Decision ID: 82f76abd-1f64-5822-b3ba-9c14eae19446
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ A., geboren am 1. Januar 1967 in M., ist Staatsangehöriger der Türkei. Er reiste am
19. April 1988 illegal in die Schweiz ein, wo er ein Asylgesuch stellte. Nachdem die
Beschwerdeinstanz die Abweisung des Gesuchs am 11. Dezember 1991 bestätigt
hatte, verliess er die Schweiz am 12. März 1992 wieder.
Am 3. Juni 1992 heiratete er die in der Schweiz niedergelassene Landsfrau M., geboren
am 18. August 1967, worauf er am 11. Juli 1992 im Rahmen des Familiennachzugs
wieder in die Schweiz einreiste und umgehend eine Aufenthaltsbewilligung erhielt. Seit
1. Juli 1997 ist er im Besitz der Niederlassungsbewilligung. Das Ehepaar hat einen
volljährigen Sohn, geboren am 25. Februar 1992, und eine vierzehnjährige Tochter,
geboren am 13. November 1996. Die Kinder wurden zwischenzeitlich zusammen mit
ihrer Mutter eingebürgert.
B./ Das Ausländeramt verwarnte A. am 27. August 2007 wegen zahlreichen Straftaten
und weil er lange arbeitslos und fürsorgeabhängig war. Vom 4. September 2008 bis
20. April 2009 war er im Strafvollzug, ging weiterhin keinem Erwerb nach, blieb
phasenweise fürsorgeabhängig und delinquierte weiter. Das Ausländeramt drohte ihm
deshalb am 19. Juni 2009 den Widerruf der Niederlassungsbewilligung an, was ihn
aber nicht davon abhielt, weitere Straftaten zu begehen. Infolgedessen musste er
erneut zu einer unbedingten Freiheitsstrafe verurteilt werden. Das Ausländeramt
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widerrief am 27. November 2009 seine Niederlassungsbewilligung und setzte ihm eine
Ausreisefrist an.
C./ Gegen den Widerruf erhob A. am 21. Dezember 2009 durch seinen Rechtsvertreter
beim Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen Rekurs. Am 21. Juni
2010 musste er erneut verhaftet werden. Mit Entscheid vom 9. August 2010 wies das
Sicherheits- und Justizdepartement den Rekurs ab. Die Rekursinstanz begründete den
Entscheid damit, dass angesichts der Freiheitsstrafen von insgesamt 23 Monaten
sowie unter Berücksichtigung der Vielzahl der begangenen Straftaten sein
Fehlverhalten gravierend und sein Verschulden in ausländerrechtlicher Hinsicht
schwerwiegend sei, weshalb ein erhebliches öffentliches Interesse daran bestehe, dass
seine Niederlassungsbewilligung widerrufen werde. Der damit verbundene Eingriff in
seine persönlichen Interessen und sein Familienleben sei gerechtfertigt.
D./ Dagegen liess A. am 27. August 2010 durch seinen Rechtsvertreter beim
Verwaltungsgericht mit dem Antrag Beschwerde erheben, der Rekursentscheid sei
kostenpflichtig aufzuheben und vom Widerruf der Niederlassungsverfügung sei
abzusehen. Desungeachtet delinquierte er weiter, weshalb er noch vor Eingang der
Beschwerdebegründung wegen weiterer Straftaten, begangen zwischen Juni bis
Oktober 2010, erneut verhaftet werden musste.
Am 4. November 2010 ergänzte A. seine Beschwerde mit dem Antrag, das Verfahren
sei bis zur Erledigung des hängigen Strafverfahrens zu sistieren. Zum angefochtenen
Widerruf macht er geltend, sein Fehlverhalten sei nicht derart krass, dass ihm
deswegen seine Niederlassungsbewilligung entzogen werden müsste. Mittlerweile lebe
er seit fast zwanzig Jahren in der Schweiz und sei gleich lang mit einer
Niedergelassenen bzw. Schweizerin verheiratet. Nebst dem, dass seine Familie
dringend auf seine Anwesenheit angewiesen sei und den Alltag ohne ihn kaum
bewältigen könne, sei er in der Schweiz bestens integriert, während er in seiner Heimat
kaum noch nennenswerte soziale Kontakte pflege. Unter diesen Umständen sei für den
Widerruf der Niederlassungsbewilligung nicht bloss eine Freiheitsstrafe von mehr als
einem Jahr, sondern eine solche von zwei Jahren nötig. Bezüglich seines künftigen
Verhaltens müsse ihm eine gute Prognose gestellt werden.
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E./ Der Gerichtspräsident wies das Sistierungsgesuch mit Verfügung vom 9. November
2010 ab.
F./ Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 11. November 2010, die
Beschwerde kostenpflichtig abzuweisen und verzichtete ansonsten auf eine
Stellungnahme.
G./ Mit Schreiben vom 10. Januar 2011 teilte das Ausländeramt mit, dass A. am
1. Oktober 2010 abermals zu einer unbedingten Freiheitsstrafe, dieses Mal zu drei
Monaten unbedingt, verurteilt worden sei. Dem Vollzugsauftrag für Strafen des Amtes
für Justizvollzug ist zu entnehmen, dass er die Strafe vom 7. Januar bis 4. April 2011 im
Regionalgefängnis Altstätten absitzt, wo er bereits am 19. November 2010 eingetreten
ist, und dass mit einer weiteren Strafe gerechnet wird. Am 16. Februar 2011 liess das
Ausländeramt dem Gericht weitere Vollzugsaufträge für Strafen zukommen (Versetzung
bzw. vorzeitiger Strafvollzug in der Strafanstalt Gmünden).
H./ Auf die weiteren von den Verfahrensbeteiligten vorgebrachten Ausführungen wird,
soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 27. August und 4.
November 2009 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2
VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Nach Art. 63 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer
(SR 142.20; abgekürzt AuG) kann die Niederlassungsbewilligung eines Ausländers, der
sich seit mehr als fünfzehn Jahren ununterbrochen und ordnungsgemäss in der
Schweiz aufhält, nur widerrufen werden, wenn er in schwerwiegender Weise gegen die
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öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat
oder diese gefährdet oder die innere oder äussere Sicherheit gefährdet (Art. 63 Abs. 1
lit. b AuG) oder wenn er zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde oder
gegen ihn eine strafrechtliche Massnahme im Sinne von Art. 64 oder Art. 61 des
Schweizerischen Strafgesetzbuches (SR 311.0) angeordnet wurde (Art. 62 lit. b AuG).
Nach Art. 80 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (SR
142.201) liegt ein Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung insbesondere
bei einer Missachtung von gesetzlichen Vorschriften und behördlichen Verfügungen
(Abs. 1 lit. a) sowie bei mutwilliger Nichterfüllung der öffentlich-rechtlichen oder
privatrechtlichen Verpflichtungen (Abs. 1 lit. b) vor. Demnach kann eine Summierung
von Verstössen, die für sich genommen für einen Widerruf nicht ausreichen, einen
Bewilligungsentzug rechtfertigen, wenn die betroffene Person mit ihrem (negativen)
Verhalten objektiv zeigt, dass sie auch künftig weder willens noch fähig ist, sich in die
geltende Rechtsordnung einzufügen. Darunter fallen gehäufte Verurteilungen zu
geringfügigeren Freiheits- oder Geldstrafen (vgl. Zünd/Arquint Hill in: Uebersax/Rudin/
Hugi Yar/Geiser, Ausländerrecht, Basel 2009, 2. Auflage, Rz. 8.29). Demgegenüber
liegt eine längerfristige Freiheitsstrafe und mithin ein Widerrufsgrund gemäss Art. 62
Abs. 1 lit. b erster Satzteil AuG erst dann vor, wenn eine ausländische Person zu einer
Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr verurteilt wurde (BGE 135 II 377 E. 4.2).
2.1. Der Beschwerdeführer wurde strafrechtlich wie folgt belangt:
Verurteilung vom 26. April 1990 wegen Diebstahls zu einer Gefängnisstrafe von
fünf Tagen, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren;
–
Verurteilung vom 2. September 2003 wegen Diebstahls zu einer Gefängnisstrafe
von fünf Tagen, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren und zu
einer Busse von Fr. 200.--;
–
Verurteilung vom 13. Juni 2007 wegen mehrfachen Diebstahls, Versuchs dazu,
mehrfachen geringfügigen Vermögensdelikts, Urkundenfälschung und
Widerhandlung gegen das Waffengesetz, unter Berücksichtigung der mit
Strafbescheid vom 2. September 2003 ausgefällten Gefängnisstrafe von fünf Tagen
zu einer Gesamtgeldstrafe von 150 Tagessätzen. Die Untersuchungshaft von
–
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2.2. Die Feststellung der Vorinstanz, der Widerrufsgrund nach Art. 63 Abs. 2 in
Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG sei auf Grund einer längerfristigen Freiheitsstrafe
gegeben, ist damit zutreffend. Ebenfalls korrekt ist ihre Schlussfolgerung, der
Beschwerdeführer habe mit der Vielzahl geringfügiger Freiheits- und Geldstrafen und
dem mutwilligen Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung seine fehlende
siebzehn Tagen wurde in Form von siebzehn Tagessätzen an die Geldstrafe
angerechnet. Der Vollzug der Geldstrafe wurde aufgeschoben unter Ansetzung einer
Probezeit von zwei Jahren;
Verurteilung vom 1. Juli 2008 wegen Verletzung von Verkehrsregeln zu einer Busse
von Fr. 220.--;
–
Verurteilung vom 1. Oktober 2008 wegen Überschreitens der allgemeinen
Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn zu einer Busse von Fr. 400.--;
–
Verurteilung vom 10. März 2009 wegen mehrfachen Diebstahls, versuchten
Diebstahls, Gehilfenschaft zu Diebstahl, Sachbeschädigung und
Hausfriedensbruchs und mehrfachen Vergehens gegen das Waffengesetz, unter
Einbezug der Sanktion gemäss Strafbescheid vom 13. Juni 2007 zu einer
Gesamtstrafe von dreizehn Monaten Freiheitsstrafe (unter Anrechnung der
Untersuchungshaft von total 51 Tagen) und zu einer Busse von Fr. 90.--;
–
Verurteilung vom 28. August 2009 wegen unrechtmässiger Aneigung, mehrfachen
Diebstahls, geringfügigen Vermögensdelikts (Diebstahl) sowie Verletzung von
Verkehrsregeln im Sinn von einer Gesamtstrafe unter Einbezug der nach der
bedingten Entlassung aus dem Strafvollzug verbleibenden Reststrafe von 102 Tagen
zu einer Freiheitsstrafe von zwanzig Wochen (unter Anrechnung von achtzehn
Tagen Untersuchungshaft) und zu einer Busse von Fr. 120.--;
–
Verurteilung vom 1. Oktober 2010 wegen mehrfachen Diebstahls, mehrfacher
Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes zu einer unbedingten Freiheitsstrafe
von drei Monaten, unter Anrechnung von zwei Tagen Untersuchungshaft, und einer
Busse von Fr. 150.--.
–
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Integrationsfähigkeit und -bereitschaft bewiesen und in schwerwiegender Weise gegen
die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz verstossen. Trotz früherer
einschlägiger Verurteilungen, ungeachtet der ausdrücklichen Verwarnungen des
Ausländeramtes und selbst während des hängigen Rechtsmittelverfahrens gegen den
Widerruf der Niederlassungsbewilligung hat er sich nicht davon abhalten lassen,
weiterhin gegen das Recht zu verstossen. Damit hat er klargemacht, dass er auch
künftig weder willens noch fähig ist, sich an die geltenden Regeln zu halten.
3. Art. 63 AuG gewährt der zuständigen Behörde beim Entscheid über den Widerruf der
Niederlassungsbewilligung einen Ermessensspielraum. Der Widerruf einer
Niederlassungsbewilligung ist anzuordnen, wenn er bei sorgfältiger Abwägung der
Interessen verhältnismässig erscheint (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung, SR 101,
abgekürzt BV). Dabei berücksichtigen die Behörden nach Art. 96 Abs. 1 AuG die
öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der
Integration, wobei namentlich die Schwere des Verschuldens, die Dauer der
Anwesenheit in der Schweiz sowie die dem Ausländer und seiner Familie drohenden
Nachteile ins Gewicht fallen (BGE 2C_295/2009 vom 25. September 2009 E. 4.3.). Je
länger ein Ausländer in der Schweiz lebt, desto strengere Anforderungen sind an die
Voraussetzungen einer Wegweisung nach Art. 66 AuG zu stellen. Eine solche ist
indessen selbst bei einem Ausländer, der bereits in der Schweiz geboren ist und hier
sein ganzes bisheriges Leben verbracht hat (sogenannte Ausländer der zweiten
Generation), insbesondere bei Gewaltdelikten bzw. wiederholter schwerer
Straffälligkeit, nicht ausgeschlossen. Ausschlaggebend ist die Verhältnismässigkeit der
Massnahme im Einzelfall, die praxisgemäss gestützt auf die gesamten wesentlichen
Umstände geprüft werden muss (BGE 2C_160/2009 vom 1. Juli 2009 E. 3.1., BGE 2A.
71/2007 vom 7. Mai 2007 E. 3.2., mit Hinweisen).
3.1. Ausgangspunkt und Massstab der fremdenpolizeilichen Güterabwägung ist die
Schwere des Verschuldens, das sich nach dem Wortlaut des Gesetzes in einer
längeren Freiheitsstrafe niederschlagen soll. Die Administrativbehörde hat sich dabei
mit den Erwägungen des Strafrichters auseinanderzusetzen, um zu einer eigenen
Gefahrenprognose zu gelangen (Nägeli/Schoch in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser,
a.a.O., Rz. 22.188).
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3.1.1. Das Kreisgericht St. Gallen beurteilte das Verschulden des Beschwerdeführers in
seinem Urteil vom 10. März 2009, dem unter anderem über zwanzig Diebstähle in
einem Jahr und ein Verstoss gegen das Waffengesetz zu Grunde lagen, als nicht leicht.
Straferhöhend wertete es seine einschlägigen Vorstrafen und die Tatsache, dass er
sein deliktisches Tun trotz Untersuchungshaft fortsetzte. Seine Geständnisse konnte es
nur leicht strafmindernd berücksichtigen, weil diese erst nach langem Leugnen und auf
Grund zweifelsfreier Beweise erfolgten. Ebenfalls berücksichtigte es seine mittelgradig
depressive Episode, seine berufliche und soziale Desintegration und seine Spielsucht.
Die beigezogene Gerichtspsychiaterin kam trotz der erwähnten Defizite und ungeachtet
seines bescheidenen Intelligenzquotienten zum Schluss, dass der Beschwerdeführer
jederzeit gänzlich einsichts- und steuerungsfähig gewesen sei. Auf Grund fehlender
Reuegefühle prognostizierte sie ihm eine sehr hohe Rückfallgefährdung und beschrieb
ihn als praktisch therapieresistent. Mangels günstiger Prognose erklärte das Gericht die
Freiheitsstrafe als vollziehbar.
Auch bei seiner letzten Verurteilung am 1. Oktober 2010 kam einzig eine unbedingte
Freiheitsstrafe in Frage, weil beim mittellosen Beschwerdeführer eine Geldstrafe
wirkungslos bleiben würde, er wegen seiner Persönlichkeitsstruktur keine
gemeinnützige Arbeit leisten kann und ein bedingter Vollzug mangels günstiger
Prognose grundsätzlich ausgeschlossen ist. Obwohl beim Beschwerdeführer
Vermögensdelikte im Vordergrund stehen, mussten bei ihm auch schon
Faustfeuerwaffen samt Munition und ein Schlagstock sichergestellt werden. Dazu
kommen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz.
3.1.2. Damit ist auch im Administrativverfahren von einem schweren Verschulden und
von einer seltenen Unbelehrbarkeit auszugehen. Bezeichnenderweise befindet sich der
Beschwerdeführer seit dem Widerruf der Niederlassungsbewilligung bereits wieder
wegen neuen Delikten im geschlossenen Strafvollzug. Den Akten muss zudem
entnommen werden, dass er selbst während des vorliegenden Beschwerdeverfahrens
weiter delinquierte. So wurden am 16. Oktober 2010 in seinem Auto abermals ein als
gestohlen gemeldetes Navigationsgerät und in seinem Portemonnaie Heroin und
Kokain gefunden.
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In diesem Zusammenhang macht der Beschwerdeführer übrigens zu Unrecht geltend,
im Administrativverfahren dürften strafbare Handlungen erst erwähnt werden, wenn
diese zu einer Verurteilung geführt hätten. Das Gesetz vermutet bei einer
rechtskräftigen Verurteilung einer ausländischen Person unter Umständen das
Vorliegen einer Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Ein strafbares
Verhalten kann in gewissen Fällen aber auch unabhängig von einer gerichtlichen
Verurteilung Anlass zu fremdenpolizeilichen Massnahmen geben (Nägeli/Schoch,
a.a.O., Rz. 22.177). Im vorliegenden Verfahren genügt es deshalb nicht, sich auf die
Unschuldsvermutung zu berufen und daraus zu folgern, mangels Verurteilung müsse
davon ausgegangen werden, der Beschwerdeführer habe sich nichts zuschulden
kommen lassen (vgl. BGE 2C_318/2010 vom 16. September 2010 E. 2.1 und 3.2). Die
mit dem Widerruf der Niederlassungsbewilligung verbundene Wegweisung ist nämlich
keine Strafe, sondern eine ordnungsrechtliche Massnahme, die auf einen
polizeirechtlichen Gefahrentatbestand ausgerichtet ist. Das Strafverfahren gegen den
Beschwerdeführer, das im Zeitpunkt des Rekursverfahrens noch hängig war, hatte
Delikte zum Gegenstand, wofür der Beschwerdeführer in der Vergangenheit schon
mehrfach verurteilt worden war. Das hatte zur Folge, dass er abermals in
Untersuchungshaft genommen werden musste. Die ihm erneut zur Last gelegten
Delikte hat er mit Blick auf die erdrückende Beweislage zudem mehrheitlich
zugegeben. Somit sprach nichts dagegen, das laufende Strafverfahren im
Rekursverfahren zu erwähnen. Ohne dessen Erwähnung wäre das Bild betreffend sein
aktuelles Verhalten und hinsichtlich seiner Prognose unvollständig gewesen. Aus dem
