Decision ID: dcc5d2db-b394-45b2-a423-e4d6a78ef0d1
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 24.02.2012 Art. 14 Abs. 1 lit. a ELG. Übernahme zahnärztlicher Behandlungskosten. Würdigung von voneinander abweichenden zahnärztlichen Einschätzungen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. Februar 2012, EL 2011/33).Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Monika Gehrer-Hug, Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Tobias BoltEntscheid vom 24. Februar 2012in SachenA._,Beschwerdeführer,vertreten durch Gallus Gmür, Tutilostrasse 11 B, 9011 St. Gallen,gegenSozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,Beschwerdegegnerin,betreffendErgänzungsleistung zur IV (Vergütung von Krankheitskosten)Sachverhalt:
A.
A._ bezieht seit Jahren Ergänzungsleistungen (EL) zu einer Rente der
Invalidenversicherung. In den Jahren 2003–2010 wurden ihm gemäss den Verfügungen
vom 13. Februar 2003, vom 21. April 2005, vom 18. August 2005, vom 13. Dezember
2007, vom 29. Januar 2009 und vom 17. Juni 2010 (bei den EL-Akten) Zahnarztkosten
von insgesamt Fr. 18’087.-- vergütet.
B.
B.a Am 17. Januar 2011 liess der Versicherte eine Kostenschätzung von
Dr. med. dent. B._ vom 10. Januar 2011 über Fr. 3’011.25 einreichen (EL-act. 21).
B.b Mit Schreiben vom 14. Februar 2011 forderte die EL-Durchführungsstelle den
Versicherten auf, ein Formular „Sozialzahnmedizin“ ausfüllen zu lassen (EL-act. 18).
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Das ausgefüllte Formular wurde am 25. Februar 2011 von Dr. B._ retourniert. Aus
seinen Angaben geht hervor, dass der Versicherte an einer generalisierten Parodontitis
und kariösen Läsionen an zwei Zähnen litt und aufgrund dessen eine Sanierung mit
Kompositfüllungen und Zahnsteinentfernung geplant war; weitere parodontale
Recallbehandlungen würden anschliessend notwendig sein (EL-act. 17).
B.c Auf Anfrage der EL-Durchführungsstelle hin (EL-act. 16) teilte Dr. med. dent. C._
am 18. März 2011 mit, die Behandlung könne in dieser Form nicht bewilligt werden, da
sie weder wirtschaftlich noch einfach sei. Dem behandelnden Zahnarzt sei zu
empfehlen, die Behandlungsempfehlungen der Vereinigung der Kantonszahnärzte der
Schweiz (VKZS) betreffend Dentalhygiene und parodontale Behandlung zu studieren
(EL-act. 12).
B.d Am 31. März 2011 ersuchte der Versicherte um Rückvergütung der „im
Einverständnis mit der SVA“ zwischenzeitlich durchgeführten Behandlung, deren
Kosten sich gemäss Rechnung vom 25. März 2011 auf Fr. 2’974.40 belaufen hatten
(Behandlungszeitraum 1. Januar bis 8. März 2011; EL-act. 11).
B.e Am 8. April 2011 teilte die EL-Durchführungsstelle dem Versicherten unter
Bezugnahme auf den Kostenvoranschlag vom 10. Januar 2011 mit, dass die Kosten
nicht übernommen werden könnten. Er solle den behandelnden Zahnarzt bitten, einen
neuen Kostenvoranschlag unter Berücksichtigung der Behandlungsempfehlungen der
VKZS betreffend Dentalhygiene und parodontale Behandlung zu erstellen (EL-act. 10).
B.f Am 26. April 2011 stellte Dr. B._ der EL-Durchführungsstelle eine neue
Kostenschätzung über Fr. 2’362.20 zu (EL-act. 8).
B.g Mit Verfügung vom 20. Mai 2011 wies die EL-Durchführungsstelle das Gesuch um
Kostenübernahme gemäss Rechnung vom 25. März 2011 ab (EL-act. 7).
C.
C.a Dagegen erhob der Versicherte am 26. Mai 2011 Einsprache. Die Rechnung vom
25. März 2011 sei nicht gewürdigt worden; sie entspreche nicht dem
Kostenvoranschlag vom 10. Januar 2011 (EL-act. 5).
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C.b Auf erneute Anfrage der EL-Durchführungsstelle hin (EL-act. 3) teilte Dr. C._ am
19. Juli 2011 mit, auch der Kostenvoranschlag vom 26. April 2011 entspreche nicht
den Richtlinien der VKZS, da die Behandlung weder einfach noch zweckmässig sei.
Eine Parodontalbehandlung solle konservativ durchgeführt werden; das Kostendach für
die Initialtherapie liege bei Fr. 500.--. Die Kontrollphase daure minimal 18 Monate, mit
einem Kostendach von Fr. 120.-- pro Recall. Gemäss Rechnung vom 25. März 2011
seien dem Versicherten am 7. März 2011 zehn Infiltrationsanästhesien verabreicht
worden; pro Quadrant sei aber nur eine Anästhesie erlaubt. Es sei unverständlich, dass
eine solche Menge Anästhetikum verwendet worden sei. Am Folgetag sei dieselbe
Behandlung nochmals durchgeführt worden, was ebenfalls unverständlich sei. Die
konservative Behandlung könne übernommen werden, wenn für die dreiflächige
Kompositfüllung 62 statt 72 Taxpunkte veranschlagt würden, was einem
Rechnungsbetrag von Fr. 666.50 entspräche. Die Parodontalbehandlung dürfe das
Kostendach von Fr. 700.-- nicht übersteigen (EL-act. 2).
C.c Am 7. Oktober 2011 stellte die EL-Durchführungsstelle dem Versicherten eine
Kopie der Einschätzung von Dr. C._ zur Kenntnisnahme und allfälligen
Stellungnahme zu (EL-act. 26).
C.d Am 24. Oktober 2011 nahm Dr. B._ Stellung zur Einschätzung von Dr. C._:
Sämtliche Kostenrechnungen der letzten Behandlungen der vergangenen Jahre seien
im gleichen Rahmen genehmigt worden. Der Vorwurf von Dr. C._, die Behandlung sei
nicht zweckmässig, könne deshalb nicht nachvollzogen werden. Selbstverständlich sei
auch keine Behandlung doppelt durchgeführt worden; die parodontologische Therapie
sei zunächst im Oberkiefer und im Anschluss innerhalb von 24 Stunden im Unterkiefer
durchgeführt worden (EL-act. 28). Der Versicherte liess der EL-Durchführungsstelle die
Stellungnahme von Dr. B._ mit Schreiben vom 28. Oktober 2011 zugehen (EL-
act. 29).
C.e Am 9. November 2011 fragte die EL-Durchführungsstelle Dr. C._ an, ob gemäss
seiner Einschätzung vom 19. Juli 2011 ein Betrag von Fr. 1’066.40 vergütet werden
könne (EL-act. 31).
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C.f Am 12. November 2011 antwortete Dr. C._, für die Parodontalbehandlung
(inklusive des ersten Recalls) könne ein Betrag von Fr. 620.-- vergütet werden. Die zwei
Kompositfüllungen seien sodann ebenfalls berechtigt. Die erste Füllung (inklusive
Ätzung und Haftvermittler) sei mit 72 Taxpunktwerten zu berechnen, die zweite Füllung
in der gleichen Sitzung mit 59 Taxpunktwerten. Das entspreche einem
Rechnungsbetrag von Fr. 406.10; zwei Füllungen in einer Sitzung seien normal
durchführbar (EL-act. 32).
C.g Mit Entscheid vom 15. November 2011 hiess die EL-Durchführungsstelle die
Einsprache insofern gut, als dem Versicherten ein Betrag von Fr. 1’026.10
zugesprochen wurde (EL-act. 33).
D.
D.a Mit Schreiben vom 21. November 2011 wandte sich der Beistand des
Versicherten an den Direktor der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen. Es
gehe nicht an, dass die EL-Durchführungsstelle ihre Meinungsverschiedenheit mit dem
behandelnden Zahnarzt auf dem Buckel des Versicherten austrage, dessen
monatliches Einkommen von Fr. 2’894.-- kaum das Existenzminimum decke. Zudem
sei in einem Schreiben der EL-Durchführungsstelle vom 17. Februar 2010 der Passus
enthalten gewesen, bei einer Behandlung unter Fr. 3’000.-- sei vorläufig keine
Genehmigung der EL-Durchführungsstelle erforderlich; die Vergütung könne aber nur
dann erfolgen, wenn zum Zeitpunkt der Zahnbehandlung ein Anspruch auf eine
jährliche Ergänzungsleistung bestehe. Da der Versicherte Anspruch auf eine jährliche
Ergänzungsleistung habe und die Behandlung weniger als Fr. 3’000.-- gekostet habe,
sei nicht einzusehen, weshalb die Kosten nicht ersetzt würden. Abschliessend ersuchte
der Versicherte um eine zusätzliche Überweisung von Fr. 1’300.-- bzw. um eine
gütliche Erledigung der Angelegenheit in diesem Sinne (EL-act. 34).
D.b Am 7. Dezember 2011 teilte der Direktor der Sozialversicherungsanstalt des
Kantons St. Gallen dem Versicherten mit, um die administrativen Aufwände gering zu
halten, würden dem prüfenden Vertrauenszahnarzt in der Regel nur
Kostenvoranschläge von erheblicher finanzieller Tragweite unterbreitet. Die Grenze sei
bei Fr. 3’000.-- festgelegt worden. Nachdem bezüglich der zur Diskussion stehenden
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Behandlung eine Stellungnahme von Dr. C._ eingeholt worden sei, sei die EL-
Durchführungsstelle verpflichtet, sich an dessen Einschätzung zu halten. Eine
zusätzliche Rückvergütung sei daher nicht möglich (EL-act. 35).
E.
E.a Gegen den Einspracheentscheid vom 15. November 2011 richtet sich die in der
Folge am 12. Dezember 2011 erhobene Beschwerde, mit der die Rückvergütung der
gesamten Behandlungskosten von Fr. 2’974.40 beantragt und zur Begründung im
Wesentlichen ausgeführt wird, entscheidend sei nicht der Kostenvoranschlag, sondern
die definitive Rechnung, deren Betrag unterhalb von Fr. 3’000.-- liege, was bedeute,
dass angesichts der Auskunft vom 17. Februar 2010 und der Tatsache, dass der
Beschwerdeführer Bezüger einer jährlichen Ergänzungsleistung sei, die
Beschwerdegegnerin verpflichtet sei, die Behandlungskosten vollständig zu
übernehmen. Überdies sei Dr. C._ offensichtlich befangen; sodann habe er seine
Beurteilung auch abgegeben, ohne den Beschwerdeführer persönlich zu untersuchen
(act. G 1).
E.b Die Beschwerdegegnerin schliesst unter Verweis auf den angefochtenen
Einspracheentscheid auf Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
E.c Der Beschwerdeführer verzichtete auf eine Replik.

Erwägungen:
1.
Gemäss Art. 14 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG; SR 831.30) vergüten die
Kantone den Bezügern einer jährlichen Ergänzungsleistung ausgewiesene, im
laufenden Jahr entstandene Kosten für zahnärztliche Behandlung. Dieser Anspruch
beschränkt sich im Kanton St. Gallen gemäss Art. 4 Abs. 1 des St. Galler
Ergänzungsleistungsgesetzes (ELG SG; sGS 351.5) auf die im Rahmen einer
wirtschaftlichen und zweckmässigen Leistungserbringung erforderlichen Ausgaben,
soweit diese nicht Versicherer oder Dritte decken, wobei die Regelung der Einzelheiten
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der Regierung übertragen wurde (Art. 4 Abs. 5 ELG SG). Diese hat in Art. 4 Abs. 5
ihrer Verordnung über die Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten bei den
Ergänzungsleistungen (ELKV; sGS 351.53) festgelegt, dass in Fällen, in denen die
Kosten einer Zahnbehandlung einschliesslich Labor voraussichtlich höher als
Fr. 3’000.-- liegen, der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen als EL-
Durchführungsstelle vor der Behandlung ein Kostenvoranschlag einzureichen ist. Bei
der genannten Verordnungsbestimmung handelt es sich in erster Linie um eine
Verfahrensvorschrift (die allerdings materielle Folgen zeitigen kann). Sie bezweckt, die
Verwaltung von der ihr an sich obliegenden Pflicht zur eingehenden Prüfung jedes
Gesuchs in Fällen zu entbinden, in denen sich die Kosten innerhalb eines gewissen
Rahmens halten. Da in aller Regel vorgängig um Rückvergütung der
Behandlungskosten ersucht wird (andernfalls würde man unter Umständen einen Teil
seines Anspruchs verlieren; vgl. Art. 4 Abs. 5 ELKV), ist – entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführers – diesbezüglich der Kostenvoranschlag entscheidend, denn die
Verwaltung wird anhand desselben entscheiden, ob sie den Vertrauenszahnarzt um
seine fachliche Einschätzung ersucht. Werden Kosten von mehr als Fr. 3’000.--
veranschlagt, wird das Gesuch entsprechend dem Vertrauenszahnarzt vorgelegt. Auf
seine Einschätzung ist anschliessend selbstverständlich auch dann abzustellen, wenn
die definitiven Kosten weniger als Fr. 3’000.-- betragen, denn die
Verfahrensvorschriften nehmen gegenüber dem materiellen Recht eine untergeordnete
bzw. „zudienende“ Rolle ein: Sie sollen gewährleisten, dass das materielle Recht
korrekt angewendet wird. Besteht aufgrund der als plausibel beurteilten fachlichen
Einschätzung des Vertrauenszahnarztes nur Anspruch auf teilweise Rückvergütung,
kann aus Art. 4 Abs. 5 ELKV nicht ein Anspruch auf vollständige Rückvergütung
abgeleitet werden, wenn sich der definitive Rechnungsbetrag auf weniger als
Fr. 3’000.-- beläuft. Andernfalls würden aufgrund einer Vorschrift, die lediglich den
Gang des Verfahrens ordnen will, materiell nicht vollumfänglich gerechtfertigte
Leistungen ausgerichtet, was gegen das Legalitätsprinzip verstossen würde. Der
Beschwerdeführer kann aus diesem Grund weder aus dem Schreiben der
Beschwerdegegnerin vom 17. Februar 2010 noch aus der Tatsache, dass sich der
definitive Rechnungsbetrag auf weniger als Fr. 3’000.-- beläuft, etwas zu seinen
Gunsten ableiten.
2.
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Der Beschwerdeführer hat sodann auch keinen Anspruch aus Vertrauensschutz, wie er
sinngemäss geltend machte. Zwar wurde ihm am 17. Februar 2010 mitgeteilt, bei
Kosten von weniger als Fr. 3’000.-- werde keine eingehende Prüfung vorgenommen,
doch hat er am 17. Januar 2011 einen Kostenvoranschlag über mehr als Fr. 3’000.--
eingereicht und hat ihm die Beschwerdegegnerin am 14. Februar 2011 mitgeteilt, dass
eine eingehende Prüfung erfolgen werde. Wenn sich der Beschwerdeführer dann im
März 2011 der fraglichen Behandlung unterzogen hat, konnte er nicht davon ausgehen,
die Kosten würden so oder so übernommen, zumal er im damaligen Zeitpunkt ja auch
noch gar nicht wissen konnte, dass der definitive Rechnungsbetrag weniger als
Fr. 3’000.-- betragen würde. Ausserdem hatte die Beschwerdegegnerin zwar die
Kosten früherer Behandlungen grundsätzlich rückvergütet, dabei aber Korrekturen an
den entsprechenden Rechnungen angebracht bzw. jeweils nicht die gesamten Kosten
übernommen (namentlich in Bezug auf die Kostenvoranschläge vom 18. März 2002
und vom 8. März 2005). Der Beschwerdeführer konnte sich auch vor diesem
Hintergrund nicht darauf verlassen, dass die (gesamten) Kosten der Behandlung
übernommen würden.
3.
Eine besondere materielle Schwierigkeit besteht vorliegend – wie in den meisten
sozialversicherungsrechtlichen Verfahren – darin, dass letztlich Nichtmediziner einen
Entscheid zu treffen haben, der unter anderem medizinische Tatsachen zu würdigen
hat. Dieses Problem wird durch den Beizug eines geeigneten Sachverständigen zu
lösen versucht. Dieser gibt eine fachliche, objektive Einschätzung über die zur
Diskussion stehenden Fragen ab; Verwaltung und Gericht stützen ihren Entscheid auf
diese Einschätzung ab, sofern sie plausibel und nachvollziehbar erscheint und kein
Anlass für Zweifel besteht. Vorliegend liegen zwei Einschätzungen vor: Einerseits stellt
sich Dr. B._ auf den Standpunkt, die durchgeführte Behandlung sei einfach und
zweckmässig gewesen, andererseits hält Dr. C._ dafür, eine Behandlung, die
lediglich gut einen Drittel der Kosten verursacht hätte, wäre ausreichend gewesen. Von
beiden Einschätzungen vermag jene von Dr. C._ deshalb eher zu überzeugen, weil ihr
die Empfehlung der VKZS betreffend Dentalhygiene und Parodontale Behandlung
zugrunde liegt und sie sich eingehend mit den Kostenvoranschlägen von Dr. B._
auseinandersetzt. Letzterer nahm in seiner Stellungnahme vom 24. Oktober 2011
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dagegen nicht eingehend Stellung zur Einschätzung von Dr. C._ und behauptete
insbesondere (betreffend den schwerwiegendsten Vorwurf) nicht, dass er weniger
Anästhetikum verwendet hätte als von Dr. C._ gefolgert, oder dass die hohe Dosis
notwendig gewesen sei. Andererseits hat Dr. B._ den Beschwerdeführer persönlich
untersucht. Er war dadurch besser in der Lage, die Besonderheiten dieses konkreten
Falls zu erfassen, als Dr. C._, der den Beschwerdeführer nie persönlich untersucht
hat. Hätte Dr. B._ allerdings spezifische Besonderheiten festgestellt, die es im
vorliegenden Fall nicht erlaubt hätten, die Leistungen auf den üblichen Rahmen
gemäss Richtlinien der VKZS zu begrenzen, hätte er wohl in seiner Stellungnahme vom
24. Oktober 2011 darauf hingewiesen. Dies hat er aber nicht getan. Vielmehr hat er
seinen Kostenvoranschlag bzw. seine Rechnung lediglich mit dem nicht
überzeugenden Argument begründet, bereits in der Vergangenheit seien ähnliche
Behandlungen bewilligt worden. Wie bereits erwähnt, waren in der Vergangenheit nicht
stets sämtliche Kosten übernommen worden, worauf Dr. B._ allerdings nicht einging.
Gesamthaft vermag die Aktenbeurteilung von Dr. C._ deshalb mehr zu überzeugen
als jene von Dr. B._. Dass Dr. C._ in seiner Nachricht vom 19. Juli 2011
festgehalten hat: „Ab dem 8. August bin ich wieder für Sie da“, genügt entgegen der
Ansicht des Beschwerdeführers nicht, um eine Befangenheit von Dr. C._
anzunehmen, handelt es sich dabei doch offensichtlich um eine allgemeine Floskel
ohne weitere Bedeutung. Allein die Tatsache, dass Dr. C._ Auftragnehmer der
Beschwerdegegnerin ist, lässt ihn ebenso wenig als befangen erscheinen, wie die
Tatsache, dass Dr. B._ Auftragnehmer des Beschwerdeführers ist, diesen als
befangen erscheinen lässt.
4.
Aus diesem Grund ist grundsätzlich auf die Einschätzung von Dr. C._ abzustellen. Zu
bemängeln ist allerdings, dass Dr. C._ – trotz entsprechenden Auftrags (vgl. EL-
act. 3) – keine Beurteilung in Bezug auf die einzelnen Positionen abgegeben, sondern
sich vielmehr auf eher allgemeine Aussagen beschränkt hat. So hat er keine Stellung zu
den Diagnosekosten – die beiden ersten Positionen der Kostenschätzung vom 26. April
2011 (EL-act. 8–1): Befundaufnahme, Zahnröntgenaufnahme – genommen. Diese fallen
nämlich gemäss der einschlägigen Empfehlung der VKZS (Empfehlung E:
Dentalhygiene, parodontale Behandlung, abrufbar unter <http://
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www.kantonszahnaerzte.ch/ behandlungsempfehlungen/>) nicht unter das Kostendach
von Fr. 500.--, sind also zusätzlich zu vergüten. Anhand des massgebenden
Zahnarzttarifs ergibt sich ein entsprechend zusätzlich zu übernehmender Betrag von
Fr. 77.50 (= 2 × 5,5 + 14 Punkte à Fr. 3.10). Nicht im Rahmen dieser Behandlung zu
übernehmen sind hingegen die Kosten für den ersten Recall über Fr. 120.--, da diese
gemäss Empfehlung der VKZS zur Kontrollphase gehören. Von den weiteren
Positionen stehen sicherlich die Zahnreinigung und die Zahnsteinentfernung im
Zusammenhang mit der Behandlung der Parodontitis. Da der damalige
Vertrauenszahnarzt Dr. med. dent. D._ in Bezug auf einen Kostenvoranschlag von
Dr. B._ vom 18. März 2002 ausgeführt hatte, man hätte die entsprechende
Behandlung der Parodontitis „mit viel weniger Anästhesien“ durchführen können
(Bericht bei den EL-Akten), ist davon auszugehen, dass auch ein Teil der aktuell zu
prüfenden Anästhesien im Zusammenhang mit der Behandlung der Parodontitis steht.
Gemäss Angabe des Vertrauenszahnarztes Dr. C._, wonach höchstens eine
Anästhesie pro Quadrant zulässig sei, ist von maximal vier Anästhesien auszugehen.
Die so ermittelten gesamthaft mit der Behandlung der Parodontose in Zusammenhang
stehenden Kosten belaufen sich auf deutlich mehr als Fr. 500.-- (4 × 11 + max. 40 × 9
Taxpunkte à Fr. 3.10). Da weder der Beschwerdeführer noch Dr. B._ geltend
machten, die Behandlung sei überdurchschnittlich aufwändig, ist diesbezüglich
deshalb das Kostendach von Fr. 500.-- gemäss Empfehlung der VKZS massgebend.
Die übrigen Positionen betreffen offensichtlich die Behandlung der kariösen Läsionen
an zwei Zähnen des Beschwerdeführers (vgl. EL-act. 12–5 f.). Dabei ist zu beachten,
dass zusätzlich pro Zahn eine Anästhesie hinzuzurechnen ist (= 2 × 11 Taxpunkte; vgl.
EL-act. 11–3), und dass gemäss Einschätzung des Vetrauenszahnarztes für die beiden
Füllungen (inkl. Ätzung und Haftvermittler) gesamthaft höchstens 131 Taxpunkte
berücksichtigt werden dürfen (erste Füllung 72 Taxpunkte, zweite Füllung 59
Taxpunkte; EL-act. 32). Bezüglich der Zementunterfüllungen hat Dr. C._ nicht
ausgeführt, die entsprechenden Kosten seien nicht gerechtfertigt. Für die Behandlung
der Karies sind mithin gesamthaft Kosten von Fr. 542.50 (= 2 × 11
[Infiltrationsanästhesie] + 2 × 6,5 [Anlegen Kofferdam] + 131 Taxpunkte + 2 × 4,5
Taxpunkte [Zement-Unterfüllung] à Fr. 3.10) zu übernehmen. Die gesamten zu
übernehmenden Kosten belaufen sich demnach auf Fr. 1’120.-- (= Fr. 77.50 +
Fr. 500.-- + Fr. 542.50).
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5.
5.1 Da die Beschwerdegegnerin mit angefochtenem Einspracheentscheid nur Kosten
von Fr. 1’026.10 übernommen hat, ist dieser insoweit aufzuheben, als dem
Beschwerdeführer ein Betrag von Fr. 1’120.-- zuzusprechen ist. Die Beschwerde ist
insofern teilweise gutzuheissen. Dass der Beschwerdeführer einen Teil der hohen
Behandlungskosten im Übrigen selbst tragen muss, ist zwar unerwünschte Folge,
letztlich aber darauf zurückzuführen, dass er die Behandlung in Anspruch genommen
hat, bevor er um das Ergebnis der vertrauensärztlichen Prüfung wusste. Er hat denn
auch nicht behauptet, die Behandlung sei besonders eilig gewesen, sodass der
Bescheid der Beschwerdegegnerin nicht hätte abgewartet werden können; dies ergibt
sich denn auch nicht aus den Akten.
5.2 Gerichtskosten sind gemäss Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) keine zu erheben.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP