Decision ID: 5c73f24f-7cc4-587b-9072-28411dacb130
Year: 2019
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Am 10. August 2015 erliess die Zollkreisdirektion Schaffhausen zwei Nach-
forderungsverfügungen, mit welchen sie A._ und die B._ AG
für solidarisch leistungspflichtig erklärte. Der jeweils geschuldete Betrag
entsprach der Differenz zwischen den Abgaben gemäss nachträglich vor-
genommener Abrechnungen zum günstigeren Kontingentszollansatz und
jenen, die sich ergeben hätten, wenn bei den Einfuhren verschiedener, na-
mentlich genannter Pferde zum Ausserkontingentszollansatz abgerechnet
worden wäre.
B.
Dagegen erhoben A._ und die B._ AG mit gemeinsamer
Eingabe Beschwerde bei der Oberzolldirektion (OZD; nachfolgend auch:
Vorinstanz), welche mit separaten Entscheiden vom 4. November 2016 die
Beschwerde von A._ teilweise guthiess und jene der B._ AG
abwies.
C.
Gegen diese Beschwerdeentscheide erhoben A._ (nachfolgend:
Beschwerdeführer 1) und die B._ AG (nachfolgend: Beschwerde-
führerin 2; zusammen: Beschwerdeführende) am 5. Dezember 2016 sepa-
rat Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht, welches die Beschwer-
deverfahren vereinigte und die Beschwerden mit Urteil A-7503/2016,
A-7513/2016 vom 16. Januar 2018 abwies.
D.
Die wiederum gegen dieses Urteil am 19. Februar 2018 erhobene Be-
schwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ans Bundesgericht
hiess Letzteres mit Urteil 2C_177/2018 vom 22. August 2019 teilweise gut,
hob das angefochtene Urteil des Bundesverwaltungsgerichts auf und wies
das Verfahren zur weiteren Sachverhaltsfeststellung und Neubeurteilung
an das Bundesverwaltungsgericht zurück, soweit die Einfuhr der Pferde
«C._», «D._» und «E._» betroffen sei. Im Übrigen
wies es die Beschwerde ab.
E.
Das Bundesverwaltungsgericht nimmt das Verfahren unter der vorliegen-
den Nummer A-4632/2019 wieder auf.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 61 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) entscheidet das Bun-
desverwaltungsgericht in der Sache oder weist diese ausnahmsweise mit
verbindlichen Weisungen an die jeweilige Vorinstanz zurück. Letzteres ist
namentlich dann angezeigt, wenn eine aufwendigere Beweiserhebung
nachgeholt werden muss, sind doch (im Vergleich zum Bundesverwal-
tungsgericht) die Vorinstanzen mit den tatsächlichen Verhältnissen besser
vertraut und aufgrund ihrer funktionellen und instrumentellen Ausstattung
in der Regel eher in der Lage, die erforderlichen Abklärungen durchzufüh-
ren und mit den Parteien in direkten Kontakt zu treten (Urteile des BVGer
A-4268/2018 vom 31. Januar 2019 E. 2, A-7273/2015 vom 3. Dezember
2015 E. 5; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozes-
sieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 3.194).
1.2 Daher kann es sich unter Umständen rechtfertigen, eine vom Bundes-
gericht ans Bundesverwaltungsgericht zurückgewiesene Sache weiter an
die Vorinstanz zurückzuweisen («renvoi sur renvoi»; Urteil des BVGer
A-7273/2015 vom 3. Dezember 2015 E. 4 m.Hw.).
2.
2.1 Im vorliegenden Fall hat das Bundesgericht erwogen, dass das Bun-
desverwaltungsgericht nach Art. 12 VwVG gehalten sei, sämtliche rechts-
erheblichen Tatsachen abzuklären, wobei es insbesondere verpflichtet sei,
die rechtserheblichen Tatsachenbehauptungen der Beschwerdeführenden
zu würdigen und angebotene Beweismittel abzunehmen, wenn sie zur Ab-
klärung des Sachverhalts tauglich erscheinen. Verschiedene von den Be-
schwerdeführenden anerbotene Beweise seien nicht abgenommen wor-
den, obwohl sich diese als rechtserheblich erweisen könnten. Insoweit sei
das Verfahren nicht spruchreif. Gleiches gelte für die Würdigung von Be-
weisen, die für unerheblich befunden worden seien, womit die Untersu-
chungspflicht verletzt worden sei.
2.2 Soweit das Bundesgericht eine ungenügende Erhebung bzw. Abnahme
und Würdigung von Beweisen durch das Bundesverwaltungsgericht rügt,
lässt sich derselbe Vorwurf gegenüber der Vorinstanz erheben. Das Bun-
desverwaltungsgericht hat im Lichte des höchstrichterlichen Urteils zu Un-
recht die Beweiserhebung und -würdigung durch die Vorinstanz geschützt.
Folglich hat sich die Vorinstanz mit den noch zu erhebenden und einigen
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bereits in den Akten liegenden Beweismitteln genauso wenig auseinander-
gesetzt wie das Bundesverwaltungsgericht. Damit hat die Vorinstanz den
Sachverhalt – wie auch das Bundesverwaltungsgericht – nicht richtig fest-
gestellt, weshalb schon der Beschwerdeentscheid der Vorinstanz am glei-
chen Mangel leidet wie das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts.
2.3 Bei der Vorinstanz handelt es sich zudem um eine Behörde mit ausge-
wiesenen Fachkenntnissen, namentlich im hier einschlägigen Bereich der
grenzüberschreitenden Bewegung von Waren bzw. Tieren und den ent-
sprechenden Zollformalitäten und -verfahren etc. (s. E. 2.4). Das Bundes-
verwaltungsgericht ist hingegen für die Überprüfung von Entscheiden der
Vorinstanz zuständig (Art. 31 und 33 Bst. d VGG i.V.m. Art. 5 VwVG). Ins-
gesamt erweist es sich vorliegend als sinnvoll, dass die Vorinstanz die vom
Bundesgericht auferlegten Beweismassnahmen durchführt und die Be-
weise entsprechend würdigt, bevor sich allenfalls das Bundesverwaltungs-
gericht wiederum mit der Sache befasst. Zudem würde eine vorgängige
Beweiserhebung und Beurteilung der Sache durch das Bundesverwal-
tungsgericht insbesondere in Bezug auf die noch gar nicht erhobenen Be-
weise den Rechtsweg verkürzen. Durch eine Rückweisung bleibt hingegen
der doppelte Instanzenzug erhalten. Somit ist die Sache an die Vorinstanz
zurückzuweisen, damit diese in Beachtung der bundesgerichtlichen Erwä-
gungen und Weisungen neu über die Sache entscheidet (vgl. Urteil des
BGer 2C_688/2012 vom 23. Juli 2012; Urteile des BVGer A-4268/2018
vom 31. Januar 2019 E. 2, A-4304/2017 vom 22. August 2017,
A-7273/2015 vom 3. Dezember 2015 E. 5); entsprechend auch über die
Frage, ob sie ihre Restforderung überhaupt aufrechterhalten will.
2.4 Gemäss bundesgerichtlichen Erwägungen erweise sich in Bezug auf
die Pferde «C._» und «D._» als rechtserhebliche Tatsache,
ob im Moment der Zollanmeldung (zum Verfahren der vorübergehenden
Verwendung) tatsächlich vorgesehen gewesen sei, die beiden Pferde am
Reitturnier [...] am [...] 2013 einzusetzen (E. 3.6 des bundesgerichtlichen
Urteils). Sei dies der Fall gewesen, dieser deklarierte Verwendungszweck
nach der Einfuhr aber durch einen anderen, für das Verfahren der vorüber-
gehenden Verwendung geeigneten Verwendungszweck abgelöst worden,
hätte es – wenn auch die übrigen Voraussetzungen des Verfahrens der
vorübergehenden Verwendung für die genannten Pferde erfüllt gewesen
wären – an einer Widerhandlung im Sinne von Art. 12 des Bundesgesetzes
vom 22. März 1974 über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR, 313.0) gefehlt
(E. 3.7 des bundesgerichtlichen Urteils). Diesbezüglich sind die von den
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Beschwerdeführenden anerbotenen Beweise abzunehmen und allfällige
weitere Beweismassnahmen zu treffen.
In Bezug auf das Pferd «E._» habe die OZD im Unterschied zum
Bundesverwaltungsgericht den Verwendungszweck nicht in Zweifel gezo-
gen, zumal sie diesen Umstand für irrelevant gehalten habe (E. 4.2 des
bundesgerichtlichen Urteils). Trotz fehlendem Carnet ATA hätten verschie-
dene Beweismittel und Indizien für den Verwendungszweck vorgelegen.
So wäre es allenfalls möglich gewesen, die Aussage des Beschwerdefüh-
rers 1, dass er normalerweise «Reitturnier» als Verwendungszweck an-
gebe, anhand der zahlreichen anderen Einfuhren mit Carnet ATA zu über-
prüfen, was dann ein starkes Indiz dafür gewesen wäre, dass dies auch
auf dem verschollenen Carnet ATA der Fall gewesen sei (E. 4.2.1 des bun-
desgerichtlichen Urteils). Gemäss Bundesgericht könne der angegebene
Verwendungszweck für den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein
und es dürften weitere Abklärungen dazu angezeigt sein (E. 4.2.3 des bun-
desgerichtlichen Urteils). Auch diesbezüglich ist der Sachverhalt abzuklä-
ren.
2.5 Demnach sind die Beschwerden vom 5. Dezember 2016 insofern gut-
zuheissen, als die Sache hinsichtlich der Einfuhr der Pferde «C._»,
«D._» und «E._» im Sinne der Erwägungen zu weiteren Be-
weiserhebungen und neuem Entscheid – entsprechend auch über die
Frage, ob sie ihre Restforderung überhaupt aufrechterhalten will – an die
Vorinstanz zurückzuweisen ist. Hinsichtlich der Einfuhr der Pferde
«F._» und «G._» hat das Bundesgericht die Beschwerden
bereits abgewiesen.
3.
3.1 Die Verfahrenskosten sind in der Regel von der unterliegenden Partei
zu tragen. Unterliegt diese nur teilweise, so werden sie ermässigt (Art. 63
Abs. 1 VwVG). In der Verwaltungsrechtspflege des Bundes gilt die Rück-
weisung der Sache an die Vorinstanz zu weiteren Abklärungen und neuem
Entscheid mit noch offenem Ausgang praxisgemäss als Obsiegen der be-
schwerdeführenden Partei (vgl. BGE 137 V 210 E. 7.1; Urteil des BVGer
A-2646/2018 vom 30. September 2019 E. 8.1).
Die Sache wird in Bezug auf die Pferde «C._», «D._» und
«E._» an die Vorinstanz zurückgewiesen, nicht hingegen in Bezug
auf die Pferde «F._» und «G._». Die Beschwerdeführenden
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unterliegen somit zu 2/5, weshalb ihnen die Verfahrenskosten von insge-
samt Fr. 4'000.-- zu 2/5, also in Höhe von Fr. 1'600.-- aufzuerlegen sind.
Die beiden, in den Beschwerdeverfahren A-7503/2016 und A-7513/2016
einbezahlten Kostenvorschüsse von je Fr. 2’000.-- werden je im Umfang
von Fr. 800.-- zur Bezahlung der (reduzierten) Verfahrenskosten verwen-
det. Die Restbeträge in Höhe von je Fr. 1'200.-- sind den Beschwerdefüh-
renden nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückzuer-
statten.
Der Vorinstanz sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 2
VwVG).
Über die Kosten des vorinstanzlichen Beschwerdeverfahrens wird die OZD
in ihrem neuen Entscheid neu zu befinden haben.
3.2 Die rechtsvertretenen Beschwerdeführenden haben dem Verfahrens-
ausgang entsprechend Anspruch auf eine reduzierte Parteientschädigung
(vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 des Reglements vom 21. Februar
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-
gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Vorliegend ist diese praxisgemäss auf
Fr. 3'600.-- festzusetzen.
Der Vorinstanz steht gemäss Art. 7 Abs. 3 VGKE keine Parteientschädi-
gung zu.
Über die Parteienschädigungen im vorinstanzlichen Beschwerdeverfahren
wird die OZD in ihrem neuen Entscheid neu zu befinden haben.