Decision ID: a484d749-73d6-4364-ba7d-eaac1d274486
Year: 2005
Language: de
Court: ZH_VG
Chamber: ZH_VG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

I. Mit Ausschreibung vom 16. Juli 2004 eröffnete das Hochbauamt des Kantons Zürich eine Submission im offenen Verfahren für Elektroinstallationen (Brandschutz und Personalnotruf) in der Klinik F. Innert Frist gingen vierzehn Offerten mit (nicht bereinigten) Offertpreisen zwischen Fr. 497'824.60 und Fr. 988'920.90 ein. Mit Verfügung des Hochbauamts vom 8. November 2004 wurde der Zuschlag an die E AG vergeben.
II.
Mit Eingabe vom 23. November 2004 erhoben die B AG und die C AG, die als ARGE A ein gemeinsames Angebot eingereicht hatten, beim Verwaltungsgericht Beschwerde gegen den Entscheid des Hochbauamts. Sie beantragten in erster Linie, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und der Zuschlag ihnen (den Beschwerdeführerinnen) zu erteilen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beschwerdegegners. Gleichzeitig ersuchten sie darum, der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen, und stellten verschiedene weitere Anträge zum Verfahren.
Das Hochbauamt des Kantons Zürich stellte in seiner Beschwerdeantwort vom 20. Dezember 2004 die Anträge, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, eventuell sei sie abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdeführerinnen. Ferner beantragte es, der Beschwerde keine aufschiebende Wirkung zu erteilen. Die Mitbeteiligte reichte keine Stellungnahme ein.
Mit Präsidialverfügung vom 4. Januar 2005 wurde der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuerkannt und den Beschwerdeführerinnen teilweise Akteneinsicht gewährt. Ein weiterer Schriftenwechsel wurde nicht angeordnet.

Die Kammer zieht in Erwägung:
Die Kammer zieht in Erwägung:
1. Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggeber können unmittelbar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999, S. 372; vgl. Alfred Kölz/Jürg Bosshart/Martin Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. A., Zürich 1999, § 41 N. 22). Auf das Beschwerdeverfahren gelangen die Art. 15 ff. der revidierten Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 15. März 2001 (IVöB) sowie § 2 des Gesetzes vom 15. September 2003 über den Beitritt zur revidierten Interkantonalen Vereinbarung zur Anwendung.
1. Vergabeentscheide kantonaler und kommunaler Auftraggeber können unmittelbar mit Beschwerde an das Verwaltungsgericht weitergezogen werden (RB 1999 Nr. 27 = BEZ 1999 Nr. 13 = ZBl 100/1999, S. 372; vgl. Alfred Kölz/Jürg Bosshart/Martin Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. A., Zürich 1999, § 41 N. 22). Auf das Beschwerdeverfahren gelangen die Art. 15 ff. der revidierten Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 15. März 2001 (IVöB) sowie § 2 des Gesetzes vom 15. September 2003 über den Beitritt zur revidierten Interkantonalen Vereinbarung zur Anwendung.
2. Die Beschwerdeführerinnen beantragen die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels, um ihnen eine Stellungnahme zur Beschwerdeantwort und den vom Beschwerdegegner eingereichten Akten zu ermöglichen. Da die Beschwerde jedoch schon aufgrund der Sachdarstellung des Beschwerdegegners gutzuheissen ist, erübrigt sich eine weitere Stellungnahme der Beschwerdeführerinnen.
2. Die Beschwerdeführerinnen beantragen die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels, um ihnen eine Stellungnahme zur Beschwerdeantwort und den vom Beschwerdegegner eingereichten Akten zu ermöglichen. Da die Beschwerde jedoch schon aufgrund der Sachdarstellung des Beschwerdegegners gutzuheissen ist, erübrigt sich eine weitere Stellungnahme der Beschwerdeführerinnen.
3. 3.1 Der Vergabeentscheid vom 8. November 2004 wurde den Beschwerdeführerinnen mit Begleitschreiben vom selben Datum zugestellt. Sie nahmen diese Sendung spätestens am 10. November 2004 in Empfang, wie aus ihrem gleichentags an den Beschwerdegegner gerichteten Gesuch um Mitteilung der Entscheidgründe hervorgeht. Am 19. November 2004 wurde der Entscheid noch im Amtsblatt des Kantons Zürich publiziert.
Die Beschwerdeführerinnen reichten ihre Beschwerde am 23. November 2004 (Datum des Poststempels) ein. Der Beschwerdegegner macht geltend, die Beschwerde sei verspätet, weil sie nicht innert zehn Tagen nach der Zustellung des Entscheids erhoben worden sei, und beantragt, nicht auf sie einzutreten.
3.2 Beschwerden gegen den Entscheid einer Vergabebehörde sind schriftlich und begründet innert zehn Tagen seit der Eröffnung der Verfügung einzureichen (Art. 15 Abs. 2 IVöB). Die Vergabestelle eröffnet Verfügungen durch Zustellung und soweit erforderlich überdies durch Veröffentlichung (§ 38 Abs. 1 der Submissionsverordnung vom 23. Juli 2003 [SubmV]). Einer Veröffentlichung bedürfen Zuschlagsentscheide im offenen und selektiven Verfahren sowie freihändig erteilte Zuschläge im Anwendungsbereich der staatsvertraglichen Verpflichtungen; die Publikation erfolgt innert 72 Tagen im kantonalen Amtsblatt sowie auf einer gemeinsamen elektronischen Plattform von Bund und Kantonen (§ 35 SubmV).
Nach der früheren Fassung der Submissionsverordnung, die bis Ende 2003 in Kraft gestanden hatte, mussten Vergabeentscheide lediglich mittels Publikation im Amtsblatt eröffnet werden (§ 33 der alten Submissionsverordnung vom 18. Juni 1997). In der Praxis der Vergabebehörden wurden die Entscheide allerdings schon unter dem alten Recht regelmässig auch individuell zugestellt.
3.3 In der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts finden sich nur wenige Hinweise zum Beginn der Rechtsmittelfrist bei der Anfechtung von Entscheiden, die auf verschiedenen Wegen (und zu verschiedenen Zeiten) eröffnet wurden. Mit Bezug auf die Anfechtung einer Quartierplanfestsetzung, die den Grundeigentümern sowohl persönlich mitgeteilt als auch öffentlich bekannt gemacht werden muss (§ 148 Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975), wurde die individuelle Zustellung, die wegen Auslandabwesenheit eines Adressaten erst nach der Publikation erfolgt war, als für den Fristbeginn massgeblich bezeichnet (RB 1983 Nr. 3). In den Erwägungen verwies das Gericht unter anderem auf die Ausführungen der Vorinstanz, welche davon ausging, dass das Gesetz die schriftliche Mitteilung vorschreibe und daher die ebenfalls erforderliche Veröffentlichung nicht massgebend sei (nicht publ. E. 2). In einem andern Entscheid wurde bei zwei auf verschiedenen Wegen erfolgten Publikationen derselben Anordnung auf den späteren Publikationszeitpunkt abgestellt (RB 1997 Nr. 3). Der Kommentar Kölz/Bosshart/Röhl geht unter Hinweis auf diese Rechtsprechung davon aus, dass bei kumulativ vorgeschriebener Eröffnung eines Entscheids durch persönliche Mitteilung und amtliche Veröffentlichung jeweils die letzte dieser Eröffnungshandlungen für den Fristenlauf massgeblich sei (§ 10 N. 33). Diese Aussage geht zwar über die erwähnten Entscheide hinaus, entspricht aber wohl einer oft geübten Praxis. Andere Autoren nehmen an, dass bei mehrmaliger Eröffnung eines Verwaltungsakts grundsätzlich die erste rechtsgültige individuelle Eröffnung massgeblich ist; wenn der Adressat jedoch aus einer späteren Bekanntgabe in guten Treuen ableiten dürfe, dass diese einen neuen Fristenlauf auslöse, sei er in diesem Vertrauen zu schützen (Thomas Merkli/Arthur Aeschlimann/Ruth Herzog, Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, Bern 1997, Art. 44 N. 7, unter Hinweis auf BGE 115 Ia 12 E. 4b).