Decision ID: c58acb65-f3eb-4cf8-9beb-d15dc2e5447d
Year: 2018
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_001
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

rechtlichen Gehörs zu obgenanntem Sachverhalt, wurde mit Verfügung
des AFM vom 1. März 2010 seine Aufenthaltserlaubnis an die Bedingung
der Erwerbstätigkeit geknüpft, wobei er bis spätestens 30. April 2010 eine
existenzsichernde Arbeit gefunden haben muss. Bereits am 5. März 2010
legte A._ dem AFM einen neuen Arbeitsvertrag vor, woraufhin seine
Aufenthaltsbewilligung verlängert wurde.
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7. Am 13. Februar 2014 teilte die Gemeinde O.3._ dem AFM per E-Mail
mit, dass auf den Namen A._ mehrere Betreibungen registriert seien.
Dies war der Anstoss zur Eröffnung eines ausländerrechtlichen
Verfahrens zwecks Überprüfung des Aufenthaltsrechts von A._.
Nachdem das Verfahren, begründet durch die Tatsache, dass A._
erst im September 2013 eine selbständige Erwerbstätigkeit als Taxifahrer
aufgenommen hatte, vorerst sistiert wurde, konnte es am 1. April 2015
wieder aufgenommen werden. Das AFM forderte A._ in der Folge
mehrfach schriftlich auf, weitere Unterlagen einzureichen. Trotz
Hinweises auf seine gesetzliche Mitwirkungspflicht liess er die hierfür
angesetzten Fristen ungenutzt verstreichen. Zu diesem Zeitpunkt war er
im Besitz einer Aufenthaltsbewilligung mit Gültigkeit bis am 30.
September 2015.
8. Mit Gesuch vom 10. August 2015 ersuchte A._ um Verlängerung
seiner Aufenthaltserlaubnis. Weil das AFM aber die Nichtverlängerung
seiner Aufenthaltsbewilligung in Erwägung zog, forderte es ihn mit
Schreiben vom 14. August 2015 im Sinne eines rechtlichen Gehörs zur
schriftlichen Stellungnahme auf.
9. Nach Prüfung der eingereichten Unterlagen, kam das AFM zum Ergebnis,
dass das Erwerbseinkommen von A._ seinen Lebensunterhalt nicht
zu decken vermöge und er sich seit der Verfahrenssistierung im Jahr
2014 weiter verschuldet habe. Diesbezüglich gewährte das AFM A._
am 2. Dezember 2015 erneut das rechtliche Gehör.
10. A._ liess sich innerhalb der erstreckten Frist zum obgenannten
Sachverhalt nicht verlauten, weshalb das AFM aufgrund der vorliegenden
Akten entschied. Mit Verfügung vom 10. Februar 2016 wurde seine
Aufenthaltsbewilligung nicht weiter verlängert und er wurde aus der
Schweiz weggewiesen. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das
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Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit (DJSG) Graubünden
mit Entscheid vom 23. Januar 2017 ab.
11. Am 22. Februar 2017 erhob A._ (nachfolgend Beschwerdeführer)
gegen den abschlägigen Entscheid des DJSG Beschwerde beim
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und beantragte:
"1. Es sei die Verfügung des Beschwerdegegners vom 23. Januar 2017 aufzuheben.
2. Es seien weitere Sachverhaltsabklärungen vorzunehmen.
3. Es sei die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers um ein Jahr zu
verlängern.
4. Der Beschwerde sei für die Dauer des Beschwerdeverfahrens die
aufschiebende Wirkung zu erteilen.
5. Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechtspflege und die
unentgeltliche Parteivertretung in der Person des Unterzeichneten zu
gewähren.
6. Alles unter ordentlicher und ausserordentlicher Kostenfolge zulasten des
Beschwerdegegners."
Begründend führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, dass
sowohl die Beziehung zu seiner Tochter als auch seine soziale und
berufliche Integration gar nicht oder nur ungenügend abgeklärt worden
seien. Ferner sei in den Erwägungen seine feste Beziehung zu einer
Schweizerin unerwähnt geblieben, obwohl sie aufgrund der geplanten
Eheschliessung für den vorliegenden Entscheid von Bedeutung wäre.
Neben weiteren Sachverhaltsergänzungen und -berichtigungen führte der
Beschwerdeführer aus, dass er sehr wohl Anstrengungen zur Abzahlung
der offenen Schulden unternommen habe. So sei er stets bemüht
gewesen einer Arbeit nachzugehen und habe versucht seine offenen
Schulden durch Lohnpfändungen abzuzahlen. Neben der ungenügenden
Sachverhaltsabklärung rügte der Beschwerdeführer die unrichtige
Rechtsanwendung bzw. die Unangemessenheit des Entscheides. In der
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angefochtenen Verfügung sei die mutwillige Verschuldung bejaht worden,
was nicht überzeuge. Darüber hinaus sei der Vorwurf, er habe die
Mitwirkungspflicht verletzt bzw. sei dieser nur schleppend
nachgekommen, nicht gerechtfertigt. Gemäss Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG
seien zudem sämtliche Aspekte des Einzelfalls im Sinne einer
Gesamtbeurteilung zu berücksichtigen. Dazu gehöre namentlich die Vater-
Tochter Beziehung sowie die Umstände, welche zur Auflösung der Ehe
geführt hätten. Bezüglich des verneinten Anwesenheitsanspruches
machte der Beschwerdeführer geltend, dass allein anhand der Anzahl
ausgeführter Besuche nicht auf die Affektivität und Intensität der
Beziehung zu seiner Tochter geschlossen werden könne. Zudem sei es
stossend, wenn die fehlende enge Beziehung zwischen Vater und Kind
mit der fehlenden finanziellen Beziehung begründet werde.
12. Mit prozessleitender Verfügung vom 23. Februar 2017 wurde dem DJSG
die Möglichkeit gegeben, bis zum 6. März 2017 betreffend die beantragte
aufschiebende Wirkung Stellung zu nehmen. Nachdem das DJSG in
seiner Stellungnahme keine Einwände dagegen erhob, erkannte der
Instruktionsrichter mit prozessleitender Verfügung vom 7. März 2017 die
beantragte aufschiebende Wirkung zu.
13. Das DJSG (nachfolgend Beschwerdegegner) schloss in seiner
Vernehmlassung vom 13. März 2017 auf Abweisung der Beschwerde. Die
Ausführungen des Beschwerdeführers wurden bestritten. Es seien keine
wesentlichen neuen Vorbringen geltend gemacht worden, weshalb
diesbezüglich auf die angefochtene Verfügung verwiesen werde. Die
Rüge wegen angeblich unterlassener Abklärungen der Behörden sei
besonders stossend, da es hauptsächlich um Tatsachen gehe, welche
der Beschwerdeführer besser kennen würde als die Behörden und welche
sie ohne seine Mitwirkung gar nicht oder nicht ohne vernünftigen Aufwand
kennen und erheben könnten, bspw. beabsichtigte Heirat. Falls die
Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers wider Erwarten verlängert
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werden würde oder der Fall an die Vorinstanz zurückgewiesen werde,
seien deshalb die Verfahrenskosten vollständig dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen. Des Weiteren gehe aus den Akten nicht hervor, dass eine
Lohnpfändung stattgefunden habe oder der Beschwerdeführer
Abzahlungen geleistet habe bzw. sich diesbezüglich bemüht habe. Ferner
seien die sich ihm stellenden Probleme bei der Arbeitssuche nicht auf die
erloschene Aufenthaltsbewilligung zurückzuführen, vielmehr hätten diese
bereits vorher bestanden. Der Beschwerdeführer habe keinen Anspruch
auf die Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung, da es an einer
besonders engen wirtschaftlichen und affektiven Beziehung zu seiner
Tochter sowie am vorausgesetzten tadellosen Verhalten des
Beschwerdeführers mangle. Es seien weiterhin keine Anzeichen einer
wesentlichen beruflichen Integration des Beschwerdeführers vorhanden.
Bezüglich seiner sozialen Integration könne vermutet werden, dass er
sich während seiner langjährigen Anwesenheit einen Kollegenkreis
aufgebaut habe. In Anbetracht der überwiegenden Interessen an einer
Wegweisung sei dies jedoch nicht ausschlaggebend.
14. Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien an ihren
Anträgen unter Vertiefung ihrer Argumentation fest.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften, auf
den angefochtenen Departementsentscheid sowie auf die weiteren im
Recht liegenden Beweismittel wird, soweit erforderlich und
rechtserheblich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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Das Gericht zieht in Erwägung:
1. a) Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens bildet der
Departementsentscheid vom 23. Januar 2017, mit welchem der
Beschwerdegegner die ablehnende Verfügung des AFM vom 10. Februar
2016 betreffend Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung bestätigt
hat. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. c des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das
Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide der kantonalen
Departemente, soweit diese nicht nach kantonalem oder
eidgenössischem Recht endgültig sind. Der angefochtene Entscheid des
Beschwerdegegners ist nicht endgültig, weshalb er ein taugliches
Anfechtungsobjekt darstellt. Als Adressat der angefochtenen Verfügung
ist der Beschwerdeführer berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse
an dessen Aufhebung auf (Art. 50 VRG). Die weiteren
Prozessvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass,
weshalb auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde
einzutreten ist.
b) Nach Art. 51 VRG erstreckt sich die Kognition des Verwaltungsgerichtes
bei der Beurteilung der vorliegenden Beschwerde auf Rechtsverletzungen
einschliesslich Überschreitung oder Missbrauches des Ermessens sowie
unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhaltes. Das
Verwaltungsgericht überprüft somit den Sachverhalt und die Rechtsfragen
frei. Dagegen beurteilt es nicht, ob der angefochtene Entscheid
zweckmässig oder angemessen sei.
c) Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung und die damit einhergehende Wegweisung aus der
Schweiz mit Verfügung des AFM vom 10. Februar 2016, bestätigt und
geschützt durch den vorliegend angefochtenen Beschwerdeentscheid des
Beschwerdegegners vom 23. Januar 2017, zu Recht erfolgt ist.
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2. a) Grundsätzlich ist eine ausländische Person zur Anwesenheit in der
Schweiz berechtigt, wenn sie eine Aufenthalts- oder
Niederlassungsbewilligung besitzt oder wenn sie von Gesetzes wegen
keiner solchen bedarf (vgl. Art. 10 und 11 des Bundesgesetzes über die
Ausländerinnen und Ausländer [AuG; SR 142.2]). Über die Zulassung zu
einem Aufenthalt mit oder ohne Erwerbstätigkeit entscheidet die
zuständige kantonale Behörde gemäss Art. 18 ff. und 27 ff. AuG - im
Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland
- nach freiem Ermessen. Einen Rechtsanspruch auf die Erteilung einer
Aufenthaltsbewilligung hat die ausländische Person somit grundsätzlich
nicht, es sei denn, AuG oder völkerrechtliche Verpflichtungen sehen dies
vor (vgl. BGE 133 I 185 E.2.3; MARC SPESCHA, in:
SPESCHA/THÜR/ZÜND/BOLZLI/HRUSCHKA [Hrsg.], Kommentar
Migrationsrecht, 4. Aufl., Zürich 2015, N 1 ff. zu Art. 3 AuG).
b) Zwischen der Schweiz und dem Ursprungsland des Beschwerdeführers
besteht keine staatsvertragliche Vereinbarung, welche dem
Beschwerdeführer einen Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz
gewähren würde. Entsprechend sind für den konkreten Fall die
Bestimmungen des AuG, vorbehältlich anderer völkerrechtlicher Verträge,
anwendbar.
3. Aufgrund seiner Heirat mit einer Schweizerbürgerin erhielt der
Beschwerdeführer am 3. September 1997 im Rahmen des
Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung mit Gültigkeitsdauer von
einem Jahr. Nachdem seine Ehefrau am 14. Februar 2009 verstorben ist,
hatte das AFM neu über seinen Aufenthalt in der Schweiz zu befinden.
Aufgrund seiner Erwerbstätigkeit wurde ihm gestützt auf Art. 18 ff. AuG
erneut eine Aufenthaltsbewilligung erteilt. Ab diesem Zeitpunkt verfügte
der Beschwerdeführer über ein eigenständiges Anwesenheitsrecht in der
Schweiz. Sofern sich der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde auf Art.
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50 Abs. 1 lit. b AuG stützt, kann er nicht gehört werden, da vorliegend
nicht die Vorschriften für Familienangehörige von Schweizerinnen und
Schweizer oder zur Auflösung der Familiengemeinschaft anwendbar sind.
4. a) In Bezug auf die Regelung des Aufenthalts bestimmt Art. 33 Abs. 1 AuG,
dass die Aufenthaltsbewilligung für Aufenthalte mit einer Dauer von mehr
als einem Jahr erteilt wird. Die Aufenthaltsbewilligung ist gemäss
Art. 33 Abs. 3 AuG befristet und kann verlängert werden, wenn keine
Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG vorliegen. Nach Art. 62 Abs. 1 lit. c
AuG kann die zuständige Behörde die Bewilligung widerrufen, wenn die
ausländische Person erheblich oder wiederholt gegen die öffentliche
Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat
oder diese gefährdet oder die innere oder die äussere Sicherheit
gefährdet. Ein Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung
liegt unter anderem bei mutwilliger Nichterfüllung der rechtlichen oder
privatrechtlichen Verpflichtungen vor (vgl. Art. 80 Abs. 1 lit. b der
Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR
142.201]). Der Tatbestand von Art. 62 Abs. 1 lit. c AuG setzt – im
Gegensatz zum Widerruf der Niederlassungsbewilligung gestützt auf Art.
63 Abs. 1 lit. b AuG – keinen schwerwiegenden Verstoss gegen die
öffentliche Sicherheit und Ordnung voraus. Demnach kann bereits bei
einer erheblichen, mutwilligen Verschuldung der Tatbestand des
Verstosses gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung erfüllt sein;
strafrechtliche Verurteilungen werden nicht zwingend vorausgesetzt (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 2C_526/2015 vom 15. November 2015 E.3.1,
mit Hinweisen).
b) Das AFM hat in der Verfügung vom 10. Februar 2016 betreffend die
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung (Bg-act. I/308) festgestellt,
der Beschwerdeführer habe sich seit der Sistierung des
ausländerrechtlichen Verfahrens im Jahr 2014 weiter verschuldet. Im
Zeitraum vom
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25. Februar 2014 bis zum 10. August 2015 sei er insgesamt 21 Mal, über
einen Totalbetrag von Fr. 88'332.45, betrieben worden. In der dagegen
erhobenen Beschwerde wendete der Beschwerdeführer ein, dass ein Teil
der ausgewiesenen Schulden aus der Erbschaft seiner Ehefrau, welche
er nicht ausgeschlagen habe, zurückzuführen sei. Zudem gäbe es
Forderungen welche doppelt aufgeführt oder wiederholt in Betreibung
gesetzt worden seien. Die Saldi der Betreibungsregisterauszüge könne
man demnach nicht einfach zusammenzählen. Dem Beschwerdeführer
sei zudem nicht bekannt gewesen, dass er Anspruch auf individuelle
Prämienverbilligung (IPV) gehabt hätte, was bei den widerholten
Betreibungen seitens der Krankenkasse zu beachten sei. Dem
Beschwerdeführer seien überhaupt die Betreibungen über den Kopf
gewachsen, weshalb er sich gar nicht mit den Forderungen, wovon
zahlreiche unberechtigt gewesen seien, auseinandergesetzt und das
Erheben von Rechtsvorschlägen unterlassen habe. In diesem
Verwaltungsbeschwerdeverfahren ersuchte der Beschwerdegegner die
Betreibungsämter O.4._ und Kreis O.1._ um Zustellung der
aktuellen Betreibungsregisterauszüge. Aus diesen zog er den Schluss,
dass der Beschwerdeführer seit der verfügten Nichtverlängerung seiner
Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung aus der Schweiz seine Schulden
nicht abgebaut, sondern in einem wesentlichen Umfang weitere Schulden
angehäuft habe. Für den Zeitraum vom 11. Mai 2015 bis 10. November
2016 sei der Beschwerdeführer schliesslich erneut 18 Mal, über einen
Gesamtbetrag von Fr. 68'229.10, betrieben worden. Im selben
Zeitrahmen seien die Verlustscheine auf insgesamt 71 und betragsmässig
um Fr. 63'537.20 angestiegen.
c) Nach der in Erwägung 4.a) geschilderten Rechtslage, wird gegen die
öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 62 Abs. 1 lit. c AuG
gemäss Art. 80 Abs. 1 VZAE unter anderem dann verstossen, wenn
öffentlich- oder privatrechtliche Verpflichtungen mutwillig nicht erfüllt
werden. Mutwilligkeit im erwähnten Sinn setzt absichtliches, böswilliges
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oder zumindest leichtfertiges Handeln voraus (MARTINA CARONI, in:
CARONI/GÄCHTER/THURNEER [Hrsg.], Bundesgesetz über die
Ausländerinnen und Ausländer [AuG], 2010, N 37 zu Art. 62 AuG). Von
Mutwilligkeit ist nicht leicht auszugehen, zumal ein Widerruf der
Aufenthaltsbewilligung kein taugliches schuldbetreibungsrechtliches
Instrument zur Eintreibung bestehender Schulden ist. Eine Wegweisung
aus der Schweiz führt einerseits regelmässig dazu, dass die Gläubiger
faktisch keine reellen Aussichten auf Befriedigung ihrer Forderungen
mehr haben. Anderseits bringt ein weiterer Aufenthalt aber auch die
Gefahr mit sich, dass weitere uneinbringliche Schulden geäufnet werden
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 2C_273/2010 vom 6. Oktober 2010 E.3.3,
Urteil des Bundesgerichts 2C_329/2009 vom 14. September 2009
E.4.2.5). In Fällen von schweren Verschuldungsfolgen genügt gerade ein
leichtfertiges oder liederliches Verhalten für das Tatbestandselement der
Mutwilligkeit (Urteil des Bundesgerichts 2A.717/2005 vom 1. Mai 2006
E.2.2). Ist der Ausländer hinsichtlich seiner Schulden bereits verwarnt
worden, ist ein Widerruf nur angebracht, wenn keine wesentliche
Verbesserung eingetreten ist und das vom Gesetz als unerwünschtes
bezeichnete Verhalten fortgesetzt wurde. Die betreffende Person muss
also trotz Androhung ausländerrechtlicher Nachteile weiterhin mutwillig
Schulden gemacht haben. Allein aus einem Anstieg der Betreibungen
kann hingegen nicht ohne weiteres auf Mutwilligkeit geschlossen werden.
Es kommt vielmehr darauf an, welche Anstrengungen zur Sanierung
zwischenzeitlich unternommen worden sind (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 2C_273/2010 vom 6. Oktober 2010 E.3.4).
d) Der Beschwerdegegner erwog zusammengefasst im angefochtenen
Entscheid, der Widerrufsgrund nach Art. 62 Abs. 1 lit. c AuG i.V.m.
Art. 80 Abs. 1 lit. b VZAE sei vorliegend erfüllt. Dem Verhalten des
Beschwerdeführers sei zwar keine Böswilligkeit zu entnehmen, doch sei
insbesondere aufgrund seiner fehlenden Anstrengungen eine Absicht für
ein von Leichtfertigkeit getragenes Verhalten gegeben. Aus den Akten
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seien schliesslich über Jahre keine ernsthaften Anstrengungen des
Beschwerdeführers ersichtlich, seine berufliche und finanzielle Situation
zu verbessern. Beispielsweise habe er keine Abzahlungen geleistet oder
Sanierungsmassnahmen getroffen, um seine Schulden abzubauen. In
Anbetracht dieser Umstände sei erstellt, dass es dem Beschwerdeführer -
trotz des in der Verfügung vom 16. Februar 2012 (recte: 1. März 2010)
angedrohten Entzugs der Aufenthaltsbewilligung (wegen fehlender
gefestigter Erwerbstätigkeit/ drohender Fürsorgeabhängigkeit) und
insbesondere der Verwarnung des AFM im Schreiben vom 26. März 2014
(Aufruf zum Schuldenabbau) - über Jahre hinweg nicht gelungen sei einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen, welche existenzsichernd wäre und seine
Schulden zu reduzieren vermocht habe.
Der Beschwerdeführer hält dieser Argumentation entgegen, er habe über
Jahre hinweg sehr viele Stellen angetreten; sei eigens dafür ins
Welschland gereist. Sodann habe er in Erfüllung seiner ehelichen
Pflichten ein Jahr lang seine Ehefrau gepflegt. In dieser Zeit sei er keiner
Erwerbstätigkeit nachgegangen, beanspruchte aber dennoch keine
Sozialhilfe. Nach Jahren des Stellenwechsels habe er ernsthaft versucht
sich selbständig zu machen, seitens des AFM sei ihm hierzu keine echte
Chance gegeben worden. Er habe sich sehr angestrengt, um im
Arbeitsprozess zu bleiben, im Jahr 2015 sogar ein Auto gemietet, um
weiterarbeiten zu können. Schliesslich sei sein Lohn stets gepfändet
worden und er habe damit durchaus seinen Willen, die Schulden
zurückzuzahlen, manifestiert. Darüber hinaus dürfte die Heirat mit seiner
Freundin D._ seine finanzielle Situation nochmals verbessern und
letztlich entspannen.
e) Seit Einleitung des ausländerrechtlichen Verfahrens im Februar 2014 bis
zum Erlass des vorliegend angefochtenen Beschwerdeentscheides hat
sich die Schuldensituation des Beschwerdeführers wie folgt entwickelt
(Bg-act. I/ 294f.):
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Betreibungsamt O.4._,
 25. Februar 2014
24 Betreibungen, total Fr. 39'344.63
30 offene Verlustscheine, total Fr. 55'528.15
 10. August 2015
43 Betreibungen; total Fr. 126'537.08
49 offene Verlustscheine, total Fr. 90'063.33
 9. November 2016
49 offene Verlustscheine, total Fr. 90'063.33
Betreibungsamt Kreis O.1._
 20. März 2014
19 Betreibungen, total Fr. 15'788.60
14 offene Verlustscheine, total 15'350.80
 10. August 2015
7 Betreibungen, total Fr. 8'228.80
15 offene Verlustscheine, total Fr. 17'437.70
 10. November 2016
18 Betreibungen, total Fr. 68'229.10
22 offene Verlustscheine, total Fr. 80'974.90
Gemäss dem schweizerischen Betreibungssystem kann jedermann
jederzeit ohne jede vorgängige Kontrolle eine Betreibung auslösen.
Entsprechend kann eine Person in missbräuchlicher bzw.
ungerechtfertigter Weise betrieben werden. Ausserdem kann man für eine
bereits am alten Wohnort in Betreibung gesetzte Forderung am neuen
Wohnort erneut betrieben werden. Eine weitere mit dem schweizerischen
Betreibungssystem zusammenhängende Eigentümlichkeit ist, dass die
zwanzigjährige Verjährungsfrist der seit dem 1. Januar 1997 ausgestellten
Verlustscheine durch eine erneute Betreibung unterbrochen werden kann
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(Art. 265 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs
[SchKG; SR 281.1] i.V.m. Art. 149a SchKG). Der Beschwerdegegner
schliesst nach dem Zusammenzählen der totalen Betreibungssummen
auf eine Zunahme der Verschuldung des Beschwerdeführers seit der
Einleitung des ausländerrechtlichen Verfahrens im Jahr 2014. Mit den
dagegen in der Beschwerde vom 14. März 2016 erhobenen Einwänden
des Beschwerdeführers, hat sich der Beschwerdegegner nicht vertieft
auseinandergesetzt. Im Beschwerdeentscheid vom 23. Januar 2017
wurde lediglich festgehalten, dass die Einwände des Beschwerdeführers
an diesem Bild nichts ändern könnten. Dies mag für die Vorbringen des
Beschwerdeführers bezüglich der fehlenden Inanspruchnahme der
individuellen Prämienverbilligung (IPV) und der unterlassenen
Erhebungen von Rechtsvorschlägen bei unberechtigten Betreibungen
zweifelsohne zutreffen, jedoch nicht für den dagegen erhobenen
Einwand, es gäbe Forderungen welche doppelt aufgeführt oder wiederholt
in Betreibung gesetzt worden seien. Sofern der Beschwerdeführer
hingegen vorbringt, ein Teil seiner Schulden sei aus der Erbschaft seiner
Ehefrau, welche er nicht ausgeschlagen habe, zurückzuführen, kann er
nicht gehört werden. Gemäss Art. 149a
Abs. 1 SchKG verjähren Verlustscheine gegenüber Erben von Schuldner
spätestens ein Jahr nach Eröffnung des Erbgangs. Diese Schulden des
Beschwerdeführers wären ohnehin zum Zeitpunkt der verfügten
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung bereits verjährt.
f) Das angerufene Gericht stellt mit Blick auf die beschwerdeführerischen
Vorbringen und die angebotenen Beweismittel fest, dass in den
Betreibungsregisterauszügen der Betreibungsämter O.4._ und Kreis
O.1._ Forderungen, für welche bereits aufgrund einer zuvor
erhobenen Betreibung ein Verlustschein ausgestellt wurde, von
verschiedenen Gläubigern erneut zu vollstrecken versucht wurden. Im
Auszug erscheinen diese Schulden doppelt, einmal unter dem Titel
"Betreibungen" und einmal unter "offene Verlustscheine" (Bspw.
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Betreibungsregisterauszug vom 10. November 2016 [Bg-act. II/11],.
Zudem gibt es Forderungen, für welche der Beschwerdeführer sowohl
beim Betreibungsamt O.4._ als auch beim Betreibungsamt Kreis
O.1._ betrieben wurde (Bspw. Betreibung Nr. 201503713 des
Betreibungsregisterauszugs O.5._ vom 10.November 2016 und
Betreibung Nr. 2142049 des Betreibungsregisterauszugs O.4._ vom
10. November 2016 [Bg-act. II/10 und 11]). Der Beschwerdegegner hat
bei seinem Entscheid die schuldrechtlichen Möglichkeiten der Gläubiger,
welche in den Betreibungsregisterauszügen zu doppelt und mehrfach
Nennungen ein und derselben Schuld führen können, nicht berücksichtigt
und schloss alleine aufgrund der Summe der Betreibungen und
Verlustscheine auf einen Zuwachs der Schulden des Beschwerdeführers.
Es blieb weitgehend ungeklärt, ob es sich bei den Schulden, welche im
Vergleich zum Vorjahr hinzugekommen sind, tatsächlich um neue
Schulden handelt. Die Vorinstanz konnte demnach nicht nachweisen,
dass sich der Beschwerdeführer nach der formlosen Verwarnung vom 26.
März 2014 weiterhin mutwillig verschuldet hat.
5.a) Selbst wenn nach Bereinigung der Betreibungsregisterauszüge
festgestellt wird, dass die Schulden angewachsen sind, reicht dieser
Umstand alleine nicht zur Annahme der in Art. 80 Abs. 1 lit. b VZAE
vorausgesetzten Mutwilligkeit des Schuldenmachens aus (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 2C_273/2010 vom 6. Oktober 2010 E.3.3, 3.4 und 4.3).
Zur Beurteilung der Frage, ob die im Jahr 2015 bestehenden bzw. die seit
der formlosen Verwarnung vom 26. März 2014 dazugekommenen
Schulden mutwillig geäufnet wurden, ist ein Blick auf die Erwerbssituation
des Beschwerdeführers und auf dessen Anstrengungen zur
Schuldensanierung unabdingbar.
Den Unterlagen ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer seit dem
1. September 1997 an diversen Orten gearbeitet hat. Zum Teil handelte
es sich um sehr kurze Arbeitseinsätze (vgl. bspw. Bg-act. I/127; Bg-act.
I/95). Am längsten ging der Beschwerdeführer einer unselbständigen
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Erwerbstätigkeit bei ein und demselben Arbeitgeber in der Wintersaison
97/98 nach, nämlich ein Jahr und zwei Monate (Bg-act. I/1). Zeitweise war
er als arbeitslos beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
gemeldet (vgl. Bg-act. I/238), fand aber jeweils schnell eine neue
Arbeitsstelle. Ab September 2013 nahm er schliesslich seine selbständige
Erwerbstätigkeit als Taxifahrer auf (Bg-act. I/ 254). Wie der
Beschwerdegegner richtig festhält, ist den Akten nicht schlüssig zu
entnehmen, aus welchen Mitteln der Beschwerdeführer von da an seinen
Lebensunterhalt bestreitet. Geschäftsabschlüsse seines Unternehmens
liegen nicht vor. Gemäss der Steuererklärung vom 5. Oktober 2015 für die
Kantons-, Gemeinde- und direkte Bundessteuern 2014 (vgl. Bg-act. I/
292) deklarierte der Beschwerdeführer weder steuerbares Einkommen
noch steuerbares Vermögen; er beantragte eine Nullveranlagung (Bg-act.
I/ 293). Anhaltspunkte für die Höhe seiner Einkünfte bietet einzig die im
Beschwerdeverfahren eingereichten Tagesrapporte seines
Einzelunternehmens, nach denen er in den Monaten Juni Fr. 2'375.--, Juli
Fr. 1'370.--, August
Fr. 1'680.-- und September Fr. 2'720.-- als Einnahmen festhielt (Bf-act.
13). Davon wären seine Ausgaben in Abzug zu bringen. Es ist
offensichtlich, dass dieser ausgewiesene Verdienst nicht ausreicht, um
den Grundbedarf und die Mietzinsen des Beschwerdeführers zu decken,
geschweige denn um Schulden abzubauen. In der
Verwaltungsgerichtbeschwerde macht der Beschwerdeführer zudem
geltend, sein Lohn sei stets gepfändet worden. Damit habe er durchaus
seinen Willen die Schulden zurückzuzahlen manifestiert. Als Beweis
hierfür, reichte der Beschwerdeführer die im Jahr 2013 vorgenommene
Existenz-Minimum-Berechnung des Betreibungsamtes O.4._ ein (Bf-
act. 12). Es wurde vereinbart, dass der Beschwerdeführer, nachdem er
sich als Taxifahrer selbständig macht, pro Monat Fr. 500.-- bezahle.
Gemäss dem Betreibungsregisterauszug O.4._ vom 25. Februar
2014 erfolgte für drei Betreibungen eine Einkommenspfändung. Im
Betreibungsregisterauszug vom 10. August 2015 sind dieselben
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Betreibungen unter dem Titel "offene Verlustscheine" weiterhin
aufgeführt. Die betragsmässige Höhe der Verlustscheine blieb gleich,
weshalb davon auszugehen ist, dass keine Auszahlungen der
Lohnüberschüsse an die Gläubiger erfolgten. Was der Grund hierfür war,
ob der Beschwerdeführer sich nicht an die Vereinbarung hielt oder nie
einen Lohn über das Existenzminimum verdiente, bleibt ungeklärt. In
jedem Fall ist daraus kein wirklicher Wille zur schnellstmöglichen
Sanierung der finanziellen Situation erkennbar.
b) Des Weiteren hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers in seiner
Beschwerdeschrift fest, dass sich die selbständige Erwerbstätigkeit
seines Mandanten bereits im August 2014 als nicht nachhaltig erwiesen
habe. Deshalb würde sich der Beschwerdeführer um eine unselbständige
Erwerbstätigkeit bemühen. Aufgrund seiner am 4. August 2014
abgelaufenen Aufenthaltsbewilligung sei ihm dies jedoch verunmöglicht
worden. Der Beschwerdegegner zog daraus den Schluss, dass der
Beschwerdeführer seine selbständige Erwerbstätigkeit seit August 2014
selbst als gescheitert betrachtet habe und spätestens ab diesem
Zeitpunkt eine Teilzeitanstellung hätte suchen müssen. Aus den Akten
würden indessen keine Suchbemühungen hervorgehen. Im Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht wendet der Beschwerdeführer dagegen ein, er
habe rund ein Jahr nach der Aufnahme seiner selbständigen
Erwerbstätigkeit sein Auto verkaufen müssen, um die Schulden an seine
Ex-Freundin zu begleichen. Fortan sei es ihm nicht mehr möglich
gewesen, als selbständiger Taxifahrer zu arbeiten. Vom Taxiunternehmen
in O.1._ habe er ein Fahrzeug für Fr. 400.-- gemietet, um im Jahr
2015 weiterhin als Taxifahrer arbeiten zu können und nicht auf Sozialhilfe
zurückgreifen zu müssen. Nachdem seine Aufenthaltsbewilligung Ende
September 2015 erloschen sei, wäre die Stellensuche für den
Beschwerdeführer unmöglich geworden. Seit März 2015 lebe der
Beschwerdeführer zudem wieder in einer festen Beziehung mit einer
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Schweizer Bürgerin. Die Heirat mit ihr dürfte seine finanzielle Situation
nochmals verbessern und letztlich entspannen.
Die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers wurde am 4. August
2014 um ein weiteres Jahr verlängert und war bis am 30. September
2015 gültig. Gemäss den eingereichten Tagesrapporten war der
Beschwerdeführer zumindest in den Monaten Juni bis September
weiterhin als Taxifahrer erwerbstätig. Aus diesen geht zudem hervor,
dass der Beschwerdeführer zum Teil erst ab 12.00 Uhr oder nur für ein
paar Stunden am Tag als Taxifahrer arbeitete. Es kann mit dem
Beschwerdegegner davon ausgegangen werden, dass er nicht in einem
Mass erwerbstätig war, dass für eine Besserung seiner finanziellen
Situation sprechen würde. Er hätte zumindest einer unselbständigen
Erwerbstätigkeit im Teilzeitpensum nachgehen können. Allgemein kann
zu seiner beruflichen Integration festgehalten werden, dass er häufig die
Arbeitsstellen wechselte und nie längerfristig an einem Ort angestellt war.
Zudem war er immer wieder beim RAV gemeldet, wobei er sich jeweils
schnell eine neue Stelle finden konnte. Mit seiner Firma "E._-Taxi"
konnte er ebenfalls nichts Dauerhaftes erreichen. Die Firma ist heute aus
dem Handelsregister gelöscht. Es ist offen, wie die berufliche Situation
des Beschwerdeführers derzeit aussieht. Die erloschene
Aufenthaltsbewilligung entschuldigt eine fehlende Arbeitssuche nicht, da
es dem Beschwerdeführer möglich war beim AFM eine
Aufenthaltsbestätigung einzufordern, in welcher festgehalten wird, dass
ihm bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheides alle mit seiner
Aufenthaltsbewilligung verbundene Rechte, insbesondere das Ausüben
einer Erwerbstätigkeit, zustehen. Der Beschwerdeführer hat jedenfalls im
Rahmen seiner Mitwirkungspflicht gemäss Art. 90 AuG nicht belegt, dass
er sich bemühe, seine Schulden abzubauen.
c) Das Gesagte zeigt auf, dass der angefochtene Entscheid sich nicht
verständlich dazu äussert, wie sich die einzelnen Schulden seit der
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formlosen Verwarnung konkret weiter entwickelt haben bzw. worin die
Ursache der neuen Betreibungen liegt. Vielmehr wurden die totalen
Betreibungssummen zusammengezählt und dadurch festgestellt, die
Schulden wären angewachsen. Jedenfalls bestehen weder Anhaltspunkte
wie Spielsucht oder ausschweifender Lebensstil, auf welche die Schulden
des Beschwerdeführers zurückzuführen wären. Es ist weiterhin unklar, ob
es sich bei den hinzugekommenen Schulden, tatsächlich um neue
Schulden handelt sowie ob diese mutwillig herbeigeführt worden sind.
Zudem ist die finanzielle Situation des Beschwerdeführers undurchsichtig.
Aus den Akten sind auch keine ernsthaften Bemühungen um
Schuldensanierung
oder Arbeitsbemühungen des Beschwerdeführers ersichtlich. Aufgrund
der bekannten Umstände ist daher nicht erstellt, dass der
Beschwerdeführer mutwillig Schulden macht. Es lässt sich aber auch
nicht von vornherein ausschliessen, da es dem Beschwerdeführer
ebenfalls nicht gelungen ist aufzuzeigen, dass seine Schulden nicht aus
einem mutwilligen Verhalten herrühren. Auch in diesem Punkt sind die
Entscheidgrundlagen durch die Vorinstanz zu ergänzen.
6. a) Die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ist gemäss Art. 62 Abs. 1
lit. d AuG auch dann zu verweigern, wenn eine mit der Bewilligung bzw.
Verfügung verbundene Bedingung nicht mehr erfüllt wird. Erteilt die
zuständige Behörde einer ausländischen Person eine
Aufenthaltsbewilligung, knüpft sie diese regelmässig an einen
Aufenthaltszweck (bspw. Eheliche Gemeinschaft, Erwerbstätigkeit,
Studium etc.). Der Aufenthaltszweck stellt eine Bedingung im Sinne von
Art. 33 Abs. 2 AuG dar. Bei Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung
haben die zuständigen Behörden zu prüfen, ob der Aufenthaltszweck
einer ausländischen Person nach wie vor eingehalten wird. Sollte dies
nicht mehr der Fall sein, gilt der Aufenthaltszweck in der Regel als erfüllt
und als Folge davon wird die Nichtverlängerung der Bewilligung sowie die
Wegweisung aus der Schweiz verfügt. Dabei ist auch bei einer
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Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung infolge Erfüllung des
Aufenthaltszwecks der Grundsatz der Verhältnismässigkeit zu beachten
(Art. 96 AuG). Im Unterschied zum Widerruf einer Bewilligung muss die
Angemessenheit der Wegweisung bei der Nichtverlängerung von
Bewilligungen, auf welche kein Anspruch besteht, nicht in gleich
umfassender Weise geprüft werden, da mit einer Nichtverlängerung nicht
in ein gültiges Anwesenheitsrecht eingegriffen wird. Ferner ist zu
beachten, dass das öffentliche Interesse an der Fernhaltung
ausländischer Personen aus der Schweiz, welche einzig zum Schutz
potentieller Gläubiger dient, grundsätzlich von geringerem Gewicht ist als
dasjenige, straffällig oder dauernd sozialhilfeabhängiger Ausländerinnen
und Ausländer (vgl. die Weisungen und Erläuterungen Ausländerbereich
[Weisungen AuG] des SEM, Bern Oktober 2013, aktualisiert am 6. März
2017, Ziff. 8.3.3, S. 315).
b) Im Dispositiv der Verfügung des AFM vom 1. März 2010 wird Folgendes
festgehalten:
"1. Die an A._ erteilte Jahresaufenthaltsbewilligung wird an die
Bedingung der Erwerbstätigkeit geknüpft.
2. A._ hat sich bis zum 30. April 2010 eine existenzsichernde
Erwerbstätigkeit zu suchen.
3. Sofern die Ziffern 1 und 2 des Dispositives bis zum 30. April nicht erfüllt
werden, wird die Jahresaufenthaltsbewilligung von A._ widerrufen
bzw. nicht mehr verlängert.
4. [Kosten]