Decision ID: 92cad6b6-2906-4d51-af0b-a4b8382c5729
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1973 geborene
X._
bezog ab
dem 1. Mai 2011 Taggelder der Arbeitslosenversicherung und war damit bei der Schweizerischen
Unfallversi
cheru
ngsanstalt
(SUVA)
versichert (Urk. 9/1)
. Mit Schadenmeldung UVG
vom
20. September 2011
(Urk. 9/1) teilte sie
der SUVA mit, sie habe sich am 19. Juli 2011
auf einer Reise
am linken Auge und am ganzen Körper (systemische Wir
kung) verletzt, als sie sich
während Turbulenzen auf der
Flugzeugtoilette
aufge
halten habe
.
Die SUVA anerkannte
in der Folge
ihre Leistungspflicht für das fragliche Ereignis
,
erbrachte Taggeld
er und kam für die
Heilbehandlungs
kosten auf
(vgl. Urk. 9/32-35).
Nachdem sich die Versicherte v
om 14. März bis 23. Mai 2012
hatte
stationär in der
Y._
behandeln
lassen
(vgl.
Austritts
bericht
vom 23. Mai 2012, Urk. 9/72), teilte ihr die SUVA am 21. Juni 2012 mit, dass die Leistungen per 30. Juni 2012 eingestellt würden, da die – organisch nicht hinreichend nachweisbaren – persistierenden Beschwerden in keinem adä
quaten Kausalzusammenhang zum
fraglichen
Unfall stünden (Urk. 9/80).
Daran hielt sie - auf Opponieren der Versicherten hin (Urk. 9/87)
–
mit Verfügung vom 30. August 2012 (Urk. 9/89) fest.
Der Krankenversicherer von
X._
zog seine am 10. September 2012 vorsorglich gegen diesen Entscheid erhobene Einsprache
(Urk. 9/91)
am 9. Oktober 2012 wieder zurück (Urk. 9/99); die
Einsprache der Versichert
en (Urk. 9/97) wies die SUVA, nachdem sie am 6. Juni 2013
eine Beurteilung von
PD
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie, Versicherungsmedizin der SUVA, eingeholt hatte (Urk. 9/140
), am 13. Juni 2013 ab (
Urk.
2).
2.
Gegen d
ies
en
Einspracheentscheid
(Urk. 2) liess
X._
am 12. Juli 2013 mit folgenden Anträgen Beschwerde erheben (Urk. 1 S. 2):
„Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin die gesetzlich geschuldeten Leistungen zu bezahlen, insbes. Heilbehandlungsmassnahmen und Tag
gelder, evtl. eine Rente und eine Integritätsentschädigung.
Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Beschwerdegegne
rin
.“
Die SUVA
schloss am 15. November 2013 auf Abweisung der Beschwerde (Beschwerdeantwort, Urk. 8). Nachdem die Beschwerdeführer
in
mit Replik vom
4. März 2014
(Urk. 13)
an ihrem Antrag festgehalten und ein Gutachten von Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für Neurologie, Facharzt FMH für Physikali
sche Medizin und Rehabilitation, vom 31. Mai 2013 (Urk. 14) e
ingereicht hatte, hielt
mit Duplik vom
1. April 2014
(Urk. 17) auch die SUVA
an ihrem Antrag fest, was der Beschwerdeführerin am 2. April 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 18).
3.
Am 11. Juni 2012 hatte sich die Beschwerdeführerin auch zum Bezug von Leis
tungen (berufliche Integration, Rente) der Eidgenössischen Invalidenversiche
rung (IV) angemeldet (Urk. 7/4 im Prozess Nr. IV.2015.00091). Die
Sozialversi
cherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, traf daraufhin berufliche, erwerbliche sowie medizinische Abklärungen und zog die Akten der SUVA (Urk. 7/14 im Prozess Nr. IV.2015.00091) bei. Am 21. November 2012 und am 9. Januar 2013 erteilte sie Kostengutsprache für Frühinterventionsmassnahmen in Form eines Deutschkurses (Urk. 7/18, Urk. 7/23 und Urk. 7/25 im Prozess Nr. IV.2015.00091). Unter Hinweis darauf, dass Eingliederungsmassnahmen nach Angaben der Beschwerdeführerin aus gesundheitlichen Gründen derzeit nicht möglich seien, schloss
sie
die Arbeitsvermittlung am 10. Juli 2013 ab (Urk. 7/28 im Prozess Nr. IV.2015.00091). In der Folge liess sie die Beschwer
deführerin im Frühjahr 2014 von den Ärzten der MEDAS
B._
poly
disziplinär
untersuchen (vgl. Gutachten vom 25. Juni 2014, Urk. 7/48 im Prozess Nr. IV.2015.00091). Daraufhin verfügte sie am 8. Dezember 2014
–
in Be
stätigung ihres Vorbescheids vom 25. August 2014 (Urk. 7/51 im Prozess Nr. IV.2015.00091) – die Abweisung des Leistungsbegehrens (Urk. 2 im Prozess Nr. IV.2015.00091). Betreffend die von
X._
am 21. Januar 2015 im Prozess Nr. IV.2015.00091 gegen diesen Entscheid am hiesigen Gericht erho
bene Beschwerde ergeht ebenfalls mit heutigem Datum das Urteil.
4.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
Bundesgesetz über die Unfall
versicherung (UVG)
setzt zunächst voraus, dass zwischen dem
Unfaller
eignis
und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natür
li
cher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausal
zusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetre
tene
Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungs
weise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
spre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sam
men
hangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereig
nis zusam
men mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
ge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Ge
richt im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozial
versicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Ist ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörun
gen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausal
zusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- be
ziehungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen. Es ist zu beto
nen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürli
chen Kausalzusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte gesund
heitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129
V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.5
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der
Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische
Gesund
heitsschädigung
herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergan
genen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut ver
kraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus
versiche
rungsmässiger
Sicht auf einen Unfall nicht opti
mal reagieren (BGE 115 V 133 E.
4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinwei
sen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - folgende Einteilung
vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwer
e Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352 E.
5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.6
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine
Gesamt
würdigung
einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Un
falls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre
er
fahrungs
gemässe
Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
körperliche Dauerschmerzen;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genü
gen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, wel
cher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr.
U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Krite
rium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie z.B. eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes bezieh
ungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere
unfallbe
zogene
Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Ver
neinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit
mit
begünstigt
haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 44
9 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S.
448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.7
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Un
fall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beein
trächtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurück
zuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtspre
chung des Bundesge
richts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Stö
rungen nach einem Unf
all entwickelt worden ist (vgl.
BGE 123 V 98 E.
3b, 122 V 415 E.
2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- bezie
hungsweise der Erwerbsunfähigkeit zukommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Dem
nach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu
betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adä
quate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträch
tigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne
Weiteres
zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittle
ren Bereichs weitere Krite
rien in die Beurteilung mit einzubeziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des
Un
falls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
erhebliche Beschwerden;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bundes
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurteilung des ad
äquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psychischen Fehl
entwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit
Schleu
dertrauma
der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwer
den auf eine Differenzie
rung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht ent
scheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als orga
nischer und/oder psy
chischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr
. U 272 S.
173 E. 4a; BGE 117 V
359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
1.8
Die Beurteilung der Adäquanz in denjenigen Fällen, in denen die zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule gehörenden Beein
trächtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zu einer ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten, ist nach der Praxis des Bundesgerichts nicht nach den für das Sch
leudertrauma in BGE 117 V
359 entwickelten Kriterien, sondern nach den in BGE 115 V 133 für psychi
sche Fehlentwicklungen nach einem Unfall aufgestellten Kriterien vorzunehmen
(BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
, 123 V 98 E. 2a, RKUV 1995 Nr. U 221 S. 113 ff., SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 1; ferner BGE 134 V 109 E. 10.2 f.).
2.
2.1
Die SUVA begründete die Leistungseinstellung – unter Hinweis insbesondere auf die
Einschätzung von Prof. Dr. med.
C._
, Facharzt FMH für
Radio
logie, Chefarzt
D._
, vom 28. Dezember 2012
(Urk. 9/123)
und die
orthopädische Beurteilung von PD Dr.
Z._
vom 6. Juni
2013 (Urk
.
9/140)
– damit, dass
der Unfall
vom
19. Juli 2011 keine objektivierbaren Folgen im Sinne strukturelle
r
Veränderungen gezeitigt
habe (Urk. 2 S. 4 f., Urk. 8 S. 3 ff.). Selbst wenn man davon ausgehe, dass die
Beschwerdeführerin
, die im Laufe der Zeit stark divergierende Angaben zum Unfallhergang gemacht habe,
eine Distorsion beziehungsweise eine Abknickbewegung der
Halswirbel
säule
(HWS)
oder
ein Schädelhirntrauma erlitten habe
, be
stehe keine
An
spruchs
grundlage
für weitere Leistungen.
Das
als leicht einzustufende
Unfall
ereignis
sei nämlich nicht adäquat kausal für die
p
ersistierende
psychisch bedingte beziehungsweise jedenfalls
von den psychischen Beschwerden domi
nierte
Symptomatik (Urk. 2 S. 5 f.
, Urk. 8 S. 4 f.
).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt
,
die SUVA habe sowohl die Verfügung vom
30. August 2012 (Urk. 9/89)
als auch den angefochtenen
Einspracheentscheid
(Urk. 2) mangelhaft begründet (Urk. 1 S. 4 f.
, Urk. 13 S. 2
). A
ufgrund der Beurteilung der Radiologin Dr. med.
E._
stehe fest, dass
die Facettengelenke an der HWS links
beim Unfall vom 19. Juli 2011
nachhaltig geschädigt worden seien
.
Die bildgebend nachgewiesenen Befunde erklärten denn auch ohne
Weiteres
die anhaltende Symptomatik, ins
besondere die Kopf- und Nackenschmerzen, die Schwindelsensationen und die rasche Ermüdbarkeit.
Sofern nicht auf Dr.
E._
Einschätzung abgestellt werde, sei die Einholung eines radiologischen Gutachtens durch das Gericht indiziert
; der Bericht von Prof. Dr.
C._
sei schon aufgrund der
zwischen der S
UVA
und dem genannten Arzt
bestehenden Beziehung
nicht
beweistaug
lich
(Urk. 1 S. 5 f
f
.
, Urk. 13 S. 2 ff.
).
Auch der Neurologe Dr. med.
A._
sei in seinem Gutachten vom 31. Mai 2013 (Urk. 14) zum Schluss gelangt, dass
sich
die HWS-Problematik organisch bildgebend und klinisch objektivieren lasse und dass die aktuellen
Beschwerden
eine erheblich
e
organische Komponente auf
wiesen (Urk. 13 S. 4).
Beim fraglichen Unfall habe sie sich sowohl eine HWS-Distorsion als auch
eine Commotio cerebri zugezogen
und sie weise das für diese Ver
letzungen typische Beschwerdebild
auf
. Da
das Ereignis vom 19. Juli 2011
als mindestens mittelschwer
er Unfall
zu qualifizieren sei und sämtliche – nach der
Rechtsprechung gemäss BGE 134 V 109 zu prüfenden – Kriterien erfüllt seien,
sei
der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall
und
den persi
stie
renden Beschwerden
(sofern
denn
der Endzustand überhaupt erreicht sei) zu bejahen
und es
sei die Leistungseinstellung jedenfalls zu Unrecht erfolgt (Urk. 1 S. 8 ff.
, Urk. 13 S. 5 f.
).
3.
3.1
Die am 20. Juli 2011 notfallmässig
(ambulant)
konsultierten Ärzte des Ameri
kani
schen Krankenhauses in
F._
gaben in ihrem (undatierten) Bericht (Urk. 9/4
= Urk. 9/9
) an, die Beschwerdeführerin habe ein zerrissenes Augenlid sowie Hämatome am Hals und an anderen Körperteilen aufgewiesen.
Man habe ihr
ein Anti-Tetanus-Serum verabreicht und d
as rechte Augenlid genäht
. Die Beschwerdeführerin sei bewusstseinsklar und räumlich wie auch zeitlich orien
tiert gewesen.
Aufgrund des Hämatoms am Hals sei die Halsbeweglichkeit
schmerzbedingt eingeschränkt gewesen. Die radiologische Untersuchung des Kopf
s und der HWS habe einen normalen Befund ergeben. Es sei eine medika
mentöse Therapie verordnet worden.
Im Falle
einer Persistenz der Beschwerden sei eine Kontrolluntersuchung indiziert.
3.2
In ihrem Bericht vom
„20.07.2011 -
22.
07.2011“
(Urk. 9/6, Urk. 9/10, Urk. 9/11) diagnostizierten d
ie
Ärzte des Amerikanischen Krankenhauses, N
eurologische Abteilung, eine posttraumatische
Zephalea
beziehungsweise Kopfschmerzen. Die Beschwerdeführerin habe angegeben,
bei einem Unfall ein kraniale
s
Trauma erlitten zu haben. Sie habe
sich aufgrund von
Turbulenzen während eines Flugs am rechten frontal-parietalen Bereich des Kopfs, am Hals und
am rechten Arm verletzt
.
Sie habe weder
das Bewusstsein verloren noch erbrechen müssen.
A
us ihrem linken Nasenloch, nicht aber aus den Ohren,
habe sie
geblutet.
Sie klage über Kopfsch
m
erzen im
Bereich des
Hinterkopf
s
und über Halsschmerzen. Es seien
periorbitale
Hämatome rechts, eine
Lateration
in der Nähe der rechten Augenbraue und eine Rötung des rechten parietalen Bereich
s
festgestellt wor
den. Ödeme hätten keine bestanden. In Rahmen der neurologischen Untersu
chung habe sich die Beschwerdeführerin bewusstseinsklar sowie räumlich und zeitlich orientiert gezeigt.
Motorische oder sensorische Defizite seien keine nachgewiesen worden. Das MRI des Kopfs und der HWS habe unauffällige Befunde ergeben. Es sei eine medikamentöse Behandlung verordnet worden.
3.3
Die MRI-Untersuchung der HWS und des Schädels vom 19. August 2011 zeigte im Bereich der HWS ein diskretes
Bulging
der leicht signalalterierten Band
scheibe C2/3 und einen geringen Signalverlust im Sinne einer leichten Degene
ration der Bandscheibe C1/2 bei ansonsten unauffälligem Bef
und. Der
bildge
bende
Befund betreffend das
Neurokranium
wurde als altersnormal beurteilt (Bericht Spital
G._
, Institut für Radiologie,
vom 22. August 2011, Urk. 9/14).
3.4
Die Sonographie des linken Schultergelenks vom 23. September 2011 ergab
einen unauffälligen Befund (
Bericht Spital
G._
, Institut für Radiologie,
vom 23. September 2011,
Urk. 9/13).
3.5
Dr. med.
H._
, Facharzt für Neurologie, gab in seine
m Bericht vo
m
5. Oktober 2011
(Urk. 9/12)
an,
die Beschwerdeführerin l
eide an diversen Beschwerden im Sinne einer
Funktionsstörung, die durch psychogene Faktoren
als
Folgebe
schwerden
einer am 19. Juli 2011 in einem Flugzeug erlittenen Commotio ce
rebri verstärkt würden.
Die Beschwerdeführerin sei
beim fraglichen Ereignis
auf der Toilette des Flugzeugs aus
ihrer
sitzende
n
Position geschleudert worden, habe mögli
c
her
weise mit dem Kopf zuerst gegen die Decke
geschlagen, sei wahrscheinlich für kurze Zeit bewusstlos gewesen und habe sich eine
Riss
quetschwunde
an der rechten Augenbraue zugezogen (S. 1).
Sie habe danach Nackenschmerzen, ein Hitzegefühl im Kopf und möglicherweise Herzklopfen v
erspürt; für kurze Zeit habe ihre
Nase geblutet. Die Rissquetschwunde sei bei einer Zwischenlandung im Flugzeug versorgt worden. Am Reiseziel sei die Beschwerdeführerin dann im Amerikanischen Krankenhaus untersucht und kurz behandelt worden. Die Beschwer
deführerin sei imstande, den Unfall genau zu schildern. Es bestehe keine fassbare retro-
anterograde
Amnesie. Die sicherheits
halber durchgeführte MRI-Untersuchung des
Neurokraniums
und der
HWS
habe einen unauffälligen Befund ergeben
(vgl. Bericht Spital
G._
, Institut Radiolo
gie, vom 22. August 2011; Urk. 9/14)
. Es hätten sich ein diskretes
Bulging
C2/C3 und eine leichte Degeneration der Bandscheibe C1/2 gezeigt.
Die Beschwerdeführerin klage der
zeit über Nackenschmerzen links sowie immer wieder auftretende Schmerzen, Verspannung und Blockierungsgefühle im linken Arm. Seit dem Unfall fühle sie sich nicht mehr wohl, ängstlich, unsicher, immer wieder müde und – vor allem beim Autofahren – schreckhaft (S. 2).
Die aus subjektiver Sicht bestehenden
funktionellen Beschwerden seien zweifel
los Folge des Unfalls, der zu einer Commotio cerebri mit Beteiligung der HWS geführt habe. Es bestünden keine objektivierbaren neurologischen Befunde. Dass die gesundheitlichen Beeinträchtigungen nach dem nicht so schwerwie
genden Unfall
persistiert hätten
und dass im Laufe der Zeit sogar noch weitere Beschwerden zur bestehenden Symptomatik hinzugekommen seien, sei mit den
schwierigen
Lebensumständen der Beschwerdeführerin
, die als
hauptverant
wortliche
Person einer vierköpfigen [richtig: fünfköpfigen] Familie seit Jahren unter enormer Belastung stehe,
zu erklären (S. 2).
Der nicht schwerwiegende Unfall habe ihr schon fragiles Gleichgewicht gestört und zur Entgleisung mit
den geschilderten und bis anhin therapieresistenten Beschwerden geführt. In erster Linie seien daher eine psychiatrische Behandlung und insbesondere eine Entlastung im Alltag erforderlich. Weitere neurologische Abklärungen
bezie
hungsweise Kontrolltermine seien nicht erforderlich
(S. 3).
3.6
Dr. med.
I._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, hielt am 12. Oktober 2011
fest, die Beschwerdeführerin sei am
1
9. Juli 2011 während eines Flugs bei einem
heftigen Gewitter in der Toilette zu Boden geschleudert worden. Dabei habe sie sich eine Rissquetschwunde über dem rechten Auge und eine Commo
tio cerebri zugezogen. Seit dem Unfall stünden Nacken- und Kopfschmerzen im Vorder
grund. Das MRI des Schädels und der HWS vom 22. August 2011
(Urk. 9/14)
habe einen normalen Befund ergeben. Im Rahmen der klinischen Untersuchung
vom 29. September 2011 habe die Beschwerdeführerin Druck
schmerzen über den unteren Facettengelenken der HWS links, über der
para
vertebralen
zervi
kalen Muskulatur links, über der 1. Rippe links, über dem
Mus
culus
supra
spinatus
sowie über der ventralen Schultermuskulatur links im
Bizepsbereich
angegeben. Die HWS-Rotation sei beidseits bis 65° und die HWS-Latera
lflex
ion links bis 45° und rechts bis 30° möglich gewesen. Der Kinn-Jugulum-Abstand habe maximal 14 cm und minimal 3 cm betragen
, und die
Schulter-Anteversion und –Abduktion links sei bis 150° möglich gewesen (Urk. 9/15).
3.
7
Am 8. Dezember 2011 stellte Dr.
I._
folgende Diagnosen (Urk. 9/43):
Commotio cerebri am 19. Juli 2011 mit
HWS- und Schädelkontusion
Facettengelenksirritation HWS links
begleitende
n
muskuläre
n
Verspannungen zervikal
schmerzhafte
n
Myogelosen
der Schultermuskulatur
Nach einem Wechsel der Physiotherapeutin sei subjektiv eine Besserung eingetre
ten. Objektiv bestünden noch deutlich schmerzhafte Facettengelenke im Bereich der HWS links und eine starke Verspannung der
Nacken-Schultermus
kulatur
. Die belastende familiäre Situation wirke sich auf den Heilungsverlauf aus. Die Beschwerdeführerin
unterziehe sich
einer Physio- und einer Psycho
therapie; die Dauer der Behandlung sei noch unklar. Es sei kein aus dem Unfall resultierender bleibender Nachteil zu erwarten.
3.8
Dr. med.
J._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte in ihrem Bericht vom 4. Januar 2012 (Urk. 9/46) eine
Anpass
ungs
störung
.
Die Beschwerdeführerin
sei am 19. Juli 2011 aufgrund von Turbu
len
zen derart in der Flugzeugtoilette herumgeschleudert worden, dass sie mit dem Kopf gegen Decke und Wände geschlagen und schliesslich am Boden gelegen habe. Zwei Nächte nach dem Unfall sei das ganze Ereignis wieder wie ein Film vor ihren Augen abgelaufen. Ein von ihr konsultierter Arzt habe ihr
dann einen Halskragen verordnet. Sie habe in den Tagen darauf nicht mehr aufstehen kön
nen und an extremen Schmerzen am Hinterkopf gelitten, die über den Nacken bis hin zur Brustwirbelsäule
(BWS)
ausgestrahlt hätten.
Anlässlich der
Erstkon
sultation
vom 18. Oktober 2011 habe die Beschwerdeführerin über andauernde starke Schmerzen im Bereich der Schultern, des Hinterkopfs, des Nackens und der
BWS
, über häufiges Weinen, Abgeschlagenheit,
schmerz
be
dingt
gestörten Schlaf, starke Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
u
nd
teilweise
fehlende Orientierung geklagt (S. 1). Mitte November 2011 seien wieder
holt heftige Drehschwindelattacken sowie ein einmaliger nächtlicher Zustand mit Schreien, Weinen und Angst aufgetreten, für den die Beschwer
deführerin selbst eine Amnesie aufweise.
Es
fänden
eine Gesprächstherapie sowie eine anxiolytische medikamentöse Behandlung statt, wobei
medikamen
tös
eine Linderung der Verspannungen und der Schulterschmerzen sowie
eine
gute Schlafqualität
hät
ten erreicht werden können
. Seit mindestens 18. Oktober 2011 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 2).
3.9
Dr.
I._
berichtete am 5. Februar 2012, die im Vordergrund stehenden Nacken- und Kopfschmerzen beeinträchtigten das Befinden nach wie vor erheb
lich.
Wenn sich die Beschwerdeführerin körperlich anstrenge, ermüde sie rasch und habe nur wenig Kraft.
D
ie Schmerzen
könnten
durch die Physiothe
rapie jeweils für zwei bis drei Tage deutlich reduziert werden.
Nach der
Trigger
punkttherapie
sei die Muskulatur nach Angaben der Beschwerdeführerin jeweils weicher, und die Schmerzen verschwänden.
Es sei eine
chiropraktische
Behan
dlun
g indiziert. Bis zur
Mitte Februar 2012 vorgesehenen Nachkontrolle bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk. 9/52 S. 1)
.
3.10
Nachdem sich die Beschwerdeführerin vom 14. März bis 23. Mai 2012 stationär in der
Y._
hatte behandeln lassen, stellten die Ärzte im
Aus
trittsbericht
vom letztgenannten Datum
nachstehende
Diagnosen (Urk. 9/72 S. 1):
Unfall vom 19. Juli 2011: Schädelkontusion durch Flugturbulenzen
mögliche leichte traumatische Hirnverletzung (LTHV)
Schädel- und HWS-Kontusion
Riss
quetschwunde Augenbraue rechts
daraus resultierend:
-
Facettengelenksirritationen HWS links
-
undifferenzierte
Somatisierungsstörung
, ICD-10 F45.1
-
subsyndromale
posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
Bei Klinikaustritt hätten
folgende
Probleme bestanden:
Diffuse Schmerzen im linken Arm, Kopf- und Nackenschmerzen bis in die BWS ausstrahlend
Ängstliche Anspannung
Allge
m
eine Kraftlosigkeit, Müdigkeit, Konzentrationsmangel
Klagen über multiple wechselnde körperliche Symptome
Arterielle Hypertonie
Die neurologische Untersuchung habe einen unauffälligen Befund ergeben. Aus
löser der aus psychiatrischer Sicht bestehenden
Somatisierungsstörung
sei die seit Jahren bestehende schwierige psychosoziale Belastungssituation in der Familie. Mit dem Unfall sei es zu einem zusätzlichen Stressereignis gekommen; die bisherigen Bewältigungsstrategien („
D
urch
h
alten“, „
S
ich mehr anstrengen“) hätten in der Folge nicht mehr geholfen.
Aufgrund der psychischen Störung von Krankheitswert bestehe eine leichte Leistungsminderung; aus neuropsy
cho
logischer Sicht und aus physischen Gründen bestehe keine arbeitsrelevante Ein
schränkung. Die
Arbeit
als Verkäuferin und jede andere Tätigkeit
mit (vorder
hand) leichten kognitiven Anforderung
seien der Beschwerdeführerin an sich wieder zu 100 % zumutbar; allerdings sei ein gestufter Wiedereinstieg
zu emp
fehlen. Der Fall könne abgeschlossen werden. Der Beschwerdeführerin sei die Anmeldung beim zuständigen Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) empfohlen worden (S. 2). Es seien eine ambulante, psychiatrisch ausge
richtete Ergotherapie zur positiven Aktivierung und Unterstützung in der Ent
wicklung einer Tagesstruktur sowie die Fortführung der psychiatrisch-psycho
therapeuti
schen Behandlung indiziert (S. 1).
3.1
1
In seiner gestützt auf die Akten verfassten Beurteilung gelangte Dr. med.
K._
, Facharzt FMH für
Chirurgie
, Kreisarzt der SUVA, am 4. Juni 2012 zum Schluss, dass keine somatischen Unfallfolgen mehr vorlägen und die Beschwerdeführerin wieder zu 100 % arbeitsfähig sei (Urk. 9/77).
3.12
Das native
multiplanare
MRI der HWS und des
kraniozervikalen
Übergangs vom 24. August 2012 ergab
gemäss Dr. med.
E._
, Fachärztin FMH für Radiologie und Neuroradiologie,
L._
,
eine sehr diskrete Flüssigkeitsansammlung im Facettengelenk C3/C4 links im Bereich der posttraumatischen (13 Monate nach dem Trauma) intraartikulären und
periarti
kulären
Hämorrhagie. Der Befund sei demnach als
traumabedingt
zu interpre
tieren. In der Medulla
spinalis
auf Höhe C5/C6 fänden sich zudem zwei
punkt
förmige
Mikroblutungen. Der
kraniozervikale
Übergang sei unauffällig; eine wesentliche Segmentdegeneration der HWS bestehe nicht (
vgl. Bericht vom 24. August 2012,
Urk. 9/97
S. 4
).
3.1
3
Der Neurologe Dr.
H._
gab
in seinem Schreiben an die IV-Stelle vom 1. September 2012
an
, die Beschwerdeführerin leide an erheblichen psychischen Beschwerden, die durch den kleinen Unfall verschlimmert worden seien. Die SUVA habe ihre Leistungen verständlicherweise per 30. Juni 2012 eingestellt;
nicht nachvollziehbar sei indes, dass der Beschwerdeführerin
, als wäre sie arbeitsfähig,
nahegelegt worden sei, sich ans RAV zu wenden. Der
dadurch bedingte
zusätzliche enorme psychische Druck habe noch zu einer weiteren Verschlechterung des psychischen Zustandes geführt.
Die Beschwerdeführerin sei
-
krankheitsbedingt - weiterhin in erheblichem Ausmass arbeitsunfähig (Urk. 9/93 S. 1).
Sie
sei
seit Jahren aus verschiedenen Gründen einer enormen psychischen Belastung ausgesetzt
und habe deswegen eine -
zunächst
la
tente
-
De
pression mit deutlicher Reduktion der Belastbarkeit und der Vitalkraft entwi
ckelt
. Trotzdem habe si
e
weiter funktionieren müssen
, um
ihre
r
Verantwortung gegenüber ihrer Familie
gerecht zu werden
. Der kleine Unfall im Flugzeug sei dann der letzte Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe. Nach dem fraglichen Ereignis seien die psychischen Besch
werden dann deutlich manifest geworden
und in der Folge thera
pieresistent geblieben
(S. 2)
.
3.1
4
Dr.
I._
hiel
t am 17. Oktober 2012 fest, gemäss
Dr.
E._
sei die im MRI vom 24. August 2012 (Urk. 9/97
S. 4
) festgestellte Hämorrhagie auf Höhe C3/C4 zweifelsfrei schon auf den initialen MRI-Bildern dargestellt worden,
auch wenn die Blutung von
den
damals
beurteilenden
Radiologen
nicht beschrieben wor
den
sei
. Die diskrete Flüssigkeitsansammlung im Facettengelenk C3/C4 links könne als Ausdruck einer beginnenden Facettengelenksarthrose in dies
em Bereich gewertet werden. Dies
erkläre die Schmerzen der Beschwerdeführe
rin (Urk. 9/104 S. 1).
3.1
5
Nach Einsichtnahme in die bildgebend dargestellten Befunde der MRI-Untersu
chungen vom 19. August 2011 (Urk.
9/1
4
)
und vom 24. August 2012 (Urk. 9/97
S. 4
)
gelangte Prof. Dr. med.
C._
, Facharzt FMH für Radiologie, Chefarzt
D._
, in seiner im Auftrag der SUVA (Urk. 9/120) verfass
ten Beurteilung vom 28. Dezember 2012 (Urk. 9/123) zum Schluss,
dass sehr diskrete degenerative Veränderungen der HWS mit einer kleinen
Diskusprotru
sion
C3/C4 links ohne Beeinträchtigung neurogener Strukturen vorlägen. Dis
krete Degenerationen der Facettengelenke C3-C6
auf der linken Seite seien möglich. Eine intraartikuläre und
periartikuläre
Hämorrhagie im Bereich des Facettengelenks C3/C4 links lasse sich nicht erkennen; eine solche sei nach einer Latenz von 13 Monaten nach dem Trauma auch hochgradig unwahr
scheinlich. Die MEDIC-Sequenz sei bezüglich
Hämosi
d
erin
-Ablagerungen auf
grund der Artefakte nicht verwertbar.
3.1
6
Der SUVA-Kreisarzt Dr.
K._
gelangte
-
nach Kenntnis
nahme
der Einschät
zung von Prof. Dr.
C._
vom 28. Dezember 2012 (Urk. 9/123)
und unter Hinweis auf den Austrittsbericht der
Y._
vom 23. Mai 2012 (Urk. 9/72) -
in seiner Stellungnahme vom 8. Januar 2013 (Urk. 9/125)
zum Schluss, dass keine
somatischen
Unfallfolgen mehr vorlägen, der Endzustand erreicht und die Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht auf dem allgemei
nen Arbeitsmarkt wieder voll arbeitsfähig sei.
3.1
7
Gestützt auf die Ergebnisse des MRI der HWS vom 19. August 2011
(Urk. 9/14)
, des MRI der HWS und des hochauflösenden MRI des
kraniozervikalen
Über
gangs vom 24. August 2012
(Urk. 9/97 S 4)
, der wiederholten
Medic-Gradien
tenechosequenz
vom 18. Januar 2013 und des nativen CT der HWS vom 19. Januar 2013 hielt Dr.
E._
am 29. Januar 2013 fest, das MRI des Schädels vom 19. August 2011
(Urk. 9/14)
zeige zwar keine strukturellen Veränderungen des Hirnparenchyms. Kleine
Hämosiderinablagerun
gen
liessen sich indes nur
in eine
r
Gradientenechosequenz
(am ehesten in einer SWI-
Gradientenechosequenz
) beweisen beziehungsweise ausschliessen.
Da diese Sequenz nicht durchgeführt worden sei, könnten
traumabedingte
Veränderungen im Hirnparenchym, wie alte Mikroblutungen, nicht sicher ausgeschlossen werden. Das Vorliegen einer
intramedullären
Mikroblutung auf Höhe C5/C6 habe in der wiederholten Medic-
Gradienten
echo
sequenz
nicht reproduziert werden können, insofern s
ei dieser Befund
(Urk. 9/97 S. 4)
zu revidieren. Richtigerweise bestehe demnach kein Ver
dacht auf eine alte Mikroblutung in der Medulla
spinalis
auf Höhe C5/C
6.
Nach wiederholtem kritischem Anschauen der Region des
Facettenge
lenks
auf Höhe C3/C4 auf der linken Seite stehe eindeutig fest, dass sich in diesem Bereich eine
lineariforme
, intraartikuläre (im Gelenkspalt) und eine
peri
artikuläre
(lateral vom Gelenk) Einblutung finde, am ehesten
bei Status nach Riss der Gelenk
kapsel (STIR-Sequenz Bild 1 und transversale
Gradientenechose
quenz
Bild 31
). Diese Diagnose werde durch die
in der STIR-Sequenz vom 24. August 2012
festgestellte
s
chmale Flüssigkeitsansammlung im
s
elben Gelenkspalt
unterstützt. Für eine Demonstration diese
s eindeutigen,
traumabe
dingten
Befunde
s
stehe
sie – Dr.
E._
– gerne zur Verfügung. Das CT der HWS vom 29. Januar 2013 schliesslich habe einen unauffälligen Befund ohne nachweisbare Frakturlinie ergeben
(Urk. 9/129)
.
3.1
8
Dr.
I._
gab in seinem Schreiben vom 3. März 2013 an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (Urk. 9/132) an, diese sei am 19. Juli 2011 während eines Flugs aufgrund eines starken Gewitters mit Windböen zu Boden geschleu
dert worden. Dabei habe sie sich am Kopf
und am Nacken verletzt und
eine
Commotio cerebri erlitten. Seither stünden Nacken- und Kopfschmerzen im Vordergrund und belasteten das Befinden und den Alltag erheblich. Neben die
sen körperlichen Beeinträchtigungen bestünden – unfallbedingt – auch psychi
sche Beschwerden (S. 1).
Zwar habe die
klinische Untersuchung
eine leichte Verbesserung der
HWS-Beweglichkeit in den letzten zwölf Monaten
gezeigt
,
es persistierten indes
erhebliche
Beschwerden
. Als Ursache der anhaltenden Symp
to
matik habe Dr.
E._
strukturelle Veränderungen im Bereich der
Facetten
gelenke
links auf Höhe C3/C4 ausmachen können, die die genannte Ärztin als
Ausdruck eines – eindeutig
traumabedingten
– Gelenkkapselrisses gewertet habe.
Die chronischen Schmerzen im Nackenbereich und die darauf zurückzu
füh
renden Konzentrationsstörungen seien demnach bildgebend erklär
bar
. In einer leichten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin zu 75 % arbeitsunfä
hig
(S. 2).
3.19
PD
Dr. med.
Z._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie,
Versicherungs
medi
zin
der SUVA, hielt in seiner auf den Akten beruhenden Beurteilung vom 6. Juni 2013 (Urk. 9/140) fest,
die Einschätzung von Prof.
Dr.
C._
vom 28.
Dezember
2012 (Urk. 9/123) werde durch die Beurteilung von Dr.
E._
vom 29. Januar 2013 (Urk. 9/129) nicht entkräftet. Das Unfall
er
eignis vom 19. Juli 2011 habe mit überwiegender Wahrscheinlich
keit keine strukturellen Verletzungen im Bereich der HWS verursacht. Gestützt auf den schlüssig und
nachvollziehbar begründeten Austrittsbericht der
Y._
vom 23. Mai
2012 (Urk. 9/72) sei aus physischer Sicht von einer 100%igen Arbeits
fähigkeit auszugehen (S. 6).
3.20
Im Auftrag des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin wurde diese am 22. April 2013 von Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für Neurologie sowie für Physikalische Medizin und Rehabilitation, untersucht. In seinem Gutachten vom 31. Mai 2013 (Urk. 14) stellte dieser folgende Diagnosen (S. 7):
Status nach multiplen Kontusionen, Schädel- und HWS-Trauma bei
Flug
turbulenzen
am 19. Juli 2011 mit
durchgemachter MTBI (leichte traumatische Hirnverletzung) nach EFNS-Guideline
HWS-Distorsion mit Gelenksläsion C2/3 links
Rissquetschwunde rechte Augenbraue
leichter kognitiver Beeinträchtigung mit Gedächtnisstörungen
leichten Gleichgewichtsstörungen
chronischem
Zervikovertebralsyndrom
chronischer depressiver Symptomatik, wahrscheinlich im Rahmen einer posttraumatischen Anpassungsstörung mit häufigen Albträumen seit dem Unfall
Die in ausgeprägter Form anhaltenden Beschwerden hätten eine erhebliche orga
nische Komponente (S. 8) und seien zum überwiegenden Teil direkte Folgen des Unfalls. Die überlagerten psychoreaktiven Befunde würden wahrscheinlich
durch die unfallfremde langjährige psychosoziale Belastung mitverursacht. Ohne
den fraglichen Unfall hätten sie sich indes mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit nicht eingestellt (S. 9). Seit rund einem halben Jahr sei die Beschwer
deführerin als Verkäuferin und in jeder andern Tätigkeit wieder zu 40 % arbeits
fähig; im Haushaltsbereich sei das Leistungsvermögen etwa um 40 %
reduziert (S. 8 und S. 10). Der Endzustand sei – insbesondere hinsichtlich der psychischen Symptomatik – noch nicht erreicht. Betreffend die HWS-Prob
lematik seien wahrscheinlich noch längerfristig physiotherapeutische Behand
lungen mit Lockerung, Entspannungsübungen und stabilisierendem Muskeltrai
ning erforderlich. Der Integritätsschaden betrage für die HWS-Problematik mit mässigen Dauerschmerzen bei nachgewiesener Gelenksaffektion 10 %. Die
–
bis anhin nicht quantifizierten
–
kognitiven Beeinträchtigungen, vor allem im Gedächtnisbereich, seien wahrscheinlich Folge der leichten traumatischen
Hirn
verletzung
und der Depression. Da betreffend letztere noch auf eine Verbesse
rung zu hoffen sei, sei der diesbezügliche Integritätsschaden erst zu einem späteren Zeitpunkt aufgrund einer neuropsychologischen Untersuchung zu bezif
fern (S. 10). Die medizinisch-theoretische Invalidität betrage 15 bis 20 % (S. 11).
3.21
Dr.
I._
stellte in seinem Bericht vom 16. September 2013 (Urk. 7/32 S. 1-5 im Prozess Nr. IV.2015.00091) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 2):
Status nach Flugunfall vom 19. Juli 2011 mit
Commotio cerebri, HWS- und Schädelkontusion
lineariformer
, intraartikulärer (im Gelenkspalt liegender) und
periartiku
lärer
(seitlich des Gelenks gelegener) Einblutung, am ehesten bei Status nach Riss der Gelenkkapsel (MRI vom 29. Januar 2013)
begleitenden zervikalen muskulären Verspannungen
schmerzhaften
Myogelosen
der Schultermuskulatur beidseits
depressiver Entwicklung, Konzentrationsstörungen
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten nachstehende Diagnosen:
Oligosymptomatische
gastroösophageale
Refluxerkrankung
kleine
Hiatushernie
(Gastroskopie vom April 2007)
Unterschenkelvarikosis
beidseits
Status nach
Fissurektomie
am 19. Juni 2008 bei chronischer Analfissur bei 6 Uhr SSL
aktuell Verdacht auf rezidivierende anale Fissur
Status nach temporärer Druck- und Hitzesensation im Ohrbereich rechts im Oktober 2008
Verdacht auf funktionelle Störung; differentialdiagnostisch neurogen,
zervikogen
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Kleiderverkäuferin habe vom 1. September 2012 bis 9. Juni 2013 eine 70%ige, vom 10. Juni bis 4. Juli 2013 eine 60%ige und vom 5. Juli bis 22. September (ab dem 1. September 2013 wegen einer Schnittverletzung) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ab dem 23. September 2013 und bis auf
Weiteres
sei die Beschwerdeführerin zu
70 % arbeitsunfähig. Die bisherige Tätigkeit sei ab diesem Zeitpunkt (S. 5) – ohne
Leistungseinbusse
–
wieder im Pensum von 30 bis 40 % zumutbar. Die Konzentrationsfähigkeit sei deutlich beeinträchtigt. Während der Arbeit falle die Beschwerdeführerin durch gehäufte Fehlleistungen, welche teilweise auch mit den chronischen Kopfschmerzen erklärt werden könnten, auf. Aus physischer Sicht wirkten sich die chronischen und bei körperlichen Belastungen verstärkten Nacken- und Kopfschmerzen einschränkend auf die Arbeitsfähigkeit aus (S. 4).
3.22
Dr. med.
M._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. phil.
klin
. psych.
N._
, Klinischer Psychologe und Supervisor,
O._
, stellten in ihrem Bericht vom 15. Oktober 2013 nachstehende Diagnosen (Urk. 7/33 S. 5 im Prozess Nr. IV.2015.00091):
Mittelgradige depressive Episode mit somatischen Symptomen, ICD-10 F32.01; bestehend seit Ende 2011
Anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung, ICD-10 F45.4; bestehend seit Ende 2011
Status nach Flugunfall am 19. Juli 2011 mit Kopfanprall, Bewusstlosig
keit, mit/bei
Status nach HWS-Distorsion, ICD-10 S13.4
Die infolge der chronischen Schmerzen entwickelte depressive Symptomatik sei massiv; es bestünden vor allem kognitive Defizite sowie ein Verlust der Selbst
sicherheit und des Selbstwertgefühls. Die betreffend die physischen Beschwer
den durchgeführten therapeutischen Massnahmen (Physiotherapie, Medikation, Massage) hätten bis anhin kaum eine anhaltende Besserung gebracht; insofern sei von einer drohenden
Chronifizierung
auszugehen. Die Prognose sei ungüns
tig (S. 6). Die angestammte Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin aufgrund ins
besondere kognitiver Defizite (Konzentrations-, Aufmerksamkeits- und Ge
dächt
nisstörung) noch maximal während drei Stunden täglich beziehungs
weise höchstens im Pensum von 30 % zumutbar. In einer
behinderungsange
passten
Tätigkeit bestehe ab sofort eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Neben der Arbeit müsse sich die Beschwerdeführerin, da ihr kranker Ehemann sie nicht unter
stütze, allein um die drei Kinder und den Haushalt kümmern (S. 7).
3.23
Nachdem sie die Beschwerdeführerin Ende März und Anfang April 2014
poly
dis
ziplinär
untersucht hatten, stellten die Ärzte der MEDAS in ihrem
Gut
achten vom 25. Juni 2014 (Urk. 7/48 im Prozess Nr. IV.2015.00091) folgende – sich
nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende
–
Diagnosen mit Krankheitswert (S. 26):
Status nach Kopfanprall am 19. Juli 2011 mit Schädelprellung rechts,
Riss
quetschwunde
an der Augenbraue rechts, mit möglicherweise leich
ter traumatischer Hirnverletzung sowie mit Traumatisierung der HWS, im WC eines Flugzeuges bei Turbulenzen
chronisches, therapierefraktäres, zervikales,
zervikothorakales
und mög
liches
zervikozephales
Schmerzsyndrom, linksbetont (möglicher
weise mitbeeinflusst durch das spätere HWS-Distorsionstrauma infolge Heckauffahrunfall am 25. November 2013)
Fraglich diskret subluxiertes
Sternoklavikulargelenk
rechts
Metatarsalgie
links bei Senk-Spreiz-Füssen
Beginnende Fingerendgelenksarthrosen
Akzentuierung von Persönlichkeitszügen,
histrionisches
Verhalten, ICD-10 Z73.1
Aktenanamnestisch Hinweise auf
Somatisierungsstörung
und Depres
sion, ICD-10 F45 und F32
testmässig verminderte kognitive Leistungsfähigkeit,
differentialdiag
nostisch
am ehesten durch die psychische Störung bedingt
Anamnestisch chronischer Eisenmangel unklarer Genese
Anamnestisch Rhinitis
allergica
, wahrscheinlich Gräser-Allergie
Zudem bestünden ein Status nach Operation im Jahr 2010 wegen Hämorrhoiden und rezidivierender Analfissur sowie eine ausgeprägte Besenreiser-
Varikosis
. Die Beschwerdeführerin, die aktuell im Rahmen eines 50%-Pensum
s
ein
Pflege
praktikum
in einem
Betagtenzentrum
absolviere, obwohl sie aufgrund ihrer Wesensart nicht geeignet sei für einen Beruf im Pflegebereich, sei in den bishe
rigen Tätigkeiten als Mitarbeiterin eines Call-Centers beziehungsweise als
Hilfs
verkäuferin
und in jeder körperlich leichten oder mittelschweren
Verweis
tätigkeit
zu 100 % arbeitsfähig (S. 26). Diese Arbeitsfähigkeit gelte nach einer
„
Karenzfrist“ von rund drei Monaten nach dem Heckauffahrunfall vom 25. Novem
ber 2013, mithin ab Anfang März 201
4.
Die immense Diskrepanz zwischen der sich aufgrund der im Rahmen der Begutachtung erhobenen Befunde ergebenden Arbeitsfähigkeit und der subjektiven Befindlichkeit sei vor dem Hintergrund des enormen psychosozialen Drucks, unter dem die Exploran
din stehe und der sie wohl hauptsächlich einschränke, zu sehen. Medizinische Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit seien nicht indiziert. Sinn
voll erscheine indes eine Abklärung der gesamten psychosozialen Situation der Beschwerdeführerin und ihrer Familie vor Ort (S. 27).
4.
Was die Rüge der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (
Art.
29
Abs.
2 der Bundesverfassung [BV]
; Urk. 1 S. 4 f.) anbelangt, ist festzuhalten, dass n
ach der Rechtsprechung e
ine - nicht beson
ders schwerwie
gende - Verlet
zung des rechtlichen Gehörs als geheilt gelten
kann
, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwer
deinstanz zu äussern, die sowohl
den Sachverhalt wie die Rechtslage frei über
prüfen kann. Die Heilung
eines - allfälligen
- Mangels soll aber die Aus
nahme bleiben (BGE 127 V 431 E.
3d/
aa
mit Hinweisen). Von der Rückweisung der Sa
che an die Verwaltung zur Gewährung des rechtlichen Gehörs ist im Sinne einer Heilung des Mangels selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtli
chen Gehörs nach dem Grundsatz der Verfahrensökonomie dann abzusehen, wenn dieses Vorgehen zu einem formalistischen Leerlauf und
damit zu unnöti
gen Verzöge
rungen führen würde, di
e mit dem der Anhörung gleichge
stellten Interesse an einer möglichst
beförderlichen
Beurteilung des Leistungsanspruchs nicht zu ver
einbaren ist (vgl.
BGE
132 V 387 E. 5.1
). Angesichts des Umstands, dass d
i
e Beschwerde
führer
in
im Rahmen dieses Verfahrens Gelegenheit hatte,
Einsicht in die Beur
tei
lung des SUVA-Versicherungsmediziners PD Dr.
Z._
vom 6. Ju
n
i 2013 (Urk. 9/140)
zu nehmen
und
sich vor einem Gericht, dem in der streitigen Angelegenheit eine umfassende Kogni
tion zusteht (
Art.
61
lit
. c
des Bundes
gesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]), zu äussern, kann
die
-
durch die Nichtzustellung des fraglichen medizinischen Berichts und auch eine allfällige durch eine unzureichende Begründung des
Einspracheentscheids
(Urk. 1 S. 4 f.) bedingte -
Gehörsverletzung
als geheilt
betrachtet werden. Es widerspräche der Verfahrensökonomie, wenn die
Beschwer
degegnerin
einen neuen, im Ergebnis gleich lautenden
E
ntscheid zu erlassen hätte. Von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung aus for
mellen Gründen ist daher ab
zusehen
, zumal die Beschwerdeführerin dies auch gar nicht beantragt hat (Urk. 1 S. 2).
5.
5.1
Aufgrund der zitierten medizinischen Berichte ist davon auszugehen, dass die
Rissquetschwunde
im Bereich der rechten Augenbraue schon bald nach dem Unfall vom 19. Jul
i
2011
komplikationslos verheilte
. Was die in der Folge per
sistierenden Kopf- und Rückenschmerzen anbelangt, legten die Gutachter der MEDAS einleuchtend dar, dass sich die geklagten somatischen Beschwerden keinem objektivierbaren organischen Substrat zuordnen liessen
(Urk. 7/48 S. 22 f. im Prozess Nr. IV.2015.00091)
. Zu diesem Schluss waren
-
gestützt auf die Ergebnisse der unmittelbar nach de
m
fraglichen Unfall durchgeführten MRI-Untersuchung von Kopf und HWS
-
bereits die Ärzte des Amerikanischen Kran
kenhauses in
F._
(Urk.
9/4, Urk. 9/6)
und
-
aufgrund des erneuten MRI des Schädels und der HWS vom 1
9.
August 2011 - auch die Radiologen des Spitals
G._
(Urk.
9/13 f.
) gelangt.
Dass die Beschwerdeführerin, wie dies ausschliesslich Dr.
E._
annahm, eine (traumatisch bedingte)
lineariforme
, intraartikuläre und
periartikuläre
Einblu
tung
in
der Region des Facettengelenks auf Höhe C3/C4 aufweist (Urk.
9/97 S. 4
und Urk. 9/129),
erscheint nicht als überwiegend wahrscheinlich
. So legte Prof.
Dr.
C._
am 28. Dezember 2011
einleuchtend dar, dass
die bis dahin
erfolgten
bildgebenden Untersuchungen keinen relevanten Schaden im Bereich der HWS
ge
zeigt
h
a
tten
(Urk. 9/123), und auch aufgrund der (erneuten) radiolo
gischen Untersuchung im Rahmen der Begutachtung durch die MEDAS liess sich der
gemäss Dr.
E._
im Bereich des Facettengelenks auf Höhe C3/C4 vor
handene pathologische Befund
nicht bestätigen (Urk. 7/48 S. 22 und S. 28 f.
im Prozess Nr. IV.2015.00091
). Anhaltspunkte dafür, dass die bildgebenden Ab
klärungen der Experten der MEDAS (und auch diejenigen der Ärzte des Ameri
kanischen Krankenhauses in
F._
und des Spitals
G._
) aus einem falschen Blick- und Schnittwinkel beziehungsweise mit veralteten Geräten durchgeführt
worden
und des
halb qualitativ ungenügend wären
(Urk. 1 S. 4 f.
im Prozess Nr. IV.2015.00091
), gibt es keine. Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang darauf, dass sowohl Prof.
Dr.
C._
als auch die Experten der MEDAS Kenntnis davon hatten, dass Dr.
E._
von einer Einblutung im Bereich des Facettengelenks auf Höhe C3/C4 ausging, diesen Befund indes einhellig für unzutreffend hielten. Dr.
E._
anerkannte am 29. Januar 2013 im Übrigen selbst, dass ihre Einschätzung vom 24. August 2012 (Urk.
9/97 S. 4
) zumindest insofern unrichtig sei, als sie damals noch (vorbehaltlos) von zwei
Mikroblutun
gen
in der Medulla
spinalis
auf Höhe C5/C
6 ausgegangen sei (Urk. 9/129).
Gestützt auf die im Einklang stehenden Beurteilungen sämtlicher weiterer Radiologen ist daher davon auszugehen, dass den von der Beschwerdeführerin geklagten anhaltenden Beschwerden kein objektivierbares struktur
elles Korrelat zu Grunde liegt.
Angesichts dieses Ergebnisses kann offen bleiben, ob eine
lineariforme
, intraarti
kulär
e und
periartikuläre
Einblutung in
der Region des Facettengelenks auf Höhe C3/C4, wie sie Dr.
E._
annahm (Urk.
9/97 S. 4
und Urk. 9/129), überhaupt zu einer (hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit
bedeutsamen
) wesentlichen funktionellen Ein
schränkung führen könnte.
Anlass zu
weitere
n
radiologische
n
Abklärungen (Urk. 1 S. 5) besteht, nachdem auch die zwischenzeitlich im Rahmen des
invali
denversicherungsrechtlichen
Verfahrens
von der
MEDAS veranlasste MRI-Unter
suchung
keinen relevanten Schaden zeigte (Urk. 7/48 S. 28 f. im Prozess Nr. IV.2015.00091),
nicht
(antizipierte Beweiswürdigung;
BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen
)
.
Am Fehlen anspruchsrelevanter organischer Schäden änderte schliesslich auch eine allfällige
Subluxationsstellung des
Sternoklavik
ularge
lenks
, wie sie die Radiologen des MRZ am 1. April
2014 – bei ansonsten unauf
fälligem Untersuchungsergebnis – nicht gänzlich ausschliessen konnten
(Urk. 7/48
S. 28 f.
im Prozess Nr. IV.2015.00091
), nichts. Eine derartige Verän
derung wäre nämlich gemäss den genannten
Ärzten
lediglich
leichtgradig
(Urk. 7/48 S. 29
im Prozess Nr. IV.2015.00091
) und vermöchte
, wie die Gutach
ter der MEDAS unter Hinweis auf die sowohl klinisch als auch radiologisch sehr diskreten entsprechenden Befunde einleuchtend dartaten, die persistierende Symptomatik jedenfalls nicht zu erklären (Urk. 7/48 S. 22
im Prozess Nr. IV.2015.00091
). Dass
die Experten der MEDAS
von einer zusät
zlichen Un
tersuchung der
Sternoklavik
ulargelenke
mittels CT absahen, ist daher nicht zu beanstanden (Urk. 1 S. 5
im Prozess Nr. IV.2015.00091
).
Hinsichtlich des
von der Beschwerdeführerin geäusserten
Vorwurfs, Prof.
Dr.
C._
sei
nicht unab
hängig
(Urk. 1 S. 5 f.), bleibt festzuhalten, dass
weder der Umstand, dass
der genannte Arzt schon Studien im
Auftrag der SUVA
verfasst hat
,
noch die Tatsache, dass er mit deren Kreisarzt Dr.
K._
per Du ist, auf eine Befangen
heit schliessen lassen und auch sonst keine Anhaltspunkte für eine solche vor
liegen.
5.2
Hinsichtlich der von den Ärzten verschiedentlich in Betracht gezogenen MTBI ist festzuhalten, dass es sich dabei um
ein durch Kontaktkräfte (Kopfanprall, Schlag auf Kopf) oder Akzeleration b
eziehungsweise
Dezeleration
bedingtes kraniales Trauma, das zu einer Unterbrechung der zerebralen Funktionen führt
, handelt
. Die Diagnose setzt entweder eine Episode von Bewusstlosigkeit oder einen Gedächtnisverlust für Ereignisse unmittelbar vor oder nach dem Unfall ode
r eine Bewusstseinsstörung (zum Beispiel
Benommenheitsgefühl, Desorien
tierung) im Zeitpunkt der Verletzung voraus. Anderseits darf die Störung nicht mit einer Bewusstlosigkeit von mehr als 30 Minuten, einem Wert nach der Glasgow
Coma
Scale
(GCS) von 13 bis 15 nach 30 Minuten oder einer post
trau
matischen Amnesie von mehr als 24 Stunden verbunden sein. Die MTBI-Diag
nose erfolgt aufgrund bestimmter Symptome nach kranialen Traumen und bedeutet nicht schon, dass eine objektiv nachweisbare Funktionsstörung vor
liegt
(vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_902/2010 vom 6. April 2011 E. 6.1.3 mit Hinweisen)
.
Dass die Beschwerdeführerin beim Unfall vom 19. Juli 2011 eine MTBI erlitt
en hat
(Urk. 1 S.
8
),
lässt sich zwa
r aufgrund der Akten nicht aus
schliessen
, erscheint aber nicht als überwiegend wahrscheinlich. So verneinte sie eine Bewusstlosigkeit ursprünglich klar (zum Beweiswert der Aussagen der ersten Stunde vgl. BGE 121 V 45 E.
1
a, 115 V 133 E.
8c mit Hinweis)
und die unmit
tel
bar nach dem Unfall behandelnden Neurologen des Amerikanischen Kran
kenhauses in
F._
gelangten, nachdem sie die Beschwerdeführerin radiolo
gisch und klinisch untersucht hatten, zum Schluss, dass diese nach dem von ihr geschilderten kranialen Trauma (ausschliesslich) an einer posttraumatischen
Ze
phalea
leide (Urk. 9/6
). Unter Hinweis darauf, dass die (erneute) bildgebende
Untersuchung einen unauffälligen Befund ergeben habe und die Beschwerde
führerin
, die
imstande sei, das Unfallgeschehnis genau wiederzugeben
,
keine retro-
anterograde
Amnesie aufweise, gelangte in der Folge auch der Neurologe Dr.
H._
zum Schluss, dass der Unfall lediglich eine Commotio cerebri zur Folge gehabt habe. Dass die Beschwerden seither persistierten und es sogar zu einer Symptomausweitung gekommen sei, erklärte der genannte Arzt
einleuchtend
mit
(auch in den
weiteren Arztberichten und den sonstigen Akten
dokumen
tier
ten)
massiven
ungünstigen psychosozialen Faktoren in Form schwieriger Lebens
umstände beziehungsweise einer belaste
nden familiären Situation
(vgl.
Bericht vom 5. Oktober 2011 [Urk.
9/12
] und auch Schreiben an
die
IV-Stelle
vom 1. September 2012 [Urk.
9/93]
). Auch der Hausarzt Dr.
I._
ging in sei
nen Berichten stets von einer Commotio cerebri aus (Urk.
9/15 S. 4, Urk. 9/52 S. 1,
Urk. 9/104 und
Urk. 9/132
sowie Urk. 7/32 S. 2 im Prozess Nr. IV.2015.00091
). Die Gutachter der MEDAS hielten eine MTBI – in Überein
stimmung mit den Ärzten der
Y._
(Urk.
9/72
S.
1
)
–
zwar für möglich, gingen aber
(
ebenfalls im Einklang mit den
Ärzten der
Y._
[
Urk.
9/72 S. 2
]
) davon aus, dass diese keine arbeitsrelevante Einschrän
kung zeitige (Urk. 7/48 S. 26
im Prozess Nr. IV.2015.00091
).
Dr.
A._
hielt eine MTBI zwar – anders als sämtliche anderen untersuchenden und beurteilen
den Ärzte –
für ausge
wiesen
, begründete die Diagnose
beziehungsweise die erhebliche „organische Komponente“ (Urk. 14 S. 8) der Beschwerden
indes nicht schlüssig und legte auch nicht dar, aufgrund welcher funktioneller Einschrän
kungen er der Beschwer
deführerin
–
entsprechend deren im Zeitpunkt seiner Untersuchung effektiv im Pensum vom 40 % ausgeübten Erwerbstätigkeit
–
eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit im Erwerbs
bereich
und eine 40%ige
Leistungsein
schränkung
im Haushalt attestierte.
Insofern kann auf seine
Beurteilung
nicht abgestellt werden. Festzuhalten ist immerhin, dass
auch
er die
festgestellten
kognitiven
Defizite
–
zumindest teilweise
–
auf die psychische Symptomatik zurückführte
(Urk. 14 S. 10)
.
Dass die Ergebnisse der neuropsychologischen Untersuchung, auf die sich die MEDAS-Ärzte in ihrer Beurteilung stützten, nicht aussagekräftig seien, weil die fragliche Exploration an einem einzigen Termin durchgeführt worden sei (Urk. 1 S. 6
im Prozess Nr. IV.2015.00091
), ist unzutreffend.
Vorhandene
Defizite treten nämlich im Rahmen einer einmaligen längeren (vorliegend fast dreistündigen) Abklärung deutlicher zu Tage, als wenn die erforderlichen Testungen etappen
weise durchgeführt werden und zwischen den einzelnen Terminen immer wieder längere Erholungsphasen
liegen
. Zudem stimmt das Ergebnis der neuropsycho
logischen Begutachtung durch die MEDAS im Wesentlichen mit der Beurteilung der
Y._
überein, welche auf den Beobachtungen der Ärzte und Therapeuten
dieser Klinik
während des über zwei Monate dauernden stationären Aufenthalt
es
der Beschwerdeführerin
beruht (Urk.
9/72
).
Nachdem sowohl die Ärzte der
Y._
als auch die Gutachter der MEDAS
gestützt auf die Ergebnisse ihrer fundierten entsprechenden Abklärun
gen
mit überzeugender Begründung
zum Schluss gelangten, dass die
–
sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende – (leicht) verminderte kognitive Leis
tungsfähigkeit vor dem Hintergrund der psychischen Beeinträchtigung zu sehen sei (Urk. 9/72 S. 2, Urk. 7/48 S. 26
im Prozess Nr. IV.2015.00091)
und auch die behandelnde Psychiaterin Dr.
M._
die psychische Störung für ursäch
lich für die kognitiven Defizite hielt (Urk. 7/33 S. 6 im Prozess Nr. IV.2015.00091
)
, ist eine objektivierbare Funktionss
törung jedenfalls zu ver
neinen.
5.3
5.3.1
Aufgrund der Akten ist zu schliessen, dass die noch über den Zeitpunkt des
Fall
abschlusses
per 30. Juni 2012 hinaus
anhaltenden
und seit dem Unfall vom 19. Juli 2011 im Wesentlichen therapieresistenten
Beschwerden nicht im Rah
men des typischen Beschwerdebilds nach HWS-Distorsion beziehungsweise
nach
Commotio cerebri zu interpretieren
sind
.
So
beschränken sich die von der
Beschwerdeführerin seit dem fraglichen Ereignis im Wesentlichen
geklagten Beschwerden auf
Nacken- und Kopfschmerzen. Die zudem dokumentierten kog
ni
tiven Beeinträchtigungen sind, wie bereits dargelegt, mit der psychischen Beeinträchtigung zu erklären.
Nach Lage der Akten war
der Unfall vom 19. Juli 2011
nicht eigentliche Ursa
che der
psychische
n
Symptomatik
. Vielmehr ist davon auszugehen, dass das psychische Leiden mit der schon seit Jahren vorbestandenen massiven psycho
sozialen Belastungssituation zu erklären ist und durch den frag
lichen Unfall
lediglich ausgelöst wurde
(vgl.
hiezu
insbesondere Berichte Dr.
H._
vom 5. Oktober 2011 [Urk.
9/12
] und vom 1. September 2012 [Urk.
9/93
], Bericht Dr.
I._
vom 8. Dezember 2011 [Urk.
9/43
], Austrittsbericht
Y._
vom 23. Mai 2012 [Urk.
9/72 S. 2
],
Psychiatrischer Bericht
Y._
vom 23. Mai 2012 [Urk. 9/71 S. 2
und S. 3
],
Expertise Dr.
A._
vom 31. Mai 2013 [Urk. 14] und Gutachten MEDAS vom 25. Juni 2014
[Urk. 7/48 S. 9, S. 21, S.
25 und S. 27
im Prozess Nr. IV.2015.00091
]).
Die Gutachter der MEDAS gingen denn auch davon aus, dass sich eine gesundheitliche Verbesse
rung am ehesten durch eine Veränderung der psychosozialen Situation und nicht etwa mittels medizinischer Massnahmen erzielen lasse (Urk.
7/48 S. 27
im Prozess Nr. IV.2015.00091
), und auch Dr.
H._
hielt insbesondere eine Entlas
tung im Alltag für indiziert (
Urk. 9/12 S. 3
)
. Da der Unfall demnach lediglich Gelegenheits- beziehungsweise Zufallsursache der psychis
chen Beeinträchtigung war, besteht – entsprechend
der einschlägigen Rechtsprechung
(vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_247/2014 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen) – kein Anspruch auf Unfallversicherungsleistungen
hiefür
.
5.3.2
Die Leistungseinstellung der SUVA wäre im Übrigen selbst dann rechtens, wenn man davon ausginge, dass die über den 30. Juni 2012 hinaus persistierenden (psychisch bedingten) Beschwerden in einem
grundsätzlich
anspruchsbegrün
denden
natürlichen Kausalzusammenhang zum Ereignis vom 19. Juli 2011
st
e
hen
, weil dieses – wie sich im Folgenden ergibt – jedenfalls nicht adäquat kau
sal für die anhaltende Symptomatik
ist
. Da es sich dabei nach dem Gesagten um keine mit der HWS-Distorsion beziehungsweise der Commotio cerebri in engem Zusammenhang
stehende psychische Problematik
handelt, ist die
Adäquanz
prüfung
nach der in BGE 115 V 133 und nicht nach der in BGE 117 V 359 begründeten und in BGE 134 V 109 modifizierten Rechtsprechung zu prüfen
(Urk. 1 S. 9).
Aus den medizinischen Akten geht hervor, dass die Rissquetschwunde im Bereich der rechten Augenbraue und die Prellungen schon bald nach dem Unfall verheilten. Die von den Ärzten aus somatischen Gründen verordnete Behandlung
brachte, soweit sie
–
angesichts der immer wieder als
thera
pieresis
tent
bezeichneten Beschwerden, die sich im Lauf der Zeit eher noch verschlech
terten respektive ausweiteten (
vgl. etwa
Urk.
9/12,
Urk.
9/
16 S
.
1,
Urk. 9/72
,
Urk. 9/93 S. 2,
Urk.
9/132
,
Urk. 14 S. 8 sowie Urk. 7/32 S. 6 im Prozess Nr. IV.2015.00091
)
–
nach dem Unfall überhaupt je einen nennenswerten Erfolg gezeitigt hatte, jedenfalls im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per
30. Juni 2012
schon seit langem keine wesentliche Besserung mehr
und liess
auch keine solche mehr erwarten.
So erachtete denn auch Dr.
A._
eine Physiotherapie lediglich noch zur Lockerung, Entspannung und Stabilisierung der Muskulatur für sinnvoll (Urk. 14 S. 10).
Angesichts dieser Gegebenheiten und aufgrund des Umstands, dass
die IV-Ste
lle ihren Entscheid über Eingliederungsmassnahmen
erst
später fällte (Urk. 9/116)
,
ist der Fallabschluss d
er SUVA nicht verfrüht erfolgt (Urteil des Bundesgerichts 8
C_205/2013 vom 5. September 2013
E. 3.2.4 mit Hinweisen;
Urk. 1 S. 11).
Beim Ereignis vom 19. Juli 2011 schlug die Beschwerdeführerin, als sie auf der Toilette
eines Passagierflugzeugs
sass und dieses
in Turbulenzen geriet,
rechts
seitig mit Kopf, Nacken und Arm gegen die Wand respektive den Boden und zog sich dabei eine Rissquetschwunde im Bereich der Augenbraue sowie Kon
tusionen zu (
Urk. 9/1,
Urk. 9/4, Urk. 9/6, Urk. 9/12, Urk. 9/
46 S. 1
sowie
Urk. 7/10
im Prozess Nr. IV.2015.00091).
Angesichts des augenfälligen
Ges
che
hensablaufs
sowie
der
sich
dabei
entwickelnden
Kräfte
und unter Berücksichti
gung
der
Ein
ordn
ung vergleichbarer Geschehnisse
(vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_918/2008 vom 1. Mai 2009 E. 4.3)
ist der Unfall
höchstens
als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen zu qualifizieren.
Von den recht
sprechungsgemäss zusätzlich zu beachtenden Kriterien müssten dem
nach min
des
tens vier in einfach
er
Form oder aber eines in besonders ausge
prägter Weise erfüllt sein, damit der adäquate Kausalzusam
menhang bejaht werden könnte (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_795/2012 vom 28. November 2012 E. 5.2 mit Hinweis).
Ob besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklich
keit des Unfalls vorliegen, beurteilt sich objektiv und nicht aufgrund des sub
jektiven Empfindens
beziehungsweise des Angstgefühls
der versicherten Person
(vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts
8C_137/2014
vom 5. Juni 201
4 E. 7.1 mit Hinweis)
.
Vorliegend
spielte sich
der Unfall
weder unter besonders dramatischen
Begleitumständen ab, noch war er besonders eindrücklich.
So war d
ie Beschwer
deführerin, nachdem sie wegen der Turbulenzen gegen die Wände der Toilette geschleudert worden war,
(zumindest gemäss ihren ursprünglichen Aussagen)
in der Lage, die Toilette selbständig zu verlassen
(Urk. 9/12 S. 1)
, und ihre Wunde wurde vom Flugpersonal umgehend versorgt
und gleich nach der
Landung ärztlich behandelt
(Urk. 9/16 S. 1)
. Ihre mitfliegenden Kinder
blieben
– wie
sämtliche weiteren Flugpassagiere –
bei den Turbulenzen
unverletzt (Urk
.
7/48 S. 15 im Prozess Nr. IV.2015.00091)
.
Der Schrecken, den
sie
erlitten hat, hielt sich
damit
im Rahmen der
bei
mittleren
Unfällen
ü
blichen
Eindrück
lichkeit
, und es waren keine relevanten Begleitumstände zu verzeichnen, welche die Bejahung
des Kriteriums nahelegten (vgl.
hiezu
etwa Urteil des Bundesge
richts
8C_579/2011
vom 5. Dezember 2011 E. 3.5 mit Hinweisen)
.
Sodann zog sich die Beschwer
deführerin mit der Rissquetschwunde im Bereich der recht
en Augenbraue,
den Kontusionen
und der Commotio cerebri
keine schwere oder besonders geartete Verletzung zu, die sich erfahrungsgemäss eignete, eine psy
chische Fehlent
wick
lung auszulösen. Auch das Kriterium des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit
ist
zu verneinen
. So waren die nach dem Unfall geklagten
körperlichen
Beschwerden schon bald nicht mehr
mit somatischen Befunden zu erklären, sondern
– zumindest in erster Linie
–
vor
dem Hintergrund der psychischen Beeinträchtigung zu
sehen
. Die Ärzte der
Y._
attestierten der Beschwerdeführerin bei Klinikaustritt am 23. Mai 2012
denn
auch eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 9/72 S. 2)
; von einer solchen gingen in der Folge – abgesehen von einer kurzen Phase nach einem erst nach Erlass des
Einspracheents
cheids
vom 13. Juni 2013 (Urk. 2
) erlittenen Auffahrunfall – mit überzeugender Begründung auch die Gutachter der MEDAS aus (Urk. 7/48 S. 26 im Prozess Nr. IV.2015.00091)
.
Anhaltspunkte für eine ärztliche
Fehlbe
handlung
, welche die Unfallfolgen erheblich ver
schlimmert hätte, und für einen schwierigen Heilungsverlauf beziehungs
weise erhebliche Komplikationen
gibt es in den Akten keine.
Das Vorbringen, die Ärzte der
Y._
hätten
notwendige Untersuchungen unterlassen
(Urk. 1 S. 10), erweist sich als
unbe
gründet
.
Die Beschwerdeführerin legt
denn auch
gar nicht dar, welche ander
weitigen Therapieoptionen sich aufgrund der Resultate der angeblich unterblie
benen Abklärungen ergeben hätten. Angesichts des Umstands, dass
die
nach
dem Unfall geklagten
(
somati
schen
)
Beeinträchti
gungen
–
wenn nicht aus
schliesslich, so zum weit überwiegenden Teil
–
schon bald
psychischer Genese waren, sind das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behand
lung und dasjenige der körperlichen
Dauerschmer
zen
ebenfalls
nicht erfüllt.
Da demnach keines der unfallbezogenen Merkmale erfüllt ist, ist e
in allfälliger
natürlicher (Teil-)Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 19. Juli
2011 und der psychischen Symptomatik jedenfalls nicht adäquat.
5.4
Weil
die über den 30. Juni 2012 hinaus persistierenden – keinem organischen Korrelat zuordenbaren
–
Beschwerden nach dem Gesagten in keinem
rechts
genüglichen
Zusammenhang zum Unfall vom 19. Juli 2011 stehen, hat die SUVA ihre
Leistung
en zu Recht
per
Ende
Juni 2012
eingestellt. Die
Beschwerde
ist demnach
abzuweisen.