Decision ID: 572e7f43-829f-4d20-8cbe-60d29da6658b
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1973
geborene
X._
war als Maschinist bei der
Y._
tätig
(Urk.
7/12)
, als er am 18.
Juni 2003 aus dem Sitz eines Muldenkippers auf die Strasse geschleudert wurde und sich
dabei
eine stabile LWK
-I
-Fraktur sowie eine Distorsion der HWS zuzog (
Urk.
7/7/118
). Für die Folgen dieses Unfalls erbrachte die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SU
VA) die gesetzlichen Leistungen.
Am 23.
Februar 2005 meldete sich der Versicherte bei der
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
unter Hinweis
auf
unfallbedingte
Rücken- und Schulterbeschwerde
n
zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (Urk.
7
/
4). Die IV-Stelle zog die Akten des
Unfall
versicherers
bei und tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen.
Ab 1.
Oktober 2005 arbeitete der Versicherte als Baggerführer
in einem 100 %-Pensum
bei
der
Z._
(Urk.
7/25
und
Urk.
7/39
).
Mit Verfügung vom 23.
November 2005 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch des Versicherten
auf berufliche Massnahmen
und hielt fest, dass der Versicherte rentenausschliessend eingegliedert sei
(Urk.
7/22). Diese Verfügung blieb unan
g
e
fochten.
1.2
Am 31.
Dezember 2008
verunfallte
der Versicherte erneut,
indem
er mit seinem Personenwagen auf schneebedeckter Strasse mit
einer
Leitplanke kollidierte (Urk
.
7/63/143).
Dabei erlitt er
eine Lungenkontusion beidseits,
eine HWS-
Dis
torsion
und eine LWK-I-Deckplattenimpressionsfraktur (Urk. 7/63/127), wobei sich später herausstellte, dass er sich
bei diesem Unfall keine erneute
LWK-I-Deckplattenimpressionsfraktur
z
ugezogen hatte (Urk. 7/63/33 f.)
.
Die SUVA erbrachte für die
Unfallfolgen
wiederum
die gesetzlichen Leistungen.
Am 6.
April 2011 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf
unfallbedingte
Rückenschmerzen und psychische Beschwerden
erneut
bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (Urk. 7/32).
Die IV-Stelle zog die Akten des
Unfallversiche
rers
bei und tätigte weitere medizinische und erwerbliche Abklärungen.
In der Folge ordnete die IV-Stelle ein orthopädisch-psychiatrisches Gutachten an, wel
ches am 8. Juni 2011 erstattet wurde (Urk. 7/46).
Gestützt auf die Schlussfol
gerungen der Gutachter und nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
ver
neinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
29. Oktober 2012
einen
Leistungsan
spruch
(Urk.
7/93
= Urk.
2
)
.
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
30. November 2012 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es
sei ihm eine ganze Rente zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, um den Sachverhalt abzuklären und über den Rentenanspruch neu zu entscheiden (Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 16. Januar 2013 beantragte die
Beschwerdegegne
rin
die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer am 21. Januar 2013 mitgeteilt wurde (Urk. 8). Mit Eingabe vom 18. Januar 2013 reichte der Beschwerdeführer einen Bericht
der
A._
ein (
Urk. 10)
, welcher der Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom
21.
Januar 2013 zur Stellungnahme zugestellt wurde (Urk. 12). Mit Eingabe vom 11. Februar 2013 reichte die Beschwerdegegnerin eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) ein (Urk. 13),
was
dem Beschwerdeführer am 12. Februar 2013 mitgeteilt wurde (Urk. 15).
3.
Auf die der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Ent
scheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 die
ser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 des Bundesge
setzes über den allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vorzuge
hen (vgl. dazu BGE 130 V 71; AHI 1999 S. 84 E. 1b mit Hinweisen; vgl. auch AHI 2000 S. 309 E. 1b mit Hinweisen). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine
anspruchs
begründende
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im
Beschwer
defall
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 130 V 71 E. 3.2.2 und 3.2.3, 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes
über die Invalidenversicherung
[
IVG
]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Ausprägung und
Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chronische körperli
che Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rück
bildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unter
schiedlichem therapeutischen Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicher
ten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die ent
sprechenden Befun
de darstellen, desto eher sind – ausnahmsweise –
die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352).
1.5
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.7
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM
1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
die
medizinischen Abklärungen
hätten ergeben, dass
der Beschwerde
führer
seine bisherige Tätig
keit seit Januar 2009 nicht mehr ausüben
könne
. In einer angepassten Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 70 %. Das
Valideneinkommen
basiere auf dem Lohn, den er als Baggerfahrer im Jahr 2005 erwirtschaftet habe. Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung ergebe dies F
r.
