Decision ID: 6d76306b-00cd-59c3-b919-a600f1d04126
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Petrik, Baumgardt Petrik Rechtsanwälte,
Unterstrasse 37, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rentenrevision (Einstellung)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 19. Oktober 2005 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-
act. 1). Der behandelnde Dr. med. B._, FMH Innere Medizin/Infektiologie,
diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Narbe nach
Chemotherapieparavasat am linken Handgelenk. Ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit bestehe u.a. ein Status nach invasiv duktalem Mammakarzinom rechts.
Seit dem 29. August 2004 bestehe bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für
die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Raumpflegerin (Bericht vom 12./19. Dezember 2005,
IV-act. 19). Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am 21. September 2006
durch Dr. med. C._, Facharzt für plastische, ästhetische und
Wiederherstellungschirurgie, untersucht. Im Gutachten vom 15. November 2006 führte
der Experte aus, die Beschwerden der Versicherten seien erklärt durch Adhäsionen
und das Weichteildefizit über dem Handrücken links nach einer chemischen zweit- bis
drittgradigen Verbrennung aufgrund eines Paravasates bei Zytostatikatherapie (IV-
act. 39-2). Die Kontraktur führe einerseits zu starken Schmerzen sowie zu einer
Beugehemmung. Limitierend für die Arbeitsfähigkeit seien vor allem die Schmerzen
beim Bewegen der Sehnen, was vor allem schmerzhaft sei beim Versuch einer Flexion,
aber auch bei einer aktiven Extension. Putzen, Betten beziehen usw. seien der
Versicherten nicht mehr möglich. Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar (IV-
act. 39-3). Als Einhänderin sei die Versicherte natürlich für die meisten Arbeiten
eingeschränkt, die Abläufe gingen langsamer und die Versicherte benötige auch mehr
Kraft. Für Arbeiten, die einhändig ausgeführt werden könnten, bestehe
schätzungsweise eine Leistungseinschränkung von 50% (IV-act. 39-5; siehe auch die
ergänzende Stellungnahme vom 5. Februar 2007, IV-act. 43).
A.b Ausgehend von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
und unter Berücksichtigung eines 10%igen Tabellenlohnabzugs ermittelte die IV-Stelle
einen 55%igen Invaliditätsgrad (IV-act. 66) und sprach der Versicherten mit Wirkung ab
1. August 2005 eine halbe Rente zu (Verfügung vom 21. April 2008, IV-act. 82). Infolge
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dazu gerechneter, im Ausland erfüllter Beitragszeiten wurden die Rentenleistungen in
der Verfügung vom 24. Juni 2009 betraglich neu berechnet (IV-act. 102).
A.c Im Verlaufsbericht vom 31. März 2010 bezeichnete Dr. med. D._ den
Gesundheitszustand als stationär (IV-act. 114). Die IV-Stelle bestätigte die bisherigen
Rentenleistungen im Rahmen einer von Amtes wegen eingeleiteten Revision (Mitteilung
vom 25. Juni 2010, IV-act. 122).
A.d Im Februar 2011 gebar die Versicherte ihr drittes Kind (IV-act. 135). Daraufhin
leitete die IV-Stelle ein Revisionsverfahren ein (IV-act. 130). Dr. med. E._, Fachärztin
FMH für Medizinische Onkologie und Innere Medizin, berichtete am 6. Oktober 2011
über einen stationären Gesundheitszustand (IV-act. 138). Im Verlaufsbericht vom
23. Januar 2012 gab Dr. D._ an, der Gesundheitszustand sei seit April 2010 stationär
geblieben (IV-act. 143).
A.e Am 22. Mai 2012 führte die IV-Stelle eine Abklärung im Haushalt der Versicherten
durch. Die Abklärungsperson hielt im Bericht vom 18. Juni 2012 fest, die Versicherte
habe angegeben, sie würde ohne Behinderung heute mit einem Pensum von 50 bis
80% erwerbstätig sein, und ermittelte unter Berücksichtigung der Mithilfe des
Ehegatten sowie der 1995 geborenen Tochter eine Einschränkung im Haushalt von
13.2% (IV-act. 147). Der RAD bestätigte eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten (Stellungnahme vom 25. Juni 2012, IV-act. 148).
Ausgehend von einem 65%igen Erwerbspensum im Gesundheitsfall (Mittelwert der von
der Versicherten angegebenen Bandbreite) und einer 35%igen Haushaltstätigkeit
ermittelte die IV-Stelle im Rahmen der gemischten Methode einen 22%igen
Invaliditätsgrad. Sie stellte deshalb der Versicherten mit Vorbescheid vom 26. Juli 2012
die revisionsweise Renteneinstellung in Aussicht (IV-act. 152). Dagegen erhob die
Versicherte am 5. Oktober 2012 Einwand und machte im Wesentlichen geltend, sie
würde im Gesundheitsfall zu 100% erwerbstätig sein. Die anderslautende Angabe
beruhe auf einem sprachlichen Missverständnis (IV-act. 156). Am 12. November 2012
verfügte die IV-Stelle die Renteneinstellung auf Ende des der Zustellung der Verfügung
folgenden Monats (IV-act. 158).
B.
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B.a Gegen die Verfügung vom 12. November 2012 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 13. Dezember 2012. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter
Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung. Eventualiter sei die Sache für
weitere Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Sie stellt sich auf
den Standpunkt, sie wäre im Gesundheitsfall zu 100% erwerbstätig. Hinsichtlich der
Bestimmung des Invalideneinkommens hält sie einen 25%igen Abzug vom
Tabellenlohn für gerechtfertigt. Des Weiteren rügt sie die von der Beschwerdegegnerin
ermittelte Einschränkung im Haushalt als zu tief (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 8. Februar
2013 die Abweisung der Beschwerde (act. G 5).
B.c In der Replik vom 23. Mai 2013 hält die Beschwerdeführerin unverändert an der
Beschwerde fest (act. G 9).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 11).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien ist umstritten, ob die verfügte revisionsweise Renteneinstellung
zu Recht erfolgt ist.
1.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.2 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht
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zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt
gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
als Invalidität. Die Invalidität im Sinn von Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen
Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der
konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht
geregelt. Diese Lücke füllt Art. 28a Abs. 2 IVG: Es ist darauf abzustellen, in welchem
Mass die betreffende Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Als
Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person gelten insbesondere die übliche
Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische
Tätigkeiten (Art. 27 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
Die Bestimmung von Art. 28a Abs. 3 IVG regelt die sogenannte gemischte Methode der
Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil erwerbstätig und zum Teil im
Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen "gemischten" Fall sind der Anteil der
Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der
Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen.
1.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist
somit nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f.
E. 3.5). Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung
bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht; vorbehalten bleibt die
Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 108
E. 5.4). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines
im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustands auf die
Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinn von Art. 17
Abs. 1 ATSG dar (Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2008, 9C_562/08,
E. 2.1).
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2.
Im Einklang mit der Aktenlage (IV-act. 148) ist davon auszugehen, dass die
medizinische Situation seit der ursprünglichen Leistungszusprache unverändert ist und
die Beschwerdeführerin für eine leidensangepasste Tätigkeit weiterhin über eine
50%ige Arbeitsfähigkeit verfügt. Substantielle und mit Belegen untermauerte
Vorbringen, aus welchen sich Anhaltspunkte für eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes ergeben, sind in den Ausführungen der Parteien nicht enthalten.
Die angestammte Tätigkeit als Zimmermädchen ist der Beschwerdeführerin nicht mehr
zumutbar. Zu beachten gilt es in diesem Zusammenhang, dass die
Beschwerdeführerin, die krankheitsbedingt verlangsamt arbeitet ("die Abläufe gehen
langsamer, die Patientin benötigt auch mehr Kraft", IV-act. 39-5), die ihr verbliebene
Leistungsfähigkeit im Erwerbsbereich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im
Rahmen eines ganztägigen Pensums zu erbringen hätte (so auch die RAD-
Stellungnahme vom 25. Juni 2007, IV-act. 54, sowie die Einschätzung des zuständigen
Sachbearbeiters vom 19. Juni 2012, IV-act. 148-1; zum vollzeitlichen Pensum siehe
auch die Beurteilung von Dr. C._ vom 15. November 2006, IV-act. 39-4) bzw.
unabhängig des ausgeübten Erwerbspensums in der Leistungserbringung um 50%
beeinträchtigt ist.
3.
Betreffend die Statusfrage fällt ins Gewicht, dass die Beschwerdeführerin gemäss
Abklärungsbericht vom 18. Juni 2012 angab, aufgrund der familiären Situation mit
Kleinkind würde sie heute mit einem Pensum von 50 bis 80% arbeiten, wenn sie nicht
behindert wäre (IV-act. 147-3).
3.1 Anhaltspunkte für eine von der Beschwerdeführerin in der Beschwerde geltend
gemachte unsachgemässe Fragestellung (act. G 1, Rz 9) oder ein sprachliches
Missverständnis sind nicht ersichtlich. Vielmehr deckt sich die Angabe einer 50 bis
80%igen Bandbreite mit der im leserlich ausgefüllten Fragebogen zuvor gemachten
Aussage (Seite 1 des Fragebogens zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/
Haushalt, IV-act. 135-4). Zwar ist die fragliche Seite von der Beschwerdeführerin nicht
unterzeichnet worden. Indessen wurde sie als Beilage zum von ihr unterzeichneten
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Fragebogen "Revision der Invalidenrente/Hilflosenentschädigung" eingereicht (IV-
act. 135-1 ff.), weshalb sie als wesentliches Indiz Berücksichtigung findet. Gestützt auf
diese "Aussage der ersten Stunde" (vgl. zu deren Stellenwert BGE 121 V 47 E. 2a) ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall nicht voll erwerbstätig wäre. Dem stehen weder
die finanzielle Situation (der Ehemann bezieht einen Nettolohn von monatlich
Fr. 5'000.--, IV-act. 147-3) noch die später anderslautenden, wohl von
versicherungstechnischen Überlegungen mitgeprägten Ausführungen der
Beschwerdeführerin (IV-act. 156 und act. G 1, Rz 8 ff.; vgl. auch act. G 9, Rz 2 f.)
entgegen.
3.2 Dem Vorgehen der Beschwerdegegnerin, betreffend das hypothetische
Erwerbspensum auf den Mittelwert der Bandbreite abzustellen, kann vorliegend nicht
gefolgt werden. Die Beschwerdeführerin gab einerseits eine grosse Bandbreite von
30% ("50 bis 80%", IV-act. 147-3) an, weshalb ihre Aussage äusserst vage bleibt und
auf erhebliche Schwierigkeiten bei der Beantwortung der komplexen hypothetischen
Statusfrage hinweist. Vor diesem Hintergrund wäre es angezeigt gewesen, weitere
Abklärungen vorzunehmen, um das überwiegend wahrscheinliche Pensum näher
einzukreisen. Zumindest wäre aber von der Beschwerdegegnerin zu erwarten gewesen,
dass sie zunächst die angegebene Bandbreite aufgrund der Umstände konkretisiert,
bevor sie ohne nähere Prüfung auf den - zwangsläufig aufgrund der vagen Bandbreite -
für sich allein nicht aussagekräftigen Mittelwert abstellt. Die Rechtsprechung räumt
denn auch einem gestützt auf die konkreten familiären, finanziellen und persönlichen
Verhältnisse innerhalb einer Bandbreite festgelegten Wert Vorrang gegenüber dem -
wie vorliegend - nicht näher begründeten Mittelwert ein (Urteil des Bundesgerichts vom
21. Februar 2013, 8C_807/2012, E. 4).
3.3 Zunächst hat die Beschwerdeführerin glaubhaft dargelegt, dass sie bei der
Betreuung des 2011 geborenen Sohns auf eine breite Unterstützung durch die
Schwester, Nichte und den im Zweischichtbetrieb arbeitenden Ehegatten zählen
könnte. Ergänzend besteht auch ein Kinderkrippenangebot, auf das sie zurückgreifen
könnte (IV-act. 147-3). Des Weiteren legte die Beschwerdeführerin plausibel dar, dass
wirtschaftliche Gründe bestünden (Nettolohn des Ehegatten Fr. 5'000.-- pro Monat bei
monatlichen Mietkosten von Fr. 1'500.-- und finanzieller Unterstützung des sich im
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Studium in F._ befindenden Sohns, IV-act. 147-3), die auf ein hohes
Teilerwerbspensum im hypothetischen Gesundheitsfall hinweisen. Schliesslich darf
auch nicht die Bemerkung der Beschwerdeführerin ausser Acht gelassen werden, sie
habe Freude an der Arbeit (IV-act. 147-3). Im Licht dieser Umstände ist mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, die Beschwerdeführerin hätte
im Gesundheitsfall ein Teilerwerbspensum am obersten Rand der angegebenen
Bandbreite, mithin von 80% ausgeübt, zumal die Beschwerdeführerin bereits früher
bestrebt war, möglichst viel zu arbeiten (vgl. zur im Rahmen einer 45-Stundenwoche
ausgeübten Erwerbstätigkeit, die sie schliesslich aus familiären Gründen aufgab IV-
act. 4, oder zur 100%igen Erwerbstätigkeit vom 1. Dezember 2003 bis 28. Februar
2005 IV-act. 24; vgl. ferner act. G 9, Rz 3).
3.4 In Anbetracht der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin nach ihrer Einreise in
der Schweiz für verschiedene Arbeitgeberinnen tätig war und erheblich schwankende
Jahreslöhne erzielte (siehe zum Ganzen den IK-Auszug in IV-act. 23), fehlt es an einer
aussagekräftigen Grundlage für die Bestimmung des Valideneinkommens. Zur
Bemessung des Invaliditätsgrads ist daher - wie bei der ursprünglichen
Rentenzusprache (vgl. IV-act. 78) - ein Prozentvergleich vorzunehmen (Urteil des
Bundesgerichts vom 9. Juli 2012, 9C_406/2011, E. 6.4).
3.4.1 Weiter stellt sich bei der Bestimmung des Invalideneinkommens die Frage
nach der Höhe des Tabellenlohnabzugs. Gemäss der Rechtsprechung hängen die
Fragen, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämt
lichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (etwa
leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie
und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu
schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine
schematische Vornahme des Tabellenabzugs ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b und
129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
3.4.2 Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin allein schon aufgrund leidens
bedingter Einschränkung (funktionelle Einhändigkeit) Anspruch auf einen 10%igen
Tabellenlohnabzug hat (vgl. IV-act. 66 und IV-act. 149-2). Die Frage, ob der bei der
ursprünglichen Rentenzusprache gewährte 10%ige Abzug zu erhöhen ist, wie die
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Beschwerdeführerin beantragt (vgl. act. G 1, Rz 14 und G 9, Rz 4), kann indessen offen
bleiben, da eine solche Erhöhung keinen Einfluss auf die Rentenhöhe zeitigen würde
(vgl. nachstehende E. 5).
3.4.3 Unter Berücksichtigung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit und einem 10%igen
Tabellenlohnabzug resultiert im Rahmen eines Prozentvergleichs ein Invaliditätsgrad
von 55% (50% + [50% x 0,1]) im Erwerbsbereich. Angepasst an ein hypothetisches
Erwerbspensum von 80% ergibt sich ein gewichteter Teilinvaliditätsgrad von 44%
(55% x 0,8) für den Erwerbsbereich.
4.
Was die Einschränkung im Haushaltsbereich anbelangt, so hat die Beschwerdeführerin
verschiedene Einwände gegen den von der Beschwerdegegnerin ermittelten
Teilinvaliditätsgrad von 13,2% (IV-act. 147-10 f.) erhoben (act. G 1, Rz 16 ff.).
4.1 Angesichts dessen, dass die medizinischen Fachpersonen die angestammte
Tätigkeit bzw. die ebenfalls im Haushalt anfallenden Tätigkeiten wie Putzen, Betten
beziehen "usw." für (gänzlich) unzumutbar hielten (IV-act. 39-3; bestätigt zuletzt in der
RAD-Stellungnahme vom 25. Juni 2012, IV-act. 148-2), ist die von der
Abklärungsperson unter Berücksichtigung der zumutbaren Mithilfe der
Familienangehörigen ermittelte Beeinträchtigung von 13,2% nicht nachvollziehbar. Dies
gilt umso mehr, als die Beschwerdeführerin als funktionelle Einhänderin zu betrachten
ist (vgl. IV-act. 39-5) und der RAD ausdrücklich erwähnte, "bzgl. Hausarbeit (AOS) ist
zu beachten, dass die versicherte Person bei linksarmigen Tätigkeiten stark
eingeschränkt ist" (IV-act. 148-3). Dabei ist zu bemängeln, dass die ärztlichen
Einschätzungen, namentlich diejenige von Dr. C._ (IV-act. 39) oder des RAD (IV-
act. 148-3), soweit ersichtlich, keinen Niederschlag im Abklärungsbericht gefunden
haben. Die Zweifel am Betätigungsvergleich werden noch durch den Umstand erhärtet,
dass die Abklärungsperson am Schluss des Berichts angab, "der RAD muss zum
mediz. Sachverhalt noch Stellung nehmen, d.h. es ist die heute zumutbare
Arbeitsfähigkeit nochmals zu definieren" (IV-act. 147-11). Da es sich bei den ärztlichen
Einschätzungen um eine notwendige Grundlage für den Betätigungsvergleich handelt
und sie demzufolge von der Abklärungsperson zu berücksichtigen sind (Urteil des
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Bundesgerichts vom 22. April 2010, 9C_90/2010, E. 4.1.1.2), fehlt dem
Abklärungsbericht auch unter diesem Aspekt die Aussagekraft.
4.2 Auf eine neuerliche Haushaltsabklärung kann verzichtet werden, da gestützt auf
die gutachterliche Beurteilung bezüglich der teilweise mit Haushaltsarbeit
vergleichbaren Tätigkeit als Zimmermädchen eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-
act. 39-3) und sogar für leidensangepasste Tätigkeiten eine immerhin 50%ige
Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen ist (IV-act. 39-5; an der gutachterlichen Beurteilung
hielt der RAD in der Stellungnahme vom 25. Juni 2012 fest, IV-act. 148-3). Deshalb
kann mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass selbst
unter zumutbarer Mithilfe der Familienangehörigen eine mindestens 30%ige
Einschränkung im Haushaltsbereich besteht. Diesbezüglich gilt es festzuhalten, dass
die 19_ geborene und ab August 2012 ein Praktikum in einem Pflegeheim
absolvierende Tochter für Haushaltarbeiten in viel kleinerem Mass zur Verfügung
stehen dürfte, als im Abklärungsbericht angenommen wurde (vgl. IV-act. 147-1, 4 f.).
Bei einer Gewichtung des Haushaltsbereichs mit 20% und einer Einschränkung von
30% resultiert ein Teilinvaliditätsgrad von 6%(30% x 20%).
5.
Bei gewichteten Teilinvaliditätsgraden von 44% (Erwerbsbereich) und 6% (Haushalts
bereich) ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 50%, womit die Beschwerdeführerin
weiterhin Anspruch auf die bisherige halbe Rente hat.
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist die Verfügung vom 12. November 2012 aufzuheben.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der von der Beschwerdeführerin geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr zurückzuerstatten.
bis
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6.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier
zu beurteilenden Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP