Decision ID: 73192e44-c404-4c2b-8d0f-94892fac6d94
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. K.Y., geb. 2001, Tochter von A.Y. und B.T., unter alleiniger elterlicher Sorge der
Mutter, trat nach mehrjähriger Beschulung in einer Privatschule (act. 10, Nr. 4a/15) am
4. November 2013 in die erste Sekundarklasse der Oberstufe Q. über (vgl. act. 10, Nr.
4a/7). Aufgrund ihrer teilweise sehr grossen Lernstandsdefizite ordnete der Schulrat Q.
mit unangefochten rechtskräftig gewordener Verfügung vom 17. Dezember 2013 den
Übertritt in die erste Realklasse per 6. Januar 2014 an (act. 10, Nr. 4a/11). An jenem
Tag blieb K.Y. dem Unterricht jedoch fern (act. 10, Nr. 4a/41, S. 3) und nahm ab
diesem Zeitpunkt nicht am Unterricht der öffentlichen Schule teil. Mit Verfügung vom
7. Januar 2014 verwarnte der Schulrat Q. die Eltern von K.Y. und wies darauf hin, dass
diese für die Erfüllung der Schulpflicht ihres Kindes zuständig seien (act. 10, Nr. 4a/14).
Bei weiteren Verstössen gegen die Erfüllung der Schulpflicht behalte er sich vor, eine
Ordnungsbusse auszusprechen (act. 10, Nr. 4a/14). Bis März 2014 wurde K.Y. von
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
einer Privatlehrerin zu Hause während wöchentlich sechs Stunden zuzüglich
Lernaufgaben unterrichtet. Seit 1. April 2014 besuchte sie die Oberstufe in einer vom
Kanton St. Gallen anerkannten Privatschule, in welcher sie Ende Februar und Anfang
März 2014 zwei Schnupperwochen absolviert hatte.
B. Am 4. Juni 2014 büsste der Schulrat Q. die Eltern von K.Y. wegen „erheblicher
Verletzung der Mitwirkungspflichten“ mit CHF 500. In der Begründung wird angeführt,
die Eltern hätten sämtliche Massnahmen zur Beschulung und zur Abklärung beim
Sozialpsychiatrischen Dienst verhindert und ihre Tochter vorsätzlich „von der Wahrung
ihrer gesetzlichen Schulpflicht abgehalten“.
C. Der Erziehungsrat wies den gegen die Verfügung des Schulrats (act. 10, Nr. 1a/3
und Nr. 4a/B 45) erhobenen Rekurs mit Entscheid vom 18. November 2015 ab (act. 2)
und begründete den Entscheid im Wesentlichen damit, K.Y. habe den Unterricht an der
Oberstufe der Gemeinde Q. seit dem 6. Januar 2014 bis zum 31. März 2014 nicht
besucht, woraufhin der Schulrat die Eltern am 7. Januar 2014 verwarnt habe. Das am
10. Januar 2014 eingereichte Arztzeugnis habe K.Y.s Schulabwesenheit lediglich
zwischen dem 25. Dezember 2013 und ungefähr dem 5. Februar 2014 bzw. spätestens
dem 24. Februar 2014 zu entschuldigen vermocht. Ein am 24. Februar 2014
eingereichtes „ärztliches Zeugnis“ könne, entgegen der Ansicht der Eltern, nicht als
Grundlage für eine Schuldispens gelten, zumal es Sache der zuständigen Stelle des
Schulträgers und nicht eines Arztes sei, gestützt auf ein vorliegendes Arztzeugnis zu
entscheiden, ob damit die Unterrichtsabsenz stichhaltig begründet sei. Das Verhalten
der Eltern im Zusammenhang mit dem eingereichten, als ärztliches Zeugnis
bezeichneten Bericht, der ablehnenden Haltung gegenüber der angebotenen
überbrückenden Einzelbeschulung und der trotz mehrfacher Aufforderung
unterlassenen Einreichung eines aktuellen Arztzeugnisses mit den geforderten
Angaben, könne gegenüber der Schule nicht angehen und stelle eine erhebliche
Verletzung der elterlichen Mitwirkungspflicht dar. Der Erziehungsrat zog überdies in
Erwägung, die Rekurrenten hätten ihre Tochter nicht zur Befolgung von Anordnungen
in Bezug auf sonderpädagogische Massnahmen – die zwar vereinbarte (aber
gescheiterte) Abklärung beim Sozialpsychiatrischen Dienst – angehalten und damit ein
zu sanktionierendes elterliches Fehlverhalten begründet.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
D. A.Y. und B.T. (Beschwerdeführer) erhoben gegen den am 23. November 2015
versandten Entscheid des Erziehungsrates (Vorinstanz) mit Eingabe vom 8. Dezember
2015 Beschwerde beim Verwaltungsgericht (act. 1). Das innerhalb der ihnen zur
Ergänzung der Beschwerde und zur Leistung eines Kostenvorschusses gewährten Frist
eingegangene Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wurde mit Präsidialverfügung
vom 24. Februar 2016 mangels nachgewiesener Bedürftigkeit abgewiesen (VerwGE B
2015/314 vom 24. Februar 2016, act. 12). Am 4. April 2016 reichten die
Beschwerdeführer die als „Einsprache gegen das Protokoll des Erziehungsrates“
bezeichnete Beschwerdebegründung mit dem sinngemässen Antrag ein, die Busse
gemäss Beschluss des Schulrats Q. vom 4. Juni 2014 sei unter Kosten- und
Entschädigungsfolge ersatzlos aufzuheben (act. 16).
E. Die Vorinstanz beantragte in der Vernehmlassung vom 23. Mai 2016 unter Verweis

auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid vom 18. November 2015 die
Abweisung der Beschwerde, unter Kostenfolge zulasten der Beschwerdeführer (act.
22). Auch die Politische Gemeinde Q. (Beschwerdegegnerin) hielt am 27. Mai 2016
unter Verweis auf die Begründung des vorinstanzlichen Entscheids dafür, der
Beschwerde sei keine Folge zu geben, ebenfalls unter Kostenfolge zulasten der
Beschwerdeführer (act. 24). Auf die Begründung des angefochtenen Entscheides, die
Ausführungen der Beschwerdeführer zur Begründung ihrer Anträge und die Akten wird,
soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951, VRP). Die Beschwerdeführer
als Adressaten des angefochtenen Entscheides sind im Rekursverfahren unterlegen
und darum zur Erhebung der Beschwerde legitimiert (Art. 65 in Verbindung mit Art. 45
Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 8. Dezember 2015 (act. 1) sowie die
Beschwerdeergänzung vom 4. April 2016 (act. 16) erfolgten rechtzeitig und erfüllen,
unter Berücksichtigung, dass die Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren nicht
anwaltlich vertreten sind, formal und inhaltlich die gesetzlichen Anforderungen (Art. 64
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist somit
grundsätzlich einzutreten. Auf das Begehren, die Busse gemäss Beschluss des
Schulrats Q. vom 4. Juni 2014 sei aufzuheben, ist nicht einzutreten. Dieser ist durch
den angefochtenen Rekursentscheid ersetzt worden (Devolutiveffekt) und gilt als
inhaltlich mitangefochten (vgl. BGer 1C_475/2016 vom 7. April 2017 E. 1.2 mit Hinweis
auf BGE 134 II 142 E. 1.4).
2. Für das Schulwesen sind die Kantone zuständig (Art. 62 Abs. 1 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft; SR 101, BV). Die Kantone
sind gestützt auf diese Bestimmung verpflichtet, für einen ausreichenden
Grundschulunterricht zu sorgen, der allen Kindern offensteht. Der Grundschulunterricht
ist obligatorisch und untersteht staatlicher Leitung oder Aufsicht. Diese Pflicht der
Kantone korrespondiert mit dem Obligatorium des Schulbesuchs für das Kind.
Unmittelbar verpflichtet sind neben den Kindern auch die Eltern; sie dürfen ihrem Kind
den Grundschulunterricht nicht verbieten oder es dabei behindern (B. Ehrenzeller, in:
Die schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 3. Aufl. 2014, N 25 zu
Art. 62 BV). Im Kanton St. Gallen werden die öffentliche Volksschule, die anerkannten
privaten Sonderschulen als Teil der öffentlichen Volksschule und die Aufsicht des
Staates über den Privatunterricht durch das gestützt auf die Art. 2 bis 8 der Verfassung
des Kantons St. Gallen (sGS 111.1, KV) erlassene Volksschulgesetz (sGS 213.1, VSG)
geregelt (vgl. Art. 1 VSG).
2.1. Die Schulpflicht beginnt für das Kind in der Regel am 1. August nach Vollendung
des vierten Altersjahres und dauert bis zum Abschluss der dritten Oberstufenklasse
(Art. 45 Abs. 1, Art. 48 Abs. 1 VSG). In Erziehung und Ausbildung arbeiten die Eltern
zusammen (Art. 92 Abs. 1 VSG). Art. 96 VSG mit der Marginalie „Verantwortung für den
Schulbesuch“ statuiert die Pflicht der Eltern, das Kind zum regelmässigen –
lückenlosen – Schulbesuch anzuhalten. Der Entscheid, ob das Kind in die Schule geht
oder nicht, liegt somit grundsätzlich nicht in der elterlichen Kompetenz. Sie können das
Kind an höchstens zwei Halbtagen je Schuljahr durch schriftliche Mitteilung an die
Lehrperson vom Unterricht befreien. Eine voraussehbare Abwesenheit bedarf gemäss
Art. 16 Abs. 1 der Verordnung über den Volksschulunterricht (sGS 213.12, VUU) der
vorgängigen Bewilligung. Nicht vorhersehbare Abwesenheit ist durch die Eltern
nachträglich, unter Anführung stichhaltiger Gründe, zu begründen (Art. 16 Abs. 2 VUU).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Im Weiteren verpflichtet Art. 96 Abs. 1 VSG die Eltern zur Mitwirkung. Sie haben
gemäss lit. a den Lehrpersonen und Schule für Gespräche und weitere Kontakte zur
Verfügung zu stehen und informieren über Kind und Familie, soweit es der Erziehungs-
und Bildungsauftrag erfordert. Nach lit. b derselben Bestimmung unterstützen die
Eltern Lehrpersonen und Schule in Erziehung und Bildung sowie bei der Umsetzung
schulischer Massnahmen.
2.2. Eltern, die das Kind an der Erfüllung der Schulpflicht hindern oder nicht zum
Schulbesuch oder zur Befolgung von Anordnungen nach Art. 34 VSG anhalten, werden
vom Schulrat verwarnt oder gebüsst. Die Ordnungsbusse beträgt je versäumter
Schulhalbtag wenigstens CHF 200, insgesamt höchstens CHF 1‘000 (Art. 97 Abs. 1
VSG). In schweren Fällen steht dem Schulrat die Anzeige zuhanden der Strafbehörden
offen (Art. 97 Abs. 1 letzter Satz und Art. 131 VSG). Nach Art. 97 Abs. 2 VSG werden
auch Eltern, die ihre Mitwirkungspflicht erheblich verletzen, vom Schulrat verwarnt oder
gebüsst. Die Ordnungsbusse beträgt diesfalls CHF 200 bis CHF 1‘000.
Art. 97 VSG wird unter der Marginalie „Ordnungsbusse“ geführt und ist – im Gegensatz
zu Art. 131 VSG mit der Marginalie „Strafbestimmung“ – disziplinarrechtlicher Natur
und weist eine nicht nur repressive Zwecksetzung auf, sondern soll auch ein
bestimmtes Verhalten der Betroffenen erzwingen (vgl. BGer 1P.102/2000 vom 11.
August 2000 E. 1 lit. c/bb; GVP 2000 Nr. 5; VerwGE B 2010/240 vom 12. April 2011 E.
3.2). Den disziplinarrechtlichen Charakter von Art. 97 VSG unterstreicht auch die Natur
und Schwere der angedrohten Sanktion – maximal eine Ordnungsbusse von CHF
1‘000. Aufgrund der disziplinarrechtlichen Natur kommt der Unschuldsvermutung
vorliegend keine Bedeutung zu (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 607). Art. 97 VSG dient
der Durchsetzung der obligatorischen Schulpflicht und soll der Schulbehörde ein Mittel
an die Hand geben, in einfachen Fällen der elterlichen Pflicht, das Kind zum
regelmässigen Schulbesuch anzuhalten, rasch und wirksam durch eine begrenzte, aber
spürbare Sanktion Nachachtung zu verschaffen und eine Besserung des Verhaltens für
die Zukunft zu erwirken. Damit soll in nicht schwerwiegenden Fällen im Interesse aller
Beteiligten, insbesondere auch des Kindes, auf welches Auseinandersetzungen und
Verfahren zwischen Eltern und Behörden unvermeidlich zurückwirken, unbürokratisch
und rasch entschieden werden können (zum Ganzen BGer 1P.102/2000 vom 11.
August 2000 E. 1 lit. c/bb; GVP 2000 Nr. 5; VerwGE B 2010/240 vom 12. April 2011 E.
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
3.2). Vorliegend handelt es sich, wie die Vorinstanz zu Recht festgestellt hat (E. 4 b), um
eine Massnahme, die sich ausschliesslich auf Art. 97 VSG stützt.
3. Die Beschwerdeführer bringen vor, die Busse in keiner Weise akzeptieren zu wollen
und verweisen in ihrer Beschwerdeergänzung auf sämtliche Schreiben, die vorgängig
durch Rechtsanwalt C. erfolgt seien. Sie rügen überdies eine nicht korrekte, unrichtige,
unvollständige und teils willkürliche Sachverhaltsfeststellung durch die Vorinstanz.
Zudem sei der Entscheid unangemessen und beruhe auf einer missbräuchlichen
unangemessenen Ausübung des Ermessens. Zur Begründung verweisen die
Beschwerdeführer auf den Entscheid der Verwaltungsrekurskommission vom 19. März
2015. Dabei seien insbesondere die Erwägungen auf S. 8 bis und mit S. 11 des
genannten Entscheides in die Beurteilung miteinzubeziehen. Die Beschwerdeführer
bringen diesbezüglich vor, dass der dem Entscheid der Verwaltungsrekurskommission
zugrunde gelegte Sachverhalt in Belangen des Kindesschutzes derselbe sei wie im
vorliegenden Verfahren.
3.1. K.Y. unterstand gestützt auf Art. 45 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VSG vom
4. November 2013 bis 31. März 2014 der öffentlichen Schule Q. (vgl. act. 10, Nr. 4a/45,
S. 2), trotzdem blieb sie nach der verfügten und rechtskräftig gewordenen Zu- bzw.
Umteilung in die Realklasse dem Unterricht an der öffentlichen Schule der Politischen
Gemeinde Q. vom 6. Januar bis 31. März 2014 fern (act. 2, S. 1; act. 17, S. 2; vgl. auch
act. 10, Nr. 4a/33 und 44, S. 2 und 3). Obwohl sich die Beschwerdeführer mit dem
Entscheid des Schulrats nicht einverstanden zeigten (act. 10, Nr. 4a/8, Nr. 4a/10,
diesbezüglich auch Nr. 4a/6, insbesondere S. 5), ergriffen sie kein Rechtsmittel gegen
diese Verfügung. Diese trat unangefochten in Rechtskraft (vgl. act. 10, Nr. 4a/14).
3.2. Entscheidend für die Beurteilung der Frage, ob die Beschwerdeführer eine
Pflichtverletzung im Sinne einer Verletzung der Mitwirkungspflicht gemäss Art. 97 Abs.
2 VSG begangen haben und ihnen die Ordnungsbusse deshalb mit Recht auferlegt
worden ist, ist somit, ob die Beschwerdeführer aufgrund der Schulabwesenheit von
K.Y. in der Zeitspanne vom 5. bzw. spätestens dem 24. Februar 2014 bis 31. März
2014 die elterlichen Pflichten nach Art. 96 Abs. 1 und 2 VSG (nachfolgend E. 3.3) und
Art. 96 Abs. 1 VSG (nachfolgend E. 3.4) mangels Einreichung eines aktuellen und
rechtsgenüglichen Arztzeugnisses sowie mangels Anhalten ihrer Tochter zur Befolgung
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
von Anordnungen in Bezug auf sonderpädagogische Massnahmen verletzt und K.Y. in
der betroffenen Zeitspanne nicht zum Schulbesuch angehalten haben.
Bei der Beurteilung ist zu berücksichtigen, dass die Schulabwesenheit von K.Y. im
Zusammenhang mit einer (erneuten) Einschulung in eine Privatschule gestanden hat
und vorgebracht wurde, sie leide an einer psychischen Erkrankung, vorliegend an einer
sog. „Schulphobie“. Diesbezüglich ist zu beurteilen, ob das ins Recht gelegte ärztliche
Zeugnis und der ärztliche Bericht die Abwesenheit zwischen 5. bzw. 24. Februar 2014
und dem 31. März 2014 tatsächlich nicht zu rechtfertigen vermögen und ob eine die
Ordnungsbusse begründende Pflichtverletzung der Beschwerdeführer im
Zusammenhang mit der Erfüllung der Schulpflicht von K.Y. vor diesem Hintergrund zu
Recht verfügt worden ist.
3.3. Die im angefochtenen Entscheid gemachten Erwägungen der Vorinstanz sind
insgesamt in nachvollziehbarer Weise erfolgt und stützen sich auf die vorliegenden
Akten. Die Vorinstanz zog in Erwägung, dass das Vorliegen eines zuhanden des
Schulrats Q. am 10. Januar 2014 eingereichten Arztzeugnisses vom 6. Januar 2014 die
Absenz von K.Y. für den Zeitraum von Ende Dezember 2013 bis 5. Februar 2014 zu
rechtfertigen vermöge (vgl. act. 10, Nr. 4a/16; 33; 44, S. 1). Gemäss den Akten ist
erstellt, dass der Rechtsvertreter des Schulrats gegenüber der Rechtsvertreterin der
Eltern am 10. März 2014 darlegte, dass das zweite beigebrachte, als „ärztlicher
Bericht“ bezeichnete Schreiben des Facharztes vom 24. Februar 2014 den
Anforderungen an ein Arztzeugnis nicht genüge (act. 10, Nr. 4a/25, Nr. 4a/29; vgl. auch
act. 10, Nr. 4a/33; zum Arztzeugnis nachfolgend E. 3.4). Darin führt der Facharzt an,
„K.Y. sofort für eine Schnupperwoche in die von den Eltern vorgesehene Privatschule
W. zu schicken.“ Dies sei notwendig, um für K.Y. eine Normalität einzurichten, um ihr
zu helfen, aus dem psychisch gefährdeten Zustand der Schulverweigerung (infolge
Schulphobie) herauszuhelfen. Alle weiteren Massnahmen, so der Facharzt, seien nach
weiteren Abklärungen (Schulpsychologie etc.) zu planen (act. 10, Nr. 4a/23).
3.4. Arztzeugnisse müssen gewisse Mindestanforderungen inhaltlicher Natur erfüllen.
So ergibt sich etwa aus der arbeitsrechtlichen Literatur zu Art. 324a des
Bundesgesetzes vom 20. März 1911 betreffend die Ergänzung des Schweizerischen
Zivilgesetzbuches, Fünfter Teil: Obligationenrecht (SR 220, OR), dass es einem
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Arbeitnehmer offensteht, den Beweis für seine unverschuldete Verhinderung an der
Arbeitsleistung durch ein Arztzeugnis zu erbringen. Einem ärztlichen Zeugnis kommt
unbestrittenermassen kein absoluter Beweiswert zu, und der Richter darf (und muss)
sich über den Befund in einem ärztlichen Zeugnis hinwegsetzen, wenn sich aus den
Umständen ergibt, dass die Arbeitsunfähigkeit nicht bestand (Streiff/Von Kaenel/
Rudolph, Der Arbeitsvertrag, Praxiskommentar zu Art. 319-362 OR, N 12 zu Art. 324a/b
OR, S. 420).
Auch die Standesordnung der FMH (Berufsverband und Verbindung der Schweizer
Ärztinnen und Ärzte, https://www.fmh.ch), die für den behandelnden Facharzt kraft
Mitgliedschaft vorliegend verbindlich war, enthält konkrete Vorgaben zum Inhalt eines
Arztzeugnisses. Deren Art. 34 verlangt, dass Ärzte bei der Ausstellung von ärztlichen
Zeugnissen alle Sorgfalt anzuwenden und nach bestem Wissen und Gewissen ihre
ärztliche Überzeugung auszudrücken haben. Die Ausstellung von
Gefälligkeitszeugnissen ist unzulässig. Zeugnisse müssen transparent sein; dazu
gehört, dass der Zweck der Schriftstücke, das Ausstelldatum und ihre Empfänger
angegeben werden (Müller, Arztzeugnisse in arbeitsrechtlichen Streitigkeiten, in: AJP
2/2010, S. 167, S. 168). Arztzeugnisse sollten, um formell gültig zu sein, Datum,
Stempel und eigenhändige Unterschrift des Arztes enthalten, und haben Angaben zu
Ursache (Unfall oder Krankheit), Beginn, Dauer und Grad der Arbeitsunfähigkeit mit
Bezug auf die vom Arbeitnehmer geschuldete Arbeit zu machen (F. Emmel, in:
Huguenin/Müller-Chen (Hrsg.), Handkommentar zum Schweizer Privatrecht,
Vertragsverhältnisse Teil 2: Arbeitsvertrag, Werkvertrag, Auftrag, GoA, Bürgschaft, 3.
Aufl. 2016, N 3 zu Art. 324a OR unter Bezugnahme auf die Empfehlung der
Ärztegesellschaft des Kantons Zürich, AGZ, http://aerzte-zh.ch). Ein Arztzeugnis soll
daher festhalten, seit wann die Arbeitsunfähigkeit besteht und wie lange sie
voraussichtlich dauern wird. Letzteres bedingt jedoch die Nennung eines Enddatums
oder einer Anmerkung „bis auf Weiteres“ unter Angabe eines nächsten Arzttermins
(Müller, a.a.O., S. 168). Diese inhaltlichen Mindestanforderungen können sinngemäss
auf die vorliegende Sachlage übertragen werden. Von den Parteien eingereichte
Berichte von eigenen Ärzten oder Therapeuten dürfen unter Berücksichtigung der
Erfahrungstatsache interpretiert werden, dass diese wegen ihrer auftragsrechtlichen
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihres Patienten lauten. Für den
Beweiswert eines solchen Berichts ist jedenfalls entscheidend, ob er für die streitigen
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben wurde, in der Beurteilung der Zusammenhänge und
der medizinischen Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen begründet sind
(VerwGE B 2016/7 vom 28. Juni 2016 E. 5.2; vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 616 ff.;
K. Plüss, in: Kommentar VRG, a.a.O., N 148 und 150 zu § 7 VRG; M. Donatsch, in:
ebd., N 14 zu § 60 VRG, je mit Hinweisen).
Der zweite ärztliche Bericht vom 24. Februar 2014 enthält, ohne eine Diagnose stellen
zu müssen (vgl. Müller, a.a.O., S. 169), weder eine aufgrund der vorgenommenen
Untersuchung ergebende eindeutige Stellungnahme, die Dispens sei bis zu einem
bestimmten Zeitpunkt zu verlängern (d.h. die voraussichtliche Dauer) noch den Grad
der Erkrankung. Das Schreiben ist somit, der Eingabe der Vertretung des Schulrates
entsprechend, als reine Empfehlung aus ärztlicher Sicht und nicht als
rechtsgenügliches Arztzeugnis zu qualifizieren. Auch wenn davon auszugehen wäre,
dass es sich um ein Arztzeugnis handeln sollte, so erfüllt dieses zweite Schreiben in
keiner Weise die inhaltlichen Anforderungen an ein Arztzeugnis. Die Vorinstanz ging
somit richtigerweise davon aus, dass mit dem „ärztlichen Zeugnis“ des beigezogenen
Facharztes kein ergänzendes ärztliches Zeugnis für die weitere Dauer bis zum Eintritt in
eine dem Krankheitsbild von K.Y. angepasste Schule vorgelegen hat (vgl. etwa auch
act. 10, Nr. 41/29). Obwohl dem ärztlichen Zeugnis vom 6. Januar 2014 zu entnehmen
ist, dass es aus medizinischen Gründen angezeigt sei, K.Y. rückwirkend (ca. eine
Woche im Dezember 2013) und bis in ca. einem Monat – bis das weitere Vorgehen in
die Wege geleitet sei – von der Pflicht des Schulbesuchs zu dispensieren (act. 10, Nr.
4a/16), lässt es nicht den Schluss zu, dass eine Schulabwesenheit während eines
(überwiegenden Teils vom Monat) Februar 2014 bis Ende März 2014 mitumfasst wird.
Dafür lassen sich weder dem ärztlichen Zeugnis vom 6. Januar 2014 noch dem
ärztlichen Bericht vom 24. Februar 2014 konkrete Anhaltspunkte entnehmen. Vor
diesem Hintergrund ist auch die vorinstanzliche Würdigung des nachträglich
beigebrachten erläuternden Schreibens desselben Facharztes vom 16. Juni 2014 nicht
zu beanstanden. Entgegen der Meinung des Facharztes kann nicht davon
ausgegangen werden, dass K.Y.s Dispens so lange ausgedehnt werden musste, bis
eine Lösung für die Beschulung gefunden wurde. Würden Arztzeugnisse regelmässig in
der Weise ausgelegt, dass die Angabe einer voraussichtlichen Dauer um mehr als
eineinhalb Monate überschritten werden darf, würde die Bedeutung der darin
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
festgehaltenen zeitlichen Dauer ihres Sinnes entleert. Dies muss umso mehr gelten, als
die Beschwerdeführer, indem sie die gemäss Facharzt für das weitere Vorgehen
ausschlaggebende Abklärung durch den Schulpsychologischen Dienst im Ergebnis
verweigert haben und hinsichtlich der (Wieder-)Einschulung im Lichte der elterlichen
Mitwirkungspflichten nicht oder nur ungenügend darauf hingewirkt haben, rasch eine
adäquate Beschulungslösung für K.Y. zu finden. Damit haben sie den ganzen
(Wieder-)Einschulungsprozess, ohne dass eine schulische Abwesenheit in der
öffentlichen Schule gerechtfertigt gewesen wäre, ohne Not in die Länge gezogen.
Bereits dieses Verhalten verletzt die den Beschwerdeführern obliegenden elterlichen
Mitwirkungspflichten in erheblicher Weise. Der Einwand, es sei in diesem Zeitpunkt
kein förmliches Dispenszeugnis verlangt worden, geht schon deshalb fehl, da gemäss
Art. 16 Abs. 1 VUU bei voraussehbarer Abwesenheit eine Bewilligung bzw. nach Abs. 2
bei nicht voraussehbarer Abwesenheit eine nachträgliche – stichhaltige – Begründung
durch die Eltern verlangt wird.
Hinzu kommt, dass die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid richtigerweise davon
ausgeht, dass es regelmässig nicht in der Kompetenz eines Arztes liegt, gestützt auf
ein Arztzeugnis zu entscheiden, ob damit die Unterrichtsabsenz stichhaltig begründet
ist. Dies ist, wie bereits der ursprünglich verfügende Schulrat Q. sowie die Vorinstanz
im angefochtenen Entscheid richtigerweise festgestellt haben, vielmehr Sache der
zuständigen Stelle des Schulträgers, wie dies Art. 16 Abs. 3 lit. a-c VUU festlegt.
3.5. Gemäss den vorliegenden Akten ist erstellt, dass K.Y. der öffentlichen
(obligatorischen) Schule ohne vorgängige Bewilligung oder einer rechtsgenüglichen
(siehe E. 3.4 oben) Dispens durch den Schulträger zwischen ca. dem 5. Februar und
31. März 2014 ferngeblieben ist – dies obwohl sie der Schulpflicht (siehe E. 3.1 oben) in
der Politischen Gemeinde Q. bis zum 31. März 2014 unterstand. Dass die
Beschwerdeführer gemäss den vorliegenden Akten eine vorübergehende Beschulung
in der öffentlichen Schule bis zu einem definitiven Übertritt in eine kantonal anerkannte
Privatschule ablehnten und ihre Tochter in der fraglichen Zeit nicht zum Schulbesuch
angehalten haben, ist ebenfalls als Pflichtverletzung der Beschwerdeführer zu werten.
Selbst wenn eine erhebliche Verletzung der elterlichen Mitwirkungspflichten vorliegend
verneint würde, kann dieses Verhalten für sich alleine schon Grund für eine
Ordnungsbusse gemäss Art. 97 Abs. 1 VSG sein.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
3.6. Insgesamt wäre es daher in der Tat an den Beschwerdeführern gelegen, ein
aktuelles rechtsgenügliches Arztzeugnis mit den erforderlichen Angaben zuhanden des
Schulrats der Politischen Gemeinde Q. einzureichen. Dass sie dies, unter
Berücksichtigung, dass die Absenz von K.Y. zwischen ca. dem 5. Februar und
31. März 2014, wenn nicht schon vorher, voraussehbar gewesen sein dürfte, auch nach
mehrfachen Hinweisen bzw. mehrfacher Ermahnung nicht getan haben, die schulische
Absenz von K.Y. währenddessen weiterhin andauerte und die Beschwerdeführer
gestützt auf eine reine (rechtsunverbindliche) Empfehlung des Arztes eine
zwischenzeitliche Beschulung im Rahmen der öffentlichen Schule bis zu einem
geregelten Übertritt ihrer Tochter in eine Privatschule konsequent ablehnten (vgl. act.
10, Nr. 4a/29), ist insgesamt und in Anbetracht der dabei verstrichenen Zeit tatsächlich
als erhebliche Verletzung der elterlichen Mitwirkungspflichten gemäss Volkschulgesetz
zu werten. Da die Absenz insgesamt mehr als 6 Wochen andauerte, hätte die
Vorinstanz ohne Weiteres auch den Rahmen der Ordnungsbusse im Sinne von Art. 97
Abs. 2 VSG gegen oben ausschöpfen und/oder sogar von einem schweren Fall gemäss
Art. 97 Abs. 1 VSG ausgehen dürfen.
3.7. Daran mag auch der Verweis der Beschwerdeführer auf den Entscheid der
Verwaltungsrekurskommission vom 19. März 2015 nichts ändern: Die in Art. 302 ZGB
statuierte Erziehungspflicht der Eltern, das Kind ihren Verhältnissen entsprechend zu
erziehen und seine körperliche, geistige und sittliche Entfaltung zu fördern und zu
schützen und ihm (Abs. 2) eine angemessene, seinen Fähigkeiten und Neigungen
soweit möglich entsprechende allgemeine und berufliche Ausbildung zu verschaffen,
ist ihrer Natur nach nicht mit den Pflichten der Eltern im Rahmen des
Volksschulgesetzes gleichzusetzen. Während die Verletzung der elterlichen
Erziehungspflichten unter Umständen, d.h. bei Vorliegen einer Kindeswohlgefährdung,
die Anordnung einer Kindesschutzmassnahme gemäss Art. 307 ff. ZGB durch die
Kindesschutzbehörde nach sich ziehen kann, legen die Art. 92 ff. VSG die Pflichten der
Eltern im Zusammenhang mit der (obligatorischen) Beschulung ihrer Kinder fest. Die
Pflichten der Eltern, darunter die Verantwortung für den Schulbesuch (Art. 96 VSG) und
deren Mitwirkungspflicht (Art. 96 VSG) stehen einem gesetzlich normierten
Sanktionsrecht gegenüber, mit welchem pflichtwidriges Verhalten der Eltern
entsprechend geahndet werden kann (vgl. bereits oben E. 2.2).
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Der Entscheid der Verwaltungsrekurskommission, der sich auf die Erziehungspflicht der
Eltern bezog und in dessen Rahmen zu beurteilen war, ob das Wohl des Kindes
aufgrund der zeitweise nicht gesicherten Beschulung gefährdet und ob die durch die
KESB X. angeordnete Kindesschutzmassnahme angemessen war, beantwortet somit
nicht die Frage, ob die Eltern in schulischen Belangen den Bestimmungen des VSG
entsprechend rechtsgenüglich mitgewirkt haben. Der im Rahmen der Prüfung, ob bei
K.Y. eine Gefährdung des Kindeswohls vorlag bzw. immer noch vorliegt, durch die
Verwaltungsrekurskommission gemachten Feststellung, dass der Beschwerdeführerin
(Mutter) keine Verletzung der Beschulungspflicht ihrer Tochter vorgeworfen werden
könne, ist somit nicht deckungsgleich mit der vorliegend zu beurteilenden Sachlage.
Erstere steht vielmehr im Zusammenhang mit der durch die KESB X. festgestellten und
durch die Verwaltungsrekurskommission zu überprüfende Gefährdung des
Kindeswohls. Der Entscheid präjudiziert die vorliegend zu klärende Frage somit nicht,
zumal auch bei Verneinung einer Kindeswohlgefährdung eine Verletzung elterlicher
Pflichten im Zusammenhang mit der Beschulung ihrer Kinder vorliegen kann. Auch dies
hat die Vorinstanz zutreffend festgestellt (E. 5c des angefochtenen Entscheides). Alles
Weitere kann offen bleiben, haben die Beschwerdeführer in ihrer ergänzenden Eingabe
vom 4. April 2016 doch weder eine Begründung für ihre Rügen vorgebracht noch
eingehend substantiiert, warum der angefochtene Entscheid fehlerhaft sein sollte.
3.8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass weder eine Einzelbeschulung in
Ergänzung des Schulbesuchs der Realstufe (vgl. act. 10, Nr. 4a/25), eine ordentliche
Beschulung im Rahmen der Realschule bis zu einem definitiven Übertritt in die
Privatschule, ein Besuch der Sonderschule (vgl. act. 10, Nr. 4a/18) noch ein Besuch
einer Privatschule für den Zeitraum vom 10. Februar bis 31. März 2014 nachgewiesen
ist (vgl. act. 10, Nr. 4a/44, S. 3). Daher erfüllte K.Y., unter Berücksichtigung des
Arztzeugnisses vom 6. Januar 2014 (act. 10, Nr. 4a/16), ihre Schulpflicht (mindestens)
zwischen dem 5. bzw. 24. Februar und 31. März 2014 nicht. Die vorgebrachte
Einzelbeschulung während sechs Stunden pro Woche vermag die ordentliche
Schulpflicht nicht zu ersetzen, zumal diese nur in äusserst geringem zeitlichem Umfang
stattgefunden hat. Dasselbe gilt in Bezug auf die Schnupperwoche an der W.-Schule.
Eine Schnupperwoche kann schon rein aufgrund des ihr innewohnenden Zweckes
nicht als ordentlicher Schulbesuch gelten. Darüber hinaus liegt keine Bestätigung der
W.-Schule vor, die einen ordentlichen Schulbesuch vor dem 1. April 2014
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
rechtsgenüglich belegen könnte. Erst mit Besuch der W.-Schule seit 1. April 2014
wurde die Schulpflicht nachweislich wieder erfüllt (act. 10, Nr. 4a/39 und 45, S. 1). Die
verfügte Ordnungsbusse in der Höhe von CHF 500 liegt innerhalb des von Art. 97 Abs.
2 VSG vorgegebenen Rahmens. Die Vorinstanz berücksichtigte die finanziellen
Verhältnisse der Beschwerdeführer, was im Ergebnis nicht zu beanstanden ist.
Insgesamt hat die Vorinstanz, indem sie die Verfügung des Schulrats Q. bestätigte, ihr
Ermessen rechtmässig ausgeübt und damit kein Recht verletzt.
4. (...).