Decision ID: 13126995-2bcd-4dae-847a-ae31891714a5
Year: 2015
Language: de
Court: BS_APG
Chamber: BS_APG_001
Canton: BS
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
Das Zivilgericht Basel-Stadt bewilligte mit Entscheid vom 17. April 2015 der B_ AG (Beschwerdegegnerin) in der gegen A_ (Beschwerdeführerin) gerichteten Betreibung Nr. 14074394 des Betreibungsamts Basel-Stadt vom 7. Januar 2015 provisorische Rechtsöffnung für einen Betrag von CHF 32‘870.75 nebst Zins und Kosten. Die Beschwerdeführerin erhob dagegen mit Schreiben vom 29. Mai 2015 (Postaufgabe 1. Juni 2015) Beschwerde an das Appellationsgericht, mit der sie die Aufhebung des angefochtenen Entscheids und die Abweisung des Antrags auf Erteilung der Rechtsöffnung beantragt. Die Beschwerdegegnerin hat eine Beschwerdeantwort eingereicht, der Zivilgerichtspräsident hat sich zur Beschwerde vernehmen lassen. Die Beschwerdeführerin hat sich mit Schreiben vom 14. August 2015 (Postaufgabe 17. August 2015) noch einmal geäussert. Mit Schreiben vom 18. August 2015 hat sie ihre Beschwerde zurückgezogen.

Erwägungen
1.
Der Rückzug eines Rechtsmittels ist nach der Bestimmung über den Rückzug einer Klage nach Art. 241 Abs. 1 der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) zu behandeln. Beide haben die Wirkung eines rechtskräftigen Entscheids. Das Gericht schreibt demnach das Verfahren ab. Zuständig ist das mit der Verfahrensleitung betraute Gerichtsmitglied. Es entscheidet auch über die Höhe und die Verteilung der Prozesskosten (§ 6 Abs. 1 und 2 des baselstädtischen Gesetzes über die Einführung der Schweizerischen Zivilprozessordnung [EG ZPO; SG 221.100]).
2.
2.1
Nach Art. 106 Abs. 1 ZPO werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei auferlegt. Bei Klagerückzug gilt die klagende Partei als unterliegend. Die Beschwerdeführerin hat ihre Beschwerde mit Schreiben vom 18. August 2015 zurückgezogen. Sie ist damit die unterliegende Partei und hat die Prozesskosten zu tragen. Diese bestehen aus den Gerichtskosten und der Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1 ZPO). Zu den Gerichtskosten gehört unter anderem die Entscheidgebühr (Art. 95 Abs. 2 lit. b ZPO). Diese beträgt im zweitinstanzlichen Verfahren grundsätzlich das Anderthalbfache der erstinstanzlichen Gebühr. Davon wird vorliegend abgewichen, weil die Beschwerdeführerin ihre Beschwerde zurückgezogen und sich damit eine Beurteilung dieser erübrigt hat. Die Gerichtskosten werden mit CHF 500.– festgesetzt.
2.2
Die Beschwerdegegnerin hat im Beschwerdeverfahren einen Anwalt beigezogen, der eine 11 Seiten umfassende Beschwerdeantwort eingereicht hat. Der Beschwerdegegnerin ist daher für ihre Aufwendungen im zweitinstanzlichen Verfahren eine Parteientschädigung auszurichten. Diese bemisst sich nach den Bestimmungen der Honorarordnung für die Anwältinnen und Anwälte des Kantons Basel-Stadt (HO; SG 291.400). Nach § 10 Abs. 1 HO beträgt das Honorar in einem vollstreckungsrechtlichen Verfahren, wie das vorliegende Rechtsöffnungsverfahren, einen Viertel bis die Hälfte des für den ordentlichen Prozess zulässigen Honorars. Für das hier vorliegende schriftliche Beschwerdeverfahren ist dabei auf § 4 lit. b Ziff. 8 HO abzustellen, wonach bei einem Streitwert von über CHF 30‘000.– bis CHF 50‘000.– das Grundhonorar CHF 3‘700.– bis CHF 5‘600.– beträgt. Im konkreten Fall ist von einem Viertel von CHF 4‘000.– auszugehen. Dieser Betrag wird um CHF 500.– erhöht, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass die Beschwerdegegnerin ihre Vertretung erst im Rechtsmittelverfahren beauftragte und diese sich zusätzlich erst in den Verfahrensstoff einarbeiten musste. Demnach ist die Parteientschädigung mit CHF 1‘500.– (zuzüglich MWST von 8 %) festzulegen.