Decision ID: 7f472d87-98ff-45f5-9e54-2532a5c56c16
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 08.05.2008 Art. 43 ATSG Untersuchungsgrundsatz. Bei Erlass der Verfügung (erstmalige Prüfung des Rentenanspruchs) ist der gesamte sich bis zum Verfügungszeitpunkt entwickelnde Sachverhalt zu berücksichtigen. Erhält die verfügende Behörde nach Verfügungserlass Hinweise, dass ihr im Verfügungszeitpunkt nicht alle Tatsachen bekannt waren, hat sie die Verfügung aufzuheben und ergänzende Abklärungen vorzunehmen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Mai 2008, IV 2006/273).
Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterin Marie-Theres Rüegg Haltinner,
Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiberin Iris Scherer
Entscheid vom 8. Mai 2008
in Sachen
G._,
Beschwerdeführer,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a G._, geboren 1954, meldete sich am 26. Januar 2006 bei der
Invalidenversicherung an und beantragte eine Invalidenrente. Er gab an, er habe seit
Februar 2005 Beschwerden in den Schultern, im Genick, im Kopf und in den Armen
und werde von den Dres. A._ und B._ behandelt. Als Ausbildung gab er eine
Anlehre als Gipser an (act. G 6.1.1).
A.b Am 23. August 2005 teilte PD Dr. med. C._, FMH medizinische Radiologie,
Stephanshorn, St. Gallen, Dr. A._ folgende Diagnose nach einer cervicalen
Kernspintomographie mit: Mehrsegmentale Osteochondrose und dorso-laterale
Spondylophytose mit spondylogener Einengung des Foramen intervertebrale C3/4
rechts mehr als links und C4/5 beidseits sowie medio-links lateral akzentuierter
Diskusprotrusion / kleiner flachbogiger medio-links lateraler Diskushernie C5/6 bei hier
eher degenerativ linksseitig betonter foraminaler Einengung und ventro-lateral links
betonter Einengung des ossären Spinalkanals auf gleicher Höhe auf knapp 7-8 mm.
Ebenso medio-links laterale flachbogige Diskushernie C6/7 sowie discogene, linksseitig
betonte Einengung des Neuroforamens. Zusätzliche tubuläre subligamentär nach
cranial luxierte Diskushernie ausgehend vom Diskus C7/Th1 ohne neurale
Kompromittierungen. Neurale Kompromittierungen sind foraminal rechts auf Höhe
C3/4, foraminal beidseits auf Höhe C4/5 sowie foraminal links auf Höhe C5/6 als auch
C6/7 möglich (act. G 6.1.7/5).
A.c Am 14. Oktober 2005 berichteten Dr. med. D._, Leitender Arzt, und Dr. med.
E._, Assistenzarzt, Neurochirurgie, Kantonspital St. Gallen, zu Handen von Dr. A._,
dass beim Versicherten ein ausgeprägtes cervicobrachialgiformes Schmerzsyndrom
beidseitig bei pansegmentaler degenerativer HWS mit Punktum maximum zwischen
HWK4 und HWK7 vorliege. Aufgrund des ausgeprägten Befundes und der
Schmerzsymptomatik würden sie dem Versicherten ein operatives Vorgehen im Sinn
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einer ventralen Discectomie zwischen HWK4 und HWK7 inkl. Beckenkamminterponat
und Fusion anbieten (act. G 6.1.7/7).
A.d Am 18. Oktober 2005 kündigte die F._ dem Versicherten per 31. Dezember 2005,
da es diesem kaum mehr möglich sei, den Beruf als Gipser auszuführen (act. G
6.1.10/4).
A.e Am 9. Februar 2006 diagnostizierte Dr. med. A._, Allgemeinmedizin FMH, eine
Diskushernie HWS mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Der Gesundheitszustand
sei stationär bis besserungsfähig. Für die bisherige Tätigkeit sei der Versicherte bis auf
weiteres zu 100% arbeitsunfähig. Als Gipser müsse er viele Arbeiten über Kopf
machen, was ihm nicht mehr möglich sei. Die bisherige Tätigkeit als Gipser sei nicht
mehr zumutbar. Leichte bis mittelschwere Arbeiten nicht über Schulterhöhe seien
seines Erachtens, worin er mit der Einschätzung von Dr. B._ übereinstimme,
zumutbar. Eine verminderte Leistungsfähigkeit bestehe dabei nicht. Eine Abklärung
betreffend Umschulung sei indiziert (act. G 6.1.7/4).
A.f Der Arbeitgeberbescheinigung vom 28. Februar 2006 ist zu entnehmen, dass das
Arbeitsverhältnis bei der F._ vom 1. Juni 2003 bis 31. Dezember 2005 dauerte. Der
letzte effektive Arbeitstag war der 15. Juli 2005. Der AHV- pflichtige Lohn betrug seit
dem 1. Januar 2005 Fr. 5'019.-- pro Monat. Das AHV-beitragspflichtige Einkommen
ohne Ersatzleistungen betrug 2003 Fr. 41'180.77, 2004 Fr. 58'789.40 und 2005
Fr. 31'534.45 (act. G 6.1.10/2).
A.g Am 25. April 2006 berichtete Dr. med. H._, FMH medizinische Radiologie, Dr.
A._, dass gegenüber August 2005 ein weitgehend stationäres cervicales
vertebrospinales Kernspintomogramm vorliege, d.h.: Deutliche deformierende
Spondylose, mässige Osteochondrose und links akzentuierte Uncarthrose C5/6 und
C6/7, begleitet von breitbasigen kleinvolumigen dorsal zirkumferenziellen medio-
linkslateral akzentuierten subligamentären Diskushernien/Sandwich-Hernien mit
konsekutiv spondylogen-discaler deutlicher Foraminaleinengung vor allem C6/7 links
und etwas weniger auch C5/6 links und möglicher Wurzelirritation vor allem C7 links,
ohne eindeutige Kompression. Ebenfalls stationäre Discopathie C7/Th1 mit
mittelvolumiger paramedian rechtseitiger deutlich nach cranial luxierender
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subligamentärer Diskushernie mit ventraler Duralschlauchimpression, ohne neurale
Kompression. Stationäre degenerative (discal, spondylogen) mittelgradige
Duralschlaucheinengung C5/6 und C6/7, ohne Myelonkompression. Stationäre
mediane Diskusprotrusion bzw. minimale sublimigatäre Diskushernie C3/4 sowie
spondylogene leichte Foraminaleinengungen C3/4 und C4/5 bds.. Persistierende
cervicale Streckfehlhaltung mit flachbogiger Kyphosierung C4 bis C7 im Liegen (act. G
6.1.17/6).
A.h Mit Verfügung vom 10. Juli 2006 lehnte die liechtensteinische IV, bei welcher am
23. März 2006 ein Rentengesuch eingegangen war (vgl. act. G 6.1.23), den Antrag auf
eine IV-Rente ab. Dabei hielt sie fest, dass körperlich leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten ohne Arbeiten über Schulterhöhe weiterhin zumutbar seien. Der IV-Grad
betrage 16% (Valideneinkommen Fr. 65'247.--, Invalideneinkommen Fr. 55'048.--) und
liege somit unter den für einen Rentenanspruch erforderlichen 40% (act. G 6.1.19).
A.i Am 16. Oktober 2006 berichteten Dr. med. I._, Oberarzt mbF, Dr. med. J._,
Assistenzarzt und Prof. Dr. med. K._, Leitender Arzt, Departement Innere Medizin
Rheumatologie und Rehabilitation, Kantonspital St. Gallen, Dr. A._, dass folgende
Diagnosen vorliegen würden: Verdacht auf somatoforme Schmerzstörung, rez. cervico-
und lumbospondylogenes Syndrom sowie Adipositas. Im Vordergrund des aktuellen
Beschwerdebildes imponiere eine generalisierte Schmerzstörung, welche sich
vermutlich im Rahmen eines Chronifizierungsprozesses auf dem Boden eines
rezidivierenden cervicospondylogenen Syndroms entwickelt habe. Hierfür typisch seien
die konstanten "Ganzkörperschmerzen", welche kaum von äusseren Faktoren
beeinflussbar seien. In diesem Sinne könnten auch eine anhaltende Müdigkeit und
Kraftlosigkeit gesehen werden. In der klinischen Untersuchung imponiere eine
generalisierte Druckschmerzhaftigkeit sowohl am Stamm wie auch an den
Extremitäten. Die Fibromyalgie Tenderpoints wie auch die Kontrollpunkte an Stirn,
Handrücken und Oberschenkel seien allesamt positiv. Die Beschwerden im Cervical-
und Lumbalbereich seien sicher teilweise auch durch ein pseudoradikuläres Syndrom
erklärbar. Bei radiologisch vorwiegend degenerativen Veränderungen imponiere eine
schmerzhafte Bewegungseinschränkung sowohl cervical wie auch bei muskulärer
Dysbalance und Dysfunktion der unteren LWS Segmente bzw. ISG-Hypermobilität
links. Die laborchemischen Untersuchungen würden durchwegs Normalwerte
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insbesondere ohne Hinweise auf Vorliegen einer systemisch entzündlichen Erkrankung
zeigen (act. G 6.1.29).
A.j Nach Durchführung des Vorbescheidsverfahrens verneinte die IV-Stelle St. Gallen
mit Verfügung vom 13. November 2006 den Anspruch auf eine Invalidenrente. Eine
leidensadaptierte Tätigkeit sei dem Versicherten ganztags zumutbar. Der
Invaliditätsgrad liege mit 18% (Valideneinkommen Fr. 65'247.--, Invalideneinkommen
Fr. 53'384.--) unter 40%, womit kein Rentenanspruch bestehe (act. G 6.1.25).
A.k Am 20. November 2006 berichteten Dr. med. L._, Abteilungsärztin und Dr. med.
M._, Oberarzt Rheumatologie, Rehabilitationszentrum Klinik Valens, zu Handen des
Kantonsspitals St. Gallen, dass sie folgende Diagnosen gestellt hätten: ein chronisch
generalisiertes Schmerzsyndrom mit/bei: zervikozephalem und -brachialem Syndrom,
degenerativen Veränderungen der HWS, Spondylarthrose C5-C7,
lumbospondylogenem Syndrom und degenerativen Veränderungen der LWS, sowie
Adipositas. Der Versicherte habe sich bereits bei Eintritt extrem schmerzfixiert gezeigt
und sich dann auch dementsprechend in den einzelnen Therapien präsentiert, so dass
sie trotz ausführlicher Aufklärung über seine Erkrankung und Sinn und Zweck der
Therapien keine veränderte Leistungsbereitschaft hätten feststellen können, weshalb
sie ihn mangels Rehabilitationspotenzials wieder nach Hause entlassen hätten.
Aufgrund des schmerzfixierten Verhaltens sei von ihrer Seite her keine Aussage über
die Arbeitsfähigkeit möglich. Aus medizinisch-theoretischer rheumatologischer Sicht
bestünden keine körperlichen Ursachen, welche eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit
begründen würden, womit zumindest eine Teilarbeitsfähigkeit gegeben sein sollte (act.
G 6.1.30).
B.
B.a Mit Schreiben vom 4. Dezember 2006 (Postaufgabe: 5. Dezember) erhebt der
Beschwerdeführer gegen die Verfügung vom 13. November 2006 Beschwerde und
beantragt sinngemäss die Aufhebung der Verfügung und die Ausrichtung einer IV-
Rente. Da er aufgrund des derzeitigen Gesundheitszustands nicht arbeitsfähig sei, sei
die Verfügung nicht korrekt (act. G 1).
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B.b Mit Beschwerdeantwort vom 26. Januar 2007 beantragt die IV-Stelle die
Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer sei gemäss den Angaben von Dr.
A._ und Dr. B._ in leichten bis mittelschweren Tätigkeiten (ohne Arbeiten über
Schulterhöhe) voll arbeitsfähig. Die Kernspintomographie am 24. April 2006 habe keine
Befundänderung ergeben, womit die bisherigen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
weiter gelte. Da der Beschwerdeführer ganztags in mittelschweren Tätigkeiten arbeiten
könne, sei ein Leidensabzug nicht zulässig. Bei einem Valideneinkommen von Fr.
63'152.-- (Reduktion der Arbeitszeit bei der F._ von 42.5 auf durchschnittliche 41.6
Stunden) und einem geschätzten Invalideneinkommen von Fr. 57'258.-- gemäss
Tabellenlöhnen für Hilfsarbeiter 2004 ergebe sich ein IV-Grad von 9.3%, womit kein
Anspruch auf eine IV-Rente bestehe (act. G 6).

Erwägungen:
1.
Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung
einer Streitsache auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (hier:
13. November 2006) eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 4 E. 1.2 neues Fenster
mit Hinweis). Ferner sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze
massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes
Geltung hatten (BGE 130 V 329 neues Fenster, 127 V 467 E. 1 neues Fenster). Daher
finden bei der Beurteilung des geltend gemachten Anspruchs die auf den 1. Januar
2008 eingetretenen Änderungen des IVG keine Anwendung.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, und derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente. Unter Invalidität wird die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx129xVx1_10&AnchorTarget=E1x2 https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx130xVx329_334&AnchorTarget=BGEx130xVx329 https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx127xVx466_474&AnchorTarget=E1
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eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
2.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird nach Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen) in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. In diesem
Rahmen haben Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsrichter zusätzliche
Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hiezu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a; BGE 100 V 52 = ZAK 1985, 53,
E. 4a mit Hinweisen). In beweisrechtlicher Hinsicht gilt in Bezug auf alle Unterlagen der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (BGE 122 V 157; BGE 123 V 331 E. 1c).
3.
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch.
3.1 Zum Zeitpunkt der Verfügung lagen der Beschwerdegegnerin die Arztberichte des
Dr. C._ vom 23. August 2005, der Dres. D._ und E._, Kantonsspital St. Gallen,
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vom 14. Oktober 2005, des Dr. A._ vom 9. Februar 2006 sowie des Dr. H._ vom
25. April 2006 vor. Diese Berichte gehen übereinstimmend von einer Diskushernie aus,
wobei der Zustand von Dr. A._ und Dr. H._ als stationär bezeichnet wird. Dr. A._
beurteilt den Versicherten unter Bezugnahme auf den behandelnden Chiropraktiker Dr.
B._ für leichte bis mittelschwere Arbeiten voll arbeitsfähig. Abweichende
Beurteilungen der Arbeitsfähigkeit lassen sich den Akten nicht entnehmen. Es ist daher
aufgrund des somatischen Befunds von einer vollen Arbeitsfähigkeit für leichte und
mittelschwere Arbeiten auszugehen.
3.2 Der Verdacht auf das Vorliegen einer somatoformen Schmerzstörungen wird
erstmals im Bericht der Dres. I._, J._ und K._ vom 16. Oktober 2006 geäussert,
welcher der Beschwerdegegnerin im Zeitpunkt des Verfügungserlass (13. November
2006) nicht vorlag und erst am 12. Dezember 2006 nach Beschwerdeerhebung vom
Hausarzt der Beschwerdegegnerin eingereicht wurde (act. G 6.1.27). Daher konnte die
Beschwerdegegnerin diesen Bericht bei Erlass der Verfügung nicht berücksichtigen.
Vor diesem Zeitpunkt war nie von einer psychischen Überlagerung der Beschwerden
die Rede und den im Zeitpunkt des Verfügungserlasses der Beschwerdegegnerin zur
Verfügung stehenden Arztberichten lässt sich auch kein derartiger Hinweis entnehmen,
weshalb die Beschwerdegegnerin keine Veranlassung hatte, den Sachverhalt weiter
abzuklären. Doch muss der gesamte sich bis zum Verfügungszeitpunkt entwickelnde
Sachverhalt in der Verfügung berücksichtigt werden. Nachdem im erwähnten
Arztbericht vom 16. Oktober 2006, d.h. vor Verfügungserlass, deutliche Hinweise auf
eine Störung aus dem psychosomatischen Formenkreis vorliegen, ist der Sachverhalt
in psychiatrischer Hinsicht fachärztlich abzuklären (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
10. Dezember 2007, 9C.694/2007, i.S. D.). Zu diesem Zweck ist die angefochtene
Verfügung aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme
ergänzender Abklärungen zurückzuweisen.
4.
4.1 Gemäss dem seit 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Art. 69 neues Fenster Abs. 1
IVG neues Fenster ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung
oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen
Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61 neues Fenster lit. a ATSG neues
bis
https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx831x20xA69&AnchorTarget= https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx831x20&AnchorTarget= https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx830x1xA61&AnchorTarget= https://www.swisslex.ch/slwl/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=DEx830x1&AnchorTarget=
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Fenster kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt.
4.2 Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von Fr. 600.-- als angemessen. Die
Rückweisung zur weiteren Abklärung gilt kostenmässig als vollständiges Obsiegen,
weshalb die Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind und dem
Beschwerdeführer der Kostenvorschuss zurückzuerstatten ist.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht