbeachtlicher Aktenmenge und doppeltem Schriftenwechsel und Nachreichung von
Akten gehandelt (act. G 16.3). Dazu ist anzumerken, dass die Rechtsvertreterin den
Beschwerdeführer bereits seit 2011 vertreten hat und ihr somit der Grossteil der Akten
bereits bekannt gewesen ist, weshalb das umfangreiche Aktendossier keinen
überdurchschnittlichen Vertretungsaufwand zu begründen vermag. Auch ist der
konkrete Fall auf die Fragestellung, ob der Beschwerdeführer nach wie vor einen
Rentenanspruch hat, beschränkt gewesen, weshalb gesamthaft trotz des doppelten
Schriftenwechsels und der zusätzlich eingereichten Akten von einem
durchschnittlichen Vertretungsaufwand auszugehen ist und in Abweichung von der
Kostennote eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- als angemessen
erscheint.