Decision ID: 71f330db-ee1b-4284-bce4-40abe75b226c
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 22.02.2012 Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG, Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV. Der Beschwerdeführer hat durch sein Verhalten der Arbeitgeberin Anlass zur Kündigung gegeben und somit die Arbeitslosigkeit selbstverschuldet. Reduktion der Einstelldauer u.a. wegen ordentlicher Kündigung und Provokation eines Mitarbeiters (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. Februar 2012, AVI 2011/61).Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichter Joachim Huber, Versicherungsrichterin Marie Löhrer; a.o. Gerichtsschreiberin Annina BaltisserEntscheid vom 22. Februar 2012in SachenA._,Beschwerdeführer,gegenKantonale Arbeitslosenkasse, Davidstrasse 21, 9001 St. Gallen,Beschwerdegegnerin,betreffendEinstellung in der Anspruchsberechtigung (Arbeitgeberkündigung)Sachverhalt:
A.
A.a A._ geboren 1963, meldete sich am 18. Februar 2011 beim Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung an und beantragte die
Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung per 1. Juli 2011 (act. G 3/2; vgl. auch den
Antrag auf Arbeitslosenentschädigung vom 19. Februar 2011, act. G 3/11). Seit dem
1. Mai 2000 arbeitete er als Fachmitarbeiter Warenlogistik bei der B._ (act. G 3/4).
Das Arbeitsverhältnis wurde am 18. Februar 2011 von der Arbeitgeberin per 31. Mai
2011 gekündigt (act. G 3/10). Da sich die Kündigungsfrist aufgrund krankheitsbedingter
Absenz verlängerte, endete das Arbeitsverhältnis am 30. Juni 2011 (vgl. act. G 3/15).
A.b Als Kündigungsgrund gab die Arbeitgeberin an, dass es am 16. Februar 2011 zu
einer verbalen Auseinandersetzung zwischen dem Versicherten und einem weiteren
Mitarbeiter gekommen sei. Der Versicherte habe dem Mitarbeiter gesagt, man
begrüsse sich am Morgen, woraufhin dieser ihn beleidigt habe. Als der Arbeitskollege
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 2/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
auf Nachfrage hin die Beleidigung später wiederholt habe, habe ihm der Versicherte ins
Gesicht gespuckt. Der Vorfall sei von zwei weiteren Mitarbeitern beobachtet worden
(vgl. act. G 3/22 und das Gesprächsprotokoll vom 18. Februar 2011, act. G 3/5). Im
Kündigungsschreiben vom 18. Februar 2011 führte die Arbeitgeberin zudem aus, dass
wiederholt die "Unfreundlichkeit, Zuverlässigkeit, der Leistungswille und das Verhalten"
des Versicherten haben beanstandet werden müssen (act. G 3/18).
A.c In der Verschuldensabklärung gab der Versicherte am 27. Juli 2011 an, er habe
dem Arbeitskollegen nach der zweiten Beleidigung nicht ins Gesicht, sondern neben
ihn auf den Boden gespuckt (act. G 3.25).
A.d Mit Verfügung vom 29. Juli 2011 stellte die Kantonale Arbeitslosenkasse den
Versicherten für 35 Tage ab 1. Juli 2011 in der Anspruchsberechtigung ein. Durch sein
Verhalten habe er der Arbeitgeberin Anlass zu einer Kündigung gegeben, weshalb ihm
ein schweres Verschulden an der Arbeitslosigkeit anzulasten sei (act. G 3/30). Dagegen
erhob der Versicherte am 12. August 2011 Einsprache und beantragte, dass auf die
Einstellung zu verzichten sei. Eventualiter sei die Einstellung auf maximal 10-12
Einstelltage zu reduzieren. Zur Begründung führte er an, die Kündigung durch die
Arbeitgeberin sei aus mehreren Gründen fragwürdig, da der angebliche
Kündigungsgrund eine kleine Meinungsdifferenz mit einem Mitarbeiter gewesen sei.
Seine Arbeitszeugnisse seien in jeder Hinsicht hervorragend und das Arbeitsverhältnis
sei um einen Monat verlängert worden, was nicht der Fall gewesen wäre, wäre er ein
schlechter Mitarbeiter gewesen. Seines Erachtens seien die vorgelegten Arztzeugnisse,
in denen die Arbeitsstelle als ungeeignet bezeichnet wurde, mit ein Grund für die
Kündigung gewesen (act. G 3/28).
A.e Mit Einspracheentscheid vom 18. August 2011 wies die Kantonale
Arbeitslosenkasse die Einsprache ab. Zur Begründung führte sie an, es stehe fest, dass
der Versicherte durch sein Verhalten Anlass zur Kündigung gegeben habe und somit
selbstverschuldet arbeitslos geworden sei. Die Entlassung durch den Arbeitgeber stelle
üblicherweise ein schweres Verschulden dar, welches mit 41-46 Einstellungstagen
sanktioniert werde; bei einer Entlassung mit gewichtigen Gründen seien 34-40 Tage
üblich. Vorliegend seien gewichtige Gründe berücksichtigt worden, weshalb eine
Einstellung in der Anspruchsberechtigung für 35 Tage erfolgt sei (act. G 1.1).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
B.
B.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 29. August
2011. Der Beschwerdeführer beantragt, dass auf eine Einstellung zu verzichten sei.
Eventualiter sei die Einstellung auf maximal 1-15 Tage festzusetzen. Die Begründung
deckt sich im Wesentlichen mit der in der Einsprache angeführten (act. G 1).
B.b Am 28. September 2011 beantragt die Beschwerdegegnerin unter Verzicht auf
eine Beschwerdeantwort die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
B.c Der Beschwerdeführer hat am 10. Oktober 2011 auf eine Replik verzichtet
(act. G 5).

Erwägungen:
1.
1.1 Nach Art. 30 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) ist die
versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes
Verschulden arbeitslos ist. Die Arbeitslosigkeit gilt nach Art. 44 Abs. 1 lit. a der
Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die
Insolvenzentschädigung (AVIV; SR 837.02) namentlich dann als selbstverschuldet,
wenn die versicherte Person durch ihr Verhalten, insbesondere wegen Verletzung
arbeitsvertraglicher Pflichten, dem Arbeitgeber Anlass zur Auflösung des
Arbeitsverhältnisses gegeben hat.
1.2 Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen selbstverschuldeter
Arbeitslosigkeit gemäss Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV setzt keine Auflösung des
Arbeitsverhältnisses aus wichtigen Gründen gemäss Art. 337 OR voraus. Es genügt,
dass das allgemeine Verhalten der versicherten Person Anlass zur Kündigung bzw.
Entlassung gegeben hat; Beanstandungen in beruflicher Hinsicht müssen nicht
vorgelegen haben. Selbstverschuldet kann die Arbeitslosigkeit auch sein, wenn der
Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis wegen für den Betrieb als untragbar erscheinenden
Verhaltens des Arbeitnehmers auflöst. Eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
kann jedoch nur verfügt werden, wenn das der versicherten Person zur Last gelegte
Verhalten klar feststeht (Urteil des Bundesgerichtes vom 3. April 2007, C 277/06, E. 2
mit Hinweis auf BGE 112 V 242).
1.3 Am 17. Oktober 1991 ist für die Schweiz das Übereinkommen Nr. 168 der
Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über die Beschäftigungsförderung und den
Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (nachfolgend Übereinkommen; SR
0.822.726.8) in Kraft getreten. Gemäss Art. 20 lit. b des Übereinkommens können
Leistungen verweigert, entzogen, zum Ruhen gebracht oder gekürzt werden, wenn die
zuständige Stelle festgestellt hat, dass die betreffende Person vorsätzlich zu ihrer
Entlassung beigetragen hat. Da diese Bestimmung inhaltlich hinreichend bestimmt und
klar ist, ist sie im Einzelfall direkt anwendbar und geht damit allfällig widersprechendem
Landesrecht vor (BGE 124 V 236 f. E. 3c). Eine Einstellung in der
Anspruchsberechtigung setzt somit voraus, dass die versicherte Person vorsätzlich zu
ihrer Entlassung beigetragen hat (Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
[EVG; ab 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 26.
April 2006, C 6/06, E. 1.1 und C 11/06, E. 1, je mit Hinweisen auf BGE 124 V 236 E.
3b).
1.4 Vorsätzlich handelt im Sozialversicherungsrecht, wer eine Tat mit Wissen und
Willen begeht, oder mindestens im Sinn des Eventualvorsatzes in Kauf nimmt
(Jacqueline Chopard, Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Diss. Zürich 1998,
S. 52). Eine zumindest eventualvorsätzliche Herbeiführung der Arbeitslosigkeit liegt
beispielsweise dann vor, wenn die versicherte Person aufgrund einer Verwarnung
weiss, dass ein bestimmtes Verhalten vom Arbeitgeber nicht oder nicht mehr toleriert
und zu einer Kündigung führen wird, sie aber dennoch die ihr nach den persönlichen
Umständen und Verhältnissen zumutbare Anstrengung zu einer Änderung des
beanstandeten Verhaltens nicht aufbringt (vgl. BVR 1999 S. 379 E. 5c). Hat eine
versicherte Person nur grobfahrlässig zur Kündigung durch den Arbeitgeber
beigetragen, ist eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung gemäss Art. 20 lit. b des
Übereinkommens nicht zulässig.
2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
2.1 Streitig und vorliegend zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den
Beschwerdeführer zu Recht wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für 35 Tage in
der Anspruchsberechtigung eingestellt hat.
2.2 Bezüglich der Sachverhaltsdarstellung stützt sich die Beschwerdegegnerin im
Wesentlichen auf die Gesprächsnotiz der ehemaligen Arbeitgeberin des
Beschwerdeführers vom 18. Februar 2011 (act. G 3/5), in welcher festgehalten wurde,
der Beschwerdeführer habe einem Mitarbeiter nach einer Provokation am 16. Februar
2011 ins Gesicht gespuckt. Der Beschwerdeführer hatte im Fragebogen zur
Verschuldensabklärung am 26. Juli 2011 (act. G 3/25) angegeben, der Mitarbeiter habe
ihn provoziert. Er habe ihn gebeten, "Guten Morgen" zu sagen, worauf dieser zweimal
mit "Leck mich am Arsch" geantwortet habe. Beim zweiten Mal habe er neben ihn auf
den Boden gespuckt. Dass er dem Mitarbeiter ins Gesicht gespuckt habe, entspreche
nicht den Tatsachen.
2.3 Den vorliegenden Akten sind im Wesentlichen übereinstimmende Ausführungen
zu entnehmen, wie sich der Vorfall vom 16. Februar 2011 zugetragen hat. Abweichend
ist lediglich die Schilderung des Beschwerdeführers im Fragebogen vom 26. Juli 2011,
in welchem er angab, dem Mitarbeiter nicht ins Gesicht, sondern neben ihn auf den
Boden gespuckt zu haben. Von dieser Version abweichend hatte er in der Anmeldung
zur Arbeitslosenentschädigung (act. G 3/11) zum Kündigungsgrund auf die
Gesprächsnotiz verwiesen und ausgeführt, er habe sich beleidigt gefühlt und den
Mitarbeiter angespuckt. Die Gesprächsnotiz, gemäss welcher zwei namentlich
aufgeführte Mitarbeiter das Spucken ins Gesicht des Arbeitskollegen beobachtet
haben, ist vom Beschwerdeführer unterzeichnet worden. Darüber hinaus geht der
Beschwerdeführer im Rahmen der Beschwerde - und der im Wesentlichen
gleichlautenden Einsprache - nicht weiter auf diesen Punkt ein, er wird von ihm mithin
nicht mehr explizit bestritten. In der Beschwerde bezeichnet er den Vorfall als kleine
Meinungsdifferenz. Seines Erachtens hätte man dem Mitarbeiter kündigen müssen, da
dieser der Verursacher des Zwischenfalls gewesen sei. Es ist davon auszugehen, dass
das Spucken auf den Boden vom Beschwerdeführer zumindest in der Einsprache und/
oder der Beschwerde noch einmal vorgebracht worden wäre, hätte er an dieser im
Fragebogen ausgeführten Version des Vorfalls festhalten und das Spucken ins Gesicht
bestreiten wollen. Demgemäss kann als erstellt gelten, dass der Beschwerdeführer
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
dem Arbeitskollegen ins Gesicht spuckte. Für die Beurteilung der vorliegenden
Streitsache erscheint der rechtserhebliche Sachverhalt somit als hinreichend abgeklärt.
2.4 Ausgehend von diesem Sachverhalt ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer mit
seinem Verhalten die Kündigung des Arbeitsverhältnisses (eventual-)vorsätzlich in Kauf
genommen hat. Die Arbeitgeberin teilte auf Anfrage der Beschwerdegegnerin am
15. Juli 2011 mit, eine Verwarnung sei nicht ausgesprochen worden, da sie ein "solch
demütigendes und respektloses Verhalten" nicht habe tolerieren können (act. G 3/22).
Eine gute Zusammenarbeit erachte sie nach dem Vorfall vom 16. Februar 2011 als
nicht mehr gegeben. In der Tat musste dem Beschwerdeführer auch ohne vorgängige
Mahnung klar gewesen sein, dass ein solches Verhalten - Anspucken eines
Arbeitskollegen - von der Arbeitgeberin als schwere Verfehlung nicht toleriert würde
und die Kündigung zur Folge haben konnte. Er hat demnach die Entlassung
eventualvorsätzlich in Kauf genommen. Da der Vorfall vom 16. Februar 2011 die
Arbeitgeberin zur Kündigung veranlasst hat, kann entgegen den Ausführungen des
Beschwerdeführers in diesem Zusammenhang auch nicht auf die eingereichten
Zeugnisse (act. G 1.2, 1.3, 1.4) abgestellt werden. Was das Vorbringen des
Beschwerdeführers betrifft, die Arbeitgeberin hätte das Arbeitsverhältnis nicht um einen
Monat verlängert, wenn er ein schlechter Mitarbeiter gewesen wäre, gilt es zu
berücksichtigen, dass dieses aufgrund von Krankheitsabsenzen während der
Kündigungsfrist von Gesetzes wegen (Art. 336c Abs. 2 OR) verlängert wurde.
2.5 Weil der Beschwerdeführer der ehemaligen Arbeitgeberin durch sein Verhalten
berechtigten Anlass zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses gegeben hat und seine
Arbeitslosigkeit somit selbstverschuldet war, hat die Beschwerdegegnerin zu Recht
eine Einstellung in der Anspruchsberechtigung verfügt.
3.
Zu prüfen bleibt, ob die von der Beschwerdegegnerin verfügten 35 Einstelltage
angemessen sind.
3.1 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30
Abs. 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 2 AVIV).
Zweck der Einstellung in der Anspruchsberechtigung als versicherungsrechtliche
Sanktion ist die angemessene Mitbeteiligung der versicherten Person am Schaden, den
sie durch ihr pflichtwidriges Verhalten der Arbeitslosenversicherung verursacht hat.
3.2 Die Beschwerdegegnerin geht im Einspracheentscheid vom 18. August 2011
aufgrund der Entlassung durch die Arbeitgeberin von einem schweren Verschulden des
Beschwerdeführers aus. Sie führt an, dass eine Entlassung durch den Arbeitgeber
üblicherweise mit 41-46 Einstelltagen sanktioniert werde, bei Vorliegen von
gewichtigen Gründen ergäben sich 34-40 Einstelltage. Die Beschwerdegegnerin geht
vorliegend von 35 Einstelltagen aus, wobei aus ihren Ausführungen nicht hervorgeht,
welche (gewichtigen) Gründe zu der Reduktion geführt haben. Im vorliegenden Fall gilt
es zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer über zehn Jahre für die
Arbeitgeberin tätig gewesen ist und die eingereichten Zeugnisse vom 11. März 2010,
23. Dezember 2010 und 30. Juni 2011 (act. G 1.2, 1.3, 1.4) grundsätzlich positiv
ausfallen. Im Weiteren wurde dem Beschwerdeführer nicht fristlos gekündigt; nach
dem Vorfall vom 16. Februar 2011 war er noch bis zum 30. Juni 2011 für die ehemalige
Arbeitgeberin tätig. Das Arbeitsklima war durch den Vorfall vom 16. Februar 2011 somit
nicht derart gestört, dass eine Weiterbeschäftigung nicht mehr tragbar war.
Schliesslich muss gemäss der Sachverhaltsdarstellung angenommen werden, dass der
Beschwerdeführer von seinem Arbeitskollegen provoziert wurde, was sein Verhalten
zwar nicht entschuldigt, im Rahmen der Verschuldensbemessung aber dennoch
zumindest schuldmindernd mitberücksichtigt werden muss.
3.3 Unter Berücksichtigung der gesamten Umstände erscheint die verfügte
Einstellung in der Anspruchsberechtigung in der Höhe von 35 Tagen als angemessen.
4.
4.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen und der
angefochtene Einspracheentscheid vom 18. August 2011 im Ergebnis zu bestätigen.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/8
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP