Decision ID: 0d5e7ece-f4fa-4bdd-baf3-f30d6a9f08d9
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 08.09.2020 Art. 7, 8 und 16 ATSG. Art. 28 IVG. Würdigung eines polydisziplinären Gutachtens. Die Erhebung der Befunde und wohl auch die Diagnosestellung dürften unvollständig erfolgt sein. Damit vermag auch die Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht zu überzeugen. Rückweisung zur ergänzenden Abklärung des medizinischen Sachverhalts (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. September 2020, IV 2018/292)
Entscheid vom 8. September 2020
Besetzung
Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-
Studerus; Gerichtsschreiberin Viviane Kull
Geschäftsnr.
IV 2018/292
Parteien
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21,
Postfach 27, 9004 St. Gallen,
gegen
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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
Gegenstand
Rente
Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 5./7. Mai 2014 wegen Beschwerden am linken Fuss infolge
eines Unfalls vom 4. November 2013 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 13). Er gab an, er habe im Ausland die
Grundschule besucht und eine dreijährige Ausbildung als Zimmermann absolviert.
Zuletzt sei er als Kaminmonteur tätig gewesen. Das Jahreseinkommen habe
Fr. 5'400.-- x 13 brutto betragen. In einem Arbeitgeberbericht teilte ein Mitarbeiter der
B._ AG am 16. Mai 2014 mit (IV-act 18), der Versicherte sei seit dem 1. März 2012 als
Monteur Kaminbau angestellt. 50% der Montage finde auf dem Dach statt. Die
Tätigkeit umfasse auch das Heben und Tragen von Gegenständen mit mehr als 25
Kilogramm Gewicht. Der AHV-beitragspflichtige Jahreslohn betrage bei einer
Wochenarbeitszeit von 42.5 Stunden Fr. 70'200.--. Fachärzte der Rehaklinik C._
berichteten am 22. Mai 2014 (IV-act. 27) über einen stationären Aufenthalt vom
16. April 2014 bis 21. Mai 2014. Sie gaben an, der Versicherte habe am 4. November
2013 bei einem Sturz von einer Leiter eine Trimalleolarfraktur links erlitten (vgl. auch die
Unfallmeldung vom 13. November 2013, IV-act. 94-7). Nach Operationen am
4. November 2013, 12. November 2013 und 27. Dezember 2013 (vgl. dazu die Berichte
des Spitals D._, IV-act. 35) habe eine radiologische Untersuchung vom 20. Februar
2014 eine Konsolidierung aller Frakturanteile in guter Stellung gezeigt. Eine leichte
Arthrose sei ersichtlich gewesen. Als psychiatrische Diagnosen nannten sie eine
Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22) und
akzentuierte Persönlichkeitszüge (perfektionistisch, leistungsorientiert, ICD-10 Z 73.1).
Sie attestierten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für die Tätigkeit als Kaminmonteur
A.a.
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ab dem 21. Mai 2014. In einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit mit einem
ausnahmsweisen Hantieren von Lasten bis 15 Kilogramm, ohne Gehen in unebenem
Gelände, ohne Vibrationsbelastung und Schläge, ohne häufige Zwangshaltungen (wie
Knien, Arbeiten in Hockstellung, Pedalbedienung, Kriechen etc.) und ohne Arbeiten an
sturzexponierten Stellen bestehe eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Dr. med.
E._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FHM, berichtete am 28. August
2014 (IV-act. 94-134), sie habe beim Versicherten eine posttraumatische
Belastungsstörung nach einem Arbeitsunfall am 4. November 2013, zurzeit langsam
remittiert (ICD-10 F43.1), eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0) und
akzentuierte Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z 73.1) diagnostiziert. Am 11. September
2014 sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine Arbeitsvermittlung zu (IV-act. 37).
Vom 1. September 2014 bis zum 26. September 2014 fand in der Rehaklinik C._
eine berufliche Abklärung statt. Im Bericht vom 24. September 2014 (IV-act. 94-144)
hielten die Fachpersonen fest, der Versicherte habe während der beruflichen Abklärung
zusätzliche Pausen benötigt, um sich zu bewegen. Er habe angegeben,
Einschlafstörungen am Bein zu haben. Seine Schmerzäusserungen hätten plausibel
gewirkt. Die Aussichten auf eine angepasste Tätigkeit seien mit der jetzigen
Leistungsfähigkeit sehr gering, wobei die beobachtete Arbeitsleistung nicht mit der
medizinischen Zumutbarkeit übereingestimmt habe. Sie empfahlen, in einem ersten
Schritt die medizinischen Möglichkeiten zur Verbesserung des Gesundheitszustands zu
prüfen. In einem zweiten Schritt sollte eine vertiefte berufliche Abklärung durchgeführt
und in einem dritten Schritt der Beizug einer privaten Stellenvermittlung geprüft
werden. Die Eingliederungsverantwortliche der IV-Stelle notierte am 19. November
2014 (IV-act. 38), zurzeit könne keine Arbeitsvermittlung durchgeführt werden. Dr. med.
F._ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) notierte am 9. März 2015 nach einer
Durchsicht der zwischenzeitlich eingegangenen Berichte des Spitals D._ (IV-act. 46),
am 30. Januar 2015 sei eine partielle Osteosynthesematerialentfernung durchgeführt
worden. In der angestammten Tätigkeit bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. In
einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit mit vorwiegendem Sitzen und
ohne eine Belastung des linken Fusses bestehe eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit.
Es bestehe ab sofort ein Eingliederungspotential. Da die Suva weitere medizinische
Abklärungen tätigte, führte die IV-Stelle vorerst keine beruflichen
A.b.
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Eingliederungsmassnahmen durch (vgl. IV-act. 58). Am 6. November 2015 notierte die
RAD-Ärztin Dr. F._ nach einer Durchsicht eines Berichts des Spitals D._ vom
9. Juni 2015 und von Akten der Suva (IV-act. 63), dass weiterhin von einer
uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten auszugehen sei. Die
Kreisärztin der Suva med. pract. G._ hatte am 10. Juni 2015 festgehalten (IV-act.
94-227), in einer adaptierten, überwiegend sitzenden Tätigkeit sei von einer mindestens
halbtägigen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Untersuchungen in der Klinik H._ vom
27. August 2015 und 8. September 2015 hatten ergeben (IV-act. 94-245), dass die vor
allem belastungsabhängigen Restbeschwerden gut mit den Befunden eines Spect-CT
übereinstimmten. Es bestünden operative Möglichkeiten. Eine Verbesserung der
Arbeitsfähigkeit als Kaminmonteur sei aber nicht zu erwarten. Am 27. Oktober 2015
hatte eine kreisärztliche Untersuchung ergeben (IV-act. 94-266), dass dem Versicherten
die Tätigkeit als Kaminmonteur nicht mehr zumutbar sei. Die Zumutbarkeitsbeurteilung
der Rehaklinik C._ vom 24. September 2014 sei weiterhin zutreffend. Mit einer
Mitteilung vom 10. November 2015 wies die IV-Stelle das Begehren um berufliche
Eingliederungsmassnahmen ab (IV-act. 66). Dr. med. I._, Spezialarzt FMH für
orthopädische Chirurgie, gab am 14. Dezember 2015 an (IV-act. 94-302), er rate von
einem operativen Vorgehen ab und empfehle dem Versicherten das Tragen eines
Stabilschuhs. Glaubhaft sei, dass beim Versicherten auch bei längerem Sitzen
Beschwerden aufträten, welche einen Positionswechsel erforderten. Er unterstütze die
kreisärztlich geäusserten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit, nicht aber, dass eine
adaptierte Tätigkeit ganztags zumutbar sei. Nicht erwähnt worden sei, dass das
mehrmals tägliche Treppengehen oder das Besteigen von Leitern vermieden werden
sollten. Er empfehle einen Beginn in einer angepassten Arbeit halbtags, eine spätere
Steigerung auf zwei mal drei Stunden täglich scheine ihm aber denkbar. Wenn die
Arbeit eine weit vorwiegend sitzende wäre, müssten kurze Pausen möglich sein. Am
5. Juni 2016 beantragte der Versicherte eine Umschulung (IV-act. 75). Der Hausarzt Dr.
med. J._ teilte am 4. November 2016 mit (IV-act. 82), der Versicherte befinde sich
zurzeit im Einsatzprogramm K._. Es mache den Anschein, dass er bei einem 60%-
Pensum den Leistungszenit erreicht habe, was angesichts der Diagnosen gut
nachvollziehbar sei. An der Motivation des Versicherten sei nicht zu zweifeln. Er bitte
darum, die Eingliederungsmassnahmen nochmals zu prüfen. Der Versicherte reichte
am 31. Januar 2017 eine Niveaubestätigung des Staatssekretariates für Bildung,
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Forschung und Innovation ein, laut der sein ausländischer Lehrabschluss als
Zimmermann einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis entsprach (IV-act. 87). Mit
einer Verfügung vom 17. Februar 2017 wies die IV-Stelle das Begehren um eine
Umschulung ab (IV-act. 88). Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hiess
eine dagegen eingereichte Beschwerde teilweise gut; es wies die Sache zur weiteren
Abklärung des (insbesondere medizinischen) Sachverhalts an die IV-Stelle zurück
(Urteil vom 26. Juli 2017, IV 2017/125; vgl. IV-act. 101).
Am 13. und 18. Dezember 2017 sowie am 12., 17. und 18. Januar 2018 wurde der
Versicherte von der SMAB AG polydisziplinär (orthopädisch/traumatologisch,
psychiatrisch und internistisch) abgeklärt und es wurde eine Evaluation der
funktionellen Leistungsfähigkeit durchgeführt. Im Gutachten vom 26. Februar 2018
gaben die Gutachter als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
mässige posttraumatische Arthrose des linken oberen Sprunggelenkes nach einer
operativ versorgten trimalleolären Luxationsfraktur links am 4. November 2013 und eine
mässige Coxarthrose beidseits, rechtsbetont, an (IV-act. 119-14). Als Diagnosen ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie eine leichte depressive Episode
(ICD-10 F32.0), einen Senk-Spreizfuss beidseits und einen Verdacht auf eine Gastritis.
Die Gutachter führten aus (IV-act. 119-15), im Rahmen der orthopädisch-
traumatologischen Untersuchung habe das linke Sprunggelenk eine degenerativ
bedingte Kontur-Verbreiterung sowie eine eingeschränkte Beweglichkeit beim Heben
und Senken des linken Fusses gezeigt. Im Weiteren sei eine lokale
Druckschmerzangabe über der Fibula erfolgt. Passend dazu hätten sich in den
Röntgenaufnahmen vom 13. Dezember 2017 entsprechende Veränderungen gefunden.
Der Versicherte habe angegeben, dass nach etwa 45 Minuten Spazieren eine
Schwellung des linken Sprunggelenkes vorhanden sei. Dies habe im Rahmen der
Untersuchung nicht festgestellt werden können. Diskrepant zu dieser Angabe seien
auch die angegebenen mehrfachen Spaziergänge pro Tag (zwei- bis dreimal pro Tag
jeweils circa 45 Minuten). Aufgrund des klinischen und radiologischen
Untersuchungsbefundes des linken Sprunggelenkes werde lediglich eine qualitative
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des Versicherten für Tätigkeiten mit
ausschliesslichem Stehen und Gehen sowie mit häufigem Hocken eingeschätzt. Beide
Hüftgelenke hätten eine seitengleiche Beweglichkeit gezeigt. In den
A.c.
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Röntgenaufnahmen vom 13. Dezember 2017 hätten sich beidseitig mässige
Coxarthrosen mit einem verschmälerten Gelenkspalt und mit einer vermehrten
Sklerosierung, rechts mehr als links, dargestellt. Aufgrund der degenerativen
Veränderungen beider Hüftgelenke bestünden qualitative Einschränkungen der
Arbeitsfähigkeit für Tätigkeiten mit ausschliesslichem Stehen und Gehen sowie mit
häufigem Hocken. Im Rahmen der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit sei
eine mässige Symptomausweitung beobachtet worden. Die beobachtete Belastbarkeit
habe im Wesentlichen einer ganztägigen mittelschweren Tätigkeit (Hantieren von
Lasten selten bis maximal 25 Kilogramm) entsprochen. Die beobachtete Belastbarkeit
und die demonstrierte funktionelle Leistungsfähigkeit hätten teilweise unter den
Belastungsanforderungen der bisherigen Tätigkeit gelegen. In der bisherigen,
körperlich sehr schweren Tätigkeit als Kaminmonteur sei der Versicherte dauerhaft
vollständig arbeitsunfähig. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe jedoch eine
vollständige Arbeitsfähigkeit. Die orthopädisch-traumatologische Sachverständige gab
im Teilgutachten vom 13. Dezember 2017 ausserdem an (IV-act. 119-29, 119-37), der
Versicherte habe geklagt, dass er nicht länger als 45 Minuten sitzen könne, sonst
bekomme er ein Ameisenkribbeln und stechende Schmerzen in der linken unteren
Unterschenkelhälfte. Er müsse dann aufstehen und 10-15 Minuten laufen. In einem
Bericht über ein Einsatzprogramm des Amtes für Wirtschaft und Arbeit, welches der
Versicherte vom 1. September 2016 bis 30. Dezember 2016 absolviert habe (vgl. IV-
act. 119-72), sei beschrieben worden, dass der Versicherte viele zusätzliche Pausen
benötigt habe, um die Blutzirkulation in den Beinen anzuregen. Von orthopädisch-
traumatologischer Seite bestehe kein Anhalt für eine gestörte Blutzirkulation beider
Beine. Das angegebene Kältegefühl und das Kribbeln des linken Beines nach ca.
