Decision ID: b5b1cfcf-dac3-5e3c-9686-7d7e20e2fc3c
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Klägerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Zogg, rechtsanwälte.og42,
Oberer Graben 42, 9000 St. Gallen,
gegen
Z._-Pensionskasse, Bachmattstrasse 59, Postfach, 8048 Zürich,
Beklagte,
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Isabelle Vetter-Schreiber, Seestrasse 6,
8027 Zürich,
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betreffend
Invalidenrente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Klägerin) war seit 9. November 1989 in B._ als Kassiererin
arbeitstätig und dadurch bei der Z._, Zürich (nachfolgend: Beklagte),
vorsorgeversichert (IV-act. 28).
A.b Wegen Knieproblemen nach einem Skiunfall 1972 hatte sich die Klägerin zwischen
1972 und 1992 mehreren Knieoperationen unterzogen und musste das rechte Knie
nach Infektion und Entfernung der eingesetzten Totalprothese letztlich versteifen lassen
(vgl. zur Anamnese IV-act. 2-3, 7-1/9).
A.c Im März 1993 hatte sie sich zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung
angemeldet (IV-act. 1). Mit Verfügung vom 20. Juli 1994 war der Klägerin von der
Invalidenversicherung ab 1. April 1992 eine Viertelsrente, ab 1. Mai 1992 eine halbe
Rente und vom 1. August 1992 bis 28. Februar 1993 eine befristete ganze Rente
ausgerichtet worden (IV-act. 13-2/3).
A.d Am 30. März 2002 war eine dynamische Hüftschraubenversorgung nach
petrochantärer Femurfraktur (undislozierte laterale Schenkelhaltsfraktur rechts; IV-act.
22-3/4f. und 30-14/17f.) und am 23. Mai 2003 eine Resektions-Interpositions-
Arthroplastik nach Epping bei peritrapezoider Arthrose des rechten Handgelenks
durchgeführt worden (IV-act. 22-2/4 und 30-10/17f.).
A.e Das Arbeitsverhältnis bei B._ war per Ende Mai 2007 aufgelöst worden (IV-
act. 28). Seit 1. Juni 2007 hatte sich die Klägerin mit einem Pensum von 50% als
arbeitslos gemeldet (IV-act. 27). Ab 2. August 2007 war die Klägerin bei der C._, als
Mitarbeiterin im Versand auf Abruf tätig (IV-act. 49f.). Nach einem Sturz am
27. Dezember 2007 auf die rechte Hüfte wurde im Januar 2008 eine Beckenfraktur
festgestellt (IV-act. 22-1/4). Am 12. Februar 2008 diagnostizierte Dr. med. D._, Innere
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Medizin/Rheumatologie FMH, bei der Klägerin eine bereits mit Frakturen manifeste
fortgeschrittene Osteoporose (IV-act. 30-6/17f.).
B.
B.a Im Februar 2008 meldete sich die Klägerin wegen multipler Gelenkbeschwerden
seit 2002 nochmals zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-
act. 14). Das Arbeitsverhältnis bei der C._ AG wurde auf den 31. August 2008
aufgelöst (IV-act. 49f.). Mit Vorbescheid vom 11. März 2009 (IV-act. 74) teilte die IV-
Stelle der Klägerin mit, bei Qualifikation der Erwerbstätigkeit mit einem Anteil von 80%,
bei einer Einschränkung von 24%, und der Tätigkeit als Hausfrau mit 20%, bei einer
Einschränkung von 14%, resultiere ein Invaliditätsgrad von 22%. Dagegen erhob die
Beklagte am 12. März 2009 vorsorglich Einwand, zog diesen jedoch mit Schreiben vom
16. April 2009 zurück (IV-act. 75, 79). Die Klägerin liess durch ihren damaligen
Rechtsvertreter am 9. Juni 2009 ebenfalls Einwand erheben (IV-act. 85). Mit Verfügung
vom 10. Juni 2009 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren der Klägerin ab (IV-
act. 86). Die dagegen erhobene Beschwerde vom 16. Juli 2009 (IV-act. 89) wurde mit
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Mai 2011
(IV 2009/255; IV-act. 99) dahingehend gutgeheissen, dass der Klägerin eine
Viertelsrente zugesprochen wurde. Zur Festsetzung des Rentenbeginns und der
Rentenhöhe wurde die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen.
B.b Mit Vorbescheid vom 29. Juni 2011 (IV-act. 104) legte die IV-Stelle den Zeitpunkt
des Beginns der einjährigen Wartezeit auf den 27. Dezember 2007 (Beckenfraktur nach
Sturz) fest und sprach der Klägerin ab Dezember 2008 eine Viertelsrente zu. Der
Rechtsvertreter der Klägerin teilte mit Schreiben vom 21. Juli 2011 mit, er sei mit dem
Vorbescheid einverstanden (IV-act. 105). Am 4. Oktober 2011 verfügte die IV-Stelle im
Sinne des Vorbescheids (IV-act. 109).
C.
C.a Mit Klage vom 8. Mai 2013 liess die Klägerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur.
Thomas Zogg, St. Gallen, beantragen, die Beklagte sei zu verpflichten, ihr mit Wirkung
ab 1. Juni 2008 eine Invaliden-Viertelsrente nach BVG zu bezahlen; unter Kosten- und
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Entschädigungsfolge (act. G1). Zur Begründung liess sie insbesondere anführen, nicht
die Beckenfraktur nach Sturz, sondern die polymorbiden Beschwerden im
Bewegungsapparat hätten zur Arbeitsunfähigkeit und Invalidität geführt. Die Diagnosen
einer Kniegelenksarthodese rechts nach Infekt, einer dynamischen Hüftschraube rechts
nach lateraler Schenkelhalsfraktur sowie die Resektions-Interpositions-Arthroplastik
nach Epping bei peritrapezoider Arthrose rechts hätten zweifelsohne bereits in der Zeit
bestanden, als sie noch bei B._ angestellt gewesen sei. Die medizinischen Berichte
in den IV-Akten dokumentierten die erwähnten gesundheitlichen Beschwerden gut. Die
Osteoporose habe nicht erst im Jahr 2007, sondern wesentlich früher bestanden.
Aufgrund ihrer Beschwerden habe die Klägerin nie mehr als 50% gearbeitet. Der
Leistungsabfall habe zur Kündigung seitens der Arbeitgeberin B._ geführt. Bei der
C._ AG sei sie nur im Stundenlohn auf Abruf angestellt gewesen und habe nie mehr
als 43 Stunden pro Monat gearbeitet. Somit sei sie auch nicht zwischenzeitlich wieder
arbeitsfähig geworden. Die invalidisierende Arbeitsunfähigkeit liege Jahre vor der IV-
Anmeldung im Jahr 2008 zurück, weshalb die diesbezügliche Feststellung der
Invalidenversicherung nicht verbindlich sei. Sodann sei von einer qualifizierten
Unrichtigkeit des IV-Entscheids auszugehen, da er in krasser Weise von den effektiven
Diagnosen, die zur Invalidität geführt hätten, abweiche.
C.b Mit Klageantwort vom 6. September 2013 schloss die Beklagte, vertreten durch
Rechtsanwältin Dr. iur. Isabelle Vetter-Schreiber, Zürich, auf die vollumfängliche
Abweisung der Klage unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Klägerin
(act. G7). Zur Begründung liess sie im Wesentlichen vorbringen, die Feststellungen der
IV-Organe hinsichtlich der Höhe des Invaliditätsgrades, der Entstehung des
Rentenanspruchs bzw. des Beginns der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit seien
grundsätzlich für die Vorsorgeeinrichtung verbindlich und stünden auch im Einklang mit
den Arztberichten sowie mit der erwerbsmässigen Situation. Daher seien sie nicht
offensichtlich unhaltbar, was die Klägerin mit ihrem Einverständnis auch selbst
ausdrücklich bestätigt habe. Erst aufgrund der Beckenfraktur sei eine fortgeschrittene
Osteoporose diagnostiziert worden und dies habe zunächst zu einer vollen und
anschliessend zu einer 50%-igen Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
geführt. Die Kündigung sei wegen mehrfachen Weisungsverstössen und nicht wegen
eines Leistungsabfalls aus gesundheitlichen Gründen erfolgt. Die Einbusse an
Leistungsvermögen sei während der Tätigkeit bei B._ arbeitsrechtlich nicht in
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Erscheinung getreten. Es sei nicht echtzeitlich belegt, dass die Klägerin aus
gesundheitlichen Gründen nur 50% tätig gewesen sei. Nach ihrer Tätigkeit bei B._
habe die Klägerin fast ein halbes Jahr lang bis zum Beckenbruch bei der C._ AG die
uneingeschränkte Bereitschaft gezeigt, zu arbeiten. Das effektive tiefe Pensum gründe
im Arbeitsvolumen und nicht in gesundheitlich bedingten Leistungseinbussen.
C.c Mit Replik vom 7. November 2013 (act. G14) und Duplik vom 3. März 2014
(act. G20) hielten die Parteien an ihren bisherigen Anträgen fest.
C.d Mit Schreiben vom 4. März 2014 (act. G21) orientierte das Versicherungsgericht
die Parteien über den Beizug der IV-Akten und räumte ihnen die Gelegenheit ein,
Einsicht zu nehmen und gegebenenfalls eine Stellungnahme abzugeben.
C.e Die Rechtsvertreterin der Beklagten reichte am 23. April 2014 eine Stellungnahme
ein (act. G28) und hielt darin im Wesentlichen fest, die Klägerin habe aus
gesundheitsfremden Gründen bis 2007 im 50%-Pensum gearbeitet und hätte diese
Erwerbstätigkeit maximal im Rahmen von 60% ausgeübt. Selbst in letzterem Fall
bestünde lediglich ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 30%, da der
Statuswechsel auf den in der beruflichen Vorsorge massgebenden Invaliditätsgrad
keine Auswirkungen hätte. Erst seit April 2008 bestünden Einschränkungen der
Arbeitsfähigkeit.
C.f Mit Stellungnahme vom 14. Juli 2014 (act. G34) äusserte sich der Rechtsvertreter
der Klägerin dahingehend, dass sämtliche gesundheitlichen Beschwerden, die gemäss
den Arztberichten Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gehabt und zur Invalidität der
Klägerin geführt hätten, in der Zeit aufgetreten seien, als die Klägerin bei der Beklagten
versichert gewesen sei. Dass die entsprechenden Diagnosen eine relevante
Arbeitsunfähigkeit zur Folge gehabt hätten, ergebe sich klar aus medizinischen
Unterlagen. Nach Angaben der Klägerin habe diese vermehrt Pausen einlegen müssen
und Kurzabsenzen gehabt, die nicht durchwegs in der Absenzenkontrolle B._
ersichtlich seien. Die Klägerin hätte ihr Arbeitspensum wesentlich früher als im Mai
2008 auf 80% erhöht, was als Statuswechsel bei der Berechnung des Invaliditätsgrads
nach BVG zu berücksichtigen sei.

Erwägungen:
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1.
1.1 Die sachliche Zuständigkeit des angerufenen Versicherungsgerichts geht aus
Art. 73 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40) in Verbindung mit Art. 65 Abs. 1 lit. e des
Gesetzes über die Verwaltungspflege (VRP; sGS 951.1) hervor, die örtliche
Zuständigkeit folgt aus Art. 73 Abs. 3 BVG.
1.2 Streitig ist, ob die Beklagte der Klägerin für die Zeit ab 1. Juni 2008 Invaliden
leistungen auszurichten hat.
2.
2.1 Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss Art. 23 BVG unter anderem
Personen, die im Sinn der Invalidenversicherung zu mindestens 40 % invalid sind und
bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert
waren (lit. a). Auf Art. 23 lit. a BVG ist jedoch nur abzustellen, soweit ihm neben den
reglementarischen Regelungen der Beklagten eine eigenständige Bedeutung zukommt
(vgl. BGE 130 V 445 ff.; Urteile vom 24. August 2006, B 14/06, E. 3.1.1 und 3.1.2 [mit
Hinweis] und vom 30. November 2005, B 41/05, E. 2).
2.2 Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invalidenver
sicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG wie auch aus der
einheitlichen Definition in Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff
im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung
grundsätzlich der gleiche ist. Aufgrund von Art. 6 BVG steht es den
Vorsorgeeinrichtungen frei, den Invaliditätsbegriff bereits in der obligatorischen
Versicherung zugunsten des Versicherten zu erweitern oder Invalidenrenten schon bei
einem Invaliditätsgrad von weniger als 40% auszurichten. Die Vorsorgeeinrichtungen
sind frei in der Wahl des Invaliditätsbegriffs; sie haben sich aber an eine einheitliche
Begriffsanwendung zu halten. Gehen sie ausdrücklich oder unter Hinweis auf das
Gesetz vom gleichen Invaliditätsbegriff aus wie die Invalidenversicherung, sind sie
hinsichtlich des versicherten Ereignisses an die Invaliditätsbemessung der IV-Stellen
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(der Kantone und des Bundes) gebunden, es sei denn, dass diese sich als
offensichtlich unhaltbar erweist (vgl. BGE 126 V 308; 115 V 208; 115 V 215; 118 V 35
E. 2b/aa; 120 V 106 E. 3c). Stellt die Vorsorgeeinrichtung auf die
invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise ab, muss sich die versicherte
Person diese grundsätzlich entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des
Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend war (vgl. Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 14. August 2000, B 50/99, E. 2b), und zwar ungeachtet dessen,
ob der Vorsorgeversicherer im IV-Verfahren beteiligt war oder nicht (vgl. dazu Urteil des
EVG vom 9. Februar 2004, B 39/03, E. 3.1).
2.3 Bei Teilzeitbeschäftigung wird der Invaliditätsgrad in der Invalidenversicherung
nach der gemischten Methode (Art. 27 der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]) ermittelt. Danach werden der Invaliditätsgrad
für den erwerblichen Bereich und für den Haushaltbereich je gesondert ermittelt und
nachher der Gesamtinvaliditätsgrad berechnet. Da im Rahmen des BVG nur der
erwerbliche Teil der Tätigkeit versichert ist, ist nur der in diesem Bereich festgestellte
Invaliditätsgrad massgeblich, und nur insoweit ist die Vorsorgeeinrichtung an die
Invaliditätsbemessung der Invalidenversicherung gebunden (Jürg Brühwiler,
Obligatorische berufliche Vorsorge, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht,
Soziale Sicherheit, Ulrich Meyer (Hrsg.), 2. Auflage, Basel 2007, Rz 111; BGE 120 V
109).
2.4 Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung
geschuldet, der die anspruchsberechtigte Person bei Eintritt des versicherten
Ereignisses angeschlossen ist. Dieser Zeitpunkt fällt mit dem Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat. Die
Versicherteneigenschaft muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein,
dagegen nicht notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der
Verschlimmerung der Invalidität. Für eine einmal aus – während der
Versicherungsdauer aufgetretenen – Arbeitsunfähigkeit geschuldete Invalidenleistung
bleibt die Vorsorgeeinrichtung somit leistungspflichtig, selbst wenn sich nach
Beendigung des Vorsorgeverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet
auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft keinen Erlöschungsgrund (BGE 118 V 35
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E. 5; BGE 123 V 262 E. 1a). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen,
dass die versicherte Person meistens erst nach einer längeren Zeit der
Arbeitsunfähigkeit invalid wird. Damit kommt der Schutz der zweiten Säule zum
Tragen, wonach das Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein muss, wenn es rechtlich
gesehen erst nach einer langen Krankheit eintritt, während der die leistungsbegehrende
Person unter Umständen dem Obligatorium nicht mehr unterstanden hat (BGE 118 V
35 E. 2a/bb; BGE 120 V 113 E. 2b). Damit die frühere Vorsorgeeinrichtung jedoch
leistungspflichtig bleibt, ist allerdings nicht nur erforderlich, dass die Arbeitsunfähigkeit
zu einer Zeit einsetzte, als die versicherte Person ihr angeschlossen war, sondern auch,
dass zwischen dieser Arbeitsunfähigkeit und der Invalidität sowohl ein sachlicher als
auch ein zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 120 V 112 E. 2b und c).
3.
Gemäss Art. 28 Abs. 1 des Vorsorgereglements der Z._-Pensionskasse, Ausgabe
1. Januar 2008 (nachfolgend: Vorsorgereglement) ist Invalidität im Sinne der
Eidgenössischen Invalidenversicherung die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Anspruch auf die Invalidenrente
haben unter anderem versicherte Personen, die im Sinne der Eidgenössischen
Invalidenversicherung zu mindestens 40% invalid sind und bei Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren (Art. 29
Abs. 1 des Vorsorgereglements). Sind die Voraussetzungen nach Art. 28 und 29 erfüllt,
wird der versicherten Person eine ganze Invalidenrente ausgerichtet, wenn sie im Sinne
der Eidgenössischen Invalidenversicherung mindestens zu 70%, eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60%, eine halbe Rente, wenn sie mindestens zur Hälfte und
eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid ist (Art. 30 des
Vorsorgereglements). Damit geht die Beklagte vom selben Invaliditätsbegriff aus wie
die Invalidenversicherung.
4.
4.1 Im Konkreten ist die Frage zu prüfen, ob bei der Klägerin während des vom
9. November 1989 bis 30. Juni 2007 dauernden Vorsorgeverhältnisses bei der
Beklagten (inkl. Nachdeckungsfrist von einem Monat; vgl. Art. 8 Abs. 2 des
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Reglements) eine Arbeitsunfähigkeit aufgetreten ist, welche in einem sachlichen und
zeitlichen Zusammenhang zu der von der IV-Stelle mit Verfügung vom 4. Oktober 2011
(IV-act. 109) anerkannten Invalidität steht.
4.2 Unter Arbeitsunfähigkeit ist die gesundheitlich bedingte Einbusse an funktionellem
Leistungsvermögen im bisherigen Beruf zu verstehen (vgl. BGE 134 V 20 E. 5.3). Diese
muss erheblich, offensichtlich und dauerhaft sein. Die Erheblichkeit wird in der Regel
dann bejaht, wenn die Einschränkung mindestens 20% beträgt (vgl. Bundesamt für
Sozialversicherung, Mitteilungen über die berufliche Vorsorge, Nr. 44 N 258 mit
Hinweis auf Urteil des EVG vom 7. Oktober 1998, B 48/97). Die Verminderung der
Leistungsfähigkeit muss überdies in dem Sinne von dauerhafter Natur sein, dass der ihr
zugrunde liegende Gesundheitsschaden auf längere Sicht geeignet ist, die
Arbeitsfähigkeit der versicherten Person erheblich zu beeinträchtigen; wiederholte,
kurzfristige, krankheitsbedingte Arbeitsplatzabsenzen von wenigen Tagen oder
Wochen erfüllten dieses Erfordernis in der Regel nicht (Urteil des EVG vom
12. September 2005, B 44/05, E. 1.2; Urteil des Bundesgerichts vom 25. Oktober 2007,
B 157/06, E. 2.2). Die Beklagte wurde in das Invalidenversicherungsverfahren
miteinbezogen und stellt auf den von der IV-Stelle verfügungsweise angesetzten
Beginn der Wartefrist bzw. Eintritt der massgeblichen Arbeitsunfähigkeit bei der
Klägerin im Dezember 2007 ab (vgl. Klageantwort S. 7; act. G7). Demzufolge ist das
Gericht unter Vorbehalt der offensichtlichen Unrichtigkeit an die Feststellungen der
Invalidenversicherung gebunden.
4.3
4.3.1 Gemäss Arztzeugnis von Dr. med. E._, Spezialarzt FMH für Orthopädische
Chirurgie, vom 5. März 1993 war die Klägerin vom 1. Januar bis 15. November 1992
voll arbeitsunfähig, danach attestierte er ihr eine "definitive" Arbeitsunfähigkeit von
50% (IV-act. 3-7/7). Allerdings könne die Arbeitsfähigkeit bei Kniearthrodese mit einem
Spezialstuhl möglicherweise auf 70-80% gesteigert werden (IV-act. 4). In der IV-
Anmeldung vom März 1993 gab die Klägerin an, seit 16. November 1992 variabel rund
20 Stunden pro Woche zu arbeiten, wobei kein Lohnausgleich von der Krankenkasse
oder einer anderen Versicherung geleistet werde (IV-act. 1-4/6, 3-2/7). Aus der
Lohnabrechnung des Jahres 1991 ist ersichtlich, dass die Klägerin auch in jenem Jahr
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nicht in einem höheren Pensum arbeitstätig gewesen war (IV-act. 3-6/7). Auch deuten
die Auszüge aus dem individuellen Konto der Klägerin nicht auf eine 100%-ige
Arbeitstätigkeit in den davorliegenden Jahren hin (IV-act. 5). Die Arbeitgeberin gab im
Fragebogen vom 29. März 1993 an, gesundheitliche Gründe und viele Absenzen seien
der Grund, weshalb keine Festanstellung mit Voll- oder Teilzeitbeschäftigung erfolgt sei
(IV-act. 3-2/7). Bei der Haushaltsabklärung am 17. September 1993 äusserte die
Klägerin gegenüber der Abklärungsperson, ohne Behinderung hätte sie die
Erwerbstätigkeit auf 25-26 Stunden pro Woche ausgedehnt (IV-act. 7). Diese Angaben
wurden bei der Bemessung des befristeten Rentenanspruchs übernommen und es
wurde von einer Erwerbstätigkeit von 62% ausgegangen (IV-act. 7-7/9, 13-2/3).
4.3.2 Bei der erneuten IV-Anmeldung im Februar 2008 ging aus den Angaben des
Hausarztes Dr. med. F._ vom 7. Februar 2008 hervor, dass die Klägerin nach der
Kniearthrodese rechts im Jahr 1992 eine Hüftfraktur rechts 2002 mit dynamischer
Hüftschraube sowie eine peritrapezoide Arthrodese rechts 2003 mit Arthoplastik nach
Epping operativ hatte versorgen lassen müssen und eine nicht dislozierte
Beckenfraktur nach einem Sturz am 27. Dezember 2007 in konservativer Behandlung
gestanden hatte (IV-act. 14-5/8, 19). Gemäss den Absenzdaten B._ (vgl. IV-
act. 28-8/12f.) war die Klägerin im Jahr 2002 bereits ab 12. Januar wegen Krankheit
zunächst voll, und vom 11. Februar bis 10. März 2002 im Umfang von 50%
arbeitsunfähig gewesen. Am 30. März 2002 (Samstag) war die Hüftfraktur operiert
worden (IV-act. 30-14/17f.) und vom 1. April 2002 bis 7. Juli 2002 hatte eine volle
Arbeitsunfähigkeit wegen der Folgen des erlittenen Nichtberufsunfalls bestanden. Vom
8. Juli bis 4. August 2002 und vom 19. August bis Ende September 2002 hatte eine
50%-ige, vom 1. Oktober bis 4. Januar 2003 eine 25%-ige Arbeitsunfähigkeit
bestanden. Weitere krankheitsbedingte Absenzen waren bei der Klägerin vom 15. April
bis 22. Mai 2003 im Umfang von 50% zu verzeichnen. Ausserdem war die Klägerin
nach der Resektions-Interpositions-Arthroplastik nach Epping vom 23. Mai 2003 bis
Ende August 2003 voll arbeitsunfähig gewesen (vgl. auch IV-act. 22-2/4). Vom
1. September 2003 bis 9. Januar 2004 hatte eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit
bestanden. Im Jahr 2004 war die Klägerin acht Tage, im Jahr 2005 fünf Tage und im
Jahr 2006 13 Tage krankheitshalber von der Arbeit ferngeblieben. Per Ende Mai 2007
war das Arbeitsverhältnis der Klägerin durch B._ gekündigt worden mit der
Begründung, sie habe mehrmals Weisungen nicht eingehalten und mit einem
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Kassenbestand von Fr. 3'200.-- klar die Bestandeslimite überschritten (act. G 1.3). Am
27. Dezember 2007 hatte sich die Klägerin bei einem Sturz eine Beckenfraktur
zugezogen. Dr. Kaiser hatte ihr ab 9. Januar 2008 eine volle Arbeitsunfähigkeit,
voraussichtlich für zwei bis drei Monate, attestiert (IV-act. 19). Im Februar 2008 hatte
Dr. D._ die Diagnose einer fortgeschrittenen Osteoporose, speziell der LWS gestellt
(IV-act. 30-6/17f.).
4.3.3 Der "definitive" Charakter der von Dr. E._ im Jahr 1993 attestierten
Arbeitsunfähigkeit von 50% war bereits von vornherein fraglich, da diese selbst nach
seiner Ansicht durch einen Spezialstuhl hätte verringert werden können. Zudem stellt
sein Attest für die Zeit nach dessen Ausstellung am 5. März 1993 lediglich eine
Prognose dar, die einer Evaluation nach diesem Zeitpunkt bedarf. Jedenfalls reicht
dieses Arztzeugnis nicht aus, um eine seither dauerhaft bestehende Arbeitsunfähigkeit
im Umfang von 50% zu beweisen. Im Übrigen gab die Klägerin damals an, im
Gesundheitsfall 25-26 Stunden pro Woche zu arbeiten. Die zu jenem Zeitpunkt
bestehende Arbeitsunfähigkeit war seit der Wiederaufnahme der angestammten
Tätigkeit im 50%-Pensum daher auch nicht mehr erheblich (ca. 10%). Aus dem
weiteren Verlauf ist ersichtlich, dass die Klägerin erhebliche und länger dauernde
Absenzen wegen der Hüftfraktur im März 2002 (mehr als drei Monate volle
Arbeitsunfähigkeit, ca. zwei Monate Arbeitsunfähigkeit von 50% und mehr als drei
Monate Arbeitsunfähigkeit von 25%) sowie nach der Resektions-Interpositions-
Arthroplastik am 23. Mai 2003 (mehr als drei Monate volle Arbeitsunfähigkeit, mehr als
vier Monate Arbeitsunfähigkeit von 50%) aufgewiesen hatte. Allerdings sind in den
Jahren 2004, 2005 und 2006 keine nennenswerten, und im Jahr 2007 gar keine
Arbeitsplatzabsenzen mehr dokumentiert. Die Klägerin hatte in diesem Zeitraum ihr
vorheriges versichertes Arbeitspensum wieder zu leisten vermocht (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Februar 2003, B 7/01, E. 2) und aus den Akten ist keine
Arbeitsfähigkeitseinschränkung ersichtlich.
4.3.4 Gemäss Kündigungsschreiben vom 1. Februar 2007 (act. G1.3) war die
Kündigung per Ende Mai 2007 nicht aus gesundheitlichen Gründen erfolgt. Die darin
genannten Gründe erscheinen glaubhaft, obwohl die Arbeitgeberin im März 1993
angegeben hatte, aus gesundheitlichen Gründen keine Festanstellung der Klägerin zu
erwägen. Da ein langer Zeitraum vor der Kündigung gerade nicht mehr von vielen
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Absenzen der Klägerin geprägt war, ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass der mehrmalige Verstoss gegen Weisungen und die klare
Überschreitung der Bestandeslimite (für Bargeld in der Kasse) tatsächlich den
Ausschlag für die Kündigung der Klägerin gegeben hatte. Daran vermögen auch die
von Dr. F._ festgehaltenen anamnestischen Angaben der Klägerin zu ihrer angeblich
mangelhaften Leistung (zu langsame Kassiertätigkeit wegen Schmerzen,
Konzentrationsprobleme und Rechnungsfehler) nichts zu ändern (IV-act. 30-2/17),
zumal keine leistungseinschränkende Arbeitsunfähigkeit anhand von echtzeitlichen
Arztzeugnissen dokumentiert ist.
4.3.5 Der Eintritt bzw. das Weiterbestehen einer rentenbegründenden
Arbeitsunfähigkeit während und unmittelbar nach Beendigung des
Vorsorgeverhältnisses bei der Beklagten ist in diesem Sinn nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit ausgewiesen. Jedenfalls erscheint der von der
Invalidenversicherung festgelegte Zeitpunkt des Eintritts der massgebenden,
anhaltenden Arbeitsunfähigkeit (27. Dezember 2007; Beckenfraktur) nicht offensichtlich
unrichtig.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Klage abzuweisen. Gerichtskosten sind
keine zu erheben (Art. 73 Abs. 2 BVG). Eine Parteientschädigung ist aufgrund des
vollumfänglichen Unterliegens der Klägerin nicht zuzusprechen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP