Decision ID: 9e2e29b1-89d0-5653-bce5-7f9c0be87cc6
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X besitzt den Führerausweis der Kategorie B seit 21. Januar 1986. Am 27. Februar
2004 verursachte er infolge ungenügender Aufmerksamkeit in alkoholisiertem Zustand
einen Verkehrsunfall und vereitelte vorsätzlich eine Blutprobe. Daraufhin wurde ihm am
24. August 2004 der Führerausweis für die Dauer von drei Monaten entzogen.
B.- Am 12. Juli 2006 lenkte er wiederum ein Fahrzeug in angetrunkenem Zustand mit
einer Blutalkoholkonzentration von 2,65 Gewichtspromille und verursachte einen Unfall.
Nach einer spezialärztlichen Begutachtung wurde der Führerausweis am 22. November
2006 mit Auflagen versehen und am 7. Dezember 2006 mit Wirkung ab 13. Juli 2006 für
die Dauer von acht Monaten entzogen. Mit den Auflagen wurde X auf unbestimmte Zeit
verpflichtet, verschiedene Blutparameter monatlich ärztlich bestimmen zu lassen, ein
Motorfahrzeug nur noch in absolut alkoholfreiem Zustand zu lenken und alle sechs
Monate die Berichte der betreuenden Stelle über die Resultate der kontrollierten
Abstinenz einzureichen. Aufgrund des positiven hausärztlichen Berichtes wurden diese
Auflagen am 23. November 2007 mit sofortiger Wirkung aufgehoben.
C.- Am 9. November 2009 wurde X von einer mobilen Polizeipatrouille kontrolliert, als
er in Ebnat Kappel einen Personenwagen lenkte. Zwei durchgeführte Atemlufttests
ergaben eine Blutalkoholkonzentration von mindestens 0,75 Gewichtspromille. Das
Untersuchungsamt Uznach verurteilte ihn deshalb mit Bussenverfügung vom
4. Dezember 2009 wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand zu einer Busse von Fr.
800.--. Mit Verfügung vom 14. April 2010 entzog ihm das Strassenverkehrs- und
Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen den Führerausweis für die Dauer eines Monats
wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand innerhalb von zwei Jahren seit Verfügung
einer anderen Administrativmassnahme.
Dagegen erhob X mit Eingabe vom 30. April 2010 (Poststempel) Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission und beantragte, die Verfügung der Vorinstanz sei
aufzuheben und wegen einer leichten Widerhandlung eine Verwarnung auszusprechen.
Eventuell sei die Verfügung der Vorinstanz aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz
zurückzuweisen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des
Rekursgegners für beide Instanzen. Auf die Ausführungen zur Begründung wird, soweit
erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. Die Vorinstanz verzichtete am 11. Juni
2010 auf eine Vernehmlassung.
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Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 30. April 2010 (Poststempel) ist
rechtzeitig eingereicht worden und erfüllt zusammen mit dem am 20. Mai 2010
(Poststempel) eingereichten Rechtsbegehren in formeller und inhaltlicher Hinsicht die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Gemäss Art. 16 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG)
wird nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das
Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 ausgeschlossen ist,
der Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das
Gesetz unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG)
und schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine leichte Widerhandlung begeht,
wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer
hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG).
Ist die Verletzung der Verkehrsregeln grob und wird dadurch eine ernstliche Gefahr für
die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen, ist die Widerhandlung
schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer
durch Verletzung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft
oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Von einer mittelschweren
Widerhandlung ist immer dann auszugehen, wenn nicht alle privilegierenden Elemente
einer leichten und nicht alle qualifizierenden einer schweren Widerhandlung erfüllt sind
(vgl. Botschaft, in: BBl 1999 S. 4487).
3.- Angesichts der Feststellung in der rechtskräftigen Bussenverfügung des
Untersuchungsamts Uznach vom 4. Dezember 2009 (act. 12/3) bestreitet der Rekurrent
zu Recht nicht, am 9. November 2009 ein Fahrzeug in angetrunkenem Zustand gelenkt
zu haben (act. 7). Die von ihm anerkannte Messung ergab eine
Blutalkoholkonzentration von 0.75 Promille. Damit hat er Art. 31 Abs. 2 SVG verletzt,
wonach als fahrunfähig gilt und somit kein Fahrzeug führen darf, wer unter anderem
wegen Alkoholeinflusses nicht über die erforderliche körperliche und geistige
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Leistungsfähigkeit verfügt. Gemäss Art. 1 Abs. 1 der Verordnung der
Bundesversammlung über Blutalkoholgrenzwerte im Strassenverkehr (SR 741.13) gilt
die Fahrunfähigkeit wegen Alkoholeinwirkung in jedem Fall als erwiesen, wenn der
Fahrzeugführer oder die Fahrzeugführerin eine Blutalkoholkonzentration von 0,5 oder
mehr Gewichtspromille aufweist oder eine Alkoholmenge im Körper hat, die zu einer
solchen Blutalkoholkonzentration führt. Als qualifiziert gilt eine Blutalkoholkonzentration
von 0,8 Promille oder mehr (Abs. 2).
4.- Gemäss Art. 16a Abs. 1 lit. b SVG begeht eine leichte Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften, wer in angetrunkenem Zustand, jedoch nicht mit einer
qualifizierten Blutalkoholkonzentration ein Motorfahrzeug lenkt und dabei keine
anderen Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften begeht. Nach einer
leichten Widerhandlung wird der Führerausweis entzogen, wenn in den
vorangegangenen zwei Jahren der Führerausweis entzogen war oder eine andere
Administrativmassnahme verfügt wurde (Art. 16a Abs. 2 SVG); andernfalls wird sie
verwarnt (Art. 16a Abs. 3 SVG).
a) Die Vorinstanz geht davon aus, dass es sich bei der am 22. November 2006
verfügten Anordnung von Auflagen um "eine andere Administrativmassnahme" im
Sinne von Art. 16a Abs. 2 SVG handle. Diese Auflagen wurden mit Verfügung vom 23.
November 2007 mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Damit habe der Rekurrent vor
Ablauf der in Art. 16a Abs. 2 SVG vorgesehenen zweijährigen Frist erneut gegen die
Strassenverkehrsvorschriften verstossen und der Ausweis sei folglich zu entziehen (act.
3). Dem hält der Rekurrent entgegen, es sei zweifelhaft, ob es sich bei der am 22.
November 2006 angeordneten Massnahme überhaupt um "eine andere
Administrativmassnahme" im Sinne von Art. 16a Abs. 2 SVG handle. Selbst wenn dies
zu bejahen wäre, sei gemäss dem ausdrücklichen Gesetzeswortlaut dieser
Bestimmung für die zweijährige Periode die Anordnung der Massnahme massgebend
und nicht, wie beim Ausweisentzug, deren Aufhebung. Die mit Verfügung vom 22.
November 2006 angeordneten Auflagen fielen somit nicht in diese zweijährige Periode.
aa) Nach Art. 16a Abs. 2 SVG wird dem Fahrzeuglenker der Lernfahr- oder
Führerausweis für mindestens einen Monat entzogen, wenn der Ausweis in den
vergangenen zwei Jahren entzogen war oder eine andere Administrativmassnahme
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verfügt wurde. Was unter den anderen Administrativmassnahmen zu verstehen ist,
führt das Gesetz nicht aus. Im Sinne einer Generalklausel weitet es den
Anwendungsbereich aber auf sämtliche Administrativmassnahmen aus (vgl. Giger,
Komm. SVG, Art. 16a N 6). Ein so weitgehendes Verständnis würde allerdings dazu
führen, dass beispielsweise auch jener Fahrzeuglenker als Rückfalltäter behandelt wird,
dem innerhalb der Zweijahresperiode der Führerausweis aufgrund gesundheitlicher
Probleme gemäss Art. 16d Abs. 1 lit. a SVG vorübergehend entzogen war. Dass durch
diese medizinisch indizierte Massnahme ein Rückfalltatbestand begründet wird, kann
jedoch nicht Sinn und Zweck dieser Norm sein. In der Botschaft zur Änderung des
Strassenverkehrsgesetzes vom 31. März 1999 (BBl 1999 4462, 4486 f.) steht, dass eine
Person, die sich während zwei Jahren nach einem Entzug oder einer Verwarnung
unauffällig verhalte, bei einer neuen Widerhandlung grundsätzlich wie ein Ersttäter zu
behandeln sei. Im Gegenzug dürfe aber eine zweite leichte Widerhandlung innert zwei
Jahren nicht wieder eine Verwarnung zur Folge haben. Offensichtlich will der
Gesetzgeber unter den in Art. 16a Abs. 2 und 3 SVG aufgeführten
Administrativmassnahmen nur jene verstanden wissen, die aufgrund einer mindestens
leichten (ersten) Widerhandlung verfügt wurden (vgl. R. Schaffhauser, Die neuen
Administrativmassnahmen des Strassenverkehrsgesetzes, in: Jahrbuch zum
Strassenverkehrsrecht 2003, St. Gallen 2003, S. 184).
bb) Bei dem am 7. Dezember 2006 verfügten Ausweisentzug handelte es sich um eine
Administrativmassnahme im Sinne von Art. 16a Abs. 2 SVG. Mit der Wiedererteilung
des Führerausweises am 13. März 2007 wurde die zweijährige Bewährungszeit
ausgelöst. Sie endete am 12. März 2009. Im Zeitpunkt der Widerhandlung (9.
November 2009) gegen Art. 31 Abs. 2 SVG war die Frist somit abgelaufen und der
Rekurrent wie ein Ersttäter zu behandeln.
cc) Streitig ist, ob die am 22. November 2006 verfügten Auflagen als "andere
Administrativmassnahme" im Sinne von Art. 16a Abs. 2 SVG zu qualifizieren sind und
ob deren Anordnung oder Aufhebung die zweijährige Bewährungsfrist auslöst.
Art. 104b Abs. 3 SVG zählt alle von schweizerischen Behörden verfügten oder von
ausländischen Behörden gegen Personen mit Wohnsitz in der Schweiz angeordneten
Administrativmassnahmen auf, welche im Administrativmassnahmenregister
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einzutragen sind. Darunter fallen unter anderem auch Auflagen (lit. g). Die Aufhebung
oder Abänderung solcher Massnahmen werden ebenfalls ausdrücklich erwähnt (lit. m).
Es ist zu prüfen, ob daraus abgeleitet werden kann, dass die am 23. November 2007
durch die Vorinstanz verfügte Aufhebung der Auflagen als "andere
Administrativmassnahme" im Sinn von Art. 16a Abs. 2 SVG zu verstehen ist und damit
die zweijährige Bewährungszeit auszulösen vermag.
Die Vorinstanz verfügte die Auflagen, weil sie missbräuchlichen beziehungsweise
schädlichen Alkoholkonsum und somit eine Krankheit im medizinischen Sinne
vermutete (vgl. B. Liniger, Verkehrsmedizin: Fahreignungsbegutachtung und Auflagen,
in Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2004, St. Gallen 2004, S. 84). Sie dienten dazu,
das grösstmögliche Mass an Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Die Fahreignung des
Rekurrenten wurde aus medizinischer Sicht nur mit Auflagen befürwortet, nicht aber
vollständig verneint (act. 13/5); sonst hätte der Führerausweis auf unbestimmte Zeit
entzogen werden müssen. Die gegenüber ihm verfügten Auflagen stellen folglich nichts
anderes dar, als eine mildere Form des Sicherungsentzugs (vgl. B. Liniger, Aktuelle
Fragen des Administrativmassnahmenrechts des SVG - Ein interdisziplinärer Diskurs,
Sicht der Verkehrsmedizin, in: Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht 2005, St. Gallen
2005, S. 83). Diese Massnahme dient somit einer anderen Zielsetzung als der
Warnungsentzug und die Verwarnung, welche Verwaltungsmassnahmen mit
präventivem und erzieherischem Charakter sind. Insbesondere der vorübergehende
Entzug des Führerausweises soll eine fühlbare Warnung an jene Motorfahrzeuglenker
sein, die es an Sorgfalt und Rücksichtnahme im Strassenverkehr fehlen lassen. Der
fehlbare Lenker soll zu mehr Verantwortung erzogen und dadurch von weiteren
Verkehrsdelikten abgehalten werden. Die mit dem Warnungsentzug angestrebte
Einsicht und Besserung kann aber nur zum Tragen kommen, wenn die begangene
Verkehrsregelverletzung dem Lenker vorgeworfen werden kann, ihn dafür also ein
Verschulden trifft (BGE 133 II 331 E. 4.2; BGE 129 II 92 E. 2.1). Der Führerausweis
muss dem Betroffenen nach Ablauf der Entzugsdauer ohne weiteres, also auch ohne
Überprüfung der Wirksamkeit der Massnahme, wieder ausgehändigt werden. Dies ist
aber nur möglich, wenn die Fahreignung gegeben ist. Vor diesem Hintergrund ist es
gerechtfertigt, dem fehlbaren Lenker nach Ablauf der Entzugsdauer eine
Bewährungsfrist aufzuerlegen, innerhalb welcher er beweisen muss, dass die erhoffte
Besserung auch wirklich eingetreten ist. Anders stellt sich die Situation beim
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Sicherungsentzug dar. Er dient dazu, den Verkehr von Fahrzeuglenkern, die aus
medizinischen oder charakterlichen Gründen, wegen Trunksucht oder anderer Süchte
oder wegen einer anderen Unfähigkeit zum Führen eines Motorfahrzeugs nicht
geeignet sind, freizuhalten (BGE 131 II 248 E. 4). Können die Eignungsmängel, wie das
beim Rekurrenten der Fall war, therapeutisch kompensiert werden, sind auch mildere
Massnahmen denkbar (vgl. R. Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen
Strassenverkehrsrechts, Bd. III, Die Administrativmassnahmen, Bern 1995, S. 73). Die
Vorinstanz hat dem Rekurrenten zur Sicherstellung der Fahreignung verschiedene,
zeitlich nicht begrenzte Auflagen gemacht. Nach dem günstigen Verlauf der Therapie
verfügte sie rund ein Jahr später deren Aufhebung. Dabei hat sie hoheitlich festgestellt,
dass der Eignungsmangel behoben ist (vgl. R. Schaffhauser, a.a.O., S. 148) und der
Rekurrent die Voraussetzungen zur uneingeschränkten Führung von Fahrzeugen der
entsprechenden Kategorie erfüllt (Art. 24e Abs. 1 der Verordnung über die Zulassung
von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr [SR 741.51, abgekürzt: VZV]).
Anders als der mit einem Warnungsentzug belastete Lenker hat er bei Beendigung der
Massnahme bereits bewiesen, dass die beabsichtigte Wirkung, die medizinische
Heilung, erzielt worden ist.
Somit unterscheiden sich Administrativmassnahmen mit Warnungscharakter von
denjenigen mit Sicherungscharakter. Während Warnungsentzug und Verwarnung den
Lenker zu verantwortungsvollem Verhalten anhalten sollen, dienen Sicherungsentzug
und Auflagen der Fernhaltung eines ungeeigneten Fahrzeuglenkers vom
Strassenverkehr beziehungsweise der Erhaltung der Fahreignung. Diese
unterschiedlichen Zielsetzungen rechtfertigen auch unterschiedliche Rechtsfolgen. Wer
eine Warnung erhält, soll sich bewähren und beweisen, dass er sein Verhalten geändert
hat. Dazu dient die zweijährige Probezeit. Wer aber wegen Alkoholmissbrauchs in
seiner Fahreignung eingeschränkt ist und deshalb Auflagen erfüllen muss oder gar die
Fahrerlaubnis verliert, hat sich nicht primär zu bewähren; im Hinblick auf eine
Wiedererteilung des Führerausweises ist er vielmehr gehalten, alles in seiner Macht
Stehende zu unternehmen, um das festgestellte Defizit zu beseitigen oder mit
geeigneten Massnahmen zu kompensieren. Die Aufhebung von Auflagen oder die
Wiedererteilung des Führerscheins wird erst dann verfügt, wenn feststeht, dass dieses
Ziel erreicht worden ist. Folglich bildet die ärztlich bestätigte Zielerreichung den
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Prüfpunkt und nicht, wie bei den Warnmassnahmen, der Ablauf einer vorher
festgelegten Frist.
dd) Zusammenfasssend ist festzuhalten, dass es sich bei den von der Vorinstanz
verfügten Auflagen um Administrativmassnahmen handelt. Sie sind aber nicht als
Instrument der Erziehung oder Warnung zu verstehen, sondern als
Sicherungsinstrument. Somit lösen sie, anders als die Verwarnung oder der
Warnungsentzug, weder bei der Anordnung noch bei der Aufhebung eine zweijährige
Bewährungsfrist im Sinne vom Art. 16a Abs. 2 und 3 SVG aus. Damit ist auch der
bereits erwähnten Absicht des Gesetzgebers Genüge getan, wonach im Sinne von Art.
16a Abs. 2 SVG bestraft werden soll, wer sich in den vorangegangenen zwei Jahren
eine leichte Widerhandlung zu Schulden kommen liess.
b) Nachdem feststeht, dass die am 23. November 2007 verfügte Aufhebung der
Auflagen keine andere Administrativmassnahme im Sinne von Art. 16a Abs. 2 SVG
darstellt, ist der Rekurrent im Zusammenhang mit der Trunkenheitsfahrt vom 9.
November 2009 wie ein Ersttäter zu behandeln und nach Art. 16a Abs. 3 SVG zu
verwarnen.
5.- Ziff. 206.02.1 des Verkehrsgebührentarifs (sGS 718.1) sieht im Fall eines
Ausweisentzugs einen Gebührenrahmen von Fr. 100.-- bis Fr. 800.-- vor. Für eine
Verwarnung liegt dieser bei Fr. 70.-- bis Fr. 250.--.
Die Vorinstanz bezifferte die Verfahrenskosten auf Fr. 300.-- und bewegte sich damit in
der für den Entzug von Führerausweisen vorgesehenen Bandbreite. Nachdem nun aber
feststeht, dass der Rekurrent nach Art. 16a Abs. 3 SVG nur zu verwarnen ist, müssen
auch die Verfahrenskosten entsprechend reduziert werden. Besteht für die Gebühr ein
Mindest- und ein Höchstansatz, so ist sie innerhalb dieses Rahmens nach dem Wert
und der Bedeutung der Amtshandlung, dem Zeit- und Arbeitsaufwand und der
erforderlichen Sachkenntnis zu bemessen (Art. 11 der Verordnung über Kosten und
Entschädigungen im Verwaltungsverfahren, sGS 821.1, abgekürzt
Verwaltungsgebührenverordnung). Für das vorinstanzliche Verfahren erscheint eine
vom Rekurrenten zu bezahlende Gebühr von Fr. 150.-- als angemessen.
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6.- Der Rekurs ist somit gutzuheissen. Diesem Verfahrensausgang entsprechend sind
die amtlichen Kosten vom Staat zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr
von Fr. 1'000.-- erscheint angemessen (vgl. Art. 13 Ziff. 522 des Gerichtskostentarifs,
sGS 941.12). Die Finanzverwaltung ist anzuweisen, dem Rekurrenten den
Kostenvorschuss von Fr. 1'200.-- zurückzuerstatten.
Bei diesem Verfahrensausgang hat der Rekurrent Anspruch auf volle Entschädigung
der ausseramtlichen Kosten (Art. 98 VRP und Art. 98 VRP; GVP 1983 Nr. 56),
soweit diese aufgrund der Rechts- und Sachlage als notwendig und angemessen
erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Im Rekursverfahren war der Beizug eines
Rechtsbeistandes geboten. Der Rechtsvertreter hat eine Kostennote über Fr. 2'611.50
eingereicht und ein nach Zeitaufwand bemessenes Honorar von Fr. 2'250.--
ausgewiesen. Im Verfahren vor der Verwaltungsrekurskommission wird das Honorar als
Pauschale ausgerichtet, und zwar liegt der Rahmen zwischen Fr. 1'000.-- und Fr.
12'000.-- (Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und
Rechtsagenten, sGS 963.75; abgekürzt: HonO). Innerhalb des für eine Pauschale
gesetzten Rahmens wird das Grundhonorar nach den besonderen Umständen,
namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des Falles und
den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten, bemessen (Art. 19 HonO). Im
vorliegenden Fall war das Prozessthema auf die Beantwortung einer einzigen
Rechtsfrage beschränkt, zu welcher sich das Bundesgericht, soweit überblickbar, bis
heute nicht geäussert hat. In tatsächlicher Hinsicht gab es keine Schwierigkeiten. Der
Aktenumfang ist für einen Strassenverkehrsfall (Warnungsentzug) durchschnittlich.
Unter diesen Umständen erscheint ein Honorar von Fr. 1'800.-- als angemessen.
Hinzuzuzählen sind die Barauslagen von Fr. 72.-- (4% von Fr. 1'800.--, Art. 28 Abs. 1
HonO) und die Mehrwertsteuer von Fr. 142.25 (7.6% von Fr. 1'872.--, Art. 29 HonO), so
dass der Rekurrent vom Staat (Strassenverkehrsamt) mit insgesamt Fr. 2'014.25 zu
entschädigen ist.