Decision ID: 4e73db96-da05-4376-9270-bcf02881326a
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im März 2016 bei der EL-Durchführungsstelle des Kantons St.
Gallen zum Bezug von Ergänzungsleistungen zur (vorbezogenen) Altersrente an (EL-
act. 76). Er gab an, alleine in einer Mietwohnung zu leben. Laut dem eingereichten
Mietvertrag handelte es sich um eine 2-Zimmer-Wohnung (EL-act. 65-1).
A.a.
Mit Verfügung vom 19. Juni 2016 sprach die EL-Durchführungsstelle dem
Versicherten ab 1. März 2016 eine Ergänzungsleistung von monatlich Fr. 720.-- zu
(exklusive Prämienpauschale Krankenversicherung, EL-act. 55). Bei den Ausgaben
hatte sie einen Mietzins von Fr. 10'992.-- pro Jahr berücksichtigt (12 x Fr. 916.--). Zur
Begründung hielt sie fest, dass die Kosten für den TV-/Radio-Anschluss über den
Lebensbedarf gedeckt seien und deshalb nicht im Mietzins berücksichtigt werden
könnten. Der Anteil dieser Kosten sei aus dem Mietvertrag nicht ersichtlich. Aus diesem
Grund sei eine Pauschale von Fr. 20.-- pro Monat abgezogen worden.
A.b.
Da sich die anrechenbare Prämienpauschale für die Krankenversicherung per 1.
Januar 2017 erhöhte, setzte die EL-Durchführungsstelle die Ergänzungsleistungen am
19. Dezember 2016 per 1. Januar 2017 neu fest (EL-act. 48). Im März 2017 reichte der
Versicherte die Austrittsbestätigung seines Arbeitgebers per 30. April 2017 ein (EL-act.
45). In der Folge erhöhte sich die monatliche Ergänzungsleistung (exkl.
Prämienpauschale Krankenversicherung) per 1. Mai 2017 auf Fr. 1'113.-- (Verfügung
A.c.
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vom 23. Mai 2017, EL-act. 44). Per 1. Januar 2018 setzte die EL-Durchführungsstelle
die Ergänzungsleistungen wegen der Erhöhung der anrechenbaren Prämienpauschale
für die Krankenversicherung neu fest (Verfügung vom 18. Dezember 2017, EL-act. 42).
Mit Verfügung vom 20. Dezember 2018 setzte die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistungen auf monatlich Fr. 1'114.-- fest (exkl. Prämienpauschale
Krankenversicherung, EL-act. 37). Die Änderungen hatten die Prämienpauschale für die
Krankenversicherung, den Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf und die AHV-
Rente betroffen (EL-act. 35). Per 1. Januar 2020 hatte sich lediglich die anrechenbare
Prämienpauschale für die Krankenversicherung erhöht (Verfügung vom 19. Dezember
2019, EL-act. 34). Als Mietzins war weiterhin ein Betrag von Fr. 10'992.-- pro Jahr
angerechnet worden.
Am 15. Mai 2020 leitete die EL-Durchführungsstelle eine periodische Überprüfung
der Ergänzungsleistungen ein (EL-act. 31). Eine Abfrage bei der elektronischen
Einwohnerauskunft vom 8. Juni 2020 ergab, dass an der Adresse des Versicherten ein
weiteres Haushaltsmitglied gemeldet war, nämlich der 198_ geborene Sohn des
Versicherten (EL-act. 29). Am 8. Juni 2020 fragte die AHV-Zweigstelle den Versicherten
unter anderem an, ob sein Sohn ebenfalls in seinem Haushalt lebe. Der Versicherte
verneinte dies am 22. Juni 2020 (EL-act. 23). Am selben Tag informierte die AHV-
Zweigstelle den Versicherten darüber, dass sein Sohn seit dem 8. Mai 2017 bei ihm im
Haushalt gemeldet sei (EL-act. 23). Sofern der Sohn nicht mehr im selben Haushalt
wohne, müsse dieser die neue Adresse umgehend den Bevölkerungsdiensten der
Stadt St. Gallen mitteilen. Zudem müsse er (der Versicherte) ihr (der AHV-Zweigstelle)
angeben, wie lange sein Sohn effektiv bei ihm gewohnt habe. Der Versicherte
antwortete am 30. Juni 2020, dass sein Sohn bis Ende März 2020 bei ihm gelebt habe
(EL-act. 23). Im Revisionsformular vom selben Tag gab der Versicherte an, (aktuell)
alleine in der Mietwohnung zu leben (EL-act. 26). Die AHV-Zweigstelle hatte im
Revisionsformular angemerkt, dass ab dem 8. Mai 2017 zwei Personen im Haushalt
gelebt hätten, gemäss der Auskunft des Versicherten nur bis 31. März 2020, gemäss
den Bevölkerungsdiensten der Stadt St. Gallen jedoch weiterhin.
A.d.
Eine telefonische Nachfrage des zuständigen EL-Sachbearbeiters bei den Bevöl
kerungsdiensten der Stadt St. Gallen ergab, dass sich der Sohn des Versicherten per
28. Februar 2020 abgemeldet hatte (EL-act. 21-1).
A.e.
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Mit Verfügung vom 30. Oktober 2020 setzte die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistungen aufgrund der Ergebnisse der periodischen Überprüfung der
Ergänzungsleistungen rückwirkend ab 1. Juni 2017 neu fest (EL-act. 20). Hieraus
resultierte für den Zeitraum 1. Juni 2017 bis 29. Februar 2020 eine Rückforderung von
insgesamt Fr. 15'114.--. Zur Begründung hielt sie fest, dass der Sohn vom 8. Mai 2017
bis 28. Februar 2020 beim Versicherten im Haushalt gelebt habe, weshalb für diesen
Zeitraum eine Mietzinsaufteilung zu erfolgen habe. Zu seinen Gunsten erfolge die
Korrektur ab Juni 2017. Ab März 2020 werde kein Mitbewohner mehr berücksichtigt.
Dagegen erhob der Versicherte am 17. November 2020 Einsprache (EL-act. 14). Er
machte sinngemäss geltend, dass die Anrechnung nur des hälftigen Mietzinses falsch
sei, da der Sohn ihm nie einen Mietzinsanteil habe bezahlen müssen. Es sei seine
Mietwohnung und sein Sohn sei sein Gast gewesen.
A.f.
Mit Entscheid vom 3. Februar 2021 wies die EL-Durchführungsstelle die
Einsprache ab (EL-act. 6). Zur Begründung hielt sie fest, dass der Sohn des
Versicherten im Jahr 2020 3_ Jahre alt geworden sei. Der Versicherte habe ihm
gegenüber längst keine zivilrechtliche Unterhaltspflicht mehr erfüllen müssen. Es habe
somit weder eine rechtliche noch angesichts der wirtschaftlichen Verhältnisse des
Versicherten eine moralische Pflicht bestanden, den Sohn unentgeltlich bei sich
aufzunehmen. Die EL-Durchführungsstelle habe dem Versicherten somit im Zeitraum,
in dem der Sohn beim Versicherten gewohnt habe, korrekterweise lediglich die Hälfte
des Wohnungsmietzinses angerechnet; damit habe sie verhindert, dass die
Ergänzungsleistung indirekt den nicht in die EL-Berechnung eingeschlossenen
erwachsenen Sohn mitfinanziere. Daran ändere auch der Umstand nichts, dass der
Versicherte seinen Sohn derart lange als Gast habe unentgeltlich bei sich wohnen
lassen. In Anbetracht der langen Dauer könne auch nicht von einem lediglich kurzen
Besuchsaufenthalt des Sohnes beim Versicherten ausgegangen werden. Ebenso nichts
an der Rechtmässigkeit der Mietzinsaufteilung zu ändern vermöge der Umstand, dass
lediglich der Versicherte Mieter der Wohnung sei. Der EL-Durchführungsstelle sei erst
anlässlich der periodischen Überprüfung im Jahr 2020 mitgeteilt worden, dass der
Sohn vom 8. Mai 2017 bis 29. Februar 2020 einwohneramtlich im Haushalt des
Versicherten gemeldet gewesen sei. Die EL-Durchführungsstelle habe deshalb zu
Recht über den EL-Anspruch ab dem 1. Juni 2017 neu verfügt. Die Verwirkungsfristen
A.g.
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B.

Erwägungen
1.
gemäss Art. 25 Abs. 2 ATSG seien gewahrt und die zu viel ausgerichteten
Ergänzungsleistungen im Betrag von Fr. 15'114.-- seien zurückzufordern. Die
Einsprache erweise sich als unbegründet.
Am 17. Februar 2021 teilte der Versicherte der zuständigen
Rechtdienstmitarbeiterin telefonisch mit, dass sein Sohn depressiv und zeitweise
arbeitslos gewesen sei (EL-act. 5). Er habe ihn deswegen bei sich aufgenommen. Es
habe sich um eine Familienhilfe bzw. um eine moralische Unterstützung gehandelt.
A.h.
Gegen den Einspracheentscheid vom 3. Februar 2021 erhob der Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführer) am 25. Februar 2021 Beschwerde (act. G 1). Er
beantragte, auf die Rückforderung von Ergänzungsleistungen zu verzichten. Zur
Begründung machte er geltend, dass sein Sohn von 2016 bis 2018 arbeitslos gewesen
sei. Deshalb habe er ihn bei sich aufgenommen. Der Sohn habe unter psychischen
Problemen (Burnout) gelitten. Er habe kein eigenes Zimmer bewohnt. Er, der
Beschwerdeführer, habe dem Sohn im Wohnzimmer ein Bett zur Verfügung gestellt. Er
habe den Sohn bis ca. Februar 2020 bei sich wohnen lassen, da er noch Schulden
habe abbezahlen müssen. Familienmitglieder sollte man ja unterstützen. Er habe von
seinem Sohn kein Geld verlangt.
B.a.
Die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am
17. März 2021 die Abweisung der Beschwerde (act. G 3). Zur Begründung verwies sie
auf die Erwägungen im Einspracheentscheid und die beiliegenden Akten.
B.b.
Die Beschwerdegegnerin hat die Ergänzungsleistungen mit der Verfügung vom 30.
Oktober 2020 − welche mit dem angefochtenen Einspracheentscheid vom 3. Februar
2021 bestätigt worden ist − gestützt auf die Ergebnisse der periodischen Überprüfung
rückwirkend ab 1. Juni 2017 neu berechnet und vom Beschwerdeführer für den
Zeitraum 1. Juni 2017 bis 29. Februar 2020 einen Betrag von insgesamt Fr. 15'114.--
zurückgefordert.
1.1.
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2.
Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten
Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung, ELG, SR 831.30). Die anerkannten Ausgaben und die
anrechenbaren Einnahmen, worin in bestimmtem Umfang auch das Vermögen
einbezogen ist, werden nach den in Art. 10 und 11 ELG sowie in Art. 11 bis 18 der
Verordnung über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung (ELV, SR 831.301) festgelegten Bestimmungen ermittelt.
Unrechtmässig bezogene Leistungen sind zurückzuerstatten (Art. 25 Abs. 1 Satz 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR
830.1).
1.2.
Die Beschwerdegegnerin hat die Ergänzungsleistungen rückwirkend für den
Zeitraum 1. Juni 2017 bis 29. Februar 2020 mit der Begründung korrigiert, dass der
Sohn des Beschwerdeführers vom 8. Mai 2017 bis 28. (resp. 29.) Februar 2020 im
Haushalt des Beschwerdeführers gelebt habe und dass der Mietzins deshalb hälftig
aufzuteilen sei. Sie hat also die Revisionsverfügung vom 23. Mai 2017, mit welcher der
EL-Anspruch ab 1. Mai 2017 neu festgesetzt worden war, sowie auch die
nachfolgenden Revisionsverfügungen in Revision gezogen (Art. 17 Abs. 2 ATSG).
Nachfolgend ist zu prüfen, ob dies korrekt gewesen ist.
1.3.
Als Ausgaben anzurechnen sind nach 10 Abs. 1 lit. b ELG der Mietzins einer
Wohnung und die damit zusammenhängenden Nebenkosten (Ziff. 1); als jährlicher
Höchstbetrag werden bei alleinstehenden Personen Fr. 13'200.-- anerkannt. Der
Beschwerdeführer hat im Rahmen seiner Anmeldung zum Bezug von
Ergänzungsleistungen im März 2016 angegeben, alleine in der von ihm gemieteten 2-
Zimmer-Wohnung zu leben und einen monatlichen Mietzins von Fr. 936.-- zu bezahlen.
Diese Angaben sind korrekt gewesen. Die Beschwerdegegnerin hat vom Bruttomietzins
von Fr. 936.-- die Kosten für den TV-/ Radioanschluss von Fr. 20.-- abgezogen; die ab
1. März 2016 angerechneten Mietzinsausgaben haben sich somit auf Fr. 10'992.--
belaufen (12 x [Fr. 936.-- - Fr. 20.--]). Der Beschwerdeführer hat es dann allerdings
versäumt zu melden, dass am 8. Mai 2017 sein Sohn bei ihm eingezogen ist und bis
Ende Februar 2020 bei ihm gewohnt hat.
2.1.
Werden Wohnungen oder Einfamilienhäuser auch von Personen bewohnt, welche
nicht in die EL-Berechnung eingeschlossen sind, dann ist der Mietzins auf die
einzelnen Personen aufzuteilen. Die Mietzinsanteile der Personen, welche nicht in die
2.2.
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EL-Berechnung eingeschlossen sind, werden bei der Berechnung der jährlichen
Ergänzungsleistung ausser Betracht gelassen (Art. 16c Abs. 1 ELV). Die Aufteilung hat
grundsätzlich zu gleichen Teilen zu erfolgen (Abs. 2). Die Beschwerdegegnerin hat
somit während der Zeit, in der der Sohn beim Beschwerdeführer gelebt hat, zu Recht
nicht den gesamten Wohnungsmietzins in der EL-Berechnung berücksichtigt. Genau
genommen hat es sich eigentlich um eine Verzichtshandlung des Beschwerdeführers
im Sinne von Art. 11 Abs. 2 lit. g ELG gehandelt: Indem der Beschwerdeführer darauf
verzichtet hat, von seinem Sohn einen Mietzinsanteil zu verlangen, hat er auf Einkünfte
verzichtet. Einkünfte, auf die verzichtet worden ist, sind laut dem Art. 11 Abs. 1 lit. g
ELG als Einnahmen anzurechnen. Demzufolge ist es für die Frage, ob der
Wohnungsmietzins in der EL-Berechnung ganz oder lediglich teilweise anzurechnen ist,
nicht relevant, ob der Sohn dem Beschwerdeführer einen Mietzinsanteil hat bezahlen
müssen oder nicht. Relevant ist vielmehr, ob der Beschwerdeführer von seinem Sohn
einen Mietzinsanteil hätte verlangen müssen; diese Frage ist nach dem Gesagten zu
bejahen. Im Übrigen hat es keinen Einfluss auf den EL-Anspruch des
Beschwerdeführers, ob der Mietzinsanteil des Sohnes bei den Ausgaben abgezogen
oder (korrekterweise) bei den Einnahmen als hypothetische Einkünfte angerechnet
wird. Der Beschwerdeführer hat weiter sinngemäss argumentiert, dass es sich bei der
"Aufnahme" des Sohnes um eine Familienhilfe bzw. eine moralische Unterstützung
gehandelt habe, da der Sohn zu dieser Zeit arbeitslos und depressiv gewesen sei. Zwar
ist die Argumentation des Beschwerdeführers nachvollziehbar. Würde dem
Beschwerdeführer in der Zeit, in der sein Sohn bei ihm gelebt hatte, weiterhin der
gesamte Wohnungsmietzins angerechnet, hätte dies zur Folge, dass über die
Ergänzungsleistungen der finanzielle Aufwand für das Wohnen von Personen finanziert
würde, die weder in die Anspruchsberechnung eines EL-Bezügers eingeschlossen sind
noch einen eigenen EL-Anspruch haben. Eine solche indirekte Unterstützung von
Dritten sieht das Gesetz nicht vor. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der
Beschwerdeführer von seinem Sohn im Zeitraum, in dem der Sohn bei ihm gelebt hat,
einen Mietzinsanteil hätte verlangen müssen. Sollte der Sohn in dieser Zeit kein oder
kein genügendes Einkommen gehabt haben, hätte er sich an die Sozialhilfe wenden
können, um seinen Mietzinsanteil finanzieren zu können.
Schliesslich stellt sich noch die Frage, ob die von der Beschwerdegegnerin
vorgenommene hälftige Mietzinsaufteilung richtig gewesen ist. Gemäss den
Erläuterungen des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) zur Änderung der ELV
auf den 1. Januar 1998 ist der Mietzins grundsätzlich nach Köpfen und nicht nach der
Anzahl der bewohnten Zimmer oder der genutzten Wohnfläche aufzuteilen (vgl. AHI-
Praxis 1998, S. 27 ff, 34; Ralph Jöhl/Patricia Usinger-Egger, Ergänzungsleistungen zur
2.3.
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3.
AHV/IV, in: Schweizerisches Bundessozialversicherungsrecht, Band XIV Soziale
Sicherheit, 3. Auflage 2015, S. 1760 N 71). In Sonderfällen, wenn zum Beispiel eine
Person den grössten Teil der Wohnung für sich in Anspruch nimmt, kann je nach den
Verhältnissen eine andere Aufteilung vorgenommen werden (Rz. 3231.04 der
Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV, WEL, Stand: 1. Januar
2019). Entgegen der Auffassung des BSV und des Bundesgerichts (siehe z.B. Urteil
vom 21. Februar 2019, 9C_242/2018 E. 3 und 4) trägt die gleichmässige Aufteilung der
Wohnkosten jedoch nur dem Normalfall Rechnung, in dem zwei oder mehr Personen
eine Wohnung gleichmässig nutzen, d.h. gleich viele Zimmer bewohnen oder
annähernd dieselbe Wohnfläche zur Verfügung haben. Denn ein wirtschaftlich
denkender Mensch, der eine Wohnung deutlich weniger intensiv nutzt als seine
Mitbewohner, ist nicht bereit, einer Kostenaufteilung "nach Köpfen" zuzustimmen, d.h.
dem EL-beziehenden (Haupt-)Mieter einen Mietzins zu zahlen, der angesichts des
genutzten Wohnraums zu hoch ist (vgl. Jöhl/ Usinger-Egger, a.a.O., S. 1760 N 71).
Bei der vom Beschwerdeführer gemieteten Wohnung handelt es sich um eine 2-
Zimmer-Wohnung. Der Beschwerdeführer hat angegeben, dass er dem Sohn nur im
Wohnzimmer ein Bett zur Verfügung gestellt habe. Der Beschwerdeführer hat zwar ein
Zimmer zur alleinigen Nutzung gehabt; der Sohn hat dafür das Wohnzimmer intensiver
genutzt (zum Schlafen, für seine Kleider, etc.). Beim Badezimmer und der Küche ist von
einer gleichwertigen Nutzung auszugehen. Daher ist insgesamt eine etwa
gleichmässige Nutzung der Wohnung durch den Beschwerdeführer und den Sohn
anzunehmen. Die Beschwerdegegnerin hat im Zeitraum, in dem der Sohn beim
Beschwerdeführer gewohnt hat, somit im Ergebnis zu Recht nur die Hälfte des
Wohnungsmietzinses als Ausgabe in der EL-Berechnung berücksichtigt.
2.4.
Die Ausgaben haben sich im Zeitraum 1. Juni 2017 bis 29. Februar 2020 somit pro
Monat um Fr. 458.-- ([Fr. 10'992.-- / 2] / 12) reduziert respektive korrekterweise haben
sich die Einnahmen in diesem Zeitraum um hypothetische Einkünfte von Fr. 458.-- pro
Monat erhöht. Der Rückforderungsbetrag beläuft sich also auf Fr. 15'114.-- (33 Monate
à Fr. 458.--).
2.5.
Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.2.6.
Es besteht die Möglichkeit, bis spätestens 30 Tage, nachdem dieser Entscheid
rechtskräftig geworden ist, ein begründetes Erlassgesuch einzureichen. Dieses kann
jedoch nur bewilligt werden, wenn die unrechtmässig bezogenen Leistungen in gutem
Glauben empfangen wurden und eine grosse Härte vorliegt (Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG
i.V.m. Art. 4 Abs. 4 ATSV).
2.7.
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Gerichtskosten sind nicht zu erheben (Art. 61 lit. f ATSG).