Decision ID: 250697f6-94a7-41fe-ade6-8bff006da4bd
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1975,
Mutter von einem Kind (Jahrgang
2013
),
arbeitete seit dem 1. September 2005
bei der Z._
, als sie per 1. Mai 2015
ihr Pensum auf
80 % reduzierte (Urk. 8/8; Urk. 8/26/1
= Urk. 8/122/1
= Urk. 8/123/7; Urk. 8/123/1-2
). Am
25. Oktober 2016
meldete sich die Versicherte
unter Hinweis auf eine rheumatische Erkrankung und eine Augenerkrankung
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
8/3
). Die Sozialversi
che
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerb
liche Situation ab
. Nach Durchführung von diversen Eingliederungsmass
nahmen
(
Urk. 8/30;
Urk. 8/38; Urk. 8/71; Urk. 8/95; Urk. 8/104; Urk. 8/108; Urk. 8
/115) konnte die Versicherte
per
1. Juli
2019
mit der Z._
einen neuen
Arbeits
vertrag mit einem Pensum von 50 % abschliessen
(
Urk. 3/8 =
Urk. 8/128
= Urk. 8/140/21-22
= Urk. 8/154/4
). In der Folge schloss die IV-Stelle die Beglei
tung bei der beruflichen Wiedereingliederung mit Mitteilung vom 10. Juli 2019 (Urk. 8/130) ab.
Mit Vorbescheid vom 22. August 2019 (Urk. 8/135) stellte die IV-Stelle der Versi
cherten bei einem Invaliditätsgrad von 50 % die Zusprache einer halben Rente ab
dem
1. Juli 2019 in Aussicht. Die von der Versicherten dagegen erhobenen Ein
wände (
Urk. 8/137
; Urk.
8/141
; Urk. 8/145; Urk. 8/149
; Urk. 8/155) wies die IV-Stelle mit Verfügung vom 23. Juni 2020 (Urk. 8/161 = Urk. 2) ab und bestätigte die Zusprache einer halben Rente ab
dem
1. Juli 2019 (vgl. Verfügungsteil 2 in Urk. 8/157 = Urk. 8/159).
2.
Die Versicherte erhob am
25. August 2020
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 23. Juni 2020 (Urk.
2) und beantragte, es sei
ihr
ab 1. Juli 2019 eine
Drei
vier
telsrente
zuzusprechen
(Urk. 1 S.
2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerde
antwort vom
24. September 2020
(Urk.
7
) die Abweisung der Beschwerde. Dies
wurde der Beschwerdeführerin am
1. Oktober 2020 zur Kenntnis gebracht (Urk. 9
).
Mit Verfügung vom 30. Oktober 2020 wurde die
Y._
zum Prozess beigeladen. Die Beigeladene liess sich innert Frist nicht vernehmen, was den Parteien am 17. Dezember 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten
oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IV
G)
1.3
Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters
jahres folgt (Abs. 1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (Abs. 3). Beträgt der Invaliditätsgrad weniger als 50 %, so werden die entsprechenden
Renten nur an Versicherte ausbezahlt, die ihren Wohnsitz und ihren gewöhn
lichen
Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben. Diese Voraussetzung ist auch von Angehörigen zu erfüllen, für die eine Leistung beansprucht wird (Abs. 4).
1.4
Die Wartezeit im Sinne von Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG gilt in jenem Zeitpunkt als eröffnet, in welchem eine deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit einge
treten ist. Als erheblich in diesem Sinne gilt bereits eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % (AHI 1998 S. 124 E. 3c; Urteil des Bundesgerichts I 10/05 vom 14. Juni
2005 E. 2.1.1 in
fine
mit Hinweisen). Unter relevanter Arbeitsunfähigkeit im Sinne
dieser Bestimmung ist eine Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen. Das heisst, es muss arbeits
rechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person an Leistungsvermögen
eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit entsprechender Fest
stellung oder gar Ermahnung des Arbeitsgebers oder durch gehäufte, aus dem Rahmen fallende gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Mit anderen Worten: Die Leistungseinbusse muss in aller Regel dem seinerzeitigen Arbeitgeber aufge
fallen sein. Eine erst nach Jahren rückwirkend festgelegte medizinisch-theo
re
ti
sche Arbeitsunfähigkeit genügt nicht. Umgekehrt ist eine in der beruflichen Tätig
keit im Vergleich zu einer gesunden Person tatsächlich nur reduziert erbrachte Leistung für sich allein gesehen in aller Regel ebenso wenig ausreichend für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit im Sinne des Gesetzes. Vielmehr bedarf es dazu regelmässig zusätzlich einer (überzeugenden) medizinischen Einschätzung, die ordentlicherweise echtzeitlicher Natur ist. Der Zeitpunkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch nachträgliche erwerbliche oder medizinische Annahmen und spekulative Überlegungen ersetzt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_204/2012 vom 19. Juli 2012 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen).
1.5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in
Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie n
icht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbs
einkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
über
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Zusprache einer halben Rente per 1. Juli 2019 in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) damit,
dass die Beschwerde
füh
rerin gemäss der medizinischen Aktenlage seit Juli 2016 in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei. Seit Oktober 2017 habe sie an Eingliederungsmass
nahmen teilgenommen, welche per Juni 2019 abgeschlossen worden seien, nach
dem
sie
bei Z._
eine 50%ige Anstellung erhalten habe.
Sie
sei auf
grund der gesundheitlichen Einschränkung noch zu 50 % arbeitsfähig, woraus ein Invaliditätsgrad von 50 % resultiere. Es sei davon auszugehen, dass sie weiter
hin 50 % des bisherigen Einkommens erzielen könne, dies entspreche auch der
Beurteilung der zuständigen Pensionskasse. Ein Einkommensvergleich sei somit nicht nötig.
Gemäss Angaben des Arbeitgebers befinde sich die Beschwer
de
füh
rerin
in der beruflichen Neuorientierung und es habe eine Auflösungsver
einba
rung aus wirtschaftlichen Gründen und wegen Umstrukturierung gegeben. Ge
mäss Anga
ben der Pensionskasse erziele die Beschwerdeführerin mit einem 50%-Pensum
ein Jahreseinkommen von Fr. 67'500.--, was bei einem Vollpensum Fr. 135'000.--
entsprechen würde.
Ein Rentenanspruch entstehe ein Jahr nach Beginn der Arbe
its
unfähigkeit, frühestens jedoch nach Abschluss der Eingliede
rungsmassnahmen.
Ein früherer Anspruch wäre höchstens prüfbar, falls zuvor eine vollständige Erwerbsunfähigkeit bestanden hätte, was bei der Beschwerde
führerin nicht der Fall gewesen sei.
Somit habe die Beschwerdeführerin ab Juli 2019 Anspruch auf eine halbe Rente (S. 6).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber beschwerdeweise (Urk. 1) auf den Standpunkt,
dass sie per 1. Mai
2015 innerhalb der Z._
aus ge
sund
heitlichen Gründen vom Bereich Banking in den Bereich
Shared
Services / Human Resources gewechselt und gleichzeitig ihr Pensum von 100 % auf 80 % reduziert habe. Sie hätte diesen Funktionswechsel und die damit verbundene erhebliche Lohneinbusse bei guter Gesundheit nicht vorgenommen, sondern wäre im Bereich Banking geblieben, insbesondere wegen der höheren Verdienstmöglichkeiten und der besseren Lohnentwicklung (S. 4 ff. Ziff. II.2a).
Nach Abschluss diverser Ein
gliederungsmassnahmen vom 29. Jan
uar 2018 bis zum 30.
Ju
ni 2019 habe sie mit der Z._
ein Pensum von 50 % im Human Resources
Bereich mit einem jährlichen Einkommen von Fr. 67'500.-- vereinbart. Mit dieser Tätigkeit
schöpfe sie ihre Restarbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise aus, weshalb auf das
damit erzielte Einkommen als Invalideneinkommen abzustellen sei.
Die Beschwer
degegnerin habe zwar anerkannt, dass sie das Arbeitspensum bereits per 1. Mai 2015 aus gesundheitlichen Gründen auf 80 % reduziert habe und sie folglich als voll Erwerbstätige qualifiziert, habe jedoch zu Unrecht unberücksichtigt gelassen, dass
auch der Tätigkeitswechsel und die damit verbundene Einkommenseinbusse nicht freiwillig, sondern aus gesundheitlichen Gründen erfolgt sei. Als Einkom
men ohne gesundheitliche Einschränkung sei folglich nicht ihr Einkommen nach dem W
echsel in den Bereich Human Res
ources heranzuziehen, sondern das Ein
kommen, das sie bei guter Gesundheit in ihrem ursprünglichen Tätigkeitsbereich Banking erzielen würde. Damit sei ein Einkomme
nsvergleich zwingend not
wen
dig (S. 6 f. Ziff. II.2b). Gestützt auf den neuesten Arbeitgeberfr
agebogen der Z._
vom 5. März 2020 würde sie im heutigen Zeitpunkt ohne Gesund
heitsschaden ein jährliches Einkommen von Fr. 200'000.-- erzielen. Vergleiche man das
Valideneinkommen
mit dem Invalideneinkommen resultiere ein Inva
lidi
tätsgrad von 66 %, weshalb sie spätestens seit Juli 2019 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
habe (S. 7 ff. Ziff. II.2c).
3.
3.1
Dr. med. A._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie,
nannte in
ihrem Bericht vom 6. Oktober 2016 (Urk. 8/10/6-10 = Urk. 8/22/34-38)
folgende Diagnosen (S. 1 f.):
-
Morbus
Behçet
, Erstdiagnose Oktober 2016
-
Raynaudphänomen
(weiss und rot)
-
Epicondylopathia
humeri
radialis
beidseits
-
chronisches
Panvertebralsyndrom
-
Metatarsalgie
bei Spreizfüssen
-
Migräne mit Exazerbation und zunehmenden Attacken nach vielen Jahren der Beschwerdefreiheit ohne Hinweise auf grundsätzliche Änderung des Kopfschmerzcharakters
-
schwerste Endometriose, Erstdiagnose September 2016
-
Polypektomie eines sessilen
serratierten
Adenoms ohne Dysplasie der Kolonschleimhaut, Erstdiagnose September 2016
-
unklare, rezidivierende, transiente Effloreszenzen abdominal seit Jahren
-
Ekzem
-
subjektive Hörminderung unklarer Genese
-
chronische Nasenatmungsbehinderung
-
Penicillinallergie
mit Exanthem
Die Beschwerdeführerin
leide seit 2012 an einer beidseitigen retinalen Vaskulitis unklarer Genese mit Zunahme der Sehminderung seit Sommer 2016 links,
sodass sie links nur noch 20 % und rechts 80 % sehe (S. 4 oben).
3.2
Dr. med. B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
nannte in seinem am 25. Januar 2017 eingegangenen Bericht (Urk. 8/10/1-5)
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine
Visu
s
abnahme
bei
Macularer
kran
kung
, einen seit Oktober 2016 bestehenden Morbus
Behçet
, ein
chronisches
Pan
vertebralsyndrom
und Polyarthralgien der Hände (Ziff. 1.1).
Die Beschwerde
füh
rerin
sei seit
2010 durch Dr. med.
C._
hausärztlich betreut
worden
, durch ihn seit Juli 2016
, wobei Dr.
C._
seine Stellvertretung übernehme. D
ie letzte Konsultation habe am 25.
Oktober 2016 stattgefunden (Ziff. 1.2). Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit im Bankwesen habe vom 18. bis 22. Juli 2016 eine
100%ige, vom 28. Juli bis 12. August 2016 eine 50%ige und vom 14. bis 22. September
2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen (Ziff. 1.6). Er könnte nicht beurteilen, ob der Beschwerdeführerin die bisherige Tätigkeit oder eine angepasste Tätigkeit noch zumutbar sei (Ziff. 1.7).
3.
3
Prof. Dr. med.
D._
, Facharzt für Ophthalmologie, berichtete am 27. Janu
ar 2017 (Urk. 8/11/6) über die am 24. November 2016
stattgefundene
Konsultation und nannte
als Diagnose
einen Verdacht auf einen Morbus
Behçet
, Differentialdiagnose eine Makuladystrophie mit
pseudvitelliformer
Ablagerung links (S. 1 Mitte). Momentan lägen keine Arbeitsunfähigkeit und keine körperli
chen oder psychischen Einschränkungen vor. Aufgrund der Befunde sei das
Bino
kularsehen
etwas eingeschränkt (Ziff. 1.6-1.7).
3.
4
Dr. med. E._
,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und für Kinder- und Jungendpsychiatrie und -psychotherapie, nannte in ihrem Bericht vom
4.
Februar 2017 (Urk.
8/12/7-12)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
Panikstörung (ICD-10 F41.0) vor
d
em Hintergrund einer chronischen
Überforderung (I
CD-10 Z73.0) bei nicht erkannter
Aufmerksam
keits
defizit-Hyperaktivitätsstörung
(
ADHD
; ICD-10 F90.0) sowie belasteter
Kindheit, unerfülltem Kinderwunsch sowie rezidivierender Infekte
-
rheumatische Erkrankung mit
Visusverlust
, Gelenkbeschwerden etc.
-
Endometriose (Operation 2016)
-
Migräne
Vom 7. Januar 2009 bis zum 24. September
2013
habe sie die Beschwerde
füh
rerin
ambulant behandelt. In den Jahren
2014
bis 2016 habe eine sporadische Behand
lung stattgefunden. S
eit
dem 7. September 20
16
finde wiederum eine regel
mäs
sige
Behandlung statt, aktuell alle zwei Wochen (Ziff.
1.2
, Ziff. 1.5
)
. Die Be
schwer
deführerin sei vom 24. Oktober bis zum 3. Dezember 2012 in der Burn
out-Station der F._
stationär behandelt worden (Ziff. 1.3).
Für die zuletzt aus
geübte Tätigkeit
als
Vice
President
und Projektleiter
in
Human Re
sources habe vom Sommer bis Dezember 2016 eine 100%ige Arbeitsun
fähig
keit vorgelegen. Seit Januar 2017 betrage die Arbeitsunfähigkeit 80 % (Ziff. 1.6).
Die Prognose sei abhängig vom Verlauf der somatischen Erkrankungen und Entlastungsmöglich
keiten. Die Beschwerdeführerin überfordere sich ständig, ver
suche unangenehme Gefühle durch Hyperaktivität zu kompensieren. Deswegen sei eine Reduktion des Arbeitspensums sehr wichtig (Ziff. 1.4).
3.5
Die Ärzte des
G._
nannten in ihrem Bericht vom 7. Februar 2017 (Urk.
8/22/17-18)
folgende Diagnosen (S. 1 Mitte):
-
Makulopathie unklarer
Ätiologie links
, Erstdiagnose 2012
-
Pachychoroidea
links
, Differentialdiagnose
pseudovitelliforme
Makula
dystrophie/Pattern Dystrophie
-
Status nach Retinopathia centralis
serosa
(RCS) links, Status nach White
Dot
Syndrom links,
Pachychoroid
Pigment
epiteliopathy
-
Status nach
Uveitis
anterior links, aktuell ruhig
-
Status nach mässiger peripherer retinaler Vaskulitis
unklärer
Ätiologie beidseits, Erstdiagnose 2012, aktuell inaktiv 2016
Die
Beschwerdeführerin
werde seit Dezember 2012 aufgrund einer Makulopathie unklarer Ätiologie am linken Auge behandelt (S. 2 oben).
3.6
Dr.
A._
(vorstehend E.
3.1)
führte in ihrem Bericht vom 3. April
2017 (Urk. 8/22/11-12) aus, dass es bei der Beschwerdeführerin bezüglich ihrer ent
zündlichen
Symstemkrankheit
gewisse Überschneidungen einer peripheren,
Human
Leukocyte
Antigen-B (HLA-B)
27 positiven Spondyloarthritis, aber auch eines abortiven Morbus
Behçet
gebe.
Bezüglich der Augenentzündungen seien die bisherigen Schübe im 2012 und 2016 gleich abgelaufen. So habe sie zuerst eine
Visusverschlechterung
mit anschliessender Diarrhoe, Gelenkschmerzen und entzündlichen Rückenschmerzen erlitten. Bei jedem Schub verliere sie deutlich an
Visus
. Was die Ursache aus ophthalmologischer Sicht sei, könne noch nicht vollständig geklärt werden (S. 1).
3.7
Am 27. April 2017 ber
ichtete Dr. med. H._
, Fachärztin für
Ophthalmologie, über die am 26. April
2017
erfolgte Untersuchung (Urk. 8/22/9-10)
und nannte dabei folgende Diagnosen
, wobei OD für «rechtes Auge» steht
(S. 1 Mitte):
-
Hyperopie, beginnende Presbyopie
-
Makulanarbe OS, Differentialdiagnose Status nach Retinopathia centralis
serosa
(RCS), Status nach White
Dot
Syndrom, Status nach
pseudo
vitelli
former
Cyst
e
bei ausgeprägter qualit
ativer und quantitativer
Sicca
-
abortiver Morbus
Behçet
,
HLA-B
27 positiv
e
Spondyloarthritis Erstdia
gnose 21. September 2012
-
Status nach
Colchizin
(Diarrhoe)
-
Migraine - Riboflavin
Die Beschwerdeführerin
klage
über
eine
ausgepräg
te Blendung und über Mühe mit der bisher getragenen Brille (S. 1 unten).
3.8
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.1)
berichtete am 22. Juni 2017 (Urk. 8/22/6-8) über die ambulante Behandlung der Beschwerdeführerin vom 21. September 2016 bis
zum 23. Juni 2017 (Ziff. 1.2) und nannte dabei folgende Diagnosen mit Auswir
kung
auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
abortiver Morbus
Behçet
-
Status nach retinaler Vaskulitis 2012, Status nach leichter
Uveitis
anterior 2016
-
Makulanarbe OS
-
Patterndystrophie
-
Hyperopie
-
b
eginnende Presbyopie
-
a
usgeprägte qualitative und q
uantitative ok
uläre Sicca Symptomatik
-
HLA-B
27 positive periphere Spondyloarthritis
Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit auf einer Grossbank hätten folgende Arbeits
unfähigkeiten vorgelegen: 21. September bis 18. Oktober 2016 100 %, 19. bis 23. Oktober
2016 80 %, 24. bis 30. Oktober
2016 60 %, 31. Oktober bis 27. November
2016 40 %, 31. Oktober bis 13. November
2016 60 %, 14. bis 30. November 2016 100 %, 1. bis 12. Januar 2017 80 %, 23. bis 31. Januar 2017
60 %, 13. Februar bis 5. März 2017 80 %
,
20. Februar bis 31. Mai 2017 100 % m
it jeweils Arbeitsversuch (Ziff. 1.6). Die Beschwerdeführerin habe aufgrund ihrer praktischen Blindheit auf dem linken Auge grosse Mühe, längere Zeit am Com
puter zu arbeiten. Aufgrund der Gelenk- und Rückenschmerzen habe sie ebenfalls grosse Mühe, längere sitzende Tätigkeit
en
auszuführen. Die bisherige Tätigkeit sei ihr noch zu 30 % zumutbar, mithin zwei bis drei Stunden täglich. Bezüglich der Augen liege eine mutmassliche 50%ige Leistungsverminderung vor (Ziff. 1.7).
3.9
In ihrem Bericht vom 14. Mai 2018 (Urk. 8/73/4-5) führte Dr.
A._
aus, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verbessert habe (Ziff. 1.1). Die Beschwerdeführerin
habe bisher bei der Z._
gearbeitet, die genaue Funktion sei ihr nicht bekannt. Aufgrund der Sehbehinderung laufe derzeit ein Arbeitseinsatzversuch mit vier Tagen pro Woche mit je zwei Stunden. Bezüglich der
Gelenke gebe es momentan keine Einschränkung (Ziff. 2.1). Die Beschwer
deführerin
sei aufgrund ihrer ausgeprägten Sehbehinderung in ihrer Leistungs
fähigkeit eingeschränkt, dies müsste durch eine Augenärztin beurteilt werden (Ziff. 2.2). Bezüglich Gelenke sei die Prognose bisher gut, bezüglich Augen jedoch sehr schlecht. Nach jedem Schub
habe die
Beschwerdeführerin massiv an
Visus
verloren, der sich nie erholt habe. Diesbezüglich müsse auf die Einschätzung der Augenärztin verwiesen werden (Ziff. 3.3). Durch die Sehbehindertenschule Basel seien nun alle maximalen Massnahmen durchgeführt worden. Die Sehfähigkeit könne nicht mehr ver
bessert werden
,
als es bis anhin
gelungen sei. Im Moment finde ein Arbeitsversuch mit vier Tagen pro Woche à zwei Stunden statt. Realis
tischerweise dürfte ein 50%-Pensum vermutlich die maximale Belastbarkeit sein (Ziff. 4.1).
3.10
Dr.
H._
(vorstehend E. 3.7)
führte in ihrem Bericht vom 15. Mai 2018 (Urk. 8/74/4-5) aus, dass
d
ie Beschwerdeführerin
im
2012 eine Makulaschä
digung links unklarer Genese erlitten
habe
, zudem eine leichte Vaskulitis beid
seits, möglicherweise im Rahmen des bekannten Morbu
s
Behçet
. Da die Be
schwer
deführerin durch das li
nke Auge sehr gestört ist, trage sie links eine dunkle Kon
takt
linse und habe bei zunehmender Blendungsempfindlichkeit im letzten Jahr immer dunklere Kantenfiltergläser beidseits getragen, um die sonst resul
tierenden Kopfschmerzen zu vermeiden (Ziff. 2.3).
3.11
In ihrem Bericht vom 30. Mai 2018 (Urk.
8/79/4-7)
führte Dr.
E._
(vorstehend E. 3.4)
aus,
dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verschlech
tert habe (Ziff. 1.1) und nannte dabei folgende aktuelle Diagnosen mit Aus
wir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.2):
-
sero
-positive rheumatische Erkrankung
-
Makulapathie
unklarer Ätiologie,
Pachychoroidea
, Va
pseudovitelliforme
Makuladystrophie, Status nach retinaler Vaskulitis unklarer Ätiologie, eingeschränktes Gesichtsfeld
-
Rezidiv der Panikstörung (ICD-10 F41.0) vor dem Hintergrund von chro
ni
scher Überforderung (ICD-10 Z73.0) bei nicht erkanntem ADHD (ICD-10
F90.0) sowie belasteter Kindheit, unerfülltem Kinderwunsch sowie chro
nisch
erhöhter Infektanfälligkeit
-
rezidivierende Endometriose
-
Migräne
Der komplikationsreiche und anhaltend schwierige Verlauf sowohl der rheuma
tischen Erkrankung als auch derjenige des Augenleides mit dem ständigen Risiko eines Rückfalles und dem anfallsartigen Wiederauftreten neuer Beschwerden setze der Beschwerdeführerin nun psychisch zunehmend zu. Hinzu kämen diverse diagnostische Unklarheiten im ophthalmologischen Bereich, welche die Belastung
zusätzlich erhöhten.
Trotz stützender Gespräche, bei welchen in letzter Zeit die somatischen Erkrankungen sowie die Auswirkungen derselben auf die Lebens
qualität fast ausschliesslich zentrales Thema seien, hätten die Entwicklung von psychischen Schwierigkeiten respektive das erneute Auftreten von Panikattacken nicht aufgehalten werden können
(Ziff. 1.3).
Die bisherige Kaderposition könne die Beschwerdeführerin nicht mehr ausführen, da diese zu häufiges Arbeiten am Bildschirm enthalte. Sie könne höchstens drei bis vier Stunden pro Tag arbeiten und benötige vermehrt Pausen. Optimal wären Arbeiten im beraterischen Bereich oder wo die Beschwerdeführe
rin ihr Fach
wissen anwenden könne
, eine Verlagerung vo
m
Schriftliche
n
auf
das
Mündliche und weniger Computerarbeit (Ziff. 2.1). Insgesamt - aus multidisziplinärer Be
trach
tung - liege eine Verminderung der Leistungsfähigkeit von 50-60 % bezogen auf das ursprüngliche 100%ige Pensum vor, das die Beschwerdeführerin selb
ständig zur Dekompensation von 100 % auf 80 % reduziert habe (Ziff. 2.2).
3.12
In ihrem Bericht vom 18. Juni 2019 (Urk. 8/121) führte Dr.
A._
bei gleich
ge
bliebenen Diagnosen (vgl. vorstehend
E. 3.9
)
aus, dass bezüglich der Arbeitsun
fähigkeit ei
n 50%-Pensum mit halbtägigem
A
rbeiten ein sehr guter Kompromiss sei und auch so von der Beschwerdeführerin gewünscht werde. Auf keinen Fall sollte sie höher arbeitsunfähig geschrieben werden (S. 2 oben).
3.13
Dr.
E._
(vorstehend E.
3.4)
führte in ihrem Bericht vom 26. Juni
2019 (Urk.
8/124/8-14 = Urk.
8/125/2-9 = Urk.
8/127/2-9)
bei gleich gebliebenen Dia
gnosen (
Ziff. 2.5;
vgl. vorstehend
E. 3.11
) aus, dass sie die Beschwerdeführerin seit 2019 in ein bis zweimonatigen Abständen behandle (Ziff. 1.2).
Für die Tätig
keit als
Vice
Preside
nt
und Projektleiterin Human Resources
sei v
om
Sommer bis Dezember 2016
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
und sei
t
Januar 2017
eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden (Ziff. 1.3). Langfristig sei aus medi
zinischer Sicht höchstens eine 40 bis 50%ige Arbeitsfähigkeit möglich
(Ziff. 2.7).
Das aktuelle Pensum von 40-50 % sei möglich, sofern die Beschwerdeführerin in ihrem Arbeitsumfeld mit allen möglichen medizinischen Hilfsmitteln unterstützt werde (Ziff. 3.2).
Eine Erhöhung des Arbeitspensums auf über 50 % dürfte sich in allen gesundheitlichen Belangen kontraproduktiv auswirken und sei zu vermei
den, bestünde doch dann ein hohes erneutes Dekompensationsrisiko (Ziff. 4.3).
3.14
In ihrem Bericht vom 29. Oktober 2019 (Urk.
8/144/1 = Urk. 3/5)
führte Dr.
E._
aus, dass sie
der
Beschwerdeführerin immer wieder aus medizinischen Gründen geraten
habe
, das Pensum zu reduzieren und ihr Stresspensum zu senken (
S. 1
Ziff. 1). Der Funktionswechsel per 1. Mai 2015 vom Banking in den Berei
ch
Shared
Services / Human Resources
der Z._
sei aus gesundheitlichen Gründen erfolgt (
S. 1
Ziff. 2).
Sie habe der Beschwerdeführerin den Funktions
wechsel emp
fohlen. So sei es einerseits aus medizinischen Gründen unerlässlich
gewesen, das Pensum zu reduzieren und andererseits sei es wichtig gewesen, in ein
weniger
s
tressbelastetes Funktionsfeld zu kommen. Während die Beschwerde
füh
rerin im Banking-Bereich einer steten Hektik mit Aufgaben, welche uner
war
tet gekommen seien und sofort hätten erledigt werden müssen, ausgesetzt gewesen sei, sei es im HR-Bereich möglich, in einem Teilzeitpensum zu arbeiten. Zudem sei dort das Arbeitsvolumen insgesamt kleiner, die Arbeitskollegen weniger kom
petitiv und ambitioniert. Sie hätte ihre Arbeit im HR besser planen sowie einteilen können und hätte diese nicht ständig dringend behandeln müssen. Auch seien die vielen
Überstu
nden nicht bereits vorprogrammiert gewesen (S. 1 Ziff. 3).
4.
4.1
Aufgrund der vorliegenden Akten ist ausgewiesen und u
nbestritten
,
dass die Be
schwerdeführerin
aufgrund ihrer rheumatischen Erkrankung
und
ihrer
Augen
erkrankung
seit Juli 2016
in ihrer Arb
eitsfähigkeit
eingeschränkt ist
(vorstehend
E. 3.1-3.14
).
So wurde sie vom 18. Juli 2016 bis zum 17. Juli 2017 praktisch durchgehend zwischen 40 % und 100 % krankgeschrieben (
E. 3.2, E. 3.4, E. 3.8,
E. 3.13
; vgl. auch Urk. 8/8/18; Urk. 8/8/14-17; Urk. 8/8/19-21; Urk. 8/143/46-48),
weshalb das Wartejahr am 18. Juli 2016 eröffnet wurde und am 17. Juli 2017 endete (vgl. das Feststellungsblatt vom 22. August 2019
,
Urk. 8/133 S. 5).
Die Beschwerdeführer
in
nahm
ab dem
29. Januar 2018 a
n diversen
Eingliede
rungsmassnahmen
teil
(
vgl.
Urk. 8/30;
Urk. 8/38; Urk. 8/71; Urk. 8/95; Urk. 8/104;
Urk. 8/108; Urk. 8/115)
, bei welchen teilweise ein Taggeld ausgerichtet wurde
.
So bezog sie während der Umschulung in Form einer sehbehindertentechnischen Grundschulung vom 29. Januar bis zum 20. April 2018 sowie während dem Arbeitstraining vom 10. September 2018 bis zum 9. März 2019 und dem an
schliessenden Arbeitsversuch vom 10. März bis zum 30. Jun
i 2019 bei der Z._
Taggelder (Urk. 8/38; Urk. 8/42; Urk. 8/95; Urk. 8/97; vgl. Urk. 8/99; Urk. 8/133 S. 5). Im Anschluss an den Arbeitsversuch konnte die Beschwerde
führerin
per 1. Juli
2019
mit der Z._
einen neuen Arbeitsvertrag mit einem Pensum von 50 % abschliessen (
Urk. 3/8 =
Urk. 8/128 = Urk. 8/140/21-22 = Urk. 8/154/4).
Mit dieser Tätigkeit schöpft die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise aus
, was
vorliegend
unbestritten
ist
(vorstehend E. 2.1
f.
; Urk. 1 S. 6 Ziff. 2.IIb).
Strittig ist hingegen die Bemessung des Invaliditätsgrades und dabei insbesondere die Höhe des
Valideneinkommen
s
(vorstehend E. 2.1-2.2
).
4.2
Nachfolgend ist vorab zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin der Beschwerde
führerin zu Recht ab Juli 2019 eine Rente zugesprochen hat oder ob
allenfalls ein Rentenanspruch
bereits früher entstanden ist.
Rentenleistungen sind erst dann auszurichten, wenn keine zumutbaren Eingliede
rungsmassnahmen mehr in Betracht fallen. Der in der Invalidenversicherung geltende Grundsatz «Eingliederung vor Rente» bewirkt, dass die Rente hinter einer Eingli
ederungsmassnahme beziehungsweise
dem damit verbundenen Taggeld zu
rücktritt (so Art. 28 Abs. 1
lit
. a IVG). Ein Rentenanspruch kann erst nach Be
endigung der Eingliederungsmassnahmen entstehen, und zwar selbst dann, wenn diese nur einen Teilerfolg brachten oder scheiterten. Vor diesem Zeitpunkt
ist eine Invalidenrente, gegebenenfalls auch rückwirkend, nur zuzusprechen, wenn
die versicherte Person nicht oder noch nicht eingliederungsfähig ist (BGE 121 V 190 E. 4c; Urteil des Bundesgerichts 9C_689/2019 vom 20. Dezember 2019 E. 3.1 mit Hinweisen).
Die
Beschwerdeführer
in nahm zwischen dem 29. Januar 2018 und dem 30. Juni 2019 an diversen Eingliederungsmassnahmen teil (
vorstehend E. 4.1
). Dass die
Beschwerdegegnerin
der
Beschwerdeführerin
erst nach Abschlu
ss der Eingliede
rungsmassnahmen, mithin
ab Juli 2019 eine Rente zugesprochen hat, ist demnach nicht zu beanstanden
.
4.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lich
keit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die
bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men
müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 144 I 103 E. 5.3, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rech
net werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenver
siche
rung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
4.4
Die Beschwerdeführerin arbeitet seit dem 1. Juli 2019 bei
der Z._
im Bereich Human Resources
Advisory Services Business Management in einem Pensum von 50 % und erzielt dabei ein jährliches Einkommen von Fr. 67'500.-- (vgl. vorstehend
E. 4.1
). Dem neuen Arbeitsvertrag ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin ihre Arbeitszeit per 1. Juli 2019 auf 50 % reduziert hat und das Salär linear auf jährlich Fr. 67'500.-- reduziert wurde (
Urk. 3/8 =
Urk. 8/128
= Urk. 8/140/21-22 = Urk. 8/154/4). Dem Arbeitgeberfragebogen vom 15. Nove
m
ber 2019
der Z._
kann entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin seit dem 1. Juli 2019 in einem 50%-Pensum ein jährliches Einkommen von Fr. 67'500.-- erzielt und heute ohne Gesundheitsschaden den gleichen Lohn erzielen würde (
Urk. 3/9 =
Urk. 8/143/1-6 S. 2 f. Ziff. 2.10-2.11).
Die Beschwerdegegnerin
ging bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
davon
aus, dass die Beschwerdeführerin grundsätzlich weiterhin 50 % des bisherigen Ein
kommens erzielen könn
t
e und zog das aktuelle Einkommen der Beschwerde
füh
rerin bei der Z._
heran.
Sie ging davon aus, dass die Beschwerde
führerin
somit
b
ei einem Vollpensum
ein jährliches Einkommen v
on Fr. 135'000.
--
erzie
len
könnte
(vorstehend E. 2.1).
4.5
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend, dass sie per 1. Mai
2015 innerhalb der Z._
aus gesundheitlichen Gründen vom Bereich Banking in den Ber
eich
Shared
Services / Human Re
sources gewechselt und gleichzeitig ihr Pensum von 100 % auf 80 % reduziert habe.
D
er Tätigkeitswechsel und
auch
die damit verbundene Einkommenseinbusse seien somit nicht freiwillig, sondern aus gesundheitlichen Gründen erfolgt. Als Einkommen ohne gesundheitliche Ein
schränkung sei folglich nicht ihr Einkommen nach dem
Wechsel in den Bereich Human Re
sources heranzuziehen, sondern das Einkommen, das sie bei guter Gesundheit in ihrem ursprünglichen Tätigkeitsbereich Banking erzielen würde. Gestützt auf den neuesten Arbeitg
eberfragebogen der Z._
vom 5. März 2020 würde sie im heutigen Zeitpunkt ohne Gesundheitsschaden ein jährliches Einkommen von Fr. 200'000.-- erzielen (vorstehend E. 2.2).
4.6
Den Akten ist zu entnehmen, dass die
Beschwerdeführerin
von September
2005
bis 2013 bei der Z._
im Bereich Banking angestellt war und dort zuletzt
die Position
als Senior Busines
s Project Manager und seit März 2011
als Senior
Product
Manager im Sektor
Lead
Offering Management
des Departements Invest
ment Solutions
innehatte. Aufgrund ihrer sehr guten Leistungen wurde sie per 1. Januar 2008 zum
Assistant
Vice
President
im Middle Management
und per 1. Januar 2012 zum
Vice
President
im Senior Management
befördert (Urk. 3/3 =
Urk. 8/2/13-14 =
Urk. 8/154/1-2
; Urk. 8/25/10-12
; vgl. Urk. 8/2/7-9 = Urk.
8/25/1-3
).
In den Jahren 2007 bis 2011
erzielte die
Beschwerdeführerin
ein jährliches Einkommen zwischen
Fr. 146’830
.-- und Fr. 155'951.--, wobei die ausbezahlten Boni jeweils zwischen Fr. 16'000.-- und Fr. 30'000.-- betrugen (Urk. 3/4/1-3/4/5
= Urk. 8/140/1-10).
Im Oktober 2012 wurde die Beschwerdeführerin aufgrund einer Erschöpfungs
depression sowie eines ersten Schubes ihrer rheumatischen Erkrankung erstmals arbeitsunfähig.
Die Beschwerdeführerin war aufgrund der Erschöpfungsde
pres
sion zunächst vom 24. Oktober bis zum 3. Dezember 2012 in stationärer Behand
lung in einer Burnout-Klinik (vorstehend E. 3.4) und wurde anschliessend vom 3. Dezember 2012 bis zum 6. März 2013 von Dr.
C._
zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben (Urk. 8/8/23-24; Urk. 8/8/26-27). Ab März 2013 konnte sie ihr Pen
sum wieder steigern (vgl. Urk. 8/8/23).
Die Beschwerdeführerin durchlief im Jahr 201
3 ein Programm der Z._
zur beruflichen Neuorientierung, absolvierte im Jahr 2014 einen CAS in Corporate
Responsibility
and
Social
Manag
e
ment und wechselte in der Folge
per 1.
Mai 2015 vom Bereich Banking in den Bereich
Shared
Services
/
Human Re
sources der Z._
, wobei sie gleichzeitig ihr Pensum von 100 % auf 80 % reduzierte (
vgl.
Urk.
3/6 = Urk. 8/26 = Urk. 8/122/1 = Urk. 8/123/7; Urk. 8/2/7-9 = Urk. 8/25/1-3; Urk. 8/25/4-9; Urk. 8/25/17; vgl. auch Urk. 1 S. 4 f. Ziff. II.2.a). Die behandelnde
Psychiaterin Dr.
E._
, welche die Beschwerdeführerin seit 2009 behandelt (vorstehend E. 3.4), führte in ihrem Bericht
vom Oktober 2019
aus, dass sie der Beschwerdeführerin
aus medizini
schen Gründen geraten
habe, das
Pensum
zu reduzieren
wie
auch den Bereich zu wechseln. So sei der
Funktionswechsel per 1. Mai 2015 vom Banking i
n den Bereich
Shared
Services
/
Human Resources
der Z._
aus gesundheit
lichen Gründen erfolgt. E
s
sei
einerseits aus medizinischen Gründen unerlässlich gewesen, das Pensum zu reduzieren und andererseits sei es wichtig gewesen, in ein weniger
s
tress
belastetes Funktionsfeld zu kommen. Während die Beschwerde
führerin im Banking-Bereich einer steten Hektik mit Aufgaben, welche uner
wartet gekommen seien und sofort hätten erledigt werden müssen, ausge
setzt ge
wesen sei, sei es im Human Resources
Bereich möglich, in einem Teilzeitpen
sum zu arbeiten. Zudem sei dort das Arbeitsvolumen insgesamt kleiner, die Arbeitskollegen weniger kompetitiv
und ambitioniert. Die Beschwerdeführerin
habe
ihre Arbeit im Human Resources
besser planen sowie einteilen können und
habe
diese nicht ständig
als
dringend behandeln müssen. Auch seien die vielen Überstunden nicht bereits vorprog
rammiert gewesen (vorstehend E. 3.14).
4.7
Nach dem Gesagten kann festgehalten werden, dass nicht nur die
Pensums
re
duktion
von 100 % auf 80 % per 1. Mai 2015, sondern auch der Bereichsw
echsel vom
Banking zum Human Re
sources aus gesundheitlichen Gründen erfolgt ist. Die
Pensumsreduktion
und der Funktionswec
hsel innerhalb der Z._
waren indessen mit einer deutlichen Lohneinbusse verbunden.
Obwohl die Be
schwerdeführerin dank der im Jahr 2014 absolvierten Weiterbildung mit dem CAS in Corporate
Responsibility
and
Social
Management eine höhere Funktion im Bereic
h Human Res
ources übernehmen konnte als si
e zuvor im Bereich Ban
king inne
hatte, war
en
einerseits das
Salär
mit Fr. 108'000.--
und
andererseits
auch der Bonus mit einem Betrag von Fr. 3'000.--
im
Jahr
2015
deutlich tiefer
(Urk. 3/6 = Urk. 8/26 = Urk. 8/122/1 = Urk. 8/123/7; Urk. 3/7 = Urk. 8/140/17-20).
Es erscheint
daher
-
der Beschwerdeführerin folgend (vgl. vorstehend E. 2.2)
-
als plausibel, dass sie diesen Funktionswechsel und die damit verbundene erhebliche Lohneinbusse bei guter Gesundheit nicht vorgenommen
hätte
, sondern im Bereich Banking geblieben
wäre
, insbesondere weg
en den
höheren Verdienstmöglich
keiten und der besseren Lohnentwicklung
. Folglich ist für die Bestimmung des
Vali
den
einkommens
nicht das Einkommen der Beschwerdeführerin
nach dem
Wechsel i
n den Bereich Human Res
ources heranzuziehen, sondern das Einkom
m
en, dass sie bei guter Gesundheit in ihrem ursprünglichen Tätigkeitsbereich Banking erzielen würde.
Somit kann das Einkommen, das die Beschwerdeführerin nach dem Tätigkeits
wechsel ab dem 1. Mai 2015 erzielte, nicht als
Valideneinkommen
herangezogen werden. Auf die Angaben im Arbeitgeberfragebogen vom
15. November 2019
(Urk. 3/9 = Urk. 8/143/1-6), auf welche sich die Beschwerdegegnerin
zur Ermitt
lung des
Valideneinkommens
stützte (vgl. vorstehend
E. 4.4
), kann
deshalb
nicht abgestellt werden. Einerseits ist nicht klar ersic
htlich, ob der Arbeitgeberfrage
bogen
von der zuständigen Person ausgefüllt wurde, wurde doch für Rückfragen eine Mitarbeiter
in
der I._
aufge
führt (S. 1 Ziff. 1). Andererseits wurde der Arbeitgeberfragebogen, wie die Beschwerdeführerin zu Recht ausführte (vgl. Urk. 1 S. 7 f. Ziff. II.2c), falsch beantwortet.
So wurde in Ziff. 2.7 als Tätig
keit vor Eintritt des Gesundheitsschadens die Tätigkeit als Senior Management Supporter bis
am
31. August 2018 und als Tätigkeit nach Eintritt des Gesund
heitsschadens die berufliche Neuorientierung seit dem 1. September 2018 aus
geführt. Wie bereits dargelegt, wirkte sich der Gesundheitsschaden der Beschwer
deführerin schon viel früher aus
, war sie doch in ihrer ursprünglichen Funktion als
Senior Business Project Manager und als Senior
Product
Manager im Sektor Lead Offering Management des Departements Investment Solutions
nur bis 2013 tätig und durchlief danach auf Empfehlung der behandelnden Psychiaterin Dr.
E._
aus gesundheitlichen Gründen ein Programm zur beruflichen Neu
orientierung, das per 1. Mai 2015 in den Üb
ertritt in den Bereich Human Re
so
urces mündete (vorstehend
E. 4.6
). Zudem wird in Ziff. 2.11 als Lohn ohne Gesundheitsschaden der Betrag von Fr. 67'500.--
angegeben, was dem aktuellen Lohn der Beschwerdeführerin entspricht.
Auch auf die Angaben im ersten Arbeit
g
eberfragebogen der Z._
vom 14. November 2016 (Urk. 8/8/1-5), wo
nach die Beschwerdeführerin heute ohne Gesundheitsschaden Fr. 108'000.-- in der ursprünglichen Tätigkeit als Senior Management Supporter erzielen würde (S. 2 f. Ziff. 2.7 und Ziff. 2.11), kann - der Beschwerdeführerin folgend (vgl. Urk. 1 S. 8 Ziff. II.2c) -
nicht abgestellt werden, beziehen sich doch diese Angaben auf die Tätigkeit der Beschwerdeführerin nach ihrer
Pensumsreduktion
und dem Funktionswechsel aus gesundheitlichen Gründen p
er 1. Mai 2015
und nicht auf ihre frühere Tätigkeit im Bereich Banking.
Dem neuesten Arbeitg
eberfragebogen der Z._
vom 5. März 2020 (
Urk. 3/10 =
Urk. 8/153)
ist zu entnehmen,
dass die Beschwerdeführerin vor Ein
tritt des Gesundheitsschadens als Expert Business Project Manager tätig
war
und heute ohne Gesundheitsschaden in dieser Tätigkeit Fr. 200'000.-- erzielen würde (S. 3 f. Ziff. 2.7 und Ziff. 2.11). Diese Angaben basieren auf den bankinternen Abklärungen e
iner Mitarbeiterin des Human Re
sources, die bereits den Arbeit
ge
berfragebogen ausgefüllt hat
(vgl. S. 1 Ziff. 1), mit der Abteilung
Compensation
, was sie auch mit E-Mail vom 17. Januar 2020 an die Beschwerdeführerin bestä
tigte (
Urk. 3/11 =
Urk. 8/148).
In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass sich die Beschwerdeführerin auch nach Eintritt ihrer ersten Erkrankung im Jahr 2012 stets weitergebildet hat und im Bereich Human Resources eine höhere Funktion innehatte als früher im Bereich Banki
ng
. Wäre die Beschwerdeführerin im Ber
eich B
anking tätig geblieben, wäre
- wie sie zu Recht geltend machte
(Urk. 1 S. 9 Ziff. II.2c)
-
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszu
gehen
, dass sie sich ebenfalls beruflich weiterentwickelt hätte. Dass der hypothetische Lohn gemäss Arbeitgeberfragebogen vom 5. März 2020 deshalb höher ist als der erzielte Durchschnittslohn in den Jahren 2007 bis 2011, mithin vor ihrer ersten längeren Arbeitsunfähigkeit (vorstehend E. 4
.6
), erscheint daher nach dem Gesagten als nachvollziehbar.
Zusammenfassend kann für die Bestimmung des
Valideneinkommens
das im Arbeitgeberfragebogen vom 5. März 2020 genannte Einkommen ohne Gesund
heitsschaden in der Höhe von Fr. 200'000.-- herangezogen werden.
4.8
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch real
i
sierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primä
r von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise
voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
4.9
Nach der Durchführung von diversen Eingliederungsmassnahmen vom 29. Janu
ar 2018 bis zum 30. Juni 2019 konnte die Beschwerdeführerin
per 1. Juli 2019 mit der Z._
einen neuen Arbeitsvertrag mit einem Pensum von 50 %
im
Bereich Human Resources
abschliessen
. Mit dieser Tätigkeit schöpft die Be
schwer
deführerin ihre Restarbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise aus, was vor
liegend un
bestritten ist (vorstehend E. 4.1). In dieser Tätigkeit erzielt die Beschwerde
füh
rerin ein jährliches Einkommen von Fr. 67'500.-- (
vorstehend E. 4.4
). Dass die Be
schwerdegegnerin das von der Beschwerdeführerin tatsächlich erzielte jähr
liche Einkommen in der Höhe von Fr. 67'500.-- als Invalideneinkommen herangezogen hat
,
ist deshalb vo
rliegend nicht zu beanstanden und wird von der
Beschwer
deführerin
auch nicht bestritten (
vorstehend E. 2.1-2.2; Urk. 1 S. 6 Ziff. 2.II.b
).
4.10
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von Fr. 200'000.-- mit dem Invaliden
ein
kommen von Fr. 67'500.-- ergibt eine Einkommenseinbusse von Fr. 132'500.-- und damit einen Invaliditätsgrad von rund 66 %. Somit hat die
Beschwerde
füh
rerin
ab Juli 2019 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
. Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
-
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
I
VG) und ermessensweise auf Fr. 8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen.
5.2
Nach § 34 Abs. 1 des
Gesetz
es
über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat
die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit
sache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§
34
Abs. 3
GSVGer
).
Der
obsiegenden und anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer
in
steht eine Par
tei
entschädigung zu, die beim praxi
sgemässen
Stundenansatz von Fr.
185
.-- (zu
züglich Mehrwertsteuer) ermessensweise auf Fr.
2’000
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen und der Besc
hwerdegegnerin
aufzuerlegen ist
.