Decision ID: 9343ce88-dd5b-5dde-a729-daabcbb318f8
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. rer. publ. Michael B. Graf, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich im Oktober 2007 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an. Vom 5. März bis 6. Juli 2007 habe sie zuletzt bei der
Schulgemeinde D._ als Primarlehrerin gearbeitet. Als Nebenbeschäftigung arbeite sie
ca. drei Stunden pro Monat als Kursleiterin für Z._. Seit 7. Juli 2007 sei sie arbeitslos
(IV-act. 4).
A.b Im Arztbericht vom 13. November 2007 diagnostizierte Dr. med. B._, Neurologie
FMH, St. Gallen, eine Epilepsie mit generalisierten Anfällen, neuropsychologische
Defizite und einen Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung. Es sei zu vermuten, dass
in der jetzigen Tätigkeit eine bleibende Einschränkung von mindestens 20% bestehe
(IV-act. 15).
A.c Am 14. Mai 2008 erfolgte eine arbeitsmedizinische Untersuchung durch den
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Invalidenversicherung. Im Bericht vom 26. Mai
2008 stellte Dr. med. C._, Facharzt für Arbeitsmedizin, die Diagnosen
selbstunsichere, ängstliche Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.6) und idiopathische
Epilepsie (ICD-10: G40.3). In der angestammten Tätigkeit als Primarlehrerin sei die
Versicherte dauerhaft zu mindestens 50% eingeschränkt. Aus arbeitsmedizinischer
Sicht seien jegliche Kontaktberufe, sei es nun mit Patienten, Klienten, Kunden oder
Kindern, dauerhaft nicht geeignet. In einer überwiegenden Alleinarbeit, zum Beispiel im
Backoffice eines Büros oder in der Dokumentation von Informationen oder
Schriftstücken sei der Versicherten eine uneingeschränkte Leistungsaufnahme
zuzumuten (IV-act. 31).
A.d Vom 25. August bis 19. September 2008 befand sich die Versicherte in der
BEFAS Appisberg. Gemäss Schlussbericht vom 6. Oktober 2008 habe keine Tätigkeit
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gefunden werden können, welche die Versicherte in der freien Wirtschaft ausüben
könnte (IV-act. 45).
A.e Mit Schreiben vom 23. März 2009 teilte die IV-Stelle der Versicherten den
Abschluss der Arbeitsvermittlung mit (IV-act. 63).
A.f Im Vorbescheid vom 23. März 2009 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, dass sie bei einem Invaliditätsgrad von 14% keinen Anspruch auf eine
Invalidenrente habe. Eine leidensadaptierte Tätigkeit auf dem freien 1. Arbeitsmarkt sei
zu 100% zumutbar (IV-act. 65). Gegen diesen Vorbescheid liess die Versicherte am
8. Mai 2009 Einwand erheben (IV-act. 74). Aufgrund des Einwandes veranlasste die IV-
Stelle eine interdisziplinäre Abklärung in der MEDAS Zentralschweiz (IV-act. 78).
A.g Im Gutachten der MEDAS Zentralschweiz vom 6. Januar 2010 wurden im Wesent
lichen eine "sonstige näher bezeichnete organische psychische Störung" aufgrund
einer Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns oder einer körperlichen Krankheit
(ICD-10: F06.8) bzw. eine epileptische Wesensveränderung bei Epilepsie unklarer
Ätiologie, Verdacht auf kryptogene Epilepsie, bei neuropsychischer Funktionsstörung,
eine Migräne ohne Aura sowie eine mediane Gonarthrose linksbetont und eine initiale
Femoropatellararthrose beidseits bei Patellalateralisation beidseits diagnostiziert. Die
angestammte Tätigkeit als Primarlehrerin sei der Versicherten noch zu 55% zumutbar.
Bezüglich der Tätigkeit als Schmuckverkäuferin sei die Arbeitsfähigkeit auf 65%
festzulegen. Auch jede andere körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit, ohne
übermässige Anforderungen an Aufmerksamkeitsleistungen und an die
Strukturierungsfähigkeit (kognitive Defizite), ohne Schichtbetrieb, gefährliche
Maschinen und ohne stundenlange PC-Arbeiten (Epilepsie/Migräne) und ohne erhöhte
Anforderungen an die psychische Belastbarkeit oder an besondere Fähigkeiten
(epileptische Wesensveränderung), sei der Versicherten zu 65% zumutbar (IV-act. 81).
A.h Mit Vorbescheid vom 26. April 2010 wurde der Versicherten mitgeteilt, dass sie
bei einem Invaliditätsgrad von 45% ab 1. Januar 2008 einen Anspruch auf eine
Viertelsrente habe (IV-act. 89). Gegen den Vorbescheid liess die Versicherte am 21. Mai
2010 Einwand erheben und machte geltend, dass sie Anspruch auf eine ganze Rente
habe (IV-act. 90). Mit Verfügung vom 12. Oktober 2010 eröffnete die IV-Stelle der
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Versicherten wie angekündigt, dass sie ab 1. Januar 2008 Anspruch auf eine
Viertelsrente habe (IV-act. 93 und 94).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 28. Oktober 2010 mit
den Anträgen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der
Beschwerdeführerin sei ab 1. Oktober 2006 eine ganze Invalidenrente auszurichten;
unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Das Valideneinkommen betrage
unbestrittenermassen Fr. 110'000.--. Ab 4. Januar 2010 habe die Beschwerdeführerin
bei einem Pensum von 32% ein monatliches Bruttoeinkommen von Fr. 2'628.40 erzielt,
was einem Jahresgehalt von Fr. 31'540.80 entsprechen würde, woraus ein
Invaliditätsgrad von 71.3% resultiere. Die berufliche Abklärung an der BEFAS
Appisberg, die Einschätzung des RAD-Arztes Dr. C._ und die Beurteilung des
Eingliederungsfachmanns der Beschwerdegegnerin würden gegen eine Verwertbarkeit
der Restarbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sprechen. Dies gelte auch für
den Unterricht in einer Kleinklasse, da dieser mindestens so fordernd sei wie der in
einer Regelklasse. Selbst bei einem Arbeitspensum von 55% als Kleinklassenlehrerin
bestünde ein Anspruch auf eine halbe Invalidenrente. Mit der Erteilung von
Nachhilfestunden komme die Beschwerdeführerin unmöglich auf ein Arbeitspensum
von 55%. Die Erkrankung bestehe schon viel länger als seit Januar 2007, weshalb die
Beschwerdeführerein ab Oktober 2006 Anspruch auf eine Invalidenrente habe (act. G
1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 27. Dezember 2010 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin sei vom
5. März bis 6. Juli 2007 als stellvertretende Primarlehrerin in D._ tätig gewesen und
habe einen Monat lang 28 Lektionen und ab 23. April 2007 19 Lektionen pro Woche
gearbeitet. Die allgemeine Arbeitszeit im Betrieb betrage 30 Lektionen pro Woche. Der
Beschwerdeführerin sei es somit nach Eintritt der reduzierten Arbeitsfähigkeit möglich
gewesen, ihrer angestammten Tätigkeit nachzugehen. Vom 4. Januar bis 2. Juli 2010
sei die Beschwerdeführerin als Primarlehrerin für Kleinklassen angestellt gewesen und
habe 10 Lektionen pro Woche unterrichtet. Damit dürfte widerlegt sein, dass sie ihre
Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft nicht verwerten könne. Bei der Ermittlung des
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Invalideneinkommens sei daher auf die 55%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit abzustellen. Gemäss Gutachten der MEDAS Zentralschweiz sei der
mutmassliche Beginn der reduzierten Arbeitsfähigkeit auf Januar 2007 festzulegen. Ob
bereits zu einem früheren Zeitpunkt eine Einschränkung bestanden habe, sei der
Aktenlage nicht zu entnehmen (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 4. Februar 2011 hält die Beschwerdeführerin an den gestellten
Anträgen fest (act. G 9).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G
11).
B.e An der Sitzung vom 15. Februar 2012 beschloss das Versicherungsgericht, ein
interdisziplinäres Gerichtsgutachten bei der MEDAS Ostschweiz einzuholen (act. G 15;
vgl. zu den Stellungnahmen der Parteien act. G 16 und G 18). Am 12. März 2012
beauftragte das Versicherungsgericht die MEDAS Ostschweiz mit der Erstellung des
Gerichtsgutachtens (act. G 17; vgl. auch act. G 24).
B.f Am 3., 9. und 11. Juli 2012 wurde die Beschwerdeführerin in der MEDAS
Ostschweiz interdisziplinär (neurologisch, psychiatrisch und neuropsychologisch)
untersucht. Im Gerichtsgutachten vom 23. August 2012 diagnostizieren die Experten
mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit eine epileptische
Wesensveränderung im Sinn einer Organstörung aufgrund einer Schädigung oder
Funktionsstörung des Gehirns oder einer körperlichen Krankheit (ICD-10: F06.8) bei
seit dem 13. Lebensjahr bestehender sekundär generalisierter Epilepsie mit tonisch-
klonischen, fraglich myoklonischen Aufwachanfällen vermutlich kryptogener Genese;
vermutlich unter antiepileptischer Therapie nicht anfallsfrei (act. G 27, S. 38). Aus
polydisziplinärer Sicht würden auf die berufliche Leistungsfähigkeit nicht nur die
neuropsychologischen Fähigkeitsstörungen einwirken, sondern es handle sich vielmehr
um ein komplexes Geschehen, wobei auch IV-fremde Anteile mitwirkten. Qualitativ
seien Tätigkeiten auf Leitern und Gerüsten, im Wasser (z.B. Tauchen) oder solche, die
das Führen eines Autos notwendig machen würden nicht zumutbar. Als Primarlehrerin
sei die Arbeitsfähigkeit um ca. 40 bis 50% reduziert. Als Verkäuferin sei die
Einschränkung auf 50 bis 60% einzuschätzen. Mit Schwankungen in der beruflichen
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Leistungsfähigkeit sei im Langzeitverlauf zu rechnen. Möglicherweise könne eine
Tätigkeit in der Heilpädagogik der Beschwerdeführerin entgegenkommen, wobei davon
auszugehen sei, dass sie eine 100%ige Arbeitsfähigkeit auch in einer adaptierten
Tätigkeit wohl nicht erlangen können werde. Die Beurteilung des Umfangs einer
Einschränkung in diesem Bereich sei aus jetziger Sicht schwierig. Sie dürfte jedoch
unterhalb der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als Primarlehrerin liegen (act. G 27,
S. 43).
B.g Die Beschwerdeführerin rügt am Gerichtsgutachten, dass in der
Gesamtbeurteilung die vom psychiatrischen Gutachter beschriebenen qualitativen
Einschränkungen (Reduktion der administrativen Tätigkeiten, keine Eltern- und
Behördengespräche) nicht übernommen worden seien. Ferner sei nicht
nachvollziehbar, dass die Einschränkung in einer Verkaufstätigkeit höher sein soll als im
angestammten Beruf. Schliesslich sei die Auffassung nicht richtig, dass die
Beschwerdeführerin in den letzten zwei bis drei Jahren jeweils ein Pensum von 50 bis
75% verrichtet habe. Das tatsächliche Pensum habe bedeutend weniger betragen, wie
sich aus der eingereichten Zusammenstellung ergebe. Die Einschränkung dürfte allein
bezogen auf das Unterrichtspensum mindestens 70% betragen. Hinzu kämen die
Dispensation von Zusatzbelastungen und die qualitative Einschränkung. Des Weiteren
macht sie Ausführungen zur Höhe der Vergleichseinkommen (Stellungnahme vom
12. September 2012, act. G 29 und G 29.7).
B.h In der von der Beschwerdegegnerin eingereichten Stellungnahme vom 5. Oktober
2012 hält der RAD das Gerichtsgutachten für beweiskräftig (act. G 32). Auf
Aufforderung des Versicherungsgerichts hin reicht die Beschwerdeführerin am
23. November 2012 eine ergänzte Tabelle betreffend die von ihr bis zum 1. Halbjahr
2012 geleisteten Unterrichtspensen ein (act. G 36; vgl. auch noch die weitere
Ergänzung im Schreiben vom 6. Dezember 2012, act. G 38, in der die
Beschwerdeführerin zusätzlich auf verschlechterte EEG-Ergebnisse hinweist).
B.i Mit Schreiben vom 12. Dezember 2012 fordert die Verfahrensleitung des
Versicherungsgerichts die Gerichtsgutachter auf, zur Frage Stellung zu nehmen, ob die
von der Beschwerdeführerin geltend gemachten (tieferen) Arbeitspensen zu einer
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Änderung der bisherigen psychiatrischen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung zu führen
vermögen (act. G 39).
B.j Hierzu nimmt die MEDAS Ostschweiz am 4. Januar 2013 Stellung. Die erwähnte
Korrektur des Sachverhalts habe keinen Einfluss auf die psychiatrische Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit. Die Angaben der Beschwerdeführerin würden sich auf ein
arithmetisches Mittel über das ganze Jahr beziehen. Die Einschränkungen seien zum
einen mit fehlenden Angeboten von Stunden, zum anderen aber auch mit den
Arbeitsbedingungen (sehr langer Arbeitsweg) zu erklären. Es zeige sich anhand der
Tabelle, dass die Beschwerdeführerin jeweils 2011 und auch 2012 über ein halbes Jahr
eine Arbeitsleistung von 60 bis 70% habe erbringen können, wobei die
Beschwerdeführerin bei einer Leistung von 72% an ihr Limit komme. Deshalb werde an
der im Gerichtsgutachten vorgenommenen Arbeitsfähigkeitsschätzung unverändert
festgehalten. Es sei des Weiteren nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin mit
einer 72%igen Leistung überfordert sei (act. G 40). Bezüglich der von der
Beschwerdeführerin geltend gemachten verschlechterten EEG-Ergebnissen hielt der
neurologische Gerichtsgutachter am 4. Januar 2013 fest, dass sich daraus kein Anlass
für ein Abweichen von seiner bisherigen Einschätzung ergebe (act. G 41).
B.k Während die Beschwerdegegnerin auf eine Stellungnahme zu den gutachterlichen
Ergänzungen verzichtet, äussert sich die Beschwerdeführerin hierzu im Schreiben vom
25. Januar 2013. Sie legt zunächst einen Bericht des behandelnden Neurologen ins
Recht (Bericht vom 7. Dezember 2012, act. G 43.1, und EEG-Bericht vom 16.
November 2012, act. G 43.2). Des Weiteren rügt sie am Hauptgutachten, der
neurologische und der psychiatrische Gutachter hätten aufgrund ihrer
Konsensbesprechung behauptet, dass am Ergebnis der neuropsychologischen
Abklärung, welche die neuropsychologische Gutachterin gemacht habe, Korrekturen im
Sinn einer Leistungsverbesserung zu machen seien. Dies sei allein schon deshalb nicht
zulässig, weil die neuropsychologische Gutachterin dazu nicht angehört worden sei
und damit, ohne ihren Konsens, in ihre Würdigung eingegriffen worden sei. Auch
inhaltlich seien die Korrekturen verfehlt. Schliesslich bringt sie weitere Einwände gegen
das Hauptgutachten und die ergänzenden Stellungnahmen der Gerichtsgutachter vor
(act. G 43).
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Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist vorliegend der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
1.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zug der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass
der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467
E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging am
12. Oktober 2010, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der
revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher
ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis
31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt
auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130
V 445 ff.; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007:
Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1).
Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und
IVG wiedergegeben, soweit nicht ausdrücklich auf die altrechtlichen Bestimmungen
verwiesen wird.
1.2 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für
einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG
durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
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versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
1.3 Die Rentenabstufungen nach Art. 28 Abs. 2 IVG geben bei einem Invaliditätsgrad
von mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 50% Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 60% Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 70% Anspruch auf eine ganze Rente.
1.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Bezüglich Gerichtsgutachten hat
die Rechtsprechung ausgeführt, das Gericht weiche "nicht ohne zwingende Gründe"
von den Einschätzungen des medizinischen Experten ab. Auch der Europäische
Gerichtshof für Menschenrechte hat diesbezüglich erwogen, der Meinung eines von
einem Gericht ernannten Experten komme bei der Beweiswürdigung vermutungsweise
hohes Gewicht zu (BGE 135 V 469 f. E. 4.4 mit Hinweisen).
2.
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2.1 Zu prüfen ist vorab, ob das Gerichtsgutachten vom 23. August 2012 eine rechts
genügliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erlaubt. Die
Beschwerdegegnerin hält dieses für beweiskräftig (act. G 32.1), währenddem die
Beschwerdeführerin verschiedene Einwände gegen die darin vorgenommene
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung erhebt.
2.2 Zunächst bringt sie vor, dass die vom psychiatrischen Experten für die Tätigkeit
als Primarlehrerin genannten qualitativen Einschränkungen (Reduktion der
administrativen Tätigkeiten, keine Eltern- und Behördengespräche) in der
Konsensbeurteilung nicht übernommen worden seien (act. G 29, S. 2). Hierzu ist zu
bemerken, dass die genannten Einschränkungen in Ziff. 7.1.1, 2. Absatz
("psychiatrische Sicht"), ausdrücklich aufgeführt (act. G 27, S. 43) und anerkannt sind.
Wenn sie dann im unmittelbar folgenden Absatz "polydisziplinäre Sicht" nicht erwähnt
werden, so handelt es sich hierbei - wenn überhaupt - höchstens um ein formelles
Versehen. Entscheidend ist, dass die ausgewiesenen qualitativen Einschränkungen im
Gerichtsgutachten nicht in Abrede gestellt werden und letztlich bei der Bemessung der
Resterwerbsfähigkeit zu beachten sind (vgl. nachstehende E. 3.5).
2.3 Für die Beschwerdeführerin ist weiter nicht nachvollziehbar, dass die
Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf höher sein soll als in einer Verkaufstätigkeit
(act. G 29, S. 3). Ob die von den Gerichtsgutachtern für eine Verkaufstätigkeit
bescheinigte Arbeitsfähigkeit zutreffend ist oder nicht, spielt vorliegend keine Rolle.
Denn es geht aus dem Gerichtsgutachten hervor - worauf die Beschwerdeführerin
zutreffend hinweist (act. G 29, S. 8) -, dass die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit
zumutbarerweise am besten im Rahmen der Primarlehrertätigkeit erfolgt (act. G 27,
S. 43). Hinzu kommt, dass die Gutachter die niedrigere Arbeitsfähigkeit für
Verkaufstätigkeiten an sich plausibel begründet haben ("da die Berufsbedingungen mit
vor allem höheren exekutiven Anforderungen sowie Zeitdruck versehen sind", act.
G 27, S. 43). Die Sichtweise der Gerichtsgutachter wird zudem dadurch bekräftigt, als
die Aufgabe der letzten Verkaufstätigkeit im Stundenlohn u.a. mit der Begründung
erfolgte, "Umgang mit Kunden fällt ihr schwer" (IV-act. 54-2). Zudem sei sie bereits bei
einfachen Buchhaltungsübungen an ihre Grenzen gekommen (IV-act. G 45-7).
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2.4 Nach der Auffassung der Beschwerdeführerin ist die psychiatrische Beurteilung
der Leistungsfähigkeit als Primarlehrerin zu korrigieren. Denn der psychiatrische
Experte gehe davon aus, dass die Beschwerdeführerin in den letzten zwei bis drei
Jahren jeweils ein Pensum von 50 bis 75% verrichtet und diesbezüglich keine
ungenügende Leistung erbracht habe. Indessen habe das von ihr geleistete Pensum
bedeutend weniger betragen (act. G 29, S. 3 ff., G 36 und G 38.1; vgl. auch die Kritik in
act. G 43, S. 4 f.).
2.4.1 Gestützt auf die Akten und Angaben der Beschwerdeführerin ist für den
Zeitraum von 2007 bis zum 1. Halbjahr 2012 von folgenden tatsächlich geleisteten
Lektionen auszugehen:
Jahr
Arbeitsort und
Anzahl Lektionen
Total
100%Pensum
(30L x 40 Wochen)
Anteil Beschwerdeführerin
2007: 1.Halbjahr
D._:
349L
349L
600L
58%
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2007: 2.Halbjahr
-
-
-
-
2007 total
349L
1200L
29%
2008
-
-
-
-
2009: 1.Halbjahr
E._:
8L
F._:
40L
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G._:
30L
78L
600L
13%
2009: 2.Halbjahr
H._:
10.7L/Wo =214L
I._:
30L
244L
600L
41%
2009 total
322L
1200L
27%
2010: 1. Halbjahr
H._:
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10.7L/Wo =214L
214L
600L
36%
2010: 2. Halbjahr
H._:
6.4L/Wo = 128L
128L
600L
21%
2010 total
342L
1200L
29%
2011: 1.Halbjahr
H._:
6.4L/Wo = 128L
K._
72L + 24L
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G._:
147L
371L
600L
62%
2011: 2. Halbjahr
H._:
5.4L/Wo = 108L
H._:
8L
116
600
19%
2011 total
487L
1200L
41%
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2012: 1.Halbjahr
H._:
5.4L/Wo = 108L
H._:
43L
J._:
14L/Wo = 280L
431L
600L
72%
2.4.2 Der psychiatrische Gerichtsgutachter berichtete, "aufgrund der aktuellen
Situation gehe ich davon aus, dass die Versicherte in den letzen 2-3 Jahren jeweils ein
Pensum von 50-75% verrichtete" (act. G 27, S. 36). Mit Blick auf die tatsächlich in den
letzten Jahren geleisteten Lektionen (vgl. vorstehende E. 2.4.1) erscheint diese
Annahme in der Tat fraglich. Vorweg ist indessen darauf hinzuweisen, dass die
Beschwerdeführerin zumindest im unmittelbaren Zeitpunkt vor der Begutachtung (Juli
2012), mithin im 1. Halbjahr 2012 tatsächlich ein Pensum von 72% ausgeübt hat (vgl.
vorstehende E. 2.4.1). Der anlässlich der Begutachtung geschilderte Tagesablauf und
die zusätzlichen Wochenendeinsätze (vgl. act. G 27, S. 21 f.) erwecken des Weiteren
den Eindruck, als hätte die Beschwerdeführerin überdurchschnittlich viel Vor- und
Nachbereitungsaufwand für die gehaltenen Lektionen betrieben, weshalb der Schluss
von den gehaltenen Lektionen auf den tatsächlich geleisteten Arbeitseinsatz mit
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überwiegender Wahrscheinlichkeit ein eher zu niedriges Ergebnis zeitigt. Dem
entspricht auch die Eigenbeschreibung der Beschwerdeführerin, wonach sie von eher
bedächtigem und langsamem Wesen sei (act. G 27, S. 24 und 25). Die
Beschwerdeführerin hat sich ferner bereits als Kind (prämorbid) als eine Person
beschrieben, die eher gemütlich und langsam gewesen sei. Diese
Persönlichkeitscharakteristika hätten sich mit dem Auftreten der Epilepsie verstärkt und
seien in den Jahren mit der Epilepsieerkrankung immer stärker geworden (act. G 27,
S. 25). Es stellt keinen Mangel an der gutachterlichen Beurteilung dar, wenn die
Experten diesen gesundheitsfremden Umstand bei der Bestimmung des
Arbeitsfähigkeitsgrads mitberücksichtigten.
2.4.3 Der Vollständigkeit halber ist schliesslich zu bemerken, dass die damalige
Überlastung der Beschwerdeführerin - wie der psychiatrische Gerichtsgutachter im
Ergänzungsschreiben vom 4. Januar 2013 anmerkte (act. G 40) - mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auch durch die langen Arbeitswege und das Arbeiten an drei
verschiedenen Arbeitsstellen mitgeprägt war. Entscheidend ist ferner, dass die
Experten die Arbeitsfähigkeit nicht entsprechend des angenommenen Pensums
(50-75%) einschätzten, sondern davon abweichend eine Arbeitsfähigkeit von 50-60%
bescheinigten, wobei sie keinen expliziten Bezug auf das effektive Pensum herstellten
(act. G 27, S. 36, Abschnitt 5.6.1). Vor diesem Hintergrund besteht zumindest kein
erheblicher Mangel an der psychiatrischen Beurteilung, zumal auch die früheren
Gutachter der MEDAS Zentralschweiz eine damit korrespondierende
Arbeitsfähigkeitsschätzung vornahmen (55%ige Arbeitsfähigkeit für die angestammte
Tätigkeit; IV-act. G 81-18).
2.5 Die BEFAS-Beurteilung, worin eine verwertbare Restarbeitsfähigkeit im ersten
Arbeitsmarkt verneint wurde (IV-act. 45-11), steht der Bejahung der Beweiskraft des
Gerichtsgutachtens nicht entgegen. Zunächst steht dieser Beurteilung die
Eigeneinschätzung der Beschwerdeführerin ("in ihrem Beruf mit einem Pensum von
etwa 30% durchaus gut leisten könne", act. G 27, S. 25) und die seit der BEFAS-
Abklärung geleistete Erwerbstätigkeit (vgl. vorstehende E. 2.4.1) entgegen. Ins Gewicht
fällt weiter, dass die BEFAS-Beurteilung im Rahmen der Gerichtsbegutachtung nicht
ausser Acht gelassen wurde, sondern sich der psychiatrische Experte damit würdigend
auseinandersetzte (act. G 27, S. 36 und 37).
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2.6 Die Beschwerdeführerin bemängelt auch, der neurologische und psychiatrische
Gerichtsgutachter seien im Rahmen der gesamtgutachterlichen Beurteilung von der
neuropsychologischen Einschätzung abgewichen, ohne dass die neuropsychologische
Expertin angehört worden sei. Zudem seien die Korrekturen auch inhaltlich nicht
gerechtfertigt (act. G 43, S. 2).
2.6.1 In der Tat hinterfragte der psychiatrische Gerichtsgutachter die von der
neuropsychologischen Gerichtsgutachterin für die Primarlehrertätigkeit bescheinigte
50%ige Arbeitsunfähigkeit ohne überzeugende Gründe und einzig mit dem Hinweis auf
die in den "letzten Jahren mehr" geleistete Arbeit (act. G 27, S. 35 und 42). Aus dem
Gesamtgutachten - das von der neuropsychologischen Expertin nicht mitunterzeichnet
wurde - und den übrigen Akten ergibt sich nicht, dass der neuropsychologischen
Expertin Gelegenheit gegeben wurde, zur kritischen Würdigung durch den
psychiatrischen Gutachter Stellung zu nehmen.
2.6.2 Ein weiterer medizinischer Abklärungsbedarf ist aber zu verneinen. Denn
mit Blick darauf, dass im neuropsychologischen Teilgutachten vom 12. Juli 2012
"praktisch" eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von mindestens 50% plausibel
bescheinigt wurde (act. G 27.1, S. 8), erscheint es überwiegend wahrscheinlich, dass
die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin am oberen Ende der
gesamtgutachterlich bescheinigten Arbeitsunfähigkeitsspanne und damit bei 50% liegt.
Damit wird der neuropsychologischen Einschätzung Rechnung getragen.
2.7 Demnach ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die
Arbeitsfähigkeit für die Tätigkeit als Primarlehrerin zu 50% eingeschränkt ist.
2.8 Die Beschwerdeführerin macht schliesslich geltend, der behandelnde Neurologe,
der die Beschwerdeführerin am 16. November 2012 gesehen habe, hätte eine
gesundheitliche Verschlechterung festgestellt (act. G 38 und G 43, S 1 f.). Da
Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens grundsätzlich einzig der bis zum
Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 12. Oktober 2010 eingetretene
Sachverhalt ist (BGE 131 V 412 E. 2.1.2.1 und 129 V 4 E. 1.2), erübrigen sich
Weiterungen hierzu.
3.
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Gestützt auf das Gerichtsgutachten ist davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin für die Tätigkeit als Primarlehrerin über eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit verfügt, wobei zusätzlich qualitative Einschränkungen zu beachten
sind. Zu prüfen bleiben damit die erwerblichen Auswirkungen.
3.1 Bei der Bestimmung des Valideneinkommens ist dem Umstand Rechnung zu
tragen, dass die Beschwerdeführerin seit jeher sehr schwankende Jahreseinkommen
erzielte (vgl. die IK-Auszüge in act. G 14.1). Es rechtfertigt sich daher, bei der
Bestimmung des Valideneinkommens auf die durchschnittlichen Löhne für
Primarlehrerinnen abzustellen.
3.2 Da der tatsächlich erzielte Verdienst sowie die tatsächlich geleisteten
Unterrichtspensen der Beschwerdeführerin in den letzten Jahren stark schwankten und
immer wieder durch Perioden der Arbeitslosigkeit abgelöst wurden, ist auch bei der
Bestimmung des Invalideneinkommens auf eine theoretische Grundlage abzustellen.
Wie die Beschwerdeführerin zutreffend ausführt (act. G 29, S. 8) und sich auch aus
dem Gerichtsgutachten ergibt, ist eine qualitativ gleichwertige Umschulung mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen (zu einem eher bescheidenen
Umschulungserfolg vgl. die gerichtsgutachterliche Einschätzung: "die Versicherte Mühe
haben wird, in einen anderen Beruf umgeschult zu werden" und sie "sollte im
Lehrerberuf bleiben", act. G 27, S. 37). Insbesondere die Umschulung zur
Heilpädagogin verspricht keinen überwiegend wahrscheinlichen Erfolg (die
Gerichtsgutachter sprechen lediglich von "möglicherweise" und vermögen hierfür keine
schlüssige Arbeitsfähigkeitsschätzung [50% bis 100%] abzugeben, act. G 27, S. 37
und 43; vgl. auch die RAD-Stellungnahme vom 5. Oktober 2012, act. G 32). Damit geht
einher, dass im neuropsychologischen Teilgutachten vom 12. Juli 2012 hierfür -
zusätzlich zu den für eine Primarlehrertätigkeit zu beachtenden Einschränkungen -
erhebliche Beeinträchtigungen bestehen (keine Betreuung von stark
verhaltensauffälligen und "psychiatrisch" kranken Kindern, keine Tätigkeit als
Logopädin, act. G 27.1 S. 9), weshalb selbst bei erfolgreicher Umschulung eine
verwertbare höhere Restarbeitsfähigkeit nicht überwiegend wahrscheinlich erscheint.
Es drängt sich daher auf, auch der Bestimmung des Invalideneinkommens die
durchschnittlichen Löhne für eine Tätigkeit als Primarlehrerin zu Grunde zu legen.
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3.3 In Fällen, wo zur Bestimmung des Validen- und Invalideneinkommens dieselbe
Vergleichsgrösse herangezogen wird, kann ein sogenannter Prozentvergleich
vorgenommen werden. Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der
Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (Urteil des
Bundesgerichts vom 9. März 2007, I 697/05, E. 5.4 mit Hinweis). In Anwendung eines
Prozentvergleichs bleibt zur Bestimmung des Invalideneinkommens nachfolgend noch
die Höhe des Abzuges vom Tabellenlohn zu prüfen.
3.4 Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt
werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
erreichen (RKUV 1999 Nr. U 242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf
dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg zu
verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen
behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung
hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen – auch von invaliditätsfremden
Faktoren – des konkreten Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung,
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige
Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des sogenannten
Leidensabzuges ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI 2002 S. 62 und
BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
3.5 Bei der Verwertung der Restarbeitsfähigkeit als Primarlehrerin besteht nicht bloss
eine quantitative, sondern auch eine erhebliche qualitative Beeinträchtigung
("Handicaps im sprachlich-episodischen Lern- und Arbeitsgedächtnis", act. G 27,
S. 43, Ziff. 7.2.1, Reduktion der administrativen Tätigkeiten, keine Eltern- und
Behördengespräche, act. G 27, S. 43, Ziff. 7.1.1). Wie die Beschwerdeführerin plausibel
darlegt, kann sie wegen den qualitativen Einschränkungen auch keine
Klassenverantwortung übernehmen (act. G 29, S. 8). Unbestrittenermassen ist sie als
Primarlehrerein weitgehend auf Stellvertretungen und Teilpensen beschränkt. Diese
Umstände führen zu Lohneinbussen. Gemäss unbestrittener Darstellung war die
Beschwerdeführerin im Jahr 2010 in der Lohnstufe C 4 eingestuft (vgl. act. G 1.3),
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während sie altersentsprechend als voll leistungsfähige Primarlehrerin in D 3 eingestuft
sein müsste. Auch kann sie wegen der gesundheitlichen Einschränkung keine Zulage
generieren (vgl. Art. 4 f. des kantonalen Gesetzes über den Lohn der Volksschullehrer
[sGS 213.51] und act. G 29.1). Des Weiteren wirken sich die nicht vorhersehbaren
Beschwerdeschübe und deren Behandlungen ("vermutlich unter antiepileptischer
Therapie nicht anfallsfrei", act. G 27, S. 38, und "mit Schwankungen in der beruflichen
Leistungsfähigkeit ist im Langzeitverlauf zu rechnen", act. G 27, S. 43) abzugserhöhend
aus (Urteil des Bundesgerichts vom 25. Januar 2011, 9C_882/2010, E. 7.3.2, wo eine
Epilepsie zu beurteilen war; vgl. ferner Urteil des Bundesgerichts vom 21. September
2010, 9C_728/2009, E. 4.3.1 mit Hinweis). Weitere lohnmindernde Gründe bestehen
keine. Im Licht dieser Umstände erscheint ein Tabellenlohnabzug von (maximal) 15%
angemessen.
3.6 Bei einem 15%igen Abzug resultiert unter Berücksichtigung einer 50%igen
Restleistungsfähigkeit ein Invaliditätsgrad von aufgerundet 58% (100% - [50% x 0.85]).
Die Beschwerdeführerin hat damit einen Anspruch auf eine halbe Rente.
4.
Zu prüfen verbleibt damit noch der Rentenbeginn. Die Beschwerdegegnerin setzte
diesen auf den 1. Januar 2008 fest (IV-act. 93 f.). Sowohl die Gerichtsgutachter (act.
G 27, S.43) als auch die MEDAS-Gutachter (IV-act. 81-19) gingen davon aus, dass die
jeweils bescheinigte Arbeitsunfähigkeit ab 2007 bestehe. Dass bereits zuvor eine
relevante, andauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden hat, ist nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit dargetan. Dies umso weniger als Dr. B._ bezüglich der Jahre
2005/2006 festhielt, "da die Anfälle fast ausschliesslich nachts erfolgen, ist die
Patientin dadurch im Alltag relativ wenig beeinträchtigt" (Bericht vom 30. Januar 2007,
IV-act. 1-1). Zu präzisieren ist allerdings, dass die Gerichtsgutachter bei der
Festsetzung des Beginns der Arbeitsunfähigkeit auf den neuropsychologischen Bericht
vom 3. Januar 2007 abstellten (act. G 27, S. 43). Grundlage dieses Berichts bildet der
am 18. Dezember 2006 explorierte Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin (IV-
act. 1), weshalb der Beginn der Arbeitsunfähigkeit bei korrekter Lesart des
Gesamtgutachtens auf Dezember 2006 festzusetzen ist, worauf auch Dr. B._ im
Schreiben vom 1. Dezember 2008 hinwies (IV-act. 53). Daher hat die
bis
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Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung des Wartejahres bereits ab 1. Dezember
2007 einen Anspruch auf eine halbe Rente.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die Verfügung
vom 12. Oktober 2010 aufzuheben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab
1. Dezember 2007 eine halbe Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe ist
die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit aufgrund der zahlreichen
medizinischen und erwerblichen Beweisvorkehren als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen (vgl. betreffend Überklagung Urteil des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 19. Dezember 2011, IV 2009/459, E. 5.2 f.). Der von der
Beschwerdeführerin geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr zurückzuerstatten.
5.3 In Nachachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung hat die
Beschwerdegegnerin die für das Gerichtsgutachten angefallenen Kosten von
Fr. 10'763.65.-- (Gutachten- und Laborkosten, act. G 27.3) zu tragen (BGE 137 V 265 f.
E. 4.4.2).
5.4 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier
zu beurteilenden Fall erscheint mit Blick auf den mehrfachen Schriftenwechsel, die
bis
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medizinischen und erwerblichen Beweiserhebungen eine Parteientschädigung von
Fr. 7'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP