Decision ID: c35f9076-b889-4f22-86a9-0c76121ae2c3
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
SWICA Krankenversicherung AG, Rechtsdienst, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur,
Beschwerdeführerin 1,
und
A._,
Beschwerdeführer 2,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Hochreutener, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen
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gegen
Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Postfach, 8085 Zürich,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war durch seine Tätigkeit bei der B._AG bei der
Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: Zürich) unfallversichert, als er am
13. Oktober 2011 durch die Arbeitgeberin melden liess, am 10. Oktober 2011 beim
Aus-/Entladen von zwei Folienrollen durch eine plötzliche Bewegung die Schulter
verrissen zu haben (act. UV 2012/30 G 3.1/Z1). Dr. med. C._, SWICA
Gesundheitszentren AG, den der Versicherte am 11. Oktober 2011 konsultiert hatte
(act. UV 2012/30 G 3.2/ZM2), veranlasste eine Arthrographie-
Magnetresonanztomographie (Arthro-MR) der rechten Schulter im Diagnosezentrum
Rheintal, Radiologie Nordost, welche eine Supraspinatussehnenruptur mit Partialruptur
der langen Bizepssehne zutage förderte (act. UV 2012/30 G 3.2/ZM1). Am 7. November
2011 fand eine Untersuchung durch Dr. med. D._, FMH Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates, Sportmedizin SGSM, statt. Das Röntgenbild
zeigte einen Status nach Schulter-Stabilisation. Im caudalen Glenoid-Bereich fand sich
eine lockere Schraube, die sich fast zur Hälfte zum Knochen herausgedreht hatte (act.
UV 2012/30 G 3.2/ZM4). Am 10. November 2011 führte Dr. D._ eine
Schulterarthroskopie rechts mit Tenotomie und Tenodese der langen Bizepssehne,
Rekonstruktion der Supraspinatussehne sowie subacromialer Dekompression mittels
Acromioplastik durch (act. UV 2012/3.2/ZM5). Zwischenzeitlich hatte der Versicherte
zum Hergang des Ereignisses vom 10. Oktober 2011 bzw. zu dessen konkreten
Umständen sowie zur Schulter-Stabilisation ergänzende Angaben gemacht (act. UV
2012/30 G 3.1/Z5, G 3.1/Z12), worauf die Zürich ihm und seinem Krankenversicherer,
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der SWICA Gesundheitsorganisation (nachfolgend: SWICA), mit Schreiben vom 4.
November 2011 (act. UV 2012/30 G 3.1/Z14, G 3.1/Z15) mitgeteilt hatte, dass weder
ein Unfall noch eine unfallähnliche Körperschädigung vorliege. Sie lehne deshalb eine
Leistungspflicht für die Behandlungskosten der rechtsseitigen Schulterbeschwerden
ab. Mit Schreiben vom 8. und 14. November 2011 erklärten sich der Versicherte und
die SWICA damit nicht einverstanden (act. UV 2012/30 G 3.1/Z20, G 3.1/Z22), die
Zürich hielt jedoch am 16. November 2011 verfügungsweise an der
Leistungsablehnung gemäss Schreiben vom 4. November 2011 fest (act. UV 2012/30 G
3.1/Z25).
B.
Gegen diese Verfügung erhoben die SWICA und der Versicherte mit Eingaben vom 8.
und 12. Dezember 2011 Einsprache (act. UV 2012/30 G 3.1/Z26, G 3.1/Z27), welche
die Zürich mit Einspracheentscheid vom 13. März 2012 abwies (act. UV 2012/30 G 3.1/
Z43).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richten sich die vom Versicherten, vertreten
durch Rechtsanwalt lic. iur. R. Hochreutener, St. Gallen, und der SWICA eingereichten
Beschwerden vom 23. April 2012, beide mit dem Antrag, der angefochtene
Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten,
für die Folgen des Ereignisses vom 10. Oktober 2011 die gesetzlichen Leistungen
gemäss UVG, insbesondere Heilkostenleistungen, zu erbringen (act. UV 2012/30 und
UV 2012/31 G1). Zusammen mit ihrer Beschwerde reichte die Beschwerdeführerin
einen E-Mail-Verkehr zwischen ihr und Dr. C._ vom 8. November 2011 ein (act. UV
2012/30 G1.3/4).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 22. Mai 2012 beantragt die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerden (act. UV 2012/30 und UV 2012/31 G3).
C.c Mit Repliken vom 14. und 18. Juni halten die Beschwerdeführerin bzw. der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers an ihren Anträgen fest (act. UV 2012/30 und
UV 2012/31 G5).
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C.d Mit Duplik vom 5. Juli 2012 hält die Beschwerdegegnerin ihrerseits an ihrem
Standpunkt und Rechtsbegehren fest (act. UV 2012/30 und UV 2012/31 G 7).
C.e Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt

der übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen:
1.
Beide Beschwerden richten sich gegen denselben Einspracheentscheid der
Beschwerdegegnerin. Es geht um dieselben Rechtsfragen und die Vorbringen der
Beschwerdeführerin und des Beschwerdeführers sind in beiden Fällen im Wesentlichen
dieselben. Es rechtfertigt sich daher, die Verfahren zu vereinigen und in einem einzigen
Urteil zu erledigen (vgl. BGE 128 V 126 E. 1 und 128 V 194 E. 1, je mit Hinweisen).
2.
2.1 Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin als obligatorischer
Unfallversicherer für die Folgen des Ereignisses vom 10. Oktober 2011
leistungspflichtig ist.
2.2 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) werden die Versicherungsleistungen, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. Die
Beschwerdegegnerin hat den Unfallbegriff (Art. 4 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) sowie die Lehre und
Rechtsprechung zum Unfallbegriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit des äusseren
Faktors (BGE 134 V 72; RKUV 1999 Nr. U 333 S. 198 E. 3a) und zu der, dieses Merkmal
erfüllenden, unkoordinierten Bewegung (RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183 E. 4a, 1999 Nr. U
333 S. 199 E. 3c/aa und Nr. U 345 S. 422 E. 2b, 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 4d; Alfred
Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 176 f.;
Alexandra Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. Aufl. Zürich
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2003, S. 27 mit Hinweisen), zutreffend dargelegt. Darauf ist zu verweisen. Die
Rechtsprechung bejaht das Vorliegen eines ungewöhnlichen äusseren Faktors
ausserdem dann, wenn beim Heben oder Verschieben einer Last ein ganz
ausserordentlicher Kraftaufwand erfolgt und zu einer, gelegentlich als Verhebetrauma
bezeichneten, Schädigung führt. Es muss jedoch von Fall zu Fall geprüft werden, ob
die Anstrengung im Hinblick auf Konstitution und berufliche oder ausserberufliche
Gewöhnung der betreffenden Person ausserordentlich war (vgl. BGE 116 V 136 E. 3b;
RKUV 1994 Nr. U 180 S. 38 E. 2).
2.3 Im Unfallversicherungsrecht herrscht, wie allgemein im Sozialversicherungsrecht,
der Untersuchungsgrundsatz. Der Unfallversicherer und im Streitfall das Gericht haben
den Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln. Indessen ist die
leistungsansprechende Person gesetzlich verpflichtet, dabei mitzuwirken. Sie muss die
Umstände des Unfalls glaubhaft machen. Kommt sie dieser Forderung nicht nach,
indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das
Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen,
besteht keine Leistungspflicht der Unfallversicherung. Im Streitfall obliegt es dem
Gericht zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind.
Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die notwendigen
Beweise zu erheben und kann zu diesem Zweck auch die Parteien heranziehen. Wird
auf Grund dieser Massnahmen das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht wenigstens
mit Wahrscheinlichkeit erstellt - die blosse Möglichkeit genügt nicht - so hat dieses als
unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden Person
auswirkt (BGE 126 V 360 E. 5b, 117 V 360 E. 4a, 116 V 140 E. 4b; RKUV 1990 Nr. U 86
S. 50).
3.
3.1 Gemäss Unfallmeldung vom 13. Oktober 2011 hat es dem Beschwerdeführer am
10. Oktober 2011 beim Aus-/Entladen von zwei Folienrollen durch eine plötzliche
Bewegung die rechte Schulter "verrissen" (act. UV 2012/30 G 3.1/Z1). Das
Standardgewicht einer Folienrolle beträgt laut Angabe des Beschwerdeführers vom 2.
November 2011 ca. 22 bis 30 kg (act. UV 2012/30 G 3.1/Z12). In einem von der
Beschwerdegegnerin zugestellten Fragebogen schilderte er am 26. Oktober 2011 den
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Hergang des Ereignisses folgendermassen: "Beim Versuch eine Kunststoff-Folienrolle
auf die Schulter zu heben - ähnlich einem Bäcker, der einen Mehlsack auf die Schulter
nimmt -, habe ich mich seitlich resp. nach hinten verrissen.". Bei der Frage, ob sich in
seinem Bewegungsablauf anlässlich des Ereignisses vom 10. Oktober 2011 etwas
Ungewöhnliches zugetragen habe, verwies der Beschwerdeführer auf diese
Ereignisschilderung. Die Frage, ob der Beschwerdeführer diese oder eine ähnliche
Tätigkeit schon früher verrichtet habe, beantwortete er mit "Ja, sehr selten" und fügte
hinzu, dass die von seiner Firma produzierten Folienrollen üblicherweise mittels einer
Spedition befördert würden (act. UV 2012/30 G 3.1/Z5). Nachdem ihm die
Beschwerdegegnerin sodann mit Schreiben vom 4. November 2011 mitgeteilt hatte,
dass sie eine Leistungspflicht für die Behandlungskosten seiner rechtsseitigen
Schulterbeschwerden ablehne (act. UV 2012/30 G 3.1/Z14), führte der
Beschwerdeführer am 8. November 2011 aus, er habe beim Entladen seines
Personenwagens versucht, eine Rolle von 22 bis 23 kg aus dem Kofferraum zu
nehmen. Im Zeitpunkt des Entladens habe es stark geregnet. Die Rolle sei feucht und
rutschig gewesen. Beim Aufheben habe es ihn seitlich und nach hinten verrissen.
