Decision ID: 4dca8d67-c276-4295-864d-2c590b128e00
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Nachdem die IV-Stelle zwei Leistungsgesuche von A._ abgewiesen hatte (siehe
betreffend das erstmalige Leistungsgesuch vom 24. November 2006 [IV-act. 1] die
Verfügung vom 29. Mai 2007 [IV-act. 20] und betreffend die Wiederanmeldung vom 11.
April 2008 [IV-act. 21] die Verfügung vom 12. Februar 2009 [IV-act. 36]), meldete sie
sich am 1. Juni 2012 erneut zum Leistungsbezug an (IV-act. 37). Anlässlich des
Frühinterventionsgesprächs vom 23. Juli 2012 gab der behandelnde Dr. med. B._,
Facharzt für Allgemeine Medizin, dem RAD-Arzt Dr. med. C._, Facharzt für Chirurgie
FMH, an, die Versicherte leide an einem Status nach Four-Corner-Fusion mit
Scaphoidresektion am linken Handgelenk am 15. Februar 2012 bei Scaphoidnekrose.
Dieser Zustand führe zu Schmerzen und einer verminderten Funktion/Belastbarkeit. Der
Gesundheitszustand sei noch nicht stabil (Protokoll vom 23./25. Juli 2012, IV-act. 54;
siehe auch die RAD-Fallübersicht vom 26. Juli 2012, IV-act. 51).
A.b Am 23. August 2012 erlitt die Versicherte einen Autounfall und zog sich dabei eine
Ellenbogenluxation links (geschlossene Reposition im Spital D._ am 23. August
2012), eine distale Radiusfraktur links und eine mehrfragmentäre Calcaneus-
Trümmerfraktur Typ Sanders II links mit Impression des CC-Gelenks zu. Nach der
Erstbehandlung im Spital D._ (IV-act. 57-32 f.) war die Versicherte vom 24. August
bis 13. September 2012 in der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des Bewegungsapparats am Kantonsspital St. Gallen (KSSG) hospitalisiert. Die dort
behandelnden Ärzte bescheinigten bei Austritt bis zum 27. Oktober 2012 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit (siehe zum Ganzen den Austrittsbericht vom 19. September 2012,
IV-act. 57-34 f.). Im Verlaufsbericht vom 22. Oktober 2012 führte Dr. B._ aus, die
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Versicherte sei im Rollstuhl und könne ihre Hände nicht mehr gebrauchen. Sie sei also
zu 100% arbeitsunfähig. Aufgrund des Autounfalls bestehe eine völlig neue Situation
(IV-act. 57-2 f.). Dr. med. E._, "Orthopädie" am KSSG, berichtete am 13. Februar
2013, aus orthopädischer Sicht würde eine Arbeitsaufnahme bald möglich sein. Aus
psychischen Gründen erscheine eine Arbeitsaufnahme jedoch eher unwahrscheinlich.
Die Versicherte sei psychosozial sehr stark angeschlagen (IV-act. 68). Im Bericht vom
18. Februar 2013 gab Dr. med. F._, Oberarzt an der Klinik für Hand-, Plastische- und
Wiederherstellungschirurgie am KSSG, an, aktuell fände keine handchirurgische
Behandlung statt. Die Versicherte sei aufgrund der Calcaneus-Fraktur kaum gehfähig.
Die (linke) Hand könne höchstens etwas unterstützend eingesetzt werden. Sie sei kaum
belastbar und in der Beweglichkeit eingeschränkt (IV-act. 69). Dr. B._ berichtete am
7. Juni 2013, die Versicherte sei immer noch in Rehabilitation nach Polytrauma und aus
körperlicher Sicht für jegliche Tätigkeit arbeitsunfähig. Sie habe sich nicht in
psychiatrische Behandlung begeben. Im Vordergrund stünden die körperlichen
Probleme (IV-act. 83-2 ff.). Der seit 24. September 2013 behandelnde Dr. med. G._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Neurologie, diagnostizierte eine
depressive Entwicklung nach Unfall am 23. August 2012 (ICD-10: F32.1). Aktuell
bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Bericht vom 20. Dezember 2013, IV-act.
106).
A.c Vom 19. Februar bis 18. März 2014 befand sich die Versicherte in der Rehaklinik
Bellikon. Die dort behandelnden medizinischen Fachpersonen diagnostizierten: 1.
Einen Unfall vom 23. August 2012 mit mehrfragmentärer Kalkaneus-Trümmerfraktur
Typ Sanders II links mit Impression des CC-Gelenks, mit distaler Radiusfraktur links,
disloziert, und einer Ellbogenluxation links; 2. eine Os scaphoideum-Nekrose der
proximalen Hälfte, eine Zystenbildung im distalen Abschnitt und ein mässiggradiges,
perifokales Knochenödem; 3. eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver
Reaktion (ICD-10: F43.21). Unter ausschliesslicher Berücksichtigung der
unfallbedingten Leiden sei der Versicherten eine leidensangepasste Tätigkeit ganztags
zumutbar. Gesamthaft betrachtet könne man aufgrund der Diagnosen und der
klinischen sowie radiologischen Befunde die Beschwerden und
Funktionseinschränkungen zwar in ihrer Lokalisation, jedoch nicht in ihrer Intensität
gänzlich erklären. Solange die Versicherte an ihrem ausgeprägten Schmerzerleben
festhalte, werde eine medizinisch erwartete Besserung des Gesamtzustands nicht
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schnell erfolgen und eine berufliche Wiedereingliederung werde erschwert möglich sein
(Austrittsbericht vom 19. März 2014, IV-act. 118).
A.d Die für die Unfallfolgen leistungspflichtige Suva sprach der Versicherten mit
Verfügung vom 19. September 2014 eine 12%ige Invalidenrente zu. Den psychischen
Beschwerden sprach sie einen adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfall ab
(fremd-act. 10-2 ff.).
A.e Am 9. Oktober 2014 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, das
Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen werde abgewiesen, da sich die
Versicherte nicht in der Lage fühle, an Eingliederungsbemühungen mitzuwirken (IV-act.
126).
A.f Dr. G._ berichtete am 25. November/16. Dezember 2014, der
Gesundheitszustand der Versicherten habe sich verbessert. Sie verfüge über eine
gebesserte Geh- und Stehfähigkeit. Die psychische Belastbarkeit sei weiterhin deutlich
reduziert. Wegen der verminderten psychischen Belastbarkeit sei die
Konzentrationsfähigkeit sowie die Flexibilität eingeschränkt und das
Durchhaltevermögen vermindert. Es bestehe weiter eine erhöhte Verletzlichkeit bei
Kritik. Die Schmerzen würden zu Einschränkungen der Konzentration und der
psychischen Belastung "inklusive depressive Störungen" führen. Dr. G._ hielt "die
Leistungsfähigkeit für eingeschränkt auf maximal 2-3 Stunden täglich". Dabei bestehe
eine um 50 bis 60% verminderte Leistungsfähigkeit (IV-act. 134-1 ff. und IV-act. 141).
Im Verlaufsbericht vom 4. Mai 2015 gab Dr. G._ an, die psychische Belastbarkeit der
Versicherten habe sich leicht gebessert, sei aber weiterhin vermindert.
Leidensangepasste Tätigkeiten seien der Versicherten 2 bis 3 Stunden täglich
zumutbar. Unklar sei, in welchem Umfang die Leistungsfähigkeit dabei vermindert sei
(IV-act. 147).
A.g Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am 3. und 4. November 2015 in der
medexperts ag polydisziplinär (allgemein-internistisch, psychiatrisch und orthopädisch)
begutachtet. Die Experten stellten folgende Diagnosen, welche die zumutbare
Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen würden: eine mittelgradige depressive Störung
(ICD-10: F32.1); eine leichte Fehlstellung nach Calcaneus-Fraktur links, mit
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Osteosynthese und Metallentfernung (ICD-10: S92.0); eine OSG-Arthrose links (ICD-10:
M19.1); einen Fersensporn links (ICD-10: M77.3); eine verheilte Radiusfraktur links
(ICD-10: S52.51) und eine Handwurzelarthrodese nach Scaphoidnekrose (ICD-10:
M87.8). Der psychiatrische Gutachter führte aus, aufgrund des
Medikamentenblutspiegels müsse von einer fehlenden Compliance ausgegangen
werden. Dies könne auch die jetzige Verschlechterung nach berichteten
Verbesserungen der depressiven Symptome in den Arztberichten des behandelnden
Psychiaters erklären. Aufgrund der Akten könne davon ausgegangen werden, dass die
depressive Symptomatik mit geeigneter Medikation verbessert werden könne. Aus
psychiatrischer Sicht bestehe wegen der mittelgradigen depressiven Störung sowohl in
der angestammten als auch in jedwelchen leidensangepassten Tätigkeiten eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein 100%iges Pensum. Diese Einschätzung gelte seit Juli
2015. Aus orthopädischer Sicht bestehe keine Arbeitsfähigkeit mehr bezogen auf die
angestammte Tätigkeit als Maschinenführerin und eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
bezogen auf leidensangepasste Tätigkeiten. Keine Beeinträchtigung der
Arbeitsfähigkeit bestehe aus allgemein-internistischer Sicht. Eine adäquate
antidepressive medikamentöse Therapie sollte wieder eingeführt werden. Die bisherige
psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung sollte unbedingt weitergeführt
werden. Aus rein psychiatrischer Sicht sei die Versicherte aktuell höchstens zu 50%
eingliederungsfähig. Sollte es gelingen, die mittelschwere depressive Störung adäquat
zu therapieren, so würde eine Wiedereingliederung in eine körperlich adaptierte
Tätigkeit möglich sein (Gutachten vom 14. Dezember 2015, IV-act. 162).
A.h H._, Fachspezialist Schadenminderungspflicht/Mitwirkungspflicht der IV-Stelle,
und der RAD-Arzt I._, Facharzt für Arbeitsmedizin, gelangten zur Ansicht, aus
medizinischer Sicht werde das mögliche Verbesserungspotenzial als gering beurteilt.
Es sei davon auszugehen, dass von der Wiederaufnahme der medikamentösen
Therapie eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit, die aktuell knapp mit 50%
angenommen worden sei, wenn überhaupt, allenfalls nur längerfristig erwartet werden
könne. Deshalb werde von einer administrativen Massnahme abgesehen
(Besprechungsprotokoll "Mitwirkungs- und Schadenminderungspflicht" vom 3. März
2016, IV-act. 165). J._, Mitarbeiter des Rechtsdienstes der IV-Stelle, vertrat in der
Stellungnahme vom 7. Juni 2016 den Standpunkt, bei der Versicherten fehle es an
einer konsequenten Depressionstherapie, deren Scheitern das Leiden als resistent
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ausweisen würde. Demzufolge könne nicht auf das Vorliegen einer invalidisierenden
depressiven Erkrankung geschlossen werden. Invalidenversicherungsrechtlich sei
daher von einer vollen Arbeitsfähigkeit der Versicherten auszugehen (IV-act. 167).
A.i Ausgehend von einer aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht bestehenden
vollen Arbeitsfähigkeit stellte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 8. Juli
2016 die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 170). Dagegen erhob die
Versicherte am 13. Juli 2016 Einwand (IV-act. 171), den sie am 14. September 2016
ergänzend begründete (IV-act. 175). Am 16. September 2016 verfügte die IV-Stelle die
Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 176).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 16. September 2016 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 19. Oktober 2016. Die Beschwerdeführerin beantragt darin deren
Aufhebung und es sei eine polydisziplinäre Begutachtung bzw. ein Obergutachten
durch eine unabhängige Stelle anzuordnen und der Beweis über die unfallbedingten
Einschränkungen in Beruf und Haushalt zu erheben. Die Beschwerdegegnerin sei
anzuweisen, danach die Prüfung der Rentenberechtigung aufgrund des
Beweisergebnisses vorzunehmen. Zur Begründung bringt die Beschwerdeführerin im
Wesentlichen vor, das Gutachten der medexperts ag sei nicht beweiskräftig. Die
Gutachter hätten verkannt, dass die Beeinträchtigungen der Arbeitsfähigkeit
somatischer bzw. somatoformer Natur seien. Die Schmerzen stünden im Vordergrund.
Die Depression habe reaktiven Charakter. Mit Antidepressiva - wie verschrieben -
könnten die physiologischen Folgen und orthopädischen Einschränkungen nicht
therapiert werden, weil das Symptom eben in der Physis liege und nicht in der Psyche
(act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 9. Dezember
2016 die Abweisung der Beschwerde. Sie hält die gutachterliche Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit für beweiskräftig. Aus rechtlicher Sicht sei indessen zu beachten, dass
es bei der Beschwerdeführerin an einer konsequenten Depressionstherapie fehle,
deren Scheitern das Leiden als resistent ausweisen würde. Demzufolge könne nicht auf
das Vorliegen einer invalidisierenden depressiven Erkrankung geschlossen werden.
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Mithin sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer ihren
somatischen Beeinträchtigungen angepassten Verweistätigkeit auszugehen (act. G 5).
B.c Mit Verfügung vom 13. Dezember 2016 ist dem Gesuch der Beschwerdeführerin
um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten
und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das Verfahren vor
Versicherungsgericht entsprochen worden (act. G 6).
B.d In der Replik vom 26. Januar 2017 hält die Beschwerdeführerin unverändert an
ihren Anträgen fest. Sie bzw. der sie behandelnde Psychiater Dr. G._ sehe "die
Entwicklung des psychischen Gesundheitszustands von einer Anpassungsstörung mit
traumatisierten und reaktiv ausgelösten depressiven Anteilen hin zu einer mittlerweile
andauernden Persönlichkeitsveränderung im Gutachten nicht dargestellt". Die
Umkodierung der Anpassungsstörung zur Diagnose "mittelgradige depressive
Episode" treffe nicht den tatsächlichen Verlauf und erfülle nicht die
Kodierungsvorschrift, dass die Stimmung nicht auf Lebensumstände reagieren dürfe.
Durch die (verunglückte) Umkodierung werde die Schwere des psychischen
Erkrankungsbilds unzulässig reduziert und die therapeutischen Möglichkeiten falsch
eingeschätzt mit der Folge, dass aus juristischer Sicht fälschlicherweise nicht von einer
invalidisierenden depressiven Erkrankung ausgegangen werde (act. G 8).
B.e Die Beschwerdegegnerin hat am 3. Februar 2017 auf eine Duplik verzichtet (act. G
10).
B.f Am 21. Februar 2018 hat die Beschwerdeführerin Berichte von Dr. G._ vom 16.
Februar 2018 (act. G 12.1) und von Dr. B._ vom 20. Februar 2018 (act. G 12.2)
eingereicht (act. G 12).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist das Rentengesuch der
Beschwerdeführerin vom 1. Juni 2012 (IV-act. 37).
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1.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zuberücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.
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Zunächst zu prüfen ist die Frage, ob der medizinische Sachverhalt spruchreif abgeklärt
worden ist. Die Beschwerdegegnerin stützt sich in medizinischer Hinsicht auf das
polydisziplinäre Gutachten der medexperts ag vom 14. Dezember 2015. Die
Beschwerdeführerin bringt dagegen verschiedene Mängel vor (act. G 1 und G 8).
2.1 Was die von der Beschwerdeführerin am 21. Februar 2018 eingereichten Berichte
der behandelnden Ärzte vom 16. Februar 2018 und vom 20. Februar 2018 (act. G 12)
anbelangt, so beschlagen diese nicht den für die gerichtliche Überprüfung
massgebenden, bis zum Verfügungserlass vom 16. September 2016 eingetretenen
Sachverhalt (BGE 131 V 243 E. 2.1), weshalb sich eine Würdigung von deren Inhalten
erübrigt.
2.2 Die Beschwerdeführerin rügt, der psychiatrische Gutachter habe die Art der
Depression nicht richtig erkannt und sei anstelle von einer reaktiven Depression von
einer länger andauernden Depression ausgegangen. Die gesundheitlichen
Einschränkungen seien schmerzbedingter Natur (act. G 1, III. Rz 2 ff., und act. G 8, S. 4
ff.). In psychischer Hinsicht sei gemäss Dr. G._ die Diagnose einer "andauernden
Persönlichkeitsänderung (F62.0) mit depressiven und traumatisierten Anteilen sowie
chronifiziertem auf linke Hand und linken Fuss begrenztem Schmerzsyndrom" "am
zutreffendsten" (act. G 8, S. 9 f.). Der psychiatrische Gutachter hat im Rahmen der
Diagnosestellung die psychiatrischen Vorakten ausführlich dargestellt und diskutiert. In
damit zu vereinbarender Weise gelangte er zum Schluss: "Aufgrund der Akten zeigt
sich, dass seit Mai 2013 bei der Versicherten eine depressive Symptomatik besteht, die
zum Teil als Anpassungsstörung, zum Teil als mittelgradige depressive Störung
beurteilt wurde. [...] Die depressive Symptomatik kann aufgrund der Berichte
nachvollzogen werden. Da eine Anpassungsstörung höchstens zwei Jahre
diagnostiziert werden kann, muss heute eine Umkodierung vorgenommen werden" (IV-
act. 162-56 oben). Im Rahmen einer umfassenden Würdigung gelangte der
psychiatrische Gutachter zur Auffassung, dass die geschilderte Symptomatik einer
mittelgradigen depressiven Episode entspreche, nicht mehr alleine auf den Unfall und
seine Folgen zurückzuführen sei, sondern das Ausmass einer eigenständigen Krankheit
angenommen habe. Das psychische Leiden sei daher als mittelgradige depressive
Störung (ICD-10: F32.1) zu diagnostizieren (IV-act. 162-56 Mitte und IV-act. 162-57
unten). Dr. G._ kodierte das Leiden der Beschwerdeführerin im Bericht vom 20.
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Dezember 2013 zudem ebenfalls mit "F32.1" (IV-act. 106). In den Verlaufsberichten
vom 25. November 2014 (IV-act. 134-2) und vom 4. Mai 2015 (IV-act. 147) verneinte er
eine Änderung der Diagnose. Auch die medizinischen Fachpersonen der Klinik für
Psychosomatik am KSSG gingen von einer depressiven Störung (ICD-10: F32.1) aus
(Bericht vom 2. September 2014, IV-act. 143-9). Im Übrigen stehen für die Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit nicht die exakte Diagnosestellung, sondern vielmehr die durch das
Leiden bedingten Beeinträchtigungen im Vordergrund. Die von den Gutachtern im
Rahmen der polydisziplinären Abklärung erhobenen Befunde, insbesondere diejenigen
im psychiatrischen Teilgutachten (IV-act. 162-56), werden von der Beschwerdeführerin
zu Recht nicht in Frage gestellt (siehe hierzu act. G 1, III. Rz 13). Der von der
Beschwerdeführerin vorgeworfene Mangel an der Beurteilung des psychiatrischen
Gutachters erweist sich daher als unbegründet.
2.3 Aus der Sicht der Beschwerdeführerin hat der psychiatrische Gutachter ausserdem
zu Unrecht Traumatisierungssymptome unberücksichtigt gelassen (act. G 8, S. 6 und
S. 8 oben). Dieser Vorwurf ist nicht stichhaltig, hat doch der psychiatrische Gutachter
die Ängste der Beschwerdeführerin im Verkehr berücksichtigt (IV-act. 162-54 Mitte;
siehe auch die erhobenen Leidensangaben in IV-act. 162-52). Im - vom psychiatrischen
Gutachter berücksichtigten (IV-act. 162-44 unten) - psychosomatischen Konsilium der
Rehaklinik Bellikon vom 14. März 2014 wurde festgehalten, dass sich bis auf ein
Vermeidungsverhalten der Beschwerdeführerin beim Autofahren keine Hinweise auf
eine psychotraumatologische Symptomatik hätten finden lassen (fremd-act. 8-15),
mithin die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Traumatisierungssymptome
weder umfassend sind noch im Vordergrund stehen. In mit der gutachterlichen
Beurteilung ebenfalls zu vereinbarender Weise wurde im Bericht der Klinik für
Psychosomatik am KSSG vom 2. September 2014 das psychische Leiden namentlich
unter Berücksichtigung der von der Beschwerdeführerin geschilderten Ängste (IV-act.
143-10) der Diagnose "depressive Störung" (ICD-10: F32.1) zugeordnet.
2.4 Des Weiteren hält die Beschwerdeführerin die Annahme des orthopädischen
Gutachters, sie verfüge für leidensangepasste Tätigkeiten über eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit, angesichts der zahlreichen Einschränkungen in der Mobilität für
realitätsfremd (act. G 8, S. 2 f.). Der Sichtweise der Beschwerdeführerin kann nicht
gefolgt werden. Der orthopädische Gutachter ist gestützt auf eine umfassende
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Berücksichtigung der geklagten Leiden nachvollziehbar zum Schluss gelangt, dass die
erhobenen Befunde zu einer Funktionseinschränkung des linken, nicht dominanten
Handgelenks, vor allem in der Dorsal-/ Volarebene, führen würden. Die Situation am
linken Fuss führe zu einer eingeschränkten Steh- und Gehfähigkeit (IV-act. 162-63 und
-69). Der orthopädische Gutachter trug den Beeinträchtigungen umfassend Rechnung.
So berücksichtigte er, dass die aktuellen Befunde am linken Fuss nur eine vorwiegend
sitzende Tätigkeit mit stündlich kurzen Botengängen ohne Treppensteigen erlauben
würden. Wegen der linken Hand könnten keine wiederholten Bewegungen beidhändig
durchgeführt werden. Es sei nur ein gelegentlicher Einsatz möglich mit einer
Gewichtslimite von ca. 5kg. Die rechte dominante Hand sei uneingeschränkt einsetzbar
(IV-act. 162-64). Die Beschwerdeführerin benennt denn auch keine objektiven
Gesichtspunkte, die der orthopädische Gutachter ausser Acht gelassen hätte.
Insbesondere legt sie weder dar noch ist ersichtlich, dass sie an
Funktionseinschränkungen im rechten, dominanten Handgelenk leidet oder in der
Sitzfähigkeit eingeschränkt wäre. Im Licht dieser Umstände bestehen keine Zweifel an
der Einschätzung des orthopädischen Gutachters, dass die Beschwerdeführerin in
einer den Funktionseinschränkungen angepassten Tätigkeit vollschichtig arbeitsfähig
sei. Hinzu kommt, dass die medizinischen Fachpersonen der Rehaklinik Bellikon zu
einer vergleichbaren Einschätzung gelangt sind (siehe Austrittsbericht vom 19. März
2014, IV-act. 118-3 oben).
2.5 Bei der Würdigung des polydisziplinären Gutachtens der medexperts ag ist weiter
von Bedeutung, dass es auf eigenständigen, polydisziplinären Abklärungen beruht und
für die streitigen Belange umfassend ist. Es bestehen ferner keine Anhaltspunkte dafür,
dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden wären. Die von den
Gutachtern gezogenen Schlüsse leuchten ein. Vor diesem Hintergrund besteht kein
Anlass, die Beweiskraft des Administrativgutachtens bzw. der darin enthaltenen
Arbeitsfähigkeitsschätzung (50%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten)
in Frage zu stellen.
2.6 Es ist daher gestützt auf die gutachterliche Beurteilung mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin seit Juli 2015
über eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten verfügt (IV-act.
162-69). Die Frage, ob im Zeitraum ab dem 23. August 2012 bis Juli 2015 wegen des
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psychischen Leidens eine über 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden hat, kann mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit verneint werden. Denn aus den psychiatrischen
Vorakten geht hervor, dass einerseits das depressive Leiden Folge einer Entwicklung
ist (IV-act. 106-1) und andererseits die Intensität einer mittelgradigen depressiven
Störung zu keiner Zeit überschritten wurde bzw. vor Juli 2015 kein verschlechterter
psychischer Zustand bestand (siehe den Bericht der Klinik für Psychosomatik am
KSSG vom 2. September 2014, IV-act. 143-10 unten; vgl. zur Entwicklung des
psychischen Leidens die Voraktendiskussion im psychiatrischen Teilgutachten, IV-act.
162-55, und die RAD-Fallübersicht vom 25. August 2014, IV-act. 122-6). Zudem ging
Dr. G._ im Bericht vom 20. Dezember 2013 noch davon aus, dass die
Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit zurückgewinnen werde (IV-act.
106-3 und -6). Aus orthopädischer Sicht ist zu beachten, dass die Bescheinigung einer
100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten erst ab April 2014 gilt (IV-
act. 162-64). Es ist davon auszugehen, dass in der davor liegenden Zeit ab Januar
2012 (zur damals diagnostizierten Scaphoidnekrose in der linken Hand siehe den
Bericht des KSSG vom 4. April 2012, fremd-act. 3-10; zur Arbeitsunfähigkeit siehe das
Arbeitsunfähigkeitszeugnis von Dr. med. H._, Facharzt für Allgemeinmedizin vom 31.
Januar 2012, fremd-act. 3-6, die RAD-Fallübersicht vom 26. Juli 2012, IV-act. 51, sowie
nachstehende E. 4.3) mit wenige Zeit später folgendem Unfallereignis vom 23. August
2012 durchgehend eine vollständige Arbeitsunfähigkeit wegen somatischer Leiden
bestanden hatte. Diese Sichtweise wird durch die übrigen Akten und den darin
beschriebenen somatisch instabilen Gesundheitszustand bestätigt (siehe etwa den
Austrittsbericht der Kliniken Valens vom 13. Mai 2013, IV-act. 76, den Bericht von Dr.
B._ vom 7. Juni 2013, IV-act. 83-2 f., den Bericht "Sprechstunde Berufliche
Eingliederung" der Rehaklinik Bellikon vom 10. Januar 2014, IV-act. 109; vgl. ferner die
ELAR-Notiz vom 10. März 2014, IV-act. 113), der Anlass u.a. für eine mehrwöchige
Rehabilitation in der Rehaklinik Bellikon bildete (siehe zum Rehabilitationsaufenthalt
vom 19. Februar bis 18. März 2014 den Austrittsbericht vom 19. März 2014, IV-act.
118). Nach dem Gesagten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bezogen auf eine
leidensangepasste Tätigkeit davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit bereits ab
Januar 2012 bzw. spätestens ab 23. August 2012 bis und mit März 2014 aus
somatischer Sicht zu 100% eingeschränkt war und die Beschwerdeführerin ab 1. April
2014 wegen des fortbestehenden psychischen Leidens zu 50% arbeitsunfähig ist.
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3.
Zwischen den Parteien umstritten ist des Weiteren, ob die vom psychiatrischen
Gutachter bestätigten gesundheitlichen Beeinträchtigungen eine Erwerbsunfähigkeit im
Sinn von Art. 7 ATSG zu begründen vermögen. Die Beschwerdegegnerin verneint das
Vorliegen einer durch das depressive Leiden begründeten Erwerbsunfähigkeit
ausschliesslich mit der fehlenden Therapieresistenz (act. G 5, III. Rz 8).
3.1 Gemäss Praxis des Versicherungsgerichts (siehe etwa den Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 21. Dezember 2016, IV 2014/565, E. 3.3.1 ff. mit Hinweisen)
und neuer Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 143 V 409) kann eine
invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheitsschädigung nicht
allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz verneint werden (Urteile des
Bundesgerichts vom 18. Oktober 2018, 9C_337/2018, E. 3.4, und vom 25. September
2018, 9C_844/2017, E. 2.3). Massgebende Grundlage für die Beurteilung der
Rechtsfrage, ob eine medizinisch bescheinigte gesundheitliche Beeinträchtigung zu
einer Erwerbsunfähigkeit im Sinn von Art. 7 ATSG führt, bildet vielmehr eine aus
objektiver Sicht erfolgte, umfassende Ressourcen- und Konsistenzprüfung (Art. 7 Abs.
2 ATSG; vgl. BGE 143 V 409 mit Hinweis auf BGE 141 V 281). Diese hat - nebst
zahlreichen anderen Gesichtspunkten (vgl. BGE 141 V 296 ff. E. 4.1.1 ff.) - namentlich
eine Prüfung der Alltagsaktivitäten und des Verhaltens der versicherten Person im
Kontext mit medizinischen Behandlungen zu beinhalten.
3.2 Die vom psychiatrischen Gutachter aus objektiver Sicht bescheinigte 50%ige
Arbeitsunfähigkeit gründet auf einer Diskussion der Vorakten (IV-act. 162-55 f.), einer
Abklärung der Alltagsaktivitäten der Beschwerdeführerin (IV-act. 162-47 und -52), einer
umfassenden Befunderhebung und -würdigung (IV-act. 162-54 und -56), einer
eingehenden Beurteilung der Therapien und des Therapieverhaltens (IV-act. 162-49
und -54), einer Konsistenzprüfung (IV-act. 162-57) und einer Beurteilung der
"Handicaps und erhaltenen Funktionen/Ressourcen" (IV-act. 162-57). Hinzu kommt,
dass die Ressourcen der Beschwerdeführerin erheblich durch ein komplexes
somatisches Leiden beeinträchtigt sind (siehe hierzu das orthopädische Teilgutachten,
IV-act. 162-59 ff., sowie die Stellungnahme von RAD-Arzt I._ vom 17. Februar 2016,
IV-act. 165-2). Die von der Beschwerdegegnerin geltend gemachte schlechte
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Compliance bei der antidepressiven medikamentösen Therapie fand Eingang in die
gutachterliche Beurteilung. Zudem legte der RAD-Arzt I._ in der Stellungnahme vom
17. Februar 2016 plausibel dar, dass die prognostische Formulierung des
psychiatrischen Gutachters bezüglich einer adäquaten medikamentösen Therapie "aus
medizinischer Sicht aus gutem Grund zurückhaltend" sei. Es werde nämlich im
psychiatrischen Teilgutachten mehrfach darauf hingewiesen, dass die
Beschwerdeführerin wenig persönliche Ressourcen besitze, beziehungsweise kaum
vorhandene und mobilisierbare Ressourcen habe, die zu einer nachhaltigen Besserung
des Gesundheitszustands führen könnten. Dies sei aus medizinischer Sicht vor dem
Hintergrund der somatisch begründeten chronifizierten Schmerzsituation
nachvollziehbar. Zusammenfassend sei demnach davon auszugehen, dass mit einer
Wiederaufnahme der medikamentösen Therapie eine Verbesserung der
Arbeitsfähigkeit, die aktuell knapp mit 50% angenommen worden sei, wenn überhaupt,
dann allenfalls nur längerfristig erwartet werden könne. Das mögliche
Verbesserungspotential werde als gering beurteilt (IV-act. 165-2). Schliesslich gilt es zu
beachten, dass sich die Beschwerdeführerin anlässlich der Untersuchung vom 22.
August 2014 in der Klinik für Psychosomatik am KSSG nach einer Erhöhung der
damaligen antidepressiven Medikation erkundigt (IV-act. 143-10) und die
Antidepressiva bei Fortführung der übrigen Psychotherapie erst danach abgesetzt hat
(siehe hierzu den Verlaufsbericht von Dr. G._ vom 4. Mai 2015, IV-act. 147-1). Die
Absetzung begründete die Beschwerdeführerin mit fehlendem Nutzen und
Nebenwirkungen (act. G 8, S. 7). Es besteht daher kein Anlass, aus rechtlicher Sicht
von der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung abzuweichen, die auf einer
umfassenden, plausiblen Ressourcen- und Konsistenzprüfung beruht.
4.
Zu ermitteln bleibt damit der Invaliditätsgrad. Die Beschwerdegegnerin hat der
Invaliditätsgradbemessung zu Recht einen Einkommensvergleich zugrunde gelegt (IV-
act. 176-2).
4.1 Die Beschwerdeführerin hat die von der Beschwerdegegnerin berücksichtigten
Vergleichseinkommen nicht beanstandet (siehe zum Einkommensvergleich IV-act. 168).
Aus den Akten ergeben sich keine Gesichtspunkte die daran Zweifel zu begründen
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vermögen. Insbesondere ist der für ein 20-stündiges Arbeitspensum bezogene Lohn
von Fr. 26'600.-- korrekt auf ein betriebsübliches 42-stündiges Pensum hochgerechnet
worden (siehe IV-act. 48-3). Demnach ist bezogen auf das Jahr 2012 von einem
Valideneinkommen von Fr. 55'860.-- ([Fr. 26'600.-- / 20] x 42) auszugehen und für die
Bestimmung des Invalideneinkommens der Medianlohn für Hilfsarbeiterinnen von Fr.
51'444.-- heranzuziehen (siehe hierzu Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-
Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2018). Vorliegend kann mit
Blick auf den Tabellenlohnabzug (siehe hierzu BGE 126 V 75) offen bleiben, ob die
Beschwerdeführerin aufgrund der qualitativen Anforderungen an eine Verweistätigkeit
(siehe hierzu IV-act. 162-69) einen Lohnnachteil auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
zu befürchten hätte. Denn vorliegend fiele ein Tabellenlohnabzug von höchstens 10%
in Betracht, zumal keine weiteren Gesichtspunkte vorliegen, die einen
Tabellenlohnabzug zu begründen vermögen. Bei einem allfälligen Tabellenlohnabzug
von 10% beträgt das Invalideneinkommen bei einer Arbeitsfähigkeit von 50% Fr.
23'150.-- (Fr. 51'444.-- x 0.5 x 0.9) bzw. bei einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit Fr. 0.--.
4.2 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 55'860.-- und einem Invalideneinkommen
von Fr. 23'150.-- bzw. von Fr. 0.-- ergeben sich ein Invaliditätsgrad von aufgerundet
59% ([Fr. 55'860.-- - Fr. 23'150.--] / Fr. 55'860.--) bzw. 100% und damit ein Anspruch
auf eine halbe bzw. ein befristeter Anspruch auf eine ganze Rente.
4.3 Für den Rentenbeginn ist von Bedeutung, dass der Rentenanspruch zunächst auf
die somatischen Folgen des Unfallereignisses vom 23. August 2012 und das bereits im
Januar 2012 diagnostizierte Handleiden (Scaphoidnekrose in der linken Hand; siehe
hierzu den Bericht des KSSG vom 4. April 2012, fremd-act. 3-10) zurückzuführen ist. Er
ist damit im Vergleich zu den früheren Leistungsgesuchen auf neue Leiden
zurückzuführen, wofür das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG (erneut) zu
bestehen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 26. August 2016, 8C_331/2016, E. 4.2).
Der RAD-Arzt I._ stellte bezüglich des Beginns der Arbeitsunfähigkeit zu Recht auf
das Anfang des Jahres 2012 bestehende Handleiden ab. Entgegen seiner
Einschätzung, dass die vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit im Februar 2012 eingetreten
sei (IV-act. 165-2), ergibt sich aus den Akten ein Beginn der Arbeitsunfähigkeit bereits
im Januar 2012 (Arbeitsunfähigkeitszeugnis von Dr. H._ vom 31. Januar 2012, fremd-
act. 3-6; vgl. auch die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin in IV-act. 48-4).
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Nachdem das neue Leistungsgesuch bereits am 1. Juni 2012 eingereicht wurde (IV-act.
37), beginnt der Anspruch auf eine (befristete) ganze Rente ab 1. Januar 2013. Die per
1. April 2014 anzunehmende Verbesserung des somatischen Gesundheitsschadens ist
in Nachachtung der Dreimonatsfrist von Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) per 1. Juli 2014 zu berücksichtigen. Aufgrund
der damals fortbestehenden psychisch bedingten 50%igen Arbeitsunfähigkeit bzw. des
(höchstens) 59%igen Invaliditätsgrads besteht ab 1. Juli 2014 ein Anspruch auf eine
halbe Rente.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen und der
Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Januar 2013 bis 30. Juni 2014 eine ganze und
ab 1. Juli 2014 eine halbe Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der
Rentenleistung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.
5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS
963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin hat keine Honorarnote eingereicht. Der Bedeutung und dem
Aufwand der Streitsache angemessen erscheint eine Parteientschädigung von
pauschal Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer). Bei diesem
Verfahrensausgang erübrigt sich die Festsetzung einer Entschädigung für die gewährte
unentgeltliche Rechtsverbeiständung.
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