Decision ID: 6cc7b0ad-842f-498b-8a30-5e05de537151
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
Z._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Martin Würmli, Oberer Graben 42, 9000 St.
Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
IV-Leistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a Z._ (Jahrgang 1953) meldete sich am 7. Juni 2006 zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Dr. med. A._, Allgemeine Medizin FMH, gab
der IV-Stelle am 15. Juni 2006 an, der Versicherte leide an einem insulinpflichtigen
Diabetes mellitus und einer diabetischen Polyneuropathie. Zusätzlich bestünden
Rückenschmerzen, Magen/Darmstörungen, Depression, Hyperlipidämie, Schwindel/
Schwerhörigkeit, Tinnitus und Kniepathologie. Für die Diagnosen und den Verlauf
verwies der Hausarzt auf zahlreiche Arztberichte in den Beilagen. Er führte aus, der
Versicherte sei seit dem 8. August 2005 bis auf weiteres 100% arbeitsunfähig.
Eventuell sei eine Teilzeitarbeit möglich. Der Versicherte sei bereit für eine
Arbeitseingliederung resp. Arbeitswiederaufnahme, allerdings in einer seinen Leiden
adaptierten Form (IV-act. 7). Die B._ AG teilte der IV-Stelle am 17. Juli 2006 mit, das
Arbeitsverhältnis sei aus wirtschaftlichen Gründen auf Ende März 2006 aufgelöst
worden. Der Versicherte habe als Mitarbeiter der Produktion seit dem 23. März 2005
nicht mehr gearbeitet. Sein Lohn habe zuletzt Fr. 4'400.-- pro Monat betragen (IV-act.
15).
A.b Am 19. Juli 2006 berichtete die Krankentaggeldversicherung der IV-Stelle unter
Beilage der Arztberichte der Klinik Valens vom 31. Januar sowie 1. und 2. Februar
2006, man habe dem Versicherten bis Ende März 2006 ein Krankentaggeld bezahlt (IV-
act. 16). Gemäss der interdisziplinären arbeitsspezifischen Abklärung der Klinik Valens
vom 30. Januar 2006 leide der Versicherte aus rheumatologischer Sicht unter
chronischen muskuloskelettalen Beschwerden im Sinn eines zervikovertebralen bis
zervikospondylogenen Syndroms und eines lumbovertebralen bis
lumbospondylogenen Syndroms bei Fehlhaltung der Wirbelsäule, muskulären
Dysbalancen und degenerativen Diskopathien der unteren HWS und der unteren LWS.
Zusätzlich seien aus internistischer Sicht die Diagnosen eines Diabetes mellitus Typ II
und einer Innenohrschwerhörigkeit mit Schwindel und Tinnitus anzufügen. In der
psychosomatischen Abklärung hätten sich Hinweise auf eine leichtgradige depressive
Verstimmung gefunden, wobei allerdings Symptome wie Sorge, Anspannung,
Reizbarkeit und Ärger im Vordergrund gestanden hätten. Mit einem hohen Grad an
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Wahrscheinlichkeit handle es sich dabei um eine Anpassungsstörung, die momentan
nicht dergestalt ausgeprägt sei, dass sie per se bereits Krankheitswert hätte. Weil die
aktuellen ergonomischen Abklärungen eine körperliche Belastbarkeit knapp unter den
Anforderungen der bisherigen Tätigkeit gezeigt hätten, sei diesbezüglich die 100%ige
Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen. Eine mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit in
einer lärm- und stressfreien Umgebung sei dem Versicherten hingegen ab sofort zu
100% zumutbar (G act. 7.2).
A.c Mit Vorbescheid vom 10. August 2006 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, sein Rentengesuch abzuweisen. Sie führte dazu aus, gemäss ihren
Unterlagen bestehe seit August 2005 eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als
Mitarbeiter in der Produktion. In einer der Behinderung angepassten leichten Tätigkeit
ohne Lärmbelastung und Stress liege jedoch eine volle Arbeitsfähigkeit vor. Es sei ihm
deshalb zumutbar, eine solche Tätigkeit auszuführen. Aus dem Einkommensvergleich
resultiere mit einem IV-Grad von 7% keine rentenbegründende Invalidität (IV-act. 21).
Dagegen liess der Versicherte am 13. September 2006 einwenden, er sei seit August
2005 krank und sein Gesundheitszustand habe sich zusehends verschlechtert. Er habe
seit über einem halben Jahr mit psychischen Problemen zu kämpfen, weshalb er sich
für eine Abklärung beim Psychiatrischen Zentrum Wattwil angemeldet habe. Am
14. September 2006 finde der Termin statt. Er bitte um eine Neubeurteilung seines
Rentenanspruchs (IV-act. 24).
A.d Das Psychiatrische Zentrum Wattwil berichtete der IV-Stelle am 20. September
2006, der Versicherte leide seit etwa einem Jahr an einer mittelgradigen depressiven
Episode (ICD-10: F 32.1). Die Ärztin gab an, vor Abschluss der medikamentösen Um-
und Neueinstellung und dem Abklingen der Depression könne nicht beurteilt werden,
ob dem Versicherten eine leidensangepasste Tätigkeit zumutbar sei (IV-act. 25). Der
Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz erachtete in seiner Stellungnahme vom
27. September 2006 eine polydisziplinäre Begutachtung als empfehlenswert. Mit der
Wartefrist könne der therapeutische Verlauf dann beurteilt werden (IV-act. 26). Am
30. November 2006 beauftragte die IV-Stelle das Zentrum für Medizinische
Begutachtung (ZMB), Basel, mit der Begutachtung des Versicherten (IV-act. 29).
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A.e Das ZMB erstattete am 6. Dezember 2007 das Gutachten. Der Versicherte war vom
5. bis 8. November 2007 internistisch, orthopädisch, neurologisch sowie psychiatrisch
begutachtet worden. Die Ärzte gaben an, der Versicherte leide an folgenden
Hauptdiagnosen:
1.Zervikospondylogenes Syndrom
- mässig fortgeschrittene Diskopathien bei C5/C6 und C6/C7
(MRT 10. November 2007).
2.Lumbospondylogenes Syndrom
- Fortgeschrittene lumbosakrale Osteochondrose und Diskopathie
(MRT 24. August 2005)
- Osteochondrose L4/L5 (MRT 24. August 2005)
- Deutliche Spondylarthrose L3-S1 (MRT 24. August 2005)
- Keine Nervenwurzelkompression
3.Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion.
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestünden:
1.Diabetes mellitus Typ II, ED August 2004
- insulinpflichtig seit 2004
- aktuelles HbA 1c 7.2%
- Verdacht auf beginnende periphere Polyneuropathie
2.Arterielle Hypertonie
3.Dyslipidämie auf Grund der Akten
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4.Beidseitiger Tinnitus, linksbetonte periphere vestibuläre Funktionsstörung,
mittelgradige linksbetonte Schwerhörigkeit auf Grund der Akten
5.St. n. arthroskopischer medialer Teilmeniskektomie Knie rechts November 2001.
Die Ärzte führten weiter aus, der Versicherte habe in Serbien acht Jahre lang die
Grundschule besucht und danach keine Ausbildung gemacht. Bei seiner letzten
Arbeitsstelle in der Schweiz sei er seit 1988 bis zum Sommer 2005 in der B._ AG
tätig gewesen. Er habe als Drucker an Maschinen gearbeitet und sei mit der
Herstellung von Formularen und Papierdrucken beschäftigt gewesen. Nachdem er vom
Hausarzt ab April 2006 für eine leichte Tätigkeit als voll arbeitsfähig erklärt worden sei,
habe er sich beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) gemeldet. Die
Arbeitslosigkeit dauere bis November 2007, dann werde er ausgesteuert. Aus
somatischer Sicht bestünde ein Schmerzsyndrom im Bereich der LWS und HWS und
seit etwa 15 Jahren Kreuzschmerzen. Ab November 2004 seien zusätzlich
Nackenschmerzen aufgetreten. Degenerative Veränderungen hätten bei LWS wie HWS
festgestellt werden können, eine Radikulopathie habe jedoch nicht objektiviert werden
können. Im August 2004 sei ein Diabetes mellitus Typ II festgestellt worden. Die
Stoffwechselsituation habe mit einer Insulinbehandlung stabilisiert werden können, so
dass die Rückkehr an den Arbeitsplatz möglich gewesen sei. Auf Grund des Verlaufs
und der Durchsicht des Diabetesbüchleins könne davon ausgegangen werden, dass
der Versicherte das Handling der Insulinbehandlung gut beherrsche. Die als
diabetische Spätkomplikation festgestellte beginnende Polyneuropathie habe keinen
Krankheitswert. Die Kommunikation im normalen Gespräch sei bei der vorliegenden
Schwerhörigkeit ohne Hörgerät möglich, eine Hörgerätversorgung sei geplant. Die
Ursache des Tinnitus sei möglicherweise in der langjährigen Lärmbelastung am
Arbeitsplatz mit Tätigkeit an Druckmaschinen zu sehen. Diesbezüglich sei der
Versicherte auf einen lärmfreien Arbeitsplatz angewiesen.
Der begutachtende Psychiater gab an, aus psychiatrischer Sicht liege eine
Anpassungsstörung mit einer längeren depressiven Reaktion vor, wobei zum Zeitpunkt
der Untersuchung keine wesentliche Depressivität habe festgestellt werden können. Im
Vordergrund stehe die einfache Strukturiertheit des Versicherten, der durch die
Kündigung des langjährigen Arbeitsplatzes stark verunsichert sei. Man könne davon
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ausgehen, dass er über wenig Ressourcen und Copingstrategien verfüge, adäquat mit
dieser Situation sowie der Schmerzsituation umzugehen. Deshalb sei der Versicherte
psychisch etwas weniger belastbar. Er zeige auch eine gewisse
Somatisierungsneigung im Sinn einer psychogenen Schmerzfehlverarbeitung, nicht
aber im Sinn einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung. Andererseits zeige er
aber keine wesentliche psychiatrische Komorbidität, es bestünden keine Hinweise auf
eine Depression, so dass gesamthaft aus psychiatrischer Sicht noch Anstrengungen
zumutbar wären sich beruflich zu rehabilitieren. Eine von der Psychiaterin des SPD
Wattwil beschriebene mittelgradige depressive Episode sei zum
Untersuchungszeitpunkt nicht vorhanden.
Die Ärzte gaben an, insgesamt sei der Versicherte seit der Untersuchung in Valens im
Februar 2006 von somatischer Seite für körperlich mittelschwere und schwere Arbeiten
nicht einsetzbar. Überkopfarbeiten und Tätigkeiten in Zwangshaltungen und häufigem
Bücken seien nicht mehr möglich. Körperlich leichte und wechselbelastende
Tätigkeiten ohne Tragen schwerer Lasten über 10 kg seien dem Versicherten zu 70%
zumutbar. Die 30%ige Einschränkung könne mit der seelischen Komponente in
Zusammenhang gebracht werden, weil der Beschwerdeführer eine etwas
eingeschränkte Stressbelastungsfähigkeit aufweise (IV-act. 33). Der RAD erachtete in
seiner Stellungnahme vom 10. Dezember 2007 das Gutachten als
versicherungsmedizinisch plausibel (IV-act. 34).
A.f Die IV-Stelle stellte dem Versicherten mit einem weiteren Vorbescheid vom
12. Dezember 2007 erneut die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht. Der
Invaliditätsgrad betrage unter Berücksichtigung eines Teilerwerbsfähigkeitsgrades von
70% sowie eines zusätzlichen Abzuges von 10% insgesamt 36%. Dabei ging die IV-
Stelle von einem Valideneinkommen von Fr. 58'465.-- sowie einem
Invalideneinkommen von Fr. 37'188.-- aus. Da der Invaliditätsgrad unter 40% liege,
habe er keinen Rentenanspruch (IV-act. 37). Dagegen liess der Versicherte einwenden,
ihm stehe ein maximaler Leidensabzug von 25% zu. Das fortgeschrittene Alter, die
mangelnden Deutschkenntnisse sowie die geringe Bildung seien zu berücksichtigen.
Sodann sei von einem tieferen Hilfsarbeiterlohn auszugehen. Insgesamt ergäbe sich
somit ein Invaliditätsgrad in rentenbegründendem Ausmass (IV-act. 43). Mit Verfügung
vom 31. Januar 2008 wies die IV-Stelle das Rentengesuch des Versicherten ab. Zu den
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Einwänden des Versicherten gab die IV-Stelle an, dass ein fortgeschrittenes Alter, eine
niedrige berufliche Qualifikation und mangelnde Sprachkenntnisse keinen Abzug vom
Invalideneinkommen rechtfertigten, weil es sich um invaliditätsfremde Faktoren handle.
Weil im Produktions- und Dienstleistungssektor eine Vielzahl von geeigneten
Arbeitsstellen offenstehe, sei auf den statistischen Durchschnittslohn 2007 für
Hilfsarbeiten gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) abzustellen.
Aus dem Einkommensvergleich resultiere ein Invaliditätsgrad von 36%, weshalb er
keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe (IV-act. 45).
A.g Am 7. März 2008 erteilte die IV-Stelle den Auftrag für eine Hörgeräteanpassung (IV-
act. 55).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 31. Januar 2008 lässt der Versicherte am 6. März 2008
Beschwerde erheben. Er beantragt die Aufhebung der Verfügung und die Zusprache
einer Rente der Invalidenversicherung beziehungsweise beruflichen Massnahmen.
Eventualiter sei das Verfahren zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen (G act. 1). In der ergänzenden Begründung vom 10. April 2008 führt
der Beschwerdeführer aus, bei der Bemessung des Invaliditätsgrades sei von einem
falschen erzielbaren Lohn ausgegangen worden. Ihm seien lediglich einfachste
Tätigkeiten, wie sie zum Beispiel im Gastgewerbe vorkommen (Hilfskoch oder
Tellerwäscher) zumutbar. Gemäss der Tabellen im Anhang zur LSE 2006 betrage das
Invalideneinkommen für Tätigkeiten im Gastgewerbe Fr. 30'332.40. Der
Beschwerdeführer macht weiter geltend, ihm sei ein Leidensabzug von 25% zu
gewähren. Bereits seine mangelnde Bildung sowie das fortgeschrittene Alter seien als
stark lohnmindernd zu berücksichtigen. Sodann verfüge er lediglich über schlechte
Deutschkenntnisse. Weiter führe auch ein Teilzeitpensum zu einer Verminderung des
Lohnes im Vergleich zu den Tabellenlöhnen. Schliesslich bestehe trotz der nicht
anerkannten psychischen Probleme eine innere Blockade, welche die Stellensuche
behindere. Diesbezüglich verweist er auf den Arztbericht der Klinik Teufen vom
21. Februar 2008. C._, lic. phil. Psychologin FSP, sowie Dr. med. D._, Psychiatrie
und Psychotherapie FMH, haben darin angegeben, er leide auf Grund der erneuten
psychischen Dekompensation an einer mittelgradig depressiven Episode (ICD-10:
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F33.1) auf dem Boden einer anankastischen Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10:
Z73.1). Bei ihm lägen Hinweise auf eine zwanghafte Persönlichkeitsakzentuierung vor,
die er über die Jahre durch geordnete Sicherheit gebende psychosoziale und
wirtschaftliche Gegebenheiten habe kompensieren können. Ebenso durch die
Wertschätzung, die ihm die leistungsorientierte perfektionistische Haltung eingebracht
habe. Mit der Kündigung, die einer Kränkung gleichgekommen sei, und der
somatischen Erkrankung seien positive Copingstrategien weggefallen. Dies habe zur
depressiven Dekompensation geführt. Aus psychiatrischer Sicht werde eine
leidensangepasste Tätigkeit von 50% als möglich und sinnvoll betrachtet
(G act. 3.1.2). Der Beschwerdeführer fügte an, die andauernde Arbeitslosigkeit und die
invaliditätsbedingten Einschränkungen hätten zu psychosomatischen Problemen
geführt, die sich invalidisierend ausgewirkt hätten, was nicht berücksichtigt worden sei.
Sodann müsse er täglich viermal Insulin spritzen, weshalb ihm beispielsweise die
Tätigkeit an einem Fliessband nicht zumutbar sei. Aus diesen Gründen sei der
Leidensabzug auf 25% festzusetzen. Insgesamt resultiere deshalb ein
Invalideneinkommen von Fr. 22'749.-- bzw. ein Invaliditätsgrad von 61%. Schliesslich
seien ihm berufliche Massnahmen zu gewähren, insbesondere sei er auf die
Unterstützung bei der Arbeitssuche angewiesen. Seine Bemühungen hätten ohne
professionelle Unterstützung bisher keinen Erfolg gehabt, obwohl er gegen 200
verschiedene Unternehmen schriftlich, telefonisch und auf persönliche Vorsprache hin
angefragt habe, ob eine Stelle frei sei (G act. 3).
B.b Am 14. April 2008 reicht der Beschwerdeführer den Bericht von Dr. med. E._,
Spezialarzt FMH für Otorhinolaryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie, vom 11. April
2008 ein. Darin hat Dr. E._ ausgeführt, der Beschwerdeführer leide zunehmend an
fluktuierenden Schwindelbeschwerden und langsam zunehmender Schwerhörigkeit.
Wegen der sprachlich-kommunikativen Schwierigkeiten sei im Februar 2008 eine
audiometrische Beurteilung erfolgt, die einen Hörverlust links von 51.5% und rechts
von 37.3% aufgewiesen habe. Weiterhin bestünden nichtkompensierte linksseitige
vestibuläre Funktionsstörungen. Diagnostisch könne man von einer Labyrinthopathie
links mit hochgradiger sensoneuraler Schwerhörigkeit links und von einer peripher-
zentralen vestibulären Funktionsstörung links ausgehen. Anhand von SUVA-Tabellen
12 und 14 ergäbe sich aus audio-neuro-otologischer Sicht ein Integritätsschaden von
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30-35%, was mit Bezug auf die jetzige Arbeitstätigkeit des Beschwerdeführers für eine
30 bis 40%ige Reduzierung der Arbeitsfähigkeit spreche (G act. 5.1).
B.c Die Beschwerdegegnerin beantragt in ihrer Beschwerdeantwort vom 17. Juni 2008
die Abweisung der Beschwerde. Neu würden in der Beschwerde auch berufliche
Massnahmen verlangt. Es treffe zu, dass berufliche Massnahmen im Sinn von
Berufsberatung und Umschulung vor der Rentenprüfung zu ergreifen wären. Als
ungelernter Hilfsarbeiter habe der Beschwerdeführer jedoch keinen Anspruch auf eine
Umschulung. Arbeitsvermittlungsmassnahmen seien nicht Verfügungsgegenstand
gewesen, weshalb sie vorliegend nicht beurteilt werden könnten. Betreffend
Resterwerbsfähigkeit gehe aus dem überzeugenden Gutachten des ZMB hervor, dass
der Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 70% arbeitsfähig sei.
Bei der Invaliditätsbemessung sei zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer
unterdurchschnittlich verdient habe. Deshalb werde für das Valideneinkommen auf die
statistischen Durchschnittswerte für Hilfsarbeiterlöhne abgestellt. Weil die
Resterwerbsfähigkeit nicht verwertet worden sei, sei ebenfalls auf die statistischen
Werte abzustellen. Daraus resultiere ein reiner Arbeitsfähigkeitsvergleich, unter
Berücksichtigung allfälliger weiterer Nachteile (Leidensabzug). Ein Leidensabzug von
25% sei nicht gerechtfertigt. Faktoren wie Bildung, Sprachkenntnisse, Herkunft seien
bereits in der Tabellenwahl hinreichend berücksichtigt. Die gesundheitlichen
Einschränkungen wie Diabetes, depressive Verstimmung und Weitere seien in der
Arbeitsfähigkeitsschätzung abgebildet und dürften nicht nochmals berücksichtigt
werden. Ein Teilzeitabzug sei nicht vorzunehmen, da der Beschwerdeführer seine
Restarbeitsfähigkeit in einem Vollpensum verwerten könne. Somit wäre nicht einmal
der Abzug von 10% geschuldet. Es sei statistisch nicht ausgewiesen, dass Männer in
leichten Tätigkeiten mit einer Lohneinbusse zu rechnen hätten. Dies gelte auch hier, da
der Beschwerdeführer nicht als reiner Grobmotoriker einzustufen sei. Ausserdem sei
hier bei der Vornahme von Abzügen eine grössere Zurückhaltung geboten, da allfällige
Nachteile bereits durch die Aufwertung des Valideneinkommens auf das
Durchschnittsniveau kompensiert worden seien. Bei einem Leidensabzug von 10%
ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 37% (100%-(90% x 70%)). Damit bestehe kein
Anspruch auf eine Invalidenrente (G act. 7).
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B.d Am 8. Juli 2008 reicht der Beschwerdeführer die Replik ein und hält an seinen
Anträgen fest (G act. 9). Auf die weiteren Ausführungen wird, soweit entscheidrelevant,
in den Erwägungen eingegangen.
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 25. August 2008 sinngemäss auf eine
Duplik (G act. 11).

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am
31. Januar 2008 ergangen. Dennoch ist ein Sachverhalt zu beurteilen, der vor dem
Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008
begonnen hat. Daher ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen
Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen
und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur
4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006
[I 428/04] E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen keine
materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich der Invaliditätsbemessung
keine substantiellen Änderungen gegenüber der bis Ende 2007 gültig gewesenen
Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2008 geltenden
Bestimmungen wiedergegeben.
1.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
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sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% Anspruch auf eine Viertelsrente. Der Invaliditätsgrad ist an Hand eines
Einkommensvergleichs zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der notwendigen
und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage
erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das die versicherte
Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG
i.V.m. Art. 16 ATSG). Das anrechenbare Einkommen wiederum ist abhängig vom Grad
der Erwerbsunfähigkeit. Die verwertbare Arbeitsfähigkeit wird dabei von den Ärzten
gemäss den Beeinträchtigungen der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit beurteilt (vgl. BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
2.
2.1 Die Höhe der behinderungsbedingten Erwerbseinbusse hängt vor allem von der
ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung ab, d.h. davon, in welchem Umfang für die
versicherte Person noch eine Tätigkeit in Betracht fällt (BGE 125 V 261 E. 4). Die
Beschwerdegegnerin stellt auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung des ZMB ab.
Demgemäss ist dem Beschwerdeführer eine körperlich leichte, wechselbelastende
Tätigkeit ohne Überkopfarbeiten und Tätigkeiten in Zwangshaltungen und häufigem
Bücken und ohne Tragen schwerer Lasten über 10 kg zu 70% zumutbar. Die 30%ige
Einschränkung wurde auf Grund der Leistungseinschränkung aus psychischer Sicht
gewährt, weil der Beschwerdeführer eine etwas eingeschränkte
Stressbelastungsfähigkeit aufweise (IV-act. 33). Der Beschwerdeführer macht dagegen
geltend, gemäss der Beurteilung seiner behandelnden Psychologin leide er an einer
mittelschweren depressiven Episode auf dem Boden einer zwanghaften
Persönlichkeitsakzentuierung und sei um 50% in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt.
Sodann habe seine Schwerhörigkeit zugenommen, weshalb er diesbezüglich ebenfalls
um 30 bis 40% in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt sei.
2.2 Nach der höchstrichterlichen Praxis kann eine psychiatrische Exploration von der
Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen. Sie eröffnet dem begutachtenden
Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Ermessensspielraum, innerhalb
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dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig
und zu respektieren sind, sofern der Gutachter lege artis vorgegangen ist. Daher und
unter Beachtung der Divergenz von medizinischem Behandlungs- und
Abklärungsauftrag kann eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise nicht
damit in Frage gestellt und zum Anlass weiterer Abklärungen genommen werden, dass
die behandelnden Ärzte nachträglich zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen
oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält
es sich hingegen, wenn die behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte
vorbringen, welche im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben
oder geeignet sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen (Urteil des
Bundesgerichts vom 16. Mai 2008 i/S. L. [8C_809/2007] E. 4.1 mit weiteren Hinweisen).
Das Bundesgericht hat hinsichtlich der invaliditätsfremden Faktoren in BGE 127 V 194
E. 5 festgehalten, es brauche in jedem Fall zur Annahme einer Invalidität ein
medizinisches Substrat. Dieses müsse fach-ärztlich schlüssig festgestellt werden und
nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigen.
Je stärker psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vordergrund
träten und das Beschwerdebild mitbestimmten, desto ausgeprägter müsse eine
fachärztliche festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das
bedeute, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, die
von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrührten, bestehen dürfe, sondern
davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen habe, zum Beispiel eine
von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde
Depression.
2.3 Die Begutachtung hat im November 2007 stattgefunden. Der begutachtende
Psychiater hat angegeben, der Beschwerdeführer habe zum Zeitpunkt der
Untersuchung eine leichte depressive Auslenkung seiner Affektivität gezeigt. Nicht
beklagt habe er eine wesentliche Antriebsverminderung, Interesselosigkeit und auch
nicht wesentliche Schlafstörungen, die nur zeitweilig aufträten. Aus diesem Grund
könne aktuell keine mittelgradige bis schwere Depressivität ausgemacht werden. Die
Affekte hätten in der Untersuchungssituation recht gut aufgehellt. Der
Beschwerdeführer habe zeitweilig auch lächeln können und auch die psychische
Spannkraft sei gut. Ängste seien verneint worden, jedoch eine leichte Vergesslichkeit
bejaht worden. Im Vordergrund stehe sicher die etwas einfache Strukturiertheit des
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Beschwerdeführers, der durch die Kündigung nach langjähriger Arbeit in der gleichen
Firma stark verunsichert sei. Diese Kündigung sei deutlich als narzisstische Kränkung
erlebt worden. Es könne davon ausgegangen werden, dass er über wenig Ressourcen
und Copingstrategien verfüge, adäquat mit dieser Kündigung umzugehen. Die
psychische Belastbarkeit sei deshalb reduziert. Andererseits zeige der
Beschwerdeführer aber keine wesentliche psychiatrische Komorbidität, es bestünden
keine Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung, keine wesentliche Angststörung, keine
mittelgradige bis schwere Depression, so dass gesamthaft aus psychiatrischer Sicht
noch Anstrengungen zumutbar wären, sich beruflich zu rehabilitieren. Als Diagnose hat
der begutachtende Psychiater eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver
Reaktion angegeben. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit betrage auf Grund der
reduzierten Stressbelastungsfähigkeit 30% (IV-act. 33 - 23/29ff.).
2.4 Gemäss Bericht vom 21. Februar 2008 der behandelnden Psychiaterin ist es
bereits wenige Monate später zu einer Verschlechterung des psychischen
Gesundheitszustandes gekommen. Dazu hat die behandelnde Psychologin ausgeführt,
der Beschwerdeführer habe eine depressive Grundstimmung, sei affektlabil, innerlich
angespannt und verängstigt. Nebst depressivem Gedankenkreisen würden
Kontrollzwänge, Wertlosigkeit und Schuldgefühle geschildert. Er habe sich aus sozialen
Kontakten jenseits seines engsten Familienkreises weitgehend zurückgezogen. Auf
Grund der erneuten psychischen Dekompensation handle es sich um eine
mittelgradige depressive Episode auf dem Boden einer zwanghaften
Persönlichkeitsstörung. Eine 50%ige Beschäftigung in einer leidensangepassten
Tätigkeit sei möglich und sinnvoll (G act. 3.1.2). Diesbezüglich stellt sich die Frage, ob
die (wieder) diagnostizierte mittelschwere depressive Episode eine neue Entwicklung
darstellt, die im vorliegenden Verfahren nicht zu berücksichtigen ist, weil sie nach
Erlass der angefochtenen Verfügung vom 31. Januar 2008 eingetreten ist. Wohl sind für
die gerichtliche Beurteilung grundsätzlich die tatsächlichen Verhältnisse massgebend
(BGE 116 V 246 E. 1a). Indes sind Tatsachen, die sich erst später verwirklichen, soweit
zu berücksichtigen, als sie mit dem Streitgegenstand in einem engen
Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Verfügungserlasses zu beeinflussen (BGE 121 V 362 E. 1b; Urteil vom 27. Mai 2008
[9C_24/2008] E. 2.3.1 mit weiteren Hinweisen). Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
in einer leidensangepassten Tätigkeit ist gemäss ZMB-Gutachten aus psychischer
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Sicht begründet. Unter diesen Umständen rechtfertigt sich eine Überprüfung des
Arztberichts vom 21. Februar 2008 in diesem Verfahren.
2.5 Der Arztbericht der behandelnden Psychologin setzt sich mit der höheren
Arbeitsfähigkeitsschätzung des ZMB-Gutachtens nicht auseinander. Was zu einer
erneuten psychischen Dekompensation und damit zu einer mittelschweren depressiven
Episode geführt haben soll, wird nicht begründet. Damit bleibt auch eine allfällige
anhaltende Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes fraglich. Sodann
sind keine objektiven Gesichtspunkte ersichtlich, die durch den begutachtenden
Psychiater nicht behandelt worden wären. Dieser hat bereits zum Zeitpunkt der
Begutachtung im ZMB im November 2007 eine depressive Grundstimmung
festgestellt. Schlafstörungen wurden als unregelmässig und deshalb als nicht
wesentlich erklärt. Die behandelnde Psychiaterin hat dagegen zur Häufigkeit von
Schlafstörungen keine Ausführungen gemacht. Dies wäre aber für eine Begründung der
abweichenden psychiatrischen Beurteilung notwendig. Der ZMB-Psychiater hat
nämlich sowohl die Kränkung durch die Kündigung wie auch die reduzierte
Belastbarkeit aus psychischer Sicht auf Grund geringer Ressourcen und
Copingstrategien zur Bewältigung dieser Situation in der Arbeitsfähigkeitsschätzung
berücksichtigt. Unter diesen Umständen erscheinen die Diagnose einer
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion sowie das Nicht-Vorliegen einer
mittelschweren oder schweren depressiven Episode nachvollziehbar. Dass dies die
Arbeitsfähigkeit um 30% einschränke, ist schlüssig. Die geltend gemachte
Verschlechterung wird dagegen nicht begründet. Bei Vorliegen von somatischen und
möglichen psychischen Beschwerden drängt sich eine interdisziplinäre
Gesamtbeurteilung der Arbeitsfähigkeit auf, wie das vorliegend am ZMB geschehen ist.
Auf das Gutachten vom 6. Dezember 2007 kann deshalb vollumfänglich abgestellt
werden. Der Bericht der behandelnden Psychologin vermag den Beweiswert des
Gutachtens nicht zu erschüttern.
2.6 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, die Verschlechterung seiner
Hörqualitäten verursache eine Arbeitsunfähigkeit von 30 bis 40%. Diesbezüglich ist
anzumerken, dass dem Beschwerdeführer im Frühjahr 2008 eine Versorgung mit einem
Hörgerät zugesprochen worden ist. Im eingereichten Bericht von Dr. E._ vom
11. April 2008 (G act. 5.1) wird auf die Hörgeräteversorgung nicht eingegangen. Die
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Arbeitsfähigkeitsschätzung hat aber unter Berücksichtigung solcher Hilfsmittel zu
erfolgen. Dies ist hier nicht der Fall, weshalb die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr.
E._ nicht zu berücksichtigen ist.
3.
3.1 Der Beschwerdeführer ist als Vollerwerbstätiger zu qualifizieren. Zur Bemessung
des Invaliditätsgrades ist deshalb ein Einkommensvergleich durchzuführen. Der
Beschwerdeführer hat bei seiner letzten Arbeitsstelle im Jahr 2005 Fr. 4'400.-- pro
Monat verdient. Das Jahreseinkommen hat somit Fr. 57'200.-- betragen. Im Vergleich
zu den statistischen Durchschnittslöhnen von Männern in Hilfsarbeiten im Jahr 2005
von Fr. 58'389.-- hat der Beschwerdeführer damit ein um 2% leicht
unterdurchschnittliches Einkommen verdient. Angepasst an die
Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2007 von 1.2% und 1.6% (Lohnentwicklung 2007,
Tabelle T1.05, S. 17) beträgt das Valideneinkommen Fr. 58'812.--. Weil der
Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Verfügungserlasses nicht mehr arbeitete, ist das
Invalideneinkommen auf Grund der Löhne im Anhang der LSE zu bestimmen (vgl. etwa
Urteil des Bundesgerichts vom 10. März 2008 [8C_119/2007] E. 5.2). Dabei ist im
Gegensatz zur Ansicht des Beschwerdeführers nicht von den Löhnen in einem
einzelnen Sektor auszugehen. Dem Beschwerdeführer sind gemäss ZMB-Gutachten
körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Tragen schwerer Lasten über
10 kg und ohne dauernde Überkopfarbeiten und Tätigkeiten in Zwangshaltungen zu
70% zumutbar. Diese Einschränkungen sind nicht derart gravierend, dass geeignete
Stellen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur noch im Gastgewerbe denkbar
wären, sondern solche körperlich leichte Hilfsarbeiten werden in vielen Branchen aller
Sektoren geleistet. Beispielsweise sind dem Beschwerdeführer unter anderem die
Überwachung von Maschinen oder Kurierdienste zumutbar. Deshalb ist für die
Bemessung auf die Durchschnittslöhne aller Sektoren im Niveau 4 (leichte und
repetitive Tätigkeiten) abzustellen. Invalidenversicherungsrechtlich unerheblich ist, ob
die für den Beschwerdeführer in Frage kommenden Stellen sodann möglicherweise alle
besetzt sind, denn dieses Risiko der Arbeitslosigkeit ist allein durch die
Arbeitslosenversicherung abgedeckt (vgl. Urteil IV 2000/175 des Versicherungsgerichts
des Kantons St. Gallen vom 24. April 2001). Im Jahr 2006 konnten Männer in einer
Hilfsarbeit bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden durchschnittlich Fr.
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4'732.-- pro Monat verdienen. Aufgerechnet auf eine durchschnittliche Arbeitszeit von
41.7 Wochenstunden ergibt sich ein Jahreseinkommen von Fr. 59'197.-- und
angepasst an die Nominallohnentwicklung für das Jahr 2007 von 1.6% ein Einkommen
von Fr. 60'144.--. Bei einem 70% Pensum beträgt das vergleichbare Einkommen somit
Fr. 42'100.--.
3.2 Der Beschwerdeführer verlangt die Berücksichtigung eines zusätzlichen Abzuges
in der Höhe von 25%. Bereits seine mangelnde Bildung sowie sein fortgeschrittenes
Alter seien lohnmindernd. Seine Deutschkenntnisse seien schlecht. Aus psychischen
Gründen sei er blockiert, was ihn in der Stellensuche behindere. Sodann müsse er
viermal täglich Insulin spritzen, was die Wahl der geeigneten Tätigkeiten einschränkte.
Auch das Teilzeitpensum führe zu einer Verminderung des Lohnes im Vergleich zu den
Tabellenlöhnen. Der oftmals als "Leidensabzug" bezeichnete Abzug hat nichts mit dem
Leiden zu tun. Vielmehr sollen damit jene Nachteile ausgeglichen werden, welche die
versicherte Person bei der Anwendung statistischer Daten für das Invalideneinkommen
erleidet. Die Invalidität bewirkt – neben der Arbeitsunfähigkeit – auf den realen
Arbeitsmarkt bezogen eine zusätzliche Lohneinbusse. Denn die statistischen
Tabellenlöhne werden auf der Grundlage von Daten gesunder Arbeitnehmer erhoben.
Solche Werte erreicht der invalide Arbeitnehmer im Allgemeinen nicht. Vielmehr muss
er in der Entwicklung des Invaliditätseinkommens beziehungsweise der
Invalidenkarriere Nachteile gewärtigen (vgl. BGE 126 V 75 neues Fenster zum
Leidensabzug).
3.3 Der Beschwerdeführer ist körperlich gegenüber einem gesunden Konkurrenten
benachteiligt, weil er mehr Krankheitsabwesenheiten haben sowie für
Überstundentätigkeit weniger verfügbar sein wird. Er wird deshalb eine Lohneinbusse
in Kauf nehmen müssen. Die körperlichen und psychischen Beschwerden an und für
sich sind indessen bereits in der ärztlichen Schätzung der Arbeitsfähigkeit
abschliessend berücksichtigt worden, sodass sich diesbezüglich kein weiterer Abzug
rechtfertigt. Die Insulinabgabe kann auch auf die Essenspausen gelegt werden, sodass
sie die Arbeitstätigkeit nicht behindern. Sodann ist bei Männern im tiefsten
Anforderungsniveau die Teilzeitarbeit hochgerechnet auf ein Vollpensum statistisch
gesehen schlechter entlöhnt als Vollzeitarbeit (Tabelle T2* auf S. 16 der LSE 2006).
Männer im tiefsten Anforderungsniveau erzielten im Jahr 2006 mit einem zwischen
https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75
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50% und 89% liegenden Arbeitspensum aufgerechnet auf ein Vollpensum ein zwischen
10.1% und 16.2% tieferes Einkommen. Dies ist zu berücksichtigen, denn wenn der
Beschwerdeführer seine 70%ige Leistungsfähigkeit in einer ganztägigen Anstellung
erbringen würde, wäre sein Arbeitsplatz nicht voll ausgelastet (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 8. Januar 2008 [9C_603/07]). Hingegen ist der geringen
Ausbildung sowie den mangelnden Deutschkenntnissen mit der Einstufung auf das
Niveau 4 gemäss den statistischen Löhnen im Anhang der LSE bereits Rechnung
getragen worden. Ebenso rechtfertigt das fortgeschrittene Alter (Jahrgang 1953) keinen
zusätzlichen Abzug. Das Alter hätte zwar bei der Frage der (medizinischen)
Zumutbarkeit einer zu erbringenden Arbeitsleistung von Bedeutung sein können, ist
aber darüber hinaus kein Umstand, der das Ausmass der Invalidität beeinflusst, auch
wenn er das Finden einer Stelle und die Verwertung der verbliebenen
Restarbeitsfähigkeit erschwert oder verunmöglicht. In einem in AHI 1999 S. 237
veröffentlichten Urteil vom 28. Juli 1999 hat das Bundesgericht einen Abzug wegen
fortgeschrittenen Alters des Versicherten - von im Zeitpunkt des Verfügungserlasses 53
Jahren - nicht zugelassen, da mit zunehmendem Alter die Lohnzuwachskurve zwar
flacher verläuft, der Faktor Alter sich aber statistisch nicht lohnsenkend auswirke (vgl.
auch in Bezug auf 57-jährige Versicherte die Urteile 9C_610/2007 vom 23. Oktober
2007, Erw. 4.3; und I 39/04 vom 20. Juli 2004, Erw. 2.4; und in Bezug auf 60-jährige
Versicherte die Urteile I 304/06 vom 22. Januar 2007, Erw. 4.2; und I 376/05 vom 5.
August 2005, Erw. 4.2). Wenn das Bundesgericht trotzdem gelegentlich einen Abzug
unter anderem mit fortgeschrittenem Alter begründet (etwa Entscheide I 100/01 vom
11. April 2002 und I 813/02 vom 7. Mai 2003), so kann darauf nicht abgestellt werden.
Es ist von einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage auszugehen. Hier ist die
Neuanstellung auch älterer Arbeitskräfte nicht notwendigerweise mit einer
Lohneinbusse verbunden. Aus dem Umstand, dass ältere Arbeitnehmer in
wirtschaftlich schwierigen Zeiten seltener eine Anstellung finden als jüngere, ist für das
hypothetische Invalideneinkommen nichts abzuleiten. Wiederum liegt primär ein Aspekt
des Arbeitslosigkeitsrisikos vor. Bei Anwendung des untersten Anforderungsniveaus ist
auch nicht mit einem wesentlichen Einfluss des Dienstalters auf das Einkommen zu
rechnen, nimmt dessen Bedeutung doch im privaten Sektor ab, je niedriger das
Anforderungsprofil ist (vgl. AHI 1999 S. 181; auch BGE 126 V 75 Erw. 5a/cc).
