Decision ID: 72775657-0632-4796-bcfc-e4f00369e8a5
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._, geboren 1961, wurde am 4. September 1967 von seinen Eltern zum Bezug
von Leistungen für Minderjährige bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden
(nachfolgend: IV-Stelle Graubünden) wegen eines Knick-/Spreizfusses angemeldet (IV-
act. 1). Mit Verfügung vom 11. April 1968 lehnte die Invalidenversicherungen das
Leistungsbegehren ab (IV-act. 4).
A.b Am 9. Mai 1990 (Posteingang) meldete der Versicherte sich wegen der Folgen
eines Autounfalls vom 13. März 1989, bei dem er insbesondere eine offene
Oberschenkelfraktur erlitten hatte, bei der IV-Stelle Graubünden zum Bezug von
Leistungen an. Sein linkes Bein sei seit dem Unfall um ca. 1.5 cm kürzer. Er leide an
Rückenbeschwerden (IV-act. 5). In der Folge verfügte die IV-Stelle Graubünden eine
befristete halbe Rente vom 1. März 1990 bis 31. Mai 1990 (IV-act. 13 bis 15).
A.c Am 9. Oktober 1991 (Posteingang) meldete der Versicherte sich zum dritten Mal
bei der IV-Stelle Graubünden zum Bezug von Leistungen an (IV-act. 16). Gemäss der
von der IV-Stelle veranlassten Abklärung bei der Beruflichen Abklärungsstelle (BEFAS)
lagen ein Status nach offener Femurtrümmerfraktur und nach 14-Loch-DHS
Osteosynthese links sowie eine narzisstische Neurose und posttraumatische
Anpassungsstörung mit sekundärem Cannabismissbrauch vor. Aus somatischer Sicht
könne der Versicherte die gelernten Tätigkeiten als Metzger und Koch nicht mehr
ausüben. Er sei fähig zu ganztägiger, beinschonender Tätigkeit in vorwiegend sitzender
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oder wechselnder Position, wobei er bis 20 kg Last heben und bis 10 kg tragen dürfe.
Aus psychiatrischer Sicht liege gemäss Facharzt eine Arbeitsfähigkeit von nicht mehr
als 20% vor (IV-act. 25; IV-act. 29-5 f.). Nach einer psychiatrischen Begutachtung vom
18. Januar 1994 hielt Dr. med. B._, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie
FMH, fest, glücklicherweise hätten sich die im BEFAS-Bericht geäusserten
Befürchtungen nicht bestätigt. Der Versicherte habe aus eigener Kraft eine
Hilfsarbeitertätigkeit gefunden. Psychisch sei eine Stabilisierung eingetreten. Die
Arbeitsunfähigkeit als Dachdecker-Hilfsarbeiter betrage aus medizinisch-
psychiatrischer Sicht 30 bis 20% (IV-act. 37-3 ff.). Mit Verfügung vom 15. Juni 1994
wies die IV-Stelle Graubünden das Leistungsbegehren ab (IV-act. 39).
A.d Am 21. August 2001 (Posteingang) meldete sich der Versicherte wegen
Oberschenkelverkürzung links, Beckenschiefstand und Belastung der Wirbelsäule
erneut bei der IV-Stelle Graubünden zum Bezug von Leistungen an (IV-act. 41). Er sei
seit August 1999 arbeitslos (IV-act. 43; vgl. auch IV-act. 47-3). Am 20. September 2001
beantragte der Versicherte eine Umschulung zum Betreuer/Begleiter im sozialen
Bereich (IV-act. 50). Die IV-Stelle Graubünden veranlasste am 16. April 2002 eine
medizinische Abklärung bei der Medizinischen Abklärungsstelle MEDAS
Universitätskliniken Basel (IV-act. 58 f.). Die MEDAS stellte im Gutachten vom 23. Juni
2003 folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: Lumbospondylogenes
Syndrom beidseits, St. n. komplexer mehrfragmentärer Femurfraktur links, Knick-Senk-
Spreizfuss beidseits, narzisstische Persönlichkeitsstörung. Die gegebene Cannabis-
Abhängigkeit habe keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 66-17). Im erlernten
Beruf als Koch bzw. Metzger wie auch im zuletzt ausgeübten Beruf als Hilfs-
Dachdecker bestehe keine verwertbare Arbeitsfähigkeit, in einer adaptierten Tätigkeit
bestehe eine steigerbare Arbeitsfähigkeit von aktuell 60%. Eine vom Versicherten
erwogene Arbeitstätigkeit im Sozialbereich werde aufgrund der psychischen
Konstitution und der Diagnosen als ungeeignet erachtet (IV-act. 66-21 f.). Im
September 2003 äusserte der Versicherte den Wunsch, Weber zu werden (vgl. IV-act.
68-8).
A.e Mit Verfügung vom 19. Januar 2004 lehnte die IV-Stelle Graubünden das
Leistungsbegehren ab. Die durchgeführten Abklärungen hätten ergeben, dass der
Versicherte für eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne Heben und
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Tragen von Lasten über 10 kg, ohne Zwangspositionen und ohne Notwendigkeit zu
langdauerndem Stehen oder Gehen auf unebenem Gelände aktuell zu 60% arbeitsfähig
sei, steigerbar bis 80%. Bei einem Invaliditätsgrad von 38.39% bestehe kein
Rentenanspruch. Dem Bericht der Berufsberatung könne entnommen werden, dass
trotz Arbeitsvermittlung keine geeignete Erwerbstätigkeit habe gefunden werden
können. Deshalb werde das Begehren in Bezug auf berufliche Massnahmen momentan
abgeschrieben (IV-act. 69). Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte, vertreten
durch Rechtsanwalt Carlo Köhl, am 10. Februar 2004 Einsprache (IV-act. 73). Mit
Entscheid vom 26. Juli 2004 lehnte die IV-Stelle Graubünden die Einsprache ab (IV-act.
75).
B.
B.a Per 1. Januar 2006 zog der Versicherte in den Kanton St. Gallen um (IV-act. 96).
Am 11. Januar 2013 meldete er sich bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen
(nachfolgend: IV-Stelle) zum Bezug von Leistungen an (IV-act. 101). Es sei ihm nach
seinem Umzug in den Kanton St. Gallen gelungen, eine mehr oder weniger angepasste
Tätigkeit zu finden, die er durch die Finanzkrise zuerst teilweise, danach vollständig
verloren habe. Seit Januar 2011 sei er arbeitslos. Per 15. November 2012 war er
zufolge Endes der Anspruchsberechtigung (Aussteuerung) von der Arbeitsvermittlung
abgemeldet worden (IV-act. 106).
B.b Mit Arztbericht vom 4. Dezember 2013 stellte Dr. C._, Assistenzarzt,
Psychiatrisches Zentrum D._, folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit: kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-vermeidenden,
abhängigen und querulatorischen Zügen (ICD-10 F61), Störungen durch Cannabinoide,
Abhängigkeitssyndrom mit ständigem Substanzmissbrauch (ICD-10 F12.25), St. n.
depressiver Episode (ICD-10 F32.9), Störungen durch Tabakabhängigkeitssyndrom mit
ständigem Substanzmissbrauch (ICD-10 F17.25), Störungen durch
Alkoholabhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent (ICD-10 F10.20). Der Versicherte
habe neben einem chronifizierten Schmerzsyndrom eine psychische Dekompensation
in Form einer paranoiden Entwicklung gehabt. Er sei im Kontakt dysphorisch,
misstrauisch und teilweise aggressiv. Im formalen Denken sei er eingeengt auf die
"Ungerechtigkeit der Gesellschaft". Er leide an inhaltlichen Denkstörungen in Form von
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beobachtbaren Wahninhalten und Konstrukten. Aufgrund seiner querulatorischen und
paranoiden Persönlichkeitsanteile scheine er der freien Wirtschaft nicht zumutbar (IV-
act. 127). Auch die Hausärztin, Dr. med. E._, Allgemeinmedizin FMH, hielt mit
Verlaufsbericht vom 1. Februar 2014 aufgrund des Verlaufs bei kombinierter
Persönlichkeitsstörung und den somatischen Komorbiditäten eine Wiederaufnahme
einer Arbeitstätigkeit in der freien Wirtschaft für sehr unwahrscheinlich (IV-act. 130-4).
B.c Am 25. März 2014 gab die IV-Stelle eine polydisziplinäre Abklärung bei der
Medizinischen Gutachtenzentrum Region St. Gallen GmbH (nachfolgend: MGSG) in
Auftrag (IV-act. 135 f.). Mit Gutachten vom 4. Juni 2014 stellten die MGSG-Gutachter
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Kombinierte
Persönlichkeitsstörung mit ängstlich vermeidenden und abhängigen
Persönlichkeitszügen, aktenanamnestisch narzisstischen Persönlichkeitszügen, ICD-
Nr. F61.0, aktenanamnestisch Zustand nach schwer depressiver Episode mit
psychotischen Symptomen, bestehend 2012, ICD-Nr. F32.3. Als Diagnosen ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden ein lumbovertebrales Syndrom bei leichter
linkskonvexer Skoliose der Lendenwirbelsäule und posttraumatischer
Beinlängenverkürzung links, Kniegelenksschmerzen beidseits, Schmerzen im oberen
Sprunggelenk beidseits, Metatarsalgie bei Senk-/Spreizfuss rechts und links,
transitorische ischämische Attacke (TIA bei Mikroangiopathie) mit flüchtiger
Halbseitensymptomatik links 11/2010, Sensibilitätsstörungen im Narbengebiet am
linken lateralen Oberschenkel, funktionell nicht relevant, Nikotinabusus und Zustand
nach psychischen Störungen durch Cannabinoide, Abhängigkeitssyndrom,
gegenwärtig abstinent, ICD-Nr. F12.20, genannt (IV-act. 137-58 f.). In der
angestammten Tätigkeit bzw. als Hilfsarbeiter betrage die Arbeitsfähigkeit seit 1/2012
(richtig wohl: 1/2014, vgl. IV-act. 140-2) bei voller Stundenpräsenz 75%. Der Zeitraum
davor könne nach den anamnestischen Angaben und den vorliegenden Arztberichten
nicht eindeutig eingeschätzt werden. Tätigkeiten ohne erhöhte emotionale Belastung,
ohne Stressbelastung und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung könnten
gesamthaft bei voller Stundenpräsenz seit 1/2014 ebenfalls zu 75% zugemutet werden,
wobei aufgrund der kombinierten Persönlichkeitsstörung auch in adaptierter Tätigkeit
keine höhere Arbeitsleistung zu erwarten sei. Einer sofortigen beruflichen Eingliederung
würden keine medizinischen Hinderungsgründe entgegenstehen (IV-act. 137-59).
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B.d Mit Vorbescheid vom 12. Mai 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Ablehnung seines Antrags auf Invalidenrente in Aussicht (IV-act. 143). Gegen diesen
Vorbescheid erhob der Versicherte, nun vertreten durch die Procap St. Gallen-
Appenzell, am 3. Juli 2015 innert erstreckter Frist Einwand. Er beantragte berufliche
Massnahmen, eine Evaluation der Arbeitsfähigkeit anhand einer arbeitspraktischen
Abklärung und eine erneute Rentenprüfung im Anschluss daran (IV-act. 148). Nach
einem Assessment-Gespräch mit dem Eingliederungsverantwortlichen (IV-act. 153)
teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 3. September 2015 mit, es
bestehe kein Anspruch auf berufliche Massnahmen, da er sich nicht in der Lage fühle,
an Eingliederungsbemühungen mitzuwirken (IV-act. 155). Mit Einwand vom 5. Oktober
2015 informierte der Versicherte, dass er Ende August 2015 einen Kreislaufkollaps
erlitten habe und notfallmässig hospitalisiert worden sei. Er fühle sich jetzt wieder
bereit, an beruflichen Massnahmen mitzuwirken. Er sei an einem geschützten
Arbeitsplatz in der Werkstatt F._ ca. 60% tätig und stosse damit an seine
Leistungsgrenzen. Einen Arbeitsversuch mit einem Anfangspensum vom 50% im
ersten Arbeitsmarkt würde er für sinnvoll erachten (IV-act. 158). In der Folge wurde ein
Eingliederungsplan erstellt und Arbeitsvermittlung zugesprochen (IV-act. 162 und 164).
B.e Mit Bericht vom 21. Januar 2016 teilte die Werkstatt F._ mit, der Versicherte sei
körperlich, psychisch und kognitiv eingeschränkt belastbar, gerate schnell in eine
Überforderung und reagiere dann mit einer kritischen psychischen Verfassung, einem
Zusammenbruch des vegetativen Nervensystems und krankheitsbedingten
Arbeitsausfällen (IV-act. 174).
B.f Mit Vorbescheid vom 21. Juni 2016 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Begehrens um (weitere) berufliche Massnahmen in Aussicht (IV-act.
186). Dagegen erhob der Versicherte am 19. August 2016 Einwand. Er habe aktiv an
der Stellensuche mitgewirkt, von Seiten der IV-Stelle jedoch keinerlei Unterstützung
erhalten. Ihm sei Anfang Jahr ein Lungenleiden mit Asthma diagnostiziert worden.
Dadurch werde sein Tätigkeitsprofil weiter eingeschränkt (IV-act. 189).
B.g Mit Arztbericht vom 6. September 2016 attestierte Dr. med. G._, Facharzt FMH
für Innere Medizin und Lungenkrankheiten, dem Versicherten eine schwere COPD mit
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bullösem Lungenemphysem bei Nikotinabusus und chronischem Asthma bronchiale
(IV-act. 193).
B.h Mit Verfügung vom 19. September 2016 lehnte die IV-Stelle das Gesuch um
berufliche Massnahmen ab. Sie gehe aus medizinischer Sicht weiterhin von einer
adaptierten Arbeitsfähigkeit von 75% aus. Es habe sich keine Chance auf einen
Arbeitsversuch ergeben. Die Arbeitsvermittlung sei nach einer entsprechenden
Unterstützungszeit abgeschlossen worden (IV-act. 197).
B.i Am 22. September 2016 betonte der Versicherte nochmals, sein Tätigkeitsprofil
werde durch die COPD und das Asthma weiter eingeschränkt. Er beantragte daher
einen Leidensabzug von 20% (IV-act. 199).
B.j Mit Verfügung vom 11. Oktober 2016 lehnte die IV-Stelle das Rentengesuch ab.
Gemäss Dr. G._ liege für körperlich nicht belastbare Tätigkeiten eine 100%-ige
Arbeitsfähigkeit vor. Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) halte an einer 75%-igen
Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit fest (IV-act. 202).
C.
C.a Am 20. Oktober 2016 erhob der Versicherte gegen die Verfügung vom 19.
September 2016 betreffend Ablehnung weiterer beruflicher Massnahmen Beschwerde
(IV-act. 204-3). Am 9. November 2016 erhob er gegen die Verfügung vom 11. Oktober
2016 betreffend Invalidenrente ebenfalls Beschwerde und ergänzte gleichzeitig die
Beschwerde betreffend beruflicher Massnahmen. Er beantragt die Aufhebung der
Verfügungen, die Zusprache beruflicher Massnahmen, eventualiter die Rückweisung zu
weiteren Abklärungen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der
Beschwerdegegnerin. Zur Begründung führt er sinngemäss aus, die beruflichen
Massnahmen seien nicht ausgeschöpft worden. Die Rentenfrage könne erst beurteilt
werden, wenn die beruflichen Massnahmen abgeschlossen seien. Bezüglich der
Arbeitsfähigkeit aufgrund der psychischen Einschränkungen wende der Gutachter die
Überwindbarkeitspraxis an, was nicht mehr zulässig sei (act. G1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 20. Januar 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Gutheissung der Beschwerde gegen die Verfügung vom 19. September 2016
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betreffend berufliche Massnahmen und die Abweisung der Beschwerde gegen die
Rentenverfügung vom 11. Oktober 2016. In der Tat könne angesichts einer lediglich
rund ein halbes Jahr gewährten und nach der Lage der Akten auch nicht besonders
intensiven Betreuung bei der Stellensuche nicht gesagt werden, von weiteren
Bemühungen sei kein Erfolg mehr zu erwarten. Betreffend Rentenverfügung bestehe
aber eine durch ein beweiskräftiges Gutachten erstellte Arbeitsfähigkeit von 75%.
Aufgrund des Tätigkeitsprofils sei das Finden einer Stelle zwar erschwert, nicht aber
von vornherein ausgeschlossen. Die angefochtene Rentenverfügung sei somit nicht zu
beanstanden (act. G4).
C.c Mit Replik vom 14. Februar 2017 beantragt der Beschwerdeführer die Sistierung
des Beschwerdeverfahrens betreffend Rente bis zum Abschluss der beruflichen
Massnahmen. Bis heute sei die berufliche Eingliederung gescheitert, weshalb stark an
der gutachterlich festgestellten medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von 75%
gezweifelt werden müsse. Die allfällige Erkenntnis, dass die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers tatsächlich nur zu 60% umsetzbar sei, würde unter
Berücksichtigung eines Teilzeit- und Leidensabzugs bereits zu einer halben Rente
führen. Umgekehrt sei auch denkbar, dass bei Gelingen der beruflichen Eingliederung
ein Pensum von mehr als 75% möglich sei, womit der Rentenanspruch dahinfallen
würde. Die von der Beschwerdegegnerin angeführten Arbeiten in den Bereichen
Holzverarbeitung, Verpackung und Recycling seien nicht leicht und ihm aufgrund des
COPD und Asthmas nicht zumutbar. Es sei deshalb das Ergebnis der beruflichen
Eingliederung abzuwarten oder dem Beschwerdeführer mindestens eine Viertelsrente
zuzusprechen (act. G8).
C.d Am 16. März 2017 schrieb das Versicherungsgericht das Verfahren betreffend
berufliche Massnahmen unter Aufhebung der Verfügung vom 19. September 2016 als
gegenstandslos ab und sistierte das Verfahren betreffend Invalidenrente bis zum
Abschluss der beruflichen Massnahmen (Verfügung des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 16. März 2017, IV 2016/354).
C.e Am 19. November 2018 teilte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit,
das Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen werde abgewiesen. Trotz
Unterstützung bei der Stellensuche seitens der IV und zusätzlicher Unterstützung durch
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die Stiftung H._ habe bisher keine Stelle im ersten Arbeitsmarkt gefunden werden
können. Weitere berufliche Massnahmen seien nicht angezeigt (act. G12.1).
C.f Mit Schreiben vom 23. November 2018 informierte die Beschwerdegegnerin das
Versicherungsgericht, das Verwaltungsverfahren betreffend Arbeitsvermittlung sei
abgeschlossen, und verwies auf den Schlussbericht der Stiftung H._ vom 1. Oktober
2018 (act. G12). Gemäss jenem Bericht erklärte sich trotz intensiver Stellensuche kein
Unternehmen bereit, dem Beschwerdeführer einen Arbeitsversuch zu ermöglichen. Die
mehrheitlichen Rückmeldungen hätten gelautet, dass kein Bedarf vorhanden sei, die
Ressourcen des Beschwerdeführers unzureichend und die Tätigkeiten körperlich zu
anstrengend bzw. zu belastend für ihn seien (act. G12.2).
C.g Am 4. Dezember 2018 gab das Versicherungsgericht dem Beschwerdeführer
Gelegenheit zur Stellungnahme bis 3. Januar 2019. Bei unbenütztem Fristablauf werde
die Beschwerde betreffend Rente durch das Gericht beurteilt werden (act. G13). Innert
Frist ging keine Stellungnahme ein.

Erwägungen
1.
1.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) versicherte Personen, die ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern
können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40% invalid sind. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
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(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich
die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist
(Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG).
1.3 Wurde die Rente nach Verminderung des Invaliditätsgrades aufgehoben, erreicht
dieser jedoch in den folgenden drei Jahren wegen einer auf dasselbe Leiden
zurückzuführenden Arbeitsunfähigkeit erneut ein rentenbegründendes Ausmass, so
werden bei der Berechnung der Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG früher
zurückgelegte Zeiten angerechnet (Art. 29bis der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
1.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob
die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen).
1.5 Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und
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Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Das Gericht hat seinen Entscheid,
sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 360 E. 5b; BGE 125 V 195
E. 2, je mit Hinweisen).
2.
2.1 Der Beschwerdeführer hat sich am 11. Januar 2013 erneut bei der
Beschwerdegegnerin zum Bezug von Leistungen angemeldet. Die Karenzfrist von
sechs Monaten seit der Anmeldung (Art. 29 Abs. 1 IVG) dauerte somit bis 11. Juli 2013.
Frühestmöglicher Rentenbeginn ist somit der 1. Juli 2013 (Art. 29 Abs. 3 IVG). Seit der
Aufhebung seiner auf den Zeitraum von März bis Mai 1990 befristeten Invalidenrente
(vgl. IV-act. 13 bis 15) waren mehr als drei Jahre vergangen, sodass der
Beschwerdeführer das Wartejahr gemäss Art. 28 IVG erneut zu bestehen hatte (vgl. Art.
29bis IVV).
2.2 Die Beschwerdegegnerin stützt sich für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auf
das MGSG-Gutachten vom 4. Juni 2014. Dabei handelt es sich um ein
polydisziplinäres orthopädisch-neurologisch-psychiatrisch-internistisches Gutachten,
erstellt durch Dr. med. I._, Spezialarzt Orthopädie FMH, Dr. med. J._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, Dr. med. K._, Spezialarzt Neurologie FMH, und Dr.
med. L._, Spezialarzt FMH für Innere Medizin (IV-act. 137). Der Beschwerdeführer
bringt gegen dieses Gutachten nur vor, an der medizinisch-theoretischen
Arbeitsfähigkeit von 75% müsse aufgrund der gescheiterten beruflichen Eingliederung
gezweifelt werden. Im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes ist zu prüfen, ob das
Gutachten den beweisrechtlichen Anforderungen genügt.
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2.3 Die Ergebnisse des MGSG-Gutachten betreffend Schmerzen und
Einschränkungen des Rückens, der Beine und der Füsse weichen insofern von den
früheren Angaben von MEDAS, BEFAS, Kreisarzt (vgl. etwa act. G4.2/1-12 f.) und den
behandelnden Ärzten ab, als die diesbezüglichen Diagnosen keine Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit haben sollen. Besonders Dr. I._ bringt im orthopädischen
Teilgutachten sein Unverständnis für die früheren Einschätzungen zum Ausdruck und
hält fest, es liege seit jeher eine 100%ige Arbeitsfähigkeit als Koch und Metzger
respektive als Hilfsarbeiter in einer Reinigungsfirma bei voller Stundenpräsenz vor (IV-
act. 137-10 f. und 137-58).
2.4 Der Beschwerdeführer erlitt am 13. März 1989 bei einem Verkehrsunfall unter
anderem eine ausgedehnte offene Femurtrümmerfraktur links. Am 14. März 1989
wurde er am Bein operiert (Osteosynthese mit dynamischer Hüftschraube), dann erneut
am 21. März 1989 (vgl. act. G4.2/1-37 und 4-4). Bis 31. Dezember 1989 bestand
gemäss Dr. med. M._, FMH Phys. Medizin + Rehabilitation, vom Ärztlichen Dienst
der SUVA Rehabilitationsklinik Bellikon eine volle Arbeitsunfähigkeit, ab 1. Januar 1990
eine Arbeitsfähigkeit von 50% (vgl. act. G4.2/1-24). Der anfänglich gute Heilverlauf
protrahierte sich dann aber, sodass die Physiotherapie bis Mitte Mai 1990
weitergeführt wurde und die Arbeitsfähigkeit von 50% gemäss dem Kreisarzt der
SUVA, Dr. N._, bis Ende Mai 1990 fortdauerte (act. G4.2/1-12). Dass nach dem Unfall
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit angestammt wie adaptiert vorgelegen hat, leuchtet
ein. Weshalb diese Arbeitsunfähigkeit entgegen den vorhandenen Fremd- und IV-Akten
nicht bis Ende 1989 vollständig und bis Ende Mai 1990 zu 50% fortbestanden haben
soll, erschliesst sich aus dem MGSG-Gutachten nicht. Es ist deshalb davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer während mehr als einem Jahr ohne
wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen ist.
Damit war eine der Voraussetzungen für den Anspruch auf eine Invalidenrente, das
Wartejahr, erfüllt (vgl. Art. 28 IVG), weshalb von März bis Mai 1990 auch eine halbe
Invalidenrente ausgerichtet wurde (vgl. IV-act. 13 bis 15). Die Angaben Dr. I._s, der
Beschwerdeführer sei von jeher 100% arbeitsfähig gewesen, überzeugen folglich nicht.
2.5 Vorliegend ist für die Prüfung des Rentenanspruchs relevant, ob der
Beschwerdeführer nach Ablauf der Karenzfrist (Art. 29 IVG), mithin ab Juli 2013,
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
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arbeitsunfähig gewesen war und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid
war. Für den Zeitraum ab Juli 2012 hat dem Beschwerdeführer in somatischer Hinsicht
niemand eine Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die SUVA bzw. deren Kreisarzt erachtete die
Tätigkeit als Koch ab Juni 1990 wieder als zumutbar, wobei eine Behinderung beim
längeren Stehen und Gehen auf harten Böden und beim Heben und Tragen von Lasten
anerkannt und deshalb eine SUVA-Rente von 20% zugesprochen wurde (vgl. act.
G4.2/1-12). Die BEFAS hielt 1993 fest, aus somatischer Sicht sei der Beschwerdeführer
fähig zu ganztägiger, beinschonender Tätigkeit in vorwiegend sitzender oder
wechselnder Position, wobei er bis 20 kg Last heben und bis 10 kg tragen dürfe. Auch
die MEDAS ging nach einer vorübergehenden Gesundheitsverschlechterung von einer
neuerlichen Besserung der Arbeitsfähigkeit von steigerbar bis 80% aus, wobei sie die
psychischen Aspekte bereits berücksichtigte (IV-act. 66-21 f.). Im Bericht der
Hausärztin, Dr. med. E._, Allgemeine Medizin FMH, vom 12. April 2013 standen
ebenfalls die psychischen Einschränkungen im Vordergrund. Dr. E._ hielt
insbesondere fest, der Beschwerdeführer reagiere auf anhaltende
Leistungsanforderung im Sinne von Überforderung mit jeweiliger Verschlechterung der
psychischen Befindlichkeit bis zur Entgleisung (IV-act. 111-3). Schliesslich attestierte
auch Dr. G._, welcher die Diagnose COPD und Asthma gestellt hatte, dem
Beschwerdeführer am 6. September 2016 für körperlich nicht belastende Tätigkeiten
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (IV-act. 193-2). Es kann daher insofern auf das MGSG-
Gutachten abgestellt werden, als dem Beschwerdeführer in somatischer Hinsicht keine
Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit bescheinigt wird.
2.6 Den psychischen Gesundheitszustand betreffend attestiert das MGSG-Gutachten
dem Beschwerdeführer eine Arbeitsfähigkeit von 75% in einer adaptierten, ganztägigen
Tätigkeit. Dagegen bringt der Beschwerdeführer einzig vor, der Gutachter wende
entgegen der aktuellen bundesgerichtlichen Rechtsprechung die
Überwindbarkeitspraxis an. Die Überwindbarkeitspraxis bezog sich indes auf die
sogenannten PÄUSBONOG-Fälle, also auf Fälle mit pathogenetisch-ätiologisch
unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage.
Dazu gehörten die anhaltende somatoforme Schmerzstörung oder auch die leichte
Persönlichkeitsveränderung bei chronischem Schmerzsyndrom (vgl. BGE 130 V 352;
Urteil des Bundesgerichts vom 15. Juni 2012, 8C_167/2012). Vorliegend wurden die
Schmerzen des Beschwerdeführers in der Vergangenheit weitgehend auf die Folgen
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des Verkehrsunfalls aus dem Jahr 1989 sowie auf den Senk-/Spreizfuss beidseits,
muskuläre Dysbalance, Dekonditionierung und Fehlstatik zurückgeführt. Von der
MEDAS wurde ein Verdacht auf Symptomausweitung bei psychosozialer
Problemkonstellation geäussert (IV-act. 66-26). Im MGSG-Gutachten wird betreffend
die lumbalen Schmerzen bei unauffälligen radiologischen Befunden und kaum
pathologischen Untersuchungsbefunden ebenfalls eine leichte Dekonditionierung
angesprochen. Der Beschwerdeführer hat gegenüber den Gutachtern sodann
angegeben, die lumbalen Schmerzen würden auftreten, seitdem er vor sechs Monaten
neue Schuheinlagen erhalten habe. Er nehme nur selten Schmerzmittel (vgl. IV-act.
137-10 und 137-55). Seine Schmerzen sind nach dem Gesagten zumindest teilweise
erklärbar (Fehlstatik, Dekonditionierung und neue Schuheinlagen) und stehen auch
nicht im Vordergrund, zumal der Beschwerdeführer nur selten auf Schmerzmittel
zurückgriff. Im Gutachten werden Physiotherapie, medizinische Trainingstherapie und
gut adaptierte Schuheinlagen empfohlen (IV-act. 137-59). Dr. J._ fand in der
psychiatrischen Begutachtung keine Hinweise für eine somatoforme Schmerzstörung,
bei der die Schmerzen in Verbindung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen
Problemen stehen, wobei er eine psychogene Überlagerung der Beschwerden nicht
ausschloss (IV-act. 137-30). Demzufolge wendeten die Gutachter nicht die frühere
Überwindbarkeitspraxis an. Dadurch, dass Dr. J._ eine psychogene Überlagerung
nicht ausschloss, steht das MGSG-Gutachten auch nicht im Widerspruch zu den
Vorakten. Aus diesen geht nämlich hervor, dass sich die vegetativen Symptome
ebenso wie der psychische Gesundheitszustand jeweils verschlechtern, wenn der
Beschwerdeführer in eine schwierige Lebenssituation und damit in eine Überforderung
gerät (vgl. IV-act. 66-26 und 66-36; IV-act. 111-3; IV-act. 174). So erfolgten denn auch
mehrere IV-Anmeldungen, nachdem der Beschwerdeführer arbeitslos geworden und
sein Anspruch auf Arbeitslosentaggeld ausgeschöpft war (vgl. IV-act. 41; IV-act. 106).
Das spricht für die von Dr. J._ nicht ausgeschlossene psychogene Überlagerung der
Beschwerden.
2.7 Die psychische Gesundheit des Beschwerdeführers stand bereits seit dem BEFAS-
Bericht 1993 (IV-act. 29) jeweils im Vordergrund. Sie wird im psychiatrischen
Teilgutachten des MGSG-Gutachtens (IV-act. 137-21 ff.) ausführlich erörtert. Dieses
Teilgutachten ist für die streitigen Belange umfassend, auf allseitigen Untersuchungen
beruhend, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und wurde in Kenntnis der
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Vorakten abgegeben. Die medizinischen Zusammenhänge und die Beurteilung der
medizinischen Situation sind dargelegt und die Schlussfolgerungen begründet. Es wird
zwischen den Ergebnissen der Untersuchung vom 7. Mai 2014 und den Befunden aus
den Vorakten differenziert. Objektive Gesichtspunkte, welche an der gutachterlichen
Beurteilung ernstliche Zweifel erwecken, werden nicht dargetan und sind auch nicht
ersichtlich. Es ist deshalb darauf abzustellen (vgl. BGE 125 V 351) und von einer
Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit im Umfang von 75% bei vollem
Stundenpensum seit Januar 2014 auszugehen. Anzumerken ist, dass die gelernten
Tätigkeiten als Metzger oder Koch keine adaptierten Tätigkeiten im Sinne des
psychiatrischen Teilgutachtens darstellen, weil diese Berufe mit erhöhter emotionaler
Belastung bzw. Zeitdruck (vgl. act. 4.2/4-16) verbunden sind und solche Tätigkeiten
gemäss MGSG-Gutachten vermieden werden sollten (IV-act. 137-30 und 33). Dass in
der angestammten Tätigkeit eine gleich hohe Arbeitsfähigkeit wie in einer adaptierten
Tätigkeit bestehen soll, überzeugt deshalb nicht bzw. ist darauf zurückzuführen, dass
der psychiatrische Gutachter die vormals ausgeübte Hilfsarbeit als angestammte
Tätigkeit qualifiziert (vgl. IV-act. 137-32).
3.
3.1 Zur Arbeitsfähigkeit zwischen Juli 2012 und Dezember 2013 äussert sich das
MGSG-Gutachten nicht. Zwar wird im Kapitel 14.1 im polydisziplinären Konsens eine
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit "als Hilfsarbeiter" ab Januar 2012
bescheinigt (IV-act. 137-59), dabei handelt es sich aber offenkundig um einen
Tippfehler (vgl. IV-act. 137-32 und IV-act. 140-2). Der Zeitraum vor Januar 2014 kann
gemäss den MGSG-Gutachtern nach den anamnestischen Angaben und den
vorliegenden Arztberichten nicht eindeutig eingeschätzt werden (IV-act. 137-59). Es ist
daher zu prüfen, welche Arbeitsfähigkeit für diesen begrenzten Zeitraum überwiegend
wahrscheinlich ist.
3.2 Beim Beschwerdeführer trat, nachdem er erneut arbeitslos war, eine
Verschlechterung der psychischen Gesundheit auf. Es kam zu einer schwer
depressiven Verstimmung und psychosozialen Problemen sowie psychotischen
Symptomen mit wahnhafter Interpretation nach einem Sturz in eine Brombeerstaude.
Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer seit Mai 2012 beim
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Ambulatorium des psychiatrischen Zentrums D._ in Behandlung war und die
Behandlung am 12. November 2013 noch nicht abgeschlossen war (IV-act. 127; die
Behandlung fand in grösseren zeitlichen Abständen auch im Zeitpunkt der
Begutachtung noch statt, IV-act. 137-22). Am 22. Mai 2012 hat der Beschwerdeführer
sich nach Zuweisung durch die Hausärztin erstmals bei Dr. med. O._, Facharzt für
Dermatologie und Venerologie, wegen schmerzenden Hautveränderungen an den
Extremitäten, welche "in Folge eines Brombeerheckenangriffs" entstanden seien,
vorgestellt. Anders als bei der späteren Behandlung im Oktober 2012 erlebte Dr. O._
den Beschwerdeführer damals offenbar noch nicht als erheblich psychisch
beeinträchtigt. Er empfahl als nächsten Schritt lediglich, den Beschwerdeführer "sanft
in Richtung einer psychosomatischen Behandlung zu bewegen" (IV-act. 111-6). Am 17.
Oktober 2012 empfahl Dr. O._ dringend eine stationäre psychiatrische Behandlung
wegen des aggressiven Auftretens des Beschwerdeführers, der wahnhaften
Schilderung der Brombeerstacheln in seiner Haut, olfaktorischen Halluzinationen und
geäusserten Verschwörungstheorien (IV-act. 111-5). Es ist daher überwiegend
wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer spätestens seit 17. Oktober 2012 aufgrund
seines psychischen Gesundheitszustandes vollständig arbeitsunfähig gewesen war.
3.3 Mit Arztbericht vom 12. April 2013 schilderte die Hausärztin Dr. E._, dass es "im
Laufe des Jahres 2013" zu einer deutlichen Verschlechterung des Zustandes des
Beschwerdeführers mit psychotischen Entgleisungen gekommen sei. Einer
psychiatrischen Hospitalisierung habe sich der Beschwerdeführer drei Mal kurzfristig
wieder entzogen. Unter regelmässiger Begleitung und Medikation sei es zu einer
langsamen Stabilisierung der Befindlichkeit gekommen (IV-act. 111-2 f.). Dr. C._
berichtete am 4. Dezember 2013, der Beschwerdeführer befinde sich seit Mai 2012
erneut, insbesondere wegen einer psychischen Dekompensation mit paranoider
Entwicklung, in Behandlung beim Psychiatrischen Zentrum D._. Unter
medikamentöser und sozialpsychiatrischen Behandlung sei es zu einer leichten
Besserung gekommen (IV-act. 127-3; IV-act. 139-5). Diese Einschätzungen decken
sich mit jener des MGSG-Gutachtens, das unter den Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit aktenanamnestisch Zustand nach schwer depressiver Episode mit
psychotischen Symptomen auflistet und erst ab Januar 2014 von einer Arbeitsfähigkeit
von 75% ausgeht. Seit 12. Mai 2014 arbeitet der Beschwerdeführer in der geschützten
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Werkstatt im F._ (IV-act. 174-2), was ebenfalls eine Verbesserung seines
Gesundheitszustandes gegenüber dem Jahr 2013 nahelegt.
3.4 Nach dem Gesagten ist eine vollständige Arbeitsunfähigkeit spätestens seit 17.
Oktober 2012 bis Ende 2013 überwiegend wahrscheinlich. Ab Januar 2014 ist mit dem
MGSG-Gutachten von einer Arbeitsfähigkeit im Umfang von 75% auszugehen. Eine
Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist für die Herabsetzung oder Aufhebung der
Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann,
dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert
hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a Abs. 1 IVV).
3.5 Der Beschwerdeführer hat somit einen befristeten Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente für den Zeitraum vom 1. Oktober 2013 (Ende des Wartejahres) bis 31.
März 2014.
4.
4.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, an der medizinisch-theoretischen
Arbeitsfähigkeit von 75% müsse aufgrund der bis heute gescheiterten beruflichen
Eingliederung gezweifelt werden. Diesem Vorbringen kann indes nicht gefolgt werden.
Bereits im Bericht der Rehaklinik Bellikon vom 28. Juni 2001 wird festgehalten, der
Beschwerdeführer sei der Überzeugung, dass nur eine Arbeitsfähigkeit von 50%
(halbtags) gegeben sei. Es seien ihm aber leichte, wechselbelastende Arbeiten im
Rahmen der bisherigen SUVA-Rente zumutbar. Es bestehe somit eine Diskrepanz
zwischen der Zumutbarkeit aus medizinischer Sicht und der Selbsteinschätzung des
Beschwerdeführers (act. G4.2/3-1; vgl. auch act. G4.2/3-8). Der Beschwerdeführer
konnte denn auch ab 2002 im geschützten Rahmen in der Tagesklinik der
Psychiatrischen Klinik P._ 80% arbeiten (vgl. IV-act. 66-11; IV-act. 172). Der MEDAS-
Gutachter hielt allerdings im psychiatrischen Teilgutachten fest, man solle von Beginn
weg einen Einsatz im offenen Arbeitsmarkt anstreben. Die Integration im geschützten
Arbeitsrahmen fördere die regressiven Anteile des Beschwerde¬ührers (IV-act. 66-34).
Bei der letzten Arbeitgeberin, der Q._ AG, war sodann der Beschwerdeführer zu
Beginn ebenfalls im Umfang von etwa 80% tätig (vgl. IV-act. 104-1, 106-1 und 153-2).
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Die subjektive Krankheitsüberzeugung des Beschwerdeführers weicht somit von der
medizinischen Einschätzung ab. Dass er im Rahmen der beruflichen Massnahmen auf
dem realen ersten Arbeitsmarkt keine Anstellung gefunden hat, vermag an der
medizinischen Einschätzung, die sich an einem hypothetisch ausgeglichenen
Arbeitsmarkt orientieren muss, keine Zweifel zu wecken. Aus dem Bericht der Stiftung
H._ ergibt sich sodann, dass die Vermittlung des Beschwerdeführers auch durch
seine mangelhafte Mitwirkung erschwert war (vgl. act. G12.2).
4.2 Eine Unverwertbarkeit seiner Restarbeitsfähigkeit behauptet der Beschwerdeführer
zu Recht nicht, denn mit Blick auf die Massgeblichkeit des theoretisch ausgeglichenen
Arbeitsmarktes ist eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit nicht leichthin
anzunehmen (Urteil des Bundesgerichts vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E.
3.3.1). Hilfsarbeiten werden auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt
grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juni
2018, 9C_862/2017, E. 3.3.3 mit Hinweis) und angesichts der strengen
Bundesgerichtspraxis sind die Hürden für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
auch bei älteren Arbeitnehmenden hoch (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 28. Mai
2009, 9C_918/2008, E. 4.3; zur Rechtsprechung des Bundesgerichtes vgl. auch
Entscheid des Versicherungsgerichts vom 7. Dezember 2017, IV 2015/384, E. 3.3.2).
5.
5.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG). Für
den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des frühestmöglichen
Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen
auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der
Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V
222 E. 4.1 f. mit Hinweisen).
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5.2 Vorliegend hat sich der Beschwerdeführer am 15. Januar 2013 erneut bei der
Beschwerdegegnerin zum Bezug von Leistungen angemeldet. Das Wartejahr endete im
Oktober 2013. Der Einkommensvergleich ist somit für das Jahr 2013 vorzunehmen.
5.3 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. In der Regel
wird am zuletzt erzielten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht,
dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgeführt worden wäre.
Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (MEYER/
REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl., Zürich/Basel/
Genf 2014, Art. 28a N 49; BGE 129 V 222 E. 4.3.1 und BGE 131 V 51 E. 5.1.2). Bei
starken und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung tretenden
Einkommensschwankungen ist für den Validenlohn auf den während einer längeren
Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen (MEYER/REICHMUTH, a.a.O.,
Art. 28a N 68).
5.4 Bei wesentlich unterdurchschnittlichen Einkommen gebietet der Grundsatz der
Parallelität der Einkommensermittlung, beide Vergleichseinkommen unter Annahme
gleicher Verhältnisse zu ermitteln. Dies bringt beispielsweise mit sich, dass bei einem
bisher erzielten deutlich unterdurchschnittlichen Einkommen das Valideneinkommen
(wie auch das Invalideneinkommen) unter Abstützung auf Tabellenlöhne zu bestimmen
ist. Die Unterdurchschnittlichkeit ist indes nicht massgebend, wenn sich die
betreffende Person aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommensniveau
begnügt hat (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Bern/St. Gallen/Zürich 2015,
Art. 16 N 44 f.).
5.5 Vorliegend hat der Beschwerdeführer zuerst eine Ausbildung zum Metzger und
anschliessend eine Ausbildung zum Koch erfolgreich absolviert. Er erzielte indes vor
dem Verkehrsunfall 1989 stets sehr tiefe Jahreseinkommen (vgl. IV-act. 10 und 45). Mit
diesen tiefen Einkommen begnügte er sich nicht aus freien Stücken, sondern suchte
jeweils eine bessere Verdienstmöglichkeit (vgl. IV-act. 55-6, wonach er "immer
ausgenutzt und unterbezahlt" wurde und deshalb so viele Arbeitgeberwechsel hatte).
Er nahm denn auch viele unterschiedliche Tätigkeiten auf, insbesondere auch
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Hilfsarbeitertätigkeiten in Berufsfeldern, für die er keine Ausbildung hatte (vgl. IV-act.
68-3). Es ist somit bei der Bestimmung des Valideneinkommens auf die Tabelle TA1
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik, Total
sämtliche Wirtschaftszweige, Kompetenzniveau 1, Männer, abzustellen.
5.6 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist
kein effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person
nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich
zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung statistische Werte, insbesondere die Tabellenlöhne gemäss den vom
Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE),
beigezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3).
5.7 Da der Beschwerdeführer keine ihm objektiv zumutbare Tätigkeit ausübt, ist auf
die Tabellenlöhne der LSE abzustellen. Nachdem die beiden Vergleichseinkommen
somit auf derselben Grundlage zu berechnen sind, kann ein Prozentvergleich
vorgenommen werden.
5.8 Der Beschwerdeführer fordert einen Tabellenlohnabzug von 20%. Mit dem
Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte
Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu
voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden Personen
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen
rechnen müssen. Ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind,
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten
Einzelfalls (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität,
Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) ab. Bereits in der Beurteilung der
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen dürfen
nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu
einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen. Der Einfluss sämtlicher
Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen
gesamthaft zu schätzen, d.h. dass nicht für jedes Merkmal der entsprechende Abzug
zu quantifizieren ist und die einzelnen Abzüge zusammenzuzählen sind. Der Abzug ist
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auf höchstens 25% begrenzt (Urteil des Bundesgerichts vom 20. April 2018,
9C_833/2017, E. 2.2; BGE 126 V 75; BGE 134 V 327 E. 5.2).
5.9 Vorliegend war der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Begutachtung 2014 bereits
52 Jahre alt. Arbeitnehmende über 50 sehen sich mit zahlreichen lohnwirksamen
Nachteilen konfrontiert, etwa hohe Lohnnebenkosten, längere gesundheitliche
Absenzen oder schlechtere Anpassungs- und Angewöhnungsfähigkeit. Hinzu kommt,
dass der Beschwerdeführer zwar nicht von Teilzeitarbeit betroffen, aber bei voller
Stundenpräsenz nur 75% leistungsfähig ist. Die kombinierte Persönlichkeitsstörung
des Beschwerdeführers äussert sich in ängstlich vermeidenden und abhängigen sowie
narzisstischen Persönlichkeitszügen (vgl. IV-act. 137-58). Er ist also leicht kränkbar,
rasch überfordert und reagiert darauf mit vermehrten Absenzen. Ein potentieller
Arbeitgeber müsste somit ruhig und verständnisvoll sein, dem Beschwerdeführer
immer wieder entgegenkommen und gleichzeitig eine klare Struktur anbieten. Im
psychiatrischen MGSG-Teilgutachten wird denn auch erwähnt, der Beschwerdeführer
sei einem Arbeitsumfeld zumutbar, bedürfe jedoch etwas vermehrter Rücksicht und
Verständnis (IV-act. 137-30). Der Beschwerdeführer würde mit einiger
Wahrscheinlichkeit auch nicht immer eine stabile Leistung erbringen können. Aus den
Akten ergibt sich auch, dass der Beschwerdeführer seine jeweiligen Arbeitsstellen nie
über längere Zeit zu halten vermochte (vgl. IV-act. 172, Lebenslauf). Aus der Sicht eines
ökonomisch denkenden Arbeitgebers senken diese Risiken, deren Verwirklichung die
Gesamtlohnkosten des Betriebes erhöhen, den "Wert" des Beschwerdeführers als
Arbeitnehmer erheblich. Um dies zu kompensieren und konkurrenzfähig zu bleiben,
muss der Beschwerdeführer mit einem erheblich tieferen Einkommen rechnen als eine
gesunde Person im Rahmen einer Hilfstätigkeit (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 9.
Dezember 2009, 9C_68/2009, E. 3.3). Dies macht einen Abzug vom Tabellenlohn
erforderlich. Für Hilfsarbeiten benötigt der Beschwerdeführer jedoch weder eine
Ausbildung noch Berufserfahrung, sodass diesbezüglich kein Abzug vom Tabellenlohn
gerechtfertigt ist. Dass er in vielen verschiedenen Berufsfeldern tätig war, kann dem
Beschwerdeführer unter Umständen bei der Stellensuche und der Integration an einem
neuen Arbeitsplatz zum Vorteil gereichen. Insgesamt ist deshalb maximal ein
Tabellenlohnabzug von 15% vorzunehmen. Somit ergibt sich ein Invaliditätsgrad von
maximal 36% (100% - 75% x 0.85).
6.
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6.1 Nach dem Gesagten ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die Verfügung
vom 11. Oktober 2016 aufzuheben und dem Beschwerdeführer für den Zeitraum vom
1. Oktober 2013 bis 31. März 2014 eine ganze Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung
der Rentenhöhe ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im Übrigen
ist die Beschwerde abzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit angemessen. In Anbetracht der
Tatsache, dass dem Beschwerdeführer statt der beantragten unbefristeten Rente nur
eine befristete Rente für sechs Monate zugesprochen wird, ist ermessensweise von
einem Obsiegen zu einem Viertel auszugehen. Entsprechend bezahlt die
Beschwerdegegnerin die Gerichtsgebühr im Umfang von Fr. 150.-- und der
Beschwerdeführer im Betrag von Fr. 450.--. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr.
600.-- ist dem Beschwerdeführer im Umfang von Fr. 450.-- daran anzurechnen und im
Umfang von Fr. 150.-- zurückzuerstatten.
6.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende
ParteiAnspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS
963.75; in der vorliegend anwendbaren, seit 1. Januar 2019 gültigen Fassung, siehe
Art. 30bis HonO) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Im vorliegenden Fall erscheint
mit Rücksicht auf den bereits im Verfahren IV 2016/354 entschädigten Aufwand eine
pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer)
bei vollem Obsiegen als angemessen. Da der Beschwerdeführer teilweise obsiegt, hat
er einen reduzierten Anspruch auf eine Parteientschädigung. Einem Obsiegen zu einem
Viertel entsprechend hat die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer mit Fr. 750.--
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.