Decision ID: 046e8c8f-bc8c-43b3-9784-f1c1316522fe
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ wurde im März 2004 unter Hinweis auf grosse, vielfältige Ängste, welche die
persönliche und ausbildungsmässige Entwicklung blockieren würden, von seinem
Vater zur Unterstützung bei der ersten beruflichen Ausbildung bei der Eidgenössischen
Invalidenversicherung (IV) angemeldet (IV-act. 1; vgl. auch die im Rahmen der
Erreichung des 18. Lebensjahrs ausgefüllte Anmeldung vom Dezember 2004 in IV-act.
18). Dem Bericht der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienste St. Gallen (KJPD)
vom 12. Mai 2004 waren die folgenden Diagnosen zu entnehmen: Generalisierte
chronifizierte Ängste mit agoraphobischen und soziophobischen Anteilen (ICD-10: F
41.9 [DD: Wahnhaftes Erleben]), körperlicher Entwicklungsrückstand,
Teilleistungsprobleme im visuomotorischen Bereich wie in der auditiven
Diskriminations- und Merkfähigkeit mit limitierter Konzentrationsspanne, Intelligenz
knapp unterdurchschnittlich (IV-act. 6-3 ff.).
A.a.
Ab dem 4. Januar 2005 wurde der Versicherte im B._ beruflich abgeklärt (IV-act.
16 und 23), bis die Massnahme auf seinen Wunsch hin per 27. Mai 2005 abgebrochen
wurde (IV-act. 31-1 und 32-3). Am 8. Juli 2005 verfügte die IV-Stelle Kostengutsprache
für eine gezielte Vorbereitung bei der C._ vom 1. Juli bis 15. August 2005 mit
anschliessender vom Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT)
anerkannten Anlehre zum Schreiner bis 8. Juli 2007 (IV-act. 40; für die im letzten
Halbjahr erfolgte Umwandlung in eine interne Anlehre vgl. IV-act. 48-2, 49 und 55-2).
Mitte Juli 2007 beendete der Versicherte die Anlehre nach der abgebrochenen internen
Abschlussprüfung (vgl. IV-act. 59-1 und 60). Vorerst wollte er als Beifahrer bei seinem
Vater arbeiten (IV-act. 58-5). Die Leistungsfähigkeit des Versicherten wurde von der
A.b.
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C._ im "Schlussbericht Ausbildung" mit 20 % bis 60 % (je nach persönlicher
Verfassung des Versicherten) eines Hilfsarbeiters in der Schreinerei beurteilt.
Einsatzmöglichkeiten in der freien Wirtschaft zu finden sei für den Versicherten
ausserordentlich schwierig, da ihm die nötige Konstanz im Arbeitsprozess fehle. Eine
medizinische Klärung der psychischen Probleme stand nach Ansicht der C._ im
Vordergrund (IV-act. 60-3).
Der zuständige Arzt vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) notierte am 9.
Oktober 2007, der Verlauf der Anlehre und die aufgetretenen Schwierigkeiten würden
sich innerhalb des Erwartungsspektrums des fachpsychiatrisch beurteilten Defizit-/
Ressourcenbildes des Versicherten bewegen. Aus RAD-Sicht sei der Versicherte für die
jetzige Situation bestmöglich eingegliedert. Aktuell würden sich jedenfalls weitere
medizinische Abklärungen erübrigen (IV-act. 61)
A.c.
Im März 2008 informierte der Versicherte die IV-Stelle darüber, dass er seit
Februar 2008 für die D._ AG als Chauffeur resp. Lieferant/Spediteur arbeite (IV-act.
63 und 64-1; vgl. IV-act. 92). Die zuständige Eingliederungsberaterin der IV notierte im
Schlussbericht vom 23. Juli 2008 nach einem Telefongespräch mit der D._ AG, aus
ihrer Sicht sei es ein Glücksfall, dass dem Versicherten diese Aufgabe angeboten
worden sei. Es handle sich um einen Nischenarbeitsplatz. Der Versicherte habe nun
einige Monate durchgehalten und werde trotz vorhandener Einschränkungen und
Erschwernissen vorläufig weiter beschäftigt. Er sei damit optimal eingegliedert (IV-act.
65-2; vgl. auch IV-act. 64-2). Der zuständige RAD-Arzt notierte am 29. August 2008,
aus medizinischer Sicht sei die Beurteilung der Eingliederungsverantwortlichen
nachvollziehbar. Es sei ein Nischenarbeitsplatz, sogar mit einer gewissen
Soziallohnkomponente (IV-act. 67).
A.d.
Gestützt auf diese Einschätzung des RAD errechnete die IV-Stelle unter
Berücksichtigung des vom Versicherten effektiv erzielten Einkommens bei der D._
AG einen Invaliditätsgrad von 64 % (IV-act. 70). Mit Mitteilung vom 8. Oktober 2008
schloss die IV die Arbeitsvermittlung ab, da der Versicherte eine Tätigkeit gefunden
habe, welche seiner gesundheitlichen Situation angemessen sei (IV-act. 71).
Gleichentags stellte sie dem Versicherten mittels Vorbescheids die Ausrichtung einer
A.e.
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B.
C.
Dreiviertelsrente ab 1. Juli 2007 (im Anschluss an die beruflichen Massnahmen) in
Aussicht (IV-act. 72 und 73). Dies verfügte sie am 29. Januar 2009 (IV-act. 77 und 74).
Im Fragebogen "Revision der Invalidenrente/Hilflosenentschädigung" erklärte der
Versicherte im November 2010, sein Gesundheitszustand sei gleich geblieben. Er sei
bei Dr. med. E._ in hausärztlicher Behandlung und nach wie vor für die D._ AG
tätig (IV-act. 80 und 83). Dr. E._ erklärte der IV-Stelle am 16. November 2010, er habe
den Versicherten nur sporadisch wegen Bagatell-Unfällen resp. Krankheiten gesehen
und verwies sie für medizinische Auskünfte an die psychiatrischen Fachleute (IV-act.
82-1; vgl. auch Gesprächsnotiz vom 1. April 2011 in IV-act. 96). Die D._ AG erklärte
mit Fragebogen vom 27. Januar 2011, der ausgerichtete Lohn von Fr. 18.--/Stunde
entspreche nicht immer der Arbeitsleistung (IV-act. 92-2 und 7). Der Versicherte sei
nicht belastbar und ertrage keine Hektik (IV-act. 92-4). Abklärungen der IV-Stelle
ergaben, dass der Versicherte seit längerer Zeit in keiner psychiatrischen Behandlung
mehr gestanden hatte (IV-act. 86, 89 und 97).
B.a.
Der zuständige Arzt vom RAD vertrat am 3. Mai 2011 dennoch die Ansicht, dass
ohne weitere Abklärungen von stationären Verhältnissen ausgegangen werden könne.
Die agoro- und soziophobischen Störungsanteile würden sich offensichtlich nicht
weiter auf die Arbeitsfähigkeit auswirken und würden seit Jahren keine Therapie
benötigen. Die anderen psychokognitiven Einschränkungen würden sich nach wie vor
auswirken, seien jedoch durch Therapien nicht zu beeinflussen. Der Versicherte habe
einen Nischenarbeitsplatz, der nicht gefährdet werden sollte (IV-act. 97).
B.b.
Gestützt auf diese Einschätzung informierte die IV-Stelle den Versicherten mit
Mitteilung vom 10. Mai 2011 darüber, dass keine Änderungen festgestellt worden
seien, welche sich auf seine Rente auswirkten (IV-act. 99).
B.c.
Mit Fragebogen "Revision der Invalidenrente" erklärte der Versicherte der IV am
22. Oktober 2016, sein Gesundheitszustand sei gleich geblieben (IV-act. 103-2). Die für
die D._ AG geleisteten Arbeitsstunden würden schwanken. Er sei aber jeden Tag bei
der Arbeit (IV-act. 103-3 und 5). Am 4. November 2016 nahm die IV-Stelle einen
C.a.
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D.
Auszug aus dem Individuellen Konto (IK-Auszug) des Versicherten zu den Akten (IV-act.
104). Dr. med. F._ berichtete dieser am 6. Dezember 2016 als neuer Hausarzt des
Versicherten, dessen Gesundheitszustand habe sich aufgrund eines im September
2016 entdeckten Lumbovertebralsyndroms verschlechtert. Die momentane
Diagnoseliste laute wie folgt: Visuell motorische und auditiv sprachliche
Teilleistungsschwäche; generalisierte Angststörung; Hörverminderung des linken Ohres
seit der Kindheit, Schwindel bei neurovaskulärem Konflikt im Bereich des Nervus
vestibulo-cochlearis links und Lumboischialgie mit Syndrom S1 links bei Diskushernie
(IV-act. 108-2; für eine Cranio-cerebrale Kernspintomographie vom 23. November 2016
vgl. IV-act. 108-4 f.). Die D._ AG erklärte im am 27. Dezember 2016 ausgefüllten
Fragebogen, der Versicherte erziele seit 1. Januar 2015 einen Stundenlohn von
Fr. 19.50 zzgl. 8.33 % Ferienentschädigung. Dieser dem Versicherten ausgerichtete
Lohn entspreche dessen Arbeitsleistung (IV-act. 110-5). Der Versicherte sei nach wie
vor nicht belastbar und ertrage keine Hektik (IV-act. 110-7).
Gestützt auf diese Angaben errechnete die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 65
% (IV-act. 111) und teilte dem Versicherten am 11. Januar 2017 mit, dass weiterhin
Anspruch auf die bisher gewährte Invalidenrente bestehe (IV-act. 113).
C.b.
Einer internen Notiz vom 24. November 2020 zufolge meldete die EL-Durchfüh
rungsstelle der IV-Stelle, dass die periodische Überprüfung der vom Versicherten
bezogenen Ergänzungsleistungen zeige, dass dieser ein deutlich höheres
Erwerbseinkommen erziele, als das dem letzten Einkommensvergleich
zugrundeliegende (IV-act. 116; vgl. vorstehend Sachverhalt C.b). Dazu verwies sie auf
eine Anstellungsbestätigung der G._, H._ AG (nachfolgend: Arbeitgeberin), vom 3.
Juli 2018, laut welcher der Versicherte ab 1. Juli 2018 mit ca. 50-60%igem Pensum
und einem Stundenansatz brutto inkl. Ferien- und 13. Monatslohn von Fr. 30.83 als
Chauffeur B bei dieser angestellt wurde (IV-act. 117-1). Dies, nachdem die D._ AG in
die Arbeitgeberin integriert worden war (vgl. IV-act. 126-2).
D.a.
Der Versicherte gab im daraufhin von der IV-Stelle einverlangten Fragebogen
"Revision der Invalidenrente/Hilflosenentschädigung" am 10. Februar 2021 wiederum
an, dass sein Gesundheitszustand gleichgeblieben sei (IV-act. 120-5).
D.b.
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Am 24. Februar 2021 nahm die IV-Stelle einen aktuellen IK-Auszug des
Versicherten zu den Akten (IV-act. 122).
D.c.
Mit am 25. Februar 2021 ausgefülltem Fragebogen erklärte die Arbeitgeberin, der
Versicherte sei bei ihr im Stundenlohn angestellt und werde je nach Bedarf eingesetzt
(IV-act. 123-3). Der Stundenlohn von Fr. 31.16 brutto (Fr. 26 zzgl. Ferienentschädigung
und 13. Monatslohn) entspreche der Arbeitsleistung des Versicherten (IV-act. 123-5).
D.d.
Dr. F._ berichtete am 2. März 2021 über einen stationären Gesundheitszustand
des Versicherten (IV-act. 124-1). Die gesundheitliche Störung wirke sich bei der
Tätigkeit als Lieferant/Chauffeur nicht aus; es bestehe auch keine verminderte
Leistungsfähigkeit in dieser Tätigkeit. Dem Versicherten seien körperlich mittelschwere
Tätigkeiten ohne Leistungsdruck durchschnittlich 6 Stunden pro Tag zumutbar (IV-
act. 124-2 f.). Er sei sich nicht sicher, ob der Versicherte seine Fähigkeiten angesichts
der langzeitbestehenden visuellen, motorischen und auditiv sprachlichen
Teilleistungsschwäche eventuell überschätzen könnte. Aus diesem Grund finde er es
sinnvoll, wenn man den Versicherten ermuntere, seinen bisherigen Arbeitsplatz, wo es
ihm gefalle und er offenbar auch eine gute Leistung bringe, zu erhalten. Er könne dort
je nach Arbeitslast 40 % bis maximal 80 % eines normalen Pensums leisten (IV-act.
124-3).
D.e.
Mittels Vorbescheids vom 6. August 2021 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Reduktion der Dreiviertelsrente auf eine Viertelsrente in Aussicht. Mit den neuen
Einkommensverhältnissen ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 45 % und es liege somit
ein wirtschaftlicher Revisionsgrund vor (IV-act. 127).
D.f.
Am 28. September 2021 wandte Rechtsanwalt Dr. iur. R. Pedergnana, St. Gallen,
als Rechtsvertreter des Versicherten ein, letzterer arbeite zurzeit zu viel. Die
Einkommen, welche der Versicherte 2019 und 2020 erzielt habe, würden nicht wirklich
seine Leistungsfähigkeit wiederspiegeln, sondern seien Ausdruck seines Bemühens,
seine Arbeitsstelle zu erhalten. Rechtsanwalt Pedergnana schlug vor, die
Dreiviertelsrente auf eine halbe Rente zu reduzieren und vorläufig die weitere
Entwicklung zu beobachten. Bei behinderungsangepasstem Einsatz solle der Lohn
D.g.
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E.
nicht mehr als Fr. 40'000.-- pro Jahr betragen (IV-act. 132; für den vorsorglichen
Einwand vom 17. September 2021 vgl. IV-act. 128).
Gleichentags erfolgte eine Krankschreibung des Versicherten durch seinen
Hausarzt (Ärztliches Zeugnis vom 26. Oktober 2021 in IV-act. G1.6).
D.h.
Am 4. Oktober 2021 verfügte die IV-Stelle die Herabsetzung der bisher gewährten
Dreiviertelsrente auf eine Viertelsrente ab 1. Dezember 2021 und entzog einer gegen
diese Verfügung gerichteten Beschwerde in Bezug auf die Herabsetzung des
Rentenbetrags die aufschiebende Wirkung (IV-act. 135). Nach Kenntnisnahme des
rechtzeitig eingereichten Einwands von Rechtsanwalt Pedergnana ersetzte sie die
Verfügung vom 4. Oktober 2021 durch die Verfügung vom 19. Oktober 2021. Darin
nahm sie zum Einwand Stellung, beliess es jedoch bei der Entscheidung vom 4.
Oktober 2021 (IV-act. 137).
D.i.
Am 20. Oktober 2021 kündigte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis mit dem
Versicherten per 31. Januar 2022. Sie erklärte, aufgrund verschiedener Veränderungen
künftig ausschliesslich C-Chauffeure im Fahrdienst einsetzen zu können (act. G1.7)
D.j.
Am 24. Oktober 2021 nahm der Versicherte seine Arbeitstätigkeit wieder auf (IV-
act. 143-2 sowie act. G1.6).
D.k.
Gegen die Verfügung vom 19. Oktober 2021 richtet sich die Beschwerde vom 8.
November 2021, mit welcher Rechtsanwalt Pedergnana für den Versicherten
(nachfolgend: Beschwerdeführer) unter Kosten- und Entschädigungsfolge beantragt,
die Verfügung vom 19. Oktober 2021 sei aufzuheben und ihm sei die Dreiviertelsrente
weiterhin zuzusprechen. Auch wurde ein Gesuch um die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung gestellt. Zur Begründung wurde zusammengefasst geltend
gemacht, dass das von der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) als
Invalideneinkommen berücksichtigte Einkommen des Jahres 2020 kein Einkommen sei,
das vom Beschwerdeführer auf Dauer hätte gehalten werden können (act. G1).
E.a.
Mit Beschwerdeantwort vom 28. Dezember 2021 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G8). Gleichzeitig wies sie
E.b.
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darauf hin, dass die am 20. Oktober 2021 per 31. Januar 2022 ausgesprochene
Kündigung nach Erlass der angefochtenen Verfügung ergangen sei und somit in einem
allfälligen Revisionsverfahren zu berücksichtigen wäre. Sie sei bereit, ein solches von
Amtes wegen sogleich einzuleiten (act. G8, Rz. III/4).
Am 11. Januar 2022 entsprach das Gericht dem Gesuch um Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege (act. G10).
E.c.
Am 12. Januar 2022 teilte Rechtsanwalt Pedergnana dem Gericht mit, dass er
keine schriftliche Replik erstatten werde, stattdessen jedoch die Durchführung einer
mündlichen Verhandlung beantrage (act. G12).
E.d.
Mit Schreiben vom 10. Juni 2022 informierte das Gericht Rechtsanwalt
Pedergnana darüber, dass gemäss der vorläufigen Einschätzung des Gerichts der
Sachverhalt sowohl in medizinischer als auch erwerblicher Hinsicht ungenügend
abgeklärt sei. Auch könne die Spruchreife nicht mittels Vorträgen und Befragungen an
der beantragten mündlichen Verhandlung hergestellt werden. Da eine Rückweisung an
die Beschwerdegegnerin im Raum stehe, werde ihm die Möglichkeit eingeräumt, die
Beschwerde zurückzuziehen (act. G16).
E.e.
Am 20. Juni 2022 teilte Rechtsanwalt Pedergnana dem Gericht mit, dass er die
mangelhafte Abklärung des Sachverhalts auch sehe. In diesem Sinne verzichte er im
Namen des Beschwerdeführers auf eine mündliche Verhandlung. An der Beschwerde
halte er jedoch fest (act. G17).
E.f.
Am 27. Juni 2022 wurde die Beschwerdegegnerin über das Schreiben des
Gerichts vom 10. Juni 2022 und die Stellungnahme Rechtsanwalt Pedergnanas vom
20. Juni 2022 informiert (act. G18).
E.g.
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten ist die per 1. Dezember 2021 verfügte Herabsetzung
der bisherigen Dreiviertelsrente auf eine Viertelsrente.
Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20; in der bis 31. Dezember 2021 gültigen, im vorliegenden Verfahren
anzuwendenden und im folgenden zitierten Fassung; vgl. dazu Urteil des
Bundesgerichts vom 2. März 2022, 8C_792/2021, E. 4) besteht der Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf
eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.1.
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
1.2.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
1.3.
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2.
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG in der bis 31. Dezember 2021
gültigen, im vorliegenden Verfahren anzuwendenden und im folgenden zitierten
Fassung). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist somit nicht nur bei einer
wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar,
wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. E. 3.5). Zeitlicher
Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte
rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkommensvergleichs beruht, -vorliegend die Rentenverfügung vom 29. Januar 2009
(IV-act. 77 und 74). Vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und
prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4). Dagegen stellt die bloss
unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert
gebliebenen Gesundheitszustands auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen
keinen Revisionsgrund im Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (BGE 144 I 105 E. 2.1).
1.4.
Wie bereits unter E. 1.4 ausgeführt, ist der massgebende Referenzzeitpunkt für die
Prüfung einer Veränderung die rechtkräftige Verfügung vom 29. Januar 2009. Die
Rentenzusprache erfolgte bei den Diagnosen generalisierte chronifizierte Ängste mit
agoraphobischen und soziophobischen Anteilen (DD: Wahnhaftes Erleben),
körperlicher Entwicklungsrückstand, Teilleistungsprobleme im visuomotorischen
2.1.
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Bereich wie in der auditiven Diskriminations- und Merkfähigkeit mit limitierter
Konzentrationsspanne, Intelligenz knapp unterdurchschnittlich (IV-act. 68-1; vgl. IV-act.
6-3). Die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers wurde
anlässlich der Rentenzusprache nicht festgelegt, vielmehr wurde auf die tatsächlichen
Arbeits- und Verdienstverhältnisse abgestellt (vgl. IV-act. 67-1 und 74-1). Die C._
nannte als Verdienstmöglichkeit des Beschwerdeführers bei Abbruch der Anlehre im
Juli 2007 "20 - 60 % eines Hilfsarbeiters in der Schreinerei" (IV-act. 60-3). Die vom
Versicherten bei der D._ AG am 1. Februar 2008 aufgenommene Arbeitstätigkeit
erfolgte im Umfang von ca. 100 Stunden pro Monat (IV-act. 65-2; entspricht etwa
einem 60%igen Arbeitspensum). Die Beschwerdegegnerin ging bei der Berechnung
des Invaliditätsgrades von einem Stundenlohn von Fr. 16.25 inkl. Ferienzulage aus,
wobei sie einen Soziallohnanteil von Fr. 3.-- berücksichtigte (IV-act. 65-2). Ihre
ursprüngliche rentenzusprechende Verfügung beruhte auf der Prognose, dass der
Beschwerdeführer bleibend nicht in der Lage sein werde, ein Erwerbseinkommen von
mehr als Fr. 1'625.-- pro Monat (100 h à Fr. 16.25) respektive von Fr. 21'125.-- pro Jahr
zu erzielen (IV-act. 70). Dies, da die Eingliederungsverantwortliche der
Beschwerdegegnerin davon ausgegangen war, dass der Beschwerdeführer mit diesem
von ihm bei der D._ AG effektiv erzielten Einkommen bestmöglich eingegliedert sei
(vgl. IV-act. 65) und der zuständige RAD-Arzt dies als nachvollziehbar erachtete, ohne
die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu kennen (vgl.
IV-act. 67-1). Die Frage, ob die damalige Annahme der Eingliederungsverantwortlichen
und des RAD bezüglich des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens korrekt
gewesen ist, kann hier nicht neu aufgeworfen und beantwortet werden, da die
ursprüngliche rentenzusprechende Verfügung unangefochten in formelle Rechtskraft
erwachsen und damit verbindlich geworden ist. Der zuständige RAD-Arzt hat im
Rahmen der ersten Rentenprüfung am 3. Mai 2011 notiert, die
Entscheidungsgrundlagen (Medizin, Berufsberatung, Nischenarbeitsplatz) seien noch
gleich wie im 2008 (IV-act. 67). Die agoro- und soziophobischen Störungsanteile
würden sich offensichtlich nicht weiter auf die Arbeitsfähigkeit auswirken und schienen
seit Jahren keine Therapie zu benötigen. Die anderen psychokognitiven
Einschränkungen würden sich nach wie vor auswirken (IV-act. 97-1). Eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers muss im
Vergleich zur Rentenzusprache im Jahr 2009 insofern angenommen werden, als im
Jahr 2016 eine Schwindelsymptomatik und ein Lumbovertebralsyndrom auftraten (IV-
act. 108-2 ff.) und im Jahr 2017 von fachärztlicher Seite ein Verdacht auf eine
Vestibularisparoxysmie bei typischem Gefässnervenkonflikt links geäussert wurde (IV-
act. 124-4). Im Rahmen der vorliegend zu beurteilenden Revision wurde einzig ein
Bericht von Dr. F._ eingeholt, welcher am 2. März 2021 über einen im Vergleich zum
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Jahr 2017 stationären Gesundheitszustand berichtete (IV-act. 124-1) und die
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers für körperlich mittelschwere Arbeiten ohne
Leistungsdruck mit 6 Stunden pro Tag einschätzte (IV-act. 124-2 f.). Dr. F._ verneinte
zwar in diesem zeitlichen Rahmen eine verminderte Leistungsfähigkeit, äusserte aber
gleichzeitig Bedenken, dass der Beschwerdeführer seine Leistungsfähigkeit
überschätzen könnte (IV-act. 124-3). Er nahm somit offensichtlich keine medizinisch-
theoretische Einschätzung der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers vor und ging
augenscheinlich von der effektiven Erwerbssituation des Beschwerdeführers aus, ohne
zu wissen, ob diese dessen Leistungsfähigkeit tatsächlich widerspiegelte. Auf die
Einschätzung des Hausarztes kann deshalb nicht abgestellt werden. Weitere
medizinische Unterlagen liegen, wie gesagt, nicht im Recht. Anhand der vorliegenden
Akten können keinerlei Aussagen zur medizinischen Situation des Beschwerdeführers
gemacht werden; eine Prüfung, ob eine massgebliche Veränderung des
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers oder eine Gewöhnung und Anpassung
von Seiten des Beschwerdeführers an seinen Gesundheitszustand seit der
ursprünglichen Rentenzusprache (vgl. hierzu Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl.
2020, N 36 zu Art. 17 mit Verweisen) aufgetretenen ist, ist nicht möglich. Da die vom
Beschwerdeführer ab 1. Juli 2018 ausgeübte Tätigkeit als Chauffeur für die
Arbeitgeberin entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin keine abschliessende
Festlegung des Invalideneinkommens erlaubt (vgl. hierzu nachfolgend E. 2.2), erweisen
sich medizinische Aussagen zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers als
unabdingbar. Währenddem das vorstehend Erwähnte für eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers spricht, lässt seine über Jahre hinweg
ausgeübte Tätigkeit als Chauffeur eher auf eine Verbesserung der gesundheitlichen
Situation oder auf eine Gewöhnung und Anpassung des Beschwerdeführers
schliessen, zumal diese Tätigkeit nicht ohne weiteres mit den bei der Rentenzusprache
berücksichtigten Einschränkungen in Einklang zu bringen ist (Teilleistungsprobleme im
visuomotorischen Bereich wie in der auditiven Diskriminations- und Merkfähigkeit mit
limitierter Konzentrationsspanne; vgl. vorstehend). Vor dem Hintergrund der neu
aufgetretenen Schwindelsymptomatik erscheint jedenfalls aber diese Tätigkeit als nicht
sehr naheliegend, zumal die Arbeitgeberin explizit darauf hinweist, dass höchste
Konzentration beim Fahren, Laden und Abladen gefordert werde und der
Beschwerdeführer Stress im täglichen Verkehr ausgesetzt sei (IV-act. 123-4). Damit
erweist sich der medizinische Sachverhalt als noch nicht spruchreif abgeklärt. Da die
Beschwerdegegnerin im Revisionsverfahren bezüglich der aktuellen Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers als einzige Sachverhaltsermittlung die Einforderung eines
Arztberichts des Hausarztes vorgenommen hat, ist die Sache zur ergänzenden
Abklärung an sie zurückzuweisen (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264 f.).
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Die Beschwerdegegenerin stellte in der angefochtenen Verfügung beim
Invalideneinkommen auf das vom Beschwerdeführer bei der Arbeitgeberin erzielte
Einkommen ab (vgl. IV-act. 125 und 133-1). Die Fahrtauglichkeit des
Beschwerdeführers wurde nie abgeklärt, obwohl die bei ihm allenfalls noch immer
vorliegenden Gesundheitseinschränkungen nach dem Verständnis des Gerichts einer
Chauffeurtätigkeit im Weg stehen (vgl. vorstehend E. 2.1). Der von einer invaliden
versicherten Person tatsächlich erzielte Verdienst bildet, für sich alleine betrachtet,
grundsätzlich kein genügendes Kriterium für die Bestimmung der Erwerbsunfähigkeit
und damit des Invaliditätsgrades. Das Mass der tatsächlichen Erwerbseinbusse stimmt
mit dem Umfang der Invalidität vielmehr nur dann überein, wenn - kumulativ -
besonders stabile Arbeitsverhältnisse eine Bezugnahme auf den allgemeinen
Arbeitsmarkt praktisch erübrigen, wenn die versicherte Person eine Tätigkeit ausübt,
bei der anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer
Weise voll ausschöpft, und wenn das Einkommen aus der Arbeitsleistung als
angemessen und nicht als Soziallohn erscheint (Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts vom 26. September 2006, I 385/06, E. 7.2.2.1 mit Hinweisen).
Die Beschwerdegegnerin macht grundsätzlich zu Recht geltend, dass die am 20.
Oktober 2021 per 31. Januar 2022 erfolgte Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch
die Arbeitgeberin (vgl. Sachverhalt D.j) nicht den für das vorliegende Verfahren
relevanten Zeitraum beschlage, da die angefochtene Verfügung vom 19. Oktober 2021
die zeitliche Schranke für den massgeblichen Sachverhalt bilde (vgl. act. G8, Rz. III/4).
Laut bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind jedoch Tatsachen, die sich erst später
verwirklichen, insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem
Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Verfügungserlasses zu beeinflussen (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Oktober 2016,
8C_357/2016, E. 3.2). Bevor die Beschwerdegegnerin nach Durchführung der
erforderlichen medizinischen Abklärungen (vgl. vorstehend E. 2.1) für die Festlegung
des Invalideneinkommens erneut auf das vom Beschwerdeführer bei der Arbeitgeberin
bis zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses effektiv erzielte Einkommen abstellen kann,
wird sie vor diesem Hintergrund zu prüfen haben, ob im Verfügungszeitpunkt
tatsächlich noch stabile Arbeitsverhältnisse vorlagen. Die Arbeitgeberin nennt zwar als
Kündigungsgrund den Umstand, dass sie aufgrund verschiedener Veränderungen
künftig ausschliesslich C-Chauffeure im Fahrdienst einsetzen können werde (act. G1.7).
Es wird jedoch abzuklären sein, wie sie die Leistung des Beschwerdeführers
einschätzte und ob diese und/oder seine gesundheitliche Situation nicht doch auch
Einfluss auf den Entscheid zur Kündigung hatten. Auch wird angesichts des
Umstandes, dass das Einkommen des Beschwerdeführers bei der D._ AG laut deren
erstem Fragebogen vom 27. Januar 2011 eine Soziallohnkomponente hatte (IV-act.
2.2.
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3.
92-2), obwohl es bereits ohne diese weit unter dem bei der Arbeitgeberin
ausgerichteten Lohn lag, zu klären sein, ob das vom Beschwerdeführer bei der
Arbeitgeberin erzielte Einkommen tatsächlich keine Soziallohnkomponente hatte. Die
Arbeitgeberin kreuzte zwar als Antwort auf die ihr von der Beschwerdegegnerin mittels
Fragebogens unterbreitete Frage, ob der angegebene Lohn der Arbeitsleistung
entspreche, "ja" an (IV-act. 123-5). Aufgrund der vorgenannten Umstände erscheint es
jedoch durchaus als möglich, dass die Arbeitgeberin diese Frage falsch verstanden
oder unvollständig beantwortet hatte. Hierfür spricht auch der Umstand, dass sie
gleichzeitig erklärte, sie sei bei der Prüfung von Umplatzierungsmöglichkeiten für den
Beschwerdeführer an Hilfeleistung durch die Fachleute der IV interessiert (IV-act.
123-5, Frage 4). Bei der erwerblichen Vorgeschichte des Beschwerdeführers ist der
von der Arbeitgeberin von Beginn weg ausgerichtete massiv höhere Stundenlohn ohne
detailliertere Erklärung von Seiten Arbeitgeberin nicht nachvollziehbar. Die
Beschwerdegegnerin wäre auch vor der erfolgten Kündigung gehalten gewesen, bei
der Arbeitgeberin in Erfahrung zu bringen, ob die Leistung des Beschwerdeführers
tatsächlich dem ausgerichteten Lohn entspricht. Der Vollständigkeit halber wird die
Beschwerdegegnerin bei der Arbeitgeberin in Erfahrung zu bringen haben, wieso der
Beschwerdeführer ab 2019 viel mehr Arbeitsstunden leistete (vgl. Übersicht in IV-act.
123-6). Der Sachverhalt kann jedenfalls ohne entsprechende Rückfragen bei der
Arbeitgeberin nicht als vollständig eruiert angeschaut werden. Da nach dem Gesagten
die medizinische Situation des Beschwerdeführers, dessen Fahrtauglichkeit (als
Bestandteil seiner Arbeitsfähigkeit) und dessen erwerbliche Situation ungenügend resp.
gar nicht überprüft worden sind, besteht kein Raum dafür, die angefochtene Verfügung
unbeanstandet zu lassen.
Die Beschwerde ist nach dem Gesagten dahingehend gutzuheissen, dass die
angefochtene Verfügung vom 19. Oktober 2021 aufgehoben und die Sache zur
Vornahme ergänzender Abklärungen im Sinn der vorstehenden Erwägungen und zu
neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.
3.1.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Vorliegend erscheinen Gerichtskosten von
Fr. 600.-- als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als
volles Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin
vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu
bezahlen.
3.2.
bis
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