Decision ID: 7e1f8cf0-c287-448f-b960-dce2a63b527e
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Kinderunterhalt
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Uster vom 25. April 2014 (FK130047-I)
- 2 -
------------------------------------------
Rechtsbegehren (Urk. 13):
"1. Der Beklagte sei zu verpflichten - für die Klägerin monatliche, an den Index gebundene Unter-
haltsbeiträge von CHF 1'480.00 zu bezahlen, ab der Geburt bis zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen , mindestens aber bis zur Volljährigkeit der Klägerin;
- soweit sie ihm zustehen, die gesetzlichen und vertraglichen Kinder- und Ausbildungszulagen geltend zu machen und  zu den Unterhaltsbeiträgen zu bezahlen.
Die Unterhaltsbeiträge und Kinder- oder Ausbildungszulagen  monatlich im Voraus zahlbar an die gesetzliche Vertreterin der Klägerin, nach Erreichen der Volljährigkeit an die Klägerin oder an eine von dieser ermächtigte Person. Die beantragten Unterhaltsbeiträge basieren auf dem  der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik (BfS) vom Dezember 2013 von 98.9 Punkten (Basis Dezember 2010 = 100). Sie seien jährlich auf den 1. Januar an den Indexstand per Ende November des Vorjahres anzupassen, erstmals per Januar 2015.
Unterhaltsbeitrag x neuer Indexstand ---------------------------------------------------------------- Indexstand Ende Dezember 2013 (98.9 Punkte)
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen - einschliesslich der
Kosten des Schlichtungsverfahrens von CHF 250.00 - zulasten des Beklagten, wobei die Prozessentschädigung dem Amt für  und Berufsberatung, Regionaler Rechtsdienst, ... [Adresse] zuzusprechen sei. Eventualiter sei der Klägerin die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren."
- 3 -
Urteil des Einzelgerichts im vereinfachten Verfahren am Bezirksgericht Uster vom 25. April 2014:
1. Der Beklagte wird verpflichtet, an die Kosten des Unterhalts der Klägerin
monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats zahlbare
Unterhaltsbeiträge, zuzüglich allfälliger gesetzlicher oder vertraglicher Fami-
lienzulagen, wie folgt zu bezahlen:
− Fr. 865.– ab 1. Mai 2014 bis 31. August 2014, danach − Fr. 1'100.– bis 31. August 2024, danach − Fr. 995.– bis 31. August 2028 und danach
− Fr. 790.– bis zur Volljährigkeit der Klägerin.
Diese Unterhaltsbeiträge sind auch über die Volljährigkeit hinaus bis zum
ordentlichen Abschluss einer angemessenen Ausbildung der Klägerin ge-
schuldet und an die Inhaberin der elterlichen Sorge, C._, zahlbar, so-
lange die Klägerin in ihrem Haushalt lebt und keine eigenen Ansprüche stellt
bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet.
2. Erzielt der Beklagte im Durchschnitt eines Kalenderjahres ein Fr. 5'100.–
übersteigendes monatliches Nettoeinkommen, so erhöhen sich die Unter-
haltsbeiträge des betreffenden Kalenderjahres an die Klägerin um die Hälfte
des über diesen Einkommensgrenzwert hinaus erzielten Mehreinkommens,
maximal jedoch bis zu folgenden Unterhaltsbeiträgen, inklusive Kosten für
externe Betreuung, zuzüglich allfälliger gesetzlicher oder vertraglicher Fami-
lienzulagen:
− ab September 2014 bis Ende August 2018:
Fr. 1'056.– zuzüglich der effektiv anfallenden Fremdbetreuungskosten, maximal aber zuzüglich Fr. 275.–
− ab September 2018 bis Ende August 2024:
Fr. 1'194.– zuzüglich der effektiv anfallenden Fremdbetreuungskosten, maximal aber zuzüglich Fr. 600.–
− ab September 2024 bis Ende August 2028:
- 4 -
Fr. 995.– zuzüglich der effektiv anfallenden Fremdbetreuungskosten, maximal aber zuzüglich Fr. 600.–
Der Beklagte wird verpflichtet, der Inhaberin der elterlichen Sorge, C._,
jeweils bis Ende Februar unaufgefordert einen Lohnausweis bzw. entspre-
chende Belege über das im Vorjahr erzielte Erwerbseinkommen zukommen
zu lassen.
3. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositivziffer 1 sowie der Einkommens-
grenzwert und die maximalen Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositivziffer 2
basieren auf dem Landesindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes
für Statistik (BFS) per Ende März 2014 mit 99.1 Punkten (Basis Dezember
2010 = 100 Punkte). Sie werden jährlich auf den 1. Januar dem Indexstand
per Ende November des Vorjahres angepasst, erstmals auf den 1. Januar
2015. Berechnungsart:
(Alter Unterhaltsbeitrag) x (neuer Index)
Neuer Unterhaltsbeitrag =
–––––––––––––––––––––––––––––––––
99.1
4. Der Beklagte wird verpflichtet, die gesetzlichen und vertraglichen Familien-
zulagen geltend zu machen, soweit sie ihm zustehen.
5. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin aufgelaufene Unterhaltsbeiträge
seit ihrer Geburt bis Ende April 2014 von total Fr. 7'461.75 zu bezahlen, ab-
züglich allfälliger für die Monate Januar 2014 bis April 2014 geleisteter Un-
terhaltsbeiträge.
6. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 6'000.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 675.– Dolmetscherkosten
7. Die Kosten dieses Verfahrens werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt,
jedoch zufolge der ihnen gewährten unentgeltlichen Rechtspflege einstwei-
len auf die Gerichtskasse genommen. Die in Art. 123 ZPO umschriebene
- 5 -
Nachzahlungspflicht für die Gerichtskosten bleibt vorbehalten. Der Beklagte
wird verpflichtet, der Klägerin Fr. 125.– für die Kosten des Schlichtungsver-
fahrens zurückzuerstatten.
8. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.
9. (Mitteilungssatz.)
10. (Rechtsmittelbelehrung.)
Berufungs- und Anschlussberufungsanträge:
des Beklagten, Berufungsklägers und Anschlussberufungsbeklagten (Urk. 32 S. 2 f.):
"1. Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Uster, Einzelgericht im  Verfahren, vom 25. April 2014 (. FK130047) in Dispositiv Ziffer 1 aufzuheben und wie folgt :
Der Beklagte wird verpflichtet, an die Kosten des Unterhalts der Klägerin ab 1. Mai 2014 monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats zahlbare Unterhaltsbeiträge im Betrag von CHF 700.00, zuzüglich allfälliger gesetzlicher oder vertraglicher Familienzulage zu bezahlen.
Diese Unterhaltsbeiträge sind auch über die Volljährigkeit  bis zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen  der Klägerin geschuldet und an die Inhaberin der  Sorge, C._, zahlbar, solange die Klägerin in ihrem Haushalt lebt und keine eigenen Ansprüche stellt bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet.
2. Es sei Dispositiv Ziffer 2 des Urteils des Bezirksgerichts Uster, Einzelgericht im vereinfachten Verfahren, vom 25. April 2014 (Geschäfts-Nr. FK130047) ersatzlos aufzuheben.
3. Eventuell sei das Urteil des Bezirksgerichts Uster, Einzelgericht im vereinfachten Verfahren, vom 25. April 2014 (. FK130047) in Dispositiv Ziffern 1 und 2 aufzuheben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
4. Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Uster, Einzelgericht im vereinfachten Verfahren, vom 25. April 2014 (. FK130047) in Dispositiv Ziffer 6 aufzuheben und die  Kosten sowie die Parteientschädigung gemäss
- 6 -
dem Ausgang des Berufungsverfahren zu verteilen, eventuell sei Dispositiv Ziffer 6 aufzuheben und zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwertsteuer) zulasten der Klägerin und ."
Prozessualer Antrag:
"Es sei dem Beklagten und Berufungskläger die unentgeltliche  zu gewähren und es sei dem Beklagten und  in der Person des Unterzeichneten ein unentgeltlicher  für das Berufungsverfahren zu bestellen; Es sei auf einen Prozesskostenvorschuss für das Berufungsverfahren zufolge der zu gewährenden unentgeltlichen Prozessführung zu ."
der Klägerin, Berufungsbeklagten und Anschlussberufungsklägerin (Urk. 38 S. 2 f.):
"1. Es seien die mit Berufungsschrift vom 18. August 2014 gestellten Anträge des Beklagten und Berufungsklägers vollumfänglich .
2. Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Uster, Einzelgericht im  Verfahren, vom 25.04.2014 (Geschäfts-Nr. 130047) in Dispositiv Ziff. 1 wie folgt zu ändern:
Der Beklagte wird verpflichtet, an die Kosten des Unterhalts der Klägerin monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats zahlbare Unterhaltsbeiträge, zuzüglich allfälliger  oder vertraglicher Familienzulagen, wie folgt zu bezahlen:
- CHF 865.00 ab 01.05.2014 bis 31.08.2014, danach
- CHF 1'266.00 bis 31.08.2024, danach - CHF 995.00 bis 31.08.2028 und danach - CHF 806.00 bis zur Volljährigkeit der Klägerin.
Diese Unterhaltsbeiträge sind auch über die Volljährigkeit hinaus bis zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen Ausbildung der Klägerin geschuldet und an die Inhaberin der elterlichen , C._, zahlbar, solange die Klägerin in ihrem Haushalt lebt und keine eigenen Ansprüche stellt bzw. keinen anderen  bezeichnet.
- 7 -
3. Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Uster, Einzelgericht im  Verfahren, vom 25.04.2014 (Geschäfts-Nr. 130047) in Dispositiv Ziff. 2 wie folgt zu ändern:
Erzielt der Beklagte im Durchschnitt eines Kalenderjahres ein CHF 5'100.00 übersteigendes monatliches Nettoeinkommen, so erhöhen sich die Unterhaltsbeiträge des betreffenden  an die Klägerin um die Hälfte des über diesen  hinaus erzielten Mehreinkommens, maximal  bis zu folgenden Unterhaltsbeiträgen, inklusive Kosten für externe Betreuung, zuzüglich allfälliger gesetzlicher oder  Familienzulagen:
- ab September 2014 bis Ende August 2018: CHF 1'056.00 zuzüglich der effektiv anfallenden Fremdbe-
treuungskosten, maximal aber zuzüglich CHF 500.00 - ab September 2018 bis Ende August 2024: CHF 1'194.00 zuzüglich der effektiv anfallenden Fremdbe-
treuungskosten, maximal aber zuzüglich CHF 600.00 - ab September 2024 bis Ende August 2028:
CHF 995.00 zuzüglich der effektiv anfallenden , maximal aber zuzüglich CHF 600.00.
Der Beklagte wird verpflichtet, der Inhaberin der elterlichen Sorge, C._ jeweils bis Ende Februar unaufgefordert einen  bzw. entsprechende Belege über das im Vorjahr erzielte Erwerbseinkommen zukommen zu lassen.
4. Es sei das Urteil des Bezirksgerichts Uster, Einzelgericht im  Verfahren, vom 25.04.2014 (Geschäfts-Nr. 130047) in Dispositiv Ziff. 6 aufzuheben und die vorinstanzlichen Kosten  die Parteientschädigung gemäss dem Ausgang des  zu verteilen.
5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des .
Eventualiter sei der Klägerin die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und in der Person des Unterzeichnenden ein  Rechtsbeistand zu bestellen."
- 8 -

Erwägungen:
I.
1. Die Klägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin (fortan
Klägerin) wurde am tt.mm.2012 als Tochter von C._ und dem Beklagten, Be-
rufungskläger und Anschlussberufungsbeklagten (fortan Beklagter) geboren. Auf
entsprechende von der Klägerin erhobene Unterhaltsklage hin wurde der Beklag-
te von der Vorinstanz mit Urteil vom 25. April 2014 dazu verpflichtet, der Klägerin
monatliche Unterhaltsbeiträge wie folgt zu bezahlen (Urk. 33 S. 41):
− Fr. 865.– ab 1. Mai 2014 bis 31. August 2014; − Fr. 1'100.– von 1. September 2014 bis 31. August 2024;
− Fr. 995.– von 1. September 2024 bis 31. August 2028; − Fr. 790.– von 1. September 2028 bis zur Volljährigkeit der Kläge-
rin.
2. Für den Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens kann auf das angefochte-
ne Urteil verwiesen werden (Urk. 33 S. 2 ff.).
3. Mit Eingabe vom 18. August 2014 erhob der Beklagte fristgerecht Berufung
mit eingangs wiedergegebenen Anträgen (Urk. 32). Die Klägerin erstattete innert
Frist die Berufungsantwort und erhob Anschlussberufung, woraufhin dem Beklag-
ten mit Verfügung vom 20. Oktober 2014 Frist zur Anschlussberufungsantwort
angesetzt wurde (Urk. 41). Die Anschlussberufungsantwort datiert vom
24. November 2014 (Urk. 42) und wurde der Klägerin mit Verfügung vom
25. November 2014 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 46).
4. Die Dispositiv-Ziff. 3 – 5 des vorinstanzlichen Urteils blieben unangefochten,
weshalb diese in Rechtskraft erwachsen sind, wovon Vormerk zu nehmen ist.
II.
1. Umstritten sind vorliegend die Kinderunterhaltsbeiträge für die Zeit ab 1. Mai
2014. Art. 296 ZPO statuiert für Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegen-
- 9 -
heiten den Untersuchungs- und Offizialgrundsatz, weshalb das Gericht in diesem
Bereich den Sachverhalt von Amtes wegen erforscht und ohne Bindung an die
Parteianträge entscheidet.
2. Was die allgemeinen Erwägungen zum Kinderunterhalt anbelangt, kann auf
die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 33 S. 3 f.).
3. Die Vorinstanz ermittelte den Bedarf der Klägerin gestützt auf die Tabelle
der Bildungsdirektion des Kantons Zürich, Amt für Jugend und Berufsberatung
(sog. Zürcher Tabelle). In einem nächsten Schritt setzte sie die Einkommen sowie
die Bedarfe des Beklagten und der Mutter der Klägerin fest und ermittelte nach-
folgend deren Leistungsfähigkeit gestützt auf die Einkommens- und Bedarfszah-
len. Der Beklagte beanstandet einerseits, dass der Unterhaltsbedarf der Klägerin
gestützt auf die Zürcher Tabellen ermittelt wurde, andererseits werden diverse
Bedarfspositionen in seinem Bedarf kritisiert. Der Beklagte reichte aktuelle Lohn-
abrechnungen zu seinem Einkommen und die Klägerin aktuelle Lohnabrechnun-
gen zum Einkommen der Kindsmutter ein, weshalb deren Einkommen neu festzu-
setzen sind.
4. Bedarf der Klägerin
4.1. Das Gesetz schreibt für die Bemessung der Kinderunterhaltsbeiträge keine
Bemessungsmethode vor. Es ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz zur
Ermittlung des Bedarfs der Klägerin auf die Zürcher Tabellen abgestellt hat. Die in
dieser Tabelle verwendeten Werte entsprechen dem Bedarf eines Kindes einer
Familie mit eher bescheidenem Einkommen (vgl. Erläuterungen des Amts für Ju-
gend und Berufsberatung zu den Tabellen, Ziff. III. lit. B). Gemäss Rechtspre-
chung liegt den Zahlen ein mittleres Familieneinkommen von schätzungsweise Fr.
7'000.– bis Fr. 7'500.– zugrunde (BGer 5C.171/2003 vom 11. November 2003,
Erw. 3.3.). Bereits die Vorinstanz hat zutreffend erwogen, dass das Durch-
schnittseinkommen des Beklagten und der Mutter der Klägerin in genannter
Grössenordnung liege, weshalb im vorliegenden Fall der Bedarf der Klägerin ge-
stützt auf die Zürcher Tabelle zu ermitteln sei (Urk. 33 S. 6).
- 10 -
Es bleibt in diesem Zusammenhang noch anzufügen, dass das Vorbringen des
Beklagten, wonach die Berücksichtigung der Position "weitere Kosten" zu einer
unzulässigen Ungleichbehandlung zwischen dem Beklagten einerseits und der
Klägerin andererseits führe (Urk. 42 S. 5), unbehelflich ist. Gegenüber unmündi-
gen Kindern sind besonders hohe Anforderungen an die Leistungsfähigkeit bzw.
Ausnützung der Erwerbsfähigkeit durch den Unterhaltspflichtigen zu stellen. Vom
Unterhaltspflichtigen kann durchaus verlangt werden, dass er sich in seinen per-
sönlichen Bedürfnissen zu Gunsten seiner Kinder einschränkt (BGer
5A_152/2007, E. 3.3.3). Als Folge des Vorrangs der elterlichen Unterhaltspflicht
ist in erster Linie von den Bedürfnissen des Kindes auszugehen. Darauf haben
sich die Eltern in ihrer Lebensgestaltung einzustellen (BSK ZGB I-Breitschmid,
N 3 zu Art. 285 ZGB). Sodann ist das Argument, wonach die Berücksichtigung der
Position "weitere Kosten" zu einer Besserstellung der Klägerin und der Kindsmut-
ter gegenüber dem Beklagten führe, nicht stichhaltig. Dem Beklagten ist zwar da-
rin zuzustimmen, dass mit dieser Position die Kosten für Telefon, Radio, Fernse-
hen, Versicherungen, Energie und Wasch- und Putzmittel abgegolten werden,
welche bereits in der Bedarfsberechnung der Inhaberin der elterlichen Sorge ent-
halten sind (Urk. 42 S. 5). Daneben werden von dieser Position jedoch auch die
Arzt- und Zahnarztkosten, Auslagen für Ferien und Freizeit, Taschengeld, Sport,
Körper- und Gesundheitspflege erfasst.
4.2. Die Mutter der Klägerin arbeitet in einem 40%-Pensum, weshalb die Kläge-
rin an zwei Tagen pro Woche fremdbetreut wird. Entsprechend reduzierte die
Vorinstanz den Betrag für "Pflege und Erziehung" um 2/5. Weiter wurde die Posi-
tion "Ernährung" um 1/7 reduziert, da die Klägerin an den Tagen, an welchen sie
fremdbetreut wird, eine oder zwei Mahlzeiten auswärts einnimmt. Ab dem
7. Altersjahr geht die Vorinstanz von einem 60%-Arbeitspensum der Mutter der
Klägerin und ab dem 13. Altersjahr von einem 80%-Pensum aus. Entsprechend
wurde der Betrag für "Pflege und Erziehung" um 3/7 bzw. 4/7 und der Betrag für
"Ernährung" um 3/14 bzw. 2/7 reduziert. Die Vorinstanz ist davon ausgegangen,
dass ab dem 17. Altersjahr der Klägerin keine Fremdbetreuung mehr notwendig
sein werde, weshalb ab jenem Zeitpunkt keine Reduktion der Bedarfspositionen
vorgenommen wurde.
- 11 -
Damit stellt sich der von der Vorinstanz korrekt wiedergegebene Bedarf der Klä-
gerin wie folgt dar: 1. - 6.
Altersjahr
7. - 12.
Altersjahr
13. - 16.
Altersjahr
17.-18.
Altersjahr
Ernährung 266 259 300 420
Bekleidung 90 115 140 140
Unterkunft 365 365 340 340
Weitere Kosten 535 655 870 870
Barbedarf 1'256 1'394 1'650 1'770
./. Kinder- resp. Aus-
bildungszulagen
./. 200 ./. 200 ./. 250 ./. 250
Total 1'056 1'194 1'400 1'520
Pflege und Erziehung 435 262 141 330
4.3. Die Eltern sind grundsätzlich im Verhältnis ihrer wirtschaftlichen Leistungs-
fähigkeit gleichmässig zu belasten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nicht ins
Existenzminimum des Unterhaltsschuldners eingegriffen werden darf (statt vieler
BGE 133 III 57 E. 3 m.w.H.). Nachfolgend ist daher zu prüfen, von welchen Ein-
kommen und (allenfalls erweiterten) Existenzminima des Beklagten und der Inha-
berin der elterlichen Sorge der Klägerin auszugehen ist, damit festgestellt werden
kann, in welchem Umfang sie den Bedarf der Klägerin zu decken haben.
5. Bedarf des Beklagten
5.1. Die Vorinstanz hat den Bedarf des Beklagten in vier Phasen unterteilt (Pha-
se 1: vom tt.mm.2012 – 15. Dezember 2013, Phase 2: vom 16. Dezember 2013 –
30. Januar 2014, Phase 3: vom 1. Februar 2014 – 30. April 2014 und Phase 4: ab
1. Mai 2014; Urk. 33 S. 14).
5.2. Die Phasen 1 – 3 blieben unangefochten, nachdem Dispositiv-Ziff. 5, in wel-
cher die Unterhaltspflicht des Beklagten von der Geburt der Klägerin bis 30. April
2014 festgesetzt wurde, nicht angefochten wurde. Mit Bezug auf die Bedarfsbe-
rechnung in der vierten Phase kritisiert der Beklagte die nachfolgenden Bedarfs-
positionen.
- 12 -
5.2.1. In der Phase 4 hat die Vorinstanz dem Beklagten mutmassliche Wohnkos-
ten in der Höhe von Fr. 1'250.– für eine 2 bis 2.5-Zimmerwohnung angerechnet,
da der Beklagte zum Urteilszeitpunkt noch in der mit der Mutter der Klägerin ge-
meinsam gemieteten Wohnung wohnte. Der Beklagte lässt im vorliegenden Ver-
fahren einen Mietzins (inklusive monatliche Akontozahlungen für Heiz- und Ne-
benkosten) von Fr. 1'460.– für eine 3.5-Zimmerwohnung geltend machen und
reicht als Beleg dafür eine Kopie des fraglichen Mietvertrags vom 24. April 2014
ein (Urk. 35/2).
Entgegen der Klägerin ist unerheblich, ob der Beklagte zum Zeitpunkt der Ver-
gleichsverhandlung am 22. April 2014 bereits konkrete Aussichten auf die fragli-
che Wohnung hatte. Tatsache ist, dass der Mietvertrag erst am 24. April 2014 un-
terzeichnet wurde, weshalb es dem Beklagten nicht möglich war, die Vorinstanz
vor Erlass des angefochtenen Urteils vom 25. April 2014 über den Abschluss des
Mietvertrags in Kenntnis zu setzen. Von einem rechtsmissbräuchlichen Verhalten
seitens des Beklagten kann damit keine Rede sein. Der Mietvertrag ist als echtes
Novum im Berufungsverfahren zu berücksichtigen. Der Beklagte lässt ausführen,
dass er eine Wohnung von dieser Grösse beanspruche, da die Klägerin auch
über die Wochenenden zu ihm auf Besuch komme. So sei die Klägerin im Juni
und Juli 2014 je ein Wochenende und vom 31. Juli bis 2. August 2014 bei ihm zu
Besuch gewesen (Urk. 32 S. 10). Entgegen der Vorinstanz ist eine 2.5-
Zimmerwohnung nicht ausreichend, wenn die Klägerin beim Beklagten über
Nacht zu Besuch ist. Ausserdem erscheint ein Mietzins von Fr. 1'460.– für eine
3.5-Zimmerwohnung selbst für den Kanton Bern eher tief, zumal die Vorinstanz
dem Beklagten für eine 2.5 Zimmerwohnung nur rund Fr. 200.– tiefere Wohnkos-
ten einsetzte. Die Kosten für den Garagenplatz können hingegen nicht berück-
sichtigt werden, nachdem dem Fahrzeug des Beklagten keine Kompetenzqualität
zukommt. Damit ist im Bedarf des Beklagten ein Mietzins von Fr. 1'460.– einzu-
setzen.
5.2.2. Der Beklagte macht eine monatliche Prämie für die Mietkautionsversiche-
rung von Fr. 12.75 geltend und reicht mit seiner Anschlussberufungsantwort die
Prämienrechnung für die Jahresprämie 2015 ins Recht (Urk. 44/1). Dieser Beleg
- 13 -
datiert von November 2014, weshalb er als zulässiges Novum (Art. 317 Abs. 1
ZPO) zu berücksichtigen ist.
5.2.3. Bezüglich der Krankenkassenprämie möchte der Beklagte die Prämien
nach KVG und VVG von insgesamt Fr. 281.– (KVG-Prämie von Fr. 247.30 und
VVG-Prämie von Fr. 34.10) berücksichtigt wissen. Dazu hat bereits die Vorinstanz
zutreffend ausgeführt, dass bei knappen finanziellen Verhältnissen lediglich die
Prämien für die obligatorische Krankenversicherung bei der Bedarfsberechnung
zu berücksichtigen sei. Das Vorbringen des Beklagten, wonach bei einem Krank-
heitsereignis Spitalaufenthalte und Arztrechnungen zu schweren finanziellen Fol-
gen für den Pflichtigen führen könnten, ist unbehelflich, werden Krankheitskosten
doch nach Ausschöpfung der Franchise und des Selbstbehalts von der Grundver-
sicherung übernommen.
5.2.4. Die Position Franchise/Selbstbehalt wurde von der Vorinstanz mit der Be-
gründung, der Beklagte habe keinen Betrag dafür geltend gemacht, unberücksich-
tigt gelassen. Der Beklagte hat unter dem Titel "Zahnarzt/Gesundheitskosten" ei-
nen Betrag von pauschal Fr. 50.– angeführt (Urk. 7 S. 5). Der Begriff "Gesund-
heitskosten" ist mit "Franchise/Selbstbehalt" gleichzusetzen. Die Klägerin aner-
kennt für Franchise/Selbstbehalt einen Betrag von Fr. 30.– (Urk. 13 S. 6). Ent-
sprechend ist dieser Betrag zu berücksichtigen.
5.2.5. Als Mehrkosten für auswärtige Verpflegung möchte der Beklagte einen Be-
trag von monatlich Fr. 300.– in seinem Bedarf berücksichtigt wissen, d.h. Fr. 15.–
pro Arbeitstag (unter Berücksichtigung von einem Monat Ferien pro Jahr; Urk. 32
S. 15). Er lässt im Berufungsverfahren ausführen, dass die geltend gemachten
Mehrkosten insbesondere deshalb gerechtfertigt seien, weil er sich aufgrund sei-
nes Arbeitsweges von drei Stunden pro Tag immer wieder unterwegs kurz ver-
pflegen müsse. Die Vorinstanz hat dem Beklagten lediglich die von der Klägerin
anerkannten Mehrkosten von Fr. 10.– pro Tag, also Fr. 220.– pro Monat zuge-
standen (Urk. 33 S. 18). Es ist nachvollziehbar, dass dem Beklagten infolge sei-
nes langen Arbeitswegs und der daraus resultierenden langen Arbeitstage über-
durchschnittlich hohe Kosten für auswärtige Verpflegung entstehen, weshalb es
- 14 -
sich rechtfertigt, dem Beklagten den geltend gemachten Betrag von Fr. 300.– pro
Monat zuzugestehen.
5.2.6. Der Beklagte machte vor Vorinstanz monatliche Kreditraten von Fr. 405.–
geltend und lässt im Berufungsverfahren ausführen, dass zumindest ein Drittel
der Kreditraten zu berücksichtigen sei, da ein Teil des Kredits zur Begleichung
von Steuerschulden und damit im Interesse der Klägerin verwendet worden sei
(Urk. 32 S. 16 f.). Bereits die Vorinstanz hat zutreffend ausgeführt, dass bei be-
scheidenen finanziellen Mitteln der unterhaltspflichtigen Eltern dem Unterhalts-
pflichtigen grundsätzlich der SchKG-Notbedarf im Sinne des betreibungsrechtli-
chen Existenzminimums bleibe, wobei Kreditraten bei der Berechnung des Exis-
tenzminimums nicht zu berücksichtigen seien (Urk. 33 S. 20). Damit wurden die
Kreditraten zu Recht unberücksichtigt gelassen.
5.2.7. Mit Bezug auf die geltend gemachten Ausbildungskosten von monatlich
Fr. 95.85 lässt der Beklagte unter Bezugnahme auf ein Schreiben der von ihm
besuchten Schule vom 22. Juli 2014 ausführen (Urk. 35/10), dass er eine Prüfung
nicht bestanden habe. Mit der Anschlussberufungsantwort reicht er die Rechnung
betreffend die Schulkosten 2014/2015 ein (Urk. 44/3) und erklärt, er werde die
Ausbildung voraussichtlich im Herbst 2015 abschliessen (Urk. 32 S. 20). Die
Rechnung datiert vom 27. Oktober 2014 und stellt deshalb ein zu berücksichti-
gendes Novum dar. Damit sind die Ausbildungskosten in die Bedarfsberechnung
aufzunehmen.
- 15 -
5.2.8. Zusammenfassend ist von folgendem Bedarf des Beklagten auszugehen:
Bedarfsposition ab 1. Mai 2014
Grundbetrag 1'200.00
Mietzins brutto 1'460.00
Mietkautionsversicherungsprämie 12.75
Krankenkassenprämie 247.30
Franchise/ Selbstbehalt 30.00
Zahnarzt/ Dentalhygiene 20.00
Mehrkosten auswärtige Verpflegung 300.00
Arbeitswegkosten 296.00
Leasinggebühr 0.00
Hausrat-/Haftpflichtversicherung 20.00
Kommunikationskosten / Billag 138.00
Steuern 350.00
Kreditraten 0.00
Ausbildungskosten 95.85 0.00
Total (gerundet) 4'169.90 4'074.05
(ab 1.  2015)
6. Einkommen des Beklagten
Der Beklagte reichte im Berufungsverfahren die aktuellen Lohnabrechnungen des
Jahres 2014 ein (Urk. 35/9 und 44/2). Daraus geht hervor, dass sein Lohn gegen-
über dem vorinstanzlichen Verfahren um brutto Fr. 174.65 bzw. netto Fr. 149.40
zugenommen hat und der im April 2014 für das Jahr 2013 ausbezahlte Bonus
Fr. 1'968.05 (im Jahr 2013: Fr. 896.70) betrug. Die Vorinstanz hat zur Ermittlung
der prozentualen Leistungsfähigkeit des Beklagten und der Mutter der Klägerin
deren Bruttoeinkommen miteinander ins Verhältnis gesetzt (vgl. Urk. 33 S. 31).
Deshalb ist sowohl das aktuelle Brutto- als auch das Nettoeinkommen zu ermit-
teln, welches sich wie folgt zusammensetzt:
- 16 -
Nettoeinkommen gemäss Lohnabrechnungen April bis
Oktober 2014 (Urk. 35/9 und Urk. 44/2) 4'531.90
Anteil 13. Monatslohn netto ([5'236.20 ./. 373.55] : 12) 405.20
Anteil Geschäftsergebnis netto (gemäss Lohn-
abrechnung April 2014 (Urk. 44/2; 1'833.65 : 12) 152.80 Total netto 5'089.90
Bruttoeinkommen gemäss Lohnabrechnungen April bis
Oktober 2014 (Urk. 35/9 und Urk. 44/2) 5'236.20
Anteil 13. Monatslohn brutto (5'236.20 : 12) 436.35
Anteil Geschäftsergebnis brutto (gemäss Lohn-
abrechnung April 2014 (Urk. 44/2; 1'968.05 : 12) 164.00
Total brutto 5'836.55
7. Einkommen der Mutter der Klägerin
7.1. Die Kindsmutter arbeitete bis August 2014 zu einem 40%-Pensum und er-
zielte ein monatliches Einkommen von Fr. 1'845.45 netto (exkl. Kinderzulagen
und Krankenkassenprämienanteil Arbeitgeberin, inkl. 13. Monatslohn; Urk. 14/7)
und Fr. 2'058.30 brutto. Ausserdem hat die Kindsmutter bis August 2014 Klein-
kinderbetreuungsbeiträge von monatlich Fr. 2'279.– erhalten (Vi-Prot. S. 14). Ab
1. September 2014 hat sie ihr Pensum auf 70% aufgestockt. Ihr Nettoeinkommen
beläuft sich aktuell auf Fr. 3'418.95 (exkl. Kinderzulagen und Krankenkassenprä-
mienanteil Arbeitgeberin, inkl. 13. Monatslohn; Urk. 40), das Bruttoeinkommen auf
Fr. 3'818.75 (Fr. 3'525. + [Fr. 3'525.–:12]).
7.2. Die Klägerin stellt sich auf den Standpunkt, dass die Ausweitung der Er-
werbstätigkeit der Kindsmutter keinen Einfluss auf deren finanziellen Beitrag zum
Kinderunterhalt haben dürfe und die Kindsmutter entsprechend im Zeitraum vom
1. September 2014 bis 31. August 2024 nach wie vor als nicht leistungsfähig zu
qualifizieren sei (Urk. 38 S. 10). Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden, denn
die Frage, in welchem Umfang sich die Kindsmutter am Kinderunterhalt der Klä-
gerin zu beteiligen hat, bestimmt sich anhand der Leistungsfähigkeit der Eltern,
welche aufgrund deren tatsächlichen finanziellen Verhältnisse ermittelt wird. Die
- 17 -
Anrechnung eines 80%-Pensums und damit eines Nettoeinkommens von
Fr. 3'653.– und Bruttoeinkommens von Fr. 4'073.35 ab dem 12. Geburtstag der
Klägerin und eines Vollzeitpensums, d.h. eines Einkommens von Fr. 4'566.45 net-
to bzw. Fr. 5'091.65 brutto ab dem 16. Geburtstag blieb von den Parteien unange-
fochten. Schliesslich bleibt zu erwähnen, dass gemäss zutreffender vorinstanzli-
cher Auffassung und entgegen der Klägerin (Urk. 38 S. 8) die Kleinkinderbetreu-
ungsbeiträge bei der Berechnung der Leistungsfähigkeit der Kindsmutter zu be-
rücksichtigen sind, da diese Beiträge gemäss Merkblatt Kleinkinderbetreuungsbei-
träge 2013 der Bildungsdirektion des Kantons Zürich, Amt für Jugend und Berufs-
beratung, als Erwerbsersatzeinkommen zu verstehen sind. Sie sollen den Eltern
"ermöglichen, ihre Erwerbstätigkeit zu reduzieren, damit sie die Betreuung der
Kinder selber übernehmen können" (Merkblatt Kleinkinderbetreuungsbeiträge
2013 S. 1).
7.3. Damit ist in der Zeit vom 1. Mai 2014 bis 31. August 2014 von monatlichen
Einkünften von Fr. 4'124.45 netto (Fr. 1'845.45 + Fr. 2'279.–) bzw. Fr. 4'337.30
brutto (Fr. 2'058.30 + Fr. 2'279.–) auszugehen. Seit 1. September 2014 belaufen
sich die monatlichen Einkünfte wie erwähnt auf Fr. 3'418.95 netto bzw.
Fr. 3'818.75 brutto. Ab 1. September 2024 ist der Kindsmutter ein Einkommen
von Fr. 3'653.– netto bzw. Fr. 4'073.35 brutto anzurechnen und ab 1. September
2028 ein solches von Fr. 4'566.45 netto bzw. Fr. 5'091.65 brutto.
8. Bedarf der Mutter der Klägerin
Die Bedarfsberechnung der Vorinstanz betreffend die Mutter der Klägerin blieb
unbestritten. Da die Kindsmutter ihr Erwerbspensum seit September 2014 von
40% auf 70% erhöht hat, sind ihr im gleichen Verhältnis höhere Kosten für aus-
wärtige Verpflegung anzurechnen, d.h. ab September 2014 ist von Mehrkosten
von Fr. 154.– pro Monat auszugehen. Der Bedarf der Kindsmutter stellt sich ent-
sprechend wie folgt dar (vgl. Urk. 33 S. 25):
- 18 -
Bedarfsposition
Grundbetrag 1350.00
Mietzins brutto 1135.00
Krankenkassenprämie 117.65
Franchise/Selbstbehalt 0.00
Zahnarzt/Dentalhygiene 20.00
Mehrkosten auswärtige Verpfle-
gung
88.00
(ab Sept. 2014) 70% 154.00
(ab Sept. 2024) 80% 176.00
(ab Sept. 2028)100% 220.00
Arbeitswegkosten 89.25
Hausrat-/Haftpflichtversicherung 30.00
Kommunikationskosten 130.00
Steuern 200.00
Total
3'159.90
(ab Sept. 2014) 70% 3'225.90
(ab Sept. 2024) 80% 3'247.90
(ab Sept. 2028) 100% 3'291.90
9. Leistungsfähigkeit des Beklagten und der Kindsmutter
9.1. Da gemäss den Empfehlungen zur Zürcher Tabelle die wirtschaftliche Leis-
tungsfähigkeit eines Elternteils grundsätzlich mit seinem Erwerbseinkommen
gleichgesetzt werden kann, wobei aufgrund unterschiedlich hoher Lohnabzüge
auf das Bruttoeinkommen abzustellen ist (vgl. Empfehlungen zur Zürcher Tabelle
S. 15), hat die Vorinstanz in einem nächsten Schritt die Bruttoeinkommen des Be-
klagten und der Kindsmutter miteinander ins Verhältnis gesetzt.
- 19 -
9.2. Das Verhältnis der Bruttoeinkommen des Beklagten und der Kindsmutter
stellt sich wie folgt dar:
Zeitraum Beklagter Inhaberin der
elterlichen Sorge
Verhältnis
01.02.2014 - 31.08.2014 5'836.55 4'337.30 57% / 43%
01.09.2014 - 31.08.2024 5'836.55 3'818.75 60% / 40%
01.09.2024 - 31.08.2028 5'836.55 4'073.35 59% / 41%
ab 01.09.2028 5'836.55 5091.65 53% / 47%
9.3. Wie erwähnt darf sich das Gericht bei der Bemessung des Unterhaltsbei-
trags nicht über die Schranke der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Unter-
haltspflichtigen hinwegsetzen. Dem Unterhaltsschuldner ist zumindest das betrei-
bungsrechtliche Existenzminimum zu belassen (BGE 137 III 59 E. 4.2.1 m.w.H.).
Nachfolgend wird derjenige Betrag, welchen der Beklagte und die Mutter der Klä-
gerin ohne Eingriff in ihre Existenzminima höchstens zu leisten vermögen, ge-
stützt auf deren Einkommens- und Bedarfszahlen dargestellt:
9.3.1. Maximale Leistungsfähigkeit des Beklagten Zeitraum Bedarf Nettoeinkommen Leistungsfähigkeit
01.05.2014 - 31.08.2015 4'169.90 5'089.90 920.00
ab 01.09.2015 4'074.05 5'089.90 1'015.85
9.3.2. Maximale Leistungsfähigkeit der Mutter der Klägerin Zeitraum Bedarf Nettoeinkommen Leistungsfähigkeit
01.05.2014 - 31.08.2014 3'159.90 4'124.45 964.55
01.09.2014 - 31.08.2024 3'225.90 3'418.95 193.05
01.09.2024 - 31.08.2028 3'247.90 3'653.00 405.10
ab 01.09.2028 3'291.90 4'566.45 1'274.55
- 20 -
9.4. Höhe der Unterhaltsbeiträge ohne Fremdbetreuungskosten
Gestützt auf das Verhältnis der Bruttoeinkommen und die ermittelte maximale
Leistungsfähigkeit des Beklagten sowie der Mutter der Klägerin ergibt sich folgen-
de Unterhaltsbeitragspflicht des Beklagten ohne Fremdbetreuungskosten. Grund-
sätzlich ist der Unterhaltsbedarf der Klägerin wie erwähnt im Verhältnis der Brut-
toeinkommen des Beklagten und der Mutter der Klägerin aufeinander aufzuteilen.
In der Zeit vom 1. September 2014 bis 31. August 2028 würde jedoch ein Eingriff
ins Existenzminimum der Kindsmutter erfolgen. Die Zahl in den Klammern stellt
denjenigen Betrag dar, welchen die Mutter der Klägerin zu leisten vermag, ohne
dass in ihr Existenzminimum eingegriffen wird. Entsprechend erhöht sich der vom
Beklagten zu leistende Unterhaltsbeitrag in den genannten Perioden im Umfang
des Differenzbetrags zwischen dem in der fünften Spalte ermittelten Anteil und
der maximalen Leistungsfähigkeit der Kindsmutter.
Bedarf  (ohne - ten und ohne Position "Pflege und Erziehung)
Verhältnis 
(Beklagter / Kindsmutter)
Anteil UHB Beklagter im Verhältnis der 
Anteil UHB Kindsmutter im Verhältnis der 
effektiver UHB Beklagter
01.05.2014 – 31.08.2014
1'056 57% / 43% 602 454 602
01.09.2014 – 31.08.2018
1'056 60% / 40% 634 422 (193) 863
01.09.2018 – 31.08.2024
1'194 60% / 40% 716 478 (193) 1'001
01.09.2024 – 31.08.2028
1'400 59% / 41% 826 574 (405) 995
ab 01.09.2028
1'520 53% / 47% 806 714 806
- 21 -
9.5. Fremdbetreuungskosten / Mehrverdienstklausel
9.5.1. Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass die Fremdbetreuungskosten
zum übrigen Bedarf der Klägerin hinzuzurechnen sind (Urk. 13 S. 9 f. und Urk. 15
S. 5). Da die Kindsmutter zusätzlich zu ihrem finanziellen Beitrag auch in natura
durch Pflege und Erziehung einen Beitrag an den Unterhalt der Klägerin leistet,
hat die Vorinstanz den Beklagten bei bestehender Leistungsfähigkeit zu Recht zur
Übernahme der gesamten Fremdbetreuungskosten verpflichtet. In der Zeit von
1. Mai 2014 bis 31. August 2014 verbleibt dem Beklagten ein Überschuss von
Fr. 318.– (Nettoeinkommen von Fr. 5'089.90 abzüglich Bedarf von Fr. 4'169.90
und Unterhaltsverpflichtung von Fr. 602.–), weshalb er zur Übernahme der ge-
samten Fremdbetreuungskosten von Fr. 275.– zu verpflichten ist (Urk. 13 S. 10).
Weil einerseits die Entwicklung der Fremdbetreuungskosten bis Ende Au-
gust 2028 (Vollendung des 16. Altersjahres durch die Klägerin) ungewiss ist und
weil andererseits dem Beklagten im Zeitraum vom 1. September 2014 bis
31. August 2018 nach Deckung des Barbedarfs der Klägerin nur ein geringer
Überschuss verbleibt, um sich an den Fremdbetreuungskosten zu beteiligen, hat
die Vorinstanz die durch den Beklagten zu übernehmenden Fremdbetreuungskos-
ten über die Mehrverdienstklausel festgesetzt (Urk. 33 S. 34).
9.5.2. Der Beklagte wehrt sich nicht dagegen, dass er die gesamten Fremdbe-
treuungskosten selbst zu tragen hat. Er beanstandet jedoch, dass diese Verpflich-
tung im Rahmen einer Mehrverdienstklausel festgesetzt wurde. Er macht geltend,
das Thema Mehrverdienstklausel sei vor Vorinstanz nie aufgeworfen worden,
weshalb er sich zu dieser Regelung nie habe äussern können. Damit sei sein An-
spruch auf rechtliches Gehör verletzt worden (Urk. 33 S. 21).
9.5.3. Es besteht grundsätzlich kein Anspruch der Parteien, zur rechtlichen Wür-
digung von ihnen bekannten Tatsachen angehört zu werden. Gedenkt das Ge-
richt, den Entscheid auf Normen oder juristische Argumente abzustützen, welche
im vorangehenden Verfahren weder erwähnt noch von einer der beteiligten Par-
teien geltend gemacht wurden und mit deren Heranziehung sie auch nicht rech-
nen mussten (sog. «überraschende Rechtsanwendung»), sind die Parteien dar-
- 22 -
über zu orientieren und anzuhören (BGer 4A_165/2008 vom 11. November 2008
E. 7.1; BGE 130 III 35 E. 5). Nachdem sowohl die Entwicklung des Einkommens
des Beklagten als auch die zukünftige Höhe der vom Beklagten zu übernehmen-
den Fremdbetreuungskosten ungewiss sind, erscheint die Aufnahme einer Mehr-
verdienstklausel keineswegs überraschend, sondern liegt vielmehr auf der Hand.
Soweit der Beklagte geltend macht, mit der vorinstanzlichen Regelung würde ein
allfälliger Anstieg von Lebenshaltungs- oder Gestehungskosten nicht berücksich-
tigt (Urk. 32 S. 21), ist er darauf hinzuweisen, dass er einen allfälligen Anstieg in
einem Abänderungsverfahren geltend machen könnte, weshalb entgegen dem
Beklagten (vgl. Urk. 32 S. 28) nicht ersichtlich ist, inwiefern eine Mehrverdienst-
klausel einem Abänderungsverfahren entgegenstehen soll. Entsprechend ist die
Mehrverdienstklausel der Vorinstanz zu bestätigen. Die Mehrverdienstklausel
wurde ab September 2014 ins Dispositiv aufgenommen, weil die Vorinstanz da-
von ausging, dass der Beklagte seine Ausbildung im Herbst 2014 abgeschlossen
haben wird. Wie gezeigt verzögert sich die Ausbildung des Beklagten um ein
Jahr, weshalb die Mehrverdienstklausel erst ab September 2015 aufzunehmen
ist. Mit Bezug auf den Maximalbetrag der vom Beklagten zu übernehmenden
Fremdbetreuungskosten macht die Klägerin geltend, dass angesichts der Auswei-
tung der Erwerbstätigkeit der Kindsmutter ab 1. September 2014 von 40% auf ak-
tuell 70% mit Fremdbetreuungskosten von mindestens Fr. 500.– zu rechnen sei
(Urk. 38 S. 9 f.). Die Vorinstanz ging bei einem Arbeitspensum von 60% von ma-
ximalen Fremdbetreuungskosten von Fr. 600.– aus. Vor diesem Hintergrund
rechtfertigt es sich, den Beklagten ab 1. September 2015 bis Ende August 2028
zur Übernahme von Fremdbetreuungskosten von maximal Fr. 600.– zu verpflich-
ten.
