Decision ID: 11395e29-2ac9-5912-8825-ae78ca764298
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass die Beschwerdeführerin am 5. Februar 2019 im Bundesasylzentrum
B._ um Asyl nachsuchte und per Zufallsprinzip dem Testbetrieb des
Verfahrenszentrums C._ zugewiesen wurde,
dass am 13. Februar 2019 die Personalienaufnahme und am 18. April 2019
das erweiterte Dublin-Gespräch stattfand,
dass ein Abgleich mit dem zentralen Visa-Informationssystem (CS-VIS)
ergab, dass D._ der Beschwerdeführerin ein vom 8. Oktober 2018
bis am 5. April 2019 gültiges Visum ausgestellt hatte,
dass das SEM D._ am 29. April 2019 um Übernahme der Be-
schwerdeführerin gemäss Art. 12 Abs. 2 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013
des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Fest-
legung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaates,
der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staaten-
losen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz
zuständig ist (Dublin-III-VO) ersucht hatte und die (...) Behörden diesem
Gesuch am 17. Juni 2019 zugestimmt hatten,
dass das SEM mit Verfügung vom 8. Juli 2019 – in Anwendung von Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) – auf das Asylgesuch der Beschwerdefüh-
rerin nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz nach D._
anordnete,
dass die dagegen erhobene Beschwerde vom 18. Juli 2019 mit Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts (BVGer) E-3709/2019 vom 22. August 2019
abgewiesen wurde,
dass das Wiederwägungsgesuch der Beschwerdeführerin vom 27. Sep-
tember 2019 mit Verfügung der Vorinstanz vom 2. Oktober 2019 abgewie-
sen wurde,
dass die Verfügung vom 2. Oktober 2019 unangefochten in Rechtskraft er-
wuchs und die Beschwerdeführerin am 15. Juli 2020 nach D._ über-
stellt wurde,
dass die Beschwerdeführerin anfangs August 2020 erneut illegal in die
Schweiz einreiste,
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dass die Kantonspolizei C._ sie am 6. August 2020 verhaftete und
ihr das rechtliche Gehör zur Administrativhaft gewährte,
dass der Beschwerdeführerin im Rahmen der Einvernahme durch die Kan-
tonspolizei C._ vom 17. August 2020 das rechtliche Gehör zur Weg-
weisung nach D._ gemäss Art. 64a Abs. 1 AIG (SR 142.20) gewährt
wurde,
dass die Beschwerdeführerin dabei im Wesentlichen geltend machte, sie
sei in D._ in einem Hotel untergebracht worden und habe keine
weitere Unterstützung erhalten,
dass im Hotel viele fremde Personen ein- und ausgegangen seien, was für
sie als junge Frau sehr gefährlich gewesen sei,
dass sie nur mit abgelaufenen Lebensmitteln und Getränken versorgt wor-
den sei,
dass sie krank geworden sei und keine medizinische Betreuung erhalten
habe,
dass sie zum medizinischen Sachverhalt weiter angab, sie leide unter Rü-
ckenschmerzen und nehme deswegen verschiedene Medikamente,
dass sie ausserdem ausführte, sie möchte bei ihrem in der Schweiz wohn-
haften, ebenfalls aus Äthiopien stammenden, Freund beziehungsweise
Verlobten (nachfolgend V.) bleiben,
dass die Kantonspolizei C._ das SEM am 18. August 2020 per E-
Mail im Auftrag des kantonalen Migrationsamtes um Einleitung des Dublin-
Verfahrens ersuchte,
dass das SEM daraufhin D._ am 19. August 2020 um Wiederauf-
nahme der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b der
Dublin-III-VO ersuchte und die (...) Behörden sich mit Schreiben vom 20.
August 2020 dazu bereit erklärten,
dass das Zwangsmassnahmengericht des Bezirksgerichts C._ mit
Urteil vom 21. August 2020 die Anordnung der Haft der Beschwerdeführe-
rin im Rahmen des Dublin-Vorbereitungsverfahrens bestätigte und die Haft
bis am 17. September 2020 bewilligte (Art. 76a Abs. 3 Bst. c i.V.m. Art. 80a
Abs. 3 AIG),
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dass das SEM mit am 31. August 2020 eröffneter Verfügung vom 24. Au-
gust 2020 in Anwendung von Art. 64a Abs. 1 AIG die Wegweisung der Be-
schwerdeführerin nach D._ anordnete und die Beschwerdeführerin
aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerde-
frist zu verlassen,
dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen die Ver-
fügung komme keine aufschiebende Wirkung zu, den zuständigen Kanton
mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragte und die Aushändigung der
editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an die Beschwerdefüh-
rerin anordnete,
dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 7. September 2020 gegen
diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob,
dass sie beantragt, die Verfügung des SEM vom 24. August 2020 sei
aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, auf ihr Asylgesuch
einzutreten, eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die
Vorinstanz zurückzuweisen, subeventualiter sei die Unzumutbarkeit des
Wegweisungsvollzugs festzustellen und die Beschwerdeführerin sei
vorläufig in der Schweiz aufzunehmen,
dass sie in prozessualer Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung, inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-
vorschusses, sowie um aufschiebende Wirkung der Beschwerde ersucht,
dass die Instruktionsrichterin mit superprovisorischer Massnahme vom
8. September 2020 den Vollzug der Überstellung der Beschwerdeführerin
gestützt auf Art. 56 VwVG per sofort per einstweilen aussetzte,

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht unter anderem über Beschwerden ge-
gen Verfügungen des SEM entscheidet, wobei das Gericht im Bereich der
Wegweisung aufgrund der Dublin-Assoziierungsabkommen (Art. 64a AIG)
endgültig entscheidet (vgl. Art. 112 Abs. 1 AIG i.V.m. Art. 31-33 VGG und
Art. 83 Bst. c Ziff. 4 BGG),
dass sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem
VwVG richtet, soweit das VGG oder die Spezialgesetzgebung – vorliegend
das AIG – nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG),
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dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen
Rügen im Bereich des Ausländerrechts nach Art. 112 AIG in Verbindung
mit Art. 49 VwVG richten (vgl. BVGE 2014/26 E. 5.5),
dass die Beschwerdeführerin am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 48
Abs. 1 VwVG),
dass somit – unter Vorbehalt der nachfolgenden Feststellungen – auf die
frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 64a
Abs. 2 AIG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),
dass Gegenstand der angefochtenen Verfügung und des vorliegenden Be-
schwerdeverfahrens die Wegweisung der Beschwerdeführerin gestützt auf
Art. 64a AIG sowie deren Vollzug ist,
dass demnach auf den Antrag, die Vorinstanz sei anzuweisen, auf das
Asylgesuch der Beschwerdeführerin einzutreten, nicht einzutreten ist,
dass sich die Beschwerde – soweit darauf einzutreten ist – als offensicht-
lich unbegründet erweist, weshalb gestützt auf Art. 57 Abs. 1 VwVG (e
contrario) auf einen Schriftenwechsel verzichtet worden ist,
dass der vorliegende Entscheid gemäss Art. 21 Abs. 1 VGG in der Beset-
zung von drei Richterinnen beziehungsweise Richtern ergeht,
dass die Beschwerdeführerin in formeller Hinsicht insbesondere rügt, die
Vorinstanz habe die Beziehung zu ihrem Verlobten V. in der Schweiz nicht
rechtsgenüglich untersucht, zumal sich der Argumentation in der angefoch-
tenen Verfügung nicht entnehmen lasse, gestützt auf welche Hinweise das
SEM eine gelebte Beziehung zu ihrem Verlobten verneine,
dass die Beschwerdeführerin V. erstmals anlässlich der Einvernahme
durch die Kantonspolizei C._ vom 6. August 2020 erwähnte,
dass ihre diesbezüglichen Aussagen anlässlich der Einvernahmen vom
6. und 17. August 2020 äussert knapp und oberflächlich ausfielen und of-
fensichtlich mehr hätte erwartet werden dürfen, würde es sich um eine sub-
stantielle Beziehung handeln,
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dass sie in diesem Zusammenhang auf ihre Substantiierungslast und Mit-
