Decision ID: 0eb56aa1-8dea-5287-a74d-b16b0cfa7379
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Felix Schmid, Oberer Graben 42, 9000 St. Gallen,
gegen
Generali Allgemeine Versicherungen AG, 23, avenue Perdtemps, 1260 Nyon 1,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ war aufgrund seiner Tätigkeit als Sachbearbeiter im Innendienst bei der B._
gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er gemäss Bagatellunfallmeldung der
Arbeitgeberin vom 19. Mai 2011 ungefähr am 16. April 2011 in der Hocke eine "blöde"
Bewegung machte. Seither knackse sein linkes Knie und sei instabil (act. G 3.1). Dr.
med. C._, Facharzt Innere Medizin FMH, bestätigte im Anfangsbericht-UVG vom 6.
Juni 2011 eine Erstbehandlung am 26. April 2011 und vermerkte als Angaben des
Versicherten ein seit einer Woche schmerzhaftes Knacken im linken Knie, vor allem
beim Laufen und Kniebeugen, ohne Trauma (act. G 3.6). Nachdem sich der
Gesundheitszustand nach zehn Tagen immer noch nicht gebessert hatte, überwies Dr.
C._ den Versicherten mit der Verdachtsdiagnose einer Binnenläsion im linken Knie
und der Differentialdiagnose einer Meniskusläsion an Dr. med. D._, FMH Chirurgie
(act. G 3.5). Die von diesem in die Wege geleitete MRI-Untersuchung des linken
Kniegelenks vom 24. Mai 2011 brachte eine ausgedehnte komplexe Ruptur des
medialen Meniskus im Hinterhorn und Mitteldrittel zutage (act. G 3.10).
A.b Nach ergänzenden Angaben des Versicherten vom 29. Juni 2011 (act. G 3.11) zum
Ereignis vom 16. April 2011 lehnte die B._ mit Verfügung vom 18. Juli 2011 das
Erbringen von Versicherungsleistungen ab. Es liege kein Unfallereignis, mangels
Vorliegens eines sinnfälligen Ereignisses aber auch keine unfallähnliche
Körperschädigung vor (act. G 3.13).
A.c Am 17. August 2011 führte Dr. D._ beim Versicherten eine arthroskopische
Kniegelenkmeniskusoperation durch (act. G 3.18).
B.
Die gegen die Verfügung vom 18. Juli 2011 von Rechtsanwalt Dr. iur. F. Schmid,
St. Gallen, für den Versicherten am 8. September 2011 erhobene Einsprache (act. G
3.22) wies die B._ mit Einspracheentscheid vom 7. Oktober 2011 (act. G 3.25) ab.
C.
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C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt Schmid für
den Versicherten am 8. November 2011 erhobene Beschwerde mit dem Antrag, der
Einsprachentscheid vom 7. Oktober 2011 sei aufzuheben und es sei festzuhalten, dass
die Beschwerdegegnerin die gesetzlichen Leistungen aus dem Ereignis vom 16. April
2011 zu übernehmen habe, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 23. Dezember 2011 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
C.c Mit Replik vom 2. Februar 2012 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
an seinem Antrag fest (act. G 7). Mit Schreiben vom 23. Februar 2012 liess sich die
Beschwerdegegnerin kurz zum beschwerdeweise vorgebrachten Einwand einer
Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes vernehmen, verzichtete jedoch darüber
hinaus auf weitere Ausführungen (act. G 9).
C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften wird, soweit
entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin für das ungefähr am 16. April 2011 passierte
Ereignis, in dessen Folge anerkanntermassen eine ausgedehnte komplexe Ruptur des
medialen Meniskus im Hinterhorn und Mitteldrittel festgestellt wurde (act. G 3.10),
leistungspflichtig ist. Nicht strittig ist, dass das fragliche Ereignis das Merkmal der
Ungewöhnlichkeit nicht erfüllt, und somit kein Unfall im Sinn von Art. 4 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) vorliegt. Gemäss Art. 6 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung
(UVG; SR 832.20) kann jedoch der Bundesrat Körperschädigungen, die den Folgen
eines Unfalls ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat
er in Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202)
Gebrauch gemacht. Als sogenannte unfallähnliche Körperschädigungen gelten die in
Art. 9 Abs. 2 lit. a bis h UVV aufgeführten Körperverletzungen (unter anderem
Meniskusrisse, vgl. lit. c), sofern sie auf eine plötzliche, nicht beabsichtigte
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schädigende äussere Einwirkung auf den menschlichen Körper zurückzuführen sind.
Das bei einem Unfall im Sinn von Art. 4 ATSG vorausgesetzte Begriffsmerkmal der
Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors ist bei den unfallähnlichen
Körperschädigungen also nicht erforderlich. Hingegen hat das Bundesgericht (bis 31.
Dezember 2006: Eidg. Versicherungsgericht, EVG) in BGE 129 V 467 E. 2.2 seine
Rechtsprechung gemäss BGE 123 V 43, wonach mit Ausnahme der Ungewöhnlichkeit
auch bei den unfallähnlichen Körperschädigungen die übrigen Tatbestandsmerkmale
des Unfallbegriffs - fehlende Absicht, äusserer Faktor, Plötzlichkeit, Schädigung (Art. 4
UVG) - erfüllt sein müssen, bestätigt. Hierbei kommt der schon BGE 123 V 43
zugrundeliegenden Betrachtungsweise besondere Bedeutung zu, dass ein äusseres
Ereignis vorausgesetzt wird, d.h. ein ausserhalb des Körpers liegender, objektiv
feststellbarer, sinnfälliger, eben unfallähnlicher Vorfall. Wo ein solches Ereignis mit
Einwirkung auf den Körper nicht stattgefunden hat, und sei es auch nur als Auslöser
eines in Art. 9 Abs. 2 lit. a bis h UVV aufgezählten Gesundheitsschadens, liegt eine
eindeutig krankheits- oder degenerativ bedingte Gesundheitsschädigung vor. Kein
unfallähnliches Ereignis liegt in all jenen Fällen vor, in denen der äussere Faktor mit den
Schmerzen gleichgesetzt wird, wie sie anfänglich bei den in Art. 9 Abs. 2 lit. a bis h
UVV aufgezählten Gesundheitsschäden typischerweise in Erscheinung treten. Das
Auftreten von Schmerzen als solches ist kein äusserer (schädigender) Faktor im Sinn
der Rechtsprechung. Mit anderen Worten kann von einem äusseren schädigenden
Faktor dort nicht gesprochen werden, wo die versicherte Person nur das (erstmalige)
Auftreten von Schmerzen in zeitlicher Hinsicht anzugeben vermag. Auch nicht erfüllt ist
das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors, wenn das (erstmalige) Auftreten
von Schmerzen mit einer blossen Lebensverrichtung einhergeht, welche die versicherte
Person zu beschreiben in der Lage ist; denn für die Bejahung eines äusseren, auf den
menschlichen Körper schädigend einwirkenden Faktors ist stets ein Geschehen
verlangt, dem ein gewisses gesteigertes Gefährdungspotential innewohnt. Das ist zu
bejahen, wenn die zum einschiessenden Schmerz führende Tätigkeit im Rahmen einer
allgemein gesteigerten Gefahrenlage vorgenommen wird, wie dies etwa für viele
sportliche Betätigungen zutreffen kann. Wer hingegen beim Aufstehen, Absitzen,
Abliegen, der Bewegung im Raum, Handreichungen usw. einen einschiessenden
Schmerz erleidet, welcher sich als Symptom einer Schädigung nach Art. 9 Abs. 2 UVV
herausstellt, kann sich nicht auf das Vorliegen einer unfallähnlichen Körperschädigung
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berufen. Die physiologische Beanspruchung des Skeletts, der Gelenke, Muskeln,
Sehnen und Bänder stellt keinen äusseren Faktor dar, dem ein zwar nicht
ungewöhnliches, jedoch gegenüber dem normalen Gebrauch der Körperteile
gesteigertes Gefährdungspotential innewohnen muss (BGE 129 V 470 E. 4.2.2). Erfüllt
ist demgegenüber das Erfordernis des äusseren schädigenden Faktors bei Änderung
der Körperlage, die nach unfallmedizinischer Erfahrung häufig zu körpereigenen
Traumen führen können, also im Sinn der bisherigen Rechtsprechung das plötzliche
Aufstehen aus der Hocke, die heftige und/oder belastende Bewegung und die durch
äussere Einflüsse unkontrollierbare Änderung der Körperlage im Sinne der von der
Rechtsprechung positiv beurteilten Sachverhalte (BGE 129 V 470 E. 4.2.3; BJV 2003 S.
918 f.). Erforderlich für die Bejahung eines äusseren Faktors ist demzufolge ein
gesteigertes Schädigungspotenzial, sei es zufolge einer allgemein gesteigerten
Gefahrenlage, sei es durch Hinzutreten eines zur Unkontrollierbarkeit der Vornahme der
alltäglichen Lebensverrichtung führenden Faktors (BGE 129 V 471 E. 4.3).
2.
2.1 Die Arbeitgeberin des Versicherten meldete am 19. Mai 2011, dieser habe ca. am
16. April 2011 in der Hocke "eine blöde Bewegung" gemacht. Seitdem knackse das
linke Knie und sei instabil (UV-act. G 3.1). Dr. C._ beschrieb das Knacksen im
Anfangsbericht-UVG vom 6. Juni 2011 als schmerzhaft (UV-act. G 3.6). Im Fragebogen
der B._ schilderte der Versicherte das fragliche Ereignis am 29. Juni 2011 wie folgt:
Er habe seinem Kind die Jacke anziehen wollen. Als er in die Hocke gegangen sei,
habe er eine seitliche Bewegung gemacht, worauf es einen Zwick im Knie gegeben
habe. Als Schadenursache führte der Versicherte die Bewegung in der Hocke an (UV-
act. 11). Laut Einsprache vom 8. September 2011 sowie Beschwerde vom 8. Novemer
2011 ging der Versicherte in die Hocke, um seinem Kind die Jacke anzuziehen. In
dieser Stellung habe er eine blöde Bewegung gemacht bzw. sich ruckartig auf die Seite
gedreht. Unmittelbar danach habe er einen stechenden Schmerz verspürt. Seither
knackse sein linkes Knie und sei instabil (UV-act. G 3.22, UV-act. G 1). In der Replik
vom 2. Februar 2012 folgerte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, die Aussage
"blöde Bewegung" bedeute, dass es sich um eine einmalige, ungeschickte,
unkontrollierte Bewegung gehandelt habe. Es würden gewichtige Anhaltspunkte dafür
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sprechen, dass der Geschehensablauf des in die Hocke Gehens kombiniert mit einer
ruckartigen Drehbewegung die Meniskusläsion verursacht habe (act. G 7).
2.2 Das Auftreten von Schmerzen als solches ist - wie in Erwägung 1 dargelegt - kein
äusserer schädigender Faktor. Das Bücken bzw. in die Knie Gehen stellt sodann laut
Urteil des Bundesgerichts vom 4. November 2008 (8C_186/2008, E. 3.3) - wie von der
Beschwerdegegnerin richtigerweise festgestellt - eine alltägliche Lebensverrichtung wie
Aufstehen, Absitzen, Abliegen, Bewegung im Raum usw. dar, welche üblicherweise im
Rahmen einer physiologisch beherrschten Beanspruchung des Körpers erfolgt und bei
welcher grundsätzlich kein besonderes Schädigungspotenzial vorhanden ist. Der
Sachverhalt sei nicht vergleichbar mit dem plötzlichen Aufstehen aus der Hocke (BGE
116 V 148 E. 2c mit Hinweisen), mit dem Niederknien mit einem Gewicht in den
Händen begleitet von einem Fehltritt (Urteil des EVG vom 27. September 2006, U
184/06, E. 3), mit dem Verschieben eines schweren Wäschekorbes mit dem linken
Fuss, mit der Ausführung einer ruckartigen Bewegung und Verdrehung des rechten
Knies (RKUV 2000 Nr. U 385 S. 267, U 228/99) oder mit dem brüsken Umdrehen beim
Kochen Richtung Kühlschrank (Urteil des EVG vom 21. Oktober 2002, U 5/02, E. 2),
welche Tatbestände wohl körpereigene Bewegungen und alltägliche
Lebensverrichtungen darstellen würden, bei welchen jedoch ein davon
unterscheidbares zur Unkontrollierbarkeit der Verrichtung führendes äusseres Moment
in Form der Plötzlichkeit, Brüskheit, Belastetheit o.Ä. hinzutrete. Das in die Knie gehen
sei vielmehr vergleichbar mit einem plötzlichen Knacken im Knie beim Gehen, mit dem
Einsteigen in die Badewanne und Anheben des Beines, mit dem Abdrehen des
Oberkörpers im Sitzen nach hinten und Anheben eines Arms, mit dem Aufstehen aus
dem Bett sowie ähnlichen Vorgängen - ebenfalls körpereigene Bewegungen und
alltägliche Lebensverrichtungen, welchen jedoch das EVG in BGE 129 V 466 den
äusseren Faktor abgesprochen habe, da es an der erforderlichen gesteigerten
Gefahrenlage oder am Hinzutreten eines zur Unkontrollierbarkeit der Vornahme der in
Frage stehenden Lebensverrichtung führenden Moments fehle.
2.3 Zu prüfen ist somit im Folgenden, ob im konkreten Fall bei der alltäglichen
Lebensverrichtung des in die Knie Gehens ein davon unterscheidbares zur
Unkontrollierbarkeit der Verrichtung führendes äusseres Moment hinzugetreten ist.
Nach unfallmedizinischer Erfahrung werden Meniskusverletzungen häufig durch eine
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unkontrollierte Drehbewegung bei gebeugtem Kniegelenk verursacht (vgl. dazu Alfred
Bühler, Meniskusläsion und soziale Unfallversicherung, Schweizerische Ärztezeitung
2001 S. 2341; vgl. auch Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4.
Aufl. Bern 2002, S. 1057). In diesem Sinn hat das EVG in seiner Rechtsprechung das -
erforderliche - äussere Vorkommnis, d.h. einen als ausserhalb des Körpers sich
ereignender, objektiv feststellbarer, sinnfälliger Vorgang, bei einer unkontrollierbaren
Drehbewegung bei gebeugtem Kniegelenk bejaht (vgl. Urteile des EVG vom 30. August
2001, U 198/00, E. 3b, und vom 7. Juni 2001, U 158/00, mit weiteren Hinweisen). Das
Knie wird mit dem in die Knie Gehen bereits vor dem die Verletzung auslösenden
Ereignis belastet und alsdann durch eine weitere, unvermittelt einsetzende Bewegung
zusätzlich erheblich in Anspruch genommen (RKUV 2000 Nr. U 385 S. 268, E. 3b/bb).
Einen Auslösungsfaktor dieser Art sieht der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers im
konkreten Fall in der ruckartigen Drehbewegung, welche der Beschwerdeführer
angeblich beim in die Hocke Gehen oder in der Hocke ausgeführt haben soll, als
gegeben.
2.4 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung
des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Der Grundsatz gilt jedoch nicht
uneingeschränkt. Er findet sein Korrelat in der Mitwirkungspflicht der Parteien. Der
Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast
begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall
der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Das Gericht stellt auf jene
Sachverhaltsdarstellung ab, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die
wahrscheinlichste würdigt. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts
genügt den Beweisanforderungen nicht (BGE 126 V 360 E. 5b, BGE 117 V 360 E. 4a
mit Hinweisen). Bei sich widersprechenden Angaben der versicherten Person über den
Unfallhergang kann praxisgemäss auf die Beweismaxime abgestellt werden, wonach
die so genannten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener
und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von
nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst
sein können. Wenn die versicherte Person ihre Darstellung im Lauf der Zeit wechselt,
kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, in der Regel grösseres
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Gewicht zu als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Versicherers (vgl.
statt vieler Urteil des EVG vom 26. Februar 2004, U 64/02, E. 1.2). Bauen spätere
Aussagen auf früheren Aussagen auf bzw. zeichnen sich erstere einzig durch einen
höheren Detaillierungsgrad aus, kann auch ein im Nachhinein dargelegter Sachverhalt
als ausgewiesen gelten bzw. berücksichtigt werden. Die verschiedenen Aussagen
müssen jedoch in sich kongruent und miteinander vereinbar sein. Wird dagegen zu
einem späteren Zeitpunkt ein neuer, mit der bisherigen Schilderung nicht vereinbarer
Sachverhalt hinzugefügt, ist dessen überwiegend wahrscheinliches Geschehen als
zweifelhaft bzw. lediglich als möglich zu betrachten.
2.5 Die in Erwägung 2.1 angeführten Sachverhaltsdarstellungen der seitlichen
Bewegung sowie ruckartigen Drehbewegung lassen sich insofern miteinander
vereinbaren, als eine seitliche Bewegung ruckartig erfolgen kann und eine ruckartige
Drehbewegung eine seitliche Bewegung darstellt. Der Kasuistik des EVG (BGE 129 V
466 E. 4.1) ist jedoch zu entnehmen, dass die normale Drehbewegung mit einem
Körperteil lediglich eine alltägliche Lebensverrichtung darstellt. Die Intensität eines
schädigenden äusseren Faktors wird damit auch in diesem Fall erst durch einen davon
unterscheidbaren zur Unkontrollierbarkeit der Verrichtung führenden äusseren Moment,
d.h. mit einer heftigen und/oder belastenden Bewegung (vgl. E. 2.2), erreicht. Eine
ruckartige Drehbewegung vermag als Auslösefaktor für eine Meniskusläsion zu
genügen, während eben die körpereigene Verdrehung des Knies ohne weiteren
sinnfälligen Vorgang - auch bei gebeugtem Kniegelenk - als übliche physiologische
Beanspruchung des Skeletts zu betrachten ist. Erst durch die Ruckartigkeit bzw.
Heftigkeit der Drehbewegung wird die Krafteinwirkung auf das Knie nochmals erhöht.
Indem nun aber die Drehbewegung mit dem linken Knie erstmals in der Einsprache
vom 8. September 2011 (act. G 3.22) und damit nach Erlass der ablehnenden
Verfügung vom 18. Juli 2011 (act. G 3.13) als ruckartig bezeichnet wurde, ist eine
Beeinflussung der Aussagen des Beschwerdeführers durch versicherungsrechtliche
Überlegungen nicht auszuschliessen. Der in der Rechtsprechung des EVG häufig
verwendete, letztlich den Vorgang dramatisierende und eine Leistungspflicht des
Unfallversicherers gerade erfüllende Begriff "ruckartig" tritt in den Rechtsschriften nach
Kenntnisnahme der ablehnenden Verfügung auf. Der Umstand, dass in der
Unfallmeldung eine "blöde Bewegung" vermerkt ist, stützt - entgegen der Auffassung
des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers - das Vorliegen einer ruckartigen
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Bewegung ebenfalls nicht. Zum einen handelt es sich beim Begriff "blöd" nicht um
einen klar abgrenzbaren Begriff, d.h. eine "blöde Bewegung" kann sich mannigfaltig
darstellen. Zum andern bestimmt die subjektive Betrachtungsweise des Betroffenen
entscheidend mit, was als blöd wahrgenommen wird und was nicht. Insofern erscheint
es durchaus auch möglich, dass bereits eine normale Drehbewegung beim in die Knie
Gehen als "blöde Bewegung" bezeichnet wird, weil sie als zusätzlicher Moment beim in
die Knie Gehen wahrgenommen wurde. Sind - wie vorliegend - rein theoretisch
mehrere Sachverhaltsvarianten möglich, von denen die eine einen Auslösungsfaktor
der geforderten Art darstellt, die andere aber nicht, kann nicht einfach auf die für den
Beschwerdeführer vorteilhaftere Variante abgestellt werden. Im Übrigen ist darauf
hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer nachfolgend, d.h. im Fragebogen der
Beschwerdegegnerin vom 29. Juni 2011, worin er gerade die Möglichkeit hatte, das
Ereignis gestützt auf konkrete Fragen ausführlich zu schildern, nur noch von einer
seitlichen Bewegung sprach. Insgesamt ist mithin festzuhalten, dass ein
Auslösungsfaktor der geforderten Art, namentlich eine unvermittelt, konkrete
Bewegung, welche die Verletzung (mit-)verursacht hat, nicht mit dem im
Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
(vgl. Th. Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl. Bern 2003, S. 451)
als nachgewiesen gelten bzw. auch unter zusätzlicher Berücksichtigung der geltend
gemachten Drehbewegung ein objektiv feststellbares sinnfälliges, eben unfallähnliches
Ereignis nicht bejaht werden kann. Die Beschwerdegegnerin hat damit das Vorliegen
einer unfallähnlichen Körperschädigung im Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVV zu Recht
verneint.
2.6 Die Voraussetzungen für eine Umkehr der Beweislast sind nicht erfüllt. Aus dem
Zusammenspiel von Untersuchungsgrundsatz und Mitwirkungspflicht (vgl. dazu
Erwägung 2.4) ergibt sich, dass die versicherte Person dem Unfallversicherer all jene
Gegebenheiten mitzuteilen hat, die für die Beurteilung des Falls von Bedeutung sind.
Die Beschwerdegegnerin hat den Sachverhalt nach Eingang der Unfallmeldung der
Arbeitgeberin detailliert mit einem Fragebogen erhoben (act. G 3.11) und hat damit ihre
Verpflichtung zur richtigen und vollständigen Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts rechtsprechungsgemäss erfüllt. Sind die Angaben der versicherten
Person unklar oder für die Beurteilung der Leistungsansprüche unzureichend, so hat
der Unfallversicherer nachzufragen und Unklarheiten nachzugehen. Er ist jedoch nicht
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gehalten, die versicherte Person im Nachgang zu seinen Erhebungen zur weiteren
Substantiierung des Geschehnisses aufzufordern (Urteile des EVG vom 15. Juni 2007,
U 71/07, E. 4.2, und vom 26. Februar 2004, U 64/02, E. 2.2.3). In Anbetracht des im
Fragebogen vom Beschwerdeführer angeführten Unfallhergangs durfte die
Beschwerdegegnerin von einer normalen Drehbewegung ausgehen und war nicht
gehalten, weitere Abklärungen zu veranlassen. In diesem Sinn kann auch nicht gesagt
werden, die Beschwerdegegnerin habe dem Beschwerdeführer den Nachweis der
leistungsbegründenden Tatsache verunmöglicht. Es ist möglich, dass die
Drehbewegung - wie vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers in der Einsprache
beschrieben - ruckartig ausgeführt wurde. Unter Berücksichtigung der gesamten
Umstände (vgl. dazu Erwägung 2.6) kann jedoch der Beweis dafür nicht als mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit erbracht betrachtet werden. Weitere Abklärungen
können diese Ungewissheit nicht beseitigen. Damit kommt grundsätzlich die in
Erwägung 2.4 erläuterte Beweisregel zum Tragen, wonach der Entscheid zufolge
Beweislosigkeit zuungunsten des Beschwerdeführers ausfallen muss, der aus dem
unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte.
3.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 7. Oktober 2011 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP