Decision ID: 8f8f0f67-97cd-45d3-8f65-6249545a8a7e
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war durch seine Anstellung bei der B._ AG bei
der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt obligatorisch gegen die Folgen von
Unfällen versichert, als er am 1. Mai 2012 auf einer Autobahn in der Nähe von C._
einen Selbstunfall erlitt (Suva-act. 3, 9, 70). Die Erstversorgung erfolgte im
Universitätsklinikum D._, dessen Ärzte eine Scapulalängsfraktur rechts, eine basale
Lungenkontusion beidseits, einen Zustand nach Inhalationstrauma, eine HWS-
Distorsion sowie Rissquetschwunden (RQW) im Gesicht, am rechten Unterschenkel
sowie am rechten Fuss diagnostizierten. Als Nebendiagnose ergaben sich degenerative
HWS-Veränderungen (Osteophyt HWK 4). Die Funktionsaufnahmen der HWS zum
Ausschluss einer Instabilität zeigten keinen pathologischen Befund. Therapeutisch
wurden eine chirurgische Wundversorgung und eine stationäre Überwachung
durchgeführt (Suva-act. 21). Am 3. Mai 2012 wurde der Versicherte ins Spital E._
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verlegt, wo er bis 8. Mai 2012 hospitalisiert war. Die behandelnden Ärzte hatten im
Austrittsbericht vom 7. Mai 2012 die Diagnosen Verkehrsunfall am 1. Mai 2012 mit
Commotio cerebri, Inhalationstrauma, Scapulafraktur rechts, RQW Jochbogen links,
multiple Schürfwunden am Rücken, Rippenkontusion und Weichteiltrauma Fuss rechts
sowie chronische HWS- und LWS-Beschwerden angeführt und dem Versicherten vom
3. bis 13. Mai 2012 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (Suva-act. 26; zur
Schulterverletzung vgl. auch die radiologischen Untersuchungsergebnisse [Suva-act.
39 f.]). Die Weiterbehandlung erfolgte sodann durch den Hausarzt des Versicherten, Dr.
med. F._, Innere Medizin FMH, (vgl. u.a. Suva-act. 27). Die auf dessen Zuweisung am
25. Mai 2012 im Radiologiedepartement des Spitals G._ durchgeführte MRI-
Untersuchung der Wirbelsäule (BWK - SWK) ergab folgendes Ergebnis im Vergleich zu
einem Vor-MRT vom November 2008: Im Segment Th11/12 ein zurückgebildeter, links
mediolateraler Diskusprolaps mit noch links mediolateraler Protrusion als Restbefund
und ohne Anhalt für eine Nervenwurzelkompression; eine unveränderte
Diskusdegeneration L2/3 ohne Nachweis eines neuen Prolaps oder einer neuen
Protrusion im Bereich der LWS; kein Knochenödem im Bereich der Wirbelkörper; eine
geringe Spondylarthrose L5/S1 (Suva-act. 38). Am 31. Mai 2012 attestierte Dr. F._
dem Versicherten vom 1. bis 24. Juni 2012 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act.
27). Mit Zeugnis vom 20. Juni 2012 bescheinigte der Hausarzt ab dem 25. Juni bis 31.
Juli 2012 eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit für leichte, wechselbelastende Tätigkeiten mit
Heben von Gewichten bis maximal 5 kg (Suva-act. 44/5). Gleichentags besprach er
zusammen mit der Suva und dem Versicherten, dass eine Teilarbeitsfähigkeit im
Betrieb nur wieder realisiert werden könne, wenn der Versicherte 25 kg heben könne,
was im Moment krankheits- und unfallbedingt nicht möglich sei. Somit bleibe der
Versicherte weiterhin 100% arbeitsunfähig (Suva-act. 44/3). Entsprechend attestierte
Dr. F._ dem Versicherten vom 5. Mai bis 30. Juni 2012 eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 44/6).
A.b In einem ärztlichen Zwischenbericht vom 27. Juni 2012 führte der Hausarzt den
besonderen, den Heilungsverlauf ungünstig beeinflussenden Umstand des bekannten
und abgeklärten chronischen Panvertebralsyndroms an und verwies auf den
beigefügten Bericht der Klinik Valens vom 5. Juli 2011, wo sich der Versicherte vom 2.
bis 22. Juni 2011 zur stationären Rückentherapie aufgehalten hatte (Suva-act. 54). In
Folge der Rückenbeschwerden war der Versicherte vor dem Verkehrsunfall vom 1. Mai
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2012 seit 19. April 2012 zu 100% arbeitsunfähig gewesen (Suva-act. 61/5, 64/2). Am 2.
Juli 2012 teilte der Krankenversicherer des Versicherten, die AXA Winterthur, der Suva
mit, dass sie im Zusammenhang mit krankheitsbedingten Rückenschmerzen basierend
auf einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit Krankentaggelder ausrichte (Suva-act. 52 f.).
A.c Aufgrund einer Untersuchung vom 25. Juli 2012 attestierte Dr. F._ dem
Versicherten vom 1. bis 31. August 2012 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act.
63). Zusätzlich zu den hausärztlichen Konsultationen befand sich der Versicherte bei
H._, Bewegungswissenschaftlerin ETH, in der MTT und Physiotherapie (Suva-act.
64). Am 14. August 2012 fand eine kreisärztliche Kick-off-Beurteilung durch Dr. med.
I._, Facharzt für Chirurgie FMH, speziell Allgemein- und Unfallchirurgie, statt, der rein
unfallbedingt, d.h. bezogen auf das Unfallereignis vom 1. Mai 2012, von einer guten
Prognose ausging, eine folgenlose Ausheilung der Scapulafraktur und ebenso der
übrigen Verletzungen annahm und diesbezüglich von einer Arbeitsfähigkeit spätestens
3 Monate nach Unfallereignis ausging. Als limitierend betrachtete er das unfallfremde
Panvertebralsyndrom, welches möglicherweise im weiteren Verlauf Probleme
verursachen werde, und empfahl, die Leistungen unfallbedingt per Ende August 2012
zu terminieren (Suva-act. 68).
A.d Mit Verfügung vom 7. September 2012 kürzte die Suva dem Versicherten die
Geldleistungen um 40%, da der Versicherte den Unfall bei Ausübung eines
Verbrechens oder Vergehens herbeigeführt habe. Die Pflegeleistungen (Heilkosten)
waren von der Kürzung nicht betroffen (Suva-act. 73). In der Folge erbrachte die Suva
die entsprechenden Heilkosten- und Taggeldleistungen (Suva-act. 74).
A.e Am 19. September 2012 fand eine kreisärztliche Untersuchung durch Dr. I._ statt
(Suva-act. 78). Im Bericht vom 20. September 2012 hielt dieser fest, dass wie bereits
vor dem Unfall weiterhin ein schmerzhaftes Panvertebralsyndrom bestehe, dessen
Ursache ätiologisch nicht ganz klar sei. Im MRI der gesamten Wirbelsäule hätten keine
wesentlichen degenerativen Veränderungen festgestellt werden können. Bezüglich der
Rückensymptomatik sei der Status quo deshalb zweifelsfrei erreicht. Rein unfallbedingt
bestünden nur noch leichte Weichteilprobleme am rechten Unterschenkel und an der
rechten Schulter nach Kontusion und Scapulalängsfraktur. Rein unfallbedingt sei der
Versicherte ab 24. September 2012 wieder zu 100% arbeits- und vermittlungsfähig.
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Restfolgen lägen keine vor. Die Weichteilsymptomatik dürfte in absehbarer Zeit
ausgeheilt sein. Sinnvoll wäre es, wenn die bereits durchgeführte MTT und
Physiotherapie bis Ende des Jahres fortgesetzt werden könnten. Seitens der Suva
könne der Fall abgeschlossen werden. Restfolgen würden keine vorliegen. Vom 8.
