Decision ID: 8191c8f6-880f-418a-b9a9-8c1b599230e8
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch lic. iur. Marisa Buchegger, c/o Buob Staub & Partner, Vadianstrasse 44,
Postfach 262, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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IV-Leistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Der am 29. Juni 1956 in Kroatien geborene B._ gelangte im Mai 2003 an die
Invalidenversicherung und beantragte IV-Leistungen wegen Sehschwierigkeiten,
psychischen Problemen und Kniebeschwerden (IV-act. 1). B._ war zuletzt von März
2001 bis Mai 2002 als Gerätemonteur/Elektrotechniker tätig gewesen (IV-act. 18). Der
Hausarzt Dr. med. A._ stellte im Bericht vom 27. Mai 2003 folgende Diagnosen mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: Trikuspidalprolaps-Rechtsschenkelblock;
reaktive Depression; initialer Riss des medialen Meniskushinterhorns; Partialruptur des
vorderen Kreuzbandes; diskrete Bakerzyste; Maculopathie beiderseits unklarer
Ursache. Er attestierte dem Versicherten seit Juli 2002 bis auf weiteres in seiner
angestammten Tätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit. Weiter gab er an, der Versicherte
sei unter anderem in zusätzlicher Behandlung bei Dr. med. C._, Spezialarzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, sowie Dr. med. D._, Spezialarzt für Ophthalmologie
(IV-act. 16). Dr. D._ hatte am 14. März 2003 Dr. A._ berichtet, aufgrund der
verminderten Sehschärfe, verursacht durch Morbus Stargardt, sei es dem Versicherten
nicht mehr möglich, seine bisherige Tätigkeit auszuüben (IV-act. 32/57). Dr. C._
attestierte in seinem Bericht an Dr. A._ vom 29. Oktober 2004 aus rein
psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 70% (IV-act. 32/33).
A.b Am 8. November 2004 führte das Ärztliche Begutachtungsinstitut in Basel (ABI)
eine polydisziplinäre Begutachtung durch. In seinem Gutachten vom 25. Februar 2005
stellte es folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: Makulopathie
beidseits, z.B. Stargardt (ICD-10 H35.5); Astigmatismus myopicus (ICD-10 H52.2);
Presbyopie (ICD-10 H52.4); belastungsabhängige Knieschmerzen links (ICD-10 M25.5),
rupturiertes vorderes Kreuzband und mediale Meniskushinterhornläsion bei Status
nach Skiunfall am 9.3.2002 (ICD-10 M.23.1/M23.2/T93.3). Ohne Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit diagnostizierten die ABI-Gutachter u.a. einen Status nach depressiver
Episode (ICD-10 F32) sowie einen Verdacht auf eine hypochondrische Störung (ICD-10
F45.2; IV-act. 32/18). Die Gutachter kamen sodann zum Schluss, für den Versicherten
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bestehe in der angestammten Tätigkeit seit Mai 2002 eine volle Arbeitsunfähigkeit. Für
eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit mit nur intermittierend schweren
Anteilen, die zudem keine Ansprüche an das Feinsehvermögen stelle, bestehe eine
zeitlich volle Arbeitsfähigkeit, medizinisch-theoretisch mit einer maximalen
Leistungseinbusse von 20% (IV-act. 32/21).
A.c Am 22. Juni 2005 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie die Kosten
einer beruflichen Abklärung im Verein E._ vom 15. August bis 18. November 2005
übernehmen werde (IV-act. 44). In seinem Schlussbericht vom 6. Dezember 2005 führte
der Verein E._ aus, der Versicherte könne aufgrund der fehlenden körperlichen und
persönlichen Eignung nicht an einem Arbeitsplatz in der Werkstätte des Vereins E._
eingegliedert werden (IV-act. 57/3). Die Eingliederungsberaterin hielt in ihrem
Abschlussbericht vom 18. Januar 2006 fest, dass aufgrund fehlender Motivation
seitens des Versicherten der Fall abzuschliessen sei (IV-act. 61/2).
B.
