Decision ID: b3586b12-0db5-4f43-8d67-12d71766f4e8
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Rufener, Anwaltskanzlei schmuckipartner,
Marktgasse 3, 9004 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 6. Februar 2009 bei der IV-Stelle zum Bezug von
Leistungen (Rente) an (act. G 5.1.1). Gemäss telefonischer Abklärung der RAD-Ärztin
Dr. med. B._ bei Hausarzt Dr. med. C._ vom 13. Februar 2009 litt die Versicherte
unter schwerster Adipositas. Es bestehe sicher keine Arbeitsfähigkeit (act. G 5.1.5). Im
Arztbericht vom 1. März 2009 diagnostizierte der Hausarzt mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit eine morbide Adipositas (BMI 68.6 kg/m ). Zudem bestünden eine
arterielle Hypertonie sowie eine Angstkrankheit, welche Diagnosen jedoch ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien (act. G 5.1.10-6f.). Prof. Dr. med. D._,
Adipositaszentrum des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG), gab im Bericht vom 28. April
2009 an, die Versicherte seit dem 23. Januar 2006 ambulant zu behandeln. Er empfahl
die Vornahme einer bariatrischen Operation, wodurch sich die Einschränkungen
vermindern lassen würden. Eine sitzende Tätigkeit wie beispielsweise
Schreibtischarbeit hielt er für durchaus möglich (act. G 5.1.13-6). Im Bericht vom 12.
Mai 2009 diagnostizierte Dr. med. Dipl.-Psych. E._, Oberarzt mbF, Innere Medizin
und Psychosomatik des KSSG, eine komplexe Angststörung (F41.9/ICD-10) und eine
depressive Episode (F33.0/ICD-10). Die Versicherte würde die Möglichkeit einer
bariatrischen Operation durchaus in Betracht ziehen, wenn sie keine Angst vor der
Operation hätte. Die Vorstellung einer Narkose löse bei ihr jedoch massive Angst aus,
weil sie befürchte, dann nicht mehr zu erwachen. Die Narkosen bei der Geburt ihrer
beiden Kinder habe sie in schlechter Erinnerung (act. G 14.3).
A.b Am 30. September 2009 fand zwischen der Versicherten und der
Eingliederungsverantwortlichen ein Assessmentgespräch statt. Die Versicherte
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schilderte, an schmerzhaften Schulterproblemen zu leiden. Auf Grund ihres jetzigen
Zustands und ihrer Depressionen könne sie nicht mehr so arbeiten wie vor drei oder
vier Jahren. Sie sei nicht mehr so beweglich, könne nicht mehr arbeiten und beantrage
daher eine Rente (act. G 5.1.25). Gestützt darauf teilte die IV-Stelle der Versicherten am
16. November 2009 mit, die Arbeitsvermittlung werde abgeschlossen (act. G 5.1.27).
A.c Nach einem Sturz führte Dr. med. F._, Facharzt Innere Medizin, am
22. Dezember 2009 eine Sonographie der linken Schulter durch. Dabei konnte eine AC-
Gelenksluxation Tossy I mit mässig ausgeprägtem Gelenkserguss (DD: chronisch) und
ein subacromiales Impingement festgestellt werden. Für eine frische
Rotatorenmanschettenruptur ergaben sich keine sicheren Hinweise (act. G 14.4).
A.d Am 15. und 17. Februar 2010 wurde die Versicherte in der MEDAS internistisch,
rheumatologisch und psychiatrisch begutachtet. Im Gutachten vom 6. Mai 2010 hielten
die Experten als Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit eine morbide Adipositas mit BMI um/über 65kg/m , eine deutliche
Gonarthrose im medialen Kompartiment rechts, eine leichte Gonarthrose im medialen
Kompartiment links, eine Periarthropathie der linken Schulter, vermutlich infolge eines
subacromialen Impingements, Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10 F41.2),
psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten
Krankheiten (ICD-10 F54) fest. Ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit,
aber mit Krankheitswert (ICD-10 F54) diagnostizierten sie eine leichtgradige
Arthropathie der rechten Schulter, eine arterielle Hypertonie sowie
Hypercholesterinämie. Sowohl in der bisherigen Tätigkeit an einer ergonomisch gut
eingerichteten Kasse als auch in einer Verweistätigkeit schätzten sie die
Arbeitsfähigkeit bei ganztägiger Präsenz auf 50%. Auch als Hausfrau sei die
Versicherte zu 50% eingeschränkt (act. G 5.1.35-11).
A.e Im Fragebogen zur Rentenabklärung vom 20. Mai 2010 gab die Versicherte an,
dass sie heute ohne die Behinderung keiner Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Bei
den meisten Haushaltstätigkeiten werde sie von der Tochter und/oder dem Sohn
unterstützt (act. G 5.1.36).
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A.f Hausarzt Dr. C._ nahm mit ärztlichem Zeugnis vom 21. Mai 2010 zum MEDAS-
Gutachten Stellung. Er hielt fest, dass die Versicherte - entgegen den Ausführungen, es
habe bisher noch keine ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung
stattgefunden - bereits im Rahmen der stationären Behandlung im Jahr 1998
psychotherapeutisch behandelt worden sei, nebst allen anderen Versuchen, das
Gewicht zu reduzieren. Schon seit Jahrzehnten versuche die Versicherte abzunehmen.
Alle Appetitzügler habe sie schon eingenommen. Trotzdem habe eine stetige
Gewichtszunahme festgestellt werden müssen. Es sei unvorstellbar, wie die Versicherte
auf Grund ihrer körperlichen Gegebenheiten an einem Arbeitsplatz als Kassiererin eines
Lebensmittelgeschäfts überhaupt absitzen, sich drehen oder auch nur schon mit ihren
Armen die Ware ergreifen und das Band bedienen könnte (act. G 5.1.37). RAD-Ärztin
Dr. B._ befand mit Stellungnahme vom 16. Juni 2010 das MEDAS-Gutachten als
ausführlich, schlüssig und nachvollziehbar. Somit betrage die Arbeitsfähigkeit adaptiert
aus polydisziplinärer Sicht 50%, ganztags bei reduzierter Leistung. Zudem seien die
empfohlenen therapeutischen Massnahmen medizinisch sinnvoll. Auflagen im Rahmen
der Schadenminderungspflicht seien jedoch nicht indiziert (act. G 5.1.38).
A.g Mit Schreiben vom 2. Juni 2010 äusserte sich die psychiatrische MEDAS-
Gutachterin Dr. med. G._, FMH Psychiatrie/Psychotherapie, hinsichtlich der Eingabe
des Hausarztes zur Klärung von Missverständnissen. Sie hielt sinngemäss fest, sich auf
die Angaben der Versicherten gestützt zu haben, welche offensichtlich von denjenigen
des Hausarztes abwichen. Dies könne jedoch verschiedene Gründe haben, ändere an
der Arbeitsfähigkeitsschätzung aus psychiatrischer Sicht aber nichts (act. G 5.1.40).
A.h Am 24. November 2010 fand eine Abklärung der Verhältnisse an Ort und Stelle
statt. Dabei gab die Versicherte an, sie würde heute ohne Behinderung arbeiten. Sie
habe Teilzeitstellen gesucht für ein 40 - 50%-Pensum. Am liebsten würde sie zu ca.
30 Stunden im Monat arbeiten. Die Abklärungsverantwortliche hielt dazu fest, dass auf
Grund der Bewerbungen der Versicherten auf 40 - 50%-Stellen von einer
Erwerbstätigkeit von 45% ausgegangen werde. Insgesamt sei schliesslich von einem
Invaliditätsgrad von 14% auszugehen (act. G 5.1.48).
A.i Mit Vorbescheid vom 10. Januar 2011 wies die IV-Stelle den Antrag auf
Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 14% ab (act. G 5.1.51).
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A.j Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. A. Rufener,
St. Gallen, am 8. März 2011 Einwand (act. G 5.1.55-3f.).
A.k Mit Verfügung vom 11. März 2011 hielt die IV-Stelle an ihrem Vorbescheid fest
und wies den Antrag auf Invalidenrente ab (act. G 5.1.56).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 15. April
2011 mit dem Antrag auf deren Aufhebung und Ausrichtung der gesetzlichen
Leistungen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Der Rechtsvertreter machte
geltend, dass die IV-Akten unvollständig seien, da im MEDAS-Gutachten auf weitere
Akten Bezug genommen werde, welche sich nicht in den Akten befänden. Zur
Begründung der Beschwerde hielt er fest, die psychiatrische Gutachterin habe zwar
Diagnosen gestellt, den Umfang der Beeinträchtigung jedoch nicht bestimmt. Zudem
fehle dem Gutachten eine Begründung, weshalb aus polydisziplinärer Sicht von einer
Arbeitsunfähigkeit von 50% ausgegangen werde. Damit sei das Gutachten nicht
schlüssig. Weiter sei festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin heute einer 100%-
Erwerbstätigkeit nachgehen würde, wenn sie nicht unter Adipositas per magna leiden
würde. So habe sie in Unkenntnis der Rechtsfolgen eine Wunschvorstellung von 30
Stunden pro Woche als Arbeitszeit formuliert, was entgegen der Annahme der IV-Stelle
auch keinem 50%-Pensum entspreche. Auf Grund der divergierenden Aussagen der
Beschwerdeführerin sowie der Aktenlage sei vielmehr von einem 100%-Pensum
auszugehen, so dass ein Anspruch auf Rente gegeben sei (act. G 1).
B.b Mit Stellungnahme vom 31. Mai 2011 nahm RAD-Ärztin Dr. B._ aus
medizinischer Sicht zu den Argumenten des Rechtsvertreters Stellung. Sie hielt
weiterhin dafür, dass auf das MEDAS-Gutachten abgestellt werden könne (act.
G 5.1.61).
B.c Mit Beschwerdeantwort vom 27. Juni 2011 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Sie begründete dies damit, dass bei einer
polydisziplinären Einschätzung der Arbeitsfähigkeit die somatischen und psychischen
Einschränkungen in der Regel nicht addiert würden, weshalb auch am MEDAS-
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Gutachten festgehalten werden könne. Zudem widerspreche es der Lebenserfahrung,
dass die Beschwerdeführerin ihr kleines Teilzeitpensum heute ohne gesundheitliche
Beeinträchtigungen auf eine Vollzeittätigkeit ausgebaut hätte, habe sie im Jahr 2002
doch sogar die Kündigung durch die H._ einer Vollzeittätigkeit bei der I._
vorgezogen (act. G 5).
B.d In der Replik vom 29. August 2011 hielt die Beschwerdeführerin an ihrem
Rechtsbegehren fest. Ihr Rechtsvertreter beantragte ausserdem für das Aktenstudium
der im Verfahren vor dem Versicherungsgericht neu nummerierten IV-Akten die
Zusprache einer ausseramtlichen Entschädigung in Höhe von Fr. 500.-- (act. G 9). Die
Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 11).
B.e Am 30. Januar 2013 ersuchte das Versicherungsgericht die Beschwerdegegnerin
um Einreichung von verschiedenen, im MEDAS-Gutachten aufgeführten medizinischen
Unterlagen, welche sich nicht in den IV-Akten befanden (act. G 13). Dem kam die
Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 6. Februar 2013 nach (act. G 14).
B.f Am 12. Februar 2013 reichte die Beschwerdeführerin ein ärztliches Zeugnis ihres
Hausarztes vom 11. Februar 2013 ein. Dieser attestierte eine Veränderung des
Gesundheitszustands insofern, als am 23. Januar 2013 eine erhebliche Gonarthrose
(Arthrose des rechten Knies) diagnostiziert worden sei. Mittelfristig werde eine Opera
tion wohl unausweichlich sein (act. G 16 und G 16.1).

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf Rentenleistungen
der Invalidenversicherung hat.
2.
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Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung
einer Streitsache auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (hier:
11. März 2011) eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 4 E. 1.2 und 129 V 169 E. 1,
je mit Hinweis). Berichte, welche nach diesem Zeitpunkt datieren, sind zu
berücksichtigen, sofern sie Rückschlüsse in Bezug auf die im Zeitpunkt der streitigen
Verfügung bestehende Situation erlauben (BGE 121 V 366 E. 1b, 99 V 102, je mit
Hinweisen). Das trifft auf das ärztliche Zeugnis des Hausarztes Dr. C._ vom
11. Februar 2013 (act. G 16.1), worin dieser neu die Diagnose einer erheblichen
Gonarthrose im rechten Knie stellte, nicht zu. Darüber hinaus ist fraglich, ob es sich um
eine neue Diagnose handelt, wird doch im MEDAS-Gutachten eine deutliche
Gonarthrose im medialen Kompartiment rechts diagnostiziert.
3.
3.1 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht
zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt
gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
als Invalidität. Die Invalidität im Sinn von Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen
Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der
konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht
geregelt. Diese Lücke füllt Art. 28a Abs. 2 IVG. Es ist darauf abzustellen, in welchem
Mass die betreffende Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Als
Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person gelten insbesondere die übliche
Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische
Tätigkeiten (Art. 27 IVV). Die Bestimmung von Art. 28a Abs. 3 IVG regelt die so
genannte gemischte Methode der Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil
erwerbstätig und zum Teil im Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen
"gemischten" Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im
Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der
Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen.
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3.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
3.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
4.
4.1 Vorab zu klären ist die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche
Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erlaubt. Die
Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung auf das Gutachten
der MEDAS Zentralschweiz vom 6. Mai 2010 (act. G 5.1.35).
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4.2 Im Rahmen seiner rheumatologischen Untersuchung vom 17. Februar 2010 hielt Dr.
med. J._, Chefarzt MEDAS, fest, die Untersuchung der Versicherten sei in jeder
Hinsicht erheblich durch die Adipositas behindert gewesen. An den Gelenken habe
sich an beiden Schultern linksbetont ein Schulter-Armschmerz posttraumatischer
Genese präsentiert und radiologisch sei ein Befund zu erheben, welcher vermutlich zu
einem subakromialen Impingement führe. Hinsichtlich der Knieschmerzen rechts mehr
als links zeige sich radiologisch eine fortgeschrittene Gonarthrose im medialen
Kompartiment rechts mehr als links. Der auffälligste Befund sei jedoch die extreme
Adipositas von über 160kg mit einem BMI um 65kg/m . Diese stelle zweifellos eine
Behinderung dar. Dazu belege die medizinische Fachliteratur, dass ein BMI über 35kg/
m nicht nur ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko mit sich bringe oder vermehrte
direkte Operationskomplikationen verursache, sondern auch erheblich die Mobilität
behindere, in einer linearen Beziehung zu verlorenen Arbeitstagen. Weiter belegt werde
aber auch eine sehr günstige Auswirkung einer Gewichtsreduktion, welche offenbar
schon in kurzer Zeit beobachtet werden könne. Bei der Versicherten bestehe aus
somatischen Gründen im angestammten Beruf als Kassiererin bei ganztägiger Präsenz
noch eine 50%ige Leistungsfähigkeit, wobei dasselbe unter bestimmten Vorgaben für
eine Verweistätigkeit gelte. Dr. med. G._ hielt nach psychiatrischer Untersuchung
vom 17. Februar 2010 fest, dass bei der Beschwerdeführerin zwar psychiatrische
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden, die Einschränkung ihrer
Arbeitsfähigkeit aber auch aus psychiatrischer Sicht vorwiegend durch die extreme
Adipositas verursacht werde, die ihre Leistungsfähigkeit erheblich einschränke. Das
Ausmass der beklagten, glaubhaft geschilderten Beschwerden werde im Wesentlichen
durch die Adipositas bestimmt, weshalb sich eine Gewichtsreduktion durchaus positiv
auswirken könnte. Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sei rein medizinisch-
theoretisch, da die Beschwerdeführerin zum vorneherein eine weitere erwerbsmässige
Wiedereingliederung ablehne, vorwiegend aus motivationalen Gründen. So seien in
ihrem Umfeld beide Eltern im Alter von Mitte 50 IV-pensioniert worden und ihr
Ehemann mit Mitte 40. Für ein Arbeitsleben über dieses Alter hinaus habe sie im
engeren Kreis keine Vorbilder. Auf Grund von krankheitsbedingten Faktoren wie
Verlangsamung, verminderte Ausdauer, schnelle Ermüdbarkeit und erhöhte
Erholungsbedürftigkeit leitete die Psychiaterin eine 60%ige Arbeitsfähigkeit für die
angestammte sowie für Verweistätigkeiten ab. Nach einer im Zirkulationsverfahren
2
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erfolgten Konsensabsprache der beteiligten Fachpersonen fand am 29. März 2010
zwischen Dr. med. K._, Innere Medizin FMH, und Dr. J._, eine Schlussbesprechung
statt. Anlässlich dieser fassten die Gutachter zusammen, dass bei der
Beschwerdeführerin die morbide Adipositas zu zunehmenden Problemen im
Arbeitsalltag geführt habe, in welchem sie durch zunehmende Verlangsamung und
schnelle Ermüdbarkeit, aber auch durch Schmerzen an den Gelenken, aggraviert nach
Stürzen mit Schulterverletzungen, immer mehr eingeschränkt worden sei.
Gewichtsreduktionsversuche seien (aktenkundig) zweimal durchgeführt worden, Ihr sei
mehrfach nahegelegt worden, sich einer bariatrischen Operation zu unterziehen, jedoch
sei sie auf Grund schlechter Erfahrungen anlässlich einer Narkose während einer
Geburt und auf dem Boden ihrer lebenslangen phobischen Ängste jeglichem
chirurgischem Eingriff ablehnend gegenübergestanden. Auf Grund der diagnostizierten
morbiden Adipositas mit BMI um/über 65 kg/m , einer deutlichen Gonarthrose im
medialen Kompartiment rechts, einer leichten Gonarthrose im medialen Kompartiment
links, einer Periarthropathie der linken Schulter, vermutlich infolge eines subakromialen
Impingements, einer Angst und depressiven Störung gemischt (ICD-10 F41.2) sowie
psychologischer Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten
Krankheiten (ICD-10 F54) beurteilten die Gutachter die Arbeitsfähigkeit in der
bisherigen wie in anderen adaptierten Tätigkeiten als zu 50% eingeschränkt. In der
angestammten Tätigkeit bestehe die 50%ige Arbeitsfähigkeit bei ganztägiger Präsenz
an einer ergonomisch gut eingerichteten Kasse. Einschränkend sei hier die extreme
Adipositas, welche sie am Bücken und Kauern hindere und auf Grund derer sie in
jeglicher Tätigkeit viel mehr Platz als normalgewichtige Personen benötige. Auch in
Verweistätigkeiten gebe es erhebliche Einschränkungen, wie die Unmöglichkeit von
Überkopfarbeiten mit dem linken Arm, beim Heben von Lasten über 10kg über die
Hüfthöhe sowie durch verminderte Steh- und Gehfähigkeit am rechten Bein. Dadurch
ergebe sich eine Leistungsfähigkeit von 50%. Die Einschränkung im Haushalt betrage
ebenfalls 50% (act. G 5.1.35-9ff.).
4.3 Dass entgegen der Beurteilung des Hausarztes Dr. C._, welcher von einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit ab 16. September 2005 ausging (act. G 5.1.10-7),
dennoch eine Arbeitsfähigkeit gegeben sei, hielt auch Prof. Dr. D._ im Arztbericht
vom 28. April 2009 fest. Er befand eine sitzende Tätigkeit z.B. an einem Schreibtisch
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als durchaus zumutbar (act. G 5.1.13). Allerdings äusserte er sich nicht zum Ausmass
der Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit.
4.4 Auch der Rüge der Beschwerdeführerin, die von den MEDAS-Gutachtern festge
legte Höhe der Arbeitsfähigkeit sei weder begründet noch schlüssig dargelegt, kann
nicht beigepflichtet werden. Vielmehr konkretisierte Dr. J._ in seinem Teilgutachten
vom 18. Februar 2010 sowohl die objektivierbaren somatischen Befunde als auch die
daraus resultierenden Behinderungen. So könne die Beschwerdeführerin auf Grund der
Periarthropathie der linken Schulter bei subacromialem Impingement keine Überkopf
arbeiten mit dem linken Arm ausführen und keine Lasten über 10kg über Hüfthöhe
anheben. Zudem bestehe wegen der fortgeschrittenen Gonarthrose rechts eine
verminderte Steh- und Gehfähigkeit, die Beschwerdeführerin könne sich nur mit Mühe
bücken, keine Arbeiten in kauernder Stellung ausführen und nicht auf Leitern steigen.
Die extreme Adipositas mit Krankheitswert verlangsame schliesslich ihr
Bewegungsmuster generell, sie könne sich nicht bücken, nicht kauern und benötige
viel mehr Platz als eine normalgewichtige Person. Für die sitzende Tätigkeit an einer
ergonomisch gut eingerichteten Kasse schätze er die Leistungsfähigkeit daher auf 50%
der Norm bei ganztägiger Präsenz. Als Reinigungsfrau werde sie auf dem freien
Arbeitsmarkt kaum mehr eine verwertbare Leistung erbringen können. Wie oben
erwähnt (vgl. Erwägung 4.2) folgten die Gutachter anlässlich des Zirkulationsverfahrens
bzw. der Schlussbesprechung dieser Beurteilung, wobei sie unter Einbezug auch der
psychiatrischen Faktoren gesamthaft eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit angestammt und
adaptiert bestätigten. Es bestehen keine Zweifel an dieser gutachterlichen
Einschätzung. Bei der Bemessung der Invalidität im Erwerbsbereich ist daher darauf
abzustellen.
5.
Weiter zu prüfen ist die Statusfrage. Ob eine versicherte Person als ganztägig oder
zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der
Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V 150 E. 2c). Bei im Haushalt
tätigen Versicherten im Besonderen sind nach der Rechtsprechung die persönlichen,
familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und
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Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die
Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen.
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis
zum Erlass der Verfügung entwickelt hätten, wobei für die hypothetische Annahme
einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im
Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erforderlich ist (BGE 125 V 150 E. 2c; BGE 117 V 194 f. E. 3b mit Hinweisen; AHI 1997
S. 288 ff. E. 2b, AHI 1996 S. 197 E. 1c, je mit Hinweisen). Vorliegend verneinte die
Beschwerdeführerin im Fragebogen zur Rentenabklärung vom 20. Mai 2010, dass sie
"heute - ohne Behinderung - eine Erwerbstätigkeit ausüben" würde (act. G 5.1.36-2).
Demgegenüber gab sie anlässlich der Haushaltsabklärung vom 24. November 2010 an,
sie würde heute ohne Behinderung eine Erwerbstätigkeit ausüben. Sie habe
Teilzeitstellen für ein 40 - 50%-Pensum gesucht. Am liebsten würde sie zu ca. 30
Stunden im Monat arbeiten. Die Erwerbsausübung begründete sie damit, sie habe
immer einen guten Willen gehabt zu arbeiten, jedoch bringe sie keine Leistung mehr
und könne dies keinem Arbeitgeber mehr zumuten. Dies mache sie auch depressiv, da
sie einen Willen habe, es aber nicht gehe. Auch müsste sie aus finanziellen Gründen
arbeiten gehen (act. G 5.1.48-3). Offensichtlich ergibt sich somit nicht nur ein
Widerspruch in den Angaben der Beschwerdeführerin anlässlich der Abklärung vor Ort
und Stelle mit den Angaben im Fragebogen, sondern auch darin, dass ein Pensum von
40 - 50% auch nicht nur annähernd mit einem solchen von 30 Stunden pro Monat
übereinstimmt. Diese Unklarheiten hätte die Beschwerdegegnerin daher sofort klären
müssen. Nachdem dies heute nicht mehr möglich ist, weil die Angaben der
Beschwerdeführerin von Versicherungsaspekten geleitet sein könnten, muss auf Grund
der gesamten Umstände geprüft werden, welches Erwerbspensum ohne die
Erkrankung nach überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeführt worden wäre. Dabei
spricht jedoch nichts dafür, dass die Beschwerdeführerin - wie sie neu geltend macht -
bei voller Gesundheit einer vollen Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Einerseits war sie
seit der Geburt ihrer Kinder nie mehr voll erwerbstätig und andererseits sind die beiden
Kinder bereits selbstverdienend und der Sohn ausgezogen, so dass den Eltern für sie
auch keine Ausbildungs- und Unterhaltskosten mehr anfallen. Schliesslich würde die
Beschwerdeführerin auch von ihrem Ehemann keine grosse Unterstützung im Haushalt
erwarten können, da dieser auf Grund seiner Rückenbeschwerden körperlich ebenfalls
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eingeschränkt ist. Da somit konkrete Anhaltspunkte fehlen, welche eine Pensum
erhöhung der Beschwerdeführerin seit ihrem Stellenverlust bei der H._ als
überwiegend wahrscheinlich untermauern würden, ist darauf abzustellen, wie hoch ihr
Arbeitspensum vorher war. Anlässlich der MEDAS-Begutachtung vom 17. Februar
2010 gab sie an, zehn Jahre lang Kassiererin gewesen zu sein, davon sieben Jahre bei
der I._ und drei Jahre bei der H._. Bei der Letzteren habe sie pro Woche sehr
unterschiedlich etwa 20 bis 30 Stunden gearbeitet und habe monatlich zwischen
Fr. 1'500.-- und Fr. 2'000.-- verdient (act. G 5.1.35-16). Mit Blick auf den IK-Auszug
(vgl. act. G 5.1.9-2) und die bei der H._ von 1999 bis 2002 erzielten Löhne (Fr.
4'205.-- von Oktober bis Dezember 1999, Fr. 21'351.-- im Jahr 2000, Fr. 24'974.-- im
Jahr 2001 und Fr. 15'659.-- von Januar bis September 2002), sowie unter
Berücksichtigung, dass es sich bei der Tätigkeit "Kassiererin" um eine eher schlecht
bezahlte Tätigkeit handelt, erscheint dieses Arbeitspensum zwischen 20 und 30
Wochenstunden bzw. ein durchschnittliches Pensum von 25 Wochenstunden am
ehesten wahrscheinlich. Umgerechnet ergibt dies ein Pensum von 60%. Folglich ist
von einer Aufteilung Erwerbstätigkeit/Haushalt von 60% / 40% auszugehen.
6.
Zur Abklärung der Invalidität im Aufgabenbereich hat die Beschwerdegegnerin am
24. November 2010 eine Haushaltabklärung vorgenommen. Dabei hat sie in
verschiedenen Positionen die Mithilfe des Ehemanns sowie der noch zu Hause
wohnenden erwachsenen Tochter berücksichtigt, was von der Beschwerdeführerin
grundsätzlich nicht bestritten wurde. Aus den Akten ergeben sich denn auch keine
Hinweise, die gegen die von der zuständigen Abklärungsperson ermittelte
Einschränkung von 24.73% sprechen würden (act. G 5.1.48-14). Somit kann darauf
abgestellt werden.
7.
7.1 Für den Erwerbsbereich ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 28 IVG auf Grund eines
Einkommensvergleichs zu bestimmen (Art. 16 ATSG). Dazu wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
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Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (sogenanntes Valideneinkommen).
7.2 Die Beschwerdegegnerin berücksichtigte bei der Bestimmung des Validen- sowie
des Invalideneinkommens dieselbe Lohngrundlage (act. G 5.1.48-14). Aus den Akten
ergeben sich keine Hinweise, welche gegen diese Vorgehensweise sprechen würden.
Sie blieb denn auch von der Beschwerdeführerin unbestritten. Das Bundesgericht
nimmt in derartigen Fällen, wo zur Bestimmung des Validen- und Invalideneinkommens
dieselbe Vergleichsgrösse herangezogen wird, einen Prozentvergleich vor. Diesfalls
entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung
des Abzugs vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts vom 9. März 2007, I 697/05,
E. 5.4 mit Hinweis).
7.3 Die Beschwerdegegnerin wandte die vom Bundesgericht praktizierte (und vom
hiesigen
Gericht mehrmals kritisierte [vgl. etwa Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen vom 9. August 2005, IV 2005/21]) sogenannte gemischte Methode zur
Invaliditätsbemessung an. Jedoch rechnete sie der Beschwerdeführerin beim
Invalideneinkommen die bei einem 100%-Pensum verbleibende Restleistungsfähigkeit
an. Da die Beschwerdeführerin aber im Gesundheitsfall lediglich mit einem
Beschäftigungsgrad von 60% erwerbstätig sein würde (vgl. Erwägung 5), ist dieses
Vorgehen mit der vom Bundesgericht praktizierten Methode nicht zu vereinbaren und
damit unzulässig. Vielmehr darf im Rahmen der Invaliditätsbemessung lediglich die bei
einem - im Gesundheitsfall ausgeübten - 60%-Pensum bestehende
Restleistungsfähigkeit berücksichtigt werden. Die Gutachter hielten fest, dass die
Beschwerdeführerin über ein vermindertes Arbeitstempo verfüge und zur Erreichung
einer 50%igen Arbeitsleistung einen ganzen Tag bzw. die Ausübung einer 100%igen
Beschäftigung benötige (act. G 5.1.35-11). Entsprechend wirkt sich das verminderte
Arbeitstempo auch in einem Teilpensum aus. Schliesslich rechtfertigt sich auf Grund
der körperlichen Bewegungseinschränkungen, der Beschränkungen auf körperlich
leichte Tätigkeiten und der für einen Arbeitgeber womöglich mit Mehrkosten
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verbundenen Arbeitsplatzanpassungen (vgl. act. G 5.1.35-11) ein Leidensabzug von
10%. Bei der von der Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall ausgeübten 60%igen
Beschäftigung und unter Berücksichtigung eines Abzugs von 10% entspricht demnach
ihre erwerbliche Restleistungsfähigkeit 27% ([60%/120%] x 60% x 0.9) und die
Invalidität im Erwerbsbereich 55% ([(60% - 27%) / 60%] x 100) bzw. auf das Pensum
gewichtet 33% (55% x 0.6). Zusammen mit dem im Haushaltsbereich gewichteten
Invaliditätsgrad von 9.89% (Anteil 40% der Einschränkung von 24.73%) ergibt sich ein
Invaliditätsgrad von gerundet 43% und damit ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
8.
8.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde unter Aufhebung der angefochtenen
Verfügung vom 11. März 2011 gutzuheissen und der Beschwerdeführerin gestützt auf
einen Invaliditätsgrad von 43% eine Viertelsrente zuzusprechen. Die Angelegenheit ist
zur Festsetzung des Rentenbeginns und der Rentenhöhe an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
8.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die
Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
zu bezahlen. Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss von
Fr. 600.-- zurückerstattet.
8.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Vorliegend
macht der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zusätzlich zur Parteientschädigung
eine Entschädigung für Mehraufwand beim Aktenstudium wegen neuer
Aktennummerierung der Beschwerdegegnerin im Beschwerdeverfahren in Höhe von
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Fr. 500.-- geltend. Hierzu ist festzuhalten, dass der Rechtsvertreter zu Recht erwarten
durfte, dass die einmal gewählte Paginierung durchgezogen wird, da sonst die neu
eingereichten Akten jeweils auf Abweichungen gegenüber der letzten Zustellung
überprüft werden müssen (vgl. zur Pflicht des Versicherungsträgers zur systematischen
Erfassung der Akten: Art. 46 ATSG). Daher erscheint unter Berücksichtigung des
unterdurchschnittlichen Aufwands der vorliegenden Streitigkeit sowie des
Zusatzaufwands (Art. 95 Abs. 2 VRP) auf Grund der teils unsystematischen
Aktenführung eine Parteientschädigung von insgesamt Fr. 3'500.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht