Decision ID: a568a0ef-a53b-4866-8605-ccf8e508c01f
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1972 geborene
X._
arbeitete
ab
Mai 2011
b
ei der
Z._
als
Hilfsarbeiterin
in einem Pensum von 90 %, ehe das Arbeitsverhältnis
per 3
0.
April 2012
gekündigt wurde (Urk. 13/12/1, 13/12/8).
Am 28. Juni 2012 (Eingangsdatum) meldete sie sich
insbesondere
unter Hinweis auf
pulmonale Beschwerde
n
und
eine Niereninsuffizienz (Urk. 13/1/2-7) bei der Sozialversicherun
gsanstalt des Kantons Zürich, IV
-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 13/2). Die IV-Stelle zog die Unterlagen der Krankentaggeldversicherung bei (Urk. 13/4
, 13/8
)
, führte mit der Versicherten ein Standortgespräch durch (Urk. 13/9)
und tätigte erwerbliche (Urk. 13/
11-
12)
wie auch medizinische Abklä
rungen (Urk. 13/15, 13/16, 13/18)
.
Ab September 2012 arbeitete die Versicherte wiederum bei der
Z._
in einem Arbeitsverhältnis
auf Abruf (Urk. 13/30).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 13/21-22)
sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Verfügung vom
2. August 2013 ab Dezember 2012
eine
Viertelsrente
zu (Urk. 13/
27)
.
1.2
Im Mai 2014 (Urk. 13/28) leitete die IV-Stelle erstmals ein Renten
revisions
verfahren ein (Fragebogen
: Revision für Invalidenrente
, Urk. 13/29)
und tätigte erwerbliche (Urk. 13/30
, 13/32
) sowie medizinische Abklärungen (Urk. 13/36)
. Mit Mitteilung vom 23. Oktober 2014 hielt die IV
Stelle fest, dass bei der Über
prüfung des Invaliditätsgrades keine Änderung festgestellt w
o
rden
sei
, die sich auf die Rente auswirken könnte, weshalb weiterhin ein Anspruch auf die bisherige Invalidenrente bestehe (Urk. 13/39).
1.3
Im Juni 2016 leitete die IV-Stelle erneut ein Rentenrevisionsverfahren ein (Fragebogen: Revision für Invalidenrente, Urk. 13/40), nahm Abklä
rungen in medizinischer
(Urk. 13/
42) sowie erwerblicher (Urk. 13/43-44) Hinsicht vor und bestätigte mit Mitteilung vom 20. März 2017 den Anspruch auf die bisherige Invalidenrente (Urk. 13/48).
1.4
Mit
Revisionsgesuch
vom
6. Dezember 2017 (Eingangsdatum
, Urk. 13/49
)
beantragte die Versicherte aufgrund eines verschlechterten Gesundheitszusta
ndes eine höhere Invalidenrente
.
Mit Vorbescheid vom 12. Februar 2018 stellte die IV-Stelle ein Nichteintreten auf das Leistungsbegehren in Aussicht (Urk. 13/53).
Die Versi
cherte liess daraufhin weitere Arztberichte zu den Akten reichen (Urk. 13/56-57). Die IV-Stelle holte
zusätzliche
Unterlagen
beim Krankentaggeldversicherer (Urk. 13/67
, 13/76
)
sowie Verlaufsberichte der behandelnden Ärzte ein (Urk. 13/68, 13/81
-82, 13/85, 13/88
)
.
M
it Vorbescheid vom 22. August 2019
stellte die IV-Stelle der Versicherten
die vorübergehende
Erhöhung
der bisherigen
Viertelsrente
auf eine ganze Rente ab März 2018 und die Reduktion auf eine
Viertelsrente
ab Juli 2019 in Aussicht (Urk. 13/93).
Mit Verfügung vom 12. No
vember 2019 entschied die IV-Stelle
im Sinne des Vorbescheids vom 2
2.
August 2019 (
Urk.
2 [= Urk. 13/98, 13/96]).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 12. Dezember 2019 (Datum Poststempel) Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, es sei der angefochtene Entscheid aufzuhe
ben und es sei ihr auch nach Juni 2019 eine ganze Rente auszurichten.
Mit Ein
gaben vom 1
6.
und 22. Januar 2020 (Urk. 5 und 8) reichte die Beschwerdeführe
rin weitere Unterlagen (Urk. 6/1-2
, 9
) zu den Akten.
Die
se
wurden der Beschwer
degegnerin mit Verfügungen vom 2
0.
und 27. Januar 2020 (Urk. 7 und 11) zuge
stellt und sie wurde aufgefordert, innert der mit Verfügung vom 16. Dezember 2019
(Urk. 4)
angesetzten Frist zur Beschwerdeantwort Stellung zu nehmen. Mit Beschwerdeantwort vom 31. Januar 2020 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 12), worüber die Beschwerdeführerin mit Ver
fügung vom 4. Februar 2020 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 14). Mit Eingabe vom 10. Februar 2020 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die mit Verfügung vom 27. Januar 2020
(
Urk.
11)
festgesetzte Frist zur Stellungnahme (Urk. 15).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Fer
ner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kon
text unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht
(BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
1.3
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Best
immun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der Verordnung über
die Invalidenversicherung [IVV]
) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erfor
derliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachver
halts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der An
spruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl.
statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und ge
gebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
führte
in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) aus, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation seit Dezember 2017 in einer angepassten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig
gewesen sei
.
Eine Verschlechterung der gesundheitlichen Situation müsse mindestens drei Monate andauern, weshalb die Beschwerdeführerin ab März 2018 eine ganze IV-Rente erhalte. Ab April 2019
sei
wiederum
von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen. Der Einkommensvergleich habe eine Erwerbs
einbusse und einen Invaliditätsgrad von 45 % ergeben. Da auch eine Verbesse
rung der gesundheitlichen Situation drei M
onate andauern müsse, werde die
Rente ab Juli 2019 auf eine
Viertelsrente
reduziert.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend, ihre gesundheitlich
e
Situation habe sich seit Juni 2019 nicht verbessert. Vielmehr habe sie nun Darm
beschwerden und müsse weiterhin drei Mal wöchentlich in die Dialyse, weshalb sie vollumfänglich arbeitsunfähig sei
(
Urk.
1)
.
2.3
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2b; Urteil des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 1
1.
Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 3
1.
Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Daher hat sich die Prüfung vorliegend nicht auf die umstrittene Frage zu beschränken, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die
ab März 2018 zugesprochene
ganze Rente
per 1. Juli 2019
wieder
auf
eine
Viertelsrente
herabsetzte
, sondern es ist ebenfalls zu klären, ob die Erhöhung der Rente per März 2018 rechtmässig erfolgt
e
.
3.
3.1
Mit den im Mai 2014 und Juni 2016 eingeleiteten Rentenrevisionsverfahren wurde der Anspruch der Beschwerdeführerin nicht umfassend überprüft
, beschränkte die Beschwerdegegnerin ihre medizinischen Abklärungen doch auf das Einholen blosser Verlaufsberichte
(Urk. 13/38, 13/39, 13/46, 13/48).
Zeitlicher Referenzzeitpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung ist daher die Verfügung vom
2.
August 2013, mit welcher die
Rentenzusprache
erfolgte
und letztmalig
eine
umfassende Prüfung der gesundheitlichen und erwerblichen Situation der Beschwerdeführerin
durchgeführt wurde
(E. 1.2).
Die mit Verfügung vom 2. August 2013 (Urk. 13/27)
erfolgte
Zusprache
einer
Viertelsrente
erging im Wesentlichen gestützt auf die nachfolgenden Berichte:
3.1.1
Im Bericht vom 31. Mai 2012 (Urk. 13/
1/2-7) hielten die Ärzte der Nephrologie des
A._
folgende Diagnosen fest:
-
Pneumokokken-Pneumonie mit Bakteriämie und beidseitigem Empyem
-
IgA
-Neph
ropathie mit
extrakapill
är
prol
i
ferativer
Glomerulonephritis
mit
nephrotischem
Syndrom und schwerer Niereninsuffizienz
-
Pulmonale Drucksteigerung und Dilatation des
Pu
lmonalis
-Haupt
stammes unklarer Ä
tiologie
-
Heterozygote
Hämo
g
lobinopathie
E und heterozygote alpha-
Thalassämie
minor
-
Status nach pulmonaler Tuberkulose
-
Arterielle Hypertonie
Die Beschwerdeführerin sei notfallmässig mit Fieber, Dyspnoe, blutig ti
n
giertem Auswurf und
seit drei Tagen beidseitigen
Flankenschmerzen vorstellig geworden. Im Rahmen des septischen Zustandsbildes sei es
zu intermittierendem
tachykardem
Vorhofflimmern gekommen, weshalb
die Beschwerdeführerin
Beloc
Zok
zur Frequenzkontrolle erhalten habe. Nachdem ein Empyem links festgestellt worden sei, sei eine
Thoraxdrainage
eingelegt worden. Vier Tage später habe auch auf der rechten Seite eine Drainage eingelegt werden müssen und linksseitig sei bei ungenügendem Erfolg der Drainage bei
septiertem
Empyem die
Empyemaus
räumung
und Dekortikation durch die
Thoraxchirurgen
durchgeführt worden.
