Decision ID: a881cbeb-f0b5-4d38-9cd1-cbada10de081
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer 1,
vertreten durch seinen Vater B._,
gleichzeitig Beigeladener,
dieser wiederum vertreten durch das Sozialamt C._,
und
Sozialamt C._,
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Beschwerdeführer 2,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Ergänzungsleistung zur IV-Rente von B._ betreffend Heimaufenthaltskosten für A._
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1963 geborene B._, seit Oktober 1997 in der Schweiz wohnhafter, seit 2005
hier vorläufig aufgenommener ausländischer Staatsangehöriger, dem mit Verfügung
vom 24. April 2008 aufgrund einer Anmeldung vom März 2006 ab 1. Juli 2006 eine
Invalidenrente der IV zugesprochen worden war, meldete sich am 24. Juni/2. Juli 2008
zum Bezug von Ergänzungsleistungen zur IV an (Bezüger-act. 6; vgl. auch Anmeldung
vom 24. Juni 2008, Haupt-act. 4-21 ff./27). Im Haushalt lebten auch seine Ehefrau und
drei Kinder. Der 1992 geborene Sohn A._ hingegen lebe gemäss der beiliegenden
Bestätigung seit dem 22. Juli 2007 in den F._ eines Heims (...). Es wurde am 24. Juni
2008 auch ein Gesuch um Drittauszahlung (von EL-Nachzahlung und laufender
Leistung) an das Sozialamt gestellt, welches den Bezüger dauernd unterstütze
(Bezüger-act. 7).
A.b Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen sprach B._ mit
Verfügungen vom 16. April 2009 (Bezüger-act. 2 bis 5) ab 1. Oktober 2007 ordentliche
und ausserordentliche Ergänzungsleistungen zu. Diese berechnete sie ohne Einbezug
des Sohnes A._. Ab Oktober 2007 betrugen die Leistungen monatlich Fr. 2'087.--, im
Jahr 2008 Fr. 1'929.-- und ab Januar 2009 Fr. 2'090.--.
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A.c Am 26./27. Mai/8. Juni 2009 (Haupt-act. 7) reichten der EL-Bezüger und das am
26. Mai 2009 von diesem bevollmächtigte Sozialamt eine EL-Anmeldung für den Sohn
A._ ein, der seit Juli 2000 in der Schweiz sei. Im Beiblatt für den Heimaufenthalt hatte
das Heim am 3. Juni 2009 bescheinigt, die Aufenthaltstaxe pro Tag betrage ab
1. Januar 2009 Fr. 230.--.
A.d Auf Anfrage der Sozialversicherungsanstalt bzw. der AHV-Zweigstelle teilte das
Sozialamt (Abteilung D._) am 15. Juni 2009 (Haupt-act. 5) mit, A._ sei vom
Schulamt ab 3. Januar 2007 ursprünglich für sechs Monate in der E._ untergebracht
worden. Die Vormundschaftsbehörde habe ihn mit Beschluss vom 29. Juni 2007
nahtlos in jenem Heim weiterplatziert. Seit dem 22. Juli 2007 sei A._ auf der F._;
die Kostenregelung erfolge seither über das Sozialamt. Er benötige einen klar
strukturierten sozialpädagogischen Rahmen und enge Begleitung für die Erfüllung der
Alltagsaufgaben. Es sei ein Aufenthalt bis Sommer 2010 vorgesehen. Vom 22. Juli 2007
bis 3. März 2008 hätten die Kosten Fr. 320.-- und anschliessend bis 31. Dezember
2008 Fr. 220.-- pro Tag betragen; seit 1. Januar 2009 machten sie Fr. 230.-- pro Tag
aus.
A.e Mit Verfügungen vom 3. Juli 2009 (Haupt-act. 3) sprach die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen für den Sohn des EL-Bezügers ab
1. Juni 2009 ordentliche und ausserordentliche Ergänzungsleistungen von zusammen
Fr. 2'236.-- pro Monat zu. Als Ausgaben angerechnet wurden die Prämienverbilligung
IPV, ein Anteil von Fr. 17'600.-- von gesamten Bruttomietkosten von Fr. 27'983.-- und
der Lebensbedarf für Nichtheimbewohner von Fr. 9'780.--. Als Einnahmen
berücksichtigte die Sozialversicherungsanstalt Rentenleistungen von Fr. 1'284.-- und
Fr. 164.--.
A.f Gegen diese Verfügungen erhob das Sozialamt am 7. August 2009 im eigenen und
im Namen des Sohnes des EL-Bezügers Einsprache (Haupt-act. 4-1 bis 4/27). Das Amt
beantragte, die Verfügungen aufzuheben und die Ergänzungsleistungen rückwirkend
auf den 22. Juli 2007 unter Anrechnung der Tagestaxe und des Betrags für persönliche
Auslagen im Sinne von Art. 3b Abs. 2 aELG bzw. Art. 10 Abs. 1 ELG sowie der
Krankenkassen-Durchschnittsprämien im Sinne von Art. 3b Abs. 3 lit. d aELG bzw.
Art. 10 Abs. 3 lit. d ELG neu zu berechnen. Die Sozialversicherungsanstalt habe für den
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Sohn des EL-Bezügers eine gesonderte Anspruchsberechnung vorgenommen. Sie
habe aber der Tatsache nicht korrekt Rechnung getragen, dass er seit 2007 in einem
Heim lebe. Zur Bestimmung der Ergänzungsleistungen für den Sohn des EL-Bezügers
sei die Berechnungsweise für Personen anzuwenden, die dauernd oder längere Zeit in
einem Heim lebten. Das betreffende Heim sei ein Heim im EL-rechtlichen Sinne. Eine
kantonale Betriebsbewilligung liege vor. Es seien die effektive Tagestaxe, ein Beitrag
für persönliche Auslagen und die zusätzlichen Auslagen, insbesondere der jährliche
Pauschalbetrag für die obligatorische Krankenversicherung, zu berücksichtigen.
A.g Mit Entscheid vom 30. November 2009 hiess die Sozialversicherungsanstalt des
Kantons St. Gallen die Einsprache teilweise gut und sprach dem EL-Bezüger für seinen
Sohn ab Oktober 2007 monatlich Fr. 5'931.--, ab Januar 2008 Fr. 5'933.-- und ab
Januar 2009 Fr. 5'949.-- zusätzliche Ergänzungsleistungen zu. Das Heim erfülle den
EL-rechtlichen Heimbegriff. Die höchstens anrechenbare Tagespauschale betrage für
Personen ohne Pflegebedürftigkeit Fr. 180.--. Die persönlichen Auslagen machten im
Jahr 2009 Fr. 6'240.-- aus. Der EL-Bezüger sei im Oktober 1997 eingereist. Sein
Anspruch beginne im Oktober 2007.
B.
Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die vom Sozialamt (vertreten durch
Rechtsanwältin Y._) für den Sohn des EL-Bezügers (Beschwerdeführer 1) und in
eigenem Namen (in Vertretung der Politischen Gemeinde C._; Beschwerdeführer 2)
am 22. Dezember 2009 erhobene Beschwerde. Die Rechtsvertreterin beantragt, der
angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Ergänzungsleistungen des Bezügers
für den Beschwerdeführer 1 seien rückwirkend ab Oktober 2007 unter Anrechnung der
Tagestaxe und des Betrags für persönliche Auslagen im Sinne von Art. 3b Abs. 2 aELG
bzw. Art. 10 Abs. 1 ELG sowie der Krankenkassen-Durchschnittsprämien im Sinne von
Art. 3b Abs. 3 lit. d aELG bzw. Art. 10 Abs. 3 lit. d ELG neu zu berechnen, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge. Die Beschwerdegegnerin habe die Tagestaxe auf
Fr. 180.-- begrenzt mit der nicht nachvollziehbaren Begründung, der
Beschwerdeführer 1 sei nicht pflegebedürftig. Für die drei Monate im Jahr 2007 sei
stattdessen die maximale Tagespauschale von Fr. 270.-- anzurechnen. Art. 1 der ab
Januar 2008 geltenden ELV weise eine offensichtlich unbeabsichtigte, durch
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Richterrecht zu schliessende Lücke auf, indem er für im Heim wohnende Kinder von
EL-Ansprechern keine eigene Regelung enthalte. Für einen verhaltensauffälligen
Teenager, der viel Aufsicht und Präsenz des Heimpersonals beanspruche, sei die
Pauschale von Fr. 180.-- eindeutig zu tief. Angemessen erscheine die Höchstgrenze
von Fr. 270.-- für den Aufenthalt in einem Invalidenheim. Von Januar bis zum 3. März
2008 seien Fr. 270.-- zu berücksichtigen, danach die tatsächlichen Tageskosten von
Fr. 220.-- (bis Dezember 2008) und Fr. 230.-- (ab Januar 2009). Bei andern
fremdplatzierten Kindern von IV-Rentnern habe die Beschwerdegegnerin, wie sich aus
beigelegten Verfügungen zeige, ohne weiteres die Tagestaxe von Fr. 250.75 bzw.
Fr. 240.-- berücksichtigt. Es sei im Übrigen eine Parteientschädigung von 60 % des
Honorars gemäss Honorarordnung zuzusprechen.
C.
Nachdem die Gerichtsleitung den EL-Bezüger beigeladen hat, reicht das Sozialamt
dessen Vollmacht zur Vertretung vom 12./13. Januar 2010 ein.
D.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 19./22. Februar 2010 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Anzumerken sei, dass das EL-
System die Heimkosten von Invaliden und Betagten decken wolle. Die Ausdehnung auf
Heimkosten, die durch eine Fremdplatzierung von Kindern entstünden, gehe zu weit
und sei mit dem Zweck der Ergänzungsleistungen nicht vereinbar.
E.
Mit Replik vom 12. März 2010 bringt die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführer vor,
bei einem Kind, das in einem Heim lebe, bildeten die Heimkosten die von den
Ergänzungsleistungen abzudeckenden Lebenshaltungskosten. Daher seien die
effektiven Tageskosten einzusetzen. Bei andern fremdplatzierten Kindern von IV-
Rentnern habe die Beschwerdegegnerin dies denn auch getan. Die Berechnung für den
Beschwerdeführer 1 sei auch im Sinne der Gleichbehandlung vorzunehmen, wie es
beantragt werde.
F.
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In ihrer Duplik vom 12. April 2010 weist die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass es
sich bei den benannten andern fremdplatzierten Kindern um Halbwaisen handle, die
nicht in intakten Familienverhältnissen aufgewachsen seien. Der Sachverhalt dort sei
also ein anderer.
G.
Mit Eingabe vom 19. April 2010 weist die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführer auf
ein beigelegtes Berechnungsblatt für ein Kind hin, das keine Halbwaise sei und für
welches die Beschwerdegegnerin dennoch die effektiven Tageskosten berücksichtigt
habe.

Erwägungen:
1.
1.1 Mit dem angefochtenen Entscheid hat die Beschwerdegegnerin die Einsprache
gegen die Verfügungen vom 3. Juli 2009 teilweise gutgeheissen und dem EL-Bezüger
für den Beschwerdeführer 1 für die Zeit ab Oktober 2007 eine ordentliche
Ergänzungsleistung von monatlich Fr. 5'931.--, ab Januar 2008 von Fr. 5'933.-- und ab
Januar 2009 von Fr. 5'949.-- zugesprochen. Eine ausserordentliche
Ergänzungsleistung hat sie nicht zugesprochen.
1.2 Gemäss Art. 59 ATSG ist jede Person beschwerdelegitimiert, die durch den
Einspracheentscheid berührt ist und die ein schutzwürdiges Interesse an dessen
Aufhebung oder Änderung hat. Da Gegenstand des Verfahrens ein für ihn gesondert zu
berechnender (unten E. 2.4) Anteil des Ergänzungsleistungsanspruchs seines Vaters
ist, ist der Beschwerdeführer 1 legitimiert (so der Entscheid des Versicherungsgerichts
des Kantons St. Gallen i/S B. vom 11. März 2008, EL 2007/37). Er war allerdings im
Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung noch nicht mündig. Für die Beschwerdeerhebung
benötigte er bzw. das ihn vertretende Sozialamt eine Vollmacht des Vaters. Es kann
davon ausgegangen werden, dass die Vollmacht des Vaters und EL-Bezügers vom
26. Mai 2009 sowohl die Vertretung des Sohnes wie seine eigene umfasst. B._ ist im
Verfahren aber nicht nur gesetzlicher Vertreter seines Sohnes, sondern er ist als EL-
Bezüger (da es um seinen eigenen Anspruch bzw. einen gesondert zu berechnenden
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Anteil davon geht) auch zum Prozess beigeladen worden. - Auch das Sozialamt ist
beschwerdeberechtigt. Dem Amt kommt zwar keine eigene Rechtspersönlichkeit zu,
doch kann es zwanglos als Vertreter der Politischen Gemeinde betrachtet werden. Die
erforderliche Legitimation im Sinne von Art. 59 ATSG ist ihm auch deshalb nicht
abzusprechen, weil die Sozialhilfe in einer besonders nahen Beziehung zur EL-
Streitsache steht. Ergänzungsleistungen und Sozialhilfe berühren sich
koordinationsrechtlich allgemein sehr eng (vgl. Art. 22 Abs. 4 ELV i.V.m. Art. 22 Abs. 2
ATSG). Die Sozialhilfe kann punkto Legitimation im Koordinationsstreit zudem nicht mit
guten Gründen schlechter gestellt werden als die eigentlichen Sozialversicherungen
(Art. 49 Abs. 4 ATSG; nicht veröffentlichter Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen i/S I. vom 15. Juni 2004, EL 2004/2, und Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts in gleicher Sache vom 26. November 2004,
P 37/04; nicht veröffentlichter Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen i/S K. vom 10. September 2007, EL 2007/17, und Entscheid des
Bundesgerichts in gleicher Sache vom 20. Mai 2008, 8C_624/07). Da auch die übrigen
prozessualen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die materielle Behandlung der
Streitsache beider Beschwerde führenden Parteien einzutreten.
1.3 Für die Entscheidung über den EL-Anspruch im Jahr 2007 sind die bis
31. Dezember 2007 in Kraft stehenden Bestimmungen (ELG vom 19. März 1965)
massgebend, für den Anspruch ab 1. Januar 2008 ist es die am 1. Januar 2008 in Kraft
getretene Rechtslage (ELG vom 6. Oktober 2006).
2.
2.1 Wie nach dem alten Recht gilt auch unter neuem Folgendes: Personen mit
Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz haben nach Art. 4 Abs. 1 ELG
Anspruch auf Ergänzungsleistungen, wenn sie eine der Voraussetzungen von lit. a bis d
erfüllen, also z.B. wie der Vater des Beschwerdeführers 1 Anspruch auf eine Rente der
IV haben (lit. c). Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die
anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG).
2.2 Ausländerinnen und Ausländer müssen sich unmittelbar vor dem Zeitpunkt, ab
dem die Ergänzungsleistung verlangt wird, während zehn Jahren ununterbrochen in der
Schweiz aufgehalten haben (Karenzfrist; Art. 5 Abs. 1 ELG).
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2.3 Gemäss Art. 9 Abs. 2 ELG werden die anerkannten Ausgaben und anrechenbaren
Einnahmen von Ehegatten und von Personen mit rentenberechtigten Waisen oder mit
Kindern, die einen Anspruch auf eine Kinderrente der AHV oder IV begründen,
zusammengerechnet. Nach Art. 9 Abs. 5 lit. a ELG bestimmt der Bundesrat die
Zusammenrechnung der anerkannten Ausgaben und der anrechenbaren Einnahmen
von Familienmitgliedern. Er kann Ausnahmen von der Zusammenrechnung vorsehen,
insbesondere bei Kindern, die einen Anspruch auf eine Kinderrente der AHV oder IV
begründen.
2.4 In Art. 7 Abs. 1 lit. c ELV (der eine Ausführungsbestimmung zu Art. 9 ELG ist; so
noch zu Art. 3a aELG der nicht veröffentlichte Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen i/S H.S. vom 24. Januar 2002) hat der Bundesrat bestimmt, dass für
Kinder, die nicht bei den Eltern oder die bei einem Elternteil leben, der nicht
rentenberechtigt ist und für den auch kein Anspruch auf eine Zusatzrente besteht, die
Ergänzungsleistung gesondert zu berechnen ist.
3.
Unbestrittenermassen kann vorliegend davon ausgegangen werden, dass der Vater
des Beschwerdeführers 1 grundsätzlich Anspruch auf Ergänzungsleistungen hat. Er hat
Anspruch auf die Rente der IV und ist demnach auch EL-Anspruchsberechtigter. Die
aus der gesonderten Anspruchsberechnung für den Beschwerdeführer 1 sich
ergebende Ergänzungsleistung steht ihm – im Sinne eines Zuschlages (Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen EL 2007/17) zu der aufgrund seiner und
der übrigen Familienmitglieder Einnahmen und Ausgaben im April 2009 berechneten
und ihm zugesprochenen Ergänzungsleistung – zu.
4.
4.1 Was die Anspruchsberechnung betrifft, ist zunächst von Bedeutung, dass der
Beschwerdeführer 1 sich nach der Aktenlage ab dem 3. Januar 2007 zuerst nach
Einweisung durch das Schulamt in der Abteilung ... eines Heims und ab dem 22. Juli
2007 auf Beschluss der Vormundschaftsbehörde in den F._ dieses Heims aufhielt.
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4.2 Das bis Ende 2007 in Kraft gestandene ELG hielt in Art. 3b Abs. 2 fest, dass bei
Personen, die dauernd oder längere Zeit in einem Heim oder Spital leben, als
Ausgaben die Tagestaxe und der Betrag für persönliche Auslagen anerkannt werden.
Nach Art. 5 Abs. 3 lit. a aELG konnten die Kantone die Kosten, die wegen des
Aufenthalts in einem Heim oder Spital berücksichtigt werden, begrenzen. Nach Art. 10
Abs. 2 ELG (ab 2008) werden bei Personen, die dauernd oder längere Zeit in einem
Heim oder Spital leben (in Heimen oder Spitälern lebende Personen), als Ausgaben
anerkannt: a. die Tagestaxe; die Kantone können die Kosten begrenzen, die wegen des
Aufenthaltes in einem Heim oder Spital berücksichtigt werden; b. ein vom Kanton zu
bestimmender Betrag für persönliche Auslagen.
4.3 Weder das alte noch das neue ELG enthält eine Definition des Heimbegriffs. Nach
der höchstrichterlichen Rechtsprechung liegt ein Heim im Sinne von Art. 3b Abs. 2 ELG
(in der bis 31. Dezember 2007 geltenden Fassung) vor, wenn eine adäquate und
fachkundige Betreuung der aufgenommenen Personen gewährleistet ist und wenn eine
heimähnliche Infrastruktur, insbesondere bezüglich Ausstattung, Organisation und
Rechnungswesen, vorliegt. Als Beispiele werden etwa heilpädagogische Grossfamilien
und Invalidenwohngemeinschaften genannt (vgl. BGE 118 V 142 ff.). Nach der ab
1. Januar 2008 in Kraft getretenen Verordnungsbestimmung von Art. 25a Abs. 1 ELV
gilt als Heim jede Einrichtung, die von einem Kanton anerkannt wird oder über eine
kantonale Betriebsbewilligung verfügt (vgl. Rz 4000.1 der vom Bundesamt für
Sozialversicherungen herausgegebenen Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur
AHV und IV [WEL] in der ab 1. Januar 2008 gültigen Fassung). Das Heim, in welchem
sich der Beschwerdeführer 1 aufhält, ist anerkanntermassen ein ... Heim. Das genügt
unter diesem Aspekt für die Anerkennung als EL-Heim (für ein Durchgangswohnheim:
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S Sozialamt A. vom
19. September 2008, EL 2007/46; für ein Kinderheim: Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S Sozialamt A. vom 11. August 2009,
EL 2007/40). Eine Heimberechnung für den Beschwerdeführer 1 setzt aber zusätzlich
voraus, dass er dauernd oder zumindest längere Zeit im Heim lebt (Art. 3b Abs. 2
aELG; Art. 10 Abs. 2 ELG). Die massgebenden Verwaltungsweisungen (Rz 4010 bis
4013 WEL in der seit dem 1. Januar 2008 geltenden Fassung) enthalten keine
Mindestdauer des Aufenthalts, bei dessen Unterschreitung eine Heimberechnung
ausgeschlossen wäre. In der Lehre wird bereits ein Heimaufenthalt von mindestens
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einem Monat als länger dauernd betrachtet (Ralph Jöhl und Patricia Usinger-Egger,
Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: Ulrich Meyer [Hrsg.], Schweizerisches
Bundesverwaltungsrecht, Bd. XIV, Soziale Sicherheit, S. 1714 f., Rz 116). Da der
Beschwerdeführer 1 seit Juli 2007 (und bis voraussichtlich Sommer 2010; vgl. Haupt-
act. 5-3/4) gemäss vormundschaftlichem Beschluss im Heim lebt, ist von einem länger
dauernden Heimaufenthalt im Sinne der EL-Gesetzgebung auszugehen. Ferner ist
Heimbedürftigkeit des Beschwerdeführers 1 vorausgesetzt. Die Heimbedürftigkeit
beinhaltet (die objektiv bestehende Unfähigkeit, einen eigenen Haushalt zu führen, und)
die Notwendigkeit, weitergehende Leistungen wie Betreuung, Pflege etc. auf Abruf zur
Verfügung zu haben (Ralph Jöhl und Patricia Usinger-Egger, a.a.O., S. 1709, Rz 109).
Der Beschwerdeführer 1 ist nach Angaben des Sozialamtes im Heim platziert, weil er
einen klar strukturierten, sozialpädagogischen Rahmen und enge Begleitung für die
Erfüllung der Alltagsaufgaben benötigt. Auch die Heimbedürftigkeit ist damit
ausgewiesen. Die Beschwerdegegnerin hat im Einspracheentscheid zu Recht eine
Heimberechnung vorgenommen.
5.
5.1 Im angefochtenen Entscheid hat die Beschwerdegegnerin für den
Beschwerdeführer 1 über die ganze betroffene Zeit hinweg (2007 wie 2008 und 2009)
eine Tagestaxe von Fr. 180.-- angerechnet. Die effektiv angefallenen Kosten machten
vom 22. Juli 2007 bis 3. März 2008 Fr. 320.-- pro Tag aus, vom 4. März bis
31. Dezember 2008 Fr. 220.-- und ab 1. Januar 2009 Fr. 230.--- pro Tag.
5.2 Die Kompetenz zur Begrenzung der bei Aufenthalt im Heim oder Spital
anrechenbaren Tagespauschalen hat der st. gallische Gesetzgeber gemäss Art. 4 ELG/
SG (sGS 351.5) an die Regierung delegiert. Diese hat die auf den 1. Januar 2005 in
Kraft getretene Verordnung vom 26. Oktober 2004 über die nach ELG anrechenbare
Tagespauschale (sGS 351.52; in Kraft gestanden bis Ende 2007) erlassen. Nach deren
Art. 1 beträgt die anrechenbare Tagespauschale Fr. 270.--. Dabei handelt es sich um
eine Höchstgrenze (vgl. die Mitteilung vom 27. Oktober 2004, im Internet unter: <http://
www.sg.ch/news/1/2004/10/anrechenbare_tagespauschale0.html>, besucht am
16.06.2010). Angesichts der tatsächlichen Kosten von Fr. 320.-- ist demnach für das
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Jahr 2007 in der EL-Berechnung grundsätzlich dieser Höchstansatz zu
berücksichtigen.
5.3 Am 1. Januar 2008 ist die neue Verordnung über die nach ELG anrechenbare
Tagespauschale vom 4. Dezember 2007 in Kraft getreten (sGS 351.52). Nach deren
Art. 1 Abs. 1 lit. a beträgt die höchstens anrechenbare Tagespauschale für Personen
ohne Pflegebedürftigkeit und für Betagte in stationären Einrichtungen, die nicht auf
einer kantonalen Pflegeheimliste nach Art. 39 KVG aufgeführt sind, Fr. 180.--. Die
weiteren Literae legen die Ansätze nach BESA-Pflegestufen fest. Art. 1 Abs. 3 der
Verordnung setzt die Tagespauschale bei Aufenthalt in einem Invalidenwohnheim auf
höchstens Fr. 270.-- fest.
5.4 Die Beschwerdegegnerin ordnete den Beschwerdeführer 1 unter Art. 1 Abs. 1 lit. a
der Verordnung ein und anerkannte wie erwähnt für die gesamte Zeit eine
Tagespauschale von Fr. 180.--. Wie im Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen i/S Sozialamt A. vom 11. August 2009 (EL 2007/40) erläutert, zeigt sich, dass
Art. 1 der Verordnung 2008 für im Heim wohnende Kinder von EL-Ansprechern keine
Regelung aufweist. Bei dem sozialpädagogischer Begleitung bedürftigen Jugendlichen
ist von einer besonderen Betreuungsbedürftigkeit auszugehen; Art. 1 Abs. 1 lit. a der
Verordnung kann folglich nicht zur Anwendung gelangen. Auch die anderen Literae
finden auf Kinder keine Anwendung. Die offensichtlich unbeabsichtigt entstandene
Lücke in Art. 1 der Verordnung ist durch Richterrecht zu füllen. Weil der
Beschwerdeführer 1 als in diesem Sinne pflegebedürftig zu betrachten ist, ist die
Pauschale von Fr. 180.- eindeutig zu tief. Angemessen erscheint die analoge
Anwendung von Art. 1 Abs. 3 der Verordnung über die nach ELG anrechenbare
Tagespauschale für den Aufenthalt in einem Invalidenwohnheim und damit die
Anerkennung der Höchstgrenze von Fr. 270.--, wie sie auch schon 2007 gültig
gewesen war. In der EL-Berechnung für den Beschwerdeführer 1 zu berücksichtigen ist
folglich grundsätzlich auch für die Zeit ab 1. Januar (bis 3. März) 2008 eine Tagestaxe
von Fr. 270.--. Für die anschliessende Zeit sind die tatsächlichen Tagessätze zu
berücksichtigen, die unter diesem Maximalsatz liegen.
6.
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Nach Art. 5 Abs. 1 lit. c aELG legen die Kantone den Betrag für persönliche Auslagen
fest. Gemäss Art. 3 des st. gallischen ELG werden bei Aufenthalt im Alters- oder
Invalidenwohnheim ein Drittel, bei Aufenthalt im Pflegeheim oder Spital ein Viertel des
Betrages für den allgemeinen Lebensbedarf von Alleinstehenden für persönliche
Auslagen angerechnet. Der Lebensbedarf betrug 2007 und 2008 Fr. 18'140.--, 2009
Fr. 18'720.--. Die Beschwerdegegnerin hat für den Beschwerdeführer 1 2007 und 2008
Fr. 6'048.-- (Fr. 504.-- pro Monat), 2009 Fr. 6'240.-- (Fr. 520.-- pro Monat) eingesetzt,
was dem Ansatz für Bewohner von Alters- und Invalidenwohnheimen entspricht und
nicht zu beanstanden ist.
7.
Nach Art. 3b Abs. 3 lit. d aELG bzw. Art. 10 Abs. 3 lit. d ELG wird ein jährlicher
Pauschalbetrag für die obligatorische Krankenpflegeversicherung als Ausgabe
anerkannt. Der Pauschalbetrag hat der kantonalen bzw. regionalen
Durchschnittsprämie für die obligatorische Krankenpflegeversicherung (inkl.
Unfalldeckung) zu entsprechen (vgl. dazu Art. 17 der st. gallischen Verordnung zum
Einführungsgesetz zur Bundesgesetzgebung über die Krankenversicherung, sGS
331.111). Diese macht im Kanton St. Gallen in der Prämienregion 1 für das Jahr 2007
für ein Kind Fr. 828.-- aus (Art. 2 lit. a der Verordnung des EDI über die
Durchschnittsprämien 2007 der Krankenpflegeversicherung für die Berechnung der
Ergänzungsleistungen vom 24. Oktober 2006; SR 831.309.1; AS 2006 S. 4019), für das
Jahr 2008 Fr. 852.-- (Art. 2 lit. a der Verordnung des EDI über die Durchschnittsprämien
2008 vom 24. Oktober 2007; AS 2007 S. 5173) und für das Jahr 2009 Fr. 888.-- (Art. 2
lit. a der Verordnung des EDI über die Durchschnittsprämien 2009 vom 31. Oktober
2008; AS 2008 S. 5185). Die Beschwerdegegnerin hat die entsprechenden Beträge
eingesetzt.
8.
8.1 Was die Berechnung für das Jahr 2007 betrifft, ist zu berücksichtigen, dass der
EL-Anspruch limitiert ist. Der Jahresbetrag der jährlichen Ergänzungsleistung darf
gemäss Art. 3a aELG im Kalenderjahr das Vierfache des jährlichen Mindestbetrages
der einfachen Altersrente nach Art. 34 Abs. 5 AHVG nicht übersteigen. Besteht der
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Anspruch auf EL nicht während eines ganzen Jahres, so ist der Höchstbetrag nach
Massgabe der Anspruchsdauer zu begrenzen (Abs. 2). Für Personen, die dauernd oder
für längere Zeit in einem Heim oder Spital leben, darf die jährliche Ergänzungsleistung
nicht mehr als 175 Prozent des Höchstbetrages für den Lebensbedarf von
Alleinstehenden nach Art. 3b Abs. 1 lit. a betragen (Abs. 3). Diese Höchstbeträge
können gemäss Art. 2a ELV um den jährlichen Pauschalbetrag für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung nach Art. 3b Abs. 3 lit. d aELG überschritten werden.
8.2 Die Limite für Heimbewohner gemäss Art. 3a Abs. 3 aELG betrug damit im Jahr
2007 rund Fr. 31'740.-- (Fr. 18'140.-- [Höchstbetrag für den Lebensbedarf von
Alleinstehenden nach Art. 3b Abs. 1 lit. a aELG] mal 175 %) zuzüglich der IPV von hier
Fr. 828.--, also Fr. 32'568.--.
8.3 Gemäss Art. 5 ELG/SG haben Bezüger ordentlicher Ergänzungsleistungen
ausserdem Anspruch auf ausserordentliche Ergänzungsleistungen, wenn die um die
ordentlichen Ergänzungsleistungen erhöhten Einnahmen die Ausgaben nicht decken
(lit. a) und das Reinvermögen drei Viertel der Grenze für die Anrechnung eines
Vermögensverzehrs nach Bundesgesetzgebung (gemäss Art. 3c Abs. 1 lit. c aELG für
Alleinstehende Fr. 25'000.--), also den Betrag von Fr. 18'750.--, nicht erreicht (lit. b).
Nach dem bis Ende 2007 geltenden Art. 8 ELG/SG wird der Jahresbetrag der jährlichen
ausserordentlichen EL für Bezüger mit Aufenthalt in Heim oder Spital auf den Betrag
der ordentlichen EL begrenzt. Diese Grenze liegt somit im Jahr 2007 ebenfalls bei
Fr. 31'740.--. Da der EL-Bezüger die zehnjährige Karenzfrist gemäss Art. 5 ELG/SG
erfüllt hat und auch die übrigen Voraussetzungen gegeben sind, hat er für die letzten
drei Monate des Jahres 2007 Anspruch auf eine entsprechende ausserordentliche
Ergänzungsleistung.
9.
Für die kurze Zeit von Oktober bis Dezember 2007 hat die Beschwerdegegnerin mit
dem Einspracheentscheid insgesamt, da sie die erwähnten Höchstgrenzen nicht
berücksichtigt hat, somit eine leicht zu hohe Leistung zugesprochen, ab 2008 wird sich
indessen aus der vorzunehmenden Neuberechnung ein höherer Anspruch ergeben. Ab
2008 sind die oben (E. 8) erwähnten Höchstgrenzen weggefallen.
bis
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10.
10.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
angefochtenen Einspracheentscheids teilweise gutzuheissen. Die Sache ist zur
Neuberechnung des EL-Anspruchs für den Beschwerdeführer 1 im Sinne der
Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
10.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben. Es rechtfertigt sich, auch für den
kantonalrechtlichen Teil auf die Erhebung amtlicher Kosten zu verzichten (Art. 97 VRP/
SG, vgl. Art. 95 VRP).
10.3 Es rechtfertigt sich, für die Parteientschädigung von vollem Obsiegen
auszugehen. Der vollständig obsiegende Beschwerdeführer 1 ist durch das durch die
..., eine Rechtsanwältin, handelnde Sozialamt vertreten worden. In BGE 126 V 11 (AHI
2000 S. 288) wurde angenommen, bei einer Vertretung durch eine öffentliche
Fürsorgeeinrichtung entstünden dem obsiegenden Sozialhilfeempfänger keine Kosten
für die Vertretung seiner Interessen, denn eine allfällige Rechtsvertretung sei ihm
unentgeltlich nach der Gesetzgebung über die öffentliche Fürsorge zu finanzieren, auch
wenn Anwälte mit der Rechtsvertretung beauftragt würden. Diese Annahme ist
indessen sachlich nicht gerechtfertigt. Bereits im BGE 117 IA 296 E. 3 hat das
Bundesgericht festgestellt, dass der obsiegenden Partei ein unentgeltlicher
Rechtsbeistand bewilligt worden sei, befreie die Gegenpartei nicht von der Leistung
einer Prozessentschädigung. Ebenso wenig wirke der Umstand entlastend, dass eine
Person ihr Kostenrisiko durch eine Rechtsschutzversicherung abdecken lasse oder ihr
dieses durch eine Haftpflichtversicherung, eine Gewerkschaft, eine andere Vereinigung
oder eine Drittperson abgenommen werde. In BGE 122 V 278 lehnte es das
Eidgenössische Versicherungsgericht ab, dass die unterliegende Gegenpartei davon
sollte profitieren können, dass ihr Prozessgegner zufälligerweise von einem nicht als
entschädigungsberechtigt geltenden Vertreter (in casu: procap) vertreten war. Wer
einen Prozess verliere, habe grundsätzlich nach Massgabe seines Unterliegens die
Gegenpartei zu entschädigen, und zwar unabhängig davon, ob dieser aufgrund
externer Vereinbarungen mit Dritten an sich keine eigenen Kosten erwachsen wären.
Diese Lösung entspricht auch den Grundsätzen der "Vorteilsanrechnungslehre" des
Haftpflichtrechts, wonach unentgeltliche Zuwendungen Dritter nicht anzurechnen sind,
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wenn der Geschädigte und nicht der Haftpflichtige begünstigt werden soll (BGE 122 V
278). Diese Ordnung muss gelten, gleichgültig, ob es eine öffentliche Sozialhilfe oder
eine private Einrichtung (die Pro Infirmis, eine Gewerkschaft, das Patronato INCA, die
Caritas, eine Arbeitsgemeinschaft, eine Rechtsschutzversicherung usw.) ist, welche
dafür verantwortlich ist, dass keine Auslagen für die Vertretung entstehen.
Vertretungsaufwand stellt eben eine Ausgaben- (bzw. Schadens-)position dar, auch
wenn ein Dritter sie unterstützungs- oder fürsorgerechtlich oder aus sonstigen Gründen
übernimmt. Aus der Sicht der Sozialhilfe (oder auch der ihr vergleichbaren
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung auf Staatskosten) sind geschuldete
Parteientschädigungen Einnahmenpositionen des Bedürftigen, auf welche dieser nicht
verzichten darf. Dabei ist kein Unterschied danach zu machen, ob die Sozialhilfe eigene
oder fremde Anwälte einsetzt. Es darf nicht argumentiert werden, dem
Sozialhilfeempfänger entstehe bei Obsiegen kein Schadenersatzanspruch für
Vertretungsaufwand (so zum Ganzen die Entscheide des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen i/S A. vom 24. Juni 2009, IV 2008/53, i/S S. vom 11. Dezember
2007, IV 2006/147, und i/S K. vom 23. Mai 2008, IV 2008/11). Der Beschwerdeführer
seinerseits ist aufgrund des auch für die sogenannte betreuende Sozialhilfe geltenden
Subsidiaritätsprinzips (vgl. Art. 7 des st. gallischen Sozialhilfegesetzes, sGS 381.1)
verpflichtet, eine Parteientschädigung zu beanspruchen und diese dann dem Sozialamt
zur Deckung des Vertretungsaufwandes zu überlassen (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S B. vom 11. März 2008, EL 2007/37).
Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand erscheint eine Parteientschädigung
von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen. Das
Sozialamt in seiner Rolle als Beschwerdeführer 2 und selber nicht durch einen extern
beigezogenen Anwalt vertreten, hat grundsätzlich nur Anspruch auf eine
Parteientschädigung, wenn besondere Verhältnisse vorliegen, namentlich die
Interessenwahrung einen hohen Arbeitsaufwand verursacht hat (BGE 110 V 132). Unter
den hier gegebenen Umständen ist kein eigener Anspruch auf Parteientschädigung
gerechtfertigt.
10.4 Soweit sich die Gutheissung der Beschwerde auf die ordentlichen, d.h.
bundesrechtlichen Ergänzungsleistungen bezieht, kann gegen den vorliegenden
Entscheid beim Bundesgericht Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten
geführt werden. Gegen die Gutheissung betreffend ausserordentliche,
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kantonalrechtliche Ergänzungsleistungen steht - innert kürzerer Frist - das Rechtsmittel
der Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen zur Verfügung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53
GerG entschieden:
1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene
Einspracheentscheid vom 30. November 2009 aufgehoben und die Sache wird zur
Neuberechnung des EL-Anspruchs für den Beschwerdeführer 1 im Sinne der
Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.
2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer 1 eine Parteientschädigung
von Fr. 3'500.-- zu bezahlen.
Publikationsplattform St.Galler Gerichte Entscheid Versicherungsgericht, 09.06.2010 Art. 7 Abs. 1 lit. c ELV. Art. 3b Abs. 2 und Art. 5 Abs. 3 lit. a aELG bzw. Art. 10 Abs. 2 ELG. Art. 1 der st. gallischen Verordnung über die nach ELG anrechenbare Tagespauschale vom 4. Dezember 2007. Gesonderte (die erste EL-Berechnung für ihn und die übrigen Familienmitglieder ergänzende) Berechnung des Anspruchs eines EL-Bezügers für ein im Heim lebendes Kind (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Juni 2010, EL 2009/50).
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