B.a Die IV-Stelle schloss mit Verfügung vom 1. Februar 2006 die Arbeitsvermittlung ab
(IV-act. 66) und verfügte am 2. Februar 2006 die Abweisung des Rentenbegehrens (IV-
act. 67). Dagegen erhob der Rechtsvertreter des Versicherten, Rechtsanwalt Bruno
A. Hubatka, Wil, am 2. März 2006 Einsprache (IV-act. 69). Mit der innert Frist
nachgereichten Einsprachebegründung vom 31. März 2006 beantragte der
Rechtsvertreter die Aufhebung der beiden Verfügungen vom 1. und 2. Februar 2006
sowie die Rückweisung an die Vorinstanz zu weiteren Abklärungen. Zudem sei eine
Invalidität von mindestens 70% festzustellen (IV-act. 74). Am 4. April 2006 reichte der
Rechtsvertreter zur Ergänzung der Einsprache weitere ärztliche Berichte von Dr. A._
vom 3. März 2006 (IV-act. 75) und Dr. C._ vom 31. März 2006 (IV-act. 78) nach.
B.b Mit Entscheid vom 23. August 2006 wies der Rechtsdienst der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) die Einsprache ab. Zur
Begründung führte er insbesondere aus, die vom ABI Gutachten abweichenden
Beurteilungen der behandelnden Ärzte vermöchten die Beweiskraft des Gutachtens
nicht zu erschüttern (IV-act. 82).
C.
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C.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die von Rechtsanwältin Marisa Buchegger,
Buob Staub & Partner, St. Gallen, erhobene Beschwerde vom 26. September 2006. Die
Rechtsvertreterin beantragt die Aufhebung des Einspracheentscheides vom 23. August
2006 und die Festsetzung des Invaliditätsgrades auf mindestens 70% unter
Bezugnahme auf die im Einspracheverfahren nachgereichten ärztlichen Berichte.
Eventualiter sei zur Neubeurteilung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit ein
neues Gutachten zu erstellen (act. G 1). Die Rechtsvertreterin stellt gleichentags das
Gesuch um unentgeltliche Prozessführung für den Beschwerdeführer im
Beschwerdeverfahren (act. G 2).
C.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 12. Oktober 2006 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (IV-act. G 6).
C.c Mit Schreiben vom 18. Oktober 2006 verzichtet der Beschwerdeführer auf die
Erstattung einer Replik (act. G 8).

Erwägungen:
1.
Streitig ist vorliegend nur der Anspruch auf Ausrichtung einer Invalidenrente. Bezüglich
der Einstellung der Arbeitsvermittlung ist festzuhalten, dass sich die Rechtsvertreterin
im Beschwerdeverfahren mit den Ausführungen im Einspracheentscheid vom
23. August 2006 bezüglich der Zulässigkeit der Einstellung der Arbeitsvermittlung
einverstanden erklärt hat. Die Einstellung der Arbeitsvermittlung ist somit nicht mehr
angefochten.
2.
2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
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verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn der Versicherte
mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn er wenigstens zu 60%
invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf
eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine
Viertelsrente (Art. 28 Abs. 1 IVG).
2.3 Für die Bemessung des Invaliditätsgrades wird das Einkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
3.
3.1 Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers macht geltend, das psychiatrische
Teilgutachten erweise sich als unvollständig, da der Gutachter Dr. med. F._ die
Beschwerden des Beschwerdeführers nicht ernst genommen habe (act. G 1/5).
3.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes und der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeit die versicherte Person
arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in der Folge eine wichtige Grundlage
für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch
zugemutet werden können (BGE 125 V 261 Erw. 4; Rz 3047 f. des vom Bundesamt für
Sozialversicherung erlassenen Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in
der Invalidenversicherung = KSIH). Die IV-Stelle hat zu prüfen, wie sich die
invaliditätsbedingten Faktoren auf die Vermittlungsfähigkeit und die Erwerbsfähigkeit
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auswirken (Rz 3049 KSIH). Ob die versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch
tatsächlich ausübt, ist für die Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046
KSIH).
3.3 Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu
prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen
Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerung des Experten begründet sind (BGE 125 V 352
Erw. 3a).
3.4 Vorliegend stimmen die Diagnosen und die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers im psychiatrischen Gutachten des ABI vom 25. Februar 2005 nicht
mit den Äusserungen des behandelnden Psychiaters Dr. C._ überein. Dieser hielt in
seinem Bericht vom 29. Oktober 2004 fest, der Beschwerdeführer zeige einen
depressiven Zustand mit körperlichen Symptomen, intensiven Ängsten und
Beeinträchtigungen der kognitiven Funktionen. Er diagnostizierte eine depressive
Störung, mittelgradige Episode, mit somatischen Symptomen (F32.11) auf dem Boden
einer ängstlichen Persönlichkeit (F60.6) sowie ein chronifiziertes Schmerzsyndrom.
Dem Beschwerdeführer attestierte er aus rein psychiatrischer Sicht eine
Arbeitsunfähigkeit von 70% (IV-act. 32/33-35). Der ABI-Gutachter Dr. F._ hingegen
führte in seinem psychiatrischen Teilgutachten aus, der Zustand des
Beschwerdeführers stünde deutlich im Kontrast zu den angegebenen subjektiven
Leiden. Insbesondere hätten sich keine objektivierbaren Hinweise auf eine depressive
Störung finden lassen. Dasselbe gelte für die Persönlichkeitsstörung. Hingegen sei der
Beschwerdeführer etwas hypochondrisch auf die verschiedenen Beschwerden fixiert.
Aus psychiatrischer Sicht lasse sich aktuell keine Störung mit Krankheitswert eruieren,
insbesondere könne dadurch keine Arbeitsunfähigkeit begründet werden (IV-act.
32/12-15). In der Stellungnahme vom 31. März 2006 zum ABI-Gutachten äusserte sich
Dr. C._ dahingehend, dass er nach wie vor finde, der Beschwerdeführer leide unter
starken depressiven Störungen. Im Gegensatz zum begutachtenden Arzt, welcher die
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Beschwerden im Rahmen einer hypochondrischen Störung sehe, seien sie für ihn
Ausdruck einer Depression (IV-act. 78).
3.5 Wie in Erwägung 3.3 ausgeführt, hat ein Arztbericht den vom Bundesgericht an die
Beweistauglichkeit gestellten Kriterien zu genügen. Einem im Rahmen des
Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche
aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die
Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
gelangen, kommt sodann volle Beweiskraft zu, solange nicht konkrete Indizien gegen
die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 Erw. 3b/bb). Der
Beschwerdeführer wurde am 8. November 2004 einer eingehenden psychiatrischen
Begutachtung unterzogen, welche in Kenntnis der medizinischen Vorakten erstellt
worden ist, eine ausführliche Schilderung zur Anamnese beinhaltet sowie die geklagten
Beschwerden berücksichtigt hat (IV-act. 32/12-14). Darüber hinaus begründete Dr.
F._ schlüssig und in nachvollziehbarer Weise, weshalb er aufgrund der geschilderten
Beschwerdeangaben keine depressiven Störungen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit eruieren konnte. Der Ansicht des Beschwerdeführers, dass der
Teilgutachter die Beschwerden nicht ernst genommen hätte und somit auf die
Diagnosen und Äusserungen von Dr. C._ abzustellen sei, kann nicht gefolgt werden.
Den Berichten von Dr. C._ sind keinerlei konkrete Begründungen zu entnehmen,
inwiefern die geschilderten Beschwerden die von ihm gestellten Diagnosen und die
damit verbundene Arbeitsunfähigkeitseinschätzung von 70% zu rechtfertigen
vermögen. Sie lassen vielmehr darauf schliessen, dass es sich bei den Schilderungen
von Dr. C._ um subjektive ärztliche Interpretationen handelt. Das psychiatrische
Teilgutachten ist somit als umfassend und vollständig anzusehen. Insgesamt erfüllt es
die vom Bundesgericht an die Beweistauglichkeit eines Arztberichtes gestellten
Kriterien. Es sprechen mithin keine konkreten Indizien gegen die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des psychiatrischen Teilgutachtens, weshalb darauf
abgestützt werden kann. Hinzuweisen bleibt schliesslich noch auf die Rechtsprechung
des Bundesgerichts, wonach Berichte von Hausärzten mit gewissem Vorbehalt zu
bewerten sind (BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc). Dies gilt für den allgemein praktizierenden
Hausarzt wie auch für den behandelnden Spezialarzt (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts vom 20. März 2006, I 655/2005 Erw. 5.4). Der behandelnde Arzt
ist bei reinen Attesten in der Tat anders als der Gutachter nicht auf die Bewertung der
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längerfristig zumutbaren Leistungsfähigkeit ausgerichtet, sondern auf die im aktuellen
therapeutischen Kontext sinnvolle Leistung im bisherigen Tätigkeitsbereich.
4.
