Decision ID: 3d73ac0e-501a-519e-9def-4ba6be358412
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Juni 2015 zum Bezug von Ergänzungsleistungen (EL) zu
seiner AHV-Rente an. Im Anmeldeformular gab er an, er sei Staatsangehöriger von
B._ und seit dem 17. März 1986 in der Schweiz wohnhaft. Er habe sich vom 5. März
bis November 2014 zu Ferien-/Besuchszwecken in B._ aufgehalten. Vom 14. Juni bis
15. Juli 2015 sei der nächste Besuch in B._ geplant (EL-act. 16). Am 15. Juni 2015
liess er durch seinen Rechtsvertreter erklären, aufgrund familiärer Umstände so lange
in B._ gewesen zu sein. Dabei habe es sich um eine Ausnahme gehandelt, die vom
Migrationsamt toleriert worden sei (EL-act. 17).
A.b Nach der Prüfung der Unterlagen trat die EL-Durchführungsstelle mit einer
Verfügung vom 22. Juli 2015 nicht auf die Anmeldung des Versicherten ein. Zur
Begründung führte sie aus, dass der Versicherte sich aufgrund seines länger als drei
Monate dauernden Auslandaufenthaltes im Jahr 2014 nicht unmittelbar vor dem
Zeitpunkt, ab dem er EL verlange, ununterbrochen zehn Jahre in der Schweiz
aufgehalten habe (EL-act. 14).
A.c Der Rechtsvertreter des Versicherten erkundigte sich am 18. Januar 2016 nach
dem Verfahrensstand (EL-act. 12). Daraufhin sandte die EL-Durchführungsstelle ihm
die Verfügung vom 22. Juli 2015 erneut zu (EL-act. 11). Am 16. Februar 2016 liess der
Versicherte Einsprache erheben und beantragen, die Verfügung vom 22. Juli 2015 sei
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aufzuheben, auf die EL-Anmeldung vom 16. Juni 2015 sei einzutreten und es sei ihm
die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu gewähren. Zur Begründung liess er
ausführen, er sei von der AHV-Zweigstelle, nachdem er das EL-Anmeldeformular am
15. Juni 2015 abgegeben habe, am 18. Juni 2015 darum gebeten worden, die
Beiblätter 4 und 5 nochmals auszufüllen. Dies habe er am 18. Juli 2015 erledigt und die
entsprechenden Unterlagen mit einem Begleitschreiben vom 18. August 2015
eingereicht. Wie die angefochtene Verfügung bereits einen Monat vorher habe ergehen
können, sei unverständlich. Am 18. Januar 2016 habe er sich nach dem
Verfahrensstand erkundigt. Daraufhin sei ihm die Verfügung am 27. Januar 2016
zugestellt worden. Sowohl er als auch seine Ehefrau hätten ihren ordentlichen Wohnsitz
schon lange in der Schweiz gehabt. Die längere Abwesenheit im Jahr 2014 habe er
gegenüber dem Migrationsamt mit verschiedenen medizinischen Behandlungen
begründet, welche in der Heimat erheblich billiger gewesen seien. Es habe nie die
Absicht bestanden, die Schweiz endgültig zu verlassen, weshalb in der Zwischenzeit
sowohl seine Wohnung als auch seine Krankenkasse weitergeführt worden seien. Auch
die Niederlassungsbewilligungen hätten ihre Gültigkeit behalten. Da der
ununterbrochene Aufenthalt sich in Bezug auf die EL nicht an anderen Kriterien
orientieren könne als in Bezug auf das Migrationsrecht, könne die Karenzfrist von 10
Jahren nicht als unterbrochen betrachtet werden (EL-act. 7).
A.d Mit einem Einspracheentscheid vom 4. April 2016 wies die EL-Durchführungsstelle
die Einsprache des Versicherten ab. Zu den formellen Voraussetzungen führte sie aus,
sie habe den Nachweis der Zustellung der Verfügung vom 22. Juli 2015 nicht erbringen
können, weshalb sie diese am 22. Januar 2016 erneut eröffnet habe. Die am 16.
Februar 2016 erhobene Einsprache sei somit innert der Rechtsmittelfrist eingegangen.
Überdies sei anzumerken, dass sie kein Nichteintreten hätten verfügen dürfen, sondern
das Leistungsbegehren mit der angefochtenen Verfügung, vor deren Erlass sie die
materiellen Voraussetzungen denn auch geprüft hätten, hätte abweisen müssen. Die
Abweisung der Einsprache begründete sie damit, dass sich der Versicherte von März
bis November 2014 im Ausland aufgehalten habe und dass die angegebenen Gründe
"Ferien" und "medizinische Behandlung der Ehefrau" weder triftig noch zwingend
seien. Entgegen der Ansicht des Versicherten sei nicht die Wohnsitzbestätigung bzw.
die migrationsrechtliche Beurteilung, sondern der ununterbrochene Aufenthalt in der
Schweiz massgebend. Durch den mehr als dreimonatigen Aufenthalt in B._ im Jahr
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2014 sei die Karenzfrist von zehn Jahren unterbrochen worden und habe seit der
erneuten Einreise von neuem begonnen zu laufen. Im Ergebnis sei die angefochtene
Verfügung somit nicht zu beanstanden (EL-act. 4).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte (nachfolgend
Beschwerdeführer) am 4. Mai 2016 Beschwerde erheben und beantragen, der
Einspracheentscheid vom 4. April 2016 sowie die Verfügung vom 22. Juli 2015 seien
aufzuheben, auf seine EL-Anmeldung vom 16. Juni 2015 sei einzutreten und ihm seien
die ihm zustehenden Ergänzungsleistungen ab Juli 2015 zu gewähren. Weiter liess er
ein Gesuch um die unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Beschwerdeverfahren
stellen. Zur Begründung liess er ergänzend zu seiner Argumentation in der Einsprache
ausführen, dass die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin) in der
Tat kein Nichteintreten hätte verfügen dürfen, sondern sein Leistungsgesuch hätte
abweisen müssen. Da nicht schlüssig sei, ob die Karenzfrist einen Bestandteil der
materiellen Prüfung bilde, sei das Rechtsbegehren breiter formuliert worden. Er lebe
seit 30 Jahren in der Schweiz und sei, wie auch der Rest seiner Familie, voll integriert.
Der primäre Grund für den längerdauernden Auslandaufenthalt im Jahr 2014 sei seine
Ehefrau gewesen, die aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation verschiedene Kuren zu
einem Bruchteil der hiesigen Behandlungskosten absolviert habe. Solche
medizinischen Behandlungen, insbesondere längere Bäderkuren (das Baden im Meer),
könnten in der Schweiz nicht durchgeführt werden und würden von den
Krankenkassen ohnehin nicht im erforderlichen Umfang übernommen. Die Abwesenheit
sei somit zweifellos aus einem triftigen Grund erfolgt. Die längerdauernde Abwesenheit
sei vom Migrationsamt bewilligt worden und habe weder den Wohnsitz noch den
Lebensmittelpunkt tangiert. Der Zusammenhang mit dem migrationsrechtlichen
Aufenthalt dürfe nicht vernachlässigt werden. Zudem sei zu berücksichtigen, dass er
sich neu für EL angemeldet habe und nicht bereits EL beziehe (act. G 1).
B.b Am 30. Mai 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde und verwies zur Begründung auf die Erwägungen im Einspracheentscheid
(act. G 4).
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B.c Innert erstreckter Frist liess der Beschwerdeführer am 16. Juni 2016 Unterlagen
betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung einreichen (act. G 7,
10).
B.d In seiner Replik vom 18. August 2016 liess der Beschwerdeführer ergänzen, dass
der Auslandaufenthalt bezahlbare Badekuren für seine Ehefrau und sich und auch
Besuche resp. Ferien zum Zweck gehabt habe; Letzteres jedoch lediglich im üblichen
jährlichen Umfang (act. G 13). Dazu reichte der Beschwerdeführer zwei Notizblätter in
ausländischer Sprache ein, die den Besuch von Badekuren belegen sollten. Demnach
ist offenbar vom 13.-20. November 2014 der Blutdruck einer aus den eingereichten
Dokumenten nicht ersichtlichen Person täglich gemessen worden (act. G 13.1 f.).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 23. August 2016 auf eine Duplik (act. G
15).

Erwägungen
1.
Mit der Verfügung vom 22. Juli 2015 ist die Beschwerdegegnerin nicht auf die
Anmeldung des Beschwerdeführers eingetreten. Dagegen hat der Beschwerdeführer
am 16. Februar 2016 Einsprache erheben lassen. Die Beschwerdefrist beträgt 30 Tage
nach der Eröffnung der Verfügung (Art. 60 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG, SR 830.1]). Dabei handelt es
sich um eine gesetzliche Frist, die nicht erstreckt werden kann. Berechnet sich eine
Frist nach Tagen oder Monaten und bedarf sie der Mitteilung an die Parteien, so
beginnt sie am Tag nach ihrer Mitteilung zu laufen (Art. 38 Abs. 1 ATSG). Nach Art. 39
Abs. 1 ATSG ist die 30-tägige Frist nur gewahrt, wenn die Einsprache spätestens am
letzten Tag der Frist beim Versicherungsträger eingereicht oder zu dessen Handen der
Schweizerischen Post übergeben worden ist. Für den Zeitpunkt der Zustellung einer
Verfügung trägt grundsätzlich die Verwaltung die Beweislast. Dies betrifft nicht nur die
aus dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Untersuchungsgrundsatz fliessende
Beweisführungslast, sondern in diesem Fall auch den Nachteil der Beweislosigkeit.
Wird das Datum der Zustellung einer nicht eingeschriebenen Sendung bestritten, so
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muss daher nach der Rechtsprechung im Zweifel auf die Angaben des Empfängers
abgestellt werden (so das Eidgenössische Versicherungsgericht bereits in ZAK 1984 S.
124, E. 1b, bestätigt etwa in BGE 124 V 402, E. 2a, und im Entscheid C 171/05 vom 16.
September 2005, E. 4.2). Die angefochtene Verfügung vom 22. Juli 2015 ist nicht
eingeschrieben versandt worden. Die Beschwerdegegnerin hat im Einspracheentscheid
festgehalten, sie könne den Nachweis der Zustellung der Verfügung nicht erbringen,
weshalb auf die Angaben des Beschwerdeführers abzustellen sei (EL-act. 4). Dieser hat
geltend machen lassen, erst nach seinen Erkundigungen über den Verfahrensstand
bzw. seit dem 27. Januar 2016 Kenntnis von der Verfügung vom 22. Juli 2015 erhalten
zu haben (EL-act. 9). Da die Beschwerdegegnerin einen früheren Eingang der
Verfügung beim Beschwerdeführer also nicht hat belegen können, muss davon
ausgegangen werden, dass diese tatsächlich erst am 27. Januar 2016 beim
Beschwerdeführer eingegangen ist. Somit ist die Einsprache rechtzeitig erfolgt und die
Beschwerdegegnerin ist zu Recht darauf eingetreten.
2.
Die Beschwerdegegnerin hat mit der Verfügung vom 22. Juli 2015
unbestrittenermassen ein Nichteintreten verfügt. Folgt man dem Wortlaut von Art. 20
Abs. 2 der Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung (SR 831.301; ELV), so muss das Anmeldeformular über die
Personalien sowie die Einnahmen und Ausgaben der versicherten Person und aller in
die Berechnung der jährlichen EL eingeschlossenen Personen Aufschluss geben.
Indem der Beschwerdeführer also ein ausgefülltes und unterzeichnetes
Anmeldeformular bei der Beschwerdegegnerin eingereicht hat (EL-act. 16), hat er
bereits die Eintretensvoraussetzungen erfüllt. Die Beschwerdegegnerin hat daraufhin
zwar keine entsprechende verfahrensleitende Eintretensverfügung erlassen, da dies
weder gesetzlich vorgeschrieben noch üblich ist, doch hat sie dem Beschwerdeführer
mitgeteilt, dass sie die Anmeldung prüfen und allfällige, für die weitere Bearbeitung
nötige Unterlagen anfordern werde (EL-act. 15). In der Verfügung vom 22. Juli 2015
selbst hat sich die Beschwerdegegnerin betreffend die Erfüllung der
Anspruchsvoraussetzungen gemäss Art. 5 des Bundesgesetzes über
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (SR
831.30; ELG) durch den Beschwerdeführer - und somit materiell - geäussert. Indem sie
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damit in Erfüllung des Untersuchungsgrundsatzes begonnen hat, den Sachverhalt
abzuklären, was über die blosse Prüfung der Eintretensvoraussetzungen
hinausgegangen ist, ist sie - zu Recht - faktisch auf die Anmeldung des
Beschwerdeführers eingetreten. Somit hat sie gar kein Nichteintreten mehr verfügen
können, weshalb die Nichteintretensverfügung vom 22. Juli 2015 rechtswidrig ist. Es ist
nicht möglich, den Wortlaut des Verfügungsdispositives als Irrtum zu betrachten und
ihn in eine Abweisung umzuinterpretieren. Die Akten legen nämlich nahe, dass ein
Nichteintreten gewollt gewesen ist (vgl. EL-act. 5, 13 S. 2). Zudem hat die
Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid vom 4. April 2015 zwar
bemerkt und festgehalten, dass die Anspruchsvoraussetzungen vor Verfügungserlass
materiell überprüft worden sind, doch hat sie lediglich darauf hingewiesen, dass
deshalb am 22. Juli 2015 anstelle eines Nichteintretens korrekterweise eine Abweisung
hätte verfügt werden müssen. Anstatt die fehlerhafte Verfügung vom 22. Juli 2015 in
Gutheissung der Einsprache aufzuheben und daraufhin allenfalls durch eine Abweisung
zu ersetzen, hat die Beschwerdegegnerin die Einsprache gegen die Verfügung vom 22.
Juli 2015 abgewiesen, womit sie akzeptiert hat, dass ein Nichteintreten und nicht eine
Abweisung gewollt gewesen ist. Ausserdem hat sich die Beschwerdegegnerin in ihrem
Einspracheentscheid materiell zur Sache geäussert, obwohl die angefochtene
Verfügung lediglich ein Nichteintreten zum Inhalt gehabt hat. Da der Streitgegenstand
des Einspracheverfahrens nicht weiter sein kann als der Streitgegenstand der
angefochtenen Verfügung (vgl. hierzu: Entscheid des Versicherungsgerichts St. Gallen
vom 2. März 2015, EL 2012/37), ist der Einspracheentscheid vom 4. April 2015
rechtswidrig und deshalb aufzuheben.
3.
Im Sinne eines obiter dictum ist darauf hinzuweisen, dass Sinn und Zweck der
Karenzfrist wohl darin liegen dürfte, dass ein Anspruch auf die schweizerische EL nur
bestehen soll, wenn der Ausländer beim Eintritt der Bedürftigkeit bereits eine
ausreichende Affinität zur Schweiz aufweist. Da davon ausgegangen wird, dass ein
langdauernder Aufenthalt eine intensive Bindung zum Land schafft, dient die
Karenzfrist als leicht erkennbares Kriterium zur Überprüfung des Vorhandenseins einer
ausreichend starken Bindung an die Schweiz (vgl. RALPH JÖHL, Ergänzungsleistungen
zur AHV/IV, in: Schweizerisches Sozialversicherungsrecht, Band XIV Soziale Sicherheit,
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3. Aufl. 2016, Rz 32). Der Nachweis einer Bindung zur Schweiz wird somit aus
Beweiserleichterungsgründen formalisiert, weshalb es für die Anspruchsberechtigung
einzig darauf ankommt, ob sich ein EL-Bezüger in den zehn Jahren vor dem Zeitpunkt,
ab dem die Ergänzungsleistungen verlangt werden, mindestens ein Mal ohne einen
zwingenden oder triftigen Grund für mehr als drei Monate im Ausland aufgehalten hat.
Der Beschwerdeführer hat im Rahmen des Fragebogens betreffend Auslandaufenthalte
am 12. März 2015 erstmals angegeben, sich von März bis November 2014 zu
Besuchszwecken in B._ aufgehalten zu haben (EL-act. 16). Im Schreiben vom 16.
Januar 2015 an das Migrationsamt ist sowohl von einer "vorübergehenden Abmeldung
für einen längeren Ferienaufenthalt" als auch von medizinischen Behandlungen bzw.
Kuren in der Klinik C._ die Rede gewesen. Die hierfür angeblich vorhandenen Belege
sind jedoch abgesehen von handschriftlich verfassten Notizen in ausländischer
Sprache sowie Blutdruckwerte einer nicht angegebenen Person von November 2014
nicht eingereicht worden (vgl. EL-act. 9, act. G 13.1). Da zu erwarten gewesen wäre,
dass Unterlagen, die die Notwendigkeit des langdauernden Auslandsaufenthaltes mit
medizinisch indizierten Behandlungen oder Kuren hätten belegen könnten, eingereicht
worden wären, wenn sie denn existiert hätten, dürfte anhand der Akten nicht
angenommen werden, dass ein triftiger Grund für den weit über drei Monate dauernden
Auslandaufenthalt des Beschwerdeführers bestanden hat. Im Ergebnis müsste deshalb
davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer, da er die Karenzfrist durch
seinen langdauernden Auslandaufenthalt im Jahr 2014 unterbrochen hat, die
Anspruchsvoraussetzungen gemäss Art. 5 Abs. 1 ELG nicht erfüllt.
4.
4.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die angefochtene
Nichteintretensverfügung vom 22. Juli 2015 rechtswidrig gewesen ist, da die
Beschwerdegegnerin bereits faktisch auf das Leistungsbegehren des
Beschwerdeführers eingetreten ist. Da die Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Einspracheentscheid eine Prüfung des Anspruchs auf Ergänzungsleistungen
vorgenommen hat, obwohl der Gegenstand der einspracheweise angefochtenen
Verfügung vom 22. Juli 2015 nur das Nichteintreten auf den Leistungsanspruch
gewesen ist, ist auch der angefochtene Einspracheentscheid selbst rechtswidrig, weil
er sich nur mit der Frage des Eintretens auf das Leistungsgesuch hätte befassen
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dürfen. Daher ist der Einspracheentscheid vom 4. April 2016 in Gutheissung der
Beschwerde aufzuheben. Er ist durch den (verfahrensleitenden) Entscheid zu ersetzen,
dass auf das Leistungsbegehren vom 2. Juli 2015 eingetreten wird. Danach ist die
Sache zur Prüfung und zur anschliessenden Verfügung über den materiellen Anspruch
auf eine EL an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Beurteilung des Gesuchs um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung erübrigt sich somit. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der
Rechtsvertreter hat keine Honorarnote eingereicht. Praxisgemäss wird in einem
durchschnittlich aufwändigen EL-Fall eine pauschale Parteientschädigung von Fr.
3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zugesprochen. Das
Aktendossier war im vorliegenden Fall vergleichsweise dünn (act. 1-23) und der Fall,
der einzig die Frage betroffen hat, ob die Beschwerdegegnerin auf die Anmeldung des
Beschwerdeführers hätte eintreten müssen, hat keine komplexen Sachverhalts- oder
Rechtsfragen beinhaltet. Unter Berücksichtigung der oben genannten Kriterien erweist
sich eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 2'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) daher trotz des doppelten Schriftenwechsels als angemessen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).