Decision ID: aac85bb8-2a03-5d1d-a102-3207cf1252ee
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1970, war von 2006 bis
2008 bei der Y._
AG, einer Personalverleihfirma, angestellt. Am 1
0.
Juni 2008 meldete sie sich wegen Rückenschmerzen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/1). Nach Abklärung der erwerblichen und medi
zinischen Voraussetzungen verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, mit Verfügung vom
9.
Juli 2009 einen Rentenanspruch mangels invalidisierendem Gesundheitsschaden (
Urk.
8/39). Die dagegen erho
bene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich am 3
1.
Dezember 20
10
ab
(
Urk.
8/67)
. Anschliessend
trat
das Bundesgericht
mit Urteil vom 1
7.
März 2011 auf eine hiergegen erhobene Beschwerde nicht ein (
Urk.
8/72).
Nach einer erfolgten Neuanmeldung trat die IV-Stelle mit Verfügung vom
4.
Juni 2010 nicht auf das Leistungsbegehren ein, da die Versicherte keine Ver
änderung des Gesundheitszustands habe glaubhaft machen können (
Urk.
8/60). Die hiergegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht
,
am 3
1.
Januar 2012 ab (
Urk.
8/76).
1.2
Am
1.
April 2012 meldete die Versicherte sich erneut bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zur beruflichen Integration und zum Rentenbezug an (
Urk.
8/77)
, wobei sie einen Bericht ihres behandelnden Psychiaters,
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
6.
Mai 2012 ein
reichte (
Urk.
8/79)
.
Im Vorbescheid vom
7.
August 2012
stellte die IV-Stelle eine Verneinung des Rentenanspruchs in Aussicht, da kein
invalidenversicherungs
rechtlicher
Gesundheitsschaden bestehe und keine Verschlechterung erkennbar sei (
Urk.
8/83).
Am 1
2.
September 2012 liess die Versicherte Einwand erheben (
Urk.
8/85) und diesen am 2
5.
Oktober 2012 begründen (
Urk.
8/88).
Die IV
Stelle nahm medizinische Abklärungen vor (
Urk.
8/91,
Urk.
8/92), insbesondere gab sie ein polydisziplinäres Gutachten bei der
Medas
A._
in Auftrag, welches am
1
7.
März 2014 erstattet worden war (
Urk.
8/109).
Zu diesen medizi
nischen Abklärungen äusserte die Versicherte sich gegenüber der IV-Stelle am 2
5.
April 2014 (
Urk.
8/111). Mit Verfügung vom
2.
Mai 2014 entschied die IV-Stelle im Sinne ihres Vorbescheids und verneinte einen Leistungsanspruch (
Urk.
2).
2.
Hiergegen liess die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel
Christe
, am
4.
Juni 2014 Beschwerde erheben. Sie beantragte die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente. Eventualiter sei die Sache zur ergänzenden medizinischen Abklä
rung und zum Neuentscheid an die IV-Stelle zurückzuweisen. Ausserdem beantragte sie
die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und die Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistands (
Urk.
1). Mit der
Beschwerde
antwort
vom 1
4.
Juli 2014 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Mit Verfügung vom 1
8.
Juli 2014 wurde die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und Rechtsanwalt Daniel
Christe
als unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt. Zudem wurde ein zweiter Schriftenwechsel angeordnet (
Urk.
9). Am 1
5.
September 2014 liess die Versicherte die Replik erstatten (
Urk.
12) und am 1
6.
Oktober 2014 verzichtete die IV-Stelle auf eine Duplik (
Urk.
14).
Nach telefonischer Aufforderung reichte der unentgeltliche Rechts
vertreter
Daniel
Christe
am 2
5.
Februar 2015 seine Honorarnote ein (
Urk.
16,
Urk.
17).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in ana
loger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verän
derung erfahren hat, so weist sie
das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117
V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist ent
scheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderli
chen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berück
sichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person aus
einander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räu
mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V
231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die IV-Stelle führte in der Verfügung vom
2.
Mai 2014 insbesondere aus, es bestehe kein Gesundheitsschaden im Sinne der Invalidenversicherung und es sei keine Verschlechterung erkennbar. Die psychische Komorbidität sei invaliden
versicherungsfremd, da sie überwindbar sei. Es könne auf das nachvollziehbare Gutachten der
Medas
A._
abgestellt werden (
Urk.
2).
In der
Beschwerde
antwort
vom 1
4.
Juli 2014 ergänzte die IV-Stelle, die Versicherte sei in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Hilfsarbeiterin in einem kabelproduzierenden Betrieb zu 100
%
arbeitsfähig (
Urk.
7).
2.2
Die Versicherte stellte sich in der Beschwerde vom
4.
Juni 2014 auf den Stand
punkt, bei ihr sei sowohl aus somatischer als auch aus psychiatrischer Sicht ein invalidisierender Gesundheitsschaden vorhanden. Es sei von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen und ihr eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Auf das Gutachten der
Medas
A._
könne nicht abgestellt werden, even
tualiter seien die medizinischen
Abklärungen
nach einer Rückweisung zu ergänzen (
Urk.
1). In der Replik liess die Versicherte ergänzen, dass das Gut
achten der
Medas
A._
sich nicht genügend mit den abweichenden übri
gen medizinischen Stellungnahmen
auseinandersetze, weshalb es formell man
gelhaft sei.
Zudem sei das Gutachten materiell nicht überzeugend und könne gestützt auf die fachärztlichen psychiatrischen Berichte eine noch verwertbare Arbeitsfähigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden (
Urk.
12).
3.
3.1
Die IV-Stelle gab ein polydisziplinäres (psychiatrisch, rheumatologisch,
allge
meininternistisch
) Gutachten bei der
Medas
A._
in Auftrag (
Urk.
8/98). Die Gutachter un
tersuchten die Versicherte am 21., 2
2.
und 2
3.
Januar 2014 (
Urk.
8/109/1) und
erstatteten
ihr Gutachten
am 1
7.
März 2014 (
Urk.
8/108). Im Gutachten wurde zunächst die bisherige Aktenlage wiedergegeben (
Urk.
8/109/2-26). Anschliessend erfolgte die Familien- und Sozialanamnese, die Berufs- und Arbeitsanamnese, die persönliche Anamnese und die
Sys
tem
ana
mnese
(8/109/26-28).
Die Versicherte führte zu ihren Beschwerden aus, sie leide seit Jahren an chronischen Schmerzen im Rücken und eigentlich im gan
zen Körper, speziell stark im Nacken und Kopf sowie lumbal mit Ausstrahlung in beide Beine. Bei kaltem Wetter seien die Schmerzen stärker. Die
Schmerzin
tensität
im Rücken und Nacken liege oft bei
acht
auf einer Skala bis
zehn
,
höher
wenn sie länger als zehn bis fünfzehn Minuten sitze oder stehe. Hinzu komme Vergesslichkeit (
Urk.
8/109/28).
Die Rückenbeschwerden seien vor ungefähr sechs bis acht Jahren aufgetreten. Ein bis zwei Jahre später seien
Bandschei
benprobleme
im Nacken dazugekommen. Sie leide nach wie vor an Blockaden im Rücken und Nacken, so dass sie manchmal nicht mehr aufstehen könne und den Notarzt rufen müsse, der ihr dann jeweils eine Spritze verabreiche. Mit den Blockaden und Schmerzen werde es immer schlimmer, sie müsse sich deshalb oft hinlegen. Manchmal wisse sie wegen der Schmerzen nicht einmal mehr, wo sie sich befinde. Während der ganzen Nacht verspüre sie ein Brennen im ganzen Körper. Trotz Medikation könne sie nicht gut schlafen und sei der Schlaf ober
flächlich. Tagsüber sei sie müde, habe schwere Augen, fühle sich kraftlos und nervös.
Ausserdem vergesse sie vieles, habe keinen Appetit und es sei ihr schwindlig (
Urk.
8/109/30-31).
Zur Behandlung erklärte sie, sie gehe zweimal in der Woche in eine lockernde Physiotherapie und nehme seit Jahren die Medi
kamente
Cipralex
und
Remeron
ein (
Urk.
8/109/28).
Sie frage sich
, ob sie je wieder gesund werde
,
und sie habe Angst, in Zukunft einen Rollstuhl zu benöti
gen (
Urk.
8/109/29). Ihre körperlichen Fähigkeiten schätz
t
e sie
selbst
äusserst tief ein (
Urk.
8/109/30
).
3.2
Die Versicherte wurde rheumatologisch unter
Beizug
von Laborbefunden und bildgebenden Untersuchungen abgeklärt
, sie wurde internistisch
und psychiat
risch
untersucht (
Urk.
8/109/29-32
,
Urk.
8/109/40-42
).
Als objektiver Befund wurde festgehalten, die Versicherte habe zeitlich, örtlich und zur eigenen Person unsicher gewirkt. So habe sie
weder ihr Alter angeben können noch die Frage beantworten,
ob sie früher schon einmal in
B._
gewesen sei. Das formale Denken habe zur Einengung auf die somatischen Beschwerden und deren Fol
gen geneigt. Inhaltliche Denkstörungen, wahnhafte Störungen, Sinnestäuschun
gen, Halluzinationen oder Ich-Störungen seien keine
eruierbar
gewesen. Auf die gestellten Fragen habe die Versicherte meist eingehen können, sie sei aufmerk
sam gewesen und habe sich gut auf das Gespräch einlassen können. Sie habe über Vergesslichkeit geklagt und sich beispielsweise nicht an die Geburtstage ihrer beiden Söhne erinnern können. Ihre Stimmung sei gedrückt und ihre Modulationsfähigkeit dementsprechend reduziert gewesen. Vor Schmerzen habe sie einige Male aufgestöhnt und auf diese hingewiesen. Ihre Beschwerden habe sie verdeutlicht und ihr Verhalten sei demonstrativ gewesen, wobei Mimik, Gestik und Antrieb zu diesem Verhalten gepasst hätten. Der affektive Rapport sei distanziert gewesen und die Versicherte habe spontan Todeswünsche geäus
sert (
Urk.
8/109/32).
3.3
In der polydisziplinären Zusammenfassung führten die Gutachter aus, es werde keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt. Als Diagnosen,
welche die Arbeitsfähigkeit nicht wesentlich einschränkten, wurden ein genera
li
sier
tes chronisches Schmerzsyndrom mit multiplen vegetativen
Begleitbe
schwer
den
, eine undifferenzierte
Somatisierungsstörung
(ICD-10 F45.1), dissozi
ative Störungen
(Konversionsstörungen) gemischt (ICD-10 F44.7), Schwierigkeiten bei der kulturellen Eingewöhnung (ICD-10 Z63.5), ein Status nach Ehescheidung (ICD-10 Z63.5),
eine leichte
Aorteninsuffizienz
(Echokardiographie November 2013), eine chronische Dyspepsie unter NSAR, ein Status nach
Helicobacter
pylori-Eradikation
wahrscheinlich 2011, eine PPI-Prophylaxe, ein
Nikotinabu
sus
und eine zentrale Adipositas Grad II mit BMI 32.6 kg/m
2
genannt
(
Urk.
8/109/45). Zur Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter fest, es bestehe für die angestammte Tätigkeit als Hilfsarbeiterin in einem kabelproduzierenden Betrieb keine wesentliche Einschränkung. Auch für eine angepasste Tätigkeit, worunter einfache angelernte Arbeiten ohne ausgesprochene Stressbelastung fielen, bestehe keine langfristige Einschränkung (
Urk.
8/109/46-47).
Es handle sich um eine Neubeurteilung desselben Sachverhaltes wie im Jahr 2009 (
Urk.
8/109/
47)
.
4.
4.1
In der interdisziplinären Zusammenfassung des psychiatrisch
-
rheumatologi
sch
en
Gutachtens vom 1
6.
März 2009
, das Grundlage der Verfügung vom
9.
Juli 2009
gewesen war,
wurden
ebenfalls
keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit festgehalten. Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit wurden eine Anpassungsstörung mit leichter depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21), ausgedehnte chronische Schmerzen, ein rechtsbetontes
lum
bospondylogenes
Syndrom, ein
Nikotinabusus
, ein Vitamin-D-Mangel und eine Adipositas genannt. In der angestammten Tätigkeit und in einer angepassten Tätigkeit bestehe
eine
100%ige Arbeitsfähigkeit. Gestützt
auf dieses Gutachten
wurde mit Verfügung vom
9.
Juli 2009 das Leistungsbegehren abgewiesen (
Urk.
8/39), was mit Urteil des hiesigen Gerichts vom am 3
1.
Dezember 2010 (
Urk.
8/69) und Urteil des Bundesgerichts vom 1
7.
März 2011 (
Urk.
8/72
)
bestä
tigt wurde.
4.2
Zu prüfen ist nun, ob sich der Invaliditätsgrad seither verändert hat. Gemäss dem Gutachten der
Medas
A._
, welches ebenfalls keine Beschwerden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte, ist dies nicht der Fall.
Die Versi
cherte liess
dazu
geltend machen, das Gutachten der
Medas
A._
über
zeuge nicht. Die Einschätzungen der Rheumaklini
k des Universitätsspitals C._
sei in somatischer Hinsicht überzeugender als das Gutachten der
Medas
A._
und in psychiatrischer Hinsicht seien die Berichte der
D._
, des Schmerzzentrums des
E._
und des behandelnden Psychiaters
Dr.
Z._
, welche unabhängig vonei
nander eine mittelgradige bis schwere depressive Störung mit chronischem Verlauf diagnostizierten, überzeugender (
Urk.
1 S. 8-9).
4.3
4.3.1
Der
von der Versicherten angeführte
Bericht
der Rheumaklinik des
Universitäts
spitals
C._
vom
6.
August 2013 nannte als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches
lumbospondylogenes
beidseitiges
Schmerz
syndrom
(ICD-10 M54.4), ein chronisches
Zervikalsyndrom
(ICD-10 M53.1), eine depressive Störung, mittelgradig bis schwer, mit chronischem Ver
lauf (ICD
10 F32.2)
,
und eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Faktoren (ICD-10 F45.41). Weiter wurden der Verdacht auf eine nicht näher bezeichnete dissoziative Störung (ICD-10 F44.9) und der Verdacht auf eine Agoraphobie (ICD-10 F40.0) aufgeführt. Ein allfälliges arbeitsrelevantes Problem habe nicht erhoben werden können, da während der Tests das
Schmerz
verhalten
mit ausgeprägter Selbstlimitierung im Vordergrund gestanden sei. Die Leistungsbereitschaft sei schlecht gewesen und die demonstrierte Belastbarkeit nur minimal. Es sei
en
eine deutliche Selbstlimitierung festgestellt und sieben
Inkonsistenzpunkte
beobachtet worden. Die Versicherte sehe sich nicht fähig, irgendeine Arbeit auszuüben. Ihrer Ansicht nach habe sie ihre Gesundheit verloren und könne nichts mehr machen. Die Untersuchbarkeit sei stark eingeschränkt gewesen, bei massivem Gegenspannen. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit
objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung, der bildgebenden Abklä
rung sowie den Diagnosen aus somatischer Sicht nur ungenügend erklä
ren. Aufgrund der objektivierbaren organischen Befunde (panvertebrale Rückenschmerzen auf dem Boden multisegmentaler degenerativer Veränderun
gen) sei eine volle Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit nicht mehr zumutbar. Aufgrund medizinisch-theoretischer Überlegungen werde die Arbeits
fähigkeit aus somatischer Sicht auf mindestens 50 bis etwa 75
%
eingeschätzt. Unter zusätzlicher Berücksichtigung der psychiatrischen Diagnosen, charakteri
siert durch eine chronische mittelschwere bis schwere depressive Störung, wel
che erfahrungsgemäss mindestens eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
begründe, bestehe in der angestammten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von aktuell maxi
mal 50
%
. Mutmasslich müsse sogar von einer aufgehobenen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden.
Die Rehab
i
li
tationsaussichten seien in Anbetracht der psychosozialen Risikofaktoren (niedriger Bildungsstatus, sozioökonomisch knappe Verhältnisse, bisherige Dauer der Arbeitsunfähigkeit) ungünstig. In einer angepassten leichten wechselbelastenden Tätigkeit müsse aufgrund der feststell
baren organischen Befunde eine Leistungsminderung von 25
%
attestiert wer
den, bedingt durch die Kumulation körperlicher Beschwerden (Arm-, Bein- und Rückenschmerzen) im Tagesverlauf. Unter Berücksichtigung der hauptsächli
chen psychischen Diagnose (chronische mittelschwere bis schwere depres
sive Störung) könne aber besten
falls eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
diagnostiziert werden. Die genaue Quantifizierung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht müsse jedoch psychiatrisch festgelegt werden (
Urk.
8/92).
4.
3.2
Im Gutachten der
Medas
A._
wurde ausgeführt, dass für das
Ganzkör
perschmerzsyndrom
rheumatischerseits
keine spezifische Ursache genannt wer
den könne (
Urk.
8/109/45).
Das generalisierte Schmerzsyndrom sei unspezifisch und mit altersgemässen degenerativen Veränderungen der unteren
Lendenwir
belsäule
nicht zu erklären (
Urk.
8/109/48).
Dies deckt sich damit, dass im Bericht der Rheumaklinik des Universitätsspitals
C._
vom
6.
August 2013 festgehalten wurde, das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkun
gen lasse sich mit objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung, der bildgebenden Abklärung sowie den Diagnosen aus somati
scher Sicht nur ungenügend erklären
(
Urk.
8/92)
. Weiter hielt das Gutachten der
Medas
A._
fest, mässige Bandscheibendegenerationen seien seit einem im Dezember 2007 erfolgten MRI bekannt, wobei schon damals keine
forami
nale
Stenose oder Neurokompression vorgelegen habe. Die aktuelle Untersu
chung habe keine klinischen Zeichen für eine
radikuläre
Symptomatik ergeben und das Ergebnis eines im Januar 2013 erfolgten Röntgens der
Lendenwirbel
säule
sei unauffällig gewesen bei Zeichen von mässigen
degenerativen Verän
derungen der unteren Lendenwirbelsäule
(
Urk.
8/109/52-53)
.
Die Feststellungen der Rheumaklinik des Universitätsspitals
C._
vermögen
das Gutachten der
Medas
A._
nicht in Frage zu stellen
, da der Rheumaklinik des
Universi
tätsspitals
C._
die Abklärung durch ausgeprägte Selbstlimitierung, schlechte Leistungsbereitschaft und stark eingeschränkte Untersuchbarkeit offenbar sehr erschwert wurde (
Urk.
8/92). Zudem wurde im Bericht der Rheumaklinik des Universitätsspitals
C._
ausgeführt, die Versicherte sei durch die Kumulation körperlicher Beschwerden (Arm-, Bein- und Rückenschmerzen) im Tagesverlauf in einer angepassten Tätigkeit in der Leistungsfähigkeit um 25
%
eingeschränkt, ohne
dass dargelegt wurde
, ob es sich bei diesen Schmerzen um organisch erklär
bare handle (
Urk.
8/92)
.
Was die angestammte Tätigkeit betrifft, kann unter Verweis auf deren Umschreibung im Gutachten vom 1
6.
März 2009 (
Urk.
8/25/8-9) festgehalten werden, dass es sich bei dieser weiterhin um eine angepasste Tätigkeit handelt
- also um eine
einfache angelernte Tätigkeit ohne ausgesprochene Stressbelastungen
gemäss dem Tätigkeitsprofil
im Gutachten der
Medas
A._
. Soweit sich der Bericht der Rheumaklinik des
Universi
tätsspitals
C._
zur Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund psychischer Störungen äussert, wird zu Recht
durch die Ärzte selbst
darauf hingewiesen, dass diese durch psychiatrische Fachärzte zu beurteilen
wäre
.
4.
4
4.4.1
Die behandelnden psychiatrischen Fachpersonen
Dr.
Z._
und
Dr.
F._
hiel
ten im Bericht vom
6.
Juli 2010
, also kurz nach dem Nichteintreten der IV-Stelle vom
4.
Juni 2010 auf die
Neuanmeldung vom 2
1.
Januar 2010 (
Urk.
8/60 und 8/50),
als Diagnosen eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.42) und eine depressive Störung, mittelgradig bis schwer, chronischer Verlauf unter medikamentöser antidepressiver Therapie (ICD-10 F32.2) fest. Bei der Versicherten zeige sich das symptomatische Bild einer anhaltenden Schmerzstörung. Neben einem
poly
symp
tomatischen
Verlauf der Schmerzstörung habe sich mit einer
Aufmerksam
keitslenkung
auf die Beschwerden und einer damit verbundenen negativen Gedankendynamik auch eine chronische depressive Symptomatik mit Angst entwickelt (
Urk.
8/64
/13-16
).
Im Bericht vom 1
6.
Mai 2012
, im Zusammenhang mit der zweiten Neuanmeldung vom
1.
April 2012 (
Urk.
8/77),
führten
Dr.
Z._
und
Dr.
F._
die Diagnosen einer schweren depressiven Störung mit chroni
schem Verlauf unter medikamentöser antidepressiver Therapie (ICD-10 F32.2) und einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fak
toren (ICD-10 F45.42) auf. Das Zustandsbi
ld habe sich klinisch auf einem schweren
depressiven Niveau mit ausgeprägten Ängsten
chronifiziert
. Das Funktionsniveau sei ausgesprochen tief, so dass die Versicherte
sich zeitweise nicht selber versorgen könne (Körperhygiene, Anziehen). Die depressive Symp
tomatik und die Schmerzsymptomatik verstärkten sich sicherlich gegenseitig. Verändert habe sich, dass die Versicherte durch die Aufnahme einer
chiroprak
tischen
Behandlung, die subjektiv eine Verbesserung bringe, und den Wunsch, die psychiatrische Behandlung wieder aufzunehmen, selbst aktiv geworden sei. Die Auflösung der
sicher schwer
belastenden Ehe dürfte eine Entlastung sein. Dies dürfe jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass das Leiden
chronifiziert
sei und die Versicherte neben Sprachschwierigkeiten und wenig Bildung auch Defizite in ihrer Persönlichkeitsstruktur mitbringe. Defizite in der
Selbstwahr
nehmung
trügen wahrscheinlich wesentlich zur weiteren Aufrechterhaltung des Zustandsbilds bei. Wie sich die geplante medikamentöse Umstellung und die im letzten Gespräch verzeichnete mögliche Offenheit auswirkten, müsse zum jetzi
gen Zeitpunkt offen gelassen werden (
Urk.
8/79).
4.4.2
Ähnlich hatte der frühere, an
Dres
.
F._
und
Z._
gerichtete
Bericht des Schmerzzentrums des Kantonsspitals
E._
vom
1.
November 2011
geau
tet
: er
nannte als Diagnosen eine depressive Störung, mittelgradig bis schwer mit chronischem Verlauf (ICD-10 F32.2), eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), ein chronisches
rechts
betontes
zervikozephales
Schmerzsyndrom, ein chronisches
lumbospondyloge
nes
Schmerzsyndrom beidseits
und einen
Verdacht auf ein neuropathisches Schmerzsyndrom des rechten Beines, einen Verdacht auf Agoraphobie (ICD-10 F40.0), einen Verdacht auf eine nicht näher bezeichnete dissoziative Störung (ICD-10 F44.9) und eine vaginale Hysterektomie bei
Adenomyosis
uteri am 1
5.
Februar 201
1.
Ein klinischer Status sei nur beschränkt möglich gewesen. Nach Stabilisierung der psychischen Problematik könne eine
Reevaluation
am Schmerzzentrum durchgeführt werden. Da die Versicherte in ihrem alltäglichen Handlungsspielraum sehr eingeschränkt und hilflos zu sein scheine, sei der Einsatz einer psychiatrischen Spitex in Erwägung zu ziehen. Möglicherweise sei auch ein Beistand nötig um bei der Erledigung von finanziellen Angelegenhei
ten zu helfen. Sofern noch keine neuerliche Anmeldung bei der Invalidenversi
cherung erfolgt sei, so sei dies aus Sicht
des Schmerzzentrums
angezeigt (
Urk.
8/91).
4.4.3
Im Abklärungsbericht der
D._
vom 2
0.
Mai 2014
wurden die Diagnosen rezidi
vierende depressive Störung (ICD-10 F33.1), gegenwärtig mittelgradige Episode, chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41), Agoraph
o
bie mit
Panikstörung (ICD-10 F40.01) und Verdacht auf dis
soziative Bewegungsstörungen (ICD-10 F44.4) fest
gehalten
. Die Arbeitsfähigkeit sei zurzeit aus psychiatrischer Sicht nicht gegeben, da allein schon die
Wegefä
higkeit
massiv eingeschränkt sei (
Urk.
3/3).
4.4.4
In sämtlichen Arztberichten sowie im Gutachten der
Medas
A._
wurde eine Schmerzstörung - eine
somatoforme
Schmerzstörung, eine chronische
Schmerz
störung
mit
somatisierenden
und psychischen Faktoren oder ein chro
ni
sches Schmerzsyndrom und eine undifferenzierte
Somatisierungsstörung
- diagnostiziert
(
Urk.
8/64,
Urk.
8/79,
Urk.
8/91,
Urk.
8/109)
.
Eine fachärztlich (psy
chiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung begrün
det als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den
Wiederein
stieg
in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Res
sourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Ein
zelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität,
Ausprä
gung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllte Faktoren, so: chronische körperliche
Begleiterkran
kun
gen
;
ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder pro
gredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung; ein ausgewiese
ner sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeu
tisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich miss
glückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; „Flucht in die Krankheit"); ein
unbefriedigendes Behandlungsergebnis
trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte
Rehabilitati
onsmassnahmen
bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung (koopera
tive Haltung) der versicherten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - aus
nahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3).
Die im Bereich der
somatoformen
Schmerzstörungen entwickelten Grundsätze
gelten
rechtsprechungsgemäss
auch
bei der Würdigung des invalidisierenden Charakters von
Somatisierungsstörungen
und dissoziativen Störungen
(Urteil 8C_696/2008 E. 8.2.2 des Bundesgerichts vom
3.
Juni 2009 mit weiteren Hin
weisen
; BGE 137 V 64
)
.
4.4.5
Der psychiatrische Gutachter der
Medas
A._
hielt fest, bei der Versicher
ten ständen eine Immigrationsproblematik und ein Status nach unglücklicher Ehe beziehungsweise nach einer Scheidung im Vordergrund sowie das eigene
Krankheitskonzept mit Selbstlimitierung, welches sie in ihrem Alltag aus sub
jektiver Sicht völlig beeinträchtige. Ihr sei es jedoch zumutbar, adäquate
S
trate
gien
zur Bewältigung
ihrer Konflikte zu entwickeln. Die Willensanstrengung zur adäquaten Überwindung ihrer
syndromalen
Leiden sei der Versicherten aus psy
chiatrisch-versicherungsmedizinischer Sicht zumutbar (
Urk.
8/109/35).
Bei der Versicherten
wurden
allerdings
von den Gutachtern wie auch von den behandelnden Ärzten
nebst zum Teil diffusen S
chmerzen
depressive Symptome fest
gestellt
und diagno
s
tiziert
. Gemäss dem psychiatrischen Gutachte
n
der
Medas
A._
werden
indessen
chronifizierte
oder undifferenzierte
Somatisie
rungs
störungen
sehr häufig von depressiven Symptomen begleitet. Bei der Ver
sicherten seien diese Symptome
nun
nicht als eigenständiges Krankheitsbild im Sinne einer Komorbidität zu werten.
Es liege
vielmehr
auf der Hand, dass die depressiven Verstimmungen
Reaktionen
auf die psychosozialen Belastungen (unglückliche Ehe, Scheidung, Schwierigkeiten bei der soziokulturellen
Einge
wöhnung, fehlende Berufsausbildung) seien. Auch gegen endogene Anteile einer Depression spreche, dass die stets adäquat durchgeführte psychiatrisch
e
und psychotherapeutisch
e
Therapie zu keinen Erfolgen geführt habe. Zudem sei nachvollziehbar, dass eine medikamentöse Behandlung keine psychosozialen Probleme lösen könne (
Urk.
8/109/34).
Dies erscheint überzeugend, da aufgrund der Akten und der von der Beschwer
deführerin selbst geklagten Beschwerden
tatsächlich
die Schmerzstörung im Vordergrund steht.
Zudem gab die Beschwerdeführerin den Gutachtern an, sie sei psychisch sehr von der Schmerzintensität abhängig (
Urk.
8/109/27).
Ausser
dem wurden die psychosozialen Belastungen auch von den behandelnden Psy
chiatern thematisiert, welche auf Sprachschwierigkeiten, wenig Bildung sowie Defizite in der Persönlichkeitsstruktur
hinwiesen (
Urk.
8/79).
Es liegt somit keine vom Schmerzerleben losgelöste psychische Komorbidität
von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer
vor.
4.4.6
Was die soziale Situation der
Versicherte
n betrifft, so
lebt
diese
mit ihrem jün
ge
ren Sohn zusammen. Sie hält sich gemäss ihren Aussagen oft tagelang in der Wohnung
auf
, wobei sie lieg
e
und in der
Wohnung
um
her
geh
e
.
Weder lese sie
,
noch schaue sie fern. Den Haushalt erledige mehrheitlich der Sohn.
Freun
din
nen habe sie keine (
Urk.
8/109/26
-27
). Ihre Söhne seien den ganzen Tag beschäftigt. Ihre Geschwister, die in Deutschland lebten, telefonierten zwar oft,
doch sie übten Druck auf sie aus, dass sie
spazieren
gehen solle, was sie noch nervöser mache. Abends warte sie, bis ihr Sohn von der Arbeit nach Hause komme (
Urk.
8/109/31).
Es liegt somit ein
gewisser
sozialer Rückzug vor
, wobei die Versicherte engen Kontakt zu ihren beiden Söhnen pflegt
. Ein ausgeprägter Krankheitsgewinn lässt sich den Akten nicht entnehmen.
Was bisherige unbefriedigende
Behand
lungsergebnisse
betrifft, so erscheint die Schlussfolgerung de
r
Medas
A._
in ihrem
Gutachten nachvollziehbar, dass medizinische Massnahmen nur dann Sinn machen, wenn die Versicherte im therapeutischen Prozess aktiv mitwirke und genügend Motivation zeige, um Bewältigungsstrategien für ihr
syndromales
Leiden zu entwickeln (
Urk.
8/109/37).
Gewisse somatische Beschwer
den sind
in Form von
degenerativen Veränderungen der
unteren
Len
den
wirbelsäule
und thorakalen sowie gastrointestinalen Symptomen zwar
vor
handen
(
Urk.
8/109/48)
,
jedoch nicht in erheblichem Ausmass.
Die Kriterien, die ein Abweichen von der Überwindbarkeitsvermutung erlauben würden, sind
damit
nicht oder nich
t in genügendem Ausmass erfüllt, weshalb
die Beschwerde abzuweisen
ist
.
5.
5.1
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
) und auf
Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerle
gen, zufolge der ihr gewährten unentgeltlichen Prozessführung jedoch einst
weilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht.
5.2
Dem unentgeltlichen Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, Rechtsanwalt
Daniel
Christe
, steht bei diesem Verfahrensausgang eine Entschädigung aus der Gerichtskasse zu. Mit der Honorarnote vom
2
5.
Februar 2015
m
achte er einen Aufwand von
neun Stunden und Barauslagen in der Höhe von
Fr.
60.50 gelten
d
(
Urk.
17)
. Dieser Aufwand ist dem Umfang und der Schwierigkeit der Sache angemessen. Die Entschädigung beläuft sich unter Berücksichtigung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
200.--
bis Ende Dezember 2014 und von
Fr.
220.-- ab dem
1.
Januar 2015
auf
Fr.
2‘021.20
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).