Decision ID: db90bd27-ed0c-4f9e-abdd-aa25f906c54f
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Rekurrentin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. August W. Stolz, Neugasse 7, 9620 Lichtensteig,
gegen
avanex Versicherungen AG Recht, Postfach, 8081 Zürich Helsana,
Vorinstanz,
betreffend
Versicherungsleistungen
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Sachverhalt:
A.
A._ ist bei der Avanex Versicherungen AG (nachfolgend: Avanex) obligatorisch
krankenpflegeversichert (act. G 3.1). Mittels des Meldeformulars "Erhebung über
Erkrankungen oder Unfälle während eines Auslandaufenthalts" informierte die
Versicherte die Avanex am 27. Dezember 2011, dass sie am 5. Oktober 2011 während
eines Auslandaufenthalts in B._ erkrankt sei. Sie habe unter Erbrechen, Fieber und
Schmerzen am ganzen Körper gelitten und habe sich bei Dr. med. C._, in
Behandlung begeben. Vor dem Auslandaufenthalt sei sie wegen Hüftschmerzen bei
Dr. med. D._ in Behandlung gewesen (act. G 3.4). Die Versicherte legte dem
Meldeformular eine Rechnung von Dr. C._ vom 28. Oktober 2011, lautend auf einen
Gesamtbetrag von € 2'886.49 (ärztliche Konsultationen und Laboruntersuchungen vom
5. bis 28. Oktober 2011, verschiedene Medikamente, Physiotherapie), sowie einen
Bericht von Dr. C._ betreffend Untersuchungen und Behandlungen vom 5. und 18.
Oktober 2011 bei. Ein ebenfalls eingereichter Bericht vom 28. Oktober 2011
dokumentiert Laborergebnisse vom 23. und 28. Oktober 2011 (act. G 3.3). Mit
Schreiben vom 12. Januar 2012 lehnte die Avanex die Kostenübernahme für die
Behandlung der Versicherten bei Dr. C._ in B._ mit der Begründung ab, dass der
Preis der verrechneten Vancomycin-Ampullen (€ 87.--) nicht dem ortsüblichen Tarif
entsprechen würde. Laut Auskunft von Dr. C._ beziehe er die Ampullen in E._. Auf
Nachfrage in einer Apotheke habe diese bestätigt, dass der ortsübliche Tarif einer
Vancomycin-Ampulle bei ca. € 12.-- liege. Bei der Rechnung von Dr. C._ müsse
demzufolge von einer Gefälligkeitsrechnung ausgegangen werden (act. G 3.5). Auf die
Mitteilung der Rechtsschutzversicherung der Versicherten, der Assista TCS AG, St.
Gallen, vom 11. April 2012, sie sei mit der Leistungsablehnung nicht einverstanden (act.
G 3.6), antwortete die Avanex mit Schreiben vom 23. April 2012, sie werde die
Sachlage erneut prüfen (act. G 3.7). Mit Schreiben vom 27. August 2012 liess sich der
neue Rechtsvertreter der Versicherten, Rechtsanwalt Dr. iur. A. W. Stolz, Lichtensteig,
zur Leistungsablehnung vernehmen (act. G 3.10) und legte einen Arztbericht von
Dr. D._ vom 21. Mai 2012 (act. G 3.8) sowie einen Bericht des Kantonsspitals
St. Gallen (KSSG), Departement Innere Medizin/Rheumatologie/Rehabilitation, vom
13. August 2012 betreffend eine Hospitalisation der Versicherten vom 2. bis 11. August
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2012 (act. G 3.9) bei. Nachdem die Avanex die Angelegenheit ihrem Vertrauensarzt,
Dr. med. F._, vorgelegt hatte (act. G 3.11), erliess sie am 24. September 2012 eine
ablehnende Verfügung. Die Behandlungen bei Dr. C._ vom 5. bis 28. Oktober 2011
im Betrag von € 2'886.49 würden mangels Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und
Wirtschaftlichkeit keine Pflichtleistung nach dem Bundesgesetz über die
Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) darstellen (act. G 3.15).
B.
Die gegen diese Verfügung am 15. Oktober 2012 erhobene Einsprache (act. G 3.16),
wies die Krankenkasse mit Einspracheentscheid vom 13. November 2012 ab (act. G
3.18).
C.
C.a Mit Eingabe vom 14. Dezember 2012 liess die Versicherte durch ihren
Rechtsvertreter Beschwerde erheben mit dem Antrag, der Einspracheentscheid vom
13. November 2012 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten,
der Beschwerdeführerin die Kosten in Höhe von € 2'886.49 zu vergüten, die ihr
während ihres Aufenthalts in B._ für notwendige medizinische Behandlungen wegen
akut aufgetretener gesundheitlicher Beschwerden entstanden seien; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 7. Januar 2013 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
C.c Mit Replik vom 6. Februar 2013 (act. G 6) und Duplik vom 5. März 2013
bestätigten die Parteien ihre Standpunkte. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
legte zusammen mit der Replik eine Physiotherapieverordnung von Dr. C._ vor (act.
G 6.1).
C.d Auf die weiteren Begründungen und Ausführungen in den einzelnen
Rechtsschriften bzw. medizinischen Akten wird, soweit erforderlich, in den

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
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1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin im Rahmen der obligatorischen
Krankenpflegeversicherung die Kosten für die Untersuchungen und Behandlungen der
Beschwerdeführerin durch Dr. C._ in B._ vom 5. bis 28. Oktober 2011 im
Gesamtbetrag von € 2'886.49 zu übernehmen hat.
2.
Art. 25 Abs. 1 KVG bestimmt, dass die obligatorische Krankenpflegeversicherung die
Kosten für die Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit und ihrer
Folgen dienen, übernimmt. Art. 25 Abs. 2 KVG enthält einen Katalog von Leistungen,
die unter die Übernahmepflicht der Krankenversicherer fallen. Als Pflichtleistung
aufgeführt sind unter anderem die von Ärzten oder Ärztinnen ambulant durchgeführten
Untersuchungen, Behandlungen und Pflegemassnahmen (Abs. 2 lit. a Ziff. 1) und auch
die ärztlich verordneten Arzneimittel (Abs. 2 lit. b). Art. 34 Abs. 1 KVG schreibt vor, dass
die Versicherer im Rahmen der obligatorischen Krankenversicherung keine anderen
Kosten als diejenigen für die Leistungen nach den Artikeln 25 bis 33 KVG übernehmen
dürfen. Die in Art. 25 bis 31 KVG erwähnten Leistungen müssen wirksam, zweckmässig
und wirtschaftlich sein, wobei die Wirksamkeit nach wissenschaftlichen Methoden
nachgewiesen sein muss (vgl. Art. 32 Abs. 1 KVG).
3.
Laut Angaben der Beschwerdeführerin im Meldeformular "Erhebung über
Erkrankungen oder Unfälle während eines Auslandaufenthalts" vom 27. Dezember
2011 suchte die Beschwerdeführern am 5. Oktober 2011 Dr. C._ wegen Erbrechen,
Fieber sowie Schmerzen am ganzen Körper, unter anderem an der Hüfte, auf. Am 18.
Oktober 2011 folgte eine weitere Konsultation. Ausgewiesen sind sodann zwei
Laborbefunde vom 23. und 28. Oktober 2011 (act. G 3.3). Dr. C._ stellte am 5.
Oktober 2011 die Diagnose einer Colicae abdominalis; Inflamatio tracti biliaris gravis
mit/bei Cholelithiasis suspecta, Myoma uteri permagna (11 cm), Coxartrosis incipiens
lateris daxter, Sy. L-s; Dyscopathia L4-L5; L5-S1, Hypertonio arterialis, Vegetationes
(trombus?) pendulans ventrikuli sin. suspecta sowie Vegetationes valvulae tricuspidalis
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suspecta und verordnete der Beschwerdeführerin verschiedene Medikamente sowie
eine Physiotherapie (act. G 3.3). Mit Einspracheentscheid vom 13. November 2012 (act.
G 3.18) lehnte die Beschwerdegegnerin die Kostenübernahme der gesamten Rechnung
von Dr. C._ vom 28. Oktober 2011 in Höhe von € 2'886.49 (act. G 3.3) mit der
Begründung ab, hinsichtlich sämtlicher Behandlungen bei Dr. C._ seien die
Voraussetzungen der Kostenübernahme gemäss Art. 32 Abs. 1 KVG bzw. die Kriterien
Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit nicht erfüllt. In der
Beschwerdeantwort vom 7. Januar 2013 (act. G 3) sowie der Duplik vom 5. März 2013
(act. G 8) hielt sie an ihrer Argumentation fest. Bezüglich der Physiotherapie fügte die
Beschwerdegegnerin in der Duplik hinzu, dass eine solche Behandlung im Ausland nur
dann von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung übernommen werde, wenn es
sich um eine notwendige medizinische bzw. notfallmässige Behandlung handle. Eine
solche Situation habe bei der Beschwerdeführerin nicht vorgelegen. Wie die
nachfolgenden Erwägungen zeigen, war die Beschwerdegegnerin unter diesem
Gesichtspunkt berechtigt, die Übernahme der gesamten streitigen Untersuchungs- und
Behandlungskosten bei Dr. C._ von € 2'886.49 abzulehnen.
4.
Für das KVG gilt das Territorialitätsprinzip, d.h. die Versicherer müssen nur die Kosten
jener Leistungen übernehmen, die in der Schweiz erbracht werden. Für ausserhalb der
Schweiz behandelte Leiden bzw. Auslandbehandlungen haben die Krankenkassen
keine Leistungen zu erbringen, und dies selbst dann nicht, wenn die versicherte Person
im Ausland krank geworden ist (Alfred Maurer, Das neue Krankenversicherungsrecht,
Basel 1996, S. 55; RKUV 1987 Nr. K 741 S. 266). Eine Ausnahme vom
Territorialitätsprinzip setzt gemäss Art. 34 Abs. 2 KVG in Verbindung mit Art. 36 KVV
den Nachweis voraus, dass ein Notfall vorliegt (Art. 36 Abs. 2 KVV) oder die - vom
allgemeinen Leistungskatalog gemäss Art. 25 Abs. 2 KVG erfasste - medizinische
Behandlung in der Schweiz nicht erbracht werden kann (Art. 36 Abs. 1 KVV).
Ausnahmen vom Territorialitätsprinzip gemäss Art. 34 Abs. 2 KVG in Verbindung mit
Art. 36 Abs. 1 KVV gilt es in Bezug auf den vorliegenden Fall zu verneinen. Offenkundig
ist und als unbestritten hat zu gelten, dass die von der Beschwerdeführerin im Ausland
durchgeführten Untersuchungen und Behandlungen auch in der Schweiz hätten
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erbracht werden können. Zu prüfen ist hingegen, ob die fraglichen Untersuchungen
und Behandlungen aufgrund einer Notfallsituation erfolgt sind.
5.
5.1 Ein Notfall liegt vor, wenn Versicherte bei einem vorübergehenden
Auslandaufenthalt einer medizinischen Behandlung bedürfen und eine Rückreise in die
Schweiz nicht angemessen ist. Kein Notfall besteht, wenn sich Versicherte zum Zweck
dieser Behandlung ins Ausland begeben (Art. 36 Abs. 2 3. Satz KVV). Der Notfall
umfasst damit zwei Komponenten: die Unaufschiebbarkeit medizinischer Hilfe sowie
die Unmöglichkeit oder Unangemessenheit der Rückkehr in die Schweiz (vgl. dazu
RKUV 2002 Nr. KV 231 S. 475 [K 128/01]; Gebhard Eugster, Krankenversicherung,
Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, Hrsg. Ulrich
Meyer, 2. Aufl. Basel 2007, S. 560 Rz 477). Als Notfälle gelten beispielsweise
Gesundheitssituationen mit drohender Lebensgefahr oder der Gefahr bleibender
Krankheitsfolgen. Der Begründung des Einspracheentscheids sowie den Ausführungen
in der Beschwerdeantwort und der Duplik ist, wie bereits erwähnt, nicht zu entnehmen,
inwiefern die Beschwerdegegnerin den Notfallcharakter der von Dr. C._
durchgeführten Untersuchungen und Behandlungen - insbesondere der verordneten
Medikamente - in Frage stellt. Auch die Beurteilung von Dr. F._ vom 3. September
2012 (act. G 3.11) enthält dazu keine Ausführungen.
5.2 Laut medizinischen Akten (act. G 3.8, G 3.11; vgl. dazu nachfolgende Erwägung
5.4) litt die Beschwerdeführerin zwar vor ihrem Aufenthalt in B._ immer wieder unter
Bauchschmerzen und Durchfall sowie altbekannt unter einem rheumatologischen
Leiden, doch darf davon ausgegangen werden, dass sie sich nicht zum Zwecke der
Behandlung ins Ausland begeben hat, sondern dass bei ihr während des Aufenthalts
zum Besuch der erkrankten Mutter erneut akute, behandlungsbedürftige Beschwerden
- Erbrechen, Fieber sowie Schmerzen am ganzen Körper, unter anderem an der Hüfte -
auftraten, die Anlass zur Konsultation vom 5. Oktober 2011 bei Dr. C._ bildeten. Fest
steht damit, dass der Bedarf einer medizinischen Behandlung bei der
Beschwerdeführerin während ihres vorübergehenden Aufenthalts in B._ aufgetreten
ist. Dr. C._ stellte anlässlich der Konsultation am 5. Oktober 2011 die in Erwägung 3
angeführten Diagnosen. Es ist nachvollziehbar, dass sich die Beschwerdeführerin beim
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Auftreten der obgenannten Beschwerden für eine erste Untersuchung und eventuelle
Verschreibung eines Medikaments an einen Arzt vor Ort gewendet hat.
5.3 Zu prüfen bleibt mithin, ob im Hinblick auf die erforderliche Behandlung eine
Rückreise in die Schweiz angemessen gewesen wäre. Die Angemessenheit der
Rückreise beurteilt sich nach den gesamten Umständen des einzelnen Falls (Urteil des
Bundesgerichts vom 29. Juli 2011, 9C_1009/2010, E. 2.3; Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 23. August 2002, K 7/02, E. 4). Dazu gehören die medizinische
Zumutbarkeit der Rückreise, die Kosten der Rückreise im Verhältnis zu den
Behandlungskosten, aber auch die Prüfung, ob die Behandlung in der Schweiz möglich
gewesen wäre oder ob die Rückkehr eine Verzögerung der Behandlung und dadurch
eine Verschlechterung des Gesundheitszustands nach sich gezogen hätte (SVR 2010
KV Nr. 18 [9C_35/2010] S. 70 E. 3; Urteil des EVG vom 8. April 2005, K 69/04, E. 2).
5.4 Die Angemessenheit der Rückreise beurteilt sich zunächst nach den in B._
aufgetretenen gesundheitlichen Störungen der Beschwerdeführerin sowie ihrer
Anamnese. Die von Dr. C._ am 5. Oktober 2011 gestellten Begleitdiagnosen
Cholelithiasis, Vegetationes (trombus?) pendulans ventrikuli sin. sowie Vegetationes
valvulae tricuspidalis enthalten den Zusatz "suspecta", womit ausgedrückt wird, dass
es sich bei den fraglichen Krankheiten lediglich um Annahmen bzw.
Verdachtsdiagnosen handelt. Die entsprechenden diagnostischen Untersuchungen,
konkret die Herz- und Abdomenuntersuchungen - Elektrokardiogramm (EKG),
Echokardiographie sowie Sonographie des Abdomens - zeigten normale Befunde.
Auch die verschiedenen Laborwerte wurden von Dr. C._ als normal bezeichnet und
zeigten offensichtlich insbesondere keine erhöhten Entzündungswerte. Laut dem
Kurzaustrittsbericht vom 10. Februar 2009 war die Beschwerdeführerin bereits vom
7. bis 10. Februar 2009 im Spital G._ hospitalisiert, wo unter anderem die Diagnose
hypertensive Herzkrankheit sowie unklare postprandiale Bauchschmerzen gestellt
wurden. Aufgrund der Echokardiographie wurde eine beginnende hypertensive
Kardiopathie mit diastolischer Relaxationsstörung festgehalten und die Gastroskopie
zeigte einen Normalbefund. Die Beschwerdeführerin wurde mit einem
blutverdünnenden Medikament, Medikamenten gegen Bluthochdruck sowie einem
Magenmedikament behandelt (act. G 1.4). Auch dem Arztbericht von Dr. D._ vom 25.
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Mai 2012 (act. G 3.8) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin vor dem
Aufenthalt in B._ immer wieder unter Bauchschmerzen und Durchfall litt. Als
Diagnose führte Dr. D._ zunächst ein Colon irritabile (Januar 2011) als
Verdachtsdiagnose auf und hielt fest, dass die Beschwerdeführerin wegen der
Bauchschmerzen und dem Durchfall bereits zweimal (Dezember 2010 und Juli 2011)
bei Dr. H._ Facharzt FMH für Gastroenterologie und Innere Medizin, abgeklärt
worden sei. Laut Bericht des KSSG vom 13. August 2012 umfasste diese Abklärung
eine Ileokoloskopie/Gastroskopie, eine Sonographie sowie eine Sprue-Serologie, wobei
alle Untersuchungsergebnisse ohne Befund blieben (act. G 3.9). Laut Ausführungen
von Dr. D._ wurde die Beschwerdeführerin im Januar 2011 mit Novalgin und
Spasmogranulase behandelt (act. G 3.8). Auch nach dem Aufenthalt in B._ erfolgte
am 2. August 2012 eine Hospitalisation im KSSG "bei seit Jahren bestehenden, aktuell
wieder exazerbierten Schmerzen im Oberbauch sowie thorakal, im Nacken und LWS-
Bereich" (vgl. act. G 3.9). Laut Bericht des KSSG vom 13. August 2012 wurde erneut
eine Abdomensonographie veranlasst, welche bis auf eine vorbekannte Steatosis
hepatis Grad II und einen Verdacht auf Uterus myomatosus unauffällig ausgefallen sei.
Bei bereits erfolgter umfassender Abklärung bei Dr. H._ habe man den Verdacht auf
ein Colon irritable bzw. funktionelle Beschwerden im Rahmen Dg 1 gestellt und
probatorisch Flatulex verabreicht. Die ebenfalls durchgeführte Echokardiographie
präsentierte einen konzentrisch hypertrophen linken Ventrikel mit normaler LVEF. Wie
bereits im Februar 2009 im Spital G._ zeigte sich eine diastolische Dysfunktion Grad I
(Relaxationsstörung).
5.5 Gestützt auf die Ausführungen in Erwägung 5.4 kann nicht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als nachgewiesen gelten, dass die
Beschwerdeführerin vom medizinischen Standpunkt aus reiseunfähig gewesen wäre.
Selbst mit Blick auf den Umstand, dass solche, bereits früher bei der
Beschwerdeführerin wiederholt aufgetretene gesundheitliche Störungen, in B._
wieder akut auftraten, kann davon nicht ausgegangen werden. Auch die bei der
Erstkonsultation von Dr. C._ am 5. Oktober 2011 geklagten Beschwerden -
Erbrechen, Fieber sowie Schmerzen am ganzen Körper, unter anderem an der Hüfte -
lassen keine andere Beurteilung zu. Diese sind zweifelsohne als unangenehm zu
bezeichnen, vermögen jedoch erfahrungsgemäss im Regelfall keine Reiseunfähigkeit
bzw. die Unzumutbarkeit einer Reise zu verursachen. Dass diese Beurteilung auch im
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konkreten Fall zu gelten hat, lässt sich zudem daraus ableiten, dass die
Beschwerdeführerin immerhin vom 5. bis 18. Oktober 2011 keine ärztliche Behandlung
mehr beanspruchen musste. Argumente bezüglich der Kosten der Rückreise wären
sodann unbegründet, da angenommen werden kann, dass die Beschwerdeführerin mit
dem eigenen Auto unterwegs war, womit die Reisekosten sicher tragbar gewesen
wären. Auch eine Rückreise mit dem Bus oder dem Flugzeug hätte maximal einige
€ 100.-- gekostet. Laut Angaben in der Beschwerde vom 14. Dezember 2012 (act. G 1)
sowie im Meldeformular "Erhebung über Erkrankungen oder Unfälle während eines
Auslandaufenthalts" vom 27. Dezember 2011 (act. G 3.4) befand sich die
Beschwerdeführerin für einen privaten und zeitlich begrenzten, d.h. einmonatigen
Besuch bei ihrer kranken Mutter in B._. Auch diese Sachlage lässt eine Rückkehr in
die Schweiz als angemessen erscheinen. Zwar wäre es durchaus zu respektieren,
wenn die Beschwerdeführerin die ganze vorgesehene Zeit unabhängig von ihrer
gesundheitlichen Befindlichkeit in B._ verbringen wollte und daher eine Rückkehr in
die Schweiz gar nicht in Erwägung gezogen hat. Eine solche Situation vermag jedoch
nicht die Notfallmässigkeit einer Behandlung, wie sie hier zur Diskussion steht, zu
begründen. Dass die Beschwerdeführerin - wie von ihrem Rechtsvertreter in der
Beschwerde geltend gemacht - mit einem Krankentransport in die Schweiz hätte
zurückgebracht werden müssen, lässt sich bei den geltend gemachten
Beeinträchtigungen nicht nachvollziehen. Immerhin war es ihr ja auch möglich, vom Ort
ihrer Erkrankung 30 km zum nächsten Arzt zu reisen. Es darf sodann - wie bereits
festgehalten - ohne weiteres angenommen werden, dass die von Dr. C._
durchgeführten diagnostischen Untersuchungen, konkret die Herz- und
Abdomenuntersuchungen - Elektrokardiogramm (EKG), Echokardiographie sowie
Sonographie der Abdomen - sowie die Laboruntersuchungen, aber auch die
verordneten Behandlungen in der Schweiz möglich gewesen wären. Dies zumal vor
dem Aufenthalt bereits solche Untersuchungen durchgeführt und verschiedene, als
medizinisch indiziert erachtete Medikamente verordnet worden sind. Es ist sodann
nicht anzunehmen, dass bei den zur Diskussion stehenden Krankheiten die
rückreisebedingte Verzögerung der Behandlung eine Verschlechterung des
Gesundheitszustands nach sich gezogen hätte (vgl. Erwägung 5.4). Dies ergibt sich
wiederum daraus, dass die Beschwerdeführerin nach der Erstkonsultation am 5.
Oktober 2011 während zweier Wochen keiner weiteren ärztlichen Behandlung mehr
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bedurfte. Nachdem die Beschwerdeführerin laut medizinischen Akten vor ihrem
Aufenthalt in B._ immer wieder unter Bauchschmerzen und Durchfall sowie
altbekannt unter einem rheumatologischen Leiden litt (vgl. dazu act. G 3.8, G 3.11),
durfte selbst sie nicht von einem Notfall ausgehen. Ganz abgesehen davon wäre es der
Beschwerdeführerin bei ihrer Anamnese ohne weiteres zumutbar gewesen,
Medikamente gegen Fieber, Übelkeit und Schmerzen aus der Schweiz mit auf die
Reise zu nehmen, welche es ihr ermöglicht hätten, die durch die Rückreise allenfalls
entstehende kurze Verzögerung ohne grössere Schwierigkeiten zu bewältigen.
5.6 Insgesamt ist damit festzustellen, dass der Notfallcharakter hinsichtlich der
Konsultationen von Dr. C._ sowie der von ihm durchgeführten Untersuchungen und
Behandlungen zu verneinen ist, womit die dadurch entstandenen Kosten in der Höhe
von insgesamt € 2'886.49 nicht von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu
übernehmen sind.
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind gemäss Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) keine zu erheben.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39