Im Verlauf seien sämtliche Drainagen entfernt worden. Aufgrund der Sepsis sei es zudem zum
anurischen
Nierenversagen bei vorbestehender schwerer Nieren
insuffizienz gekommen. Bis zum Austritt sei die Beschwerdeführerin
oligurisch
und dialysepflichtig geblieben. Das Sputum und die
Pleurapunktate
hätten
sich in der Mikroskopie und der Kultur wiederholt negativ auf Tuberkulosebakterien
gezeigt
, weshalb eine Reaktivierung der Tuberkulose unwahrscheinlich sei. Die Beschwerdeführer
in
habe schliesslich in die ambulante Betreuung entlassen werden können (Urk. 13/1/3).
3.1.2
Mit Verlaufsbericht vom 2. Oktober 2012 bestätigten
der l
eitende Arzt
Prof.
Dr.
med.
B._
, Facharzt Allgemeine Innere Medizin, Nephrologie und
Angiologie
, sowie Assistenzarzt
Dr.
med.
C._
, Facharzt Allgemeine Innere Medizin und Nephrologie, des
A._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 13/15/1):
-
Dialysepflichtige Niereninsuffizienz
-
Status nach pulmonaler Tuberkulose ED 19.07.2011
-
Pneumokokken-Pneumonie mit Bakteriämie und beidseitigem Empyem
-
Pulmonale Drucksteigerung und Dilatation des
Pul
monalis
-Haupt
stammes unklarer Ä
tiologie
sowie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 13/15/2):
-
Heterozygote
Hämoglobinopathie
E und heterozygote alpha-
Thalassämie
minor
-
Arterielle Hypertonie
Die Beschwerdeführer
in
stehe
drei Mal
wöchentlich je vier
Stunden in
Hämo
dialyse
behandlungen
. Ohne die Dialysebehandlung sei ein Überleben nicht möglich. Die Prognose beziehungsweise das Langzeit-Überleben könne durch eine allfällige Nierentransplantation verbessert werden. Aufgrund der Dialyse
behandlung sei die Beschwerdeführerin
seit dem 30. April 2012 zu
60 % arbeits
unfähig. Wegen der Niereninsuffizienz sei des Weiteren von einer verminderten körperlichen Belastbarkeit auszugehen
(Urk. 13/15/3)
.
Mit weiterem Verlaufsbe
richt vom 25. Februar 2013 erklärten die Ärzte des
A._
,
der Allgemeinzustand der Beschwerdeführerin sei gut, sie sei jedoch rasch ermüdbar. Die Listung für die Nierentransplantation sei erfolgt. Bis zur Transplantation
bleibe
di
e Beschwerde
führerin dialysepflichtig
(Urk. 13/18/2).
Die Beschwerdeführerin sei bis
dahin
zu
maximal 50 % arbeitsfähig, wobei ihr keine langen Arbeitszeiten und keine schweren körperlichen Arbeiten zumutbar seien (Urk. 13/18/3).
3.2
Im vorliegenden Revisionsverfahren sind folgende relevante medizinische
n
Unterlagen aktenkundig:
3.2.1
Gemäss
Operationsbericht
vom 27. Dezember 2017
des
A._
, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie,
musste sich die Beschwerdeführerin
bei
einer per
sistierende
n
fibrinösen Peritonitis
einer Re-Laparotomie unterziehen, nach
dem sie sich am 22. Dezember 2017 bei
freier
Sigmaperforation
mit kotiger 4-Quadranten-Peritonitis eine
r
Diskontinuitäts-
Sigmaresektion
mit endständigem
Descendostoma
hatte
unterziehen
müssen
(Urk. 13/56/9).
3.2.2
Mit Austrittsbericht vom 2. Februar 2018 berichteten Prof.
Dr.
med.
D._
, Facharzt Allgemeinchirurgie und Traumatologie sowie
Viszeralchirurgie
, Leitender Arzt
,
sowie
Dr. med.
E._
, Facharzt Chirurgie
, Ober
arzt
, des
A._
, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie
,
vom stationä
ren Aufenthalt der Beschwerdeführer vom 26. Januar bis 2. Februar 201
8.
Die Ärzte führten folgende Diagnosen auf
(Urk. 13/56/1-3)
:
-
Wundinfekt im Rahmen der Diagnose 2
-
Freie
Sigmaperforation
mit kotiger 4-Quadranten Peritonitis
(Diagnose 2)
-
Akutes Lungenödem mit respiratorischer Insuffizienz und Hypoxämie bei
dialysepflichter
Niereninsuffizienz am 7. Januar 2018
-
Hypertensive
und arrhythmische Kardiopathie
-
Dialysepflichtige Niereninsuffizienz bei
IgA
-Nephropathie
-
Lymphadenopathie
zervikal links
-
Status nach pulmonaler Tuberkulose
-
Status nach Pneumokokken-Pneumonie mit Bakteriämie und beidsei
ti
gem Empyem
-
Heterozygote
Hämoglobinopathie
E und heterozygote alpha-
Thalassämie
minor
Die Untersuchung
habe
bei
einem
Status nach
Débridement
und Spülen der Wunde entlang der
Laparatomienarbe
bei bekanntem Wundinfekt Gaseinschlüsse subkutan sowie in der Bauchwand und
eine
teils knotige
Imbibierung
des an
grenzenden subkutanen Fettgewebes
gezeigt
. Zur weiteren Behandlung des Wundinfektes sei schliesslich ein VAC-Verband angelegt worden. Die anti
biotische Behandlung sei nach Rücksprache mit den Ärzten der
Infektiologie
angepasst worden, worunter sich die laborchemischen Entzündungswerte
regredient
gezeigt hätten. Die Beschwerdeführerin sei schliesslich in gutem All
gemeinzustand nach Hause entlassen worden (Urk. 13/56/3).
3.2.3
Am
12. März 2018 berichtete
Dr.
med.
F._
, Facharzt Allgemeine Innere Medizin und Nephrologi
e,
G._
,
bei einer elektiven
Coloskopie
am 19. Dezember 2017 sei eine iatrogene
Sigmaperforation
entdeckt worden. Die daraus resultierte kotige 4-Quadranten-Peritonitis sei notfallmässig mittels
Sigmaresektion
und
Anlage einer
endständigen
Descendostomie
(Hart
mann-O
peration) operiert worden. Seit
dem sei die Beschwerdeführer 100 % arbeitsunfähig und bedürfe einer regelmässigen ambulanten professionellen
Stomapflege
bei erhöhter Infektanfälligkeit (Urk. 13/57/1).
3.2.4
Wie dem Austrittsbericht vom 12. April 2018
der behandelnden Ärzte des
A._
, Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie,
entnommen werden kann, erlitt die Beschwerdeführerin nach der
Si
g
maperforation
mit kotiger 4-Quadran
ten-Peritonitis
und mehreren Laparotomien
einen fistulierenden Weichtei
labszess am kranialen Narbenpol
, nachdem sich bereits im Januar 2018 ein Wundinfekt gebildet hatte.
Die Beschwerdeführerin
sei
zur Beha
ndlung vom
9.
bis 12. April 2018
hospitalisiert
worden
(Urk. 13/68/10).
Postoperativ habe sich ein un
auf
fälliger Verlauf gezeigt und am 12. April 2018 habe eine gute Granulationsten
denz der Wunde festgestellt werden können, weshalb die Beschwerdeführerin gleichentags in gutem Allgemeinzustand nach Hause
habe
entlassen werden können (Urk. 13/68/12).
3.2.5
Mit Verlaufsbericht vom 3. August 2018 bestätigte Dr.
F._
, dass die Beschwer
deführerin weiterhin 100 % arbeitsunfähig sei (Urk. 13/68/1). Die Prognose
könne
sich
durch eine
Nierentransplantation verbesse
r
n. Die Stoma
-
Rückverlegung sei auf Ende des Jahres 2018 geplant (Urk. 13/68/2).
Am 17. Dezember 2018 attestierte
Dr.
F._
auch für eine angepasste Tätigkeit
weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Mit der Stoma
-
Rückverlegung sei eine Erhöhung der Arbeits
fähigkeit möglich, eine endgültige Beurteilung sei
jedoch
erst postoperativ möglich (Urk. 13/76).
3.2.6
Die Beschwerdeführer
in
unterzog sich
gemäss Austrittsbericht vom 19. Februar 2019
am 14. Januar 2019
in der
Klinik für Viszeral- und Transplantations
chirurgie
des
A._
einer Kontinuitätswiederherstellung (
Descendo-Rektostomie
)
der
Ileostomaanl
a
ge
(Urk. 13/81/4-5).
Gemäss Bericht habe d
er Eingriff komplika
tions
los durchgeführt werden können. Am 17. Januar 2019 sei es jedoch zu einem Anstieg der
Infektparameter
gekommen, die Beschwerdeführerin habe zunächst
zwar
keine Schmerzen gehabt.
Nach zunehmender
Verschlechterung des Allgemeinzustandes und
mit CT bestätigtem subkutanem
Hämatom sei eine Revisionslaparotomie durchgeführt worden. Dabei
habe
sich eine ventrale Insuf
fizienz der
Descendo-Rektostomie
sowie ein grosses subkutanes Hämatom
gezeigt
.
Perioperativ
sei eine antibiotische Therapie mit
Tazobactam
initiiert wor
den. Am 21. Januar 2019 habe die Beschwerdeführerin erneut über abdominelle Schmerzen geklagt. Bei
druckdolentem
Abdomen, vermehrter VAC-Fördermenge und einer
Fasziendehiszenz
sei eine erneute explorative Laparo
tomie mit
Lavage
und Anlage eines Abdominalen-VACs erfolgt. Nach weiteren Abklärungen in
B
ezug auf die Blutungsneigung sei
am 31.
Januar 2019 bei sauberen abdo
minellen Verhältnissen der
Faszienverschluss
erfolg
t
und ein subkutaner VAC-Verband angelegt worden. Am 19. Februar 2019 sei die Beschwerdeführerin in gutem Allgemeinzustand mit einliegendem subkutane
m
VAC-Verband nach Hause entlassen worden (Urk. 13/81/7).
3.2.7
Am 27. Februar 2019
sei
die Beschwerdeführerin notfallmässig ins
A._
einge
wiesen
worden
, nachdem durch das
G._
ein Verdacht auf Sepsis bei Zustand nach Anlage eines protektiven
Ileostomas
im Januar 2019 festgestellt worden war. Bildgebend
habe
mittels CT-
Thorax und Abdomen neu eine retroperitoneale,
abszessverdächtige
Raumforderung links mit weichteil
dichter Verbindung zum Colon
descendens
und mögliche
m
Trakt festgestellt wer
den
können
.
Erfolgreich sei
CT-gesteuert eine 10F-Drainage in die
Abszess
kollektion
retroperitoneal links eingelegt worden, ohne unmittelbare
peri
- oder
postinterventionelle
Komplikationen. Danach sei die Beschwerdeführerin anti
biotisch therapiert worden (Urk. 13/81/11).
Mit Bericht
vom 2
7.
März 2019 des
A._
wurde bestätigt, dass
auch eine angepasste Arbeitstätigkeit bis zur Wund
heilung ausgeschlossen
sei
. Ob weitere medizinische Massnahmen die Arbeits
fähigkeit verbessern könnten, sei noch nicht beurteilbar (Urk. 13/81/1-2).
Gemäss Bericht vom 4. April 2019
des
A._
habe sich die Beschwerdeführerin bei
der
Verlaufskontrolle
vom selben Tag
zufrieden gezeigt und aktuell keine Schmerzen angegeben.
Inspektorisch
habe sich eine reizlose Operationsnarbe mit Fäden in
s
itu gezeigt. Die ehemalige
Wunddehiszenz
sei
ohne perifokale Rötungen, Schwellungen oder Entzündungszeichen
praktisch verheilt
. Das Stoma sei rosig und reizlos in situ. Bei Palpation
habe
sich die Bauchdecke weich und indolent
gezeigt
. Betreffend die
Ileostoma
-Rückverlegung habe die Beschwerde
führerin zeitnah keine Operation gewünscht, da sie sich zuerst von der letzten Operation erholen
wolle
(Urk. 13/85/2-3).
3.2.8
Mit Stellungnahme vom 6. August 2019 hielt RAD-Arzt
Dr.
med.
H._
, Facharzt Innere Medizin, eine Wundheilungsstörung nach
Sigmaperfo
ration
(iatrogen) bei Koloskopie sowie eine
Sigmaresektion
mit weiterem kompli
kationsreichem Verlauf als Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest. Sodann führte
Dr.
H._
aus, eine
Stomarückv
erlegung
sei noch nicht möglich.
A
m 14. Januar 2019 sei
en
jedoch eine Kontinuitäts
wiederherstellung
der
Ileostomaanlage
und in der Folgezeit zahlreiche Re-Laparotomien bei Komplikationen durchgeführt worden. Aktuell sei die Ope
rationsnarbe reizlos, die ehemalige
Wundd
ehiszenz
ohne perifokale Rötung,
das Stoma rosig und reizlos in situ.
Die Beschwerdeführerin sei zudem aufgrund einer Niereninsuffizienz nach
anurischem
Nierenversagen im April 2012 dialysepflich
tig. Das Belastungsprofil
entspreche einer körperlich leichten Tätigkeit an einem ruhigen Arbeitsplatz. Die Beschwerdeführerin sollte wegen des Stoma keine Gewichte heben und der Dialyse-
Shuntarm
müsse geschützt werden, weshalb eine überwiegend sitzende Tätigkeit empfohlen werde. In der bisherigen Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin seit der Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit schweren Komplikationen
ab
Dezember 2017 arbeitsunfähig
gewesen
. Seit der letzten Kontrolle
am 4. April 2019
im
A._
bestehe hingegen eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in
einer angepassten Tätigkeit. D
ie Einschränkung
en
würden sich
überwiegend wegen der dialysepflichten Niereninsuffizienz
ergeben
. Die Behand
lung der Beschwerdeführerin sei jedoch adäquat
(Urk. 13/92/7).
3.3
Im Beschwerdeverfahren reichte die Beschwerdeführerin
weitere Berichte ein. Mit Sp
rechstundenbericht
vom 4. Dezember 2019
hielt
Dr. med.
I._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungs
apparates,
neben den bekannten Diagnosen eine Insuffizienz-Fraktur Os
metatarsale
III
im Schaft links (ED 30.11.2019) sowie
einen Status nach sub
kapitaler Fraktur Os
metatarale
IV rechts (ED 13.08.2019) bei Differenzialdiagnose Spontanfraktur bei Osteoporose
fest
. Des Weiteren geht aus dem Bericht hervor, dass die Beschwerdeführerin am 17. Juni 2019 einen thrombotischen
Shuntver
schluss
mit
frustranem
Rekanalisationsversuch
erlitten hatte. Gleichentags sei eine
Permacath
-Anlage V.
jugularis
rechts angelegt worden. Bildgebend seien mittels Röntgen vom 1
3.
November 2019 keine Hinweise auf frische
ossäre
Läsionen festg
estellt worden. Das MRI vom 30.
November 2019 habe jedoch eine Insuffizienzfraktur Os
metatarsale
III mit Querfraktur im distalen Schaftdrittel und Dislokation des distalen Fragmentes um
Kortikalisbreite
nach lateral gezeigt. Wie bereits
bei der Behandlung
im August 2019 sei die Beschwerdeführerin mit einem OSG-
Wrap
mit harter Sohle behandelt worden (
Urk.
9)
.
Dr.
F._
attestierte der Beschwerdeführerin mit Arztzeugnis vom 12. Dezember 2019 rückwirkend ab dem
1.
Juli 2019 bis auf weiteres
in Folge Krankheit
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(
Urk.
3/2).
Am 12. Januar 2020 wurde die Beschwerdeführerin wegen einer
Hyperkaliämie
unklarer Ätiologie
für drei Tage im
A._
hospitalisiert
(Urk. 6/1 S. 1)
.
Klinisch habe sich eine schlaffe
Te
traparese
zu C4
mit intakter Spitz-Stumpf
diskriminierung und Kälteempfinden
gezeigt
.
Die Ursache für die neurologischen Symptome
sei die
Hyperkaliämie
, weshalb ein Kalium
Shift
vorgenommen wor
den sei. Das Kalium habe sich danach
regredient
gezeigt und es habe ein normaler Sinusrhythmus herbeigeführt werden können. Die
Tetraparese
habe
sich nach Aufnahme auf die Intensivstation
verbessert
. Dabei sei jedoch ein
tachykardes
Vorhofflimmern dokumentiert worden, das nach Gabe von 300 mg
Cordarone
in
einen Sinusrhythmus habe konvertiert werden können. Ursächlich für das Vor
hofflimmern sei die Elektrolytverschiebung
gewesen
. Nach mehreren Dialysen sei das Kalium schliesslich normwertig gewesen.
Hinweise auf eine Epilepsie
würden
nicht
bestehen
(Urk. 6/1 S. 2-3).
4.
4.1
Die erstmalige
Rentenzusprache
mit V
erfügung vom 2. August 2013 (Urk. 13/27) st
ützte sich insbesondere auf die Berichte der behandelnden Ärzte.
Diese
attestierten der Beschwerdeführerin
aufgrund der dialysepflichtigen Nieren
in
suffizienz und
des
erhöhte
n
Pausenbedarf
s
eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (E. 3.1.2).
Die Beschwerdegegnerin ermittelte mittels Einkommensvergleich ein
en
Invaliditätsgrad von 40 %, weshalb der Beschwerdeführerin eine
Viertelsrente
ausgerichtet wurde (vgl. Urk. 13/20/4).
4.2
Die Beschwerdegegnerin erachtete in der angefochtenen Verfügung vom
12. No
vember 2019 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes aufgrund der Berichte der behandelnden Ärzte als ausgewiesen. Aufgrund der seit Dezember 2017 attestierten 100%igen Arbeitsunfähigkeit bestehe eine Erwerbseinbusse und ein IV-Grad von 100 %, weshalb die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe (Urk. 2). Dies steht im Einklang mit der Aktenlage, wonach die Beschwerdeführerin sich aufgrund einer persistierenden fibrinösen Peritonitis und einer freien
Sigmaperforation
mit kotiger 4-Quadranten-Peritonitis eine
r
Diskontinuitäts-
Sigmaresektion
mit endständigem
Descen
dostoma
unterziehen musste (E.
3.2.1). Der weitere V
erlauf
gestaltete
sich komplikationsreich, was de
nn
auch
von
RAD-Arzt Dr.
H._
(E.
3.2.8) bestätigt wurde.
Die Beschwerdeführerin wurde mehrfach hospitalisiert und war insbeson
dere aufgrund
der
Wundheilungsstörung
und der dialysepflichtigen Nieren
in
suffizienz nicht mehr arbeitsfähig (vgl. E. 3.2.1-3.2.6).
Die Beschwerdegegnerin bejahte daher zu Recht das Vorliegen eines Revisionsgrundes, weshalb der Rentenanspruch ohne Bindung an frühere Beurteilu
ngen zu prüfen ist (E. 1.2). Aus
gehend von den Berichten der behandelnden Ärzte lag mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine wesentliche Verschlechterung des somatischen Gesund
heitszustandes der Beschwerdeführerin ab Dezember 2017 vor (E. 3.2.1).
Ab die
sem Zeitpunkt
war die Beschwerdeführerin auch in einer angepassten Tätigkeit 100 % arbeitsunfähig
(E. 3.2.8)
. In Anwendung von Art.
88a Abs. 2
IVV hat die Beschwerdeführerin mit Wirkung ab
1.
März 2018
Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung
(E. 1.3)
.
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin
setzte
sodann die zugesprochene ganze Rente
per 1. Juli 2019 auf eine
Viertelsrente
herab in der Annahme, der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich per April 2019 wesentlich verbessert
. Entsprechend ist zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Ver
gleich zum Referenzzeitpunkt der Rentenerhöhung erheblich verbessert hat.
5.2
Was die von der Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren eingereichten Berichte der
J._
(Urk. 9) sowie des
A._
, Klinik für Nephrologie (Urk. 6/1), und das Arztzeugnis des
G._
(Urk. 3/2) betrifft, ist festzuhalten, dass für die richterliche Beurteilung eines Fal
les grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit der angefochtenen Verwaltungsverfügung – hier am 12. November 2019 (Urk. 2) – massgebend sind (BGE 121 V 362 E. 1b mit Hinweisen). Tatsachen, die sich erst später ver
wirklichen, sind insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeit
punkt des Verfügungserlasses zu beeinflussen (BGE 121 V 362 E. 1b; für viele etwa
:
Bundesgerichtsurteil 8C_279/2015 vom 2
7.
August 2015 E. 3.2.1 mit Hin
weisen).
Die Beschwerdegegnerin erachtete in ihrem Entscheid eine Verbesserung der gesundheitlichen Situation der Beschwerdeführerin ab April 2019 als erstellt.
Sie stützte sich
dabei im Wesentlichen auf die Beurteilung von RAD-Arzt
Dr.
H._
(
Urk.
2 S. 4). Zwar erweist sich dessen Einschätzung, wonach die Arbeitsfähigkeit seit April 2019 im Wesentlichen noch durch die dialysepflichtige Nieren
insuffizienz eingeschränkt gewesen sei (E. 3.2.8), als insoweit mit der Aktenlage überstimmend, als im Bericht des
A._
vom
4.
April 2019 über eine erfolgreiche Wundheilung berichtet worden war, ohne welche noch im Bericht vom 2
7.
März 2019 eine Arbeitsfähigkeit auch in angepasster Tätigkeit als gänzlich ausge
schlossen erachtet wurde (E. 3.2.7). Ob es sich aber angesichts des komplikations
reichem Verlaufs mit mehreren operativen Eingriff noch im Januar und Februar 2019 bei offensichtlich labilem Gesamtzustand der Beschwerdeführerin recht
fertigt, allein gestützt auf die vom
A._
am
4.
April 2019 bestätigte Wundheilung ab April 2019 von einer wesentlichen Verbesserung des Gesundheitszustandes auszugehen, welche in der Folge zumindest drei Monate andauerte (
Art.
88a
Abs.
1 IVV), erscheint fraglich.
Aus den im Beschwerdeverfahren eingereichten Unterlagen geht hervor, dass
es bereits am 17. J
uni
2019 zu
einer weiteren Komplikation,
einem thrombotischen
Shuntverschluss
mit
frustranem
Rekanalisationsversuch
am linken Unterarm
,
kam. Der Beschwerdeführerin wurde gleichentags eine
Permacath
-Anlage V.
jugularis
rechts eingesetzt. Sodann erlitt
sie
eine subkapitale Fraktur
der
Os
metatarsale
IV rechts
bei
differenzialdiagnostisch
er Osteoporose
. Die Erstdiagnose
bezüglich dieser Fraktur
erfolgte
zwar
erst am 13. August 2019;
aus dem Bericht von
Dr.
I._
geht aber
nicht hervor, wann die Beschwerdeführerin diesbezüglich erstmals vorstellig wurde
und die Fraktur erlitten hat
. Des Weiteren erlitt die Beschwerdeführerin im November 2019 erneut eine Insuffizienz-Fraktur der
Os
metatarsale
III im Schaft links, aufgrund welcher
am 13. November 2019, mithin um den Verfügungs
zeitpunkt, erstmals ein Rön
tgenbild angefertigt
wurde (E. 3.3)
.
Weder lassen die Akten einen abschliessenden Schluss darauf zu, wann diese Frakturen eingetreten sind, noch ob sie einen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung hatten (zeit
liche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis:
BGE 132 V 215 E. 3.1.
). Sodann lässt sich nicht abschliessend feststellen, inwieweit die zumindest bis
4.
April 2019 nicht erfolgte
Ileostoma
-Rückverlegung (E. 3.2.7) den Gesundheits
zustand der Beschwerdeführerin und deren Leistungsfähigkeit beeinflusste.
So führte
Dr.
F._
im August 2018 noch aus, dass mit der Stoma-Rückverlegung eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit
, welche er dannzumal mit 0
% beurteilte, möglich sei (E. 3.2.5)
. Mithin ist
nicht nur
fraglich, ob
sich der Gesundheits
zustand der Beschwerdeführerin
ab April 2019 massgeblich verbessert, sondern auch, ob er sich
noch
vor Erlass der angefochtenen Verfügung wieder verschlechtert hat. Des Weiteren ist abzuklären, inwiefern die Beschwerdeführerin
unter Berücksichtigung sämtlicher Komorbiditäten
in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist.
Ob eine über drei Monate andauernde Verbesserung des
Gesundheitszustand
es
ab
April 2019
eingetreten ist
,
kann
nach dem
G
esagten
nicht
abschliessend beurteilt werden
.
D
ie Herabsetzung der Rente auf eine
Viertelsrente
lässt sich damit gestützt auf die Akten nicht bestätigen
und es sind weitere Abklärungen
in den Bereichen Orthopädie und Nephrologie zu tätigen
(E. 1.5)
.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, als die angefochtene Verfügung vom 1
2.
N
ovember 2019 (Urk. 2) insoweit aufzuheben ist
, als
sie
ab dem
1.
Juli 2019
den
Anspruch
auf eine
die
Vie
rtelsrente
über
steigende Rente
verneint
und es
ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zur ergänzenden medizinischen Abklärung im Sinne der Erwägungen und zu neuem Entscheid über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin ab Juli 2019 zurück
zuweisen.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr. 700.-- anzusetzen.
A
usgangsgemäss sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.