wirkungspflicht hinzuweisen ist,
dass das SEM demnach nicht verpflichtet war, weitere Abklärungen zu tref-
fen,
dass die Beschwerdeführerin bezeichnenderweise auch auf Beschwerde-
stufe nichts Konkretes zu dieser Beziehung vorbringt, indem sie lediglich
auf ihre Ausführungen anlässlich des vorinstanzlichen Verfahrens verweist
und ergänzend angibt, aufgrund ihrer Inhaftierung habe sie die Beziehung
zu V. nicht leben können,
dass die Vorinstanz demnach den Sachverhalt bezüglich der Beziehung
der Beschwerdeführerin zu V. zu Recht als liquide beurteilen durfte,
dass auch sonst aus den Akten nicht ersichtlich ist, inwiefern das SEM for-
melles Recht verletzt haben sollte,
dass der Eventualantrag auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur
Neubeurteilung folglich abzuweisen ist,
dass eine Wegweisungsverfügung gemäss Art. 64a Abs. 1 AIG einerseits
den illegalen Aufenthalt der betroffenen Person in der Schweiz voraussetzt,
dass andererseits die Zuständigkeit für die Durchführung eines Asyl- und
Wegweisungsverfahrens eines anderen Staates, der durch eines der Dub-
lin-Assoziierungsabkommen gebunden ist, erforderlich ist,
dass diese Voraussetzungen, wie die Prozessgeschichte zeigt, vorliegend
erfüllt sind, da sich die Beschwerdeführerin seit ihrer Wiedereinreise illegal
in der Schweiz aufhält, die Zuständigkeit von D._ bereits rechtskräf-
tig festgestellt worden ist (vgl. Urteil des BVGer E-3709/2019) und diese
von der Beschwerdeführerin auch nicht bestritten wird,
dass die Zuständigkeit von den (...) Behörden mit der Wiederaufnahmeer-
klärung vom 20. August 2020 erneut anerkannt worden ist,
dass sich die Beschwerdeführerin zwar auf die Beziehung zu V., der in der
Schweiz wohne, beruft,
dass sie aber weder über eine ausländerrechtliche Anwesenheitsbewilli-
gung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen im Sinne der
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bundesgerichtlichen Rechtsprechung verfügt, zumal sie, wie bereits aus-
geführt, nicht in der Lage ist, die geltend gemachte Beziehung zu V. näher
darzulegen,
dass sie zudem ausführt, V. halte sich im Rahmen eines Ausweises N (für
Asylsuchende) in der Schweiz auf, womit er nicht über ein gefestigtes Auf-
enthaltsrecht in der Schweiz verfügt (vgl. BGE 130 II 281 E. 3.1 S. 285; vgl.
PETER UEBERSAX in: UEBERSAX/RUDIN/HUGI YAR/GEISER [Hrsg.], Auslän-
derrecht, 2. Aufl. 2009, N. 7.122 ff. m.w.H.),
dass die Wegweisung demnach zu Recht angeordnet worden ist,
dass bei dieser Sachlage zu prüfen bleibt, ob dem Vollzug der Wegweisung
Hindernisse im Sinne von Art. 83 Abs. 2-4 AIG entgegenstehen,
dass vorab festzuhalten ist, dass D._ Signatarstaat der EMRK, des
Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK,
SR 0.105), des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der
Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom
31. Januar 1967 (SR 0.142.301) ist und keine konkreten Hinweise dafür
bestehen, dass sich D._ im vorliegenden Fall nicht an die daraus
resultierenden Verpflichtungen halten würde,
dass auch davon ausgegangen werden darf, D._ anerkenne und
schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des
Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013
zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-
ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) und 2013/33/EU vom
26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen,
die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie), ergeben,
dass – entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin – nicht anzunehmen
ist, das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für Antragstellende
in D._ würden systemische Schwachstellen aufweisen, die eine
Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne
des Artikels 4 der EU-Grundrechtecharta mit sich bringen (vgl. statt vieler:
Urteil des BVGer D-255/2019 vom 22. Januar 2019),
dass das SEM zu Recht ausführt, dass es ihr in D._ offenstehe, ein
Asylgesuch einzureichen und sie sich in diesem Fall an die zuständigen
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Behörden wenden könne, um eine Unterkunft und sozialstaatliche Unter-
stützung zu erhalten,
dass die Beschwerdeführerin geltend macht, in D._ bestünden
lange Wartezeiten für die Registrierung der Asylanträge, bloss die Hälfte
aller Asylsuchenden erhielten eine Unterkunft und insbesondere Asylsu-
chende im Dublin-Verfahren landeten oft auf der Strasse,
dass sie mit ihren Vorbringen, in D._ ungenügend versorgt zu sein,
offensichtlich nicht substantiiert darzutun vermag, die Umstände in
D._ seien mit Art. 3 EMRK nicht vereinbar,
dass sie darauf hinzuweisen ist, dass sie nötigenfalls ihre Rechte in
D._ auf dem Rechtsweg – gegebenenfalls mittels Unterstützung ka-
ritativer Organisationen – einfordern kann,
dass das SEM hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin geäusserten
Angst vor Drittpersonen im Hotel in D._ zutreffend festhält, die Be-
schwerdeführerin könne sich gegebenenfalls an die zuständigen staatli-
chen Stellen wenden, sollte sie sich vor Übergriffen durch Privatpersonen
fürchten oder sogar solche erleiden, zumal die (...) Behörden sowohl
schutzwillig als auch schutzfähig seien,
dass, wie bereits ausgeführt, nicht erkennbar ist, inwiefern es sich bei der
Beziehung der Beschwerdeführerin zu V. überhaupt um eine grundsätzlich
dem Schutz von Art. 8 EMRK unterstehende Beziehung handelt,
dass sich ausserdem aus Art. 8 EMRK noch kein grundsätzliches Recht
auf Aufenthalt in einem bestimmten Vertragsstaat ergibt (vgl. BGE 130 II
281 E. 3.1 S. 285 f.),
dass das SEM zu Recht folgert, die Beschwerdeführerin könne aus dem
Umstand, dass V. in der Schweiz wohne, nichts zu ihren Gunsten ableiten,
dass der sinngemässe Einwand der Beschwerdeführerin, sie sei aufgrund
ihrer Erlebnisse als besonders verletzliche Person auf V. angewiesen,
nichts daran zu ändern vermag,
dass auch die übrigen Einwände der Beschwerdeführerin in Bezug auf die
Beziehung zu V. nichts daran ändern, dass in diesem Zusammenhang
keine Vollzugshindernisse ersichtlich sind,
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dass die Beschwerdeführerin in der Beschwerde darlegt, sie habe Angst
von ihrer ehemaligen Arbeitgeberin, die sie drei Jahre lang als Arbeitskraft
ausgebeutet und misshandelt habe, in D._ gefunden zu werden,
wobei die Gefahr eines Re-Trafficking sehr hoch sei,
dass das SEM nicht abgeklärt habe, ob ihr, als Opfer von Menschenhandel,
der ihr zustehende Schutz in D._ auch tatsächlich gewährt werde,
dass der Wegweisungsvollzug nach D._ deshalb unzulässig und
unzumutbar sei,
dass sich das Bundesverwaltungsgericht mit diesen Vorbringen bereits im
Urteil E-3709/2019 ausführlich befasst hat, weshalb auf die dortige E. 7.2.1
zu verweisen ist,
dass die Beschwerdeführerin zwar in der Beschwerde plötzlich vorbringt,
auch in D._ Opfer von ihrer ehemaligen Arbeitgeberin geworden zu
sein,
dass sie allerdings bisher nicht geltend machte, sie sei während dem un-
gefähr zweiwöchigen Aufenthalt (zwischen der Überstellung nach
D._ Mitte Juli 2020 und der erneuten illegalen Einreise in die
Schweiz anfangs August 2020) in D._ ihrer ehemaligen Arbeitgebe-
rin begegnet und sich solches auch nichts aus den Akten ergibt (vgl. auch
E-3709/2019 E. 7.2.1 S. 15),
dass sie vielmehr schlechte Lebensbedingungen in D._ geltend
machte,
dass die geäusserte Angst, in D._ von ihrer ehemaligen Arbeitge-
berin gefunden zu werden, dem Wegweisungsvollzug nicht entgegensteht,
dass der Wunsch der Beschwerdeführerin, eine Strafanzeige gegen ihre
Peiniger betreffend Menschenhandel in der Schweiz einzureichen, eben-
falls kein Wegweisungsvollzugshindernis darstellt, zumal sie auch in
D._, das für die Behandlung ihres Asylgesuches zuständig ist, die
Möglichkeit hat, bei den zuständigen Behörden ein entsprechendes Straf-
verfahren einzuleiten,
dass die Vorinstanz im Übrigen im Nichteintretensentscheid vom
8. Juli 2019 festgehalten hatte, sie habe die (...) Behörden bereits darüber
in Kenntnis gesetzt, dass die Beschwerdeführerin ein potentielles Opfer
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von Menschenhandel geworden sein könnte und sie D._ vor der
Überstellung erneut darauf hinweisen werde,
dass die Beschwerdeführerin in der Beschwerde unter anderem vorbringt,
sie sei durch das Erlebte traumatisiert, habe bereits zwei Selbstmordver-
suche unternommen und sei nach wie vor selbstmordgefährdet, was in di-
versen psychiatrischen Berichten festgehalten sei,
dass das SEM in der angefochtenen Verfügung zu Recht ausführt, dass
D._ über eine ausreichende medizinische Infrastruktur verfüge und
gemäss der Aufnahmerichtlinie verpflichtet sei, der Beschwerdeführerin die
erforderliche medizinische Versorgung, welche zumindest die Notversor-
gung und die unbedingt erforderliche Behandlung von Krankheiten und
schweren psychischen Störungen umfasse, zu gewähren (Art. 19 Abs. 1)
und keine Hinweise vorlägen, wonach D._ ihr eine medizinische
Behandlung künftig verweigern würde,
dass ergänzend festzuhalten ist, dass Antragsstellenden mit besonderen
Bedürfnissen die erforderliche medizinische oder sonstige Hilfe, ein-
schliesslich nötigenfalls einer geeigneten psychologischen Betreuung) zu
gewähren ist (Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtlinie),
dass sodann das Bundesverwaltungsgericht bezüglich des Gesundheits-
zustandes der Beschwerdeführerin zum Schluss kam, dass dieser die Un-
zulässigkeit des Wegweisungsvollzugs nicht annehmen lasse (vgl. Urteil
des BVGer E-3709/2019 E. 7.2.2),
dass sich zudem das SEM mit dem Gesundheitszustand der Beschwerde-
führerin in der rechtskräftigen Verfügung vom 2. Oktober 2019 bezüglich
des Wiedererwägungsgesuchs befasste (vgl. dort S. 3 [unterster Abschnitt]
f.),
dass es insbesondere festhielt, dass die nach Erlass des Urteils des Bun-
desverwaltungsgerichts vom 22. August 2019 (E-3709/2019) aufgetrete-
nen gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin bei einer Über-
stellung nach D._ nicht auf eine Verletzung von Art. 3 EMRK hin-
deuteten,
dass die Beschwerdeführerin mit der Beschwerde keine neuen Arztbe-
richte zu den Akten reichte,
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dass sich aus den Akten auch sonst keine Hinweise auf einen derart gra-
vierenden gesundheitlichen Zustand der Beschwerdeführerin ergeben,
welcher der Überstellung nach D._ entgegenstehen würde,
dass demnach auf die entsprechenden Ausführungen des Bundesver-
waltungsgerichts im Urteil E-3709/2019 E. 7.2.2 sowie auf jene der
Vorinstanz in der Verfügung vom 2. Oktober 2019 S. 3 (unterster Abschnitt)
f.) und der angefochtenen Verfügung vom 24. August 2020 S. 3
vollumfänglich verwiesen werden kann,
dass im Übrigen die Vorinstanz – wie sie bereits in der angefochtenen Ver-
fügung festgehalten hat – dem Gesundheitszustand der Beschwerdeführe-
rin bereits bei der Organisation der Überstellung nach D._ Rech-
nung tragen sowie die (...) Behörden im Sinne von Art. 31 und 32 Dublin-
III-VO vor der Überstellung über den Gesundheitszustand und die notwen-
dige Behandlung informieren wird,
dass ergänzend festzuhalten ist, dass gemäss der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung Suizidalität für sich alleine kein Vollzugshindernis darstellt
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_856/2015 vom 10. Oktober 2015
E. 3.2.1) und dies im Übrigen auch der Praxis des Bundesverwaltungsge-
richts entspricht (vgl. Urteil des BVGer F-693/2018 vom 9. Februar 2018),
dass, selbst wenn eine akzentuierte Suizidalität vorliegen sollte, mit geeig-
neten Massnahmen der Vollzugsbehörden hinreichend Rechnung getra-
gen werden kann,
dass sich darüber hinaus, wie vom SEM zu Recht ausgeführt, in
D._ neben den staatlichen Strukturen, auch zahlreiche private Hilfs-
organisationen der Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen anneh-
men, bei denen die Beschwerdeführerin bei Bedarf ebenfalls um Unterstüt-
zung nachsuchen könne,
dass das SEM mithin zutreffend sowohl von der Zulässigkeit als auch von
der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ausgegangen ist (Art. 83
Abs. 3 und 4 AIG) und der Vollzug auch möglich ist (Art. 83 Abs. 2 AIG),
dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 64a Abs. 1 AIG
eine Wegweisungsverfügung gegen die Beschwerdeführerin erlassen hat,
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dass es sich erübrigt, auf den weiteren Inhalt der Beschwerde sowie die im
diesbezüglichen Beilagenverzeichnis aufgeführten öffentlichen Berichte
und Richtlinien näher einzugehen,
dass die Beschwerde folglich abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist,
dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist,
weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung als
gegenstandslos erweist,
dass der am 8. September 2020 angeordnete, vorsorgliche Vollzugsstopp
mit dem vorliegenden Urteil dahinfällt,
dass mit dem Direktentscheid in der Sache auch das Gesuch um Verzicht
auf die Erhebung eines Kostenvorschusses hinfällig geworden ist,
dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus
den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen wa-
ren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt
sind,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1
‒ 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä-
digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) der
Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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