Decision ID: 246c0076-7b20-4c43-be6c-4632dc3fc248
Year: 2018
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Sachverhalt:
A. Mit Schreiben vom 6. Juni 2018 ersuchte das US-Justizdepartement die
Schweiz um Festnahme des brasilianischen und italienischen Staatsange-
hörigen A. zwecks Auslieferung zur Strafverfolgung wegen Verdachts des
Betrugs (act. 3.1, 3.2). Am 7. Juni 2018 wurde dieser in Zürich festgenom-
men und gestützt auf die Haftanordnung des Bundesamtes für Justiz (nach-
folgend "BJ") vom gleichen Tag in provisorische Auslieferungshaft versetzt
(act. 3.3, 3.5 = 1.13). Anlässlich seiner – in Gegenwart seines Rechtsbei-
stands durchgeführten – Einvernahme vom 8. Juni 2018 widersetzte er sich
einer vereinfachten Auslieferung (act. 3.4 = 1.15).
B. Am 8. Juni 2018 erliess das BJ einen Auslieferungshaftbefehl
(act. 3.6 = 1.2).
In der von A. eingereichten Kopie seines Exemplars der Empfangsbeschei-
nigung bestätigt dieser unterschriftlich, das Original des Auslieferungshaft-
befehls am 13. Juni 2018 erhalten zu haben; die Felder für die Uhrzeit und
die zustellende Behörde sind unausgefüllt (act. 1.2). In der vom BJ einge-
reichten Kopie seines Exemplars der Empfangsbestätigung bestätigt A. un-
terschriftlich, das Original des Auslieferungshaftbefehls am 13. Juni 2018 um
08.15 Uhr erhalten zu haben; das Feld der zustellenden Behörde ist ausge-
füllt (act. 3.6).
Mit E-Mail vom 21. Juni 2018 übermittelte das BJ den Auslieferungshaftbe-
fehl dem Rechtsbeistand von A. (act. 3.7 = 1.3).
C. Gegen den Auslieferungshaftbefehl vom 8. Juni 2018 gelangte A., vertreten
durch Rechtsanwalt Ivo Hungerbühler, am 30. Juni 2018 an die Beschwer-
dekammer des Bundesstrafgerichts mit folgenden Rechtsbegehren (act. 1):
1. Es sei der Auslieferungshaftbefehl des Bundesamtes für Justiz vom 8. Juni 2018
(B-18-2281) aufzuheben, und es sei der Beschwerdeführer unverzüglich aus der Auslie-
ferungshaft zu entlassen;
2. Eventualiter seien an Stelle der Auslieferungshaft unverzüglich Ersatzmassnahmen nach
Art. 47 Abs. 2 und 50 Abs. 3 IRSG i.V.m. § 237 ff. StPO zu erlassen, namentlich die An-
ordnung einer Ausweis- und Schriftensperre, die Auflage, sich nur an einem bestimmten
Ort oder in einem bestimmten Haus aufzuhalten, die Auflage, sich regelmässig bei einer
Amtsstelle zu melden und/oder die Anordnung einer Sicherheitsleistung.
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3. Subeventualiter sei der Beschwerdeführer unverzüglich zur Behandlung, Beobachtung
und Abklärung der Hafterstehungsfähigkeit in ein Spital oder eine andere medizinische
Einrichtung zu überweisen;
4. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen, und es sei
der Beschwerdeführer für seine Umtriebe angemessen zu entschädigen.
Er stellt zudem den prozessualen Antrag, es seien ihm unverzüglich die vor-
instanzlichen Akten zur Einsichtnahme zuzustellen, und es sei in der Folge
eine kurze Frist zur Ergänzung der Beschwerdebegründung anzusetzen.
D. Mit Beschwerdeantwort vom 6. Juli 2018 schliesst das BJ auf Abweisung der
Beschwerde unter Kostenfolge (act. 3). Mit Beschwerdereplik vom 11. Juli
2018 lässt A. an seinen Rechtsbegehren festhalten (act. 4), was dem BJ am
12. Juli 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (act. 5).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit
erforderlich, in den folgenden Erwägungen Bezug genommen.

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1.
1.1 Für den Auslieferungsverkehr zwischen der Schweiz und den USA ist in ers-
ter Linie der zwischen diesen Staaten abgeschlossene Auslieferungsvertrag
vom 14. November 1990 (AVUS; SR 0.353.933.6) massgebend.
1.2 Soweit dieser Staatsvertrag keine abschliessende Regelung enthält, ist das
schweizerische Landesrecht anwendbar, namentlich das Bundesgesetz vom
20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG;
SR 351). Dasselbe gilt nach dem Günstigkeitsprinzip, wenn das schweizeri-
sche Landesrecht geringere Anforderungen an die Auslieferung stellt (Art. 23
AVUS; BGE 142 IV 250 E. 3; 140 IV 123 E. 2; je m.w.H.). Vorbehalten bleibt
die Wahrung der Menschenrechte (BGE 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c;
TPF 2016 65 E. 1.2; TPF 2008 24 E. 1.1).
- 4 -
2.
2.1 Gegen den Auslieferungshaftbefehl des BJ kann der Verfolgte innert zehn
Tagen ab der schriftlichen Eröffnung Beschwerde bei der Beschwerdekam-
mer des Bundesstrafgerichts führen. Für das Beschwerdeverfahren gelten
die Art. 379–397 StPO sinngemäss (Art. 48 Abs. 2 i.V.m. Art. 47 IRSG). Im
Übrigen gelten die allgemeinen Bestimmungen des IRSG und des Bundes-
gesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwal-
tungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021; vgl. Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m.
Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG).
Der Auslieferungshaftbefehl ist grundsätzlich dem Verfolgten zu eröffnen
(Art. 48 Abs. 2 IRSG i.V.m. Art. 19 IRSV; vgl. auch Art. 34 Abs. 1 VwVG).
Bei Vorliegen eines Vertretungsverhältnisses hat die Behörde Mitteilungen
an den Vertreter und nicht an den Vertretenen zu machen (Art. 11 Abs. 3
VwVG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 IRSG; ebenso Art. 87 Abs. 3 StPO). Entschei-
dend ist dabei, ob die ausstellende Behörde im Zeitpunkt des Erlasses des
Auslieferungshaftbefehls sowie bei Einleitung des Zustellvorgangs Kenntnis
von der Verbeiständung hat (vgl. zum Ganzen Entscheid des Bundesstraf-
gerichts RH.2013.6 vom 2. Oktober 2013 E. 2.3).
2.2 Vorliegend ist fraglich, ob der (umstrittene) Zeitpunkt der Eröffnung des Aus-
lieferungshaftbefehls an den Beschwerdeführer persönlich oder der (unbe-
strittene) Zeitpunkt der Eröffnung des Auslieferungshaftbefehls an den
Rechtsbeistand des Beschwerdeführers für den Beginn der Rechtsmittelfrist
massgeblich ist. Die Parteien gehen angesichts ihrer Anträge offenbar von
Letzterem aus. Dafür spricht der Umstand, dass aus dem Protokoll der Ein-
vernahme vom 8. Juni 2018 die Verbeiständung des Beschwerdeführers
hervorgeht (act. 3.4). Die Frage kann indes offen gelassen werden, da sich
die Beschwerde jedenfalls als unbegründet erweist.
3.
3.1 Der Beschwerdeführer stellt den prozessualen Antrag, ihm seien "(...) un-
verzüglich die vorinstanzlichen Akten zur Einsichtnahme zuzustellen, und es
sei in der Folge eine kurze Frist zur Ergänzung der Beschwerdebegründung
anzusetzen" (act. 1 S. 2).
3.2 Soweit der Beschwerdeführer damit beantragt, ihm sei Einsicht in die Akten
des vorliegenden Verfahrens zu gewähren und ihm Gelegenheit zur Stel-
lungnahme einzuräumen, ist festzuhalten, dass der Beschwerdegegner
seine Beschwerdeantwort vom 6. Juli 2018 in Kopie mit Beilagen auch dem
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Beschwerdeführer zugestellt hat (vgl. act. 3 in fine) und dem Beschwerde-
führer Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt worden ist (vgl. act. 2).
Davon hat er mit Beschwerdereplik vom 11. Juli 2018 Gebrauch gemacht
(act. 4).
3.3 Soweit der Beschwerdeführer mit seinem Antrag Einsicht in weitere Akten
des Beschwerdegegners verlangt (vgl. act. 1 S. 9 f.; act. 4 S. 2 f., 3 ff.), ist
darauf nicht einzutreten. Der Streitgegenstand der vorliegenden Be-
schwerde kann nicht vom Beschwerdeführer frei bestimmt werden, sondern
wird verbindlich durch die Verfügung des Beschwerdegegners festgelegt
(vgl. Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2008.54 vom 13. Mai 2008
E. 2.2; RR.2007.47 vom 2. Mai 2007 E. 2.2; je m.w.H.; vgl. auch Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts A-383/2017 vom 12. Dezember 2017 E. 2.1).
Angefochten ist der Auslieferungshaftbefehl vom 8. Juni 2018. Mit diesem
hat der Beschwerdegegner nicht über die Akteneinsicht entschieden. Auf Ak-
teneinsichtsgesuche des Beschwerdeführers vom 22. Juni 2018 und 25. Juni
2018 (act. 3.8 = 1.4, 3.10 = 1.21) hat der Beschwerdegegner vielmehr mit
E-Mail vom 25. Juni 2018 und Schreiben vom 5. Juli 2018 geantwortet
(act. 3.9 = 1.20, 3.14 = 4.1 sowie 4.2).
Im Übrigen legt der Beschwerdeführer weder dar noch ist ersichtlich, inwie-
fern die ihm nur partiell gewährte Einsicht in die Akten der Vorinstanz eine
sachgerechte Anfechtung des Auslieferungshaftbefehls vom 8. Juni 2018
nicht erlaubt hätte.
4. Die Verhaftung des Verfolgten während des ganzen Auslieferungsverfah-
rens bildet die Regel (BGE 136 IV 20 E. 2.2; 130 II 306 E. 2.2). Eine Aufhe-
bung des Auslieferungshaftbefehls sowie eine Haftentlassung rechtfertigen
sich nur ausnahmsweise und unter strengen Voraussetzungen, wenn der
Verfolgte sich voraussichtlich der Auslieferung nicht entzieht und die Straf-
untersuchung nicht gefährdet (Art. 47 Abs. 1 lit. a IRSG), wenn er den soge-
nannten Alibibeweis erbringen und ohne Verzug nachweisen kann, dass er
zur Zeit der Tat nicht am Tatort war (Art. 47 Abs. 1 lit. b IRSG), wenn er nicht
hafterstehungsfähig ist oder andere Gründe vorliegen, welche eine weniger
einschneidende Massnahme rechtfertigen (Art. 47 Abs. 2 IRSG), oder wenn
sich die Auslieferung als offensichtlich unzulässig erweist (Art. 51 Abs. 1
IRSG). Diese Aufzählung ist nicht abschliessend (BGE 130 II 306 E. 2.1; 117
IV 359 E. 2a; vgl. zum Ganzen zuletzt u.a. den Entscheid des Bundesstraf-
gerichts RH.2018.3 vom 20. Februar 2018 E. 3.2).
- 6 -
5.
5.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, er sei am 7. Juni 2018 festgenommen
und in provisorische Auslieferungshaft versetzt worden. Mithin sei die Frist
von Art. 46 Abs. 2 IRSG am 12. Juni 2018 abgelaufen, ohne dass ein wirk-
samer Auslieferungshaftbefehl erlassen und zugestellt worden wäre. Der Be-
schwerdeführer hätte somit spätestens am 12. Juni 2018 aus der provisori-
schen Auslieferungshaft entlassen werden müssen. Er sei deshalb aus dem
Gefängnis zu entlassen (act. 1 S. 10 f., act. 4 S. 3, 5).
5.2 Angefochten ist vorliegend der Auslieferungshaftbefehl vom 8. Juni 2018.
Die Einhaltung der Frist von Art. 46 Abs. 2 IRSG ist für dessen Gültigkeit
irrelevant, denn die Auslieferungshaft kann auch erneut angeordnet werden,
wenn der Verfolgte freigelassen wurde (vgl. Art. 13 Ziff. 5 AVUS; Art. 51
Abs. 2 IRSG; vgl. auch FORSTER, Basler Kommentar, 2015, Art. 46 IRSG
N. 2; ZIMMERMANN, La coopération judiciaire internationale en matière
pénale, 4. Aufl. 2014, N. 347, 350; je m.w.H.). Die Beschwerde erweist sich
in diesem Punkt als unbegründet.
6.
6.1 Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, die Anordnung von Haft sei un-
verhältnismässig. Der geringen Fluchtgefahr könne mit Ersatzmassnahmen
wirksam begegnet werden, konkret durch eine Ausweis- bzw. Schriften-
sperre, die Auflage, sich nur in der angemieteten Wohnung in Zürich aufzu-
halten, die Auflage, sich täglich, wöchentlich oder in einem anderen Rhyth-
mus bei einer Amtsstelle zu melden, und eine Sicherheitsleistung (act. 1
S. 11 ff., act. 4 S. 5 ff.).
6.2 Die Rechtsprechung ist hinsichtlich der Verneinung von Fluchtgefahr über-
aus restriktiv und misst der Erfüllung der staatsvertraglichen Auslieferungs-
pflichten im Vergleich zu den Interessen des Verfolgten ausserordentlich
grosses Gewicht bei. Die Voraussetzungen für die ausnahmsweise Freilas-
sung des Verfolgten aus der Auslieferungshaft werden in der Praxis selten
bejaht (BGE 136 IV 20 E. 2.2; 130 II 306 E. 2.4 f.; je m.w.H.).
6.3 Gemäss Ersuchen des US-Justizdepartements sind die dem Beschwerde-
führer zur Last gelegten Delikte je mit Freiheitsstrafe bis zu 20 Jahren be-
droht (act. 3.1). Der Beschwerdeführer macht keinerlei enge persönliche
oder geschäftliche Beziehungen zur Schweiz geltend. Solche sind auch den
Akten nicht zu entnehmen. Im geltend gemachten Umstand, dass ihm nach
seiner Darstellung auch in den der Schweiz angrenzenden Staaten, insbe-
- 7 -
sondere in Italien die Auslieferung drohe, kann eine relevante abschre-
ckende Wirkung nicht erblickt werden, ebenso wenig im geltend gemachten
Umstand, er sei auf Medikamente und medizinische Behandlungen ange-
wiesen (vgl. act. 1 S. 12, act. 4 S. 6). Vor diesem Hintergrund und in Anbe-
tracht der Rechtsprechung ist von hoher Fluchtgefahr auszugehen.
6.4 Vorliegend kann mit den vom Beschwerdeführer erwähnten Ersatzmassnah-
men der Fluchtgefahr nicht ausreichend begegnet werden. Eine Ausweis-
bzw. Schriftensperre wäre praktisch wirkungslos, da die schweizerischen
Behörden den brasilianischen und italienischen Behörden nicht verbieten
können, dem Beschwerdeführer allenfalls neue Schriften auszustellen (vgl.
hierzu u.a. Urteil des Bundesgerichts 1B_211/2017 vom 27. Juni 2017 E. 4).
Im Übrigen werden, gerade auch in Anbetracht der einfachen Möglichkeit,
sich ins Ausland abzusetzen, nach konstanter Rechtsprechung Abgabe der
Reisedokumente, Schriftensperre, Meldepflicht und Electronic Monitoring
nur in Kombination mit einer sehr substantiellen Sicherheitsleistung als über-
haupt geeignet erachtet, Fluchtgefahr ausreichend zu bannen (Entscheide
des Bundesstrafgerichts RH.2017.17 vom 2. Oktober 2017 E. 5.4.4;
RH.2015.20 vom 1. September 2015 E. 5.3.2; RH.2015.10 vom 10. Juni
2015 E. 5.3; RH.2015.4 vom 23. Februar 2015 E. 5.2). Der Beschwerdefüh-
rer gibt an, wegen der Inhaftierung könne er zurzeit nicht auf finanzielle Mittel
zugreifen. Als Folge der Scheidung seien seine Mittel sodann beschränkt.
Die Leistung einer Kaution in der Höhe von mindestens Fr. 25'000.– sollte
aber möglich sein (act. 4 S. 7 in fine). Die Vorbringen des Beschwerdeführers
stellen keine gesicherten und verlässlichen Kenntnisse seiner finanziellen
Verhältnisse her, die aber zwingend notwendig wären, denn auch hohe Kau-
tionen bei nicht vollkommen durchsichtigen finanziellen Verhältnissen ver-
mögen eine Flucht nicht von vornherein zu verhindern (Urteil des Bundesge-
richts 8G.11/2003 E. 5; vgl. zuletzt u.a. Entscheid des Bundesstrafgerichts
RH.2017.17 vom 2. Oktober 2017 E. 5.4.4 m.w.H.). Die Beschwerde erweist
sich auch in diesem Punkt als unbegründet.
7.
7.1 Schliesslich macht der Beschwerdeführer zusammengefasst geltend, er sei
nicht hafterstehungsfähig (act. 1 S. 13 f., act. 4 S. 8 ff.).
7.2 Gemäss ärztlicher Abklärung der Hafterstehungsfähigkeit vom 7. Juni 2018
von Dr. med. B. wurde der Beschwerdeführer als hafterstehungsfähig befun-
den (act. 1.14). Der Beschwerdeführer habe angegeben, seit Jahren an
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Angstzuständen und Depressionen zu leiden. Ausserdem sei bei ihm ein As-
pergersyndrom diagnostiziert. Aktuell leide er unter der Haftsituation und
habe Platzangst.
Gemäss ärztlichem Zwischenbericht vom 5. Juli 2018 von Dr. med. C. wurde
der Beschwerdeführer am 27. Juni 2018 notfallmässig vom Psychiatrisch-
psychologischen Dienst (nachfolgend "PPD") Zürich zugewiesen zur psychi-
atrischen Krisenintervention wegen Zunahme bekannter Panikattacken,
Schlafstörungen und Halluzinationen (optisch und Stimmen/Geräusche). Bei
nicht ausschliessbarer Selbstgefährdung sei die höchste Stufe der Suizid-
präventionsmassnahmen angeordnet worden. Im Verlauf sei das Zustands-
bild in Kombination mit den geschilderten Symptomen und der Familienan-
amnese als ein Aspergersyndrom beurteilt worden. Die akustischen Halluzi-
nationen seien von den Psychiatern als stressbedingte Reaktion im Rahmen
des Aspergersyndroms interpretiert worden. Die neuroleptische Medikation
sei aufdosiert und gleichzeitig seien zur Stabilisierung Benzodiazepine ein-
gesetzt worden, die im Verlauf auch schon wieder hätten reduziert werden
können. Bei Auftreten von Sensibilitätsstörungen am Körper und vorbeste-
hendem kardiovaskulärem Risikoprofil sei ein MRI des Schädels erfolgt, das
Normalbefunde ergeben habe. Das EKG sei normal gewesen. Die Symp-
tome seien regredient. Gemäss Neurologen hätten die Symptome nicht ein-
geordnet werden können und würden zum aktuellen Zeitpunkt bei Spontan-
regredienz keine weiteren Abklärungen benötigen. Am 5. Juli 2018 wurde
der Beschwerdeführer in deutlich verbessertem psychischen Zustand ins
Gefängnis zurückverlegt. Eine ambulante psychiatrische Weiterbetreuung
erfolge durch den PPD Zürich. Am 18. Juli 2018 ist ein Termin im Herzzent-
rum des Universitätsspitals Zürich vorgesehen (act. 3.13).
7.3 Dem Vorbringen des Beschwerdeführers kann nicht gefolgt werden. Der Be-
schwerdeführer wurde am 7. Juni 2018 als hafterstehungsfähig befunden.
Der medizinische Zwischenbericht vom 5. Juli 2018 gibt keinen Anlass, an
der grundsätzlichen Hafterstehungsfähigkeit des Beschwerdeführers zu
zweifeln. Im Übrigen zeugt er davon, dass der Beschwerdeführer – entgegen
seiner Ansicht – im Vollzug der Auslieferungshaft medizinisch sorgfältig ab-
geklärt (act. 3.13) und ausreichend versorgt wird. Die Beschwerde erweist
sich auch in diesem Punkt als unbegründet.
8. Andere Gründe, welche eine Auslieferung offensichtlich auszuschliessen
oder sonst zu einer Aufhebung der Auslieferungshaft zu führen vermöchten,
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werden weder geltend gemacht noch sind solche ersichtlich. Die Be-
schwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist, soweit
darauf einzutreten ist.
9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühr
ist auf Fr. 2'000.– festzusetzen (vgl. Art. 63 Abs. 5 VwVG und Art. 73 StBOG
sowie Art. 5 und Art. 8 Abs. 3 lit. a des Reglements des Bundesstrafgerichts
vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in
Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]).
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