Aufgrund des abrupten Schmerzes habe er die Rolle dann fallen gelassen (act. UV
2012/30 G 3.1/Z20). In der Einsprache vom 12. Dezember 2011 (act. UV 2012/30 G
3.1/Z27) formulierte er sodann, dass es ihm durch das Entgleiten der glitschigen Folie
Arm und Schulter rechts nach hinten verrissen habe. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers hält aufgrund von dessen Aussagen in der Beschwerde sowie
Replik vom 23. April bzw. 14. Juni 2012 als Bewegungs- und Geschehensablauf ein
"Auf-die-Schulter-Schwingen" der beiden Plastikrollen fest, das verbunden mit der als
Folge der Regennässe rutschigen Oberfläche zum "Verreissen" nach hinten bzw.
seitlich geführt habe (act. UV 2012/31 G1, G 5).
3.2 Damit beurteilt werden kann, ob das Ereignis vom 10. Oktober 2011 einen Unfall
im Rechtssinn darstellt, ist vorweg festzulegen, wie sich das Geschehen mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit ereignet hat. Wie von der Beschwerdeführerin in der
Beschwerde definiert, findet der Grundsatz, dass den "Aussagen der ersten Stunde"
grösseres Gewicht beizumessen ist, einzig dann Anwendung, wenn die versicherte
Person während des Verwaltungsverfahrens widersprüchliche oder inhaltlich
wechselnde Sachverhaltsdarstellungen präsentiert (BGE 121 V 47 E. 2a; RKUV 2004
Nr. U 524 S. 546). Präzisierend ist zu ergänzen, dass auch ein im Nachhinein
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dargelegter Sachverhalt als ausgewiesen gelten bzw. berücksichtigt werden kann,
wenn spätere Aussagen auf früheren Aussagen aufbauen bzw. sich die späteren einzig
durch einen höheren Detaillierungsgrad auszeichnen. Die verschiedenen Aussagen
müssen jedoch in sich kongruent und miteinander vereinbar sein, damit nicht von
widersprüchlichen Aussagen gesprochen werden kann. Wird dagegen zu einem
späteren Zeitpunkt ein neuer, mit der bisherigen Schilderung nicht vereinbarer
Sachverhalt hinzugefügt, ist er überwiegend wahrscheinlich als zweifelhaft bzw.
lediglich als möglich zu betrachten.
3.3 Nach Auffassung der Beschwerdegegnerin ist von der Schilderung des
Beschwerdeführers im Schreiben vom 8. November 2011 (act. UV 2012/30 G 3.1/Z20)
auszugehen. Diese folgte grundsätzlich auf ihr Ablehnungsschreiben vom 4. November
2011 (act. UV 2012/30 G 3.2/Z14). Mit der fraglichen Schilderung sind die in den
weiteren - früheren und späteren - Ereignisschilderungen des Beschwerdeführers
enthaltenen zusätzlichen Aussagen kongruent und vereinbar und somit nicht als
widersprüchliche Angaben zu bewerten. - Aus dem Schreiben des Beschwerdeführers
vom 8. November 2011 ergibt sich, dass die Bewegung im konkreten Fall nur im
Entladen von einer Folienrolle bestanden hat. Der Beschwerdeführer selber spricht von
"einer" Rolle und fügt dieser Aussage entsprechend auch nur das Gewicht einer Rolle
an. Die Beschwerdegegnerin geht sodann davon aus, der Schmerz sei beim Heben
bzw. Anheben der Folienrolle aufgetreten (vgl. dazu act. UV 2012/30 G 3.1/Z25; act. UV
2012/30 G 3.1/Z44; act. UV 2012/30 und UV 2012/31 G 3). Angesichts dessen, dass
der Beschwerdeführer im Fragebogen vom 26. Oktober 2011 (act. UV 2012/30 G 3.1/
Z5) seinen Versuch, eine Kunststoff-Folienrolle auf die Schulter zu heben, mit der
Tätigkeit eines Bäckers verglich, der einen Mehlsack auf die Schulter nimmt, und
ausserdem von einem sich seitlich respektive nach hinten "Verreissen" - offensichtlich
der Schulter (vgl. dazu Unfallmeldung vom 13. Oktober 2011 [act. UV 2012/30 G 3.1/
Z1]) sprach, lässt jedoch annehmen, dass der Schmerz erst anschliessend an das im
Gesamtablauf zu Beginn erfolgte vertikale Hochheben der Folienrolle, d.h. beim
nachfolgenden Positionieren der Folienrolle auf der Schulter, auftrat. Dem Sachverhalt
darf wohl auch zu Grunde gelegt werden, dass das Heben einer Folienrolle von 22 bis
30 kg Gewicht auf die Schulter mit einem gewissen Schwung erfolgt. Dass es am 10.
Oktober 2011 geregnet hat und die Folienrolle somit nass und glitschig war, wird
schliesslich von der Beschwerdegegnerin nicht in Frage gestellt. Bei der Beurteilung,
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ob ein Unfall im Rechtssinn vorliegt, ist somit vom Bewegungs- bzw.
Geschehensablauf auszugehen, wonach der Beschwerdeführer versuchte, eine vom
Regen feuchte und rutschige Folienrolle von 22 bis 30 kg auf die rechte Schulter zu
heben, wobei es ihm diese seitlich nach hinten "verrissen" hat.
4.
4.1 Dass der Beschwerdeführer einen Unfall im Sinne eines Verhebetraumas erlitten
hätte bzw. beim Heben der Folienrolle ein ganz ausserordentlicher Kraftaufwand erfolgt
wäre, wird weder vom Beschwerdeführer noch von der Beschwerdeführerin geltend
gemacht. Die höchstrichterliche Rechtsprechung orientiert sich dabei an Gewichten,
welche von der konkreten Person unter bestimmten Umständen getragen werden
können. Dass der zur Diskussion stehende Arbeitsvorgang eine gewisse körperliche
Anstrengung erfordert und es dadurch zu einer Krafteinwirkung auf die Schultergelenke
kommt, steht ausser Frage. Bei einem Gewicht von 22 bis 30 kg fällt jedoch die
Annahme eines Verhebetraumas bzw. einer ausserordentlichen Anstrengung ausser
Betracht (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden vom 29.
September 2000 i/S J. [S 00 174], E. 3, bestätigt durch Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts, EVG [seit 1. Januar 2007 Bundesgericht], vom 6. Mai 2002, U
477/00, E. 3b; Urteil des EVG vom 27. Juli 2001, U 7/00, E. 4b/dd; BGE 116 V 136 ff;
RKUV 1994 Nr. U 180 S. 39 E. 3b und c; SUVA-Jahresbericht 1988 Nr. 8 S. 15; Alfred
Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, Bern 1989, S. 178 N 359). Selbst
wenn der Beschwerdeführer angeblich sehr selten Folienrollen trägt (vgl. act. UV
2012/30 G 3.1/Z5), mutete er sich eine solche Arbeit offensichtlich ohne weiteres zu.
4.2 Die Beschwerdeführerin und der Beschwerdeführer sehen jedoch einen Unfall bzw.
das Tatbestandselement der Ungewöhnlichkeit in einer unkoordinierten Bewegung
gegeben. Konkret argumentiert der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, der
ordentliche Bewegungsablauf des "Auf-die-Schulter-Schwingens" der Plastikrolle sei
durch den (allenfalls zu starken) Schwung, verbunden mit der Erschwernis der
rutschigen Oberfläche der Plastikrolle (als Folge der Regennässe), gestört gewesen und
habe dadurch zum "Verreissen" nach hinten bzw. seitlich geführt. Laut
Beschwerdeführerin beschreibt das "Verreissen" nach seitlich-hinten mit einem über 20
kg schweren Gegenstand die Programmwidrigkeit, auch wenn der Grund dafür nicht
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genannt werde. Ob das "Verreissen" durch einen zu starken Schwung oder durch ein
Rutschen der feuchten Folie verursacht worden sei, sei aber letztlich unerheblich. -
Entgegen dieser Argumentationen gilt es jedoch einen programmwidrigen
Bewegungsablauf zu verneinen. Damit die körpereigene Bewegung des Hebens bzw.
Schwingens eines Gegenstandes auf die Schulter das gemäss Art. 4 ATSG
erforderliche Tatbestandsmerkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllt, muss sie zusätzlich
aus einer eindeutig programmwidrig beeinflussten Körperbewegung hervorgehen, was
beispielsweise dann zutrifft, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an
einen Gegenstand anstösst oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine
reflexartige Abwehrbewegung ausführt oder auszuführen versucht (RKUV 2004 Nr. U
502 S. 183 E. 4.1; Rumo-Jungo, a.a.O., S. 27 mit Hinweisen). Im Anheben einer
Folienrolle mit Schwung und dem seitlichen nach hinten Rutschen der Rolle liegt nichts
Programmwidriges. Vielmehr gehören diese Vorgänge zum Ablauf, wie sie sich beim
Heben von Gegenständen auf die Schulter natürlicherweise abspielen können. Auch
mit der Schilderung bzw. Formulierung des "Verreissens" ist noch in keiner Weise ein
programmwidriger Bewegungsablauf in der Wirkungsstärke eines Sturzes oder eines -
hier passenderen - Ausgleitens belegt. Der Begriff des "Verreissens" ist nicht klar
definierbar. Die subjektive Betrachtungsweise des Betroffenen bestimmt entscheidend
mit, was als "Verreissen" wahrgenommen wird und was nicht. Insofern erscheint es
durchaus möglich, dass bereits ein blosser Zug des Schultergelenks nach seitlich-
hinten als zusätzliches Moment wahrgenommen und als "verreissen" bezeichnet wird.
Im konkreten Fall erscheint es naheliegend, dass die fragliche Formulierung zu einem
wesentlichen Teil mit der in der Folge festgestellten Schulterverletzung - der
Supraspinatussehnenruptur mit Partialruptur der langen Bizepssehne -
zusammenhängt. Es ist eine Erfahrungstatsache, dass im alltäglichen
Bewegungsablauf Verdrehungen (vgl. dazu act. UV 2012/30 G 3.2/ZM4:
Distorsionstrauma) oder ein gewisser Zug in eine Richtung von Sehnen, Muskeln,
Bändern und Gelenken nichts Aussergewöhnliches darstellen, sondern die genannten
beweglichen Bestandteile des Körpers gerade ein normales und verletzungsfreies
Funktionieren im täglichen Leben bzw. verschiedenste Bewegungen und Drehungen
und dergleichen mehr - durchaus auch verbunden mit einer gewissen Krafteinwirkung -
gewährleisten. Inwieweit, d.h. mit welcher Intensität, die Sehnen der rechten Schulter
im Sinn einer klar abgegrenzten Belastungssituation übermässig beansprucht wurden,
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lässt sich im konkreten Fall nicht bestimmen. Das Hochheben einer Folienrolle auf die
Schulter - auch mit Schwung - sowie deren Abrutschen von der Schulter ist als
normaler Bewegungsvorgang zu betrachten, dem auch keine Ungewöhnlichkeit eigen
ist, wenn die Rolle über die Schulter nach hinten kippt oder nass und damit rutschig ist.
Der medizinische Begriff des Traumas deckt sich sodann nicht mit dem Unfallbegriff.
Bei einer Distorsion handelt es sich zwar im Regelfall um eine traumatisch bedingte
Diagnose, die sich jedoch durch verschiedenste Schweregrade auszeichnen kann (vgl.
dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S.
1097, 1117; vgl. dazu auch Urteil des EVG vom 30. August 2001, U 277/1999). Eine
Distorsion kann durchaus auch nach einem geringfügigen Vorfall auftreten. Insofern
kann sie ohne weiteres auch nur einem unfallähnlichen Ereignis ohne
Programmwidrigkeit im Sinne eines ungewöhnlichen äusseren Faktors entstammen
(vgl. dazu Erwägung 5).
4.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass im vorliegenden Fall unter Würdigung
aller Umstände ein Unfall im Rechtssinn nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen ist.
5.
5.1 Zu prüfen bleibt jedoch, ob die Beschwerdegegnerin für die fragliche
Schulterverletzung im Sinne einer unfallähnlichen Körperschädigung gemäss Art. 9
Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) die gesetzlichen
Leistungen zu erbringen hat. Bei unfallähnlichen Körperschädigungen nach Art. 9 Abs.
2 UVV müssen zur Begründung der Leistungspflicht des Unfallversicherers - wie die
Beschwerdegegnerin zutreffend darlegt - mit Ausnahme der Ungewöhnlichkeit die
übrigen Tatbestandsmerkmale des Unfalls erfüllt sein. Besondere Bedeutung kommt
hierbei der Voraussetzung des äusseren Ereignisses zu, d.h. eines ausserhalb des
Körpers liegenden, objektiv feststellbaren, sinnfälligen, eben unfallähnlichen Vorfalls
(BGE 129 V 466; Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juli 2009, 8C_346/2009, E. 3). Das
Ereignis vom 10. Oktober 2011 ist nach Lage der Akten offenkundig plötzlich,
unfreiwillig und mit einer Körperschädigung aus der Liste von Art. 9 Abs. 2 UVV (lit. f:
Sehnenrisse) als Folge abgelaufen (vgl. Art. 4 ATSG). Zu beantworten bleibt indessen
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die Frage, ob auch das Kriterium des äusseren Faktors erfüllt bzw. ein unfallähnliches
Ereignis vorliegt.
5.2 Die normale Dreh- oder Längsbewegung mit einem Körperteil stellt lediglich eine,
das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors nicht erfüllende, alltägliche
Lebensverrichtung dar. Die Intensität eines schädigenden äusseren Faktors wird erst
durch einen davon unterscheidbaren, zur Unkontrollierbarkeit der Verrichtung
führenden, äusseren Moment, d.h. mit einer heftigen und/oder belastenden Bewegung,
erreicht. Das An- und Aufheben eines Gegenstandes ist, je nach Beschaffenheit des
selben, insbesondere seines Gewichts und seiner Form, naturgemäss mit einem
gewissen Kraftaufwand und - bewegungsmässig - mit einem entsprechenden Ruck
verbunden. Desgleichen stellt das Auf- bzw. Anheben einer 22 bis 30 kg schweren
Folienrolle durch eine erwachsene männliche Person für sich allein betrachtet, d.h.
ohne besondere hinzutretende Umstände, keinen äusseren Faktor im Sinne der
Rechtsprechung (BGE 129 V 468 ff. E. 4.1 ff.) dar. Der vorliegende Sachverhalt ist
jedoch durchaus vergleichbar mit demjenigen im Entscheid des Bundesgerichts vom 5.
Juli 2004, U123/04, wo der Versicherte einen 15 kg schweren und ca. 80 cm breiten
Plastiktisch je an den Längsseiten mit den Händen fasste, ihn anhob und ihn via eine
Drehbewegung in die Höhe zu stemmen versuchte, damit er ihn auf dem Rücken hätte
transportieren können, und sich dabei die Bizepssehne verletzte. Das Bundesgericht
entschied, dass diesem Geschehen ein gewisses gesteigertes Gefährdungspotenzial
im Sinne der Rechtsprechung innewohne, indem nicht bloss die Schulter- und die
Rückenregion, sondern auch die Arme, insbesondere die Ellenbogen, in besonderer
Weise belastet würden.
5.3 Im konkreten Fall ist ebenso zu berücksichtigen, dass die Bewegung, die mög
licherweise zur Supraspinatussehnenruptur mit Partialruptur der langen Bizepssehne
geführt hat (vgl. dazu nachfolgende Erwägung 6), nicht in einem blossen Anheben einer
Folienrolle bestand. Mit Blick auf das zu berücksichtigende Ereignis (vgl. Erwägung 3.3)
hob der Beschwerdeführer die Folienrolle nicht nur mit beiden Armen vertikal und
folglich mit gleichmässig verteiltem Gewicht an, sondern weiter auf die rechte Schulter,
um sie zu transportieren. Wie bereits erwähnt, darf als wahrscheinlich gelten, dass
dieser Bewegungsablauf mit Schwung durchgeführt wurde. Der Beschwerdeführer hat
damit eine relativ komplexe körpereigene Bewegung ausgeführt, durch welche gerade
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die Schulterregion in besonderer Weise belastet war. Diese Würdigung erscheint
insbesondere auch deshalb angemessen, weil es sich bei einer Folienrolle um einen
länglichen und damit eher unhandlichen Gegenstand handelt, der in die richtige
Position gedreht werden musste. Hinzu kommt ein recht erhebliches Gewicht der Rolle,
auch wenn dieses bei weitem nicht die Annahme eines Unfalls bzw. Verhebetraumas
rechtfertigen würde (vgl. dazu Erwägung 4.1). Miteinzubeziehen ist auch ein durch die
feuchte, seitlich nach hinten entglittene Folienrolle offensichtlich nicht optimal
verlaufener Hebevorgang, der mit dem Zug des Schultergelenks nach hinten - gerade
auch durch das Gewicht der Folienrolle - ein erhöhtes Gefahrenmoment darstellte bzw.
plötzlich zu einer erhöhten Krafteinwirkung auf die Schulter führte. Zusammenfassend
ist festzuhalten, dass die in Frage stehende körpereigene Bewegung nach dem
Gesagten in ihrer Gesamtheit als ein Geschehen zu qualifizieren ist, dem - entgegen
der Auffassung der Beschwerdegegnerin - ein gewisses gesteigertes
Gefährdungspotential innewohnt. Damit ist die Beschwerdegegnerin dem Grundsatz
nach leistungspflichtig hinsichtlich des Ereignisses vom 10. Oktober 2011.
6.
6.1 Als weitere Voraussetzung der Leistungspflicht des Unfallversicherers ist sodann
die natürliche und adäquate Kausalität zwischen dem unfallähnlichem Ereignis und der
festgestellten Gesundheitsschädigung verlangt (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG). Ursachen im
Sinn des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren
Vorhandensein die gesundheitliche Beeinträchtigung nicht oder nicht in gleicher Weise
oder nicht zur gleichen Zeit eingetreten wäre. Für die Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder
unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende
Ereignis zusammen mit anderen Faktoren für die Schädigung verantwortlich ist, der
Unfall mit anderen Worten als Teilursache nicht weggedacht werden kann, ohne dass
auch die eingetretene Folge entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und
einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine
Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der
ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat (BGE 129 V 181 E.
3.1, 119 V 337 f. E. 1 mit Hinweisen). Als adäquate Ursache eines Erfolgs hat ein
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Ereignis nach der Rechtsprechung zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf
der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, den eingetretenen
Erfolg zu bewirken, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis allgemein als
begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2, 125 V 461 E. 5a mit Hinweisen). Während
es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen Kausalzusammenhang zu
beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Fragen nach dem adäquaten
Kausalzusammenhang zu beurteilen (BGE 123 III 110 E. 3a). Im Bereich klar
ausgewiesener somatischer Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche
Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung
des Unfallversicherers praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher
Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118, V
291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb mit Hinweisen).
6.2 Für die Annahme unfallkausaler somatischer Folgen wird im Regelfall eine
strukturelle Läsion als objektivierbares Korrelat verlangt. Als objektiviert gilt eine solche
Läsion dann, wenn sie durch einen entsprechenden radiologischen
Untersuchungsbefund oder einen Arthroskopiebefund nachgewiesen werden kann.
Anlässlich der Arthro-MR der rechten Schulter des Beschwerdeführers vom 14.
Oktober 2011 zeigte sich eine Supraspinatussehnenruptur mit Partialruptur der langen
Bizepssehne (act. UV 2012/30 G 3.2/ZM1), worin ein struktureller Gesundheitsschaden
zu sehen ist, der grundsätzlich unfallkausal, aber auch im Rahmen eines degenerativen
Prozesses entstehen kann (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 628, 723 ff.; Pschyrembel,
Klinisches Wörterbuch, 262. Aufl. Berlin 2010, S. 1892, http://www.ortho-wien.at/hp-
schulter/Sehnen-Riss.htm, abgerufen am 7. Januar 2013). Aktenmässig erstellt ist
sodann, dass der Beschwerdeführer im Bereich der rechten Schulter einen Vorzustand
aufwies. Es handelt sich dabei gemäss Bericht über die obgenannte Arthro-MR der
rechten Schulter vom 14. Oktober 2011 um einen Zustand nach schulterchirurgischem
Eingriff am ventro-inferioren Pfannenrand mit liegender Schraubenosteosynthese. Der
Beschwerdeführer bestätigte am 2. November 2011, aufgrund eines Skiunfalls vor ca.
25 Jahren eine Schulteroperation rechts gehabt zu haben (act. UV 2012/30 G 3.1/Z11).
Anlässlich der bei ihm am 7. November 2011 durchgeführten röntgenologischen
Untersuchung fand sich im caudalen Glenoid-Bereich eine lockere Schraube, die sich
bereits zur Hälfte zum Knochen herausgedreht hatte (act. UV 2012/30 G 3.2/ZM4).
Während die Beschwerdegegnerin aufgrund dieses Vorzustands die Kausalität zum
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Unfallereignis vom 10. Oktober 2011 bestreitet bzw. davon ausgeht, die
Sehnenrupturen seien allein auf den Vorzustand bzw. die lockere Schraube im
caudalen Glenoid-Bereich zurückzuführen, gehen der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers sowie die Beschwerdeführerin davon aus, die Rupturen seien
zumindest als teilkausal zum Unfall vom 10. Oktober 2011 - im Sinne einer allfälligen
richtunggebenden Verschlimmerung des Vorzustands - zu betrachten.
6.3 Dr. med. C._, Swica Gesundheitszentren AG, hielt im ersten ärztlichen Zeugnis
vom 27. Oktober 2011 fest, dass beim Beschwerdeführer erstmals am 10. Oktober
2011 beim Tragen einer schweren Rolle ein akuter Schmerz aufgetreten sei. Er stellte
die Diagnose einer Supraspinatussehnenruptur und verneinte die Frage, ob andere
Faktoren (z.B. frühere Krankheiten oder Unfälle, Gebrechen, Suchtverhalten) Einfluss
auf dieses Leiden gehabt hätten (act. UV 2012/30 G 3.2/ZM2). Das
Untersuchungsergebnis der Arthro-MR der rechten Schulter vom 14. Oktober 2011 war
dannzumal bekannt. Ob sich jedoch Dr. C._ im Rahmen der vorgenannten Antwort
konkret mit dem Vorzustand auseinandergesetzt hat, ist angesichts der blossen
Verneinung unfallfremder Faktoren ohne jegliche Begründung nicht erkennbar. In
seinem Sprechstundenbericht vom 7. November 2011 empfahl der spätere Operateur
Dr. D._ eine operative Revision im Sinn der Schulter-Arthroskopie mit
arthroskopischer Supraspinatussehnen-Rekonstruktion und allenfalls Tenotomie und
Tenodese der langen Bizepssehne aber auch die Entfernung der lockeren Schraube im
Bereich des Glenoids (act. UV 2012/30 G 3.2/ZM4). Allein anhand dieses Umstands
lässt sich jedoch noch kein Kausalzusammenhang zwischen dem Vorzustand und der
Supraspinatussehnenruptur herstellen. Im Operationsbericht vom 10. November 2011
(act. UV 2012/30 G 3.2/ZM5) stellte Dr. D._ die Diagnosen eines posttraumatischen,
vollständigen Abrisses der Supraspinatussehne mit Einriss des Rotatorenintervalls
Schulter rechts sowie einer Ventralluxation der langen Bizepssehne. Der Begriff
"posttraumatisch" vermag juristisch gesehen nichts über eine allfällige Unfallkausalität
auszusagen (Maurer, a.a.O., S. 460 N 1205; BGE 119 V 335 E. 2b/bb in fine), sondern
drückt nur aus, dass gewisse Beschwerden nach einem Unfall aufgetreten sind. Die
Ausführungen von Dr. D._ unter der Rubrik "Indikation" (Am 10. Oktober 2011 wollte
der Beschwerdeführer eine schwere Rolle anheben. Diese war nass und rutschte weg.
