Decision ID: 4d9759ac-e25b-4ce6-93bc-865fa746d5a3
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1944 geborene
X._
war ab
1
2.
Februar 2007
vollzeitlich bei der Firma
Y._
als Programmierer angestellt und dadurch bei der Basler Versi
cherung AG obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und
Nichtberufsunfäl
len
sowie von Berufskrankh
eiten versichert, als er am 18.
Februar 2010
auf dem vereisten Boden ausrutschte, stürzte und sich
laut
Unfallmeldung vom 2
4.
Februar 2010 (Urk. 12/2.1
)
im Bereich der rechten Schulter eine
Bruchver
letzung
zuzog
.
Die Erstbehandlung erfolgte
im Universitätsspital
Z._
,
dessen Ärzte eine mehrfragmentäre
subcapitale
Humerusfraktur
diagnostizierten und am 2
2.
Februar 2010 operativ eine osteosynthetische Versorgung mit einer
Philosplatte
vornahmen (vgl.
Urk.
12/3.3)
.
Die Basler Versicherung AG erbrachte
die gesetzlichen Versicherungsleistungen
daraufhin
zunächst
.
Gestützt auf das Gutachten von
Dr.
med.
A._
,
Facharzt für Physikalische Medizin
und Rehabilitation
, Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, Stadtspital
B._
, Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation,
vom 1
1.
Dezember 2011 stellte sie die Taggeldleistungen
sowie die Übernahme von weiteren Heilungskosten
mit Verfügung vom
2.
März 2012
per
1.
März 2012 ein und sprach dem Versicherten eine Integritätsentschädigung von 7,5
%
zu (Urk. 2 S. 2,
Urk. 12/5.10
).
Daran hielt sie mit
Einspracheentscheid
vom 5. Dezember 2012 (Urk. 2) fest.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
der Basler Versicherung AG vom
5.
Dezember 2012 erhob der Versicherte am 1
4.
Januar 2013 Beschwerde mit folgenden Anträgen
zur Sache
(Urk. 1 S. 2):
1.
Der
Einspracheentscheid
de
r Basler Versicherung AG vom 5.
Dezember 2012
und die Verfügung der Basler Versicherung AG vom
2.
März 2012 seien aufzuheben.
2.
Dem Beschwerdeführer sei ab
1.
März 2012 eine auf einem korrek
ten Einkommensvergleich beruhende Rente auszurichten.
3.
Die Leistungen für unfallbedingte Heilbehandlungen, welche der Er
haltung der verbleibenden Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers dienen, seien ab
1.
März 2
0
12 weiterhin zu übernehmen, und zwar sowohl für aktuelle konservative Massnahmen (wie zum Beispiel periodische Kontrollen beziehungsweise Untersuchungen bei einem Facharzt,
Chondroitin
/
Glucosamin
-Tabletten, Teufelskralle-Tablet
ten, Übungen und Schwimmen im Wärmebad oder Sole
bad/Schwefelbad sowie Physiotherapie und
Viscosupplementation
) als auch für spätere Operationen (insbesondere für Gelenkersatz)
.
4.
Die Integritätsentschädigung sei von 7,5
%
auf mindestens 20
%
zu erhöhen
.
5.
Eventualiter sei über den aktuellen Gesundheitszustand des Beschwer
deführers, über seine aktuelle Arbeits- beziehungsweise Erwerbsfähigkeit, zur weiteren Behandlungsbedürftigkeit und zum Integritätsschaden zunächst ein neues Gutachten eines unabhängi
gen, von beiden Parteien ausgewählten medizinischen Sachverstän
digen zu erstellen
.
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
6.
Mai 2013 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 10). Die Beschwerdeantwort wurde dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom
8.
Mai 2013 zur Kenntnis gebracht (Urk. 13). Mit Eingabe vom 2
2.
Mai 2013 äusserte sich der Beschwerdeführer hierzu (Urk. 16). In Ergänzung zu ihrer Beschwerdeantwort reichte die Beschwerdegegnerin am 2
2.
Mai 2013 eine weitere Eingabe sowie eine weitere Stellungnahme von
Dr.
A._
ein (Urk. 14 und 15). Mit Gerichtsverfügung vom 2
4.
Mai 2013 wurden die
eingereichten Unterlagen (
Urk.
14 bis 16
)
den Parteien gegenseitig zur Stellungnahme zugestellt (Urk. 17).
Es folgten die Eingaben des Beschwerdeführers vom 1
4.
Juni 2013 (Urk. 19) sowie vom 1
7.
Juni 2013 (Urk. 21) unter Beilage eines medizinischen Berichts (Urk. 22) sowie der Beschwerdegegnerin vom 2
7.
Juni 2013
(Urk. 23).
Diese wurden am 1
1.
Juli 2014
je der Gegenpartei
zugestellt (Urk. 24).
Mit Eingabe vom 2
3.
Juli 2014 teilte die Beschwerdegegnerin mit, sie wolle zur Sache erneut Stellung nehmen und werde - sollte keine Fristansetzung erfolgen - die Stellungnahme bis
6.
August 2014 einreichen (Urk. 26). Am 3
0.
Juli 2014 erfolgte die angekündigte Stellungnahme (
Urk.
27), welche der Gegenpartei am
6.
August 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
28).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfall
folgen, nämlich auf die ambulante Behandlung durch den Arzt, den Zahnarzt oder auf deren Anordnung durch eine medizinische Hilfsperson sowie im Wei
tern durch den
Chiropraktor
(
lit
. a), die vom Arzt oder Zahnarzt verordneten Arzneimittel und Analysen (
lit
. b), die Behandlung, Verpflegung und Unterkunft in der allgemeinen Abteilung eines Spitals (
lit
. c), die ärztlich verordneten Nach- und Badekuren (
lit
. d) und die der Heilung dienlichen Mittel und Gegen
stände (
lit
. e).
1
.
2
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (Art. 8
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
;
ATSG)
, so hat sie gemäss Art.
18 Abs. 1
UVG
Anspruch auf eine Invali
denrente. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG; vgl. BGE 130 V 121).
Nach Art. 18 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung des
Invaliditäts
grades
in Sonderfällen. Er kann dabei auch von Art. 16 ATSG abweichen.
1.3
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dau
ernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten
Jahresver
-
dienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des
Integritätsscha
dens
abgestuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid davon aus, dass der Endzustand spätestens
Ende
Februar 2012 erreicht worden sei. In Anwendung von Art. 28 Abs. 4
der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV)
gelangte sie zu einem nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 7,5
%
(Urk. 2
S. 2-3).
Bezüglich der Kostenübernahme für weitere Heilbehandlungen hielt sie fest, von solchen sei im Vergleich zum zu erwartenden Spontanverlauf keine Verän
derung zu erwarten. Im Übrigen handle es sich dabei teilweise um alternative Behandlungen, welche von den Unfallversicherungen nicht zu übernehmen seien (Urk. 2 S. 3-4).
Die Integritätsentschädigung sei gestützt auf die schlüssige Einschätzung der Beeinträchtigung der Integrität durch
Dr.
A._
festgesetzt worden (Urk. 2 S. 4).
In ihrer Beschwerdeantwort wies die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass
bezüg
lich
der vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit ab
1.
März 2012
keine
abwei
chende ärztliche Beurteilung vorliege (Urk. 10 S. 5-7).
2.2
Der Beschwerdeführer wendet dagegen zusammengefasst ein, dass er nur zu 80 % arbeitsfähig sei (Urk. 1 S. 4-6), dass der Einkommensvergleich nicht kor
rekt durchgeführt worden sei (Urk. 1 S.
6-9) und
insbesondere kein
Anwen
dungsfall
von Art. 28 Abs. 4 UVV vorliege (Urk. 1 S.
6-7).
Bezüglich der Heil
behandlungen macht er geltend, diese seien zur Erhaltung der verbliebenen Erwerbsfähigkeit dauernd erforderlich sowie wirksam und daher gestützt auf Art. 21 Abs. 1
lit
. c UVG von der Unfallversicherung zu übernehmen (Urk. 1 S. 10 f.).
Hinsichtlich der Höhe der Integritätsentschädigung plädierte er dafür, auf die Einschätzung des behandelnden Arztes
Dr.
med.
C._
, Fach
arzt für Chirurgie,
abzustellen (Urk. 1 S. 11
-14
).
Dr.
A._
habe die
Knochen
nekrose
unberücksichtigt gelassen, obwohl diese zu einer schlechten Prognose führe (Urk. 21).
Des Weiteren bringt er Einwendungen gegen das Gutachten von
Dr.
A._
vor (Urk. 1 S. 14-15).
Mit Eingabe vom 1
4.
Juni 2013 beantragte er zudem, die von der Gegenpartei verspätet eingereichten Unterlagen seien aus dem Recht zu weisen (Urk. 19 S. 2).
3.
3.1
Am
1
8.
Februar 2010 rutschte der Beschwerdeführer auf vereiste
m
Boden aus und stürzte (Urk. 12/2.1).
Dabei zog er sich eine mehrfragmentäre
subcapitale
Humerusfraktur
zu, weswegen er am 2
2.
Februar 2010
operativ mittels Osteo
synthese
mit einer
Philosplatte
versorgt
wurde (Urk. 12/3.3 S. 1).
Am 29. September 2010 erfolgte eine weitere Operation (Urk. 12/3.7). Am 6. Dezember 2010
berichtete
Dr.
C._
, der Beschwerdeführer zeige zwei Monate postoperativ von Seiten des rechten Schultergelenkes einen guten Verlauf. Die Beweglichkeit bis und mit Horizontale sei in allen Richtungen sehr gut. Auch die Aussen- und Innenrotation sei bereits recht fortgeschritten. Oberhalb der Horizontalen weise der Beschwerdeführer noch praktisch keine Beweglichkeit auf. Die Arbeitsunfähigkeit betrage nach wie vor 100
%
. Etwas behindernd im guten postoperativen Verlauf sei die Tatsache, dass ihm letzthin die Stelle gekündigt worden sei, da das Geschäft aufgelöst
respektive
aufgekauft worden sei. Dies bedeute einen zusätzlichen Stress, weil er etwas Neues suchen müsse. Voraussichtlich werde er selbständig im Informatik-Bereich arbeiten (Urk. 12/3.11).
Am 10. Januar 2011 attestierte
Dr.
C._
dem Beschwerdeführer bei einer annähernd normalen Beweglichkeit unterhalb der Horizontale
n
und einer deutlich verbesserten Kraft eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Die übrige Zeit brauche der Beschwerdeführer für die intensive Therapie und andererseits sei
eine
lange Belastung des Armes am
Computer
noch nicht möglich (Urk. 12/3.14).
Am 1
5.
März 2011 berichtete
Dr.
C._
, dass die Arbeitsfähi
gkeit seit 1
4.
März 2011 75
%
betrage und
ab
1.
Mai 2011
weiter
auf 100
%
gestei
gert werden könne. Die Physiotherapie solle allerdings noch weitergeführt wer
den bis zur vollen Rehabilitation des rechten Schultergelenkes, was etwa in einem Jahr der Fall sein werde (Urk. 12/3.17).
Am
3.
Mai 2011 führte
Dr.
C._
aus, wegen einer Schmerzhaftigkeit habe die Arbeitsfähigkeit noch nicht auf 100
%
gesteigert werden können. Eine vorbestehende
leichte
Arthrose sei post
traumatisch aktiviert worden. Er belasse die Arbeitsunfähigkeit
bei
25 bis 30
%
, bis sich die aktivierte leichte
Omarthrose
beruhigt habe (Urk. 12/3.18).
Dem Bericht vom 2
0.
September 2011 ist sodann zu entnehmen, dass der Verlauf nun seit Monaten stationär sei und eine sehr gute, nur noch um circa fünf Grad eingeschränkte Beweglichk
eit in alle
Richtungen bestehe. Die Schmerzhaftigkeit sei allerdings gleichbleibend. Es sei ein Status quo eingetreten, der sich kaum mehr verändern werde in nächster Zeit. Die Behandlung werde deshalb vorerst abgeschlossen. Die Integritätsentschädigung sei auf 15 bis 20
%
anzusetzen, zusammengesetzt aus einer Weichteilbeeinträchtigung mit Kraftabschwächung (10 Prozent) und einer
Omarthrose
mittleren Grades (10 Prozent).
Als weitere Therapie nehme der Beschwerdeführer
Tilur
und Teufelskralle ein (Urk. 12/3.21).
3.2
Am 3
0.
November 2011 wurde der Beschwerdeführer durch
Dr.
A._
begutach
tet (Urk. 12/4.12).
Dr.
A._
führte aus, die klinische Untersuchung habe eine gewisse Einschränkung in Bezug auf das rechte Schultergelenk mit Endphasenschmerz in allen Richtungen ergeben, insbesondere bei den
Rota
-
tionsendstellungen
, welche deutlich eingeschränkt seien, während die Abduktion leicht und die Flexion kaum eingeschränkt seien. Die Armumfänge seien symmetrisch und
die Kraftentfaltung ordentlich.
Der
Faustschluss
sei
allerdings
links leicht stärker als rechts
bei
dominantem rechte
n
Arm. Das Röntgenbild der rechten Schulter vom
3.
November 2010 zeige regelmässige Verhältnisse.
Bei diesen Befunden diagnostizierte
Dr.
A._
einen chronischen Schulterschmerz rechts bei endphasig schmerzhaftem und leicht
einge
-
schränktem
Bewegungs
ausmass
vor allem bei Rotation sowie bei Status nach
sub
c
apitaler
Humerustrümmerfraktur
am 1
8.
Februar 2010 (S. 16).
Die Belast
-
barkeit des rechten Schultergelenks sei eingeschränkt (S. 17). Zusammengefasst handle es sich um ein funktionelles
Problem
und Schmerzproblem. Zurzeit seien keine Therapien notwendig. Der Spontanverlauf dürfte
nach Einschätzung von
Dr.
A._
günstig sein. Die Schmerzbelastung sei
geringgradig
; Medikamente seien keine angezeigt. Die Arbeitsfähigkeit betrage 80
%
. Er rechne mit einer Wiedererlangung der vollständigen Arbeitsfähigkeit per Ende Februar 2012, mithin zwei Jahre nach dem Unfall (S. 19
f.
).
Für eine angepasste Tätigkeit mit wechselnder Körperposition und Entlastung auch des rechten Armes sei bereits eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
gegeben (S. 24).
Er gehe davon aus, dass bei jüngeren
periartikulären
Strukturen eine schnellere Restitution zu erreichen wäre, sodass bezüglich einer körperlich nicht stark belaste
nden Tätigkeit als Programmierer
bereits
eine 100%ige Einsatzfähigkeit bestünde (S. 25).
Zur Er
haltung der verblieben
en Arbeitsfähigkeit bedürfe der Beschwerdeführer keiner dauernden ärztlichen Behandlung und Pflege (S. 27).
Den Integritätsschaden
schätzte
Dr.
A._
gemäss Anhang 3 der UVV und der entsprechenden Tabelle „Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten“
der medizinischen Abteilung der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) auf 5 bis 10
%
ein, wobei er den Schaden mit einer leichten bis mässigen Form einer
Periarthrosis
humeroscapularis
(PHS) verglich (S. 28).
Am 1
5.
Februar 2012 hielt er zudem fest, darin seien sowohl die Weichteile als auch die
Omarthrose
berücksichtigt (Urk. 12/4.15 S. 2).
3.3
Am
1.
Februar 2012 schloss sich
Dr.
C._
bezüglich des Fallabschlusses und der 100%igen Arbeitsfähigkeit per Ende Februar 2012 der Meinung von
Dr.
A._
an. Hingegen hielt er betreffend Nachbehandlung fest, dass wegen der Gefahr der posttraumatischen Arthrose und der Veränderungen der Weichteile
um das
Glenohumeralgelenk
halbjährlich bis jährlich Kontrollen indiziert seien
. Physiotherapeutische Behandlungen und medikamentöse Therapien seien nicht mehr notwendig.
Die Integritätsentschädigung müsse jedoch 15 bis 20
%
betra
gen, denn trotz der nun wieder guten Funktion sei die Integrität des Schulter
gelenkes erheblich beeinträchtigt. Die
Omarthrosegefahr
sei erheblich und führe zur Prognose der Implantation einer Gelenksprothese und die chronische Schmerzsituation sei ebenfalls bleibend, was mit den ausgedehnten
Weichteil
veränderungen
zusammenhänge (Urk. 12/3.23).
3.4
Am 1
6.
April 2012 berichtete
Dr.
C._
über eine zunehmende
Omarthrose
. Das
Arthro
-MRI vom
6.
März 2012 habe nebst erheblichen
Omarthrose
-Befunden auch im Bereiche der ehemaligen Polyfraktur-Fragmente nekrotische Inseln und
subchondrale
Nekroseherde
gezeigt. Am
Humeruskopf
bestünden Inkongruen
zen und ein weitgehender Knorpeldefekt. Die Integritätsentschädigung müsse sich zusammensetzen aus 10
%
gemäss Tabelle 1 für eine PHS mässigen Grades sowie 10
%
für eine erhebliche
Omarthrose
gemäss Tabelle 5 (Urk. 12/3.24).
Dem Bericht von
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Radiologie, über das
Arthro
-MRI des Schultergelenks rechts vom
6.
März 2012 ist zu entnehmen, dass ein kleinster partieller Einriss in der
Supraspinatussehne
bes
t
ehe, eine leichte Volumenatrophie des
Supraspinatus
-und des
Infraspinatusmuskels
sowie ein diffuser Knorpelabbau über dem
Humeruskopf
mit kleiner, alter,
sub
chondraler
Nekrose dorsal (Urk. 12/3.26).
Gestützt darauf sowie auf weitere fachärztliche Berichte
(Urk. 12/5.16 und 12/5.17)
hielt
Dr.
A._
am 1
2.
Mai 2013 fest, es bestehe lediglich eine diskrete Funktionsstörung des rechten Schultergelenks sowie weder klinisch noch
bild
geben
d
eine ausgeprägte
Omarthrose
. Ebenso wenig sei eine Entrundung oder ein Kollaps des
Humeruskopfes
ersichtlich
. Dementsprechend müsse der
Integ
ritätsschaden
nicht neu eingeschätzt werden. Es habe keine Addition der
Peri
arthrose
und der
Omarthrose
zu erfolgen, da bei einer Arthrose die umgebende Weichteilreaktion Bestandteil der Erkrankung sei. Weichteilphänomene gehör
ten klassischerweise zu jeder Arthrose. Im vorliegenden Fall se
i
diese
Umge
bungsreaktion
altersentsprechend
. Von der funktionellen Beeinträchtigung her, sei diese nun
artikulär
oder
periartikulär
bedingt, betrage der Integritätsschaden 5 bis 10
%
(Urk. 15 S. 5
-7
).
Dr.
C._
äusserte sich am
6.
Juni 2013 hierzu dahingehend, dass es immer auch eine Ansichtssache sei, inwiefern die Weichteilproblematik in die Arthrose-Problematik integriert werde. Tatsache sei, dass der Beschwerdeführer vor dem Unfall keine Arthrose gehabt habe und dass durch den Unfall sowohl der Knochen, das heisse das
Gleno-Humeralgelenk
, als auch die
Rotatorenman
schette
mit anhaftenden
Tubercula
eine richtungsweisende Verschlechterung er
fahren
hätten (Urk. 22).
4.
4.1
Einigkeit
zwischen den
Parteien besteht über den Zeitpunkt des Fallabschlusses per Ende Februar 201
2.
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit
zu diesem Zeitpunkt
stützte sich die Beschwerdegegnerin auf das Gutachten von
Dr.
A._
vom
1
1.
Dez
ember 2011
(Urk. 12/
4.12
).
Dr.
A._
berücksichtigte für seine gut
achterlichen Schlussfolgerungen die
Vorakten
(S. 2-5), erhob die Anamnese (S. 5-7)
und
berücksichtigte die geklagten Beschwerden (S. 7-10), die Befunde (S. 10-13) sowie die vorhandenen bildgebenden Materialien (S. 14).
Dr.
C._
stimmte diesem Gutachten
am
1.
Februar 2012
punkto Arbeitsfähigkeit z
u
(vgl. vorstehende E.
3.3).
Arztberichte, welche eine teilweise Arbeitsunfähigkeit ausweisen würden, sind demgegenüber nicht vorhanden.
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Rheumatologie und Allgemeine Innere Medizin, führte zwar am
8.
März 2012 aus,
die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit durch die den Beschwerdeführer im Tagesablauf sehr störenden Schmerzen sei glaubhaft. Er
nahm
jedoch keine objektive
n
Gesichtspunkten fol
gende
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
vor
, sondern brachte lediglich zum Aus
druck, dass er eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht für ausgeschlossen halte, weshalb er den Beschwerdeführer an die
Schulthess
Klinik zur Beurtei
lung und zur Beratung überwies (Urk. 12/5.17).
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Chirurgie, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Schulthess
Klinik, attestierte in der Folge keine Arbeitsunfähigkeit. Im Gegenteil bezeichnete er das funktionell erreichte Resultat trotz der angegebenen Restbeschwerden als sehr zufrieden
stellend
(Urk. 12/5.16 S. 2)
.
4.2
Dass der Beschwerdeführer sich
subjektiv
nicht in der Lage fühlt, vollzeitlich zu arbeiten, ist nicht entscheidend, denn es kommt darauf an, ob es ihm aus ob
jektiver Sicht
und gestützt auf eine
nachvollziehbare
ärztliche Befunderhebung
zumutbar ist, seine angestammte Tätigkeit zu 100
%
auszuüben
(
vgl.
Urteil
des Bundesgerichts
8C_101/2014 vom 3.
April
2014
, E.
5.1
)
.
Dies ist nach der Ein
schätzung sowohl des begutachtenden als auch des behandelnden Arztes der Fall.
Dass der behandelnde Arzt
Dr.
C._
der 100%igen Arbeitsfähigkeit
am
1.
Februar 2012
per Ende desselben Monats zustimmte, lässt darauf schliessen, dass sich die Arbeitsfähigkeit seit der Begutachtung durch
Dr.
A._
wie prog
nostiziert entwickelt hatte
.
A
uch der Beschwerdeführer
ging
am
9.
Februar 2012 davon aus, er werde wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit erlangen (Urk. 12/5.6 S. 2).
Zudem lagen bereits zum Zeitpunkt der Begutachtung
durch
Dr.
A._
nur noch
geringgradig
auffällige
Befunde vor:
In Bezug auf das rechte Schultergelenk ergab die klinische Untersuchung eine gewisse Einschränkung mit Endphasenschmerz in allen Richtungen, insbeson
dere bei den Rotationsendstellungen, welche deutlich eingeschränkt waren,
während die Abduktion leicht und die Flexion kaum eingeschränkt waren. Die Armumfänge waren symmetrisch
und die Kraftentfaltung ordentlich. Das Rönt
genbild vom
3.
November 2010 zeigte regelmässige Verhältnisse (Urk. 12/4.12 S. 16). Die Belastbarkeit des rechten Schultergelenks war somit
noch etwas
ein
geschränkt (S. 17)
,
Therapie
n
, medizinische und physiotherapeutische Mass
nahmen
hielt
Dr.
A._
für das Wiedererlangen der vollständigen Arbeitsfähig
keit
indessen nicht
mehr für angezeigt (
S. 19
f.
).
Damit ist die Schlussfolgerung von
Dr.
A._
,
welcher
sich der vom behandelnden Arzt attestierten 80%igen Arbeitsfähigkeit bis Ende Februar 2012 anschloss
(S. 19)
, eher im Sinne einer
„
Schonfrist
“ zugunsten des
ein grosses Engagement an den Tag legenden
Versi
cherten
zu verstehen
und weniger
im Sinne einer Prognose, welche noch eine erhebliche zwischenzeitliche Verbesserung erforder
t
hätte
.
F
ür eine Tätigkeit
mit wechselnder Körperposition und Entlastung auch des rechten Armes hielt
Dr.
A._
den Beschwerdeführer
schon im Gutachtenszeitpunkt
für voll ein
satzfähig
(Urk. 12/4.12 S. 24)
.
Sogar in der angestammten Tätigkeit als Pro
grammierer dürfte es dem Beschwerdeführer möglich sein, die Körperpositionen zu wechseln und den rechten Arm weitgehend zu entlasten. Tatsächlich gelang es dem Beschwerdeführer
- abgesehen von ganz feinmotorischen Arbeiten - die Computermaus mit der linken Hand zu bedienen (Urk. 12/5.6 S. 3 unten
, Urk. 12/5.17
).
Insgesamt
ist
es gestützt auf die
übereinstimmenden
prognosti
schen Beurteilungen überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerde
führer ab
1.
März 2012 wieder
vollumfänglich arbeitsfähig war
.
Dementspre
chend ist die Verneinung des Anspruchs auf eine Rente nicht zu beanstanden.
5
.
5.1
Bezüglich der Einschätzung der Höhe der Integritätsentschädigung
stützte sich
d
ie Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
5. Dezember
2012 (
Urk.
2) auf die Beurteilung durch
Dr.
A._
. Dieser habe nur eine leichte Einschränkung der Schultergelenksbeweglichkeit rechts festgestellt. Ob diese nun weichteilbedingt oder
arthrosebedingt
sei, spiele keine Rolle. Daher dürften die Integritätsschäden in den Tabellen auch nicht kumuliert wer
den, wie dies aus den Anmerkungen auf den Tabellen 1 und 5 ersichtlich sei. Wenn eine Schulter bis 30 Grad über der Horizontale
n
beweglich sei, betrage der
Richtwert für den
Integritätsschaden 10
%
. Die Funktion beim Beschwerde
führer sei jedoch deutlich besser. Vergleiche man die Einschränkung mit einer PHS, bei deren leichter
Form der Integritätsschaden 0
%
und
bei der mässigen Form 10
%
betrage, sei eine Integritätsentschädigung von 7,5
%
angemessen (Urk. 2 S. 4).
Der Beschwerdeführer
bringt dagegen
gestützt auf die Berichte von
Dr.
C._
vor, die Be
zifferung
des Integritätsschadens
mit lediglich 7,
5
%
trage der
massi
ven
Beeinträchtigung
seines Schultergelenkes
ungenügend Rechnung.
Die
Omarthrosegefahr
sei erheblich und
führe zur Prognose einer Implantation einer Gelenkprothese. Hinzu komme
die chronische Schmerzsituation
, welche
blei
bend
sei
, was mit den ausgedehnten Weichteilveränderungen zusammenhänge (Urk. 1 S. 11 f.; 12/3.21 und 12/3.23).
Entsprechend
habe
Dr.
C._
aufgrund der erheblichen
Omarthrose
(Tabelle 5)
10
%
zu
den
10
%
wegen einer mässigen PHS (Tabelle 1) hinzu
gerechnet
(Urk. 12/3.24).
Bei
Dr.
A._
sei
die
Omarthrose
und - in Verletzung von Art. 36 Abs. 4 UVV - deren voraussehbare Verschlim
merung unberücksichtigt geblieben (Urk. 1 S. 12 ff.).
5.2
Dr.
A._
gelangte gestützt auf einen Vergleich mit einer habituellen
Schul
terlu
xation
(10
%
),
mit einer leichten bis mässigen Form einer PHS
(5 bis 10
%
) sowie aufgrund einer
Beweglichkeit von
deutlich
mehr als 30 Grad über die Horizontale
und unter Berücksichtigung dessen, dass der Richtwert
bei 30 Grad
10
%
betrüge,
zu einem Integritätsschaden von 7,5 % (Urk. 12/4.12 S. 28).
Die Abweichung zur Beurteilung von
Dr.
C._
besteht insbesondere darin, dass
Dr.
C._
von der Beschädigung
als solcher
ausg
ing
,
Dr.
A._
hingegen von der
dadurch bewirkten
Beeinträchtigung der rechten Schulter. Entsprechend
rechnete
Dr.
C._
den Integritätsschaden aufgrund der
Arthrose des rechten Schultergelenkes
mit dem Integritätsschaden aufgrund
der umgebenden Weich
teile im Sinne einer mässigen PHS
zusammen
.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden (vgl. Art. 24 Abs. 1 UVG) aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die
Integritätsent
schädigung
nach der gesamten Beeinträchtigung festgesetzt (Art. 36 Abs. 3 Satz 1 UVV). Gemäss Ziffer 1 Absatz 2 des Anhangs 3 zur UVV ist bei einer Mehr
heit von Integritätsschäden die Entschädigung nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abzuleiten. In der Praxis wird empfohlen, zunächst die einzel
nen Schäden gesondert zu beurteilen. Anschliessend ist anhand dieser Einzel
werte der Gesamtwert zu ermitteln. Dieser Vorgang stellt nicht immer eine ein
fache Addition der Einzelwerte dar. Um zu einem sachgerechten Resultat zu kommen, kann sich aber eine solche aufdrängen, insbesondere wenn es sich um voneinander völlig unabhängige Schäden ohne gegenseitigen Einfluss handelt. In anderen Fällen kann der Gesamtwert weniger als die Summe betragen, so wenn sich die verschiedenen Beeinträchtigungen überlagern, so dass ein Teil der Beeinträchtigung doppelt entschädigt würde, wenn die Leistung nach der Summe berechnet würde (Thomas Frei, Die Integritätsentschädigung nach Art. 24 und 25 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung,
Diss
. Freiburg 1997, S. 45). Von z
wei voneinander völlig unabhängigen Schäden ohne gegenseitigen Einfluss
wurde beispielsweise bei der Beschädigung des rechten Knies sowie derjenigen des linken Sprunggelenks ausgegangen. Hingegen wurden die
Femoropatellararthrose
und die
Femorotibialarthrose
als einheitlicher Schaden betrachtet (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_794/2010 vom 9. Dezember 2010).
Vorliegend ist eine Kumulation nicht angezeigt,
was sich bereits daraus ergibt, dass für die Beurteilung des Integritätsschadens der PHS auf die in Tabelle 5 aufgeführte
Omarthrose
verwiesen wird (Urk. 12/5.20). Zudem ist g
emäss
Dr.
A._
die umgebende Weichteilreaktion bei einer Arthrose Bestandteil der Erkrankung. Weichteilphänomene gehören klassischerweise zu jeder Arthrose.
Dr.
A._
schätzte den Integritätsschaden gestützt auf die gesamte funktionelle Beeinträchtigung, sei diese nun
artikulär
oder
periartikulär
bedingt, auf 5 bis 10
%
(Urk. 15 S. 5-7).
Damit hat er die gesamte Beeinträchtigung berücksich
tigt.
5.3
Der Beschwerdeführer beantragte, die Stellungnahme von
Dr.
A._
vom 12. Mai 2013 und die darauf basierende Stellungnahme der Beschwerdegegnerin vom 2
2.
Mai 2013 (Urk. 15 und 16) seien aus dem Recht zu weisen. Denn mit Erstattung der Beschwerdeantwort vom
6.
Mai 2013 sei der
Devolutiveffekt
ein
getreten mit der Folge, dass es der Beschwerdegegnerin von da an verwehrt gewesen sei, weitere Abklärungen zu treffen (Urk. 19 S. 1 f.).
Grundsätzlich ist es der
Verwaltung
wegen des
Devolutiveffektes
des Rechtsmit
tels der Beschwerde rechtsprechungsgemäss
verwehrt
, nach der
Be
schwerdeer
hebung
selber weitere
umfassende Abkl
ä
rungen
,
et
wa eine medizinische
Begut
achtung
,
durchführen zu lassen. Demgegenüber hält die höchstrichterliche Rechtsprechung punktuelle Abklärungen, wie etwa das Einholen von Bes
t
äti
gungen und Bescheinigungen oder Rückfragen bei Ärztinnen und Ärzten und anderen Auskunftspersonen
,
für zulässig und begründet dies damit, dass der
Devolutiveffekt
durch
b
rochen werde vom Prinzip, dass die Verwaltung den angefochtenen Entscheid bis zu
r Erstattung der Vernehmlassung in
Wiederer
wägung
ziehen kann
(
Barbara
Kobel
, in: Gesetz über das
Sozialversicherungs
gericht
des Kantons Zürich,
2.
Aufl.
, Zürich
2009, N
5
zu
§
19
GSVGer
, mit Hinweisen
).
Anschliessend kann die Verwaltung ihren Entscheid nicht mehr ändern. Dem steht aber nicht entgegen, dass sie als beteiligte Partei weiterhin Anträge stellt, denn spätere Abänderungen ihrer Entscheide sind als Anträge zu verstehen (Kobel, a.a.O., N 9 zu
§
19
GSVGer
). Ebenso wenig ist es ihr verwehrt, als Partei weitere Unterlagen einzureichen. Schliesslich unterliegt das Verfahren dem Untersuchungsgrundsatz
(
Art.
43 Abs. 1 ATSG)
,
weshalb
das hiesige Gericht auch nach der Beschwerdeantwort eingereichte Unterlagen berücksich
tigen kann, soweit die Gegenpartei die Möglichkeit hatte, davon Kenntnis zu nehmen. Demzufolge sind die genannten Aktenstücke nicht aus dem Recht zu weisen.
5.4
Naturgemäss
stellt die Festlegung der Höhe der
Integritätsentschädigung
eine Schätzung dar
.
Bei de
r
en Überprüfung kann es nicht darum gehen, dass die kon
trollierende richterliche Behörde ihr Ermessen an die Stelle der Vorinstanz setzt. Bei der Unangemessenheit geht es um die Frage, ob der zu überprüfende Entscheid, den die Behörde nach dem ihr zustehenden Ermessen im Einklang mit den allgemeinen Rechtsprinzipien in einem konkreten Fall getroffen hat, nicht zweckmässigerweise anders hätte ausfallen sollen. Allerdings darf das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als nahelie
gender erscheinen lassen (BGE 126 V 75 E. 6 mit Hinweisen).
Unter diesem Gesichtspunkt ist
die
nachvollziehbare
Beurteilung
von
Dr.
A._
nicht zu beanstanden.
Dem Einwand des Beschwerdeführers,
Dr.
A._
habe die
Omarthrose
un
be
-
rück
sichtigt
gelassen (Urk. 1 S. 12
), ist
nicht zu folgen. Denn
Dr.
A._
bestätigte ausdrücklich,
bei der Wahl der leichten bis mässigen Form einer PHS aus der Tabelle betreffend Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten habe
er
sowohl die Weichteile als auch die
Omarthrose
berücksichtigt (Urk.
12/4.15 S.
2
, Urk. 15 S. 7
)
.
5.5
Gemäss
Art.
36 Abs. 4 UVV sind voraussehbare Verschlimmerungen des
Integri
tätsschadens
angemessen zu berücksichtigen. Revisionen der
Integritätsentschä
digung
sind nur im Ausnahmefall möglich, wenn die Verschlimmerung insbe
sondere nicht voraussehbar war. Eine voraussehbare Verschlimmerung liegt vor, wenn im Zeitpunkt der Festsetzung der Integritätsentschädigung eine Ver
schlimmerung als wahrscheinlich prognostiziert und damit auch geschätzt wer
den kann. Die blosse Möglichkeit einer Verschlimmerung des
Integritätsscha
dens
genügt hingegen nicht. Diese Prognose im Sinne einer fallbezogenen medizinischen Beurteilung über die voraussichtliche künftige Entwicklung der Gesundheitsbeeinträchtigung ist, genauso wie die Beurteilung der einzelnen Integritätsschäden an sich, eine Tatfrage, die ein Mediziner zu beurteilen hat
(Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2013 vom 2
3.
Juli 2013, E. 3.4.1 mit Hinwei
sen).
Dr.
C._
beurteilte die
Omarthrosegefahr
in seinem Schreiben vom
1.
Februar 2012 als erheblich. Dadurch sei die Prognose der Implantation einer
Gelenk
sprothese
gegeben (Urk. 12/3.23).
Demgegenüber war er am
3.
Mai 2011 noch davon ausgegangen, die posttraumatisch aktivierte vorbestehende leichte
Omarthrose
werde sich wieder beruhigen (Urk. 12/3.18).
Dr.
F._
gab am 27. April 2012 an, längerfristig müsse mit einer Zunahme des Leidensdruckes gerechnet werden. Bei einer fortschreitenden
Humeruskopfnekrose
mit einem allfälligen Kollaps
des
Humeruskopfs
müsste längerfristig ein
schulterprotheti
scher
Gelenksersatz in Betracht gezogen werden
. Zurzeit erachte er eine solche Massnahme
aber
als nicht indiziert
(Urk. 12/5.16 S. 2).
Am 1
2.
Mai 2013 führte
Dr.
A._
gestützt auf die bis dahin vorliegenden
Arzt
berichte
aus, es sei keine Verschlechterung eingetreten, welche eine
Neu
einschätzung
erforderlich machen würde. Es bestehe lediglich eine diskrete Funktionsstörung des rechten Schultergelenks sowie weder klinisch noch
bild
gebend
eine ausgeprägte
Omarthrose
. Ebenso wenig sei eine Entrundung oder ein Kollaps des
Humeruskopfes
ersichtlich (Urk. 15 S. 5-7).
Die Beurteilung durch
Dr.
A._
ist nachvollziehbar, nachdem die
Arthro
-MR-Bildgebung vom
6.
März 2012 einen diffusen Knorpelabbau mit kleinen
sub
chondralen
Nekrosen des
Humeruskopfes
gezeigt hatte (Urk. 12/5.16 S. 2) und
Dr.
A._
sämtliche medizinische Berichte
und die relevanten Befunde
, so auch die Nekrose (Urk. 15 S.
6
, entgegen dem Einwand in Urk.
21
), berücksichtigt hat.
Insgesamt
ist
gestützt auf die vorhandenen Akten eine
Verschlechterung
zwar
möglich
, jedoch nicht derart wahrscheinlich und
vor allem nicht
in ihrem Aus
mass
so
voraussehbar
, dass der Integritätsschaden für den Fall der Verschlech
terung bereits geschätzt werden könnte. Bezüglich einer allfälligen
wesentlichen
Verschlimmerung besteht deswegen die Notwendigkeit einer Neubeurteilung zu gegebener Zeit. Dementsprechend hat
sie
vorerst unberücksichtigt zu bleiben.
6
.
Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, die Beschwerdegegnerin habe im Rahmen von
Art.
21 Abs. 1
lit
. c UVG Kosten für Heilbehandlungen zu über
nehmen, welche zur Erhaltung seiner verbleibenden Erwerbsfähigkeit dauernd erforderlich seien (Urk. 1 S. 10).
Rechtsprechungsgemäss
haben jedoch nur ver
sicherte Personen,
die bereits eine Rente bezieh
en, aber noch erwerbsfähig sind -
also einen Invaliditätsgrad zwischen 10 Prozent und weniger als 100
%
auf
weisen
-
Anspruch auf Leistungen nach
Art.
21 Abs. 1
lit
. c UVG
(
BGE 140 V 130
E. 2.3
;
Urteil
e des Bundesgerichts
8C_591/2013
vom 29.
Oktober 2013,
E. 1.2 und 2.2;
8C_191/2011 vom 1
6.
September 2011
, E. 5.2 und 5.3). Da der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Invalidenrente hat (vgl. vorste
hende E. 4), hat die Beschwerdegegnerin den Anspruch auf Heilbehandlungen im Rahmen von
Art.
21 Abs. 1
lit
. c UVG im Ergebnis zu Recht verneint. Infol
gedessen ist die Beschwerde abzuweisen.