Decision ID: 5d10059a-dfa0-417f-bbb4-78f4bfc759b3
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1980, arbeitete ab November 2007 bei der
Y._ AG
und war bei der
BVG-Sammelstiftung Swiss Life
berufs
vorsorgeversichert.
Zunächst arbeitete die Versicherte zu 100 %; ab 1. März 2011 wurde das Arbeitspensum auf 80 % reduziert (Urk. 1 S. 3).
1.2
Erstmals hatte sich die Versicherte am 17. Mai 2002 bei der Eidgenössischen Inva
lidenversicherung wegen Handgelenksschmerzen zum Leistungsbezug ange
meldet (Urk. 19/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, IV-Stelle,
verneinte mit Verfügung vom 8. Juli 2003 (Urk. 19/11) einen Rentenan
spruch.
1.3
Am 14. Juni 2010 meldete sich die Versicherte
erneut
bei der Eidgenössischen Inva
lidenversicherun
g zum Leistungsbezug an (Urk. 19
/
12
)
. Sie klagte über durch eine Zöliakie verursachte Mangelerscheinungen, die den ganzen Körper beein
trächtigten (Schmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Schlaf- und Appe
tit
losigkeit, Erbrechen, Durchfall, Krämpfe und Depressionen). Mit Verfügung
vom
4. August 2011 (Urk. 19/45)
wies die
IV-Stelle Schwyz
das Leistungsbe
geh
ren mangels einer gesundheitlichen Beeinträchtigung im Sinne von Art. 8
des Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
ab.
1.4
Am 29. August
2011 erlitt die Versicherte einen Verkehrsunfall (vgl. Urk. 18/4/53). Es wurde eine Distorsion der Halswirbelsäule diagnostiziert (Urk. 18/4/49). In der Folge erbrachte die Unfallversicherung der Versicherten, die ÖKK, Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen. Mit Verfügung vom 1. März 2013 (Urk. 18/4/4-6) stellte die ÖKK die Versicherungsleistungen per 31. August 2012 ein (Verneinung der Adäquanz).
1.5
Die Versicherte meldete sich am 20. September 2013 ein weiteres Mal bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 19/54).
Mit Verfügung vom 22. April 2015 (Urk. 19/98) sprach i
hr
die IV-Stelle St. Gallen mit Wirkung ab 1. März 2014 eine auf einem Invaliditätsgrad von 100 % basierende ganze Rente der Eidgenössischen Invalidenversicherung zu. Die IV-Stelle ging dabei davon aus, dass die Invalidität am 29. August 2012 eingetreten sei (ein Jahr nach dem erlittenen Unfall beziehungsweise nach Ablauf des Wartejahres), und berücksichtigte betreffend Rentenbeginn die verspätete Anmeldung (vgl. Urk. 19/92/2).
Gegen diese Rentenverfügung erhob die Swiss Life AG, die Rückversicherung der
BVG-Sammelstiftung Swiss Life
, Beschwerde beim Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen,
das
das Verfahren durch Nichteintreten erledigte (Entscheid vom 23. August 2017 [Urk. 19/168]).
1.6
In der Folge wandte sich die
Versicherte an die
BVG-Sammelstiftung Swiss Life
und ersuchte um
Ausrichtung von Rentenleistungen der beruflichen Vorsorge
. Die
Vorsorgeeinrichtung lehnte dies ab, verzichtete aber in diversen Schreiben zeit
li
ch befristet auf die Erhebung der Verjährungseinrede (vgl. Urk. 2/23-24 und 2/31)
2.
Mit Eingabe vom 12. Juni 2018 (Urk. 1) liess d
i
e Versicherte Klage gegen die
BVG-Sammelstiftung Swiss Life
erheben mit folgendem Rechtsbegehren:
1.
Es sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin mit Wirkung ab dem 31.08.2011, spätestens ab dem 01.03.2014, eine monatliche Invalidenrente in der Höhe von CHF 2'400.
zu bezahlen.
2.
Es sei die Beklagte zu verpflichten, für die bis zum Urteilszeit
punkt aufgelaufenen Rentenguthaben, welche sie noch nicht be
zahlt hat, einen Zins von 5 % bei mittlerem Verfall (hälftiger Zeitraum des Rentenbeginns bis zum Urteilszeitpunkt), eventuell pro Rentenguthaben seit Fälligkeit des jeweiligen Rentengut
ha
bens, bis zum Zeitpunkt der Tilgung zu bezahlen.
3.
Alles
unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigung
s
folge zu Lasten der Beklagten.
Die
BVG-Sammelstiftung Swiss Life
schloss in ihrer Klageantwort vom 24. Okto
ber 2018 (Urk. 8) auf kosten- und entschädigungsfällige Abweisung der Klage. Am 26. November 2018 liess die Versicherte auf Erstattung einer Replik ver
zichten (vgl. Urk. 12). Mit Verfügung vom 19. September 2019 (Urk. 14) wurden die Akten der Eidgenössischen Invalidenversicherung in Sachen der Versicherten beigezogen. Am 4. November 2019 wurde den Parteien Frist zur Stellungnahme zu den beigezogenen Akten
angesetzt (vgl. Urk. 20). Die V
ersicherte liess auf Stellungnahme verzichten (vgl. Urk. 22). Die
BVG-Sammelstiftung Swiss Life
reichte am 10. Dezember 2019 ihre Stellungnahme ins Recht (Urk. 24), die der Versicherten zur Kenntnisnahme zugestellt wurde (vgl. Urk. 25).
Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit für die
Entscheidfindung
erfor
derlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
24
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlasse
nen- und Invalidenvorsorge (BVG)
hat der Versicherte Anspruch auf eine volle Invalidenrente, wenn er im Sinne der Invalidenversicherung mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn er mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn er mindestens zur Hälfte und auf eine
Viertelsrente
, wenn er mindestens zu 40 % invalid ist. Gemäss
Abs.
1 von
Art.
26 BVG gelten für den Beginn des An
spruchs auf Invalidenleistungen sinngemäss die entsprechenden Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
Art.
29
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG]
). Die Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung geschuldet, welcher die den Anspruch erhe
bende Person bei Eintritt des versicherten Ereignisses angeschlossen war. Im Be
reich der obligatorischen beruflichen Vorsorge fällt dieser Zeitpunkt nicht mit dem Eintritt der Invalidität nach IVG, sondern mit dem Eintritt der Arbeitsunfä
higkeit zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat (vgl.
Art.
23 BVG). Auf diese Weise wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die versicherte Per
son meistens erst nach einer längeren Zeit der Arbeitsunfähigkeit (nach einer Wartezeit von einem Jahr gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG in Verbindung mit
Art.
26 BVG) invalid wird. Damit nämlich der durch die zweite Säule bezweckte Schutz zum Tragen kommt, muss das Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein, wenn es rechtlich gesehen erst nach einer langen Krankheit eintritt, während welcher die Person unter Umständen aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden ist und daher nicht mehr dem
Obligatorium
unterstanden hat (BGE 123 V 262 E. 1b, 121 V 97 E. 2a, 120 V 112 E. 2b, je mit Hinweisen).
1.2
Anspruch auf Invalidenleistungen haben gemäss
Art.
23 BVG Personen, die im Sinne der Invalidenversicherung zu mindestens 40
%
invalid sind und bei Eintritt
der Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt hat, versichert waren
. Nach
Art.
23 BVG versichertes Ereignis ist einzig der Eintritt der relevanten Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, in welchem Zeitpunkt und in welchem Masse daraus ein Anspruch auf Invalidenleistungen entsteht. Die Versichertenei
genschaft muss nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht
notwendigerweise auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimme
rung der Invalidität. Diese wörtliche Auslegung steht in Einklang mit Sinn und Zweck der Bestimmung, nämlich denjenigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitneh
mern Versi
che
rungsschutz angedeihen zu lassen, welche nach einer längeren Krankheit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheiden und erst später invalid werden. Für eine ein
mal aus
während der Versicherungsdauer aufgetrete
ne
Arbeitsunfähigkeit ge
schuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrich
tung somit leistungs
pflicht
ig, selbst wenn sich nach Beendigung des Vorsorge
verhältnisses der Invaliditätsgrad ändert. Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft kein Erlöschungsgrund (
Art.
26
Abs.
3 BVG e
contrario
; BGE 123 V 262 E. 1a, 118 V 35 E. 5).
1.3
Art.
23 BVG kommt auch die Funktion zu, die Haftung mehrerer Vorsorgeein
richtungen gegeneinander abzugrenzen, wenn eine in ihrer Arbeitsfähigkeit be
reits beeinträchtigte versicherte Person ihre Arbeitsstelle (und damit auch die Vorsorgeeinrichtung) wechselt und ihr später eine Rente der Invalidenversiche
rung zugesprochen wird. Der Anspruch auf Invalidenleistungen nach
Art.
23 BVG entsteht in diesem Fall nicht gegenüber der neuen Vorsorgeeinrichtung, sondern gegenüber derjenigen, welcher die Person im Zeitpunkt des Eintritts der invalidi
sierenden Arbeitsunfähigkeit angehörte.
Damit eine Vorsorgeeinrichtung, der eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer beim Eintritt der Arbeitsunfähigkeit angeschlossen war, für das erst nach Been
digung des Vorsorgeverhältnisses eingetretene Invaliditätsrisiko aufzukommen hat, ist indes erforderlich, dass zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (BGE 130 V 270 E. 4.1). In sachlicher Hinsicht liegt ein solcher Zusammenhang vor, wenn der der Invali
dität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Sodann setzt die Annahme eines engen zeit
lichen Zusammenhangs voraus, dass die versicherte Person nach Eintritt der Ar
beitsunfähigkeit nicht während längerer Zeit wieder arbeitsfähig wurde. Die frühere Vorsorgeeinrichtung hat nicht für Rückfälle oder Spätfolgen einer Krank
heit einzustehen, die erst Jahre nach Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit eintreten. Demnach darf nicht bereits eine Unterbrechung des zeitlichen Zusam
menhangs angenommen werden, wenn die Person bloss für kurze Zeit wieder an die Arbeit zurückgekehrt ist. Ebenso wenig darf die Frage des zeitlichen Zusam
menhangs zwischen Arbeitsunfähigkeit und Invalidität in schematischer (analo
ger) Anwendung der Regeln von
Art.
88a
Abs.
1 der Verordnung über die Inva
lidenversicherung (IVV) beurteilt werden, wonach eine anspruchsbeeinflussende Verbesserung der Erwerbsfähigkeit in jedem Fall zu berücksichtigen ist, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich andauern wird. Zu berücksichtigen sind vielmehr die gesamten Umstände des konkreten Einzelfalles, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen prog
nostische ärztliche Beurteilung und die Beweggründe, die die versicherte Person zur Wiederaufnahme der Arbeit veranlasst haben (BGE 123 V 262 E.
lc
, 120 V 112 E. 2c/
aa
und 2c/
bb
mit Hinweisen).
1
.4
Das Erfordernis des sachlichen und zeitlichen Konnexes als Kriterium für die Leis
tungspflicht einer Vorsorgeeinrichtung spielt nicht nur dann eine Rolle, wenn ein Versicherter aus einer Vorsorgeeinrichtung aus- und in eine neue eintritt, sondern gilt in jedem Fall, also auch dann, wenn ein Versicherter wäh
rend der Dauer der Versicherteneigenschaft arbeitsunfähig und später invalid wird (beziehungsweise sich der Invaliditätsgrad erhöht), ohne zuvor nochmals in eine neue Vorsorgeein
richtung eingetreten zu sein. Der sachliche Konnex ist dann gegeben, wenn der
Gesundheitsschaden, der zur Arbeitsunfähigkeit ge
führt hat, auch Ursache für den
Eintritt der Invalidität oder der Erhöhung des Invaliditätsgrades ist. Dieses Erfor
dernis geht aus Art. 23 BVG hervor. Der zeit
liche Konnex ist zu bejahen, wenn die Arbeitsunfähigkeit des Versicherten nicht durch eine Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit unterbrochen wird (Urteil des Eidgenössischen Versiche
rungs
ge
richts B 64/99 vom 6. Juni 2001, E. 5a).
1.5
Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der Invalidenver
sicherung und demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der Invalidenversicherung grundsätzlich der gleiche ist (BGE 123 V 269 E. 2a, 120 V 106 E. 3c, je mit Hinweisen).
Praxisgemäss sind daher die Vorsorgeeinrichtungen im Bereich der gesetzlichen Mindestvorsorge (
Art.
6 BVG) an die Feststellungen der IV-Organe (Eintritt der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, Eröffnung der Wartezeit, Festsetzung des
Invaliditätsgrades) gebunden, soweit die IV-rechtliche Betrachtung aufgrund ei
ner gesamthaften Prüfung der Akten nicht als offensichtlich unhaltbar erscheint (BGE 126 V 309 E. 1 in
fine
). Diese Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe der (obligatorischen) beruflichen Vorsorge von eigenen aufwändigen Ab
klä
rung
en freizustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV-Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Festle
gung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren (BGE 132 V 1 E. 3.2). So hat beispielsweise eine verspätete Anmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung rechtsprechungsgemäss die freie Überprüfbarkeit des
leistungserheblichen Sachverhaltes durch die Vorsorgeeinrichtung bezie
hungs
weise
das Berufsvorsorgegericht zur Folge (Urteil des Bundesgerichts 9C_49/2010 vom 2
3.
Februar 2010 E. 2.1).
Diese Bindungswirkung setzt voraus, dass die Vorsorgeeinrichtung (spätestens) ins
Vorbescheidverfahren
(
a
Art
.
73
bis
IVV; seit
1.
Juli 2006:
Art.
73
ter
IVV) einbe
zogen und ihr die Rentenverfügung formgültig eröffnet wurde (Urteil des Bun
desgerichts 9C_81/2010 vom 1
6.
Juni 2010 E.
3.1, mit Hinweisen). Dem BVG-Versicherer steht ein selbständiges Beschwerderecht im Verfahren nach IVG zu.
Unterbleibt ein solches Einbeziehen der Vorsorgeeinrichtungen, ist die IV-recht
liche Festsetzung des Invaliditätsgrades (grundsätzlich,
masslich
und zeit
lich) berufs
vorsorgerechtlich nicht verbindlich (BGE 130 V 270 E. 3.1).
Stellt die Vor
sorge
einrichtung auf die invalidenversicherungsrechtliche Betrachtungsweise ab, muss sich die versicherte Person diese entgegenhalten lassen, soweit diese für die Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend war, und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im Verfahren der Invalidenver
sicherung beteiligt war oder nicht. Vorbehalten sind jene Fälle, in denen eine gesamthafte Prüfung der Aktenlage ergibt, dass die Invaliditätsbemessung der Invalidenversicherung offensichtlich unhaltbar war (BGE 130 V 270 E. 3.1).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
men
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Klägerin liess zur Begründung der Klage
im Wesentlichen vortragen (Urk. 1), dass sie ab November 2007 bei der
Y._
AG angestellt und bei der Be
klagten berufsvorsorgeversichert gewesen sei. Zunächst habe sie zu 100 % gear
beitet; ihre Leistungen seien mustergültig gewesen. Über die Jahre hinweg habe sie
dann
immer öfter am Arbeitsplatz gefehlt. Ihre Arbeitgeberin habe hinter den
Absenzen eine psychische Erkrankung vermutet. Das Arbeitspensum sei ab 1. März
2011 auf 80 % reduziert worden. Die Arbeitsunfähigkeiten hätten sich gehäuft (vgl. die Aufstellungen auf S. 4 f. von Urk. 1). Obwohl die Arbeitsunfähigkeit höher als 20 % gewesen sei, sei die
Y._
AG bereit gewesen, die Klägerin zu einem Pensum von 80 % anzustellen. Gleichzeitig sei ihr Lohn erhöht worden,
sodass die Klägerin trotz Arbeitszeitreduktion noch denselben Lohn bezogen habe
. Die
Y._
AG sei davon ausgegangen, dass sich der Gesundheitszustand der Klägerin wieder verbessern werde. Auch in der Folge habe die Klägerin relativ häufig am Arbeitsplatz gefehlt. Sie habe vorgegeben, Ferien zu beziehen. Erst später sei der Arbeitgeberin
bewusst geworden
, dass die Klägerin während der fraglichen «Ferienzeiten» krankheitsbedingt nicht in der Lage gewesen sei zu arbeiten. Schliesslich habe die
Y._
AG das Arbeitsverhältnis aufgrund der vielen Absenzen per 31. August 2011 beziehungsweise
wegen der unfallbe
dingten Sperrfrist per 30. November 2011 gekündigt (S. 3 ff.).
Am 29. August 2011 sei die Klägerin in einen Autounfall verwickelt worden und habe unter anderem ein HWS-Trauma erlitten. Im Mai/Juni 2012 habe sich die
psychische Problematik verstärkt (Dekompensation und Psychose). Mit Verfü
gu
ng vom 22. April 2015 habe die IV-Stelle St. Gallen der Klägerin eine ganze Inva
lidenrente zugesprochen. Dabei sei der Beginn der Wartefrist auf den 29. August 2011 fest
gelegt worden
. Die Anmeldung zum Leistungsbezug sei jedoch (verspä
tet) ers
t
am
23. September 2013 erfolgt
, was beim Rentenbeginn berücksichtigt worden sei (S. 6).
Aus den medizinischen Akten gehe hervor, dass die Klägerin vom 9. Februar 2010 bis 5. März 2011 praktisch durchgehend teilarbeitsunfähig gewesen sei. Ab dem 31. Januar 2011 habe eine Arbeitsfähigkeit von zunächst nur 15 % bestanden, dann von 60 %. Am 22. Januar 2014 seien unter anderem eine affektive Störung mit Verdacht auf eine
schizoaffektive
Störung, eine Angststörung und ein Zu
stand nach psychotischer Dekompensation im Mai/Juni 2012 diagnostiziert wor
den
. Die Klägerin sei zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben worden.
Nach Ein
schätzung des behandelnden Psychiaters sei die Klägerin seit dem 29.
August
2011 voll arbeitsunfähig. Die die Arbeitsfähigkeit einschränkenden Befunde reich
ten
nach seiner Auffassung vermutlich sogar noch weiter zurück
(S. 8 f.).
Die Arbeitsunfähigkeit, deren Ursache zur Invalidität geführt habe, sei einge
tre
ten, als die Klägerin bei der Beklagten versichert gewesen sei. Gemäss den Vor
sorgeausweisen sei sowohl im Zeitraum, als die Klägerin psychisch
dekompensiert
habe und dauerhaft arbeitsunfähig geworden sei, als auch im Zeitpunkt des Ren
tenbeginns eine Invalidenrente von Fr. 28'000.
pro Jahr versichert gewesen. Da der Invaliditätsgrad 100 % betrage, sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin mit Wirkung ab dem 31. August 2011 (Zeitpunkt, ab welchem die Invaliden
versicherung vom Eintritt einer dauerhaft andauernden Arbeitsunfähigkeit aus
gehe), spätestens ab dem 1. März 2014 eine monatliche Invalidenrente in der Höhe von Fr. 2'400.
zu bezahlen.
2.2
Demgegenüber stellte sich
die Beklagte im Wesentlichen auf den Standpunkt, dass
die Klägerin seit
Jahren sehr viele und zum Teil gesundheitlich
bedingte Absenzen gehabt habe. Die IV-Stelle Schwyz habe aber in ihrem rechtskräftigen Entscheid vom 4. August 2011 festgestellt, dass es sich bei der Ursache dieser Arbeitsunfähigkeiten nicht um einen Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG gehandelt habe. Es liege keine relevante Depression im Sinne der Inva
li
den
versicherung vor. Die Zöliakie sei nicht invaliditätsbegründend. Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der IV-Stelle St. Gallen habe schliesslich im Nachgang zur Beschwerde der jetzigen Beklagten im IV-Verfahren einräumen müssen, dass der Autounfall und die dadurch entstandene somatische Beschwerdesituation mit
100%iger Arbeitsunfähigkeit kein ausreichender medizinischer Gesundheits
scha
den mehr sei. Die invalidisierende psychische Erkrankung sei erst mit der psycho
tischen Dekompensation im März 2012 und somit nach Austritt aus dem Vorsor
geverhältnis bei der Beklagten manifest geworden. Die strukturell bedingten gestörten Verarbeitungs- und Verhaltensmerkmale hätten schliesslich die Ent
wick
lung der
schizoaffektiven
Störung begünstigt. Da somit die invaliditäts
rele
vante Arbeitsunfähigkeit erst im März 2012 eingetreten sei, sei die Be
klagte nicht leistungspflichtig (Urk. 8; vgl. auch Urk. 24).
2.3
Strittig und zu prüfen
ist
, wann die Arbeitsunfähi
gkeit, deren Ursache zur Inva
li
dität führte, eingetreten ist.
Von der Beantwortung dieser Frage hängt die Leis
tungspflicht der Beklagten ab. Da das Arbeitsverhältnis zwischen der Klägerin und der
Y._
AG am 30. November 2011 endete, war sie unter Berück
sichtigung von Art. 10 Abs. 3 BVG (Nachdeckung) noch bis Ende Dezember 2011 bei der Beklagten versichert. Nur falls die relevante Arbeitsunfähigkeit bis Ende Dezember 2011 eingetreten sein sollte, kommt die Beklagte als leistungspflichtige Vorsorgeeinrichtung in Betracht.
Da die IV-Stelle St. Gallen die Rentenverfügung vom 22. April 2015 (Urk. 19/98), mit der sie der Klägerin mit Wirkung ab 1. März 2014 eine auf einem Invalidi
tätsgrad von 100 % basierende ganze Rente der Invalidenversicherung (Beginn der einjährigen Wartezeit am 29. August 2011; verspätete Anmeldung) auch der Beklagten beziehungsweise der als Vertreterin der Beklagten handelnden Swiss Life AG
zugestellt hat, besteht im vorliegenden Verfahren grundsätzlich eine Bindungswirkung im Sinne des in
E. 1
.5 Ausgeführten.
Zu beachten ist allerdings
, dass gerade in Bezug auf den Zeitpunkt des Eintritts der relevanten Arbeitsun
fähigkeit keine Bindung an die genannte Feststellung der IV-Stelle (Beginn der Wartezeit am 29. August 2011) besteht. Für die Festlegung des Beginns der Inva
lidenrente am 1. März 2014 war es nämlich wegen der verspäteten Anmeldung irrelevant, ob die Wartezeit tatsächlich schon am 29. August 2011 (Unfallzeit
punkt) oder erst im Frühjahr 2012 begonnen hatte
(vgl.
Urk.
19/92/2 und
Urk.
19/98
; vgl. auch Urk. 19/168
).
Im vorliegenden Kontext ist dies - wie ausge
führt - jedoch nicht irrelevant, sondern
es ist
vielmehr streitentscheidend
, wann die relevante Arbeitsunfähigkeit eingetreten ist
.
Aus dem Gesagten folgt, dass im vorliegenden Prozess der Eintritt der relevanten Arbeitsunfähigkeit selbstständig zu prüfen ist und insoweit keine Bindung an den Rentenentscheid der IV-Stelle St. Gallen besteht.
3.
3.1
Die Klägerin war vom 4. bis 9. März 2010 im Spital
Z._
hospitalisiert. Im Spitalbericht vom 16. April 2010 (Urk. 2/3) wurden folgende Diagnosen festge
halten:
1.
Unklare Allgemeinzustands-Verschlechterung mit subfebrilen Tem
pe
ra
turen und allgemeine Müdigkeit
2.
Verdacht auf Zöliakie
3.
Verdacht auf Depression
Man habe während der
Hospitalisation
die Beschwerden der Klägerin nicht voll
um
fänglich objektivieren können; es seien keine klinischen, laborchemischen, endoskopischen oder radiologischen Korrelate für die angegebenen Symptome (etwa diffuse Schmerzen und Übelkeit) gefunden worden. Eine psychosomatische Komponente der Beschwerden sei nicht vollständig auszuschliessen.
3.2
A._
,
Dr.
B._
und
Dr.
C._ von der Rehaklinik
D._
diagnostizierten in ihrem Bericht vom 11. Oktober 2010 (Urk. 2/5)
unter anderem eine fortgeschrittene schmerzbedingte kardiovaskuläre und
muscu
lo
koordinative
Dekonditionierung
, ein
e Fibromyalgie (als Verdachtsdia
gnose), eine Frühform der
glutensensitiven
Enteropathie
(als Verdachtsdiagnose) sowie eine leicht- bis mittelgradige depressive Episode bei psychosozialem Dauerstress (ebenfalls als Verdachtsdiagnose).
3.
3
Der Hausarzt der Klägerin,
Dr.
E._
, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, stellte in seinem Zeugnis vom 16. Mai 2011 (Urk. 19/25) die attestierten Arbeits
unfähigkeitsperioden der Klägerin zusammen. Daraus ergibt sich, dass die Kläge
rin ab 9. Februar 2010 praktisch durchgehend arbeits- beziehungsweis
e teilar
beits
unfähig gewesen ist
(Arbeitsunfähigkeit schwankend zwischen 100 % und 20 %).
3.4
In ihrem
Bericht vom Januar 2014 (Urk. 2/9) hielt
en
die Psychologin
F._
und
Dr.
E._
folgende Diagnosen fest: affektive Störung, Verdacht auf
schizoaffektive
Störung, Angststörung, Status nach psychotischer Dekompensa
tion im Mai/Juni 2012 (noch nicht vollständig remittiert), Autounfall 2011 (soma
tische Folgen noch nicht vollständig remittiert).
Im Frühsommer 2012 sei es zu einer psychotischen Dekompensation mit starker
Angst gekommen: «Seit der psychotischen Krise im Mai/Juni 2012 verstärkt Ängste
, diffuses Beeinflussungserleben, abnorme Ermüdbarkeit, Denken nach wie vor sprunghaft, drängend, inhaltlich auf die gegenwärtige Situation und die Zu
kunftsängste
ausgerichtet.»
3.5
G._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnos
tizierte in seinem Bericht
vom 10. Juni 2014
(Urk. 2/10) eine
schizoaffektive
Störung (ICD-10 F25.8), aktuell
schizodepressive
Phase. Die Klägerin sei durch
gängig laut der ihm vorliegenden Unterlagen seit dem 29. August 2011 zu 100 % arbeitsunfähig. Er behandle die Klägerin seit Dezember 2013; seither bestehe durchgängig eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %.
3.6
Dr.
H._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom RAD äusserte sich am 22. September 2014 dahingehend, es sei aufgrund der Akten davon auszugehen, dass seit dem 29. August 2011 (Unfalldatum) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe, und zwar anfänglich infolge des Autounfalles mit
HWS-Distorsion, schliesslich dann anhalten
d
aufgrund einer psychotischen Dekom
pensation im Mai 2012 (Urk. 19/85 [teilweise kopiert als Klagebeilage Urk. 2/12]).
3.7
Oberarzt
Dr.
I._
von der Klinik
J._
hielt in seinem Bericht vom 12. Mai 2015 (Urk. 2/17) folgende Diagnosen fest:
-
P
aranoide Schizophrenie (ICD-10 F20.0)
-
P
sychische
und Verhaltensstörungen durch
Cannabinoide
: Abhän
gig
keitssyndrom, gegenwärtig abstinent (ICD-10 F12.2)
-
Psychische und Verhaltensstörungen durch Tabak: Abhängigkeits
syndrom (ICD-10 F17.2)
-
Eigenanamnestisch: Zöliakie
3.8
Dr.
H._
führte in ihrem Bericht vom 26. Juni 2015 (Urk. 19/122) aus, dass ge
stützt auf die neu von der IV-Stelle des Kantons Schwyz beigezogenen Akten die damalige medizinische Beurteilung (die zur Verneinung eines
Rentenanspruchs
führte) nachvollziehbar sei. Zum damaligen Zeitpunkt habe ein Schmerzerleben im Vordergrund gestanden, welches somatisch nicht ausreichend objektivierbar gewesen sei. Psychisch sei die Klägerin durch die Schmerzen und psychosoziale Faktoren belastet gewesen; jedoch habe sich kein ausreichender Hinweis auf eine eigenständige psychiatrische Erkrankung gefunden. Die von der Klinik
D._
gestellte Verdachtsdiagnose einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode lasse sich anhand der geschilderten Psychopathologie einer selbstbe
stim
mten und kämpferischen Frau ohne wesentliche Antriebsstörung und ohne erheb
liche affektive Beteiligung nicht nachvollziehen (S. 2).
Aus heutiger versicherungsmedizinischer Sicht habe
zum Z
eitpunkt des abwei
senden Rentenen
t
scheides durch die IV-Stelle Schwyz am 4. August 2011 ein
chronisches
Schmerzsyndrom bestanden. Eine relevante psychische Komorbidität sei nicht manifest gewesen
(S. 3).
Bezüglich des Auffahrunfalls und der anschliessenden somatischen Beschwerde
si
tuation mit 100%iger Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung liege keine ausrei
chen
de medizinische Beurteilung vor. Die Annahme einer Arbeitsunfähigkeit seit dem
Autounfall beziehungsweise die Annahme, dass sich die Manifestation der
schiz
o
affektiven
Störung seit dem Unfall
schleichend entwickelt habe, sei
mangels medizinischer Akten hypothetisch: «Deutlich zeigt sich bei der Versicherten
bereits in den
Vorakten
eine verminderte emotionale Belastbarkeit, eine redu
zierte
Stress- und Frustrationstoleranz und eine erhöhte psychische Vulnerabilität. Mani
fest wurde die psychische Erkrankung mit einer psychotischen Dekompensation im März 2012.» Die strukturell bedingt gestörten Verarbeitungs- und Verhaltens
merkmale hätten schliesslich die Entwicklung der
schizoaffektiven
Störung be
günstigt. Bei der vorbestehenden Disposition könne aus versicherungsmedizi
nisch-psychiatrischer Sicht angenommen werden, dass der Auffahrunfall mit der darauffolgenden Zunahme der HWS-Schmerzen die Bewältigungs-/
Copingme
cha
nismen
der Kläge
rin zum Erliegen gebracht habe
(S. 3).
3.9
Am 7. September 2015 bestätigte
Dr.
E._
, dass die Klägerin vom 11. Juli bis
28. August 2011 infolge einer schweren psychischen Erkrankung zu 100 % arbeit
s
unfähig gewesen sei. Ab März 2011 sei es der Klägerin psychisch immer schlechter gegangen (Urk. 2/19).
4.
4.1
Aus den medizinischen Akten ist ersichtlich, dass die Klägerin bereits seit vielen Jahren gesundheitliche Beschwerden hat. Insbesondere besteht seit dem erlittenen Autounfall vom 29. August 2011 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Die zeit
liche
Konnexität
zwischen der damals eingetretenen Arbeitsunfähigkeit und der am 22. April 2015 erfolgten Invalidisierung ist somit ohne Weiteres als gegeben zu betrachten.
4.2
4.2.1
In me
dizinischer Hinsicht ist
festzuhalten, dass der Invalidisierung der Klägerin folgende Diagnose zugrunde lag: «
Schizoaffektive
Störung ICD-10 F25.8; aktuell
schizodepressive
Episo
de» (RAD-Stellungnahme von
Dr.
H._
vom 22.
Septem
ber 2014 [Urk.
19/85]).
Wie
Dr.
H._
in ihrem Bericht vom 26. Juni 2015 (Urk. 19/122; vgl. oben E. 3.8) nachvollziehbar und zutreffend erläuterte, bestand jedenfalls bis zum (in Rechtskraft erwachsenen) negativen Rentenentscheid der IV-Stelle Schwyz vom 4. August 2011 zwar ein (nicht invalidisierendes) chroni
sches Schmerzsyndrom, aber keine relevante psychische Komorbidität. Die Kläge
rin war infolge des am 29. August 2011 erlittenen Autounfalls beziehungsweise
der
HWS-Distorsion arbeitsunfähig.
Dr.
H._
geht zwar davon aus, dass sich die Manifestation der
schizoaffektiven
Störung seit dem Unfall schleichend entwick
elt hab
e. Nach dem Unfall sei die Arbeitsunfähigkeit jedoch von der HWS-Distorsion hervorgerufen worden. Zu einer psychotischen Dekompensation ist es erst im Frühjahr 2012 (Mai 2012 beziehungsweise März 2012) gekommen (vgl. E. 3.6 und 3.8). Auch die Beurteilung von
Dr.
H._
, wonach anzunehmen sei, dass der Auffahrunfall mit der darauffolgenden
Zunahme der HWS-Schmerzen die Bewältigungs- und
Copingmechanismen
der Klägerin zum Erliegen gebracht hätten (E. 3.8), ist überzeugend und nachvollziehbar. Entsprechendes gilt für die anschliessende Dekompensation im Frühjahr 2012.
4.2.2
Zu beachten ist allerdings, dass die
s
chizoaffektive
Störung
, die zur Invalidisie
rung führte, nicht zum sogenannten typischen Beschwerdebild nach Schleuder
trau
mata der Halswirbelsäule gehört. Dieses Beschwerdebild umfasst beispiels
weise
diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnis
stö
rungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reizbarkeit, Affektlabili
tät, Depression, Wesensveränderung und
dergleichen
(vgl. etwa
BGE 117 V 359 E. 4b
)
, abgesehen von der genannten Depression aber keine anderen psychischen Erkrankungen, insbesondere auch keine
schizoaffektiven
Störungen
und auch keine paranoide Schizophrenie (vgl. die entsprechende Diagnose von
Dr.
I._
[E. 3.7]).
Mit
Dr.
H._
ist somit davon auszugehen, dass sich die
schizoaffektive
Störung, die schliesslich zur späteren Invalidisierung führen sollte, im Anschluss an die am 29. August 2011 erlittene HWS-Distorsion schleichend entwickelt hat. Aller
dings ist die
schizoaffektive
Störung von der HWS-Distorsion selbst zu unter
scheiden. Die
am 29. August 2011 eingetretene
Arbeitsunfähigkeit wurde durch die HWS-Distorsion begründet; diese führte jedoch nicht zur Invalidisierung. Bei der
schizoaffektiven
Störung handelt es sich demgegenüber
um eine eigenstän
dige Gesundheitsbeeinträchtigung, die nach Lage der Akten unmittelbar nach dem Unfall keinen Einfluss auf die Arbeitsunfähigkeit hatte und sich erst schlei
chend entwickelte. Manifest wurde sie, wie
Dr.
H._
wiederholt erklärte - erst im Frühjahr 201
2.
Mit anderen Worten beeinträchtigte die
schizoaffektive
Stö
rung die Arbeitsfähigkeit der Klägerin - mit überwiegender Wahrscheinlichkeit - erst im Frühling 2012.
4
.3
Die relevante Arbeitsunfähigkeit trat somit zu einem Zeitpunkt ein, als die Ver
sicherungsdeckung bei der Beklagten (Ende der Nachdeckung am 31. Dezember 2011) bereits beendet war.
Daran ändert
auch
der Umstand
nichts
,
dass die Klägerin nach herrschender Akte
n
lage
seit dem erlittenen Autounfall vom 29. August 2011 durch
gehend arbeits
unfähig war
. Wie ausgeführt wurde
,
ist vorliegend nämlich die sachliche
Kon
ne
xität
zu verneinen. Die ab 29. August 2011 eingetretene Arbeitsunfähigkeit (Folgen der HWS-Distorsion) und die erst im Frühjahr 2012 eingetretene Arbeits
un
fähigkeit, die durch die
schizoaffektive
Störung bedingt war und die zur Inva
lidisierung führte, stehen in keinem engen sachlichen Zusammenhang. Es handelt sich dabei um
verschiedene
eigenständige
Krankheitsbilder.
Aus dem Gesagten folgt, dass die Klage abzuweisen ist
5.
Art. 73 Abs. 2 BVG schliesst einen Anspruch de
r obsiegenden Versi
cherungsträ
gerin auf eine Prozessentschädigung zwar nicht aus. Indes werden den Trägern der beruflichen Vorsorge gemäss BVG beziehungsweise den mit
öffentlichrecht
lichen
Aufgaben betrauten Organisationen in Anlehnung an die Rechtsprechung zu Art. 159 Abs. 2 des bis Ende 2006 in Kraft gestandenen Bundesgesetzes über die Organisation der B
undesrechtspflege (Bundesrechts
pflegegesetz/OG) praxis
gemäss keine Parteientschädigungen zugesprochen. Es besteht kein Grund, bei der Beklagten - trotz ihres entsprechenden Antrages - anders zu verfahren (vgl. BGE 128 V 133 E. 5b, 126 V 150 E. 4a, 118 V 169 E. 7 und 117
V 349 E. 8, mit Hinweisen; vgl. auch BGE 122 V 125 E. 5b und 320 E.
1a und b sowie 112 V 356 E. 6).
Der Klägerin steht eine Prozessentschädigung ausgangsgemäss nicht zu.