Decision ID: 723018cc-cc29-482a-8698-0546d8d8a974
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
Mit angefochtener Verfügung vom 11. Dezember 2012 (
Urk.
2) verneinte die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
,
den Anspruch von
X._
, geboren 1964, auf eine Invalidenrente. Der Versicherte beantragte in seiner Beschwerde vom 23. Januar 2013 (
Urk.
1) die Aufhebung der Verfügung vom 11. Dezember 2012 und die Ausrichtung einer Invaliden
rente, eventuell sei die Sache zur ergänzenden medizinischen Begutachtung am
Spital Y._
und anschliessend neuen Verfügung über den Rentenan
spruch zurückzuweisen (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1. März 2013 (
Urk.
9) beantragte die Beschwer
-
degeg
nerin
die Abweisung der Beschwerde.
Am 19. Dezember 2013 (
Urk.
16) reichte der Besc
hwerdeführer das von Prof.
Dr.
med.
Z._
,
Extraordinarius für Stoffwechselkrankheiten, Abteilungsleiter und
Leitender Arzt der Abteilung für Stoffwechselkrankheiten,
Spital Y._
, und
Dr.
med.
A._
, Oberarzt
für angeborene Stoffwechselkrankheiten,
Spital B._,
am 9. Dezember 2013
erstellte Privatgutachten
(
Urk.
17/1) ein und beantragte, es sei auf Kosten der Beschwerdegegnerin eine auf
Galaktosämie
fokussierte neuropsychologische Untersuchung bei der neurologischen
Klini
k
des
Spitals B._
in Auftrag zu geben
,
und die Kosten des Privatgutachtens seien der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen
(
Urk.
16 S. 4).
Am
23. Januar 2014 (
Urk.
19) beantragte die Beschwerdegegnerin
unter Hinweis auf die Stellungnahme des Regional
en
Ärztlichen Dienstes
(RAD) vom 20. Ja
nuar 2014
(
Urk.
20)
, die Beschwerde sei gutzuheissen und die Sache sei zur er
gänzenden medizinischen Abklärung und anschliessenden Neuentscheid
an sie zurückzuweisen
.
In seiner Stellungnahme vom 19. Februar 2014 (
Urk.
23) erklärte sich der Be
schwerdeführer
mit
dem Antrag der Beschwerdegegnerin
auf
Rückweisung zu weiteren medizinischen Abklärungen einverstanden
(S. 1
Ziff.
2
)
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
D
er Beschwerdeführer beantragte
beschwerdeweise
und im Verlauf des Verfah
rens
die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin
zur Vornahme
ei
ner auf
Galaktosämie
fokussierte neuropsychologische Untersuchung
(
Urk.
1
S. 2,
Urk.
16 S. 4
), welchem die Beschwerdegegnerin am
23. Januar 2014 (
Urk.
19)
zustimmte
.
Nachdem in Bezug auf den Event
ualantrag des Beschwerdeführers
übereinstim
mende Anträge vorliegen und diese mit der Akten- und der Rechtslage im Ein
klang stehen, ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass d
ie ange
fochtene Verfügung vom 11
.
Dezember 2012 (
Urk.
2)
aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit diese
nach Vornahme der entsprechenden
medizinische Abklärungen hernach über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers neu verfüge.
2.
Der Beschwerdeführer beantragt
e
die Übernahme der Kosten des von ihm
ver
-
an
lassten
Privatgutachtens (
Urk.
16 S. 4
, Urk.
23 S. 1
Ziff.
3
).
Nach ständiger Rechtsprechung werden die notwendigen Expertenkosten als Bestandteil des Parteientschädigungsanspruches betrachtet. Voraussetzung ist stets, dass die Privatbegutachtung notwendig und einen unerlässlichen Bestand
teil der materiellen Beurteilung bildete (Urteil des Bundesgerichts 9C_178/2010 vom 14. April 2010 E. 2 mit Hinweis auf BGE 115 V 62).
Offensichtlich ist die Beschwerdegegnerin aufgrund des eingereichten
Privatgut
achtens
zu de
m in der Stellungnahme vom 2
3.
Januar 2014 (
Urk.
19)
vertrete
nen Standpunkt gelangt,
dass nicht auszuschliessen sei, dass mittels einer spezi
alisierten
Galaktosämie
fokussierten neuropsychologischen Untersuchung neue Erkenntnisse zum aktuellen Stand und zum Verlauf der Erkrankung gewonnen werden können.
Damit handelt es sich bei den Kosten für die Begutachtung
bei Prof.
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
um notwendige Kosten im Sinne der Recht
sprechung, die von der
Beschwerdegegnerin zu tragen sind.
Demnach hat die Beschwerdegegnerin die Kosten für das Gutachten im Umfang von Fr. 704.35 (
Urk.
26) zu übernehmen.
3.
3.1
Ausgangsgemäss hat
der
vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Pro
-
zess
entschädigung
.
3.2
Nach
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss
§
8 in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 der seit
1.
Juli 2011 in Kraft stehenden Verordnung über die Ge
bühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVG
er
) wird
namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
3.3
Der von Rechtsanwä
lt
in Stephanie Schwarz
mit Eingabe vom 1
9.
Februar 2014
gelte
nd gemachte Aufwand von 25 Stunden
(
Urk.
24
) ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit
des Prozesses
angesichts der nötigen Einga
ben (
Urk.
6,
Urk.
12,
Urk.
14,
Urk.
15-17,
Urk.
23-26) und Aufwendungen in Zusammenhang mit dem P
r
ivatgutachten
angemessen
.
Unter Berücksichtigung des
gerichtsüblichen Stundenansatzes von Fr. 200
.--
sowie der geltend gemachten Spesen von Fr. 166.85
(
je
zuzüglich Mehrwert
steuer)
ist die Prozessentschädigung
auf Fr.
5
‘
58
0.
20
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
4.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 500.-- anzusetzen und der
Beschwerdegegne
rin
aufzuerlegen.