Decision ID: 245f7f12-1bf3-5c95-b962-70de2acdc9a0
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ wurde am 12. Oktober 2011 zum Bezug von IV-Leistungen angemeldet (IV-
act. 1, 5). Die Klinik C._ übermittelte der IV-Stelle ihren Austrittsbericht vom 11. März
2011 (IV-act. 20). Gemäss diesem Bericht hatte der Versicherte am 22. November 2010
eine hypertensive Massenblutung links im Bereich der Stammganglien erlitten. Klinisch
hatten ein sensomotorisches Hemisyndrom rechts, eine Dysphagie, eine Dysarthrie,
eine Aphasie und neuropsychologische Funktionsstörungen im Vordergrund
gestanden. Am 3. Dezember 2010 war es dann noch zu zentralen Lungenembolien
gekommen. Die Zuweisung zur stationären Neurorehabilitation war rund fünf Wochen
nach der Blutung erfolgt. Die Hauptprobleme beim Eintritt in die Klinik waren die
ausgeprägte Hemisymptomatik rechts, die Dysarthrie, die Aphasie und die
Schluckstörungen gewesen. Folgende Rehabilitationsziele waren festgelegt worden:
Austritt nach Hause mit Unterstützung, selbständiges, sicheres Gehen drinnen und
draussen ohne Hilfsmittel bis 30 Min. inklusive Treppensteigen, bimanueller
Handeinsatz im Alltag, öffentliche Verkehrsmittelabklärung, Erlernung einfacher
Kommunikationstechniken (Schreiben/Lesen), Urinkontinenz und neuropsychologische
Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung im Verlauf. Die neuropsychologische
Untersuchung im Verlauf hatte regrediente mittelschwere Funktionsstörungen ergeben,
die eine starke Ablenkbarkeit, eine reduzierte Impulskontrolle und ein überhastetes,
fehleranfälliges Arbeitsvorgehen zur Folge hatten. Trotz Wortfindungsstörungen war
dem Versicherten beim Klinikaustritt eine einfache Alltagskommunikation möglich
gewesen. Generell hatte er im Verlauf der Rehabilitation sehr gute Fortschritte erzielt. Er
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war beim Klinikaustritt ganztags drinnen und draussen ohne Hilfsmittel mobil, er konnte
alternierend ohne Halt Treppen steigen, der Einbeinstand war beidseits möglich und er
konnte Schutzschritte ausführen. Die Verkehrssicherheit als Fussgänger war gegeben.
Dr. med. D._ berichtete der IV-Stelle am 3./6. Januar 2012 (IV-act. 38), der
Versicherte leide insbesondere an einem sensomotorischen Hemisyndrom rechts mit
Schluck- und Sprachstörungen, an einer arteriellen Hypertonie, an einer hypertensiven
Herzkrankheit und an einem Diabetes mellitus Typ II. Dr. D._ führte weiter aus, die
Sprachstörung und die Gehbehinderung hätten sich im Verlauf der Behandlung
gebessert, so dass jetzt ein Eingliederungsversuch in einer körperlich leichten Tätigkeit
begonnen werden könne (überwiegend sitzend und ohne besondere Anforderungen an
das Konzentrations- und das Auffassungsvermögen, an die Anpassungsfähigkeit und
an die Belastbarkeit). Zunächst gab Dr. D._ an, der Versicherte könne im Rahmen
eines Arbeitsversuchs mit einem Beschäftigungsgrad von 50% beginnen. Diese
Einschätzung ersetzte er durch den Vorschlag, den Versicherten testweise zu fördern.
Am 26. September 2012 sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine ganze
Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 100% zu (IV-act. 67).
A.b Der Versicherte wurde am 23./26. November 2012 zum Bezug einer
Hilflosenentschädigung angemeldet (IV-act. 69). Dabei wurde für jede alltägliche
Lebensverrichtung mit Ausnahme des Verrichtens der Notdurft ein Bedarf nach einer
regelmässigen und erheblichen Hilfe angegeben. Zudem müsse der Versicherte
dauernd persönlich überwacht werden und er bedürfe einer lebenspraktischen
Begleitung. Dr. D._ berichtete der IV-Stelle am 24. Dezember 2012 (IV-act. 81), der
Versicherte benötige einen Rollator und einen Gehstock bei einem St. n.
rezidivierenden Stürzen (Hemisyndrom, Schwindel). Ohne Begleitperson fühle sich der
Versicherte sehr unsicher.
A.c Am 10. Mai 2013 erfolgte eine Abklärung an Ort und Stelle. Im entsprechenden
Bericht hielt die Abklärungsperson sinngemäss fest (IV-act. 96), der Versicherte wohne
mit sieben Familienangehörigen in einer 4.5-Zimmerwohnung. Die Familie habe
berichtet, dass der Versicherte nicht in der Lage sei, mit der rechten Hand
beispielsweise ein Glas Wasser zu greifen und zu führen. Das Ausstrecken des rechten
Arms funktioniere gemäss der Deutung des Versicherten selbst nicht. Das freie Stehen
sei nur kurz und nur teilweise möglich. Der Versicherte müsse sich dabei festhalten. Die
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Abklärungsperson wies im Bericht darauf hin, dass sie beobachtet habe, wie der
Versicherte vom Sofa habe aufstehen und ungestützt habe stehen können, um ihr die
rechte Hand zu schütteln. Sie führte weiter aus, gemäss den Angaben der Familie sei
der Versicherte zeitlich und örtlich nicht mehr orientiert. Er vergesse sämtliche Dinge
und könne sich nur teilweise an die Namen der Kinder erinnern. In seinem Kopf
herrsche eine totale Verwirrung. Er könne zwar sprechen, habe aber oft
Wortfindungsstörungen. Er äussere seine Bedürfnisse kaum. Tagsüber liege er meist
im Bett oder auf dem Sofa und schaue fern, ohne allerdings zu verstehen, worum es
gehe. Gemäss den Angaben der Ehefrau sei der Versicherte beim An- und Ausziehen
vollumfänglich auf Hilfe angewiesen. Wegen der fehlenden Beweglichkeit könne er
weder den Ober- noch den Unterkörper selbständig bekleiden. Auch die Abläufe seien
ihm nicht mehr bekannt. Ausserdem sei er nicht in der Lage, sich der Witterung
entsprechend zu kleiden. Verschlüsse könne er aus motorischer Sicht nicht mehr
bedienen. Der Versicherte könne selbständig von einem Stuhl oder vom Bett
aufstehen. Er könne sich auch selbständig hinsetzen oder hinlegen und er könne
selbständig stehen. Bei Schwindel müsse er gestützt werden. Essen und Trinken könne
er mit der linken Hand. Selbst weiche Nahrung müsse zerkleinert werden, da die
Koordination mit Messer und Gabel nicht funktioniere. Das Gesicht waschen und die
Zähne putzen könne er sich selbst. Das Kämmen müsse eine Hilfsperson übernehmen.
Das gelte auch für das Rasieren, weil der Versicherte teilweise stark zittere. Er benötige
auch Hilfe beim Einsteigen in die Badewanne. Wegen des unsicheren Standes müsse
er in der Badewanne gehalten werden. Die Körperpflege werde dann vollumfänglich
von der Ehefrau übernommen. Der Versicherte könne selbständig zur Toilette gehen
und die Hose hinunterlassen und wieder heraufziehen. Da ihm die Beweglichkeit fehle,
müsse er nach dem Stuhlgang von der Ehefrau gereinigt werden. In der Wohnung
könne er sich selbständig fortbewegen, indem er sich an den Wänden abstütze. Im
Freien müsse er begleitet werden, da ihm die Orientierung fehle. Treppen überwinden
könne er nur, wenn ein Handlauf vorhanden sei und er begleitet werde. Er könne nur für
etwas mehr als eine Stunde allein gelassen werden. Die Abklärungsperson wies darauf
hin, dass es an jedem Versuch fehle, den Versicherten durch Hilfsmittel wie
beispielsweise behinderungsangepasste Kleider, Haltegriffe, einen Sockenanzieher, ein
Elektrobett, Gehstöcke, behinderungsangepasstes Geschirr und Besteck, einen
elektrischen Rasierapparat, einen Badelift, ein Duschbrett, einen Umbau der Dusche
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oder ein Dusch-WC zu unterstützen. Die Abklärungsperson hielt weiter fest, dass der
Beistand das Gespräch übersetzt habe. Erst im Verlauf des Gesprächs sei ihr
aufgefallen, dass die Ehefrau und der Sohn E._ des Versicherten gut Deutsch
verstanden hätten. Zu einem späteren Zeitpunkt sei der Sohn F._ nach Hause
gekommen. Er habe ein sehr gutes Schweizerdeutsch gesprochen. Sie habe sich
zunehmend gefragt, ob der Dolmetschereinsatz tatsächlich nötig gewesen sei. Als sie
bei der Ankunft im Wohnquartier herumgeirrt sei, weil sie die Hausnummer nicht auf
Anhieb gefunden habe, seien ihr zwei Herren aufgefallen, die in rasantem Tempo (bei
Regen) die Strasse entlanggelaufen seien. Später habe sich herausgestellt, dass es der
Versicherte und der Sohn E._ gewesen seien. Auffällig sei gewesen, dass die beiden
mit gesenktem Kopf sehr rasant an ihr vorbeigegangen seien, ohne sie wahrzunehmen.
Der Versicherte sei selbständig gegangen; er sei nicht gestützt worden. Als sie den
Versicherten und dessen Sohn während des Abklärungsgesprächs darauf
angesprochen habe, habe letzterer angegeben, der Versicherte könne teilweise gut
selbständig gehen. Die Abklärungsperson wies darauf hin, dass der Sohn vorher etwas
ganz anderes angegeben habe. Während des Gesprächs habe sich der Versicherte mit
keinem Wort geäussert. Er habe während er gesamten Abklärung (70 Min.) auf dem
Sofa gesessen. Dabei habe er immer wieder selbst die Stellung gewechselt. Meistens
habe er halb liegend da gesessen. Bei direkten Fragen, weshalb er etwa nicht könne,
habe er immer auf den rechten Arm gezeigt. Er habe höchstens mit dem Kopf genickt,
jedoch nie ein Wort von sich gegeben. Die rechte Hand habe permanent auf dem
rechten Oberschenkel gelegen. Bei der Verabschiedung habe sie dem (sitzenden)
Versicherten die rechte Hand gegeben. Der Versicherte habe entsprechend seinen
rechten Arm hochgestreckt und sich mit einem auffällig festen Händedruck
verabschiedet. In diesem Moment sei sie sehr erstaunt gewesen, da sie der Annahme
gewesen sei, der Versicherte könne den rechten Arm und die rechte Hand nicht
einsetzen. Die Abklärungsperson listete die folgenden Auffälligkeiten auf: Einsatz eines
Dolmetschers trotz sehr guter Deutschkenntnisse des Sohnes, Versuch, ein sehr
kollegiales Verhältnis aufzubauen, Angaben der Familie korrespondieren nicht mit den
ärztlichen Unterlagen, kräftiger Händedruck und Ausstrecken des Arms nach oben,
Beobachtung, dass der Versicherte aufgrund des Zeitdruckes selbständig und rasant
gegangen sei, grosse finanzielle Probleme, Rentenbezug (100%) des Sohnes E._ und
pendentes IV-Verfahren des Sohnes F._. Abschliessend notierte die
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Abklärungsperson, die Angaben der Angehörigen erschienen ihr als nicht wirklich
plausibel und korrekt, vor allem weil sie nicht mit den ärztlichen Unterlagen
korrespondierten. Die Familie habe immer wieder ein massives geistiges Defizit
(massive Vergesslichkeit und Verwirrtheit) angegeben, das in den ärztlichen Unterlagen
aber nicht wirklich dokumentiert sei. Die im Haushalt lebenden sieben Personen
müssten mit einem monatlichen Einkommen von Fr. 4‘600.-- auskommen. Unter
Berücksichtigung der Schadenminderungspflicht und der zumutbaren
Willensanstrengung müsste der Versicherte in sämtlichen Lebensverrichtungen
mehrheitlich selbständig sein. Weder ein Bedarf nach einer dauernden persönlichen
Überwachung noch ein Bedarf nach einer besonders aufwendigen Pflege sei
ausgewiesen. Da keine erheblichen kognitiven oder psychischen Leiden dokumentiert
seien, bestehe auch kein Bedarf nach einer lebenspraktischen Begleitung.
A.d Dr. med. G._ vom RAD notierte am 17. Juli 2013 (IV-act. 98), gemäss den
klinisch-neurologischen Befunden beim Eintritt in die stationäre Rehabilitation sei die
Funktionalität beim Einsatz des rechten Arms, bei der Fortbewegung und auch bei der
Kommunikationsfähigkeit recht gut erhalten gewesen. Es sei davon auszugehen, dass
beim Austritt aus der Klinik eine weitestgehende Selbständigkeit hinsichtlich
alltagspraktischer Selbsthilfefertigkeiten, Fortbewegung und Kommunikation
bestanden habe. Der bei der Abklärung abgegebene Unterstützungsbedarf könne mit
den dokumentierten medizinischen Diagnosen und klinischen Befunden nicht erklärt
werden. Wahrscheinlich bestehe noch eine residuelle Hemiparese rechts, die eine
leichte Kraftminderung und eine gewisse Einschränkung im feinmotorischen und
geschickten Gebrauch der rechten Hand speziell bei bimanuellen Fähigkeiten zur Folge
habe. Allerdings wäre selbst bei einer kompletten funktionellen Einhändigkeit durch
Kompensationsstrategien und Hilfsmittel eine weitgehende Selbständigkeit im Alltag zu
erlangen. Das rasante Gehen im Regen und der kräftige Händedruck rechts seien
dahingehend zu interpretieren, dass falsche Angaben hinsichtlich des
Unterstützungsbedarfs gemacht worden seien. Dr. G._ schlug vor, bei der Klinik
C._ die Therapieberichte anzufordern. Die Klinik C._ übermittelte der IV-Stelle die
Austrittsberichte der Physiotherapie und der Ergotherapie, einen Kurzbericht der
Psychologie und einen logopädischen Verlaufsbericht (IV-act. 104). Gemäss dem
Austrittsbericht der Physiotherapie waren die Ziele das selbständige und sichere
Gehen drinnen und draussen ohne Hilfsmittel bis 30 Min. inklusive Treppensteigen und
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die Verkehrssicherheit als Fussgänger in Z._ gewesen. Diese Ziele waren erreicht
worden. Der Versicherte hatte seine Mobilität und seine Selbständigkeit stark
verbessert. Beim Austritt hatte er an der Wandergruppe (mindestens 45 Min.)
teilnehmen können. Die Verkehrssicherheit als Fussgänger in Z._ war gegeben
gewesen. Beim Austritt hatte er ein ihm angepasstes Heimprogramm erhalten; eine
ambulante Therapie war nicht indiziert gewesen. Gemäss dem Austrittsbericht der
Ergotherapie waren die folgenden Ziele verfolgt worden: Selbständig beim Waschen
und Anziehen, bimanueller Handeinsatz im Alltag gegeben, abgeklärte
Verkehrssicherheit als Fussgänger und Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Beim
Eintritt in die Klinik war der Versicherte mit dem Rollstuhl in die Therapie gebracht
worden. Beim Austritt war er selbständig ohne Hilfsmittel in die Therapien gekommen.
Teilweise war er viel zu früh oder zu spät erschienen oder am falschen Ort gewesen.
Dies war auf die Einschränkung in den räumlich-individuellen Funktionen
zurückzuführen gewesen. Der Schwerpunkt hatte anfangs bei einem Funktionstraining
der rechten oberen Extremität, dann aber bei den Alltagsaktivitäten (z.B.
Frühstückstraining, Einkaufen, Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel, Training
räumlich-visueller Funktionen) gelegen. Der Versicherte hatte vor allem im Bereich der
Mobilität (obere und untere Extremität rechts) gute Fortschritte gemacht. Die
neuropsychologische Untersuchung hatte ausgeprägte Beeinträchtigungen in den
Sprachfunktionen und mittelschwere Defizite der Aufmerksamkeits- und
Exekutivfunktionen sowie der räumlich-visuellen Verarbeitung aufgezeigt. Gemäss dem
logopädischen Verlaufsbericht hatten sich die initial gezeigten Dysphagien innert Tagen
zurückgebildet, so dass der Versicherte normale Kost hatte zu sich nehmen können.
Beim Sprechen waren Steuerungs- und Hemmungsprobleme (subkortikale Aphasie)
aufgetreten. Nach der Therapie war es mit erhöhtem Zeitaufwand möglich gewesen,
sich mit dem Versicherten in Deutsch zu unterhalten, wobei aber eine Unterstützung
durch den Gesprächspartner erforderlich gewesen war. Das auditive
Sprachverständnis für einfache Alltagsbelange war gegeben gewesen. Am
limitierendsten war der Umstand gewesen, dass der Versicherte bei schlechter
Tagesverfassung nur Serbokroatisch gesprochen hatte.
A.e RAD-Ärztin Dr. G._ notierte am 12. Dezember 2013 (IV-act. 105), den
differenzierten Befund- und Verlaufsbeschreibungen der therapeutischen
Austrittsberichte könne entnommen werden, dass der Versicherte bereits zum
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Zeitpunkt des Klinikaustritts am 18. Februar 2011 in sämtlichen relevanten
alltagspraktischen Funktionen selbständig und nicht auf regelmässige und erhebliche
Hilfe angewiesen gewesen sei.
A.f Mit Vorbescheid vom 6. Januar 2014 (IV-act. 107) kündigte die IV-Stelle dem
Versicherten die Abweisung seines Gesuchs um eine Hilflosenentschädigung an. Zur
Begründung brachte sie vor, dass der Versicherte unter Berücksichtigung der
Schadenminderungspflicht sowie der zumutbaren Willensanstrengung in sämtlichen
Lebensverrichtungen selbständig sei. Ein Bedarf für eine dauernde persönliche
Überwachung sowie für eine ständige und besonders aufwändige Pflege sei nicht
ausgewiesen. Im Weiteren sei der Anspruch auf eine lebenspraktische Begleitung nicht
gegeben, da keine erheblichen kognitiven oder psychischen Einschränkungen
bestünden. Dagegen liess der Versicherte am 14. Januar 2014 (IV-act. 109) einwenden,
dass die Angaben anlässlich der Abklärung an Ort und Stelle korrekt gewesen seien. Es
bestehe eine Hilflosigkeit mittleren Grades. Der Versicherte leide an erheblichen
kognitiven Störungen, die eine lebenspraktische Begleitung erforderten. Bei der
Abklärung an Ort und Stelle sei er zwar ohne Hilfe in die Wohnung getreten. Die
Abklärungsperson hätte allerdings bemerken müssen, dass er sich mit seinen Händen
und dem Rücken an die Wand habe lehnen müssen. Der Vertreter des Versicherten
schlug eine neue Abklärung vor.
A.g Mit Verfügung vom 24. Januar 2014 (IV-act. 110) wies die IV-Stelle das Gesuch um
eine Hilflosenentschädigung aus den im Vorbescheid genannten Gründen ab.
Ergänzend ging sie auf die Widersprüchlichkeiten zwischen der geltend gemachten
Hilflosigkeit in den einzelnen Verrichtungen und den medizinischen Unterlagen sowie
dem anlässlich der Abklärung an Ort und Stelle beobachteten Verhalten ein. Zudem
wies sie darauf hin, dass es sich beim täglichen Richten der Medikamente nicht um
eine besonders aufwändige Pflege handle.
B.
B.a Gegen diese Verfügung liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am
19. Februar 2014 Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Vertreter beantragte die
Aufhebung der Verfügung und die Zusprache einer Hilflosenentschädigung. Zur
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Begründung machte er geltend, dass das Abklärungsergebnis der IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) nicht der Realität entspreche. Der
Beschwerdeführer sei beim An- und Auskleiden, bei der Körperpflege (Handzittern,
Labilität des Körpers, namentlich der Beine), beim Kämmen und beim Rasieren
vollständig hilflos. Er benötige beim Sitzen und Aufstehen Hilfe. Er müsse spezielle
Nahrung (Diätnahrung) zu sich nehmen, die zerkleinert werden müsse. Bei der
Fortbewegung im Freien benötige der Beschwerdeführer wegen der "Labilität" (gemeint
wohl: Schwäche und/oder Kraftlosigkeit), Unsicherheit und Konzentrationsstörungen
Begleitung. Zudem leide er unter Vergesslichkeit, "Entgeisterung" (gemeint wohl:
Verwirrtheit), an einem ganz schwachen Gedächtnis, Amnesie und "ungebundener
Rede". Die kognitiven Störungen seien erheblich. Weiter benötige der
Beschwerdeführer dauernde medizinisch-pflegerische Hilfe (Verabreichung von
Medikamenten, Befreiung von Angstzuständen). Er sei psychisch enorm belastet,
weshalb nachts permanent eine Überwachung notwendig sei. Es bestehe Suizidgefahr.
Die geltend gemachten Einschränkungen im Alltag entsprächen der Realität. Die Ärzte
würden dies bestätigen. Es stimme nicht, dass sich der Gesundheitszustand seit dem
Klinikaustritt verbessert habe. Der Vertreter des Beschwerdeführers bat um eine
zusätzliche, umfassende Abklärung der Hilflosigkeit. Die Beschwerdeschrift war nicht
handschriftlich unterzeichnet. Am 1. März 2014 reichte der Vertreter des
Beschwerdeführers die unterzeichnete Beschwerdeschrift ein (act. G 3). Er bestätigte,
dass er den Beschwerdeführer unentgeltlich vertrete. Zudem stellte er ein Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 9. April 2014 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 6). Sie brachte vor, dass im ausführlichen Begründungsteil der
angefochtenen Verfügung die im Einwand zum Vorbescheid geltend gemachten
Kritikpunkte abgehandelt und die Gründe für das Festhalten am Entscheid aufgeführt
worden seien. In der Beschwerde seien keine neuen relevanten Aspekte geltend
gemacht worden, die Weiterungen erfordern würden. Die in ihrem Kerngehalt nicht
neue, wenig substantiierte Kritik am Ergebnis der Abklärung an Ort und Stelle sei
insgesamt nicht geeignet, Zweifel an den überzeugend begründeten
Schlussfolgerungen des beweiskräftigen Abklärungsberichts sowie den einleuchtenden
Ausführungen der RAD-Ärztin zu erwecken.
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B.c Der Präsident der 3. Abteilung bewilligte am 15. April 2014 das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten) für das
Beschwerdeverfahren (act. G 7).
B.d Mit Replik vom 18. Mai 2014 (act. G 9) machte der Vertreter des
Beschwerdeführers ergänzend geltend, dass die Beschwerdegegnerin angesichts der
gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers nicht ernsthaft glauben
könne, dass dieser nicht auf fremde Hilfe angewiesen sei. Die getätigten Abklärungen
seien oberflächlich gewesen. Die Beschwerdegegnerin habe die Berichte der
behandelnden Ärzte falsch interpretiert. Sie habe lediglich die einzelnen
Beeinträchtigungen, nicht jedoch die Gesamtheit der Beschwerden berücksichtigt. Der
Replik lag ein Bericht des Hausarztes des Beschwerdeführers, Dr. med. D._, bei.
Dieser hatte am 28. April 2014 berichtet (act. G 9.1), dass die Vergesslichkeit und die
Konzentrationsschwäche seit dem Hirninfarkt zugenommen hätten. Ohne Hilfe könne
der Beschwerdeführer die alltäglichen Lebensverrichtungen (An- und Auskleiden,
Körperpflege, Medikamente einnehmen) nicht bewältigen. Diese Unfähigkeit und
Hilflosigkeit habe beim Beschwerdeführer eine depressive Verstimmung verursacht.
Zeitweise leide er unter Suizidgedanken.
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 11).

Erwägungen
1.
1.1 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin das Gesuch um die
Zusprache einer Hilflosenentschädigung abgewiesen. Streitgegenstand bildet somit die
Frage, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung hat.
1.2 Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz, die hilflos
sind, haben Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung (Art. 42 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Als hilflos gilt eine
Person, die wegen der Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche
Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung
bedarf (Art. 9 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
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Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1). Eine leichte Hilflosigkeit liegt vor, wenn
die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln in mindestens zwei alltäglichen
Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen
ist, einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf, einer durch das Gebrechen
bedingten ständigen und besonders aufwendigen Pflege bedarf, wegen einer schweren
Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebrechens nur dank
regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte
pflegen kann oder dauernd auf eine lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (Art.
37 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV, SR 831.201). Eine
mittelschwere Hilflosigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von
Hilfsmitteln in den meisten alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher
Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist, in mindestens zwei alltäglichen
Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen
ist und überdies einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf oder in
mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise
auf die Hilfe Dritter und überdies dauernd auf eine lebenspraktische Begleitung
angewiesen ist (Art. 37 Abs. 2 IVV). Eine schwere Hilflosigkeit liegt vor, wenn die
versicherte Person vollständig hilflos ist. Dies ist der Fall, wenn sie in allen alltäglichen
Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen
ist und überdies der dauernden Pflege oder der persönlichen Überwachung bedarf (Art.
37 Abs. 1 IVV). Praxisgemäss werden folgende sechs alltägliche Lebensverrichtungen
unterschieden: An- und Auskleiden, Aufstehen, Absitzen und Abliegen, Essen,
Körperpflege, Verrichten der Notdurft und Fortbewegung (vgl. Rz. 8010 des
Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH,
Version gültig ab 1. Januar 2014). Ist eine versicherte Person nicht in der Lage, eine
von mehreren Teilfunktionen einer dieser sechs alltäglichen Lebensverrichtungen
selbständig auszuführen, gilt sie bezüglich der entsprechenden alltäglichen
Lebensverrichtung als hilflos (Rz. 8011 KSIH). Der Bedarf nach Hilfeleistungen muss
regelmässig und in erheblicher Weise bestehen. Regelmässig werden Hilfeleistungen
benötigt, wenn sie täglich oder eventuell täglich erbracht werden müssen (vgl. Rz. 8025
KSIH). Erheblich sind Hilfeleistungen, wenn die versicherte Person mindestens eine
Teilfunktion einer alltäglichen Lebensverrichtung nicht mehr, nur noch mit
unzumutbarem Aufwand oder nur noch auf unübliche Art und Weise selbst ausführen
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kann oder wegen ihres psychischen Zustandes ohne besondere Aufforderung nicht
vornehmen würde, oder wenn sie sie selbst mit Hilfe Dritter nicht erfüllen kann, weil sie
für sie keinen Sinn hat (vgl. Rz. 8026 KSIH). Von der direkten Dritthilfe bei der
Ausführung der alltäglichen Lebensverrichtungen ist somit die indirekte Dritthilfe zu
unterscheiden. Die indirekte Hilfe betrifft zur Hauptsache psychisch oder geistig
behinderte Menschen. Indirekte Dritthilfe ist gegeben, wenn die versicherte Person die
alltäglichen Lebensverrichtungen zwar funktionsmässig selber ausführen kann, dies
aber nicht, nur unvollständig oder zu Unzeiten tun würde, wenn sie sich selbst
überlassen wäre. Die indirekte Dritthilfe setzt voraus, dass die Drittperson regelmässig
anwesend ist und die versicherte Person insbesondere bei der Ausführung der in Frage
stehenden Verrichtungen persönlich überwacht, sie zum Handeln anhält oder von
schädigenden Handlungen abhält und ihr nach Bedarf hilft (Rz. 8029 f. KSIH).
1.3 Der Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung entsteht am ersten Tag des Monats,
in dem sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind (Art. 35 Abs. 1 IVV). Gemäss
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung richtet sich der zeitliche Beginn des
Anspruchs auf eine Hilflosenentschädigung entgegen dem wörtlich verstandenen
Verweis in Art. 42 Abs. 4 in fine IVG nicht nach Art. 29 Abs. 1 IVG, sondern es gelangt
die Bestimmung zu den Anspruchsvoraussetzungen für eine Rente zur Anwendung,
also Art. 28 Abs. 1 IVG (BGE 137 V 351 E. 5.1). Die gesundheitlichen
Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers bestehen seit einer Hirnblutung im
November 2010. Zum Bezug einer Hilflosenentschädigung hat er sich erst im
November 2012 angemeldet. Macht eine versicherte Person ihren Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung mehr als zwölf Monate nach dessen Entstehen geltend, so wird
die Leistung in Abweichung von Art. 24 Abs. 1 ATSG nur für die zwölf Monate
nachgezahlt, die der Geltendmachung vorangehen (Art. 48 Abs. 1 IVG). Zu prüfen ist
somit ein Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung ab 1. November 2011.
2.
2.1 In medizinischer Hinsicht liegen insbesondere Berichte der Klinik C._ über den
Aufenthalt vom 30. Dezember 2010 bis 18. Februar 2011, namentlich der
Austrittsbericht Physiotherapie vom 17. Februar 2011, der interne Kurzbericht
Psychologie vom 17. Februar 2011, der logopädische Verlaufsbericht vom 18. Februar
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2011, der Austrittsbericht Ergotherapie vom 22. Februar 2011 und der Austrittsbericht
vom 11. März 2011, im Recht. Diese Berichte enthalten überzeugende Angaben dazu,
in welchem Ausmass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Klinikaustritts bei der
Ausübung der alltäglichen Lebensverrichtungen durch seine gesundheitlichen
Beeinträchtigungen eingeschränkt gewesen ist. Für die Beurteilung der Hilflosigkeit im
Zeitpunkt des Klinikaustritts, d.h. Februar 2011, könnte somit auf die Berichte der Klinik
C._ abgestellt werden. Der Beschwerdeführer hat sich jedoch erst fast zwei Jahre
nach dem Klinikaustritt, nämlich im November 2012, zum Bezug einer
Hilflosenentschädigung angemeldet. Wie in Erw. 1.3 ausgeführt, ist im vorliegenden
Verfahren der Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung ab November 2011 zu prüfen.
Theoretisch ist es möglich, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
zwischen dem Klinikaustritt im Februar 2011 und dem frühestmöglichen
Anspruchsbeginn im November 2011 oder auch im späteren Verlauf (relevant ist die
Zeit bis und mit Verfügungserlass, d.h. 24. Januar 2014) verschlechtert hat. Hinzu
kommt, dass die Berichte nicht zu allen Teilbereichen der alltäglichen
Lebensverrichtungen Aussagen enthalten. So wird beispielsweise bezüglich der
Körperpflege lediglich erwähnt, dass sich der Beschwerdeführer selbständig waschen
könne. Die Körperpflege beinhaltet jedoch neben dem Waschen auch das Kämmen,
Rasieren, Baden und Duschen (Rz. 8010 KSIH). Die Berichte der Klinik C._ erreichen
somit nicht ganz den erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit, um die Hilflosigkeit des Beschwerdeführers ab November 2011
beurteilen zu können.
2.2 Als Nächstes ist zu prüfen, ob für die Beurteilung der Hilflosigkeit im hier
massgebenden Zeitraum (1. November 2011 bis 24. Januar 2014) auf die Berichte des
Hausarztes abgestellt werden kann. Dieser hat im Januar 2012 berichtet, dass der
Beschwerdeführer weiterhin an Schluck- und Sprachstörungen leide. Die
Sprachstörung und die Gehbehinderung hätten sich im Verlauf der Behandlung
gebessert, sodass ein Eingliederungsversuch in einer körperlich leichten Tätigkeit
begonnen werden könne. In einem Bericht vom Dezember 2012 hat der Hausarzt
angegeben, dass der Beschwerdeführer nach rezidivierenden Stürzen wegen des
Hemisyndroms und Schwindel einen Rollator und einen Gehstock benötige. Ohne
Begleitperson fühle er sich sehr unsicher. Im April 2014 hat der Hausarzt berichtet,
dass die Vergesslichkeit und die Konzentrationsschwäche seit dem Hirninfarkt
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zugenommen hätten. Der Beschwerdeführer könne die alltäglichen
Lebensverrichtungen (An- und Auskleiden, Körperpflege, Medikamente einnehmen)
nicht selbständig bewältigen. Während der Hausarzt also im Januar 2012 noch davon
ausgegangen ist, dass ein Eingliederungspotential vorhanden ist, hat er dem
Beschwerdeführer im April 2014 eine Hilflosigkeit in zwei alltäglichen
Lebensverrichtungen sowie einen pflegerischen Hilfsbedarf bescheinigt. Aus den
Berichten des Hauarztes geht allerdings nicht hervor, dass sich der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit dem Klinikaustritt im Februar 2011
objektivierbar verschlechtert hätte. Zudem hat der Hausarzt nicht resp. nur
unzureichend begründet, weshalb bei den genannten Verrichtungen aus medizinischer
Sicht eine Hilflosigkeit bestehen soll. Hinzu kommt, dass die behandelnden Ärzte oft
die subjektive Wahrnehmung resp. die Äusserungen ihres Patienten wiedergeben, ohne
diese auf ihre medizinische Begründetheit resp. Plausibilität hin zu überprüfen. Aus den
genannten Gründen ist aufgrund der Hausarztberichte nicht mit dem notwendigen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass der Beschwerdeführer
in einer oder mehreren alltäglichen Lebensverrichtungen hilflos wäre und einer
pflegerischen Betreuung bedürfte.
2.3 Da die Hilflosigkeit des Beschwerdeführers in einer oder mehreren alltäglichen
Lebensverrichtungen und/oder der Bedarf auf Begleitung, Überwachung und Pflege ab
November 2011 durch die im Recht liegenden medizinischen Berichte nicht mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt ist, hat die
Beschwerdegegnerin zu Recht eine Abklärung an Ort und Stelle veranlasst. Anlässlich
dieser Abklärung vom Mai 2013 haben die Familienangehörigen resp. der Vertreter des
Beschwerdeführers angegeben, dass letzterer in allen alltäglichen Lebensverrichtungen
auf erhebliche Dritthilfe angewiesen sei und zudem einer lebenspraktischen Begleitung
sowie einer dauernden Überwachung und Pflege bedürfe. Der Beschwerdeführer
könne nur mit der linken Hand essen und trinken, selbst weiche Nahrung müsse ihm
zerkleinert werden, er könne sich nicht selber kämmen und rasieren, er benötige beim
Einsteigen und Stehen in der Badewanne sowie bei der Körperpflege Dritthilfe und er
müsse nach dem Stuhlgang von seiner Ehefrau gereinigt werden. Bei der
Fortbewegung sei der Beschwerdeführer unsicher und er leide an Schwindel. Im Freien
fehle ihm die Orientierung. Beim Fortbewegen in der Wohnung müsse er sich an den
Wänden abstützen. Treppen könne er nur mithilfe eines Handlaufs und mithilfe Dritter
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überwinden. Die Angaben der Angehörigen bzw. des Vertreters zum Hilfsbedarf des
Beschwerdeführers stehen in krassem Widerspruch zu den Angaben in den Berichten
der Klink C._: Diese hatte angegeben, dass sich der Beschwerdeführer selbständig
anziehen könne, dass der Transfer unter Supervision selbständig möglich sei, dass sich
die initial gezeigten Dysphagien innert Tagen zurückentwickelt hätten, sodass der
Beschwerdeführer selbständig normale Kost habe zu sich nehmen können, dass er
sich selbständig waschen könne, dass er sich selbständig und ohne Hilfsmittel bis zu
30 Minuten am Stück drinnen und draussen fortbewegen könne, dass er alternierend
und ohne Halt Treppensteigen könne, dass die Verkehrssicherheit als Fussgänger in
Z._ gegeben gewesen sei und dass er an der Wandergruppe (mind. 45 Minuten)
habe teilnehmen können. Zudem ist den Berichten nicht zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer während des stationären Klinikaufenthaltes bei der Verrichtung der
Notdurft auf Dritthilfe angewiesen gewesen wäre oder unter Schwindel gelitten hätte.
Zwar sind in der Klinik C._ ausgeprägte Beeinträchtigungen in den Sprachfunktionen
und mittelschwere Defizite der Aufmerksamkeits- und Exekutivfunktionen wie auch der
visuell-räumlichen Verarbeitung festgestellt worden. Eine totale Verwirrung, Amnesie,
Orientierungslosigkeit und Angstzustände, wie es von den Familienangehörigen
geschildert worden ist, ist in den Berichten jedoch nicht erwähnt worden. Auch ist
während des stationären Aufenthalts keine dauernde Überwachung notwendig
gewesen. Ebenso geht aus den Berichten nicht hervor, dass dem Beschwerdeführer
die Medikamente hätten verabreicht werden müssen. Hinzu kommt, dass der
Beschwerdeführer im Anmeldeformular teilweise andere Angaben gemacht hat als
seine Angehörigen resp. sein Vertreter bei der Abklärung an Ort und Stelle: So geht aus
dem Anmeldeformular hervor, dass der Beschwerdeführer beim Sitzen und Aufstehen
auf die Hilfe Dritter angewiesen sei, dagegen bei der Verrichtung der Notdurft keiner
Hilfe bedürfe. Bereits aufgrund der Diskrepanzen zwischen den Angaben der
Familienangehörigen resp. des Vertreters des Beschwerdeführers gegenüber den
Berichten der Klinik C._ und den Angaben im Anmeldeformular kann auf die
anlässlich der Abklärung an Ort und Stelle gemachten Äusserungen nicht abgestellt
werden.
2.4 Wenige Minuten vor der Abklärung an Ort und Stelle hat die Abklärungsperson
beobachtet, wie der Beschwerdeführer mit einem seiner Söhne bei Regen in rasantem
Tempo an ihr vorbei gelaufen ist. Der Beschwerdeführer ist dabei selbständig
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gegangen, also nicht gestützt worden. Ausserdem hat der Beschwerdeführer anlässlich
der Abklärung an Ort und Stelle mittels Gestik zu verstehen gegeben, dass er seinen
rechten Arm nicht ausstrecken könne und nicht in der Lage ist, ein Glas Wasser zu
greifen und zu führen. In Widerspruch dazu hat der Beschwerdeführer der
Abklärungsperson auf deren Aufforderung hin am Ende des Gesprächs die rechte
Hand entgegengestreckt und sich mit einem auffällig festen Händedruck
verabschiedet. Zwar reichen diese Beobachtungen nicht aus, um eine Hilflosigkeit des
Beschwerdeführers ausschliessen zu können. Sie lassen jedoch den Verdacht
aufkommen, dass die im Anmeldeformular und anlässlich der Abklärung an Ort und
Stelle gemachten Schilderungen über die gesundheitlichen Einschränkungen des
Beschwerdeführers stark übertrieben oder sogar falsch gewesen sind. Insgesamt ist
die Beweislage somit ungenügend. In antizipierender Beweiswürdigung ist von einem
weiteren Augenschein in Verbindung mit einer erneuten Befragung der Angehörigen
keine erweiterte Sachverhaltskenntnis zu erwarten, da davon ausgegangen werden
muss, dass der Zustand des Beschwerdeführers wieder schlimmer demonstriert und
geschildert würde, als er es tatsächlich ist. Auch eine Rückfrage beim Hausarzt würde
keine neuen Erkenntnisse bezüglich der Hilflosigkeit des Beschwerdeführers in den
einzelnen Lebensverrichtungen bringen, da Hausärzte aufgrund ihrer
auftragsrechtlichen Vertrauensstellung und im Hinblick auf einen möglichen Ziel- und
Interessenskonflikt im Zweifel regelmässig eher zugunsten ihrer Patienten aussagen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 5. April 2004, I 814/03 E 2.4.2). Folglich bleibt
nichts anderes übrig, als das Vorliegen einer Hilflosigkeit mittels einer medizinischen
Begutachtung abzuklären. Dabei werden die Gutachter anhand eines von der
Beschwerdegegnerin noch zu erstellenden Profils über die alltäglichen
Lebensverrichtungen beurteilen müssen, ob der Beschwerdeführer aufgrund seiner
gesundheitlichen Beeinträchtigungen in einer oder mehreren Lebensverrichtungen
hilflos ist und/oder einer lebenspraktischen Begleitung, einer dauernden Überwachung
oder einer dauernden Pflege bedarf. Die Begutachtung wird sich also nur insoweit von
einer Begutachtung zur Ermittlung der Arbeitsfähigkeit unterscheiden, als nicht zu
beurteilen ist, ob die versicherte Person eine bestimmte Arbeitstätigkeit noch ausüben
kann, sondern ob sie in konkreten Verrichtungen Hilfe bedarf, dauernd überwacht oder
gepflegt oder begleitet werden muss.
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2.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad
feststeht, ob der Beschwerdeführer in einer oder mehreren alltäglichen
Lebensverrichtungen hilflos ist und/oder einer lebenspraktischen Begleitung, einer
dauernden Überwachung und/oder Pflege bedarf. Indem die Beschwerdegegnerin den
Sachverhalt nicht rechtsgenüglich ermittelt hat, hat sie ihre Untersuchungspflicht
gemäss Art. 43 Abs. 1 ATSG verletzt. Die Sache ist daher in teilweiser Gutheissung der
Beschwerde zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3.
Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat für die Verfahrenskosten aufzukommen.
Diese bemessen sich nach dem Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Da das
Beschwerdeverfahren einen durchschnittlichen Aufwand verursacht hat, wird die
Gerichtsgebühr auf Fr. 600.-- festgesetzt.