Decision ID: 36cffbef-c3ee-5dec-b993-057c7786c7a4
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ P. P., geb. 1952, ist Staatsangehöriger von Bosnien und Herzegowina. Er reiste
1982 in die Schweiz ein und erhielt eine Jahresaufenthaltsbewilligung im Kanton St.
Gallen. 1984 reisten seine Ehefrau und das Kind Dalibor, geb. 1979, im Rahmen des
Familiennachzugs zum Ehemann. Am 6. November 1984 wurde P. P. vom Kreisgericht
Fünf Dörfer wegen Gehilfenschaft zu Diebstahl mit drei Monaten Gefängnis bedingt
bestraft. Am 2. Januar 1986 sprach die Fremdenpolizei (heute Ausländeramt) gegen ihn
eine Verwarnung aus. Die Aufenthaltsbewilligung wurde widerrufen und eine
sogenannte Toleranzbewilligung (Ausweis D) erteilt. Später wurde ihm wieder eine
Aufenthaltsbewilligung erteilt. 1988 gebar die Ehefrau den Sohn Drago. 1992 wurde
das Gesuch von P. P. um Erteilung einer Niederlassungsbewilligung abgewiesen.
Die Ehe wurde 1994 geschieden. Im selben Jahr verlegte P. P. seinen Wohnsitz nach
St. Gallen. Am 18. November 1994 wies das Ausländeramt sein Gesuch um Erteilung
der Niederlassung erneut ab. Zur Begründung wurde angeführt, der Gesuchsteller
komme seinen finanziellen Verpflichtungen nicht ordnungsgemäss nach.
Am 12. April 1995 wurde P. P. wegen Geschwindigkeitsüberschreitung mit Fr. 400.--
gebüsst. Mit Strafbescheid vom 23. Oktober 1995 wurde er wegen Widerhandlung
gegen die Verordnung über den Erwerb und das Tragen von Schusswaffen durch
jugoslawische Staatsangehörige mit zehn Tagen Gefängnis und Fr. 400.-- Busse
bestraft. Am 15. September 1998 wurde er mit Fr. 1'000.-- gebüsst, weil er um hohe
Geldbeträge gespielt hatte. Am 21. Oktober 1998 wies das Ausländeramt ein Gesuch
von P. P. um Erteilung der Niederlassung abermals ab.
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In der Nacht vom 28. auf den 29. Dezember 1998 spielte sich vor dem Restaurant I.
eine Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Personen aus dem ehemaligen
Jugoslawien ab. In deren Verlauf schoss P. P. einem Widersacher mit einer
Faustfeuerwaffe nach und verletzte ihn mit einem Streifschuss.
Das Kreisgericht St. Gallen sprach P. P. am 12./17. Februar 2003 der versuchten
vorsätzlichen Tötung, des Angriffs, der Widerhandlung gegen das Waffengesetz sowie
der mehrfachen groben Verletzung von Verkehrsregeln schuldig und verurteilte ihn zu
einer Zuchthausstrafe von sechs Jahren und neun Monaten. Ausserdem ordnete es
eine Landesverweisung von fünf Jahren an, wobei diese bedingt ausgesprochen
wurde. Gegen dieses Urteil erhob P. P. Berufung. Das Kantonsgericht sprach ihn mit
Urteil vom 30. Juni 2004 der versuchten vorsätzlichen Tötung, der Widerhandlung
gegen das Waffengesetz sowie der mehrfachen groben Verletzung der Verkehrsregeln
schuldig und verurteilte ihn zu fünfeinhalb Jahren Zuchthaus. Von den Anklagen der
einfachen Verletzung der Verkehrsregeln und des Angriffs wurde er freigesprochen. Die
bedingte Landesverweisung wurde bestätigt.
Am 15. November 2004 trat P. P. in den Strafvollzug ein.
Das Bundesgericht wies mit Urteil vom 15. Dezember 2004 die staatsrechtliche
Beschwerde und die eidgenössische Nichtigkeitsbeschwerde des Verurteilten ab,
soweit es darauf eintrat.
Am 10. März 2006 heiratete P. P. seine langjährige Lebenspartnerin Ljiljana X. Die
Ehefrau verfügt über die Schweizer Staatsbürgerschaft.
Am 4. November 2007 missachtete P. P. die allgemeine Höchstgeschwindigkeit, indem
er mit dem Personenwagen auf der Autobahn anlässlich der Rückkehr vom Urlaub in
die Strafanstalt mit einer Geschwindigkeit von 160 km/h fuhr.
Mit Verfügung vom 28. November 2007 verweigerte das Ausländeramt die
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung von P. P..
B./ Gegen die Verweigerung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung erhob der
Betroffene Rekurs, der vom Sicherheits- und Justizdepartement mit Entscheid vom
4. Februar 2008 abgewiesen wurde.
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C./ Mit Eingaben seiner Rechtsvertreterin vom 20. Februar und 5. März 2008 erhob P.
P. Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Rekursentscheid vom
4. Februar 2008 und die Verfügung des Ausländeramts vom 28. November 2007 seien
aufzuheben und es sei die Jahresaufenthaltsbewilligung zu verlängern, unter Kosten-
und Entschädigungsfolge. Die zur Begründung vorgebrachten Ausführungen werden,
soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen dargelegt und gewürdigt.
Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung vom 10. März 2008 unter Hinweis auf
die Erwägungen des angefochtenen Entscheids und die Akten die Abweisung der
Beschwerde.
Mit Verfügung vom 16. April 2008 verfügte das Sicherheits- und Justizdepartement,
Straf- und Massnahmenvollzug, die bedingte Entlassung des Beschwerdeführers aus
der Strafanstalt Saxerriet auf den 18. April 2008.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 20. Februar und 5.
März 2008 wurden rechtzeitig eingereicht und erfüllen formal und inhaltlich die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Am 1. Januar 2008 trat das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer
(SR 142.20, abgekürzt AuG) in Kraft. Gemäss Art. 126 Abs. 1 AuG bleibt für Gesuche,
die vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes eingereicht worden sind, das bisherige Recht
anwendbar. Das Verfahren richtet sich dagegen nach dem neuen Recht (Abs. 2). Im
vorliegenden Fall ist die Abweisung eines vor dem 1. Januar 2008 gestellten Gesuchs
um Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung streitig. Das Gesuch wurde somit vor
dem Inkrafttreten des AuG eingereicht, weshalb die Streitsache nach früherem Recht
zu beurteilen ist.
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2.1. Nach Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der
Ausländer (BS 1, 121 mit seither ergangenen Aenderungen, abgekürzt ANAG) hat der
ausländische Ehegatte einer Schweizer Bürgerin Anspruch auf Erteilung und
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Der Anspruch erlischt, wenn ein
Ausweisungsgrund vorliegt.
Nach Art. 10 Abs. 1 ANAG kann ein Ausländer aus der Schweiz ausgewiesen werden,
wenn er wegen eines Verbrechens oder Vergehens gerichtlich bestraft wurde (lit. a)
oder wenn sein Verhalten im allgemeinen und seine Handlungen darauf schliessen
lassen, dass er nicht gewillt oder nicht fähig ist, sich in die im Gaststaat geltende
Ordnung einzufügen (lit. b). Die Ausweisung soll nur verfügt werden, wenn sie nach den
gesamten Umständen angemessen erscheint (Art. 11 Abs. 3 Satz 1 ANAG).
2.2. Der Beschwerdeführer ist mit einer Schweizerin verheiratet. Er kann daher gestützt
auf Art. 7 Abs. 1 ANAG sowie auf Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung (SR 101,
abgekürzt BV) und Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (SR
0.101, abgekürzt EMRK) einen Rechtsanspruch auf Erteilung bzw. Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung geltend machen. Diesem Rechtsanspruch steht ein
Ausweisungsgrund entgegen. Zu prüfen ist somit im folgenden, ob die Verweigerung
der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung verhältnismässig ist.
Für die Beurteilung der Angemessenheit der Ausweisung im Sinn von Art. 11 Abs. 3
ANAG bzw. der Verhältnismässigkeit sind namentlich die Schwere des Verschuldens,
die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz sowie die dem Betroffenen und seiner
Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (Art. 16 Abs. 3 der
Vollziehungsverordnung zum ANAG, AS 1949, 228 mit seither ergangenen
Aenderungen).
Im Rahmen der Interessenabwägung ist auch zu prüfen, ob den hier
anwesenheitsberechtigten Familienangehörigen zugemutet werden kann, dem
Ausländer, dessen Bewilligung nicht verlängert wird, ins Ausland zu folgen. Die Frage
der Zumutbarkeit ist unter Berücksichtigung der persönlichen Verhältnisse der
Betroffenen und aller Umstände objektiv zu beurteilen. Wird eine allfällige
Unzumutbarkeit der Ausreise für die in der Schweiz lebenden Angehörigen festgestellt,
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führt dies aber nicht zwingend zur Unzulässigkeit der Bewilligungsverweigerung
(BGE 122 II 5 f.). In der Prüfung der Angemessenheit im Sinn von Art. 11 Abs. 3 ANAG
geht auch diejenige auf, ob die Massnahme im Sinn von Art. 8 Ziff. 2 EMRK
verhältnismässig bzw. als in einer demokratischen Gesellschaft notwendig erscheint
(Art. 120 Ib 130 f.). Die Ausweisung bzw. die Verweigerung der Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung kann zu einem Eingriff in das Familienleben führen. Ein solcher
Eingriff ist nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK zulässig, falls er gesetzlich vorgesehen ist und eine
Massnahme darstellt, die in einer demokratischen Gesellschaft für die nationale
Sicherheit, die öffentliche Ruhe und Ordnung, das wirtschaftliche Wohl des Landes, die
Verteidigung der Ordnung und zur Verhinderung von strafbaren Handlungen, zum
Schutz der Gesundheit und der Moral oder zum Schutz der Rechte und Freiheiten
anderer notwendig ist. ANAG sowie BV und EMRK verlangen somit eine Abwägung der
sich gegenüberstehenden privaten Interessen an einem Verbleib in der Schweiz und
dem öffentlichen Interesse an der Beendigung des Aufenthalts.
Je länger ein Ausländer in der Schweiz gelebt hat, desto strengere Anforderungen sind
an die Gründe für eine Ausweisung bzw. einen Widerruf oder eine Verweigerung der
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung zu stellen. Dabei ist zu berücksichtigen, in
welchem Alter sich der Ausländer in der Schweiz niedergelassen hat. Selbst bei
Ausländern der zweiten Generation ist aber eine Ausweisung grundsätzlich zulässig.
Sie fällt nach der Praxis des Bundesgerichts namentlich dann in Betracht, wenn der
Ausländer besonders schwere Gewalt-, Sexual- oder Betäubungsmitteldelikte
begangen und wenn er wiederholt delinquiert hat. Personen, die ausgesprochen lange
in der Schweiz gelebt haben, dürfen in der Regel zwar nicht schon wegen einer
einzelnen Straftat ausgewiesen werden, selbst wenn diese ernsthafter Natur ist.
Vielmehr ist eine Ausweisung grundsätzlich erst bei wiederholten Straftaten von
einigem Gewicht angebracht. Unter Berücksichtigung aller entscheidenden Umstände
kann aber auch eine einzelne Verurteilung wegen einer besonders schwerwiegenden
Straftat zur Ausweisung führen, doch diese ist bei sehr langer Anwesenheit in der Regel
erst anzuordnen, wenn eine sich zusehends verschlechternde Situation vorliegt, d.h.
wenn der Ausländer, statt sich zu bessern, mit der deliktischen Tätigkeit fortfährt und
sich namentlich immer schwerere Straftaten zuschulden kommen lässt (vgl. BGE 2A.
571/2005 vom 17. Januar 2006 mit Hinweisen, unter anderem auf BGE 130 II 190).
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2.3. Das Kantonsgericht St. Gallen sprach den Beschwerdeführer mit Urteil vom
30. Juni 2004 der versuchten vorsätzlichen Tötung, der Widerhandlung gegen das
Waffengesetz sowie der mehrfachen groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig
und verurteilte ihn zu fünfeinhalb Jahren Zuchthaus und einer bedingten
Landesverweisung von fünf Jahren.
Der Verurteilung liegt folgender Sachverhalt zugrunde: In der Nacht vom 28. auf den
29. Dezember 1998 betrat Darko S. mit vier Kollegen das Restaurant, das vom
Beschwerdeführer geführt wurde. Darko S. begrüsste lautstark einen Kollegen und
schüttelte ihn. Der Beschwerdeführer mahnte zur Ruhe und erklärte, es sei Feierabend
und sie sollten das Lokal wieder verlassen. Darko S. war damit nicht einverstanden,
und es kam zwischen ihnen zu einer verbalen Auseinandersetzung. In der Folge begab
sich der Beschwerdeführer in die Küche, während sein Sohn Dalibor Darko S. nach
draussen begleitete, gefolgt von weiteren Personen. Vor dem Restaurant kam es zu
einer handgreiflichen Auseinandersetzung, bei der Darko S. tätlich angegriffen und
verletzt wurde. Daran beteiligt war auch der Beschwerdeführer, der das Haus in der
Zwischenzeit durch den Hintereingang verlassen hatte. Zuvor hatte er in der Küche
einen Revolver behändigt und unter seinem Pullover versteckt. Darko S. konnte sich
schliesslich aus der Auseinandersetzung befreien und floh. Der Beschwerdeführer
folgte ihm, zog seine Waffe und gab in Richtung des Flüchtenden einen Schuss ab.
Dabei traf er den Mann mit einem Streifschuss im rechten Lendenbereich aus einer
Entfernung von drei bis fünf Metern. Die Verletzung wurde im Kantonsspital behandelt
und verheilte ohne bleibende Folgen.
Das Kantonsgericht hat in seinen Urteilserwägungen das Verschulden des
Beschwerdeführers als schwer qualifiziert bzw. die entsprechende Qualifikation der
Vorinstanz bestätigt. Der Beschwerdeführer müsse sich unter anderem vorhalten
lassen, dass er sich nicht einfach zu den anderen Beteiligten begeben, sondern ohne
ersichtlichen Grund vorerst in der Küche die geladene Pistole eingesteckt habe. Damit
habe er allein die potentielle Gefahr geschaffen, die sich durch den abgegebenen
Schuss und die Verletzung des Opfers dann auch verwirklicht habe. Unter
Berücksichtigung, dass der einzige Schuss mit Eventualvorsatz abgefeuert worden sei,
erscheine eine Einsatzstrafe von rund elf Jahren angemessen. Der vollendete Versuch
führe zu einer Strafmilderung um Umfang von rund vier Jahren, wobei das Kreisgericht
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zutreffend festgehalten habe, dass die relativ geringe Verletzung des Opfers eher
einem glücklichen Umstand zu verdanken sei. Aufgrund der unnötig langen Dauer des
Verfahrens sei die Strafe erheblich zu reduzieren. Das Kantonsgericht erachtete eine
Zuchthausstrafe von fünfeinhalb Jahren als angemessen. Das Bundesgericht
qualifizierte in seinem Urteil die Erwägungen des Kantonsgerichts ohne weiteres als
nachvollziehbar und die ausgesprochene Strafe als plausibel.
Auch in fremdenpolizeilicher Hinsicht ist das Verschulden des Beschwerdeführers als
schwer zu qualifizieren. Es kann auf die entsprechenden Erwägungen des
Kantonsgerichts verwiesen werden. Namentlich fällt in Betracht, dass der
Beschwerdeführer auch nach Auffassung des Kantonsgerichts ein hohes
Sicherheitsrisiko darstellt (Urteil S. 14 mit Verweis auf den Entscheid des Kreisgerichts).
Bei schweren Gewalttaten verfolgt insbesondere auch das Bundesgericht eine strenge
Praxis (BGE 125 II 526 f.). Der Beschwerdeführer war zudem bereits 1995 wegen
Widerhandlung gegen das Waffenerwerbs- und Tragverbot für Personen aus dem
ehemaligen Jugoslawien bestraft worden. Unter den gegebenen Umständen besteht
eine vergleichsweise hohe Rückfallgefahr. Gravierend ist namentlich, aus welch
geringfügigem Anlass der Beschwerdeführer auf einen Wirtshausbesucher schoss, der
das Lokal weisungsgemäss wieder verlassen hatte und auf der Flucht war. Diese Tat
manifestiert eine hohe Gewaltbereitschaft und begründet ein eminentes öffentliches
Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdeführers.
2.4. Der Beschwerdeführer lebt seit Oktober 1982 und damit seit rund 26 Jahren in der
Schweiz. Somit ist von einer langen Aufenthaltsdauer auszugehen, welche bei der
Prüfung der Verhältnismässigkeit zugunsten des Betroffenen zu berücksichtigen ist.
Allerdings fällt auf, dass der Beschwerdeführer bereits 1985 erstmals straffällig wurde
(Verurteilung wegen Gehilfenschaft zu Diebstahl zu drei Monaten Gefängnis). Zu Recht
haben Ausländeramt und Vorinstanz auch relativ weit zurückliegende Straftaten
berücksichtigt. Die Fremdenpolizeibehörden haben das gesamte Vorleben des
Betroffenen zu würdigen und dürfen sich nicht ausschliesslich auf die im Strafregister
verzeichneten Vorstrafen beschränken. Die Einholung eines aktuellen
Strafregisterauszugs erübrigt sich daher. In der Berücksichtigung der gelöschten
Vorstrafen liegt entgegen den Ausführungen in der Beschwerde kein Verstoss gegen
Art. 8 BV. Verfahren betr. Ausweisung und Verweigerung des Aufenthalts können
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ausschliesslich gegen ausländische Personen geführt werden. Weder der Erlass von
Normen, die ausschliesslich auf Ausländer anwendbar sind, noch die sachlich
begründete Ungleichbehandlung von Schweizern und Ausländern ist unzulässig. Von
einer Diskriminierung ausländischer Personen kann daher nicht gesprochen werden.
Auch verhält es sich nicht so, dass weiter zurückliegende Delikte für den Entscheid
über die Verweigerung des weiteren Aufenthalts grundsätzlich nicht mehr beachtlich
sind. Sie sind vielmehr im Sinne einer Gesamtwürdigung des Verhaltens des
Beschwerdeführers während seiner gesamten Anwesenheit in der Schweiz zu
berücksichtigen. Namentlich in Fällen wie dem vorliegenden, in denen die Intensität der
Delikte allmählich schwerwiegender wird, kann nur eine solche Gesamtwürdigung die
Verhältnismässigkeit eines ausländerrechtlichen Entscheides gewährleisten. Das
Bundesgericht hat sogar entschieden, dass bei der Ausweisung eines
niedergelassenen Ausländers auch solche Delikte berücksichtigt werden dürfen, die er
als Jahresaufenthalter beging und den Ausländerbehörden bei der Erteilung der
Niederlassung bekannt waren, da die aktuellen Gegebenheiten im Lichte des
Verhaltens während der gesamten Anwesenheit zu würdigen sind (BGE 2A.241/2000
vom 15. November 2000).
Auch trifft es nicht zu, dass Strassenverkehrsdelikte generell als leicht beurteilt werden
und eine Verweigerung einer Aufenthaltsbewilligung nicht rechtfertigen können. Das
Kantonsgericht hat die vom Beschwerdeführer begangenen Strassenverkehrsdelikte
ausdrücklich als "nicht leicht" qualifiziert (Urteil S. 13). Kommen zu schwerwiegenden
Gewaltdelikten verschiedene gravierende Strassenverkehrsdelikte hinzu, so
unterstreicht dies in der Regel das Unvermögen oder den fehlenden Willen des
Betroffenen, sich an die gesetzlichen Vorschriften zu halten. Besonders belastend fällt
beim Beschwerdeführer ins Gewicht, dass er auf der Rückfahrt vom Urlaub aus dem
Strafvollzug eine massive Geschwindigkeitsüberschreitung um rund 40 km/h auf der
Autobahn beging. Solche Geschwindigkeitsexzesse werden in der Praxis als Vergehen
geahndet (BGE 6S.477/2004 vom 1. März 2005 mit Hinweis auf BGE 128 II 131) und
wiegen nicht deshalb leichter, weil sie von einem wegen krimineller Delikte
Vorbestraften begangen werden.
Aufgrund der Art der Delinquenz kann dem Beschwerdeführer keine günstige Prognose
gestellt werden. Die zahlreichen Delikte, der Umstand, dass der Beschwerdeführer
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während Jahren mit einer gewissen Regelmässigkeit delinquierte, wobei das strafbare
Verhalten in einem Tötungsdelikt gipfelte, begründen gewichtige Zweifel, ob eine gute
Prognose für die Zukunft gestellt werden kann. Insbesondere ist der Einwand des
Beschwerdeführers, er bereue sein damaliges Handeln sehr, wenig glaubhaft. Das
Kantonsgericht hielt fest, eine Geständnisbereitschaft, die zu einer Strafreduktion
führen könnte, liege nicht vor. Das Bundesgericht hat die Auffassung des
Kantonsgerichts, der Beschwerdeführer habe Einsicht in das Unrecht seiner Tat
vermissen lassen, nicht als abwegig bezeichnet. Hinzu kommt, dass sich der
Beschwerdeführer während des Strafvollzugs nicht klaglos verhielt, da er während des
Urlaubs eine gravierende Verkehrsregelverletzung beging. Dass er während des
Aufenthalts in der Strafanstalt selber keine weiteren Delikte verübte, kann nicht als
besonders verdienstvoll angerechnet werden, sondern entspricht den üblichen
Erwartungen. Andernfalls wäre eine vorzeitige bedingte Entlassung gar nicht in Frage
gekommen. Auch die Strafvollzugsbehörde hat im Zusammenhang mit der Gewährung
der bedingten Entlassung festgehalten, es könne aus dem mehrheitlich klaglosen
Verhalten im Strafvollzug nicht geschlossen werden, der Beschwerdeführer sei,
jedenfalls in der Schweiz, künftig in der Lage, mit Freiheiten verantwortungsbewusst
umzugehen und die hier geltenden Regeln einzuhalten. Die Aeusserungen des
Gesuchstellers würden darauf schliessen lassen, dass er das Unrecht seiner Tat nicht
wirklich einsehe und keine Verantwortung für sein Verhalten übernehme. Zudem ging
die Strafvollzugsbehörde davon aus, dass der Gesuchsteller die Schweiz
voraussichtlich zu verlassen habe, weshalb auf die Anordnung einer Bewährungshilfe
verzichtet wurde.
Weder ein Führungsbericht der Strafanstalt noch eine psychiatrische Begutachtung
sind geeignet, bezüglich der Gefährlichkeit und der Rückfallgefahr, soweit sie im
vorliegenden Verfahren relevant ist, neue und wesentliche Erkenntnisse
hervorzubringen. Das bisherige Verhalten des Beschwerdeführers zeigt mit
hinreichender Deutlichkeit, dass eine fremdenpolizeilich erhebliche Rückfallgefahr
vorliegt und diese auch ohne psychiatrische Begutachtung als gegeben angenommen
werden darf.
Unerheblich ist im vorliegenden Fall, dass die Strafgerichte die Landesverweisung
bedingt aussprachen. Es entspricht der ständigen Praxis, dass die
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Resozialisierungschancen für ausländische Straftäter in der Schweiz als besser
betrachtet werden, was unter der Geltung des früheren Strafrechts in der Regel zu
einem bedingten Aufschub des Vollzugs der Landesverweisung führte. Dies stand bzw.
steht jedoch einer aussländerrechtlichen Ausweisung nicht entgegen (BGE 125 II 105
ff.).
2.5. Zugunsten des Beschwerdeführers ist wie erwähnt der lange Aufenthalt von rund
26 Jahren in der Schweiz zu bewerten. Allerdings verbrachte er seine gesamte Kindheit
und Jugend im Herkunftsstaat und verliess diesen erst im Alter von rund 30 Jahren.
Seine derzeitige Ehefrau stammt ebenfalls aus Bosnien und Herzegowina. Der
Beschwerdeführer pflegt rege Kontakte mit Landsleuten und reiste in den letzten
Jahren mehrmals in den Heimatstaat. Unter diesen Umständen ist eine Rückkehr nach
Bosnien und Herzegowina für den Beschwerdeführer ohne besondere Probleme zu
bewerkstelligen, selbst wenn zurzeit keine engen Verwandten und Angehörigen dort
leben. Der Beschwerdeführer befindet sich in einer ähnlichen Lage wie zahlreiche
seiner Landsleute, die nach einem langen Aufenthalt in der Schweiz nach Bosnien und
Herzegowina zurückkehren müssen. Da er beruflich als Chauffeur und Gastwirt tätig
war, hat er die Möglichkeit, auch im Herkunftsland beruflich wieder Fuss zu fassen.
2.6. Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, er leide an gesundheitlichen
Problemen und sei auf die regelmässige und tägliche Einnahme von Medikamenten
angewiesen.
Nach dem ärztlichen Zeugnis vom 30. August 2007 leidet der Beschwerdeführer an
einer hypertensiven und auch koronaren Herzkrankheit sowie an einem Bauchaorten-
Aneurysma. Von physischer Seite her habe sich eine stabile Situation ergeben,
allerdings sei der Patient auf eine regelmässige und tägliche Einnahme von mehreren
Medikamenten angewiesen. Solange eine stabile Situation hinsichtlich der Bauchaorta
sowie des Herzens bestehe, sei eine adäquate medizinische Behandlung und Kontrolle
in Bosnien und Herzegowina eventuell möglich. Allerdings hält der Arzt fest, er sei über
die dortigen Behandlungen und die Kontrollmöglichkeiten nicht im Bild. Der
Beschwerdeführer liess sein Bauchaorten-Aneurysma im Jahr 2005 operativ
behandeln. Dass irgendwelche Komplikationen auftraten, ist aufgrund des
Arztberichtes nicht anzunehmen. Auch wird im Arztbericht die Wahrscheinlichkeit einer
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lebensbedrohenden Komplikation nicht als erheblich qualifiziert. Eine Notwendigkeit für
einen Verbleib in der Schweiz ist aufgrund des gesundheitlichen Zustands des
Beschwerdeführers jedenfalls nicht ausgewiesen.
2.7. Die Kinder des Beschwerdeführers aus erster Ehe sind seit längerem volljährig,
weshalb die Berufung auf Art. 8 EMRK nicht zulässig ist (vgl. BGE 130 II 137 E. 2.1).
Auch besteht kein besonderes Abhängigkeitsverhältnis zwischen dem
Beschwerdeführer und seinen Söhnen, welches die Berufung auf Art. 8 EMRK zuliesse.
Die Ehefrau kann den Sohn des Beschwerdeführers aus erster Ehe finanziell auch dann
unterstützen, wenn der Beschwerdeführer im Herkunftsstaat weilt.
2.8. Dagegen kann sich der Beschwerdeführer in bezug auf seine derzeitige Ehefrau
auf Art. 8 EMRK berufen. In der Beschwerde wird vorgebracht, die Ehefrau führe seit
Jahrzehnten ein gut gehendes Modegeschäft, das sie allein aufgebaut habe und mit
dem sie selbständig für ihren Unterhalt sorge. Sie sichere derzeit die wirtschaftliche
Existenz des in Ausbildung befindlichen jüngeren Sohnes des Beschwerdeführers.
Würde sie mit ihrem Ehemann ausreisen, wären ihre gesamten Bemühungen, sich in
der Schweiz eine gesicherte Existenz aufzubauen, zunichte gemacht.
In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass die Ehe erst am 10. März 2006
und damit während des Strafvollzugs des Beschwerdeführers geschlossen wurde. Die
Eheleute mussten deshalb damit rechnen, die Ehe nicht in der Schweiz leben zu
können. Namentlich musste sich die Ehefrau über die wirtschaftlich schlechteren
Perspektiven im Falle einer Uebersiedlung nach Bosnien und Herzegowina bereits im
Zeitpunkt der Heirat im Klaren sein. Da sie aus dem Herkunftsland des
Beschwerdeführers stammt und seit langem mit diesem zusammenlebt, wusste sie um
die gegenwärtigen Verhältnisse in Bosnien und Herzegowina. Dennoch heiratete sie
den Beschwerdeführer, als dieser eine mehrjährige Zuchthausstrafe verbüsste und sie
damit rechnen musste, dass seine Aufenthaltsbewilligung nach der Strafverbüssung
nicht mehr verlängert werden könnte. Unter diesen Umständen ist es der Ehefrau in
objektiver Hinsicht zuzumuten, ihrem Ehemann nach Bosnien und Herzegowina zu
folgen. Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, ist es auch dort grundsätzlich möglich,
ein Modegeschäft zu führen.
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2.9. Selbst wenn die Uebersiedlung der Ehefrau nach Bosnien und Herzegowina als
unzumutbar qualifiziert würde, wäre die Verweigerung des weiteren Aufenthalts des
Beschwerdeführers zulässig. Das öffentliche Interesse an dessen Fernhaltung
überwiegt aufgrund der schwerwiegenden Delinquenz das private Interesse des
Beschwerdeführers und seiner Ehefrau, ihre Beziehung in der Schweiz zu leben. Da die
Ehefrau den Beschwerdeführer erst heiratete, als er sich im Strafvollzug befand, darf
das private Interesse am gemeinsamen Verbleib in der Schweiz geringer gewichtet
werden als bei Personen, die während eines langjährigen Aufenthalts in der Schweiz
verheiratet waren.
2.10. Die Vorinstanz ging davon aus, dass der Beschwerdeführer sämtliche Schulden
beglichen hat. Im Verfahren vor dem Ausländeramt hatte der Beschwerdeführer eine
entsprechende Betreibungsauskunft eingereicht. Danach sind seit 2002 weder
Betreibungen noch Verlustscheine regi-striert. Ob der Beschwerdeführer auch solche
Ausstände getilgt hat, denen vor 2002 ausgestellte Verlustscheine zu-grundeliegen, ist
offen, braucht indes nicht näher abgeklärt zu werden. Jedenfalls ist die
Schuldentilgung zu-gunsten des Beschwerdeführers zu berücksichtigen. Namentlich ist
es zulässig, die Schuldentilgung zu seinen Gunsten zu berücksichtigen. Diese positiven
Aspekte lassen allerdings die vorinstanzliche Interessenabwägung im Ergebnis nicht
ungerechtfertigt erscheinen.
2.11. Zusammenfassend gelangt das Verwaltungsgericht aufgrund der vorstehenden
Erwägungen zum Schluss, dass das öffentliche Interesse an der Fernhaltung des
Beschwerdeführers höher gewichtet werden durfte als dessen private Interessen an
einem Verbleib in der Schweiz. Folglich ist die Beschwerde abzuweisen.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht
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