Decision ID: 14dffee8-9fb6-4b00-9a63-0498ff8f3cd7
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
X._
, geboren 19
6
5, erfüllte seit 3. März 2014
die Anspruchsvorausset
zungen zum Bezug einer Entschädigung der Arbeit
slosen
versicherung (
Schadenmeldung vom 8. Februar 2015,
Urk.
7
/1
Ziff. 8) und war bei der
S
chweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert.
Am 1
2.
Dezember 2014
fuhr ihm, als er mit seinem Fahrzeug vor einem Lichtsignal angehalten hatte, ein nachfolgender LKW ins Heck.
Die Erstbehandlung fand am Unfalltag im Kran
kenhaus
Y._
in
Z._
statt
,
wobei Röntgen
bilder
erstellt
wurde
n
(
Urk.
7/25 S. 5). Die SUVA erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen
(Heilbehandlung und Taggeld)
.
Mit Verfügung vom 29. Juli 2015 stellte sie diese
-
mit dem Hinweis
auf die
fehlende Adäquanz zwischen Unfallereignis und den geklagten Beschwerden - per 3. August 2015 ein (
Urk.
7/53).
Die dage
gen am
31. August 2015
erh
obene Einsprache
(Urk. 7/62)
,
wies sie mit Ent
scheid vom 21
.
September
2015 (Urk. 2) ab.
2.
Hiergegen erhob
X._
am
21. Oktober
2015 Bes
chwerde (
Urk.
1) und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es seien die gesetz
lichen Leistungen
auszurichten, namentlich Taggelder und Heilbehandlung,
über den Zeitpunkt vom 3. August 2015 hinaus
zu bezahlen.
Eventualiter sei ein verwaltungsexternes Gutachten einzuholen. Sodann sei die unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung zu bewilligen (
Urk.
1 S. 2). Mit
Beschwer
deantwort
vom 26. November 2015 schloss die
SUVA auf Abweisung der Be
schwerde
(
Urk.
6)
. Das Doppel der Beschwerdeantwort wurde dem Beschwerde
führer
mit Verfügung
9. Dezember 2015 zugestellt
und das Gesuch um unent
geltliche Recht
s
vertretung abgewiesen
(
Urk.
9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Arbeitslose Personen, welche die Anspruchsvoraussetzungen
gemäss
Art.
8
des
Bundesgesetz
es
über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insol
venzentschädigung (AVIG)
erfüllen oder Entschädigungen nach Art.
29 AVIG beziehen, sind bei der SUVA obligatorisch gegen Unfälle versichert (Art.
2 Satz 1 der gestützt auf Art.
3 Abs.
5
des
Bundesgeset
zes
über die Unfallversicherung
[
UVG
]
und Art.
2a Abs.
4 AVIG erlassenen Verordnung über die Unfallversi
cherung von arbeitslosen Personen vom 24.
Januar 1996, UVAL). Soweit die
UVAL keine spezielle Regelung enthält, richtet sich die Unfallversicherung der arbeitslosen Personen
gemäss
Art.
1 UVAL nach den Vorschriften des UVG und der
Verordnung über die Unfallversicherung (UVV
;
Urteil des Bundesgerichts 8C_7
8/2014 vom 18. Juli 2014 E. 2).
1.2
Nach Art. 10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16
Abs.
1 UVG ein Tag
geld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
(Art. 8
des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
) invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18
Abs.
1
UVG
).
1.3
1.3.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
–
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3.2
Ist ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörun
gen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reizbarkeit, Affektlabilität,
Depression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausal
zusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen. Es ist zu beto
nen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürli
chen Kausalzusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte ge
sundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).
1.4
1.4.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129
V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4.2
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer ge
wissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Be
einträchtigun
gen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zu
rückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Störun
gen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeu
tung für die Entstehung der Arbeits- bezie
hungsweise der Erwerbsunfähigkeit zu
kommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit ande
ren Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adä
quate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträch
tigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittle
ren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig da
von, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des
Unfalls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
erhebliche Beschwerden;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bundes
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psy
chischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Be
schwerden auf eine Dif
ferenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht ent
scheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psy
chischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117
V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte ihre weitere
Leistungspflicht damit, dass die
geklagten Unfallfolge
n nicht auf eine unfallbedingte organisch-strukturelle Lä
sion zurückgeführt werden könn
t
en.
Die
psychisch
bzw. organisch nicht hinrei
chend nachweisbaren Beschwerden würden
zwar dem
von der Rechtsprechung
anerkannten
typische
n
Beschwerdebild im Zusammenhang mit einem
Schleu
dertrauma
der Halswirbelsäule
(HWS)
zumindest teilweise
entsprechen
.
Das
zu beurteilende Erei
gnis vom 1
2.
Dezember 2014
könne aber
maximal einem mit
telsc
hweren Unfall zugeordnet werden, wobei sich
Argumente finden
liessen
, die gar
für einen mittelschweren
Unfall
im Grenzbereich zu den leichten Unfäl
len sprechen würden.
Die durch die Rechtsprechung für die
Adäquanzbeurtei
lung
bei mittelschweren Unfällen
massgebenden
Kriterien
würden aber weder in gehäufter Weise vorliegen noch sei ein einzelnes Kriterium besonders ausge
prägt. Die weiterhin geklagten Beschwerden könnten d
eshalb nicht als adäquat gelten und die Leistungseinstellung sei deshalb zu Recht erfolgt (
Urk.
2 S. 7
und
Urk.
6
).
2.2
Der Beschwerdeführer stellt
e
sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass die Beschwerden aus dem Unfall bis heute persistieren würden
, die Heilbehandlung noch nicht abgeschlossen sei und nach wie vor eine Arbeitsunfähigkeit bestehe.
Auch würden s
trukturelle
Befunde an der H
WS
, n
ämlich ein
Bandscheiben
prolaps
mit Bandscheibengewebe im Spinalkanal
vorliegen. M
it dem Band
scheibenvorfall und der Unfallkausalität
habe sich die Beschwerdegegnerin
nicht auseinandergesetzt. Zu dieser Frage sei ein verwaltungsexternes Gutach
ten einzuholen.
Alsdann seien auch die fünf Adäquanzkriterien, besondere Ein
drücklichkeit des Unfalls, besondere Art der erlittenen Verletzung, erhebliche Beschwerden, schwieriger Heilverlauf und eine
h
ochgradige Arbeitsunfähigkeit
erfüllt
. Das Einstellen der Versicherungsleistungen per 3. August 2015 sei des
halb nicht statthaft
(
Urk.
1 S. 5
ff.)
.
3.
3.1
Dr.
med.
A._
, Bereichsleiter
Endoprothetik
,
Chirurgische Klinik, Krankenhaus
Y._
,
berichtet
e
im
Dokumentationsfragebogen für die Erstkonsultation nach
cervicalem
Beschleunigungstrauma vom 31. März 2015
über
d
ie
Erstbe
handlung
des Beschwerdeführers
. Im Untersuchungsbefund
wies er
auf einen wachen, ansprechbaren
,
zeitlich und örtlich orientierten Beschwerdeführer hin.
Die
Pupillenreaktion
sei
prompt,
isokor
und seitengleich
.
Er vermerkte:
keine Übelkeit, kein Erbrechen, kein Schwindel, keine retrograde und
anterograde
Amnesie und keine offenen Verletzungen
und wies
auf Schmerzangaben über der HWS bei leicht eingeschränkter Beweglichkeit, Drehung, Seitenneigung, Vorneigung und Rückneigung
hin
.
Er erwähnte
ein
en leichten paravertebralen
Hartspann über der
HWS,
kein
en
axiale
n
Stauchungsschmerz
, normale Seh
nenreflexe und Muskelkraft, keine Parästhesie, keine sensiblen Defizite und
wies auf
eine
n unauffälligen
Status in der neurologischen Untersuchung
hin
.
Im Röntgen
wurde
Folgendes
festgehalten
:
„
K
ein Nachweis einer frischen knö
chernen Verletzung
.
Dens
intakt. Keine
Gefügestörung
.
Nebenbefundlich
Spon
dylose, Retrospondylose im Segment C6 / C7.
“
Unter vorläufige Diagnose wurde
angegeben
:
„Verdachtsdiagnose und Diagnose Grad II“
.
Es
wurde
Analgesie (NSAR)
verordnet
und
vom 1
2.
Dezember bis 15. Dezember 2014
eine 100
%ige Arbeitsunfähigkeit
attestiert
(
Urk.
7/25 S. 1 ff.).
3.2
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für
Neurologie und Psychiatrie (
Y._
), wies im Bericht vom 2
2.
Mai 2015 im neurologischen Befund auf eine Hypästhesie der
linken Gesichtshälfte, fraglich auch diskret am linken Arm, hin. Der übrige Status (Hirnnerven, Reflexe, Motorik, Sensibilität und Koordination) sei intakt und der
Medianus
SEP (s
omatisch
evozierte Potentiale) sei seitengleich unauf
fällig. Sie diagnostizierte eine HWS-Distorsion und wies darauf hin, für die ge
klagten Beschwerden sei dem HWS MRT kein morphologisches Korrelat zu ent
nehmen (
Urk.
7/36).
3.
3
Im Bericht der Röntgen
praxis
Dr.
C._
im
K
rankenhaus
Y._
vom 27.
Mai 2015 wurde aufgrund einer MR HWS vom
15. Mai 2015
auf einen NPP (
Nucleus-
pulposus
-prolaps
;
Bandscheibenvorfall
) in Höhe
der Halswirbelkörper (
HWK
)
6/7
und oberhalb des NPP
auf
den Nachweis einer schmalen
Syringo
myelie
sowie ein kleines Wirbelhä
mangiom in HWK 4 hingewiesen und ver
merkt, dass
kein Knochenmarködem
bestehe
(
Urk.
7/37).
3.4
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Allgemei
nmedizin (
Y._
)
,
wies im At
test vom 14. Juni 2015 darauf hin, dass der Beschwerdeführer in
regelmässiger
Sprechstunde sei und über Nackenschmerzen, Kopfschmerzen, Myalgien,
Kon
zentrationsschwierigkeiten
sowie
zeitweise Merkfähigkeitsstörungen klage. Im Umgang wirke er eher verunsichert und besorgt, weniger schwingungsfähig, etwas depressiv. Er sehe einen eindeutigen Zusammenhang mit dem Unfall. Es sei i
h
m erst danach so ergangen. Die geschilderte Symptomatik passe zum Krankheitsbild. Sie habe ihm zu Muskelaufbau sowie zu einer psychotherapeu
tischen Behandlung geraten (
Urk.
7/46).
3.5
Kreisarzt
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirur
gie und Traumatolo
gie FMH, wies
in seiner Beurteilung vom 17. Juli 2015
auf ein Rönt
gen vom 1
2.
Dezember 2014 hin
(
S. 2,
nicht in den Akten).
Er
hielt
fest, die
Sy
ringomyelie
sei ein MR-tomographischer Zufallsbefund und nicht Unfallfolge. Eine Schädigung des
Halsmarks
hätte sich initial bei der Erstuntersuchung im Spital
Y._
manifestiert oder wäre auch bei der fachärztlich-neurologi
sche
n Untersuchung bemerkt worden. Auch die schwere
Osteochondrose
und Spondylose von C6/7 sei vorbestehend und degenerativ und MR-tomographisch würden Hinweise auf eine Traumatisierung dieser Strukturen negiert (kein
Kno
chenmarksödem
, keine
Hämatomreste
n
angegeben) und die D
i
skushernie C6/7
sei
gemäss
neurologischer Beurteilung ebenfalls stumm.
Nicht ganz ausge
schlossen
sei, dass die Situation C6/7 zu einer
Liquorzirkulationsstörung
geführt habe mit Ausbildung einer klinisch stummen
Syringom
y
elie
proxim
al. Dann wäre aber gerade dies
der Beweis, dass die Veränderung C6/7 vorbestehend sei. Innerhalb von 5 Monaten sei die
medul
läre
Veränderung wohl kaum entstan
den
.
Unter Bezugnahme auf die
Dokumentation und
die
Befragung
des Be
schwerdeführers
vom 26. Juni 2015
wies der Kreisarzt darauf hin, dass
der Zu
stand als stabil
erscheine
,
und hielt fest, dass
er keine
alternative
Therapieopti
onen
anzugeben vermöge, die den Zustand zuverlässig verbessern könnten
(
Urk.
7/48
S
.
3).
3.6
Dr.
D._
wies i
m Zwischenbericht vom
28. Juli 2015 auf einen Zustand nach HWS Schleudertrauma mit eher verzögerter Rekonvaleszenz hin. Der Be
schwerdeführer beklage Nacken- und Kopfschmerzen
sowie
Einschränkungen in der Belastbarkeit und Konzentration.
Manuelle Therapie mit Wärmeanwendung werde gegenwärtig alle 2 Wochen durchgeführt und es werde zu einer psycho
therapeutischen Unterstützung und Coaching geraten (
Urk.
7/55).
3.7
Dr.
B._
wies
im Bericht vom 2
2.
August 2015
darauf hin, dass bis
auf eine Hypästhesie der linken Gesichtsseite und fraglich auch einer leichten Hypästhe
sie am linken Arm neurologische Ausfallerscheinungen und Störungen nicht festzustellen
gewesen seien
.
V
on einem Folgezustand nach HWS-Distorsion mit Hirnleistungsschwäche
sei
auszugehen
gewesen und die Behandlung
mit
Venlafaxin
sei
eingeleitet worden. Der Beschwerdeführer habe von der
antide
pressiven
Therapie profitiert und habe im Rahmen eines Hirnleistungstrainings beim Ergotherapeuten seine Belastbarkeit testen können.
Aufgrund der Untersu
chungsergebnisse gehe sie davon aus, dass eine berufliche Belastbarkeit mit ca. 50
%
ab Oktober 2015 möglich sein müsste (
Urk.
7/58).
4
.
Die am 1. Juni 2015 von der
F._
erstattete biomechanische
Kurzbeurtei
lung
ergab für das Fahrzeug des Beschwerdeführers in Bezug auf die Heckkollision eine Geschwindigkeitsänderung (
D
elta-v) innerhalb eines Berei
ches von 10–15 km/h. Die Gutachter führten aus, aufgrund der technischen Be
wertung und der medizinischen Unterlagen ergebe sich aus biomechanischer Sich
t
, dass die
anschliessend
an das Ereignis beim Beschwerdeführer festge
stellten von der HWS ausgehenden Beschwerden und Befunde durch die
Kollisi
onseinwirkung
im Normalfall, wie hier im vorliegenden Fall, eher erklärbar seien (
Urk.
7/40 S. 2 ff.).
5.
5.1
Vorweg ist zu prüfen, ob zwischen den Bes
chwerden und dem Unfall vom 12.
Dezember 2014
ein natürlicher Kausalzusammenhang
vorliegt (vgl.
E. 1.3
).
5.2
Das höchste Gericht führte
in seiner Rechtsprechung
aus, dass im Hinblick auf die in der medizinischen Wissenschaft gesicherten Erkenntnisse nach
Schleu
dertrauma
die Zurechnung eines solchen zu einem Unfall zu verneinen sei,
wenn die Latenzzeit von Beschwerden und medizinischen Befunden in der Halsregion nicht binnen 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftre
ten (Urteil des
Bundesgerichts
U 264/97 vom 1
2.
August 1999). Hierbei genügt es, wenn die versicherte Person an Nackenschmerzen leidet, und weitere
praxis
gemässe
Beschwerden
(E. 1.3.2
hievor
)
erst mit der Zeit hinzukommen.
Diesfalls
ist vom Vorliegen einer HWS-Distorsion auszugehen (Urteil
des
Bundesgerichts
U 33
6/06 vom 30. Juli 2007 E. 5.1).
5.3
Vorliegend steht fest, dass der Beschwerdeführer anlässlich der
E
rstuntersu
chung
am Unfalltag
im Krankenhaus
Y._
über
Schmerzen über
der HWS
geklagt hat (
E.
3.1
). Einschlägige Beschwerden im Sinne eines
typischen
Be
schwerdebildes
kamen
im Verlauf hinzu,
wobei
unter anderem auch
Kopf
schmerzen, Myalgien, Konzentrationsschwierigkeiten, zeitweise Merkfähigkeits
störungen
sowie
Sehstörungen geklagt wurden und ein depressives Zustandsbild
auftrat
(
Urk.
7/15
S. 2
,
vgl.
E
.
3.
2 und E. 3.4
).
5.4
Damit ergibt sich, dass beim Beschwerdeführer innerhalb der recht
-
sprechungsge
mäss
geforderten Zeit Nackenschmerzen aufgetreten sind und
er
sich
später auch über weitere einschlägige Be
schwerden beklagte. B
ei der entsprechend ärztlicherseits gestellten
Diagnose einer HWS-Distorsion ist daher
die natürliche Kausalität zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfall vom
1
2.
Dezember 2014
gegeben.
6.
6.1
6.1.1
In Bezug auf die
Adäquanz
frage
ist
zu klären, ob
die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden einem organisch nachweisbaren unfallbedingten Sub
strat zuzuordnen sind.
Der Beschwerdeführer macht
e
diesbezüglich geltend, es liege ein struktureller Schaden vor, nämlich der Bandscheibenprolaps mit Bandschei
bengewebe im Spinalkanal (
Urk.
1
Ziff. 8 u
nd
Ziff. 14).
6.1.2
Anhaltspunkte für einen
Kausalzusammenhang dieser Nebenbefunde zum
Unfall
ereignis
vom 1
2.
Dezember 2014 ergeben
sich aufgrund der medizini
schen Berichterstattungen
nicht, konnten doch aufgrund der
am Unfalltag an
gefertigten
Röntgen
bilder
keine
frische
n
ossären
Verletzung
en
nachgewiesen
werden
und zeigte
die neurologische
Untersuchung
ebenfalls
einen
u
nauffälli
gen
Status
(E
.
3.1).
Auch im späteren MRT vom 15. Mai 2015 wurde e
in mor
phologisches Korrelat für die aus der HWS-Distorsion geklagten Beschwerden
ausgeschlossen
(E
.
3.2 f.).
Die
nebenbefundlich
ebenfalls diagnostizierte Spon
dylose und
Retrospondylose im Segment C6/
C7
,
der im späteren MRT vom
15. Mai 2015 auf gleicher Höhe gesehene Bandscheibenvorfall und der Befund einer
Syringomyelie
sowie das Wirbelhämangiom in HWK 4 (E
.
3.
3
) beurteilte der Kreisarzt
Dr.
E._
deshalb
nachvollziehbar
als vorbestehende, degenerative Veränderungen
.
In d
iesem Zusammenhang ist
auf die bundesgerichtlicher Rechtsprechung
hinzu
weisen
wonach es einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts entspricht, dass praktisch alle Diskushernien (Band
scheibenvorfall, Bandscheibenprolaps; vgl.
Psychrembel
, Klinisches Wörterbuch, 259. Auflage, S. 174) bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen Vo
r
-
aussetzungen
, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend
unfall
bedingt
kann ein Bandscheibenvorfall betrachtet werden, wenn das
Unfallereig
nis
von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Band
scheibe herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder
radikuläres
Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbei
tsunfähigkeit auf
getreten sind
(SVR 2009 UV Nr. 1 S. 1 E. 2.3 [8C_677/2007]; Urteil des Bundes
gerichts 8C_209/2014 vom 3. September
2014
E. 5.2).
Diese
Voraussetzungen sind vorliegend nicht
erfüllt
. Insbesondere liegt auch kein Unfallereignis beson
derer Schwere vor (vgl. nachstehend E.
6.2.1)
6.1.3
Aufgrund der Aktenlage steht somit fest, dass
die vom Beschwerdeführer geklag
ten Beschwerden
nicht auf unfallbedingte
orga
nisch
nachweisbar
e
Funk
tionsausfälle
zurückzuführen
sind.
Ein organisches Substrat der geklagten ge
sundheitlichen Störungen im Sinne einer bildgebend oder sonst wie nachweis
baren strukturellen Veränderung ist mithin auszuschliessen
.
6.2
6.2.1
Bei der Adäquanzprüfung ist die Schwere des Unfalls aufgrund des augenfälli
gen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen (BGE 134 V 109 E. 10.1). Die Beschwerdegegner
in hat das Unfallereignis vom 1
2.
Dezember 2014
den
mittelschweren
Unf
ällen
im engeren Sinne
zugerechnet (
Urk.
2 S. 7)
und in der Beschwerdeantwort das Ereignis als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen
eingestuft (
Urk.
6 Ziff. 29
.1
).
Im Hinblick auf d
ie
Ergebnis
s
e
der
Unfallanalyse
mit
der Feststellung einer auf den Körper des Beschwerdeführers wirkenden
kollisionsbedingten
Geschwindigkeitsände
rung
(Delta
-v) im Bereich
von
10
bis
15
km/h (
Urk.
7/
40 S. 3) und
die
hierzu ergangenen Rechtsprechung
(Urteile des Bundesgerichts 8
C_51/2007 vom
20. November 2007
E. 4.3.1 sowie U 422/05 vom 1
2.
September 2006 E. 5.1 mit
Hinweise
n)
sowie die Bilder des Fahrzeugs des Beschwerdeführers (
Urk.
7/11)
ist
maximal auf einen mittelschweren Unfall
im engeren Sinn
zu schliessen
.
6.2.2
Damit wäre die Adäquanz vorliegend nur zu bejahen, wenn ein einzelnes
praxis
mässiges
Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt wäre oder mindestens
drei
der zu berücksichti
genden Kriterien gegeben wären (
vgl. vor
stehend E. 1.4.2 und
Urteil des Bundesgerichts 8C_897/2009 vom 29. Januar
2014 E. 4.5)
.
6.3
6.3.1
Anhaltspunkte für e
ine besondere Eindrücklichkeit oder besonders dramatische B
egleitumstände
des Unfalls vom
1
2.
Dezember 2014
ergeben
sich
nicht
.
Hierfür spricht auch, dass die Polizei
am Unfallort
nicht
beigezogen und auch kein
Po
lizeirapport
erstellt
wurde
.
Der U
mstand
alleine
, wie in der Beschwerde geltend gemacht
(
Urk.
1 Ziff. 28)
, dass es sich beim
unfallverursachenden
Fahrzeug
um einen LKW handelte, welcher auf das vor dem Rotlicht stehende Fahrzeug des Beschwerdeführers
auffuhr,
erfüllt das Kriterium nicht
.
Hierbei ist z
u beachten, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit ei
gen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_39/200
8
vom 20. November 2008
E. 5.2).
6.3.2
Der Beschwerdeführer erlitt
auch
keine schweren Verletzungen oder solche beson
derer Art. Im Gegenteil waren den bildgebenden Untersuchungen keine frische
n
ossären
Läsionen zu entnehmen und
die organischen Beschwerden
be
schränkten sich
auf
Schmerzangaben über der HWS bei leicht eingeschränkter Beweglichkeit.
D
ie erstbehandelnden Ärzte des
Krankenhaus
es
Y._
erho
ben
denn auch kein
e
weiteren
somatischen Befunde (E. 3.1).
Der ers
t später im MR-HWS vom 15. Mai 2015 gesehene Bandscheibenvorfall i
st nicht
unfallbe
dingt
(E. 6.1.2
) und kann
in diesem Zusammenhang nicht
berücksichtigt wer
den
.
6.3.3
Weiter liegt
auch
keine fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung
bis zum Fallabschluss per 3. August 2015
vor. Dieses Kriterium bedingt, ge
samthaft betrachtet, eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer. Blosse ärztliche Verlaufskontrollen und
Abklä
rungsmassnahmen
sowie
manualtherapeutische
und medikamentöse Behand
lungen vermögen das Kriterium nicht zu erfüllen (Urteil des Bundesgerichts 8C_62/2013 vom 11. September 2013 E. 8.3). Nachdem der Beschwe
rdeführer am Unfalltag
lediglich medi
kamentös und später
durch die behandelnde Ärztin
einmal alle zwei Wochen mittels manueller Therapie behandelt wurde
(
Urk.
7/25
S. 6
,
Urk.
7/55
), ist auch dieses Kriterium nicht erfüllt. Abgesehen davon gilt eine Behandlungsbedürftigkeit in Form von medikamentöser Schmerz- und Physiotherapie während zwei bis drei Jahren nach einer HWS-Distorsion durch
aus als üblich (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_402/2
007 vom 23. April 2008 E. 5.2).
6.3.4
Erhebliche, ohne wesentlichen Unterbruch bestehende Beschwerden sind nur
in der Zeit zwischen dem Unfall und dem Fallabschluss
adäquanzrelevant.
D
urch die ärztlichen Berichte
ist belegt
, dass die unfallbedingten körperlichen Be
schwerden (
hauptsächlich Kopf- und Nackenschmerzen, Myalgien,
Konzentrati
onsschwierigkeiten
und zeitweise Merkfähigkeitsstörungen
relativ geringfügig waren
,
wofür auch die ärztliche Behandlungsfrequenz dieser Beschwerden
von
lediglich zweimal
monatlich
spricht
;
vgl. E
.
3.1 u.
E
.
3.4). Die
Erheblichkeit der
Beschwerden
im Sinne von körperlichen Dauerschmerzen
ist da
her
zumindest in Frage zu stellen
.
6.3.5
Hinweise auf eine die Unfallfolgen verschlimmernde ärztliche Fehlbehandlung fehl
en in den medizinischen Akten, weshalb auch dieses Kriterium nicht aner
kannt werden kann.
6.3.6
Ohne Weiteres zu verneinen ist sodann das Kriterium des schwierigen
Heilungs
verlaufs
und der erheblichen Komplikationen. Hie
r
für bedürfte es besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben. Dass Beschwerden trotz der durchgeführten Behandlungen persistieren, genügt ebenso wenig (vgl. hie
r
zu etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_1015/2008 vom 6. April 2009 E. 5.4.3) wie der Umstand, dass die versicherte Person unter verschiedenartigen Symptomen leidet, die sich im Rahmen umfassender medizinischer Untersuchungen keinem organisch nachweisbaren Substrat zuordnen lassen, handelt es sich dabei doch gerade um ein für eine Schleudertrauma-Verletzung charakteristisches Phäno
men (vgl. BGE 117 V 359 E. 4b).
6.3.7
Was schliesslich das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewie
sener Anstrengungen anbelangt, ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis mittelschweren
Distorsionen
der HWS ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist da
her massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Darin liegt der Anreiz für die versicherte Person, alles daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu werden. Gelingt es ihr trotz solcher Anstrengun
gen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung schnellstmöglich wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen von medizinischen Therapiemassnahmen zu berücksichtigen. Sodann können Bemühungen um alternative, der gesundheitli
chen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19
Abs.
1 UVG in erhebli
chem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriteri
um erfüllen (BGE 134 V 109
E. 10.2.7 mit Hinwei
sen).
Z
wischen
dem
Unfallereignis vom 1
2.
Dezember 2014 und dem Fallabschluss vom 3. August 2015
sind
keine beruflichen Anstrengungen zur Wie
dereinglie
derung
aktenkundig.
D
em
Einspracheprotokoll
vom 31. August 2015
(
Urk.
7/60)
ist zu entnehmen
, dass
während den
bis 1. Oktober 2015 attestierten Arbeits
un
fähigkeiten
Arbeitsbemühungen nicht
in Betracht gezogen wurde
n.
Gleich
wohl
hatte
der Beschwerdeführer
bereits
in der Befragung vom
2
6. Februar 2015 an
gegeben
, wieder Auto
fahren zu können und sich hierbei wohl zu fühlen (
Urk.
7/14 S. 5). Das
Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausge
wiesener Anstrengungen
kann somit
nicht bejaht werden. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass Schmerzen an sich noch keine rele
vante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bedingen (Urteil des
damaligen Eid
genössischen Versicherungsgerichts
I 994/06 vom 29. August 2007
E. 3.3 mit Hinweisen) und keine unfallbedingten, medizinischen Gründe ersichtlich sind, aufgrund derer das Kriterium als besonders ausgeprägt erscheint, zumal
auch
neurologisch
keine wesentlichen Befunde oder
Ausfälle
dokumentiert werden konnten
(
Urk.
7/58
).
6.4
Von den sieben relevanten Kriterien ist demnach höchstens eines in nicht beson
ders ausgeprägter Weise erfüllt. Das genügt beim gegebenen Schweregrad des Unfalls nicht für die Bejahung der Adäquanz. An diesem Ergebnis
vermögen
auch die weiteren Vorbringen in der Beschwerdeschrift nichts
zu ändern
und im Hinblick auf die Frage der natürlichen Unfallkausalität drängen sich auch unter Berücksichtigung von BGE 134 V 109 E. 9.4 (vgl. auch Urteil des Bundesge
richts 8C_987/2008 vom 31. März 2009 E. 3) keine ergänzenden Abklärungen auf (vgl.
Urk.
1 S.
6f.
).
Zumal diese bejaht wurde.
7
7.1
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die vom Beschwerdeführer ab
3. August 2015
weiterhin beklagten Gesundheitsstörungen in keinem überwiegend wahr
scheinlichen
Kausalzusamm
enhang zum Verkehrsunfall vom 1
2.
Dezember 2014
stehen. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen per
3. August 2015
einstellte.
Dass die Beschwerdegegnerin den Fallabschluss nach knapp acht Monaten vor
nahm (vgl. das entsprechende Vorbringen des Beschwerdeführers,
Urk.
1 S. 10
Ziff.
27), ist nicht zu beanstanden, sind die Verhältnisse doch eindeutig und würde auch ein weiteres Zuwarten nicht zur Erfüllung der einschlägigen Krite
rien führen. Soweit der Beschwerdeführer schliesslich eine Aufgabe der
Adä
quanzpraxis
fordert (
Urk.
1 S. 7 ff.
Ziff.
21 ff.), sieht das kantonale Gericht keine Veranlassung hierfür. Dass die Praxis vom „
Grundsatzschmerzpraxisent
scheid
“ (BGE 141 V 281) überholt sein soll (
Urk.
1 S. 7
Ziff.
21) und sich keine doppelte Prüfung aufdränge (Adäquanz sowie strukturiertes Beweisverfahren), weil das strukturierte Beweisverfahren die bisherige Adäquanzrechtsprechung zu ersetzen vermöge (
Urk.
1 S. 8
Ziff.
23), ist insofern nicht zutreffend, als da
mit zwei verschiedene Problemkreise abgedeckt werden. Die Adäquanz be
schlägt die Frage, ob überhaupt eine grundsätzliche Haftung des
Unfallversi
cherers
in Frage kommt für (bildgebend) nicht beweisbare Beschwerden. Das strukturierte Beweisverfahren dient der Beantwortung der Frage, ob die sol
chermassen zu einer grundsätzlichen Haftung führenden natürlich und adäquat unfallkausalen Beschwerden auch zu einer -
einem objektivierten Massstab fol
genden -
Arbeitsunfähigkeit führen oder ob
die versicherte Person trotz des ärztlich diagnostizierten Leidens einer angepassten Arbeit
zumutbarerweise
ganz oder teilweise nachgehen kann
(vgl. hierzu auch Urteil des Bundesgerichts 8C_788/2015 vom 1
0.
März 2016 E. 2.2).
7.2
Auf die mit dem Eventualantrag verlangte Einholung eines neutralen
polydiszipli
nären
Gutachtens (
Urk.
1 S. 2) kann in antizipierter
Beweiswürdi
gung
verzichtet werden. Die strittigen Fragen können gestützt auf die bei den Akten liegenden fachärztlichen Berichte nämlich zuverlässig beurteilt werden, wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt. Von der beantragten Begut
achtung sind
mithin
keine relevanten neuen Erkenntnisse zu erwarten.
Damit ist die Beschwerde abzuweisen.