Decision ID: fd81d7bf-3b8c-4dc9-aa47-114462c8edb5
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend
mehrfacher Diebstahl etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 3. Abteilung, vom 26. November 2012 (DG120318)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich - Sihl vom 26. September 2012
ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 21).
Urteil der Vorinstanz: (Urk. 53 S. 31 ff.)
"1. Der Beschuldigte A._ ist schuldig
− des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB,
− des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB,
− der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 StGB,
− der mehrfachen vorsätzlichen rechtswidrigen Einreise im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. d in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 lit. a AuG sowie
− des vorsätzlichen rechtswidrigen Aufenthalts im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. b AuG.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe (wovon bis und mit
heute 210 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Strafantritt erstanden sind),
teilweise als Zusatzstrafe zu der mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes B._
vom 19. Dezember 2011 ausgefällten Strafe (150 Tage Freiheitsstrafe).
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.
4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, den folgenden Privatklägern Schadenersatz in
nachfolgender Höhe zu bezahlen:
− C._ (ND 3) Fr. 417.95
− DF._ und EF._ (ND 6) insgesamt Fr. 6'429.50
Im Mehrbetrag werden die Schadenersatzbegehren und Genugtuungsbegehren auf
den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
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5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 5'000.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 1'500.– Kosten Kantonspolizei
Fr. 2'000.– Gebühr Anklagebehörde
Fr. 8'033.– Auslagen Untersuchung (ausserkantonal)
Fr. 7'739.30 amtliche Verteidigung
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen
derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.
7. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen;
vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. Über die
Höhe der Kosten der amtlichen Verteidigung wird separat entschieden.
8. (Mitteilungen)
9. (Rechtsmittel)"
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 68 S. 1):
1. Der Beschuldigte sei von den Vorwürfen der Einbruchdiebstähle gemäss
Anklageziffer 4 und 7 (ND 3 und ND 6) freizusprechen;
2. Der Beschuldigte sei zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten unter Anrech-
nung der Untersuchungshaft bzw. des vorzeitigen Strafvollzuges zu ver-
urteilen;
3. Es sei die Schadenersatzforderung von DF._ und EF._ im Umfang
von Fr. 6'429.50 sowie von C._ im Umfang von Fr. 417.95 vollumfäng-
lich abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen;
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates.
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b) Der Staatsanwaltschaft:
(schriftlich; Urk. 62)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils

Erwägungen:
I. Prozessgeschichte und Prozessuales
1.1 Mit dem eingangs im Dispositiv zitierten Urteil vom 26. November 2012
wurde der Beschuldigte A._ (alias G._) vom Bezirksgericht Zürich,
3. Abt., wegen diverser Delikte schuldig gesprochen und mit 36 Monaten unbe-
dingter Freiheitsstrafe bestraft. Weiter wurde über zwei Zivilforderungen von Pri-
vatklägern sowie die Kostenfolgen befunden (Urk. 53 S. 31 ff.). Gegen das münd-
lich eröffnete und im Dispositiv übergebene Urteil (Prot. I S. 11) liess der Be-
schuldigte rechtzeitig Berufung anmelden (Urk. 42). Nach Zustellung des
begründeten Urteils und Eingang der Akten am Obergericht reichte die Verteidi-
gung am 1. März 2013 innert Frist ihre Berufungserklärung ein (Urk. 54). Mit
Präsidialverfügung vom 11. April 2013 wurde die Berufungserklärung des
Beschuldigten der Staatsanwaltschaft sowie den Privatklägern zugestellt unter
Hinweis auf die Möglichkeit einer Anschlussberufung oder eines Nichteintretens-
antrags (Urk. 60). Mit Eingabe vom 22. April 2013 verzichtete die Staatsanwalt-
schaft auf Anschlussberufung und beantragte Bestätigung des vorinstanzlichen
Urteils (Urk. 62), was wiederum der Verteidigung mitgeteilt wurde (Urk. 63). Die
Privatkläger liessen sich nicht vernehmen. Beweisanträge wurden keine gestellt.
1.2 Die Verteidigung beschränkte ihre Berufung explizit auf die Schuldsprüche
betreffend die Anklagepunkte 4 und 7 (= ND 3 und ND 6), den Strafpunkt gemäss
Ziff. 2 (und damit verbunden auch Ziffer 3) des vorinstanzlichen Dispositivs sowie
die Regelung der Zivilforderungen gemäss Ziff. 4 (Urk. 54 S. 2 und 3 unten).
Somit ist im Sinne von Art. 404 Abs. 1 StPO vorab festzustellen, dass der
vorinstanzliche Entscheid in allen übrigen Punkten in Rechtskraft erwachsen ist.
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II. Schuldpunkt
1.1 Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundlagen der Beweisführung bei
bestrittenen Sachverhalten zutreffend dargelegt. Darauf kann vorab verwiesen
werden (Urk. 53 S. 7 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Sodann hat sie auch richtig auf die
vorhandenen Beweismittel hingewiesen und die Glaubwürdigkeit der beteiligten
Personen qualifiziert. Auch darauf kann vorab verwiesen werden. Ergänzend
dazu ist festzuhalten, dass auch indirekte, mittelbare Beweise, sog. Anzeichen
oder Indizien, einen für die Beweisführung bedeutsamen Schluss erlauben. Eine
Mehrzahl von Indizien, welche für sich alleine nur mit einer gewissen Wahrschein-
lichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweisen und einzeln betrachtet die
Möglichkeit des Andersseins offen lassen, können einen Anfangsverdacht ver-
stärken und in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, das bei objektiver Betrachtung
keine Zweifel bestehen lässt, dass sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (Urteil
6B_1047/2010 vom 28. Februar 2011 E. 3.2).
1.2 Zu ND 3
1.2.1 Der Beschuldigte bestreitet, am 16. Februar 2012 in das Einfamilienhaus
von C._ in H._ - unter Sachschaden - eingedrungen zu sein und diverse
Wertsachen gestohlen zu haben (Anklagepunkt Nr. 4). Die Vorinstanz hat diesen
Sachverhalt gestützt auf eine am Tatort sichergestellte DNA-Spur sowie auf die
Aussagen des Zeugen I._ als erstellt erachtet (Urk. 53
S. 9 ff.).
1.2.2 Am Tatort wurde eine Quittung der J._, K._, über den Verkauf
resp. Ankauf von Gold im Betrag von Fr. 1'500.–, ausgestellt auf
einen Herrn L._ aus M._ (Urk. ND 3/4), aufgefunden. Auf dieser Quit-
tung wurde die DNA-Spur des Beschuldigten sichergestellt (Urk. ND 3/5/2). Wäh-
rend der Beschuldigte zunächst sämtliche Einbrüche hartnäckig bestritt resp. kei-
ne Aussagen machen wollte (Urk. HD 6), räumte er schliesslich all jene Taten ein,
bei denen seine DNA-Spur am Tatort gefunden worden war. Demgemäss gab er
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auch bezüglich ND 3 zunächst an, wenn seine DNA dort aufgefunden worden sei,
habe er das auch gemacht (Urk. HD 6/17 S. 4, vgl. Urk. HD 6/10 S. 3). Als er
realisierte, dass die Spur nicht an Gebäudeteilen, sondern auf einer am Boden
liegenden Quittung sichergestellt worden war, bestritt er den Einbruch fortan
konsequent. Er behauptete, "vielleicht" habe ein Kollege ihm diese Quittung
einmal gezeigt (Urk. HD 6/17 S. 5). Er habe damit nichts zu tun. Erst anlässlich
der Hauptverhandlung brachte er nun als Faktum vor, er habe diese Quittung
zufällig in der Hand gehabt, als ein Kollege ihm in einem Restaurant etwas von
Gold erzählt habe (Urk. 35 S. 4). Die Vorinstanz hat zutreffend darauf hinge-
wiesen, dass dieses Aussageverhalten des Beschuldigten alles andere als
glaubhaft wirkt. Dazu passen auch seine immer wieder ausweichenden Antworten
an der Hauptverhandlung (Urk. 35 S. 5 ff.). Der Beschuldigte bestreitet somit
nicht, dass es sich um seine DNA auf der Quittung handelt, sondern versucht
vielmehr, diese Spuren - wenn auch wenig überzeugend - zu erklären.
Konsequent behauptet hat der Beschuldigte allerdings, dass er niemals Gold
in einem Laden verkauft habe und den Zeugen I._ von der Firma J._
noch nie gesehen habe (Urk. HD 6/1 S. 5 f.; HD 6/17 S. 5; HD 6/18 S. 2; HD 6/20
S. 2; Urk. HD 35 S. 6). Als seine Verteidigerin der Staatsanwaltschaft mitteilte, der
Beschuldigte gebe nun zu, Gold im Schmuckladen verkauft zu haben (Urk. HD
12/17), wurde dies vom Beschuldigten in Abrede gestellt (Urk. HD 6/18 S. 2).
1.2.3 Der Zeuge I._ sagte zwei Mal in dieser Sache aus und
wurde mit dem Beschuldigten auch konfrontiert. Dabei hielt er übereinstimmend
und widerspruchsfrei fest, er habe am 16. Februar 2012 nachmittags von einem
Mann im Laden Goldmünzen angeboten bekommen, welche dieser "blutt" (also
ohne Behältnis) in seiner Hosentasche mitgeführt habe. Er (der Zeuge) sei sich
nicht sicher, aber dieser Mann sei vermutlich einige Zeit zuvor schon einmal bei
ihm gewesen. Er habe das Gold dann von diesem für Fr. 1'500.– gekauft und eine
Quittung über den Betrag ausgestellt (Urk. HD 6/2). Der Zeuge hielt fest, er habe
den Namen (L._) und die Adresse auf der Quittung aufgeführt, die der Mann
ihm angegeben habe. Dieser habe ihm irgendeinen Ausweis vorgelegt, den er
nicht gut habe lesen können, vermutlich in kyrillischer Schrift (Urk. HD 6/19 S. 4 f).
Der Zeuge identifizierte den Beschuldigten auf zwei Fotobogen mit je 9 Männern
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als jene Person, von der er am 16. Februar 2012 Gold gekauft und der er eine
Quittung ausgestellt habe (Urk. HD 6/2 S. 4 ff.). Wenn der Zeuge sich dabei nicht
100%ig sicher zeigte, ist dies mit Blick auf das nicht eben aussagekräftige Foto
des Beschuldigten ohne weiteres nachvollziehbar (vgl. a.a.O. Anhang sowie zum
Vergleich Urk. HD 8 S. 3). Ein Irrtum des Zeugen kann jedoch bereits deshalb
ausgeschlossen werden, weil er von 18 Personen just jene identifizierte, deren
DNA-Spur auch auf der Quittung sichergestellt wurde.
1.2.4 Was die Verteidigung gegen die Aussagen des Zeugen vorbringt, greift
nicht. So erachtet sie dessen Aussagen als widersprüchlich, weil er ausgesagt
habe, es habe sich um eine kyrillische Schrift [im Ausweis] gehandelt, "obwohl der
Pass in einer arabischen Schrift ausgefertigt" gewesen sei (Urk. 54 S. 4). Von
welchem Pass die Verteidigung hier spricht, bleibt im Dunkeln. Der Beschuldigte
jedenfalls will I._ ja gar nicht kennen, diesem also auch nie seinen Pass ge-
zeigt haben. Sodann steht fest, dass der Beschuldigte dem Zeugen I._ ein
auf den Namen "L._" lautendes Dokument gezeigt haben müsste, mithin
nicht seinen eigenen Pass, weshalb die Schrift, in welcher jener effektiv abgefasst
ist, vollkommen irrelevant ist. Dass der Beschuldigte im Übrigen durchaus ge-
stohlene Reisepässe anderer Personen auf sich hätte haben können, zeigt bereits
ein Blick auf das Deliktsgut gemäss ND 6, ebenso wie sein Aliasname (vgl.
Urk. HD 8). Der Zeuge sprach sodann von kyrillischen Zeichen, was angesichts
des angegebenen Namens (L._) auch nicht völlig abwegig wäre. Erst als
der Beschuldigte ihm in der Befragung vorwarf, sein eigener Pass habe aber
"arabische" Schrift, meinte der Zeuge, dann sei es halt eine arabische gewesen;
jedenfalls sei sie schwer zu entziffern gewesen (Urk. HD 6/19 S. 5). Auch dies
würde durchaus Sinn ergeben, denn arabische Schriftzeichen wären für einen
Westeuropäer ebenfalls schwierig, wenn nicht gar unmöglich zu lesen. Wenn der
Beschuldigte damit aber (vermutlich) ausdrücken wollte, sein Pass sei (als
Bosnier) in lateinischer Schrift abgefasst, dann ist dem wiederum entgegen zu
halten, dass ja nicht der Pass des Beschuldigten, sondern ein auf "L._"
lautender Ausweis vorgelegt worden war. Die Aussagen des Zeugen sind viel-
mehr in allen Teilen plausibel und glaubhaft. Die Vorinstanz hat das Nötige dazu
ausgeführt.
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Damit steht zweifelsfrei fest, dass es der Beschuldigte war, welcher noch am Tat-
tag bei der J._ Goldmünzen verkaufte und dafür eine Quittung des Zeugen
I._ erhielt.
1.2.5 Die Verteidigung hält fest, es gäbe vorliegend keine plausible Erklärung
dafür, wie der Quittungsbeleg an den Tatort gelangt sei (Urk. 54 S. 5) - ausser der
Beschuldigte hätte ihn eben dort anlässlich des Einbruchs verloren. Wenn die
Verteidigung weiter festhält, es sei nicht am Beschuldigten zu beweisen bzw.
es könne offen gelassen werden, wie die Quittung in das Einfamilienhaus gelangt
sei (a.a.O. und Urk. HD 37 S. 3), ist sie auf Folgendes hinzuweisen: Wenn die
belastenden Beweise [hier die Quittung des Beschuldigten am Tatort] nach einer
Erklärung rufen, die der Beschuldigte geben müsste, er dies aber nicht tut, darf
nach Massgabe des gesunden Menschenverstands der Schluss gezogen werden,
es gebe keine mögliche Erklärung und der Beschuldigte sei schuldig (Pra 90
(2001) Nr. 110 S. 643 unter Hinweis auf den Fall Murry c. Vereinigtes Königreich).
Dementsprechend erachtet auch das Bundesgericht die Grenzen des nemotene-
tur-Grundsatzes als dann erreicht, wenn sich der Beschuldigte weigert, zu seiner
Entlastung erforderliche Angaben zu machen, obschon eine Erklärung angesichts
der belastenden Beweiselemente vernünftigerweise erwartet werden dürfte
(6B_562/2010 vom 28. Oktober 2010 E. 2.1; 6B_453/2011 vom 20. Dezember
2011 E. 1.6). Der Beschuldigte machte nicht einmal etwa geltend, er habe sich bei
anderer Gelegenheit in der besagten Liegenschaft aufgehalten, sondern behaup-
tete ursprünglich vielmehr, er wisse überhaupt nicht, wo H._ sei (Urk. HD 6/1
S. 5). Er machte auch nie geltend, er habe die für ihn ausgestellte Quittung noch
gleichentags jemand anderem übergeben, der diese dann am Tatort möglicher-
weise verloren hätte. Dies wäre jedoch auch alles andere als glaubhaft.
1.2.6 Zusammengefasst besteht daher eine Indizienkette, die insgesamt keinen
Zweifel daran lässt, dass es der Beschuldigte war, der die Quittung mit seiner
DNA-Spur gleichentags am Tatort verloren hat, als er in diese Liegenschaft ein-
brach. Der Sachverhalt gemäss ND 3 ist daher erstellt. Die rechtliche Würdigung
gibt zu keinen weiteren Bemerkungen Anlass (vgl. Urk. 53 S. 16 f.; Art. 82 Abs. 4
StPO).
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1.3 Zu ND 6
1.3.1 Der Beschuldigte bestreitet weiter, am 2. April 2012 in das Einfamilienhaus
des Ehepaars F._ in N._ - wiederum unter Verursachung von Sach-
schaden - eingedrungen zu sein und diverse Wertsachen, darunter einen kleinen
Tresor, im Gesamtwert von über Fr. 22'000.-- gestohlen zu haben (Anklagepunkt
Nr. 7). Die Vorinstanz hat auch diesen Sachverhalt gestützt auf eine am Tatort si-
chergestellte DNA-Spur sowie die gesamten Umstände als erstellt erachtet (Urk.
53 S. 14 ff.).
1.3.2 Gemäss Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin St. Gallen (vgl. Urk.
ND 6/5/1-3) wurden am Tatort zwei verschiedene DNA-Spuren sichergestellt:
einerseits auf einem Klebeband die Spur von O._; anderseits auf einer Le-
derlasche (abgerissenes Stück einer Ledertasche, gefunden am Boden des "Tre-
sorzimmers") eine DNA-Mischspur, bei welcher die Wahrscheinlichkeit, dass der
Beschuldigte einer der Spurengeber ist, eine Million mal höher ist, als dass er
nicht daran beteiligt war. Mit der Vorinstanz und trotz der Einwände der Verteidi-
gung, es handle sich hier bloss um eine Wahrscheinlichkeitsaussage (Urk. 54
S. 5), besteht kein Anlass, daran zu zweifeln, dass die am Tatort vorgefundene
Spur dem Beschuldigten zuzuordnen ist. Auch hier spricht somit eine hohe Wahr-
scheinlichkeit dafür, dass er sich anlässlich dieses Einbruchs am Tatort aufge-
halten hat.
1.3.3 Der zweite Spurengeber, O._, wurde im Juli 2012 befragt und hielt
fest, er habe diesen Einbruch zusammen mit einem älteren Mann spontan began-
gen (Urk. HD 6/16 S. 5 f.). Wenn die Verteidigung dazu festhielt, die Tatsache,
dass O._ lediglich gesagt habe, er habe diesen Einbruch mit
einem A'._ oder A._ verübt, würde auf mehrere Tausend Personen in
der Schweiz zutreffen (Urk. 37 S. 3), so verkennt sie, dass nicht die DNA-Spur
von irgendeinem A'._ oder A._, sondern jene des Beschuldigten am
Tatort sichergestellt worden ist. Zutreffend hat indes die Vorinstanz darauf hinge-
wiesen, dass der Beschuldigte nie mit O._ konfrontiert worden sei (Urk. 53
S. 8 f.), was auch nicht nachgeholt werden kann, weil dieser inzwischen ausge-
schafft worden ist (Urk. HD 6/18 S. 2). Somit können dessen Behauptungen nicht
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zu Lasten des Beschuldigten verwertet werden und eine gemeinsame Tat-
begehung lässt sich, allein gestützt darauf, nicht nachweisen. Immerhin ist festzu-
halten, dass die Aussagen von O._ auch keine den Beschuldigten ent-
lastenden Schilderungen enthalten (etwa in dem Sinne, der Beschuldigte sei
lediglich passiv und ahnungslos anwesend gewesen). Somit sind die Aussagen
von O._ weder für noch gegen den Beschuldigten von Bedeutung.
1.3.4 Zu berücksichtigen hingegen ist das für den Beschuldigten typische Tat-
vorgehen bei diesem Einbruch. Genau wie beim vom Beschuldigten eingestande-
nen Einbruch gemäss ND 5, welcher nur gerade ein Tag zuvor und im nahegele-
genen B._ stattfand, wurde von der Täterschaft schwarzes, ca. 5cm breites
Klebeband benützt, um die Verglasung, welche sodann mit einem Gegenstand
eingeschlagen wurde, zunächst abzukleben (Urk. ND 6/1 S. 6; vgl. Urk. ND 5/1
S. 3). Bereits dieses identische und doch recht spezifische Tatvorgehen sowie der
zeitliche und räumliche Zusammenhang lassen ohne weiteres auf die gleiche
Täterschaft schliessen. Die Tatsache, dass eine DNA-Mischspur des Beschuldig-
ten auf einem am Tatort am Boden liegenden Gegenstand sichergestellt werden
konnte, rundet das Gesamtbild ab und lässt keinen Zweifel an der Täterschaft des
Beschuldigten aufkommen. Die Mitbeteiligung von O._ an dieser Tat ist so-
dann aufgrund dessen eigenen Aussagen (Urk. 6/16 S. 5 f.) sowie seiner am Tat-
ort am Klebeband aufgefundenen und ihm eindeutig zugewiesenen DNA-Spur
ebenfalls erstellt.
1.3.5 Somit ist auch der Sachverhalt gemäss Anklageziffer 7 rechtsgenügend er-
stellt. Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz trifft auch hier zu (vgl. Urk. 53 S.
16 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO).
1.4 Betreffend die von der Verteidigung aufgeworfene Frage (Urk. 68 S. 3),
weshalb der Beschuldigte genau diese beiden Taten (ND 3 und ND 6) nicht zuge-
ben sollte - wenn er sie denn begangen hätte - da er doch alle anderen Taten
zugebe, sei abschliessend, neben dem Verweis auf das vorinstanzliche Urteil
(Urk. 53 S. 16), auf den Umstand hingewiesen, dass bei diesen beiden Vorfällen
die DNA des Beschuldigten zwar am Tatort, jedoch "nur" an losen Gegenständen
resp. nicht direkt am Gebäude aufgefunden wurde. Wie aufgezeigt, lassen sich
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aber auch diese beiden Sachverhalte aufgrund weiterer Indizien und Beweise
trotzdem zweifelsfrei erstellen.
III. Strafzumessung
1.1 Die Vorinstanz hat richtig erkannt, dass vorliegend eine teilweise Zusatz-
strafe zu den mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes B._ vom 19. Dezem-
ber 2011 ausgefällten 150 Tagen Freiheitsstrafe (und Fr. 500.-- Busse, welche
hier nicht weiter interessiert) auszufällen ist, nachdem der Beschuldigte die heute
zu beurteilenden Taten teils vor und teils nach dem 19. Dezember 2011 began-
gen hat. Damals wurde der Beschuldigte - unter seinem Aliasnamen G._ -
verurteilt, weil er in einen Schrebergarten eingebrochen war, zwei
Damenfahrräder zum Gebrauch entwendet hatte und erneut unberechtigt in die
Schweiz eingereist war (Urk. HD 17/5). Zu den Voraussetzungen und zum
konkreten Vorgehen bei der Festsetzung einer teilweisen Zusatzstrafe, mithin
einer Gesamtstrafe gemäss Art. 49 Abs. 2 StGB, kann vollumfänglich auf die um-
fassenden und zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden
(Urk. 53 S. 17 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Nicht zu beanstanden ist insbesondere
auch, dass die Vorinstanz den Einbruch gemäss ND 6 angesichts des Delikts-
betrags als schwerstes Delikt würdigte, bei der Strafzumessung von diesem aus-
ging und daher zunächst eine Strafe für die Taten nach dem 19. Dezember 2011
festsetzte (Urk. 53 S. 18 f.).
1.2 Auch bezüglich des relevanten Strafrahmens sowie der theoretischen Straf-
zumessungsgrundlagen kann zwecks Vermeidung von Wiederholungen auf die
detaillierten Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 53 S. 18 ff.,
Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Verteidigung bringt denn auch nichts vor, was an der
Strafzumessung der Vorinstanz zweifeln liesse, sondern gelangt lediglich wegen
den beantragen Freisprüchen zu einer tieferen Strafe (Urk. 54 S. 6). Die
Vorinstanz hat die objektiven und subjektiven Tatkomponenten des Einbruchs
gemäss ND 6 richtig wiedergegeben. Insbesondere hat sie zu Recht auf den
relativ hohen Deliktsbetrag, die Wegnahme von Gegenständen mit emotionalem
Wert (Ehering), den direkten Vorsatz des Beschuldigten und die rein egoistischen
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Motive hingewiesen. Auch hat die Vorinstanz zu Recht erwähnt, dass das Vorge-
hen und die Motivlage des Beschuldigten insgesamt bereits an Gewerbsmässig-
keit grenzt, zumal er seit vielen Jahren nicht erwerbstätig ist und seine Delinquenz
offenbar irgendwie als gerechtfertigt erachtet (Urk. 53 S. 20 f.). Die Vorgehens-
weise des Beschuldigten zeigt deutliche Züge von Gewerbsmässigkeit. Eine sol-
che ist zwar nicht angeklagt, doch ist bei der Strafzumessung durchaus zu be-
rücksichtigen, dass der Beschuldigte als Berufskrimineller auf Kosten anderer
lebt. Wenn die Vorinstanz nach Würdigung der relevanten Faktoren zu einer
hypothetischen Einsatzstrafe von 10 Monaten Freiheitsstrafe für den Einbruch
gemäss ND 6 gelangt, so erscheint dies ohne weiteres als angemessen.
1.3 Bezüglich der weiteren, nach dem 19. Dezember 2011 begangenen Taten,
kann vollumfänglich auf die vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen werden.
Eine Wiederholung erübrigt sich (Urk. 53 S. 22 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Unter
Einbezug der Täterkomponenten gelangte die Vorinstanz schliesslich zu einer
Freiheitsstrafe von 33 Monaten für jene Delikte, welche der Beschuldigte nach
seiner letzten Verurteilung begangen hat (ND 3-6 und Anklageziffer 8). Dabei
erachtete die Vorinstanz die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten zu
Recht als irrelevant für die Strafzumessung. Sie führte aus, trotz der sicherlich
nicht einfachen Lebensumstände des Beschuldigten seien diese nicht straf-
mindernd zu werten, zumal er sich trotz abgeschlossener Berufsausbildung auch
in seiner Heimat offenkundig nie um eine Erwerbstätigkeit bemüht habe und
bereits seit 1987 keiner legalen Arbeit mehr nachgegangen sei (Urk. 53 S. 24 f.).
Ergänzend kann festgehalten werden, dass der Beschuldigte in seiner Heimat
offenbar zusammen mit seinem Bruder das elterliche Haus besitzt und von
seinem Bruder unterstützt wurde (Urk. 35 S. 7 f.; Urk. HD 6/18 S. 6; Urk. 67 S. 5).
Dennoch liess er vor Vorinstanz geltend machen, er müsse geradezu in der
Schweiz delinquieren, weil er in seiner Heimat keine Zukunftsperspektiven habe
(Urk. 37 S. 6). Ausserdem handelt es sich bei der Finanzierung von Alkohol
- wofür der Beschuldigte die Einkünfte aus den Diebstählen ebenfalls benutzte
(Urk. 67 S. 7) - weniger um eine Notlage als vielmehr um einen Luxus.
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Stark straferhöhend wirken sich - in Übereinstimmung mit der Vorinstanz - die
19 noch im Strafregister eingetragenen grösstenteils einschlägigen Vorstrafen aus
(Urk. 58). Seit seiner ersten Einreise in die Schweiz im Jahre 1992 delinquiert der
Beschuldigte regelmässig und fast ununterbrochen. Weder laufende Strafver-
fahren noch der Vollzug diverser Freiheitsstrafen noch seine Ausschaffungen ins
Heimatland zeigen beim Beschuldigten irgendeine Wirkung. Der Beschuldigte ist
von den bisherigen Strafverfahren offensichtlich unbeeindruckt, was sich massiv
straferhöhend auswirkt (vgl. 6B_954/2009, Urteil vom 14. Januar 2010, Erw. 2). Er
ist eigentlich als Berufsverbrecher zu bezeichnen. Diese absolute Unbelehrbar-
keit, Uneinsichtigkeit und Hartnäckigkeit des Beschuldigten, welcher in den Ein-
vernahmen auch durch arrogante und äusserst bedenkliche Bemerkungen auffiel
(vgl. etwa Urk. HD 6/5 S. 3 f.), hat sich - gemäss bundesgerichtlicher Recht-
sprechung (vgl. 6B_401/2007, Urteil vom 8. November 2007, Erw. 9.3.;
6B_368/2010, Urteil vom 23. August 2010, Erw. 5.4) - massiv straferhöhend aus-
zuwirken. Dementsprechend ist auch seinem Geständnis kaum echte Reue und
Einsicht zu entnehmen. Entgegen der Ansicht der Verteidigung (Urk. 54 S. 6) trug
das Geständnis auch nicht erheblich zur Erleichterung der Strafuntersuchung bei,
da der Beschuldigte ohnehin durch Sachbeweise (wie DNA-Spuren) überführt
war. Wenn die Vorinstanz das Geständnis des Beschuldigten in mittlerem Masse
strafmindernd wertet (Urk. 53 S. 25), so erscheint dies als recht wohlwollend.
Erwähnt sei an dieser Stelle noch, dass die Krankheit eines Bruders nicht etwa
eine besondere Strafempfindlichkeit und damit eine Strafminderung beim
Beschuldigten zu begründen vermag (vgl. dazu 6B_470/2009, Urteil vom
23. November 2009, Erw. 2.5).
1.4 Die Vorinstanz kommt bezüglich der vor dem 19. Dezember 2011 begange-
nen Delikte des Beschuldigten (HD, ND 1 und ND 2) mit zutreffender Begrün-
dung, auf welche zu verweisen ist (Urk. 53 S. 26 ff.), zum Schluss, dass eine
Zusatzstrafe zum Strafbefehl des Untersuchungsamtes B._ im Umfang von
drei Monaten angemessen sei. Mit anderen Worten geht sie davon aus, das
Untersuchungsamt hätte damals in Kenntnis dieser weiteren Straftaten nicht nur
150 Tage, sondern 8 Monate Freiheitsstrafe verhängt. Dies erscheint als ange-
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messen und - insbesondere angesichts des Vorlebens des Beschuldigten - jeden-
falls sicher nicht als überhöht.
1.5 Somit ist der Beschuldigte auch zweitinstanzlich mit 36 Monaten Freiheits-
strafe, teilweise als Zusatzstrafe zum Strafbefehl des Untersuchungsamtes
B._ vom 19. Dezember 2011, zu bestrafen. Der Anrechnung von 430 Tagen
Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie vorzeitigem Strafvollzug steht nichts
entgegen (Urk. 66).
IV Strafvollzug
Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundsätze zur Frage des Strafvollzugs
richtig dargelegt. Darauf kann verwiesen werden (Urk 53 S. 28 ff.; Art. 82
Abs. 4 StPO). Zutreffend hat sie sodann auf die bereits zwei Jahrzehnte an-
dauernde, regelmässige Delinquenz des Beschuldigten sowie seine zahlreichen,
meist - zumindest teilweise - einschlägigen Vorstrafen hingewiesen, womit ihm in
keiner Art und Weise eine günstige Zukunftsprognose gestellt werden könne.
Dem ist nichts hinzuzufügen. Auch die Verteidigung stellt angesichts des bedenk-
lichen Vorlebens des Beschuldigten zu Recht nicht den Antrag auf Ausfällung
einer bedingten Strafe (Urk. 54 S. 2 und 6; Urk. 68 S. 1). Die Anordnung der
Vorinstanz ist somit zu bestätigen und die Freiheitsstrafe zu vollziehen.
V. Zivilforderungen
Die Vorinstanz hat die Schadenersatzforderungen des Privatklägers C._ be-
treffend ND 3 im Umfang von Fr. 417.95 sowie der Privatkläger DF._ und
EF._ betreffend ND 6 im Umfang von insgesamt Fr. 6'429.50 gutgeheissen
und den Beschuldigten zur Bezahlung dieser Beträge verpflichtet. Im Mehrbetrag
wurden die Schadenersatzbegehren sowie die Genugtuungsbegehren der Privat-
klägerschaft auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen (Urk. 53 S. 30 f.).
Über die von der Vorinstanz zugesprochenen Beträge kann aufgrund des Ver-
schlechterungsverbots (mangels Anfechtung durch die Privatklägerschaft) nicht
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hinaus gegangen werden (Art. 391 Abs. 2 StPO). Die gutgeheissenen Schaden-
ersatzforderungen basieren auf in den Akten liegenden Rechnungen resp.
Quittungen (Urk. ND 3/6/6 und ND 6/6/4) und sind damit genügend ausgewiesen.
Die Verteidigung brachte denn auch keine substantiellen Einwendungen dagegen
vor (Urk. 54 S. 6; Urk. 68 S. 59). Somit ist der vorinstanzliche Entscheid auch im
Zivilpunkt zu bestätigen.
VI. Kostenfolgen
Ausgangsgemäss sind auch die zweitinstanzlichen Kosten dem Beschuldigten
vollumfänglich aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Kosten für die amtliche
Verteidigung sind dabei einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen. Gemäss
Kostenaufstellung der amtlichen Verteidigung belaufen sich deren Kosten für das
Berufungsverfahren auf Fr. 5'511.– (Urk. 69/1). Der Beschuldigte hat diese indes
zurück zu zahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben sollten
(Art. 135 Abs. 4 StPO).