Decision ID: 24152bd2-33b4-5e4d-9cb8-c423b14c3340
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1968, war als Maschinenführer/Anlageführer bei der
Y._
vom 1. Februar 1989
bis
31. Dezember 2012 angestellt; sein letzter effektiver Arbeitstag war der 10. Juli 2011 (vgl.
Urk.
8/93). Am 11. November 2011 meldete er sich unter Hinweis auf gesundheitliche Probleme
(
Rü
cken, linke
s
Bein, linke
r
Arm
,
Migräne
)
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug (Berufliche Integration/Rente) an (
Urk.
8/5). Mit Verfügung vom 19. Juni 2012 verneinte die IV-Stelle den Anspruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
8/45). Die dagegen gerichtete Beschwerde vom 13. August 2012 (
Urk.
8/55/3-11) wies das hiesige Gericht mit Entscheid
IV.2012.00784
vom 6. November 2012 (
Urk.
8/72) ab, mit der Begründung, dass im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung die Wartezeit gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
noch am Laufen gewesen sei, womit noch kein Rentenanspruch habe entstehen können – und dies un
geachtet dessen, ob die umstrittene, aber zufolge Nichtablaufs der Wartefrist nicht zu untersuchende Arbeitsfähigkeit in einer lei
densangepassten Tätigkeit zutreffend beurteilt wor
den sei. Im Weiteren wies das Gericht darauf hin, dass es dem Versicherten un
benommen bleibe, wieder an die IV-Stelle zu gelangen, um nach Ablauf der Wartefrist die Frage eines allfälligen Rentenanspruchs neu prüfen zu lassen.
1.2
Der Versicherte meldete sich am 23. November 2012 (
Urk.
8/76) unter Hinweis auf gesundheitliche Probleme
(
Rü
cken, linke
s
Bein,
l
inke
r
Arm, Migräne sowie Depression
)
erneut bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug (Berufliche Integra
tion/Rente) an. Diese zog medizinische Berichte (
Urk.
8/78), Akten des Kran
ken
taggeld
versicherers (
Urk.
8/83), berufliche Unterlagen (
Urk.
8/93) sowie ei
nen Auszug aus dem individuellen Konto (IK) bei (
Urk.
8/110) und teilte dem Versicherten die Übernahme der Kosten für orthopädische Spezialschuhe sowie orthopädische Änderungen an Konfektionsschuhen oder an orthopädischen Spezialschuhen nach ärztlicher Verordnung ab 29. Januar 2013 bis 31. Januar 2018 mit (
Urk.
8/86-87).
Nachdem die Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) mangels Kapazität der
Z._
nicht
hatte
durchgeführt werden
können
(vgl.
Urk.
8/105 ff.), gab die IV-Stelle eine polydisziplinäre (Allgemeine/Innere Medi
zin, Orthopädie, Neurologie/Psychiatrie) medizinische Untersuchung beim
A._
in Auftrag. Das Gutachten wurde am 19. August 2014 erstattet (
Urk.
8/140/2-27).
Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren (Urk. 8/144 ff.) verfügte die IV-Stelle am 29. Dezember 2014 die Abweisung des Leistungsbegehrens (Urk. 2).
2.
Hiegegen erhob der Versicherte am 29. Januar 2015 Beschwerde (
Urk.
1) mit den Anträgen, es seien die Verfügungen/“Vorbescheide" der Beschwerdegegne
rin vom 15. und 29. Dezember 2014 aufzuheben und es sei ihm gemäss seinen Erwägungen eine Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen; eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung an die Beschwerde
gegnerin zurückzuweisen. In pro
zessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh
rung und Bestellung von Rechtsanwalt Tomas Kempf als unentgeltlichen Rechtsvertreter (S. 2).
Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 13. März 2015 (
Urk.
7) auf Abweisung der Beschwerde, wovon dem Beschwerdeführer am 31. März 2015 Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
10).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfü
gung vom 29. Dezem
ber 2014 (Urk. 2) aus, aufgrund der medizinischen Beurteilung seien dem Beschwerdeführer behinderungsangepasste Tätigkeiten wie zum Beispiel leichte Fertigungsarbeiten, Qualitätskontrollen oder Sortierarbeiten zu 100 % zumutbar. Die aktuellen medizinischen Unterlagen wiesen seit dem Urteil des Sozialversi
cherungs
gerichts vom 6. November 2012 keine schlüssig nachvollziehbare Ver
änderung des Gesundheitszustandes aus. Aus dem Einkommensvergleich ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 21 %, womit kein Rentenanspruch bestehe.
2.2
Demgegenüber l
ässt
der Beschwerdeführer zusammengefasst vortragen (Urk. 1), das
A._
-Gutachten sei mangelhaft, weshalb darauf nicht abgestellt werden könne. Allenfalls seien noch weitere Abklärungen notwendig
,
und
es sei
die Sa
che hierfür an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3.
3.1
Die Ärzte des
B._, wo sich der Beschwerdeführer vom 24. August bis 8. September 2011 in stationärer
(
rheumatologischer) Be
handlung befand,
nannten in ihrem Bericht vom 6. Januar 2012 (
Urk.
8/13/6-10) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
-
Verdacht auf Post-Polio-Syndrom bei Status nach Poliomyelitis
im Alter von fünf Jahren mit/bei
-
Beinlängenverkürzung linksseitig, Muskelhypotrophie
-
zunehmender Krafteinbusse crural links, distal betont, seit 2005
-
p
olytopem Schmerzsyndrom
-
Ausschluss einer Kompression des Myelons, der Nervenwurzel lumbal und
cervikal, Ausschluss einer cervikalen Myelopathie durch:
-
MRI-LWS 25.08
.
2011: kein Nachweis einer Bandscheibenvor
-
wölbung oder Diskushernie, keine foraminale oder
rezessale
Nervenwurz
el
affektion
-
MRI-HWS 30.08.2011: abgesehen v
on Zeichen einer sehr diskreten
Arthrose auf Höhe C2/C3 unauffälliger Befund
-
Hohlfussstellung, deformiertem Calcaneus, höchstwahrscheinlich polio
bedingt
-
Chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei Fehlbelastung
Die Ärzte gaben an, dass sie eine orthopädische Vorstellung des Beschwerdefüh
rers für sinnvoll erachteten mit der Fragestellung, inwieweit bezüglich der aus
geprägten Hohlfussstellung mit deformiertem Kalkaneus gegebenenfalls eine operative Therapiemöglichkeit gegeben sei. In der neurologischen Konsultation habe sich zum Vorbefund von Dr. C._ (2009) kein Hinweis für eine Progredi
enz der Paresen ergeben. Bezüglich der Schmerzen im linken Arm ohne radiku
läre Zuordnung und ohne klinische Hinweise für fikal neurologische radikuläre Ausfälle sei zum sicheren Ausschluss einer Myelitis ein MRI der Halswirbelsäule empfohlen worden (S. 3).
Man rate insgesamt zu einer Standortbestimmung respektive zur Vorstellung in der Neurologie der D._ hinsichtlich der Verdachtsdiagnose eines Postpoliosyndroms. Dies insbesondere, weil es beim Versicherten mittelfristig um wesentliche sozial-medizinische Aspekte gehe. Den schweren körperlichen Arbeiten als Maschinenführer (Heben, Tragen und Ziehen von Lasten bis zu 500 kg) werde er insbesondere bei einer Progression der muskulären Schwäche nicht weiter nachgehen können (S. 3).
In der angestammten Tätigkeit attestierten sie eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 24. August bis
2.
Oktober 2011 und eine solche von
50 % vom 3. bis 23. Oktober 2011. Die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit sei zurzeit nicht beurteilbar. Der Beschwerdeführer sei zu weiteren Abklärungen an Spezialisten (Neurologie, Orthopädie) überwiesen worden. In Zukunft sei wahr
scheinlich nur noch eine leichte, wechselbelastende Arbeit (zu 100 %?) möglich (S. 4).
3.2
Dr.
med.
E._
, Chefarzt Neurologie an der
D._
, hielt in seinem Bericht vom 6. Februar 2012 (
Urk.
8/16/1-5) dieselben Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit wie die Ärzte vom
B._
(vgl. E. 3.1 hievor) fest
(S. 1). Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine Migräne, intermittierend als op
h
thalmische Migräne auftretend (S. 1).
Seit zirka fünf Monaten leide der Beschwerdeführer zunehmend an Rückenschmer
zen mit Ausstrahlung in den linken Fuss. Weiter verspüre dieser oftmals brennende Schmerzen im gesamten linken Arm, welcher – wie auch das Bein – schwächer geworden sei.
Dr. E._
gab weiter an, ab dem 8. August 2011 habe der Beschwerdeführer zu 100 % gearbeitet und vom 3. bis 23. Oktober 2011 zu 50 %. Eine weitere Ar
beitsfähigkeit sei ihm nicht bekannt.
Unter dem Titel Prognose führte Dr.
E._
aus, der Beschwerdeführer leide an einem beginnenden Postpoliosyndrom.
Dieses
zeige sich bei Status nach durch
gemachter Poliomyelitis anterior acuta mit zunehmender Müdigkeit, musku
loskelettalen Schmerzen, zunehmender Schwäche der betroffenen Muskelgrup
pen (linke obere und vor allem linke untere Extremität) sowie Kälteüberemp
findlichkeit. Das Postpoliosyndrom trete meistens 20 bis 30 [Jahre] nach dem Ereignis auf, sei progressiv und beschleunige sich bei schweren körperlichen Arbeiten, wie sie der Beschwerdeführer verrichte.
Er sei nicht mehr befähigt, die oben erwähnten schweren körperlichen Arbeiten auszuführen (S. 2 f.). In einer leidensangepassten Tätigkeit mit einer leicht bis höchstens mässiggradigen körperlichen Belastung sei er jedoch zu mindestens 80 % arbeitsfähig (S. 4).
3.3
Dr.
med.
F._
, praktischer Arzt (FMH)
,
vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-Stelle
,
hielt am 4. April 2012 (
Urk.
8/24 S. 5) fest, nach versiche
rungsmedizinischer Einschätzung könne auf die Beurteilung der behandelnden Ärzte abgestellt und aufgrund der Defizite bezüglich der bisherigen Tätigkeiten von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit seit dem 7. Juli 2011 ausgegangen wer
den. Behinderungsangepasste Tätigkeiten (leichte Tätigkeiten in wechselnd ge
hender, stehender und nach Möglichkeit überwiegend sitzender Position ohne repetitives Heben von Lasten über zehn Kilogramm) seien zu 90 % zumutbar.
3.4
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie FMH, nannte in seinem auf Zuweisung
von
Dr.
med.
G._
,
Innere Medizin und
Rheumatologie
FMH
, erstellten Be
richt vom 27. August 2012 (
Urk.
8/64/11-14; neuroelektrodiagnostische Ver
laufsbeurteilung vom 24. August 2012) folgende Diagnosen:
-
Postpolio-Syndrom bei Status nach Poliomyelitis krural links ungefähr im 5. Lj mit/bei
-
schleichend zunehmender Krafteinbusse krural links distal betont seit 05 neben Schmerzen und rascher Ermüdung linksbetont mit Genera
lisierungstendenz
-
myographisch stationär chronisch neurogenen Veränderungen der Kennmuskulatur L4-S1 links
-
zusätzlich chronischem lumbospondylogenem Schmerzsyndrom links und im Verlauf auch Verdacht auf radikuläres Reiz- und sensibles Ausfallssyndrom S1 und L5 eventuell auch L4 II bei Fehlbelastung und MR-tomographisch (letzte LWS-MRI 9.7.12
K._
) links-kon
vexer Skoliose, breiten Protrusionen sämtlicher Disci, bilateralen Spondylarthrosen LWK4-S1, betont auf Höhe LWK5/S1 links und dadurch rezessaler Engerstellungen ohne sichere radikuläre Kompro
mittierungen neben Knochenmarksödem an der ventralen Deckplat
tenkante LWK3 und Verfettungszonen an den ventralen
D
eck- und Bodenplattenkanten multisegmental als Zeichen einer möglichen Spondylathritis
-
Verdacht auf Restless Legs Syndrom (RLS) und wahrscheinlich auch Perio
dic Limb Movements in Sleep (PLMS) vermutlich primär
-
Anamnestisch und gemäss Akten Migräne ohne und mit Aura neben episo
dischen Spannungstypkopfschmerzen retrospektiv seit 2/09
Er führte aus, dass im Wesentlichen ein unveränderter Befund im Vergleich zu den früheren Abklärungen bei ihm, letztmals am 23. Juni 2009, resultiere (S. 1). Neben dem Postpoliosyndrom entsprechend den Angaben in der Diagnose be
ste
he
als überlappende Zweitproblematik
,
wohl infolge der jahrelangen Fehl- und Überbelastung bei schwerer körperlicher Tätigkeit, insbesondere mit Las
tenheben, ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom links
,
und aktuell
lägen
auch wiederum vermehrte Zeichen einer radikulären Mitbeteili
gung S1 und L5 möglicherweise L4 links
vor
(S. 1). Hiefür dürften die degene
rativen LWS-Veränderungen
(
LWK4-S1 betont auf letzterem Niveau eher links
betont
)
verantwortlich sein, wobei sich eine gewisse rezessale Engerstellung zeige, auch wenn bildgebend keine sichere radikuläre Kompromittierung doku
mentiert werden könne. Hinweise für eine weiter peripher lokalisierte Neuropa
thie
oder zentralnervöse Beeinträchtigung lägen nicht vor.
Da das Postpoliosyndrom mit einer raschen Erschöpfbarkeit und Generalisie
rungstendenz der Schmerzen verbunden sei, resultiere durch regelmässig erfor
derliche Pausen auch eine reduzierte Belastbarkeit für leichtere Arbeiten gegen
wärtig von 50 % mit eventuell potentieller Steigerung je nach Verlauf (S. 2).
3.5
Hausarzt
Dr.
med.
H._
, Facharzt Allgemeine Medizin FMH, gab in seinem Be
richt vom 5. Dezember 2012 (
Urk.
8/79) dieselben Diagnosen wie der Neurologe
Dr. E._
an (S. 1; vgl. E. 3.2 hievor). Er bescheinigte in der angestammten Tä
tigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 30. August 2012 bis auf Weiteres, aktuell vorläufig sicher bis Ende Februar 2013. Zur Arbeitsfähigkeit in einer lei
densangepassten Tätigkeit äusserte er sich nicht (S. 2 f.).
3.6
Dr.
med.
G._
, FMH Rheumatologie, attestierte in seinem undatierten, bei der Beschwerdegegnerin am 23. Januar 2013 eingegangenen Bericht (
Urk.
8/80) eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit.
3.7
PD
Dr.
med.
I._ von der
Universitätsklinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
des J._
führte auf Zuweisung
zwecks
Zweitmeinung durch
Dr. H._
in seinem Sprechstundenbericht Fusschirurgie vom 19. September 2013 (
Urk.
8/140/28-29) aus, die vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden seien aus orthopädischer Sicht nicht erklärlich
;
eine mechanische Ursache mit Überlastung einzelner Skelettanteile oder eine Arthrose liege nicht vor. Somit seien die Beschwerden am ehesten als neuropathisch einzustufen (S. 2).
3.8
Die Ärzte der
K._
führten in ihrem Bericht vom 8. April 2014 (Sprechstundenbericht vom 3. April 2014;
Urk.
8/140/30-31) zuhanden von
Dr. G._ aus, dass die Situation weiterhin stationär sei. Der Beschwerdefüh
rer sei weiterhin deutlich eingeschränkt, und auch der Entlastungsapparat bringe nicht die nötige Verbesserung. Sie bescheinigten eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit für zwei Monate vom 1. April bis 1. Juni 2014 (S. 2).
3.9
Die Experten des
durch die IV-Stelle beauftragten
A._
nannten in ihrem Gutach
ten vom 19. August 2014 (
Urk.
8/140/2-27) folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 23):
-
Zustand nach Poliomyelitis des linken
Unterschenkels im Kindesalter m
it
Verdacht auf Post-Polio-Syndrom
-
chronische Beinschmerzen u
nter Betonung der linken Seite
Als
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
erwähnten sie Folgendes:
-
Leichte de
pressive Episode (ICD-10 F32.0)
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psych
ischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
Chronische Beschwerden an zervikaler, thorakaler und lumbaler Wirbel
säule
-
radiologisch alte
rsentsprechender Befund der zervikalen und lumba
len Wirbelsäul
e (MRI 31.08.2011 und 09.07.2012)
-
Migräne
-
Anamnestisch Ver
dacht auf Restless-Legs-Syndrom
-
D
iabetes mellitus Typ2
-
unter medikamentöser Behandlun
g gut eingestellt (HbA1c 5.9 %)
-
Adipositas (
BMI 35 kg/m2)
Sie hielten zusammenfassend fest, der Beschwerdeführer sei in
der
Kindheit an Polio erkrankt, wovon noch eine Lähmung am linken Bein zurückgeblieben sei. Als Hauptbeschwerden habe er bei den Untersuchungen Schmerzen im linken Bein und im Rücken angegeben, welche sich bei Belastungen verstärkten. An
lässlich der neurologischen Untersuchung sei der Zustand nach Poliomyelit
is mit Verdacht auf Postpolios
yndrom im linken Bein bestätigt worden. Es bestehe eine Schwäche der Beinmuskulatur links. Die Rückenbeschwerden könnten da
mit nicht erklärt werden. Hinweise für eine radikuläre Symptomatik hätten sich nicht finden lassen. Aus neurologischer Sicht seien dem Beschwerdeführer kör
perlich schwere Tätigkeiten und solche mit andauerndem Gehen und Stehen oder Arbeiten auf Leitern und Gerüsten nicht mehr zumutbar. Eine körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere Tätigkeit sei ohne Leistungseinschrän
kung ganztags möglich.
Bei der orthopädischen Untersuchung seien neben der erwähnten Schwäche im rechten Bein keine wesentlichen klinischen pathologischen Befunde am Bewe
gungsapparat gefunden worden. Es hätten deutliche Hinweise für nicht-organi
sche Beschwerden mit fünf von fünf positiven Waddell-Zeichen bestanden. Aus orthopädischer Sicht seien dem Beschwerdeführer körperlich schwere Tätigkei
ten nicht mehr zumutbar. Für eine körperlich leichte bis mittelschwere, wech
selbelastende Tätigkeit bestehe aus orthopädischer Sicht bei ganztägigem Pen
sum keine Leistungseinschränkung.
Aus allgemeininternistischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähig
keit.
Im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung sei eine leichte depressive Epi
sode diagnostiziert worden. Es bestehe auch eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren, welche für die subjektiven Be
schwerden, die somatisch nicht ausreichend objektiviert werden könnten, ver
antwortlich sei. Die depressive Symptomatik sei nicht schwer ausgeprägt. Der Beschwerdeführer sei dadurch kaum behindert. Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt.
Aufgrund der anamnestischen Angaben, der Untersuchungsbefunde sowie vorlie
gender Dokumente und früher attestierter Arbeitsunfähigkeiten bestehe für die bisher ausgeübte Tätigkeit seit August 2011 eine Arbeitsunfähigkeit. Defini
tiv sei dies vom Neurologen
Dr. E._
bei seiner Untersuchung vom 6. Februar 2012 bestätigt worden (S. 24).
Zusammengefasst sei der Beschwerdeführer aus polydisziplinärer Sicht für eine körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit zu 100 % arbeits- und leistungsfähig. Körperlich schwere Tätigkeiten und sol
che, welche vorwiegend stehend und gehend ausgeübt werden müssten, wie die früheren Tätigkeiten auf dem Bau und in der Schokoladenfabrik, seien ihm in
des nicht mehr zumutbar (S. 24 f.).
4.
4.1
Vorab ist Folgendes zu bemerken: Wurde ein Rentengesuch (zuvor) zufolge Nicht
ablaufs der Wartezeit nach Art. 28
Abs.
1 lit. b IVG rechtskräftig abge
lehnt, darf die Verwaltung im Hinblick auf ein neues Gesuch nicht geltend ma
chen, die Invalidität habe nicht zugenommen (vgl. Meyer/Reichmuth, Recht
sprechung des Bundesgerichts zum IVG, Art. 30-31, Rz 118 S. 456 mit Hinweis auf BGE 97 V 58). Die Argumentation der Beschwerdegegnerin, die aktuellen medizinischen Unterlagen würden keine schlüssig nachvollziehbare Verände
rung des Gesundheitszustandes seit dem Urteil des hiesigen Gerichts vom 6. No
vember 2012 ausweisen (
Urk.
2 S. 3), bemängelte der Beschwerdeführer somit zu Recht (vgl.
Urk.
1 S. 6).
Vorliegend ist
gestützt auf die medizinischen Akten ausgewiesen und auch
unbe
stritten, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten
schweren
Tä
tigkeit nicht mehr arbeitsfähig ist. Strittig ist
hingegen
das Leistungsvermögen in einer leidensangepassten Tätigkeit.
Darauf ist nachfolgend näher einzugehen.
4.2
Die
A._
-Experten, deren Gutachten vom 19. August 2014
durch
RAD-Arzt Dr. med.
L._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie FMH, gestützt wird (vgl.
Urk.
8/153 S. 5), konnten anlässlich ihrer Untersu
chungen
für körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere, wechselbelas
tende Tätigkeiten
keine gesundheitsbedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit feststellen (E. 3.9 hievor). Der
Internist und
Rheumatologe Dr.
G._
seiner
seits attestierte zwar im
Januar
2013 eine nur 50%ige Arbeitsfähigkeit in lei
densangepasster Tätigkeit, begründete dies aber nicht weiter (E. 3.6 hievor). Demgegenüber
führten die A._-Gutachter nachvollziehbar aus, dass angesichts der diffusen Beschwerden und geringen Befunde am übrigen Bewegungsapparat nicht auf eine nur noch 50%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit - wie dies Dr. G._ attestierte - geschlossen werden kann (S. 25). Insbesondere
hielt der
A._
-Teilgutachter
Dr.
med.
M._
, Facharzt für
Neurologie, fest, dass der Beschwerdeführer seit 2006 über zunehmende Schmerzen klag
e
, welche ursprünglich im linken Bein begonnen h
ä
tten und von diesem nun auf die gesamte linke Körperhälfte
,
zum Teil auch
auf
das rechte Bein, Rücken, Na
cken und Kopf ausbreitend geschildert
worden seien
. Diese Schmerzausbreitung ist gemäss dem
A._
-Neurologen allein durch den Zustand nach Poliomyelitis jedoch nicht erklärbar. So hat die ergänzende Bildgebung (hinsichtlich eines zusätzlichen Wirbelsäulenprozesses) im Bereich der Hals- und Lendenwirbel
säule keine wesentlichen Befunde ergeben; namentlich liessen sich auch keine Hinweise für eine Beteiligung neuraler Strukturen finden
. Nachvollziehbar schilderte er, dass aufgrund der zusätzlichen (bildgebenden) Abklärungen die beklagten Rücken- und Armschmerzen nicht Ausdruck eines Postpoliosyndroms sein könn
t
en, sondern vielmehr - aufgrund von Diskrepanzen bei der Prüfung der groben Kraft der Oberschenkel, des Gangbildes oder dem Zeichen des
Lasègue - als Symptomausweitung zu qualifizieren seien (Urk. 8/140 S. 22). Dass er somit zu einer anderen Einschätzung hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit kam als Dr. E._
, welcher bei seiner
Beurteilung
noch die Schmerzen im Arm
mitberücksichtigt hatte und gestützt darauf von
einer
immerhin
mindestens 80%igen Arbeitsfähigkeit ausg
egangen war
,
erscheint
daher
plausibel.
Dem Beschwerdeführer ist insofern beizupflichten, als der A._-Neurologe nicht auf die im Jahr 2012 erfolgte Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. C._ (50 % für angepasste Tätigkeiten) einging (vgl. Urk. 1 S. 7 f.). Jedoch nahm der A._-Experte Bezug auf die aus den Jahren 2006 und 2009 datieren
den Berichte von Dr. C._. Ebenso nahm Dr. C._ in seinem Bericht vom 27. August 2012 auf seinen letzten, aus dem Jahr 2009 stammenden Bericht Be
zug. Diesem ist zu entnehmen, dass sich im Vergleich zu den früheren Abklä
rungen keine wesentlichen Veränderungen ergeben hatten, insbesondere nicht bezüglich des Postpoliosyndroms. Selbst Dr. C._ hielt dazumal fest, dass - je nach Verlauf -
mit einer potentiellen Steigerung gerechnet werden könne.
Dass der A._-Gutachter rund zwei Jahre später aufgrund eigener gründlicher Unter
suchung zum Schluss kommt, dass aus neurologischer Sicht keine Einschrän
kung in einer angepassten, körperlich leichten
Tätigkeit besteht, sofern sie in einer vorwiegend sitzenden Stellung ausgeübt wird (
Urk.
8/140 S. 22),
vermag zu
überzeug
en.
Die von ihm erwähnte – und somit berücksichtigte - Migräne sowie ein früherer Verdacht auf ein Restless-Legs-Syndrom haben
nachvoll
ziehbar
keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 22)
.
Der Orthopädie-Teilgutachter des A._, Dr. N._,
führte aus, dass
die Feststellun
gen
des
Rheumatologen
Dr. G._
auf eine Spondylarthritis
hin
deuteten
, ohne dass
dieser die
Erkrankung
hätte
beweisen
können
. In mehreren, zum Teil undatierten Schreiben hielt der Rheumatologe sodann eine halbtägige Arbeitsfähigkeit für angepasste Verrichtungen fest. Dieser Einschätzung konnte der Orthopäde Dr.
N._
vom
A._
aufgrund der Ergebnisse seiner Untersuchung nicht folgen. So gab
er
einleuchtend an, dass die äusserst diffusen anamnesti
schen Angaben und klinischen Befunde ganz klar an ein nichtorganisches Ge
schehen denken l
ie
ssen, sodass eine derart hochgradige Arbeitsunfähigkeit selbst für Verweistätigkeiten aus rein rheumatologischer oder orthopädischer Sicht keinesfalls begründet werden k
ö
nn
e
(
Urk. 8/140
S. 19).
D
er Beschwerde
führer
habe g
emäss dem orthopädischen
A._
-Gutachter
anlässlich der Untersu
chung ein äusserst wechselhaftes, keinesfalls reproduzierbares Hinken, einmal der linken,
dann wieder der rechten Seite demonstriert.
Bei
m
Treppensteigen
habe
er ausgerechnet die vermeintlich weniger betroffene rechte untere Extre
mität voran
gestellt
. Die Untersuchung der Wirbelsäule
habe
eine deutlich bis massiv eingeschränkte Beweglichkeit
gezeigt,
doch
habe
der initial vermehrte Finger-Boden-Abstand später durch eine weitgehend
frei
e Auslenkung im Langsitz relativiert werden
können.
Auch die bei der expliziten Prüfung einge
schränkte Kopfrotation
habe
sich unt
er Ablenkung nicht bestätigen lassen.
An den oberen und unteren Extremitäten
habe
gleichfalls eine freie Beweglichkeit mit Ausnahme der Schultern oberhalb
der Horizontalen
vor
gelegen
, wobei der Beschwerdeführer eine eindrucksv
olle
Gegenspannung präsentiert
habe
. Auch
habe
er seine Beschwerden pauschalisierend und undifferenziert
geschildert
, wobei trotz wiederholtem Nachfragen viele Einzelheiten (u.a.
betreffend
Benut
zung der orthopädischen Hilfsmittel) nicht
hätten
geklärt werden k
önnen
. Er
habe
zervikal und lumbal, vor allem aber an der unteren und oberen Extremität äusserst diffuse, anatomisch kaum zuordenbare Druckdolenzen an
gegeben
. Während die Prüfung der Hüft- und Kniegelenke in Rückenlage infolge mas
sivster Gegenspannung deutlichen Einschränkungen
unterlegen sei,
sei
die Vor
n
a
hme derselben Manöver in sitzender Position mit häng
enden Beinen völlig problemlos gelungen
. Lumbalgien
seien
nicht mehr angegeben
worden.
Auf ra
diologischer Ebene
hätten
unauffällige Verhältnisse an zervikaler und lumbaler Wirbelsäule
sowie an der linken Schulter bestanden (S. 17).
Wenn der begutachtende Orthopäde des
A._
zum Schluss gelangte, dass überwie
gend an eine nicht-organische Bes
chwerdekomponente zu denken sei
und er aus orthopädischer Sicht für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten unter Wechselbelastung (ohne wiederholtes Heben und Tragen von Lasten über 15 kg) eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit attestierte (S. 18), erscheint dies plausibel.
Bekräftigt wird dies auch durch die Tatsache, dass die anamnestisch am Morgen des Untersuchungstags eingenommenen Schmerzmittel im Serum nicht
nachweisbar waren (S. 17) und
die orthopädi
schen Schuhe samt linksseitiger Unterschenkelorthese nur äusserst geringe Ge
brauchsspuren aufwiesen beziehungsweise der Beschwerdeführer auch andere Schuhe einsetzte (S. 15).
Ebenso hielt der
A._
-Teilgutachter
Dr.
med.
G._
, FMH Psychiatrie und Psy
chotherapie, nachvollziehbar fest, dass aus psychiatrischer Sicht keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit besteht.
So ist eine leichte depressive Episode grundsätzlich nicht geeignet, eine leistungsspezifische Invalidität zu begründen (
so etwa
Urteil des Bundesgerichts 9C_337/2015 vom 7. April 2016 E. 4.4.1 mit weiteren Hinweisen).
In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass sich der Beschwerdeführer zwar in (regelmässiger) ambulanter psychiatrisch-psychothe
rapeutischer Behandlung befindet (vgl.
Urk.
1 S. 5) – bei einem Intervall von zwei bis drei Monaten ist jedoch nicht von einem erheblichen Leidensdruck be
ziehungsweise Bedürfnis auszugehen. Angesichts
des Umstands
, dass der Be
schwerdeführer mindestens zweimal wöchentlich während einer halben Stunde Spazieren geht, ab und zu kocht, einkauft, Auto fährt – unter anderem seine in St. Gallen und Solothurn lebenden Schwestern besucht –, liest und TV schaut (
Urk.
8/140/2-27 S. 14), ist aus psychi
atri
scher Sicht mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit nicht von einer Beeinträchtigung mit der Folge einer erheblichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen
.
Die A._-Gutachter hatten es zwar unterlassen, Berichte der behandelnden Dr. med. O._ von der P._ beizuziehen, bei welcher der Beschwerdefüh
rer seit ungefähr 2012 in Behandlung ist (vgl. Urk. 1 S. 8 Ziff. 5). Mit Blick auf den Alltag des Beschwerdeführers sind jedoch keine Hinweise ersichtlich, die auf eine invalidisierende psychische Einschränkung hinweisen würden. So geht der Beschwerdeführer wie bereits erwähnt regelmässig spazieren, kleine Sachen einkaufen, hat gute Kollegen, mit denen er Kaffee trinken geht, und fährt Auto (Urk. 8/140
S. 10 f. und 13). Zudem versucht er, ein wenig zu kochen, liest, schaut TV und geht jeweils in St. Gallen und Solothurn auf Besuch (S. 14). Auf
grund des unter den Referenzwerten liegenden Medikamentenspiegels (S. 13) ist ausserdem davon auszugehen, dass er die im A._-Gutachten aufgeführten anti
depressiven Medikamente „Cymbalta“ und „Trittico“ (S. 9) nicht regelmässig einnimmt. Dass dem A._-Psychiater die medizinischen Unterlagen von Dr. O._ nicht zur Verfügung standen und er lediglich gestützt auf seine ei
gene Untersuchung eine Beurteilung abgab (
vgl.
Urk.
1 S. 8
Ziff. 5
)
, ändert nichts. Auch dass
die Abklärung
gemäss Beschwerdeführer „lediglich“ (
Urk.
1 S. 8
Ziff.
5)
dreiviertel
Stunden dauerte,
ist nicht entscheidend
.
Für den Aussagegehalt eines medizinischen Berichts kommt es nicht in erster Linie auf die Dauer der Untersuchung an. Massgebend ist vielmehr, ob der Bericht inhalt
lich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (vgl. etwa Bundesgerichtsurteil 8C_47/2016 vom 15. März 2016 E. 3.2.2 mit Hinweisen).
Zum weiteren Einwand des Beschwerdeführers
, die
A._
-Gutachter hätten die für ein Postpolios
yndrom typischen (übrigen), nicht bloss auf das ursprünglich hauptsächlich betroffene linke Bein bezogenen,
Merkmale (wie Fatigue, Muskel- und Gelenkschmerzen, Muskelschwächen) nicht berüc
ksichtigt (Urk. 1
S. 6
Ziff.
4)
,
ist Folgendes zu bemerken: Gemäss den Schilderungen des Beschwer
deführers
sind die
Schmerzen (
Muskel- oder Gelenkschmerzen) das
Haupt
problem (
Urk.
8/140 S. 20).
Zu den über das ursprünglich betroffene linke Bein hinausgehenden Schmerzen nahm der A._
-N
eurologe eingehend Stellung (und schloss einen Zusammenhang mit dem Postpoliosyndrom aus). Weiter ist weder
von einer allgemeinen Müdigkeit oder Schwäche
noch von Konzentrationsstö
rungen die Rede. So konnte sich der Beschwerdeführer auch während de
s
Un
tersuchungsgespräch
s
mit dem
A._
-Psychiater gut konzentrieren und
dessen
Ausführ
ungen folgen (S. 11 und 12 f.).
Zwar gab der Beschwerdeführer gegen
über dem orthopädischen
A._
-Gutachter an, dass er nach einer Gehstrecke von maximal 500 Meter
n
unbedingt eine Pause benötige und sitzen müsse. Insbe
sondere fielen ihm dann die Augen wie Vorhänge zu, sodass ihm schwarz w
e
rde (
Urk.
8/140 S. 10 und 3). Diese Müdigkeit machte er aber nur im Zusammen
hang mit dem Spazieren geltend. Jedenfalls liegen keine Hinweise
dafür
vor, dass er beispielsweise plötzlich während de
s
Sitzen
s
müde
oder schwach
wird oder Konzentrationsschwierigkeiten hat. Zudem
kann
der Beschwerdeführer
of
fenbar
in der 200 Meter entfernten Migros problemlos zu Fuss einkaufen
(S. 10 f.) und hat offenbar auch keine Mühe, das Eingekaufte selber nach Hause zu tragen. Auch wenn
ein Postpoliosyndrom durchaus die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Begleiterscheinungen zur Folge haben
kann, ist dies
nicht zwingend. Da
vorliegend keine entsprechenden Anzeichen
vorlagen
,
konnten
die
A._
-Gutachter nic
hts dergleichen berücksichtigen
.
4.3
Insgesamt ist festzuhalten, dass sich die Experten im
A._
-Gutachten vom 19. August 2014 umfassend zu den Beschwerden und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit äusser
te
n. Das Gutachten basiert auf eingehenden Untersu
chungen, berücksich
tigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden (Urk. 8/140 S. 7 ff.) und erging in Kenntnis der medizinischen Vorakten bezie
hungsweise es erfolgte eine kritische Auseinandersetzung damit (S. 3 ff.). Die Gutachter legten anhand der von ihnen erhobenen Befunde in nachvollziehba
rer und schlüssiger Weise dar, dass beim Beschwerdeführer keine gesundheitsbe
dingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
in angepasster Tätig
keit
besteht. Das Gutachten ent
spricht damit den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweis
kräftige medizinische Entscheidgrundlage (vgl. E. 1.
3
hie
vor).
4.4
4.4.1
Nebst den vorerwähnten Leiden wurde b
eim
Beschwerdeführer
überdies
eine chronische Schmerzstörung mit somati
schen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) diagnostiziert (zum Umstand, dass diese allerdings nicht hinreichend von der „anhaltenden somatoformen Schmerzstörung“ [F45.40 in der ICD-10-GM] abgrenzbar erscheint
beziehungsweise in der ICD-10 Klassifikation nicht vorkommt
, siehe Welt
gesundheitsorganisation, Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diagnostische Leitlinien, Dil
ling/Mom
bour/
O._
[Hrsg.], 9. Aufl. 2014, Ziff. 45.4 S. 233 Fussnote 1
; vgl. ferner Urteil des Bundesgerichts 9C_168/2015 vom 13. April 2016 E. 3.2
).
D
er psychiatrische
A._
-
Gutachter mass der chro
nischen Schmerzstörung (ICD-10 F45.41)
keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bei, da er anlässlich seiner fachärztlichen Exploration keine wesentlichen Einschränkungen erken
nen konnte (
Urk.
8/140 S. 12
)
.
Damit bestehen gewichtige Indizien, dass der für eine invalidisierende Gesundheitsschädigung erforderliche Schweregrad nicht erreicht wird. D
ie juristische Anspruchsprüfung
ist gleichwohl
in jedem Fall Aufgabe des Rechtsanwenders
; i
nsoweit
ist
die medizinische Schätzung der funktionellen Leistungsfähigkeit rechtlich nicht ve
rbindlich. E
ine Indikatoren
prüfung
fällt
auch dann nicht automatisch und unbesehen der kon
kreten Um
stände ausser Betracht
, wenn nach ärztlicher Beurteilung ein Leiden die Ar
beitsfähigkeit nicht in relevanter Weise beeinträchtigt
(Urteil des Bundesgerichts
9C_154/2
016 vom 19. Oktober 2016 E. 4.1;
a.M.
wohl Michael E. Meier,
Ein Jahr neue Schmerzrechtsprechung, in: Jusletter 11. Juli 2016, S. 20 ff.).
4.4.
2
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht seine bisherige Rechtsprechung zur Invaliditätsbemessung bei Schmerzstörungen ohne erkennbare organische Ursa
che und vergleichbaren psychosomatischen Leiden (BGE 130 V 352 und an
schliessende Urteile) angepasst und festgehalten, dass die Invaliditätsbemessung stärker als bisher den Aspekt der funktionellen Auswirkungen zu berücksichti
gen hat, was sich schon in den diagnostischen Anforderungen niederschlagen muss.
Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit bezweckte die durch BGE 130 V 352 be
gründete Rechtsprechung die Sicherstellung eines gesetzmässigen Ver
si
che
rungsvollzuges mittels der Regel/Ausnahme-Vorgabe beziehungsweise (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der Überwindbarkeitsvermutung. Das bisherige Regel/Ausnahme-Modell wird in BGE 141 V 281 durch ein struk
turier
tes Beweis
ver
fahren ersetzt. An der Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 2 ATSG – aus
schliessliche Berücksichtigung der Folgen der gesundheitlichen Beein
trächti
gung und objek
tivierte Zumutbarkeitsprüfung bei materieller Beweislast der rentenanspre
chen
den Person (Art. 7 Abs. 2 ATSG) – ändert sich dadurch in
des nichts. An die Stelle des
bisherigen Kriterienkatalogs (bei anhaltender soma
toformer Schmerzstörung und
vergleichbaren psychosomatischen Leiden) treten im Re
gelfall beachtliche Stand
ardindikatoren.
4
.
4
.
3
Die im Regelfall beachtlichen Stan
dardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert wer
den können, umschreibt das Bundesgericht in BGE 141 V 281 wie folgt:
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
-
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
-
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Lei
dens
druck (E. 4.4.2)
Die Antworten, welche die medizinischen Sachverständigen anhand der (im Ein
zel
fall relevanten) Indikatoren geben, verschaffen den Rechtsanwendern Indi
zien, wie sie erforderlich sind, um den Beweisnotstand im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit bei psychosomatischen Störungen zu überbrücken (E. 4.1.3).
4
.
4
.
4
Nach altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten verlieren ihren Beweis
wert nicht. Es ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bun
desrecht standhält. In sinngemässer Anwendung auf die nunmehr materiell-be
weisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prü
fen, ob die beigezogenen administrativen und/oder gerichtlichen Sachverständi
gen
gutachten - gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berich
ten - eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren erlauben oder nicht (BGE 141 V 281 E. 8 S. 309).
4
.
5
4.5.1
Eine Prüfung anhand der rechtserheblichen Indikatoren (zur Indikatorenprüfung bei einer psychischen Störung nach ICD-10 F45.41 vgl. etwa
Urteil des Bundes
gerichts
8C_59/2016 vom
19. Februar 2016 E. 2.2.1; ferner BGE 142 V 106
E. 4.2 und 4.4)
ergibt Folgendes: Bei den psychiatrisch beschriebenen Symptomen der Diagnose
einer
chronische
n
Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Faktoren (ICD-10 F.45.41) fehlt aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht (im Unterschied zu einer somatoformen
Schmerzstö
rung nach ICD-10 F45.40, bei welcher ein andauernder, schwerer und quälender Schmerz im Vordergrund steht) ein Bezug zum diagnoseinhärenten Schwere
grad eines psychischen Lei
dens (so BGE 142 V 106 E. 4.2 und 4.4
)
. Allerdings setzt die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psy
chischen Faktoren vor
aus, dass der Schmerz „in klinisch bedeutsamer Weise Leiden und Beeinträchti
gungen im sozialen, beruflichen und anderen wichtigen Funktionsbereichen“ hervorruft
(
vgl. Michael E. Meier, Ein Jahr neue Schmerz
rechtsprechung,
a.a.O.
, S. 20 ff., „Dia
gnoseinhärenter Schwere
grad“).
4.5.2
Bezüglich des Indikators „Behandlungserfolg und -resistenz“ ist den Akten zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer
etwa
jeden Monat
den Hausarzt konsul
tiert, alle zwei bis drei Monate den Rheumathologen Dr. G._ und einen Psy
chiater sowie in dreimonatigen Intervallen die K._ aufsucht (Urk. 8/140 S. 14). In psychiatrischer Behandlung steht er seit ungefähr dem Jahr 2012 (Urk. 8/140 S. 9). Gemäss dem psychiatrischen A._-Teilgutachter er
hielt der Beschwerdeführer eine antidepressive Medikation verschrieben; den
noch waren die Medikamentenspiegel unter den
Referenzwerten, was klar
gegen eine regelmässige Einnahme
- und das Vorliegen einer Notwendigkeit -
spricht.
Vorgeschlagen
wurde die Weiterführung der psychiatrisch-psychotherapeuti
schen Behandlung, welche bei einer Verschlechterung der Depression zu inten
sivieren wäre. Weiter wurden tagesstrukturierende Massnahmen als hilfreich er
achtet. Ein spezielles Augenmerk sollte zudem auf die regelmässige Einnahme der antidepressiven Medikation geworfen werden. Berufliche Massnahmen er
achtete der A._-Teilgutachter aufgrund der deutlich ausgeprägten Krankheits- und Behinderungsüberzeugung des Beschwerdeführers als nicht sinnvoll
(
Urk.
8/140 S. 13). Vor diesem Hintergrund lässt sich
grundsätzlich
nicht auf eine invalidisierende, schwere psychische Störung, welche therapeutisch nicht
mehr
angehbar wäre, schliessen.
4.5.3
Bei der Beurteilung der Komorbiditäten ist
rechtsprechungsgemäss
neu eine Gesamtbetrachtung der Wech
selwirkungen und sonstigen Bezüge der Schmerz
störung zu sämtlichen beglei
tenden krankheitswertigen Störungen vorzuneh
men. Neben der somato
formen Schmerzstörung leidet der Beschwerdeführer
insbesondere
an einem Zustand nach Poliomyelitis des linken Unterschenkels im Kindesalter mit Verdacht auf
ein Postpolios
yndrom sowie
an
chronischen Beinschmerzen unter Betonung der linken Seite, welche jedoch gemäss den Gutachtern – wie bereits ausgeführt – keine Auswirkungen auf die Arbeitsfä
higkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit haben.
4.5.4
Der
in Serbien geborene, seit 1990 verheiratete
Beschwerdeführer
hat fünf Kin
der und
lebt mit seiner Ehefrau und den beiden 16- und 20-jährigen Töchtern sowie dem 12-jährigen Sohn in einer Viereinhalb-Zimmer-Wohnung
;
d
ie
beiden
22- und 23-jährigen
Töchter sind bereits ausgezogen; die ältere Tochter lebt aber in der Nähe. Der Beschwerdeführer versucht,
regelmässig
s
pazieren zu ge
hen, wobei längere Strecken von mehr als 500 Meter
n
nicht möglich sind.
Kleine Sachen geht er
aber
selber einkaufen (
Urk. 8/140
S. 7 und S. 10).
Der Beschwerdeführer erfährt viel Hilfe; auch von den Kindern (S. 10).
Zudem hat er gute Kollegen, mit denen er manchmal Kaffee trinkt. In seine Heimat (Serbien) reist er deshalb nicht mehr, weil er dort keine Familien
angehörigen mehr hat (S. 11).
Unter
d
en
gegebenen
Umständen ist den
A._
-Gutachtern beizupflichten, dass
zwar ein gewisser sozialer Rückzug besteht, der aber nicht schwer und in allen Bereichen des Lebens ausgeprägt ist (S. 12).
L
etztlich
darf
von einem
sich potentiell günstig auf die Ressourcen auswirken
den
funktionierenden sozialen Umfeld ausge
gangen werden
.
4.5.5
Hinsichtlich des Gesichtspunkts der gleichmässigen Einschränkung des Aktivi
tätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen ist
vorauszuschicken
, dass der Beschwerdeführer
, a
ls er im Jahre 1987 mit seinem Vater in die Schweiz kam, zunächst als Hilfsarbeiter auf dem Bau und ab dem Jahr 1989 als Maschi
nenführer bei der
Y._ ar
beitete
.
Im August 2011 wurde er
eigenen Angaben zufolge
für diese Tätigkeit arbeits
unfähig; eine Wiederaufnahme der Arbeit oder eine angepasst
e
Tätigkeit waren nicht möglich (
Urk.
8/140 S. 7).
Die
A._
-Gutachte
r
sprachen von einer deutlich ausgeprägten
Krankheits- und Behinderungs
überzeugung (
Urk.
8/140 S. 13).
Der Beschwerdeführer hat kaum eigene Interessen
.
So verfügt er über ein eher nied
riges Aktivitätsniveau - den Akten
sind
indes
keine Angaben zu entnehmen,
wonach
dieses früher höher gewesen wäre.
4.5.6
Bei gesamthafter Betrachtung
der
massgeblichen Indikatoren ist
nach dem Gesag
ten
eine medizinisch-gesundheitliche Anspruchsgrundlage, welche zur Anerkennung einer Invalidität führen könnte, nicht ausgewiesen.
4.6
4.6.1
Der Beschwerdeführer macht geltend, sein Gesundheitszustand habe sich im Laufe des Sommers 2014 derart verschlechtert, dass das
A._
-Gutachten im Zeit
punkt des Erlasses des angefochtenen Entscheids nicht mehr aktuell gewesen sei (vgl.
Urk.
1 S. 9). Dabei ist nicht nachvollziehbar, weshalb er dies nicht bereits anlässlich seines Einwandes vom 2. Dezember 2014 (
Urk.
8/152) vorbrachte. Darin erwähnte er
eine Verschlechterung in psychischer Hinsicht
mit keinem Wort
.
Unter
Ziff.
6 führte er gar aus, er und seine behandelnde Psychiaterin Dr.
O._
seien auf die Problematik (fehlende Motivation in Bezug auf beruf
liche Massnahmen) aufmerksam gemacht worden
,
und er habe sich
dazu
bereit erklärt, entsprechende Bemühungen zu unterstützen (S. 3).
Bei dieser Sachlage ist nicht ersichtlich, inwiefern weitere Abklärungen in psychi
scher Hinsicht – wie vom Be
schwerdeführer geltend gemacht (Urk. 1 S. 9) – neue, für die Beurtei
lung des vorliegenden Falls entscheidende Erkenntnisse liefern könnten, sodass darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 162 E. 1d).
4.6.2
Schliesslich
ist darauf hinzuweisen, dass lediglich die Verhältnisse bis zum
Verfü
gungserlass
vom 29.
Dezember
2014 zu berücksich
tigen sind. Allfällige
im Zuge
der Hospitalisation in der
P._
(ab dem 13. Januar 2015) einge
tretene Veränderungen (vgl.
Urk.
1 S. 5 und
Urk.
3/7-8)
wären
im Rahmen einer Neuanmel
dung zu prüfen (
vgl.
BGE 121 V 362 E. 1b).
4.
7
Nach dem Gesagten
ist
- g
estützt auf das
A._
-Gutachten und in Übereinstim
mung mit der Beschwerdegegnerin
-
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit da
von auszugehen, dass dem Beschwerdeführer eine leidensangepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar ist.
5.
5.1
Es bleibt die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen der angenommen
en Ein
schränkungen vorzunehmen
.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. D
azu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
5.2.1
Der Beschwerdeführer
beanstandet
zu Recht, dass das Valideneinkommen nicht der Nominallohnentwicklung angepasst w
o
rde
n war
(
Urk.
1 S. 9 f.
Ziff.
7).
D
er Nominallohnindex
für Männer
gemäss Tabelle T 39
des Bundesamtes für Statistik (
BFS
)
beträgt für das Jahr 2007 2047, für
200
8 2092,
für
2009 2136, für 2010 2151, für 2011 2171, für 2012 2188, für 2013 2204 und für 2014 2220
. Unter Berücksichtigung dieser Werte ergibt sich für das Jahr 201
4 - a
us
gehend
von den
Einkommen in den Jahren 2008 bis 2012
-
ein
hypothetisches
Valideneinkommen von
Fr.
8
2
'
546.43
([
Fr. 80‘875
.
-
- :
2092
x
2220
] + [
Fr. 89
'
810
.
-
- :
2136
x
2220
] + [
Fr. 79
'
032
.
-
- : 2
151
x
2220
] + [
Fr. 79
'
903
.-
-
:
2171
x
2220
] + [
Fr. 69
'
522
.-
-
:
2188
x
2220] : 5).
5.2.2
Nach der Rechtsprechung kann ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung der
Lohn
strukturerhebung
(
LSE
)
2012 (im Oktober 2014) bei der Bemessung des In
valideneinkommens auf die LSE-Tabellenwerte 2012 zurückgegriffen werden (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2
e contrario
). Der
LSE
2012
kommt für alle Fälle erstmaliger Invaliditätsbemessung und auf Neuanmeldung hin nach vo
rausgegangener rechtskräftiger Ablehnung oder nach Aufhebung der Invali
denrente sowie auch grundsätzlich im Revisi
onsverfahren (mit Entstehung des potentiellen oder Veränderung des laufenden Rentenanspruches im Jahr
2012
oder später) Beweiseignung zu (BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und
vorerwähntes
Urteil des Bundesgerichts 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2). Für die Invaliditätsbemessung sind indes nach der Rechtsprechung zumindest bis auf Weiteres nur die unter anderem nach dem Kompetenzniveau differenzierten TA1-Tabellen der
LSE
2012
zu verwenden, nicht hingegen die TA1_b-Tabellen, welche sich in einem erheblich weiterge
henden Masse inkongruent zu den bisherigen statistischen Entscheidungs
grundlagen erweisen (BGE 142 V 178 E. 2.5.7). Dabei entspricht das Anforde
rungs
niveau 4 der
LSE
2010 dem Kompetenzniveau 1 der
LSE
2012
(
vgl.
IV-Rundschrei
ben Nr. 328 des Bundesamtes für Sozialversicherungen vom 22. Oktober 2014).
5.2.3
In Bezug auf die zumutbaren Erwerbstätigkeiten sind die Erwerbsaussichten zu berücksichtigen, die dem Beschwerdeführer aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkungen noch offen stehen. Davon ausgehend, dass
gemäss medizini
scher Beurteilun
g in einer Verweistätigkeit die Restarbeitsfähigkeit 100 % be
trägt (E. 4.7 hievor), muss er sich – nachdem er keine an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat - ein
zumutbarerweise erzielbare
s
Einkom
men anrechnen lassen,
weshalb
die Tabellenlöhne heranzuziehen sind
(BGE 139 V 592 E. 2.3
).
Gemäss LSE 2012 belief sich der Zentralwert Tabelle TA1 für Männer mit einfa
chen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art (Kompetenzniveau 1) auf Fr. 5‘210.--. Aufgerechnet auf ein Jahreseinkommen und unter Berücksichti
gung einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2014 von 41.7 Stunden (Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, herausgege
ben vom BFS T.03.02.03.01.04.01) resultiert ein Einkommen von Fr. 65‘177.10 respektive nominallohnbereinigt für das Jahr 2014 (2188 [2012], 2220 [2014]; BSF,
Tabelle T39) ein solches von Fr. 66‘130.
32
(Fr. 5‘210.-- x 12 / 40 x 41.7 / 2188 x 2220).
Aus dem Vergleich des
Valideneinkommen
s
2014
von
Fr.
82'546.43
mit dem
Invaliden
kommen 2014
von
Fr. 66‘130
.32
resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr.
16‘416.
11 beziehungsweise ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von gerundet 20 % (19.88 %).
5.2.4
Berücksichtigte man zu Gunsten des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 1 S. 9 f. Ziff. 7) die Einkommen der Jahre
2007 bis 2011
, so resultierte nominallohnbe
reinigt ein hypothetisches Valideneinkommen für 2014 von Fr. 88‘428.65
([
Fr. 92
'
161
.-
-
:
2047
x
2220
]
+
[
Fr. 80‘875
.
-
- :
2092
x
2220
] + [
Fr. 89
'
810
.
-
- :
2136
x
2220
] + [
Fr. 79
'
032
.
-
- : 2
151
x
2220
] + [
Fr. 79
'
903
.-
-
:
2171
x
2220
] : 5)
.
Bei einem Invalideneinkommen für das Jahr 2014 in
der Höhe von
Fr. 66‘130.32
(vgl. oben)
ergäbe
si
ch eine Erwerbseinbusse von Fr. 22‘298.33 (= Fr.
88‘428.65 -
Fr. 66‘130.32
) und somit ein Invaliditätsgrad von
25.21
%.
Selbst wenn man also zu Gunsten des Beschwerdeführers auf die Einkommen gemäss IK-Auszug 2007 bis 2011 statt auf diejenigen
der Jahre
2008 bis 2012
abstellen würde
(vgl. Urk. 1 S. 9 f.), resultierte ein
nach wie vor rentenaus
schliessender
Invaliditätsgrad von
weniger als 40
%.
5.3
5.3.1
Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, unter Berücksichtigung der multip
len Beschwerden sowie der nur noch in Teilzeit möglichen Tätigkeit rechtfertige sich beim Invalideneinkommen ein Leidensabzug im maximalen Umfang von 25 % (Urk. 1 S. 10).
5.3.2
Mit dem Abzug vom Tabellenlohn nach
BGE 126 V 75
soll der Tatsache Rech
nung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufent
haltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können und je nach Ausprägung die versicherte Person deswegen die verblie
bene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
BGE 134 V 64
E. 4.2.1) nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (vgl. E. 1.7 hievor, vgl. dazu auch
BGE 135 V 297
E. 5.2). Mit Bezug auf den behinderungs- bzw. leidensbedingten Abzug im Besonderen ist zu beach
ten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum zeit
lich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit darstellt. Dadurch wird in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt, die unter Berück
sichtigung der Fähigkeiten sowie der Ausbildung und Berufserfahrung der ver
sicherten Person realistischerweise noch in Frage kommen. Davon zu unter
scheiden ist die Gegenstand des Abzugs vom Tabellenlohn nach
BGE 126 V 75
bildende Frage, ob mit Bezug auf konkret in Betracht fallende Tätigkeiten auf
grund der Einschränkungen, die personen- oder arbeitsplatzbezogen sein kön
nen, verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen. Ist von einem genü
gend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen, können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände anerkannt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als ausser
ordentlich zu bezeichnen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_848/2014 vom 29. April 2015 E. 4.3.1 mit Hinweisen).
5.3.3
Die vom Beschwerdeführer ins Feld geführten Gründe rechtfer
tigen einen entspre
chenden Abzug nicht
: Gemäss den nachvollziehbaren Ausführungen im A._-Gutachten sind dem Beschwerdeführer
leichte Tätigkeiten in wechselnd ge
hender, stehender und nach Möglichkeit überwiegend sitzender Position ohne repetitives Heben von Lasten über zehn Kilogramm zumutbar
. D
er Umstand, dass eine versicherte Person gemäss den medizinischen Angaben auf eine in Wechselhaltung ausführbare Tätigkeit angewiesen ist und ihre Einsatzmöglich
keiten daher begrenzt sind
, ist nicht abzugsrelevant
(vgl. statt vieler Urteile des Bundesgerichts 8C_599/2015 vom 22. Dezember 2015 E. 5.2.4 sowie 8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8).
Die
durch die Beschwerden
einge
schränkte Leistungsfähigkeit wurde
bereits
bei der Umschreibung der zumutba
ren Arbeitsfähigkeit berücksichtigt.
Ein Abzug von Tabellenlohn ist demnach nicht vorzunehmen und die Gewährung eines maximalen ausgeschlossen.
6.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen ist.
Sollte sich inskünftig hin
sichtlich des Zustandes nach Poliomyelitis eine erhebliche Verschlechterung er
geben, wäre dies im Rahmen einer Neuanmeldung geltend zu machen (vgl. auch E. 4.6.1 hievor).
7.
7.1
Der Beschwerdeführer hat in seiner Beschwerdeschrift unter Beilage eines Berech
nungsblattes der Sozialbehörde Pfäffikon (Bedarf nach SKOS, monatlich) ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Bestellung eines unent
geltli
chen Rechtsvertreters in der Person von Rechtsanwalt Tomas Kempf gestellt (Urk. 1 S. 2 und S. 11, Urk. 3/9 und Urk. 4). Die Voraussetzungen zur Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und zur unentgeltlichen Rechtsver
tretung gemäss § 16 Abs. 1 und Abs. 2 des Ge
setzes über das Sozial
versiche
rungsgericht (GSVGer) sind erfüllt. Antrags
gemäss ist Rechtsanwalt Tomas Kempf als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vor
liegende Verfahren zu be
stellen.
7.2
Das Verfahren ist kostenpflichtig. Die Gerichtskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 800.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, infolge bewilligter unentgeltlicher Prozessfüh
rung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7.3
Mit Honorarnote vom
6.
Dezember 2016 (Urk. 13) machte der mit heutigem Be
schluss bestellte unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers einen Aufwand von 7 Stunden 51 Minuten und Barauslagen im Betrag von Fr. 32.50 geltend, was angemessen erscheint. Daraus resultiert eine Entschädigung von insgesamt Fr. 1‘900.25 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer), weshalb Rechtsanwalt Tomas Kempf in diesem Umfang aus der Gerichtskasse zu ent
schädigen ist.