Decision ID: 42af6a4a-0b2e-4694-b8d5-95e902a6bd2d
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Ehescheidung
Berufung gegen ein Urteil des Einzelrichters im ordentlichen Verfahren des Bezirksgerichtes Hinwil vom 14. Dezember 2011; Proz. FE080165
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Rechtsbegehren:
Die Ehe der Parteien sei zu scheiden, unter richterlicher Regelung
der Nebenfolgen.
A. Anträge der Klägerin (sinngemäss): − Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin bis zu seiner Pensionierung
monatliche Unterhaltsbeiträge von mindestens Fr. 1'500.00 zu bezahlen. − Der Beklagte sei zu verpflichten, für die künftigen Unterhaltsbeiträge eine
angemessene Sicherheit zu leisten. − Vom Freizügigkeitsguthaben der beruflichen Vorsorge des Beklagten sei die
Hälfte der Klägerin zuzuweisen; von der Teilung des  der Klägerin sei abzusehen.
− Die Liegenschaft der Parteien sei gegen eine angemessene  ins Alleineigentum der Klägerin zu übertragen.
B. Anträge des Beklagten (sinngemäss):
− Es sei festzustellen, dass die Parteien gegenseitig keinen nachehelichen Unterhalt schulden.
− Die während der Ehe angesparten BVG-Guthaben der Parteien seien hälftig zu teilen.
− Die Liegenschaft der Parteien sei zu versteigern. Aus dem Erlös sei dem Beklagten Eigengut im Betrag von Fr. 90'000.00 und den darauf entfallenden Gewinn zurückzuerstatten. Im Übrigen sei der Erlös hälftig zu teilen.
− Die Klägerin sei zu verpflichten, dem Beklagten Fr. 20'000.00 (Hälfte des Werts des Hausrats) zu erstatten.
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Urteil des Einzelrichters im ordentlichen Verfahren des Bezirksgerichtes Hinwil vom 14. Dezember 2011:
1. Die Ehe der Parteien wird geschieden.
2. Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin von der Rechtskraft des  an bis zu ihrem ordentlichen Pensionierungsalter monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 985.00 zu bezahlen, zahlbar je monatlich im .
Diese Unterhaltsbeiträge basieren auf dem Landesindex der  des Bundesamtes für Statistik vom November 2011 von 99.4 Punkten (Basis Dezember 2010 = 100 Punkte). Sie werden jeweils auf den 1. Januar, erstmals auf den 1. Januar 2013, nach folgender Formel an die Veränderung des Indexstandes bis Ende November des Vorjahres :
ursprünglicher Unterhaltsbeitrag x neuer Indexstand neuer Unterhaltsbeitrag = _ ursprünglicher Indexstand (99.4)
3. Der Beklagte wird verpflichtet, die Unterhaltsbeiträge durch Einzahlung von Fr. 120'000.00 auf ein gemeinsames Konto der Parteien, über welches die Parteien nur gemeinsam verfügen können, sicherzustellen.
4. Die C._, ... [Adresse], wird angewiesen, mit Rechtskraft des  vom Freizügigkeitskonto des Beklagten (A._, geb. tt.mm.1960; Freizügigkeitspolice ... Fr. 65'343.00 auf das Vorsorgekonto der Klägerin (B._, geb. tt.mm.1959) bei der Pensionskasse D._, ... [Adresse] (Versicherungsnummer: ..., AHV-Nr.: ...) zu überweisen.
5. Die C._, ... [Adresse], wird angewiesen, die Hälfte des  bzw. des Guthabens des Beklagten (A._, geb.tt.mm.1960) in seiner Lebensversicherung der gebundenen Vorsorge (Säule 3a, Police Nr. ...) per 10. Juni 2008 samt den darauf berechneten Zinsen bis zum  der Rechtskraft des Scheidungsurteils zugunsten der Klägerin (B._, geb. tt.mm.1959) auf eine entsprechende Einrichtung der  gebundenen Vorsorge zu übertragen.
6. Die Vorsorgestiftung Sparen 3 der Zürcher Kantonalbank, ... [Adresse], die Hälfte des Guthabens des Beklagten (A._, geb. tt.mm.1960) auf  Vorsorgekonto ... per 10. Juni 2008 samt den darauf berechneten Zinsen bis zum Datum der Rechtskraft des Scheidungsurteils zugunsten der Klägerin (B._, geb. tt.mm.1959) auf eine entsprechende  der privaten gebundenen Vorsorge zu übertragen.
7. Der Beklagte wird verpflichtet, alle erforderlichen Erklärungen abzugeben, um die im Gesamteigentum der Parteien stehende Liegenschaft in der
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Gemeinde E._, Grundbuch Blatt ..., Kataster Nr. ..., ..., mit sämtlichen Rechten und Pflichten gegen eine Zahlung der Klägerin an den Beklagten in der Höhe von Fr. 128'625.00 und gegen Übernahme der  durch die Klägerin unter Entlassung des Beklagten aus der Schuldpflicht ins Alleineigentum der Klägerin zu übertragen.
Der Anspruch der Klägerin gegen den Beklagten auf Sicherstellung ihrer Unterhaltsansprüche gemäss Ziff. 3 vorstehend mit Fr. 120'000.00 kann mit der vorliegenden Schuld der Klägerin auf Bezahlung von Fr. 128'625.00 verrechnet werden.
Der Klägerin wird eine Frist von sechs Monaten ab Zustellung des  angesetzt, um die Finanzierung der geschuldeten Restzahlung und die Entlassung des Beklagten aus der Grundpfandschuld .
Verzichtet sie darauf, die Liegenschaft zu den vorstehend  Bedingungen zu Alleineigentum zu übernehmen oder sieht sie sich ausserstande, diese Bedingungen zu erfüllen, ist die Liegenschaft auf  Antrag und gemeinsame Kosten der Parteien durch das - und Betreibungsamt F._ zu versteigern (sofern sich die Parteien nicht auf einen freihändigen Verkauf einigen). Vom Erlös sind nach der Bezahlung der Grundpfandschulden und der Kosten und  der Versteigerung und des Verkaufs dem Beklagten Fr. 60'000.00 . Im Übrigen ist der Erlös je hälftig zu teilen.
8. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf: Fr. 10'000.00 ; die Barauslagen betragen:
Fr. 2'406.00 Gutachten
Fr. 136.00 amtliche Zustellungen
9. Die Gerichtskosten werden zu einem Viertel der Klägerin und zu drei Vier-
teln dem Beklagten auferlegt. Die jeweiligen Kostenanteile der Parteien werden zufolge der ihnen gewährten unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Nachzahlungspflicht gemäss § 92 ZPO/ZH bleibt vorbehalten.
10. Der Beklagte wird verpflichtet, dem Rechtsvertreter der Klägerin eine  Prozessentschädigung von Fr. 15'000.00 (MWSt. inbegriffen) zu .
11. Schriftliche Mitteilung − an die Parteien
sowie nach Eintritt der Rechtskraft
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− mit Formular an das für E._ zuständige Zivilstandsamt;
und im Auszug:
− an die C._, ... [Adresse] (Ziffer 4 des Urteils; Ausgleich der  Vorsorge);
− an die C._, ... [Adresse], Ziffer 5 des Urteils; Ausgleich der  gebundenen Vorsorge);
− an die Vorsorgestiftung Sparen 3 der Zürcher Kantonalbank, ... [] (Ziff. 6 des Urteils; Ausgleich der privaten gebundenen )
12. Rechtsmittel.
Berufungsanträge:
des Gesuchstellers/Beklagten und Berufungsklägers (act. 133 S. 2 f.):
"1. Es sei Ziffer 2 des Urteils des Bezirksgerichtes Hinwil vom 14. Dezember
2011 aufzuheben und der Berufungskläger zu keinen persönlichen  an die Berufungsbeklagte zu verpflichten.
2. Es sei Ziffer 2 [richtig: 3] des Urteils aufzuheben und der Berufungskläger zu
keiner Sicherstellung zu verpflichten dies auch für den Fall dass er zu  verpflichtet würde.
3. Es sei in Ziffer 4 des Urteils bezüglich dem auf das Vorsorgekonto der Klä-
gerin bei der Pensionskasse D._ zu überweisenden Betrag von Fr. 65'343.00 aufzuheben und neu der Betrag auf der Basis der per Ende Januar 2012 aktualisierten Auszüge des Vorsorgekontos der Klägerin bei der Pensionskasse D._ und der Freizügigkeitspolice ... des Beklagten mit hälftigem Ausgleich zu bestimmen.
4. Es sei Ziffer 7 des Dispositives aufzuheben und die Ausgleichsforderung des
Beklagten aus Güterrecht auf Fr. 160'500.00 und das eingebrachte Gut auf Fr. 80'000.00 festzusetzen.
5. Es sei die im Gesamteigentum der Parteien stehende Liegenschaft in der Gemeinde E._, Grundbuch Blatt ..., Kataster Nr. ..., ... auf  Kosten der Parteien durch das Gemeinde- und Betreibungsamt F._ zu versteigern, sofern sich die Parteien nicht auf einen freihändigen Verkauf einigen.
Vom Erlös sind nach der Bezahlung der Grundpfandschulden und Kosten
und Gebühren der Versteigerung, dem Beklagten Fr. 80'000.00 und Fr. 160'500.00, total Fr. 240'500.00 auszubezahlen. Der Klägerin Fr. 80'500.00.
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Im Übrigen sei der Erlös je hälftig zu teilen.
6. Es sei festzustellen, dass die Steuerschulden für das Jahr 2007 von den
Parteien im Innenverhältnis zu 2/3 vom Berufungskläger entsprechend Fr. 8'062.70 plus Anteil Verzugszinsen; und zu 1/3 von der  entsprechend Fr. 4'153.50 zuzüglich Anteil Verzugszinsen, zu  sind unter dem Vorbehalt des gegenseitigen Rückgriffsrechtes für  über den eigenen Anteil hinaus bezahlte Beträge.
7. Es seien die vorinstanzlichen Kosten gemäss dem Ausgang des Berufungs-
verfahrens neu zu verteilen und die Entschädigungsfolgen neu festzusetzen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 8% Mehrwertsteuer  der Berufungsbeklagten.
Sodann stelle ich Ihnen den Antrag:
"Es sei dem Beklagten und Berufungskläger für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren.
Es sei dem Berufungskläger für das Berufungsverfahren RA X._ als unentgeltlicher Rechtsbeistand beizugeben."
der Gesuchstellerin/Klägerin und Berufungsbeklagten (act. 146 S. 2):
"1. Es sei die Berufung abzuweisen mit Ausnahme der nachfolgend in Ziffer 2
teilweise anerkannten Abänderung von Ziff. 2 des angefochtenen Urteils und es sei das angefochtene Urteil dementsprechend zu bestätigen bzw. .
2. Es sei Ziff. 2 des Urteils wie folgt abzuändern:
Ziff. 2: Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin von der Rechtskraft des  an bis zum ordentlichen Pensionierungsalter monatliche Unter-
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haltsbeiträge von Fr. 885.00 zu bezahlen, zahlbar monatlich und im Voraus.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten des Beklagten."

Erwägungen:
I. Sachverhalt und Prozessgeschichte:
1. Die Parteien heirateten am tt. November 1984 in G._ ZH. Die Beru-
fungsbeklagte stammt aus Kolumbien. Aus der Ehe sind zwei Kinder hervorge-
gangen, H._, geboren am tt.mm.1987, und I._, geboren am tt.mm.1989.
Beide haben mittlerweile ihre Berufsausbildung abgeschlossen: H._ ist Lo-
gistiker, I._ Coiffeuse. Die Berufungsbeklagte arbeitet als Kontrolleurin bei
der D._ AG in J._ (act. 14/1+2). Der Berufungskläger war viele Jahre als
Informatiker erwerbstätig (vgl. act. 3/19 S. 3 und act. 3/20/5+6). Im Jahre 2006
verlor er seine Arbeit, worauf er Arbeitslosentaggelder bezog (act. 3/20/2). Am
21. April 2008 war sein Taggeldanspruch erschöpft (act. 3/20/3). Er trennte sich
von der Berufungsbeklagten und zog nach Kolumbien. Nach seiner Rückkehr im
Juni 2008 wurde er vom Sozialamt der Gemeinde E._ unterstützt. Diese Hilfe
wurde indessen per Ende September 2008 wieder eingestellt (act. 16/4). Der Be-
rufungskläger lebt heute zusammen mit einer neuen Partnerin in Kolumbien. Im
März 2008 gründete er eine international tätige Firma, welche sich mit der Einrich-
tung von Internet-Telefonie-Lösungen befasst. Inzwischen hat er seine Erwerbstä-
tigkeit auf die Installation von mit dem Internet verbundenen Überwachungskame-
ras ausgeweitet (Prot. I S. 51 ff.). Die Parteien sind Gesamteigentümer eines im
Jahre 1995 erstellten Hausteils in K._, Gemeinde E._ (act. 31).
2. Nachdem die Berufungsbeklagte mit Eingabe vom 9. Juni 2008 an den Ehe-
schutzrichter des Bezirkes Hinwil gelangt war und die Parteien an der Verhand-
lung vom 1. Juli 2008 eine Vereinbarung geschlossen hatten, wurde diese mit
Verfügung gleichen Datums vorgemerkt. Die Parteien verzichteten hierbei gegen-
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seitig auf Unterhaltsbeiträge. Mit dem Einverständnis des Berufungsklägers wurde
eine auf Antrag der Berufungsbeklagten am 10. Juni 2008 superprovisorisch an-
geordnete Sperre des Privatkontos des Berufungsklägers bei der Credit Suisse
aufrechterhalten.
