Decision ID: cb93db19-d7f0-5b9c-be04-1c070a33fa6d
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1953 geborene X._ hat keinen Beruf erlernt und war zuletzt von 1992 bis im Jahr 2010 mit einem Pensum von 100 % als Data & Document Specialist für die Y._ tätig. Am 30. November 2011, eingegangen am 2. Dezember 2011, meldete sie sich unter Hinweis auf Rücken-, Hüft-, Bein-, Kopf- und Nackenschmerzen, Depression, Schlaflosigkeit, Nervosität sowie eine arterielle Hypertonie bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leis
tungsbezug an (Urk. 8/2-3, Urk. 8/19/1, Urk. 8/19/3). Die Sozialversicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte Abklärungen in medizinischer sowie in erwerblicher Hinsicht, wobei sie namentlich das Gutachten von Dr. med. Z._, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie
, vom 24. April 2012 einholte (Urk. 8/31). Gestützt darauf stellte sie der Ver
sicherten mit Vorbescheid vom 11. Juli 2012 die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente mit Wirkung ab 1. Juni 2012 in Aussicht (Urk. 8/35). Dagegen erhob die Pensionskasse der Y._ am 12. Juli 2012 (Urk. 8/38), ergänzt am 20. August 2012 (Urk. 8/42), Einwand. Daraufhin erliess die IV-Stelle den Vorbescheid vom 11. Juli 2012 ersetzenden Vorbescheid vom 5. November 2013, mit welchem sie der Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht stellte (Urk. 8/49). Gegen diesen Vorbescheid erhob die Versicherte am 4. Dezember 2013 unter Beilage eines Arztberichts Einwand (Urk. 8/53-54). Im weiteren Verlauf nahm die IV-Stelle zusätzliche medizinische Berichte zu den Akten (Urk. 8/60, Urk. 8/66, Urk. 8/71) und holte das polydisziplinäre Gut
achten des A._ vom 12. August 2015 ein (Urk. 8/84). Mit Vorbescheid vom 10. November 2015 stellte sie der Ver
sicherten erneut die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 8/91). Dagegen erhob die Versicherte am 5. Dezember 2015 unter Beilage eines aktu
ellen Arztberichts (Urk. 8/98) Einwand (Urk. 8/102). Sodann reichte sie mit Ein
gabe vom 8. Januar 2016 (Urk. 8/110) einen weiteren Arztbericht ein (Urk. 8/109). Am 25. Januar 2016 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (Urk. 8/112 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 25. Januar 2016 erhob die Versicherte am 28. Februar 2016 Beschwerde mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. In prozessu
aler Hinsicht ersuchte sie um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1 S. 1). Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 23. März 2016 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7). Mit Gerichtsverfügung vom 5. April 2016 wurde der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zur Kenntnis gebracht sowie die unentgeltliche Prozessführung gewährt (Urk. 12). Mit Eingabe vom 3. Juni 2016 (Urk. 14) reichte die Beschwerdeführerin einen weiteren Arztbericht ein (Urk. 15). Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 21. Juni 2016 auf eine Stellungnahme dazu (Urk. 17), was der Beschwerdeführerin wiederum mitgeteilt wurde (Urk. 18). Mit Gerichtsverfügung vom 11. August 2017 wurde die Pensionskasse der Y._ zum Prozess beige
-laden (Urk. 19). Mit Eingabe vom 21. August 2017 (Urk. 20) samt Beilagen (Urk. 21/1-4) liess sie sich vernehmen. Darüber wurden die anderen Verfahrens
beteiligten am 23. August 2017 orientiert (Urk. 22).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krank
heitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezem
ber 2015
,
E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015
,
E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5,
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015
,
E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15, E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016
,
E. 4.1).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe
richtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt, gemäss ihren Abklärungen lägen insgesamt lediglich nicht schwer ausgeprägte psychiatrische Diagnosen vor, welche nicht invalidisierend seien. Aus orthopädischer Sicht sei der Beschwerdeführerin eine angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar, wobei unter Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 10 % ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 36 % resultiere (Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin wandte dagegen ein, auf das A._-Gutachten könne man
gels Neutralität und mangels gebührender Sorgfalt nicht abgestellt werden (Urk. 1 S. 3). Sie verwies auf die Angaben der sie behandelnden Ärzte sowie der Vorgutachterin Dr. Z._ (Urk. 1 S. 3-4). Ferner machte sie geltend, eine all
fällige Restarbeitsfähigkeit könne sie aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters nicht verwerten (Urk. 1 S. 4). Eventualiter sei ein Leidensabzug von 25 % vor
zunehmen (Urk. 1 S. 5).
2.3
Die Beigeladene hielt in ihrer Stellungnahme im Wesentlichen fest, die Beschwer
deführerin sei beim Austritt aus der Y._ und somit der Pensionskasse der Y._ nicht arbeitsunfähig gewesen. Im Übrigen sei kein Einkommensver
gleich, sondern ein Betätigungsvergleich für Nichterwerbstätige durchzuführen, da die Beschwerdeführerin sich erst nach ihrer freiwilligen vorzeitigen und vol
len Pensionierung bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung angemeldet habe (Urk. 20).
3.
3.1
Dr. med. B._, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie
, berichtete am 5. Januar 2012, die Beschwerdeführerin habe sich vom 23. Juni bis am 26. August 2010 und hernach erneut seit dem 6. Juli 2011 in ihrer ambulanten Behandlung befunden (Urk. 8/17/1). Sie diagnostizierte eine Schmerzstörung mit depressiver Symptomatik (ICD-10: F54), wobei von circa Juni bis circa September 2010 eine schwere depressive Episode vorgelegen habe (ICD-10: F33.2) und gegenwärtig eine leichte bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F33.11) vorliege. Ferner bestünden Abnützungserscheinungen an verschie
denen Gelenken, welche wegen starker Schmerzen und Steifigkeit zu einer star
ken Minderung der Lebensqualität führen und die depressive Entwicklung beeinflussen würden (Urk. 8/17/1). Dr. B._ gab an, die Beschwerdeführerin sei mindestens von Juni 2010 bis am 23. Dezember 2011 in der freien Wirtschaft als Raumpflegerin voll arbeitsunfähig gewesen und seither weiterhin zu min
destens 80 % arbeitsunfähig. Für leichte Haushaltsarbeiten sei sie voll arbeits
fähig (Urk. 8/17/1, Urk. 8/17/3).
3.2
Dr. med. C._, Facharzt für Rheumatologie, berichtete am 9. Januar 2012, mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit lägen chronisch thorakale und thorakolumbale Rückenschmerzen sowie vordere Kniegelenksschmerzen vor (Urk. 8/18/2). Er hielt fest, er habe keine Arbeitsunfähigkeiten attestiert (Urk. 8/18/3-4).
3.3
Dr. Z._ erstattete ihr psychiatrisches Gutachten über die Beschwerde
führe
rin am 24. April 2012. Sie diagnostizierte eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4). Sie führte aus, zum aktuellen Zeitpunkt sei bei der Beschwerdeführerin eine depressive Symptomatik mit Niedergeschlagenheit, eingeschränkter affekti
ver Schwingungsfähigkeit, Insuffizienzgefühlen, Freud-, Lust- und Interesselo
sigkeit, Nervosität, Anspannung, deutlicher Antriebsstörung, Erschöpfung, redu
zierter Belastbarkeit und Schlafstörungen sowie mit latenter Suizidalität erkennbar. Zudem bestünden kognitive Symptome wie Vergesslichkeit, Ver
langsamung des Denkens und Konzentrationsstörungen. Die seit 2010 beste
hende depressive Episode sei zunächst schwer ausgeprägt gewesen und habe sich im Verlauf gebessert mit zwischenzeitlich leichter bis mittelgradiger Aus
prägung und insgesamt schwankendem Verlauf. Ferner sei eine deutliche Schmerzproblematik vorhanden, wobei die somatischen Abklärungen kein organisches Korrelat für die Schmerzen ergeben hätten. Die Schmerzen seien von der Beschwerdeführerin kaum beeinflussbar, seien mit grossem Leiden, Erschöpfung und ausgeprägter Müdigkeit verbunden und stünden in Wechsel
wirkung mit der depressiven Symptomatik. Dennoch sei die Schmerzsymptoma
tik nicht ausschliesslich im Rahmen der depressiven Störung, sondern als davon unabhängiger Prozess zu verstehen. Die Schmerzen seien zu einem Zeitpunkt aufgetreten, in welchem die Beschwerdeführerin zunehmend unter Erschöpfung gelitten habe. Möglicherweise sei die Erkrankung für die Beschwerdeführerin die einzige, natürlich unbewusste Möglichkeit gewesen, sich vorzeitig aus dem Arbeitsleben zurückzuziehen (Urk. 8/31/12-13). Dr. Z._ gelangte zum Schluss, in der angestammten Tätigkeit liege eine Arbeitsunfähigkeit von 80 %, in einer angepassten Tätigkeit eine von 60 % vor (Urk. 8/31/14). Diese Arbeits
unfähigkeiten seien auf die psychiatrischen Diagnosen zurückzuführen. Dane
ben bestünden psychosoziale Belastungsfaktoren (Urk. 8/31/17). Unter Bezug
nahme auf die Foerster-Kriterien beurteilte sie die Schmerzen als nur teilweise willentlich überwindbar, hielt indes fest, die Arbeitsunfähigkeit bestehe haupt
sächlich wegen der zurzeit mittelgradig ausgeprägten depressiven Episode (Urk. 8/31/18-19).
3.4
Am 15. November 2013 führte Dr. B._ aus, die Beschwerdeführerin sei trotz konsequenter Therapie schwer depressiv und voll arbeitsunfähig geblieben. Die ambulante Behandlung habe sich als unzureichend erwiesen. Nun sei eine teil
stationäre Behandlung in der Tagesklinik des D._ vorgesehen. In der Hamilton Depressionsskala habe sie heute 26 Punkte erreicht, was einer schweren depressiven Episode entspreche (Urk. 8/53/1-2).
3.5
Laut dem Bericht der E._ vom 15. Januar 2014 war die Beschwerdeführerin vom 16. Dezember 2013 bis am 13. Januar 2014 dort hospitalisiert. Sodann ist dem Bericht die Diagnose einer schweren depressiven Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.2) sowie die Verdachtsdiagnose einer chronischen Schmerzstörung mit soma
tischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) zu entnehmen (Urk. 8/60/1). Weiter führten die Ärzte aus, die Beschwerdeführerin habe sich beim Eintritt gewünscht, zur Ruhe zu kommen. Sie habe geschildert, dass sich durch die häufigen Konflikte zuhause und durch die zunehmende Lärmempfindlichkeit ihr Befinden deutlich verschlechtert und auch die Rückenschmerzen zugenommen hätten. Sie habe sich deprimiert und antriebslos gefühlt und über Einschlafstö
rungen geklagt (Urk. 8/60/3). Sie sei zu allen Qualitäten orientiert gewesen und habe keine Störungen der Konzentration und der Aufmerksamkeit gezeigt. Affektiv sei sie deprimiert, gereizt, klagsam, ängstlich und im Kontakt gut spür
bar gewesen. Sie sei psychomotorisch ruhig und mit reduziertem Antrieb gewesen (Urk. 8/60/2).
3.6
Dr. med. F._, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilita
tion, attestierte der Beschwerdeführerin in ihrem Bericht vom 18. Februar 2014 in Anbetracht der schweren psychischen Erkrankung sowie des Rückenleidens einen Invaliditätsgrad von weiterhin 100 % respektive sinngemäss eine voll
ständige Erwerbsunfähigkeit (Urk. 8/66).
3.7
Der ab dem 1. September 2014 behandelnde (Urk. 8/71/1) Dr. med. G._, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, gab am 15. November 2014 an, als Lagerarbeiterin mit Heben und Tragen von Lasten über 20 Kilogramm sei die Beschwerdeführerin vollumfänglich arbeitsunfähig. Einschränkend seien die Bewegungseinschränkung der Brust- und Lendenwir
belsäule sowie der Schultern beidseits und die stark verminderte Belastbarkeit der Brust- und Lendenwirbelsäule. Schon bei geringer Belastung träten Schmer
zen auf (Urk. 8/71/2).
3.8
Am 12. August 2015 erstatteten die Ärzte des A._ ein polydisziplinäres Gutach
ten (Urk. 8/84). Das A._-Gutachten basierte auf einer allgemeininter
nistischen, einer psy
chiatrischen, einer
orthopädischen und
einer
endokrin
ologischen Untersuchung (Urk.
8/84
/2
und Urk. 8/84/7 ff.). Die Gutachter stützten sich auf die anlässlich der Untersuchungen erhobenen Befunde, die Ergebnisse der Anamnese, die vorhandenen Akten sowie auf die Angaben der Beschwerdefüh
rerin. Die Konklusion des Gutachtens ist im Rah
men eines multidisziplinären Konsensus erarbeitet worden. Dabei nannten die A._-Gutachter als
Diagnosen mit Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode (ICD-10: F33.0/33.1), eine anhal
tende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) sowie ein chronisches pan
vertebrales Schmerzsyndrom ohne fassbare radikuläre Symptomatik (ICD-10: M54.80;
Urk.
8/84/21
).
Sie führten aus, a
us allgemeininter
nisti
scher Sicht
sei die Arbeitsfähigkeit bei der Diagnose inkomplettes metabolisches Syndrom mit behandelter arterieller Hypertonie, Adipositas und asymptomatischer Hyperurikämie nicht einge
schränkt (Urk. 8/84/9).
Bei der psychiatrischen Untersuchung
war das klinische Bild
laut Gutachten
durch die nicht hinreichend durch ein organisches Korrelat erklärbaren Schmer
zen geprägt. Es sei deshalb von einer psychischen Überlagerung im Sinne einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung auszugehen. Dieses bereits etwas chro
ni
fizierte Schmerzsyndrom sei begleitet von einer rezidivierenden depressi
ven Störung. Der aktuelle Zustand sei durch eine deutliche Weinerlichkeit, Hoff
nungslosigkeit, eine bedrückte Stimmungslage, sozialen Rückzug, ein morgend
liches Früherwachen und eine Schlafstörung gekennzeichnet. Eine schwere depressive Episode bestehe nicht, da die Beschwerdeführerin keine Suizidphanta
sien thematisiere und auch der Antrieb vorhanden sei. Das vorliegende depressive Zustandsbild sei pharmakologisch nur ungenügend behandelt. Im Serum seien nur geringe Mengen des Antidepressivums nachweisbar gewesen. Bei einer effizi
enter gestalteten Therapie sei mit einer Aufhellung der Stimmung und einer möglichen Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen. Aufgrund der rezidi
vierenden depressiven Störung sowie der anhaltenden somatoformen Schmerz
störung sei eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der Höhe von 30 % zu attestieren. Klinisch im Vordergrund stehe das Schmerzsyndrom. Durch die aus
geprägte depressive Störung liege eine deutliche psychiatrische Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer vor. Durch beide Störungsbilder zusammen sei die Beschwerdeführerin in ihrer Fähigkeit zur Willensanspannung erkennbar eingeschränkt. Zumutbar seien ihr lediglich leichte und stressfreie Tätigkeiten. Es liege ein deutlicher sozialer Rückzug mit Kontakt lediglich zu ihren Töchtern vor. Ihr Mobilitätsradius sei eingeschränkt
(Urk. 8/
84/12-13).
D
er
orthopädische Gutachter
gab an
,
die Beschwerdeführerin klage über seit vie
len Jahren auftretende und seit 2010 stetig zunehmende Beschwerden in sämt
lichen Abschnitten des Bewegungsapparates mit Ausnahme der Fusssohlen. Lin
dernde Faktoren verneine sie klar. Er hielt fest, die Beschwerdeführerin habe ein inkonstantes linksseitiges Hinken gezeigt, die Gangarten seien aber problemlos durchführbar gewesen. Bei der Untersuchung der Wirbelsäule habe sich eine deutliche Bewegungseinschränkung sämtlicher Abschnitte gezeigt, doch sei der initial vermehrte Finger-Boden-Abstand später durch eine freie Auslenkung im Langsitz relativiert worden. Auch die bei der expliziten Prüfung verminderte Kopfrotation habe sich unter Ablenkung als frei erwiesen. An den oberen und unteren Extremitäten liege gleichfalls eine weitgehend freie Beweglichkeit bei guter Kraftentfaltung vor. Auf neurologischer Ebene lägen keine klaren Hinweise für das Vorliegen einer Pathologie vor. Auf radiologischer Ebene bestünden mäs
sige degenerative Veränderungen der unteren zervikalen und lumbalen Wirbel
säule sowie Diskopathien ohne Hinweis für Neurokompression, thorakal dagegen Zeichen der d
iffuse
n
idiopathische
n
Skeletthyperostose
(DISH;
Urk.
8/84/17). Zusammenfassend führte der Gutachter aus, die völlig diffus beklagten Beschwerden liessen sich durch die klinischen und radiologischen Befunde kei
nesfalls vollständig begründen. Durchaus nachvollziehbar sei der Leidensdruck bei Fehlhaltung im Sinne eines Hohl-Rundrückens samt thorakaler DISH mit entsprechend eingeschränkter Beweglichkeit, kaum aber die Symptomatik in den übrigen Abschnitten des Bewegungsapparates. Die gesamte anamnestische Prä
sentation sowie das fehlende Ansprechen auf konservative Therapiemassnahmen, die lang dauernde körperliche Schonung und die Arbeitskarenz könnten als klare Hinweise für eine im Vordergrund stehende nichtorganische Beschwerdekompo
nente angesehen werden. Für körperlich leichte Verrichtungen unter Wechselbe
lastung bestehe eine zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähig
keit. Das wiederholte Heben und Tragen von Lasten über zehn Kilogramm sowie der repetitive Einsatz der oberen Extremitäten oberhalb des Schulterniveaus seien zu vermeiden. Aufgrund der an der Wirbelsäule dokumentierten Veränderungen seien lediglich körperlich andauernd mittelschwere und schwere Tätigkeiten ungeeignet
(Urk. 8/
84/18).
Dem endokrinologischen Teilgutachten ist zu entnehmen, die Hypothyreose sei adäquat substituiert und habe keine Einschränkung der Arbeits- und Leis
tungsfähigkeit zur Folge. Auch beginnender Prädiabetes, arterielle Hypertonie und Adipositas würden nicht zu einer Einschränkung führen. Bezüglich des möglichen primären Hyperparathyreoidismus mit aktuell normalem korrigiertem Calcium sowie leicht erhöhtem Parathormon seien Verlaufskontrollen notwen
dig, jedoch liessen sich noch keine Symptome ableiten (Urk. 8/84/20).
Aus interdisziplinärer Sicht gelangten die A._-Gutachter zum Schluss, die aus Sicht des Bewegungsapparates bestehende Arbeitsunfähigkeit für körperlich andauernd mittelschwer und schwer belastende Tätigkeiten könne spätestens ab dem 15. November 2014 angenommen werden (Urk. 8/84/23). Die rezidivie
rende depressive Störung bestehe seit circa fünf Jahren, jedoch markiere die Hospitalisation ab dem 16. Dezember 2013 nochmals eine deutliche Ver
schlechterung, sodass die aktuell festgelegte Arbeitsunfähigkeit von 30 % ab dann anzunehmen sei. Die 70%ige Arbeits- respektive Leistungsfähigkeit in körperlich leichten, adaptierten Tätigkeiten könne vollschichtig umgesetzt wer
den mit einem vermehrten Pausenbedarf und einem leicht reduzierten Rende
ment (Urk. 8/84/22-23).
Dipl. med. H._,
Facharzt
für Neurologie,
Psychiatrie und Psychothera
pie
und Arzt des
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
,
erachtete das A._-Gut
achten als beweiskräftig. Er wies darauf hin, dass die neuen Indikatoren zu prüfen seien und fügte an, die Diagnosen und Funktionseinschränkungen seien ausreichend begründet worden und die Gutachter hätten zusätzlich die Inkon
sistenzen und das Aggravationsverhalten der Beschwerdeführerin gewürdigt und auch zu persönlichkeitsrelevanten und psychosozialen Faktoren Stellung genommen (Stellungnahme vom 28. August 2015, Urk. 8/90/7).
3.9
Am 17. November 2015 führte Dr. B._ aus, trotz konsequenter Therapie sei die Beschwerdeführerin depressiv und arbeitsunfähig geblieben. Im Jahr 2014 sei sie wegen schwerer Depression stationär in der E._ behandelt worden, was eine leichte Besserung gebracht habe. Sie habe keine Kraft, irgendetwas zu machen. Dr. B._ nannte die Diagnose einer chronifizierten Depression (ICD-10: F33.11), eines somatischen Schmerzsyndroms (ICD-10: F45) sowie von Abnützungser
scheinungen als psychologische Faktoren (ICD-10: F54). Sie gab an, die Beschwerdeführerin sei nur für leichte Arbeiten in ihrem eigenen Haushalt arbeitsfähig (Urk. 8/98/1 und Urk. 8/98/4). Am 18. Dezember 2015 überwies Dr. B._ die Beschwerdeführerin bei unveränderten Diagnosen ans D._ (Urk. 8/109/1).
3.10
Dem psychiatrischen Bericht des D._ vom 29. April 2016 sind namentlich die Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgra
dige depressive Episode (ICD-10: F33.1), sowie von Schmerzen der Wirbelsäule in sämtlichen Abschnitten zu entnehmen (Urk. 15 S. 1). Die Psychiaterin sowie der Klinische Psychologe hielten fest, es handle sich bei der Beschwerdeführerin um eine deutlich chronifizierte Schmerzpatientin mit einer deutlichen Depres
sion trotz ambulanter und medikamentöser Behandlung. Während der statio
nären Behandlung in der E._ sei es zu einer leichten Verbesserung gekommen, anschliessend hätten aber Schmerzen und Depression wieder zugenommen, weshalb nun eine tagesklinische Behandlung indiziert sei (Urk. 15 S. 2).
4.
4.1
Die IV-Stelle stellte grundsätzlich auf das A._-Gutachten ab, hielt jedoch in Abweichung davon die psychiatrischen Diagnosen aus juristischer Sicht für nicht invalidisierend (Urk. 8/90/8, Urk. 2 S. 2).
Das A._-Gutachten
basiert auf
den fachärztlichen Untersuchungen der Beschwerdeführerin, e
s
wurde in Kennt
nis der
medizinischen Vorakten erstattet, es beantwortet d
ie gestellten
Fra
ge
n umfassend und setzt sich mit anderslau
tenden Beurteilungen
auseinander. Somit
erfüllt
es
die von der Recht
sprechung gestellten formellen Vorausset
zungen an ein beweiskräftiges Gutachten (vgl. vorstehende E. 1.3). Zum mit einem Urteil (Urk. 3/2) untermauerten Einwand, das A._ arbeite unsorgfältig, ist anzumer
ken, dass nicht von einem Fall auf einen anderen geschlossen werden kann, sondern die Beweiskraft eines Gutachtens im Einzelfall zu prüfen ist. Soweit die Beschwerdeführerin mit ihrem Hinweis auf die Versicherungsfreundlichkeit des A._ auf eine Befangenheit infolge wirtschaftlicher Abhängigkeit des A._ von den Aufträgen der Invalidenversicherung schliessen will (Urk. 1 S. 3), kann ohne weitere Ausführungen auf die aktuelle Rechtsprechung verwiesen werden. Danach ist die Einwendung, die Abgeltung der Gutachten aus Mitteln der Inva
lidenversicherung führe zu einer Befangenheit der MEDAS, unbegründet (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7).
4.2
Dass aus allgemeininternistischer sowie aus endokrinologischer Sicht keine Ein
schränkung angenommen wurde, ist nachvollziehbar, da sich das inkomplette metabolische
Syndrom mit behandelter arterieller Hypertonie, Adipositas und asymptomatischer Hyperurikämie
, die adäquat substituierte Hypothyreose, der beginnende Prädiabetes sowie der symptomlose mögliche primäre Hyperpa
rathyreoidismus nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirken (vgl. vorstehende
E. 3.8). Dies wurde im Gutachten schlüssig dargelegt. Dass die Beschwerde
führerin aus orthopädischer Sicht lediglich bei andauernd mittelschweren und schweren Tätigkeiten sowie Tätigkeiten oberhalb des Schulterniveaus einge
schränkt ist, ist angesichts der mässiggradigen Degeneration der unteren zervikalen und lum
balen Wirbelsäule, der thorakalen DISH und der Fehlhaltung bei jedoch keines
wegs vollständig objektivierbaren Beschwerden (Urk. 8/84/17-18) nachvollzieh
bar. Den Beginn dieser Arbeitsunfähigkeit für nicht adaptierte Tätigkeiten legten die Gutachter unter Bezugnahme auf den Bericht von Dr. G._ auf spätes
tens den 15. November 2014 fest (Urk. 8/84/18, Urk. 8/84/23). Dabei handelt es sich um das Datum der Berichterstattung durch Dr. G._ (Urk. 8/71/3). Die letzte Konsultation vor der Berichterstattung hatte allerdings am 2. Oktober 2014 stattgefunden (Urk. 8/71/1), sodass die Arbeitsunfähigkeit für nicht adap
tierte Tätigkeiten bereits spätestens dann vorliegen musste.
4.3
4.3.1
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde der rezidivierenden depressiven Stö
rung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode (ICD-10: F33.0/F33.1), sowie der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zugemessen (Urk. 8/84/12, Urk. 8/84/21). Die Beschwer
deführerin beanstandete bezüglich dieser Diagnose, dass entgegen der Akten
lage nicht mit Dr. B._ und den Ärzten der E._ von einer schweren depressi
ven Episode respektive mit Dr. F._ und den Ärzten des D._ von einer kom
pletten Erwerbs- beziehungsweise Arbeitsunfähigkeit ausgegangen worden sei, oder zumindest mit der Vorgutachterin Dr. Z._ von einer 60%igen Arbeits
unfähigkeit in jeglicher Tätigkeit (Urk. 1 S. 3-4). Der psychiatrische Gutachter begründete seine Diagnostik schlüssig und detailliert (Urk. 8/84/12) und sie überzeugt vor dem Hintergrund der erhobenen Befunde mit chronifizierten, nicht hinreichend organisch erklärbaren Schmerzen, mit deutlicher Weinerlich
keit, Hoffnungslosigkeit, bedrückter Stimmungslage, sozialem Rückzug, mor
gendlichem Früherwachen, mit einer Schlafstörung, jedoch ohne Suizidphanta
sien, mit vorhandenem Antrieb und mit während der einstündigen Exploration erhaltener Aufmerksamkeit und Konzentration (Urk. 8/84/11-12).
Ferner ging auch Dr. B._ von einer nur phasenweise schweren Depressivität aus. So diagnostizierte sie in ihren Berichten vom 5. Januar 2012, vom 17. November und vom 18. Dezember 2015 lediglich eine mittelgradige depres
sive Episode einer rezidivierenden depressiven Störung im Sinne von ICD-10: F33.11 (Urk. 8/17/1, Urk. 8/98/1 und Urk. 8/109/2). Lediglich zwischendurch,
in ihrem Bericht vom 15. November 2013, mithin rund einen Monat vor dem Ein
tritt in die E._, diagnostizierte sie eine schwere depressive Episode (Urk. 8/53/2). Dabei wies sie auf die in der Hamilton Depressionsskala erreichten 26 Punkte hin (Urk. 8/53/1), wobei die Diagnose mangels Angabe der Version der verwendeten Hamilton Depressionsskala nicht vollständig nachvollzogen werden kann, da je nachdem erst ab 30 Punkten eine schwere Depression vor
liegt (Urk. 8/31/12). Die Ärzte der E._ stuften die Depression ebenfalls als schwer ein (Urk. 8/60/1), dies jedoch bei erhaltener Konzentration und Auf
merksamkeit (Urk. 8/60/2). Diese Berichte erwecken indes keine Zweifel am A._-Gutachten, zumal auch die Gutachter auf das schwankende Ausmass der Depression hinwiesen (Urk. 8/84/13) und insoweit kein Widerspruch besteht.
4.3.2
Nach der Rechtsprechung
fehlt es
einer psychischen Beeinträchtigung im Sinne einer
leichte
n
bis mittelschwere
n
depressive
n Erkrankung
, - solange therapeu
tisch angehbar - bereits diagnosebedingt an einem hinreichenden Schweregrad, um als invalidisierend
er Gesundheitsschaden zu gelten (Urteil des Bundesge
richts 8C_753/2016 vom 17. Mai 20
17 E. 4.4
). Nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung sind Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut angehbar, wes
wegen eine Behandlungsresistenz selten auftritt. Nur in einem solchen Fall
ist den no
rmativen Anforderungen des Art. 7 Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3
). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrschein
lich und darf nicht lediglich nicht auszuschliessen sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konsequent gewesen sein muss, dass die aus fach
ärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und stationären) Behand
lungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nachhaltig ausgeschöpft wurden (
BGE 140 V 193
E. 3.3
;
BGE
137 V 64
E.
5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016, E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016, E.
4.1).
Laut dem A._-Gutachten war das
vorliegende depressive Zustandsbild pharmako
logisch nur ungenügend behandelt.
Namentlich waren i
m Serum
nur geringe Mengen des
eingenommenen
Antidepressivums nachweisbar
(Urk. 8/84/12). Die Gutachter empfahlen eine effektivere Gestaltung der psycho
pharmakologischen Behandlung (Urk. 8/84/13). Ferner suchte die Beschwerde
führerin ihre Psychiaterin nur ein- bis zweimal pro Monat auf (
Urk. 8/
84/10).
Mithin kommt der mittelgradigen Depression für sich allein mangels ausgewie
sener Therapieresistenz keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu. Sie ist jedoch als potentiell ressourcenhemmender Faktor im Rahmen der Persönlich
keitsdiagnostik zu berücksichtigen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3).
4.3.3
Strittig ist weiter, ob die gutachterlich diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat. Die A._-Gutachter gingen davon aus, durch das klinisch im Vordergrund stehende Schmerzsyndrom mit einer deutlichen psychiatrischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Aus
prägung und Dauer in Form von einer ausgeprägten depressiven Störung sei die Arbeitsfähigkeit um 30 % eingeschränkt (Urk. 8/84/12).
Das Bundesgericht hat seine bisherige Rechtspre
chung mit BGE 141 V 281 geän
dert und das bisherige Regel-/
Ausnahmemodell durch ein strukturiertes Beweisverfahren ersetzt. An die Stelle des bishe
rigen Kriterienkatalogs trete
n im Regelfall beachtliche Stan
dard
indikatoren.
U
nter Berücksichtigung leistungs
hindernder äu
sserer Belastungs
fak
toren einerseits und Kompensat
ionspotentialen (Ressourcen) an
derseits soll das
tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen
ergeb
nisoffen
beur
teilt werden (
BGE
141
V 281
E. 3.6). Betont
wurde
, dass die Auf
gabe der Überwindbarkeitsver
mutung an den Regeln betref
fend die Zumutbarkeit nichts än
dert, namentlich nicht am Erfordernis einer o
bjektivierten Beurteilungs
grund
lage. Nach Art. 7 Abs. 2
zweiter Satz ATSG liegt eine Erwerbsunfähigkeit nur vor, wenn sie aus
objektiver Sicht nicht überwi
nd
bar ist. Medizinisch-psy
chiat
risch nicht begründ
bare Selbsteinschätzungen und -limitierungen, wie sie ge
richtsnotorisch ärzt
li
cher
se
its sehr oft unterstützt wer
den
–, sind auch künftig nicht als invalidisierende Gesundheitsbeeinträchtigung anzuerkennen (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1).
In intertemporalrechtlicher Hinsicht ist sinngemäss wie in BGE 137 V 210 (betref
fend die rechtsstaatlichen Anforderungen an die medizinische Begutach
tung) vorzugehen. Nach diesem Entscheid verlieren gemäss altem Verfahrens
standard eingeholte Gutachten nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Ge
gebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vor
handenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE a.a.O. E. 6 in initio). In sinngemässer Anwendung der nunmehr materiell-beweisrechtlich geänderten Anforderungen ist in jedem einzelnen Fall zu prü
fen, ob die beigezogenen admi
nistrativen und/oder gerichtlichen Sachverständi
gengutachten – gegebenenfalls im Kontext mit weiteren fachärztlichen Berich
ten – eine schlüssige Beurteilung im Lichte der massgeblichen Indikatoren er
lauben oder nicht.
Die Standardindikatoren hat das Bundesgericht wie folgt sys
tematisiert
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex „Sozialer Kontext"
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Lei
-
dens
druck
Bei der Anspruchsprüfung nach BGE 141 V 281 ist zunächst auf den funk
tio
nellen Schweregrad der diagnostizierten Störung einzugehen. Gemäss Fest
stel
lun
g des psychiatrischen Gutachters steht das Schmerzsyndrom klinisch im Vordergrund
(Urk. 8/
84/12). Wegen des Schmerzsyndroms in Kombination mit der Depression liegt eine erkennbare Einschränkung der Fähigkeit zur Willens
anspannung
vor (Urk.
8/
84/13
)
. Die Beschwerdeführerin klagte auch beim all
gemeinmedizinischen Gutachter in erster Linie über Schmerzen und gab an, diese bestünden rund um die Uhr (Urk. 8/84/7-8, Urk. 8/84/10)
. Dies lässt auf eine nicht unerhebliche
Ausprä
gung der Störung schliessen
. Zum Aspekt „Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –resistenz“ ist zu bemerken, dass gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Begutachtung ein
- bis zwei
mal monatlich Konsultation
en
bei
der
Psychiater
in
stattfanden
(Urk. 8/
84/10)
.
Zudem hatte sie sich vom 16. Dezember 2013 bis am 13. Januar 2014 einer stationären Behandlung unterzogen
(Urk. 8/
60/1).
Ausserdem nahm sie das Antidepressivum „C
ymbalta
“ ein, wobei gemäss der von den Gutachtern durchgeführten Blutuntersuchung
nur geringe Mengen davon im Serum nach
weisbar waren
(Urk. 8/
84/12)
.
Nach dem Gesagten
bestehen zwar gewisse
Behandlungsbemühungen
, v
on einer Aussc
höpfung der therapeutischen Mög
lich
keiten respektive
einer Behandlungsresistenz
kann jedoch nicht die Rede sein
.
Zu berücksichtigen ist ferner die ressourcenhemmende depressive Störung, wel
che im Zeitpunkt der Begutachtung zwar nur leicht- bis mittelgradig ausgeprägt war, jedoch insgesamt dennoch als von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer bezeichnet wurde
(Urk. 8/
84/12).
Ansonsten berichteten w
eder die
behan
delnden Ärzte noch die Gut
achter von einer auffälligen Persönlichkeitsstruktur (Urk. 8/84/12 oben)
. Hin
sichtlich des Komplexes "Sozialer Kontext" hielten die A._-Gutachter - wie auch bereits Dr. Z._ (Urk. 8/31/18 unten) - einen deutlichen sozialen Rückzug fest (Urk. 8/84/13), was bei Kontakten lediglich zu ihren Töchtern und deren Ehemännern sowie bei einem eingeschränkten Mobi
litätsradius (Urk. 8/84/11, Urk. 8/84/13) zutrifft. Die letzte Auslandreise zu ihrer Schwester fand im Jahr 2013 und somit noch vor der Verschlechterung der psy
chischen Erkrankung statt (Urk. 8/84/11, Urk. 8/84/13). Zum beweisrechtlich entschei
denden Aspekt der Konsistenz ist zu erwähnen, dass
das Aktivitätsni
veau
der Beschwerdeführerin mit keinen Hobbies mehr, jedoch mit Spaziergän
gen, Fernsehen, Zeitung durchblättern, Einkaufen, Kochen und Besuchen durch die Tochter (Urk. 8/84/11) mit der vom A._ angegebenen Einschränkung im Erwerb um 30 % korreliert.
Die bis
lang durchgeführten Behandlungsbemüh
un
gen
mit vierwöchiger stationärer Behandlung
deuten
sodann
zwar auf einen Lei
densdruck hin, lassen diesen aber
angesichts der Therapiefrequenz und der geringen Medikation noch
nicht als besonders ausgeprägt erscheinen.
Die Prüfung anhand der Standardindikatoren ergibt somit, dass gewisse
funktio
nelle Auswirkungen der geklagten Schmerzen
in Kombination mit der Depression
vorhanden sind. Sie erschei
nen aber nicht als ausgeprägt. Unter diesen Umstän
den lässt sich aus rechtlicher Sicht jedenfalls keine höhere als die gutachterlich attestierte
3
0%ige Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten begründen.
Handkehrum kann aufgrund der Prüfung der Indikatoren auch nicht entgegen der gutachterlichen Einschätzung auf eine aus psychiatrischer Sicht uneinge
schränkte Arbeitsfähigkeit geschlossen werden, da zwar Ressourcen vorhanden sind, jedoch auch leistungshindernde Belastungs
faktoren
.
Unter Berücksichti
gung der hier relevanten Indikatoren ist es nachvollziehbar, dass die A._-Gut
achter aufgrund der somatoformen Schmerzstörung und der ressourcenhem
menden Depression von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 30 % in sämtlichen Tätigkeiten ausgingen.
4.3.4
Die Vorgutachterin Dr. Z._ hatte zwar eine höhere Arbeitsunfähigkeit attes
tiert. Dabei ging sie aber davon aus, dass sich hauptsächlich die mittelgra
dige Depression auf die Arbeitsfähigkeit auswirke (vgl. vorstehende E. 3.3 am Ende). Diese ist indes vorliegend mangels ausgewiesener Therapieresistenz aus juristischer Sicht nicht als invalidisierend zu betrachten (E. 4.3.2 vorstehend), weshalb ihrer Einschätzung aus rechtlichen Gründen nicht gefolgt werden kann. Ferner begründeten die A._-Gutachter die Diskrepanz zur Beurteilung von Dr. Z._ in nachvollziehbarer Weise damit, dass die Depression nurmehr leicht bis mittelgradig, folglich weniger stark ausgeprägt sei (Urk. 8/84/13).
4.3.5
Die abweichende Einschätzung durch Dr. B._, wonach die Beschwerdeführerin nur leichte Arbeit in ihrem eigenen Haushalt verrichten könne (Urk. 8/98/4), vermag mangels fundierter Begründung keine Zweifel an der gutachterlichen Beurteilung zu erwecken. Zudem ist in Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungs
weise Therapiekräften auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitun
ter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc).
4.3.6
Dem Bericht des D._ vom 29. April 2016 (Urk. 15) lässt sich keine objektive Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin entnehmen. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin die Behandlung im D._ erst drei Tage vor dem Erlass der angefochtenen Verfügung aufnahm (S. 1), sodass sich der Bericht wohl mehrheitlich auf einen späteren Zeitraum bezieht. Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherungs
gericht die Gesetzmässigkeit des angefochtenen Entscheids in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegeben war. Der genannte D._-Bericht sowie die Berichte von Dr. B._ von November und Dezember 2015 (E. 3.9 vorstehend) enthalten keine Hinweise auf eine nach der A._-Begutach
tung eingetretene Veränderung. Namentlich hatte Dr. B._ bereits im Novem
ber 2013 eine teilstationäre Behandlung in der Tagesklinik des D._ für ange
zeigt gehalten (Urk. 8/53/2).
4.3.7
Insgesamt wurde die Restarbeitsfähigkeit von 70 % in einer den körperlichen Einschränkungen angepassten Tätigkeit nach dem Gesagten im psychiatrischen Teilgutachten ausreichend begründet,
zumal es sich bei der Festlegung der Arbeitsunfähigkeit in der Regel um eine Schätzung handelt, die naturgemäss auch einen Ermessensspielraum umfasst
(Urteil des Bundesgerichts
8C_740/2014 vom 1
1. Februar
2015
, E. 3.4.2 mit Hinweis). Dass diese relevante Einschränkung aus psychiatrischer Sicht seit Mitte Dezember 2013 besteht
(Urk. 8/
84/13), ist angesichts der damals notwendig gewordenen stationären Hospitalisation in der E._ plausibel.
4.4
Die interdisziplinäre A._-Beurteilung steht sodann in Übereinstimmung mit den einzelnen Teilgutachten und ist ebenfalls schlüssig und nachvollziehbar. Aus der Angabe im A._-Gutachten, dass für körperlich mittelschwer oder schwer belastende Tätigkeiten spätestens ab dem 15. November 2014 (aus somatischer Sicht) eine andauernde Arbeitsunfähigkeit bestand (Urk. 8/84/23), lässt sich schliessen, dass zuvor für die angestammte Tätigkeit keine höhere als die aus psychiatrischer Sicht attestierte Arbeitsunfähigkeit von 30 % vorlag. Die Schmerzstörung, welche allenfalls bereits zuvor eine Einschränkung des Zumut
barkeitsprofils hätte bewirken können, stand vor der A._-Begutachtung noch nicht im Vordergrund. So hatte die E._ in ihrem Austrittsbericht vom 15. Januar 2014 nach vierwöchiger stationärer Behandlung (nebst der Diagnose der Depression) lediglich den Verdacht auf eine chronische Schmerz
störung geäussert (Urk. 8/60/1). Zusammenfassend steht nach dem Gesagten fest, dass die Beschwerdeführerin ab Mitte Dezember 2013 aus psychiatrischer Sicht zu 30 % arbeitsunfähig war und dass ihr ab Anfang Oktober 2014 (vgl. vorstehende E. 4.2) zusätzlich aus somatischer Sicht nur noch eine körperlich nicht belastende Tätigkeit zumutbar war.
4.5
Strittig ist sodann, ob diese Restarbeitsfähigkeit namentlich mit Blick auf das Alter der Beschwerdeführerin überhaupt verwertbar ist (vgl. den Einwand in Urk. 1 S. 4 lit. g).
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung zumutbarer
weise erzielbare Einkommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Ver
dienstaussichten keine über
mässigen Anforderungen zu stellen sind (Urteil des Bun
desgerichts 9C_734/2013 vom 13.
März 2014
,
E. 2.1 mit Hinweis auf SVR 2008 IV Nr. 62 S. 203, 9C_830/2007 E. 5.1).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumut
bar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt ab von den Umständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweisungstätigkeiten massgebend sind (Urteil
des Bundesgerichts 9C_954/2012 vom 10. Mai 2013
,
E. 2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 107 V 17 E. 2c).
Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014
,
E. 2.1 mit Hinweisen).
Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt auch davon ab, welcher Zeit
raum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Die im gesamten Bereich des Sozialversicherungsrechts geltende Schadenminderungspflicht und die daraus abgeleitete Selbsteingliederungslast gebieten grundsätzlich, die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit möglichst früh zu beantworten. Gemäss BGE 138 V 457 E. 3.4 steht die medizinische Zumutbarkeit einer
(Teil-)Erwerbstätigkeit fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014
,
E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).
B
ereits
gestützt auf das Gutachten von Dr. Z._ vom 24. April 2012
stand
fest, d
ass die Beschwerdeführerin zumindest in einem Teil
pensum noch erwerbsfähig
war
.
Ein Abweichen von der medizinischen gutachterlichen Ein
schätzung der Arbeitsunfähigkeit aus rechtlichen Gründen führt nicht zu einem Verlust der Beweiskraft des Gutachtens (
Urteil des Bundesgerichts 9C_106/2015 vom
1.
April 2015, E. 6.3)
. Ein neues Gutachten wurde lediglich eingeholt, weil im weiteren Verlauf auch aus somatischer Sicht Arbeitsunfähigkeiten attestiert wurden und zusätzlich endokrinologisch relevante Diagnosen auftauchten (vgl. Urk. 8/90/5-6). Mithin wäre es der Beschwerdeführerin bereits im April 2012 möglich und zumutbar gewesen, erneut eine teilzeitliche Erwerbstätigkeit auf
zunehmen. Zu diesem Zeitpunkt war die Beschwerdeführerin noch nicht 59 Jahre alt. Mit diesem Alter verblieb ihr noch eine Aktivitätsdauer von mehr als vier Jahren, sodass das Alter eine Verwertbarkeit der Erwerbsfähigkeit nicht von vornherein ausschloss. Die Beschwerdeführerin war somit noch wesentlich jün
ger als der im von ihr angeführten Urteil des Bundesgerichts I 401/01 vom 4. April 2002 knapp 64-jährige Versicherte (vgl. dortige E. 4.c). Die Beschwer
deführerin verfügt zwar über keine Berufsausbildung (Urk. 8/3/6), jedoch über langjährige Berufserfahrung bei verschiedenen Arbeitgebern (vgl. Urk. 8/14) respektive in verschiedenen Bereichen bei derselben Arbeitgeberin (Urk. 8/2/1). Eine
Berufsbildung ist
für die Ausübung einer Hilfstätigkeit nicht zwingend erforderlich, respektive der ausgeglichene Arbeitsmarkt
umfasst auch Stellen, die keine Berufs- oder Fachkenntnisse voraussetzen und di
e
zugleich
keine
hohen Anforderungen an die kör
perliche Belastbarkeit
stellen, sodass auch nicht aus diesem Grund von einer Unverwertbarkeit der Erwerbsfähigkeit auszugehen ist. Hinzu kommt, dass die Beschwerdeführerin eine vergleichsweise hohe Rest
arbeitsfähigkeit aufweist und diese vollschichtig bei vermehrtem Pausenbedarf umsetzen kann (Urk. 8/84/22-23).
Im Lichte der bundesgerichtlichen Recht
sprechung und der relativ hohen Hürden, welche das Bundesgericht für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen entwickelt hat (vgl.
Urteil des Bundesgerichts
8C_345/2013 vom 10. September 2013
,
E. 4.3
.2
), besteht kein fehlender Zugang de
r Beschwerdeführerin
zum Arbeitsmarkt.
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin von einer Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ausgegangen ist.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensver
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizi
nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Validen
einkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
mensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Da die zuletzt ausgeübte
Tätigkeit
bis und mit September 2014 weiterhin, wenn auch aus psychischen Gründen in reduziertem Umfang, zumutbar war, ist der bis dahin vorliegende Invaliditätsgrad mittels eines Prozentvergleichs zu bestimmen. Mit anderen Worten ent
spricht die Einschränkung der Arbeitsfähig
keit dem Invaliditätsgrad. Beim (echten) Prozentvergleich fällt ein leidensbe
dingter Abzug nach gefestigter Rechtsprechung ausser Betracht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_109/2013 vom 9. April 2013, E. 4.2 mit Hinweisen). Vorlie
gend betragen die Arbeitsunfähigkeit und damit auch der Invaliditätsgrad 30 %, weswegen die Beschwerdeführerin bis dahin keinen Anspruch auf eine Invali
denrente hat.
5.3
Da ab Oktober 2014 eine 70%ige Arbeitsfähigkeit nur noch in einer körperlich adaptierten Tätigkeit bestand, bleibt zu prüfen, ob infolge dieser Verschlechte
rung ein Rentenanspruch entstand.
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Ein
kommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empi
rischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsscha
den fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Die IV-Stelle bezifferte das Valideneinkommen für das Jahr 2015 mit Fr. 74‘202.05 (Urk. 2, Urk. 8/89). Sie stütze sich dabei auf die Angaben der letzten Arbeitgeberin, der Y._, wonach die Beschwerdeführerin im Jahr 2008 Fr. 68‘600.-- verdiente (Arbeitgeberbericht vom 26. Januar 2012, Urk. 8/19/3). Angepasst an die Nominallohnentwicklung
(Indexstand 2499 [2008] auf 2686 [2015], vgl. Bundesamt für Sta
tistik, Arbeitsmarktindikatoren 2016, T35 Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne, 1976-2015, Nominallöhne Frauen)
resultiert für das Jahr 2015 ein Valideneinkommen von Fr. 73‘733.--.
Die
Beigeladene
machte diesbezüglich geltend, die Beschwerdeführerin habe sich frühpensionieren lassen und wäre demnach im Gesundheitsfall nicht erwerbstätig
. Aus den Akten geht indes hervor, dass sich die Beschwerdeführe
rin (subjektiv) krankheitshalber und mangels Krankschreibung hat frühpensio
nieren lassen und im Gesundheitsfall aus finanziellen Gründen weitergearbeitet hätte (Urk. 8/31/8 oben, Urk. 8/31/9 Ziff. 4.6, Urk. 8/31/10 [Besserung von Depression und Schmerzen infolge Arbeitsaufgabe]), was plausibel ist. Demnach wäre sie im Gesundheitsfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit weiterhin bei ihrer langjährigen Arbeitgeberin angestellt gewesen. Im Übrigen schliesst eine Frühpensionierung die Annahme des Status einer Erwerbstätigen recht
sprechungsgemäss nicht aus (vgl. hierzu: Urteil des Bundesgerichts 9C_9/2013 vom 27. März 2013, E. 2 mit Hinweisen).
5.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch her
ausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE
139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE
126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröf
fentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bun
des
gerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016
, E. 5.2;
8C_78/2015 vom 10. Juli 2015
,
E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015
,
E. 3.2.2; zur Verwen
dung der aktuells
ten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1).
Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin zu Recht die
LSE 2012
herangezogen. Danach betrug der monatliche Bruttolohn (Zentralwert)
für
einfache Tätig
keiten körperlicher oder handwerklicher Art
Fr.
4‘112
.-- pro Monat (LSE 201
2
, Tabelle TA1
[Privater Sek
tor
]
,
S. 35,
Total Frauen, Kompetenzniveau 1; im Internet abrufbar). Angepasst
an die im Jahr 2015 betriebsübliche wöchent
liche Arbeits
zeit von 41,7 Stunden (vgl. Tabelle T
03.02.03.
01.04.01,
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche,
Abschnitt A-S, Total) sowie an die Nominallohnentwicklung vom Jahr 2012 bis zum Jahr 2015
(Indexstand 201
2
:
2630
; 2015: 2686
)
ergibt sich ein jährliches Einkommen von gerundet Fr. 52‘536.-- (
Fr.
4‘112
.--
x 12 : 40 x 41,7 : 2630 x 2686) respektive von Fr. 36‘775.-- bei einer Arbeits
fähigkeit von 70 %.
5.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nurmehr beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen
und insgesamt auf höchstens 25
% des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
Die IV-Stelle nahm unter Berücksichtigung des eingeschränkten Zumutbarkeits
profils einen Leidensabzug von 10 % vor (Urk. S. 2). Die Beschwerdeführerin stellte sich in ihrer Beschwerde auf den Standpunkt, es sei ein Abzug von 25 % angezeigt (Urk. 1 S. 5). Da abgesehen von der Einschränkung auf leichte, wechselbelastende Tätigkeiten keine weiteren Einschränkungen bestehen (Urk. 8/84/22) und ein höhergradiges Pensum zumutbar ist, ist der vorgenom
mene Leidensabzug von 10 % angemessen.
Da Hilfsarbeiten auf dem hypothe
tisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
16 ATSG) altersunabhängig nachgefragt werden, wirkt sich
auch
der Faktor Alter nicht (zwingend) lohnsenkend aus
(Urteil des Bundesgerichts
9C_808/2015
vom
2
9. Februar
2016
,
E. 3.4.2
mit Hinweisen), sodass der Leidensabzug auch nicht aus diesem Grund zu korrigie
ren ist
.
Nach Abzug des demnach nicht zu beanstandenden Leidensabzugs von 10 % resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 33‘098.-- (0,9 x Fr. 36‘775.--).
5.6
Die Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen ergibt eine Ein
kommenseinbusse von Fr. 40‘635.-- (Fr. 73‘733.-- minus Fr. 33‘098.--) und somit einen Invaliditätsgrad von 55 %.
5.7
Nach der Anfang Oktober 2014 eingetretenen Verschlechterung resultiert nach dem Gesagten ein Invaliditätsgrad von 55 %, welcher grundsätzlich zum Anspruch auf eine halbe Rente führt.
Die Rentenhöhe ist
aber
sowohl vom Ausmass der nach Ablauf der Wartezeit bestehenden Erwerbsunfähigkeit als auch von einem entsprechend hohen Grad der durchschnittlichen Arbeitsun
fähigkeit während des vorangegangenen Jahres abhängig. Die durchschnittliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit während eines Jahres und die nach Ablauf der Wartezeit beste
hende Erwerbsunfähigkeit müssen somit kumulativ und in der für die einzelnen Rentenabstufungen erforderlichen Mindesthöhe gegeben sein, damit eine Rente im entsprechenden Umfang zugesprochen wer
den kann (Urteile des Bundesge
richts 9C_996/2010 und 9C_1005/2010 vom
5.
Mai 2011, E. 7.1 mit Hinweisen).
Die Arbeitsunfähigkeit bezieht sich auf den bisherigen Beruf (Art. 6 ATSG). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit bei der Y._ war die Beschwerdeführerin seit Dezember 2013 zu 30 % und ab Oktober 2014 zu 100 % eingeschränkt. Im Oktober 2014 betrug die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit im vorangegangenen Jahr demnach weniger als 30 %, wes
halb das Wartejahr im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG noch nicht abgelau
fen war und infolge der genannten Rechtsprechung kein Anspruch auf eine Rente entstehen konnte. Eine durchschnittlich 40%ige Arbeitsunfähigkeit war nach zwei Monaten 100%iger Arbeitsunfähigkeit ab Dezember 2014 gegeben. Zehn Monate mit einer Arbeitsunfähigkeit von 30 % und zwei Monate mit einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % ergeben eine durchschnittliche Arbeitsunfähig
keit von 41,7 % ([10 x 30 + 2 x 100] : 12). Mithin waren die Voraussetzungen gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b und c IVG ab Dezember 2014 erfüllt. Ab diesem Zeitpunkt bestand Anspruch auf eine Viertelsrente. Der Invaliditätsgrad von 55 % wirkt sich nach Massgabe von Art. 88a Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) mit Ablauf von drei Monaten und damit ab März 2015 auf den Anspruch aus. Ab diesem Zeitpunkt bestand Anspruch auf eine halbe Rente. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
6.
6.1
Das Verfahren betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Versiche
rungs
leistungen. Es ist daher kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fah
rensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr. 800.-- anzusetzen.
Das Mass des Obsiegens rechtfertigt es, die Kosten des Verfahrens vollumfänglich der Beschwerdegegne
rin
aufzu
erlegen.
6
.2
Mangels eines Einflusses des Überklagens auf den Prozessaufwand steht de
r
Beschwerdeführer
in eine ungekürzte Prozessentschädi
gung zu (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_995/2012 vom 1
7.
Januar 2013, E. 3 mit weiteren Hinwei
sen).
Diese ist
gemäss
Art.
61 lit. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
(GSVGer)
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeu
tung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen zu bemessen und vorliegend unter Berück
sichti
gung die
ser Grundsätze auf Fr. 7
00.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barausla
gen) festzu
setzen
.