Decision ID: b777f68f-d4e5-43c7-acc1-4b66e2a21d7e
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Kläger,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Christine Kessi, c/o procap, Frohburgstrasse 4,
Postfach, 4601 Olten,
gegen
Pensionskasse der Z._, c/o B._ AG,
Beklagte,
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vertreten durch Advokat Dr. iur. Manfred Bayerdörfer, Gass & Bayerdörfer,
Rathausstrasse 40/42, 4410 Liestal,
betreffend
Invalidenrente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war vom 3. September 2001 bis 28. Februar
2006 als Mitarbeiter in der Biegerei der B._ AG tätig und dadurch bei der
Fürsorgestiftung Y._ (heute: Pensionskasse der Z._; nachfolgend:
Vorsorgeeinrichtung) versichert (act. G 1.3, G 9.3, IV-act. 1), als er am 15. Dezember
2004 bei der Arbeit infolge eines Distorsionstraumas des rechten Fusses eine
Malleolarfraktur Weber Typ A erlitt (UV-act. 1 ff.). Bei protrahiertem Heilungsverlauf
wurde am 14. April 2005 im Röntgeninstitut Dr. med. C._ eine MRI-Untersuchung
durchgeführt, welche eine Peronäus-brevis-Läsion rechts hervorbrachte (UV-act. 9).
Diese wurde am 12. Mai 2005 durch Dr. med. D._, Spezialarzt Orthopädie FMH,
Sportmedizin (SGSM) operativ therapiert (UV-act. 10). Am 18. Juli 2005 erfolgte eine
kreisärztliche Untersuchung durch Dr. med. E._, der einen stationären
Rehabilitationsaufenthalt in der Rehaklinik Bellikon veranlasste (UV-act. 17). Der
Versicherte hielt sich vom 8. August bis 14. September 2005 in der Rehaklinik Bellikon
auf. Laut Austrittsbericht vom 4. Oktober 2005 bestanden bei Eintritt im Bereich des
rechten oberen Sprunggelenks (OSG) eine Druckdolenz über dem anterioren
Gelenksspalt sowie eine starke Beweglichkeitseinschränkung. Der Versicherte habe
auch über Knieschmerzen berichtet, welche seit dem Unfall bestehen würden. Die
radiologischen Untersuchungen hätten jedoch weder im rechten Kniegelenk noch im
rechten Rückfuss Pathologien hervorgebracht. Bei Verdacht auf eine mediale
Meniskusläsion werde die Durchführung einer Arthroskopie des rechten Kniegelenks
empfohlen. Der Versicherte stehe weiterhin in der medizinischen Phase und sei zu
100% arbeitsunfähig. Die gesetzten Rehaziele -
Verbesserung der Beweglichkeit im OSG und der Belastbarkeit des rechten Beins;
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gesteigerte Arbeitsfähigkeit für angestammte Tätigkeit im bisherigen Betrieb - hätten
nicht erreicht werden können (UV-act. 26). Am 20. Oktober 2005 wurde durch Dr. D._
das rechte Kniegelenk arthroskopiert. Die Verdachtsdiagnose Meniskusläsion konnte
nicht bestätigt werden, hingegen wurde eine Chondropathie Grad III der Patella und
Grad I über dem lateralen Tibiaplateau festgestellt (UV-act. 27 f.). Dr. med. F._ ging
diesbezüglich in seiner Stellungnahme vom 15. November 2005 von einem krankhaften
Geschehen aus (UV-act. 29), worauf die Suva dem Versicherten mit Schreiben vom 23.
November 2005 mitteilte, die durchgeführten medizinischen Abklärungen hätten keine
Befunde ergeben, welche im Zusammenhang mit dem Unfall vom 15. Dezember 2004
stehen würden. Im Sinne von Abklärungen werde sie jedoch die Kosten der von der
Rehaklinik Bellikon vorgeschlagenen Arthroskopie übernehmen. Ebenfalls gehe die
Arbeitsunfähigkeit von vier Wochen zu Lasten der Suva. Per 23. November 2005
würden die Taggeldleistungen eingestellt und weitere Behandlungskosten im
Zusammenhang mit dem Knie sowie eine rheumatologische Abklärung gingen zu
Lasten des Krankenversicherers (UV-act. 31).
A.b Am 13. Dezember 2005 meldete sich der Versicherte zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung (nachfolgend: IV) an (IV-act. 1). Dr. D._ berichtete der IV
am 17. Januar 2006, der Versicherte klage über persistierende belastungsabhängige
Schmerzen im rechten Kniegelenk und intermittierend auch im Bereich des rechten
Aussenknöchels. Zudem bestünden Schmerzen im gesamten rechten Bein bis in die
Lumbalregion rechts. Nachdem sämtliche konservativen und operativen Massnahmen
erfolglos geblieben seien, könnten keine weiteren medizinischen Vorschläge mehr
gemacht werden. Der Versicherte sei bei ihm vom 4. März bis 12. Dezember 2005 in
Behandlung gewesen. Dann sei der Behandlungsabschluss erfolgt. Körperlich
anstrengende Tätigkeiten wie die bisherige, die mit regelmässigem Heben und Tragen
von Lasten über 10 kg und häufigem Stehen und Gehen einher gingen, seien nicht
mehr vollumfänglich zumutbar. Zumutbar seien hingegen körperlich leichte Tätigkeiten.
Art und Umfang müssten in einem Gutachten festgestellt werden (act. G 19.2, IV-act.
16/1-6). Per 28. Februar 2006 endete das Arbeitsverhältnis der B._ AG mit dem
Versicherten (act. G 9.3, G 9.5). Im Anschluss bezog der Versicherte nach Ablauf der
30-tägigen Wartefrist Taggelder der Krankentaggeldversicherung entsprechend einer
100%-igen (31. März 2006) bzw. 50%-igen Arbeitsunfähigkeit (ab 1. April 2006) und
daneben Taggelder der Arbeitslosenversicherung (act. G 15.1 ff., act. G 9 S. 2, G 15 S.
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3 f., IV-act. 33 f.). Mit Verfügung vom 20. Juli 2006 (UV-act. 50/54) und - nach
Einholung einer ärztlichen Beurteilung von Dr. med. G._, Facharzt für Orthopädische
Chirurgie FMH, Suva Versicherungsmedizin, vom 5. Juli 2006 (UV-act. 47) -
Einspracheentscheid vom 19. Oktober 2006 (UV-act. 50/54) hielt die Suva an ihrer
Leistungseinstellung per 23. November 2005 fest. Inzwischen arbeitete der Versicherte
seit 17. August 2006 im Rahmen eines Beschäftigungsprogramms für arbeitslose
Personen zu 50% in einer Velowerkstatt. Das Beschäftigungsprogramm endete am 31.
Januar 2007 (act. G 9.6).
A.c Nach verschiedenen von ihr veranlassten medizinischen Begutachtungen - durch
Dr. med. H._, FMH Physikalische Medizin (act. G 9.10); Dr. med. I._, FMH Innere
Medizin, speziell Rheumaerkrankungen (act. G 9.11); Dr. med. J._, FMH Psychiatrie
und Psychotherapie sowie Allgemeinmedizin (act. G 9.15) und die MEDAS Ostschweiz
(act. G 9.12) - sprach die IV dem Versicherten zunächst mit Verfügung vom 3.
November 2011 rückwirkend ab 1. Dezember 2005 eine halbe Invalidenrente auf der
Basis eines Invaliditätsgrades von 57% (Beginn der einjährigen Wartezeit 15. Dezember
2004; Arbeitsfähigkeitsgrad 50%; Valideneinkommen Fr. 70'302.-- und
Invalideneinkommen Fr. 29'990.--) zu (IV-act. 142). Ebenfalls mit Verfügung vom 3.
November 2011 sprach die IV dem Versicherten sodann basierend auf denselben
Grundlagen, d.h. entgegen der von der MEDAS in ihrem Gutachten vom 4. November
2010 festgestellten 100%-igen Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht (IV-act.
113), auch mit Wirkung ab 1. November 2009 eine halbe IV-Rente zu (IV-act. 144). Mit
Beschwerde an das Versicherungsgericht vom 9. Dezember 2011 beantragte der
Rechtsvertreter des Versicherten, Rechtsanwalt lic. iur. M. Boltshauser, Rechtsdienst
Procap, Schweizerischer Invaliden-Verband, Olten, ab November 2009 eine ganze
Rente basierend auf einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von 100% (IV-act. 151, 160),
worauf die IV die Rentenverfügung vom 3. November 2011 mit Wirkung ab 1.
November 2009 nochmals überprüfte und schliesslich widerrief (IV-act. 170, 172). Mit
Verfügung vom 16. August 2012 anerkannte sie wegen einer Verschlechterung des
Gesundheitszustandes seit November 2009 (nach einer gesetzlichen Wartezeit von drei
Monaten; Art. 88a Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR
831.201]) rückwirkend ab 1. Februar 2010 bei einem Invaliditätsgrad von 100% einen
Anspruch auf eine ganze Rente (Arbeitsfähigkeitsgrad 0%; Valideneinkommen Fr.
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70'302.-- und Invalideneinkommen Fr. 0.--; IV-act. 189), worauf das
Beschwerdeverfahren vor Versicherungsgericht abgeschrieben wurde (IV-act. 180).
A.d Ein Leistungsbegehren des Versicherten vom 2. Dezember 2011 (act. G 1.3) und
dessen Rechtsvertreters Rechtsanwalt Boltshauser vom 14. Mai 2012 (act. G 1.4)
beantwortete die Vorsorgeeinrichtung bzw. deren Rechtsvertreter Rechtsanwalt Dr. iur.
M. Bayerdörfer, Liestal, mit Schreiben vom 7. Februar und 21. Mai 2012 (act. G 1.3, G
1.5) abschlägig. Der von der IV ermittelte Invaliditätsgrad von 57% ab 1. Dezember
2005 bzw. 100% ab 1. Februar 2010 sei sowohl auf somatische als auch auf
psychische Ursachen zurückzuführen. Weil das psychische Leiden erst nach
Beendigung des Vorsorgeverhältnisses aufgetreten sei, sei die Vorsorgeeinrichtung
dafür nicht zuständig. Für die somatisch bedingte Teilinvalidität sei die
Vorsorgeeinrichtung zwar grundsätzlich zuständig, doch resultiere aus der körperlichen
Behinderung, selbst unter Berücksichtigung eines grosszügig bemessenen
behinderungsbedingten Abzugs von 15%, kein rentenbegründender Invaliditätsgrad
bzw. ein solcher von weniger als 40%.
B.
B.a Am 3. April 2013 erhob Rechtsanwältin Ch. Kessi, Rechtsdienst der Procap, für
den Versicherten Klage gegen die Vorsorgeeinrichtung mit den Rechtsbegehren, die
Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger aus dem Vorsorgeverhältnis ab dem 1.
Dezember 2005 eine Invalidenrente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 57% und ab
dem 1. Februar 2010 aufgrund eines Invaliditätsgrades von 100% gemäss den
gesetzlichen und reglementarischen Bestimmungen auszurichten, den Kläger auf den
frühest möglichen Zeitpunkt von der Beitragspflicht zu befreien, und dem Kläger auf
den Invalidenleistungen einen Verzugszins von 5% spätestens ab dem Zeitpunkt der
Klageeinreichung zu bezahlen. Dem Kläger sei ausserdem die unentgeltliche
Prozessführung und Rechtsverbeiständung durch die Unterzeichnende zu gewähren,
unter Entschädigungsfolge zulasten der Beklagten (act. G 1).
B.b In der Klageantwort vom 31. Mai 2013 beantragte die Beklagte durch ihren
Rechtsvertreter Abweisung der Klage (act. G 9).
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B.c Mit Schreiben vom 5. Juni 2013 bewilligte der zuständige Abteilungspräsident des
Versicherungsgerichts das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung (act. G
11).
B.d Mit Replik vom 5. September 2013 (act. G 15) und Duplik vom 1. November 2013
(act. G 19) bestätigten die Parteien ihre Anträge und Ausführungen.
B.e Das Versicherungsgericht zog die Akten der IV betreffend den Kläger zum
Verfahren bei. Die IV-Stelle stellte nebst den IV-Akten auch ihre Fremdakten zu. Die
Parteien verzichteten - die Beklagte nach Einsicht in die Akten - auf eine zusätzliche
Stellungnahme (act. G 21 ff.).
B.f Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der
medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden

Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
1.1 Vorliegend ist ein Rentenanspruch streitig, der am 1. Dezember 2005 entstanden
sein soll. In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend,
die bei Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung hatten (BGE 126
V 136 E. 4b mit Hinweisen). Laut dem am 1. Januar 2005 in Kraft getretenen Art. 23 lit.
a des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40) besteht bei einer Invalidität von mindestens 40%
Anspruch auf Invaliditätsleistungen. Nach Art. 24 Abs. 1 BVG (in Kraft seit 1. Januar
2005) setzt der Anspruch auf eine volle Invalidenrente eine mindestens 70%-ige
Invalidität im Sinne der IV voraus (lit. a). Eine Dreiviertelsrente kommt zur Ausrichtung
bei mindestens 60%-iger Invalidität (lit. b). Eine halbe Rente wird bei mindestens
hälftiger Invalidität (lit. c) und eine Viertelsrente bei mindestens 40%-iger Invalidität
ausgerichtet (lit. d).
1.2 Aus der engen Verbindung zwischen dem Recht auf eine Rente der IV und
demjenigen auf eine Invalidenleistung nach BVG ergibt sich, dass der Invaliditätsbegriff
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im obligatorischen Bereich der beruflichen Vorsorge und in der IV grundsätzlich der
gleiche ist. Aufgrund von Art. 6 BVG steht es den Vorsorgeeinrichtungen frei, den
Invaliditätsbegriff bereits in der obligatorischen Versicherung zugunsten des
Versicherten zu erweitern oder Invalidenrenten schon bei einem Invaliditätsbegriff von
weniger als 40% auszurichten. Die Vorsorgeeinrichtungen sind frei in der Wahl des
Invaliditätsbegriffs; sie haben sich aber an eine einheitliche Begriffsanwendung zu
halten. Gehen sie ausdrücklich oder unter Hinweis auf das Gesetz vom gleichen
Invaliditätsbegriff aus wie die IV, sind sie hinsichtlich des versicherten Ereignisses an
die Invaliditätsbemessung der IV-Stellen (der Kantone und des Bundes) gebunden, es
sei denn, dass diese sich als offensichtlich unhaltbar erweist (vgl. BGE 126 V 308, 120
V 108 f. E. 3c, 118 V 39 E. 2b/aa, 115 V 208 und 215). Mit BGE 129 V 73 wurde eine
Bindungswirkung der IV-rechtlichen Feststellungen für die Vorsorgeeinrichtung
verneint, wenn diese nicht spätestens im Vorbescheidsverfahren (Art. 73 IVV) in das
IV-rechtliche Verfahren einbezogen wird. Hält sich die Vorsorgeeinrichtung
demgegenüber im Rahmen des IV-rechtlich Verfügten, ja stützt sie sich darauf, ist das
Problem des Nichteinbezugs des Vorsorgeversicherers ins IV-Verfahren
gegenstandslos. In diesem Fall kommt ohne Weiterungen die vom Gesetzgeber
gewollte, in den Art. 23 ff. BVG zum Ausdruck gebrachte Verbindlichkeitswirkung unter
Vorbehalt offensichtlicher Unrichtigkeit des IV-Entscheids zum Zug. Stellt somit die
Vorsorgeeinrichtung auf die IV-rechtliche Betrachtungsweise ab, muss sich die
versicherte Person diese grundsätzlich entgegenhalten lassen, soweit diese für die
Festlegung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend war (vgl. BGE 130 V
274 E. 3.1 und Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar
2007 sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 14. August 2000, B 50/99,
E. 2b), und zwar ungeachtet dessen, ob der Vorsorgeversicherer im IV-Verfahren
beteiligt war oder nicht (vgl. dazu Urteil des EVG vom 9. Februar 2004, B 39/03, E. 3.1).
1.3 Invalidenleistungen nach BVG werden von derjenigen Vorsorgeeinrichtung
geschuldet, welcher der Ansprecher bei Eintritt des versicherten Ereignisses
angeschlossen war. Dieser Zeitpunkt fällt mit dem Eintritt der Arbeitsunfähigkeit
zusammen, deren Ursache zur Invalidität geführt hat. Die Versicherteneigenschaft muss
nur bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit gegeben sein, dagegen nicht notwendigerweise
auch im Zeitpunkt des Eintritts oder der Verschlimmerung der Invalidität. Für eine
einmal - aus während der Versicherungsdauer aufgetretenen Arbeitsunfähigkeit -
bis
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geschuldete Invalidenleistung bleibt die Vorsorgeeinrichtung leistungspflichtig, selbst
wenn sich nach Beendigung des Vorsorgeverhältnisses der Invaliditätsgrad ändert.
Entsprechend bildet denn auch der Wegfall der Versicherteneigenschaft keinen
Erlöschungsgrund (Art. 26 Abs. 3 BVG e contrario; BGE 123 V 263 E. 1a, 118 V 45 E.
5). Auf diese Weise kommt der Schutz der zweiten Säule zum Tragen, wonach das
Invaliditätsrisiko auch dann gedeckt sein muss, wenn es rechtlich gesehen erst nach
einer langen Krankheit eintritt, während welcher die leistunganbegehrende Person
unter Umständen dem Obligatorium nicht mehr unterstanden hat (BGE 120 V 116 E.
2b, 118 V 39 f. E. 2b/aa). Damit die frühere Vorsorgeeinrichtung leistungspflichtig
bleibt, ist allerdings nicht nur erforderlich, dass die Arbeitsunfähigkeit zu einer Zeit
einsetzte, als die versicherte Person ihr angeschlossen war, sondern auch, dass
zwischen dieser Arbeitsunfähigkeit und der Invalidität ein direkter und enger
Zusammenhang besteht. Zwischen der Arbeitsunfähigkeit und der Invalidität muss
sowohl ein sachlicher als auch ein zeitlicher Zusammenhang bestehen. Der sachliche
Zusammenhang ist gegeben, wenn der invalidisierende Gesundheitsschaden der
gleiche ist, wie er sich bereits während der Zugehörigkeit zur Vorsorgeeinrichtung
manifestierte. Die zeitliche Konnexität setzt voraus, dass zwischen der früheren
Arbeitsunfähigkeit und der späteren Invalidität bzw. deren Verschlimmerung keine
längere Periode der Arbeitsfähigkeit liegt. Dabei sind die gesamten Umstände des
Einzelfalls zu würdigen, namentlich die Art des Gesundheitsschadens, dessen
prognostische ärztliche Beurteilung und die Beweggründe, welche die versicherte
Person zur Wiederaufnahme der Arbeit veranlassten (BGE 123 V 263 E. 1c, 120 V 117
ff. E. 2c/aa f. mit Hinweisen).
1.4 Gemäss Art. 5 Ziff. 1 des Reglements der Fürsorgestiftung Debrunner, gültig ab
1. Januar 2005 (act. G 9.13), gilt der Versicherte als invalid, wenn er aus gesundheit
lichen Gründen (Unfall, Krankheit, Altersschwäche oder Gebrechen) seine bisherige
oder eine andere ihm zumutbare Tätigkeit nicht mehr ausüben kann, und deshalb vor
Erreichen des Rücktrittsalters sein Arbeitsverhältnis aufgelöst oder dadurch sein Lohn
herabgesetzt wird. Für die Anerkennung der Erwerbsunfähigkeit und die Festlegung
des Invaliditätsgrads ist der Entscheid der Eidgenössischen Invalidenversicherung
massgebend (Art. 5 Ziff. 2 des Reglements). Wird ein Versicherter vor Vollendung des
Rücktrittsalters invalid, so erhält er Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 12 Ziff. 1 des
Reglements). Der Versicherte hat Anspruch auf eine Vollinvalidenrente, wenn er
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mindestens zu 70% invalid ist (Art. 12 Ziff. 1 lit. a des Reglements); eine
Dreiviertelsrente, wenn er mindestens zu 60% invalid ist (Art. 12 Ziff. 1 lit. b des
Reglements); eine halbe Invalidenrente, wenn er mindestens zu 50% invalid ist (Art. 12
Ziff. 1 lit. c des Reglements); eine Viertelsrente, wenn er mindestens zu 40% invalid ist
(Art. 12 Ziff. 1 lit. d des Reglements).
2.
2.1 Vorliegend steht fest, dass der Kläger Rentner der Invalidenversicherung ist.
Gemäss Verfügungen der IV vom 3. November 2011 bzw. 16. August 2012 wurde bzw.
wird dem Kläger wegen lang dauernder Krankheit vom 1. Dezember 2005 bis 31.
Januar 2010 eine halbe Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 57%
und seit 1. Februar 2010 eine ganze Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad
von 100% ausgerichtet. Zu prüfen ist konkret die Frage, ob beim Kläger während des
bis 28. Februar 2006 (act. G 9.3) dauernden Vorsorgeverhältnisses bzw. der daran
anschliessenden einmonatigen Nachdeckungsfrist (Art. 10 Abs. 3 BVG) bei der
Beklagten eine Arbeitsunfähigkeit aufgetreten ist, welche in sachlichem und zeitlichen
Zusammenhang zu der von der IV ab 1. Dezember 2005 anerkannten 57%-igen und ab
1. Dezember 2010 anerkannten 100%-igen Invalidität steht. Die IV hat für den Beginn
der einjährigen, ohne wesentlichen Unterbruch andauernden Arbeitsunfähigkeit (Art. 29
Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20];
Beginn des Wartejahrs) den 15. Dezember 2004 angenommen (vgl. dazu act. G 9.8,
Verfügungsteil 2). Nachdem der Kläger bis zum (28. Februar bzw.) 31. März 2006 bei
der Beklagten vorsorgeversichert war, wäre die Beklagte mit diesem Beginn der
invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit grundsätzlich leistungspflichtig.
2.2 Mit Blick auf die vorangehend dargelegten Reglementsbestimmungen wäre der
IV-Entscheid mit Bezug auf den Invaliditätsgrad und den Rentenbeginn, und damit für
die Frage des Eintritts der massgebenden Arbeitsunfähigkeit, für die Beklagte
grundsätzlich bindend (vgl. z.B BGE 120 V 106 E. 3c mit Hinweisen). Die Beklagte
verwendet in ihrem Reglement denselben Invaliditätsbegriff wie die IV und formuliert
sogar ausdrücklich eine Bindungswirkung (vgl. Art. 5 Ziff. 2 des Reglements). Im
konkreten Fall kann dem Standpunkt der klägerischen Rechtsvertreterin, der 15.
Dezember 2004 sei für die Beklagte bindend, dennoch nicht gefolgt werden. Wie
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bereits erwähnt, sprach die IV dem Kläger zunächst mit Verfügung vom 3. November
2011 eine halbe Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 57% ab 1.
Dezember 2005 zu (act. G 9.7, IV-act. 142). Die Verfügung vom 16. August 2012 (IV-
act. 189, act. G 1.2) hat den Anspruch des Klägers auf die vorgenannte halbe IV-Rente,
aber auch denjenigen auf die ganze Rente basierend auf einem Invaliditätsgrad von
100% ab 1. Februar 2010 zum Inhalt und enthält den Vermerk "ersetzt die Verfügung
vom 3. November 2011" (act. G 1.2). Mit diesem Vermerk ist jedoch augenscheinlich
die widerrufene Verfügung vom 3. November 2011 gemeint, mit der dem Kläger
zunächst auch mit Wirkung ab 1. November 2009 eine halbe Rente zugesprochen
worden war (IV-act. 144, vgl. dazu auch IV-act. 170). Die Verfügung vom 3. November
2011 mit Wirkung ab 1. Dezember 2005 (IV-act. 142) blieb offensichtlich unangefochten
und ist damit - und mit ihr auch der Beginn der Wartefrist per 15. Dezember 2004 als
Element des Rechtsverhältnisses "Rentenanspruchs" - in formelle Rechtskraft
erwachsen. Eine Abänderung eines formell rechtskräftigen Entscheids kann nur unter
den Voraussetzungen von Art. 53 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) erfolgen. Nachdem im konkreten Fall
durch die IV insbesondere kein Wiedererwägungsverfahren eröffnet worden ist und
hinsichtlich des Beginns des Wartejahrs keine neue materiell-rechtliche Prüfung
stattgefunden hat, ist die Verfügung vom 16. August 2012 nicht als eine die Verfügung
vom 3. November 2011 "ersetzende", sondern um den Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente ab 1. Februar 2010 "ergänzende" Verfügung zu betrachten. Nur
hinsichtlich dieses Rentenanspruchs hat noch eine Rechtsmittelmöglichkeit bestanden.
Die Frage der Bindungswirkung ist also auch in Bezug auf die Verfügung vom 3.
November 2011 betreffend Anerkennung eines Anspruchs auf eine halbe IV-Rente mit
Wirkung ab 1. Dezember 2005 (act. G 9.7, IV-act. 142) zu prüfen. Unbestrittenermassen
wurde weder diese Verfügung noch der vorangegangene Vorbescheid vom 3. Juni
2011 (act. G 9.8, IV-act. 137) der Beklagten zugestellt, womit der in der IV-Verfügung
festgesetzte Invaliditätsgrad (grundsätzlich, masslich und zeitlich) ihr gegenüber keine
Bindungswirkung zu entfalten vermochte. Hinzu kommt, dass von der Beklagten
hinsichtlich des Beginns der rentenbegründenden Arbeitsunfähigkeit eine
offensichtliche Unrichtigkeit der IV-Verfügung geltend gemacht wird (vgl. act. G 9, S. 4
Ziff. 4; act. G 19, S. 4, Ziff. 5), welche auch zu prüfen sein wird. Die der Beklagten
eröffnete Verfügung vom 16. August 2012 ist unbestrittenermassen auf eine im
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November 2009 eingetretene Verschlimmerung des psychischen Gesundheitszustands
zurückzuführen (vgl. dazu nachfolgende Erwägung 4.2 f.). Nachdem jedoch die IV das
einjährige Wartejahr für den Beginn der invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit bereits
aufgrund der somatischen Unfallfolgen auf den 15. Dezember 2004 (Unfalldatum)
eröffnet hatte und sich die psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit nachfolgend in die
somatisch bedingte Arbeitsunfähigkeit einfügte, musste dafür kein neuer Beginn der
Arbeitsunfähigkeit mehr festgelegt werden. Der Zeitpunkt des Eintritts der
(möglicherweise bereits vor angenommener Verschlimmerung) psychisch bedingten
rentenbegründenden Arbeitsunfähigkeit ist jedoch im konkreten Fall von
entscheidender Bedeutung (vgl. dazu nachfolgende Erwägung 3.1). Insofern vermag
trotz Zustellung auch die Verfügung vom 16. August 2012 für die Beklagte keine
Bindungswirkung zu entfalten. Die gegenüber der Beklagten allenfalls bestehenden
Ansprüche auf berufsvorsorgerechtliche Invalidenleistungen - und dabei konkret die
Höhe des IV-Grads sowie die Entstehung des Rentenanspruchs und mithin die Frage,
wann die Arbeitsfähigkeit sich erheblich verschlechtert hat - sind daher von ihr bzw.
vom angerufenen Versicherungsgericht selbständig abzuklären und festzulegen. Dabei
sind auch die im IV-Verfahren produzierten Akten mit zu berücksichtigen, denn die
fehlende Bindung an die IV-Verfügung führt nicht dazu, dass auch die dafür
verwendeten Akten ohne Bedeutung für den Entscheid der Vorsorgeeinrichtung wären.
3.
3.1 Der Rechtsvertreter der Beklagten erachtet das von der IV in der Verfügung vom
3. November 2011 festgelegte Datum vom 15. Dezember 2004 für den Beginn einer
erheblichen Arbeitsunfähigkeit und der einjährigen Wartezeit (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b
IVG) als offensichtlich aktenwidrig. Die Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG wird
unterbrochen, wenn der Versicherte an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll
arbeitsfähig war (Art. 29 IVV). Der Unterbruch bewirkt, dass die einjährige Wartezeit
bei erneuter Arbeitsunfähigkeit wieder von vorne zu laufen beginnt (Kreisschreiben über
Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, Rz. 2014). Ein gescheiterter
Arbeitsversuch unterbricht grundsätzlich die Arbeitsunfähigkeit nicht, selbst wenn er
länger als 30 Tage dauert (Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
2. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2010, S. 283).
ter
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3.2 Am 15. Dezember 2004 erlitt der Kläger bei der Arbeit ein Distorsionstrauma des
rechten Fusses mit Malleolarfraktur Weber Typ A (UV-act. 2 ff., act. G 9.1), infolge
dessen die Suva Heilkosten- und Taggeldleistungen ausgehend von einer
abwechselnden Arbeitsunfähigkeit von 100% und 50% erbrachte. Das Unfalldatum
entspricht dem von der IV angenommenen Datum des Arbeitsunfähigkeitsbeginns bzw.
Wartejahrs. Die Suva stellte ihre Leistungen auf den 23. November 2005 ein (UV-act.
50/54, Unfallschein UVG, act. G 9.3). Nach der Leistungseinstellung kehrte der Kläger
unbestrittenermassen am 24. November 2005 an seinen Arbeitsplatz bei der B._ AG
zurück, dies allerdings laut Angaben der Rechtsvertreterin des Klägers (act. G 15 S. 3)
unter Schmerzen und nicht mehr vollzeitig, sondern maximal für vier Stunden pro Tag.
Mit der Arbeitgeberin sei vereinbart worden, dass der Kläger die restliche Zeit
Überstunden kompensieren und Ferien beziehen würde. Wegen dieser Kompensation
sei die gesundheitsbedingte Fehlzeit im Fragebogen der IV für den Arbeitgeber vom 13.
März 2006 (act. G 9.3) nicht ausgewiesen. Gegen diese Darstellung spricht in
Übereinstimmung mit der Beklagten (act. G 19 S. 2) der Umstand, dass der Kläger
gemäss Absenzen-Kontrolle 2006 der Arbeitgeberin in den Monaten Januar und
Februar 2006 insgesamt lediglich 9 Ferientage einbezogen hat und während 1.5 Tagen
krankheitshalber abwesend gewesen ist. Am 29. November 2005 hatte die
Arbeitgeberin zudem die Kündigung ausgesprochen (act. G 15, S. 3), womit der Bezug
von Ferienguthaben ohnehin kein Beweis für eine reduzierte Arbeitsfähigkeit darstellt
(vgl. dazu Streiff/von Kaenel/Rudolph, Praxiskommentar Arbeitsvertrag, 7. Aufl. 2012, N
12 zu Art. 329c OR). Ausserdem hätte im Fragebogen der IV für den Arbeitgeber eine
50%-ige Arbeitsunfähigkeit trotz allem eingetragen werden müssen, hat doch der
Eintrag unabhängig von den besagten Umständen einer Ferien- und
Überstundenkompensation zu erfolgen. Die Arbeitgeberin hielt schliesslich mit
Schreiben vom 20. März 2006 gegenüber der Kantonalen Arbeitslosenkasse fest, dass
der Kläger nach ihrer Kenntnis seit dem
21. November 2005 voll (100%) arbeitsfähig gewesen sei und auch gearbeitet habe
(act. G 9.5). Wie es sich letztlich verhielt, kann jedoch - wie die nachfolgenden
Erwägungen zeigen - offen gelassen werden.
3.3 Die von der Suva angenommene 100%-ige Arbeitsfähigkeit und die damit
verbundene Leistungseinstellung per 23. November 2005 resultierten aus dem
Umstand, dass von ihren Ärzten hinsichtlich der unfallkausalen Verletzung des OSG
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vom 15. Dezember 2004 von einem folgenlosen Heilungsergebnis ausgegangen
worden war und die fortdauernd geklagten Knie- und Rückenbeschwerden als
unfallfremd, d.h. krankheits- bzw. degenerativ bedingt, betrachtet wurden.
Entsprechend hielt die Suva in ihrem Schreiben vom 23. November 2005 fest, dass die
weitere Arbeitsunfähigkeit nicht mehr über die Suva laufe (Suva-act. 31). Dr. D._
schrieb in seinem Bericht an die IV vom 17. Januar 2006, der Kläger klage über
persistierende belastungsunabhängige Schmerzen im rechten Kniegelenk und
intermittierend auch im Bereich des rechten Aussenknöchels. Zudem bestünden
Schmerzen im gesamten rechten Bein, bis in die Lumbalregion rechts. Als Befunde
erhob er ein ausgeprägtes Schonhinken rechts, eine schmerzhafte
Bewegungseinschränkung des rechten Knies, jedoch ein unauffälliges rechtes OSG
sowie unauffällige Peroneal-Achilles- und Tibialis posterior Sehnen. Der Kläger sei vom
4. März bis 12. Dezember 2005 bei ihm in Behandlung gewesen. Am 12. Dezember
2005 sei der Behandlungsabschluss erfolgt. Dem Kläger seien körperlich anstrengende
Tätigkeiten wie die bisherige Tätigkeit, die mit regelmässigem Heben und Tragen von
Lasten über 10 kg und häufigem Stehen und Gehen einhergingen, nicht mehr
vollumfänglich zumutbar. Zumutbar seien hingegen leichte Tätigkeiten. Art und Umfang
müssten in einem Gutachten festgestellt werden (IV-act. 16/5 f.). Laut einem Schreiben
der Kantonalen Arbeitslosenkasse vom 16. März 2006 hatte diese ein Arztzeugnis von
Dr. K._ erhalten, worin dem Kläger vom 20. Januar 2006 bis 31. März 2006 eine
100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden war (act. G 9.4). Laut Stellungnahme des
IV-internen RAD (Regionaler Ärztlicher Dienst) -Arztes vom 27. Oktober 2006 (IV-act.
30) war der Kläger vom 24. November 2005 bis 27. Februar 2006 zu 100%
arbeitsunfähig. Diese Arbeitsunfähigkeit dürfte sich in Übereinstimmung mit Dr. D._ -
obwohl im Zusammenhang mit der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten
Tätigkeit erwähnt - auf die bisherige Tätigkeit beziehen. Ab 28. Februar 2006 bis auf
weiteres hielt der RAD-Arzt sodann gemäss Gutachter Dr. H._ eine 50%-ige
Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit fest; mit der realistischen Option,
diese nach einigen Monaten bis auf mindestens 80%, besser 100% zu steigern. Von
der Krankentaggeldversicherung bezog der Kläger nach Ablauf der 30-tägigen
Wartezeit ab 31. März 2006 Krankentaggelder basierend auf einer 100%- bzw. 50%-
igen Arbeitsunfähigkeit (act. G 15.1).
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3.4 Unter der für den Anspruch auf berufsvorsorgliche Invalidenleistungen relevanten
Arbeitsunfähigkeit ist die Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen
Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen (vgl. Erwägung 3.1). Grundsätzlich zeigt die
obige Sachlage eine lückenlose Arbeitsunfähigkeit des Klägers in seiner angestammten
Tätigkeit zwischen dem 24. November 2005 und dem 28. Februar 2006 auf. Sollte der
Kläger seine Tätigkeit bei der B._ AG dennoch ab dem 24. November 2005 wieder
voll aufgenommen haben, müsste davon ausgegangen werden, dass er über das ihm
gesundheitlich Zumutbare hinaus gearbeitet (vgl. dazu Meyer, a.a.O., S. 278 f.; SVR
2008 BVG Nr. 34 S. 143 E. 3.3) und es sich bei seinen Arbeitsleistungen im fraglichen
Zeitraum nur um einen blossen Arbeitsversuch gehandelt hat. Entsprechend ging auch
die IV nicht von einem Unterbruch der Wartezeit aus. Nachfolgend ist mithin vom
Beginn der einjährigen Wartezeit am 15. Dezember 2004 (Unfalldatum) und nicht - wie
von der Beklagten geltend gemacht - infolge neuen Laufbeginns erst Ende Februar
2006 auszugehen. Der Rechtsvertreter der Beklagten übersieht ohnehin, dass das
Vorsorgeverhältnis mit dem Kläger unter Berücksichtigung der einmonatigen
Nachdeckungsfrist (Art. 10 Abs. 3 BVG) bis 31. März 2006 dauerte und ab 28. Februar
2006 eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen ist. Selbstverständlich bleibt
nachfolgend in jedem Fall der sachliche Zusammenhang zu prüfen bzw. die Frage zu
beantworten, ob der der Invalidität zu Grunde liegende Gesundheitsschaden im
Wesentlichen derselbe ist, der zur Arbeitsunfähigkeit geführt hat (vgl. nachfolgende
Erwägung 4).
4.
4.1 Tragen verschiedene Gesundheitsschädigungen zur Invalidität bei, so ist
hinsichtlich jeder Gesundheitsschädigung gesondert zu prüfen, ob die jeweilige
Arbeitsunfähigkeit während der Dauer des Versicherungsverhältnisses mit der
Vorsorgeeinrichtung eingetreten ist (BGE 138 V 418 f. E. 6). Unter anderem im Urteil
vom 26. Februar 2008 (9C_772/2007, E. 3.2) hielt das Bundesgericht fest, der sachliche
Zusammenhang könne auch gegeben sein, wenn die bei noch bestehender
Versicherungsdeckung eingetretene Arbeitsunfähigkeit somatisch, die Anspruch auf
eine Rente der IV begründende, allenfalls auch berufsvorsorgerechtliche Leistungen
auslösende Invalidität jedoch psychisch bedingt sei. Notwendige, aber nicht
hinreichende Bedingung hierfür sei, dass das psychische Leiden sich schon während
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des Vorsorgeverhältnisses manifestiert und das Krankheitsgeschehen erkennbar
mitgeprägt habe. Dabei verwies das Bundesgericht auf den Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts) vom 22. September 2006 (B 32/03, recte: B 37/06;
vgl. erwähntes Urteil 9C_772/2007, E. 3.2). Nach dem Gesagten müsse ein
psychisches Leiden mit Krankheitswert und Auswirkungen auf das Leistungsvermögen
während des streitigen Vorsorgeverhältnisses erkennbar in Erscheinung getreten sein
(9C_772/2007, E. 4.2). Unter Arbeitsunfähigkeit ist die gesundheitlich bedingte
Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf zu verstehen. Die
Arbeitsunfähigkeit muss erheblich, offensichtlich und dauerhaft sein. Die Erheblichkeit
wird in der Regel dann bejaht, wenn die Einschränkung mindestens 20% beträgt (vgl.
Bundesamt für Sozialversicherungen, Mitteilungen über die berufliche Vorsorge, Nr. 44
Rz 258 mit Hinweis auf die Rechtsprechung; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Mai
2012, 9C_876/2011, E. 2.1). Die Ermittlung der Arbeitsunfähigkeit geht von ärztlichen
Bewertungen aus. Wenngleich diese für das Gericht nicht verbindlich sind, so sollen sie
dennoch nicht ohne hinreichenden Grund umgestossen oder abgeändert werden. Der
Beurteilungsspielraum, der dem Arzt oder der Ärztin zukommt, ist auch vom Gericht zu
respektieren (RSKV 1983, S. 266). Für die Festlegung des Beginns und des Grads der
Arbeitsunfähigkeit ist grundsätzlich die nach ärztlicher Beurteilung medizinisch
zumutbare Arbeitsfähigkeit massgebend. Der von einer versicherten Person effektiv
erbrachten Arbeitsleistung kann jedoch soweit Bedeutung zukommen, als durch sie
eine widersprechende ärztliche Beurteilung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit an
Beweiskraft verlieren kann (Entscheid des st. gallischen Versicherungsgerichts vom 25.
Februar 2003, BV 2002/2, E. 3b).
4.2 Die Leistungspflicht der Beklagten setzt - wie bereits erwähnt - im Weiteren
voraus, dass zwischen der ab 15. Dezember 2004 aufgetretenen Arbeitsunfähigkeit und
der ab 1. Dezember 2005 eingetretenen 57%-igen bzw. ab 1. Dezember 2010
verschlimmerten 100%-igen Invalidität ein enger sachlicher Zusammenhang besteht.
Die klägerische Rechtsvertreterin erachtet den sachlichen Konnex zwischen
Arbeitsunfähigkeit und Invalidität bzw. Erhöhung des Invaliditätsgrades als nicht
unterbrochen. Der Kläger sei seit dem Unfall vom 15. Dezember 2004 zu mindestens
50% in seiner Erwerbsfähigkeit (recte: Arbeitsfähigkeit) eingeschränkt. Die Erhöhung
des IV-Grades sei aufgrund der Verschlechterung des psychischen
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Gesundheitszustands erfolgt. Bereits die ursprüngliche Rentenzusprechung sei
aufgrund eines psychiatrischen Krankheitsgeschehens erfolgt und eine diesbezügliche
Arbeitsunfähigkeit sei in erheblichem Masse während der Dauer des
Vorsorgeverhältnisses eingetreten (act. G 1 S. 10). Der Rechtsvertreter der Beklagten
anerkennt, dass beim Kläger während der Dauer des Vorsorgeverhältnisses mit der
Beklagten zeitweise somatische Gesundheitsschäden aufgetreten seien, welche die
Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf beeinträchtigt hätten. Massgebend sei jedoch,
ob und inwieweit daraus auch eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit in einer optimal
angepassten Tätigkeit resultiere. Laut vorliegenden Gutachten resultiere aus der
körperlichen Behinderung ein IV-Grad von weniger als 40% und begründe folglich
keinen Rentenanspruch ihr gegenüber. Aus den Gutachten lasse sich sodann nicht
ableiten, dass sich das psychische Leiden des Klägers schon vor Ende März 2006
(Ablauf der Nachdeckungsfrist) manifestiert und die Arbeitsfähigkeit erheblich
beeinträchtigt habe, womit die Beklagte diesbezüglich ebenfalls nicht leistungspflichtig
sei (act. G 9 S. 7).
4.3 In seinem Bericht vom 17. Januar 2006 führte Dr. D._ Beschwerden im Bereich
des Kniegelenks, des OSG und der Lumbalregion an und hielt als Diagnosen mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine muskuläre Dysbalance der rechten unteren
Extremität bei Gangstörung und Zustand nach konservativer Behandlung einer
Malleolarfraktur Typ Weber A rechts Dezember 2004, einen Status nach Debridement
der Peroneus-brevis-Sehne mit Adhäsiolyse und Tenolyse rechts Mai 2005 sowie eine
Schmerzpersistenz bei Status nach arthroskopischem Shaving und Chondropathie
Grad III der Patella distal medial und Chondropathie Grad I des lateralen Tibiaplateaus
rechts Oktober 2005 fest. Die von ihm als zumutbar erachtete Tätigkeit definierte er
sodann entsprechend seinen somatischen Diagnosen (vgl. dazu Erwägung 3.3) und
hielt fest, dass Art und Umfang gutachterlich festgestellt werden müssten (act. G 19.2,
IV-act. 16/5 f.). Am 27. Juni 2006 wurde der Kläger durch Dr. H._ begutachtet. Als
aktuelle Klagen führte dieser Schmerzen im rechten Sprunggelenk, Schmerzen im
rechten Kniegelenk sowie seit dem Unfall häufige Kreuzschmerzen an. Dr. H._
diagnostizierte persistierende Sprunggelenks-
beschwerden rechts bei Status nach Distorsionstrauma vom rechten Sprunggelenk am
15. Dezember 2004 mit Malleolarfraktur Weber Typ A und Verdacht auf
Syndesmosenverletzung, Peronaeus-brevis-Läsion und residueller bone bruise
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Sustentaculum tali rechts mit Adhäsiolyse und Tenolyse am 12. Mai 2005,
Chondropathie patellae Grad III rechts und am Tibiaplateau lateral Grad I sowie
Lumbvertebralsyndrom und ISG-Syndrom rechts bei leichter Fehlhaltung und
Fehlbelastung zu Folge pathologischen Gangbilds. Er legte dazu dar, dass für die
Sprungelenksproblematik keine Ursache im Sinne einer Arthrose oder sonstigen
ossären Veränderung habe gefunden werden können. Es handle sich vorwiegend um
Weichteilbeschwerden. Hinsichtlich der Kniegelenksbeschwerden rechts sei es
möglich, dass es im Bereich vom medialen Kapselbandapparat wegen des
pathologischen Gangmusters zu einer intermittierenden Kapselbandreizung komme
und auch die Chondropathia patellae gelegentlich etwas Beschwerden verursache.
Invalidisierenden Charakter hätten diese Kniegelenksbeschwerden aber kaum.
Anlässlich der klinischen Untersuchung habe er einen Beckenschiefstand zu ungunsten
von rechts von -14 mm gefunden, was zu einer Dysfunktion im ISG führen könne.
Konsekutiv bestünden aber nur eine sehr geringgradige Rechtsskoliose und keine
Hinweise auf degenerative Veränderungen lumbal. Die Kreuzbeschwerden seien auf
den Beckenschiefstand und die Fehlbelastung durch den hinkenden Gang
zurückzuführen. Es bestünden keine Hinweise für eine radikuläre Reiz- oder
Kompressionssymptomatik bei negativem Lasègue und fehlender
Schmerzausstrahlung in die Beine. Gesamthaft bestehe eine Diskrepanz zwischen den
als invalidisierend empfundenen heftigen Schmerzen und den wenig eindrücklichen
körperlichen Befunden. Offensichtlich sei es im langen Verlauf zu einer zunehmenden
Chronifizierung und Schmerzverarbeitungsstörung mit Somatisierungstendenz
gekommen. In einer adaptierten, wechselbelastenden Arbeit - aufgrund der subjektiven
Angaben sei der Kläger nicht im Stande, über eine Stunde zu stehen oder mehr als 10 -
15 Minuten herumzugehen; der Kläger sollte namentlich nicht länger als eine Stunde
sitzen müssen und bei der Arbeit nicht an gleicher Stelle stehen oder dauernd
herumgehen müssen - sei der Kläger seit dem 28. Februar 2006 50% arbeitsfähig mit
der realistischen Option und auch dem Ziel, die Arbeitsfähigkeit nach einigen Monaten
bis auf mindestens 80%, besser 100% zu steigern. Wichtig sei, dass der Kläger bald in
den Arbeitsprozess integriert werde, damit die Chronifizierung und Invalidisierung nicht
weiter fortschreite (act. G 9.10, IV-act. 29). Am 21. Januar 2008 berichtete med. pract.
L._, der Kläger befinde sich seit 13. September 2007 in ihrer psychiatrischen
Behandlung. Sie stellte die psychiatrischen Diagnosen einer generalisierten
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Angststörung mit Panikattacken und einer depressiven Störung mit
psychosomatischem Syndrom. Retrospektiv scheine es, dass der zu Neurotizismus
neigende Kläger jahrelang unter starkem Dysstress gestanden habe, vermehrt
verletzbar und kaum belastbar gewesen sei, unter Ängsten gelitten und schliesslich
auch eine Depression mit Panikattacken entwickelt habe. Schon den traumatischen
Arbeitsunfall an sich habe er nicht adäquat verarbeiten können. Der nunmehr bald drei
Jahre dauernde, ununterbrochene und ausgeprägte Dysstress habe deutliche
gesundheitliche Spuren hinterlassen, inklusive Gedächtnisstörungen. Aus
psychiatrischer Sicht sei dem Kläger zur Zeit eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit zu
attestieren. Eine leichte Halbtagsbetätigung, welche die Sorgen (über die Zunahme von
Beinschmerzen und Schwellung bei Belastung) nicht noch verstärke, würde dem
Kläger helfen (act. G 9.14, IV-act. 60). Am 15. Februar 2008 erfolgte eine
rheumatologische Untersuchung durch Dr. I._. Dieser hielt - wie bereits Dr.H._ -
unveränderte Schmerzen im rechten Sprunggelenk, weiterhin Schmerzen im rechten
Kniegelenk sowie häufige, seit dem Unfall bestehende lumbale Schmerzen fest. Bei der
klinischen Untersuchung habe sich eine Druckdolenz perartikulär im Sinne von
Weichteilbeschwerden namentlich auch im Bereich der operierten Sehne lateral
gefunden. Weiterhin finde sich eine leichte Einschränkung hinsichtlich Flexion/
Extension im Vergleich zur linken Seite. Die In/Eversion sei weitgehend symmetrisch,
rechtsseitig endphasig schmerzhaft. Auffallend sei weiterhin eine Beinlängendifferenz
von ca. 1.5 cm und eine Rotationsfehlstellung des rechten Beins im Vergleich zum
linken. Möglicherweise aufgrund dieser Beinlängendifferenz habe sich eine
Valgusstellung im rechten Knie gebildet. Wegen Verdachts auf eine Meniskusläsion sei
im Dezember 2005 eine Knieglenksarthroskopie durchgeführt worden, welche ein
Chondropathie der Patella Grad III sowie Grad I über dem lateralen Tibiaplateau
ergeben habe. Aufgrund der Fehlstellung sei eine vermehrte Spannung mit chronischer
Reizung des Kapselbandapparats medialseits anzunehmen, die zusammen mit der
erwähnten Chondropathie sowie der Fehlbelastung bei pathologischem Gangmuster zu
den vorhandenen Kniebeschwerden führe. Als Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit stellte Dr. I._ dieselben Diagnosen wie Dr. H._ und führte
zusätzlich eine Beinlängendifferenz rechts < links 1.5 cm sowie gestützt auf das
Untersuchungsergebnis von med. pract. L._ eine generalisierte Angststörung mit
Panikattacken und eine depressive Störung mit psychosomatischem Syndrom an.
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Insgesamt seien die Beschwerden des Klägers im Rahmen der erhobenen Befunde
grösstenteils erklärbar. Trotzdem bleibe eine gewisse Diskrepanz bestehen zwischen
dem Ausmass der Ausfälle und der subjektiven Ausgeprägtheit der vom Kläger als
invalidisierend empfundenen Schmerzen. Es liege somit die Vermutung vor, dass
neben der rein körperlichen Problematik eine Chronifizierung mit
Schmerzverarbeitungsstörung und Somatisierungstendenz eingesetzt habe. Aufgrund
der Beeinträchtigungen auf der körperlichen Ebene seien dem Kläger die früheren
Tätigkeiten als Arbeiter in einer Biegerei bzw. in einem Gipsergeschäft nicht mehr
zumutbar. Auch sonstige körperlich schwere Arbeiten kämen nicht mehr in Frage. In
einer wechselbelastenden Tätigkeit, bei der der Kläger nicht länger als eine Stunde
sitzen, nicht über längere Zeit an der gleichen Stelle stehen und dauernd laufen müsse,
dürfte er medizinisch theoretisch 50% arbeitsfähig sein. Rein rheumatologisch gesehen
könnte mit der Zeit eine Steigerung auf 80-100% möglich sein. Ob eine solche
Steigerung auch realisierbar sei, werde von den vorhandenen psychischen
Beeinträchtigungen abhängig sein. Als Arbeitsfähigkeitsdaten würde er eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit vom 15. Dezember 2004 bis 14. September 2005 annehmen (Datum
des Austritts aus der Rehaklinik Bellikon), danach eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit. Weil der Kläger in der Zwischenzeit keine Arbeit mehr
aufgenommen habe bzw. durch das RAV (regionales Arbeitsvermittlungszentrum) nicht
habe vermittelt werden können, sei die Arbeitsunfähigkeit seither unverändert
geblieben (act. G 9.11, IV-act. 54). In einem Arztbericht vom 16. Mai 2008 wiederholte
med. pract. L._ ihre Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vom 21.
Januar 2008, attestierte dem Kläger seit 13. September 2007 (Behandlungsbeginn) bis
zum aktuellen Zeitpunkt in seiner Tätigkeit als Fabrikarbeiter eine 50%-ige
Arbeitsunfähigkeit und hielt erneut fest, dass dem Kläger leichte Hilfsarbeiten zu vier
Stunden täglich bzw. mit einem Pensum von 50% zumutbar seien (act. G 9.14, IV-act.
60). Am 10. Dezember 2008 erfolgte eine psychiatrische Begutachtung durch Dr. J._.
Im Gutachten vom 30. Dezember 2008 führte er folgende Diagnosen mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit an: 1. Generalisierte Angststörung; 2. Rezidivierende depressive
Störung gegenwärtig leichte Episode; 3. Schmerzverarbeitungsstörung mit
Gangbildstörung, OSG-, Knie- und LWS-Beschwerden rechtsseitig; 4.
Posttraumatische Peronaeus-brevis-Läsion rechts bei Zustand nach lateraler
Malleolarfraktur rechts Weber Typ A; 5. Chondropathie Grad III der Patella rechts und
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Grad I der Tibia rechtes Knie; 6. Lumbovertebral-Syndrom und ISG-Syndrom rechts mit
leichter Fehlhaltung und Fehlbelastung sowie pathologischem Gangbild. Gegenwärtig
habe wohl der eingetretene Verlust des Arbeitsplatzes durch den Unfall zur
Chronifizierung einer psychiatrischen Störung (generalisierten Angststörung) geführt
und zuletzt eine zwischen 50 und 100% schwankende Arbeitsunfähigkeit erreicht.
Inwieweit eine Restarbeitsfähigkeit von 25 bis 50% noch sein verwertbar werde, sei
abhängig von psycho-pharmakologischen ambulant-psychiatrischen Massnahmen und
dem Erfolg weiterer Beschäftigungsprogramme. Die bisherige Tätigkeit sei infolge der
Schmerzsymptomatik und Schmerzverarbeitungsstörung bei gleichzeitiger
Angstsymptomatik nicht mehr ausführbar und zumutbar. Seit dem 15. Dezember 2004
bestehe eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit von 20% oder mehr. Im Jahr
2005 habe gemäss den vorliegenden Arztzeugnissen eine schwankende
Arbeitsunfähigkeit zwischen 50 und 100% bestanden. Aus psychiatrischer Sicht liege
mindestens seit dem 28. Februar 2006 eine fixierte Arbeitsunfähigkeit von 50% vor,
episodisch abhängig vom Verlauf von Panikattacken und depressiven Episoden auch
100%-ige Arbeitsunfähigkeit, zuletzt seit 23. Juli 2008. Aktuell sei der Kläger 75%
arbeitsunfähig (act. G 9.15, IV-act. 72). In dem zu Handen der IV am 25. April 2009
ausgefüllten Fragebogen hielt med. pract. L._ als Ursachen der Arbeitsunfähigkeit
sowohl eine Krankheit als auch einen Unfall fest. Sie wiederholte wiederum die von ihr
am 21. Januar und 16. Mai 2008 gestellten Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit und ergänzte diese um eine Diagnose ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit, eine ängstliche und abhängige Persönlichkeitsstörung. Die
rezidivierende depressive Störung bestehe seit Dezember 2004, die generalisierte
Angststörung seit Jahren und die ängstliche und abhängige Persönlichkeitsstörung sei
in Entwicklung. In der bisherigen Tätigkeit als Hilfsarbeiter sei der Kläger seit 13.
September 2007 (Behandlungsbeginn bei med. pract. L._) bis auf weiteres 50%
arbeitsunfähig. Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. Es müsste eine
adaptierte Tätigkeit gefunden werden. Sobald ein geschützter Arbeitsplatz gefunden
sei, könne der Kläger wieder im Umfang von 50% tätig sein (IV-act. 77). Ab
21. Januar 2010 begab sich der Kläger neu im Psychiatrischen Zentrum M._ in
Behandlung. In dem von den Ärzten am 3. Mai 2010 zu Handen der IV erstellten Bericht
wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ebenfalls die
generalisierte Angststörung, eine mittelgradige (zeitweise schwere) depressive Episode
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sowie ein Status nach Fraktur am rechten Bein und eine schwere Gangstörung
aufgeführt. Die psychiatrischen Erkrankungen bestünden seit mindestens 2007, die
Statusdiagnose seit Dezember 2004 und der Beginn der schweren Gangstörung sei
unbekannt. In seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Hilfsarbeiter sei der Kläger
mindestens seit Januar 2010 zu 100% arbeitsunfähig. Eine Arbeitsunfähigkeit in
diesem Ausmass habe aber schon lange vor Beginn der Therapie bei ihnen bestanden.
Zur Zeit scheine nicht einmal eine Beschäftigung in einem geschützten Rahmen
möglich. Der Kläger sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt vollumfänglich arbeitsunfähig (IV-
act. 105). Am 6. und 8. September 2010 fand schliesslich eine polydisziplinäre
Begutachtung in der MEDAS Ostschweiz - durchgeführt durch Dr. med. N._,
Chefarzt MEDAS Ostschweiz, Allgemeine Medizin FMH, Facharzt für Neurologie,
Psychatrie und Psychotherapie FMH, Vertrauensarzt, und Dr. med. O._, Innere
Medizin/Rheumatologie FMH, mit psychiatrischer Konsiliarbegutachtung durch Dr.
med. P._, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie (IV-act. 113) - statt. Im MEDAS-
Gutachten vom 4. November 2010 wurden als aktuelle Beschwerden die
Schmerzproblematik im Bereich des rechten OSG, des rechten Knies sowie im Bereich
der rechten Lumbalregion und psychisch Energiemangel, Konzentrationsstörungen und
sozialer Rückzug angeführt. Das Gutachten nennt mit Einschränkung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit die Diagnosen schwere depressive Störung, differentialdiagnostisch
andauernde Persönlichkeitsstörung bei chronischem Schmerzsyndrom und anhaltende
Beschwerden im rechten Bein nach Distorsionstrauma April 2004 mit konservativ
behandelter Malleolarfraktur. Rheumatologischerseits sei weiterhin ein chronisches
Schmerzsyndrom im rechten Bein festzustellen, welches bei bekannter somatischer
Vorgeschichte und bei bekannter Femoropatellararthrose sowie mässiger Fehlstatik mit
thorakolumbaler Skoliose in diesem Ausmass rein somatisch nie erklärbar gewesen sei.
Die bis Dezember 2004 ausgeübte Tätigkeit als angelernter Arbeiter in einem Stahl-
und Eisenwarenhandelsunternehmen habe vermutlich im mittelschweren Bereich
gelegen. Einschränkungen ergäben sich dabei durch eine fortgeschrittene
Femoropatellararthrose (Chondropathie Grad III Mai 2005, arthroskopisch festgestellt)
sowie durch ein wenig fassbares chronisches Schmerzsyndrom im rechten Bein nach
konservativ behandelter Malleolarfraktur und lumbal bei mässiger thorakolumbaler
Skoliose ohne wesentliche degenerative Veränderungen. Es entfielen vor allem
Tätigkeiten mit häufigem Treppensteigen oder in kniender Position, wobei für körperlich
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leichte bis nur vereinzelt mittelschwere Tätigkeiten keine somatisch "harten" Befunde
für eine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit erfassbar seien, wie dies die
zwei rheumatologischen Vorgutachter bereits gesagt hätten. Von entscheidender
Bedeutung seien die erheblichen psychischen Faktoren, weshalb der Kläger seit
September 2007 in psychiatrischer Behandlung sei. Dr. P._ sehe in Übereinstimmung
mit dem Bericht des behandelnden Psychiaters vom Mai 2010 keine Arbeitsfähigkeit.
Es scheine, dass nach den Unfallfolgen der Malleolarfraktur im Dezember 2004 schon
bald zunehmend psychische Faktoren eine überwiegende Rolle gespielt hätten. Eine
praktisch vollständige Arbeitsunfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt habe sehr
wahrscheinlich bereits bei Abbruch der letzten beruflichen Massnahme per 9.
November 2009 vorgelegen. Für die Zeit davor müsse auf die Akten verwiesen werden.
Eine durchgehende Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50% scheine dabei seit dem 15.
Dezember 2004 bestanden zu haben (act. G 9.12, IV-act. 113).
4.4 Aufgrund der dargelegten Aktenlage steht fest und auch unter den Parteien
herrscht Einigkeit darüber, dass die mit Wirkung ab 1. Februar 2010 (inklusive Wartezeit
von drei Monaten gemäss Art. 88a IVV) zugesprochene ganze Invalidenrente basierend
auf einem Invaliditätsgrad von 100% auf eine nach Beendigung der psychiatrischen
Behandlung bei med. pract. L._ im November 2009 eingetretene Verschlimmerung
des psychischen Gesundheitszustands des Klägers zurückzuführen ist. Davor hatte die
IV mit Wirkung ab 1. Dezember 2005 eine halbe Invalidenrente basierend auf einem
Invaliditätsgrad von 57% und einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von 50% zugesprochen.
Unbestritten ist sodann, dass die anfängliche Arbeitsunfähigkeit des Klägers ab 15.
Dezember 2004 vollumfänglich in seinem Unfall bzw. den somatischen Unfallfolgen
begründet war und damit während der Dauer des Versicherungsverhältnisses mit der
Beklagten eingetreten ist.
4.5 In Übereinstimmung mit der Beklagten ist während des Vorsorgeverhältnisses
vom 3. September 2001 bis 31. März 2006 keine relevante invalidisierende
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20% für das psychiatrische Leiden ausgewiesen. In
Bezug auf den Eintritt einer invalidisierenden psychischen Arbeitsunfähigkeit enthalten
die medizinischen Akten zwar gewisse Ungereimtheiten, insgesamt lassen sie jedoch
die Ermittlung eines Sachverhalts zu, der die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der
Wirklichkeit zu entsprechen (vgl. BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U
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206 S. 326 E. 3b). In ihrem Arztbericht vom 16. Mai 2008 bescheinigte med. pract.
L._ dem Kläger wegen der von ihr festgehaltenen psychiatrischen Diagnosen in
seiner Tätigkeit als Fabrikarbeiter seit dem 13. September 2007 (Behandlungsbeginn)
eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 9.14, IV-act. 60), worauf sie im Fragebogen zu
Handen der IV vom 25. April 2009 festhielt, die Diagnose einer rezidivierenden
depressiven Störung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe seit Dezember
2004. Im selben Fragebogen hielt med. pract. L._ jedoch übereinstimmend mit ihrer
früheren Angabe fest, dass der Kläger in der bisherigen Tätigkeit als Hilfsarbeiter seit
dem 13. September 2007 50% arbeitsunfähig sei bzw. ihre Angaben seit
Behandlungsbeginn gelten würden (IV-act. 77). Auch in ihrem Arztbericht vom 21.
Januar 2008 hatte med. pract. L._ dem Kläger nur "zur Zeit" aus psychiatrischer
Sicht eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (act. G 9.14, IV-act. 60). Während das
Bestehen einer 50%-igen Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht ab
Behandlungsbeginn ohne weiteres nachvollzogen werden kann, liegt für die
abweichende Angabe eines Arbeitsunfähigkeitsbeginns bereits "seit Dezember 2004"
kein überwiegend wahrscheinlicher Beweis vor. So vermochte med. pract. L._ eine
konkrete medizinische Einschätzung des psychischen Gesundheitszustands des
Klägers grundsätzlich erst ab Behandlungsbeginn vorzunehmen, während ihr bezüglich
der vorangegangenen rund zweieinhalb Jahre einzig die subjektive Anamnese des
Klägers vorlag. Gerade die Echtzeitlichkeit macht den massgebenden Beweiswert der
Beurteilung von med. pract. L._ aus. Die zeitliche Angabe "seit Dezember 2004" kann
sich höchstens auf die Diagnose der rezidivierenden depressiven Störung beziehen.
Das alleinige Bestehen eines psychischen Leidens genügt jedoch nicht für die
Annahme einer invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit (BGE 123 V 264 E. 1b, 121 V 101 f.
E. 2a, 120 V 116 f. E. 2b, je mit Hinweisen). Selbst die Diagnose einer Krankheit sowie
entsprechende Krankheitssymptome können nicht allein entscheidend sein. Es gilt zu
beachten, dass eine Krankheit trotz ihres Bestehens nicht immer von Beginn an zu
wesentlichen Problemen führt. Dass sich ein konkreter Gesundheitsschaden
ausserdem auf die Arbeitsunfähigkeit auswirkt, ist nicht zwingend. Viele Krankheiten
verlaufen progredient. Es ist auch denkbar, dass eine Krankheit bzw. ein
Gesundheitszustand stagniert oder sich verbessert. Allein aus der Existenz einer
Krankheit kann mithin noch nicht das Bestehen einer invalidisierenden
Arbeitsunfähigkeit abgeleitet werden. Gerade psychische Gesundheitsstörungen sind
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typische Krankheiten für das eben Gesagte. Die von med. pract. L._ gestellte
Diagnose einer rezidivierenden Depression ohne völlige Remission zwischen den
Phasen stimmt damit überein. Auch die Aussagen, dass der nunmehr bald drei Jahre
dauernde, ununterbrochene und ausgeprägte Dysstress deutliche Spuren hinterlassen
habe, lässt auf eine Entwicklung - Bestehen eines psychischen Leidens hin zu einer
sich daraus entwickelten psychischen Arbeitsunfähigkeit - schliessen. Die
Notwendigkeit einer psychiatrischen Behandlung (erst) ab 13. September 2007 als
Hinweis für das Vorliegen einer massgebenden psychischen Problematik bildet einen
weiteren massgebenden Anhaltspunkt für den Eintritt der invalidisierenden
Arbeitsunfähigkeit ab besagtem Datum. Schliesslich folgert auch das Psychiatrische
Zentrum M._, die psychiatrischen Erkrankungen bestünden seit mindestens 2007 (IV-
act. 105), und stellt die MEDAS das Bestehen erheblicher psychischer Faktoren mit
dem Beginn der psychiatrischen Behandlung in Zusammenhang (act. G 9.12, IV-act.
113). Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beginn einer invalidisierenden
Arbeitsunfähigkeit infolge der psychischen Problematik erst nach Ablauf des
Vorsorgeverhältnisses - ab September 2007 - und nicht während des
Vorsorgeverhältnisses überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen ist. Die Feststellung
von Dr. J._ - aus psychiatrischer Sicht bestehe mindestens seit dem 28. Februar
2006 eine fixierte Arbeitsunfähigkeit von 50% - vermag an dieser Beurteilung nichts zu
ändern. Wie bereits im Zusammenhang mit einem Arbeitsunfähigkeitsbeginn ab
Dezember 2004 erwogen, lässt sich im Gegensatz zu einer invalidisierenden
Arbeitsunfähigkeit ab September 2007 bzw. Behandlungsbeginn bei med. pract. L._
ebenso eine rückblickende Einschätzung bereits ab dem 28. Februar 2006 nicht
schlüssig anhand überzeugender Anhaltspunkte begründen (vgl. dazu auch Urteil des
EVG vom 12. März 2007, B 122/06, E. 3). Immerhin lassen sich auch dem kurz vor
Beendigung des Beschäftigungsprogramms "Projekt Werkstatt" dem Kläger
ausgestellten Zeugnis vom 23. Januar 2007 noch keinerlei Hinweise entnehmen,
wonach dieser psychisch in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt gewesen wäre (vgl.
act. G 9.6). Mit der Aussage von Dr. J._ - gegenwärtig habe wohl der eingetretene
Verlust des Arbeitsplatzes durch den Unfall zur Chronifizierung einer psychiatrischen
Störung (generalisierten Angststörung) geführt und zuletzt eine zwischen 50 und 100%
schwankende Arbeitsunfähigkeit erreicht - wird zwar sowohl ein Grund für das
psychische Leiden genannt als auch der Beginn einer Krankheit ausgedrückt, infolge
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dessen sich aber erst im Krankheitsverlauf eine Arbeitsunfähigkeit entwickelte. Die
Aussage von
Dr. H._ in seinem Gutachten vom 27. Juni 2006 - offensichtlich sei es im langen
Verlauf zu einer zunehmenden Chronifizierung und Schmerzverarbeitungsstörung mit
Somatisierungstendenz gekommen - vermag ebenfalls nur als Hinweis auf ein
psychisches Leiden zu gelten. Es wurde damit noch keine nach ICD (von der
Weltsgesundheitsorganisation [WHO] erstellte Klassifikation der Krankheiten und
verwandter Gesundheitsprobleme) kodierte psychiatrische Diagnose bzw. Krankheit
festgehalten (vgl. auch die von Dr. H._ gestellten Diagnosen; act. G 9.10). In
Übereinstimmung mit der Beklagten ist schliesslich festzuhalten, dass die äusserst
unbestimmte Formulierung im MEDAS-Gutachten - nach den Unfallfolgen der
Malleolarfraktur Dezember 2004 hätten schon bald zunehmend psychische Faktoren
eine überwiegende Rolle gespielt - nicht genügt, um eine Arbeitsunfähigkeit vor
Behandlungsbeginn bei med. pract. L._ als überwiegend wahrscheinlich erscheinen
zu lassen.
4.6 Zusammenfassend ist demnach davon auszugehen, dass nicht mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit feststeht, dass das psychische
Krankheitsbild, welches zur Invalidität geführt und insbesondere ab November 2009
eine Verschlimmerung erfahren hat, infolge dessen dem Kläger ab 1. Februar 2010 eine
ganze Invalidenrente basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100% zugesprochen
wurde, schon vor dem 1. April 2006 zu einer Arbeitsunfähigkeit geführt hat. Damit ist
der enge sachliche Zusammenhang zwischen dem während dem Vorsorgeverhältnis
des Klägers mit der Beklagten eingetretenen Gesundheitsschaden und der zur
Invalidität führenden Arbeitsunfähigkeit zu verneinen, weshalb die Beklagte
diesbezüglich nicht zur Erbringung von Invalidenleistungen zu verpflichten ist.
4.7 Einen Leistungsanspruch des Klägers gegenüber der Beklagten lässt sodann aber
der Rentenbeginn vom 1. Dezember 2005 in der IV-Verfügung vom 3. November 2011
bzw. der darin festgelegte Beginn einer invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit von
mindestens 20% ab 15. Dezember 2004 (Beginn der einjährigen Wartezeit) wegen
somatischen Gesundheitsschäden auf den ersten Blick vermuten, nachdem das
Vorsorgeverhältnis mit der Beklagten erst am 31. März 2006 endete. Ein solcher würde
dann ausser Betracht fallen, wenn die IV fälschlicherweise von einer invalidisierenden
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Arbeitsunfähigkeit und einer nachfolgenden Invalidität ausgegangen wäre. Wegen der
beim Unfall vom 15. Dezember 2004 erlittenen Malleolarfraktur Typ Weber A rechts und
nachfolgend zusätzlich aufgetretenen Beschwerden im Bereich des Kniegelenks und
der Lumbalregion war der Kläger während eines Jahres in seiner angestammten
Tätigkeit durchgehend zwischen 50 und 100% arbeitsunfähig (vgl. dazu act. 19.2, IV-
act. 16). Mit Blick auf die in Erwägung 4.3 dargelegten Gutachten kann jedoch nach
Ablauf der einjährigen Wartezeit für eine den körperlichen Einschränkungen des
Klägers zumutbare Tätigkeit mangels überwiegend wahrscheinlich eingeschränkter
Arbeitsunfähigkeit keine Invalidität angenommen werden. Was die von den Gutachtern
Dr. H._ und Dr. I._ sowie der MEDAS erhobenen klinischen und radiologischen
Befunde betrifft, ist zunächst festzuhalten, dass sich diese - wenn überhaupt
Auffälligkeiten aufweisend - wenig eindrücklich zeigten. Entsprechend finden sich in
den Gutachten Aussagen, welche die subjektiv geklagten Beschwerden hinsichtlich
Ausmass bzw. Objektivierbarkeit in Frage stellen (Dr. H._: "Invalidisierenden
Charakter haben diese Kniegelenksbeschwerden aber kaum." Es besteht eine
Diskrepanz zwischen den als invalidisierend empfundenen heftigen Schmerzen und
den wenig eindrücklichen körperlichen Befunden." [act. G 9.10, IV-act. 29 - 4/6]; Dr.
I._: "Insgesamt sind die Beschwerden des Patienten im Rahmen der erhobenen
Befunde grösstenteils erklärbar. Trotzdem bleibt eine gewisse Diskrepanz bestehen
zwischen dem Ausmass der Ausfälle und der subjektiven Ausgeprägtheit der vom
Patienten als invalidisierend empfundenen Schmerzen." [act. G 9.11, IV-act. 54 - 8/11];
MEDAS: "in diesem Ausmass rein somatisch nie erklärbar war" [act. G 9.12, IV-act. 113
- 10/20], "scheinen bald zunehmend psychische Faktoren eine überwiegende Rolle
gespielt zu haben" [act. G 9.12, IV-act. 113 - 11/20]). Die gutachterlichen
Arbeitsfähigkeitsschätzungen in einer adaptieren Tätigkeit lassen sodann, wie gesagt,
nicht auf eine invalidisierende Arbeitsunfähigkeit schliessen. Die von Dr. H._
angeführte 50%-ige Arbeitsunfähigkeit des Klägers seit 28. Februar 2006 ist aufgrund
seiner Darlegungen unmissverständlich nicht rein therapeutisch, mit Bedacht auf die
Verhinderung einer psychischen Chronifizierung, ausgerichtet. So legt Dr. H._ dar,
dass der Kläger insbesondere Unterstützung bei der Wiedereingliederung ins
Erwerbsleben brauche. Leider sei es zu einer zunehmenden Chronifizierung der
Beschwerden mit teils auch somatoformen Schmerzen gekommen, so dass ein
engagiertes Handeln dringend angezeigt sei, um einer weiteren Chronifizierung und
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Invalidisierung vorzubeugen. Im aktuellen Zustand sei der Kläger nur schwer
vermittelbar. Er empfehle deshalb die Arbeitsunfähigkeit von 50% vorderhand zu
belassen. Der Kläger solle mit Hilfe vom RAV und/oder der IV eine adaptierte Stelle
suchen. Wenn der Kläger wieder einmal eine geeignete Arbeit gefunden habe, solle er
vorerst 50% arbeiten. Längerfristig sei eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit realistisch.
Wenn man ihn im aktuellen Gesundheitszustand zu 100% an den Arbeitsplatz schicken
wolle, werde er bestimmt wieder mit einer Schmerzexazerbation und Arbeitsabbruch
reagieren (IV-act. 29 - 5/6). Hätte der Kläger keine psychisch bedingte
Chronifizierungstendenz gezeigt, hätte ihm Dr. H._ offensichtlich aus rein
somatischer Sicht in einer adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100%
attestieren müssen. Gleich aufzufassen ist die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. I._,
obwohl der Gutachter noch am 3. März 2008 festhielt, der Kläger dürfte "derzeit"
medizinisch theoretisch zu 50% arbeitsfähig sein und rein rheumatologisch könnte "mit
der Zeit" eine Steigerung auf 80 - 100% möglich sein (IV-act. 54 - 9/11). Trotz des
genannten zeitlichen Aspekts scheint die Beurteilung von Dr. I._ eine
uneigenständige Wiederholung der Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. H._
darzustellen, andernfalls zu erwarten gewesen wäre, dass Dr. I._ sich dazu geäussert
hätte, aus welchen Gründen sich dessen Prognose nicht realisiert hat. Vielmehr fügte
jedoch Dr. I._ an, dass es mehr von den vorhandenen psychischen
Beeinträchtigungen abhängig sei, ob eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit realisierbar
sei. Es liegt mithin keine überzeugende Arbeitsfähigkeitsschätzung vor, die für die Zeit
nach dem Ablauf des Wartejahrs eine rein somatisch bedingte Einschränkung belegen
würde. Dies schliesst die Zusprache einer zeitlich begrenzten Rente für somatische
Gesundheitsschäden aus. Der Vollständigkeit halber ist an dieser Stelle nochmals zu
erwähnen, dass die Aussagen von Dr. H._ und Dr. I._ betreffend eine psychische
Komponente des Klägers nicht als invalidisierende Arbeitsunfähigkeit zu verstehen sind
(vgl. Erwägung 4.5).
4.8 In Anbetracht des Gesagten ist zusammenfassend festzuhalten, dass zwar beim
Kläger aus somatischen Gründen während der Dauer des Vorsorgeverhältnisses von
einer invalidisierenden Arbeitsunfähigkeit, nachfolgend jedoch nicht von einer Invalidität
ausgegangen werden kann. Eine Leistungspflicht der Beklagten infolge der
feststehenden psychischen Invalidität ist sodann zu verneinen, weil sich während der
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Zugehörigkeit zur Vorsorgeeinrichtung keine entsprechende Arbeitsunfähigkeit
manifestiert hat.
5. Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Klage abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss ist das Begehren des
Klägers auf Zusprache einer Parteientschädigung abzuweisen. Dem Kläger wurde am
5. Juni 2013 jedoch die unentgeltliche Rechtsverbeiständung bewilligt (act. G 11).
Demzufolge ist der Staat zu verpflichten, für die Kosten der Rechtsvertretung des
Klägers aufzukommen, wobei dem unentgeltlichen Rechtsbeistand lediglich ein um
20% reduziertes Honorar zusteht (vgl. Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS
963.70). Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen spricht in BVG-Prozessen
gestützt auf Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und
Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75) regelmässig eine (ungekürzte) pauschale
Entschädigung zwischen Fr. 2'500.00 und Fr. 4'500.00 zu. Dem durchschnittlichen
Aufwand entsprechend erscheint vorliegend eine mittlere Entschädigung von Fr.
3'500.00 als Ausgangsbasis angemessen. Hierfür hat der Staat mit einem Betrag von
Fr. 2'800.00 aufzukommen (80% von Fr. 3'500.00). Der Kläger kann indessen, wenn es
seine wirtschaftlichen Verhältnisse gestatten, zur Nachzahlung der vom Staat
entschädigten Parteikosten verpflichtet werden (Art. 117 ff. der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VR