Decision ID: a032890c-8400-4a9f-a7a5-1b2f67f13534
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ bezog seit dem 1. Juni 2007 bei einem IV-Grad von 100 % eine ganze
Invalidenrente (Verfügungen vom 23. Januar und 13. Februar 2008, IV-act. 35 f.). Der
zum Zeitpunkt der Rentenzusprache bestehende dringende Verdacht auf Manifestation
einer Chorea Huntington (IV-act. 24) bestätigte sich in der Folge (vgl. z.B. Bericht der
Klinik D._ vom 7. März 2008, IV-act. 54-17). Ab Oktober 2012 wohnte die Versicherte
im C._ (IV-act. 45-2).
A.b Mit Verfügung vom 11. Oktober 2013 wurde der Versicherten rückwirkend per 1.
August 2013 eine Entschädigung wegen mittlerer Hilflosigkeit zugesprochen, da sie
beim An- und Auskleiden, Aufstehen/Absitzen/Abliegen, beim Essen, bei der
Körperpflege sowie der Fortbewegung/Kontaktpflege seit August 2012 auf
regelmässige und erhebliche Dritthilfe angewiesen ist (IV-act. 71).
A.c Dr. med. E._, FMH Neurologie, Klinik F._, berichtete der Hausärztin der
Versicherten am 12. Mai 2014 u.a. (IV-act. 75-4 ff.), dass die Bewegungsstörung seit
der letzten Untersuchung im Dezember 2012 zugenommen habe. Die Versicherte leide
vermehrt und ausgeprägter an wurmförmigen, ausfahrenden und unwillkürlichen Be
wegungen der Arme und Beine. Der Gang sei unsicherer, durchschnittlich stürze die
Versicherte einmal pro Woche.
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A.d Mit Mitteilung vom 4. Juni 2014 erteilte die IV-Stelle eine Kostengutsprache für
einen Duschstuhl (IV-act. 76).
A.e Am 31. Juli 2014 reichte die G._ AG bei der IV-Stelle einen Kostenvoranschlag
für einen Schutzhelm für die Versicherte über einen Betrag von Fr. 736.90 (inkl. MWSt.)
ein (IV-act. 77-1). Dem Kostenvoranschlag lag eine ärztliche Verordnung für
einen Kopfschutzhelm bei, welche am 30. Juli 2014 von Dr. med. H._, FMH Allg.
Innere Medizin, ausgestellt worden war (IV-act. 77-2). Am 5. August 2014 antwortete
die IV-Stelle der G._ AG (mit Kopie an die Versicherte, IV-act. 78), dass die
Invalidenversicherung die Kosten für einen Sturzhelm gemäss dem Kreisschreiben über
die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung (KHMI) nur bei Epileptikern
und Hämophilen übernehmen könne.
A.f Die AHV-Zweigstelle teilte der IV-Stelle am 18. August 2014 mit (IV-act. 83 f.), dass
für die Versicherte mit Beschluss vom 4. Juli 2014 eine Vertretungsbeistandschaft mit
Vermögensverwaltung angeordnet worden sei. I._ sei zu ihrem Beistand ernannt
worden.
A.g Am 15. August 2014 (IV-act. 87) führte B._, Institutionsleiterin C._
(nachfolgend: Vertreterin), gegenüber der IV-Stelle aus, der Sturzhelm sei im
Kreisschreiben ausdrücklich als mögliches Hilfsmittel vorgesehen. Die Versicherte sei
bereits mehrfach gefährlich gestürzt. Zuletzt habe sie sich vor wenigen Tagen bei
einem Sturz einen Schwartenriss zugezogen, der mit sieben Stichen habe genäht
werden müssen. Aufgrund der konkreten Gefährdung sei die IV-Stelle zur
Kostenübernahme verpflichtet. Dem Schreiben lag eine von der Versicherten und ihrem
Beistand unterzeichnete "Einverständniserklärung betreffend Kostenübernahme für
einen Schutzhelm" bei (IV-act. 88).
A.h Mit Vorbescheid vom 28. August 2014 (IV-act. 92) kündigte die IV-Stelle der Ver
sicherten die Abweisung des Gesuchs um Kostenübernahme für einen Sturzhelm an.
Zur Begründung führte sie an, dass der Sturzhelm zwar in der Hilfsmittelliste unter Ziff.
15.08 aufgeführt, jedoch explizit nur für Epileptiker und Hämophile vorgesehen sei. Die
Liste aller möglichen kostspieligen Hilfsmittel sei gemäss Art. 21 des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) abschliessend. Zudem bestehe
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gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kein Anrecht auf die Beseitigung
aller Hindernisse, die der Kontaktaufnahme mit der Umwelt im Wege stünden. Es gebe
keinen Rechtsanspruch darauf, dass eine behinderte Person so selbstständig wie eine
nichtbehinderte Person leben könne.
A.i Dagegen wendete die Vertreterin der Versicherten am 29. September 2014 ein (IV-
act. 93), die Hilfsmittelliste sei so zu verstehen, dass versicherte Personen, die
aufgrund ihres Krankheitsbildes regelmässig sturzgefährdet seien, Anspruch auf einen
Sturzhelm hätten. Eine andere Interpretation von Ziff. 15.08 der Hilfsmittelliste würde
nicht der Zielsetzung der IV-Gesetzgebung entsprechen und vor dem
Rechtsgleichheitsgebot sowie dem Willkürverbot nicht standhalten. Da es sich bei der
Hilfsmittelliste nicht um formelles Gesetzesrecht handle, sei diese einer behördlichen
und richterlichen Prüfung auf ihre Gesetzes- und Verfassungskonformität
uneingeschränkt zugänglich.
A.j Mit Verfügung vom 29. Dezember 2014 wies die IV-Stelle das Gesuch um die
Kostenübernahme für einen Sturzhelm aus den im Vorbescheid angegebenen Gründen
ab (IV-act. 95). Zu den Einwendungen der Versicherten hielt sie fest, dass das KHMI
keinen Spielraum offen lasse, über die Verordnungsweisungen hinauszugehen. Der
Gleichbehandlung wegen müsse sich die IV-Stelle an die in der Verordnung definierten
Vorgaben halten.
B.
B.a Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin)
am 2. Februar 2015 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihre Vertreterin beantragte die Auf
hebung der angefochtenen Verfügung und die Verpflichtung der IV-Stelle (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin), die Kosten für den beantragten Sturzhelm zu übernehmen. Auf
eine Parteientschädigung verzichtete sie ausdrücklich. Vorab machte die Vertreterin
eine Verletzung der Begründungspflicht geltend, weil die Beschwerdegegnerin nicht
genügend auf ihre Einwände eingegangen sei. Sie argumentierte, dass die
Beschwerdegegnerin zumindest hätte darlegen müssen, weshalb es keine Rolle spiele,
ob ein auf der Hilfsmittelliste nicht figurierendes Hilfsmittel erstritten oder um
Kostengutsprache für ein auf der Liste vorgesehenes Hilfsmittel für ein nicht explizit
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genanntes Krankheitsbild ersucht werde. Auf eine Rückweisung der Sache an die
Beschwerdegegnerin wegen der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör
verzichtete die Vertreterin aber ausdrücklich. Zur materiellen Begründung machte die
Vertreterin geltend, dass die Aufzählung der Krankheiten in Ziff. 15.08 der
Hilfsmittelliste nicht abschliessend sei. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
sei die Hilfsmittelliste nur insofern abschliessend, als sie die in Frage kommenden
Hilfsmittelkategorien aufzähle. Demgegenüber habe das Gericht bei jeder Kategorie
von Hilfsmitteln zu prüfen, ob die Aufzählung innerhalb der jeweiligen Kategorie
abschliessend oder bloss beispielhaft sei. Entscheidend für die Kostengutsprache für
einen Sturzhelm sei die Sturzgefahr. Dabei könne nicht ernsthaft bestritten werden,
dass nicht nur die Krankheiten Epilepsie und Hämophilie, sondern beispielsweise auch
die Krankheit Chorea Huntington eine Sturzgefährdung auslösen könne. Dasselbe
ergebe sich aufgrund des systematischen Kontexts unter Berücksichtigung der Ziff.
15.07 der Hilfsmittelliste betreffend massgefertigte Kleider, wo bewusst auf die
Nennung einzelner Krankheitsbilder verzichtet worden sei. Das Gericht dürfe eine
schwerwiegende, durch richterliches Eingreifen auszufüllende Lücke der Verordnung
über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung (HVI, SR 831.232.51)
annehmen, wenn die Nichtgewährung des Hilfsmittels das Willkürverbot, das Gebot der
rechtsgleichen Behandlung oder das Diskriminierungsverbot verletze. Da die HVI ein
generell-abstrakter Erlass sei, handle es sich um einen Fall der Verletzung der
Rechtsgleichheit in der Rechtsetzung. Das Gebot der rechtsgleichen Behandlung sei
gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung verletzt, wenn der Verordnungsgeber
sich aufdrängende Unterscheidungen unterlasse oder aber Unterscheidungen treffe, für
die sich kein vernünftiger Grund finden lasse. Im vorliegenden Fall gebe es keinen
vernünftigen Grund, versicherte sturzgefährdete Personen, die an Chorea Huntington
litten, anders zu behandeln als versicherte Personen, die an Hämophilie und Epilepsie
litten, denn bei Personen, die an einer Chorea Huntington litten, liesse sich keine
andere oder eine geringere Sturzgefahr feststellen als bei Epileptikern oder
Hämophilen.
B.b Am 20. Februar 2015 stellte die Vertreterin ein Gesuch um unentgeltliche Rechts
pflege für das Beschwerdeverfahren (act. G 3).
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B.c Die Beschwerdegegnerin beantragte am 26. März 2015 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie an, dass nicht ersichtlich sei,
inwiefern eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegen solle: Die
Beschwerdegegnerin habe in ihrer Verfügung auf die massgebenden gesetzlichen
Grundlagen hingewiesen und erwähnt, dass die Hilfsmittelliste gemäss den
gesetzlichen Bestimmungen abschliessend sei und dass sie an die verwaltungsinternen
Weisungen gebunden sei. Daher müsse davon ausgegangen werden, dass die Abgabe
eines Sturzhelmes nach Ziff. 15.08 der Hilfsmittelliste auf Epileptiker und Hämophile
beschränkt sei, da bei anderen Hilfsmitteln keine Begrenzung auf spezifische
Krankheiten vorgesehen sei. Auch könne der Sturzhelm nicht als invaliditätsbedingt
notwendiges Zubehör zu einem bereits bewilligten Hilfsmittel, vorliegend einem
Duschstuhl, betrachtet werden.
B.d Am 2. April 2015 wies das Gericht das Gesuch um unentgeltliche Rechtpflege im
Sinne der Befreiung von den Gerichtskosten ab, da aufgrund der eingereichten Unter
lagen die Prozessarmut zu verneinen sei (act. G 6). Es forderte die Vertreterin zudem
auf, eine Prozessführungsbefugnis der Erwachsenenschutzbehörde nachzureichen.
B.e In ihrer Replik vom 11. Mai 2015 (act. 7) hielt die Vertreterin der Versicherten voll
umfänglich an den mit der Beschwerde gestellten Anträgen fest. Zudem reichte sie
einen Beschluss der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde der Region J._ vom
21. April 2015 ein, mit welchem dem Beistand der Versicherten die Prozessbefugnis
mit Substitutionsrecht für das vorliegende Beschwerdeverfahren erteilt worden war
(act. G 7.1).
B.f Das Gericht forderte die Vertreterin der Versicherten am 20. Mai 2015 auf (act. G
8), die Substitutionsvollmacht des Beistandes einzureichen.
B.g Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 10).
B.h Am 8. Juni 2015 reichte die Vertreterin der Versicherten die einverlangte
Substitutionsvollmacht ein (act. G 11).

Erwägungen:
1.
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Die G._ AG hat bei der Beschwerdegegnerin am 31. Juli 2014 einen
Kostenvoranschlag samt ärztlicher Verordnung für einen Sturzhelm eingereicht. Die
Beschwerdegegnerin hat der G._ AG hierauf am 5. August 2014 mitgeteilt, dass die
Kosten für den Sturzhelm nicht zulasten der Invalidenversicherung gingen, weil gestützt
auf Ziff. 15.08 der Hilfsmittelliste (siehe Anhang zur HVI) die Kosten für einen Sturzhelm
nur bei Epileptikern und Hämophilen übernommen werden könnten. Nachdem die
Vertreterin der Beschwerdeführerin gegenüber der Beschwerdegegnerin am 15. August
2014 angezeigt hatte, dass sie mit dem Schreiben vom 5. August 2014 nicht
einverstanden sei, hat die Beschwerdegegnerin, nach Durchführung eines
Vorbescheidsverfahrens, die hier angefochtene Verfügung vom 29. Dezember 2014
erlassen. Die Beschwerdegegnerin hat das Schreiben vom 5. August 2014 weder als
Mitteilung noch als Verfügung bezeichnet und auch nicht mit dem entsprechenden
Hinweis versehen, dass eine beschwerdefähige Verfügung verlangt bzw. dass gegen
die Verfügung Beschwerde erhoben werden könne. Das Schreiben vom 5. August 2014
ist deshalb als reines Orientierungsschreiben zu qualifizieren. Demnach hat die
Beschwerdegegnerin in der Folge zu Recht ein Vorbescheidsverfahren durchgeführt,
welches mit dem Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung abgeschlossen
worden ist.
2.
2.1 Die Vertreterin der Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, dass die
Beschwerdegegnerin ihre Begründungspflicht verletzt habe, indem sie sich nicht
genügend mit den im Einwand vorgebrachten Argumenten auseinandergesetzt habe.
2.2 Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll
entsprechen (Art. 49 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1). Die Begründungspflicht ist ein
wesentlicher Bestandteil des in Art. 29 Abs. 2 BV verfassungsrechtlich verankerten
Anspruchs auf rechtliches Gehör. Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
soll die Begründungspflicht zum einen verhindern, dass sich die Verwaltungsbehörde
von unsachlichen Motiven leiten lässt. Zum anderen soll sie es der betroffenen Person
ermöglichen, die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. In der
Entscheidbegründung müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von
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denen sich die Verwaltungsbehörde hatleiten lassen und auf welche sich ihre
Verfügung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder
tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen
muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheidwesentlichen Gesichtspunkte
beschränken (BGE 124 V 180 E. 1a mit Hinweisen).
2.3 Die Beschwerdegegnerin hat in der Verfügungsbegründung die einschlägigen
Gesetzes- und Verordnungsbestimmungen genannt. Sie hat ihren ablehnenden
Entscheid damit begründet, dass Ziff. 15.08 der Hilfsmittelliste zwar die Vergütung
eines Sturzhelmes vorsehe, jedoch explizit nur für Epileptiker und Hämophile. Auch das
KHMI, an welches sie gebunden sei, lasse keinen Raum für eine vom Wortlaut
abweichende Interpretation. Damit hat die Beschwerdegegnerin aufgezeigt, auf
welchen Überlegungen ihr Entscheid basiert, namentlich dass sie sich an den Wortlaut
von Ziff. 15.08 gehalten habe. Diese Information hat der Beschwerdeführerin eine
sachgerechte Anfechtung der Verfügung ermöglicht. Das kommt denn auch in der
Beschwerdebegründung zum Ausdruck, in welcher die Beschwerdeführerin die von der
Beschwerdegegnerin vorgenommene Auslegung der Hilfsmittelliste kritisiert und die
Verfassungskonformität der Ziff. 15.08 verneint hat. Da die Beschwerdegegnerin ihrer
Begründungspflicht in genügender Weise nachgekommen ist, hat sie den Anspruch der
Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör nicht verletzt.
3.
3.1 Strittig ist vorliegend, ob die Beschwerdeführerin gestützt auf Ziff. 15.08 der
Hilfsmittelliste Anspruch auf die Übernahme der Kosten für einen Sturzhelm durch die
Invalidenversicherung hat.
3.2 Gemäss Art. 21 Abs. 2 IVG hat eine versicherte Person, die infolge ihrer Invalidität
für die Fortbewegung, für die Herstellung des Kontakts mit der Umwelt oder für die
Selbstsorge kostspieliger Geräte bedarf, im Rahmen einer vom Bundesrat
aufzustellenden Liste ohne Rücksicht auf die Erwerbsfähigkeit Anspruch auf solche
Hilfsmittel. Ziel dieser Bestimmung ist es, die Autonomie der invaliden Person zu
fördern, indem sie auf Grund dieser Hilfsmittel die alltäglichen Lebensverrichtungen wie
Körperpflege etc. selbstständig vornehmen und sich am gesellschaftlichen Leben
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beteiligen kann, etwa in Form der Ausübung einer medizinisch angezeigten und somit
schützenswerten sportlichen Betätigung, des Zugangs zur Um- und Aussenwelt oder
der Benützung von speziellen Kommunikationsgeräten (Urteil des Bundesgerichts vom
28. Juli 2003, I 768/02 E. 3.1 mit Hinweisen). Der Bundesrat hat die Aufgabe, die Liste
der im Rahmen von Art. 21 IVG abzugebenden Hilfsmittel zu erstellen, dem
Eidgenössischen Departement des Innern übertragen (Art. 14 der Verordnung über die
Invalidenversicherung, IVV, SR 831.201). Die Hilfsmittelliste sieht unter dem Titel
"Hilfsmittel für den Kontakt mit der Umwelt" in Ziff. 15.08 die Abgabe bzw. Vergütung
von Sturzhelmen für Epileptiker und Hämophile vor.
3.3 Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist die Hilfsmittelliste insofern
abschliessend, als sie die in Frage kommenden Hilfsmittelkategorien aufzählt. Dagegen
ist innerhalb der einzelnen Kategorien jeweils zu prüfen, ob die Aufzählung der
einzelnen Hilfsmittel ebenfalls abschliessend oder bloss exemplifikatorisch ist (BGE
131 V 9 E. 3.4.2). Liegt die Nichtaufnahme eines bestimmten Behelfs im Einzelfall nicht
offensichtlich ausserhalb der delegierten Kompetenzen und ist auch keine andere
Gesetzwidrigkeit gegeben, die auch unter Berücksichtigung des sehr weiten
Spielraums des Verordnungsgebers in der Auswahl der Hilfsmittel und in der
Ausgestaltung der Liste der Hilfsmittel nicht mehr hinzunehmen ist, so darf das Gericht
nur dann eine schwerwiegende, durch richterliches Eingreifen auszufüllende Lücke der
HVI annehmen, wenn die Nichtaufnahme der fraglichen Massnahmen in der
Hilfsmittelliste das Willkürverbot (Art. 9 Bundesverfassung [BV, SR 101]), das Gebot der
rechtsgleichen Behandlung (Art. 8 Abs. 1 BV) oder das Diskriminierungsverbot (Art. 8
Abs. 2 BV) verletzt (BGE 131 V 9 E. 3.4.3 mit Hinweisen).
3.4 Nachfolgend ist somit der Normsinn der Ziff. 15.08 der Hilfsmittelliste durch Aus
legung zu ermitteln.
3.4.1 Ausgangspunkt bei der Interpretation einer Gesetzesnorm ist der Wortlaut
der Bestimmung. In Ziff. 15.08 der Hilfsmittelliste steht wörtlich: Sturzhelme für
Epileptiker und Hämophile. Der Wortlaut von Ziff. 15.08 ist eindeutig: Anspruch auf
einen Sturzhelm sollen nur jene versicherten Personen haben, die an Epilepsie oder
Hämophilie leiden. Mithin handelt es sich ‒ gemäss dem Wortsinn ‒ nicht um eine
exemplifikatorische Aufzählung der genannten Erkrankungen. Zwar stellt der Wortlaut
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des Gesetzes das primäre und wichtigste Indiz für den Normsinn dar. Letzterer muss
jedoch auch kritisch hinterfragt werden, wenn der Wortlaut, isoliert betrachtet,
eindeutig ist (Ernst A. Kramer, Juristische Methodenlehre, 3. Auflage, Bern 2010, S. 78
und 81). Auch wenn der Wortlaut von Ziff. 15.08 der Hilfsmittelliste eindeutig erscheint,
muss deshalb anhand der übrigen Auslegungsmethoden geprüft werden, ob der
Wortsinn dem Normsinn entspricht oder ob
allenfalls eine Auslegung "contra verba legis", d.h. entgegen dem Gesetzeswortlaut, zu
erfolgen hat.
3.4.2 Für den Normsinn ebenfalls relevant ist der ursprüngliche Wille des Gesetz-
bzw. Verordnungsgebers zum Zeitpunkt, als er die Norm erlassen hat. Die zu Ziff. 15.08
der Hilfsmittelliste vorhandenen Materialien sind dürftig. Gemäss ZAK 1988 S. 154
wurde bei der Einführung von Ziff. 15.08 in den IV-Mitteilungen Nr. 278 folgendes
angemerkt: "Unter dem Titel "Hilfsmittel für die Selbstsorge" können Epileptikern und
Hämophilen Sturzhelme abgegeben werden, allerdings nur in einfacher und
zweckmässiger Ausführung, wie das bei anderen Geräten und Hilfsmitteln auch der Fall
ist. Massangefertigte Helme sind vom behandelnden Arzt immer ausführlich zu
begründen." Aus den Materialien geht somit nicht hervor, ob der Verordnungsgeber die
Abgabe eines Sturzhelmes auf Epileptiker und Hämophile beschränken wollte oder ob
es sich um ein gesetzgeberisches Versehen gehandelt hat, indem der
Verordnungsgeber einfach nicht in Erwägung gezogen hat, dass es ‒ neben der
Hämophilie und Epilepsie ‒ andere Krankheiten gibt, die das Tragen eines Sturzhelms
erfordern können. Die Frage, was der ursprüngliche Wille des Verordnungsgebers
gewesen ist, muss deshalb offen gelassen werden.
3.4.3 Rechtliche Bestimmungen sind im Licht des inneren Systems des
Rechtsgebiets und letztlich dem der Gesamtrechtsordnung möglichst "systemkonform"
zu interpretieren (Kramer, a.a.O., S. 100 f.). Ein Hilfsmittel im Sinne des IVG ist ein
Gegenstand, dessen Gebrauch den Ausfall gewisser Teile oder Funktionen des
menschlichen Körpers zu ersetzen vermag (BGE 115 V 191 E. 2c). Der Zweck eines
Hilfsmittels ist es folglich, den Funktionsausfall eines Körperteils zu ersetzen.
Entsprechend hat der Verordnungsgeber die Abgabe der einzelnen Hilfsmittel gemäss
IVG an die Bedingung geknüpft, dass ein Funktionsausfall vorliegt, der einen Bedarf an
einem bestimmten Hilfsmittel entstehen lässt. So werden zum Beispiel Elektrobetten an
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Versicherte abgegeben, die auf ein solches angewiesen sind, um zu Bett zu gehen und
aufzustehen (Ziff. 14.03 der Hilfsmittelliste). Nun hat der Verordnungsgeber von dieser
Regel mit Bezug auf den Anspruch auf einen Sturzhelm gemäss Ziff. 15.08 jedoch eine
Ausnahme gemacht, indem er die Abgabe bzw. Vergütung eines Sturzhelmes nicht
vom Bestehen eines Funktionsausfalls, sondern vom Vorliegen einer bestimmten
Krankheit, nämlich der Epilepsie oder der Hämophilie, abhängig gemacht hat. Es fragt
sich, ob es einen Grund gibt, beim Sturzhelm nicht wie bei allen anderen Hilfsmitteln an
einen Funktionsausfall anzuknüpfen. Der Sturzhelm ist gemäss der systematischen
Einordnung der Hilfsmittelliste ein Hilfsmittel für den Kontakt mit der Umwelt.
Epileptiker weisen aufgrund von epileptischen Anfällen ein höheres Sturzrisiko auf.
Zudem ist auch das Verletzungsrisiko bei einem Sturz erhöht, weil während eines
Anfalls die üblichen Schutzreflexe ausgeschaltet sind, die einen gesunden Menschen
vor den Folgen unbeabsichtigter Stürze schützen (Norbert van Kampen/ Thomas Jaster
(Hrsg.), Epilepsie im Alltagsleben, Berlin: Verlag Epilepsie 2000, Erste Auflage 2011,
S. 42, abrufbar unter: epilepsie-vereinigung.de/wp-content/uploads/2013/ 09/
Epilepsie-im-Alltagsleben.pdf, besucht am 25. Juni 2015). Bei Hämophilen kann wegen
der Blutgerinnungsstörung ein Sturz auf den Kopf zu starken, lang anhaltenden
Blutungen führen, schlimmstenfalls zu (von aussen nicht sichtbaren) Gehirnblutungen
(Schweizerische Hämophiliegesellschaft [Hrsg.], Hämophilie: Die Bluterkrankheit, S. 4
und 8, abrufbar unter: shg.ch/xp_shop_products/SHG_Brochure_D_web.pdf, besucht
am 25. Juni 2015). Bei den Epileptikern soll durch den Sturzhelm somit eine Störung
des Gehirns und bei den Hämophilen der fehlende Schutzmechanismus gegen
Blutverlust, d.h. die fehlende Blutgerinnung, "ausgeglichen" werden. Auch hier handelt
es sich um Funktionsausfälle des menschlichen Körpers, die durch das Hilfsmittel, den
Sturzhelm, ersetzt werden sollen. Zwar sind die Funktionsausfälle bei den beiden
genannten Erkrankungen nicht dieselben, sie haben jedoch dieselbe Wirkung, nämlich
dass sich Epileptiker und Hämophile überdurchschnittlich oft Kopfverletzungen durch
Stürze zuziehen. Gründe dafür, weshalb beim Hilfsmittel des Sturzhelmes nicht wie bei
allen anderen Hilfsmitteln an einen Funktionsausfall des menschlichen Körpers bzw. die
Folge eines solchen Funktionsausfalls angeknüpft worden ist, sind nicht ersichtlich. So
erscheint es aus Sicht eines medizinischen Laien naheliegend, dass es auch andere
versicherte Personen gibt, die invaliditätsbedingt durch einen Funktionsausfall einem
erhöhten Risiko für Kopfverletzungen durch Stürze ausgesetzt sind und deshalb für die
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selbständige Fortbewegung auf einen Sturzhelm angewiesen sind. Die systematische
Auslegung im engeren Sinn führt also zusammenfassend zum Ergebnis, dass bei der
Prüfung des Anspruchs auf einen Sturzhelm nach Ziff. 15.08 der Hilfsmittelliste an den
Funktionsausfall bzw. dessen Folgen anzuknüpfen ist und damit nicht nur Epileptiker
und Hämophile Anspruch auf einen Sturzhelm haben.
3.4.4 Mittels der teleologischen Auslegung wird der Sinn und Zweck einer
Bestimmung ermittelt. Dabei kann Ziff. 15.08 der Hilfsmittelliste nicht isoliert betrachtet
werden, da der Sinn und Zweck einer Bestimmung massgeblich durch das
übergeordnete Recht mitbestimmt wird. Die Hilfsmittelliste ist gemäss der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung insofern abschliessend, als sie die in Frage
kommenden Hilfsmittelkategorien aufzählt. Innerhalb der einzelnen Kategorien kann
das Gericht jedoch überprüfen, ob die Aufzählung der einzelnen Hilfsmittel ebenfalls
abschliessend oder bloss exemplifikatorisch ist (siehe Erw. 3.3). Die einzelnen
Hilfsmittelbestimmungen sind somit auf ihre Gesetzeskonformität überprüfbar. Wie
bereits in Erw. 3.4.3 erwähnt, besteht der Zweck eines Hilfsmittels im Sinne des IVG
rechtsprechungsgemäss darin, den Ausfall gewisser Teile oder Funktionen des
menschlichen Körpers zu ersetzen. Konkret bezweckt ein Sturzhelm, ein durch einen
Funktionsausfall des Körpers bedingtes erhöhtes Risiko von durch Stürze verursachten
Kopfverletzungen auszugleichen bzw. zu minimieren. Der Sturzhelm soll es betroffenen
Personen ermöglichen, sich trotz der erhöhten Gefahr von Stürzen auf den Kopf
möglichst selbständig fortbewegen zu können. Sinn und Zweck von Ziff. 15.08 der
Hilfsmittelliste ist somit die Gewährleistung der selbständigen Fortbewegung von
invaliden Personen, die wegen eines Funktionsausfalls des Körpers einer erhöhten
Gefahr ausgesetzt sind, bei der Fortbewegung Kopfverletzungen zu erleiden. Wäre der
Anspruch auf einen Sturzhelm auf Epileptiker und Hämophile beschränkt, würde dies
bedeuten, dass die selbständige Fortbewegung anderer betroffener invalider Personen
nicht mehr gewährleistet wäre, da sich diese wegen des hohen Risikos von
Kopfverletzungen gar nicht mehr oder nur noch eingeschränkt selbständig fortbewegen
könnten. Eine Beschränkung des Anspruchs auf einen Sturzhelm auf Epileptiker und
Hämophile würde somit dem Sinn und Zweck der Hilfsmittel im Sinne des IVG
entgegenstehen.
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3.4.5 Die Vertreterin der Beschwerdeführerin hat geltend gemacht, dass Ziff. 15.08
der Hilfsmittelliste das Rechtsgleichheitsgebot nach Art. 8 Abs. 1 BV verletze, denn es
gebe keinen vernünftigen Grund, eine sturzgefährdete, an Chorea Huntington erkrankte
Versicherte anders zu behandeln als Epileptiker und Hämophile. Gemäss der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung liegt eine rechtsungleiche Behandlung vor, wenn
der Verordnungsgeber sich aufdrängende Unterscheidungen unterlässt oder aber
Unterscheidungen trifft, für die sich kein vernünftiger Grund finden lässt. Dies ist der
Fall, wenn der Verordnungsgeber durch die Nichtaufnahme der fraglichen Massnahmen
in die Hilfsmittelliste sachlich unbegründete Unterscheidungen getroffen oder sonstwie
unhaltbare, nicht auf ernsthaften Gründen beruhende Kriterien aufgestellt hat (BGE 131
V 9 E. 3.4.3). Das Hilfsmittel des Sturzhelms bezweckt die Gewährleistung der
selbständigen Fortbewegung einer invaliden Person, die aus medizinischer Sicht
aufgrund einer erhöhten Gefahr von durch Stürze verursachten Kopfverletzungen auf
einen solchen angewiesen ist. Die Beschränkung des Anspruchs auf einen Sturzhelm
auf Epileptiker und Hämophile ‒ und damit der Ausschluss aller anderen
sturzgefährdeten invaliden Personen von der Hilfsmittelversorgung ‒ entbehrt jeglicher
sachlicher Grundlage, weshalb eine solche Beschränkung gegen das
Gleichbehandlungsgebot nach Art. 8 Abs. 1 BV verstossen würde und damit nicht
verfassungskonform wäre.
3.4.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Wortlaut von Ziff. 15.08 der
Hilfsmittelliste mit dem Sinn und Zweck eines Hilfsmittels im Sinne des IVG, mit dem
Zweck eines Sturzhelmes sowie mit dem verfassungsmässigen Anspruch auf eine
rechtsgleiche Behandlung nicht vereinbar ist. Unter diesen Umständen ist Ziff. 15.08
der Hilfsmittelliste im Sinne einer systematischen, teleologischen, gesetzes- und
verfassungskonformen Auslegung so zu interpretieren, dass alle invaliden Personen,
deren selbständige Fortbewegung ohne Sturzhelm nicht gewährleistet wäre, Anspruch
auf einen solchen haben. Der Anspruch besteht selbstverständlich nur, wenn der
Sturzhelm aus medizinischer Sicht notwendig ist (vgl. Art. 2 Abs. 1 HVI). Demnach ist
die Aufzählung der Krankheiten in Ziff. 15.08 der Hilfsmittelliste, entgegen ihrem
Wortlaut, als nicht abschliessend, d.h. als exemplifikatorisch zu interpretieren.
3.5 Der Neurologe Dr. E._ hat im Mai 2014 erklärt, dass die Beschwerdeführerin
vermehrt und ausgeprägt an wurmförmigen, ausfahrenden und unwillkürlichen Bewe
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gungen der Arme und Beine leide. Ihr Gang sei unsicherer geworden und sie stürze
durchschnittlich einmal pro Woche. Dass die Beschwerdeführerin häufig stürzt, kann
auch älteren Arztberichten entnommen werden (siehe z.B. Bericht von Dr. med. K._
vom 17. September 2007, IV-act. 18-4 oder Bericht von Dr. med. L._ vom 21.
November 2012, IV-act. 54-3). Zuletzt hat sich die Beschwerdeführerin gemäss der
Institutionsleiterin des C._ im Sommer 2014 bei einem Sturz einen Schwartenriss
zugezogen, welcher mit sieben Stichen hat genäht werden müssen (hierzu liegt
allerdings kein medizinischer Bericht im Recht). Vor diesem Hintergrund erscheint das
Tragen eines Sturzhelmes im Fall der Beschwerdeführerin aus der Sicht eines
medizinischen Laien als notwendig. Zwar liegt den Akten eine ärztliche Verordnung für
einen Sturzhelm bei (IV-act. 77-2), diese entbehrt jedoch einer medizinischen
Begründung dafür, dass die Beschwerdeführerin für die selbständige Fortbewegung
auf einen Sturzhelm angewiesen ist. Eine medizinische Begründung der Indikation
durch eine Fachperson ist jedoch ‒ neben einer ärztlichen Verordnung ‒ notwendig,
um die Kostenübernahme für einen Sturzhelm zusprechen zu können (siehe ZAK 1988
S. 154). Die Sache ist deshalb an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen mit der
Anweisung, den Bedarf der Beschwerdeführerin nach einem Sturzhelm weiter
abzuklären. Bestätigt der behandelnde Arzt die Indikation für einen Sturzhelm mittels
einer plausiblen Begründung, wird die Beschwerdegegnerin zudem überprüfen
müssen, ob der von Dr. H._ verordnete Kopfschutzhelm (IV-act. 77-2) zweckmässig
ist und ob die veranschlagten Kosten von Fr. 736.90 (IV-act. 77-1) angemessen sind.
4.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der
unterliegenden Beschwerdegegnerin ist die Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 600.--
aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der
Beschwerdeführerin zurückerstattet. Bei diesem Verfahrensausgang hätte die
Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Ihre
Vertreterin hat in der Beschwerdeschrift allerdings ausdrücklich darauf verzichtet (act.
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
G 1, letzter Satz). Deshalb ist der Beschwerdegegnerin keine Parteientschädigung
aufzuerlegen.