Decision ID: 3a07ed04-9bfb-5127-a681-9af3fda2a6c1
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 22. Oktober 2021 in der Schweiz um Asyl
nachsuchte,
dass ein am 25. Oktober 2021 durchgeführter Abgleich mit dem zentralen
Visa-Informationssystem (CS-VIS) ergab, dass die portugiesischen Behör-
den dem Beschwerdeführer am 1. Oktober 2021 ein Schengen-Visum, gül-
tig vom 1. Oktober 2021 bis zum 14. November 2021, ausgestellt hatten,
dass am 28. Oktober 2021 die Personalienaufnahme und am 8. November
2021 das persönliche Gespräch gemäss Art. 5 der Verordnung (EU)
Nr. 604/2013 vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren
zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem
Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestellten Antrags auf internati-
onalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO), stattfand,
dass das SEM die portugiesischen Behörden am 9. November 2021 um
Aufnahme des Beschwerdeführers ersuchte und die portugiesischen Be-
hörden das Gesuch am 16. November 2021 guthiessen,
dass dem Beschwerdeführer am 16. November 2021 schriftlich das recht-
liche Gehör zur mutmasslichen Zuständigkeit Portugals für die Durchfüh-
rung seines Asyl- und Wegweisungsverfahrens und zum beabsichtigten
Nichteintreten auf sein Asylgesuch sowie zur Wegweisung nach Portugal
gewährt wurde,
dass der Beschwerdeführer am 18. November 2021 schriftlich dazu Stel-
lung nahm,
dass das SEM mit Verfügung vom 26. November 2021 – eröffnet am 3. De-
zember 2021 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31)
auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach
Portugal anordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz
spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen,
dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-
scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung
der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den
Beschwerdeführer verfügte,
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dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 8. Dezember 2021 (gemein-
sam mit seinem Cousin B._, geb. [...], N [...]) gegen diesen Ent-
scheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei
beantragte, die Verfügung des SEM sei aufzuheben, es sei seine Flücht-
lingseigenschaft anzuerkennen und ihm Asyl zu gewähren, der Wegwei-
sungsvollzug sei als unzulässig, unzumutbar und unmöglich zu erachten
und es sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen,
dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte, er sei ihm die unent-
geltliche Prozessführung zu gewähren, es sei auf die Erhebung eines Kos-
tenvorschusses zu verzichten und ihm sei ein amtlicher Rechtsbeistand
beizuordnen, eventuell sei die aufschiebende Wirkung wiederherzustellen,
dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am 9. De-
zember 2021 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG),

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-
gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33
VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105
AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich,
wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-
teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet wurde,
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dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass der Beschwerdeführer für seine Rechtsmitteleingabe ein Formular
verwendet hat, welches sich ausschliesslich für die Beschwerde gegen
Entscheide im nationalen Asyl- und Wegweisungsverfahren eignet,
dass jedoch aus seiner handschriftlich ergänzten Begründung hervorgeht,
dass sich die Beschwerde im Wesentlichen gegen das Nichteintreten auf
sein Asylgesuch und die Überstellung nach Portugal richtet,
dass der gemeinsam mit B._ verfassten und von beiden unterzeich-
neten Beschwerdeschrift zu entnehmen ist, dass der Beschwerdeführer
und B._ zusammenbleiben möchten und sie beantragen, dass ihre
beiden Verfahren gemeinsam behandelt werden,
dass diesbezüglich durch das Bundesverwaltungsgericht zwar zwei sepa-
rate Urteile ergehen, die beiden Verfahren jedoch konnex behandelt und
die Urteile zeitgleich und mit demselben Ergebnis erlassen werden (vgl.
Urteil D-5341/2021 vom 15. Dezember 2021),
dass der Beschwerdeführer vorbringt, das SEM habe die ins Recht geleg-
ten Arztberichte in der angefochtenen Verfügung nicht berücksichtigt, wo-
mit er eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend macht,
dass diese Rüge jedoch unbegründet ist, zumal das SEM die Berichte na-
mentlich im Sachverhalt erwähnte (vgl. SEM-Akte 31 S. 2) und die gesund-
heitlichen Vorbringen einerseits in den Erwägungen ausführlich würdigte,
indem es die entsprechenden Behandlungsmöglichkeiten in Portugal be-
jahte, und andererseits festhielt, der Gesundheitszustand des Beschwer-
deführers werde im Hinblick auf die Reisefähigkeit kurz vor der Überstel-
lung nach Portugal beurteilt und die portugiesischen Behörden würden ent-
sprechend informiert,
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1;
2012/4 E. 2.2, je m.w.H.),
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dass die Fragen der Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der Ge-
währung von Asyl demgegenüber nicht Gegenstand des angefochtenen
Nichteintretensentscheides und damit auch nicht des vorliegenden Verfah-
rens bilden, weshalb auf die entsprechenden Beschwerdeanträge nicht
einzutreten ist,
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG),
dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt,
dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-
gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III
(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch
Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-
keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-
ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, Antragstellende in den ei-
gentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche
Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-
bedingungen Antragstellende in jenem Mitgliedstaat systemische
Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder
entwürdigenden Behandlung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grund-
rechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000, nachfol-
gend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Regeln der
Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt werden
kann,
dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist,
Antragstellende, die in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag gestellt
haben, nach Massgabe der Art. 21, 22 und 29 Dublin-III-VO aufzunehmen
(Art. 18 Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO),
dass die Erteilung eines Visums durch einen Mitgliedstaat dessen Zustän-
digkeit zur Prüfung eines später in einem anderen Mitgliedstaat gestellten
Asylantrags begründet (vgl. Art. 12 Abs. 2 Dublin-III-VO),
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dass die portugiesischen Behörden dem Beschwerdeführer am 1. Oktober
2021 ein Schengen-Visum, gültig vom 1. Oktober 2021 bis zum 14. No-
vember 2021, ausgestellt haben,
dass das SEM die portugiesischen Behörden am 9. November 2021 um
Aufnahme des Beschwerdeführers ersuchte und die portugiesischen Be-
hörden das Gesuch am 16. November 2021 guthiessen,
dass der Beschwerdeführer nicht bestreitet, ein portugiesisches Visum er-
halten zu haben, und auch die grundsätzliche Zuständigkeit dieses Mit-
gliedstaates unbestritten blieb,
dass daran auch die Ausführungen des Beschwerdeführers im persönli-
chen Gespräch, er habe von dem Visum nie Gebrauch gemacht, sondern
sei mit einem fremden Pass aus Angola nach Frankreich und anschlies-
send in die Schweiz gereist, nichts ändert,
dass die grundsätzliche Zuständigkeit Portugals somit gegeben ist,
dass der Beschwerdeführer in seiner Stellungnahme vom 18. November
2021 und in der Beschwerde ausführte, er fühle sich seines Lebens in Por-
tugal nicht sicher und befürchte, er könne in Portugal kein faires Asylver-
fahren durchlaufen, zudem befürchte er, in Portugal durch den angolani-
schen Staat verfolgt oder nach Angola abgeschoben zu werden,
dass es – wie die Vorinstanz zu Recht ausführte – keine wesentlichen
Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Aufnahmebedin-
gungen für Antragstellende in Portugal würden systemische Schwachstel-
len im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO aufweisen, die
eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behandlung im
Sinne des Artikels 4 der EU–Grundrechtecharta mit sich bringen,
dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2
Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt ist,
dass Portugal Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. De-
zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-
niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens
vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK,
SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967
(SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-
tungen nachkommt,
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dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und
schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des
Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013
zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-
ternationalen Schutzes (Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom
26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen,
die internationalen Schutz beantragen (Aufnahmerichtlinie) ergeben,
dass der Beschwerdeführer kein konkretes und ernsthaftes Risiko darge-
tan hat, die portugiesischen Behörden würden sich weigern, ihn aufzuneh-
men und seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der Re-
geln der Verfahrensrichtlinie zu prüfen,
dass der Beschwerdeführer des Weiteren keine konkreten Hinweise für die
Annahme dargetan hat, Portugal würde ihm dauerhaft die ihm gemäss Auf-
nahmerichtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen vorenthalten,
und er sich bei einer vorübergehenden Einschränkung im Übrigen nötigen-
falls an die portugiesischen Behörden wenden und die ihm zustehenden
Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg einfordern könnte (vgl. Art. 26
Aufnahmerichtlinie),
dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind,
Portugal werde in seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement miss-
achten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein
Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG ge-
fährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches
Land gezwungen zu werden,
dass sich der Beschwerdeführer auf seinen Gesundheitszustand beruft,
der einer Überstellung entgegenstehe, und diesbezüglich ausführt, er be-
finde sich aufgrund psychischer und körperlicher Erkrankungen in medizi-
nischer Behandlung,
dass beim Beschwerdeführer gemäss den Arztberichten vom 27. Oktober
2021, 8. und 24. November 2021 eine Psychose (wahrscheinlich Schizo-
phrenie) diagnostiziert wurde sowie ein Verdacht auf arterielle Hypertonie
vorliegt, und er gemäss diesen Berichten seit einigen Jahren entsprechend
medikamentös behandelt wird,
dass der Beschwerdeführer damit implizit geltend macht, die Überstellung
nach Portugal setze ihn einer Gefahr für seine Gesundheit aus und verletze
Art. 3 EMRK,
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dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen
Problemen nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK
darstellen kann,
dass dies insbesondere der Fall ist, wenn die betroffene Person sich in
einem fortgeschrittenen oder terminalen Krankheitsstadium und bereits in
Todesnähe befindet, nach einer Überstellung mit dem sicheren Tod rech-
nen müsste und dabei keinerlei soziale Unterstützung erwarten könnte (vgl.
BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die damalige Praxis des Europäi-
schen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR]),
dass ein Verstoss gegen Art. 3 EMRK gemäss neuerer Praxis des EGMR
aber auch vorliegen kann, wenn eine schwer kranke Person durch die Ab-
schiebung – mangels angemessener medizinischer Behandlung im Ziel-
staat – mit einem realen Risiko konfrontiert würde, einer ernsten, raschen
und unwiederbringlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustands
ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer erheblichen
Verkürzung der Lebenserwartung führen würde (vgl. Urteil des EGMR
Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 41738/10,
§§ 180–193 m.w.H.),
dass dies im vorliegenden Fall für die Situation des Beschwerdeführers
nicht zutrifft, insbesondere weil allgemein bekannt ist, dass Portugal über
eine ausreichende medizinische Infrastruktur verfügt,
dass die Mitgliedstaaten den Antragstellenden die erforderliche medizini-
sche Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die unbedingt er-
forderliche Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen Stö-
rungen umfasst, zugänglich machen müssen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahme-
richtlinie), und den Antragstellenden mit besonderen Bedürfnissen die er-
forderliche medizinische oder sonstige Hilfe (einschliesslich erforderlichen-
falls einer geeigneten psychologischen Betreuung) zu gewähren haben
(Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtlinie),
dass die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochten
Verfügung beauftragt sind, den medizinischen Umständen bei der Bestim-
mung der konkreten Modalitäten der Überstellung der Beschwerdeführen-
den Rechnung tragen und die portugiesischen Behörden vorgängig in ge-
eigneter Weise über die spezifischen medizinischen Umstände informieren
werden (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO),
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dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann,
einen bei ihm von Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestellten An-
trag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in dieser
Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist
(Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht),
dass es nach dem Gesagten jedoch keinen Grund für eine Anwendung der
Ermessensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt und an dieser Stelle fest-
zuhalten bleibt, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht
einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch
BVGE 2010/45 E. 8.3),
dass das SEM die Vorbringen des Beschwerdeführers unter dem Aspekt
von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 (SR 142.311) einer gesetzeskonformen Würdi-
gung unterzogen hat (vgl. dazu BVGE 2015/9 E. 7 f.), zumal es sich beim
Beschwerdeführer nicht um eine Person handelt, deren spezifische Bedürf-
nislage wesentlich mehr als eine summarische Auseinandersetzung unter
diesem Titel erfordern würde,
dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer
Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält,
dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und
– weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts-
oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die
Überstellung nach Portugal angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),
dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss
Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das
Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-
eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE
2015/18 E. 5.2 m.w.H.),
dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist, soweit darauf
einzutreten ist, und die Verfügung des SEM zu bestätigen ist,
dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist,
weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung als
gegenstandslos erweist,
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dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus
den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen wa-
ren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG und Art. 102m
Bst. a AsylG nicht erfüllt sind,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒
3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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