Decision ID: 5e76b08a-9192-4fd0-a0da-65443e782f8e
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1963, arbeitete ab 1997
bei der
Y._
als
Sortiererin
. Im Rahmen dieser Anstellung war sie bei der
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (
Suva
)
unfallversichert.
Am 16.
April 2001
wurde
X._
als
Beifahrerin im Privatwagen ihres Ehemannes in eine Massenkarambolage
mit Heck- und Frontaufprall
verwickelt
(Unfallmeldung UVG vom 26. April 20
0
1, Urk. 12/1)
,
und einige Tage darauf
suchte sie
den Hausarzt
Dr.
med
. Z._
auf
.
In der
Folge fand eine Abklä
rung durch
Dr.
med
.
A._
, Spezialarzt
für Neurologie,
statt und dieser stellte die Diagnose eines
zervikokranialen
und
zervikothorakalen
Schmerzsyn
droms
mit neuropsychologischen Beschwerden
infolge
Halswirbelsäulendistor
sion
, aber ohne neurologische Ausfälle (Bericht vom 25. Juni 2001, Urk. 12/9). Von Mitte Juli bis Ende August
2001 hielt sich die
Versicherte in der Rehaklinik
B._
auf (Austrittsbericht vom 11. September 2001, Urk. 12/19)
, wo auch ein psychosomatisches Konsilium erfolgte (Bericht vom 30. Juli 2011,
Urk. 12/17).
Nach der Beendigung des Rehabilitationsaufenthaltes
nahm
X._
im November 2001
in
der Psychiatrischen
Klinik
C._
eine ambulante
psychiatrische Beha
ndlung bei
Dr.
med
.
D._
auf (Berichte von
Dr.
D._
vom 21. Dezember 2001, Urk.
12/24, und vom 5. Mai 2002, Urk
.
12/39
; vgl. auch den Bericht von
Dr.
Z._
vom 3. Dezember 2001, Urk.
12/23).
1.2
Am 4. März 2002 meldete
sich
X._
bei
der Invalidenversicherung an (Urk. 8/3).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle, holte neben den Angaben der Arbeitgeberin (
Urk. 8/21) die
Berichte von Dr.
Z._
vom 10. Mai 2002 (Urk
.
8/23 S. 1), von
Dr.
A._
vom 13. Mai 2002 (Urk. 8
/24 S. 1-7)
, von
Dr.
med
.
E._
, Spezialarzt für Innere Medi
zin, vom 23. Mai 2002 (
Urk.
8/13 S. 5)
und von
Dr.
D._
vom 20.
August 2002 ein (
Urk.
8/25).
Im Übrigen zog sie die schon vorhandenen Akten der
Suva
bei und wartete deren weitere Abklärungen ab.
1.3
Dr.
A._
führte im Juli 2002 nochmals eine
neurologische Untersuchung durch (Bericht
an die
Suva
vom 8. Juli 2002,
Urk.
12/61), PD
Dr.
med.
F
._
berichtete
der
Suva
am 30. September 2002 über rheumatologische Abklärun
gen (
Urk.
12/77) und
Dr.
phil.
G._
traf
im Juli und August im Auftrag von
Dr
.
Z._
neuropsychologische
Erhebungen (Bericht vom
2
5. September 2002,
Urk.
12/76).
Ab dem 1. Juli 2003 wurde der Versicherten unter Auflösung des Anstellungs
-
ver
hältnisses
eine Invalidenrente der Pensionskasse
der
Y._
ausge
richtet
(vgl.
das Schreiben der
Y._
vom 19. Mai 2003,
Urk.
8/31
).
Die
Suva
hatte im März 2003 eine neurologische Aktenbeurteilung erstellen lassen (Be
richt von
Dr.
med.
H._
, Spezialarzt für Neurologie, vom 11. März 2003,
Urk.
12/107) und gab
anschliessend
beim
I._
ein
multi
diszipli
näres Gutachten in Auftrag (Gesamtgutachten von
PD
Dr.
med.
J._
vom
20. November 2003 mit dem psychiatrischen
Teilgut
ac
hten
von
Dr.
med
.
K._
, Spezialärztin
für Psychiatrie, vom 1. Oktober 2003, dem neuro
-
lo
gischen Teilgutachten von
Dr.
med
. L._
Spe
zialärztin
für Rheuma
-
tologie
, vom 8. Oktober 2003, und dem neurologischen Teilgutachten von
Dr.
med.
M._
, Spe
zialarzt für Neurologie, vom 3.
November 2003,
Urk.
12/137
,
Urk.
12/137A
und
Urk.
12/137B sowie
Urk.
12/135-136).
1.4
Am 10. Oktober 2003 gewährte
die IV-Stelle der Versicherten die
Kosten
über
nahme
für zwei Hörgeräte (
Urk.
8/37; vgl. die Abklärungsberichte des
Universi
tätsspitals
Zürich vom 1
2.
Sep
tember 2002, vom 6. und vom 13.
Januar
2003
, vom 17. Juli 2003
sowie vom 21. August 2003,
Urk.
12/74,
Urk.
12/98,
Urk.
8/30,
Urk.
8/32,
Urk.
8/36).
Per Ende März 2004 stellte die
Suva
ihre Taggeldleistungen ein (Verfügung vom 1. März 2004,
Urk.
12/150) und
legte
mit Verfügung
vom 10. März 2004 eine
n
Rente
nanspruch
für die Zeit ab dem 1. April 2004
auf der Basis einer 50%igen Erwerbsunfähigkeit
sowie einen Anspruch auf eine Integritätsentschädigung
aufgrund einer
5%
igen Integritätseinbusse
fest
(Urk.
12/15
6
)
.
Die IV-Stelle sprach der Versicherten daraufhin mit den
Verfügungen vom 17.
Juli 2004 für die Zeit ab
April 2002 eine ganz
e Rente der Invalidenversi
cherung zu (
Urk.
8/46 und
Urk.
8/48
; vgl. auch das Feststellungsblatt in
Urk.
8/41
).
1.5
Im Januar 2005
erstellte
Dr.
med.
N._
, Spezialärztin
für Psychiatrie und Psychotherapie,
z
u
Handen
der
Suva
ein Aktengutachten
im Hinblick auf die Festlegung einer
(weiteren)
Integritätsentschädigung
(Berich
t v
om 26.
Januar 2005,
Urk.
12/169), und am 2
2.
April 2005 berichtete
Dr.
D._
der
Suva
über den Verlauf der Behandlung (
Urk.
12/173)
.
Die IV-Stelle
leitete im Herbst 2005 ein Rentenrevisionsverfahren in die Wege (Angaben der Versicherten vom 1
2.
Oktober 2005
,
Urk.
8/49; Angaben von
Dr.
Z._
vom
2.
November 2005,
Urk.
8/50) und teilte der Versicherten am 4. November 2005 mit, dass sie weiterhin Anspruch auf die bisherige ganze Rente habe (
Urk.
8/51).
1.6
Nachdem
Dr.
D._
der
Suva
am 30. Juli 2007 einen weiteren Bericht erstat
tet hatte (
Urk.
12/181), liess
diese die Versicherte im August 2008 durch
Dr.
N._
psychiatrisch explorieren
(Gutachten von
Dr
.
N._
vom
8.
Oktober 2008,
Urk.
12/185)
.
1.7
Die IV-Stelle
leitete im Frühjahr 2010 wieder ein Rentenrevisionsverfahren ein (Angaben der Versicherten vom 29. April 2010,
Urk.
8/54). Dabei holte sie den
Beri
cht der
O._
vom
2.
Juni 2010 ein, wo die Versicherte
nach der Beendigung der Behandlung
durch
Dr.
D._
im
Herbst 2007
weiterbehandelt wurde
(
Urk.
8/58)
. Ferner liess sie durch den neuen Hausarzt
Dr.
med.
P._
,
Facharzt für
Allgemeine Medizin,
den Bericht
vom 11. Jun
i 2010
erstellen
(
Urk.
8/57 S
. 9)
und nahm einen
Bericht der Rehaklinik
Q._
vom
28. Juli 2009
über eine stationäre Behandlung der Versicherten
von Ende Juni bis Mitte Juli 2009
zu den Akten
(
Urk.
8/57 S. 6-8).
Anschliessend gab sie
beim
I._
ein nochmaliges interdis
ziplinäres Gutachten in Auftrag (Gesamtgutachten von
Dr.
med.
R._
Spezialarzt für Innere Medizin
, und
Dr.
med
.
S._
,
Fachärztin für Allge
meine Medizin und Spezialärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
5. März 2011 mit dem psychiatrischen Tei
lgutachten
von
Dr.
S._
vom 2.
Dezember 2010 und dem rheumatologische
n Teilgutachten von
Dr.
med. M.
T._
, Spezialarzt
für Rheumatolog
ie und Manuelle Medizin, vom 2.
Dezember 2010,
Urk.
8/67).
Die
Suva
sprach der Versicherten am 15. Juni 2011 eine
(zusätzliche)
Integritäts
entschädigung
auf der Basis eines Integritätsschadens von 20
%
zu (
Urk.
12/188).
Gestützt auf eine Stellungnahme von
Dr.
med
.
U._
, Facharzt für
Allge
meine Medizin, des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom
1. April 2011
(
Urk.
8/74 S. 3 f.) eröffnete die IV-Stelle der Versicherten m
i
t Vorbescheid vom 25. Juli 2011,
dass sie die bisherige Rente infolge einer Verbesserung des Gesundheitszustand
es aufzuheben gedenke (
Urk.
8/76
; vgl. auch das
Feststel
lungsblatt
vom 25. Juli 2011,
Urk.
8/74). Die Versicherte, vertreten durch Rech
t
sanwältin Bettina Schmid, liess mit Eingabe vom 1
2.
September 2011
un
ter anderem unter Berufun
g auf das Gutachten
von
Dr.
N._
vom
8. Oktober 2008 Einwendungen erheben und beantragen, ihr sei die ganze Rente weiterhin auszurichten, eventualiter sei ein interdisziplinäres (Ober-)Gutachten zu erstellen (
Urk.
8/80). Die IV-Stelle holte bei
Dr.
U._
die weitere
Stel
lungnahme vom 11. Oktober 2011 ein (
Urk.
8/90). Mit Verfügung vom 3.
Januar 2012 entschied sie daraufhin im Sinne ihres Vorbescheids und hob die ganze Rente mit Verfügung vom 3. Januar 2012 auf das Ende des der Zustellung fol
genden Monats hin auf (
Urk.
2 =
Urk.
8/91).
2.
Gegen die Verfügung vom 3. Januar 2012
liess
X._
, vertreten
durch Rechtsanwalt Tobias
Figi
,
mit Eingabe vom 11. Januar 2012 Beschwerde erhe
ben (
Urk.
1) und beantragen, die Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr wei
terhin eine ganze Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen, eventualiter sei ein neutrales, umfassendes, interdisziplinäres Gerichtsgutachten erstellen zu lassen (
Urk.
1 S. 2). Die
IV-Stelle
stellte
in der Beschwerdeantwort vom 20. Februar 2012
den Antrag, die Beschwerde sei abzuweisen, eventuell sei die Sache an sie zurückzuweisen
(
Urk.
7). Mit Verfügung vom 21. Februar 2012 (
Urk.
9) zog das Gericht die Akten der
Suva
bei (
Urk.
12/1-199). Die Versicherte liess mit Eingabe vom 27. April 2012 die Replik erstatten und an ihren Anträ
gen festhalten (
Urk.
15). Als neues Beweismittel liess s
ie
einen Bericht von
Dr.
med.
V._
, Spezialärztin
für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 13. April 2012 über die ambulante Behandlung im Zeitraum von Mitte Februar bis Mitte April 2012 einreichen (
Urk.
16). Die IV-Stelle verzichtete mit Eingabe vom 29. Mai 2012 darauf, eine Duplik zu erstatten (
Urk.
18), was der Versicherten am 30. Mai 2012 mitgeteilt wurde (
Urk.
19).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2004, am 1. Januar 2008 und am 1. Januar 2012 sind die im
Zuge der Revisionen 4, 5 und 6a geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG), der Verordnung über die
Invalidenversi-cherung
(IVV) und des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial-
versicherungsrechts
(ATSG) in Kraft getreten. In
materiellrech
tlicher
Hinsicht gilt der allge
meine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zugrunde zu legen sind, die gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist am 3. Januar 2012 ergangen. Da ein Sachver
halt zu beurteilen ist, der vor dem Inkra
fttreten der revidierten Bestim
mungen der 4. IV-Revision am 1. Januar 2004, der 5. IV Revision am 1.
Januar 2008 und der IV-Revision 6a begonnen hat - zur Diskussion steht die Revision einer Rente, die der Beschwerdeführerin aufgrund eines Unfalles vom April 2001 zu
gesprochen worden war -
,
und die Verfügung eine Dauerleistung betrifft, ist
entsprechend der dargelegten in
tertemporalrechtlichen Regelung für die Zeit b
is
Ende 2003 auf die damals gül
tig gewesenen Bestimmungen und für die Zeiten ab dem 1. Januar 2004, ab d
em 1. Januar 2008 und ab dem 1.
Januar 2012 auf die jeweils neuen Normen der Revisionen 4, 5 und 6a abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445; Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006, E. 1). Soweit jedoch die Revisionen 4, 5 und 6a keine substanziellen
Än
derungen gegenüber der frühe
ren Rechtslage gebracht haben, ist die zur
alt
rechtlichen
Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2009 vom 19. Mai 2009, E. 2).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Im Hinblick auf diesen Grundsatz hat die Rechtspr
echung insbesondere bei Vor-lie
gen einer "anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung" - die vorherrschende Beschwerde ist hier ein „andauernder, schwerer und quälender Schmerz, der durch einen physiologischen Pr
ozess oder eine körperliche Störung nicht voll
ständig erklärt werden kann“ (Code F45.4 der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen der Weltgesundheitsor
ganisation, ICD-10) - die Vermu
tung aufgestellt, dass die Schmerz
en mit einer zumutbaren Willens
anstrengung überwindbar seien beziehungsweise dass ein Umgang mit diesen Schmerzen möglich sei, der die Erhaltung der Arbeitsfähigkeit erlaube (vgl. BGE 137 V 64 E. 4.1 mit Hinweisen). Demgemäss müssen nac
h höchstrichterlicher Rechtspre
chung Umstände vorliegen, welche die Schm
erzbewältigung intensiv und kon
stant behindern, damit ausnahmsweise von e
inem die Arbeitsfähigkeit beein
trächtigenden Ausmass der Schmerzstörung ausgegangen werden kann
(vgl. BGE 137 V 64 E. 4.1, 131 V 49 E. 1.2, 130 V 352 E. 2.2.3).
In der Folge hat das
Bundesgericht
diese Rechtsprechung
auf alle sogenannten
pathogenetisch
-ätio
logischen
syndromalen
Beschwerdebilder ohne organisch nach
w
eisbare
Funkti
onsausfälle
ausgedehnt und subsumiert darunter auch di
e Fälle, wo eine
Distor
sionsver
letzung
der Hals
wirbelsäule ohne organisch nach
weisbare
Funktions
ausfälle
diagnostiziert ist und eine
chronifizierte
Schmerzproblematik persistiert (BGE 136 V 279 E. 3.2.1-3).
2.2
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG (in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes
Invalidenein
kommen
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkom
men
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der
Einkom
mensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt.
2.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt rechtsprechungsgemäss jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditäts
grad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Eine Invalidenrente ist demgemäss nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern unter anderem auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Unerheblich unter revisionsrechtlichen Ge
sichtspunkten ist dagegen nach der Rechtsprechung die unterschiedliche Be
ur
teilung eines im
wesentlichen
unverändert gebliebenen Sachverhaltes (BGE 112 V 387 E. 1b mit Hinweisen).
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom-mensvergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen
Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108 E. 5.4).
Einer Verfügung gleichgestellt sind blosse Mitteilungen im Sinne von Art. 74
ter
lit
. f IVV, sofern ihnen eine materielle Prüfung im vorstehend dargelegten Sinne zu
grunde liegt (Urteil des Bundesgerichts 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010, E. 2.2 mit Hinwei
sen, insbesondere auf SVR 2010 IV Nr. 4 S. 8 E. 3.1).
Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist gestützt auf Art. 88a Abs. 1 IVV die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird, und sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussic
htlich weiterhin andauern wird.
2.4
Der Grundsatz, wonach eine Sachverhaltsänderung nachgewiesen sein muss, damit eine formell rechtskräftig zugesprochene Rente erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben werden kann, gilt dann nicht, wenn die Voraussetzungen für eine prozessuale Revision oder für eine Wiedererwägung erfüllt sind.
Nach Art. 53 Abs. 1 ATSG müssen formell rechtskräftige Verfügungen und
Ein
spracheentscheide
in Revision gezogen werden, wenn die versicherte Person oder der Versicherungsträger nach deren Erlass erhebliche neue Tatsachen ent
deckt oder Beweismittel auffindet, deren Beibringung zuvor nicht mög
lich war (sogenannte prozessuale Revision im Gegensatz zur Revision aufgrund verän
derter Verhältnisse). Ferner bestimmt Art. 53 Abs. 2 ATSG, dass der Versiche
rungsträger auf formell rechtskräftige Verfügungen und
Einspracheentscheide
zurückkommen kann, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Be
richtigung von erheblicher Bedeutung ist (sogenannte Wiedererwägung).
2.5
Eine weitere Durchbrechung des Grundsatzes, wonach die Revidierbarkeit einer Rente von einer Sachverhaltsänderung abhän
gig ist, wurde im Rahmen der
IV-Revision
6a
in der Schlussbestimmung a statuiert und betrifft die Renten, die im Sinne der zitierten, vom Bundesgericht entwickelten Rechtsprechung bei
patho
genetisch-ätiologisch
unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweis
bare organische Grundlage zugesprochen wurden
.
Nach Abs. 1 dieser
Schluss
bestimmung
sind sol
che Renten innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten der Gesetzesänderung zu überprüfen, und wenn die Voraussetzungen nach Art. 7 ATSG nicht erfüllt sind, ist die Rente auch dann herabzusetzen oder auf
zuheben, wenn die Voraussetzungen von Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht gegeben sind (Abs. 1).
3.
3.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die ganze Rente der Be
schwerdeführerin mit der angefochtenen Verfügung vom 3. Januar 2012 (Urk. 2) zu Recht auf das Ende des der Zustellung folgenden Monats aufgehoben hat.
3.2
Die Rechtmässigkeit der Rentenaufhebung hängt aufgrund der vorstehen
den rechtlichen Erwägungen alternativ davon ab, dass eine Änderung im Sachver
halt eingetreten ist, dass sich neue Tatsachen ergeben haben, die ein Zurück
kommen auf die ursprüngliche Rentenzusprechung rechtfertigen, dass die ur
sprüngliche Rentenzusprechung als zweifellos unrichtig zu beurteilen ist oder dass schliesslich ein Beschwerdebild vorliegt,
bei dem gestützt auf die
Schluss
bestimmung
a IVG eine umfassende, nicht an die vorstehend aufgezählten
Vo
raussetzungen gebundene Überprüfung des Rentenanspruchs zur Anspruchs
-
ver
neinung
führt.
3.3
3.3.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Rentenaufhebung in der angefochtenen Verfügung damit, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verbessert
habe (
Urk.
2 S. 2), also mit einer Sachverhaltsänderung im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG.
Massgebende Vergleichsbasis
sind die ursprünglichen rentenzusprechenden Verfü
gungen vom 1
7.
Juli 2004 (
Urk.
8/46 und
Urk.
8/48).
Denn die
Mitteilung vom
4.
November 2005, mit welcher
der Rentenanspruch der Beschwerdeführe
rin bestätigt worden war (
Urk.
8/51),
basiert
e
neben der Angabe der Beschwer
deführerin im Fragebogen, ihr Gesundheitszustand sei gleich
geblieben (
Urk.
8/49), einzig auf dem
Bericht von
Dr.
Z._
vom 2.
November 2005
, der sich ebenfalls auf die Aussage „Unveränderter Ge
s
undheitszustand, weiterhin die bisherige IV-
Rente“ beschränkte (
Urk.
8/50). Der Mitteilung vom
4.
November 2005 liegt deshalb keine eigentliche Sachverhaltsabklärung und Beweiswürdigung zugrunde, wie
sie nach der dargelegten Rechtsprechung er
forderlich ist, damit ein Entscheid später
als
Vergleichsbasis für eine
Rentenr
e
vision
dient
.
3.3.2
Die rentenzusprechenden Verfügungen vom 1
7.
Juli 2004
gründeten
massge
blich auf dem Gutachten
des
I._
vom
2
0.
November 2003
, das die
Suva
in Auftrag gegeben hatte (vgl. die Notiz von
Dr.
med.
W._
des
RAD
vom 3
0.
Dezember 2003,
Urk.
8/41 S. 4).
Dr
.
A._
hatte im Juni 2001 die Anfangsdiagnose eines Schmerzsyndroms infolge einer Halswirbelsäulendistorsion gestellt (
Urk.
12/9), und die Rehaklinik
B._
hatte diese Diagnose im Austrittsbericht vom 1
1.
September 2001
be
stätigt (
Urk.
12/19 S. 1) und
war
daneben
anlässlich des psychosomatischen Konsiliums zur Diagnose einer Anpassungsstörung mit ängstlichen und depres
siven Gefühlen (ICD-10 Code F43.23) gel
angt (
Urk.
12/17,
Urk.
12/19 S.
2).
Dr
.
D._
war
in Abweichung davon in ihren Ber
ichten vom 21.
Dezember 2001 und vom 2
0.
August 2002 von einer posttraumatische
n
Belastungsstörung aus
gegangen
(ICD-10 Code F43.1;
Urk.
12/24 und
Urk.
8/25),
hatte
jedoch
wie die Psychologin
der Rehaklinik
B._
eine ängstliche und depressive Symp
tomatik beobachtet.
Die neuropsychologische Untersuchung durch
Dr.
G._
vom August 2002
sodann
hatte
zwar
etwelche
kognitive Minderleistun
gen
zu Tage
gebracht
, die Gutachterin
hatte
diese jedoch wegen der mangeln
den Deutschkenntnisse, der deutlichen Schmerzproblematik
und der Ermüdbar
keit und depressiven Verstimmung nicht ausreichend interpretieren
können
(vgl.
Urk.
12/76 S. 8 f.).
Dr
.
M._
konnte
danach
im Rahmen der neurologischen Teilbegutachtung
zuhanden des
I._
vom November 2003
keine neurologischen Aus
fälle
erheben
(vgl.
Urk.
12/135 S. 3),
hielt
jedoch nach Einsicht in eine
magnetresonanztomo
graphische
Aufnahme vom Mai 2001 (
Urk.
12/13)
fest
,
der nachgewiesene Be
fund könne ohne Weiteres eine chronische Schmerzsymptomatik bewirken, die im Falle der Beschwerdeführerin funktionell überlagert sei (
Urk.
1
2/136).
Dr.
L._
des
I._
beobachtete
rheumatologischerseits
eine Diskrepanz zwi
schen den geklagten und demonstrierten
Beschwerden im Gegensatz zu den kli
nisch und radiologisc
h objektivierbaren Befunden
, beschrieb eine grotesk an
mutende Fehlhaltung und muskuläre Verspannung, welche aufgrund der soma
ti
s
chen Befunde nicht erklärbar sei,
und beurteilte lediglich die angestammte körperlich schwere Arbeit als rheumatologisch nicht mehr zumutbar (
Urk.
12/137B S. 3)
.
Dr.
K._
bestätigte aus psychiatrischer Sicht
die Be
obachtung einer depressiven Grundstimmung, folgte sowohl der
Diagnose einer posttraumatische
n Belastungsstörung als auch der
Diagnose einer
Anpassungs
störung
, die sich daraus entwickelt habe, und attestierte der Beschwerdeführerin zur Zeit der Begutachtung (immer noch) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit von Seiten ihres Fachgebietes (
Urk.
12/137A S. 3).
In der Gesamtbeurteilung des
I._
hielt PD
Dr.
J._
fest, die Beschwerdeführer
in
weise nur wenige objekti
vierbare organische Befunde auf
, die Fehlhaltung der Wirbelsäule sei teilweise willkürlich eingenommen, en
t
halte aber auch Anteile einer muskulären
Dysba
lance
, die wesentliche Erkrankung sei jedoch eine psychische (
Urk.
12/137 S. 22 f. und S. 24).
Was die
Arbeitsfähigkeit
betrifft, so gelangte
PD
Dr.
J._
in Übereinstimmung mit der Psychiaterin
Dr.
K._
zum Schluss, die Be
schwerdeführerin sei zur Zeit weder im angestammten Beruf als Paketsortiererin
noch in einer anderen Tätigkeit arbeitsfähig, empfahl
aber
einen möglichst bal
digen Einstieg in eine Arbeit in geschützter Umgebung, auf etwa zwei
Stunden im Tag limitiert (Urk.
12/137 S.
24 und S. 26), und äusserte ohne Abgabe einer zeitlichen Prognose d
ie Erwartung
, dass sich das psychische Beschwerdebild mit den Jahren bessern werde (
Urk.
12/137 S. 26).
3.3.
3
Die Begutachtung
im
I._
anlässlich des Revisionsverfahrens im Jahr 2010
liess in neurologischer Hinsicht keine Veränderungen im Vergleich zum Jahr 2003 erkennen, sondern die entsprechenden Untersuchungsergebnisse waren
wiederum
unauffällig (
Urk.
8/67 S. 13). Desgleichen hielt der rheumatologische Teilgutachter
Dr.
T._
-
wie im Jahr 2003
Dr.
L._
-
fest, das
Schmerzver
halten
sei durch die klinischen und die radiologischen Befunde nicht erklärbar (
Urk.
8/67 S. 18)
, was übereinstimmt damit, dass die Ärzte der Rehaklinik
Q._
im Austrittsbericht vom
Juli 2009 keine weiteren Physiotherapien
empfahlen, sondern psychosomatische/psychiatrische Behandlungen als erfolg
versprechender einschätzten (
Urk.
8/57 S. 7).
Dr
.
S._
als
psychiatrische
Teil
gutachterin
sprach allerdings
in Abweichung
von der damaligen Beurteilung von
Dr.
K._
von einem unauffälligen, stabilen psychischen
Zustands
bild
, konnte keine Symptome einer anhaltenden depressiven Störung feststellen (
Urk.
8/67 S. 21 ff.) und
sah auch nicht genügend Anhaltspunkte für
die Diag
nosen einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung
, einer
Schmerzverar
beitungsstörung
und einer post
traumatischen Belastungsstörung (
Urk.
8/67
S. 23 ff
.)
.
Die
zweite
Begutachtung
im
I._
im Jahr 2010
wurde von Fachpersonen durch
geführt, die an der Begutachtung des Jahres
2003 nicht beteiligt gewesen waren. Dieser Umstand als solcher ste
llt noch keinen Mangel dar, denn
es wird kaum je möglich sein, in einem länger dauernden Beurteilungszeitraum eine personelle Kontinuität der Gutachter zu gewährleisten.
Umso wichtiger ist je
doch, dass die neuen, mit der Begutachtung in einem Revisionsverfahren be
trauten Fachpersonen eine eingehende und sorgfältige Anamnese erheben und sich mit sämtlichen Beurteilungen der früher beteiligten behandelnden und be
gutachtenden Fachleute auseinandersetzen.
In dieser Hinsicht ist das Gutachten
des
I._
vom
5.
März 2011
eindeutig mangel
haft. Im Besonderen nahm die Erstellerin des psychiatrischen
Teilgut
achtens
ebenso wenig wie die Verfasser des Gesamtgutachtens davon Kenntnis, dass die Beschwerdeführerin vor der Aufnahme der Behandlung
in der
O._
im Herbst
2007
in jahrelanger Behandlung bei
Dr.
D._
stand. Denn ungeachtet dessen, dass die Behandlung bei
Dr.
D._
im Bericht der
O._
vom
2.
Juni 2010 erwähnt ist (vgl.
Urk.
8/58 S. 2
sowie den Hinweis in der Beschwerde
schrift,
Urk.
1 S. 11
), führte die psychiatrische Teilgutachterin
Dr.
S._
aus,
eine nachfolgende psychiatrische Evaluation oder Abklärung nach der Begut
achtung
im
I._
im Jahr 2003 habe nicht mehr stattgefunden
und
die Be
schwerdeführerin habe sich nach eigenen Angaben und gemäss den vorliegen
den medizinischen Daten vier Jahre lang in keiner psychiatrischen fachärztli
chen Behandlung mehr befunden (
Urk.
8/67 S. 21). Hätte
Dr.
S._
indessen den
Hinweis im Bericht der
O._
ausreichend beachtet, so hätte sie sich dadurch veranlasst sehen müssen, mit
Dr.
D._
Rücksprache zu nehm
en oder deren Aufzeichnungen zur Krankengeschichte beizuziehen. Des Weiteren hätten sich schon die Gesamtgutachter bei der Erstellung der Vorgeschichte nicht mit der Feststellung beg
n
ügen dürfen, seit der Zusprechung einer ganzen Rente der In
validenversicherung lägen keine Bericht
e und Dokumente über den Verlauf
der nächsten sechs Jahre vor und scheinbar sei die Beschwerdeführerin in
hausärzt
licher
sporadischer Behandlung mit stabilem Verlauf geblieben
(vgl.
Urk.
8/67 S. 5)
.
Angesichts dessen, dass sich das Beschwerdebild
nämlich
im Anschluss an einen Unfall entwickelt hatte und das erste Gutachten des
I._
des Jahres 2003 von der
Suva
in Auftrag gegeben worden war,
hätten
die Gutachter
und
auch die Beschwerdegegnerin selber
vielmehr
damit rechnen
müssen
,
dass die
Suva
in der Zeit nach dem Jahr 2003 ihr Dossier weitergeführt und neue Dokumente zu den Akten genommen hatte, und hätte
n diese Akten beiziehen müssen.
Da dies nicht geschehen ist,
fehlten dem
I._
bei der Erstellung des Gutachtens vom
5.
März 2011
gemäss der z
utreffenden Feststellung in d
en Rechtsschriften der Beschwerdeführerin
(vgl.
Urk.
1 S. 12
,
Urk.
15 S. 3
)
nicht nur die
Verlaufs
bericht
e
von
Dr.
D._
an die
Suva
vom 2
2.
April 2005
und vom 3
0.
Juli 2007
(
Urk.
12/173
und
Urk.
12/181
)
, sondern
auch das psychiatrische Gutachten von
Dr.
N._
vom
8.
Oktober 2008
(
Urk.
12/185). Die
Kenntnis dieser Un
terlagen wäre indessen entscheidend gewesen für eine vollständige, zuverlässige psychiatrische Beurteilung im Hinblick auf die Frage nach Veränderungen seit der Rentenzusprechung vom Juli 200
4.
Denn zum einen hatten di
e Gutachter des
I._
im Jahr 2003
nach dem Gesagten
die Hauptproblematik in einer psy
chischen Erkrankung
geortet
und hatten auch ein gewisses Besserungspotential gesehen -
Dr.
D._
hatte in den Berichten der Jahre 2005 und
2007
gewisse, punktuelle Verbesserungen
erwähnt -, und zum andern
verlangen die neuen Diagnosen einer dissoziativen Bewegungsstörung (ICD-10 F44.4) und einer an
haltenden
somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) im Gutachten von
Dr.
N._
vom Oktober 2008
(
Urk.
12/185 S. 16) nach einer vertieften Diskussion.
3.4
Ohne die Vervollständigung der Anamnese und
ohne die
Diskussion des Ver
laufs anhand der Behandlungsberichte von
Dr
.
D._
und der Beurteilung von
Dr.
N._
ist es nicht möglich, ausreichend zu beurteilen
, ob sich der psychische
Gesundheitszustand seit der Rentenzusprechung im Jahr 2004 tat
sächlich verbessert hat, und ebenso wenig kann zuverlässig beantwortet wer
den, ob
verneinendenfalls
die ursprüngliche Rentenzusprechung gegebenenfalls zweifellos unrichtig war oder ob - wie die Beschwerdegegnerin in der
Be
schwerdeantwort
zur Sprache bringt (vgl.
Urk.
7 S. 2) - ein
Beschwerdebild vor
liegt, bei dem im Sinne der Schlussbestimmung
des
IVG
eine umfassende neue Anspruchsprüfung erfolgen kann.
Das Gutachten
des
I._
vom
5.
März 2011 bedarf
daher
der Ergänzung und Vervollständigung anhand der erwähnten, bei der Beurteilung ausser Acht ge
lassenen früheren psychiatrischen Erkenntnisse und Beurteilungen. Entgegen dem Antrag der Beschwerdeführerin (vgl.
Urk.
1 S. 2 und S. 18,
Urk.
15 S. 4 f.)
ist auch unter der Herrschaft der neuen Rechtsprechung (BGE 137 V 210) kein Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben, da vorab die Akten und die bisherigen gutachterlichen Ausführungen zu ergänzen sind (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4). Zu diesem Zweck ist die Sache
vielmehr
an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen. Diese Rückweisung
schliesst auch die Berücksichtigung des
eingereich
ten
aktuell
en
Berichts von
Dr.
V._
vom 1
3.
April 2012 ein (
Urk.
16) und die Auflage an die Beschwerdegegnerin, ein weiteres multidisziplinäres Gutachten in Auftrag zu geben, wenn
dies nach der zunächst veranlassten Ergänzung ge
boten sein sollte.
3.5
Damit ist die Beschwerde in
dem Sinne gutzuheissen, dass die
angefochtene
Verfügung vom
3.
Januar 2012 aufzuheben
und die Sache an die
Be
schwerde
geg
nerin
zurückzuweisen ist, damit diese die erforderlichen Abklärun
gen im Sinne der Erwägungen tätige und hernach über
die Frage der Rentenaufhebung neu befinde
.
4.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Verfahren für die unterliegende
Be
schwerdegegnerin
kostenpflichtig. Die Kosten sind unter Berücksichtigung des g
esetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'
000.--) ermessensweise auf Fr. 8
00.--
festzusetzen.
5.
Nach Art. 61
lit
. g ATSG hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person An
s
pruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemess
en sind; als weitere Bemessungskrite
rien nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
] sowie § 8 der Verordnung über die Ge
bühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht [
GebV
SVGer
]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien rechtfertigt es sich, der Beschwerde
-
füh
re
rin
eine
Prozessentschädigung von
Fr.
4‘000.--
(inklusive
Bar
auslagen
und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.