Decision ID: 0fd4cc49-da05-5487-8ff5-c7afe268187d
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Andres Büsser, Marktgasse 20, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A.a A._ stellte am 20. Februar 2002 ein Rentengesuch (IV-act. 1). Gemäss den
Angaben der B._ GmbH, St. Gallen, war das Arbeitsverhältnis mit der Versicherten
per 30. November 2001 aufgelöst worden (IV-act. 6). Die wöchentliche Arbeitszeit hatte
20 Std. betragen. Die GmbH wies in ihrem Begleitschreiben darauf hin, dass die
Versicherte ab dem Unfalldatum (22. Januar 2001) Taggelder erhalten habe (IV-act.
6-11). Gemäss dem Eintrag im individuellen Beitragskonto (IK) hatte die Versicherte
1999 Fr. 31'150.-- und 2000 Fr. 31'850.-- verdient (IV-act. 9). Dr. med. C._, Facharzt
Innere Medizin, berichtete am 8. Mai 2002 (IV-act. 10), er habe folgende Diagnosen
erhoben: St. n. Pilon tibiale-Fraktur mit M. Sudeck seit Anfang 4/01, Arthrofibrose mit
Knorpeldefekten am Talus und Muskeldysbalance nach langer Stockentlastung. Dr.
C._ gab weiter an, seit dem Unfalltag bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für
die bisher ausgeübte Bürotätigkeit. Die Klinik D._ berichtete am 30. August 2002
über einen mehrwöchigen Rehabilitationsaufenthalt (IV-act. 21), es lägen ein komplexes
regionales Schmerzsyndrom OSG rechts, Herzrhythmusstörungen und eine depressive
Verstimmung vor. Dr. med. E._, Spezialarzt für Orthopädische Chirurgie FMH, teilte
am 29. November 2002 mit, die Arbeitsunfähigkeit als Büroangestellte betrage ab 1.
Oktober 2002 50% und ab 1. November 2002 0% (IV-act. 19). Die IV-Stelle ging
deshalb zunächst davon aus, dass die Versicherte ab 1. November 2002 wieder zu
100% arbeitsfähig sein werde (IV-act. 23). Am 7. Januar 2003 erfolgte eine
Haushaltabklärung. Im entsprechenden Bericht (IV-act. 24) wurde festgehalten, die
Versicherte habe angegeben, sie hätte ihr Arbeitspensum ohne die Behinderung auf
70% gesteigert, um den finanziellen Bedarf zu sichern. Der Ehegatte habe zwar eine
neue Stelle gefunden, aber der Sohn sei selbständiger geworden. Für die
Haushaltführung (3,22%) ermittelte die Abklärungsperson keine Invalidität. Für die
Ernährung (40,67%) schätzte sie die Invalidität auf 20%, wovon 8,1% anzurechnen
waren. Sie hielt dazu fest, die Mithilfe des Ehemanns übersteige das übliche Mass von
20%. Bei der Wohnungspflege (15,58%) ging die Abklärungsperson von einer
Invalidität von 50% (anteilig 7,8%) aus. Sie wies darauf hin, dass der Ehemann in einem
erheblichen Ausmass mithelfen müsse. Für den Bereich Einkauf und andere
Besorgungen (9,65%) nahm die Abklärungsperson zwar eine behinderungsbedingte
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Einschränkung, aber wegen der zumutbaren Mithilfe des Ehemanns keine Invalidität an.
Auch bei der Wäschebesorgung (14,58%) wurde eine relevante Einschränkung
ermittelt. Als Folge der zumutbaren Mithilfe des Ehemannes und des Sohns resultierte
aber auch hier keine Invalidität. In bezug auf die Kinderbetreuung (12,87%) ging die
Abklärungsperson von einer Einschränkung von 30% aus. Sie berücksichtigte keine
Mithilfe des Ehemannes, so dass die behinderungsbedingte Einschränkung direkt der
Invalidität entsprach. Anzurechnen waren davon 3,9%. Im Bereich Verschiedenes
(3,43%) sah sie auch keine zumutbare Mithilfe, so dass die behinderungsbedingte
Einschränkung von 100% eine anteilige Invalidität von 3,43% lieferte. Insgesamt
resultierte für die Haushaltbesorgung ein Invaliditätsgrad von 23,2%. Bei einem Anteil
von 30% waren davon 7% anzurechnen. Die Abklärungsperson hielt weiter fest, die
Versicherte glaube, sie könne nur noch zu maximal 2 Std. täglich im Büro tätig sein, da
der rechte Fuss bei längerem Sitzen immer stärker schmerze. Sollte die Arbeitsfähigkeit
tatsächlich nur noch 2 Std. pro Tag im erwerblichen Bereich betragen, liege der
Gesamtinvaliditätsgrad bei 56%. Dieser Invaliditätsgrad beruhte auf folgendem von der
Abklärungsperson angestellten Einkommensvergleich: Valideneinkommen Fr. 43'610.--
(Verdienst von Fr. 31'150.-- von 50% auf 70% aufgerechnet), zumutbares
Invalideneinkommen Fr. 13'000.-- (2 Std. à Fr. 25.-- x 5 x 52 Wochen), der einen
Invaliditätsgrad von 70% lieferte. Bei einem Erwerbsanteil von 70% waren davon 49%
anzurechnen. Das ergab zusammen mit dem anteiligen Invaliditätsgrad im Haushalt
von 7% die genannten 56%. Die Selbsteinschätzung der Versicherten betreffend den
Arbeitsfähigkeitsgrad im Erwerb wurde vom RAD offenbar bestätigt (IV-act. 27), so
dass die IV-Stelle mit einer Verfügung vom 26. Juni 2003 (IV-act. 39) für Januar bis
September 2002 eine ganze und ab Oktober 2002 auf der Grundlage eines
Invaliditätsgrads von 56% eine halbe Invalidenrente zusprach.
