Decision ID: 848063c3-05b2-5233-b29d-40c05df82de5
Year: 2007
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Der Beschwerdeführer, geboren am 24. Juli 1946, ist Bürger von Worb/BE und seit Juni 1984 bei der Schweizerischen Botschaft in Brasilia als  immatrikuliert. Er lebt zusammen mit seiner Ehefrau, einer brasilianischen Staatsangehörigen, geboren am 30. Juni 1967, und dem gemeinsamen Kind, geboren am 8. August 2003, welches über das schweizerische und das brasilianische Bürgerrecht verfügt, im  Bahia in Brasilien.
B. Nachdem der Beschwerdeführer im Januar/Februar 2005 telefonisch und schriftlich an das Schweizerische Generalkonsulat in Rio de Janeiro  war und um finanzielle Hilfe gebeten hatte, reichte er am 23. Juni 2005 ein förmliches Gesuch um Ausrichtung einer monatlichen  gemäss dem Bundesgesetz vom 21. März 1973 über  an Auslandschweizer (ASFG, SR 852.1) ein.
C. In ihrem Bericht vom 27. Dezember 2005 erachtete die schweizerische Vertretung die Bedingungen zur Ausrichtung von Hilfeleistungen nach dem ASFG als nicht erfüllt. Die Ehefrau des Beschwerdeführers erziele ein  von BRL 2'308.-. Es gebe in Brasilien unzählige , die mit weniger durchkommen müssten. Zudem gebe der  an, "völlig abgelegen" zu wohnen, was bekannterweise geringere Haushaltskosten verursache als das Leben in einer grösseren Stadt/. Verschiedene vom Beschwerdeführer geltend gemachte  würden ein Sparpotenzial besitzen, beispielsweise die Ausgaben für Telefon/Internet und die Besuche der Schwiegereltern. Auch eine billigere Wohngelegenheit sei nicht unbedingt ausgeschlossen. Hauptursache für das Unterstützungsgesuch sei eine "langdauernde Arbeitslosigkeit".  liege auch eine körperliche Behinderung vor, welche das Verrichten der täglichen Aufgaben erschwere. Von einer eigentlichen  werde jedoch nicht gesprochen. Es sei nicht anzunehmen, dass sich an dieser Situation bald etwas ändern werde. Eine allenfalls gewährte  hätte daher nicht den Charakter einer Überbrückungshilfe.
D. Mit Verfügung vom 1. Februar 2006 - eröffnet am 20. Februar 2006 -  die Vorinstanz das Unterstützungsgesuch ab. Das Budget des  weise zwar ein monatliches Defizit von BRL 465.- (aktuell ca. CHF 300.-) auf, doch liessen sich diverse Ausgabenposten reduzieren. So würden sich mit einer Verlegung des Wohnsitzes in die Nähe des  der Ehefrau sowohl Mietzins als auch Verkehrsauslagen . Da die Krankenversicherungsprämien vom Arbeitgeber der Ehefrau bezahlt würden, würden diese im Budget mit BRL 220.- eingesetzten  als Auslagen wegfallen. Im Weiteren entspreche die Höhe der  - vom Beschwerdeführer mit BRL 400.- angegeben und von der schweizerischen Vertretung mit BRL 240.- im Budget eingesetzt - nicht  Sozialhilfebudget und könnten eingeschränkt werden. Mit diesen Massnahmen liesse sich das Budget ausgleichen. Aus diesen Gründen komme eine Unterstützung von Seiten des Bundes nicht in Betracht.
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E. Gegen diese Verfügung reichte der Beschwerdeführer am 20. März 2006 beim Schweizerischen Generalkonsulat in Rio de Janeiro eine Beschwerde ein, die in portugiesischer Sprache abgefasst war. Auf entsprechende  hin sandte er der schweizerischen Vertretung am 5. April 2006 eine deutsche Übersetzung seiner Beschwerde. Darin wird sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung sowie die Ausrichtung von  nach dem ASFG beantragt. Die Beschwerde wurde in der Folge an den Beschwerdedienst des Eidgenössischen Justiz- und  (EJPD) weitergeleitet.
F. Am 31. Mai 2006 wurde bei der Vorinstanz ein förmliches Gesuch um  einer einmaligen Unterstützungsleistung für eine geplante  Behandlung des Beschwerdeführers in der Höhe von rund BRL 2'000.- eingereicht.
G. In der Vernehmlassung vom 31. Mai 2006 hält die Vorinstanz an ihrer Verfügung fest und beantragt die Abweisung der Beschwerde.
H. Die eingeräumte Frist zur Einreichung einer Replik liess der  ungenutzt verstreichen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden gegen  nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen die Verfügungen des BJ gemäss Art. 14 Abs. 1 ASFG.
1.2 Das Bundesverwaltungsgericht übernimmt, sofern es zuständig ist, die  der am 1. Januar 2007 bei den Eidgenössischen Rekurs- oder Schiedskommissionen oder bei den Beschwerdediensten der  hängigen Rechtsmittel und wendet das neue Verfahrensrecht an (Art. 53 Abs. 2 VGG). Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem VwVG, soweit das Gesetz nichts  bestimmt.
1.3 Als Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer zur Anfechtung der  Verfügung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist deshalb einzutreten (Art. 49 ff. VwVG).
2. Medizinische Kosten bilden praxisgemäss nicht Bestandteil des  Budgets, sondern werden vom Bund situationsbedingt und fallweise vergütet. Bezüglich des Gesuchs um Übernahme der Kosten der geplanten Zahnbehandlung des Beschwerdeführers vom 31. Mai 2006 liegt bisher noch keine Verfügung seitens der Vorinstanz vor. Gegenstand des  Beschwerdeverfahrens bildet daher lediglich die Frage, ob der Be-
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schwerdeführer und sein Kind auf monatliche Unterstützungsleistungen nach dem ASFG angewiesen sind, nicht jedoch die Frage, ob der Bund - als Ergänzung einer allfälligen dauernden Unterstützung oder als  zur Verhinderung einer drohenden künftigen Notlage - für die  der geplanten Zahnbehandlung aufzukommen hat. Soweit in der Beschwerde sinngemäss auch die Übernahme der fraglichen  beantragt wird, ist somit auf die Beschwerde nicht einzutreten.
3. Der Bund gewährt Auslandschweizern, die sich in einer Notlage befinden, Fürsorgeleistungen, wenn sie ihren Lebensunterhalt nicht hinreichend aus eigenen Kräften und Mitteln, Beiträgen von privater Seite oder  des Aufenthaltsstaates bestreiten können (Art. 1 und 5 ASFG).  im Sinne des Gesetzes sind Schweizer Bürger, die im  Wohnsitz haben oder sich seit mehr als drei Monaten dort aufhalten (Art. 2 ASFG). Art und Mass der Fürsorge richten sich nach den  Verhältnissen des Aufenthaltsstaates, unter Berücksichtigung der  eines sich dort aufhaltenden Schweizers (Art. 8 Abs. 1 ASFG). Die Unterstützung kann unter anderem verweigert werden, wenn die betroffene Person das ihr Zumutbare, um ihre Lage zu verbessern,  unterlässt (Art. 7 Bst. e ASFG).
4.
4.1 In seiner Beschwerde macht der Beschwerdeführer im Wesentlichen , er habe die Möglichkeit einer Verlegung des Wohnorts bereits selber in Betracht gezogen. Die Mietzinse in Eunapolis, dem Arbeitsort seiner Ehefrau, seien jedoch um ca. 80% höher als am jetzigen Ort. Eine 2--Wohnung in einem sicheren, sauberen Stadtteil koste um die BRL 1'500.-, was mehr als die Hälfte des Familieneinkommens sei. Auch die Lebenshaltungskosten seien dort viel höher. Natürlich gebe es  Unterkünfte in Elendsvierteln; dort blühe jedoch der Drogenhandel und Überfälle und Vergewaltigungen seien an der Tagesordnung. Hinsichtlich der Krankenversicherung sei sodann zu bemerken, dass weder sein Sohn darin eingeschlossen sei noch Zahnbehandlungen oder Medikamente.  die Auslagen für Telefon und Internet weist der Beschwerdeführer darauf hin, dass schon alle Serviceleistungen gesperrt seien. Er habe  eigenen Internet-Anschluss und führe nur die notwendigsten . Diese Sparmassnahmen würden jedoch zunichte gemacht durch unabdingbare Gespräche mit Benutzern von Mobiltelefonen, da das Telefonieren von einem Festnetz-Anschluss auf ein Mobilnetz sehr teuer sei in Brasillien. Schliesslich habe er keine Verwandtschaft ausser seine betagte Mutter, die an schweren gesundheitlichen Gebrechen leide und von einer minimalen Rente lebe. Seine sich aufopfernde Ehefrau habe gleichfalls nur zwei arme Eltern, welche keine Möglichkeit hätten, die  auf irgendeine Art zu unterstützen.
4.2 Dem hält die Vorinstanz auf Vernehmlassungsstufe entgegen, die  des Beschwerdeführers verdiene monatlich BRL 2'308.-. Der  in Brasilien habe im Mai 2004 bei BRL 260.- gelegen. Der Lohn eines Lehrers übersteige den Mindestlohn kaum. Bei Accor - einer grossen Ho-
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telkette - betrage der durchschnittliche Lohn der Mitarbeiterinnen und  BRL 832.-, bei einem Minimallohn von BRL 382.-. Nach  der schweizerischen Vertretung könne eine Familie von einem , wie es die Ehegattin erziele, durchaus leben. Das Budget weise ein Defizit von BRL 465.- auf. Wie der Beschwerdeführer anerkenne,  die Krankenkassenprämien jedoch vom Arbeitgeber seiner Ehegattin übernommen. Der entsprechende Betrag (BRL 220.-) sei daher im Budget nicht als Ausgabe aufzunehmen. Im Weiteren sei seine Mutter nicht die einzige unterstützungspflichtige Verwandte. Aus den Unterlagen, die  der vorübergehenden Rückkehr in die Schweiz im Jahre 1995  worden seien, gehe hervor, dass der Beschwerdeführer vier weitere Kinder habe, von denen heute drei erwachsen seien. Zwei von ihnen  in der Schweiz wohnen. Der Beschwerdeführer habe nicht dargelegt, dass seine Kinder nicht in der Lage seien, einen Beitrag an seinen  zu leisten. Ferner habe er auch in anderer Hinsicht nicht das Nötige unternommen, um Ausgaben und Einnahmen in ein Gleichgewicht zu bringen. So seien die Wohnkosten der Familie vergleichsweise hoch. Anstelle eines Hauses an einem wegen des Tourismus teuren Strand für BRL 800.- könnte eine kostengünstigere Wohnung näher am Arbeitsort der Ehegattin gemietet werden. Zudem bestehe bei den Telefonkosten ein Sparpotenzial. Insgesamt wäre es der Familie daher möglich, ein  Budget zu erreichen.
5. Nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass das Bestehen einer Notlage im Sinne von Art. 1 und Art. 5 ASFG im vorliegenden Fall verneint werden muss.
5.1 Soweit die Vorinstanz ausführt, die Wohnkosten des Beschwerdeführers seien relativ hoch und es sei ihm eine Verlegung des Wohnsitzes in die Nähe des Arbeitsortes der Ehefrau zuzumuten, mag es zwar zutreffen, dass sich die Suche nach einer kostengünstigeren Unterkunft in Eunapolis auf Grund der dortigen starken Zuwanderung in den vergangenen Jahren nicht als leicht erweisen dürfte. Aus den Akten geht jedoch hervor, dass der Beschwerdeführer an einem wegen des Tourismus teuren Strand wohnt. Bei dieser Sachlage ist anzunehmen, dass es dem  zumutbar und möglich wäre, durch eine Verlegung seines Wohnsitzes in eine weniger attraktive Wohnlage - sei es am bisherigen Wohnort oder am Arbeitsort der Ehefrau bzw. in dessen Nähe - namhafte Einsparungen zu erzielen.
5.2 Im Weiteren hat der Beschwerdeführer offenbar drei volljährige Kinder und verfügt damit - entgegen den Angaben im Unterstützungsgesuch und den Ausführungen auf Rekursebene (vgl. zur diesbezüglichen Auskunfts- und Meldepflicht: Art. 21 der Verordnung vom 26. November 1973 über  an Auslandschweizer [ASFV, SR 852.11]) - über mehrere  Verwandte. Auf Grund des subsidiären Charakters der Fürsorgeleistungen wäre er grundsätzlich gehalten, vorerst seine  Kinder um Unterstützung zu ersuchen (vgl. Art. 6 ASFV). Dass er entsprechende Schritte unternommen hätte, ist aus den Akten nicht . Eine allfällige Unterstützung von privater Seite erscheint vorlie-
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gend zudem nicht von vornherein ausgeschlossen, da der  ein relativ geringfügiges Budgetdefizit aufweist, welches - wie bereits gesehen - durch einen Umzug in eine günstigere Wohnung wahrscheinlich weiter reduziert werden könnte. Schliesslich spricht auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer die Frist zur Einreichung einer Replik  verstreichen liess, nachdem ihm die Vorinstanz in der  das Vorhandensein unterstützungspflichtiger Verwandter  hatte, für das Bestehen der Möglichkeit, private  von Seiten der volljährigen Kinder erhältlich zu machen.
5.3 Nach dem Gesagten wäre dem Beschwerdeführer zuzumuten, weitere  zu unternehmen (Umzug in eine günstigere Wohnung,  von Verwandtenunterstützung), um sein Budget  (vgl. Art. 5 ASFG, Art. 6 ASFV). Die Ausrichtung von  nach dem ASFG wurde ihm daher zu Recht verweigert. Bei  Sachlage kann letztlich offen bleiben, ob der Beschwerdeführer bei weiteren Budgetposten - namentlich den von der Vorinstanz als zu hoch eingestuften Kosten für Telefon/Internet - zusätzliche Einsparungen  könnte.
6. Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 49 VwVG). Die  ist daher abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Auf Grund der  Umstände des vorliegenden Falles ist indessen ausnahmsweise darauf zu verzichten (Art. 6 Bst. b des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem  [VGKE, SR 173.320.2]).
(Dispositiv nächste Seite)
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