Decision ID: 6fd70138-cbd8-47e3-a671-5e7d8b64f15e
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1973 in Portugal, verheiratet und Mutter zweier Kinder (geboren 1994 und 2001), war nach Absolvierung der Grundschule in Portugal und ihrer Einreise in die Schweiz im Jahr 1991 mit Unterbrüchen als Hilfsarbeiterin an verschiedenen Stellen tätig, zuletzt ab dem Jahr 2006 bis zum 17. Dezember 2008 (letzter Arbeitstag) im Umfang von 100 % im Reinigungsgeschäft des Ehemannes, wobei sie nebst Hilfsarbeiten auch admi
nistrative Arbeiten erledigte (Urk. 6/3, Urk. 6/33-34, Urk. 6/42).
Im Januar 2010 meldete sich die Versicherte zum Leistungsbezug bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle), an (Urk. 6/3).
Die IV-Stelle klärte die erwerblichen und medizinischen Verhältnisse
ab und holte unter anderem von der Z._ Klinik ein
bidisziplinäres
rheu
matologisches und psychiatrisches Gutachten vom 29. Dezember 2011 (Urk. 6/31) ein, und liess eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt vom 4. August 2014 durchführen (Urk. 6/42). Am 14. August 2014 auf
erlegte sie der Versicherten als Schadenminderungspflicht, eine regelmässige am
bulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung mit einer begleitenden medikamentösen Unterstützung in Anspruch zu nehmen (Urk. 6/45). Nach durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 6/47-48, Urk. 6/52) und dem Einholen weiterer medizinischer Unterlagen (Urk. 6/67, Urk. 6/69 und Urk. 6/72) sprach sie der Versicherten mit Verfügung vom 28. September 2016 für die Zeit ab 1. Juli 2010 bis zum 31. Dezember 2011 bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine befristete ganze Invalidenrente zu; für die Zeit ab 1. Januar 2012 verneinte sie bei einem Invaliditätsgrad von 33 % einen Rentenanspruch (Urk. 2).
2.
Dagegen liess die Versicherte am 26. Oktober 2016 Beschwerde erheben mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei insoweit aufzuheben, als ihr ab 1. Januar 2012 zumindest eine Teilrente auszurichten sei; eventualiter seien in medizi
nischer Hinsicht weitere Abklärungen vorzunehmen. In ihrer Vernehmlassung vom 19. Januar 2017 (Urk. 5) beantragte die Beschwerdegegnerin eine
reformatio
in
peius
, da es sich beim Gesundheitsschaden der Beschwerdeführerin, der zur Rentenzusprechung geführt habe, um ein behandelbares, psychisches Leiden gehandelt habe, dem nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung keine invali
disierende Wirkung zukomme. Die Beschwerdeantwort wurde der Beschwerde
führerin am 6. Februar 2017 zur Kenntnis zugestellt (Urk. 7).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
mei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelisches Leiden mit Krankheitswert besteht, welches die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiat
rische Diagnose voraus (BGE 130 V 396; 141 V 281 E. 2.1). Eine fachärztlich festgestellte psychische K
rankheit ist jedoch nicht ohne W
eiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchti
gung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Mass
stab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl. BGE 127 V 294 E. 4c; 139 V 547 E. 5.2; zur Publikation in der amtlichen Sammlung vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 8C_841/2016 vom 30. November 2017 E. 4.2.1).
1.1.3
Geht es um psychische Erkrankungen wie depressive Störungen leicht- bis mit
telgradiger Natur (
BGE 143 V 409 und 143 V 418)
, sind für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich, die - unter Berücksich
tigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompen
sationspotentialen (Ressourcen) anderseits - erlauben, das tatsächlich erreichba
re Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und
E. 4.1
). Gemäss altem Verfahrensstandard eingeholte Gutachten verlieren
dabei
nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prü
fung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen ent
scheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrund
lagen
möglich ist (Urteile des Bundesgerichts 9C_790/2017 vom 24. Januar 2018 E. 2.1.1 und 9C_191/2017 vom 15. Februar 2018 E. 6.2.1-2)
.
1.2
B
ei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent ergibt sich ein Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Pro
zent Anspruch auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von min
destens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwend
baren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditäts
grades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413
E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistun
gen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechts
mittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als
auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundes
gerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung aus, nach Ablauf der Wartezeit sei der Versicherten aufgrund des Gesundheitszustandes keine Erwerbstätigkeit mehr zumutbar gewesen. Daraus resultiere im Rahmen eines Ein
kommensvergleichs ein Invaliditätsgrad von 100 % und damit die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente für die Zeit ab 1. Juli 2010. Aufgrund des Gutachtens der Z._ Klinik vom 29. Dezember 2011 sei, die Versicherte seit dem Begutachtungszeitpunkt vom 21. September 2011 zu 50 % arbeitsfähig in der bisherigen und in einer anderen leidensangepassten Tätigkeit. Daraus resultiere im Rahmen eines weiteren Einkommensvergleichs ein Invaliditätsgrad von 33 %. Die Rente sei daher nach Art. 88a Abs. 1 IVV per Ende Dezember 2011 aufzuhe
ben.
2.2
Die Beschwerdeführerin macht hauptsächlich geltend, die bisherigen medizi
nischen Abklärungen seien ungenügend, würden diese doch lediglich auf der Begutachtung im Herbst 2011 beruhen. Seit diesem Zeitpunkt habe sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert. So seien gemäss den Berichten von Dr. med. Noel Fischer vom 5. Februar 2015 (Urk. 6/67/1-4) sowie des Kantonsspitals A._, Rheumatologie, vom 21. Dezember 2015 und vom 22. Februar 2016 (Urk. 6/67/6-8 und Urk. 6/69/1-6) neue Diagnosen hinzugekommen. Gemäss dem Bericht des KWS vom 22. Februar 2016 sei sie arbeitsunfähig. Im Weiteren erhebt sie verschiedene Einwände gegen den von der Beschwerdegeg
nerin ermittelten Invaliditätsgrad von 33 %.
3.
Die angefochtene Verfügung vom 28. September 2016 (Urk. 2) basiert im Wesentlichen auf dem
bidisziplinären
Gutachten der Z._ Klinik vom 29. Dezember 2011 (Urk. 6/31).
Dieses beruht auf einer psychiatrischen und rheumatologischen Untersuchung vom 21. September, 18. November und 2. Dezember 2011. Dabei diagnostizierten die Ärzte (Urk. 6/31/26 f.) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine mittel
schwere depressive Episode, verdachtsweise mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11), sowie – ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – einen systemischen Lupus erythematodes (Erstmanifestation 1996), gegenwärtig in Remission.
Danach kamen die Gutachter in ihrer konsensualen Gesamtbeurteilung zu
m Schluss (Urk. 6/31/27 ff.), in körperlicher Hinsicht wirke sich die Grunderkran
kung nicht auf die Arbeitsfähigkeit aus. Aus rein rheumatologischer Sicht wäre daher eine Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess sehr zu empfehlen, wobei angesichts der anamnetisch dokumentierten arthritischen Gelenksmanifestation an den
Händen – trotz der fehlenden aktuellen entzündlichen Zeichen – eine körperlich leichte Arbeit anzustreben sei. Die Beeinträchtigung der Arbeitsfähig
keit resultiere aus psychischen Gründen. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit – welche einer administrativen Tätigkeit entspreche – wie auch in einer sonstigen (körperlich leichten) Tätigkeit sei die Versicherte ab dem Zeitpunkt der Begutach
tung zu 50 % arbeitsfähig.
4.
4.1
Mit dem Gutachten der Z._ Klinik vom 29. Dezember 2011 wurde eine umfassende Beurteilung des Gesundheitszustandes vorgenommen. Es wurden darin sämtliche Beschwerden und die Anamnese mit den
Vorakten
berücksichtigt sowie die Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet dargelegt. Das Gutach
ten erfüllt grundsätzlich
alle rechtsprechungsgemäss erfo
rderlichen Kriterien für beweis
kräftige ärztlich
e Entscheidungsgrundlagen (
BGE 13
4 V 231 E. 5.1).
4.2
In somatischer Hinsicht ist das Gutachten unbestritten und dessen Ergebnis aufgrund der Akten zu bestätigen. In psychischer Hinsicht wurde im Gutachten ausführlich dargelegt, dass die Beschwerdeführerin als Reaktion auf ihre Grun
derkrankung eine psychische Störung entwickelte, die sich allmählich verselb
ständigte. Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehm
lassung kann allein aus dem Umstand, dass die depressive Störung von den Ärz
ten mit geeigneten Therapien als grundsätzlich behandelbar betrachtet wurde, nicht mehr abgeleitet werden, dass aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht von vorneherein keine relevante psychische Beeinträchtigung vorliege. Das Bun
desgericht hat seine diesbezügliche Rechtsprechung, auf die die Beschwerdegeg
nerin Bezug nimmt, in BGE 143 V 409 aufgegeben und festgehalten, dass allein die Therapierbarkeit einer psychischen
Störung einer invalidisierenden Krankheit nicht entgegensteht.
Hinzu kommt, dass die im Gutachten aufgeführten Arbeitsunfähigkeiten der Versicherten in der Zeit vor der Begutachtung (Urk. 6/31/36) – welche die Grundlage für die zugesprochene ganze Invalidenrente ab 1. Juli 2010 bis zum 31. Dezember 2011 bildeten (Urk. 6/44/11) - im Einklang stehen mit der medizi
nischen Aktenlage und keineswegs nur auf der diagnostizierten depressiven Stö
rung basierten. Vielmehr wurde der Beschwerdeführerin insbesondere während der akuten Phasen des Lupus erythematodes wegen Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Gelenkschmerzen, Weichteilbeschwerden und Kopfschmerzen (Bericht des A._ vom 5. Februar 2010; Urk. 6/10) beziehungsweise wegen der intermittierend auf
getretenen Polyarthritiden und der leichten bis mittelschweren kognitiven Min
derleistung (Bericht der Rheumaklinik des B._ vom 16. Dezember 2010; Urk. 6/15) eine fast durchgehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert.
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Antrag auf
reformatio
in
peius
nicht näher, sondern beliess es beim Hinweis auf die – mittlerweile überholte – Recht
sprechung des Bundesgerichts. Aufgrund der Aktenlage besteht kein Anlass, die attestierten Arbeitsunfähigkeiten in Zweifel zu ziehen. Auch diesbezüglich ist das Gutachten zu bestätigen.
4.3
Weitere substantiierte Einwände gegen das Gutachten der Z._ Klinik vom 29. Dezember 2011 wurden nicht vorgebracht. Auch durch die übrigen medizi
nischen Akten wird es nicht in Frage gestellt. Unbestritten und aufgrund der Akten nicht zu beanstanden ist auch, dass der Zeitpunkt der Verbesserung des Gesundheitszustands auf den 21. September 2011 anzusetzen ist. Zusammen
fas
send ist daher festzuhalten, dass
sowohl in Bezug auf die Diagno
sen wie auch in Bezug auf die Beurteilung d
er Arbeitsfähigkeit auf das Gutach
ten vom
29. Dezember 2011 abzustellen und deshalb ab dem 21. September 2011 von
einer 5
0%igen Arbeitsfähigkeit
in der angestammten oder in einer sonstigen Tätigkeit
(im
gutachterlich umschriebenen Sinne
) auszugehen ist
. Die ab 1. Juli 2010 bis Ende 2011 zugesprochene ganze Invalidenrente entspricht nach dem Gesagten der Rechts– und Aktenlage und ist zu bestätigen. Im Weiteren ist auch festzuhalten, dass die gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zumindest die Zeit bis zum 31. Dezember 2011 beschlägt.
4.4
4.4.1
Aufgrund der in den Akten liegenden medizinischen Unterlagen kann nicht abschliessend darüber befunden werden, ob sich der Gesundheitszustand seit 1. Januar 2012 bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 28. September 2016 (Urk. 2) in relevanter Weise verändert hat.
In diesem ganzen Zeitraum von fast fünf Jahren fehlt eine fachmedizinische, psy
chiatrische Beurteilung. In somatischer Hinsicht liegen fast ausschliesslich Berichte der behandelnden Ärzte des A._, Rheumatologie, und des B._, Rheu
matologie und Dermatologie, vor, denen jedoch keine oder jedenfalls keine abschliessende und schlüssige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit entnommen wer
den kann. Im Bericht des A._, Rheumatologie, vom 22. Februar 2016 (Urk. 6/69/1) wird zwar festgehalten, es seien nur noch in geringem Umfang kör
perlich leichte, wechselbelastende Verrichtungen möglich, welche keine besonde
ren kognitiven Ansprüche stellen würden. Es handelt sich dabei jedoch um eine auch die psychischen Aspekte umfassende Gesamtbeurteilung ohne fundierte Begründung der angegebenen Arbeitsunfähigkeit. Zudem ist in diesem Zusam
menhang auch zu berücksichtigen, dass
behandelnde Arztpersonen beziehungs
weise
Therapiekräfte
erfahrungsgemäss
mitunter im Hinblick auf ihre auftrags
recht
liche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen und Patienten aussagen (BGE
135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E.
3b/cc)
. Ande
rerseits ist aber auch darauf hinzuweisen, dass im massgebenden Zeitraum in den Arztberichten neue Diagnosen aufgeführt wurden, wie eine chronische
Peri
arthropathia
humeroscapularis
tendinotica
rechts oder ein chronisches
lumbos
pondylogenes
Schmerzsyndrom (vgl. Bericht des A._, Rheumatologie, vom 22. Februar 2016, Urk. 6/69/1). Vor allem aber fehlt für den massgebenden Zeit
raum eine angesichts der verschiedenartigen Leiden aufschlussreiche ärztliche Gesamtbeurteilung. Die Frage, ob im massgebenden Zeitraum eine revisionsrecht
lich relevante Veränderung des Gesundheitszustandes eingetreten ist, lässt sich daher aufgrund der Akten weder abschliessend bejahen noch verneinen.
4.4.2
D
ie Sache
ist daher zur wei
teren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen, damit sie ein polydisziplinäres Gutachten einhole. Dieses wird sich konkret und ausführlich zur Veränderung des somatischen und psychischen Gesundheitszustandes im massgebenden Zeitraum
ab 1. Januar 2012
und
den
Aus
wirkungen auf die Arbeitsfä
higkeit der Beschwerdeführerin in der ange
stammten und/oder
in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu äussern haben.
5.
5.1
Im Weiteren ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin gestützt auf die 50%ige Arbeitsfähigkeit ab dem 21. September 2011 zu Recht einen Invaliditätsgrad ermittelt hat, der weniger als 40 % beträgt und damit keinen Rentenanspruch mehr begründet.
5.2
5.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
5.2.2
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch rea
lisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität
k
eine Erwerbs
tätigkeit aus,
können für
die Bestimmung des Invalideneinkommens Tabellen
löhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592
E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b).
5.2.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und
Ausmass
der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können
(BGE 124 V 321 E.
3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten
(BGE 126 V 75 E.
5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach
pflichtgemässem
Ermessen gesamthaft zu schät
zen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.
2; 134 V 322 E.
5.2 und
126 V 75
E.
5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist
(BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
).
5.2.4
Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde Deutschkenntnisse, beschränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen
Saisonnierstatus
) ein deutlich unterdurchschnittliches
Validene
inkommen
, ist diesem Umstand bei der Invalidi
tätsbemessung nach
Art.
16 ATSG Rechnung zu tragen, sofern keine Anhalts
punkte dafür bestehen, dass sie sich aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommensniveau begnügen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf invaliditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbus
sen entweder überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleich
mässig zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen kann pra
xisgemäss entweder auf Seiten des
Valideneinkommens
durch eine entsprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens oder aber auf Seiten des Inva
lideneinkommens durch eine entsprechende Herabsetzung des statistischen Wer
tes erfolgen (BGE 135 V 58 E. 3.1, 1
34 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
5.3
Ohne Gesundheitsschaden hätte die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen ihre zuletzt ausgeübte Tätigkeit im Reinigungsbetrieb des Ehemannes fortgesetzt. Aufgrund der Angaben im Arbeitgeberbericht dieses Betriebes vom 24. Juli 2012 ist das
Valideneinkommen
für das Jahr 2012 auf Fr. 42'000.-- festzusetzen (Urk. 6/33). Insoweit kann der Auffassung der Beschwerdeführerin zugestimmt werden (Urk. 1). Entgegen ihrer Auffassung besteht jedoch kein Anlass für eine Parallelisierung, handelt es sich doch offenkundig um einen kleinen Familienbe
trieb des Ehemannes, bei welchem der Lohn der Versicherten umsatzabhängig war; so erzielte sie in diesem Betrieb in
den Jahren 2006 und 2007 jeweils ein jährliches Einkommen von Fr. 12'772.-- und im Jahr 2008 ein solches von Fr. 39'571.-- (gemäss dem individuellen Konto, Urk. 6/34). Somit ist mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in diesem kleinen Familienbetrieb des Ehemannes aus freien Stücken ein allenfalls bescheideneres Einkommensniveau in Kauf genommen hat.
Hinsichtlich des Invalideneinkommens hat die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die Tabellenlöhne abgestellt, zumal die Beschwerdeführerin nach dem 17. Dezem
ber 2008 keine Erwerbstätigkeit mehr ausgeübt hat.
Der standardisierte Monats
lohn (Vollzeitäquivalent basierend auf 4 1/3 Wochen à 40 Arbeitsstunden)
für
einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art (Kompetenzniveau 1
) für
Frauen der LSE 2012 (Tabelle TA1, privater Sektor Schweiz 2012) betrug
Fr.
4'112.--.
Dieser Betrag ist auf die im Jahr 20
12
betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden hoch
-
(
BFS, betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilungen, Total
)
und auf ein Pensum von 50 % umzurechnen.
Daraus resultiert ein jährliches Bruttoeinkommen von
Fr.
25'720.56 (Fr. 4’112
.-- x 12 : 40 x 41,7
x 0,5). Die Beschwerdeführerin kann eine körperlich leichte Tätigkeit, insbesondere auch administrativer Natur, zu 50 % ausüben ohne zusätzlich rele
vante Leistungsminderung (Urk. 6/31/32). Zu Recht hat die Beschwerdegegnerin daher keinen Leidensabzug vorgenommen, was unbestritten ist (Urk. 1-2). Bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 42'000.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 25'720.56 resultiert ein Invaliditätsgrad von 38,8 %, der zu keiner Rente Anspruch gibt.
6.
Nach dem Gesagten ist
Beschwerde
in dem Sinne gutzu
heissen, dass
die ange
fochtene Verfügung vom 28. September 2016, soweit damit ein Rentenanspruch ab
1. Januar 2012 verneint wurde, im Sinne der Erwägungen aufzuheben und die Sache an die Sozialversiche
rungsanstalt das Kantons
Zürich, IV-Stelle, zurück
zuweisen ist
, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über den
Leistungsanspruch der Beschwer
deführerin
ab Januar 2012
neu verfüge.
7.
7.
1
Die Kosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG
sind ermessensweise auf
Fr. 700
.-- fest
zusetzen
und ausgangsgemäss
de
r
Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
7.2
In Anbetracht des Verfahrensausgangs ist die Beschwerdegegnerin zu verpflich
ten, der Beschwerdeführerin eine Prozessentschädigung zu bezahlen. Diese
be
misst sich nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert (§ 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht). Da die Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung als vollständiges Obsiegen gilt, ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine Prozessent
schädigung von Fr. 1’200.-- (
inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer
) zu bezahlen.