Decision ID: 61731607-bd17-5787-85e8-dace99ad1fbc
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer – ein sri-lankischer Staatsangehöriger tamili-
scher Ethnie aus B._ (Jaffna Distrikt) – suchte am 3. Oktober 2016
in der Schweiz um Asyl nach.
A.b Anlässlich der Summarbefragung (BzP) vom 13. Oktober 2016 und der
vertieften Anhörung vom 22. März 2018 machte er im Wesentlichen gel-
tend, er sei zwischen 1995 und 2009 zunächst für den Geheimdienst der
LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) und in der Folge für deren Admi-
nistration tätig gewesen, ohne je eine Führungsposition inne gehabt zu ha-
ben. Als er sich 2009 zusammen mit seiner Familie der sri-lankischen Ar-
mee ergeben habe, sei er in ein Rehabilitationscamp nach C._ ver-
bracht worden. Dort sei er geschlagen und zu seinen Tätigkeiten für die
LTTE befragt worden. Aus Angst vor Repressalien habe er gegenüber den
Behörden seine Verbindungen zum LTTE-Geheimdienst sowie die LTTE-
Verbindungen seiner Brüder S. und P. verschwiegen. Als er im Mai 2011
aus dem Rehabilitationscamp entlassen worden sei, habe er sich zunächst
in Jaffna niedergelassen, ehe er im Dezember 2012 nach B._ zu-
rückgekehrt sei, um als (...) zu arbeiten. Im Oktober 2014 seien seine Brü-
der S. und P. durch das TID (Terrorist Investigation Division) verhaftet wor-
den. Er sei in der Folge ebenfalls in den Fokus des TID geraten und sei
Ende 2014 im TID-Camp in Colombo verhört worden. Darauf sei er von
TID-Agenten an seinem Wohnort wiederholt behelligt worden, worauf er
sich im Mai 2015 mit seiner Familie einstweilen nach D._ begeben
habe und am 2. März 2016 mit gefälschten Papieren über den Flughafen
Colombo ausgereist und über E._ und F._ in die Schweiz
gelangt sei. Im Juni 2016 habe er erfahren, dass seine Brüder S. und P. in
Sri Lanka aus der Haft entlassen worden seien.
B.
Mit am 21. August 2019 eröffneter Verfügung vom 20. August 2019 stellte
das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft
nicht, und lehnte sein Asylgesuch ab. Zugleich verfügte es die Wegweisung
aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an.
C.
Mit Eingabe vom 20. September 2019 erhob der Beschwerdeführer – han-
delnd durch seine Rechtsvertreterin – beim Bundesverwaltungsgericht ge-
gen diesen Entscheid Beschwerde und beantragte, die angefochtene Ver-
fügung sei aufzuheben und ihm sei Asyl zu gewähren. Eventualiter sei er
D-4857/2019
Seite 3
wegen Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs vor-
läufig aufzunehmen. Subeventualiter sei die Sache zur vollständigen Sach-
verhaltserhebung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung, Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und
um amtliche Verbeiständung. Im Weiteren beantragte der Beschwerdefüh-
rer, es sei Einsicht in sämtliche Beweismittel zu gewähren und der Be-
schwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
Als Beschwerdebeilage reichte der Beschwerdeführer eine Einladung des
«(...)» zu den Akten.
D.
Mit Schreiben vom 23. September 2019 bestätigte das Bundesverwal-
tungsgericht den Eingang der Beschwerde.
E.
Mit Eingabe vom 27. September 2019 reichte die Rechtsvertreterin ihre
Kostennote ein.
F.
Mit Eingabe vom 31. Oktober 2019 reichte der Beschwerdeführer die deut-
sche Übersetzung der bereits mit der Beschwerde eingereichten Einladung
des «(...)» ein.
G.
Mit Eingabe vom 28. Januar 2020 reichte die Rechtsvertreterin des Be-
schwerdeführers weitere Beweismittel ein (drei medizinische Berichte be-
treffend die Ehefrau des Beschwerdeführers, eine Vorladung des TID be-
treffend die Mutter des Beschwerdeführers, eine polizeiliche Vorladung be-
treffend den Bruder des Beschwerdeführers und eine Compact Disc mit
zwei Videosequenzen, auf welchen Übergriffe der sri-lankischen Behörden
auf Familienangehörige des Beschwerdeführers zu sehen sein sollen).
D-4857/2019
Seite 4

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des Asylgesetzes
vom 26. Juni 1998 (AsylG; SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorlie-
gende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbe-
stimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015).
1.2 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember
2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und
Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Die vorliegend anzuwendenden Ge-
setzesartikel (Art. 83 Abs. 1–7 und Art. 84) sind unverändert vom AuG ins
AIG übernommen worden, weshalb das Gericht nachfolgend die neue Ge-
setzesbezeichnung verwendet.
2.
Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer-
den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem Gebiet
des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d
Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsad-
ressat zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und
formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (aArt. 108 Abs. 1
AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
3.
3.1 Mit Beschwerde in Asylsachen kann die Verletzung von Bundesrecht
(einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die
unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Kognition im Bereich des
Ausländerrechts richtet sich nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf einen Schriftenwechsel
verzichtet.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im
Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer
politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-
gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung
D-4857/2019
Seite 5
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen
oder zumindest glaubhaft machen. Sie ist glaubhaft gemacht, wenn die Be-
hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gege-
ben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen
Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-
chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte
Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). Das Bundesverwaltungsge-
richt hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in ei-
nem publizierten Entscheid dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Da-
rauf kann hier verwiesen werden (BVGE 2015/3 E. 6.5.1, m.w.H.).
5.
5.1 Entgegen der Auffassung in der Beschwerde hat sich das SEM im vor-
liegenden Fall keine unrichtige Anwendung der Beweisregel von Art. 7
AsylG vorzuwerfen.
Wie in der angefochtenen Verfügung mit umfassender Begründung zutref-
fend erläutert wird, halten die Vorbringen des Beschwerdeführers in den
wesentlichen Punkten den Anforderungen an das reduzierte Beweismass
des Glaubhaftmachens nicht stand. So hat sich der Beschwerdeführer in
Übereinstimmung mit der Vorinstanz Ungereimtheiten hinsichtlich der Art
und Weise entgegenhalten zu lassen, in welcher er gemäss seinen Anga-
ben von den sri-lankischen Behörden angegangen worden sein will. Im Ge-
gensatz zu seinen Aussagen in der BzP, dass er zwischen Dezember 2012
und Oktober 2014 seitens der sri-lankischen Behörden gänzlich unbehelligt
geblieben sei, gab er in der Anhörung an, er sei zwischen 2012 und 2014
von den sri-lankischen Behörden wiederholt zu Hause aufgesucht und kon-
trolliert worden. Sodann trug der Beschwerdeführer anlässlich der BzP vor,
er sei im November 2014 erstmals durch das TID in Colombo verhört wor-
den, wohingegen er an der Anhörung ausführte, dies sei im Dezember
2014 gewesen. Auch wenn es sich hierbei nicht um einen ausschlagge-
benden Widerspruch handelt, bleibt die Ungereimtheit bestehen. Der Ein-
wand, es habe sich um ein Versehen gehandelt (vgl. Beschwerde S. 15),
kann angesichts der übrigen Widersprüche dahingestellt bleiben.
Gleichermassen widersprüchlich äusserte sich der Beschwerdeführer auch
zu den angeblichen behördlichen Behelligungen nach seinem geltend ge-
D-4857/2019
Seite 6
machten Verhör beim TID in Colombo Ende 2014. Im Unterschied zu sei-
nen Aussagen in der BzP, wonach er nach diesem Verhör an seinem Wohn-
ort fortwährend von TID-Agenten behelligt worden sei, machte er in der
Anhörung geltend, er sei im Februar 2015 zwar noch ein weiteres Mal vom
TID verhört, in der Folge indes nicht mehr weiter behelligt worden. Das
Argument in der Beschwerde (vgl. daselbst, S. 15), er sei nach dem zwei-
ten Verhör durch das TID im Februar 2015 «sehr wohl» vom TID zu Hause
aufgesucht und behelligt worden und man habe ihn im Militärcamp anstel-
len wollen, um ihn «unter näherer Kontrolle» zu haben, findet keine Stütze
in den Akten und erscheint als nachträgliche Sachverhaltsanpassung. Es
ist denn auch höchst unwahrscheinlich, dass die sri-lankischen Behörden
ein derartiges und fortgesetztes Verfolgungsinteresse an einer Person ma-
nifestieren sollten, die bekanntermassen ein bloss einfaches Mitglied der
LTTE war und sich seit der Entlassung aus dem Rehabilitationscamp nichts
hat zuschulden kommen lassen. Insoweit die Rechtsvertreterin des Be-
schwerdeführers in der Beschwerde (vgl. daselbst, S. 13 f.) «neue Details»
aufführt, die sich aufgrund eines Gesprächs mit dem Beschwerdeführer
herausgestellt haben sollen, ist auf diese nicht weiter einzugehen, weil sie
als nachgeschoben zu gelten haben (zur Unglaubhaftigkeit nachgescho-
bener oder diametral abweichender Asylvorbringen bereits Entscheidun-
gen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [E-
MARK] 1993/3 E. 3 S. 13).
Gegen die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Bedrohungslage
spricht schliesslich auch der Umstand, dass er trotz der angeblich Ende
2014 beginnenden Verfolgungshandlungen seitens der sri-lankischen Be-
hörden mit seiner Ausreise noch mehr als ein Jahr zugewartet hat und
selbst einräumte, dass ihn das TID ohne weiteres in dieser Zeit hätte fest-
nehmen können. Ein solches Verhalten entspricht offensichtlich nicht einer
an Leib und Leben bedrohten Person, die sich vor Verfolgung fürchtet, was
auch die Vorinstanz zutreffend erkannt hat. Keine schlüssigen Hinweise
auf einen Realitätshintergrund respektive auf Asylbeachtlichkeit der Vor-
bringen des Beschwerdeführers lassen sich auch aus den von ihm auf Be-
schwerdeebene eingereichten Beweismitteln herleiten. Bei den eingereich-
ten Vorladungen handelt es sich lediglich um Fotokopien, die aufgrund ih-
rer Manipulationsanfälligkeit keinen Beweiswert zu entfalten vermögen, zu-
mal der Beschwerdeführer auch mit keinem Wort ausführt, wie er in den
Besitz dieser Dokumente gelangt sein will. Auch die als Farbkopien einge-
reichten medizinischen Berichte betreffend die Mutter des Beschwerdefüh-
rers sind, unabhängig von der Frage der Authentizität, nicht geeignet, eine
gegen ihn gerichtete Verfolgung asylbeachtlichen Ausmasses im Sinne von
D-4857/2019
Seite 7
Art. 3 AsylG nachzuweisen, geht daraus doch lediglich hervor, dass seine
Ehefrau in Sri Lanka angeblich an gesundheitlichen Beschwerden leidet.
Auch die neu eingereichten Videos, die Behelligungen seiner Familienan-
gehörigen durch die sri-lankischen Behörden zeigen sollen, vermögen die
geschilderten Vorbringen nicht zu belegen, da sich deren Authentizität nicht
überprüfen lässt und die dargestellten Situationen ohne weiteres inszeniert
worden sein können. Aus diesen Gründen lässt sich das Fazit ziehen, dass
der Beschwerdeführer die wesentlichen Teile seiner Gesuchsbegründung
weder nachzuweisen noch glaubhaft im Sinne von Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG
zu machen vermag. Die Vorinstanz durfte dementsprechend davon abse-
hen, die vom Beschwerdeführer genannten Gesuchsgründe auf ihre asyl-
rechtliche Relevanz hin zu überprüfen (vgl. Art. 7 Abs. 1 AsylG). Aufgrund
der Tatsache, dass die Rechtsvertreterin in ihrer Beschwerde auf die vom
Beschwerdeführer im Verlaufe des Asylverfahrens eingereichten Beweis-
mittel (sinngemäss) Bezug nimmt, ist von der offenkundigen Kenntnis der
Beweismittel auszugehen, weshalb der Antrag, es sei Einsicht in alle ein-
gereichten Beweismittel zu gewähren, mangels Notwendigkeit abzuweisen
ist.
Angesichts der aufgezeigten Sachlage erübrigt es sich, auf weitere Ein-
wendungen in der Beschwerde einzugehen, da diese nicht geeignet sind,
eine andere Einschätzung in der Frage der Glaubhaftmachung eines unter
dem Blickwinkel von Art. 3 AsylG relevanten Sachverhalts herbeizuführen.
5.2 Zu prüfen bleibt, ob dem Beschwerdeführer unter anderem wegen sei-
ner Zugehörigkeit zu den LTTE bei einer Rückkehr in sein Heimatland
ernsthafte Nachteile drohen würden.
Im Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 hat das Bundesverwal-
tungsgericht eine aktuelle Analyse der Situation von Rückkehrenden nach
Sri Lanka vorgenommen (vgl. a.a.O., E. 8) und festgestellt, dass aus Eu-
ropa respektive der Schweiz zurückkehrende tamilische Asylsuchende
nicht generell einer ernstzunehmenden Gefahr von Verhaftung und Folter
ausgesetzt seien (vgl. a.a.O., E. 8.3). Das Gericht orientiert sich bei der
Beurteilung des Risikos von Rückkehrern, Opfer ernsthafter Nachteile in
Form von Verhaftung und Folter zu werden, an verschiedenen Risikofakto-
ren. Dabei handelt es sich um das Vorhandensein einer tatsächlichen oder
vermeintlichen, aktuellen oder vergangenen Verbindung zu den LTTE, um
eine Teilnahme an exilpolitischen regimekritischen Handlungen, und um
das Vorliegen früherer Verhaftungen durch die sri-lankischen Behörden,
üblicherweise im Zusammenhang mit einer tatsächlichen oder vermuteten
D-4857/2019
Seite 8
Verbindung zu den LTTE (sog. stark risikobegründende Faktoren, vgl.
a.a.O., E. 8.4.1-8.4.3). Einem gesteigerten Risiko, genau befragt und über-
prüft zu werden, unterliegen ausserdem Personen, die ohne die erforderli-
chen Identitätspapiere nach Sri Lanka einreisen wollen, die zwangsweise
nach Sri Lanka zurückgeführt werden oder die über die Internationale Or-
ganisation für Migration (IOM) nach Sri Lanka zurückkehren, sowie Perso-
nen mit gut sichtbaren Narben (sog. schwach risikobegründende Faktoren,
vgl. a.a.O., E. 8.4.4 und 8.4.5). Das Gericht wägt im Einzelfall ab, ob die
konkret glaubhaft gemachten Risikofaktoren eine asylrechtlich relevante
Gefährdung der betreffenden Person ergeben. Dabei zieht es in Betracht,
dass insbesondere jene Rückkehrer eine begründete Furcht vor ernsthaf-
ten Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG haben, denen seitens der sri-lan-
kischen Behörden zugeschrieben wird, bestrebt zu sein, den tamilischen
Separatismus wiederaufleben zu lassen (vgl. a.a.O. E. 8.5.1).
Die Prüfung im Einzelnen ergibt, dass unter diesen Faktoren die frühere
LTTE-Zugehörigkeit des Beschwerdeführers hervorsticht, die als grund-
sätzlich stark risikobegründender Faktor gilt. Wie indes oben (vgl. E. 5.1)
ausgeführt, ist diese Zugehörigkeit den heimatlichen Behörden nicht nur
seit vielen Jahren bekannt, sondern diese werden sich ebenso der Tatsa-
che bewusst sein, dass er in dieser Organisation keinerlei profilierte Funk-
tionen ausübte oder qualifizierte Aufgaben erfüllte und die LTTE aus eige-
nem Antrieb wieder verliess. Der Beschwerdeführer hat zudem das Reha-
bilitationsprogramm erfolgreich absolviert. Im Weiteren gelang es dem Be-
schwerdeführer nicht, glaubhaft zu machen, dass er vor seiner Ausreise
ins Visier der Sicherheitskräfte geraten und mehrmals festgenommen und
befragt worden sei. Ebenso wenig konnte er glaubhaft machen, dass die
Behörden mehrmals zu Hause nach ihm gesucht hätten. Vielmehr räumt
der Beschwerdeführer selbst ein, dass ihn die sri-lankischen Behörden
ohne weiteres in dieser Zeit hätten festnehmen können, wenn sie dies tat-
sächlich gewollt hätten. Es ist deshalb nicht davon auszugehen, dass be-
treffend den Beschwerdeführer ein Eintrag in der sogenannten «Stop-List»
besteht und er deswegen befürchten müsste, bei der Einreise nach Sri
Lanka umgehend festgenommen und inhaftiert zu werden. Es kann zwar
nicht ausgeschlossen werden, dass er bei einer Einreise einer Befragung
und Überprüfung durch die Grenzbehörden unterzogen wird. Ein solches
Vorgehen kann aber nicht als asylrelevante Verfolgung gewertet werden,
und für ein darüber hinausgehendes Verfolgungsinteresse der sri-lanki-
schen Behörden sind – auch unter Berücksichtigung der geltend gemach-
ten familiären Beziehungen zu ehemaligen LTTE-Mitgliedern – keine mass-
D-4857/2019
Seite 9
geblichen Hinweise ersichtlich. Insbesondere konnte er nicht glaubhaft ma-
chen, dass er aufgrund der angeblichen Verbindungen seiner Brüder S.
und P. zu den LTTE bereits Verfolgungshandlungen ausgesetzt gewesen
wäre.
Die geltend gemachte exilpolitische Tätigkeit in der Schweiz ist zwar eben-
falls stark risikobegründend, zumal der Beschwerdeführer ein Rehabilitati-
onsprogramm durchlaufen hat. Indes weist der Beschwerdeführer auf-
grund der teils mit Fotos belegten Teilnahme an Kundgebungen und Ver-
einsanlässen in der Schweiz keine besondere Exponiertheit auf, weshalb
nicht anzunehmen ist, dass die sri-lankischen Behörden davon konkret
Kenntnis erlangt hätten und ihn als Oppositionellen hätten erkennen und
identifizieren können. Sodann bilden seine tamilische Ethnie und das Feh-
len ordentlicher Identitätsdokumente (Reisepass, Identitätskarte) nur
schwach risikobegründende Faktoren. Im Übrigen wurde der Beschwerde-
führer auch keiner Straftat angeklagt oder verurteilt und verfügt somit nicht
über einen Strafregistereintrag.
5.3 Seit Einreichung des Asylgesuchs durch den Beschwerdeführer war
die Lage in Sri Lanka verschiedenen Veränderungen unterworfen, wobei
namentlich politische Spannungen, die verheerenden Terroranschläge an
Ostern 2019 sowie zuletzt die Wahl von Gotabaya Rajapaksa zum Präsi-
denten von Sri Lanka zu erwähnen sind. Der neue Präsident war unter sei-
nem älteren Bruder Mahinda Rajapaksa, der seinerseits von 2005 bis 2015
Präsident Sri Lankas war, Verteidigungssekretär. Er wurde angeklagt,
zahlreiche Verbrechen gegen Journalistinnen und Journalisten sowie Akti-
visten begangen zu haben. Zudem wird er von Beobachtern für Menschen-
rechtsverletzungen und Kriegsverbrechen verantwortlich gemacht; er be-
streitet die Anschuldigungen (vgl. Human Rights Watch: World Report
2020 – Sri Lanka, 14.1.2020). Kurz nach der Wahl ernannte der neue Prä-
sident seinen Bruder Mahinda zum Premierminister und band einen weite-
ren Bruder, Chamal Rajapaksa, in die Regierung ein; die drei Brüder Go-
tabaya, Mahinda und Chamal Rajapaksa kontrollieren im neuen Regie-
rungskabinett zusammen zahlreiche Regierungsabteilungen oder -institu-
tionen (vgl. vgl. https://www.aninews.in/news/world/asia/sri-lanka-35-inclu-
ding-presidents-brother-chamal-rajapksa-sworn-in-as-ministers-of-
state/20191127174753/, abgerufen am 4. März 2020). Beobachter und
ethnische / religiöse Minderheiten befürchten insbesondere mehr Repres-
sion und die vermehrte Überwachung von Menschenrechtsaktivistinnen
und -aktivisten, Journalistinnen und Journalisten, Oppositionellen und re-
gierungskritischen Personen (vgl. Schweizerische Flüchtlingshilfe [SFH]:
D-4857/2019
Seite 10
Regierungswechsel weckt Ängste bei Minderheiten, 21.11.2019). Anfang
März 2020 löste Gotabaya Rajapaksa das Parlament vorzeitig auf und kün-
digte Neuwahlen an (vgl. NZZ, Sri Lankas Präsident löst das Parlament
auf, 3.3.2020).
Das Bundesverwaltungsgericht ist sich dieser Veränderungen in Sri Lanka
bewusst. Es beobachtet die Entwicklungen aufmerksam und berücksichtigt
sie bei seiner Entscheidfindung. Zwar ist beim derzeitigen Kenntnisstand
durchaus von einer möglichen Akzentuierung der Gefährdungslage auszu-
gehen, der Personen mit einem bestimmten Risikoprofil ausgesetzt sind
beziehungsweise bereits vorher ausgesetzt waren (vgl. Referenzurteil des
Bundesverwaltungsgerichts E 1866/2015 vom 15. Juli 2016, HRW, Sri
Lanka: Families of «Disappeared» Threatened, 16.02.2020). Dennoch gibt
es zum heutigen Zeitpunkt keinen Grund zur Annahme, dass seit dem
Machtwechsel in Sri Lanka ganze Bevölkerungsgruppen kollektiv einer
Verfolgungsgefahr ausgesetzt wären. Unter diesen Umständen ist im Ein-
zelfall zu prüfen, ob ein persönlicher Bezug der asylsuchenden Personen
zur Präsidentschaftswahl vom 16. November 2019 respektive deren Fol-
gen besteht. Ein solcher Bezug ist vorliegend, wie sich aus den vorstehen-
den Erwägungen ergibt, nicht ersichtlich.
5.4 Damit ist nach Würdigung der gesamten Umstände als Ergebnis fest-
zuhalten, dass der Beschwerdeführer die Voraussetzungen der Flücht-
lingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG nicht erfüllt. Folgerichtig bleibt
ihm die Gewährung von Asyl durch die schweizerischen Behörden versagt
(Art. 2 Abs. 1 und Art. 49 AsylG). Die Ablehnung des entsprechenden Ge-
suchs durch die Vorinstanz ist zu bestätigen.
6.
Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus
der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht eintritt.
Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent-
haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl.
BVGE 2009/50 E. 9). Die Wegweisung wurde zu Recht angeordnet.
7.
7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis
nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme
(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG).
D-4857/2019
Seite 11
7.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völkerrecht-
liche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder
des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegen-
stehen.
Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist das
flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkom-
mens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK,
SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG auf ihn nicht anwendbar. Die Zulässigkeit
des Vollzugs beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen verfassungs-
und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame,
unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR
0.105]; Art. 3 EMRK).
Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegwei-
sungsvollzug – auch mit Blick auf die in der Beschwerde zitierten Berichte
– nicht als unzulässig erscheinen (BVGE 2011/24 E. 10.4). Auch der Euro-
päische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat wiederholt festge-
stellt, dass nicht generell davon auszugehen sei, Rückkehrern drohe in Sri
Lanka eine unmenschliche Behandlung. Eine Risikoeinschätzung müsse
im Einzelfall vorgenommen werden (Urteil des EGMR R.J. gegen Frank-
reich vom 19. September 2013, 10466/11, Ziff. 37). Weder aus den Be-
schwerdeausführungen noch aus den Akten ergeben sich konkrete An-
haltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer für den Fall einer Ausschaf-
fung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach
EMRK oder FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. So
weist der Beschwerdeführer kein Profil auf, das auf die Gefahr hindeutet,
zukünftig staatlichen Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt zu sein. Es sind
keine Anhaltspunkte ersichtlich, nach denen der Beschwerdeführer Mass-
nahmen zu befürchten hätte, die – wenn überhaupt – über einen sogenann-
ten background check (Befragung und Überprüfung von Tätigkeiten im In-
und Ausland) hinausgingen oder dass ihm persönlich im Falle einer Rück-
kehr eine Gefährdung drohen könnte. Solches lässt sich gemäss obenste-
henden Ausführungen auch nicht annehmen. Aussergewöhnliche Um-
stände, die gestützt auf die Praxis des EGMR zu Art. 3 EMRK zur Feststel-
lung der Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzuges aus gesundheitlichen
Gründen führen könnten (vgl. dazu EGMR, Urteil i.S. N gegen Grossbritan-
nien vom 27. Mai 2008, Beschwerde Nr. 26565/05, §§ 34 und 42 ff.; BVGE
2009/2 E. 9.1.3; EGMR, Urteil i.S. Paposhvili gegen Belgien vom 17. April
D-4857/2019
Seite 12
2014, Beschwerde-Nr. 41738/10), sind aufgrund der Akten ebenfalls nicht
ersichtlich. Der Vollzug der Wegweisung ist zulässig.
7.3 Nach Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Aus-
länder unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf
Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind.
Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und den
LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka we-
der Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt; dies gilt auch angesichts
der dortigen aktuellen Ereignisse (vgl. Urteil des BVGer D-2205/2018 vom
25. Januar 2019, E. 11.2.1). Mit Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli
2016 hat das Bundesverwaltungsgericht seine bisherige Rechtsprechung
(vgl. BVGE 2011/24) und die gegenwärtige Praxis des SEM bestätigt, wo-
nach der Wegweisungsvollzug in die Ost- und Nordprovinz grundsätzlich
zumutbar ist, was gemäss Urteil D-3619/2016 vom 16. Oktober 2017 (als
Referenzurteil publiziert) auch für das Vanni-Gebiet gilt.
Der Beschwerdeführer stammt ursprünglich aus G._ (Nordost-Pro-
vinz) und lebte zuletzt in B._ beziehungsweise H._ (Nord-
Provinz). Der Vollzug in dieses Gebiet ist gemäss gefestigter Rechtspre-
chung grundsätzlich zumutbar. In vorliegenden Fall sprechen sodann keine
individuellen Gründe gegen einen Wegweisungsvollzug. Beim Beschwer-
deführer handelt es sich um einen jüngeren Mann mit Schulbildung und
Berufserfahrung als (...). Es ist anzunehmen, dass er mit seiner Schulbil-
dung und Berufserfahrung nach seiner Rückkehr wieder eine Arbeitsstelle
finden und ihm die wirtschaftliche Wiedereingliederung gelingen wird. Des
Weiteren verfügt er in Sri Lanka mit seiner Familie (Ehefrau, Kinder, Ge-
schwister) über ein tragfähiges Beziehungsnetz und eine gesicherte Wohn-
situation.
7.4 Nach Art. 83 Abs. 2 AIG ist der Vollzug auch als möglich zu bezeichnen,
weil es dem Beschwerdeführer obliegt, sich die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente bei der zuständigen Vertretung seines Heimat-
staats zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG, vgl. dazu BVGE 2008/34 E. 12).
Der Vollzug der Wegweisung ist möglich.
7.5 Die Vorinstanz hat den Vollzug demnach zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Damit fällt die Anordnung der vorläufigen Auf-
nahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
https://hudoc.echr.coe.int/eng#{"appno":["41738/10"]}
D-4857/2019
Seite 13
8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist
(Art. 106 AsylG und Art. 49 VwVG). Zur Rückweisung der Sache an die
Vorinstanz besteht nach dem Gesagten kein Anlass. Die Beschwerde ist
abzuweisen.
9.
9.1 Auf den Prozessantrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung
ist bereits mangels Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten, da einer Be-
schwerde von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zukommt und
diese vorliegend nicht entzogen wurde.
9.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätz-
lich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da sich
die Beschwerde indessen nicht als aussichtslos erweist, ist das in der Be-
schwerde gestellte Gesuch um unentgeltliche Prozessführung gutzuheis-
sen, und es sind dem Beschwerdeführer keine Verfahrenskosten aufzuer-
legen. Mit dem vorliegenden Urteil ist der Antrag auf Verzicht auf einen
Kostenvorschuss gegenstandslos geworden.
9.3 Nachdem der Antrag auf Genehmigung der unentgeltlichen Prozess-
führung gutgeheissen wurde und das Bundesverwaltungsgericht nach
aArt. 110a Abs. 1 Bst. a AsylG der asylsuchenden Person, welche von der
Bezahlung der Verfahrenskosten befreit wurde, auf Antrag einen amtlichen
Rechtsbeistand bestellt, ist auch das Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Rechtsverbeiständung gutzuheissen und antragsgemäss Frau
MLaw Cora Dubach als amtliche Rechtsbeiständin des Beschwerdeführers
einzusetzen. Ihr ist ein amtliches Honorar zu entrichten. Die Festsetzung
des amtlichen Honorars erfolgt in Anwendung der Art. 8–11 sowie Art. 12
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-
gen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2). In der am
27. September 2019 eingereichten Kostennote wird seitens der Rechtsver-
tretung ein Aufwand von total 19.25 Stunden (inkl. Dolmetscherin 2 Stun-
den à Fr. 80.–) sowie Auslagen von insgesamt Fr. 4.– geltend gemacht. Die
Auslagen sind als angemessen zu erachten, hingegen erscheint der aus-
gewiesene Aufwand (insbesondere derjenige für das Verfassen der Be-
schwerde) als zu hoch, weshalb der geltend gemachte Aufwand auf 15
Stunden zu kürzen ist. Der ausgewiesene Stundenansatz von Fr. 150.–
bewegt sich im Rahmen von Art. 10 Abs. 2 VGKE. Die in der Kostennote
D-4857/2019
Seite 14
zusätzlich ausgewiesene Dossiereröffnungspauschale von Fr. 50.– ist da-
gegen praxisgemäss nicht zu vergüten. Der weitere Aufwand für die Ein-
gaben vom 31. Oktober 2019 und 28. Januar 2020 ist in der Kostennote
nicht berücksichtigt, kann aufgrund der Akten jedoch zuverlässig abge-
schätzt werden (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE) und ist vorliegend auf eine
Stunde zu veranschlagen. Das amtliche Honorar für die als amtliche
Rechtsbeiständin eingesetzte Rechtsvertreterin beträgt somit insgesamt
Fr. 2'564.– (nicht mehrwertsteuerpflichtig) und geht zulasten der Gerichts-
kasse des Bundesverwaltungsgerichts.
(Dispositiv nächste Seite)
D-4857/2019
Seite 15