Decision ID: 267cf632-1c6e-488d-8998-9823d810dbc7
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X und Y wohnen mit ihren drei Kindern in ihrem Einfamilienhaus in G. Der Ehemann
ist unselbständig erwerbstätig. Die Ehefrau war bis zum 30. September 2007 teilzeitlich
unselbständig erwerbstätig als kaufmännische Sachbearbeiterin bei der Firma L in G.
Im Jahr 2006 begann sie eine Kinesiologie-Ausbildung.
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B.- In der Steuererklärung 2007 deklarierten X und Y ein steuerbares Einkommen von
Fr. 60'122.-- und kein steuerbares Vermögen. Dabei deklarierten sie einen Verlust aus
selbständiger Erwerbstätigkeit der Ehefrau von Fr. 25'855.--, der sich aus ihrer
Kinesiologie- und Massagepraxis im eigenen Einfamilienhaus ergeben habe. Die
Veranlagungsbehörde liess unter anderem diesen Verlust nicht zum Abzug zu und
veranlagte das Ehepaar mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 85'600.-- und ohne
steuerbares Vermögen.
C.- Gegen die Veranlagung erhoben X und Y mit Eingabe vom 24. September 2008
Einsprache mit dem Antrag, wenn bezüglich der selbständigen Erwerbstätigkeit der
Ehefrau als Kinesiologin die Ausbildungskosten in der Höhe von Fr. 19'000.-- nicht zum
Abzug zugelassen werden könnten, seien zumindest die übrigen
Geschäftsaufbaukosten im Betrag von Fr. 6'907.60 zum Abzug zuzulassen. Mit Mail
vom 12. Januar 2009 wurde beantragt, die Einsprache auf die Umschulungskosten
auszudehnen.
Mit Einsprache-Entscheid vom 26. März 2009 hiess das kantonale Steueramt die
Einsprache teilweise gut. Es anerkannte einen Verlust von Fr. 6'907.-- (Miete Fr.
4'870.-, Abschreibungen 1'300.--, Büro- und Verwaltungsaufwand Fr. 647.60,
Behandlungsmaterial Fr. 490.--, abzüglich Erlös aus der Praxis von Fr. 400.--), jedoch
nicht den Abzug der Ausbildungskosten und setzte das steuerbare Einkommen auf
Fr. 78'700.-- herab.
D.- Gegen diesen Einsprache-Entscheid erhoben X und Y mit Eingabe ihrer Vertreterin
vom 25. April 2009 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, die
Umschulungskosten von Fr. 19'000.-- inkl. Krankenkassen-Anerkennung seien zum
Abzug zuzulassen.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 1. Juli 2009 die kostenfällige
Abweisung des Rekurses. Mit Schreiben vom 27. Januar 2010 wurden die Rekurrenten
aufgefordert, zusätzliche Beweismittel einzureichen. Dieser Aufforderung kamen sie mit
Eingabe vom 20. Februar 2010 nach und führten aus, von den totalen
Weiterbildungskosten von Fr. 21'340.-- seien Fr. 8'391.-- für das Jahr 2006
auszuscheiden, sodass für das Jahr 2007 ein Aufwand von Fr. 12'949.-- bestehen
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bleibe. Die Vorinstanz nahm dazu am 10. März 2010 Stellung, worauf die Rekurrenten
mit Fax vom 17. März 2010 antworteten.
Mit Schreiben vom 17. März 2010 machte der zuständige Abteilungspräsident der
Verwaltungsrekurskommission die Vertreterin der Rekurrenten darauf aufmerksam,
dass das Gericht eine selbständige Tätigkeit der Rekurrentin im Jahr 2007 verneinen
könnte, was eine erhebliche Schlechterstellung der Rekurrenten zur Folge hätte. Dazu
nahm die Vertreterin der Rekurrenten am 12. April 2010 Stellung und beantragte,
wenigstens die Wiedereinstiegskosten bis zur Höhe der Einkünfte aus den
Sekretariatsarbeiten zum Abzug zuzulassen. Zudem reichte sie weitere Unterlagen ein.
Mit Eingabe vom 17. April 2010 informierte die Vertreterin der Rekurrenten über die
Vernehmlassung zur Gesetzesänderung betreffend Aus- und Weiterbildungskosten. Die
Vorinstanz verzichtete am 22. April 2010 auf eine weitere Stellungnahme.
Auf die Ausführungen der Beteiligten zur Begründung der Anträge wird, soweit

notwendig, in den Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 25. April 2009 ist rechtzeitig eingereicht
worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen
(Art. 194 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG; Art. 48 des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist
einzutreten.
2.- Umstritten ist vorliegend, ob der geltend gemachte Verlust aus der Tätigkeit der
Ehefrau als Kinesiologin im Jahr 2007, darunter die Kosten der Kinesiologie-
Ausbildung, in Abzug gebracht werden kann.
a) Im Rekurs wird im Wesentlichen vorgebracht, die dreijährige Berufsbildung habe
Wiedereinstiegscharakter. Einem Wiedereinstieg in den einmal erlernten
kaufmännischen Beruf sei die Rekurrentin insbesondere aufgrund fehlender
Computerkenntnisse nicht mehr gewachsen. Zudem vertrage sie die Bildschirmarbeit
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schlecht. Deshalb habe sie eine Umschulung zur Kinesiologin begonnen. Die frühere
kaufmännische Ausbildung diene ihr für sämtliche Administrationsarbeiten der neuen,
selbständigen Erwerbstätigkeit. In der Nachbarschaft habe die Rekurrentin in
Teilzeitarbeit Bestellungen zum Versand ausführen können, um ihre Schulkosten
mitzufinanzieren. Angesichts der zusätzlichen Kurse für die Anerkennung bei der
Krankenkasse seien für die Geschäftstätigkeit der Rekurrentin als Kinesiologin gute
Erträge vorauszusehen. Die Ausbildungskosten 2007 in der Höhe von Fr. 19'000.-- inkl.
Krankenkassen-Anerkennung seien ein Hinweis auf die klare Absicht der
nachträglichen Berufsausübung gewesen. Während der Ausbildung seien viele
Behandlungen als Übungsstunden deklariert worden und ohne Kostenverrechnung
erfolgt. Die Umschulungskosten von Fr. 19'000.-- inkl. Krankenkassen-Anerkennung
seien zum Abzug zuzulassen.
Die Vorinstanz stellt sich demgegenüber in ihrer Vernehmlassung auf den Standpunkt,
bei den geltend gemachten Kosten handle es sich nicht um abziehbare Weiterbildungs-
oder Umschulungs-, sondern um nicht abziehbare Ausbildungskosten. Allein das
Tragen einer Brille bei Bildschirmarbeit sei kein gesundheitlicher Grund für eine
Umschulung und es fehle ein ärztliches Zeugnis. Unter Wiedereinstiegskosten seien
Kosten zu verstehen, die eine Person aufwenden müsse, um nach längerer Zeit wieder
im seinerzeit erlernten und ausgeübten Beruf tätig zu werden. Fehlende
Computerkenntnisse könnten durch vielfältig angebotene Kurse innert kurzer Zeit auf
den neusten Stand gebracht werden. Die Kosten für die Kinesiologiekurse könnten
deshalb auch nicht als Wiedereinstiegskosten gelten. Sie stünden im Zusammenhang
mit der Erzielung von Einkünften in der selbständigen Erwerbstätigkeit als diplomierte
Kinesiologin. Eine solche habe aber erst mit Abschluss der Ausbildung am 14.
Dezember 2008 aufgenommen werden können. Da für diese berufliche Neuorientierung
keine Ursache im bisherigen Beruf zu finden sei, handle es sich um nicht abziehbare
Ausbildungskosten.
In der zusätzlichen Eingabe vom 20. Februar 2010 korrigieren die Rekurrenten ihren
Antrag auf zum Abzug zuzulassende Aufwendungen für die Kinesiologiekurse von
Fr. 12'949.--. Insgesamt würden Rechnungen in der Höhe von Fr. 21'340.-- vorliegen.
Davon seien jedoch Fr. 8'391.-- als jahrübergreifenden Rechnungen für 2006
auszuscheiden. Die Kosten für auswärtiges Mittagessen sowie die Fahrtkosten mit
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öffentlichen Verkehrsmitteln nach Zürich seien betragsmässig unbedeutend, weshalb
dazu keine weitere Aufstellung beigelegt werde. Im Jahr 2007 seien die
Kundeneinnahmen noch unbedeutend gewesen, da noch diverse Diplome ausstehend
gewesen seien und nicht der volle Preis habe verrechnet werden können. Teilweise sei
auch gratis Kinesiologie-Therapie angeboten worden. Es seien dort Kunden zu
verzeichnen gewesen, die nun weiterhin zum Kundenkreis der Ehefrau gehörten.
Dazu führt die Vorinstanz aus, aus den Unterlagen gehe nicht hervor, wie die
Rekurrentin im Jahr 2007 nach Aussen in Erscheinung getreten sei. Die Professionalität
im Jahr 2007 sei nicht nachgewiesen und vor Erhalt des Diplomes im Jahr 2009 auch
nicht möglich gewesen.
Die Rekurrenten machen hierzu mit Eingabe vom 17. März 2010 geltend,
Wiedereinsteigerinnen in das Berufsleben mit entsprechenden Ausbildungskosten
müssten keine professionelle Anwendung nachweisen, da sie auf dem Weg zu einer
immer verbesserten Professionalität seien. Selbständig Erwerbende dürften alle ihre
beruflichen Kurskosten in Abzug bringen. In der Stellungnahme vom 12. April 2010
führen sie zudem aus, wenigstens seien Wiedereinstiegskosten bis zur Höhe der
Einkünfte aus der unselbständigen Erwerbstätigkeit der Ehefrau zum Abzug
zuzulassen. Diese habe einen grossen Teil ihrer Ausbildung durch die Einkünfte aus
den Sekretariatsarbeiten finanziert. Als Inhaberin einer Einzelfirma bleibe sie
kaufmännisch tätig. Aufgrund gesundheitlicher Schwierigkeiten bei Computerarbeiten
werde der Fokus auf die Arbeit mit Kunden umgelenkt. Die steuerliche Akzeptanz einer
neu gegründeten Firma dürfe nicht von der Rechtsform abhängig gemacht werden,
sondern vom seriösen Aufbau, der erfahrungsgemäss drei Jahre dauere. Ständerat
Eugen David werde in zwei Monaten eine Vorlage zur korrekten steuerlichen
Behandlung der Aus- und Weiterbildungskosten unterbreiten. Die Vorarbeiten für die
Gesetzgebung im DBG und StHG seien bereits 2007/2008 geleistet worden. Die
Gerichte in der Schweiz müssten das geltende Recht anwenden. Bis zur nächsten
Steuerveranlagung seien die gesetzlichen Voraussetzungen für den Abzug der
Bildungskosten wohl in Kraft gesetzt. Bezüglich Aufnahme der selbständigen
Erwerbstätigkeit würden die eingereichten Belege zeigen, dass die ersten
Praxiseinnahmen vom 12. Januar 2007 datierten. Die zehn in Rechnung gestellten
Praxisstunden à Fr. 40.-- seien deshalb so tief angesetzt, weil die Grundausbildung
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noch nicht abgeschlossen gewesen sei. Zusätzlich sei eine beträchtliche Anzahl
Übungsstunden gratis geleistet worden. Im Übrigen sei die Erstausbildung zur Kauffrau
auch eine Basis für die heutige selbständige Erwerbstätigkeit.
b) Nach Art. 31 Abs. 1 StG sind alle Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-,
Gewerbe-, Land- und Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien Beruf sowie aus jeder
anderen selbständigen Erwerbstätigkeit steuerbar. Zur Ermittlung des Reineinkommens
werden bei der selbständigen Tätigkeit nach Art. 40 Abs. 1 StG die geschäfts- oder
berufsmässig begründeten Kosten abgezogen. Aufwendungen im Sinne dieser
Bestimmung schmälern das steuerbare Einkommen, weshalb grundsätzlich der
Steuerpflichtige die Beweislast für geschäftsmässig begründete Kosten trägt (vgl. GVP
1980 Nr. 6; Weidmann/Grossmann/Zigerlig, Wegweiser durch das st. gallische
Steuerrecht, 6. Aufl. 1999, S. 379 f.). Der Steuerpflichtige hat darzutun, dass die
entsprechenden Aufwendungen effektiv getätigt wurden und dass sie mit der
selbständigen Erwerbstätigkeit in einem sachlichen Zusammenhang stehen. Der
Aufwand ist zu belegen oder zumindest glaubhaft zu machen (Weidmann/Grossmann/
Zigerlig, a.a.O., S. 70). Der Grundsatz der Gesamtreineinkommensbesteuerung besagt,
dass Verluste aus einzelnen Einkommensquellen mit Ertragsüberschüssen aus anderen
Quellen verrechnet werden können (Weidmann/Grossmann/Zigerlig, a.a.O, 6. Aufl.
1999, S. 29).
aa) Voraussetzung der Anerkennung von geschäfts- oder berufsmässig begründeten
Kosten ist der Nachweis einer selbständigen Erwerbstätigkeit. Unter den Begriff der
selbständigen Erwerbstätigkeit fällt allgemein jede Tätigkeit, bei der ein Unternehmer
auf eigenes Risiko, unter Einsatz von Arbeit und Kapital, in einer frei gewählten
Organisation mit der Absicht der Gewinnerzielung am Wirtschaftsverkehrs teilnimmt
und damit seine Tätigkeit nach aussen hin sichtbar macht. Die selbständige
Erwerbstätigkeit beginnt, sobald sie als solche im Wirtschaftsverkehr wahrnehmbar
wird (vgl. Cagianut/Höhn, Unternehmenssteuerrecht, 3. Auflage Bern 1993, S. 54 ff.).
Bei der Prüfung der Gewinnabsicht sind neben der Entwicklung der Gewinne und
Verluste die Betriebsführung, die beruflichen Kenntnisse des Steuerpflichtigen sowie
das Verhältnis allfälliger Einnahmen zu den Ausgaben und im Vergleich mit dem
eingesetzten Vermögen zu berücksichtigen (B. Hirt, Grundfragen der
Einkommensbesteuerung, Diss. St. Gallen 1998, S. 184).
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bb) Die Ehefrau war unbestrittenermassen im Jahr 2007 als kaufmännische
Sachbearbeiterin unselbständig erwerbstätig und erzielte ein Einkommen von Fr.
9'589.50. Dieses Arbeitsverhältnis wurde per Ende September 2007 beendet. Im
Rekurs wird geltend gemacht, die Ehefrau habe per 1. Januar 2007 eine selbständige
Erwerbstätigkeit als Kinesiologin begonnen. Der Umstand, dass die Ehefrau aus ihrer
Tätigkeit als Kinesiologin im Jahr 2007 einen Verlust von Fr. 25'855.20 erlitten hat (act.
7/III-g), stellt für sich allein noch kein hinreichendes Indiz für eine fehlende
Gewinnabsicht dar. Bekanntlich kann der Aufbau einer rentablen eigenen
Gesundheitspraxis eine gewisse Zeit beanspruchen. Dass in den ersten Jahren keine
oder nur geringe Gewinne erzielt werden, ist deshalb durchaus nachvollziehbar. Auch
ist die Tätigkeit als Kinesiologin nicht von vorneherein als Basis für eine rentable
Erwerbsquelle ungeeignet. Bei einer Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben
für das Jahr 2007 fällt aber auf, dass die Ehefrau Aufwendungen von Fr. 26'255.20
geltend macht und nur einen äusserst geringen Umsatz aus Behandlungen von Fr.
400.-- erzielt hat. Zudem geben die Rekurrenten selbst an, dass im Jahr 2007 die
Grundausbildung der Rekurrentin noch nicht abgeschlossen gewesen sei und sie viele
unentgeltliche Übungsstunden geleistet habe. Die beruflichen Kenntnisse zur Tätigkeit
als Kinesiologin waren damit im fraglichen Jahr noch nicht vorhanden. Bei den
Behandlungen stand auch nicht die Gewinnabsicht, sondern die Praxis-Erfahrung für
die begonnene Ausbildung im Vordergrund. Taugliche Beweismittel dafür, dass die
Ehefrau mit der Tätigkeit als Kinesiologin im Jahr 2007 nach Aussen in Erscheinung
getreten ist, reichten die Rekurrenten trotz expliziter Aufforderung (act. 9) nicht ein. Das
von den Rekurrenten vorgebrachte Publikationsmaterial umfasst zwar eine Visitenkarte,
ein Quittungs-Formular, ein Klientenblatt, ein Merkblatt für Klienten sowie ein
Werbeblatt, alle mit einheitlichem Logo; ab wann diese gedruckt und verwendet
wurden, ist daraus aber nicht ersichtlich. Es wird angegeben, Flyer befänden sich im
Druck und eine Homepage sei in Arbeit. Der Telefonbucheintrag der Ehefrau unter der
Rubrik "Geschäfte" mit dem Vermerk "Kinesiologie" wurde erst im Jahr 2009 in die
Wege geleitet (act. 14/1). Dies deutet darauf hin, dass die Ehefrau sich erst nach dem
Jahr 2007 damit beschäftigt hat, ihre Tätigkeit nach Aussen hin sichtbar zu machen.
cc) Vor diesem Hintergrund ist der Nachweis für die Aufnahme einer selbständigen
Erwerbstätigkeit per 1. Januar 2007 nicht erbracht. Dies hat zur Folge, dass der geltend
gemachte Verlust des Jahres 2007, darunter auch die von der Vorinstanz akzeptierten
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Auslagen für die Geschäftsaufbaukosten von Fr. 6'907.60, nicht zum Abzug zuzulassen
sind. Wie es sich in den Folgejahren verhält, braucht hier ebenso wenig geklärt zu
werden, wie die Einhaltung des Periodizitätsprinzips in der Aufwandverbuchung.
c) Zu prüfen bleibt, ob die geltend gemachten Kosten für die Kinesiologie-Ausbildung
als Weiterbildungs- oder Umschulungskosten der unselbständigen Tätigkeit zum
Abzug zugelassen werden können.
aa) Nach Art. 39 Abs. 1 lit. d StG können die mit dem Beruf zusammenhängenden
Weiterbildungs- und Umschulungskosten von den Einkünften aus unselbständiger
Erwerbstätigkeit abgezogen werden.
Als Weiterbildungskosten gelten Aufwendungen für die Erhaltung und Sicherung sowie
die Vertiefung der beruflichen Kenntnisse, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der
Berufsausübung stehen und für die eine gewisse Notwendigkeit ausgewiesen ist
(Weidmann/Grossmann/Zigerlig, a.a.O., S. 44). Zur Anerkennung als abzugsfähige
Weiterbildung ist darauf abzustellen, ob die Aufwendungen für die Erzielung des
Einkommens nützlich sind und nach der Verkehrsauffassung im Rahmen des Üblichen
liegen. Dazu gehören vor allem auch verbesserte Kenntnisse für die Ausübung des
gleichen Berufs. Hingegen sind die Auslagen für eine Fortbildung, die zum Aufstieg in
eine eindeutig vom bisherigen Beruf zu unterscheidende höhere Berufsstellung (so
genannten Berufsaufstiegkosten) oder gar zum Umstieg einen anderen Beruf dient,
keine solchen Weiterbildungskosten. In diesen Fällen liegt vielmehr eine neue
Ausbildung vor (vgl. zum Ganzen BGE 124 II 29 E. 3a und 3d und Urteil des
Bundesgerichts 2A.182/2005 vom 17. Oktober 2005 in StR 61/2006 S. 43 mit
Hinweisen; F. Baumer, Steuerliche Aspekte der Aus- und Weiterbildung, in: StR
59/2004 S. 810 ff.). Wesentlich für die Beurteilung der Abzugsfähigkeit der Kosten für
Zusatzausbildungen ist nicht nur der Vergleich zwischen der bestehenden
Grundausbildung und den neu erworbenen Kenntnissen; zu berücksichtigen sind auch
der aktuell ausgeübte Beruf und die Auswirkungen der Zusatzausbildung auf die
gegenwärtige und künftige Berufstätigkeit (Urteile des Bundesgerichts 2A.623/2004
und 2A.671/2004 vom 6. Juli 2005, je E. 3.2). Zudem müssen die
Weiterbildungsmassnahmen der Erhaltung oder Verbesserung der Stellung in jenem
Beruf dienen, aus welchem das in der Berechnungsperiode steuerbare
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Erwerbseinkommen des Steuerpflichtigen stammt (vgl. StE 2008 B 22.3 Nr. 95, E. 3.1
mit Hinweisen). Auslagen, die anfallen, um die notwendigen Fähigkeiten und
Kenntnisse zur Ausübung eines Berufes zu erlernen, z.B. Lehre, Handelsschule,
Matura, Studium etc., sind als Ausbildungskosten nicht abziehbar. Dies gilt nicht nur
für die (Grund-) Berufsausbildung, sondern auch für die Kosten, die vor der
eigentlichen Ausübung eines Berufes anfallen (vgl. Locher, Kommentar zum DBG, N 61
zu Art. 26). Als "mit dem Beruf zusammenhängende Weiterbildungskosten" sind somit
nur solche Kosten abziehbar, die im Rahmen des bereits erlernten und ausgeübten
Berufes anfallen. Nicht abziehbar sind dagegen die Ausbildungskosten für die
erstmalige Aufnahme einer Berufstätigkeit bzw. für einen neuen oder zusätzlichen Beruf
(vgl. auch M. Reich, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/1, 2. Aufl.
2002, N 12 zu Art. 9 StHG).
Den Weiterbildungskosten gleichgestellt sind Kosten für eine Umschulung, welcher
sich ein Steuerpflichtiger infolge veränderter Wirtschaftslage oder Invalidität
unterziehen muss, um sein Erwerbseinkommen zu erhalten (vgl. StE 2006 B 22.3 Nr.
83, E. 2 b). Dadurch soll unter anderem auf Beschäftigungsschwierigkeiten in einzelnen
Wirtschaftszweigen Rücksicht genommen werden. So dient die Umschulung nicht für
die Ausübung des gegenwärtigen bzw. bisherigen, sondern für die Vorbereitung eines
neuen Berufs. Der die Abzugsfähigkeit begründende Zusammenhang zwischen den
Umschulungskosten und dem gegenwärtigen Beruf besteht darin, dass die Ursache für
die Neuorientierung in diesem Beruf zu suchen ist. Demnach ist ein Abzug der Kosten
zuzulassen, wenn sich der Steuerpflichtige aufgrund äusserer Umstände, etwa wegen
einer Betriebsschliessung, dem Aussterben eines Berufs, Krankheit oder Unfall,
umschulen lassen muss (Urteil des Bundesgerichts 2A.183/2005 vom 3. November
2005 E. 2.2; Weidmann/Grossmann/Zigerlig, a.a.O., S. 44).
Wie auch die anderen Gewinnungskosten setzt der Abzug von Weiterbildungs- und
Umschulungskosten ein eigenes Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit
desjenigen voraus, der den Abzug beansprucht (vgl. StE 1984 B 27.6 Nr. 1).
Gewinnungskosten setzen also notwendigerweise ein steuerbares Einkommen voraus.
Dieses muss nicht nur an sich steuerbar sein, sondern auch in derselben Periode, in
welcher die Kosten anfallen, erzielt werden. Eine Berücksichtigung von
Gewinnungskosten geht nicht an, wenn die entsprechenden Einkünfte erst in einer
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späteren Periode zufliessen. Aus diesem Grund bereiten die Wiedereinstiegskosten
Probleme, weil sie regelmässig anfallen, bevor ein entsprechendes Erwerbseinkommen
fliesst (vgl. Locher, a.a.O, N 21 f. zu Art. 25 mit Hinweisen und N 68 zu Art. 26).
bb) Die Ehefrau hat eine kaufmännische Ausbildung und war teilzeitlich als
kaufmännische Sachbearbeiterin bei der Firma L in G tätig, wo sie im Bestellwesen
arbeitete. Per Ende September 2007 gab sie diese Tätigkeit auf. Im Januar 2006
begann sie eine Ausbildung am Institut für Kinesiologie und Alternativmedizin (IKAMED)
Zürich (act. 14/7-10), welche drei Jahre dauerte (act. 14/7-4). Im Jahr 2009 absolvierte
sie Kurse zur Krankenkassen-Anerkennung. Am 13. Januar 2010 wurde ihr das Diplom
als Dipl. Integrative Kinesiologin IKAMED ausgestellt (act. 14/7-1).
Es ist davon auszugehen, dass die Ehefrau mit der Kinesiologie-Ausbildung in
funktioneller Hinsicht sowie bezüglich der erforderlichen Ausbildung und der
wahrzunehmenden Aufgaben einen anderen Beruf ergreifen will. Die Ehefrau eignet
sich durch die Kinesiologie-Kurse neue Kenntnisse an, die mit ihrer bisherigen
beruflichen Tätigkeit keinen engeren Zusammenhang haben. Die Kurse vermitteln
Kenntnisse über den menschlichen Körper, Muskeln, Meridiane, chinesische Medizin,
Anatomie, Gehirn, Gesprächstechnik, Psychologie etc. (vgl. Homepage IKAMED:
www.kinesiologie.ikamed.ch). Sie verschaffen damit die fachlichen Voraussetzungen
für einen Berufswechsel. In der Auszeichnung der IKAMED vom 14. Dezember 2008
(act. 14/7-4) wird denn auch der Begriff "Berufsausbildung" verwendet. Die Kosten für
die Kinesiologie-Ausbildung werden daher nicht mehr im Rahmen des bereits erlernten
und ausgeübten Berufs aufgewendet, sondern dienen einer neuen Ausbildung. Daher
handelt es sich bei der Kinesiologie-Ausbildung um eine (Zusatz-) Ausbildung und nicht
um eine Weiterbildung.
Eine Umschulung war nicht zwingend notwendig. Die Ehefrau hätte in ihrem
kaufmännischen Beruf bei der Firma L weiterarbeiten können, hat die Tätigkeit aber
von sich aus aufgegeben. Die von ihr behaupteten gesundheitlichen Probleme in Form
von Augenproblemen bei der Computerarbeit sind nicht belegt. Einzig die Tatsache,
dass sie Brillenträgerin ist, genügt dafür nicht. Die Kosten der Kinesiologie-Ausbildung
können deshalb auch nicht als Umschulungskosten zum Abzug zugelassen werden.
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Schliesslich handelt es sich auch nicht um einen Wiedereinstieg. Ein solcher setzt
voraus, dass die betroffene Person nach einer gewissen Zeitdauer ohne Berufstätigkeit
wieder eine Arbeitstätigkeit im seinerzeit erlernten und ausgeübten Beruf aufnehmen
will. Die Ehefrau hatte bis Ende September 2007 eine Anstellung im kaufmännischen
Bereich, war also erwerbstätig. Zudem wurde die Kinesiologie-Ausbildung im Hinblick
auf eine neue Tätigkeit absolviert.
cc) Die von den Rekurrenten geltend gemachten Kosten im Zusammenhang mit der
Kinesiologie-Ausbildung der Ehefrau stellen Ausbildungskosten dar und sind daher
nicht zum Abzug zuzulassen.
Bei ihrem Verweis auf die Gesetzesänderungsprozesse auf Bundesebene übersehen
die Rekurrenten, dass allfällige neue gesetzliche Regelungen für künftige Steuerjahre
massgebend sind. Eine rückwirkende Inkraftsetzung von Steuerrechtsnormen ist mit
dem Legalitätsprinzip grundsätzlich nicht vereinbar und nur in speziellen Fällen zulässig
(Höhn/Waldburger, Steuerrecht, 9. Auflage, Bern 2001, Rz. 122). Für das Steuerjahr
2007 sind die im Jahr 2007 geltenden gesetzlichen Grundlagen anzuwenden.
d) Zusammenfassend steht fest, dass es sich bei der kinesiologischen Tätigkeit der
Ehefrau im Jahr 2007 nicht um eine selbständige Erwerbstätigkeit handelte. Eine
Verlustverrechnung kann damit nicht erfolgen. Auch der von der Vorinstanz im
Einsprache-Verfahren anerkannte Abzug für die Geschäftsaufbaukosten von Fr.
6'907.60 kann mangels selbständiger Erwerbstätigkeit steuerrechtlich nicht anerkannt
werden. Die Kosten der Kinesiologie-Ausbildung stellen zudem weder Weiterbildungs-
noch Umschulungs- oder Wiedereinstiegskosten, sondern Ausbildungskosten dar und
sind damit nicht abziehbar.
Da die Verwaltungsrekurskommission gemäss Art. 56 Abs. 1 VRP volle
Überprüfungsbefugnis hat und nicht an die Parteibegehren gebunden ist, steht es ihr
offen, die gebotenen Rechtsfolgen unabhängig von den Parteibegehren anzuordnen,
sie kann somit auch über die Anträge hinausgehen oder weniger zusprechen als die
Vorinstanz (reformatio in melius vel in peius; vgl. Weidmann/Grossmann/Zigerlig,
a.a.O., S. 395). Den Rekurrenten wurde im Rekursverfahren das rechtliche Gehör zu
einer allfälligen Schlechterstellung gewährt (act. 19). Die Rekurrenten sind folglich für
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2007 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 85'600.-- und ohne steuerbares
Vermögen zu veranlagen. Der Rekurs ist abzuweisen.
3.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten den Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 800.-- ist angemessen
(vgl. Art. 13 Ziff. 522 des Gerichtskostentarifs, sGS 941.12). Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 800.-- ist zu verrechnen.