Decision ID: 22a79751-162e-55fa-9bf1-0a17d5740bce
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1961 geborene
X._
, gelernter Buchbinder, zuletzt
seit 2001
als
Informatik
er
tätig
, meldete sich am 24. Mai 2005 unter Hinweis auf bleibende Beschwerden nach einer Burnout-Krise bei der
Invalidenversicherung zum Leistungsbezug
(Rente) an (Urk. 8/1).
Mit Verfügung
en
vom
11. Januar 2006
beziehungsweise
1
2.
April 2006
sprach ihm
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Wirkung ab
1. Juli 2005
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von
50
%
eine halbe Rente (samt Kinderrenten) zu
(Urk. 8/22
-23
).
1.2
D
ie IV-Stelle
bestätigte d
en Anspruch auf eine halbe Rente revisionsweise mit Mitteilung
en
vom
6. Juni 2007 (Urk. 8/32) und vom 16. Dezember 2008 (Urk. 8/41)
. Die IV-Stelle gewährte dem Versicherten
sodann
Arbeitsvermittlung (
Mitteilung vom 5. Mai 2010,
Urk. 8/45) und bestätigte den Anspruch auf eine halbe Rente
anlässlich einer erneuten Revision
mit Mitteilung vom 27. Juli 2012 (Urk. 8/68).
1.3
Nachdem die IV-Stelle im
Juli
2013 eine weitere Überprüfung des Rentenan
spruchs eingeleitet hatte, stellte sie de
m
Versicherten mit Vorbescheid vom
23. September 2014 (Urk. 8/87
) die wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom
1
2.
April 2006
zufolge zweifelloser Unrichtigkeit beziehungs
-
weise die Einstellung der bisherigen (halben) Rente in Aussicht.
Nachdem der Versicherte dagegen Einwand erhoben hatte (Urk. 8/91), hielt die IV-Stelle mit Verfügung vom 18. November 2014 an der wiedererwägungsweise
n
Aufhebung der halben Invalidenrente fest (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
- unter Beilage eines Berichtes des
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
,
vom 24. Dezember 2014 (Urk. 3) - am 5. Januar 2015 Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom 18. November 2014 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm die gesetzlich geschuldeten Leistungen zu erbringen, insbesondere sei ihm eine Invalidenrente auszurichten (Urk. 1). Die IV-Stelle schloss am 4. Februar 2015 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7). Ein Doppel dieser Eingabe wurde dem Beschwerdeführer am 10. Februar 2015 zugestellt (Urk. 9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die den Invaliditätsgrad und dessen Bemessung betreffenden rechtlichen Grundlagen (Art. 28 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG; Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
, ATSG) sind im angefochtenen Entscheid zutreffend wiedergegeben (Urk.
2 S.
1). Darauf kann verwiesen werden.
1.2
Die Verwaltung kann auf formell rechtskräftige Verfügungen zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erhebli
cher Bedeutung ist (Art. 53 Abs. 2 ATSG). Zweifellose Unrichtigkeit im
wieder
erwägungsrechtlichen
Sinne liegt etwa vor, wenn die Verfügung aufgrund fal
scher oder unzutreffender Rechtsregeln erlassen oder wenn
massgebliche
Be
stimmungen nicht oder unrichtig angewendet wurden. Weiter kann eine zwei
fellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung auch bei unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts gegeben sein. Darunter fällt insbesondere eine unvollständige Sachverhaltsabklärung aufgrund einer klaren Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61
lit
. c ATSG). Die Wiedererwägung im Sinne dieser Bestimmung dient somit der Korrektur einer anfänglich unrichtigen Rechtsanwendung
einschliess
lich
unrichtiger Feststellung im Sinne der Würdigung des Sachverhalts. Eine auf keiner nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzung der
massgeblichen
Arbeitsfä
higkeit beruhende Invaliditätsbemessung ist nicht rechtskonform und die ent
sprechende Verfügung zweifellos unrichtig im wiedererwägungsrechtlichen Sinne (Urteil des Bundesgerichts 8C_947/2010 vom 1. April 2011 E. 2.2.1 mit weiteren Hinweisen). Auch klar unzutreffende Annahmen, die für die
Diagno
sestellung
von entscheidender Bedeutung sind, können in gleicher Weise wie das Fehlen einer nachvollziehbaren fachärztlichen Einschätzung der Arbeitsfä
higkeit eine Leistungszusprechung als zweifellos unrichtig im
wiedererwä
gungsrechtlichen
Sinne erscheinen lassen (Urteil des Bundesgerichts 9C_86/2013 vom 30. April 2013 E. 2.1 mit Hinweisen)
.
1.
3
Jede psychogene Störung, ob einfache oder neurotische Form, kann im Einzel
fall Krankheitswert haben, weshalb jeder Einzelfall sorgfältig geprüft werden muss. Notwendig sind in jedem Fall ein ausführlicher ärztlicher Bericht oder ein entsprechendes fachärztliches Gutachten sowie die Abklärung der erwerblichen Umstände (AHI 1997 S. 43 E. 5c). Dabei müssen psychiatrische Berichte in der Regel auf einer persönlichen Untersuchung beruhen (RKUV 2001 Nr. U 438
S. 345, Urteile des Bundesgerichts 9C_602/2007 vom 11. April 2008 E. 5.3 und I
169/06 vom 8. August 2006 E. 4.4 mit Hinweisen). Für die verlässliche Beurtei
lung des psychischen Gesundheitszustandes und seiner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind in der Regel psychiatrische Fachärzte beizuziehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.3., Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februar 2011 E. 4.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychoso
ziale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Be
funde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die
Ar
beits
- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentli
chen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127
V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Entscheid (Urk. 2) damit,
dass b
ei der
Rentenz
usprechung im Jahr 2006 kein invalidenversicherungsrechtlich rele
vanter Gesundheitsschaden ausgewiesen gewesen
sei
, da die Diagnose vor allem auf die psychosozialen Belastungsfakto
ren zurückzuführen gewesen sei
.
In der heutigen Revision zeigten sich beim Beschwerdeführer viele Ressourcen. Auch heute lägen noch psychosoziale Belastungsfaktoren vor, wie die Scheidung sei
ner Ehe und eine konflikthafte Beziehung mi
t einer neuen Partnerin (S. 2).
Klammere man die psychosozialen Belastungsfaktoren aus, könne aus rechtli
cher Sicht gesagt werden, dass die vorhandenen gesundheitlichen Einschrän
kungen überwindbar seien.
Das bedeute, dass mit einer zumutbaren
Willensan
strengung
die angestammte Tätigkeit zu
100
%
ausgeübt werden könne
(S. 3)
.
Es könne gesagt werden, dass die vorliegenden Diagnosen aus den Jahren 2006 und 2008, Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (F43.22)
,
als vorübergehend gelte
n würden
. Der Wiedererwägungsgrund liege in diesen zwei Jahren vor.
Im Jahr 2012 sei seitens der IV-Stelle der
Untersu
chungsgrundsatz
verletzt worden. Es seien keine Unterlagen bezüglich de
r
selb
ständigen Erwerbstätigkeiten angefordert worden und es sei kein neuer
Ein
kommensvergleich
gemacht worden
(S
.
3)
.
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber in seiner Beschwerde (Urk. 1) auf den Standpunkt, dass die Voraussetzungen einer Wiedererwägung nicht ge
geben seien. Wolle zum heutigen Zeitpunkt von der Beschwerdegegnerin entge
gen den Aussagen der vorliegenden Arztberichte und entgegen den Aussagen des RAD ein veränderter Gesundheitszustand geltend gemacht werden, so müsste sie ein psychiatrisches Gutachten anordnen. Solange kein Gutachten den von betreuenden Fachpersonen ausgewiesenen, selb
ständigen
Gesundheitsscha
den
wi
derlege, sei die Einstellung der Rente widerrechtlich (S. 10).
2.3
Strittig und zu prüfen ist,
ob die Be
schwerdegegnerin die Verfügungen
vom
11. Januar 2006
beziehungsweise
1
2.
April 2006
(Urk. 8/22 und
Urk.
8/23)
zu Recht wiedererwägungsweise aufgehoben und die ganze Rente mit Wirkung ab dem
1. Januar 2015
eingestellt hat.
3.
3.1
Die IV-Stelle stütze sich bei der Rentenzusprechung im Jahr 2006 auf die Be
richte der
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Allgemeinmedizin
,
sowie der behandelnden Psychotherapeutin
A._
:
3.1.1
Dr.
Z._
,
Fachärztin für
Allgemeinmedizin
,
stellte im Bericht
vom
4
. August 2005 (Urk. 8/13)
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Ar
beitsfähigkeit:
mittelschwere
Depression, wahrscheinlich reaktiv, mit somatischen Be
schwerden
Verdacht auf Angstsyndrom
Schlafstörung
multiple psychosoziale Belastungsfaktoren
Sie führte aus, der Beschwerdeführer sei in Trennung von seiner langjährigen Ehefrau gestanden, mit der er auch zwei Kinder im Schulalter habe. Es hätten ihn Zweifel geplagt, seine Tätigkeit am Arbeitsplatz überhaupt noch ausführen zu können, da Konzentrationsstörungen aufgetreten seien und ihm Erschöp
fungszustände mit Weinkrämpfen sowie auch Hyperventilationsanfälle die Ar
beit am Computer verunmöglicht hätten. Der Beschwerdeführer habe trotz ex
-
tremer
Müdigkeit an Schlafstörungen gelitten, die ihn bis heute begleiteten, so
dass er Mühe habe, morgens aufzustehen. Im Weiteren sei es zu deutlichen Verwahrlosungszeichen und sozialem Rückzug sowie erhöhtem Alkoholkonsum gekommen, weshalb eine intensive psychologische Betreuung erforderlich ge
worden sei
. An eine Rückkehr an den Arbeitsplatz sei damals nicht zu denken gewesen. Der
Beschwerdeführer
habe sich bei
der
delegierte
n Psychologin in
B._
sofort gut aufgehoben gefühlt und habe die Termine regelmässig wahr
genommen. Unter dieser Betreuung sei es im Verlauf zur Besserung vor allem der somatischen Beschwerden wie
Thoraxschmerzen
und Hyperventilation ge
kommen, die Beschwerden im Rahmen der Depression wie Konzentrationsstö
rungen, Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit mit Ge
wichtsverlust seien weiterhin persistent, auch die Angstsymptome seien noch vorhanden. Der Beschwerdeführer sei bemüht, seine Arbeit wieder aufzunehmen und habe dies seit dem 30. Mai 2005 auch zu 50
%
schaffen können. Die Be
handlung und Heilung der Depression werde voraussichtlich noch längere Zeit in Anspruch nehmen, weshalb aus hausärztlicher Sicht mit einer Arbeitsunfä
higkeit von ungefähr 50
%
für eine befristete Zeit zu rechnen sei
(Urk. 8/13/
5-6).
3.
1.
2
Die behandelnde
Psychotherapeutin
A._
hielt im Berich
t
vom 18
. August 2005 (Urk. 8/15)
fest, der Beschwerdeführer sei im Spätsommer letzten Jahres zu ihr in die Psychotherapie gekommen mit einem Erschöpfungs- und
Burnout
syndrom
, das sie erfolgreich durch Körper-, Atem- und Psychotherapie
hätten
bearbeiten können. Es bleibe eine Anpassungsstörung mit Angst und depressi
ver Reaktion gemischt (ICD
-
1
0 F43.22). Der Beginn der Beeinträchtigung datiere im Frühling 2004. Sie schätzte die Arbeitsfähigkeit zu 50
%
als bedenkenlos ein, doch würde sich eine Mehrbelastung kontraproduktiv auswirken. Zu einem späteren Zeitpunkt seien sicher auch 70
%
verantwortbar. Als weitere Mass
nahmen seien zwei Mal monatlich Psychotherapie und Coaching geplant. Be
züglich der Prognose hielt sie fest, sie denke, dass der Beschwerdeführer in zwei Jahren seine Beeinträchtigungen überwunden habe und entsprechend einsatzfä
hig sein werde.
3.
2
Im Rahmen der im Jahr 2007 durchgeführten Revision holte die IV-Stelle Be
richte der Hausärztin sowie der behandelnden Psychotherapeutin ein:
3.2.1
Dr.
Z._
stellte im Bericht vom
21. Mai 2007 (Urk. 8/28)
folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
Depression (seit 2004)
Verdacht auf Angstsyndrom (seit 2004)
Asthma bronchiale (seit 2004 und länger)
chronische rezidivierende Diarrhoe
(seit 2006)
Der Beschwerdeführer sei zeitlich und örtlich gut orientiert, es bestehe ein leich
ter Tremor. Er wirke müde und abgespannt.
Vom
30. Mai 2005 bis 21. Mai 2007
(und weiterhin)
bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit.
3.
2.2
Die behandelnde Psychotherapeutin
A._
stellte im Bericht vom
21. Mai 2007 (Urk. 8/29)
die Diagnose einer Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD
-
10 F43.22). Sie stellte fest, seit Sommer 2006 zeige sich eine leichte Besserung der Anpassungsstörung. Die Angstzustände hätten reduziert werden können. Die weiteren Massnahmen seien zwei Mal monatlich Psychotherapie und Coaching. Sie denke, dass der Beschwerdeführer Ende die
ses Jahres seine Beeinträchtigungen überwunden habe
n
und entsprechend ein
satzfähig sein werde.
3.
3
Bei der Revision im Jahr 2008 stützte sich die IV-Stelle wiederum auf Berichte der Psychotherapeutin und der Hausärztin:
3.3.1
Die Psychotherapeutin
A._
stellte im Bericht vom 3. September 2008 (Urk. 8/38) die gleiche Diagnose einer Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD
-
10 F43.22). Der Zustand habe sich verbessert. Als thera
peutische Massnahmen bestünden zwei Mal monatlich Psychotherapie und Coaching.
3.
3.2
Dr.
Z._
hielt
im Bericht vom
1. Oktober 2008 (Urk. 8/39)
fest, der Ge
sundheitszustand habe sich verbessert. Sie stellte die Diagnosen einer
Anpas
sungsstörung
mit Depression und Angst; im Vordergrund sei nun weniger die Depression, sondern es habe sich klar eine Angst-Panik-Störung herauskristal
lisiert, die den Beschwerdeführer im Alltag und vor allem bei Leistungsdruck stark behindere und weiterhin zu einer Arbeitsfähigkeit führe. Die Prognose sei unter Therapie gut, da immerhin die Depression nun unter Kontrolle sei.
3.4
Im Rahmen der im Jahr 2011 eingeleiteten Revision holte die IV-Stelle Berichte der Psychotherapeutin
C._
und
Dr.
med.
D._
sowie der Hausärztin ein:
3.
4.1
Die Psychotherapeutin
C._
sowie
Dr.
med.
D._
, Oberarzt
,
Psychothe
rapeutisches Ambulatorium,
E._
,
welche den Beschwerdeführer seit 1
2.
Februar 2008 behandelten,
stellten im
undatierten
Bericht
(
Eingang
:
23. No
vember 2011
,
Urk.
8/57)
die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Stö
rung, gegenwärtig mittelgradige Episo
de mit somatischem Syndrom (ICD-
10 F33.11). Sie hielten fest, der Beschwerdeführer leide an Schlafstörungen, Stö
rungen des Verdauungstraktes, Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen, starke
r
Erschöpfung bei gleichzeitigem
Angetriebensein
sowie
Existenzängsten. Die gegenwärtige Behandlung umfasse eine körperzentrierte Psychotherapie, eine Sitzung alle drei Wochen. Der Beschwerdeführer nehme das Medikament
Solevita
ein.
Die Arbeitsunfähigkeit betrage 50
%
seit Mai 2005 bis auf weite
res. Längerfristig gesehen könne mit einer Erhöhung der Einsatzfähigkeit im Umfang von 80
%
gerechnet werden.
3.
4.2
Dr.
Z._
hielt im Bericht vom
18. Dezember 2011 (
Urk.
8/60
/5
)
fest, die bisherige Berentung sei hauptsächlich auf der Basis der psychiatrischen Stö
rung, die eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion beinhal
tet habe, erfolgt. Unter einer regelmässigen Psychotherapie habe sich der Be
schwerdeführer beruhigen können, indem sich die häufigen Panik- und Angst
zustände deutlich reduziert hätten. Weiterhin bestehe eine deutliche depressive Symptomatik, die unter Behandlung stehe und zur 50%igen Arbeits- und Er
werbsunfähigkeit führe.
3.
5
Anlässlich der aktuellen, im Jahr 2013 eingeleiteten Revision holte die IV-S
telle einen Bericht
von
MSc
,
d
ipl.
phil.
F._
und
Dr.
med.
Y._
vom
G._
,
Psychotherapeutisches Ambulatorium,
H._
,
ein. Diese behandeln
den Beschwerdeführer seit 20. August 2013
und
stellten im
undatierten
Bericht
(
Eingang 1. Juli 2014
,
Urk.
8/85)
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
Rezidivierende depressive Störung, mittelgradige Episode mit somati
schem Syndrom (F33.11)
Akzentuierte Persönlichkeitszüge im ängstlich-vermeidenden Bereich (Z73.1)
Probleme in der Beziehung zur Partnerin (Z63.0)
Sie hielten fest, der Beschwerdeführer sei im Bewusstsein klar und allseits orien
tiert. Es bestünden Konzentrations-, Merkfähigkeits- und Gedächtnisstörungen. Das formale Denken sei gehemmt und grübelnd.
Er habe Befürchtungen und Zwänge: leichtes Misstrauen und
eine
leicht
klaustrophobische
Tendenz. Es be
stehe kein Hinweis auf inhaltliche Denkstörungen und keine Sinnestäuschun
gen.
Intermittierende Depersonalisationserscheinungen seien vorhanden. Die Affektivität sei gekennzeichnet durch ein Gefühl der Gefühllosigkeit und der inneren Leere, er sei affektarm, die Vitalgefühle seien gestört, er sei deprimiert, hoffnungslos, ängstlich,
dysphorisch
, gereizt, innerlich unruhig, habe Insuffi
zienzgefühle, Existenzängste, sei ambivalent, affektlabil und
affektinkontinent
. Der Beschwerdeführer sei antriebsarm und motorisch unruhig.
Sie verwiesen auf
z
ircadiane
Besonderheiten
(
morgens schlechter mit Früherwachen, abends schlechter
)
. Zum jetzigen Zeitpunkt bestehe kein Anhalt von akuter Suizidalität.
Es bestünden
Schlaf- und
Vigilanzstörungen
. Die Schlafdauer sei verkürzt
und es bestünden Müdigkeit und Erschöpfung. Der Appetit sei unauffällig
,
d
ie Sexu
alität etwas vermindert. Zudem seien Mundtrockenheit, Magenbeschwerden, Obstipation, Atembeschwerden (Asthma), Schwindel, Herzklopfen, vermehrtes Schwitzen, Kopfdruck und Rückenbeschwerden festzustellen.
Der Beschwerdeführer sei zu 50
%
arbeitsfähig in der bisherigen Tätigkeit. In welchem Umfang eine behinderungsangepasste Tätigkeit möglich sei, sei von ihnen nicht beurteilbar und müsste speziell abgeklärt werden.
Die gegenwärtige Behandlung sei eine ambulante, integrierte psychiatrisch-psy
chotherapeutische Behandlung, eine Sitzung pro Woche. Der Beschwerdeführer nehme das Medikament
Solevita
forte ein, sie überlegten aktuell
,
die Medikation zu verändern.
3.6
Der Beschwerdeführer reichte mit der Beschwerde einen neuen Arztbericht
des
Dr.
Y._
ein.
Dieser
stellte im Bericht vom
24. Dezember 2014 (
Urk.
3)
die Di
agnose der seit Jahren bestehenden rezidivierenden depressiven Störung sowie
einer neu dazugekommenen Panikstörung. Der Beschwerdeführer beschreibe ein anfallsartiges Geschehen, das plötzlich auftrete, überraschend, ohne erkennbare Auslöser an verschiedenen Orten (zum Beispiel in der Küche oder auch beim Joggen draussen im Wald):
E
r spüre dann Enge in der Brust, Atemnot, eine Hit
zewelle aufsteigend in den Kopf, ein inneres Weggehen von der Umwelt (wie in einem unrealen Film sein), etwas komme wie von hinten über ihn rein (wie eine Decke). Gleichzeitig empfinde er heftige Angst, bekomme wacklige Knie, spüre raschen Puls. Im September/Oktober 2014 habe er diese Attacken ungefähr ein
mal wöchentlich erlebt, im November oder Dezember seltener. Die letzte Attacke stamme vom 11. Dezember 2014 anlässlich des Joggens. Nach ungefähr zwan
zig Minuten würden die Symptome langsam verschwinden, beeinflussen könne er sie kaum. Sich hinlegen könne nützlich sein, aber auch verschlechternd. Diese Attacken würden Panikattacken entsprechen. Der Beschwerdeführer er
fülle 12 der 14 Symptome des IDCL Fragebogens für Panikstörung, Teil B.
Therapeutisch hätten sie dem Beschwerdeführer
Temesta
Expidet
verschrieben. Er solle
Temesta
bei Auftreten einer Panikattacke nehmen, was er allerdings bis jetzt nicht gemacht habe, da seither nur einmal eine Attacke aufgetreten sei.
Zusätzlich sei beim Patienten auch ein Beschwerdekomplex im Sinne einer Klaust
rophobie
eruierbar
: er vermeide
das Liftfahren und das Zugfahren soweit möglich. Ebenso fahre er nicht durch Tunnels, wenn er alleine in einem Auto
s
ei. In eine MRI Röhre geschoben zu werden für eine Untersuchung sei für ihn eine
unaushaltbare
Vorstellung. Diese
klaustrophobischen
Beschwerden hätten in letzter Zeit eher zugenommen.
Sie würden denken, dass beide
Beschwerdebil
der
, sowohl Panikstörung als auch
klaustrophobische
Symptome, wesentlich seien für die Arbeitsfähigkeit/-unfähigkeit und für eine künftige Arbeitstätigkeit des Patienten und die Anforderungen an eine solche Tätigkeit entsprechend an
zupassen seien. Die aktuelle Medikation bestehe
aus
Solevita
forte und
Valdo
xan
und
Temesta
Expidet
in Reserve.
4.
4.1
Die IV-Stelle
ging bei der Rentenzusprechung im Jahr 2006 (
Urk.
8/22
-23
) da
von aus
,
dass
der
Beschwerdeführe
r
sowohl in der angestammten wie auch in einer angepassten Tätigkeit zu
50
%
arbeitsunfähig ist.
Diese Beurteilung be
ruhte auf der Einschätzung der Hausärztin
Dr.
Z._
und der damaligen behandelnden Psychotherapeutin
A._
.
Auch im Rahmen der Revision
en
im Jahr 2007
und 2008
stützte sich die IV-Stelle auf Berichte der Hausärztin und der behandelnden Psychotherapeutin und bestätigte die halbe Invalidenrente
(
Urk.
8/32
und
Urk.
8/41
). Im Rahmen der
Revision im Jahr 2011 stützte sich die IV-Stelle auf die Beurteilung durch die Psychotherapeuti
n
C._
und
Dr.
D._
und bestätigte erneut die halbe Rente (
Urk.
8/68).
Weder bei der erstmaligen Rentenzusprechung im Jahr 2006 noch bei den Revisionen in den Jahren 2007, 2008 und 2011
äusserte
sich ein Psychiater zu den
(psychiatrischen)
Diagnosen, Befunden sowie der Arbeitsfähigkeit
.
Dr.
D._
, w
elcher den Beschwerdeführer im Jahr 2011 beurteilte, erwarb erst im Jahr 2013 den Facharzttitel Psychiatrie und Psychotherapie
(
www.doctor.fmh.ch
).
Vor diesem Hintergrund erscheint der medizinische Sach
verhalt im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenzuspr
echung
sowie
anlässlich
der Revisionen
als ungenügend abgeklärt, weshalb die Invaliditätsbemessung nicht rechtskonform und im wiedererwägungsrechtlichen Sinne zw
eifellos un
richtig war (vgl. E. 1.2
, vgl. auch Urteil des Bundesgerichts
Urteil des Bundes
gerichts 8C_864/2015 vom 30. März 2016 E. 5.1
).
4.
2
Im Rahmen der aktuellen, im
Jahr
2013 eingeleiteten Revision wurde
erstmals
der Bericht eines Facha
rztes/Psychiaters eingereicht.
MSc
,
dipl.
phil.
F._
und
Dr.
Y._
stellten die Diagnosen
einer rezidivierenden depressiven Störung, mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (F33.11), akzentuierte Persönlichkeitszüge im ängstlich-vermeidenden Bereich (Z73.1) sowie Probleme in der Beziehung zur Partnerin (Z63.0).
4.
2
.1
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes fallen leichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch, ein
zig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie
erwiesenermas
sen
therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E.
3.3 mit Hinweis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung De
pressionen im Allgemeinen therapeutisch gut
angehbar
sind - gesetzlich ver
langten Konstellation ist den no
rmativen Anforderungen des Art. 7 Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3
). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht
auszuschliessen
sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konsequent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und stati
onären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nach
haltig ausgeschöpft wurden (
BGE 140 V 193
E. 3.3
;
BGE
137 V 64
E.
5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E.
4.1).
Die Diagnosen aus der Z-Kategorie (Kapitel XXI) des ICD-10 Systems sind für Fälle vorgesehen, in denen Sachverhalte als "Diagnosen" oder "Probleme" an
gegeben sind, die nicht als Krankheit, Verletzung oder
äussere
Ursache unter den Kategorien A00-Y89 klassifizierbar sind. Diese Belastungen fallen als solche nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens (Urteil des Bund
esgerichtes 9C_894/2015 vom 25.
April 2016 E.
5.1
mit Hinweis auf 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.1
mit
weiteren
Hinweisen).
"Burn-out" stellt als Z-Diagnose (ICD-10 Z73.0) kein
en
rechtserhebliche
n
Gesundheitsschaden dar (Urteil des Bundesgerichts
9C_645/2015 vom 3. Februar 2016 E. 4.1 mit Hinweis auf 8C_810/2013 vom
9. April 2014 E. 5.2.2 mit weiteren Hinweisen).
Akzentuierte
Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) vermögen keinen rechtserheblichen Gesundheitsschaden zu begründen (Urteil des Bundesgerichts 8C_558/2015 vom 22. Dezember 2015 E. 4.2.4 mit Hinweis auf 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.1). Dazu bedürfte es zumindest einer
Persönlichkeits
störung
(Urteil des Bundesgerichts 8C_880/2015 vom 30. März 2016 E. 4.2.5 mit Hinweisen)
.
4.
2
.
2
Die gestellten Diagnosen einer akzentuierten Persönlichkeit
(Z73.1)
sowie der Probleme
in der Beziehung zur
Partnerin
(Z63.0)
fallen als solche nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens
. Bei der Diagnose der rezidivierenden
depressiven
Störung, mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (F33.11)
ist zu prüfen, ob diese Störung
erwiesenermassen
therapie
resistent
ist.
Nach der Rechtsprechung, welche sich auf Fachliteratur stützt, beinhaltet eine intensive Psychotherapie mindestens eine Sitzung pro Woche (BGE 137 V 70
E. 5.2).
Gemäss der Psychotherapeutin
A._
war
en
im August 2005
als
regel
mässige Psychotherapie zwei Sitzungen
pro Monat
(
Urk.
8/15, E. 3.2) und im
Mai 2007
ebenfalls
zwei Sitzungen p
ro Monat vorgesehen (
Urk.
8/29
)
. Im No
vember 2011 umfasste die Behandlung bei der Psychotherapeutin
C._
bzw.
bei
Dr.
D._
eine Sitzung alle drei Wochen
(
Urk.
8/57).
Die Therapie bei
lic
. phil.
C._
wurde
Ende 2012 beendet (
Urk.
8/78).
Zwar wechselte der Beschwerdeführer a
b August 2013
in das
G._
-Ambulato
rium, wo eine wöchentliche Sitzung stattfand (
Urk.
8/85).
Von einer langjähri
gen intensiven Psychotherapie im Sinne der Rechtsprechung kann
jedoch
bis zum Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom 18. November 2014 noch nicht ausgegangen werden.
Auch in medikamentöser Hinsicht hat der Beschwerde
führer die Behandlungsmöglichkeiten nicht ausgeschöpft. Seit dem Jahr 2005
nahm er lediglich das pflanzliche Medikament
Solevita
, welches die Hausärztin verschrieben hatte (
Urk.
8/85)
,
ein und erst nach
Erlass der Verfügung vom
18. November 2014 (
Urk.
2) zusätzlich das Antidepressivum
Valdoxan
(
Urk.
3).
Vorliegend kann von einer Ausschöpfung der therapeutischen und medika
mentösen Behandlungsmöglichkeiten nicht gesprochen werden.
Der Beschwer
deführer hat wohl eine Depressionstherapie befolgt, jedoch
nicht
in genügend konsequenter Weise, welche das Scheitern des Leidens als resistent ausweisen würde.
Demgemäss
kann dem Leiden des Beschwerdeführers keine invalidisie
rende Wirkung zuerkannt werden.
4.2.3
Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus der Einschätzung
der Arbeitsunfähig
keit
durch
Dr.
Y._
und
MSc
,
dipl.
phil.
F._
, welche
festhielten
,
die bisherige Tätigkeit sei zu 50
%
zumutbar (
Urk.
8/85).
Diese
Einschätzung der Ar
beitsfähigkeit
ist nicht nachvollziehbar
,
da sie sich nicht
mit dem unauffälligen Tagesablauf des Beschwerdeführers und seinen aktenkundigen Ressourcen
aus
einandersetzt.
Diesbezüglich wurde festgehalten, dass der
Beschwerdeführer in einer Wohngemeinschaft
wohne
, insgesamt ca. 20
%
in meist freier beruflicher Tätigkeit in verschiedenen Aufgabenkreisen
arbeite
, beispielsweise als Clown im geriatrischen Bereich oder
in der
Erwachsenenbildung. Seit drei Jahren sei er mit einer neuen Partnerin zusammen. Seine Ressourcen umfassten Kreativität, Neugier, Humor, Sport. Als Hobbys betreibe er Improvisationstheater,
er
gehe Joggen, fahre gerne Fahrrad und sei in einer Männergruppe (
Urk.
8/85 S. 1).
Dr.
Y._
und
MSc
,
dipl.
phil.
F._
hielten ausserdem fest
, die Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit könnten sie nicht beurteilen (
Urk.
8/85
Ziff.
1.7
).
Im
mit der Beschwerde
eingereichten
Bericht vom 2
4.
Dezember 2014 (
Urk.
3) äusserte
Dr.
Y._
zwar
, dass sowohl
die
Panik
störung
als auch
die
klaustrophobische
n
Symptome
wesentlich seien für die Ar
beitsfähigkeit/-unfähigkeit und für eine künftige Arbeitstätigkeit des Patienten und die Anforderungen an eine solche Tätigkeit entsprechend anzupassen seien.
A
us dieser Aussage lässt sich jedoch keine konkrete Arbeitsunfähigkeit ableiten.
4.2.4
Weiter geht a
us
den Akten
hervor, dass das Beschwerdebild wesentlich durch - grundsätzlich invaliditätsfremde und daher bei der Beurteilung des
Leistun
gs
anspruchs
auszuklammernde (E.
1.3) - psychosoziale Belastungsfaktoren aus
gelöst wurde und seither von solchen geprägt ist. Namentlich zu erwähnen sind dabei
die
Trennung
im Jahr 2002
(selbst
Dr.
Z._
führte aus, dass ursprünglich die Trennung von der Ehefrau zu den bekannten Nervenzusammenbrüchen führte,
Urk.
8/28 S. 6)
und spätere Scheidung
(2
3.
Januar 2014,
Urk.
8/82
, vgl. auch
Urk.
8/85 S. 1, wonach die Scheidung für ihn nicht einfach sei
)
des Beschwerdeführers,
eine
oft
konflikthafte neue Partnerschaft seit
2010
(
Urk.
8/85 S. 1 und S. 3
), der
Verlust der Arbeitsstelle und Arbeitslosigkeit (
Urk.
8/85 S. 4
)
, Existenzängste und
zu hohe Arbeitsbelastung (
Urk.
8/57)
.
Beim Beschwerdeführer
s
pielten somit
psychosozial
e Belastungsfaktoren bei der Entstehung und Unterhaltung des depressiven Beschwerdebildes durchaus eine
massgebliche
Rolle
, w
urde
dies
doch durch
mehrere behandelnde Fachpersonen
konstatiert
(
vgl.
Urk.
8/28 S. 6,
Urk.
8/85 S. 4
)
.
Es ist daher davon auszugehen, dass die
psychische Störung des Beschwerdeführers
wesentlich durch ungüns
tige psychosoziale Umstände
geprägt
ist.
4.2.5
Bereits im August 2005 stellte die Psychotherapeutin
A._
dem Beschwerde
führer
eine günstige Prognose, wonach
er
zu einem späteren Zeitpunkt sicher auch 70
%
arbeiten könnte. Nach ihrer Einschätzung werde er in zwei Jahren seine Beeinträchtigunge
n überwunden haben (
Urk.
8/15). Auch
Dr.
Z._
hielt Mai 2007 fest, der Gesundheitszustand habe sich stabilisiert (
Urk.
8/28
S. 5)
.
Die Psychotherapeutin
A._
hielt im Mai 2007 fest, seit Sommer 2006 zeige sich eine leichte Besserung der Anpassungsstörung und die Angstzustände hätten reduziert werden können. Nach ihrer Einschätzung werde der Beschwerdeführer Ende dieses Jahres seine Beeinträchtigung überwunden haben (
Urk.
8/29).
Auch im September 2008 hielt die Psychotherapeutin
A._
fest, der Gesundheitszustand habe sich verbessert (
Urk.
8/38).
Dr.
Z._
stellte im Oktober 2008
ebenfalls
einen verbesserten Gesundheitszustand fest (
Urk.
8/39).
Die Psychotherapeutin
C._
und
Dr.
D._
hielten fest, dass längerfristig gesehen mit einer 80%igen Arbeitsfähigkeit gerechnet werden könne (
Urk.
8/57 S. 3).
Auch aufgrund di
eser
von Anfang an
guten Prognosen ist eine invalidisierende Wirkung des Leidens
des Beschwerdeführers
nicht erk
ennbar. Vielmehr bestäti
gen diese Einschätzungen
die Erfahrung, dass
Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut
angehbar
sind
(vgl. E. 4.2.1), im vorliegenden Fall aber keine ausreichenden Therapiebemühungen stattgefunden haben
beziehungsweise auf
grund von psychosozialen Belastungsfaktoren die prognostizierte Verbesserung nicht eingetreten ist
.
4.2.6
Aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht ist dem d
epressiven Leiden des Be
schwerdeführers
nach dem Gesagten
keine invalidisierende Wirkung beizumes
sen.
4.
3
Bezüglich
der im Dezember 2014 (
Urk.
3)
- nach Erlass der Verfügung vom
1
8.
November 2014 -
neu
gestellten Diagnose einer Panikstörung ist festzuhal
ten, dass diese offenbar erst ab September/Oktober 2014 auftrat (ungefähr ein
mal wöchentlich) im November oder Dezember jedoch bereits wieder seltener.
Aufgrund dessen kann nicht von eine
r
voraussichtlich bleibende
n
oder längere Zeit dauernde
n
ganze
n
oder teilweise
n
Erwerbsunfähigkeit
ausgegangen wer
den.
Der Beschwerdeführer nahm das gegen die Angstzustände verschriebene
Temesta
bisher noch gar nicht ein
, was
gegen einen ernsthaften Leidensdruck spricht.
Betreffend
der
ebenfalls im Bericht vom 2
4.
Dezember 2014
festgestellten
klaustrophob
isch
en
Symptome
ist zu bemerken, dass
nicht ersichtlich ist, wes
halb das
Vermeiden von Lift- und Zugfahren, alleine im Auto durch Tunnels zu fahren oder die Angst
,
in eine „MRI Röhre“ geschoben zu werden
(
Urk.
3)
,
die
Arbeit
sfähigkeit
wesentlich
beeinflussen
würden.
5.
Steht die zweifellose Unrichtigkeit der ursprünglichen Rentenverfügung fest, so ist wie bei einer materiellen Revision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG auf der Grund
lage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts der
Invaliditäts
grad
im Zeitpunkt der Verfügung oder des
Einspracheentscheides
zu ermitteln (in diesem Sinne auch Urteil des Bundesgerichts 9C_11/2016 vom 22. Februar 2016 E. 5 mit Hinweisen), woraus sich die Anspruchsberechtigung und allenfalls der Umfang des Anspruchs ergeben (Art. 28 Abs. 1 IVG; Urteil des Bundesge
richts 9C_11/2008 vom 29. April 2008 E. 4.2.1).
Liegt beim Beschwerdeführer keine Krankheit vor, welche
invalidenver
-
sicherungsrechtlich zur Annahme einer andauernden Arbeitsunfähigkeit f
ührt, besteht keine Invalidität, weshalb sich
die Verfügung vom
1
8.
November 2014
(
Urk.
2) als rechtens
erweist
und die Beschwerde vollum
fänglich abzuweisen
ist
.
6.
Die Kosten des Verfahrens
gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
800.-- anzusetzen und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens de
m
un
terliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.