Decision ID: 847cb999-7cd1-5fd0-b2f8-bc725f15f022
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer ersuchte am 9. November 2021 in der Schweiz um
Asyl nach. Ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit
der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) ergab, dass er am
28. Dezember 2018 sowie am 20. Juli 2020 in Griechenland und am 3.
November 2021 in Slowenien bereits Asylgesuche gestellt hatte.
B.
Anlässlich der Befragung vom 24. November 2021 wurde dem
Beschwerdeführer das rechtliche Gehör zu einem allfälligen Nichteintreten-
sentscheid und der Möglichkeit einer Überstellung nach Slowenien ge-
währt, dessen Zuständigkeit für die Behandlung seines Asylgesuchs
grundsätzlich in Frage komme. Der Beschwerdeführer führte aus, ihm
seien in Slowenien gegen seinen Willen die Fingerabdrücke abgenommen
worden. Er habe nicht vorgehabt, in Slowenien zu bleiben. Die Polizei habe
ihn aber aufgegriffen und er habe keine andere Möglichkeit gehabt, als ein
Asylgesuch zu stellen, sein Zielland sei aber die Schweiz gewesen. Er
habe auf der Reise viel gelitten. Zu seinem Gesundheitszustand führte er
aus, er sei in Griechenland (...) operiert worden und habe nun noch immer
Schmerzen. Daneben leide er auch an Vergesslichkeit und an Stress.
C.
Die slowenischen Behörden hiessen das Gesuch der Vorinstanz vom 24.
November 2021 um Übernahme des Beschwerdeführers gemäss Art. 18
Abs. 1 Bst. b der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parla-
ments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und
Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines
von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitglied-
staat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfol-
gend: Dublin-III-VO), am 3. Dezember 2021 gut.
D.
Am 30. November 2021 reichte der Beschwerdeführer einen ärztlichen
Kurzbericht, datierend auf den 24. November 2021, zu den Akten.
E.
Mit Verfügung vom 7. Dezember 2021 (eröffnet am 8. Dezember 2021) trat
das SEM in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf
das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete seine Wegwei-
sung aus der Schweiz nach Slowenien an und forderte ihn auf, die Schweiz
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am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Gleichzeitig beauf-
tragte es die zuständige kantonale Behörde mit dem Vollzug der Wegwei-
sung und stellte fest, einer allfälligen Beschwerde gegen den Entscheid
komme keine aufschiebende Wirkung zu. Ferner wurden die editionspflich-
tigen Akten gemäss Aktenverzeichnis der Beschwerdeführerin zugestellt.
F.
Am 8. Dezember 2021 legte die zugewiesene Rechtsvertretung das Ver-
tretungsmandat nieder.
G.
Mit Beschwerde vom 14. Dezember 2021 an das Bundesverwaltungsge-
richt beantragt der Beschwerdeführer, die Verfügung vom 7. Dezember
2021 sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, ihre Pflicht und ihr
Recht zum Selbsteintritt auszuüben und sich für das vorliegende Asylver-
fahren für zuständig zu erklären. Im Sinne vorsorglicher Massnahmen sei
der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugs-
behörden seien anzuweisen, von einer Überstellung nach Slowenien ab-
zusehen, bis das Bundesverwaltungsgericht über die Beschwerde ent-
schieden habe. Ferner ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Pro-
zessführung sowie um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-
ses.
H.
Mit superprovisorischer Massnahme vom 15. Dezember 2021 setzte die
Instruktionsrichterin den Vollzug der Überstellung des Beschwerdeführers
gestützt auf Art. 56 VwVG per sofort einstweilen aus.
I.
Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 15.
Dezember 2021 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG).
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.2 Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die übri-
gen Sachurteilsvoraussetzungen (Legitimation [Art. 48 Abs. 1 VwVG], Frist
[Art. 108 Abs. 3 AsylG], und Form [Art. 52 VwVG]) sind offensichtlich erfüllt.
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
2.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
2.2 Die Beschwerde erweist sich – wie im Folgenden zu erläutern ist – als
offensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin, ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit
summarischer Begründung zu behandeln ist (Art. 111 Bst. e und Art. 111a
Abs. 1 und 2 AsylG).
3.
3.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen
Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO.
Führt diese Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die
Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betref-
fende Mitgliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstellung zugestimmt
hat, auf das Asylgesuch nicht ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2).
3.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem
einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III (Art.
8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch Art. 7
Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mit-
gliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein
Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rahmen des Wie-
deraufnahmeverfahrens (Art. 23–25 Dublin-III-VO) findet grundsätzlich
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keine (neue) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III Dublin-III-VO mehr
statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1).
3.3 Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller in den eigentlich zu-
ständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für die
Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für
Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische Schwachstellen aufwei-
sen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behand-
lung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen
Union (2012/C 326/02, nachfolgend: EU-Grundrechtecharta) mit sich brin-
gen, ist zu prüfen, ob aufgrund dieser Kriterien ein anderer Mitgliedstaat
als zuständig bestimmt werden kann. Kann kein anderer Mitgliedstaat als
zuständig bestimmt werden, wird der die Zuständigkeit prüfende Mitglied-
staat zum zuständigen Mitgliedstaat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO).
3.4 Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat
beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-
tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn
er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-
fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO). Dieses soge-
nannte Selbsteintrittsrecht wird im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 der
Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkreti-
siert. Gemäss dieser Bestimmung kann das SEM das Asylgesuch «aus hu-
manitären Gründen» auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-
VO ein anderer Staat zuständig wäre. Liegen individuelle völkerrechtliche
Überstellungshindernisse vor, ist der Selbsteintritt zwingend (vgl. BVGE
2015/9 E. 8.2.1)
4.
4.1 Die slowenischen Behörden haben dem Gesuch um Übernahme des
Beschwerdeführers am 3. Dezember 2021 zugestimmt. Die grundsätzliche
Zuständigkeit Sloweniens für die Durchführung des Asyl- und Wegwei-
sungsverfahrens ist somit gegeben. Der Beschwerdeführer bestreitet auch
nicht, in Slowenien ein Asylgesuch eingereicht zu haben. Er hält jedoch
fest, dass er nicht in Slowenien habe bleiben wollen und die Schweiz von
Anfang an sein Zielland gewesen sei (SEM Akte [...]-12/2). Diesbezüglich
ist dem Beschwerdeführer entgegenzuhalten, dass die Dublin-III-VO den
Schutzsuchenden kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat
selber auszuwählen (vgl. BVGE 2010/45 E. 8.3).
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4.2 Der Beschwerdeführer rügt ferner unter Verweis auf Berichte von Nicht-
regierungsorganisationen sowie Urteile des Bundesverwaltungsgerichts
aus den Jahren 2014, 2015 und 2017 einen Bestand systemischer Mängel
im Asylverfahren und in den Aufnahmebedingungen für Asylbewerber in
Slowenien. Aus den von ihm zitierten Urteilen ergäben sich durchaus ernst-
zunehmende Hinweise auf nicht unerhebliche Mängel in der Gesundheits-
versorgung psychisch kranker Asylsuchender. So bestehe die Gefahr, dass
der Zugang zu entsprechender Behandlung für traumatisierte Personen
eingeschränkt sein könnte. Insbesondere psychotherapeutische Behand-
lungen seinen nicht verfügbar. Ein Bericht des European Asylum Support
Office (EASO) und ein Bericht der Asylum Information Database (AIDA)
hätten zudem im Jahre 2019 festgestellt, dass Asylbewerberinnen und -
bewerber in staatlichen Unterkünften auf unzulässige Weise und unter
schlechten hygienischen Bedingungen festgehalten und nicht zeitgerecht
behandelt worden seien (Beschwerde E. II Bst. b-d).
4.3 Das Bundesverwaltungsgericht geht in ständiger Rechtsprechung da-
von aus, dass das slowenische Asylsystem keine systemischen Mängel im
Sinn von Art. 3 Abs. 2 zweiter Satz Dublin-III-VO aufweist (vgl. anstelle vie-
ler Urteile des BVGer F-5257/2021 vom 8. Dezember 2021 E. 5.2; F-
4851/2021 vom 9. November 2021 E. 6.1 m.H., F-4527/2021 vom 1. No-
vember 2021 E. 4, F-4495/2021 vom 19. Oktober 2021 E. 5.1 m.H.). Für
eine Änderung der Rechtsprechung besteht weder in Würdigung der vom
Beschwerdeführer zitierten Berichte noch der von ihm erwähnten Urteile
des Bundesverwaltungsgerichts Anlass.
4.4 Folglich ist eine Übernahme der Zuständigkeit zur Behandlung des
Asylgesuchs durch die Schweiz in Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-
VO nicht angezeigt.
5.
5.1 Es bleibt zu prüfen, ob die Vorinstanz trotz der grundsätzlichen Zustän-
digkeit Sloweniens das Selbsteintrittsrecht nach Art. 17 Abs. 1 erster Satz
Dublin-III-VO, konkretisiert in Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, hätte ausüben müs-
sen.
5.2 Slowenien ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche
oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-
kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK,
SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR
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0.142.301) und kommt seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-
tungen nach. Es darf davon ausgegangen werden, dieser Staat anerkenne
und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien
des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni
2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung
des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU
vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Per-
sonen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) er-
geben.
5.3 Zwar kann die Vermutung, Slowenien halte seine völkerrechtlichen Ver-
pflichtungen ein, im Einzelfall widerlegt werden. Dafür bedarf es aber kon-
kreter und ernsthafter Hinweise, die gegebenenfalls vom Betroffenen
glaubhaft darzutun sind (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4; Urteil des BVGer D-
5698/2017 vom 6. März 2018 E. 5.3.1). Entsprechende konkrete Hinweise
bringt der Beschwerdeführer keine vor. In Bezug auf die angeblich unzu-
mutbaren Zustände in Slowenien, welche er in der Beschwerdeschrift auf-
führt (vgl. oben E.4.2 und Beschwerde E. II, Bst b-d), vermag er nicht dar-
zutun, dass die ihn bei einer Rückführung zu erwartenden Bedingungen
derart schlecht sind, dass sie zu einer Verletzung von Art. 4 der EU-Grund-
rechtecharta bzw. Art. 3 EMRK führen könnten. Bei einer allfälligen vor-
übergehenden Einschränkung der ihm zustehenden Aufnahmebedingun-
gen könnte er sich im Übrigen nötigenfalls an die slowenischen Behörden
wenden und seine Rechte auf dem Rechtsweg einfordern (vgl. Art. 26 Auf-
nahmerichtlinie). Ferner bringt der Beschwerdeführer vor, ihm sei in Slowe-
nien «nicht geholfen» worden und er sei dort von Polizisten geschlagen
worden (Beschwerde E. II, Bst. e). Dabei gilt zu berücksichtigen, dass zwi-
schen seiner Asylgesuchstellung in Slowenien und derjenigen in der
Schweiz nur gerade eine Woche verstrich. Ohne präzise Kenntnisse der
konkreten Umstände, inwiefern er von Polizisten geschlagen worden sei –
was er im Übrigen anlässlich der Befragung des SEM nicht erwähnte –,
kann nicht schon auf eine erhebliche Verletzung völkerrechtlicher Verpflich-
tungen geschlossen werden (vgl. F-5257/2021 vom 8. Dezember 2021 E.
6.3). Slowenien ist ein funktionierender Rechtsstaat und die Behörden sind
grundsätzlich gewillt und fähig, staatlichen Schutz zu gewähren (vgl. F-
4495/2021 vom 19. Oktober 2021 E. 6.2).
5.4 Auch sprechen keine medizinischen Gründe gegen eine Überstellung
nach Slowenien. Die Annahme eines Verstosses gegen Art. 3 EMRK ist an
hohe Voraussetzungen geknüpft; ein solcher kann vorliegen, wenn eine
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schwer kranke Person durch die Abschiebung mit einem realen Risiko kon-
frontiert würde, einer ernsten, raschen und unwiederbringlichen Ver-
schlechterung ihres Gesundheitszustandes ausgesetzt zu werden, die zu
intensivem Leiden oder einer erheblichen Verkürzung der Lebenserwar-
tung führen würde (vgl. Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien vom
13. Dezember 2016, Grosse Kammer, 41738/10, §§ 180-193 m.w.H.).
Aus den Akten ergeben sich keine Hinweise auf eine schwerwiegende Er-
krankung, welche, sofern notwendig, nicht auch in Slowenien behandelt
werden könnte. Anlässlich der Befragung vom 24. November 2021 gab der
Beschwerdeführer an, er habe Bauchschmerzen und leide an Stress und
Vergesslichkeit, weswegen er gleichentags noch einen Arzttermin habe
(SEM Akte [...]-12/2). In dem ärztlichen Kurzbericht vom 24. November
2021 wurde festgehalten, der Beschwerdeführer leide an Akne und ihm
wurden Medikamente verschrieben. Daneben wurde ein Termin bei einem
Zahnarzt empfohlen (SEM Akte [...]-16/3). Das SEM hat sich am 6. De-
zember 2021 zusätzlich beim Gesundheitsdienst der Asylunterkunft über
den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers erkundigt. Dabei wurde
ihm mitgeteilt, dass der Beschwerdeführer am 10. Dezember 2021 einen
Arzttermin aufgrund Zahnschmerzen habe (SEM Akte [...]-18/1). Weitere
benötigte Behandlungen gehen aus den Akten nicht hervor. Im Übrigen
verfügt Slowenien entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers über eine
ausreichende medizinische Infrastruktur, was aus dem von ihm in der Be-
schwerde zitierten AIDA-Bericht hervorgeht (vgl. AIDA, Country Report:
Slovenia [2019 update], https://asylumineurope.org/wp-content/uplo-
ads/2020/03/report-download_aida_si_2019update.pdf, abgerufen am
17.12.2021). Der aktuelle Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
führt somit für den Fall einer Überstellung nach Slowenien im Rahmen des
Dublin-Verfahrens offensichtlich nicht zur Annahme einer drohenden Ver-
letzung von Art. 3 EMRK.
5.5 Nach dem Gesagten konnte der Beschwerdeführer kein konkretes und
ernsthaftes Risiko dartun, wonach seine Wegweisung nach Slowenien die
Verletzung völkerrechtlicher Bestimmungen zur Folge hätte. Es ist auch
kein Ermessensmissbrauch des SEM hinsichtlich allfälliger humanitärer
Gründe ersichtlich.
6.
Das SEM ist zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf
das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten und hat zu Recht
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Seite 9
in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstellung nach Slowenien ange-
ordnet, zumal auch kein Tatbestand gemäss Art. 32 Bst. a AsylV 1 vorliegt.
7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig
sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Eine weitere Auseinan-
dersetzung mit den Vorbringen in der Beschwerdeschrift erübrigt sich und
die Beschwerde ist abzuweisen.
8.
Das Beschwerdeverfahren ist mit vorliegendem Urteil abgeschlossen, wes-
halb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung als ge-
genstandslos erweist. Der am 15. Dezember 2021 angeordnete Vollzugs-
stopp fällt mit dem vorliegenden Urteil dahin.
9.
Die Behandlung des Gesuchs um Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-
vorschusses erübrigt sich mit dem vorliegenden abschliessenden Urteil in
der Sache. Angesichts des Unterliegens des Beschwerdeführers sind die
Kosten des Verfahrens grundsätzlich ihm aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1
VwVG). Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
ist abzuweisen, weil die Begehren aussichtlos im Sinn von Art. 65 Abs. 1
VwVG waren. Demnach hat der Beschwerdeführer die Verfahrenskosten
von Fr. 750.– zu tragen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]).
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