Decision ID: 63cd990f-3e1b-48d9-ac45-228f1cb54baf
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 18.03.2011 Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG. Art. 43 Abs. 1 ATSG: Selbstverschuldete Arbeitslosigkeit durch Aufhebung des Lehrvertrags im gegenseitigen Einvernehmen? Die Verwaltung hat in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes keine Abklärungen zur medizinischen Zumutbarkeit des Verbleibs an der Arbeitsstelle vorgenommen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. März 2011, AVI 2010/46). Abteilungspräsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Tobias Bolt Entscheid vom 18. März 2011 in Sachen A._, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marc Weber, Waisenhausstrasse 14, 9000 St. Gallen, gegen Kantonale Arbeitslosenkasse, Davidstrasse 21, 9001 St. Gallen, Beschwerdegegnerin, betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung (Arbeitsbemühungen, einvernehmliche Auflösung) Sachverhalt:
A.
A.a A._ beantragte ab 1. September 2009 bei der Kantonalen Arbeitslosenkasse St.
Gallen die Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung (act. G 5.58). Dies, nachdem
das Lehrverhältnis als Fachangestellte Betreuung mit dem B._ per 31. August 2009
aufgelöst worden war (act. G 5.59).
A.b Im Antrag auf Arbeitslosenentschädigung führte die Versicherte aus, das
Arbeitsverhältnis sei wegen „zu vielen Krankheitstagen während der Lehre“ durch die
Arbeitgeberin gekündigt worden; zum Grund der Kündigung verwies sie ergänzend auf
die Aufhebung des Lehrvertrags (act. G 5.58). In diesem Aufhebungsvertrag, der
sowohl von der Versicherten als auch von der Arbeitgeberin unterzeichnet wurde, wird
als Grund der Auflösung folgendes festgehalten: „Arbeitsmotivation fehlt, stark
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negative Auswirkung auf Zuverlässigkeit und Arbeitsleistung. Gemeinsam vereinbarte
Termine wurden regelmässig nicht eingehalten (Abgaben von Arbeitsdokumentationen),
sehr viele Krankheitsabwesenheiten im Betrieb“ (act. G 5.59).
A.c Die Arbeitgeberin reichte am 15. September 2009 das ausgefüllte Formular
„Arbeitgeberbescheinigung“ ein, worin festgehalten wird, dass die Auflösung des
Arbeitsverhältnisses aus persönlichen Gründen der Versicherten in gegenseitigem
Einvernehmen erfolgt sei (act. G 5.54). Auf entsprechende Rückfrage der Kasse hin
(act. G 5.49) ergänzte die Arbeitgeberin die Angaben zur Auflösung des
Arbeitsverhältnisses wie folgt: Die Versicherte sei wegen erheblicher persönlicher
Belastungen nicht mehr in der Lage gewesen, ihre Aufgaben wahrzunehmen. Die
Arbeitgeberin hätte sich nicht mehr darauf verlassen können, dass die Versicherte ihre
Aufgaben in der nötigen Qualität ausführte. Häufig hätte sie aus wechselnden Gründen
selbständig ihre Dienste mit anderen Mitarbeiterinnen abgetauscht. Dazu seien
vermehrt Absenzen wegen diverser Beschwerden gekommen. Die nötigen
Abmeldungen seien oft zu spät erfolgt, wodurch der Betriebsablauf erheblich gestört
worden sei. Der gewünschte Erfolg aus Gesprächen und Abmachungen sei leider
ausgeblieben. Die Versicherte sei nach wie vor überfordert und motivationslos
gewesen. Um die Ausgangsposition bei der Suche nach einer neuen Anstellung zu
verbessern, sei die Anstellung im gegenseitigen Einvernehmen aufgelöst worden.
Zudem sei das Arbeitszeugnis so wohlwollend wie möglich formuliert worden
(act. G 5.48).
A.d Mit Schreiben vom 12. Oktober 2009 teilte die Kasse der Versicherten mit, dass
aufgrund der Angaben der Arbeitgeberin von selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit
auszugehen sei; die Versicherte könne dazu bis spätestens 26. Oktober 2009 Stellung
nehmen (act. G 5.42). Am 22. Oktober 2009 zeigte Rechtsanwalt Marc Weber die
Vertretung der Versicherten an, bat um Zustellung der Akten und bestätigte die ihm
zuvor telefonisch gewährte Fristerstreckung bis 9. November 2009 (nicht nummeriertes
Aktenstück zwischen act. G 5.41 und act. G 5.42). Mit Schreiben vom 9. November
2009 ersuchte der Vertreter um nochmalige Fristerstreckung bis 19. November 2009
(act. G 5.39). Am 1. Dezember 2009 verfügte die Kasse mit Wirkung ab 1. September
2009 eine Einstellung von 22 Tagen in der Anspruchsberechtigung. Eine Stellungnahme
zur Mitteilung vom 12. Oktober 2009 sei nicht innert der bis 19. November 2009
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erstreckten Frist eingegangen, weshalb aufgrund der vorliegenden Unterlagen
entschieden werde. Die Arbeitgeberin habe die Auflösung des Arbeitsverhältnisses
gewünscht, weil die Versicherte durch erhebliche persönliche Belastungen nicht mehr
in der Lage gewesen sei, ihre Aufgaben wahrzunehmen, häufig aus wechselnden
Gründen selbständig die Dienste mit anderen Mitarbeiterinnen abgetauscht habe und
vermehrt wegen diverser Beschwerden der Arbeit ferngeblieben sei und dies jeweils zu
spät gemeldet habe. Es müsse der Versicherten deshalb ein Verschulden an der
Arbeitslosigkeit angerechnet werden. Die Verfügung wurde der Versicherten direkt
zugestellt (act. G 5.36).
A.e Am 18. Januar 2010 erhob der Vertreter der Versicherten Einsprache gegen die
Verfügung vom 1. Dezember 2009. Die Verfügung sei ihm erst auf Nachfrage hin
zugestellt worden und ihm erst am 14. Dezember 2009 zugegangen. Entgegen der
Darlegungen in der Verfügung vom 1. Dezember 2009 habe er rechtzeitig Stellung zur
Mitteilung vom 12. Oktober 2009 genommen; der Einsprache legte der Vertreter eine
Kopie der Stellungnahme sowie einen Auszug des Dienstes „Track & Trace“ der
Schweizerischen Post bei, wonach die Stellungnahme am 19. November 2009
aufgegeben und am 20. November 2009 zugestellt worden sei. Die
Nichtberücksichtigung der Stellungnahme stelle eine Verletzung des Anspruchs auf
rechtliches Gehör dar. Der Sachverhalt sei von der Kasse falsch, unvollständig und
willkürlich festgestellt worden. Die Auflösung des Arbeitsverhältnisses sei nur
vordergründig einvernehmlich erfolgt. Als die Versicherte nach den Sommerferien zur
Arbeit erschienen sei, sei sie zu einem Gespräch zitiert worden. Das Formular
„Auflösung des Lehrvertrages“ habe bereits ausgefüllt auf dem Tisch gelegen. Es sei
der Versicherten auf unmissverständliche Weise nahegelegt worden, sie solle dieses
unterzeichnen, was sie dann unter dem gegebenen Druck getan habe. Die Darstellung
der Arbeitgeberin treffe nicht zu. Es stelle sich die Frage, ob die Auflösung des
Arbeitsverhältnisses nicht gegen arbeitsrechtliche Vorschriften verstosse; bis anhin
habe die Versicherte aber noch keinen Protest gegen die Auflösung des
Arbeitsverhältnisses eingelegt oder rechtliche Schritte eingeleitet. Zusammenfassend
sei die Arbeitslosigkeit nicht als selbstverschuldet zu qualifizieren (act. G 5.24).
A.f Mit Einspracheentscheid vom 8. März 2010 wurde die Einsprache abgewiesen. Der
Lehrvertrag sei im gegenseitigen Einverständnis aufgelöst worden; die Versicherte
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habe ihre Zustimmung zur Auflösung ausdrücklich mit ihrer Unterschrift erteilt. Der
Aufhebungsvertrag sei nicht wegen Willensmangels angefochten worden, und die
Versicherte habe nicht gegen die Auflösung protestiert und insbesondere auch keine
rechtlichen Schritte eingeleitet, womit sie zu Lasten der Arbeitslosenversicherung auf
Ansprüche gegenüber dem Arbeitgeber verzichtet habe. Die Versicherte habe sich
zwar auf gesundheitliche Probleme berufen, aber kein ärztliches Attest eingereicht,
welches die sofortige Auflösung aus gesundheitlichen Gründen attestiere (act. G 5.13).
B.
B.a Die vorliegende Beschwerde vom 22. April 2010 richtet sich gegen den
Einspracheentscheid vom 8. März 2010. Beantragt wird die Aufhebung des
Einspracheentscheides. Einerseits habe die Beschwerdeführerin die faktische
Kündigung nicht durch ein vorwerfbares Verhalten veranlasst und andererseits habe ihr
die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses aus medizinischen Gründen nicht mehr
zugemutet werden können (act. G 1). Der Beschwerde liegt ein Arztzeugnis von
Dr. med. C._, Facharzt FMH für Innere Medizin, vom 15. April 2010 bei, in welchem
festgehalten wird, dass es aus medizinischer Sicht notwendig gewesen sei, dass die
Beschwerdeführerin ihre Stelle per 31. August 2009 aufgegeben habe (act. G 1.3).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 26. Mai 2010
die Abweisung der Beschwerde unter Hinweis auf Einspracheentscheid und Verfügung
(act. G 5).
B.c Am 11. Juni 2010 wird das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung
bewilligt (act. G 7).
B.d Mit Replik vom 16. August 2010 hält die Beschwerdeführerin an den in der
Beschwerde vom 22. April 2010 gestellten Anträgen fest und weist darauf hin, dass das
von der Arbeitgeberin der Beschwerdegegnerin am 1. Oktober 2009 (act. G 5.48)
zugestellte Arbeitszeugnis in den Akten der Beschwerdegegnerin fehle. Das
Arbeitszeugnis liegt der Replik bei (act. G 11.1). Sodann führt die Beschwerdeführerin
ergänzend aus, die Beschwerdegegnerin habe es unterlassen, genauere Abklärungen
zu den gesundheitlichen Problemen der Beschwerdeführerin vorzunehmen, und damit
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den Sachverhalt in Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes nicht genügend und
zudem unvollständig abgeklärt (act. G 11).
B.e In ihrer Duplik vom 30. August 2010 hält die Beschwerdegegnerin fest, aus dem
Arztzeugnis vom 15. April 2010 gehe nicht hervor, seit wann die Beschwerdeführerin in
ärztlicher Behandlung bei Dr. C._ sei; es ergebe sich auch nicht, dass der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin durch diesen Arzt geprüft worden sei.
Allenfalls sei das Schreiben aufgrund einer Schilderung der Beschwerdeführerin
ausgestellt worden. Das Schreiben sei sehr allgemein gehalten und vermöge die
Anforderungen an ein ärztliches Zeugnis für den Nachweis von gesundheitlichen
Beschwerden nicht zu erfüllen. Dem Schreiben fehle eine eigene objektive ärztliche
Feststellung über den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der
Auflösung des Arbeitsverhältnisses (act. G 13).
B.f Mit Eingabe vom 4. Oktober 2010 lässt die Beschwerdeführerin dem Gericht einen
Arztbericht von Dr. C._ vom 30. September 2010 zugehen. Darin wird festgehalten,
dass Dr. C._ die Beschwerdeführerin seit mehreren Jahren hausärztlich betreue. Seit
anfangs 2009 leide die Beschwerdeführerin an Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in
den linken Arm, vereinzelt auch unter Schmerzen der oberen Brustwirbelsäule. Unter
Schmerzmittelabgabe und Akupunktur habe anfänglich eine Besserung der
Beschwerden erreicht werden können. Wegen einer Depression sei eine
Psychotherapie anfänglich bei Frau Dr. med. D._ und aktuell im Psychiatrischen
Zentrum durchgeführt worden. Sowohl die Depression als auch die Beschwerden von
Seiten der in den Arm ausstrahlenden Nackenschmerzen und des Schmerzsyndroms
im Bereich der oberen Brustwirbelsäule hätten dazu geführt, dass die
Beschwerdeführerin ihre Stelle nicht mehr habe ausüben können (act. G 16.1). Die
Beschwerdeführerin führt dazu in der Eingabe vom 4. Oktober 2010 aus, sie habe die
damalige Arbeitsstelle aus gesundheitlichen Gründen aufgeben müssen (act. G 16).
B.g Auf entsprechende Rückfrage des Gerichts vom 6. Oktober 2010 (act. G 17) hin
bestätigt die Beschwerdeführerin, dass der Arztbericht vom 30. September 2010
(act. G 16.1) zu den Akten genommen und der Beschwerdegegnerin zur Einsicht und
Stellungnahme unterbreitet werden darf (act. G 18).
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B.h Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Stellungnahme zur Eingabe der
Beschwerdeführerin vom 4. Oktober 2010.

Erwägungen:
1.
1.1 Nach Art. 30 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) ist die
versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes
Verschulden arbeitslos ist. Selbstverschuldet ist die Arbeitslosigkeit namentlich dann,
wenn die versicherte Person durch ihr Verhalten, insbesondere wegen Verletzung
arbeitsvertraglicher Pflichten, dem Arbeitgeber Anlass zur Auflösung des
Arbeitsverhältnisses gegeben hat (Art. 44 Abs. 1 lit. a der Verordnung über die
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIV;
SR 837.02]) oder wenn die versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus
aufgelöst hat, ohne dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihr
das Verbleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (Art. 44 Abs. 1 lit. b
AVIV).
1.2 Am 17. Oktober 1991 ist für die Schweiz das Übereinkommen Nr. 168 der
Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über die Beschäftigungsförderung und den
Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (nachfolgend Übereinkommen;
SR 0.822.726.8) in Kraft getreten. Gemäss Art. 20 lit. b des Übereinkommens können
Leistungen verweigert, entzogen, zum Ruhen gebracht oder gekürzt werden, wenn die
zuständige Stelle festgestellt hat, dass die betreffende Person vorsätzlich zu ihrer
Entlassung beigetragen hat. Da diese Bestimmung inhaltlich hinreichend bestimmt und
klar ist, ist sie im Einzelfall direkt anwendbar und geht damit allfällig widersprechendem
Landesrecht vor (BGE 124 V 236 f. E. 3c). Eine Einstellung in der
Anspruchsberechtigung setzt somit voraus, dass die versicherte Person vorsätzlich zu
ihrer Entlassung beigetragen hat (Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
[EVG; ab 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom
26. April 2006, C 6/06, E. 1.1 und C 11/06, E. 1, je mit Hinweisen auf BGE 124 V 236
E. 3b). Im Sozialversicherungsrecht handelt vorsätzlich, wer eine Tat mit Wissen und
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Willen begeht, oder mindestens im Sinn des Eventualvorsatzes in Kauf nimmt
(Jacqueline Chopard, Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Diss. Zürich 1998,
S. 52). Eine zumindest eventualvorsätzliche Herbeiführung der Arbeitslosigkeit liegt
beispielsweise dann vor, wenn die versicherte Person auf Grund einer Verwarnung
weiss, dass ein bestimmtes Verhalten vom Arbeitgeber nicht – oder nicht mehr –
toleriert und zu einer Kündigung führen wird, sie aber dennoch die ihr nach den
persönlichen Umständen und Verhältnissen zumutbare Anstrengung zu einer Änderung
des beanstandeten Verhaltens nicht aufbringt (vgl. BVR 1999 S. 379 E. 5c). Hat eine
versicherte Person nur grob fahrlässig zur Kündigung durch den Arbeitgeber
beigetragen, ist eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung gemäss Art. 20 lit. b des
Übereinkommens nicht zulässig.
1.3 Beim Einstellungsgrund nach Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV genügt der im
Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nicht, sondern das der versicherten Person zur Last gelegte Verhalten muss klar
feststehen (vgl. Thomas Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches
Bundesverwaltungsrecht, Bd. XIV Soziale Sicherheit, 2. Auflage, Rz 829 mit Hinweisen).
Bei Differenzen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vermögen blosse
Behauptungen des Arbeitgebers den Nachweis für ein schuldhaftes Verhalten der
versicherten Person nicht zu erbringen, wenn sie von dieser bestritten werden und
nicht durch andere Beweise oder Indizien bestätigt erscheinen (BGE 112 V 245 E. 1 mit
Hinweisen; ARV 1993/94 Nr. 26 S. 183 f. E. 2a; Nussbaumer, a.a.O., Rz 831 mit
Hinweisen).
1.4 Im Bereich der freiwilligen Stellenaufgabe findet das sozialversicherungsrechtliche
Schadenminderungsprinzip seine Grenze bei der Zumutbarkeit. So kann es der
versicherten Person nicht zugemutet werden, eine Stelle, die im Sinn von Art. 16 Abs. 2
AVIG unzumutbar und damit von der Annahmepflicht ausgenommen ist, beizubehalten.
Im Weiteren ist bei der Prüfung der Frage, ob eine Sanktion wegen Selbstaufgabe der
Stelle im Sinn von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV zulässig ist, zu beachten, dass nach Art. 20
lit. c des Übereinkommens Leistungen der Arbeitslosenversicherung nur verweigert,
zum Ruhen gebracht oder gekürzt werden können, wenn die zuständige Stelle
festgestellt hat, dass die betreffende Person ihre Beschäftigung freiwillig
(„volontairement“) ohne triftigen Grund („sans motif légitime“) aufgegeben hat. Da diese
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Bestimmung inhaltlich hinreichend bestimmt und klar ist, ist sie im Einzelfall direkt
anwendbar und geht den nationalen Bestimmungen über den Erlass einer
Einstellungsverfügung vor (BGE 124 V 236 f. E. 3c). Damit dürfen bei einer
völkerrechtskonformen Auslegung von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV keine überhöhten
Anforderungen an die Zumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz gestellt werden;
insbesondere sind bei der Zumutbarkeitsprüfung auch subjektive Beweggründe der
versicherten Person zu berücksichtigen (Jacqueline Chopard, a.a.O., S. 80). Es kann
nicht von einer freiwilligen Beschäftigungsaufgabe im Sinn des Übereinkommens
gesprochen werden, wenn eine versicherte Person nicht von sich aus, sondern vom
Arbeitgeber oder durch die Entwicklung am Arbeitsplatz zur Kündigung gedrängt wird.
Gleiches gilt für den Fall, da die versicherte Person für das Verlassen der Stelle legitime
Gründe zu nennen vermag (BGE 124 V 238 E. 4b/aa).
1.5 Unter den Einstellungstatbestand von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV sind auch die Fälle
der vorzeitigen Auflösung von Arbeitsverhältnissen im gegenseitigen Einvernehmen zu
subsumieren (Thomas Nussbaumer, a.a.O., Rz. 832 mit Hinweisen). Wer eine
Kündigung, welche die gesetzliche oder vertragliche Frist missachtet, akzeptiert,
verzichtet nämlich nicht auf Lohnansprüche, sondern auf die Weiterführung des
Arbeitsverhältnisses, weshalb ein solches Verhalten den Tatbestand der
selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit erfüllen kann (BGE 112 V 323 E. 2b).
2.
2.1 Vorab ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin der Arbeitgeberin im Sinne von
Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV Anlass zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gegeben hat.
2.2 In der Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 1. Dezember 2009 wird
diesbezüglich ausgeführt, die Arbeitgeberin habe die Auflösung des
Arbeitsverhältnisses gewünscht, weil die Beschwerdeführerin nicht mehr in der Lage
gewesen sei, ihre Aufgaben wahrzunehmen. Sie habe insofern Anlass zur Auflösung
des Arbeitsverhältnisses gegeben, weshalb ihr ein Verschulden an der Arbeitslosigkeit
angerechnet werden müsse (act. G 5.36).
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2.3 Zwar wird in der Auflösung des Lehrvertrags (act. G 5.59) und in der Stellungnahme
der Arbeitgeberin (act. G 5.48) darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin nicht
mehr in der Lage gewesen sei, ihre Aufgaben wahrzunehmen, weshalb man sich
entschieden habe, den Lehrvertrag aufzulösen. Allerdings werden persönliche Gründe,
Absenzen wegen diverser Beschwerden bzw. „sehr viele Krankheitsabsenzen“ und
Überforderung als Gründe für die mangelhafte Aufgabenerfüllung angeführt, was den
Schluss nahe legt, dass die Beschwerdeführerin am Arbeitsplatz effektiv überfordert
bzw. gesundheitsbedingt nicht genügend leistungsfähig war. Allein aufgrund dieser
Angaben der Arbeitgeberin steht keineswegs fest, dass die Beschwerdeführerin
(eventual-) vorsätzlich; d.h. durch ein vorwerfbares Verhalten Anlass zur Auflösung des
Arbeitsvertrags gegeben hat.
2.4 Kommt hinzu, dass ein Lehrverhältnis (als befristetes Arbeitsvertragsverhältnis mit
besonderer Zielsetzung) nach Ablauf der Probezeit nurmehr aus wichtigen Gründen im
Sinne von Art. 337 des Obligationenrechts (OR; SR 220) vorzeitig aufgelöst werden
kann (Art. 346 Abs. 2 OR). Angesichts dessen ist bereits fraglich, ob die Arbeitgeberin
das Lehrverhältnis ohne Zustimmung der Beschwerdeführerin überhaupt hätte vorzeitig
auflösen und damit das entsprechende Tatbestandsmerkmal von Art. 44 Abs. 1 lit. a
AVIV – Auflösung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber – erfüllen können.
2.5 Offensichtlich ist auch die Beschwerdegegnerin mittlerweilen der Ansicht, der
Tatbestand von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV sei nicht erfüllt, wird doch im
Einspracheentscheid vom 8. März 2010 als Grund der Einstellung in der
Anspruchsberechtigung die Auflösung des Arbeitsverhältnisses durch die
Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV und nicht mehr die
Veranlassung zur Auflösung durch die Arbeitgeberin im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. a
AVIV angeführt.
2.6 Gesamthaft ist nicht nachgewiesen, dass die Beschwerdeführerin der Arbeitgeberin
durch (eventual-) vorsätzliches Verhalten Anlass zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses
gegeben hätte. Eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen
selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV fällt daher
nicht in Betracht.
3.
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3.1 Sodann ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin das Arbeitsverhältnis im Sinne
von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV von sich aus aufgelöst hat.
3.2 Die Beschwerdeführerin hat im Antrag auf Arbeitslosenentschädigung angegeben,
die Kündigung sei durch die Arbeitgeberin (alleine) erfolgt (act. G 5.58), und später
geltend gemacht, die Auflösung sei nur „vordergründig einvernehmlich“ erfolgt, auf
Initiative und Druck der Arbeitgeberin hin (act. G 5.24). Diese Angaben erscheinen
zumindest insofern glaubhaft, als davon auszugehen ist, dass die Arbeitgeberin die
Auflösung des Arbeitsverhältnisses initiiert hat.
3.3 Entscheidend ist indessen, dass das Arbeitsverhältnis zwischen
Beschwerdeführerin und Arbeitgeberin letztlich im gegenseitigen Einvernehmen per
31. August 2009 aufgelöst wurde, indem beide Vertragsparteien ihre Zustimmung
unterschriftlich erklärt haben (act. G 5.59), und dass die Beschwerdeführerin die
vorzeitige Auflösung des Lehrvertrags akzeptiert hat (vgl. act. G 5.24). Zudem stellt sich
die Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe vom 4. Oktober 2010 auf den Standpunkt, sie
hätte das Arbeitsverhältnis aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr weiterführen
können (act. G 16), was sie mit einem entsprechenden Arztbericht belegt (act. G 16.1).
Gesamthaft ist deshalb nicht von einer Auflösung durch die Arbeitgeberin auszugehen,
sondern von einer Auflösung des Lehrvertrags im gegenseitigen Einverständnis.
4.
4.1 Zu prüfen ist damit, ob die Beschwerdeführerin ihre Zustimmung zur Auflösung des
Arbeitsverhältnisses gegeben hat, ohne dass ihr eine andere Stelle zugesichert war,
obwohl ihr das Verbleiben an der Arbeitsstelle zumutbar gewesen wäre (vgl. Art. 44
Abs. 1 lit. b AVIV).
4.2 Eine neue Stelle war der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der einvernehmlichen
Auflösung des Arbeitsverhältnisses nicht zugesichert, weshalb weiter zu prüfen ist, ob
es der Beschwerdeführerin zumutbar gewesen wäre, an der Arbeitsstelle zu verbleiben.
Diesbezüglich ist massgebend, ob das Arbeitsverhältnis freiwillig aufgelöst wurde,
und – falls dies der Fall ist –, ob die Beschwerdeführerin triftige Gründe dafür vorweisen
kann.
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4.2.1 Wie oben bereits dargelegt, ist zwar davon auszugehen, dass die Arbeitgeberin
die Initiative zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses ergriffen hat. Nicht wahrscheinlich
ist hingegen, dass die Arbeitgeberin so erheblichen Druck auf die Beschwerdeführerin
ausgeübt hat, dass sie die Beschwerdeführerin damit gleichsam zur Unterzeichnung
der Vereinbarung gezwungen hat, wie die Beschwerdeführerin zunächst geltend
gemacht hatte (act. G 5.24). Dagegen spricht nämlich, dass die Beschwerdeführerin
anschliessend, obwohl bereits am 22. Oktober 2009 anwaltlich vertreten (act. G 5.41),
weder Protest gegen die Auflösung erhoben noch entsprechende rechtliche Schritte
eingeleitet hat. Zudem hat die Beschwerdeführerin nun explizit ausführen lassen, dass
sie aus gesundheitlichen Gründen nach dem 31. August 2009 nicht mehr hätte an
dieser Arbeitsstelle weiterarbeiten können. Es ist deshalb zusammenfassend von einer
freiwilligen Auflösung des Arbeitsverhältnisses auszugehen.
4.2.2 Als Grund für die Auflösung wird die Unzumutbarkeit der Weiterführung aus
medizinischer Sicht angeführt (act. G 16). Als Beleg hat die Beschwerdeführerin das
Arztzeugnis von Dr. C._ vom 15. April 2010 und den entsprechenden Arztbericht vom
30. September 2010 eingereicht (act. G 1.3 und G 16.1), gemäss welchem
insbesondere eine zeitlich nicht näher spezifizierte depressive Störung und ein seit
Anfang des Jahres 2009 vorliegendes Schmerzsyndrom der Wirbelsäule den Verbleib
an der Arbeitsstelle nicht weiter erlaubt hätten. Im Recht liegen zudem drei
Arztzeugnisse von Dr. med. E._, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
betreffend den Zeitraum vom 18. März bis zum 31. Mai 2010, in denen eine
Arbeitsunfähigkeit zwischen 70 und 100 % attestiert wird (act. G 5.5, G 5.8 und
G 5.10). Per 18. März 2010 hat sich die Beschwerdeführerin auch erstmals (beim
Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum) arbeitsunfähig gemeldet (vgl. act. G 5.7 und
G 5.14, G 5.26, G 5.32, G 5.43 sowie G 5.47; die Angaben für den Monat Januar 2010
fehlen in den Akten). Diese Unterlagen erlauben es nicht, mit dem notwendigen
Beweisgrad überwiegender Wahrscheinlichkeit festzustellen, ob es der
Beschwerdeführerin aus medizinischen Gründen im August 2009 zumutbar gewesen
wäre, an der Arbeitsstelle zu verbleiben, oder ob sie insofern einen triftigen Grund für
die Zustimmung zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses hatte.
5.
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5.1 Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht
(vgl. Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Danach haben Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des
Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt. Die
behördliche und richterliche Abklärungspflicht bezieht sich auf den im Rahmen des
streitigen Rechtsverhältnisses rechtserheblichen Sachverhalt. Rechtserheblich sind alle
Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder
anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden und
Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen oder zu
veranlassen, wenn hiezu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den
Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 f.
E. 4a). Die Beweise sind frei zu würdigen (BGE 125 V 352 E. 3a); es gilt der
Regelbeweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (Ueli Kieser, ATSG-
Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2009, N 30 zu Art. 43 mit Hinweisen).
5.2 Die Beschwerdegegnerin hat nach Erlass ihrer Verfügung vom 1. Dezember 2009
einen Wechsel der Begründung für die Einstellung in der Anspruchsberechtigung
vorgenommen: Während die Einstellung zunächst damit begründet worden war, die
Beschwerdeführerin hätte der Arbeitgeberin Anlass zur Auflösung des
Arbeitsverhältnisses gegeben (im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV), wurde sie im
Einspracheentscheid vom 8. März 2010 neu damit begründet, die Beschwerdeführerin
habe der vorzeitigen Auflösung zugestimmt (im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV). Die
Beschwerdegegnerin hat es indessen unterlassen, diesbezüglich weitere Abklärungen
vorzunehmen. Die Beschwerdeführerin ihrerseits konnte sich zudem erst im
Beschwerdeverfahren zu allfälligen triftigen Gründen, aufgrund derer sie der Auflösung
zugestimmt hatte, äussern, da erst der Einspracheentscheid Anlass zu entsprechenden
Äusserungen gab.
5.3 Indem die Beschwerdegegnerin, ohne weitere Abklärungen diesbezüglich
vorzunehmen oder die Beschwerdeführerin dazu anzuhören, davon ausgegangen ist,
die Beschwerdeführerin hätte keine triftigen Gründe für die Zustimmung zur vorzeitigen
Auflösung des Arbeitsverhältnisses gehabt, obwohl sich den Akten entnehmen lässt,
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dass die Beschwerdeführerin der Arbeit wiederholt krankheitsbedingt ferngeblieben
war, hat sie den sie verpflichtenden Untersuchungsgrundsatz verletzt. Es geht nicht an,
der Beschwerdeführerin erst bei Abschluss des bereits streitigen
Verwaltungsverfahrens vorzuwerfen, sie hätte keine triftigen Gründe für die
Zustimmung zur vorzeitigen Auflösung des Arbeitsverhältnisses gehabt, wenn der
Sachverhalt diesbezüglich mangelhaft erstellt ist.
5.4 Die Sache ist deshalb an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme der
unterbliebenen Abklärungen und anschliessender Neuverfügung zurückzuweisen. Die
Beschwerdegegnerin hat insbesondere den Hausarzt Dr. C._ sowie Dr. D._ zur
Frage, wann und in welchen Abständen sie die Beschwerdeführerin in der Zeit ab
anfangs 2009 bis Ende August 2009 behandelt haben, und zum Ausmass der damals
echtzeitlich bescheinigten Arbeitsunfähigkeiten zu befragen. Sollten sich weitere
Abklärungen zur Frage, ob die Beschwerdeführerin einen triftigen Grund für die
Zustimmung zur vorzeitigen Auflösung des Arbeitsverhältnisses hatte, aufdrängen, hat
die Beschwerdegegnerin diese ebenfalls vorzunehmen.
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen, der
Einspracheentscheid vom 8. März 2010 aufzuheben und die Sache zur Vornahme
weiterer Abklärungen und allfälligen neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
6.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
6.3 Die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin hat Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61
lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Der Vertreter der Beschwerdeführerin verzichtete
auf das Einreichen einer Kostennote. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit
erscheint mit Blick auf den Aufwand und auf vergleichbare Fälle eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 3’000.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
angemessen. Die Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung wird damit obsolet.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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St.Galler Gerichte
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP