Decision ID: ba1786a1-6b9f-48da-ba43-dacccfb1a9e9
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 19
61
, war bei der
Spenglerei
Y._
AG als
Bau
spengler
angestellt
und bei der Schweizerischen Un
fallversicherungsanstalt (nach
folgend: Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen ver
sichert
, als
er am 22.
Februar 1995 beim Demontieren eines Kranmotors von diesem am Kopf
getroffen wurde und eine
Schramme am Scheitel sowie eine Stauchung der Halswirbelsäule
(HWS)
erlitt
(
Urk.
8/I/
1, Urk. 8/
I
/7/1
). Am 14. Mai 1997
stürzte
der Versicherte
zweieinhalb Meter in die Tiefe und erlitt dabei erneut eine Trau
matisierung der HWS sowie eine Schnittverletzung am linken Zeige
finger im
Grundgelenksbereich mit Durchtrennung des
radiopalmaren
Gefäss
nerven
strangs
.
Die Schnittverletzung
wurde im
Z._
chirur
gisch ver
sorgt und
es wurde eine
teilweise
Reinnervation
erreicht
(
Urk. 8/I
/7/1,
Urk. 8/I/11).
Am 22. Oktober 1998 stürzt
e
der Versicherte bei einem Bruch eines Gerüstladens wiederum etwa zweieinhalb Meter in die Tiefe
vor al
lem
auf die rechte Schulter un
d den rechten Arm
(Urk. 8/I/14/1)
.
Im
Verlauf
wurde eine
Epicondylitis
radialis
rechts fest
gestellt
, die gemäss dem Bericht vom 2
2. Feb
ruar
1999 von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
,
nach einem
Rezidiv im Januar 1999
folgenlos abheilte (Urk. 8/I/22/2).
Die Rönt
gen
a
ufnah
men
der HWS von Ende 1998
(
Urk.
8/I/16)
hatten
neue dege
nerative Veränderungen
gezeigt
, welche vom Kre
isarzt Dr.
med.
B._
, Fach
arzt für Orthopädi
sche Chirurgie, gemäss dem Bericht vom 18. März 1999 als Folge
n
der
unfall
be
dingten
axialen Stau
chung
en
beurteilt wurden
(Urk.
8/I/14/2)
.
Im
Jahr 1999 erlitt
der Versicherte
zudem
eine Durchtrennung der
Extensorensehne
am
linken
Dau
men, was genäht
werden musste und
eine Gefühlsverminderung hinterliess (Urk. 8/I/45/1-2,
Urk.
8/I/148/1).
Der Ver
sicherte nahm seine
T
ätig
keit als
B
au
spengler
je
weils
wenige Wochen
nach
den
Unfällen ganz
tags, zeit
weise
mit re
duziertem Pensum
wieder auf
(
Urk. 8/
I/
7/1,
Urk. 8/I/14
/1
, Urk. 8/I/16
/1
).
Es per
si
stierten Nacken-, Schul
ter
gürtel-, Kopf-, Hand- und Armbeschwerden.
Die
Suva
erbrachte die gesetzli
chen Leistungen
für die Un
fälle
(Tag
gelder, Heilbe
hand
lung
).
1.2
Im September 2002 wurd
e der Suva wegen der zunehmenden
Be
schwerden und bei kurzer 50%iger Arbeitsunfähigkeit ein Rückfall gemeldet (Urk. 8/I/29-32, Urk. 8/I/45/3).
Der Kreisarzt Dr. med.
C._
, Facharzt für Chirurgie,
unter
suchte den Versicherten am
5.
November 2003 (
vgl.
Bericht gleichen Datums, Urk. 8/I/
45
) und
schätzte den Umfang der Integritätsschädigung
betreffend die Schäden an der
HWS auf 5
%. In Bezug auf di
e Residuen an den Fingern I und
II linksseitig verneinte er die Erheblichkeit für eine
n
Integritätsschaden
(Urk. 8/I/
46
).
Die Suva kündigte dem Versicherten
mit Schreiben vom 11. No
vember 2003 die Einstel
lung der Leistungen für Heilkosten an (
Urk.
8/I/50). Mit Verfügung vom 20.
November 2003 sprach sie dem Versicherten eine
Inte
gri
täts
entschädigung
von 5
% zu (Urk. 8/I/56).
Diese Verfügung erwuchs unan
ge
fochten in Rechtskraft.
1.3
Am
19. Dezember 2005 erlitt der Beschwerdeführer bei einem Autounfall, bei dem
sein Fahrzeug ins Schleudern geraten und gegen einen
Kande
laber auf der Gegenfahrbahn geprallt war
(Urk. 8/II/2/2, Urk. 8/II/4/6)
,
einen subtotalen Ab
riss des
femoralen
Ansatzes des medialen Seitenbandes links
mit kleinem Riss im
Hinterhorn
des medialen
Meniscus
links
, Prellungen an der
rechten Hüfte und am Brustkorb,
ein
HWS-Distor
s
ionstrauma
sowie
eine
Gehirn
erschüt
terung
(
Urk. 8/II/1,
Urk. 8/II/4/3,
Urk. 8/II/4/9
, Urk. 8/II/6, Urk.
8/II/64/2-3
).
Der Versi
cherte
nahm seine Erwerbstätigkeit im bisherigen Betrieb
vorers
t
mit
körperlich leichtere
n
Tätig
keiten
wieder auf
und
arbeitete
ab
März
2006
zusehends regulär
(
Urk.
8/I/64/3).
Es persistierten insbe
son
dere Nacken- und Kopfbeschwerden
(
Urk.
8/I/65/1-2)
.
Die
Suva erbrachte
die ge
setzli
chen Leistungen
.
1.4
Im Dezember
2009 erfolgte eine Rückfallmeldung an die Suva betreffend den Unfall vom 2
2.
Februar 1995 (
Urk.
8/I/68/7).
Gemäss dem Bericht von
Dr.
med.
D._
, Facharzt für
Physikalische Medizin und Rehabilitation
, vom 12. De
zember 2009 hätten sich
insbesondere
die Beschwerden im Bereich der Schulter und Arme rechtsbetont mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ver
stärkt (Urk. 8/I/68/1-2, Urk. 8/I/68/5).
Mit Verfügung vom 11. Januar 2010 ver
neinte die Suva
ihre diesbezügliche Leistungs
pflicht mangels eines natürlichen
Kausal
zusammenhanges zwischen den geltend gemachten Beschwer
den und dem
Unfallereignis vom 22. Februar 1995
(Urk. 8/I/73).
Dagegen erhoben
der
Versi
cherte (Urk. 8/I/75
,
Urk.
8/I/77)
und seine Krankenversicherung, die Hels
ana Ver
sicherungen AG (Urk. 8/I/79, Urk. 8/I/
83
),
Einsprache.
Dr.
med.
E._
, Facharzt
für Neuro
chirurgie, der den Versicherten gemäss dem Bericht vom 17. März 2010 am 15. Februar 2010 untersuchte,
empfahl eine operative Sa
nierung der
dege
nera
tiven Veränderungen der HWS C3-6 bei
Zervikalgien
mit Ausstrah
lung
en in den Hinterkopf
und den linken Arm sowie Gefühls
störungen im
Der
matom
C7 und C8 links
(Urk. 8/I/85/3).
Die
Ope
ration
, eine ventrale
Spondylo
dese
C3-6,
wurde am 1
5.
Juli 2010 in der
Klinik F._
durchge
führt
(Urk. 8/I/90).
Dr. med.
G._
, Facharzt für Ortho
pädische Chi
rurgie, von der Versicherungsmedizin der Suva beurteilte die
Segment
dege
nera
tion
en
C3-6 ge
mäss dem Bericht vom 22. September
2010
und ent
sprechend den ope
rativen
Eingriff
als Teilfolge
n
der axialen Stauchung der HWS v
om 22. Feb
ruar 199
5.
Die gemäss dem Bericht des
H._
vom 27.
No
vem
ber 2009 festgehaltene Teilruptur der rechten Liga
mentum
alare
Grad
II nach
Krakens
(
Urk.
8/I/69)
erachtete
Dr.
G._
als nicht gesichert und
jedenfalls
nicht
unfall
kausal
(
Urk.
8/I/93).
Mit
Schreiben vom 5. Oktober 2010 teilte die Suva dem Ver
sicherten mit, dass sie die mit der
Rück
fallmeldung
vom 1.
De
zember 2009 ge
meldeten Beschwerden
nach Prü
fung der medizinischen Unter
lagen
nunmehr als
un
fallkausal zum Ereignis vom 22.
Feb
ruar 1995 betrachte und die gesetzlichen Leistungen erbringe
(Urk. 8/I/95).
1.5
Vom
17.
November bis 7.
Dezember 2010 hielt sich der Versicherte zur statio
nären Rehabilitationsbehandlung in der Privat-Klinik
I._
,
J._
,
auf (Austrittsbericht vom 16. Dezember 2010,
Urk.
8/I/123).
Am 18. Juli 2011 (Be
richt gleichen Datums) fand eine kreisä
rztliche Untersuchung durch Dr.
C._
statt, der
auf eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätig
keit und
eine
im Umfang noch zu evaluierende
Arbeitsfähigkeit in einer
kör
per
lich
leichten wechselbelastenden Tätigkeit
sowie auf einen zusätzlichen
Inte
gri
tätsschaden
von
5 %
schloss
(
Urk.
8/I/148/7-8).
Ein Jahr postoperativ wurde
die Behandlung an der
Klinik F._
eingest
ellt (Bericht vom 20. Juli 2011,
Urk. 8/I/150).
Gemäss dem Bericht vom 21. März 2012 wurde v
om 4. bis 5. Ja
nu
a
r 2012
in der Abteilung Arbeitsorientierte Rehabilitation
der
Klinik K._
eine Evaluation der funktio
nellen Leistu
ngsfähigkeit (EFL) durch
ge
führt und
eine
ganztägige leichte bis mittel
schwere Tätigkeit ohne
Zwangshal
tungen
für die HWS sowie ohne erhöhte An
for
derungen an die
Handkoordina
tion
links
als zumutbar befunden
(Urk. 8/I/179).
Mit Schreiben vom
25. April 2012 teilte die
Suva dem Ver
sicher
ten
den Fallabschluss mit Ein
stellung der Heilkosten- und Taggeldleistungen per Ende Mai 2012 mit (Urk. 8/I/183).
Mit Verfügung vom 27. November 2012
sprach die Suva dem Versicherten
für die Folgen d
er
Un
f
ä
ll
e
vom 19. Dezember 2005 und vom 22. Februar 1995 ab 1. Juni 2012
eine
In
validenrente mit einem Invaliditätsgrad von
34
%
und einem
v
ersicherten Ver
dienst
von Fr. 99'260.-- sowie
eine
Integritätsent
schä
digung
für eine
Integri
täts
einbusse
von 5
% zu (
Urk.
8/I/253).
Dagegen erhob der Versicherte mit Schrei
ben vom
6. De
zember 2012 Einsprache (Urk. 8/I/256), welche die Suva mit
Ein
sprache
entscheid
vom 4. Januar 2013 abwies (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
21. Januar 2013
Beschwerde und be
antragte, der
Einspracheentscheid
vom
4. Januar 2013 sei so abzuändern, dass ihm eine Rente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 77
%
, welche auf ei
nem versicherten Verdienst von
Fr.
107‘381.-- zu berechnen sei,
und
eine
In
te
gritätsentschädigung
von 10 % (zusätzlich zu den bereits ausgerichteten 5 %)
zugesprochen
wü
rden
(Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in der
Be
schwerdeantwort
vom
13. Mai 2013
auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 7
S.
2). Die Parteien hielten
im zweiten Schriftenwechsel
an ihren Anträgen fest
(Replik vom 27. Mai 2013, Urk. 10 S.
2
;
Duplik vom 18. Juni 2013, Urk.
13)
.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden
die Ver
siche
rungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Be
rufs
krankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt (Abs. 1).
1.2
1.2.1
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (Art. 8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
, ATSG
), so hat sie gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine Invali
denrente. Invalidität ist die voraus
sichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbs
unfähigkeit (Art. 8 ATSG). Für die Bestimmung des Inva
liditätsgrades wird das Erwerbs
einkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein
glie
derungs
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeits
marktlage
erzielen könnte, i
n Beziehung gesetzt zum
Erwerbs
einkom
men
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wär
e (Art. 16 ATSG; vgl. BGE 130 V 121).
1.2.2
Der Rentenanspruch entsteht nach Art. 19 Abs. 1 UVG, wenn von der Fort
set
zung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheits
zu
standes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Ein
gliederungs
massnahmen der Invaliden
versicherung abgeschlossen sind. M
it dem Rentenbeginn fallen Heil
behan
d
lungs- und die Taggeldleistungen dahin.
1.3
Mit der Festsetzung einer Invalidenrente
oder, falls kein Rentenanspruch be
steht
, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung ist
ein
e ange
mes
se
ne
In
tegri
tät
sent
schädigung
festzulegen, sofern die versicherte Person
durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erlitten hat
(Art. 24 UVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im ange
foch
tenen
Einspracheentscheid
auf den Standpunkt, aufgrund des Ergebnisses der EFL in der
Klinik K._
vom 4./5. Januar 2012 und des
EFL-
Berichtes vom 2
1.
März 2012 (Urk. 8/I/179) sei von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer
leidensange
passten
Tätigkeit
aus
zu
gehen. Der Einkommensvergleich ergebe einen Invaliditätsgrad von 34 %, wo
bei im Jahr 2012 von einem
Valideneinkommen
von Fr. 107‘381.--, von ei
nem Invalideneinkommen nach den vorgelegten fünf DAP-Tätigkeiten (Doku
mentation von Arbeitsplätzen der Suva) von Fr. 70‘690.-- und einem ver
sicher
ten Jahresverdienst von Fr. 99‘260.-- auszugehen sei. Der unfallbedingte
Inte
g
ritätsschaden
sei gestützt auf die kreisärztlichen Berichte vom 5. November 2003 (
Urk.
8/I/46/1) und vom 18. Juli 2011 (Urk. 8/I/148/7) in der Höhe von ins
gesamt 10
%
zu bestätigen, so dass für die verbliebene Beeinträchtigung aus dem Unfall vom 19. Dezember 2005 zu Recht eine zusätzliche
Integritäts
ent
schä
digung
von 5 % zugesprochen worden sei (Urk. 2 S. 6 ff.).
2.2
Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, indem sich die
Beschwerde
geg
nerin
mit seiner Kritik an den Berichten über die EFL nicht auseinan
dergesetzt habe,
habe sie den Anforderungen an den Anspruch auf rechtliches Gehör nicht ge
nügt
.
Auf den
EFL-Bericht der
Klinik K._
könne nicht abgestellt wer
den, denn dieser
leide an erheblichen Mängeln.
E
ine volle Er
werbs
tätig
keit in einer
leidensangepassten Tätig
keit
sei ihm nicht
mehr zumutbar
, sondern höchs
tens noch eine 50%ige.
Das Invalideneinkommen sei zudem nach den Ta
bellen der Lohnstrukturerhebung (LSE; des Bundes
amtes für Statistik) fest
zule
gen, da
die von der Beschwerdegegnerin hierzu angeführten DAP-Arbeits
stellen ihm nicht
zumutbar seien. Auch sei von einem
versicherte
n
Verdienst von Fr. 107‘381.-- auszu
gehen. Die Integritätsentschädigung sodann sei unter Be
rücksichtigung seiner starken Schmer
zen in der Höhe von 15
%
abzüglich des
bereits ausgerichteten Teils von 5 % auszurichten (Urk. 1
S.
3 ff.,
Urk. 10 S. 2 ff.)
.
2.3
Vorab ist zur formellen Rüge des Beschwerdeführers
, die Beschwerdegegnerin habe sich im angefochtenen Entscheid nicht
mit der begründeten Kritik am
EFL-Bericht vom 21. März 2012 (
Urk.
8/I/179)
auseinandergesetzt und habe dadurch den Anforderungen des rechtlichen Gehörs nicht genügt (
Urk.
1 S. 4), Folgendes festzuhalten:
Er macht damit die
Verletzung
seines
An
spruches auf rechtliches Gehör
geltend, der in
Art. 42 ATSG
und
Art.
29 Abs. 2 der Bundes
verfassung
(
BV)
verankert ist und auch die
grundsätzliche Pflicht der Behörden beinhaltet, ihren Entscheid zu begründen.
Aus der Begründung der ange
fochtenen Ver
fü
gung vom 4. Januar 2013 (Urk. 2) geht
indes
hin
länglich hervor, weshalb sich die
Beschwerde
gegnerin
bei ihrem Entscheid auf den EFL-Bericht vom 21. März 2012 (
Urk.
8/I/179) gestützt hat und weshalb sie die darin enthaltene Ein
schät
zung einer 100% Arbeits
fähigkeit in einer
leidens
ange
passten
Tätigkeit von Dr.
med.
L._
, Medizinischer Leiter und stell
ver
tretender Medi
zinischer Direktor
, und med.
pract
.
M._
, Oberarzt, in Bezug auf die Unfall
folgen als nach
vollziehbar erachtete (Urk. 2 S. 7 f.). Sie nannte die Überle
gungen, von de
nen sie
sich bei ihrem Entscheid hat leiten lassen und auf die sich ihre Verfü
gung stützt. Eine vertiefte Auseinan
dersetzung mit jeder
tatbe
ständlichen
Be
haup
tung
und jedem recht
lichen Einwand des Versicherten ist
rechtsprechungs
gemäss
nicht
er
forderlich. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid we
sentlichen Ge
sichtspunkte beschränken. Es genügt, wenn die Be
gründung - wie hier - eine sach
gerechte Anfechtung des Entscheides ermög
licht (vgl. BGE 124 V 180 E. 1a und E. 2b mit Hin
weisen, 126 V 75 E. 5b/
dd
; Urteil des Bun
desge
richts I 614/06
vom 3. Oktober 2006 E. 3.2). Eine Verletzung der
Begründungs
pflicht
liegt somi
t
nicht vor. Auch konnte der Be
schwerde
führer das Anliegen mit seiner Be
schwer
de gegen die Verfügung vom
4.
Januar 2013 vor einer Be
schwerde
instanz vor
tragen, die sowohl den Sach
verhalt als auch die Rechtslage frei überprüft (vgl. BGE 127 V 431 E.
3d/
aa
). Damit wäre eine allfällige Verlet
zung des
Gehörs
an
spruchs
jedenfalls geheilt worden (vgl. Urteil des Bundesge
richts 8C_109/2012 vom 9. März 2012 E. 2).
2.4
2.4.
1
In materiell-rechtlicher Hinsicht ist strittig und zu prüfen, ob die
Beschwerde
gegnerin
die Höhe des unfallversicherungsrechtlichen Renten
anspruchs ab Juni 2012 zu Recht auf 34
%
und den versicherten Verdienst auf
Fr.
99‘260.-- sowie
eine
zusätzliche
Integritätsentschädigung
von 5 % z
uge
sprochen hat
(
Urk. 2 S. 14,
Urk. 8/I/253/1-3)
.
Die Parteien sind sich zu Recht darin einig, dass die
Nacken- und HWS-Be
schwer
den sowie damit einhergehend die
Operation der HWS
in der
Klinik F._
vom 15. Juli 2010
, bei der
eine
mikro
chirurgische
ventrale Diskektomie C3/4, C4/5, C5/6
mit
Foramendekompression
beidseits,
inter
korpo
rale
n
PEEK-(
Polyetheretherketone
-)Cages (
Cervios
) und einer CSLP-Platte
(
Cervical
Spine
Locking
Plate) durchgeführt wurde (Urk. 8/I/90),
zumindest teilursächlich Folge
der Unfälle vom 22. Februar 1995 (
Urk.
8
/I/1, Urk. 8/I/7/1) und vom 19.
De
zem
be
r 2005 (Urk. 8/II/2)
sind. Unstrittig ist auch, dass die
vor der Operation der
HWS vom 15. Juli 2010 (Urk. 8/I/90)
noch teilzeitlich
ausgeführte
(Urk. 8/I/123/3)
ange
stammte
Tätig
keit als
Bauspengler
dem Be
schwerde
führer
wegen
der
un
fall
bedingte
n
Gesundheitsbeeinträchtigungen
im HWS-/
Nacken
bereich
nicht mehr
zumut
bar ist (Urk. 1 S. 3, Urk. 7 S. 4).
Sowohl
der Kreisarzt
Dr.
C._
(
Bericht vom 18. Juli 2011, Urk.
8/I/148/7) als auch die Ärzte der
Klinik K._
(EFL-Bericht vom
21. März 2012,
Urk. 8/I/179/3) attestier
ten eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit im ange
stammten Beruf.
Davon ist auszu
gehen.
2.4.2
Zu beurteilen ist
nachfolgend
die
Arbeits
(
un
)
fähigkeit
des Be
schwerde
führers in einer leidensangepassten Tätig
keit.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin
führte aus, es sei
dazu auf die Beurteilung von Dr.
L._
und med.
pract
.
M._
gemäss dem EFL-Bericht der
Klinik K._
vom 21. März 2012 einer Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tä
tigkeit ganztags (Urk. 8/I/179/3) abzustellen und mit ihnen davon auszugehen,
dass - was die Unfallfolgen anbelange - ein Einsatz des Be
schwerde
führers ge
mäss dem von ihnen dargelegten Zumutbarkeitsprofil mög
lich sei (Urk. 2 S. 7 f.).
Der Beschwerdeführer
wendet dagegen ein
, der EFL-Bericht der
Klinik K._
vom 21. März 2012 (
Urk.
8/I/179/3)
se
i keine geeignete Grundlage, um die Leistungsfähigkeit in einer alter
nati
ven Tätigkeit zu be
messen und leide an erheblichen Mängeln. Er
kritisiere vor allem die Haltung des Physio
therapeuten, der die Abklärung durch
geführt, ihm aber nicht richtig zugehört, verschiedene Be
schwerden falsch erfasst oder inter
pretiert und unan
gebrachte Be
merkungen gemacht habe. So habe dieser mit Hinweis auf die eigene Gehbehinderung ge
äussert, er wäre gerne so gesund, wie der Be
schwerde
führer. Auch habe dieser
bemerkt, wenn der Beschwerde
führer den Haushalt machen könne, könne er auch
einen ganzen Tag arbeiten. Er, der Beschwerde
führer, sei damit in seinem Lei
den nicht ernst genommen worden, und es erwecke den Anschein, dass die
Ab
klärungsperson
alles mit der vorge
fassten Meinung interpretiert habe, dass es wohl nicht so schlimm sein könne. Damit sei eine Symptomausweitung gesehen
worden, wo echte Be
schwerden seien. Er könne die Halswirbelsäule durchaus noch
bewegen. Diese Bewegungen hätten aber zur Folge, dass die Kopf
schmer
zen stark zunehmen würden. Diese Kopfschmerzen seien aufgrund der objektiv bestehenden Wirbelsäulen- und Rückenmarkschäden nachvoll
ziehbar. Die Ar
bei
ten im Haushalt könne er nur langsam und in Etappen ausführen. Er müsse dafür sorgen, dass er seine Übungen mache und Ruhe
pausen einhalte. Auch bei den Abklärungen in
K._
habe er Ruhepausen einschalten müssen, er könne nicht den ganzen Tag aktiv sein. Er habe weder eine Minder
leistung noch Be
schwerden simuliert. Im Bemühen, den Auf
forderungen der
Abklärungsper
son
nachzukommen, habe er sich bis ans Limit belastet und den Kopf mehr bewegt, als ihm zuträglich gewesen sei. Es sei die Tatsache aus
geblendet wor
den, dass er während und nach der Abklärung sehr viel mehr Beschwerden gehabt habe. Dies sei von seiner Physiotherapeutin im Bericht vom 31. Januar 2012 (Urk. 8/I/168) bestätigt worden. Auch sei im EFL-Bericht nicht berücksichtigt
worden, dass er aus gesundheitlichen Gründen seinen Führerschein habe abge
be
n
müssen
.
Er habe während der Abklärung mehr ge
leistet, als er langfristig er
tragen könne. Daraus folge, dass eine volle Er
werbs
tätig
keit in einer
leidens
an
gepassten
Tätig
keit nicht mehr zumutbar sei. Tatsächlich könne er in einer
lei
dens
angepassten
Tätig
keit höch
stens noch zu 50
%
erwerbstätig sein. Auch stelle
die EFL keine fachärztliche Ab
klärung dar, da bei ihm ein neurologisches Pro
blem
vorliege, welches in einer Ab
klärung der funk
tionellen Leistungs
fähig
keit
nicht adäquat erfasst werden könne. Der EFL-Bericht der
Klinik K._
stehe
zudem im Widerspruch zu den Berichten von Dr.
C._
vom 18. Juli 2011 (Urk. 8/I/148) und der Klinik
J._
vom 16. Dezember 2010 (
Urk.
8/I/123), denen erhebliche Ein
schränkungen
zu entnehmen seien
(Urk. 1 S. 4 ff.,
Urk.
10 S. 3 f.).
3.2
3.2
.1
Gemäss dem Bericht
der Privat-Klinik
I._
vom 16.
D
ezember
2010
wurde der
Beschwerdeführer
wegen
einer ausgeprägten Schmerzsymptomatik im
Na
ckenbereich
mit Ausstrahlung in den Kopf und einer reaktiven Depression auf
grund der zögerlichen Rekonvaleszenz nach der HWS-Operation vom 15. Juli 2010 vom 17. November bis 7. Dezember 2010 stationär behandelt. Es hätten aus
geprägte Funktionsdefizite der HWS, der BWS und der
Schulter-Nackenre
gion
bestanden
,
begleitet von erheblichen muskulären Defiziten und
einer
Schmerz intensivierenden Kompensationsstrategie. Im Verlauf sei es zu einer deutlichen Linderung der Beschwerden gekommen (
Urk.
8/I/123/1-3).
3.2.2
Der Beschwerdeführer
gab gegenüber
dem Kreisarzt
Dr.
C._
anlässlich der
Unter
suchung vom 18. Juli 2011
gemäss dem Bericht gleichen Datums
(Urk. 8/I/148)
,
mithin rund ein Jahr nach der HWS-Operation vom 15. Juli 2010 (Urk. 8/I/90),
an,
es bestünden Schmerzen im Nackenbereich
, die
über den Kopf bis in den
Stirn
bereich
ziehen
würden
.
Am schlimmsten seien die
Bewegungs
einschränkungen
im HWS-/Nackenbereich. Er könne schon beim Einkaufen auf Augen
höhe den Kopf ka
um bewegen. Sobald er nach oben blicken müsse, habe
er grauenhaft Schmerzen. Er könne den Kopf kaum heben und
müsse den gan
zen
Körper auf
richten, damit er über Augenhöhe etwas sehe. Die Haupt
schwie
rigkeit sei, dass er sein Leben einrichten müsse auf die
Bewegungs
einschrän
kung
im Nacken, weil er den Kopf nicht drehen könne. Eigentlich sei er den ganzen Tag damit beschäftigt, einen möglichen Bewegungsablauf für alle tägli
chen Arbeiten herauszufinden und sich nicht zu überanstrengen, damit die Schmerzen nicht
verschlimmert würden. Weil er den Kopf auch nicht drehen und heben könne, habe
er den Führerschein deponiert. Schon längeres Sitzen in gleicher Position be
reite ihm Mühe. Nach der Operation sei die Gefühllosigkeit auf der linken Körperhälfte besser geworden. Er habe noch ein gewisses
Krib
beln
im linken
Arm. Die Beweglichkeit am linken Arm sei etwas eingeschränkt für den kräf
ti
gen Faustschluss, aber eine wesentliche Behinderung bestehe nicht. Weil das Ge
fühl am Daumen und Zeigefinger
(links)
beeinträchtigt sei, habe er etwas Schwierig
keiten mit der Kraftdosierung.
Ein Ei zu halten sei schwierig, entweder er lasse es fallen oder er zerquetsch
e es
(Urk. 8/I/148/4-5).
Dr.
C._
befand aufgrund der klinischen Untersuchung und nach
Einsicht in
die Krankenakten
, die Verletzungen des
linken
Zeigfingers
im
Jahr 1997 und des
linken
Daumens
im
Jahr 1999
seien mit leichter Defektheilung,
Sensibili
täts
störung
am Zeigefinger und am Daumen sowie Bewegungseinschränkung am Daumen abgeheilt. Der Zusammenhang des wegen
cervikaler
Myelopathie
am 15.
Juli 2010 durchgeführten operativen Eingriffs C3-
C
6 zu den Unfällen vom
22. Februar 1995 und vom 20. Dezember 2005 sei geprüft und anerkannt worden
. Die bisherigen therapeutischen Massnahmen hätten zu einer gewissen Verbesse
rung der Gesamtsituation geführt, allerdings bestehe eine wesentliche
Bewe
gungs
einschränkung
und Belastungsminderung, so dass seit dem opera
ti
ven Eingriff die berufliche Tätigkeit nicht aufgenommen worden sei.
Unter dem Titel „Der heutige Befund:
HWS:
“ hielt
Dr.
C._
ausserdem
eine
erheb
liche
Be
wegungseinschränkung
, Belastungsintoleranz, bewegungs- und
be
lastungs
ab
häng
i
ge
Schmerzen, muskuläre Verspannungen,
eine
reizlose
ventral rechts
seitige Narbe sowie bildgebend eine
Spondylodese
C3-C6 und benachbarte de
gene
rative Veränderungen fest.
Die Beschwerdeangaben und die eindeutigen kli
nischen und bildgebenden Befunde liessen eine reduzierte Leistungsfähigkeit erkennen. Bei kräftigem, beweglichem und willigem
Beschwerdeführer
sei eine berufliche
Tätigkeit vorstellbar, und zwar eine leichte wechselbelastende Büro
tätigkeit respektive
eine
leicht
e wechselbelastende Tätigkeit
mit
Zusatzbe
lastun
gen
vereinzelt von fünf bis zehn Kilogramm statisch und Gehen bis zu fünf Kilo
meter ohne Zwangshaltungen für den Oberkörper und die HWS, ohne län
ger
dauernde vorgeneigte Körperpositionen, Schläge oder Vibrationen
. Die Be
stim
mung des zeitlichen Umfangs der Arbeitsfähigkeit in einer solchen Tätig
keit sei ein Jahr nach der operativen Sanierung noch
verfrüht
. Es gehe in näch
ster Zeit
vorwiegend um die Evaluation von möglichen beruflichen Tätig
keiten (Urk. 8/I/148/7-8).
3.2.3
Im
EFL-
Bericht vom 21. März 2012
(Urk. 8/I/179)
wurde festgehalten, die
EFL sei
am 4.
und 5.
Januar 2012
-
mithin rund eineinhalb Jahre nach der HWS-Operation vom 15. Juli 2010
und rund
ein halbes Jahr
nach der kreisärztlichen Untersuchung vom 18. Juli 2011
-
durchgeführt worden.
Der Bericht wurde von med.
pract
.
M._
, Oberarzt der
Klinik K._
und Facharzt für Physi
kalischen Medizin und Rehabilitation, unterzeichnet, der d
en Beschwerdeführer unter
sucht hatte
, und
vom Medizinischen Leiter der Arbeitsorientierten Reha
bi
litation, Dr. med.
L._
, Facharzt für Physi
kalischen Medizin und Reha
bili
tation, visiert
(Urk. 8/I/179/4)
.
Der Therapeut
N._
hatte
gemäss dem E-Mail
von Dr.
L._
vom 2
9.
Juni 2012 (Urk. 8/I/215) die Testabklärungen durch
ge
führt
.
Laut dem
Bericht vom 21. März 2012
habe
d
er
Beschwerde
führer
die
fol
genden Beschwerden
angegeben
:
Schmerzhafte und insbe
sondere nach Hin
ten und in Rotation vermindert bewegliche
Halswirbelsäule, belastungs- und
bewe
gungsabhängige
Schmerzen im Bereich des Nackens, teil
weise mit Aus
strahlun
gen in di
e Schulter, mehr links
betont, selten in den Rücken und ganz selten in den linken Oberschenkel
sowie
Parästhesien
am linken Zeigefinger, Wetterfüh
ligkeit und ein
en
reaktive
n
depressive
n
Zustand.
Als Befunde wurden eine um zwei Drittel eingeschränkte HWS-Rotation beid
seits, ein Kopf-S
ternum
-Abstand
(KSA)
vo
n 9/
13
cm (Fle
xion/Ex
tension)
, eine v
erminderte Sen
sibilität im Be
rei
ch des linken Dau
men und Zeigefingers mit
Paräst
hesien
be
ziehungs
weise Taubheit,
er
schwertem
Zangengriff
und Schwierigkeiten bei der Ein
schätzung der Kraftentwicklung
aufgeführt.
Die EFL habe eine erstaunlich gute
Restbe
weglichkeit
der HWS und eine Leistungs
fähigkeit gezeigt, die erheblich über das Mass hinausgehe, das der Be
schwerdeführer selbst für möglich halte. Die stan
dardi
sierte Bewertung der Bereiche „Beschreibung von Schmerz und Ein
schrän
kung“, „Schmerzverhalten“, „Leistungsverhalten“ und „Konsistenz“ habe zusam
men
fassend die Bewertung einer erheblichen Symptomausweitung ergeben.
In
folge erheblicher
Symptom
ausweitung
, Selbstlimitierung und Inkon
sistenz
seien die Resultate der physischen Leistungstests für die Beurteilung der zumut
baren Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. Es sei davon auszugehen, dass bei gutem
Effort
eine etwas bessere Leistung erbracht werden könne, als bei den
Leis
tungs
tests
gezeigt worden sei. Das Ausmass der demonstrierten phy
sischen Ein
schrän
kungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden nur zum Teil erklären. Die Beurteilung der Zumutbarkeit stütze sich deshalb auch auf die
medizinisch-theoretische Überlegungen, unter Berück
sichtigung der Beoba
ch
tung
en bei den Leistungstests. Aus unfallkausaler Sicht
sei
eine leichte bis
mittelschwere Tätigkeit ganztags ohne Zwangspositionen der HWS, insbe
son
dere
in Extension oder Flexion, und ohne Arbeiten mit erhöhten An
forderungen an die Handkoordination links
zumutbar
(Urk. 8/I/179/2-3).
3.
2.4
Die Physiotherapeutin
O._
erklärte im Bericht vom 31. Januar 2012, der Be
schwerdeführer kenne seine Grenzen gut und wisse, welche Belastungen, Stel
lungen und Bewegungen seinen Zustand verbessern und welche ihn beein
träch
tigen würden. So versuche er beispielsweise Extensions- und Rotationsbe
we
gung
en der HWS (zum Beispiel im Bus aus dem Fenster zu schauen), holprige Bus
fahrten etc. zu vermeiden. In
K._
seien diese ihm bekannten Grenzen mittels
des Assessments klar überschritten worden, was zu einer starken Ver
schlech
te
rung
seines Zustandes geführt habe. Es könnten nach dem Assess
ment objektiv
folgende Veränderungen erkannt werden: Massiv erhöhte Verspa
n
nung der kur
zen
Nackenextensoren und Aktivierung der
Triggerpunkte
, deutliche Ein
schrän
kung C2 beidseits, Einschränkungen im Bereich des
cervikothorakalen
Über
gangs (CTÜ) und der oberen Brustwirbelsäule (BWS), erhöhte Verspan
nun
gen
pa
ra
vertebral
CTÜ beidseits. Diese Verschlechterung habe zwei Wochen an
ge
halten. In diesen
zwei
Wochen habe der Beschwerdeführer deutlich mehr an Kopf- und Nackenschmerzen gelitten, was ihn im Alltag sehr eingeschränkt habe. Nach zwei Wochen hätten die Verspannungen und die Hypomobilität wie
der gemindert werden können und der Beschwerdeführer kehre langsam in seinen stabilen Zustand zurück, den er vor dem Assessment bereits gehabt habe (Urk. 8/I/168).
3.3
3.3
.1
Beachtlich sind hier unstrittig allein die unfallbedingten Beschwerden an der HWS und an der linken Hand (Daumen, Zeigefinger). Allfällige Beeinträchti
gungen durch die übrigen unfallfremden Leiden des Beschwerde
führers, näm
lich
ein Handgelenksganglion rechts, eine
Hyperlipidämie
, arterielle Hyper
tonie (Be
richt der Privat-Klinik
I._
vom 16. Dezember 2010, Urk. 8/I/123/1), den Sta
tus
nach
Hepatitisinfektion
, eine unklare Störung des Stuhls, un
klare Herz-Kreislaufbeschwerden, eine beginnende
Atheromatose
und eine Elon
gation der
Illiacalgefässe
sowie eine leicht
e
Prostata
hyperplasie
(Bericht
von Dr.
D._
vom 9. Oktober 2011, Urk. 8/I/158/1), sind daher auszu
klammern, selbst wenn sie die Leistungs
fähig
keit des
Beschwerdeführes
zusätz
lich beein
trächtigen soll
ten. Die psychi
schen Be
schwerden
schliesslich
haben gemäss dem Bericht vom
27. September 2012 von Dr. med.
P._
,
Fach
ärztin
für Psychi
atrie und Psy
chotherapie, sowie der Psychotherapeutin
Q._
, bei der sich der Be
schwer
de
führer vom 23. Au
gust 2010 bis 14. Mai 2012 wegen
einer
Anpas
sungs
stö
rung
nach Unfall bei anhaltend belastender Lebenssituation
,
ver
bunden mit Schmerze
n (ICD-10 F43.23)
,
in psychothera
peutischer Behand
lung befunden ha
t
,
keine Aus
wirkungen auf die Arbeits
fähigkeit (Urk. 8/I/235).
3.3.2
Dem Bericht des Kreisarztes Dr.
C._
vom 18. Juli 2011 (Urk. 8/I/148/7-8) ist in Bezug auf die strittige Frage der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit zwar ein Belastungsprofil jedoch keine Einschätzung des zumutbaren Umfangs der Arbeitsfähigkeit zu entnehmen. Entgegen der Ansicht des Be
schwerdeführers (
Urk.
10 S.
3
) schloss Dr.
C._
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit nicht bereits aus. Dr.
C._
stellte allein eine andauernde 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der ange
stammten, körperlich
schweren Tätigkeit als
Bauspengler
fest und bejahte
diesbezüglich
eine redu
zier
te
Leistungsfähigkeit (Urk. 8/I/148/7). Hinsichtlich einer
leidensange
passten
Tätig
keit bestimmte er allein das weiterhin zumutbare Belastungsprofil (leichte wechselbelastende Tätigkeit mit Zusatzbelastungen vereinzelt von fünf bis zehn Kilo
gramm statisch und Gehen bis zu fünf Kilo
meter ohne
Zwangs
haltungen
für
den Oberkörper und die HWS, ohne län
gerdauernde vorgeneigte
Körper
positio
nen
,
Schläge oder Vibrationen). Im Übrigen verwies er aber auf eine Eva
luation zu einem späteren Zeitpunkt (
Urk.
8/I/148/8). Damit schloss er die Arbeits
fähig
keit in einer Tätigkeit im Rahmen des genannten
Be
lastungsprofils
nicht aus, sondern bestätigte sie. Auch erklärte er explizit, dass es in näch
ster Zeit vor
wie
gend darum gehe, die möglichen beruflichen Tätig
keiten und die Ein
satzfähig
keit zu ermitteln, untermauert allenfalls mit einer EFL (Urk. 8/I/148/8). Die Ein
schätzung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätig
keit gemäss dem EFL-Bericht vom 21. März 2012 (
Urk.
8/I/179/3) steht entge
gen
der An
sicht des Be
schwerdeführers (Urk. 10 S. 3) somit nicht im Wider
spruch zur Einschätzung von Dr.
C._
, sondern ergänzt dessen Bericht
emp
fehlungs
ge
mäss
.
Ebenso vermag der Bericht der Privat-Klinik
I._
vom 16. De
zember 2010 (Urk. 8/I/123) die EFL-Einschätzung vom 21.
März 2012 (Urk. 8/I/179/3) nicht in Zweifel zu ziehen, zumal der Bericht vom 16. De
zem
ber 2010 keine Ein
schät
zung zur Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätig
keit enthält und sich auf den Gesund
heits
zustand des Beschwerdeführers nur fünf Monate nach der Operation vom 15. Juli 2010 bezieht. Die Behandlung in der
Klinik F._
,
wo die Operation der HWS durch
geführt worden war, wurde zudem ein Jahr post
operativ bei zufriedenstellendem Verlauf am 19. Juli 2011 abge
schlos
sen (Bericht vom 20. Juli 2011, Urk. 8/I/150).
Auch den übrigen Akten ist kein medizinischer Bericht zu entnehmen, der mit der Ein
schätzung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätig
keit gemäss dem EFL-Bericht vom 21. März 2012 (
Urk.
8/I/179/3) nicht vereinbar wäre, zumal ausser aus dem EFL-Bericht aus keinem weiteren medi
zi
ni
schen Bericht eine Einschätzung zur Arbeitsfähigkeit in einer
leidensange
passten
Tätigkeit hervorgeht.
Dass die Beschwerdegegnerin darauf abstellte, ist nicht zu beanstanden, wie
sich aus dem Folgenden ergibt.
3.
4
3.4.1
Gemäss dem EFL-Bericht (
Urk.
8/I/179/3-10) zeigten sich nicht nur in Bezug auf die Be
weglichkeit der HWS, sondern auch in Bezug auf die geschilderten Ein
schrän
kungen in den Alltagsaktivitäten
Unterschiede
zwischen den Angaben und
der Dar
bietung in der klinischen Untersuchung des Beschwerde
führers ei
nerseits und dem beobachteten Ver
halten und den verbliebenen Aktivitäten an
dererseits.
So sei i
n der klini
schen Unter
suchung eine Ein
schränkung der Rota
tion der HWS
zu zwei Dritteln und ein KSA von 9/13 cm festgestellt worden (Urk. 8/I/179/2). Nach eigenen Aus
sagen könne der Beschwerdeführer zudem kaum länger als 15 Minuten sitzen und im Zug durch die ein
geschränkte
Hals
wirbelsäulen
ro
tation
nicht aus dem Fenster sehen.
Dagegen
habe er während der Befragung bis zu 40
Minuten am Stück und beim
Austrittsge
spräch
über 60 Minuten ohne sichtbare Probleme gesessen, bei der Anamnese habe er die HWS bis zu 45 Grad auf jede Seite gedreht und über längere Zeit in dieser Posi
tion gehalten, wäh
rend des Tests zur Handkoordination habe er den Kopf stän
dig und zügig mit
Flexion, lateraler Flexion und Rotation bei ent
sprechend gu
ter Be
weglichkeit be
wegt. Bei den Tests Gleichgewicht, Treppen
steigen und
Lei
ter
steigen
habe er je
doch wieder erhebliche Probleme beim Bewegen des Kopfes in Flexion ange
geben. Er habe den Kopf während dyna
mischen Tests stets steif gehalten und die Bewegungseinschränkung des Nackens als limitierenden Fak
tor geltend ge
macht. Bei Koordinationstests oder Test mit Spielen habe er den Kopf stets bewegt und ge
äussert, dass er die Aufgabe nur mit Mühe lösen könne, da er den Kopf schmerzbedingt nur für kurze Zeit ruhig halten und den Blick auf etwas fixieren könne (
Urk.
8/I/179/
7). Weiter habe der Beschwerde
führer die (Auswir
kungen) der körperlichen Einschränkungen uneinheitlich be
schrieben. Er sehe sich nicht in der Lage, auch nur kleinste Verrichtungen zu erledigen. So seien zum Bei
spiel 15 Minuten Computerarbeit eine Qual und er müsse danach sofort ruhen. Andererseits sei sein Tag mit Hausarbeiten wie Put
zen des mehr
stöckigen Hauses mit Whirlpool, Sauna und Garten sowie den zahlreichen ad
ministrativen Arbeiten für Ver
sicherung, Anwälte und Steuern mehr als aus
gefüllt. Auch sei das Busfahren kaum mehr möglich wegen der Schläge, so habe er
K._
nur mit massiven Schmer
zen erreichen können. Andererseits fahre er wöchentlich, früher mehr
mals pro Woche, zu seiner Physi
o
therapeutin mit einem etwa gleich langen Weg, da dies die beste Möglichkeit sei, um seine Schmerzen positiv zu be
ein
flussen (Urk. 8/I/179/6).
3.4.2
Die einzelnen EFL-Ergebnisse wurden im Sinne einer standardisierten Be
wer
tung
nach formellen Testvorgaben erhoben, die Be
wer
tungen detailliert ge
schil
dert
und die Einstufungen nachvollziehbar begrün
det. Eine un
sachliche Heran
geh
ens
weise oder Voreingenommenheit der Abklärungsperson ist nicht er
kenn
bar.
Dass
aufgrund der HWS-Schädigung selbst nach grundsätzlich erfolgreich durch
ge
führter Operation eine objektiv nachvollziehbare Ein
schrän
kung mit Schmerzen
und erschwerter Beweglichkeit be
stehen blieb, wird auch durch die Einschätz
ung
gemäss dem EFL-Bericht der
Klinik K._
nicht verneint. Auch wurde
nicht etwa von einer bewusstseinsnahen Aggra
vation oder gar (be
wussten) Si
mu
lation ausge
gangen, sondern es wurden gewisse Diver
genzen zwischen der ob
jek
tiv erfassten und der subjektiv ge
schilder
ten und dar
gebote
nen, mithin der
sub
jektiv
erlebten Beschwerdesituation fest
gestellt. Aber auch solche Diver
genzen
sind bei der Prüfung eines
sozialver
sicherungs
rechtlichen
An
spruchs re
gel
mässig
zu berücksichtigen.
Zwar ist
durch
aus
nachvollziehbar
, dass
gewisse Bewegungen des Kopfes unter An
stren
gung, Erschütterungen und längere
s
Konzentrieren mit Steifhaltung des Kopfes
-
etwa aufgrund der daraus folgenden zunehmenden mus
kulären Ver
spannungen
(vgl. den Bericht der Physio
therapeutin
O._
vom 31. Januar 2012, Urk. 8/I/168) -
beim Beschwerdeführer
jeweils
zu
einer Zunahme der
Kopf-
und Nackenschmerzen
führ
(
t
)en
.
Jedoch
relativieren
die während der Te
stung be
o
bachteten Bewegungen wie das
Drehen der HWS bis zu 45 Grad auf jede Seite
über längere Zeit
und
das ständige
sowie
zügige Be
wegen des Kopfes mit Flexi
on,
lateraler Flexion und Rotation wäh
rend
des Tests zur
Hand
koordi
nation
durch
aus
das Ergebnis der
klinische
n
Untersuchung
einer Ein
schrän
kung der Beweg
lich
keit zu zwei Dritteln und
auch
die Angaben
des Be
schwerdefüh
rers
während den dynamischen Tests
.
Nicht zu beanstanden ist auch, dass die
dem Beschwer
de
führer noch möglichen Alltagstätigkeiten wie Putzen und In
standhalten des vierstöckigen Hauses mit Whirlpool, Sauna und Garten, allge
meine
Haushalts
arbeiten
, Pflegen des Aquariums sowie der auf
geführte Auf
wand für die Streitig
keiten mit den Versicherungen und Anwälte Berücksichti
gung fanden. Selbst
wenn der Beschwerdeführer diese Tätigkeiten langsamer
als üblich ausführen muss
, zeigen sie
dennoch
, dass ein nicht un
erhe
bliches Be
täti
gungsfeld
besteht und
eine Vielzahl von Aufgaben nach wie vor bewältigt wird.
Auch ist der Schlussfolgerung des
Be
schwerde
führers, der von der Physio
thera
peutin
bestä
tigte
verschlechterte Gesundheits
zustand nach der EFL
zeige, dass eine 100%ige Erwerbs
tätigkeit aus
geschlossen sei (Urk. 1 S. 7), nicht zu folgen. Denn die Testung
ist mit einer leidensangepassten Tätig
keit nicht zu ver
glei
chen,
bein
hal
te
te
sie
doch gerade
eine
dichte Abfolge von ver
schiedensten Auf
gaben
, deren Sinn die Auslotung der Grenzen ist.
Nicht zutreffend ist ausser
dem, dass im EFL-Bericht der Umstand nicht berücksichtigt worden sei, dass er den Fahr
aus
weis aus gesundheitlichen Gründen abgegeben habe (Urk. 1 S. 7). Denn dies wurde
im EFL-Bericht
bei den geklagten
Be
schwerden und Ein
schränkungen
auf
geführt (Urk.
8/I/179/2
) und
ändert im Übrigen nichts an den festgestellten Divergenzen.
Letztlich wurde a
ufgrund der EFL-Testergebnisse
aber ohnehin
nicht eine erheb
lich bessere, sondern lediglich eine etwas bessere Leistungsfähigkeit an
genom
men
als bei den Leistungstests gezeigt wurde (Urk. 8/I/179/3). Die Beur
teilung der
Ar
beits
fähigkeit gemäss dem Bericht vom 21
. März 2012 basiert nicht haupt
säch
lich auf der Grundlage der Testergebnisse der EFL, sondern - gerade weil das Aus
mass der demonstrierten phy
sischen Einschrän
kungen sich mit den objekti
vier
baren pathologischen Befunden nur zum Teil erklären liessen - auch und ins
besondere auf medizinisch-theo
retischen Über
legungen nach den vor
gelegenen Befunden (Urk. 8/I/179/2-3), wie es bei jeder ärztlichen Begutach
tung üblich ist.
Eine beweis
kräftige ärztli
che Ent
scheidungsgrundlage (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1,
125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E.
1c) hat sich zudem
nebst den ge
klagten Beschwe
r
den
auch mit dem Ver
halten der unter
suchten Per
son ausei
nanderzusetzen, was mit der Einschätzung ge
mäss dem EFL-Bericht der
Klinik K._
vom 21. März 2012 (Urk. 8/I/179) erfüllt ist.
N
icht beigepflichtet werden kann sodann
der Rüge
des Beschwerdeführers
,
die EFL stelle keine fachärztliche Abklärung dar, da
diese auf rheumatologische Prob
leme zugeschnitten sei und damit
sein neurologisches Problem nicht adä
quat erfasst werden könne (Urk. 1 S.
8
).
Denn zum
einen
wurde die Ein
schät
zung
von med.
pract
.
M._
, einem Facharzt der Physikalischen Medi
zin und Reha
bilitation vorgenommen
und von Dr.
L._
, ebenfalls einem Facharzt für Phy
sikalische Medi
zin und Reha
bilitation, visiert
(Urk. 8
/I/179/4
). Zum anderen
ist hier der Zustand nach der HWS-Operation relevant
. Der Be
wegungs
apparat ist mass
geblich betroffen
und
die Gefühls
störungen, senso
motorischen Defizite und
die
brachialgieformen
Beschwerden
bestanden
gemäss dem Be
richt der
Klinik F._
vom 20. Januar 2011
nach der Operation
nicht mehr (Urk. 8/I/125/1).
Schliesslich hatte auch die neurologische
Unter
suchung von Dr. med.
R._
,
Fachärztin für Neurologie, vom 9. August 2011 norma
li
sierte
neuro
logische Werte
ohne Hinweise auf
cervikoradikuläre
Ausfälle oder eine
cervikale
Myelo
pathie ergeben (zitiert im Bericht von Dr.
D._
vom 9. Ok
tober 2011, Urk. 8/I/158/8).
Eine zusätzliche fachärztlich-neurologische Ab
klärung erübrigt sich.
3.5
Nach dem Gesagten ist
im Ergebnis
nicht zu bean
standen, dass die
Beschwerde
geg
nerin
von
einer 100%igen Arb
eits
fähigkeit in einer leidens
angepassten Tä
tig
keit
aus
ging
, wobei mit Blick auf das von Dr.
C._
grundsätzlich nach
voll
zieh
bar festgelegte Belastungsprofil (Urk. 8/I/148/
8
) und unter Berücksich
tigung der
im EFL-Bericht genannten Einschränkungen
(Urk. 8/I/179/3)
die folgenden Tätig
keiten als zumut
bar zu erachten sind: wechselbelastende
, leichte
Tätigkei
ten
mit Zusatzbelastungen vereinzelt von fünf bis zehn Kilo
gramm statisch
,
mit
Gehen bis zu fünf Kilo
meter ohne Zwangshaltungen für den Ober
körper und die HWS,
insbesondere in Extension oder Flexion,
ohne län
ger
dauernde vorge
neigte
Kör
perpositionen
, Schläge oder Vibrationen
sowie
ohne Arbeiten mit er
höhten An
for
derungen an die Handkoordination links.
Von weiteren Abklärungen sind keine neuen oder anderen Erkenntnisse zu er
war
ten, wes
halb davon abzusehen ist (antizipierte Beweiswürdigung; vgl.
BGE 136
I 229
E.
5.3
,
Urteil
des Bundesgerichts
8C_607/2011 vom 1
6. März 2012 E.
7.2
).
4.
4.1
Zu prüfen ist weiter
, ob die
(spätestens)
ab
Juni 2012
geltende 100%ige Arbeits
fähigkeit in einer leidensangepassten
Tätigkeit eine rentenbegründende Ein
schränkung der Erwerbsfähigkeit (Art. 7 ATSG) begründet. Der Invaliditätsgrad ist
hierzu
mittels eines Einkommensvergleichs von
Validen- und
In
vali
denein
kommen
auf zeitidentischer Grundlage zu erheben (vgl. BGE 129 V 223 f. E. 4.2 in
fine
, 128 V 174).
4.2
4.2.1
Kann - wie hier - für die Bestimmung des Invalideneinkommens nicht auf die kon
krete beruflich-erwerbliche Situation abgestellt werden, können nach der
Recht
sprechung entweder Tabellenlöhne gemäss der Schweiz
erischen Lohn
struk
turerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik oder der Suva-Dokumen
tation
von Arbeitsplätzen (DAP) herangezogen werden (
BGE 126 V 75
E.
3b so
wie RKUV
1999 Nr. U 343 S. 412).
Die Beschwerdegegnerin ermittelte ein Invalideneinkommen von Fr. 70‘690
.--
an
hand von fünf DAP-Blättern, die Stelle
n
als Empfangs-Mitarbeiter, als Büro
angestellter, als Arztsekretär
und
als EDV-Erfasser betreffen (Urk. 2 S. 8 f.,
Urk. 8/I/246, Urk. 8/I/258-259). Der Beschwerde
führer wendet dagegen ein, die aus
gewählten DAP-Arbeits
stellen seien ihm aus ge
sundheitlichen Gründen und/
oder mangels Erfahrung oder Ausbildung nicht zumutbar. Das
Invaliden
ein
kom
men
sei dah
er nach den LSE-Tabellen, Anfor
derungsniveau 4, auf Fr. 24‘957.--
fest
zulegen (Urk. 1 S. 8 ff., Urk. 10 S. 4 f.).
4.2.2
Gemäss
dem Grundsatzentscheid
BGE 129 V 472
, bestätigt in BGE
139 V 592
,
hat sich die Ermittlung des Invalideneinkommens
mittels DAP-Löhnen
auf min
des
tens fünf zumut
bare Arbeitsplätze zu stützen. Zusätzlich sind Angaben
zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage
kommenden do
kumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefs
t
lohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten
Be
hinde
rungs
profil
ent
sprechenden Gruppe. Ist die
Suva
nicht in der Lage, im Einzelfall den erwähnten Anforderungen zu genügen, kann im Bestreitungsfall nicht auf den
DAP-Lohn
vergleich
abgestellt werden; die
Suva
hat
diesfalls
im
Einsprache
entscheid
die Invalidität aufgrund der LSE-Löhne zu ermitteln. Im
Beschwerde
verfahren
ist es Sache des angerufenen Gerichts, die
Rechts
konfor
m
i
tät
der
DAP-Inva
liditäts
bemessung
zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Versicherer zurück
zu
weisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen
Ta
bellen
lohn
ver
gleich
ge
stützt auf die LSE vorzu
nehmen (BGE 129 V 472
E. 4.7.2; zum Ganzen:
BGE 139 V 592
E. 6
.3
).
Der Vorteil der DAP-Methode besteht darin, dass dem konkreten Einzelfall bes
ser Rechnung getragen werden kann als mit der LSE-Methode und sie daher dem
Ziel näherkommt, das Invalideneinkommen aufgrund der beruflich-er
werblichen Situation, in welcher die versicherte Person konkret steht, zu be
stimmen. Als Vorteil kann auch gesehen werden, dass der Invalidenlohn allein anhand von
Löhnen aus der Region der versicherten Person bestimmt wird und die Löhne auf
dem tatsächlichen - und nicht auf dem ausgeglichenen - Ar
beitsmarkt aus
ge
rich
tet werden
(
BGE 139 V 592
E. 7.1)
.
4.2.
3
Zu Recht
weist
der Beschwerdeführer
darauf hin
, dass
er dreissig Jahre als Spengler auf dem Bau gearbeitet hat und die
konkrete
Ausübung der von der
Beschwerdegegnerin ausgewählten administrativen Tätigkeiten
in anderen Bran
chen
teilweise
daher
,
teilweise aber
auch aus gesundheitlichen Gründen
weit
gehend
un
realistisch ist.
Insbesondere
ist
die
Tätigkeit
als Büroangestellter in der EDV-Erfassung (DAP-Nr. 11434
, Urk. 8/I/
257
) mit
fast
ständigem
fein
mo
to
rischem
Einsatz der Finger
auch der linken Hand an der Tastatur in
haupt
sächlich sitzender Position vor dem Computer
mit dem zumutbaren
Belastungs
profil
nicht vereinbar.
Die Tätigkeit als Mitarbeiter am Empfang des Schwei
ze
rischen Epilepsie-Zentrums (DAP-Nr. 11578) setzt zudem eine
Anlehre
und so
mi
t eine Qualifikation voraus, welche
sich der Beschwerdeführer, der bisher haupt
sächlich handwerkliche Tätigkeiten in der Werkstatt und auf dem Bau aus
geführt hat,
angesichts der zu erledigenden Arbeiten wie Kundenempfang, Be
d
ienung der Telefonanlage, allgemeine Auskunftserteilung, Notfallaufnahme von
Patienten, bei Alarmierungen Notfallpikett aufbieten etc. (Urk. 8/I/246/8
), mit
hin einer Tätigkeit im medizinischen und somit komplett neuen Umfeld, zu
erst noch aneignen müsste
(vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_305/2012
vom 6.
Sep
tember 2012
E. 4.2).
Dasselbe gilt für die Tätigkeit als Arztsekretär im
Stadt
spital
Wa
i
d (DAP-Nr. 357206
, Urk. 8/I/246/13-16
)
.
Damit
ist es der SUVA nicht gelungen, den nach der Rechtsprechung voraus
gesetzten Anforderungen
an eine DAP-gestützte
Invaliditätsbemessung zu ge
nügen.
Das Invalideneinkommen
ist daher aufgrund der in der LSE ange
gebe
nen Lohndaten zu bestimmen.
4.2.4
Ausgehend von der
LSE 2010 mit einem statistischen Monatseinkommen von Fr. 4'901.-- bei Männern (LSE 2010, TA1, S. 26, Anforderungsniveau 4, Total Männer) und unter Berücksichtigung einer durch
schnittlichen wöchent
lichen Ar
beitszeit von 41,6 Stunden im Jahr 2010 (
Die Volks
wirtschaft,
Heft 9/2014 S. 84
, Tabelle B9.2, Abschnitt A-0, To
tal)
sowie der Nominallohnentwicklung
in den Jahren
2011 und 2012 (
vgl. Bundesamt für Statistik [BFS], Schweizerischer Lohnindex nach Branche [2010 = 100; im Internet abrufbar], Nominallohnindex nach Geschlecht, Männer [T1.1.10], Ab
schnitt Total, 2010: 100; 2012:
101.7
)
be
trug das massgebliche Durch
schnitts
einkommen
im Jahr 2012
Fr.
62‘204.30
(Fr. 4'901.-- x 12; : 40, x 41,6; : 100 x
101.
7).
4.2.5
Dieser Betrag ist recht
sprechungsgemäss zu kürzen, wenn persönliche und be
ruf
liche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienst
jahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswir
kungen auf die Lohnhöhe haben (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Der Abzug ist unter Würdigung der Um
stände im Einzelfall nach pflicht
gemässem Ermes
sen ge
samthaft zu schätzen und darf 25 % nicht über
steigen (BGE 134 V 322 E. 5.2; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 8
C_361/2011 vom 20. Juli 2011 E.
6.1 mit weiteren Hinweisen).
Die Beschwerdegegnerin äussert sich nicht hierzu (Urk. 7 S. 7 ff.).
Der Be
schwer
de
führer macht einen Abzug von 20 % geltend
(Urk. 1 S. 11).
Da die
gesund
heit
lichen Einschränkungen
angesichts des hier beachtliche
n
(
unfall
be
dingte
n
)
Belastungsp
rofils nur noch wechselbelastende, leichte Tätigkeiten ohne
Zwangs
haltungen
im Nackenbereich
und ohne
besonderen
Einsatz der linken Hand
er
lauben
und
der Beschwerdeführer
unfallbedingt zu einem Wech
sel von seiner früheren Schwerarbeit auf Baustellen auf eine
solche
leichtere Tätigkeit ge
zwungen ist
, rechtfertigt sich ein
Abzug von 15
%
.
Ein höherer Ab
zug ist nicht angemessen, da die weiteren Umstände (Lebensalter, Dienst
jahre, Natio
nalität,
Beschäftigungsgrad) keine zusätzliche Reduktion er
war
ten lassen.
Das
Invaliden
einkommen
(im Jahr 20
12
) ist daher auf Fr
. 52‘873
.
65 (Fr. 62‘204.30 x 0,8
5) festzusetzen.
4.
3
Das
Valideneinkommen
(vgl. BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hin
weis; Urteil des Bun
desgerichts 8C_322/2011 vom 21. Juli 2011 E. 4.1)
ist für das
Jahr 2012
ge
stützt auf die An
gaben der
ehemaligen Arbeitgeberin des Be
schwerde
führers vom
15.
Juni 2012 (Urk. 8/I/202), ergänzt mit E-Mail vom 22. Juni 2012
(Urk.
8/I/
211
),
un
strittig (Urk. 1 S.
2
, Urk. 2 S. 9)
auf Fr. 107‘325.--
([12 x Fr. 7‘525.--] + Fr.
7‘025.-- [13. Monatslohn] + Fr. 10‘000.-- [Gratifikation]
)
fest
zu
setzen.
4.4
Gemessen am Invaliden
einkommen von
Fr. 52‘87365 resultiert
eine Einbusse von
Fr. 54‘451.35
respektive ein Invaliditätsgrad von gerundet
51
%
.
Dies führt
zur Feststellung, dass der Beschwerdeführer
ab dem 1.
Juni 2012
(Urk. 8/I/253)
aus
gehend von einem Invaliditäts
grad von 51
% Anspruch auf eine Invaliden
rente der Unfallversicherung
(Art. 1
8
Abs.
1
UVG)
hat.
5.
5.1
Weiter
ist die Rechtmässigkeit des vom B
eschwerdeführer
gerügten versicherten
Verdienst
es
von Fr.
99‘260.--
zu prüfen, den die Beschwerdegegnerin der Be
messung der Invalidenrente zugrunde legte (
Urk.
2 S. 11).
Nach
Art.
15 UVG werden Taggelder und Renten nach dem versicherten Ver
dienst bemessen (
Abs.
1). Als versicherter Verdienst gilt für die Bemessung der Renten der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bezogene Lohn (
Abs.
2). Ge
stützt auf die Delegationsnorm in Abs. 3 dieser Bestimmung hat der Bundes
rat
in
Art.
22 ff. der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) ergänzende Vor
schriften erlassen und unter dem Titel "Im Allgemeinen" in Art. 22 UVV unter
anderem bestimmt, dass als versicherter Verdienst abgesehen von ge
wis
sen - hier
nicht beachtlichen - Abweichungen der nach der AHV-
Gesetz
ge
bung massge
bende Lohn gilt
(
Abs.
2) und dass als Grundlage
für die Bemessung der Renten der innerhalb eines Jahres vor dem Unfall bei einem oder mehreren Ar
beit
ge
bern bezogene Lohn, einschliesslich noch nicht ausbezahlter Lohn
be
standteile, auf die ein Rechtsanspruch besteht
, gilt (
Abs.
4 Satz 1)
. Dauerte das Arbeits
verhältnis nicht das ganze Jahr, so wird der in dieser Zeit bezogene Lohn auf ein volles Jahr umgerechnet
(
Art.
4 Satz 2)
.
Art.
24
Abs.
2 UVV bestimmt unter dem Titel "massgebender Lohn für Renten
in Sonderfällen"
Folgendes:
Beginnt die Rente mehr als fünf Jahre nach dem Un
fall oder dem Ausbruch der Berufs
krankheit, so ist der Lohn massgebend, den der
Versicherte ohne den Unfall oder die Berufskrankheit im Jahre vor dem
Ren
tenbeginn
bezogen hätte, sofern er höher ist als der letzte vor dem Unfall oder dem Ausbruch der
Berufs
krankheit erzielte Lohn.
Art.
24
Abs.
4 UVV lautet:
Erleidet der Bezüger einer Invalidenrente einen wei
teren versicherten Un
fall, der zu einer höheren Invalidität führt, so ist für die neue
Rente
(in der seit dem
1. Januar 1998 gültigen Fassung:
aus beiden Un
fällen
)
der Lohn mass
gebend, den der Versicherte im Jahre vor dem letzten Un
fall bezogen hätte, wenn früher kein versicherter Unfall eingetreten wäre. Ist dieser Lohn kleiner als der vor dem ersten versicherten Unfall bezogene Lohn, so ist der höhere Lohn massgebend.
5.2
Die Beschwerdegegnerin
stellte
sich im
Einspracheentscheid
auf den Stand
punkt
,
es sei analog zu
Art.
24
Abs.
4 UVV
der Lohn als Jahresverdienst
(De
zember 2004 bis Dezember 2005)
von Fr. 91‘250.-- ([13 x Fr. 6‘250.--] + Fr. 10‘000.--
[Pro
vision]) massgeb
end
, den der Beschwerdeführer im Jahr
vor dem zweiten Un
fall vom 19.
Dezember 2005 erzielt habe.
Unter Berück
sich
ti
gung der
Nominal
lohnentwicklung
bis ins Jahr 2011 ergebe sich ein ver
sicher
ter Jahresverdienst von gerundet Fr. 99‘
260.-- (
Urk.
2 S. 11).
Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, nach der bundesgerichtlichen Praxis sei bei mehreren Unfällen der versicherte Verdienst nach
Art.
24
Abs.
2 UVV zu berechnen, mithin anhand des Lohnes, den die versicherte Person ohne den Un
fall im Jahr vor dem Rentenbeginn bezogen hätte, wenn er höher sei als der
letzte vor dem Unfall erzielte Lohn. Der vor dem ersten Unfall vom 22. Feb
ruar 1995
erzielte Verdienst hätte unter Berücksichtigung des Nominallohnindexes
bis im Jahr 2011 anhand des damaligen ab dem
1.
Januar 1995 erziel
ten mo
nat
lichen Bruttolohnes von Fr. 6‘000.-- zuzüglich eines 1
3.
Monats
lohnes und einer
Prämie von Fr. 9‘000.-- im Jahr 2011 Fr. 106‘318.-- betragen. Dieser Be
trag sei grösser und daher für den versicherten Ver
dienst massgeblich. Auf
grund von
Art.
24
Abs.
2 UVV,
der im Sinne von
Art.
22
Abs.
4 UVV auszu
le
gen sei, was bedeute, dass auf die zwölf Monate unmittelbar vor
Renten
beginn
abzustellen sei, sei der Betrag von Fr. 106‘318.-- unter Berück
sichtigung der
Nominal
lohn
ent
wicklung
im Jahr 2012 auf
Fr.
107‘381.-- zu erhöhen
(Urk. 1 S. 11 ff.).
5.3
Wie das Bundesgericht in BGE
123 V 45 erkannt hat,
bestimmt sich der
für den
versicherten Verdienst
massgebende
Jahresverdienst bei der erstmaligen
Ren
ten
festsetzung
selbst dann nach
Art.
24
Abs.
2 UVV, wenn
- wie hier -
mehrere in
validisierende Unfälle vorliegen und der Rentenbeginn auf einen über fünf Jahre zurückliegenden Zeitpunkt nach dem ersten Unfall festzulegen ist.
Es be
stehe
kein Grund,
Art.
24
Abs.
4 UVV über den klaren Wortlaut der Be
stim
mung hinaus auch auf Fälle anzuwenden, wo es nicht um die revisionsweise Neufestsetzung einer Rente, sondern um die erstmalige Rentenzusprechung geht
(vgl. BGE 123 V 45 E.
3c).
Dies gilt auch bei Rückfällen (oder Spätfolgen
)
, die mehr
als fünf Jahre nach dem Unfall eingetreten sind
(
BGE 140 V 41 E. 6.1.2
).
Von dieser Rechtsprechung abzuweichen und den versicherten Verdienst wie im angefochtenen
Einspracheentscheid
in analoger Anwendung von
Art.
24
Abs.
4
UVV zu bestimmen, obschon es hier um eine erstmalige Rentenzusprechung geht,
besteht kein Anlass. Die Beschwerdegegnerin führt hierzu denn auch nichts aus.
Der versicherte Verdienst ist somit nach
Massgabe
von Ar
t.
24 Abs. 2 UVV fest
zulegen
, zumal der
erste
Unfall
vom 22. Februar 1995 bei
Ren
tenbeginn
weit mehr
als fünf Jahre her ist
.
5.4
5.4.1
Die
Vorschrift
in
Art.
24 Abs. 2 UVV bezweckt nach der Rechtsprechung
die An
passung des ver
sicherten Verdienstes, d
as
heisst
des innerhalb eines Jahres vor
dem Unfall be
zogenen Lohnes nach A
rt.
15
Abs.
2 UVG an die allgemeine
Lohn
entwicklung
resp
ektive
die normale Lohnentwicklung im angestammten Tätig
keitsbereich. Andere Änderungen in den erwerblichen Verhältnissen (
Karri
ere
schritte
, Stellen
wechsel etc.) seit dem Unfall haben unberücksichtigt zu blei
ben
(BGE 127 V 165
E.
3b; Urteil des Bundesgerichts 8C_125/2009 vom 27. April 2009
E.
5.2 mit Hinweisen
).
So hat das Bundesgericht verschiedentlich festge
halten, dass im Anwendungsbereich von
Art.
24
Abs.
2 UVV nicht jeder Bezug zur Grundregel
von
A
rt.
15
Abs.
2 UVG
(
Massgeblichkeit
der Verhältnisse vor dem Unfall) aufge
hoben ist und der erstmalig festgesetzte versicherte Ver
dienst
für die gesamte Dauer des Rentenanspruchs gilt (
BGE 127 V 165
E.
3b
; Urteil des
Bundesgerichts 8C_660/2012, 8C_790/2012 vom 2
3.
März 2013 E. 3.3.1
).
Art.
24
Abs.
2 UVV will einzig allfällige Nachteile als Folge der Ver
zö
gerung in der
Ren
tenfestsetzung
ausgleichen (
BGE 127 V 165
E. 3b). Dagegen sollen die Ver
si
cherten nicht so gestellt werden, wie wenn sich der Unfall un
mittelbar vor diesem Zeitpunkt ereignet hätte
(RKUV 1999 Nr. U 327 S. 110 E.
3d am An
fang). Daher ist nach der Rechtsprechung bei mehr als fünf Jahre nach dem Un
fall beginnenden Renten bei der Bemessung des versicherten Ver
dienstes auf die allgemeine statistische Nominallohnentwicklung im ange
stammten Tätigkeits
bereich und nicht auf die Lohnentwicklung beim konkreten Arbeitgeber abzu
stellen (Urteil
des Bundesgerichts
U 79/06 vom 1
9.
September 2006,
zusammen
ge
fasst in: SZS 2007 S.
179
; Urteil des Bundesgerichts 8C_125/2009 vom 27. April
2009
E. 5.3
).
Der für die Rentenfestsetzung
massgebende
versicherte Verdienst ist somit zu
nächst retrospektiv nach den im Jahr vor dem Unfall tatsächlich gegebenen er
werblichen V
erhältnissen zu ermitteln (Art. 22 Abs.
4 UVV) und
anschlies
send
, um
Art.
24
Abs.
2 UVV Rechnung zu tragen, an die statistische
Nominal
lohn
entwicklung
im angestammten Tätigkeitsbereich anzupassen.
Dabei liegt
es
im Wesen von
Art.
22
Abs.
4 UVV, dass bei den Arbeitnehmern, die in
nerhalb des Jahres vor dem Unfall einen höheren Lohnanspruch erworben ha
ben als andere, auch der versicherte Verdienst entsprechend höher ist. Uner
heblich ist dabei, ob
dies auf Überstunden oder auf andere Faktoren zur
ückgeht (RKUV 2006
Nr. U
584 S.
247, U
469/05; Urteil des Bundesgerichts 8C_125/2009 vom 27. April
2009
E. 5.6
).
5.4.2
Innerhalb des
Jahr
es
v
or dem Unfall vom 22. Februar 1995
erzielte der Be
schwerdeführer
bei der
Spenglerei
Y._
AG
in den Monaten Februar bis April 1994 einen Monatslohn von
Fr. 5‘400.-- (Urk. 8/I/212/2-4).
Im April 1994 wurde dem Be
schwerdeführer ausserdem anteilmässig ein 13. Monatslohn von Fr. 1‘800.-- und eine Gratifikation von Fr. 2‘666.70 ausbezahlt (
Urk.
8/I/212/2), was einem Drittel des Monatsgehalts von Fr. 5‘400.-- respektive einer
Jahres
gratifikation
von
Fr.
8
‘
000.-- entspricht.
Der Beschwerdeführer arbeitete im Jahr 1994 bis am 2
2.
April 199
4.
Von Mai bis Dezember 1994 erzielte der Be
schwer
de
führer kein Einkommen (
Urk.
8/I/212/2). Der Grund dafür ist nicht aktenkun
dig.
A
b
Januar 1995
erzielte er bei der Spenglerei
Y._
AG
einen Monatslohn von Fr.
6‘000.--
(Urk. 8/I/200/8-9). Der 13.
Monatslohn im Jahr 1995 betrug ebenfalls Fr. 6‘000.-- und die
Gratifikation
Fr.
9‘000.--
(Urk.
8/I/200/19
).
In Anwendung von
Art.
22
Abs.
4
Satz 1 und
Satz 2 UVV ist der Verdienst
un
ter
Berücksichtigung der nicht ausbezahlten Lohnbestandteile auf ein volles Jahr
umzurechnen. Der Verdienst v
om 22.
Februar bi
s 31.
Dezember 1994
hätte sich inklusive eines anteilmä
ssigen 13. Monatslohnes von Fr. 4‘630.70
(
Fr. 5‘
400.--
:
365 x 313
) und einer
anteilmässigen
Gratifikation von Fr.
6‘860.30
(Fr. 8‘000.--
: 365 x 313
) auf
Fr.
66‘841.--
([Fr. 5‘400.-- : 28 x 7] + [10 x Fr. 5‘400.--] +
Fr. 4‘630.70
+
Fr. 6‘860.30
) belaufen. Der
Verdienst vom 1. Januar bis 21. Feb
ru
ar
1995 betrug inklusive eines anteilmässigen 13. Monats
lohnes von Fr.
854.80
(
Fr. 6’000.
-- :
365 x 52
) und einer anteil
mäs
sigen Gratifikation von Fr.
1‘282.20
(
Fr. 9
‘000.-- : 365 x
52
)
Fr. 12‘637.-- (Fr. 6‘000.-- + [Fr. 6‘000.-- : 28 x 21]
+
Fr. 854.80 + Fr. 1‘282.20
).
Insgesamt ergibt dies ein Einkommen vom 2
2.
Febru
ar
1994 bis 2
1.
Februar 1995 von
Fr. 79‘478.-- (
Fr.
66‘841.-- +
Fr.
12‘637.--).
Die
ser
Betrag
dient als Basis für die Bestimmung des laut
Art.
24
Abs.
2 UVV
mass
ge
benden
Lohnes
(vgl. auch Urteil des Bundes
gerichts 8C_316/2010 vom 6. August
2010 E. 4.3
)
.
Der Nominallohnindex im Sektor
F
(
Baugewerbe
)
belief sich
im Jahr
1995
auf
10
3
.
2
und
im Jahr
201
0
auf
122.
8
Punkte
(BSF,
Schwei
zerischer Loh
nindex nac
h Branche [
Basis
1993
= 100
], Nominallohnindex nach Geschlecht, Männer [T1.1.
93_I
], Ab
schnitt
F
)
. Der Verdienst betrug im Jahr 2010 somit Fr.
94‘
572
.
70
(
Fr. 79‘478.
-- :
10
3
.
2
x 122.
8
).
Der Nominallohnindex auf der (neuen) Basis
100
im Jahr
2010 betrug im Wirtschaftszweig
F
(
Baugewerbe/Bau
im Jahr 2012 101.
7
Punkte (BSF,
Schweizerischer Lohnindex nach
Wirtschaftszweigen
[2010 = 100
],
Nominallohnindex nach Geschlecht, Männer [T1.1.10], Ab
schnitt
F
)
.
Im Jahr
2012
betrug der Verdienst somit Fr.
96
‘1
80
.45
,
welcher unter dem
dannzu
ma
li
gen
Maximalverdienst liegt (vgl. BGE 140 V 41 E. 6).
Der Bestimmung der Invalidenrente ist folglich ein versicherter Verdienst von Fr. 9
6‘
1
80
.45 zugrunde zu legen.
6.
6.1
Abschliessend ist der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung zu überprü
fen.
Nach
Art.
36
Abs.
1 gilt ein Integritätsschaden als dauernd
(im Sinne von
Art.
24
Abs.
1 UVG), wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens min
des
tens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche, geis
tige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, au
gen
fällig
oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss
Abs.
2 von
Art.
36 UVV
gel
ten für die Be
messung der Integritätsent
schädigung
die Richtlinien des Anhangs 3 zu
r
UVV.
Da
rin
hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der
Integritäts
schäden
aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschli
essen
den Skala (BGE 124 V 29 E.
1b mit Hinweisen) wichtige und typische Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S.
416). Die Entschädigung für spe
zielle oder
nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Ska
lenwert abgeleitet (
Ziff.
1
Abs.
2). Integritätsschäden, die ge
mäss der Skala 5
Prozent nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Ent
schä
digung (
Ziff.
1
Abs.
3)
. Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleich
gestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser
Gebrauchsun
fähig
keit
wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Ent
schädi
gung jedoch ganz entfällt, wenn der I
ntegritätsschaden weniger als 5
Pro
zent des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff.
2).
Die Medizinische Abteilung der Schweize
rischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) hat i
n Weiterentwicklung der
bun
des
rätlichen
Skala weitere
Bemes
sung
s
grundlagen
in tabellarischer Form (sog
e
nannter
Feinraster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Ta
bellen stellen zwar keine Rechtssätze dar. Sie sind jedoch mit dem Anhang 3 zur UVV verein
bar, soweit als sie lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleich
behand
lung aller Versicherten ge
währleistet werden soll (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E.
3a).
Wenn mehrere körperliche, geistige oder psychische Integritätsschäden aus ei
nem
oder mehreren Unfällen zusammen
fallen, sieht
Art.
36
Abs.
3 UV
V
vor
,
dass
die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
ge
setzt
wird (Satz 1)
.
Bereits nach dem Gesetz bezogene Entschädigungen werden prozentual angerechnet
(Satz 3)
.
6.
2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei ihrem Entscheid
über den Anspruch
auf eine unfallbedingte Integritätsentschädigung
für einen Schaden
von insgesamt 10
%
(
inklusive ei
ner Entschädigung
für einen Schaden
von 5
%
betref
fend die Folgen des Unfalls vom 19. Dezem
ber 2005
)
auf
die Beurteilung von Dr.
C._
vom 5. November 2003
und auf
seine
Ausführungen i
m Bericht über die
krei
s
ärztliche
Untersuchung vom 18.
Juli 201
1.
Die Einschätzung von
Dr.
C._
habe die Schmerzen angemessen berücksichtigt und sei in korrekter Anwen
dung
der massgeblichen Grundlagen erfolgt (Urk. 2 S. 11 ff.).
Der Beschwerdeführer macht
dagegen
geltend, die Integritätsentschädigung sei aufgrund seiner starken Dauerschmerzen, welche auch
n
achts und im Ruhen
auf
treten und auf einem objektiv-medizinischen Korrelat beruhen würden, hö
her
anzu
setzen. Die Schmerzen seien so stark, dass ein
Integritäts
schaden
von 20 % anzunehmen sei. Dies entspreche dem Wert bei star
ken
Dauer
schmerzen
. Gehe man von einem vorbestehenden Anteil
von 5 % aus, be
trage der unfall
bedingte
Integritätsschaden 15
%
. Da 5 % bereits ausgerichtet worden seien, seien wei
tere
10 % auszu
richten (Urk. 1 S. 13).
6.
3
6.3.1
Mit Verfügung vom 20. November 2003
war
dem Beschwerdeführer
au
fgrund der
Einschätzung von Dr.
C._
vom 5. November 2003
eine
Inte
gritätsent
schädi
gung
für einen Schaden
von 5
% für die
Halswirbelsäulenbeschwerden als Folge
des Unfalls vom
22. Februar 1995
zugesprochen worden (Urk. 8/I/55, Urk. 8/I/52).
Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
Dr.
C._
hatte im mass
ge
blichen Bericht vom 5. November 2003
ausgeführt,
es bestünden
Restfol
gen
in Form eines persistieren
den
cervikovertrebralen
und
cervikobrachialen
Syn
droms mit mässiger Belastungstoleranz und Bewegungseinschränkung im
HWS-Na
cken-Bereich,
p
ersistierende schmerzhafte Verspannungen bei vermehr
ter
Be
lastung
. Als Vorzustand seien
leichtgradige
degenerative Stenosen C5 bis C7 ohne Wurzelkompression als Vorzustand nachgewiesen.
Nach der Suva-Ta
belle
7 „Integritätsschädigung gemäss UVG“, analog Punkt 2
Osteochon
drosen
,
Schmerz
funktionsskala
+ bis ++: 0 - 10
%
, sei eine Einordnung im oberen Be
reich bei 7,5
%
gerechtfertigt.
Aufgrund des
nach
bildgebende
r
Unter
suchung eindeutigen
Vorzustand
es
, der
zwar
vor dem Unfallereignis (vom 22. Februar 1995) ohne klinische Bedeutung gewesen sei,
aber aufgrund des Befundes min
destens zu einem Drittel an der Symptomatik beteiligt sei, sei von einem Netto-Schaden von 5
%
auszugehen
.
Die Residuen an den Fingern I und II links
seitig würden die
Erheblichkeitsgrenze
für einen Integritäts
schaden nicht erreichen (
Urk.
8/I/46).
6.3.2
Im
kreisärztlichen
Bericht vom
18. Juli 2011 hielt Dr.
C._
fest,
im Zusam
men
hang mit der
Spondylodese
und der Funktions
einschränkung habe sich un
ter
dessen der Befund auf einen Analogwert von 15 % entsprechend der Ta
belle 7,
In
tegritätsschädigung
gemäss UVG
,
erhöht
. Davon sei ein Drittel als
Vorscha
den
zu
berücksichtigen, so dass ein Integritätsschaden von insgesamt 10 % re
sul
tiere
(Urk. 8/I/148/7).
6.4
6.4.1
Dr.
C._
ging
zur Bestimmung der zu ergänzenden
Integritätsentschädigung unstrittig
(wieder)
von der Suva-Tabelle 7,
Integritätsschaden bei
Wirbel
säulen
affektionen
, aus und befand damit - ebenfalls un
strittig
- aus
schliesslich die HWS-Symptomatik nach dem Ver
kehrs
unfall vom 19. Dezember 2005 und der HWS-Operation vom 15. Juli 2010, jedoch nicht zusätzlich die Symptomatik an der linken Hand
als erheblich
.
Die Einschätzung von
Dr.
C._
ist nach
voll
zieh
bar und überzeugt sowohl hinsichtlich der übrigen Aktenlage als auch im Hinblick auf Anhang 3 zur UVV und der SUVA-Tabellen. Ins
besondere hat
Dr.
C._
im Sinne von
Art.
36
Abs.
3 UV
V
den
Integritäts
schaden
nach der ge
samten Beein
trächtigung festge
legt
sowie die gemäss der Verfügung vom 20. Novem
ber 2003 b
ereits bezogene Ent
schädigung
von 5
% für die HWS-Be
schwerden prozentual ange
rechnet.
Zudem verdoppelte er den
Integritäts
scha
den
im Rahmen der
Vorgaben in der Tabelle 7, Ziffer 4 („Status nach
La
minektomie
und
Spondylodese
Erhöhung um +5 - 15%“
), was den
Ver
hält
nis
sen ange
messen
ist. Denn d
abei berücksichtigte er nicht nur die
Spondy
lodese
an sich
, sondern auch die e
rhöhte
Funktionseinschränkung
. Eine zusätz
liche Er
höhung in die Kate
gorie +++ der Schmerzfunktionsskala („starke
Dauer
schmer
zen
.
Zusatz
be
las
tung
nicht möglich, auch nachts und in Ruhe. Bei Verstärkung lange Er
holungszeit.“) rechtfertigt sich nicht. Denn
die Schmerzen des Be
schwerde
füh
rers sind hauptsächlich bewegungs- und belastungsabhängig
(Urk. 8/I/148/4-5,
Urk. 8/I/179/2, Urk. 8/I/179/10)
, starke Dauerschmerzen
auch nachts und in Ruhe
sind nicht ausgewiesen
und
gewisse
Zusatzbelastungen sind durchaus mög
lich.
6.4.2
Die
mit Verfügung vom 27. November 2012
(Urk. 8/I/253/3-4)
erfolgte und mit
dem angefochtenen
Einsprach
ee
ntscheid
(Urk. 2 S.
13 f.
) bestätigte
Zusprache
eine
r Integritätsentschädigung
für einen Schaden
von zusätzlich 5
%
([7,5
%
+
7,5 %] - 1/3 [für den Vorzustand] - 5
%
[mit Verfügung vom 20. November 2003
,
Urk. 8/I/55,
zugesprochen und bereits ausbezahlt]) ist daher nicht zu beanstan
den.
Die Be
schwerde ist
diesbezüglich
abzuweisen.
7
.
Nach dem Gesagten ist d
er angefochtene
Einspracheentscheid
vom
4. Januar 2013
folglich
in teilweiser Gutheissung der Be
schwerde
insoweit abzuändern, als
festzustellen
ist
, dass der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
In
valide
n
rente
in der Höhe
von 51
%
auf der Grundlage eines
versicherten Verdienst
es
von
Fr. 9
6
‘
1
8
0
.45 hat.
Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
8
.
Das Verfahren ist kostenlos.
Dem Beschwerdeführer steht
ausgangsgemäss
eine Prozessentschädigung zu, welche nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Pro
zesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen
und dem
Mass
des Obsiegens
auf Fr.
2‘
8
00
.-- (inklusive
Bar
auslagen
und Mehrwertsteuer) fest
zusetzen ist.