Decision ID: 8b20e473-245d-426c-90a5-3ff417b8050c
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1954 geborene
X._
war
im R
ahmen ihres letzten Arbeits
ver
hält
nisses
bei der
Y._
bei der Helsana Unfall AG
(Helsana)
gegen die Folgen von Unfällen versichert
(vgl. Urk. 7/K1, Urk. 7/K8)
.
Am 17. Januar 2013 erlitt die Versicherte einen Autounfall. Dabei zog sie sich eine instabile Len
den
wirbelkörper(LWK)-2-Fraktur Typ A3/B1 zu, welche am 17. Januar 2013 im
Z._
operiert wurde (dorsale
Spondylodese
L1-L3, Distraktion und
Ligamentotaxis
; Urk. 8/M1-2).
Mit Schadenmeldung UVG vom 25. Januar 2013 liess
die Versicherte
der Helsana mitteilen, dass sie sich bei einem Autounfall am 1
7
. Januar 2013 unbestimmte Verletzungen der Brustwirbelsäule sowie ein
e
Fraktur des
LWK
2 zugezogen habe (Urk. 7/K1).
Die Helsana nahm Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht sowie zum Unfallhergang vor
und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld).
Das Arbeitsverhältnis bei der
Y._
wurde der Versicherten auf Ende Juni 2013 gekündigt (Urk. 7/K11).
Die
Helsana veranlasste im Zuge ihrer Abklä
rungen unter anderem bei der MEDAS
A._
ein rheumatologisch-psy
chiatrisches Gutachten, welches am 22. Juni 2015 (Urk. 8/M22) erstattet wurde, sowie ein rheumatologisch-psychiatrisches Abschlussgutachten, welches am 29. Dezember 2016 (Urk. 8/M29)
erstattet
und am 17. Mai 2017 (Urk. 8/M30) ergänzt
wurde. Zudem legte
die Helsana die Gutachten dem beratenden Prof. Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, zur Beurteilung vor (Urk. 8/M31-32).
Mit Verfügung vom 25. Juni 2018 (Urk. 7/K151) stellte
sie
die Leistungen per 30. Juni 2018 ein und verneinte einen Anspruch auf eine Integritätsentschädi
gung
. Die von der Versicherten gegen diesen Entscheid erhobene Einsprache vom 24. August 2018 (Urk. 7/K160) hiess die
Helsana
mit
Einspracheentscheid
vom 22. Oktober 2019
(Urk. 2)
insofern teilweise gut, als sie der Versicherten mit Wirkung ab 1. Juli 2018 bei einem Invaliditätsgrad von 15 % eine Invalidenrente im Umfang von Fr. 663.
--
zusprach und feststellte, dass die Versicherte bei einer Integritäts
einbusse von 25 % Anspruch
auf
eine Integritätsentschädigung
im Umfang von Fr. 31'500.-- hat
.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 20. November 2019 beim hiesigen Sozialver
sicherungsgericht Beschwerde (Urk. 1) und beantragte die Aufhebung des
Ein
spracheentscheides
vom 22. Oktober 2019 sowie die
Zusprache
eine
r
Invaliden
rente von mehr als 15 % un
d
einem Betrag von mehr als Fr. 663.
--
pro Monat
sowie die
Zusprache
einer Integritätsentschädigung von mehr als 25 % und einer Summe höher als Fr. 31'500.--
(S. 2).
Am 23. Dezember 2019 (Urk. 6) beantragte die Helsana die Abweisung der Be
schwerde, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 7. Januar 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
Nach Hinweis des Gerichts auf eine mögliche Schlechterstellung
im Falle einer in Betracht gezogenen Rückweisung zur weiteren Abklärung
(Beschluss vom
4
.
November
2020; Urk.
12
) hielt d
ie
Beschwerdeführer
in
am
27
.
November
2020 (Urk. 13)
an
ihr
er Beschwerde fest.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversic
herung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der ge
nannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich
am 17.
Januar 2013
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.
2
Gemäss
Art.
6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die
Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krank
heiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (
Abs.
3).
Ein Unfall ist gemäss
Art.
4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (BGE 129 V 402 E. 2.1).
1.3
1.3.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden
–
neben dem natürlichen Kausal
zusammenhang –
auch
ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allge
meinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des ein
getretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.3.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
Objektivierbar sind Unter
suchungsergebnisse, die reproduzierbar sind und von der Person des Untersu
chen
den und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Von organisch objek
tiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (BGE 138 V 248 E. 5.1 mit Hinweis). Ob eine organisch objektiv ausgewiesene
Unfallfolge vorliegt, beurteilt sich nach dem im Sozialversicherungsrecht üblic
hen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 177 E. 3.1).
1.3.3
Sind die geklagten Beschwerden unfallkausal, jedoch nicht im Sinne der Recht
sprechung objektiv ausgewiesen, findet – sofern nicht die Schleudertrauma-Praxi
s zum Zuge kommt – grundsätzlich die sogenannte «Psycho-Praxis» Anwen
dung (vgl.
Rumo-Jungo
/Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Bundes
gesetz über die Unfallversicherung, 4. Auflage, Zürich 2012, S. 59 ff. mit Hinwei
sen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung).
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Ge
sundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergangenen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraften als
Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versicherungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133 E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – aus
gehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorge
nom
men wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der
dazwischen liegende
mittlere Bereich (BGE 115 V
133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr.
10
E. 2).
1.
4
Sowohl
das
Verwaltungsverfahren wie auch der kantonale Sozialversi
cherungs
prozess sind vom
Untersuchungsgrundsatz
beherrscht. Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungsgericht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende
Klarheit besteht. Führen die im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatz
es von A
mtes wegen vorzunehmenden Abklärungen den Versicherungsträger oder das Gericht bei umfassender, sorgfältiger, objektiver und inhaltsbezogener Beweis
wür
digung (BGE 132 V 393 E. 4.1 S. 400) zur Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten, und es könnten weitere
Beweis
massnahmen
an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so liegt im
Ver
zicht auf die Abnahme weiterer Beweise keine
Verletzung
des Anspruchs auf
rechtliches Gehör (antizipierende Beweiswürdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236 f.
mit weiteren Hinweisen). Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen
Abklärungsmassnahmen
noch neue
wesentliche Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_
662/2016 vom 15. März 2017 E. 2.2 mit Hinweis).
1.
5
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hi
nweis auf BGE 125 V 351 E. 3b
/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den
Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzune
hmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2;
135 V 465 E. 4.4
und E. 4.7
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete ihren
Einspracheentscheid
(Urk. 2
; vgl. auch die Beschwerdeantwort vom 23. Dezember 2019 [Urk. 6]
)
damit
,
dass
gemäss dem Gutachten vom 29. Dezember 2016 der Endzustand erreicht und eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes nicht mehr zu erwarten
sei
(Ziff. 4). Die Beschwerdeführerin leide an organisch nachweisbaren und an organisch nicht nachweisbaren Unfallfolgen. Für die organisch nicht nachweisbaren Unfallfolgen wie die chronische Schmerzstörung und das
failed
-back-
surgery
-Syndrom
(FBSS)
brauche es eine gesonderte Adäquanzprüfung (Ziff. 5 f.).
Nach der
Adäquanz
prüfung für psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall
sei der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem Schmerzsymptom zu ver
neinen (Ziff. 7).
Da sich die Gutachter geweigert hätten, eine Trennung von Soma und Psyche vorzunehmen, seien die Unterlagen dem beratenden
Arzt
Prof.
Dr.
med.
B._
vorgelegt worden. Dieser habe die Arbeitsfähigkeit rein aufgrund der organisch vorliegenden Unfallfolgen festgelegt
und habe
festgehalten, dass die Versicherte bei gleichem Verletzungsmuster eine weniger stark ausgeprägte Arbeitsunfähigkeit hätte, wenn sie den Unfall in mittlerem Alter gehabt hätte
(Ziff. 8 f.)
. In diesem Fall sei von einer 75%ige
n
Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Bei einem
auf dem vor dem Unfall erzielten Lohn bei der
Y._
basie
renden
Validen
einkommen
von Fr. 53'945.-- und einem Invalidenein
kommen gestützt auf die
vom Bundesamt für Statistik herausgegebene Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
bei einer Einschränkung von 25 % resultiere ein Invaliditätsgrad von 15 % (Ziff. 9).
Gemäss Prof. Dr.
B._
betr
age der ge
samte unfallbedingte I
ntegritätsschaden 25 %, was zu einer Integritätsent
schä
digung von Fr. 31'500.-- führe (Ziff. 13).
2.2
Die
Beschwerdeführer
in
macht
e
demgegenüber in
ihrer
Beschwerde (Urk. 1) gel
tend,
d
er
rheumatologische
Teilgutachter
sei
im Gutachten vom 29. Dezember 2016
zwar
zum Schluss gekommen, dass eine chronische Schmerzkrankheit nach dem Unfallereignis im Grenzgebiet zwisc
hen Körper und Psyche vorliege und
der somatische Anteil nicht zu quantifizieren sei. Im Gutachten werde aber fest
gehalten, dass die Summe der Gewebeverletzungen, der durch die Operationen anhaltend gestörten Biomechanik mit reaktiven, schmerzhaften Überlastungen von Muskeln, Bändern und Gelenken, wie auch der psychischen Auswirkungen sowie der zunehmenden
Chronifizierung
und Schmerzverselbstä
n
di
g
ung zu erklären sei. Mithin lägen organisch hinreichend nachweisbare Unfallfolgen vor, sodass die Adäquanz nicht nach
d
er Psycho-Rechtsprechung vorzunehmen sei
.
Der
psychiatrische Teilgutachter
hielt zudem dafür
, dass aus psychiatrischer Sicht keine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit zuzugestehen sei. Die Einschränkungen basierten somit rein auf
den
somatischen Beschwerden (S.
6-
9). Das Gutachten aus dem Jahr 2016 erfülle die bundesgerichtlichen Beweiskriterien
, weshalb auf diese Beurteilung abzustellen sei. Demgegenüber vermöge die orthopädische Aktenbeurteilung von Prof. Dr.
B._
– aus näher dargelegten Gründen -
nicht zu überzeugen (S. 10-13).
Zudem sei das von der Beschwerdegegnerin ver
anschlagte Invalideneinkommen viel zu hoch und unrealistisch. Es bestehe ge
mäss Gutachten aus dem Jahr 2016 ein Arbeitsunfähigkeitsgrad von mindestens 50 %. Die von Prof. Dr.
B._
angeführte Auffassung, dass
sich
ihre Arbeits
unfähigkeit bei mittlerem Alter nur i
n
hälftigem Umfang zu 25 % auswirken würde, sei nicht nachvollziehbar. Somit sei bei der Berechnung des Invalidenein
kommens von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen, womit ein Invalidi
tätsgrad von mindestens 43 % resultiere (S. 13 f.).
Ferner sei auch die auf den Bericht von Prof. Dr.
B._
gestützte Integritätsentschädigung mit 25 % zu tief bemessen, hätten die Gutachter
diese
im Jahr 2016
doch
nachvollziehbar bei 50 % veranschlagt (S. 14).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob
und in welchem Ausmass
die Beschwerde
führerin
aufgrund des Unfalles vom 17. Januar 2013 nach Erreichen des Endzustandes
am
29. Dezember 2016
(
vgl.
Urk. 8/M29
S. 25 f. Ziff. 5.3, Ziff. 5.6, Urk. 8/M
31-32
)
– was zu Recht unbestritten geblieben ist (vgl.
E. 2.1,
Urk. 1
)
-
Anspruch auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung
hat.
Dabei umstritten
und zu prüfen
ist insbesondere die Abgrenzung
objektiv aus
gewiesener organischer Unfallfolgen von
nicht objektiv ausgewiesenen Unfall
folgen als
Ursachen der
festgestellten
Einschränkungen
, was für die rechtliche Frage
nach der
adäquate
n
Kausalität
und damit de
m
Anspruch auf eine Invali
den
rente und eine Integritätsentschädigung
von Bedeutung ist (vgl. E. 1.3).
3.
3.1
Na
ch am 17. Januar 2013 erlittenem
Autounfall wurde die
Beschwerdeführerin
gleichentags im
Z._
am Rücken operiert (dorsale
Spondy
lodese
L1-L3, Distraktion und
Ligamentotaxis
; Urk. 8/M1). Dr. med.
C._
, Dr.
med.
D._
und
cand
. med.
E._
von der
neurochirurgischen
Abteilung des
Z._
, wo
die Beschwerdeführerin vom 17.
bis 25. Januar 2013
hospitalisiert
war, nannten in ihrem Austrittsbericht vom 25. Januar 2013 (Urk. 8/M2) als Diagnose
unter anderem eine
instabile
LWK-2-Fraktur A3/B1.
3.2
In ihrem von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebenen rheumatologisch-
psychiatrischen Abschlussgutachten vom 29. Dezember
2016 (Urk. 8/M29) nannten
Dr. med.
F._
, Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie FMH,
und
Dr. med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FHM,
von der
MEDAS
A._
folgende Diagnose
n
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 24 f.):
-
Failed
back
surgery
Syndrome
(FBSS)
-
chronisches lumbales Schmerzsyndrom
myofaszialer
Ausprägung mit
spondylogener
Komponente mit/bei:
-
Zustand nach instabiler LWK2-FrakturA3/B1 und Absprengung eines Vorderkanten-Fragmentes sowie einer
undislozierten
Avulsionsfraktur
des
Processus
spinosus
L1 infolge Verkehrsunfall am 17. Januar 2013
-
Status nach dorsaler
Spondylodese
L1 bis L3 mittels USS2-System, Distraktion und
Ligamentotaxis
am 17. Januar 2013
-
postoperativ ventrale Nachsinterung LWK2, Zunahme des
Kypho
sewinkels
und
des
Skoliosewinkels
nach links mit Abkippung sowie persistent dorsal disloziertes
Hinterkantenfragment
L2
-
Fehlstatik mit Haltungsinsuffizienz, teilfixiertem Hohlrundrücken mit thorakalem
Überhang
, lumbal deutlich linkskonvexer Skoliose Th12 bis L3 mit thorakalem
Gegenausgleich sowie muskuläre
Dysbalance
und
Dekonditionierung
-
polysegmentale degenerative Veränderungen L2 bis L5 mit
hauptbefundlich
Osteochondrose
und
Spondylarthrose
L4/5 mit dege
ne
rativ bedingter, leichter, segmentaler
Gefügelockerung
(leichte Anteposition L4 gegenüber L5 Grad I)
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
Die Gutachter führten aus, eine exakte organisch-strukturelle Schmerzursache könne auch anlässlich dieser Begutachtung nicht
festgestellt
werden und es sei von einem
FBSS
auszugehen.
Es liege eine chronische Schmerzkrankheit nach Unfall am 17. Januar 2013 im Grenzgebiet zwischen Körper und Psyche vor, wobei der diesbezüglich
e
somatisch
e
Anteil nicht zu quantifizieren sei (S.
17
)
.
Es sei kein exaktes Substrat für die angegebenen Beschwerden durch die klinische
Untersuchung und die Bildgebung
eruierbar
. Es seien die Summe der Gewebe
verletzungen, der durch die Operationen anhaltend gestörten Biomechanik mit reaktiven, schmer
z
haften Überbelastung
en
von Muskeln, Bändern und Gelenken, der psychischen Auswirkungen sowie der zunehmenden
Chronifizierung
und Schmerz
verselbständigung (
Sensitisierung
), welche bei der Beschwerdeführerin zur Diagnose eines
FBSS
geführt hätten. Es
handle sich somit um eine Schmerz
krankheit im Grenzgebiet zwischen Soma und Psyche und es sei nicht möglich, die Grenzlinie zwischen somatischem und psychischem Anteil nachvollziehbar zu ziehen (S. 23).
Weiter hielten die Gutachter fest, im Wissen um die Unmöglichkeit der Dis
kriminierung im Grenzgebiet zwischen Soma und Psyche sei ein Leistungsprofil nur in enger Absprache zwischen Rheumatologe und Psychiater möglich.
Bidis
ziplinär
sei die zuletzt ausgeübte, rein sitzende Tätigkeit nicht mehr zumutbar. Bezüglich eines Tätigkeitsprofils seien
nurmehr
körperlich leichte Tätigkeiten in wechselnden Körperpositionen mit einem maximalen Sitzanteil von täglich 20 % zumutbar unter Vermeidung von rückenbelastenden Arbeitspositionen wie Tätig
keiten mit vorgeneigtem oder abgedrehtem Oberkörper, Tätigkeiten in einer sitz
enden oder stehenden Zwangshaltung wie auch Tätigkeiten auf vibrierenden Maschinen, Leitern, Gerüsten oder Dächern und zudem seien Tätigkeiten mit feuchtkalten Witterungsexposition
en
nicht mehr zumutbar.
Bidisziplinär
sei die medizinisch-theoretisch
e
Arbeitsfähigkeit hinsichtlich einer optimalen leidens
adap
tierten Tätigkeit auf maximal 50 % einzuschätzen (S. 25).
Der Endzustand sei erreicht. Bei
Spondylodese
sei mit der Möglichkeit von Anschluss-Segment
degenerationen auszugehen, die später Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben könnten (S. 26).
3.
3
Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin hielten Dr.
F._
und Dr.
G._
am 17. Mai 2017 (Urk. 8/M30) mit Verweis auf ihr Gutachten vom 29. Dezember 2016 (E. 3.
2
vorstehend) fest, der Beschwerdeführerin sei aus
bidisziplinärer
, psychiatrisch-rheumatologischer Sicht eine ganztä
g
ige leidensadaptierte Tätig
keit zumutbar und mit einer geschätzten Leistungseinschränkung von 50 % auf
grund vermehrter
Pausen, verlängerter Mittagszeit und der Möglichkeit, sich zwischendurch hinlegen zu können. Daraus resultiere eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (S. 1). Bei der aktuellen Beurteilung handle es sich um eine integrale
bidis
ziplinäre
Angabe der Leistungsfähigkeit/Arbeitsfähigkeit auf der psychophysi
schen Ebene, welche sich nicht in psychiatrisch bzw. rheumatologisch unterteilen lasse. Konsequenterweise müsse deshalb die Diagnose chronische Schmerz
stö
rung mit somatischen und psychischen Faktoren in die Rubrik Diagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit transferiert werden. Es sei nicht
möglich, das Leistungsprofil
weder aus rein somatischer noch aus rein psychia
trischer Sicht zu beurteilen, sondern nur integral-
bidisziplinär
psychophysisch (rheumatologisch-psychiatrisch). Somit wollten und könnten sie die Frage über die Höhe der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit unter Berücksichtigung rein somatisch objektivierbarer Befunde nicht beantworten (S. 2).
3.
4
Der die Beschwerdegegnerin beratende Prof. Dr.
B._
führte auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin in seiner
Stellungnahme vom 8. April 2019 (Urk. 8/M31) aus, gemäss Gutachten könne die letzte rein sitzende Tätigkeit nicht mehr zuge
mutet werden. Eine optimal leidensadaptierte Tätigkeit könne noch maximal zu 50 % ausgeübt werden, dabei mit Sitzanteil von maximal 20 %. Dieser Beurtei
lung könne er sich anschliessen.
Bezüglich der Arbeitsunfähigkeit werde im Gutachten klar ausgesagt, dass aus psychiatrischer Sicht nach dem Unfallereignis zu keinem Zeitpunkt eine Arbeitsunfähigkeit vorgelegen habe. Im
Konsensusteil
des Gutachtens (rheumatologisch
und psychiatrisch)
werde
regelmässig von einer
«
bidisziplinären
psychiatrisch
-rheumatologischen Einschätzung»
der Arbeits
fähi
g
keit
gesprochen, was etwa
s
unglücklich formuliert
sei
. Die Arbeitsunfähigkeit
werde
in dem Gutachten letztlich rein aus rheumatologischer Sicht
festgelegt (S. 2).
3.5
Auf
erneute
Rückfrage
der Beschwerdeg
eg
nerin nahm
Prof. Dr.
B._
am
13
.
Mai 2019 (Urk. 8/M32
)
an Hand eines detaillierten Fragenkatalogs Stellung. Darin führte
er
aus, rein somatisch objektivierbare Diagnosen bei Erreichen des
Endzustandes seien die instabile LWK-2-Fraktur, die dorsale
Spondylodese
L1-L3,
die posttraumatische Segmentkyphose L1-L3, die linkskonvexe posttraumatische Skoliose Th12-L3 und die polysegmentale degenerative Veränderung an der gesamten LWS mit
mässiggradigem
Ausmass. Nicht somatisch objektivierbare Diagnosen seien das FBSS und die chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (S. 3).
Weiter hielt er fest, der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im Gutachten hin
sichtlich der angestammten Tätigkeit als Sachbearbeiterin könne nicht vollum
fänglich gefolgt werden. Eine Bürotätigkeit soll
t
e realisierbar sein, wenn der Arbeitsplatz für wechselnde Arbeitspositionen ausgelegt werde. Das wäre schon durch das
Z
ur
v
erfügungstellen
eines Steharbeitsplatzes realisierbar gewesen. In diesem Fall könne eine Arbeitsfähigkeit von bis 50 % auch im angestammten Beruf realisiert werden.
Das Tätigkeitsprofil dürfe nur körperlich leichte Tätig
keiten in wechselnder Körperposition mit einem maximalen Sitzanteil von 20 % beinhalten.
Nicht zumutbar seien
rückenbelastende Arbeitspositionen wie Tätig
keiten mit vorgeneigtem oder abgedrehtem Oberkörper und Exposition
in feucht
kaltem Ambiente. Es bestünden Limitierungen sowohl in leistungsmässiger wie
in zeitlicher Hinsicht. Die Arbeitsunfähigkeit könne mit 50 % veranschlagt werden
, wenn der Anteil sitzender Arbeit gering sei.
Die Beschwerdeführerin sei aktuell 65 Jahre alt. Das Potential an Angewöhnung und Anpassung an Verletzungs
folgen sinke erfahrungsgemäss mit steigendem Alter. Flexibilität und Kraft der
Strukturen des Rückens/der Wirbelsäule liessen nach. Schmerzen und andere körperliche Beschwerden seien eher geeignet, die Konzentrationsfähigkeit herab
zusetzen. Die Arbeits
un
fähigkeit wäre für einen Versicherten im mittleren Alter von ca. 42 Jahren mit dem gleichen Verletzungsmuster weniger stark ausgeprägt. Eine Beeinträchtigung auch für einen angepassten Arbeitsplatz sollte von einem Ansatz in Höhe von höchstens 25 % ausgehen (= 75 % Arbeitsfähigkeit
, S 4 f.
).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 22. Oktober 2019
(Urk. 2)
in medizinischer Hinsicht auf die
Einschätzung
des
beratenden
P
rof. Dr.
B._
(
vgl. E. 2.1
)
, welcher sich in
seinen
Aktenbeur
teilung
en wiederum in erster Linie
auf die Angaben im
Medas
-
Gutachten vom 29. Dezember 2016 stützte
(vgl. E. 3.
4
-3.
5
).
4.2
4.2.1
Vorweg
ist
festzuhalten
, dass die Beschwerdegegnerin zu
r
Beurteilung des Leis
tungsanspruches zu
Recht nicht auf
die Einschätzung der
Leistungsfähigkeit
im
Gutachten vom 29. Dezember 2016 (E. 3.
2
) abstellte.
Auch wenn das Gutachten sorgfältig abgefasst sein und die medizinischen Zusammenhänge einleuchtend darlegen mag
,
beantwortet es
doch
die
für den Rechtsanwender
zur
Beurteilung
der
Kausalität
– und damit für den Leistungsanspruch -
entscheidende Frage hinsichtlich der
auf organisch ausgewiesen
e
n
und
organisch nicht ausgewiesenen Ursachen zurückgehende
Leistungseinschränkungen
nicht in
genügender
Weise.
4.2.2
Die
Experten wiesen im Gutachten
ausdrücklich
darauf hin
, dass es sich
aus ihrer Sicht
um eine Schmerzkrankheit im Grenzgebiet zwischen Soma und Psyche
handle
und es nicht möglich
sei
, die Grenzlinie zwischen somatischem und psy
chischem Ante
il nachvollziehbar zu ziehen (E. 3.
2
).
Auf Nachfrage durch die Beschwerdegegnerin hielten die Gutachter an ihrer
Meinung
fest und führten dazu aus, dass es sich bei ihrer Beurteilung um eine integrale
bidisziplinäre
Angabe der Leistungsfähigkeit/Arbeitsfähigkeit auf der psychophysischen Ebene handle, welche sich nicht in psychiatrisch und rheumatologisch unterteilen lasse und sie daher auch die Diagnose der chronischen Schmerzstörung in die Rubrik
«mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit» aufgenommen hätten (E. 3.
3
).
Damit
ist eine
rechtliche Würdigung der adäquaten Kausalität
nicht möglich
, weil für die organisch ausgewiesenen und die organisch nicht ausgewiesenen Beschwer
den verschiedene Voraussetzungen zu prüfen sind
.
4.2.3
Entgegen der
Annahme
der Beschwerdeführerin
(E. 2.2)
handelt es sich bei der Beurteilung der im Gutachten
resultierenden
50%igen Arbeitsunfähigkeit –
wo
von
anscheinend auch
Prof. Dr.
B._
fälschlicherweise
ausging
(vgl. E. 3.
3
und E. 4.3 nachstehend) –
nicht um eine rein
rheumatologische Beurteilung, so
ndern eindeutig um
eine
Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit, welche orga
nisch ausgewiesene und organisch nicht ausgewiesene psychisch bedingte Anteile umfasst
e
.
Dies ergibt sich klar aus der diesbezüglichen
Begründung
der Gutachter
. So führten
die
Experten
auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin
in ihrer Ergän
zung ausdrücklich aus, dass es ihnen nicht möglich sei,
das Leistungsprofil weder aus rein somatischer noch aus rein psychiatrischer Sicht zu beurteilen, sondern nur integral
bidisziplinär
und es ihnen somit auch nicht möglich
sei
,
die Höhe der zumutbaren Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit unter Berück
sichtigung der rein somatisch objektivierbaren Befunde zu beantworten (E. 3.
3
). Wie aufgezeigt, führten sie denn auch die
Diagnose der chronischen Schmerz
störung in die Rubrik «mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit» auf.
4.2.4
Hinzukommt, dass das entscheidende
Kriterium für
die Berücksichtigung
soma
tische
r Beschwerden als
solche
deren Bestätigung durch apparative/bildgebende Abklärungen
ist
(E. 1.3.2). Selbst wenn man sich also auf den Standpunkt
stellen würde, dass es sich bei den durch
die Summe der Gewebeverletzungen, der durch die Operationen anhaltend gestörten
Biomechanik mit reaktiven, schmer
z
haften Überbelastung
en
von Muskeln, Bändern und Gelenken verursachten Leiden um «somatisch»-bedingte Beschwerden handel
t
(E. 2.2), fehlte es an einer Bestätigung durch die bildgebende Abklärung und
es fände – entgegen der Meinung der Be
schwerdeführerin (E. 2.2) -
die Psycho-Praxis Anwendung (E. 1.3.3). Die Gutach
ter hielten denn diesbezüglich auch ausdrücklich fest, dass
kein exaktes Substrat für die angegebenen Beschwerden durch die klinische Untersuchung und die Bildgebung
eruierbar
sei und eine exakte organisch-strukturelle Schmerzursache anlässlich der Begutachtung nicht
habe
festgestellt werden
können
, weshalb
von
einem FBSS auszugehen sei (E. 3.
3
).
4.
3
4.3.1
Nachdem die Beschwerdegegnerin für
ihre
Beurteilung zu Recht nicht
auf
das Gutachten
vom 29. Dezember 2016 abstellte (E. 4.
2
vorstehend
), legte sie dieser die Einschätzung des beratenden Prof.
Dr.
B._
zu Grunde (E. 2.1).
A
uch dessen Darlegungen vermögen
jedoch
nicht zu überzeugen
.
4.3.2
In seiner ersten Stellungnahme vom 8. April 2019 (E. 3.
4
) verwies Prof. Dr.
B._
ohne
W
eiteres auf die Einschätzung der
Medas
-
Gutachte
r
vom 29. Dezember 2016 mit der Bemerkung, dass es sich dabei um eine rein rheu
matologische Einschätzung handle. Dies ist – wie aufgezeigt (E. 4.2.3) –
unzu
treffend
. Anknüpfend
an diese hielt er in seiner Stellungnahme vom 13. Mai 2019
(E. 3.
5
) auf erneute Rückfrage der Beschwerdegegnerin im
Prinzip
an der ursprüng
lichen Einschätzung fest. Er korrigierte diese nur
bezüglich der seines Erachtens mangelnden Berücksichtigung der Anpassungsmöglichkeiten des Arbeitsplatzes in der angestammten Tätigkeit.
Im Wesentlichen folgte er damit aber immer noch der Ansicht, dass es sich bei der von den Gutachtern attestierten Leistungs
einschränkung im Umfang von 50 % um eine
solche
aus rein rheumatologischer Sicht
handl
e und
welcher
er sich grundsätzlich anschloss (E. 3.
5
). Zwar nahm er eine Aufteilung der organisch ausgewiesenen und nicht ausgewiesenen Be
schwerden vor, zeigte aber im Einzelnen nicht auf, inwiefern sich die genannten organisch ausgewiesenen Beschwerden auf die Leistungseinschränkung – ohne den von den Gutachtern als organisch nicht ausgewiesenen Anteil einzugehen -
genau auswirken.
Daneben vermag auch insbesondere seine in der Stellungnahme vom 13. Mai 2019 (E. 3.
5
) neu vertretene Auffassung über die
reduzierte Einschränkung auf
grund des Verletzungsmusters bei einer Person im mittleren Alter
nicht
zu über
zeugen.
Denn
Prof. Dr.
B._
nahm
ohne eingehende Begründung einfach eine um 25
%
-Punkte
grösser
e
Einschränkung
der Beschwerdeführerin aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters
an
, ohne dies im Detail herzuleiten. Hinzukommt, dass
als
Motivation hinter der Frage der Beschwerdegegnerin über die Aus
wir
kung der gleichen Verletzung bei einer Person im mittleren Alter
die rein rechtlich relevante Überlegung steht, ob Art. 28 UVV anzuwenden wäre. Denn der Aus
gleich einer unterschiedlichen Auswirkung derselben Verletzung in fortgeschrit
te
nem Alter erfolgt nicht über die medizinische Einschätzung
und die Schätzung der Arbeitsfähigkeit
, sondern über ein an das Einkommen einer Person im mittle
ren Alter zugrunde gelegte
s
Invalideneinkommen beim Einkommensvergleich zur Ermittlung des Invaliditätsgrades
(Urteil des Bundesgerichts 8C_307/2017 vom 2
6.
September 2017 E. 4.2.2 und E. 5)
.
4.3.3
Die Beurteilung von Prof. Dr.
B._
vermag daher nicht zu überzeugen und ist als Grundlage zur Beurteilung über die
Auswirkungen organisch ausgewie
sener Einschränkungen und damit der adäquaten
Kausalität
sowie letztlich
des
Anspruch
es
ungeeignet.
4.4
Darüber hinaus fehlt es, nachdem das Gutachten vom 29. Dezember 2016
für die Beurteilung des Anspruches ausser Betracht fällt (E. 4.2), an einer medizinischen Grundlage zur Prüfung der organisch nicht ausgewiesenen
,
mithin der psychisch bedingten Einschränkungen.
4.
5
Nach dem Gesagten erweist sich der Sachverhalt als ungenügend abgeklärt.
Es liegt keine genügende und überzeugende medizinische Grundlage vor, aufgrund welcher eine
rechtsgenügliche
Überprüfung der Kausalität möglich wäre.
So fehlt es an einer aus rechtlicher Sicht für die Beurteilung des Leistungsanspruches (Rente und Integritätsentschädigung) notwendigen Unterscheidung hinsichtlich der auf organisch ausgewiesene und organisch nicht ausgewiesene Beschwerden zurückgehende Einschränkungen.
In diesem Sinne ist der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache ist an die
Helsana
zurückzuweisen, damit
diese weitere Abklärungen
in diesem Sinne
tätige und hernach über den Anspruch des Be
schwerdeführers neu verfüge.
5
.
Da die Rückweisung der Sache an die Verwaltung rechtsprechungsgemäss für die Frage der Auferlegung der Parteientschädigung als vollständiges Obsiegen gilt (B
GE 141 V
281
E. 11.1, 137 V 210 E. 7.1, 137 V 57 E. 2.2), steht de
r
Be
schwerdeführer
in
gestützt auf
Art.
61
lit
. g ATSG und
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) eine Prozessentschädigung zu, welche ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwie
r
igkeit des Prozesses auf Fr.
2’6
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.