Decision ID: 811056d5-d34c-5fd2-8533-a8c53b564ee5
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- Am Mittwoch, 4. April 2007, lenkte X um 11.42 Uhr von Österreich her kommend
den Personenwagen mit dem amtlichen österreichischen Kennzeichen B-... in S auf
der G-Strasse. Bei der Verzweigung mit der vortrittsberechtigten N-Strasse
beabsichtigte er, nach links abzubiegen. Die Sicht nach rechts war durch Lastwagen,
die auf der Linksabbiegespur der N-Strasse standen, beeinträchtigt. Nach seinen
Angaben fuhr X in den Verzweigungsbereich ein, hielt an und verständigte sich mit dem
Chauffeur des vordersten Lastwagens mittels Handzeichen, ob die rechts an den
Lastwagen geradeaus führende Spur der N-Strasse frei sei. Dabei kam es zu einer
seitlichen Kollision mit einem von links kommenden Personenwagen. An beiden
Fahrzeugen entstand Sachschaden. Personen wurden nicht verletzt.
B.- Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen eröffnete am
26. Juni 2007 ein Administrativverfahren gegen den damals in B in der Schweiz
wohnhaften X. Dieser machte in der Stellungnahme seines in Österreich
praktizierenden Vertreters vom 30. Juli 2007 geltend, er habe an der Wartelinie der G-
Strasse angehalten und sich über den Verkehr auf der N-Strasse vergewissert.
Nachdem von links keine Fahrzeuge gekommen seien, sei er in die Verzweigung
eingefahren, um einen besseren Blick nach rechts zu bekommen. Er sei bereits einige
Sekunden stillgestanden, als der Personenwagen von links in sein Fahrzeug gefahren
sei. Dessen Lenker treffe das alleinige Verschulden. Mit Verfügung vom 9. August 2007
entzog das Strassenverkehrsamt X den schweizerischen Führerausweis wegen
Missachtens des Vortritts für die Dauer von einem Monat. Zu den Vorbringen in der
Stellungnahme wurde einzig festgehalten, sie vermöchten den Entzug des
Führerausweises nicht abzuwenden.
C.- Gegen diese Verfügung erhob X durch seinen Vertreter mit Eingabe vom 24. August
2007 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, das
Administrativverfahren sei, allenfalls nach weiteren Erhebungen, insbesondere der
Einholung eines verkehrstechnischen und KFZ-technischen Gutachtens, einzustellen.
Die Vorinstanz verzichtete am 20. November 2007 auf eine Vernehmlassung.
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Das Rekursverfahren wurde am 30. November 2007 bis zum rechtskräftigen Abschluss
des Strafverfahrens sistiert. Das Untersuchungsamt A hob das Strafverfahren gegen X
am 12. Mai 2010 wegen Verjährung auf. Mit Eingabe seines Vertreters vom 18. Mai
2010 hielt der Rekurrent an seinem Antrag vom 24. August 2007 fest. Unter Hinweis auf
die bundesgerichtliche Rechtsprechung, nach welcher die strafrechtlichen
Verjährungsbestimmungen im Administrativverfahren nicht analog angewendet werden
könnten, verzichtete die Vorinstanz am 7. Juni 2010 auf einen Widerruf der
angefochtenen Verfügung. Der Vertreter des Rekurrenten reichte dem Gericht am
30. Juni 2010 eine Honorarnote über € 2'742.14 ein. Am 2. Juli 2010 wurde die
Sistierung des Rekursverfahrens aufgehoben. Auf die Ausführungen der
Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird, soweit erforderlich, in den
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die Vorinstanz
war befugt, die Verfügung vom 9. August 2007, mit welcher sie dem Rekurrenten den
schweizerischen Führerausweis für die Dauer von einem Monat entzog, durch die Post
dem Vertreter in Österreich zuzustellen (vgl. Art. 2 Abs. 1 des Vertrages zwischen der
Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Österreich über die
wechselseitige Amtshilfe in Strassenverkehrs-(Kraftfahr-)angelegenheiten, SR
0.741.531.916.3). Dementsprechend liegt eine Verfügung vor, zu deren Überprüfung
die Verwaltungsrekurskommission zuständig ist (Art. 41 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben (Art. 45 VRP). Die Vertretung des Rekurrenten durch
seinen österreichischen Rechtsvertreter ist zulässig (Art. 21 des Bundesgesetzes über
die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte, SR 935.61). Die Rekurseingabe wurde
am 24. August 2007 der österreichischen Post übergeben. Da sie am 30. August 2007
bei der Verwaltungsrekurskommission einging, ist davon auszugehen, dass sie
spätestens am Vortag, dem 29. August 2007, bei der schweizerischen Post einlangte
(vgl. Art. 84 Abs. 2 des Gerichtsgesetzes; sGS 941.1, abgekürzt: GerG). Unter
Berücksichtigung der vom 15. Juli bis 15. August 2007 dauernden Gerichtsferien
(Art. 90 lit. a GerG) und des Beginns des Fristenlaufs am 16. August 2007 (vgl. GVP
2007 Nr. 62 und 63) ist der Rekurs rechtzeitig eingereicht worden (Art. 47 VRP). Er
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erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 48
VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Gemäss Art. 16 Abs. 2 SVG wird nach Widerhandlungen gegen die
Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das Verfahren nach dem
Ordnungsbussengesetz ausgeschlossen ist, der Lernfahr- oder Führerausweis
entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Die dafür gemäss Art. 22 Abs. 1 SVG
zuständige Verwaltungsbehörde hat – sofern eine Anzeige an den Strafrichter bereits
erfolgt ist oder mit einer solchen zu rechnen ist – im Interesse von Rechtseinheit und
Rechtssicherheit grundsätzlich mit ihrem Entscheid zuzuwarten, bis ein rechtskräftiges
Strafurteil vorliegt, soweit der Sachverhalt oder die rechtliche Qualifikation des in Frage
stehenden Verhaltens für das Verwaltungsverfahren von Bedeutung sind. Ausnahmen
sind nur dann zuzulassen, wenn in Bezug auf den Schuldpunkt der in Frage stehenden
SVG-Widerhandlung keinerlei Zweifel bestehen (z.B. Beweis des Fahrens in
angetrunkenem Zustand aufgrund einer Blutprobe, deren Ergebnis anerkannt ist; vgl.
BGE 119 Ib 158 E. 2c/bb).
Die Vorinstanz hat die angefochtene Verfügung einzig auf den Polizeirapport vom
29. April 2007 mit einer Lageskizze und 2 Fotografien der Unfallstelle sowie die
Protokolle der polizeilichen Befragungen des Rekurrenten und des am Unfall beteiligten
Lenkers unmittelbar im Anschluss an den Unfall sowie eines Lastwagenchauffeurs als
Auskunftsperson nach 2 Tagen gestützt. Mit der Darstellung des Vorfalls durch den
Rekurrenten im Polizeirapport und in der Vernehmlassung vom 30. Juli 2007 hat sie
sich in der angefochtenen Verfügung nicht auseinandergesetzt. Sie ist weder auf die
Schilderung des Rekurrenten, als er in den Verzweigungsbereich der N-Strasse
eingefahren sei, seien von links keine Fahrzeuge gekommen und er sei im Zeitpunkt der
Kollision bereits einige Sekunden auf der N-Strasse still gestanden, um einen besseren
Blick nach rechts auf die durch Lastwagen verdeckte Geradeausspur zu bekommen,
eingegangen, noch hat sie ausgeführt, weshalb für sie angesichts des Polizeirapports
keine ernsthaften Zweifel hinsichtlich des Sachverhalts bestanden. Deshalb wäre sie
verpflichtet gewesen, entsprechend der bundesgerichtlichen Rechtsprechung die
rechtskräftige strafrechtliche Erledigung des Vorfalls abzuwarten (zu den Ausnahmen
vgl. Urteil des Bundesgerichts 6A.121/2000 vom 7. Juni 2001, E. 3).
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3.- Gemäss Art. 56 Abs. 2 VRP kann die Rekursinstanz die Sache zu neuer
Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen. Der Erlass einer reformatorischen
Entscheidung setzt insbesondere voraus, dass eine Streitsache entscheidungsreif ist.
Daran fehlt es vor allem dann, wenn die Vorinstanz den Sachverhalt ungenügend
abgeklärt hat. Um den Rechtsmittelweg nicht unzulässig zu verkürzen, ist es zu
vermeiden, dass die Rekursinstanz, die als einziges unabhängiges Gericht Sach- und
Rechtsfragen frei überprüft, eine neue tatsächliche Grundlage erstmals rechtlich
würdigt. Die Rekursinstanz verzichtet auf eine Rückweisung und ergänzt einen
ungenügend festgestellten Sachverhalt nur dann selber, wenn der Mangel geringfügig
ist und die Rückweisung einem prozessualen Leerlauf gleichkäme. Eine Rückweisung
ist deshalb dann angezeigt, wenn eine wesentliche Ergänzung der Beweisgrundlagen
notwendig ist, die den Gang des Rechtsmittelverfahrens wesentlich belasten würde
(vgl. dazu Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen
2003, Rz. 1028-1030).
Im Strafverfahren erging zunächst am 27. Juni 2007 eine Bussenverfügung, mit welcher
der Rekurrent wegen des Vorfalls vom 4. April 2007 einzig gestützt auf den
Polizeirapport und die Aussagen der beteiligten Fahrzeuglenker und einer
Auskunftsperson gegenüber der Polizei unmittelbar im Anschluss an den Unfall wegen
Verletzung der Verkehrsregeln im Sinn von Art. 90 Ziff. 1 SVG mit Fr. 300.-- gebüsst
wurde. Dagegen liess der Rekurrent am 9. Juli 2007 Einsprache erheben. Im
Untersuchungsverfahren befolgten der beteiligte Fahrzeuglenker und die
Auskunftsperson, die beide nicht in der Schweiz wohnhaft sind, die Vorladungen des
Untersuchungsamtes Altstätten nicht, so dass sie rechtshilfeweise durch die
Staatsanwaltschaft F/A einvernommen werden mussten. Die Protokolle dieser
Befragungen liegen nicht in den Akten. Die Strafbehörde würdigte die erhobenen
Beweise nicht, sondern hob das Strafverfahren wegen Verjährung auf, was einem
gerichtlichen Freispruch gleichkommt (vgl. Art. 182 Abs. 3 des Strafprozessgesetzes,
sGS 962.1).
Die Aussagen der Beteiligten und eines als Auskunftsperson befragten Chauffeurs, der
mit seinem Lastwagen an zweiter Stelle auf der Linksabbiegespur der N-Strasse stand,
gegenüber der Polizei widersprechen sich in wesentlichen Punkten. Während der
Rekurrent unmittelbar im Anschluss an den Unfall angab, vor dem Einfahren in den
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Verzweigungsbereich sein Fahrzeug an der Wartelinie zum Stillstand gebracht zu
haben, sagte der Lastwagenchauffeur am 6. April 2007 2 Tage nach dem Ereignis aus,
der Rekurrent sei von der Grenze her kommend ohne anzuhalten auf die
vortrittsberechtigte Strasse gefahren. Er will vom entgegenkommenden Fahrzeug auch
ein Hupsignal gehört haben, welches dessen Lenker, der ebenfalls unmittelbar im
Anschluss an die Kollision befragt wurde, nicht erwähnte. Der Rekurrent beantragte im
vorinstanzlichen wie auch im Rekursverfahren weitere Erhebungen zu Klärung des
Sachverhalts. Angesichts der unklaren Sachlage und der beantragten Beweismittel ist
es angebracht, die Angelegenheit für weitere Abklärungen und zu neuer Entscheidung
an die Vorinstanz zurückzuweisen. Sie wird dabei zu beachten haben, dass sie die
Schuld des Rekurrenten zu beweisen hat und nicht von einem für ihn ungünstigen
Sachverhalt überzeugt sein darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob
sich der Sachverhalt so, wie sie ihn annimmt, verwirklicht hat (vgl. z.B. BGE 124 IV 86,
E. 2a).
4.- Da der Rekurrent im Zeitpunkt sowohl der Einleitung des Administrativverfahrens
am 26. Juni 2007 als auch des Erlasses der angefochtenen Verfügung am 9. August
2007 unbestrittenermassen Wohnsitz im Kanton St. Gallen hatte, war die Vorinstanz als
zuständige Wohnsitzbehörde (Art. 22 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01,
abgekürzt: SVG, in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 und Art. 2 Abs. 1 lit. c der
Einführungsverordnung zum eidgenössischen Strassenverkehrsgesetz, sGS 711.1) zur
Anordnung einer Administrativmassnahme grundsätzlich befugt.
Mittlerweile gibt der Rekurrent eine Adresse in Österreich an. Dies ändert jedoch nichts
an der Zuständigkeit der Vorinstanz, gegenüber dem Rekurrenten eine
strassenverkehrsrechtliche Administrativmassnahme nach schweizerischem Recht
anzuordnen. Nach Art. 22 Abs. 3 SVG ist für Führer ohne Wohnsitz in der Schweiz der
Ort massgebend, an dem er sich vorwiegend befindet. Ist auch ein solcher Ort nicht
auszumachen, wird der Deliktsort Anknüpfungspunkt für die örtliche Zuständigkeit.
Dies gilt etwa für Personen, welche die Schweiz ausschliesslich als Transitland
befahren (vgl. R. Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrechts,
Band III: Die Administrativmassnahmen, Bern 1995, Rz. 2634). Der Zuständigkeit der st.
gallischen Verwaltungsbehörde stehen auch keine staatsvertraglichen Bestimmungen
entgegen. Vielmehr können nach Art. 42 Abs. 1 des Übereinkommens über den
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Strassenverkehr (abgeschlossen in Wien am 7. November 1968; in Kraft getreten für
Österreich am 11. August 1982 und für die Schweiz am 11. Dezember 1992, SR
0.741.10) die Vertragsparteien oder ihre Teilgebiete einem Führer, der in ihrem
Hoheitsgebiet eine Zuwiderhandlung begeht, die nach ihren Rechtsvorschriften den
Entzug des Führerausweises zur Folge haben kann, das Recht aberkennen, in ihrem
Hoheitsgebiet seinen nationalen oder internationalen Führerausweis zu verwenden (vgl.
dazu auch VRKE IV-2006/178 vom 19. April 2007, E. 2).
Der Rechtsvertreter geht in seinen Eingaben davon aus, es stehe eine Aberkennung der
ausländischen Fahrberechtigung des Rekurrenten – und nicht der Entzug seines
schweizerischen Führerausweises – in Frage. Ob der Rekurrent aufgrund einer
allfälligen Wohnsitzverlegung nach Österreich mittlerweile nicht mehr im Besitz eines
schweizerischen Führerausweises, sondern einer österreichischen Lenkerberechtigung
ist, wird die Vorinstanz im Entzugsverfahren zu klären haben. Nach Art. 45 Abs. 1 Satz
1 der Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum
Strassenverkehr (SR 741.51, abgekürzt: VZV) können indessen ausländische
Führerausweise nach den gleichen Bestimmungen aberkannt werden, die für den
Entzug des schweizerischen Führerausweises gelten.
5.- Die Vorinstanz wird sich sodann mit der Bedeutung der strafrechtlichen Verjährung
des Vorfalls vom 4. April 2007 für das Administrativverfahren zu befassen haben. Dabei
wird zu berücksichtigen sein, dass nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung das
Strassenverkehrsrecht auch in der seit 1. Januar 2005 in Kraft stehenden teilrevidierten
Fassung eine Verjährung in Bezug auf die Anordnung von Administrativmassnahmen
nicht vorsieht. Besteht wegen Eintritts der Verjährung kein Strafurteil, hindert dies einen
Entzug des Führerausweises nicht. Allerdings fehlt es an einer strafrichterlichen
Sachverhaltsfeststellung, an welche die Verwaltungsbehörde allenfalls gebunden sein
könnte. Diese Behörden müssen daher den Sachverhalt selbst feststellen und auch
selbst entscheiden, ob bestimmte Beweismittel allenfalls nicht verwertbar sind (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 6A.113/2006 vom 30. April 2007, E. 4). Die Frage, ob die
Anordnung von Administrativmassnahmen nach dem am 1. Januar 2005 in Kraft
getretenen Massnahmerecht verjährt, hat das Bundesgericht in einem späteren
Entscheid wieder offen gelassen (vgl. Urteil 1C_65/2007 vom 11. September 2007,
E. 3.1). Das Bundesgericht hat sodann auch die Frage, ob bei einer schweren
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Verletzung des Anspruchs auf Beurteilung innert angemessener Frist, der nicht in
anderer Weise Rechnung getragen werden kann, ausnahmsweise gänzlich auf eine
Massnahme verzichtet werden kann, bisher zwar aufgeworfen, aber nicht entschieden
(vgl. BGE 135 II 334 E. 2.3; Urteil 1C_22/2009 vom 17. September 2009, E. 2.7).
6.- Zusammenfassend ergibt sich damit, dass der Rekurs im Ergebnis gutzuheissen ist.
Die angefochtene Verfügung der Vorinstanz vom 9. August 2007 ist aufzuheben und
die Angelegenheit zur Feststellung des Sachverhalts und zu neuer Entscheidung an die
Vorinstanz zurückzuweisen.
7.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten vom Staat zu
tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'000.-- ist angemessen (vgl.
Art. 13 Ziff. 522 des Gerichtskostentarifs, sGS 941.12). Die Finanzverwaltung ist
anzuweisen, dem Rekurrenten den Kostenvorschuss von Fr. 1'000.--
zurückzuerstatten.
Bei diesem Verfahrensausgang hat der Rekurrent Anspruch auf volle Entschädigung
der ausseramtlichen Kosten (Art. 98 VRP und Art. 98 VRP; GVP 1983 Nr. 56),
soweit diese aufgrund der Rechts- und Sachlage als notwendig und angemessen
erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Im Rekursverfahren war der Beizug eines
Rechtsbeistandes geboten. Der Rechtsvertreter hat eine Honorarnote eingereicht mit
einer Kostensumme von € 1'738.40 (umgerechnet rund Fr. 2'300.--) vor 20%
Umsatzsteuer (€ 347.68) und "Kostenvorschuss für Sachverständigengutachten"
Fr. 1'000.-- (€ 656.06). Im Verfahren vor der Verwaltungsrekurskommission beträgt das
Honorar pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.-- (Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung
für Rechtsanwälte und Rechtsagenten; sGS 963.75, abgekürzt: HonO). Unter
Berücksichtigung des Aktenumfangs, des Aufwands für die Rekurseingabe vom
24. August 2007 und die zusätzliche Eingabe vom 18. Mai 2010 sowie der langen
Verfahrensdauer, welche nicht der Rekurrent zu verantworten hat, erscheint ein
Honorar von Fr. 2'000.-- als angemessen (vgl. Art. 19 HonO). Hinzu kommen die
Barauslagen von pauschal 4% (Fr. 80.--; Art. 28 HonO); kostenpflichtig ist der Staat
(Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt). Da der Rekurrent Wohnsitz in Österreich hat,
ist ihm kein Mehrwertsteuerzusatz zuzusprechen.
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