Decision ID: 8467d664-7caf-5918-9d4b-88808fc99063
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Die Beschwerdeführer verliessen nach eigenen Angaben den Libanon am 10. November 1998 und reisten am 27. Januar 1999 zusammen mit ihren beiden älteren Kindern sowie mehreren Geschwistern des Beschwerdeführers (F._ und dessen Familie [N _], G._ [N _], H._ [N _] und I._ [N _ ]) illegal in die Schweiz ein, wo sie am 28. Januar 1999 im Empfangszentrum in Chiasso ein Asylgesuch stellten. Nach den  vom 4. Februar 1999 wurden sie für die Dauer des  dem Kanton Y._ zugeteilt. Die Befragungen durch den X._ des Kantons Y._ fanden am 10. Juni 1999  16. Juli 1999 statt. Am 6. September 2000 führte das Bundesamt zusätzliche Anhörungen durch.
B. B.a Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte der  im Wesentlichen vor, er sei syrischer Staatsangehöriger kurdischer Ethnie, sei aber in Z._, Libanon geboren worden. Als Kind sei er mit seiner Familie nach Syrien zurückgekehrt. Anlässlich der Anmeldung zum Militärdienst sei er grundlos für drei Tage festgenommen worden. Im Militärdienst, den er von 1987 bis Ende 1989 absolviert habe, sei er ebenfalls wegen seiner Zugehörigkeit zur kurdischen Ethnie diskriminiert und erniedrigt worden. Unter anderem sei er zu einem Monat Gefängnis verurteilt worden, weil er mit anderen Soldaten eine Newroz-Feier veranstaltet habe. Nach Beendigung des Militärdienstes sei er infolge der Verhaftung seiner Schwester G._ vom nationalen Sicherheitsdienst belästigt und unter Druck gesetzt worden, als Spitzel tätig zu sein. Da er nicht mit dem Sicherheitsdienst habe zusammenarbeiten wollen, sei er im Jahre 1990 nach Z._, Libanon umgezogen. Dort hätten er und seine Geschwister G._, F._ und I._ mit einer Person namens J._ zusammengearbeitet, welcher den K._ gegründet und eine wöchentliche politische Zeitung herausgegeben habe. Er selber habe jeweils die Zeitungen verteilt und Unterkünfte sowie Arbeit für andere Kurden organisiert. Im Jahre (...) sei das Büro von J._ geschlossen worden, weil sich herausgestellt habe, dass dieser ein Agent des syrischen Geheimdienstes gewesen sei. J._ habe sich an seiner Familie rächen wollen, weil G._ dessen Kollaboration mit dem Geheimdienst offengelegt habe. Er habe
Seite 2
E-6961/2006
aus diesem Grund zunächst Anzeige gegen seinen in Syrien verbliebenen Bruder L._ erstattet und die Beschlagnahmung von dessen Haus veranlasst. Darauf habe J._ auch seine Geschwister F._, G._ und M._ wegen Diebstahls angezeigt und habe ihn, den Beschwerdeführer, verpflichten wollen, als Zeuge gegen seine Familienangehörigen auszusagen. Am (...) sei er vom syrischen Geheimdienst verhaftet und einen Monat festgehalten und gefoltert worden. Sie hätten von ihm den Aufenthaltsort seiner Schwester G._, welche in dieser Zeit untergetaucht gewesen sei, erfahren wollen. Nachdem er sich unter diesem Druck zur Kooperation bereit erklärt habe, sei er wieder freigelassen worden. In der Folge sei ihm bis zur Ausreise nichts mehr zugestossen (A2/9, S. 5), beziehungsweise er sei etwa eine Woche nach der Freilassung erneut verhaftet und etwa eine Woche festgehalten und kurz darauf ein drittes Mal für 2-3 Tage in Haft gewesen (A6/22, S. 10 f. ; A13/16, S. 10), weil er die versprochenen Informationen nicht geliefert habe, respektive er sei nach der einmonatigen Haft nur noch ein Mal - für zwei Tage - in Haft gewesen (A6/22, S. 13 f.). Seine Ehefrau sei ebenfalls von den Sicherheitskräften für zwei Tage festgenommen worden (A6/22, S. 11) respektive nur befragt worden (A13/16, S. 9). Aus diesen Gründen sei er mit seiner Familie in die Baqâ'a-Region geflüchtet, wo sie sich zwei oder drei Monate aufgehalten hätten und danach wieder nach Z._ zurückgekehrt seien. Schliesslich hätten er und seine Geschwister sich zur Ausreise entschlossen. Sie seien mit Hilfe von Schleppern auf dem Landweg über Syrien, Türkei und weitere, ihm unbekannte Länder in die Schweiz gereist.
B.b Die Beschwerdeführerin ihrerseits gab zu Protokoll, dass sie  Staatsangehörige sei. Zur Begründung ihres Asylgesuchs verwies sie im wesentlichen auf die Asylvorbringen ihres Ehemannes. Ausserdem brachte sie vor, sie sei während der Inhaftierung ihres Ehemannes im Jahre 1997 mehrmals vom Sicherheitsdienst gesucht worden und habe sich deshalb bei ihrem Bruder sowie bei einer  versteckt. Einmal sei sie vom Sicherheitsdienst auf den Posten N._ mitgenommen und verhört, aber auf Intervention ihres Bruders wieder freigelassen worden.
B.c Zur Stützung ihrer Vorbringen reichten die Beschwerdeführer  Dokumente in Kopie ein: Identitätskarten des  und der Beschwerdeführerin, Todesurkunde des Vaters des Be-
Seite 3
E-6961/2006
schwerdeführers, Bericht des syrischen Innenministeriums betreffend den Tod des Vaters, ausgestellt am 19. Juni 1998, Arztbericht über den Tod des Vaters mit Stempel des Gesundheitsministeriums, ausgestellt am 8. August 1998, notarielle Bestätigung über eine hinterlegte .
C. Am 2. Oktober 2000 wurde die Tochter E._ der Beschwerdeführer geboren und in das Verfahren ihrer Eltern einbezogen.
D. Mit Verfügung vom 5. November 2002 - eröffnet am 7. November 2002 - lehnte das Bundesamt das Asylgesuch der Beschwerdeführer ab und ordnete deren Wegweisung aus der Schweiz an. Zur Begründung  es aus, dass ihre Vorbringen teilweise den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) und teilweise den Anforderungen an die  gemäss Art. 3 AsylG nicht standzuhalten vermöchten. Ausserdem sei der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich. Auf die detaillierte Begründung wird - soweit entscheidwesentlich - in den Erwägungen eingegangen.
E. Mit Eingabe ihres damaligen Rechtsvertreters vom 9. Dezember 2002 erhoben die Beschwerdeführer bei der Schweizerischen  (ARK) Beschwerde gegen die Verfügung der Vorinstanz und beantragten deren Aufhebung, die Feststellung der  sowie die Gewährung des Asyls. Eventualiter sei ihnen die vorläufige Aufnahme wegen Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu gewähren. In formeller Hinsicht beantragten sie die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Auf die Begründung wird - soweit entscheidwesentlich - in den Erwägungen eingegangen. Zur Stützung ihrer Vorbringen reichten die Beschwerdeführer  von Dr. med. O._, vom 6. Dezember 2002, sowie von Dr. med. P._, vom 2. und 3. Dezember 2002 sowie einen Bericht von Amnesty International zu Handen des Verwaltungsgerichts Düsseldorf, vom 19. August 2002 zu den Akten.
F. Mit Eingabe vom 12. Dezember 2002 ging ein Gutachten betreffend
Seite 4
E-6961/2006
die Beschwerdeführer von Amnesty International, Sektion Schweiz, vom 5. Dezember 2002 ein.
G. Mit Zwischenverfügung vom 13. Dezember 2002 verwies der  Instruktionsrichter den Entscheid über das Gesuch um  Rechtspflege in den Endentscheid und forderte die  dazu auf, bis am 30. Dezember 2002 entweder ihre  zu belegen oder einen Kostenvorschuss von Fr. 600.-- .
H. Mit Eingabe vom 16. Dezember 2002 reichten die Beschwerdeführer eine Fürsorgebestätigung der Sozialdienste R._ vom 6. Dezember 2002 nach.
I. In ihrer Vernehmlassung vom 17. Juni 2003 hielt die Vorinstanz an der angefochtenen Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde.
J. Mit Schreiben vom 1. Juli 2003 (Poststempel) nahm Amnesty , Schweizer Sektion, Stellung zu den Ausführungen in der  Vernehmlassung und insbesondere zu der am Gutachten vom 6. Dezember 2002 geäusserten Kritik.
K. Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 7. Juli 2003 äusserten sich die Beschwerdeführer im Rahmen der ihnen von der Kommission  Möglichkeit zur Replik zu der Vernehmlassung der Vorinstanz und hielten an ihren Beschwerdeanträgen fest.
L. Mit Eingabe vom 23. Januar 2004 nahmen die Beschwerdeführer zur Frage der Zumutbarkeit und Zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs nach Syrien oder in den Libanon Stellung und wiesen auf die grosse Belastung durch die lange Verfahrensdauer hin.
M. Mit der ARK in Kopie zugestelltem Schreiben vom 15. Juni 2005 entzo-
Seite 5
E-6961/2006
gen die Beschwerdeführer ihrem damaligen Rechtsvertreter das .
N. Mit Eingabe vom 4. Juli 2005 (Poststempel: 5. Juli 2005) reichten die Beschwerdeführer folgende Beweismittel zu den Akten: einen Bericht von Amnesty International über die Lage der Kurden in Syrien nach den Ereignissen im März 2004, vom 10. März 2005, einen Bericht von Amnesty International über die Verhaftung eines jungen Kurden vom 20. Juni 2005, zwei Schreiben der Kinder C._ und D._, das Szenario des Films "S._", in welchem die Geschichte der Schwester G._ des Beschwerdeführers thematisiert wird, sowie zwei Zeitungsausschnitte betreffend diesen Film.
O. Mit Eingabe vom 21. November 2005 teilte Fürsprecher T._ mit, dass er von den Beschwerdeführern mit deren Vertretung mandatiert worden sei, erkundigte sich nach dem Verfahrensstand und ersuchte um Zustellung eines aktualisierten Aktenverzeichnisses.
P. Mit Zwischenverfügung vom 25. November 2005 wurde dem  entsprochen.
Q. Mit Schreiben vom 20. April 2006 ersuchte der zuständige  die Schweizerische Botschaft in Libanon um Abklärung der Frage, ob die Beschwerdeführer die Möglichkeit hätten, im Libanon wieder eine Niederlassungsbewilligung zu erhalten und wie gross der Einfluss der syrischen Behörden, insbesondere des syrischen Geheimdienstes, im Libanon derzeit sei.
In der Botschaftsantwort vom 16. August 2006 wurde im Wesentlichen dargelegt, dass syrische Staatsbürger sowie Ehegatten von  Staatsangehörigen eine libanesische Aufenthaltsbewilligung erlangen könnten, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen (, Bankguthaben, verwandtschaftliche Beziehung zu einer Person libanesischer Staatsangehörigkeit) erfüllt seien. Die syrischen Geheimdienste hätten aktuell fast keinen Einfluss im Libanon. Für eine genaue Beurteilung müssten aber die oppositionellen Aktivitäten genauer erläutert werden. Personen die sich gegen Syrien engagieren
Seite 6
E-6961/2006
würden, könnten Probleme mit der Hizbollah und ihren Alliierten haben.
R. Mit Schreiben vom 15. August 2006 wiesen die Beschwerdeführer darauf hin, dass eine Rückkehr in den Libanon nicht möglich sei, da ihnen die libanesischen Behörden mangels libanesischer  kein Laissez-passer ausstellen würden. Ferner bestehe die Gefahr, von den libanesischen Behörden nach Syrien ausgeliefert zu werden. Schliesslich seien ihre Kinder als staatenlos zu betrachten, da sie über keine Identitätspapiere verfügen würden.
S. Mit Zwischenverfügung vom 4. September 2006 wurde den  Gelegenheit gegeben, zu den Ergebnissen der  Stellung zu nehmen.
T. Mit Schreiben vom 12. September 2006 teilte Fürsprecher T._. mit, dass ihm die Beschwerdeführer das Vertretungsmandat entzogen hätten.
U. Mit Eingabe vom 18. September 2006 teilte der derzeitige  der Beschwerdeführer die Übernahme des Vertretungsmandats mit und nahm zur Botschaftsabklärung Stellung. In der Beilage wurde eine persönliche Stellungnahme der Beschwerdeführer eingereicht.
V. Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 15. Mai 2007 ersuchten die Beschwerdeführer um beförderliche Behandlung ihrer Beschwerde und wiesen auf ihre Ausführungen zur Frage der Rückkehr in den  in der Eingabe vom 18. September 2006 sowie ihre  Integration in der Schweiz hin.
W. Am 5. September 2007 überwies der Instruktionsrichter die  an die Vorinstanz für einen zweiten Schriftenwechsel.
X. Mit Verfügung vom 17. September 2007 hob das BFM die Ziffern 4 und 5 seiner Verfügung vom 5. November 2002 wiedererwägungsweise auf
Seite 7
E-6961/2006
und gewährte den Beschwerdeführern die vorläufige Aufnahme in der Schweiz wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs.
Y. Mit Zwischenverfügung vom 19. September 2007 wurde den Beschwerdeführern mitgeteilt, dass ihre Beschwerde gegenstandslos geworden sei, soweit die Frage des Vollzugs der Wegweisung  und es wurde ihnen Gelegenheit gegeben, dazu Stellung zu , ob sie an ihrer Beschwerde betreffend ihre Begehren bezüglich Flüchtlingseigenschaft und Asyl festhalten oder diese zurückziehen wollen.
Z. Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 16. Oktober 2007 sowie  Schreiben vom 27. Oktober 2007 teilten die  mit, dass sie an ihrem Begehren um Gewährung des Asyls  würden.
AA. Mit Eingabe vom 22. Januar 2008 - vorab per Telefax - reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer auf telefonische Aufforderung des Instruktionsrichters hin eine Kostennote ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Das Bundesamt für Migration (BFM) gehört zu den  nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des . Eine Ausnahme, was das Sachgebiet angeht, ist nicht gegeben (Art. 32 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und  in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG,
Seite 8
E-6961/2006
SR 173.110]). Die Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).
1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat bei gegebener Zuständigkeit am 1. Januar 2007 die bei der vormaligen Schweizerischen  (ARK) hängigen Rechtsmittel übernommen.
1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen  und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
2. Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht; die  sind legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 und 50 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist mithin einzutreten.
3. Nachdem die Beschwerdeführer mit Verfügung des BFM vom 17. September 2007 wegen Unzumutbarkeit des  wiedererwägungsweise vorläufig in der Schweiz aufgenommen wurden, ist die vorliegende Beschwerde bezüglich der Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung gegenstandslos . Beschwerdegegenstand bildet mithin die Frage, ob die Vorinstanz zu Recht die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführer verneint, das Asylgesuch abgewiesen und ihre Wegweisung aus der Schweiz angeordnet hat.
4. 4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person , wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder  sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).
Seite 9
E-6961/2006
4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft  oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender  für gegeben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).
5. 5.1 Zur Begründung ihrer Verfügung führte die Vorinstanz aus, dass die von den Beschwerdeführern geschilderten Verfolgungserlebnisse im Jahre 1997 als unglaubhaft zu erachten seien, da sie zu  Punkten widersprüchliche Aussagen gemacht hätten. So habe der Beschwerdeführer bei der Empfangsstellenbefragung zu Protokoll gegeben, es sei ihm nach der einmonatigen Inhaftierung durch den syrischen Geheimdienst bis zur Ausreise nichts mehr zugestossen. Hingegen habe er anlässlich der weiteren Befragungen ausgesagt, er sei danach noch ein beziehungsweise zwei Mal für kurze Zeit inhaftiert worden. Ferner habe er auch unterschiedliche Angaben zu den von seiner Ehefrau erlittenen Behelligungen gemacht. Ebenso habe die Beschwerdeführerin widersprüchliche Aussagen zu Anzahl und Dauer der Inhaftierungen ihres Ehemannes sowie zu ihren eigenen  mit dem syrischen Geheimdienst gemacht. Schliesslich würden sich die Aussagen der Beschwerdeführer dazu, unter welchen Umständen der Beschwerdeführer am (...) verhaftet worden sei und zum Zeitpunkt der Befragungen der Beschwerdeführerin untereinander widersprechen. Angesichts der Anzahl und Gewichtigkeit der Widersprüche sei von einem konstruierten Sachverhalt auszugehen. Im Übrigen seien die vom Beschwerdeführer vorgebrachten , welche er in seiner Studienzeit beziehungsweise während dem in den Jahren 1987 bis 1990 absolvierten Militärdienst erlebt habe, als nicht asylrelevant zu erachten, da es an einem genügend engen  mit der im Jahre 1998 erfolgten Ausreise fehle.
5.2 Die Beschwerdeführer rügten in ihrer Beschwerdeeingabe zunächst, dass die Feststellung der Vorinstanz, ihre Vorbringen seien aufgrund von Widersprüchen unglaubhaft, auf einer ungenügenden Sachverhaltsabklärung beruhe. Bei genauer Betrachtung der  liessen sich die Widersprüche auflösen. Ihre  seien in den wesentlichen Punkten schlüssig und substanziiert
Seite 10
E-6961/2006
und würden den Anforderungen an die Glaubhaftmachung, welche gewisse Zweifel zulasse, genügen. Die vorhandenen Unstimmigkeiten seien in erster Linie auf ihre gesundheitlichen Probleme , welchen von der Vorinstanz nicht Rechnung getragen worden sei. Der Beschwerdeführer sei wegen einer posttraumatischen  sowie einer reaktiven Depression mit suizidalen Impulsen in psychiatrischer Behandlung. Ferner müsse berücksichtigt werden, dass vier Geschwistern des Beschwerdeführers mit zum Teil  Vorbringen in der Schweiz Asyl gewährt worden sei. Die von ihnen erlittenen Übergriffe durch den syrischen Geheimdienst seien von hinreichender Intensität, um von einer begründeten Furcht vor Verfolgung auszugehen. Zudem sei zu beachten, dass sie sich erst durch die Flucht den Nachstellungen durch den syrischen  hätten entziehen können, und dass sie mit Reflexverfolgung rechnen müssten, da dies in Syrien zur gängigen Praxis der Behörden gehöre. Die syrische Regierung diskriminiere die kurdische  auf vielfältige Weise. Da sie von staatlicher Seite verfolgt würden, stehe ihnen keine innerstaatliche Fluchtalternative zur Verfügung. Zudem stelle auch der Libanon keine Alternative dar, da der syrische Geheimdienst dort stark präsent sei, namentlich auch an den , und volle Handlungsfreiheit geniesse. Somit falle eine Drittstaatswegweisung gestützt auf Art. 52 Abs. 1 AsylG nicht in Betracht. Im Übrigen sei der Wegweisungsvollzug aufgrund der ihnen drohenden Gefährdung als unzulässig und unzumutbar einzustufen.
5.3 In ihrer Vernehmlassung vom 17. Juni 2003 führte die Vorinstanz namentlich aus, dass Vorbehalte gegen das Gutachten von Amnesty International gemacht werden müssten, da dessen Verfasserin die Beschwerdeführer im erstinstanzlichen Verfahren vertreten habe und ähnlich lautende Gutachten in vielen Fällen von syrischen  eingereicht worden seien. Es werde daran festgehalten, dass abgewiesene syrische Asylsuchende, die meist keine Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG hätten glaubhaft machen können, keine  Probleme zu befürchten hätten. Der Umstand der  im Ausland als solcher werde von den syrischen Behörden nicht als regimefeindlicher Akt betrachtet. Diese  decke sich mit der Praxis anderer europäischer Staaten. Bei den im Gutachten angeführten Beispielen von Verhaftungen bei der  nach Syrien handle es sich um spezifische Einzelfälle. Eine  Furcht der Beschwerdeführer vor zukünftiger Reflexverfolgung bestehe nicht, da sie nicht hätten glaubhaft machen können, vor der
Seite 11
E-6961/2006
Ausreise einer Verfolgung wegen der Aktivitäten ihrer  ausgesetzt gewesen zu sein. Bezüglich der von den  vorgebrachten gesundheitlichen Probleme sei festzustellen, dass aus dem Vorhandensein bestimmter psychischer Symptome nicht ohne Weiteres auf das Bestehen eines Traumas geschlossen werden könne. Zudem sei eine adäquate Behandlung der Beschwerdeführer sowohl in Syrien als auch im Libanon gewährleistet.
5.4 In ihrer Replikeingabe vom 7. Juli 2003 hielten die  an ihren Ausführungen in der Beschwerdeeingabe fest.  widerspreche die Argumentation, dass eine posttraumatische Belastungsstörung nur diagnostiziert werden könne, wenn ein Trauma nachgewiesen sei, gesichertem medizinischem Fachwissen. Zudem sei darauf hinzuweisen, dass es dem Beschwerdeführer nach  des behandelnden Arztes unverändert schlecht gehe. Die Vorhalte gegen das Gutachten von Amnesty International seien nicht geeignet, dessen Aussagen zu entkräften. Schliesslich habe es die Vorinstanz bisher unterlassen, ihre Situation individuell zu prüfen und  ihre Aussagen mit den Ausführungen im Gutachten von Amnesty International sowie den Vorbringen ihrer Angehörigen, welche bereits als Flüchtlinge anerkannt worden seien, in Verbindung zu setzen.
6. Vorab ist festzustellen, dass im Zuge der mit Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 beschlossenen und am 1. Januar 2008 in Kraft getretenen Revision des Asylgesetzes (vgl. AS 2006 4745, 2007 5573, BBl 2002 6845) die Bestimmung von Art. 52 Abs. 1 aAsylG, welche vorsah, dass einer sich in der Schweiz befindenden Person in der Regel kein Asyl gewährt wurde, wenn sie sich vor ihrer Einreise einige Zeit in einem Drittstaat aufgehalten hatte, in den sie zurückkehren konnte oder wenn sie in einen Drittstaat ausreisen konnte, in dem nahe Angehörige leben, gestrichen wurde. In Art. 34 Abs. 2 AsylG des revidierten Asylgesetzes ist indessen neu vorgesehen, dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn die betroffenen  in einen sicheren Drittstaat nach Artikel 6a Absatz 2 Buchstabe b zurückkehren können, in welchem sie sich vorher aufgehalten haben (Buchstabe a), in einen Drittstaat zurückkehren können, in welchem sie sich vorher aufgehalten haben und im Einzelfall effektiver Schutz vor Rückschiebung nach Artikel 5 Absatz 1 besteht (Buchstabe b), in einen Drittstaat weiterreisen können, für welchen sie ein Visum  und in welchem sie um Schutz nachsuchen können (Buchstabe c),
Seite 12
E-6961/2006
in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Buchstabe d), oder in einen Drittstaat weiterreisen können, in dem Personen, zu denen sie enge Beziehungen haben, oder nahe  leben (Buchstabe e). Gemäss Absatz 3 von Art. 34 AsylG findet Absatz 2 indessen keine Anwendung, wenn Personen, zu denen die Asylsuchenden enge Beziehungen haben, oder nahe Angehörige in der Schweiz leben (Buchstabe a), wenn die Asylsuchenden die  nach Artikel 3 erfüllen (Buchstabe b), oder wenn  darauf bestehen, dass im Drittstaat kein effektiver Schutz vor Rückschiebung nach Artikel 5 Absatz 1 besteht (Buchstabe c).  ist zumindest der Ausnahmetatbestand von Art. 34 Abs. 3 Bst. a AsylG erfüllt, da mehrere Geschwister des Beschwerdeführers als Flüchtlinge in der Schweiz leben. Zudem dürfte auch die  der in Buchstaben c definierten Ausnahmebestimmung gegeben sein, da angesichts des immer noch bestehenden Einflusses der  Behörden im Libanon das Bestehen eines effektiven Schutzes vor Rückschiebung nach Syrien zweifelhaft erscheint. Aus diesen Gründen ist zu schliessen, dass der langjährige Aufenthalt der  im Drittstaat Libanon vor ihrer Einreise in die Schweiz das Nichteintreten auf ihr Asylgesuch gestützt auf den neu  Nichteintretenstatbestand von Art. 34 Abs. 2 AsylG nicht zu  vermöchte und somit die materielle Prüfung der  der Beschwerdeführer durch die Vorinstanz auch mit dem  Asylgesetz vereinbar ist. Nachdem ein Drittstaatsaufenthalt keinen Asylausschlussgrund mehr darstellt, kann im Weiteren darauf  werden, zu prüfen, ob die Beschwerdeführer wiederum Aufnahme im Libanon finden könnten.
7. 7.1 Grundsätzlich sind die Vorbringen eines Gesuchstellers dann glaubhaft, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in vagen Schilderungen , in wesentlichen Punkten nicht widersprüchlich sein oder der  Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der  Erfahrung widersprechen (Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 1 E. 5 S. 4 ff.). An die Glaubhaftmachung dürfen nicht zu strenge Anforderungen gestellt werden und die Argumentation der Behörden darf sich nicht in blossen Gegenbehauptungen oder allgemeinen Vermutungen . Angesichts des reduzierten Beweismasses der Glaubhaftmachung
Seite 13
E-6961/2006
besteht durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den  des Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob eine  aller Vorbringen ergibt, dass die Gründe, die für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung des Gesuchstellers sprechen, überwiegen oder nicht (EMARK 2004 Nr. 1 E. 5 S. 4 ff., mit weiteren Hinweisen, 1993 Nr. 21 S. 134 ff., 1993 Nr. 11 S. 67 ff.).
7.2 Der Beschwerdeführer und seine Ehefrau haben übereinstimmend in allen Befragungen ausgesagt, dass der Beschwerdeführer am (...) vom syrischen Geheimdienst in Z._ verhaftet, für einen Monat festgehalten und dabei misshandelt worden sei. Die  des Beschwerdeführers über die Umstände dieser Haft und namentlich die von ihm während dieser erlittenen Misshandlungen weisen einen erheblichen Detaillierungsgrad aus und sind  und durchaus lebensnah ausgefallen, weshalb sie keine vernünftigen Zweifel daran zu wecken vermögen, dass der  das Geschilderte auch tatsächlich erlebt hat. Andererseits ist aber in Übereinstimmung mit der Vorinstanz festzustellen, dass die Beschwerdeführer zum Teil massiv widersprüchliche Aussagen zu den Umständen unter denen der Beschwerdeführer am (...) festgenommen worden sei, zu den angeblichen weiteren, nach seiner Entlassung aus der einmonatigen Haft erlittenen Festnahmen sowie zu den von der Beschwerdeführerin ihrerseits erlittenen Behelligungen gemacht haben. Für die Einzelheiten kann auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. Die Ausführungen in der Beschwerdeeingabe, mit welchen die Beschwerdeführer die  klaren Widersprüche zu entkräften suchen, sind nicht geeignet, diese auszuräumen und es ergeben sich aus den  keine Hinweise für eine Beeinträchtigung der Einvernahmefähigkeit der Beschwerdeführer aus gesundheitlichen Gründen. Die Punkte zu welchen die Beschwerdeführer widersprüchliche Aussagen machten, erscheinen aber insgesamt nicht derart zentral, dass dadurch ihre  vollumfänglich als unglaubhaft qualifiziert werden können.
Nach dem Gesagten ist somit davon auszugehen, dass der  am (...) vom syrischen Geheimdienst verhaftet und für einen Monat festgehalten wurde, die Beschwerdeführer danach aber bis zu ihrer Ausreise aus dem Libanon keine weiteren Repressalien erlitten haben. Ob die von den Beschwerdeführern vor ihrer Ausreise erlebten Vorkommnisse für sich alleine betrachtet eine genügend intensive Verfolgung darstellen würden, um die Voraussetzungen von Art. 3
Seite 14
E-6961/2006
AsylG für die Asylgewährung zu erfüllen, kann indessen mit Blick auf die nachfolgenden Erwägungen offenbleiben; die Beschwerdeführer machen nämlich geltend, sie müssten aufgrund ihrer Verwandtschaft mit politisch aktiven Personen befürchten, Opfer von Reflexverfolgung zu werden.
7.3 7.3.1 Aus den Aussagen der Beschwerdeführer, sowie den  Verfahrensakten der in der Schweiz als Flüchtlinge anerkannten Geschwister des Beschwerdeführers ergibt sich, dass dieser aus einer Familie stammt, welche aufgrund ihres oppositionellen Profils in der Vergangenheit erheblichen Repressalien durch die syrischen  ausgesetzt war. Der Vater des Beschwerdeführers war Mitglied der U._ Partei und hatte deshalb wiederholt Probleme mit den syrischen Behörden. Er verstarb im Jahre (...) unter dubiosen Umständen. Die Schwester G._ (N _) des , welcher die Vorinstanz mit Verfügung vom (...) Asyl gewährte, wurde im Jahre (...) aufgrund des Vorwurfs der Mitgliedschaft bei der _ festgenommen und verbrachte ein Jahr in Haft, wobei sie schwer misshandelt wurde. Im Libanon war sie als Journalistin für eine kurdische Zeitung und danach für die Vertretung des K._ tätig. In den Jahren (...) bis (...) wurde sie wiederholt von den syrischen Behörden verhaftet. Auch im Libanon geriet sie aufgrund ihres  für die kurdische Sache unter Druck des syrischen  und war von März bis Juni (...) wiederum in Haft. Die Geschwister F._ (N _) und M._ (N _), welchen mit Verfügungen vom _ beziehungsweise _ erstinstanzlich Asyl gewährt wurde, arbeiteten im Büro des K._ mit. F._ wurde in den Jahren (...) und (...) jeweils wegen der Teilnahme an einem Newroz-Fest verhört und misshandelt. Ab (...) wurde er vom militärischen Geheimdienst gesucht und von diesem mehrmals verhört und misshandelt. Im März (...) wurden er und M._ vom syrischen Geheimdienst in Z._ festgenommen und misshandelt, um sie zur Kooperation und Übergabe der Schwester G._ zu zwingen. Der Bruder L._ (N _) wurde in den Jahren (...) bis (...) ebenfalls mehrmals vom syrischen  festgenommen und misshandelt. Im Zusammenhang mit dem vom Leiter des K._-Büros in Z._, J._, gegen seine Geschwister angestrengten Verfahrens wurde sein Haus  und er wurde gezwungen, als Zeuge gegen seine Geschwister
Seite 15
E-6961/2006
auszusagen. Ihm wurde am _ in der Schweiz erstinstanzlich Asyl gewährt. Die Mutter des Beschwerdeführers, W._ (N _) sowie seine Schwester M._ und deren Ehemann wurden vom UNHCR im Libanon als Flüchtlinge anerkannt, bevor sie aufgrund des auf die Familie ausgeübten Drucks ebenfalls ausreisten. Schliesslich sind auch die Geschwister H._ (N _) und I._ (N _) des Beschwerdeführers aufgrund der Befürchtung, Opfer von Reflexverfolgung zu werden, aus dem Libanon ausgereist und haben in der Schweiz um Asyl ersucht.
Vor diesem Hintergrund erscheint die in der Beschwerde erhobene Rüge, das BFM habe dem familiären Umfeld der Beschwerdeführer nicht ausreichend Beachtung geschenkt, und die von ihnen geltend gemachte Reflexverfolgung bei der Prüfung des Asylgesuchs zu wenig berücksichtigt, als berechtigt. Im Folgenden geht es vor allem darum zu untersuchen, ob für die Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr nach Syrien eine begründete Furcht vor Reflexverfolgung besteht.
7.3.2 Begründete Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG liegt vor, wenn konkreter Anlass zur Annahme besteht, die  hätte sich - aus der Sicht im Zeitpunkt der Ausreise - mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit verwirklicht beziehungsweise werde sich - auch aus heutiger Sicht - mit  Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirklichen. Dabei genügt es nicht, dass diese Furcht lediglich mit Vorkommnissen oder Umständen, die sich früher oder später möglicherweise ereignen könnten, begründet wird. Ob in einem bestimmten Fall eine solche Wahrscheinlichkeit besteht, ist aufgrund einer objektivierten  zu beurteilen. Es müssen damit hinreichende  für eine konkrete Bedrohung vorhanden sein, die bei jedem  in vergleichbarer Lage Furcht vor Verfolgung und damit den  zur Flucht hervorrufen würden. Dennoch ist für die  der begründeten Furcht nicht allein massgebend, was ein  Durchschnittsmensch in derselben Situation empfinden . Diese rein objektive Betrachtungsweise ist zusätzlich durch das von der betroffenen Person bereits Erlebte und das Wissen um  in vergleichbaren Fällen zu ergänzen. Wer bereits staatlichen Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt war, hat objektive Gründe für eine ausgeprägtere (subjektive) Furcht als jemand, der in der  keine entsprechenden Erfahrungen gemacht hat (vgl. EMARK 1994 Nr. 24 E. 8b, 1993 Nr. 11 E. 4c). Die subjektive Furcht ist dies-
Seite 16
E-6961/2006
falls bereits dann begründet, wenn sie zwar diejenige eines in der  Situation befindlichen Durchschnittsmenschen übersteigt, aber trotzdem nachvollziehbar bleibt (vgl. EMARK 2004 Nr. 1 E. 6a S. 9, mit weiteren Hinweisen).
7.3.3 In einem in EMARK 2005 Nr. 7 publizierten Entscheid zur Verfolgungssituation in Syrien kam die ARK zum Schluss, dass nahe Angehörige besonders verdächtiger Personen, welche sich ins  abgesetzt hätten oder anderweitig untergetaucht seien,  intensive Befragungen durch den syrischen Geheimdienst befürchten müssten und dass auch Beispiele sippenhaftartiger  zu verzeichnen seien. Die  in Syrien hat sich seither nicht wesentlich verändert. Gemäss  verschiedener Menschenrechtsorganisationen kommt es  zu willkürlichen Festnahmen von Personen, welche das syrische Regime und dessen Vorgehen kritisieren (vgl. UK Home Office,  of Origin Information Report, Syria, 10. Oktober 2007, Ziff. 8.07, mit weiteren Hinweisen; Human Rights Watch World Report 2007, Country Summary Syria, Januar 2007). Ausserdem werden nach  Berichten nach wie vor Angehörige von inhaftierten oder  Regimegegnern verhaftet oder bedroht, um Geständnisse zu  oder Flüchtige zur Aufgabe zu bewegen (vgl. US Department of State, Country Reports on Human Rights Practices: Syria, 2006, Section 1, [d]; SUSANNE BACHMANN, Syrien, Update der Entwicklung vom Mai 2004 bis September 2006, Schweizerische Flüchtlingshilfe, Bern, 2. Oktober 2006, S. 4). Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass die von der ARK im oben zitierten Entscheid getroffene  nach wie vor zutreffend ist.
7.3.4 Vorliegend ergibt sich aus den Akten, dass der  aus einer Familie stammt, welche in der Vergangenheit massiven Repressalien durch die syrischen Behörden ausgesetzt war.  seine Schwester G._ hat sich durch ihre journalistische Tätigkeit und ihr Engagement für die kurdische Sache erheblich . Auch mehrere Geschwister des Beschwerdeführers gerieten im Zusammenhang mit dem Streit mit J._ und dem Vorgehen gegen Schwester G._ ins Visier der syrischen Geheimdienste. Auch wenn der Beschwerdeführer selber sich nur in geringem Masse für den K._engagiert hat und vor der Ausreise längere Zeit nicht mehr behelligt worden war, ist davon auszugehen, dass er im Falle der Rückkehr nach Syrien einem nicht unerheblichen Risiko von
Seite 17
E-6961/2006
Reflexverfolgung ausgesetzt wäre. Zunächst ist zu beachten, dass sämtliche Familienangehörigen des Beschwerdeführers  Syrien beziehungsweise den Libanon verlassen haben und in Westeuropa (Schweiz, Deutschland) leben. Der Schwester G._, welche primär von den syrischen Behörden verfolgt wurde, sowie den Geschwistern L._, F._ und M._, die in  Weise behelligt wurden als der Beschwerdeführer, wurde in der Schweiz das Asyl gewährt. Es erscheint vor diesem Hintergrund nicht ausgeschlossen, dass die syrischen Behörden nach wie vor ein Interesse daran haben, den Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr nach Syrien über seine verschwundenen Geschwister zu befragen. Diese Annahme erscheint umso nahe liegender, als die syrischen Behörden mit grosser Wahrscheinlichkeit davon ausgehen werden, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz in Kontakt zu seinen hier als Flüchtlinge anerkannten Brüdern und Schwestern gestanden ist. Zudem ist zu beachten, dass er glaubhaft dargetan hat, in der Vergangenheit (1990 und 1997) bereits gewisse Repressalien aufgrund der Aktivitäten seiner Schwester G._ erlitten zu haben, sowie dass nach der Ausreise des Beschwerdeführers und mehrerer seiner Geschwister die Familienangehörigen, welche vorerst noch im Libanon verblieben (Mutter und Schwester M._), in der Tat verstärkten Behelligungen durch den syrischen Geheimdienst ausgesetzt waren.
7.3.5 Nach dem Gesagten ergibt sich unter Berücksichtigung  Vorbringen und insbesondere auch der Verfahrensakten der Geschwister, dass der Beschwerdeführer begründeten Anlass zur Furcht vor künftiger (Reflex-)Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG hat und damit die Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft erfüllt. Unter diesen Umständen haben auch die Ehefrau und die  Kinder des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 51 Abs. 1 AsylG Anspruch auf Anerkennung als Flüchtlinge, zumal keine besonderen Umstände vorliegen, welche gegen den Einbezug in die  des Beschwerdeführers sprechen würden.
8. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdeführer die  von Art. 3 und 7 AsylG erfüllen und keine  gegeben sind. Unter diesen Umständen ist die Verfügung der Vorinstanz vom 5. November 2002 - soweit nicht gegenstandslos
Seite 18
E-6961/2006
geworden - in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und den Beschwerdeführern und ihren Kindern Asyl zu gewähren.
9. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird bei dieser Sachlage .
10. Sodann ist den vertretenen Beschwerdeführern angesichts ihres Obsiegens in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und  vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihnen notwendigerweise erwachsenen  zuzusprechen. Diese wird unter Berücksichtigung der als angemessen zu erachtenden Kostennote ihres Rechtsvertreters vom 22. Februar 2008 auf Fr. 672.– (inklusive Auslagen und ) festgesetzt.
(Dispositiv nächste Seite)
Seite 19
E-6961/2006