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3.4 Insgesamt erscheint unter diesen Umständen der von der Beschwerdegegnerin
gewährte Abzug von 10% als angemessen. Das Invalideneinkommen beläuft sich
demnach auf Fr. 37'890.-- (Fr. 42'100.-- x 0.90). Bei einem Valideneinkommen von
Fr. 58'812.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 37'890.-- ergibt sich ein
Invaliditätsgrad von 35.5%. Selbst wenn der Abzug auf 15% angehoben würde, ergäbe
sich aus dem Vergleich des Validen- mit dem Invalideneinkommen lediglich ein
Invaliditätsgrad von 39.1%. Der vom Beschwerdeführer verlangte Maximalabzug von
25% ist klarerweise nicht angebracht.
4.
4.1 Es bleibt, den Anspruch auf berufliche Massnahmen zu prüfen. Weil der
Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers unter der rentenbegründenden Hürde von 40%
liegt, besteht keine Eingliederungspflicht, die die Beschwerdegegnerin dem Grundsatz
"Eingliederung vor Rente" folgend von Amtes wegen zu berücksichtigen hätte.
Hingegen kommt ein Eingliederungsanspruch des Beschwerdeführers sehr wohl in
Frage, zumal praxisgemäss sämtliche in Frage kommenden Ansprüche zu prüfen sind
und bereits der Hausarzt am 15. Juni 2006 vom Willen zur Arbeitseingliederung
berichtet hat (IV-act. 7).
4.2 Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben Invalide oder von einer Invalidität unmittelbar
bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese
notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern.
Dabei ist die gesamte noch zu erwartende Arbeitsdauer zu berücksichtigen. In der
Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck
angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen
Umständen bestmöglichen Vorkehren (BGE 121 V 258; BGE 124 V 108). Denn das
Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall
notwendig, aber auch genügend ist (BGE 124 V 108). Immer muss zwischen Kosten
und Nutzen der Eingliederungsmassnahmen ein vernünftiges Verhältnis bestehen. Die
Eingliederungsmassnahmen bestehen unter anderem in Massnahmen beruflicher Art
(Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung und
Arbeitsvermittlung; Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG).
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4.3 Gemäss Art. 17 Abs. 1 IVG besteht ein Anspruch auf eine Umschulung in eine neue
Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung invaliditätsbedingt notwendig ist und dadurch
die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder wesentlich verbessert werden kann.
Nach Art. 6 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201)
gelten als Umschulung unter anderem Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach
Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer
Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur
Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen. Eine Invalidität im Sinne
des Art. 17 Abs. 1 IVG liegt nach der Praxis vor, wenn eine versicherte Person eine
Erwerbseinbusse von mindestens 20% erleidet (ZAK 1984, 91).
4.4 Da eine Erwerbseinbusse von mehr als 20% vorliegt, ist ein Umschulungsanspruch
auch bei einem Hilfsarbeiter zu prüfen. Eine Umschulung eines Hilfsarbeiters stellt im
Grunde stets eine erstmalige berufliche Ausbildung dar, die ein Ungleichgewicht mit
den bisherigen Erwerbsaussichten mit sich bringt. Dies kann allenfalls das
Verhältnismässigkeitsprinzip verletzen, wenn nämlich nach der Umschulung ein
wesentlich höheres Einkommen erzielt werden könnte, als es mit der bisherigen
(Hilfs-)Tätigkeit der Fall gewesen wäre. Deswegen hat das Bundesgericht auf die
Umschulungen von Hilfskräften die Wertung bei gelernten Versicherten übertragen, die
eine höherwertige Ausbildung wünschen. Ein Anspruch auf eine solche höherwertige
Ausbildung bestehe nur, wenn die erwerblichen Auswirkungen des
Gesundheitsschadens sich nur auf diese Weise beheben liessen (vgl. etwa ZAK 1988
S. 467; Entscheid des Bundesgerichts vom 5. September 2001 [I 202/00]). Hat der
Gesundheitsschaden in seiner Art und Schwere derartige berufliche Auswirkungen,
dass auch beim Hilfsarbeiter nur mit einer höherwertigen Ausbildung eine
angemessene Verwertung der verbleibenden Leistungsfähigkeit beziehungsweise eine
angemessene Schadensdeckung resultiert, so ist die Ausbildung geschuldet (m.w.H.
Entscheid IV 2007/21 des Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vom 14. August
2007, E. 4d). Vorliegend kann der Beschwerdeführer noch einer Vielzahl von
verschiedenen körperlich leichten Tätigkeiten auf dem Arbeitsmarkt nachgehen. Seine
körperlichen Beschwerden schränken den Fächer an verschiedenen Tätigkeiten nicht
dermassen ein, dass eine angemessene Schadensdeckung nicht mehr realisiert
werden könnte. Der Beschwerdeführer hat somit keinen Anspruch auf Umschulung. Die
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Frage, ob der Beschwerdeführer über genügende intellektuelle Ressourcen verfügen
würde, kann damit offenbleiben.
4.5 Gemäss der Ausführungen der Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort
vom 17. Juni 2008 sei die Arbeitsvermittlung nicht Gegenstand der Verfügung vom
31. Januar 2008 gewesen. Es steht dem Beschwerdeführer somit nichts im Wege,
diese zu beantragen.
5.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Als unterliegende Partei hat der Beschwerdeführer die Gerichtskosten
zu bezahlen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP). Mit dem von ihm geleisteten Kostenvorschuss im
Verfahren IV 2008/130 in gleicher Höhe ist die geschuldete Gerichtsgebühr getilgt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG