Decision ID: c2bd9d5b-b77d-4170-aae2-b10139edd2a5
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1942, bezieht
seit
Februar 2011
Zusatzleistungen zu seiner Altersrente (vgl.
Urk. 6/89; vgl. auch
Urk. 6/
26
/1; Urk. 6/31; Urk. 6/33/6-8
; Urk. 6/85
).
Im Rahme
n der periodischen Überprüfung (vgl. Urk. 6/95)
verneinte
die für die Gemeinde
Y._
zuständige Sozialversi
cherungsanstalt des Kantons Zürich, Amt für Zusatzleistungen zur AHV/IV (nachfolgend: Durchführungsstelle
; vgl. Urk. 6/47/1
),
mit Verfügung vom 25. August 2017 (Urk. 6/
144) nunmehr einen Anspruch des Versicherten
ab Ja
nuar 2017
auf Zusatzleistungen, wobei der nicht rentenberechtigten
Ehefrau
, Jahrgang 1959,
ein hypothetisches Erwerbseinkommen von Fr. 40'000.
--
pro Jahr angerechnet wurde (vgl.
Berechnungsblatt, Urk.
6/143).
1.2
Der Versicherte
stellte mit Schreiben vom
19. September 2017
(Urk. 6/150)
den Antrag auf Neuberechnung der Zusatzleistungen mit Wirkung ab 1. September 2017 mit der Begründung, seine Ehefrau habe per 15. September 2017 ihre
selb
ständige Erwerbstätigkeit
aufgeben müssen und sei nun bei
m r
egionalen Arbeits
vermittlung
szentrum
(RAV) zur Arbeitsvermittlung gemeldet, wodurch sich die finanzielle Situation geändert habe.
Die Durchführungsstelle tätigte Abklärungen und verneinte mit Verfügung vom 18. April 2018 (Urk. 6/
184
)
unter Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens
der Ehefrau des Versicherten
in Höhe von Fr. 40'000.
-- abermals
einen Anspruch auf Zusatzleistungen
für die
Zeit vom 1. September bis 31. Dezember 2017
(vgl. Berechnungsblatt, Urk. 6/187)
.
Die dagegen vom Versicherte am 27. April 2018 erhobene Einsprache (Urk. 6/190) wies die Durchführungsstelle mit Entscheid vom 17. Dezember 2018 ab (Urk. 6/204 = Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
17. Dezember 2018 (Urk. 2
)
erhob der Ver
sicherte
mit Eingabe vom
14. Januar 2019 Beschwerde
und beantragte
sinnge
mäss
, dieser sei
aufzuheben und es sei
ab September 2017
auf die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens zu verzichten
sowie für den Zeitraum September 2017 bis März 2018 eine neue Anspruchsberechnung durchzuführen
(Urk. 1 S. 2)
.
Die Beschwerdegegnerin ersuchte mit
Beschwerdeantwort
vom
12. Februar 2019
um Abweisung der Beschwerde (Urk.
5)
. Diese Eingabe wurde
dem Beschwerde
führer am 14. Februar 2019 zur Kenntnis gebracht (Urk. 7
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü
gung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. In
soweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den be
schwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
Soweit der Beschwerdeführer die Neuberechnung der Zusatzleistungen für den Zeitraum Januar bis März 2018 beantragte (Urk. 1 S. 2), ist darauf mangels An
fechtungsobjektes nicht einzutreten, da die Beschwerdegegnerin
mit
Verfügung vom 18. April 2018 (Urk. 6
/184
)
und
mit
Einspracheentscheid
vom 17. Dezember 2018
nur über
den Zusatzleistungsanspruch für die
Periode
1.
September 2017 bis 3
1.
Dezember 2017 entschied
(BGE 125 V 414 E. 1a in Verbindung mit BGE 116 V 248 E. 1a).
2.
2
.1
Der Bund und die Kantone gewähren Personen, welche die gesetzlichen Voraus
setzungen nach Art. 4-6 des Bundesgesetzes über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) erfüllen, Zusatzleistun
gen zur Deckung ihres Existenzbedarfs (Art. 2 Abs. 1 ELG; §§ 1, 13 u
nd 20 Abs. 1
des Gesetzes des Kantons Zürich über die Zusatzleistungen zur Alters-, Hinterlas
senen- und Invalidenversicherung, ZLG).
2
.2
Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG).
Die anerkannten Ausgaben sowie die anrechenbaren Einnahmen von Ehegatten werden zusammengerechnet (Art. 9 Abs. 2 ELG).
2
.3
Die anrechenbaren Einnahmen werden nach Art. 11 ELG ermittelt. Zu den anre
chenbaren Einnahmen gehören unter anderem zwei Drittel der Erwerbseinkünfte, soweit sie bei alleinstehenden Personen jährlich Fr. 1'000.-- und bei Ehepaaren Fr. 1'500.-- übersteigen (Art. 11 Abs. 1
lit
. a ELG).
Als Einkommen anzurechnen sind unter anderem auch Einkünfte und Vermö
genswerte, auf die verzichtet worden ist (Art. 11 Abs. 1
lit
. g ELG).
2
.4
Unter dem Titel des Verzichtseinkommens ist auch ein
hypothetisches
Einkom
men des Ehegatten eines EL-Ansprechers anzurechnen, sofern dieser auf eine zu
mutbare Erwerbstätigkeit oder auf deren zumutbare Ausdehnung verzichtet. Bei der Ermittlung der zumutbaren Erwerbstätigkeit ist auf das Alter, den Gesund
heitszustand, die Sprachkenntnisse, die Ausbildung, die bisherige Tätigkeit, die konkrete Arbeitsmarktlage sowie gegebenenfalls auf die Dauer der Abwesenheit vom Berufsleben abzustellen. Bemüht sich der Ehegatte trotz
zumutbarerweise
verwertbarer (teilweiser) Arbeitsfähigkeit nicht um eine Stelle, verletzt er dadurch die ihm obliegende Schadenminderungspflicht (BGE 134 V 53 E. 4.1, 117 V 287 E. 3b; Urteil des Bundesgerichts 9C_12/2013 vom 19. November 2013 E. 3.1).
2
.5
Für
nicht invalide Ehegatten gibt es keine analoge Regelung zu Art. 25 Abs. 4 der Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV), wonach die Herabsetzungsverfügung wegen An
rechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommen
s erst nach sechs Monaten wirksam wird. Dem Ehegatten ist aber gleichwohl eine angemessene Frist zu set
zen, in der er sich auf die neue Situation einstellen und eine Anstellung suchen kann. Das gilt dort nicht, wo mit Blick auf einen absehbaren künftigen EL-Bezug des einen Ehepartners, beispielsweise infolge Eintritts in das AHV-Rentenalter und Aufgabe der Erwerbstätigkeit, dem anderen Ehepartner im Vorfeld genügend Zeit zur Verfügung stand, u
m sich erwerblich einzugliedern (BGE 142 V 12 E. 5.4;
Urteil des Bundesgerichts 9C_347/2015 vom 14. Januar 2016 E
. 5.4;
Cari
giet
/Koch, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV
, 2. überarbeitete und ergänzte
Auf
lage,
Zürich/Basel/Genf 2009, S. 155 und S.
160 unter Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts P 40/03 vom 9. Februar 2005).
2
.6
Der nicht invalide Ehegatte kann die Vermutung, dass er seine zumutbare Ar
beitsfähigkeit verwerten kann, durch den Beweis des Gegenteils umstossen, in
dem er etwa nachweist, dass er trotz ausreichender Arbeitsbemühungen keine Arbeitsstelle fi
ndet (
Carigiet
/Koch, a.a.O., S.
154
ff. und S
.
159). Gemäss
Randzif
fer
3482.03 der Wegleitung des Bundesamtes fü
r Sozialversicherungen über die
Ergänzungs
leistungen zur AHV und IV (WEL, gültig ab
1. April 2011, Stand 1. Januar
201
8
)
ist dafür
erforderlich, dass die versicherte Person beim
RAV
zur Arbeitsv
ermittlung angemeldet ist sowie
qualitativ und quantitativ ausreichende Stellenbemühungen
nachweist.
2
.7
Für die Festsetzung der Höhe des zu berücksichtigenden hypothetischen Einkom
mens ist auf die Durchschnittslöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik her
ausgegebenen schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) abzustellen. Dabei handelt es sich um Bruttolöhne. Die persönlichen Umstände wie das Alter, der Gesundheitszustand, die Sprachkenntnisse, die Berufsausbildung, die bisher aus
geübten Tätigkeiten, die Dauer der Erwerbslosigkeit oder Familienpflichten (z.B. die Betreuung von Kleinkindern) sind bei der Festsetzung zu berücksichtigen (BGE 134 V 53 E. 4.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_362/2010 vom 2
3.
Juni 2010 E. 2.2;
Carigiet
/Koch, a.a.O., S. 159; WEL
Rz
3482.04).
Von einem hypothetisch ermittelten Einkommen der Ehefrau des EL-Ansprechers sind sodann - ebenso wie bei den hypothetischen Einkommen nach
Art.
14a und 14b ELV - gemäss Art. 11 Abs.
1
l
it
.
a ELG bei Ehepaaren jährlich insgesamt Fr. 1’500.-- abzuziehen und vom Rest zwei Drittel anzurechnen. Insofern sind hypothetische Einkünfte in gleicher Weise zu privilegieren wie tatsächlich erzielte (Müller, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum ELG,
3.
Auflage, Zü
rich/Ba
-
sel
/Genf 2015,
Rz
525).
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen
Einspracheentscheid
(Urk. 2) fest, der Ehefrau
des Beschwerdeführers
sei
ein hypothetisches Erwerbseinkom
men anzurechnen, zumal keine familienrechtlichen Pflichten
entgegenstünden
und ihr auch aufgrund des Alters, der möglicherweise eingeschränkten Sprach
kenntnisse sowie ihrer mangelhaften Ausbildung eine volle Erwerbstätigkeit ge
stützt auf die Berechnung des statistischen Lohnrechners im Umfang von jährlich Fr. 40'000.-- zugemutet werden könne (S. 3). Darüber hinaus habe sie zumindest bis April 2018 zu wenig Anstrengungen unternommen, eine ihr zumutbare Arbeit zu suchen, weshalb eine Verletzung der Sch
adenminderungspflicht vorliege (S. 4).
3
.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1), seine Ehefrau habe sich von Beginn an um eine Anstellung in der Schweiz be
müht. Seit dem 21. September 2017 sei sie beim RAV angemeldet, wobei sie gleichzeitig Einkünfte aus diversen Beschäftigungsverhältnissen, vorwiegend als Reinigungskraft in Privathaushalten, erziele und je nach Höhe der Einkünfte zu
sätzlich Arbeitslosentagge
lder beziehe. Deswegen dürfe ihm
gemäss WEL
Rz
3482.03 kein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet werden. Ausser
dem wären gemäss WEL 3482.04 für die Festsetzung des hypothetischen Erwerbs
einkommens auch die persönlichen Umstände, das Alter, die Sprachkenntnisse und die Berufsausbildung zu berücksichtigen (S. 1 oben).
Seine Frau
habe in ih
rem
Heimatland über viele Jahre als selbständige
Coiffeuse
gearbeitet, au
fgrund ihrer fehlenden Ausbildung und ihres Alters habe ihr in der Schweiz
indes
nie
mand die Chance gegeben, in
diesen
Beruf einzusteigen (S. 2 oben).
3
.3
Strittig und zu prüfen ist einzig, ob die Anrechnung des hypothetischen Erwerbs
einkommens der Ehefrau des Beschwerdeführers in der Höhe von jährlich Fr. 40'000.-- für den vorliegend
zu überprüfenden
Zeitraum vom 1. September bis 31. Dezember 2017 zulässig ist.
4
.
4
.1
Aktenkundig ist, dass der Ehefrau des Beschwerdeführers im Rahmen der EL-Anspruchsermittlung bereits früher ein hypothetisches Erwerbseinkommen in der Höhe von zuletzt Fr. 40'000.-- angerechnet wurde (Urk. 6/
31/5
-7
; Urk. 6/143
)
.
Die generelle Zumutbarkeit der arbeitsmarktlichen Integration der Ehefrau des Beschwerdeführers in einem Vollpensum und damit die grundsätzliche Anrechen
barkeit eines entsprechenden hypothetischen Erwerbseinkommens wird
vom Be
schwerdeführer nicht
bestritten und ist im Lichte der Sach- und massgebenden Rechtslage auch nicht zu beanstanden.
4
.2
Die
Ehefrau des
Beschwerdeführe
rs
meldete sich
, nachdem ihr am 15. Juni 2016 keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung aufgrund fehlender minimal er
forderlicher Beitragszeit beschieden
worden war
(Urk. 6/6/2-4)
,
am 21. September 2017
(erneut)
beim RAV an (
Urk. 6/152/7;
Urk. 6
/159
) und reichte der Beschwer
degegnerin Arbeitsbemühungen für die Monate
April bis Juni sowie ab 21. Sep
tember
bis 5. November
2017
ein (Urk. 6/
152/10-11; Urk. 6/152/13-16;
Urk. 6/152/24
; Urk. 6/160-161
).
Die Arbeitslosenversicherung
verfügten am 10. November 2017 10 Einstelltage aufgrund ungenügender persönlicher Arbeits
bemühungen in der Zeit vom 21. Juni bis 20. September 2017 (Urk. 6/182/1-2) sowie 4 Einstelltage aus demselben Grund für die Kontrollperiode Oktober 2017 (Urk. 6/182/3-4).
Für den Monat November 2017
reichte di
e Ehefrau des Be
schwerdeführers 4
Arbeitsbemühungen ein
(Urk. 6/161
/2
). Sodann sind im De
zember insgesamt
12
Arbeitsbemühungen dokumentiert (Urk. 6/170/1
-2
).
Entge
gen den Ausführungen des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 1) erfüllen d
ie einge
reichten Suchbemühungen die Anforderungen der Arbeitslosenversicherung in quantitativer Hinsicht (zehn bis zwölf
Bewerbungen pro Kalendermonat) nur für den Monat Dezember 2017
, zumal die Ehefrau des Beschwerdeführers aufgrund ungenügender persönlicher Arbeitsbemühungen von der Arbeitslosenversiche
rung für die Kontrollperioden Juni bis Oktober 2017 sanktioniert wurde
.
Versicherte haben sich pr
ax
isgemäss so zu verhalten, wie wenn es die Arbeitslo
senversicherung nicht gäbe. Dazu gehört, dass sie sich regelmässig um Stellen bewerben müssen. Vorliegend hat sich die Ehefrau des Beschwerdeführers
im De
zember 2017 lediglich an neun Tagen
der Stellensuche gewidmet
(Urk. 6/170)
und für die Monate September bis November
2017
die Anforderungen in quanti
tativer Hinsicht nicht erfüllt.
Mangels Kontinuität der Arbeitsbemühungen ist sie ihrer Schadenminderungspflicht somit nicht vollumfänglich nachgekommen
(vgl. vorstehend E. 2.4)
. Auch ergibt sich aus dem Telefongespräch mit der Personal
beraterin des RAV vom 18. April 2018, dass bei der Qualität Verbesserungspo
tential
bestehe
. Sie
bringe
zu wenige Stellenbezeichnungen oder die Qualität sei so gering, dass es nicht lesbar sei. Zum Teil fehlten Nachweise und die Motivation der Ehefrau des Beschwerdeführers sei eher gering (Urk. 6/186/2).
Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin nicht von qualitativ und quantitativ ausreichenden Stellenbemühungen ausging und dem Beschwerdeführer für die hier strittigen Monate September bis Dezember 2017 ein hypothetisches Einkommen
der Ehefrau
anrechnete.
4
.3
Die Arbeitsbemühungen der Ehefrau des Beschwerdeführers ab Januar
2018
(vgl. Urk. 6/179; Urk. 6/193) sind nicht zu überprüfen
(vgl. vorstehend E. 1)
.
Zu be
merken ist jedoch, dass die Beschwerdegegnerin für die Berechnungen ab April 2018 die Stellensuchbemühungen sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht als ausreichend erachtete (vgl. Urk. 2 S. 2
lit
. e).
4
.4
Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin erscheint auch in Bezug auf das Verfahren
als
angemessen.
Im Zusammenhang mit einer allenfalls zu gewährenden Übergangsfrist hielt das Bundesgericht fest, dass dem nicht invaliden Ehegatten von EL-Ansprechern im Einzelfall eine realistische Übergangsfrist für die zumutbare Aufnahme einer Er
werbstätigkeit oder Ausdehnung des Arbeitspensums einzuräumen ist. Dies gilt sowohl für laufende als auch für erstmals beantragte Ergänzungsleistungen. Zu präzisieren gilt es jedoch, dass eine Übergangsfrist ab Beginn des potenziellen EL-Bezugs dort nicht einzuräumen ist, wo mit Blick auf einen absehbaren künf
tigen EL-Bezug des einen Ehepartners dem anderen Ehepartner im Vorfeld genü
gend Zeit zur Verfügung stand, um sich erwerblich einzugliedern (
vgl. vorstehend E. 2
.5
).
Aus den Akten ist ersichtlich, dass mit Verfügung vom 2
4
. Februar
2015 (Urk. 6/39
)
ein hypothetisches Erwerbseinkommen der Ehefrau von Fr. 12'000.-- und mit Verfügung vom 15. März 2016 (Urk. 6/31) mit Wirkung ab April 2016
sowie mit Verfügung vom 25. August 2017 (Urk. 6/144) mit Wirkung ab Januar 2017
ein
solches von
je
Fr
. 40’000.
--
angerechnet hat
.
Damit gewährte
die Be
schwerdegegnerin
der Ehefrau des Beschwerdeführers
, welche seit 6. August 2014 in der Schweiz beim Beschwerdeführer lebt (Urk. 6/27)
,
eine angemessene Frist, um sich auf die neue Situation einzustellen
, zumal der Beschwerdeführer bereits seit Februar 2011 Zusatzleistungen bezog, womit auch in dieser Hinsicht
der Ehe
frau
genügend Zeit zur Verfügung stand, um sich nach der Einreise in die Schweiz erwerblich einzugliedern
.
4
.5
Schliesslich gibt auch die Höhe des angerechneten hypothetischen Einkommens keinen Anlass zu Beanstandungen.
Die Höhe des zumutbaren Erwerbseinkommens wird in der Regel anhand der Durchschnittslöhne gemäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) festgelegt
(vgl. vorstehend E. 2.7
). Der von
Frauen
über den Durchschnitt aller Wirtschaftszweige im Kompetenzni
veau 1 erzielte Lohn bel
ief sich im Jahr 2016 auf Fr. 4’363
.-- pro Monat (LSE 2016, Tabelle TA1, Total
Frauen
, Kompetenzniveau 1).
A
uf ein Jahr umgerechnet sowie der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden und der No
minallohnentwicklung
(0.4
%
)
angepasst, ergibt dies ein hypothetisches Brutto
einkommen
im Jahr 2017
von rund Fr.
54’
799
.-- (Fr
.
4‘363.-- x 12 : 40.0 x 41.7 x
1.00
4
). Davon sind die obligatorischen Beiträge an die Sozialversicherungen des Bundes abzuziehen, nicht jedoch die hypothetischen Beiträge an die zweite Säule (vgl. Urteile des Bundesgerichts P 35/06 vom 9
. Oktober 2007 E.
5.2.3 und 9C_7
29/2017 vom 5.
Dezember 2017 E.
3.1;
Rz
3482.04 WEL). Somit sind die damals aktuellen AHV-, IV-, EO- und ALV-Beiträge der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei
Jahreseinkommen bis und mit Fr.
148‘200.-- von insgesamt 6.25
%
abzuziehen (synoptische Tabelle der anwendbaren Beitrags- und P
rämi
ensätze, vgl. Fussnote 158
zu
Rz
3482.04 WEL), was ein hypothetisches jährliches Ne
ttoeinkommen von rund Fr. 51’374
.-- (Fr.
54
’799
.-- abzüglich 6.25
%
) ergibt.
Selbst unter Berücksichtigung eines in dieser Höhe nicht zu rechtfertigenden Ab
zugs v
om Tabellenlohn in der maximal zulässigen
Höhe von 25 % aufgrund des Lebensalters, Herkunft und Bildung (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E.
5b/
aa
-cc
; Rechtsprechung des Bundesgerichts 8C_469/2016 vom 7. September 2016 E. 4.3.3)
ergäbe dies ein jährliches hypothetisches Erwerbsein
kommen von rund Fr. 41'100.-- (Fr. 54'799 x 0.75) und damit immer noch ein höheres, als von der Beschwerdegegnerin angerechnet.
Die Beschwerdegegnerin ermittelte unter Bezugnahme auf die Werte des
Salari
ums
(Lohnrechner 2016, Frau in der Region Zürich ohne abgeschlossene Berufs
ausbildung im Bereich
Coiffeuse
bei 4 Jahren Berufserfahrung, Alter 58 und Aus
länderin mit Aufenthaltsbewilligung der Kategorie B)
und unter Berücksichtigung eines Arbeitspensums von
10
0
%
einen a
nrechenbaren Wert
(Median)
von Fr. 45'384.
--
respektive bei Berücksichtigung des tieferen
Wertes
(25 % weniger)
von Fr. 39'660.
--
(Urk.
6/203
) bezie
h
ungsweise in der Verfügung vom
18. April 2018
von Fr. 40'000.
--
(vgl. Urk. 2 S. 4; Urk
.
6/187
),
bezog
mithin nicht alle mög
lichen Wirtschaftszweige des privaten Sektors
ein
. Da dieser Wert im Vergleich zu den vorgenannten LSE-Zahlen aber deutlich tiefer ausfällt, ist er zu Gunsten des Beschwerdeführers als massgeblich zu betrachten
. Zudem na
hm
die Be
schwerdegegnerin korrekterweise auch den
gesetzlich vorgesehenen
Abzug in der Höhe von Fr. 1'500.
--
vor und rechnete lediglich
zwei Drittel davon an (vgl. Urk. 6/187/2
; vgl. hierzu vorstehend E. 2
.7).
Der Umstand, dass die Ehefrau des Beschwerdeführers
bereits früher und während der hier fraglichen Zeit Teilzeitarbeit
angenommen hat
(vgl. Urk. 6/165
; vgl. Urk. 6/186/1
; vgl. Urk. 3/3-10
)
, vermag an der Anrechnung des von der Be
schwerdegegnerin veranschlagten hypothetischen Erwerbseinkommen
s
nichts zu ändern. Vorliegend ist
das zumutbare
Er
werbseinkommen wesentlich höher als das
effektiv erzielte,
weshalb
ersteres als Erwerbseinkommen anzurechnen ist
(
Rz
3482.02 WEL).
4
.6
Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin bei der Berechnung der Zusatzleistungen
von September bis Dezember 2017
ein hypo
thetisches Erwerbseinkommen de
r Ehefrau de
s Beschwerdeführers von
jährlich Fr. 40
'000.-- berücksichtigt hat. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.