Decision ID: f3be3cb6-26c3-59a8-aac2-f679891a9492
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- Die X GmbH mit Sitz in A wurde am 20. Januar 2009 mit einem Stammkapital von
Fr. 20‘000.– im Handelsregister des Kantons St. Gallen eingetragen. Der
Unternehmenszweck lautet wie folgt: „Planung, Projektierung und Bearbeitung von
Konzeptionen; überdies das Halten von Beteiligungen, die Verwaltung von eigenen und
fremden Vermögenswerten, Beratung und Erbringung von Finanz- und
Treuhanddienstleistungen auf eigene und fremde Rechnung im In- und Ausland,
Dienstleistungen im Bereich Immobilien sowie Handel mit Produkten aller Art. Errichten
von Zweigniederlassungen und Tochtergesellschaften im In- und Ausland und
Beteiligung an Unternehmen im In- und Ausland. Erwerben, belasten, veräussern und
verwalten von Grundeigentum im In- und Ausland. Finanzierungen für eigene oder
fremde Rechnung vornehmen sowie Garantien und Bürgschaften für
Tochtergesellschaften und Dritte eingehen.“
B.- Am 21. Juni 2013 (Transaktionsdatum) wurde das Stammkapital auf Fr. 600‘000.–
erhöht und die Gesellschaft gemäss Umwandlungsplan vom 30. Mai 2013 und Bilanz
per 21. Mai 2013 mit Aktiven von Fr. 1‘082‘830.53 und Fremdkapital von Fr. 468‘417.79
in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die einzige Gesellschafterin, die B Treuhand
GmbH, B, erhielt für ihre bisherigen Stammanteile 600‘000 Aktien zu je Fr. 1.–. Als
Verwaltungsräte amtieren seither Y, Berlin (Präsident), und Z, C, der zugleich
Geschäftsführer der B Treuhand GmbH ist.
C.- Am 7. Januar 2015 (Eingang bei der Steuerbehörde) reichte die X AG die
Steuererklärung 2013 ein. Sie deklarierte einen steuerbaren Reingewinn von Fr. 7'026.–
und ein steuerbares Eigenkapital von Fr. 634‘710.–. Unter den Aktiven bilanzierte sie
unter anderem ein Investment bei der in England domizilierten M AG Ltd. in der Höhe
von Fr. 1‘554‘840.–. Das Kantonale Steueramt forderte die X AG mit E-Mail vom
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21. Januar 2015 auf, das Aktionariat und die wirtschaftlich Berechtigten
bekanntzugeben sowie „Depotauszug, Vertragswerk und Wertbestätigung zu Konto
2110“ (Kontobezeichnung „EUR M Investment“) einzureichen. Die X AG teilte am
10. Mai 2015 zum Aktionariat mit, der wirtschaftlich Berechtigte sei Y. Zum M-
Investment wurde ausgeführt, das Kapital sei bis zum heutigen Zeitpunkt noch nicht
zurücküberwiesen worden. Es existierten leider weder ein Depotauszug noch
Unterlagen zur Wertbeständigkeit der Geldanlage. Eine Versteuerung könne somit erst
nach der allfälligen Rückzahlung erfolgen. Es bestehe die Gefahr eines Totalverlusts.
Weitere Auskünfte könnten erst erteilt werden, wenn der Sachverhalt klar sei. Das
Kantonale Steueramt veranlagte die X AG am 15. Mai 2015 aufgrund des
Rechnungsabschlusses per 31. Dezember 2013 für die Kantonssteuern 2013 mit einem
steuerbaren Reingewinn von Fr. 655‘200.– und einem steuerbaren Eigenkapital von
Fr. 52‘000.– und für die direkte Bundessteuer 2013 mit einem steuerbaren Reingewinn
von Fr. 655‘200.–. Unter anderem rechnete die Veranlagungsbehörde dem von der
Gesellschaft deklarierten steuerbaren Reingewinn Fr. 635‘160.– zu. Sie begründete
dies damit, dass der X AG dieser Betrag von der M AG Ltd. im Jahre 2013 in
monatlichen Zahlungen überwiesen worden sei. Diese Geldzuflüsse aus dem M-
Investment stellten ausgeschüttete Gewinnanteile und keine Kapitalrückzahlungen dar.
Die dagegen erhobenen Einsprachen wurden vom Kantonalen Steueramt mit
Entscheiden vom 16. Juni 2015 abgewiesen, wobei das steuerbare Eigenkapital mit
Fr. 687‘469.– veranlagt wurde.
D.- Mit Eingabe vom 14. Juli 2015 (Datum des Poststempels: 15. Juli 2015) erhob die X
AG Rekurs und Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission. Sie beantragte, der
Einspracheentscheid vom 16. Juni 2016 und die ihm zugrunde liegenden
Veranlagungsverfügungen und Schlussrechnungen vom 15. Mai 2015 seien
aufzuheben, und die Angelegenheit sei zur erneuten Behandlung an das Kantonale
Steueramt zurückzuweisen, eventualiter sei in der Sache selbst zu entscheiden und die
monatlichen Geldrückflüsse als steuerneutrale Kapitalrückzahlungen zu qualifizieren.
Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 28. September 2015 die
Abweisung des Rekurses und der Beschwerde. Die X AG erhielt Gelegenheit, sich dazu
zu äussern. Dies tat sie mit Eingabe vom 11. Oktober 2015. Die Eidgenössische
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Steuerverwaltung verzichtete stillschweigend auf eine Vernehmlassung zur
Beschwerde.
Auf die Ausführungen der Parteien zur Begründung ihrer Anträge wird, soweit
erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Betrifft das Verfahren sowohl die Kantonssteuern als auch die direkte
Bundessteuer, wie dies vorliegend der Fall ist, sind zwei Entscheide zu fällen. Diese
können zwar beide im gleichen Dokument enthalten sein; dieses muss jedoch eine
getrennte Begründung und ein getrenntes Dispositiv aufweisen, oder zumindest ein
Dispositiv, das die beiden Steuern auseinanderhält (BGE 130 II 509 = Pra 2005 Nr. 114
E. 8.3). Dies war beim Einspracheentscheid der Vorinstanz vom 19. Juni 2015 der Fall.
Nach einem neueren Urteil könne im Dispositiv sogar auf eine Unterscheidung
zwischen beiden Steuern verzichtet werden, wenn die entschiedene Rechtsfrage im
Bundesrecht und im harmonisierten kantonalen Recht gleich geregelt sei und für beide
Kategorien von Steuern gleich begründet werden könne. Aus der Begründung müsse
dann aber klar hervorgehen, dass der Entscheid sowohl für die direkte Bundessteuer
als auch für die Kantons- und Gemeindesteuern gelte (BGE 135 II 260 = Pra 2010 Nr.
37 E. 1.3.1). Gleichwohl entscheidet das Bundesgericht auch bei Fragen, die sowohl
auf Bundes- als auch auf kantonaler Ebene übereinstimmend geregelt sind, mit
separaten Dispositiven (vgl. z.B. Urteile des Bundesgerichts [BGer] 2C_560/2014 und
2C_561/2014 vom 30. September 2015, 2C_164/2013 und 2C_165/2013 vom 28. März
2014). Im Einklang damit werden der Rekurs und die Beschwerde vorliegend in einem
einzigen Dokument behandelt, wobei im gemeinsamen Dispositiv beide Steuern
auseinandergehalten werden.
2.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurs- sowie zur Beschwerdeerhebung ist gegeben. Die Rechtsmittel sind mit
Eingabe vom 15. Juli 2015 (Datum der Postaufgabe) rechtzeitig eingereicht worden. Sie
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erfüllen in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 194
Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG; Art. 140 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG; Art. 7 der
Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 41 lit. h
Ziff. 1 und Art. 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1,
abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs sowie auf die Beschwerde ist einzutreten.
3.- Es ist nicht streitig, dass die Rekurrentin und Beschwerdeführerin in den Jahren
2012 und 2013 bei der M AG Ltd. insgesamt Fr. 2‘190‘000.– investierte, davon
Fr. 1‘410‘000.– im Jahr 2013. Ebenso wird nicht bestritten, dass die M AG Ltd. der
Steuerpflichtigen im Jahr 2013 insgesamt Fr. 635‘160.– auf die Bankkonten „1033 EUR
LGT EUR“ und „1031 EUR Volksbank EUR“ überwies. Streitig ist hingegen, ob es sich
bei den 14 Vergütungen um steuerbare Erträge oder steuerfreie Kapitalrückzahlungen
handelte.
a) Die Vorinstanz erwog, dem Kontoauszug Nr. 2110 (M Investment) des Jahres 2013
lasse sich entnehmen, dass den monatlichen Rückzahlungen diverse Einzahlungen
gegenüber gestanden hätten. Da die Rückzahlungsbeträge unterschiedlich hoch
ausgefallen seien, sei von Gewinnausschüttungen auszugehen. Mit Schreiben vom 10.
Mai 2015 habe die Rekurrentin und Beschwerdeführerin ausdrücklich darauf
hingewiesen, dass das investierte Kapital nicht zurücküberwiesen worden sei. Da die
Pflichtige trotz Aufforderung weder den Depotauszug noch die Investmentunterlagen
eingereicht habe, sei aufgrund der gesamten Umstände von Gewinnausschüttungen
auszugehen.
Die Rekurrentin und Beschwerdeführerin brachte dagegen im Wesentlichen vor, sie
habe mit der M AG Ltd. eine Vereinbarung zum Zweck der Veranlagung (sic) von
Geldern abgeschlossen. Danach hätten bei Überweisung eines Investitionsbetrags
jährlich 25% der Investitionssumme an sie rücküberwiesen werden sollen. Von den
investierten Fr. 2‘190‘000.– seien bisher jedoch lediglich Fr. 635‘160.– zurückbezahlt
worden. Dieser Betrag sei nach dem buchhalterischen Vorsichtsprinzip nicht als
Gewinn, sondern als Teilrückzahlung verbucht worden. Die M AG Ltd. habe den
Vertrag mit Schreiben vom 13. Juli 2015 gekündigt und mitgeteilt, dass keine Gewinne
ausbezahlt würden. Somit seien 40% des eingesetzten Kapitals verloren; lediglich 60%
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würden per Saldo aller Ansprüche zurückgeführt. Der Verlust aus dem Investment
belaufe sich somit auf Fr. 240‘840.–. Es sei deshalb nicht gerechtfertigt, sie mit einem
steuerbaren Gewinn von Fr. 655‘200.– zu veranlagen. Die Versteuerung eines allfälligen
Gewinns wäre nur dann zulässig gewesen, wenn zumindest das gesamte investierte
Kapital von der M AG Ltd. zurückbezahlt worden wäre.
b) Der steuerbare Reingewinn setzt sich zusammen aus dem Saldo der
Erfolgsrechnung unter Berücksichtigung des Saldovortrages des Vorjahres (Art. 58
Abs. 1 lit. a DBG, Art. 82 Abs. 1 lit. a StG). Hinzuzurechnen sind der Erfolgsrechnung
nicht gutgeschriebene Erträge, mit Einschluss der Kapital-, Aufwertungs- und
Liquidationsgewinne, vorbehältlich Art. 64 StG (vgl. Art. 58 Abs. lit. c DBG, Art. 82 Abs.
1 lit. c StG). Dabei trägt die Veranlagungsbehörde im Allgemeinen die objektive
Beweislast für steuerbegründende oder -erhöhende Tatsachen. Die Beweislast für
steuerbegründende Tatsachen kann indes namentlich dann der steuerpflichtigen
Person obliegen, wenn diese die mögliche und zumutbare Mitwirkung bei der
Abklärung des steuerrechtlichen Sachverhalts pflichtwidrig und in schuldhafter Weise
unterlassen hat. Beruhen Bilanz und Erfolgsrechnung auf einer formell und materiell
ordnungsgemässen, d.h. in Übereinstimmung mit den obligationenrechtlichen
Buchführungsvorschriften geführten Buchhaltung, so spricht eine natürliche Vermutung
dafür, dass die darin aufgezeichneten Geschäftsvorfälle und insbesondere der
buchmässig ausgewiesene Erfolg materiell richtig sind (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/
Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, N 78 zu Art. 123 DBG, N 11 zu
Art. 130 DBG). Vorbehalten bleiben allerdings die verschiedenen
Korrekturmöglichkeiten, die sich aufgrund der steuerrechtlichen
Gewinnermittlungsvorschriften ergeben. Rechtsgrund solcher Abweichungen bilden
indes nicht handelsrechtliche, sondern steuerrechtliche Prinzipien (StE 1998 B 72.11
Nr. 7 E. 2a).
Die Periodizität der handelsrechtlichen Erfolgsrechnung wird an erster Stelle vom
Realisationsprinzip reguliert (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 20 zu Art. 58
DBG). Einkommen gilt grundsätzlich als realisiert, wenn dem Steuerpflichtigen
Leistungen zufliessen oder wenn er einen festen Rechtsanspruch erwirbt, über den er
tatsächlich verfügen kann. In der Regel wird bereits der Forderungserwerb als
einkommensbildend betrachtet, sofern die Erfüllung nicht als unsicher erscheint. Bei
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Ertrag aus Kapitalvermögen ist daher grundsätzlich auf den Zeitpunkt abzustellen, in
dem die Leistung fällig wird (vgl. BGer 2A.114/2001 vom 10. Juli 2001, in: StE 2001
B 21.1 Nr. 10, E. 3 mit Hinweis auf BGE 113 Ib 23 E. 2e). Im Zeitpunkt der Fälligkeit
verwirklicht sich der Vermögenszuwachs und können die Anleger darüber verfügen,
soweit die Forderung in diesem Zeitpunkt nicht unsicher erscheint, die Anleger auf den
Vermögenszuwachs greifen können und nicht anzunehmen ist, dass die Auszahlung
des Guthabens verweigert worden wäre, wenn die Anleger Zahlung verlangt hätten. Als
Verfügung hat auch zu gelten, wenn die Anleger ihren Willen erkennbar in dem Sinn
betätigen, ihre Ertragsguthaben für weitere Anlagen stehen zu lassen (vgl. BGer 2P.
208/2002 vom 6. Februar 2003, E. 2.2.2). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung
ändert an der Steuerbarkeit nichts, dass das den Gewinnausweisen zugrunde liegende
Umverteilungsprinzip ("Schneeballsystem") nichts mit den vereinbarten
Anlagerichtlinien zu tun hat und widerrechtlich ist. Einkommen entsteht auch aus
widerrechtlichen oder gar kriminellen Handlungen (BGer 2C_351/2010 vom 6. Juli
2011, E. 3).
c) aa) Aus den Kontoauszügen geht hervor, dass der Rekurrentin und
Beschwerdeführerin von der M AG Ltd. im Jahr 2013 Fr. 635‘160.– überwiesen wurden.
Die Zuflüsse wurden jeweils im Haben des Kontos Nr. 2110 (EUR M Investment)
verbucht. Obwohl dieses Konto der Nummer nach den Passiven zuzuordnen war,
wurde es per 31. Dezember 2013 auf der Aktivseite der Bilanz geführt. Es handelte sich
offensichtlich um ein sogenanntes „Kippkonto“, das je nach Saldo auf der Aktiv- oder
Passivseite ausgewiesen wurde. Sowohl die Zahlungen an die M AG Ltd. als auch die
Überweisungen dieser Gesellschaft wurden – anders als von der Steuerpflichtigen
behauptet – erfolgsneutral auf diesem Konto verbucht. Die jeweiligen Zahlungsgründe
sind den eingereichten Buchhaltungsunterlagen jedoch nicht zu entnehmen. Die
Vorinstanz forderte die Steuerpflichtige mit E-Mail vom 21. Januar 2015 (act. 7/I-04)
deshalb zu Recht auf, weitere Informationen über das Konto Nr. 2110 – insbesondere
auch die im Zusammenhang mit dem Investment getroffenen Vereinbarungen –
einzureichen. Dies tat die Rekurrentin und Beschwerdeführerin jedoch nicht. Sie hielt
im Schreiben an die Vorinstanz vom 10. Mai 2015 lediglich fest, es gebe keine
derartigen Unterlagen. Das Kapital sei jedoch nicht zurückbezahlt worden. Eine
Versteuerung komme somit erst nach einer allfälligen Rückzahlung in Frage (act. 7/
I-05). Auch die eingereichten Zahlungsaufforderungen der A-Bank AG – gerichtet an die
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B-Bank – konnten nichts zur Klärung des Sachverhalts beitragen. Die beiden Schreiben
datierten vom 11. und 19. Dezember 2014 und bezogen sich auf eine am 11. Juli 2014
ausgestellte Zahlungsgarantie über die Summe von € 1‘885‘000.–, wobei die Bank im
ersten Schreiben aufgefordert wurde, € 500‘000.– zu überweisen; im zweiten Schreiben
belief sich der zu überweisende Betrag auf € 1‘885‘000.–. Welche Rechtsgeschäfte der
in den Schreiben erwähnten Zahlungsgarantie Nr. 1975-002 zugrunde lagen, blieb
offen. Insbesondere wurde auch keine Kopie der Zahlungsgarantie eingereicht. Damit
kam die Rekurrentin und Beschwerdeführerin ihrer Mitwirkungspflicht nicht nach. Es ist
nicht glaubwürdig, dass eine Investition von Fr. 2‘190‘000.– ohne schriftliche
Vertragsgrundlage getätigt wurde. Andernfalls hätte die Steuerpflichtige zumindest
darlegen müssen, weshalb eine derart hohe Investition ohne jegliche Formalitäten
getätigt wurde. Der einfache Hinweis, weitere Auskünfte könnten erst erteilt werden,
wenn der Sachverhalt klar sei, reichte nicht. Auch im Einspracheverfahren wurden
keine klärenden Unterlagen eingereicht. Dieses Verhalten führte zur Beweislastumkehr,
weshalb es der Steuerpflichtigen oblag, den Nachweis dafür zu erbringen, dass es sich
bei den Zahlungen der M AG Ltd. tatsächlich um steuerfreie Kapitalrückzahlungen
handelte.
bb) Die Rekurrentin und Beschwerdeführerin führte aus, sie habe mit der M AG Ltd.
eine Vereinbarung zum Zweck der Geldanlage abgeschlossen. Danach sollten bei
Überweisung eines Investitionsbeitrags jährlich 25% der Investitionssumme an die
Steuerpflichtige zurückfliessen. Über die Rentabilitätsziele wurden keine Ausführungen
gemacht. Gegenüber der Vorinstanz hielt sie jedoch fest, die Versteuerung eines
allfälligen Gewinns könne erst erfolgen, wenn zumindest die Gesamtzahlungen der M
AG Ltd. über die Höhe des eingesetzten Kapitals hinaus erfolgt sei (act. 7/II-00). Damit
schloss sie zumindest nicht aus, dass im Jahr 2013 steuerbare Kapitalerträge
angefallen sein könnten. Die Steuerpflichtige kann jedoch über den Zeitpunkt der
Besteuerung nicht selbst entscheiden. Das Periodizitätsprinzip besagt, dass es die
Steuerpflichtigen nicht in der Hand haben zu bestimmen, wann sie die Steuern
entrichten, sondern dass die Besteuerung in jener Periode erfolgen soll, in welcher das
Einkommen wirtschaftlich erzielt wird (vgl. E. Höhn/R. Waldburger, Steuerrecht, Band I,
9. Aufl. 2001, § 18 N 15). Im Übrigen wies die Pflichtige in der Erfolgsrechnung 2013
einen Kapitalgewinn von Fr. 30‘000.– aus, den sie – soweit aus den Akten ersichtlich –
jedoch nicht bezog, sondern bei der M AG Ltd. reinvestierte. Somit steht fest, dass der
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Rekurrentin und Beschwerdeführerin im Jahr 2013 von der M AG Ltd. Fr. 635‘160.–
überwiesen wurden. Dass es sich dabei um Kapitalrückzahlungen handelte, ist nicht
dargetan und erscheint angesichts der Kapitalflüsse unglaubwürdig. So ist nicht
nachvollziehbar, weshalb am 8. Januar 2013 Fr. 60‘000.– an die M AG Ltd. überwiesen
und einen Tag später Fr. 15‘600.– zurücküberwiesen wurden. Auch am 17. April 2013
wurden dem Investment-Konto Fr. 25‘320.– gutgeschrieben, und einen Tag später
wurden der M AG Ltd. Fr. 120‘000.– vergütet. Sodann wurden der Pflichtigen am 18.
November 2013 von der M AG Ltd. Fr. 172‘800.– überwiesen. Bereits am nächsten Tag
liess sie dieser Gesellschaft wiederum Fr. 120‘000.– zukommen. Diese Transaktionen
lassen darauf schliessen, dass es sich bei den Gutschriften der M AG Ltd. tatsächlich
um Erträge aus dem Investment handelte. Damit erzielte die Rekurrentin eine Rendite
von nahezu 30 Prozent. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass der Geschäftsführer der
M AG Ltd., der in der Schweiz ansässige K, Investoren Renditen von bis zu 36 Prozent
pro Halbjahr in Aussicht stellte (vgl. www....). Zudem wurde K von der Eidgenössischen
Finanzmarktaufsicht (FINMA) mit Schreiben vom 23. September 2015 zur
Geschäftstätigkeit der M AG Ltd. befragt (act. 10/1). Wie die Rekurrentin und
Beschwerdeführerin vorbrachte, kam diese Gesellschaft ihren Verpflichtungen im Jahr
2015 nicht mehr nach. Ende des Jahres 2013 scheint dies jedoch noch nicht der Fall
gewesen zu sein. Andernfalls wären der Steuerpflichtigen am 16. Dezember 2013 nicht
Fr. 38‘400.– überwiesen worden. Mit der Vorinstanz ist deshalb davon auszugehen,
dass die Zahlungen der M AG Ltd. als steuerbare Erträge aus Finanzinvestitionen zu
qualifizieren waren. Die Rekurrentin erbrachte den Nachweis, dass es sich dabei um
Kapitalrückzahlungen handelte nicht. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich um
eine internationale Geschäftsbeziehung handelt und deshalb nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung besonderes strenge Beweiserfordernisse zu
beachten sind. So sind beispielsweise die Verträge der jeweiligen Grundgeschäfte
vorzuweisen (BGer 2C_797/2012, 2C_798/2012 vom 31. Juli 2013 E. 2.2.2; Urteil des
Verwaltungsgerichts B 2009/203 vom 11. Mai 2010 E. 3.2, in: www.gerichte.sg.ch).
Dass die M AG Ltd. später zahlungsunfähig wurde und die Steuerpflichtige rund 40
Prozent des investierten Kapitals verlor, ist möglich, ändert jedoch nichts daran, dass
die streitigen Einkünfte nach dem Periodizitätsprinzip im Jahr 2013 realisiert wurden.
c) Somit ergibt sich, dass die Vorinstanz dem steuerbaren Gewinn 2013 zu Recht
Fr. 635‘160.– zurechnete. Der Rekurs und die Beschwerde sind in diesem Punkt
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abzuweisen, wobei im Rahmen der Neuveranlagung (hinten E. 5) die Kürzung des
Aktivpostens „Gründungskosten„ um Fr. 2‘400.– zu berücksichtigen ist.
4.- Die Vorinstanz veranlagte das steuerbare Eigenkapital am 13. Mai 2015 mit
Fr. 52‘309.– und berücksichtigte dabei die dem Reingewinn zugerechneten Erträge in
der Höhe von Fr. 635‘160.– nicht. Sie holte dies im Einspracheverfahren nach. Dies ist
zulässig, da die Veranlagungsbehörde im Einspracheverfahren die Steuerfaktoren neu
festsetzen und auch zum Nachteil des Steuerpflichtigen abändern kann, sofern sie ihn
vorher anhört (vgl. Art. 135 Abs. 1 DBG, Art. 182 Abs. 1 StG). Das rechtliche Gehör
wurde der Rekurrentin und Beschwerdeführerin dazu jedoch nicht gewährt. Diese
Gehörsverletzung durch die Vorinstanz kann im Rekurs- und Beschwerdeverfahren
jedoch geheilt werden, da die Verwaltungsrekurskommission über eine umfassende
Überprüfungsbefugnis verfügt (Art. 46 Abs. 1 VRP; vgl. statt vieler BGE 126 I 72). Die
nicht hinreichende Begründung der angefochtenen Verfügung ist indessen bei der
Kostenverlegung zugunsten der Rekurrentin und Beschwerdeführerin zu
berücksichtigen. Im Gegenzug bleibt die Höhe der vorinstanzlichen Verfahrenskosten
unverändert.
Das buchmässig ausgewiesene Eigenkapital ergibt sich aus der Addition von
ausgewiesenem Gesellschaftskapital, offenen Reserven sowie dem Gewinnvortrag
(Reingewinn + Gewinn-/Verlustvortrag):
Gesellschaftskapital: Fr. 600‘000.–
Gewinnvortrag Fr. 14‘649.–
Reingewinn 2013 Fr. 655‘220.– (Fr. 635‘160.– + Fr. 20‘060.–)
Eigenkapital Fr. 1‘269‘869.–
Unter Berücksichtigung der von der Vorinstanz vorgenommenen und nicht bestrittenen
Kürzung der aktivierten „Gründungskosten“ (Konto-Nr. 1550) um Fr. 2‘400.– ist die
Rekurrentin und Beschwerdeführerin aufgrund des Rechnungsabschlusses per
31. Dezember 2013 mit einem steuerbaren Eigenkapital von Fr. 1‘267‘469.– zu
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veranlagen. Damit wird sie gegenüber dem Entscheid der Vorinstanz, die von einem
steuerbaren Eigenkapital von Fr. 687‘469.– ausging, schlechter gestellt (reformatio in
peius), was grundsätzlich zulässig ist (Art. 56 Abs. 1 VRP), aber eine Vernehmlassung
erfordern würde (Urteil des Verwaltungsgerichts B 2003/159 vom 1. April 2004 E. 2c).
Darauf kann indes verzichtet werden, da sich die Höhe des Eigenkapitals im
Wesentlichen aus dem Reingewinn und dem Gesellschaftskapital ergibt. Zum
Reingewinn konnte sich die Steuerpflichtige im Rechtsmittelverfahren ausführlich
äussern, und das einbezahlte Gesellschaftskapital deklarierte sie in der Steuererklärung
2013 ebenfalls mit Fr. 600‘000.–.
5.- Nach Art. 84 Abs. 2 lit. a StG bzw. Art. 59 Abs. 1 lit. a DBG können die
eidgenössischen, kantonalen und kommunalen Steuern, nicht aber Steuerstrafen,
steuerlich in Abzug gebracht werden. Steuerlich abzugsfähig sind die für die laufende
Steuerperiode geschuldeten Steuern. Für am Bilanzstichtag geschuldete, aber noch
nicht bezahlte Steuern ist im Sinn von Art. 669 Abs. 1 OR aufwandwirksam eine
Steuerrückstellung zu bilden (Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das st. gallische Steuerrecht,
7. Aufl. 2014, S. 242 f.). Die Vorinstanz wäre daher gehalten gewesen, aufgrund der
vorgenommenen Aufrechnung von Amtes wegen die entsprechende Steuerrückstellung
in der Steuerbilanz der Steuerperiode 2013 anzupassen (vgl. Brülisauer/Helbing, in:
Zweifel/Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht I/2a, 2. Aufl.
2008, N 9 zu Art. 59 DBG; vgl. auch P. Locher, Kommentar zum DBG II. Teil, Therwil/
Basel 2004, N 55 zu Art. 59).
6.- Zusammenfassend ergibt sich, dass die Einspracheentscheide der Vorinstanz vom
16. Juni 2015 aufzuheben und die Angelegenheit zu neuer Veranlagung im Sinne der
Erwägungen (Korrektur des steuerbaren Eigenkapitals und Berücksichtigung der
Steuerrückstellung und Berücksichtigung der nicht aktivierbaren Gründungskosten) an
die Vorinstanz zurückzuweisen sind. Dies entspricht einer teilweisen Gutheissung von
Rekurs und Beschwerde.
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Kosten des Rekursverfahrens und des
Beschwerdeverfahrens zu vier Fünfteln der Rekurrentin und Beschwerdeführerin und zu
einem Fünftel dem Staat aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP; Art. 144 Abs. 1 DBG). Dies
rechtfertigt sich auch wegen der Verletzung des rechtlichen Gehörs im
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Einspracheverfahren (Art. 95 Abs. 2 VRP). Eine Entscheidgebühr von je Fr. 1‘000.– ist
angemessen (Art. 144 Abs. 5 DBG i.V.m. Art. 7 Ziff. 122 Gerichtskostenverordnung,
sGS 941.12). Die Kostenvorschüsse von insgesamt Fr. 2‘000.– sind zu verrechnen und
der Rekurrentin und Beschwerdeführerin im Restbetrag von Fr. 400.–
zurückzuerstatten.