Decision ID: 65e0a1d5-ecad-4eb2-b339-c665552f939f
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1957,
diplomierter
Herrencoiffeur
, war seit dem
1.
Mai 1980 bei der
Y._
AG angestellt und dadurch bei der Sammelstiftung BVG der Allianz Suisse Lebensversicherungs-Gesellschaft
und bei der Sammelstiftung Berufliche Zusatzvorsorge der Allianz Suisse
Lebensver
sicherungs
-Gesellschaft
be
rufsvorsor
geversichert (
Urk.
9/3 und Urk.
9/6
). Im Juli 2013 erkrankte der Versicherte an
der
Parki
n
son-Krankheit
und war ab dem 2
5.
Ju
ni 2014 zu 100
%
arbeitsunfähig.
Die Allianz Suisse Versi
cherungs-G
esell
schaft AG (nachfolgend: Allianz)
richtete Krankentaggelder aus (
Urk.
12/17).
1.2
Am
2
7.
Oktober 2014 (Eingangsdatu
m) meldete sich der Versicherte
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
12/3). Die IV-Stelle
nahm beruflich-erwerbliche Abklärungen vor und
zog die
Akten der
Allianz (
Krankentaggeldversicherung)
bei (
Urk.
12/17). Weiter holte
sie den Bericht von
Dr.
med.
Z._
, FMH Allgemein
e M
edizin, vom 1
3.
Ja
nuar 2015 (
Urk.
12/18) und
Berichte des
Muskulo
-Skelettal Z
entrums der
A._
Klinik
(
Urk.
12/19) ein.
Am 1
9.
Februar 2015 teilte die IV
Stelle
dem Versicherten
mit, dass aufgrund seines Gesundheitszu
stands zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien (
Urk.
12/22). In der Folge holte
sie
den Bericht der
A._
Klinik
vom 3
1.
März
2015
(Urk.
12/23)
und den Bericht von
Dr.
Z._
vom
1.
Juni 2015
(
Urk.
12/24)
ein
und zog erneut
Akten der Allianz (
Urk.
12/26) bei. Mit
Vorbescheid vom 9.
September 2015
stellte
die IV-Stelle dem Versicherten
die
Zusprache
einer ganzen Rente mit Wirkung ab dem
1.
J
uni 2015 in Aussicht (
Urk.
12/31
). Daraufhin nahm sie das von der Allianz
in Auftrag gegebene Kurz
g
utachten von
Dr.
med.
B._
, FMH Neurologie, vom 2
4.
August 2015
zu den Akten
(Urk.
12/39)
. Mit Verfügung vom 1
4.
April 2016 sprach
die IV-Stelle dem Versicherten
bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 100
%
mit Wirkung ab dem
1.
Juni
2015 eine ganze Rente zu (
Urk.
12/46
).
1.3
Mit Schreiben vom
5.
Ap
ril 2017 teilte
die
Allianz
dem Versicherten mit, dass
sie – im Unterschied zur Invalidenversicherung –
von einem Erwerbsunf
ähigkeits
grad von 58
%
ausgehe und er ab
dem 2
4.
Juni 2016 Anspruch auf eine halbe Rente aus beruflicher Vorsorge
habe
(
Urk.
2/9). Mit E
Mail vom 2
8.
April 2017
machte der Versicherte dagegen Einwendungen geltend (
Urk.
2/10).
Im Rahmen der
darauf
fol
genden Korrespondenz hielten die
Allianz und der Versicherte
im Wesentlichen
an ihren Standpunkten fest (Urk.
2/11-15).
2.
Am 1
3.
Oktober 2017 erhob der Versicherte Klage gegen
die
Sammelstiftung BVG der Allianz Suisse Lebensversicherungs-Gesellschaft
und die
Sammelstiftung Berufliche Zusatzvorsorge der Allianz Suisse Lebensversicherungs-Gesellschaft
mit folgendem Rechtsbegehren (
Urk.
1 S. 2):
1.
Die Beklagten seien zu verpflichten, dem Kläger über den 3
1.
Mai 2015 hinaus
und
auf unbestimmte Zeit eine ganze Invalidenrente bzw. die vollen Invalidenleistungen aus der obligatorischen und der überobligatorischen Versicherung zuzüglich
5
%
Ver
zugszins
ab dem 1
3.
Oktober 2017 auf den nachzuzahlenden
Rentenbe
treffnissen
auszurichten;
2.
Die Beklagten seien zu verpflichten, über den 3
1.
Mai 2015 hinaus die volle Beitrags
befreiung aus der obligatorischen und der überobligatorischen Versi
che
rung zu gewäh
ren;
u
nter Entschädigungsfolgen (zzgl.
MWSt
) zu Lasten der Beklagten.
Die Beklagte
n
beantragte
n
mit Klageantwort vom
1
0.
Januar 2018
die Abwei
sung der Klage
, soweit darauf einzutreten sei (Urk. 8
).
Mit
Verfügung vom
3
0.
Januar 2018 (
Urk.
10) zog das Gericht die Akten der Eidgenössischen Invali
denversicherung in Sachen des Klägers
bei
(Urk. 12
)
. Der Kläger
hielt mit Replik vom 2
4.
April 2018
an
Ziff.
1 seines
Rechtsbegehren
s
fest.
Die Verzugszinsfor
derung modifizierte er dahingehend, dass
die Beklagten zu verpflichten seien, die Nachzahlung ab dem 2
0.
Mai 2016
zu
1,25
%
sowie ab dem
1.
Januar 2017 zu 1
%
zu verzinsen (
Urk.
15 S. 1 und S. 13). Die Beklagten hielten mit Duplik vom
6.
Juli 2018 an ihren Anträgen fest (
Urk.
20 S. 2).
Di
e Duplik wurde dem Kläger am
9.
Juli 2018 zugestellt (Urk. 21
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden aus
geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
).
1.3
Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss Art. 23 Abs. 1
des Bundes
ge
setzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG)
Personen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40 % invalid sind und bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren. Nach Art. 24 Abs. 1 BVG hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invalidenrente, wenn er im Sinne der Invalidenver
sicherung min
destens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er mindestens zu 40 % invalid ist.
1.4
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invaliden
ver
sicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund einer gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überle
gung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen auf
wändigen Abklärungen freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Ver
fahren für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend
waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsor
geeinrichtung beziehungsweise das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 2
3.
Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(
Art.
73
ter
der Verordnung über die Invalidenver
siche
rung,
IVV) einbezogen und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bundesgerichts 9C_81/2010 vom 1
6.
Juni 2010 E. 3.1, mit Hinweisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständiges Beschwerderecht im Verfahren nach
IVG
zu. Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorge
ein
richtungen, ist die IV-rechtliche Festsetzung des Invaliditätsgrades (grund
sätzlich,
masslich
und zeitlich) berufsvorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Der Kläger brachte zur Begründung seiner Klage
vor,
dass
den Beklagten sowohl
der
Vorbescheid
der IV-Stelle
vom
9.
September 2015
als
auch die Verfügung vom 1
4.
April 201
6
in verkürz
ter Fassung
eröffnet
worden seien
. Die
Verfügung
sei in Rechtskraft erwachsen. Die
Beklagten
seien daher
an den Rentenentscheid der
IV-Stelle gebunden, sofern
deren
Feststellungen
nicht
offensichtlich un
halt
bar seien. Dies
sei
zu verneinen. Die IV-Stelle habe sich insbesond
ere
auch
gewissenhaft mit den von der Allianz (Krankentaggeldversicherung) einge
reich
ten Unterlagen auseinandergesetzt. PD
Dr.
med.
C._
, FMH Neurologie,
vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
habe indessen aus fach
ärztlich-
neuro
logischer S
icht eine andere Meinung vertreten
als der Vertrauens
ar
zt der Allianz
(
Urk.
1 und
Urk.
15
).
2.2
Die Beklagten machten demgegenüber geltend, dass
ihnen
die Verfügung der IV
Stelle vom 1
4.
April 2016
infolge falscher Adressierung nicht zu
gestellt wor
den sei. Sie hätten
dann
über die Krankentaggeldversicherung Allianz
eine Ver
fügung der IV-Stelle
erhalten. Zum einen habe es sich dabei jedoch um eine
andere Version
gehandelt
als diejenige
, die dem Kläger zugestellt worden sei.
Zum anderen habe
der Begründungsteil gefehlt.
Es sei in dieser Verfügung einzig darauf hingewiesen worden
, dass der Rentenanspruch gestützt auf einen Beschlus
s vom 2
0.
Oktober 2015 bestehe. Die Beklagten
seien daher davon aus
gegangen
, dass
es
sich
lediglich um einen Bestätigungs- bzw. Ums
etzungsent
scheid gehandelt habe, für dessen Anfechtung kein Anlass bestanden habe.
Bereits a
ufgrund dieses Eröffnungsfehlers entfal
le
die Bindungswirkung
der Fest
stellungen der IV-Stelle
.
Hinzu komme,
dass die Akten der Krankentaggeldversi
cherung Allianz dem RAD erst nach der Beschlussfassung vom 2
0.
Oktober 2015 – und damit nach bereits erfolgter Festlegung des Invaliditätsgrades – zur Beur
teilung vorgelegt worden seien. Der
festgestellte Invaliditätsgrad
von 100
%
beruhe
demnach
auf einem unvollständig
abgeklärten Sachverhalt
. Die
IV
rechtliche Betrachtung
sei
deshalb
offensichtlich unhaltbar
.
Gestützt auf das
Gut
achten von Dr.
B._
sei von einer Restarbeitsfähigkeit von 50
%
in der bisherigen Tätigkeit auszugehen
(
Urk.
8
und
Urk.
20
).
3.
3.1
RAD-Arzt
Dr.
C._
hielt in der Stellungnahme vom 2
6.
Juni 2015 fest,
dass in
Zusammenfassung der vorliegenden Befunde mit den Defiziten eines idiopathi
schen Parkinsonsyndroms ein namhafter Gesundheitsschaden
bestehe
. Ab dem 2
5.
Juni 2014 könne von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt a
usgegangen werden (
Urk.
12/29/
4).
3.2
Dr.
B._
erklärte
im an die Allianz gerichteten Kurzg
u
tachten vom 2
4.
August 2015
, dass die Diagnose eines Parkinsonsyndroms auf neurodegenerativer Grundlage klinisch wie vor allem auch durch die DAT-Scan-Untersuchung klar belegt und nicht in Zweifel zu ziehen sei. Die geklagten Einschränkungen seien gut nachvollziehbar. Eine Bewegungseinschränkung der rechten Hand und eine Verlangsamung und Verminderung der Fingerfertigkeit sei
en
mit dem Beruf eines Coiffeurs schlecht verein
bar.
Auch
andere Tätigkeiten
im
Coiffeurbetrieb
wie die Rezeption
seien deutlich erschwert. Der Kläger sei etwas verlangsamt, was eben
falls zur Krankheit gehöre, und deutlich weniger stressres
istent. Ein weiteres Problem stelle
die Verlangsamung beim Schreiben
dar
, so dass telefonische Bestellungen oder Reservierungen nicht mehr genügend schnell in die Agenda übertragen werden könnten.
M
öglicherweise ebenfalls etwas hinderlich sei der Gesamthabitus des Klägers, wobei hier lediglich eine diskrete
Hypomimie
zu sehen sei. Die bisherige medikamentöse Therapie sei mit grosser Zurückhaltung angewandt worden. Der Kläger habe erklärt, dass
er aufgrund der Angaben in
den
Beipackzettel
n
grosse Bedenken habe, noch mehr Medikamente einzu
nehmen. Im Gegenzug habe er sich vor allem auf viel Gymnastik, sportliche und ergotherapeutische Übungen verlegt, was von ärztlicher Seite bei einer Parkinson-Krankheit sehr begrüsst werden könne. Allerdings sei noch nie ver
sucht worden, die medikamentöse Therapie auszubauen, was wahrscheinlich eine deutlich bessere Handfertigkeit bewirken würde. Unter optimaler Medikation wäre der Kläger als Coiffe
ur in einem kleineren Betrieb
etwa
zu
50
%
arbeitsfähig. Letztlich sei dies aber Theorie. Man müsse eine entsprechende medikamentöse Behandlung zuerst versuchen. Grundsätzlich könnte der Kläger
auch
die admi
nistrative Tätigkeit des
Coiffeurgeschäfts
übernehmen
. Bei der Parkinsonerkran
kung handle es sich um eine neurodegenerative Erkrankung, das heisse um ein langsames Absterben spezifischer Neurone und somit um eine langsam fort
schreitende Verringerung der Hirnfunktionen. Zunächst werde diese als Bewe
gungsstörung manifest, später auch durch vegetative Dysfunktionen und durch abnehmende kognitive Funktionen
(
Urk.
12/3
9/8-12
).
3.3
Im Bericht vom
8.
Septem
b
er 2015 zuhanden der Allianz ergänzte
Dr.
B._
, dass mit der von ihm vorgeschlagenen Medikation in einem Zeithorizont von ein
em
bis zwei Monaten mit einer Teilarbeitsfähigkeit gerechn
et werden könne. Die Zumutbarkeit
eines
L-
Dopa
-Präparat
s
sei durchaus gegeben. Bezüglich des vor
geschlagenen
Dopaminagonist
s
(
Requip
bzw.
Ropinorol
) sei die Zumutbarkeit dann gegeben, wenn keine schwereren Nebenwirkungen (Impulskontroll
störungen, Einschlafattacken) auftreten würden. Da der Kläger
Ropinirol
bisher gut toleriert habe und keine schwerwiegenden Nebenwirkungen aufgetreten seien, stünden die Chancen sehr gut, dass
auch
bei einer weiteren
Aufdosierung
keine schweren N
ebenwirkungen auftreten würden.
Mit den Medikamenten könnten
zwar die Feinmotilität und die Geschicklichkeit des Klägers deutlich ver
bessert werden. Es bleibe jedoch eine gewisse Verlangsamung, welche durch kein Medikamen
t verbessert werden könne (Urk.
12/39/13-14).
3.4
Dr.
med.
D._
, FMH Neurologie, gab im Bericht vom 1
0.
November 2015 zuhanden von
Dr.
Z._
an, dass sich beim Kläger nach wie vor eine
bradykinetische
Veränderung der Motorik zeige, die ihn einseitig rechts deutlich behindere, mit klinisch Rigor und nur geringem Tremor. An und für sich wäre der Kläger
sicher geeignet für eine L-
Dopa
-
Behandlung, wobei er sich die
s
bezüg
lich etwas schwer
tue. Anscheinend habe
er
vor zwei Jahren
bei einer anderen Neurologin einen Versuch ohne Erfolg gehabt (
Urk.
12/44/5).
3.5
RAD-Arzt
Dr.
C._
erklärte
in der Stellun
gnahme vom 1
0.
Dezember 2015
, dass der Kläger in dieser Konstellation nicht auf eine Dosiserhöhung zu drängen sei.
Der mögli
che Erfolg sei völlig offen.
Demnach bleibe er bei seiner Einschätzung gemäss Stellungnahme vom 2
6.
Juni 2015 (
Urk.
12/40/2).
3.6
In der
Stellungnahme vom 3
1.
März 2016
führte
RAD-Arzt
Dr.
C._
aus
, dass der Versuch einer medikamentösen Therapieoptimierung zu begrüssen sei. Bisher seien Medikationsversuche mit
Madopar
bis 375 mg/d und
Ropin
o
rol
bis 16 mg/d berichtet worden. Diese
Ropinoroldosis
sei durchaus im höheren Bereich gelegen; dass darunter keine Besserung der Feinmotorik eingetreten sei, deute auf ein schlechtes Ansprechen auf die Medikation hin. Auch unter weiteren Medika
tionsversuchen
halte er ein Wiedererreichen d
er A
rbeitsfähigkeit als Coiffeur für
ausgeschlossen. In möglichen administrativen
Bereichen
sei neben der
Feinmo
torikstörung
auch die
Bradyphrenie
(allgemeine Verlangsamung der mentalen Verarbeitungsgeschwind
ig
keit) zu beachten. Für höhere Dosierungen wären dann auch Nebenwirkungen zu erwarten. Prognosen über die mögliche Wirksamkeit einer Schadenminderungspflicht könnten in dieser Konstellation nicht gemacht werden (
Urk.
12/45).
4.
4.1
Vorab ist darauf hinzuweisen, dass bei der Beklagten 1
Invalidenrenten versichert sind
und
bei länger dauernder Arbeits-/Erwerbsunfähigkeit
Anspruch auf eine Beitragsbefreiung besteht
(
Urk.
9/3
und
Art.
1.4 der Besonderen
Reglements
be
stimmungen
,
BRB
,
Urk.
9/5
).
Bei der
Beklagten 2
sind Invalidenrenten dagegen nicht versichert.
Bei
länger dauernder Arbeits-/Erwerbsunfähigkeit
besteht
einzig Anspruch auf
eine B
eitragsbefreiung
(
Urk.
9/6
und Art.
1.4 BRB
Berufliche
Zusatzvorsorge
,
Urk.
9/8
)
.
4.2
Was die Frage der Bindungswirkung
der Feststellungen der IV-Stelle
anbelangt, haben die Beklagten im Wesent
lichen erklärt, dass ihnen die
Verfügung
vom 14. April 2016, mit welcher dem Kläger per
1.
Juni 2015 eine ganze Rente zuge
sprochen wurde,
nicht zugestellt worden sei.
A
nders als
der Vorb
escheid vom 9. September 2015 sei die Verfügung
offenbar versehentlich
an eine Adresse mit
der
Postleitzahl 8050 statt
80
10 versandt worden
. An
dieser Adresse
würden sich
jedoch
k
eine Büros der Allianz befinden.
In der Folge sei
en
sie
über die Kranken
taggeldversicherung Allianz
in Besitz der Verfügung vom 14.
April 2016 in ver
kürzter Fassung (ohne
Begründungsteil
)
gelangt
(
Urk.
8 S. 3 ff.
)
.
Vor diesem Hintergrund
erscheint es tatsächlich fraglich, ob vorliegend von einer formgültigen E
röffnung der Rentenverfügung
-
was
eine der
Voraussetzung
en
für die Bindungswirkung der Feststellungen der
IV-Stelle bildet (vgl. E. 1.4) -
ausgegangen
werden kann.
Die
Frage
der Bindungswirkung
muss
indes nich
t
abschliessend geklärt werden,
da
die von der IV-Stelle verfügte
Rentenzusprache
per
1.
Juni 2015
– wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen werden
–
auch
bei freier Überprüfung
nicht zu beanstanden ist.
4.3
Die IV-Stelle stützte sich in der Verfüg
ung vom 1
4.
April 2016 (
Urk.
12/46
) in medizinischer Hinsicht auf die Stellungnahmen von
RAD-Arzt
Dr.
C._
.
Dieser
legte
in
der
Stellungnahme vom 2
6.
Juni 2015
zunächst dar
, dass der Neurologe
Dr.
med.
E._
von der
A._
Klinik in den Berichten vom 11.
Oktober 2013,
8.
Mai 2014 und 3
1.
März 2015 ein idiopathisches Parkinson
syndrom vom akinetisch-rigiden Typ in Rechts-Betonung und eine arterielle Hypertonie diagnostiziert habe. Zuletzt seien ein Rigor der Arme
beidseits
in Rechtsbetonung, eine
Bradydiadochokinese
rechts mehr als links, ein verlang
samtes Fingerspiel rechts mehr als links, nur eingeschränkt mögliches Schreiben, eine aufgehobene Mitbewegung des Armes rechts beim Gehen und eine etwas verkürzte Schrittlänge beschrieben worden. Der Allgemeinmediziner
Dr.
Z._
bestätige die Diagnose und attestiere
ab dem 2
5.
Juni 2014
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als C
oiffeur und als Geschäftsführer.
In Zusammenfassung der vorliegenden Befunde bestehe mit den Defiziten eines idiopathischen Parkinson
syndroms ein namhafter Gesundheitsschaden. Ab dem 2
5.
Juni 2014 könne von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auf dem ersten
Arbeitsmarkt ausgegangen werden. Eine Schadenminderungspflicht sei nicht aufzuerlegen
(
Urk.
12/29/3-4).
Diese fachärztliche Beurteilung von RAD-Arzt
Dr.
C._
, welche er in Kenntnis der
Vorakten
abgab, ist angesichts der genannten Befunde
nachvollziehbar.
Sie
deckt
sich im Wesentlichen auch mit der Einschätzung von
Dr.
Z._
, der aufgrund der raschen Progression der Krankheit und trotz Ausschöpfen aller medikamentösen Therapien lediglich noch von einer Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von 10
%
bis 20
%
ausging (
Urk.
12/18/2).
4
.4
Nach
Versand der Mitteilung des Beschlusses vom 2
0.
Oktober 2015 (
Urk.
12/35)
erfuhr
die IV-Stelle
von den weiteren Abklärungen der
Krankentag
geld
versiche
rung Allianz
und zog insbesondere das Kurzg
utachten von
Dr.
B._
vom 2
4.
August 2015 (
Urk.
12/39
) und den Bericht vo
n
Dr.
D._
vom 1
0.
November 2015 (
Urk.
12/43
)
bei
. Zum von diesen beiden Ärzten
empfohlenen Ausbau der medikamentösen Behandlung nahm
RAD-Arzt
Dr.
C._
Stellung und erklärte, dass der
Kläger in
der vorliegenden
Konstellation nicht auf eine D
osiserhöhung zu drängen sei. Dies deshalb, weil der
mögli
che Erfolg
v
öllig offen und seine
Bedenken be
züglich der Nebenwir
kungen nicht ohne Realität seien.
Überdies
sei bisher
- trotz
einer durchaus im höheren Bereich gelegenen
Ropinoroldosis
-
keine Besserung
der Feinmotorik eingetreten,
was auf ein
schlechtes Ansprechen auf die Medikation hin
deute
. Auch unter weiteren Medikationsversuchen
halte
er
das
Wiedererreichen einer A
rbeitsfähigkeit als Coiffeur
für
ausgeschlossen.
Schliesslich
bemerkte RAD-Arzt
Dr.
C._
, dass i
n möglichen
administrativen Tätigkeiten
neben der
Feinmotorikstörung
auch die
Bradyphrenie
(allgemeine Verlangsamung der mentalen Verarbeitungsgeschwind
ig
keit) zu beachten
sei. Dies
e
betref
fe unter anderem
das
Erlernen neuer Arbeitsgänge
(
Urk.
12/40/2 und
Urk.
12/45).
RAD-Arzt
Dr.
C._
hat sich
demnach
mit den abweichenden
ärztlichen
Beurtei
lungen
betreffend
die
medikamentöse Behandlung
und
a
uch
mit der Ein
schätzung
von
Dr.
B._
zur
theoretischen
Arbeitsfähigkeit des Klägers nach einer erfolgreichen Behandlung auseinandergesetzt.
Seine
begründeten fachärztlichen Darlegungen
sind
dabei
plausibel.
Dass
Dr.
B._
zum Schluss kam, dem Kläger könnte die
(anspruchsvolle und hektische)
Tätigkeit als Coiffeur und Geschäfts
führer eines
(kleineren)
Coiffeurbetriebs
wieder in einem 50%-Pensum zumutbar sein (
Urk.
12/39/11), ist nicht nachvollziehbar.
4.5
Der Einwand der Beklagten,
dass der festgestellte Invaliditätsgrad von 100
%
auf einem unvollständig abgeklärten Sachverhalt beruhe
(vgl. E. 2.2)
, ist unzu
treffend
.
Die
IV-Stelle
hat vorliegend
sämtliche Bericht
e
der behandelnden Ärzte (inkl. V
erlaufsberichte)
eingeholt und
mehrfach
Akten der Krankentag
geldversi
cheru
ng Allianz beigezogen (vgl. Sachverhalt E. 1.2)
.
Gestützt auf diese Akten
lage
erging die Stellungnahme von
RAD-
Dr.
C._
vom 2
6.
Juni 2015
(Urk.
12/29/3-4)
.
In der Folge erfuhr
die IV-Stelle
von den weiteren Abklärungen der Krankentaggeldv
ersicherung Allianz und zog diese ebenfalls bei
(
Urk.
12/39 und
Urk.
12/43-44
)
.
Die IV-Stelle
war bzw.
ist jedoch nicht
verpflichtet, sämtliche
medizinischen Unterlagen
einer Krankentaggeldversicherung (oder einer anderen Sozialversicherung)
beizuziehen
oder
deren
allfällige noch nicht durchgeführte
n
Abklärungen
abzuwarten. Sie kann
vielmehr bereits
dann entscheiden,
wenn
der medizinische Sachverhalt
–
nach Vornahme der notwendigen Abklärungen im
Sinne von
Art.
43
Abs.
1 ATSG –
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlich
keit
als erstellt gelten kann.
Dies war vorliegend zum
Zeitpunkt, da RAD-Arzt Dr.
C._
die
Stellungnahme vom 2
6.
Juni 2015
abgab, der Fall.
Entgegen dem
Vorbringen der Beklagten (
Urk.
20 S. 7) waren sodann keine
Gründe
gegeben, die einen
neuerlichen Vorbescheid
erforderlich gemacht hätten.
Da gegen den Vorbescheid vom
9.
September 2015 (
Urk.
12/31) kein Einwand erhoben worden war, ist auch nicht zu beanstanden, dass
die IV-Stelle
die Be
gründung
aus diesem
Vorbescheid
in der Verfügung vom 1
4.
April 2016 (Urk.
2/6)
übernahm. Zusätzliche
medizinische Abklärungen waren
im Übrigen
nicht angezeigt (Urk.
20 S. 15).
4.6
Selbst
wenn man jedoch mit
Dr.
B._
annehmen würde
, dass dem Kläger einfache administrative Tätigkeiten – nach einer erfolgreichen medikamentösen Behand
lung – wieder zumutbar wären
(
Urk.
12/39/11)
, hätte
dieser
Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung.
Denn gestützt auf die durchschnittlichen Einkommenszahlen
der letzten drei Jahre,
in denen
der Kläger voll erwerbstätig war
(2011 bis 2013),
ist vorliegend von
ei
nem
Valideneinkommen
im Jahr 2015 in Höhe
von
Fr.
185'622.65
([
Fr.
120'000.-- +
Fr.
215'868.-- + Fr.
221'000.--
] :
3
)
auszugehen
(vgl. Auszug aus dem individuellen Konto vom 1
0.
November 2014,
Urk.
12/8/1)
.
Da der Kläger nebst dem
Diplom als
Herrencoiffeur
(höhere Fachprüfung)
über keine anderweitigen
Ausbildungen verfügt
(
Urk.
12/2-3)
, wäre a
ufseiten
des Invalideneinkom
mens
der
monatliche Medianlohn gemäss
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (
LSE
) des Bundesamtes für Statistik
von
2014 in der Höhe von
Fr.
5'312.-- (Tabelle TA1, Anforderungsn
iveau 1, Männer) heranzuziehen. Unter
Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden
(
Bundesamt für Statistik, betriebsübliche
Arbeits
zeit
nach Wirtschaftsabteilungen, T03.02.03.01.04.01
)
und
der Nominallohnent
wicklung
von Männern
(Bundesamt für Statistik,
T
1.1
.10 Nominallohnindex, 2011 - 2016
)
würde
sich das
hypo
thetische
Jahreseinkommen bei
einer
100%igen Arbeitsfähigkeit
in einer ange
passten Tätigkeit auf
Fr.
66'
652
.
5
0
(
Fr.
5'312.-- x
12 :
40 x 41,7 x
1,00
3
) belaufen.
Da der Kläger auch in einer angepassten Tätig
keit insbesondere aufgrund der nicht behandelbaren
allgemeinen
Verlangsamung der ment
alen Vera
rbeitungsgeschwind
ig
keit (
Urk.
12/39/14 und
Urk.
12/45
) erheblich ein
ge
schränkt
wäre
, würde
sich die Berücksichtigung eines leidensbe
dingten Abzugs von
20
%
(
vgl. dazu BGE
126 V 75
)
rechtfertigen
. Das hypothe
tische
Invalideneinkommen
würde somit
Fr.
53'
322
.
--
(
Fr.
66'
652
.
5
0 x 0,8)
betragen
.
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
185'622.65
und einem Invali
denein
kommen von
Fr.
53'
322
.
--
ergäbe sich
eine
Erwerbseinbusse
von Fr.
132‘
300
.
6
5
und
damit ein Invaliditätsgrad
von abgerundet 71
%
(Fr.
132‘
300
.
6
5 :
Fr.
185‘622.65; vgl.
Art.
28
Abs.
2 IVG).
5
.
5
.1
Da dem Kläger
mit
Verfügung der IV-Stelle
vom
1
4.
Juni
2016 mit Wirkung ab dem 1. Juni 2015 eine ganze Rente
der Invalidenversicherung
zugesprochen wurde (Urk. 12/46
),
ist ihm ab diesem Zeitpunkt
demnach
auch eine volle
Rente aus der beruflichen Vorsorge auszurichten
(vgl.
Art.
26
Abs.
1 BVG und Urteil des Bundesgerichts
9C_326/2014 vom 28. September 2014 E. 5.2).
Dieser
Anspruch ist
aufzuschieben, solange der Kläger Taggelder aus der Krankenversi
cherung in der Höhe von 80
%
des entgangenen Lohnes b
ezieht
(
Art.
4.3.4
Abs.
1-2 der Allgemeinen
Reglementsbestimmungen
, ARB
,
Urk.
9/4).
Die Fest
setzung des gesetzlichen und reglementarischen Leistungsanspruchs in
massli
cher
Hinsicht bleibt
sodann
praxisgemäss
einstweilen der Beklagten 1 überlassen; in einem allfällig diesbezüglich sich ergebenden Streitfall stünde dem Kläger erneut der Klageweg offen (vgl. BGE 129 V 450).
5
.2
Auf Invalidenleistungen sind Verzugszinsen geschuldet.
Nach
Art.
4.8.3
Abs.
6 ARB sind Leistungen 30 Tage nach Entstehung
des Anspruchs
zur Auszahlung fällig, sofern sämtliche für
die Auszahlung erforderlichen
Informationen und Unterlagen bei der Stiftung vorliegen. Danach befindet sich die Stiftung in Ver
zug
(
Urk.
9/4)
.
Diese
reglementarische
Bestimmung
geht der Regelung vo
n
Art.
105
Abs.
1 OR, wonach der
Verzugszins
erst mit Klageeinreichung geschul
det ist, vor (vgl. Stauffer, Berufliche Vorsorge,
2.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2012, N 1126).
Als Zeitpunkt, zu dem
der
Beklagten
1
die für die Auszahlung erforderlichen Informationen und Unterlagen vorlagen,
kann
spätestens
der
10.
November 2016
gelten
, als ihr sämtliche Akten der IV-
Stelle
zugestellt wor
den waren (
Urk.
12/48).
Gemäss
Art.
4.8.3
Abs.
7 ARB entspricht der
bei Verzug
geschuldete Verzugszins dem BVG-Mindestzinssatz (
Urk.
9/4).
Damit ist für den Zeitraum ab
dem 10.
November
2016
bis zum 31. Dez
ember 2016 ein Verzugszins von 1
,25 % und für den Zeitraum ab dem 1. J
anuar 2017 ein Verzugszins von 1
% geschuldet (
Art. 15 Abs. 2 BVG
i.V.m
. Art. 12 Verordnung über die berufliche Alters-, Hin
terlassenen- und Invalidenvorsorge, BVV 2).
5
.3
In
Gutheissung
der
gegen sie gerichteten Klage ist d
ie Beklagte 1
somit zu ver
pflichten, dem Kläger mit Wirkung ab dem 1. Juni 2015 eine volle Invalidenrente
zuzüglich Verz
ugszinsen von 1,
25 % bis Ende Dezember 2016 und von
1
% ab dem 1. Januar 2017 für die bis zum
1
0.
November
2016
fällig gewordenen
Rentenbetreffnisse
ab diesem Datum, für die übrigen ab dem jeweiligen Fällig
keitsdatum auszurichten.
Im Weiteren ist die Beklagte 1 zu verpflichten, dem Kläger
ab dem
2
5.
September 2014 (Ablauf der dreimonatigen Wartefrist nach Eintritt der Arbeits-/Erwerbsun
fähigkeit) die vollständige
Beitragsbefreiung
zu
gewähren (
Art.
4.3.2 ARB
i.V.m
.
Art.
1.4 BRB,
Urk.
9/4-5
).
5
.4
Ferner ist die Beklagte 2 i
n teilweiser
Gutheissung
der gegen sie gerichteten Klage
zu
verpflichten, dem Kläger
ab
dem 2
5.
September 2014 (Ablauf der dreimonati
gen Wartefrist nach Eintritt der Arbeits-/Erwerbsunfähigkeit) die vol
lständige
Beit
ragsbefreiung zu gewähren (
Art.
4.3.2 ARB
ZV
i.V.m
.
Art.
1.4 BRB,
Urk.
9/7
8).
Im Übrigen ist die gegen die Beklagte 2 gerichtete Klage abzuweisen.
6.
Gemäss
§ 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht haben die Parteien nach
Massgabe
ihres Obsiegens Anspruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten. Dieser wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Unter Berücksichtigung
der
massgeblichen
Kriterien
erscheint die
Zusprache
einer Prozessentschädigung für den
anwaltlich
vertrete
nen Kläger von
Fr.
2‘800
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) als angemessen.
Diese ist von der Beklagten 1 zu leisten.
Das Gericht
erkennt:
1.
In
Gutheissung
der
gegen sie gerichteten
Klage wird die
B
eklagte
1
verpflichtet, dem Kläger mit Wirkung ab dem
1.
Juni 2015
eine
volle Invalidenrente
zuzüglich Verzugs
zinsen von 1,25 % bis Ende Dezember 2016 und von 1 % ab dem 1. Januar 2017 für die bis zum
1
0.
November
2016 fällig gewordenen
Rentenbetreffnisse
ab diesem Datum, für die übrigen ab dem jeweiligen Fälligkeitsdatum auszurichten.
Im Weiteren wird die Beklagte
1
verpflichtet, dem Kläger ab dem
2
5.
September 2014
die
vollständige
Beitragsbefreiung
zu gewähren.
2.
In teilweiser
Gutheissung
der gegen sie gerichteten Klage
wird die Beklagte 2
verpflich
tet, dem Kläger
ab dem 2
5.
September 2014 die vollständige Beitragsbefreiung zu gewähren
.
Im Übrigen wird die gegen die Beklagte 2 gerichtete Klage abgewiesen.
3
.
Das Verfahren ist kostenlos.
4.
Die Beklagte 1 wird
verpflichtet,
dem Kläger
eine Prozessentschädigung von
Fr.
2’800
.
- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
5
.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt
Dr.
iur
. André
Largier
-
Allianz Suisse
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
6
.