Decision ID: 0d979f3d-4580-4ebb-b59f-168fd4907673
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Die Ausgleichskasse GastroSocial führte am 8. September 2014 bei der A._
GmbH eine Arbeitgeberkontrolle durch. Diese umfasste den Zeitraum vom 1. Januar
2009 bis zum 31. Dezember 2013. Dabei rechnete sie von B._, Gesellschafter und
Geschäftsführer mit Einzelunterschrift, getätigte Bezüge als massgebenden Lohn auf,
was nach Verrechnung mit Korrekturbuchungen für andere Angestellte nicht
abgerechnete Löhne von Fr. 155'000.-- (2009), Fr. 111'290.-- (2010), Fr. 72'968.--
(2011), Fr. 108'934.-- (2012) sowie Fr. 90'997.70 (2013) ergab. Daraufhin stellte sie der
Firma mit Verfügung vom 15. September 2014 nachzuzahlende
Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von Fr. 88'797.90 (inkl. Zinsen und
Verwaltungskosten) in Rechnung (act. G 3.2 - 3.4).
A.b Am 8. Oktober 2014 erhob B._ namens der Gesellschaft Einsprache gegen diese
Verfügung und machte im Wesentlichen geltend, er sei bis 2008 bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons (SVA) St. Gallen als Selbstständigerwerbender
erfasst gewesen und habe dort seine Beiträge entrichtet. Dies sei auch weiterhin so zu
halten. Er könne nicht als Angestellter der A._ GmbH betrachtet werden (act. G 3.5).
In der Folge führte die GastroSocial interne Abklärungen beim fallführenden Revisor
durch. Dieser gab an, B._ habe für die Jahre 2009 bis 2013 keinen Nachweis der
selbstständigen Erwerbstätigkeit erbringen können (act. G 3.7). Mit Schreiben vom 23.
Oktober 2014 forderte die Ausgleichskasse sodann B._ auf, den Nachweis der
erfüllten Beitragspflicht betreffend die nacherfassten Löhne zu erbringen (act. G 3.8).
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Mit Antwortschreiben vom 10. November 2014 führte B._ aus, er habe bis 31.
Dezember 2008 seine AHV-Beiträge als Selbstständigerwerbender bei der SVA St.
Gallen entrichtet. Ab 2009 lägen jedoch keine definitiven Verfügungen der SVA St.
Gallen mehr vor, weshalb er diesbezüglich keine Bestätigung der erfüllten
Beitragspflicht auf den nachgeforderten Lohnbeträgen erbringen könne. Es sei nicht
nachvollziehbar, weshalb die gleiche Tätigkeit über viele Jahre ab dem 1. Januar 2009
neu als unselbstständige Erwerbstätigkeit gelten soll (act. G 3.9). Nach entsprechender
Aufforderung vom 4. Dezember 2014 machte B._ im Schreiben vom 19. Dezember
2014 weitere Ausführungen zu seinem AHV-Status. Er sei praktisch lebenslang als
Selbstständigerwerbender erfasst gewesen. In seinem 61. Lebensjahr werde er nichts
Neues mehr anfangen und sein Arbeitserwerb habe sich im Lauf der Jahre nur
unwesentlich verändert. Er habe insbesondere vom 1. Februar 1997 bis zum 31.
Dezember 2008 seine AHV-Beiträge als Selbstständigerwerbender bei der SVA St.
Gallen entrichtet. Er leiste auch weiterhin provisorische Akonto-Zahlungen (act. G 3.13).
Nachdem die GastroSocial B._ am 6. Januar 2015 erneut auf die fehlende
Bestätigung der erfüllten Beitragspflicht aufmerksam gemacht hatte, wies sie die
Einsprache mit Entscheid vom 5. Februar 2015 ab. Verwaltungsratsentschädigungen
seien als massgebender Lohn im Sinn von Art. 5 Abs. 2 AHVG und Art. 7 lit. h AHVV zu
qualifizieren (act. G 3.14 und 16).
B.
B.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 4. März
2015 mit dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids. B._
sei sodann weiterhin als Selbstständigerwerbender bei der SVA St. Gallen zu führen.
Eventualiter sei er als Nichterwerbstätiger einzustufen. Die aufgerechneten
Entschädigungen an B._ würden in der Höhe nicht bestritten. Indessen sei er
praktisch lebenslang als Selbstständigerwerbender erfasst gewesen. Er betreue neben
der A._ GmbH noch mehrere andere Mandate (C._ GmbH, D._ AG, E._ AG und
F._ GmbH). Somit sei er wirtschaftlich nicht nur von A._ GmbH abhängig. Er
figuriere als Inhaber oder Hauptaktionär und betreue die besagten Firmen strategisch
selbstständig. Er habe seine AHV-Beiträge bis Ende 2008 bei der SVA St. Gallen als
Selbstständigerwerbender bezahlt. Es verstosse gegen Treu und Glauben, wenn er
dies nun kurz vor der Pensionierung nicht mehr könne. Es sei nicht ersichtlich, welche
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Faktoren zur Richtungsänderung (zur Verfügung der SVA St. Gallen vom 20. November
2014) geführt hätten, wonach er rückwirkend ab 2009 nicht mehr als
Selbstständigerwerbender anerkannt sei. Er erfülle die Faktoren, die für eine
selbstständige Erwerbstätigkeit sprächen. So sei er nicht in untergeordneter Stellung
tätig, besitze eigene Geschäftsräumlichkeiten, habe keine Pflicht zur persönlichen
Aufgabenerfüllung, beschäftige indirekt Personal und verfüge über diverse
Auftraggeber (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 16. April 2015 beantragt die Verwaltung Abweisung
der Beschwerde. B._ fungiere als Gesellschafter und Geschäftsführer der
Beschwerdeführerin. Für die ahv-rechtliche Qualifikation sei entscheidend, dass er in
arbeitsorganisatorischer Hinsicht in den Betrieb eingebunden sei und den
ausgerichteten Entschädigungen für ihn eine wirtschaftlich grosse Bedeutung
zukomme. Weder die Einwendung, dass er seine Beitragspflicht bei anderen Betrieben
als Selbstständigerwerbender erfüllt habe, noch dass er sich vorsichtshalber
rückwirkend ab 1. Januar 2009 als Nichterwerbstätiger anmelden wolle, vermöchten
den Beweis der erfüllten AHV-Beitragspflicht in Bezug auf die fraglichen
Entschädigungen zu erbringen. Diesbezüglich vermöge er weder eine rechtsgenügliche
Bestätigung noch definitive Beitragsverfügungen als Selbstständigerwerbender
beizubringen. Dies gehe auch nicht aus den von ihm ins Recht gelegten
Akontozahlungen an die SVA St. Gallen hervor. Die Akontoanzeigen seien von der SVA
St. Gallen mit Verfügung vom 20. November 2014 aufgehoben worden. Entgegen
seinem Vorbringen sei das Beitragsstatut von B._ für die fragliche Beitragszeit von
der SVA St. Gallen nicht definitiv festgesetzt worden. Vielmehr seien für die fraglichen
Entschädigungen weder Sozialversicherungsbeiträge erhoben worden noch seien sie
Gegenstand einer formell rechtskräftigen Verfügung gewesen. Die erstmalige Prüfung
der unter dem Titel "Entschädigung" oder "VR-Entschädigung" ausgewiesenen
Entgelte an B._ in der Geschäftsbuchhaltung der Beschwerdeführerin habe ergeben,
dass diese Einkünfte gemäss Art. 5 Abs. 2 Satz 2 AHVG massgebenden Lohn
darstellten, weshalb sie zu Recht der Beitragspflicht unterstellt worden seien (act. G 3).
B.c Mit Replik vom 18. Mai 2015 hält die Beschwerdeführerin an ihren
Rechtsbegehren fest. B._ sei bis 2008 zweifelsfrei von der SVA St. Gallen als
Selbstständigerwerbender erfasst gewesen und habe dort seine persönlichen Beiträge
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entrichtet. Dies, obwohl ihn das Steueramt seit dem Jahr 2006 nicht mehr als
Selbstständigerwerbenden eingestuft habe. Seine Tätigkeit habe sich seit 2006 nicht
verändert. Ebenfalls habe er als Gesellschafter und Geschäftsführer der
Beschwerdeführerin nur strategische Aufgaben inne. Die GmbH habe einen Chef de
Service, einen Küchenchef, einen Betriebsleiter sowie einen Angestellten in der
Administration. B._ erhalte sein Entgelt für seine Beratungstätigkeit vor allem in der
strategischen Ausrichtung des Betriebs sowie für die Planung der baulich
erforderlichen Massnahmen. Die Entschädigung sei somit abhängig vom Aufwand
seiner Beanspruchung (G 5).
B.d Mit Duplik vom 16. Juni 2015 hält auch die Verwaltung an ihrem Antrag fest. Der
Vertreter der beschwerdeführenden Arbeitgeberin gebe in seiner Replik unumwunden
zu, dass er bereits mit der Eröffnung der definitiven Steuerveranlagungen 2009 bis
2011 vom 12. November 2013 über die geänderte Taxation seiner Einkünfte orientiert
gewesen sei. Trotzdem habe er sich die fraglichen Entschädigungen als Gesellschafter
und Geschäftsführer auszahlen lassen. Da er nicht die nötigen Vorkehrungen
betreffend seinen sozialversicherungsrechtlichen Status getroffen habe, müsse er sich
anrechnen lassen, dass die von ihm vereinnahmten Entschädigungen aus der Tätigkeit
für die Beschwerdeführerin bei der entsprechenden Arbeitgeberkontrolle erstmalig
geprüft und qualifiziert worden seien. Die von B._ ins Recht gelegte definitive
Steuerveranlagung für das Jahr 2009 vom 12. November 2013 belege einzig, dass die
von ihm deklarierten Einkünfte als Selbstständigerwerbender von der Steuerbehörde
als Einkünfte aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit veranlagt worden seien. Dass ein
Beitragspflichtiger bereits einer Ausgleichskasse als Selbstständigerwerbender
angeschlossen sei, habe für die Qualifikation eines Entgelts ahv-rechtlich keine
Bedeutung. In diesem Verfahren sei lediglich die Beitragsunterstellung der von B._
als Gesellschafter und Geschäftsführer der Beschwerdeführerin bezogenen
Entschädigungen zu beurteilen (act. G 7).
B.e Mit Schreiben der Verfahrensleitung vom 23. Juni 2015 wurde die SVA St. Gallen
aufgefordert darzulegen, seit wann und für welche Tätigkeiten B._ als
Selbstständigerwerbender erfasst und aus welchem Grund die Verfügung vom 20.
November 2014 betreffend Aufhebung von Beitragsverfügungen erlassen worden sei
(act. G 9). Am 8. Juli 2015 teilte die SVA St. Gallen mit, B._ sei seit 1. Februar 1997
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dort als Selbstständigerwerbender erfasst gewesen. Die Art der Tätigkeit lasse sich
leider nicht mit Sicherheit feststellen. Vermutungsweise habe es sich um
Immobilienhandel gehandelt (act. G 10). Auf erneute Nachfrage der Verfahrensleitung
vom 16. Juli 2015 teilte die SVA St. Gallen am 13. August 2015 mit, die Abklärungen
der SVA hätten im Januar 2014 auf Grund der Qualifizierung (der fraglichen Einkünfte)
als unselbstständige Erwerbstätigkeit durch das zuständige Steueramt begonnen. Bei
der durch die SVA St. Gallen am 11. Mai 2010 durchgeführten Arbeitgeberkontrolle
betreffend die G._ AG seien die Einkommen von B._ als unselbstständige
Erwerbseinkommen qualifiziert worden. Dies habe seinerzeit zu keiner Einsprache
geführt. Die Verfügung vom 20. November 2014 sei erlassen worden, um die
sozialversicherungsrechtliche Stellung von B._ mit den tatsächlichen Verhältnissen in
Einklang zu bringen. Diese Verfügung sei noch nicht rechtskräftig geworden. Das
hängige Einspracheverfahren bleibe bis zum Abschluss des vorliegenden
Beschwerdeverfahrens sistiert (act. G 12).
B.f Die Parteien verzichteten auf eine weitere Stellungnahme (act. G 13 f.).

Erwägungen
1.
Die sozialversicherungsrechtliche Beitragspflicht Erwerbstätiger richtet sich unter
anderem danach, ob das in einem bestimmten Zeitraum erzielte Erwerbseinkommen
als solches aus selbstständiger oder aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit zu
qualifizieren ist (Art. 5 und 9 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung [AHVG; SR 831.10] sowie Art. 6 ff. der Verordnung über die
Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVV; SR 831.101]). Nach Art. 5 Abs. 2 AHVG
gilt als massgebender Lohn jedes Entgelt für in unselbstständiger Stellung auf
bestimmte oder unbestimmte Zeit geleistete Arbeit, darin eingeschlossen unter
anderem Tantiemen, feste Entschädigungen und Sitzungsgelder an die Mitglieder der
Verwaltung und der geschäftsführenden Organe (Art. 7 lit. h AHVV; vgl. auch Rz 2034
ff. der Wegleitung des Bundesamtes für Sozialversicherung über den massgebenden
Lohn [WML], wonach die Entgelte, die einer versicherten Person als Organ einer
juristischen Person zukommen, grundsätzlich zum massgebenden Lohn gehören. Dazu
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gehören namentlich Honorare, Tantiemen, Saläre und andere feste Vergütungen der
Mitglieder der Verwaltung sowie Sitzungsgelder [Rz 2035 WML]). Als Einkommen aus
selbstständiger Erwerbstätigkeit gilt nach Art. 9 Abs. 1 AHVG jedes Einkommen, das
nicht Entgelt für in unselbstständiger Stellung geleistete Arbeit darstellt.
2.
2.1 Vorliegend werden die in den Jahren 2009 bis 2013 von der Beschwerdegegnerin
aufgerechneten Lohnsummen von der Beschwerdeführerin nicht bestritten. Es handelt
sich um Beträge in Höhe von Fr. 155'000.-- (2009), Fr. 111'290.-- (2010), Fr. 72'968.--
(2011), Fr. 108'934.-- (2012) und Fr. 90'997.70 (2013). Diese setzen sich jeweils aus
Lohnaufrechnungen für B._, abzüglich Gutschriften für Taggelder für diverse
Mitarbeitende zusammen. In den Jahren 2009 bis 2011 wurden für B._ auf Grund der
Steuerveranlagungen Löhne von Fr. 155'000.--, Fr. 134'000.-- und Fr. 94'000.--
aufgerechnet. Für die Jahre 2012 und 2013 erfolgte die Aufrechnung auf Grund der
Buchungen im Konto 4790 "Diverse Unkosten", und zwar in Höhe von Fr. 110'000.--
und Fr. 100'000.-- (act. G 3.2). Auch diese Beträge werden in quantitativer Hinsicht
nicht bestritten. Unbestritten ist weiter, dass B._ die fraglichen Entschädigungen für
seine Tätigkeit als Geschäftsführer der Beschwerdeführerin und nicht als deren
Gesellschafter (in der Funktion als Kapitaleigner) erhalten hat und sie somit nicht
Kapitalertrag darstellen. Auch wird nicht geltend gemacht, es handle sich um
Spesenersatz. Umstritten ist einzig die Frage, ob es sich um massgebenden Lohn
handelt bzw. ob diese Einkommen in unselbstständiger Stellung erzielt wurden.
2.2 Wie unter vorstehender Erwägung 1 ausgeführt, gehören Entschädigungen an die
Organe einer juristischen Person grundsätzlich zum massgebenden Lohn (Rz 2034 f.
WML). Vorliegend ist nicht ersichtlich, dass es sich um eine Ausnahme im Sinn von Rz
2039 ff. WML handeln könnte, übt doch B._ seine Geschäftsführertätigkeit bei der
Beschwerdeführerin nicht als Arbeitnehmer und in Vertretung eines Dritten aus noch ist
ersichtlich, dass die fraglichen Entschädigungen an einen Dritten ausbezahlt worden
wären (vgl. für die GmbH auch Art. 809 Abs. 2 OR). B._ selber macht geltend, er sei
bis anhin für die gleiche Tätigkeit als Selbstständigerwerbender bei der SVA St. Gallen
erfasst gewesen und habe dort die entsprechenden Beiträge bezahlt. Trotz
mehrmaliger Nachfrage der Beschwerdegegnerin konnte er diesen Umstand jedoch
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nicht belegen (act. G 3.8, 3.9, 3.12 und 3.13). Mit der Beschwerdegegnerin ist
diesbezüglich festzustellen, dass die im Einspracheverfahren ins Recht gelegte
Quartalsrechnung akonto für die persönlichen Beiträge im Zeitraum Juli bis September
2014 keinen Beweis zu erbringen vermag, dass sich diese auf die fragliche Tätigkeit bei
der Beschwerdeführerin bezieht (act. G 3.9). Auch die SVA St. Gallen konnte auf
wiederholte Nachfrage des Gerichts nicht bestätigen, dass B._ bei ihr für diese
Tätigkeit als Selbstständigerwerbender erfasst ist und Beiträge bezahlt. Vielmehr gab
sie im Schreiben vom 8. Juli 2015 an, der Grund für die Erfassung als
Selbstständigerwerbender lasse sich nicht mehr genau eruieren und betreffe wohl eine
Tätigkeit im Immobilienhandel (act. G 10). Die Erfassung als Selbstständigerwerbender
wurde mit Verfügung vom 20. November 2014 per Ende 2008 wieder aufgehoben (act.
G 3.11). In einem weiteren Schreiben vom 13. August 2015 gab die SVA St. Gallen
zudem an, die sozialversicherungsrechtliche Stellung von B._ bei der
Beschwerdeführerin sei in der Vergangenheit nicht geprüft worden (act. G 12), womit
sich die unklare Erfassung als Selbstständigerwerbender jedenfalls nicht auf diese
Tätigkeit beziehen kann. Dass B._ für die fragliche Tätigkeit bis Ende 2008 - und wie
geltend gemacht langjährig ("praktisch lebenslang") - als Selbstständigerwerbender
erfasst worden sein soll, ist allein schon deshalb unwahrscheinlich, weil die
Beschwerdeführerin erst am 12. Dezember 2007 ins Handelsregister eingetragen
wurde und nach eigenen Angaben von B._ per 1. Januar 2008 der
Beschwerdegegnerin angeschlossen wurde (vgl. Online-Handelsregisterauszug,
abgerufen am 3. Juni 2016). Nach eigenen Angaben des Geschäftsführers geht die
Steuerbehörde offenbar bereits seit 2006 nicht mehr von einer selbstständigen
Erwerbstätigkeit aus (Replik vom 18. Mai 2015, S. 2). Schliesslich entsprechen die
persönlichen Akonto-Beiträge von Fr. 744.-- (AHV/IV/EO, 2014 [act. G 3.9]) für ein
Quartal einem Jahreseinkommen von lediglich Fr. 42'000.-- (vgl. Beitragstabellen für
Selbstständigerwerbende und Nichterwerbstätige, gültig ab 1. Januar 2013; vgl. auch
act. G 10.2 und 10.3) und können sich offensichtlich nicht auf die wesentlich höheren
Einkünfte bei der Beschwerdeführerin beziehen. Somit ist die Erfassung als
Selbstständigerwerbender für die fragliche Tätigkeit nicht mit dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt. Nachdem die Beschwerdeführerin aus diesem Umstand Rechte ableiten will,
trägt sie nach einem allgemeinen Rechtsgrundsatz die Folgen der Beweislosigkeit.
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Unter diesen Umständen ist auch nicht ersichtlich, dass derselbe Sachverhalt früher
anders erfasst worden wäre, weshalb ein Zurückkommen darauf Treu und Glauben
verletzen bzw. einen Rückkommenstitel erfordern würde. Vielmehr ist davon
auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin die strittigen Bezüge des Geschäftsführers
bei der Beschwerdeführerin GmbH erstmalig erfasst hat. Die Frage, ob die
rückwirkende Aufhebung der mit Abrechnung der SVA St. Gallen vom 21. Januar 2014
definitiv veranlagten persönlichen Beiträge für die Jahre 2009 bis 2011
voraussetzungslos möglich war bzw. ist, braucht nicht im vorliegenden Verfahren
abgeklärt zu werden (vgl. act. G 1.3, 1.4 und 1.6). Das entsprechende
Einspracheverfahren ist noch bei der SVA St. Gallen anhängig (vgl. act. G 12).
2.3 Im Weiteren legt die Beschwerdeführerin dar, weshalb bei den Entschädigungen
an ihren Geschäftsführer ihrer Ansicht nach von selbstständiger Erwerbstätigkeit
auszugehen sei. Einspracheweise wurde ausgeführt, dass B._ verschiedene Firmen
gegen aussen vertrete, immer als Gesellschafter oder Verwaltungsrat. Er sei daher für
mehrere Arbeitgeber (gemeint wohl Auftraggeber) tätig. Er sei in der jeweiligen
Betriebsorganisation frei und unterliege keiner Weisungsgebundenheit. Die Art und
Weise der Arbeitserbringung bestimme er selber. Er könne auch die Weitergabe an
Dritte anordnen. Insbesondere bestimme er seine Arbeitszeiten und Einsätze selber.
Für ihn führe sie keine Arbeitszeitkontrolle. Er entscheide mehrheitlich in eigener
Kompetenz über die wirtschaftlichen Belange seiner Firmen. Somit trage er auch ein
wirtschaftliches Risiko und übernehme die volle Verantwortung für seine
Entscheidungen (act. G 3.5). Zwar ist nicht ausgeschlossen, dass eine versicherte
Person, die Organ einer juristischen Person ist, dieser in selbstständiger Stellung
gegenüber steht. Dies setzt indessen voraus, dass sie der juristischen Person als
Drittperson gegenübersteht, etwa als selbstständigerwerbender Baumeister, Anwältin,
Treuhänder oder Buchhalterin. Entscheidend ist, ob die Tätigkeit, für welche die
Entschädigung ausgerichtet wird, mit der Stellung als Organ verbunden ist, oder ob sie
ebenso gut losgelöst davon erfolgen kann (Rz 2042 WML; vgl. auch Hanspeter Käser,
Unterstellung und Beitragswesen in der obligatorischen AHV, 2. Aufl.,
Rz 4.93). Vorliegend kann nicht zweifelhaft sein, dass die vom Geschäftsführer und
(Mehrheits-)Gesellschafter geleistete Tätigkeit in seiner Stellung als Gesellschaftsorgan
erfolgt, weist doch die Beschwerdeführerin selber mehrfach darauf hin, dass B._
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jeweils als Inhaber oder Hauptaktionär bzw. als Gesellschafter und Geschäftsführer/
Verwaltungsrat fungiere (act. G 1 und G 3.5). Als solcher fungierte er auch bei den
ausgeführten Umbautätigkeiten bei der Beschwerdeführerin, wenn er ausführt, er habe
die Firma strategisch betreut, mit den Handwerkern verhandelt, Bestellungen getätigt
und Installationen angeordnet (Beschwerde, S. 2). Es ist sodann weder ersichtlich noch
wird geltend gemacht, dass B._ in selbstständiger Stellung
Managementdienstleistungen oder Leistungen als Generalunternehmer am Markt
anbietet und diese unter anderem der Beschwerdeführerin zur Verfügung stellt.
Vielmehr ist er - auch nach eigenen Ausführungen - einzig für die von ihm dominierten
Kapitalgesellschaften tätig. Die fehlende Weisungsgebundenheit als Gesellschafter und
Geschäftsführer der eigenen GmbH kann unter diesen Umständen nicht als Merkmal
einer selbstständigen Erwerbstätigkeit im ahv-rechtlichen Sinn interpretiert werden.
Schliesslich zeigt die von ihm im vorliegenden Verfahren eingereichte definitive
Steuerveranlagung 2009, dass die fraglichen Einkünfte von Fr. 155'000.-- in diesem
Jahr auch von der Steuerbehörde als Einkommen aus unselbstständiger
Erwerbstätigkeit (um)qualifiziert worden sind (davon Fr. 45'000.-- unter dem Titel
"Sitzungsgelder, Verwaltungshonorare usw." [act. G 5.1]). Nach dem Gesagten besteht
in beitragsrechtlicher Hinsicht kein Grund, von dieser Qualifikation abzuweichen. Die
Beschwerdegegnerin hat somit die umstrittenen Bezüge der Jahre 2009 bis 2013 zu
Recht als massgebenden Lohn qualifiziert. In masslicher Hinsicht werden die
Sozialversicherungsbeiträge und die Ausgleichszinsen nicht beanstandet und
erscheinen korrekt.
3.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG).