Decision ID: 80832064-a8f7-5c3c-9d66-c2ff46e46c65
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Veronica Hälg-Büchi, Marktgasse 14,
9004 St. Gallen,
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gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
M._ meldete sich am 21. Januar 2005 zum Bezug von IV-Leistungen an. Sie gab an,
sie habe drei Kinder (Jg. 1989, 1993 und 1997). 1984 bis 1986 habe sie im Spital A._
den Pflegerinnenberuf erlernt. Seit 1989 sei sie Familienfrau. Im Nebenberuf sei sie
stellvertretende Mesmerin. Sie lebe seit dem 16. März 2003 gerichtlich getrennt von
ihrem Ehemann. Dr. med. B._ berichtete der IV-Stelle am 15. Februar 2005, die
Versicherte leide an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig
mittelgradige Episode ohne somatisches Syndrom (in der Vorgeschichte auch schwere
Episoden), an einer Persönlichkeitsstörung (impulsiver Typus) und an einer
Panikstörung (DD: Neurasthenie). Vom 15. Dezember 2003 bis 26. Januar 2004 sei die
Versicherte zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Seither bestehe aus psychiatrischer
Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 30-40%. Die Versicherte könne maximal vier Stunden
wöchentlich arbeiten. Beim Versuch, länger zu arbeiten, reagiere sie mit Erschöpfung,
Ängsten und Panikattacken. Zur Zeit bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 70%. In
einem Jahr sollte eine Neubeurteilung erfolgen. Dr. med. C._ gab am 4. Februar 2005
an, die Versicherte leide an einer reaktiven Depression, an einer Fibromyalgie und an
allgemeiner Erschöpfung. Seit dem 16. Januar 2004 sei sie bis auf weiteres zu 70%
arbeitsunfähig als Hausfrau und Mesmerin.
B.
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Am 12. Oktober 2005 erfolgte eine Abklärung im Haushalt der Versicherten. Die
Abklärungsperson hielt in ihrem Bericht fest, bei der Tätigkeit als Mesmerin handle es
sich um eine körperlich strenge Arbeit (hauptsächlich Putzarbeiten). Die Versicherte
arbeite an einem Wochenende im Monat. Seit der Trennung habe die Versicherte einen
Anspruch auf Fr. 4200.- monatlich. Nach der bevorstehenden Scheidung werde es
aber wohl weniger sein. Wenn die Versicherte gesund wäre, ginge sie zu ca. 30% einer
Erwerbstätigkeit nach. Alle drei Kinder gingen noch zur Schule. Zur eigentlichen
Haushaltsabklärung hielt die Abklärungsperson fest, bei der Haushaltführung bestehe
keine Einschränkung. Bei der Ernährung benötige die Versicherte um einiges länger als
früher. Sie koche einfache Gerichte und sie verwende Fertiggerichte. Beim Aufräumen
des Geschirrs würden die Kinder mithelfen. Die Einschränkung betrage 10%. Beim
Staubsaugen und beim Anziehen der Bettwäsche würden die Kinder mithelfen. Die
Fenster würden von einer Putzfrau gereinigt. Unter Berufung auf die Mithilfe der
Familienangehörigen nahm die Abklärungsperson auch hier nur eine Einschränkung um
10% an. Beim Einkaufen müssten die Kinder zeitweise helfen. Hier nahm die
Abklärungsperson überhaupt keine relevante Einschränkung an. Bei der Wäsche und
der Kleiderpflege ging die Abklärungsperson von einer Einschränkung von 30% aus, da
eine Drittperson das Bügeln übernehmen müsse und die Mutter der Versicherten die
Kleider flicke. Bei der Betreuung der Kinder war die Versicherte nach der Ansicht der
Abklärungsperson um 20% eingeschränkt, weil sie nicht mehr so viel mit den Kindern
unternehmen konnte. Im Garten mache die Versicherte nur noch das Nötigste und bei
der Pflege/Fütterung der Haustiere würden die Kinder mithelfen. Die Abklärungsperson
schätzte die Einschränkung auf 10%. Insgesamt resultierte so eine Einschränkung der
Versicherten im Haushalt von 22%.
C.
Dr. med. B._ teilte in einem Verlaufsbericht vom 31. Oktober 2005 mit, der
Gesundheitszustand der Versicherten habe sich verschlechtert. Die Diagnose laute
neu: Erschöpfungszustand bei schwerer psychosozialer Belastungssituation, Burn-out-
Syndrom und rezidivierende depressive Störung mit Angst gemischt. Am 7. November
2005 werde die Versicherte in die Klinik Gais eintreten. Anschliessend sollte eine
Neubeurteilung erfolgen. Dr. med. D._ berichtete am 27. Januar 2006, die Versicherte
leide an einer Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt. Vom 7.
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November bis 31. Dezember 2005 sei die Versicherte zu 100% arbeitsunfähig
gewesen. Seit dem 1. Januar 2006 betrage die Arbeitsunfähigkeit 50%. Der Zustand
sei besserungsfähig. Die Versicherte liess am 2. März 2006 gegenüber der IV-Stelle
geltend machen, Dr. med. C._ habe sie vom 19. Dezember 2005 bis 31. Januar 2006
zu 80% arbeitsunfähig geschrieben. Auch das Folgezeugnis bis 19. März 2006 laute
auf eine Arbeitsunfähigkeit von 80%. Dr. med. D._ habe wohl irrtümlich angegeben,
die Gesundheitsbeeinträchtigung bestehe seit einem Jahr. Effektiv halte die Störung
nämlich schon seit 15 Jahren an. Es müsse ein aktuelles Zeugnis von Dr. med. B._
eingeholt werden, eventuell sei eine polydisziplinäre Begutachtung erforderlich. Die
Angaben zur Erwerbsquote der Versicherten im fiktiven Gesundheitsfall anlässlich der
Haushaltabklärung hätten auf einer falschen Grundlage beruht. Die im Scheidungsurteil
vom 3./23. November 2005 zugesprochenen Unterhaltsleistungen seien nämlich
beträchtlich tiefer als erwartet aufgefallen. Deshalb müsste die Versicherte im fiktiven
Gesundheitsfall in einem höheren Umfang einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Gemäss
dem Austrittsbericht der Klinik Gais vom 29. Dezember 2005 hatte sich die
Anpassungsstörung bis zum Klinikaustritt erheblich gebessert. Die Versicherte liess am
22. März 2006 geltend machen, sie müsste im fiktiven Gesundheitsfall im Ausmass von
65,7% einer Erwerbstätigkeit nachgehen, um die Lebenshaltungskosten finanzieren zu
können. In der Folge liess die Versicherte mehrere Zeugnisse von Dr. med. B._
einreichen, laut denen sie zu 80% bzw. zu 100% arbeitsunfähig war.
D.
D.a Am 23. Dezember 2006 beauftragte die IV-Stelle das ärztliche
Begutachtungsinstitut ABI mit einer interdisziplinären Abklärung. Die Versicherte lehnte
das ABI ab, worauf die IV-Stelle mit einer Zwischenverfügung vom 16. Januar 2007 am
ABI als Begutachtungsstelle festhielt. Diese Zwischenverfügung erwuchs
unangefochten in Rechtskraft. Die Versicherte reichte der IV-Stelle am 27. März 2007
einen Arbeitsvertrag ein, laut dem sie seit dem 1. März 2007 mit einem
Beschäftigungsgrad von ca. 20% als Pflegefachfrau tätig war. Am 30. Mai 2007
kündigte die Versicherte den Arbeitsvertrag als Hilfsmesmerin. Das ABI berichtete in
seinem Gutachten vom 6. Juni 2007, aus psychiatrischer Sicht lägen eine leichte bis
mittelgradige depressive Episode und eine Panikstörung vor. Die Versicherte sei 22-
jährig gewesen, als die Grossmutter durch einen Raubmord ums Leben gekommen sei.
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Damals habe die Versicherte erstmals unter panikartigen Ängsten mit vegetativen
Symptomen gelitten. Bereits in der Lehre habe sich die Versicherte stark belastet
gefühlt. Sie sei wiederholt krank gewesen. Sie habe ihrem Ehemann geholfen, vom
Konsum harter Drogen wegzukommen. Er sei dann an Fibromyalgie erkrankt und habe
aggressiv und brutal gegen sie reagiert. Schliesslich sei es der Versicherten gelungen,
sich 2003 von ihm zu trennen und sich 2005 scheiden zu lassen. Die starken
Belastungen in der Ehe und im Rahmen der Trennung hätten zu depressiven
Verstimmungen geführt. Zur Arbeitsfähigkeit hielt der psychiatrische Sachverständige
des ABI fest, es liege keine schwere depressive Störung vor. Die Versicherte sei nicht
suizidal und es bestünden auch keine deutlichen Konzentrationsstörungen. Die
Panikstörung sei leicht bis mässig ausgeprägt. Daher könne es der Versicherte
zugemutet werden, einer somatisch adaptierten Tätigkeit zu 70% nachzugehen. Die
Versicherte gehe nicht adäquat mit ihren Beschwerden um. Sie fühle sich durch diese
mehr beeinträchtigt, als es den objektiven Tatsachen entspreche. Sie sehe sich als
Hausfrau und Mutter völlig ausgelastet. Da der geschiedene Ehemann nicht die vollen
Alimente zahle, sei die finanzielle Lage angespannt. Das seien aber krankheitsfremde
Faktoren, die keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründeten. Die
antidepressive Therapie sollte intensiviert werden. Die Versicherte nehme das
Antidepressivum regelmässig, das Neuroleptikum aber gar nicht ein.
D.b Der rheumatologische Sachverständige des ABI gab folgende Diagnosen an:
Polyarthralgien unbestimmter Spezifität (DD: im Rahmen einer Tendenz zu Hyperlaxität)
und leichtes chronisches zervikospondylogenes und thorakospondylogenes
Schmerzsyndrom bei Flachrücken. Er führte dazu aus, es bestehe seit mehreren Jahren
ein Schmerzsyndrom im Bereich des Bewegungsapparates, das weitgehend stationär
sei. Eine regelmässige Einnahme von NSAID oder Analgetika sei nicht nötig. Die
Schmerzen seien vorwiegend in den Händen lokalisiert, links mehr als rechts, vor allem
im Bereich der Fingergrundgelenke I bis V. mit Morgensteifigkeit der Hände von
mehreren Stunden, teilweise verbunden mit lokalen Schwellungen. Zusätzlich seien
Schmerzen in den Gelenken beider Beine, ohne Belastungsabhängigkeit, und
chronische Schmerzen im Nacken-Schultergürtelbereich mit teilweise diffusen
Ausstrahlungen in den linken Arm vorhanden. Anamnestisch fänden sich keine
Hinweise für ein entzündlich-rheumatisches Leiden. Bei der klinischen Untersuchung
seien als wichtigste Befunde ein Flachrücken, mässiggradige Myogelosen der
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periscapulären Muskulatur bds., eine Tendenz zu leichter Hyperlaxität und eine
schmerzhaft leichtgradig verminderte BWS-Beweglichkeit erhoben worden. Artikulo-
und Tendosynovitiden seien nicht nachweisbar, das Gänslenzeichen an beiden Händen
und Füssen negativ gewesen und Hinweise für eine degenerative Arthropathie hätten
gefehlt. Die neurologische Untersuchung sei durchwegs unauffällig gewesen. Ein
Röntgen beider Hände o.p. habe normale osteoartikuläre Verhältnisse ohne
Anhaltspunkte für eine entzündliche oder degenerative Arthropathie gezeigt. Die
multilokulären Gelenkschmerzen könnten nicht auf eine fassbare systemisch-
rheumatologische Erkrankung zurückgeführt werden. Anhaltspunkte für arthrotische
Veränderungen fehlten. Ein Fibromyalgiesyndrom könne weder anamnestisch noch
klinisch diagnostiziert werden. Funktionell bestehe keine relevant eingeschränkte
Belastbarkeit des Bewegungsapparates. Aus rheumatologischer Sicht sei die
Arbeitsfähigkeit in einer körperlich schweren Arbeit um 50% eingeschränkt. In einer
körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit bestehe keine Einschränkung.
D.c Zusammenfassend hielten die Sachverständigen des ABI gestützt auf ihren
multidisziplinären Konsensus fest, aus psychiatrischer Sicht bestehe eine
Arbeitsunfähigkeit von 30%. Für eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit, zu denen auch
eine Tätigkeit als Pflegerin oder als Mesmerin zu zählen sei, bestehe aus
rheumatologischer Sicht keine Einschränkung. Insgesamt sei die Versicherte sowohl
als Pflegerin als auch als Mesmerin zu 70% arbeitsfähig. Die Einschränkungen aus
psychiatrischer und aus rheumatologischer Sicht ergänzten sich bezüglich möglicher
Pausen. Deshalb entstehe kein additiver Effekt, denn es könnten die gleichen
Zeitabschnitte zum Einlegen von Pausen und zur Erholung genutzt werden. Bei der
Haushaltarbeit sei die Versicherte aus rheumatologischer Sicht nicht eingeschränkt. Bei
freier Zeiteinteilung wirkten sich die psychiatrischen Einschränkungen nur geringfügig
aus, so dass die Arbeitsunfähigkeit 20% betrage. Die Diskrepanz zur subjektiven
Selbsteinschätzung sei dadurch begründet, dass die Versicherte annehme, sie müsse
sich körperlich völlig gesund fühlen und zu keiner Zeit Schmerzen empfinden, um einer
Arbeitstätigkeit nachgehen zu können. Weiter spielten krankheitsfremde Faktoren bei
der Selbstbeurteilung der Arbeitsfähigkeit eine grosse Rolle. Die von Dr. med. B._
angegebene Persönlichkeitsstörung vom impulsiven Typ könne nicht bestätigt werden.
Für die von Dr. med. B._ angegebene Neurasthenie müsste zunächst eine depressive
Erkrankung oder eine Angststörung ausgeschlossen werden. Die höhere Einschätzung
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der Arbeitsunfähigkeit durch Dr. med. B._ könne aufgrund der aktuellen
Untersuchungsbefunde und der erhobenen Diagnose nicht weiter aufrechterhalten
werden. Auch die Diagnose und die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Klinik Gais könnten
16 Monate später nicht mehr aufrechterhalten werden.
E.
Die Versicherte liess einen Arbeitsvertrag vom 7. Juni 2007 einreichen, laut dem sie ab
März 2007 unbefristet zu ca. 20% als Pflegefachfrau tätig war. Am 6. August 2007 liess
sie mitteilen, dass sie sich bei einem Unfall am 3. August 2007 einen Bruch von zwei
Lendenwirbeln zugezogen habe. Die IV-Stelle hielt gestützt auf die Angaben der
Versicherten vom 22. März 2006 betreffend die Auswirkungen der im Scheidungsurteil
zugesprochenen tieferen Alimente auf die Erwerbsquote im fiktiven Gesundheitsfall
fest, die Versicherte wäre zu 65% erwerbs- und zu 35% im Haushalt tätig. Dr. med.
E._ vom RAD qualifizierte das Ergebnis der Begutachtung durch das ABI am 21.
August 2007 als überzeugend. Die IV-Stelle ging für den Haushaltanteil von 35%
gestützt auf das Gutachten des ABI von einer Einschränkung um einen Fünftel, also
von 7% aus. Für den Erwerbsteil nahm sie an, dass keine behinderungsbedingte
Erwerbseinbusse bestehe, weil die Arbeitsfähigkeit von 70% ausreiche, um zu 65%
einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und damit den vollen anteiligen Lohn zu erzielen.
Mit einem Vorbescheid vom 31. August 2007 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit,
dass sie beabsichtige, das Leistungsbegehren abzuweisen. Die Versicherte liess am
24. September 2007 einwenden, sie habe einen Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente. Sie verlange die Einholung detaillierter, aktueller Berichte der
behandelnden Ärzte, eine erneute medizinische Begutachtung und eine erneute
Haushaltabklärung. Da ihr der geschiedene Ehemann seit November 2006 keine
Frauenalimente mehr bezahle, müsste sie zu 100% einer Erwerbstätigkeit nachgehen.
Die Arbeitsfähigkeitsschätzung des ABI sei falsch. Dr. med. C._ habe am 17.
September 2007 angegeben, für körperlich schwere Arbeiten bestehe eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit und für leichte bis mittelschwere Arbeiten sollte sich eine
Arbeitsfähigkeit von 50% realisieren lassen. Zur Zeit sei die Versicherte wegen der
Wirbelfrakturen sowohl im Beruf als auch im Haushalt vollständig arbeitsunfähig. Der
Erschöpfungszustand mit entsprechender Arbeitsunfähigkeit bestehe seit dem 14. Mai
2003. Rheumatologisch betrachtet bestehe nur für leichte Arbeiten keine
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Arbeitsunfähigkeit. Die Diagnosen im ABI-Gutachten seien korrekt. Hinzu kämen die
Diagnosen nach dem Unfall vom 3. August 2007: Frakturen LWK 1 und 2, Distorsion
der HWS. Nach dem Unfall bestehe sehr wohl ein additiver Effekt von
rheumatologischer und psychiatrischer Einschränkung. Dr. med. B._ hatte am 19.
September 2007 u.a. ausgeführt, aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte für
körperlich und psychisch belastende Arbeiten zu 100% arbeitsunfähig. Bei Verständnis
für das psychische Leiden der Versicherten bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 30% bis
maximal 50%. Die Diagnose laute: rezidivierende depressive Störung (mittelgradige
Episode, schwere Episode), Panikstörung (DD: Persönlichkeitsstörung impulsiver Typ,
Neuasthenie). Wenn man der Versicherten genügend Verständnis entgegen bringe,
könne die Arbeitsfähigkeit bei (physisch und psychisch) wenig anstrengender Arbeit bis
zu 50% gesteigert werden. Die Versicherte liess am 26. Oktober 2007 ergänzend
ausführen, sie habe ab 21. Januar 2004 bzw. ab wann rechtens einen Anspruch auf
eine ganze Rente. Sie müsse ab November 2006 den gesamten Unterhalt im Umfang
des sozialen Existenzminimums selber tragen. Deshalb müsste sie zu 100%
erwerbstätig sein. Ausserdem sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
Auf das ABI-Gutachten dürfe nicht abgestellt werden, weil die Erfahrungen und
Feststellungen der behandelnden Ärzte ignoriert worden seien, weil die
Schlussfolgerungen nicht schlüssig seien, weil eine Auseinandersetzung mit früheren
ärztlichen Einschätzungen fehle, weil es widersprüchlich sei, weil es nur eine
Momentaufnahme sei usw. Weiter machte die Versicherte geltend, beim
Einkommensvergleich dürfe nicht auf Hilfsarbeiterinnenlöhne abgestellt werden, denn
sie sei gelernte Krankenpflegerin. Beim Invalideneinkommen müsse ein "Leidensabzug"
von 20% erfolgen. Falls kein Anspruch auf eine Rente bestehen sollte, wären
Eingliederungsmassnahmen zu prüfen. Dr. med. F._ hielt am 17. Dezember 2007
fest, beim Unfall handle es sich um eine vorübergehende Verschlechterung. Die beiden
behandelnden Ärzte hätten zwar eine Reihe von Fragen des Rechtsvertreters der
Versicherten beantwortet, dabei aber keine objektivierbaren neuen Befunde mitgeteilt.
Mit einer Verfügung vom 25. Januar 2008 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren der
Versicherten ab. Sie begründete diesen Entscheid damit, dass der Invaliditätsgrad nur
16% betrage, nämlich 7% im Haushalt und 9% im Erwerb. Beim Einkommensvergleich
sei das Durchschnittseinkommen gemäss dem Anforderungsniveau 3 in der
Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik abgestellt worden. In Bezug auf
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die Qualifikation als teilerwerbstätig sei darauf hinzuweisen, dass die Kinderbetreuung
im fiktiven Gesundheitsfall keine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zuliesse.
F.
Die Versicherte liess am 26. Februar 2008 Beschwerde gegen die Verfügung erheben
und die Zusprache einer Invalidenrente beantragen. Ausserdem ersuchte sie um die
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung. Zur Begründung ihres Hauptantrages
liess sie ausführen, bei dem im Scheidungsurteil zugesprochenen Unterhaltsbeitrag
von Fr. 880.- sei ihr Lebensbedarf als nicht gedeckt betrachtet worden. Die Differenz
sei mit Fr. 1069.- beziffert worden. In der Folge habe sich dann herausgestellt, dass
auch der Unterhaltsbeitrag von Fr. 880.- nicht habe bezahlt werden können. Trotz der
Kinderbetreuung wäre sie aufgrund der Lebenserfahrung also nach der Scheidung
wieder voll ins Erwerbsleben eingetreten, wenn ihr das gesundheitlich möglich
gewesen wäre. Das entspreche auch dem Eherecht, denn bei 10- bis 12-jährigen
Kindern werde dort verlangt, dass die Mutter wieder voll erwerbstätig sei. Das
Valideneinkommen sei anhand jenes Lohnes zu ermitteln, den eine 42-jährige
diplomierte Krankenpflegerin erzielen könnte. Dieser Lohn belaufe sich auf Fr. 70'000.-.
Das zumutbare Invalideneinkommen entspreche dem effektiv erzielten Lohn, da sie mit
einem Beschäftigungsgrad von 20% an ihre Leistungsgrenze gehe. Das zumutbare
Invalideneinkommen belaufe sich also auf Fr. 16'800.-. Der rheumatologische
Sachverständige des ABI habe für eine körperlich schwere Arbeit eine
Arbeitsunfähigkeit von 50% angegeben. Die Krankenpflege sei eine schwere Arbeit. Da
die psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit nicht dieselbe Ursache habe wie die
rheumatologisch bedingte, müssten die jeweiligen Arbeitsunfähigkeiten addiert werden.
Gesamthaft liege somit eine Arbeitsfähigkeit von 20% vor, was der Realität im
Bürgerspital entspreche. Demnach bestehe ein Anspruch auf eine ganze Rente.
G.
Die IV-Stelle beantragte am 28. März 2008 die Abweisung der Beschwerde. Sie führte
insbesondere aus, in einer adaptierten, körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit
sei die Versicherte aus somatischer Sicht voll arbeitsfähig. In einer solchen Tätigkeit sei
sie nur aus psychiatrischer Sicht um 30% eingeschränkt. Deshalb sei die Einschätzung
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durch das ABI richtig. Die Behauptung der Versicherten, sie wäre ohne den
Gesundheitsschaden zu 100% erwerbstätig, sei nicht plausibel, denn die Versicherte
habe 2002 und 2003 Fr. 9105.- und Fr. 5332.- verdient. Aufgrund des finanziellen
Bedarfs nach der Scheidung sei die Quote auf 65% erhöht worden. Dies sei gestützt
auf die schriftlichen Angaben des damaligen Rechtsvertreters der Versicherten
geschehen. Finanzielle Gründen seien nur relevant, wenn auch andere Gesichtspunkte
für die Ausübung einer Erwerbstätigkeit in der Validenkarriere sprächen. Die Versicherte
arbeite effektiv nicht im Ausmass ihrer Arbeitsfähigkeit (70%), sondern nur zu 20%.
Eine volle Erwerbstätigkeit wäre im fiktiven Gesundheitsfall erst dann zumutbar, wenn
das jüngste Kind das 16. Altersjahr vollendet habe. Als Pflegefachfrau würde die
Versicherte bei einem vollzeitlichen Einsatz Fr. 62'589.- verdienen. Bei einem
vorausgesetzten Arbeitspensum von 65% entspreche das einem Valideneinkommen
von Fr. 40'683.-. Dabei handle es sich nicht um eine schwere, sondern um eine
mittelschwere Tätigkeit. Deshalb sei von einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 70%
auszugehen. Da die Versicherte nicht in einem zumutbaren Ausmass erwerbstätig sei,
müsse ihr zumutbares Invalideneinkommen anhand statistischer Durchschnittszahlen
ermittelt werden. Abzustellen sei auf den Durchschnittslohn der Hilfsarbeiterinnen.
Dieser belaufe sich auf Fr. 50'278.-, bei einer Arbeitsfähigkeit von 70% also auf Fr.
35'195.-. Daraus resultiere ein Invaliditätsgrad von 13%. Der gewichtete
Invaliditätsgrad im Erwerb betrage somit 9%. Hinzu komme der gewichtete
Invaliditätsgrad im Haushalt von 7%. Demnach sei die Versicherte zu 16% invalid.
H.
Die Versicherte liess am 7. April 2008 sinngemäss einwenden, die rheumatologischen
Beschwerden liessen keine körperlich schweren Arbeiten mehr zu, während die
psychische Verfassung bei Auftreten von Stressfaktoren die Arbeitsfähigkeit
einschränke. Die beiden Behinderungen wirkten sich also auf ganz unterschiedlichen
Gebieten aus. Deshalb könnten sie nicht ineinander aufgehen. Die Scheidung sei 2005
erfolgt. Damit sei die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt worden.
Sie sei deshalb darauf angewiesen, ihren Lebensunterhalt selbst zu erbringen. In den
Jahren 2002 und 2003 sei die Situation noch eine ganz andere gewesen, so dass aus
der damaligen Erwerbsquote nichts abgeleitet werden könne. Die Tatsache, dass sie
Kinder im Alter von 10 und 15 Jahren habe, ändere nichts daran, dass sie gezwungen
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sei, ihren finanziellen Bedarf durch Erwerbsarbeit zu decken. Sie müsste zu 100% einer
Erwerbstätigkeit nachgehen. Diese Variante sei nicht nur wahrscheinlich, sondern stehe
aufgrund der Tatsachen fest. Bei einem Bruttostundenlohn von Fr. 35.56 sei ein
Valideneinkommen als Pflegefachfrau von Fr. 70'000.- ausgewiesen. Bei der
Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens müsse ebenfalls vom Einkommen
als Pflegefachfrau ausgegangen werden.
I.
Die IV-Stelle verzichtete am 11. April 2008 auf eine Duplik.
J.
Am 26. Mai 2008 liess die Versicherte die Kündigung per 31. Juli 2008 einreichen, zu
der es wegen Umstrukturierungen, Konzeptänderungen und den damit verbundenen
Anforderungen an das Fachpersonal gekommen war.

Erwägungen:
1.
1.1 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Bei nichterwerbstätigen Versicherten
im Sinne von Art. 5 Abs. 1 IVG – so namentlich bei im Haushalt tätigen Personen – wird
hingegen für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Mass eine
Behinderung besteht, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2
IVG). Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen versicherten Personen gilt unter
anderem die übliche Tätigkeit im Haushalt sowie die Erziehung der Kinder (Art. 27 IVV).
Bei einer versicherten Person, die nur zum Teil erwerbstätig wäre, wird die Invalidität
diesbezüglich nach Art. 16 ATSG festgelegt. Wäre die versicherte Person daneben in
einem Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a
Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Falle sind die Anteile der Erwerbstätigkeit und der
Tätigkeit im anderen Aufgabenbereich festzustellen und der Invaliditätsgrad ist
entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG).
Diese Art der Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss als gemischte Methode
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bezeichnet. Gemäss Art. 27 IVV ist nur der Einkommensvergleich anzustellen, wenn
anzunehmen ist, dass die versicherte Person im Zeitpunkt der Prüfung des
Rentenanspruchs ohne den Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wäre. In
ständiger Rechtsprechung prüft das Bundesgericht die Frage, ob und gegebenenfalls
in welchem Ausmass eine versicherte Person auch ohne den Gesundheitsschaden im
Aufgabenbereich tätig wäre, anhand der hypothetischen Verhaltensweise der
versicherten Person. Nach Ansicht des Bundesgerichts ist dazu abzuklären, ob die
versicherte Person ohne den Gesundheitsschaden mit Rücksicht auf die gesamten
Umstände (persönlicher, familiärer, sozialer und erwerblicher Art) erwerbstätig oder im
Aufgabenbereich tätig wäre. Dabei sollen die finanzielle Notwendigkeit der Aufnahme
oder der Ausdehnung einer Erwerbstätigkeit, allfällige Erziehungs- und
Betreuungsaufgaben, das Alter der versicherten Person, deren berufliche Fähigkeiten,
Neigungen und Begabungen massgebend sein. Abzustellen sei auf die hypothetischen
Verhältnisse in tatsächlicher Hinsicht, wie sie sich bis zum massgebenden Zeitpunkt
entwickelt haben würden (vgl. etwa BGE 125 V 150). Das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen hält sich seit dem Bundesgerichtsurteil vom 6. August 2007 (I
126/07) an diese Methode, obwohl es nach wie vor überzeugt ist, dass Art. 8 Abs. 3
ATSG eine Invaliditätsbemessung anhand der behinderungsbedingten Einschränkung
im Aufgabenbereich (Haushalt) nur zulässt, wenn und soweit einer versicherten Person
die Ausübung einer Erwerbstätigkeit im hypothetischen "Gesundheitsfall" objektiv nicht
zumutbar ist (vgl. etwa die Urteile des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
vom 30. Nov. 2007, IV 2006/175, vom 22. April 2008, IV 2006/257, vom 16. Juli 2008,
IV 2007/85, vom 13. August 2008, IV 2007/40, und vom 26. November 2008, IV
2007/332).
1.2 Nach der Rechtsauffassung des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
unterbleibt in einem Fall wie dem vorliegenden eine Anwendung der gemischten
Methode. Stattdessen ist ein reiner Einkommensvergleich durchzuführen, weil es der
Beschwerdeführerin im fiktiven "Gesundheitsfall" – zumindest bis zum Zeitpunkt des
Erlasses der angefochtenen Verfügung - objektiv zumutbar wäre, zu 100% einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen. Daran ändert die Tatsache nichts, dass das jüngste
Kind der Beschwerdeführerin im massgebenden Zeitraum noch in grossem Masse der
Betreuung bedurft hat, denn diese Betreuungsleistung hätte wenigstens zu einem Teil
durch das älteste Kind übernommen werden können, die Beschwerdeführerin hätte
bis
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beispielsweise vermehrt Frühdienst machen oder am Wochenende arbeiten können
und es wäre zumutbar gewesen, bei Bedarf stundenweise eine Betreuungsperson
anzustellen. Nach dieser Rechtsauffassung wäre also auf jeden Fall ein reiner
Einkommensvergleich anzustellen.
1.3 Gemäss der höchstrichterlichen Rechtsprechung soll massgebend sein, welche
Erwerbsquote der Beschwerdeführerin aufgrund der Umstände im fiktiven
Gesundheitsfall bestehen würde. Die Beschwerdeführerin hat ihre Behauptung, sie
wäre im fiktiven Gesundheitsfall nach der Scheidung wieder zu 100% erwerbstätig
gewesen, nur mit ihren wirtschaftlichen Verhältnissen begründet. Diese Verhältnisse
waren vor der Scheidung so, dass jedenfalls kein Bedarf nach einer vollzeitlichen
Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin bestanden hat. Nach der Trennung im März
2003 hat der Ehemann Unterhaltsleistungen erbracht, die mehr als den Existenzbedarf
der Beschwerdeführerin und ihrer drei Kinder deckten. Zusammen mit dem Lohn aus
einer Teilerwerbstätigkeit von ca. 30% (vgl. die Angaben Beschwerdeführerin im
Bericht über die Haushaltabklärung vom 12. Oktober 2005) hätten diese
Unterhaltsleistungen eine durchschnittliche Lebensführung erlaubt. Nach der
Scheidung im November 2005 sind Unterhaltsleistungen ausgerichtet worden, die den
Existenzbedarf der Kinder noch gedeckt haben, während der Existenzbedarf der
Beschwerdeführerin nicht mehr finanziert gewesen ist. Ab diesem Zeitpunkt hätte eine
Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin nicht mehr nur der Finanzierung eines
durchschnittlichen Lebensstandards, sondern in erster Linie der Deckung des
Existenzbedarfs gedient. Zur Weiterführung des bisherigen Lebensstandards wäre
keine vollzeitliche Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin erforderlich gewesen. Die
Aussage der Beschwerdeführerin vom 22. März 2006, sie wäre in dieser Situation zu
65% einer Erwerbstätigkeit nachgegangen, ist deshalb durchaus plausibel, zumal die
Beschwerdeführerin so in der Lage gewesen wäre, dem Betreuungsbedarf der
jüngeren Kinder in einem erheblichen Ausmass selbst nachzukommen. Sie hätte
nämlich ihre Arbeitszeit auf die Schulzeiten der jüngeren Kinder, auf den Abend oder
auf das Wochenende legen können, denn in einem Pflegeheim wird an sieben Tagen in
der Woche während 24 Std. Pflegepersonal benötigt. Während der Arbeitszeit der
Beschwerdeführerin hätten das älteste Kind, gelegentlich der Vater oder auch
Verwandte, die jüngeren Kinder betreuen können. Nach der Einstellung der Zahlung der
Frauenalimente ab November 2006 hätte die Beschwerdeführerin ihre Erwerbsquote
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erhöhen müssen, um aus dem Lohn und den Kinderalimenten weiterhin eine
durchschnittliche Lebensführung finanzieren zu können. Es wäre allerdings nach wie
vor nicht nötig gewesen, zu 100% einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, denn
zumindest der Existenzbedarf der drei Kinder war ja weiterhin durch die
Unterhaltsleistungen des Vaters gedeckt. Mit einer Erwerbsquote von 80% hätte die
Beschwerdeführerin den bisherigen Lebensstandard weiterführen können. Gleichzeitig
wäre ihr immer noch Zeit geblieben, um die – inzwischen etwas selbständiger
gewordenen – jüngeren Kinder zu betreuen. Es ist deshalb von November 2006 bis zu
einer allfälligen Wiederaufnahme der Zahlung der Frauenalimente von einer
Erwerbsquote im fiktiven Gesundheitsfall von 80% auszugehen. Davor hat die
Erwerbsquote im fiktiven Gesundheitsfall 65% betragen.
2.
2.1 Für den Erwerbsteil ist ein Einkommensvergleich gemäss Art. 16 ATSG
vorzunehmen. Dabei ist das Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt
der Invalidität und nach der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Ausschlaggebendes Element der Bemessung des
Invalideneinkommens bildet in aller Regel die ärztliche Arbeitsfähigkeitsschätzung. Die
Beschwerdegegnerin hat auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung im Gutachten des ABI
abgestellt. Sie ist ausserdem entsprechend den Angaben der Sachverständigen des
ABI davon ausgegangen, dass die Arbeit einer Pflegefachfrau körperlich mittelschwer
sei. Aus rheumatologischer Sicht besteht gemäss den Angaben im Gutachten des ABI
keine Arbeitsunfähigkeit, so dass ausschliesslich die leichte bis mittelgradige
depressive Episode und die Panikstörung eine Reduktion der Arbeitsfähigkeit auf 70%
zur Folge hätten. Es liegt keine abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzung eines
behandelnden Rheumatologen vor. Dr. med. C._ hat als Allgemeinmediziner sowohl
2005 als auch 2007 bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung die psychische
Beeinträchtigung einbezogen. Es liegt also keine rheumatologische
Arbeitsfähigkeitsschätzung vor, die Zweifel an der Richtigkeit der
Arbeitsfähigkeitsschätzung des rheumatologischen Sachverständigen des ABI wecken
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würde. Den Sachverständigen des ABI war natürlich bekannt, aus welchen einzelnen
Tätigkeiten sich die Arbeit einer Pflegefachfrau zusammensetzt. Da sie für diese Arbeit
rein somatisch betrachtet eine Arbeitsfähigkeit von 100% angegeben haben, dann
vermag die Behauptung der Beschwerdeführerin, bei ihrer Berufstätigkeit handle es
sich um eine körperlich schwere Arbeit, nicht zu überzeugen. In bezug auf die
Auswirkungen der psychischen Beeinträchtigung auf die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin liegen abweichende Angaben vor. Die behandelnde Psychiaterin
Dr. med. B._ hat am 19. September 2007 nicht nur eine teilweise abweichende
Diagnose, sondern auch eine weit höhere Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin,
nämlich 70%, bei idealen Umständen 50%, angegeben. Diese Einschätzung ist nicht
kurzfristig ausgerichtet, d.h. nicht auf die Situation während der Rekonvaleszenz nach
dem Unfall ausgerichtet gewesen. Es besteht also jener immer wieder anzutreffende
Widerspruch zwischen der Arbeitsfähigkeitsschätzung des behandelnden Arztes und
derjenigen des unabhängigen medizinischen Sachverständigen, wobei die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des behandelnden Arztes erheblich pessimistischer ist. In
aller Regel, so auch hier, wird gegen die Arbeitsfähigkeitsschätzung des unabhängigen
medizinischen Sachverständigen eingewendet, er stelle auf eine Momentaufnahme ab,
während der behandelnde Arzt den Gesundheitszustand aufgrund der langjährigen
Behandlung viel besser kenne. Dem ist entgegenzuhalten, dass die Nähe zum
Patienten dem behandelnden Arzt oft den Blick auf die objektiv bestehende, zumutbare
Leistungsfähigkeit verstellt. Insbesondere die Erfolglosigkeit der bereits seit langer Zeit
andauernden Behandlung, die über ebenso lange Zeit vom Patienten behauptete und
de facto auch "umgesetzte" Behauptung, arbeitsunfähig zu sein, die oft auch dadurch
anhaltende soziale Belastungssituation sowie die therapeutische Sicht des Falles des
Patienten erschweren es dem behandelnden Arzt nach der Lebenserfahrung oft, die
Arbeitsfähigkeit anhand dessen zu bemessen, was dem Patienten bei Aufbietung der
gesamten Willenskraft objektiv zumutbar wäre. Der Arbeitsfähigkeitsschätzung des
behandelnden Arztes kann also zum vornherein nur wenig Überzeugungskraft
beigemessen werden, es sei denn, der entsprechende Bericht zeige deutlich, dass der
behandelnde Arzt sich ausreichender Objektivität befleissigt hat. Im übrigen handelt es
sich bei der Begutachtung nur vordergründig um eine "Momentaufnahme", denn der
Sachverständige wird immer alle ihm zur Verfügung stehenden medizinischen
Unterlagen betreffend die Vergangenheit seines Exploranden beiziehen. Im
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vorliegenden Fall ist davon auszugehen, dass die behandelnden Ärzte keine
überzeugenden Arbeitsfähigkeitsschätzungen abgegeben haben, zumindest soweit sie
sich auf den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ab April 2007 (Begutachtung
durch das ABI) bezogen haben. Dr. med. B._ behandelt die Beschwerdeführerin seit
1991. Die zur Trennung und schliesslich zur Scheidung vom Ehemann führenden
Lebensumstände der Beschwerdeführerin waren ausserordentlich belastend und
deshalb durchaus geeignet, eine erhebliche psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit zu
bewirken. Es ist aber davon auszugehen, dass bereits die Trennung, vor allem aber die
Scheidung zu einer erheblichen Verbesserung der Lebensumstände und damit zu einer
Reduktion der objektiven Arbeitsunfähigkeit geführt haben. Die Ursache der
erheblichen Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit ist nämlich weggefallen
oder hat sich zumindest stark verringert und trotzdem haben nach der Ansicht von Dr.
med. B._ weder die Stärke der Gesundheitsbeeinträchtigung noch das Ausmass der
Arbeitsunfähigkeit abgenommen. Dr. med. B._ hat dafür am 19. September 2007
keine Begründung geliefert. Sie hat weiterhin eine mittelgradige/schwere Episode der
rezidivierenden depressiven Störung angegeben und daraus auf eine Arbeitsfähigkeit
von 30% bis maximal 50% geschlossen. Diese Aussage vermag nach dem oben
Ausgeführten nicht zu überzeugen, ja sie vermag nicht einmal Zweifel an der Richtigkeit
der Arbeitsfähigkeitsschätzung der Sachverständigen des ABI zu wecken. Dem
Einkommensvergleich ist deshalb eine Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin als
Pflegefachfrau von 70% zugrunde zu legen. Da in dieser Tätigkeit keine somatisch
bedingte Arbeitsunfähigkeit besteht, stellt sich die Frage nach einer allfälligen
Kumulation von Arbeitsunfähigkeiten aus der Sicht verschiedener medizinischer
Fachrichtungen gar nicht. Die Sachverständigen des ABI haben angegeben, die
Arbeitsunfähigkeit von 30% bestehe seit der Untersuchung vom April 2007. Trotz der
Diagnosen der behandelnden Ärzte, die sich teilweise nicht mit den anlässlich der
Begutachtung erhobenen Diagnosen in Übereinstimmung bringen lassen, ist deshalb
davon auszugehen, dass die Arbeitsunfähigkeit vor April 2007 anhand der damaligen
Angaben der behandelnden Ärzte zu bemessen ist. Dr. med. C._ und Dr. med. B._
haben im Februar 2005 übereinstimmend eine Arbeitsunfähigkeit von 70% angegeben.
Dr. med. B._ hat in der Folge zwar eine noch höhere Arbeitsunfähigkeit gemeldet,
aber es ist davon auszugehen, dass es sich dabei um eine vorübergehende
Verschlechterung während der Dauer des Scheidungsprozesses gehandelt hat. Die
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Klinik Gais hat am 27. Januar 2006 eine Arbeitsunfähigkeit von 50% angenommen,
nachdem sich der Zustand der Beschwerdeführerin während der Rehabilitation
gebessert hatte. Dr. med. B._ hat sich davon allerdings nicht beeinflussen lassen.
Auch die günstige Prognose, von der die Klinik Gais ausgegangen ist, ist für sie nicht
zutreffend gewesen. Angesichts der im April 2007 effektiv festgestellten Verbesserung
ist trotzdem davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ab dem Austritt aus der
Klinik Gais nur noch zu 50% arbeitsunfähig gewesen ist. Dem Einkommensvergleich ist
also bis und mit Januar 2006 eine Arbeitsfähigkeit von 30%, ab Februar 2006 bis März
2007 eine Arbeitsfähigkeit von 50% und ab April 2007 eine Arbeitsfähigkeit von 70%
zugrunde zu legen.
2.2 Die Beschwerdeführerin hat den Beruf der Pflegefachfrau erlernt und trotz der
Gesundheitsbeeinträchtigung auch ausgeübt. Es ist deshalb davon auszugehen, dass
sie auch im fiktiven Gesundheitsfall (sogenannte Validenkarriere) als Pflegefachfrau
gearbeitet hätte. Warum die Beschwerdegegnerin davon ausgeht, dass die
Beschwerdeführerin als Pflegefachfrau ihre verbliebene Arbeitsfähigkeit nicht
bestmöglich verwerte und dass die bestmögliche Verwertung in einer Hilfsarbeit
bestehen würde, ist nicht nachvollziehbar, denn der Stundenlohn als Pflegefachfrau ist
bei identischer Arbeitsfähigkeit deutlich höher als der durchschnittliche Lohn einer
Hilfsarbeiterin. Das bedeutet, dass auch die sogenannte Invalidenkarriere der
Beschwerdeführerin diejenige einer Pflegefachfrau ist (woran die später erfolgte
Kündigung nichts ändert). Es ist nicht anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin
aufgrund ihrer psychischen Beeinträchtigung als teilzeitbeschäftigte Pflegefachfrau
unterdurchschnittlich entlöhnt würde, denn die Art der Tätigkeit und auch die Qualität
der potentiellen Arbeitgeber lässt erwarten, dass auf die Besonderheiten der
Beschwerdeführerin ohne weiteres Rücksicht genommen werden könnte. Der
Einkommensvergleich kann sich deshalb auf einen Prozentvergleich beschränken.
Wäre die Beschwerdeführerin, der Rechtsauffassung des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen gemäss, als Nur-Erwerbstätige zu qualifizieren, wäre sie also bis
Januar 2006 zu 70%, ab Februar 2006 bis März 2007 zu 50% und danach zu 30%
invalid. Nun kommt aber die sogenannte gemischte Methode der
Invaliditätsbemessung zur Anwendung. Dabei ist nach der Auffassung des
Bundesgerichts nicht ein regulärer Einkommensvergleich vorzunehmen und die daraus
resultierende Beeinträchtigung entsprechend der Erwerbsquote zu gewichten (vgl.
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Michel Valterio, Droit et pratique de l'assurance-invalidité, Les prestations, S. 215 f.),
sondern es ist zu prüfen, in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin ihre
Erwerbsquote trotz der Arbeitsunfähigkeit im Erwerb erfüllen könnte. Nur das
entsprechende Manko ist – um die Erwerbsquote bereinigt – als anteilsmässige
Invalidität im Erwerb zu berücksichtigen. Die Erwerbsquote der Beschwerdeführerin hat
bis Oktober 2005 30%, ab November 2005 bis Oktober 2006 65% und danach 80%
betragen. Bei einer Arbeitsfähigkeit von 30% und einer Erwerbsquote von ebenfalls
30% resultiert keine Einschränkung im Erwerb. Ab November 2005 hätte die
Beschwerdeführerin die Erwerbsquote auf 65% erhöht. Damit besteht ab diesem
Zeitpunkt eine Einschränkung im Erwerb von 35%. Diese Einschränkung ist
entsprechend der Erwerbsquote zu gewichten und beträgt somit bis und mit Januar
2006 22,75%. Danach hat sich die Arbeitsfähigkeit auf 50% erhöht. Das bedeutet bei
der Erwerbsquote von 65% eine Einbusse von 15% bzw. gewichtet 9,75% (65% von
15%). Von Februar 2006 bis und mit Oktober 2006 beträgt die anteilige Invalidität im
Erwerb also 9,75%. Ab November 2006 hat die Erwerbsquote 80% betragen. Bei einer
Arbeitsfähigkeit im Erwerb von 50% resultiert eine Einschränkung von 30%, gewichtet
24% (80% von 30%). Ab April 2007 hat die Arbeitsfähigkeit 70% betragen. Bei einer
Erwerbsquote von 80% beträgt die behinderungsbedingte Einbusse 10%, gewichtet
8% (80% von 10%).
2.3 Die Invalidität im Haushalt ist anhand eines Betätigungsvergleichs (Art. 28a Abs. 2
IVG) zu ermitteln. Die Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin hat sich darauf
beschränkt, die Selbstangaben der Beschwerdeführerin zu deren Leistungsfähigkeit bei
den einzelnen Arbeiten im Haushalt zusammenzufassen. Das Ergebnis dieser
Haushaltabklärung kann zum vornherein nicht überzeugen, weil die
Beschwerdeführerin sich in ihrer Leistungsfähigkeit durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen Gesundheit weit stärker eingeschränkt gewähnt hat, als sie es objektiv
gewesen ist. Sie wäre nämlich in der Lage gewesen, alle körperlich leichten bis
mittelschweren Arbeiten im Haushalt ohne Einschränkung zu erledigen. Anlässlich der
Haushaltsabklärung dürfte sich die psychische Beeinträchtigung noch stärker
ausgewirkt haben als nur zu 20%, wie die Sachverständigen des ABI für einen späteren
Zeitpunkt angegeben haben. Die Einschränkung im Haushalt besteht also aus der
Unfähigkeit, die körperlich schweren Arbeiten zu besorgen, und im übrigen aus einer
Verlangsamung und aus einem vermehrten Pausenbedarf. Körperlich schwere
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Arbeiten, die der Beschwerdeführerin aus rheumatologischen Gründen nicht mehr
zumutbar sind, gibt es im Haushalt der Beschwerdeführerin nur wenige. Es dürfte sich
zur Hauptsache um Gartenarbeiten handeln. Nur in diesem Bereich geht die Invalidität
im Haushalt über die psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit hinaus. Geht man auch für
den Haushalt für die Zeit vor der Begutachtung von den durch die behandelnden Ärzte
ermittelten Arbeitsunfähigkeitsgraden aus, wobei die an sich gerechtfertigte leichte
Reduktion als Folge der Möglichkeit zur freien Zeiteinteilung durch die Unfähigkeit,
weiterhin im Garten zu arbeiten, als kompensiert gelten kann, so besteht im Haushalt
bis Januar 2006 eine Arbeitsunfähigkeit von 70%, bis März 2007 von 50% und seither
entsprechend den Angaben der Sachverständigen des ABI von 20%, wobei hier
allerdings die Unfähigkeit, weiter im Garten zu arbeiten, zu einer leichten Erhöhung der
Arbeitsunfähigkeit führen muss. Eine Erhöhung auf 25% erscheint als angemessen.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin besteht keine Veranlassung, die
Mithilfe der Kinder im Haushalt (30 bis 45 Min. pro Tag) als invaliditätsmindernd zu
berücksichtigen, denn zum einen kann den – älteren – Kindern keine tägliche Mithilfe in
diesem Umfang zugemutet werden, da es sich eben um Kinder und nicht um
Erwachsene handelt, und zum anderen steht hinter der angeblichen
Schadenminderungspflicht durch die Beanspruchung von Familienmitgliedern eine
Fehlinterpretation der Art. 8 Abs. 3 ATSG und Art. 28a Abs. 2 IVG und damit des
Invaliditätsbegriffs. Der Invalidität im Aufgabenbereich 'Haushalt' kommt nämlich,
gleich wie der Invalidität im Erwerb, nur die Aufgabe zu, die trotz einer
Gesundheitsbeeinträchtigung verbliebende Leistungsfähigkeit der versicherten Person
zu ermitteln. Die Leistungsfähigkeit eines Teams bestehend aus der versicherten
Person und aus deren Familienmitgliedern, die von der Beschwerdegegnerin "ermittelt"
worden ist, kann also keine Bedeutung für die Invalidität der Beschwerdeführerin in
ihrem Aufgabenbereich 'Haushalt' haben. Wäre die Rechtsauffassung der
Beschwerdegegnerin richtig, könnte der bizarre Fall eintreten, dass eine im Koma
liegende, im fiktiven Gesundheitsfall nur im Haushalt tätige versicherte Person nicht
invalid wäre, weil es genug Familienangehörige gäbe, um alle Haushaltarbeiten ohne
unzumutbare Überlastung für das einzelne Familienmitglied zu erledigen. Das bedeutet,
dass die Invalidität der Beschwerdeführerin im Haushalt allein anhand der
Arbeitsunfähigkeit zu ermitteln ist. Die anteilige Invalidität im Haushalt beträgt somit bis
und mit Oktober 2005 49% (70% von 70%), von November 2005 bis und mit Januar
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2006 24,5% (70% von 35%), bis und mit Oktober 2006 17,5% (50% von 35%), bis und
mit März 2007 10% (50% von 20%) und ab April 2007 5% (25% von 20%).
2.4 Die anteiligen Invaliditätsgrade im Erwerb und im Haushalt sind zu addieren. Dabei
resultiert für die Zeit bis und mit November 2005 ein Invaliditätsgrad von 49%, bis und
mit Januar 2006 ein Invaliditätsgrad von 47,25%, für die Zeit bis und mit Oktober 2006
ein Invaliditätsgrad von 27,25%, für die Zeit bis und mit März 2007 ein Invaliditätsgrad
von 34% und schliesslich ab April 2007 ein Invaliditätsgrad von 13%. Das bedeutet,
dass die Beschwerdeführerin einen zeitlich beschränkten Anspruch auf eine
Viertelsrente hat. Gemäss den Angaben von Dr. med. B._ vom 15. Februar 2005 hat
ab dem 1. Juli 2003 eine Arbeitsunfähigkeit von 80%, vom 15. Dezember 2003 bis 26.
Januar 2004 eine solche von 100% und ab Februar 2004 eine solche von 60-70%
bestanden. Dr. med. C._ hat am 4. Februar 2005 für die Zeit ab 16. Januar 2004 eine
Arbeitsunfähigkeit von 70% angegeben. Zum Zeitpunkt der Anmeldung (21. Januar
2005) war das Wartejahr bereits erfüllt, so dass gemäss Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG (in der
alten Fassung, da der Versicherungsfall vor dem Inkrafttreten der 5. IV-Revision
eingetreten ist) mit Wirkung ab 1. Januar 2005 ein Anspruch auf eine Viertelsrente
entstanden ist. Die rechtsprechungsgemäss zu berücksichtigende dreimonatige
Verzögerung lässt den Anspruch auf eine Viertelsrente am 30. April 2006 enden.
Danach besteht kein Rentenanspruch mehr, da der Invaliditätsgrad unter 40% liegt.
3.
Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen
und der Beschwerdeführerin ist für die Zeit bis und mit April 2006 eine Viertelsrente
zuzusprechen. Die Sache ist zur Ermittlung des Rentenbetrages an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Praxisgemäss ist dieser Verfahrensausgang in
bezug auf die Verfahrenskosten als vollumfängliches Obsiegen der Beschwerdeführerin
zu werten, da sich die angefochtene Verfügung als rechtswidrig, die
Beschwerdeerhebung also als unumgänglich erwiesen hat. Die Höhe der der
Beschwerdeführerin zustehenden Parteientschädigung bemisst sich nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 61 lit. g
ATSG). Die Beschwerdeführerin hat eine Honorarnote über Fr. 2051.60 eingereicht.
Dabei hat sie bereits eine Reduktion um 20% als Folge der Gewährung der
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unentgeltlichen Rechtsverbeiständung (Art. 31 Abs. 3 des st. gallischen
Anwaltsgesetzes) vorgenommen. Das Versicherungsgericht betrachtet das Ersuchen
um die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege generell als eventualiter für den
Fall des Unterliegens, d.h. des Fehlens eines Anspruchs auf eine Parteientschädigung
zulasten des Sozialversicherungsträgers gestellt. Da die Beschwerdeführerin obsiegt,
hat sie einen Anspruch auf eine Parteientschädigung, die nicht in Anwendung von Art.
31 Abs. 3 des st. gallischen Anwaltsgesetzes um 20% gekürzt ist. Bei einem Tarif von
Fr. 250.- resultiert gemäss der Honorarnote eine Parteientschädigung von Fr. 2535.80.
Diese Forderung entspricht den Kriterien des Art. 61 lit. g ATSG. Der
Beschwerdeführerin ist deshalb zulasten der Beschwerdegegnerin eine
Parteientschädigung in dieser Höhe zuzusprechen. Die vollumfänglich unterliegende
Beschwerdegegnerin bezahlt die Gerichtsgebühr, die in Anwendung von Art. 69 Abs.
1 IVG entsprechend dem Verfahrensaufwand auf Fr. 600.- festgesetzt wird.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG