Decision ID: 8ac95dd9-f8c2-4603-bfe6-2ff67cf9c5a7
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich erstmals am 3. Mai 2007 bei der IV-Stelle wegen Kopf- und
Rückenschmerzen, Schwindel und Depressionen zum Leistungsbezug an (IV-act. 1).
Sein Hausarzt Dr. med. B._, Facharzt Innere Medizin FMH, gab im IV-Arztbericht vom
21. Mai 2007 an, der Vertrauensarzt der Krankentaggeldversicherung habe den
Versicherten, der im Fensterbau gearbeitet hatte, seit 1. November 2006 zu 100%
arbeitsunfähig geschrieben. Der Versicherte sei ein kräftiger gesunder Mann, der bisher
therapieresistente Kopfschmerzen beklage. Wenn die Schmerzspezialisten die
Kopfschmerzen behandeln könnten, sei der Versicherte zu 100% arbeitsfähig (IV-act.
15). Dr. med. C._, Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte im Bericht vom 12.
August 2007 eine depressive Entwicklung von mittelschwerer Ausprägung mit
deutlichem vegetativem Einschlag, zeitweisem Schwankschwindel und
Schmerzbelastung durch erhöhte Schmerzbereitschaft - beide mit phobischer
Überlagerung bzw. Erwartungshaltung (F43.22; IV-act. 25-7).
A.b Gestützt auf die internistisch-allgemeinmedizinische, neurologische und
psychiatrische Begutachtung im ABI Basel am 30. April 2008 diagnostizierten die
Gutachter im Gutachten vom 2. Juni 2008 mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
chronische tägliche Kopfschmerzen vom Spannungstyp, überlagert von migräniformen
Exazerbationen (ICD-10 R51), Schulterschmerzen beidseits (Periarthropathia
humeroscapularis; ICD-10 M75.0) sowie ein chronisches Lumbovertebralsyndrom ohne
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Hinweis auf eine lumbale radikuläre Symptomatik (ICD-10 M54.5). In körperlich leichten
adaptierten Tätigkeiten bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 80% (IV-act. 33-15, 33-19).
A.c In der Mitteilung vom 22. August 2008 wurde der Versicherte informiert, dass die
Arbeitsvermittlung abgeschlossen werde. Da er sich auf Grund seines
Gesundheitszustands ausser Stande sehe, einer geregelten Arbeit nachzugehen, seien
Eingliederungsbemühungen nicht erfolgsversprechend (IV-act. 40).
A.d Mit Vorbescheid vom 3. Oktober 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, das Rentengesuch gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 20% abzuweisen
(IV-act. 45). Dagegen liess der Versicherte durch die Vereinigung D._ am 30. Oktober
2008 vorsorglich Einwand erheben (IV-act. 47). Nachdem eine weitere Begründung des
Einwands ausgeblieben war, wies die IV-Stelle das Rentengesuch mit Verfügung vom
5. Januar 2009 ab (IV-act. 48).
A.e Am 29. Juni 2009 meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (IV-
act. 49). Er war vom 12. bis 25. Februar 2009 stationär in der Klinik E._ hospitalisiert
gewesen (IV-act. 50). Sein Psychiater Dr. C._ beurteilte seine Arbeitsfähigkeit im
Bericht vom 4. Februar 2010 als theoretisch noch zu 30% gegeben (IV-act. 60). Diese
Beurteilung hielt RAD-Arzt Dr. med. F._ als nicht überzeugend. So würden im
Wesentlichen die gleichen Diagnosen gestellt, wie sie bereits im ABI-Gutachten
festgehalten worden seien. Daher könne weiterhin von einer Arbeitsfähigkeit in
körperlich leichten adaptierten Tätigkeiten von 80% ausgegangen werden
(Stellungnahme vom 2. März 2010, IV-act. 61).
A.f Im Vorbescheid vom 18. März 2010 stellte die IV-Stelle wiederum in Aussicht, das
Rentenbegehren abzuweisen (IV-act. 65). Dagegen liess der Versicherte durch
Rechtsanwältin lic. iur. Z._ am 30. April 2010 Einwand erheben und um
unentgeltliche Rechtsverbeiständung ersuchen (IV-act. 66).
A.g Gestützt auf die Empfehlung des RAD (IV-act. 68) teilte die IV-Stelle dem
Versicherten mit Schreiben vom 17. Mai 2010 mit, es sei eine medizinische Abklärung
im ABI Basel notwendig (IV-act. 69). Dagegen machte die Rechtsvertreterin mit
Schreiben vom 21. Mai 2010 geltend, eine erneute oberflächliche Beurteilung dieser Art
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sei der Sache nicht dienlich und werde abgelehnt. Wie sie im Einwand ausgeführt
habe, sei eine ausführliche psychiatrische Abklärung möglichst im Rahmen eines
stationären Aufenthalts in Auftrag zu geben (IV-act. 71). Die IV-Stelle antwortete am 25.
Mai 2010, es handle sich hierbei um eine polydisziplinäre Verlaufsbegutachtung. Es
liege in ihrem Ermessen, darüber zu befinden, mit welchen Mitteln der Sachverhalt
abzuklären sei. Der Versicherte habe sich diesen Untersuchungen zu unterziehen (IV-
act. 72).
A.h Im ABI-Gutachten vom 12. Oktober 2010 hielten die Gutachter an einer 80%igen
Arbeitsfähigkeit in körperlich leichten, stundenweise auch mittelschweren adaptierten
Tätigkeiten fest (IV-act. 77-21).
A.i Mit Vorbescheid vom 3. November 2010 (IV-act. 81) und Verfügung vom 21.
Dezember 2010 (IV-act. 86) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab. Im Schreiben
vom 15. November 2010 sprach sie der Rechtsvertreterin auf Grund ihrer
Tätigkeitsaufgabe als Honorar für unentgeltliche Rechtsverbeiständung Fr. 1'934.45 zu
(IV-act. 84).
A.j Gemäss dem Bericht der Klinik G._ vom 1. Juli 2011 war der Versicherte vom 11.
April bis 11. Juni 2011 in stationärer Behandlung. Er habe sich zum ersten Mal freiwillig
auf Grund einer depressiven Symptomatik und einer Schmerzstörung in die Klinik
begeben. Auf Grund seines verfestigten Selbstbildes von sich als einem "kranken
Mann", der sich in einer aussichtslosen Lebenssituation befinde, sei jedoch von einer
eher ungünstigen Prognose auszugehen (IV-act. 136-79ff.).
A.k Vom 5. bis 13. April 2012 war der Versicherte im Spital H._ hospitalisiert. Die
erneute Selbstzuweisung sei bei wiederholter Exazerbation des bekannten chronischen
Spannungskopfschmerzes bei depressiver Störung mit somatischem Syndrom erfolgt.
Der Versicherte sei im Spital gut bekannt. Zahlreiche Abklärungen im Spital I._
inklusive Schädel CT und EEG hätten unauffällige Resultate geliefert (IV-act. 136-63).
A.l Am 4. November 2015 meldete Rechtsanwältin Dr. iur. B. Wyler den Versicherten
erneut auf Grund einer Verschlechterung seines Gesundheitszustands bei der IV-Stelle
für berufliche Integration/Invalidenrente an. Als Beweis reichte sie einen ausführlichen
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Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. C._ vom 29. September 2015 ein, der dem
Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht von 95% attestierte (IV-
act. 90).
A.m Am 6. Januar 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, es seien keine
beruflichen Massnahmen angezeigt, weshalb das Leistungsbegehren abgewiesen
werde (IV-act. 103).
A.n Nachdem die IV-Stelle den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 9. Dezember
2016 über die Namen der ihn zu begutachtenden Experten der SMAB AG Swiss
Medical, Bern, informiert hatte (IV-act. 119), leitete seine Rechtsvertreterin der IV-Stelle
am 23. Dezember 2016 eine Mitteilung des Bundesverwaltungsgerichts ans
Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) vom 14. Dezember 2016 weiter, worin
dieses betreffend einen Facharzt des SMAB Vorwürfe erhob. Gestützt auf die
Ausführungen dieses Schreibens sei der Beschwerdeführer nicht mehr mit einer
Begutachtung durch die SMAB AG und insbesondere jenen Arzt einverstanden (IV-act.
121).
A.o Mit Verfügung vom 17. März 2017 teilte die IV-Stelle dem Beschwerdeführer mit,
sie halte an der Abklärungsstelle und den ihm bereits zugeteilten Ärzten fest. Dieser
Entscheid stütze sich auf das Schreiben des BSV vom 17. Februar 2017 (vgl. IV-act.
127). Darin komme das BSV zum Schluss, dass eine unzulässige, inhaltliche
Einflussnahme auf die Gutachter durch die SMAB AG klar nicht erwiesen sei. Daher
würden die SMAB AG und deren Gutachter die vom BSV als Aufsichtsbehörde der
Invalidenversicherung geforderten Voraussetzungen für die Erstellung von Gutachten
für die IV auch weiterhin erfüllen (IV-act. 128). Diese Verfügung erwuchs unangefochten
in Rechtskraft.
A.p Im polydisziplinären Gutachten der SMAB AG vom 22. September 2017 befanden
die Gutachter den Versicherten zu 80% arbeitsfähig sowohl in der zuletzt ausgeübten
Tätigkeit als Schreiner als auch in einer leidensadaptierten Tätigkeit (IV-act. 136-35).
RAD-Arzt Dr. med. J._ befand in der Stellungnahme vom 29. September 2017, es
entspreche formal und inhaltlich den Konventionen, welche an ein medizinisches
Gutachten gestellt würden (IV-act. 137).
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A.q Mit Vorbescheid vom 6. Oktober 2017 informierte die IV-Stelle den Versicherten,
sie plane sein Leistungsbegehren gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 16%
abzulehnen (IV-act. 141). Dagegen liess dieser durch seine Rechtsvertreterin am 13.
November 2017 Einwand erheben und für das Einwandverfahren die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung beantragen (IV-act. 144).
A.r Am 22. November 2017 verfügte die IV-Stelle eine Abweisung des
Leistungsbegehrens im Sinne des Vorbescheids. Da der Invaliditätsgrad unter 40%
liege, bestehe kein Rentenanspruch (IV-act. 147).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 8. Januar
2018 mit dem Antrag auf deren Aufhebung und auf Ausrichtung einer ganzen IV-Rente
ab 1. Dezember 2016. Eventualiter sei die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen zwecks Erlasses einer neuen Verfügung nach vorgängiger
medizinischer, insbesondere internistischer, psychiatrischer und
psychotherapeutischer sowie neurologischer Begutachtung des Beschwerdeführers.
Weiter sei dem Beschwerdeführer für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche
Prozessführung und die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu gewähren; unter
Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung macht die Rechtsvertreterin
geltend, es sei einerseits klar von einer Verschlechterung des Gesundheitszustands
auszugehen und andererseits sei die Berechnung des Invaliditätsgrads unrichtig und
daher dringend korrekturbedürftig (IV 2018/8: act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 23. Februar 2018 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde (IV 2018/8: act. G 6).
B.c Am 27. Februar 2018 wird dem Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung für das Verfahren vor Versicherungsgericht entsprochen (IV
2018/8: act. G 7).
B.d Mit Replik vom 12. September 2018 hält der Beschwerdeführer an seinen
Anträgen fest (IV 2018/8: act. G 19). Die Beschwerdegegnerin verzichtet mit Eingabe
vom 25. September 2018 auf eine Duplik und hält an den bisherigen Anträgen und
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Ausführungen fest. Als Eventualbegehren beantragt sie das Einholen eines
Gerichtsgutachtens, sofern das Gericht den Ausführungen des Beschwerdeführers
wider Erwarten folgen sollte (IV 2018/8: act. G 20).
B.e Am 18. Oktober 2018 reicht die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers eine
Honorarnote für das Beschwerdeverfahren in Höhe von Fr. 4'930.45 ein (IV 2018/8: act.
G 22).
C.
C.a Mit Verfügung vom 4. Januar 2018 wies die IV-Stelle auch das Gesuch um
unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Vorbescheidverfahren mangels sachlicher
Gebotenheit, fehlender Notwendigkeit und gegebener Aussichtslosigkeit ab (IV-act.
150).
C.b Dagegen lässt der Beschwerdeführer am 5. Februar 2018 Beschwerde erheben
und die Aufhebung der angefochtenen Verfügung beantragen (IV 2018/58: act. G 1).
C.c Mit Beschwerdeantwort vom 12. März 2018 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde, da eine anwaltliche Vertretung nicht geboten gewesen
sei. Die Frage, ob das Rechtsbegehren zudem aussichtslos gewesen sei, könne offen
bleiben (IV-act. 2018/58: act. G 3).

Erwägungen
1.
Streitgegenstand im Verfahren IV 2018/8 bildet die Frage der Rechtmässigkeit der
Abweisung des Begehrens um Leistungen der Invalidenversicherung (Verfügung vom
22. November 2017). Im Verfahren IV 2018/58 bildet die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Vorbescheidverfahren jenes Leistungsverfahrens den
Streitgegenstand (Verfügung vom 4. Januar 2018). Da die Streitgegenstände eng
zusammenhängen und sich dieselben Parteien gegenüberstehen, rechtfertigt es sich,
die Verfahren IV 2018/8 und IV 2018/58 zu vereinigen.
2.
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Vorab rügt die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers in formeller Hinsicht eine
Verletzung des rechtlichen Gehörs. So sei die Beschwerdegegnerin auf die Vorbringen
im Einwand vom 13. November 2017 nicht in rechtsgenüglicher Weise eingegangen,
sondern habe sich mit der Wiedergabe von Allgemeinplätzen ohne jeglichen Bezug zur
Argumentation des Beschwerdeführers begnügt. Auch sei die Beschwerdegegnerin auf
den Vorwurf der fehlenden Verwertbarkeit des SMAB-Gutachtens nicht weiter
eingegangen, sondern habe lediglich auf ein Schreiben des BSV vom 17. Februar 2017
verwiesen. Dem Vorwurf der ungenügenden Begründung der Verfügung kann jedoch
nicht gefolgt werden. So führte die Beschwerdegegnerin mit Bezug auf den Einwand
vom 14. November 2017 aus (vgl. IV-act. 147-2), dass der RAD zum Gutachten am 25.
September 2017 Stellung genommen habe. In dieser Stellungnahme hatte Dr. J._
festgehalten, dass das SMAB-Gutachten formal und inhaltlich den Konventionen
entspreche, welche man an ein medizinisches Gutachten stellen dürfe (IV-act. 137). Im
Weiteren nahm die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung direkt
inhaltlich zu den Rügen des Beschwerdeführers Stellung. So hätten die Gutachter
sämtliche Akten in ihre Beurteilung miteinbezogen und keine wesentliche Änderung des
Gesundheitszustands gegenüber der letzten Begutachtung festgestellt. Nach
Ausführungen zum Einkommensvergleich verwies sie schliesslich mit Bezug auf den
Vorwurf der Voreingenommenheit der Gutachterstelle auf das Schreiben des BSV,
welches bereits Thema der Verfügung vom 17. März 2017 gewesen war (IV-act. 128).
Da jene Verfügung bereits rechtkräftig war, erübrigten sich für die Beschwerdegegnerin
weitere Ausführungen dazu. Damit kann vorliegend nicht von einer Verletzung der
Begründungspflicht und damit des rechtlichen Gehörs ausgegangen werden, weshalb
die Streitigkeit nachfolgend materiell zu prüfen ist.
3.
3.1 Zunächst ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der
Invalidenversicherung streitig.
3.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
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und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
3.3 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist,
auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50% invalid ist, und auf eine
Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid ist. Der Grad der für einen allfälligen
Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
3.4 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit die
Erwerbsunfähigkeit bzw. den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung
bzw. das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch
andere Fachleute zur Verfügung stellen. Aufgabe des Arztes bzw. der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeit die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
256 E. 4). Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz
der freien Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das Gericht
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend ist
und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a).
4.
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4.1 Zu prüfen ist vorab, ob die vorliegende medizinische Aktenlage für eine Beurteilung
der Restarbeitsfähigkeit ausreichend ist und die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das
polydisziplinäre Gutachten der SMAB abgestellt hat. Die SMAB-Gutachter hielten nach
Konsensbesprechung aus dem psychiatrischen, neurologischen und internistischen
Fachgebiet als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (in der letzten
Tätigkeit) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (F32.0),
und einen Kombinationskopfschmerz von Migräne und Spannungskopfschmerz fest.
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (in der letzten Tätigkeit) bestünden
psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei anderenorts klassifizierten
Krankheiten (F54), Hypertonie unter Behandlung, gut eingestellt, sowie Übergewicht
(BMI 29 kg/m2). In psychiatrischer Hinsicht stünden im Vordergrund des
Beschwerdeerlebens Schmerzen, wobei der Beschwerdeführer über Kopf- und
Rückenschmerzen klage, dabei aber betone, dass die Kopfschmerzen ihn deutlich
stärker beinträchtigen und stärker belasten würden als die Rückenschmerzen. In
körperlicher Hinsicht bestehe darüber hinaus Schwindel. Die Schwindelzustände seien
gemäss aktuellem neurologischem Gutachten Epiphänomen bzw. Teil der
Kopfschmerzproblematik. Die Kopfschmerzen seien von neurologischer Seite gut
nachvollziehbar. Es werde die Diagnose eines Kombinationskopfschmerzes von
Migräne und Spannungskopfschmerz gestellt. Auch wenn die Kopfschmerzen
neurologisch gut nachvollziehbar seien, sei unter Berücksichtigung der Aktenlage und
bei deutlich erkennbaren psychosozialen Belastungsfaktoren (schon seit langem
bestehende finan-zielle Schwierigkeiten; Gefühl des Ansehensverlusts bei Kollegen,
Landsleuten aus K._ auf Grund der fehlenden Arbeitsstelle) davon auszugehen, dass
die Schmerzsymptomatik (die nicht nur Kopfschmerzen beinhalte) psychogen
überlagert seien. Die vorliegende psychogene Überlagerung könne am ehesten mit der
Diagnose F54, psychologische Faktoren und Verhaltensfaktoren bei anderenorts
klassifizierten Krankheiten, abgebildet werden. Darüber hinaus bestehe eine depressive
Symptomatik, die sich im Zusammenhang mit der langjährig bestehenden
Schmerzsymptomatik, aber auch vor dem Hintergrund der vorliegenden sozialen
Probleme entwickelt habe und inzwischen chronifiziert sei. Es liege eine leichte
depressive Episode bei rezidivierender depressiver Störung (F33.0) vor. Es bestünden
Fähigkeitsstörungen in den Bereichen Durchhaltefähigkeit, Flexibilität und
Umstellungsfähigkeit sowie Selbstbehauptungsfähigkeit, und es werde eingeschätzt,
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dass hinsichtlich der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Schreiner als auch in einer
leidensadaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80% vorliege (IV-act. 136-14f.).
4.2 Der neurologische Gutachter hielt fest, dass der Beschwerdeführer über
chronische Kopfschmerzen klage, die 1995 begonnen und deren Intensität seit 2006
ständig zugenommen hätten. Diese würden Charakteristika einer Migräne beinhalten -
die jedoch keine für eine vestibuläre Migräne erforderlichen vestibulären Symptome
aufwiesen - und auch solche eines chronischen Spannungskopfschmerzes. Die
Schwindelzustände würden im Kontext mit ihrem Auftreten bei starken Schmerzen als
Epiphänomen bezüglich der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers angesehen.
Wegen vor allem seiner Schmerzen und auch weiterer nicht neurogener
Beeinträchtigungen (Depression, Rückenschmerzen, Schulterverletzungen) könne der
Beschwerdeführer keiner Arbeitstätigkeit nachgehen. Die erwähnte, bislang einmalige
Schmerzattacke, die in ihren Symptomen einer Erythroprosopalgie ähnle, jedoch keine
Clusterbildung zeige, besitze nach Ausschluss einer symptomatischen Form
(29.08.2017 mit Zusatzbefund vom 29.08.2017 Radiologie Nordost, MRI-Schädel und
MR-Angiografie) derzeit keine Relevanz für die Arbeitsfähigkeit des Versicherten. Bei
der aktuellen neurologischen Untersuchung seien keine Ausfälle festzustellen. Die
Hirnnerven seien frei, es bestünden keine Paresen, keine Reflexauffälligkeiten, keine
sensiblen Auffälligkeiten oder Koordinationsstörungen. Die Arbeitsfähigkeit sei aus rein
neurologischer Sicht in der zuletzt ausgeübten körperlich leichten Tätigkeit um 20%
eingeschränkt. Eine für die Arbeitsfähigkeit relevante Verschlimmerung der Symptome
sei nicht erkennbar (IV-act. 136-15).
4.3 Gemäss dem Internisten ist seit mindestens 2008 eine Hypertonie bekannt. Die
aktuelle klinische Untersuchung und die Laborwerte seien bis auf ein Übergewicht (BMI
29 kg/m2) unauffällig. Aus internistischer Sicht bestehe kein Grund für eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 136-15).
4.4 Zusammenfassend kamen die Gutachter zum Schluss, dass integral, unter
Berücksichtigung sämtlicher Fachgutachten, eine Arbeitsfähigkeit von 80% vorliege,
sowohl in der bisherigen, als auch in einer leidensadaptierten Tätigkeit. Dabei würden
sich die Leistungseinbussen aus somatischer und psychiatrischer Sicht nicht addieren.
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Es könnten die gleichen Zeitabschnitte zum Einlegen von Pausen und zur Erholung
genutzt werden (IV-act. 136-15).
4.5 Nach Aufstellung der Beurteilungen in den einzelnen Disziplinen kamen die
Gutachter insgesamt zum Schluss, dass hinsichtlich des Belastungs- und
Ressourcenprofils überwiegend sachorientierte (kein oder allenfalls gelegentlicher
Kundenkontakt), regelmässige, gut vorstrukturierte Tätigkeiten ohne besonderen
Zeitdruck und ohne erhöhte Anforderungen an die emotionale Belastbarkeit in Frage
kämen. Nachtschichten sowie sehr unregelmässige Arbeitszeiten sollten vermieden
werden. In somatischer Hinsicht schlossen die Gutachter Tätigkeiten auf Gerüsten oder
Leitern und in unphysiologischer Zwangshaltung als ungeeignet aus. Ansonsten könne
der Beschwerdeführer leichte körperliche Tätigkeiten gemäss seiner Ausbildung und
Kenntnisse ausüben. Folglich betrage die Arbeitsfähigkeit sowohl in der bisherigen als
auch in einer leidensangepassten Tätigkeit 80% (IV-act. 136-16).
5.
5.1 Der Beschwerdeführer macht vorab unter Verweis auf seinen Einwand vom 13.
November 2017 (vgl. IV-act. 144-5) geltend, dass die Gutachterstelle bereits aus
Gründen der Voreingenommenheit keine Begutachtung hätte vornehmen dürfen. So
habe sie einen ihrer Gutachter in einer anderen Angelegenheit unter Druck gesetzt,
damit er eine Beurteilung nach ihren Vorgaben hätte abgeben sollen. Wie die
Beschwerdegegnerin diesbezüglich in der Beschwerdeantwort korrekt ausführte, kann
hier auf diese formellen Rügen jedoch nicht weiter eingegangen werden, nachdem die
Verfügung vom 17. März 2017 hinsichtlich dem Festhalten an der Gutachterstelle
SMAB AG (IV-act. 128) unangefochten in Rechtskraft erwachsen ist. Im Übrigen lassen
sich aus formeller Sicht vorliegend auch keine Hinweise finden, welche an der
Unvoreingenommenheit der Gutachterstelle Zweifel hervorrufen würden.
5.2 Sodann verweist die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers auf die
Beurteilungen des behandelnden Psychiaters Dr. C._. Dieser diagnostizierte im
Bericht vom 29. Juni 2016 eine depressive Entwicklung von mittelschwerer
Ausprägung mit deutlichem vegetativem Einschlag (ICD-10: F39), eine vegetative
Dysregulation mit zeitweisem Schwankschwindel und chronischer Schmerzbelastung
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bzw. Schmerzverarbeitungsstörung mit chronischem Schmerzerleben (ICD-10: F45.1),
eine vegetative Dysregulation und erhöhte Schmerzbereitschaft, beide mit phobischer
Überlagerung bzw. mit ängstlicher Erwartungshaltung und teilweiser Kinesiophobie
(ICD-10: F41.8) - die Kriterien für eine reine somatoforme Schmerzstörung seien hier
nicht alle erfüllt und doch sei der Einfluss von körperlichen Dysfunktionen neben dem
nuchalen Schmerz und den migräniformen Attacken, etwa durch Essstörungen oder
Schwindel, gross -, sowie eine beginnende sekundäre Wesensänderung (ICD-10: F62).
Der Beschwerdeführer sei im bisherigen Beruf/Tätigkeitsbereich vollständig
arbeitsunfähig. Diese Arbeitsunfähigkeit sei ausschliesslich gesundheitlich begründet.
Die gesundheitliche Verfassung erlaube es dem Beschwerdeführer nicht, weiterhin
konzentrationsabhängige oder umgekehrt auch keine allzu monotone Arbeit zu
versehen, weil gerade letztere keine genügende Gelegenheit für Ablenkung ergebe. Der
Psychiater ging davon aus, dass der Beschwerdeführer schon unter permanenter
Anspannung leide und daher nicht einfach die Symptomatiken überwinden könne -
dies verhinderten die vielen Cofaktoren: Er bleibe an die Schmerzen und die
psychopathologischen Symptome gefesselt. Der Psychiater hielt "daher eine
mindestens halbe - besser aber noch deutlich höhere! - Berentung für richtig". Auch für
leichtere Arbeiten sei dem Beschwerdeführer, der sich immer wieder - bei
eingeschränkter Motorik - (fort-)bewegen, neu positionieren und ablenken müsse,
kaum wirklich Spielraum gegeben. Berufliche Massnahmen seien weiterhin nicht zu
empfehlen (IV-act. 110-1, 3). Der psychiatrische SMAB-Gutachter Dr. med. L._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nimmt zwar nicht zu diesem aktuellsten
Bericht von Dr. C._, jedoch zum früheren, dreizehnseitigen "Zwischenbericht" vom
29. September 2015 (vgl. IV-act. 91) mit denselben Diagnosen, ausführlich Stellung. Dr.
L._ weist darauf hin, dass der Bericht ausgesprochen defizitorientiert sei. Noch
vorhandene Interessen und Ressourcen würden allenfalls angedeutet. Dagegen gehe
der Beschwerdeführer durchaus Interessen nach, er lese Bücher, Zeitschriften und sei
am Weltgeschehen interessiert (schaue Fernsehen und dabei ausschliesslich
Nachrichtensendungen, sowohl auf schweizerischen als auch M._-Sendern). Die von
Dr. C._ aufgestellte Diagnose einer Wesensänderung konnte Dr. L._ nicht teilen.
Dabei würden Antrieb und Interessen verloren gehen und die Emotionen abstumpfen,
was beim Beschwerdeführer nicht zutreffe. Er nehme durchaus soziale Kontakte wahr,
gehe Interessen nach und wirke emotional keinesfalls abgestumpft. Dass sich bei
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einem langjährig bestehenden, chronifizierten Krankheitsbild auch gewisse resignative
Züge zeigen würden, dass bei fehlenden Alltagsverpflichtungen und
Alltagsanforderungen eine gewisse Dekonditionierung auftrete, sei zu erwarten, dies
habe aber mit einer Wesensänderung nichts zu tun. Auch könne im Gegensatz zur von
Dr. C._ diagnostizierten mittelschweren Ausprägung der chronifizierten depressiven
Episode aktuell nur eine leichte depressive Episode gesehen werden (IV-act. 136-35).
Die depressive Symptomatik habe sich im Zusammenhang mit der langjährig
bestehenden Schmerzsymptomatik, aber auch auf dem Hintergrund der vorliegenden
sozialen Probleme entwickelt und sei inzwischen chronifiziert. Was den Schweregrad
angehe, bestehe auf der einen Seite durchaus eine relevante depressive Symptomatik,
der Beschwerdeführer wirke in der Untersuchung deutlich bedrückt. Auf der anderen
Seite gehe er aber auch durchaus verschiedenen Interessen nach, lese Bücher,
Zeitungen, schaue fern, habe relativ gute Kontakte zu seinen Kindern, fahre Auto (wenn
auch nur kurze Strecken), unternehme ein- bis zweimal jährlich eine Reise in seine
frühere Heimat (K._). Insgesamt ergebe sich das Bild einer leichten depressiven
Episode bei rezidivierender depressiver Störung (F33.0). Gegen eine stärker
ausgeprägte Depression im Sinne einer mittelgradigen oder gar schweren depressiven
Episode spreche im Übrigen auch, dass der Beschwerdeführer zwar ausserhalb seiner
Familie nur wenige soziale Kontakte habe - dies aber nicht wegen fehlenden Interesses
an sozialen Kontakten, sondern auf Grund der Tatsache, dass er immer wieder auf die
Thematik des Arbeitens bzw. des Nichtarbeitens angesprochen werde. Dies belaste ihn
und sei ihm offensichtlich unangenehm. Auch äussere der Beschwerdeführer, er habe
immer gern gearbeitet und würde, wenn die Schmerzen nicht wären, sofort wieder
anfangen zu arbeiten. Dies spreche ebenfalls sehr deutlich gegen eine stärker
ausgeprägte depressive Symptomatik, insbesondere gegen eine stärker ausgeprägte
depressionsbedingte Antriebsminderung (IV-act. 136-32). Weiter führte Dr. L._ aus,
dass sämtliche Medikamentenspiegel unterhalb des Referenzbereichs lägen, wobei die
Medikamente auch eher niedrig dosiert seien. Da zudem die Möglichkeit einer
Stoffwechselvariante mit einer überdurchschnittlichen Verstoffwechselung bestehe, sei
es sicher nicht definitiv belegt, dass der Versicherte die Medikamente nur
unregelmässig einnehme. Dies sei aber zumindest sehr fraglich. Abgesehen von der
Ursache der niedrigen Spiegel sollte im Rahmen der ambulanten psychiatrischen
Behandlung eine Optimierung erfolgen (IV-act. 136-31). Die Ausführungen von Dr. L._
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erscheinen nachvollziehbar und schlüssig. So setzte er sich mit den abweichenden
Ausführungen des behandelnden Psychiaters eingehend auseinander und legte seine
Beurteilungen ausführlich und mit schlüssiger Begründung dar. Dass somit nicht vom
Schweregrad einer mittelgradigen Depression, sondern lediglich von dem einer leichten
auszugehen ist, erscheint überzeugend. Schliesslich wird auch die Diagnose einer
Wesensänderung durch die Ausführungen von Dr. L._ nachvollziehbar entkräftet.
5.3 Weiter argumentiert die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, das Gutachten
widerspreche sogar den früheren ABI-Gutachten vom 2. Juni 2008 (IV-act. 33) und vom
12. Oktober 2010 (IV-act. 77). Gemäss jenen Gutachtern habe dem Beschwerdeführer
eine Tätigkeit in seinem angestammten Beruf als Schreiner (Hilfstätigkeit) nicht mehr
zugemutet werden können. Dagegen beurteilten die SMAB-Gutachter die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in seiner bisherigen Tätigkeit als um 20%
eingeschränkt (vgl. IV-act. 136-16, 136-43). Da sie jedoch nicht konkret auf das
angestammte Tätigkeitsprofil eingingen, dafür aber die Adaptionskriterien dezidiert
ausführten (vgl. IV-act. 136-16), ist dieser Mangel bzw. dieser ungeklärt gebliebene
Widerspruch zum ABI-Gutachten von 2010 nicht von grosser Relevanz. Dies zumal der
Beschwerdeführer auch schon lange nicht mehr in seiner angestammten Tätigkeit
arbeitet. Aus dem neurologischen Teilgutachten ergibt sich denn auch, dass der
Gutachter in der Berufsanamnese von der zuletzt in der Verpackungsabteilung einer
Plastikfabrik ausgeübten körperlich leichten Arbeit ausging (vgl. IV-act. 136-41,
136-43). Im Weiteren wurden sämtliche Abweichungen zum ABI-Gutachten
nachvollziehbar erklärt. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass selbst Dr. C._ nicht mehr
- wie noch die ABI-Gutachter (vgl. IV-act. 77-19) - von einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung ausging (vgl. IV-act. 91-6). Zudem hielt Dr. L._ fest,
dass es beim Beschwerdeführer im Laufe der Jahre zwar zu einer Verschlechterung
des Beschwerdebildes gekommen sei, der aktuelle Schweregrad der Depression
jedoch vergleichbar mit der Situation im Jahr 2010 sei, als die zweite ABI-
Begutachtung stattgefunden habe. Somit habe durch die nach 2010 durchgeführten
Therapiemassnahmen zumindest eine weitere Verschlechterung verhindert werden
können (IV-act. 136-33).
5.4 Schliesslich beanstandet der Beschwerdeführer auch, dass das SMAB-Gutachten
den Kriterien nach der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung gemäss "BGE
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8C_841/2016 und BGE 8C_130/2017" nicht standhalte. Diese verlange für sämtliche
psychischen Erkrankungen, dass die tatsächliche Leistungsfähigkeit eines Ansprechers
anhand von Indikatoren zu ermitteln sei (act. G 1, S. 7). Gemäss BGE 141 V 298ff. E.
4.3f. ist im Rahmen einer Begutachtung zu prüfen, wie es sich hinsichtlich der
Indikatoren Schweregrad (Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und
Symptome, Behandlungserfolg oder -resistenz, Komorbidität, Komplex der
Persönlichkeit und sozialer Kontext) und Konsistenz (Einschränkung des
Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen und Inanspruchnahme von
therapeutischen Optionen) verhält. Im Gutachten werden - wie oben ausgeführt (vgl.
Erwägung 4.2) - die diagnoserelevanten Befunde und Symptome eingehend behandelt
(vgl. auch IV-act. 136-33). Zum Behandlungserfolg bzw. -resistenz fasste Dr. L._
zusammen, es sei bereits seit 2006 eine ambulante psychiatrische Behandlung erfolgt.
2009 habe eine stationäre psychosomatische Behandlung in der Klinik E._
stattgefunden, 2011 eine stationäre psychiatrische Therapie in der Klinik G._. Im
Laufe der Jahre sei es zu einer Verschlechterung des Krankheitsbildes gekommen. Im
Rahmen der ersten polydisziplinären Begutachtung im Institut ABI 2008 sei noch keine
eigenständige Depressionsdiagnose gestellt worden. Anlässlich der zweiten
Begutachtung 2010 sei eine leichte depressive Episode diagnostiziert worden. Nach
seiner Beurteilung sei der Schweregrad der Depression in etwa vergleichbar mit der
Situation im Jahr 2010, so dass durch die nach 2010 durchgeführten
Therapiemassnahmen zumindest eine weitere Verschlechterung habe verhindert
werden können (IV-act. 136-33). Wie sich jedoch aus dem Bericht der Klinik G._ vom
1. Juli 2011 über die stationäre Behandlung vom 11. April bis 11. Juni 2011 deutlich
ergebe, habe sich der Beschwerdeführer nicht ausreichend auf das intensivere
Therapieangebot einlassen können. Es sei damals aufgefallen, dass an sich durchaus
Besserungen erreicht worden seien, der Beschwerdeführer sich im Klinikalltag gelöster,
entspannter und aktiver gezeigt und sich seine Schlafqualität gebessert habe. Er habe
allerdings Schwierigkeiten gehabt, diese Besserungen wahrzunehmen und sich
wiederholt geäussert, dass sich "nichts" verändert habe. Daher erscheine eine erneute
Therapieintensivierung (teil- oder vollstationäre Behandlung) wenig erfolgversprechend
(IV-act. 136-36). In Bezug auf Komorbiditäten verwies Dr. L._ auf seine Ausführungen
zur Herleitung der Diagnosen und Epikrise (vgl. IV-act. 136-33 und dazu die
Ausführungen in Erwägung 3.1 und 4.2). Hinsichtlich dem Komplex
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"Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen) hielt Dr. L._
fest, der Beschwerdeführer sei von der Primärpersönlichkeit her verträglich,
kontaktfreudig, offen und es gäbe keine Hinweise für eine Persönlichkeitsakzentuierung
oder Persönlichkeitsstörung. Zum sozialen Kontext wurde festgehalten, dass der
Beschwerdeführer sehr stark durch die schwierige finanzielle Situation belastet sei.
Ressource sei der stabile familiäre Hintergrund (IV-act. 136-34). In Bezug auf die
Konsistenz sah Dr. L._ allerdings eine Diskrepanz zwischen der eigenen Beurteilung
des Beschwerdeführers, er sei zu keinerlei beruflicher Tätigkeit in der Lage, und seinem
Aktivitätsniveau im Bereich der Freizeit. Zwar helfe er im Haushalt nur wenig, indem er
lediglich zusammen mit der Ehefrau einkaufen gehe. Dies dürfte allerdings mit seinem
kulturellen Hintergrund zusammenhängen, da in seinem Herkunftsland K._
Hausarbeit in der Regel von den weiblichen Familienmitgliedern übernommen werde
(IV-act. 136-34). Schliesslich würdigte Dr. L._ auch hinsichtlich der Konsistenz der
Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, dass ein behandlungsanamnestisch
ausgewiesener Leidensdruck insofern vorliege, als dass sich der Beschwerdeführer
schon seit 2006 in ambulante psychiatrische Behandlung begebe. Trotz des seit vielen
Jahren bestehenden Krankheitsbildes seien bislang allerdings nur zweimal, im Jahr
2009 und 2011, eine psychiatrische bzw. psychosomatische stationäre Behandlung
erfolgt. Zudem seien die vorliegenden Therapiemöglichkeiten in medikamentöser
Hinsicht nicht ausgeschöpft, da sämtliche Medikamentenspiegel unterhalb des
Referenzbereiches lägen (IV-act. 136-34). Inwiefern diese Ausführungen somit den
Voraussetzungen an die neuere Rechtsprechung nicht standhalten, lässt die
Beschwerde offen. Insbesondere lässt sich auch mit dem Hinweis der Rechtsvertreterin
nichts zu Gunsten des Beschwerdeführers ableiten, dass dem Kriterium der
Therapieresistenz nicht mehr die gleiche Bedeutung wie vor der neuen
Rechtsprechung zukomme. Denn die Gutachter leiteten die von ihnen attestierte
80%ige Arbeitsfähigkeit nicht nur von noch offenen bzw. nicht ausgeschöpften
medikamentösen Therapiemöglichkeiten her, sondern begründeten die
Leistungsfähigkeit umfassend.
5.5 Zusammenfassend ist das SMAB-Gutachten hinsichtlich der Diagnosestellung und
der Arbeitsfähigkeitsschätzung in leidensadaptierten Tätigkeiten als schlüssig und
nachvollziehbar zu beurteilen, weshalb darauf abzustellen ist.
6.
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6.1 Die Rechtsvertreterin rügt sodann die Bemessung des Invaliditätsgrads. Selbst
wenn jedoch zu Gunsten des Beschwerdeführers, wie die Beschwerdegegnerin in der
Beschwerdeantwort vom 23. Februar 2018 vorschlägt, sowohl für das
Valideneinkommen als auch das Invalideneinkommen auf das durchschnittliche
Hilfsarbeitereinkommen nach den Tabellenlöhnen der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamts für Statistik abgestellt würde, was einem
Prozentvergleich entspricht, ergäbe sich unter Berücksichtigung einer Arbeitsfähigkeit
in leidensadaptierten Tätigkeiten von 80% mit einem IV-Grad von 20% (100% - 80%)
kein rentenbegründender Invaliditätsgrad.
6.2 Da unter Würdigung der gesamten Umstände auch keine Gründe für die
Gewährung eines Abzugs vom Tabellenlohn ersichtlich sind, kann die Frage der
Festlegung eines solchen hier offen gelassen werden. Anzufügen bleibt, dass selbst ein
solcher von maximal 10% am fehlenden Anspruch auf eine Rente bei einem IV-Grad
von 28% (100% - [80% x 0.9]) nichts zu ändern vermöchte.
7.
7.1 Schliesslich ist die Frage des Anspruchs auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung
im Vorbescheidverfahren zu prüfen.
7.2 Ob eine unentgeltliche Rechtsverbeiständung sachlich notwendig ist, beurteilt sich
nach den konkreten Umständen des Einzelfalls. Die Rechtsnatur des Verfahrens ist
ohne Belang. Grundsätzlich fällt die unentgeltliche Rechtsverbeiständung für jedes
staatliche Verfahren in Betracht, in das die gesuchstellende Person einbezogen wird
oder das zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist (BGE 128 I 227 E. 2.3 mit Hinweisen).
7.3 Die Notwendigkeit einer anwaltlichen Vertretung im Vorbescheidverfahren wird in
der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung namentlich mit Blick darauf, dass
die Versicherungsträger und Durchführungsorgane der einzelnen Sozialversicherungen
den rechtserheblichen Sachverhalt unter Mitwirkung der Parteien nach den
rechtsstaatlichen Grundsätzen der Objektivität, Neutralität und Gesetzesgebundenheit
(BGE 136 V 376) zu ermitteln haben (Art. 43 ATSG), nur zurückhaltend bejaht. Es
müssen sich danach schwierige rechtliche oder tatsächliche Fragen stellen, und eine
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Interessenwahrung durch Dritte (Verbandsvertreter, Fürsorgestellen oder andere Fach-
und Vertrauensleute sozialer Institutionen) muss ausser Betracht fallen (BGE 132 V 201
E. 4.1 in fine; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 26. November 2012,
9C_878/2012, E. 3.6 und vom 22. Februar 2013, 9C_908/2012, E. 2.2, je mit Hinweis
darauf, dass die IV-Stellen unter Umständen auf soziale Einrichtungen hinzuweisen
haben, die fachkundige Unterstützung im Verwaltungsverfahren bieten [würden], und
darauf aufmerksam zu machen haben, bei diesen ein entsprechendes Gesuch zu
stellen). Insbesondere vermag nach dieser bundesgerichtlichen Rechtsprechung selbst
die hohe Bedeutung medizinischer Gutachten für sich allein genommen die
Notwendigkeit einer anwaltlichen Vertretung nicht zu begründen. Es bedarf vielmehr
weiterer Umstände, welche die Sache als nicht (mehr) einfach und eine anwaltliche
Vertretung als notwendig erscheinen lassen (Urteile des Bundesgerichts vom 16.
Dezember 2013, 9C_692/2013, E. 4.2 und vom 22. Februar 2013, 9C_908/2012, E. 5.2
mit Hinweisen). Von Bedeutung ist auch die Fähigkeit der versicherten Person, sich im
Verfahren zurechtzufinden (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2013,
9C_908/2012, E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).
8.
8.1 Vorliegend macht die Rechtsvertreterin geltend, die IV-Akten betreffend den
Beschwerdeführer würden rund zehn Jahre umspannen, was bereits die Komplexität
der Angelegenheit nahe lege. Würde es sich dagegen um einen reinen
"Durchschnittsfall" handeln, wäre nicht einsichtig, weshalb die Beschwerdegegnerin
ihn nach den beiden ABI-Gutachten im Nachgang zur Neuanmeldung von Dezember
2015 erneut polydisziplinär begutachten lassen hätte. Entgegen diesen Vorbringen
handelt es sich vorliegend hinsichtlich des Schwierigkeitsgrades jedoch um einen
durchschnittlichen Rentenfall. Dabei geht es hauptsächlich um die Frage, ob sich beim
Beschwerdeführer eine derartige Verschlechterung des Gesundheitszustands
eingestellt hat, dass sie ihm einen Anspruch auf eine Invalidenrente gibt. Hierzu bedarf
es medizinischer Grundlagen, welche einerseits eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit und
andererseits auch nach rechtlicher Würdigung eine (rentenrelevante)
Erwerbsunfähigkeit belegen. Die Rechtsvertreterin kann nicht darlegen, inwiefern sich
besondere tatsächliche oder rechtliche Fragen stellen. Auch die Tatsachen, dass der
Beschwerdeführer im Rahmen der Neuanmeldung polydisziplinär begutachtet wurde
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und frühere Gutachten vorliegen, macht für sich allein noch keine anwaltliche
Vertretung erforderlich. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung begründet ein
umstrittenes Gutachten allein noch keinen Anspruch auf unentgeltliche
Rechtsverbeiständung (vgl. E. 7.3 sowie Urteil des Bundesgerichts vom 12. Februar
2016, 8C_633/2015, E. 6). Daran ändert nichts, dass sich der Beschwerdeführer bereits
fast zehn Jahre früher zum ersten Mal bei der IV zum Leistungsbezug anmeldete und
daher auf Grund von mehrmaligen Gesundheitsprüfungen ein etwas dickeres
Aktendossier vorliegt.
8.2 Sodann vermag auch die Argumentation der Rechtsvertreterin, der
Beschwerdeführer sei nicht deutscher Muttersprache und es fehlten ihm die nötigen
Qualifikationen, um seine Rechte vertreten zu können, gestützt auf die
bundesgerichtliche Rechtsprechung nicht zu überzeugen (vgl. BGE 139 V 600, E.
3.2.1). Zwar erfordert es in der Regel gewisse medizinische Kenntnisse und juristischen
Sachverstand, Schwachstellen fachärztlicher Expertisen zu erkennen, und es ist davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer über beides nicht verfügt. Dennoch wäre es
ihm durchaus zumutbar gewesen, die erforderlichen Akten bei seinem behandelnden
Psychiater oder allfällig weiteren Ärzten selber einzufordern und diese der
Beschwerdegegnerin weiterzuleiten sowie gegenüber jener eine Verschlechterung des
Gesundheitszustands geltend zu machen oder zumindest eine ihm nahestehende
Person, wie beispielsweise einen seiner Söhne, damit zu beauftragen. Damit erübrigen
sich auch Ausführungen dazu, ob allenfalls andere Stellen oder soziale Institutionen zur
Vertretung des Beschwerdeführers in Frage gekommen wären. Im Weiteren lässt sich
die Notwendigkeit einer anwaltlichen Vertretung auch nicht gestützt auf seinen
Gesundheitszustand bzw. die bei ihm gestellten Diagnosen begründen.
8.3 Insgesamt stellen sich somit auf Grund des obigen Sachverhalts keine besonders
schwierigen Rechtsfragen, weshalb von einem "normalen Durchschnittsfall" im
Sachgebiet der Invalidenversicherung auszugehen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 18. September 2009, 9C_315/2009, E. 2.1). Mit Blick auf die strengen
Anforderungen an die Notwendigkeit einer anwaltlichen Vertretung im
Verwaltungsverfahren hat die Beschwerdegegnerin damit das Gesuch um
unentgeltliche Verbeiständung zu Recht abgelehnt. In der Folge erübrigt sich eine
Prüfung der weiteren Voraussetzungen.
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9.
9.1 Auf Grund der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde gegen die
Verfügung betreffend IV-Leistungen vom 22. November 2017 (IV 2018/8) abzuweisen.
9.2 Die Beschwerde gegen die Verfügung betreffend unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren vom 4. Januar 2018 (IV 2018/58) ist
ebenfalls abzuweisen.
9.3 Das Beschwerdeverfahren betreffend IV-Leistungen ist kostenpflichtig. Die Kosten
werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr.
600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen.
Dem unterliegenden Beschwerdeführer ist die Gerichtsgebühr für das Verfahren IV
2018/8 in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege
ist er von der Bezahlung zu befreien.
9.4 Demgegenüber sind im Beschwerdeverfahren IV 2018/58 betreffend unentgeltliche
Verbeiständung im Verwaltungsverfahren keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 61 lit. a
ATSG). Da es sich vorliegend nicht um eine Streitigkeit betreffend "IV-Leistungen"
handelt, findet die Kostenregelung von Art. 69 Abs. 1bis IVG keine Anwendung (vgl.
Entscheid des Versicherungsgerichts vom 12. Januar 2012, IV 2010/270, E. 6.4).
9.5 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung im Verfahren IV
2018/8 die Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS 963.75; in der vorliegend
anwendbaren, seit 1. Januar 2019 gültigen Fassung, siehe Art. 30bis HonO) pauschal
Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat am 18.
Oktober 2018 eine Honorarnote in Höhe von Fr. 4'930.45 eingereicht (IV 2018/8: act. G
22). Mit Blick auf die in vergleichbaren Fällen üblicherweise bezahlte
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Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- erscheint der geltend gemachte Aufwand als
übersetzt. In der Verwaltungsrechtspflege sind sodann keine Entschädigung nach
Stunden, sondern Pauschalen vorgesehen. Der Bedeutung und der Schwierigkeit der
Streitsache angemessen erscheint eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer). Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art.
31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes [AnwG; sGS 963.70]). Somit hat der Staat die
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers pauschal (BGE 125 V 201) mit Fr. 2'800.--
(inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
9.6 Der Beschwerdeführer lässt auch für das Verfahren IV 2018/58 die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung beantragen. Die diesbezüglichen Voraussetzungen sind erfüllt,
wenn der Prozess nicht offensichtlich aussichtslos, die Partei bedürftig und die
Verbeiständung durch einen Anwalt notwendig oder doch geboten ist (Art. 61 lit. f
ATSG; BGE 103 V 47; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich 2015, Rz 177 zu
Art. 61 ATSG, vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 28. Juni 2012, 8C_438/2012, E.
3.2 mit Hinweisen). Dabei gilt als bedürftig, wem die Mittel fehlen, um neben dem
Lebensunterhalt für sich und seine Familie die Anwaltskosten aufzubringen (vgl.
KIESER, a.a.O., Rz 179 f. zu Art. 61 ATSG). Wie den Abrechnungen der Sozialen
Dienste N._ für die Monate August bis November 2017 zu entnehmen ist (vgl. IV
2018/8: act. G 4.1), wurden der Beschwerdeführer und seine Ehefrau in finanzieller
Hinsicht vom Sozialamt unterstützt. Damit ist die Bedürftigkeit ausgewiesen. Nachdem
das Beschwerdeverfahren auch nicht geradezu aussichtslos war und eine anwaltliche
Verbeiständung als geboten erscheint, ist die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu
bewilligen. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit betreffend unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren erscheint mit Blick auf die
Anforderungen und die Komplexität der Streitsache eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 1'500.-- angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen
(Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit hat der Staat die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers pauschal (BGE 125 V 201) mit Fr. 1'200.-- (inkl. Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
9.7 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
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Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).