Decision ID: 0c24653e-cef0-4cbb-add7-0ee51a1a003e
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1982, stammt aus Mazedonien
,
reiste am 8. Oktober 2005 in die Schweiz ein
und
war nie erwerbstätig
(
Urk.
6/2
,
Urk.
6/15
). Für die Versicherte wurde mit Entscheid vom 15. April 2014 eine
Vertretungsbeistand
schaft
angeordnet (
Urk.
6/4)
und mit Entscheid vom 1
2.
August 2014 die aktuell zuständige
Beiständin
Y._
eingesetzt (
Urk.
3/2). Am 28. Mai 2014 wurde die Versicherte
von ihrer
damals zuständigen
Beiständin
bei der Eidge
nössischen Invalidenversicherung wegen Gehörsverlust und Aphasie
(
Sprach
verlust
)
,
unter welchen sie seit
dem Alter
von neun Monaten
leide
,
zur
berufli
che
n
Integration und zum Rentenbezug
angemeldet (
Urk.
6/2). Mit dem Vorbe
scheid vom 23. Juli 2014 stellte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, eine Verneinung des
Rentena
nspruchs
aufgrund von für
eine ordentliche Invalidenrente
nicht erfüllter versicherungsmässiger Voraussetzun
gen in Aussicht, da die Versicherte seit
dem Jahr
2005 in der Schweiz lebe, ihre gesundheitlichen Beeinträchtigungen jedoch mit überwiegender Wahrschein
lichkeit seit frühester Kindheit beständen (
Urk.
6/17). Mit Verfügung vom
24. September 2014 entschied die IV-Stelle im Sinne ihres Vorbescheids (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die
Beiständin
der Versicherten Beschwerde und machte gel
tend, die Versicherte erfülle die Voraussetzungen für die
Zusprache
einer aus
serordentlichen Invalidenrente (
Urk.
1). Die IV-Stelle verneinte in der Beschwer
deantwort vom 1
2.
November 2014 insbesondere den Anspruch auf eine aus
serordentliche Invalidenrente und beantragte die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5).
Mit Verfügung vom 14. November 2014 wurde ein zweiter
Schriften
wechsel
angeordnet (
Urk.
7), wobei die
Beiständin
der Versicherten mit Schrei
ben vom
2.
Dezember 2014 auf das Erstatten einer Replik verzichtete (
Urk.
9).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeine
n Teil des
Sozialversicherungsrecht
s
[ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
In der Invalidenversicherung sind natürliche Personen mit Wohnsitz in der Schweiz sowie natürliche Personen, die in der Schweiz eine Erwerbstätigkeit ausüben, obligatorisch versichert (Art. 1b des Bundesgesetzes über die Invali
denversicherung [IVG] in Verbindung mit Art. 1a
Abs.
1
lit
. a und
lit
. b des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
[AHVG]
). Gemäss Art. 4
Ziff.
1
des Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgenos
senschaft und der Republik Mazedonien vom 9. Dezember 1999 über soziale Sicherheit (in Kraft seit dem 1. Januar 2002; SR
0.831.109.520.1
;
im
F
olgenden Abkommen
)
sind
die
schweizerischen
und
mazedonischen Staatsangehörigen
einander
in den
Rechten
und
Pflichten
in Bezug auf die
Invalidenversicherung gleichgestellt
,
soweit im Abkommen nichts Abweichendes bestimmt ist
.
1.3
Hinsichtlich
des
Anspruchs
auf
eine ordentliche Invalidenrente gelten für
mazedo
nische
Staatsangehörige
die
selben Bestimmungen wie für schweizeri
sche Staatsangehörige
, da das
Abkommen diesbezüglich keine Abweichungen enthält
(
vgl.
Art.
4
Ziff.
1 in
Verbindung
mit
Art.
16 des
Abkommens
).
Massge
bend für den Anspruch auf eine ordentliche Rente der Invalidenversicherung ist
daher
, ob bei Eintritt der Invalidität (Versicherungsfall) während mindestens drei Jahren Beiträge geleistet worden sind (Art. 36
Abs.
1 IVG).
1.4
Anspruch auf eine ausserordentliche Invalidenrente haben Schweizer Bürger mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz, die während der gleichen Z
ahl
von Jahren versichert waren wie ihr Jahrgang, denen aber keine ordentliche Rente zusteht, weil sie bis zur Entstehung des Rentenanspruchs nicht während dreier Jahre der Beitragspflicht unterstellt gewesen sind (Art. 36
Abs.
1 IVG
in Verbindung mit
Art. 39
Abs.
1
IVG
und
Art. 42
Abs.
1
AHVG
).
Für Nichterwerbstätige beginnt die Beitragspflicht am 1. Januar nach Vollen
dung des 20. Altersjahrs (Art. 2 IVG in Verbindung mit Art. 3
Abs.
1 AHVG).
Mazedonische Staatsangehörige haben gemäss dem Abkommen unter den gleichen Voraussetzungen wie schweizerische Staatsangehörige Anspruch auf eine ausserordentliche Rente der schweizerischen Invalidenversicherung, sofern sie unmittelbar vor dem Zeitpunkt, von welchem an die Rente verlangt wird, ununterbrochen während mindestens fünf voller Jahre in der Schweiz gewohnt haben (Art. 17
Ziff.
1 des Abkommens).
1.5
Nach Art. 4
Abs.
2 IVG gilt die Invalidität als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruches auf die jeweilige Leistung erforderlich
e Art und Schwere erreicht hat.
Im Falle einer Rente
ist dies der
Zeit
p
unkt
, in dem der Anspruch nach Art. 29
Abs.
1 und 2 IVG in Verbindung mit Art. 28
Abs.
1 IVG entsteht
(BGE 137 V 417 E. 2.2)
.
2.
Streitgegenstand bildet vorliegend der Anspruch auf eine Invalidenrente unter dem Gesichtspunkt der versicherungsmässigen Voraussetzungen. Die IV-Stelle führte in der Verfügung vom 24. September 2014 aus, dass die Versicherte die Voraussetzungen für einen Anspruch auf eine ordentliche Invalidenrente nicht erfüll
e
, da sie im Zeitpunkt des Eintritts des Versicherungsfalls weder während mindestens drei Jahren Beiträge geleistet noch mit einem erwerbstätigen Ehe
gatten gelebt ha
be
, welcher mindestens den doppelten Mindestbetrag bezahlt ha
be
,
noch drei Jahre Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften auf
weise
(
Urk.
2
).
Die Geistesschwäche
(Oligophrenie)
der Versicherten besteht
gemäss
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Allgemeine Medizin,
tatsächlich schon
seit frühes
ter Kindheit (
Urk.
6/1) und war somit bei
der
Einreise in die Schweiz im Jahr 2005
(
Urk.
6/2)
bereits
vorhanden. Die
Beiständin
der Versicherten
liess in
der
Beschwerde
vom 7. Oktober 2014
einen Anspruch auf eine ausserordentliche Invalidenrente geltend machen
und ging somit
offensichtlich
ebenfalls
davon aus, dass die Voraussetzungen für eine ordentliche Invalidenrente nicht erfüllt seien
(
Urk.
1).
Da sich d
ies
mangels erfüllter Beitragszeiten
als zutreffend erweist, ist
zunächst
festzuhalten, dass die Versicherte über keinen Anspruch auf eine ordentliche Invalidenrente verfügt.
3.
Zu prüfen
bleibt
, ob die Versicherte
,
wie von ihrer
Beiständin
in der Beschwerde
vom 7. Oktober 2014
geltend gemacht (
Urk.
1)
,
über einen Anspruch auf eine ausserordentliche Invalidenrente verfügt. Die Beschwerdeführerin reist
e
am
8. Oktober 2005 in die Schweiz ein
(
Urk.
6/2)
und erfüllte damit im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 24. September 2014
(
Urk.
2)
die
Voraussetzung eines ununterbrochenen fünfjährigen Aufenthaltes in der Schweiz gemäss
Art. 17
Ziff.
1 des Abkommens. Sie hat auch nach wie vor in der Schweiz Wohnsitz. Anspruch auf eine ausserordentliche Invalidenrente hätte sie aber nur, wenn sie zusätzlich während der gleichen Zahl von Jahren wie ihr Jahrgang versichert wäre
, also
bereits
vor dem
1.
Januar nach Vollen
dung des 2
0.
Altersjahrs Wohnsitz in der Schweiz gehabt hätte
(Art.
39
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art. 42
Abs.
1
AHVG; vgl. auch
Rz
700
7
der Wegleitung über die Renten und BGE 136 V 33 E. 4.4
). Da
die Versicherte
im Jahr 2005 im Alter von 23 Jahren und somit
erst
drei Jahre nach Vollendung des 2
0.
Altersjahres in die Schweiz eingereist ist, erfüllt
sie
diese Voraussetzung
, wie von der IV-Stelle in der Beschwerdeantwort
vom 1
2.
November 2014
zu Recht ausgeführt
(
Urk.
5)
,
nicht.
Angesichts des Umstands, dass die Versicherte
erst im Alter von mehr als 20 Jahren in die Schweiz ge
zogen ist, kommt
auch eine ausserordentliche Rente
gemäss
Art.
39
Abs.
3 IVG in Verbindung mit
Art.
9
Abs.
3 IVG
nicht
in Frage. Die Versicherte
hat demnach
auch
keinen Anspruch auf eine
ausserordentliche
Invalidenrente
und die IV-Stelle hat ihren Rentenanspruch mit Verfügung vom 2
4.
September 2014 zu Recht verneint, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist
.
4.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen der gesetzlichen Vorgabe (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) auf
Fr.
600.
--
anzusetzen
.
Die Kosten sind der unterlie
genden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.