Decision ID: 1e88af27-f34a-4371-b794-3bc1381f57ff
Year: 2020
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_003
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

vollständige Abklärung des Sachverhaltes trotz des grossen Aufwands
seitens der IV-Stelle verhindert habe. Dementsprechend seien die
Leistungen zu verweigern.
11. Am 5. November 2018 erhob A._ (nachfolgend Beschwerdeführer)
gegen die Verfügung der IV-Stelle vom 3. Oktober 2018 Beschwerde an
das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Er beantragte die
Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprache einer vollen
(recte: ganzen) Invalidenrente. Eventualiter sei ein Obergutachten
einzuholen bzw. subeventualiter die Angelegenheit an die IV-Stelle
zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. In der
Begründung kritisierte der Beschwerdeführer primär das psychiatrische
Gutachten von Dr. med. G._, welches keine taugliche Grundlage für
die angefochtene Verfügung darstelle. Es sei unvollständig,
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widersprüchlich und nicht schlüssig. Ebenso wenig seien die Folgerungen
aus der neuropsychologischen Testungen nachvollziehbar, zumal Dr. phil.
H._ lediglich von Indizien für eine Antwortverzerrung spreche. Mit der
Beschwerde reichte der Beschwerdeführer insbesondere einen Bericht
seines Hausarztes vom 18. Oktober 2018 sowie ein Bericht seines
behandelnden Psychiaters vom 1. November 2018 ein. Der
Beschwerdeführer kam insgesamt zum Schluss, es liege keine Aggravation
vor und das Leistungsgesuch sei zu Unrecht abgewiesen worden.
Aufgrund der Vorgeschichte, der vorhandenen Arztberichten sowie der
weiteren Akten sei ein Invaliditätsgrad von mindestens 70 % erstellt.
12. Die IV-Stelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin) liess sich am
27. November 2018 zur Beschwerde vernehmen und beantragte die
kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde. Dabei verwies sie zur
Begründung primär auf die angefochtene Verfügung vom 3. Oktober 2018.
Zusätzlich legte sie dar, weshalb aufgrund der Ergebnisse der von Dr. phil.
H._ durchgeführten (neuropsychologischen)
Beschwerdevalidierungstests auf ein suboptimales Leistungsverhalten im
Sinne einer eingeschränkten Testmotivation bzw. Täuschung geschlossen
werden durfte.
13. Der Beschwerdeführer replizierte am 7. Dezember 2018 mit unveränderten
Rechtsbegehren und vertiefte seine Ausführungen. Namentlich stellte er
die neuropsychologischen Validierungstests hinsichtlich ihrer objektiven
Aussagekraft betreffend Aggravation und Simulation in Frage. Die
Beschwerdegegnerin verzichtete am 13. Dezember 2018 auf die
Einreichung einer Duplik.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften, die
angefochtene Verfügung vom 3. Oktober 2018 sowie die weiteren Akten,
wird, sofern erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-Stelle
des Kantons Graubünden vom 3. Oktober 2018. Eine solche Anordnung,
die laut Bundesrecht der Beschwerde an das Versicherungsgericht am Ort
der verfügenden IV-Stelle unterliegt, kann beim Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden als örtlich und sachlich zuständiges
Versicherungsgericht angefochten werden (vgl. Art. 49 Abs. 2 lit. a des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100] i.V.m.
Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
[IVG; SR 831.20] sowie Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Als formeller und
materieller Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer von der
angefochtenen Verfügung unmittelbar betroffen und hat ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung. Er ist somit
zur Beschwerdeerhebung legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59
ATSG). Die Beschwerde wurde zudem frist- und formgerecht eingereicht
(Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 39 Abs. 1 ATSG
sowie Art. 61 lit. b ATSG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2. Vorliegend ist primär strittig, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf die
verlangte (ganze) Invalidenrente hat.
3. Die Beschwerdegegnerin führt die vom Beschwerdeführer geltend
gemachten Leistungseinschränkungen auf Aggravation zurück und
schliesst eine leistungsbegründende gesundheitliche Beeinträchtigung
aus. Dazu stützt sie sich im Wesentlichen auf das psychiatrische Gutachten
vom 5. März 2018 von Dr. med. G._, worin auch die Ergebnisse der
neuropsychologischen Testungen durch Dr. phil. H._,
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Fachpsychologe FSP, gemäss dessen Bericht vom 26. Februar 2018
mitberücksichtigt wurden. Zudem wurde das erwähnte Gutachten durch
den Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie D._ vom Regionalen
Ärztlichen Dienst (RAD) beurteilt und er empfahl, für den
Leistungsentscheid darauf abzustellen.
3.1. Beruht die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen
Konstellation, liegt rechtsprechungsgemäss regelmässig keine versicherte
Gesundheitsschädigung vor. Dies trifft namentlich zu, wenn eine erhebliche
Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeigten
Verhalten oder der Anamnese besteht, wenn intensive Schmerzen
angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt, wenn
keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genommen
wird, wenn demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen
unglaubwürdig wirken oder wenn schwere Einschränkungen im Alltag
behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist.
Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Verhalten hin
(BGE 141 V 281 E.2.2.1 f.; Urteile des Bundesgerichts 9C_462/2019 vom
18. Dezember 2019 E.4.2.1, 8C_155 2019 vom 11. Juli 2019 E.5.1.1 und
9C_104/2019 vom 27. Juni 2019 E.3.2.1).
Eine Aggravation zeichnet sich aus durch eine Übertreibung oder
Ausweitung von Beschwerden, indem tatsächlich vorhandene Symptome
zur Erreichung eines Ziels (im hier interessierenden Kontext die
Zusprechung einer Rente) verstärkt werden. Externe Motivation (Erreichen
einer Rente) und Bewusstseinsnähe sind somit – nebst den vorstehend
dargelegten Hinweisen – starke Anhaltspunkte für eine
anspruchshindernde Aggravation. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass
umso eher von Aggravation auszugehen ist, je mehr Hinweise auf eine
absichtliche, gesteuerte und in diesem Sinne "bewusste"
Symptomerzeugung bestehen. Dabei sind nicht nur die von den
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medizinischen Sachverständigen festgestellten Diskrepanzen zwischen
subjektiver Beschwerdeschilderung und objektivierbaren Befunden von
Bedeutung, sondern auch diesbezügliche Beobachtungen der einen
längeren Zeitraum überblickenden behandelnden Ärzte. Von Relevanz sind
sodann (fremdanamnestische) Hinweise auf das Verhalten der
versicherten Person im Alltag, insbesondere auch im ausserberuflichen
Bereich (siehe Urteile des Bundesgerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016
E.3.1 und 9C_899/2014 vom 29. Juni 2015 E.4.2.2).
Bedeutsame Hinweise ergeben sich unter anderem daraus, ob und
inwieweit die medizinischen Gutachter als auch die behandelnden, in aller
Regel einen längeren Beobachtungszeitraum überblickenden Ärzte
Diskrepanzen zwischen subjektiver Beschwerdeschilderung und
objektivierbaren Befunden beobachtet und dokumentiert haben,
beispielsweise indem ihnen eine demonstrative Schmerzausgestaltung
aufgefallen ist oder die versicherte Person – aus nicht krankheitsbedingten
Gründen – während längerer Zeit geeignete Therapievorschläge abgelehnt
hat (vgl. Urteil 8C_4/2010 vom 29. November 2010 E. 4.2). Ebenfalls kann
die Bestimmung von Medikamentenspiegel wichtige Anhaltspunkte liefern.
Schliesslich können auch Beschwerdevalidierungstests weitere hilfreiche
Hinweise geben (siehe Urteil des Bundesgerichts 9C_899/2014 vom
29. Juni 2015 E.4.2.3).
Besteht nach sorgfältiger Prüfung auf, auch in zeitlicher Hinsicht, möglichst
breiter Beobachtungsbasis im Einzelfall Klarheit darüber, dass nach
plausibler ärztlicher Beurteilung die Anhaltspunkte auf eine Aggravation
bzw. anderer Ausschlussgründe eindeutig überwiegen und die Grenzen
eines bloss verdeutlichenden Verhaltens klar überschritten sind, ohne dass
das aggravierende Verhalten auf eine verselbständigte, krankheitswertige
psychische Störung (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) zurückzuführen
wäre, fällt eine versicherte Gesundheitsschädigung ausser Betracht und
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ein Rentenanspruch ist ausgeschlossen (siehe BGE 141 V 281 E.2.2.1 f.;
Urteile des Bundesgerichts 9C_462/2019 vom 18. Dezember 2019 E.4.2.2
f. und 9C_658/2018 vom 11. Januar 2018 E.4.1).
3.2. Der Beschwerdeführer kritisiert das versicherungsexterne psychiatrische
Gutachten vom 5. März 2018 von Dr. med. G._ unter verschiedenen
Gesichtspunkten und spricht ihm im Ergebnis die Beweiseignung für die
Beurteilung des Leistungsanspruches des Beschwerdeführers ab. In
diesem Zusammenhang reichte er namentlich den Bericht vom 22. August
2018 von Dr. med. I._, Facharzt für Neurologie, betreffend eine
anhaltende Sensibilisierungsstörung am Kinn nach zweifacher Operation
zur Kieferkorrektur sowie den Bericht vom 18. Oktober 2018 von Dr. med.
B._, Facharzt für Allgemeine Medizin, worin dieser zum
psychiatrischen Gutachten von Dr. med. G._ sowie der
neuropsychologischen Testung durch Dr. phil. H._ Stellung nahm, ein.
Dasselbe tat Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, in seinem Bericht vom 1. November 2018, welcher
ebenfalls vom Beschwerdeführer beigebracht wurde.
3.3. Um beurteilen zu können, wie sich der Gesundheitszustand eines
Versicherten im massgebenden Zeitpunkt darstellt, sind die Verwaltung
und das im Beschwerdefall angerufene Gericht auf Unterlagen
angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls andere Fachleute zur
Verfügung stellen. Dabei besteht die Aufgabe des Arztes darin, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und − wenn nötig − seine Entwicklung
im Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter
ärztlicher Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven
Beschwerden, Befunde zu erheben und gestützt darauf eine Diagnose zu
stellen. Hiermit erfüllt der Arzt seine originäre Aufgabe, wofür die
Verwaltung und im Streitfall das Gericht nicht kompetent sind. Bei der
Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen
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für die Arbeitsfähigkeit kommt dem Arzt hingegen keine abschliessende
Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt er zur Arbeitsunfähigkeit
Stellung, d.h. er gibt eine Schätzung ab, welche er aus seiner Sicht so
substantiell wie möglich begründet. Die ärztlichen Auskünfte sind sodann
eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen dem Versicherten konkret noch zugemutet werden
können (vgl. BGE 140 V 193 E.3.2, 132 V 93 E.4 und 125 V 256 E.4).
Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu
würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf
allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1,
125 V 351 E.3a). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich
somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder
Gutachten (BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c mit Hinweisen). Dennoch
hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung
als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer
Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen
(BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b, 112 V 30 E.1a mit Hinweisen). Den
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von
externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und
bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist
bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht
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konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE
137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb). Sodann kommt auch den Berichten
und Gutachten versicherungsinterner Ärzte ein vergleichbarer Beweiswert
zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie
in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
bestehen (siehe BGE 137 V 210 E.1.2.1, Urteil des Bundesgerichts
8C_839/2016 vom 12. April 2017 E.3.1 f.). Die Tatsache allein, dass der
befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger
steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit
schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das
Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet
erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den
Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die
Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab
anzulegen (vgl. zum Ganzen BGE 125 V 351 E.3b/ee, 122 V 157 E.1c).
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E.5.2, 135 V 465
E.4.3.2 und 4.4; Urteile des Bundesgerichtes 9C_415/2017 vom
21. September 2017 E.3.2, 8C_452/2016 vom 27. September 2016 E.4.2.2
f., 8C_245/2011 vom 25. August 2011 E.5.3). In Bezug auf Berichte von
Hausärzten darf und soll der Richter auch der Erfahrungstatsache
Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre
auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten
ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E.4.5; BGE 125 V 351 E.3b/cc).
Insbesondere lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag
der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und der
Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten
(vgl. dazu BGE 124 I 170 E.4) andererseits nicht zu, ein Administrativ- oder
Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass für weitere
Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen zu
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anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben immerhin
diejenigen Fälle, in denen sich eine vom (amtlichen) Gutachten
abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die Berichte der behandelnden
Ärzte wichtige – nicht rein der subjektiven Interpretation entspringende –
Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt
geblieben sind (Urteile des Bundesgerichts 8C_317/2019 vom
30. September 2019 E.2.3, 8C_379/2019 vom 21. August 2019 E.2.2,
8C_229/2019 vom 5. Juli 2019 E.5.1 und 8C_835/2018 vom 23. April 2019
E.3).
3.4. Dr. med. G._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
sowie zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, untersuchte den
Beschwerdeführer am 21. November 2017 während mehr als einer Stunde
(siehe IV-act. 108 S. 1 ff.). Am 23. Februar 2018 führte Dr. phil. H._,
Fachpsychologe FSP, eine neuropsychologische Abklärung durch,
worüber in der "neuropsychologischen Beurteilung" vom 26. Februar 2018
berichtet wurde. Dr. phil. H._ ergänzte die bereits anlässlich der
psychiatrischen Begutachtung geschilderte Anamnese und befragte den
Beschwerdeführer insbesondere zu seinen Leiden bzw. den subjektiven
Beschwerden, den Entwicklungen und des Verlaufs der kognitiven Defizite,
der Freizeitgestaltung sowie der Selbsteinschätzung betreffend Diagnose,
Arbeitsfähigkeit und Wiedereingliederung. Zusätzlich hielt Dr. phil. H._
die von ihm feststellbaren Befunde, wie die äussere Erscheinung, die
Verhaltensbeobachtung sowie den psychopathologischen Status fest.
Auch beschrieb er die Rahmenbedingungen der neuropsychologischen
Testungen. Demnach wurde infolge einer problemlosen Verständigung
kein Dolmetscher benötigt und der Beschwerdeführer verneinte das
Vorliegen von Faktoren, welche ihn daran hinderten, im Rahmen der
Abklärung das bestmögliche Ergebnis zu erbringen. Als Befunde der
neuropsychologischen Abklärung hielt Dr. phil. H._ namentlich ein
mässiggradig eingeschränktes Testergebnis zur allgemeinen kognitiven
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Leistungsfähigkeit sowie ein schwergradig eingeschränktes Testergebnis
im Rahmen der handlungsbezogenen Intelligenz fest. Bei einem grossen
Teil der Testergebnisse resultierte eine schwergradig verminderte
Leistungsfähigkeit bzw. eine schwergradige Einschränkung oder
zumindest eine mässiggradige Einschränkung. Zur Leistungsmotivation
und dem anhand von Beschwerdevalidierungstests evaluierten
Testverhalten hielt Dr. phil. H._ aufgrund der erreichten
Testergebnisse fest, es bestünden mehrere Indizien für eine
Antwortverzerrung. Die Testwerte wurden von Dr. phil. H._
überwiegend als Hinweis auf Antwortverzerrung, teilweise auf
Zufallsniveau, beurteilt. Dr. phil. H._ stellte zwar nur ein leichtgradig
ausgeprägtes Klagen des Exploranden fest, doch erachtete er zwei von
vier Plausibilitätskriterien gemäss Slick et al. (1999) zur
Simulationsabklärung als erfüllt. Er bejahte einen substanziellen externen
Anreiz, weil sich der Beschwerdeführer für die Ausrichtung einer Vollrente
ausgesprochen hatte (Slick-Kriterium A). Betreffend das B-Kriterium
(Evidenzen aus testpsychologischen erzielten Ergebnissen) hielt Dr. phil.
H._ fest, dass die durch den Beschwerdeführer erbrachte
Fehlermenge im Rahmen der Beschwerdevalidierung mittels ausgewählter
Testverfahren mit nur einer Ausnahme klar höher als erwartet gewesen sei,
womit die Testergebnisse als deutlich auffällig zu bewerten seien. Für noch
auffälliger befand Dr. phil. H._ die deutlich schwankenden
Reaktionsgeschwindigkeiten, wie sie beim Beschwerdeführer bei
einfachen Reiz-Reaktionsaufgaben (Testbatterie zur
Aufmerksamkeitsprüfung; Untertest: Alertness) festgestellt werden
konnten. Bei authentischen Störungen sei dies in der Regel nicht zu
erwarten, doch seien bei Personen mit Verdacht auf negative
Antwortverzerrungen oft erhöhte Schwankungen von
Reaktionsgeschwindigkeiten beschrieben worden. Die
Standardabweichung von Reaktionsgeschwindigkeiten als eingebetteter
Parameter zur Erfassung von negativer Antwortverzerrung sei
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wissenschaftlich untersucht worden, wobei Exploranden mit schlechteren
bzw. auffälligen Ergebnissen bei einem (auch vorliegend durchgeführten)
Beschwerdevalidierungstest grössere Schwankungen der
Reaktionsgeschwindigkeiten gezeigt hätten.
3.5. Im psychiatrischen Gutachten vom 5. März 2018 von Dr. med. G._,
welches sich neben den ihm vorliegenden Akten auch auf die eigenen
Untersuchungen sowie die vorstehend erwähnte neuropsychologische
Abklärung stützte, stellte er keine Diagnose mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit (siehe IV-act. 108 S. 38). Aus der fachärztlichen
Beurteilung sowie der Beantwortung des gutachterlichen Fragenkataloges,
welcher sich an den Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281
orientiert, lassen sich folgende Schlüsse ziehen: In Anlehnung an die
internationale Klassifikation psychischer Störungen ICD-10, Kapitel V (F),
klinisch diagnostische Leitlinien (10. Auflage), haben sich gemäss
Beurteilung von Dr. med. G._ im Rahmen der Untersuchung keinerlei
Hinweise für das Vorliegen einer organischen, einschliesslich
symptomatischen psychischen Störung, einer Störung durch psychotrope
Subtanzen, einer Schizophrenie oder einer schizotypen oder wahnhaften
Störung finden lassen. Im Untersuchungszeitpunkt hat der
Beschwerdeführer gemäss Dr. med. G._ eine ausgeprägte depressive
Symptomatik demonstriert, wobei die Klagen allerdings recht vage und
unklar geblieben seien. Spontan habe er berichtet, dass es ihm in der
letzten Zeit immer gleich gehe und er keine Kraft und keine Energie habe.
Er leide dauernd unter Schmerzen, könne morgens fast nicht aufstehen
und sei den ganzen Tag müde. Er habe auch von grossen Problemen
hinsichtlich des Aufstehens aus einer sitzenden Position berichtet. Zu
Hause sei er einfach im Bett. Wenn er zu Hause sei und nicht in die
Tagesklinik gehe, habe er keine Kraft zum Aufstehen. Gemäss Dr. med.
G._ berichtete der Beschwerdeführer im Widerspruch zu den
vorstehenden Schilderungen davon, dass sein Hobby das Autofahren sei.
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Wenn er könne, nehme er das Auto und fahre eine Runde in der Stadt.
Fahren sei auch sein Beruf und er fahre gerne. Mit dem Autofahren habe
es bisher keine Probleme gegeben. Dementsprechend schloss Dr. med.
G._, dass der Beschwerdeführer (gemäss seiner eigenen Darstellung)
nicht immer im Bett liege und auch über die Ressourcen verfüge, mit dem
Auto (zum Zeitvertreib) durch die Stadt zu fahren. Die Einschätzung des
Beschwerdeführers, wonach er beim Autofahren keine Probleme habe,
kontrastiert gemäss Dr. med. G._ mit den anlässlich der Exploration
und der neuropsychologischen Untersuchung demonstrierten
neuropsychologischen Einschränkungen, wobei die
Beschwerdevalidierung anlässlich der neuropsychologischen Abklärung
höchst auffällig gewesen sei. Namentlich habe der Beschwerdeführer bei
verschiedenen Tests Werte auf Zufallsniveau erreicht und auch die deutlich
schwankenden Reaktionsgeschwindigkeiten in einer Testbatterie zur
Aufmerksamkeitsprüfung seien von Dr. phil. H._ als hoch auffällig
beurteilt worden (siehe dazu IV-act. 108 S. 54 ff.). Dr. med. G._ wies
zudem zutreffend darauf hin, dass man in der psychiatrischen Diagnostik
ganz wesentlich auf die (verlässliche) Mitwirkung der Exploranden
angewiesen sei, weil viele Krankheitssymptome rein subjektiv seien, einer
objektiven Erfassung nicht zugänglich seien und vom Exploranden
berichtet werden müssten. Die Verlässlichkeit der Angaben des
Beschwerdeführers verneinte Dr. med. G._ im vorliegenden Fall.
Bestätigt sah sich Dr. med. G._ auch durch das von RAD-Arzt
D._ berichtete unmotivierte Verhalten des Beschwerdeführers
betreffend Therapieauflagen (vgl. dazu Case Report vom 3. Oktober 2018
[Druckdatum; IV-act. 120] S. 9). Auch wenn nach Auffassung von Dr. med.
G._ aufgrund der Aktenlage die Diagnose einer rezidivierenden
depressiven Störung wohl insgesamt als plausibel erachtet werden könne,
sei es (aufgrund des unkooperativen Verhaltens des Beschwerdeführers
bei der Abklärung) nicht möglich, zur (tatsächlichen) Ausprägung der
depressiven Symptomatik, zum Verlauf und zu den sich daraus ergebenen
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Einschränkungen objektiv Stellung zu nehmen. Die weiteren in den Akten
erwähnten Diagnosen seien hingegen weitgehend nicht plausibel oder
kämen medizinisch-theoretisch nicht in Frage. Dr. med. G._ legte
dabei insbesondere dar, weshalb er eine zusammen mit einer (schweren)
rezidivierenden Depression diagnostizierte Panikstörung mit Agoraphobie
nicht nachvollziehen konnte. Zu der im Bericht vom 28. Juni 2017 von
Dr. med. F._ der Klinik E._ zusätzlich bzw.
differentialdiagnostisch diagnostizierten chronischen Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) bemerkte
Dr. med. G._, dass diese ebenso auf rein subjektiven
(Schmerz-)Angaben des Beschwerdeführers beruhe. Mangels
hinreichender Kooperation bei der aktuellen Abklärung könne keine
Diagnose aus dem Kapitel F4 gestellt werden, zumal die Angaben des
Beschwerdeführers über seine Schmerzen – wie vorstehend bereits
beschrieben – sehr pauschal seien. Schliesslich fänden sich weder in den
Akten, den aktuellen Untersuchungen oder in der Anamnese irgendwelche
Hinweise, die für das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung sprechen
würden. Hinsichtlich der massgebenden Standardindikatoren gemäss
BGE 141 V 281 bzw. der Hauptkategorien "funktioneller Schweregrad" und
"Konsistenz" sowie auch bei der Beantwortung des
versicherungsmedizinischen Fragenkataloges, wies Dr. med. G._
wiederholt darauf hin, dass infolge der eingeschränkten Mitwirkung des
Beschwerdeführers bzw. der Diskrepanzen und Wiedersprüchen teilweise
keine zuverlässigen Angaben möglich seien. Im Ergebnis sah sich Dr. med.
G._ infolge der vielen Hinweise auf Diskrepanzen, Widersprüche und
der eingeschränkten Mitwirkung nicht in der Lage, eine fundierte
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten oder einer
adaptierten Tätigkeit anzugeben.
3.6.1. Der Beschwerdeführer kritisiert das psychiatrische Gutachten vom 5. März
2018 dahingehend, dass darin seine Vorgeschichte und die Symptome
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unzureichend gewürdigt worden seien. Es handle sich namentlich um die
erstandene Untersuchungshaft, die gesundheitlichen Probleme infolge der
Schafapnoe sowie die notwendig gewordene Kieferoperation mit
Komplikationen. Dem ist zu entgegnen, dass sich der psychiatrische
Gutachter umfassend und sorgfältig mit den medizinischen Vorakten
auseinandergesetzt und die vom Beschwerdeführer geklagten
Beschwerden berücksichtigt hat. Denn Dr. med. G._ würdigte
insbesondere die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden wie
Depressivität und die damit einhergehende Kraftlosigkeit, die innere
Unruhe, das Zittern und die Kieferoperation sowie die damit in
Zusammenhang stehenden Komplikationen bzw. Schmerzen mit
psychischen Belastungen, auch wenn er im Ergebnis die Konsistenz der
subjektiven Schilderungen des Beschwerdeführers in Frage stellte (siehe
auch nachstehende Erwägung 3.6.3). Gemäss Arztbericht vom 2. Juli 2016
von Dr. med. B._ kann das Schafapnoe-Syndrom seit Mitte 2016 als
geheilt betrachtet werden (siehe IV-act. 69 S. 2). Die mit der erstandenen
Untersuchungshaft in Zusammenhang stehende psychische Belastung
wird von Dr. med. G._ anhand eines Aktenauszuges des Arztberichtes
vom 2. Juli 2016 von Dr. med. B._ ebenfalls gewürdigt (siehe IV-
act. 108 S. 6), wobei bereits RAD-Arzt D._ in seinem Bericht vom
14. Februar 2017 betreffend die Begutachtung des Beschwerdeführers im
September 2016 auf die Ungereimtheit hingewiesen hatte, wonach die
Untersuchungshaft für den Beschwerdeführer zwar sicherlich ein
wesentliches Lebensereignis gewesen sei, auf das er mit ausgeprägter
Depressivität reagiert habe, er im Anschluss daran aber wieder eine volle
Arbeitsfähigkeit erlangen konnte. Dadurch sei eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit infolge der Inhaftierung widerlegt (siehe IV-act. 78 S. 7).
3.6.2. Der Beschwerdeführer erachtet das versicherungsexterne Gutachten von
Dr. med. G._ auch als widersprüchlich, weil dieses einerseits
festhalte, dass der Beschwerdeführer kooperativ sei und sich bemühe,
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ausführlich Stellung zu nehmen, andererseits aber später das Verhalten
des Beschwerdeführers als unkooperativ, dessen Klagen als recht vage
und unklar und die Symptomvalidierung als auffällig beurteilt würden.
Entgegen der gutachterlichen Feststellungen habe der Beschwerdeführer
seine Beschwerden recht genau geschildert und der Gutachter hätte unter
Berücksichtigung der vorhandenen Intelligenzminderungen bei als zu vage
erachteten Beschwerdeschilderungen nachfragen müssen. Es trifft zu,
dass Dr. med. G._ in seinem psychiatrischen Gutachten vom 5. März
2018 hinsichtlich der Verhaltensbeobachtung und des äusseren
Erscheinungsbilds festhielt, dass der Beschwerdeführer freundlich
zugewandt, kooperativ und bemüht gewesen sei, zu seiner Problematik
ausführlich Stellung zu nehmen. Betreffend den Psychostatus vom
21. November 2017 führte Dr. med. G._ auch aus, dass der
Beschwerdeführer bei unverändertem Ausdrucksverhalten jeweils nur sehr
knapp antwortete und somit die Beschwerdeschilderungen nicht sehr
ausführlich gewesen seien. Bei der "Beurteilung bzw. Einordnung der
Beschwerden und Befunde in Bezug auf aktuelle Diagnosesysteme und
Stellungnahmen zu früheren ggf. anderslautenden Beurteilungen"
berichtete Dr. med. G._ von einem Exploranden, welcher eine
ausgeprägt depressive Symptomatik demonstriere, wobei aber seine
Klagen recht vage und unklar seien. So habe er spontan berichtete, dass
es ihm in letzter Zeit immer gleich gehe und er keine Kraft und Energie
habe. Wenn er einmal Kraft habe und sich bewege, beginne er zu zittern.
Schmerzen habe er im Mund sowieso immer, aber auch im ganzen Körper.
Das grösste Problem sei, dass er am Morgen fast nicht aufstehen könne
und den ganzen Tag müde sei und dass er aus dem Sitzen fast nicht mehr
aufstehen könne. Wenn er dann die Kraft habe aufzustehen, beginne er zu
zittern. Dr. med. G._ erwähnte zudem, dass der Beschwerdeführer
anlässlich der neuropsychologischen Abklärung gravierende
neuropsychologische Einschränkungen demonstriert und bei
verschiedenen Tests Werte auf Zufallsniveau erreichte habe, die durch
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Dr. phil. H._ als insgesamt deutlich auffällige Testergebnisse
interpretiert worden seien. Gemäss dem neuropsychologischen Gutachten
seien schwankende Reaktionsgeschwindigkeiten bei einfachen Reiz-
Reaktionsaufgaben als besonders auffällig zu bewerten. Zu einem solchen
unkooperativen bzw. nicht authentischen Verhalten anlässlich der
Abklärungen mit dementsprechend nicht validen Testergebnissen passe
auch das vom RAD-Arzt D._ beschriebene, unmotivierte Verhalten
des Beschwerdeführers betreffend die Befolgung von Therapieauflagen
(siehe IV-act. 33 f. und IV-act. 120 S. 9). Entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführers ist aus der anfänglichen Attestierung einer Kooperation
anlässlich des psychiatrischen Explorationsgespräches kein unauflösbarer
Widerspruch im versicherungsexternen Gutachten ausgewiesen. Mit der
ersten Aussage zur Rahmensituation des Explorationsgespräches wird
zum Ausdruck gebracht, dass der Beschwerdeführer am Gespräch
mitwirkte und seine gesundheitlichen Probleme zu beschreiben versuchte.
Dies betrifft somit die formelle Beteiligung im Rahmen des psychiatrischen
Explorationsgespräches. Insbesondere die inhaltlichen
Beschwerdeschilderungen sind hingegen nach fachärztlicher
Einschätzung aber insgesamt recht vage, unklar und nicht sehr ausführlich
geblieben, was rechtsprechungsgemäss klar als Aggravations- bzw.
Simulationshinweis gedeutet werden kann (siehe bereits vorstehende
Erwägung 3.1 m.H.a. BGE 141 V 281 E.2.2.1 f.). Insofern ist das
"unkooperative Verhalten" bzw. die "eingeschränkte Mitwirkung" in dem
Sinne zu verstehen, als dass Dr. med. G._ von nicht validen
Beschwerdeschilderungen und einem ebensolchen Testverhalten
anlässlich der psychiatrischen sowie neuropsychologischen Exploration
ausging. Soweit der Beschwerdeführer in Anbetracht der sprachlichen und
kognitiven Fähigkeiten des Beschwerdeführers eine unterbliebene
Nachfrage durch den psychiatrischen Gutachter moniert, kann er daraus
nichts zu seinen Gunsten ableiten. Hinweise auf eine allfällige
Intelligenzminderung wurden erst im Rahmen der nach dem
- 24 -
psychiatrischen Explorationsgespräch vom 21. November 2017
stattgefundenen neuropsychologischen Untersuchung durch Dr. phil.
H._ am 23. Februar 2018 erwähnt, wobei anlässlich dieser
Untersuchung auch (gewichtige) Indizien für Antwortverzerrungen
festgestellt wurden. In den Vorakten wurde eine entsprechende
krankheitswertige Diagnose mit (potenzieller) Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit in Bezug auf eine allenfalls eingeschränkte
Intelligenzleistung weder von den behandelnden Ärzten noch von RAD-
Arzt D._ in Erwägung gezogen. Dementsprechend hatte Dr. med.
G._ anlässlich seines Explorationsgespräches keine spezifischen
Hinweise auf eine Intelligenzminderung oder auch Sprachbarrieren, welche
eine besondere Nachfragepflicht hätten zu begründen vermögen. Vielmehr
hat der Beschwerdeführer selbst berichtet, dass er ein guter Schüler
gewesen sei und auch verschiedene Ausbildungen habe erfolgreich
abschliessen können. Es drängte sich also keine besondere Fragepflicht
des psychiatrischen Gutachters auf. Damit stimmt überein, dass auch
Dr. phil. H._ in seiner neuropsychologischen Beurteilung vom
26. Februar 2018 dem Beschwerdeführer grundsätzlich eine zügige
Arbeitsweise attestierte und den Bedarf für einen Dolmetscher infolge der
langjährigen Anwesenheit in der Schweiz und entsprechenden
schweizerdeutschen Sprachkenntnissen verneinte.
3.6.3. Soweit der Beschwerdeführer kritisiert, dass aus dem psychiatrischen
Gutachten bzw. der neuropsychologischen Abklärung nicht schlüssig
hervorgehe, inwiefern der Beschwerdeführer eine ihm obliegende
Mitwirkungspflicht im Rahmen der Abklärungen verletzt hätte, zielt sein
Einwand an der Sache vorbei. Auch wenn der Beschwerdeführer diese
Einschätzung nicht teilt, geht sowohl aus dem psychiatrischen Gutachten
vom 5. März 2018, als auch aus dem Bericht vom 26. Februar 2018 zur
neuropsychologischen Abklärung hervor, worin die versicherungsexternen
Gutachter Diskrepanzen und nicht authentische Beschwerdeschilderungen
- 25 -
bzw. Testergebnisse erblickten und insofern von keiner verlässlichen
Mitwirkung des Beschwerdeführers ausgingen. Namentlich erkannte
Dr. med. G._ nachvollziehbar eine Diskrepanz zwischen den (eher
vagen und ungenauen) Schilderung einer (schweren) depressiven
Symptomatik, wonach der Beschwerdeführer ständig keine Kraft und
Energie habe, am Morgen fast nicht aufstehen könne und den ganzen Tag
müde sei bzw. "er zu Hause im Bett sei", und der als Hobby angegebenen
Tätigkeit des Autofahrens. Der Beschwerdeführer bestätigte, dass er diese
Tätigkeit gerne mache und wenn er könne, nehme er das Auto und fahre
eine Runde in der Stadt. Mit dem Autofahren habe er bisher keine
Probleme gehabt und er sei auch mit dem Auto zur Untersuchung
gekommen. Daraus schloss Dr. med. G._ zutreffend, dass der
Beschwerdeführer gewisse (bevorzugte) Tätigkeiten sehr wohl ausführen
könne und dementsprechend nicht ständig im Bett liege. Überdies
kontrastiert auch die beschwerdeführerische Einschätzung seiner Fähigkeit
zum Führen eines Motorfahrzeuges mit den anlässlich der
neuropsychologischen Untersuchung demonstrierten neurokognitiven
Einschränkungen (siehe IV-act. 108 S. 3 und 55). Für nicht verlässliche
Angaben des Beschwerdeführers anlässlich der Explorationen sprechen
neben den neuropsychologischen Beschwerdevalidierungstest auch die
anlässlich der psychiatrischen Exploration festgestellten Inkonsistenzen
und Diskrepanzen sowie die fragliche Therapiecompliance seitens des
Beschwerdeführers (siehe dazu nachstehende Erwägung 3.6.4).
3.6.4. Der Beschwerdeführer stellt sich zudem auf den Standpunkt, dass er stets
therapiemotiviert gewesen sei und sämtliche Therapieauflagen erfüllte
habe. Dies werde von seinen behandelnden Ärzten bestätigt (siehe dazu
Akten des Beschwerdeführers [Bf-act.] 4 f. und IV-act. 98 S. 1 f.). Dem ist
zu entgegnen, dass bereits im Rahmen der RAD-Abklärung vom
26. September 2016 bzw. dem entsprechenden Bericht vom 14. Februar
2017 von RAD-Arzt D._ eine Intensivierung der medizinischen
- 26 -
Behandlung betreffend die differentialdiagnostisch allenfalls in Frage
kommende depressive Episode als zumutbar erachtet wurde (siehe IV-
act. 78 S. 7). Im Bericht vom 28. Juni 2017 von Dr. med. F._
betreffend den stationären Aufenthalt vom 10. Mai 2017 bis zum 16. Juni
2017 wurde festgehalten, dass der Beschwerdeführer sich parallel zur
psychopharmakologischen Therapie (mit Medikamentenspiegeln im
subtherapeutischen Bereich) nur teilweise am Therapieprogramm der
Station beteiligt habe. Er sei durch ausgeprägte Passivität aufgefallen,
wobei er vordergründig therapiemotiviert gewesen sei, aber dennoch
immer wieder zur Teilnahme an den Therapien habe aufgefordert werden
müssen und sich auch nicht an gemeinsam vereinbarte Aufgaben gehalten
habe (siehe IV-act. 95 S. 3 ff.). RAD-Arzt D._ beurteilte dies als
defizitäre Mitwirkung, auch wenn nicht gesagt werden könne, dass der
Beschwerdeführer die Therapieauflagen gar nicht erfüllte habe. Er
erachtete die Verhaltensweise des Beschwerdeführers als unmotiviertes
Absitzen mit passivem Widerstand gegenüber dieser stationären
Behandlung, welche mit einem vorzeitigen Austritt infolge einer (erneuten)
Kieferoperation geendet habe (siehe IV-act. 120 S. 9). Diese Umstände
betreffen die Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 "Behandlungs-
und Eingliederungserfolg oder -resistenz" aus der Hauptkategorie
"Funktioneller Schweregrad" bzw. "Behandlungs- und
eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck" aus der
Hauptkategorie "Konsistenz" und thematisieren die wichtige
Therapiecompliance, welche auch Dr. med. G._ in seiner Beurteilung
als ungenügend bewertete (siehe IV-act. 108 S. 34). RAD-Arzt D._
sah sich in seiner Abschlussbeurteilung vom 30. April 2018 hinsichtlich des
von ihm bereits erkannten Widerspruchs betreffend die durchgehend
schwer ausgeprägten Beschwerdeschilderungen im Vergleich zur
schwachen Mitwirkung des Beschwerdeführers durch das
verwaltungsexterne psychiatrische Gutachten vom 5. März 2018 bestätigt
(siehe IV-act. 120 S. 18 f.). Dazu und auch zu den aktenkundig mehrfach
- 27 -
unzureichenden bzw. sich im subtherapeutischen Bereich oder nicht im
Normalbereich befindlichen Medikamentenspiegel, worauf RAD-Arzt
D._ in seiner Abschlussbeurteilung vom 30. April 2018 zutreffend
hinwies, äusserten sich die behandelnden Ärzte nicht substantiiert.
Dr. med. C._ attestierte in seinem Bericht vom 1. November 2018 dem
Beschwerdeführer trotz der auffälligen
Medikamentenspiegelbestimmungen und ohne schlüssige Begründung
ohne Weiteres eine gute Therapiemotivation und eine konsequente
Durchführung von Therapiemassnahmen (siehe IV-act. 94 S. 2, IV-act. 95
S. 4 f., IV-act. 100 IV-act. 120 S. 18, Bf-act. 4 S. 4). Damit fehlt es aber an
einer detaillierten Auseinandersetzung mit den gutachterlichen
Feststellungen, welche es überhaupt erst ermöglichen würde, die
gutachterlichen Schlüsse ernsthaft in Frage zu stellen.
3.6.5. Der Beschwerdeführer stellt sich ferner auf den Standpunkt, dass im
psychiatrischen Gutachten zwar die erhobenen Befunde sowie die
Anamnese für eine (rezidivierende) depressive Störung präsentiert worden
seien, bei der gutachterlichen Würdigung aber zu Unrecht unberücksichtigt
geblieben seien. So stehe das Gutachten im Widerspruch zu allen
Berichten der behandelnden Ärzte und fokussiere auf die Konstruktion von
Widersprüchen. Soweit der Hausarzt Dr. med. B._ in seinem Bericht
vom 18. Oktober 2018 das psychiatrische Gutachten dahingehend
kritisiert, dass dieses nicht umfassend sei, die Klagen sowie die Vorakten
nicht berücksichtige und somit nicht nachvollziehbar und ungenügend sei,
muss darauf hingewiesen werden, dass Dr. med. B._ kein Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie ist. Zudem scheint Dr. med. B._
dem rechtsprechungsgemässen Beweiseignungskriterium für
medizinische Berichte und Gutachten hinsichtlich der (Mit-
)Berücksichtigung der geklagten Beschwerden (siehe vorstehende
Erwägung 3.3) eine zu weitgehende Bedeutung einräumen zu wollen.
Denn in Anbetracht des strukturierten Beweisverfahrens gemäss BGE 141
- 28 -
V 281 kann für die Beurteilung von psychischen Erkrankungen
offensichtlich nicht ein unreflektiertes Übernehmen der geäusserten
Beschwerden gemeint sein, sondern lediglich –aber immerhin – die
Bewertung ("Berücksichtigung") der entsprechenden Ausführungen des
Exploranden. Dass die gutachterliche Beurteilung nicht in Kenntnis der
vollständigen Anamnese erfolgte, ist nicht ersichtlich (siehe dazu IV-
act. 108 S. 3 ff.). Dr. med. G._ kam im Ergebnis zum Schluss, dass
es ihm infolge des unkooperativen Verhaltens bzw. der eingeschränkten
Mitwirkung des Beschwerdeführers (hinsichtlich einer verlässlichen
Befunderhebung) anlässlich der psychiatrischen und
neuropsychologischen Untersuchungen nicht möglich sei, zum Verlauf und
zum aktuellen Bestand der funktionalen Einschränkungen Stellung zu
nehmen. Dr. med. G._ leitete dies aus den selbst anlässlich der
psychiatrischen Exploration festgestellten Inkonsistenzen bzw.
Diskrepanzen, der eher vagen und ungenauen Beschwerdeschilderung
sowie den auffälligen Unterschieden im Aktivitätsniveau ab. Ferner
beurteilte er – im Einklang mit Dr. phil. H._ – die anlässlich der
neuropsychologischen Untersuchung demonstrierten neurokognitiven
Einschränkungen als nicht mit der vom Beschwerdeführer als problemlos
beschriebenen Tätigkeit des Führens eines Motorfahrzeuges vereinbar.
Dazu kamen auffällige Testergebnisse der neuropsychologischen
Beschwerdevalidierungstests, welche Indizien auf eine Antwortverzerrung
lieferten. Vor diesem Hintergrund greift die beschwerdeführerische Kritik
zu kurz, wonach Dr. med. G._ den selbst erhobenen, für eine
depressive Symptomatik sprechende Psychostatus vom 21. November
2017 (siehe dazu IV-act. 108 S. 28) sowie die Vorakten mit dem
Beschwerdebild einer Depression bzw. entsprechenden Diagnosen zu
Unrecht unberücksichtigt gelassen habe. Der im psychiatrischen
Gutachten auf S. 28 ff. festgehaltene Psychostatus vom 21. November
2017 bewertete Dr. med. G._ an dieser Stelle des Gutachtens noch
nicht in versicherungsmedizinischer Hinsicht. Insofern gelangte Dr. med.
- 29 -
G._ zwar zum Schluss, dass zwar die Diagnose einer rezidivierenden
depressiven Störung wohl insgesamt plausibel sein könne, zugleich hielt
er aber nachvollziehbar fest, dass vorliegend infolge des unkooperativen
Verhaltens im Sinne eines nicht validen Aussageverhaltens bzw. der
dementsprechend eingeschränkten Mitwirkung keine Aussage zur
objektiven Ausprägung der depressiven Symptomatik, zu dessen Verlauf
und zu allfälligen Einschränkungen (der funktionellen Leistungsfähigkeit)
möglich sei (siehe IV-act. 108 S. 34). Damit in Einklang steht auch, dass
Dr. med. G._ (lediglich) einen Verdacht auf eine rezidivierende
depressive Störung als Diagnose ohne (objektiv ausgewiesene)
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit im Gutachten stellte (siehe IV-
act. 108 S. 38).
3.6.6. Dr. med. G._ gelangte bei der Beantwortung des sich am
strukturierten Beweisverfahren gemäss BGE 141 V 281 orientierenden
gutachterlichen Fragenkataloges (siehe dazu IV-act. 108 S. 33 ff.) vielfach
zum Schluss, dass infolge der eingeschränkten Mitwirkung des
Beschwerdeführers keine eindeutigen Angaben möglich seien. Namentlich
bei den Fragestellungen betreffend den Komplex
"Gesundheitsschädigung", "Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder
-resistenz", die Beurteilung der zu Verfügung stehenden Ressourcen aus
den Komplexen "Persönlichkeit" und "Sozialer Kontext" sowie auch
Fragestellungen betreffend die Hauptkategorie "Konsistenz". Formal
gesehen trifft es also zwar in Übereinstimmung mit dem
beschwerdeführerischen Vorwurf zu, dass Dr. med. G._ keine
konkrete Antwort auf diese Fragen gab. Allerdings ist der entsprechende
Schluss auf eine Nichtbeurteilbarkeit vielfach die logische Konsequenz der
von Dr. med. G._ sowie Dr. phil. H._ nachvollziehbar erkannten
Inkonsistenzen und Diskrepanzen bzw. Antwortverzerrungen, wonach die
vom Beschwerdeführer geschilderten gesundheitlichen Beschwerden und
(neurokognitiven) Einschränkungen nicht valid seien und somit auf ein
- 30 -
nicht authentisches bzw. (zumindest) aggravatorisches Verhalten
anlässlich der Explorationen geschlossen wurde (siehe dazu auch
vorstehende Erwägungen 3.4 f. und 3.6.2 ff.). Immerhin lassen sich die
Antworten zu den entsprechenden Indikatoren an anderer Stelle dem
Gutachten oder den darin referierten Vorakten entnehmen. So geht
Dr. med. G._ in Übereinstimmung mit RAD-Arzt D._ im Rahmen
der Beurteilung bzw. Einordnung der Beschwerden und Befunde in Bezug
auf aktuelle Diagnosesysteme und Stellungnahmen zu früheren,
gegebenenfalls anderslautenden Beurteilungen davon aus, dass der
Beschwerdeführer gemäss den Vorakten bereits seit geraumer Zeit ein
unmotiviertes Verhalten betreffend seine Therapieauflage und
dementsprechend eine fragliche Therapiecompliance an den Tag gelegt
habe (siehe IV-act. 108 S. 12 f., 17 und 34). Hinzu kommt, dass auch der
Medikamentenspiegel gemäss Laborbefund für das Datum der
psychiatrischen Exploration ein Ergebnis für Duloxetin unterhalb des
Normwertes ergab (siehe IV-act. 108 S. 30 und 63). Auch RAD-Arzt
D._ beurteilte in seiner Stellungnahme vom 28. September 2017 zum
Laborbefund vom 15. September 2017 die Medikamentenspiegel als
auffallend niedrig. Denn diese schwankten von auffällig niedrig (Duloxetin)
bis zu nicht nachweisbar (Seroquel/Quetiapin) (siehe IV-act. 100 und IV-
act. 120 S. 9, 14 und 18). Ein Duloxetinspiegel unterhalb des
Referenzbereiches wurde zudem auch bei den
Medikamentenspiegelbestimmungen vom 13. November 2017, 18. August
2017 und 14. Juni 2017 festgestellt (siehe IV-act. 96 S. 16 f. und IV-
act. 106). Dementsprechend wurden die wichtigen Indikatoren
"Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz" aus der
Hauptkategorie "Funktioneller Schweregrad" bzw. "Behandlungs- und
eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck" aus der
Hauptkategorie "Konsistenz" entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers gutachterlich bewertet (siehe auch bereits
vorstehende Erwägung 3.6.4).
- 31 -
3.6.7. Der Beschwerdeführer erachtet die Folgerungen von Dr. phil. H._ aus
den neuropsychologischen Testungen vom 23. Februar 2018 als nicht
nachvollziehbar, wobei sich der Gutachter auf veraltete
Beschwerdevalidierungskriterien beziehe und diese auch noch
unvollständige beurteile. Dementsprechend sei die neuropsychologische
Beurteilung von Dr. phil. H._ nicht verwertbar. Der Beschwerdeführer
macht geltend, dass Dr. phil. H._ für die Beschwerdevalidierung auf
die Slick-Kriterien (1999) abstelle, welche aber zwischenzeitlich überholt
seien. Dass dies den Beweiswert des Berichtes vom 26. Februar 2018 von
Dr. phil. H._ aber per se in Frage stellen soll, ist angesichts der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung − wonach es im Rahmen einer
fachärztlichen psychiatrischen Würdigung zulässig ist, zur Beurteilung
einer Aggravation auf neuropsychologische Beschwerdevalidierungstests
gemäss Slick et al. (1999) abzustellen − nicht nachvollziehbar (siehe Urteile
des Bundesgerichts 8C_605/2019 vom 12. November 2019 E.3.2.2 und
8C_95/2019 vom 3. Juni 2019 E.6.1). Dies zumal der Beschwerdeführer
nicht weiter ausführt, worin die massgebenden Unterschiede zwischen den
ursprünglich im Jahre 1999 formulierten und den im Jahre 2013
überarbeiteten Slick-Kriterien bestehen sollen (siehe dazu KEPPLER et al.,
Beschwerdevalidierung in der versicherungsmedizinischen Begutachtung,
in: Fortschritte der Neurologie Psychiatrie, Stuttgart 2017, S. S. 27 f.). Der
Beschwerdeführer bemängelt weiter, dass Dr. phil. H._ das A-
Kriterium (substantieller externer Anreiz) als erfüllt betrachtet, weil sich der
Beschwerdeführer für die Ausrichtung einer Vollrente durch die
Sozialversicherung ausgesprochen habe. Dem Beschwerdeführer könne
dies nicht negativ zu Last gelegt werden, zumal es bei einem Verfahren auf
Zusprache einer Invalidenrente immer um einen solchen (externen) Anreiz
gehe. Dabei übersieht er indes, dass bei näherer Betrachtung des Systems
der Einschätzung der Plausibilität der neuropsychologischen
Testergebnisse anhand der Slick-Kriterien zur Beurteilung (willentlich)
- 32 -
aggravierter/simulierter neurokognitiver Störungen das A-Kriterium gerade
auf einen sekundären Gewinn im Sinne bedeutsamer monetärer Vorteile
fokussiert (siehe KEPPLER et al., a.a.O., S. 27;
KOOL/MEICHTRY/SCHAFFERT/RÜESCH, Der Einsatz von
Beschwerdevalidierungstests in der IV-Abklärung, in: Schriftenreihe des
BSV "Beiträge zur Sozialen Sicherheit", Bern 2008, S. 25 f.).
Dementsprechend erweist sich die beschwerdeführerische Kritik als
unbegründet. Zum B-Kriterium (Evidenzen aus den testpsychologisch
erzielten Ergebnissen) hielt Dr. phil. H._ fest, dass die erbrachte
Fehlermenge im Rahmen der Beschwerdevalidierung mittels ausgewählter
Testverfahren mit einer Ausnahme (Rey-Memory-Test; Resultat über dem
Cut-off-Wert) klar höher als zu erwarten gewesen sei, womit die
Testergebnisse als deutlich auffällig zu bewerten seien. Als noch auffälliger
beurteilte Dr. phil. H._ die deutlich schwankenden
Reaktionsgeschwindigkeiten des Beschwerdeführers bei einfachen Reiz-
Reaktionsaufgaben. Dies sei bei authentischen Störungen nicht zu
erwarten, wogegen Personen mit Verdacht auf negative
Antwortverzerrungen oftmals erhöhte Schwankungen der
Reaktionsgeschwindigkeit bzw. der Standardabweichung zeigten. Dr. phil.
H._ bewertete die in der Untersuchung vom Beschwerdeführer
gezeigten Schwankungen der Reaktionsgeschwindigkeit im Vergleich zur
Standardabweichung der Reaktionsgeschwindigkeit von hirnverletzten
Personen mit und ohne auffälligen Resultaten in den
Beschwerdevalidierungstests als hoch auffällig. Dabei sei die
Standardabweichung (der Schwankung in der Reaktionsgeschwindigkeit)
ein Prädiktor, welcher willentlich nur schwer beeinflussbar sei. Dies ist
anhand der dargelegten Vergleichswerte nachvollziehbar und schlüssig.
An diesen deutlichen Auffälligkeiten hinsichtlich der Schwankung der
Reaktionsgeschwindigkeit vermag auch der beschwerdeführerische
Einwand betreffend die eingeschränkte Intelligenzleistung des
Beschwerdeführers nichts zu ändern. Dies insbesondere auch deshalb,
- 33 -
weil die neurokognitiven Fähigkeiten des Beschwerdeführers bei der
(Standardabweichung der) Reaktionsgeschwindigkeit in Relation zu
denjenigen von Probanden mit Schädelhirnverletzungen gesetzt worden
sind. Zudem ist die (erstmals) im Rahmen der neuropsychologischen
Testungen aktenkundig festgehaltene mässiggradig eingeschränkte
allgemeine kognitive Leistungsfähigkeit gemäss durchgeführtem
Grundintelligenztest sowie auch die aus dem Wechsler Intelligenztest für
Erwachsene (WIE) resultierende schwergradig eingeschränkte
handlungsbezogene Intelligenz in den Kontext der im Rahmen der
neuropsychologischen Testungen festgestellten Hinweise auf
Antwortverzerrungen (teilweise auf Zufallsniveau) zu stellen. Zum C-
Kriterium (Evidenzen aus dem Verhalten) hielt Dr. phil. H._ fest, dass
der Beschwerdeführer angegeben habe, mehrmals wöchentlich (für kurze
Strecken und im Stadtverkehr) ein (Motor-)Fahrzeug zu lenken. Würden die
durch den Beschwerdeführer erbrachten Testleistungen der tatsächlichen
neurokognitiven Funktionstüchtigkeit entsprechen, wäre das Lenken eines
(Motor-)Fahrzeuges aus rein neuropsychologischer Sicht nicht möglich
bzw. mit einem äusserst hohen Risiko verbunden, einen Verkehrsunfall zu
verursachen, insbesondere im Stadtverkehr. Der Beschwerdeführer habe
aber erklärt, bisher keinen Verkehrsunfall erlitten zu haben. Ferner hielt
Dr. phil. H._ ein leichtgradig ausgeprägtes Klagen/Jammern
hinsichtlich des aktuellen Gesundheitszustandes durch den
Beschwerdeführer fest. Im Ergebnis erachtete Dr. phil. H._ die
Erfüllung des C-Kriteriums als unklar. Der Beschwerdeführer bringt
dagegen vor, dass die Tätigkeit des Führens eines Fahrzeuges nicht im
Widerspruch zur von ihm beschriebenen Antriebslosigkeit sei und dies
auch kein Hinweis auf eine bewusste Verfälschung des Testergebnisses
sei. Das Lenken von Fahrzeugen sei jahrelang sein Beruf und seine
Leidenschaft gewesen. Zudem lenke er nur noch mit grosser
Zurückhaltung ein Auto und nur noch auf kurzen Strecken. Dies vermag
indes die von Dr. phil. H._ aufgezeigte Diskrepanz zwischen den
- 34 -
Testresultaten und der vom Beschwerdeführer nach eigenen Angaben
weiterhin ausgeführten und gegenüber dem psychiatrischen Gutachter
sogar als Hobby angeführten Tätigkeit des Lenkens eines Motorfahrzeuges
nicht zu entkräften. So war Dr. phil. H._ bekannt, dass er nur eher
kurze Strecken vom Wohnort bis nach Chur fahre, was der
neuropsychologische Gutachter aber trotzdem als nicht vereinbar mit den
neuropsychologischen Testresultaten bewertete. Dies zumal auch dabei
ein anspruchsvoller Stadtverkehr zu bewältigen ist und der
Beschwerdeführer gegenüber dem psychiatrischen Gutachter auch
angegeben hatte, immer wieder eine Runde in der Stadt zu drehen. Mithin
beschränkt sich das Fahrzeugführen nicht auf unabdingbare Situationen.
Die Aussage von Dr. phil. H._, wonach dem Beschwerdeführer bei
validen Testergebnissen für das sichere Führen eines Motorfahrzeuges die
neurokognitiven Fähigkeiten fehlen würden, ist eindeutig und
nachvollziehbar. Beispielhaft können dazu die Resultate eines
Untertestverfahrens des WIE angeführt werden, wonach unter anderem
schwergradige Einschränkungen beim nonverbalen-schlussfolgernden
Denken, der Aufmerksamkeit für Details und visuo-motorischen Integration
bestehen sollen. Wie solche Funktionseinschränkungen mit dem sicheren
Führen eines (Motor-)Fahrzeuges im Stadtverkehr vereinbar sein sollen,
begründet der Beschwerdeführer mit keinem Wort. Soweit der
Beschwerdeführer eine unvollständige Beurteilung der Slick-Kriterien
geltend macht, weil die Beurteilung des D-Kriterium (das erfüllte B-
Kriterium lasse sich nicht vollständig durch psychiatrische bzw.
entwicklungsbedingte Faktoren erklären) durch Dr. phil. H._ der
Beurteilung durch einen Facharzt vorbehalten worden sei, vermag
ebenfalls nicht zu überzeugen. Mit dem D-Kriterium soll das Ausmass der
Aggravation/Simulation im Rahmen dessen als willentlich deklariert
werden, wie es nicht durch plausible, alternative Erklärungen, wie (Psycho-
)Pathologien oder Entwicklungsstörungen erklärbar ist bzw. dass das
Verhalten nicht besser als unbewusstes oder unabsichtliches Handeln im
- 35 -
Rahmen von psychiatrischen, neurologischen oder Entwicklungsstörungen
erklärt werden kann (siehe KEPPLER et al., a.a.O., S. 27; KOOL/MEICHTRY/
SCHAFFERT/RÜESCH, a.a.O., S. 26). Dementsprechend und auch in
Übereinstimmung mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind
neuropsychologische Beschwerdevalidierungstest noch fachärztlich zu
würdigen (siehe Urteile des Bundesgerichts 8C_605/2019 vom
12. November 2019 E.3.2.2 und 8C_95/2019 vom 3. Juni 2019 E.6.1). Dies
geschah vorliegend durch Dr. med. G._, welcher Facharzt für
Psychiatrie und Psychiatrie sowie zertifizierter medizinischer Gutachter
SIM ist, im Rahmen seiner Beurteilung der neuropsychologischen
Abklärung im psychiatrischen Gutachten vom 5. März 2018, wobei er auch
den neuropsychologischen Bericht vom 26. Februar 2018 visierte und
somit dessen Schlussfolgerungen zustimmte (siehe IV-act. 108 S. 56).
3.6.8. Der Beschwerdeführer bringt ferner vor, Dr. phil. H._ habe lediglich
Indizien für eine Antwortverzerrung festgestellt und die Leistungstests mit
den vielen mässiggradigen und schweren Einschränkungen seien in der
Schlussbetrachtung ignoriert worden. So sei nach fachärztlicher
Einschätzung des behandelnden Psychiaters Dr. med. C._ darin
insbesondere ausser Acht gelassen worden, dass beim Beschwerdeführer
(bei den Testungen) eine eingeschränkte allgemeine Intelligenzminderung
festgestellt worden sei, welche für sich alleine die Diagnose einer leichten
Intelligenzminderung (ICD-10: F70) zu begründen vermöge. Nach
Einschätzung des Beschwerdeführers hätte dies einen erheblichen
Einfluss auf die Interpretation der Testergebnisse bzw. wäre dies durch den
neuropsychologischen Gutachter zu diskutieren gewesen. Dr. phil.
H._ habe keine Aussage zu Arbeitsfähigkeit machen wollen. Im
Ergebnis sei die neuropsychologische Beurteilung vom 26. Februar 2018
unvollständig und beantworte die entscheidende Frage nicht, wobei
ohnehin nur Vermutungen in den Raum gestellt worden seien.
Dementsprechend wären weitergehende Abklärungen erforderlich
- 36 -
gewesen, um den Verdacht der Aggravation zu bekräftigen oder
auszuräumen. Aus diesen angeblichen Indizien schliesse dann auch
Dr. med. G._ ohne Begründung auf eine Mitwirkungspflichtverletzung
und konstruiere ein unkooperatives Verhalten.
Mit dieser Argumentation verkennt der Beschwerdeführer, dass es zur
Aufgabe eines (neuropsychologischen) Gutachters gehört, Indizien für
Antwortverzerrungen bzw. Aggravations- und Simulationstendenzen zu
erkennen und zu beschreiben. Der Gutachter ist nicht gehalten, die
(subjektiven) Beschwerdeschilderungen ohne weitere Würdigung zu
übernehmen (siehe dazu Urteil des Bundesgerichts 9C_699/2019 vom
17. Februar 2020 E.3.2). Hinsichtlich der angeführten, eingeschränkten
allgemeinen Intelligenzleistung im Rahmen des durchgeführten
Grundintelligenztests ist erneut darauf hinzuweisen, dass dieses Resultat
infolge der überaus auffälligen Ergebnisse in den
Beschwerdevalidierungstests mit grosser Vorsicht zu würdigen ist und
auch sonst keine anamnestischen Hinweise auf entsprechende
Einschränkungen bestanden (siehe dazu bereits vorstehende Erwägungen
3.6.7 und 3.6.2). Dementsprechend ist es auch nicht zu beanstanden, dass
weder eine solche Diagnose gestellt wurde noch dass sich die Gutachter
damit nicht weitergehend auseinandergesetzt haben. In der vorstehenden
Erwägung 3.6.7 wurde bereits ausführlich dargelegt, warum Dr. phil.
H._ im Rahmen seiner Beschwerdevalidierungstests nachvollziehbar
auf mehrere Indizien für Antwortverzerrungen in den
neuropsychologischen Testungen geschlossen hat und somit den
neuropsychologischen Testergebnissen keine hinreichende Verlässlichkeit
zukommen können. Dementsprechend trifft es nicht zu, dass Dr. phil.
H._ lediglich Vermutungen in den Raum stelle, sondern er begründete
ausführlich und nachvollziehbar, warum die Konsistenz und Plausibilität der
Testergebnisse in Frage zu stellen ist.
- 37 -
3.6.9. Der Beschwerdeführer führt unter Hinweis auf die Stellungnahme von
Dr. med. B._ vom 18. Oktober 2018 für die auffallend langsamen
Reaktionsgeschwindigkeiten bei einer
Reaktionsgeschwindigkeitstestbatterie sein sehr bedächtiges Wesen ins
Feld, wonach er auch in Gesprächen langsam reagiere und langsam und
überlegt spreche. Überdies sei er unerfahren im Umgang mit Computern.
Dem ist entgegenzuhalten, dass der behandelnde Hausarzt zu den
neuropsychologischen Testungen im Einzelnen mangels fachlicher
Qualifikation keine Stellung nehmen wollte. Trotzdem übte er Kritik an der
neuropsychologischen Beurteilung vom 26. Februar 2018, weil der Begriff
der "Indizien für eine Antwortverzerrung" unklar sei und die erheblichen
Einschränkungen in den Leistungstest im Gegensatz zu den
Inkonsistenzen ungleich gewürdigt worden seien. Dazu ist zu bemerken,
dass der Begriff der Antwortverzerrung in der Neuropsychologie ein
anerkannter Terminus zur Beschreibung von Aggravations- oder
Simulationstendenzen ist (siehe Urteil des Verwaltungsgerichts des
Kantons Graubünden [VGU] S 17 162 vom 18. Dezember 2018 E.6.3
m.H.a. KOOL/MEICHTRY/SCHAFFERT/RÜESCH, a.a.O., S. 22 ff.). Entgegen
der Beschreibung des allgemeinen Wesens des Beschwerdeführers
seitens Dr. med. B._, hielt Dr. phil. H._ in seinem Bericht vom
26. Februar 2018 fest, dass der Beschwerdeführer grundsätzlich eine
zügige Arbeitsweise an den Tag gelegte habe und keine Pausen
gewünscht habe. Vor dem Hintergrund, dass betreffend die auffällig
schwankenden Reaktionsgeschwindigkeiten des Beschwerdeführers die
Testwerte von Personen mit Schädelhirnverletzungen (mit und ohne
Auffälligkeiten bei den Beschwerdevalidierungstests) zum Vergleich
hinzugezogenen wurden, ist zudem nicht nachvollziehbar, wie die
auffälligen Ergebnisse des Beschwerdeführers lediglich mit einem
bedächtigen Wesen und der fehlenden Erfahrung im Umgang mit
Computern erklärt werden sollen.
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3.6.10. Schliesslich wird das psychiatrische Gutachten von Dr. med. G._
gestützt auf die Stellungnahme von Dr. med. C._ vom 1. November
2018 dahingehend kritisiert, dass es weder schlüssig noch nachvollziehbar
sei. Dr. med. C._ erachtete den Schluss von Dr. med. G._ als
unzulässig, wonach Letzterer infolge des unkooperativen bzw. nicht
authentischen oder aggravatorischen Verhaltens des Beschwerdeführers
auf eine Nichtbeurteilbarkeit der funktionellen Auswirkungen geschlossen
habe. Eine solche Vorgehensweise stelle die ganze Basis der Psychiatrie
und die psychiatrische Forensik in Frage. Zudem kritisierte Dr. med.
C._, dass im psychiatrischen Gutachten die Ergebnisse der Akten inkl.
die Beurteilung der behandelnden Ärzte nicht berücksichtigt bzw. deren
Beurteilungen nicht gefolgt worden sei. Dazu ist zu bemerken, dass
Dr. med. G._ die Anamnese und auch von seiner eigenen Beurteilung
abweichende Einschätzung von behandelnden Ärzte gewürdigt hat. Wie
bereits in der vorstehenden Erwägung 3.5 festgehalten, gelangte Dr. med.
G._ in diesem Zusammenhang zum Schluss, dass aufgrund der
Aktenlage die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung wohl
insgesamt als plausibel erachtet werden könne, es (aufgrund des
unkooperativen Verhaltens des Beschwerdeführers bei der Abklärung)
aber nicht möglich sei, zur (tatsächlichen) Ausprägung der depressiven
Symptomatik, zum Verlauf und zu den sich daraus ergebenen
Einschränkungen Stellung zu nehmen. Die weiteren in den Akten
erwähnten Diagnosen seien hingegen weitgehend nicht plausibel oder
kämen medizinisch-theoretisch nicht in Frage. Dr. med. G._ legte
dabei insbesondere dar, weshalb er eine zusammen mit einer (schweren)
rezidivierenden Depression diagnostizierte Panikstörung mit Agoraphobie
nicht nachvollziehen konnte. Zudem begründete er die Diskrepanz auch mit
den unterschiedlichen Rollen des Behandlers und eines Gutachters (siehe
dazu auch HOFFMANN-RICHTER/JEGER/SCHMIDT, Das Handwerk ärztlicher
Begutachtung, Stuttgart 2012, S. 16 f.), wobei er zusätzlich auf
Sachzwänge der behandelnden Ärzte hinsichtlich der Abrechnung ihrer
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Leistungen hinwies (siehe IV-act. 108 S. 34 f. und 40). Dabei gehört es
gerade zu den gutachterlichen Pflichten im Hinblick auf die funktionellen
Folgen von allfälligen psychischen Gesundheitsschäden dem Aspekt der
Konsistenz und somit auch der Plausibilität der vielfach nur aufgrund einer
subjektiven Schilderung durch den Exploranden zu erfassenden
Grundlagen für Diagnosestellung und Arbeitsfähigkeitsbeurteilung zu
bewerten und sich somit an die normativen Vorgaben der
Invalidenversicherungsgesetzgebung zu halten (vgl. dazu BGE 145 V 361
E.3.1 ff., 143 V 418 E.6, 141 V 281 E.6; Urteil des Bundesgericht
9C_699/2019 vom 17. Februar 2020 E.3.2). Zudem muss es einem
Gutachter zugestanden werden, dass er die Grenzen der (versicherungs-
)medizinischen Beurteilbarkeit im konkreten Fall offenlegt, so wie dies
vorliegend Dr. med. G._ unter Hinweis auf die
versicherungsmedizinisch relevanten und ausgeprägten Inkonsistenzen
gemacht hat (vgl. dazu JEGER, Sicherheit und Unsicherheit in
medizinischen Gutachten, in: Soziale Sicherheit - Soziale Unsicherheit,
Festschrift für Erwin Murer zum 65. Geburtstag, Bern 2010, S. 336 f.;
HOFFMANN-RICHTER/JEGER/SCHMIDT, a.a.O., S. 242).
3.7. Im Ergebnis ist in Übereinstimmung mit der (Abschluss-)Beurteilung vom
30. April 2018 von RAD-Arzt D._ auf das psychiatrische Gutachten
von Dr. med. G._ vom 5. März 2018 inkl. dem Bericht zur
neuropsychologischen Abklärung von Dr. phil. H._ abzustellen, womit
überwiegend wahrscheinlich von keinen invalidenversicherungsrechtlich
relevanten funktionellen Auswirkungen eines Gesundheitsschadens auf die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auszugehen ist. Damit hat die
Beschwerdegegnerin das Leistungsgesuch des Beschwerdeführers zu
Recht abgewiesen. Hinreichend klare Anhaltspunkte für ein
aggravatorisches Verhalten des Beschwerdeführers bzw. entsprechende
Inkonsistenzen finden sich gesamthaft betrachtet namentlich infolge der
auffallend geringen Therapiecompliance, wie beispielsweise die als
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unmotiviert beschriebene Teilnahme an den Therapieprogrammen in der
Klinik E._ im Mai/Juni 2017 oder die über eine längere Zeit zu
beobachtende mangelhafte Medikamentencompliance hinsichtlich der aus
psychiatrischer Sicht indizierten Medikation (siehe dazu bereits
vorstehende Erwägungen 3.6.4 und 3.6.6). Hinzu kommt die Diskrepanz
zwischen den (schweren) subjektiven Beschwerdeschilderungen aus
psychiatrischer Sicht und den verbliebenen (hobbymässigen) Aktivitäten im
ausserberuflichen Bereich. Dr. med. G._ erachtete die Schilderungen
des Beschwerdeführers bezüglich der Manifestation der Depression sowie
der Schmerzangaben anlässlich der Exploration vom 21. November 2017
zudem als vage und nicht sehr ausführlich. RAD-Arzt D._ wies in
seinem Abklärungsbericht vom 14. Februar 2017 (siehe IV-act. 78 S. 7)
ferner zu Recht auf die Diskrepanz zwischen dem Ausmass der von den
behandelnden Ärzten attestierten, seit Jahren bestehenden (schweren)
depressiven Symptomatik infolge einer erstanden Untersuchungshaft und
der von September 2013 bis sicher Ende 2014 (ohne wesentlichen
Unterbruch infolge psychischer Beschwerden) vollschichtig ausgeübten
Tätigkeit als Buschauffeur hin. Schliesslich würdigte Dr. med. G._
auch noch die Ergebnisse der neuropsychologischen Abklärung durch
Dr. phil. H._ und insbesondere die darin erkannten (gewichtigen)
Hinweise auf eine Antwortverzerrung anlässlich der neuropsychologischen
Testungen. Ebenso nachvollziehbar erscheint die Bewertung von Dr. med.
G._ der vom neuropsychologischen Gutachter festgestellten
Inkonsistenzen zwischen den geltend gemachten neurokognitiven
Einschränkungen sowie der (anscheinend ohne Probleme) weiterhin
ausgeübten Tätigkeit des Führens eines Motorfahrzeuges (siehe dazu
bereits vorstehende Erwägung 3.6.7). Soweit im verwaltungsexternen
psychiatrischen Gutachten von Dr. med. G._ gewisse
Unzulänglichkeiten erkannt werden können, lassen sich die
entsprechenden Antworten im Gutachten an anderer Stelle sowie auch aus
den weiteren Akten entnehmen und entsprechend ergänzen (siehe dazu
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vorstehende Erwägung 3.6.6). Vor dem Hintergrund der als beweiskräftig
erachteten Administrativexpertise ist auch auf die beantragte Einholung
eines Obergutachtens in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten
(siehe dazu BGE 137 V 210 E.1.4 und 2.2.2, 136 I 229 E.5.3, 134 I 140
E.5.3; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 8C_563/2019 vom
23. Dezember 2019 E.4 f. und 8C_242/2014 vom 27. Mai 2014 E.4).
4. Bei diesem Ergebnis erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist
abzuweisen. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren –
in Abweichung von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung
vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten sind
nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen
von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen. Vorliegend erscheint ein
Kostenansatz von Fr. 700.-- angemessen. Entsprechend dem Ausgang
des Verfahrens sind diese Kosten dem unterliegenden Beschwerdeführer
aufzuerlegen. Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat keinen Anspruch
auf eine aussergerichtliche Entschädigung (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).