Decision ID: f0977f37-4b6f-4daf-8a2e-27c80684e5c2
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1956 geborene
X._
besitzt sowohl das Primarlehrer
-
als auch das Sekundarlehrerdiplom (
Urk. 6/6/11,
Urk. 6/6/
9). Zudem studierte er Soziologie, Informatik und Volkswirtschaft an der Universität
Y._
(Urk. 6/6/2).
Ab
dem 1. April 2000 arbeitete er als Mitarbeiter im IT-Support
in
der
Z._
und ab dem 3. September 2013 wurde er zu 100 %
krankgeschrieben
(Urk. 6/2/1).
Am 7. Januar 2014 meldete er sich unter
Hinweis auf eine Depression,
auf
Schlaflosigkeit und Unruhe bei der Invalidenversiche
rung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/11).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte
erwerbliche (Urk. 6/22, Urk. 6/28) und medizi
nische
(
Urk. 6/32, Urk. 6/38
)
Auskünfte und die Akten der
Swica
Krankenversi
cherung AG
(
Urk. 6/21,
Urk. 6/30) ein und liess sich
die
v
ertrauensärztliche
n
Begutachtung
en
, welche die BVK
Personalvorsorge des Kantons Zürich
in Auf
trag
gegeben hatte
(Urk. 6/26
, Urk. 6/45
)
, zustellen.
Mit Vorbescheid vom 16. März 2015 teilte die IV-Stelle mit, dass sie gedenke, das Leistungsbegehren abzuweisen (Urk. 6/49). Dagegen erhob
en
sowohl der Versicherte als auch die BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich Einwand (Urk. 6/53, Urk. 6/55). Am 1. Oktober 2015 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (Urk. 6/57 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 1. Oktober 2015
(Urk. 2)
erhob der Versicherte
mit Eingabe vom 30. Oktober 2015
Beschwerde und beantrage sinngemäss, es sei ihm eine Invalidenrente zuzusprechen (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 8. Dezember 2015 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 5). Mit Verfügung vom 9. Dezember 2015 stellte das Gericht dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwort zu (Urk. 7).
Mit Verfügung vom 23. März 2016 wurde die BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich zum Pro
zess beigeladen (Urk. 8). Mit Schreiben vom 19. Mai 2016 verzichtete sie auf eine Stellungnahme (Urk. 11).
Auf die Ausführungen in den Rechtsschriften und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes fallen leichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch, ein
zig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie
erwiesener
massen
therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E.
3.3 mit Hinweis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut
angehbar
sind - gesetzlich ver
langten Konstellation ist den no
rmativen Anforderungen des Art. 7 Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3
). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht
auszuschliessen
sein
(
BGE 140 V 193
E. 3.3
;
BGE
137 V 64
E.
5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E.
4.1).
Eine
Dysthymie
ist nach der im gebräuchlichen Klassifikationssystem ICD-10 enthaltenen Umschreibung eine chronische depressive Verstimmung, die weder schwer noch hinsichtlich einzelner Episoden anhaltend genug ist, um die Krite
rien einer schweren, mittelgradigen oder leichten rezidivierenden depressiven Störung zu erfüllen. Findet sich im Psychostatus nur eine
Dysthymie
, so kann dies
rechtsprechungsgemäss
wohl eine
Einbusse
an Leistungsfähigkeit mit sich bringen, kommt aber für sich allein betrachtet nicht einem Gesundheitsschaden im Sinne des Gesetzes gleich. Diese Schlussfolgerung, die sich auf medizinische Empirie abstützt und damit eine Rechtsfrage darstellt, ist freilich nicht absolut zu setzen; eine
dysthyme
Störung kann die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall erheblich beeinträchtigen, wenn sie zusammen mit anderen Befunden - wie etwa einer ernsthaften Persönlichkeitsstör
ung - auftritt (Urteile des Bundes
gerichts 8C_623/2013 vom 11. März 2014 und 9C_146/2015 vom 19. Januar 2016 E. 3.2, je mit Hinweisen). Diese Grundsätze wurden durch die Recht
sprechung
gemäss
BGE 141 V 281 nicht relativiert (Urteil des Bundesgerichts 9C_146/2015 vom 19. Januar 2016 E 3.2 mit Hinweis; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_162/2015 vom 30. September 2015 E. 3.3.3).
Persönlichkeitsstörungen können aufgrund klinischer psychiatrischer Unter
-
s
uchungen
klar diagnostiziert werden (vgl. BGE 139 V 547 E. 7.1.4; vgl.
Rz
1003 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über die Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 2011 des IVG [KSSB] in der ab 1. Januar 2016 gültigen Fassung). Sie zählen
rechtsprechungs
gemäss
nicht zu den
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage. Die Rechtspre
chung
gemäss
BGE 141 V 281 ist auf Persönlichkeitsstörungen nicht anwendbar (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_730/2015 vom 24. Februar 2016 E. 4.1 und 8C_6/2016 vom 3. Februar 2016 E. 4.2.3).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialver
sicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen Entscheid fest, dass beim Beschwerdeführer gesundheitliche Einschränkungen vorlägen, welche ihn in seiner bisherigen Tätigkeit als IT-
Supporter
aus subjektiver Sicht einschränkten.
Aus den Akten gingen die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung - aktuell mittelgradig - sowie eine schizoide Persönlichkeitsstörung, hervor. Diese Diagnosen begründeten sich aufgrund psychosozialer Faktoren, welche eine subjektiv empfundene Arbeitsunfähigkeit hervorriefen. Es seien keine objektivierbaren anatomischen Befunde
vorhanden
, welche aus
versicherungs
medizinischer
Sicht eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit begründeten (Urk. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer liess in der Beschwerdeschrift vom 30. Oktober 2015 (Urk. 1) festhalten, er sei der Meinung, dass eine depressive Verstimmung nicht durch „Aufbringung der vollen Willensanstrengung“ überwunden werden könne.
Eine umfassende Diagnose, wie sie durch Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH
,
oder den Vertrauensarzt der
BVK
Perso
nalvorsorge
des Kantons Zürich
, Dr.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
vorgenommen worden sei, zeige
die
Unfähigkeit, in den bisherigen Aufgabenbereichen zu arbeiten.
Die sportliche Betätigung werde ihm vom behandelnden Arzt als Therapie gegen
die
Depression und
die
Schlaflosig
keit empfohlen. Das Sportangebot des
Akademischen Sportverbandes Zürich
(
ASVZ
)
ermögliche ihm zudem
,
die Woche zu strukturieren
,
und
gebe ihm
eine rudimentäre soziale Einbindung. Zusammenfassend sei es ihm aufgrund der andauernden Depression und
der
Antriebslosigkeit nicht möglich, im bisherigen Aufgabenbereich zu arbeiten. Ebenso fehle ihm die Energie, eine berufliche Neuorientierung vorzunehmen.
3.
3.
1
Im
Arztbericht von Dr.
A._
vom 13. Januar 2014 sind als Diagnosen eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) sowie eine neurotische Depression seit der Adoleszenz (ICD-10: F34.1)
aufgeführt
. Seit dem jungen Erwachsenenalter bestehe eine depressive Grundstimmung. Durch viel Sport habe sich der Beschwerdeführer über die Jahre auf subdepressivem Niveau stabil halten können, wodurch die Arbeitsfähigkeit erhalten geblieben sei. Im Januar
2013
sei der Beschwerdeführer
aufgrund eines depressiv-ängstlichen Zustandsbildes
durch den Hausarzt an ihn überwiesen worden. Auslöser seien Spannungen mit Vorgesetzten am Arbeitsplatz gewesen.
Er habe sich schika
niert und überfordert gefühlt. Symptomatisch hätten sich ausgeprägte Schlaf
störung
en
, eine bedrückte Stimmung, Angst- und Panikgefühle, ein Verlust der Freude und des Lebenssinnes mit Suizidgedanken, Konzentrationsstörungen sowie eine ausgeprägte Adynamie gezeigt.
Seit
dem 1. Oktober 2013 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 6/21/1).
Es stelle sich die Frage
, ob der Arbeitsplatz zum Teil Aspekte eines Nischenarbeitsplatzes
gehabt habe
, indem der Beschwerdeführer ohne enge Kontrolle seine Arbeit
habe
verrichten k
önnen
(Urk. 6/21/2).
3.2
Dr. med.
B._
führte im Gutachten
vom 5. Februar 2014 als Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradig (ICD-10: F33.1) auf dem Boden einer neurotischen Depression (
Dysthymie
, ICD-10: F34.1) und einer schizoiden Persönlichk
eitsstörung (ICD-10: F60.1) auf
(Urk. 6/26/6).
Zur Arbeitsfähigkeit führte er aus, es könne noch nicht abschliessend beurteilt werden, ob sich daraus eine vollständige Berufsunfähigkeit ergebe. Immerhin sei davon auszugehen, dass wohl im besten Fall eine Arbeitsfähigkeit von rund 50 % wiedererlangt werden könne. Er stimme mit Dr.
A._
überein, dass sich der Beschwerdeführer recht lange in einer Art Nischenarbeitsplatz habe halten können
,
und man nicht davon ausgehen könne, dass er auf dem ersten Arbeitsmarkt wieder voll arbeitsfähig werde (Urk. 6/26/7).
3.3
Gemäss dem psychiatrischen Untersuchungsbericht von Dr. med.
C._
, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH und Facharzt für Pharmazeutische Medizin FMH, vom 10. März 2014
,
war der psychopathologische Befund zum Zeitpunkt der Evaluation durch eine weitgehend wieder ausgeglichene
Stim
mungslage
gekennzeichnet. Die affektive Auslenkbarkeit sei ebenfalls grössten
teils intakt gewesen. Im Affekt habe der Beschwerdeführer gekränkt mit Blick auf Konflikte im beruflichen Bereich gewirkt. Im Auftreten habe er sich
situa
-
ti
onsangemessen
und freundlich und im Ton verbindlich verhalten. Er habe mit fester Stimme gesprochen und sei in der Lage gewesen, Blickkontakt zu halten. Psychomotorisch sei er ausgeglichen gewesen. Die kognitiven Fähigkeiten wie Konzentration, Auffassung, Merkfähigkeit, Erinnerung und
Umstellungsfähig
keit
im Gespräch seien im Rahmen der klinischen Prüfung während der Evalua
tion intakt gewesen. Ein flüssiger Gesprächsverlauf sei durchgehend möglich gewesen. Im äusseren Erscheinen sei er gepflegt gewesen. Im formalen Denken sei der Beschwerdeführer strukturiert und geordnet gewesen. Das inhaltliche Denken sei im Rahmen der Evaluation situationsbezogen auf die Schilderung von Biographie und Krankheitsentwicklung gerichtet gewesen. Gedanklich habe eine Beschäftigung mit der im Moment schwierigen persönlichen Situation, vor
allem mit Blick auf die derzeit ungewisse berufliche Perspektive, bestanden. Zeichen psychotischen Denkens, Erlebens, Wahrnehmens oder Verhaltens hätten sich nicht finden lassen. Hinweise auf eine aktuelle Eigen- oder
Fremdgefähr
dung
hätten ebenfalls nicht vorgelegen (Urk. 6/30/13-14).
Zusammengefasst liege mittlerweile ein rückläufiges Krankheitsgeschehen vor. Das klinische Bild sei mit einer mittelgradigen depressiven Episode vereinbar, die inzwischen weitgehend remittiert sei. Im Moment bestünden noch Rest
-
be
schwerden
auf affektiver und psychophysischer Ebene, die aber unspezifisch seien. Das klinische Bild sei ursprünglich durch eine mittelgradig ausgeprägte Depression gekennzeichnet gewesen (Urk. 6/30/14).
Der Beschwerdeführer sei an einem anderen Arbeitsplatz innerhalb der Zentral
-
bib
liothek
und in der Hierarchielinie eines anderen Vorgesetzten oder aber in einer vergleichbaren beruflichen Tätigkeit ausserhalb der
Zentralbiblio
thek
schon jetzt wieder voll arbeitsfähig (Urk. 6/30/14).
3.4
In einem
weiteren Bericht
vom 28. April 2014
führte
Dr.
A._
als Diagnose
erneut
eine rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradig (ICD-10: F.33.1)
, bestehend seit der Jugend,
auf
(Urk. 6/32/2).
Er attestierte weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und ergänzte, es müsse davon ausgegangen wer
den
, dass der Beschwerdeführer auf dem ersten Arbeitsmarkt keine
existenz
sichernde
Tätigkeit /
Leistung mehr erbringen könne (Urk. 6/32/
2-
3).
3.
5
Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) hielt in seiner Stellungnahme vom 12. Mai 2014 fest, in Zusammenfassung der vorliegenden Befunde sei
,
trotz des aktuell auslösenden Anlasses einer Auseinandersetzung am Arbeitsplatz
,
von einem namhaften psychischen Gesundheitsschaden auszugehen. Eine
höhergra
dige
Arbeitsunfähigkeit sei seit dem 3. September 2013 attestiert (Urk. 6/48/5).
3.6
Am
2. Oktober 2014
berichtete Dr.
A._
wiederum von
einer
rezidivierenden depressiven Störung, aktuell mittelgradig (ICD-10: F33.1)
,
und
zusätzlich
von
einer
neurotische
n
Depression (ICD-10: F34.1).
D
er Zustand
,
ohne die Belastung / Anforderung einer Arbeit
,
habe sich
auf
einem mittelgradig depressive
n
Niveau
stabilisiert.
Der Beschwerdeführer bewältige den Alltag, indem er ritua
lisiert Aktivitäten nachgehe. Er gehe am Morgen stets ins gleiche
Café
,
um die Zeitung zu
lesen, erledige kleine Einkäufe und
absolviere regel
-
mässige Trai
nings mit einer Laufgruppe. Andere soziale Kontakte habe
er
nur vereinzelt. Unter Belastungen irgendwelche
r Art verschlechtere sich sein Z
ustand unmittel
bar und es daure einige Zeit bis zu einer erneuten
Stabili
-
sierung
(Urk. 6/38/2).
3.7
Im Gutachten vom 22. Oktober 2014
, das die BVK Personalvorsorge des Kan
tons Zürich in Auftrag gegeben hatte, erhob
Dr.
B._
dieselben Diag
nosen wie im Gutachten vom 5. Februar 2014, nämlich eine rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradig, auf dem Boden einer neurotischen Depression und einer schizoiden Persönlichkeitsstörung
(Urk. 6/45/7).
Unter „
Psychiatrische
B
eurteilung
“ hielt Dr.
B._
fest, der Beschwerdeführer
sei
pünktlich
erschienen
und
habe
sich kooperativ
gezeigt
.
Im ganzen Auftreten sei
er
unsicher, ungelenk, verlegen lachend und immer wieder weinend, also sehr stimmungslabil. Die Stimmung sei aufgewühlt, die Wahrnehmung sei hauptsächlich projektiv (die Fehler lägen immer bei den anderen). Er habe eine leicht verzerrte Selbsteinschätzung und Mühe
,
sein Verhalten selbstkritisch zu betrachten. Er verfüge lediglich über ein minimales Selbstwertgefühl und sei
s
tress- und
d
ruckintolerant sowie hilflos. Seine Angaben seien vage, umständ
lich
,
von Ambivalenzen geprägt und ohne klare Orientierung. Die psychischen Grundfunktionen seien nicht grob gestört. Die
konzentrative
Belastbarkeit sei über kurze Zeit nur leicht eingeschränkt. Sein fast beziehungsloses Leben emp
finde er nicht als problematisch. Er fühle sich nicht speziell einsam. Er finde Befriedigung hauptsächlich im Sport, welchen er täglich betreibe
(Urk. 6/45/8)
.
Die heutige Symptomatik entspreche einer etwa mittelgradigen depressiven Stö
rung im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung bei
einer
seit vielen Jahren bestehenden
chronisch
en
depressive
n
Verstimmung.
De
r
Beschwerde
führer
sei immer schon pessimistisch
und
freudlos gewesen und habe sich unzulänglich gefühlt (neurotische Depression
/
Dysthymie
). Ebenso
hätten sich
seit Jahrzehnten die Merkmale der schizoiden Persönlichkeitsstörung durch die emotionale Distanziertheit, das Einzelgängertum, den Mangel an engen Freun
den und Beziehungen und die deutlich mangelnde Sensibilität im Erkennen und Befolgen gesellschaftlicher Regeln
gezeigt (Urk.
6/45/8)
.
Die defizitäre Persönlichkeitsentwicklung erstaune vor
dem Hintergrund der frühen Deprivation kaum. Kinderneurotis
che Brückensymptome wie
J
actatio
capitis
und
eine
protrahierte
Enuresis
nocturna
hätten
die defizitäre Persönlich
keitsentfaltung schon früh an
gekündigt
und
die Spuren
würden
sich durch seine ganze Lebensgeschichte hindurch verfolgen
lassen
: Ein einziges Mal habe er eine längere Beziehung zu einer (allerdings verheirateten) Frau gehabt. Während des Studiums
habe
er ineffizient
gearbeitet
und im Beruf als Sekun
darlehrer
habe er sehr bald versagt
, weshalb er in den EDV
-
Bereich
gewechselt habe
.
A
ber auch
da
sei er
nicht sehr erfolgreich
gewesen
.
Zudem
habe
er ein weiteres Studium an
gefangen
, um sich den Anforderungen des ersten Arbeits
marktes zu
entziehen. Schliesslich habe er in der Zentralbibliothek eine Nischenstelle gefunden. Dort habe es recht lange gut funktioniert, bis es im zwischenmenschlichen Bereich wieder zu Schwierigkeiten und schliesslich zum Scheitern gekommen sei (Urk. 6/45/8).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, dass die depressive Symptomatik mit sehr labiler Stimmung, hoher Sensibilität im Verbund mit der ausgeprägten Persönlichkeitsstörung, welche zu einem schwer getrübten Verhältnis am Arbeitsplatz geführt habe, die Arbeitsfähigkeit bezüglich dem bisherigen Arbeitsplatz weiterhin und d
auerhaft vollständig einschränk
e.
Der weitere Ver
lauf habe gezeigt, dass
von einer vollständigen Berufsunfähigkeit für den Beruf als IT-
Supporter
im ersten Arbeitsmarkt auszugehen sei
(Urk. 6/45/8-9).
Zu einer angepassten Tätigkeit wurde ausgeführt, dass Routinetätigkeiten ein
fachster Art mit wenig Zeitdruck, geringer Teaminteraktion in einem sehr wohlwollenden und verständnisvollen Milieu, also an einem geschützten Arbeitsplatz
,
vorstellbar seien.
Insgesamt sei von einer bleibenden Einschrän
kung von mehr als 70 % für jegliche Tätigkeiten im ersten Arbeitsmarkt auszu
gehen. Eingliederungsmassnahmen und berufliche Massnahmen anderer Art hätten keine Aussicht auf Erfolg und erübrigten sich (Urk. 6/45/9).
3.8
In einer weiteren Stellungnahme vom 9. Februar 2015
hielt der RAD
an seinen Ausführungen
fest
und ergänzte, dass
a
b dem 3. September 2013 von einer 70%igen Arbeitsunfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt ausgegangen werden
könne
(Urk. 6/48/7)
.
4.
4.1
Das
Gutachten
von Dr.
B._
vom 22. Oktober 2014
(Urk. 6/45) beruht
auf der gesamten Aktenlage,
berücksichtigt die anamnestischen Angaben des Beschwerdeführers und basiert zudem auf
eigenen Untersuchungen.
Die darin gemachten Ausführungen sind fundiert und nachvollziehbar,
so dass das Gut
achten die Anforderungen
gemäss
des
bundesgerichtlichen Rechtsprechung erfüllt
.
Die zusätzlich
eingeholten Arztberichte
stehen dazu nicht im Widerspruch. Der B
ericht
von Dr.
C._
vom
10. März 2014
, welcher von einem rückläufigen Krank
heitsbild
und einer
weitgehende
n
Remission der
mittelgradigen
depres
-
siven
Epi
sode
ausging
(
vgl.
Urk. 6/30/14)
,
entspricht -
wie Dr.
B._
in seinem Gutachten vom 22. Oktober 2014
überzeugend
ausführte - einer Momentauf
nahme. Die ganze Beurteilung fand zudem ohne Miteinbezug der erheblich
belasteten
Anamnese
statt (vgl. Urk. 6/45/10
).
In den restlichen Arztberichten ist als Diagnose stets eine Depression oder eine rezidivierende depressive Störung aufgeführt.
Somit
führen die weiteren Arztberichte zu keinem anderen Resultat und es ist
auf die
Diagnosen, welche im
Gutachten
genannt werden,
abzustel
len
.
Dr.
B._
ging von einer
bleibenden
Arbeitsunfähigkeit von mehr als
70 %
für jegliche Tätigkeiten im ersten Arbeitsmarkt aus
(Urk. 6/45/9)
.
Dies begründete er mit
der depressiven Symptomatik im Verbund mit der ausge
prägten Persönlichkeitsstörung, welche erhebliche Einschränkungen im Bereich der sozialen Interaktion, eine hohe Kränkbarkeit, und eine mangelnde Sensibi
lität im Erkennen und Befolgen gesellschaftlicher Regeln und Gepflogenheiten bewirke
(Urk.
6
/
45/8-9
).
Die
attestierte
Arbeitsunfähigkeit
für den Beruf als IT-
Supporter
als auch für jede andere Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt
ist
aufgrund der gestellten Diag
nosen nachvollziehbar.
Davon ging auch der RAD-Arzt in seinen Stellung
nahmen vom 12. Mai 2014 un
d vom 9. Februar 2015 aus (
Urk.
6/48
/
5 und 6/48/7
).
Die Annahme einer mindestens 70%igen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt stimmt überdies mit den Ausführungen von
Dr.
A._
überein, welcher festhielt,
es müsse davon ausgegangen wer
den
, dass der Beschwerdeführer auf dem ersten Arbeitsmarkt keine
existenz
sichernde
Tätigkeit / Leistung mehr erbringen könne (Urk. 6/32/3). Lediglich Dr.
C._
erachtete den Beschwerdeführer im Bericht vom 10. März 2014 als an jedem anderen als dem bisherigen Arbeitsplatz zu 100
%
arbeitsfähig (
Urk.
6/30/14). Auf seine auf einer Momentaufnahme beruhende Einschätzung kann jedoch - wie oben ausgeführt - nicht abgestellt werden.
4.2
Die Beschwerdegegnerin zweifelte den Beweiswert des eingeholten Gutachtens
von
Dr.
B._
nicht direkt an. Vielmehr stellte sie sich auf den Stand
punkt, aus
rechtlicher
Sicht sei eine andere Beurteilung vorzunehmen als aus medizinischer. Aufgrund der vorhandenen Ressourcen erachtete sie eine Erwerbstätigkeit als weiterhin zumutbar (vgl. Urk. 2 S. 2, Urk. 6/48/7-8).
Weder die diagnostizierte rezidivierende depressive Störung mittleren Grades (ICD-10: F33.1) noch die ebenfalls als Diagnose erhobene
Dysthymie
oder neurotische Depression (ICD-10: F 34.1) vermögen nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für sich allein betrachtet eine Invalidität zu begründen (vgl. die in Erwägung 1.4 zitierten Urteile des Bundesgerichts). Zu prüfen ist daher, ob die attestierte schizoide Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.1) - gegebenenfalls im Zusammenhang mit den depressiven Störungen - einen
invalidenversiche
rungsrechtlich
relevanten Gesundheitsschaden darstellt oder ob es sich dabei - wie die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung vom 1. Oktober 2015 an
-
nahm - nur um eine Folge psychosozialer Umstände handelt, die nach der Recht
sprechung des Bundesgerichts nicht als invalidisierender
psychischer
Gesund
heitsschaden
gilt
(BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Für die Qualifikation als schizoide Persönlichkeitsstörung müssen die
typischen Symptome der
diagnostischen Leitlinien sowie mindestens drei der jeweils genannten Eigenschaften oder Verhaltensweisen
der
schizoiden
Persönlich
keitsstörung
gegeben sein
.
Eigenschaften oder Verhaltensweisen der schizoiden Persönlichkeitsstörung sind
:
w
enige oder überhaupt keine Tätigkeiten bereiten Vergnügen (1), emotionale Kühle, Distanziertheit oder flache Affektivität (2), geringe Fähigkeit, warme, zärtliche Gefühle oder auch Ärger anderen gegenüber zu zeigen (3), anscheinende Gleichgültigkeit gegenüber Lob oder Kritik (4), wenig Interesse an sexuellen Erfahrungen mit einer anderen Person,
unter Berücksichtigung des Alters (5),
übermässige
Vorliebe für einzelgängerische Beschäftigungen (6),
übermässige
Inanspruchnahme durch Fantasie und Intro
spektion (7), Mangel an engen Freunden oder vertrauensvollen Beziehungen (oder höchstens zu einer Person) und fehlender Wunsch nach solchen Bezie
hungen (8) und deutlich mangelnde Sensibilität im Erkennen und Befolgen gesellschaftlicher Regeln (9)
.
Die typischen Symptome der diagnostischen Leitli
nien sind: deutliche Unausgeglichenheit in den Einstellungen und im Verhalten in mehreren Funktionsbereichen wie Affektivität, Antrieb, Impulskontrolle, Wahrnehmen und Denken sowie in den Beziehungen zu anderen (1), das auffäl
lige Verhaltensmuster ist andauernd und gleichförmig und nicht auf Episoden psychischer Krankheiten begrenzt (2), das auffällige Verhaltensmuster ist tief
greifend und in vielen persönlichen und sozialen Situationen eindeutig unpas
send (3), die Störungen beginnen immer in der Kindheit oder Jugend und manifestieren sich auf Dauer im Erwachsenenalter (4) und die Störung führt zu deutlichem subjektiven Leiden, manchmal jedoch erst im späteren Verlauf (5) und die Störung ist meistens, aber nicht stets, mit deutlichen Einschränkungen der beruflichen und sozialen Leistungsfähigkeit verbunden (6)
;
(
vgl.
D
illing
/
M
ombour
/S
chmidt
[Hrsg.],
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitlinien, 9. Aufl. 2014, S. 27
6 ff.
).
Als typische Symptome wurden
beim Beschwerdeführer
eine emotionale Distan
ziertheit, eine Vorliebe für einzelgängerische Beschäftigungen, ein Mangel an engen Freund
schaften
und Beziehungen sowie eine deutlich mangelnde Sensi
bilität im Erkennen und Befolgen gesellschaftlicher Regeln festgestellt
(vgl. Urk. 6/45/8
).
Damit
sind vier
Merkmale, welche
für die Qualifikation als schi
zoide Persönlichkeitsstörung erforderlich
sind,
erfüllt
.
Die deutliche Unausgeglichenheit manifestiert sich im verminderten Antrieb,
in
der Negativsymptomatik und im praktisch beziehungslosen Leben (vgl. Urk. 6/45/6, Urk. 6/45/8).
Überdies fand die defizitäre Persönlichkeitsentwick
lung ihren Anfang bereits in der frühen Deprivation (Urk. 6/45/8)
, womit
die Störungen auch bereits in der Kindheit
oder Jugend
begannen
(vgl. Urk. 6/45/7)
.
Das auffällige Verhaltensmuster zieht sich zudem durchs ganze Leben: Beispielsweise hatte er in der Rekrutenschule Autoritätsprobleme oder er konnte sich als Sekundarlehrer gegen die Schüler nicht durchsetzen oder er verfügte über keine effiziente Arbeitsweise als Student (Urk. 6/45/7). Dass dieses Verhaltensmuster tiefgreifend ist und in vielen persönlichen und sozialen Situ
ationen eindeutig unpassend ist, ergibt sich aus den verschiedenen
Lebenssitua
tionen
, in welchen in der Vergangenheit Schwierigkeiten auftauchten.
Das sub
jektive Leiden ist aufgrund der
von
Dr.
A._
geschilderten
Negativsympto
matik
,
der
Anhedonie
und
der
Antriebslosigkeit ausgewiesen (Urk. 6/45/
6
).
Schliesslich
ist aufgrund des Scheiterns im Beruf und des Mangels an engen Freunden und Beziehungen eine deutliche Einschränkung der Leistungsfähigkeit ausgewiesen.
Somit sind auch d
ie typischen Symptome der diagnostischen Leit
linien
erfüllt.
Da somit eine ernsthafte Persönlichkeitsstörung vorliegt, kommt
sie zusammen mit der
Dysthymie
einem Gesundheitsschaden im Sinne des Gesetzes
gleich
.
E
s ist
daher
nicht einleuchtend, wenn die IV-Stelle entgegen den Ausführungen im Gutachten von Dr.
B._
vom 22. Oktober 2014 (vgl. Urk. 6/45)
annimmt
, dass psychosoziale Faktoren zu einer subjektiven Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit geführt hätten und
von
der
Überwindbarkeit des
Gesund
heitsschadens
im Sinne von
Art.
7
Abs.
2 ATSG ausgeht (vgl. Urk. 2 S. 2, Urk. 6/48/7-8).
4.3
S
omit
ist
aufgrund des psychiatrischen Gutachtens
von Dr.
B._
(Urk.
6
/
45
) von einer
mindestens
70
%igen Arbeitsunfähigkeit
für jegliche Tätig
keiten im ersten Arbeitsmarkt auszugehen.
Diese Arbeitsunfähigkeit ist in Über
einstimmung mit dem RAD ab dem 3. September 2013
festzusetzen, da der Beschwerdeführer ab
diesem Datum
zu 100 %
krankgeschrieben
wurde
(
vgl.
Urk. 6/1/1
, Urk. 6/2/1, Urk. 6/7
).
5
.
5
.1
Zu prüfen bleibt, wie sich die festgestellte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Erwerbsbereich auswirkt. Für die Zeit ab
September
2013 gilt Folgendes: Da sowohl in einer angepassten Tätigkeit als auch in der angestammten Tätigkeit eine Restarbeitsfähigkeit von
3
0 % besteht, ist beim Validen- und beim
Invali
deneinkommen
auf dieselben Tabellenlöhne abzustellen, weshalb ein
Prozent
vergleich
vorgenommen werden kann
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_364/2015 vom 18. Dezember 2015 E. 3.2)
.
Bei einer Arbeitsfähigkeit von
3
0 % ergibt sich eine zugleich dem Invaliditätsgrad entsprechende
Erwerbsein
busse
von
7
0 %, welche zu einem Anspruch de
s
Beschwerdeführer
s
auf eine
ganze
Invaliden
rente
führt.
5
.2
Da der Beschwerdeführer ab dem 3. September 2013 krankgeschrieben wurde, begann d
as
Wartejahr
ab diesem Datum
zu laufen
.
Bei einer Arbeitsunfähigkeit von
weiterhin
70
% in allen Tätigkeiten, welche
aufgrund der Akten mindestens
auch der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit während
des Wartejahres
ent
spricht
(vgl. Urk. 6/1/1, Urk. 6/7/1, Urk. 6/12/4
,
Urk. 6/12/6
, Urk. 6/30/1-10, Urk. 6/36/2)
,
besteht bei Ablauf der Wartezeit am 1.
September
2014 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente
(vgl. die Urteile des Bundesgerichts 9C_996/2010 und 9C_1005/2010 vom 5. Mai 2011, E. 7.1 mit Hinweisen)
.
Die Verfügung vom 1. Oktober 2015 ist daher aufzuheben und es ist festzu
stellen, dass der Beschwerdeführer aufgrund der ausgewiesenen Arbeitsunfähig
keit von
mindestens
70 % ab dem
3. September 2013 unter Einhaltung des Wartejahres ab dem
1.
September
2014
Anspruch auf
eine ganze Invalidenrente
hat.
Die Beschwerde ist daher gutzuheissen
.
6
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungslei
s
tungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die
Rück
weisung
der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Ver
fügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2).
Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.