Bezüglich des Einwandes der Rechtsvertreterin, es könne nicht nachvollzogen werden,
weshalb der Befund des belastungsabhängigen Schmerzes am rechten Fuss des
Beschwerdeführers nicht mit in die Diagnose eingeflossen sei (act. G 1/8), ist
anzumerken, dass in Anbetracht der sich mit Bezug auf Schmerzen naturgemäss
ergebenden Beweisschwierigkeiten subjektive Schmerzangaben des
Beschwerdeführers allein für die Begründung einer (teilweisen) Invalidität nicht
genügen. Vielmehr muss im Rahmen der sozialversicherungsrechtlichen
Leistungsprüfung verlangt werden, dass die Schmerzangaben durch damit
korrelierende, fachärztliche schlüssige Befunde hinreichend erklärbar sind, andernfalls
sich eine rechtsgleiche Beurteilung der Rentenansprüche nicht gewährleisten liesse
(BGE 130 V 353 Erw. 2.2.1). Gestützt auf eine eingehende orthopädische Untersuchung
sowie in Kenntnis der Vorakten und bestehender Röntgenbilder führte Dr. H. G._ in
seinem orthopädischen Teilgutachten aus, dass nur die erwähnten Beschwerden des
linken Knies unter Belastung mit objektivierbaren Befunden korrelierten. Ansonsten
konnten keine anderen wesentlichen pathologischen Befunde festgestellt werden. Die
vom Beschwerdeführer geschilderten Knack- und Schmerzphänomene an
verschiedenen Gelenken liessen sich nicht objektiv erklären. Aufgrund dieser
schlüssigen und nachvollziehbaren Ausführungen ist festzuhalten, dass die subjektiven
Schmerzangaben betreffend den rechten Fuss, mangels eines objektivierbaren
Befunds zu Recht keinen Eingang in die Diagnose mit signifikantem Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit gefunden haben. Jedenfalls ergeben sich weder aus dem Bericht von
Dr. A._ vom 3. März 2006 noch aus den anderen vorliegenden ärztlichen Berichten
mit den Schmerzangaben korrelierende schlüssige Befunde, die eine erhebliche
Leistungseinschränkung in adaptierten Tätigkeiten nach sich ziehen würden.
5.
5.1 Was die in Zweifel gezogene Einschätzung der ABI-Gutachter in Bezug auf die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer adaptierten Tätigkeit betrifft
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(act. G 1/7), ist für die Invaliditätsbemessung nicht die Arbeitsunfähigkeit im bisherigen
Beruf (Berufsunfähigkeit) massgebend, sondern die Erwerbsunfähigkeit, verstanden als
das Unvermögen, auf dem gesamten für die versicherte Person in Frage kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt die verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise
wirtschaftlich zu verwerten. Für die Invaliditätsbemessung ist somit von einem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt auszugehen. Es kommt nicht darauf an, wie die
Beschäftigungslage tatsächlich ist. Auf diesem ausgeglichenen Arbeitsmarkt existieren
Arbeitsgelegenheiten, die den medizinisch-theoretischen Bedingungen entsprechen,
welche die ärztlichen Gutachten bezeichnen (vgl. SVR IV 2006 Nr. 35,107; Entscheid
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 19. Februar 2001, I 65/2000).
5.2 Unbestrittenermassen ist der Beschwerdeführer in seiner zuletzt ausgeübten
Tätigkeit als Gerätemonteur/Elektrotechniker nicht mehr einsetzbar. Bezüglich der
Arbeitsfähigkeitseinschätzung des Beschwerdeführers in einer leidensangepassten
Tätigkeit sind im übrigen nur dem ABI-Gutachten entsprechende Ausführungen zu
entnehmen. In der orthopädischen Teilbegutachtung wurden dem Beschwerdeführer
aufgrund seines Knieleidens sämtliche körperlich leichten bis mittelschweren
Tätigkeiten mit nur intermittierend schweren Anteilen, die zudem nicht repetitives
Treppensteigen und Arbeiten mit Zwangshaltungen des linken Knies verlangten, zeitlich
und leistungsmässig uneingeschränkt als zumutbar attestiert. Betreffend adaptierte
Tätigkeiten ist dem ophthalmologischen Teilgutachten zu entnehmen, dass bei gutem
peripherem Gesichtsfeld eine Tätigkeit zumutbar sei, welche keinen besonderen
Anspruch an das Sehvermögen stelle. Vor allem grobmotorische Tätigkeiten ohne das
Hantieren mit potentiell gefährlichen Maschinen würden in Frage kommen. Dafür
bestehe beim Beschwerdeführer eine volle Arbeitsfähigkeit, vermutliche aber mit
verminderter Leistungsfähigkeit. In welchem Ausmass diese Einschränkung zu
bemessen sei, müsste unter der Berücksichtigung der konkreten Tätigkeit geprüft
werden (IV-act. 32/18). In der Gesamtbeurteilung gingen die ABI-Gutachter dann global
von einer Leistungsverminderung von 20% aus und attestierten dem Beschwerdeführer
eine Arbeitsfähigkeit von 80% für eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit mit
nur intermittierend schweren Anteilen und ohne Ansprüche an das Feinsehvermögen
(IV-act. 32/21).
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5.3 Hierzu ist anzumerken, dass sowohl Dr. H._ wie auch Dr. G._ dem
Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit
attestierten. Dem Bericht des Vereins E._ (IV-act. 57) wie auch den Berichten der
Eingliederungsberaterin (IV-act. 60, 61) kann zudem entnommen werden, dass
einfache, repetitive Tätigkeiten ausgeführt werden konnten. Die Einschränkung durch
die Sehbehinderung wurde als nicht gravierend bezeichnet, denn die verlangten
Tätigkeiten hätten kein genaues Sehen verlangt. Sodann habe die ausgehändigte
Lupenbrille den Beschwerdeführer befähigt, die Zeitungen wieder flüssig lesen zu
können. Der Beschwerdeführer habe zudem an verschiedenen Arbeitsplätzen, auch
sitzend, gearbeitet. Dies sei uneingeschränkt möglich gewesen. Der Beschwerdeführer
verfüge über handwerkliches Geschick, Auffassungsvermögen, Vorstellungsvermögen
sowie Flexibilität in einem durchschnittlichen Rahmen. Das Umsetzungsvermögen
wurde sogar als gut qualifiziert. Der Beschwerdeführer ist trotz allem in verschiedener
Hinsicht gesundheitlich angeschlagen. Dem haben die ABI-Gutachter mit einer
"globalen Leistungsverminderung" von 20% zu Recht Rechnung getragen. Die
subjektive Arbeitsunfähigkeitseinstellung des Beschwerdeführers hat vorliegend, und
entgegen der Ansicht der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, keinen Einfluss auf
die Frage nach der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit.
6.
Was den die Invaliditätsbemessung gemäss Art. 16 ATSG massgebenden
Einkommensvergleich betrifft, so kann auf die im Ergebnis zutreffenden Erwägungen im
angefochtenen Einspracheentscheid verwiesen werden. Bei einer Einschränkung von
nur 20% in adaptierter Tätigkeit und gerechtfertigter Gleichstellung von Validen- und
Invalideneinkommen resultiert keine rentenbegründende Invalidität, gleichgültig, ob
förmlich mit statistischen Tabellenlöhnen oder im einfachen Prozentvergleich gerechnet
wird. Das gilt, selbst wenn bei der Berechnung mit statistischen Zahlen der hier
maximal denkbare Leidensabzug von 15% eingesetzt wird.
7.
7.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
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7.2 Gemäss den Schlussbestimmungen des IVG zur Änderung vom 16. Dezember
2005, in Kraft seit 1. Juli 2006, gilt für die am 1. Juli 2006 bei der IV hängigen
Einsprachen das bisherige Recht (lit. b Schlussbestimmungen). Somit gelangt Art. 69
Abs. 1 IVG zur Kostenpflicht von Streitigkeiten um die Bewilligung oder die
Verweigerung von IV-Leistungen im kantonalen Gerichtsverfahren nicht zur
Anwendung. Gerichtskosten sind demnach keine zu erheben.
7.3 Mit Gesuch vom 26. September 2006 (act. G 2), inkl. nachgereichter Beilagen vom
9. Oktober 2006 (act. G 5), beantragte der Beschwerdeführer die Gewährung der
unentgeltlichen Prozessführung. Da die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers
aktenkundig ist und die Vertretung geboten war, ist dieses Gesuch zu bewilligen. Die
Entschädigung ist auf Fr. 3'500.-- festzulegen und um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31.
Abs. 3 AnwG). Somit hat der Staat die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers
pauschal (BGE 125 V 201) mit Fr. 2'800.-- zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG