Decision ID: a63f8219-303b-5db8-b742-b9eb6e639269
Year: 2006
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- Am 22. Februar 2006, um 20.25 Uhr, lenkte X.Y. in A. ihren Personenwagen auf der
B-strasse auf die Verzweigung B-strasse – C-strasse/R-strasse zu und beabsichtigte
nach links in Richtung A. abzubiegen. An der Wartelinie hielt X.Y. an und schaute
eigenen Angaben zufolge nach links und nach rechts. Nachdem sie ein aus Richtung A.
nahendes Fahrzeug passieren liess, fuhr sie linksabbiegend an. Dabei übersah sie den
aus Richtung F. heranfahrenden, vortrittsberechtigten Personenwagen. In der Folge
prallte der Personenwagen von X.Y. mit der rechten Fahrzeugfront gegen die linke
Fahrzeugfront des vortrittsberechtigten Personenwagens. Bei der Kollision verletzte
sich niemand. An beiden Fahrzeugen entstand erheblicher Sachschaden.
Mit Bussenverfügung des Untersuchungsamtes G. vom 3. Mai 2006 wurde X.Y. wegen
Verletzung von Verkehrsregeln und Nichtrückgabe eines Führerausweises u.a. in
Anwendung von Art. 90 Ziff. 1 SVG zu einer Busse von Fr. 500.— verurteilt.
B.- Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen, Abteilung
Personenzulassung (nachfolgend: Strassenverkehrsamt), eröffnete daraufhin am 22.
Mai 2006 ein Administrativmassnahmeverfahren gegen X.Y. und gewährte ihr das
rechtliche Gehör, worauf sie am 27. Mai 2006 schriftlich Stellung nahm.
Mit Verfügung vom 8. Juni 2006 entzog das Strassenverkehrsamt X.Y. den
Führerausweis wegen Nichtbeachtung des Vortrittsrechts in Anwendung von Art. 27
Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 16b Abs. 1 und 2 lit. a SVG für die Dauer von einem
Monat.
C.- X.Y. ersuchte am 20. Juni 2006 das Strassenverkehrsamt, den Fall nochmals zu
prüfen. Am 26. Juni 2006 teilte ihr das Amt abschliessend mit, dass sie gegen die
Verfügung allenfalls Rekurs erheben könne. Die Eingabe vom 20. Juni 2006 wurde in
der Folge von der Verwaltungsrekurskommission als Rekurserhebung gegen die
Verfügung vom 8. Juni 2006 betrachtet. X.Y. reichte mit Schreiben vom 28. Juni 2006
den eigentlichen Rekurs ein mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei
aufzuheben. –
Auf die Ausführungen zur Begründung des Antrags wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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Mit Vermerk vom 11. September 2006 verzichtete die Vorinstanz auf eine
Vernehmlassung.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Die Eingabe der Rekurrentin vom 28. Juni 2006 wurde
formell als Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission eingeschrieben. Bezüglich der
Frist stellt die Verwaltungsrekurskommission jedoch auf die Eingabe vom 20. Juni 2006
als Datum der Rekurserhebung ab. Die Frist begann mit der Eröffnung der Verfügung
der Vorinstanz vom 8. Juni 2006, also am 10. Juni 2006, zu laufen. Mit Eingabe vom 20.
Juni 2006 ist die vierzehntägige Rechtsmittelfrist eingehalten. Das Rechtsmittel ist
daher rechtzeitig eingereicht worden. Die Eingabe vom 28. Juni 2006 erfüllt im Übrigen
in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 24 Abs. 1 des
Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt: SVG; Art. 41 lit. e, 45, 47 und 48 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den
Rekurs ist einzutreten.
2.- Gemäss Art. 16 Abs. 2 SVG wird nach Widerhandlungen gegen die
Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das Verfahren nach dem
Ordnungsbussengesetz (SR 741.03) ausgeschlossen ist, der Lernfahr- oder
Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das Gesetz
unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG) und
schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine leichte Widerhandlung begeht, wer
durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer
hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG).
Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln
eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit.
a SVG). Ist die Verletzung der Verkehrsregeln grob und wird dadurch eine ernstliche
Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen, ist die
Widerhandlung schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG).
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3.- Im Rekurs ist angesichts der rechtskräftigen Bussenverfügung vom 3. Mai 2006 in
tatsächlicher Hinsicht zu Recht unbestritten, dass die Rekurrentin am 22. Februar 2006,
um 20.25 Uhr, den Personenwagen auf der B-strasse in A. gelenkt und dabei zufolge
Missachtung des Vortrittsrechts einen Verkehrsunfall im Kreuzungsbereich mit der C-
strasse verursacht hat.
4.- Nach Art. 27 Abs. 1 Satz 1 SVG sind Signale und Markierungen sowie die
Weisungen der Polizei zu befolgen. Das Signal "Kein Vortritt" verpflichtet den Führer,
den Fahrzeugen auf der Strasse, der er sich nähert, den Vortritt zu gewähren (Art. 36
Abs. 2 Satz 1 der Signalisationsverordnung, SR 741.21, abgekürzt: SSV). Da ebenfalls
unbestritten, steht soweit in Übereinstimmung mit der strafrechtlichen Verurteilung fest,
dass die Rekurrentin Art. 27 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 36 Abs. 2 SSV
schuldhaft verletzt hat.
5.- Zu prüfen ist hingegen, ob die Verkehrsregelverletzung als eine mittelschwere
Widerhandlung im Sinn von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG oder als eine leichte
Widerhandlung im Sinn von Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG zu behandeln ist.
a) Die Vorinstanz hat die Verkehrsregelverletzung als eine mittelschwere Widerhandlung
qualifiziert und der Rekurrentin den Führerausweis gestützt auf Art. 16b Abs. 1 und 2
lit. a SVG für die Dauer von einem Monat entzogen. Zur Begründung wird in der
angefochtenen Verfügung ausgeführt, die strikte Beachtung des Vorfahrtrechts sei
nicht nur im Interesse eines flüssigen Verkehrs, sondern insbesondere zur Vermeidung
oft schwerer und folgenreicher Unfälle unabdingbar erforderlich. Eine Einschränkung
der Verhaltensanforderungen des Wartepflichtigen im Hinblick auf sein Vertrauen auf
ein verkehrsgerechtes Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer sei denkbar, etwa wenn
auf erschwerte Sichtmöglichkeiten nicht in zumutbarer Weise ausreichend reagiert
werden könne oder der Verkehrsverstoss des Unfallgegners, etwa seine überhöhte
Geschwindigkeit, zu verständlichen Fehlbeurteilungen der Verkehrssituation führe. Sie
sei aber nicht gerechtfertigt, wenn die Vorfahrt ohne Überspannung an die
Verhaltensanforderungen gewährt und dadurch einem möglichen schweren Unfall im
Gegenverkehr entgegengewirkt werden könne. Nachdem die Rekurrentin das
Vortrittsrecht missachtet und dadurch einen doch erheblichen Verkehrsunfall
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verursacht habe, müsse ihr Verschulden sowie auch die entstandene Gefährdung als
mittelschwer beurteilt werden.
Gegen die Qualifikation ihres Verhaltens als mittelschwere Widerhandlung bringt die
Rekurrentin vor, dass es sich im vorliegenden Fall um einen Bagatellfall handle und
man keinen Ausweisentzug in Betracht ziehen sollte. Zudem sei sie noch nie mit dem
Gesetz in Konflikt geraten. Es sei ungerecht, diesen Unfall als mittelschwer zu
bezeichnen und überhaupt nicht nachvollziehbar.
b) Nach Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG begeht eine leichte Widerhandlung, wer durch die
Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft
und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft. Eine mittelschwere Widerhandlung im
Sinn von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG liegt vor, wenn nicht alle privilegierenden Elemente
einer leichten und nicht alle qualifizierenden Elemente einer schweren Widerhandlung
gegeben sind (vgl. Botschaft, in: BBl 1999 S. 4487).
Für die Annahme eines leichten Falls setzt das Gesetz ausdrücklich ein geringes
Ausmass der Gefährdung voraus. Im Gegensatz zur bundesgerichtlichen
Rechtsprechung zum bis am 31. Dezember 2004 geltenden Recht (vgl. BGE 125 II 561)
räumt Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG der Schwere der Verkehrsgefährdung wieder eine
eigenständige Stellung ein. Im Recht der Administrativmassnahmen liegen der
gesetzlichen Kategorisierung der Widerhandlungen gegen
Strassenverkehrsvorschriften verschiedene Gefährdungsstufen zugrunde. Von der
konkreten Gefährdung der körperlichen Integrität anderer Personen ist deren abstrakte
Gefährdung zu unterscheiden, die "einfach" oder "erhöht" sein kann. Die einfache
abstrakte Gefährdung zieht kein Administrativmassnahmeverfahren nach sich (vgl. Art.
16 Abs. 2 SVG). Eine solche Gefährdung ist nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung aber nur dann anzunehmen, wenn keine anderen Verkehrsteilnehmer
vom Fehlverhalten der Rekurrentin hätten betroffen werden können. Führt hingegen die
Missachtung einer Verkehrsregel zu einer Verletzung eines Rechtsguts, einer konkreten
Gefährdung der körperlichen Integrität oder zu einer erhöhten abstrakten Gefährdung
dieses Rechtsguts, hat dies eine Administrativmassnahme zur Folge (R. Schaffhauser,
Die neuen Administrativmassnahmen des Strassenverkehrsgesetzes, in: Jahrbuch zum
Strassenverkehrsrecht 2003, St. Gallen 2003, S. 181, Rz. 43ff.).
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Für die Abstufung innerhalb der erhöhten abstrakten Gefährdung ist auf die Nähe der
Verwirklichung der Gefahr abzustellen. Je näher die Möglichkeit einer konkreten
Gefährdung oder Verletzung liegt, umso schwerer wiegt die erhöhte abstrakte
Gefährdung (vgl. BGE 118 IV 285 E. 3a). Eine konkrete Gefahr liegt vor, wenn für einen
bestimmten, tatsächlich daherkommenden Verkehrsteilnehmer oder einen Mitfahrer
des Täters die Gefahr einer Körperverletzung oder gar Tötung bestand. Erst recht ist
eine konkrete Gefahr zu bejahen, wenn es zu einem Unfall gekommen ist, mit anderen
Worten sich die hervorgerufene Gefahr realisiert hat (J. Boll, Grobe
Verkehrsregelverletzung, Davos 1999, S. 12). Zudem ist das Ausmass der
üblicherweise entstehenden Schädigung bei Eintritt der Rechtsgutverletzung mit zu
berücksichtigen (vgl. VRKE IV vom 6. Juli 2005 in Sachen H. L., E. 4b/bb).
Im Polizeirapport vom 5. April 2006 wird vermerkt, dass die Rekurrentin an der
Wartelinie angehalten und zuerst nach rechts und dann nach links geschaut habe.
Nachdem sie ein aus Richtung A. nahendes Fahrzeug habe passieren lassen, sei sie
linksabbiegend mit ihrem Fahrzeug losgefahren. Dabei habe sie den aus Richtung F.
heranfahrenden Personenwagen übersehen. In der Folge sei der Personenwagen der
Rekurrentin mit der rechten Fahrzeugfront gegen die linke Fahrzeugfront des
vortrittsberechtigen Personenwagens geprallt. Bei der Kollision habe sich niemand
verletzt. Auf diese Feststellung im Polizeirapport ist abzustellen, zumal das
Unfallgeschehen an sich nicht bestritten ist (vgl. BGE 119 Ib 158 E. 3c/aa).
Bei den Regeln über den Vortritt handelt es sich um Grundregeln des
Strassenverkehrs, deren strikte Beachtung eine unabdingbare Voraussetzung für einen
geordneten Verkehrsablauf ist. Die Missachtung eines für den Vortrittsbelasteten als
"Kein Vortritt" signalisierten und markierten Vortrittsrechts stellt einen Verstoss gegen
eine elementare Verkehrsvorschrift dar und führt, weil sich der vortrittsberechtigte
Verkehrsteilnehmer in der Regel darauf verlässt, dass sein Vortrittsrecht respektiert
wird, erfahrungsgemäss immer wieder zu Unfällen (vgl. VRKE IV vom 1. März 2006 in
Sachen J. M., S. 7). Dies bestätigt der vorliegende Fall. Indem die Rekurrentin vor dem
Signal "Kein Vortritt" zwar angehalten und in der Folge den Vortritt des von rechts
kommenden Fahrzeuges missachtet hat, hat sie die Gefahr einer Kollision mit diesem
Fahrzeug geschaffen, die sich dann auch konkretisiert hat. Der verursachte Unfall zog
zwar nur Sachschaden nach sich, zeigt aber, dass im Fall einer Realisation der
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Gefährdung mit Unfällen zu rechnen ist, die durchaus auch geeignet sind, nebst
erheblichem Sach- auch Personenschaden nach sich zu ziehen. Aus den äusserlich
erkennbaren Folgen der Kollision ergibt sich, dass diese hinsichtlich der Gefährdung
keine Bagatelle darstellte. Bei beiden Fahrzeugen blieb es nicht bei einem minimalen
Sachschaden. So wurde der Schaden im Polizeirapport denn auch auf insgesamt rund
Fr. 8'000.-- geschätzt. Dass sich kein schwerer Unfall ereignete, ist glücklichen
Umständen zu verdanken. Hätte der vortrittsberechtigte Personenwagen keine
Vollbremsung machen können, wäre ein grösserer Schaden entstanden. Insgesamt
steht damit fest, dass die Rekurrentin durch die Nichtbeachtung des Vortrittsrechts
eine konkrete Gefahr für die Sicherheit anderer, insbesondere des unfallbeteiligten
Lenkers, geschaffen hat, die nicht mehr als gering bezeichnet werden kann.
c) Ist die von der Rekurrentin verursachte Gefahr nicht mehr als gering einzustufen,
kann nicht mehr von einer leichten Widerhandlung im Sinn von Art. 16a Abs. 1 lit. a
SVG ausgegangen werden. Der Grad des Verschuldens kann unter diesen Umständen
offen bleiben. Immerhin sei bemerkt, dass die Rekurrentin bei genügender
Aufmerksamkeit den von rechts kommenden Personenwagen ohne weiteres hätte
erblicken und entsprechend reagieren können. Das insbesondere auch aufgrund des
Umstands, dass die fragliche Kreuzung beleuchtet war und am vortrittsberechtigten
Fahrzeug die Abblendlichter eingeschaltet waren. Ein Übersehen dieses Fahrzeuges
fällt damit verschuldensmässig ins Gewicht. Es ist somit von einer mittelschweren
Widerhandlung im Sinn von Art. 16b Abs. 1 lit a SVG auszugehen, da die
Voraussetzungen einer schweren Widerhandlung im Sinn von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG
offensichtlich nicht erfüllt sind.
6.- Zu prüfen bleibt im Weiteren die von der Vorinstanz verfügte Dauer des Entzugs des
Führerausweises von einem Monat.
a) Bei der Festsetzung der Dauer des Lernfahr- oder Führerausweisentzugs sind
gemäss Art. 16 Abs. 3 SVG die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen,
namentlich die Gefährdung der Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als
Motorfahrzeugführer sowie die berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen.
Die Mindestentzugsdauer darf jedoch nicht unterschritten werden. Gemäss Art. 16b
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Abs. 2 lit. a SVG wird der Lernfahr- oder Führerausweis nach einer mittelschweren
Widerhandlung mindestens für einen Monat entzogen.
b) Die Vorinstanz hat der Rekurrentin in der angefochtenen Verfügung den
Führerausweis für die gesetzlich vorgeschriebene minimale Entzugsdauer von einem
Monat entzogen. Da das Gesetz eine Unterschreitung dieser Mindestentzugsdauer
ausschliesst (Art. 16 Abs. 3 SVG), erübrigt es sich auf massnahmemindernde
Umstände, wie die geltend gemachte Angewiesenheit der Rekurrentin auf das Führen
eines Motorfahrzeugs (vgl. zum früheren Recht SJZ 97/2001 S. 524 f.) und ihren
ungetrübten automobilistischen Leumund, näher einzugehen. Angesichts der
zwingenden Natur der gesetzlichen Mindestentzugsdauer verbleibt der
rechtsanwendenden Behörde auch kein Ermessensspielraum, innerhalb dessen sie
Überlegungen zur Verhältnismässigkeit der Massnahme im Sinn der Erforderlichkeit zur
Besserung des Betroffenen anstellen könnte (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 4486). Daraus
folgt, dass die Mindestentzugsdauer selbst in Ausnahmesituationen im Sinn der
bisherigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. BGE 120 Ib 504 ff., 115 Ib 159 ff.,
118 Ib 233 f.) nicht unterschritten werden kann, abgesehen davon, dass eine solche
hier nicht vorliegt. Die verfügte Entzugsdauer von einem Monat ist damit nicht zu
beanstanden.
7.- Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurs abzuweisen ist.
8.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten der Rekurrentin
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'000.-- ist
angemessen (vgl. Ziff. 362 Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- ist zu verrechnen.