Decision ID: 294ea208-8d58-4d76-abf3-1275abd2eb89
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1969, hatte verschiedene Stellen als Bauarbeiter inne,
meist vermittelt durch Temporärunternehmungen, und bezog dazwischen Arbeitslosenentschädigung (Auszug aus dem Individuellen Konto vom
8.
April 2011,
Urk.
6/14).
Am
8.
Februar 2011
wurde
er
durch die Klinik Y._
bei der Invalidenversicherung zur Früherfassung an
gemeldet
mit der Angabe, er leide seit dem Jahr 2000 an einem lumbovertebralen Schmerzsyn
drom
und sei zur Zeit zu 100
%
arbeitsunfähig
(
Urk.
6/5)
.
Aufgrund des Früherfassungsgesprächs vom 1
0.
März 2011 (
Urk.
6/6 und
Urk.
6/7) erfolgte Anfang April 2011 die ordentliche Anmeldung (
Urk.
6/9). Die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle,
holte die Berichte über die medizinischen Behandlungen ein, nämlich
den Bericht
der Hausärztin
Dr.
med. Z._
, Fachärztin
für Allgemeine Medizin, vom 22.
April 2011 (
Urk.
6/17), den Bericht der Rheumaklinik
der Klinik Y._
vom
4.
Mai 2011 (
Urk.
6/18), den Bericht der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
der Klinik Y._
vom 2
7.
Juli 2011
über eine konsiliari
sche Beur
teilung
(
Urk.
6/21)
und
den Bericht
der Klinik A._
über eine kardiolo
gische K
ontrolluntersuchung im Jahr 2009
wegen einer diagnostizierten Aor
teninsuffizienz (
Urk.
6/19).
Am 1
7.
August 2011 teilte die IV-Stelle dem Versicherten daraufhin mit, dass zur Zeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien, und kün
digte im Hinblick auf den Ablauf der einjährigen Wartezeit weitere Abklärun
gen im November 2011 an (
Urk.
6/23).
In der Folge holte sie
erneut
medizini
sche Berichte ein, so den Bericht von
Dr.
med.
B._
, Spezialärztin für Physikalische Medizin, vom 1
8.
November 2011 (
Urk.
6/27), die Krankenge
schichte-Einträge der Rheumaklinik
der Klinik Y._
in der Zeit von Mai bis Juli 2011 (
Urk.
6/31) und den Bericht von
Dr.
med. C._
, Spezialärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom
4.
August 2012 über den Verlauf seit der Behandlungsaufnahme im Dezember 2011 (
Urk.
6/33). Anschliessend liess die IV-Stelle den Versicherten durch die Begutachtungsstelle
E._
bidisziplinär begutachten (
Gesamtgutachten von
Dr.
m
ed. F._
, Spezialarzt
für Psychiatrie und Psychotherapie, und von
Dr.
med. G._
, Spezialarzt für Rheumatologie, vom 3
1.
Dezember 2012 mit dem psychiatrischen Fachgutachten von
Dr.
F._
und dem rheumatologischen Fachgutachten von
Dr.
G._
,
Urk.
6/43).
Nach Rücksprache mit
Dr.
med. H._
des Regionalärztlichen Dienstes (Fest
stellungsblatt vom 2
9.
Mai 2013,
Urk.
6/52)
teilte die IV-Stelle dem Versicher
ten mit Vorbescheid vom 2
9.
Mai 2013 mit, dass sie einen Rentenanspruch zu verneinen gedenke, da der Invaliditätsgrad l
ediglich 26
%
betrage (
Urk.
6/54
).
Der Versicherte erhob mit Eingabe vom 2
8.
Juni 2013 Einwendungen
(
Urk.
6/56), worauf die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
4.
Juli 2013 im Sinne ihres Vorbescheids entschied (
Urk.
2 =
Urk.
6/58)
.
2.
Gegen die Verfügung vom 2
4.
Juli 2013 erhob
X._
mit Eingabe
vom 5.
September 2013 Beschwer
de mit dem Antrag, die Verfügung
sei aufzuheben und ihm sei eine Rente zuzusprechen oder eine eventuelle Umschulung zu gewähren (
Urk.
1).
I
n der Beschwerdeantwort vom 1
6.
Oktober 2013
beantragte die IV-Stelle
, die Beschwerde sei abzuweisen (
Urk.
5).
Der Versicherte hielt i
n der
Repl
ik vom
2.
November 2013
an der Beschwerde fest
(
Urk.
9)
; die IV-Stelle verzichtete mit Eingabe vom 1
4.
November 2013 darauf, eine Duplik zu erstat
ten (
Urk.
11).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2012 sind die im Zuge der Revision 6a geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) und der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) in Kraft getreten. In materiellrechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurtei
lung jene Rechtsnormen zugrunde zu legen sind, die gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist am
2
4.
Juli 2013
ergangen. Da ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der IV-Revision 6a begonnen hat - zur Diskussion steht der Anspruch auf eine Rente aufgrund einer Arbeitsunfähigkeit ab
Dezember
2010 - und die Verfü
gung eine Dauerleistung betrifft, ist entsprechend der dargelegten intertempo
ralrechtlichen Regelung für die Zeit bis Ende 2011 auf die damals gültig gewe
senen Bestimmungen und für die Zeit ab Anfang 2012 auf die neuen Normen der IV
Revision 6a abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445; Urteil des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006, E. 1). Soweit jedoch die Revision 6a keine substanziellen Änderungen gegenüber der früheren Rechtslage gebracht hat, ist die zur altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2009 vom 1
9.
Mai 2009, E. 2).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
2.2
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist d
er Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG (in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalidenein
kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes Valideneinkom
men).
2.3
Der Rentenanspruch entsteht nach Art. 28 Abs. 1 IVG frühe
stens in dem Zeit
punkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig war (lit. b), sofern sie nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid ist (lit. c). Zu
sätzlich kann der Rentenanspruch gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG (in der seit dem 1. Januar 2008 in Kraft stehenden Fassung) nicht vor Ablauf von sechs Mona
ten nach der Geltendmachung entstehen.
Die Rente wird vom Beginn des Mo
nats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Abs. 3).
Während bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades die Erwerbseinbusse und damit die Höhe des Einkommens eine entscheidende Rolle spielt, das auf dem
gesamten in Frage kommenden Arbeitsmarkt mit einer dem Gesundheitsschaden angepassten zumutbare
n Tätigkeit erzielbar ist (
Art.
7 ATSG), beurteilt si
ch die Arbeitsunfähigkeit (
Art.
6 ATSG) im Sinn
e von
Art.
28 Abs. 1 lit. b IVG nach der durch einen Gesundheitsschaden bedingten Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen, und es kommt dabei in der Regel einzig auf die Einschrän
kungen im bisherigen Beruf an (vgl. BGE 130 V 97 E. 3.2, 105 V 156 E. 2a,
97 V 226 E. 2).
Die Wartezeit im Sinne
Art.
28
Abs.
1 lit. b IVG gilt in jenem Zeitpunkt als eröff
net, in welchem eine deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit ein
getreten ist. Als erheblich in diesem Sinne gilt bereits eine Arbeitsunfähigkeit von 20
%
(AHI 1998 S. 124 E. 3c; Urteil des
Bundesgerichts I 10/05 vom 14.
Juni 2005 E. 2.1.1 in fine mit Hinweisen).
2.4
Im sozialversicherungsrechtlichen Verfahren gilt der Untersuchungsgrund
s
atz. Der Versicherungsträger prüft nach Art. 43 Abs. 1 ATSG die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein, wobei mündlich erteilte Auskünfte schriftlich festzuhalten sind.
Für die Beurteilung von Rechtsfragen, denen medizinische Sachverhalte zu
grunde liegen, ist das Gericht auf Angaben und Unterlagen von medizinischen Fachpersonen, namentlich von Ärztinnen und Ärzten, angewiesen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist nach höchstrichterlicher Praxis ent
scheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseiti
gen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ
ation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind (BGE 125 V 35
1 E
. 3a).
3.
3.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer entgegen der angefochtenen Verf
ügung vom 2
4.
Juli 2013
Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
3.2
Gemäss der Begründung der Verfügung vom 2
4.
Juli 2013 (
Urk.
2 S. 2) stützte die Beschwerdegegnerin ihren rentenabweisenden Entscheid auf das Gutachten der Begutachtungsstelle
D._
vom 3
1.
Dezember 2012, worin die Gutachter zur Beurteilung gelangten, dem Beschwerdeführer sei eine Tätigkeit als Bauarbeiter aufgrund der körperlich begründbaren Beschwerden nicht mehr möglich, wäh
renddem
ihm
eine muskul
oskelettär angepasste Tätigkeit körperlich vollum
fänglich zumutbar sei, die zeitliche Präse
nz jedoch aufgrund der psych
ischen Komorbidität auf 80
%
reduziert sei (
Urk.
6/43/6
-7
)
.
Der Beschwerdeführer rügte im Wesentlichen, die Beschwerdegegnerin und die Gutachter hätten die Beurteilungen der behandelnden Ärzte zu wenig berück
sichtigt (
Urk.
1 S. 2 ff.,
Urk.
9).
3.
3
Der Rheumatologe
der Begutachtungsstelle
D._
nannte als Diagnosen mit Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyn
drom mit verschiedenen degenerativen Veränderungen und ein chronisches zerviko-thorakovertebrales Schmerzsyndrom
. Dabei hielt er
fest, der Beschwer
deführer habe im Juni 2009 beim Sturz in eine Grube eine Distorsion der Lendenwirbelsäule erlitten und habe
sich
im Jahr 2006 sowie im Frühjahr 2009 bei Arbeitsunfällen mögliche Distorsionen der Halswirbelsäule
mit Commotio
cerebri zugezogen (
Urk.
6/43/39).
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit
führte
Dr.
G._
beidseitige Beinmuskelkrämpfe in der Nacht und chro
nische migräniforme Kopfschmerzen rechtsbetont auf (
Urk.
6/43/39). Aus
psychiatrischer Sicht
diagnostizierte
Dr.
F._
eine mittelgradige depres
sive Episode mit somatischem Syndrom (Code F32.11
der Internationalen Klas
sifikation psychischer Störungen der Weltgesundheitsorganisation, ICD-10
) auf dem Boden einer Anpassungsstörung und äusserte den Verdacht auf eine an
haltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) (
Urk.
6/43/
27
-29).
Diese Diagnosen stehen in keinem Widerspruch zu den vorangegangenen Berich
ten der behandelnden Ärzte.
So nannten a
uch
Dr.
Z._
,
Dr.
B._
und die Rheumaklinik
der Klinik Y._
als körperliche Diagnosen ein lumbovertebrales und ein zervikozephales Sc
hmerzsyndrom und beschrie
ben degenerative
Veränderungen der Lendenwirbelsäule (
Urk.
6/17/5,
Urk.
6/18/5,
Urk.
6/27
/2 und
Urk.
6/31/6-8
). Des Weiteren stellten sowohl die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
der Klinik Y._
als auch die Psychiaterin
Dr.
C._
in Übereinstimmung mit
Dr.
F._
die Diagnose einer Depression; lediglich in Bezug auf den Schweregrad bezeichnete
Dr.
C._
die Depression abweichend als
mittelschwer
bis schwer (
Urk.
6/21/
1,
Urk.
6/33/2).
3.4
3.4.1
Was die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit betrifft, so bestehen i
n rheumatologi
scher Hinsicht
ebenfalls
keine
eigentlichen
Divergenzen.
Dr.
Z._
beur
teilt
e
im Bericht vom 2
2.
April 2011 lediglich die Arbeitsunfähigkeit im bisheri
gen Beruf und legte diese in Übereinstimmung mit
Dr.
G._
(
Urk.
6/43/42)
auf 100
%
fe
st (
Urk.
6/17/6+7). Sodann
nahm die Rheumaklinik
der Klinik Y._
weder im Bericht vom
4.
Mai 2011 (
Urk.
6/18) noch in den Kran
kengeschichte-Einträgen (
Urk.
6/31)
überhaupt
eine Einschätzung der Arbeits
fähigkeit vor
, sondern hielt fest, hierfür sei eine entsprechende Testung, beispielsweise im Rahmen eines Arbeitsassessments oder einer Evaluation der funktionellen Leistun
gsfähigkeit, erforderlich (Urk.
6/18/7-8).
Und
Dr.
B._
schliesslich
machte in ihrem Bericht vom 18.
November 2011 ebenfalls nur Angaben zur bisherigen Arbeit auf der Baustelle (
Urk.
6/27/2).
Damit besteht an sich kein Anlass,
in rheumatologischer Hinsicht
die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von
Dr.
G._
anzuzweifeln. Dies gilt umso mehr, als
Dr.
G._
den Beschwerde
führer eingehend befragte und untersuchte und neben der Sichtung der vorhan
denen Bildaufnahmen aktuelle Röntgenbilder der Halswirbelsäule und des Throa
x anfertig
e
n liess (Urk.
6/43/35-39).
Indessen wies
Dr.
G._
darauf hin, dass offene Fragen bestünden, die von medizinischen Fachpersonen anderer Richtungen zu beurteilen wären
(
Urk.
6/43/43).
Zu
nächst
h
ielt
Dr.
G._
fest, die Auswirkungen des chronischen Kopfschmerzlei
dens auf die Arbeitsfähigkeit seien fach-rheumatologisch nicht einzuschätzen (
Urk.
6/43/43).
Wenn er andernorts die chronischen Kopfschmerzen unter den rheumatologischen Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit aufführte (
Urk.
6/43/39), so besteht hier ein Widerspruch. Zu dessen Klärung
ist
es ange
zeigt,
zunächst
die Akten über die erwähnten beiden Arbeitsunfälle der Jahre 2006 und 2009 mit möglichen Halswirbelsäulendistorsionen mit Commotio cerebri beizuziehen sowie auch die Akten über einen Unfall mit Sturz in eine Grube
im Juni 2009
(vgl. Urk.
6/43/3
9). Denn der Beschwerdeführer
berichtete
Dr.
G._
immerhin, die Unfälle mit Kopfbeteiligung - Schlagen einer Metall
platte gegen den Kopf und Fallen eines Eisenstücks auf den Kopf - hätten Hospitalisationen erfordert, und
Dr.
G._
hielt fest,
diese Unfallereignisse seien in der Form, wie sie der Beschwerdeführers schildere, in den vorhandenen Akten nicht erwähnt
(Urk.
6/43/33
; vgl.
auch
die Beschreibung im Bericht von
Dr.
C._
vom 4.
August 2012,
Urk.
6/33/2
)
.
Neben dem Aktenbeizug bietet es sich an, die Kopfschmerzproblematik durch einen Facharzt oder eine Fachärztin der Neurologie abklären zu lassen.
Des Weiteren schrieb
Dr.
G._
, in seiner Leistungsfähigkeitseinschätzung sei die sich möglicherweise mittelfristig einschränkend auswirkende kardio-pulmonale Situation nicht berücksichtigt (
Urk.
6/43/43).
Die Beschwerdegegnerin erkun
digte sich
aufgrund dieser Bemerkung zwar
in der Klinik A._
nach der letzten kardiologischen Kontrolle
und erfuhr von einem Termin vom April 2012 (vgl.
Urk.
6/49 und
Urk.
6/50 sowie
Urk.
6/52/7).
Sie unterliess es jedoch, sich über das Abklärungsergebnis zu informieren; in den Akten befindet sich
nur der Bericht über die Kontrolluntersuchung im Jahr 2009 (
Urk.
6/19).
Der Bericht über die neue Kontrolluntersuchung vom April 2012 wird daher noch beizuzie
hen sein, und anschliessend wird zu entscheiden sein, ob aufgrund des Inhalts weitere Abklärungen notwendig sind.
3.4.2
Anders als für die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung aus rheumatologischer Sicht wurde die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht im Gutachten der Begut
achtungsstelle
D._
abweichend
beurteilt
gegenüber de
m Bericht der behan
delnden Psychiaterin
Dr.
C._
. Die behandelnde Psychiaterin
bemass die Arbeitsunfähigkeit seit
dem Behandlungsbeginn im
Dezember 201
1
auf 100
%
(
Urk.
6/33
/4
), wogegen
Dr.
F._
dem Beschwerdeführer eine
lediglich
20%ige psychisch bedingte Einschränkung in körperlich angepassten Tätigkeiten attestierte (
Urk.
6/43
/30). Auf die abweichende Beurteilung durch
Dr.
C._
ging
Dr.
F._
nicht ein. Er erwähnte sie vielmehr bei der Frage nach Diskrepanzen zu früheren Beurteilungen nicht einmal, sondern würdigte als Vorakten nur den Bericht der psychiatrischen Klinik
der Klinik Y._
vom 2
7.
Juli 2011 (
Urk.
6/43/14+30). Es ist daher zu vermu
ten, dass
Dr.
F._
den Bericht von
Dr.
C._
übersehen hat, zumal
d
er
Bericht
zwar in der
Aktenzusammenfassung des
Gesamtgutachtens
enthalten
ist (
Urk.
6/43/12)
,
in der Aktenaufstellung des psychiatrischen Fach
gutachtens aber fehlt (
Urk.
6/43/14+15).
Unter diesen Umständen
ist
die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von
Dr.
F._
unvollständig. Er wird sie
daher
in Kenntnis
der Beurteilung der behandelnden Psychaterin zu ergänzen haben. Gegebenenfalls wird er die Psychiaterin zum Behandlungsverlauf
auch
zu befragen haben.
3.5
Die angefochtene Verfügung vom 2
4.
Juli 2013 ist daher aufzuheben und die Sache ist zur Vornahme der nötigen zusätzlichen Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gut
zuheissen.
Der notwendige Aktenbeizug - Unfallakten, Bericht
der Klinik A._
über die kardiologische Untersuchung - wird von der Beschwerdegegnerin selbst zu veranlassen sein. Mit den erforderlichen zusätzlichen medizinischen Abklärun
gen - neurologische Abklärung, Vervollständigung der psychiatrischen Beur
teilung, allfällige kardiologische Abklärung - wird vorab die Begutachtungs
stelle
D._
zu betrauen sein, da es sich um
Erhebung
en
handelt, die das beste
hende Gutachten vervollständigen und ergänzen sollen. Bei dieser Sachlage ist unter der Herrschaft der neuen Rechtsprechung (BGE 137 V 210) eine Rück
weisung an die Beschwerdegegnerin weiterhin zulässig (vgl. BGE 137 V 210
E. 4.4.1.4).
Auf den Einkommensvergleich, den die Beschwerdegegnerin vorgenommen hat, ist an dieser Stelle noch nicht einzugehen. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass bislang ein Arbeitgeberbericht zur früheren, durch die
Firma I._
ver
mittelte Arbeitstätigkeit des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
6/14/1) in den Akten fehlt. Die Beschwerdegegnerin wird die Akten daher auch in dieser Hinsicht
noch zu vervollständigen haben.
4.
Gestützt auf
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Verfahren für die unterliegende
Be
schwerdegegnerin kostenpflichtig. Die Kosten sind unter Berücksichtigung des g
esetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) ermessensweise auf Fr. 500.--
festzusetzen.