Decision ID: 5deaf45b-7a7e-54db-9919-e8a562e310bf
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 12. November 2007 wegen depressiver Verstimmung,
inneren Spannungen, Ängsten, Lust- und Interesselosigkeit, Schlafstörungen,
Müdigkeit, Kopf- und Rückenschmerzen, Herz- und Magenbeschwerden sowie hohem
Blutdruck bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (IV-act. 1). Ihr Arbeitsverhältnis als
Zimmermädchen war ihr im November 2006 auf Grund von "unlösbaren Querelen" mit
einer Mitarbeiterin per Ende 2006 gekündigt worden (IV-act. 3, 7).
A.a.
Von November 2006 bis Januar 2007 war die Versicherte in der psychiatrischen
Klinik B._ hospitalisiert gewesen und nachfolgend ambulant durch Dr. med. C._
behandelt worden. Vom 27. August bis 15. September 2007 hatte zudem ein
stationärer Aufenthalt in der Klinik D._ stattgefunden, wo bei ihr eine mittelgradige
depressive Episode (ICD-10: F32.1), eine somatoforme Schmerzstörung (ICD-10:
F45.4) und ein Verdacht auf somatoforme autonome Funktionsstörung,
kardiovaskuläres System (ICD-10: F45.30) bei arterieller Hypertonie diagnostiziert
worden waren (Bericht vom 8. Januar 2008, IV-act. 28).
A.b.
Hausarzt Dr. med. E._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, attestierte der
Versicherten im Arztbericht vom 3. Dezember 2007 ab 17. November 2006 eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 14).
A.c.
Am 22. Mai 2008 wurde die Versicherte rheumatologisch durch Dr. med. Dr. sc.
nat. ETH F._, Innere Medizin FMH spez. Rheumaerkrankungen, und am 13. Juni 2008
psychiatrisch durch Dr. med. G._, Psychiatrie/Psychotherapie FMH, begutachtet. Sie
befanden die Versicherte im Gutachten vom 4. Juli 2008 für die Zeit vom 17. November
2006 bis 13. Juni 2008 zu 100% und ab 13. Juni 2008 bis auf Weiteres zu 40%
A.d.
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arbeitsunfähig auf Grund einer leichten bis mittelschweren depressiven Episode mit
somatischen Symptomen (ICD-10: F32.11, F32.01) und einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.4). Aus rheumatologischer Sicht bestand
keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 42-12).
Mit Verfügung vom 10. Juni 2009 sprach die IV-Stelle der Versicherten ab 1.
November 2007 eine ganze IV-Rente und ab 1. Oktober 2008 eine Viertelsrente zu (IV-
act. 70, 74)
A.e.
Mit Schreiben vom 28. November 2011 liess die Versicherte durch eine
Rechtsvertreterin auf Grund einer gesundheitlichen Verschlechterung unter Beilage
verschiedener Arztberichte um Erhöhung ihrer Invalidenrente ersuchen (IV-act. 78f.).
Sie war vom 20. Dezember 2010 bis 1. Januar 2011 zum Medikamentenentzug bei
Abusus von Migränemitteln im Spital H._ hospitalisiert und danach vom 3. bis 22.
Januar 2011 zur psychosomatischen Rehabilitation in der Rehaklinik D._ behandelt
worden. Auf Grund des weiteren Bestehens der depressiven Symptome war sie am
27. Februar 2011 wieder in die psychiatrische Klinik B._ eingetreten, wo sie bis zum
20. April 2011 behandelt und in etwas gebessertem Zustand entlassen worden war (IV-
act. 82).
A.f.
Am 12. und 21. Juni sowie 5. Juli 2012 wurde die Versicherte polydisziplinär durch
die Medizinische Abklärungsstelle Bern, ZVMB GmbH, begutachtet. Im Gutachten vom
28. August 2012 diagnostizierten die Gutachter mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
ein generalisiertes Weichteilschmerzsyndrom, eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung F45.4 und eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte
depressive Episode F33.0. Sowohl für die angestammte Tätigkeit als auch für
Verweistätigkeiten stellten sie eine Arbeitsfähigkeit in der Grössenordnung von 60%
fest (IV-act. 95-23f.). RAD-Arzt Dr. med. I._ hielt dazu mit Stellungnahme vom 13.
Dezember 2012 fest, es könne davon ausgegangen werden, dass die
rentenbegründende Arbeitsunfähigkeit mit einem Leiden gemäss den
Schlussbestimmungen zur 6. IV-Revision begründet und dies erneut per Gutachten
bestätigt worden sei. Das rheumatologischerseits diagnostizierte
"Weichteilschmerzsyndrom" sei gemäss Gutachten deckungsgleich resp. identisch mit
der "somatoformen Schmerzstörung". Bei der Versicherten liege jedoch keine
A.g.
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psychiatrische Erkrankung vor, welche eine Komorbidität von erheblicher Schwere und
Dauer begründen würde. Es sei lediglich eine leichte depressive Störung diagnostiziert
worden. Die übrigen qualifizierenden Kriterien seien nur teilweise erfüllt (IV-act. 97).
Mit Vorbescheid vom 8. Januar 2013 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, sie werde die Rente einstellen, da bei ihr lediglich syndromale Leiden
vorliegen würden. Diese würden gemäss den neuen gesetzlichen Bestimmungen nicht
als invalidisierend angesehen (IV-act. 100). Infolge des Einwands der Versicherten vom
13. Februar 2013 unter Beilage eines Berichtes von Dr. med. J._, Spezialärztin für
Neurologie FMH, vom 1. Februar 2013 (IV-act. 102) teilte die IV-Stelle mittels
Vorbescheids vom 29. April 2013 mit, sie gedenke, das Erhöhungsgesuch abzuweisen
und weiterhin eine Viertelsrente auszurichten (IV-act. 107). Trotz des dagegen
erhobenen Einwands vom 4. Juni 2013 (IV-act. 108) wies die IV-Stelle den Antrag auf
eine Rentenerhöhung mit Verfügung vom 6. Juni 2013 ab (IV-act. 109).
A.h.
Die dagegen am 4. Juni 2013 erhobene Beschwerde ans Versicherungsgericht (IV-
act. 108) wies dieses mit Entscheid vom 11. August 2015, IV 2013/355, ab (IV-act.
127).
A.i.
Mit Schreiben vom 28. April 2016 beantragte die Versicherte eine vorzeitige
Revision der IV-Rente, da sich ihr Gesundheitszustand in den letzten Jahren
zunehmend verschlechtert habe (IV-act. 131).
A.j.
Gestützt auf eine polydisziplinäre Begutachtung durch die SMAB AG, Swiss
Medical Assessment- and Business Center, Bern, vom Oktober/November 2016 hielten
die Gutachter im Gutachten vom 30. Dezember 2016 an einer Arbeitsfähigkeit von 60%
in leidensadaptierten Tätigkeiten fest. Im Hinblick auf ihre frühere Tätigkeit als
Zimmerfrau wurde dagegen aus Sicht des Orthopäden eine Aufhebung der
Arbeitsfähigkeit seit 2015 angenommen (IV-act. 156-29).
A.k.
Mit Vorbescheid vom 15. Februar 2017 stellte die IV-Stelle in Aussicht, das
Erhöhungsgesuch gestützt auf einen IV-Grad von 43% abzuweisen (IV-act. 160).
Gegen den Vorbescheid liess die Versicherte durch Rechtsanwalt lic. iur. R. Baumann,
St. Gallen, am 22. März 2017 Einwand erheben und diesen mit Eingabe vom 25. April
2017 ergänzen (IV-act. 166).
A.l.
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B.
Mit Verfügung vom 28. Juli 2017 wies die IV-Stelle das Erhöhungsgesuch der
Versicherten erneut ab (IV-act. 172).
A.m.
Dagegen richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 8. September 2017 mit
dem Antrag auf deren Aufhebung, soweit sie weitergehende Leistungen verneine, und
auf Erhöhung der bisherigen Viertelsrente auf eine ganze Invalidenrente ab wann
rechtens, spätestens ab 1. August 2016. Eventualiter sei in Aufhebung der
angefochtenen Verfügung die Streitsache an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme
weiterer medizinischer Abklärungen im Sinne der nachfolgenden Erwägungen
zurückzuweisen, damit gestützt auf das Ergebnis dieser Abklärungen neu über die
Leistungsansprüche der Beschwerdeführerin verfügt werde; unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Zur Begründung macht der Rechtsvertreter geltend, im SMAB-
Gutachten fehle eine eigentliche Auseinandersetzung mit den Diagnosen und der
Arbeitsunfähigkeitsschätzung des sie behandelnden Dr. G._. Zudem könne nicht
gesagt werden, dass die Arbeitsunfähigkeit aus den somatischen Leiden von 20%
bereits vollumfänglich in der Arbeitsunfähigkeit der psychischen Leiden von 40%
enthalten sei. Aber genau darauf laufe die Gesamtbeurteilung der SMAB-Gutachter
hinaus. Angesichts der zahlreichen Einschränkungen aus psychischen Gründen sei
bereits alleine deswegen von einer Arbeitsunfähigkeit von 50% auszugehen. Da auch
noch die Arbeitsunfähigkeit aus somatischen Gründen dazu komme, sei zuallermindest
von einer Arbeitsunfähigkeit von 60% auszugehen. Schliesslich sei beim
Einkommensvergleich auf Grund des Mindereinkommens beim Valideneinkommen von
den Tabellenlöhnen nach LSE auszugehen, da die Beschwerdeführerin längerfristig
nicht mit dem zuletzt verdienten Lohn einverstanden gewesen wäre (act. G 1).
B.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 20. Oktober 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Beschwerdeabweisung (act. G 4).
B.b.
Mit Replik vom 8. Dezember 2017 hält die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen
fest (act. G 9).
B.c.
Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf die Einreichung einer Duplik (act. G 11).B.d.
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Erwägungen
1.
Vorliegend ist streitig und zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin das
Rentenerhöhungsgesuch der Beschwerdeführerin zu Recht abgewiesen hat.
Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad
von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
1.1.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
1.2.
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
1.3.
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2.
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur
Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die
geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE
130 V 349 f. E. 3.5). Ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch
Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten, der versicherten Person
eröffneten rechtskräftigen Verfügung vorlag, welche auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs beruht, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung
(BGE 133 V 108 E. 5.4). Dabei stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der
Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes
auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (BGE 112 V 372 E. 2b mit Hinweisen). Die Erhöhung der Rente
erfolgt frühestens, sofern die versicherte Person die Revision verlangt, von dem Monat
an, in dem das Revisionsbegehren gestellt wurde (Art. 88 Abs. 1 lit. a der Verordnung
über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Ist eine anspruchserhebliche
Änderung des Sachverhalts nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, bleibt
es nach dem Grundsatz der materiellen Beweislast beim bisherigen Rechtszustand
(Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juni 2014, 9C_273/2014, E. 3.1.1).
bis
Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht
und der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der
Versicherungsträger bzw. im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen
Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien
gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben
zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu auf Grund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a in fine).
1.4.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung auf das
Gutachten der SMAB vom 30. Dezember 2016 (IV-act. 156) und verglich den darin
festgehaltenen Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin zu Recht mit jenem zur
Zeit der letzten rechtskräftigen Verfügung vom 6. Juni 2013. Referenzzeitpunkt ist nicht
- wie vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin geltend gemacht - Juni 2009,
sondern Juni 2013.
2.1.
Die Gutachter der SMAB führten in einer Konsensbeurteilung aus, der
Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin hätten sich im
Vergleich zur letzten polydisziplinären Begutachtung der MEDAS Bern vom 31. August
2.2.
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2012 bezüglich einer leidensadaptierten Tätigkeit nicht verändert. Es sei weiterhin von
einer 60%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Im Hinblick auf ihre frühere Tätigkeit als
Zimmerfrau werde dagegen aus Sicht des Orthopäden eine Aufhebung der
Arbeitsfähigkeit seit 2015 angenommen (IV-act. 156-29). Als Diagnosen mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit führten sie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
leicht- bis mittelgradige depressive Episode (F33.1), eine somatoforme
Schmerzstörung (F45.4), ein Schulterimpingement rechts mit klinisch deutlichem
aktivem und passivem Bewegungsdefizit und gemäss der aktuellen Bildgebung
(Röntgen und MRI-Arthrographie 25.11.2016) transmuraler Ruptur der
Supraspinatussehne, subacromiales Impingement, sowie ein panvertebrales
Schmerzsyndrom mit rumpfmuskulärem Globaldefizit, ausgeprägtem Trainingsmangel
und blandem röntgenpathologischem Befund im Sinne einer flachbogigen
linkskonvexen Skoliose der unteren BWS sowie geringgradiger praesacraler
Facettengelenksarthrose und ebenso geringgradiger Osteochondrose der oberen BWS
an. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien die arterielle Hypertonie, ein
Nikotinabusus sowie Spannungskopfschmerzen und Zervikozephalgien (IV-act.
156-20).
Im psychiatrischen Gutachten befand Dr. med. K._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, Facharzt für Neurologie, es lasse sich bei Durchsicht der gesamten
Krankenakte kein in sich stimmiges psychodynamisches Krankheitskonzept erkennen,
wobei die Beschwerdeführerin auch im Rahmen der aktuellen Untersuchung nicht in
der Lage gewesen sei, sich weiter auf eine nähere Betrachtung der Gründe für ihre
depressiven Verstimmungen einzulassen. Geradezu widersprüchlich seien ihre
Angaben im Hinblick auf den Mord der Tochter einer Cousine, den sie allenfalls
unmittelbar miterlebt habe und der Gegenstand einer gezielten Exploration im Rahmen
der psychiatrischen Vorbegutachtung gewesen sei. Trotz eingehender Befragung habe
der damalige Gutachter anamnestisch auch nicht genau zu explorieren vermocht, wie
die tatsächlichen Umstände des Tötungsdeliktes seinerzeit gewesen seien. Im Rahmen
der aktuellen Untersuchung habe die Beschwerdeführerin nunmehr berichtet, es seien
zwei junge Frauen im Rahmen des damaligen Ereignisses getötet worden. Ähnlich
unklar bleibe die Zuordnung eines Verkehrsunfalls des Ehemannes im Jahr 2004 oder
2005. Erst nach mehrmaliger gezielter Nachfrage des Gutachters gehe die
Beschwerdeführerin kurz auf dieses Ereignis ein, ohne hier auch nähere Umstände ihrer
damaligen Befindlichkeit formulieren zu können. Insgesamt blieben demnach die
psychopathogenetischen Grundkonstellationen der depressiven Symptomatik unklar,
zumal sich mit Blick auf die biographische Anamnese auch keine neurosespezifischen
Erkenntnisse, die eine entsprechende Fehlentwicklung begründen könnten, erkennen
2.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/15
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liessen. Bei einer unauffälligen familiären Anamnese bleibe auch eine endogene
Komponente im Rahmen der langjährigen depressiven Erkrankung eher
unwahrscheinlich. Zusammenfassend sei demnach bei der Versicherten vor allem von
regressiven dysfunktionalen Verhaltensmustern nach Aufgabe ihrer beruflichen
Tätigkeit im Jahr 2006 auszugehen, in deren Rahmen auch somatische Beschwerden
in Form von Rückenschmerzen, Schmerzen des gesamten Bewegungsapparates und
chronische Kopfschmerzen eine nicht unbedeutende Rolle spielten. Die zahlreichen
stationären Aufenthalte führten jeweils nur zu einer vorübergehenden Besserung der
emotionalen Belastbarkeit, ein Verlauf, der sich auch seit der letzten stationären
Behandlung in der Klinik L._ vom 18. Januar bis 26. Februar 2016 wiederholt habe.
Die Inhalte der seit Jahren laufenden psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung
blieben unklar, die Beschwerdeführerin formuliere hier eher allgemeine Beschreibungen
einer relativ hochfrequentierten Gesprächsführung, ohne dass sich ein konzeptioneller
therapeutischer Ansatz erkennen lasse. Im Zusammenhang mit den festgestellten
Diagnosen lägen keine Anhaltspunkte für eine gravierende Aggravation vor. Gleichwohl
neige die Beschwerdeführerin durchaus zu demonstrativ-appellativem
Verhaltensmuster im Rahmen der Exploration in Form eines demonstrierten
Vorbeiredens. Zur Kategorie funktioneller Schweregrad sei festzuhalten, dass es sich in
der Längsschnittbetrachtung um eine überwiegend leichte bis allenfalls mittelschwere
funktionelle Störung handle, wobei die Beschwerdeführerin insgesamt nur eine geringe
Motivation erkennen lasse, die langjährigen dysfunktionalen Verhaltensmuster
aufzugeben und eine neue alternative Bewältigungsstrategie im Zusammenhang mit
ihrer Schmerzwahrnehmung zu erlernen bzw. eine zielgerichtete Lebensführung zu
entwickeln. Insofern spiele die geringe Motivationshaltung der Beschwerdeführerin eine
wesentliche Rolle und sei rückblickend massgeblich für die bisherige
Behandlungsresistenz. Trotz der verminderten affektiven Belastbarkeit verfüge die
Beschwerdeführerin über angemessene Ressourcen, die geschilderte Entwicklung mit
eigener Willensanspannung zu überwinden. Dem stehe vor allem ihre geringe
Motivation zur Aufgabe der mittlerweile gewohnten Lebenskonstellation entgegen. Eine
soziale Kontaktstörung liege nicht vor, die Beschwerdeführerin sei in der Lage,
langjährige feste stabile Bindungen sowohl in der Herkunftsfamilie als auch in einem
Bekanntenkreis zu führen. Demnach sei im Hinblick auf die Kategorie Konsistenz
festzuhalten, dass das von der Beschwerdeführerin geschilderte Leistungsspektrum im
Rahmen ihrer alltäglichen Lebensgestaltung nicht ihrer tatsächlichen Belastbarkeit
entspreche. Insofern bestehe auch eine Diskrepanz zu der attestierten Aufhebung der
Arbeitsfähigkeit und ihrer tatsächlichen psychophysischen Belastbarkeit. Der von der
Beschwerdeführerin vorgetragene Leidensdruck bleibe angesichts ihrer inkonsistenten
Schilderungen schwer nachvollziehbar. Die Beschwerdeführerin sei in diesem Kontext
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auch nur schlecht in der Lage, den Inhalt der aktuell laufenden wohl überwiegend
stützenden Gesprächstherapie sinngemäss darzustellen (IV-act. 156-39ff.). Inhaltlich
stimme der psychiatrische Gutachter mit dem letzten psychiatrischen Teilgutachten
vom 21. Juni 2012 überein und sehe daher keine Veranlassung zu einer abweichenden
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Eine objektivierbare Verschlechterung der
emotionalen Belastbarkeit sei seit der letzten Begutachtung nicht eingetreten. Insofern
sei die zitierte Arbeitsfähigkeit durch die Klink L._ in der Grössenordnung von 50%,
mittelfristig geäussert, nach der stationären Entlassung aus der Klinik L._ am 26.
Februar 2016 zu niedrig bewertet (IV-act. 156-42).
Dr. K._, der neben der psychiatrischen auch die neurologische Begutachtung
durchgeführt hat, stellte aus neurologischer Sicht keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit fest (IV-act. 156-67f.). Auch der internistische Gutachter Dr. med.
M._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, konnte aus Sicht seines internistischen
Fachgebiets keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit feststellen (IV-act. 156-48).
2.4.
Dagegen führte Dr. med. N._, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie, aus
orthopädischer Sicht aus, es werde retrospektiv davon ausgegangen, dass sich der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit dem Gutachten 08/2012
verschlechtert habe. Im veranlassten MRI der rechten Schulter vom 25. November
2016 habe sich eine im Vergleich zur Voruntersuchung vom 28. November 2014 im
Verlauf progrediente, nun transmurale Ruptur der Supraspinatussehne gezeigt, am
ehesten im Rahmen eines subacromialen Impingements. Somit sei davon auszugehen,
dass die Arbeitsfähigkeit für die bisherige Tätigkeit spätestens seit 2015 aufgehoben
sei. Im Gutachten 2012 sei aus rheumatologischer Sicht eine korrigierbare
Leistungseinbusse von 30% für leidensadaptierte Tätigkeiten attestiert worden. Die
zusätzliche Schulterproblematik bedinge Einschränkungen im Belastungsprofil und
eine Minderung der Arbeitsfähigkeit um 20%, die zu Lasten einer um 20% geminderten
Leistungsfähigkeit bei schmerzbedingt nur noch reduziertem Arbeitstempo gehe.
Leidensadaptierte Tätigkeiten (Belastungsprofil) seien retrospektiv seit 2015 auf einem
80%-Niveau möglich (IV-act. 156-56f.).
2.5.
Mit RAD-Arzt Dr. I._ (vgl. IV-act. 157) ist festzuhalten, dass das SMAB-Gutachten
umfassend erscheint. Es beruht auf eigenen Untersuchungen durch die Gutachter aus
den verschiedenen Disziplinen Psychiatrie, Innere Medizin, Orthopädie und Neurologie
und berücksichtigt die vorhandenen Akten sowie die geltend gemachten Beschwerden
der Beschwerdeführerin hinreichend. Die Schlussfolgerungen hinsichtlich der
Verneinung einer gesundheitlichen Verschlechterung und des Krankheitsverlaufs sowie
die Beurteilung einer weiter bestehenden Arbeitsfähigkeit von 60% in
2.6.
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3.
leidensadaptierten Tätigkeiten erscheinen nachvollziehbar und plausibel. Weitere
Hinweise, dass objektiv wesentliche Tatsachen unberücksichtigt geblieben wären,
fehlen.
Die Beschwerdeführerin bemängelt am Gutachten, dass es insgesamt von einer
Arbeitsfähigkeit von 60% ausgehe, wogegen sie die Auffassung vertritt, dass bereits
aus ihrem psychischen Leiden eine mindestens 50%ige Arbeitsunfähigkeit resultiere
und bei zutreffender Würdigung sämtlicher Leiden, der psychischen und der
organischen, von einer mindestens 60%igen Gesamt-Arbeitsunfähigkeit auszugehen
sei. Dabei stützt sie sich einerseits auf die Feststellungen des sie behandelnden
Psychiaters Dr. G._ ab und andererseits stellt sie sich auf den Standpunkt, dass die
Wechselwirkungen der psychischen und organischen Leiden zu einer
Gesamtarbeitsunfähigkeit von 60% führen würden (act. G 1 S. 5).
3.1.
Dr. G._ hielt im Bericht vom 18. April 2017 fest, die Beschwerdeführerin habe die
psychiatrische Behandlung bei ihm am 27. Oktober 2015 aufgenommen und dabei sei
ihr eine grenzwertige mittelgradige bis schwere depressive Episode postuliert worden.
Auf Grund der weiteren Verschlechterung ihres psychischen Zustandes sei sie vom 18.
Januar bis 26. Februar 2016 in der Klinik L._ tagesklinisch behandelt worden. Seit
der Therapieaufnahme bis zum Ende der tagesklinischen Behandlung sei von einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Seit dem 27. Februar 2016 könne auf Grund
der mittelschweren depressiven Symptomatik von einer mindestens 50%igen
Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden. Eine rezidivierende depressive Störung habe
studienmässig nachgewiesen auch unter regelmässiger psychiatrisch-
psychotherapeutischer Behandlung eine Rückfallquote von über 70%. Deshalb müsse
bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht eine Querschnittsbeurteilung, sondern
eine Längsschnittbeurteilung vorgenommen werden. Anlässlich der SMAB-
Untersuchung vom 18. November 2016 könne plausibel von einer in der
Querschnittsbeurteilung 40%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden, aber in der
Längsschnittbeurteilung müsse der Beschwerdeführerin bei schwankender depressiver
Symptomatik leichten bis mittelschweren und mittelschweren bis schweren Ausmasses
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Die diagnostische Beurteilung im
SMAB-Gutachten stimme jedoch aus psychiatrischer Sicht mit seiner Beurteilung
überein (IV-act. 168). Dazu befand RAD-Arzt Dr. I._ in der Stellungnahme vom 13. Juli
2017, dass sich die Gutachter entgegen der Auffassung von Dr. G._ zur Entwicklung
der Erkrankung in der Längsschnittbetrachtung geäussert hätten. So sei die schon in
früheren Stellungnahmen des behandelnden Psychiaters geäusserte Einschätzung
3.2.
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einer theoretischen Arbeitsfähigkeit im Mittel von 50% in die Beurteilung der Gutachter
einbezogen worden (IV-act. 171). Tatsächlich ist dem psychiatrischen Teilgutachten
von Dr. K._ zu entnehmen, dass es sich in der "Längsschnittbetrachtung" um eine
überwiegend leichte bis allenfalls mittelschwere funktionelle Störung handle (IV-act.
156-40). Mit Bezug auf die Einschätzung von Dr. G._ wies der psychiatrische
Gutachter auch darauf hin, dass keine objektivierbare Verschlechterung der
emotionalen Belastbarkeit seit der letzten Begutachtung eingetreten sei. Insofern sei
die "zitierte" - gemeint die von der Klinik L._ bzw. Dr. G._ attestierte -
Arbeitsfähigkeit in der Grössenordnung von 50% mittelfristig geäussert nach der
stationären Entlassung aus der Klinik L._ am 26. Februar 2016, zu niedrig bewertet
(IV-act. 156-42). Auch in diesem Abschnitt wird deutlich, dass das SMAB-Gutachten
auf Grund der "mittelfristigen" Betrachtung von einer Längsschnittbeurteilung ausgeht,
weshalb die Annahme von Dr. G._, es handle sich um eine Querschnittsbetrachtung,
oder wie der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin formuliert, um eine
Momentaufnahme, nicht überzeugt. Damit ist bei der Beurteilung durch Dr. G._ von
einer von der gutachterlichen Einschätzung abweichenden Einschätzung des an sich
gleichen Sachverhalts auszugehen, was die Beweiskraft des polydisziplinären
Gutachtens für sich allein nicht zu mindern vermag. Dies auch zumal der
Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, dass behandelnde Ärzte auf Grund ihrer
auftragsrechtlichen Stellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen
(vgl. in Bezug auf Hausärzte: BGE 125 V 353 E. 3b cc). Da Dr. G._ in seinem Bericht
vom 18. April 2017 nicht aufzuzeigen vermag, auf Grund welcher wesentlichen
Gesichtspunkte seiner Einschätzung eher zu folgen sei, und er zudem das SMAB-
Gutachten offensichtlich falsch interpretiert, bleibt es bei der gutachterlichen
Einschätzung einer 60%igen Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten.
Weiter stellt sich der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin auf den Standpunkt,
das SMAB-Gutachten weise schon deshalb formale Mängel auf, weil auf eine
Fremdanamnese verzichtet worden sei. Demgegenüber sahen die Gutachter explizit
keine Notwendigkeit für eine Fremdanamnese (vgl. IV-act. 156-37). Vorliegend basiert
die gutachtliche Stellungnahme zur Arbeitsfähigkeit nicht massgeblich auf der
Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin, sondern auf den Ergebnissen der einen
langen Zeitraum abdeckenden medizinischen und übrigen Vorakten sowie den
fachärztlichen Untersuchungen der Experten. Angesichts dieser fundierten
medizinischen Abklärungen ist nicht ersichtlich, weshalb allein die fehlende
Fremdanamnese die Zuverlässigkeit der Begutachtung in Frage stellen sollte. Damit
liegt keine Verletzung der Abklärungspflicht vor und es besteht auch kein Anlass für
weitere Abklärungen.
3.3.
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4.
Sodann behauptet die Beschwerdeführerin, dass die Arbeitsunfähigkeit aus
somatischen Leiden nicht vollständig in der Arbeitsunfähigkeit der psychischen Leiden
enthalten sein könne. Warum dies nicht möglich sein sollte, begründet sie
demgegenüber nicht. Nachdem die Gutachter nach polydisziplinärer
Konsensbesprechung und unter Berücksichtigung sämtlicher Einschränkungen aus
körperlicher wie auch aus psychischer Sicht zu einer nachvollziehbaren
Gesamtarbeitsfähigkeit von 60% fanden, ist nicht ersichtlich, weshalb die
Arbeitsunfähigkeiten aus psychiatrischer und orthopädischer Sicht addiert werden
sollten. Hinweise dazu sind den ausführlichen Adaptionskriterien jedenfalls nicht zu
entnehmen (vgl. IV-act. 156-41 und 156-55f.). Folglich bleibt es bei der im Gutachten
der SMAB attestierten Arbeitsfähigkeit von 60%.
3.4.
Da sich der Gesundheitszustand in orthopädischer Hinsicht und somit in Bezug auf
die Adaptionskriterien verändert hat, ist sodann auch die Berechnung des
Invaliditätsgrads zu überprüfen. Unbestritten ist, dass dies nach der
Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG; vgl. dazu BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136
E. 2a und b) zu geschehen hat.
4.1.
Für das Valideneinkommen ging die Beschwerdegegnerin zu Recht wie in den
bisherigen Berechnungen vom letzten Verdienst vor Eintritt des Gesundheitsschadens
als Etagenmitarbeiterin im Jahr 2005 von Fr. 42'731.-- aus (vgl. IV-act. 76, 10-2). Auch
beim Invalideneinkommen wurde korrekt vom Tabellenlohneinkommen nach der
Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) ausgegangen. Zudem ist
mit der Beschwerdegegnerin daran festzuhalten, dass auf Grund des
Minderverdienstes der Beschwerdeführerin gemäss der geltenden bundesgerichtlichen
Rechtsprechung eine Parallelisierung zu erfolgen hat, wobei eine Differenz von 5% zu
belassen ist (BGE 135 V 303, E. 6.1.3). Vorliegend kann eine Berechnung mit den
konkreten Einkommenszahlen jedoch unterbleiben, da selbst bei einem
Prozentvergleich zu Gunsten der Beschwerdeführerin kein anderer Rentenanspruch
resultieren würde, wie nachfolgende Ausführungen zeigen.
4.2.
Zu bestimmen bleibt noch der Tabellenlohnabzug. Nach der Rechtsprechung ist
ein Abzug vom Invalideneinkommen gerechtfertigt, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte
dafür bestehen, dass eine versicherte Person, die gesundheitsbedingt lediglich noch
leichtere Hilfsarbeiten ausführen kann, ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu verwerten in der
Lage ist. Zudem können weitere persönliche und berufliche Merkmale (Alter, Dauer der
4.3.
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5.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie
vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der von ihr geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat die
Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
Beschäftigungsgrad) Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben (vgl. BGE 126 V 75 E. 5a
mit Hinweisen). Bei der Überprüfung des Abzugs, der eine Schätzung darstellt und von
der Verwaltung kurz zu begründen ist, darf das Sozialversicherungsgericht sein
Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen
(BGE 126 V 75 E. 6).
Die Beschwerdegegnerin anerkannte einen 10%igen Abzug, weil die
Beschwerdeführerin nur noch leichte Hilfstätigkeiten ausführen kann (IV-act. 172-2, act.
G 4). Dem ist vorliegend beizupflichten. Insbesondere ist nicht ersichtlich, inwiefern
geltend gemachte Wechselwirkungen zwischen den psychischen und den organischen
Leiden zu einem weiteren Abzug berechtigen sollten. Sodann bieten auch das Alter (im
Zeitpunkt der Verfügung war die Beschwerdeführerin 54 Jahre alt), die Nationalität und
die Aufenthaltskategorie vorliegend keinerlei Anlass für weitere Abzüge (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 8. November 2007, I 902/06, E. 3.3.2). Was sodann den geltend
gemachten Teilzeit-Abzug betrifft, wies bereits die Beschwerdegegnerin auf die
bundesgerichtliche Rechtsprechung hin, wonach feststehe, dass Frauen bei
Teilzeitarbeit hochgerechnet auf ein Vollpensum statistisch nicht schlechter entlöhnt
würden als bei Vollzeitarbeit (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 9. Juli 2012,
9C_406/2011, E. 6.5). Damit bleibt es bei einem Tabellenlohnabzug von 10%.
4.4.
Damit würde selbst bei Vornahme eines Prozentvergleichs ein IV-Grad von 46%
(100% - [60% x 0,9]) resultieren, weshalb der Anspruch der Beschwerdeführerin auf
eine Viertelsrente bestehen bleibt.
4.5.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin zu Recht gestützt auf eine
Arbeitsfähigkeit von 60% in leidensadaptierten Tätigkeiten an der bisherigen
Viertelsrente festgehalten und den Anspruch auf eine Rentenerhöhung verneint.
4.6.
bis
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