Decision ID: 31a90944-8d01-57ac-9288-b0ec10fa7dd0
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X. Y. Z., geboren am xx.xx.xxxx, ist Staatsangehöriger von Pakistan. Er reiste am
23. Oktober 2002 illegal in die Schweiz ein, wo er am folgenden Tag ein Asylgesuch
stellte. Mit Verfügung vom 5. August 2003 lehnte das Bundesamt für Flüchtlinge (heute
Bundesamt für Migration) das Asylgesuch ab und wies ihn unter Ansetzung einer
Ausreisefrist bis zum 30. September 2003 aus der Schweiz weg. Gegen die Abweisung
des Asylgesuchs erhob X. Y. Z. Beschwerde bei der Asylrekurskommission (heute
Bundesverwaltungsgericht), welche die Beschwerde am 25. August 2006 abwies.
Nachdem er seiner Pflicht zur Ausreise aus der Schweiz bis zum 1. November 2006
nicht selbständig nachkam, wurde er am 13. September 2007 ins Herkunftsland
ausgeschafft und gleichzeitig eine ab dem 14. September 2007 bis zum 13. Oktober
2010 gültige Einreisesperre erlassen.
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B./ Am 19. Dezember 2007 heiratete X. Y. Z. in Pakistan. die Schweizer Bürgerin A. B.-
C., geboren am xx.xx.xxxx. In der Folge reichte er am 27. Januar 2008 bei der
zuständigen Schweizer Vertretung in Islamabad ein persönliches Einreisegesuch zum
Verbleib bei seiner Schweizer Ehefrau ein. Am 18. März 2008 teilte seine Ehefrau dem
Ausländeramt (heute Migrationsamt) telefonisch und am 3. April 2008 der
schweizerischen Vertretung in Islamabad schriftlich mit, dass sie die Ehe mit X. Y. Z.
als ungültig erachte. Am 16. April 2008 zog sie ihr Schreiben vom 3. April 2008 zurück
und erklärte, dass sie zusammen mit X. Y. Z. eine Familie wolle. Am 6. Mai 2008
schrieb sie hingegen der schweizerischen Vertretung in Islamabad, dass sie
beabsichtige, die Ehe annullieren oder scheiden zu lassen. In der Befragung durch das
Migrationsamt vom 24. Juli 2008 äusserte sie sich dahingehend, dass sie mit ihrem
Ehemann nichts mehr zu tun haben wolle, und dass sie sich bereits offiziell in Pakistan
habe scheiden lassen. Am 22. August 2008 trat das Migrationsamt auf das Gesuch von
X. Y. Z. um Erteilung einer Einreise- und Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des
Familiennachzugs nicht ein. Auf das dagegen eingereichte Wiedererwägungsgesuch
trat es mit Verfügung vom 20. November 2008 ebenfalls nicht ein.
Am 20. September 2008 kam das gemeinsame Kind D. zur Welt. Das Kind erkrankte
kurz nach seiner Geburt an Hirnhautentzündung. Infolgedessen wünschte sich die
Ehefrau von X. Y. Z. seine Unterstützung und bat deswegen am 24. und 29. Dezember
2008 das Migrationsamt um die Ausstellung eines Visums für ihren Ehemann. Das
Migrationsamt wäre mit einem dreimonatigen Visum einverstanden gewesen, aber X. Y.
Z. verzichtete auf die Stellung eines Gesuchs für ein Visum. Er reichte stattdessen am
15. Juni 2009 erneut ein persönliches Einreisegesuch zum Verbleib bei seiner Ehefrau
ein. Letztere stellte ihrerseits am 15. August 2009 ein Gesuch um Familiennachzug für
ihren Ehegatten, das sie am 29. August 2009 wieder zurückzog, da sie sich von ihrem
Ehemann getrennt habe und die Scheidung in die Wege leiten werde. Am 7. September
2009 bat sie hingegen das Migrationsamt um die Weiterbearbeitung und Gutheissung
des Familiennachzugsgesuchs ihres Ehemanns und stellte eine Paartherapie in
Aussicht. Bei der anschliessenden Befragung durch das Migrationsamt am
29. September 2009 erklärte sie aus freien Stücken und ohne irgendwelchen Zwang,
dass sie am Familiennachzug für ihren Ehemann festhalten wolle. Sechs Tage später
widerrief sie telefonisch ihren Willen und stellte die Einreichung der Scheidung in
Aussicht. In einem Schreiben an das Migrationsamt vom 16. November 2009 erklärte
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sie schliesslich, dass ihr Ehemann in die Schweiz einreisen können soll, um die Ehe
fortzuführen.
Nach diesen erneuten Meinungswechseln wurde am 7. Dezember 2009 die Schweizer
Vertretung in Islamabad ermächtigt, X. Y. Z. das Visum zur Einreise im Rahmen des
Familiennachzuges auszustellen. Das bestehende Einreiseverbot wurde am
24. November 2009 durch das Bundesamt für Migration aufgehoben. X. Y. Z. reiste am
31. Dezember 2009 in die Schweiz ein, erhielt eine bis zum 30. Dezember 2010 gültige
Aufenthaltsbewilligung und zog bei seiner Ehefrau ein.
Am 9. Januar 2010 musste die Polizei wegen häuslicher Gewalt (verbaler Streit) beim
Ehepaar Z. intervenieren. Die Ehefrau teilte am 2. Februar 2010 dem Migrationsamt
telefonisch und schriftlich mit, dass sie nicht länger mit ihrem Ehemann
zusammenleben könne. Er sei aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Am
15. Februar 2010 reichte X. Y. Z. ein Eheschutzbegehren um Bewilligung des
Getrenntlebens beim Kreisgericht St. Gallen ein. Seine Ehefrau informierte am
18. Februar 2010 das Migrationsamt darüber, dass sie und ihr Ehemann definitiv nicht
mehr zusammenleben würden. Am 22. Februar 2010 teilte sie aber schriftlich dem
Migrationsamt mit, dass sie mit ihrem Ehemann zusammenbleibe, auch im Hinblick auf
das gemeinsame Kind.
Am 16. März 2010 reichten die Ehegatten beim Kreisgericht St. Gallen ein
gemeinsames Scheidungsbegehren ein. Im Rahmen dieses Verfahrens schlossen sie
am 15. April 2010 einvernehmlich eine Trennungskonvention ab, die der Ehefrau die
Obhut über das gemeinsame Kind zusprach und dem Ehemann unter Vorbehalt einer
weitergehenden einvernehmlichen Einigung ein Besuchsrecht von einer 1 Stunde pro
Woche einräumte. Am 21. April 2010 teilte die Ehefrau dem Migrationsamt telefonisch
mit, sie wolle sich nun definitiv scheiden lassen. Am 27. April 2010 musste die Polizei
erneut wegen häuslicher Gewalt beim Ehepaar Z. intervenieren. Das Untersuchungsamt
St. Gallen sprach X. Y. Z. deswegen mit Strafbescheid vom 23. August 2010 der
einfachen Körperverletzung, der Tätlichkeiten, der Gefährdung des Lebens sowie der
Drohung zum Nachteil von seiner Ehefrau schuldig und verurteilte ihn zu einer
bedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten unter Ansetzung einer Probezeit von vier
Jahren sowie zu einer Busse von Fr. 1'200.--. Mit Schreiben vom 29. April 2010
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bestätigte die Ehefrau ihre telefonisch am 21. April 2010 gemachte Aussage und hob
die Aggressivität ihres Ehemannes hervor.
Mit Entscheid vom 3. Mai 2010 des Kreisgerichts St. Gallen wurde die Ehe gerichtlich
getrennt. Am 7. Mai 2010 schrieb X. Y. Z. dem Kreisgericht auf Englisch, dass er mit
seiner Ehefrau zusammenleben wolle. Im Schreiben vom 11. Mai 2010 teilte seine
Ehefrau der Kreisrichterin mit, sie möchte die Trennung zurückziehen und die Ehe mit
ihrem Ehemann weiterführen. Am 14. resp. 17. Mai widerrief sie telefonisch beim
Kreisgericht das Schreiben vom 11. Mai 2010; sie sei von ihrem Ehemann unter Druck
gesetzt worden. Am 20. Mai 2010 erklärte X. Y. Z. gegenüber dem Migrationsamt, er
wohne nicht mit seiner Ehefrau zusammen; sie hätten Eheprobleme.
C./ Das Migrationsamt widerrief am 10. August 2010 nach vorgängiger Gewährung des
rechtlichen Gehörs und der unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung
die Aufenthaltsbewilligung von X. Y. Z. Zur Begründung führte es aus, dass X. Y. Z. die
Voraussetzung für das Beibehalten eines Anspruchs auf Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung trotz Auflösung der ehelichen Gemeinschaft nicht erfülle und die
Rückkehr in den Herkunftsstaat zumutbar sei. Gegen die Verfügung des
Migrationsamts erhob der Rechtsvertreter von X. Y. Z. mit Eingaben vom 18. August
2010 und 13. September 2010 Rekurs beim Sicherheits- und Justizdepartement mit
dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, vom Widerruf der
Aufenthaltsbewilligung und der Wegweisung sei abzusehen und die
Aufenthaltsbewilligung sei zu verlängern. Mit Verfügung vom 1. September 2010 wurde
die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung für das Rekursverfahren
gewährt. Das Sicherheits- und Justizdepartement wies am 17. Januar 2011 den Rekurs
ab.
D./ Mit Eingaben seines Rechtsvertreters vom 30. Januar 2011 und 17. Februar 2011
erhob X. Y. Z. beim Verwaltungsgericht Beschwerde mit den Anträgen, der
angefochtene Entscheid des Sicherheits- und Justizdepartements vom 17. Januar
2011 und die Verfügung des Migrationsamts vom 10. August 2010 seien kostenpflichtig
aufzuheben, von einem Widerruf der Aufenthalts-bewilligung von X. Y. Z. und einer
Wegweisung desselben aus der Schweiz sei abzusehen sowie seine
Aufenthaltsbewilligung sei zu verlängern, allenfalls mit Bedingungen und Auflagen. Der
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Rechtsvertreter beantragte im weiteren die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung. Am 19. Februar 2011 reichte der Rechtsvertreter von X. Y. Z.
beim Verwaltungsgericht ein Zwischenzeugnis der Firma "J." über X. Y. Z. ein, um die
berufliche Integration darzulegen. Das Sicherheits- und Justizdepartement beantragte
in seiner Vernehmlassung vom 28. Februar 2011 die Abweisung der Beschwerde.
Neben einer weiteren Eingabe vom 23. März 2011 informierte der Rechtsvertreter am
29. März 2011 und 28. April 2011 das Verwaltungsgericht darüber, dass X. Y. Z. wieder
mit seiner Ehefrau an deren Adresse zusammenlebe, aber momentan ohne Arbeit sei.
Das Zusammenleben sei beim Einwohneramt der Stadt St. Gallen noch nicht gemeldet
worden, da man Nachteile bezüglich Sozialhilfeleistungen befürchte. Mit Eingaben vom
8. und 20. Juni 2011 teilte der Rechtsvertreter dem Verwaltungsgericht mit, dass X. Y.
Z. grundsätzlich alleine wohne, aber sich zuweilen in der Wohnung seiner Ehefrau
aufhalte und reichte zudem zwei neue Arbeitsverträge ein.
Auf die weiteren von den Verfahrensbeteiligten vorgebrachten Ausführungen wird,
soweit erfor-derlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Gemäss Art. 61 Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und
Ausländer (SR 142.20, abgekürzt AuG) erlischt mit dem Ablauf der Gültigkeitsdauer die
Aufenthaltsbewilligung, sofern diese nicht verlängert worden ist. Das Migrationsamt hat
am 10. August 2010 die Aufent-haltsbewilligung des Beschwerdeführers widerrufen,
die zugleich am 31. Dezember 2010 ablief. Der Widerruf der Bewilligung wurde damit
während des Verfahrens vor der Vorinstanz gegenstandslos. Die Vorinstanz prüfte
daher zu Recht, ob die Verweigerung der Verlängerung der Aufenthalts-bewilligung
rechtmässig ist. Eine unterschiedliche materielle Beurteilung ergibt sich daraus nicht.
Gegenstand der vorliegenden Beschwerde kann somit nur die Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers sein.
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2.1. Nach Art. 42 Abs. 1 AuG haben ausländische Ehegatten von Schweizerinnen und
Schweizern Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn
sie mit diesen zusam-menwohnen. Nach einem ordnungsgemässen und
ununterbrochenen Aufenthalt von fünf Jahren haben die Ehegatten Anspruch auf
Erteilung der Niederlassungsbewilligung (Art. 42 Abs. 3 AuG). Das Erfordernis des
Zusammenwohnens nach Art. 42 AuG besteht nicht, wenn für getrennte Wohn-orte
wichtige Gründe geltend gemacht werden und die Familiengemeinschaft weiter besteht
(Art. 49 AuG). Wichtige Gründe für eine Ausnahme vom Erfordernis des
Zusammenwohnens können nach Art. 76 der Bundesverordnung über Zulassung,
Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (SR 142.201, abgekürzt VZAE) insbesondere durch
berufliche Veränderungen oder durch eine vorübergehende Trennung wegen
erheblicher familiärer Probleme entstehen. Für einen getrennten Wohnsitz wäre auch
ein alternatives Lebensmodell als wichtiger und nachvollziehbarer Grund denkbar,
solange der Ehewille trotzdem vorhanden ist (Spescha in: Spescha/Thür/ Zünd/Bolzli,
Migrationsrecht, 2. Aufl., Zürich 2009, Rz. 2 zu Art. 49 AuG). Dabei ist stets zu
berücksichtigen, dass auf das erforderliche Kriterium der gemeinsamen Wohnung in
Art. 42 Abs. 1 AuG besonderer Wert gelegt wird, da das Fehlen einer
Hausgemeinschaft ohne sachliche Gründe in der Regel ein gewichtiges Indiz für eine
rechtsmissbräuchliche Ehe darstellt (VerwGE B 2011/21 vom 31. Mai 2011 E. 2 mit
Hinweis auf Spescha, a.a.O., Rz. 2 zu Art. 42 AuG, publiziert in: www.gerichte.sg.ch).
2.1.1. Der Beschwerdeführer heiratete im Dezember 2007, also kurz nach seiner
Wegweisung aus der Schweiz, seine heutige Ehefrau, A. B.-C., in Pakistan und stellte
am 27. Januar 2008 bereits wieder ein Einreisegesuch. Der Beschwerdeführer reiste
am 31. Dezember 2009 im Rahmen des Familiennachzugs erneut in die Schweiz ein.
Die zwei Jahre zwischen der Heirat in Pakistan und seiner erneuten Einreise in der
Schweiz waren von Meinungswechseln und Unsicherheiten seiner Ehefrau über ein
Zusammenleben mit dem Beschwerdeführer in der Schweiz geprägt, da sie ge-mäss
eigenen Aussagen von ihm bedroht und zur Heirat gezwungen wurde. In diesem Sinn
teilte sie am 3. April 2008 der schweizerischen Vertretung in Islamabad schriftlich mit,
dass der Beschwerde-führer ihren Pass, ihr Ticket und ihr Geld eingeschlossen habe,
damit sie nicht hätte fliehen können, ohne ihn zu heiraten und die für seine Einreise in
die Schweiz benötigten Papiere zur Botschaft zu bringen. An dieser Aussage hielt sie
trotz eines zwischenzeitlichen Widerrufs mit Schreiben vom 6. Mai 2008 und anlässlich
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der Befragung durch das Migrationsamt am 24. Juli 2008 fest. Daran werden die
Zweifel der Ehefrau an einem gemeinsamen Leben mit dem Beschwerdeführer
sichtbar. Letztlich überwog aber das Bedürfnis nach Unterstützung bei der Betreuung
des behinderten gemeinsamen Kindes, wobei die Ehefrau auch hierbei im Zeitraum
zwischen Dezember 2008 und November 2009 mehrmals ihre Meinung wieder änderte
und zwischenzeitlich eine Scheidung in Aussicht stellte. Am 16. November 2009
schrieb sie schliesslich dem Migrationsamt, dass sie die Einreise des
Beschwerdeführers wolle.
Nach seiner Einreise in die Schweiz am 31. Dezember 2009 wohnte der
Beschwerdeführer bis zum 2. Februar 2010 bei seiner Ehefrau. Zuvor musste die
Polizei am 9. Januar 2010, also wenige Tage nach der Einreise des Beschwerdeführers,
wegen häuslicher Gewalt beim Ehepaar intervenieren, nachdem sie bereits während
des ersten Aufenthalts des Beschwerdeführers in der Schweiz bei Konflikten zwischen
dem Paar am 31. Januar 2007 und 23. April 2007 eingreifen musste. Nach Aussagen
der Ehefrau kam es in den ersten Monaten des Zusammenlebens im Jahr 2010 zu
tätlichen Auseinandersetzungen und Drohungen und der Beschwerdeführer habe sie
und die Kinder terrorisiert. Der Verlauf der nächsten Monate war geprägt von
Versöhnungen und Trennungen. Am 16. März 2010 reichte das Ehepaar beim
Kreisgericht S. ein gemeinsames Scheidungsbegehren ein und einigte sich am 15. April
2010 über eine gerichtliche Trennung. Spätestens nach der poli-zeilichen Intervention
wegen häuslicher Gewalt am 27. April 2010 verliess der Beschwerdeführer mit seinen
Sachen die Wohnung seiner Ehefrau. Die Polizei hielt in ihrem Bericht über den Vorfall
vom 27. April 2010 fest, dass mit weiteren Interventionen gerechnet werden müsse,
wenn keine Scheidung erfolge. Aufgrund des Vorfalls vom 27. April 2010 wurde der
Beschwerdeführer wegen einfacher Körperverletzung, Tätlichkeiten, Gefährdung des
Lebens sowie der Drohung zum Nachteil seiner Ehefrau schuldig gesprochen, da er sie
geschlagen, gewürgt sowie mit einem Küchen-messer bedroht hatte und sie einen
Strafantrag gegen ihn unterzeichnete. Zudem wünschte seine Ehefrau nach diesem
Vorfall die Abschiebung des Beschwerdeführers, damit sie und die Kinder ohne Angst
leben könnten. Die Familienrichterin des Kreisgerichtes St. Gallen trennte die Ehe
gerichtlich mit Entscheid vom 3. Mai 2010, der durch den Widerruf des Widerrufs der
Trennung durch die Ehefrau rechtskräftig wurde.
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2.1.2. Die eheliche Gemeinschaft in der Schweiz dauerte somit mit Unterbrüchen
lediglich maximal 4 Monate, wobei sich das Ehepaar bereits nach rund einem Monat
seit der Einreise des Beschwerdeführers in die Schweiz ein erstes Mal trennte. Nach
dem letzten bekannten gewalt-tätigen Konflikt trennte sich das Ehepaar scheinbar
endgültig. In diesem Sinn erklärte der Beschwerdeführer nach der polizeilichen
Intervention am 27. April 2010, dass er nie mehr in die Wohnung seiner Ehefrau
zurückkehren werde. Aufgrund der zahlreichen tätlichen Auseinander-setzungen und
Drohungen während des Zusammenlebens, der Terrorisierung der Ehefrau und der
Kinder durch den Beschwerdeführer und des mehrfachen Auszugs des
Beschwerdeführers aus der Wohnung der Ehefrau kann nicht von einer intakten
Familiengemeinschaft gesprochen werden. Angesichts dieser Sachlage nahm die
Vorinstanz zu Recht an, dass nicht von einer vorüber-gehenden Trennung
ausgegangen werden kann und damit kein Anwendungsfall von Art. 49 AuG vorliegt.
2.1.3. Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringen lässt, ist nicht geeignet, den
Schluss der Vorinstanz zu entkräften. Der Beschwerdeführer stellt sich auf den
Standpunkt, dass trotz Trennung eine enge Gemeinschaft zwischen ihm und seiner
Ehefrau sowie ein Familienleben in Form intensiver täglicher Kontakte zwischen ihm
und seinem Sohn bestehen würden. Die Ehe werde auf intensive Art weitergelebt, nicht
bloss was regelmässige sexuelle Beziehungen anbetreffe, sondern auch was
Zusammensein in der Freizeit, gemeinsame Unternehmungen und Gedankenaustausch
etc. betreffe.
2.1.4. Wie die Vorinstanz zu Recht festhielt, führen auch gelegentlich stattfindende
persönliche Kontakte mit der Ehefrau und dem gemeinsamen Sohn sowie allfällige
sexuelle Kontakte mit der Ehefrau nicht automatisch zu einem intakten Familienleben.
Dabei ist insbesondere zu berück-sichtigen, dass die vom Rechtsvertreter in der
Eingabe vom 17. Februar 2011 erwähnten Zusammenkünfte des Beschwerdeführers
mit seiner Ehefrau und seinem Sohn allesamt Kontakte unmittelbar vor der Eingabe an
das Verwaltungsgericht betreffen. Die in den Eingaben an die Vorinstanz vom
19. August 2010, 13. September 2010 und vom 15. November 2010 und in der Eingabe
an das Migrationsamt vom 29. Juni 2010 erwähnten sexuellen Kontakte mit seiner
Ehefrau sowie die Zusammenkünfte mit seiner Ehefrau und seinem Sohn fanden
sodann allesamt während des laufenden Verfahrens vor der Vorinstanz resp. vor dem
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Migrationsamt statt, also nach dem Widerruf der Aufenthaltsbewilligung vom 3. Juni
2010. Vor dem Widerruf kümmerte sich der Beschwerdeführer gemäss Aussagen
seiner Ehefrau jeweils nach den Trennungen nicht um den gemeinsamen Sohn. In
diesem Sinne schrieb die Ehefrau am 18. Februar 2010 an das Migrations-amt, dass
kein Kontakt mehr zwischen ihr und dem Beschwerdeführer bestehe und er sich
niemals seit der Trennung nach seinem Sohn erkundigt habe. Zudem hielt die
Beiständin seines Sohnes im Schreiben vom 9. November 2010 an die Vorinstanz fest,
dass sich der Beschwerdeführer bei ihr nicht gemeldet habe, um eine Besuchsregelung
zu vereinbaren. Ihr seien auch weder Besuche noch Kontakte zwischen Vater und Sohn
bekannt. Der Beschwerdeführer bestreitet den Inhalt dieses Schreibens und zählt
gemeinsame Unternehmungen der Familie Z. seit dem 10. November 2010 auf.
Dagegen ist einzuwenden, dass der Beschwerdeführer erst seit dem Widerruf seiner
Aufent-haltsbewilligung wirkliches Interesse an seinem Sohn zeigt und die in den
Eingaben des Be-schwerdeführers erwähnten Zusammenkünfte allesamt aus dem
November 2010 oder später stammen. Insgesamt erscheint die Abstellung auf die
gemeinsamen Zusammenkünfte und Kontakte mit Ehefrau und Sohn insofern als
rechtsmissbräuchlich, als diese allesamt während des laufenden Verfahrens über die
Frage der Rechtmässigkeit des Widerrufs resp. der Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung stattfanden und nur dem Zweck dienten, die Voraussetzungen
von Art. 42 Abs. 1 AuG scheinbar zu erfüllen.
Dies wird auch insbesondere anhand des früheren Verhaltens des Beschwerdeführers
in Situa-tionen der drohenden Ausweisung aus der Schweiz deutlich. So wurde im Jahr
2004 nach Ab-weisung seines Asylgesuchs ein zivilrechtliches Gesuch um
Vorbereitung der Eheschliessung des Beschwerdeführers mit der Schweizer
Staatsangehörigen K. L.-M., geboren am xx.xx.xxxx, gestellt, jedoch am 19. November
2004 wieder zurückgezogen. Nach Abweisung der Beschwerde gegen die Abweisung
des Asylgesuchs erkundigte sich der Beschwerdeführer am 26. September 2006 beim
Migrationsamt, ob er bei einer allfälligen Heirat mit einer Schweizer Staatsangehörigen
in der Schweiz verbleiben könnte. Mit Eingabe vom 19. Oktober 2006 ersuchte er das
Bundesamt für Migration um eine mehrmonatige Verlängerung der Ausreisefrist, damit
er einen Reisepass in P. beantragen könne, was das Bundesamt für Migration mit
Schreiben vom 1. November 2006 abl-ehnte. Das Verhalten des Beschwerdeführers
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zeigt, dass er stets mit sämtlichen Mitteln versucht, eine Ausschaffung aus der Schweiz
und eine Rückkehr in sein Herkunftsland zu verhindern.
Hinzu kommen die Aussage seiner Ehefrau am 2. Februar 2010 gegenüber dem
Migrationsamt, wonach der Beschwerdeführer sie nur geheiratet habe, um in die
Schweiz einreisen zu können, und ihre bereits erwähnte Aussage vom 3. April 2008,
wonach er in Pakistan ihren Pass, ihr Ticket und ihr Geld eingeschlossen habe, damit
sie nicht hätte fliehen können, ohne ihn zu heiraten. Mit Schreiben vom 6. Mai 2008
betonte sie, dass es klar sei, dass sich der Beschwerdeführer mit der Ehe mit ihr ein
besseres Leben in der Schweiz vorstelle. Deshalb sei ihm die Einreise zu ver-weigern
und sie werde die Ehe annullieren oder scheiden lassen. In der Befragung der Ehefrau
durch das Migrationsamt vom 24. Juli 2008 bejahte sie, dass der Beschwerdeführer sie
bedroht und zur Ehe gezwungen habe. Zudem betonte sie nochmals, dass der
Beschwerdeführer nur auf eine Heirat mit ihr aus war, um in die Schweiz kommen zu
können. Sinnbildlich sind auch die Aussagen, wonach es kein eigentliches
Hochzeitsfest und nicht einmal ein Hochzeitsessen gegeben hätte und sie fast keinen
Kontakt zur Familie des Beschwerdeführers wie auch letzterer keinen Kontakt zu ihrer
Familie habe. Gemäss Schreiben vom 18. Februar 2010 an das Migrationsamt habe der
Beschwerdeführer sie mehrmals bedroht, weil er die B-Bewilligung nicht bekommen
habe. Auch im Rahmen der polizeilichen Einvernahme vom 27. April 2010 gab die
Ehefrau zu Protokoll, dass sie zur Heirat gezwungen worden sei und der
Beschwerdeführer sie nur geheiratet habe, um ein B-Visum zu erhalten.
Die erwähnte Sachlage zeigt eindrücklich auf, welchen Zweck der Beschwerdeführer
mit der Heirat mit seiner Ehefrau schweizerischer Staatsangehörigkeit tatsächlich
verfolgte. Ohne die Heirat mit einer Schweizerin hätte er als pakistanischer
Staatsangehöriger ohne besondere berufliche Qualifikationen keine Möglichkeit gehabt,
in der Schweiz nach Abweisung seines Asylgesuchs eine ordentliche
Aufenthaltsbewilligung zu erlangen. Die Heirat des Beschwerdeführers mit seiner
Ehefrau mit Schweizer Staatsangehörigkeit diente also lediglich dem Zweck, die
Voraussetzungen von Art. 42 Abs. 1 AuG scheinbar zu erfüllen.
2.1.5. Das Gleiche gilt auch für die Mitteilung vom 29. März 2011 an das
Verwaltungsgericht, wonach der Beschwerdeführer seit etwa einer Woche wieder im
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Haushalt seiner Ehefrau wohne. Auch dieser erneute Einzug in die Wohnung der
Ehefrau während des hängigen Beschwerdeverfahrens erscheint insofern als
rechtsmissbräuchlich, als er nur dem Zweck dient, die Voraussetzungen von Art. 42
Abs. 1 AuG scheinbar zu erfüllen. Dazu passt, dass der Beschwerdeführer seinen
Einzug nicht beim Einwohneramt der Stadt St. Gallen gemeldet hat, da er angeblich
Nachteile bei den Sozialleistungen befürchte. Hinzu kommt sodann, dass der
Beschwerdeführer gemäss den Eingaben seines Rechtsvertreters vom 8. und 20. Juni
2011 grundsätzlich wieder alleine in der eigenen Wohnung wohne, sich aber zuweilen
in der Wohnung seiner Ehefrau und des gemeinsamen Kindes aufhalte. Die Frage der
Folgen des angeblich erneuten Zusammenlebens auf die Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung muss daher nicht weiter materiell geprüft werden.
2.1.6. Aus den genannten Gründen kommt eine Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung nach Art. 42 in Verbindung mit Art. 49 AuG nicht in Betracht. Die
vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers in den Eingaben vom 17. Februar 2011
und 29. März 2011 gestellten Beweisanträge (persönliche Befragung der Eheleute Z.,
Einholung des Amtsberichts des Einwohneramts der Stadt S. sowie Augenschein in der
Wohnung der Ehefrau) sind nicht geeignet, neue erhebliche Tatsachen
hervorzubringen, die zu einem anderen Schluss führen würden. Auf weitere
Abklärungen kann daher verzichtet werden; zumal beide Eheleute bereits in zahlreichen
Schreiben und Befragungen die Möglichkeit hatten, zu ihrem Zusammenleben Stellung
zu nehmen. Deshalb ist entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers nicht ersichtlich,
inwiefern sich die Vorinstanz bei der bezüglich der Beweisanträge vorgenommenen
antizipierten Beweiswürdigung widersprüchlich verhalten haben soll.
2.2. Nach Art. 50 Abs. 1 AuG besteht sodann nach Auflösung der
Familiengemeinschaft der Anspruch des Ehegatten auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung nach Art. 42 AuG weiter, wenn die Ehegemeinschaft mindestens
drei Jahre bestanden hat und eine erfolgreiche Integration besteht (lit. a) oder wenn
wichtige persönliche Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich
machen (lit. b). Wichtige persönliche Gründe im Sinn von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG
können namentlich vorliegen, wenn die Ehegattin oder der Ehegatte Opfer ehelicher
Gewalt wurde und die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark gefährdet
erscheint (Art. 50 Abs. 2 AuG).
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2.2.1. Aufgrund der Akten ist es erwiesen, dass die eheliche Gemeinschaft in der
Schweiz seit der Einreise des Beschwerdeführers am 31. Dezember 2009 deutlich
weniger lang dauerte als die in Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG verlangten drei Jahre. Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung zu Art. 50 Abs. 1 AuG zählt für diese
Dreijahresfrist einzig das Zusammenleben in der Schweiz (BGE 136 II 117 ff. E. 3.3;
2C_195/2010 vom 23. Juni 2010 E. 5.1). Einen Anspruch auf Aufenthalt nach Art. 50
Abs. 1 lit. a AuG kann der Beschwerdeführer daher nicht geltend machen.
2.2.2. Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, dass er einen Anspruch
auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG in
Verbindung mit Art. 77 Abs. 1 lit. b VZAE habe, da sein schwer behinderter Sohn
regelmässigen Kontakts mit ihm bedürfe und in der Schweiz lebe. Er habe mit seinem
Sohn ständigen engen und intensiven Kontakt und ihn verbinde mit seinem Sohn eine
sehr enge affektive Beziehung. Seine Wegweisung verstosse zudem gegen Art. 11 BV,
Art. 3 und Art. 18 des Übereinkommens über die Rechte des Kindes (SR 0.107;
abgekürzt KRK), da die Beziehung Vater-Sohn für den behinderten Sohn unentbehrlich
sei. Eine Besuchsausübung von P. aus verletze zudem Art. 13 und 14 der
Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV) sowie Art. 8 der Konvention zum Schutze
der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, abgekürzt EMRK).
2.2.3. Art. 50 AuG bezweckt die Vermeidung von schwerwiegenden Härtefällen bei der
Auflösung der ehelichen Gemeinschaft (Botschaft AuG, BBl 2002 S. 3753). Dabei ist zu
beachten, dass die Aufzählung in Art. 50 Abs. 2 AuG sowie im gleichlautenden Art. 77
Abs. 2 VZAE nicht abschliessend ist, so dass den Behörden ein gewisser
Beurteilungsspielraum verbleibt (BGE 2C_540/2009 vom 2. Februar 2010 E. 2.1 mit
Hinweisen; 2C_195/2010 vom 23. Juni 2010 E. 6.2 mit Hinweisen; VerwGE B 2010/199
vom 26. Januar 2011 E. 2.1, publiziert in: www.gerichte.sg.ch neues Fenster). Ein
weiterer Aufenthalt in der Schweiz kann sich u.a. dann als gerechtfertigt erweisen,
wenn der Ausländer in der Schweiz Kinder hat, zu denen eine enge Beziehung besteht
und die in der Schweiz gut integriert sind (BGE 2C_540/2009 vom 2. Februar 2010
E. 2.1; 2C_195/2010 vom 23. Juni 2010 E. 6.2; Spescha, a.a.O. Rz. 7 zu Art. 50).
2.2.4. Die Vorinstanz hält fest, dass der Beschwerdeführer mit seinem Sohn nur kurze
Zeit zusammen gelebt und in der Vergangenheit nach der Trennung von seiner Ehefrau
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das Besuchsrecht nicht regelmässig ausgeübt habe. In Anbetracht der kurzen Zeit
zwischen Aufnahme der Familiengemeinschaft mit dem Kleinkind in der Schweiz und
dem Beginn der Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers in Zürich könne keine in
wirtschaftlicher und affektiver Hinsicht besondere enge Beziehung zwischen Vater und
Kinder aufgebaut worden sein. Sodann lebe der Beschwerdeführer mit Ausnahme
seiner temporären Arbeitsstelle zumeist von der Sozialhilfe und könne keine
Unterhaltszahlungen für seinen Sohn leisten.
Der Beschwerdeführer lässt dagegen vorbringen, dass er mit seinem Sohn so viel wie
möglich Kontakt habe, soweit es die Arbeitssituation erlaube. An den Wochenenden sei
ein Besuch des Sohnes praktisch immer möglich und wenn es sich ergibt, allenfalls
auch unter der Woche. Er werde Unterhaltszahlungen leisten, sobald er eine
Festanstellung besitze.
2.2.5. Zwar ist – wie der Beschwerdeführer geltend macht - im Rahmen von Art. 50
AuG dem Art. 8 EMRK sowie den Art. 13 und 14 BV Rechnung zu tragen. Es ist
indessen nicht unabdingbar, dass der Vater für die Ausübung seines Besuchsrecht
dauernd im gleichen Land wie das Kind lebt und dort über eine
Anwesenheitsberechtigung verfügt. Den konventions- und verfassungsrechtlichen
Garantien über das Familienleben ist Genüge getan, wenn das Besuchsrecht im
Rahmen von Kurzaufenthalten vom Ausland her ausgeübt wird, wobei allenfalls dessen
Modalitäten entsprechend auszugestalten sind. In diesem Sinne erachteten es das
Verwaltungsgericht und das Bundesgericht als zulässig, dass ein Vater aus Nigeria den
Kontakt mit seinem in der Schweiz lebenden Kind mittels Besuchen, schriftlicher und
telefonischer Kontakte oder anlässlich von Ferienaufenthalten ausübt (BGE 2A.
371/2004 vom 12. Juli 2004 E. 2.2 ff.; VerwGE B 2004/42 vom 18. Mai 2004 E. 3b,
publiziert in: www.gerichte.sg.ch neues Fenster). Ein weitergehender Anspruch des
Vaters kann dann bestehen, wenn zwischen ihm und seinem Sohn in wirtschaftlicher
und affektiver Hinsicht eine besonders enge Beziehung besteht, die wegen der Distanz
zu seinem Heimatland praktisch nicht aufrechterhalten werden könnte, und wenn
zusätzlich das bisherige Verhalten des Vaters zu keinerlei Klagen Anlass gegeben hat
(BGE 2C_497/2007 vom 15. Januar 2008 E. 2.2; 2C_195/2010 vom 23. Juni 2010 E. 6.6
mit Hinweisen; VerwGE B 2004/42 vom 18. Mai 2004 E. 3b.aa mit Hinweisen, publiziert
in: www.gerichte.sg.ch).
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Wie die Vorinstanz zutreffend feststellte, kann vorliegend jedoch nicht schon von einer
besonders engen Beziehung im erwähnten Sinne die Rede sein, auch wenn der Sohn
an einer schweren Behinderung leidet. Als der Beschwerdeführer noch in Pakistan
lebte, war sein Interesse an seinem Sohn gering. So nutzte er trotz des Wunsches
seiner Ehefrau die Möglichkeit nicht, mittels dreimonatigen Touristenvisums zu seinem
schwer erkrankten Sohn in die Schweiz zu reisen. Der Beschwerdeführer kennt seinen
Sohn erst seit seiner Einreise in die Schweiz am 31. Dezember 2009 und wohnte nur
kurze Zeit mit ihm zusammen. In dieser kurzen Zeit war es nicht möglich, eine intensive
Vater-Kind-Beziehung aufzubauen, wie sie sich in der Regel entwickelt, wenn Kinder im
Rahmen einer Wohngemeinschaft über längere Zeit zusammen mit ihrem Vater
aufwachsen. Dies gilt insbesondere für das Verhältnis zwischen einem behinderten
Kind und seinem Vater, das ein besonderes Vertrauensverhältnis voraussetzt, was sich
erst mit der Zeit entwickeln kann. Zudem ist zu berücksichtigen, dass Kleinkinder im
Alter bis zu drei Jahren von der Ausreisepflicht des getrennt lebenden Vaters von
vornherein weniger betroffen sind, da in einem solchen Alter die Vater-Kind-Beziehung
noch weniger deutlich fassbar ist (BGE 2C_497/2007 vom 15. Januar 2008 mit
Hinweisen). Nach der Trennung von seiner Ehefrau hatte der Beschwerdeführer – unter
Vorbehalt einer weitergehenden einvernehmlichen Einigung - eine Stunde
Besuchsrecht pro Woche, was ebenfalls nicht ausreicht, um eine besonders enge
Beziehung zu seinem Sohn aufzubauen. Hinzu kommt, dass sich der
Beschwerdeführer – wie bereits in E. 3.1.4 dargelegt - nach den zahlreichen
Trennungen von seiner Ehefrau im ersten Halbjahr 2010 jeweils nicht um seinen Sohn
kümmerte und auch sein Besuchsrecht nicht regelmässig ausübte. Erst seit dem
Verfahren vor der Vorinstanz und während des Beschwerdeverfahrens bringt der
Beschwerdeführer immer wieder vor, wie er sich zeitintensiv um seinen Sohn kümmere.
Die in den Eingaben erwähnten gemeinsamen Unternehmungen mit seinem Sohn
stammen allesamt aus dem Zeitraum seit November 2010, also erst nach dem Widerruf
der Aufenthaltsbewilligung. Auch diese Zeitspanne von November 2010 bis heute
reicht nicht aus, um eine besonders enge Beziehung zu seinem behinderten Sohn im
Kleinkindalter aufzubauen; zumal der vermehrte Kontakt zwischen Vater und Sohn
offensichtlich unter Druck des fremdenpolizeilichen Verfahrens entstand. Die Vorinstanz
hat daher nicht zu Unrecht festgehalten, dass der Eindruck entstehe, dass der
Beschwerdeführer das Kindesverhältnis missbrauche, um die Verlängerung seiner
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Aufenthaltsbewilligung zu erwirken. Daher muss auch die Frage der Folgen des
erneuten Wiedereinzugs des Beschwerdeführers bei seiner Ehefrau im März 2011 auf
die Erteilung oder Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nicht weiter materiell
geprüft werden; zumal der Beschwerdeführer gemäss den Eingaben seines
Rechtsvertreters vom 8. und 20. Juni 2011 wieder alleine in seiner eigenen Wohnung
lebe. Sodann ist in wirtschaftlicher Hinsicht eine besonders enge Vater-Kind-Beziehung
zu verneinen, da der Beschwerdeführer mittlerweile wieder arbeitslos ist und demnach
keine Unterhaltsbeiträge an seinen Sohn leisten kann.
2.2.6. Schliesslich beruft sich der Beschwerdeführer zusätzlich noch auf Art. 11 BV und
auf Art. 3, 10 und 18 KRK. Gemäss bundesgerichtlicher Praxis enthält Art. 11 BV keine
unmittelbar anwendbaren Gehalte (BGE 126 II 391 E. 5d; 131 V 16 f. E. 3.5.1.2). Auch
hinsichtlich der Art. 3, 10 und 18 KRK ist es mehr als fraglich, inwieweit diese Normen
unmittelbar anwendbar sind. Diese Frage muss vorliegend nicht endgültig entschieden
werden, da sich aus Art. 11 BV und aus der KRK keine neuen rechtlichen
Gesichtspunkte zu Gunsten des Beschwerdeführer ableiten lassen, die nicht bereits im
Rahmen der vorhin dargestellten verfassungs- und völkerrechtskonformen Anwendung
und Auslegung von Art. 50 Ab. 1 lit. b AuG berücksichtigt wurden.
2.2.7. Selbst wenn eine in wirtschaftlicher und affektiver Hinsicht besonders enge
Beziehung zwischen dem Beschwerdeführer und seinem Sohn bestehen würde,
müsste ein Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung abgelehnt werden,
da kein fremdenpolizeilich und strafrechtlich tadelloses Verhalten vorliegt. Der
Beschwerdeführer verliess die Schweiz nach der rechtskräftigen Ablehnung seines
Asylgesuchs nicht freiwillig, sondern er musste fremdenpolizeilich ausgeschafft
werden. Zudem musste eine Einreisesperre gegen ihn wegen illegalen Aufenthalts und
Nichtbefolgens einer behördlich angesetzten Ausreisefrist erlassen werden. Mit
Bussenverfügungen vom 3. März 2004, 4. Juli 2006, 18. Januar 2007, 14. März 2007,
12. April 2007 und 23. Oktober 2007 wurde er jeweils wegen Benützen eines Fahrzeugs
ohne gültigen Fahrausweis zu Bussen von Fr. 90.-- resp. Fr. 60.-- verurteilt. Am
13. September 2007 wurde er zudem wegen Verletzung des Transportgesetzes (heute
Bundesgesetz über die Personenbeförderung vom 20. März 2009 [SR 745.1]) zu einer
Geldstrafe von 3 Tagessätzen verurteilt. Weiter ermittelte die Kantonspolizei gegen ihn
wegen Verdachts auf Tätlichkeit, einfacher Körperverletzung und Drohung, angeblich
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begangen am 11. März 2004 zum Nachteil von I. C. Am 12. August 2005,
28. September 2005 und 24. November 2005 musste die Polizei wegen Streitigkeiten
resp. Tätlichkeiten intervenieren, da der Beschwerdeführer in Konflikte mit seinen
Mitbewohnern verwickelt und dabei meistens auch alkoholisiert war. Dabei gestand er
teilweise ein, gegenüber seinen Mitbewohnern tätlich geworden zu sein. Bei der
polizeilichen Intervention vom 12. August 2005 machte der alkoholisierte
Beschwerdeführer auf die intervenierenden Polizisten einen derart aggressiven
Eindruck, dass er wegen Fremdgefährdung über die Nacht in polizeilichen Gewahrsam
genommen werden musste. Mit Bussenverfügung vom 14. Juni 2006 wurde er mit
einer Busse von Fr. 300.-- wegen Stellenantritt ohne fremdenpolizeiliche Bewilligung
bestraft. Am 31. Januar 2007 und am 23. April 2007 musste die Polizei wegen
häuslicher Gewalt bei ihm und seiner damaligen Freundin A. B.-C. intervenieren, wobei
letztere am 31. Januar 2007 einige Hämatome erlitt und einen Strafantrag
unterzeichnete. Zudem wird der Beschwerdeführer in zahlreichen Akten aus dem
Asylverfahren als aggressiv und aufbrausend beschrieben. Auch nach seiner zweiten
Einreise in die Schweiz wurde er straffällig. Am 27. April 2010 hat er seine Ehefrau
geschlagen, gewürgt und mit einem Messer bedroht und wurde dafür zu einer
bedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten unter Ansetzung einer Probezeit von vier
Jahren sowie zu einer Busse von Fr. 1'200.-- verurteilt.
2.2.8. Der Beschwerdeführer kann somit weder gestützt auf Konventions- und
Verfassungsbestimmungen noch auf Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG einen Anspruch auf
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ableiten. Auf die Abnahme der vom
Beschwerdeführer beantragten Beweise kann verzichtet werden, da davon keine neuen
und erheblichen Tatsachen zu erwarten sind, die für den Entscheid von wesentlicher
Bedeutung sein könnten. Insbesondere würde auch die Einholung eines
kinderpsychologischen Gutachtens angesichts der erst kurzen Zeit, in welcher sich der
Beschwerdeführer angeblich um seinen Sohn kümmert, und angesichts des Alters
seines Sohnes zu keinem anderen Ergebnis führen.
2.3. Besteht kein Rechtsanspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, so ist
über die Erteilung bzw. Verlängerung nach pflichtgemässem Ermessen zu entscheiden.
Nach Art. 96 Abs. 1 AuG berücksichtigen die zuständigen Behörden bei der
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Ermessenausübung die öffentlichen Interessen, die persönlichen Verhältnisse und den
Grad der Integration des Ausländers (Art. 96 Abs. 1 AuG).
2.3.1. Nach Ansicht des Beschwerdeführers sei die Wegweisung unverhältnismässig,
da er stets gearbeitet habe, soweit er eine Beschäftigung hatte, im vorgerückten Alter
von 42 Jahren sei und ein Neuanfang in Pakistan übermässig schwer und unzumutbar
wäre, sprachlich, beruflich und allgemein-gesellschaftlich integriert sei und keine
Bindungen und tragfähigen Beziehungen zu Pakistan mehr habe. Die
überdurchschnittliche berufliche Integration zeige sich auch im Zwischenzeugnis der
Firma "J." vom 18. Februar 2011, wonach er die übertragenen Arbeiten stets zur vollen
Zufriedenheit erledigt habe.
2.3.2. Gemäss den Akten des Asylverfahrens verstand und sprach der
Beschwerdeführer bis zu seiner Ausreise aus der Schweiz im September 2007 nur
wenig Deutsch. Die Kommunikation mit ihm erfolgte zumeist in Englisch oder über
einen Dolmetscher. Im Trennungsverfahren vor der Familienrichterin antwortete er
jeweils auf Englisch und seine Schreiben an das Kreisgericht vom 30. März 2010 und
7. Mai 2010 sind auch in Englisch verfasst.
Der Beschwerdeführer arbeitete seit seiner erneuten Einreise in die Schweiz über ein
Temporärbüro in Zürich ab September 2010 bei der S.AG, ab November 2010 bei der
H. AG und anschliessend bei der B. AG, ab Januar 2011 bis längstens Ende April 2011
bei der F.AG, ab dem 1. Juni 2011 bei der R. AG sowie seit dem 7. Juni 2011 für
längstens drei Monate wieder bei der B.AG. Seit seiner erneuten Einreise in die
Schweiz Ende Dezember 2009 erzielte er also mehrheitlich kein eigenes
Erwerbseinkommen und war damit nicht in der Lage, für seinen Lebensunterhalt zu
sorgen, sondern wurde vom Sozialamt unterstützt. Aufgrund seiner Sprachkenntnisse,
die nicht dem Niveau entsprechen, das insgesamt nach mehreren Jahren Aufenthalt zu
erwarten wäre, sowie seines beruflichen Werdegangs mit wiederholter längerer
Erwerbslosigkeit während seiner zwei Aufenthalte in der Schweiz kann trotz des
eingereichten Zwischenzeugnisses der Firma "job impuls" nicht von einer erfolgreichen
Integration die Rede sein (vgl. Art. 77 Abs. 4 lit. b VZAE; BGE 2C_195/2010 vom
23. Juni 2010 E. 5.2 mit Hinweisen).
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Die Vorinstanz durfte daher zu Recht annehmen, dass ein gewichtiges Interesse daran
besteht, dass Ausländer, bei denen nach kurzem Aufenthalt in der Schweiz die
familiären Voraussetzungen für die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung wegfallen, die
Schweiz wieder verlassen (VerwGE B 2005/51 vom 20. Juni 2005 E. 2e mit Hinweisen,
publiziert in: www.gerichte.sg.ch). Bei der hier vorzunehmenden Interessenabwägung
ist entscheidend, dass der mittlerweile 42-jährige Beschwerdeführer zwar mit
Unterbrüchen insgesamt seit gut 6,5 Jahren in der Schweiz lebte, aber anderseits mit
Ausnahme von beruflichen Aufenthalten in anderen asiatischen Ländern über 30 Jahre
in Pakistan lebte. Zudem ist zu berücksichtigen, dass sich der Beschwerdeführer nach
seiner ersten Einreise trotz rechtskräftig abgewiesenen Asylgesuchs illegal in der
Schweiz aufhielt und sich weigerte, freiwillig in sein Herkunftsland zurückzukehren. Seit
seiner erneuten Einreise in die Schweiz sind erst 1,5 Jahre vergangen. Sodann hat der
Beschwerdeführer heute noch Familie in Pakistan. Er schreibt in seinem Lebenslauf
vom Juni 2010, dass er in den Jahren 2000 bis 2002 sowie nach seiner Ausschaffung
vom Oktober 2007 bis Dezember 2009 eine Familienphase in Pakistan hatte. Der
Kontakt zu seiner Familie resp. das Familienbewusstsein zu seinen Angehörigen in
Pakistan muss also weiterhin als bestehend erachtet werden; zumal der
Beschwerdeführer im Rahmen der polizeilichen Einvernahme vom 28. April 2010 selbst
erwähnte, dass er noch eine Familie in Pakistan habe und diese nicht möchte, dass er
sich scheiden lasse. Das Herkunftsland ist ihm mit seinen Verhältnissen und
Gebräuchen vertraut und in wirtschaftlicher Hinsicht fällt in Betracht, dass er in
Pakistan eine Anstellung in seinem angestammten Beruf suchen kann. Jedenfalls
lassen allenfalls wirtschaftlich ungünstige Verhältnisse eine Rückkehr nicht als
unzumutbar erscheinen. Bei dieser Sachlage erweist sich eine Rückkehr des
Beschwerdeführers nach Pakistan nicht als unverhältnismässig.
2.4. Zusammengefasst ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass in der
Verweigerung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung keine Rechtsverletzung zu
erblicken ist. Folglich ist die Beschwerde als unbegründet abzuweisen.
3. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht
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