Decision ID: 6971d225-8d86-4d70-aacb-5dbb1a82c9ae
Year: 2007
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X und AY sind je zur Hälfte Miteigentümer des Grundstückes Nr. ... mit dem
Wohnhaus Vers.-Nr. ..., umfassend eine Wohneinheit und ein separates Studio, und der
Doppelgarage Vers.-Nr. ... an der H-strasse in der politischen Gemeinde Z. Eine
weitere Wohneinheit war als Grundstück Nr. ... mit dem Wohnhaus und der
Doppelgarage Vers.-Nrn. ... und ... im Jahr 2004 von diesem Grundstück abgetrennt
und veräussert worden.
B.- Für 2006 erhob das Steueramt Z mit Rechnung vom 22. Mai 2006 bei XY für das
Grundstück Nr. ... Liegenschaftsabgaben von insgesamt Fr. 766.--, nämlich die
Grundsteuer von Fr. 586.-- (1 ‰ von Fr. 586'000.--) sowie zwei Kehrichtgrundgebühren
"Einzelperson" und eine Kehrichtgrundgebühr "Privathaushalt" à je Fr. 60.-- (total Fr.
160.--). Die von XY gegen diese Rechnung mit dem Antrag, die Kehrichtgrundgebühren
seien zu erlassen, erhobene Einsprache wies der Gemeinderat mit Beschluss vom 20.
Juni 2006 ab. Weil jedoch bei der Erhebung der Kehrichtgrundgebühren
irrtümlicherweise die Abtrennung der Wohneinheit im Jahr 2004 nicht berücksichtigt
worden war, wurde die Finanzverwaltung beauftragt, die angefochtene Rechnung für
2006 zu stornieren und korrigiert mit nur noch zwei Grundgebühren neu zuzustellen
(total Fr. 120.--). Für die Jahre 2004 und 2005 wurde die Rückerstattung je einer
Grundgebühr beschlossen.
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C.- Gegen diesen Einsprache-Entscheid erhob XY mit Eingabe vom 24. Juni 2006
(Poststempel: 26.6.06) Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag,
der Beschluss des Gemeinderates sei aufzuheben und die rechtmässige Rückzahlung
(Gutschrift) 2006 über Fr. 120.-- zu veranlassen. Die zuviel verrechneten Gebühren ab
1992 seien vollumfänglich samt Zins zurückzuerstatten.
Mit Vernehmlassung vom 8. August 2006 beantragte die Vorinstanz die Abweisung des
Rekurses unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Rekurrenten. Mit
zusätzlicher Eingabe vom 22. August 2008 (recte: 2006) nahm der Rekurrent zur
vorinstanzlichen Vernehmlassung unaufgefordert Stellung.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit zulässig und notwendig, in

den Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 8. Juli 2003 (Poststempel: 9.7.03) ist
rechtzeitig eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. f Ziff. 4, 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist grundsätzlich
einzutreten.
Objektive Voraussetzung und sachliche Begrenzung eines Rechtsmittelverfahrens
bildet der Anfechtungsgegenstand (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im
Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 579). Anfechtungsgegenstand ist vorliegend der
Entscheid der Vorinstanz vom 20. Juni 2006, mit welchem einerseits die Einsprache
des Rekurrenten gegen die Veranlagung für das Grundstück Nr. ... mit drei
Kehrichtgrundgebühren für das Abgabejahr 2006 gemäss Rechnung des Steueramtes
vom 22. Mai 2005 abgewiesen und anderseits diese Rechnung insoweit korrigiert
wurde, als für ein vom betreffenden Grundstück abgetrenntes und seit 18. Dezember
2003 nicht mehr im Eigentum des Rekurrenten stehendes Wohnobjekt keine
Grundgebühr mehr erhoben wurde. Der Rechnungsbetrag wurde dementsprechend auf
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Fr. 120.-- herabgesetzt. Gleichzeitig wurden die Rechnungen für die Abgabejahre 2004
und 2005 insoweit berichtigt, als festgestellt wurde, dass der Rekurrent in diesen
Jahren ebenfalls eine Grundgebühr von jeweils Fr. 60.-- zu viel bezahlt habe und die
Finanzverwaltung angewiesen wurde, die entsprechende Rückerstattung vorzunehmen.
Hingegen liegt zur Frage, ob und inwieweit die seit 1992 für das separate 1-Zimmer-
Studio bezahlten Grundgebühren zu Unrecht erhoben wurden und dem Rekurrenten
diesbezüglich ein Anspruch auf Rückerstattung zukommt, kein anfechtbarer Entscheid
der Vorinstanz vor. Dementsprechend kann auf den Rekurs nicht eingetreten werden,
insoweit damit die Rückerstattung von geleisteten Grundgebühren für die Abgabejahre
1992 bis 2005 beantragt wird.
2.- Die zusätzliche Eingabe des Rekurrenten vom 22. August 2006, mit welcher er zur
vorinstanzlichen Vernehmlassung Stellung nahm, erweist sich zur Wahrung des
Anspruchs auf rechtliches Gehör als zulässig, da die Vorinstanz erstmals in der
Vernehmlassung ausführt, die Möglichkeit der Reduktion richte sich nach dem
Kalenderjahr, und geltend macht, der neue Mieter habe seit dem 15. Juni 2006 Zugang
zur Liegenschaft gehabt (vgl. dazu Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 949 ff. mit Hinweisen).
3.- Vorab ist in formeller Hinsicht festzustellen, dass die Vorinstanz einzig den
Rekurrenten mit der Kehricht Grundgebühr veranlagt hat, obwohl auch seine Ehefrau
zur Hälfte Miteigentümerin des Grundstücks Nr. ... ist und Abgabesubjekt gemäss dem
Reglement über die Abfallentsorgung der politischen Gemeinde Z die Grundeigentümer
sind (vgl. dazu auch unten E. 4c/bb).
4.- Im Rekurs ist umstritten, ob und inwieweit beim Grundstück Nr. ... mit dem
Wohnhaus Vers.-Nr. ... des Rekurrenten für das Abgabejahr 2006 die Voraussetzungen
für eine Herabsetzung der Kehricht Grundgebühr erfüllt sind.
a) Der Rekurrent bringt vor, das Einfamilienhaus sei seit dem 1. August 2005 bis
"heute" leer. Es sei kurzfristig auf den 1. Juli 2006 vermietet worden. Richtig sei, dass
das Zeitfenster von sechs Monaten im Jahr 2005 nicht erreicht worden sei. Zwar habe
der neue Mieter seit 16. Juni 2006 Kleinteile in der Liegenschaft platzieren dürfen,
Einzugsdatum gemäss Vertrag sei jedoch der 1. Juli 2006. Das separate 1-Zimmer-
Studio sei bis heute nie zu Wohnzwecken genutzt worden. Die 1993 von der Gemeinde
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erteilte Auskunft, wonach für alle Einfamilienhäuser einmal Privathaushalt und einmal
zusätzlich Einzelperson gerechnet würde, sei angesichts des Reglements falsch.
Die Vorinstanz hält dem entgegen, da die Gebühren pro Kalenderjahr in Rechnung
gestellt würden, gelte auch die Reduktionsmöglichkeit pro Kalenderjahr. Das gehe
auch daraus hervor, dass die Anträge um Rückerstattung jeweils Ende des Jahres
gestellt werden könnten. Wie der Rekurrent richtig feststelle, sei das entsprechende
Zeitfenster für 2005 nicht gegeben. Die Frist sei aber auch für 2006 nicht erfüllt, da der
Rekurrent der Gemeinde den Auftrag gegeben habe, den Wasser/Abwasserverbrauch
per 15. Juni 2006 abzurechnen. Der neue Mieter habe ab diesem Zeitpunkt Zugang
zum neuen Wohndomizil gehabt. Relevant sei, ab wann die Wohnung tatsächlich habe
bewohnt werden und Abfall anfallen können. Gerade beim Umzug müsse viel Abfall
entsorgt werden, weshalb davon ausgegangen werden könne, dass auch ab Bezug
Abfall anfalle.
Dagegen bringt der Rekurrent vor, das Reglement sage nicht, dass die sechs Monate
im gleichen Jahr erfüllt sein müssen. Sie könnten klar auch über einen Jahreswechsel
gehen. Die Liegenschaft sei nachweislich vom 1. August 2005 bis 1. Juli 2006 leer
gestanden. Der Zeitrahmen sei daher mehr als gegeben. Daraus, dass die Vermietung
am 15. Juni 2006 gemeldet worden und darum gebeten worden sei, die Wasseruhr
abzulesen, könne nicht geschlossen werden, der Mieter sei am 15. Juni 2006 auch
eingezogen. Dem Mieter sei es lediglich gestattet gewesen, vor dem 1. Juli 2006
Gegenstände in der Garage zu deponieren. Ein Wohnbezug habe erst nach diesem
Datum stattgefunden.
b) aa) Die Kehrichtabfuhrgebühr gehört als Benützungsgebühr zu den öffentlichen
Abgaben, welche einer gesetzlichen Grundlage bedürfen. In der Regel hat der
Gesetzgeber Subjekt, Objekt und Bemessungsgrundlage der Abgabe in einem
formellen Gesetz zu verankern. Ist die Überprüfung der Rechtmässigkeit der Abgabe
anhand des verfassungsrechtlichen Kostendeckungs- und Äquivalenzprinzips möglich,
kann dieser Grundsatz gelockert werden. Wo es um die Finanzierung der kommunalen
Abfallentsorgung mit offenem Benützerkreis und nicht klar abgrenzbaren Kosten geht,
vermag indessen weder das Kostendeckungs- noch das Äquivalenzprinzip eine
wirksame Begrenzung der Gebühren sicherzustellen. Einem formellen Gesetz sind
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kommunale Erlasse gleichgestellt, wenn sie von der nach dem kantonalen Recht
ermächtigten Gemeindelegislative beschlossen wurden oder aber dem (obligatorischen
oder fakultativen) Referendum unterstanden. Eine Blankodelegation an die
Gemeindeexekutive zur Festsetzung von öffentlichen Abgaben vermag hingegen dem
Erfordernis der gesetzlichen Grundlage nicht zu genügen (vgl. BGE 120 Ia 266 f. mit
Hinweisen).
Die Kantone sorgen dafür, dass die Kosten für die Entsorgung der Siedlungsabfälle,
soweit sie ihnen übertragen ist, mit Gebühren oder anderen Abgaben den Verursachern
überbunden werden. Bei der Ausgestaltung der Abgaben werden insbesondere
berücksichtigt: a. die Art und die Menge des übergebenen Abfalls; b. die Kosten für
Bau, Betrieb und Unterhalt der Abfallanlagen; c. die zur Substanzerhaltung solcher
Anlagen erforderlichen Abschreibungen; d. die Zinsen; e. der geplante
Investitionsbedarf für Unterhalt, Sanierung und Ersatz, für Anpassungen an gesetzliche
Anforderungen sowie für betriebliche Optimierungen. Würden kostendeckende und
verursachergerechte Abgaben die umweltverträgliche Entsorgung der Siedlungsabfälle
gefährden, so kann diese soweit erforderlich anders finanziert werden (Art. 32a Abs. 1
und 2 des Bundesgesetzes über den Umweltschutz, Umweltschutzgesetz, in der seit
dem 1. November 1997 gültigen Fassung, SR 814.01, abgekürzt: USG; vgl. dazu BGE
129 I 290 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).
Im Anschluss an diese bundesrechtliche Norm regeln Art. 24 und 25 des kantonalen
Einführungsgesetzes zum eidgenössischen Gewässerschutzgesetz (sGS 752.1,
abgekürzt: EG zum GSchG) die Gebühren zur Abfallentsorgung näher. Danach ist die
politische Gemeinde oder die öffentlich-rechtliche Korporation verpflichtet, für den
Betrieb öffentlicher Abfalldeponien und Abfallbeseitigungsanlagen sowie für den
Kehrichtsammeldienst von den Verursachern oder Grundeigentümern angemessene
Gebühren zu erheben (Art. 24 EG zum GSchG). Das Reglement kann die Gebühren
bemessen nach Art, Menge oder Gewicht der gelieferten Abfälle. Abweichungen sind
im Rahmen des Bundesrechts (Art. 32a Abs. 2 USG) zulässig (Art. 25 Abs. 1 EG zum
GSchG, in der Fassung gemäss Nachtragsgesetz zum Vollzugsgesetz zur
eidgenössischen Gewässerschutzgesetzgebung). Die Bemessungsgrundlagen können
miteinander verbunden werden (Art. 25 Abs. 2 EG zum GSchG). Diese kantonalen
Regeln sind zwar in einem Gesetz im formellen Sinn enthalten, überlassen es aber der
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politischen Gemeinde oder der öffentlich-rechtlichen Korporation, ob sie die
Grundeigentümer oder die direkten Verursacher belasten und nach welchen Kriterien
sie die Gebühren bemessen wollen. Die kantonalen Vorgaben sind mithin nicht derart
bestimmt, dass die erforderliche Konkretisierung unmittelbar durch eine Verordnung
der Gemeindeexekutive erfolgen könnte.
c) aa) Das von der Vorinstanz am 29. Juni 1993 erlassene Reglement über die
Abfallentsorgung unterstand vom 1. bis 30. September 1993 dem fakultativen
Referendum und wurde am 3. November 1993 vom Baudepartement des Kantons St.
Gallen genehmigt. Damit genügen die Rechtsgrundlagen der vom Rekurrenten
erhobenen Kehrichtgrundgebühr in formeller Hinsicht grundsätzlich den vom
Bundesgericht gestellten Anforderungen an die gesetzliche Grundlage.
Nach Art. 22 Abs. 1 des Reglements wird pro Wohneinheit eine Grundgebühr erhoben.
Haftbar für die Gebühren sind die am 1. Januar des laufenden Jahres im Grundbuch
eingetragenen Gebäudeeigentümer (Art. 22 Abs. 3 Satz 2 des Reglements). Die
Grundgebühr kann pro Steuerpflichtigen oder nach Grösse der Wohnung abgerechnet
werden (Art. 21 Abs. 3 des Reglements). Für Wohnungen, welche während mindestens
sechs aufeinander folgenden Monaten unbewohnt sind, ist die Grundgebühr für diese
Zeit zu erlassen. Gegen schriftliches Gesuch an den Gemeinderat wird der
entsprechende Betrag Ende Jahr zurückbezahlt. Für Neubauten erfolgt eine pro rata-
Verrechnung ab Wohnungsbezug (Art. 22 Abs. 4 des Reglements). Für den Erlass des
Gebührentarifs ist der Gemeinderat zuständig (Art. 2 Abs. 4 und Art. 21 Abs. 2 in
Verbindung mit Art. 24 Abs. 1 lit. a des Reglements). Ziff. 2 des nicht dem fakultativen
Referendum unterstellten Gebührentarifs für die Abfallentsorgung vom 18. Juli 1995
(mit Änderungen vom 7. November 2000 und vom 18. Februar 2003) legt fest, dass die
kommunale Grundgebühr unabhängig von der Grösse des Haushaltes Fr. 60.-- pro
Jahr und Wohnung inkl. Ferienwohnungen und Ferienhäuser beträgt.
Das Reglement bezeichnet zwar die zur Abgabe der Grundgebühr Pflichtigen nicht
direkt, erklärt aber in Art. 22 Abs. 3 Satz 2 die am 1. Januar des laufenden Jahres im
Grundbuch eingetragenen Gebäudeeigentümer als haftbar. Daraus ist zu schliessen,
dass die Abgabepflicht am Grundeigentum anknüpft und damit die Grundeigentümer
abgabepflichtig sind, soweit dieses Eigentum auch Gebäude umfasst. Die
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reglementarische Grundlage der Grundgebühr ist damit hinsichtlich des
Abgabesubjektes genügend bestimmt.
Als Berechnungsgrundlage der Grundgebühr lässt einerseits Art. 21 Abs. 3 des
Reglements die Abrechnung "pro Steuerpflichtigen" oder "nach Grösse der Wohnung"
zu. Anderseits wird in Art. 22 Abs. 1 Satz 1 des Reglements ausdrücklich festgehalten,
dass die Grundgebühr "pro Wohneinheit" erhoben wird. Da die letztere Regelung klar
und eindeutig erscheint und der Gebührentarif für die Abfallentsorgung am Kriterium
der Wohnung anknüpft, führt die in Art. 21 Abs. 3 des Reglements vorgesehene
alternative Anknüpfung nicht dazu, dass die Rechtsgrundlage für die Erhebung der
Grundgebühr insgesamt als zu unbestimmt zu bezeichnen ist. Im Rekurs wird auch
nicht geltend gemacht, als mengenunabhängiges Element erhalte sie ein Gewicht,
welches das bundesrechtlich vorgeschriebene Verursacherprinzip verletzen würde (vgl.
dazu BGE vom 7. Juli 2003, 2P.31/2003, E. 3.2, in: ZBl 104/2003 S. 541).
Ziff. 2 des Gebührentarifs für die Abfallentsorgung legt die Grundgebühr je Jahr und
Wohnung auf Fr. 60.-- fest. Die Bestimmung hält fest, dass der Ansatz auch für
Ferienwohnungen und Ferienhäuser gilt, umschreibt jedoch den Begriff der Wohnung
nicht weiter. Das Reglement selbst verwendet in Art. 22 Abs. 1 Satz 1 des Reglements
den Begriff der Wohneinheit. Als Wohnung gilt eine Einheit von mehreren Räumen als
ständige Unterkunft für eine oder mehrere Personen (vgl. Duden, Das
Bedeutungswörterbuch, 3. Aufl. 2002, S. 1057). Zwischen den Verfahrensbeteiligten ist
unbestritten, dass es sich beim Wohnhaus Vers.-Nr. ... um ein Einfamilienhaus mit einer
einliegenden 1-Zimmer-Wohnung handelt. Im Grundrissplan des Untergeschosses wird
der als 1-Zimmer-Wohnung benutzbare Bereich samt Kochnische und separater
Nasszelle mit Dusche und WC zwar mit "Keller/Geräte" bezeichnet. Das ändert
allerdings nichts daran, dass die Räumlichkeiten für eine Wohnnutzung geeignet sind.
Der Rekurrent selbst geht davon aus, dass es sich dabei um ein "1-Zimmer-Studio"
bzw. ein "Einliegerstudio" handelt. Der Mietvertrag vom 9. Juni 2006 bezeichnet
deshalb den Mietgegenstand konsequenterweise als 5 1⁄2-Zimmer-Einfamilienhaus mit
separatem 1-Zimmer-Studio. In tatsächlicher Hinsicht ist damit übereinstimmend mit
den Verfahrensbeteiligten davon auszugehen, dass für das Wohnhaus Vers.-Nr. ... auf
dem Grundstück Nr. ... gestützt auf Art. 22 und 23 des Reglements grundsätzlich zwei
Kehrichtgrundgebühren erhoben werden können.
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Zu prüfen bleibt, ob und inwieweit der Rekurrent Anspruch auf einen "Erlass" der
Grundgebühr in Anwendung von Art. 22 Abs. 4 des Reglements hat. Die Ermässigung
der Grundgebühr wird gemäss Reglement gegen schriftliches Gesuch an den
Gemeinderat gewährt und am Ende des Jahres zurückbezahlt. Das Reglement sieht für
die Stellung des Gesuchs keine zeitliche Beschränkung vor. Es kann, wie im
vorliegenden Fall, grundsätzlich auch im Lauf des Jahres eingereicht werden.
Bezüglich des Einfamilienhauses gehen die Verfahrensbeteiligten übereinstimmend
davon aus, dass es seit dem 1. August 2005 leer stand und ein neuer Mietvertrag per
1. Juli 2006 abgeschlossen wurde. Vorab fällt auf, dass Art. 22 Abs. 4 des Reglements
eine Ermässigung der Grundgebühr erst gewährt, wenn eine Wohnung während
mindestens sechs Monaten unbewohnt war. Dass nicht jeder Leerstand unabhängig
von seiner Dauer zu einer Reduktion der Grundgebühr führt, ist nicht zu beanstanden.
Das Gebot der rechtsgleichen Behandlung schliesst eine schematische Regelung nicht
grundsätzlich aus (vgl. BGE 120 Ia 171 E. 2a). Im Zusammenhang mit der
Kehrichtgrundgebühr ist zudem das Erfordernis einer Mindestdauer beim Leerstand
auch sachlich gerechtfertigt. Die Grundgebühr soll gemäss Art. 22 Abs. 1 des
Reglements die Kosten der gemeindeeigenen Infrastruktur wie Aufbau und Wartung
der Sammelstellen für Kehricht, Glas, Metall, Konservendosen, Aluminium, sowie
Mineral- und Speiseöl, Kühlgeräte, Sonderabfälle, Chemikalien, Medikamente,
Batterien und Akkumulatoren, auch Grünabfuhren, Kompostierung und Häckseldienst
sowie Separatsammlungen, Abfallkalender und Löhne decken. Zudem kann durch die
Grundgebühr ein Anteil der Transportkosten gedeckt werden. Da das Ausmass der von
der Gemeinde bereitzustellenden Infrastruktur sich in erster Linie am vorhandenen
Wohnraum ungeachtet seiner aktuellen tatsächlichen Nutzung ausrichten muss, mithin
mittel- bis langfristig zu planen ist, erscheint eine Reduktion der deren Finanzierung
dienenden Grundgebühr in Abhängigkeit von der Dauer eines Leerstandes nicht
zwingend erforderlich. Umso mehr ist es gerechtfertigt, eine Mindestdauer vorzusehen.
Hingegen verbietet das Gebot der Rechtsgleichheit, vergleichbare Sachverhalte ohne
wichtigen sachlichen Grund ungleich zu behandeln (vgl. BGE 129 I 113 E. 5.1, 346 E.
6). Deshalb muss ein Leerstand von mehr als sechs Monaten auch dann berücksichtigt
werden, wenn er sich über den Jahreswechsel erstreckt, in jedem einzelnen Jahr
jedoch nicht sechs Monate erreicht. Andernfalls bliebe beispielsweise ein
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zehnmonatiger Leerstand, der je zur Hälfte zwei aufeinander folgenden Jahren
anzurechnen wäre, ohne Auswirkungen auf die Höhe der Grundgebühr.
Im Mietvertrag betreffend das Wohnhaus Vers.-Nr. ... wird als Mietbeginn der 1. Juli
2006 genannt. Es besteht
Einigkeit zwischen den Verfahrensbeteiligten darüber, dass der Mieter das Objekt
bereits ab 15. Juni 2006 teilweise nutzen konnte, indem er sukzessive Mobiliar
einstellte. Auch die Vorinstanz macht aber nicht geltend, dass der Mieter das Gebäude
bereits vor dem 1. Juli 2006 bewohnte. Soweit in der Zeit zwischen dem 15. Juni und 1.
Juli 2006 tatsächlich Kehricht anfiel und entsorgt wurde, hatte der Mieter entsprechend
der in der politischen Gemeinde Z erhobenen mengenabhängigen Sack-, Sperrgut- und
Containergebühr (vgl. Art. 23 des Reglements über die Abfallentsorgung)
entsprechende Abgaben zu leisten. Insgesamt ist deshalb gerechtfertigt, bezüglich der
Kehricht Grundgebühr von einem ununterbrochenen Leerstand des 5 1⁄2-Zimmer-
Einfamilienhauses vom 1. August 2005 bis 1. Juli 2006, d.h. von 11 Monaten
auszugehen. Da der Leerstand im Jahr 2005 allein die Mindestdauer von 6 Monaten
nicht erreicht und auf der Grundgebühr für dieses Jahr dementsprechend keine
Ermässigung gewährt werden kann, ist die Ermässigung für den gesamten Leerstand
bei der Gebühr für 2006 zu berücksichtigen. Dementsprechend ist die jährliche
Grundgebühr für das 5 1⁄2-Zimmer-Einfamilienhaus von Fr. 60.-- für 2006 auf 1 Monat
zu bemessen. Sie beläuft sie damit für 2006 auf Fr. 5.--.
Bezüglich der Einliegerwohnung macht der Rekurrent geltend, sie sei nicht bewohnt
gewesen. Das Wohnhaus Vers.-Nr. ... stand unbestrittenermassen seit dem 1. August
2005 leer. Dafür, dass das Gebäude mietvertraglich nicht als Einheit behandelt wurde,
bestehen keine konkreten Anhaltspunkte. Insbesondere besteht gemäss dem
Mietvertrag vom 9. Juni 2006 keine Nutzungsbeschränkung und insbesondere keine
Verpflichtung des Mieters, das Studio im Bedarfsfall zur Verfügung des Vermieters zu
halten. Damit ist davon auszugehen, dass mit dem Einfamilienhaus auch die
Einliegerwohnung vom 1. August 2005 bis 1. Juli 2006 leer stand. Dementsprechend ist
die jährliche Grundgebühr für die Einliegerwohnung von Fr. 60.-- für 2006 auf einen
Monat zu bemessen. Sie beläuft sich damit für 2006 auf Fr. 5.--.
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Damit ist der Rekurs, soweit damit der Erlass der Kehrichtgrundgebühr für 2006
beantragt wird, teilweise gutzuheissen. Die Kehricht Grundgebühr ist für das
Grundstück Nr. ... und das Jahr 2006 auf Fr. 10.-- festzusetzen.
d) Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurs, soweit darauf einzutreten ist,
teilweise gutzuheissen ist. Der angefochtene Einsprache-Entscheid der Vorinstanz vom
20. Juni 2006 ist aufzuheben und der Rekurrent für das Grundstück Nr. ... mit dem
Wohnhaus Vers.-Nr. ... samt der einliegenden 1-Zimmer-Wohnung für 2006 mit einer
Kehrichtgrundgebühr von Fr. 10.-- zu veranlagen. Auf eine Veranlagung der als
Miteigentümerin an sich ebenfalls abgabepflichtigen Ehefrau des Rekurrenten, die am
vorliegenden Verfahren nicht beteiligt wurde, kann angesichts des sehr geringen
Betrags der veranlagten Gebühr aus verfahrensökonomischen Gründen
ausnahmsweise verzichtet werden. Dies ändert selbstverständlich nichts daran, dass
die politische Gemeinde Z zukünftig beide Miteigentümer des Grundstücks zu
veranlagen haben wird.
5.- Dem Verfahrensausgang entsprechend - das Nichteintreten entspricht einem
Unterliegen des Rekurrenten - sind die amtlichen Kosten zu einem Viertel dem
Rekurrenten aufzuerlegen; drei Viertel der Kosten trägt die politische Gemeinde Z
(Art. 95 Abs. 1 VRP). Auf die Erhebung der Kosten ist nicht zu verzichten, da das
Gemeinwesen überwiegend finanzielle Interessen verfolgt (Art. 95 Abs. 3 VRP, ABl
1998 S. 1315). Eine Entscheidgebühr von Fr. 400.-- ist angemessen (vgl. Ziff. 362
Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 400.-- ist zu
verrechnen. Die Finanzverwaltung ist anzuweisen, dem Rekurrenten Fr. 300.--
zurückzuerstatten.