Decision ID: b0f98fb6-9ecf-45f3-8061-5c64a5622f88
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ stürzte am 20. Juni 2008 bei seiner Tätigkeit als Gerüstbauer aus einer
Höhe von drei Metern zu Boden und erlitt dabei eine Hirnerschütterung
(Schadenmeldung UVG vom 25. Juni 2008, IV-act. 14-13). Am 12. Mai 2009 meldete
sich der Versicherte auf Veranlassung der Suva zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-
act. 1; Fremdakten, Telefonnotiz vom 1. Mai 2009). Anlässlich des FI-Gesprächs vom
29. Mai 2009 berichtete der behandelnde Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine
Medizin FMH, gegenüber RAD-Arzt Dr. med. C._, Facharzt für Innere Medizin FMH,
der Versicherte leide an einer (funktionellen) Beinparese links bei Status nach Sturz auf
den Rücken am 20. Juni 2008, chronischen Kopfschmerzen vom Spannungstyp; einer
chronischen Hepatitis B (Erstdiagnose 2000), zurzeit inaktiv. In der bisherigen Tätigkeit
als Bauhilfsarbeiter sei der Versicherte durch die (funktionelle?) Lähmung des linken
Beins eingeschränkt. Da er auch nach einem Jahr immer noch an Stöcken gehe, sei er
zu 100% arbeitsunfähig. Angesichts diskrepanter neurologischer Befunde stehe eine
psychogene (Mit-)Ursache weit im Vordergrund (Protokoll vom 29. Mai/30. Juni 2009,
IV-act. 15). Der Eingliederungsverantwortliche hielt nach dem Assessmentgespräch
vom 10. November 2009 fest, der Versicherte fühle sich nicht arbeitsfähig und eine
Eingliederung sei nicht möglich (IV-act. 27-3). Daraufhin schloss die IV-Stelle die
Eingliederungsberatung ab (Mitteilung vom 5. März 2010, IV-act. 29).
A.b RAD-Arzt Dr. C._ schloss sich der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung im
Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 2. Februar 2010 an, in welcher der
Versicherte vom 23. November 2009 bis 26. Januar 2010 stationär behandelt wurde
(Fremdakten), und hielt den Versicherten für eine sitzende Tätigkeit uneingeschränkt
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arbeitsfähig (IV-act. 32). Ausgehend von dieser medizinischen Beurteilung ermittelte die
IV-Stelle einen 4%igen Invaliditätsgrad und wies das Rentengesuch des Versicherten
ab (Verfügung vom 16. Juni 2010, IV-act. 38).
A.c Am 13. Oktober 2011 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug
bei der IV-Stelle an (IV-act. 42 und 44). In der Aktennotiz vom 20. Oktober 2011 führte
RAD-Arzt Dr. C._ aus, aufgrund zweier psychiatrischer Kurzgutachten vom Dezember
2010 sowie August 2011, die im Auftrag der Krankentaggeldversicherung in Auftrag
gegeben worden seien, könne eine gesundheitliche Veränderung zumindest nicht
ausgeschlossen werden (IV-act. 47; zu den Gutachten von Dr. med. D._, Facharzt
FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 9. August 2011, und von Dr. med. dipl.-
psych. E._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 29. Dezember 2010,
worin der Versicherte für eine Tätigkeit in der freien Wirtschaft für nicht arbeitsfähig
gehalten wurde, siehe Fremdakten).
A.d Die im Psychiatrischen Zentrum F._ behandelnde Dr. med. G._, Fachärztin
für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 19. Januar 2012, der Versicherte
habe auf eigene Initiative mit einem Logistikzentrum Kontakt aufgenommen. Seine
Absicht sei es, seine in der alten Heimat erworbene Ausbildung zu nutzen und sich zum
Logistikfachmann ausbilden zu lassen. Am 8. Februar 2012 beginne die Ausbildung.
Für eine leichte körperliche Tätigkeit bescheinige sie ihm ab 1. März 2012 eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit (FI-Gesprächsprotokoll vom 19. Januar/7. Februar 2012, IV-act. 63).
Der zuständige Eingliederungsberater teilte dem Versicherten am 30. April 2012 mit,
mangels Unterlagen könne eine finanzielle Beteiligung an der Ausbildung zum
Logistikfachmann noch nicht geprüft werden (IV-act. 71-1; siehe auch die
Lehrgangsbestätigung vom 1. Mai 2012, IV-act. 75-5).
A.e Am 25. Mai 2012 stellte die IV-Stelle dem Versicherten einen Eingliederungsplan
zur Unterzeichnung zu mit dem Hinweis, die Zielvereinbarung sei verbindlich (IV-
act. 80; zum Eingliederungsplan siehe IV-act. 89). In der E-Mail vom 1. Juni 2012
orientierte der Eingliederungsberater den Versicherten, falls er den (unterzeichneten)
Eingliederungsplan sofort zurücksende, werde die IV-Stelle die angebotenen
Leistungen finanzieren. Falls er sich nicht an die Vereinbarung halte, würden die
Leistungen eingestellt (IV-act. 82). Unter Hinweis auf die Mitwirkungs- und
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Schadenminderungspflicht forderte die IV-Stelle den Versicherten auf, den
Eingliederungsplan bis spätestens am 15. Juni 2012 zu unterzeichnen und
einzureichen. Andernfalls werde sie aufgrund der Akten verfügen oder die Erhebungen
einstellen und Nichteintreten beschliessen (IV-act. 86). Mit Schreiben vom 15. Juni
2012 forderte die IV-Stelle den Versicherten erneut auf, den unterzeichneten
Eingliederungsplan bis 20. Juni 2012 einzureichen (IV-act. 91). Nachdem der
unterzeichnete Eingliederungsplan nicht eingetroffen war, schloss der
Eingliederungsverantwortliche den Fall ab (FI-Assessmentprotokoll vom 20. Juni 2012,
IV-act. 92). Der Versicherte erklärte am 22. Juni 2012 telefonisch, er sei mit den
Vorgaben im Eingliederungsplan, insbesondere mit dem darin vorgesehenen
Einsatzprogramm, nicht einverstanden und werde den Eingliederungsplan nicht
unterzeichnen (IV-act. 93).
A.f Am 6. Juli 2012 verfügte die IV-Stelle, auf das Leistungsbegehren um berufliche
Massnahmen/Rente werde nicht eingetreten, da sich der Versicherte den zumutbaren
Massnahmen weiterhin widersetze (IV-act. 97). Im Nachgang zur dagegen erhobenen
Beschwerde vom 21. August 2012 (IV-act. 103-2 ff.) widerrief die IV-Stelle den
angefochtenen Entscheid und stellte weitere Abklärungen in Aussicht (Verfügung vom
24. Oktober 2012, IV-act. 112; zu den Beweggründen des Widerrufs siehe die
Stellungnahme des Rechtsdiensts vom 16. Oktober 2012, IV-act. 110; zum
Abschreibungsbeschluss des Versicherungsgerichts vom 12. November 2012,
IV 2012/297, siehe IV-act. 114).
A.g In der Mitteilung vom 7. Januar 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten den
Abschluss der beruflichen Massnahmen mit, da solche nicht angezeigt seien (IV-
act. 119). Im Schreiben vom 4. April 2013 orientierte der Versicherte die IV-Stelle über
einen Arbeitsvertrag vom 11./20. Februar 2013 (Anstellung ab 1. März 2013 als
Allrounder/Magaziner, IV-act. 125) und ersuchte um nachträgliche Übernahme der
Kosten für die (abgeschlossene) Umschulung zum Logistikfachmann (IV-act. 124). Am
15. Juli 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, für
Frühinterventionsmassnahmen bestehe kein Rechtsanspruch. Eine nachträgliche
Kostenübernahme für die Ausbildung zum Logistikfachmann werde nicht gewährt. Da
eine weitere Unterstützung nicht gewünscht sei, würden die beruflichen Massnahmen
abgeschlossen (IV-act. 137). Der Versicherte ersuchte am 18. Juli 2013 um Erlass einer
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anfechtbaren Verfügung (IV-act. 138). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 19. Juli 2013, IV-act. 140; Einwand vom 24. Juli 2013, IV-act. 141)
verfügte die IV-Stelle am 15. August 2013: "Für Frühinterventionsmassnahmen besteht
kein Rechtsanspruch. Eine nachträgliche Kostenübernahme des Logistikfachmannes
wird nicht gewährt. Da eine weitere Unterstützung nicht gewünscht ist, werden die
beruflichen Massnahmen abgeschlossen" (IV-act. 142).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 15. August 2013 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 27. August 2013. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter
Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung. Es seien ihm (nachträglich)
berufliche Massnahmen zuzusprechen und auszurichten. Insbesondere seien ihm die
Kosten für die Ausbildung zum Logistikfachmann zu vergüten und es seien ihm
während des Lehrgangs die gesetzlichen Taggeldleistungen zuzusprechen und zu
entrichten. Eventualiter seien von der Beschwerdegegnerin medizinische Abklärungen
durchzuführen (act. G 1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 29. Oktober 2013 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung bringt sie im
Wesentlichen vor, eine für einen Umschulungsanspruch erforderliche erhebliche
invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse liege nicht vor (act. G 4).
B.c Der Beschwerdeführer hält in der Replik vom 21. November 2013 unverändert
an den Beschwerdeanträgen fest (act. G 9).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 11).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist, ob der
Beschwerdeführer Anspruch auf berufliche Massnahmen in Form von (nachträglichem)
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Kostenersatz und Taggeldleistungen für die abgeschlossene Ausbildung zum
Logistikfachmann (vgl. IV-act. 126) hat.
1.1 Nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) haben Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte Anspruch auf
Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen,
zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den Anspruch auf
die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Die Eingliederungsmassnahmen bestehen
unter anderem aus Massnahmen beruflicher Art, welche Berufsberatung, erstmalige
berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung und Kapitalhilfe umfassen
(Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG).
1.2 Gemäss Art. 17 Abs. 1 IVG besteht ein Anspruch auf eine Umschulung in eine
neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge der Invalidität notwendig ist und
dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder wesentlich verbessert
werden kann. Als Umschulung gelten Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach
Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer
Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur
Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen (Art. 6 Abs. 1 der
Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
1.3 Nebst anderer Voraussetzungen bedarf es für eine berufliche Umschulung der
invaliditätsbedingten Erwerbseinbusse von etwa 20%. Die leistungsspezifische
Lohneinbusse bei Versicherten mit oder ohne berufliche Ausbildung bestimmt sich
gemäss Rechtsprechung anhand eines Vergleichs des Valideneinkommens mit jenem
Einkommen, das die versicherte Person nach der Durchführung der medizinischen
Behandlung, hingegen ohne Eingliederungsmassnahmen, erzielen könnte, sofern ihr
eine zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage ohne (zusätzliche)
berufliche Ausbildung, somit auf dem Weg der Selbsteingliederung, offensteht. Die
Selbsteingliederung als Ausdruck der allgemeinen Schadenminderungspflicht geht
nicht nur dem Renten-, sondern auch dem gesetzlichen Eingliederungsanspruch vor
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(zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 10. August 2009, 9C_341/2009, E. 3 mit
Hinweisen). Von der Mindesterwerbseinbusse von rund 20% kann namentlich bei
jungen Versicherten mit entsprechend langer verbleibender Aktivitätsdauer abgewichen
werden, wenn es sich bei den ohne Umschulung zumutbaren angepassten Tätigkeiten
um unqualifizierte Hilfsarbeiten handelt, die im Vergleich zur erlernten Tätigkeit
qualitativ nicht als annähernd gleichwertig bezeichnet werden können (Urteil des
Bundesgerichts vom 29. Oktober 2014, 8C_559/2014, E. 3 mit Hinweisen; vgl. auch
Urteil des Bundesgerichts vom 31. Januar 2011, 9C_704/2010, E. 3.1 f.).
2
2.1 Der Bestimmung des Valideneinkommens ist der im Jahr 2007 vom
Beschwerdeführer erzielte Lohn von Fr. 62'273.-- (Fr. 7'523.-- + Fr. 54'750.--) zugrunde
zu legen (vgl. auch IV-act. 34). Angepasst an die bis 2012 eingetretene
Nominallohnentwicklung resultiert ein Valideneinkommen von Fr. 66'562.--
([Fr. 62'273.-- / 2047] x 2188).
2.2 In Nachachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (siehe vorstehende
E. 1.3) ist vorliegend bei der Bestimmung des Invalideneinkommens der statistische
Hilfsarbeiterlohn heranzuziehen. Weder die vom Beschwerdeführer geltend gemachte,
in seinem Heimatland in den Jahren "1985" bis "1999" mit Diplom absolvierte
berufliche Ausbildung im technischen Bereich (IV-act. 42-4 und IV-act. 51-2) noch die
in der Schweiz jahrelang ausgeübten Tätigkeiten u.a. als (ungelernter) Gerüstbauer (IV-
act. 14; siehe auch den Lebenslauf des Beschwerdeführers in IV-act. 71-6) lassen den
Verweis auf eine Hilfsarbeitertätigkeit als nicht qualitativ annähernd gleichwertig und im
Rahmen der Selbsteingliederungspflicht als unzumutbar erscheinen (vgl. zum Abstellen
auf den Hilfsarbeiterlohn Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit
1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 10. November
2005, I 210/05, E. 3.4 und des Bundesgerichts vom 19. März 2010, 9C_125/2009,
E. 4.4). Der statistische Hilfsarbeiterlohn beträgt im Jahr 2012 für Männer Fr. 65'177.--
(vgl. Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2015). Der
Beschwerdeführer war gemäss eigenen Angaben seit April 2012 wieder für eine
leidensangepasste Tätigkeit 100% arbeitsfähig (IV-act. 92-6, Eintrag vom 23. Mai
2012). Damit ist die Beurteilung im Assessmentgesprächsprotokoll vom 7. Februar
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2012 vereinbar, worin eine steigerbare 50%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten festgehalten wurde (IV-act. 62-1; zur zuversichtlichen Prognose von
Dr. G._ vom 19. Januar 2012 siehe IV-act. 63-2 und zur bis 31. März 2012
bescheinigten 50%igen Arbeitsunfähigkeit IV-act. 67-4; vgl. auch IV-act. 67-6). Es kann
damit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der
Beschwerdeführer nach der Durchführung medizinischer Massnahmen wieder über
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten verfügt hat. Weder aus
den Akten noch aus der Beschwerde ergeben sich Anhaltspunkte, welche dagegen
oder für eine seither eingetretene gesundheitliche Verschlechterung sprechen. Für eine
100%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten spricht sodann, dass aus
der Bewerbung für eine Spenglertätigkeit keine Leistungseinschränkung hervorgeht (IV-
act. 71-5) und der Beschwerdeführer seit 1. März 2013 wieder vollzeitlich einer
Erwerbstätigkeit nachgeht (IV-act. 125). Abgesehen vom eingeschränkten Spektrum
(leichte körperliche Tätigkeiten, IV-act. 92-6, IV-act. 63-2 und IV-act. 62-1) bestehen
keine weiteren Aspekte, die einen Tabellenlohnabzug rechtfertigen, weshalb ein Abzug
von höchstens 10% gerechtfertigt erscheint. Ausgehend von einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten und einem 10%igen
Tabellenlohnabzug resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 58'659.-- (Fr. 65'177.--
x 0,9).
2.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 66'562.-- und einem Invalideneinkommen
von Fr. 58'659.-- ergibt sich eine Erwerbseinbusse von Fr. 7'903.-- (Fr. 66'562.-- -
Fr. 58'659.--) bzw. von aufgerundet 12% ([Fr. 7'903.-- / Fr. 66'562.--] x 100). Vor
diesem Hintergrund besteht kein Anspruch auf berufliche Massnahmen und die diese
begleitenden Taggeldleistungen (vgl. hierzu Urteil des Bundesgerichts vom
14. September 2011, 9C_231/2011, E. 3.3).
3.
Der Beschwerdeführer hat die Ausbildung zum Logistikfachmann auf eigene Initiative
und ohne bis dahin ergangene vertrauensbegründende Auskunft begonnen und
absolviert (IV-act. 63-1 und 124-1; vgl. auch IV-act. 88-1). Daher kann offen bleiben, ob
die erst in der Verfügung vom 15. August 2013 enthaltene Aussage der
Beschwerdegegnerin, sie wäre bereit gewesen, die Kosten für den Logistikfachmann
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im Juni 2012 im Rahmen der Frühintervention zu übernehmen (siehe Replik, act. G 9,
Rz 4), eine bedingungslose, vertrauensbegründende Zusage für eine Kostenübernahme
darstellt. Denn selbst wenn dies bejaht würde, fehlt es an einem Kausalzusammenhang
zwischen der aufgenommenen (inzwischen abgeschlossenen) Ausbildung und der erst
später gemachten Aussage der Beschwerdegegnerin. Unter diesen Umständen
erübrigt sich eine nähere Prüfung der Voraussetzungen des Vertrauensschutzes (siehe
hierzu BGE 131 V 480 E. 5), zumal der rechtskundig vertretene Beschwerdeführer nicht
darlegt, diese seien erfüllt.
4.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie
vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der von ihm geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat der
Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.