A.b Die IV-Stelle versandte am 5. April 2004 den Fragebogen für die Revision der
Invalidenrente (IV-act. 40). Die Versicherte gab darin am 7. April 2004 an, ihr
Gesundheitszustand habe sich verschlimmert. Seit einer Operation am 20. November
2003 könne sie noch viel weniger gut gehen. Dr. C._ berichtete am 3. Mai 2004 (IV-
act. 47), die Arthrolyse mit Synovialektomie am 21. November 2003 und die
Steroidinfiltration im Dezember 2003 hätten keinen Erfolg gezeitigt. Das gelte auch für
die Physiotherapie. Im Haushalt bestehe eine deutliche Einschränkung. Als
kaufmännische Angestellte in einer sitzenden Tätigkeit sei die Versicherte zu 50%
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arbeitsfähig. Vom 21. November 2003 bis 29. Februar 2004 habe eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit bestanden. Am 3. Dezember 2004 gab Dr. C._ an (IV-act. 56), die
Versicherte sei wegen akuter Fussschmerzen vom 22. Oktober bis 17. November 2004
wieder zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Wegen einer zervikalen Diskushernie sei sie
am 19./20. November 2004 hospitalisiert gewesen. Dr. med. F._, FMH Physikalische
Medizin, teilte am 6. Dezember 2004 mit (IV-act. 57), es bestehe ein deutlicher
Bandscheibenvorfall C5/6 mit Kompression der Wurzel C6 rechts. Die Versicherte
werde voraussichtlich in den nächsten Tagen operiert werden. Am 2. Mai 2005
berichtete Dr. F._ (IV-act. 66), die aktuellen Diagnosen lauteten: St. n. Diskektomie
C5/6 mit Sequesterentfernung und Fusion am 9. Dezember 2004 und 4. operative
Intervention im Bereich des rechten Sprunggelenks (4/05) bei St. n. Fraktur,
Komplikationen (Algodystrophie). Er gab weiter an, der postoperative Erfolg der HWS-
Operation sei zufriedenstellend. Die Fussbeschwerden bereiteten noch Probleme. Von
Seiten der HWS-Problematik sei die berufliche Tätigkeit zumutbar. Der Beruf der
kaufmännischen Angestellten sollte auch bei einem Persistieren der Fussprobleme bei
sitzender Tätigkeit möglich sein. Dr. med. G._, Klinik für Orthopädie am
Kantonsspital St. Gallen, berichtete am 28. Juli 20005 (IV-act. 71), die Versicherte gebe
weiterhin stärkste Schmerzen an. Es bestehe eine deutliche Schwellung und
Druckdolenz im Bereich der Naht am Aussenknöchel. Eine Rötung und Überwärmung
sei praktisch auszuschliessen. Die Beweglichkeit sei aber eingeschränkt. Die
Versicherte könne kaum gehen, da sie den Fuss nicht belasten könne. In einer rein
sitzenden Tätigkeit bestehe eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 60-80%. Müsse die
Versicherte bei der Arbeit umhergehen, betrage die Arbeitsfähigkeit 50-60%. Die IV-
Stelle beauftragte die MEDAS Ostschweiz mit einer interdisziplinären Abklärung (IV-act.
76). Die Sachverständigen berichteten in ihrem Gutachten vom 21. Juli 2006 (IV-act.
91), folgende Diagnosen mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit seien erhoben worden:
Chronisch persistierendes Schmerzsyndrom Rückfuss rechts, sekundäres
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom, anteriore Diskektomie C5/6,
Sequesterentfernung und Fusion C5/6, Agoraphobie mit Panikstörung, anhaltende
neurotische Depression (Dysthymia) und psychische Überlagerung von somatisch
bedingten Schmerzen. In ihrer Beurteilung gaben die Sachverständigen der MEDAS
insbesondere an, unter Berücksichtigung sowohl der psychiatrischen als auch der
somatischen Gesundheitsschädigungen bestehe in einer sitzenden Tätigkeit eine
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Arbeitsfähigkeit von 50% (75%iges Arbeitspensum mit um 25% reduzierter Leistung).
Diese Arbeitsunfähigkeit bestehe seit Oktober 2002. Zwischen dem 17. Oktober 2004
und spätestens Ende März 2005 sei die Versicherte zu 100% arbeitsunfähig gewesen.
Von einer weiteren medizinischen Behandlung könne keine wesentliche Verbesserung
der Arbeitsfähigkeit mehr erwartet werden. Der zuständige Arzt des RAD notierte am
11. September 2006 (IV-act. 93), es liege eine unterschiedliche Beurteilung eines im
wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts vor, wenn nun angenommen werde,
dass die Versicherte vier Stunden einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit nachgehen
könne. Die IV-Stelle hielt am 25. September 2006 fest (IV-act. 95), der
Gesundheitszustand habe sich vom 17. Oktober 2004 bis zum 31. März 2005
verschlechtert gehabt, denn in dieser Periode habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100%
bestanden. Bei einem Erwerbsanteil von 70% und einem Haushaltanteil von 30%
resultiere für diese Periode also ein Invaliditätsgrad von 77% (70% Erwerb, 7%
Haushalt). Deshalb bestehe vom 1. Januar bis 31. März 2005 ein Anspruch auf eine
ganze Rente. Anschliessend sei wieder von einem Invaliditätsgrad von 56%
auszugehen, so dass ab 1. April 2005 wieder eine halbe Rente auszurichten sei. Mit
einer Verfügung vom 20. September 2007 sprach die IV-Stelle der Versicherten für
Januar bis und mit März 2005 eine ganze Invalidenrente zu. Für die Zeit ab 1. April
2005 ging sie wieder von einem Anspruch auf eine halbe Invalidenrente aus (IV-act.
119, 120).
A.c Die Versicherte liess am 16. Oktober 2007 Beschwerde erheben (IV-act. 123). In
seinem Entscheid vom 20. Januar 2009 (IV 2007/389) hiess das Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen diese teilweise gut. Es wies die Sache zur weiteren Abklärung
und zur anschliessenden neuen Verfügung über den Rentenanspruch an die IV-Stelle
zurück (IV-act. 139). Das Gericht machte geltend, die Aufteilung Erwerb 70% und
Haushalt 30% sei zwar im Januar 2003 plausibel gewesen, aber im Rahmen des im
September 2007 zum Abschluss gebrachten Rentenrevisionsverfahrens könne nicht
ohne erneute Überprüfung der tatsächlichen Verhältnisse an dieser Aufteilung
festgehalten werden. Die ursprüngliche Rentenzusprache habe auf einem
Arbeitsunfähigkeitsgrad im Erwerb von 70% beruht. Die Sachverständigen der MEDAS
hätten nun aber eine Arbeitsunfähigkeit im Erwerb von lediglich 50% ermittelt. Da es
sich dabei nur um eine abweichende Beurteilung eines im Wesentlichen gleichen
Sachverhalts handle, die revisionsrechtlich nicht relevant sein könne, müsse weiterhin
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von einer Arbeitsunfähigkeit von 70% ausgegangen werden. Da sich die
gesundheitliche Situation verändert habe, sei es möglich, dass sich die Invalidität im
Haushalt verändert habe, da dort nicht alle Tätigkeiten körperlich leicht seien und
ausschliesslich sitzend ausgeübt werden könnten. Gleichzeitig sei die Möglichkeit der
Familienangehörigen, im Haushalt zu helfen, sorgfältig zu evaluieren, wobei die
Zumutbarkeit nicht überstrapaziert werden dürfe. Vorweg seien bei der MEDAS
Arbeitsfähigkeitsschätzungen für die einzelnen Haushaltstätigkeiten einzuholen. Vom
21. November 2003 bis 29. Februar 2004 sei die Versicherte zu 100% arbeitsunfähig
gewesen. Da sie diese Veränderung verspätet gemeldet habe, bestehe nur für April und
Mai 2004 ein Anspruch auf eine ganze Rente. Vorbehalten bleibe ein darüber
hinausgehender Anspruch auf eine höhere als eine halbe Rente je nach dem Ergebnis
der noch vorzunehmenden Abklärungen. Die Versicherte sei auch vom 17. Oktober
2004 bis Ende März 2005 zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Deshalb bestehe ab 1.
Januar bis 30. Juni 2005 ein Anspruch auf eine ganze Rente.
A.d Der zuständige Arzt des RAD empfahl am 13. Februar 2009 eine
Verlaufsbegutachtung mit den zusätzlichen Fragen, ob seit der Begutachtung vom 21.
Juli 2006 eine Änderung des Gesundheitszustands eingetreten sei, wie sich eine
allfällige Veränderung auf die Erledigung aller im Haushalt anfallenden Arbeiten und in
einer leidensadaptierten Erwerbstätigkeit auswirken würde, ob es eine Tätigkeit im
Haushalt gebe, die von der Versicherten nicht mehr oder nur noch teilweise mit
Unterstützung erledigt werden könne und wie hoch die Arbeitsfähigkeit im Haushalt sei
(IV-act. 141). Im Gutachten vom 22. Juli 2009 wurde ausgeführt (IV-act. 146),
gesamthaft und unter Berücksichtigung aller gesundheitsbeeinträchtigenden Aspekte
könne die Versicherte überwiegend oder ausschliesslich sitzend auszuübende,
körperlich leichte Tätigkeiten nach wie vor mit einem Pensum von 50% ausüben. In
den Haushalttätigkeiten bestehe eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit für jegliche
kraftfordernde Tätigkeit, die bimanuell ausgeführt werden müsse. In leichten
Haushaltarbeiten sowie in sämtlichen Tätigkeiten, die sitzend ausgeführt werden
könnten, bestehe aus orthopädisch-rheumatologischer Sicht keine Einschränkung der
Leistungsfähigkeit. Schwere Haushaltsarbeiten seien dauerhaft nicht mehr zumutbar.
Dasselbe gelte für Arbeiten, die das Besteigen von Stühlen oder Bockleitern
erforderten. Insgesamt bestehe aus somatischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit als
Hausfrau von schätzungsweise 50%. Psychiatrisch bestehe im Haushalt eine
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Leistungsminderung von 25%, die jedoch durch eine Erhöhung des Zeitaufwands
ausgeglichen werden könne. Die zeitliche Einschränkung von 25% könne für den
Haushalt nicht geltend gemacht werden, da hier eine zeitlich freie Gestaltung der
täglichen Tätigkeiten mit Wechselbelastung und längeren Ruhepausen möglich sei. Am
14. Oktober 2009 erfolgte erneut eine Haushaltabklärung. Im entsprechenden Bericht
(IV-act. 153) wurde festgehalten, die Versicherte habe angegeben, sie wäre nach wie
vor zu 70% erwerbstätig, wenn sie gesund wäre. Es wurde weiter ausgeführt, dem
Ehemann sei nach wie vor eine Mitwirkung zumutbar, aufgrund der hohen Präsenzzeit
in seinem eigenen Coiffeurgeschäft aber nun nicht mehr 45-60 Min., sondern nur noch
20-30 Min. pro Tag. Bei der Haushaltführung (3,87%) bestehe nach wie vor keine
Invalidität. Im Bereich Ernährung (48,97%) bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50%.
Durch die Mithilfe des Ehemanns sei eine Reduktion um 10% möglich, so dass eine
Invalidität von 40% (19,59%) bestehe. Bei der Wohnungspflege (18,76%) betrage die
Arbeitsunfähigkeit 40% und die Invalidität - nach Abzug der Mithilfe des Ehemannes -
30% (5,63%). Im Bereich Einkaufen und weitere Besorgungen (10,84%) bestehe wie
schon früher keine Einschränkung. Bei der Wäsche und Kleiderpflege (17,56%) betrage
die Invalidität unter Berücksichtigung der Mithilfe des Ehemannes +0% (1,76%). Der
Invaliditätsgrad für den Haushalt belaufe sich somit auf insgesamt 26,98%. Bei einem
Haushaltsanteil von 30% ergebe das 8%. Die Abklärungsperson hielt dazu fest, die
Zunahme der Invalidität im Haushalt sei vor allem damit zu erklären, dass der Ehemann
aufgrund seiner beruflichen Belastung nicht mehr gleichviel mithelfen könne. Die
Versicherte liess am 17. Dezember 2009 einwenden (IV-act. 152), bei der
Wohnungspflege betrage die Einschränkung 80%, da sie nur noch ganz leichte
Tätigkeiten auf Armhöhe an einem Tisch ausüben könne. Bei der Wohnungspflege sei
sie vollständig leistungsunfähig. Der Invaliditätsgrad in diesem Bereich betrage nach
Abzug der Mitwirkung des Ehemanns 85%. Beim Einkauf und den weiteren
Besorgungen sei sie vollständig invalid. Bei der Wäsche und Kleiderpflege betrage die
Invalidität 80%. Auch im Bereich Verschiedenes bestehe eine volle Invalidität. Diese
Tätigkeit sei weiterhin zu berücksichtigen, weil sie früher Vorhänge und Kleider genäht
habe. Das sei ihr nun nicht mehr möglich. Das Gutachten gehe von einer
Einschränkung im Haushalt von 50% aus. Die psychische Einschränkung wirke sich
zusätzlich aus. Die Abklärungsperson hielt dazu fest (IV-act. 153-8 ff.), alle Punkte
seien mit der Versicherten diskutiert worden. Bei der Ernährung seien im Vergleich zur
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letzten Abklärung keine zusätzlichen Einschränkungen angegeben worden. Im Bereich
Wohnungspflege sei neu von einer Invalidität von 71% auszugehen. Die Einschränkung
bei der Wäsche und Kleiderpflege betrage 47%. Nach Abzug der Mithilfe des
Ehemanns und des Sohns verbleibe eine Invalidität von 24%. Von Nähen und anderen
Tätigkeiten sei nie die Rede gewesen. Deshalb gebe es den Bereich Verschiedenes gar
nicht. Der Invaliditätsgrad im Haushalt betrage somit 37,12%. Bei einer Haushaltquote
von 30% betrage die anteilige Invalidität also 11,14%. Zur Ermittlung der anteiligen
Invalidität im Erwerb verglich die IV-Stelle ein Einkommen 2009 als Büroangestellte von
Fr. 45'145.-- mit einem Hilfsarbeiterinnenlohn 2009 von Fr. 14'473.--. Es resultierte ein
Invaliditätsgrad von 68,5%, bei einer Erwerbsquote von 70% also von 47,95%.
Zusammen mit dem anteiligen Invaliditätsgrad im Haushalt belief sich der
Gesamtinvaliditätsgrad auf - abgerundet - 59%. Mit einem Vorbescheid vom 12. März
2010 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie ab 1. April 2005 bei einem
Invaliditätsgrad von 59% einen Anspruch auf eine halbe Rente habe, weshalb ihr
Erhöhungsgesuch abzuweisen sei (IV-act. 157). Die Versicherte liess am 16. April 2010
einwenden (IV-act. 158), die Arbeitsunfähigkeit im Erwerb betrage 70%, die
entsprechende Invalidität aber nur 68,5%. Die Einkommen hätten also parallelisiert
werden müssen. Aufgrund der langen Absenz vom Erwerbsleben müsste weiterhin
auch für das Valideneinkommen auf Tabellenlöhne abgestellt werden. Im übrigen hätte
ein "Leidensabzug" erfolgen müssen. Wenn für blosse Büroarbeiten eine
Leistungseinschränkung von 70% bestehe, dann könne die Einschränkung im Haushalt
nicht lediglich 37% betragen. Die IV-Stelle habe es unterlassen, der Anordnung des
Versicherungsgerichts folgend von der MEDAS eine Arbeitsfähigkeitsschätzung für jede
einzelne Haushalttätigkeit zu verlangen. Der RAD habe das Gesamtergebnis der
Haushaltabklärung nur "abgesegnet". Die Arbeit in der Küche erfolge überwiegend
stehend und verlange einen hohen manuellen Kraftaufwand und vornüber geneigtes
Stehen. Das sei der Versicherten aber nicht mehr möglich, weshalb die
Arbeitsunfähigkeit von 40% offensichtlich zu tief sei. Dasselbe gelte für die
Wäschepflege. Warum sie beim Einkauf nicht invalid sein solle, lasse sich nicht
nachvollziehen. Die Abklärungsperson hielt dazu fest (IV-act. 159), die
Mitwirkungspflicht der im gleichen Haushalt lebenden Personen sei nicht
überstrapaziert worden. Die Zeiten seien äusserst genau und offen ausgerechnet und
dargelegt worden. Dr. H._ vom RAD notierte am 4. Mai 2010 (IV-act. 160), gemäss
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den Angaben der MEDAS seien körperlich leichte stehende oder gehende Arbeiten,
gegebenenfalls unter Benützung eines Stocks, zumutbar. Deshalb sei die im
Abklärungsbericht ermittelte Invalidität im Haushalt plausibel. Die IV-Stelle verfügte am
5. Mai 2010 entsprechend dem Vorbescheid (IV-act. 161).
B.
B.a Die Versicherte liess am 4. Juni 2010 Beschwerde erheben und die Zusprache
einer ganzen Invalidenrente ab dem gesetzlichen Zeitpunkt beantragen (act. G 1). Zur
Begründung führte ihr Rechtsvertreter insbesondere aus, die Auffassung des
psychiatrischen Sachverständigen, die Arbeitsunfähigkeit von 25% sei im Haushalt
nicht zu beachten, weil sie mit einem höheren Zeitaufwand ausgeglichen werden
könne, sei falsch. Die somatischen Einschränkungen seien nicht angemessen
berücksichtigt worden. Seitens des Sohns hätte keine Mithilfe berücksichtigt werden
dürfen. Da Arbeiten im Stehen und unter Krafteinsatz nötig seien, um einen Haushalt zu
besorgen, sei bei der Kleiderpflege von einer Einschränkung von 85%, bei der
Ernährung von 80%, bei der Wäschebesorgung ebenfalls von 80% und beim Einkaufen
von 100% auszugehen. Die Invalidität im Haushalt insgesamt betrage mindestens
75%. Das sei plausibel, da in einer Bürotätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 75%
bestehe. Die MEDAS habe für den Haushalt eine Arbeitsunfähigkeit von 50% rein
somatisch und zuzüglich 25% psychisch angegeben. Eine
Gesundheitsbeeinträchtigung, die eine Verlangsamung zur Folge habe, bewirke
ebenfalls eine Arbeitsunfähigkeit. Der Ehemann könne nicht einfach als Ersatz für die
Behinderung beansprucht werden. In bezug auf den Einkommensvergleich
entsprachen die Ausführungen in der Beschwerde denjenigen in der Stellungnahme
zum Vorbescheid.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 3. August 2010 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 5). Sie führte insbesondere aus, es sei unerheblich, ob der Sohn im
Haushalt geholfen habe oder nicht, denn sein zumutbarer Anteil an der Besorgung des
Haushalts sei objektiv zu bestimmen. Die Wohnungspflege beinhalte Tätigkeiten, die
nicht kraftfordernd seien. Dasselbe gelte für den Bereich Ernährung. Ausserdem könne
die Beschwerdeführerin dabei mehrheitlich sitzen. Sie könne auch einfacher kochen.
Der Ehemann könne einen Teil jener Arbeiten übernehmen, die der Beschwerdeführerin
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nicht mehr möglich seien. Das gelte auch für die Wäschebesorgung und das Einkaufen.
Die Differenz von 13% zur Arbeitsfähigkeitsschätzung der MEDAS erkläre sich durch
die Mithilfe des Ehemanns und des Sohns. Die Beschwerdegegnerin stellte
abschliessend einen Einkommensvergleich an, bei dem sie ausgehend von einem
Arbeitsfähigkeitsgrad von 50% und einem Tabellenlohnabzug einen Invaliditätsgrad
von 67,6%, gewichtet 47,3%, ermittelte. Zusammen mit dem anteiligen Invaliditätsgrad
im Haushalt von 11,14% resultierte ihrer Auffassung nach ein Gesamtinvaliditätsgrad
von 58%.
B.c Die Beschwerdeführerin liess am 6. September 2010 u.a. einwenden (act. G 9), es
gehe nicht an, die psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit im Haushalt von 25% einfach
auszublenden. Die Leistungseinbusse könne nicht einfach mit dem "Einteilen" der
Arbeiten wettgemacht werden. Die fehlerhafte Haushaltseinschätzung der
Beschwerdegegnerin vermöge gegen die medizinische Arbeitsfähigkeitsschätzung
bezogen auf den Haushalt nicht aufzukommen. Eine Invalidität von 37,12% bei einer
Arbeitsunfähigkeit von 50% sei deshalb unhaltbar. Die Arbeitsunfähigkeit im Erwerb
betrage 70% und nicht nur 50%, wie die Beschwerdegegnerin in der
Beschwerdeantwort unterstellt habe.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 14. September 2010 auf eine
Stellungnahme (act. G 12).

Erwägungen:
1.
Bei der angefochtenen Verfügung vom 5. Mai 2010 handelt es sich um eine
Rentenrevisionsverfügung nach Art. 17 Abs. 1 ATSG. Allerdings steht kein
"Erhöhungsgesuch" zur Diskussion, wie das Verfügungsdispositiv erwarten liesse,
denn das Revisionsverfahren ist am 5. April 2004 durch den Versand eines
entsprechenden Fragebogens an die Beschwerdeführerin von Amtes wegen eröffnet
worden. Die entscheidende Frage ist demnach, ob sich der Invaliditätsgrad der
Beschwerdeführerin irgendwann in der Zeit zwischen den 5. April 2004 und dem 5. Mai
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2010 nachweislich so verändert habe, dass die laufende halbe Rente erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben werden müsse.
2.
Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich durch
einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Bei nichterwerbstätigen Versicherten im Sinn
von Art. 5 Abs. 1 IVG – so namentlich bei im Haushalt tätigen Personen – wird
hingegen für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Mass eine
Behinderung besteht, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28a Abs. 2
IVG). Bei einer versicherten Person, die nur zum Teil erwerbstätig wäre, wird die
Invalidität diesbezüglich nach Art. 16 ATSG festgelegt. Wäre die versicherte Person
daneben in einem Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Falle sind die Anteile der Erwerbstätigkeit und
der Tätigkeit im anderen Aufgabenbereich festzustellen und der Invaliditätsgrad ist
entsprechend der Behinderung in beiden Behinderung zu bemessen (Art. 28a Abs. 3
IVG). Diese Art der Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss als gemischte Methode
bezeichnet.
2.1 Die ursprüngliche Zusprache einer halben Rente bei einem Invaliditätsgrad von
56% beruhte auf einer Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode, wobei die
Beschwerdegegnerin gestützt auf die Angaben der Beschwerdeführerin vom 7. Januar
2003 (vgl. IV-act. 24) von einem Erwerbsanteil von 70% und einem Haushaltanteil von
30% ausgegangen war. Bei der ersten von der Beschwerdegegnerin erlassenen
Revisionsverfügung (vgl. IV-act. 119) war ebenfalls auf dieses Verhältnis abgestellt
worden. Das Versicherungsgericht hat diese Verfügung in seinem Rückweisungsurteil
vom 20. Januar 2009 u.a. auch deswegen aufgehoben, weil die Beschwerdegegnerin
es unterlassen hatte zu prüfen, ob die Aufteilung zwischen Erwerb und Haushalt immer
noch gleich war (vgl. IV-act. 139). Die Beschwerdegegnerin hat diese Abklärung am
14. Oktober 2009 nachgeholt (vgl. IV-act. 153). Sie hat die Beschwerdeführerin zwar
nur nach der aktuellen fiktiven Erwerbsquote gefragt, obwohl die Zeit seit 5. April 2004
massgebend war. Aber da die Beschwerdeführerin die überzeugende Auskunft
gegeben hat, sie wäre weiterhin zu 70% erwerbstätig, wenn sie gesund wäre, hat die
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Beschwerdegegnerin davon ausgehen können, dass diese Quote durchgehend für den
gesamten massgebenden Zeitraum richtig gewesen ist.
2.2 Gemäss Art. 16 ATSG ist zur Bemessung des Invaliditätsgrads das Einkommen,
das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum Erwerbseinkommen, das sie
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Das
ausschlaggebende Element der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens -
und damit indirekt des Invaliditätsgrads - ist in aller Regel der Grad der verbliebenen
Arbeitsfähigkeit. Das Versicherungsgericht hat sich in seinem Urteil vom 20. Januar
2009 (vgl. IV-act. 139) zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin geäussert. Es hat
festgehalten, dass im erwerblichen Bereich im Vergleich zur Situation bei der
ursprünglichen Rentenzusprache keine Veränderung der Arbeitsfähigkeit eingetreten
sei. Die MEDAS habe zwar in ihrem Gutachten vom 21. Juli 2006 (vgl. IV-act. 91) eine
Arbeitsunfähigkeit von 50% ermittelt, aber das sei nur eine abweichende medizinische
Beurteilung eines im Wesentlichen gleichen Sachverhalts gewesen. Da die
angefochtene Verfügung im Rahmen eines Rentenrevisionsverfahrens ergangen sei,
müsse weiterhin von einer Arbeitsunfähigkeit im Erwerb von 70% ausgegangen
werden. Dieser Arbeitsunfähigkeitsgrad habe bereits der erstmaligen Rentenzusprache
zugrunde gelegen und seither sei keine Veränderung eingetreten. Für die Zeit bis zum
20. September 2007, an dem die am 20. Januar 2009 aufgehobene Verfügung (vgl. IV-
act. 119) erlassen worden ist, steht also gestützt auf dieses Urteil fest, dass die
Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Erwerbstätigkeit 70% betragen muss. Für die
Zeit zwischen dem 20. September 2007 und dem Erlass der nun angefochtenen
Verfügung am 5. Mai 2010 (vgl. IV-act. 167) bleibt ohne direkte Bindung an dieses
Urteil zu prüfen, wie hoch die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer
adaptierten Erwerbstätigkeit ist. Allerdings bleibt auch hier dem Umstand Rechnung zu
tragen, dass eine abweichende medizinische Beurteilung eines unverändert
gebliebenen Sachverhalts keine Rentenrevision zu rechtfertigen vermag. Das erste
MEDAS-Gutachten stammt vom 21. Juli 2006 (vgl. IV-act. 91) und ist deshalb vom
Versicherungsgericht bereits im Urteil vom 20. Januar 2009 gewürdigt worden.
Zwischen dem Erlass der damals angefochtenen Verfügung vom 20. September 2007
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und dem Urteilsdatum 20. Januar 2009 ist keine relevante medizinische Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit im Erwerb mehr erfolgt. Das MEDAS-Gutachten vom 22. Juli 2009 (vgl.
IV-act. 146) ist deshalb auch für die Arbeitsfähigkeit ab 20. September 2007
massgebend, sofern es sich dazu - direkt oder indirekt - äussert. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung für den erwerblichen Bereich entspricht weitestgehend
derjenigen im ersten Gutachten vom 21. Juli 2006 (vgl. IV-act. 91), nämlich 50% in
einer überwiegend oder ausschliesslich sitzenden, körperlich leichten Tätigkeit. Die
Sachverständigen, und mit ihnen der psychiatrische Sachverständige, sind davon
ausgegangen, dass die psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit von 25% durch die
somatisch bedingte Arbeitsunfähigkeit von 50% mit abgedeckt sei. Damit steht fest,
dass keine revisionsrechtlich relevante Veränderung des für den erwerblichen Teil der
Invaliditätsbemessung massgebenden Sachverhalts eingetreten ist. Gestützt auf das
Urteil vom 20. Januar 2009 ist deshalb dem Einkommensvergleich wieder ein
Arbeitsunfähigkeitsgrad von 70% zugrunde zu legen, wie es die Beschwerdegegnerin
auch getan hat. Sie hat einem Valideneinkommen, das die Beschwerdeführerin an
ihrem letzten Arbeitsplatz bei einem Beschäftigungsgrad von 70% hätte erzielen
können, einem zumutbaren Invalideneinkommen gegenübergestellt, das die
Beschwerdeführerin als Hilfsarbeiterin bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 30%
erzielen könnte. Sie hat das Valideneinkommen 2009 mit Fr. 45'945.-- beziffert, das
zumutbare Invalideneinkommen 2009 mit Fr. 14'473.--. Die Differenz von Fr. 31'472.--
hat einen Invaliditätsgrad von 68,5% ergeben. Massgebend ist nun aber nicht allein der
Invaliditätsgrad 2009, sondern der (allenfalls wechselnde) Invaliditätsgrad zwischen
2004 und 2009. Die Beschwerdeführerin hat im Jahr 2000 laut dem IK-Eintrag (vgl. IV-
act. 9) mit dem damaligen 50% Pensum Fr. 31'850.-- verdient. Unter Berücksichtigung
der allgemeinen Nominallohnerhöhung über alle Branchen hinweg (vgl. die vom
Bundesamt für Statistik herausgegebene Lohnentwicklung 2004, Anhang Tabelle
T1.93) hätte die Beschwerdeführerin im Jahr 2004 Fr. 33'995.-- verdient. Bis 2009 wäre
dieses Einkommen auf Fr. 36'760.-- angestiegen (vgl. die Lohnentwicklung 2005,
Anhang Tabelle T1.93, und 2009, Anhang Tabelle T1.05). Umgerechnet auf einen
Beschäftigungsgrad von 70% resultieren Jahreseinkommen von Fr. 47'593.-- (2004)
und von Fr. 51'464.-- (2009). Der statistisch ermittelte Durchschnittslohn der
Hilfsarbeiterinnen hat 2004 Fr. 48'585.-- und 2009 Fr. 52'457.-- betragen (vgl. den sich
auf die entsprechenden vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen
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Lohnstrukturerhebungen stützenden Anhang 2 zu der von der Infostelle AHV/IV
herausgegebene Textausgabe 2012 des IVG). Bei einem Arbeitsfähigkeits- bzw.
Beschäftigungsgrad von 30% entspricht das einem Einkommen von Fr. 14'576.--
(2004) bzw. Fr. 15'737.-- (2009). Da die Beschwerdeführerin auch in einer adaptierten
Hilfsarbeit aus der Sicht eines potentiellen Arbeitgebers gewisse indirekt
behinderungsbedingte Nachteile gegenüber gesunden Hilfsarbeiterinnen zu gewärtigen
hätte, rechtfertigt sich ein zusätzlicher Abzug von 10% vom Tabellenlohn. Das
zumutbare Invalideneinkommen beträgt somit Fr. 13'118.-- (2004) bzw. Fr. 14'163.--
(2009). Die Erwerbseinbusse 2004 von Fr 33'017.-- entspricht einem Invaliditätsgrad
von 69,4%, die Erwerbseinbusse 2009 von Fr. 35'727.-- einem Invaliditätsgrad von
ebenfalls 69,4%. Bei einer Erwerbsquote von 70% ist also eine anteilige Invalidität von
48,58% in die gemischte Bemessung einzusetzen.
2.3 Beim Betätigungsvergleich nach Art. 28a Abs. 2 IVG wird die Arbeitsleistung im
konkreten Aufgabenbereich, die der versicherten Person nach dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung, nach der Durchführung einer allfälligen medizinischen
Behandlung und nach der zumutbaren Anpassung des Aufgabenbereichs noch
zumutbar ist, in Beziehung gesetzt zur Arbeitsleistung, welche die versicherte Person
im Aufgabenbereich erbringen könnte, wenn sie nicht in ihrer Gesundheit beeinträchtigt
wäre. Der erste Betätigungsvergleich in der Form einer Haushaltabklärung datiert vom
7. Januar 2003 (vgl. IV-act. 24) und ist in die erstmalige Rentenzusprache eingeflossen.
In seinem Urteil vom 20. Januar 2009 hat das Versicherungsgericht zwar angenommen,
dass die abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzung im MEDAS-Gutachten vom 21. Juli
2006, soweit sie sich auf eine adaptierte Erwerbstätigkeit beziehe, nur als
unterschiedliche Bewertung eines im wesentlichen gleichen Sachverhalts zu
qualifizieren sei. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit für den Haushalt ist das
Versicherungsgericht dann aber davon ausgegangen, dass eine massgebliche
gesundheitliche Veränderung eingetreten sein könnte. Dies erscheint nur auf den ersten
Blick als widersprüchlich, denn während sich die Arbeitsfähigkeitsschätzung für den
erwerblichen Bereich durchgehend auf eine adaptierte Tätigkeit bezogen hat,
beinhaltet der Haushalt notwendigerweise auch eine Reihe nicht-adaptierter Arbeiten.
Eine Veränderung der gesundheitlichen Situation, die in einer adaptierten
Erwerbstätigkeit keine Relevanz hat, kann in einer nicht-adaptierten Arbeit durchaus
eine erhebliche Veränderung der Arbeitsfähigkeit bewirken. Es war also durchaus
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sinnvoll, die Invalidität im Haushalt nochmals durch eine medizinische Abklärung und
durch einen anschliessenden Augenschein zu erheben. Wie das Versicherungsgericht
ausgeführt hat, gehörten zur Sachverhaltsabklärung im Rentenrevisionsverfahren auch
eine Prüfung der 2003 auf 70% festgesetzten Erwerbsquote und der Fähigkeit der im
gleichen Haushalt lebenden Personen, die Beschwerdeführerin bei der Besorgung des
Haushalts zu unterstützen. Zur Arbeitsfähigkeit im Haushalt hat das
Versicherungsgericht festgehalten, dass die Sachverständigen der MEDAS bei der
noch vorzunehmenden Begutachtung anzugeben hätten, "in welchem Ausmass die
Beschwerdeführerin die einzelnen Haushalttätigkeiten medizinisch-theoretisch noch
ausführen" könne (vgl. IV-act. 139-10). Diese medizinische Beurteilung sei bei der
anschliessend durchzuführenden Haushaltabklärung zu berücksichtigen. Die
Beschwerdegegnerin hat dann zwar eine Verlaufsbegutachtung durch die MEDAS
veranlasst, aber die medizinischen Sachverständigen haben keine
Arbeitsfähigkeitsschätzung bezogen auf jede einzelne Haushaltarbeit abgegeben, wie
es das Versicherungsgericht angeregt hatte. Zur Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin im Haushalt ist im Gutachten nur ausgeführt worden, es bestehe
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für jegliche kraftanfordernde Tätigkeit, die
bimanuell ausgeführt werden müsse; schwerere Haushaltarbeiten seien nicht mehr
zumutbar. Das gelte auch für Tätigkeiten, für die auf einen Stuhl oder eine Bockleiter
gestiegen werden müsse. Diese Angaben sind wohl so zu interpretieren, dass für die
genannten Arbeiten eine vollständige Arbeitsunfähigkeit anzunehmen sei. Die
Sachverständigen der MEDAS haben in ihrem Verlaufsgutachten weiter angegeben,
aus orthopädisch-rheumatologischer Sicht bestehe keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit für sitzend auszuführende, leichte bis mittelschwere Tätigkeiten und
bei körperlich leichten Tätigkeiten, die stehend oder mit Hilfe eines Gehstocks
bewältigt werden könnten. Psychiatrischerseits bestehe eine Leistungsminderung im
Haushalt um 25%, die aber durch eine Erhöhung des Zeitaufwands ausgeglichen
werden könne. Die Beschwerdeführerin hat in Bezug auf die psychiatrische
Arbeitsfähigkeitsschätzung zu Recht geltend machen lassen, dass die Verlangsamung
nicht einfach ignoriert werden dürfe. Diese hat nämlich im Haushalt - genauso wie bei
einer Erwerbstätigkeit - eine entsprechende Arbeitsunfähigkeit zur Folge. Die Angaben
der medizinischen Sachverständigen sind ausreichend detailliert, um anlässlich der
Haushaltabklärung für jede einzelne Arbeit die massgebende Arbeitsfähigkeit ermitteln
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zu können. Das Missachten der entsprechenden Anregung im Urteil vom 20. Januar
2009 hat also nicht zur Folge, dass die Invalidität im Haushalt zum Vornherein
(teilweise) nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit geführt werden könnte. Zu prüfen ist, ob die Abklärungsperson am
14. Oktober 2009 alle Angaben der medizinischen Sachverständigen korrekt umgesetzt
und damit den Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin für die Haushalttätigkeit korrekt
ermittelt hat. Diese Frage ist zu bejahen, denn das Abklärungsergebnis beruht
weitgehend auf den Angaben der Beschwerdeführerin. Diese hat dem Umstand, dass
sie aufgrund der generellen Verlangsamung bei jeder einzelnen Haushaltarbeit mehr
Zeit benötigt als im hypothetischen "Gesundheitsfall", bei ihren Angaben gegenüber
der Abklärungsperson sicherlich Rechnung getragen. In Bezug auf die
Mitwirkungspflicht der im gleichen Haushalt lebenden Familienangehörigen, die in aller
Regel nur hypothetisch umgesetzt werden kann, kommt der Abklärungsperson
naturgemäss ein grosses Ermessen zu. Es ist davon auszugehen, dass dieses
Ermessen im vorliegenden Fall korrekt ausgeübt worden ist, denn die
Abklärungsperson hat darauf hingewiesen, dass die Zeiten äusserst genau und offen
angerechnet und dargelegt worden seien. Für das Gesamtresultat der
Haushaltabklärung gilt, dass Dr. H._ seine Bestätigung aus medizinischer Sicht auf
eine detaillierte Überprüfung der einzelnen Haushaltbereiche gestützt hat. Das zeigt
sich etwa darin, dass er auf die Möglichkeit der Beschwerdeführerin hingewiesen hat,
bei stehenden oder gehenden Arbeiten einen Stock zu benützen. Die anlässlich der
Haushaltabklärung ermittelte Invalidität von 37,12% erweist sich somit als überwiegend
wahrscheinlich richtig. Bei einem Haushaltanteil von 30% beträgt die anteilige
Invalidität also 11,14%. Auch für die haushaltspezifische Invalidität ist davon
auszugehen, dass zwischen dem massgebenden Revisionstermin (5. April 2004) und
dem Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung keine relevante Veränderung
eingetreten ist, so dass für den gesamten Zeitraum von dem ermittelten anteiligen
Invaliditätsgrad von 11,14% auszugehen ist.
3.
Zusammen mit dem anteiligen Invaliditätsgrad im Erwerb von 48,58% resultiert ein
Gesamtinvaliditätsgrad von 59,72% bzw. aufgerundet von 60%. Die
Beschwerdeführerin hat also einen Anspruch auf eine Dreiviertelsrente (Art. 28 Abs. 2
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IVG). Die revisionsweise Heraufsetzung der halben auf eine Dreiviertelsrente hat
grundsätzlich auf den Zeitpunkt des amtlich vorgesehenen Revisionstermins zu
erfolgen (Art. 88bis Abs. 1 lit. b IVV). Das wäre vorliegend der Monat April 2004. Nun
hat das Versicherungsgericht aber in seinem Urteil vom 20. Januar 2009 festgehalten,
dass für April und Mai 2004 und für Januar bis Juni 2005 unabhängig vom eigentlich
noch zu ermittelnden Invaliditätsgrad ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente
bestehe, da die Beschwerdeführerin zweimal vorübergehend zu 100% arbeitsunfähig
bzw. invalid gewesen sei (vgl. IV-act. 135-12). Demnach hat die Beschwerdeführerin ab
dem 1. April 2004 zunächst einen Anspruch auf eine ganze, ab 1. Juni 2004 einen
Anspruch auf eine Dreiviertels-, ab dem 1. Januar 2005 wieder einen Anspruch auf eine
ganze und schliesslich ab 1. Juli 2005 einen Anspruch auf eine Dreiviertelsrente.
4.
Gemäss den vorstehenden Ausführungen ist die angefochtene Verfügung aufzuheben
und der Beschwerdeführerin ist rückwirkend ab 1. April 2004 eine revisionsweise
erhöhte Invalidenrente zuzusprechen. In bezug auf die Verfahrenskosten ist dieser
Verfahrensausgang als Obsiegen der Beschwerdeführerin zu werten. Die
Beschwerdegegnerin ist deshalb verpflichtet, eine Parteientschädigung auszurichten
(Art. 61 lit. g ATSG) und die Gerichtsgebühr zu bezahlen (Art. 69 Abs. 1 IVG). Die
Parteientschädigung ist praxisgemäss auf Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) festzusetzen, die Gerichtsgebühr auf Fr. 600.--. Unter diesen
Umständen ist die der Beschwerdeführerin bewilligte unentgeltliche Prozessführung als
gegenstandslos zu betrachten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP