Decision ID: d0703465-0bb9-543a-bc3d-628e5caeb0a8
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1963,
ist
seit Juli 1995 als Office Managerin bei der
Y._
in Zürich angestellt (
Urk.
6/6
Ziff.
1 und 6). Am 1
7.
Juli
2006 meldete sie sich bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/2). Mit Verfügung
en
vom 1
3.
Dezember 2007 (
Urk.
6/32,
Urk.
6/26) sprach die IV-Stelle
Z._
ihr
ab dem
1.
März 2006 eine
Viertelsrente
und ab dem
1.
Juni 2006 eine ganze Rente zu.
1.2
Eine
im
Oktober 2010 eingeleitete Revision (
Urk.
6/42 S. 3 unten) ergab keine Änderung des Invaliditätsgrades, was die
neu
zuständige Sozialversicherung
san
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, der Versicherten am 1
7.
Dezember 2010 mit
teilte (
Urk.
6/49).
Anlässlich einer weiteren im Januar 2016 eingeleiteten Revision (
Urk.
6/50 S. 3 unten)
tätigte
die IV-Stelle
erwerbliche und medizinische Abklärungen (
Urk.
6/51,
Urk.
6/54) und holte ein
bidisziplinäres
Gutachten (
Urk.
6/64,
Urk.
6/69) ein.
Am 1
7.
August 2016 erliess sie den Vorbescheid (
Urk.
6/72). Die Versicherte brachte dagegen Einwände (
Urk.
6/77,
Urk.
6
/84,
Urk.
6/87,
Urk.
6/93) vor und reichte ein Privatgutachten (
Urk.
6/86/3-11) ein.
Mit Verfügung vom 1
9.
Mai 2017 (
Urk.
6/95 =
Urk.
2)
hob
die IV-Stelle die lauf
ende Rente für die Zukunft auf.
2.
Die Versicherte erhob am 2
1.
Juni 2017 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
9.
Mai 2017 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei die IV
Stelle zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen auszurichten und weiterhin eine ganze Rente zu bezahlen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-2 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
9.
August 2017 (
Urk.
5) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin mit Verfü
gung vom 1
2.
Oktober 2017 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl
massgeblichen
(hypothetischen) Sachverhalts bestehen (
BGE
144 I 28 E.
2.2,
130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen
). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.3
Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung des Invalidi
tätsgrades eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
ver
gleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkun
gen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108; vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_297/2016 vom
7.
April 2017 E. 2.2, nicht publiziert in: BGE 143 V 77, aber in SVR 2017 IV Nr. 51 S. 152). Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (
Art.
49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Renten
revision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisions
ergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invaliden
versicherung (
IVV
)
auf dem Weg der
blossen
Mitteilung (
Art.
51 ATSG), ist im
darauf folgenden
Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssach
verhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 2
9.
März 2017 E. 3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte in
den Erwägungen
des angefochtenen Entschei
des (
Urk.
2) fest
, sie habe ein rheumatologisches und ein psychiatrisches
Teilg
ut
achten veranlasst.
Aus den Gutachten
gehe hervor, dass sich der Gesundheitszu
stand der Beschwerdeführerin seit dem Jahr 2006 deutlich
verbessert
habe
. Die Medikation zur Behandlung
der
Spondylitis
ankylosans
sei weiterhin gut wirk
sam. Die Dosis
sei deutlich reduziert worden. Aus psychiatrischer Sicht sei
die
diagnostizierte Depression
im Vergleich zu den Vorbefunden remittiert
.
Die
Angststörung habe sich verbessert (S. 1 unten).
Es sei
der Beschwerdeführerin seit Juli 2016 möglich, die bisherige Tätigkeit als Office Managerin zu 75
%
auszuüben. Die Angabe gelte
bei
einer Anwesenheit von 100
%
mit einem erhöhten Pausenbedarf von einer Stunde pro
halben Tag
. Die Arbeitsunfähigkeit betrage somit 25
%
. Dies entspreche einem Invaliditäts
grad von 25
%
(S. 2 oben).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte
zum
rheumatologischen
Teilg
utachten
von
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Rheumatologie, vom 2
3.
Juli 2016
unter anderem
vor,
nach Einschätzung der Gutachterin könne die Arbeitsfähig
keit von 30
%
auf 75
%
gesteigert werden. Die Verbesserung begründe sie mit der Einnahme des Medikamentes Enbrel. Auf die weiteren ärztlichen Stellung
nahmen
hierzu
, wonach die Beschwerdeführerin das Medikament schon seit bald zwei Jahren einnehme,
sei
die Gutachterin
nicht eingegangen. Offensichtlich habe die von
ihr
behauptete Verbesserung durch das Medikament schon in der Zeit bis zur Berentung stattgefunden habe (
Urk.
1 S. 9 f.
Ziff.
6.3 und
6.4).
Weiter wäre
zu erwarten gewesen, dass sich die Gutachterin mit der zentralen Frage der Einschränkungen aufgrund einer
Fehlform
der Wirbelsäule
und
weite
rer
Einschränkungen detailliert äussere. Die von ihr genannte Arbeitsfähigkeit stelle eine reine Behauptung dar, ohne dass diese nachvollziehbar begründe wor
den
wäre
(
Urk.
1 S. 10 f.
Ziff.
7.4).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verglichen mit dem Zeitpunkt der
Rentenzusprache
vom 1
3.
Dezember 2007
ver
bessert
hat
und ob die Beschwerdegegnerin
die laufende Rente
zu Recht revisi
onsweise auf
gehoben hat.
3.
3.1
PD
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
und
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie,
Assistenzärztin,
D._
, führte
n
über
ein psychiatrisches
Konsilium vom 3
0.
November
2005
(
Urk.
6/9/21-22) aus,
die Patientin wünsche eine psychiatrische Beurteilung bei rezidivierenden Angstzu
ständen im Rahmen einer psychosozialen Überlastung
ssituation
. Diese bestehe einerseits durch eine Ruhestörung in
der
Wohnung
der Beschwerdeführerin
und andererseits durch die unsichere Situation bezüglich der medikamentösen Ein
stellung der Grunderkrankung.
Die
Patientin zeige sich psychisch sehr überlastet. Sie weine viel und habe aus
geprägte Ängste (
S. 1 unten). PD
Dr.
B._
und
Dr.
C._
stellten
ein mittelschweres, agitiert-depressive
s Zustandsbild bei einer 42-jähr
igen Patientin fest mit Morbus Bechterew sowie mit multiplen psychosozialen Belastungen (Be
ziehungsverlust, Wohnungsprobleme,
midlifecrisis
, ICD-10 F32.11).
3.2
Die Ärzte der Rheumaklinik und des Institutes für Physikalische Medizin,
D._
,
stellten im Austrittsbericht vom
7.
Dezember
2005 (
Urk.
6/7/13-16)
nach
einer
Hospitalisation
im
D._
, die
vom 2
9.
November bis
8.
Dezember 2005
gedauert hatte,
folgende Diagnosen (S. 1):
-
Spondylitis
ankylosans
, M. Bechterew, Erstdiagnose 1982
-
mittelschwer agitiertes depressives Zustandsbild
-
Osteopenie
, T-Score Lendenwirbelsäule
Weiter wurde ausgeführt, beim Eintritt in die Klinik hätten sich
klinisch
milde
Synovitiden
der
PIP
-Gelenke II, III und V rechts sowie II links und des MCP
Gelenkes II gezeigt. Die rechte Schulter sei in der Abduktion schmerzhaft, jedoch nicht eingeschränkt gewesen. Im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) und der Brustwirbelsäule (BWS) hätten sich eine eingeschränkte Flexion und Extension um 1-2/3 gezeigt sowie eine eingeschränkte Seitneigung im Bereich der BWS um 1-2/3
(
S. 1 unten).
Laborchemisch persistiere eine humorale Aktivität (S. 2 oben).
Die Patientin habe bisher mit einem Pensum von 80
%
bei einem Fonds-Manager
gearbeitet (S. 2 Mitte).
3.3
Dr.
med.
E._
, Assistenzärztin, und
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, für Physikalische Medizin und Rehabilitation und für Rheumatologie,
Chefarzt,
G._
,
führten im Aus
trittsbericht vom 1
6.
Januar 2006 (
Urk.
6/7/4-9) nach
einem stationären Reha-Aufenthalt
der Beschwerdeführerin
aus, die Zuweisung sei erfolgt zur Therapie eines M. Bechterew sowie zur Stabilisierung einer ausgeprägten agitierten Depression. Zur Therapie der Grunderkrankung sei eine Woche nach Eintritt in die Klinik
das Medikament Enbrel
eingesetzt
worden
. Die Schmerzen und die Schwel
lungen hätten sich
daraufhin
bereits nach einer Woche stark zurück
gebildet (S. 2 unten).
Auch bezüglich der psychischen Situation habe sich eine starke Verbes
serung ergeben. Die zu Beginn verabreichten Benzodiazepine
hätten
nach zwei Wochen vollständig sistiert
werden können. Im Rahmen der psyc
ho
lo
gischen Ge
spräche sei zusätzlich zu einer Depression die Diagnose einer gene
ralisierten Angststörung gestellt worden und es seien
Bewältigungsstrategien
mit der Pati
entin
erarbeitet worden
. Vor dem Austritt habe sie sich
ein
Supina
tionstrauma
des rechten Sprunggelenkes zugezogen
(S. 3 oben).
Dr.
E._
und
Dr.
F._
attestierten für die angestammte Tätigkeit medizinisch-theoretisch
und
bis auf Weiteres
eine Arbeitsfähigkeit von 30
%
(S. 3 unten).
3.4
Dr.
F._
stellte im Bericht vom
9.
August 2006 (
Urk.
6/7/1-3) folgende Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
lit
. A.
):
-
Spondylitis
ankylosans
(bestehend seit 1982)
-
HLA-B27 positiv
-
panaxialer Befall
-
peripherer
polyartikulärer
Befall
-
Status nach Therapie mit
Methotrexat
und
Sulfasalazin
, 1988, sistiert wegen Intoleranz
-
Status nach Therapie mit
Infliximab
, Januar 2003 bis Juli 2005, initial sehr gutes Ansprechen, sistiert wergen Ineffektivität und Verdacht auf
Infliximab
-induziertes
lupusähnliches
Syndrom
-
Status nach Therapie mit
Adalimumab
,
Juli bis September 2005, sistiert wegen Ineffektivität
-
aktuell unter Therapie mit
Etanercept
seit Dezember 2005 befriedigend supprimierte Krankheitsaktivität
-
generalisierte Angststörung (zirka seit 2005)
-
rezidivierendes agitiert-depressives Zustandsbild (zirka seit 2005)
Als
Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannte
Dr.
F._
eine
schwergradige
Osteopenie
(S. 1
lit
. A).
Zur
Arbeitsfähigkeit
gab er
an, f
ür
die Tätigkeit als KV-Angestellte
habe
vom 2
8.
November 2005 bis 1
5.
Januar 2006 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
be
standen. Seit dem 1
6.
Januar 2006
bestehe eine Arbeitsunfähigkeit
von 30
%
(S.
1
lit
. B). Aufgrund des entzündlichen Wirbelsäulenbefalls mit
Ankylosierung
und sekundären
Tendomyosen
der
Paravertebralmuskulatur
sei die Haltungsleistung vermindert.
Dies führe zu Limitierungen beim Sitzen, Stehen und Gehen. Der periphere
polyartikuläre
Befall einschliessli
ch sämtlicher Fingerendgelenke
führe zu Einschränkungen sowohl bei feinmotorischen
(Hände)
als auch
bei Kraft erfor
dernden
Verrichtungen. Zudem bestünden
Limitierungen infolge einer generali
sierten Angststörung und eine
s
rezidivierenden agitiert-depressiven Zustandsbil
des (S. 3
lit
. A.1). Die bisherige Tätigkeit sei während zirka 2.5 Stunden pro Tag zumutbar, wobei die Zeit für notwendige Pausen über den Tag zu verteilen sei (S.
3
lit
. A.2).
Bei der aktuellen Tätigkeit handle e
s sich bereits um eine sehr gut
angepasste Arbeit mit der Möglichkeit zur selbständigen Einteilung über den Tag (S. 3
lit
. B.2.3).
3.5
Dr.
F._
korrigierte seine Angaben zur Arbeitsfähigkeit in einem Schreiben vom
4.
Dezember
2006 (
Urk.
6/12/1
)
. Er gab an
, er
habe im Arztbericht vom
9.
August 2006 versehentlich eine Arbeitsunfähigkeit
von
30
%
bescheinigt
.
Für die Tätigkeit als KV-Angestellte
betrage die Arbeitsunfähigkeit seit dem 1
6.
Januar 2006 jedoch 70
%
.
3.6
Im
Verlaufsbericht vom
6.
März 2007 (
Urk.
6/16)
bezeichnete
Dr.
F._
den Ge
sundheitszustand der Beschwerdeführerin als stationär (S. 1
Ziff.
1). Zum Verlauf gab er an, die Krankheitsaktivität
der Spondylitis
ankylosans
sei unter der seit Dezember 2006 durchgeführten Therapie mit
Etanercept
befriedigend supprimiert. Der Verlauf von Seiten der generalisierten Angststörung und des rezidivierenden agitiert-depressiven Zustandsbildes sei ebenfalls günstig. Im Zusammenhang mit einem Wohnungsumzug im Januar
2007 habe die psychiatrische Sympt
omatik wieder etwas zugenommen, wobei es
aber
bereits wieder
zu einer Verbesserung gekommen
sei
(S. 1
Ziff.
3).
Seit dem
9.
August 2006 werde stationär eine Arbeitsunfähigkeit von 70
%
attestiert (S. 2
Ziff.
1). Es bestünden störende Nacken- und Kreuzschmerzen so
wohl in Ruhe als auch bei Belastung mit Limitierungen beim Sitzen, Stehen und Gehen. Zudem bestünden störende Schmerzen, eine verminderte Kraft und eine beeinträchtigte Koordination der Hände (S. 2
Ziff.
3).
Dr.
F._
führte zu den erhobenen Befunden aus,
d
ie Bewegungsamplituden der
HWS
seien global um etwa 1⁄2 eingeschränkt. Die Bewegungsamplituden der
BWS
und der Lendenwir
belsäule (LWS) seien zu 2-3/3 eingeschränkt. Weiter bestünden sekundäre
Ten
domyosen
der
Paravertebralmuskulatur
. An den Händen
liessen sich
Synovitiden
mehrerer Fingerend- und
-M
ittelgelenke
fassen
sowie volare Ten
d
ovaginitiden beidseits. Der entzündliche Wirbelsäulenbefall mit
Ankylosierung
und
Tendomy
osen
der
Paravertebralmuskulatur
führe zu einer stark verminderten Haltungs
leistung mit Limitierungen beim Sitzen, Stehen und Gehen. Der periphere Gelenksbefall an den Händen bedinge Einschränkungen bei Kraft und Feinkoordi
nation erfordernden Verrichtungen (S. 2
Ziff.
4).
Aus rein rheumatologischer und somatischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit für eine angepasste Tätigkeit (beratende und administrative Tätigkeit im kaufmänni
schen Bereich) mit 30
%
zu bemessen (S. 2
Ziff.
6).
3.7
Dr.
med.
H._
, Regionalärztlicher Dienst (RAD), gab in einer Stellung
nahme vom
4.
Mai 2007 (
Urk.
6/19 S. 1 f.) zuhanden der IV-Stelle
Z._
an, die Beschwerdeführerin werde von einem Psychologen der
G._
, mitbetreut. Die psychische Störung zeige einen günstigen Ver
lauf. Die attestierte
Arbeitsunfähigkeit sei vor allem somatisch bedingt. Nach Rücksprache mit einem rheumatologischen Facharzt könne auf den Verlaufsbe
richt von
Dr.
F._
vom
6.
März 2007 abgestellt werden. Für eine angepasste Tätigkeit sei daher eine Restarbeitsfähigkeit von 30 % ausgewiesen. (S. 1).
4.
4.1
Dr.
F._
stellte im Bericht vom
7.
Dezember 2010 (
Urk.
6/47) neu die Diagnose eines progredienten
zervikozephalen
Schmerzsyndroms links bei Sekundärarth
rose des
Atlantoaxialgelenkes
links (CT der HWS vom
9.
November 2010,
S. 1
Ziff.
1.1).
Der behandelnde Arzt führte weiter aus, die
Rotationsamplitude der HWS sei nach rechts auf 35° und nach links auf 20° eingeschränkt. Die Bewegungsamplituden der BWS und LWS seien global auf 2/3 bis 3/3 eingeschränkt.
Der Finger-Boden-Abstand betrage 9 cm. Weiter bestünden starke segmentale Störungen der unte
ren
Kopfgelenke und der unteren
HWS
neben sekundären
Tendomyosen
der gesam
ten
Paravertebralmuskulatur
(S. 2
Ziff.
1.7).
Eine körperlich leichte, wechsel
belastende Tätigkeit ohne besondere manuelle Beanspruchung sei
der Beschwer
deführerin
mit
einem Pensum von etwa 30
%
zumutbar
(
S. 3
Ziff.
1.7).
4.2
Dr.
F._
bestätigte
im
Verlaufsbericht vom 2
5.
April 2016 (
Urk.
6/54)
einen stationären Gesundheitszustand
(S. 1
Ziff.
1.
1
).
Als
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannt
e
er
(S. 1 f.
Ziff.
1.2):
-
Spondylitis
ankylosans
(bestehend seit 1982)
-
HLA-B27 positiv
-
panaxialer
ankylosierender
Befall
-
Ankylosierungen
HWK
0/1,
HWK
2-4 und HWK 7/BWK 1 (CT HWS vom
9.
November 2010)
-
peripher
er
polyartikulärer
Befall
-
Status nach
Yttriumsynoviorthese
Knie rechts 1988 und links 1992
-
Status nach Vorfusskorrekturen links Juli 2002 und rechts Juli 2010
-
Status nach diversen Therapien
-
Basistherapie mit
Etanercept
seit Dezember 2005 mit befriedigender Suppression der Krankheitsaktivität
-
a
ktuell: progredientes
zervikozephales
Schmerzsyndrom links bei Sekundärarthrose des
At
lantoaxialgelenkes
li
nk
s
(CT
HWS
vom
9.
November 2010)
-
generalisierte Angststörung (bestehend zirka seit 2005)
-
rezidivierendes agitiert-depressives Zustandsbild (bestehend zirka seit 2005)
Dr.
F._
führte weiter aus,
trotz fortgesetzter Anti-TNF-Therapie müsse von einer
residuellen
axialen
Krankheitsaktivität an der Halswirbelsäule ausgegangen werden mit schleichender zunehmender Beweglichkeitseinschränkung. Bei
der
generalisierten Angststörung und einer rezidivierenden agitiert-depressiven Epi
sode
bestehe ein günstiger Verlauf
(S. 2
Ziff.
3.3).
Dr.
F._
attestierte
für die bisherige
n
und für eine angepasste Tätigke
it eine Arbeitsfähigkeit von 30
% (S. 2
Ziff.
2.1).
4.3
4.3.1
Dr.
A._
erstattete am 2
3.
Juli 2016
im Rahmen
eines
bidisziplinären
Gut
achtens
das
rheumatologische
Teilg
utachten (
Urk.
6/64).
Die Gutachterin
führte
zum Lebenslauf der Beschwerdeführerin aus, diese sei
aktuell seit dem
1.
Januar 2016 mit einem
Pensum
von 10
%
bei der
I._
und mit einem Pensum von 20
%
bei der
J._
angestellt
.
Vom
1.
Januar 2006 bis 3
1.
Dezember 2015 habe sie im Bereich Buch
haltung, Office- und HR-Administration und Compliance ein
Arbeitspensum
von 30
%
ausgeübt
. Zuvor habe sie ein solches von 80
%
ausgeübt
(S. 3
Ziff.
4 unten).
Die Beschwerdeführerin spritze sich jede zweite Woche Enbrel 25mg. Dies helfe ihr. Sie wisse, dass sie nur etwa ein
en
Viertel der üblichen Dosis verwende
. Gegen Schmerzen nehme sie bei Bedarf eine Tablette Voltaren 50mg rapid, zuletzt am
7.
Juni 201
6.
Selten nehme sie zur Beruhigung eine Tablette
Temesta
(S. 36
Ziff.
7.4).
4.3.2
Dr.
A._
stellte folgende rheumatologische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 45
Ziff.
9.1):
-
Spondylitis
ankylosans
(Erstdiagnose 1982)
-
kongenital HLA
B27 positiv mit
-
Wirbelsäulen –und peripherem Befall
-
Wirbelsäule (Szintigraphie mit SPECT-CT der ganzen Wirbelsäule
,
Juli 2016)
-
peripher (Szintigraphie
mit SPECT-CT Hände und Füsse Juli 2006
-
Therapie mit den TNF-Blocker
-
Infliximab
(
Remicade
) von Januar 2003 bis Juli 2005 mit initial sehr guter Wirkung
-
Adalimumab
(
Humira
)
,
Juli bis September
2005, sistiert wegen Ineffektivität
-
Enbrel (
Etanercept
) seit
Dezember 2005, aktuell gute Wirkung bei niedriger Enbrel-Dosis (12.5 mg/Woche)
Als
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannte die Gutachterin
(S. 46
Ziff.
9.2):
-
Hypercholesterinämie
-
Vitamin D-Mangel (Erstdiagnose Februar 2003)
-
aktuell 66
nmol
/l
-
Osteoporose (Erstdiagnose Februar 2003)
mit
-
wirksamer medikamentöser Therapie
und
Zunahme der Knochendichte
-
Status nach operativer
Hallux
-Korrektur links Juli
2001 und Revision Juli
2002
-
mit eingeschränkter aktiver Dorsalextension und
-
Hallux
valgus
beidseits
-
Status nach operativer Korrektur von Hammerzehen III rechts und II/III links
-
Status nach
Supinationstrauma
rechts am 1
1.
Januar 2006 mit Ruptur des
Lig
.
fibulotalare
ant
. mit konservativer Therapie
-
Status nach
Basaliom
am rechten Unterlied
mit
-
operativer Entfernung, September 2007
4.3.3
B
ereits
beim Vater der Beschwerdeführerin sei eine Spondylitis
ankylosans
auf
getreten. Es handle sich um eine vere
rbbare Krankheit, die früher auch
Morbus Bechterew genannt worden sei.
Im Jahr
1982
sei
die
HLA
B27-positive Spondy
litis
ankylosans
diagnostiziert worden. Es sei zu einem axialen Befall fast der ganzen
Wirbelsäule
und zahlreicher peripherer Gelenke gekommen.
Anfänglich sei sie mit
dem Schmerzmittel
NSAR und
mit
Ko
rtison,
s
päter jeweils kurzfristig mit verschiedenen Basismitteln behandelt worden. Ab Januar 2003 habe sie den
TNF
-Blocker
Infliximab
erhalten, der
initial
sehr gut gewirkt habe. Im Juli 2005 sei
das Medikament
aber
wegen Ineffektivität, Antikörper-Bildung und wegen Verdachts auf einen
Infliximab
-induzierten systemischen Lupus
erythe
matodes
abgesetzt worden
. Seit Dezember 2005 werde sie mit dem
TNF
-Blocker Enbrel (
Etanercept
) behandelt. Die Behandlung sei wirksam
. Die Dosis sei auf 25 mg
alle
zwei Wochen
reduziert worden
, was einem Viertel der Normaldosis pro Woche entspreche
(S. 47
Ziff.
10 oben).
Bei der Untersuchung
durch
Dr.
A._
sei es der Beschwerdeführerin schlech
ter als sonst gegangen, da sie stark erkältet gewesen sei.
Sie habe
über Schmerzen im Nacken und in der rechte
n Hand geklagt
. Über Schmerzen im Bereich der BWS, der
LWS
, der
Ileosakralgelenke
(
ISG
)
oder in anderen peripheren Gelenken habe sie nicht geklagt
(S. 47
Ziff.
10 Mitte).
In der
klinischen
Untersuchung seien der normale Gang und der Fersengang unauffällig gewesen. Der Zehengang habe wegen einer Schwäche des Grosszehenhebers nicht ausgeführt werden können. Weiter
bestehe eine leichte s-förmige Skoliose
. Die Beweglichkeit aller drei Wir
belsäulenabschnitte
(LWS, BWS und HWS)
sei deutlich eingeschränk
t. Der
Flè
che
sei normal.
Radikulär
e
Zeichen seien nicht vorhanden.
Ausser dem unteren
rech
ten
Sprunggelenk
, das blockiert sei,
seien alle grossen peripheren Gelenke normal beweglich. Gelenk
sergüsse,
Synovitiden
sowie
druckdolente
oder überwärmte Gelenke seien nicht
vorhanden. Das aktive Heben der Grosszehe rechts sei nach einer
Hallux
-Operation stark eingeschränkt. Die Bioimpedanz-Analyse zeige eine erfreulich grosse Muskelmasse von 43
%
, welche den Normwert von 40
%
s
ogar übertref
fe. Dem entsprächen die täglichen gymnastischen Übungen der Be
schwer
deführerin und
der Umstand, dass
sie einmal pro Woche an einem Aquafit-Kurs teilnehme
(S. 47
Ziff.
10 unten).
Die Ganzkörper-Skelettszintigraphie mit SPECT-CT der ganzen Wirbelsäule und der Hände und Füsse vom
Juli 2016
habe
im Bereich der Wirbelsäule
knöcherne Ankylosen von C7 bis Th7,
bei
L5/S1,
im Bereich
beider ISG und der Symphyse mit nur geringen entzündlichen Aktivitäten ergeben. Mässig vermehrte entzünd
liche Aktivitäten seien im Bereich des
Dens
axis
sowie in den
Kostovertebralge
lenken
Th3 rechts, Th5 links und Th7 rechts zu erkennen. Deutlich erhöhte ent
zündliche Aktivitäten seien im Bereich von C1/2 mit schwerer
erosiver
Spon
dylarthrose
, bei Th4/5 sowie Th9/10 mit
erosiver
Osteochondrose
vorhanden. Im Bereich der Hände seien die Karpalregion rechts mehr als links vermehrt entzünd
lich aktiv sowie die MCP-Gelenke II und III, ebenfalls mehr rechts als links. Das rechte obere Sprunggelenk sowie das MTP III-Gelenk zeigten vermehrte entzünd
liche Aktivitäten.
Die Ganzkörper-Skelettszintigraphie habe keine vermehrten entzündlichen Aktivitäten im linken Fuss sowie beidseits in den Knien,
den
Hüf
ten, den Schultern, den Ellenbogen und
in
den Kiefergelenken ergeben (S. 48 oben).
Eine
ausgedehnte Blutuntersuchung habe erhöhte Entzündungszeichen (Blutsenkung und C-reaktives Protein) ergeben, vermutlich wegen der akuten Bronchitis sowie der
Spondylitis
ankylosans
. Weiter hätten
eine deutliche Hyper
cholesterinämie und ein leichter Vitamin
D-Mangel bestanden. Der Rheuma
faktor
und die Anti-
Citrullinantikörper
seien weiterhin normal gewesen.
Das Beruhi
gungsmittel
Temesta
sei im Blut nicht nachweisbar gewesen (S. 48 Mitte).
Die Explorandin habe der IV-Stelle
Z._
am
3.
August 2006 berichtet, dass
sie
konstante sehr starke Schmerzen und Schwellungen an praktisch allen peripheren Gelenken und Sehnen (Hände, Ellenbogen, Schultern, Kiefer, Füsse und Knie)
habe
. Offensichtlich g
ehe es ihr nun deutlich besser. Die
Ganz
körpe
r-Skelettszin
tigraphie (Juli 2016) zeige keine vermehrten entzündlichen Aktivitäten im Bereich der Ellenbogen, der Schultern, des Kiefers, der Knie
oder
im linken Fuss. Bei der Beschwerdeführerin sei 1982 die vererbbare Krankheit Spondylitis
ankylosans
diagnostiziert worden. Es sei zu einem Befall fast der ganzen Wirbelsäule und zahlreicher peripherer Gelenke gekommen. Die damals vorhandenen Medika
mente hätten das Fortschreiten der Erkrankung
aber
kaum bremsen können, so dass es zu knöchernen Ankylosen v
on C7 bis Th7, L5/S1, beider ISG
und der Symphyse gekommen sei. Ab Januar
2003 sei sie mit dem damals neuen
TNF
Blocker
Infliximab
behandelt worden
, das initial sehr wirksam gewesen sei. Im Juli 2005 sei
das Mittel sistiert
worden.
Ab Dezember 2005 sei die Beschwerde
führerin mit dem gut wirksamen TNF-Blocker Enbrel behandelt worden (S. 48 unten).
Durch die Behandlung habe sich der Gesundheitszustand der Beschwer
deführerin eindeutig gebessert. Es
bestünden jedoch
noch
deutliche Residuen aus der Zeit vor der TNF-Behandlung.
Ebenso bestünden noch einige Bereiche mit vermeh
rten entzündlichen Aktivitäten
(S. 49).
4.3.4
Die Beschwerdeführerin habe bei der Untersuchung angegeben, dass sie
die
Arbeit bei der Firma
I._
teilweise von zu Hause aus verrichten könne. Sie
sei
durch die Spondylitis
ank
ylosans
limitiert. Die angestammten
Bürot
ätigkeiten bei der
J._
und
der
I._
seien angepasst. Diese Tätigkeiten könne sie bezogen auf ein Pensum von 100
%
zu 100
%
ausüben. Dabei benötige sie pro
halben Tag
zusätzlich
eine Stunde Pause für Lockerungsübungen. Die Beschwerdeführerin könne die ange
stamm
ten Tätigkeiten daher an sechs Stunden pro Tag ausführen, was einer Arbeits
fähigkeit von 75
%
entspreche (S. 51 oben).
Aus den Unterlagen gehe nicht eindeutig hervor, wann die Besserung eingetreten sei. Die attestierte Arbeitsfähigkeit gelte daher seit dem Datum der rheumatolo
gischen Untersuchung vom 1
1.
Juli 2016 (S. 51
Ziff.
11.2). Bei den angestammten Tätigkeiten handle es sich um adaptierte Tätigkeiten (S. 5
Ziff.
11.3). Die Be
schwerdeführerin benötige eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne besondere manuelle Beanspruchung mit der Möglichkeit zu regelmässigen kurzzeitigen Pausen zum Durchbewegen.
In
Nässe, Kälte oder bei grossen Tem
peraturschwankungen könne sie nicht arbeiten (S. 5
Ziff.
11.4).
Die Beschwerdeführerin verwende seit längerem nur noch
eine Dosis von
12.5
mg Enbrel pro Woche, was nur einem Viertel der Normaldosis von 50 mg pro Woche entspreche. Die Dosis sei offensichtlich nicht ganz ausreichend, weil wei
terhin einige entzündliche Aktivitäten bestünden, wie die Ganzkörper-Ske
lett
szinti
graphie vom Juli
2016 ergeben habe. Es sei daher eine Erhöhung der Dosis notwendig
. Die Beschwerdeführerin sei von ihrem Rheumatologen
bereits
darauf hingewiesen worden
(S. 52
Ziff.
12.1).
Auf die Frage nach einer Veränderung gab
Dr.
A._
an,
der Gesundheitszu
stand der Beschwerdeführerin habe
sich
seit 2006 deutlich verbessert. Dies sei auf den Einsatz des TNF-Blockers Enbrel seit Dezember 2005 zurückzuführen. Die neu attestierte Arbeitsfähigkeit gelte seit dem 1
1.
Juli 2016 (S. 61
Ziff.
14).
4.4
4.4
.1
Das psychiatrische Teilgutachten
von
Prof.
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie, datiert vom 1
8.
Juli 2016 (
Urk.
6/69/3-51).
Prof.
K._
führte aus,
bei der Untersuchung seien
keine Hinweise für eine Verdeutlichung oder Aggravation und auch keine Simulationszeichen
wahr
nehmbar
gewesen (S. 33
lit
. B.1). Der Bruder der Beschwerdeführerin leide an einer rezidivierenden depressiven Störung und an einer
Borderline
-Persönlich
keitsstörung. Auch ihr Vater habe an einer derartigen Störung gelitten (S. 33
Ziff.
1.1). Die Beschwerdeführerin habe in der Zeit der Persönlichkeitsbildung eine schwer belastete Lebenssituation mit multiplen physischen und psychischen Traumatisierungen erlebt.
Diese Zeit sei von Bedrohungen, emotionaler Unsicher
heit, Grenzüberschreitungen und ständiger Angst geprägt gewesen. Weiter habe sie zu Hause viel arbeiten müssen.
Zuneigung,
Trost und Liebe habe
sie
kaum erfahren (S. 34
Ziff.
1.2
Mitte
).
Die Beschwerdeführerin sei
im Jahr 2005
im
D._
konsiliarisch psychiatrisch un
tersucht worden. Es seien rezidivierende Angstzustände diagnostiziert und eine antidepressive Behandlung mit
Tolvon
empfohlen worden
. Im Austrittsbericht von
Dr.
E._
und
Dr.
F._
vom 1
6.
Januar 2006 sei mitgeteilt worden, dass sich die Beschwerdeführerin unter psychologischer Beratung stabilisiert habe
(S.
38
Ziff.
2.1 oben). Aktuell beunruhige sie die Angst um den Verlust der Rente. Seit sie die Nachricht betreffend die Begutachtung erhalten habe, sei es wieder zu Panikattacken-ähnlichen Zuständen gekommen (S. 38
Ziff.
2.1 unten). Nach einer Spritze Enbrel erfahre sie eine deutliche Verbesserung. Sie
sei
dann in der Regel schmerzfrei. Nur bei körperlicher Überlastung komme es zu Schmerzen
. Die Be
schwerdeführerin erkenne im Gespräch, dass sie dringend wieder professionelle psychiatrisch-psychologische Hilfe benötige
(S. 39 oben).
Sie
habe angegeben,
dass sie ein Arbeitspensum von 30
%
bewältigen könne. Dagegen sei sie nicht in der Lage, psychosoziale Belastungen abzufedern. Diese lösten Angstreaktionen aus und es komme dann zu Blockierungen. Nach Ressourcen befrag
t
, habe sie
erklärt
, dass Ruhe für sie eine wichtige Ressource sei. Auch ihre Freundinnen seien
für sie
eine Ressource (S. 40
Ziff.
2.4).
Die Explorandin sei seit Juni 2012 nicht mehr in psychotherapeutischer Behand
lung.
Wegen der
Untersuchung
habe sie aus Angst drei Tabletten
Temesta
einge
nommen (S. 40
Ziff.
2.5).
4.4
.2
Eine quantitative oder qualitative Bewusstseinsstörung habe zum Untersuchungs
zeitpunkt nicht vorgelegen. Die Beschwerdeführerin sei wach und zeitlich auf den Tag und das Jahr orientiert
gewesen
. Auch die örtliche Orientierung sei gegeben gewesen (S. 42 oben). Die Aufmerksamke
it und die Konzentration hätten
während der gut zweistündigen Exploration gut gehalten werden können. Ein Abfall der Konzentration und der Aufmerksamkeit habe mit zunehmender Dauer der Explo
ration nicht bestanden. Die Beschwerdeführerin habe eine leichte innere Unruhe bei Ängsten um die Rente angegeben (S. 42 Mitte).
Klinisch fänden sich Hinweise für eine generalisierte Angststörung. Differential
diagnostisch bestehe eine Persönlichkeitsakzentuierung mit ängstlich-abhängi
gen Anteilen (S. 43
Ziff.
1 oben).
Die Beschwerdeführerin sei am 3
0.
November 2005 im
D._
durch PD
Dr.
B._
untersucht worden, wobei die Untersuchung durch
die Assistenzärztin
Dr.
C._
erfolgt sei.
Diese
habe die Beschwerdeführerin als sehr kämpferische, widerstandsfähige Person beschrieben, bei welcher sich unter Anhäufung ver
schiedener psychosozialer Probleme (
midlifecrises
, Wohnungsprobleme, Bezie
hungsverlust) innerhalb von neun Monaten ein zunehmend agitiert-depressives Zustandsbild entwickelt habe. Von der Untersucherin seien zahlreiche IV-fremde Faktoren benannten worden. Der Bericht sei aus psychiatrischer Sicht rentenbe
gründend gewesen.
Dr.
F._
habe die Diagnose
anschliessend
übernommen und in verschiedenen Berichten von 2006 von einem mittelschweren agitiert-depressiven Bild und einer Angststörung gesprochen. Im Verlauf habe er unter psychologischer Hilfestellung eine psychische Stabilisierung
angegeben (S. 44
lit
.
D unten).
Die Beschwerdeführerin habe eine schwierige Kindheit mit einem wohl persön
lichkeitsgestörten, impulsiv-aggressiven Vater geschildert, der die Familie fortge
setzt gewalttätig (Messer, Pistole) bedroht habe. Sie sei in einem Klima der Angst aufgewachsen. Für die Selbstentwicklung hätten während der Zeit der Persön
lichkeitsbildung problematische Bedingungen bestanden. Aufgrund der Störung der Persönlichkeitsbildung müsse von einer erhöhten psychischen Vulnerabilität
ausgegangen werden.
Im Jahr 2005 sei es unter Anhäufung psychosozialer Be
lastungsfaktoren zu einem ängstlich-agitiert-depressiv gefärbten Zustandsbild gekommen (S. 45
oben
).
Die erhöhte Durchlässigkeit der Ich-Strukturen könne bei psychosozialen Über
forderungssituationen zu affektiven Störungen mit
einer Verkennung der Realität
führen. Unter regelhaften Bedingungen sei jedoch davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin nicht dauerhaft an Störungen der Selbst- und Fremdwahr
nehmung, der Realitätsprüfung, der Impulskontrolle und des Affektes leide. Bei der Untersuchung
durch Prof.
K._
habe sie auch angegeben, dass sie jahrelang ohne psychische Beschwerden und ohne professionelle Hilfestellung und/oder psychopharmakologische medikamentöse Behandlung beschwerdefrei gewesen sei. Die Beschwerdeführerin verfüge über zahlreiche Ressourcen. Sie sei eine intelligente Frau mit guter schulischer und beruflicher Ausbildung. Weiter habe sie ein gefestigtes soziales Netzwerk. Aus psychiatrischer Sicht bestünden keine krankheitsbedingten
Handicapierungen
, so dass
die Beschwerdeführerin
auf ihre Ressourcen zugreifen könne (S. 45 unten).
Das Verhalten sei während der Exploration konsistent mit den geklagten Beschwerden gewesen (S. 46 oben). Im Zusammenhang mit der stressbesetzten Situation
der Unters
u
chung
habe sich ein ängstlich-agitiertes Zustandsbild gezeigt. Depressive Symptome hätten dagegen nicht vorgelegen. Im Vergleich zur rentenbegründenden Situation könne daher von einem verbesserten Zustandsbild ausgegangen werden. Diagnostisch sei von einer generalisierten Angststörung auszugehen. Panikattacken lägen aktuell nicht vor. Das Störungsbild sei nur unter psychosozialen Belastungsfaktoren
dekom
pensiert
.
Die
depressive Episode sei remittiert (S. 46
Mitte
).
Prof.
K._
nannte als psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit eine generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1)
. Als psychiatrische Di
agnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte
er
eine depressive Episode, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F32.4) und Probleme durch negative Kindhei
tser
lebnisse (ICD-10 Z
61, S. 47
lit
. E. 1 und 2).
4.4
.3
Die Arbeitsfähigkeit müsse aus psychiatrisch-versicherungsmedizinischer Sicht als qualitativ eingeschränkt betrachtet werden. Die Beschwerdeführerin soll
t
e in einem stabilen Umfeld mit wohlwollenden Vorgesetzten arbeiten. Dabei könne sie aus psychiatrischer Sicht ein Vollzeitpensum verrichten. Die zuletzt ausgeüb
ten Tätigkeiten seien als leidensgerecht einzustufen.
Aus psychiatrischer Sicht habe zu keinem Zeitpunkt ein IV-relevanter Gesundheitszustand mit Einfluss auf die quantitative Arbeitsfähigkeit vorgelegen (S. 48 oben).
4.4
.4
Dr.
A._
und Prof.
K._
führten in der
bidisziplinären
Beurteilung vom 2
3.
Juli 2016 (
Urk.
6/69
/1-2
) aus, die Beschwerdeführerin benötige eine leichte,
wechselbelastende Tätigkeit ohne besondere manuelle Beanspruchung mit der Möglichkeit zu regelmässigen kurzzeitigen Pausen zum Durchbewegen
. Zusätz
lich benötige sie ein stabiles
Umfeld mit einem wohlwollenden Vorgesetzten.
In
Nässe, Kälte oder bei grossen Temperaturschwankungen könne sie nicht arbeiten. Eine solche angepasste Tätigkeit könne sie zu 100
%
ausüben
. Sie benötige aber pro halben Tag eine zusätzliche Pause von einer Stunde. Zusammenfassend könne sie die angestammten Tätigkeiten daher an sechs Stunden pro Tag ausüben, was einer Arbeitsfähigkeit von 75
%
entspreche. Die Tätigkeiten bei den Firmen
J._
und
I._
seien
angepasst
(S. 2).
4.5
Dr.
A._
nahm am 2
8.
Juli 2016 (
Urk.
6/68) zuhanden der Beschwerdegeg
nerin Stellung zu Vorwürfen der Rechtsvert
reterin der Beschwerdeführerin vom 2
1.
Juli 201
6.
Dr.
A._
gab unter anderem an,
der Aktenauszug des Gutachtens sei von ihrem Team erstellt worden. Am
Vortag der Untersuchung
habe sie
von
Dr.
F._
eine CD mit Röntgenbildern erhalten,
welche
sie studiert habe (S. 1 oben). Weiter sei behauptet worden, ihr sei bei der Untersuchung nicht bekannt gewesen, dass die Explorandin noch erwerbstätig sei. Sie habe aber sehr wohl Kenntnis
gehabt
von den beiden Arbeitsstellen der Explorandin (S. 1 Mitte).
Die von der Beschwerdeführerin mitgebrachten Röntgenbilder habe sie unmittelbar vor der Untersuchung
ausgiebig
angeschaut (S. 2 Mitte).
4.6
Pract
. med.
L._
, Facharzt für Arbeitsmedizin,
RAD
, führte in einer Stellungnahme vom 1
1.
August 2016 (
Urk.
6/70 S. 4 f.) aus, das
bidisziplinäre
Gutachten
von
Dr.
A._
und Prof.
K._
vom 2
3.
Juli 2016 sei umfas
send, beruhe auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtige die geklagten Beschwerden und sei in Kenntnis der
Vorakten
erst
ellt worden. Das Gutachten sei weiter
nachvollziehbar und plausibel in den Schlussfolgerungen. Es könne darauf abgestellt werden.
Als Belastungsprofil
kämen körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeiten
in Frage
ohne besondere manuelle Beanspruchung mit der Möglichkeit zu regelmäs
sigen kurzzeitigen Pausen. Zu vermeiden seien Tätigkeiten in Nässe, Kälte oder mit grossen Temperaturschwankungen. Zudem sei ein stabiles Arbeitsumfeld mit einem wohlwollenden
Vorgesetzten
erforderlich (S. 4 f.). Für die bisherige Tätig
keit als Office Managerin beste
he eine Arbeitsfähigkeit von 75
% (S. 5 oben). Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich seit 2006 deutlich verbes
sert.
Die seit Dezember 2005 verwendete Medikation sei weiterhin gut wirksam. Die Dosis sei deutlich reduziert worden. Aus psychiatrischer Sicht sei die Depres
sion im Vergleich zum Vorbefund remittiert (S. 5).
4.7
Dr.
F._
führte in einer Stellungnahme vom 1
2.
September 2016 (
Urk.
6/76) aus, das
Teilg
utachten
von
Dr.
A._
beinhalte eine akribische Aktenzusam
menstellung. Das Röntgendossier sei aber nicht durchgesehen worden. Auf das medizinische Problem der die Arbeitsfähigkeit einschränkenden Spondylitis
ankylosans
sei sodann nur oberflächlich eingegangen worden. Die Patientin sei offensichtlich nur flüchtig untersucht worden. Unter anderem seien
eine
synovi
ale
Schwellung und die Einschränkung der Beweglichkeit des rechten Handge
lenkes überhaupt nicht beschrieben worden
.
Aktuell seien
Synovitiden
mehr des rechten als des l
inken Handgelenkes
festzu
stellen
sowie
der rechten Fingergrundgelenke II und II
I
,
des rechten oberen Sprunggelenkes ne
ben einer entzündlichen Segment
aktivität bei C1/2 linksbe
tont, Th4/5, Th9/10 (hochaktiv) sowie am
Atlantodentalgelenk
, am
Costoverteb
ralgelenk
bei Th3 rechts, Th5 links und Th7 rechts. Zudem bestünden multiple periphere Sekundärarthrosen, insbesondere eine schwere Radiokarpalar
throse des rechten Handgelenkes, worauf im Gutachten überhaupt nicht eingegangen wor
den sei. Auch die hinsichtlich der einschränkenden Auswirkungen wichtigen Befunde der
Ankylosierungen
bei C0/1 und C2-4 sowie der polysegmentalen Insta
bilitäten (C4/5 und C
5/6, Funktionsaufnahmen
vom 2
5.
Mai 2016) seien nicht diskutiert und in der Diagnoseliste
des Gutachtens
schon gar nicht aufge
führt worden (S. 2 Mitte).
Obwohl es sich bei der Gutachterin um eine Rheumatologin handle, unterscheide sie nicht zwischen den entzündlich bedingten
und dadurch potentiell reversiblen Manifestationen und den irreversiblen
postinflammatorischen
Veränderungen (
Ankylosierungen
und Instabilitäten der Wirbelsäu
le sowie der Sekundärarthro
sen), wobei sie
auch nicht auf deren Auswirkungen eingegangen
sei
. Entspre
chend vermöge das
Teilg
utachten die post
ulierte Arbeitsfähigkeit von 75
% nicht zu begründen. Wie
im
Bericht vom
9.
August 2006 dargelegt, sei unter anderem die Haltungsleistung aufgrund des Wirbelsäulenbefalles
mit
Ankylosierungen
, zervikalen Instabilitäten und sekundären
Tendomyosen
der
Paravertebralmusku
latur
vermindert mit Einschränkungen beim Sitzen, Stehen und Gehen. Der peri
phere
polyartikuläre
entzündliche und vo
r allem der
sekundärarthrotische
Befall (einschliesslich sämtlicher Fingerendgelenke) führten zu Einschränkungen so
wohl bei feinmotorischen (Hände) als auch bei Kraft erfordernden manuellen Ver
richtungen (S. 2 unten).
Die Gutachterin habe eine deutliche Verbesserung des Gesundheitszustandes seit 2006 behauptet, die auf den Einsatz des TNF-Blockers Enbrel seit Dezember 2005 zurückzuführen sei. Die Behauptung treffe nicht zu, weil die bisherige Bewertung der Arbeitsfähigkeit in den Berichten vom
9.
August 2006 und vom
6.
März 2007
die Besserung unter Enbrel seit
Dezember 2005 schon beinhaltet habe
. Seit diesen Arztberichten sei es nicht zu einer Besserung, sondern zu einer Verschlechterung gekommen. Insbesondere hätten die körperlichen Einschränkungen im Rahmen eines chronischen
zervikozephalen
Syndroms linksbetont zugenommen aufgrund einer im Gutachten überhaupt nicht diskutierten Progredienz der
postinflamma
torischen
sekundärarthrotischen
HWS
-Veränderungen
. Auch die Entzündungs
aktivität und die
schwergradige
Sekundärarthrose des Radiokarpalgelenkes rechts hätten zugenommen neben dem neu manifestierten entzündlichen Befall des rechten Sprunggelenkes. Dies alles
habe
natürlich zu vermehrten Funktionsein
schränkungen
geführt
. Insbesondere habe zum Zeitpunkt des Gutachtens auch eine systemische (humorale) Entzündungsaktivität bestanden (S. 2 f.).
Die aktuelle Arbeitsfähigkeit sei auf 30
%
beziehungsweise allerhöchstens
auf
40 % einzuschätzen. Insbesondere gelte es zu berücksichtigen, dass die Patientin zur Aufrechterhaltung ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit viele Ressourcen zur Ausübung einer regelmässigen Physiotherapie und zahlreicher weiterer Fitness
aktivitäten benötige.
Es sei ihr
gelungen, die Teilarbeitsfähigkeit trotz der schwe
ren Erkrankung des Bewegungsapparates längerfristig zu bewahren.
Dies, auch wenn sie bei einer Neigung zur Selbstüberforderung und aufgrund der äusserst labilen psychisc
hen Situation immer wieder zu
de
kompensieren
drohe (S. 3).
4.8
Dr.
A._
führte in einer
fälschlicherweise
mit 2
8.
Juli
2016 datierten Stel
lungnahme (
Urk.
6/79
=
Urk.
6/80 S. 1
)
nach Eingang der Stellungnahme von
Dr.
F._
vom 1
2.
September 20
1
6
aus,
dieser
habe festgestellt, dass die Akten
im rheumatologischen Teilgutachten
akribisc
h zusammengestellt worden seien, womit er Recht habe.
Unklar sei, weshalb er dennoch behaupte, dass sie das Rönt
gendossier nicht angesehen
hätte
. Sie habe am Vort
ag der Untersuchung, am Sonntag
,
den 1
0.
Juli 2016, die CD mit den Röntgenbildern studiert. Anlässlich der Untersuchung habe die Explorandin
sodann
zahlreiche ältere bildgebende Unterlagen mitgebracht, die
sie,
Dr.
A._
, sich
vor der Besprechung angese
hen habe. Erstaunlich sei die Behauptung, dass die Explorandin nur flüchtig un
tersucht worden wäre. Tatsächlich habe die ganze Untersuchung etwas mehr
als zwei Stunden gedauert. Es sei nicht anzunehmen, dass
Dr.
F._
jeden Patienten mehr als zwei Stunden untersuche. Im
Tarmed
-Tarif
sei
für
eine
umfassende rheu
matologische Untersuchung (Position 00.0440) insgesamt eine Raumbelegungs
zeit von 25 Minuten festgelegt.
Eine
synoviale
Schwellung des rechten Handgelenkes habe bei der Untersuchung eindeutig nicht vorgelegen.
Die von
Dr.
F._
behaupteten polysegmentalen Instabilitäten bei C4/5 und C5/6 seien mit der veranlassten Skelettszintigraphie mit SPECT-CT der ganzen
Wirbelsäule und des Beckens vom 1
5.
Juli 2016 explizit nicht bestätigt worden. Die Region von C4/5 und C5/6 sei im SPECT-CT nicht vermehrt aktiv und ohne den geringsten bildgebenden Hinweis auf eine Instabilität. Zusammenfassend handle es sich um keine neuen Angaben von
Dr.
F._
, die die Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit
ändern würden.
4.9
4.
9
.1
PD
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilita
tion und für Rheumatologie,
führte im Privatgutachten vom
7.
Februar
2017 (
Urk.
6/86/3-11) gestützt auf die klinische Untersuchung vom
2
0.
Januar
2017
aus, bei der Patientin liege gemäss Erstdiagnose von 1982 e
ine Spondylitis
anky
losans
vor. Diese sei
vom kompetenten
behandelnden
Rheumatologen konsequent behandelt worden sei. Die Patientin sei einerseits erfolgreich mit
Biologika
behandelt worden, so dass die Entzündungsaktivität zurückgegangen sei. Eine Szin
tigraphie und eine CT-Untersuchung
vom 1
5.
Juli 2016
hätten aber noch eine Entzündungsaktivität gezeigt. Auch die Laboranalysen hätten eine Entzündungs
aktivität ergeben. Wie sehr
die
letztere durch einen Infekt bedingt sei, lasse sich nicht mit letzter Sicherheit sagen. Entscheidend für den Krankheitszustand der Patientin sei auch die
Fehlform
der Wirbelsäule mit
An
k
y
losierung
von Bereichen der HWS und der
BWS
, wie dies im
SPECT
CT beschrieben worden sei. Klinisch
bestehe dies
in einer verminderten Beweglichkeit der Wirbelsäulen-Abschnitte und einer starken Skoliose
. Die
Schädigung führ
e zu einer verminderten Belast
barkeit der ganzen Wirbelsäule
, was
Dr.
F._
über Jahre gesehen und beschrie
ben habe (S. 5 unten).
Es sei nicht untypisch, dass bei Frauen die
Bechterewsche
Erkrankung ausgepräg
ter im Bereich der HWS vorliege. Bei der Patientin sei dies objektivierbar und führe zu nachvollziehbaren Schmerzen. Die über Jahrzehnte entstandene Fehl
form der Wirbelsäule könne auch durch eine höhere Dosierung von Enbrel
nicht mehr beeinflusst werden und
führe zu konstanten Schmerzen. Aus der Erfahrung mit
Biologika
wisse man, dass eine vollständige Remission vor allem bei fortge
schrittenen Fällen kaum zu erreichen sei. Bei der Patientin bestehe sodann im Bereich der LWS eine Versteifung der
Iliosakralgelenke
. Dies führe unweigerlich zu einer mechanischen Mehrbelastung der unteren Segmente der LWS (S.
6
oben). Zudem bestehe
eine Skoliose
. Beide Aspekte zusammen (Skoliose und Ankylose) führten zu einer verstärkten Belastung der LWS. Dementsprechend sei nicht er
staunlich, dass die paravertebrale Muskulatur vermehrt Haltearbeiten leisten müsse und überlastet sei. Dies zeige sich in den von
Dr.
F._
beschriebenen
Tendomyosen
. Für die Patientin
bedeute
dies, dass die Muskulatur bei der De
kompensation vermehrt schmerze.
Auch dieser Teil des Krankheitsbildes könne
mit
Biologika
nicht mehr beeinflusst werden, da es sich um statisch mechanische Faktoren handle und nicht um primäre entzündliche Abläufe.
Die Patientin sei an zwei Arbeitsplätzen optimal integriert, wobei sie ihre Arbeits
zeit selber regulieren könne.
Der Arbeitgeber kenn
e
die Patientin mit ihren Prob
lemen und ihre
r
Leistung.
Zudem könne sie ideal die Arbeit und
ihren
Haushalt kombinieren. Weiter habe sie genügend Zeit für das notwendige Training und für Ruhephasen. Bei den statischen Bedingungen der Wirbelsäule benötige die Pati
entin beides, Training und Ruhephasen. Es sei daher absolut nachvollziehbar, dass sie maximal zu 30
%
arbeiten könne (S. 6 unten).
4.
9
.2
Dr.
M._
nannte als Diagnosen ein panvertebrales Syndrom bei Spondylitis
ankylosans
und sekundärer Skoliose (S. 7
Ziff.
1).
Dr.
M._
verneinte die Frage nach einer erheblichen Verbesserung des Gesund
heitszustandes seit der
Rentenzusprache
im Dezember 200
7.
Die Beschwerdefüh
rerin werde seit Jahren durch
Dr.
F._
kompetent betreut. Dieser könne den Verlauf am besten beurteilen. Nach seinen Ausführungen liege klar keine rele
vante Verbesserung seit 2007 vor. Diese Aussage werde durch die 2016 durchge
führten Untersuchungen einer Szintigraphie und eines
Spect
-CT
unterstützt
.
Die bildgebenden Verfahren bestätigten eine immer noch vorhandene entzündliche Aktivität, was auch durch die Laboruntersuchung bestätigt werde. Es bestehe eine Verbesserung des Zustandsbildes, aber keine Remission. Eine solche sei leider auch unter
Biologika
häufig nicht zu erreichen. Die Verbesserung sei zudem schon zwischen 2005 und 2007 eingetreten. Dass sich die
Fehlform
der Wirbel
säule zwischen 2007 bis jetzt nicht verbessert habe, sei ohnehin klar. Zusammen
fassen
d
bestehe keine relevante Verbesserung der Erkrankung in dem Sinne, dass sich daraus eine erhöhte Arbeitsunfähigkeit (richtig: Arbeitsfähigkeit) ableiten liesse. Die Wirkung von
Etanercept
sei sodann bereits 2006 zum Tragen gekom
men. Dies erlaube es der Patientin überhaupt, in der bestehenden Form zu arbei
ten. Eine weitere Verbesserung betreffend
die
Entzündungen sei aufgrund der Akten und der zuletzt erhobenen Befunde nicht eingetreten (S. 7
Ziff.
2).
4.10
Dr.
A._
führte in einer weiteren Stellungnahme vom 1
7.
März
2017 (
Urk.
6/89) aus,
Dr.
F._
habe im Bericht vom
6.
März 2007 keine Abgrenzung der Auswirkung der somatischen und der psychiatrischen Diagnosen auf die Ar
beitsfähigkeit vorgenommen. Eine Stellungnahme zu den Berichten von
Dr.
F._
vom
9.
August 2006, vom
7.
Dezember 2010 und vom 2
5.
April 2016 sei daher nicht möglich (S. 1 Mitte). Die Beschwerdeführerin habe
jedoch
im Fragebogen an die Beschwerdegegnerin vom
3.
August 2006 angegeben, dass sie konstante sehr starke Schmerzen und Schwellungen an praktisch allen peripheren Gelenken und Sehnen habe (insbesondere Hände, Ellenbogen, Schulter- /Nackenbereich,
Kiefergelenke, Füsse und Knie). Seither
sei
es offensichtlich zu einer deutlichen Besserung gekommen. Bei der Untersuchung durch
Dr.
A._
habe die Be
schwerdeführerin zwar über Schmerzen im Nacken und in der rechten Hand ge
klagt. Dagegen habe sie nicht mehr über Schmerzen im Bereich der BWS, der LWS oder der ISG und auch nicht über Schmerzen in anderen peripheren Gelen
ken geklagt. Auch die Schwellungen hätten sich deutlich gebessert. Gelenkser
güsse,
Synovitiden
oder
druckdolente
oder überwärmte Gelenke seien nicht vor
handen gewesen. Diese Befunde habe auch PD
Dr.
M._
in seinem Gutachten bestätigt (S. 1 f.).
Sie,
Dr.
A._
,
habe
im rheumatologischen Teilgutachten
eine leichte s
förmige Skoli
ose beschrieben. Soweit PD
Dr.
M._
in seinem Gutachten eine starke Skoliose (entsprechend einem Cobb-Winkel von über 70°) notiert habe, bestehe eine solche eindeutig nicht.
Im
Gutachten von PD
Dr.
M._
vom
7.
Februar 2017
seien
zusammenfassend
keine neunen Befunde dokumentiert worden, die zu einer Änderung
ihrer Beurteilung
führten
(S. 2 unten).
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin
leidet
an einer
Spondylitis
ankylosans
mit Befall der Wir
belsäule
und weiterer Gelenke
, die
1982
diagnostiziert
wurde
.
Seit Dezember 2005
w
ird
sie
mit
Etanercept
behandelt
. Die aktuelle Dosis Enbrel beträgt 25 mg alle zwei Wochen
(E. 4.2
und 4.3.1
hiervor
).
Der behandelnde Rheumatologe
Dr.
F._
übernahm
zudem
die Einschätzung
von PD
Dr.
B._
und
Dr.
C._
gemäss dem
psychiatrischen Konsilium
vom 3
0.
November 20005
und diagnos
tizierte von psychiatrischer Seite
eine generalisierte Angststörung und ein rezidi
vierendes agitiert-depressives Zustandsbild (
vgl.
E. 3.4).
Gestützt auf die Einschät
zung durch
Dr.
F._
wurde der Beschwerdeführerin mit
Verfügungen der IV-Stelle
Z._
vom 1
3.
Dezember 2007 (
Urk.
6/32) ab dem
1.
März 2006 eine
Vier
telsrente
und ab dem
1.
Juni 2006 eine ganze Rente zu gesprochen.
Nach
dem
bidisziplinären
Gutachten von
Dr.
A._
und Prof.
K._
vom 2
3.
Juli 2016 hat sich der Gesundheit
szustand der Beschwerdeführerin, nament
lich hinsichtlich der rheumatologischen Beschwerden
verglichen mit dem
Zeit
punkt der
Rentenzusprache
verbessert.
Dr.
A._
kam
zum Ergebnis, dass in den
aktuellen
Tätigkeiten bei der
J._
und der
I._
eine
Arbeitsfähigkeit von 75
%
anstatt
der tatschlich ausgeübten 30
%
bestehe (
vorstehend
E. 4.3.4).
Gemäss Prof.
K._
ist die Beschwerde
führerin
von psychiatrischer Seite
in quantitativer Hinsicht
nicht in
ihrer
Arbeits
fähigkeit eingeschränkt
(E. 4.3.3).
Im Vordergrund
stehen die somatischen Be
schwerden, nachdem
Dr.
F._
bereits im
Verlaufsbericht vom
6.
März 2007
über eine
Verbesserung des psychischen Zustandsbildes berichtet hatte (E. 3.6 hiervor).
Abweichend zur Beurteilung durch
Dr.
A._
verneinte der behandelnde Rheumatologe
eine Verbesserung des Gesundheitszustandes und attestierte
für eine Bürotätigkeit
unverändert
eine
Arbeitsfähigkeit von 30
%.
PD
Dr.
M._
ver
neinte im Privatgutachten
vom
7.
Februar
2017 ebenfalls, dass es zu einer Ver
besserung gekommen sei
(E. 4.2 und 4.9.2 hiervor).
5.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
5.3
Die
Stellungnahme von
Dr.
F._
vom 1
2.
September 2016 und
das
Privatgut
achten von PD
Dr.
M._
vom
7.
Februar
2017
vermögen
Zweifel
daran zu wecken
,
dass
sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin, wie von
Dr.
A._
dargelegt
, massgeblich verbessert hat.
Dr.
A._
begründete eine
gesundheitliche Verbesserung
unter anderem
mit
der Wirkung des
Medikamentes
Enbrel
(E. 4.3.3
hiervor
)
.
Gegen diese Einschät
zung
spricht
,
dass
die Beschwerdeführerin
das Mittel
bereits seit Dezember 2005
verschrieben
erhält
. Die
positive
Wirkung war zum Zeitpunkt der
Rentenzuspra
c
he
im Dezember 2007
bereits eingetreten, worauf
Dr.
F._
und
PD
Dr.
M._
in ihrer Kritik am Teilgutachten von
Dr.
A._
hin
wiesen
(
E. 4.7 und
E. 4.9.2 hiervor).
Folglich ist
davon
auszugehen, dass
Dr.
F._
die
Wirkung von
Etanercept
z
um Zeitpunkt
der Berichte
vom
9.
August 2006
und
vom
6.
März
2007
mit
einer attestierten Restarbeitsfähigkeit
von 30
%
bereits
Rech
nung getragen
hatte
.
Eine
weitere
Verbesseru
ng
seit diesem Zeitpunkt
ist nicht anzunehmen.
PD
Dr.
M._
legte dar, dass
eine vollständige Remission
bei fortgeschrittenen Fällen
trotz
der Einnahme von
Biologika
kaum zu erreichen
sei
.
Zudem könnte
auch eine höhere Dossierung von Enbrel die über Jahrzehnte entstandene
und schmerzhafte
Fehlform
der Wirbelsäule nic
ht beeinflussen (E.
4.9.1). Dem
von PD
Dr.
M._
be
schriebenen Aspekt
einer verstärkten Belastung der Lendenwirbel
säule durch eine Skoliose und eine Ankylose,
die zur Folge habe,
dass die para
vertebrale Muskulatur vermehrt Haltearbeiten leisten müsse und überlastet sei (E. 4.9.1),
wurde
von
Dr.
A._
nicht
Rechnung getragen
.
Des
Weiteren vermag nicht zu überzeugen, dass
Dr.
A._
für die Beurteilung der Verhältnisse zum Zeitpunkt der
Rentenzusprache
auf einen von der
Beschwerdeführerin ausgefüll
ten Fragebogen betreffend Erwerbstätigkeit und Haushalt vom
3.
August
2006 (vgl.
Urk.
6/3 S.
2 Mitte) abstellte.
Die Beschwerde
führerin hatte darin Schmerzen an praktisch allen peripheren Gelenken und Sehnen angegeben.
Korrekterweise
s
ind indessen
die zum Zeitpunkt der
Renten
zusprache
vorliegenden
Arztberichte
inklusive
einer ärztlichen Beurtei
lung
und nicht
die
allein
subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin in einem Frage
bogen
für die Prüfung
einer allfälligen Verbesserung heranzuziehen.
Dr.
F._
wies in der Stellungnahme vom 1
2.
September 2016
sodann
auf eine
synoviale
Schwellung und eine eingeschränkte Beweglichkeit des rechten Hand
gelenkes hin, die im Teilgutachten von
Dr.
A._
nicht beschrie
ben worden
seien (E. 4.7 hiervor)
. Weiter wies er auf multiple periphere Sekundärarthrosen und eine schwere Radiokarpalarthrose des rechten Handgelenkes hin, worauf
im
Teilgutachten von
Dr.
A._
ebenfalls
nicht eingegangen worden sei (E. 4.7).
Dr.
A._
bestritt etwa das Vorliegen einer
synvoialen
Schwellung des rechten Handgelenkes
während der Untersuchung
(E. 4.8). Nachdem sich
Dr.
F._
je
doch
im gegenteiligen Sinn
äusserte,
erscheint der Nachweis einer gesundheitli
chen Verbesserung insofern als nicht erbracht.
Im
Weiteren lässt sich trotz des von
Dr.
A._
erwähnten
erhöhten Pausen
bedarfs
der Beschwerdeführerin
nicht
nachvollziehen,
wie
sie
zu einer Restar
beitsfähigkeit von
exakt
75 % gelangte.
Auf das rheumatologische Teilgutachten von
Dr.
A._
vom 2
3.
Juli 2016 kann
aus diesen Gründen
nicht abgestellt werden.
Auch den sonstigen Akten lässt sich nicht entnehmen, welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbeitsunfähig
keit sich seit
Dezember 2007
verbessert und überwiegend wahrscheinlich (die blosse Möglichkeit einer tatsächlichen Verbesserung genügt nicht; Urteile
des Bundesgerichts
9C_631/2012 vom
7.
Dezember
2012, 8C_959/2012 vom
3.
April
2013 E. 2.4) zu einer Steigerung der verwertbaren Leistungsfähigkeit geführt ha
ben könnten.
Stattdessen ist gestützt auf den Bericht von
Dr.
F._
vom 2
5.
April 2016, seine Stellungnahme vom 1
2.
September 2016 und das Gutachten von PD
Dr.
M._
vom
7.
Februar 2017
davon auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
seit der
Rentenzusprache
nicht verändert hat.
Für die
derzeit ausgeübten Bürotätigkeiten
ist
daher
weiterhin von einer Restarbeitsfähigkeit von 30
%
auszugehen.
5.4
Zusammenfassend ist eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit von 30
%
auf
75
%
zwischen
Dezember 2007
und
Mai 2017
beweismässig nicht ausreichend abge
stützt. Fehlt es an einer überwiegend wahrscheinlichen anspruchserheblichen
Änderung des Sachverhalts, bleibt es nach dem Grundsatz der materiellen Beweislast beim bisherigen Rechtszustand.
Die Voraussetzungen einer Wiedererwägung (
Art.
53
Abs.
2 ATSG) sind ebenfalls nicht erfüllt. Die seinerzeitige Zusprechung einer ganzen Invalidenrente kann nicht als offensichtlich unrichtig bezeichnet werden. Es bleibt somit beim bishe
rigen
A
nspruch der Beschwerdeführerin
auf eine ganze Rente
.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf
Fr.
800.-- festzulegen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemes
sen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin ist in Anwendung des gerichts
üblichen Stundenansatzes von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) eine Partei
entschädigung von
Fr.
2'
5
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu
zusprechen.