Decision ID: c836c58d-224a-525e-9360-15b0cd3fc51a
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherte) arbeitete seit dem 1. Juli 2010 als Raumpflegerin
in einem 70%-Pensum für die B._ AG (nachfolgend: Arbeitgeberin), und war
infolgedessen bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt, Luzern
(nachfolgend: Suva), gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am 23. Januar
2015 einen Arbeitsunfall erlitt. Die Versicherte stolperte über das Stromkabel eines
Staubsaugers und verletzte sich dabei am Unterarm / an der Hand rechts. Die Ärzte der
Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des Kantonsspitals
St. Gallen (nachfolgend: KSSG) diagnostizierten am 26. Januar 2015 eine
Mittelhandknochen 3 Mehrfragmentfraktur (Schaft, Basis) rechts mit deutlicher
Dislokation. Am 27. Januar 2015 wurde die Versicherte im KSSG operiert (dorsale
Plattenosteosynthese). Die Ärzte attestierten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem
23. Januar 2015 (Suva-act. 2, 8, 10f., 13, 16).
A.a.
Mit Schreiben vom 3. Februar 2015 bestätigte die Suva der Versicherten einen
Leistungsanspruch für die Behandlungskosten sowie einen Taggeldanspruch (Suva-
act. 5).
A.b.
Am 12. März 2015 erfolgte eine Verlaufskontrolle im KSSG. Festgestellt wurden
eine mässige Schwellung im Bereich des Handrückens, ein Fingerkuppen-Hohlhand-
Abstand im Verlauf des 3. und 4. Strahls von 10 cm bei deutlich eingeschränkter
Flexion der Fingergelenke sowie ein unvollständiger Faustschluss und eine
posttraumatisch bestehende Deviation im Bereich des Mittelfingers (Suva-act. 20). Am
A.c.
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9. April 2015 wurde ein CRPS Typ I (komplexes regionales Schmerzsyndrom ohne
Nervenverletzung) erhoben (Suva-act. 23; vgl. auch Suva-act. 31, 42-5f.). Am 4. Juni
2015 berichtete die Versicherte dem Suva-Aussendienstmitarbeiter, dass die
Beweglichkeit sämtlicher Finger der rechten Hand stark eingeschränkt sei und die
Finger auch in entspannter Position leicht gekrümmt seien. Infolgedessen seien
beispielsweise das Halten von Messer und Gabel sowie Kraftanwendungen mit der
rechten Hand nicht möglich (Suva-act. 29). Am 23. Juli 2015 berichteten die Ärzte des
KSSG über einen verbesserten Gesundheitszustand. Gleichwohl empfahlen sie die von
der Versicherten gewünschte Fortsetzung der Ergo- und Schmerztherapie. Die
versuchsweise Wiederaufnahme der Arbeit in einem 20%-Pensum ab 27. Juli 2015
wurde von den Ärzten befürwortet (Suva-act. 37, 42-2/4). Am 3. August 2015
diagnostizierten die Ärzte des Schmerzzentrums des KSSG ein beginnendes
chronifiziertes nozizeptives Schmerzsyndrom bei CRPS an der rechten Hand sowie
unprovozierte zentrale Lungenembolien beidseits (CT vom 11. Mai 2015; Suva-act. 43).
Ab dem 1. September 2015 wollte die Versicherte versuchsweise ihr Arbeitspensum
auf 40% erhöhen und bat daher um Reduktion der attestierten Arbeitsunfähigkeit
(Suva-act. 49, 50-3). Sie litt weiterhin an einer persistierenden starken
Bewegungseinschränkung vor allem der MCP-Gelenke (Suva-act. 57).
Am 11. November 2015 unterbreitete die Arbeitgeberin der Versicherten wegen
des Wegfalls eines zu reinigenden Objekts eine Änderungskündigung (Reduktion des
Arbeitspensums von 70% auf 40%; Suva-act. 63).
A.d.
Am 4. Dezember 2015 liess sich die Versicherte in der Klinik C._ untersuchen.
Diagnostiziert wurden durch Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion
gemischt (ICD-10: F43.22) sowie der Verdacht auf ein CRPS Typ 1 rechter Arm.
Empfohlen wurde eine integrative tagesklinische Schmerzbehandlung (Suva-act. 69).
A.e.
Am 18. Januar 2016 wurde die Versicherte von Kreisärztin med. pract. E._,
Fachärztin für Chirurgie FMH, untersucht. Die Kreisärztin erhob diffuse
Sensibilisierungsstörungen im Bereich des Handrückens, der Langfinger dorsal und
palmar sowie der Hohlhand rechts. Die Fingerextension sei unvollständig. Lediglich der
Daumen und der Zeigfinger könnten vollständig extendiert werden. Der Faustschluss
A.f.
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sei unvollständig. Limitierend sei die mangelnde Flektierbarkeit auf Höhe
Metacarpophalangeal (MCP)-Gelenk. Die Kreisärztin ging hinsichtlich
leidensangepasster Tätigkeiten (leichte bis sehr selten mittelschwere Tätigkeiten, ohne
repetitive Tätigkeiten der Klein- und Feinmontage, ohne Tragen von Lasten > 15 kg,
ohne Schläge und Vibrationen, ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten) von einer
100%igen Arbeitsfähigkeit aus (Suva-act. 72).
Daraufhin teilte die Suva der Versicherten am 21. Januar 2016 mit, dass die
Taggeldleistungen mit dem 1. Mai 2016 eingestellt würden (Suva-act. 73). Die
Versicherte war damit nicht einverstanden und forderte eine Begutachtung ihrer
rechten Hand durch einen Experten (Suva-act. 77). Im Arztbericht des KSSG vom 15.
Februar 2016 wurde über einen eher statischen Verlauf mit allenfalls geringer
Besserungstendenz berichtet. Passiv liessen sich die MCP-Gelenke bis ca. 45 Grad in
die Flexion mobilisieren. Ansonsten fänden sich klinisch keine Zeichen eines floriden
CRPS mehr. Zum Erhalt der aktuellen Funktion sei die Fortsetzung der Ergotherapie
dringend notwendig (Suva-act. 78).
A.g.
Am 28. April 2016 erhoben die Ärzte des KSSG einen weitestgehend
unveränderten Untersuchungsbefund. Die Beweglichkeit der
Metakarpophalangealgelenke habe sich sogar eher leicht verschlechtert. Empfohlen
wurde die Fortsetzung der Ergotherapie. Eine weitere Operation wurde wegen der
hohen Gefahr für eine weitere Befundverschlechterung sowie das Wiederauftreten des
CRPS als nicht sinnvoll erachtet. Die Klinikärzte teilten die Einschätzungen der
Kreisärztin zur Belastungsfähigkeit nicht. Keinesfalls bestehe eine vollständige
Arbeitsfähigkeit (Suva-act. 84).
A.h.
Am 28. Juli 2016 erfolgte eine erneute kreisärztliche Untersuchung durch med.
pract. E._. Die Kreisärztin diagnostizierte eine residuelle Bewegungseinschränkung
mit unvollständigem Faustschluss und unvollständiger Langfingerextension. Sie ging
hinsichtlich einer angepassten Tätigkeit zumindest von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit
aus (Suva-act. 91).
A.i.
Am 29. Juli 2016 fand eine weitere Untersuchung im KSSG statt. Die Ärzte
berichteten über ausgeprägte Einschränkungen der Flexion in den proximale
A.j.
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Interphalangealgelenken (PIP-Gelenken). Der Faustschluss habe fast vollständig
demonstriert werden können. Eine weitere operative Intervention erachteten sie
abermals nicht als sinnvoll, da mit einem Wiederaufflammen des CRPS zu rechnen sei.
Der Endzustand sei weitestgehend erreicht. Empfohlen wurde die Fortführung der
Ergotherapie (Suva-act. 94).
Am 17. Oktober 2016 unterbreitete die Arbeitgeberin der Versicherten wegen
erneuten Wegfalls eines zu reinigenden Objekts eine Änderungskündigung per 1.
Januar 2017 (Reduktion der Arbeitszeit um 16 Stunden alle 14 Tage, Suva-act. 97; das
Arbeitspensum betrug damit noch 20 Stunden pro Monat, Suva-act. 102).
A.k.
Am 8. Februar 2017 fand eine Abschlussuntersuchung durch med. pract. E._
statt. Die Kreisärztin erhob einen im Wesentlichen unveränderten Befund. Die
Beweglichkeit sei weiterhin eingeschränkt und der Faustschluss unvollständig mit einer
Sperrdistanz von 1 / 0.5 / 0.5 / 0 cm. Die Fingerextension sei unvollständig mit einer
unvollständigen Extension im Bereich der PIP III, IV und V, jeweils geringgradig mit
10-15 Grad. Die Beweglichkeit im Handgelenk sei physiologisch frei mit diskret
endgradig eingeschränkter Dorsalextension. Die Pronation sei frei mit 90-0-80 Grad.
Die Sensibilität sei unauffällig. Das Aufnehmen von Kleinteilen sei der Versicherten
relativ zügig gelungen. An der rechten Hand bestehe im Vergleich zur linken Hand eine
50%ige Kraftminderung. Es sei nicht mehr mit einer Verbesserung des
Gesundheitszustandes durch die Therapie zu rechnen, weshalb diese nicht mehr
indiziert sei. Der Versicherten seien zumutbar leichte bis mittelschwere Tätigkeiten in
voller Präsenz ohne repetitive Klein- und Feinmontage, ohne dauerhaftes Lastentragen
grösser 15 kg, ohne Schläge, Vibrationen oder repetitives Besteigen von Leitern und
Gerüsten wegen allenfalls reduzierter Haltefunktion (Suva-act. 109). Die Kreisärztin ging
gestützt auf die Suva-Feinrastertabelle 3 (Integritätsschaden bei einfachen oder
kombinierten Finger-, Hand- und Armverlusten) von einem Integritätsschaden von 5%
aus, denn die Versicherte sei mit ihrem unvollständigen Faustschluss bessergestellt als
jemand mit einem 3-Finger-Phalanxverlust (Suva-act. 108).
A.l.
Mit Verfügung vom 7. März 2017 eröffnete die Suva der Versicherten, dass kein
Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe. Zugesprochen wurde auf Basis eines
Integritätsschadens von 5% eine Integritätsentschädigung von Fr. 6'300.00. Zur
A.m.
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B.
Begründung wurde insbesondere ausgeführt, dass die psychischen Beschwerden
(Anpassungsstörung) nicht in einem adäquat-kausalen Zusammenhang mit dem
mittelschweren Unfall stünden, weshalb diese bei der Ermittlung der Erwerbseinbusse
nicht zu berücksichtigen seien. Die Versicherte könne in einer an die Unfallfolgen
angepassten Tätigkeit gemäss der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) ein
Einkommen von Fr. 52'873.00 erzielen. Aus dem Vergleich mit dem Einkommen ohne
Unfall von Fr. 45'426.00 (Fr. 19.20 pro Std. x 42 Std. pro Woche x 52 Wochen pro Jahr
plus 8.33% [13. Monatslohn]) resultiere keine Erwerbseinbusse (Invaliditätsgrad von
0%). Deshalb bestehe kein Rentenanspruch (Suva-act. 111, 113).
Am 15. März 2017 fand eine Nachkontrolle im KSSG statt. Die Ärzte erachteten
weiterhin eine weitere Operation an der Hand als nicht sinnvoll, da sich die Situation
verschlechtern könnte. Leichtere Tätigkeiten seien der Versicherten zumutbar.
Aufgrund des Ausbildungsstandes sowie der Sprachkenntnisse jedoch nur manuelle
Tätigkeiten (Suva-act. 119).
A.n.
Am 27. März 2017 liess die Versicherte durch ihren Rechtsvertreter Fürsprecher
lic. iur. Daniel Küng, St. Gallen, gegen die Verfügung vom 7. März 2017 Einsprache
erheben. Beantragt wurde eine ganze Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung
auf der Basis einer Integritätseinbusse von 100% von Fr. 126'000.00 (Suva-act. 120).
Am 2. Mai 2017 reichte der Rechtsvertreter u.a. einen Arztbericht des KSSG vom 26.
April 2017 ein (Suva-act. 128). Am 14. Juni 2017 begründete der Rechtsvertreter die
Einsprache und reichte weitere Akten ein (Suva-act. 131f.).
B.a.
Mit Einspracheentscheid vom 3. Oktober 2017 wies die Versicherung die
Einsprache vom 27. März 2017 betreffend Versicherungsleistungen ab. Zur
Begründung wurde insbesondere ausgeführt, dass der medizinische Endzustand
hinsichtlich der somatischen Unfallfolgen seit längerem erreicht und die Versicherte
diesbezüglich in einer angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei. Die psychischen
Beschwerden stünden in keinem Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom
25. Januar 2015 und seien folglich nicht relevant. Der fehlende Anspruch auf eine
Invalidenrente (Invaliditätsgrad von 0%) und die Integritätsentschädigung
(Integritätsschaden von 5%) wurden bestätigt (Suva-act. 139).
B.b.
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C.

Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss den Übergangsbestimmungen werden
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor Inkrafttreten der Änderung ereignet
haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach
bisherigem Recht gewährt. Vorliegend steht ein Unfall vom 23. Januar 2015 zur
Diskussion. Es finden daher die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen
Anwendung.
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom 3. Oktober 2017 erhob der Rechtsvertreter
der Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 1. November 2017
Beschwerde mit den Anträgen: 1. Der Einspracheentscheid vom 3. Oktober 2017 sei
aufzuheben, soweit eine weitergehende Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin
verneint werde. 2. Es seien der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen, das
heisst mindestens eine Invalidenrente von 60% ab spätestens dem 1. Mai 2016 und
eine Integritätsentschädigung auf der Basis von mindestens 10% zuzusprechen.
3. Eventualiter sei der angefochtene Einspracheentscheid vom 3. Oktober 2017
aufzuheben und es seien weitere Abklärungen zu veranlassen; der Beschwerdeführerin
seien sodann mindestens die Leistungen gemäss Ziffer 2 zuzusprechen und zu
entrichten (act. G 1).
C.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 22. Januar 2018 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des Einspracheentscheids vom 3.
Oktober 2017 (act. G 5).
C.b.
In der Replik vom 15. Mai 2018 hielt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
unverändert an den Beschwerdebegehren fest (act. G 13).
C.c.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 15).C.d.
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Nachfolgend ist zuerst der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente zu
prüfen.
3.
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Einspracheentscheid im
Wesentlichen, dass bei den somatischen Unfallfolgen der medizinische Endzustand
erreicht sei und von keiner namhaften Besserung mehr ausgegangen werden könne.
Die psychischen Leiden der Beschwerdeführerin, da nicht adäquat kausal zum
Unfallereignis vom 23. Januar 2015, seien vorliegend ausser Acht zu lassen. Trotz der
somatischen Unfallfolgen sei die Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit
voll arbeitsfähig. Die ausgewählten fünf DAP-Arbeitsplätze würden die körperlichen
Einschränkungen der Beschwerdeführerin berücksichtigen. Der Durchschnittslohn
betrage Fr. 51'918.20. Da bei einer DAP-gestützten Ermittlung des Invalidenlohns ein
leidensbedingter Abzug entfalle, entspreche dies dem erzielbaren Invalideneinkommen.
Beim Valideneinkommen ging die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Lohnangaben
der Arbeitgeberin vom 31. Januar 2017 von Fr. 45'426.00 aus (Fr. 19.20 pro Std. x 42
Std. pro Woche x 52 Wochen pro Jahr plus 8.33% [13. Monatslohn]). Eine
Parallelisierung der Vergleichseinkommen sei nicht geboten, da das Valideneinkommen
dem Mindestverdienst gemäss dem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für die
Reinigungsbranche entspreche und damit nicht als unterdurchschnittlich qualifiziert
werden könne. Der mittels Einkommensvergleich ermittelte Invaliditätsgrad betrage
0%, weshalb kein Rentenanspruch bestehe (Suva-act. 139, act. G 5).
2.1.
Dem hielt die Beschwerdeführerin insbesondere entgegen, dass ihr aufgrund der
eingeschränkten Beweglichkeit der rechten Hand mit knapp unvollständigem
Faustschluss und der Kraftminderung bereits geringe manuelle Belastungen nicht
zumutbar seien. Im Weiteren wird angeführt, dass die Adäquanz der psychischen
Beschwerden zum Unfallereignis gegeben sei, weshalb die psychischen Leiden mit zu
berücksichtigen seien. Da mit dem aktuellen Arbeitspensum von 40% die
Arbeitsfähigkeit voll ausgeschöpft werde, betrage der Invaliditätsgrad zumindest 60%.
Zur Nichtparallelisierung der Vergleichseinkommen durch die Beschwerdegegnerin
wird ausgeführt, dass dadurch die weiblichen Erwerbstätigen diskriminiert würden, weil
diese in der Reinigungsbranche überdurchschnittlich vertreten seien (act. G 1, G 13).
2.2.
Die vorübergehenden Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld) sind einzustellen und
der Anspruch auf eine Invalidenrente zu prüfen, wenn allfällige
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind und von
der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
3.1.
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Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet werden kann (Art. 19
Abs. 1 UVG). Das Erreichen des medizinischen Endzustands bildet demgemäss in
Nachachtung des Eingliederungsgrundsatzes die Voraussetzung für die Prüfung der
Rentenfrage. Die versicherte Person hat Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie
infolge des Unfalls mindestens zu 10 Prozent invalid ist (Art. 18 Abs. 1 UVG).
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität,
Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen
Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der
eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise
beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann (BGE 129 V
177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
3.2.
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater
Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
3.3.
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate,
d.h. rechtserhebliche Kausalität, weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die
Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine
selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
3.3.1.
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall
und psychischen Gesundheitsschädigungen wird verlangt, dass dem Unfall für die
Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende
Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere
aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264
S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist
an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen
Geschehensablauf - folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale
beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich
der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V
109 E. 6.1, 120 V 352 E. 5b/aa; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2). Bei der Einteilung der Unfälle
mit psychischen Folgeschäden in leichte, mittelschwere und schwere Unfälle ist nicht
das Unfallerlebnis des Betroffenen massgebend, sondern das objektiv erfassbare
Unfallereignis (vgl. BGE 120 V 352 E. 5b/aa, 115 V 133 E. 6; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2;
RKUV 2005 Nr. U 549 S. 237, 1995 Nr. U 215 S. 91).
3.3.2.
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Bei banalen Unfällen wie zum Beispiel bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes
oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie zum Beispiel einem
gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang
zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres
verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter
Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein
solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu
verursachen (BGE 120 V 352 E. 5b/aa, 115 V 133 E. 6a).
3.3.3.
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall
und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles
allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände,
welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte
beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung
einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen: besonders dramatische
Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder
besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe
Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen; ungewöhnlich lange Dauer der
ärztlichen Behandlung; körperliche Dauerschmerzen; ärztliche Fehlbehandlung, welche
die Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche
Komplikationen; Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134
V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/aa). Bei der Prüfung der einzelnen Kriterien sind nur die
organisch bedingten Beschwerden zu berücksichtigen, während die psychisch
begründeten Anteile, deren hinreichender Zusammenhang mit dem Unfall den
Gegenstand der Prüfung bildet, ausgeklammert bleiben (BGE 115 V 133 E. 6c/aa; Urteil
des Bundesgerichts vom 17. September 2007, U 442/06, E. 4.1 mit Hinweis). Der
Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall
erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des
adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits
dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im
mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu
qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr.
U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich
ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist,
wie zum Beispiel eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit
infolge schwierigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes
beziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene
3.3.4.
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Kriterien herangezogen werden. (BGE 115 V 133 E. 6c/bb, vgl. auch BGE 120 V 352
E. 5b/aa; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff.,
1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
Bei schweren Unfällen ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall
und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit in der Regel zu bejahen. Denn nach dem
gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung sind solche
Unfälle geeignet, invalidisierende psychische Gesundheitsschäden zu bewirken (BGE
120 V 352 E. 5b/aa, 115 V 133 E. 6b; RKUV 1995 Nr. U 215 S. 90 E. 3b).
3.3.5.
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein
natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung
beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden
Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines
Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129
V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen). Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181
E. 3.1, 123 III 110, 112 V 30; Urteil des Bundesgerichts vom 1. September 2008,
8C_522/2007, E. 4.3.2; vgl. Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 58). Hinsichtlich des
Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die beklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten oder
der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen
Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht
oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Insofern sind
auch Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des
Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen einholen,
beweistauglich. Bestehen indessen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende
Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt im Urteil des
Bundesgerichts vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3; BGE 125 V 352 E. 3;
RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311ff.).
3.4.
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4.
5.
Nachfolgend ist zu prüfen, ob die psychischen Leiden der Beschwerdeführerin in einem
Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 23. Januar 2015 stehen.
Unbestritten ist, dass sich die Beschwerdeführerin beim Unfall am 23. Januar 2015
eine MHK 3 Mehrfragmentfraktur (Schaft, Basis) rechts mit deutlicher Dislokation
zugezogen hatte sowie dass zum Zeitpunkt der Rentenprüfung hinsichtlich der
natürlich-kausalen somatischen Unfallfolgen der medizinische Endzustand erreicht war,
gingen doch die Ärzte des KSSG und die Kreisärztin übereinstimmend nicht mehr von
einer namhaften Besserung aus. Eingeschränkt war noch die Beweglichkeit der rechten
Hand. So waren insbesondere der Faustschluss und die Fingerextension nur
unvollständig möglich. Zudem bestand im Vergleich zur linken Hand eine 50%ige
Kraftminderung (Suva-act. 94, 109).
4.1.
Die Kreisärztin erachtete eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit in voller Präsenz
ohne repetitive Klein- und Feinmontage, ohne dauerhaftes Lastentragen grösser 15 kg,
ohne Schläge, Vibrationen oder repetitives Besteigen von Leitern und Gerüsten wegen
allenfalls reduzierter Haltefunktion als zumutbar (Suva-act. 109). Die Ärzte des KSSG
gingen im Arztbericht vom 26. April 2017 ebenfalls von einer vollen Arbeitsfähigkeit in
einer wie von der Kreisärztin beschriebenen leidensangepassten Tätigkeit aus (Suva-
act. 128-2f.). Folglich kann aus somatischer Sicht von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit
in einer - wie oben beschriebenen - leidensangepassten Tätigkeit ausgegangen
werden.
4.2.
Ob der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 23. Januar
2015 und den psychischen Störungen der Beschwerdeführerin zumindest im Sinne
einer Teilkausalität zu bejahen ist, kann - wie nachfolgende Erwägungen zeigen -
mangels eines adäquaten Kausalzusammenhangs offengelassen werden.
5.1.
Wie in Erwägung 4.1 dargelegt, konnte nicht mehr mit einer namhaften
Verbesserung der somatisch bedingten Leiden und Einschränkungen zum Zeitpunkt
der Rentenprüfung (Verfügung vom 7. März 2017, Suva-act. 111; Einspracheentscheid
vom 3. Oktober 2017, Suva-act. 139) gerechnet werden. Deshalb ist nicht zu
beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Prüfung der Adäquanz zu diesem
Zeitpunkt vornahm (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 13. Juli 2017, 8C_184/2017, E.
2.2).
5.2.
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Hinsichtlich des Vorliegens der Adäquanz vertreten die Parteien unterschiedliche
Ansichten. Die Beschwerdegegnerin geht bezüglich des Unfalls höchstens von einem
leichten Unfall an der Grenze zu mittelschwer aus. Da höchstens das Kriterium der
erheblichen Beschwerden erfüllt sei, sei die Adäquanz zu verneinen und seien die
psychischen Beschwerden ausser Acht zu lassen (Suva-act. 139-11, act. G 5-5). Die
Beschwerdeführerin dagegen geht davon aus, dass - selbst wenn man dem
Unfallereignis eine besondere Dramatik absprechen würde - die durch den Unfall
verursachten und anhaltenden Schmerzen geeignet seien, zu psychischen Störungen
der vorliegenden Art zu führen (act. G 1-6).
5.3.
Der massgebliche Geschehensablauf des Unfalls vom 23. Januar 2015
beschränkte sich darauf, dass die Beschwerdeführerin bei der Arbeit über ein
Stromkabel stolperte und daraufhin stürzte. Mit Blick auf die bundesgerichtliche
Rechtsprechung ist höchstens von einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu
den leichten Ereignissen auszugehen. Für die Bejahung des adäquaten
Kausalzusammenhangs müssen folglich vier Kriterien oder ein einzelnes Kriterium in
besonders ausgeprägter Weise erfüllt sein.
5.3.1.
Vorliegend bestehen keine Hinweise auf besonders dramatische
Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls vom 23. Januar
2015. Beim Unfall erlitt die Beschwerdeführerin eine Mehrfragment- und dislozierte
Spiralfraktur des Mittelhandknochens 3 rechts. Am 27. Januar 2015 erfolgte eine
dorsale Plattenosteosynthese. Danach wurde die Verletzung insbesondere mit
Ergotherapien behandelt. Bei derartigen Frakturen ist - selbst bei anhaltenden
Restschmerzen und den gegebenen Umständen (aufgetretenes jedoch nicht mehr
aktives CRPS I) - nicht mit einer psychischen Fehlentwicklung zu rechnen. Das
Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung, insbesondere
ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, ist daher
zu verneinen. Die Behandlung der somatischen Unfallfolgen beschränkte sich auf eine
einmalige Operation am 27. Januar 2015 und auf Ergotherapien. Zirka zwei Jahre nach
dem Unfall konnte auf die Fortsetzung der Ergotherapien verzichtet werden, da nicht
mehr mit einer Verbesserung der gesundheitlichen Situation zu rechnen war (Suva-act.
107-3, 109-5). Bei dieser Ausgangslage ist das Kriterium der ungewöhnlich langen
Dauer der ärztlichen Behandlung als nicht erfüllt einzustufen. Im Weiteren ergeben sich
aus den Akten keinerlei Hinweise auf eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die
Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte. Die Dauer der ärztlichen Behandlung und
die geklagten Beschwerden, welche auf den Unfall zurückgeführt werden können,
deuten auch nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf hin, weshalb das Kriterium
5.3.2.
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6.
Im Folgenden gilt es zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin wegen ihrer somatischen
Unfallrestfolgen Anspruch auf eine Invalidenrente im Sinn von Art. 18 ff. UVG hat.
ebenfalls nicht erfüllt ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 7. Februar 2008, U
590/06, E. 4.3.2, und vom 10. Juli 2008, 8C_61/2008, E. 7). Die Beschwerdeführerin
konnte bereits wenige Monate nach dem Unfall ihre körperlich nicht adaptierte Arbeit -
wenn auch eingeschränkt - wieder aufnehmen (20%-Pensum ab 27. Juli 2015, 40%-
Pensum ab 1. September 2015). Aus somatischer Sicht bestand spätestens seit der
kreisärztlichen Abschlussuntersuchung am 8. Februar 2017 eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit in Bezug auf leidensangepasste Tätigkeiten (Suva-act. 109, 119). Das
Kriterium Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit ist daher nicht
erfüllt. Das Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen kann in Anbetracht der
geklagten Schmerzen und der verordneten Medikation als erfüllt erachtet werden,
jedoch nicht in ausgeprägter Weise.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass maximal eines der zu
berücksichtigenden Kriterien erfüllt ist, jedoch nicht in ausgeprägter Weise. Der
adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 23. Januar 2015 und den
geklagten psychischen Beschwerden ist deshalb zu verneinen. Damit sind bei der
Festlegung des Invaliditätsgrades und der Integritätsentschädigung lediglich die
unfallbedingten körperlichen bzw. somatischen Einschränkungen zu berücksichtigen.
5.3.3.
Die Beschwerdegegnerin ermittelte ausgehend von einem Valideneinkommen von
Fr. 45'426.00 und einem Invalideneinkommen von Fr. 52'873.00 (Verfügung) bzw. Fr.
51'918.20 (Einspracheentscheid) jeweils keine Erwerbsminderung bzw. einen
Invaliditätsgrad von 0% (Suva.-act. 110ff., 139-9). Die Beschwerdeführerin wendet
dagegen ein, dass das von der Beschwerdegegnerin ermittelte Invalideneinkommen
von Fr. 45'426.00 zu parallelisieren und davon nur 75% zu berücksichtigen sei. Dies
ergebe einen Invaliditätsgrad von 21%. Zudem sei aufgrund der Einschränkungen ein
Leidensabzug von 5% zu gewähren (act. G 1-7f.). Gemäss Rechtsbegehren verlangt
die Beschwerdeführerin eine Invalidenrente von mindestens 60% (act. G 1-2).
6.1.
Zur Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten
Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
6.2.
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Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen).
6.3.
Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im Zeitpunkt des Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am
zuletzt erzielten, der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten
Verdienst angeknüpft; dies in der Annahme, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 129 V 224, E. 4.3.1 mit Hinweisen).
Zusätzliche Einkommensbestandteile wie Überstundenentschädigungen sind bei der
Bemessung des Valideneinkommens zu berücksichtigen, wenn es sich um Entgelt mit
Lohncharakter und nicht um Spesenentschädigungen handelt (RKUV 1989 Nr. U 69 S.
180 E. 2c; vgl. auch RKUV 2000 Nr. U 400 S. 383 E. 2c sowie AHI 2002 S. 157 E. 3b).
Da aber die Invaliditätsbemessung der dauernd oder für längere Zeit bestehenden
Erwerbsunfähigkeit entsprechen muss, bildet Voraussetzung für die Berücksichtigung
eines derartigen Zusatzeinkommens, dass die versicherte Person aller Voraussicht
nach damit hätte rechnen können. Massgebend ist, ob die versicherte Person aufgrund
ihrer konkreten erwerblichen Situation und des tatsächlichen Arbeitseinsatzes vor dem
Unfall wahrscheinlich weiterhin ein Zusatzeinkommen hätte erzielen können; die blosse
Möglichkeit dazu genügt nicht (RKUV 1989 Nr. U 69 S. 180 f. E. 2c).
6.3.1.
Die Beschwerdeführerin trat am 1. Juli 2010 ihre Stelle als Raumpflegerin an. Sie
unterstand damit dem GAV für die Reinigungsbranche in der Deutschschweiz. Der
Mindestlohn ist gemäss dem ab 1. Januar 2011 gültigen GAV 2011 (Suva-act. 138)
abhängig vom Dienstjahr (Art. 4 GAV 2011). Im Jahr 2014 gehörte die
Beschwerdeführerin zur Kategorie Unterhaltsreiniger/in II. Der Mindestlohn im Jahr
2014 betrug Fr. 18.25 zuzüglich 13. Monatslohn, Ferienzuschlag von 8.33% und
Feiertagszuschlag von 1.2% (Anhang 5 GAV 2011). Gemäss den Lohnabrechnungen
(Suva-act. 106) arbeitete die Beschwerdeführerin in den zwölf Monaten vor dem Unfall
(Januar bis Dezember 2014) insgesamt 1'536.31 Stunden (Normalarbeitsstunden und
Arbeitsstunden mit Zuschlägen) und erzielte dabei ein Einkommen Fr. 28'296.21. Dies
entspricht einem erzielten Durchschnittsstundenlohn von Fr. 18.42. Nicht
berücksichtigt sind dabei die Ferienentschädigung von 8.33%, die
Feiertagsentschädigung von 1.2% und der 13. Monatslohn. Festzustellen ist, dass der
Beschwerdeführerin im Jahr 2014 als Grundentschädigung der Mindestlohn von Fr.
18.25 gemäss GAV bezahlt wurde. Nur durch das regelmässige Leisten von
6.3.2.
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Arbeitsstunden mit Zuschlägen erzielte sie einen Stundenlohn von Fr. 18.42. Dies
entspricht einem um 0.93% höheren Stundenlohnansatz.
Gemäss dem Gesamtarbeitsvertrag für die Reinigungsbranche in der
Deutschschweiz (gültig ab 1. Januar 2016; nachfolgend GAV 2016; Suva-act. 137)
gehörte die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Dienstjahre im Jahr 2017 zur Kategorie
Unterhaltsreiniger/in III mit einem Mindestlohn von Fr. 19.20 pro Stunde (Art. 4.1 und
Anhang 5 GAV 2016). Da die Beschwerdeführerin als Grundlohn bisher nur den
Minimallohn gemäss GAV erhielt, ist davon auszugehen, dass sie im Jahr 2017 auch
nur den entsprechenden Minimallohn erhalten hätte. Im Weiteren ist davon
auszugehen, dass sie im gleichen prozentualen Umfange Arbeitsstunden mit Zuschlag
geleistet hätte. Folglich ist der Stundenansatz von Fr. 19.20 ebenfalls um 0.93% zu
erhöhen und damit von einem Stundenansatz für das Jahr 2017 von Fr. 19.38
auszugehen. Das Valideneinkommen bezogen auf ein 100%-Pensum beträgt damit Fr.
45'852.00 (Fr. 19.38 pro Std. x 42 Std. pro Woche x 52 Wochen pro Jahr plus 8.33%
[13. Monatslohn]).
6.3.3.
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verlangte eine Parallelisierung der
Vergleichseinkommen, da die Beschwerdeführerin als Raumpflegerin nur ein
unterdurchschnittliches Einkommen erzielt habe. Festzustellen ist, dass die
Beschwerdeführerin als Grundlohn jeweils nur den Mindestlohn (inklusive Zuschläge)
gemäss GAV erhalten hat. Da sich der Mindestlohn nach den Dienstjahren richtet
(Kategorie I: bis drei Dienstjahre; Kategorie II: ab drei bis sechs Dienstjahre; Kategorie
III: ab sechs Dienstjahren), ergibt sich trotzdem eine Lohnsteigerung (Jahr 2014: Fr.
18.25/Std.; Jahr 2017: Fr. 19.20/Std.). Gemäss dem Lohnrechner des Bundesamtes für
Statistik liegt das durchschnittliche Einkommen einer Raumpflegerin im Jahr 2016
(Region Ostschweiz, Branche 82, Berufsgruppe 91, Stellung im Betrieb Stufe 5,
Wochenstunden 42, ohne Berufsausbildung, Alter 44, Dienstjahre 4,
Unternehmensgrösse 20-49 Beschäftigte, 13. Monatslohn, im Stundenlohn angestellt,
Schweizerin) bei Fr. 42'384.00 (Medianwert). Vergleicht man dies mit dem von der
Beschwerdeführerin im Jahr 2014 effektiv erzielten Verdienst von Fr. 33'507.55 (70%-
Pensum bzw. entsprechend Fr. 47'868.92 bei einem 100%-Pensum), so ist ersichtlich,
dass der Verdienst der Beschwerdeführerin nicht unterdurchschnittlich war. Eine
Parallelisierung der Vergleichseinkommen ist folglich nicht angezeigt.
6.4.
6.5.
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung
primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte
6.5.1.
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Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei
der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen
ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft,
und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und
nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als
Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben,
namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine
oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat,
so können nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne gemäss den vom
Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE)
oder die Lohnangaben aus der Dokumentation von Arbeitsplätzen der SUVA (sog.
DAP-Zahlen; diese wurden von der Suva bis 2019 erhoben) herangezogen werden
(BGE 136 V 297 E. 5.2 , 129 V 472 E. 4.2.1 S. 475 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 139 V
592).
Gestützt auf die Arztberichte von med. pract. E._ vom 8. Februar 2017 (Suva-
act. 109) und des KSSG vom 16. März 2017 (Suva-act. 119) ist davon auszugehen,
dass die Versicherte in ihrer bisherigen Tätigkeit als Raumpflegerin durch den Unfall
eingeschränkt, in einer angepassten Tätigkeit jedoch vollständig arbeitsfähig ist (vgl.
Erwägung 4.2).
6.5.2.
Bei dieser Ausgangslage kann das Invalideneinkommen nicht auf individuell-
konkreter Basis bemessen werden. Deshalb konnte die Beschwerdegegnerin bei der
Bemessung des Invalideneinkommens grundsätzlich auf die DAP-Löhne abstellen.
Gegen die von der Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid ausgewählten DAP-
Profile (1860: Hilfsarbeiterin Bedienen Druckmaschine, 3842: Hilfsarbeiterin
Abpackerei, 1143: Hilfsarbeiterin Kontrolleurin, 7188: Bestückerin und 5556:
Hilfsarbeiterin Artikel Nr. Laser) mit einem durchschnittlichen Lohn von Fr. 51'918.20
(Suva-act. 134, 139-9; Basis 2017) brachte die Beschwerdeführerin weder in der
Beschwerde noch in der Replik Einwände vor. Da die ausgewählten Arbeitsplätze auch
in Anbetracht der körperlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin als
angemessen und realisierbar erscheinen, ist auf deren durchschnittlichen Lohn
abzustellen.
6.5.3.
Hinsichtlich des Invalideneinkommens macht der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin geltend, dass vom ermittelten Einkommen noch Abzüge
vorzunehmen seien. Den Anträgen, dass nur 75% des Einkommens zu berücksichtigen
und ein 5% Leidensabzug zu gewähren sind, kann nicht gefolgt werden, denn es
6.5.4.
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7.
Im Weiteren ist die Höhe der Integritätsentschädigung umstritten.
handelt sich bei den dem Einkommen zugrundeliegenden Tätigkeiten um solche, die
die Beschwerdeführerin trotz ihren gesundheitlichen Einschränkungen ganztags
uneingeschränkt wahrnehmen kann. Folglich ist von einem Invalideneinkommen von
Fr. 51'918.20 auszugehen.
Aus der Gegenüberstellung des Valideneinkommens von Fr. 45'426.00 und des
Invalideneinkommens von Fr. 51'918.20 resultiert kein unfallbedingter Minderverdienst
(Invaliditätsgrad beträgt 0%). Folglich besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente
aus der Unfallversicherung.
6.6.
Die Beschwerdegegnerin sprach der Beschwerdeführerin gestützt auf die
Einschätzung von Kreisärztin med. pract. E._ vom 8. Februar 2017 (Suva-act. 109,
139) eine Integritätsentschädigung von 5 % zu. Die Beschwerdeführerin beantragt
dagegen eine Integritätsentschädigung von mindestens 10% und verweist dabei auf
die Beurteilung von Prof. Dr. med. F._ und Dr. med. G._, Klinik für Hand-,
Plastische- und Wiederherstellungschirurgie, KSSG, vom 26. April 2017 (act. G 1,
Suva-act. 128-3).
7.1.
7.2.
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine
angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde
erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet.
Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den
am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht
übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft
(Art. 25 Abs. 1 UVG).
7.2.1.
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der
Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1
dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er
voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht.
Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der
Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für
die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges 3. Fallen
7.2.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 19/21
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mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren
Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten
Beeinträchtigung festgesetzt (Abs. 3).
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der
Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht
abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische
Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten
Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen
Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die
Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem
Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die
gemäss der Skala 5% nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (Ziff.
1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust
gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der
Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz
entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5% des Höchstbetrages des
versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
7.2.3.
Die medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrätlichen Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog.
Feinraster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen
zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Prozentsatz
des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen
nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten,
mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie
mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
7.2.4.
Die Höhe der Integritätsentschädigung stellt eine typische Ermessensfrage dar.
Das Versicherungsgericht darf sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle
desjenigen der Verwaltung setzen, sondern muss sich auf Gegebenheiten abstützen
können, welche eine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen
lassen (BGE 137 V 71 E. 5.1, 126 V 75 E. 6).
7.2.5.
Kreisärztin med. pract. E._ hat korrekt festgestellt, dass die Beeinträchtigungen
(insbesondere der unvollständige Faustschluss und die Kraftminderung) in der Suva-
Feinrastertabelle 3 nicht enthalten sind. Die Kreisärztin hat daher die körperlichen
Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin denjenigen gegenübergestellt, welche in
7.3.
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8.