Decision ID: 4385fcb4-56b3-516c-a17c-538abe7cfb56
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
R._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller, Engelgasse 214, 9053 Teufen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a Am 1./4. Juli 2005 meldete sich die 1966 geborene R._ bei der
Invalidenversicherung an. Sie gab an, sie habe Rückenschmerzen und am 12. April
2004 sei eine Blockade der ganzen rechten Seite und des rechten Arms eingetreten.
Seither habe sie mehr Schmerzen (IV-act. 3).
A.b Die Arbeitgeberin, bei welcher die Versicherte zuletzt gearbeitet hatte, gab in der
Bescheinigung vom 11. Juli 2005 an, sie sei vom 11. Juni 2001 bis 28. Februar 2003
vollzeitlich als Betriebsmitarbeiterin angestellt gewesen und habe in den beiden ersten
Monaten 2003 je Fr. 3'020.-- verdient. Die Kündigung sei aus wirtschaftlichen Gründen
erfolgt (IV-act. 6).
A.c Dr. med. A._, Allgemeinmedizin FHM, attestierte der Versicherten im Arztbericht
vom 9. bzw. 16. September 2005 (IV-act. 15-1 ff./28) zufolge einer somatoformen
Schmerzstörung eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit ab
1. Mai 2004. Es wirkten sich dabei die hinsichtlich Lokalisation, Intensität und
Charakter wechselnden chronischen Schmerzen aus. Eine angepasste Tätigkeit
müsste noch gefunden werden. Sie wäre an vier Stunden pro Tag zumutbar. Dabei sei
die fehlende gesellschaftliche Integration zu berücksichtigen und bestehe eine
verminderte Leistungsfähigkeit im Umfang von 50 %. Eine ergänzende medizinische
Abklärung sei angezeigt. Beigelegt waren unter anderem ein Bericht des Departements
Innere Medizin, Rheumatologie und Rehabilitation, am Kantonsspital St. Gallen vom
24. Januar 2005, wo ein Eisenmangel und eine depressive Verstimmung diagnostiziert
und eine akut entzündliche rheumatische Erkrankung ausgeschlossen worden waren.
Die Beurteilung berücksichtigte unter anderem ein MRI der LWS vom 3. Juni 2004, das
eine Chondrose bzw. den Beginn der Osteochondrose L2/3, eine leichtgradige
Intervertebral-Arthrose L3/S1, eine neural nicht beeinträchtigende flachbogige
Diskusprotrusion L2/3 und eine medio-rechtslateral betonte Diskusprotrusion L4/5
gezeigt hatte. Ferner fanden sich in der Beilage zwei Berichte der Klinik für Neurologie
am Kantonsspital St. Gallen vom 4. April 2005, wo ein unklares Schmerzsyndrom bei
Halbseitenschmerzen rechts festgestellt worden war, und ein Bericht der Klinik für
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Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen vom 6. Oktober 2004, wo eine
chronische Lumbalgie, eine chronische Cervikobrachialgie und Schulterschmerzen
rechts diagnostiziert worden waren. Der letztere Bericht stützte sich auf
Röntgenaufnahmen der HWS, der LWS und der rechten Schulter, ausserdem auf ein
MRT der LWS vom 3. August 2004, wonach sich nebenbefundlich mehrere kleine
Wirbelkörperhämangiome gefunden hätten, ansonsten eine diskrete Diskopathie L2/3,
ohne Bandscheibenvorfall, ohne Nervenwurzelkompromittierung, sowie im unteren
BWS-Bereich kleine Schmorlsche Knötchen. Des weiteren fanden sich ein Bericht von
Dr. med. B._, Fachärztin FMH für Neurologie, vom 23. Mai 2005, die ein chronisches
Schmerzsyndrom der rechten Körperhälfte festgestellt hatte, und der Bericht der Klinik
Stephanshorn betreffend eine lumbovertebrale Kernspintomographie vom 3. Juni 2004.
A.d Auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der
Invalidenversicherung veranlasste die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons
St. Gallen am 24. November 2005 eine bidisziplinäre Abklärung der Versicherten (IV-
act. 17, 20).
A.e Dr. med. C._, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, speziell Rheumaerkrankungen,
gab im Gutachten vom 10. Februar 2006 (IV-act. 24), das unter Einbezug der
Begutachtung von Dr. med. D._, Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
(IV-act. 21), erstellt wurde, an, von Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien
(erstens) eine "DD anhaltende somatoforme Schmerzstörung?" und (zweitens) gemäss
der psychiatrischen Begutachtung "Schmerzzustände aus psychiatrischer Sicht nicht
erklärbar, resp. begründbar". Die beanspruchte volle Arbeitsunfähigkeit mit dem
gelebten Halbseitenkörperschmerzsyndrom könne gesamthaft gesehen nicht mit
harten medizinischen Befunden gestützt werden. Mangels erklärender Befunde müsste
mindestens theoretisch eine Arbeitsfähigkeit für leichte Arbeit in wechselnder
Körperhaltung teils sitzend, teils stehend und gehend, nicht monoton, nicht ständig
vorgebeugt und nicht über Brusthöhe arbeitend mit Lasthebegrenze bis Tischhöhe 5
kg, einmalig 10 kg, sowie bis Brusthöhe 1 kg, einmalig 2 kg, höchstens (S. 10) bzw.
mindestens (S. 9) zeitlich 50 % (halbtags) ohne Zeitdruck mit eingestreuten Pausen und
entsprechend längerer Arbeitspräsenz machbar sein. Vermutlich sei dabei zumindest
anfangs keine volle Leistung zu erwarten (geschätzt 50 %). In wie weit die tägliche
Arbeitszeit nach Angewöhnung angehoben werden könne, sei Sache einer
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Verlaufskontrolle. Die Versicherte sei erschwert vermittelbar und auf einen
Arbeitsversuch in geschützter Werkstatt angewiesen. Dr. D._ hatte in seinem (Teil-)
Gutachten vom 27. Januar 2006 erklärt, eine eigentliche Begutachtung der
Versicherten sei nicht möglich gewesen. Sie spreche schlecht Deutsch; persönliche
Fragen könne/wolle sie immer wieder nicht verstehen; die Antworten seien vage-unklar
oder sie weiche sogleich auf ein anderes Thema aus. Auch der Beizug eines
Dolmetschers würde das Problem nicht lösen. Mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei
keine Diagnose zu erheben. Eine zeitweise leichte depressive Reaktion bleibe ohne
Auswirkungen. Aus psychiatrischer Sicht könnten die Schmerzzustände aufgrund der
vorhandenen Angaben nicht erklärt werden (IV-act. 21).
A.f Die Versicherte füllte am 6. März 2006 den Fragebogen zur Rentenabklärung
betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt aus (IV-act. 25).
A.g Nach einer eingehenden interdisziplinären (Allgemeinmedizin/Psychiatrie/Innere
Medizin und Rheumatologie) internen Besprechung erachtete der RAD das Gutachten
der Dres. C._ und D._ als ungenügend und befürwortete eine weitere
Begutachtung (IV-act. 26), weshalb die IV-Stelle am 8. Juni 2006 eine Begutachtung
der Versicherten im Ärztlichen Begutachtungsinstitut (ABI) anordnete.
A.h Das ABI erstattete sein Gutachten am 20. November 2006 und kam interdisziplinär
zum Schluss, die Versicherte sei in der angestammten oder jeder anderen körperlich
leichten bis mittelschweren Tätigkeit zumutbarer Weise voll arbeitsfähig und auch im
Haushalt bestünden keine objektivierbaren Einschränkungen. Zu diagnostizieren seien
allein Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, und zwar eine
Schmerzverarbeitungsstörung, eine Halbseitenschmerzsymptomatik rechts, derzeit
ohne klinisches Korrelat, und ein erhöhter HbA1c-Wert aktuell bei Verdacht auf
Diabetes mellitus. Medizinische Massnahmen seien vorzuschlagen (Abklärung
betreffend den allfälligen Diabetes), berufliche Massnahmen aufgrund mangelnder
Motivation nicht. Die Prognose für eine Rückkehr in den Arbeitsprozess sei aufgrund
der subjektiven Einschätzung der Versicherten, nicht mehr arbeiten zu können,
ungünstig, das sei aber ausschliesslich durch IV-fremde Faktoren bedingt (IV-act. 30).
A.i Der RAD betrachtete dieses ABI-Gutachten am 16. Januar 2007 als umfassend,
widerspruchsfrei, konsistent und nachvollziehbar (IV-act. 31).
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A.j Mit Vorbescheid vom 1. Februar 2007 wurde der Versicherten die Abweisung des
Leistungsgesuchs in Aussicht gestellt (IV-act. 34 f.). In seiner Stellungnahme vom
5. März 2007 monierte Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller als Rechtsvertreter der
Versicherten, es sei deswegen ein neuer Begutachtungsauftrag erteilt worden, weil
aufgrund des Gutachtens von Dr. C._ und Dr. D._ eine ganze Rente hätte
gesprochen werden müssen. Es sei nicht ersichtlich, welchem Kriterium dieses
Gutachten nicht genügt haben sollte. Ob das psychiatrische Gutachten genüge, sei
nicht von Bedeutung, weil diesbezüglich keine Diagnose von Relevanz vorliege.
Entscheidend sei, dass das rheumatologische Gutachten von Dr. C._ umfassend sei.
Er habe sich auch nicht über einen mangelnden Rapport beklagt. Richtigerweise hätte
beim ABI ausserdem ein Rheumatologe die Angelegenheit überprüfen müssen. Mit
einer orthopädischen Begründung könne nämlich das rheumatologische Gutachten von
Dr. C._ nicht widerlegt werden. Da im letzten MRI-Bericht von 2004 festgehalten
worden sei, im Bereich L5/S solle die Diskushernie "im Moment" noch ohne störende
Wirkung sein, und es sich höchstwahrscheinlich um ein fortschreitendes Geschehen
handle, seien neue bildgebende Unterlagen unumgänglich. Es sei eine objektive,
stationäre und umfassende medizinische Abklärung vorzunehmen, eventualiter sei
direkt auf die Einschätzung der Dres. C._ und A._ abzustellen (IV-act. 40). Der RAD
befürwortete am 4. Juni 2007, beim Entscheid, auf das ABI-Gutachten abzustellen, zu
bleiben.
A.k Mit Verfügung vom 5. Juni 2007 lehnte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des
Kantons St. Gallen den Rentenanspruch des Versicherten ab (IV-act. 43).
B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller für
die Betroffene am 5. Juli 2007 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der
Beschwerdeführerin sei ab April 2005 eine ganze Rente zuzusprechen, eventualiter sei
die Sache zur Vornahme neuer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen, unter Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und -
verbeiständung und unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Beschwerdegegnerin. Ein MRI vom 3. Juni 2004 habe eine flachbogige
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Diskusprotrusion, aktuell aber ohne Hinweis auf eine Kompromittierung der neuralen
Strukturen in L2/3, ebenso in L4/5 sowie als Nebenbefund ein zentimetergrosses
Wirbelkörperhämangiom im LWK1 und eine beginnende Osteochondrose gezeigt. Am
24. Januar 2005 habe das Kantonsspital festgehalten, die Diskushernie im Bereich L5/
S mache derzeit keine Beschwerden. Der Hausarzt halte die Beschwerdeführerin
lediglich im Rahmen von 25 % für arbeitsfähig und Dr. C._ habe nach sorgfältigen
Erhebungen nachvollziehbar faktisch eine Arbeitsunfähigkeit von 75 % festgestellt. Die
Beschwerdegegnerin habe mit der fadenscheinigen Begründung, bei der
(Erst-)Begutachtung sei man zuwenig an die versicherte Person herangekommen, eine
Zweitmeinung angefordert. Diese Begründung sei nicht nachvollziehbar, und zudem
mache die Beschwerdeführerin keine psychisch relevanten Diagnosen geltend, sodass
wegen persönlicher Fragen weder beim Psychiater noch beim Rheumatologen
Probleme hätten entstehen können. Wenn der RAD am 15. März 2006 dafürgehalten
habe, ohne klinisch fassbare und objektivierbare Befunde sei eine Arbeitsunfähigkeit
von 50 % nicht nachvollziehbar, so sei eine solche Behauptung erst nach einer Analyse
neuerer bildgebender Untersuchungen möglich. Das ABI habe zu Unrecht keine
Röntgenbilder zur Verfügung gehabt und auch keine solchen angefertigt. Ausserdem
habe es zu Unrecht auf den Beizug eines Rheumatologen verzichtet. Auch die
Zugehörigkeit zu einer Fachrichtung sei bei einer medizinischen Meinung aber
durchaus von Belang. Das ABI habe dem Gutachten von Dr. C._ unzutreffenderweise
von vornherein die Qualität als Gutachten abgesprochen und angenommen, er habe
seine Beurteilung weitestgehend auf die Schilderungen der Beschwerdeführerin
abgestützt. Die Einschätzung von Dr. C._ stimme im Übrigen mit derjenigen des
Kantonsspitals und des Hausarztes überein. Dass die bildgebenden Befunde nicht
aktualisiert worden seien, befremde sehr. Eine kurze klinische Untersuchung könne ja
zwangsweise nur einen blanden Befund geben, während sich aber bei einer Sicht in die
LWS hinein sehr wohl sich seit Jahren verschlechternde Befunde hätten zeigen können.
Sollte nicht eine Rente gesprochen werden, so sei eine neue Begutachtung, am besten
bei einer noch nicht mit der Sache befassten Institution, anzuordnen.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 16. August 2007 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Alle Gutachter kämen zum Schluss, dass keine
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Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit vorlägen. Die Beschwerdeführerin
sei nicht invalid bzw. erleide offensichtlich keine Erwerbseinbusse und habe somit
keinen Anspruch auf IV-Leistungen. Selbst wenn man davon ausgehen wollte, bei der
Beschwerdeführerin läge eine somatoforme Schmerzstörung vor, sei gestützt auf die
bundesgerichtliche Rechtsprechung nicht anders zu entscheiden. Das wichtigste
Kriterium, jenes der psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung
und Dauer, fehle.
D.
Am 27. August 2007 bewilligte die Gerichtsleitung der Beschwerdeführerin die
unentgeltliche Prozessführung (Befreiung von den Gerichtkosten und Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung).
E.
Replicando beanstandet der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am 17.
September 2007, die Beschwerdegegnerin reduziere den Prozessgegenstand auf die
Frage, ob eine somatoforme Schmerzstörung vorliege und gehe damit nicht auf die
Argumente der Beschwerdeführerin ein. Es sei sehr wohl denkbar, dass objektivierbare
Befunde mit somatischem Substrat gefunden werden könnten, wenn nur danach
gesucht würde. Das ABI habe nicht über die Röntgenbilder aus dem Jahr 2004 verfügt
und offensichtlich selbst nicht einmal über den Bericht (bzw. das MRT) des
Kantonsspitals vom 3. August 2004, sondern lediglich über den MRI-Bericht vom
3. Juni 2004. Die im Jahr 2004 erhobenen Befunde hätten damals noch keinen
pathologischen Wert aufgewiesen, das ABI habe es aber versäumt, das drei Jahre
später mittels neuer Röntgenbilder nachzukontrollieren. Einen blanden Befund im hier
massgeblichen medizinischen Fachgebiet habe das ABI mit Sicherheit nicht feststellen
können; das sei eine klare Fehlaussage. Neue Röntgenuntersuchungen wären
unabdingbar gewesen, da es sich bei Protrusionen und Blutgefässgeschwulsten um
veränderliche Vorgänge handle. Wenn das Kantonsspital am 24. Januar 2005
festgehalten habe, die Diskushernien machten derzeit keine Beschwerden, impliziere
dies, dass solche Beschwerden später ohne weiteres denkbar seien. Die
Beschwerdeführerin bringe im Übrigen keine psychisch bedingte Einschränkung der
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Arbeitsfähigkeit vor, auch wenn sie dazu allerdings ebenfalls Grund hätte (Erkrankung
des Ehemannes, erlebter Kindstod, Abort, Geburt nach Invitrofertilisation).
F.
Die Beschwerdegegnerin hat am 21./24. September 2007 auf eine weitere
Stellungnahme verzichtet.

Erwägungen:
1.
1.1 Da ein Sachverhalt zu beurteilen ist, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der
angefochtenen Verfügung am 5. Juni 2007 entwickelt hat, sind die am 1. Januar 2008
in Kraft getretenen gesetzlichen Änderungen nicht anwendbar.
1.2 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin den
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin abgelehnt. Sie lässt einzig Rentenleistungen
beantragen. Streitgegenstand bildet daher der allfällige Rentenanspruch. Ergäbe sich
allerdings, dass ohne Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in Frage
stünde, so gehörte zum Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die
Verwaltung den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht
der Beschwerdeführerin zu Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60 %, derjenige auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %
invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 40 % vor, so besteht Anspruch auf
eine Viertelsrente.
2.2 Für die Invaliditätsbemessung, welche das Mass der Zurücksetzung der
erwerblichen Leistungsfähigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigung ergeben soll,
sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen von Bedeutung. Aufgabe des Arztes
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oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beschreiben und dazu Stellung zu
nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person
arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in der Folge eine wichtige Grundlage
für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch
zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte
Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch tatsächlich ausübt, ist für die
Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046 des vom Bundesamt für
Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in
der Invalidenversicherung = KSIH).
3.
3.1 Zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin liegen zwei Gutachten mit
unterschiedlichen Ergebnissen zur zumutbaren Arbeitsfähigkeit vor. Dr. C._ gelangte
in Zusammenarbeit mit Dr. D._ zum Schluss, die Beschwerdeführerin sei in einer
leichten, angepassten Arbeit (unter Berücksichtigung zusätzlicher Pausen im Ergebnis)
zeitlich zu (wohl:) mindestens 50 % einsatzfähig, wobei vermutlich zumindest am
Anfang keine volle Leistung zu erwarten sei (geschätzt 50 %). Das ABI hielt dafür, die
Beschwerdeführerin sei in einer
körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit voll arbeitsfähig.
3.2 Die Beschwerdegegnerin hat auf das Gutachten des ABI abgestellt. Die
Beschwerdeführerin bringt dagegen vor, die Arbeitsfähigkeitsschätzung hätte bereits
dem Gutachten von Dr. C._/Dr. D._ und der Einschätzung von Dr. A._
entnommen werden können und müssen. Indessen lässt es sich vorliegend nicht
beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ein weiteres Gutachten veranlasst hat.
Denn die Schlussfolgerungen von Dr. C._ waren teilweise erläuterungsbedürftig, so
etwa, wenn vermerkt wurde, die Beschwerdeführerin sei auf einen Arbeitsversuch in
einer geschützten Werkstatt angewiesen oder vermutlich sei zu Anfang keine volle
Leistung zu erwarten. Sollte mit einer Arbeitsunfähigkeit von lediglich noch 25 %
gerechnet worden sein, stösst sich die Beurteilung tatsächlich an dem Hinweis, dass
erklärende Befunde fehlten. Dr. D._ relativierte seine Angaben überdies durch den
Hinweis, dass ihm eine eigentliche Begutachtung (infolge der Schwierigkeit, von der
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Beschwerdeführerin die gewünschten Auskünfte zu erhalten) nicht möglich gewesen
sei.
3.3 Kritik an der psychiatrischen ABI-Begutachtung bringt der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin in zweifacher Hinsicht an: Einerseits hätten (abgesehen von jenem
vom 3. Juni 2004) die Röntgenbilder aus dem Jahr 2004 nicht vorgelegen und seien
keine neuen Röntgenbilder gemacht und anderseits sei kein Rheumatologe
herangezogen worden. Dazu ist zunächst zu bemerken, dass es grundsätzlich dem
jeweiligen Gutachter obliegt, zu bestimmen, welche Untersuchungen im Rahmen des
Auftrages durchzuführen und ob allenfalls bildgebende Abklärungen zu veranlassen
sind. Das ABI verfügte tatsächlich nicht über die Röntgenbilder (vgl. S. 10). Indessen
waren die Berichte
über diese bildgebenden Untersuchungen bekannt, und zwar auch der Bericht der
Klinik für Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen vom 6. Oktober 2004,
worin vom MRT der LWS vom 3. August 2004 berichtet worden war. Die
Beschwerdeführerin lässt einwenden, es gehe nicht an, bei diesen Bildern einen
klinisch blanden Befund festzustellen und deswegen von der Anfertigung neuer Bilder
abzusehen. Indessen ist festzuhalten, dass den Befunden auch am Kantonspital weder
im Oktober 2004 (IV-act. 15-14 f./28) noch im Januar 2005 (IV-act. 15-5 ff./28) oder im
April 2005 (IV-act. 15-12 f./28 und 15-27 f./28) im Hinblick auf die geklagten
Beschwerden eine Bedeutung zugemessen wurde. Etwas anderes ergibt sich auch
nicht aus dem Bericht von Dr. B._ vom Mai 2005 (IV-act. 15-17 f./28). Selbst Dr.
C._ erachtete zufolge der unveränderten Klinik seit Beschwerdebeginn anlässlich
seiner Untersuchung keine neuen Röntgenbilder für erforderlich. Bei dieser
übereinstimmenden Einschätzung der Befunde lässt sich der gutachterliche Entscheid,
vom Beizug oder der Anfertigung von Aufnahmen abzusehen, nicht beanstanden. Dem
Einwand, das umfassende rheumatologische Gutachten von Dr. C._ lasse sich durch
eine orthopädische Beurteilung von vornherein nicht widerlegen, kann in dieser Form
nicht gefolgt werden. Wie der RAD plausibel darlegte, kann die Beurteilung von
Pathologien am Bewegungsapparat sowohl durch qualifizierte Rheumatologen als auch
durch qualifizierte Orthopäden erfolgen.
3.4 Die Beschwerdeführerin bringt vor, die Begutachtung von Dr. C._ und Dr. D._
stimme im Ergebnis überein mit der Beurteilung von Dr. A._ und des Kantonsspitals.
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Wird aus dem Gutachten von Dr. C._ auf eine Arbeitsunfähigkeit der
Beschwerdeführerin von 75 % für angepasste Arbeit geschlossen, so liegt
Übereinstimmung mit Dr. A._ vor. Eine diesbezüglich Übereinstimmung mit den
Beurteilungen der Kliniken am Kantonsspital kann nicht angenommen werden. Das
ABI-Gutachten beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten
Beschwerden, wurde in Kenntnis und nach Diskussion der Vorakten abgegeben, ist in
der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtend und die Schlussfolgerungen der Experten sind
nachvollziehbar begründet. Es kommt ihm daher bei der Beweiswürdigung ein
erhebliches Gewicht zu. Die gutachterliche Einschätzung der Dres. C._ und D._
vermag angesichts der medizinischen Aktenlage, da kein erhebliches somatisches, die
Beschwerdesituation erklärendes Substrat vorgefunden werden konnte, nicht besser
zu überzeugen oder Zweifel an dessen Ergebnis zu begründen. Das im
multidisziplinären Konsens erarbeitete Ergebnis der ABI-Begutachtung resultiert
zusammenfassend aus einer rechtsgenüglichen Beweisvorkehr.
3.5 Es kann demnach eine vollständige Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in
adaptierten Tätigkeiten angenommen werden. Auf weitere medizinische
Beweismassnahmen ist nach dem oben Dargelegten zu verzichten, da sich die
Beurteilungssituation in diesem Verfahren auf den Sachverhalt im Zeitraum bis zum
Verfügungserlass am 5. Juni 2007 beschränkt. Angesichts einer vollen Arbeitsfähigkeit
in adaptierten Tätigkeiten ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass im
Verfügungszeitpunkt keine Invalidität im Sinne des Gesetzes vorlag. Sollte in der
Zwischenzeit eine erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten
sein, bleibt es der Beschwerdeführerin unbenommen, sich bei der IV-Stelle erneut
anzumelden und die Verschlechterung glaubhaft zu machen.
4.
4.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
bis
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und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt.
Angemessen erscheint eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der Beschwerdeführerin
wurde am 27. August 2007 die unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung
bewilligt. Der unterliegenden Beschwerdeführerin sind zwar die Gerichtskosten in der
Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie jedoch
von der Bezahlung zu befreien. Wenn ihre wirtschaftlichen Verhältnisse es ihr gestatten,
kann sie allerdings zur Nachzahlung der Gerichtskosten, der Auslagen für die
Vertretung und der vom Staat entschädigten Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288
Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).
4.3 Der Staat ist zufolge der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für
die Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin aufzukommen. Ihr
Rechtsvertreter hat am 6. November 2007 eine Kostennote über Fr. 3'147.45
eingereicht. Diese erweist sich als angemessen. Der Honoraranteil von Fr. 2'900.-- ist
jedoch zufolge der bewilligten unentgeltlichen Rechtsverbeiständung in Anwendung
von Art. 31 Abs. 3 des st. gallischen Anwaltsgesetzes (sGS 963.70) um einen Fünftel
auf Fr. 2'320.-- zu kürzen. Zusammen mit den Barauslagen von Fr. 25.15 und der
Mehrwertsteuer von Fr. 178.25 betragen die Kosten der zu übernehmenden
Rechtsvertretung Fr. 2'523.40.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG