Decision ID: 95e12b42-ff9c-4ec8-b5ae-cd07f09e311e
Year: 2022
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

I. Sachverhalt:
1. A._ (Jahrgang 1960) ist seit dem 1. April 1982 bei der
B._ AG in C._ tätig. Am 11. August 1996 erlitt er bei
einem Sturz beim Fischen eine Bennett-Fraktur rechts. In der Folge
wurden mehrere handchirurgische Interventionen durchgeführt. Die
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) richtete ihm ab dem
1. Januar 1999 eine Invalidenrente der Unfallversicherung bei einer
Erwerbsunfähigkeit von 33.33 % aus, wobei diese später auf 40 % und
sodann auf 42 % erhöht wurde. Mit Verfügung vom 2. Oktober 2003
sprach die IV-Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend IV-Stelle)
A._ eine befristete ganze Invalidenrente ab dem 1. Juli 2002 zu.
Danach richtete sie ihm gemäss Verfügungen vom 11. März 2008 für
jeweils zeitlich begrenzte Zeiträume abwechselnd eine ganze bzw. eine
Viertelsrente aus, wobei es ab dem 1. Mai 2007 bei Letzterer blieb.
2. Nach einer Exazerbation der Handgelenksschmerzen stellte A._
aufgrund einer Verschlechterung seines Gesundheitszustands am
28. Dezember 2015 ein Rentenerhöhungsgesuch. An seiner rechten Hand
erfolgten erneut mehrere operative Eingriffe. Vom 1. Februar 2018 bis zum
31. Juli 2018 absolvierte er ein Arbeitstraining bei der B._ AG in
C._. Nachdem er seine Aufgaben als Chauffeur und Magaziner
wieder im bisherigen Umfang hatte ausführen können, wurden die
beruflichen Massnahmen mit Mitteilung vom 24. August 2018
abgeschlossen.
3. Bei seit August 2020 aufgetretenen, ausstrahlenden Schmerzen und
diagnostizierter mediolateraler Diskushernie L5/S1 links mit Tangierung
der Nervenwurzel S1 links sowie Rezessusstenose L4/5 beidseits (links
mehr als rechts) wurde bei A._ am 24. September 2020 eine
Mikrodiskektomie LWK5/SWK1 links sowie eine Dekompression L4/5
beidseits durchgeführt.
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4. Nach durchgeführter kreisärztlicher Untersuchung vom 28. Oktober 2020,
welche eine auf vier Stunden pro Tag beschränkte maximale Belastbarkeit
der rechten Hand bis zu 10 kg ergab, erhöhte die Suva insbesondere die
Invalidenrente der Unfallversicherung mit Verfügung vom 13. November
2020 per 1. Oktober 2020 auf 57 %.
5. Mit Vorbescheid vom 20. April 2021 stellte die IV-Stelle A._ die
Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente vom 1. Dezember 2015 bis zum
31. Januar 2018 sowie vom 1. August 2018 bis zum 30. April 2020, einer
halben Invalidenrente vom 1. Mai 2020 bis zum 31. Oktober 2020, einer
ganzen Invalidenrente vom 1. November 2020 bis zum 31. März 2021 und
einer halben Invalidenrente ab dem 1. April 2021 in Aussicht. Zum
Abklärungsergebnis hielt sie im Wesentlichen fest, aufgrund des
zwischenzeitlich verschlechterten Gesundheitszustands habe für gewisse
Zeitabschnitte immer wieder eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
vorgelegen. Jeweils dazwischen und wieder ab Januar 2021 habe eine
Arbeitsfähigkeit von 50 % für eine adaptierte Tätigkeit bestanden. In
Gegenüberstellung des in der früher ausgeübten Tätigkeit als
Gipser/Maschinist erzielten Verdienstes per 2020 von CHF 76'069.90 und
des gestützt auf den Tabellenlohn der Lohnstrukturerhebung des
Bundesamts für Statistik (LSE) ermittelten Einkommens (Tabelle TA1,
Totalwert des Kompetenzniveaus 1, Arbeitsfähigkeit von 50 %, Männer)
per 2020 von CHF 34'223.-- ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 55 %.
Dagegen liess A._ am 18. bzw. 28. Mai 2021 Einwand erheben.
Mit Verfügung vom 3. November 2021 entschied die IV-Stelle wie
vorbeschieden und sprach A._ namentlich ab dem 1. April 2021
eine halbe Invalidenrente zu.
6. Mit dagegen beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden
erhobener Beschwerde vom 23. November 2021 beantragte A._
(nachfolgend Beschwerdeführer), die Verfügung vom 3. November 2021
sei dahingehend zu korrigieren, als ihm ab dem 1. April 2021 eine
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unbefristete ganze Invalidenrente auszurichten sei. Zur Begründung
brachte er im Wesentlichen vor, die Suva habe ihm eine Arbeitsfähigkeit
von maximal vier Stunden am Tag attestiert. Ausgehend von einer
wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden ergebe dies – wie von der
Suva korrekt berechnet – eine Arbeitsunfähigkeit von 52 %. Das von der
IV-Stelle gestützt auf eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % angenommene
Invalideneinkommen sei demnach zu hoch. Das Invalideneinkommen sei
zudem nicht gestützt auf die LSE-Tabellenlöhne, sondern anhand des
konkret erzielten Einkommens zu bemessen. Dabei sei der Vergleich mit
dem Tabellenlohn der gesamten Schweiz für die Beurteilung der Frage,
ob der konkrete Lohn den zumutbaren Arbeitsleistungen entspreche,
aufgrund des tiefen Lohnniveaus in der Ostschweiz, der in Graubünden
nicht vorhandenen, gut bezahlten Branchen und der allgemeinen Kritik an
den LSE-Tabellenlöhnen unbehelflich. Von diesem Tabellenlohn müsste
zudem ein Leidensabzug von mindestens 15 % bis 20 % gewährt werden
aufgrund der nur noch zumutbaren leichten Tätigkeit, der Teilzeittätigkeit
und den Einschränkungen bezüglich der Wirbelsäule. Das zu
vergleichende, theoretische Invalideneinkommen liege damit nur noch
unbedeutend über dem tatsächlichen Verdienst. Dabei dürfe nicht
vergessen gehen, dass sein Arbeitsort in C._ liege, wo das
Lohnniveau zweifellos nochmals tiefer liege. Für den
Einkommensvergleich sei somit auf das jährliche konkrete
Invalideneinkommen von CHF 22'100.-- abzustellen. Ausserdem werde
der Begriff der Schadenminderungspflicht überstrapaziert, wenn von ihm
erwartet würde, dass er das langjährige Arbeitsverhältnis aufgeben und
nach einer besser bezahlten Tätigkeit auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt suchen solle. Schliesslich betrage das Valideneinkommen
unter Berücksichtigung der Angaben der Arbeitgeberin und der gemäss
GAV vorgeschriebenen Lohnerhöhung im Jahr 2021 CHF 76'544.--.
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7. In ihrer Vernehmlassung vom 9. Dezember 2021 schloss die IV-Stelle
(nachfolgend Beschwerdegegnerin) auf Abweisung der Beschwerde. Sie
vertiefte die bereits in der angefochtenen Verfügung vom 3. November
2021 angeführte Begründung anhand der in der Beschwerde enthaltenen
Vorbringen. Am 20. Dezember 2021 verzichtete der Beschwerdeführer auf
eine Replik, vertiefte seine Argumentation indes punktuell.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien in den Rechtsschriften, die
angefochtene Verfügung vom 3. November 2021 sowie die weiteren Akten
wird, sofern erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-
Stelle des Kantons Graubünden vom 3. November 2021. Eine solche
Anordnung, die laut Bundesrecht der Beschwerde an das
Versicherungsgericht am Ort der verfügenden IV-Stelle unterliegt, kann
beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden als das örtlich und
sachlich zuständige Versicherungsgericht angefochten werden (vgl.
Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG;
BR 370.100] i.V.m. Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] sowie Art. 57 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Als formeller und
materieller Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer von der
angefochtenen Verfügung unmittelbar betroffen und hat ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung. Er ist somit
zur Beschwerdeerhebung legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59
ATSG). Die Beschwerde wurde zudem frist- und formgerecht eingereicht
(Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 38 f. sowie Art. 61
lit. b ATSG). Darauf ist somit einzutreten.
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2. Streitgegenstand bildet der Rentenanspruch des Beschwerdeführers ab
dem 1. April 2021. Die ihm für den vorangegangenen Zeitraum
zugesprochenen Invalidenrenten werden von ihm ausdrücklich nicht in
Abrede gestellt. Uneinig sind sich die Parteien hingegen hinsichtlich der
(prozentualen) Restarbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
sowie der weiteren Bemessung des Invalideneinkommens, namentlich
auch betreffend die Vornahme eines leidensbedingten Abzuges vom
Tabellenlohn. Ausserdem kritisiert der Beschwerdeführer das seitens der
Beschwerdegegnerin der Invaliditätsbemessung zugrunde gelegte
Valideneinkommen als zu tief. In Bezug auf das anwendbare Recht ist
festzuhalten, dass seit dem 1. Januar 2022 die revidierten Bestimmungen
des IVG (sowie des ATSG) und der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in Kraft sind (Weiterentwicklung
der IV). Gemäss lit. c der Übergangsbestimmungen des IVG zur Änderung
vom 19. Juni 2020 gilt für Rentenbezügerinnen und -bezüger, deren
Rentenanspruch vor dem Inkrafttreten dieser Änderung entstanden ist und
die bei Inkrafttreten dieser Änderung das 55. Altersjahr vollendet haben,
das bisherige Recht. Da diese Voraussetzungen vorliegend erfüllt sind,
finden die bis zum 31. Dezember 2021 gültigen Bestimmungen weiterhin
Anwendung.
3.1. Hinsichtlich der Restarbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit bemängelt der
Beschwerdeführer die von der Beschwerdegegnerin ab Januar 2021
angenommene Arbeitsfähigkeit von 50 %. Er stellt sich auf den
Standpunkt, die ihm attestierte Arbeitsfähigkeit von maximal vier Stunden
pro Tag ergebe bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden –
wie von der Suva korrekt berechnet – eine Arbeitsunfähigkeit von 52 %.
3.2. Abgesehen davon, dass diese Differenz in der
Arbeitsfähigkeitseinschätzung von 2 % ohnehin keinen Einfluss auf den
Verfahrensausgang hat (siehe nachstehende Erwägung 8), kann der
Argumentation des Beschwerdeführers nicht gefolgt werden. Die
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Beschwerdegegnerin nahm – genauso wie die Suva in deren Verfügung
vom 13. November 2020 (siehe IV-act. 230 S. 3 f.) gestützt auf die
kreisärztliche Untersuchung vom 28. Oktober 2020 (IV-act. 228 S. 5) –
aus medizinischer Sicht eine Restarbeitsfähigkeit von maximal vier
Stunden pro Tag in adaptierter Tätigkeit an. Dabei stellte sie gemäss
angefochtener Verfügung vom 3. November 2021 auf die hausärztlichen
Berichte von Dr. med. D._ vom 7. Oktober 2020 und 12. März
2021 sowie auf die Beurteilung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
Ostschweiz vom 22. März 2021 ab (siehe IV-act. 252 S. 2). Darin hielt
RAD-Arzt Dr. med. E._ eine wechselbelastende Tätigkeit mit
einer maximalen Belastung der rechten Hand (Zupacken, Heben, Tragen)
von 10 kg, ohne Arbeiten, bei welchen die Hand Schlägen oder
Vibrationen ausgesetzt ist, ohne Tätigkeiten auf Leitern oder Gerüsten und
ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule, zeitlich während vier Stunden pro
Tag für zumutbar (siehe IV-act. 243 S. 22). Dabei ist davon auszugehen,
dass diese (Haus-)Ärzte bei der Festlegung und Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit die betriebsübliche Arbeitszeit nach
Wirtschaftsabteilungen gemäss Erhebung des Bundesamtes für Statistik
(BfS) nicht bewusst als Basis für eine Umrechnung ihrer in Stunden pro
Tag ausgedrückten Arbeitsfähigkeit in eine prozentuale Quote im Hinblick
auf die Bemessung der Vergleichseinkommen zugrunde legen wollten.
Entsprechende Hinweise finden sich jedenfalls nicht in den Akten.
Vielmehr ist anzunehmen, dass bei der medizinischen Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit regelmässig von einem 8-Stundenarbeitstag
ausgegangen wird (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_317/2020 vom
10. Februar 2021 E.3.1, 8C_403/2017 vom 25. August 2017 E.4.1 ff.,
9C_22/2012 vom 4. Mai 2012 E.2.3 sowie 9C_260/2009 vom 25. Januar
2010 E.2.1 und 2.4, 8C_761/2008 vom 27. März 2009 E.4.3 und
9C_488/2008 vom 5. September 2008 E.3.2; Urteile des
Verwaltungsgerichts [VGU] S 20 79 vom 1. Dezember 2020 E.4.4, S 18
61 vom 2. April 2019 E.3.3, S 10 172 vom 13. Dezember 2011 E.4c und
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S 10 126 vom 11. Januar 2011 E.3a). Mithin ist nicht zu beanstanden,
wenn die Beschwerdegegnerin praxisgemäss und gestützt auf die
medizinisch ausgewiesene maximale Arbeitsfähigkeit von vier Stunden
pro Tag – bei einer durchschnittlichen Arbeitszeit von acht Stunden täglich
– auf eine prozentuale Arbeitsfähigkeit von 50 % schloss. Überdies weist
die Beschwerdegegnerin zu Recht darauf hin, dass der Beschwerdeführer
seit dem 1. Januar 2021 effektiv wieder in einem Pensum von 50 % bei
der B._ AG arbeitstätig ist (vgl. Verlaufsbericht von Dr. med.
D._ vom 12. März 2021 [IV-act. 233 S. 3]), wobei er im Januar
2021 sogar in der Lage war, 105 anstatt der 84 Soll-Stunden zu arbeiten
(vgl. dazu Lohnabrechnung vom 1. Februar 2021 [IV-act. 241 S. 4]), was
einem Pensum vom 62.5 % entspricht (105 : 84 x 0.5 x 100).
4. Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer eine längere
Vorgeschichte mit Alkoholabusus aufweist (vgl. etwa IV-act. 2 S. 152, IV-
act. 38 S. 1 f., IV-act. 126 S. 2 ff. und IV-act. 127 S. 2 ff.). So hielt etwa
Dr. med. D._ in seinen (hausärztlichen) Verlaufsberichten vom
8. Februar 2016 (siehe IV-act. 106 S. 1) und Februar 2020 (siehe IV-
act. 209 S. 2) zu Handen der IV-Stelle als Diagnose eine Störung durch
Alkohol, Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F10.2), aktuell unter Antabus
abstinent, fest. Während die Diagnose im Jahr 2016 noch unter den
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt war,
erkannte Dr. med. D._ im Verlaufsbericht vom Februar 2020 – mit
letzter Kontrolluntersuchung am 21. Oktober 2019 – dieser Diagnose
keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit mehr zu. Der
Beschwerdeführer wurde ausserdem von der IV-Stelle mit Schreiben vom
7. September 2017 im Hinblick auf durchzuführende
Eingliederungsmassnahmen zur Alkoholabstinenz aufgefordert (siehe IV-
act. 136). Dem kam der Beschwerdeverführer dann auch nach (siehe
Verlaufsprotokoll Berufsberatung [IV-act. 153 S. 6 und IV-act. 172 S. 2],
Untersuchungsbericht vom 17. September 2018 zur Haaranalyse auf
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Ethylglucuronid [IV-act. 183] und Verlaufsbericht von Dr. med.
D._ vom Februar 2020 [IV-act. 209 S. 2]). In den
Verlaufsberichten von Dr. med. D._ vom 7. Oktober 2020 (siehe
IV-act. 222 S. 1 f.) und 12. März 2021 (siehe IV-act. 233) wird ein
fortgesetzter Alkoholmissbrauch mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
nicht thematisiert. Vielmehr wird in letzterem sogar festgehalten, dass der
Beschwerdeführer immer wieder als Chauffeur unterwegs sei und dort
keine Einschränkungen bestünden (siehe IV-act. 223 S. 4), wobei gemäss
Arbeitsplatzbeschreibung der B._ AG vom 17. Februar 2020 zu
seinem Aufgaben auch (wieder) der Materialtransport vom Magazin auf
die Baustelle oder von Lieferanten auf die Baustelle oder zum Magazin
gehörten (siehe IV-act. 210 S. 7, vgl. für den vormaligen Entzug des
Führerausweises und die Wiedererteilung: IV-act. 126 S. 2 und 5, IV-
act. 175 S. 2 und IV-act. 179 S. 6). Der Beschwerdeführer macht zudem
selbst keine entsprechenden Einschränkungen seiner Arbeitsfähigkeit
geltend. Selbst wenn aufgrund der Akten Hinweise auf einen erneuten,
übermässigen Alkohol ausgewiesen wären (vgl. dazu IV-act. 219 S. 11,
IV-act. 224 S. 13 und IV-act. 226 S. 3), zeigt sich aufgrund der
vorliegenden Akten, dass der Beschwerdeführer während längerer Zeit
unter entsprechender medikamentöser Behandlung durchaus in der Lage
war, auf (einen die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen) Alkoholkonsum zu
verzichten. Inwiefern somit eine krankheitsbedingte Unfähigkeit zur
Therapieadhärenz vorliegen könnte, ist in nicht ersichtlich. Damit bestehen
keine Hinweise, dass die letzten Einschätzungen von Dr. med.
D._ in seinen Verlaufsberichten vom Februar 2020 und März
2021 – welche keinen massgebenden Einfluss der aktenkundigen
Alkoholproblematik auf Arbeitsfähigkeit ausweisen – im massgeblichen
Zeitpunkt nicht mehr hinreichend beweiskräftig sein könnten. Damit
erübrigen auch entsprechende weitere Abklärungen in dieser Hinsicht (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_213/2020 vom 19. Mai 2020 E.5.1.4).
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5.1. Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret
steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der
– kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und
anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in
zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen
aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt
grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein
solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich
weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit
aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung die
Tabellenlöhne der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen
Lohnstrukturerhebung (LSE) herangezogen werden (siehe BGE 143 V
295 E.2.2 und 135 V 297 E.5.2; siehe auch anstatt vieler: Urteile des
Bundesgerichts 8C_491/2021 vom 20. Dezember 2021 E.4.2 und
9C_206/2021 vom 10. Juni 2021 E.4.4.2). Dabei wird in der Regel der
Totalwert angewendet (siehe BGE 144 I 103 E.5.2; Urteile des
Bundesgerichts 8C_632/2021 vom 2. Dezember 2021 E.6.3.2 und
9C_206/2021 vom 10. Juni 2021 E.4.4.2 und 9C_237/2007 vom
24. August 2007 E.5.1, nicht publ. in: BGE 133 V 545, aber in: SVR 2008
IV Nr. 20 S. 63).
5.2. Vorliegend ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer, welcher seit dem
1. April 1982 bei der B._ AG tätig ist (siehe Fragebogen für den
Arbeitgeber vom 28. Januar 2016 [IV-act. 105], vom 8. März 2013 [IV-act.
83], vom 23. September 2005 [IV-act. 30] und vom 29. Januar 2001 [IV-
act. 1 S. 78]), in einem stabilen Arbeitsverhältnis steht. Indem er dort
aktuell in einem Pensum von 50 % arbeitet (vgl. dazu Verlaufsbericht von
Dr. med. D._ vom 12. März 2021 [IV-act. 233 S. 3]), verwertet er
zudem seine verbliebene Arbeitsfähigkeit in medizinischer Hinsicht.
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Streitig ist hingegen, ob der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit
auch aus erwerblicher Sicht voll ausschöpft. Während die
Beschwerdegegnerin dies mit der Begründung verneinte, es sei ihm
möglich, in einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit zu 50 % zu arbeiten
und dabei ein gestützt auf den LSE-Tabellenlohn (Tabelle TA1, Total aller
Wirtschaftszweige, Kompetenzniveau 1, Männer) ermitteltes Einkommen
von CHF 34'223.-- zu erzielen (siehe dazu IV-act. 248 S. 3 und IV-
act. 245), erachtet der Beschwerdeführer diese Voraussetzung mit dem
von ihm tatsächlich erwirtschafteten Verdienst von CHF 22'100.-- bereits
als erfüllt. Dabei verkennt er indes, dass die Berücksichtigung des
tatsächlich erzielten Einkommens bei der Ermittlung des
Invalideneinkommens unter anderem voraussetzt, dass die versicherte
Person ihre verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll
ausschöpft. Dies ist dann nicht der Fall, wenn sie auf dem hypothetischen
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (siehe Art. 7 Abs. 1 und 16 ATSG) einen
höheren als den tatsächlich erhaltenen Lohn erzielen könnte (siehe Urteile
des Bundesgerichts 9C_199/2020, 9C_207/2020 vom 10. Juli 2020
E.6.1.1 und 8C_5/2020 vom 22. April 2020 E.5.1, je m.H.a. BGE 135 V
297 E.5.2 sowie 8C_631/2019 vom 18. Dezember 2019 E.6; zum Begriff
des ausgeglichenen Arbeitsmarktes: siehe BGE 134 V 64 E.4.2.1 und
Urteil des Bundesgerichts 8C_811/2018 vom 10. April 2019 E.4.4.1 m.H.a.
BGE 138 V 457 E.3.1 und 110 V 273 E.4b). Die Rechtsprechung wendet
dabei als Vergleichsbasis grundsätzlich die LSE-Tabelle TA1, Zeile Total
an (siehe Urteile des Bundesgerichts 8C_260/2020 vom 2. Juli 2020
E.4.2.1, 8C_811/2018 vom 10. April 2019 E.5.3, 8C_457/2017 vom
11. Oktober 2017 E.6.2 und 9C_237/2007 vom 24. August 2007 E.5.1
m.H.a. BGE 124 V 321 E.3b/aa). Soweit der Beschwerdeführer das
Abstellen der Beschwerdegegnerin auf die statistischen Bruttolöhne für die
ganze Schweiz gemäss LSE 2018 TA 1 kritisiert, weil das Lohnniveau in
der Ostschweiz bzw. im Kanton Graubünden – auch mangels
Vorhandenseins gewisser gut bezahlter Branchen – und in der Randregion
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C._ viel tiefer sei als im schweizerischen Durchschnitt, vermag er
nicht durchzudringen. Vielmehr hat das Eidgenössische
Versicherungsgericht bereits mit Beschluss des Gesamtgerichts vom
10. November 2005 die Berücksichtigung regionaler Löhne von
Grossregionen gemäss TA 13 der LSE abgelehnt (siehe Urteil des
Bundegerichts 9C_466/2007 vom 25. Januar 2008 E.4.2.1 m.H.a. Urteil
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVGE] I 424/05 vom
22. August 2006, E.3.2.3; siehe auch Urteile des Bundesgerichts
8C_190/2019 vom 12. Februar 2020 E.4.1, 8C_705/2018 vom 16. Mai
2019 E.4.1 und 8C_96/2008 vom 28. November 2008 E.4.2). Besondere
Gründe, weshalb vorliegend davon abzuweichen wäre, benennt der
Beschwerdeführer nicht und sind auch nicht ersichtlich (siehe auch Urteile
des Bundesgerichts 9C_276/2020 vom 18. Dezember 2020 E.5.2.1 und
9C_535/2019 vom 31. Oktober 2019 E.4). Ausserdem beeinträchtigt die
mit der Anwendung statistischer Werte einhergehende Abstrahierung von
den konkreten Gegebenheiten nach ständiger Rechtsprechung die
Beweiseignung der LSE-Tabellenlöhne nicht (vgl. BGE 143 V 295 E.4.2.2
und 142 V 178 E.2.5.7; Urteile des Bundesgerichts 8C_575/2018 vom
30. Januar 2019 E.5.1, 9C_833/2017 vom 20. April 2018 E.5.5 und
9C_667/2017 vom 27. November 2017 E.3.2).
5.3. Soweit der Beschwerdeführer ferner die Bemessung des
Invalideneinkommens anhand der LSE-Tabellenlöhne bzw. die
Beurteilung der vollen erwerblichen Ausschöpfung der verbliebenen
funktionellen Leistungsfähigkeit anhand der LSE-Tabellenlöhne in
genereller Weise kritisiert, kann ihm ebenfalls nicht gefolgt werden. Denn
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei versicherten
Personen, die nach Eintritt eines Gesundheitsschadens – wie vorliegend
– lediglich noch leichte und intellektuell nicht anspruchsvolle Arbeiten
verrichten können, in der Regel vom Totalwert im niedrigsten (und am
schlechtesten bezahlten) Kompetenzniveau 1 auszugehen. Dass hiervon
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abzuweichen wäre, vermag der Beschwerdeführer mit dem Verweis auf
die Literatur nicht geltend zu machen und ist auch nicht ersichtlich (vgl.
Urteile des Bundesgerichts 8C_411/2019 vom 16. Oktober 2019 E.7.2,
8C_695/2015 vom 19. November 2015 E.4.2, 8C_187/2015 vom 20. Mai
2015 E.3.2.3.1 und 9C_633/2013 vom 23. Oktober 2013 E.4.2). Im
Wesentlichen wird darin eine zu starke (und mit der "Weiterentwicklung
der Invalidenversicherung" sogar noch verstärkte) Abstrahierung von den
tatsächlichen Gegebenheiten des Einzelfalles im Rahmen der
Invaliditätsbemessung bemängelt (vgl. EGLI/FILIPPO/GÄCHTER/MEIER,
Grundprobleme der Invaliditätsbemessung in der Invalidenversicherung,
Zürich 2021, S. 291 ff.; MEIER/EGLI/FILIPO/GÄCHTER, «So konkret wie
möglich», Invaliditätsgrade in der IV, Fiktion und die Herausforderungen
der «Weiterentwicklung der Invalidenversicherung», in SZS 2/2021, S. 55
und 72 f.). Eine entsprechende Praxisänderung würde indes – als zentrale
Voraussetzung – eine bessere Erkenntnis des Gesetzeszwecks oder
veränderte äussere Verhältnisse voraussetzen (siehe BGE 143 V 269 E.4,
141 II 297 E.5.5.1, 140 V 538 E.4.5 und 138 III 359 E.6.1). Angesichts der
seit langer Zeit bestehenden bundesgerichtlichen Rechtsprechung
hinsichtlich der Anwendbarkeit von LSE-Tabellenlöhnen sowie des im
Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzenden
(leidensbedingten) Abzugs vom Tabellenlohn wären an eine solche eher
hohe Anforderungen zu stellen. Aufgrund der auch den
Einkommensvergleich im Sinne von Art. 16 ATSG betreffenden
Änderungen im Rahmen der Revision des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (Weiterentwicklung der Invalidenversicherung) ist
durch das streitberufene Gericht – jedenfalls im jetzigen Zeitpunkt – nicht
voreilig die vom Beschwerdeführer anbegehrte, im Ergebnis auf eine
Praxisänderung hinauslaufende Anpassung vorzunehmen. Denn im
Rahmen der Weiterentwicklung der IV wurde insbesondere Art. 28a Abs. 1
Satz 2 IVG dergestalt geändert, dass der Bundesrat die zur Bemessung
der Invaliditätsgrades massgebenden Erwerbseinkommen und die
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anwendbaren Korrekturfaktoren umschreibt (siehe BBl 2020 5535 und AS
2021 705). Dabei wurde in der Verordnung über die Invalidenversicherung
(IVV; SR 831.201) im dritten Abschnitt das Kapitel A.I "Bemessung des
Invaliditätsgrades" umfassend geändert (siehe AS 2021 706). Gemäss
dem per 1. Januar 2022 in Kraft getretenen Art. 26bis Abs. 1 IVV wird das
nach Eintritt der Invalidität erzielte Erwerbseinkommen weiterhin nur als
Invalideneinkommen angerechnet, sofern damit die versicherte Person
ihre verbliebene funktionelle Leistungsfähigkeit in Bezug auf eine ihr
zumutbare Erwerbstätigkeit bestmöglich verwertet (siehe dazu bereits die
vorstehende Erwägung 5.2). Nach dem ebenfalls seit dem 1. Januar 2022
in Kraft stehenden Art. 26bis Abs. 2 IVV bestimmt sich bei Versicherten
ohne anrechenbares Erwerbseinkommen (nach Eintritt der Invalidität) das
Einkommen mit Invalidität nach den statistischen Werten gemäss Art. 25
Abs. 3 IVV. Danach sind für die Bestimmung der massgebenden
Erwerbseinkommen primär die altersunabhängigen und
geschlechtsspezifischen Zentralwerte (Mediane) der LSE, angepasst an
die betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen und die
Nominallohnentwicklung (vgl. Art. 25 Abs. 4 IVV in der ab dem 1. Januar
2022 gültigen Fassung), massgebend. Andere statistische Werte können
(nur) beigezogen werden, sofern das Einkommen im Einzelfall nicht in der
LSE abgebildet ist. Insofern erachtet der Verordnungsgeber die
Zentralwerte der LSE weiterhin als (primär) massgebend (siehe
Medienmitteilung des Bundesrates "Weiterentwicklung der IV tritt am
1.1.2022 in Kraft: Verstärkte Unterstützung Betroffener" vom 3. November
2021, abrufbar unter:
https://www.bsv.admin.ch/bsv/de/home/publikationen-und-
service/medieninformationen/nsb-anzeigeseite.msg-id-85521.html). Mit
der entsprechenden Gesetzes- und Verordnungsänderung wurde
ausserdem beabsichtigt, die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu
kodifizieren (vgl. Botschaft zur Änderung des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [Weiterentwicklung der IV] vom 15. Februar 2017,
- 15 -
BBl 2017 2535 ff. 2668; Erläuternder Bericht des Bundesamtes für
Sozialversicherungen [BSV] zu den Ausführungsbestimmungen zur
Änderung des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
[Weiterentwicklung der IV], S. 14, 47 und 52 ff.; vgl. auch Amtliches
Bulletin des Nationalrates, Frühjahressession 2019, Fünfte Sitzung vom
7. März 2019 [AB 2019 N 125] sowie Amtliches Bulletin des Ständerates,
Herbstsession 2019, Achte Sitzung vom 19. September 2019 [AB 2019 S
801]). Immerhin hat der Bundesrat in der Medienmitteilung vom
3. November 2021 festgehalten, dass das BSV den Auftrag erhalten habe
zu prüfen, ob die Entwicklung von spezifisch auf die Invalidenversicherung
zugeschnittenen Berechnungsgrundlagen möglich sei (siehe wiederum
die erwähnte Medienmitteilung des Bundesrates vom 3. November 2021,
Abschnitt "Klarere Regelung für die Bemessung des IV-Grads").
5.4. Soweit der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde gestützt auf den
Salarium-Rechner des BfS einen Monatslohn von CHF 773.-- pro Monat
für männliche Arbeitnehmer als Vergleichsbasis gegenüber dem effektiven
Verdienst errechnete und daraus schliesst, dass sein effektives
Jahreseinkommen von CHF 22'100.-- bereits deutlich darüber liege, ist mit
der Beschwerdegegnerin darauf hinzuweisen, dass die eingereichte
Berechnung nur auf 4 Wochenstunden basiert (siehe Akten des
Beschwerdeführers [Bf-act.] 13). Die verbliebene medizinisch funktionelle
Leistungsfähigkeit beträgt aber 4 Stunden pro Tag und somit 20 Stunden
pro Woche bei 5 Arbeitstagen (siehe dazu bereits vorstehende
Erwägung 3.2 und die Soll-Stunden gemäss den Lohnabrechnungen von
84 Stunden [21 Tage x 4 Stunden], 80 Stunden [20 Tage x 4 Stunden] und
88 Stunden [22 Tage x 4 Stunden] für die Monate Januar, Februar und
April 2021 [IV-act. 241 S. 4 ff.]). Bei 20 Wochenstunden und ansonsten
unveränderten Werten errechnete der Beschwerdeführer replicando einen
Zentralwert des monatlichen Bruttolohns für Männer (mit Schweizer
Bürgerrecht) von CHF 3'393.--. Selbst wenn eine solche Berechnung
- 16 -
berücksichtigt würde, läge in jedem Fall das gemäss Salarium 2018
mögliche Jahreseinkommen von CHF 44'109.-- (CHF 3'393.-- x 13) bereits
deutlich über dem effektiv erwirtschafteten Einkommen von CHF 22'100.--
(CHF 1'700.-- x 13) aus dem Jahre 2021, weshalb das
beschwerdeführerische Vorbringen ohnehin ins Leere zielt.
6.1. Der Beschwerdeführer macht des Weiteren aufgrund der ihm nur noch
zumutbaren leichten Tätigkeiten, des tieferen Lohnniveaus in solchen
körperlich leichten Tätigkeiten (im Vergleich zu körperlich schweren
Tätigkeiten), der Teilzeittätigkeit und den Einschränkungen bezüglich der
Wirbelsäule geltend, vom Invalideneinkommen nach LSE sei ein
Leidensabzug von mindestens 15 % bis 20 % vorzunehmen.
6.2. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können persönliche und
berufliche Merkmale der versicherten Person wie Art und Ausmass der
Behinderung, Lebensalter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität
oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad je nach Ausprägung
Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben, weshalb ein auf höchstens 25 %
begrenzter Leidensabzug von dem nach den LSE-Tabellenlöhnen zu
ermittelnden Invalideneinkommen vorgenommen werden kann, soweit
anzunehmen ist, dass die trotz des Gesundheitsschadens verbleibende
Leistungsfähigkeit infolge eines oder mehrerer dieser Merkmale auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (vgl. dazu BGE 134 V 64 E.4.2.1) nur mit
unterdurchschnittlichem Einkommen verwertet werden kann (siehe
BGE 146 V 16 E.4.1, 135 V 297 E.5.2 und 126 V 75 E.5a/bb ff.; Urteile des
Bundesgerichts 8C_115/2021 vom 10. August 2021 E.3.2.1,
8C_330/2021 vom 8. Juni 2021 E.5.1 und 9C_283/2020 vom 17. August
2020 E.7.1.1). Bei der Bestimmung der Höhe des Abzugs ist der Einfluss
aller in Betracht fallender Merkmale auf das Invalideneinkommen unter
Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen
gesamthaft zu schätzen und insgesamt, wie erwähnt, auf höchstens 25 %
des Tabellenlohnes zu begrenzen (siehe BGE 146 V 16 E.4.1, 135 V 297
- 17 -
E.5.2, 134 V 322 E.5.2, 126 V 75 E.5b/aa ff.; Urteile des Bundesgerichts
8C_276/2021 vom 2. November 2021 E.5.1, 8C_115/2021 vom
10. August 2021 E.3.2.1, 9C_283/2020 vom 17. August 2020 E.7.1.1,
9C_787/2018 und 9C_795/2018 vom 19. Juli 2019 E.6.2). Die
Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem
Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen
einer körperlich leichten Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit
eingeschränkt ist (siehe BGE 126 V 75 E.5a/bb; Urteile des
Bundesgerichts 8C_115/2021 vom 10. August 2021 E.3.2.1 und
9C_283/2020 vom 17. August 2020 E.7.1.1). Zu beachten ist jedoch, dass
allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit
enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die
Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer
doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (siehe
BGE 146 V 16 E.4.1; Urteile des Bundesgerichts 8C_115/2021 vom
10. August 2021 E.3.2.1 und 9C_283/2020 vom 17. August 2020 E.7.1.1).
6.3. Soweit der Beschwerdeführer einen Abzug mit dem Verweis auf seine
gesundheitlichen Einschränkungen betreffend die Wirbelsäule geltend
macht, ist ihm entgegenzuhalten, dass die sich aus medizinischer Sicht
auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden Limitierungen, welche bereits in
qualitativer Hinsicht bei der gutachterlichen Festlegung des
Belastungsprofils bzw. in quantitativer Hinsicht im Sinne einer reduzierten
Arbeitsfähigkeit berücksichtigt worden sind, nicht nochmals – als
abzugsrelevant – herangezogen werden dürfen. Dies käme wie erwähnt
einer unzulässigen doppelten Anrechnung derselben Gesichtspunkte
gleich (vgl. BGE 146 V 16 E.4.1; Urteile des Bundesgerichts 8C_48/2021
vom 20. Mai 2021 E.4.3.3 f., 8C_390/2020 vom 25. November 2020 E.4.3,
8C_393/2020 vom 21. September 2020 E.3.1, 9C_283/2020 vom
17. August 2020 E.7.1.1, 8C_586/2019 vom 24. Januar 2020 E.4.1,
8C_94/2018 vom 2. August 2018 E.7.2. und 9C_771/2017 vom 29. Mai
- 18 -
2018 E.3.5.1). Es bestehen denn auch keine Anhaltspunkte dafür, dass
die gesundheitlichen Einschränkungen nicht bereits vollumfänglich in der
Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierter
Tätigkeit enthalten sind. Insbesondere wurden aus medizinischer Sicht
neben den Beschwerden an der rechten Hand auch die Einschränkungen
betreffend die Wirbelsäule berücksichtigt (vgl. Verlaufsbericht von
Dr. med. D._ vom 12. März 2021 [IV-act. 233] sowie RAD-
Abschlussbeurteilung vom 22. März 2021 [IV-act. 243 S. 22]; vgl. ferner
Austrittsbericht vom 29. September 2020 [IV-act. 225 S. 2 ff.], Berichte
von Dr. med. D._ vom 7. Oktober 2020 [IV-act. 222 S. 1 f.] und
vom 24. August 2020 [IV-act. 217 S. 2], Berichte von Dr. med. F._
vom 6. Oktober 2020 [IV-act. 225 S. 1] und vom 17. September 2020 [IV-
act. 225 S. 5 f.]). So umschrieb RAD-Arzt Dr. med. E._ in seiner
Abschlussbeurteilung vom 22. März 2021 eine leidensangepasste Arbeit
ausdrücklich als eine wechselbelastende Tätigkeit mit einer maximalen
Belastung der rechten Hand (Zupacken, Heben, Tragen) von 10 kg, ohne
Zwangshaltungen der Wirbelsäule, ohne Arbeiten, bei welchen die Hand
Schlägen oder Vibrationen ausgesetzt ist und ohne Tätigkeiten auf Leitern
oder Gerüsten, wobei er diese in zeitlicher Hinsicht während vier Stunden
pro Tag für zumutbar erachtete (siehe IV-act. 243 S. 22). Dass die im
Weiteren diagnostizierten arteriellen Verschlusskrankheiten zuletzt
weitere Limitierungen der Arbeitsfähigkeit zur Folge gehabt hätten, macht
weder der Beschwerdeführer geltend noch geht dies aus den
aktenkundigen medizinischen Berichten hervor (vgl. Verlaufsbericht von
Dr. med. D._ 12. März 2021 [IV-act. 233], Berichte von Dr. med.
G._ vom 13. August 2020 [IV-act. 222 S. 3 ff.] und vom
21. November 2019 [IV-act. 209 S. 4 ff.], Berichte von Dr. med.
H._ vom 1. Februar 2019 [IV-act. 196 S. 5] und vom 6. Dezember
2018 [IV-act. 192 S. 1]).
- 19 -
6.4. Vorliegend ergibt sich jedoch aus der medizinischen
Arbeitsfähigkeitseinschätzungen in adaptierter Tätigkeit, dass dem
Beschwerdeführer eine solche während maximal vier Stunden pro Tag
zumutbar ist (vgl. RAD-Abschlussbeurteilung vom 22. März 2021 [IV-
act. 243 S. 22], Verlaufsbericht von Dr. med. D._ vom 12. März
2021 [IV-act. 233 S. 4], Bericht zur kreisärztlichen Untersuchung vom
28. Oktober 2020 durch Dr. med. I._ [IV-act. 228 S. 5]). Damit
liegt nahe, dass der Beschwerdeführer in leidensangepasster Tätigkeit nur
noch teilzeitlich erwerbstätig sein kann. Rechtsprechungsgemäss wird bei
Männern, die behinderungsbedingt nur mehr einer Teilzeitarbeit
nachgehen können, unter dem Titel Beschäftigungsgrad allenfalls ein
Abzug vom Tabellenlohn anerkannt (siehe Urteile des Bundesgerichts
9C_782/2019 vom 15. April 2020 E.3.2, 8C_712/2019 vom 12. Februar
2020 E.5.2.2, 8C_610/2019 vom 20. November 2019 E.4.2.3,
9C_232/2019 vom 26. Juni 2019 E.2 und 3.1, 8C_211/2018 vom 8. Mai
2018 E.4.4 und 8C_344/2012 vom 16. August 2012 E.3.2). Ob ein Abzug
vom Tabellenlohn vorzunehmen ist, wenn eine versicherte Person ihre
Arbeitsfähigkeit nicht vollschichtig umsetzen kann, muss stets mit Blick auf
den konkreten Beschäftigungsgrad und die jeweils aktuellen
Tabellenwerte ermittelt werden. Gemäss der dafür anwendbaren LSE-
Tabelle T18 für das Jahr 2018 verdienten zwar statistisch Männer ohne
Kaderfunktion mit einem Beschäftigungsgrad von 50 % - 74 % gut 4 %
weniger als solche mit einem Beschäftigungsgrad von 90 % und mehr.
Dies stellt aber rechtsprechungsgemäss keine überproportionale
Lohneinbusse dar (siehe Urteile des Bundesgerichts 8C_329/2021 vom
27. Oktober 2021 E.8.6, 8C_139/2020 vom 30. Juli 2020 E.6.3.2,
8C_151/2020 vom 15. Juli 2020 E.6.3.2 und 9C_223/2020 vom 25. Mai
2020 E.4.3.2). Diese statistische Lohndifferenz ist somit nicht zu
berücksichtigen.
- 20 -
6.5. Ferner kann dem Beschwerdeführer nicht gefolgt werden, soweit er
vorbringt, ihm seien nur noch leichte Arbeiten zumutbar, wobei das
Kompetenzniveau 1 häufig Tätigkeiten mit schweren körperlichen
Anstrengungen beinhalte, welche ein höheres Lohnniveau aufwiesen als
die ihm zumutbaren körperlich leichten Tätigkeiten. Dabei verkennt er,
dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt im Kompetenzniveau 1
rechtsprechungsgemäss eine Vielzahl von körperlich leichten Tätigkeiten
beinhaltet (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_369/2021 vom 28. Oktober
2021 E.8.2.2, 8C_433/2020 vom 15. Oktober 2020 E.8.2.2, 9C_303/2020
vom 6. August 2020 E.4.2, 8C_219/2019 vom 30. September 2019 E.5.2,
9C_172/2019 vom 22. Juli 2019 E.4.5 und 8C_841/2017 vom 14. Mai
2018 E.5.2.2.2). Auch legt der Beschwerdeführer nicht konkret dar,
inwiefern es ihm in einer Verweistätigkeit nur möglich sein sollte, ein im
Vergleich zum Medianlohn im Kompetenzniveau 1 nur wesentlich
unterdurchschnittliches Einkommen zu erzielen. Dies ist denn auch
angesichts der bei ihm vorliegenden personenbezogenen und beruflichen
Merkmale nicht ersichtlich. So ist Beschwerdeführer deutscher
Muttersprache und verfügt über schulische und berufliche
Grundausbildungen (vgl. Anmeldung vom 14. November 2000 [IV-act. 2
S. 138], Verlaufsprotokoll Berufsberatung [IV-act. 1 S. 147] sowie die
Schreiben vom 13. Juli, 6. Oktober und 2. November 1978 betreffend die
damaligen beruflichen Massnahmen im Hinblick auf eine erstmalige
berufliche Ausbildung [IV-act. 2 S. 121 ff.]). Von seinen bisher
gewonnenen Berufserfahrungen und breiten Kenntnissen in
verschiedenen Tätigkeiten, so namentlich als Gipser, Maschinist,
Mechaniker, Magaziner, Chauffeur und Hauswart (vgl. insbesondere
Fragebogen für Arbeitgebende vom 28. Januar 2016 [IV-act. 105 S. 2 und
7], vom 8. März 2013 [IV-act. 83 S. 2], vom 23. September 2005 [IV-
act. 30 S. 1] und vom 29. Januar 2001 [IV-act. 1 S. 78], Mitteilung der
Arbeitgeberin vom 20. Mai 2021 [Bf-act. 7], Berichte von Dr. med.
D._ vom 12. März 2021 [IV-act. 233 S. 3 f.] und vom 21. August
- 21 -
2017 [IV-act. 142 S. 2], Arbeitsplatzbeschreibungen vom 17. Februar
2020, 30. Oktober 2018 und 25. Januar 2016 [IV-act. 188 S. 4 und IV-
act. 210 S. 4 ff.], Mitteilung vom 24. August 2018 [IV-act. 174],
Schlussgespräch vom 11. Juli 2018 [IV-act. 179 S. 6], Verlaufsprotokoll
Berufsberatung, Einträge vom 25. Juni 2018 [IV-act. 172 S. 2] und vom
11. Juli 2018 [IV-act. 172 S. 3], Telefonnotiz vom 2. Juni 2016 [IV-act. 116
S. 2] und die kreisärztlichen Untersuchungen vom 4. Mai 2004 [IV-act. 3
S. 2] und vom 29. Mai 2001 [IV-act. 1 S. 102]), kann er auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt profitieren. Zudem hat der
Beschwerdeführer bisher praktische und handwerkliche Tätigkeiten
ausgeübt, weshalb der Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand in eine
Verweistätigkeit gering sein dürfte. Dies ist auch mit Blick auf die
verbleibende Aktivitätsdauer positiv zu werten, genauso wie seine
Persönlichkeitsstruktur als grundsätzlich engagierte und diensttüchtige
Person (vgl. Mitteilung der Arbeitgeberin vom 30. Januar 2020 [IV-Act. 210
S. 1], Besprechungsberichte vom 7. April 2003 [IV-act. 2 S. 152], vom
19. Oktober 2000 [IV-act. 1 S. 39] und vom 18. September 1998 [IV-act. 2
S. 207]). Letztlich geht aus der von ihm angeführten Studie des Büros für
Arbeits- und Sozialpolitische Studien BASS AG mit dem Titel "Nutzung
Tabellenmedianlöhne LSE zur Bestimmung der Vergleichslöhne bei der
IV-Rentenbemessung" vom 8. Januar 2021 denn auch bloss hervor, dass
es lediglich Hinweise darauf gebe, dass das Lohnniveau im
Kompetenzniveau 1 für körperlich anstrengendere Tätigkeiten eher höher
sei als für körperlich eher weniger anstrengende (S. IV, V, VI, 35 und 38,
abrufbar unter:
https://www.buerobass.ch/fileadmin/Files/2021/CoopRechtsschutz_2021
_IV-LSE_GutachtenBASS.pdf, zuletzt besucht am: 11. Januar 2022).
Darüber hinausgehende einkommensbeeinflussende Faktoren, aufgrund
derer der Beschwerdeführer negative Auswirkungen auf die Lohnhöhe zu
gewärtigen hätte, macht er nicht geltend. In solchen Konstellationen
verbleibt rechtsprechungsgemäss kein Raum für einen Leidensabzug (vgl.
- 22 -
Urteile des Bundesgerichts 8C_151/2020 vom 15. Juli 2020 E.6.2 und
9C_124/2019 vom 28. Mai 2019 E.3.2). Betreffend das Alter des aufgrund
seiner vielfältigen Erfahrungen für Hilfsarbeiten durchaus flexiblen
Beschwerdeführers ist immerhin noch auf die bundesgerichtliche
Rechtsprechung hinzuweisen, wonach sich ein fortgeschrittenes Alter im
Bereich von Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen ausgeglichenen
Arbeitsmarkt nicht zwingend lohnsenkend auswirkt. Gerade Hilfsarbeiten
werden auf dem massgebenden ausgeglichenen Stellenmarkt
altersunabhängig nachgefragt (siehe BGE 146 V 16 E.7.2.1 mit
Hinweisen; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 8C_176/2021 vom
18. Mai 2021 E.6.2.2 und 8C_393/2020 vom 21. September 2020 E.4.2).
Bei Männern im Alterssegment von 50 bis 64/65 wirkt sich das Alter
gemäss der LSE bei Stellen ohne Kaderfunktion sogar eher lohnerhöhend
aus (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_206/2021 vom 10. Juni 2021
E.4.4.5 und 9C_702/2020 vom 1. Februar 2021 E.6.3.2; siehe auch LSE
2018, Tabelle TA9 sowie die dem Kompetenzniveau 1 zuzuordnende
Berufshauptgruppe 9 "Hilfsarbeitskräfte" in der Tabelle T17).
6.6. Nach dem Gesagten rechtfertigt es sich vorliegend bei einer gesamthaften
Betrachtungsweise nicht, einen Leidensabzug vom LSE-Tabellenlohn
vorzunehmen.
7. Mithin ist insgesamt nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin
zur Ermittlung des Invalideneinkommens mangels erwerblicher
Ausschöpfung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit auf den Totalwert der
Tabelle TA1 der LSE 2018 für Tätigkeiten auf dem Kompetenzniveau 1 im
privaten Sektor für Männer abgestellt und dabei bei einer Arbeitsfähigkeit
von 50 % korrekterweise ein Einkommen von CHF 34'223.-- errechnet hat
(= CHF 5'417.-- x 12 : 40 x 41.7 x 1.005 x 1.005 x 0.5; umgerechnet auf
die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden und
aufindexiert auf das Jahr 2020; siehe IV-act. 245). Denn der vom
Beschwerdeführer geltend gemachte tatsächlich erwirtschaftete Verdienst
- 23 -
von CHF 22'100.-- (CHF 1'700.-- x 13) ist im Vergleich dazu erheblich
(rund CHF 12'000.--) tiefer (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts
8C_590/2019 vom 22. November 2019 E.5.4). Soweit der
Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang vorbringt, der Begriff der
Schadenminderungspflicht werde überstrapaziert, wenn von ihm erwartet
würde, dass er das langjährige Arbeitsverhältnis aufgeben und nach einer
besser bezahlten Tätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt suchen
solle, verfängt sein Einwand nicht. Die Anforderungen an die im gesamten
Gebiet der Sozialversicherung geltende Schadenminderungspflicht (siehe
dazu BGE 138 V 457 E.3.2 und 113 V 22 E.4a) sind
rechtsprechungsgemäss dort strenger zu beurteilen, wo eine erhöhte
Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage steht, namentlich
wenn der Verzicht auf schadenmindernde Vorkehren (höhere)
Rentenleistungen auslöst. Das Kriterium der "voll ausgeschöpften
Restarbeitsfähigkeit" soll denn auch nicht den Interessen der versicherten
Person, sondern denjenigen der Invalidenversicherung dienen, indem sich
die versicherte Person nicht auf ein tieferes Einkommen berufen kann,
während ihr die Erzielung eines höheren zumutbar wäre (siehe BGE 113
V 22 E.4d; Urteile des Bundesgerichts 8C_590/2019 vom 22. November
2019 E.5.3, 8C_741/2018 vom 22. Mai 2019 E.4.1 und 9C_720/2012 vom
11. Februar 2013 E.2.3.2). Der Beschwerdeführer ist somit entgegen
seiner Auffassung im Rahmen der ihm obliegenden
Schadenminderungspflicht gehalten, andere zumutbare Stellen in
Betracht zu ziehen, welche die vollständige erwerbliche Verwertung seiner
Restarbeitsfähigkeit besser gewährleisten (vgl. Urteile des
Bundesgerichts 8C_631/2019 vom 18. Dezember 2019 E.5.2 und 6.3.1,
8C_13/2017 vom 21. Juni 2017 E.3.3.2 f. und 9C_508/2016 vom 21.
November 2016 E.5.2). Mithin kann er – sollte er von einem Berufs- oder
Stellenwechsel absehen – praxisgemäss nicht erwarten, dass die
Invalidenversicherung für einen wegen des Verzichts auf ein zumutbares
Einkommen eingetretenen Minderverdienst aufkommt.
- 24 -
8. Schliesslich macht der Beschwerdeführer geltend, dass das
massgebende Valideneinkommen unter Berücksichtigung der Angaben
der Arbeitgeberin und der gemäss dem Gesamtarbeitsvertrag
vorgeschriebenen Lohnerhöhungen für das Jahr 2021 CHF 76'544.--
betrage. Selbst wenn auf dieses Valideneinkommen abgestellt würde,
resultierte bei einem ebenfalls auf das Jahr 2021 aufindexierten
Invalideneinkommen von CHF 34'634.10 (CHF 5'417.-- x 12 : 40 x 41.7 x
0.5 x 1.009 x 1.008 x 1.005 [effektive Nominallohnentwicklungen für die
Jahre 2019 und 2020 sowie eine geschätzte Nominallohnentwicklung für
2021 von 0.5 %] weiterhin ein Invaliditätsgrad von gerundet 55 %, welcher
einen Anspruch auf eine halbe Invalidenrente verleiht (siehe Art. 28 Abs. 2
IVG, in Kraft bis am 31. Dezember 2021). Dasselbe ergäbe sich im
Übrigen, wenn – wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht (siehe
vorstehende Erwägungen 3.1 f.) – von einer Arbeitsunfähigkeit von 52 %
in adaptierter Tätigkeit ausgegangen würde. Denn bei einem
Invalideneinkommen von diesfalls CHF 33'248.74 (CHF 5'417.-- x 12 : 40
x 41.7 x 0.48 1.009 x 1.008 x 1.005) ergäbe sich in Gegenüberstellung
zum Valideneinkommen von CHF 76'544.-- ein Invaliditätsgrad von
gerundet 57 %.
9. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen.
Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG ist das
Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um Leistungen aus der
Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.-- bis CHF 1'000.--
festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein
durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in
Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf CHF 700.--
fest. Diese sind vom unterliegenden Beschwerdeführer zu tragen. Der
- 25 -
obsiegenden Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG e contrario).
- 26 -