Decision ID: 0e76b395-b7a7-424c-9e86-19a5838eb58e
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Kehl, Poststrasse 22, Postfach 118,
9410 Heiden,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
medizinische Begutachtung (Fragen an Gutachter)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich im März 2009 aufgrund eines leichten Schädel-Hirn-Traumas,
eines stumpfen Thoraxtraumas, nicht näher spezifizierter Wirbelsäulenverletzungen
sowie einer distalen, extraarticulären Radius-Fraktur links, bestehend seit einem am
25. Mai 2008 erlittenen Unfall, zum Bezug von Massnahmen für die berufliche
Eingliederung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an. Er habe bis 2007 als
Lagermitarbeiter bei der B._ AG gearbeitet und sei seit dem 7. September 2007
arbeitslos (IV-act. 3)
A.b Am 4. März 2009 liess die Suva der IV-Stelle Kopien ihrer Akten zugehen (IV-
act. 6), unter anderem einen Austrittsbericht der Rehaklinik C._ vom 17. Dezember
2008, in welchem aufgrund einer zusätzlich zu den somatischen Einschränkungen
bestehenden mittelschweren bis schweren Leistungsminderung infolge einer
psychischen Störung mit Krankheitswert sämtliche Tätigkeiten als unzumutbar
qualifiziert worden waren, allerdings unter Hinweis darauf, dass nach drei Monaten eine
Neubeurteilung der psychischen Situation erfolgen sollte (Suva-act. 34).
A.c Am 19. Oktober 2009 erstattete die ehemalige Arbeitgeberin des Versicherten
einen Bericht. Das Arbeitsverhältnis habe vom 9. Juli 2001 bis zum 10. Juli 2007
gedauert und sei von der Arbeitgeberin aufgelöst worden. Dem Bericht lag unter
anderem ein Schreiben vom 5. September 2007 bei, in welchem die Gründe für die
fristlose Auflösung des Arbeitsverhältnisses per 10. Juli 2007 genannt werden: Der
Versicherte sei am 29. Mai 2007 aufgrund eines Unfalls nicht aus den Ferien
zurückgekehrt, habe aber keine näheren Angaben gemacht; auch zu einem weiteren
Unfall am 10. Juli 2007 habe der Versicherte keine näheren Angaben getätigt, sodass
nicht einmal eine Unfallmeldung habe erstellt werden können; vor diesem Hintergrund
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sei man davon ausgegangen, dass der Versicherte an einer Fortführung des
Arbeitsverhältnisses nicht interessiert sei (IV-act. 17).
A.d Am 7. März 2011 erstattete das Psychiatriezentrum D._ einen Arztbericht. Die
Ärzte hielten fest, seit September 2010 hätten keine Konsultationen mehr
stattgefunden, weshalb eine aktuelle Beurteilung nicht möglich sei. Die Suva habe
zudem im September 2010 bekannt gegeben, dass die Leistungen eingestellt würden
(IV-act. 36–1 ff.).
A.e Im Juli 2011 gingen der IV-Stelle Berichte betreffend eine im ersten Halbjahr im
Auftrag der zuständigen Haftpflichtversicherung durchgeführte Observation des
Versicherten zu. Die Ermittler hatten festgehalten, dass sich der Versicherte recht aktiv
verhalten habe, vor allem, wenn es sich in irgendeiner Form um Autos handelte. Er
habe sich sehr gesprächig und gesellig verhalten. Beschwerden seien zu keiner Zeit
sichtbar gewesen. Er handle offenbar mit Occasionsfahrzeugen (IV-act. 44).
A.f Am 10. August 2011 hielt Dr. med. E._, Facharzt FMH für Allgemeine Innere
Medizin, vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD) fest, nach Kenntnisnahme
der Observationsergebnisse sei kaum eine andere Annahme als eine absichtliche
Täuschung der Sozialversicherungen möglich (IV-act. 48).
A.g Ende August 2011 hielt der RAD-Arzt Dr. med. F._, Facharzt FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie, fest, es liege keine qualifizierte und fundiert
begründete psychiatrische Diagnose vor. Diesbezüglich seien die Berichte
widersprüchlich, was Beschwerdeaussagen, anamnestische Angaben und tatsächlich
erstellte Befunde betreffe. Zumindest die Diagnose einer posttraumatischen
Belastungsstörung sei zweifelhaft. Vor dem Hintergrund des im Dossier befindlichen
Observationsmaterials bestünden erhebliche Zweifel auch an einer psychisch
relevanten Einschränkung. Zur definitiven psychiatrischen Standortbestimmung sei
eine qualifizierte psychiatrische Begutachtung mit allfälliger neuropsychologischer
Beurteilung unumgänglich. Der Gutachter solle Stellung dazu nehmen, ob nach den
Kriterien der International Statistical Classification of Diseases and Related Health
Problems (ICD-10) oder des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders
(DSM-IV) eine posttraumatische Belastungsstörung mit invalidisierendem Ausmass auf
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die Arbeitsfähigkeit vorliege, ob eine die Arbeitsfähigkeit einschränkende depressive
Beeinträchtigung bestehe, die nach den Kriterien der ICD-10 F 32/33 codiert werden
könne, was die Gründe des sechsmonatigen Fernbleibens vom Arbeitsplatz, welches
im Juli 2007 zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses geführt habe, gewesen seien bzw.
ob diesem psychisch relevante Gründe zugrunde lägen, und ob es sich um eine
vorwiegend psychische Symptomausweitung handle, und falls ja, ob eine somatoforme
Schmerzstörung bestehe und in Komorbidität dazu eine entsprechende erhebliche
psychiatrische Erkrankung gemäss bekannter Rechtsprechung des Bundesgerichtes.
Der Gutachter solle sodann gebeten werden, zu den einzelnen das neuropsychiatrische
Fachgebiet betreffenden Berichten kritisch Stellung zu nehmen, einschliesslich der
Observationsberichte (IV-act. 47).
A.h Am 30. August 2011 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass eine
medizinische Abklärung vorgesehen sei (IV-act. 50). Der Mitteilung lag der
Fragenkatalog an den Gutachter bei (IV-act. 51). Am 2. September 2011 liess die IV-
Stelle dem Versicherten eine Kopie der Zusatzfragen gemäss dem Vorschlag des RAD-
Arztes Dr. F._ von Ende August zugehen (IV-act. 52).
A.i Am 26. September 2011 liess der Versicherte Einwände gegen die Fragen
erheben bzw. um Streichung der Frage Ziff. A/5 des Fragekataloges („Bei nicht
objektivierbaren Störungen: Kann mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
ausgeschlossen werden, dass die Beschwerden und Symptome von der versicherten
Person – bewusst oder unbewusst – tatsachenwidrig dargestellt werden?
Begründung?“) sowie der Zusatzfragen ersuchen und zur Begründung im Wesentlichen
ausführen, die Fragen seien suggestiv und – betreffend Zusatzfragen – unnötig (IV-
act. 55).
A.j Mit Verfügung vom 5. Oktober 2011 hielt die IV-Stelle an ihren Fragen fest (IV-
act. 56).
B.
B.a Dagegen richtet sich die am 7. November 2011 erhobene Beschwerde, mit der die
Streichung der Frage Ziff. A/5 aus dem Fragekatalog sowie der Zusatzfragen beantragt
wird (act. G 1).
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B.b Die Beschwerdegegnerin schliesst auf Nichteintreten (Beschwerdeantwort vom
4. Februar 2012; act. G 4).
B.c Der Beschwerdeführer liess mit Replik vom 5. März 2012 (act. G 6) an seinen
Anträgen festhalten und ergänzend darauf hinweisen, dass die Beschwerdegegnerin
die Beantwortung seiner der IV-Stelle am 7. November 2011 gestellten Frage, auf
welche Veranlassung hin die Beurteilung durch den RAD-Arzt Dr. E._ erfolgt sei (vgl.
act. G 6.1), im Rahmen des Beschwerdeverfahrens in Aussicht gestellt habe (vgl.
act. G 6.2).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 8).

Erwägungen:
1.
1.1 Anfechtungsgegenstand der vorliegend zu behandelnden Beschwerde bildet die
Verfügung vom 5. Oktober 2011, mit der die Durchführung einer medizinischen
Begutachtung angeordnet wurde. Streitgegenstand bilden die dem Gutachter zu
stellenden Fragen gemäss Fragenkatalog (IV-act. 51) und Zusatzfragenkatalog (IV-
act. 52). Da die Verfügung vom 5. Oktober 2011 das vorinstanzliche Verfahren nicht
abschliesst, ist sie als Zwischenverfügung zu qualifizieren.
1.2 Die Beschwerde gegen die Zwischenverfügung ist mit Blick auf Art. 46 Abs. 1
lit. a des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021) und
Art. 93 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110)
nur zulässig, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann. Die
Möglichkeit eines solchen Nachteils muss von der Beschwerde führenden Person
nachgewiesen bzw. glaubhaft gemacht werden (Thomas Merkli/Arthur Aeschlimann/
Ruth Herzog, Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im Kanton
Bern, 1997, Art. 61 N 4). Erforderlich ist ein schutzwürdiges Interesse an der sofortigen
Aufhebung oder Abänderung einer Zwischenverfügung, also nicht zwingend die Gefahr
eines irreparablen Schadens, sondern lediglich die Möglichkeit, dass selbst ein
günstiger Endentscheid nicht jeden Nachteil zu beseitigen vermag (Merkli/
Aeschlimann/ Herzog, a.a.O., Art. 61 N 5).
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1.3 Es ist demnach zu prüfen, ob der Beschwerdeführer ein schutzwürdiges Interesse
an der Modifikation der Fragen an den Gutachter hat. Sofern dies nicht der Fall wäre,
wäre auf die Beschwerde nicht einzutreten. Zur Begründung bringt der
Beschwerdeführer diesbezüglich im Wesentlichen vor, die Fragestellung sei geeignet,
sich auf das Ergebnis des Gutachtens auszuwirken. Dieses Argument ist
nachvollziehbar und wird im Übrigen auch von erfahrenen Gutachtern vertreten. So hat
Dr. med. Jörg Jeger in einem Beitrag zur Sozialversicherungsrechtstagung 2009 auf
den Zusammenhang zwischen Fragestellung und Ergebnissen bei medizinischen
Gutachten hingewiesen (Jörg Jeger, „Gute Frage – schlechte Frage: Der Einfluss der
Fragestellung auf das Gutachten“, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri (Hrsg.),
Sozialversicherungsrechtstagung 2009, 2010, S. 171 ff.). Das Bundesgericht hat sich
dieser Auffassung offenbar ebenfalls angeschlossen (vgl. BGE 137 V 210 E. 3.4.2.9
S. 258). Dies rechtfertigt es, die Überprüfung von Fragen an einen Sachverständigen
nicht zum Vorneherein als unzulässig zu erklären, mithin auf eine entsprechende
Beschwerde – wie die vorliegende – einzutreten.
2.
2.1 In materieller Hinsicht ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass es im
Ermessen des Versicherungsträgers liegt, darüber zu befinden, mit welchen Mitteln die
Sachverhaltsabklärung gemäss Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) zu erfolgen hat, und
dass ihm im Rahmen der Verfahrensleitung ein grosser Ermessensspielraum bezüglich
Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen
zukommt (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_1037/2010 vom 10. Oktober 2011
E. 5.1). Bei der Beurteilung von Fragen, die in diesen Ermessensspielraum fallen,
auferlegt sich das Gericht Zurückhaltung. Anderes gilt selbstverständlich, wenn das
Ermessen rechtsfehlerhaft betätigt, also insbesondere der Ermessensspielraum
unterschritten, überschritten oder missbraucht wird. Letzteres ist etwa der Fall, wenn
einem Gutachter (unzulässige) Suggestivfragen gestellt werden (vgl. zu Suggestivfragen
im Allgemeinen etwa Roger Groner, Beweisrecht – Beweise und Beweisverfahren im
Zivil- und Strafrecht, 2011, S. 246 f.; BGE 136 II 551 E. 3.2.2 S. 555 mit Hinweisen;
BGE 106 Ia 20 E. 3 S. 27; BGE 98 Ia 250 E. 1c S. 253).
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2.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Fragen – insbesondere die
Zusatzfragen (IV-act. 52) – seien unnötig. Tatsächlich überschneiden sich die Fragen
teilweise mit jenen gemäss Fragekatalog (IV-act. 51). Dies ist wohl darauf
zurückzuführen, dass es sich bei erwähntem Fragekatalog (IV-act. 51) um einen
Katalog von Standardfragen handelt, der Gutachteraufträgen in aller Regel beigelegt
und teilweise – wie im vorliegenden Fall – mittels Zusatzfragen ergänzt wird. Bei diesem
Vorgehen besteht naheliegenderweise eine erhöhte Gefahr von „Doppelspurigkeiten“.
Allerdings ist über Sinn oder Unsinn dieses Vorgehens nicht von Gerichts wegen zu
befinden. Es liegt im Ermessen der Verwaltung, einen ihr geeignet erscheinenden Weg
zu finden, den Gutachtern präzise, auf den Einzelfall abgestimmte Fragen zu stellen
und dabei gleichzeitig den Aufwand für die Erstellung der Fragen möglichst gering zu
halten. In den der Verwaltung diesbezüglich zukommenden Ermessensspielraum greift
das Gericht nicht ohne Not ein.
2.3 Was die im dritten Punkt des Schreibens vom 2. September 2011 genannten
Zusatzfragen betrifft, so verkennt der Beschwerdeführer offenbar, dass die Frage, ob
das Fernbleiben vom Arbeitsplatz Mitte 2007 gesundheitlich bedingt war, durchaus von
Relevanz sein kann. Immerhin stellte er sich selbst verschiedentlich auf den
Standpunkt, er sei der Arbeit aus gesundheitlichen Gründen (nicht belegte bzw. näher
dokumentierte Unfälle im Heimatland) ferngeblieben. Da auch im Zusammenhang mit
dem nachgewiesenen Unfall vom 25. Mai 2008 psychische Beeinträchtigungen im
Vordergrund stehen, ist es durchaus angebracht, auch bezüglich der Arbeitsabsenz im
Jahr 2007 nach dem Vorliegen von psychischen Beeinträchtigungen zu fragen, erlaubt
dies doch einerseits unter Umständen eine adäquatere Einschätzung der
Gesamtsituation und wäre dies doch andererseits für die Beurteilung des Beginns des
so genannten Wartejahres von Relevanz.
2.4 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, die Zusatzfragen der Punkte 1,2 und
4 seien suggestiv. Gemeinsam mit den in den Akten enthaltenen Wertungen des RAD
könnten sie nur den suggestiven Zweck haben, den Gutachter nochmals detailliert über
die erwünschten Ergebnisse zu instruieren. Der RAD ersuche den Gutachter damit
implizit um Bestätigung seiner voreingenommenen Beurteilungen, nämlich, dass weder
eine posttraumatische Belastungsstörung noch eine Depression mit Auswirkungen auf
die Arbeitsfähigkeit, sondern höchstens eine somatoforme Schmerzstörung ohne
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Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vorliege, die keine Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin begründe. Die Fragen lauten: „Liegt nach den Kriterien der
ICD-10 bzw. der DSM-IV-TR eine posttraumatische Belastungsstörung vor mit
invalidisierendem Ausmass auf die Arbeitsfähigkeit?“, „Besteht eine die Arbeitsfähigkeit
einschränkende depressive Beeinträchtigung, die nach den Kriterien der ICD-10:
F32/33 codiert werden kann?“ und: „Handelt es sich um eine vorwiegend psychische
Symptomausweitung? Wenn ja, besteht eine somatoforme Schmerzstörung und in
Komorbidität hierzu eine entsprechende erhebliche psychiatrische Erkrankung gemäss
bekannter Rechtsprechung des Bundesgerichts?“ (IV-act. 52). Dass diese Fragen
suggestiver Art sein sollen, ist nicht zu erkennen, denn es liegt nicht bereits beim Lesen
derselben auf der Hand, welche Antwort erwartet wird. Anderes wäre etwa der Fall,
wenn beispielsweise die erste Frage lauten würde: „Teilen Sie die Ansicht der IV-Stelle,
dass nach den Kriterien der ICD-10 bzw. des DSM-IV keine posttraumatische
Belastungsstörung mit invalidisierendem Ausmass auf die Arbeitsfähigkeit vorliegt?“
Wäre die Frage in dieser Art formuliert, wäre sofort ersichtlich, welche Antwort erwartet
bzw. erwünscht ist. So, wie die Fragen in IV-act. 52 formuliert sind, gelangt dagegen
lediglich die Erwartung zum Ausdruck, der Gutachter möge sich zu den – vor dem
Hintergrund der übrigen medizinischen Akten primär im Vordergrund stehenden
möglichen psychischen Beeinträchtigungen (posttraumatische Belastungsstörung,
depressive Störung, Symptomausweitung oder somatoforme Schmerzstörung) –
äussern, ohne dass eine erwünschte „Richtung“ der Antworten vorweggenommen
wird. Dass der RAD-Arzt Dr. F._ in seiner Stellungnahme von Ende August 2011 die
Ansicht vertrat, das Vorliegen relevanter psychischer Beeinträchtigungen sei zu
bezweifeln, ändert daran nichts. Es handelt sich dabei um eine begründete
Einschätzung aufgrund der vorliegenden Akten, die ohne Weiteres zulässig ist. Wollte
man der Ansicht des Beschwerdeführers folgen, müsste die Zulässigkeit von
Einschätzungen oder Stellungnahmen der RAD-Ärzte vor Einholung eines
versicherungsexternen Gutachtens generell verneint werden, da mit einer solchen
Einschätzung (nach der Logik des Beschwerdeführers) stets zum Ausdruck gebracht
würde, welches Ergebnis gewünscht wird. Die Schlussfolgerung von Dr. F._
beschränkte sich zudem ohnehin darauf, dass die Einholung eines Gutachtens
notwendig sei. Eine direkte Leistungsablehnung gestützt auf das Observationsmaterial
erachtete er plausiblerweise nicht für statthaft
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2.5 Zuletzt ist auf den Einwand des Beschwerdeführers, die Frage Ziff. A/5 gemäss
Fragekatalog (IV-act. 51) sei suggestiver Art, einzugehen. Die Frage lautet: „Bei nicht
objektivierbaren Störungen: Kann mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
ausgeschlossen werden, dass die Beschwerden und Symptome von der versicherten
Person – bewusst oder unbewusst – tatsachenwidrig dargestellt werden?
Begründung?“ Aus der Art der Fragestellung könnte abgeleitet werden, dass die
Beschwerdegegnerin offenbar davon ausgeht, nicht objektivierbare Störungen würden
vermutungsweise bewusst oder unbewusst tatsachenwidrig dargestellt. Diesbezüglich
ist indessen darauf hinzuweisen, dass Störungen, die in keiner Weise objektiviert
werden können, grundsätzlich als nicht bewiesen und daher als grundsätzlich nicht
relevant zu qualifizieren sind, unabhängig davon, ob die versicherte Person diese
(bewusst oder unbewusst) tatsachenwidrig darstellt oder nicht. Nur wenn der
Gutachter solche Störungen als nachvollziehbar bzw. aus seiner Sicht gegeben und
zumutbarerweise nicht überwindbar qualifizieren würde, wären sie allenfalls bei der
Bemessung des Invaliditätsgrades zu berücksichtigen. Hierfür müssten allerdings
sämtliche Alternativerklärungen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen
werden, also insbesondere Aggravation, Simulation und Täuschung. Die Art der
Fragestellung trägt diesen Zusammenhängen Rechnung und soll verhindern, dass der
Gutachter nicht objektivierbaren Störungen Relevanz zubilligt, ohne dazu Stellung
genommen zu haben, weshalb er dies (ausnahmsweise) tut. Zu berücksichtigen ist
dabei, dass sich die Frage einzig auf nicht objektivierbare Störungen bezieht, also nicht
auf objektivierbare Störungen somatischer, geistiger oder psychischer Art. Auch
bezüglich dieser Frage ist daher ein Suggestivcharakter zu verneinen.
3.
Gesamthaft erweisen sich die Einwände des Beschwerdeführers gegen die beiden
Fragekataloge (IV-act. 51 f.) als unbegründet, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
Ausgangsgemäss sind die gemäss Art. 69 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) zu erhebenden und angesichts des
durchschnittlichen Aufwandes auf Fr. 600.-- festzusetzenden Gerichtskosten dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der von ihm geleistete Kostenvorschuss in gleicher
Höhe ist ihm daran anzurechnen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
bis
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP