Decision ID: 8b105ecc-759a-4059-b300-500800761fdf
Year: 2008
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1 A._, geboren 1966, arbeitete seit dem 1. Februar 1989 (Meldung vom 20. Januar 2003 und vom 13. Januar 2004, Urk. 8/Z5 und Urk. 8/Z14) bzw. ab 1. November 1995 als Gruppenleiter bei der Stiftung B._ und war damit bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft gegen Unfälle versichert. Am 12. November 2001 erlitt er einen Unfall, als eine blinde Bewohnerin der Wohngruppe C._ B._ unabsichtlich die Leiter umstiess, auf welcher sich der Versicherte befand, welcher in der Folge herunterfiel (Bagatellunfall-Meldung vom 19. November 2001 [Urk. 8/Z1] und undatierter Bericht von Dr. med. D._, Facharzt für Anästhesiologie, Spezielle Schmerztherapie [Urk. 9/ZM14]). Beim Sturz zog er sich eine Thoraxprellung zu, konnte indes weiterhin seiner Arbeit nachgehen (Bericht von Dr. med. E._, FMH für Allgemeine Medizin, vom 29. November 2001, Urk. 9/ZM1). Die Zürich Versicherungs-Gesellschaft trat auf den Schaden ein und gewährte Heilbehandlung. Am 16. Mai 2002 (Urk. 9/ZM2) erklärte der Hausarzt die Behandlung für abgeschlossen.
1.2 Am 20. Januar 2003 (Urk. 8/Z5) meldete die Arbeitgeberin, dass der Versicherte wieder Schmerzen habe und in eine Therapie gehen müsse. Dr. E._ berichtete sodann am 26. Januar 2003 (Urk. 9/ZM3) von wieder aufgetretenen Rückenschmerzen und veranlasste eine ambulante Physiotherapie, wobei die neuerliche Behandlung im Juni 2003 abgeschlossen war (Bericht vom 22. Juni 2003, Urk. 9/ZM5).
1.3 Mit Datum vom 13. Januar 2004 (Urk. 8/Z14) meldete die Arbeitgeberin abermals Schmerzen des Versicherten und die Wiederaufnahme der ärztlichen Behandlung, worauf der Hausarzt am 22. Januar 2004 (Urk. 9/ZM7) über erneute Rückenschmerzen mit Ausstrahlung ins Gesäss berichtete, rezidivierende posttraumatische (lumbale) Rückenschmerzen diagnostizierte und weitere Abklärungen empfahl. Nach Eingang der Untersuchungsresultate (MRT der Lendenwirbelsäule [LWS] vom 26. Januar 2004 [Urk. 9/ZM10] mit dem Ergebnis einer Diskushernie L5/S1) und dem Verweis des Dr. E._ auf nach wie vor bestehende Rückenschmerzen (Bericht vom 11. März 2004, Urk. 9/ZM11) erachtete PD Dr. med. F._, Orthopädische Chirurgie FMH, am 15. April 2004 (Urk. 9/ZM12) spätestens nach zwei Jahren keine Unfallfolgen mehr als vorliegend. Dies mit der Begründung, dass die bildgebenden Unterlagen durchwegs altersentsprechende Befunde zeigten.
1.4 Hierauf stellte die Zürich Versicherungs-Gesellschaft mit Verfügung vom 9. August 2004 (Urk. 8/Z24) ihre Leistungen per 11. November 2003 ein, wogegen der Versicherte durch Rechtsanwalt Dr. Beat Meyer am 14. September 2004 (Urk. 8/Z36) Einsprache erhob (mit Nachtrag vom 23. November 2004, Urk. 8/Z40). Der Krankenversicherer, die Helsana Versicherungen AG, erhob ihrerseits am 3. Dezember 2004 (Urk. 8/Z43) Einsprache, welche sie indes am 14. Dezember 2004 (Urk. 8/Z44) wieder zurückzog. In der Folge liess die Zürich Versicherungs-Gesellschaft - mit Einverständnis des Versicherten (vgl. Schreiben vom 8. März 2005, Urk. 8/Z52) - das Gutachten des Prof. Dr. med. G._, Chefarzt am Kantonsspital I._, vom 3. Juni 2005 (Urk. 9/ZM13) erstellen. Nach der Stellungnahme des Versicherten vom 15. September 2005 (Urk. 8/Z63) und vom 15. Febuar 2006 (Urk. 8/Z75), letztere unter Beilage eines undatierten Berichtes von Dr. D._ (Urk. 9/ZM14), wurde die Einsprache mit Entscheid vom 28. März 2006 (Urk. 2) abgewiesen.
2. Hiergegen erhob A._ durch Rechtsanwältin Susanne Friedauer am 12. Juli 2006 Beschwerde mit den Anträgen (Urk. 1 S. 2), es sei der Einspracheentscheid vom 28. März 2006 aufzuheben und es seien dem Beschwerdeführer auch über den 11. November 2003 hinaus Leistungen der obligatorsichen Unfallversicherung (Heilbehandlung, Taggelder, eventualiter eine Rente sowie eine Integritätsentschädigung) auszurichten. Die Zürich Versicherungs-Gesellschaft ersuchte am 21. August 2006 (Urk. 7) um Abweisung der Beschwerde. Nachdem die Parteien im Rahmen ihrer zweiten Rechtsschriften an den gestellten Anträgen festgehalten hatten (Urk. 14 und Urk. 19), wurde der Schriftenwchsel mit Verfügung vom 15. Februar 2007 (Urk. 20) als geschlossen erklärt.
3. Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien und die Akten wird, sofern für die Entscheidfindung erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Nach Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 Erw. 3.1, 406 Erw. 4.3.1, 123 V 45 Erw. 2b, 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 181 Erw. 3.1, 119 V 338 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen).
1.3 Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung, UVV). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 296 Erw. 2c mit Hinweisen).
1.4 Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 Erw. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes in Sachen A. vom 26. April 1995, U 172/94). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 9 Erw. 3c/aa). Da es sich hiebei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. Erw. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
1.5
1.5.1 Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 Erw. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H. Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
1.5.2 Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 122 V 161/2 Erw. 1c; vgl. auch 123 V 334 Erw. 1c).
2.
2.1
2.1.1 Der am 14. November 2001 erstbehandelnde Dr. E._ verwies in seinem Bericht vom 29. November 2001 (Urk. 9/ZM1) auf einen petechialen Ausschlag am Thorax sowie eine dolente Rückenmuskulatur lumbal und diagnostizierte eine Thoraxprellung. Er attestierte keine Arbeitsunfähigkeit und leitete eine Behandlung mit lokalen Antiphlogistika ein.
Am 16. Mai 2002 (Urk. 9/ZM2) erklärte Dr. E._ die Behandlung als abgeschlossen unter Hinweis auf ein noch dolentes Iliosakralgelenk (ISG), eine verspannte Paravertebralmuskulatur sowie ein Lumbovertebralsyndrom. Er berichtete, mit ambulanter lösender Physiotherapie sei es zu einer deutlichen Besserung gekommen, die ISG-Blockierung sei nur noch sehr gering.
2.1.2 Nach der erneuten Anmeldung bei der Beschwerdegegnerin vom 20. Januar 2003 (Urk. 8/Z5) berichtete Dr. E._ am 26. Januar 2003 (Urk. 9/ZM3) von wieder aufgetretenen, zunehmend rezidivierenden, unberechenbaren, linksausstrahlenden lumbalen Rückenschmerzen. Er erkannte eine leichte Schonhaltung, ein dolentes ISG links mit deutlichem Vorlauf. Er diagnostizierte ein Rezidiv eines traumatischen ISG-Syndroms und leitete eine ambulante Physiotherapie ein.
Am 22. Juni 2003 (Urk. 9/ZM5) diagnostizierte Dr. E._ einen Status nach ISG-Distorsion links, verwies auf noch geklagte Schmerzen bei längerem Sitzen und Aufsitzen und berichtete von einer deutlichen Abnahme der Beschwerden unter ambulanter Physiotherapie. Er bezeichnete die Behandlung als abgeschlossen.
2.1.3 Nach der dritten Anmeldung diagnostizierte Dr. E._ mit Bericht vom 22. Januar 2004 (Urk. 9/ZM7) unter Hinweis auf eine Schonhaltung links rezidivierende posttraumatische lumbale Rückenschmerzen. Er empfahl eine weitere Therapie und schlug eine bildgebende Untersuchung vor. Bereits am 13. Januar 2004 (Urk. 9/ZM8) hatte Dr. H._, Chiropraktor SCG/ECU, zu Händen des Hausarztes berichtet und auf eine Abflachung der LWS-Lordose und Rumpfneigung nach rechts mit Entlasten der linken Seite verwiesen. Er schilderte ferner eine stark schmerzhaft eingeschränkte Inklination der LWS (auch der Seitneigung beidseits); die Reklination und Rechtsrotation seien dolent und limitiert. Er erkannte sodann einen massiven paralumbalen Hartspann links und globale Druckdolenzen über der LWS.
Nach Einsichtnahme in die Ergebnisse der MRT-Untersuchung der LWS vom 26. Januar 2004 (Urk. 9/ZM10) mit dem Ergebnis einer medianen, leicht links betonten Diskushernie L5/S1 mit Beeinträchtigung der Nervenwurzel S1 links, möglicherweise auch rechts, sowie einer leichten, nicht hypertrophen Spondylarthrose diagnostizierte Dr. E._ am 11. März 2004 (Urk. 9/ZM11) einen Status nach LWS-Distorsion mit ISG-Kontusion und eine mediane Diskushernie L5/S1 beim Befund einer schmerzhaft eingeschränkten Inklination. Er verwies auf heftige lumbale Rückenschmerzen und eine Abnahme der Schmerzen sowie der Bewegungseinschränkung unter chiropraktorischer Therapie. Er hielt fest, den Beschwerdeführer vor dem Unfall nicht wegen Rückenschmerzen behandelt zu haben.
2.2 Am 15. April 2004 (Urk. 9/ZM12) bestätigte PD Dr. F._ nach Durchsicht der MRI-Bilder vom 26. Januar 2004 zu Händen der Beschwerdegegnerin, dass der Leitersturz vom 12. November 2001 keine unfallspezifischen Struktur-Veränderungen in der LWS hinterlassen habe. Die bildgebenden Unterlagen hätten durchwegs altersentsprechende Befunde gezeigt, darunter falle auch die fortgeschrittene Diskopathie im Segment L5/S1. Unter diesen Umständen nahm PD Dr. F._ den Status quo ante spätestens zwei Jahr nach dem Leitersturz an.
2.3
2.3.1 Anlässlich der Untersuchung am Kantonsspital I._ vom 2. Juni 2005 schilderte der Beschwerdeführer Rücken- und Beinschmerzen nach dem Unfall. Seither leide er unter ausstrahlenden Schmerzen mit streifenförmigem Verteilungscharakter an der Rückseite des linken Beines. Zusätzlich komme es auch zu Rückenschmerzen im linken Anteil der LWS mit entsprechender Ausstrahlungstendenz. Er habe Mühe, morgens aufzustehen (im Sinne eines Anlaufschmerzes). Sein Arbeitspensum habe er aufgrund dieser Problematik seit drei Jahren auf 80 % reduziert. Trotzdem verspüre er auch in der Freizeit keine Entlastung. Als Vater von vier Kindern sei er zusätzlich beansprucht und bedauere, dass seine körperlichen Aktivitäten weiterhin aufgrund der Schmerzen reduziert seien. Trotz physiotherapeutischer Beratung habe sich die Situation nicht wesentlich verbessert. Er nehme relativ häufig Schmerzmittel ein (Urk. 9/ZM13 S. 5).
2.3.2 Prof. Dr. G._ schilderte den medizinisch neurochirurgischen Befund als durch die Existenz eines Lumboischialgie-Syndroms gekennzeichnet, welches jedoch keine neurologischen Ausfallerscheinungen herbeigeführt habe. Es handle sich hierbei um ein chronisches Beschwerdebild, welches die Berufsfähigkeit und das Leben in der Freizeit beeinträchtige. Das Beschwerdebild sei auf das Vorliegen eines linksseitigen lumbosakralen Bandscheibenvorfalls zurückzuführen. Er diagnostizierte den erwähnten Bandscheibenvorfall zwischen dem 5. Lendenwirbelkörper und dem Kreuzbein links im Rahmen einer schicksalhaft erworbenen degenerativen Diskuserkrankung (Urk. 9/ZM13 S. 7).
2.3.3 Zur Kausalität führte der Gutachter aus, von neurochirurgischer Seite bestehe eine gewisse zeitliche Beziehung zwischen dem Auftreten der Rücken- und Beinbeschwerden, jedoch könne nicht ein ursächlicher Zusammenhang konstatiert werden. Mithin könne das chronische Beschwerdebild nicht ursächlich mit dem Unfallereignis in Verbindung gebracht werden. Es müsse festgestellt werden, dass das Unfallereignis nicht geeignet gewesen sei, einen traumatischen Bandscheibenvorfall auszulösen. Hier habe keine extreme ungewöhnliche axiale Gewalteinwirkung auf die Wirbelsäule bestanden, welche als eine der Voraussetzungen für die Diagnose eines traumatischen Bandscheibenvorfall verlangt werden müsse. Ferner fehle der engere zeitliche Bezug zum Auftreten der Beschwerden mit dem Unfallereignis. Der extrem seltene traumatische Bandscheibenvorfall sei ausnahmslos verbunden mit einem sofortigen radikulären Beinschmerz von extremer Intensität, der ebenfalls in aller Regel eine sofortige operative Behandlung verlange und auch regelmässig mit neurologischen Ausfallerscheinungen verbunden sei (Urk. 9/ZM13 S. 8).
Prof. Dr. G._ führte weiter aus, die bildmorphologischen Befunde belegten beim Beschwerdeführer die schicksalhaft erworbene Genese einer Diskusaustrocknung (Dissekation) im Bereich zwischen dem 5. Lendenwirbelkörper und dem Kreuzbein mit der daraus resultierenden Folge einer Osteochondrose, Einriss des Anulus fibrosus und Hervortreten von Kernmaterial in Richtung Nervenwurzel. Eine traumatisch verursachte Bandscheibenläsion führe in der Regel nicht zu derartigen Veränderungen in Form der Bandscheibendissekation. Ein traumatisch ausgelöster Bandscheibenvorfall im Bereich der LWS verursache zudem nahezu regelmässig auch Mitverletzungen der knöchernen Strukturen (Urk. 9/ZM13 S. 8 f.).
Diese Einschätzung (der unfallfremden Veränderungen) werde gestützt durch den initialen Untersuchungsbefund des Dr. E._ zwei Tage nach dem Unfallgeschehen, als ausser petechialen Veränderungen am Thorax als Ausdruck einer lokalen Prellung lediglich eine dolente Rückenmuskulatur lumbal beschrieben worden sei. Für einen langen Zeitraum der Nachuntersuchungen sei jeweils immer nur über rezidivierende Rückenschmerzen berichtet worden. Hinweise für eine akute Ausstrahlung des Beschwerdebildes in das linke Bein fänden sich erst in einem späteren Zeitpunkt (Urk. 9/ZM13 S. 9).
2.4 Dr. D._ stimmte in seinem undatierten Bericht (Zweitmeinung, Urk. 9/ZM14) den Ausführungen im erwähnten Gutachten insoweit zu, als es sich vorliegend um eine degenerativ bedingte Bandscheibenhernie handle. Nach der vorliegenden Anamnese hätten vor dem Unfallereignis keine Beschwerden bestanden, so dass es sich um eine bis dato asymptomatische Diskopathie gehandelt habe. Dr. D._ führte indes aus, beim Leitersturz sei es entgegen der Annahme des Prof. Dr. G._ nicht zu einer axialen Gewalteinwirkung gekommen, sondern nach der Schilderung des Beschwerdeführers zu einer Drehbewegung mit anschliessendem Aufprall auf den Brustkorb links. Die Möglichkeit, dass durch die rasche Drehbewegung mit Aufprall eine Scherkraft von erheblicher Grösse auf die bereits durch Dissekation vorgeschädigte Bandscheibe gewirkt und letztlich eine Ruptur ausgelöst oder eine schon vorbestehende Ruptur vergrössert habe, sei nicht von der Hand zu weisen. Der nachfolgende Austritt des Bandscheibenmaterials habe zu einer chemischen Reizung der benachbarten Nervenfasern geführt.
Zusammenfassend hielt Dr. D._ fest, auf der Grundlage der chronischen Diskopathie, die vor dem Unfall asymptomatisch gewesen sei, hätten sich mit dem auslösenden Unfallereignis vermutlich durch Ruptur vorgeschädigter Bandscheibenstrukturen und infolge dessen Austritts chemisch irritierenden Bandscheibenmaterials radikuläre Beschwerden entwickelt. Infolge einer sekundären Schonhaltung und dysfunktionellen Bewegungsmustern nach dem Trauma hätten sich im Laufe der Zeit die lumbalen Facetten- und ISG-Beschwerden entwickelt. Folgerichtig liege im Unfall vom 12. November 2001 das auslösende Ereignis, nicht aber die alleinige Ursache der Beschwerden.
3.
3.1 Aufgrund der vorliegenden ärztlichen Berichte ist erstellt, dass die Beschwerden des Beschwerdeführers von der Diskushernie L5/S1 herrühren. So ergab sich dieser Befund (mit Beeinträchtigung der Nervenwurzel) anlässlich der MRT-Untersuchung der LWS vom 26. Januar 2004 (Urk. 9/ZM10) und sahen sämtliche Ärzte diesen Körperschaden als ursächlich für das geklagte Leiden des Beschwerdeführers.
3.2 Zur Beurteilung der Kausalität ist vorwegzuschicken, dass das Gutachten des Prof. Dr. G._ vom 3. Juni 2005 (Urk. 9/ZM13) in sämtlichen Punkten den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert einer Expertise entspricht. So ist es für die Beantwortung der relevanten Frage nach der Ursächlichkeit des Leitersturzes für die Rückenbeschwerden umfassend, wird doch diese Frage eindeutig beantwortet. Sodann beruht es auf den erforderlichen Untersuchungen. Neben der Interpretation der bereits vorliegenden bildgebenden Untersuchungsresultate erhob Prof. Dr. G._ eine umfassende Anamnese und führte diverse eigene Testungen durch (Urk. 9/ZM13 S. 5 f.). Das Gutachten berücksichtigt des weitern sämtliche geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerdeführers auseinander. So nahm der Experte detailliert die geklagten Beschwerden zur Kenntnis und liess diese in seine Beurteilung einfliessen. Das Gutachten wurde in Kenntnis der Vorakten und unter Bezugnahme darauf abgegeben. Prof. Dr. G._ verwies in seiner Beurteilung - nebst den MRI-Bildern - insbesondere auf die Erhebungen des erstbehandelnden Dr. E._. Schliesslich leuchtet die Expertise in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein und sind die Schlussfolgerungen des Prof. Dr. G._ in einer Weise begründet, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann. In diesem Sinne legte er in schlüssiger Weise dar, dass eine unfallbedingte Diskushernie nur bei extremer Gewalteinwirkung auftreten kann und dass diesfalls andere (weitere) Befunde zu erwarten gewesen wären (Urk. 9/ZM13 S. 8 f.).
3.3 Die abweichende Einschätzung des Dr. D._ (Urk. 9/ZM14) vermag hieran nichts zu ändern. So bestätigte er ausdrücklich die degenerative Genese der Bandscheibenhernie. Was er sodann über den Ablauf des Leitersturzes ausführt, entspricht einer hypothetischen Interpretation der Geschehnisse. Dass es nicht zu einer axialen Gewalteinwirkung gekommen sei, sondern bei Drehbewegung mit anschliessendem Aufprall auf den Brustkorb die Möglichkeit einer Ruptur der vorgeschädigten Bandscheibe bestehe, kann nicht zur Annahme einer überwiegend wahrscheinlichen Verursachung der Schädigung durch den Leitersturz führen. Dies umso weniger, als Dr. D._ eine Auseinandersetzung mit dem Umstand, dass sich der Beschwerdeführer keine knöchernen Verletzungen zugezogen hat, vermissen liess.
Hierzu ist vor Augen zu halten, dass der Beschwerdeführer aus einer Höhe von bloss 1,5 Metern zu Boden stürzte und auf die linke Körperhälfte fiel. Auch wenn er sich hierbei gedreht haben mag, so sind doch keine aussergewöhnlichen Kräfte ersichtlich. Diesbezüglich ist auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zu verweisen, wonach es einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts entspricht, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann ein Bandscheibenvorfall betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit aufgetreten sind. Wird die Diskushernie durch den Unfall lediglich ausgelöst, nicht aber (weitgehend) verursacht, übernimmt die Unfallversicherung den durch das Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub, spätere Rezidive dagegen nur, wenn eindeutige Brückensymptome gegeben sind. Insbesondere mit dem letztgenannten Kriterium werden auch jene Fälle aufgefangen, bei denen der Unfall neben weiteren Faktoren lediglich eine Teilursache für die im Anschluss an das Ereignis aufgetretenen Rückenbeschwerden darstellt. Vorausgesetzt ist indessen auch dort, dass die Symptome einer Diskushernie (vertebragenes oder radikuläres Syndrom) unmittelbar nach dem Unfall auftreten (Entscheid des Bundesgerichts vom 4. Juli 2007 i.S. B., U 446/06, Erw. 4).
Sodann ist darauf hinzuweisen, dass angesichts des offenkundigen Vorzustandes bei einer unfallbedingten richtunggebenden Verschlimmerung doch eine sofortige und intensive Schmerzproblematik zu erwarten gewesen wäre. Der Beschwerdeführer war jedoch nie arbeitsunfähig und musste auch erst am übernächsten Tag nach dem Unfall den Arzt aufsuchen. Die Schmerzen waren also nicht dergestalt, dass er sich auf der Notfallstation gemeldet hätte. Auch der Umstand, dass der erstbehandelnde Arzt lediglich einen petechialen Ausschlag am Thorax sowie eine dolente Rückenmuskulatur lumbal ersah, spricht gegen eine unfallbedingte Genese der Diskushernie (Urk. 9/ZM1). Sodann sind vorliegend keine Brückensymptome ausgewiesen. Wohl schilderte der Beschwerdeführer, seit dem Unfall dauernd an Rückenschmerzen gelitten zu haben, diese waren aber nicht dergestalt, dass er sich dauernd in Behandlung hätte begeben müssen. So bestätigte Dr. E._ am 16. Mai 2002 (erstmals) den Fallabschluss, nachdem es zu einer deutlichen Besserung gekommen sei (Urk. 9/ZM2). Auch nach dem Wiederaufflackern der Problematik ab Januar 2003 erachtete er nach einer deutlichen Abnahme der Beschwerden die Behandlung im Juni 2003 als abgeschlossen (Urk. 9/ZM5).
3.4 Soweit der Beschwerdeführer sodann aus dem Bericht des Dr. E._ vom 23. November 2006 (Urk. 15) eine Kausalität ableiten will, kann ihm nicht gefolgt werden. Der Hausarzt bestätigte wohl, dass der Beschwerdeführer infolge chronischer lumbaler Rückschmerzen nach einem Unfall am 19. (richtig: 12.) November 2001 mit Sturz von der Leiter aus medizinischen Gründen seine berufliche Tätigkeit ab 1. Juni 2003 auf 80 % reduziert habe. Sodann bestätigte er in einem früheren Bericht, dass er den Beschwerdeführer vor dem Unfall nicht wegen Rückenschmerzen behandelt habe (Urk. 9/ZM10). Diese Argumentation erschöpft sich indes im Wesentlichen in der Figur „post hoc ergo propter hoc“, bei der eine Schädigung bereits deshalb als durch einen Unfall verursacht erachtet wird, weil sie nach diesem aufgetreten ist. Dies genügt indes für die Annahme eines Kausalzusammenhangs rechtsprechungsgemäss nicht (BGE 119 V 341 f. Erw. 2b/bb).
4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass - auch wenn aus Sicht des Beschwerdeführers erst nach dem Unfall Rückenschmerzen aufgetreten sind - doch aufgrund der bildgebenden Untersuchungsresultate sowie der ärztlichen Schilderungen feststeht, dass ein Vorzustand vorgelegen hat und eine traumatische Diskushernie unwahrscheinlich ist. Bei dieser Aktenlage erscheint eine Ursächlichkeit des Unfalls vom 12. November 2001 mit den ab 12. November 2003 noch geklagten Rückenproblemen nicht als überwiegend wahrscheinlich. Demgemäss hat die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht ab 12. November 2001 zur Recht verneint, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.