Decision ID: cebe6340-7bee-45b5-a7ee-f10c822fa8ae
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1956 und Mutter
von vier
erwachsene
n
Kinder
n
, ist Hausfrau und
seit 1990 als Reinigungsangestellte in einem Pensum von zirka 35 % bei der Stadt
Z._
angestellt (Urk. 9/4 Ziff. 1.3, Ziff. 3.1, Ziff. 6.3.1
, Urk. 9/11
)
. Seit dem 7. Dezember 2009 ist sie krankgeschrieben (Urk. 9/4 Ziff. 6.6.1).
Am 8. März 2010 meldete sie sich wegen Schmerzen und Brennen im ganzen Körper bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug
(Berufsberatung, Rente)
an (
Urk. 9/4
Ziff. 7.2,
Ziff.
7.8)
.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte in der Folge medizinische Berichte (
Urk. 9/3,
Urk. 9/
14
/1-17
), einen Arbeitgeberbericht (Urk. 9/11)
sowie
einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug,
Urk. 9/2,
Urk. 9/10
)
ein
. Ferner veranlasste sie ein rheumatologisch-psychiatri
sches Gut
achten, welches 25. November 2010 erstattet wurde (Urk. 9/18
)
,
und führte eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haus
halt (
Haus
haltabklärung
, Urk. 9/19) durch.
1.2
Mit Vorbescheid vom 20. Dezember 2010 (Urk. 9/23) stellte die IV-Stelle die Verneinung eines
Rentenanspruchs
in Aussicht. Dagegen erhob die Versicherte am 5. Januar (Urk. 9/27) beziehungsweise am 14. Februar 2011 (Urk. 9/32
-33
) Einwände
und reichte einen ärztlichen Bericht (Urk. 9/40) ein
.
Die IV-Stelle holte weitere medizinische Berichte (Urk. 9/51, Urk. 9/56) ein und veranlasste ein interdisziplinäres Gutachten
bei der medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS)
A._
, welches am 30. November 2011 (Urk. 9/57) erstattet wurde.
Hierzu nahmen sowohl die behandelnden Ärzte der Versicherten (Urk. 9/61) als auch die Versicherte selbst (Urk. 9/62) Stellung.
Ferner reichte die Versicherte einen weiteren Arztbericht (Urk. 9/63) ein, zu welchem die
Begut
achtungsstelle
am 21. Mai
2012 (Urk. 9/70) Stellung nahm, woraufhin die Ärzte der Versicherten am 20. Juni 2012 nochmals Stellung bezogen (Urk. 9/72). Mit Verfügung vom 28. Juni 2012 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch der Versicherten (Urk. 9/75 = Urk. 2).
2.
2.1
Gegen die Verfügung vom 28. Juni 2012 (Urk. 2) erhob die Versicherte
mit Ein
gabe vom 23. August 2012 Beschwerde und beantragte die
Zusprache
einer ganzen Invalidenrente, eventuell die Rückweisung an die Vorinstanz zu weite
ren medizinischen Abklärungen (Urk. 1 S. 2).
Ferner reichte sie einen medizini
schen Bericht vom 16. Juli 2012 (Urk. 6
/2
) nach.
Mit Beschwerdeantwort vom
25. September 2012 (Urk. 8) beantragte die
Beschwerdegegnerin
die Ab
weisung der Beschwerde
(Urk. 8), was der Beschwerdeführerin am 16. Oktober 2012 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 10).
2.2
Mit Eingabe vom 10. Dezember 2012 (Urk. 11) reichte die Beschwerdeführerin einen medizinischen Bericht (Urk. 12) ein, welcher sodann der
Beschwerdegeg
nerin
mit Schreiben vom 12. Dezember 2012 (Urk. 13) zugestellt wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die gesetzlichen Grundlagen zum Rentenanspruch und dessen Entstehung (Art.
28 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG)
sowie
zur Berechnu
ng bei Teilerwerbstätigen (Art.
16 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversich
erungsrechts, ATSG; Art. 28a Abs.
3 IVG) sind im angefochtenen Entscheid
zutreffend wiedergegeben (Urk. 2
). Darauf kann, mit den nachfolgenden Ergänzungen, verwiesen werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder tei
lweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs.
1
ATSG)
. Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, K
rankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs.
1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter ande
rem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 ff. E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.6
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind - analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben
stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E.
6.2 und 128 V 93 f. E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der er
werblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufga
benbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung
(Urk. 2)
davon aus,
dass die Beschwerdeführerin
ohne Gesundheitsschaden
weiterhin ihrer Tätigkeit als Reinigungsangestellte zu einem Pensum von 50 % nachgehen
würde
. Aus ärztlicher Sicht sei ihr diese Tätigkeit zu 65 %
beziehungsweise 60 %
, bezogen auf ein 100%-Pensum, zumutbar.
In einer leichten
Verweistätig
keit
in Wechselbel
a
stung ohne Heben, Tragen und Bewegen von Lasten über 5
kg, ohne Verharren in Zwangshaltungen
und
ohne häufige Arbeiten über der Horizontalen sei die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht einge
schränkt. Im Haushalt bestehe eine Einschränkung von
42
%.
Nach
durch
ge
führtem Einkommensvergleich nach der gemischten Methode ergebe sich ein rentenausschliess
ender In
validitätsgrad von 21 % (
S. 2 oben).
2.2
Demgegenüber brachte die Beschwerdeführerin
in ihrer Beschwerde (Urk. 1)
im Wesentlichen vor,
auf das eingeholte
MEDAS-Gutachten
könne nicht abgestellt werden (S. 9), weshalb gestützt auf die Untersuchungsergebnisse der behandeln
den Ärzte sie zu 100 % arbeitsunfähig sei
. Dies gelte
auch für angepasste Tätig
keiten aufgrund des positiven und negativen Leistungsbildes sowie der neuro
psychologisch bestätigten Depression (S.5).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat.
3.
3.1
Aufgrund chronischer Rückenschmerzen wurde die Beschwerdefüh
rerin medi
zinisch abgeklärt. Dabei wurde eine Spinalkanalstenose L3/4 und L4/5 diagnos
ti
ziert und
diese
am 15. Oktober 2008 in der
B._
Klinik mit einer Dekompression L3/4 und L4/5 behandelt (Urk. 9/3).
3.2
Am 25. November 2010 erstatteten Dr. med.
C._
, Spezialarzt Orthopädie FMH, und Dr. med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
E._
,
ein Gut
achten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (Urk. 9/18
S. 1-22
). Sie stützten sich auf die ihnen vorliegenden Akten (S. 2 f.
, S. 10 f.
) und die Angaben der Be
schwerdeführerin
(S. 11 f.)
und eigene Untersuchungen (S. 5-6, S. 15).
Die Gutachter nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit (S. 20 Ziff. 7.1):
s
ubacromiales
Impingement
bei
Acromi
oclaviculargelenksarthrose
und Läsion des
superioren
Labrums von
anterior
nach
posterior
(SLAP-Läsion) Typ I der rechten Schulter
Verdacht auf
ein
Impingement
der linken Schulter bei
Acromioclavicu
largelenksarthrose
r
echtskonvexe Torsionsskoliose der Lendenwirbelsäule mit deutlicher
Spondylarthrose
L2 bis S1,
Osteochondrose
L5/S1 mit engem
Neuro
foramen
L5/S1 links ohne neurale Kompression sowie Status nach Dekompression L3/4 und L4/5 im Oktober 2008
Präadipositas
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie eine
Zer
vikalgie
bei minimaler Diskusdegeneration C3/4 und paravertebraler
Myogelose
, einen Diabetes mellitus, einen Vitamin D-Mangel, einen
Nikotinabusus
sowie eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung, bestehend seit etwa 2005 (ICD-10 F45.4).
Die
Gutachter
führten aus, seit fünf Jahren bestünden bei der Beschwerdeführe
rin therapieresistente Nackenschmerzen, die in beide Schultern sowie in den Kopf ausstrahlen und eine regelmässige Schmerzmitteleinnahme bedingen wür
den. Die körperliche Leistungsfähigkeit sei aber primär durch die lumbalen Schmerzen eingeschränkt.
Das Ausmass der Nackenschmerzen und der abnor
men Untersuchungsbefunde der Halswirbelsäule (HWS) kontrastiere mit dem altersentsprechend normalen
Magnetresonanztomographie (
MRI
)
-Befund der HWS
. Ein Teil der Nackenbeschwerden könne eventuell als fortgeleitete Schmerzen der Schulter interpretiert werden,
da
aufgrund der pathologischen Untersuchung
sbefunde und des MRI
rechts ein
subacromiales
Impingement
bei
Acromioclaviculargelenk
s
arthrose
rechts und SLAP-Läsion Typ 1 festgestellt worden sei. Bei radiologisch fehlender neuraler Kompression könne die
Hypo
sensibilität
des gesamten linken Arms nicht nachvollzogen werden. Das Aus
mass der lumbalen Schmerzen im Vergleich zum präoperativen Zustand (Dekom
pression L3/4 und L4/5) und der pathologischen objektiven Befunde der
Lendenwirbelsäule
(LWS)
könne durch die radiologisch sichtbare rechts
konvexe Torsionsskoliose der LWS und die deutliche
Spondylarthrose
L2 bis S1
und
die
Osteochondrose
L5/S1 mit relativ engem
Neuroforamen
L5/S1 links ohne neu
rale Kompression nur teilweise erklärt werden, weshalb die Ausstrahlung der Schmerzen in sämtliche Zehen nicht plausibilisiert werden könne (S. 19).
Aus psychiatrischer Sicht könne aufgrund des generalisierten chronischen Schmerzsyndroms eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung angenommen werden. Dabei trete der Schmerz in Verbindung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen Problemen (mangelnde Integration, mangelnde Sprach
beherrschung, Arbeitslosigkeit)
auf
. Daneben würden sich keine psychischen Störungen mit Krankheitswert feststellen lassen und die Beschwerdeführerin habe trotz den multiplen körperlichen Beschwerden keine depressiven Verstim
mungen oder andere psychische Störungen entwickelt (S. 19 unten).
Deshalb würden die emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität und die Dauer
belastbarkeit nicht relevant beeinträchtigt und es
bestehe
keine Einschränkung der Schmerzverarbeitung oder Schmerzbewältigung.
Da
neben der anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung auch keine psychische
Komorbidität
von erheb
licher Schwere, Ausprägung und Dauer vorliege, verfüge die Beschwerdeführe
rin über die notwendigen Ressourcen für den Umgang mit den Schmerzen und diese seien mit einer zumutbaren Willensanstrengung ausreichend überwindbar (S. 20 oben).
Die Arbeitsfähigkeit als Reinigungskraft bezifferten die Gutachter mit 65 % bei voller Stundenpräsenz seit dem Zeitpunkt der Begutachtung (S. 21 Ziff. 8.
1
).
Die Arbeitsfähigkeit in – näher umschriebener – leidensangepasster Tätigkeit bezif
ferten sie mit 100 % bei voller Stundenpräsenz (S. 21 Ziff. 8.2).
3.3
Die zuständige Abklärungsperson führte am 29. Juni 2010 bei der Beschwerde
führerin eine Haushaltabklärung an Ort und Stelle durch, qualifizierte sie als zu 50 % erwerbstätig und zu 50 % im Haushalt tätig und ermittelte eine Ein
schränkung im Haushaltbereich von 42 % (Urk. 9/19).
3.4
Dr. med.
F._
, Oberärztin,
G._
, führte in ihrem ärztlichen Zeugnis vom 2. Mai 2011 (Urk. 9/40) aus, die Beschwerdeführerin leide an ein
em generalisierten Schmerzsyndrom mit Betonung der Beine und
der
Wirbel
säule im Bereich des Kreuzes. Seit der Dekompressionsoperation
im Jahre
2008 beklage die Beschwerdeführerin quasi permanent neurologische Ausfälle und insbesondere ganz erhebliche Schmerzen in beiden Beinen (S. 1 Ziff. 1). Aus diesem Grund könne sie keine Reinigungsarbeiten mehr ausführen (S. 1 Ziff. 2) und auch in einer leidensangepassten Tätigkeit könne sie aufgrund der reakti
ven schweren Depression andere
-
körperlich nicht belastende
-
Tätigkeiten nur schwer oder gar nicht aufnehmen (S. 1 Ziff. 3).
3.5
Am 8. Juni 2011 nahm die Besc
hwerdeführerin an
einem Vorgespräch im
H._
teil. Dr. med.
I._
, Fachärztin für Allgemeine Medizin FMH, und
Dr.
phil.
klin
. psych.
J._
, Klinischer Psychologe und Supervisor, stellten in ihrem Bericht vom 20. September 2011 (Urk. 9/56) folgende Diagnosen (S. 1):
l
umbovertebrales
Syndrom mit/bei
Spinalkanalstenose L3/4 und L4/5 mit symptomatischer
Claudicatio
spi
nal
i
s
Dekompressi
onso
peration L3
/4 und L4/5 am 15. Oktober 2008
s
ubacromiale
Impingementsymptomatik
Schulter links mit/bei
Erguss intraartikulär, Bursitis
subacromialis
, intakte
Rotatorenman
schette
(Sonographie am 5. November 2009)
g
eneralisierte Weichteilschmerzen, vor allem der unteren
Extremitäten
Inguinalhernienrezidive
Adenokarzinom
im intestinalen Typ
Polyarthralgien seit 7. Dezember 2009
m
igräneartige Kopfschmerzen
Diabetes mellitus Typ II
Hepatitis B aktiv
m
ittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
a
nhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
Die
Fachpersonen des
H._
gingen davon aus,
dass
die psychische Störung der Beschwerdeführerin Krankheitswert
habe
und ersuchten daher die Krankenver
sicherung um Kostengutsprache für eine ambulante tagesklinische Behandlung mit dem Ziel, die Depression und die Schmerzen zu reduzieren (S. 3
f.).
3.6
Die IV-Stelle holte bei der
MEDAS
A._
(nachfolgend: MEDAS),
ein interdisziplinäres
Gutachten ein, welches
am
30. November 2011 (Urk. 9/57 S. 1-28)
erstattet wurde. Ge
stützt auf die
vom
5. bis 8. September 2011
durch
geführten
Untersuchungen der Beschwerdeführerin
sowie die Akten nannten
die Gutachter
folgende Diagnosen mit Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit (S. 20
unten
Ziff.
5.1):
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4), leichte mittel
gradige depressive Episode (ICD-10 F32.0)
Status nach Dekompression einer lumbalen Spinalkanalstenose L3-5 am 15. Oktober 2008
minime degenerative Halswirbelsäulenveränderungen
ausgeprägte
plurisegmentale
lumbale Wirbelsäulenveränderungen
Periarthropathia
humeroscapularis
rechts
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie (S. 21 Ziff. 5.2):
Wirbelsäulenfehlhaltung und Wirbelsäulenfehlform (Flachrücken,
links
konvexe
thorakolumbale
Skoliose)
Haltungsinsuffizienz
Adipositas
c
hronische Hepatitis B-Infektion
Status nach Resektion eines malignen
Sigmapolyps
mit
Mucosainvasion
und Resektion im Jahre 2008
Cefalea
arterielle
Hypertonie unbehandelt
Diabetes Mellitus Typ 2
Coxarthrose
, Erstdiagnose 2007
Vitamin D-Mangel substituiert seit 2009
Nikotinabusus
Status nach Kürettage wegen
Endometriumpolypen
Status nach
laparoskopischer
Tubenligatur 1995 mit Narbenhernien 1998 und Revision, mediale Laparotomie und Netzpla
s
tik 1999 mit Lokalrezidiv
Status nach benignem
Mammaknoten
1998
Status nach Tonsillektomie 1987
Status nach Analeingriff unklarer Art 1983
Status nach Appendektomie in der Kindheit
Sie führten aus
, aus psychiatrischer Sicht sei eine etwas verlangsamte Psycho
motorik festgestellt worden. Eine depressive Stimmung sei durch den Verl
ust
des Selbstwertgefühls und eine verminderte Libido symptomatisch. Während der Untersuchung hätten sich psychomotorische Schmerzsymptome gezeigt und eine ausgeprägte Neigung zur Regression sei feststellbar. Die Handlungsfähig
keit scheine eingeschränkt. Die Krankheitseinsicht bezüglich des psychischen Leidens sei reduziert, die sozialen Fähigkeiten seien eingeschränkt. Aus psychi
atrischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in jeglicher Tätigkeit zu 30 % einge
schränkt. (S. 23 Mitte).
Im rheumatologischen Status würden die Befunde eines Status nach Dekom
pression einer lumbalen Spinalkanalstenose L3-L5 am 15. Oktober 2008, mini
me degenerative Halswirbelsäulenveränderungen, ausgeprägte
plurisegmentale
lumbale Wirbelsäulenveränderungen, eine
Periarthropathia
humeroscapularis
rechts, eine Wirbelsäulenfehlhaltung und
Fehlform
, ein unspezifisches genera
lisiertes Schmerzsyndrom sowie eine Haltungsinsuffizienz erhoben. Aus rheu
matologischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in ihrer letzten Tätigkeit als Putzfrau während 8-9 Stunden täglich mit einer 40%igen Leistungseinbusse seit dem 7. September 2011 einsetzbar. In einer adaptierten Tätigkeit könne die Beschwerdeführerin ganztags mit einer 100%igen Leistungsfähigkeit eingesetzt werden. Als Hausfrau bestehe eine 30%ige Leistungseinbusse (S. 23 f.).
Im Neurostatus könne
ein diffuses Schmerzsyndrom an der Wirbelsäule sowie an den oberen und unteren Extremitäten ohne zugrundeliegende
n
eurologische
Ursachen sowie ein Status nach chirurgischer Dekompression des lumbalen Spinalkanals L3-L4 und L4-L5 ohne
radikuläre
Ausfälle an den unteren Extre
mitäten erhoben werden. Aus neurologischer Sicht bestehe eine 100%ige Arbeits
fähigkeit in jeglicher Tätigkeit (S. 24 f.).
Die
gastroenterologische
Beurteilung h
abe eine chronische Hepatitis B-
Infektion mit möglichem perinatalem Infekt mit inaktivem Carrier Status sowie einen Status nach Resektion eines malignen Sigma-Polypen mit
Mukosa
-Invasion ergeben. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe nicht (S. 25 unten).
Die Beschwerdeführerin sei global in ihrem angestammten Beruf als Wäscherin seit 7. September 2011 zu 60 % arbeitsfähig (S. 26 Ziff. 7).
Die Arbeitsunfähig
keit sei durch die psychiatrische und rheumatologische Pathologie begründet.
Aus rheumatologischer Sicht lägen strukturelle Veränderungen vor (insbeson
dere Skoliose,
dekonditionierte
Muskulatur,
Einschränkung
der
Lendenwirbel
säulenflexion
und Extension,
plurisegmentale
degenerative
Lendenwirbel
säulenveränderungen
).
Somit würden vor allem die Rückenbeschwerden eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit als Wäscherin begründen, weil in diesem Beruf das aufgeführte Belastungsprofil nicht eingehalten werden könne. Aus psychiatri
scher Sicht sei die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer
somatoformen
Schmerz
störung
und der leichten bis mittelgradigen depressiven Episode zu 30 % in jeglicher Tätigkeit eingeschränkt.
Das Krankheitsbild habe sich seit der letzten interdisziplinären Begutachtung verschlimmert. Die Verschlimmerung sei der Grund für die divergierende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit (100 % versus 70 %). Zwar würden sie mit
den
die Beschwerdeführerin seit Juni 2011
behan
delnden Ärzten
diagnostisch übereinstimmen, könnten aber keine
dergestaltige
Beeinträchtigung objektivieren, die eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit berechtige, wie von den behandelnden Ärzte
n
attestiert.
Neurologisch könnten keine Aus
fälle dokumentiert werden und auch ein Hepatitis-B Trägerstatus bewirke keine Einschränkung im Alltag und Berufsleben
(S. 26 Ziff. 8)
.
Die Arbeitsfähigkeit
in einer
–
aus rheumatologischer Sicht
näher umschriebe
ne
n
– leidensangepasste
n
Tätigkeit bezifferten die Gutachter mit
70
%
s
eit dem Zeitpunkt der Begutachtung
, wobei aus psychiatrischer Sicht eine 30%ige Ein
schränkung jeglicher Tätigkeit bestehe. Neurologisch und
gastroenterologisch
sei die Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt (S. 27 Ziff. 9).
3.7
Mit Verlaufsbericht vom 26. Januar 2012 (Urk. 9/63) attestierten die Ärzte des
H._
mit Verweis auf die
von ihnen gestellten
Diagnosen (vgl. vorstehend E. 3.
5
) der Beschwerdeführerin aus
anästhesistischer
Sicht eine Arbeitsunfähig
keit angepasst von 50 % sowie au
s wirbelsäulen
chirurgischer, orthopädisch
-
chirurgischer und rheumatologischer Sicht eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. In ihrer Konsensbeurteilung (somatisch und psychiatrisch) bezifferten die Ärzte eine Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin sowohl in angestammter wie auch in angepasster Tätigkeit mit 100 % (S. 5).
3.
8
Am 27. Januar 2012 (Urk. 9/61) nahmen Dr.
I._
und
Dr.
J._
vom
H._
zum MEDAS-Gutachten
(vgl. vorstehend E. 3.6)
Stellung. Sie kriti
sierten die psychiatrische Befunderhebung im MEDAS-Gutachten (S. 2 ff.) und
hielten an ihren im Bericht vom 20. Septem
ber 2011 (vgl. vorstehend E. 3.5
) gestellten Diagnosen fest (S. 4). Betreffend die Arbeitsfähigkeit führten sie aus, die Beschwerdeführerin fühle sich subjektiv zu 100 % arbeitsunfähig
, was
auch für angepasste Tätigkeiten
gelte
. Auch aus
einer
objektivierten Beurteilung sei die Beschwerdeführerin aufgrund des positiven und negativen Leistungsbildes sowie der neuropsychologisch bestätigten Depression
in allen Tätigkeiten
voll
ständig arbeitsunfähig (S. 4 unten).
Die im MEDAS-Gutachten attestierte Arbeitsunfähigkeit von 40 % im Beruf als Wäscherin sei eine deutliche Fehlein
schätzung aufgrund der mangel- und fehlerhaft erhobenen Tatsachen. Ebenso habe der verkürzte psychiatrische Befund neben der Anamnese die Grundlage für die Einschätzung einer 30%igen psychischen Arbeitsunfähigkeit trotz den im Gutachten diskutierten positiven Försterkriterien begründet, was in Anbe
tracht der
vielen
Fehler
zu
einer unbegründeten Fehleinschätzung geführt habe, welche das
Langzeitexpertenurteil
nicht zu erschüttern vermöge. Eine sorgfäl
tige Analyse weise klar auf eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit hin (S. 5).
3.9
Mit Bericht vom 21. Mai 2012 (Urk. 9/70) nahmen die MEDAS-Gutachter umfas
send Stellung zu der geäusserten Kritik an ihrem Gutachten (S. 1-4) und
legten aus ihrer Sicht nochmals
ausführlich
dar, weshalb ihre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin (angestammt 60 %, angepasst 70 %)
korrekt sei (S. 4 f.).
3.10
Dr.
I._
und
Dr.
J._
,
H._
, hielten in ihrem Bericht vom 20. Juni 2012 (Urk. 9/7
2
) ebenfalls an ihrer Kritik
am MEDAS-Gutachten
fest.
3.11
Nach Verfügungserlass wies Dr.
med.
K._
, Facharzt für Chirurgie FMH
,
H._
, mit Bericht vom 16. Juli 2012 (Urk. 6
/2
) nochmals auf die vollstän
dige Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin hin
. Ferner berichtete
Dr. med.
L._
, Facharzt FMH
Radiologie
, am 26. September 2012 (Urk. 12) von einem
Impingementfaktor
von Seiten des
Acromion
im Bereich der rechten Schulter und
von
einer im Bereiche der rechten Hüfte beginnende
n
Arthrose mit medialer/zentrale
r
Gelenksspaltverschmälerung (S. 1).
4.
4.1
Unbestritten geblieben und nicht zu beanstanden ist die von der
Beschwerde
gegnerin
vorgenommene Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu 50 % Er
werbs
tätige und zu
50 % im Haushalt Tätige
, ergeben sich doch aus den Akten keine Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall ihr Erwerbspensum erhöht hätte
.
Ebenfalls ist die anlässlich der Haushaltabklärung ermittelte Einschränkung von 42 % (vgl. vorstehend E. 3.3) nicht bestritten
. Der
Abklärungsb
ericht erfüllt
ausserdem
die gemäss Rechtsprechung zu berücksich
tigenden Faktoren (vgl. vorstehend E. 1.6)
, weshalb
ihm volle Beweiskraft zukommt und
darauf abgestellt werden kann.
Zu prüfen ist hingegen die Einschränkung der Beschwerdeführerin im
Erwerbs
bereich
.
4.2
Die Beschwerdegegnerin stellte betreffend Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf das interdisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 30. Novem
ber 2011 (vgl. vorstehend E. 3.6
) ab, in welchem die
Gutachter der
Beschwerdeführerin
-
ausgehend von einem Vollzeitpensum
-
eine
Arbeitsfä
higkeit von 60 % in der angestammten Tätigkeit als Reinigungskraft und von 70 % in einer näher umschriebenen leidensangepassten Tätigkeit attestierten.
Die Beschwerdeführerin machte sinngemäss geltend, sie sei zu 100 % arbeitsun
fähig
, was den Berichten des
H._
zu entnehmen sei.
Ferner könne auf das MEDAS-Gutachten nicht abgestellt werden, da das Gutachten nicht in Kenntnis sämtlicher
Vorakten
erfolgt sei und die Diskrepanz zwischen den fachärztlichen psychiatrischen Einschätzungen der zumutbaren Restarbeitsfähigkeit nicht in nachvollziehbarer Weise begründet würde (Urk. 1 S. 9).
4.3
Das
MEDAS
-Gutachten vom
30. November 2011
basiert auf für die strittigen Belange umfassenden und allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklag
ten Beschwerden, wurde in Kenntnis und Berücksichtigung der vorhan
denen
Vorakten
erstellt und trägt der konkreten medizinischen Situation Rech
nung. Die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszu
stand und Arbeitsfähigkeit werden nachvollziehbar begründet.
So legten die Gutachter in schlüssiger Weise dar, dass die Beschwerdeführerin in somatischer Hinsicht insbesondere aufgrund ihrer Rückenbeschwerden als Wäscherin und Reinigungskraft in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Sie nahmen auch Stellung zu
den
gastroenterologischen
und neurologischen Beeinträchtigungen. Aus psychiatrischer Sicht liess sich nach Beurteilung der Gutachter im Gegen
satz zu derjenigen der
H._
-Fachpersonen aufgrund der erhobenen Befunde keine volle Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin begründen (zur
invali
denversicherungsrechtlichen
Beurteilung der psychisch bedingten Arbeitsun
fähigkeit nachfolgend E. 5).
Zwar hat den
MEDAS-
Gutachtern offenbar
der
H._
-Bericht vom 20. September 2011 (Urk. 9/56)
ursprünglich nicht vorgele
gen. Dies stellt jedoch
entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
kein
en
Mangel dar, denn
es erfolgte eine telefonische Rücksprache mit der behandeln
den Therapeutin am
H._
, und es
wurde von ihnen eine nachträgliche Stellung
nahme eingeholt
(vgl. 9/70 S. 2 Ziff. 6; Urk. 9/57/31)
.
Schliesslich kann be
treffend die im
H._
-
Bericht vom 2
7.
Januar 2012 (vgl. vorstehend E. 3.8) geäusserte Kritik am MEDAS-Gutachten auf die
umfassende und nachvollzieh
bare
Stellungnahme der Gutachter vom 2
1.
Mai 2012 (vgl.
Urk.
9
/70
) verwiesen werden.
Das
MEDAS
-Gutachten erfüllt damit
-
entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin
-
die praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert eines medizinischen
Gutachtens (vgl. vorstehend E.
1.
5
)
,
weshalb darauf abzustellen ist
.
4.4
Soweit d
ie Beschwerdeführerin
sinngemäss
geltend
machte
, es müsse auf
die
medizinischen Berichte
des
H._
abgestellt werden, kann ihr aus den nachste
henden Gründen nicht gefolgt werden:
Im
Bericht
des
H._
vom
26. Januar 2012 (vgl. vorstehend E. 3.7)
wurden v
on den einzelnen Fachärzten unterschiedliche, teils sich stark widersprechende Angaben zur Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin gemacht.
So sei die Beschwerdeführerin aus
anästhesistischer
Sicht zu 50
%
arbeitsfähig, aus
wir
belsäulenchirurgischer
Sicht zu 100
%
arbeitsunfähig, aus orthopädischer Sicht zu 50
%
- Steigerung nicht ausgeschlossen - arbeitsfähig, aus rheumatologi
scher Sicht - ohne Diskussion der orthopädischen und
wirbelsäulenchirur
gischen
Beurteilung - zu 100
%
arbeitsfähig und aus Gründen der Depression und der Schmerzen zu 100
%
arbeitsunfähig. Dies resultierte
in einer 100%ige Arbeitsunfähigkeit für
die angestammte
sowie für angepasste Tätigkeiten
(
Urk.
9/63 S. 5
)
. Wie diese Konsensbeurteilung aus den vorher aufgeführten
Stellungnahmen der einzelnen Fachärzte zu Stande kam und zu begründen ist, kann nicht
schlüssig
nachvollzogen werden.
Insbesondere wurde nicht genü
gend nachvollziehbar dargelegt, warum die Diagnosen einer mittelgradigen de
pressiven Episode und einer
somatoformen
Schmerzstörung eine unbeschränkte vollständige Arbeitsunfähigkeit zu begründen vermögen.
Ferner schlossen die Ärzte die subjektiven Einschätzungen der Beschwerdeführerin betreffend Arbeitsfähigkeit mit ein
(vgl.
Urk.
9/63 S. 5 Mitte)
. Schliesslich
zeigen deren Ausführungen anschaulich die im Rahmen der Beweiswürdigung relevante Verschiedenheit von Behandlungsauftrag einerseits und Begutachtungsauftrag andererseits (Urteil des Bundesgerichts 9C_842/2009 vom 17. November 2009 E. 2.2).
Zusammenfassend
erweisen
sich
die Angaben
des
H._
als zu wenig schlüssig, weshalb
nicht darauf abgestellt werden kann.
4.5
Es ist gestützt auf das MEDAS-Gutachten davon auszugehen, dass die Beschwer
deführerin in somatischer Hinsicht für die Ausübung einer adaptierten Tätigkeit und unter Einhaltung des rheumatologischen Belastungsprofils (vgl. Urk. 9/57 S. 1-28, S. 27 Ziff. 9) in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt ist. Wie sich das mit der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der psychi
atrischen Diagnosen einer
somatoformen
Schmerzstörung und einer leichten depressiven Episode verhält, ist nachfolgend zu prüfen.
5.
5.1
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere Faktoren, so: chronische körperli
che Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rück
bildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent
durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unter
schied
lichem therapeutischen Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicher
ten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352; vgl. auch zur Publikation vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts
8C_972/2012 vom 3
1.
Oktober 2013
E. 3 ff.).
5.2
Nach der Rechtsprechung darf bei der invalidenversicherungsrechtlichen Beur
teilung der invalidisierenden Wirkung anhaltender
somatoformer
Schmerz
störungen oder sonstiger vergleichbarer
pathogenetisch
(ätiologisch) unklarer
syndromaler
Zustände (BGE 132 V 393 E. 3.2) nicht einfach unbesehen auf die ärztlichen - selbst die gutachterlich attestierten - Einschätzungen abgestellt werden, zumal der Invaliditätsbegr
iff rechtlicher Natur ist (Art.
8 ATSG) ist und nicht zwingend mit dem medizinischen Krankheits- oder Invaliditätsverständnis übereinstimmt. Vielmehr hat die rechtsanwendende Behörde zunächst die - auf
grund der medizinischen Aktenlage zu beantwortende - Frage zu prüfen, ob und inwieweit bei der versicherten Person neben der diagnostizierten, allein nicht invalidisierenden (BGE 130 V 352 E.
2.2.3) anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung zusätzliche psychische Beeinträchtigungen im Sinne des rechtsprechungsgemässen Kriterienkatalogs vorliegen, welche einer adäquaten Schmerzbewältigung objektiv entgegenstehen. Die entsprechenden Feststellun
gen sind tatsächlicher Natur. Die weitere Frage, ob eine allenfalls festgestellte psychische
Komorbidität
hinreichend erheblich ist und/oder einzelne oder mehrere der festgestellten weiteren Kriterien in genügender Intensität und Kon
stanz vorliegen, um gesamthaft den Schluss auf eine nicht mit zumutbarer Willensanstrengung überwindbare Schmerzstörung und somit auf eine invalidi
sierende Gesundheitsschädigung zu gestatten, ist dagegen rechtlicher Art: ihre abschliessende Beantwortung obliegt damit nicht den Ärztinnen und Ärzten, sondern den rechtsanwendenden Behörden (
BGE 130 V 352 E. 2.2.4;
Urteile des Bundesgerichts 9C_820/2007 vom
2.
September 2008 E. 4.1 mit Hinwe
i
sen und 9C_636/2007 vom 2
8.
Juli 2008, E. 3.3.1).
5.3
Die bei der Beschwerdeführerin diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
begründet nach der erwähnten Rechtsprechung keine
Invalidi
tät.
Die
zusätzlich diagnostizierte
leicht- bis mittelgradige depressive
Episode
vermag nach der Rechtsprechung grundsätzlich keine von depressiven Ver
stimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im Sinne eines verselbstständigten Gesundheitsschadens
darzustellen, die es der betroffe
nen Person verunmöglichte, die Folgen der Schmerzstörung zu überwinden (Urteil des Bundesgerichts 8C_958/2010 vom 2
5
.
Februar
201
1
E. 6.2.2.1; vgl.
auch Urteil 9C_736/2011 vom 7. Februar 2012 E. 4.2.2.1 mit Hinweisen). Sodann gilt es zu beachten, dass sowohl d
er MEDAS-Gutachter als auch der Psychiater vom
E._
, Dr.
D._
(vgl. vorstehend E. 3.2)
,
davon ausgingen, dass eine ausgeprägte psychosoziale Belastungssituation für das Beschwerdebild mitverantwortlich sei.
Ferner verneinte
Dr.
D._
explizit eine
Komorbidität
.
Eine psychische
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer ist auf Grund der Akten daher zu verneinen.
5.4
Die übrigen rechtsprechungsgemäss relevanten Kriterien, die einem adäquaten Umgang mit den geklagten Schmerzen entgegenstehen können, sind nicht be
ziehungsweise nicht hinreichend gehäuft und ausgeprägt erfüllt, um insgesamt den Schluss auf eine invalidisierende Gesundheitsschädigung zu gestatten:
5.4.1
In Bezug auf das Kriterium der körperlichen Begleiterkrankung
ist ersichtlich, dass das psychische Leiden eindeutig im Vordergrund steht. Die im psychiatri
schen Teilgutachten des MEDAS
-Gutachtens
genannte chronische körperliche Erkrankung Hepatitis B (Urk. 9/57/35) wurde unter den Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt
und es wurde
in der
gastroenterologischen
Beurteilung
festgehalten, dass die Diagnose einer chronischen Hepatitis B zur Zeit keiner Therapi
e bedarf (Urk. 9/57/1-28
,
S. 24)
.
Körperliche Beeinträchtigungen sind in Form der Wirbelsäulen- und
Schulter
beschwerden
vorhanden, jedoch nicht in einem Ausmass, welches eine aus
nahms
weise Unzumutbarkeit der willentlichen Schmerzüberwindung als nahe
liegend erscheinen lässt. Nach Beurteilung der MEDAS-Gutachter ist der Beschwerdeführerin denn auch trotz dieser Beeinträchtigungen eine
behinde
rungsangepasste
Tätigkeit vollschichtig zumutbar.
Das Kriterium des mehrjährigen
chronifizierten
Krankheitsverlaufs mit unverän
derter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung ist sodann gegeben.
5.4.2
Ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens ist auf Grund der Akten zu verneinen. Den Angaben
des MEDAS-Gutachtens zu
m Tagesablauf ist vielmehr zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin regelmässig Arzttermine wahr
nimmt
, Einkäufe erledigt
und nachmittags Dinge ausser Haus zu erledigen hat
.
Sodann begleitet sie manchmal ihren Sohn und ihren Ehemann zum
Fussball
training
(Urk. 9/
57/1-28 S. 17 Ziff. 3.7).
Ferner hielten die MEDAS-Gutachter in ihrer Beurteilung fest, die Beschwerdeführerin sei in der Lage, selbständig zu reisen (S. 26 Ziff. 8). Damit kann das Kriterium eines nahezu vollständigen Rückzugs in praktisch allen Belangen des Lebens aus psychischen Gründen vor
liegend verneint werden.
5.4.3
Beim Kriterium des primären Krankheitsgewinns handelt es sich um einen verfes
tigten, therapeutisch nicht mehr beeinflussbaren innerseelischen Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung („Flucht in die Krankheit").
Dafür ist den Akten kein Hinweis zu entnehmen
, zumal auch der MEDAS-Gutachter lediglich von einem möglichen geringen sozialen Krankheitsgewinn ausging (Urk. 9/57/36).
5.4.4
Bezüglich des Kriteriums des Scheiterns einer konsequent durchgeführten ambu
lanten oder stationären Behandlung der versichert
en Person ergibt sich zwar, dass der MEDAS-Gutachter im Teilgutachten von einer ungünstigen (Urk. 9/57/36) beziehungsweise unsicheren Prognose mit der Möglichkeit einer Verschlimmerung (Urk. 9/57/37 Ziff. 5) ausging. Jedoch hielt der Gutachter fest, mittels Involvierung eines Psychiaters und mittels Psychopharmakologie bestehe die Möglichkeit, den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin zu ver
bessern (Urk. 9/57/37 Ziff. 6). Dieser Schluss ist zutreffend, zumal wenn berücksichtigt wird, dass leicht
bis mittelgradige psychische Störungen grund
sätzlich therapeutisch
angehbar
sind (Urteil des Bundesgericht 9C_736/2011 vom 7. Februar 2012 E. 4.2.2.1).
Die Beschwerdeführerin befindet sich denn auch seit Juni 2011 in psychotherapeutischer Behandlung am
H._
(vgl. Urk. 9/72 S. 1 Ziff. 2).
Folglich
ist aus rechtlicher Sicht nicht von einer Unzumutbarkeit der
Schmerz
überwindung
auszugehen.
5.5
Beeinträchtigungen aufgrund eines
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syn
dro
malen
Beschwerdebildes ohne nachweisbare organische Grundlage können nur dann eine Invalidität begründen, wenn entweder eine erhebliche psychische
Komorbidität
besteht oder bestimmte andere Kriterien erfüllt sind (vorstehend E.
5.1).
Die Würdigung der Akten hat ergeben, dass vorliegend beides nicht der Fall ist; weder ist eine erhebliche psychische
Komorbidität
zu bejahen noch sind die alternativen Kriterien
, sofern überhaupt, in genügender Schwere
erfüllt. So
mit vermögen die genannten Beeinträchtigungen keine versicherungsrelevante Arbeitsunfähigkeit zu begründen.
6
.
Zusammenfassend ist nach erfolgter Würdigung der medizinischen Akten
(vgl. vorstehend E. 4-5)
festzuhalten, dass
aus versicherungsrechtlicher Beurteilung
von einer gänzlichen Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
in einer ange
passten Tätigkeit auszugehen ist. Die vorliegenden medizinischen Akten erwei
sen sich als ausreichend
und auch die nach Verfügungserlass eingereichten medizinischen Berichte (vgl. vorstehend E. 3.11) führen zu keinem anderen
Ergebnis
. Auf weitere Abklärungen, wie von der Beschwerdeführerin beantragt
(Urk. 1 S. 2 Ziff. 3)
, ist deshalb zu verzichten.
7
.
Die Invaliditätsbemessung
wurde von der Beschwerdeführerin nicht beanstandet
und gibt auch aufgrund der Akten zu keinen Beanstandungen Anlass
, so
dass sich weitere Ausführungen erübrigen
. Ausgehend von der Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu 50 % Erwerbstätige und als zu 50 % im Haushalt Täti
ge
ermittelte die Beschwerdegegnerin i
n Anwendung der gemischten Metho
de
einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 21 % (Urk. 9/21/5, Urk.
9/74/4).
Damit erweist sich die ablehnende Rentenverfügung vom 28. Juni 2012
(Urk. 2)
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
8
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig v
om Streitwert festzulegen (Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie von der unter
liegenden Beschwerdeführerin zu tragen.