Decision ID: 6102a917-82cf-45c3-8e4b-d056c830bfe1
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- W, welcher 2008 verstarb, war Eigentümer des Grundstücks Nr. xxxx in A,
bestehend aus Acker, Wiese und Wald sowie Hofraum mit Wohnhaus und Scheune.
Zudem gehörten ihm die Grundstücke Nrn. yyy und zzz in B und zusammen mit seiner
Ehefrau das Grundstück Nr. www in C. Er hinterliess als einzige Erben seine Ehefrau X
(Jahrgang 1948) und die beiden Kinder Y (Jahrgang 1969) und Z (Jahrgang 1971),
welche die Erbschaft angetreten haben. In der Folge wurde das Ferienhaus in C X und
die Liegenschaft Nr. zzz an Y jeweils zu Alleineigentum übertragen. Die Grundstücke
Nr. yyy in B und Nr. xxxx in A, welch Letzteres seit 2006 verpachtet ist, verblieben in
der Erbengemeinschaft.
B.- In der Steuererklärung für die Staats-, Gemeinde- und direkte Bundessteuer 2010
deklarierte X einen Verlust aus selbständiger Erwerbstätigkeit von Fr. 231'900.–, eine
AHV-Rente von Fr. 21'188.–, Einkünfte aus Wertschriften und Guthaben von Fr. 3'185.–
sowie Erträge aus Beteiligung ab 10% im Geschäftsvermögen von Fr. 552'000.–. Das
deklarierte steuerbare Einkommen betrug Fr. 347'603.– und das steuerbare Vermögen
Fr. 1'210'639.–. Die Veranlagungsbehörde korrigierte bei den Einkünften aus
selbständiger Erwerbstätigkeit den Liquidationsgewinn auf Fr. 685'099.–, indem sie bei
der Überführung der Liegenschaft Nr. xxxx die Differenz zwischen dem Buchwert von
Fr. 1'250'000.– und dem Verkehrswert von Fr. 633'000.– als Liquidationsverlust
erfasste, während die Steuerpflichtige die Differenz zwischen Buchwert und
Ertragswert (Fr. 280'000.–) deklariert hatte. Bei der Beteiligung an der M AG ging sie
von einem Aktienwert von insgesamt Fr. 624'000.– anstelle von Fr. 612'000.– aus und
beim Warenaufwand liess sie die Abnahme des Lagers von Fr. 28'000.– nicht zum
Abzug zu. In der Folge wurde X mit Veranlagungsverfügungen vom 13. Dezember 2012
für die Kantons- und Gemeindesteuer 2010 mit einem steuerbaren Einkommen von
Fr. 709'000.– zum Satz von Fr. 715'600.– sowie einem steuerbaren Vermögen von
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Fr. 1'052'000.– zum Satz von Fr. 1'351'000.– und für die direkte Bundessteuer 2010 mit
einem steuerbaren Einkommen von Fr. 715'900.– veranlagt.
Die gegen die Veranlagungen erhobenen Einsprachen hiess das kantonale Steueramt
am 11. Juli 2013 teilweise gut. Es wurden zusätzliche AHV-Rückstellungen in der Höhe
von Fr. 28'000.– berücksichtigt und bei der direkten Bundessteuer für die Überführung
der Aktien ins Privatvermögen lediglich 50% des Wertes besteuert. Daraus resultierte in
den Einspracheentscheiden bei der Kantons- und Gemeindesteuer 2010 ein
steuerbares Einkommen von Fr. 681'000.– zum Satz von Fr. 687'600.– und bei der
direkten Bundessteuer 2010 ein steuerbares Einkommen von Fr. 448'300.–. Das
steuerbare Vermögen bei der Kantons- und Gemeindesteuer blieb unverändert bei
Fr. 1'052'000.– zum Satz von Fr. 1'351'000.–.
C.- Gegen die Einspracheentscheide erhob X mit Eingabe ihrer Vertreterin vom
12. August 2013 Rekurs und Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission mit
dem Antrag, den Reingewinn aus selbständiger Tätigkeit um Fr. 353'000.– zu
reduzieren.
Mit Vernehmlassung vom 30. Oktober 2013 beantragte die Vorinstanz, der Rekurs und
die Beschwerde seien abzuweisen. Die Eidgenössische Steuerverwaltung liess sich zur
Beschwerde nicht vernehmen. Die Rekurrentin und Beschwerdeführerin erhielt
Gelegenheit, sich zur vorinstanzlichen Vernehmlassung zu äussern. Sie verzichtete auf
eine Stellungnahme.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung der Anträge wird,

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Angefochten sind die Einspracheentscheide hinsichtlich der Veranlagungen der
Kantons- und Gemeindesteuern 2010 sowie der direkten Bundessteuer 2010. Zwar
müssen für Rekurs und Beschwerde verschiedene Entscheide ergehen; sie können
indessen in einem einzigen Dokument mit Verweisungen und einem gemeinsamen Dis
positiv, das die beiden Steuern allerdings ausdrücklich auseinanderhält, enthalten sein
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(vgl. BGE 130 II 509 = Pra 2005 Nr. 114 E. 8.3, BGE 135 II 260 = Pra 2010 Nr. 37
E. 1.3.1).
2.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurs- bzw. Beschwerdeerhebung ist gegeben. Der Rekurs und die Beschwerde vom
12. August 2013 sind rechtzeitig eingereicht worden. Sie erfüllen in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 des St. Galler
Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG; Art. 140 Abs. 2 des Bundesgesetzes über
die direkte Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG; Art. 7 der Verordnung zum
Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 41 lit. h Ziff. 1 und Art.
48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf
den Rekurs und die Beschwerde ist einzutreten.
3.- Umstritten ist einzig noch, zu welchem Überführungswert das Grundstück Nr. xxxx
in das Privatvermögen der Beschwerdeführerin übergegangen ist.
a) Die Rekurrentin und Beschwerdeführerin bringt vor, ihr Sohn Y habe die Absicht,
nach Ablauf der verkürzten Pacht (Frühling 2015) den Betrieb selbst zu betreiben. Er
habe zwar nicht die Ausbildung zum Landwirt, kenne aber den Beruf, da er viele Jahre
beim Vater im damaligen Landwirtschaftsbetrieb in B mitgearbeitet habe. Die
Liegenschaft sei daher zum Ertragswert von Fr. 280'000.– zu übertragen (act. 1).
Die Vorinstanz hält dem im Wesentlichen entgegen, die Rekurrentin und
Beschwerdeführerin bzw. die Erbengemeinschaft habe ihre aktive Erwerbstätigkeit mit
dem Verkauf des Landmaschinenbetriebs im Jahr 2010 aufgegeben. Die nicht
veräusserten Vermögenswerte seien in der Abschlussbilanz per 31. Dezember 2010 ins
Privatvermögen überführt worden. In der Steuererklärung habe die Rekurrentin und
Beschwerdeführerin entgegen der Nachlassregelung, wonach die Liegenschaft
Nr. xxxx "als Erbengemeinschaft geführt" und der Erfolg unter den drei Erben aufgeteilt
werde, den gesamten Betriebserfolg und sämtliche Aktiven der Erbengemeinschaft
anstatt lediglich die Hälfte als Einkommen bzw. Vermögen deklariert. Dies sei auf eine
mündliche Vereinbarung zwischen dem zuständigen Steuerkommissär und der
Vertreterin hinsichtlich der Veranlagung 2008 zurückzuführen, wonach die Rekurrentin
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und Beschwerdeführerin in Zukunft den ganzen Anteil an der Erbengemeinschaft
versteuern könne. In der Steuererklärung 2010 habe sie wiederum den gesamten
Betriebserfolg und sämtliche Aktiven der Erbengemeinschaft als Einkommen bzw.
Vermögen deklariert. Vorliegend sei unbestritten, dass eine Überführung der
landwirtschaftlichen Liegenschaft ins Privatvermögen stattgefunden habe. Der
Überführungsgewinn bzw. -verlust entspreche der Differenz zwischen dem
Verkehrswert des in das Privatvermögen überführten Geschäftsvermögens und dessen
steuerlich massgebenden Buchwert. Das BGBB bestimme, zu welchem Wert ein Erbe
landwirtschaftliche Grundstücke übernehmen könne. Dabei gehe es jedoch um Fälle
der Erbteilung, welche im Jahr 2010 nicht stattgefunden habe (act. 7).
b) Nach Art. 31 Abs. 1 StG bzw. Art. 18 Abs. 1 DBG sind alle Einkünfte aus einem
Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien
Beruf sowie aus jeder anderen selbständigen Erwerbstätigkeit steuerbar. Zu den
Einkünften aus selbständiger Erwerbstätigkeit zählen auch alle Kapitalgewinne aus
Veräusserung, Verwertung oder buchmässiger Aufwertung von Geschäftsvermögen.
Der Veräusserung gleichgestellt ist die Überführung von Geschäftsvermögen in das
Privatvermögen oder in ausländische Betriebe oder Betriebsstätten (Art. 31 Abs. 2
Sätze 1 und 2 StG; Art. 18 Abs. 2 DBG). Darunter fallen alle Tatbestände, durch welche
stille Reserven so verschoben werden, dass die bisher aufgeschobene Besteuerung
später nicht mehr erfolgen könnte. Liquidationsgewinne bzw. alle mit einer Liquidation
verbundenen Einnahmen sind zu den periodischen Unternehmenseinkünften
hinzuzurechnen. Auf eine Überführung von Geschäfts- in Privatvermögen ist zu
schliessen, wenn die steuerpflichtige Person ihren Bestandteil des Betriebsvermögens
dauernd in den Dienst der privaten Kapitalanlage stellt (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, N 76 und 81 zu Art. 18 DBG). Für die
Besteuerung wird demnach auf den Zeitpunkt abgestellt, in dem der Unternehmer den
eindeutigen Willen äussert, einen Gegenstand dem Geschäftsvermögen zu entziehen
(Weidmann/Grossmann/Zigerlig, Wegweiser durch das st. gallische Steuerrecht,
6. Aufl. 1999, S. 82).
Mit dem Tod eines Selbständigerwerbenden endet zwar dessen Steuerpflicht. Eine
Liquidation des Geschäftsvermögens erfolgt aber nicht automatisch. Die Erben treten
in die Stellung des Erblassers und übernehmen das Geschäftsvermögen, welches
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seine Geschäftsvermögensqualität beibehält. Die Erben führen deshalb unmittelbar
nach dem Tod des Erblassers eine selbständige Erwerbstätigkeit aus. Erst wenn sie
sich zur Aufgabe dieser übernommenen selbständigen Erwerbstätigkeit entscheiden,
endet die vom Erblasser begonnene selbständige Erwerbstätigkeit (Richner/Frei/
Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 55 zu Art. 18 DBG; vgl. auch M. Reich, in: Zweifel/
Athanas, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2a, 2. Aufl. 2008, N 38
zu Art. 18 DBG).
c) Der Ehemann der Rekurrentin und Beschwerdeführerin führte auf dem Grundstück
Nr. yyy als Einzelfirma die "O" in B mit integriertem Landwirtschaftsbetrieb in A
(Grundstück Nr. xxxx). Der Betrieb ging mit dem Tod von W sel. auf die
Erbengemeinschaft über (vgl. act. 8/III/4 und 8). Per 1. März 2010 wurde die
Liegenschaft Nr. yyy, welche sich bis anhin im Geschäftsvermögen der Einzelfirma
befand und von der Rekurrentin und Beschwerdeführerin versteuert wurde, verkauft
(act. 8/III/2). Infolge der Geschäftsaufgabe und der damit verbundenen Aufgabe der
selbständigen Erwerbstätigkeit wurde auch das Grundstück Nr. xxxx vom Geschäfts-
ins Privatvermögen überführt (vgl. auch act. 8/II/4). Davon geht auch die Rekurrentin
und Beschwerdeführerin aus.
d) Sämtliche Entnahmen haben zum Verkehrswert der ins Privatvermögen
übergeführten Vermögenswerte zu erfolgen. Dabei ist der Verkehrswert im Zeitpunkt
der Privatentnahme massgebend. Der andere massgebende Wert ist der steuerlich
massgebende Buchwert des entnommenen Vermögenswertes. Die Differenz zwischen
diesen beiden Grössen bildet den sogenannten Überführungsgewinn (P. Locher,
Kommentar zum DBG, I. Teil, 1. Aufl. 2001, N 103 zu Art. 18 DBG). Für die Festlegung
des Verkehrswertes ist die Veranlagungsbehörde teilweise auf Schätzungen
angewiesen. Bei Liegenschaften wird in der Regel auf den amtlichen Verkehrswert
abgestellt, wenn dieser Wert nicht wesentlich von den tatsächlichen Verhältnissen
abweicht. Eine solche Abweichung kann sich ergeben, wenn die amtliche
Verkehrswertschätzung längere Zeit zurückliegt oder wenn besondere Verhältnisse
vorliegen, die den Verkehrswert seit der Schätzung verändert haben (Weidmann/
Grossmann/Zigerlig, a.a.O., S. 85).
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Dass der Sohn der Rekurrentin und Beschwerdeführerin in der Zukunft allenfalls das
landwirtschaftliche Grundstück übernehmen möchte, ändert nichts daran, dass die
Überführung ins Privatvermögen zum Verkehrswert zu erfolgen hat. Die
Erbengemeinschaft hat sich entschlossen, die Einzelfirma "O" zu liquidieren. Der
Landwirtschaftsbetrieb war dabei integrierender Bestandteil der Einzelfirma. Art. 17
Abs. 1 des Bundesgesetzes über das bäuerliche Bodenrecht (SR 211.412.11,
abgekürzt: BGBB) bestimmt zwar, dass das landwirtschaftliche Gewerbe dem
selbstbewirtschaftenden Erben zum Ertragswert an den Erbteil angerechnet wird.
Vorliegend geht es aber nicht um die Überführung der Liegenschaft in das
Privatvermögen des Sohnes, sondern in dasjenige der Erbengemeinschaft.
e) Die Rekurrentin und Beschwerdeführerin vereinbarte nach dem Tod des Ehemannes
mit dem Steuerkommissär, dass sie alleine die gesamte Jahresrechnung der "O"
inklusive Landwirtschaftsbetrieb deklarieren und die Veranlagungen entsprechend
vorgenommen werden (act. 8/III/8).
aa) Für die steuerrechtliche Zuordnung von Einkünften kommt es nicht darauf an, wer
das Eigentum am betreffenden Vermögensgegenstand hat; einkommenssteuerlich
steht aufgrund der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit vielmehr der Nutzen an einem
Vermögensgegenstand im Vordergrund, sodass es an der berechtigten Person liegt,
den vollen Nutzungswert zu deklarieren. Dies gilt für bewegliches und unbewegliches
Vermögen gleichermassen. Ein Unterschied besteht immerhin insofern, als beim
beweglichen Vermögen nur die Gebrauchs- und Nutzungsüberlassung steuerlich
erfasst wird, während beim unbeweglichen Vermögen zusätzlich auch die
Eigennutzung steuerbar ist (VerwGE B 2012/109 vom 4. April 2013 E. 2.2, unter:
www.gerichte.sg.ch).
bb) In der Steuererklärung 2009 deklarierte die Rekurrentin und Beschwerdeführerin
den gesamten Betriebserfolg und sämtliche Aktiven der Erbengemeinschaft. Offenbar
flossen ihr sämtliche Erträge, unter anderem auch die Pacht- und Mietzinseinnahmen
des landwirtschaftlichen Grundstückes, zu (vgl. act. 8/I/11). Daher war es zulässig,
diese vollumfänglich bei ihr steuerlich zu erfassen. Die Vereinbarung mit dem
Steuerkommissär spricht somit nicht, wie von der Vorinstanz vorgebracht (vgl. act. 7
Ziff. 3.3), gegen die unter den Erben getroffene Regelung. Was die Besteuerung des
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Kapitalgewinns aufgrund der Überführung einer Liegenschaft oder anderer Werte vom
Geschäfts- ins Privatvermögen anbelangt, kann jedoch nicht auf die Praxis hinsichtlich
der steuerlichen Erfassung von Einkommen und Vermögen bei demjenigen Mitglied der
Erbengemeinschaft, welches die Nutzung an einem Vermögensgegenstand innehat,
abgestellt werden. Anders als bei der Nutzung eines Vermögensgegenstandes geht es
hier nämlich um eine einmalige, nicht wiederkehrende Leistung. Hinsichtlich der
Erfassung von Kapitalgewinnen ist die Zurechnung bei der Rekurrentin und
Beschwerdeführerin, welche – sofern keine anderslautende Verfügung von Todes
wegen besteht – lediglich die Hälfte am Erbe beanspruchen kann (vgl. Art. 462 Ziff. 1
ZGB), nicht zulässig.
f) Zusammenfassend ergibt sich, dass die angefochtenen Einspracheentscheide vom
11. Juli 2013 aufzuheben sind. Die Angelegenheit ist gestützt auf Art. 56 Abs. 2 VRP
zur weiteren Abklärung des Sachverhalts und zu neuem Entscheid über die
Einsprachen an die Vorinstanz zurückzuweisen.
4.- Die Steuerausscheidung auf die Gemeinden B und A ist nicht streitig. Sie wurde am
13. Dezember 2012 zusammen mit der Steuerveranlagung vorgenommen. Dies ist
jedoch nicht zulässig, da die Ausscheidung der Steuerfaktoren auf die beteiligten
Gemeinden Gegenstand einer besonderen Verfügung und nicht Bestandteil der
Veranlagung ist. Die innerkantonale Steuerausscheidung kann erst vorgenommen
werden, wenn das im Kanton steuerbare Einkommen und Vermögen feststehen.
Zudem liegt die Zuständigkeit, über Einsprachen gegen die innerkantonale
Steuerausscheidung zu entscheiden, beim Gemeindesteueramt und nicht bei der
Vorinstanz bzw. der Veranlagungsbehörde (Art. 235 StG; vgl. dazu VRKE I/1-2012/123
vom 11. Dezember 2012 E. 3, publiziert auf: www.gerichte.sg.ch).
5.- Der vorliegende Verfahrensausgang entspricht einer Gutheissung von Rekurs und
Beschwerde, obwohl dem Begehren der Rekurrentin und Beschwerdeführerin nicht
förmlich entsprochen wird. Die amtlichen Kosten des Verfahrens gehen daher zulasten
des Staates (Art. 95 Abs. 1 VRP und Art. 144 Abs. 1 DBG). Da das Rekurs- und
Beschwerdeverfahren in ein und demselben Entscheid behandelt werden, ist eine
Entscheidgebühr von je Fr. 800.– (insgesamt Fr. 1’600.–) angemessen (vgl. Art. 144
Abs. 5 DBG i.V.m. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
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Rekurrentin und Beschwerdeführerin ist der Kostenvorschuss von total Fr. 1'600.–
zurückzuerstatten.
Eine ausseramtliche Entschädigung ist mangels Antrags nicht zuzusprechen (Art. 98
VRP in Verbindung mit Art. 105 Abs. 2 ZPO).