Decision ID: 98bc68fe-347c-4230-a09a-4d5de5ef206c
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
T._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Benno Lindegger, Marktgasse 20, 9000 St.
Gallen,
gegen
Kantonale Arbeitslosenkasse, Davidstrasse 21, 9001 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Arbeitslosenentschädigung (Beitragszeitbefreiung)
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Sachverhalt:
A.
A.a T._ meldete sich am 4. April 2007 zum Bezug von Leistungen der
Arbeitslosenversicherung an (act. G 5.1.6). Er gab an, wegen einer Ausbildung von
2003 bis 2006 nicht in einem Arbeitsverhältnis gestanden zu haben. Zudem verwies er
auf ein bei der Invalidenversicherung eingereichtes Leistungsgesuch (act. G 5.1.2). Am
8. Mai 2007 teilte der Versicherte anlässlich eines Gesprächs bei der zuständigen
Regionalen Arbeitsvermittlungsstelle mit, er sei während der letzten zwei Jahre einzig
unentgeltlich als Rechtsberater tätig gewesen (act. G 5.1.7). Sein letztes
Arbeitsverhältnis mit einem Beschäftigungsumfang von 60 % hatte nach mehrjähriger
Tätigkeit als Sekretär und Gesellschafter bei der A._ im Jahr 2003 geendet
(act. G 5.1.8; IV-act. 53.5). Mit Schreiben vom 14. Mai 2007 teilte die Kantonale
Arbeitslosenkasse St. Gallen dem Versicherten mit, er könne für die geltend gemachte
Rahmenfrist für die Beitragszeit vom 4. April 2005 bis 3. April 2007 keine genügenden
Beitragszeiten nachweisen. Da er die Ausbildung zum Rechtsagenten berufsbegleitend
(zweimal abends und Samstag vormittags) absolviert habe, könne sie nicht als
Befreiungsgrund herangezogen werden. Dem Versicherten wurde die Möglichkeit zur
Stellungnahme eingeräumt (act. G 5.1.13). Davon machte T._ am 28. Mai 2007
Gebrauch und gab seine Behinderung (rechtes Bein, rechter Arm, Hand) im Umfang
von ca. 50 % als Befreiungsgrund an (act. G 5.1.16).
A.b Mit Verfügung vom 11. Juni 2007 eröffnete die Kantonale Arbeitslosenkasse dem
Versicherten, er habe keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung, da er in der
Rahmenfrist für die Beitragszeit vom 4. April 2005 bis 3. April 2007 die
Mindestbeitragszeit von zwölf Monaten nicht nachweisen könne. Er hätte trotz seiner
Arbeitsunfähigkeit von 50 % einer Tätigkeit im Umfang von 50 % nachgehen und sich
Beitragszeiten erarbeiten können (G 5.1.19). Die dagegen von Rechtsanwalt Benno
Lindegger, St. Gallen, im Namen des Versicherten erhobene Einsprache vom 12. Juli
2007 (act. G 5.1.22) wies die Kantonale Arbeitslosenkasse mit Einspracheentscheid
vom 17. September 2007 ab. Sie führte aus, der Versicherte hätte trotz seiner
Behinderung und seiner Ausbildung die Möglichkeit gehabt, einer Teilzeitarbeit
nachzugehen und dadurch Beitragszeiten zu erwerben (act. G 5.1.33).
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B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde des Vertreters
von T._ vom 24. Oktober 2007 mit den Anträgen, der Einspracheentscheid sei
aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei ab dem 4. April 2007 Arbeitslosentaggeld
auszurichten, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung führt er aus,
der Beschwerdeführer sei während der gesamten Rahmenfrist im Umfang von 50 %
arbeitsunfähig gewesen. Die verbleibende Restarbeitszeit habe er vollumfänglich für
seine Ausbildung zum Rechtsagenten eingesetzt. Die Ausbildung habe einen
wöchentlichen Gesamtaufwand von 24 Stunden erfordert, was einem Arbeitsaufwand
von wenigstens 60 % entspreche. Die Beschwerdegegnerin verkenne, dass eine
intellektuelle Tätigkeit Arbeit im Sinn des Sozialversicherungsrechts darstelle und der
Beschwerdeführer in seiner Arbeitsunfähigkeit keine intellektuelle Tätigkeit verrichten
könne, ansonsten er nicht arbeitsunfähig wäre. Er müsse während seiner
Arbeitsunfähigkeit das betroffene Bein und den betroffenen Arm ruhig stellen und sich
hinlegen. Der Beschwerdeführer sei weder in der Lage noch dazu verpflichtet, die
Ausbildung während seiner Arbeitsunfähigkeit zu absolvieren. Er habe die Ausbildung
während der Restarbeitsfähigkeit absolvieren müssen, womit sie kausal für das
Nichterbringen der Beitragszeit sei (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 10. Dezember 2007 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Es müsse davon ausgegangen
werden, dass es dem Beschwerdeführer während seiner Arbeitsunfähigkeit möglich
gewesen wäre, für die Ausbildung zu lernen. Somit hätte er die Möglichkeit gehabt,
einer Teilzeitarbeit nachzugehen. Die geltend gemachten Befreiungsgründe seien
demnach nicht kausal für das Nichterbringen der Beitragszeit (act. G 5).
B.c Mit Replik vom 6. März 2008 lässt der Beschwerdeführer an seinem Antrag
festhalten. Im Weiteren beantragt er eine medizinische Abklärung, falls das Gericht zum
Schluss gelangen sollte, die Absolvierung der Ausbildung während der
Arbeitsunfähigkeit wäre ihm zumutbar gewesen. Der ärztliche Untersuch solle darüber
Aufschluss geben, weshalb er – entgegen der Beurteilung des behandelnden Arztes
Dr. B._ – während seiner Arbeitsunfähigkeit "Kopfarbeit" im Umfang von 24 Sunden
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pro Woche hätte leisten und gleichzeitig in der Restarbeitszeit einer
Teilzeitbeschäftigung nachgehen können (act. G 11).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat keine Duplik eingereicht (act. G 13).
C.
Das Versicherungsgericht hat die Akten der IV-Stelle des Kantons St. Gallen
beigezogen (IV-act.) und den Parteien mit Schreiben vom 14. April 2008 Gelegenheit
zur Akteneinsicht und allfälligen Stellungnahme gewährt (act. G 15). Des Weiteren
wurden beim Zentrum für berufliche Weiterbildung ergänzende Informationen zur
Rechtsagentenausbildung, bei Dr. B._ Angaben zur Behandlungsdauer sowie bei der
IV-Stelle das aktuelle Verlaufsgutachten eingeholt und den Parteien zugestellt (act. G
17, 18, 20). Mit Schreiben vom 15. Oktober 2008 liess der Beschwerdeführer eine
Stellungnahme einreichen. Demnach sei in Übereinstimmung mit der Kantonalen
Arbeitslosenkasse für die Rahmenfrist von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 %
auszugehen und angesichts der Angaben des Zentrums für berufliche Weiterbildung
stehe fest, dass der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit für den Abschluss
der Ausbildung habe einsetzen müssen. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und die
Ausbildung seien somit kausal für das Nichterbringen der Beitragszeit, weshalb dem
Beschwerdeführer ab dem 4. April 2007 Arbeitslosenentschädigung auszurichten sei
(act. G 26). Dieses Schreiben wurde zur Kenntnisnahme an die Gegenpartei
weitergeleitet (act. G 27).

Erwägungen:
1.
1.1 Zu den Voraussetzungen des Anspruchs auf Arbeitslosenentschädigung gehört
gemäss Art. 8 Abs. 1 lit. e des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) unter
anderem, dass die versicherte Person die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Erfüllung
der Beitragszeit befreit ist. Nach Art. 13 Abs. 1 AVIG hat die Beitragszeit erfüllt, wer
innerhalb der zweijährigen Rahmenfrist für die Beitragszeit (Art. 9 Abs. 3 AVIG) während
mindestens zwölf Monaten eine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat.
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1.2 Von der Erfüllung der Beitragspflicht ist gemäss Art. 14 Abs. 1 AVIG befreit, wer
innerhalb der Rahmenfrist (Art. 9 Abs. 3 AVIG) während insgesamt mehr als zwölf
Monaten unter anderem wegen einer Schulausbildung, Umschulung oder
Weiterbildung (lit. a) oder wegen Krankheit oder Unfall (lit. b) nicht in einem
Arbeitsverhältnis stand und deshalb die Beitragszeit nicht erfüllen konnte. Zwischen
der Nichterfüllung der Beitragszeit und des Befreiungsgrunds bedarf es eines
Kausalzusammenhangs. Das Hindernis muss, um wirklich kausal für die fehlende
Beitragszeit zu sein, während mehr als zwölf Monate bestanden haben (BGE 121 V 342
f. E. 5b, ARV 1986 Nr. 3 S. 14 E. 2). Denn bei kürzerer Verhinderung bleibt der
versicherten Person während der zweijährigen Rahmenfrist genügend Zeit, um eine
ausreichende beitragspflichtige Beschäftigung auszuüben (Gerhard Gerhards,
Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz, Bd. I, N. 10 zu Art. 14). Gemäss der
Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; seit 1. Januar
2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) liegt die Kausalität zwischen
dem Grund der Arbeitsunfähigkeit und der Nichterfüllung der Beitragszeit nur vor, wenn
es der versicherten Person aufgrund des die Arbeitsunfähigkeit verursachenden
Hindernisses auch nicht möglich oder zumutbar war, durch eine Teilzeitarbeit die
Beitragspflicht zu erfüllen (BGE 121 V 342 f. E. 5b; ARV 1995 Nr. 28 S. 167 f. E. 3 b/aa).
Da mit einer Teilzeitarbeit bereits die Beitragspflicht erfüllt werden kann (vgl. Art. 11
Abs. 4 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]), muss der Grund der Arbeitsunfähigkeit
auch eine Teilzeitarbeit und damit eine Beitragszeiterfüllung verhindern. Beim
Erfordernis der Kausalität zwischen fehlender Beitragszeit und Verhinderung an der
Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäftigung stellt sich daher die Frage, ob und in
welchem Umfang die Verhinderung begründet war. Grundsätzlich kann eine versicherte
Person, die beispielsweise aufgrund einer Krankheit zu 50 % arbeitsunfähig war,
wegen der fehlenden Kausalität von der Erfüllung der Beitragszeit nicht befreit werden,
da die verbleibende Arbeitsfähigkeit in genügendem Masse verwertbar gewesen wäre
(Kreisschreiben des seco über die Arbeitslosenentschädigung vom Januar 2007, B
184).
2.
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2.1 Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers
auf Arbeitslosenentschädigung zu Recht verneint. Unbestritten ist, dass der
Beschwerdeführer innerhalb der für ihn geltenden Rahmenfrist für die Beitragszeit vom
4. April 2005 bis 3. April 2007 keine beitragspflichtige Beschäftigung von mindestens
zwölf Monaten ausgeübt und somit die Beitragszeit nicht erfüllt hat. Zu prüfen ist das
Vorliegen von Befreiungsgründen von der Erfüllung der Beitragszeit.
2.2 Wenn der Beschwerdeführer geltend macht, er habe für die Ausbildung aus
gesundheitlichen Gründen seine Restarbeitsfähigkeit einsetzen müssen, dann beruft er
sich auf zwei Befreiungsgründe. Eine Kumulation der in Art. 14 Abs. 1 AVIG
aufgezählten Befreiungstatbestände ist grundsätzlich möglich. Zusammen müssen sie
während mehr als zwölf Monaten bestanden haben (Thomas Nussbaumer,
Arbeitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Soziale
Sicherheit, 2. Aufl. 2007, Rz 253). Nachfolgend ist das Vorliegen der geltend
gemachten Befreiungsgründe zu prüfen. Dabei hat das Gericht gestützt auf den
Untersuchungsgrundsatz von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung
des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Es darf eine Tatsache nur dann als
bewiesen annehmen, wenn es von ihrem Bestehen überzeugt ist, und hat seinen
Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit
eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht (BGE 125 V
195 E. 2; BGE 121 V 47 E. 2a). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast
im Sinn einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Wenn es sich jedoch als
unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes einen Sachverhalt zu
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
entsprechen, dann gelangt die Beweisregel zur Anwendung, wonach die Parteien
insofern eine Beweislast tragen, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu
Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt
Rechte ableiten wollte (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen).
3.
3.1 Unbestritten ist, dass es sich bei der absolvierten Ausbildung zum Rechtsagenten
um eine Ausbildung im Sinn des Gesetzes handelt. Denn als Ausbildung gemäss
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Art. 14 Abs. 1 lit. a AVIG gilt jeder auf dem Arbeitsmarkt verwertbare Lehrgang (ARV
2000 Nr. 28 S. 146 E. 1b). Vorausgesetzt wird zudem, dass die versicherte Person den
Lehrgang mit einer Bescheinigung nachweisen kann, aus der die zeitliche
Inanspruchnahme hervorgeht. Zur Ausbildung werden auch Vorbereitungszeiten,
Prüfungen und deren Wiederholung hinzugerechnet (Gabriela Riemer-Kafka, Bildung,
Ausbildung und Weiterbildung aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht, in: SZS 2004,
S. 221). Jede objektive Möglichkeit, einer voll- oder teilzeitlichen Erwerbstätigkeit
nachzugehen, schliesst allerdings eine Berufung auf den Befreiungstatbestand aus.
Dies gilt auch für den Fall, dass der zeitliche Einsatz für die Ausbildung nicht überprüft
werden kann. So gesehen bleibt die Sondernorm den Absolvierenden von Abend- oder
Fernkursen beispielsweise versagt (Riemer-Kafka, a.a.O.).
3.2 Laut Bestätigung des Zentrums für berufliche Weiterbildung, St. Gallen, hat der
Lehrgang vom 20. Oktober 2003 bis am 30. September 2006 gedauert (act. G 5.1.4).
Unter Einbezug der anschliessenden Nachprüfung war die Ausbildung offenbar Ende
März 2007 abgeschlossen (act. G 1). Der Präsenzunterricht habe durchschnittlich drei
Mal pro Woche stattgefunden, zweimal am Abend von 18 bis 22 Uhr sowie am
Samstagmorgen (act. G 5.1.4). Der Beschwerdeführer macht geltend, neben der
wöchentlichen Präsenzzeit von durchschnittlich zwölf Stunden habe das Selbststudium
weitere zwölf Stunden erfordert. Mit dem wöchentlichen Aufwand von 24 Stunden habe
die Ausbildung insgesamt einem Aufwand von 60% einer Vollzeitbeschäftigung
entsprochen. Angesichts dieses zeitlichen Aufwands sei es ihm neben seiner
Arbeitsunfähigkeit nicht möglich gewesen, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und die
Beitragspflicht zu erfüllen. Zahlreiche Absolvierende würden während der Ausbildung
ihr Arbeitspensum teilweise erheblich reduzieren, da es nur auf diese Weise möglich
sei, die inhaltlich und zeitlich anspruchsvolle Ausbildung erfolgreich abzuschliessen.
Die zur Untermauerung dieser Behauptung beantragte Abklärung bei der Schule hat
ergeben, dass keine statistischen Daten zum Grad des Beschäftigungsumfangs der
Studierenden vorliegen. Ob diese neben der Ausbildung voll- oder teilzeitlich
erwerbstätig seien, richte sich unter anderem nach den individuellen fachlichen
Vorkenntnissen und der beruflichen Tätigkeit während der Ausbildung. Aus diesem
Grund gebe die Schule keine Empfehlung zum Beschäftigungsumfang ab (act. G 17).
Mit Blick auf seine mangelnden Vorkenntnisse und das Fehlen einer entsprechenden
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beruflichen Tätigkeit gibt der Beschwerdeführer an, er sei darauf angewiesen gewesen,
seine Restarbeitsfähigkeit für die Ausbildung einsetzen zu können (act. G 26).
3.3 Die Beschwerdegegnerin vertritt demgegenüber die Auffassung, es handle sich
bei der Rechtsagentenausbildung aufgrund des Unterrichtskonzepts um eine
berufsbegleitende Ausbildung. Wenn die Präsenzstunden auf Abend- und
Samstagsstunden fallen, sei es theoretisch denkbar, eine Vollzeittätigkeit auszuüben.
Demnach bedeute eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % nicht, dass überhaupt keine
Erwerbstätigkeit möglich sei. Gerade bei körperlichen Problemen sei eine intellektuelle
Tätigkeit nicht auszuschliessen. Es sei nicht ersichtlich, warum der Beschwerdeführer
nicht die Möglichkeit gehabt hätte, trotz Ausbildung und Behinderung einer
Teilzeitarbeit nachzugehen (act. G 5). Diesem Einwand der Beschwerdegegnerin, der
unter der Annahme einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % vorgebracht wird, ist
beizupflichten. Der Lehrgang hätte dank seines Ausbildungskonzepts die Kombination
mit einer Erwerbstätigkeit zugelassen. Es ist nicht nachvollziehbar, warum der
Beschwerdeführer dies verneint. Er räumt nämlich selber ein, neben der Ausbildung
und trotz der geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit über freie Kapazitäten verfügt zu
haben. Am 8. Mai 2007 erklärte er, in den vergangenen zwei Jahren unentgeltlich als
Rechtsberater tätig gewesen zu sein (act. G 5.1.7). Offensichtlich verfügte er über
disponible Zeit. Diese hätte er zur Ausübung einer teilzeitlichen Erwerbstätigkeit
einsetzen können, um innerhalb der zweijährigen Rahmenfrist die erforderliche
Beitragszeit zu erfüllen. Schliesslich vermag das Argument des Beschwerdeführers, er
sei unter anderem wegen mangelnder Vorkenntnisse auf den Einsatz seiner
Restarbeitsfähigkeit angewiesen gewesen, nicht zu überzeugen. Auch wenn seine
mehrjährige Studienzeit bereits Jahre zurückliegt, ist davon auszugehen, dass er als
ehemaliger Student der Rechtswissenschaften über konkrete Vorkenntnisse verfügt hat
(die zeitlichen Angaben zur Studienzeit variieren, vgl. act. G 19.5/23: 1990 bis 1994; IV-
act. 1.4/7: 1988 bis 1993). Nachdem die Schule keine Empfehlung zum Grad des
berufsbegleitenden Beschäftigungsumfangs und damit auch keine Richtschnur für den
Lernaufwand abgibt, erscheinen die zwölf Wochenstunden für das Selbststudium nicht
ausgewiesen. Zu beachten ist überdies, dass laut Rechtsprechung eine im
Selbststudium absolvierte Weiterbildung in der Regel aufgrund ungenügender
Überprüfbarkeit nicht als Befreiungsgrund anerkannt wird (ARV 2000 Nr. 28 S. 147 E.
2c). Vor allem aber kann der Berechnung des Beschwerdeführers, wonach er den
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geltend gemachten Ausbildungsaufwand mit 60 % einer Vollzeitbeschäftigung angibt,
nicht gefolgt werden. Er lässt ausser Acht, dass bei einer berufsbegleitenden
Ausbildung die Lerneinheiten notwendigerweise auf Zeiten ausserhalb der Arbeitszeit
gelegt werden müssen. In diesem Sinn wird von den Studierenden die Bereitschaft
vorausgesetzt, für Schulbesuch und individuelles Lernen ihre arbeitsfreie Zeit
einzusetzen. Daher geht es nicht an, dass sich der Beschwerdeführer bei der für die
Ausbildung erforderlichen Zeit ausschliesslich auf jene einer "Vollzeitbeschäftigung"
bezieht, welche die unterrichtsfreien Abende und Wochenenden unberücksichtigt lässt.
3.4 Nach dem Gesagten erscheint der geltend gemachte zeitliche Aufwand von 60 %
einer Vollzeitbeschäftigung für die berufsbegleitende Ausbildung nicht überwiegend
wahrscheinlich. Es wäre dem Beschwerdeführer selbst unter Annahme der
behaupteten Arbeitsunfähigkeit objektiv möglich und zumutbar gewesen, zumindest ein
Teilzeitarbeitsverhältnis von 20 % einzugehen. Da bereits damit die Beitragszeit erfüllt
werden kann (vgl. Nussbaumer, a.a.O., Rz 157 mit Hinweis auf BGE 127 V 478 E. 2b/
cc), ist demzufolge der geltend gemachte Befreiungsgrund der Ausbildung nicht kausal
für das Nichterfüllen der Beitragszeit. Die Beschwerdegegnerin hat den Anspruch des
Beschwerdeführers auf Arbeitslosenentschädigung ab dem 4. April 2007 somit zu
Recht verneint.
4.
Bei diesem Ergebnis kann offen bleiben, wie es sich mit dem Befreiungsgrund im Sinn
von Art. 14 Abs. 1 lit. b (Krankheit/Unfall) verhält. Angesichts des kürzlich erstellten
asim-Gutachtens (act. G 19) wäre von einer zusätzlichen medizinischen Abklärung
(act. G 11) ohnehin abzusehen. Das asim-Gutachten geht von einer Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers in einer leidensadaptierten Tätigkeit von 90 % aus. Obgleich
dieses Gutachten den Beginn der Arbeitsunfähigkeit von 10 % infolge verminderter
Gehfähigkeit für die Tätigkeit als Rechtsagent auf den 13. August 2008 festlegt,
beinhaltet es auch entsprechende Informationen für die Zeit davor. Diesem Gutachten
sind keine Angaben zu entnehmen, die für den Zeitraum vom 4. April 2005 bis 3. April
2007 eine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit von 50 % hinreichend belegen würden.
5.
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Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG