Decision ID: 7c65eb8e-19af-589d-bd92-33b999e53fa8
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X besitzt den Führerausweis der Fahrzeugkategorie B seit dem 21. August 2003.
Dieser wurde ihm mit Verfügung des Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamts des
Kantons St. Gallen vom 24. Mai 2016 wegen einer mittelschweren Widerhandlung
gegen die Strassenverkehrsvorschriften (Selbstunfall bei nicht angepasster
Geschwindigkeit) für einen Monat entzogen, und zwar vom 25. August bis
24. September 2016.
B.- Am Freitag, 17. August 2018, lenkte X um ca. 13.15 Uhr seinen Personenwagen auf
der Autobahn A1 in Rheineck Richtung St. Gallen. Mit einer Geschwindigkeit von ca.
75 km/h fuhr er auf der Normalspur mit einem Abstand von ca. drei Autolängen (ca.
15 Meter) zum vorausfahrenden Personenwagen (BMW). Aufgrund plötzlich
stockenden Verkehrs leitete der vorausfahrende Personenwagen eine Vollbremsung
ein. Darauf trat X ebenfalls voll auf die Bremse und wich dann nach links auf die
Überholspur aus. Der vorher auf der Normalspur hinter ihm folgende Lieferwagen fuhr
derweil in das Heck des BMW. Mit Strafbefehl des Untersuchungsamts A vom
29. November 2018 wurde X wegen einfacher Verkehrsregelverletzung zu einer Busse
von Fr. 350.– verurteilt. Der Strafbefehl erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
C.- Am 16. August 2019 eröffnete das Strassenverkehrsamt des Kantons St. Gallen ein
Administrativmassnahmeverfahren gegen X, kündigte einen Führerausweisentzug für
mindestens vier Monate an und gewährte gleichzeitig das rechtliche Gehör. Mit
Stellungnahme vom 22. August 2019 beantragte X durch seine
ReIchtsschutzversicherung, der Führerausweis sei ihm lediglich für die Dauer eines
Monats zu entziehen. Mit Verfügung vom 23. August 2019 entzog das
Strassenverkehrsamt den Führerausweis wegen einer mittelschweren Widerhandlung
gegen die Strassenverkehrsvorschriften für die Dauer von vier Monaten.
D.- Gegen diese Verfügung erhob X mit Eingabe vom 26. August 2019 Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (VRK) mit dem Rechtsbegehren,
es sei ein Führerausweisentzug für die Dauer eines Monats auszusprechen. Die
Vorinstanz verzichtete am 20. September 2019 auf eine Vernehmlassung.
Auf die Ausführungen des Rekurrenten zur Begründung seiner Anträge wird, soweit
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum
Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs
vom 26. August 2019 wurde rechtzeitig eingereicht. Er erfüllt in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den
Rekurs ist einzutreten.
2.- In tatsächlicher Hinsicht ist unbestritten, dass der Rekurrent am 17. August 2018
auf der Autobahn A1 in Rheineck Richtung St. Gallen mit einem ungenügenden
Abstand hinter einem Personenwagen fuhr. Nach einer Vollbremsung des
vorausfahrenden Personenwagens wich der Rekurrent auf die Überholspur aus, um
einen Aufprall zu vermeiden. Im Strafverfahren wurde er deswegen der Verletzung von
Art. 90 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 34 Abs. 4 des Strassenverkehrsgesetzes
(SR 741.01, abgekürzt: SVG) schuldig gesprochen und zu einer Busse von Fr. 350.–
verurteilt (act. 12/6).
3.- a) Gemäss Art. 16 Abs. 2 SVG wird nach Widerhandlungen gegen die
Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das Verfahren nach dem
Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 ausgeschlossen ist, der Lernfahr- oder
Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das Gesetz
unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG) und
schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine leichte Widerhandlung begeht, wer
durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer
hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG).
Ist die Verletzung der Verkehrsregeln grob und wird dadurch eine ernstliche Gefahr für
die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen, ist die Widerhandlung
schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer
durch Verletzung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft
oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Von einer mittelschweren
Widerhandlung ist immer dann auszugehen, wenn nicht alle privilegierenden Elemente
einer leichten und nicht alle qualifizierenden Bestandteile einer schweren
Widerhandlung erfüllt sind (vgl. Botschaft, in: BBl 1999 S. 4487).
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b) Die Vorinstanz stufte die Verkehrsregelverletzung als mittelschwere Widerhandlung
gegen die Strassenverkehrsvorschriften im Sinn von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG ein. Zur
Begründung führte sie aus, durch sein Verhalten habe der Rekurrent die Verkehrsregeln
verletzt und eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf
genommen. Nach dem im Strafbefehl zugrunde gelegten Sachverhalt entspreche der
zeitliche Abstand nur 0,72 Sekunden zum vorausfahrenden Fahrzeug. Praxisgemäss
werde eine mittelschwere Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften
angenommen, wenn zwei aufeinanderfolgende Fahrzeuge ohne konkrete Gefährdung
anderer Verkehrsteilnehmer eine Abstandszeit zwischen 0,61 und 0,8 Sekunden
aufweisen würden.
c) Der Rekurrent gibt im Wesentlichen an, dass es sich beim vorliegend zu
beurteilenden Sachverhalt um eine leichte Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften im Sinn von Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG handle. Zu
berücksichtigen sei, dass die vom Rekurrenten im Strafverfahren angegebenen Werte
bezüglich Abstand und Geschwindigkeit nur ungefähre Angaben gewesen seien. Gehe
man von einer Geschwindigkeit von 73 km/h und einem Abstand von 17 Meter aus, so
würde der zeitliche Abstand deutlich über 0,8 Sekunden liegen. Gemäss dem
Strassenverkehrsamt liege dann keine mittelschwere Widerhandlung mehr vor.
Ungenaue Angaben seien zu seinen Gunsten auszulegen. Der Rekurrent gibt weiter an,
dass er als mobiler Monteur arbeite und beruflich zwingend auf seinen Führerausweis
angewiesen sei. Bei einem längeren Führerausweisentzug verlöre er seine Arbeitsstelle.
d) Da umstritten ist, wie gross der Abstand zwischen den beiden Fahrzeugen war, ist
vorab zu klären, von welchem Sachverhalt auszugehen ist. Nach
Strassenverkehrsdelikten befindet das Strafgericht über die strafrechtlichen Sanktionen
(Freiheitsstrafe, Geldstrafe, Busse) und die Verwaltungsbehörde in einem separaten
Verfahren über die Administrativmassnahmen (insbesondere Führerausweisentzug,
Verwarnung). Die Zweispurigkeit des Verfahrens ist zulässig, kann aber – bei fehlender
Koordination – dazu führen, dass derselbe Lebensvorgang zu voneinander
abweichenden Sachverhaltsfeststellungen von Verwaltungs- und Justizbehörden führt
und die erhobenen Beweise abweichend gewürdigt und rechtlich beurteilt werden. Um
dieser Gefahr entgegenzuwirken, hat die Verwaltungsbehörde gemäss konstanter
bundesgerichtlicher Rechtsprechung grundsätzlich mit ihrer Verfügung zuzuwarten, bis
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ein rechtskräftiges Strafurteil vorliegt. Denn das Strafverfahren bietet durch die
verstärkten Mitwirkungsrechte des Beschuldigten, die umfassenderen persönlichen
und sachlichen Ermittlungsinstrumente sowie die weiterreichenden prozessualen
Befugnisse besser Gewähr dafür, dass das Ergebnis der Sachverhaltsermittlung näher
bei der materiellen Wahrheit liegt als im nicht durchwegs derselben Formstrenge
unterliegenden Verwaltungsverfahren. Massgeblich ist also grundsätzlich der
Sachverhalt, der im Strafverfahren festgestellt wurde. Nach konstanter Rechtsprechung
darf die Verwaltungsbehörde bei der Verfügung über die Massnahme von den
tatsächlichen Feststellungen des Strafrichters nur abweichen, wenn sie Tatsachen
feststellt und ihrem Entscheid zugrunde legt, die dem Strafrichter unbekannt waren,
wenn sie zusätzliche Beweise erhebt oder wenn der Strafrichter bei der
Rechtsanwendung auf den Sachverhalt nicht alle Rechtsfragen abgeklärt, namentlich
die Verletzung bestimmter Verkehrsregeln übersehen hat. In der rechtlichen Würdigung
des Sachverhalts – insbesondere auch des Verschuldens – ist die Verwaltungsbehörde
demgegenüber frei, ausser die rechtliche Qualifikation hängt stark von der Würdigung
von Tatsachen ab, die der Strafrichter besser kennt, weil er etwa den Beschuldigten
persönlich einvernommen hat (Urteil des Bundesgerichts [BGer] 1C_169/2014 vom
18. Februar 2015 E. 2.2).
Vorliegend fand zwar keine Beweiswürdigung durch ein Strafgericht statt, vielmehr
erwuchs der von der Staatsanwaltschaft erlassene Strafbefehl in Rechtskraft. Es wäre
dem Rekurrenten jedoch offen gestanden, den Strafbefehl anzufechten. Aus dem
summarisch begründeten Strafbefehl geht hervor, dass der Rekurrent mit der
Geschwindigkeit von ca. 75 km/h einen Abstand von ca. drei Autolängen zum
vorausfahrenden Personenfahrzeug einhielt. Der Strafrichter legte dem Schuldspruch
im Wesentlichen die Angaben des Rekurrenten zur gefahrenen Geschwindigkeit und
zum eingehaltenen Abstand zum vorausfahrenden Motorfahrzeug zugrunde. Es besteht
kein Anlass, im Administrativmassnahmeverfahren von den Aussagen des Rekurrenten
im Strafverfahren abzuweichen. Im Übrigen hat der Beschuldigte die
Verteidigungsrechte sowie allfällige Rechtsmittelmöglichkeiten bereits im Strafverfahren
wahrzunehmen, wenn er weiss oder annehmen muss, dass gegen ihn ein
Führerausweisentzugsverfahren durchgeführt werden wird (BGer 6A.86/2006 vom
28. März 2007, E. 2). Der Führerausweis wurde dem Rekurrenten bereits mit Verfügung
vom 24. Mai 2016 wegen einer mittelschweren Widerhandlung gegen die
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Strassenverkehrsvorschriften für einen Monat entzogen. Er wusste um die Möglichkeit
eines nachfolgenden Administrativverfahrens und konnte demnach nicht davon
ausgehen, dass der Vorfall vom 17. August 2018 kein Administrativverfahren nach sich
ziehen würde. Der Rekurrent anerkennt, dass er sich nicht verkehrsregelkonform
verhalten hat. Wäre er mit dem im Strafverfahren festgestellten Sachverhalt nicht
einverstanden gewesen, hätte er gegen den Strafbefehl Einsprache erheben müssen.
Entsprechend kann er in diesem Verfahren nicht mehr in Frage stellen, dass er mit ca.
75 km/h gefahren ist und der Abstand zum vorderen Fahrzeug ungefähr drei
Fahrzeuglängen (ca. 15 Meter) betragen hat. Namentlich muss er sich auch diese
ungefähre Geschwindigkeits- und Abstandsangaben entgegenhalten lassen.
e) Gegenüber allen Strassenbenützern ist ausreichender Abstand zu wahren,
namentlich beim Kreuzen und Überholen sowie beim Neben- und Hintereinanderfahren
(Art. 34 Abs. 4 SVG). Die Regel zur Wahrung eines ausreichenden Abstands beim
Hintereinanderfahren bezweckt, dass der Fahrzeugführer auch bei überraschendem
Bremsen des voranfahrenden Fahrzeugs rechtzeitig halten kann (vgl. Art. 12 Abs. 1 der
Verkehrsregelnverordnung, SR 741.11, abgekürzt: VRV).
Die Regel zur Wahrung eines ausreichenden Abstands beim Hintereinanderfahren ist
von grundlegender Bedeutung. Was unter einem "ausreichenden Abstand" im Sinn von
Art. 34 Abs. 4 SVG zu verstehen ist, hängt von den gesamten Umständen ab. Dazu
gehören unter anderem die Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnisse sowie die
Beschaffenheit der beteiligten Fahrzeuge. Die Verkehrsregel bezweckt in erster Linie,
dass der Fahrzeuglenker auch bei überraschendem Bremsen des voranfahrenden
Fahrzeugs rechtzeitig hinter diesem halten kann. Das überraschende Bremsen schliesst
auch ein brüskes Bremsen mit ein. Letzteres ist, auch wenn ein Fahrzeug folgt, im
Notfall gestattet (vgl. Art. 12 Abs. 2 VRV). Die Rechtsprechung hat keine allgemein
gültigen Grundsätze zur Frage entwickelt, bei welchen Abständen in jedem Fall, d.h.
auch bei günstigen Verhältnissen, eine leichte (Art. 16a SVG), mittelschwere (Art. 16b
SVG) oder schwere Widerhandlung (Art. 16c SVG) gegen die
Strassenverkehrsvorschriften anzunehmen ist. Zur Beurteilung, ob eine einfache
Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG, welche administrativrechtlich die
leichte und mittelschwere Widerhandlung gemäss Art. 16a und 16b SVG umfasst,
vorliegt, wird im Sinn von Faustregeln für Personenwagen auf die Regel "halber
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Tacho" (entsprechend 1,8 Sekunden) und die "Zwei-Sekunden"-Regel abgestellt. Diese
Distanz entspricht ungefähr der Anhaltestrecke bei plötzlichem, ordnungsgemässem
Bremsen und Anhalten des vorausfahrenden Fahrzeugs (BGE 131 IV 133 E. 3.1). Zur
Beantwortung der Frage, ob eine grobe Verkehrsregelverletzung im Sinn von
Art. 90 Abs. 2 SVG, welche administrativrechtlich einer schweren Widerhandlung
gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG entspricht, begangen wurde, wird in Lehre und
Rechtsprechung als Richtschnur die Regel "1/6-Tacho" bzw. ein Abstand von
0,6 Sekunden herangezogen (J. Boll, Grobe Verkehrsregelverletzung, Davos 1999,
S. 57 f.; BGer 6B_127/2012 vom 3. September 2012 E. 3.1). Das Bundesgericht geht
bei Abständen von rund 10 Metern (bzw. 0,36 Sekunden) bei Tempi um die 100 km/h
auf Autobahnen regelmässig von groben Verkehrsregelverletzungen aus (BGE 131 IV
133 E. 3.2.3 mit Hinweisen). Im dichten Stadtverkehr und beim Anfahren nach
Lichtsignalen kann nicht strikte auf die "Zwei-Sekunden-" oder "halber Tacho"-Regel
abgestellt werden, da der Verkehr ansonsten zum Erliegen käme. Geringere Abstände
rechtfertigen sich im dichten Stadtverkehr aufgrund der reduzierten Geschwindigkeit
und der erforderlichen ständigen Bremsbereitschaft. Auf jeden Fall ist aber selbst bei
guter Sicht und trockener Fahrbahn mindestens ein Abstand von einer Sekunde
einzuhalten. Lassen es die Verkehrsverhältnisse zu, müssen auch im Stadtverkehr
grössere Abstände verlangt werden, da sich das Eingehen eines erhöhten Risikos
durch nahes Auffahren von Vornherein nicht rechtfertigt, wo dies nicht verkehrsbedingt
ist (vgl. BGer 6B_1030/2010 vom 22. März 2011 E. 3.3).
Zusammenfassend sind auf Autobahnen und ausserorts bei günstigen Verhältnissen
eine leichte Widerhandlung bei Abständen zwischen 1,2 und 1,8 Sekunden, eine
mittelschwere Widerhandlung bei Abständen zwischen 0,6 und 1,2 Sekunden und eine
schwere Widerhandlung bei Abständen von 0,6 Sekunden oder weniger anzunehmen
(Ph. Weissenberger, Kommentar SVG und OBG, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2015,
Art. 16c N 17).
f) Vorliegend ist strittig, ob sich der Rekurrent eine mittelschwere (Art. 16b Abs. 1 lit. a
SVG) oder eine leichte Widerhandlung (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG) hat zu Schulden
kommen lassen.
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Er fuhr am 17. August 2018 mit einem Personenwagen auf der Autobahn A1 bei
Rheineck mit einer Geschwindigkeit von 75 km/h und einem Abstand von drei
Autolängen (ca. 15 Meter) hinter einem Motorfahrzeug her. Nach einer Vollbremsung
des vorausfahrenden Fahrzeugs musste der Rekurrent ebenfalls eine Vollbremsung
einleiten und, um eine Auffahrkollision zu vermeiden, auf die linke Überholspur
ausweichen. Aufgrund dieser im Strafbefehl zugrunde gelegten Werte, entspricht der
zeitliche Abstand bei einer Geschwindigkeit von 75 km/h nur 0,72 Sekunden zum
vorausfahrenden Fahrzeug. Bei einem solchen zeitlichen Abstand liegt eine
mittelschwere Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften vor (Art. 16b
Abs. 1 lit. a SVG). Anzumerken bleibt, dass auch bei einer leicht geringeren
Geschwindigkeit oder einem leicht grösseren Abstand immer noch von einer
mittelschweren Widerhandlung auszugehen wäre. Bei günstigen Verhältnissen liegt
eine mittelschwere Widerhandlung bei zeitlichen Abständen zwischen 0,6 und
1,2 Sekunden vor (Weissenberger, a.a.O., Art. 16c N 17). Somit wäre auch bei einer
Geschwindigkeit von 73 km/h und einem Abstand von 17 Metern, was einem zeitlichen
Abstand von 0,84 Sekunden entsprechen würde, von einer mittelschweren
Widerhandlung auszugehen. So nahm auch das Bundesgericht in einem ähnlich
gelagerten Fall bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h und einem Abstand von 20 bis
25 Metern (0,72 - 0,9 Sekunden Abstand) zum vorausfahrenden Motorfahrzeug eine
mittelschwere Widerhandlung an (BGer 1C_424/2012 vom 15. Januar 2013). Die
mittelschwere Widerhandlung gemäss Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG liegt vor, wenn
entweder das Verschulden des Lenkers nicht mehr leicht wiegt oder die Gefährdung
der Sicherheit anderer nicht mehr gering ist. Im vorliegenden Fall kann nicht mehr von
einer geringen Gefährdung gesprochen werden. Die Auffahrkollision wurde durch ein
Ausweichmanöver im letzten Moment verhindert. Es bestand eine konkrete Gefahr für
den Lenker des vorausfahrenden Fahrzeugs, weshalb eine leichte Widerhandlung
gegen die Verkehrsvorschriften auch mangels geringer Gefährdung nicht in Frage
kommt.
4.- Bei der Festsetzung der Dauer des Lernfahr- oder Führerausweisentzugs sind die
Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, namentlich die Gefährdung der
Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als Motorfahrzeugführer sowie die
berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen (Art. 16 Abs. 3 SVG). Die
Mindestentzugsdauer darf jedoch nicht unterschritten werden. Diese beträgt gemäss
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Art. 16b Abs. 2 lit. b SVG nach einer mittelschweren Widerhandlung mindestens vier
Monate, wenn in den vorangegangenen zwei Jahren der Ausweis einmal wegen einer
schweren oder mittelschweren Widerhandlung entzogen war.
Dem Rekurrenten war der Führerausweis wegen einer mittelschweren Widerhandlung
vom 25. August bis 24. September 2016 für einen Monat entzogen (act. 12/27), weil er
am 29. Februar 2016 zufolge nicht angepasster Geschwindigkeit einen Selbstunfall
verursacht hatte (act. 12/3). Die vorliegend zu beurteilende mittelschwere
Widerhandlung vom 17. August 2018 geschah knapp 23 Monate nach der
Wiedererteilung des Führerausweises und damit innerhalb der zweijährigen Frist
gemäss Art. 16b Abs. 2 lit. b SVG. Die Vorinstanz hat den Führerausweis für vier
Monate, das heisst für die Mindestdauer entzogen; Letztere darf nicht unterschritten
werden (Art. 16 Abs. 3 SVG; BGE 132 II 234 E. 3.2). Aus diesem Grund kann der vom
Rekurrenten geltend gemachte Einwand der beruflichen Angewiesenheit auf den
Führerausweis nicht berücksichtigt werden. Auch wenn er aufgrund seiner beruflichen
Tätigkeit stärker betroffen ist, als es bei den Nachteilen, die ein Führerausweisentzug
mit sich bringt, gewöhnlich der Fall ist, darf die Mindestentzugsdauer nicht
unterschritten werden (vgl. BGE 132 II 234 E. 3.2).
5.- Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurs abzuweisen ist. Dem
Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.– erscheint
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist damit zu verrechnen.