Decision ID: 2f14d698-f383-4fc5-994c-075b16c6b37f
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1955 geborene
X._
meldete sich am 19. Juni 2016 un
ter Hinweis auf Arthrose sowie Trigeminusneuralgie bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/7). Diese tätigte berufliche Abklärungen (Urk. 7/
16) und zog die Akten des Krankentag
geldversicherers
, insbesondere ein von der Versicherung in Auftrag gegebenes Gutachten,
bei (Urk. 7/19-20, 7/25). Mit Schreiben vom 24. August 2016 teilte sie der Versicherten mit, sie gewähre ihr Frühinterventionsmassnahmen in Form ei
nes Ausbildungskurses (Urk. 7/26). Am 14. September 2016 sowie 17. Oktober 2016 wurde die Versicherte darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Kosten für die Weiterführung des Kurses übernommen würden (Urk. 7/31, 7/36). Mit Schreiben vom 23. November 2016 wurde die Arbeitsvermittlung abgebrochen (Urk. 7/39). In der Folge holte die IV-Stelle Arbeitgeberberichte
ein (Urk. 7/40-42). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
wurde der Anspruch der Versicherten auf eine Rente der Invalidenversicherung mit Verfügung vom 15. Februar 2017 ver
neint (Urk. 2 [= 7/47]).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 1
5.
März 2017 Beschwerde beim
hiesigen Sozialversicherungsgericht und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine Rente zuzusprechen (Urk. 1 S. 2). Zudem legte sie diverse Arztberichte auf (Urk.
3/3-8).
Mit Beschwerdeantwort vom
1
1.
Mai 2017 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 15. Mai 2017 angezeigt wurde (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen be
ruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem
Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung wurde erwogen, die Abklärungen hätten gezeigt, dass der
Beschwerdeführerin
ihre
angestammte
Tätigkeit vollumfänglich zumut
bar sei. Aus diesem Grund
bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk. 2).
2.2
Demgegenüber brachte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, sie leide seit Jahren an verschiedenen Beschwerden
, welche sich seit dem Jahr 2016 verschlim
mert hätten
. Dies gehe aus den Berichten der behandelnden Ärzte hervor.
Die IV-Stelle habe sich zu Unrecht auf das Gutachten des Krankentaggeldversicherers gestützt.
Dieses stamme nicht von einem unabhängigen Gutachter, weshalb nicht darauf abgestellt werden könne
. Hinzu komme, dass es unvollständig sei. Sie leide an einem Schmerzsyndrom, was von den Gutachtern nicht erkannt worden sei. Dem untersuchenden Gutachter mangle es am erforderlichen Fachwissen im Ge
biet Orthopädie. Aus diesen Gründen hätte die IV-Stelle eigene medizinische Ab
klärungen treffen müssen
. Auch die Frage, wie eine allfällig verbleibende Restar
beitsfähigkeit verwertet werden könne, habe die IV-Stelle nicht beantwortet (Urk. 1).
3.
3.1
Der Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärun
gen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein (Art. 43 Abs. 1 ATSG). Personen, die Versicherungsleistungen beanspruchen, haben alle Personen und Stellen, namentlich Arbeitgeber, Ärztinnen und Ärzte, Versiche
rungen sowie Amtsstellen im Einzelfall zu ermächtigen, die Auskünfte zu ertei
len,
die für die Abklärung von Leistungsansprüchen erforderlich sind (Art. 28 Abs. 3 ATSG).
3.2
Mit der Anmeldung zum Leistungsbezug ermächtigte
die Beschwerdeführerin
auch private Versicherungen, der IV
Stelle die für die Abklärung
ihres
Leis
tungs
anspruchs erforderlichen Auskünfte zu erteilen (Urk. 7/
7
S. 8). Entspre
chend ist nicht zu beanstanden, wenn die IV
Stelle die medizinischen Akten des Kranken
taggeldversicherers beizog und sie in die Beweiswürdigung einbezog. Dies
gilt
grundsätz
lich auch für das
Gutachten der
Y._
vom 8. August 201
6.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin spricht der Umstand
, dass die Begutachtung im Auftrag eines Taggeldversicherers erfolgt war, nicht
per se
gegen deren Beweiswert (Urteil
des Bundesgerichts 9C_229/2007
vom 28. August 2007
E
. 2.1).
Art. 44 ATSG, welcher festhält, dass die von einem Sozialversicherungsträger veranlassten Gut
achten von einem oder einer unabhängigen Sachverständigen stammen müssen, findet auf privatrechtlich geregelte Rechtsverhältnisse keine Anwendung. Der Einwand der Beschwerdeführerin, das
Y._
-Gutachten sei nicht beweiskräftig, weil es nicht von einem unabhängigen Gutachter verfasst worden sei, stösst somit ins Leere. Entscheidend ist einzig, ob das Gutachten den Anforderungen an
Arzt
berichte zu genügen vermag und sich dessen Schlussfolgerungen
als nach
voll
ziehbar erweisen
.
Sind diese Voraussetzungen erfüllt, darf darauf abgestellt wer
den.
4
.
4
.1
4
.1.1
Der Krankentaggeldversicherer gab die Erstellung eines
bidisziplinären
Gutach
tens bei der
Y._
in Auftrag, welches am
8. August 2016 erstattet wurde
(Urk. 7/25)
.
4
.1.2
Im rheumatologischen Teilgutachten wurden folgende Diagnosen aufgeführt (Urk. 7/25 S. 14):
-
Gonarthrose beidseits mit Baker-Zyste, links stärker als rechts ausgeprägt (ICD-10: M 17.1), bei
Präadipositas
(ICD-10: E 66.0)
-
Haltungsinsuffizienz bei
Präadipositas
(ICD-10: R 29.3)
Die Explorandin
klage
über Beschwerden in der gesamten dorsalen Brustkorbre
gion einschliesslich der Schulterblattregion und des Nackens mit Ausstrahlung bis zum Hinterkopf. Von dort würden die Schmerzen bis in die Stirn hineinziehen und in beide Augen ausstrahlen. Sie leide seit Jahren unter diesen Schmerzen.
Seit einigen Monaten bekunde sie Probleme damit, die Hände zu Fäusten zu
schliessen oder die Finger zu strecken. Die Hände seien wie steif. Hinzu kämen Schmerzen an den Knien um die Kniescheibe herum sowie Beschwerden
an
bei
den Achillessehnen. Sie könne deswegen nur ganz langsam und nur etwa eine Stunde
lang gehen
(Urk. 7/25 S. 5).
Während der Untersuchung sitze die Explorandin beschwerdefrei auf dem Stuhl. Die
Transfers würden dynamisch erfolgen. Es seien weder Bewegungseinschrän
kungen noch schmerzbedingte Ausweichbewegungen erkennbar. Kopf und Rumpf würden spontan frei in alle Richtungen gewendet. Das Gangbild sei flüs
sig. Die Explorandin könne sich ohne Einschränkungen entkleiden. Die Turn
schuhe würden in sitzender Position mit tiefer Inklination aus- und wieder ange
zogen (Urk. 7/25 S. 8).
Die klinischen Befunde würden keine wesentlichen Einschränkungen der sponta
nen Mobilität, keinen Schonsitz und keine namhafte Schonhaltung zeigen. Es bestehe eine deutliche Diskrepanz zwischen den beschriebenen Schmerzen und dem weitgehend unbeeinträchtigten klinischen Eindruck sowie der gezeigten Mo
tilität. Mehrere
Waddell
-Zeichen seien positiv, was eine bewusstseinsnahe Be
schwerdedemonstration wahrscheinlich mache (Urk. 7/25 S. 15).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, aufgrund der Gonarthrose seien der Ver
sicherten keine körperlich schweren Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten mehr zumutbar. Auch kniende Arbeiten sollten vermieden werden. Für die ange
stammte Tätigkeit als Reinigungskraft bestehe eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. In einer angepassten, körperlich überwiegend leichten Tätigkeit sei die Versicherte vollständig arbeitsfähig (Urk. 7/25 S. 15).
4
.1.3
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde festgehalten, die Explorandin
klage
über Kopfschmerzen, Schwindel, Lumbalgien mit Ausstrahlung in das linke Bein,
S
chmerzen im linken Gesäss sowie im linken Arm und im Gesicht. Aufgrund dieser Beschwerden leide sie auch an Ein- und Durchschlafstörungen (Urk. 7/25 S. 20).
Die Explorandin sei gut auslenkbar. Sie halte guten Augenkontakt und wirke psychisch nicht beeinträchtigt. Aufmerksamkeit und Konzentration seien unauf
fällig, Anzeichen für Bewusstseinsstörungen lägen nicht vor. Das formale Denken sei geordnet. Die Stimmung sei
euthym
, affektiv sei die Explorandin gut schwin
gungsfähig (Urk. 7/25 S. 24-25).
Die Explorandin sei nie in psychiatrischer oder psychotherapeutischer Behand
lung gewesen und habe bisher keine Psychopharmaka genommen. Eine depres
sive Störung liege nicht vor. Aufgrund dessen, dass kein seelischer Konflikt er
kennbar sei, könne auch nicht auf eine somatoforme Schmerzstörung geschlossen werden
(Urk. 7/25 S. 26).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, die Versicherte sei vollständig arbeits
fähig (Urk. 7/25 S. 27).
4
.2
Die Beschwerdeführerin macht geltend,
das Gutachten sei unvollständig.
Sie leide an einem Schmerzsyndrom, was von den Gutachtern nicht erkannt worden sei
(Urk. 1).
Die Beschwerdeführerin wurde von
den Gutachtern umfassend unter
sucht (Urk. 7/25 S. 8-14, 7/25 S. 24-27).
Die Gutachter
setzten sich mit den rele
vanten
Vorakten
auseinander (Urk. 7/25 S. 7-8, 7/25 S. 23-24)
und berücksich
tigten die geklagten Beschwerden (Urk. 7/25 S. 5, 7/25 S. 20). Sie legten ihre Be
urteilungen schlüssig und nachvollziehbar dar. Daher ist nicht ersichtlich, inwie
fern das Gutachten unvollständig sein sollte.
Die Beschwerdeführerin führt denn auch nicht näher aus, welche weiteren Untersuchungen hätten vorgenommen werden müssen.
Weiter macht sie geltend,
Prof.
Dr.
Z._
sei Facharzt für Neurologie, womit es ihm am erforderlichen Fachwissen
auf dem
Gebiet Orthopädie mangle.
Nach der Einschätzung ihrer behandelnden Ärzte sei sie in ihrer
angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig (
Urk.
1).
Aus dem Gutachten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin von
Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation
untersucht wurde (Urk. 7/25 S. 18). Prof.
Dr.
Z._
visierte das Gutachten lediglich in seiner Funktion als Leiter der
Begutachtungsstelle, weshalb seine fachliche Qualifikation nicht entscheidend ist.
Die
Berichte der behandelnden Ärzte vermögen
ebenfalls
keine Zweifel an der Zuverlässigkeit des
Y._
-Gutachtens zu begründen.
Der behandelnde Rheu
matologe, Dr. med.
B._
, Facharzt FMH für Rheumatologie, hielt in sei
nem Bericht vom 23. Mai 2016 fest, er habe weder Schwellungen noch
Überwär
mungen
oder Funktionseinschränkungen feststellen können. Die Beschwerdefüh
rerin sei weder im Gehen noch Sitzen eingeschränkt. Lediglich das Heben und Tragen von Lasten von mehr als 10 kg sollte vermieden werden (Urk. 7/20 S. 8).
In seinem Bericht vom 9. Februar 2017
führte
er zur Arbeitsfähigkeit
aus
, für leichte, wechselbelastende Tätigkeiten
sei die Versicherte vollständig arbeitsfähig. Für körperlich mittelschwere Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Gewichten über 10 kg schätze er die Arbeitsfähigkeit langfristig
auf
höchstens 50 % ein (Urk. 3/3 S. 2).
Aus den Arbeitgeberberichten vom 13. Dezember 2016 sowie 28. Dezember 2016 geht hervor, dass die Arbeitstätigkeit der Beschwerdeführerin selten das Heben und Tragen von Lasten über 10 kg beinhaltet (Urk. 7/40 S. 3, 7/42 S. 3). Es ist daher nicht ersichtlich, inwiefern sie i
n ihrer angestammten Tä
tigkeit zu
mehr als 20 % eingeschränkt sein sollte. Daran ändern auch die weite
ren aufgelegten Berichte der behandelnden Ärzte nichts.
Einzig
in den Berichten
des behandelnden Chiropraktikers vom 1
0.
Januar 2017 (Urk. 3/5) sowie in dem
jenigen von Dr. med.
C._
, Fachärztin FMH für Anästhesio
logie, vom 9. November 2016 (Urk. 3/6) findet sich überhaupt eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit.
Als Chiropraktiker verfügt Dr.
D._
indes nicht über das erforderliche medizinische Fachwissen
,
um eine entsprechende Beurtei
lung vornehmen zu können. Im Bericht von Dr.
C._
wird zwar da
rauf hingewiesen, eine Arbeitsfähigkeit als Raumpflegerin sei im Moment sicher nicht möglich (Urk. 3/6). Da
Dr.
C._
jedoch nicht darlegt, wie sie
zu dieser Beurteilung gelangte, vermag der Bericht
die
Schlussfolgerungen der
Y._
-Gutachte
r
nicht in Frage zu stellen
.
Nach dem Gesagten ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt, dass die Beschwerdefüh
rerin in ihrer angestammten Tätigkeit
zu
80 % arbeitsfähig ist
. Weitere medizini
sche Abklärungen
sind
vor diesem Hintergrund nicht
erforderlich
.
5
.
5
.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5
.2
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des Einkom
mensvergleichs gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit Art.
16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffern
mässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annähe
rungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so
muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annähe
rungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser Pro
zentzahlen genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypothetische Erwerbs
einkommen ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das Invalideneinkom
men auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (sog. Prozentvergleich; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E.
10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E.
3a).
Der Invaliditätsgrad ist namentlich dann durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit unverhältnismässig grossem Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung der nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen bewerteten hy
pothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Resultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die konkreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und Invalideneinkommen die für den Umfang des Rentenanspruchs massgebenden Grenzwert
e von 70, 60, 50 und 40 % (Art. 28 Abs.
2 IVG) eindeutig über- oder untersch
r
eitet (Urteil des Bun
des
gerichts 8C_333/2013 vom 11.
Dezember 2013 E. 5.3 mit Hinweisen).
5
.3
Wie bereits erläutert, ist der Beschwerdeführerin eine 80%ige Tätigkeit in ihrem angestammten Bereich zumutbar. Daher genügt es für die Ermittlung des Invali
ditätsgrades, die Prozentzahlen gegenüberzustellen.
Selbst unter grosszügiger Annahme eines leidensbedingten Abzugs von 10 % resultiert ein
nicht an
spruchsbegründender
Invaliditätsgrad von 28
%
. Die angefochtene Verfügung ist im Resultat nicht zu beanstanden, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
7
00.-- festzulegen und ausgangsgemäss vo
n der
Beschwerdeführer
in
zu tragen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).