Decision ID: 5811c332-4a69-4a42-86cd-234810558d02
Year: 2006
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

verschiedentlich auf Sachverhalte gestossen war, welche vom
Steuerpflichtigen verschwiegen worden waren, teilte sie dem Rechtsvertreter
mit Schreiben vom 7. September 2004 mit, dass sie die Frage einer reformatio
in peius prüfe und forderte diesen zur Stellungnahme auf, wobei sie folgende
zusätzliche Aufrechnungen anführte:
Geldwerte Leistungen von der ... gemäss
Rechnung vom 12. Dezember 1998 Fr. 8‘000.00
AK Verzinsung ... AG 1998 Fr. 8‘000.00
Restbonus aus Aktienverkauf ... AG Fr. 800‘000.00
Einkommen aus Wertschriftenhandel Fr. 231‘678.00
Aktienverkauf ... AG Fr. 1 ‘219‘000.00
In der Stellungnahme vom 27. September 2004 hielt der Vertreter des
Steuerpflichtigen fest, dass er über die geldwerte Leistung von der ... AG ...
keine Unterlagen besitze, die Auszahlung der AK-Verzinsung erst im 1999
erfolgt sei und der Restbonus über Fr. 800'000.-- erst bei Realisierung
besteuert werden könne. Bezüglich des von der Steuerverwaltung geltend
gemachten Ertrags aus Wertschriftenhandel über Fr. 231'678.-- bestritt er
erneut, dass der Steuerpflichtige die Voraussetzungen des gewerbsmässigen
Wertschriftenhändlers erfülle. Auch der Verkaufsgewinn aus dem
Aktienverkauf der ... AG stelle auf jeden Fall einen privaten Kapitalgewinn aus
privatem Vermögen dar, selbst wenn der Steuerpflichtige als
gewerbsmässiger Wertschriftenhändler qualifiziert werden müsste, da auch
der Wertschriftenhändler über Privatvermögen verfügen könne. Mit
Einspracheentscheiden vom 9. Februar 2006 hiess die Steuerverwaltung die
Einsprache teilweise gut. Auf die Vornahme einer reformatio in peius
verzichtete sie dabei, weil die Prüfung der Sachverhaltsangaben des
Rekurrenten gezeigt habe, dass die Voraussetzungen für einen
gewerbsmässigen Wertschriftenhandel gemäss Praxis der Steuerverwaltung
nicht gegeben seien.
2. Dagegen erhob ... am 10. März 2006 Rekurs und Beschwerde an das
Verwaltungsgericht mit dem Antrag, die angefochtenen
Einspracheentscheide aufzuheben und die Angelegenheit im Sinne seiner
Ausführungen zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die
Sicherstellungsverfügungen seien aufzuheben. Der Rekurrent und
Beschwerdeführer (im Folgenden: Rekurrent) bringt vor, er sei fälschlich nicht
als gewerbsmässiger Wertschriftenhändler qualifiziert worden. Von den
Aufrechnungen bestreite er noch die Zahlung von Fr. 50'000.-- von seinem
Bruder, bei der es sich um die Rückzahlung eines Darlehens gehandelt habe.
Die Eingänge auf den Creditanstalt-Bankverein ... im Betrag von Fr. 131'205.-
- seien für seinen Sohn erfolgt. Wirtschaftlich sei er auch nicht Eigentümer von
Fr. 35'789.-- und Fr. 93'357.-- auf diesem Konto. Die Steuerverwaltung habe
ihn schliesslich für seine grossen Umtriebe zu entschädigen.
3. Die Steuerverwaltung beantragte in ihrer Vernehmlassung, Rekurs und
Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden könne.
4. In einem zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien an ihren Standpunkten
fest, ohne wesentliche neue Argumente vorzubringen.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird,
soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. a) Der Rekurrent beantragt, er sei als gewerbsmässiger Wertschriftenhändler zu
qualifizieren mit den entsprechenden Möglichkeiten zur Verlustverrechnung.
Die Vorinstanz erblickt darin eine unzulässige Erweiterung des
Rechtsbegehrens gegenüber den in der Einsprache gestellten Anträgen. Auf
den Rekurs könne daher in dieser Hinsicht nicht eingetreten werden. Diese
Frage kann indessen offengelassen werden. Die Vorinstanz hat sich mit der
Qualifikation des Rekurrenten als gewerbsmässiger Wertschriftenhändler
befasst und ist zum Schluss gekommen, dass er den Wertschriftenhandel
nicht gewerbsmässig betrieben habe. Es erweist sich daher als angezeigt,
darüber auch im Rechtsmittelverfahren materiell zu befinden.
b) Fragen der Steuerhinterziehung oder des Bestandes der im Sachverhalt
erwähnten Sicherstellungsverfügungen bilden klarerweise nicht Gegenstand
der angefochtenen Einspracheentscheide und können daher auch nicht
Gegenstand der vorliegenden Rechtsmittelverfahren sein. Ebenso wenig hat
sich das Gericht mit den nicht förmlich angefochtenen bzw. vom Rekurrenten
anerkannten Aufrechnungspositionen zu befassen. Schliesslich kann auch
nicht auf das sinngemässe Begehren eingetreten werden, es sei ihm eine
ausseramtliche Entschädigung für das Einspracheverfahren zuzusprechen.
Abgesehen davon, dass es dafür keine gesetzliche Grundlage gibt, hat der
Rekurrent in seiner Einsprache auch keinen entsprechenden Antrag gestellt
und damit den Instanzenzug nicht eingehalten (Art. 51 VGG).
2. a) Wie der Rekurrent zu Recht selber ausführt, ist die Frage, ob
gewerbsmässiger Wertschriftenhandel vorliegt oder nicht, immer aufgrund der
gesamten Umstände des Einzelfalles zu beurteilen. Das Bundesgericht
verwendet in ständiger Rechtsprechung verschiedene Indizien, die bereits
einzeln für sich alleine für die Bejahung des gewerbsmässigen
Wertschriftenhandels genügen können, d.h. nicht kumulativ vorhanden sein
müssen. Genannt werden insbesondere das systematische bzw. planmässige
Vorgehen, die Häufigkeit der An- und Verkäufe, der enge Zusammenhang mit
der beruflichen Tätigkeit der betroffenen steuerpflichtigen Person, der Einsatz
besonderer Fachkenntnisse (auch von Drittpersonen), die Besitzesdauer, der
Einsatz von Fremdkapital, die Wiederanlage der Gewinne in gleiche oder
ähnliche Geschäfte oder das Zusammenwirken mehrerer Personen (vgl. zum
ganzen Absatz: BGE 125 II 124, ASA 71, S. 627ff). Bei Wertschriften ist die
ausschliessliche oder weit überwiegende Eigenfinanzierung üblich, während
bei Grundstücken der Kauf in der Regel über eine mehr oder weniger hohe
Fremdfinanzierung erfolgt; deshalb wird der gewerbsmässige
Wertschriftenhandel alleine schon aufgrund einer hohen Fremdfinanzierung
bejaht (BGE 122 II 454).
b) Der Rekurrent hat nun während der Dauer des Einspracheverfahrens bis fast
zum Schluss gestützt auf eben die von ihm zitierte Lehre und Rechtsprechung
den Standpunkt vertreten, er habe keinen gewerbsmässigen
Wertschriftenhandel betrieben. In seinem Schreiben vom 27. Oktober 2003
an die Steuerverwaltung hat er diese Ansicht ausführlich wie folgt begründet:
"An sich wäre für ... die Annahme des gewerbsmässigen
Wertschriftenhandels sogar vorteilhaft, weil er ja gesamthaft mit den
Wertschriften einen Verlust erzielt hat, den er mit dem übrigen Einkommen
verrechnen könnte. Diese Überlegungen sind allerdings nur zutreffend, wenn
der erwähnte Gewinn von Fr. 1'219'000.-- aus dem Verkauf der Aktien der ...
AG nicht dem gewerbsmässigen Wertschriftenhandel zugewiesen werden.
Zu beachten ist übrigens, dass der gewerbsmässige Wertschriftenhandel eine
steuerbegründende Tatsache ist, und deshalb die zuständige Steuerbehörde
die entsprechende Beweislast trägt. Trotzdem mache ich - gewissermassen
vorsorglich - einige gezielte Ausführungen zum gewerbsmässigen
Wertschriftenhandel ganz allgemein, bevor ich auf die Beurteilung des
Gewinnes von Fr. 1'219'000.-- eingehe.
Im Zusammenhang mit der auf 1. Januar 1997 in Kraft getretenen Teilrevision
des kantonalen Steuergesetzes (v.a. betr. Abschaffung der Besteuerung der
Kapitalgewinne auf beweglichem Privatvermögen) hat ..., Vorsteher der
Kantonalen Steuerverwaltung Graubünden, geschrieben:
Für den Kanton Graubünden wird zu beachten sein, dass die Steuerbehörden
an den Entscheid des Gesetzgebers, wonach die privaten Kapitalgewinne
nicht mehr besteuert werden sollen, gebunden sind. Nur ausnahmsweise und
nur in Fällen, in denen Anzahl und Umfang der Wertschriftentransaktionen
einer effektiven Geschäftstätigkeit entsprechen, kann daher von einer
gewerbsmässigen Tätigkeit gesprochen werden. Eine gewerbsmässige
Tätigkeit wird insbesondere dort anzunehmen sein, wo der Steuerpflichtige
unter Einsatz von erheblichen Fremdmitteln eine grosse Anzahl von
Wertschriftentransaktionen veranlasst und damit den Rahmen der privaten
Vermögensverwaltung deutlich sprengt.
Die Kantonale Steuerverwaltung Graubünden ist also bei der Annahme eines
gewerbsmässigen Wertschriftenhandels zu grösster Zurückhaltung
verpflichtet. Dies ist heute umso mehr berechtigt, weil die Anlage des
Vermögens in Wertschriften weit verbreitet ist und längst keine Ausnahme
mehr bildet. Zudem liegt es im Wesen der „Bewirtschaftung“ von
Wertschriften, dass der Bestand dauernd verändert wird, schlechte Papiere
abgestossen, gute erworben und möglichst Gewinne erzielt werden; darin
liegt ein wesentlicher Unterschied zur Vermögensanlage in Liegenschaften.
Je nach Veranlagung bzw. Vorgehensweise und Risikobereitschaft kann
zwischen "aggressiven Investoren“ und „konservativen Investoren“
unterschieden werden. Das Bundesgericht hat dazu ausgeführt:
Auch die private Vermögensverwaltung ist in der Regel nicht auf die reine
Werterhaltung, sondern darüber hinaus auf die Erzielung einer
angemessenen Rendite ausgerichtet. Grundsätzlich ohne Belang ist dabei, ob
diese mit einer konservativen Anlagestrategie oder durch Investitionen in
Wertschriften und derivate Finanzinstrumente angestrebt wird, auch wenn
dies mit einem höheren Verlustrisiko verbunden ist.
Das Verwaltungsgericht Graubünden verlangt deshalb für die Annahme eines
gewerbsmässigen Wertschriftenhandels in der Regel jährlich mindestens 100
Transaktionen.
Die gesamte Vermögensverwaltung erfolgte übrigens durch ..., Bank ..., völlig
selbständig und anhand einer vereinbarten Strategie. ... wurde rund zweimal
im Jahr mittels Depotauszug über den Stand informiert. Eine solche
Vermögensverwaltung entspricht im Ergebnis einer Fonds-Anlage.
Dass kein gewerbsmässiger Wertschriftenhandel vorliegt, belegt auch die
Tatsache, dass jeweils Ende Jahr eine Steueroptimierung mittels Buchung der
jeweils erlittenen Verluste unterblieb. Eine Steueroptimierung ist aber ein
wesentliches Merkmal einer gewerbsmässigen Tätigkeit.
Aufgrund der obigen Ausführungen ist im Fall von ... der gewerbsmässige
Wertschriftenhandel ganz grundsätzlich zu verneinen."
Mit diesen eigenen Ausführungen bestätigt der Rekurrent in eindrücklicher
Weise, dass bei ihm die Voraussetzungen für die Annahme gewerbsmässigen
Wertschriftenhandels aufgrund der in Lehre und Rechtsprechung
entwickelten Kriterien gerade nicht gegeben sind. Weshalb diese
Selbsteinschätzung nun nicht mehr zutreffen soll, vermag der Rekurrent im
Rechtsmittelverfahren nicht darzulegen. Vielmehr beschränkt er sich im
Wesentlichen darauf, in aller Breite die einschlägige Lehre und
Rechtsprechung zu zitieren, ohne einleuchtende Gründe dafür anzugeben,
weshalb seine diesbezügliche Tätigkeit als gewerbsmässig zu qualifizieren
sei. Solche Gründe sind auch nicht ersichtlich. Der angefochtene Entscheid
erweist sich damit in dieser Beziehung als rechtmässig.
3. a) Der Rekurrent macht geltend, bei der Zahlung von Fr. 50'000.--, welche er von
seinem Bruder erhalten hat, handle es sich um die Rückzahlung eines
Darlehens. Er habe während vielen Jahren seine Verwandtschaft (v.a. Mutter,
Vater und einen anderen Bruder) unterstützt, indem er insbesondere die
Kosten der ärztlichen Behandlung, der Medikamente und der langjährigen
Pflege der Mutter bezahlte, weil damals seine finanziellen Verhältnisse besser
waren als jene seiner beiden anderen Brüder. Klar sei aber für alle gewesen,
dass der Rekurrent einen Teil zurückerhalten sollte, sobald für die Brüder
entsprechende Zahlungen möglich würden. Der Bruder habe seine bloss
„moralische“, nicht aber rechtliche Verpflichtung im eigentlichen Sinn mit der
Zahlung der Fr. 50'000.-- erfüllt.
b) Gemäss den einschlägigen Bestimmungen des Bundes- wie auch des
kantonalen Rechtes unterliegen grundsätzlich alle wiederkehrenden und
einmaligen Einkünfte der Einkommenssteuer. Aus diesem Grundsatz ergibt
sich auch die Beweislastverteilung. Die Steuerverwaltung hat nachzuweisen,
dass der Steuerpflichtige einen bestimmten Vermögenszufluss hatte. Dem
Steuerpflichtigen obliegt demgegenüber der Nachweis, dass der
Vermögenszufluss keinen Einkommenscharakter hat, da sich dies
steuermindernd auswirkt. Der Rekurrent glaubt nun, den Beweis für seine
Behauptung, beim vom Bruder erhaltenen Betrag handle es sich um eine
Darlehensrückzahlung, durch die eidesstattliche Erklärung des Bruders bzw.
durch dessen Einvernahme als Zeugen erbringen zu können. Dazu ist
zunächst festzuhalten, dass sich in freier Beweiswürdigung eine Einvernahme
des Bruders als entbehrlich erweist, da nicht zu erwarten ist, dass dieser als
Zeuge etwas anderes aussagen würde als in der eidesstattlichen Erklärung.
Das Gericht ist auch der Überzeugung, dass der Aussage eines engen
Verwandten dafür keine hohe Glaubwürdigkeit zukommt, wenn nicht weitere
Umstände sie zu stützen vermöchten. Für den Rekurrenten wäre es nun ein
Leichtes gewesen, die von ihm für die Unterstützung seiner Verwandten,
insbesondere für die Mutter, aufgewendeten Zahlungen zu belegen. So hätte
er Quittungen oder Überweisungsbelege dafür produzieren können. Ohne
solche Nachweise bleibt der Rechtsgrund des angeblichen Darlehens im
Dunklen, woran auch die Zeugenaussage des Bruders nichts ändern könnte.
Mangels eines gegenteiligen Beweises ist die Vorinstanz demnach zu Recht
davon ausgegangen, dass der Vermögenszufluss von Fr. 50'000.-- als
Einkommen zu besteuern ist.
4. a) Der Rekurrent bringt weiter vor, die Eingänge auf den Creditanstalt-
Bankverein ... im Betrag von Fr. 131'205.-- seien für seinen Sohn erfolgt.
Dieser sei für die ... AG und die ... AG, die damaligen Arbeitgeberinnen des
Rekurrenten, als ausgebildeter Bankfachmann beratend tätig gewesen und
dafür entschädigt worden, was sich aus dem Schreiben der "..." vom 25. Juli
2001 ganz klar ergebe. Schlichtwegs nicht nachvollziehbar sei deshalb die
Behauptung der Steuerverwaltung in den angefochtenen
Einspracheentscheiden, die Begründung, dass es sich dabei um Honorare für
Banktätigkeiten des Sohnes ... gehandelt habe, kann nicht als erwiesen
betrachtet werden.
b) Nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge wird ein in eigenem Namen
abgeschlossenes Rechtsgeschäft auch auf eigene Rechnung getätigt. Liegt -
ausnahmsweise - ein Vertretungs- bzw. Treuhandverhältnis vor, obliegt daher
dessen Nachweis als steuermindernde Tatsache nach den allgemeinen
Beweisregeln dem Steuerpflichtigen. Die Behauptung, ein im eigenen Namen
abgeschlossenes Rechtsgeschäft sei treuhänderisch für einen Dritten
abgeschlossen worden, darf nach der Praxis unberücksichtigt gelassen
werden, wenn das Treuhandverhältnis nicht einwandfrei nachgewiesen ist
(ASA 49 211 E. 1a; vgl. auch Heinz Masshardt, Die direkte Bundessteuer, 2.
Aufl. 1985, N 30 zu Art. 1 BdBSt). Nach der Praxis der ESTV (vgl. deren
Merkblatt «Treuhandverhältnisse» vom Oktober 1967, abgedruckt in
Masshardt, a.a.O., S. 24 ff.) müssen für die Anerkennung eines
Treuhandverhältnisses folgende formellen Voraussetzungen erfüllt sein:
1. Es müssen schriftliche Abmachungen aus der Zeit der Begründung der
Treuhand vorliegen. 2. Das Treugut muss im Vertrag genau umschrieben
sein. 3. Dem Treuhänder dürfen aus der Anlage, Verwaltung und
Veräusserung des Treuguts keine Risiken erwachsen. 4. Der Treuhänder soll
vom Treugeber eine Entschädigung (Treuhandkommission) erhalten, die den
für derartige Dienstleistungen handelsüblichen Ansätzen entspricht und im
Vertrag genau festzuhalten ist. 5. Das Treugut muss in der Bilanz des
Treuhänders klar als solches ersichtlich sein. 6. Über das Treugut sowie die
Ansprüche und Verpflichtungen des Treugebers sind in der Buchhaltung des
Treuhänders besondere Konti zu eröffnen und zu führen.
Die Erfüllung dieser formellen Voraussetzungen ist nach der Rechtsprechung
nicht unabdingbare Voraussetzung für die steuerliche Anerkennung eines
Treuhandverhältnisses. Ein Nachweis ist dem Pflichtigen somit auch auf
andere Weise möglich. Doch ist in jedem Falle ein eindeutiger Nachweis
erforderlich (ASA 60 558 E.2b; 68 750 E. 3a).
c) Soweit der Rekurrent zum Nachweis, dass er nicht wirtschaftlicher
Eigentümer dieses Kontos sei, die Einvernahme von Verwandten beantragt,
gilt sinngemäss das unter E.3.b Gesagte. Sodann vermöchte für sich allein
weder die Zeugenaussage ..., offenbar eines ehemaligen Verwaltungsrates
der ... AG, einen eindeutigen Beweis für die Behauptung des Rekurrenten zu
erbringen. Auch hier wären zusätzliche Unterlagen erforderlich. So hätte der
Rekurrent etwa einen schriftlichen Beratervertrag seines inzwischen
verstorbenen Sohnes oder andere schriftliche Unterlagen über dessen
Geschäfte einreichen können, um den Aussagen der Zeugen Glaubwürdigkeit
zu verleihen. Ein Leichtes wäre es ebenso gewesen, die angebliche
Übertragung des fraglichen Kontos auf die Witwe seines Sohnes durch einen
entsprechenden Bankbeleg nachzuweisen. Da er dies alles unterlassen hat,
ist die Vorinstanz zu Recht davon ausgegangen, dass der Rekurrent den
erforderlichen eindeutigen Nachweis dafür, dass die sich auf dem fraglichen
Konto eingegangenen Vermögenszuflüsse nicht in seinem Eigentum
befanden, nicht erbracht hat. Rekurs und Beschwerde sind daher auch in
diesem Punkt abzuweisen.
d) Dagegen ist dem Rekurrenten - allerdings erst während hängigem Verfahren
vor Verwaltungsgericht - der Nachweis geglückt, dass es sich bei einem
Teilbetrag von Fr. 45'350.-- nicht um eine tatsächliche Überweisung, sondern
um eine blosse Stornobuchung handelte, wie die Bank mit Schreiben vom 18.
Juli 2006 bestätigte. Da somit diesbezüglich kein effektiver Vermögenszufluss
vorliegt, sind Rekurs und Beschwerde in diesem Punkt gutzuheissen; die
Sache ist demgemäss zu neuer Veranlagung an die Vorinstanz
zurückzuweisen.
5. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zu drei Vierteln zulasten
des Rekurrenten und zu einem Viertel zulasten des Staates, welcher dem
anwaltlich vertretenen Rekurrenten überdies eine reduzierte
aussergerichtliche Entschädigung auszurichten hat.