Decision ID: 427784e7-d75f-5ed5-9482-781a507da796
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Mai 2014 zum Bezug von Ergänzungsleistungen an (EL-act.
43), nachdem ihr mit einer Verfügung vom 4. April 2014 ab dem 1. März 2013 eine
ganze Rente der Invalidenversicherung zugesprochen worden war (EL-act. 44–1 ff.). Sie
gab an, sie lebe mit ihrem Ehemann zusammen in einer Mietwohnung. Der Mietzins
betrage 1'050 Franken pro Monat (EL-act. 46–1 f.) und werde sich nach dem Umzug
per 1. Juni 2014 auf 1'200 Franken pro Monat belaufen (EL-act. 46–3). Sie habe von
der Stiftung Auffangeinrichtung BVG eine Kapitalauszahlung über 5'581 Franken
erhalten (EL-act. 44–18), sei nun aber trotzdem verschuldet (vgl. EL-act. 44–6 ff.).
Ausser der Rente der Invalidenversicherung flössen weder ihr noch ihrem Ehemann
regelmässige Leistungen zu; sie erzielten auch kein Erwerbseinkommen (EL-act. 43–5).
Weil sie eine lebensnotwendige Diät einhalten müsse, fielen Mehrkosten von etwa 300–
400 Franken an (EL-act. 43–3). Ihr Hausarzt Dr. med. B._ bestätigte (EL-act. 43–11),
die EL-Ansprecherin leide an einer Herz-Kreislauferkrankung bei einem Status nach
einer Bypassoperation, an einem Diabetes mellitus, an einer Niereninsuffizienz, an einer
Panzytopenie, an einem systemic inflammatory response syndrome bei einem Verdacht
auf eine Lebercirrhose sowie an einer Fibromyalgie. Die Nichteinhaltung einer Diät hätte
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den Tod zur Folge. Die Einhaltung der Diät erfordere den Einkauf von teureren
Lebensmitteln. Am 4. Juli 2014 erhielt die EL-Ansprecherin eine weitere Kapitalzahlung
aus der beruflichen Vorsorge. Deren Betrag belief sich auf 11'662 Franken (EL-act. 36–
2).
A.b Am 16. Juli 2014 wies die EL-Durchführungsstelle die EL-Ansprecherin darauf hin
(EL-act. 39), dass sie die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens ihres
Ehemannes prüfe. Sie forderte sie auf, verschiedene Fragen zur beruflichen Karriere
des Ehemannes zu beantworten. Am 14. August 2014 antwortete die EL-Ansprecherin
(EL-act. 33–5), ihr Ehemann habe als Eisenbieger und Produktionsmitarbeiter sowie als
Chauffeur gearbeitet. In den Jahren 2010ؘ–2014 habe er an verschiedenen Einsätzen
teilgenommen, die vom Sozialamt organisiert worden seien. Seit er arbeitslos
geworden sei, suche er nach einer neuen Arbeitsstelle. Das fortgeschrittene Alter,
verschiedene Erkrankungen und die Unterstützung seiner Ehefrau (seit etwa zwei
Jahren) hinderten ihn an einer Erwerbstätigkeit. Der Antwort lagen diverse
Arztzeugnisse (EL-act. 33–9 ff.) und Nachweise über Stellenbemühungen (EL-act. 33–
17 ff.) bei. Laut diesen hatte sich der Ehemann der EL-Ansprecherin in den Monaten
Januar bis und mit Juli 2013 sowie im Oktober 2013 persönlich um je fünf (im Februar
2013: sechs) nicht ausgeschriebene Stellen beworben. Für den Zeitraum vom 8.
Dezember 2013 bis zum 3. Januar 2014, vom 31. Januar 2014 bis zum 31. Mai 2014
und vom 6. Juni 2014 bis zum 25. Juni 2014 war ihm eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit attestiert worden. Am 1. September 2014 teilte die EL-Ansprecherin
der EL-Durchführungsstelle mit (EL-act. 31–3), ihr Ehemann sei immer noch
krankgeschrieben, bemühe sich aber um eine Arbeitsstelle. Bezüglich der
Diätmehrkosten führte sie aus, sie müsse sich fettarm und „diabetisch“ ernähren. Am 2.
September 2014 bestätigte Dr. B._ diese Angaben. Dem Schreiben lagen drei
schriftliche Stellenbewerbungsschreiben des Ehemannes für den Monat August 2014
und vier für den Monat September 2014 bei (EL-act. 31–6 ff.). Am 27. Oktober 2014
teilte der Ehemann der EL-Durchführungsstelle auf eine entsprechende Nachfrage hin
mit (EL-act. 28–4), er fühle sich aufgrund seiner Beschwerden momentan nicht in der
Lage, zu arbeiten. Von seinen Arbeitsbemühungen erhoffe er sich, eine Stelle zu finden,
die er mit seinen gesundheitlichen Problemen bewältigen könne und die es ihm
erlaube, sich weiterhin um seine kranke Ehefrau zu kümmern. Der Eingabe lag ein
Arztzeugnis von Dr. B._ bei (EL-act. 28–5), der eine reaktive Depression auf eine
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schwere Erkrankung und Betreuungsbedürftigkeit der Ehefrau diagnostiziert und
ausgeführt hatte, eine „Auslotung“ der Arbeitsfähigkeit wäre zwar sinnvoll, aber wohl
wenig erfolgsversprechend. Am 25. Oktober 2014 teilte Dr. B._ der EL-
Durchführungsstelle mit (EL-act. 27), der Ehemann der EL-Ansprecherin könne lediglich
noch die Betreuung seiner schwerkranken Ehefrau, nämlich das Einkaufen, die
Haushaltsführung und für sie da zu sein, übernehmen. Die reaktive Depression, die
körperlichen Schmerzen, die Kraftlosigkeit und die Antriebslosigkeit verunmöglichten
eine Tätigkeit ausser Haus. Am 25. November 2014 gingen der EL-Durchführungsstelle
drei Lohnabrechnungen für die Monate Juli, August und Dezember 2013 zu, laut denen
der Ehemann der EL-Ansprecherin netto 1'639.20 Franken (zweite Monatshälfte Juli),
3'017.80 Franken (Monatslohn August) und 474.24 Franken (Ferienentschädigung)
ausbezahlt erhalten hatte (EL-act. 23).
A.c Eine Sachbearbeiterin der EL-Durchführungsstelle notierte am 5. November 2014
(EL-act. 20–2), die Arbeitsbemühungen des Ehemannes der EL-Ansprecherin seien als
nicht ernsthaft zu qualifizieren, weil sich dieser subjektiv gar nicht in der Lage fühle, zu
arbeiten. Am 5. Dezember 2014 notierte ein Gruppenleiter (EL-act. 20–3), eine
Betreuungsbedürftigkeit der EL-Ansprecherin liege nicht vor. Da sich ihr Ehemann
subjektiv arbeitsunfähig fühle, seien seine Stellenbemühungen als nicht ernsthaft zu
qualifizieren. Immerhin habe er auch im Juli und August 2013 arbeiten können. Gestützt
auf die Ergebnisse der Schweizer Lohnstrukturerhebung für das Jahr 2012 und unter
Berücksichtigung eines Abzuges von 15 Prozent wegen des fortgeschrittenen Alters
sowie von Sozialversicherungsbeiträgen von 6,25 Prozent resultiere ein hypothetisches
Nettoerwerbseinkommen von 56'519 Franken. Mit einer Verfügung vom 10. Dezember
2014 wies die EL-Durchführungsstelle das Begehren der EL-Ansprecherin ab (EL-act.
10). Zur Begründung führte sie aus, die Anspruchsberechnung habe für den gesamten
massgebenden Zeitraum ab März 2013 einen Einnahmenüberschuss ergeben. Eine
Diätkostenpauschale sei nicht berücksichtigt worden, weil kein entsprechendes
Arztzeugnis eingereicht worden sei. Bei der Berechnung sei ein hypothetisches
Erwerbseinkommen des Ehemannes von 56'519 Franken angerechnet worden.
A.d Am 3. Februar 2015 erhob die EL-Ansprecherin eine Einsprache gegen die
Verfügung vom 10. Dezember 2014 (EL-act. 6). Sie machte geltend, ihr Ehemann sei
nicht arbeitsfähig, weshalb ihm kein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet
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werden dürfe. Mit einer Zwischenverfügung vom 12. Februar 2015 trat die EL-
Durchführungsstelle trotz des Verdachtes einer verspäteten Einspracheerhebung auf
die Einsprache vom 3. Februar 2015 ein (EL-act. 5). Ein Sachbearbeiter notierte am 30.
September 2015 (EL-act. 4), der Ehemann der EL-Ansprecherin habe sich im Februar
2015 (erneut) zum Rentenbezug bei der Invalidenversicherung angemeldet. Mit einer
Verfügung vom 28. Juli 2015 sei die IV-Stelle nicht auf diese Neuanmeldung
eingetreten. Diese Verfügung sei unangefochten rechtskräftig geworden. Mit einem
Entscheid vom 8. Dezember 2015 wies die EL-Durchführungsstelle die Einsprache vom
3. Februar 2015 ab (EL-act. 3).
B.
B.a Dagegen liess die nun anwaltlich vertretene EL-Ansprecherin (nachfolgend: die
Beschwerdeführerin) am 25. Januar 2016 eine Beschwerde erheben (act. G 1). Ihr
Rechtsvertreter beantragte die Ausrichtung einer Ergänzungsleistung. Zur Begründung
führte er aus, die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens des
Ehemannes der Beschwerdeführerin sei rechtswidrig. Dieser sei seit Jahren in seiner
Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Nachdem die IV-Stelle unverständlicherweise auf die
letzte Neuanmeldung zum Rentenbezug nicht eingetreten sei, bestehe eine
Ratlosigkeit. Der Ehemann der Beschwerdeführer habe sich trotzdem um Arbeit
bemüht, auch wenn die Umsetzung letztlich nicht möglich sein werde. Zudem benötige
die Beschwerdeführerin eine erhebliche Betreuung. Sie werde sich demnächst zum
Bezug einer Hilflosenentschädigung anmelden. Die Vorgehensweise des Ehemannes,
sich trotz seiner Arbeitsunfähigkeit um eine Arbeitsstelle zu bemühen, könne nicht als
widersprüchlich qualifiziert werden. Auch bei bester Gesundheit könnte der Ehemann
nie ein Einkommen von 56'519 Franken erzielen. Bezüglich der Diätkosten werde die
Beschwerdeführerin noch eine ärztliche Bestätigung nachreichen. Der Beschwerde lag
ein ärztliches Zeugnis von Dr. med. C._ vom 5. Januar 2016 bei (act. G 1.1.3). Dieser
hatte ausgeführt, der Ehemann der Beschwerdeführerin leide an diversen
Gesundheitsbeeinträchtigungen, die eine Erwerbstätigkeit verunmöglichten. Die
meisten Symptome stammten von einem Polytrauma, das der Ehemann im Jahr 1983
erlitten habe. Diese seien schwer therapierbar. Im Laufe der Zeit sei eine reaktive
Depression mit einer Kraft- und Antriebslosigkeit dazu gekommen. Die
Beschwerdeführerin liess zudem einen vorläufigen Austrittsbericht der Klinik Valens
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vom 23. September 2005 einreichen (act. G 1.1.3a). Deren Ärzte hatten ausgeführt, der
Ehemann der Beschwerdeführerin leide an einem „invalidisierenden
Panvertebralsyndrom“, an einer mittelgradigen depressiven Episode, an einer
beginnenden Gonarthrose links und an einem Status nach einem Polytrauma. Er habe
bis Ende Februar 2005 zu 100 Prozent als Eisenbieger gearbeitet. Das Arbeitsverhältnis
sei gekündigt worden. Während der stationären Rehabilitation habe der Ehemann eine
schmerzbetonte Selbstlimitierung gezeigt. Bei den körperlich wenig belastenden
Therapien habe er nicht mitgewirkt. Nach fünf Tagen sei die stationäre Rehabilitation
mangels Aussichten auf einen therapeutischen Erfolg abgebrochen worden. An sich
müsste der Ehemann der Beschwerdeführerin in der Lage sein, eine mittelschwere,
wechselbelastende Tätigkeit auszuüben. Angesichts der doch erheblichen Vorbefunde
am Bewegungsapparat sei fraglich, ob auch eine schwere Tätigkeit zumutbar sei.
B.b Die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte
am 21. März 2016 unter Hinweis auf die Erwägungen im angefochtenen
Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde (act. G 7).
B.c Die Beschwerdeführerin verzichtete auf eine Replik (act. G 9).
B.d Am 21. Februar 2017 forderte das Versicherungsgericht die Beschwerdegegnerin
auf, die vollständigen IV-Akten betreffend die Beschwerdeführerin und deren Ehemann
einzureichen (act. G 14). Dieser Aufforderung kam die Beschwerdegegnerin am 24.
Februar 2017 nach (act. G 15). Den Akten betreffend die Beschwerdeführerin liess sich
entnehmen (act. G 15.1), dass Dr. med. D._ vom IV-internen regionalen ärztlichen
Dienst (RAD) am 8. Januar 2014 gestützt auf verschiedene Berichte von behandelnden
Ärzten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten attestiert hatte
(act. G 15.1.155), was zur Zusprache einer ganzen Rente bei einem Invaliditätsgrad von
100 Prozent geführt hatte (act. G 15.1.164). Im Januar 2016 hatte sich die
Beschwerdeführerin zum Bezug einer Hilflosenentschädigung angemeldet (act. G
15.1.167). Am 10. Mai 2016 hatte eine telefonische Abklärung der Hilflosigkeit
stattgefunden (act. G 15.1.177), bei der die Tochter der Beschwerdeführerin unter
anderem angegeben hatte, der Ehemann müsse die Beschwerdeführerin an
„schlechten Tagen“ bei der Körperpflege und beim Gang zur Toilette begleiten. Die IV-
Stelle hatte das Leistungsbegehren mit einer Verfügung vom 3. Oktober 2016
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abgewiesen (act. G 15.1.181). Den Akten betreffend den Ehemann der
Beschwerdeführerin liess sich entnehmen (act. G 15.2), dass dieser sich am 2. März
2016 unter Hinweis auf Schmerzen in den Muskeln und Knochen sowie auf eine
Migräne (erneut) zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung angemeldet
hatte (act. G 15.2.72). Am 4. März 2016 hatte die IV-Stelle ihn aufgefordert, eine
wesentliche Veränderung des Sachverhaltes seit der Abweisung seines früheren
Leistungsbegehrens glaubhaft zu machen (act. G 15.2.75). Dieser Aufforderung war der
Ehemann der Beschwerdeführerin nicht nachgekommen (act. G 15.2.77). Mit einer
Verfügung vom 22. April 2016 war die IV-Stelle deshalb nicht auf seine
Wiederanmeldung eingetreten (act. G 15.2.79).
B.e Die Beschwerdeführerin liess am 12. April 2017 Stellung zu den IV-Akten nehmen
(act. G 22). Ihr Rechtsvertreter führte an, die IV-Stelle habe im Verfahren betreffend
einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Hilflosenentschädigung einen Bedarf
nach Unterstützung durch den Ehemann anerkannt. Da dieser selbst gesundheitlich
angeschlagen sei, stehe fest, dass er das „ursprünglich angenommene“ hypothetische
Erwerbseinkommen nicht erzielen könne. Zudem habe der Hausarzt den Ehemann
aktuell krankgeschrieben. Die Verfügung der IV-Stelle vom 22. April 2016 sei bloss
formaler Natur und belege keine Arbeitsfähigkeit des Ehemannes der
Beschwerdeführerin. Die Beschwerdegegnerin liess sich nicht vernehmen.

Erwägungen
1.
Die Beschwerdeführerin hat die Verfügung vom 10. Dezember 2014 erst am 7. Februar
2015 und damit möglicherweise verspätet mit einer Einsprache angefochten. Die
Beschwerdegegnerin ist trotzdem auf die Einsprache eingetreten. Zur Begründung hat
sie auf den Nachteil einer Beweislosigkeit hinsichtlich des Zustellzeitpunktes der
Verfügung verwiesen. Sie hat also sinngemäss geltend gemacht, dass es nicht möglich
sei, eine Zustellung der Verfügung mehr als 30 Tage vor dem 7. Februar 2015 zu
beweisen und dass sie die Folgen dieser Beweislosigkeit tragen müsse. Dabei hat sie
übersehen, dass eine frühere Zustellung der Verfügung nicht nur über den Zusteller –
die Schweizerische Post –, sondern auch mittels anderer Beweismassnahmen hätte
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belegt werden können. Sie hätte namentlich die Tochter der Beschwerdeführerin zum
Zeitpunkt der Verfügungszustellung befragen und so in Erfahrung bringen können, ob
die Einsprachefrist gewahrt worden war. Damals hätte sich die Tochter sicherlich noch
an den ungefähren Zustellzeitpunkt erinnert, also beispielsweise angeben können, ob
die Verfügung noch vor Weihnachten 2014 zugestellt worden war. Die Annahme der
Beschwerdegegnerin, es liege eine objektive Beweislosigkeit vor, ist folglich falsch
gewesen. Die Beschwerdegegnerin hat ihre Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG)
verletzt. An sich müsste dieses Versäumnis nun nachträglich behoben werden.
Allerdings ist zum heutigen Zeitpunkt – rund zweieinhalb Jahre nach der Zustellung der
Verfügung vom 10. Dezember 2014 – in antizipierender Beweiswürdigung davon
auszugehen, dass sich die Beschwerdeführerin beziehungsweise deren Tochter nicht
mehr an den genauen Zustellzeitpunkt erinnern werden. Mittlerweile ist also tatsächlich
eine objektive Beweislosigkeit eingetreten, vor deren Hintergrund sich das Eintreten auf
die Einsprache vom 7. Februar 2015 schliesslich doch als rechtmässig erweisen muss.
2.
Der Gegenstand des mit dem angefochtenen Einspracheentscheid abgeschlossenen
Verfahrens und damit auch der Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens ist durch die
Verfügung vom 10. Dezember 2014 definiert worden, mit der die Beschwerdegegnerin
ein erstmaliges Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin um die Ausrichtung von
Ergänzungsleistungen abgewiesen hat. Das bedeutet, dass sämtliche Aspekte eines
möglichen Ergänzungsleistungsanspruchs zum Gegenstand dieses Verfahrens gehören
respektive dass umfassend zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin im
massgebenden Zeitraum einen Anspruch auf eine Ergänzungsleistung gehabt hat.
3.
Die Beschwerdeführerin hat die Voraussetzungen der Art. 4–6 ELG für den Bezug einer
Ergänzungsleistung erfüllt, denn sie hat ihren Wohnsitz und ihren gewöhnlichen
Aufenthalt in der Schweiz gehabt (Art. 4 Abs. 1 ELG) sowie eine Rente der
Invalidenversicherung bezogen (Art. 4 Abs. 1 lit. c ELG) und hatte sich schon während
mehr als zehn Jahren ununterbrochen in der Schweiz aufgehalten (Art. 5 Abs. 1 ELG).
Auch wenn die Voraussetzungen der Art. 4–6 ELG erfüllt sind, besteht ein Anspruch auf
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eine Ergänzungsleistung nur, wenn und soweit die anerkannten Ausgaben (Art. 10 ELG)
die anrechenbaren Einnahmen (Art. 11 ELG) übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG), wobei die
anerkannten Ausgaben und die anrechenbaren Einnahmen von Ehegatten
zusammengerechnet werden (Art. 9 Abs. 2 ELG).
4.
4.1 Die anerkannten Ausgaben haben sich aus den kantonalen Durchschnittsprämien
für die obligatorische Krankenpflegeversicherung der Beschwerdeführerin und des
Ehemannes, aus dem Mietzins der Wohnung und aus der Pauschale für den
allgemeinen Lebensbedarf zusammengesetzt.
4.2 Bezüglich des Mietzinses ist darauf hinzuweisen, dass nur jener Teil berücksichtigt
werden kann, der das Wohnbedürfnis abdeckt. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb
zu Recht die Miete für die Garage nicht unter der Berechnungsposition „Mietzins“
berücksichtigt. Sie hätte allerdings auch die Beiträge an die Wasser- und
Abwasserkosten sowie an die Stromkosten im Betrag von total 36 Franken (bis Ende
Mai 2014; EL-act. 46–2) beziehungsweise 100 Franken (ab Juni 2014; EL-act. 46–3)
vom Mietzins abziehen müssen, denn diese Kosten haben einen Bedarf gedeckt, der
bereits durch die allgemeine Lebensbedarfspauschale gedeckt ist (vgl. dazu RALPH
JÖHL, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: Schweizerisches
Bundesverwaltungsrecht, Band XIV Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, Rz. 72). Für die
Zeit bis Ende Mai 2014 muss folglich ein Mietzins von 12'168 Franken und für die Zeit
ab Juni 2014 ein solcher von 13'200 Franken angerechnet werden.
4.3 Nicht als anerkannte Ausgabe im Sinne des Art. 10 ELG, aber als Krankheits- und
Behinderungskosten im Sinne des Art. 14 ELG müssten die Mehrkosten für eine
lebensnotwendige Diät berücksichtigt werden (Art. 14 Abs. 1 lit. d ELG). Im Kanton St.
Gallen ist dafür ein jährlicher Pauschalbeitrag von 2'100 Franken vorgesehen (Art. 4bis
Abs. 5 ELG/SG [sGS 351.5] i.V.m. Art. 5 Abs. 2 VKB [sGS 351.53]). Entgegen der
Ansicht der Beschwerdegegnerin liegt hier ein entsprechendes Arztzeugnis vor. Der
Hausarzt Dr. B._ hat nämlich am 4. Juni 2014 angegeben (EL-act. 43–11), die
Beschwerdeführerin müsse aufgrund der Kreislauferkrankung, des Diabetes mellitus,
der Niereninsuffizienz, der Panzytopenie und des Verdachts auf eine Lebercirrhose eine
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Diät einhalten. Dafür müsse sie teurere Lebensmittel einkaufen. Die
Beschwerdeführerin selbst teilte am 1. September 2014 mit, sie müsse sich fettarm
und „diabetisch“ ernähren, was von Dr. B._ am 2. September 2014 bestätigt wurde
(EL-act. 31–3). Die Notwendigkeit der Diät ist damit ausgewiesen. Allerdings ist es
angesichts der heute verfügbaren breiten Palette von Lebensmitteln bei den
Grossverteilern erfahrungsgemäss ohne weiteres möglich, sich fett- und zuckerarm zu
ernähren, ohne wesentlich mehr Geld für Lebensmittel ausgeben zu müssen. Die
Einhaltung der Diät verursacht der Beschwerdeführerin deshalb keine ausgewiesenen
nennenswerten Mehrkosten, weshalb keine Diätkostenpauschale anzurechnen ist.
5.
5.1 Die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann haben offenbar nebst der Rente der
Invalidenversicherung für die Beschwerdeführerin keine Einnahmen erzielt. Allerdings
sieht der Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG vor, dass bei der EL-Anspruchsberechnung zusätzlich
zu den realen Einnahmen auch fiktive (in der Verwaltungspraxis als „hypothetische“
bezeichnete) Einkünfte und Vermögenswerte anzurechnen sind, auf die verzichtet
worden ist. Ein Einnahmenverzicht im Sinne dieser Bestimmung liegt vor, wenn die
tatsächlich erzielten Einnahmen tiefer als jene Einnahmen sind, deren Erzielung dem
EL-Ansprecher und der in die Anspruchsberechnung miteinzubeziehenden Personen,
die ja ebenfalls von der Ausrichtung einer Ergänzungsleistung profitieren, möglich und
zumutbar wäre. Der in der Praxis häufigste Anwendungsfall eines solchen
Einnahmenverzichtes liegt vor, wenn eine nur eine Teilrente der Invalidenversicherung
beziehende Person oder eine in die Anspruchsberechnung miteinbezogene Person ihre
Arbeitskraft nicht vollumfänglich ausnützt, das heisst wenn sie entweder keinen Lohn
erzielt, obwohl es ihr möglich und zumutbar wäre, einer Arbeit nachzugehen, oder
wenn sie einen tieferen Lohn als jenen Lohn erzielt, den sie bei einer vollen Ausnützung
ihrer Erwerbsfähigkeit erhalten könnte. Wo dies der Fall ist, wird nicht auf den realen
Sachverhalt (kein oder nur tiefes Erwerbseinkommen) abgestellt, sondern fingiert, der
EL-Ansprecher oder die in die Anspruchsberechnung miteinbezogene Person nütze
ihre verbliebene Erwerbsfähigkeit voll aus und erziele einen entsprechenden Lohn.
Dieser (höhere) fiktive Lohn wird dann anstelle des realen Erwerbseinkommens in die
Anspruchsberechnung eingesetzt, wobei der fiktive wie ein realer Lohn zu behandeln
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ist, was bedeutet, dass er privilegiert anzurechnen ist (vgl. Art. 11 Abs. 1 lit. a ELG) und
dass die ebenfalls fiktiven Sozialversicherungsbeiträge abzuziehen sind.
5.2 Für die Beantwortung der Frage, ob der Ehemann der Beschwerdeführer in im
Sinne des Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG auf die Erzielung eines Erwerbseinkommens
verzichtet hat, sind die gesamten Umstände zu würdigen. Massgebend sind die
Erwerbsfähigkeit des Ehemannes (respektive allfällige krankheits- oder unfallbedingte
Beeinträchtigungen), die Verhältnisse auf dem in Betracht fallenden tatsächlichen
Arbeitsmarkt und allfällige Betreuungspflichten, die den Ehemann an der Ausübung
einer Erwerbstätigkeit hindern könnten. Laut den im Beschwerdeverfahren
eingereichten medizinischen Berichten und den IV-Akten hat der Ehemann der
Beschwerdeführerin im Jahr 1983 ein Polytrauma erlitten, das langjährige Beschwerden
zur Folge gehabt hat. Die IV-Stelle hat allerdings in den Jahren 1985 und 1998 zwei
Rentenbegehren mangels eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades abgewiesen.
Bis Ende Februar 2005 hat der Ehemann der Beschwerdeführerin zu 100 Prozent als
Eisenbieger gearbeitet. Nach einer vorzeitig abgebrochenen stationären Rehabilitation
im September 2005 haben die Ärzte der Klinik Valens trotz verschiedener somatischer
Beschwerden und trotz einer reaktiven depressiven Störung eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten attestiert. In den Jahren 2008, 2012
und 2013 sind zwar gemäss den Angaben des Hausarztes Dr. C._ weitere
Gesundheitsbeeinträchtigungen dazugekommen (Läsion der rechten Schulter, mediale
Teilmeniskektomie rechts und Bauchwandhernie), aber Dr. C._ hat darauf
hingewiesen, dass für die Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht diese neuen, sondern
vielmehr die alten, seit vielen Jahren bestehenden und bereits im Austrittsbericht der
Klinik Valens erwähnten Beschwerden ausschlaggebend seien. Vor diesem Hintergrund
könnte die Auffassung vertreten werden, der Ehemann der Beschwerdeführerin sei
auch in den Jahren 2013–2015 noch uneingeschränkt arbeitsfähig für leidensadaptierte
Tätigkeiten gewesen. Eine solche Auffassung stünde aber beweisrechtlich auf
wackligen Beinen, weil die wenigen vorhandenen medizinischen Akten aus den Jahren
2013–2015 nicht ausreichen, um die massgebende Arbeitsfähigkeit mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen. Da die
IV-Stelle im April 2016 ein Nichteintreten auf das dritte Leistungsbegehren des
Ehemannes der Beschwerdeführerin verfügt hat, weil dieser keine Belege zur
Glaubhaftmachung einer relevanten Sachverhaltsveränderung seit der Abweisung
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seines zweiten Leistungsbegehrens im Jahr 1998 eingereicht hatte, sind keine
Abklärungen im Gange, die neue Erkenntnisse zum massgebenden
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in den Jahren 2013–2015 liefern könnten.
Die notwendigen Beweise hätten folglich auf eine andere Weise beschafft werden
müssen. Dafür sieht der Art. 57 Abs. 2 IVG i.V.m. dem Art. 41 Abs. 1 lit. k IVV eine
geeignete Methode vor: Die Beschwerdegegnerin kann in einem Verfahren betreffend
einen EL-Anspruch die IV-Stelle mit der Bemessung der Invalidität des EL-Ansprechers
beauftragen. Auch wenn der Wortlaut des Art. 41 Abs. 1 lit. k IVV das nicht deckt, muss
dies auch in Bezug auf Personen gelten, die in die EL-Anspruchsberechnung
miteinbezogen sind, da sich diesbezüglich dieselben Sachverhaltsabklärungsprobleme
stellen wie bei EL-Ansprechern. Weshalb die Beschwerdegegnerin weder von dieser
Möglichkeit Gebrauch gemacht noch eigene medizinische Abklärungen getätigt hat, ist
nicht nachvollziehbar. Jedenfalls beruht der angefochtene Einspracheentscheid in
Bezug auf die Arbeitsfähigkeit des Ehemannes der Beschwerdeführerin auf einem
ungenügend abgeklärten Sachverhalt. Er ist also in Verletzung der
Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ergangen und deshalb als rechtswidrig
aufzuheben. Die Sache ist zur Vervollständigung der Sachverhaltsabklärung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.3 Abgesehen von einer möglichen Arbeitsunfähigkeit sind keine Umstände
ersichtlich, die gegen eine Vollzeittätigkeit des Ehemannes der Beschwerdeführerin als
Hilfsarbeiter sprechen würden. Entgegen den Angaben des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin stehen der Ausübung einer Erwerbstätigkeit nämlich keine
relevanten Betreuungspflichten entgegen. Die Abklärung bezüglich des Gesuchs der
Beschwerdeführerin um die Zusprache einer Hilflosenentschädigung hat ergeben, dass
diese nur dann und wann geringfügige Hilfestellungen bei der Körperpflege oder beim
Gang zur Toilette sowie eine Unterstützung bei der Bewältigung des Haushaltes
benötigt. Diese Hilfestellungen und die minimale Mithilfe im Haushalt können vom
Ehemann auch geleistet werden, wenn er einer vollzeitigen Erwerbstätigkeit nachgeht.
Auch die Verhältnisse auf dem massgebenden tatsächlichen Arbeitsmarkt stehen einer
vollzeitigen Erwerbstätigkeit nicht entgegen, denn der Ehemann der Beschwerdeführer
hat kein mangelndes Angebot an geeigneten Hilfsarbeiterstellen nachweisen können.
Er hat sich nämlich nur um wenige Stellen beworben und zudem von Beginn weg die
Ansicht vertreten, er sei eigentlich gar nicht in der Lage, einer Erwerbstätigkeit
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nachzugehen. Sollten die ergänzenden Abklärungen ergeben, dass der Ehemann der
Beschwerdeführerin im massgebenden Zeitraum arbeitsfähig gewesen ist, wäre es ihm
also möglich und zumutbar, als Hilfsarbeiter in einem Vollpensum zu arbeiten. Diesfalls
müsste in Anwendung des Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG i.V.m. dem Art. 11 Abs. 1 lit. a ELG
fingiert werden, der Ehemann der Beschwerdeführerin erziele ein entsprechendes
Erwerbseinkommen. Für allfällige Phasen einer vorübergehenden, kurzen
Arbeitsunfähigkeit käme dann die (fiktive) Lohnfortzahlungspflicht des (fiktiven)
Arbeitgebers zum Tragen, weshalb auch für jene Phasen ein unverändertes
hypothetisches Erwerbseinkommen anzurechnen wäre. Solche Phasen sind gemäss
den vorliegenden Akten für die Zeit vom 8. Dezember 2013 bis zum 3. Januar 2014 und
für die Zeit vom 3. Februar 2014 bis zum 2. März 2014 ausgewiesen. Möglicherweise
ist der Beschwerdeführer auch in der Zeit vom Mai bis Juli 2013 und vom 31. Januar
2014 bis zum 31. Juli 2014 vorübergehend arbeitsunfähig gewesen. Ob die
entsprechenden Arztzeugnisse der behandelnden Ärzte überwiegend wahrscheinlich
richtig sind beziehungsweise ob sie auch eine zuverlässige Aussage zur
Arbeitsfähigkeit in einer allfälligen adaptierten Tätigkeit erlauben, wird im Zuge der
weiteren Sachverhaltsabklärungen zu prüfen sein.
5.4 Für die Berechnung eines allfälligen hypothetischen Erwerbseinkommens müsste
auf die Ergebnisse der Schweizer Lohnstrukturerhebung für das Jahr 2010 (aktuellste
Daten für die Grossregion Ostschweiz) abgestellt und von einem standardisierten
Monatslohn von 4'799 Franken für Hilfsarbeiter im Jahr 2010 ausgegangen werden
(LSE 2010, TA1, Niveau 4). Das ergäbe unter Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung in den Jahren 2010–2015 (Indexstand 2010 bei 2151 und
2015 bei 2226 Punkten) und der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,7
Stunden im Jahr 2015 einen Jahreslohn von 62'129 Franken für das Jahr 2015. Der von
der Beschwerdegegnerin ermittelte Ausgangswert für die Berechnung des
hypothetischen Erwerbseinkommens ist wesentlich höher gewesen, nämlich 70'925
Franken. Der Grund für diese Differenz ist im Abstellen auf die gesamtschweizerische
Lohnstatistik (LSE 2012) zu erblicken, denn laut der Grafik K1 der LSE 2012 liegt der
gesamtschweizerische Durchschnittslohn etwa zehn Prozent über dem
Durchschnittslohn in der Grossregion Ostschweiz ([5'600 + {6'099 – 5'600} ÷ 2] ÷
6'439). Da auf den tatsächlichen Arbeitsmarkt abzustellen ist, muss der (tiefere)
regionale Lohn massgebend sein. Bei der Berechnung des hypothetischen
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Erwerbseinkommens hat die Beschwerdegegnerin einen Abzug von 15 Prozent wegen
des fortgeschrittenen Alters berücksichtigt. Das fortgeschrittene Alter kann für sich
allein aber diesen eher hohen Abzug nicht rechtfertigen, denn bei Hilfsarbeitern führt
das Alter ökonomisch betrachtet nur zu höheren Sozialversicherungsbeiträgen, aber
nicht zu einer Leistungseinbusse, der mit einem tieferen Lohn Rechnung getragen
werden müsste. Der altersbedingten Erschwerung der Stellensuche kann mit dem
Tabellenlohnabzug nicht Rechnung getragen werden, da die Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens ja die Fiktion voraussetzt, der Ehemann der
Beschwerdeführerin habe bereits eine Arbeitsstelle gefunden. Allerdings wäre bei der
Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens zu berücksichtigen, dass ein
ökonomisch denkender Arbeitgeber bei der Festsetzung der Lohnhöhe der Gefahr
erhöhter krankheitsbedingter Absenzen und einer unzuverlässig schwankenden
Arbeitsleistung sowie der mangelnden Flexibilität des nicht nur an zahlreichen
somatischen Beschwerden, sondern auch an einer depressiven Erkrankung leidenden
Ehemannes der Beschwerdeführerin Rechnung tragen müsste. Im Ergebnis dürfte sich
der Tabellenlohnabzug von 15 Prozent deshalb doch als angemessen erweisen. Vom
resultierenden Bruttolohn von 52'810 Franken müssten nebst den Beiträgen an die
AHV, IV, EO und Arbeitslosenversicherung (6,25 Prozent) auch die NBU-Prämie und
der Beitrag für die berufliche Vorsorge abgezogen werden. Da weder für die NBU-
Prämie noch für den Beitrag an die berufliche Vorsorge generelle Prozentwerte
existieren, müssten diese Sozialversicherungsbeiträge geschätzt werden. In
vergleichbaren Fällen hat das Versicherungsgericht mangels einer zuverlässigeren
Berechnungsgrundlagen Sozialversicherungsbeiträge von insgesamt neun Prozent
berücksichtigt (vgl. etwa den Entscheid EL 2014/46 vom 26. April 2016, E. 4.8).
Vorliegend dürfte wohl nichts gegen einen Abzug von neun Prozent sprechen. Somit
würde ein Nettolohn von 48'057 Franken resultieren. Dieses hypothetische
Erwerbseinkommen müsste privilegiert angerechnet werden.
6.
Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich folglich als rechtswidrig. Er ist
aufzuheben und die Sache ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde zur weiteren
Abklärung bezüglich des Gesundheitszustandes und der Erwerbsfähigkeit des
Ehemannes im massgebenden Zeitraum ab März 2013 an die Beschwerdegegnerin
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zurückzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Die
unterliegende Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine
Parteientschädigung auszurichten. Diese ist angesichts der dem leicht
unterdurchschnittlichen Vertretungsaufwand entsprechenden Kostennote (act. G 12.1)
auf 2'339.05 Franken festzusetzen.