Decision ID: d3299384-7f16-4690-bf6a-c23b7b4c2348
Year: 2006
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ V. Z., geboren am 25. Oktober 1970, Staatsangehörige von Bosnien und
Herzegowina, reiste am 10. Mai 2003 zur Vorbereitung der Ehe in die Schweiz ein. Am
16. Juni 2003 heiratete sie in St. Gallen den Schweizer Bürger M. S., geboren 1950. In
der Folge wurde V. S.-Z. eine Aufenthaltsbewilligung als "Ehegatte eines
Schweizerbürgers" erteilt, die bis zum 15. Juni 2004 gültig war.
Am 19. November 2004 lehnte das Ausländeramt das Gesuch von V. S.-Z. um
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ab und wies sie an, den Kanton St. Gallen bis
13. Februar 2005 zu verlassen. Die Verfügung wurde damit begründet, die Ehe S.-Z.
bestehe seit längerer Zeit nur noch formell und werde nur aufrechterhalten, um
ausländerrechtliche Ansprüche nicht untergehen zu lassen. Die Berufung auf die Ehe
sei daher rechtsmissbräuchlich.
B./ Gegen die Verfügung des Ausländeramtes vom 19. November 2004 erhob V. S.-Z.
am 3. Dezember 2004 Rekurs beim Justiz- und Polizeidepartement. Sie beantragte, die
angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Aufenthaltsbewilligung sei zu
verlängern. Eventuell sei das Dossier an die Vorinstanz zurückzuweisen mit der
Einladung, die Aufenthaltsberechtigung im Rahmen der arbeitsmarktlichen Begrenzung
der Zahl der Ausländer zu prüfen. Das Justiz- und Polizeidepartement wies den Rekurs
am 15. November 2005 ab, soweit es darauf eintrat. Das Ausländeramt wurde
eingeladen, V. S.-Z. eine neue Frist zur Ausreise anzusetzen.
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C./ Am 27. November 2005 erhob V. S.-Z. gegen den Rekursentscheid des Justiz- und
Polizeidepartements vom 15. November 2005 Beschwerde beim Verwaltungsgericht.
Sie stellt das Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die
Aufenthaltsbewilligung sei zu verlängern (Ziff. 1 und 2). Sodann sei der Beschwerde die
aufschiebende Wirkung zuzuerkennen bzw. es sei von der Ansetzung einer
Ausreisefrist abzusehen. Des weiteren sei die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung zu gewähren.
Am 30. November 2005 hiess der Präsident des Verwaltungsgerichts das Gesuch von
V. S.-Z. um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung gut und bestimmte
ihren Rechtsvertreter als unentgeltlichen Rechtsbeistand. Sodann wurde das
Ausländeramt angewiesen, während des Beschwerdeverfahrens auf
Vollzugsmassnahmen zu verzichten.
Am 5. Dezember 2005 nahm das Justiz- und Polizeidepartement Stellung und
beantragte, die Beschwerde sei abzuweisen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). V. S.-Z.
ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45
Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 27. November 2005 entspricht zeitlich,
formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit
Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2./ Die Beschwerdeführerin beruft sich auf den verfassungsmässigen Gehörsanspruch
und beantragt, sie sei zur veränderten Sachlage bezüglich der Beziehungen zu ihrem
Ehemann persönlich anzuhören.
Die prozessuale Garantie des rechtlichen Gehörs ist in Art. 29 Abs. 2 der
Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV) verankert. Der Anspruch auf rechtliches
Gehör ist das Recht der Privaten, in einem von einer Verwaltungs- oder Justizbehörde
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geführten Verfahren mit ihrem Begehren angehört zu werden, Einblick in die Akten zu
erhalten und zu den für die Entscheidung wesentlichen Punkten Stellung nehmen zu
können (vgl. Häfelin/Müller, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf
2002, Rz. 1672). Die bundesrechtlichen Ansprüche auf rechtliches Gehör stellen
Mindestgarantien dar. Für das Verfahren vor einer kantonalen Behörde sind somit in
erster Linie die kantonalen Prozessvorschriften massgebend (vgl. Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 79). Diese sehen
eine richterliche Anhörung der Parteien indessen nicht vor.
Nach dem bundesrechtlichen Anspruch auf Orientierung und Aeusserung muss eine
Partei über die sie betreffende, von der Behörde in Aussicht gestellte Anordnung
orientiert werden, damit sie sich zu allen wesentlichen Aspekten vorgängig äussern
kann. Die Aeusserung kann schriftlich oder mündlich erfolgen. Ein Anspruch auf
mündliche Aeusserung besteht nicht (vgl. Hotz, St. Galler Kommentar zu Art. 29 BV,
Rz. 27 und 28 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 127 V 494 und 125 I 115).
3./ Nach Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der
Ausländer (SR 142.20, abgekürzt ANAG) hat die Ehegattin eines Schweizer Bürgers
Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Nach einem
ordnungsgemässen und ununterbrochenen Aufenthalt von fünf Jahren hat sie
Anspruch auf die Niederlassungsbewilligung. Kein solcher Anspruch besteht nach Art.
7 Abs. 2 ANAG, wenn die Ehe eingegangen worden ist, um die Vorschriften über
Aufenthalt und Niederlassung von Ausländern und namentlich jene über die
Begrenzung der Zahl der Ausländer zu umgehen. Erfasst wird die sogenannte
Scheinehe bzw. Ausländerrechtsehe, bei der die Ehegatten von vornherein keine echte
eheliche Gemeinschaft beabsichtigten (BGE 128 II 151, 127 II 55 mit Hinweisen). Auch
wenn die Ehe nicht bloss zum Schein eingegangen worden ist, heisst dies nicht
zwingend, dass dem ausländischen Ehepartner der Aufenthalt ungeachtet der weiteren
Entwicklung gestattet werden muss. Zu prüfen ist insbesondere, ob sich die Berufung
auf die Ehe nicht anderweitig als rechtsmissbräuchlich erweist (BGE 128 II 151 mit
Hinweisen).
a) Rechtsmissbrauch liegt vor, wenn ein Rechtsinstitut zweckwidrig zur Verwirklichung
von Interessen verwendet wird, die dieses Rechtsinstitut nicht schützen will (BGE 128 II
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151, 127 II 56 je mit Hinweisen). Im Zusammenhang mit Art. 7 ANAG ist dies dann der
Fall, wenn sich der Ausländer in einem fremdenpolizeilichen Verfahren auf eine Ehe
beruft, welche nur noch formell und ohne Aussicht auf Aufnahme bzw.
Wiederaufnahme einer ehelichen Gemeinschaft besteht (BGE 128 II 151 mit Hinweis
auf BGE 127 II 56, 123 II 50 f.). Ein Rechtsmissbrauch darf nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht leichthin angenommen werden, namentlich
nicht schon deshalb, weil die Ehegatten nicht mehr zusammenleben oder ein
Eheschutz- oder Scheidungsverfahren eingeleitet worden ist (BGE 128 II 151). Gerade
weil der ausländische Ehegatte nicht der Willkür des schweizerischen ausgeliefert sein
soll, hat der Gesetzgeber darauf verzichtet, die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung
vom ehelichen Zusammenleben abhängig zu machen. Erforderlich sind konkrete
Hinweise darauf, dass die Führung einer Lebensgemeinschaft nicht mehr beabsichtigt
und nicht mehr zu erwarten ist (BGE 128 II 151, 127 II 57). Umgekehrt kann aus einer
gewissen Zeit des Zusammenlebens und des Unterhalts intimer Beziehungen nicht
ohne weiteres abgeleitet werden, es sei eine wirkliche Lebensgemeinschaft gewollt. Ein
solches Verhalten kann nur vorgespiegelt sein, um die Behörde zu täuschen (BGE 122
II 295 mit Hinweisen auf Literatur und Judikatur). Wie es sich verhält, entzieht sich in
der Regel dem direkten Beweis und ist oft nur durch Indizien zu ermitteln (BGE 128 II
152, 127 II 57). Die Gründe für das Scheitern der Ehe bzw. für die Unmöglichkeit der
Wiederannäherung der Ehegatten spielen keine Rolle, soweit mit einer
Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft offensichtlich nicht mehr zu rechnen ist
(BGE 128 II 154; vgl. auch VerwGE vom 25. Oktober 2005 i.S. S. B.-S. in:
www.gerichte.sg.ch).
b) Die Ehe S.-Z. wurde am 16. Juni 2003 geschlossen, nachdem die
Beschwerdeführerin am 10. Mai 2003 in die Schweiz eingereist war. Am 3. September
2003 richtete ihr Ehemann ein Schreiben mit "Betrifft: Nichtgültigskeiterklärung der Ehe
zwischen V. S. geb. Z., geb. am 25.10.1970 und M. S., geb. am 19.10.1950,
geschlossen am 16. Juni 2003" an die Einwohnerkontrolle der Stadt St. Gallen. Er teilte
mit, die Beschwerdeführerin sei ohne Kommentar und ohne eine Adresse zu
hinterlassen abgereist, weshalb ihre Adresse an der Linsebühlstrasse 43 in St. Gallen
als ungültig zu erklären sei. Anlässlich einer unentgeltlichen Rechtsberatung habe man
ihm empfohlen, die Ehe als ungültig erklären zu lassen.
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Am 24. November 2003 erteilte das Migrationsamt des Kantons Zürich das
Einverständnis zum Stellenantritt der Beschwerdeführerin am 20. November 2003 im
Hotel F. in Zürich. Am 2. Juni 2004 stellte die Beschwerdeführerin dem Ausländeramt
von Zürich aus das Gesuch um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Gemäss einer
Aktennotiz, die das Einwohneramt der Stadt St. Gallen am 3. Juni 2004 in diesem
Zusammenhang erstellt hat, wohnte die Beschwerdeführerin nicht mehr bei ihrem
Ehemann, sondern an der W-strasse in Zürich (c/o G.). Am 14. Juni 2004 nahm M. S.
zum Verlängerungsgesuch Stellung. Er teilte mit, er lebe seit dem 4. Juli 2003 nicht
mehr mit der Beschwerdeführerin zusammen und er gedenke nicht, die eheliche
Gemeinschaft wieder aufzunehmen. Sodann habe er ab Juli 2004 eine neue Adresse in
Deutschland. Gemäss Mitteilung des Einwohneramtes der Stadt St. Gallen vom 6.
August 2004 hat sich der Ehemann der Beschwerdeführerin am 2. Juli 2004 nach
Deutschland abgemeldet. Am 5. August 2004 nahm die Beschwerdeführerin durch
ihren damaligen Rechtsvertreter Stellung und teilte mit, sie sei seit 20. November 2003
Wochenaufenthalterin in Zürich, wo sie arbeite, lebe aber nach wie vor mit M. S.
zusammen. Es gebe keine Gründe die Ehe aufzulösen und sie sei sofort bereit, die
Ehegemeinschaft "vollumfänglich weiterzuführen", wenn der Ehemann dies wünsche.
Eine Scheidung sei nicht in Planung, und die Eheleute hätten "regelmässigen, nicht nur
telefonischen, sondern auch täglich tatsächlichen Kontakt". Eine neue
Lebenspartnerschaft bestehe in keiner Weise. Am 6. Oktober 2004 teilte das
Bevölkerungsamt der Stadt Zürich der Einwohnerkontrolle der Stadt St. Gallen mit, die
Beschwerdeführerin sei nach Zürich, Z-strasse 8 (c/o M.) zugezogen. Am 22. Oktober
2004 liess sich die Beschwerdeführerin ein zweites Mal vernehmen. Sie führte aus,
nach kurzer Zeit des Zusammenlebens habe sich gezeigt, dass ihr Ehemann, der sich
aufs Lügen verlegt habe, unter "Ehe" etwas anderes verstanden habe als sie. Er habe
geglaubt, er könne es sich zu Hause auf ihre Kosten bequem machen. M. S. habe sie
"in krassem Ausmass rechtsmissbräuchlich geheiratet", in der Absicht, sie
auszunützen. Sie sei schlicht über den Tisch gezogen worden. Das
rechtsmissbräuchliche Verhalten ihres Ehemannes gipfle darin, dass er sich ohne ihr
Wissen und gegen ihren Willen im Sommer des Jahres 2004 nach Deutschland
abgemeldet habe.
c) Bei dieser Sachlage durfte die Vorinstanz davon ausgehen, die Ehe der
Beschwerdeführerin mit M. S. sei, wenn überhaupt, nur während sehr kurzer Zeit gelebt
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worden und im Anschluss daran habe keine Absicht mehr bestanden, eine
Lebensgemeinschaft zu führen. Die Vorinstanz hat zutreffend festgestellt, dass
insbesondere auch die Angaben, welche die Beschwerdeführerin 5. August 2004
gegenüber dem Ausländeramt gemacht hat, der Wahrheit nicht entsprechen. Sie
wusste offensichtlich nicht, dass ihr Ehemann die Schweiz zum damaligen Zeitpunkt
bereits verlassen hatte. An der Beurteilung, wonach die Berufung auf die Ehe
rechtsmissbräuchlich ist, ändert nichts, dass die Beschwerdeführerin geltend gemacht
hat, nicht sie, sondern M. S. habe sich ehewidrig verhalten bzw. er habe sie verstossen
und sich von ihr getrennt. Entgegen der Annahme der Beschwerdeführerin ist die
Frage, warum die Ehe nach kurzer Zeit gescheitert ist bzw. ob diese Tatsache auf ein
Fehlverhalten des schweizerischen Ehemannes zurückzuführen ist, nicht entscheidend.
Zutreffend ist zwar, dass die Beschwerdeführerin gemäss einer Mutationsmeldung des
Einwohneramtes der Stadt St. Gallen vom 5. April 2005 am 11. Januar 2005, kurz
nachdem sie den Rekurs eingereicht hatte, von Zürich an die S-gasse 1 in St. Gallen
gezogen ist und dass M. S. einige Tage später, am 13. Januar 2005, von Deutschland
aus beantragt hat, ihre Aufenthaltsbewilligung sei zu verlängern, weil er "eventuell die
Absicht (habe), wieder nach St. Gallen zu ziehen" und weil er in diesem Fall wieder mit
der Beschwerdeführerin zusammenziehen würde. Auch hat der Ehemann der
Beschwerdeführerin am 6. April 2005 gegenüber dem Ausländeramt bestätigt, er lebe
mit seiner Frau ab sofort in ehelicher Gemeinschaft an der S-gasse 1 in St. Gallen. Am
9. Juni 2005 hat er ebenfalls erklärt, er wohne mit ihr zusammen, allerdings an der S-
strasse 00. Gemäss einer Auskunft des Einwohneramts der Stadt St. Gallen am 13.
Juni 2005 treffen diese Angaben indessen nicht zu. Danach lebt die
Beschwerdeführerin von ihrem Ehemann getrennt an der S-gasse 1, während M. S. an
der S-strasse 00 wohnhaft ist, sich die Post aber an die Adresse seiner Ehefrau
zustellen lässt. Am 24. Juni 2005 hat M. S. gegenüber der Einwohnerkontrolle der Stadt
St. Gallen wiederum eine Erklärung abgegeben. Danach wohnt die Beschwerdeführerin
"ab sofort" in der gemeinsamen Wohnung an der S-strasse 00. Bezüglich der
Wohnsituation lagen der Vorinstanz somit widersprüchliche Angaben vor. Hinzu
kommt, dass sie selbst bei Vorliegen eines gemeinsamen Domizils unter den
gegebenen Umständen nicht hätte folgern müssen, die Eheleute S.-Z. würden die
Aufnahme einer wirklichen Lebensgemeinschaft anstreben. Die Vorinstanz durfte zu
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Recht davon ausgehen, die Beschwerdeführerin berufe sich rechtsmissbräuchlich auf
die Ehe mit einem Schweizer Bürger.
d) Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens beruft sich die Beschwerdeführerin darauf,
sie und M. S. hätten nicht nur den ehelichen Konsens, sondern wahres Eheglück
wiedergefunden. Auch wenn die Beschwerdeführerin nicht darzulegen vermag, warum
die Beziehung zwischen den Ehegatten nunmehr auf Liebe, Achtung, Respekt und
Toleranz beruhen soll, bestehen doch Anhaltspunkte, wonach die eheliche
Gemeinschaft wieder aufgenommen worden ist. Die Beschwerdeführerin begründet die
geschilderten Vorkommnisse, die Grundlage des angefochtenen Entscheides sind,
damit, M. S. habe erhebliche Alkoholprobleme gehabt, mit fatalen Folgen für die
eheliche Beziehung. Er habe sich aber aus freien Stücken in ärztliche Behandlung
begeben um sie zurückzugewinnen. Sie belegt dies mit einem ärztlichen Attest vom 22.
November 2005, wonach M. S. seit dem 24. Juni 2005 regelmässig Antabus-Tabletten
einnimmt und seither keinen Alkohol mehr trinkt. Sodann führt die Beschwerdeführerin
in einem im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichten Schreiben vom 22.
November 2005 aus, ihr Ehemann sei wieder so, wie sie ihn kennen gelernt habe und
sie sei erneut mit ihm zusammengezogen. Sie sei sich bewusst, dass es Rückschläge
geben könne und dass sie möglicherweise erneut Unflätigkeiten über sich ergehen
lassen müsse, sie möchte ihm aber beistehen und ihm Kraft geben, damit er dem
"Teufel Alkohol" widerstehen könne. Sodann hat M. S. am 26. November 2005
bestätigt, er sei die Ehe mit der Beschwerdeführerin aus Liebe eingegangen und sie
führten keine "Scheinehe". Er könne sich aus der Beziehung zur Beschwerdeführerin
keine finanziellen Vorteile erhoffen und er bitte darum, ihr die Aufenthaltsbewilligung zu
erteilen, damit endlich Ruhe und Ordnung in ihr gemeinsames Leben einziehe.
Aktenkundig ist weiter, dass die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann am 1. Oktober
2005 einen Mietvertrag für eine Wohnung an der S-strasse 00 unterschrieben haben.
Ein Mitbewohner dieser Liegenschaft hat am 22. November 2005 schriftlich
festgehalten, dass er die Beschwerdeführerin seit dem 17. Oktober 2005 täglich um ca.
10.00 Uhr das Haus habe verlassen sehen und dass er ihr schon öfter zwischen 22.00
Uhr und 23.00 Uhr im Treppenhaus begegnet sei. Ein anderer Nachbar hat am 21.
November 2005 bestätigt, die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann, mit denen er eine
normale nachbarschaftliche Beziehung pflege, seien Mitbewohner an der S-strasse 00
und er treffe sie regelmässig im Haus. Des weiteren hat ein ehemaliger Bewohner
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besagter Liegenschaft am 23. November 1005 erklärt, er habe Bedenken gehabt, als
M. S. im Mai 2005 eingezogen sei, weil er ihn oft betrunken gesehen habe. Ende Mai
2005 habe ihm dieser seine Ehefrau vorgestellt und seit diesem Zeitpunkt hätten beide
dort gewohnt. Er sei der Beschwerdeführerin oft begegnet und er habe ihr erklärt, wie
die Waschmaschine funktioniere. Jetzt wohne er im Haus gegenüber. Wenn er abends
den Hund spazieren führe, sehe er sie von der Arbeit nach Hause kommen. Er könne
sich denken, dass es der Beschwerdeführerin zu verdanken sei, dass M. S. nicht mehr
trinke.
4./ Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz zu Recht davon ausgegangen
ist, die Beschwerdeführerin berufe sich rechtsmissbräuchlich auf die Ehe mit einem
Schweizer Bürger. Nach den Vorbringen im Rahmen des Beschwerdeverfahrens gibt es
indessen Anhaltspunkte, wonach sich das Ehepaar S.-Z. angenähert haben könnte. Es
bestehen gewisse Zweifel, ob sich die Beschwerdeführerin in rechtsmissbräuchlicher
Weise auf ihre Ehe mit M. S. beruft, wobei eine abschliessende Beurteilung nicht
möglich ist. Folglich ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und der angefochtene
Rekursentscheid vom 15. November 2005 und die Verfügung des Ausländeramtes vom
19. November 2004 sind aufzuheben. Die Angelegenheit wird zur Ergänzung des
Sachverhalts und zur Neubeurteilung an das Ausländeramt zurückgewiesen. Dieses
wird zu entscheiden haben, welche Beweise erhoben werden müssen, um den
Sachverhalt zu ermitteln. Bei dieser Sachlage wird der Antrag der Beschwerdeführerin,
das Verwaltungsgericht habe ihren Ehemann und Zeugen zu befragen, hinfällig.
Ausschlaggebend für die teilweise Gutheissung der Beschwerde sind die von der
Beschwerdeführerin erst im Rahmen des Beschwerdeverfahrens beigebrachten
Unterlagen. Gemäss Art. 95 Abs. 2 VRP sind Kosten, die durch nachträgliches
Vorbringen von Tatsachen oder Beweismitteln entstehen, deren rechtzeitige
Geltendmachung möglich und zumutbar gewesen wäre, dem Verursacher
aufzuerlegen. Im vorliegenden Fall rechtfertigt es sich, der Beschwerdeführerin trotz
ihres teilweisen Obsiegens im Beschwerdeverfahren die amtlichen Kosten
aufzuerlegen. Eine Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 des
Gerichtskostentarifs, sGS 941.12). Zufolge Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege gemäss verfahrensleitender Verfügung vom 30. November 2005 trägt
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indessen der Staat die amtlichen Kosten. Auf die Erhebung der Entscheidgebühr ist
deshalb vorläufig zu verzichten.
Im weiteren wurde der Beschwerdeführerin mit verfahrensleitender Verfügung vom 30.
November 2005 die unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt. Ihr Rechtsvertreter
hat am 18. Januar 2006 eine Kostennote eingereicht (Fr. 837.-- inkl. MWSt). Der
Beschwerdeführerin ist somit ein Honorar von Fr. 837.-- inkl. MWSt zuzusprechen.