Decision ID: 88aca822-457f-4fb1-931d-28ff93b1c01c
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1957 geborene
X._
arbeitete seit dem 1. Juli 2001 bei der
Y._
als Raumpflegerin mit einem 100%
-
Pensum
.
A
m 10. November 2010
wurde ihr
per Ende
November
201
0
gekündigt
, wobei sich die Kündigungsfrist
infolge Krankheit
per Ende August 2011 verlängerte
(
Arbeitgeberbericht vom 31. August 2011; Urk. 8/31).
Am 5. Juli 2011 meldete sich die Versicherte wegen Knie-Arthrose und eines Bandscheibenvorfalls bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 8/19).
In der Folge liess die IV
Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto erstellen (IK-Auszug vom 21. Juli 2011, Urk. 8/23), holte einen Arbeitgeberbericht (Urk. 8/31) sowie d
ie
Arztbericht
e
der
Z._
, Orthopädie
, vom 22. Juli 2011 (Urk. 8/24) und
des Hausarztes
A._
, FMH Allgemeine Innere Medizin,
vom 30. Juli 2011 (Urk. 8/27
/1-4, unter Beilage diverser Arztberichte, Urk.
8/27/5-43
)
ein
. Die IV
Stelle zog ferner die Akten der Kollektiv-Krankentaggeld-Versicherung, Basler Versicherung AG, (Urk. 8/35/1-128)
sowie
der Schweizerischen Unfallversicherung (SUVA, Urk. 8/36/1-16) bei
und erkundigte sich bei der Arbeitslosenversicherung nach dem Taggeldbezug (Urk. 8/34)
.
Mit Schreiben vom 7. November 2011 teilte die IV-Stelle
X._
mit, dass aufgrund des aktuellen Gesundheitszustandes keine beruflichen Massnahmen möglich seien (Urk. 8/37). Am 17. Januar 201
2 nahmen
B._
, Fachärztin für Orthopädie, und
C._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom
D._
zum medizinischen Sachverhalt
Stellung
(vgl.
Urk.
8/40/3
-4
).
Mit Vorbescheid vom 10. Februar 2012 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres
Leistungsbegehrens
in Aussicht,
da von einem Invaliditätsgrad von 1 % auszugehen sei (Urk. 8/42). Dagegen erhob
X._
am 23. Februar 2012 Einwand und beantragte sinngemäss die Ausrichtung einer Invalidenrente
(Urk. 8/47)
.
Die IV
Stelle holte
am 21. März 2012
nochmals eine
Stellungnahme beim D._
ein
(vgl. Urk. 8/52). Mit Verfügung vom 22. März 2012 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch
von
X._
(Urk. 2).
2.
Hiergegen liess
X._
am 8. Mai 2012 durch Rechtsanwalt Dominique
Chopard
Beschwerde erheben und beantragen, es sei ihr unter Aufhebung de
r
Verfügung
vom 22. März 2012
eine Invalidenrente zuzusprechen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin
. Zudem ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung
und um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes
in der Person von Rechtsanwalt
Chopard
(Urk. 1).
Der Aufforderung, das Formular zur Abklärung
der
prozessuale
n
Bedürftigkeit dem hiesigen Gericht ausgefüllt
und unter Beilage von Belegen zur finanziellen Situation
zukommen zu lassen
(Urk. 5)
, kam die Beschwerdeführerin nicht nach
.
Die Beschwerdegegnerin ersuchte mit Beschwerdeantwort vom 15. Juni 2012 um Abweisung der Beschwerde (Urk. 7, unter Beilage ihrer Akten Urk. 8/1-58). Dies wurde der Beschwerdeführerin am 21.
Juni 2012 mitgeteilt (Urk. 9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird – soweit erforderlich – im Rahmen der nachfo
lgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerde
führerin
Anspruch auf eine Invali
denrente hat.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Gemäss
Art.
28 Abs. 2 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsren
te
, wenn sie mindestens zu 60 %
, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie m
indestens zu 40 % invalid sind.
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu
bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
1.5.1
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232;
BGE
125 V 351 E. 3a S. 352).
1.5.2
Die Rechtsprechung, wonach das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von der Einschätzung der medizinischen Experten abweicht, hat den Beweiswert von Gerichtsgutachten zum Gegenstand und findet auf versicherungsinterne ärztli
che Beurteilungen nicht Anwendung. Berichte und Gutachten
versicherungsin
terner
Ärztinnen und Ärzte unterliegen wie andere Beweismittel der freien richterlichen Beweiswürdigung. Es kann ihnen Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen.
Im Übrigen ist richtig, dass an die Unparteilichkeit auch der
versicherungsinter
nen
Gutachterinnen und Gutachter ein strenger Massstab anzulegen ist
(BGE 123 V 331 f. E. 1c mit Hinweisen).
1.5.3
Hinsichtlich
Beweiswert und Aufgabe
von D._
-Berichten gilt n
ach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
Folgendes: Interne
D._
-Berichte
haben die Funktion
,
aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen sowie bei widersprüchlichen medizini
schen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung durch
zuführen
sei
.
Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht. Gemäss Art. 59 Abs. 2
bis
IVG haben die D._
die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG
massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten festzusetzen, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbe
reich auszuüben. Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
beurteilen sie die medizinischen Voraussetzungen des
Leistungsanspru
ches
(statt vieler: Urteil des Bundesgerichtes
8C_880/2011
vom 21. März 2012 E. 4.1).
Nach der Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im Wesentlichen gestützt auf die (versicher
ungsinterne) Beurteilung des D._
zu entscheiden. In solchen Fällen sind an
die Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinne zu stellen, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_8/2011 vom 21. Februar 2011 E. 4.1.3 mit Hinweisen).
1.6
Das Gericht kann die Angelegenheit z
u neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss ständiger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung
–
da diese das Verfahren verlängert und verteuert
–
abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
2.
2.1
Den von der Beschwerdegegnerin eingeholten medizinischen Berichten kann über den Gesundheitszustand der Beschwerdeführe
rin Folgendes entnommen werden:
2.2
Laut Bericht des Hausarztes
A._
vom 30. Juli 2011 (Urk. 8/27/1-4) bestehen bei der Beschwerdeführerin ein
Cervical
-Syndrom, eine beidseitige
Gonarthrose
, ein
lumbovertebrales
Syndrom sowie Migräne, wobei sich diese Diagnosen auf
die
Arbeitsfähigkeit auswirken.
Seit dem 30. November 2010
bis auf
Weiteres
sei die Beschwerdeführerin
sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit
zu 100 % arbeitsunfähig
. Die Einschränkungen liessen sich durch medizinische Massnahmen nicht verbessern. M
it einer Wiederauf
nahme der beruflichen Tätigkei
t könne nicht gerechnet werden.
2.3
Im Bericht der
Z._
, Orthopädie
,
vo
m 22. Juli 2011 an die Beschwer
degegnerin
(Urk. 8/24/6-7)
wurden
als
Diagnosen
mit
A
uswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine
Cervicobrachialgie
rechts bei kleiner Diskushernie C6/7 rechts mit
foraminaler
Einengung der Nervenwurzel C7 sowie eine
i
st
h
mische
Spondylolisthese
L5/S1 mit Segmentdegeneration L5/S1 und aktuell
Hyposensi
bilität
Dermatom
L5/S1 links
erhoben
. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden (1) ein Status nach bilateralen segmentalen Lungenem
bolien (Unterlappen) mit Risikofaktoren
Östrogen und postoperative Immobili
sation, aktuell unter
Marcoumar
, (2) ein Status nach
Crossektomie
und
Phlebektomie
am 28. März 2011 im
E._
, (3)
ein
Verdacht auf laterale
Meniskopathie
Knie
links
mit
Status nach lateraler
Meniskopathie
Knie
rechts
und Kniearthroskopie mit
Teilmeniskektomie
Hinterhorn
Pars
intermedia
am 16. September 2009, (4) ein Status nach
Fasciitis
plantaris
links mit kleinem Fersensporn sowie (5) ein symptomatische
r
Hallux
valgus
rechts bei Knick
/Senk- und Spreizfuss beidseitig
genannt
.
Für die
bisherige
Tätigkeit als Raumpflegerin wurde der
Beschwerdeführerin vom 28. März bis am 30. Juni 2011 eine 100%
ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt.
Eine
leichte Tätigkeit
sei während
vier Stunden pro Tag
möglich
.
Mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit bzw. Erhöhung der Einsatzfähigkeit könne gerechnet werden. Es könne ein
Arbeitsversuch mit einem 50%-Pensum für leichte körperliche Tätigkeiten
vorgenommen werden
.
2.4
B._
und
C._
vom
D._
hielten in ihrer Stellungnahme vom 17. Januar 2012 (Urk. 8/40/3-4) fest, als invalidenversicherungsrechtlich relevante Gesundheitsschäden
seien bisher Gleitwirbel der Lendenwirbelsäule mit Nervenwurzelreizung (seit November 2010) sowie ein Schulterarmsyndrom
bei Nerve
nwurzelreizung (seit Juni 2011)
festgestellt worden.
Nervenausfälle resp. –
schädigungen
seien bisher nicht gefunden worden. Es könne
von einer verminderten B
elastbarkeit der Beschwerdeführerin sowohl im
Schulternacken
bereich
als auch im Bereich der Lendenwirbelsäule aus
gegangen werden
. Tätig
keiten mit dauerhaftem Heben und Tragen von mittelschweren und schweren Lasten, Arbeiten mit dauerhafter oder häufiger
Überkopfarbeit und mit dauer
haft erhobenen Armen sowie ausschliesslich oder überwiegend stehende Tätig
keiten und solche mit gehäuftem Bücken
könnten nicht mehr zugemutet wer
den.
Für die bisherige Tätigkeit als Reinigungskraft ergebe sich somit seit November 201
0
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %.
Für eine angepasste Tätig
keit mit gelegentlichem Heben und Tragen von leichten bis selten mittelschwe
ren Lasten im Wechsel von Stehen, Gehen und Sitzen
bestehe ab Juli 2011
weiterhin
eine 100%
ige Arbeitsfähigkeit.
2.5
Im B
ericht der
Z._
, Orthopädie, an die Beschwerdegegnerin
vom 9. März 2012 (Urk. 8/50)
wurden unter dem Titel „Diagnosen“ eine
Zervikobrachialgie
rechts bei kleiner Diskushernie C6/7 mit
foraminaler
Einengung der Nervenwurzel C7 sowie ein Status nach
Spondylodese
L5/S1 von dorsal am 28. November 2011 bei isthmischer
Spondylolisthese
L5/S1 mit
Foramenstenose
beidseits und unspezifischen panvertebralen Schmerzen angeführt. Als Nebendiagnosen wurden ein Status nach Knie-Arthroskopie rechts mit lateraler
Teil
meniskektomie
am 16. September 2009, Status nach
Crossektomie
und
Phlebektomie
am 28. März 2011 (
E._
) mit postoperativer bilateraler segmentaler Lungenembolie (Unterlappen), OAK bis Oktober 2011, sowie ein symptomatischer
Hallux
valgus
rechts bei Knick-/Senk- und Spreizfuss beidseits angegeben. Anlässlich der klinischen Untersuchung
hätten
sich eine
diffuse
Druckdolenz
der gesamten Wirbelsäule, de
s
Trapezius
beidseits
und des
gesamten
rechten Armes
gezeigt
.
Die periphere DMS (Durchblutung, Motorik, Sensibilität) beider Arme sei intakt. Es bestehe eine nur leichte
Sensibilitätsmin
derung
des gesamten rechten Armes.
D
e
r
klinische Untersuch sei aufgrund schlechter Kooperation (
Beschwerdeführerin spreche nur spanisch
) sowie deutli
cher
Schulter-/Arms
chmerzen
stark
eingeschränkt gewesen. Zur genauen Abklärung der Halswirbelsäulen-Beschwerden
werde
ein erneutes MRI durch
geführt
und anschliessend besprochen
.
Sollte sich dabei kein relevanter Befund ergeben, erfolge eine erneute Zuweisung ins Schulter-Team bezüglich der Unterflächenläsion des
S
upraspinatus
.
2.6
In ihrer Stellungnahme vom
21. März 2012
(Urk. 8/52) führten die
D._
Ärztin
nen
B._
sowie
F._
, FMH Arbeitsmedizin und FMH Allgemeinmedizin
,
an
, es
sei
aus medizinischer Sicht unwahrscheinlich, dass
sich
bei gleich
bleibenden Beschwerden und umfassender
Abklärung der Schulter – zuletzt im November 2011 in der
Z._
– substantiell neue Befunde aus der erneuten MRI
Untersuchung
ergeben
, welche eine andere Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in
einer
behinderungsangepasste
n Tätigkeiten begründen würden.
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin stützt ihre Auffassung, wonach
die Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit als Raumpflegerin seit November 2010 zu 100 % arbeitsunfähig ist,
seit Juli 2011
jedoch
in einer behinderungsangepassten
Tätigkeit eine 100%
ige Arbeitsfähigkeit besteh
t
, auf die Stellungnahmen d
e
s
D._
vom 17. Januar 2012
(Urk. 8/40) und vom 21. März 2012 (Urk. 8/52, vgl.
Erwägungen 2.4 und 2.6
).
3
.2
In ihrer Stellungnahme vom 17. Januar 2012 (Urk. 8/40/3-4) setzten sich
D._
-Ärztin
B._
und
D._
-Arzt
C._
zwar mit den bis dahin aktenkundigen Befunden und Diagnosen auseinander und stellten überzeugend fest, dass der Beschwerdeführerin aufgrund der sich daraus ergebenden verminderten Belast
barkeit sowohl im Schulternackenbereich als auch im Bereich der
Lendenwir
belsäule
die bisherige Tätigkeit als Raumpflegerin seit November 2010 nicht mehr zumutbar sei. Ihre Beurteilung, wonach sie in einer
behinderungsange
passten
Tätigkeit seit Juli 2011 zu 100 % arbeitsfähig ist, leuchtet jedoch auf
grund der nachfolgenden Erwägungen nicht ein. Die
Z._
stellte in ihrem Arztbericht
vom 22. Juli 2011
(Urk. 8/24)
zwar
fest, in der angestammten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin vom 28. März 2011 bis am 28. Juni 2011 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen
; ihrerseits sei in der Sprechstundenkontrolle vom 28. Juni 2011 keine Arbeitsunfähigkeit mehr bescheinigt worden (Urk.
8/24/7).
Indessen
liegt
ein Arztzeugnis
der
Z._
vom 28. Juni 2011
vor
, wo
rin
der Beschwerdeführerin bis am 31. Juli 2011 eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit attestiert wurde (Urk. 8/18/18).
Zudem wurde im
Bericht vom 22. Juli 2011
angeführt, leichtere Arbeiten seien – lediglich – in reduziertem Mass (zum Beispiel 50 %) resp. während vier Stunden pro Tag möglich (Urk. 8/24/7). Zu dieser – von ihrer eigenen abweichenden - Einschätzung haben sich
D._
-Ärztin
B._
und
D._
-Arzt
C._
nicht geäussert. Eine Auseinandersetzung damit wie auch mit dem ab Juli 2011 aktenkundigen Ver
lauf der gesundheitlichen Situation der Beschwerdeführerin wäre aber unbe
dingt erforderlich gewesen. Den Akten ist nämlich zu entnehmen, dass Hausarzt
A._
der Kollektiv-Krankentaggeld-Versicherung am
15. September 2011 von einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin
berichtete
(Urk. 8/35/65).
A
m 28. Oktober 2011 attestierte die
Z._
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 25. Oktober
2011
bis zum voraussichtlichen Spitaleintritt am 23. November 2011 (Urk. 8/35/3)
.
Vom 27.
November bis 5. Dezember 2011 war die Beschwerdeführerin in der
Z._
, Orthopädie, hospitalisiert, wobei dort am 28. November 2011 eine
posterolaterale
und
interkorporelle
Spondylodese
L5/S1 sowie eine
Foraminotomie
L5/S1 vorgenommen wurden (Urk. 8/44/49-50).
Anschliessend befand sich die Beschwerdeführerin bis am 18. Dezember 2011
zur stationären postoperativen Rehabilitation
in der
G._
(Urk. 8/44/11). Im betreffenden Austrittbericht vom 18. Dezember 2011 finden sich keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin. Laut den Angaben im Bericht der
Z._
, Orthopädie, an
A._
vom 6. Dezember 2011 war die klinische und radiologische Verlaufskontrolle 6 Wochen postoperativ auf den 13. Januar 2012 vorgesehen worden (Urk. 8/44/50). Die Ergebnisse dieser Verlaufskontrolle liegen jedoch nicht vor, weshalb sich der medizinische Sachverhalt inso
weit als unvollständig erweist.
Entgegen der Auffassung des
D._
(Urk. 8/52) kann sodann aufgrund des Berichtes der
Z._
, Orthopädie, vom 9. März 2012 betreffend die dort – auf Selbstzuweisung der Beschwerdeführerin hin - am 7. März 2012 durchgeführte ambulante Untersuchung (vgl. E. 2.5) nicht ohne Weiteres angenommen werden, dass sich die Halswirbelsäulen- resp. Nacken-/Armbeschwerden – weiterhin – nicht massgeblich auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer behinderungsangepassten Tätigkeit auswirken, sah sich
H._
, Teamleiter Wirbelsäulenchirurgie der
Z._
, aufgrund dieser Untersuchung doch immerhin dazu veranlasst, nochmals ein MRI der Halswirbelsäule vorzunehmen und die Beschwerdeführerin allenfalls erneut dem Schulter-Team zu überweisen (Urk. 8/50/2). Der
D._
hätte deshalb nicht einfach vom
Beizug
der Berichte über die Ergebnisse dieser
Untersuchungen absehen dürfen.
3.3
Vor diesem Hintergrund vermag die Beurteilung des
D._
, wonach seit Juli 2011 in einer behinderungsangepassten Tätigkeit – durchgehend - eine 100%ige Arbeitsfähigkeit besteht, in keiner Weise zu überzeugen, weshalb nicht
darauf abgestellt werden kann.
3.4
Es ergibt sich somit, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sowie dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit aufgrund der vorliegenden Akten nicht zuverlässig beurteilen lassen. Die Sache ist daher zur Ergänzung des medizinischen Sachverhaltes an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Beschwerdegegnerin wird insbesondere vom Hausarzt,
A._
, sowie von der
Z._
, Orthopädie, je einen Verlaufsbericht (von der
Z._
inklusive der Berichte betreffend die im Januar 2012 und die im Anschluss an die Untersuchung vom 7. März 2012 durchgeführten bildgebenden Abklärungen) einzuholen haben. Darin sollen sich die genannten Ärzte namentlich auch zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit im weiteren Verlauf ab Juli 2011 aussprechen. Soweit erforderlich, wird die Beschwerdegegnerin anschliessend weitergehende medizinische Abklärungen (persönliche Untersuchung durch den
D._
,
Beizug
eines externen Gutachtens) zu tätigen haben. Danach hat sie erneut einen Einkommensvergleich durchzuführen, wobei sie in Betracht zu ziehen haben wird, dass die
Y._
laut ihren Angaben im Arbeitszeugnis vom 29. Oktober 2010 (Urk. 8/18/30) der Beschwerdeführerin wegen Umstrukturierung, mithin aus invaliditätsfremden Gründen, gekündigt hat. Unter diesen Umständen kann aber nicht ohne
Weiteres
angenommen werden, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall nach wie vor bei dieser Firma tätig wäre (vgl. demg
egenüber Urk. 8/39 und Urk. 2).
Nach diesen Abklärungen hat die Beschwerdegegnerin über den Rentenan
spruch der Beschwerdeführerin neu zu verfügen. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
4
.
4
.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festge
legt. Vorliegend sind die
Kosten auf Fr. 600.-- anzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin
als unterliegende Partei
aufzuerlegen.
4
.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57), weshalb die vertretene Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Prozessentschädigung
hat
.
Diese
wird
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSV
Ger
) und auf
Fr.
1'3
00.--
(inklusive
M
ehrwerts
te
uer
und Barauslagen) festgesetzt.
4.3
Das Gesuch der Beschwerdeführerin um
Gewährung der unentgeltlichen Rechts
pflege
vom 8. Mai 2012 (Urk. 1 S. 3)
erweist sich angesichts des Ausgangs des Verfahrens als gegenstan
dslos.