Decision ID: 74546aab-1b01-5052-84db-b3487cab7fd6
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 20. Oktober 2007 wegen einer chronisch depressiven
Entwicklung zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des
Kantons St. Gallen an (IV-act. 1).
A.b Der Versicherte wurde vom 21. bis 24. April 2008 durch die Psychiatrie-Dienste
B._ in der Psychiatrischen Klinik C._ stationär untersucht. Im Gutachten vom 30.
Dezember 2008 diagnostizierten die Ärzte eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit
ängstlichen und anankastischen Anteilen sowie eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig leichte depressive Episode. Kurzzeitig sei der Versicherte durchaus in der
Lage, eine durchschnittliche bis überdurchschnittliche Leistung an den Tag zu legen.
Langfristig könne er diese aber aufgrund der Persönlichkeitsstörung nicht
aufrechterhalten. Die Gutachter gingen von einer Arbeitsfähigkeit von 70% in einer
adaptierten Tätigkeit aus, sofern nicht zusätzlich eine mittelgradige oder schwere
depressive Episode vorliege. Es müsse sich dabei um eine vorwiegend selbstständige
Tätigkeit handeln, bei welcher der Versicherte ohne im Vordergrund stehender
Teamarbeit im Sinne einer gut strukturierten Auftragsarbeit für sich arbeiten könne (IV-
act. 59).
A.c Im psychiatrischen Verlaufsgutachten vom 31. März 2011 hielten die Ärzte der
Psychiatrie-Dienste B._ als Diagnose eine kombinierten Persönlichkeitsstörung mit
ängstlichen, anankastischen und emotional instabilen Anteilen sowie eine rezidivierend
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom
fest. Die Kompensationsmöglichkeiten des Versicherten hätten seit 2008 weiter
abgenommen und die Belastbarkeit habe sich noch weiter reduziert. Damit verbunden
sei auch eine erhöhte Tendenz für depressive Einbrüche bei Belastung. Derzeit sei
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lediglich eine Arbeitsfähigkeit in einem geschützten Rahmen im Umfang von zirka 40%
zumutbar. Es sei sehr wahrscheinlich nicht realistisch, den Versicherten in der freien
Wirtschaft wieder einzugliedern (IV-act. 104).
A.d Mit Verfügung vom 7. Oktober 2011 sprach die IV-Stelle dem Versicherten bei
einem ermittelten Invaliditätsgrad von 93% eine ganze Rente ab dem 1. Januar 2008 zu
(IV-act. 119 und 121).
A.e Aufgrund von anonymen Hinweisen Dritter, dem Versicherten gehe es nicht so
schlecht wie er angebe – er bastle immer wieder stundenlang an verschiedenen Autos
rum – leitete die IV-Stelle eine Rentenüberprüfung ein (vgl. Notiz vom 28. März 2012;
IV-act. 122).
A.f Im Verlaufsbericht vom 27. Juli 2012 hielt der behandelnde Psychiater Dr. med.
D._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, fest, dass seit der letzten
Berichterstattung der psychische Gesundheitszustand des Versicherten überwiegend
schlecht gewesen sei. Durch anhaltende psychosoziale Belastungen sei er oft an die
Grenze der psychischen Dekompensation geraten. In letzter Zeit wirke er zunehmend
erschöpft bis apathisch und psychomotorisch verlangsamt. Der Versicherte bringe bei
seinen alltäglichen Tätigkeiten maximal mögliche Arbeitsphasen von eineinhalb bis
zwei Stunden fertig. Danach seien zum Teil mehrstündige Erholungspausen notwendig.
Es liege keine Verbesserung der Arbeits-/Einsatzmöglichkeiten vor (IV-act. 129).
A.g In der Folge stellte die IV-Stelle verschiedene Abklärungen zu den angeblichen
Tätigkeiten des Versicherten im Rahmen von Autoreparaturen und Autohandel an (vgl.
IV-act. 137 ff., insb. IV-act. 164). Zudem wurden auch zahlreiche Akten der
Staatsanwaltschaft beigezogen (vgl. IV-act. 171 ff.). In diesem Zusammenhang wurde
der Versicherte im späteren Verlauf des Verfahrens auch mehrfach an so genannten
Standortgesprächen in der IV-Stelle befragt (Gespräche vom 18. März 2014, IV-act.
195; vom 2. April 2014, IV-act. 197; und vom 3. Juni 2014, IV-act. 204).
A.h Vom 13. Februar 2013 bis 16. Juli 2013 war der Versicherte aufgrund einer
psychischen Dekompensation bei psychosozialer Belastungssituation stationär im
Psychiatrischen Zentrum E._ hospitalisiert. Im Bericht vom 22. April 2013 wurde von
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den Ärzten eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne
psychotische Symptome, Zwangsgedanken und -handlungen gemischt, eine
ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung und eine einfache Aktivitäts- und
Aufmerksamkeitsstörung diagnostiziert. Da der Versicherte beim Austritt durch die
sozialen, beziehungsmässigen und wirtschaftlichen Folgen der bereits erfolgten
Trennung und der auf ihn zukommenden Scheidung massiv verunsichert sei und auf
Grund der ebenfalls vorliegenden Zwangsstörung immer wieder in heftigste
Ruminationszustände gerate, sei keine Arbeitsfähigkeit gegeben. Sollte sich die
gesamte Hintergrundsituation neu gestalten, könne dies Anlass sein, um die
Arbeitsfähigkeit neu zu prüfen (IV-act. 148 und 161).
A.i Im Verlaufsbericht vom 24. Februar 2015 hielt Dr. D._ einen stationären
Gesundheitszustand fest. Der Versicherte leide unter anhaltenden schweren
depressiven Verstimmungen, Pessimismus, Interesse- und Freudlosigkeit, Schuld- und
Wertlosigkeitsgefühlen, Ängsten, innerer Unruhe und Grübelzwang. Daneben klage er
über Schlafstörungen, Denk- und Konzentrationsprobleme sowie schnelle
Ermüdbarkeit schon nach einer bis eineinhalb Stunden Tätigkeit (IV-act. 223).
A.j Am 28. Mai sowie am 7. und 8. Juli 2015 wurde der Versicherte im F._ sowie in
der Klinik G._ AG rheumatologisch, psychiatrisch und neuropsychologisch
untersucht. Der rheumatologische Gutachter Dr. med. H._, Facharzt Rheumatologie
und Innere Medizin FMH, kam im Gutachten vom 29. August 2015 zum Schluss, dass
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht aufgrund der
rezidivierenden Rückenbeschwerden bei gleichzeitig sehr geringen, im Verlauf
weitgehend konstanten degenerativen Veränderungen der LWS hinsichtlich schwerer
und sehr schwerer körperlicher Tätigkeiten bestehe. Eine adaptierte Tätigkeit sei dem
Versicherten in einem vollen zeitlichen Pensum ohne zusätzliche
Leistungseinschränkungen zumutbar (IV-act. 245). Der psychiatrische Gutachter Dr.
med. I._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, stellte im
psychiatrischen Gutachten vom 31. August 2015 keine Diagnose mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit. Es bestehe allenfalls eine leichte Depressivität. In der
Vergangenheit seien hingegen gravierendere psychopathologische Auffälligkeiten
beschrieben worden. Es lasse sich gegenwärtig ausser einer leichten Erschöpfbarkeit
und leichten Depressivität, vielleicht auch im Zusammenhang mit jahrelanger
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Arbeitsabstinenz, keine bedeutsame Funktionseinschränkung seitens des
psychiatrischen Fachgebietes feststellen. Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten
sowie in adaptierten Tätigkeiten betrage 100% (IV-act. 246). Der neuropsychologische
Gutachter Dr. phil. J._, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP, hielt im
neuropsychologischen Teilgutachten vom 14. Juli 2015 eine nicht-authentische
neuropsychologische Störung im Rahmen einer wahrscheinlichen (bewusstseinsnahen)
Aggravation von kognitiven Defiziten und weiteren Beschwerden fest. Aufgrund der
wahrscheinlichen Aggravation könnten keine zuverlässigen Aussagen über die
Funktionalität des Versicherten in seinem privaten Alltag oder bezüglich seiner
Arbeitsfähigkeit abgeleitet werden (IV-act. 247). Diese Schlussfolgerungen wurden von
den Experten in der Konsensbeurteilung vom 6. Oktober 2015 bestätigt (IV-act. 244).
RAD-Ärztin Dr. med. K._ fand in der Stellungnahme vom 28. Oktober 2015 das
Gutachten umfassend und überzeugend (IV-act. 248).
A.k Mit Vorbescheid vom 17. Februar 2016 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Aufhebung der Rente in Aussicht. Es sei auf das Gutachten des F._ abzustellen,
womit von einer Verbesserung des Gesundheitszustands spätestens ab Oktober 2015
auszugehen sei. Dem Versicherten sei es ab diesem Zeitpunkt zumutbar, in einer
angepassten Tätigkeit ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen. Der
Versicherte betreibe einen Autohandel, welcher klar Erwerbscharakter habe, deshalb
sei davon auszugehen, dass er sich selbst eingegliedert habe (IV-act. 253).
A.l Mit Einwand vom 4. April 2016 beantragte der Versicherte, es sei von der
Aufhebung der IV-Rente abzusehen. Der Gutachter sei bei der Neubeurteilung ganz
offensichtlich von der Annahme ausgegangen, der Versicherte habe über einige Zeit
schwere und auch länger anhaltende Arbeiten ohne erkennbare Beeinträchtigungen
ausgeführt. Dies habe jedoch nicht nachgewiesen werden können. Eine gewisse
Tätigkeit in einem Hobby müsse dem Versicherten jedoch zugestanden werden. Von
seinem Hobby, dem Sammeln von Fahrzeugen, könnten in keiner Weise Rückschlüsse
auf seine Arbeitsfähigkeit gezogen werden. Der Einschätzung des Gutachters würde
die Einschätzung des langjährig behandelnden Psychiaters diametral entgegenstehen.
Gemäss Dr. D._ könne von einer Ausheilung nicht die Rede sein, es handle sich
weiterhin um ein ausgeprägtes chronisches komplexes psychiatrisches Krankheitsbild
und es liege keine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit vor (IV-act. 258).
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A.m Mit Verfügung vom 25. April 2016 wurde die Rente auf den 1. Juni 2016
aufgehoben und einer Beschwerde gegen diese Verfügung die aufschiebende Wirkung
entzogen. Die psychiatrische Beurteilung stütze sich auf die Untersuchung und sei gut
nachvollziehbar. Der Gutachter habe dem Versicherten die schweren Arbeiten
vorgehalten und dieser habe sich dazu äussern können (IV-act. 259).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegend zu beurteilende Beschwerde
vom 27. Mai 2016. Der Beschwerdeführer beantragt unter Kosten- und
Entschädigungsfolge die Aufhebung der Verfügung vom 25. April 2016. Ihm sei
weiterhin eine ganze IV-Rente zuzusprechen. Die mit der angefochtenen Verfügung
entzogene aufschiebende Wirkung der Beschwerde sei unverzüglich wieder
herzustellen. An der medizinischen Diagnose des Gutachtens vom 31. März 2011 habe
sich nichts geändert. Der Beschwerdeführer sammle bereits seit den 80er Jahren
Autos. Dabei handle es sich jedoch um ein Hobby. Es habe nicht nachgewiesen
werden können, dass er mehr als ein bis zwei Stunden an einem Fahrzeug gearbeitet
habe, Fahrzeuge zu Erwerbszwecken wieder verkauft habe, Reparaturen oder andere
Dienstleistungen zu Erwerbszwecken angeboten habe oder mit seiner Sammlerei eine
Gewinnabsicht verfolge. Das Gutachten des F._ genüge nicht den Erfordernissen
eines Gutachtens insbesondere nach Vollständigkeit und Nachvollziehbarkeit. Die
Befunde seien weder genügend begründet noch genügend nachvollziehbar (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 12. August 2016 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Die Darstellung des Beschwerdeführers bezüglich des
Autohandels sei hochgradig unglaubwürdig. Bei der Begutachtung hätte die
Aggravation von kognitiven Defiziten und weiteren Beschwerden festgestellt werden
können, was vom behandelnden Psychiater unberücksichtigt bleibe. Auf das
Gutachten des F._ könne abgestellt werden (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 12. September 2016 hält der Beschwerdeführer vollumfänglich an
seiner Beschwerde fest (act. G 6)
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B.d Mit Zwischenentscheid vom 22. September 2016 wies das Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung
der Beschwerde ab (act. G 8).
B.e Mit Duplik vom 30. September 2016 hält auch die Beschwerdegegnerin an ihrer
Beschwerdeantwort fest (act. G 9).
C.
C.a Mit Schreiben vom 31. März 2017 informierte das Versicherungsgericht die
Parteien, dass die Einholung eines psychiatrischen Gutachtens (einschliesslich
neuropsychologischer Abklärung) bei der asim Begutachtung, Universitätsspital Basel
(psychiatrische Begutachtung durch Prof. Dr. med. L._, Leitender Arzt, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Facharzt für Neurologie FMH;
neuropsychologische Abklärung durch Prof. Dr. rer. nat. med. habil. Dipl.-Psych. M._)
vorgesehen sei, und gewährte ihnen das rechtliche Gehör (act. G 11). Der
Beschwerdeführer teilte mit Schreiben vom 5. Mai 2017 mit, dass er mit der
vorgesehenen Begutachtung einverstanden sei und auf Ergänzungsfragen verzichte
(act. G 12). Mit Schreiben vom 5. Mai 2017 unterbreitete die Beschwerdegegnerin
einige Zusatzfragen und wies darauf hin, dass die Gutachter nicht nur die rein
medizinischen sondern auch die vielen fremdanamnestischen Informationen zu
berücksichtigen hätten. Da Prof. L._ „atypische fremdanamnestische Quellen“ in der
Vergangenheit nicht oder ungenügend berücksichtigt habe, werde dieser als Gutachter
abgelehnt (act. G 13). Mit Schreiben vom 18. Mai 2017 teilte die Verfahrensleitung den
Parteien mit, dass keine Einwände gegen die Zusatzfragen der Beschwerdegegnerin
bestehen und diese übernommen würden. Die Einwände gegen den Gutachter Prof.
L._ würden hingegen nicht überzeugen, da weder Ausstandsgründe noch Mängel
betreffend die fachliche Qualifikation geltend gemacht worden seien, weshalb am
Gutachter festgehalten werde (act. G 14).
C.b Mit Schreiben vom 6. Juni 2017 beauftragte das Gericht das asim mit der
psychiatrischen Begutachtung einschliesslich neuropsychologischer Abklärung des
Beschwerdeführers (act. G 15).
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C.c Im asim-Gutachten vom 31. Dezember 2017 nannten die Gutachter als Diagnosen
eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit führend emotional instabilen, dependent-
ängstlichen und narzisstischen Anteilen, eine Dysthymia bei anamnestischen
Hinweisen auf eine Überlagerung durch eine rezidivierende depressive Störung, aktuell
remittiert, und den Verdacht auf eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung,
anamnestisch ärztlich gesehen, aktuell nicht zu validieren. Im Rahmen seiner
psychischen Störungen und der sich daraus ergebenden funktionellen Defizite sei der
Beschwerdeführer nicht mehr in der Lage, sich langfristig in eine Teamarbeit auf dem
freien Arbeitsmarkt einzugliedern. Die absehbar entstehenden interpersonellen
Konflikte seien zum einen dem Arbeitgeber nicht zumutbar, zum anderen würden sie
den Exploranden selbst überfordern und wie in der Vergangenheit eine Exazerbation
der psychiatrischen Problematik auslösen. Diese Einschränkungen würden für jede
Tätigkeit gelten, welche auf Interaktion und Teamarbeit basiere. Für solche Tätigkeiten
liege eine vollständig aufgehobene Arbeitsfähigkeit vor. Die Gutachter gehen mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon aus, dass der Beschwerdeführer in einer den
Beschwerden angepassten Tätigkeit weiterhin grundsätzlich zu etwa 50% arbeitsfähig
sei. Neben der Dekonditionierung würden die eingeschränkten Copingstrategien vor
dem Hintergrund der schwerwiegenden Persönlichkeitsstörung eine Minderung der
Arbeitsfähigkeit begründen. Optimal angepasst sei eine Tätigkeit mit klar definierten
Aufgaben ohne Führungsaufgaben, die nicht in einem interaktiven Team stattfinde (act.
G 19).
C.d Mit Stellungnahme vom 12. April 2018 führte der Beschwerdeführer aus, dass
Eingliederungsmassnahmen wegen der Persönlichkeitsstörung wenig
erfolgsversprechend seien und unter Berücksichtigung der elfjährigen Abwesenheit
vom ersten Arbeitsmarkt eine Integration in diesen nicht realistisch sei. Es sei davon
auszugehen, dass er seine 50%ige Restarbeitsfähigkeit nur noch im geschützten
Rahmen nutzen könne. Somit bestehe immer noch ein Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente (act. G 30).
C.e Mit Stellungnahme vom 12. April 2018 brachte die Beschwerdegegnerin vor, dass
das Gutachten in einzelnen Punkten unsorgfältig und widersprüchlich wirke.
Insbesondere wird die Arbeitsfähigkeitsschätzung kritisiert, welche gemäss Gutachter
massiv erschwert gewesen sein soll. Die Gutachter hätten sich zur Hauptsache an der
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Selbstdarstellung des Beschwerdeführers orientiert und die aufwändig
zusammengetragenen fremdanamnestischen Informationen ignoriert. Die Gesundheit
sei zu vermuten, das Vorliegen einer mehr oder weniger stark ausgeprägten
Persönlichkeitsstörung sei möglich, ein rechtsgenüglicher Nachweis fehle aber. Die
Beschwerde sei daher unter vollständiger Kostenauflage zu Lasten des
Beschwerdeführers abzuweisen (act. G 31).
C.f Auf Ersuchen der Beschwerdegegnerin forderte das Versicherungsgericht beim
asim diverse Berichte ein, welche es den Parteien mit Schreiben vom 17. April 2018
zustellte (act. G 26 und 29).
C.g Die Parteien reichten am 7. Mai bzw. 19. Juni 2018 erneut je eine Stellungnahme
ein (act. G 35 und 38).

Erwägungen
1.
1.1 Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Frage, ob die
Beschwerdegegnerin die Rente zu Recht per 1. Juni 2016 aufgehoben hat.
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.3 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
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Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
1.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
1.5 Bezüglich Gerichtsgutachten hat die Rechtsprechung ausgeführt, das Gericht
weiche „nicht ohne zwingende Gründe“ von den Einschätzungen des medizinischen
Experten ab. Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat diesbezüglich
erwogen, der Meinung eines von einem Gericht ernannten Experten komme bei der
Beweiswürdigung vermutungsweise hohes Gewicht zu (BGE 135 V 465 E. 4.4 mit
Hinweisen).
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1.6 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Ein Revisionsgrund ist
auch gegeben und die Rente allenfalls nach unten oder nach oben anzupassen, wenn
sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 133 V 546 E. 6.1). Ob eine
solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts, wie er
im Zeitpunkt der letzten, der versicherten Person eröffneten rechtskräftigen Verfügung
vorlag, die auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs beruht, mit demjenigen
zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 133 V 108 E. 5.4).
1.7 Im Grundsatz ist davon auszugehen, dass aus einer medizinisch attestierten
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit in der Regel unmittelbar auf eine Verbesserung der
Erwerbsfähigkeit geschlossen und damit ein entsprechender Einkommensvergleich (mit
dem Ergebnis eines tieferen Invaliditätsgrades) vorgenommen werden kann. Eine
rentenbestimmende Invaliditätsbemessung setzt aber auch im Revisionsfall (Art. 17
ATSG) voraus, dass angezeigte Eingliederungsmassnahmen durchgeführt worden sind.
Dementsprechend ist der Eingliederungsbedarf im Fall einer Revision oder
Wiedererwägung in gleicher Weise wie im Rahmen einer erstmaligen
Invaliditätsbemessung abzuklären. Diese Praxis ist jedoch auf Sachverhalte zu
beschränken, in denen die revisions- oder wiedererwägungsweise Herabsetzung oder
Aufhebung der Invalidenrente eine versicherte Person betrifft, die das 55. Altersjahr
zurückgelegt hat oder die Rente mehr als 15 Jahre bezogen hat (Urteil des
Bundesgerichts vom 27. Juni 2012, 8C_136/2012, E. 4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1 Zu prüfen ist vorab die Frage, ob das Gerichtsgutachten vom 31. Dezember 2017
eine rechtsgenügliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt.
2.2 Die Beschwerdegegnerin kritisiert, dass das Gutachten in völlig unzureichender
Weise nicht auf die fremdanamnestischen Erkenntnisse im Zusammenhang mit der
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Tätigkeit des Beschwerdeführers als leidenschaftlicher Autosammler eingegangen sei.
Die daraus erkennbaren erheblichen Ressourcen seien vom Gutachter übersehen
worden (act. G 31, S. 2 f.).
2.2.1 Prof. L._ hat die fremdanamnestischen Akten in Bezug auf die Tätigkeit des
Beschwerdeführers als Autosammler im Gutachten aufgenommen und festgehalten,
dass sich daraus Inkonsistenzen ergeben, welche medizinisch nicht durch
Fluktuationen zu erklären seien (act. G 19, Fachgutachten S. 32 f.). Dabei beschreibt er
das widersprüchliche Bild eines (v.a. auch im Werkstattbereich) grossen, lauten,
starken und auch punktuell als „Bluffer“ imponierenden Mannes auf der einen und
eines um Mitleid heischenden, devotjammrigen Mannes auf der anderen Seite in
Kenntnis der Persönlichkeitsstörung als durchaus konsistent (act. G 19, Fachgutachten
S. 36). Dabei berücksichtigt Prof. L._ explizit auch das zum Teil überzogen und auch
manipulativ wirkende Ausdrucksverhalten des Beschwerdeführers, welches die
Einschätzung des Schweregrades der depressiven Episoden erschwere. Dennoch sei
das wiederholte Auftreten von depressiven Episoden von Krankheitswert gut zu
validieren und im Rahmen der Grundpersönlichkeit auch plausibel (vgl. act. G 19,
Fachgutachten S. 37 f.). Prof. L._ hält weiter fest, dass in einem mittlerweile
realisierten geschützteren Rahmen nach Berentung (mit einer schwierig zu
quantifizierenden Tätigkeit in Werkstätten) ohne die Zwänge eines beruflichen Alltages
für den Beschwerdeführer wieder vermehrt Freiräume gegeben seien, die er
offensichtlich auch nutze. Daraus würden sich erhebliche Diskrepanzen zwischen dem
Grad der angegebenen Defizite und den erkennbaren Alltagsaktivitäten ergeben. Diese
Diskrepanzen würden aber nicht dazu führen, dass der grundsätzliche Schweregrad
(zumindest mittelgradig) der Persönlichkeitsstörung in Zweifel zu ziehen sei. Bei der
Wiederaufnahme einer angestellten Berufstätigkeit in einem vollen Pensum sei davon
auszugehen, dass sich wieder eine schwere Störung ausbilden würde (act. G 19,
Fachgutachten S. 39 f.). Schliesslich hält Prof. L._ auch fest, dass sich Ressourcen in
der Tätigkeit im Werkstattbereich andeuten würden. Diese könnten jedoch nicht in ihrer
Quantität und Qualität gutachterlich ausreichend eingesehen werden (act. G 19,
Fachgutachten S. 46). In der Konsistenzprüfung gab Prof. L._ schliesslich auch an,
es sei davon auszugehen, dass die Aktivitäten des Beschwerdeführers in der Werkstatt
nicht den angegebenen Aktivitäten entsprechen würden. Im Gegensatz zum F._ gehe
er jedoch davon aus, dass die Aggravation zumindest partiell über die
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Persönlichkeitsstörung erklärbar und hier als partiell krankheitsimmanent anzusehen
sei. Gesamthaft dürften die erheblichen Inkonsistenzen nicht den Blick auf die real
vorhandenen Defizite im Persönlichkeitsbereich mit entsprechenden funktionellen
Einschränkungen trüben (act. G 19, Fachgutachten S. 46 f.).
2.2.2 Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdegegnerin hat Prof. L._ die
fremdanamnestischen Erkenntnisse im Zusammenhang mit den Tätigkeiten in der
Autowerkstatt berücksichtigt, wiederholt diskutiert und schliesslich auch bei seiner
Begründung entsprechend gewürdigt. Er führte nachvollziehbar aus, weshalb er
diesbezüglich eine andere Schlussfolgerung als die Gutachter des F._ gezogen hat.
Soweit die Beschwerdegegnerin ausführt, dass Prof. L._ die tatsächliche Tätigkeit
des Beschwerdeführers falsch bewerte, indem er den Begriff „Büdeli“ ungeprüft
übernehme und im Weiteren von einem „Schrotthandel“ ausgehe, verkennt sie, dass
Prof. L._ den Begriff „Büdeli“ stets in Anführungszeichen zur Wiedergabe von
Aussagen des Beschwerdeführers anführte. Auch beim Ausdruck Schrotthandel
bezieht sich Prof. L._ auf entsprechende Aussagen in den Vorakten (vgl. Arztbericht
vom 22. Januar 1996, act. G 29.1). Insgesamt überzeugen die Vorbringen der
Beschwerdegegnerin nicht, diese vermögen keine konkreten Zweifel am Gutachten zu
begründen.
2.3 Weiter kritisiert die Beschwerdegegnerin, dass sich die Diagnoseherleitung in
Bezug auf die fernere Vergangenheit aber auch in Bezug auf die zeitnähere Entwicklung
hauptsächlich auf die Angaben des Beschwerdeführers stütze, welche aber
erwiesenermassen unzuverlässig seien. Dass Prof. L._ vor diesem Hintergrund „mit
hoher Sicherheit“ von einer kombinierten Persönlichkeitsstörung ausgehe, überzeuge
nicht. Obwohl der Beschwerdeführer als manipulativ beschrieben worden sei, sei
unverständlich, weshalb die notfallmässige Einweisung in die Psychiatrie im Februar
2013 unkritisch als „Zusammenbruch“ qualifiziert worden sei. Es dränge sich die
Hypothese auf, dass das Gehabe des Beschwerdeführers nicht Teil eines
Krankheitsbildes, sondern Ausdruck einer willentlich inszenierten Strategie sei, um sein
Ziel des Rentenerhalts zu erreichen. Damit habe sich der Gutachter nicht
auseinandergesetzt (act. G 31, S. 3 f.).
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2.3.1 Prof. L._ legt die Herleitung der Diagnose ausführlich und nachvollziehbar dar.
Dabei stellt er gezwungenermassen zu einem wesentlichen Teil auf die Angaben des
Beschwerdeführers ab. Gerade bei den biografischen und den beruflichen Angaben
ergeben sich keine Anhaltspunkte, dass diese Angaben grundsätzlich nicht korrekt sein
sollten. Hier weist er auch auf eine hohe Konsistenz mit den vorliegenden Unterlagen
(z.B. Arbeitgeberberichte) hin (vgl. act. G 19, S. 34). Zudem weist Prof. L._ selber
immer wieder auf das überzogene und auch manipulativ wirkende Verhalten des
Beschwerdeführers hin, woraus sich zeigt, dass er dessen Angaben durchaus kritisch
hinterfragt und nicht ohne weiteres auf diese abstellt. Bezüglich der notfallmässigen
Einweisung in die Psychiatrie im Februar 2013 ergeben sich aus den Akten keinerlei
Hinweise auf eine Simulation, wie sie von der Beschwerdegegnerin unterstellt wird (vgl.
IV-act. 148 und 161). Somit ist das Gutachten auch bezüglich der Diagnoseherleitung
nicht zu beanstanden.
2.4 Überdies bringt die Beschwerdegegnerin vor, dass das Gutachten in einzelnen
Punkten unsorgfältig und widersprüchlich wirke. So werde an einigen Stellen die
Scheidung des Beschwerdeführers im Januar 2016 unterschlagen. Der Schweregrad
der angenommenen Persönlichkeitsstörung werde an verschiedenen Stellen des
Gutachtens unterschiedlich und somit nicht nachvollziehbar angegeben. Auch die
Arbeitsfähigkeitsschätzung wirke komisch, da für eine angepasste Tätigkeit eine
50%ige Arbeitsfähigkeit angenommen werde. In einer selbständigen Tätigkeit bestehe
dagegen eine höhere Arbeitsfähigkeit, welche jedoch ebenfalls mit 50% angegeben
worden sei (act. G 31, S. 4 f.).
2.4.1 Die Gutachter gaben an, dass sie in einer Annäherung nach den vorliegenden
und offensichtlichen Fakten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen
würden, dass der Beschwerdeführer in einer den Beschwerden angepassten Tätigkeit
weiterhin grundsätzlich zu etwa 50% arbeitsfähig sei. Diese Einschätzung ergebe sich
unter Würdigung der funktionellen Einschränkungen, welche sich aus der
krankheitswertigen Störung ergeben würden, und bei Ausklammerung des darüber
hinausgehenden aggravatorischen Anteils. Diese Einschätzung beziehe sich konkret
auf ein Angestelltenverhältnis. In einer selbstständigen, nicht angestellten Tätigkeit
(zum Beispiel im Bereich der eigenen Werkstatt) könne aus psychiatrischer Sicht
durchaus auch eine höhere Arbeitsfähigkeit vorliegen, aber nicht mit einer gutachterlich
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ausreichenden Sicherheit quantifiziert werden. Die Quantifizierung sei schwierig, da der
Beschwerdeführer seine aktuellen Tätigkeiten wenig glaubhaft und offensichtlich
verzerrt sowohl bezüglich der Art der durchgeführten Arbeiten als auch der Zeitdauer
der Tätigkeiten im Werkstattbereich angebe. Insgesamt werde die Arbeitsfähigkeit
optimal angepasst bei ca. 50% eingeschätzt (act. G 19, S. 7).
2.4.2 Auf den Seiten 7 und 8 des Hauptgutachtens wird von einer schwerwiegenden
Persönlichkeitsstörung gesprochen (act. G 19, S. 7 f.). Dabei handelt es sich jedoch
nicht um eine konkrete Beurteilung des Schweregrades und dies steht somit auch nicht
im Widerspruch zur festgehaltenen mittelgradigen bis fraglich schwergradigen
Persönlichkeitsstörung im Fachgutachten (act. G 19, Fachgutachten S. 38).
Darüberhinaus zeigt Prof. L._ auch klar auf, dass es bei der genauen Einschätzung
des Schweregrades Unsicherheiten aufgrund der verzerrenden und teilaggravierenden
Darstellungen des Beschwerdeführers gebe. Wesentlich sei jedoch, dass sein Leben
ohne Zweifel in allen Bereichen durch diese Störung wesentlich geprägt worden sei
und diese einen erheblichen Leidensdruck auslöse (act. G 19, Fachgutachten S. 39).
Auch hier vermögen die vorgebrachten Einwände der Beschwerdegegnerin nicht zu
überzeugen.
2.5 Zudem kritisiert die Beschwerdegegnerin, dass Prof. L._ trotz Zweifel eine
Diagnose gestellt habe. Ebenso dürfe er bei Unsicherheiten nicht feststellen, dass sich
eine höhere Arbeitsfähigkeit als 50% nicht nachweisen lasse, vielmehr müsse er
feststellen, dass aufgrund der Unsicherheiten keine Arbeitsunfähigkeit nachgewiesen
sei, da die Gesundheit der versicherten Person vermutet werde (act. G 31, S. 5).
2.5.1 Prof. L._ hält zwar einerseits fest, dass der Schweregrad der
Persönlichkeitsstörung aufgrund der Diskrepanzen nicht exakt bestimmt werden könne
und legt diesen deshalb entsprechend breit fest. Andererseits führt er aber klar aus,
dass dies nicht dazu führen solle, den grundsätzlichen Schweregrad einer zumindest
mittelgradigen Persönlichkeitsstörung in Zweifel zu ziehen (act. G 19, Fachgutachten S.
39). So kommt er auch zum Schluss, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon auszugehen sei, der Beschwerdeführer sei in einer angepassten Tätigkeit
weiterhin grundsätzlich zu etwa 50% arbeitsfähig sei (act. G 19, Fachgutachten S. 48).
Vor diesem Hintergrund kann nicht von einer Unsicherheit bei der
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Arbeitsfähigkeitsschätzung gesprochen werden, da diese mit dem nötigen Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit getätigt wurde. Somit ist auch diese nicht zu
beanstanden.
2.6 Zusammenfassend ist das Gerichtsgutachten als umfassend zu beurteilen, es
beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden,
wurde in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben und leuchtet in der Beurteilung
der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation ein und enthält
begründete Schlussfolgerungen (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V
14 E. 6.3.1). Wie vorgängig bereits im Einzelnen ausgeführt wurde, sprechen die
vorgebrachten Zweifel der Beschwerdegegnerin nicht gegen die Zuverlässigkeit der
Expertise. Auf das Gutachten kann abgestellt werden.
3.
3.1 Prof. L._ hält fest, dass im Gegensatz zum psychiatrischen Verlaufsgutachten
vom 31. März 2011 der Psychiatire-Dienste B._ keine mittelgradige depressive
Störung mehr diagnostiziert werden könne. Die entsprechenden Befunde seien nicht
mehr zu erheben, weshalb von einer Remission auszugehen sei (vgl. act G 19,
Fachgutachten S. 40 und 44). Somit liegt eine tatsächliche Veränderung des
Gesundheitszustandes vor, womit vorliegend ein Revisionsgrund gegeben ist (vgl. E.
1.6).
3.2 Gestützt auf das Gutachten von Prof. L._ ist in den angestammten Berufen
sowie in sämtlichen Tätigkeiten, die auf Interaktion und Teamarbeit basieren, eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit und in einer adaptierten Tätigkeit (Tätigkeit mit klar
definierten Aufgaben ohne Führungsaufgaben, die nicht in einem interaktiven Team
stattfindet und die von einem wohlwollend agierenden, verständnisvollen Vorgesetzten
supervidiert wird) eine Arbeitsfähigkeit von 50% anzunehmen (act. G 19, S. 6 f.) und
folglich von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes auszugehen, die es erlaubt,
die Rente zu revidieren und zwar ab 1. Juni 2016. Auch wenn sich Prof. L._ nicht
explizit zum Verlauf seit der Verfügung vom 25. April 2016 bis zu seiner Begutachtung
äussert, so gehen aus dem Gutachten und den Akten keine Anhaltspunkte hervor, dass
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die festgehaltene Arbeitsfähigkeit nicht bereits zum Zeitpunkt der Verfügung bestanden
hätte.
4.
4.1 Zu prüfen bleiben damit die erwerblichen Auswirkungen der für leidensangepasste
Tätigkeiten bestehenden 50%igen Arbeitsfähigkeit.
4.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG).
4.3 Hinsichtlich des Valideneinkommens besteht kein Anlass, von dem der
ursprünglichen Rentenverfügung zugrunde gelegten Betrag für das Jahr 2009 von Fr.
67‘184.-- (vgl. IV-act. 109 f. und 119) abzuweichen. Hochgerechnet auf das Jahr 2016
ergibt dies ein Valideneinkommen von Fr. 70‘424.-- (Nominallohnindex 2009: 2'136;
Nominallohnindex 2016: 2'239). Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist der
statistische Hilfsarbeiterlohn heranzuziehen. Dieser hat im Jahr 2016 Fr. 67‘022.--
betragen (vgl. Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe der
Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2018), womit sich bei einer 50%igen
Arbeitsfähigkeit ein Einkommen von 33‘511.-- ergibt.
4.4 Der Beschwerdeführer argumentiert, dass angesichts der obergutachterlichen
Einschätzung, eine adaptierte Tätigkeit stehe in „gewisser Nähe zu einem geschützten
Arbeitsplatz“, und da Eingliederungsmassnahmen mitunter wegen der
Persönlichkeitsstörung wenig erfolgsversprechend seien und er über elf Jahre keine
Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt ausgeübt habe, davon ausgegangen werden
müsse, die Restarbeitsfähigkeit von 50% könne nur noch im geschützten Rahmen
genutzt werden (act. G 30). Im Gerichtsgutachten wurde festgehalten, bei einer
angepassten Tätigkeit handle es sich um eine Tätigkeit, bei der durchaus eine gewisse
Nähe zu einem geschützten Arbeitsplatz bestehe (act. G 19, S. 7). Entgegen dem
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Beschwerdeführer lässt sich daraus jedoch nicht ableiten, dass deshalb nur noch
Tätigkeiten im geschützten Rahmen zumutbar seien, denn dies wurde im Gutachten
gerade nicht festgehalten. Es geht aus den Akten nicht hervor, dass eine
Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt auf der Grundlage des
Konzeptes des allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarktes nicht möglich ist. Zu
prüfen bleibt, ob die qualitativen Einschränkungen einen Tabellenlohnabzug
rechtfertigen.
4.5 Mit einem Tabellenlohnabzug soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass
persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung,
Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 129 V 481 E.
4.2.3 mit Hinweisen). Neben der quantitativen Einschränkung auf eine Arbeitsfähigkeit
von 50% ist beim Beschwerdeführer auch eine qualitative Einschränkung zu
berücksichtigen. So braucht er eine Tätigkeit mit klar definierten Aufgaben ohne
Führungsaufgaben, die nicht in einem interaktiven Team stattfinden und die von einem
wohlwollend agierenden, verständnisvollen Vorgesetzten supervidiert werden. Für
komplexere Kundenkontakte ist der Beschwerdeführer nicht geeignet, einfache
Kundenkontakte (zum Beispiel Herausgabe von Material) sind aber denkbar (act. G 19,
S. 7). Weiter sind ihm auch nur körperlich leichte und mittelschwere Tätigkeiten und
ohne häufiges Arbeiten über Kopf mit dem linken Arm zumutbar (IV-act. 245-14). Diese
Einschränkungen wurden im Gutachten bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung im
Wesentlichen bereits berücksichtigt, weshalb – wenn überhaupt – höchstens ein
Tabellenlohnabzug von 10% zu berücksichtigen wäre. Bei einem Tabellenabzug von
10% ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr. 30‘160.-- (Fr. 33‘511 x 0.9).
4.6 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 70‘424.-- und einem Invalideneinkommen
von Fr. 30'160.-- resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 40‘264.-- (Fr. 70‘424.-- – Fr.
30'160.--) bzw. ein Invaliditätsgrad von gerundet 57% (Fr. 40'264.-- / Fr. 70‘424.--).
5.
5.1 Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin die ganze Rente des
Beschwerdeführers zu Unrecht auf den 1. Juni 2016 aufgehoben. In teilweiser
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Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 25. April 2016 aufzuheben und die
ganze Rente des Beschwerdeführers ist auf den 1. Juni 2016 auf eine halbe Rente
herabzusetzen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Aufgrund der Einholung eines
Gerichtsgutachtens und des damit verbundenen Zusatzaufwands erscheinen
Gerichtskosten von Fr. 1‘000.-- in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als
angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.3 Erachtet das kantonale Versicherungsgericht eine fachärztliche Begutachtung als
notwendig, entfällt indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfairness eine
Rückweisung der Sache zu diesem Zweck an die IV-Stelle, können dieser die Kosten
der Abklärungsmassnahme auferlegt werden (BGE 137 V 201 E. 4.4.2). Voraussetzung
ist, dass ein Zusammenhang besteht zwischen dem Untersuchungsmangel seitens der
Verwaltung und der Notwendigkeit, eine Gerichtsexpertise anzuordnen. Dies trifft
namentlich zu bei einem manifesten Widerspruch zwischen den verschiedenen
ärztlichen Beurteilungen, ohne dass die IV-Stelle diesen durch objektiv begründete
Argumente entkräftet hat, oder wenn zur Klärung der medizinischen Situation
notwendige Aspekte unbeantwortet geblieben sind oder auf eine Expertise abgestellt
wurde, welche den Anforderungen an den Beweiswert ärztlicher Gutachten nicht
genügt (Urteil des Bundesgerichts vom 10. August 2017, 9C_348/2017, E. 2). Das
Versicherungsgericht erachtete die Beurteilung des Gutachtens des F._, auf welches
sich die Beschwerdegegnerin stützte, als nicht nachvollziehbar, was durch das
vorliegende asim-Gutachten schliesslich auch bestätigt wurde (vgl. act. G 19,
Fachgutachten S. 45). Die Beweistauglichkeit des asim-Gutachtens wird vom
Versicherungsgericht bestätigt, damit erweisen sich die Einwände der
Beschwerdegegnerin bezüglich der Kosten für das Gerichtsgutachten (vgl. act. G 31, S.
6) als unbegründet. Somit hat die Beschwerdegegnerin die Kosten des
Gerichtsgutachtens von Fr. 13‘588.30 (vgl. act. G 21) zu tragen.
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5.4 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1‘000.-- bis Fr. 12‘000.--. Im hier zu beurteilenden
Fall erscheint unter Berücksichtigung des durch die Einholung eines
Gerichtsgutachtens entstandenen Mehraufwands eine pauschale Parteientschädigung
von Fr. 4‘500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.