9.6. Unterhaltsbeiträge ab 1. Mai 2014
Ab 1. Mai 2014 bis 31. August 2014 ist der Beklagte entsprechend zu verpflichten,
Unterhaltsbeiträge in der Höhe von Fr. 875.– zu bezahlen, nämlich Fr. 600.– (ge-
rundet) zuzüglich Fremdbetreuungskosten von Fr. 275.–. In der Zeit von
1. September 2014 bis 31. August 2018 beträgt die Unterhaltsverpflichtung des
Beklagten gerundet Fr. 865.– pro Monat. Ab 1. September 2018 steigt der Bedarf
- 23 -
der Klägerin auf Fr. 1'194.–. Unter Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit der
Kindsmutter von Fr. 193.– pro Monat beläuft sich die Unterhaltspflicht des Beklag-
ten in der Zeit von 1. September 2018 bis 31. August 2024 auf gerundet
Fr. 1'000.– pro Monat. In der Periode vom 1. September 2024 bis 31. August
2028 beläuft sich der Barbedarf der Klägerin auf Fr. 1'400.– und in der Zeit ab
1. September 2028 auf Fr. 1'520.–. Die Kindsmutter hat sich mit Fr. 405.– bzw.
Fr. 714.– an der Deckung des Bedarfs der Klägerin zu beteiligen, weshalb die
durch den Beklagten geschuldeten Unterhaltsbeiträge in der Zeit von
1. September 2024 bis 31. August 2028 Fr. 995.– und ab 1. September 2028 ge-
rundet Fr. 805.– betragen. Die Unterhaltsbeiträge sind zuzüglich allfälliger gesetz-
licher oder vertraglicher Familienzulagen geschuldet, da diese Zulagen bei der
Berechnung der Unterhaltsbeiträge im Voraus vom Bedarf der Klägerin in Abzug
gebracht worden sind (vgl. Urk. 33 S. 7 Ziffer 2.2.5). Schliesslich ist der Beklagte
antragsgemäss zu verpflichten, die gesetzlichen und vertraglichen Familienzula-
gen geltend zu machen, soweit sie ihm zustehen.
10. Vorinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen
Da sich Obsiegen und Unterliegen vor Vorinstanz in etwa die Waage hielten, auf-
erlegte die Vorinstanz die Kosten ihres Verfahrens den Parteien je zur Hälfte, je-
doch wurden sie zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen
auf die Gerichtskasse genommen. Die Parteientschädigungen wurden entspre-
chen wettgeschlagen (Urk. 33 S. 43., Dispositiv-Ziff. 7 und 8). Die Klägerin bean-
tragt die Aufhebung von Dispositiv-Ziff. 6 (Urk. 38 S. 3), gemäss welcher die Ent-
scheidgebühr auf Fr. 6'000.– und die Dolmetscherkosten auf Fr. 675.– festgesetzt
wurden. Sie tut indes nicht dar, inwiefern diese Gebühr zu hoch ist. Die Ent-
scheidgebühr erscheint denn auch angemessen, weshalb es dabei bleibt. Die
vom Beklagten zu leistenden Unterhaltsbeiträge wurden nur leicht angepasst. Es
rechtfertigt sich daher, die vorinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen zu
bestätigen.
- 24 -
III.
1. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1.1. In Anwendung von § 12 i.V.m. § 4 Abs. 1 bis 3 GebV OG sind die Gerichts-
kosten für das Berufungsverfahren auf Fr. 5'500.– festzusetzen.
1.2. Die Klägerin beantragte monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 865.– für die
Zeit ab 1. Mai 2014 bis 31. August 2014, von Fr. 1'266.– von 1. September 2014
bis 31. August 2024, von Fr. 995.– von 1. September 2024 bis 31. August 2028
und von Fr. 806.– von 1. September 2028 bis zur Volljährigkeit. Der Antrag des
Beklagten lautete auf monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 700.– ab 1. Mai 2014.
Nach Korrektur des vorinstanzlichen Entscheids werden die Unterhaltsbeiträge
auf Fr. 875.– (1. Mai 2014 bis 31. August 2014), Fr. 865.– (1. September 2014 bis
31. August 2018), Fr. 1'000.– (1. September 2018 bis 31. August 2024), Fr. 995.–
(1. September 2024 bis 31. August 2028) und Fr. 805.– (ab 1. September 2028)
festgesetzt. Damit halten sich auch im zweitinstanzlichen Verfahren Obsiegen und
Unterliegen in etwa die Waage, weshalb es sich rechtfertigt, die Gerichtskosten
des zweitinstanzlichen Verfahrens den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen und die
Parteientschädigungen wettzuschlagen (Art. 106 Abs. 2 ZPO).
2. Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege
2.1. Sowohl die Klägerin als auch der Beklagte haben ein Gesuch um unentgelt-
liche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung gestellt (Urk. 32 S. 3 und Urk. 38 S.
2 f.).
2.2. Eine Person hat Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie nicht
über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos
erscheint (Art. 117 ZPO). Die unentgeltliche Rechtspflege umfasst insbesondere
die gerichtliche Bestellung eines Rechtsbeistandes, wenn dies zur Wahrung der
Rechte notwendig ist, insbesondere wenn die Gegenpartei anwaltlich vertreten ist
(Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). Bei der Klägerin handelt es sich um ein einkommens-
und vermögensloses Kleinkind. Wie sich aus den vorangehenden Erwägungen
zum Einkommen und Bedarf des Beklagten ergibt, verfügt dieser nicht über genü-
- 25 -
gend Mittel, um nebst der Deckung seiner Lebenshaltungskosten sowie der Un-
terhaltsbeiträge für die Prozesskosten aufzukommen. Sowohl die Klägerin als
auch der Beklagte haben demzufolge als mittellos zu gelten. Ausserdem erschie-
nen ihre Rechtsbegehren nicht als aussichtslos, weshalb ihnen die unentgeltliche
Prozessführung zu bewilligen ist.
2.3. Der Beklagte war als rechtsunkundige Partei zur gehörigen Führung des
Prozesses auf eine Rechtsverbeiständung angewiesen, weshalb ihm in der Per-
son von Rechtsanwalt lic. iur. X._ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu be-
stellen.
Dem Gesuch der Klägerin um unentgeltliche Rechtsverbeiständung kann jedoch
aus nachfolgenden Gründen nicht entsprochen werden. Gemäss ständiger kanto-
naler und bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die Bestellung eines solchen
nicht notwendig, wenn die bedürftige Partei über einen Beistand verfügt, welcher
in der Lage ist, die Interessen des Vertretenen zu wahren (ZR 83 [1984] S. 271;
BGE 110 IA 87). Dies ist vorliegend der Fall. Die KESB Dübendorf ernannte
Rechtsanwältin lic. iur. Y1._, Amt für Jugend und Berufsberatung, zur Bei-
ständin der Klägerin mit dem Auftrag, sie bei der Durchsetzung ihrer Unterhalts-
ansprüche zu vertreten (Urk. 4/1). Die Beiständin ermächtigte mit Substitutions-
vollmacht vom 12. November 2013 Rechtsanwalt lic. iur. Y2._ zur Vertretung
(Urk. 3). Damit ist die rechtskundige Vertretung der Klägerin gewährleistet, wes-
halb ihr Gesuch um Ernennung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes in der
Person von Rechtsanwalt lic. iur. Y2._ abzuweisen ist.