45 Minuten sei nicht nachvollziehbar. Im Weiteren hielten die Gutachter fest (IV-
act. 119-15 f.), aus psychiatrischer Sicht sei es aufgrund eines anhaltenden
Schmerzsyndroms im linken Bein zu einer anhaltenden Lebensunzufriedenheit mit der
Entwicklung einer vermehrten Reizbarkeit und Dünnhäutigkeit und eines sozialen
Rückzugs gekommen. Im psychopathologischen Befund habe sich ein subdepressiver,
zuweilen auch traurig gestimmter, insgesamt emotional gut zugänglicher Mann gezeigt,
der angesichts seiner unbefriedigenden Lebenskonstellation einen entsprechenden
Leidensdruck vermittelt habe. Die Akzeptanz des veränderten Selbstbildes nach dem
Wegfall der beruflichen Bestätigung habe sich für den Versicherten schwierig gestaltet.
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Der Antrieb und das psychomotorische Tempo seien normal gewesen, die emotionale
Auslenkbarkeit sei nur leicht eingeschränkt gewesen und eine Anhedonie im
eigentlichen Sinne habe nicht vorgelegen. Unter Berücksichtigung der bisherigen
Anamnese sei von einer länger andauernden reaktiven depressiven Entwicklung
auszugehen, die angesichts der mehrjährigen Zeitdauer die Kriterien einer leichten
depressiven Episode erfülle. Eine zusätzliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit lasse
sich hieraus nicht ableiten. Merkmale einer Persönlichkeitsakzentuierung mit einer
krankhaften Bedeutung hätten sich nicht bestätigen lassen. Ebenso wenig hätten sich
Hinweise für die von Dr. E._ am 28. August 2014 diagnostizierte posttraumatische
Belastungsstörung ergeben. Im psychiatrischen Teilgutachten vom 12. Januar 2018
hielt der Sachverständige in Bezug auf die Standardindikatoren fest (IV-act. 119-49),
Anhaltspunkte für eine Aggravation hätten sich nicht ergeben; die Kategorie
"funktioneller Schweregrad" beschreibe eine leichte Störung der Affektivität. Der
Krankheitsverlauf sei eng assoziiert mit den somatischen Beschwerden, was den
bislang fehlenden Therapieerfolg im Sinne einer anhaltenden emotionalen Entlastung
erkläre. Eine Komorbidität zwischen dem Schmerzsyndrom im linken Bein und der
depressiven Symptomatik liege im Sinne der beschriebenen Auslösefunktion vor. Der
Komplex "Persönlichkeit" beschreibe einen ausreichend differenzierten Mann, der über
eine angemessene Introspektions- und Reflexionsfähigkeit verfüge. Realitätsprüfung
und Urteilsbildung seien erhalten, Beziehungsfähigkeit und Kontaktgestaltung seien
ungestört. Im Rahmen einer begrenzten Selbstwertregulation bestünden
Insuffizienzgefühle mit einer entsprechenden Veränderung des Selbstbildes. Auch
wenn ein gewisser sozialer Rückzug erkennbar sei, verfüge der Versicherte über
angemessene Ressourcen, jederzeit in den Arbeitsprozess zurückzukehren, wodurch in
unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang eine rasche Besserung der leichten
depressiven Symptomatik eintreten würde. Insofern sei die gegenwärtige Symptomatik
als nicht die Arbeitsfähigkeit einschränkend zu bewerten. Schliesslich hielten die
Gutachter fest (IV-act. 119-16), aus internistischer Sicht bestehe aufgrund der
geklagten Beschwerden ein Verdacht auf eine Gastritis, die auch in Verbindung mit
dem regelmässigen Schmerzmittelkonsum gesehen werden könne. Eine
möglicherweise vorliegende Gastritis beeinflusse die Arbeitsfähigkeit nicht. In einer
zusammenfassenden Beurteilung attestierten die Gutachter eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit als Kaminmonteur seit dem 4. November 2013. In
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einer adaptierten Tätigkeit bestehe eine vollständige Arbeitsfähigkeit. Retrospektiv sei
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit vom 4. November
2013 bis Ende Januar 2014, während der Dauer der stationären Aufenthalte und nach
der Operation vom 30. Januar 2015 für maximal sechs Wochen nachvollziehbar. Als
Adaptionskriterien nannten die Gutachter eine körperlich leichte bis mittelschwere,
gelegentlich auch mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit mit einem vermehrten
Sitzen und ohne häufiges Hocken. Tätigkeiten unter Nachtschichtbedingungen mit
einem aussergewöhnlichen Zeitdruck (Akkordbedingungen) und mit einem besonderen
Verantwortungsbereich bzw. einem ausserordentlich hohen Anspruch an die
gedankliche Flexibilität sollten vermieden werden.
Die RAD-Ärztin Dr. med. L._ notierte am 2. März 2018 (IV-act. 120), das
Gutachten der SMAB AG sei sorgfältig erstellt und umfassend.
A.d.
Mit einem Vorbescheid vom 25. April 2018 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit
(IV-act. 126), sie sehe vor, das Begehren um berufliche Massnahmen abzuweisen. Der
Versicherte wandte am 29. Mai 2018 im Wesentlichen ein, die Gutachter der SMAB AG
hätten sich nicht ausreichend mit dem Leitsymptom Schmerz auseinandergesetzt (IV-
act. 127). Die RAD-Ärztin Dr. L._ notierte am 18. Juni 2018 (IV-act. 128), dass keine
Zweifel an der Zuverlässigkeit des Gutachtens der SMAB AG bestünden. Die Gutachter
hätten festgestellt, dass die Schmerzproblematik hauptsächlich bei einer Belastung der
unteren Extremitäten auftrete und demzufolge in einer adaptierten Tätigkeit nicht
dauernd ertragen werden müsse. Mit einer Verfügung vom 20. Juni 2018 wies die IV-
Stelle das Begehren um berufliche Massnahmen ab (IV-act. 130). In Bezug auf den
Rentenanspruch teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit einem Vorbescheid vom
12. Juli 2018 mit (IV-act. 133), sie sehe vor, das Begehren abzuweisen. Zur
Begründung führte sie an, der Versicherte sei in seiner angestammten Tätigkeit als
Kaminmonteur seit dem 4. November 2013 vollständig arbeitsunfähig. In dieser
Tätigkeit würde er ein Jahreseinkommen von Fr. 70'200.-- erzielen. In einer adaptierten
Tätigkeit, also in einer körperlich leichten bis gelegentlich mittelschweren,
wechselbelastenden Tätigkeit mit einem vermehrten Sitzen und der Möglichkeit zu
Positionswechsel und ohne häufiges Knien, Kauern, Leitern- oder Treppensteigen,
ohne längere Gehstrecken und ohne Nachtschichten, Akkordarbeit oder
Endverantwortung, sei er vollständig arbeitsfähig. Aufgrund dieser Adaptionskriterien
A.e.
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B.
werde ein "Leidensabzug" von 10% angerechnet. Das Invalideneinkommen betrage
Fr. 58'659.--. Aus dem Einkommensvergleich resultiere ein Invaliditätsgrad von 16%.
Der Versicherte beantragte am 13. Juli 2018 die Zusprache einer halben Rente (IV-
act. 134). Zur Begründung machte er geltend, dass er unter einem chronic regional
pain syndrom (CRPS) leide. Auch eine leichte Arbeit sei ihm nur für wenige Stunden
möglich. Er bat um den Erlass einer anfechtbaren Verfügung. Mit einer Verfügung vom
17. Juli 2018 wies die IV-Stelle das Begehren um eine Invalidenrente ab (IV-act. 135).
Zum Einwand des Versicherten hielt sie fest, es seien keine neuen Tatsachen geltend
gemacht worden, die eine andere Beurteilung des Sachverhalts ermöglichen würden.
Der Versicherte erhob am 22. August 2018 eine Beschwerde gegen die Verfügung
vom 20. Juni 2018 betreffend den Anspruch auf berufliche Massnahmen. Er reichte
einen Bericht des Zentrums M._ vom 23. Juli 2018 betreffend eine Untersuchung
vom 19. Juli 2018 ein (IV-act. 140). Die Fachärzte hatten berichtet, anamnestisch hätten
sich posttraumatisch vorliegende belastungsabhängige Gelenksschmerzen sowie Hyp-
und Dysästhesien des linken Fusses und Unterschenkels erurieren lassen. Klinisch-
neurologisch hätten sich aufgrund der Schmerzen keine höhergradige Parese,
insbesondere der Fussheber und -senker, und keine Hinweise auf das Vorliegen einer
CRPS bei fehlenden trophischen, vasomotorischen oder sudomotorischen Störungen
gefunden. Ausserdem liege eher eine Hypästhesie als eine Allodynie vor.
Elektrophysiologisch habe sich eine Schädigung des sensiblen Anteils des N. peroneus
superficialis und angedeutet des N. tibialis plantaris medialis mit einer verlangsamten
Nervenleitgeschwindigkeit sowie einem leichtgradigen axonalen Schaden des N.
peroneus superficialis sensibel links gezeigt. Die motorischen Neurographien seien
unauffällig gewesen. Therapeutisch sei eine Therapie mit Lyrica zu empfehlen. Als
Diagnose notierten sie unter anderem einen elektrophysiologischen Nachweis einer
primär demyelinisierenden Schädigung insbesondere des N. peroneus superficialis
links mit einer sekundären axonalen Schädigung des N. peroneus superficialis links.
A.f.
Am 12. September 2018 erhob der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer)
eine Beschwerde gegen die den Rentenanspruch abweisende Verfügung vom 17. Juli
2018 (act. G 1). Er beantragte die Aufhebung der Verfügung und die Zusprache einer
B.a.
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halben Rente, eventualiter einer Dreiviertels-Rente. Er machte im Wesentlichen geltend,
das Gutachten der SMAB AG sei "ziemlich schlampig, unvollständig und kaum
begründet". Die nichtmedizinischen Akten zur Eingliederung seien "gewürdigt" worden,
indem sie einfach zitiert worden seien. Wenn die orthopädische Sachverständige den
Bericht der K._ (Einsatzprogramm des RAV) studiert hätte, hätte sie feststellen
können, dass eine 100%ige Leistung aufgrund von Schmerzen nicht möglich gewesen
sei; bei einer Präsenzzeit von 60% habe die Leistung nur etwa 40% betragen, obwohl
ihm eine hohe Motivation attestiert worden sei. Die orthopädische Gutachterin habe die
Ursache der Schmerzen nicht einmal diskutiert. Auch die EFL-Abklärung habe die
Schmerzen total ignoriert. Die Gutachter hätten die Schmerzen nicht erklärt und die
Leistungseinschränkung als Aggravation abgetan. Im Bericht des Kantonsspitals
St. Gallen vom 23. Juli 2018 sei eine Demyelinisierung beschrieben worden. Dies
bedeute, dass der Nerv durch das Trauma teilweise "geschält" worden sei und blank
daliege. Wenn das Myelin geschädigt sei, sei die Nervenfaser nicht mehr optimal
geschützt und könne Schaden nehmen. Die nervale Weiterleitung und damit die
Verarbeitung von Nervenreizen sei beeinträchtigt oder fehlerhaft. Der Nervenschaden
erkläre die invalidisierenden Schmerzen. Die Begutachtung hätte eine neurologische
Untersuchung beinhalten müssen.
Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 15. Oktober 2018
die Abweisung der Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung verwies sie auf die
Ausführungen in der Beschwerdeantwort vom 1. Oktober 2018 im Parallelverfahren IV
2018/266 betreffend den Anspruch auf berufliche Massnahmen. Sie hatte dort im
Wesentlichen geltend gemacht (IV-act. 143), die orthopädische Sachverständige habe
die vom Beschwerdeführer beklagten Leiden am linken Fuss und Unterschenkel
ausführlich klinisch untersucht, wobei sie sich auf ein aktuelles Röntgenbild habe
abstützen können. Der RAD habe dazu am 18. Juni 2018 festgehalten, die Gutachter
hätten festgestellt, dass die Schmerzproblematik hauptsächlich bei einer Belastung der
unteren Extremitäten auftrete und demzufolge in einer adaptierten Tätigkeit nicht
dauernd ertragen werden müsse. Daraus sei zu folgern, dass der Leidensdruck des
Beschwerdeführers nicht so gross sei, wie dieser geltend mache. Aus dem Bericht
hätten sich keine neuen Aspekte ergeben. Bezüglich der festgestellten Demyelisierung
sei die Einnahme von Lyrica empfohlen worden. Dies sei dem Beschwerdeführer
B.b.
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gestützt auf seine Selbsteingliederungs- und Schadenminderungspflicht zumutbar. Es
sei nicht erkennbar, inwiefern der neurologische Befund den Beschwerdeführer daran
hindern sollte, in einer adaptierten Tätigkeit erwerbstätig zu sein. Auf das umfassende
Gutachten sei abzustellen.
Der Beschwerdeführer hielt in der Replik vom 21. November 2018 an seinen
Anträgen fest (act. G 6). Er verwies auf die Ausführungen in der Replik vom
12. November 2018 im Verfahren IV 2018/266. Insbesondere solle der dort beantragte
Beizug der Suva-Akten und das dort eingereichte Gutachten von Dr. med. N._, FMH
Orthopädische Chirurgie, Fusschirurgie, vom 6. September 2018 berücksichtigt
werden. Er machte im Wesentlichen geltend, eine Arbeitsfähigkeit von 60% in einer
adaptierten Tätigkeit sei überwiegend wahrscheinlich, da diese leicht unterhalb der
Mitte der von Dr. N._ attestierten Arbeitsfähigkeit von 50-75% liege und da dies dem
Pensum in der K._ entspreche, bei der er während vier Monaten auf dem zweiten
Arbeitsmarkt beschäftigt gewesen sei. Auch der Hausarzt Dr. J._ sei im Bericht vom
4. November 2016 von einem Leistungszenit von 60% ausgegangen. Bei einem
Valideneinkommen von Fr. 70'200.-- und einem angepassten Invalideneinkommen von
Fr. 35'195.40 (Fr. 58'659.-- x 0.6) resultiere ein Invaliditätsgrad von aufgerundet 50%.
Dabei sei noch ein leidensbedingter Abzug von mindestens 15% zu berücksichtigen,
weshalb ein Invaliditätsgrad von über 50% resultiere. In der Replik vom 12. November
2018 hatte er im Wesentlichen geltend gemacht, die orthopädische Sachverständige
der SMAB AG habe behauptet, eine Schwellung (wohl: des Fusses) habe sich nicht
feststellen lassen und es habe sich lediglich eine qualitative Einschränkung für
Tätigkeiten mit ausschliesslichem Stehen und Gehen sowie häufigem Hocken ergeben.
Dr. N._ habe demgegenüber eine Schwellung des Rückfusses diagnostiziert. Er habe
auch eine bildgebend objektivierbare verkürzte Belastungsdauer nach 45 bis
60 Minuten Aktivität festgestellt. Daher bestünden quantitative
Leistungseinschränkungen. Gelegentliche Spaziergänge mit maximal 45 Minuten Dauer
stünden damit, entgegen der Behauptung der orthopädischen Gutachterin, nicht im
Widerspruch. Die einseitige Unterstellung von mässigen Symptomausweitungen und
deren unkritische Übernahme im Gutachten der SMAB AG widersprächen einer
ergebnisoffenen Beurteilung. Wenn sich die Beschwerdegegnerin auf das Gutachten
der SMAB AG berufe, verletze sie daher die (neutrale) gesetzliche Abklärungspflicht
B.c.
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(Art. 43 Abs. 1 ATSG) und den Anspruch auf das rechtliche Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV).
Die orthopädische Sachverständige sei auch für andere Gutachterstellen tätig und
dürfte von diesen wirtschaftlich abhängig sein. Zudem sei nirgends festzustellen, dass
sie eine zertifizierte Gutachterin sei. Diese Ausführungen würden den Beweiswert des
Gutachtens der SMAB AG relativieren. Dr. N._ hatte den Beschwerdeführer im
Auftrag der Suva untersucht. Im Gutachten vom 6. September 2018 (act. G 9) hatte er
unter anderem ausgeführt, am linken Fuss habe sich eine leichte Schwellung und ein
Erguss im oberen Sprunggelenk gezeigt. Die Beweglichkeit sei deutlich eingeschränkt
gewesen. Die Prüfung der Sensibilität habe sowohl für den N. saphenus als auch für
den N. peroneus superficialis, weniger auch für den N. peroneus profundus, eine
Sensibilitätsverminderung im Vergleich zur rechten Seite ergeben. Das
Versorgungsgebiet des N. tibialis links sei ebenfalls etwas weniger
berührungsempfindlich gewesen als auf der rechten Seite. Er hatte folgende Diagnosen
erhoben: Posttraumatische Arthrose oberes Sprunggelenk links, neuropathische
Schmerzen bei primär demyelinisierender Schädigung insbesondere des N. peroneus
superficialis und sekundärer axonaler Schädigung des N. peroneus superficialis links,
zunehmende degenerative Veränderungen subtalar und talonavicular links, mässige
Coxarthrose beidseits, rechtsbetont (gemäss Fremdbeurteilung) und mittelgradige
depressive Episode ohne somatisches Syndrom (gemäss Fremdbeurteilung). Dr. N._
hatte festgehalten, die posttraumatische Arthrose erkläre die vom Beschwerdeführer
beklagten morgendlichen Anlaufschmerzen, welche auch nach längerem Sitzen
aufträten, genauso wie die Belastungssymptomatik und die vermehrte Schwellung im
Rückfuss. Die neuropathischen Schmerzen, welche durch die klinische Untersuchung
und durch elektrophysiologische Messungen erfassbar seien, träten typischerweise in
Ruhe in den Vordergrund und würden gut zu den kribbelnden und nadelstichartigen
Schmerzen, welche nach einer längeren bewegungsfreien Phase von ca. 45 Minuten
ihre maximale Intensität erreichten, passen. Rückläufige Schmerzen durch Bewegung
oder leichte Massage des schmerzhaften Areals erklärten den Drang, ca. alle
45 Minuten eine kurze Gehstrecke zu absolvieren. Er gehe nicht davon aus, dass die
vom Beschwerdeführer als Durchblutungsstörung bezeichnete Ruhesymptomatik auf
eine tatsächlich verminderte Perfusion zurückzuführen sei, sondern dass diese den
neuropathischen Schmerzen entspreche. Bezüglich der degenerativen Veränderungen
mit Bewegungseinschränkungen des oberen Sprunggelenkes links sowie der
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eingeschränkten Motilität des Subtalargelenks und beginnenden degenerativen
Veränderungen auch talonavicular wäre zu erwarten, dass der Beschwerdeführer mit
adäquatem Schuhwerk in einer angepassten Tätigkeit, wie diese wiederholt von der
Kreisärztin der Suva und anlässlich der Beurteilung in der Rehaklinik C._ definiert
worden sei und auch gemäss seiner Beurteilung einer leichten bis sehr selten
mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit ohne Gehen in unebenem Gelände,
ohne Vibrationsbelastungen, ohne Schläge, ohne repetitive Zwangshaltungen wie
Knien, Hocken, Pedalbedienung, Kriechen usw. entspreche, eine vollständige
Arbeitsfähigkeit erreichen könne. Die neuropathischen Schmerzen erklärten glaubhaft,
dass sitzende Tätigkeiten oder auch statische stehende Positionen schlecht ertragen
würden und somit die Arbeitsfähigkeit auch in den grundsätzlich geeigneten, körperlich
leichten Tätigkeiten limitiert sei. Anlässlich der Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit sei die im Vordergrund stehende Diagnose der neuropathischen
Beschwerden nicht berücksichtigt und die Verhaltensbeobachtung im Umgang mit
Schmerz, Leistungsbereitschaft und Konsistenz als mässige Symptomausweitung
bewertet worden. Entsprechend scheine ihm die Schlussfolgerung des Untersuchers,
dem Beschwerdeführer sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten
Tätigkeit zumutbar, nicht legitim. In der Gesamtschau sei von einer reduzierten
Arbeitsfähigkeit auszugehen, welche eher der praktisch verifizierten Beurteilung
entspreche. Die Zumutbarkeitsbeurteilung entspreche durchaus den Vorgaben von
med. pract. G._. Unter den genannten Bedingungen erscheine eine Arbeitsfähigkeit
von 75% als gegeben. Aufgrund der Notwendigkeit, regelmässig kurze Pausen zur
Bewegung des linken Beines einzulegen, werde sich die zeitliche Belastung
wahrscheinlich weiter reduzieren, sodass eine tatsächlich zu realisierende
Arbeitsfähigkeit von 50-75% plausibel sei.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (vgl. act.
G 8).
B.d.
Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen wies die Beschwerde gegen die
Verfügung vom 20. Juni 2018 betreffend den Anspruch auf berufliche Massnahmen mit
einem Entscheid vom 22. Oktober 2019 ab (IV 2018/266). Das Bundesgericht hiess die
dagegen erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit einem
B.e.
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Erwägungen
1.
Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung vom 17. Juli 2018 einen
Rentenanspruch des Beschwerdeführers bei einem IV-Grad von 16% verneint. Strittig
ist in diesem Verfahren somit einzig, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Invalidenrente hat.
2.
3.
Urteil vom 28. Februar 2020 teilweise gut und wies die Sache zur neuen Prüfung des
Anspruchs auf eine Umschulung an die IV-Stelle zurück (8C_792/2019).
Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende
oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG,
SR 830.1). Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
2.1.
Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
2.2.
Um das zumutbare Invalideneinkommen ermitteln zu können, muss der
verbliebene Arbeitsfähigkeitsgrad des Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der
3.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/20
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überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststehen. Die Beschwerdegegnerin hat dazu die
SMAB AG mit der Erstellung eines polydisziplinären Gutachtens (orthopädisch/
traumatologisch, psychiatrisch und internistisch) inklusive der Durchführung einer
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit beauftragt. Im Gutachten der SMAB AG
26. Februar 2018 ist angegeben worden (IV-act. 119-16), in einer körperlich leichten bis
mittelschweren, gelegentlich auch mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit mit
einem vermehrten Sitzen und ohne häufiges Hocken bestehe eine vollständige
Arbeitsfähigkeit. Tätigkeiten unter Nachtschichtbedingungen mit einem
aussergewöhnlichen Zeitdruck (Akkordbedingungen) und mit einem besonderen
Verantwortungsbereich bzw. einem ausserordentlich hohen Anspruch an die
gedankliche Flexibilität sollten vermieden werden. Retrospektiv sei eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit vom 4. November 2013 bis Ende
Januar 2014, während der Dauer der stationären Aufenthalte und nach der Operation
vom 30. Januar 2015 für maximal sechs Wochen nachvollziehbar. In der
angestammten Tätigkeit als Kaminmonteur sei der Versicherte seit dem 4. November
2013 dauerhaft vollständig arbeitsunfähig. Strittig und im Folgenden zu prüfen ist, ob
dem Gutachten voller Beweiswert zukommt, das heisst, ob es die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
belegt.
Ein Gutachten hat vollen Beweiswert, wenn es für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen
Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE
125 V 352 E. 3a). Notwendig ist zudem, dass der psychiatrische Gutachter die vom
Bundesgericht in Bezug auf anhaltende somatoforme Schmerzstörungen und
vergleichbare psychosomatische Leiden aufgestellten und später auf alle psychischen
Erkrankungen, insbesondere auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen,
anwendbar erklärten Standardindikatoren berücksichtigt hat (vgl. BGE 141 V 281; 143
V 409 und 143 V 418).
3.2.
Die Sachverständigen der SMAB AG haben den Beschwerdeführer persönlich
untersucht und seine subjektiven Klagen aufgenommen. Sie haben die objektiven
klinischen Befunde wiedergegeben, umfassende Kenntnis von den Vorakten gehabt
und diese gewürdigt. Der internistische Sachverständige hat keine Diagnose mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellen können. Er hat einzig einen Verdacht auf
eine Gastritis angegeben und festgehalten, dies stehe allenfalls in Verbindung mit dem
3.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 16/20
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regelmässigen Schmerzmittelkonsum. Abgesehen davon, dass eine
Verdachtsdiagnose keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen kann, ist die
Beurteilung des internistischen Sachverständigen, dass eine möglicherweise
vorliegende Gastritis die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht beeinträchtige,
schlüssig und nachvollziehbar. Der psychiatrische Sachverständige hat ebenfalls keine
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erheben können. Er hat einzig eine
leichte depressive Episode ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert. Er
hat erklärt, dass sich der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
infolge des Unfalls vom 4. November 2013 und der daraus resultierenden vollständigen
Arbeitsunfähigkeit als Kaminmonteur verschlechtert habe. Es sei zu einer anhaltenden
Lebensunzufriedenheit mit der Entwicklung einer vermehrten Reizbarkeit und
Dünnhäutigkeit sowie einem sozialen Rückzug gekommen. Als Befunde hat er
angegeben, dass der Antrieb und das psychomotorische Tempo normal gewesen
seien, die emotionale Auslenkbarkeit sei nur leicht eingeschränkt gewesen und eine
Anhedonie im eigentlichen Sinne habe nicht vorgelegen. Merkmale einer
Persönlichkeitsakzentuierung mit einer krankhaften Bedeutung hätten sich nicht
bestätigen lassen. Ebenso wenig hätten sich Hinweise für die von Dr. E._ am
28. August 2014 diagnostizierte posttraumatische Belastungsstörung ergeben. Des
Weiteren hat der psychiatrische Sachverständige die Standardindikatoren geprüft.
Insbesondere hat er erklärt, dass sich die leichte depressive Symptomatik rasch
bessern würde, wenn der Beschwerdeführer in den Arbeitsprozess zurückkehren
würde. Der Beschwerdeführer verfüge über angemessene Ressourcen für eine
Rückkehr in den Arbeitsprozess. Die leichte depressive Symptomatik sei deshalb nicht
als die Arbeitsfähigkeit einschränkend zu bewerten. Auch diese Beurteilung ist
schlüssig und nachvollziehbar. Die orthopädisch-traumatologische Sachverständige
hat als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine mässige
posttraumatische Arthrose des linken oberen Sprunggelenks nach einer operativ
versorgten trimalleolärer Luxationsfraktur links am 4. November 2013 und eine mässige
Coxarthrose beidseits, rechtsbetont, erhoben. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit hat sie einen Senk-Spreizfuss beidseits genannt. Sie hat sich bei der
Erhebung der Befunde und der Diagnosen sowohl in Bezug auf das linke obere
Sprunggelenk als auch auf die Hüftgelenke nebst einer ausführlichen klinischen
Untersuchung auf aktuelle Röntgenaufnahmen gestützt. Sie hat dargelegt, dass die
daraus resultierenden Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit lediglich qualitativer Art
seien, indem dem Beschwerdeführer nur noch eine körperlich leichte bis mittelschwere,
gelegentlich auch mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit mit vermehrtem Sitzen
und ohne häufiges Hocken zumutbar sei. Diese Befunderhebung und die gestützt
darauf gestellten Diagnosen sind nachvollziehbar. Zu prüfen bleibt, ob die
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Befunderhebung vollständig gewesen ist. Der Beschwerdeführer hat bei der Erhebung
der Anamnese nämlich angegeben, dass er nicht nur Beschwerden bei längerem
Gehen, sondern auch bei längerem Sitzen habe. Er könne nicht länger als 45 Minuten
sitzen, sonst bekomme er ein Ameisenkribbeln und stechende Schmerzen in der linken
unteren Unterschenkelhälfte. Dieselbe Beschwerdeschilderung enthalten bereits die
Berichte der Rehaklinik C._ vom 24. September 2014 betreffend die berufliche
Abklärung (IV-act. 94-144) und des Spezialarztes für orthopädische Chirurgie Dr. I._
vom 14. Dezember 2015 (IV-act. 94-302). Im Bericht der K._ vom 16. Dezember 2016
(Einsatzprogramm des RAV) ist ebenfalls festgehalten worden (IV-act. 119-75), der
Beschwerdeführer könne nur im Sitzen arbeiten; er habe viele zusätzliche Pausen
benötigt, um die Blutzirkulation in den Beinen anzuregen. Nach 45 Minuten habe sich
sein Bein kalt angefühlt und es habe zu kribbeln begonnen. Die orthopädisch-
traumatologische Sachverständige hat dazu festgehalten, ein Anhalt für eine gestörte
Blutzirkulation beider Beine bestehe nicht. Das angegebene Kältegefühl und Kribbeln
im linken Bein nach 45 Minuten sei nicht nachvollziehbar. In der Konsensbeurteilung
sind diese Beschwerdeangaben nicht mehr erwähnt worden, was darauf hinweist, dass
die orthopädisch-traumatologische Sachverständige ihnen keine Bedeutung
zugemessen hat. Eine elektrophysiologische Untersuchung im Zentrum M._ vom
19. Juli 2018 (IV-act. 140) hat demgegenüber eine Schädigung des sensiblen Anteils
des N. peroneus superficialis und angedeutet des N. tibialis plantaris medialis mit einer
verlangsamten Nervenleitgeschwindigkeit sowie einen leichtgradigen axonalen
Schaden des N. peroneus superficialis sensibel links ergeben. Der orthopädische
Sachverständige Dr. N._, der am 6. September 2018 zuhanden der Suva ein
Gutachten erstellt hat, hat am linken Fuss ebenfalls eine Sensibilitätsprüfung
durchgeführt und angegeben, diese Prüfung habe für den N. saphenus und für den N.
peroneus superficialis, weniger auch für den N. peroneus profundus eine
Sensibilitätsverminderung im Vergleich zum rechten Fuss gezeigt. Das
Versorgungsgebiet des N. tibialis links sei ebenfalls etwas weniger
berührungsempfindlich gewesen als auf der rechten Seite. Er hat erklärt, dass die
neuropathischen Schmerzen dem Beschwerdeführer wohl am meisten Probleme
bereiteten. Diese träten typischerweise in Ruhe in den Vordergrund und passten gut zu
den kribbelnden und nadelstichartigen Schmerzen, welche nach einer längeren
bewegungsfreien Phase von ca. 45 Minuten ihre maximale Intensität erreichten. Er
attestierte dem Beschwerdeführer aufgrund der degenerativen Veränderungen mit
Bewegungseinschränkungen des oberen Sprunggelenks, der eingeschränkten Motilität
des Subtalargelenks und der beginnenden degenerativen Veränderungen auch
talavicular eine vollständige Arbeitsfähigkeit in einer leichten bis sehr selten
mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit ohne Gehen in unebenem Gelände,
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ohne Vibrationsbelastungen, ohne Schläge, ohne repetitive Zwangshaltungen wie
Knien, Hocken, Pedalbedienung, Kriechen usw. Dieses Tätigkeitsprofil entspricht
weitgehend jenem der orthopädisch-traumatologischen Sachverständigen der SMAB
AG. Dr. N._ hat aufgrund der neuropathischen Schmerzen jedoch eine quantitative
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit attestiert und die
verbliebene Arbeitsfähigkeit auf 50-75% geschätzt. Zur Begründung hat er angegeben,
dass regelmässig kurze Pausen zur Bewegung des linken Beines einzulegen seien. Das
Gutachten von Dr. N._ ist zwar nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung vom
17. Juli 2018 erstellt worden, ist aber dennoch beweistauglich, da der unfallbedingte
Gesundheitsschaden im linken Fuss im Zeitpunkt der Untersuchung durch Dr. N._
überwiegend wahrscheinlich jenem im Verfügungszeitpunkt entsprochen hat, da nur
rund sieben Wochen dazwischen gelegen haben und da davon auszugehen ist, dass
die degenerativen Veränderungen und die neuropathischen Schmerzen, über die der
Beschwerdeführer schon im Jahr 2014 geklagt hatte, in diesem Zeitraum gleich
geblieben sind. Dasselbe gilt in Bezug auf den Bericht vom 23. Juli 2018; die dortige
Untersuchung hat sogar nur zwei Tage nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung
stattgefunden. Das Gutachten von Dr. N._ und auch der Bericht wecken Zweifel an
der Beurteilung der orthopädisch-traumatologischen Gutachterin der SMAB AG. Sie
zeigen auf, dass es für eine umfassende Untersuchung erforderlich gewesen wäre, die
vom Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden im Sitzen vertieft abzuklären. Die
Erhebung der Befunde und wohl auch die Diagnosestellung dürften also nicht
vollständig erfolgt sein. Damit vermag die interdisziplinäre Arbeitsfähigkeitsschätzung
im Gutachten der SMAB nicht zu überzeugen. Entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers vermögen aber auch die Schlussfolgerungen im Gutachten von
Dr. N._ nicht zu überzeugen. Die Fachärzte des M._ haben aufgrund der
elektrophysiologischen Befunde eine medikamentöse Therapie empfohlen.
Möglicherweise kann also eine Verbesserung der Schmerzen im linken Fuss und
Unterschenkel erreicht werden. Dr. N._ hat diesen Aspekt nicht thematisiert. Des
Weiteren hat Dr. N._ angegeben, ihm scheine die Schlussfolgerung des Untersuchers
in der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit, dass dem Beschwerdeführer in
einer adaptierten Tätigkeit eine vollständige Arbeitsfähigkeit zumutbar sei, nicht legitim;
die neuropathischen Beschwerden seien nicht berücksichtigt und somit die
Verhaltensbeobachtungen im Umgang mit Schmerz, Leistungsbereitschaft und
Konsistenz als mässige Symptomausweitung bewertet worden. Dazu ist festzuhalten,
dass der die Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit durchführende Experte
nicht nur beim Sitzen, sondern auch in anderen Bereichen eine Selbstlimitierung des
Beschwerdeführers und Inkonsistenzen beobachtet hat (vgl. IV-act. 119-62). Die
Beurteilung von Dr. N._, dass beim Beschwerdeführer zu Unrecht eine
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4.
Symptomausweitung festgestellt worden sei, vermag deshalb nicht zu überzeugen.
Ebenfalls nicht überzeugend ist seine Arbeitsfähigkeitsschätzung. Es ist aus der Sicht
eines medizinischen Laien nicht nachvollziehbar, dass in einer körperlich leichten bis
sehr selten mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit, also einer Tätigkeit die
abwechselnd im Sitzen/Stehen/Gehen ausgeübt wird, aufgrund eines erhöhten
Pausenbedarfs zur Bewegung des linken Beines eine Arbeitsunfähigkeit von 25-50%
resultieren soll. Insgesamt liegt also keine überzeugende Arbeitsfähigkeitsschätzung
vor. Da die Untersuchung durch die Gutachter der SMAB AG nicht umfassend
gewesen ist und somit eine Lücke aufweist, ist die Sache zur ergänzenden Abklärung
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Nach der Auffassung des Bundesgerichts
ist die Rückweisung an die Beschwerdegegnerin in diesem Fall zulässig (vgl. BGE 137
V 264, E. 4.4.1.4, wonach eine Sache zurückgewiesen werden kann, wenn nur eine
Ergänzung des Gutachtens nötig ist). Die Beschwerdegegnerin wird durch ihren RAD
klären, ob eine Ergänzung durch eine neurologische Abklärung nötig ist. Abschliessend
ist zum Vorbringen des Beschwerdeführers, die orthopädisch-traumatologische
Sachverständige sei auch für andere Gutachterstellen tätig und dürfte von diesen
wirtschaftlich abhängig sein, festzuhalten, dass der Beschwerdeführer daraus nichts zu
seinen Gunsten abzuleiten vermag. Denn selbst wenn eine wirtschaftliche Abhängigkeit
bestehen sollte, hätte dies nicht zur Folge, dass der Gutachtensauftrag nicht objektiv
und unabhängig erfüllt worden wäre, zumal es vorliegend keine Anhaltspunkte für eine
Voreingenommenheit der orthopädisch-traumatologischen Sachverständigen gibt.
Würde aus einer wirtschaftlichen Abhängigkeit auf eine Voreingenommenheit eines
Gutachters geschlossen, wäre nämlich praktisch allen als MEDAS anerkannten
Abklärungsstellen eine Voreingenommenheit zulasten der versicherten Person zu
unterstellen.
Demnach ist die angefochtene Verfügung vom 17. Juli 2018 in teilweiser
Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache ist zur Vornahme
ergänzender medizinischer Abklärungen im Sinne der Erwägungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Nach der Ergänzung des medizinischen
Sachverhalts wird die Beschwerdegegnerin angesichts der offenbar noch laufenden
beruflichen Eingliederung den Grundsatz der "Eingliederung vor Rente" zu beachten
haben.
3.4.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erweist
4.1.
bis
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