3. Im Anschluss an die Verhandlung vom 1. Juli 2008 vor dem Eheschutzrich-
ter gaben die Parteien ein gemeinsames Scheidungsbegehren zu Protokoll
(act. 1). Nach Durchführung des Haupt- und des anschliessenden Beweisverfah-
rens fällte die Vorinstanz das oben wiedergegebene Scheidungsurteil vom
14. Dezember 2011 (act. 137).
4. Gegen dieses Urteil erhob der Berufungskläger fristgerecht Berufung, die
sich gegen die Festsetzung der von ihm an die Berufungsbeklagte zu leistenden
Unterhaltsbeiträge und gegen einen Teil der güterrechtlichen Anordnungen rich-
tet. Zudem erneuerte er sein bereits vor Vorinstanz gestelltes, von dieser bewillig-
tes Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (act. 133). Mit Be-
schluss vom 28. März 2012 bewilligte die Kammer dem Berufungskläger für das
Berufungsverfahren die unentgeltliche Prozessführung und gab ihm Rechtsanwalt
lic. iur. X._ als unentgeltlichen Rechtsbeistand bei, beides unter der Voraus-
setzung, dass er die beigelegte Abtretungserklärung zu Gunsten des Kantons Zü-
rich, vertreten durch die Obergerichtskasse, unterzeichnet retourniere. Gleichzei-
tig wurde ihm aufgegeben, seine Wohn- und Meldeverhältnisse samt genauer Ad-
resse klarzustellen und zu belegen (act. 138). Innert Frist erfüllte der Berufungs-
kläger die Auflagen (act. 141, 142/1-4). Die Berufungsbeklagte schliesst auf Ab-
weisung der Berufung. Ausgenommen von diesem umfassenden Abweisungsan-
trag sind einzig die vom Berufungskläger monatlich an sie zu bezahlenden Unter-
haltsbeiträge, die nicht auf Fr. 985.00, sondern lediglich auf Fr. 885.00 festzuset-
zen seien (act. 146 S. 2). Am 28. September 2012 wurde dem Berufungskläger
die Berufungsantwort zugestellt (act. 148).
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II. Formelles:
1. Auf den 1. Januar 2011 ist die Schweizerische Zivilprozessordnung (ZPO) in
Kraft getreten, welche das bisherige (kantonale) Verfahrensrecht ablöst. Gemäss
Art. 405 Abs. 1 ZPO gilt für Rechtsmittel und für das Rechtsmittelverfahren das
Recht, das bei der Eröffnung eines Entscheides in Kraft war. Für Verfahren, die
beim Inkrafttreten der ZPO rechtshängig waren, gilt demgegenüber nach Art. 404
Abs. 1 ZPO das bisherige (alte) Verfahrensrecht bis zum Abschluss vor der be-
troffenen Instanz.
Das angefochtene Urteil des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren des Be-
zirksgerichts Hinwil erging am 14. Dezember 2011, also nach dem Inkrafttreten
der ZPO. Das Rechtsmittelverfahren untersteht daher dem neuen Recht der ZPO
(und den dazugehörigen ergänzenden kantonalen Bestimmungen des GOG, der
GebV OG und der AnwGebV). Demgegenüber beurteilt sich das Verfahren der
Vorinstanz (Einzelgericht im ordentlichen Verfahren des Bezirksgerichts Hinwil),
bei dem die Klage vor Inkrafttreten der ZPO anhängig gemacht worden war, noch
nach dem kantonalen Recht, der ZPO/ZH, dem GVG/ZH und den dazugehörigen
Verordnungen (etwa zu den Gebühren und Anwaltsentschädigungen).
2. Die Einlegung der Berufung hemmt den Eintritt der Rechtskraft nur im Um-
fang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Die nicht angefochtenen Teile des Urteils
werden demnach von Bundesrechts wegen formell rechtskräftig und vollstreckbar.
Vorliegend wurde deshalb das Urteil der Vorinstanz vom 14. Dezember 2011 in
den nicht angefochtenen Teilen einen Tag nach Eingang der Berufungsantwort, in
welcher keine Anschlussberufung erhoben wurde, d.h. am 12. Juni 2012, rechts-
kräftig (vgl. zum Zeitpunkt: Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar zur zürcherischen
Zivilprozessordnung, 3. Auflage, N 2 und N 5 zu § 260 ZPO; Hinderling/Steck,
Das schweizerische Scheidungsrecht, S. 590 ff.). Der Berufungskläger hat Dispo-
sitiv-Ziffer 1 (Scheidungspunkt) sowie die Dispositiv-Ziffern 5 und 6 (Vorsorge-
ausgleich) unangefochten gelassen (act. 133 S. 4), weshalb das vorinstanzliche
Urteil insoweit rechtskräftig ist. Das ist vorzumerken.
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III. Materielles:
1. Die Vorinstanz sprach der Berufungsbeklagten gestützt auf Art. 125 Abs. 1
ZGB einen monatlichen persönlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 985.00 zu. Sie be-
fand, mit diesem Unterhaltsbeitrag sei der gebührende Unterhalt der Berufungs-
beklagten gesichert. Gegen diese Anordnung richtet sich in erster Linie die Beru-
fung des Berufungsklägers. Er vertritt die Meinung, beide Parteien seien in der
Lage, für ihren eigenen, gebührenden Unterhalt aufzukommen, und wirft der Vor-
instanz vor, der Sachverhalt sei insoweit unrichtig festgestellt worden. Dem wider-
spricht die Berufungsbeklagte, die im erstinstanzlichen Verfahren noch einen mo-
natlichen persönlichen Unterhaltsbeitrag von mindestens Fr. 1'500.00 verlangt
hatte und jetzt zweitinstanzlich einen auf Fr. 885.00 reduzierten Unterhaltsbeitrag
als angemessen bezeichnet. Es ist nunmehr - soweit für den Entscheid relevant -
auf die Vorbringen der Parteien einzugehen.
2. Die Vorinstanz hat die Grundsätze der Unterhaltsberechnung mit Bezug auf
die Berufungsbeklagte im Einzelnen und zutreffend dargelegt. Es sei vorab darauf
verwiesen (act. 137 S. 10 ff.). Immerhin sei noch Folgendes betont: Ein Unter-
haltsbeitrag ist soweit geschuldet, als es dem Ehegatten ehebedingt nicht möglich
ist, selbst für den ihm gebührenden Unterhalt unter Einschluss einer angemesse-
nen Altersvorsorge aufzukommen. Der Vorrang der Eigenversorgung ergibt sich
direkt aus dem Wortlaut von Art. 125 Abs. 1 ZGB. Ist diese indes einem Ehegat-
ten vorübergehend oder dauerhaft nicht möglich oder zumutbar, muss ausgehend
von der Leistungsfähigkeit des andern ein angemessener Unterhaltsbeitrag fest-
gesetzt werden (BGE 134 III 145 E. 4; BGer 5A_478/2010 vom 20. Dezember
2010; ZR 106 (2007) Nr. 16; Urs Gloor/Annette Spycher, BSK ZGB I, 4. Aufl.,
Art. 125 ZGB N 1 - 3; Schwenzer, FamKomm, Art. 125 ZGB N 1 - 7).
Die Generalklausel von Art. 125 Abs. 1 ZGB belässt dem Gericht bei der Zuspre-
chung einen weiten Ermessensspielraum. Der gebührende Unterhalt ist unter
Würdigung aller Umstände des Einzelfalls zu ermitteln. Dabei bilden die wirt-
schaftliche Leistungsfähigkeit beider Ehegatten und der während der Ehe gelebte
Standard - ausser bei Kurzehen - grundsätzlich die Basis und gleichzeitig die Be-
grenzung des Anspruchs. Art. 125 Abs. 2 ZGB konkretisiert die nicht abschlies-
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senden Kriterien auf Grund der Rechtsprechung. Hinsichtlich der Berechnungs-
methode bestehen für das Gericht keine gesetzlichen Vorgaben. Bei Fällen mit
mittleren wirtschaftlichen Verhältnissen befolgt das Bundesgericht einen Metho-
denpluralismus (vgl. BGE 134 III 577 E. 3; BGer 5A_288/2008 vom 27. August
2008 E. 5.4; 5C.308/2005 vom 5. April 2006 E. 3.1.3; 5A_154/2008 vom 23. Juni
2008 E. 2.2.1). In vielen Fällen ist die Wahl der Methode entscheidend dafür, ob
und in welcher Höhe Anspruch auf Unterhalt besteht. Die einstufig-konkrete Me-
thode auferlegt die Beweislast der ansprechenden Partei. Bei der Methode Not-
bedarfsberechnung mit Überschussverteilung wird die Beweislast dagegen auf die
Unterhalt leistende Partei verschoben, da sie nachweisen muss, dass ein be-
stimmter Teil des Einkommens nicht für den Lebensunterhalt verwendet wurde,
mithin eine sogenannte "Sparquote" bestand (vgl. zum Ganzen etwa Th. Ga-
bathuler, Unterhalt nach Scheidung: Rechtsgleichheit nicht verletzen, in: Plädoyer
1/12 S. 34 ff.).
Weiter ist festzuhalten, dass einem Unterhaltsschuldner zumindest so viel übrig
bleiben muss, wie er benötigt, um sein eigenes betreibungsrechtliches Existenz-
minimum zu decken (BGE 135 III 66 mit zahlreichen Hinweisen und BGE 137 III
59). Die Vorinstanz berechnet ein Existenzminimum der Berufungsbeklagten von
Fr. 3'726.00 (act. 137 S. 13) sowie ein solches des Berufungsklägers von
Fr. 3'831.00 (act. 137 S. 20). Der Berufungskläger beanstandet diese Berechnun-
gen der Vorinstanz für die Berufungsbeklagte als zu hoch mit Bezug auf
Fr. 200.00 für den Arbeitsweg, auf die ungedeckten Krankheitskosten in der Höhe
von Fr. 50.00 sowie auf Fr. 50.00 für Hausrat-/Haftpflichtversicherung (act. 133
S. 7, 11 und 25 f.) und geht von einem monatlichen Existenzminimum der Beru-
fungsbeklagten von lediglich Fr. 3'451.00 aus (act. 133 S. 12). Demgegenüber
hält die Berufungsbeklagte dafür, der Berufungskläger kritisiere die vorinstanzli-
che Berechnung ihres Notbedarfs zu Unrecht (act. 146 S. 5/6). Es wird darauf
später eingegangen (Erwägung III.3.2.).
Bei knappen und mittleren finanziellen Verhältnissen ist gemäss der herrschen-
den Praxis die Berechnung der familienrechtlichen Unterhaltsbeiträge mit der Me-
thode der Bedarfsberechnung nach dem betreibungsrechtlichen Existenzminimum
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vorzunehmen. Dabei werden die betreibungsrechtlichen bzw. familienrechtlichen
Existenzminima (bei mittleren Verhältnissen um gewisse Positionen ergänzt) der
Ehegatten berechnet und die entsprechende Summe vom Gesamteinkommen
beider Ehegatten abgezogen. Ein verbleibender Überschuss wird auf die Ehegat-
ten verteilt, ein Manko trägt die unterhaltsberechtigte Person (Lötscher-
Steiger/Trinkler, Unterhalt bei knappen [Mankofällen] bis mittleren finanziellen
Verhältnissen, in: FamPra 2004, S. 828 ff., S. 829).
3. Der Berufungskläger kritisiert im Berufungsverfahren die Berechnungsme-
thode der Vorinstanz. Sie entspricht jedoch der oben wiedergegebenen Lehre und
Rechtsprechung. So ist bei der Bestimmung des gebührenden Unterhalts auf den
bisherigen Lebensstandard bzw. das bisherige Einkommen abzustellen. Entgegen
der Auffassung des Berufungsklägers sind allfällige durch die Trennung verur-
sachte Mehrkosten nicht dadurch zu berücksichtigen, dass das massgebende
Einkommen reduziert wird, sondern diese Mehrausgaben sind gegebenenfalls bei
der Festsetzung des Existenzminimums zu beachten.
3.1. Zunächst ist festzuhalten, dass für die Bestimmung des gebührenden Unter-
halts auf den Zeitpunkt abzustellen ist, in welchem der Berufungskläger die eheli-
che Gemeinschaft verliess. Das war am 11. April 2008 (act. 3/1 S. 3). Ende April
2008 hatte der Berufungskläger von der Arbeitslosenversicherung 400 Taggelder
bezogen. Damit war sein Taggeldanspruch als Arbeitsloser erschöpft. Er war mit
anderen Worten ausgesteuert, fand keine Stelle und habe - wie er vorbringt - kei-
ne Perspektive mehr gesehen, weshalb er sich gezwungen gesehen habe, zu
emigrieren (act. 15 S. 3/4). Im Jahre 2007 hatte der Berufungskläger von der Ar-
beitslosenversicherung insgesamt netto Fr. 57'748.00 erhalten (act. 3/4/5). Das
ergab monatlich den Betrag von Fr. 4'812.00. Bereits ab Mai 2006 hatte der Beru-
fungskläger für ein Jahr getrennt von seiner Familie gelebt (Prot. I S. 4). Die fi-
nanzielle Situation der Parteien war somit seit mindestens 2 Jahren mehr oder
weniger gleich. Ohne Bedeutung ist in diesem Zusammenhang, dass der Beru-
fungskläger früher, das heisst genauer vor einem Jahrzehnt, monatlich über
Fr. 10'000.00 verdiente und das Familieneinkommen sich mit dem Erwerb der Be-
rufungsbeklagten monatlich im Bereich zwischen Fr. 13'000.00 und Fr. 14'000.00
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bewegte. Diese zeitlich weit zurückliegenden Einkommensverhältnisse sind heute
für die Bestimmung des gebührenden Unterhalts ohne Belang. Hingegen ist zu
berücksichtigen, dass die Kinder der Parteien im Zeitpunkt, als der Berufungsklä-
ger die Familie verliess, noch in der Ausbildung waren, Lehrlingslöhne von
Fr. 850.00 bzw. Fr. 600.00 bezogen (act. 3/17 S. 3) und deshalb von der Beru-
fungsbeklagten finanziell unterstützt werden mussten. Bezeichnenderweise haben
denn auch die Parteien im Eheschutzverfahren am 1. Juli 2008 gegenseitig auf
persönliche Unterhaltsbeiträge verzichtet (act. 3/21). Sie trugen damit ihren Ein-
kommens- und Vermögensverhältnissen Rechnung. Heute hat sich die finanzielle
Situation der Berufungsbeklagten gegenüber damals insofern noch verbessert,
als die Kinder ihre Lehre abgeschlossen haben und finanziell unabhängig sind, ja
sogar der Berufungsbeklagten einstweilen monatlich je Fr. 1'000.00 für Kost und
Logis bezahlen. Überdies hat die Berufungsbeklagte am 1. Juni 2010 ihr Arbeits-
pensum von 80% auf 100% erhöht. Sie erzielt nunmehr nach eigenen Angaben
ein monatliches Nettoeinkommen, inklusive durchschnittlich Fr. 180.00 Prämien,
von Fr. 4'300.00 (act. 146 S. 5). Es ist gestützt auf die Akten auf diese Zahl und
nicht auf die von der Vorinstanz angenommene - Fr. 3'930.00 - abzustellen. Ob
das monatliche Nettoeinkommen der Berufungsbeklagten sogar Fr. 4'555.00 be-
trägt (act. 133 S. 11), kann offenbleiben.
3.2. Der Berufungskläger hält - wie bereits erwähnt (oben Erwägung III.1.) - da-
für, beide Parteien seien gesund, arbeiteten oder bemühten sich zu arbeiten (so
noch in act. 15 S. 3; nunmehr macht er aber unter Hinweis auf ein Arztzeugnis
von Dr. L._ vom 8. Februar 2012 geltend, er leide an Diabetes Typ II [act.
133 S. 24, act. 134/7]) und könnten für sich selber aufkommen, weshalb vom Ge-
richt keine persönlichen Unterhaltsbeiträge zuzusprechen seien. Um diese Frage
zu beantworten, ist nunmehr vorab das Existenzminimum der Berufungsbeklagten
zu bestimmen.
Bei der Berechnung des Existenzminimums ist Folgendes zu beachten: Im Beru-
fungsverfahren sind die Bedarfspositionen der Parteien nur insoweit einer Über-
prüfung zu unterziehen, als sie von den Parteien in ihren Berufungsschriften aus-
drücklich in Frage gestellt und die anderslautenden Anträge hinreichend begrün-
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det sind (Hungerbühler, DIKE-Komm ZPO, Art. 311 N 27 ff.). Im Übrigen sind die
Bedarfspositionen entsprechend dem angefochtenen Entscheid zu übernehmen.
Die Vorinstanz ermittelte für die Berufungsbeklagte gestützt auf deren Angaben
sowie auf das Kreisschreiben der Verwaltungskommission des Obergerichts des
Kantons Zürich über die Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtli-
chen Existenzminimums vom 16. September 2009 einen Bedarf von Fr. 3'851.00,
eingeschlossen monatlich Fr. 125.00 für die berufliche Vorsorge (act. 137 S. 21).
Der Gesamtbedarf ist durch die einzelnen Positionen nachgewiesen (act. 137
S. 13). Insbesondere belegt die Berufungsbeklagte die drei vom Berufungskläger
bestrittenen Positionen, nämlich dass sie für Krankenkassenprämien und unge-
deckte Krankheitskosten monatlich Fr. 523.00 und nicht nur Fr. 341.00 ausgibt
(act. 146 S. 6, act. 147/6) und die Kosten für die Hausrat-/Haftpflichtversicherung.
Zudem blieb unbestritten, dass die Berufungsbeklagte auch während des Zu-
sammenlebens seit der Aufnahme ihrer Erwerbstätigkeit immer ein Auto benützte
(act. 146 S. 5/6), weshalb der unter dieser Position geltend gemachte, als ange-
messen scheinende Betrag von monatlich Fr. 200.00 ins Existenzminimum aufzu-
nehmen ist.
3.3. Die Berufungsbeklagte verdient - wie bereits erwähnt (oben Erwägung
III.3.1.) - monatlich Fr. 4'300.00. Sie vermag deshalb bei einem Existenzminimum
von Fr. 3'851.00 für ihren gebührenden Unterhalt selber aufzukommen. Es ist
deshalb ohne Belang, wie lange sie von den Kindern für Kost und Logis monatlich
noch je Fr. 1'000.00 erhält. Die Berufung ist deshalb insoweit begründet. Der Be-
rufungsbeklagten sind keine persönlichen Unterhaltsbeiträge zuzusprechen.
Es erübrigt sich bei dieser Sachlage, das Einkommen des Berufungsklägers, sei
es real, sei es hypothetisch, zu bestimmen und sein Existenzminimum festzuset-
zen.
4. Die Vorinstanz erwog zur beruflichen Vorsorge, da der Berufungskläger in
Verletzung seiner Pflichten als Ehemann und Vater seit 2008 keine Anstrengun-
gen mehr unternehme, hier in der Schweiz ein angemessenes Einkommen zu er-
zielen, und da er deshalb seither auch keine Beiträge zu seiner beruflichen Vor-
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sorge mehr leiste, wäre es unbillig, ihn am Altersguthaben zu beteiligen, welches
die Berufungsbeklagte seither geäufnet habe. Gehe man davon aus, dass der Be-
rufungskläger spätestens Ende Oktober 2008 eine angemessene Arbeit (mit ei-
nem Lohn von brutto Fr. 7'000.00) gefunden hätte, wenn er sich wirklich um eine
solche Stelle bemüht hätte, erscheine es als vernünftig, in Anwendung von
Art. 122 ZGB und Art. 123 Abs. 2 ZGB den Vorsorgeausgleich auf dieses Datum
hin vorzunehmen. Per 31. Oktober 2008 habe der Berufungskläger ein Freizügig-
keitsguthaben bzw. eine teilbare Austrittsleistung im Sinne von Art. 122 Abs. 1
ZGB von Fr. 154'523.00 aufgewiesen (act. 16/22; vgl. dazu act. 14/6). Das Frei-
zügigkeitsguthaben der Berufungsbeklagten habe sich am 31. Dezember 2008
auf Fr. 32'703.00 belaufen (act. 14/7). Ihr Guthaben habe sich im Jahre 2008 um
Fr. 5'355.60 erhöht. Per Ende Oktober 2008 ergebe sich rechnerisch ein Gutha-
ben von ca. Fr. 31'810.00. Die Summe der Guthaben betrage Fr. 186'333.00. Die
auf die Berufungsbeklagte entfallende Hälfte beziffere sich auf Fr. 93'166.00. Zie-
he man ihr Freizügigkeitsguthaben von Fr. 31'810.00 ab, ergebe sich ein Ausglei-
chungsanspruch per 31. Oktober 2008 von Fr. 61'356.00. Hinzu komme der seit-
herige Zins von durchschnittlich ca. 2% für die Dauer vom 31. Oktober 2008 bis
Ende Januar 2012, rund Fr. 3'987.00. Die Berufungsbeklagte habe somit per En-
de Januar 2012 Anspruch auf Übertragung eines Betrages von Fr. 65'343.00. Der
Ausgleich der Altersvorsorge nach Art. 122 f. ZGB sei nach wie vor durchführbar
(act. 127).
Der Berufungskläger betont, er sei zwar mit den Modalitäten einverstanden, je-
doch nicht mit dem Betrag. Die Auffassung der Vorinstanz, er hätte spätestens
Ende Oktober 2008 eine Arbeit gefunden, wenn er sich bemüht hätte, sei falsch.
Die Berufungsbeklagte habe es durch ihre Weigerung, der Belastung der Liegen-
schaft zuzustimmen, eben gerade verursacht, dass er nicht mehr weiter habe Ar-
beit suchen können. Es sei auf das aktuelle Guthaben der Berufungsbeklagten
abzustellen und die Teilung vorzunehmen. Auch seinerseits sei der Stand des
Guthabens zu aktualisieren. Er werde einen aktuellen Auszug des Freizügigkeits-
kontos nachreichen. Die Berechnung eines "durchschnittlichen" Zinses von ca.
2% für die Dauer vom 31. Oktober 2008 bis Ende Januar 2012 sei nicht möglich,
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vielmehr sei auf den tatsächlichen Stand und Verzinsung abzustellen, weshalb er
bestreite, unter diesem Titel Fr. 3'987.00 zu schulden (act. 133 S. 30).
Mit der Vorinstanz ist als Stichtag für die Aufteilung der beruflichen Freizügigkeits-
leistungen gestützt auf Art. 123 Abs. 2 ZGB der 31. Oktober 2008 zu bestimmen.
Weshalb der Berufungskläger die Schweiz nach seiner Aussteuerung verliess und
in Kolumbien eine IT-Firma gründete, kann offenbleiben. Es wäre stossend, wenn
der Berufungskläger, der in Kolumbien eine neue Existenz aufbaute, an den von
der Berufungsbeklagten ab Ende Oktober 2008 angesammelten Pensionskas-
senbeiträgen teilhaben könnte, ohne an die eigene Pensionskasse Beiträge zu
bezahlen. Allerdings sind keine Zinsen für die Zeitspanne von Ende Oktober 2008
bis Ende Januar 2012 zu berücksichtigen. Hier fehlt die Grundlage. Die Pensions-
kasse des Berufungsklägers ist anzuweisen, auf das Vorsorgekonto der Beru-
fungsbeklagten den Betrag von Fr. 61'356.00 zu überweisen.
5. Die Vorinstanz erwog zum Güterrecht, die Parteien hätten bis zum 10. Juni
2008 unter dem Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung im Sinne der
Art. 181 und 196 ff. ZGB gelebt. Alsdann gab sie die massgebenden gesetzlichen
Bestimmungen wieder.
5.1. Die Vorinstanz ermittelte das Vermögen beider Parteien am Tag der Auflö-
sung des Güterstandes der Errungenschaftsbeteiligung, d.h. am 10. Juni 2008,
und stellte zunächst fest, klammere man das Auto aus und setze man für den
Hausrat und das Mobiliar Fr. 0.00 ein (act. 137 S. 36 f.), was der Berufungskläger
nunmehr zweitinstanzlich akzeptiert (act. 133 S. 42), so habe das Vermögen der
Berufungsbeklagten laut übereinstimmenden Darstellungen der Parteien im We-
sentlichen aus ihrer Beteiligung an der im Gesamteigentum der Parteien stehen-
den Liegenschaft bestanden, die mit einer Hypothekarschuld von Fr. 559'000.00
belastet gewesen sei. Da die Vorstellungen der Parteien über den Verkehrswert
der Liegenschaft nicht deckungsgleich waren - der Berufungskläger macht einen
Wert von Fr. 800'000.00 geltend, die Berufungsbeklagte einen solchen von
Fr. 725'000.00 -, führte die Vorinstanz mit Blick auf die Zuteilung der Liegenschaft
ins Alleineigentum einer Partei zu dieser Frage ein Beweisverfahren durch. Ge-
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stützt auf das eingeholte Gutachten bemass die Vorinstanz den Wert der Liegen-
schaft auf Fr. 761'250.00 (act. 137 S. 27).
Da die Liegenschaft keiner der Parteien zugewiesen wird (vgl. unten Erwägung
III.5.3.), ist ihr Verkehrswert nicht zu bestimmen. Es ist deshalb auch nicht mög-
lich, die güterrechtliche Auseinandersetzung abschliessend vorzunehmen und
den Vorschlag beider Parteien zu berechnen.
Alsdann stellte die Vorinstanz fest, die Aktiven des Berufungsklägers hätten am
10. Juni 2008 aus seiner Beteiligung an der erwähnten Liegenschaft, einem Pri-
vatkonto bei der Credit Suisse, welches zwischenzeitlich einvernehmlich aufgelöst
worden sei, einer Todesfallversicherung der gebundenen Vorsorge (Säule 3a) bei
der C._ mit einem unbekannten Rückkaufswert (möglicherweise
Fr. 16'124.00; act. 14/8), einem Vorsorgekonto der Säule 3a bei der ZKB mit ei-
nem Guthaben von Fr. 11'880.00 (act. 16/2) und dem Eigentum an einem Auto
Mercedes, das der Berufungskläger noch im Jahre 2008 für Fr. 5'000.00 verkauft
habe, bestanden (act. 13 S. 7 ff. und act. 15 S. 4 ff. und Prot. I S. 11). Abgesehen
von der Hypothekarschuld habe der Berufungskläger keine Passiven geltend ge-
macht, jedenfalls nicht in einer ausreichend substantiierten Art und Weise (act. 15
S. 4 ff., Prot. I S. 11 f., act. 52 S. 6 ff. und Prot. I S. 23 ff.). Die eben erst gegrün-
dete Firma M._ habe im Sommer 2008 offensichtlich noch keinen erhebli-
chen Wert gehabt.
Der Berufungskläger hat die Aufteilung der privaten Säule 3a-Konten als richtig
bezeichnet und die entsprechenden zwei Dispositiv-Ziffern des vorinstanzlichen
Urteils unangefochten gelassen (act. 133 S. 4). Auch den Betrag von Fr. 5'000.00
aus dem Verkauf eines Mercedes lässt er sich als Aktivum anrechnen. Die Beru-
fungsbeklagte verfügt über kein Aktivum in Form eines Personenwagens. Sie
lenkte lediglich einen geleasten Fiat Punto und alsdann einen geleasten Citroen
C1. Hingegen beanstandet der Berufungskläger zu Recht, die Vorinstanz habe
die Steuerschulden aus dem Jahre 2007 in der Höhe von Fr. 12'216.20 nicht als
Passivum in die Berechnung der Vermögen aufgenommen, nämlich Fr. 8'062.70
zuzüglich Anteil Verzugszinsen zu seinen Lasten sowie Fr. 4'153.50 zuzüglich An-
teil Verzugszinsen zu Lasten der Berufungsbeklagten (act. 133 S. 35).
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5.2. Die Parteien sind sich einig, dass das vorhandene Vermögen grundsätzlich
Errungenschaft darstellt. Die Vorinstanz prüfte weiter, inwieweit Ersatzforderun-
gen bestünden. Nach Durchführung eines Beweisverfahrens zu dieser Frage er-
achtete die Vorinstanz es als erstellt, der Berufungskläger habe Fr. 60'000.00 von
seinem Eigengut in die gemeinsame Liegenschaft investiert. Die Berufungsbe-
klagte anerkennt dies denn auch. Der Beweis für den vom Berufungskläger gel-
tend gemachten höheren Betrag, nämlich Fr. 80'000.00 (Prot. I S. 43), sowie für
weitere Fr. 10'000.00, die an die Kosten des Wintergartens geleistet worden seien
(Prot. I S. 44), befand die Vorinstanz, sei gescheitert.
Der Berufungskläger räumt nunmehr ein, seine Behauptung, er habe von seinem
Eigengut Fr. 10'000.00 in den Wintergarten investiert, könne retrospektiv nicht
bewiesen werden (act. 133 S. 36). Strittig war und ist demnach noch der Betrag
von Fr. 20'000.00, den der Berufungskläger für sich als Eigengut beansprucht.
Die Vorinstanz erwog, aus dem Erbvertrag der Eltern des Berufungsklägers mit
ihren Kindern vom 2. Oktober 2003 (act. 16/16) sowie aus den Erläuterungen des
Zeugen N._ zu den von ihm zur Zeugeneinvernahme (act. 112) mitgebrach-
ten Urkunden (113/1-6) ergebe sich, dass der Berufungskläger bis zum
20. Dezember 1995 von seinen Eltern Fr. 80'000.00 und am 24. Dezember 1997
Fr. 10'000.00 erhalten habe. Damit stehe aber nicht fest, dass dieses Geld in die
Liegenschaft investiert worden sei; eine solche Annahme würde gegen Art. 197 f.
ZGB und Art. 200 Abs. 3 ZGB verstossen und zu einer dem Sinn dieser Regeln
zuwiderlaufenden Privilegierung jenes Ehegatten führen, dem Erbvorbezüge und
Schenkungen zufielen. Geld sei Geld, daher wäre die Annahme, das Erwerbsein-
kommen werde stets verbraucht, während Erbvorbezüge und Schenkungen stets
nachhaltig investiert würden, rein fiktiv. Eine solche Annahme würde auch den Er-
fahrungen des Lebens widersprechen. Es komme wohl nicht selten vor (und lasse
sich jedenfalls nicht ausschliessen), dass Ehepaare sich auf Grund solcher Zu-
wendungen einen erhöhten Lebensstandard (Ferien, Freizeit, Essen, Kleider) leis-
teten, das zugewendete Geld also verbrauchten. Das bei der Auflösung der Ehe
vorhandene Vermögen könne deshalb nicht im Umfang der den Ehegatten zuge-
flossenen Erbvorbezüge und Schenkungen vorab dem Eigengut zugeordnet wer-
den. Die Aussage des Zeugen N._, die ganze "Theorie" betreffend Erbvor-
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bezüge habe immer in "nachhaltigen Investitionen" bestanden (act. 112 S. 3),
könne daran nichts ändern. Der Berufungskläger habe keinen Versuch unter-
nommen, den Geldfluss nachzuweisen. Seine Aussage in der persönlichen Be-
fragung, das Geld sei auf ein "Sperrkonto" bezahlt worden bzw. auf ein "separates
Konto für den Bau" (Prot. I S. 54 und 58), lasse sich anhand der vorliegenden Ur-
kunden jedenfalls nicht belegen. Die Parteien hätten gemeinsam ein gutes Ein-
kommen gehabt. Zur Finanzierung von Investitionen seien ihnen auch Ersparnis-
se zur Verfügung gestanden. Aus den Aussagen beider Parteien in der persönli-
chen Befragung gehe hervor, dass bei der Bezahlung der Rechnungen kein Un-
terschied zwischen Ersparnissen und Erbvorbezügen gemacht worden sei (Prot. I
S. 53 ff. und 56 f.). Der Berufungskläger habe deshalb auch nicht sagen können,
in welchem Umfang Ersparnisse vorhanden gewesen seien. Er habe es unterlas-
sen, im Rahmen der Beweisantretung Belege darüber vorzulegen. Seine Behaup-
tung, die Errungenschaftsmittel, welche zum Erwerb der Liegenschaft verwendet
worden seien, hätten Fr. 72'000.00 betragen (act. 15 S. 6 f.), gehe vermutlich
nicht auf Sachverhaltskenntnis zurück, sondern basiere auf einer Rekonstruktion,
die ihrerseits auf Behauptungen beruhe (Investitionen von Fr. 692'000.00 minus
die Hypothek von Fr. 540'000.00 und minus die behaupteten Eigengutsinvestitio-
nen von Fr. 80'000.00). Aus den Daten der Eingänge der Erbvorbezüge
(act. 113/1-6) und den Zahlungsterminen des Kaufvertrages (act. 16/14 S. 7 und
16/15) liessen sich keine zwingenden Schlüsse ziehen.
Der Berufungskläger führt aus, die Vorinstanz gehe zwar davon aus, er habe ei-
nen Erbvorbezug in der Höhe von Fr. 80'000.00 von seinen Eltern erhalten. Die
Vorinstanz wolle nun aber nicht darauf abstellen, dass dieses Geld in die Liegen-
schaft investiert worden sei und deshalb Eigengut darstelle. Er räumt allerdings
ein, dass die Auffassung der Vorinstanz formal so zwar zutreffend sei. Es liege
hier jedoch der direkte zeitliche Konnex vor. Am 19. Januar 1996 sei die Zahlung
von Fr. 100'000.00 an die Firma O._ für Bauarbeiten erfolgt. Die Überwei-
sungen auf das Sparkonto ZKB Nr. ... fielen in die Periode vom 14. Juli 1995 bis
20. Dezember 1995. Es sei ihm nicht möglich, die damaligen Kontoauszüge, aus
denen sich ergebe, dass die Parteien nicht über solche Sparbeträge verfügten,
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vorzulegen, weil diese bei der Bank nicht mehr erhältlich seien. Die wesentlichen
Eckdaten seien bewiesen (act. 133 S. 35 f.).
Die Beweiswürdigung der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden. Der Berufungsklä-
ger räumt selber ein, dass er den strikten Urkundenbeweis für seine Behauptung
nicht erbringen könne. Es besteht keine Veranlassung, auf Vermutungen abzu-
stellen. Nach dem Gesagten beträgt das vom Berufungskläger in die Liegenschaft
investierte Eigengut Fr. 60'000.00.
5.3. Die Vorinstanz wies der Berufungsbeklagten die eheliche Liegenschaft zu,
da ihr Interesse an der Liegenschaft dasjenige des Berufungsklägers weit über-
steige (act. 137 S. 33 ff.). Sie erwog, im Gegensatz zum Berufungskläger, der
nach Kolumbien ausgewandert sei und dort seine Geschäftstätigkeit aufbaue,
wohne die Berufungsbeklagte nach wie vor im Zürcher Oberland, in der ehelichen
Liegenschaft. Auch ihre mittlerweile erwachsenen Kinder wohnten noch dort
(act. 109, 110), für wie lange noch, müsse vernünftigerweise offenbleiben. Es sei
nicht ausgeschlossen, dass zumindest eines der Kinder noch länger in diesem
Hausteil bleiben möchte. Zu Recht weise der Berufungskläger darauf hin, dass
ihm durch die Zuweisung der Liegenschaft an die Berufungsbeklagte kein finanzi-
eller Nachteil entstehen dürfe (act. 52 S. 7, mit Hinweisen auf die Rechtsprechung
und die Literatur). Er habe Anspruch darauf, dass ihm der Verkehrswert ange-
rechnet werde. Angemerkt sei, dass die Übernahme der Liegenschaft durch die
Berufungsbeklagte unter Anrechnung des geschätzten Verkehrswerts für den Be-
rufungskläger gegenüber der Versteigerung durchaus von Vorteil sein könne. Bei
richterlich angeordneten Versteigerungen werde erfahrungsgemäss bei weitem
nicht immer der bestmögliche Verkaufspreis resultieren. Der Berufungskläger be-
streite, dass die Berufungsbeklagte in der Lage sei, diese Liegenschaft zum Ver-
kehrswert zu übernehmen (act. 52 S. 7). Das Beweisverfahren habe aber Folgen-
des ergeben: Aus dem Schreiben der ZKB vom 18. Mai 2010 (act. 67/3 = 88/1) in
Verbindung mit der Anfrage von Rechtsanwalt Dr. Y._ vom 7. Mai 2010 und
aus einer vom Berufungskläger beantragten Auskunft der ZKB vom 5. Januar
2011 (act. 87) gehe hervor, dass die ZKB durchaus bereit sei, zu einer Finanzie-
rung der Übernahme der Liegenschaft durch die Berufungsbeklagte Hand zu bie-
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ten. Im Folgenden listete die Vorinstanz die Voraussetzungen hierfür auf, welche
erfüllbar seien (act. 137 S. 34 f). Die Vorinstanz stellte weiter fest, das Wohnen in
der angestammten und durch die Berufungsbeklagte mitfinanzierten Liegenschaft
gehöre im Übrigen zu demjenigen, was ihr im Sinne von Art. 122 ZGB "gebührt".
Ob die Bank bei der Finanzierung des Erwerbs der Liegenschaft und der Entlas-
sung des Berufungsklägers aus der Schuldpflicht tatsächlich mitwirken werde,
stehe allerdings nicht fest. Die Organe der ZKB seien nicht in der Lage gewesen,
eine verbindliche Erklärung abzugeben. Das liege aber in der Natur der Sache.
An diesem Beweisproblem dürfe ein ansonsten ausgewiesener Zuweisungsan-
spruch nach Art. 205 Abs. 2 ZGB nicht scheitern. Die eheliche Liegenschaft sei
deshalb der Berufungsbeklagten zu Alleineigentum zuzuweisen. Für den Fall,
dass die Finanzierung scheitern sollte, sei die Versteigerung durch das Gemein-
deammann- und Betreibungsamt anzuordnen.
Der Berufungskläger beantragt, die im Gesamteigentum der Parteien stehende
Liegenschaft sei auf gemeinsame Kosten der Parteien durch das Gemeinde- und
Betreibungsamt Hinwil zu versteigern, sofern sich die Parteien nicht auf einen
freihändigen Verkauf einigten (act. 133 S. 2). Der Berufungskläger räumt zwar
ein, die Berufungsbeklagte habe ein überwiegendes Interesse an der Zuweisung
der fraglichen Liegenschaft (act. 133 S. 38). Die Vorinstanz weise aber richtig da-
rauf hin, dass ihm - dem Berufungskläger - aus der Zuweisung der Liegenschaft
an die Berufungsbeklagte kein finanzieller Nachteil entstehen dürfe. Ein solcher
entstehe ihm jedoch in äusserst gravierender Form, wie sich aus dem Dispositiv
des Entscheides unmittelbar ergebe. Er stehe mit nichts da, die Berufungsbeklag-
te mit allem. Dass das ein ausgewogenes Urteil sein solle, müsse bestritten wer-
den. Es sei denn auch offensichtlich so, dass die Regelung des Unterhalts, Si-
cherstellung etc. jeweils mit dem Seitenblick darauf entschieden worden sei, die
Zuweisung der Liegenschaft an die Berufungsbeklagte zu ermöglichen. Dabei sei
es jedoch offensichtlich ausgeschlossen, dass die Berufungsbeklagte die ent-
sprechende Finanzierungszusage der ZKB erhalten und er - der Berufungskläger
- aus der Haftung für die Hypothekarschulden entlassen würde. Wenn die Vor-
instanz die Zuweisung sogar als Vorteil darstelle mit Verweis auf eine "richterlich
angeordnete Versteigerung", so stünden dieser Überlegung die diesbezüglichen
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Eventualanträge beider Parteien entgegen, diesfalls einvernehmlich einen Frei-
handverkauf durchführen zu können. Insofern handelten beide Parteien strikte ra-
tional, um das beste Resultat zu erzielen. Die Berufungsbeklagte erfülle auch die
Bedingung nicht, dass der Aufwand für die Liegenschaft nicht mehr als 35% ihres
Einkommens betragen dürfe. Schliesslich liege auch keine verbindliche Zusage
der ZKB oder einer anderen Bank vor, wonach er - der Berufungskläger - aus der
Haftung für die Hypothekarschuld entlassen werde (act. 133 S. 38 ff.).
Den Ausführungen des Berufungsklägers ist beizupflichten. Die Berufungsbeklag-
te vermochte den Beweis dafür nicht zu erbringen, dass sie die Bedingungen für
eine Übertragung der Liegenschaft in ihr Alleineigentum erfüllt. Insbesondere er-
laubt ihr Einkommen nicht, für den Hypothekarzins und die Unterhaltskosten auf-
zukommen, ohne dabei höchstens 35% ihres Einkommens aufbringen zu müs-
sen. Dies gewinnt umso mehr an Bedeutung, falls die Tiefzinsphase in der Zu-
kunft vorbei sein sollte und die Zinsen ein höheres Niveau erreichen. Theoretisch
sollten Hypothekarschuldner in der Lage sein, einen Zins von 5% zu verkraften.
Die Berufung erweist sich mithin insoweit als begründet. Das Vorgehen bei der
Veräusserung, wie es das angefochtene Urteil bestimmt, ist von keiner Partei be-
anstandet worden.
6. Zusammengefasst erweist sich die Berufung mit Bezug auf die Leistung von
Unterhaltsbeiträgen, deren Sicherstellung, die Zinszahlung auf dem Pensionskas-
senguthaben sowie hinsichtlich der Liegenschaft als begründet, im Übrigen als
unbegründet.
IV. Kosten- und Entschädigungsfolge:
1. Die Regelung der erstinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolge richtet
sich noch nach den §§ 64 und 68 ZPO/ZH. Die Vorinstanz hat dem Berufungsklä-
ger die Kosten zu drei Vierteln und der Berufungsbeklagten zu einem Viertel auf-
erlegt. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung ist zwar zu bestätigen. Unter Be-
rücksichtigung des Ausgangs des Berufungsverfahrens - der Berufungskläger ob-
siegt mit Bezug auf die Unterhaltsbeiträge und deren Sicherstellung, die Zinszah-
lung auf dem Pensionskassenguthaben sowie mit Bezug auf die Zuweisung der
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Liegenschaft, die Berufungsbeklagte obsiegt ihrerseits bei der Frage des vom Be-
rufungskläger in die Liegenschaft investierten Kapitals, des Wertes des Hausrates
sowie mehrheitlich beim Vorsorgeausgleich - sind die erstinstanzlichen Kosten
aber beiden Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen. Prozessentschädigungen sind
keine zuzusprechen.
2. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind den Parteien ebenfalls je zur Hälf-
te aufzuerlegen (Art. 106 ZPO), da beide Parteien zu gleichen Teilen obsiegen
und unterliegen. Parteientschädigungen sind für das Berufungsverfahren nicht
zuzusprechen.
3. Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Berufungsklägers wird mit separatem
Beschluss entschädigt.