67‘460.30 pro Jahr.
Gestützt auf die Lohnstrukturerhebung (LSE) 2008,
Tabelle
TA 1, belaufe sich da
s Einkommen mit Behinderung bei dem ihm zumutbaren
70 %-Pensum auf Fr. 43‘166.9
5.
Bei der von den Gutachtern attestierten 70%igen Arbeitsfä
higkeit sei der Einschränkung der Leistungsfähigkeit bereits angemessen Rech
nung getragen worden. Ein leidensbedingter Abzug von 5 % sei gerechtfertigt. Das Invalid
eneinkommen
belaufe sich
somit
auf
Fr.
41‘008.6
0.
Da der
Invalidi
tätsgrad
39 % betrage, bestehe kein Rentenanspruch
(Urk
.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer
machte
dagegen
im Wesentlichen
geltend
,
die Ärzte der
A._
hätten eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert. Es sei anzunehmen, dass
der begutachtende Psychiater
Dr.
B._
ihn
nicht gezielt darauf untersucht habe.
Dr.
B._
habe die Diagnose einer
somatoformen
Schmerzstörung gestellt, ohne nachvollziehbar und schlüssig darzulegen, worauf e
r diese Diagn
ose gestützt habe.
Dr.
B._
habe bezüglich einer allfäl
ligen psychischen
Komorbidität
aufgrund der ungenügenden Exploration ausser Acht gelassen, dass eine posttraumatische Belastungsstörung vorliege, die geeignet sein könn
t
e, dieses Kriterium zu erfüllen.
Dr.
B._
habe auch nicht nachvollziehbar begründet, weshalb
aus psychiatrischer Sicht für adaptierte Tä
tigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 70 % gegeben sein solle
. Aufgrund der for
mellen und materiellen Mängel sei das psychiatrische Teilgutachten nicht beweistauglich
(Urk. 1 S. 6
ff.)
.
Weiter wurde in der Beschwerde vorgebracht, d
ie Beschwerdegegnerin habe das Invalideneinkommen gestützt auf die LSE 2008 berechnet, hätte aber korrekter
weise auf die LSE 2010 abstellen müssen.
Die Bemessung des Leidensabzugs sei mit 5 % zu tief ausgefallen. Zudem sei in Anschlag zu bringen, dass eine Teil
zeitarbeit bei Männern in der Regel einen Einkommensabschlag mit sich bringe. Daher sei der Leidensabzug mit mindestens 10 % zu berücksichtigen.
Werde das Invalideneinkommen gestützt auf die LSE 2010 ermittelt und ein Leidensabzug von 10 %
berücksichtigt
, errechne sich
ein Invalideneinkommen von Fr.
38‘533.6
0.
Die Beschwerdegegnerin habe
auch
das
Valideneinkommen
nicht korrekt berechnet. Er (d
er Beschwerdeführer) habe ab 1.
Oktober 2005 eine Fest
anstellung bei
der
Z._
gehabt
und dort ein E
inkommen von Fr.
73‘125.
--
pro
Jahr erzielt.
Werde das
Valideneinkommen
von Fr. 73‘125.-- in Bezug zum Invalideneinkommen von Fr. 38‘533.60 gesetzt,
ergebe dies
ein
en
IV-Grad von gerundet 47 %. Eine
Viertelsrente
sei somit auf jeden Fall geschul
det. Würden die Auswirkungen der psychischen Krankheit korrekt erhoben, ergebe dies einen IV-Grad, der einen Anspruch a
uf eine ganze Rente gebe (Urk. 1 S 11 ff.
).
3.
3.1
Vorab ist zu prüfen, ob die Rüge der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör durchdringt, da
diesfalls
die angefochtene Verfügung ungeachtet der Er
folgsaussichten der Beschwerde aufzuheben wäre.
3.2
Der Beschwerdeführer macht geltend,
die Beschwerdegegnerin habe sich in der angefochtenen Verfügung nicht mit den Vorbringen des Beschwerdeführers zu den Vergleichseinkommen auseinandergesetzt. Dadurch sei die
Beschwerde
g
eg
nerin
der ihr obliegenden Begründungspflicht nicht nachgekommen und habe dadurch den Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt
(Urk. 1 S. 4
f.).
Die Begründungspflicht als Ausfluss des Anspruchs auf rechtliches Gehör bedeu
tet nicht, dass sich die Behörde mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes
einzelne
Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss. Es genügt, wenn die Begründung kurz die Überlegungen nennt, auf die sich der Entscheid stützt und dieser sachgerecht angefochten werden kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_511/2007 vom 22. November 2007 E. 4.2.2 mit weiteren Hinweisen)
. Nach der Rechtsprechung kann eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann (
BGE 133 I 201 E.2.2; BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
)
.
Inwiefern
der Beschwer
deführer die angefochtene Verfügung nicht sachgerecht anfechten konnte
– wie er geltend macht (Urk. 1 S. 5) –
, ist nicht ersichtlich
und
wird
auch nicht näher dargetan
.
Eine Verletzung der Begründungspflicht und damit des Anspruchs auf rechtliches Gehör liegt daher nicht vor
.
4.
4.1
Am
3
0.
Juni 2011
erstattete
das
C._
ein
orthopädisch
-psychiatrisches
Gutachten, welches sich
im Wesentli
chen
auf die Akten, die Angaben des Beschwerdeführers sowie die Untersu
chung vom
8.
Juni 2011
stützt
(Urk.
7/46
)
.
Aus orthopädischer Sicht stellten die Gutachter keine Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter eine geringe
Akromioklavikulargelenks
arthrose
mit leichter
Bursitits
subacromialis
rechts und ein
en
Status nach
Deck
plattenimpressionsfraktur
LWK1 und leichter
Spondylarthrose
L4/5 und L5/S1 ohne neurale Kompression. Aufgrund der vorliegenden Befunde bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätig
keit seit mindestens 2004 (Urk.
7/46/8).
Als psychiatrische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter eine rezidivierende depressive Störung mit leichter bis mittelgra
diger depressiver Episode (ICD-Nr. F33.0, F33.1) und eine anhaltende
somato
forme
Schmerzstörung (ICD-Nr. F45.4) bestehend seit etwa Januar 200
9.
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellten sie akzentuierte Persönlichkeitszüge mit kränkbaren, narzisst
ischen reizbaren Zügen (ICD-Nr.
Z73.1
, Urk.
7/46 S.
17
).
Die Gutachter
führten aus,
aus psychiatrischer Sicht könne aufgrund der anhalten
den Schmerzsymptomatik mit Symptomausweitung und
therapieresis
tenten
diffusen Schmerzen im gesamten Rückenbereich eine anhaltende
soma
toforme
Schmerzstörung angenommen werden. Dabei trete der Schmerz in Ver
bindung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen Problemen auf und es liessen sich an psychosozialen Faktoren neben Arbeitslosigkeit zunehmende Partnerprobleme und familiäre Probleme erheben. Weiter lasse sich eine rezidi
vierende depressive Störung erheben und es sei bereits 2005 von der Psychiate
rin
Dr.
D._
die Diagnose einer leichten bis mittelgradigen depressiven Epi
sode bei Belastungsfaktoren gestellt worden. In der Folge habe der Beschwer
deführer nach dem Verkehrsunfall vom Dezember 2008 mit dem Verlust der Arbeitsstelle und den zunehmenden familiären und Partnerproblemen seit etwa Januar 2009 eine leichte bis mittelgradige depressive Störung entwickelt. Der Beschwerdeführer sei seit drei bis vier Monaten bei der
A._
in psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung kombiniert mit antidepressiver Medika
tion. Davor sei er über Jahre nicht mehr in Behandlung gewesen
. Es lasse sich seit Jahren eine rezidivierende depressive Störung mit leichten bis mittelgradi
gen depressiven Episoden erheben und es bestehe seit etwa Januar 2009 eine anhaltende leichte bis mittelgradige depressive Störung im Zusammenhang mit psychosozialen Belastungen. Diese leichte bis mittelgradige depressive Störung sei gekennzeichnet durch niedergeschlagene bis
dysphorische
Stimmung mit Unruhezuständen, Anspannung, Gereiztheit bis Aggressivität. Hinzu komme
negativistisch
eingeengtes Denken, vor allem in Bezug auf die soziale und familiäre Situation sowie Suizidäusserungen ohne erkennbare suizidale Einen
gung. Weiter bestünden Schlafstörungen mit Ein- und Durchschlafstörungen, Insuffizienzgefühle und mangelndes Selbstwertgefühl
(Urk.
7/46 S.
18)
.
Die seit Januar 2009 bestehende leichte bis mittelgradige depressive Störung führe zu keiner Beeinträchtigung der Schmerzverarbeitung und
Schmerzbewäl
tigung
. Damit bestehe keine
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Der Beschwerdeführer verfüge über die notwendigen Ressourcen für den Umgang mit den Schmerzen und diese seien mit einer zumutbaren
Willens
anstrengung
ausreichend überwindbar. Es liessen sich keine weiteren massge
benden Faktoren wie chronische körperliche Begleiterkrankungen, ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr
be
einflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten
, psy
chisch aber entlastenden Konfliktbewältigung mit primärem Krankheitsgewinn sowie das Scheitern konsequent durchgeführter ambulanter oder stationärer Behandlungen erheben
(Urk.
7/46 S.
19)
.
Aus rein psychiatrischer Sicht könne in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Bag
gerführer aufgrund der erhöhten Unfallgefahr eine 0%ige Arbeitsfähigkeit seit etwa Januar 2009 angenommen werden. Bei einer angepassten Tätigkeit könne eine 70%ige Arbeitsfähigkeit bei
vollem Stundenpensum seit etwa
Januar 2009 angenommen werden. Bei den adaptierten Tätigkeiten sollte es sich um Tätigkeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck, ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrte Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung handeln
(Urk. 7/46 S.
19
f.)
.
4.2
Im Austrittsbericht
der
A._
vom
15.
November 2011
wurde
eine mittelgradige depressive Episode (ICD 10 F32.1) und
Verdacht auf
eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD 10 F43.1)
diagnostiziert
.
Der Beschwerdeführer sei nach seiner Rückkehr aus der
E._
in die Akuttagesklinik eingetreten. Er habe sich eine Verbesserung seiner Stimmung
,
seiner Energie
und seiner Konzentration
gewü
nscht
und einen günstigeren Umgang mit seinen aggressiven Gefühlen erle
r
nen wollen.
Ein weiteres Ziel sei
die Klärung
seiner
finanziellen Situation gewesen.
Der Beschwerdeführer
habe seit ca. April/Mai 2009 zunehmend posttraumati
sche Symptome nach dem Autounfall in der Silvesternacht 2008/2009 entwi
ck
elt. Insgesamt habe eine zunehmende depressive Entwicklung seit 2009 bestanden. Eine Verschlechterung sei im Zusammenhang mit der Schmerzsymptomatik sowie der Kündigung erfolgt. Zudem hätten Schlafstörun
gen, Aggressivität, Anspannung, Vergesslichkeit und
Konzentrationsschwierig
keiten
bestanden. Anfang 2011 habe
er
eine ambulante psychotherapeutische Behandlung begonnen, wobei der Psychotherapeut aufgrund einer vom Beschwerdeführer geäusserten Angst vor einer gewalttätigen Dekompensation eine Vorstellung in einer psychiatrischen Poliklinik gewünscht habe
(Urk.
7/80 und Urk.
7/81).
4.3
Im Austrittsbericht
der
A._
vom 5.
April 2012
wurde ausgeführt,
der Beschwer
deführer sei am 2.
März 2012 zur Krisenintervention bei bekannter depressiver Störung mit gegenwärtig mittelgradiger depressiver Episode und posttraumati
scher Belastungsstörung eingetreten. Er
leide seit 2009 unter Depressionen und verspüre zeitweise grosse Aggressionen und innere
Anspannung. In der Häus
lichkeit habe er intermittierend seine Ehefrau geschlagen. Er sei häufig auf
grund von Kleinigkeiten im Haushalt gereizt und könne seine Impulse nich
t kontrollieren. Er bereue dies
nachfolgend. Er leide an Albträumen, auch am Tag habe er oft quälende Er
innerungen
an
Ereignisse
aus seiner Vergangenheit
. Beim Eintritt habe ein klinisches Zustandsbild, welches durch einen deprimier
ten, hoffnungslosen und gereizten Affekt, Konzentrationsstörungen, Übererreg
barkeit, Durchschlafstörungen mit Albträumen sowie Flashbacks gekennzeich
net
gewesen sei, imponiert. Er habe
sich seit Beginn der Behandlung von akuter Suizidalität distanziert. Ziel seines stationären Aufenthaltes sei die Stabilisation seines Zustandsbildes gewesen
(Urk.
7/82).
4.4
In seiner Stellungnahme vom 20. August 2012 zum Einwand des Beschwerde
führers vom 20. April bzw. 24. Mai 2012
hielt
Dr.
B._
fest, zum Zeitpunkt der Exploration habe eindeutig die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung mit leichter bis mittelgradiger depressiver Episode (ICD-Nr. F.33.0, F.33.1) erhoben werden können. Zusätzlich hätten sich aus psychiatrischer Sicht Hinweise für eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung aufgrund der anhaltenden Schmerzsymptomatik mit Symptomausweitung mit
therapie
resis
tenten
diffusen Schmerzen im gesamten Rückenbereich gefunden. Nachdem die körperlichen Störungen nach den vorliegenden Befunden organisch nicht aus
reichend erklärbar gewesen seien, habe die Diagnose einer anhaltenden
soma
toformen
Schmerzstörung gestellt werden können. Für die Diagnose einer post
traumatischen Belastungsstörung hätten sich im Untersuchungszeitpunkt keine Hinweise gefunden und es hätten die typischen Symptome gefehlt (Urk. 7/87).
5
.
5
.1
Der angefochtene Entscheid gründet in erster Linie auf dem
bidisziplinären
Gut
achten der
C._
vom
8.
Juni 2011
, welches für die Beurteilung des Gesund
heitszustan
des und der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
als umfassend zu qualifizieren ist. Das Gutachten beruht auf eigenen Untersuchun
gen der Gut
achter und wurde
in Anwesenheit einer Dolmetscherin und
in Kenntnis der relevanten
Vorakten
abgegeben. Es berücksichtigt die
vom Beschwerdeführer
geklagten Beschwerden (Urk.
7/46 S.
5
und S.
16
) und die vorhandenen
Arztbe
richte
(Urk.
7/46 S.
2 ff.,
S.
11
ff. und Urk. 7/87
). Die Darlegung der medizini
schen Zustände und Zusammenhänge ist einleuchtend und die Schlussfolgerun
gen sind nachvollziehbar und begründet.
Das Gutachten erfüllt somit sämtliche von der Rechtsprechung aufge
stellten Kriterien (vgl. E. 1.7
), weshalb darauf abgestellt werden kann.
5.2
Soweit der Beschwerdeführer geltend macht
,
Dr.
B._
verfüge
in der Schweiz über keine Praxisbewilligung, sein Titel sei erst im August 2008 in der Schweiz anerkannt worden und es sei daher fraglich, ob er sich genügend mit den hiesi
gen versicherungsmedizinischen Bräuchen und Gegebenheiten auskenne
(Urk. 1 S. 6)
, ist festzuhalten, dass gemäss Rechtsprechung eine schweizerische
Fach
arztausbildung
nicht zwingende Voraussetzung für die Eignung eines Arztes als Gutachtensperson in einer bestimmten medizinischen Disziplin darstellt. Es wird auch nicht verlangt, dass ein medizinischer Gutachter eine FMH-Ausbildung nachweisen kann. Eine im Ausland erworbene Fachausbildung genügt (BGE 137 V 210 E. 3.3.2, Urteil des Bundesgerichts 8C_997/2010 vom 1
0.
August 2011
E.
2.4 mit Hinweis).
Da
Dr.
B._
über eine in Österreich absolvierte Fachausbil
dung verfügt, welche am 22. August
2008 in der Schweiz anerkannt wurde (vgl.
www.medregom.admin.ch
), ist seine fachliche Qualifikation zur Erstattung eines Gutachtens nicht in Frage zu stellen.
5.3
Für die Au
ssagekraft eines Gutachten kommt
es – e
ntgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 7)
–
nicht auf die Dauer der Untersuchung an und es ist auch nicht erforderlich, dass Fremdanamnesen erhoben werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_55/2009 vom
1.
April 2009 E. 3.3 mit Hinweisen; Urteil des
Bundesgerichts
I
305/06 vom 2
2.
Mai 2007 E. 3.2). Im Übrigen ist darauf hin
zuweisen, dass
Dr.
B._
zu den Berichten der
A._
Stellung genommen hat (Urk. 7/87).
Die Argumentation des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers, wonach kaum anzunehmen sei, dass sich der Beschwerdeführer dem ihm nicht bekannten
Dr.
B._
in der kurzen Zeit der Untersuchung von sich aus geöff
net hätte und er dem fremden Psychiater alles Relevante über erlebte Traumata erzählt und ihm sämtliche Symptome von sich aus geschildert hätte, ist nicht stichhaltig.
Es ist nicht
ersichtlich
, weshalb der Beschwerdeführer dem Gutach
ter nur die Symptome einer Depression und einer
somatoformen
Schmerzstö
rung
hätte schildern sollen, nicht jedoch diejenigen einer allfälligen posttrau
matischen Belastungsstörung.
Dr.
B._
hielt in seiner Stellungnahme vom
20.
August 2012
denn auch
fest, dass im Untersuchungszeitpunkt keinerlei Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung bestanden
hätten
(Urk.
7/87)
.
Auf welches traumatische Ereignis sich die Diagnose einer post
traumatischen Belastungsstörung
stützen soll
,
geht aus den Akten
sodann
nicht hervor
.
Im Bericht der
A._
vom 15. November 2011 ist von posttraumatischen Symptomen nach dem Autounfall in der Silvesternacht 20
08/2009 die Rede (Urk. 7/81
).
In den
Bericht
en
der
A._
vom
5.
April 2012
und 1
9.
Dezember 2012
werden
dagegen
Ereignisse aus der Vergangenheit
des Beschwerdeführers erwähnt, ohne dass diese konkretisiert würden
(Urk. 7/82 und
Urk.
10
).
Die Diagnosestellung der posttraumatischen Belastungsstörung soll nach den Leitlinien der ICD nur erfolgen, wenn sie nach einem traumat
i
schen Ereignis von aussergewöhnlicher Schwere auftritt. Rechtsprechungsgemäss wird daher eine posttraumatische Belastungsstörung nur dann als invalidisierend aner
kannt, wenn sie nach einem Ereignis mit extremem Belastungsfaktor auftritt (Urteil des Bundesgerichts 8C_248/2
007 vom 4. August 2008 E.
5.6.1). Auf eine posttraumatische Belastungsstörung ist gemäss ICD weiter nur zu erkennen, wenn die Störung innerhalb von sechs Monaten nach einem traumatischen Ereignis aufgetreten ist (Urteil des
Bundesgerichts I 715/05 vom 27. Januar 2006 E.
6.2). Zwar kann auch bei einem grösseren zeitlichen Abstand zwischen dem traumatisierenden Ereignis und dem Auftreten der Beschwerden eine post
traumatische Belastungsstörung diagnostiziert werden, wenn die klinischen Merkmale typisch sind und keine andere Diagnose (wie Angst- oder
Zwangs
störung
oder depressive Episode) gestellt werden kann (Urteil des Bundesge
richts I 715/05
vom 27. Januar 2006 E.
6.2)
. Eine diagnostizierte posttraumati
sche Belastungsstörung gilt zudem nicht per se als invalidisierend, sondern es muss dargelegt werden, inwiefern sie nicht durch eine zumutbare
Willensan
strengung
überwunden werden ka
nn (Urteil des Bundesgerichts I
203/06 vom 2
8.
Dezember 200
6 E.
4.5).
Aus den Akten ist nicht ersichtlich, wie die Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung zustande kam. Diese
wurde von der
A._
ohne jegliche Begründung gestellt
. Ein
traumatisches
Ereignis
von aussergewöhnlicher Schwere
ist nicht aktenkundig, wird in den Berichten der
A._
nicht erwähnt und wird
auch
vom Beschwerdeführer nicht dargetan.
Eine invalidisierende posttraumatische Belastungsstörung ist somit zu verneinen.
Die vom Beschwer
deführer eingereichten Berichte
d
er
A._
vermö
gen
das Gutachten damit nicht in Frage zu stellen.
5.4
In Bezug auf die
diagnostizierte
somatoforme
Schmerzstörung führte der Gutach
ter aus, dass keine Beeinträchtigung der Schmerzverarbeitung und Schmerzbewältigung bestehe. Es liege keine psychische
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer vor. Der Beschwerdeführer verfüge über die notwendigen Ressourcen für den Umgang mit den Schmerzen. Diese seien mit einer zumutbaren Willensanstrengung ausreichen
d
überwindbar.
Es liessen sich keine weiteren massgebenden Faktoren wie chronische körperliche Begleiterkrankungen, ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung mit primärem Krankheitsgewinn sowie das Scheitern konsequent durchgeführter ambulanter oder stationärer Behandlungen erheben (Urk. 7/46 S. 23).
Es beste
hen vorliegend somit keine massgebenden Kriterien, die darauf schliessen lies
sen, dass eine Schmerzbewältigung ausnahmsweise unzumutbar wäre.
5.5
Betreffend die Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, diese sei als Baggerfüh
rer aufgrund der erhöhten Unfallgefahr bei rezidivierender depressiver Störung und seit Januar 2009 zu erhebender leichter bis mittelgradiger depres
siver Episode und Beeinträchtigung der emotionalen Belastbarkeit, der geistigen Flexibilität, des Antriebes, der Interessen, der Motivation, der Kontaktfähigkeit und der Dauerbelastbarkeit auf 0 % festzulegen. Tätigkeiten ohne erhöhte emo
tionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche geistige
Flexibiltät
, ohne vermehrte Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelas
tung könnten dem Beschwerdeführer gesamthaft bei voller Stundenpräsenz zu 70 % zugemutet werden
(Urk.
7/46 S. 24).
Eine 70%ige Arbeitsfähigkeit könne aufgrund der
erhobenen Symptome bei einer leichten bis mittelgradigen depressiven
Episode angenommen werden (Urk.
7/87). Soweit der Beschwerde
führer vorbringt,
Dr.
B._
habe nicht nachvollziehbar begründet, weshalb für adaptierte Tätigkeiten eine
tendenziell rentenausschliessende Arbeitsfähigkeit von 70 % gegeben sein solle, ist er darauf hinzuweisen, dass leichte bis mittel
schwere psychische Störungen aus dem depressiven Formenkreis grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
gelten (
Urteile des Bundesgerichts 9C_418/2010 vom
29.
August 2011
E.
5.3.4 und
9C_736/2011 vom 7.
Februar 2012 E.
4.2.2.1
mit Hinweis
). Bei einer leichten depressiven Episode wäre denn auch von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
5.6
Zusammenfassend ist g
estützt
auf das psychiatrische Gutachten mit dem
im Sozialversicherungsrecht massgebenden
Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit erstellt, dass
die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der bisherigen Tätigkeit als Baggerführer 0 % und in einer angepassten Tätigkeit 70 % beträgt.
6.
6.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und
einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validenein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen).
6.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe
A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129
V
472 E. 4.3.2, 126 V 75 f. E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
6.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und
berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen
und insgesamt auf höchstens 25
% des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
7.
7.1
Für die Bemessung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versi
cherte Person im massgebenden Zeitpunkt des Rentenbeginns (vgl. BGE 129 V 222 mit Hinweis) nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde
,
und nicht, was sie bestenfalls verdie
nen könnte. Die Ermittlung des
Valideneinkommens
muss so konkret wie mög
lich erfolgen. Da die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden erfahrungs
gemäss fortgesetzt worden wäre, ist in der Regel vom letzten Einkommen aus
zugehen, das vor Eintritt der
Gesundheits
schädigung
erzielt wurde (SVR 2008 IV Nr. 35
S.
118 E. 3.2.2). Dies setzt freilich voraus, dass der entsprechende Arbeitsplatz im Zeitpunkt des vorzunehmenden Einkommensvergleichs noch besteht. Falls ein Versicherter unabhängig von seinen gesundheitlichen Beschwerden nicht mehr an seinem angestammten Arbeitsplatz tätig wäre – beispielsweise wegen Stellenabbau aus strukturellen Gründen –, kann der vor Eintritt der Invalidität konkret bezogene Lohn nicht mehr zur Bestimmung des
Valideneinkommens
herangezogen werden. In einem solchen Fall ist vielmehr danach zu fragen, welche Tätigkeit ein Versicherter im Gesundheitsfall ausüben würde und welches Salär er damit erzielen könnte. Hierzu kann auf
lohnstatis
tische
Angaben zurückgegriffen und ein Tabellenlohn herangezogen werden (vgl. Urteile des Bundesgerichts I 175/06 vom 1
9.
April 2006
E. 3
und I 1/03 vom 1
5.
April 2003 E. 4.3).
Der Beschwerdeführer
arbeitete vor dem Unfall bei
der
Z._
.
Gemäss
den
Angaben im Arbeitgeberfragebogen vom 3. Mai 2011 wurde das Arbeitsverhältnis von Seiten des Arbeitgebers wegen mangelnder Leistungsbereitschaft des Beschwerdeführers vor Eintritt des
erneuten
Gesund
heitsschadens
gekündigt. Die Kündigung
sfrist
wurde jedoch wegen
unfall- resp. krankheitsbedingter Absenz
unterbrochen
(Urk.
7/39)
.
Somit
wurde das Arbeits
verhältnis aus invaliditätsfremden Gründen beendet. D
er Beschwerdeführer
wäre auch
im Gesundheitsfall
nicht mehr an dieser Arbeitsstelle
tätig
, weshalb
das dort erzielte
Einkommen
– entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 12)
-
nicht
zur Bestimmung des
Valideneinkommens
herangezogen werden kann, sondern Tabellenlöhne
heranzuziehen sind
. Es ist
daher
vom standardisierten monatlichen Bruttolohn im Baugewerbe (inklusive 13. Monatslohn, basierend auf einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden) für männliche Arbeitskräfte auszugehen (Tabelle TA1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung [LSE] 2010 S. 26 Ziff. 41-43)
. Beim Tabellenlohn ist das Anforderungsniveau 4 heranzuziehen. Somit ist von einem standardisierten
L
ohn
von Fr.
5‘310.--
pro Monat bzw. Fr.
63‘720.--
pro Jahr auszugehen.
Angepasst an die im Jahr 2011 im Baugewerbe betriebsübliche dur
chschnittli
che wöchentliche Arb
e
its
z
e
it von 41.5 Stunden
(Die Volkswirtschaft 12-2013 S.
9
4 Tabelle B9.2) ergibt dies Fr.
66‘110.-- (
Fr.
63‘720.-- : 40 x 41.5). Unter Berücksichtigung der Entwicklung des Nominallohnindexes der Saläre für männliche Arbeitskräfte von 2150 Punkten im Jahr 2010 auf 2171 Punkte im Jahr 2011 (Die Volkswirtschaft 12-2013 S. 91 Tabelle B10.3) resultiert ein
Vali
deneinkommen
von Fr. 66‘756.--.
7.2
Für die Berechnung des Invalideneinkommens sind
ebenfalls
Tabellenlöhne heran
zuziehen. Es ist vom standardisierten monatlichen Bruttolohn
gemäss
Tabelle TA1
der
LSE
2010
S. 26 (Total, Anforderungsniveau 4)
auszugehen
. Somit ist von einem standardisierten
L
ohn von Fr. 4‘901.-- pro Monat bzw. Fr.
58‘812
.-- pro Jahr auszugehen.
A
ngepasst an die
im Jahr 2011
betriebsübli
che
durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit
von 41.
7
Stunden (Die Volks
wirtschaft
12-2013
S.
94 Tabelle
B9.2) ergibt dies Fr. 61‘
312
.-- (Fr.
5
8
‘
812
.-- :
40 x 41.7
)
. Unter Berücksichtigung der Entwicklung des Nominallohnindexes der Saläre für männliche Arbeitskräfte von 2150 Punkten im Jahr 2010 auf 2171
Punkte
im Jahr 2011 (Die Volkswirtschaft 12-2013 S. 91 Tabelle B10.3)
ergibt dies
Fr.
61‘910.--.
Beim zumutbaren
Pensum von 70 %
resultiert ein
Bruttoeinkommen
von
Fr.
43
‘
337
.--.
7.3
Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Entscheid einen
leidensbeding
t
en
Abzug von 5 % berücksichtigt. Die
eingeschränkte
Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführers
wurde
mit der
Reduktion der zum
utbaren Arbeitsfähigkeit
auf 70
%
bereits
in vollem Umfang
berücksichtigt
.
Da der Beschwerdeführer bei vollem Stundenpe
nsum 70 % arbeitsfähig ist
, entfällt ein Abzug für Teilzeitar
beit
von vornherein
.
Tätigkeiten im Anforderungsniveau 4 erfordern
sodann
in der Regel keine erhöhte emotionale Belastung, keinen erhöhten Zeitdruck, keine erhöhte geistige Flexibilität, keine vermehrten Kundenkontakte und keine über
durchschnittliche Dauerbelastung, weshalb diese Einschränkungen
vorliegend keinen
höheren leidensbedingten Abzug rechtfertigen.
In
Anbetracht sämtlicher persönlicher und beruflicher Umstände
erscheint
der von der
Beschwerdegegne
rin
gewährte
leidensbedingte
Abzug von 5 %
vertretbar
.
Es
resultiert
somit
ein Invalideneinkommen von Fr.
41‘170
.--
.
7.4
Der Vergleic
h des
Valideneinkommens
von
Fr. 66‘756.--
mi
t dem
Invalidenein
kommen
von
Fr.
4
1
‘
170
.-- ergibt
eine Einkommenseinbusse von Fr.
25‘586
.--, was einem
rentenausschliessenden
I
n
validitätsgrad von gerundet
(BGE 130
V
121)
38 % entspricht
.
7.5
Die angefochtene Verfügung erweist sich im Ergebnis somit als rechtens, wes
halb die Beschwerde abzuweisen ist.
8.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.-- festzusetzen und ausgangsgemäss
dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).