Erlitt dabei ein Distorsionstrauma der rechten Schulter. Bei diesem Unfall zog sich der
Patient obgenannte Verletzung zu.) genügen ebenfalls nicht den Ansprüchen an eine
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umfassende und überzeugende Kausalitätsbeurteilung, sondern entsprechen einer
Anamnese, d.h. einer Aufzeichnung des konkreten Schadenfalls, der eben einen
operativen Eingriff rechtfertigte (vgl. dazu vor allem auch act. UV 2012/30 G 3.2/ZM4:
Rubrik "Anamnese"). Zu beachten ist im Weiteren die Regel "post hoc ergo propter
hoc", nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch
den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, die jedoch keine
beweisrechtliche Bedeutung hat (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. Zürich
2009, N 43 f. zu Art. 4; BGE 119 V 341 f. E. 2b/bb am Ende; SVR 2009 UV Nr. 13
[8C_590/2007], S. 52, E. 7.2.4). Auf Grundlage der angeführten ärztlichen Ausführungen
und Feststellungen lässt sich eine Teilursächlichkeit des Ereignisses vom 10. Oktober
2011 für die Supraspinatussehnenruptur an der rechten Schulter mit Partialruptur der
langen Bizepssehne weder mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit ausschliessen noch bejahen. Die vorstehend dargelegten Akten
enthalten keine ärztliche Beurteilung, in denen ausdrücklich zur Kausalitätsfrage -
insbesondere zur Frage, welche kausale Bedeutung der lockeren Schraube im
caudalen Glenoid-Bereich, die sich bereits zur Hälfte zum Knochen herausgedreht
hatte, zukam - Stellung genommen worden wäre. Es ist durchaus möglich, dass
diesbezüglich eine Teilursächlichkeit zu bejahen wäre, was jedoch eine parallel dazu
vorliegende, traumatische Teilursächlichkeit nicht ausschliessen müsste. Anzufügen ist
denn auch, dass die röntgenologische Untersuchung der rechten Schulter des
Beschwerdeführers vom 7. November 2011 zumindest keine degenerativen
Veränderungen zur Darstellung brachte (act. UV 2012/30 G 3.2/ZM4) und der
medizinischen Literatur zu entnehmen ist, dass gesunde Sehnen grundsätzlich nie
reissen (vgl. Debrunner, a.a.O., S. 728; http://www.ortho-wien.at/hp-schulter/Sehnen-
Riss.htm, abgerufen am 7. Januar 2013). Für eine abschliessende Beurteilung der
Kausalitäten sind in Bezug auf die Supraspinatussehnenruptur der rechten Schulter mit
Partialruptur der langen Bizepssehne somit weitere Abklärungen notwendig, wofür die
Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.
7.
7.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen werden die Beschwerden unter Aufhebung
des angefochtenen Einspracheentscheids vom 13. März 2012 (act. UV 2012/30 G 3.1/
Z44) teilweise gutgeheissen und die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im Sinn
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der Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin
zurückgewiesen.
7.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Gemäss Art. 61 lit. g
ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei hingegen Anspruch auf Ersatz
der Parteikosten. Als volles Obsiegen gilt auch die Rückweisung der Sache an die
Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Der
Beschwerdeführerin, als einer mit öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Institution,
steht keine Parteientschädigung zu (vgl. BGE 128 V 133 f. E. 5b). Hingegen hat der
Beschwerdeführer bei diesem Verfahrensausgang Anspruch auf Parteientschädigung.
Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache sowie der Schwierigkeit des
Prozesses rechtfertigt es sich, diese auf pauschal Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und
Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39