Decision ID: b11d7161-3f13-4206-bea0-015093a914ee
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X lenkte am 26. April 2008 ein Motorfahrzeug in angetrunkenem Zustand mit einer
Blutalkoholkonzentration von mindestens 1,20 Gew.-‰. Mit Verfügung vom 23. Mai
2008 entzog ihm das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen
den Führerausweis für die Dauer von 3 Monaten wegen schwerer Widerhandlung
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gegen die Strassenverkehrsvorschriften. Der Vollzug dauerte vom 26. April bis 25. Juli
2008.
B.- Am Mittwoch, 16. September 2009, um zirka 21.11 Uhr, lenkte X seinen
Personenwagen mit dem amtlichen Kennzeichen SG 000000 in A gegen die
Abschrankung einer Baustelle an der V.-strasse. Dabei wurde die Ölwanne des
Fahrzeuges beschädigt und das vordere Kontrollschild ging verloren. Nach dem
Aufprall fuhr er zur Y-Bank weiter, bei der er als Abwart angestellt ist, um einen
Kontrollgang zu machen. Erst zu Hause bemerkte er das fehlende Kontrollschild,
worauf er wieder zur Baustelle zurückfuhr. Dort wurde er von der Polizei empfangen.
Aufgrund des festgestellten Alkoholmundgeruchs wurden zwei Atemlufttests
durchgeführt, welche einen Wert von 0,97 und 0,94 Gew.-‰ ergaben. Gestützt auf
dieses Ergebnis wurde eine Blutprobe angeordnet und der Führerausweis eingezogen.
Die Analyse der Blutprobe ergab für den Zeitpunkt der Kontrolle eine
Blutalkoholkonzentration von mindestens 1,27 Gew.-‰. Mit Verfügung vom
2. November 2009 entzog das Strassenverkehrsamt X den Führerausweis wegen
Fahrens in angetrunkenem Zustand für die Dauer von 19 Monaten.
C.- Gegen diese Verfügung erhob X mit nicht datierter Eingabe (Poststempel: 16.11.09)
Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission. Er beantragt sinngemäss, die
Entzugsdauer sei – aufgrund seiner Angewiesenheit auf das Fahrzeug aus beruflichen
Gründen – auf ein Minimum zu beschränken. Auf die Begründung wird, soweit

erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. Die Vorinstanz verzichtete am
28. Dezember 2009 auf eine Vernehmlassung. Auf Aufforderung vom 25. März 2010
hin, die berufliche Angewiesenheit mittels Arbeitsvertrags oder Stellenbeschriebs zu
belegen, reichte der Rekurrent am 13. April 2010 ein als "Stellenbeschrieb"
bezeichnetes und mit einem Stempel Y-Bank versehenes, jedoch nicht unterzeichnetes
Dokument ein.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 16. November 2009 (Poststempel) ist
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rechtzeitig eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist daher
einzutreten.
2.- Gemäss Art. 16 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG)
wird nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das
Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 (SR 741.03)
ausgeschlossen ist, der Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung
ausgesprochen. Wer wegen Alkoholeinflusses nicht über die erforderliche körperliche
und geistige Leistungsfähigkeit verfügt, gilt während dieser Zeit nach Art. 31 Abs. 2
SVG als fahrunfähig und darf kein Fahrzeug führen. Fahrunfähigkeit wegen
Alkoholeinwirkung (Angetrunkenheit) gilt gemäss Art. 1 Abs. 1 der Verordnung der
Bundesversammlung über die Blutalkoholgrenzwerte im Strassenverkehr (SR 741.13,
nachfolgend: VO BVers. BAK) in jedem Fall als erwiesen, wenn der Fahrzeugführer oder
die Fahrzeugführerin eine Blutalkoholkonzentration von 0,5 oder mehr Gew.-‰
aufweist oder eine Alkoholmenge im Körper hat, die zu einer solchen
Blutalkoholkonzentration führt. Eine schwere Widerhandlung im Sinn von Art. 16c
Abs. 1 lit. b SVG in Verbindung mit Art. 55 Abs. 6 SVG und Art. 1 Abs. 2 VO BVers.
BAK begeht, wer in angetrunkenem Zustand mit einer Blutalkoholkonzentration von 0,8
Gew.-‰ oder mehr ein Motorfahrzeug führt.
Angesichts der Blutalkoholbestimmung vom 23. September 2009 des Instituts für
Rechtsmedizin am Kantonsspital St. Gallen bestreitet der Rekurrent zu Recht nicht,
dass er am 16. September 2009 seinen Personenwagen in A. mit einer
Blutalkoholkonzentration von mindestens 1,27 Gew.-‰. gelenkt hat. Damit hat er
Art. 31 Abs. 2 SVG schuldhaft verletzt und eine schwere Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsbestimmungen im Sinn von Art. 16c Abs. 1 lit. b SVG begangen.
3.- Umstritten ist die Dauer des Entzugs des Führerausweises.
a) Bei der Festsetzung der Dauer des Lernfahr- oder Führerausweisentzugs sind
gemäss Art. 16 Abs. 3 SVG die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen,
namentlich die Gefährdung der Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als
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Motorfahrzeugführer sowie die berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen.
Die Mindestentzugsdauer darf jedoch nicht unterschritten werden. Gemäss Art. 16c
Abs. 2 lit. c SVG wird der Lernfahr- oder Führerausweis nach einer schweren
Widerhandlung mindestens für 12 Monate entzogen, wenn in den vorangegangenen 5
Jahren der Ausweis einmal wegen einer schweren Widerhandlung oder zweimal wegen
mittelschweren Widerhandlungen entzogen war.
b) aa) Der Führerausweis war dem Rekurrenten wegen einer schweren Widerhandlung
(Fahren in angetrunkenem Zustand mit einer Blutalkoholkonzentration von mindestens
1,20 Gew.-‰) für 3 Monate bis 25. Juli 2008 entzogen. Da der Rekurrent – vor Ablauf
von 5 Jahren – am 16. September 2009 erneut in angetrunkenem Zustand mit einer
Blutalkoholkonzentration von mehr als 0,8 Gew.-‰ ein Motorfahrzeug gelenkt hat,
beträgt die Mindestentzugsdauer 12 Monate (Art. 16c Abs. 2 lit. c SVG).
Die Vorinstanz ist von der gesetzlich vorgeschriebenen minimalen Entzugsdauer von 12
Monaten abgewichen und hat dem Rekurrenten den Führerausweis für die Dauer von
19 Monaten entzogen. Zur Begründung wird in der angefochtenen Verfügung
festgehalten, dass sich die kurze Dauer zwischen dem Ablauf des letzten Entzugs und
der erneuten Trunkenheitsfahrt erhöhend auf die Entzugsdauer auswirke. Die
präventive Zielsetzung des nun angesetzten Warnungsentzuges solle daher mittels
einer längeren Entzugsdauer erreicht werden. Der Rekurrent habe innert Frist keine
erhöhte, berufliche Sanktionsempfindlichkeit geltend gemacht. Unter Berücksichtigung
aller relevanten Beurteilungskriterien erscheine ein Führerausweisentzug für die Dauer
von 19 Monaten als angemessen.
bb) Mit der Mindestentzugsdauer von 12 Monaten hat der Gesetzgeber dem Rückfall
Rechnung getragen. Dies schliesst allerdings eine Erhöhung der Entzugsdauer
aufgrund der konkreten Umstände des Rückfalls nicht aus. Vor dem Hintergrund des
Zwecks der Administrativmassnahmen, namentlich der Besserung und Erziehung eines
fehlbaren Lenkers, erscheint eine Massnahmeerhöhung bei Rückfällen innerhalb der
ersten Hälfte der Rückfallfrist als zulässig. Denn der erste Führerausweisentzug hat den
Rekurrenten nicht von der Begehung einer weiteren schweren Widerhandlung gegen
die Strassenverkehrsvorschriften abgehalten und somit den angestrebten
erzieherischen Effekt nicht erreicht. Jedenfalls stellt dies keine unzulässige
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Doppelverwertung des Rückfalls zu Lasten des Betroffenen dar. Die bundesgerichtliche
Rechtsprechung, wonach unter der Geltung des alten Rechts das Fahren in
angetrunkenem Zustand sowie die Tatsache des Rückfalls innerhalb der
Mindestentzugsdauer des FiaZ-Rückfalls erfasst waren und daher weder beim
Verschulden noch beim Leumund zusätzlich zu Ungunsten des Betroffenen
berücksichtigt werden durften, ist nicht einschlägig. Einerseits erging der Entscheid
unter der Geltung des alten Rechts, andrerseits ging es um die Beurteilung eines
Vorfalls, der sich nicht innerhalb, sondern nach Ablauf der Rückfallfrist ereignet hatte.
Zudem wurden bereits damals Ausnahmefälle vorbehalten (vgl. zum Ganzen BGE 128 II
182 E. 3a mit Hinweisen).
Zudem ist es grundsätzlich nicht zu beanstanden, für die Bemessung der Massnahme
auf Tarife abzustellen, wo sich die objektive Tatschwere, wie beim Fahren in
angetrunkenem Zustand das Ausmass der Alkoholisierung, zumindest teilweise in
einem Messergebnis niederschlägt. Da solchen Tarifen aber lediglich eine
Richtlinienfunktion zukommt, dürfen sie nicht schematisch gehandhabt werden. Der
Tarif dient deshalb lediglich als Ausgangspunkt, von dem aus die Sanktion im Rahmen
einer Gesamtwürdigung aller wesentlichen Zumessungsfaktoren des Einzelfalls
festgesetzt werden muss (vgl. Ph. Weissenberger, Die Zumessung des
Warnungsentzugs von Führerausweisen, in: SJZ 95/1999, S. 461 mit Hinweis auf BGE
124 II 44). Nach den vorinstanzlichen Richtlinien vom 26. Oktober 2005 zieht ein
Alkoholisierungsgrad zwischen 1,0 und 1,29 Gew.-‰ bei einem Rückfall innerhalb des
zweiten Jahres nach dem Ablauf des letzten Warnungsentzugs wegen Fahrens in
angetrunkenem Zustand eine Erhöhung der Mindestentzugsdauer von 12 Monaten um
6 Monate nach sich.
Die beim Rekurrenten festgestellte Alkoholisierung von mindestens 1,27 Gew.-‰
entspricht einer mittelschweren Angetrunkenheit, welche den Reaktionsablauf
erschwert und zu Störungen des Gleichgewichtssinns und des Muskelzusammenspiels
führt (vgl. P.M. Macri, Schluss- und Nachtrunk beim Fahren in angetrunkenem Zustand,
Diessenhofen 1976, S. 21 f.). Der Rekurrent gab an, zwischen 19.45 und 21.00 Uhr
rund 0,9 Liter Bier getrunken zu haben. Dessen ungeachtet setzte er sich danach ins
Auto. Ein Fahrzeugführer handelt vorsätzlich, wenn er die Fahrt antritt, obwohl er weiss
oder mit der Möglichkeit rechnen muss, dass er angetrunken ist (BGE 128 II 182 E. 3b).
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Dem Rekurrenten muss bewusst gewesen sein, dass er so kurze Zeit nach dem
Trinken zufolge Alkoholisierung noch nicht fahrfähig war. Der Rekurrent hat bereits
knapp 14 Monate und damit zu Beginn des zweiten Jahres nach Ablauf des letzten
Entzugs des Führerausweises wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand erneut
angetrunken ein Motorfahrzeug gelenkt. Die Blutalkoholkonzentration von mindestens
1,27 Gew.-‰ lag zudem an der oberen Grenze der Bandbreite von 1,0 bis 1,29 Gew.-
‰, für welche in der Regel eine Erhöhung von 6 Monaten vorgesehen ist. Unter diesen
Umständen ist die von der Vorinstanz in Würdigung der Gefährdung, des Verschuldens
und des automobilistischen Leumunds vorgenommene Erhöhung der
Mindestentzugsdauer von 12 Monaten um 7 Monate nicht zu beanstanden.
cc) Im Rekurs macht der Rekurrent erstmals geltend, er sei beruflich dringend auf das
Auto angewiesen. Als Abwart der Y-Bank habe er auch Kurierdienste zu verrichten.
Dazu habe er täglich die Filialen in B, C und D zwecks Aktentransfers, Geldtransports,
Technikunterhalts sowie für die Schneeräumung aufzusuchen. Ohne Führerschein
müsse er für die Ausübung dieser Tätigkeiten einen Fahrer engagieren, was ihn im
Monat mindestens Fr. 600.-- koste. Das könne er sich nicht leisten. Den monatlichen
Verdienst von Fr. 6'200.-- benötige er, um die Hypothekarzinsen zu bezahlen und
diversen Kredit- und Leasingverpflichtungen nachzukommen. Zudem habe er eine
Tochter, die noch in Ausbildung sei. Demnächst komme zusätzlich zu den drei
genannten Filialen eine weitere hinzu, und zwar in E. Da er seine berufliche Tätigkeit
ohne Führerschein nur eingeschränkt ausüben könne, befürchte er den Verlust der
Arbeitsstelle.
Bei der beruflichen Notwendigkeit, ein Fahrzeug zu führen, ist dem Grundsatz der
Verhältnismässigkeit Rechnung zu tragen und deshalb zu berücksichtigen, in welchem
Masse ein Fahrzeugführer stärker als der normale Fahrer vom Führerausweisentzug
betroffen ist. Im Einzelfall ist daher zu bestimmen, in welchem Grad der Betroffene auf
den Führerausweis angewiesen ist. Ob und wie weit eine berufliche Angewiesenheit
schliesslich für sich allein oder zusammen mit anderen Beurteilungsmerkmalen (z.B.
einem getrübten automobilistischen Leumund) zu einer Herabsetzung der
Entzugsdauer führt, ist erst im Rahmen einer Gesamtbeurteilung aller wesentlichen
Elemente zu prüfen (vgl. BGE 123 II 572 E. 2c). Eine berufliche Notwendigkeit, ein
Fahrzeug zu führen, wird nach der Praxis des Bundesgerichts grundsätzlich nur
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angenommen, wenn die Ausübung des Berufs durch den Führerausweisentzug
materiell verboten wird, wie dies z.B. bei einem Berufschauffeur der Fall ist, der für die
Fahrdienste entschädigt wird. Dasselbe gilt, wenn die Unmöglichkeit, ein Fahrzeug zu
führen, einen solchen Einkommensverlust oder so beachtliche Kosten verursachen
würde, dass diese Massnahme offensichtlich als unverhältnismässig erscheint (Praxis
79/1990 Nr. 150).
Der Rekurrent ist für den Hausdienst der Y-Bank mit Standorten in A, B, C, D und
zukünftig auch in E zuständig (vgl. homepage). Die Ausübung dieser Tätigkeit wird
durch den Führerausweisentzug nicht verboten. Er hat weder einen von der
Arbeitgeberin unterzeichneten Arbeitsvertrag, in welchem beispielsweise die
Fahrberechtigung für die Kategorie B als Anstellungsbedingung festgehalten wäre,
noch einen von seiner vorgesetzten Stelle visierten Stellenbeschrieb, welcher die
behaupteten Funktionen belegen würde, eingereicht. Hingegen ist aufgrund der Anzahl
der Angestellten und der Grösse der Unternehmung glaubhaft, dass der Rekurrent
beispielsweise den technischen Unterhalt an sämtlichen Standorten zu gewährleisten,
Transporte zwischen den Standorten zu erbringen und für die technischen
Einrichtungen bei Ausstellungen, Generalversammlung und Messen zu sorgen hat.
Insoweit ist es anhand der Angaben im nachträglich eingereichten "Stellenbeschrieb"
nachvollziehbar, dass der Rekurrent seine beruflichen Aufgaben teilweise unter
Zuhilfenahme seines Personenwagens erfüllt. Mit dem Entzug des Führerausweises
wird ihm deshalb die Ausübung seiner Tätigkeit erschwert. Insgesamt erscheint eine
leicht- bis mittelgradig erhöhte Sanktionsempfindlichkeit als ausgewiesen. Dieser
Umstand ist bei der Bemessung der Entzugsdauer zu Gunsten des Rekurrenten zu
berücksichtigen, und zwar im Umfang von rund 4 Monaten.
c) Unter Berücksichtigung der Mindestentzugsdauer von 12 Monaten, dem
einschlägigen Rückfall innerhalb von 14 Monaten, dem Ausmass der Alkoholisierung
bei der Fahrt in angetrunkenem Zustand am 16. September 2009 und der erhöhten
Sanktionsempfindlichkeit erscheint eine Entzugsdauer von 15 Monaten als
angemessen. Mit der Berücksichtigung der in Art. 16 Abs. 3 SVG genannten
Bemessungskriterien wurde auch dem in Art. 5 Abs. 2 und Art. 36 Abs. 3 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, abgekürzt: BV)
verankerten Grundsatz der Verhältnismässigkeit ausreichend Rechnung getragen.
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4.- Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurs gutzuheissen ist. Da der Rekurrent
die berufliche Angewiesenheit erst im Rekursverfahren geltend gemacht hat, kann der
Vorinstanz nicht vorgeworfen werden, diesen Umstand nicht berücksichtigt zu haben.
Dem Verursacherprinzip entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
deshalb trotz Obsiegens aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 2 VRP). Eine Entscheidgebühr von
Fr. 1'000.-- ist angemessen (vgl. Art. 13 Ziff. 522 des Gerichtskostentarifs, sGS
941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- ist zu verrechnen. Bei diesem Ausgang
des Verfahrens besteht kein Anspruch auf ausseramtliche Entschädigung.