Decision ID: eae17de3-19d8-5f28-a33b-892d1c6afd06
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. E. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21,
Postfach 27, 9004 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach
4358,
6002 Luzern,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war seit 16. Oktober 2000 bei der B._ AG als
Produktionsmitarbeiter arbeitstätig und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) obligatorisch gegen die Folgen von
Unfällen versichert. Am 10. September 2001 kollidierte ein Personenwagen mit dem
vom Versicherten gelenkten Fahrzeug (Suva-act. I-1, 3, 12). Aufgrund der dabei
erlittenen Verletzungen (HWS-Distorsionstrauma, Thoraxkontusion) bestand beim
Versicherten bis 16. September 2001 eine volle Arbeitsunfähigkeit, danach war er in
seiner Arbeitsfähigkeit nicht mehr eingeschränkt und die ärztliche Behandlung wurde
am 13. November 2001 abgeschlossen (Suva-act. I-2, vgl. auch Suva-act. I-29 S. 2). Im
Februar 2003 begab sich der Versicherte wegen persistierender Kopfschmerzen bei
Dr. med. C._, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, in Behandlung, welcher eine
Rückfallmeldung bei der Suva vornahm (Suva-act. I-20). Im August 2003 wurde die
weitere Behandlung abgeschlossen (Suva-act. I-47). Am 29. November 2006 wurde
erneut ein Rückfall gemeldet (Suva-act. I-41). Mit Schreiben vom 16. August 2007
(Suva-act. I-56) teilte die Suva mit, dass keine unfallbedingten Befunde und
Einschränkungen objektivierbar seien. Mit Verfügung vom 13. Februar 2008 (Suva-
act. I-62) verneinte die Suva das Vorliegen einer erheblichen Schädigung der
körperlichen Integrität. Die Voraussetzungen für eine Integritätsentschädigung seien
nicht erfüllt. Die dagegen erhobene Einsprache vom 14. März 2008 (Suva-act. I-65)
wurde mit Einspracheentscheid vom 6. November 2009 (Suva-act. I-79) abgewiesen.
Das Versicherungsgericht wies mit Entscheid vom 13. September 2010, UV 2009/120
(Suva-act. I-83) die am 8. Dezember 2009 gegen diesen Einspracheentscheid erhobene
Beschwerde (Suva-act. I-80) ab.
B.
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B.a Am 14. Februar 2009 erlitt der Versicherte einen Auffahrunfall (Suva-act. II-3f., 30).
Es bestand eine volle Arbeitsunfähigkeit bis 22. Februar 2009, danach arbeitete der
Versicherte wieder im Vollpensum (Suva-act. II-1, 20 S. 2, 27). Dem
Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem
Beschleunigungstrauma vom 26. März 2009 zufolge bestanden nach Angaben des
Versicherten gleich nach dem Unfall Kopf- und Nackenschmerzen (Suva-act. II-2).
Gemäss Beurteilung vom 31. Juli 2009 des Upright MRI vom 27. Juli 2009 (Suva-
act. II-11) waren keine pathologischen Veränderungen im Bereich des kranio-zervikalen
Übergangs feststellbar. Dr. med. D._, Spezialarzt für Neurologie FMH, berichtete am
18. September 2009 über weiterhin vorkommende okzipitale Kopf- und
Nackenschmerzen sowie eine möglicherweise durch muskuläre Dysbalance bedingte
eingeschränkte Kopfbeweglichkeit (Suva-act. II-14). Mit Arztbericht vom 10. März 2010
stellte Dr. med. E._, Spezialärztin Neurologie FMH, die Diagnose eines Status nach
Autounfall mit HWS-Distorsionstrauma 2008, bei dominierenden posttraumatischen
Spannungskopfschmerzen, triggerbar durch ein persistierendes cervicales
Schmerzsyndrom (Suva-act. II-18). Aufgrund zusätzlich beklagter
Konzentrationsschwierigkeiten und subjektiv deutlich eingeschränkter
Merkfähigkeitsspanne erfolgte am 22. April 2010 eine neuropsychologische
Untersuchung, welche keine nennenswerte Beeinträchtigung der kognitiven
Leistungsfähigkeit zeigte (Suva-act. II-19).
B.b Am 31. Oktober 2010 kam es zu einer Auffahrkollision durch ein misslungenes
Überholmanöver eines anderen Verkehrsteilnehmers, wobei sich der Versicherte als
Fahrzeuglenker erneut an der Halswirbelsäule verletzte (Suva-act. III-1, 5). Gemäss
Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem
Beschleunigungstrauma vom 31. Oktober 2010 (Suva-act. III-5) bestanden initial nur
wenig Nackenschmerzen, welche im Verlauf zunahmen, sowie Kopfschmerzen. Der
Versicherte war nach Angaben der Arbeitgeberin seit dem 18. Juni 2010 wegen
Krankheit arbeitsunfähig gewesen (Suva-act. III-1).
B.c Im Bericht von Dr. med. F._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, vom 6. Dezember 2010 wurde die
Diagnose einer Zerviko-Brachialgie gestellt und erstmals über einen Morbus Bechterew
berichtet, wobei keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden war (Suva-act. II-23).
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Gemäss Bericht von Dr. med. G._, Innere Medizin (SGIM), Physikalische Medizin und
Rehabilitation speziell Rheumaerkrankungen (SGR), Medizinische Kräftigungstherapie
(GMKT) und Manuelle Medizin (SAMM), vom 15. März 2011 war die von ihm attestierte
100%-ige Arbeitsunfähigkeit krankheitsbedingt (Suva-act. II-42). Am 1. Februar 2011
berichteten Dr. med. H._, FMH Neurologie und Dr. med. I._, FMH Neurologie, die
beklagten Kopfschmerzen könnten semiologisch nicht klar zugeordnet werden.
Prinzipiell handle es sich mehrheitlich um Kopfschmerzen von Spannungstyp, zum Teil
migranös gefärbt. Die zeitlichen Kriterien für einen posttraumatischen Kopfschmerz
(sieben Tage nach dem Trauma) seien nicht ganz erfüllt. Bei Vorhandensein einer
rheumatologischen Erkrankung und bei deutlicher Abhängigkeit der Kopfschmerzen
von HWS-Bewegungen könnte die Affektion der Nervi okzipitalis beidseits durchaus
eine Rolle spielen. Bei täglichem Konsum von nichtsteroidalen Antirheumatika bestehe
darüber hinaus auch eine medikamenteninduzierte Komponente. Ein aktueller 100%-
iger Arbeitsausfall wurde wegen des Morbus Bechterew bescheinigt (Suva-act. II-44,
46 S. 2). Ein Arbeitsversuch mit 20% ab 2. Mai 2011 musste bereits nach zwei Tagen
abgebrochen werden, und das Arbeitsverhältnis bei der B._ AG wurde auf Ende
August 2011 aufgelöst (Suva-act. II-46ff.). Mit Zwischenbericht vom 3. Januar 2013
(Suva-act. II-72) informierte Dr. med. J._, Innere Medizin und Rheumatologie FMH,
bei der Untersuchung vom 20. September 2012 habe sich ein unverändertes cervico-
vertebrales Syndrom bei einer normalen Beweglichkeit der HWS gezeigt.
Nackenschmerzen in wechselnder Intensität würden auch in Zukunft unabhängig von
den Entzündungen des Achsenskeletts bestehen bleiben. Bei der MRT-Untersuchung
der HWS vom 1. März 2013 (Suva-act. II-82) fehlte unter anderem der Nachweis einer
umschriebenen posttraumatischen Läsion, und es ergab sich, verglichen mit einer
Voruntersuchung vom 8. November 2010, ein weitgehend unveränderter Befund. Ein
vom 4. Februar bis 27. Juli 2013 von der IV-Stelle St. Gallen geplanter Arbeitsversuch
bei der K._ AG wurde per 6. März 2013 abgebrochen (Suva-act. II-77, 94). Gemäss
Bericht von Dr. med. K._, Fachärztin für Neurologie FMH, vom 6. März 2013 standen
für den Versicherten die Beschwerden im Rücken und Hüftgelenksbereich klar im
Vordergrund (Suva-act. II-84). Der Lokalbefund am Nacken sei nicht sehr ausgeprägt
und völlig unspezifisch. Ungewöhnlich sei auch die Tatsache, dass die Beschwerden
im Verlauf angeblich eher zugenommen hätten, wobei sich die Frage stelle, ob sich
unabhängig von den Unfallereignissen nicht eher chronische
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Spannungskopfschmerzen entwickelt hätten. Bei der kreisärztlichen Untersuchung vom
15. April 2013 (Suva-act. II-87) stellte Dr. med. M._, Facharzt für Chirurgie FMH, die
Diagnosen eines Status nach mehrfachen HWS-Distorsionen und eines Morbus
Bechterew. Objektiv fänden sich eine lediglich minimal eingeschränkte HWS-
Beweglichkeit und eine deutliche Einschränkung der Beweglichkeit der BWS/LWS,
subjektiv persistierten Nackenschmerzen, Kopfschmerzen, Schmerzen im Bereich der
thorakalen und lumbalen Wirbelsäule sowie im Bereich der Iliosakralgelenke und der
Hüften. Bildgebend hätten durch mehrere MRI-Untersuchungen strukturelle
unfallbedingte Läsionen ausgeschlossen werden können. Auch fachärztlich
neurologisch könnten keine Hinweise auf eine ursächliche strukturelle neurologische
Läsion festgestellt werden, wobei auch die Neurologin einen Zusammenhang zwischen
den Kopfschmerzen und den Unfällen als sehr fraglich erachte. Bei der Untersuchung
hätten sich nur leichte muskuläre Verspannungen im Bereich der HWS und des oberen
Trapezius beidseits und eine nur minimale Einschränkung der Beweglichkeit der HWS
finden lassen. Die stärkeren muskulären Verspannungen im Bereich des
thorakolumbalen Übergangs und die deutliche Einschränkung der Beweglichkeit der
Brust- und Lendenwirbelsäule seien nicht unfallbedingt, sondern auf den Morbus
Bechterew zurückzuführen. Rein unfallbedingte strukturelle Läsionen seien nicht mehr
nachweisbar, weshalb unfallbedingt keine weiteren Therapien mehr indiziert seien.
B.d Mit Verfügung vom 11. Juni 2013 (act. G1.2; Suva-act. II-90) verneinte die Suva
die Adäquanz der noch vorhandenen Beschwerden und stellte die
Versicherungsleistungen per 16. Juni 2013 ein.
C.
Die dagegen erhobene Einsprache vom 20. Juni 2013 (act. G1.4; Suva-act. II-91) wurde
mit Einspracheentscheid vom 25. September 2013 (act. G1.3; Suva-act. II-96)
abgewiesen.
D.
D.a Mit Beschwerde vom 25. Oktober 2013 (act. G1) liess der Versicherte, vertreten
durch Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald Pedergnana, St. Gallen, beantragen, der
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Einspracheentscheid vom 25. September 2013 sei aufzuheben, die
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, weiterhin Heilungskosten und Taggelder zu
entrichten, eventualiter sei ein Gutachten in Auftrag zu geben, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung liess er
insbesondere vorbringen, der seit 2010 diagnostizierte Morbus Bechterew liege im
Wechselspiel mit den HWS-Beschwerden, an denen der Beschwerdeführer seit den
drei Autounfällen am 10. September 2001, 14. Februar 2009 und 6. Dezember 2010
leide. Für die Adäquanzprüfung und die Feststellung, ob und inwiefern der Morbus
Bechterew und die HWS-Traumata sich gegenseitig beeinflussten, müsse ein
Gutachten erstellt werden.
D.b Mit Beschwerdeantwort vom 25. November 2013 (act. G3) schloss die
Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.
Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, Taggeldleistungen seien nach dem
Unfall vom 14. Februar 2009 per 23. Februar 2009 eingestellt, und nach dem Unfall
vom 31. Oktober 2010 gar nicht erbracht worden, da keine unfallkausale
Arbeitsunfähigkeit bestanden habe. Da das Taggeld somit gar nicht Gegenstand der
Verfügung vom 11. Juni 2013 gewesen sei, bilde es auch nicht Streitgegenstand des
vorliegenden Verfahrens, weshalb auf den Antrag um Ausrichtung von Taggeldern nicht
einzutreten sei. Mit Entscheid des Versicherungsgerichts vom 13. September 2010, UV
2009/120, sei der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem ersten Unfall vom
10. September 2001 und den nach August 2003 geklagten Kopf- und
Nackenschmerzen rechtskräftig verneint worden. Hinsichtlich der beiden anderen
Unfallereignisse lägen keine objektivierbaren organischen Unfallfolgen, und
unbestrittenermassen auch kein typisches Beschwerdebild eines Schleudertraumas
wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen,
Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression,
Wesensveränderung etc. vor. Eine natürliche Kausalität sei somit von vornherein zu
verneinen. Selbst bei Annahme einer Verschlimmerung der (vorbestehenden) Kopf- und
Nackenschmerzen sei spätestens nach Ablauf von jeweils sechs Monaten vom Eintritt
des Status quo sine auszugehen. Ein vom Beschwerdeführer behauptetes
"Wechselspiel" zwischen den auf die Unfälle zurückzuführenden HWS-Beschwerden
und den krankheitsbedingten Beschwerden im BWS/LWS-Bereich liege nicht vor. Der
BWS/LWS-Bereich sei nicht von den Unfällen betroffen, weshalb von vornherein keine
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Leistungspflicht bestehe. Eine allfällige Ausdehnung der Krankheit (Morbus Bechterew)
auf den HWS-Bereich wäre unfallfremder Natur. Ergänzend sei zu erwähnen, dass im
Einstellungszeitpunkt auch deshalb kein Anspruch auf Heilbehandlung bestanden
habe, da die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht unfallbedingt eingeschränkt
gewesen sei. Selbst bei Prüfung der Adäquanz nach der Schleudertrauma-Praxis sei
diese klar zu verneinen.
D.c Mit Replik vom 2. Dezember 2013 (act. G5) hielt der Beschwerdeführer an seinen
bisherigen Anträgen fest. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung
einer Duplik (act. G7).

Erwägungen:
1.
Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet der Einspracheentscheid vom
25. September 2013. Die natürliche Kausalität zwischen dem Unfallereignis vom
10. September 2001 und den geklagten Kopf- und Nackenschmerzen wurde mit
Entscheid des Versicherungsgerichts vom 13. September 2010, UV 2009/120, bereits
rechtskräftig verneint. Eine Berücksichtigung dieses Ereignisses und allfällig daraus
geklagter nachklingender Unfallfolgen im vorliegenden Verfahren fällt daher von
vornherein ausser Betracht. Auch aufgrund eines Rückfalls hat hierzu keine Prüfung zu
erfolgen. Die Unfallversicherung hat bei Einstellung von Heilbehandlung und Taggeld
den Fallabschluss formell zu verfügen und darf ihn nicht im formlosen Verfahren
behandeln (BGE 132 V 412 E. 4). Selbst im formlosen Verfahren ergehende Entscheide
haben aufgrund ihrer Mitteilungsbedürftigkeit grundsätzlich schriftlich zu erfolgen (Ueli
Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2009, N 7 zu Art. 51). Die
Beschwerdegegnerin hat die Versicherungsleistungen mit Einspracheentscheid vom
25. September 2013 per 16. Juni 2013 eingestellt. Zu beurteilen ist daher die
vorliegend streitige Frage, ob die Beschwerdegegnerin aufgrund der am 14. Februar
2009 und 31. Oktober 2010 erlittenen Unfälle dem Beschwerdeführer weiterhin
Taggelder und eine zweckmässige Heilbehandlung zu leisten hat.
2.
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2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. Eine Leistungspflicht der
Unfallversicherung besteht nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat
kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (Alexandra Rumo-
Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 53ff.).
2.2 Gemäss Art. 16 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf ein Taggeld, wenn
sie infolge eines Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (im Sinn des Art. 6 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]) ist. Zudem hat sie Anspruch auf die zweckmässige Behandlung von
Unfallfolgen (Art. 10 UVG).
2.3 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt
erst manifest, entfällt die Leistungspflicht der Unfallversicherung, wenn entweder der
(krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat
(Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem
schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher
oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (vgl. zum Ganzen RKUV 1994
Nr. U 206 S. 328f. E. 3b, mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 11. Juni 2007,
U 290/06, E. 3.3). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten
Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher
Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine
anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast nicht bei
der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46
E. 2 mit Hinweisen; BGE 117 V 261 E. 3b). Dabei muss jedoch nicht etwa der Beweis
für unfallfremde Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein nach wie vor
geklagtes Leiden hat, ob es Krankheitsursachen, ein Geburtsgebrechen oder
degenerative Veränderungen sind, ist unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der
Unfallversicherer bei einmal bejahter Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde
Ursachen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag.
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Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre
kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206
S. 328f. E. 3b).
3.
3.1 Vorliegend ist unbestritten, dass nach den Unfällen vom 14. Februar 2009 und
vom 31. Oktober 2010 organisch-strukturelle Unfallfolgen durch mehrere bildgebende
MRI-Untersuchungen ausgeschlossen werden konnten und auch neurologisch keine
ursächliche strukturelle Läsion festzustellen war (Suva-act. II-23, 82, 84 und 87). Die
vom Beschwerdeführer erwähnten, allenfalls erlittenen Mikroverletzungen zeichnen sich
gerade dadurch aus, dass sie nicht bildgebend objektivierbar sind. Nach beiden
Unfällen klagte der Beschwerdeführer einzig über Kopf- und Nackenschmerzen, nicht
aber über weitere Symptome wie Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Hör-, Seh-, oder
Schlafstörungen, welche dem typischen bunten Beschwerdebild nach HWS-
Distorsionstraumen entsprechen (vgl. Suva-act. II-2, III-5; BGE 117 V 359 E. 4b; 134 V
109 E. 9). Die Dres. H._ und I._ berichteten nach der Untersuchung vom 1. Februar
2011 (Suva-act. II-44) über Kopfschmerzen von Spannungstyp, zum Teil migranös
gefärbt, sowie über eine medikamenteninduzierte Komponente bei täglichem Konsum
von nichtsteroidalen Antirheumatika. Auch Dr. K._ diagnostizierte am 6. März 2013
(Suva-act. II-84) Spannungstypkopfschmerzen und äusserte Zweifel darüber, ob sich
diese noch auf die HWS-Distorsionstraumen beziehen liessen oder sich nicht eher
unabhängig von den Unfallereignissen chronische Spannungskopfschmerzen
entwickelt hätten. Rein unfallbedingte Beschwerden müssten ihrer Ansicht nach im
Verlauf der ersten beiden Jahre nach dem Trauma mehr oder weniger komplett
abgeklungen sein. Dr. M._ konnte bei der kreisärztlichen Untersuchung vom 15. April
2013 (Suva-act. II-87) nur noch unerhebliche klinische Befunde an der HWS – eine
minimal eingeschränkte Beweglichkeit sowie leichte muskuläre Verspannungen im
Bereich der HWS und des oberen Trapezius beidseits – erheben. Ein natürlicher
Kausalzusammenhang der nach dem 16. Juni 2013 geklagten Beschwerden zu den
Unfallereignissen ist daher bereits aus diesen Gründen zu verneinen.
3.2 Der Beschwerdeführer war nach dem Unfall vom 14. Februar 2009 bis zum
22. Februar 2009 arbeitsunfähig, danach bestanden in der bisherigen Tätigkeit
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unbestrittenermassen keine Einschränkungen mehr und er arbeitete gemäss eigenen
Angaben gegenüber dem Suva-Aussendienstmitarbeiter (vgl. Suva-act. II-21 S. 2) bis
zum Unfallereignis vom 31. Oktober 2010 wieder im Vollpensum (Suva-act. II-1, 20
S. 2, 27). Gemäss Meldung der Arbeitgeberin war der Beschwerdeführer jedoch bereits
seit dem 18. Juni 2010 wegen Krankheit voll arbeitsunfähig gewesen, als er am
31. Oktober 2010 erneut verunfallte (Suva-act. III-1, II-49 S. 2). Der Beschwerdeführer
bestätigte anschliessend mehrfach, bereits vor dem Unfall vom 31. Oktober 2010
krankheitshalber arbeitsunfähig gewesen zu sein, und es ist aktenkundig, dass er auch
nach dem Unfall Krankentaggelder erhalten hatte (Suva-act. II-46 S. 2, 47, 51, 54, 67;
Suva-act. III-7).
3.3 Der medizinischen Aktenlage ist weiter zu entnehmen, dass die Bescheinigung
einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit auch nach dem zweiten Unfallereignis
ausschliesslich krankheitshalber, aufgrund des im Juni 2010 erstmals diagnostizierten
Morbus Bechterew, erfolgt war (Arztbericht vom 15. März 2011 von Dr. G._ [Suva-
act. II-42]; Untersuchungsbericht vom 1. Februar 2011 der Dres. H._ und I._ [Suva-
act. II-44 S. 4]). Dr. F._ attestierte nach den Untersuchungen am 30. September und
9. November 2010 keine Arbeitsunfähigkeit und wies darauf hin, dass ein Morbus
Bechterew als unfallunabhängige Erkrankung anzusehen wäre und beim neun Jahre
zurückliegenden Unfall die Überprüfung eines Kausalzusammenhangs zumindest zu
erwägen sei (Suva-act. II-23). Dr. J._ ging im Zwischenbericht vom 3. Januar 2013
davon aus, dass Nackenschmerzen in wechselnder Intensität auch in Zukunft
unabhängig von den Entzündungen des Achsenskeletts bestehen bleiben würden
(Suva-act. II-72). Die Beweglichkeit der HWS war seinen klinischen Erhebungen zufolge
normal (Suva-act. II-72, 91). Im vom Beschwerdeführer während des
Einspracheverfahrens eingeholten Bericht vom 17. Juni 2013 hielt Dr. J._ fest, dass
er nicht konklusiv beurteilen könne, ob eine Bechterew-Komponente der
Nackenschmerzen bestehe, indem die Beweglichkeit der BWS eingeschränkt sei und
somit Fehlbelastungen verursacht werden könnten (Suva-act. II-91). Beim Morbus
Bechterew (auch: Spondylitis ankylosans; vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch
2013, 264. Aufl. Berlin/Boston 2012, S. 1972f.) handelt es sich um eine chronische
entzündlich-rheumatische Erkrankung des Achsenskeletts (Wirbelsäule,
Iliosakralgelenke, Schambeinfugen, kleine Wirbelgelenke), der Extremitätengelenke und
Sehnenansätze. Klinisch kennzeichnend ist unter anderem auch eine zunehmende
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Einschränkung der Beweglichkeit von Wirbelsäule und Thorax. Im Endstadium findet
sich eine völlig versteifte Wirbelsäule in thorakolumbaler Kyphose vor, wobei
prognostisch gesehen der Verlauf sehr variabel ist (Spontanremission bis zu akuter
Exazerbation). Für eine wie vom Beschwerdeführer geltend gemachte Wechselwirkung
zwischen den geklagten, behaupteterweise auf die Unfälle vom 14. Februar 2009 und
31. Oktober 2010 zurückzuführenden Nacken- und Kopfschmerzen sowie den
krankheitsbedingten Einschränkungen aufgrund des Morbus Bechterew findet sich in
den Akten kein Anhaltspunkt. Auch wird von den Ärzten nirgends eine
Verschlimmerung des im Juni 2010 diagnostizierten krankheitsbedingten
Gesundheitszustands durch die beiden Unfälle festgestellt. Eine Arbeitsunfähigkeit
wurde isoliert aufgrund krankheitsbedingter Ursachen bescheinigt, und auch die
Kündigung erfolgte ausschliesslich aufgrund der gesundheitlichen Auswirkungen des
Morbus Bechterew (Suva-act. II-47, 49). Dass Dr. J._ weder klinisch noch bildgebend
Hinweise auf einen entzündlichen Nackenbefall finden konnte, lässt eine
Unfallkausalität der weiterhin geklagten Kopf- und Nackenbeschwerden nicht als
überwiegend wahrscheinlich erscheinen. Von mehreren Ärzten werden Spannungs-
oder medikamenteninduzierte Kopfschmerzen als Beschwerdeursache vermutet.
Allfällige Fehlbelastungen aufgrund der (krankheitsbedingten)
Bewegungseinschränkung der BWS wären ebenfalls nicht als Unfallfolgen anzusehen.
Zu berücksichtigen ist nur der unfallbedingt, nicht aber der krankheitsbedingt
geschädigte Gesundheitszustand (Urteil vom 26. Oktober 2009, 8C_398/2009, E. 4.4).
Unter diesen Umständen erübrigt sich eine gutachterliche Prüfung der Frage, ob eine
Wechselwirkung zwischen krankheits- und unfallbedingten Beschwerden besteht
(antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 90, E. 4b; 136 I 229, E. 5.3). Hinsichtlich
allfälliger unfallbedingter Folgen im Sinne einer Verschlimmerung der (vorbestehenden)
Kopf- und Nackenbeschwerden war der Status quo sine daher spätestens zum
Zeitpunkt der Leistungseinstellung am 16. Juni 2013 erreicht. Da ein natürlicher
Kausalzusammenhang zwischen den weiterhin beklagten Beschwerden und den
Unfällen vom 14. Februar 2009 und 31. Oktober 2010 zu verneinen ist, erübrigt sich die
Prüfung der Adäquanz.
4.
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Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen
Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP