Decision ID: 08dacc74-3701-46e7-b869-bfe6343e398a
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._,
geboren 1961, war
- neben zwei anderen Teilzeitstellen (
Urk.
8/17 und
Urk.
8/
31)
-
seit 2
3.
Oktober 2007 als Reinigungsmitarbeiterin in einem Pensum von 33
%
bei der
Y._
angestellt
(
Urk.
8/12/19)
. Am 2
2.
September 2009 stürz
t
e sie am Arbeitsort auf einer Treppe (
Urk.
8/4/2)
, wobei sie sich Kontusionen der Schulter, des Ellbogens und des Gesässes links mit Schmerzausstrahlung in den linken Arm zuzog (
Bericht der erstbehandelnden
Dr.
med.
Z._
vom
4.
März 2010,
Urk.
8/11/16
).
Der Unfallversicherer, d
ie AXA
Versicherungen AG, erbrachte die gesetzlichen Leistungen.
1.2
Am
2.
September 2010 (
Urk.
8/5) meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf Schmerzen an Schulter und Arm links sowie eine eingeschränkte Beweglichkeit seit dem Unfall bei der Invalidenversicherung zu
m
Leistungsbezug an. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zog die Akten der AXA bei (beinhaltend
das polydisziplinäre
Gutachten
der
A._
vom
6.
Juli 2011
,
Urk.
8/12,
Urk.
8/30 und
Urk.
8/34) und holte nebst Auszügen aus dem individuellen Konto (
Urk.
8/1-2,
Urk.
8/7,
Urk.
8/26) verschiedene Arz
t
berichte und Auskünfte bei de
n
Arbeitgeberin
nen
ein (
Urk.
8/17,
Urk.
8/31 und
Urk.
8/33). Weiter ver
anlasste sie eine Abklärung der beeinträchtigen Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (Bericht vom 2
0.
Dezember 2011,
Urk.
8/38). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/43), in dessen Verlauf weitere Berichte aufgelegt
beziehungsweise eingeholt
wurden,
wies die IV-Stelle das Rentenbegehren mit
Verfügung
vom 1
8.
Juni 2012 (
Urk.
2) ab.
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am 1
7.
August 2012 (
Urk.
1) Beschwerde mit den folgenden Anträgen (S. 2):
„1.
Es sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 1
8.
Juni 2012 aufzuheben.
2.
Es sei der Beschwerdeführerin ab
3.
März 2012 mindestens eine halbe Invalidenrente zuzusprechen.
3.
Es sei die Beschwerdeführerin in ihrer hypothetischen Erwerbs
tätigkeit mit 100
%
zu qualifizieren.
4.
Es seien die dem Gutachter der
A._
vom
6.
Juli 2011 zugrun
de
liegenden Untersuchungsnotizen von der
A._
heraus zu verlangen.
5.
Es sei die Beschwerdeführerin zu verpflichten, weitere
Ver
laufs
berichte
einzuholen.
6.
Eventualiter sei die Beschwerdeführerin vom
Gericht
polydis
ziplinär
(Innere Medizin, Orthopädie/Rheumatologie und Neuro
logie) begutachten zu lassen und sodann die Renten
leistungen festsetzen zu lassen.
7.
Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen.
8.
Es sei gestützt auf
Art.
6 EMRK eine öffentliche Verhandlung durchzuführen.“
Die IV-Stelle beantragte am 2
1.
September 2012 (
Urk.
7) die Abweisung der Beschwerde. Am 2
6.
November 2012 (
Urk.
10) legte die Versicherte
- unter Beantragung entsprechender Kostentragung durch die IV-Stelle -
das Gutachten der
B._
, vom
6.
September 2012 (
Urk.
11/2) auf, zu welchem sich die IV-Stelle am 2
5.
Januar 2013 (
Urk.
15) vernehmen liess.
Am 1
1.
Dezember 2013 (
Urk.
18) zog die Versicherte den Antrag auf Durchführung einer öffentlichen Verhandlung zurück.
Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien an den gestellten Rechtsbegehren fest (
Urk.
21 und
Urk.
24).
Von Amtes wegen wurden aus dem unfallversicherungsrechtlichen Verfahren ärztliche Dokumente beigezogen (
Urk.
26/1-2).
3.
Mit
Einspracheentscheid
vom 1
2.
Juli 2012
stellte die AXA ihre Leistungen per 3
1.
Juli 2011 ein. Die dagegen
erhobene Beschwerde wurde vom hiesigen
Gericht mit Entscheid heutigen Datums abgewiesen (Prozess-Nr.
UV
.
2012.00198).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
in der seit dem 1. Januar 200
8
in Kraft stehenden Fassung).
1.3
1.3.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3.2
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter anderem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode bestimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens-
und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hinweisen; vgl. BGE 134 V 9).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Dr.
med.
C._
,
Innere Medizin und Rheumatologie FMH, welcher die Beschwer
deführerin seit 1
4.
Oktober 2009 betreut,
berichtete am 2
5.
Januar 2010 (
Urk.
8/12/45-46
) über die bisherige symptomatische Therapie und ver
neinte unter Hinweis auf
angefertigte
Röntgenaufnahmen das Vorliegen
ossärer
Läsionen an Ellbogen
,
Schulter und Becken (
Urk.
8/12/36
).
Sonographisch
habe sich keine relevante
Rotatorenmanschettenruptur
ergeben, ein neurologisches Konsilium habe keine relevante Neuropathie gezeigt (
Urk.
8/12/30-32)
.
Mit
Bericht vom 1
2.
Dezember 2010 (
Urk.
8/16/1-2)
zu
Handen
der
Beschwerde
gegnerin
stellte er
folgende Diagnose
n
(
Ziff.
1.1):
1.
Status nach Sturz am 2
2.
September 2009 mit
-
Periarthropathia
humero
scapularis
(PHS)
tendopathica
links (
Musculus
Supraspinatus
)
-
niedriggradige
Partialruptur Supra- und
Infraspinatus
,
Sub
scapularissehne
, Verdacht auf HAGL-Läsion (
Arthro
-MRI linke Schulter 1
9.
Februar 2010)
2.
Chronisches
spondylogenes
Schmerzsyndrom der unteren
Len
denwirbelsäule
(LWS) links
-
kleine fokale Diskushernie L3/4
foraminal
links, L4/5
fora
minal
links und L5/S1
recessal
/
foraminal
rechts ohne Kontakt zur Nervenwurzel, kleines
H
ämangiom
Lenden
wirbelkörper
(LWK) 2 (MR LWS 1
8.
Oktober 2010)
3.
Symptomatisches Karpaltunnelsyndrom (CTS) links mit
Brachi
algia
nocturna
-
positive elektrophysiologische Untersuchung durch
Dr.
D._
vom 1
1.
November 2009
4.
Verdacht auf symptomatisches
femoro-acetabuläres
Impinge
ment
Hüfte links
Er hielt fest, dass rein organisch mit einer sukzessiven Beschwerdereduktion zu rechnen wäre und eine gewisse Symptomausweitung zu bestehen scheine (
Ziff.
1.4). Er
attestierte
eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit seit dem Unfall un
d
ab
1.
Dezember 2010
eine solche von 50
%
in einer Tätigkeit mit
Gewichtslimiten
von 10
kg und ohne Überkopfarbeiten (
Ziff.
1.6).
Am
7.
Januar 2011 (
Urk.
8/23) ergänzte
Dr.
C._
, bei der attestierten Arbeits
fä
higkeit (50
%
in einer leichten bis mittelschweren Tätigkeit) handle es sich um eine „Übergangslösung“, welche er in Übereinstimmung mit dem Ober
arzt der Rheumatologie des
E._
eingeschlagen habe. Langfristig sei die Beschwerdeführerin aus rein
rheumatologischer
Sicht für eine angepasste Tätigkeit vollumfänglich arbeitsfähig.
Am 1
3.
Januar 2012 (
Urk.
8/53) attestierte er eine vollumfängliche Arbeitsunfä
higkeit nach dem Unfall bis Oktober 2010, gefolgt von einer nach wie
vor
an
dauernden 50%igen.
2
.2
Dr.
med.
F._
, Chefarzt Rheumatologie am
E._
,
diagnostizierte am 2
7.
Juli 2010 (
Urk.
8/25) einen Status nach Schulterkontusion links mit Partialruptur der
Supraspinatussehne
.
Er
schilderte ein äusserst symptomatisches Gelenk mit auffallendem Bewegungsmuster, welches sich durch die MR-tomographisch dokumentierten Veränderungen kaum erklären lasse. Von einem chirurgischen Vorgehen riet
er
ab, da eine grosse Gefahr einer Verschlechterung der Situation bestehe
.
Am 1
2.
Januar 2011 (
Urk.
8/27) ergänzte Oberarzt
Dr.
med.
G._
, er habe der Beschwerdeführerin ab 2
9.
November 2010 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert. In einer angepassten Tätigkeit wäre ab diesem Datum auch eine 80%ige Arbeitsfähigkeit möglich. Die weitere Steigerung der Arbeitsfähigkeit hange vom weiteren Ansprechen auf die therapeutischen Massnahmen (CTS, Infiltration Hüfte links) ab.
2.3
2.3.1
Am
6.
Juli 2011 (
Urk.
8/34/10-57) erstatteten
Dr.
med.
H._
, Facharzt FMH Orthopädische Chirurgie,
Dr.
med.
I._
, Facharzt FMH Neurologie, und
Dr.
med.
J._
, Facharzt FMH Psychiatrie und Psychotherapie, von der
A._
ihr polydisziplinäres Gutachten zu
Handen
de
s Unfallversicherers
.
2.
3
.2
Die Ärzte hielten un
ter
Hinweis auf die
medizinischen Dokumente unmittelbar nach dem Unfall
fest (S. 26 f.)
,
die Beschwerdeführerin habe
Kontusionen pri
mär der Weichteile der linken Körperseite (Schulter, Gesäss) sowie des linken
Ellbogens
erlitten
. Es
habe k
eine Bewusstseinsstörung und somit keine trauma
tische Hirnverletzung als mögliche Grundlage eines
postcommotionellen
Syn
droms
bestanden
. Dazu
sei
aufgrund der Befunde vorerst keine
Rotatorenman
schettenläsion
nachgewiesen b
e
z
iehungsweise
als mögliche Grundlage der Beschwerden diskutiert
worden
.
E
s handle sich gemäss medizinischer Doku
mentation um Verletzungen, welche keine unmittelbare medizinische Interven
tion erfordert
hätten
. Aufgrund der verfügbaren Unterlagen
hätten
keine relevanten Verletzungen nachgewiesen werden
können
. Insbesondere
seien
rele
vante strukturelle Läsionen ausdrücklich ausgeschlossen
worden
, worauf basierend eine Erholung innerhalb von wenigen Tagen bis höchstens einigen Wochen
habe
erwartet werden
müssen.
Statt einer Restitution
sei
es im weiteren Verlauf zur Eskalation der Symptome
gekommen
.
Die i
m
Arthro
-MRI der linken Schulter rund 5 Monate nach Unfall na
ch
gewiese
nen Partialrupturen der
Supra-,
Infraspinatus
- und
Subscapula
rissehne
seien
vorerst als Folge des Unfalls interpretiert
worden
. Der Verlauf im Rahmen der eingeleiteten Behandlungen
habe
sich als protrahiert
gezeigt
. Ins
besondere
sei
eine
Kapsulitis
der linken Schulter erwogen
(
allerdings nicht bestätigt
)
und eine orthopädische Konsultation eingeleitet
worden
. Im Verlauf bis zur
schulter
orthopädischen
Untersuchung finde sich in den verfügbaren Akten keine Erwähnung von anderen Beschwerden
ausser den Symptomen an der linken Schulter. Bereits vor der orthopädischen Untersuchung
sei
allerdings explizit auf ein Missverhältnis zwischen den angegebenen Beschwerden und objekti
vierbaren Befunden hingewiesen
worden
.
Anlässlich der orthopädischen Untersuchung im
E._
im Mai 2010 sei
keine offensichtliche traumatisch ausgelöste Pathologie in der linken Schulter erkannt b
e
z
iehungs
w
eise
diskutiert
worden
. Die Diagnose
sub
acromiales
Impingement
der linken Schulter deute auf eine unspezifische Beschwerdeverursachung
hin
. Die
leichtgradige
Rotatorenmanschettenläsion
sei
zwar auf den Sturz zurückgeführt, diese Zuordnung jedoch nicht eingehend diskutiert
worden
. Auch anlässlich der Kontrolle
i
m
Juli
2010
seien
Hinweise auf
eine
fehlende positive Korrelation zwischen den Befunden und den Beschwerden hervorgehoben
worden
. Anlässlich der ersten orthopädischen Konsultation
sei
die fehlende positive Wirkung der
im Mai 2010 durchgeführten
Infiltration der linken Schulter auffallend
gewesen
. Die Infiltration
habe
gar zu einer Akzentuierung der Beschwerden
geführt
, was bei Störungen vor
dem Hintergrund der strukturellen Läsionen kaum, hingegen bei somatisch nicht ausreichend erklärbaren Symptomen häufig beobachtet w
e
rd
e
. Es
sei im Juli 2010
beidseitig eine kräftige
Rot
atorenmanschette
nachgewiesen wo
rde
n
, womit die partielle Läsion, welche im MRI vom
Februar
2010 diagnostiziert w
o
rde
n
sei,
ungeachtet der Genese die von der
Beschwerdeführerin
geäusserten Beschwer
den offensichtlich nicht erklär
e.
2.
3
.3
Die Gutachter führten in ihrer Beurteilung aus (S. 26 f.), d
ie Synopsis der Anga
ben in den Akten seit
dem
Unfall
ergebe
unter Berücksichtigung der klinischen und der bildgebenden Untersuchungen kaum Hinweise auf Beschwerden, die mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf
eine Verursachung
durch strukturelle Läsion hindeute
te
n
, die durch
den erwähnten Unfall ausgelöst
worden seien
.
Ohne eine strukturelle Läsion lasse sich weder die Persistenz der Beschwerden, noch die Wirkungslosigkeit der durchaus adäquaten Therapiemassnahmen erklären. Zudem f
ä
nden sich Angaben in der Anamnese, mit welchen eine Neigung der Patientin zu protrahierten, therapieresistenten Beschwerden mög
licherweise unter dem Einfluss von psychosozialen Belastungen hervorgehoben w
e
rd
e
. Die Angaben zu früheren Beschwerden und der mutmasslich belasteten psychosozialen Situation st
ünden
allerdings in einem deutlichen Widerspruch zur aktuell erhobenen Anamnese und auch zu Angaben, welche nach
dem
Unfall dokumentiert w
o
rden
seien
.
So würden
psychosozial
e
Belastungen und frühere, länger andauernde Symptome verneint, obwohl beispielsweise gemäss
Aktenlage
bereits früher ein generalisiertes Schmerzsyndrom mit Verdacht auf Symptomausweitung dokumentiert w
o
rde
n sei
. Fass
e
man ferner die Ergebnisse der Untersuchungen im Verlauf (insbesondere die Befunde der rheumatologi
schen Klinik des
E._
) gemäss zugestellten Akten zusam
men, erg
ä
ben sich klare Elemente, welche auf eine massive Diskrepanz zwischen den nachweisbaren strukturellen Befunden (an der linken Schulter zu keinem Zeitpunkt ausreichend schwere strukturelle Veränderung, welche die Beschwer
den erklären könnte) und Beschwerden hinw
i
esen. Damit und mit de
n
psycho
sozialen Belastungen w
ü
rden die wichtigsten Kriterien einer somato
formen Störung hervorgehoben, welche offensichtlich bereits vor dem Unfall bei der Entwicklung der Beschwerden eine Rolle
ge
spielt
hätten
. Vor diesem Hinter
grund
sei
(im weitesten Sinne) eine psychosozial determinierte Grundlage der geäusserten subjektiven Beschwerden überwiegend wahrscheinlich und eine traumatische Genese ausgehend vom Unfall allerhöchstens möglich.
2.
3
.4
Aus neurologischer Sicht
(S. 28) wiesen die Ärzte darauf hin
, dass die
Beschwer
deführerin
seit dem Unfall ein stationäres Beschwerdebild beklag
e
, wobei sie die Symptomatik ganz lapidar schilder
e
, als ob es völlig logisch wäre, dass aus einem banalen Treppensturz ein
chronifiziertes
Schmerzsyndrom resultier
e
. Die aktuelle klinisch-neurologische Untersuchung s
ei
normal. Es finde sich ein auffallendes
appellatives
schmerzgeplagtes Verhalten, welches vom Ehemann noch durch zahlreiche Bemerkungen unterstützend ergänzt w
e
rd
e
. Die Prüfung des Gangbildes
sei
etwas auffällig und l
a
ss
e
am ehesten an
eine psychogene Störung denken (
walking
on
ice
), dieser Eindruck w
e
rd
e
ver
stärkt durch das völlig normale Gangbild beim unbeobachteten Verlassen der Unters
uchungspraxis. Die aufg
rund der neurologischen Voruntersuchung durch
Dr.
D._
vom November 2009 erwogene und durch die nochmalige Untersu
chung im Januar dieses Jahres am
E._
offenbar wieder verworfene Verdachtsdiagnose eines Karpaltunnelsyndroms
könne
aktuell klinisch nicht nachgewiesen werden. Dies betr
e
ff
e
sowohl die rechte als auch die linke Hand.
2.
3
.5
Aus orthopädischer Sicht
hielten die Gutachter fest (S. 29 f.)
, dass bei der
Beschwerdeführerin
als Folge des Sturzes keine gravierenden Verletzungen auf
getreten
seien
. Dafür spr
e
ch
e
bereits die Tatsache, dass die Patientin kein Bedürfnis
gehabt habe
, sich einer raschen ärztlichen Untersuchung zu unter
ziehen. Sie
sei
nämlich erst zu ihrer Hausärztin
gegangen
, nachdem diese einige Zeit nach dem Unfall wieder nach einer Abwesenheit in der Praxis
gewesen sei
. Auch die Tatsache, dass sich die Patientin an die Ereignisse der ersten Tage nach dem Unfall nicht mehr genau erinner
e
,
sei
ein Hinweis dafür, dass der Sturz nicht dermassen gravierend empfunde
n wo
rde
n sei
, wie es nun angegeben we
rd
e
. Gemäss Akten
sei
die
Beschwerdeführerin
aber relativ rasch zu Spezial
ärzten geschickt
worden
, was eventuell darauf hindeute, dass di
e Hausärztin bereits befürchtet habe
, dass sich ein protrahierter Heilverlauf einstellen könn
t
e. Tatsache
sei
, dass weder klinisch noch basierend auf bildgebenden Verfahren posttraumatische und insbesondere keine schwerwiegende
n
Veränderungen
hätten
erkannt
werden
k
ö
nnen. Die linke Schulter
sei
mehrfach mittels MRI untersucht
worden
, das letzte Mal
i
m
Mai 201
1.
Die Befunde
seien
äusserst dis
kret und nicht typisch für eine durchgemachte Verletzung. Im Vergleich zum MRI vom
Februar
2010 besteh
e
praktisch keine Veränderung.
Im Bereich der LWS
hätten
im MRI vom
Oktober
2010 degenerative Verände
run
gen festgestellt werden
können
. Aktuell besteh
e
kein
radikuläres
Reiz
syndrom
. Es l
a
ss
e
sich höchstens ein leichtes
lumbospondylogenes
Schmerz
syndrom
und insbesondere ein
myofasziales
Beschwerdebild nachwei
sen. Sowohl im Bereich der oberen wie auch der unteren Extremität
sowie der LWS besteh
e
bezüglich den von der
Beschwerdeführerin geltend
gemachten subjektiven Beschwerden und den objektivierbaren Befunden eine erhebliche Diskrepanz. Die Diskrepanz besteh
e
zwischen allen angegebenen Beschwe
rden und objektiven Befunden, namentlich
betreffend die linke Schulter, den linken Arm, die linke Hüfte und die lumbalen Beschwerden. Es m
ü
ss
e
aufgrund der Diskrepanz zwischen den Beschwerden und objektiven Befunden davon ausge
gangen werden, dass bei der
Beschwerdeführerin
eine
so
matoforme
Schmerz
störung
bestehe
mit Tendenz zu einer Symptomausweitung. Bei dieser Ent
wicklung spiel
t
en die psychosozialen Belastungen eine Rolle. Sicherlich
ungünstig
sei
auch der Faktor, dass der Gatte der
Beschwerdeführerin
arbeits
unfähig
sei
und nur eine bescheidene Rente erh
a
lt
e
. Dies könnte den oben gemachten Aussagen (
Unzufriedenheiten
, Frustrationen) Vorschub leisten. Ungünstig
sei
wohl auch, dass
nicht früher nach dem Unfall konsequente Arbeitsversuche eingeleitet w
o
rden
seien
. Es s
ei
bereits jetzt sicherlich eine ungünstige
Chronifizierung
ein
getreten, welche die weitere Re-
lntegration
zweifelsohne erschweren w
e
rd
e
.
Objektiv gesehen besteh
e
aus orthopädischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
2.
3
.6
Aus neuropsychiatrischer Sicht
führten die Ärzte aus (S. 30), es
l
a
ss
e
sich aktu
ell kein psychopathologisches Syndrom nachweisen und ein solches
sei
auch in den Akten nicht beschrieben
worden
. Eine
psychopathologische
Diagnose k
ö
nn
e
nicht gestellt werden.
2.
3
.7
Die Experten stellten folgende Diagnose
n
(S. 30):
-
Diffuses
myalgieformes
(
myofasziales
) Beschwerdebild im Bereich der linken
Schulter im Sinne einer
Periarthropathia
humeroscapularis
bei
niedriggradiger
Partialruptur
des
Mus
culus
supraspinatus
und Verdacht auf HAGL-Läsion (gemäss
Arthro
-MRI 1
9.
Februar
2010)
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom der unteren LWS links, differentialdiagnostisch
im Zusammenhang mit einer kleinen fokalen Diskushernie L3/4
foraminal
links, L4/5
foraminal
links und L5/S1
recessal
/
foraminal
rechts ohne Kontakt zur
Nervenwurzel, kleines Hämangiom LWK 2 (gemäss MRI der LWS vom 1
8.
Oktober
2010)
-
Intermittierend auftretende nächtliche
Parästhesien
(
Bra
chial
gia
nocturna
), gegenwärtig
keine sicheren Hinweise auf
Kar
paltunnelsyndrom
links (gemäss Bericht vom
1
1.
No
vember
2009 positive elektrophysiologische Unter
suchung, keine Anhaltspunkte für
ein Karpaltunnelsyndrom in der
elektro
physiologischen
Untersuchung vom
2
1.
Januar
2011)
-
Verdacht auf symptomatisches
femoro-acetabuläres
Impinge
ment
Hüfte links
-
Somatoforme Schmerzstörung bei psychosozialen Belastun
gen (in erster Linie Einkommensverhältnisse)
2
.3
.8
Die Gutachter attestierten als Folgen des Unfalls (abgesehen von einer kurzen
Phase von allerhöchstens wenigen Wochen) keine Einschränkung in der Leis
tungsfähigkeit (S. 34).
2.4
2.
4
.1
Am
6.
September 2012 (
Urk.
11
/2) erstatte
te
n
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Ortho
pädische Chirurgie FMH,
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Neurologie FMH,
und
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, von der
B._
ihr Gutachten zu
Handen
der Beschwerdeführerin.
Sie diagnostizierten ein a
usgeprägtes Schmerzsyndrom links bei St
atus
n
ach
Treppensturz mit/bei
Kon
t
usion im Bereich der linken Schulter mit Partialruptur der
Supraspinatus
-,
Infraspinatus
-
und
Subscapularissehne
sowie eine
Becken
kontusion
links
(S. 35).
2.
4
.2
Der neurologische Tei
l
gutachter f
a
nd in seiner Untersuchung
(S. 35 f.)
aktuell keine
Hinweise auf zentrale oder periphere Pathologien b
e
z
iehungs
w
eise
kein
Hemisyndrom
im neuro
l
ogischen
Sinne und keine
radikulären
oder peripheren Ausfälle.
Er hielt fest, d
ie Schwäche der oberen und unteren
Extremität
sei
rein schmerzbedingt durch die erheblichen k
l
inischen
muskuloskeletta
l
en
Befunde auf der linken Seite.
Er führte aus,
in den Akten
sei
eine
Bandscheibenprotru
sion
L3-S1 links beschrieben, welche zu Wurzelreizungen führen könnte.
I
n
der
aktuellen CT-Untersuchung der
Halswirbelsäule (
HWS
)
vom 1
9.
Juli
2012 f
ä
n
de
n
sich
eine leichte
Osteochondrose
und Spondy
l
ose C5/6 mit Einengung der
Foramina
b
eidseits ohne
Hinweise
auf
eine
Diskushe
rn
ie oder
eine
fokale
Protrusion
b
eziehungsweise
keine Hinweise auf eine Neurokompression.
In diesem CT der HWS fän
de
n
sich hypertone und verdickte
Musc
ul
i
scaleni
links, diese Verdickung
sei
CT-mässig eindeutig (Hypertonus der linksseitigen
Scale
nusmuskulatur
)
für die linke Seite, rechts finde sich ein Normalbefund.
D
er neurologische Gutachter h
ie
lt fest, dass sich durch die Kontusion in der linken Schulter
und der linken Hüfte ein Schmerzsyndrom mit Ausstrahlung im Bereich des linkes Armes,
der linken HWS, des Schultergürtels und des linken Beines entwickelt habe. Diese Beschwerden
seien
als erheblich und invalidi
sierend
zu taxieren.
Trotz fehlendem
neurologische
m
Defizit
bestehe
vor allem bei
der Kraftprüfung der linken oberen Extremität eine starke
Ü
berlagerung durch Schmerzen
.
2.4
.3
Aus rein orthopädischer Sicht f
a
nd
der Facharzt (S. 36)
fast eine seitengleiche Beweglichkeit in beiden
Schultern. Die linke Schulter zeig
e
jedoch gegenüber rechts signifikante Einschränkungen, so
sei
der Schürzengriff eingeschränkt, der Test für die
Bizepssehne
, der O'Brien-Test,
sei
für
links klar positiv und bleib
e
rechts negativ.
Die Schmerzen
hätten
sich nach dieser Zeit generalisiert im linken Schultergelenk. Es s
e
i
en
sämtliche Strukturen der linken Schulter
druck
dolent
. Die einzelnen spezifischen Schultertests
für die
Rotatorenmanschette
s
e
i
e
n nicht mehr verwertbar. Hier besteh
e
jedoch aus orthopädischer
Sicht eine eindeutige Pathologie, die MRI-mässig klar dokumentiert s
ei:
Es finde sich eine deutliche M. supra- und
infraspinatus
-Atrophie links gegenüber rechts.
Dies
sei
deutlich palpabel.
Es finde sich weiter eine
„
eingeschränkte Halswirbelsäule
“
,
eine eingeschränkte Halswirbelsäulenbeweglichkeit
mit einem auffälligen Kinn-Sternum-Abstand von 2/23 cm. Es besteh
e
eine ausgeprägte
Fl
è
che
cervicale
von gut 5 cm. Die ganze
autochtone
, paravertebrale
Halsmuskulatur sowie der M.
trapezius
links s
e
i
e
n verhärtet und
druckdolent
.
2.
4
.4
Aus psychiatrischer Sicht
hielten die Ärzte fest (S. 36 f.)
, dass sich in der
Anam
nese keine Hinweise auf
eine psychiatrische Erkrankung vor dem hier relevan
ten Unfall finden
liessen
. Ebenfalls
habe die Beschwerdeführerin
nach dem Arbeitsunfall zu keiner Zeit an einer affektiven
Störung oder an einer
Angst
krankheit
oder gar an einer Psychose
gelitten
. Ebenfalls w
e
rd
e
eine
Persönlich
keitsstörung
klar ausgeschlossen.
Die Beschwerdeführerin habe
nie in
einer psy
chiatrischen Therapie
ge
stand
en
und aus derzeitiger psychiatrischer Sicht
sei
eine solche
auch nicht angezeigt. Eine differenzialdiagnostisch
in Frage kom
mende anhaltende somatoforme Schmerzstörung k
ö
nn
e
bei
der
Beschwerde
führerin
ebenfalls ausgeschlossen werden. Aus psychiatrischer Sicht g
ebe
es keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und es k
ö
nn
e
aus psy
chiatri
scher Sicht keine Diagnose
im eigentlichen Sinne gestellt werden.
2.4
.5
In ihrer integrativen Beurteilung führten die Gutachter aus (S. 38), r
etrospektiv
sei festzuhalten
, dass die Abklärung und Therapie der
Beschwerdeführerin
äus
serst schleppend erfolgt
sei
, sie ha
be
zudem das Pech
gehabt,
den Schmerzvor
stellungen der Orthopäden
im
E._
für eine posttraumati
sche Läsion b
e
z
iehungs
w
eise
einer Partialruptur
der
Supra-/
lnfra
spinatus
- und
Subscapularissehne
nicht zu entsprechen und
sei
deshalb
auf die Rheumatologie abgeschoben
worden
, wo si
e konservativ weiterbehandelt wo
rde
n sei
und
sich bei ihr, wie der Verlauf
ge
zeigt
habe
, eine chronische Schmerzsymptomatik etabliert
habe
, die bis
heute anh
a
lt
e
und sich auf die linke Seite, insbesondere auch in die HWS ausgebreitet ha
be
,
wo sich heute im CT der HWS klar eine Hyperdensität der
Scalenusmuskulatur
auf der linken Seite dokumentieren l
a
ss
e
.
Die vorbestehenden krankhaften Befunde der LWS sowie der linken Hüfte dürf
ten durch den
stattgehabten Treppensturz gleichfalls eine massgebende Akti
vierung erfahren haben, so
dass die heutige linksseitige Schmerzsituation der Explorandin zwanglos als unfallbedingt
erklärt werden
kö
nn
e
aus orthopädi
scher und neurologischer Sicht.
Eine psychiatrische Auffälligkeit finde sich im ganzen Krankheitsverlauf nicht.
2.4
.6
Weiter
hielten die Experten fest (S. 38),
d
a medizinische Akten bereits vor dem hier relevanten Unfall vorhanden s
e
i
e
n, d
ü
rf
e
insbesondere für die linke
Schul
ter angenommen werden, dass sie durch den stattgefundenen Unfall erheblich,
d.h. richtunggebend geschädigt w
o
rde
n sei
.
Sie attestierten eine vollumfängli
che Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit wie auch im Haushalt (S. 41).
2.5
Die Abklärungsperson der Beschwerdegegnerin
berichtete
am 2
0.
Dezember
2011 (
Urk.
8/38) über die Verhältnisse im Haushalt und verwies vorweg auf die geklagten Beschwerden der Beschwerdeführerin (Schmerzen in der linken Schulter und dem ganzen Arm, seit kurzem auch Schmerzen
im
rechten Arm). Unter Berücksichtigung des nicht erwerbstätigen Ehemannes schloss sie auf fol
gende Einschränkungen: 0
%
im mit 5
%
gewichteten Bereich Haushaltführung, 10
%
im mit 45
%
gewichteten Bereich Ernährung, 10
%
im mit 20
%
gewich
teten Bereich Wohnungspflege, 0
%
im mit 7
%
gewichteten Bereich Einkauf und weitere Besorgungen, 10
%
im mit 20
%
gewichteten
Bereich
Wäsche und Kleiderpflege, 0
%
im mit 3
%
gewichteten Bereich Verschiedenes. Insgesamt
resultierte
eine Einschränkung im Haushalt von 8.5
%
(S. 9).
3.
3.1
Vorwegzuschicken ist, dass das Gutachten der
A._
den praxisgemässen Anfor
derungen an den Beweiswert einer Expertise entspricht. So ist es für die streiti
gen Belange umfassend
, beantwortet es doch die Frage nach den gesundheitli
chen Beeinträchtigungen und den Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Sodann beruht es auf (den angezeigten) allseitigen Untersuchungen, wurde die Beschwerdeführerin doch in orthopädischer, neurologischer und psychiatrischer Hinsicht
abgeklärt
. Die Expertise berücksichtigt die geklagten Beschwerden und würdigt diese in überzeugender Weise. Das Gutachten wurde sodann
in Kennt
nis der
Vorakten
abgegeben
und leuchtet
in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
. Schliesslich sind
die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet
.
So legten die
A._
-Ärzte dar, dass die Untersuchungen sowie die
Vorakten
kaum Hinweise auf mit der durch den Unfall ausgelösten strukturellen Läsion im Zusammenhang stehende Beschwerden ergeben hätten
(E. 2.3.3)
.
Dies begründeten sie hauptsächlich mit den in mehrfach durchgeführte
n
MRI
Unter
suchungen erhobenen Befunden in der Schulter, welche sie als äus
serst diskret einschätzten
(E. 2.3.5)
.
So sei beispielweise bereits im Juli 2010 beidseitig eine kräftige
Rotatorenmanschette
nachgewiesen worden, weshalb die partielle Läsion, welche im MRI vom Februar 2010 diagnostiziert worden sei, die geklagten Beschwerden nicht erkläre (E. 2.3.2). In Bezug auf die LWS
Pro
blematik verw
i
esen sie auf ein (höchstens) leichtes
lumbospondyloge
nes
Schmerz
syndrom
sowie ein
myofasziales
Beschwerdebild (E. 2.3.5). In neu
rologischer Hinsicht
konnten sodann gar keine Be
funde erhoben werden (E.
2.3.4) wie auch in neuropsychologischer (E. 2.3.6).
In
der
Tat basiert diese Einschätzung auf der Aktenlage betreffend die
bildgeben
den
Untersuchungsresultate: Aus dem im Rahmen der
A._
-Begut
achtung angefertigten
Arthro
-MR-Bild des linken Schultergelenks vom
9.
Mai 2011 ergaben sich im Wesentlichen unauffällige Verhältnisse. Namentlich zeigte sich eine intakte
Rotatorenmanschette
bei nur leichter lateraler Absenkung des
Acromions
und entsprechender Einengung des
subacromialen
Gleitraumes. Weiter wurden ein Hinweis auf eine mässige Bursitis im Rahmen der klinischen
Impingementsymptomatik
, eine vermutete
Pulleyläsion
sowie eine kleinste Zyste erwähnt. Ansonsten wurde auf ein normales
Arthro
-MRT des linken Schultergelenkes verwiesen mit regelrechter Darstellung der ver
bleibenden Manschettenanteile, der
labralen
Strukturen und der
Schulter
blattmuskulatur
ohne Hinweise auf das Vorliegen einer
ligamentären
Avulsion
im
Glenoid
infe
rior (
Urk.
26
).
Vergleicht man diese Bilder mit den ersten aktenkundigen MR-Aufnahmen vom 1
9.
Februar 2010 (fast fünf Monate nach dem Unfall [
Urk.
8/12/37
] nachdem frühere
Rötgenaufnahmen
ergebnislos
ge
blieben
waren
unter explizitem Aus
schluss
ossärer
Läsionen sowie einer
Rotatorenmanschettenruptur
[
Urk.
8/12/45
]), so ergibt sich, dass der damals im Vordergrund
gestandene
Ver
dacht auf eine Verletzung des inferioren
glenohumeralen
Ligaments ausgeräumt werden konnte beziehungsweise eine Heilung eintrat; auf den aktuellen Bildern ist jedenfalls keine solche Verletzung (mehr) zu sehen.
Bei dieser Sachlage
leuchtet es ein, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Leis
tungsfähigkeit nicht
(wesentlich)
eingeschränkt ist (E. 2.3.8).
Namentlich kann nicht von einer massgeblichen organischen Schädigung (
Urk.
1 S. 12) ausge
gangen werden.
3.2
Diese Einschätzung
deckt sich
mit den Angaben des
Dr.
C._
vom Januar 201
0
, welcher unter Verweis auf die bildgebenden Untersuchungsresultate
ossäre
Läsionen an Ellbo
g
en, Schulter sowie Becken ebenso verneinte wie eine relevante
Rotatorenmanschettenruptur
und eine Neuropathie. Er ging ab
1.
Dezember 2010 von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus und erachtete die Beschwerdeführer
in
als langfristig wieder voll
umfänglich arbeitsfähig
, was er ein Jahr später bestätigte und sein aktuelles Attest (50
%
arbeitsunfähig) nicht mit medizinischen Überlegungen, sondern einzig mit der fehlenden Motivierbarkeit der Beschwerdeführer
in
begründete. In diesem Sinne sind auch seine weiteren Atteste zu verstehen, welche keine Begründung für die anhaltende weiter
r
eichende Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit beinhalten
(E. 2.1
und
Urk.
8/54-56)
.
Auch
Dr.
F._
vom
E._
befand im Juli 2010 die Symptomatik des Schulterge
lenks als kaum erklärbar mit den MR-tomographisch dokumentierten Verände
rungen.
Dr.
G._
vom
E._
ging von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit ab November 2010 aus (E. 2.2)
und damit ebenfalls von einer erheblichen Rückgewinnung der Leistungsfähigkeit
.
3.3
Dass sodann die Befunde an der Wirbelsäule zu einer erheblichen Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit führen, ist den ärztlichen Einschätzungen nicht zu entnehmen. Wohl sind gewisse degenerative Veränderungen ersichtlich, doch bleiben diese allesamt
ohne Kontakt zu
den
Nervenwurzel
n (E.
2.3.7) beziehungsweise ohne Neurokompression (E. 2.4.2). Das zwischen
zeitlich the
matisierte Karpaltunnelsyndrom konnte zuletzt nicht mehr nachgewiesen wer
den (E. 2.3.4) und führt offensichtlich nicht zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. In Bezug auf die Hüftproblematik fand sich schliesslich zuletzt eine asymptomatische Klinik (
Urk.
26/2)
, weshalb sich Weiterungen erübrigen.
3.4
3.
4
.1
Die gegenteilige Meinung der
B._
-Ärzte vom September 2012 vermag demge
genüber nicht zu überzeugen: So konnte
Dr.
L._
kein neurologisches Defizit beschreiben
und verwies auf
Bandscheibenprotrusionen
(E. 2.4.2)
, welche allerdings ohne Nervenwurzelkontakt blieben (E. 2.3.7). Auch die Veränderun
gen der HWS verursachten keine Neurokompression (E. 2.4.2)
. Der orthopädi
sche Spezialist verwies - in objektivierbarer Hinsicht - einzig auf den MRI-Befund einer M. supra- und
infraspinatus
-Atrophie links. Die klinischen Befunde erscheinen ebenfalls als eher diskret (fast seitengleiche Beweglichkeit der Schultern, links Einschränkungen bei einigen Tests, verhärtete und
druck
dolente
Halsmuskulatur, E. 2.4.3). In psychiatrischer Hinsicht wurde keine Diag
nose gestellt (E. 2.4.4).
Dass die Gutachter bei diesen Befunden eine vollum
fängliche Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit wie auch im Haushalt attes
tieren konnten (E. 2.4.6), ist
einzig damit erklärbar, dass sie der chronischen Schmerzsymptomatik eine derartige Bedeutung zumassen (E. 2.4.5).
3.
4
.2
Diesbezüglich hat das Bundesgericht indes festgehalten, dass im Rahmen der sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sein müssen, andernfalls sich eine rechtsgleiche Beurteilung der Rentenansprü
che nicht gewährleisten lässt. Solche Leiden (im erwähnten Fall eine somato
forme Schmerzstörung) vermögen in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu bewirken (BGE 136 V 279 E. 3.2.1).
3.
4
.3
Die - im Übrigen von sämtlichen Ärzten festgestellte - Schmerzproblematik führt nach dem Gesagten lediglich dann zu einer
invalidenversicherungsrecht
lich
relevanten Annahme einer Arbeitsunfähigkeit, wenn sie nicht überwindbar ist. Dass die
B._
-Gutachter dabei die von den
A._
-Ärzten diagnostizierte
somatoforme
Schmerzstörung explizit ausgeschlossen haben, ändert nichts an der Anwendung der einschlägigen Rechtsprechung, ist diese doch auf sämtliche Schmerzstörungen anwendbar, worunter auch - wie vorliegend - nicht mit
schlüssig feststellbare
n
Befunde
n
hinreichend erklärbar
e Schmerzklagen fallen.
Die bundesgerichtlichen Kriterien
(BGE 130 V 352 E. 2.2.3 in
fine
)
sind offen
kun
dig nicht gegeben: So ist eine psychische Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer von vornherein zu verneinen, nachdem beide Gutachterstellen eine entsprechende Erkrankung überhaupt ausgeschlossen haben. Eine chronische körperliche Begleiterkrankung liegt nicht vor, erschöpft sich die
Chronifizierung
doch einzig in der Schmerzproblematik und eben gerade nicht in einer körperlichen (bildgebend nachweisbaren) Pathologie. Ein
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symp
tomatik ohne längerdauernde Rückbildung liegt zwar vor und dieser ist auch mehrjährig, aber noch nicht von ausgeprägt langer Dauer. Ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens ist
den Akten nicht zu entnehmen u
n
d wurde auch vom Psychiater der
B._
nicht geschildert (
Urk.
11/2 S. 28 ff.). Die Ärzte leg
ten weiter nicht dar, dass von einem
verfestigte
n
, therapeutisch nicht mehr beeinflussbare
n
innerseelische
n
Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung
ausgegangen werden muss. Bei vollstän
dig fehlenden Therapiebemühungen kann schliesslich von
vorneherein
nicht von einem
Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder statio
nären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) trotz koope
rativer Haltung der versicherten Person
gesprochen werden
.
Da allenfalls ein Kriterium gegeben ist, dieses aber nicht in ausgeprägter Weise, bleibt die Schmerzstörung vorli
e
gend ohne invalidenversicherungsrechtliche Relevanz.
3.
5
Die von der Beschwerdeführerin gegen das
A._
-Gutachten erhobenen Einwen
dungen erweisen sich als wenig begründet:
Dass den Gutachtern verschiedene Berichte nicht vorgelegen haben (
Urk.
1 S. 9 f.
Ziff.
2.6) ist insofern irrelevant, als in Bezug auf jene von
Dr.
C._
eine jün
gere und wesentlich detailliertere Einschätzung vorlag und die Berichte, über de
r
en Existenz im Übrigen die Beschwerdeführerin Stillschweigen bewahrt hat,
aus der Zeit
unmittelbar nach dem Unfall datieren und mangels detaillierter objektivierbarer Befunderhebung für die Einschätzung eine
r
andauernden
Arbeitsunfähigkeit nach Ablauf des Wartejahres ohne Belang sind. Inwiefern
ebenfalls von der Beschwerdeführerin zurückgehaltene -
Physiotherapie
ver
ordnung
en
von Belang sein sollten, ist angesichts der Auflage detaillierter
Arzt
berichte
nicht einzusehen. Dass sodann der Verlaufsbericht des
E._
vom 2
5.
Februar 2011 fehlen soll, ist angesichts der Erwähnung des selbigen
im Gut
achten
(
Urk.
8/34/10-57 S. 10 unten) aktenwidrig.
Bei der Stellungnahme des
Dr.
med.
N._
(
Urk.
1 S. 11
Ziff.
2.7) handelt es sich um
eine
reine
Aktenbe
urteilung
und nicht um einen Untersuchungsbericht, welcher sich im Dossier des Unfallversicherers befand und den
A._
-Ärzten vorgelegen haben muss, aber nicht von derartigem Gewicht war, dass
er
separat hätte referiert werden müssen.
Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs wegen einer unangekündigten Nach
frage bei den Gutachtern betreffend Ergänzung (
Urk.
1 S. 11 f.
Ziff.
2.8) ent
behrt jeglicher Logik, nachdem die Beschwerdeführerin umfassend Stellung nehmen konnte und selber gar nicht beantragte, Ergänzungsfragen zu stellen (
Urk.
8/58/1-18). Bei der erwähnten Antwort der
A._
-Gutachter vom
5.
September 2011 (
Urk.
8/36) handelt es sich ohnehin leidglich um ergänzende Angaben zu den
F
oersterschen
Kriterien, welche bereits aufgrund der umfang
reichen übrigen Akten zuverlässig beurteilt werden konnten.
Da die
A._
-Expertise von allen Teilgutachtern unterzeichnet wurde
,
ist nicht ersichtlich, inwiefern ein formeller Mangel darin bestehen soll, dass die einzel
nen (im
Gutachten
zitierten) fachärztlichen Einschätzungen nicht nochmals separat unterzeichnet wurden (
Urk.
1 S. 14 f.
Ziff.
2.10
). Es steht fest, dass die Beurteilung von allen Teilgutachtern geteilt wird.
Die monierte angeblich suggestive Fragestellung anlässlich aller drei Explora
tionen (
Urk.
1 S. 15 ff.
Ziff.
2.11
) wurde nicht näher dargelegt. Dass dabei die Antworten - weil aus dem Italienischen übersetzt - nach der Auffassung der Beschwerdeführerin in der deutschen Sprache eher blumig wirken, ist vor
liegend ohne Belang. Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit wurde aufgrund der objekti
vierbaren Untersuchungsresultate vorgenommen und auch die Schmerz
klagen
wurden
detailliert und durchaus objektiv zu Kenntnis genommen.
Was die Beschwerdeführerin mit ihrer Kritik am neurologischen Teilgutachten (
Urk.
1 S. 17 ff.
Ziff.
2.12
) bezweckt, ist nicht nachvollziehbar, nachdem das von ihr aufgelegte Parteigutachten zum selben Schluss gekommen ist, nämlich dass keine
neurologische
Pathologie vorliegt.
Dem Antrag um
Einverlangen
von Untersuchungsnotizen der neurologischen Exploration (
Urk.
1 S. 19 unten
Ziff.
2.12
) ist angesichts der diesbezüglichen
Rechtsp
r
echung (Urteil des Bundesgerichts 8C_215/2012 vom 1
1.
Juli 2012 E.
5.2
) nicht stattzugeben.
Zu den Ausführungen der Beschwerdeführerin betreffend Aggravation (
Urk.
1 S.
20 ff.
Ziff.
2.13 f.
) ist vorweg festzuhalten, dass sich die von ihr als organi
sche Befunde gewerteten Untersuchungsresultate vorwiegend in
Druckdolenzen
und Musk
e
lverhärtungen erschöpfen, welche nach der Rechtsprechung gerade nicht als organisches Substrat zu fassen sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_721/2008 vom 2
4.
April 2008 E. 4.2).
Sodann basiert die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht auf einem Aggravationsvorwurf, sondern einzig auf der Würdigung der objektivierbaren Pathologien.
3.
6
Von weiteren medizinischen Abklärungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung, BGE 124 V 94 E. 4b; 122 V 162 E. 1d).
4.
4.1
4.1.1
Zwischen den Parteien ist weiter die Qualifikation der Beschwerdeführerin umstritten.
4.1.2
D
ie Beschwerdegegnerin
ging
von einer Aufteilung im Gesundheitsfall von 60
%
Erwerb und 40
%
Haushalt aus
und stützte sich dabei unter anderem auf die Aussagen der Beschwerdeführerin gegenüber der Abklärungsperson vom 2
1.
No
vember 2011, wonach sie bei guter Gesundheit ihre drei bisherige
n Arbeits
stellen in den bisheri
gen
Pensen
weitergeführt hätte. Sie habe ihr
Arbeits
pensum
bei der
Y._
von anfänglich neu
n
Stunden pro Woche auf 16 Stunden erhöhen können, das Pensum weiter erhöhen wollen und ihr Anliegen mit dem Vorgesetzten besprochen.
Die Abklärungsperson hielt ergänzend fest, der Ehemann der Beschwerdeführe
rin habe im Mai 2005 einen Berufsunfall erlitten, sei seither als Bauarbeiter vollumfänglich arbeitsunfähig und erhalte ein Invalidenrente der Unfallversi
cherung in der Höhe von 28
%
. Offenbar habe er keine Arbeitsstelle in ange
passter Tätigkeit gefunden. Trotz knappen finanziellen Mitteln habe die Beschwerdeführerin gemäss eigenen Schilderungen ihren direkten Vorgesetzten lediglich einmal betreffend Erhöhung des Pensums angefragt
. Sie habe indes keine Stellenbewerbungen geschrieben
(
Urk.
8/38 S. 4).
4.1.3
Die Beschwerdeführerin
schloss
dagegen
auf ihre vollumfängliche Erwerbstätig
keit
im Gesundheitsfall
.
Sie verwies auf enge finanzielle Verhältnisse, eine aktu
ell 50%ige Arbeitsfähigkeit ihres berenteten Ehemannes, die fehlende
Betreu
ungsbedürftigkeit
der 25- und 28-jährigen Kinder, die finanzielle Unter
stützung durch den Sohn (welcher bei den Eltern wohnt,
Urk.
8/38 S. 4 f.
Ziff.
2.6 und
Ziff.
4.1). Sodann verwies sie auf ihre
Pensumserhöhung
(von neun auf 16 Stunden)
trotz lumbaler und Hüftbeschwerden u
nd schloss, dass das Fehlen von schriftlichen Aufzeichnungen betreffend weitere
Pensumserhöhung
irrelevant sei, da nicht eine konkrete Anfrage im Krankheitsfall, sondern eine hypotheti
sche Erhöhung im Gesundheitsfall in Frage stehe (
Urk.
1 S. 27 ff.
Ziff.
2.18).
4.2
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (Art. 17 Abs. 1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des Art. 28a Abs. 3 IVG in Verbindung mit Art. 16 und 7 Abs. 2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode. Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, Betätigungsvergleich, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch,
das heisst
ohne Gesundheitsschaden, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (Art. 27
bis
IVV). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des Invaliditätsgrades (BGE 1
33 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl. Art. 27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 15. Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil)Erwerbstätigkeit ist der im Sozialver
sicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich (BGE 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b, je mit Hinweisen, Urteil des Bundesgerichts I 266/05 vom 11. April 2006 E. 4.2, vgl. auch BGE 133 V 504 E.
3.3).
4.3
Aktenkundig war die die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Unfalls in einem Pensum von 60
%
arbeitstätig (vgl. zur Berechnungsübersicht
Urk.
8/40), beste
hend aus der Anstellung bei der
Y._
im Umfang von (höchstens) 33
%
, bei
Dr.
med.
O._
von 7 Stunden pro Woche (= 17
%
,
Urk.
8/31) sowie im Umfang von unbestritten gebliebenen 10
%
bei der
P._
(
Urk.
8/17). Die Beklagte brachte gegenüber der
Abklärungs
person
klar zum Ausdruck, dass sie im Gesundheitsfall weiterhin das innege
habte Pensum weiter ausüben würde, weshalb grund
sätzlich
hiervon
auszuge
hen ist, ist doch praxisgemäss
auch im Rahmen der Qualifikation der Versicherten
auf
die
Aussage
n
der ersten Stunde abzustellen (Urteil des Bundesge
richts 9C_846/2011 vom 1
5.
Mai 2012 E. 4.2
).
Eine
Pensumserhöhung
- wie nach den Angaben der Beschwerdeführerin gewünscht -
war nach Auskunft der
Y._
nicht vorgesehen (
Urk.
8/39/1), weshalb davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin auch weiterhin in diesem Pensum beschäftigt gewesen wäre.
Die Beschwerdeführerin konnte keine Bemühungen nachweisen, ihr - bereits seit längerer Zeit inne
ge
habtes Pensum -
zu steigern. Der Verweis auf angespannte finanzielle Ver
hält
nisse unter Hinweis auf eine Teilinvalidität ihres Ehemannes verfängt insofern nicht, als sich jener Unfall bereits im Jahr 2005 zutrug und die Beschwerde
führerin seither keine Bemühungen um eine massgebliche Ausweitung der beruflichen Tätigkeit zeigte. Auch aus dem Hinweis auf mangelnde
Betreuungs
pflichten
gegenüber den erwachsenen Kindern kann die Beschwerdeführerin nichts zur ihren Gunsten ableiten, waren diese Betreuungspflichten doch schon längstens entfallen und nicht erst nach dem Unfall.
Dass sich
schliesslich
der bei den Eltern wohnende erwachsene und erwerbstätige Sohn an den
Haus
haltskosten
beteiligt,
ist nicht weiter zu beleuchten und jedenfalls kein Indiz für eine Steigerung des vor dem Unfall während längerer Zeit ausgeübten Pensums.
4.4
Damit hat es mit der Feststellung sein Bewenden, dass die Beschwerdeführerin als zu 60
%
Erwerbstätige und zu 40
%
im Haushalt Tätige zu qualifizieren ist.
5.
5.1
Der von der Beschwerdegegnerin durchgeführte Einkommensvergleich blieb
abgesehen vom
dem Invalideneinkommen zugrunde zu legenden zumutbaren Arbeitspensum und der (vor Eingang des
B._
-Gutachtens erhobenen, noch ausgehend von einer postulierten 50%igen Arbeitsfähigkeit) Forderung nach einem Abzug vom Tabellenlohn von 10
%
- unbestritten (
Urk.
1 S. 32
Ziff.
2.21).
5.2
Die Beschwerde
gegnerin
errechnete basierend auf den Angaben der Arbeitgeber der Beschwerdeführerin ein
Valideneinkommen
von
Fr.
34‘931.-- (
Urk.
2 und
Urk.
8/40), was nicht zu beanstanden ist (vgl. die mit den gemeldeten Einkom
men per 2009 übereinstimmende Übersicht der Beschwerdegegnerin vom 1
4.
September 2011,
Urk.
8/40). Dass die Aufrechnung per 2010 und -
der sich
angesichts der Anmeldung im September 2010 per März 2011 stellenden
Ren
tenfrage
(
Art.
29
Abs.
1 IVG)
- nicht per 2011 erfolgt ist, kann bei identischer Zeitgrundlage des Invalideneinkommens ausser Acht gelassen werden.
Für die Berechnung des Invalideneinkommens stützte sich die
Beschwer
degegne
rin
- zu Recht - auf die Angaben des Bundesamtes für Sta
tistik, wobei sie auf die Lohnstrukturerhebung (LSE) 2008 abstellte (da die LSE 2010 im Zeitpunkt der Berechnung noch nicht publiziert war) und das Einkom
men auf das Jahr 2010 hochrechnete. Der ermittelte Wert von
Fr.
28‘633.-- entspricht praktisch den Angaben der LSE
2010
: In dem für die Beschwerde
führerin in Frage kommenden Anforderungsprofil
„
einfache und repetitive Tätigkeiten
“
betrug der Lohn über alle Wirtschaftszweige
Fr.
4‘225.-- pro Monat
;
angepasst an die durchschnittliche Arbeitszeit von 41.6 Stunden (Die Volkswirtschaft 10
2014 S. 84 Tabelle B 9.2), das hypothetische (und zumut
bare) Pensum von 60
%
sowie unter Gewährung eines - nicht zu beanstanden
den - Abzugs vom Tabellenlohn von 10
%
resultiert
ein Jahreseinkommen von
Fr.
28‘473.--.
Der Invaliditätsgrad beträgt damit 18
%
und dem Erwerbsanteil von 60
%
ent
spre
chend gewichtet
10.8
%
, welcher Wert per März 2011 (sechs Monate nach der Anmeldung und damit frühestmöglicher Rentenbeginn) gilt. Ange
sichts dieser bescheidenen Einschränkung
basierend auf den Verhältnissen im März 2011 (80%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit, E. 2.2)
kann auf eine Neuberechnung im Rahmen der im
A._
-Gutachten per Juli 2011 fest
gestellten gänzlich fehlenden Einschränkung verzichtet werden
und damit auch auf die Frage, ob sich tatsächlich eine Verbesserung eingestellt hat oder ob es sich um eine abweichende Würdigung desselben Sachverhaltes handelt
.
5.3
Die Kritik der Beschwerdeführerin an den im Rahmen der Haushaltabklärung
festgestellten Einschränkungen
erschöpfen sich im Wesentlichen darin vorzu
bringen, s
i
e sei gesundheitlich in erheblichem Masse eingeschränkt (
Urk.
1 S.
29 ff.).
Angesichts der klaren medizinischen Aktenlage kann von
vornherein
nicht von einer - wie in der Beschwerde
schrift
angenommenen - Arbeitsunfähigkeit von 50
%
ausgegangen werden und schon gar nicht von der pendente
lite
behaup
teten vollumfänglichen.
Insofern erübrigt sich eine Auseinandersetzung mit den detaillierten Vorbringen
der Beschwerdeführerin
. Die von der Abklärungsperson
festgestellten Einschränkungen zwischen 0 und 10
%
in den einzel
nen
Haus
haltbereichen
erscheinen als plausibel und wurden
-
unter Miteinbezug der Mithilfe des
teilinvaliden
und ganztägig anwesenden Ehemannes, welcher im Übrigen
eine von der Beschwerdeführerin bekleidete Arbeitsstelle ausfüllt
(
bei
Dr.
O._
,
Urk.
8/
12/16) - nachvollziehbar begründet. Angesichts der attestierten Arbeitsunfähigkeiten von 20
%
(ab März 2011)
beziehungsweise
0
%
(ab
Gut
achtenerstellung
im Juni 2011)
besteht
keine Ve
ranlassung, hiervon abzuwei
chen. Es leuchtet ein, dass die Beschwerdeführerin leichtere Arbeiten selbstän
dig ausführen und für schwerere ihren Ehemann oder den Sohn beiziehen
kann.
Damit resultiert bei einer gesamthaften Einschränkung von 8.5
%
im Haushalt und gewichtet zu 40
%
ein Teilinvaliditätsgrad von 3.4
%
.
5.4
Insgesamt ergibt sich nach dem Gesagten ein Invaliditätsgrad von 14.2
%
, bei welchem kein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung besteht. Demgemäss ist die Beschwerde abzuweisen.
6
.
Die vo
n der
Beschwerdeführer
in
geltend gemachten Gutachtenskosten (Urk.
10 S. 2
) fallen unter den Begriff der Parteikosten im Sinne von Art. 61
lit
. g ATSG. Da d
i
e Beschwerdeführer
in
in diesem Verfahren unterliegt, hat
si
e - unabhängig davon, ob die medizinischen Angaben in Bezug auf dieses Verfahren sachdien
lich und beachtlich waren - keinen Anspruch auf Ersatz dieser Kosten (vgl. BGE 115 V 62 E. 5c; SVR 2011 IV Nr. 13 S. 35 E. 2 [Urteil des Bundesgerichts 9C_178/2010 vom 14. April 2010]). Gründe für ein ausnahmsweises Abweichen davon (
Kieser
, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Art. 61
lit
. g
Rz
118) liegen nicht vor.