gleichen Grund können unter Umständen auch im Strafregister bereits gelöschte
Delikte in die Beurteilung des Verhaltens des Ausländers während seiner gesamten
Anwesenheit in der Schweiz einbezogen werden (BGE 2C_477/2008 vom 24. Februar
2009 E. 3.2.).
3.1.3. Der Beschwerdeführer gibt zu bedenken, dass er seit beinahe zwanzig Jahren
und damit während knapp der Hälfte seines Lebens in der Schweiz ansässig ist und
gut Deutsch spricht. Dennoch ist mit der Vorinstanz festzustellen, dass der Grad seiner
Integration in die schweizerische Gesellschaft nicht ansatzweise mit seiner langen
Aufenthaltsdauer übereinstimmt. Der Beschwerdeführer nimmt weder am
gesellschaftlichen Leben konstruktiv teil, noch geht er einem Erwerb nach. Hobbys hat
er keine. Beim Beschwerdeführer handelt es sich im Gegenteil um einen unbelehrbaren
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Gewohnheitsdelinquenten, der verschiedentlich vom Sozialamt unterstützt werden
musste und nach eigenen Angaben Schulden im Betrag von Fr. 50'000.-- hat. Obwohl
er immer wieder straffällig geworden ist, zeigt er keine Einsicht, sondern behauptet
sogar noch, unschuldig verurteilt worden zu sein. Selbst das vorliegende Verfahren
betreffend seine Wegweisung hat ihn nicht davon abgehalten, weitere Straftaten zu
begehen. Mit Blick auf die aufgezeigten Umstände ist es dem Gericht unbegreiflich, wie
sein Rechtsvertreter behaupten kann, der Beschwerdeführer sei in der Schweiz gut
integriert und ihm könne eine gute Zukunftsprognose gestellt werden. Von einer engen
Verbundenheit mit der Schweiz kann, von seinen beständigen Kontakten mit der Polizei
und den Strafuntersuchungsbehörden abgesehen, keine Rede sein. Tatsächlich kann
noch nicht einmal von einer durchschnittlichen Integration gesprochen werden,
weshalb der geltend gemachten langen Aufenthaltsdauer in der Schweiz kein grosses
Gewicht beizumessen ist.
3.1.4. Der Beschwerdeführer behauptet sodann, seine Familie sei dringend auf ihn
angewiesen. Dem ist allerdings entgegenzuhalten, dass er an den Unterhalt seiner
Familie seit knapp zehn Jahren nichts mehr beiträgt, obwohl er sich als 44-Jähriger
mitten im Erwerbsleben befindet, gesund ist und auch sonst dazu in der Lage wäre.
Zwar meldete er sich im Oktober 2002 bei der Invalidenversicherung zum Bezug von
Leistungen an, weil er vor allem nach Anstrengungen bei Velotouren und im Fitness-
Center an Kreuzschmerzen und zunehmender Schwäche in den Beinen litt. Das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen musste mit Entscheid vom 8. Mai 2007
aber den abschlägigen Bescheid der IV bestätigen und feststellen, dass dem
Versicherten weiterhin sowohl körperlich leichte, als auch mittelschwere Tätigkeiten als
Hilfsarbeiter durchaus zumutbar seien und er deshalb keinen Anspruch auf IV-
Leistungen habe. Die geltend gemachte Kleptomanie ist nirgends belegt und als reine
Schutzbehauptung für sein kriminelles Verhalten zu werten.
Damit steht fest, dass die Familie B.-A. allein vom Lohn der Ehefrau als
Pflegeassistentin am Kantonspital St. Gallen leben muss, obwohl diese seit längerem
an multipler Sklerose leidet. Die Eheschutzrichterin des Kreisgerichts St. Gallen stellte
sodann mit Entscheid vom 19. Juni 2007 fest, dass das Ehepaar seit dem 10. Oktober
2006 getrennt lebe. Am 28. Januar 2008 musste die Polizei wegen häuslicher Gewalt
intervenieren, weil der Beschwerdeführer seine Frau mit den Füssen und Fäusten
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geschlagen, an den Ohren, Haaren und am Hals gepackt und geschüttelt sowie mit
dem Tod bedroht hatte. Bei dieser Intervention mussten zwei Faustfeuerwaffen und
diverse Messer sichergestellt werden. Eine der Feuerwaffen, welche die Ehefrau auf
Geheiss ihres Mannes auf ihren Namen gelöst hatte, gab sie der Polizei zur
Aufbewahrung mit. Sie machte zudem geltend, dass er gedroht habe, sie mit Benzin zu
übergiessen und anzuzünden. Dieser stritt trotz der sichtbaren Verletzungen alles ab
und erklärte, er habe seine Frau lediglich getätschelt und mit den Händen gestikuliert.
Morddrohungen äussere er aus Prinzip nicht. Die Polizei verfügte in der Folge seine
Wegweisung und ein Rückkehrverbot wegen häuslicher Gewalt.
3.1.5. Anlässlich einer Hausdurchsuchung im August 2009 äusserte die Ehefrau, dass
sie immer noch grosse Probleme mit ihrem Mann habe und sich wünsche, dass er
baldmöglichst ausgewiesen werde. Sie halte es nicht länger aus, dass praktisch jede
Woche die Polizei bei ihr zu Hause erscheine. Von ihrem Mann werde sie nur bestohlen
und belogen. Wenn sie ihr Geld nicht verstecke, nehme er es ihr weg. Am
28. September 2009 erkundigte sie sich beim Ausländeramt, ob ihr Ehemann, der
wiederum im Gefängnis sass, nun gehen müsse, zumal das Amt ja bereits mitgeteilt
habe, dass er ausgewiesen werde, wenn nochmals etwas vorfalle. Sie sei schon einmal
im Frauenhaus gewesen und habe Angst, dass er nach der Entlassung wieder bei ihr
auftauchen werde. Nebstdem, dass ihr Mann gedroht habe, sie umzubringen, wenn sie
sich scheiden lasse, werde sie auch von der Familie ihres Mannes unter Druck gesetzt.
3.1.6. Unter diesen Umständen durfte die Vorinstanz auch ohne nochmalige Befragung
der Ehefrau und ohne weitere Abklärungen davon ausgehen, dass ihre Ehe weiterhin
erheblich belastet sei und die Gattin vom Beschwerdeführer trotz ihrer Krankheit keine
Hilfe erwarten kann, auch wenn sie dem Ausländeramt am 6. Oktober 2009 mitgeteilt
hatte, dass die Situation für sie im Moment stimme und sie deshalb das Gesuch um
Eheschutzmassnahmen zurückgezogen habe. Dieses Schreiben erfolgte offensichtlich
unter Einfluss ihres Ehemanns bzw. auf Druck des familiären Umfelds sowie im Hinblick
auf seine bevorstehende Entlassung aus dem Strafvollzug. Derzeit sitzt der
Beschwerdeführer jedoch wiederum mehrere Monate ein. Dies zeigt, wie wenig ihm
daran gelegen ist, seiner gesundheitlich angeschlagenen Ehefrau bei ihrer
Mehrfachbelastung als Mutter, Hausfrau und Ernährerin der gesamten Familie
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beizustehen bzw. diese wenigstens nicht länger mit seinem kriminellen Verhalten
zusätzlich zu belasten.
Sollte seine Ehefrau künftig krankheitshalber nicht mehr in der Lage sein, die bisher
erbrachten Leistungen zu erbringen, hätte sie Anspruch auf entsprechende
Sozialversicherungs- oder Fürsorgeleistungen bzw. Unterstützung durch die Spitex.
Dass sie vom Beschwerdeführer auch in Zukunft weder persönliche noch finanzielle
Hilfe erwarten kann, hat er mehrfach bewiesen, ansonsten er sein deliktisches Tun
schon lange eingestellt und sich zumindest während des Strafvollzugs darum bemüht
hätte, früher nach Hause gehen zu können. Er tat aber nichts dergleichen. So musste
das Amt für Justizvollzug seine Gesuche für eine vorzeitige Entlassung, die
Halbgefangenschaft oder wenigstens einen Hafturlaub am 18. September 2009 bzw.
20. Oktober 2009 abweisen, weil er nicht gewillt war, sich mit den Gründen seiner
Straftaten auseinanderzusetzen, sein Fehlverhalten zu bereuen und Wege für eine
deliktfreie Zukunft zu suchen und einzuüben. Dazu kam, dass seine Arbeitsleistungen
als ungenügend bewertet und sein Arbeitsverhalten wiederholt beanstandet werden
mussten.
3.2. Unter diesen Umständen steht dem Widerruf der Niederlassung weder der
Anspruch auf Achtung des Familienlebens gemäss Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen
Menschenrechtskonvention (SR 0.101, abgekürzt EMRK) noch die Zweijahresregel der
sogenannten Reneja-Praxis des Bundesgerichts (BGE 130 II 176 E. 4.1) entgegen. Zum
einen stellt seine Wegweisung eine Massnahme dar, die für die nationale Sicherheit
und öffentliche Ordnung bzw. zur Verhinderung von strafbaren Handlungen, zum
Schutz der Gesundheit und Moral sowie der Rechte und Freiheiten anderer notwendig
erscheint, weshalb das grundsätzlich geschützte Recht auf Familie eingeschränkt
werden kann (Art. 8 Ziff. 2 EMRK). Zum anderen lassen es die konkreten familiären
Verhältnisse zu, dass seine Ehefrau und seine Kinder ohne ihn in der Schweiz
verbleiben. Seine Frau erfüllt ihre Erziehungs- und Betreuungsaufgaben als Mutter und
einzige Ernährerin der Familie unbestrittenermassen gut. Trotz ihrer Erkrankung ist es
nicht ersichtlich, inwiefern sie damit anders überfordert sein soll, als es andere
alleinerziehende Mütter ebenfalls sind. Sodann hat seine Familie während seiner
zahlreichen Abwesenheiten infolge Untersuchungshaft und Strafvollzug bewiesen, dass
sie ohne seine persönliche Anwesenheit über die Runden kommt.
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Seine Wegweisung wird die Pflege der Beziehung zu seiner Familie und insbesondere
zu seiner noch minderjährigen Tochter zweifelsohne erschweren. Dies hat sich der
Beschwerdeführer aber auf Grund seines unbelehrbaren Verhaltens selber
zuzuschreiben. Bei der angesprochenen Zweijahresregel handelt es sich sodann um
keine feste Grenze (BGE 135 II 377 E. 4.3 und 4.4). Ohnehin hat die Vorinstanz in
diesem Zusammenhang zu Recht festgehalten, dass sich seine Freiheitsstrafen
insgesamt auf 23 Monate summieren, wobei die drei Monate vom 1. Oktober 2010
noch nicht eingerechnet sind. Zusammen mit der hohen Wahrscheinlichkeit, dass der
Beschwerdeführer erneut straffällig wird, schliesst dies einen weiteren Verbleib des
ausländischen Straftäters in der Schweiz aus, selbst wenn der Schweizer Ehegattin und
den Kindern wie vorliegend eine Ausreise nicht zugemutet werden kann.
3.3. Der Beschwerdeführer verlangt in diesem Zusammenhang, dass seine
minderjährige Tochter befragt werde.
3.3.1. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV umfasst unter anderem das Recht
der Betroffenen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden (BGE 135 II 286 E.
5.1). Einen Anspruch auf eine mündliche Anhörung räumt es aber nicht ein (BGE 134 I
140 E. 5.3). Auch steht die Verfassungsgarantie einer vorweggenommenen
(antizipierten) Beweiswürdigung nicht entgegen. Das Gericht kann demnach auf die
Abnahme von Beweisen verzichten, wenn es - wie vorliegend - auf Grund bereits
abgenommener Beweise seine Überzeugung gebildet hat und ohne Willkür annehmen
kann, seine Überzeugung werde durch zusätzliche Beweiserhebungen nicht geändert
(BGE 131 I 153 neues Fenster E. 3).
3.3.2. Weiter stellt sich die Frage, ob der spezielle konventionsrechtliche
Gehörsanspruch von Art. 12 der Kinderrechtskonvention (SR 0.107, abgekürzt KRK) zur
Anwendung gelange. Dieser kommt im Ausländerrecht zum Zug, wenn das
Aufenthaltsrecht eines Kindes oder einer für es sorgenden Betreuungsperson in Frage
steht. Wenn es sich um eine lebendige und wichtige persönliche Beziehung handelt,
kann die drohende Unterbrechung oder Erschwerung der Kontaktmöglichkeit selbst mit
einem nicht betreuungsberechtigten Elternteil oder sonstigen Familienmitglied
möglicherweise die Interessen des Kindes derart berühren, dass diesem auf Grund von
http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2010&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F131-I-153%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page153
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Art. 12 KRK eine Äusserungsmöglichkeit eingeräumt werden muss (BGE 2A.423/2005
vom 25. Oktober 2005 E. 5, BGE 2A.348/2005 vom 21. Oktober 2005 E. 4).
3.3.3. Vorliegend ist nicht umstritten, dass zwischen dem Beschwerdeführer und seiner
Tochter ein gutes Verhältnis besteht, das mit seiner Wegweisung erschwert würde und
dass damit persönlichkeitsrelevante Interessen im Sinne von Art. 12 KRK betroffen
werden. Trotzdem bleibt der konventionsrechtliche Gehörsanspruch im Ergebnis
gewahrt, indem das Kindsinteresse durch die Vorbringen des Beschwerdeführers, der
durch das ganze Verfahren hindurch anwaltlich vertreten war, hinreichend in das
Verfahren einfliessen konnte (BGE 2A.473/2006 vom 24. Januar 2007 E. 3.4, BGE 2A.
423/2005 vom 25. Oktober 2005 E. 5.3). Davon abgesehen hat die Tochter bereits bei
der Intervention betreffend häusliche Gewalt ausgeführt, dass ihr Vater immer lieb zu
ihr sei. Auch ist es unbestritten, dass sich der Beschwerdeführer und seine Ehefrau im
Rahmen des richterlichen Eheschutzes darauf geeinigt hatten, dass die Kinder zwar
unter die Obhut der Mutter gestellt werden, der Vater diese aber weiterhin in der
ehelichen Wohnung betreue, wenn die Mutter arbeitsabwesend sei. Mittlerweile ist der
Sohn aber volljährig, und die Tochter besucht die Oberstufe, womit sie nicht mehr im
gleichen Umfang betreuungsbedürftig ist, wie das zum Zeitpunkt der
Eheschutzmassnahme vor vier Jahren noch der Fall war. Dazu kommt, dass sich die
Familie B.-A. - wie schon gesagt - längst damit abfinden und arrangieren musste, dass
der Beschwerdeführer für die Betreuung der gut 14-Jährigen regelmässig nicht zur
Verfügung steht. Die Familie hat sich deshalb bereits seit längerem ohne den
Beschwerdeführer organisiert, soweit eine zusätzliche Betreuung der Tochter auf
Grund ihres fortgeschrittenen Alters noch nötig ist. Eine Gehörsverletzung liegt damit
nicht vor, wenn darauf verzichtet wird, die Tochter zur bevorstehenden Wegweisung
ihres Vaters persönlich zu befragen.
3.4. Nachdem sich der Beschwerdeführer in den letzten Jahren wegen Eheproblemen
und zahlreichen Gefängnisaufenthalten immer wieder für längere Zeit nicht bei der
Familie aufgehalten hat, wird die mittlerweile 14-jährige Tochter auch keine seelische
Erschütterung erleiden, wenn ihr Vater wieder in die Türkei zurückkehren muss. Es war
schon anhin ihre Mutter, die ihr während den letzten Jahren eine stabile und adäquate
Betreuung geboten hat. Zudem müssen ungezählte Familien und Kinder ebenfalls mit
einem Besuchsrecht eines Elternteils vorlieb nehmen, der sich im Ausland aufhält, ohne
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dass bleibende Schädigungen damit verbunden wären. Den Anforderungen von Art. 8
EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV ist damit Genüge getan, wenn das Besuchsrecht im
Rahmen von Kurzaufenthalten vom Ausland her, über Telefonate, E-Mails und
Ferienbesuche in der Türkei ausgeübt wird, wie die Vorinstanz zu Recht ausgeführt hat.
Dies gilt selbst unter dem Gesichtspunkt, dass die Wahrnehmung des Besuchsrechts
vom Ausland her mit Kosten verbunden ist (VerwGE 2009/185 vom 15. April 2010 E.
4.4. in: www.gerichte.sg.ch). Aus dem Gesagten folgt, dass weder die Ehefrau noch
seine hier anwesenden Kinder darauf angewiesen sind, dass der Beschwerdeführer
trotz seiner schlechten Prognose bezüglich seines Wohlverhaltens in der Schweiz
verbleibt.
3.5. Der Beschwerdeführer reiste erst als Erwachsener in die Schweiz ein und
verbrachte somit seine prägenden Kinder- und Jugendjahre in seinem Heimatland. Er
spricht demzufolge fliessend Türkisch und kennt die dortigen Gebräuche und die Kultur
seines Heimatlands. Zudem leben dort seine Mutter und Geschwister. Diesbezüglich
führt die Vorinstanz aber zu Recht aus, dass dem Beschwerdeführer unter den
gegebenen Umständen eine Rückkehr ins Heimatland selbst ohne ein bereits
vorhandenes Beziehungsnetz zumutbar wäre. Dies trifft selbst für den Fall zu, dass er
in ein Land zurückkehren muss, wo in den letzten zwanzig Jahren kaum ein Stein auf
dem anderen geblieben ist, wie der Beschwerdeführer geltend machen lässt. Allerdings
ist es nicht ersichtlich, inwiefern der 44-jährige Beschwerdeführer mit den nicht näher
umschriebenen dramatischen Veränderungen in seinem Heimatland nicht klar kommen
sollte.
4. Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Widerruf der Niederlassungsbewilligung
zu Recht bestätigt. Die Ausreise des Beschwerdeführers liegt unter den gegebenen
Umständen im öffentlichen Interesse, sie ist verhältnismässig und zumutbar, selbst
wenn die Ehefrau nicht mehr an der nachgesuchten Eheschutzmassnahme festhält und
die jüngste Tochter erst vierzehn Jahre alt ist. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
5. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten vom
Beschwerdeführer zu bezahlen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von
Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12).
Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
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Ausseramtliche Kosten sind nicht zu entschädigen (Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht