Decision ID: 45785b19-08a4-5fa0-beac-c2207cd5ba33
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 15. Februar 2010 wegen Herzproblemen und eines
Rückenleidens zum Bezug von Invalidenleistungen (Hilfsmittel, Berufliche Integration,
Rente) an (IV-act. 1, 4). Seit September 1995 arbeitete er als Mitarbeiter in der
Stanzerei einer Metallverarbeitungsfirma (IV-act. 26-1 f.). Sein Hausarzt Dr. med. B._,
Allgemein- und Tropenmedizin FMH, hatte ihm mit Zeugnis vom 10. November 2009
vom 5. bis 25. Oktober 2009 eine 50%ige und ab 26. Oktober 2009 eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert (IV-act. 7-6). Vom 25. Januar bis 13. Februar 2010 war der
Versicherte in der Klinik Valens hospitalisiert. Bei seinem Austritt attestierten ihm die
Ärzte, es sei ihm zumindest ein vorläufiger Wiedereinstieg in die bisherige Tätigkeit
(Metallbranche) mit 50%iger Arbeitsfähigkeit zumutbar. Über eine entsprechende
Steigerung der Arbeitsfähigkeit habe der behandelnde Kardiologe zu entscheiden (IV-
act. 7-7). Gemäss den Angaben des Hausarztes vom 26. Februar 2010 litt der
Versicherte unter einem lumbospondylogenen Syndrom, einer Schwerhörigkeit
beidseits und einer valvulären kongenitalen Herzkrankheit mit schwerem, knapp
kompensiertem Aortenvitium (IV-act. 28-1).
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A.b Vom 10. bis 12. Mai 2010 war der Versicherte in der Kardiologie des
Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) hospitalisiert, wo Vorbereitungen für einen
Aortenklappenersatz im Universitätsspital Zürich (USZ) getroffen wurden (IV-act. 36,
39). Am 17. September 2010 wurde ihm im USZ operativ die Aorta ascendens ersetzt.
Danach weilte er bis zum 14. Oktober 2010 stationär in der Klinik C._ zur
Rehabilitation (IV-act. 49-5; 52). Am 7. Dezember 2010 wurde beim Versicherten im
USZ eine Plattenosteosynthese des Manubriums und am 15. Dezember 2010 eine
Hämatomausräumung am Manubrium Sterni durchgeführt (IV-act. 60); ab 20.
Dezember 2010 wurde wegen eines Infekts mit einer Antibiotika-Therapie begonnen
(IV-act. 93-2). Vom 20. bis 23. Februar 2011 war der Versicherte im USZ in stationärer
Behandlung (IV-act. 76-5).
A.c Die Arbeitgeberin kündigte dem Versicherten die Arbeitsstelle per 30. April 2011
(Fremdakten: Kündigung vom 24. Januar 2011). Im Bericht vom 2. Mai 2011 führte
Hausarzt Dr. B._ aus, die operativ behobene kongenitale "valguläre" Kardiopathie
habe einen Sternuminfekt nach sich gezogen, der immer noch in Therapie sei. Die
bekannten Rückenschmerzen mit lumbospondylogenem Schmerzsyndrom seien nach
wie vor vorhanden und bewirkten auch eine Aggravierung des Gesamtbildes. Neu sei
eine Verarbeitungsstörung der Gesamtsituation dazugekommen mit depressiven Zügen
und auch Angsterscheinungen. Er erachte den Versicherten leidensadaptiert als zu
30-40% arbeitsfähig (IV-act. 80-3). Gemäss dem Bericht der Klinik für Herz- und
Gefässchirurgie des USZ vom 10. Mai 2011 blieb der Versicherte bis zur
Neubeurteilung in drei Monaten zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 92-2).
A.d Nach einem Gespräch mit dem Eingliederungsverantwortlichen (IV-act. 97) teilte
die IV-Stelle dem Versicherten am 14. Juli 2011 mit, dass kein Anspruch auf berufliche
Massnahmen bestehe. Dies, weil er sich derzeit nicht in der Lage sehe, einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen, und die Rentenprüfung beantrage (IV-act. 100).
A.e Mit Berichten vom 20. Juli und 12. September 2011 attestierte die Klinik für Herz-
und Gefässchirurgie des USZ dem Versicherten weiterhin eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 108-3, 111).
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A.f Am 4., 14. und 18. Juni 2012 wurde der Versicherte im Medizinischen Zentrum
D._ polydisziplinär (allgemeinchirurgisch-internistisch, rheumatologisch und
psychiatrisch) begutachtet (IV-act. 148). Im Gutachten vom 26. November 2012 hielten
die Gutachter als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bewegungs- und
v.a. belastungsabhängige chronifizierte Beschwerden im Bereich des Sternums, eine
eingeschränkte kardiopulmonale Leistungsfähigkeit bei massiver Dekonditionierung
sowie bewegungs- und belastungsabhängige lumbovertebrale Missempfindungen fest.
Die ebenfalls diagnostizierten sonstigen depressiven Episoden (atypische oder larvierte
Depression; ICD-10 F32.8) mit vermutlich Panikattacken als sekundärer Folge seien
ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 166-59 f.). Die Gutachter gingen von einer
Teilarbeitsfähigkeit von 80% in einer angepassten Tätigkeit aus (IV-act. 166-67). RAD-
Ärztin Dr. med. E._ befand das Gutachten in der Stellungnahme vom 7. Dezember
2012 als nachvollziehbar, weshalb darauf abzustellen sei (IV-act. 169).
A.g Im Vorbescheid vom 3. Januar 2013 stellte die IV-Stelle dem Versicherten eine
Ablehnung des Rentengesuchs gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 28% in Aussicht
(IV-act. 176). Dem dagegen am 8. Februar 2013 durch Rechtsanwalt lic. iur. R. Zahner
für den Versicherten erhobenen Einwand (IV-act. 180) kam die IV-Stelle mit Verfügung
vom 11. März 2013 nicht nach, nachdem sie eine Stellungnahme von RAD-Ärztin Dr.
E._ eingeholt hatte (vgl. IV-act. 182). Sie hielt im Sinne des Vorbescheids unverändert
an einer Rentenabweisung fest (IV-act. 183).
A.h Mit Verfügung vom 13. März 2013 lehnte die IV-Stelle das im Einwand gestellte
Gesuch des Versicherten um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im
Verwaltungsverfahren ab (IV-act. 185).
B.
B.a Gegen die Verfügungen vom 11. und 13. März 2013 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 12. April 2013. Der Beschwerdeführer lässt darin durch seinen
Rechtsvertreter deren Aufhebung beantragen. Zudem sei der Beschwerdeführer unter
Beachtung nachfolgender Ausführungen nochmals polydisziplinär abzuklären und es
sei gestützt auf die Ergebnisse über die ihm zustehenden Rentenleistungen zu
entscheiden. Eventualiter sei dem Beschwerdeführer fortlaufend mindestens eine IV-
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Viertelsrente auszurichten bzw. subeventualiter sei ihm eine befristete Invalidenrente
zuzusprechen. Auch sei ihm die unentgeltliche Rechtsverbeiständung im
Einwandverfahren zu bewilligen und es sei ihm die unentgeltliche Prozessführung und
Rechtsverbeiständung im Beschwerdeverfahren zu gewähren; unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Zur Begründung macht der Rechtsvertreter geltend, es fehle im
Gutachten sowohl ein konkretes Datum, an welchem eine Konsensbesprechung
zwischen den Gutachtern stattgefunden habe, als auch an einer Auseinandersetzung
mit der Sternum-Instabilität und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ebenso
fehle es an einer kritischen Auseinandersetzung mit den abweichenden Vorakten. Im
Weiteren sei der Verlauf der Arbeitsunfähigkeit nicht schlüssig festgehalten und es
bestünden verschiedene Unzulänglichkeiten, die das Gutachten insgesamt als nicht
beweistauglich erscheinen liessen. Schliesslich sei die Beschwerdegegnerin beim
Einkommensvergleich von einem falschen Valideneinkommen ausgegangen und habe
zu Unrecht trotz der qualitativen Einschränkungen des Beschwerdeführers keinen
Tabellenlohnabzug von 15% berücksichtigt. Selbst wenn das D._-Gutachten
berücksichtigt würde, hätte der Beschwerdeführer Anspruch auf eine befristete Rente,
da die Gutachter erst ab dem Gutachtenszeitpunkt von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit
ausgingen (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 28. Mai 2013 beantragt die Beschwerdegegnerin,
dass dem Beschwerdeführer ab September 2010 eine ganze und ab April 2011 bis und
mit Mai 2012 eine halbe Rente auszurichten sei. Im Übrigen sei die Beschwerde sowohl
hinsichtlich eines weiteren Anspruchs auf Rente als auch eines Anspruchs auf
unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Vorbescheidverfahren abzuweisen. Gestützt
auf das D._-Gutachten erscheine ein Anspruch auf eine befristete Rente als
ausgewiesen. Im Übrigen sei aber ein Tabellenlohnabzug in Höhe von 15% nicht
begründet, da dem Beschwerdeführer weiterhin leichte bis mittelschwere Tätigkeiten
zumutbar seien (act. G 3).
B.c In der Replik vom 1. Juli 2013 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest
(act. G 6). Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act.
G 8).

Erwägungen:
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1.
1.1 Zwischen den Parteien sind der Rentenanspruch (Verfügung vom 11. März 2013)
sowie der Anspruch auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren
(Verfügung vom 13. März 2013) strittig. Nachfolgend ist zunächst der Anspruch auf eine
Rente zu prüfen.
1.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Der Grad der für einen allfälligen
Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
1.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
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Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige
Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
2.
2.1 Beim Beschwerdeführer wurde bereits im Bericht der Rheumatologie und
Rehabilitation des KSSG vom 3. Dezember 1999 ein lumbovertebrales Syndrom bei
ausgeprägter Fehlhaltung der Wirbelsäule, muskulärer Dysbalance und
Haltungsinsuffizienz der statischen Rückenmuskulatur diagnostiziert (IV-act. 8). Wie
den Akten zu entnehmen ist, wurde u.a. am 30. September 2009 ein MRT der LWS
gemacht. Dieses zeigte nebst einer Streck-Fehlstellung der LWS und des
thorakolumbalen Übergangs und einem primär eng angelegten Spinalkanal mit kurzen
Pedikeln eine flache breitbasige medio-bilaterale Diskusprotrusion der LWK4/5, sowie
eine flache rechts paramediane bis laterale Diskushernie der LWK5/SWK1 mit
Impression des Duralsackes und leichter Dorsalverlagerung der rechten S1-Wurzel,
aber keine Spinalkanalstenose (IV-act. 31-14). Laut Hausarzt Dr. B._ bestand seit 5.
Oktober 2009 eine Arbeitsunfähigkeit von 50%, vom 26. Oktober 2009 bis 14. Februar
2010 eine von 100% und ab 15. Februar 2010 wiederum eine 50%ige (IV-act. 28).
Gemäss dem Austrittsbericht der Klinik C._ vom 22. Februar 2010, wo der
Beschwerdeführer vom 25. Januar bis 13. Februar 2010 auf Grund des
lumbospondylogenen Syndroms hospitalisiert war, konnte er durch ein intensives und
in hoher Therapiedichte durchgeführtes Rehabilitationsprogramm durch Verbesserung
der allgemeinen Kraft profitieren und dabei auch die lumbale Stabilisationsfähigkeit
unter zunehmender suffizienter Einnahme ergonomischer Körperpositionen ausbauen.
Für die Zeit während des stationären Aufenthalts bestand eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit. Im Anschluss muteten die Klinikärzte dem Beschwerdeführer einen
vorläufigen Wiedereinstieg in die bisherige Tätigkeit (Metallbranche) mit 50%iger
Arbeitsfähigkeit (halbtags) zu. Der Entscheid über eine Steigerung sollte jedoch durch
den Kardiologen erfolgen (IV-act. 31-8). In der Folge arbeitete der Beschwerdeführer
bis zur Operation an der Aorta im USZ am 17. September 2010 mit einem Pensum von
50% neu in der Druckerei (vgl. IV-act. 60-6 ff. und Fremdakten). Danach war er zu
100% arbeitsunfähig. Diese Arbeitsunfähigkeit verlängerte sich, weil wegen chronischer
bewegungsabhängiger sternaler Schmerzen eine Plattenosteosynthese des
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Manubriums (am 7.12.2010) und eine Hämatomausräumung am Manubrium Sterni (am
15.12.2010) vorgenommen werden mussten bzw. ein Sternuminfekt die Heilung
verzögerte (IV-act. 60-2 f., 60-11, 80-3). Im Bericht vom 3. Mai 2011 befand Hausarzt
Dr. B._, dass dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit kaum mehr zumutbar
sei. Demgegenüber seien ihm wechselbelastende Tätigkeiten von maximal 30 - 40%
täglich wieder zumutbar. Dies initial zwar in reduziertem Ausmass (IV-act. 80-5; vgl.
auch Fremdakten: Bericht von Dr. B._ vom 3. Mai 2011 an
Krankentaggeldversicherer). Auch seien die bekannten Rückenschmerzen nach wie vor
vorhanden und würden eine Aggravierung des Gesamtbildes bewirken (vgl. Bericht von
Dr. B._ vom 2. Mai 2011, IV-act. 80-3). Gestützt auf ein in der Poliklinik des USZ
durchgeführtes CT hielt Prof. Dr. med. F._, Klinik für Herz- und Gefässchirurgie des
USZ, am 10. Mai 2011 reizlose Wundverhältnisse, eine Druckdolenz im Bereich des
Manubrium sterni sowie eine leichte Verschieblichkeit im Bereich desselben fest.
Ansonsten liege ein stabiles Sternum vor. Weiterhin sei die chronische
Schmerzsituation die vordergründige Problematik. Auf Grund der gesamten Befunde
werde ein konservatives Vorgehen mit einer nächsten CT-Kontrolle und
anschliessender Vorstellung in der Poliklinik in drei Monaten empfohlen. Das weitere
Prozedere (konservativ, erneute Osteosynthese) werde dann je nach Befund festgelegt.
Bis zur Neubeurteilung bleibe der Versicherte zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 92-1 f.).
Die Klinik für Infektologie des USZ führte im Bericht vom 20. Mai 2011 aus, dass das
CT-Sternum eine Pseudarthrose des Manubrium Sterni zeige. Radiologisch fänden sich
keine Zeichen eines Infektes. Aus infektiologischer Sicht sei der Beschwerdeführer
geheilt. Es bleibe einzig die Pseudarthrose,welche ein rein mechanisches Problem sein
könnte. Dass die proximale Sternuminstabilität einen Teil zu den chronischen
Schmerzen beitragen könne, sei verständlich. Ebenfalls nachvollziehbar sei, dass der
Beschwerdeführer unter diesen Umständen seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit in einer
Metallfabrik, wo er 10 - 20 kg schwere Lasten tragen müsse, zur Zeit nicht nachgehen
könne. Daher begründe die proximale Sternuminstabilität sicher eine teilweise
Arbeitsunfähigkeit. Diesbezüglich bzw. zur gesamten Situation sei bei den Kollegen der
Herz-Gefässchirurgie und allenfalls der Rheumatologie nachzufragen (IV-act. 93-2 f.).
Gestützt auf das CT vom 15. Juli 2011 (IV-act. 104-1) ging Prof. F._ im Bericht vom
20. Juli 2011 davon aus, dass infolge eines nach wie vor mangelnden Durchbaus der
Sternotomie weiterhin keine Arbeitsfähigkeit möglich sei (IV-act. 105). Im Bericht vom
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26. August 2011 an den Hausarzt hielten die Ärzte der Klinik für Herz- und
Gefässchirurgie des USZ fest, dass auf Grund der aktuellen Schmerzsituation und der
deutlichen Druckstellen im Bereich der Sternumcerclagen dem Versicherten eine
Entfernung zweier Sternumcerclagen empfohlen worden sei. Der Versicherte werde
dazu aufgeboten. Zusätzlich werde zu einer Verlaufskontrolle beim Kardiologen
gebeten (IV-act. 108). Am 12. September 2011 attestierte Prof. F._ unverändert eine
volle Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 109-5). Im Arztbericht der Klinik für Herz- und
Gefässchirurgie vom 6. September 2011 wurde die Zumutbarkeit anderer Tätigkeiten
ohne Begründung verneint (IV-act. 109-4).
2.2 Im Bericht vom 30. November 2011 hielt Dr. med. G._ gestützt auf die
kardiologische Kontrolle vom 17. November 2011 fest, es sei beim Beschwerdeführer
durch die chronische Schmerzsymptomatik im Bereich des Sternums zu einer
deutlichen Dekonditionierung mit deutlicher Leistungsintoleranz gekommen. Insgesamt
hätten sich aus kardiologischer Sicht unauffällige Befunde gezeigt. Die Beschwerden
beurteilte die Ärztin am ehesten im Rahmen seiner Schmerzmitteleinnahme. Auf Grund
der starken Dekonditionierung infolge des erwarteten Verlaufs bei Sternuminfekt wäre
eine erneute kardiale Rehabilitation sinnvoll (IV-act. 128-5). Bezüglich der geltend
gemachten Kniebeschwerden wurde der Versicherte am 19. Dezember 2011 im Spital
H._ untersucht, wo als Diagnose mediale Kniegelenksbeschwerden rechts und als
Differentialdiagnose eine MCL-Reizung festgehalten wurden. Das MRT vom 5.
Dezember 2011 ergab keinen Hinweis auf eine Meniskusläsion, sondern zeigte eher
degenerative, altersentsprechende Veränderungen, jedoch ohne eine in die Unterfläche
einlaufende Rissbildung (IV-act. 128-3).
3.
3.1 Ausgangspunkt für die Rentenprüfung bildet sodann das vorliegende Gutachten
des D._ vom 26. November 2012. Der Beschwerdeführer bemängelt daran in
formeller Hinsicht, es sei nicht ersichtlich, ob und wann zwischen den Gutachtern eine
Konsensbesprechung stattgefunden habe, ebenso fehle eine Stellungnahme aus der
Gesamtsicht. Dem kann nicht beigepflichtet werden. Zwar führt das Gutachten
tatsächlich nicht aus, wann ein Konsensgespräch zwischen den beteiligten Gutachtern
stattgefunden hat, auf Grund der zusammenfassenden Stellungnahmen (vgl. Ziff. 7.3 -
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7.9 und 8) ergibt sich aber im Gesamtbild, dass alle beteiligten Experten einen Konsens
gefunden haben, welchen sie im Gutachten, datiert vom 26. November 2012,
unterschriftlich festhielten. Demgegenüber wird im vom Beschwerdeführer zitierten
Entscheid des hiesigen Gerichts vom 28. September 2012, UV 2011/69, Erwägung
3.2.1, der fehlende Konsens zwischen den Gutachtern nicht per se verneint, weil dem
Gutachten "nur" das Besprechungs-Datum fehlte, sondern v.a. weil in jenem
Gutachten insgesamt alles darauf hindeutete, dass überhaupt kein Konsensgespräch
stattgefunden hatte. Dies wurde ausserdem dadurch gestützt, dass die Unterschriften
"der übrigen" begutachtenden Personen ganz fehlten.
3.2 In materieller Hinsicht geht das D._-Gutachten von folgenden Diagnosen mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aus: 1. Bewegungs- und v.a. belastungsabhängige
chronifizierte Beschwerden im Bereich des Sternums, 2. Eingeschränkte
kardiopulmonale Leistungsfähigkeit bei massiver Dekonditionierung mit/bei einem
Status nach Sternotomie, mechanischem Aortenklappenersatz, Ersatz der Aorta
ascendens und Verschluss des Vorhofseptumdefekts mit Direktnaht am 17.09.2010
mit/bei schwerem kombiniertem Aortenvitium mit führender Stenose, Aneurysma der
Aortenwurzel und der Aorta ascendens und persistierendem Foramen ovale,
durchgebautem Manubrium sterni und Konsolidation am Corpus sterni mit/bei Status
nach Sternuminfekt, aktuell ohne Hinweis auf Persistenz eines chronischen Infekts, bei
Status nach Plattenosteosynthese Manubrium sterni am 07.12.2010, bei Status nach
Hämatomausräumung am 15.12.2010 und bei Status nach Osteosynthesematerial-
Entfernung Manubrium am 01.02.2011 sowie 3. Bewegungs- und belastungsabhängige
lumbovertebrale Missempfindungen mit Verdacht auf zeitweise
facettengelenksfortgeleitete Missempfindungen in beide Oberschenkel und die
Gesässregion, jedoch ohne radikuläre Reiz- oder Ausfallsymptomatik bei moderaten
degenerativen Diskopathien im Bereich der unteren BWS, LWK 4 bis S1 ohne Hinweise
auf eine Nervenwurzelreizung oder neurogene radikuläre Ausfallsymptomatik. Als
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter unter 4.
Sonstige depressive Episoden (atypische oder larvierte Depression; ICD-10: F32.8) mit
vermutlich Panikattacken als sekundärer Folge (IV-act. 166-59 f.).
3.3 Hinsichtlich der allgemeinchirurgisch-internistischen Untersuchung fand sich
anlässlich der Begutachtung im klinischen Status kein Hinweis für eine Links- oder
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Rechtsherzinsuffizienz oder für eine Lungenerkrankung. Die verminderte
Leistungsfähigkeit im 6-Minuten Gehtest sei auf einen schlechten Trainingszustand
zurückzuführen. Dies werde auch dadurch bestätigt, dass der Beschwerdeführer bei
Austritt aus der Rehabilitation in C._ am 14. Oktober 2010 eine Belastbarkeit von bis
zu 125 Watt gezeigt habe, anlässlich der kardiologischen Kontrolle im Spital H._ am
17. November 2011 jedoch nur noch 88 Watt habe leisten können. Im Abdominal- und
Neurostatus liessen sich keine pathologischen Befunde erheben. Die
Laboruntersuchungen zeigten durchwegs Normalwerte, das EKG einen unauffälligen
Erregungsablauf und die Spirometrie liefere keine Hinweise für eine obstruktive oder
restriktive Ventilationsstörung. Die geklagten Schmerzen im Sternum durch Bewegen
der Arme seien aus chirurgischer Sicht nicht nachvollziehbar, da gemäss dem MRI vom
5.06.2012 das Sternum ossär durchgebaut sei. Das Manubrium sei durchgebaut und
auch das Corpus zeige einen genügenden Durchbau, so dass klinisch und radiologisch
weder eine Sternuminstabilität noch ein chronischer Infekt bestehe. Dies werde auch
durch das Verhalten des Beschwerdeführers bestätigt, der sich beim Rutschen auf der
Untersuchungsliege ganz auf beide Armen abstützen oder auch ein Valsalva-Manöver
ohne Schmerzangabe durchführen könne. Durch diese Tätigkeiten komme es zu einer
wesentlich grösseren Belastung des Sternums als beim Bewegen der Arme. Auch sei
nicht nachvollziehbar, dass v.a. Bewegungen mit dem rechten Arm schmerzhaft sein
sollten, da die Belastung des Sternums immer gleich sei, unabhängig, ob eine
Bewegung mit dem rechten oder dem linken Arm durchgeführt werde (IV-
act. 166-64 f.). Gestützt auf die rheumatologische Untersuchung bestehe eine 3-
Etagen-Schmerzsymptomatik, wobei die Untersuchungsbefunde und das
Schmerzverhalten mehrfache Diskrepanzen und Inkonsistenzen aufweisen würden mit
einer offensichtlich subjektiven Schmerzverdeutlichung und Selbstlimitierung. Die
lumbalen Beschwerden seien ohne radikuläres Korrelat, radiologisch bestünden
moderate degenerative Veränderungen ohne Kompromittierung neurogener Strukturen,
ohne Instabilität. Die skoliotische Fehlform mit leichter Buckelbildung rechts sei gut
kompensiert, im Bereich der Skoliose bestünden keine Schmerzen. Bedingt durch die
mehrsegmentalen degenerativen Veränderungen sei eine Belastbarkeitseinschränkung
ausgewiesen. Bei knöchernem Durchbau am Manubrium persistiere eine partielle
Konsolidation am Corpus sterni, so dass bei repetitiv erheblichen Gewichts- und
Zugbelastungen v.a. bedingt durch Innervationen des M. pectoralis Schmerzen
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begründbar und nachvollziehbar seien. Das Spontanverhalten sei aber ohne
wesentliche Auffälligkeiten, so dass lediglich eine moderate
Belastbarkeitsverminderung resultiere. Auch die Kniegelenksbeschwerden links seien
im Ausmass der beklagten Einschränkungen nicht nachvollziehbar. Da radiologisch
lediglich eine Chondropathia patellae Grad I dokumentiert sei, also eine höchstens
beginnende Knorpelschädigung retropatellär, erkläre dieser Befund das Ausmass der
beklagten Beschwerden nicht. Bezüglich der Einschränkung der Belastbarkeit müssten
v.a. die erste und zweite Etage berücksichtigt werden. Auf Grund der Notwendigkeit
zum Einhalten repetitiver kurzer Pausen resultiere eine Teilarbeitsfähigkeit von 80% für
eine angepasste körperlich leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit, ohne
repetitives Heben von Gewichten über 10 bis 15 kg und ohne repetitiv vornüber
geneigte Arbeitspositionen und ohne repetitives Überkopfarbeiten (Zug am Sternum).
Idealerweise sollte eine Tätigkeit auf ein Pensum morgens und nachmittags aufgeteilt
werden (IV-act. 166-65 f.).
3.4 Bei der psychiatrischen Untersuchung hätten die Gedanken des
Beschwerdeführers negativistisch um seine Überzeugung gekreist, dass es zu keiner
Besserung seines Gesundheitszustands mehr kommen könne. In diesem
Zusammenhang habe überwiegend wahrscheinlich eine depressive Entwicklung
stattgefunden, wobei es der Beschwerdeführer jedoch abwehre, psychisch krank zu
sein und diesbezüglich relativ wenig auskunftsbereit sei. Insgesamt erfülle der
Beschwerdeführer die Kriterien für eine atypische oder larvierte Depression. Laut dem
Rheumatologen seien die Schmerzen in ihrer Ausprägung nicht erklärbar. Auch die
unter Umständen vorhandenen Panikattacken wären unter diese atypische Depression
zu subsumieren. Die Panikattacken seien wahrscheinlich sekundäre Folge der
Depression. Allerdings seien die Ohnmachtsgefühle mit Herzrasen, starker Angst und
Dunkelwerden vor den Augen, die zweimal pro Woche für 5 bis 6 Minuten auftreten
würden, nicht näher erfragbar, weil der Beschwerdeführer auch hier wieder klar eine
somatische Ursache sehe. So sei nicht klar, ob es sich beim Symptomkomplex um
Panikattacken handle. Der Beschwerdeführer habe sich bisher nie in einer ambulanten
oder stationären psychiatrischen Behandlung befunden, so dass diesbezüglich der
Leidensdruck nicht immens gross sein könne. Es sei nie der Verdacht auf eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung gestellt worden, deren Kriterien nicht erfüllt
seien. Es liessen sich keinerlei emotionale Konflikte oder psychosoziale
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Belastungsfaktoren vor Beginn der Rückenschmerzen herausarbeiten, die als Ursache
für die Entwicklung dieser Schmerzen herangezogen werden könnten. Im Übrigen
hätten diese Schmerzen im Untersuchungsgespräch im Hintergrund gestanden.
Vielmehr finde sich eher ein dysfunktionales Bewältigungsverhalten sowohl den
Rückenschmerzen aber auch den Herzproblemen und dem stattgefundenen Infekt im
Sternum gegenüber. Auf Grund der vorliegenden leichtgradigen psychiatrischen
Erkrankung bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 166-66 f.).
3.5 Insgesamt kommen die Gutachter zum Schluss, dass der Beschwerdeführer nach
einem dreimonatigen Ausdauertraining eine verwertbare Leistung erreichen könne. Aus
chirurgischer und rheumatologischer Sicht sei er für die angestammte Tätigkeit in der
Stanzerei zu 0% arbeitsfähig, da diese Tätigkeit zu belastend sei (IV-act. 166-67 f.).
Dies entgegen den Ärzten in Valens, welche nach der Rehabilitation einen vorläufigen
Wiedereinstieg in die angestammte Tätigkeit mit einer 50%igen Arbeitsfähigkeit als
zumutbar erachtet hätten (vgl. dazu IV-act. 31-8). Für eine dem Leiden optimal
angepasste, körperlich leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeit, ohne
repetitives Heben von Gewichten über 10 bis 15 kg und ohne repetitiv vornüber
geneigte Arbeitspositionen, ohne repetitives Überkopfarbeiten (Zug am Sternum)
bestehe aus rheumatologischer Sicht auf Grund von zusätzlich benötigten Pausen eine
80%ige Arbeitsfähigkeit. Idealerweise sollte eine Tätigkeit auf ein Pensum morgens und
nachmittags aufgeteilt werden. Aus internistischer und psychiatrischer Sicht bestehe
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 166-67).
3.6 Hinsichtlich des Verlaufs der Arbeitsunfähigkeit halten die Gutachter fest, dass der
Beschwerdeführer bereits seit 20 Jahren unter Rückenschmerzen leide und es schon
wiederholt zu Arbeitsausfällen sowie zu einer stationären Rehabilitation im Jahr 2010
gekommen sei. Der dort erhobene Befund entspreche, was das Rückenleiden betreffe,
dem aktuell erhobenen. Die damalige Arbeitsunfähigkeit von 50% für die angestammte
Tätigkeit sei mit den kardialen Beschwerden begründet worden. Nach Abschluss der
Behandlung habe der Beschwerdeführer eine leichtere Tätigkeit bei der Arbeitgeberin
zu 50% ab dem 14.02.2010 wieder aufgenommen und dieses Pensum unter weiter
bestehenden Rückenschmerzen bis zur Operation im USZ im September 2010
beibehalten. Ab diesem Datum bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 0% für sämtliche
Tätigkeiten bis Ende April 2011. Danach sei dem Beschwerdeführer eine 50%ige
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Arbeitstätigkeit zumutbar gewesen, da dann ein partieller Durchbau des Sternums
dokumentiert und die Wundproblematik behoben gewesen sei. Ab welchem Zeitpunkt
eine Steigerung auf die nun geltende 80%ige Arbeitsfähigkeit möglich gewesen wäre,
lasse sich auf Grund der vorliegenden Akten nicht nachvollziehen (IV-act. 166-68;
Fremdakten).
3.7 Gegen diese gutachterliche Beurteilung moniert der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers, es habe keine Diskussion bezüglich der abweichenden Vorakten
stattgefunden. So habe Prof. F._ am 20. Juli 2011 festgehalten, da sich anlässlich
der CT-Untersuchung nach wie vor ein mangelnder Durchbau der Sternotomie zeige,
sei weiterhin keine Arbeitsfähigkeit möglich. Auch im Bericht vom 12. September 2011
habe der Spezialist daran festgehalten und der RAD sei am 11. Oktober 2011 zum
Schluss gekommen, dass an eine Arbeitsfähigkeit in diesem Zustand nicht zu denken
sei (vgl. act. G 1 S. 6). Es trifft zu, dass sich die Gutachter mit den Beurteilungen des
Universitätsspitals Zürich nicht auseinandergesetzt haben. Sie stützten sich
massgeblich auf die eigenen Untersuchungen und Befunde, ohne sich detailliert mit
den bis zu einem Jahr früheren Beurteilungen der behandelnden Spezialisten zu
befassen. So weisen die Gutachter u.a. darauf hin, dass die geltend gemachten
Schmerzen im Sternum durch Bewegen der Arme nicht nachvollziehbar erschienen,
weil gemäss dem MRI vom 5. Juni 2012 das Sternum ossär durchgebaut sei. Das
Manubrium sei durchgebaut und auch das Corpus zeige einen genügenden Durchbau,
so dass klinisch und radiologisch weder eine Sternuminstabilität noch ein chronischer
Infekt bestünden (IV-act. 166-65). Wie RAD-Ärztin Dr. E._ in der Stellungnahme vom
1. März 2013 festhält, erklärt sich die Beurteilung einer leidensadaptierten
Arbeitsfähigkeit von 50% retrospektiv in der Gesamtschau mit zunehmender
Besserung einzig durch den weiteren Verlauf, der den Behandlern und auch dem RAD -
zwangsläufig - nicht bekannt war. Aus diesem Grund erscheint die retrospektive
Beurteilung der Gutachter, d.h. die Annahme einer 50%igen Arbeitsfähigkeit bereits ab
April 2011, ohne Befassung mit den davon abweichenden echtzeitlichen Beurteilungen
durch die behandelnden Fachärzte, nicht plausibel. Vielmehr ist mit dem RAD davon
auszugehen, dass dem Beschwerdeführer erst ab Januar 2012 eine 50%ige, adaptierte
Tätigkeit zumutbar war (IV-act. 182-2).
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3.8 Die Einschätzung der Gutachter bezüglich einer Arbeitsfähigkeit von 50% ab
Januar 2012 (vgl. E. 3.7) bzw. von 80% ab Mitte Juni 2012 vermag im Übrigen zu
überzeugen, wie auch der RAD festhielt (IV-act. 169). Daran vermögen auch die
neueren, mit der Beschwerde eingereichten Berichte des Hausarztes Dr. med. I._
vom 9. April 2013, von Dr. med. J._, Kardiologie FMH, und des Instituts für
Diagnostische und Interventionelle Radiologie des USZ vom 2. April 2013 (act. G 1.4)
keine Zweifel zu erwecken. Obgleich der Beschwerdeführer weiterhin Schmerzen
geltend macht, heben diese die anlässlich der Begutachtung gemachten
Feststellungen nicht auf. Insgesamt ergeben sich im Gutachten keine klaren
Widersprüche, welche seine Beweiskraft schmälern würden. Abgesehen von der
retrospektiven Einschätzung (vgl. E 3.7) wurden sowohl die Vorakten als auch die
chronifizierten sternalen Schmerzen plausibel gewichtet, so dass das Gutachten als
schlüssig erscheint und darauf abzustellen ist. Daran vermag selbst die Tatsache, dass
der rheumatologische Gutachter hinsichtlich der lumbalen Beschwerden auf ein MRI
der BWS und LWS vom 6. Juni 2011 (IV-act. 166-48) abstellte, nichts zu ändern, ist
schliesslich eine Verschlechterung der Rückenproblematik innerhalb des bis zur
Begutachtung erfolgten Jahres durch den Beschwerdeführer nicht geltend gemacht
worden. Auch gemäss RAD-Ärztin Dr. E._ spricht nichts für eine Verschlechterung,
die fehlenden neurologischen Ausfälle hingegen für eine Verbesserung der
Symptomatik. Damit bestehe keine Indikation für eine Bildgebung (IV-act. 182-2).
Nachdem auch in kardiologischer Hinsicht nicht von einer Verschlechterung
auszugehen ist (vgl. act. G 1.4 Bericht von Dr. J._ vom 14. Februar 2013), kann auf
eine Neubegutachtung verzichtet werden.
4.
Wie der Beschwerdeführer aber zu Recht geltend macht, äusserte sich das Gutachten
nicht konkret zum Beginn der erheblichen Arbeitsunfähigkeit. Nachdem die von
Hausarzt Dr. B._ ab 5. Oktober 2009 attestierte Arbeitsunfähigkeit von 50% auf
Grund der medizinischen Aktenlage jedoch unbestritten und zudem plausibel ist, ist der
Beginn auf diesen Zeitpunkt festzusetzen. Ab 26. Oktober 2009 bis 14. Februar 2010
gilt sodann eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und ab 15. Februar 2010 wiederum eine
50%ige (IV-act. 28). Vom 17. September 2010 (Operationsdatum, vgl. IV-act. 155-6) bis
31. Dezember 2011 war der Beschwerdeführer wiederum zu 100% arbeitsunfähig (vgl.
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Erwägung 3.7) und ab 1. Januar 2012 bis Mitte Juni 2012 zu 50%. Ab Mitte Juni 2012
beträgt die Arbeitsunfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten schliesslich 20% (IV-
act. 166-68). Auf Grund dieser Aktenlage ist die einjährige Wartezeit (vgl. Art. 28 Abs. 1
lit. b IVG) am 5. Oktober 2009 eröffnet und im Oktober 2010 bestanden. Dabei resultiert
eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von 67% ([1 Monat x 50% + 3.5 Monate x
100% + 7 Monate x 50% + 0.5 Monate x 100%] / 12 = 800% / 12 = 67%). Nachdem
die Anmeldung im Februar 2010 erfolgte (IV-act. 1, 4), steht mithin ein Rentenanspruch
bei Ablauf des Wartejahres im Oktober 2010 zur Debatte (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG).
5.
5.1 Auf Grund obiger Arbeitsunfähigkeiten ist der Invaliditätsgrad ab Oktober 2010
anhand des Einkommensvergleichs (vgl. vorne E. 1.3) zu bemessen.
5.2 Umstritten ist namentlich das Valideneinkommen. In der angefochtenen Verfügung
ging die Beschwerdegegnerin von einem mutmasslichen Lohn von Fr. 67'275.-- aus,
welchen die ehemalige Arbeitgeberin auf dem Fragebogen für Arbeitgebende als
vertraglich vereinbarten Lohn für das Jahr 2009 angegeben hatte (vgl. IV-act. 26-3). Für
die Ermittlung des Valideneinkommens ist jedoch entscheidend, was die versicherte
Person im Zeitpunkt des (allfälligen) Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde hätte verdienen können. Dabei wird -
primär aus Beweisgründen - in der Regel am zuletzt erzielten, der Teuerung und der
realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer
Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden
fortgesetzt worden wäre. Die Invalidenversicherung bietet als
Erwerbsunfähigkeitsversicherung grundsätzlich Versicherungsschutz für eine übliche,
normale erwerbliche Tätigkeit. In die Vergleichsrechnung einzubeziehen sind daher die
Einkünfte, die bei einem normalen Arbeitspensum erzielt werden. Praxisgemäss
gehören dazu auch regelmässig geleistete Überstunden sowie aus einer
Nebenbeschäftigung oder selbstständiger Erwerbstätigkeit fliessendes Entgelt (vgl.
zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 25. Februar 2011, 8C_671/2010, E. 4.5.1
ff. mit Hinweisen). Gemäss IK-Auszug erzielte der Beschwerdeführer im Jahr 2008 wohl
auf Grund von Überstunden einen Lohn von Fr. 71'016.--, 2007 Fr. 68'927.--, 2006
Fr. 69'601.--, 2005 Fr. 68'473.-- und 2004 Fr. 68'012.-- (IV-act. 23-1ff.) und somit
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immer mehr als den vertraglich vereinbarten Grundlohn. Es ist deshalb davon
auszugehen, dass er auch im Gesundheitsfall weiterhin mehr als den Grundlohn
verdient hätte. Somit ist für das Valideneinkommen auf den Durchschnittswert der
letzten fünf Jahre abzustellen. Angepasst an die Nominallohnentwicklung per 2008
ergibt sich für das Jahr 2004 ein Einkommen von Fr. 72'041.-- (Fr. 68'012.-- : 1975 x
2092), für 2005 Fr. 71'910.-- (Fr. 68'473.-- : 1992 x 2092), für 2006 Fr. 72'297.--
(Fr. 69'601.-- : 2014 x 2092), für 2007 Fr. 70'442.-- (Fr. 68'927.-- : 2047 x 2092) und für
2008 Fr. 71'016.--, zusammen Fr. 357'706.--. Das ergibt einen Durchschnittswert per
2008 von Fr. 71'541.-- (Fr. 357'706.-- : 5) und per 2010 nominallohnbereinigt von
Fr. 73'559.-- (Fr. 71'541.-- : 2092 x 2151; vgl. T39 Entwicklung der Nominallöhne 1976
- 2012 des Bundesamts für Statistik).
5.3 Für das Invalideneinkommen stellte die Beschwerdegegnerin vorliegend
unbestritten und zu Recht auf die LSE-Tabellen ab. Der Beschwerdeführer war ab
Oktober 2010 zu 100% arbeitsunfähig bzw. ab Januar 2012 nur noch für körperlich
leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten im Umfang von 50% und ab
Mitte Juni 2012 auf Grund von zusätzlich benötigten Pausen zu 80% arbeitsfähig. Er ist
damit in der Wahl einer neuen Stelle als Hilfsarbeiter behinderungsbedingt
eingeschränkt, so dass ihm nicht mehr das gesamte Spektrum an Hilfsarbeiten offen
steht. Das bedeutet aber nicht, dass der Beschwerdeführer die ihm verbliebene
Arbeitsfähigkeit nur noch in einer bestimmten Branche verwerten kann. Es ist vielmehr
davon auszugehen, dass in praktisch allen Branchen leichte bis mittelschwere
Hilfsarbeiten nachgefragt werden. Als Ausgangseinkommen zur Ermittlung des
zumutbaren Invalideneinkommens ist demnach auf das durchschnittliche Einkommen
Anforderungsniveau 4 abzustellen. Im Jahr 2010 betrug dieses für Männer Fr. 61'164.--
(vgl. Anhang 2 der von der Informationsstelle AHV/IV herausgegebenen IV-
Gesetzgebung, Ausgabe 2012).
5.4
5.4.1 Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne auf der Grundlage
der Daten gesunder Arbeitnehmer um bis zu 25% gekürzt werden, um dem Umstand
Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer gesundheitlichen
Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht erreichen (RKUV
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1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu verwerten in der
Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen behinderungsbedingten Abzug
(BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Gemäss Rechtsprechung hängen die Fragen, ob und in
welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen
und beruflichen Umständen, insbesondere auch von invaliditätsfremden Faktoren des
konkreten Einzelfalls ab (etwa leidensbedingte Einschränkung, Alter und
Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen
sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine schematische
Vornahme des Leidensabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt etwa in AHI
2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
5.4.2 Vorliegend steht fest, dass der Beschwerdeführer auf Grund seiner
Beschwerden im Sternum- und Rückenbereich bzw. der eingeschränkt zumutbaren,
körperlich leichten bis mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeiten, ohne
repetitives Heben von Gewichten über 10 bis 15 kg und ohne repetitiv vornüber
geneigte Arbeitspositionen, ohne repetitives Überkopfarbeiten (Zug am Sternum) nur
eingeschränkt einsatzfähig ist. Zudem wird er sich bei der Verwertung seiner
Restarbeitsfähigkeit in anderen Tätigkeiten mit lohnwirksamen Nachteilen konfrontiert
sehen, insbesondere in Bezug auf hohe Lohnnebenkosten für die Arbeitgeber und eine
Entwertung seines Erfahrungswissens. Demgegenüber wurde der Einschränkung der
Belastbarkeit und die dadurch resultierende Notwendigkeit zum Einhalten repetitiver
kurzer Pausen mit einer Leistungseinschränkung von 20% bereits Rechnung getragen.
Insgesamt erscheint aus diesen Gründen ein Tabellenlohnabzug von maximal 5% als
angemessen. Damit ergeben sich bei einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ein
Invalideneinkommen von Fr. 29'053.-- (Fr. 61'164.-- x 0.5 x 0.95) bzw. bei einer
80%igen Arbeitsfähigkeit ein solches von Fr. 46'485.-- (Fr. 61'164.-- x 0.8 x 0.95).
5.4.3 Bei einer 50%igen Arbeitsfähigkeit resultiert demnach ein Invaliditätsgrad
von 60.5% ([Fr. 73'559.-- - Fr. 29'053.--] x 100 : Fr. 73'559.--) und bei einer 80%igen
Arbeitsfähigkeit ein solcher von 36.8% ([Fr. 73'559.-- - Fr. 46'485.--] x 100 :
Fr. 73'559.--). Bei einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in allen Tätigkeiten ergibt sich
unbestrittenermassen ein Invaliditätsgrad von 100%.
6.
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Zu prüfen bleibt, was für Rentenansprüche nach Ablauf des Wartejahrs im Oktober
2010 ausgewiesen sind.
6.1 Nach einer alten, noch immer Anwendung findenden höchstrichterlichen Praxis
(die in Rz. 4002 des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der
Invalidenversicherung [KSIH] übernommen wurde) wird eine ganze Rente nur
zugesprochen, wenn die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit während des Wartejahrs
wenigstens 70% betragen hat und weiterhin eine Erwerbsunfähigkeit von mindestens
gleichem Ausmass besteht. Rz. 4002 KSIH verweist diesbezüglich auf den in ZAK 1980
S. 282 publizierten Entscheid des Eidg. Versicherungsgerichts, der BGE 105 V 156
entspricht. In BGE 109 V 126 hat das EVG seine Praxis insofern präzisiert, als dass bei
der gleichzeitigen rückwirkenden Zusprache einer halben und einer anschliessenden
ganzen Rente der Zeitpunkt des Wechsels von der halben zur ganzen Rente
ausschliesslich nach der Dreimonatsfrist des Art. 88a Abs. 2 IVV zu bestimmen ist und
der damalige Art. 29 Abs. 1 IVG zum Wartejahr nicht anwendbar ist. Daran hat es in
BGE 121 V 264 festgehalten. Liegt nun also beispielsweise bei Ablauf des Wartejahrs
per 1. Januar 2015 zwar eine Erwerbsunfähigkeit von 100% vor, belief sich die
durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit während des Wartejahrs aber lediglich auf 40%, so
besteht bis und mit März 2015 nur Anspruch auf eine Teilrente, dann jedoch ab 1. April
2015 wegen der analogen Anwendung von Art. 88a Abs. 2 IVV unabhängig von der
Höhe der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit zwischen 1. April 2014 und 31. März
2015 (von lediglich 55%) auf eine ganze Rente. Diese Rentenerhöhung erfolgt auch
ohne jegliche gesundheitliche Veränderung.
6.2 Diese Praxis vermag zumindest aus heutiger Sicht und in Berücksichtigung der
aktuellen Gesetzeslage nicht zu überzeugen.
6.2.1 Das sog. Wartejahr besteht seit Inkrafttreten des IVG im Jahr 1959. Die
damalige Regelung des Art. 29 Abs. 1 wurde mehreren Revisionen unterzogen. Art. 28
Abs. 1 IVG in der aktuell geltenden Fassung gemäss der 5. IV-Revision gewährt
Versicherten, die während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf
dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c), Anspruch auf eine
Rente. Die Erfüllung des Wartejahrs ist folglich eine von mehreren
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Anspruchsvoraussetzungen für die Rentenberechtigung (vgl. auch Ulrich Meyer/Marco
Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl. 2014, Rz. 23 zu
Art. 28).
6.2.2 Die Bemessung des rentenrelevanten Invaliditätsgrads weist keine direkten
Bezüge zur Frage der Erfüllung des Wartejahrs auf. Das Wartejahr verlangt eine
Arbeitsunfähigkeit (Art. 6 ATSG), wobei seit 1997 für die Eröffnung praxisgemäss eine
solche von 20% in der angestammten Tätigkeit ausreicht (mit Hinweisen auf die
Entwicklung der Rechtsprechung Meyer/Reichmuth, a.a.O., insbes. Rz. 32). Ist das
Kriterium des Wartejahrs mit durchschnittlicher Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40%
während eines Jahres erfüllt, so ist die Invaliditätsbemessung nach den dafür
einschlägigen Gesetzesnormen vorzunehmen (vgl. insbesondere Art. 28a IVG).
Resultiert ein Invaliditätsgrad von mindestens 40%, so besteht ein Rentenanspruch.
6.2.3 Bei dieser (unterdessen) gesetzlich klaren Ausgangslage besteht kein dahin
gehender Interpretationsspielraum (mehr), dass für die Invaliditätsbemessung zur
Bestimmung des Rentenanspruchs die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit oder
Erwerbsunfähigkeit während des Wartejahrs eigenständige Relevanz haben könnte.
Eine plausible Begründung für die Berücksichtigung der durchschnittlichen
Arbeitsunfähigkeit nicht nur für die Beurteilung der Anspruchsvoraussetzung der
Erfüllung des Wartejahrs, sondern darüber hinaus für die Beurteilung der Höhe des
Rentenanspruchs während (maximal) der ersten drei Monate nach Rentenbeginn ist
nicht ersichtlich. Eine solche Berücksichtigung liefe weitgehend auf eine faktische
(anteilige) Verlängerung des Wartejahrs, das mitunter als Karenzzeit bezeichnet wird
(vgl. etwa Meyer/Reichmuth, a.a.O., Rz. 23 zu Art. 28; mit einlässlicher Begründung
dazu Tobias Bolt, Erfüllung des Wartejahres bei Veränderungen des
Gesundheitszustands. Zum Wesen des Wartejahres in der Invalidenversicherung, in:
Kieser/Lendfers [Hrsg.], Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht 2013, S. 123 ff.),
hinaus. Hinweise darauf, dass der Gesetzgeber der versicherten Person eine über das
Wartejahr hinausgehende Selbstbeteiligung am "Schaden" auferlegen wollte, sind
jedoch nicht ersichtlich. Eine derartige Schlussfolgerung lassen die
Begründungselemente der alten Praxis jedenfalls nicht zu.
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6.2.4 Weder die Entstehungsgeschichte der zitierten Praxis noch der Blick auf den
mutmasslichen, nicht näher begründeten Sinn und Zweck dieser Praxis vermag zu
überzeugen. Folglich erscheint es als gerechtfertigt, diese Praxis nicht länger
anzuwenden. Ist die Anspruchsvoraussetzung der Erfüllung des Wartejahrs zu bejahen,
ist die Invaliditätsbemessung und damit auch die Rentenhöhe unmittelbar gestützt auf
die üblichen einschlägigen Bestimmungen vorzunehmen.
6.3 Gemäss vorstehender E. 4 begann das Wartejahr im vorliegend zu beurteilenden
Sachverhalt am 5. Oktober 2009 zu laufen. Bei dessen Ablauf am 4. Oktober 2010 war
der Beschwerdeführer zu 100% erwerbsunfähig, sodass in Anwendung von Art. 29
Abs. 3 IVG ab 1. Oktober 2010 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente besteht.
6.4 Ab 1. Januar 2012 war der Beschwerdeführer zu 50% arbeitsfähig, womit ein
Invaliditätsgrad von 60.5% resultierte (vgl. E. 5.4.3). Diese Verbesserung ist nach
Ablauf von drei Monaten zu berücksichtigen (Art. 88a Abs. 1 IVV), sodass ab 1. April
2012 ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente entstand. Nachdem sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers per Mitte Juni 2012 derart verbesserte,
dass er ab diesem Zeitpunkt wieder eine dauerhafte Arbeitsfähigkeit von 80% erlangt
hatte, resultiert ein nicht mehr rentenbegründender Invaliditätsgrad von 37%. Damit ist
nach Ablauf von drei Monaten per 1. Oktober 2012 kein Rentenanspruch mehr
gegeben bzw. ist die Rente per 30. September 2012 zu befristen.
7.
7.1 Zu prüfen bleibt damit die Frage der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im
Verwaltungsverfahren. Die Beschwerdegegnerin begründete die Ablehnung des
Gesuchs damit, es würden sich keine besonders schwierigen Rechtsfragen stellen (IV-
act. 185).
7.2 Gemäss Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV; SR 101) hat jede Person, die
nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und deren Rechtsbegehren nicht
aussichtslos erscheint, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege. Falls es zur Wahrung
ihrer Rechte notwendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf unentgeltlichen
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Rechtsbeistand. Beim Anspruch gemäss Art. 29 Abs. 3 BV handelt es sich um einen
"eigentlichen Pfeiler des Rechtsstaates" (BGE 132 I 214 E. 8.2).
7.3 Der gesuchstellenden Person wird im Sozialversicherungsverfahren ein
unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt, wo die Verhältnisse es erfordern (Art. 37 Abs.
4 ATSG). Voraussetzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung sind (in Analogie zum gerichtlichen Verfahren) die finanzielle
Bedürftigkeit, die fehlende Aussichtslosigkeit und die Erforderlichkeit der Vertretung
(vgl. BBl 1999 4595). Den höheren Anforderungen im Verwaltungsverfahren soll
insofern Rechnung getragen werden, als die Erforderlichkeit der Vertretung eingehend
zu prüfen ist. Dabei wird auf die Schwierigkeit des Falles und auf die Verfahrensphase
abgestellt (BBl 1999 4595; vgl. auch BGE 132 V 201; Urteil des Bundesgerichts vom
12. März 2009, 9C_816/2008, E. 4.1).
7.4 Im Vorbescheidverfahren waren die Frage nach dem Ausmass der
Arbeitsunfähigkeit, die Höhe von Validen- und Invalideneinkommen sowie der
grundsätzliche Anspruch auf eine Rente strittig. Insbesondere ging es um die Frage,
wie sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit dem Infekt am Sternum
entwickelt hat bzw. wie hoch die Arbeitsfähigkeit nach Abheilung des Infekts in einer
angepassten Tätigkeit war. Da sich der Beschwerdeführer mehreren Operationen
unterziehen musste, verbunden mit langwierigen Heilungsphasen, lagen nicht nur
zahlreiche, sondern auch teilweise unterschiedliche ärztliche Meinungen vor, die es zu
würdigen galt.
7.5 Hinsichtlich des Valideneinkommens machte der Rechtsvertreter geltend, es sei
nicht von den Angaben des Arbeitgebers, sondern vielmehr vom Einkommen
auszugehen, welches der Beschwerdeführer gemäss IK-Auszug verdient habe, bevor
er invalid geworden sei. Dass das Einkommen im Vorbescheid jedoch tiefer als das in
den letzten Jahren vom Beschwerdeführer tatsächlich erzielte war, hätte zwar
grundsätzlich auch der Beschwerdeführer selber geltend machen können, jedoch
konnten diese Kenntnisse nicht von ihm als Laien erwartet werden.
7.6 Von Bedeutung und daher auch am meisten zu gewichten ist vorliegend jedoch
der Anspruch auf eine befristete Rente. Wie der Rechtsvertreter bereits im Einwand
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vom 8. Februar 2013 geltend machte, resultierte selbst beim Abstellen auf das
Gutachten und die Stellungnahmen der RAD-Ärztin zumindest ein befristeter Anspruch
auf eine Rente. Nachdem selbst die Beschwerdegegnerin dies - jedoch erst in der
Beschwerdeantwort - als "ausgewiesen" (vgl. act. G 3. Ziff. III 4.) erachtete, wird
offensichtlich, wie kompliziert die Anspruchsbestimmungen bezüglich Rentenbeginn
und befristetem Rentenanspruch sind.
7.7 Dieser Sachverhalt zeigt, dass von einer sachverhaltlich vielschichtig
medizinischen Situation auszugehen war, deren Würdigung nicht nur in medizinischer,
sondern auch in rechtlicher Hinsicht eine erhebliche Komplexität aufwies. Dass der
Beschwerdeführer dazu als juristischer und medizinischer Laie selber nicht in der Lage
war, steht fest. Darüber hinaus zeigen die umfangreichen Akten einschliesslich des 71-
seitigen MEDAS-Gutachtens, dass der Fall komplex war. Auf Grund all dessen ist nicht
mehr von einem "normalen" Durchschnittsfall auszugehen und die Notwendigkeit einer
Rechtsverbeiständung ist vorliegend zu bejahen.
7.8 Im Weiteren ergibt sich die finanzielle Bedürftigkeit des Beschwerdeführers aus
den Akten (vgl. IV-act. 181). Sie blieb von der Beschwerdegegnerin unbestritten. Auch
die Voraussetzung der Nichtaussichtslosigkeit ist auf Grund der Aktenlage erfüllt.
8.
8.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen, die angefochtene
Verfügung vom 11. März 2013 aufzuheben und dem Beschwerdeführer vom 1. Oktober
2010 bis 31. März 2012 eine ganze Rente und vom 1. April 2012 befristet bis zum 30.
September 2012 eine Dreiviertelsrente zuzusprechen. Die Sache ist zur Festsetzung
und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Hinsichtlich eines weiteren Rentenanspruchs ist die Beschwerde
abzuweisen.
8.2 Schliesslich ist auch die angefochtene Verfügung vom 13. März 2013 in
Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und dem Beschwerdeführer die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das Vorbescheidverfahren ab 3. Januar 2013
zu bewilligen sowie Rechtsanwalt lic. iur. R. Zahner zum unentgeltlichen
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Rechtsbeistand zu ernennen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Entschädigung ist
die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
8.3 Dem Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Prozessführung (Befreiung von
den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) am 4.
Juni 2013 bewilligt (act. G 4). Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse des
Beschwerdeführers es gestatten, kann er jedoch zur Nachzahlung der Gerichtskosten
und der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden (Art. 123 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/
SG).
8.4 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem teilweisen
Obsiegen entsprechend bezahlen die Beschwerdegegnerin und der Beschwerdeführer
die Gerichtsgebühr je im Verhältnis von drei Viertel zu einem Viertel. Folglich bezahlt
die Beschwerdegegnerin den Betrag von Fr. 450.-- und der Beschwerdeführer einen
solchen von Fr. 150.--. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist der Beschwerdeführer
von der Bezahlung zu befreien.
8.5 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.- bis Fr. 12'000.--. In der vorliegend zu
beurteilenden Angelegenheit (Rente, unentgeltliche Rechtsverbeiständung im
Verwaltungsverfahren) erscheint mit Blick auf die Anforderungen und Komplexität der
Streitsache eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- angemessen. Diese ist
wiederum zu drei Vierteln, d.h. in Höhe von Fr. 2'625.-- (inkl. Barauslagen und
Mehrwertsteuer) von der mehrheitlich unterliegenden Beschwerdegegnerin zu
erbringen. Der andere Viertel ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG) und
trägt der Staat. Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 25/25
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St.Galler Gerichte
pauschal (BGE 125 V 201) mit Fr. 700.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu
entschädigen.