Oktober bis anfangs November weile der Versicherte zur beruflichen Abklärung in der
Rehaklinik Bellikon (vgl. dazu Suva-act. 102). Während dieser Zeit sei die Therapie
sistiert, sollte aber im Anschluss daran bis maximal Ende des Jahres nochmals
aufgenommen werden (Suva-act. 78).
A.f Am 26. September 2012 erhielt der Versicherte die Kündigung seiner Arbeitgeberin
per 30. November 2012 (Suva-act. 88). Mit Zeugnis vom 19. Oktober 2012 bestätigte
Dr. F._, dass der Versicherte bei Zwangshaltung des Nackens in Flexion bereits nach
30 Minuten vermehrt druckartige Schmerzen am Übergang Hinterkopf-HWS verspüre.
Diese Beschwerden dauerten danach jeweils an und würden einerseits zu einer
vermehrten Nackenschmerzhaftigkeit und Verspannungen, andererseits zu psychischer
Belastung mit aggressiver Grundstimmung führen (Suva-act. 102). Anlässlich der
Besprechung mit der Suva vom 30. Oktober 2012 schilderte der Versicherte täglich im
Vordergrund stehende Nacken-, Schulter- und Rückenschmerzen. Diese Beschwerden
habe er bereits seit 3 bis 4 Jahren (Suva-act. 98). Am 22. November 2012 teilte H._
der Suva wegen Ausfälligkeit und Aggressivität des Versicherten den sofortigen
Behandlungsabschluss mit (Suva-act. 104).
A.g Gemäss einer Besprechung des Versicherten mit der Suva vom 6. Dezember 2012
litt dieser seit 1 1⁄2 Monaten unter verstärkten Nacken- und Rückenschmerzen, vor
allem auf Brusthöhe. Die Suva setzte den Versicherten jedoch darüber in Kenntnis,
dass - wie bereits bei der kreisärztlichen Untersuchung vom 19. September 2012
mitgeteilt - im Zusammenhang mit dem Unfall seit 24. September 2012 eine 100%-ige
Arbeitsfähigkeit angenommen werde und keine Restfolgen mehr vorliegen würden. Weil
ausserdem die MTT und die Physiotherapie bei H._ abgebrochen worden sei, sei der
Unfall bei der Suva abgeschlossen (Suva-act. 112). Am 4. Februar 2013 berichtete die
AXA der Suva, dass der Versicherte aufgrund der medizinischen Unterlagen und ihrem
ärztlichen Dienst definitiv ein krankhaftes Rückenproblem habe, weswegen weiterhin
bis sicher Mai 2013 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bestehe und Krankentaggelder
ausbezahlt würden (Suva-act. 115). Anlässlich einer Besprechung mit der Suva vom 18.
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Februar 2013 teilte der Versicherte mit, dass er im Zusammenhang mit den
krankheitsbedingten Beschwerden weiterhin bei Dr. F._ in Behandlung sei. Die Suva
stellte fest, dass sie den Schadenfall grundsätzlich am 30. November 2012
abgeschlossen habe (Suva-act. 116). Im Schlussprotokoll vom 12. September 2013
hielt die Suva fest, dass der Versicherte keine unfallbedingten Beschwerden mehr
habe. Krankheitsbedingt leide er indessen weiterhin an Nacken- und
Rückenschmerzen. Ärztliche Kontrollen, eine Physio- und Manualtherapie oder eine
Arzneibehandlung würden keine mehr durchgeführt. Der Unfall sei am 30. November
2012 folgenlos abgeschlossen worden. Der Versicherte sei jedoch weiterhin 100%
arbeitsunfähig. Das Taggeld werde von der AXA Winterthur bezahlt. Weil sich der
Versicherte seit 4. März 2013 nicht mehr gemeldet habe (vgl. Suva-act. 117), werde der
Fall nun definitiv abgeschlossen (Suva-act. 120).
A.h Mit Schreiben vom 20. März 2014 reichte Rechtsanwalt Dr. iur. G. Kramer, St.
Gallen, für den Versicherten ein Zeugnis von Dr. F._ vom 12. Februar 2014 mit
Bestätigung einer Arbeitsunfähigkeit von 100% vom 1. Februar bis 31. März 2014 ein
(Suva-act. 136) und bezeichnete diese weiterhin als unfallbedingt. Nachdem die Suva
offenbar davon ausgehe, dass von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine
namhafte Besserung des Gesundheitszustands des Versicherten mehr erwartet werden
könne, ersuche er um Prüfung der Rentenfrage und der Frage einer
Integritätsentschädigung sowie um Erlass einer entsprechenden einsprachefähigen
Verfügung (Suva- act. 134).
A.i Am 24. April 2014 legte die Suva den Schadenfall Kreisarzt Dr. I._ zur
Kausalitätsbeurteilung der Rückenbeschwerden vor (Suva-act. 140). In seiner
Beurteilung vom 14. Mai 2014 hielt dieser fest, dass die aktuell geltend gemachten
Rückenbeschwerden nicht mehr mit der geforderten Wahrscheinlichkeit auf den Unfall
vom 1. Mai 2012 zurückgeführt werden könnten. Der Status quo sine einer höchstens
vorübergehenden Verschlimmerung des Vorzustandes am Rücken sei allerspätestens
mit Abschluss des Schadenfalls anfangs 2013 erreicht gewesen (Suva-act. 141).
Inzwischen hatte Dr. F._ am 7. Mai 2014 ein Arztzeugnis UVG für Rückfall eingereicht
(Suva-act. 139). Gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung vom 14. Mai 2014 stellte die
Suva sodann mit Verfügung vom 16. Mai 2014 fest, dass sie nicht mehr
leistungspflichtig sei und mit Ausnahme von Versicherungsleistungen für die
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Narbenbehandlung (vgl. dazu Suva-act. 122 ff.) keine weiteren Versicherungsleistungen
erbringen könne (Suva-act. 142).
B.
Die gegen diese Verfügung am 19. Juni 2014 von Dr. Kramer für den Versicherten
erhobene Einsprache (Suva-act. 145) mit verschiedenen, beigefügten Arztzeugnissen
bzw. Arztberichten (Suva-act. 148) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 4.
September 2014 ab (Suva-act. 152).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 6. Oktober 2014
Beschwerde erheben. Damit wird beantragt, der Einspracheentscheid der Suva
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 4. September 2014 sei aufzuheben und dem
Beschwerdeführer sei rückwirkend ab 1. Mai 2012, gegebenenfalls in Koordination mit
der Invalidenversicherung, eine volle gesetzliche UVG-Invalidenrente sowie eine nach
Durchführung des Beweisverfahrens zu beziffernde, angemessene
Integritätsentschädigung auszurichten. Zur Festlegung der konkreten
Leistungsansprüche sei die Streitsache - nach der Durchführung medizinischer
Abklärungen - an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Eventualiter seien weitere
medizinische Abklärungen zur Ermittlung der unfallbedingten
Gesundheitsbeeinträchtigung des Beschwerdeführers durchzuführen. Subeventualiter
seien dem Beschwerdeführer bis zum 16. Mai 2014, mindestens aber bis zum 1.
Januar 2013, die gesetzlichen UVG-Taggelder auszurichten. Dem Beschwerdeführer
sei für dieses Verfahren die unentgeltliche Rechtsverbeiständung unter Einsetzung des
Unterzeichneten zu gewähren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).
Zusätzlich zu den bereits mit der Einsprache eingereichten Arztzeugnissen bzw.
Arztberichten reichte Dr. Kramer noch ein Arztzeugnis und einen Verlaufsbericht von
Dr. F._ vom 21. Januar 2014 bzw. 15. Januar 2013 ein (act. G 1.2, 1.8).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 17. Dezember 2014 beantragte die
Beschwerdegegnerin die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde und die
Bestätigung des Einspracheentscheids vom 4. September 2014 (act. G 5).
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C.c Mit Schreiben vom 23. Dezember 2014 entsprach der Abteilungspräsident des
Versicherungsgerichts dem Gesuch des Beschwerdeführers um Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtkosten und Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung; act. G 6).
C.d Mit Replik vom 15. April 2015 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest
(act. G 12), worauf mit Duplik vom 13. Mai 2015 auch die Beschwerdegegnerin an ihren
Ausführungen und ihrem Antrag in der Beschwerdeantwort vom 17. Dezember 2014
festhielt (act. G 14).
C.e Auf telefonische Nachfrage der im vorliegenden Beschwerdeverfahren vorsitzenden
Richterin des Versicherungsgerichts vom 27. Mai 2016 gab der zuständige Suva-
Mitarbeiter die Auskunft, dass dem Beschwerdeführer bis 23. September 2012
Taggelder der Suva ausgerichtet worden seien (act. G 16).
C.f Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der

übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen
1.
1.1 Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art.
6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG; SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832]). Sie hat zudem Anspruch
auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Ist die versicherte
Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf
eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person durch den
Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität,
so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1
UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen
Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten
Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der
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Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die
Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Eine
Integritätsentschädigung wird gemäss Art. 24 Abs. 2 UVG mit der Invalidenrente
festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen
Behandlung gewährt.
1.2 Angesichts der in Erwägung 1.1 angeführten gesetzlichen Bestimmungen bildet die
Unfallkausalität Anspruchsvoraussetzung für sämtliche Versicherungsleistungen der
Unfallversicherung. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur
für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat-kausal mit einem versicherten
Unfallereignis zusammenhängen (vgl. dazu BGE 129 V 181 f. E. 3.1 f.; ALEXANDRA
RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen
natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht bisweilen auf
Angaben ärztlicher Experten oder Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181
E. 3.1, BGE 123 III 110, BGE 112 V 30; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen
Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle (BGE 118 V 291 f. E. 3a, BGE 117 V 365 mit Hinweisen; SVR 2000 Nr. 14 S. 45).
Das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs muss mit dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen sein bzw. verneint werden können. Die blosse Möglichkeit gänzlich
fehlender Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (THOMAS LOCHER/THOMAS
GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58 f.).
1.3 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind.
Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich
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weder dessen Herkunft noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a). Den
Berichten versicherungsinterner Ärzte oder Ärztinnen kann rechtsprechungsgemäss
gleichfalls Beweiswert beigemessen werden, sofern sie schlüssig erscheinen,
nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien
gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311 ff.).
1.4 Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall
nicht (mehr) die natürliche oder adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt,
wenn also letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht.
Besteht im Bereich eines vom Unfall betroffenen Körperteils ein krankhafter oder
degenerativer Vorzustand, trifft dies zu, wenn entweder der krankhafte
Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo
ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf
eines krankhaften oder degenerativen Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später
eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b mit
Hinweisen). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang
muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen). Dieser Beweis kann durchaus unter Bezugnahme auf
statistische Grundlagen und medizinische Erfahrungssätze geführt werden, sofern sie
sofern der herrschenden Lehrmeinung entsprechen (vgl. BGE 126 V 189 E. 4c; RKUV
2000 Nr. U 363 S. 46 E. 3a). Beim Nachweis des Zeitpunkts des Dahinfallens von
Unfallfolgen handelt es sich um einen hypothetischen Zustand, der sich häufig nur mit
Erfahrungswerten bestimmen lässt (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
[EVG, seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 18.
September 2002, U 60/02, E. 2.2). Medizinische Erfahrungssätze beziehen sich auf den
Regelfall, d.h. auf medizinische Sachverhalte, die sich im konkreten Fall gleich
dargestellt haben. Eine Ausnahme von der Regel ist grundsätzlich nicht
ausgeschlossen, doch muss sie sich eben als solche präsentieren. In diesem Sinn ist
die Bezugnahme auf statistische Grundlagen und medizinische Erfahrungssätze dann
ungenügend, wenn sie im konkreten Fall keine Grundlage findet.
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1.5 Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202)
werden Versicherungsleistungen auch für Rückfälle gewährt, wobei ein Rückfall einen
besonderen revisionsrechtlichen Tatbestand im Sinn von Art. 22 UVG darstellt (vgl.
BGE 118 V 293; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326). Bei einem Rückfall handelt es sich um
das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit bzw. vermeintlich
geheilter Unfallfolgen, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu
einer weiteren Arbeitsunfähigkeit kommt. Weil der Rückfall begrifflich an ein in der
Vergangenheit bestandenes Unfallereignis anschliesst, kann er eine Leistungspflicht
des (damals haft¬baren Unfallversicherers) nur dann auslösen, wenn zwischen den
erneut vorgebrachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall
erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang
besteht (BGE 118 V 296 f. E. 2c).
2.
Unbestritten ist, dass die Beschwerdegegnerin ursprünglich ihre Leistungspflicht für
das Unfallereignis vom 1. Mai 2012 anerkannt und Taggeld- sowie
Heilkostenleistungen erbracht hat (Suva-act. 74). Gestützt auf das mit Bericht vom 20.
September 2012 festgehaltene kreisärztliche Untersuchungsergebnis von Dr. I._ vom
19. September 2012 (Suva-act.78; vgl. Sachverhalt A.e) teilte sie dem
Beschwerdeführer am 6. Dezember 2012 mündlich mit, der Unfall sei bei ihr
abgeschlossen (Suva-act. 112). Anlässlich der Besprechung mit dem
Beschwerdeführer vom 18. Februar 2013 (Suva-act. 116) erklärte die Suva den
(folgenlosen) Abschluss des Unfalls per 30. November 2012. Abgesehen von einem
Telefongespräch mit dem Beschwerdeführer am 4. März 2013 (vgl. Suva-act. 117)
hörte die Beschwerdegegnerin von ihm erst wieder durch das Schreiben seines
Rechtsvertreters vom 20. März 2014, worin dieser festhielt, die Beschwerdegegnerin
gehe offenbar davon aus, dass von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine
namhafte Besserung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers mehr erwartet
werden könne, weshalb um Prüfung der Rentenfrage und der Frage eines
Integritätsentschädigungsanspruchs ersucht und dafür der Erlass einer
einsprachefähigen Verfügung gefordert werde (Suva-act. 134). Dem Schreiben wurde
ein Arztzeugnis von Dr. F._ vom 12. Februar 2014 für eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit vom 1. Februar bis 31. März 2014 beigelegt (Suva-act. 136). Am 24.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/27
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April 2014 forderte die Beschwerdegegnerin Dr. I._ auf, die Unfallkausalität der
aktuell beklagten Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule zu beurteilen (Suva-act.
141). Am 7. Mai 2014 reichte Dr. F._ das Arztzeugnis UVG für Rückfall ein (Suva-act.
139). Laut Arztzeugnissen von Dr. F._ betreffend Untersuchungen vom 21. Januar
und 12. Mai 2014 lag beim Beschwerdeführer vom 1. Januar bis 31. Mai 2014 eine
unfallbedingte 100%-ige Arbeitsunfähigkeit vor (act. G 1.2 f.). Nachdem Dr. I._ am
14. Mai 2014 seine ärztliche Beurteilung abgegeben hatte (Suva-act. 141; Sachverhalt
A.i), hielt die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 16. Mai 2014 fest, dass der
Zustand am Rücken, wie er sich auch ohne den Unfall vom 1. Mai 2012 eingestellt
hätte (Status quo sine) allerspätestens anfangs 2013 erreicht gewesen sei. Ausserdem
erklärte sie, dass die erneut geltend gemachten Rückenbeschwerden nicht
unfallbedingt seien (Suva-act. 142). Mit Einsprache vom 19. Juni 2014 beantragte der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers die Aufhebung der Verfügung vom 16. Mai
2014 und die rückwirkende Ausrichtung einer Invalidenrente ab 1. Mai 2012 sowie eine
angemessene Integritätsentschädigung. Subeventualiter sei in Bezug auf den Unfall
vom 1. Mai 2012 eine einsprachefähige Verfügung betreffend Fallabschluss gemäss
Schreiben vom 20. Mai 2014 zu erlassen und seien dem Beschwerdeführer bis zum
Fallabschluss die gesetzlichen UVG-Taggelder auszurichten (Suva-act. 145). Im
angefochtenen Einspracheentscheid vom 4. September 2014 entschied die
Beschwerdegegnerin, der Erlass einer (weiteren) Verfügung betreffend
Leistungseinstellung erübrige sich. In der Verfügung vom 16. Mai 2014 sei in Bezug auf
den Rücken von einem Status quo sine anfangs 2013 ausgegangen und die
Leistungseinstellung mithin auf diesen Zeitpunkt festgelegt worden. Nichts daran
ändere, dass in der Verfügung beifolgend der Rückfall verneint worden sei, denn bei
einer Einstellung anhand des Status quo sine bestehe
ohnehin kein Raum für einen solchen. Vor diesem Hintergrund sei der
Subeventualantrag abzuweisen. Die Beschwerdegegnerin legte schliesslich nochmals
dar, weshalb die Unfallfolgen im Bereich des Rückens (spätestens) ab Ende Dezember
2012 - also 8 Monate nach dem Unfall - dahingefallen seien und bestätigte die
Richtigkeit der entsprechenden Leistungseinstellung (Suva-act. 152).
Beschwerdeweise wurden vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers sodann die in
C.a des Sachverhalts angeführten Anträge gestellt.
3.
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Nach Lage des in Erwägung 2 dargelegten Sachverhalts hat die Beschwerdegegnerin
dem Beschwerdeführer vor Erlass der Verfügung vom 16. Mai 2012 am 6. Dezember
2012 und 18. Februar 2013 - wenn auch formwidrig, d.h. nicht wie im Falle der
Verweigerung von Versicherungsleistungen gefordert in Form einer Verfügung (vgl.
dazu Art. 49 Abs. 1 ATSG, Art. 124 lit. b der Verordnung über die Unfallversicherung
[UVV; SR 832.202]) - zumindest mündlich mitgeteilt, dass der Unfall bei ihr (per 30.
November 2012) abgeschlossen sei. Wie erwähnt, hörte die Beschwerdegegnerin vom
Beschwerdeführer - abgesehen von einem Telefongespräch mit ihm am 4. März 2013 -
erst wieder durch das Schreiben seines Rechtsvertreters vom 20. März 2014, worin
dieser den Erlass einer einsprachefähigen Verfügung forderte. In BGE 134 V 145 hat
das Bundesgericht die Frist für die Infragestellung eines zu Unrecht formlos
mitgeteilten Fallabschlusses durch die betroffene Person für den Regelfall auf ein Jahr
festgelegt. Aktenkundige Umstände bzw. Aussagen von Seiten der zuständigen
Sachbearbeiterin der Beschwerdegegnerin lassen es jedoch zu, im konkreten Fall nicht
von einem Regelfall auszugehen. Anlässlich der Besprechung vom 18. Februar 2013
hatte die Sachbearbeiterin trotz des erklärten Fallabschlusses dem Beschwerdeführer
gegenüber geäussert, dass sie die Unterlagen noch bei sich behalte und er sich bei
Fragen und Problemen wieder mit ihr in Verbindung setzen könne. Sollte sie ein halbes
Jahr (d.h. also bis Juni 2013) nichts mehr von ihm hören, werde sie den Fall definitiv
abschliessen (Suva-act. 116/2). Bereits einen halben Monat später, d.h. am 4. März
2013, erfolgte die telefonische Meldung des Beschwerdeführers, er habe betreffend
der Rückenbeschwerden wieder die Physiotherapie aufgenommen. Dass die in der
Telefonnotiz verwendete Bezeichnung der Rückenbeschwerden als
"krankheitsbedingt" vom Beschwerdeführer stammt, ist nicht anzunehmen. Die
zuständige Sachbearbeiterin motivierte den Beschwerdeführer angeblich, so weiter zu
machen (Suva-act. 117). Aus ihrem Schlussbericht vom 12. September 2013 geht
schliesslich hervor, dass der Beschwerdeführer trotz Fallabschluss bzw. auch nach
dem 30. November 2012 von ihr noch weiter begleitet worden sei. Weiter hielt sie fest,
dass sie den Fall - weil sich der Beschwerdeführer seit dem 4. März 2013 nicht mehr
gemeldet habe - "nun definitiv abschliesse" (Suva-act. 120). Gesamthaft betrachtet
wurde mithin der zunächst mündlich mitgeteilte Fallabschluss durch verschiedene
Aussagen "aufgeweicht". Die Beschwerdegegnerin selbst war offensichtlich der
Auffassung, mit Erlass einer Verfügung hinsichtlich ihrer Ablehnung weiterer
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Versicherungsleistungen nun im Sinne der gesetzlichen Vorgaben Rechtssicherheit
schaffen zu müssen. Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass der zunächst
formlos mitgeteilte Fallabschluss inzwischen keine Rechtswirksamkeit erlangt hat, die
es der Beschwerdegegnerin verunmöglicht hätte, voraussetzungslos (vgl. dazu Art. 53
und Art. 17 ATSG) über dasselbe Rechtsverhältnis formgerecht nochmals zu
entscheiden.
4.
Im Weiteren ist zunächst allgemein zu den Beschwerdeanträgen Stellung zu nehmen.
4.1 Das kantonale Versicherungsgericht überprüft Einspracheentscheide und
Verfügungen, die direkt mittels einer Beschwerde angefochten werden können, auf ihre
Rechtmässigkeit. Daraus folgt, dass der Gegenstand des Beschwerdeverfahrens durch
den Gegenstand des letzten vorinstanzlichen Verfahrens (das zum Erlass des dann
mittels Beschwerde angefochtenen Entscheids geführt hat) definiert wird. Den
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens betreffend Leistungen aus der
obligatorischen Unfallversicherung definiert also (neben dem Umfang des
Beschwerdewillens der rechtssuchenden Person) der Einspracheentscheid vom 4.
September 2014 (Suva-act. 152). Diesem liegt die Verfügung vom 16. Mai 2014 zu
Grunde (Suva-act. 142).
4.2 In der Verfügung hat die Beschwerdegegnerin, wie bereits erwähnt, auch zu den
am 7. Mai 2014 als Rückfall gemeldeten Rückenbeschwerden mit Arbeitsunfähigkeit ab
1. Januar 2014 (vgl. dazu act. G 1.2) Stellung bezogen und diesbezüglich eine (erneute)
Leistungspflicht abgelehnt. Ihrer Aussage, bei einer Einstellung anhand des Status quo
sine bestehe kein Raum für einen Rückfall, kann grundsätzlich nicht gefolgt werden.
Der besondere revisionsrechtliche Tatbestand des Rückfalls regelt gerade den
Anspruch einer versicherten Person auf Versicherungsleistungen, wenn sich die
unfallkausalen Verhältnisse nach verfügtem Fallabschluss nachträglich geändert haben,
d.h. sich der aktuelle Sachverhalt im Zeitpunkt des Rückfalls gegenüber dem
Sachverhalt bei Abschluss des Grundfalls anders darstellt (vgl. dazu RUMO-JUNGO/
HOLZER, a.a.O., S. 78 f.). Mit der Verfügung vom 16. Mai 2014 und dem
angefochtenen Einspracheentscheid verneint die Beschwerdegegnerin jedoch
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insgesamt die Ausrichtung von UVG-Leistungen über den 31. Dezember 2012 hinaus
bzw. "allerspätestens" ab 1. Januar 2013, sei es im Sinne eines fortdauernden
Grundfalls, sei es für die als Rückfall gemeldeten späteren Rückenbeschwerden.
Insofern hatte der Beschwerdeführer - wie von der Beschwerdegegnerin im
angefochtenen Einspracheentscheid vertreten - keinen Anspruch mehr auf eine
einsprachefähige Verfügung mit Festlegung des "Fallabschlusses" gemäss Schreiben
vom 20. März 2014. Sollte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers einen
entsprechenden Antrag auch im Rahmen der Beschwerde vom 6. Oktober 2014
erhoben haben (möglicherweise mit dem Subeventualantrag, es seien dem
Beschwerdeführer bis zum 16. Mai 2014 [Datum des Verfügungserlasses] die
gesetzlichen UVG-Taggelder auszurichten), könnte mithin auch diesem nicht
entsprochen werden
4.3 Im Hauptantrag verlangt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers rückwirkend
die Ausrichtung einer Invalidenrente ab 1. Mai 2012. Selbst bei Bejahung eines
Rentenanspruchs würde der geforderte Rentenbeginn ausser Betracht fallen. Denn die
Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer in Anerkennung unfallbedingter
Gesundheitsschädigungen während der sogenannten Behandlungsphase (vgl. dazu
ALFRED MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S.
372 f.) vorläufig bzw. faktisch wegen anerkannter Arbeitsunfähigkeit bis 23. September
2012 Taggeldleistungen und wegen Behandlungsbedürftigkeit bis 22. November 2012
Heilkostenleistungen (= vorübergehende Leistungen; UELI KIESER, ATSG-Kommentar,
3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 15 N 12, Art. 17 N 65) erbracht (vgl. act. G 16,
Suva-act. 104, 112). In der Verfügung vom 16. Mai 2014 und im angefochtenen
Einspracheentscheid bezeichnete sie die Voraussetzungen für die Einstellung der
Taggeld- und Heilkostenleistungen per Ende Dezember 2012 als erfüllt. Die
Abgrenzung der Behandlungs- von der Rentenphase bzw. der Beginn letzterer ist in
Art. 19 Abs. 1 UVG geregelt (vgl. Erwägung 1.1). Besagte Bestimmung kommt nur dann
zur Anwendung, wenn im Zeitpunkt des Fallabschlusses überhaupt Unfallrestfolgen
bestehen, welche einen Renten- und Integritätsentschädigungsanspruch begründen
könnten (vgl. Erwägungen 1.2, 6 und 7). Fehlt es an solchen, stellt sich die
Abgrenzungsfrage von Art. 19 Abs. 1 UVG gar nicht. Folglich muss auch kein
Rentenbeginn festgelegt werden.
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4.4 Ein formell-rechtlicher Anspruch auf weitere vorübergehende
Versicherungsleistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen) bis zum
Verfügungszeitpunkt vom 16. Mai 2014 (vgl. Subeventualantrag Ziff. 5 der Beschwerde:
"bis zum 16. Mai 2014") ohne Erfüllung der materiell-rechtlichen
Anspruchsvoraussetzungen besteht nicht. Die formell-rechtlich richtige Einstellung von
Leistungen mittels Verfügung (vgl. Art. 49 Abs. 1 ATSG) hat zum Zweck, dass sich eine
versicherte Person dagegen rechtlich mit Einsprache wehren kann. Wird eine
Verfügung erst später, nach einer mündlichen Mitteilung (vgl. Suva-act. 112) erlassen,
ist dieser Zweck erfüllt und bedeutet nicht automatisch auch, dass materiell-rechtlich
ein längerer Leistungsanspruch besteht. Der materiell-rechtlich Leistungsanspruch
untersteht seinen eigenen Voraussetzungen, welche erfüllt sein müssen. Vorausgesetzt
ist insbesondere eine unfallkausale Gesundheitsschädigung (vgl. dazu insbesondere
Erwägung 1.2).
5.
Im Folgenden ist mithin materiell-rechtlich zu prüfen, ob beim Beschwerdeführer über
den von der Beschwerdegegnerin mit Verfügung bzw. Einspracheentscheid per Ende
Dezember 2012 festgestellten Status quo sine hinaus Unfallfolgen bestehen, welche zu
weiteren Leistungsansprüchen gegenüber der Beschwerdegegnerin führen (vgl.
Subeventualantrag Ziff. 5 der Beschwerde: "mindestens aber bis zum 1. Januar 2013").
6.
6.1 Eine weiterlaufende Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin begründet der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zunächst mit Beschwerden am rechten Bein,
welche ein längeres Stehen oder Gehen unmöglich machen würden.
6.2 Echtzeitlich wurden die Unfalldiagnosen RQW am rechten Unterschenkel und
rechten Fuss bzw. Weichteiltrauma Fuss rechts gestellt (Suva-act. 21, 26). Die RQW
wurden von den erstbehandelnden Ärzten der Klinik D._versorgt (Suva-act. 21),
worauf die nachbehandelnden Ärzte des Spitals E._ gemäss Austrittsbericht vom 7.
Mai 2012 bei Spitaleintritt als Befunde eine verbundene Wunde am rechten Fuss mit
Schwellung und Hämatom erhoben. Die Unterschenkelverletzung findet im
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Austrittsbericht vom 7. Mai 2012 keine konkrete Erwähnung. Am 8. Mai 2012 wurde der
Beschwerdeführer bei reizlosen Wundverhältnissen und ausreichender Analgesie aus
dem Spital entlassen. Für das weitere Vorgehen wurden regelmässige Wundkontrollen
festgehalten (Suva-act. 26). Dass solche durchgeführt worden wären und dabei eine
schlechte Wundheilung festgestellt worden wäre, lässt sich den Akten nicht
entnehmen, weshalb von einem normalen Heilungsverlauf ausgegangen werden darf.
Auch andere spezifische Behandlungen bezüglich des rechten Beins sind in den Akten
nicht dokumentiert. Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 19. September
2012 erzählte der Beschwerdeführer hingegen wieder von weiterhin rezidivierenden
Weichteilproblemen im Bereich des rechten Unterschenkels mit Sensibilitätsstörung.
Dr. I._ erhob eine Hyposensibilität an der Innenseite des Unterschenkels, eine leichte
Druckdolenz in der Wade und eine leichte Muskelatrophie. Die Weichteilverletzungen
an sich bezeichnete er jedoch als prinzipiell soweit gut ausgeheilt. Im
Untersuchungsbericht vom 20. September 2012 führte er sodann aus, dass rein
unfallbedingt nur noch leichte Weichteilprobleme am rechten Unterschenkel
bestünden. Rein unfallbedingt sei der Beschwerdeführer ab 24. September 2012
wieder zu 100% arbeits- und vermittlungsfähig. Die Weichteilsymptomatik dürfte in
absehbarer Zeit ohne Restfolgen ausgeheilt sein. Eine Heilbehandlung erachtete er bis
Ende des Jahres 2012 nur noch bezüglich der Rückenproblematik als sinnvoll (Suva-
act. 78).
6.3 Es ist eine medizinische Erfahrungstatsache, dass Weichteilverletzungen wie
Kontusionen, Prellungen, Quetschungen, Verstauchungen, Zerrungen, Distorsionen,
Schürfungen, Blutungen, Hämatome, Muskelkrämpfe und -verspannungen, die nicht
von einer strukturellen Läsion bzw. schlecht verheilten strukturellen Läsion mit
fortdauernden gesundheitlichen Störungen begleitet sind, jedoch in gewissen Fällen
anhand klinischer Befunde (Hämatome, Schwellungen, Druckdolenzen,
Bewegungseinschränkungen, Sensibilitätsstörungen, Muskelverhärtungen) objektiviert
werden können, auch ohne spezifische Behandlung mit der Zeit immer folgenlos
ausheilen (vgl. dazu ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie,
4. Aufl. Bern 2005, S. 412). Aus der in Erwägung 6.2 dargelegten Sachlage ergeben
sich keine Hinweise dafür, dass der Beschwerdeführer wegen seiner beim Unfall vom
1. Mai 2012 erlittenen Weichteilverletzungen im Bereich des rechten Unterschenkels
und rechten Fusses entgegen der medizinischen Erfahrung nicht wieder ab 24.
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September 2012 zu 100% arbeits- und vermittlungsfähig gewesen wäre und/oder die
diesbezüglichen Unfallfolgen nicht bis Ende Jahr 2012 ohne weitere - über die
aktenmässig dokumentierten - Heilbehandlungen vollständig abgeheilt gewesen wären.
Zwar führte Dr. F._ im Arztzeugnis UVG für Rückfall vom 7. Mai 2014 die Diagnose
Status nach mehreren Autounfällen "wohl" mit bleibendem Schaden im Bereich der
Extremitäten auf (Suva-act. 139). Das Arztzeugnis UVG enthält jedoch keine weitere
Begründung bzw. Auseinandersetzung mit der Diagnose bleibender Schäden im
Bereich der rechten unteren Extremität. Vielmehr entbehrt es insbesondere auch
entsprechenden Befunden. Mit seiner Formulierung "wohl" bringt Dr. F._ im Übrigen
selbst zum Ausdruck, dass er bleibende unfallkausale Schäden nur vermutet. Eine
Vermutung vermag jedoch nicht den im Sozialversicherungsrecht geltenden
Anforderungen an den Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu genügen
(vgl. LOCHER/GÄCHTER, a.a.O., § 70 N. 58 f.). Eine Statusdiagnose sagt schliesslich
lediglich aus, auf welchen Umstand der heutige Zustand zurückzuführen ist. Über die
Unfallfolgen wird damit nichts Konkretes ausgesagt. Letztlich erklärt auch der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers in keiner Weise, worin er die Grundlage für
fortdauernde Unfallfolgen im Bereich der rechten unteren Extremität sieht.
6.4 Zusammenfassend ist mithin festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin wegen
Unfallrestfolgen im Bereich der rechten unteren Extremität keine
Versicherungsleistungen zu erbringen hat, welche über die bereits erbrachten
Leistungen hinausgehen würden.
7.
7.1 Umstritten ist sodann der zeitliche Umfang der Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin für die beim Beschwerdeführer seit dem Unfall vom 1. Mai 2012
geklagten Rückenbeschwerden.
7.2 Ein massgebender Ausgangspunkt bei der Beurteilung traumatischer
Folgeschäden bzw. der Ursächlichkeit einer Gesundheitsschädigung bildet der
gesundheitliche Zustand einer versicherten Person vor dem Unfall. Ist es durch diesen
zu keinen neuen unfallbedingten strukturellen Schäden gekommen, trifft er aber auf
einen vorgeschädigten Körper, kommt eine unfallkausale Gesundheitsschädigung
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höchstens als vorübergehende oder richtunggebende Verschlimmerung des
Vorzustandes in Betracht. Eine richtunggebende Verschlimmerung liegt nach der
Rechtsprechung vor, wenn medizinischerseits feststeht, dass weder der Status quo
sine noch der Status quo ante je wieder erreicht werden können (RUMO-JUNGO/
HOLZER, a.a.O, S. 54). Die lediglich vorübergehende unfallbedingte Verschlimmerung
eines Vorzustandes basiert auf dem Wissen, dass es im Unfallversicherungsrecht Fälle
gibt, bei denen die Unfallfolgen bzw. deren Anteil an einer Gesundheitsschädigung im
Rahmen des posttraumatischen Verlaufs nie konkret beschrieben werden können.
Dennoch wird bei einem geeigneten bzw. adäquaten Ereignis in einer ersten Phase von
einer schädigenden Einwirkung des Ereignisses (Unfall) auf den Körper ausgegangen.
Die in der Folge aufgetretenen bzw. ausgelösten Beschwerden werden aber nach
einem bestimmten Zeitraum - trotz ihres möglichen Fortdauerns - aufgrund einer
medizinischen Erfahrungstatsache nicht mehr dem Unfall angelastet. Die
Unfallversicherung übernimmt in diesen Fällen nur den durch das Unfallereignis
ausgelösten Beschwerdeschub, d.h. sie hat bis zum Erreichen des Status quo sine vel
ante Leistungen für die unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall stehenden
Beeinträchtigungen zu erbringen. Als Beispiele dafür gelten insbesondere auch durch
einen Unfall ausgelöste Diskushernien (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 26. Februar
2013, 8C_423/2012, E. 5.3, vom 9. Januar 2012, 8C_601/2011, E. 3.2, und vom 24.
Juni 2008, 8C_326/2008, E. 3.2 und 4; Urteil des EVG vom 14. März 2000, U 266/99, E.
1; vgl. auch Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55 f.). Für die Abgrenzung Vorzustand bzw.
neue unfallbedingte strukturelle Schädigung stellt insbesondere der Vergleich
bildgebender Untersuchungsergebnisse aus der Zeit vor und nach dem Unfall eine
bedeutende Beweisgrundlage dar (vgl. dazu auch BGE 134 V 121 E. 9, BGE 117 V 363
E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]).
7.3 Der Beschwerdeführer erlitt beim Unfall vom 1. Mai 2012 mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit keine strukturelle Läsion.
7.3.1 Die beim Beschwerdeführer nach seinem Unfall vom 1. Mai 2012 am 25. Mai
2012 im Radiologiedepartement des Spital G._ bei einer MRI-Untersuchung der
Wirbelsäule (BWK-SWK) festgestellten Veränderungen - der links mediolaterale
Diskusprolaps im Segment Th11/12 mit noch links mediolateraler Protrusion, die
Diskusdegeneration L2/3 sowie die Spondylarthrose L5/S1 (vgl. Sachverhalt A.a) -
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stellen zwar organische Substrate dar, die grundsätzlich als Ursache von
Rückenbeschwerden in Frage kommen (vgl. dazu DEBRUNNER, a.a.O., S. 585 f., 848
ff., 879 ff.; PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 266. Aufl. Berlin 2014, S. 175 f.,
232, 1998; ROCHE LEXIKON, Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 182; LEITLINIE DER
ORTHOPÄDIE, Hrsg. von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und
Orthopädische Chirurgie und dem Berufsverband der Ärzte für Orthopädie,
2. Aufl., Köln 2002, S. 192). Diese stellen jedoch mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit keine beim Unfall vom 1. Mai 2012 erlittenen neuen,
bleibenden Gesundheitsschädigungen im Sinn struktureller Veränderungen dar.
7.3.2 Gemäss Bericht der Klinik Valens vom 5. Juli 2011 wies der Beschwerdeführer
bereits vor dem Unfall vom 1. Mai 2012 degenerative Veränderungen der unteren BWS
und der oberen LWS im Sinne von Diskopathien Th8/9, Th11/12 und L2/3 auf (Suva-
act. 54). Laut MRI-Untersuchungsbericht vom 25. Mai 2012 zeigte sich in einem Vor-
MRT vom November 2008 ein links mediolateraler Diskusprolaps im Segment Th11/12
(Suva-act. 38). Wie das EVG in seiner Rechtsprechung festhielt, entspricht es einer
medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts, dass
Diskushernien in aller Regel degenerative Erkrankungen darstellen. Ein Diskusprolaps
kann nur dann als weitgehend durch eine äussere Einwirkung entstanden betrachtet
werden, wenn die dabei wirkende Kraft ausserordentlich hoch und der Unfall mithin
geeignet war, eine prätraumatisch vollständig unauffällige Bandscheibe zu zerreissen
(RKUV 2000 Nr. U 379 S. 192, 193 E. 2a mit Hinweisen; Urteil des EVG vom 3. Oktober
2005, U 163/05, E. 3.1, und vom 18. Februar 2002, U 459/00, E. 3b; Medizinische
Mitteilungen der Suva Nr. 68 [1995], S. 17). Diese Voraussetzungen sind vorliegend
offensichtlich weder hinsichtlich des Unfallereignisses noch bezüglich des
Gesundheitszustandes vor dem Unfall erfüllt. Weder dem Bericht der Klinik D._ vom
7. Mai 2012 (Suva-act. 21) noch dem Austrittsbericht des Spitals E._ vom 7. Mai
2012 sind Hinweise auf eine Traumatisierung der BWS oder LWS, insbesondere eine
entsprechende Diagnose, zu entnehmen, worauf auch Dr. I._ in seiner ärztlichen
Beurteilung vom 14. Mai 20114 hinweist (Suva-act. 141/2).
7.3.3 Die im Austrittsbericht des Spitals E._ vermerkte Diagnose chronischer
HWS- und LWS-Beschwerden zementiert eine unfallfremde strukturelle Situation in den
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Bereichen HWS und LWS. Der Begriff "chronisch" steht dem Begriff "traumatisch"
entgegen. Während letzterer einen akut aufgetretenen Zustand beschreibt, bedeutet
chronisch "langsam sich entwickelnd, langsam verlaufend" (PSCHYREMBEL, a.a.O., S.
390; ROCHE LEXIKON, a.a.O., S. 334).
7.3.4 Der Bericht der Klinik D._ beinhaltet zwar die an sich traumatische Diagnose
einer HWS-Distorsion, jedoch auch die Nebendiagnose degenerative HWS-
Veränderungen (Osteophyt HWK 4; vgl. zu "Degeneration" DEBRUNNER, a.a.O., S.
123 f.). Im Bericht über die MRI-Untersuchung vom 25. Mai 2012 sind gar keine
Veränderungen im Bereich der HWS erwähnt (Suva-act. 38). Bei der Spondylarthrose
handelt es sich schliesslich um eine häufige, grundsätzlich im Rahmen des
Degenerationsvorgangs auftretende, nicht traumatisch bedingte Veränderung an der
Wirbelsäule, die ein Vorstadium oder eine Begleiterscheinung der Diskushernie bilden
kann. Als unfallkausaler Gesundheitsschaden tritt sie höchstens sekundär, d.h. als
(Spät-)Folge einer primären Verletzung, beispielsweise einer Fraktur oder einer Ruptur,
auf (vgl. dazu DEBRUNNER, a.a.O., S. 580 f., PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 175, 2000
"Spondylosis deformans"; ROCHE LEXIKON, a.a.O., S. 134, 1737 "Spondylose").
7.3.5 Nachdem, wie dargelegt, im MRI-Untersuchungsbericht vom 25. Mai 2012 für
eine primäre Verletzung keinerlei Anhaltspunkte zu finden sind, ist mithin von einer
geschlossenen vorbestandenen degenerativen Problematik im Bereich der Wirbelsäule
auszugehen, wofür im Übrigen auch deren unfallnahe Erhebung spricht. So benötigt ein
degenerativer Prozess für seine Entwicklung definitionsgemäss einen gewissen
Zeitraum. Von degenerativen Vorzuständen scheint im Übrigen auch der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers auszugehen, wenn er in der Beschwerde "nur"
von einer richtunggebenden Verschlechterung spricht (act. G 1).
7.4 Zu verneinen ist jedoch auch eine solche. Zunächst ist allgemein festzuhalten,
dass eine traumatisch bedingte richtunggebende Verschlimmerung nicht allein durch
eine massgebende Zunahme der Beschwerden, eine Erhöhung der Arbeitsunfähigkeit
bzw. grössere Einschränkungen in der Ausübung der Erwerbstätigkeit oder durch eine
(wieder) notwendig gewordene Heilbehandlung nachgewiesen ist. Die Ursachen dafür
sind vielfältig, d.h. sie können traumatisch aber auch krankheits- bzw. degenerativ
bedingt sein. Eine Leistungspflicht der Unfallversicherung ist jedoch - wie bereits
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erwähnt - nur bei Vorliegen kausaler Unfallrestfolgen gegeben (vgl. dazu Erwägung
1.2). Diese müssen objektiviert sein. Es ist eine medizinische Erfahrungstatsache, das
eine richtunggebende, mithin dauernde, unfallbedingte Verschlimmerung degenerativer
Gesundheitsschäden im Bereich der Wirbelsäule nur dann als erwiesen gelten kann,
wenn die Radioskopie ein plötzliches Zusammensinken der Wirbel und das Auftreten
bzw. die Vergrösserung von Randzacken nach einem Trauma aufweist (E.
MORSCHER, in: BAUER/NIGST [Hrsg.], Versicherungsmedizin, 2. Aufl. Bern 1985, S.
191). Die medizinischen Akten enthalten - wie auch von Dr. I._ in seiner ärztlichen
Beurteilung vom 14. Mai 2014 schlüssig dargelegt (Suva-act. 141) - keine Hinweise
dafür, dass sich der degenerative Zustand der Wirbelsäule des Beschwerdeführers im
Zeitpunkt des Unfalls massiv verändert hätte. Vielmehr hat sich gemäss MRI-Befund
vom 25. Mai 2012 der im November 2008 mittels MRT erhobene links mediolaterale
Diskusprolaps im Segment Th11/12 zurückgebildet. Die am 25. Mai 2012 festgestellte
Diskusdegeneration L2/L3 wurde als unverändert bezeichnet und bestand damals
offenbar bereits im genau gleichen Ausmass und auch die am 25. Mai 2012 erhobene
Spondylarthrose deutet angesichts ihres "geringen" Schweregrads nicht auf eine
richtunggebende Verschlimmerung hin (Suva-act. 38).
7.5 Nach dem Gesagten steht fest, dass der Beschwerdeführer mit dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit durch den Unfall vom 1. Mai 2012 weder eine
klar ausgewiesene neue, bleibende Gesundheitsschädigung im Sinn einer strukturellen
Veränderung noch eine richtunggebende Verschlimmerung des degenerativen
Vorzustands erlitten hat.
7.6
7.6.1 Wie bereits geschildert (vgl. Erwägung 7.2), kann ein Vorzustand durch einen
Unfall ausgelöst oder vorübergehend verschlimmert werden. Diesfalls übernimmt
jedoch die Unfallversicherung nur den durch das Unfallereignis ausgelösten
Beschwerdeschub (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 193 E. 2a mit Hinweisen). Demgemäss
hielt Dr. I._ zunächst in seiner ärztlichen Beurteilung vom 14. August 2012 fest, dass
bezüglich der Unfallverletzungen drei Monate nach dem Unfallereignis von einer
Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden könne. Er gehe davon aus, dass man
unfallbedingt die Leistungen per Ende August 2012 terminieren sollte (Suva-act. 68). In
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seiner ärztlichen Beurteilung vom 20. September 2012 bezeichnete er sodann
bezüglich der Rückenproblematik den Status quo zweifelsfrei als erreicht. Rein
unfallbedingt sei der Beschwerdeführer ab 24. September 2012 wieder zu 100%
arbeits- und vermittlungsfähig. Die bereits durchgeführte MTT und Physiotherapie
bezeichnete er hingegen bis Ende des Jahres 2012 als sinnvoll (Suva-act. 78). In seiner
letzten Beurteilung vom 14. Mai 2014 hielt Dr. I._ fest, dass der Status quo sine
allerspätestens mit Abschluss des Schadenfalls anfangs 2013 erreicht gewesen sei.
Aufgrund der Unfallfolgen vom 1. Mai 2012 bestehe deshalb keine Arbeitsunfähigkeit.
Ein unfallbedingter Integritätsschaden sei nicht gegeben (Suva-act. 141).
7.6.2 Tatsächlich richtete die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer nach
dem von Dr. I._ im Zeitpunkt seiner Beurteilung vom 20. September 2012 bezüglich
der Rückenproblematik zunächst festgestellten Erreichens des Status quo sine vel ante
bis 23. September 2012 Taggelder aus (vgl. act. G 16). Rückenbedingt bestand jedoch
über dieses Datum hinaus eine ärztlich bestätigte 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (vgl.
Suva-act. 78/2, 80/1, 83 f., 88/1, 115). Gestützt auf die letzte Beurteilung von Dr. I._
vom 14. Mai 2014 (Suva-act. 141) ging die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom
16. Mai 2014 (Suva-act. 142) und im angefochtenen Einspracheentscheid vom 4.
September 2014 (Suva-act. 152) allerspätestens anfangs 2013 von einem Status quo
sine vel ante aus. Die rechtliche Anerkennung unfallkausaler Rückenbeschwerden
erfolgte mithin laut Verfügungs- sowie Einspracheentscheidwortlauts bis Ende
Dezember 2012. Heilbehandlungsleistungen wurden bis 22. November 2012 erbracht,
obwohl die Bejahung einer Leistungspflicht auch hinsichtlich Heilbehandlungen in Form
von MTT und Physiotherapie bis 31. Dezember 2012 erfolgt ist (Suva-act. 142, 152; vgl.
auch Suva-act. 98). Dies infolge Behandlungsabschlusses per besagtem Datum (Suva-
act. 104).
7.6.3 Der Umstand des im Vergleich zur tatsächlichen Leistungsausrichtung auf
einen späteren Zeitpunkt festgelegten Status quo sine vel ante vermag materiell-
rechtlich keinen weiteren Leistungsanspruch des Beschwerdeführers auf
Heilbehandlung zu begründen. Es versteht sich von selbst, dass die nicht erfolgte
Inanspruchnahme von Heilbehandlungen keinen Anspruch auf Versicherungsleistungen
für MTT und Physiotherapie auszulösen vermag. Dem Subventualantrag des
Rechtsvertreters des Beschwerdeführers auf Ausrichtung von Taggeldern bis zum 1.
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Januar 2013 wird mit dem angefochtenen Einspracheentscheid bzw. der diesem
zugrundeliegenden Verfügung mit Festlegung des Status quo sine vel ante spätestens
per Ende Dezember 2012 bereits entsprochen. Ein damit einhergehender Anspruch des
Beschwerdeführers auf Taggeldleistungen bis 31. Dezember 2012 ist damit bejaht
worden und es gilt nachfolgend den Gesundheitszustand ab 1. Januar 2013
hinsichtlich seiner Unfallkausalität zu prüfen.
7.6.4 Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass Prellungen,
Verstauchungen oder Zerrungen der Wirbelsäule ohne strukturelle Läsionen
normalerweise innert kurzer Zeit, in der Regel nach sechs bis neun Monaten,
spätestens nach einem Jahr abheilen und sich die damit verbundenen Beschwerden
gänzlich zurückbilden (Urteil des Bundesgerichts vom 28. Februar 2007, U 357/06, E.
4.6; Urteil des EVG vom 18. September 2002, U 60/02, E. 2.2 mit Hinweisen auf die
medizinische Literatur). In den Medizinischen Mitteilungen der Suva Nr. 79 [2008], S.
101, hält der Autor E. BÄR sogar fest, dass Weichteilzerrungen bzw. -prellungen am
Rücken (mithin Verletzungen ohne objektivierbaren strukturellen Schaden) ungeeignet
seien, länger als einige Wochen bis wenige Monate Beschwerden zu machen, die mit
organischen Folgen der ursprünglichen Verletzung zu erklären wären, und weist auf
zahlreiche weitere Publikationen hin (E. BÄR, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der
Wirbelsäule. Ein Update. In Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 79 [2008], S. 100
ff.). Insofern zeichnet sich eine vorübergehende Verschlimmerung eines Vorzustands im
Bereich der Wirbelsäule im Regelfall durch stetige Besserung des unfallkausalen
Beschwerdeanteils aus (vgl. dazu BÄR/KIENER, Prellung, Verstauchung oder Zerrung
der Wirbelsäule. In Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 67 [1994], S. 45).
7.6.5 Die Rechtsprechung hat also im Falle traumatisch ausgelöster
Wirbelsäulenpathologien den konkreten medizinischen Beleg des natürlichen Verlaufs
durch eine richterliche Vermutung, die sich ihrerseits auf die medizinische Literatur
stützt, ersetzt. Nach dieser sind keine Gründe ersichtlich, derentwegen die Richtigkeit
der Beurteilung von Dr. I._ - Erreichen des Status quo sine vel ante allerspätestens
Anfangs 2013, d.h. 8 Monate nach dem Unfall - in Zweifel zu ziehen wäre. Die
Beurteilung findet auch im konkreten Fall seine Grundlage. Dr. I._ weist auf das beim
Beschwerdeführer bereits vor dem Unfall unbestrittenermassen bestehende chronische
Panvertebralsyndrom hin (Suva-act. 54), welches sich Ende 2012 nicht anders
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darstellte und auch bereits unfallnah von den Ärzten des Spitals E._ wieder
diagnostiziert worden ist (Suva-act. 26). Gerade auch dieser Umstand lässt auf eine
durchgehende, vor und nach dem Unfall offensichtlich nicht bedeutsam
unterschiedliche Situation bezüglich des Rückens schliessen. So war der
Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Unfalls bereits während rund 1 1⁄2 Wochen wegen
dem "bekannten chronischen Panvertebralsyndrom" zu 100% arbeitsunfähig (Suva-
act. 148). Zwar beschrieb er die Nacken- und Rückenschmerzen gegenüber der
Beschwerdegegnerin am 6. Dezember 2012 seit 1 1⁄2 Monaten als grösser (Suva-act.
112). Dass diese Beschwerdezunahme angesichts des üblichen Heilverlaufs einer nur
vorübergehenden Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustands unfallbedingt
gewesen sein könnte, erscheint jedoch unwahrscheinlich. In der Regel zeigt sich eine
Beschwerdesymptomatik unmittelbar im Anschluss an den Unfall oder zumindest
unfallnah am Stärksten. Nachfolgend schliesst - wie gesagt - der Heilungsprozess an,
was in der Regel zu einer stetigen Beschwerdeabnahme führt. Wahrscheinlicher dürfte
demgemäss sein, dass die Beschwerdezunahme degenerative Gründe hatte. Der
Umstand, dass seit dem Unfall anhaltende, zu Beginn als unfallkausal taxierte
Schmerzen sowie eine damit verbundene Arbeitsunfähigkeit besteht, lässt nicht
automatisch auf das Vorliegen anhaltender Unfallrestfolgen bzw. eine andauernde
unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit schliessen. Die Leistungseinstellung des
Unfallversicherers bedingt keine Beschwerdefreiheit bzw. volle Arbeitsfähigkeit.
Entscheidend ist allein, ob der durch den Unfall ausgelöste Beschwerdeschub seine
kausale Bedeutung verloren hat (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b). Diesfalls können
anhaltende Beschwerden mit unfallfremden Befunden, im konkreten Fall eben mit dem
vorbestehenden Panvertebralsyndrom, erklärt werden. Anzufügen bleibt, dass
hinsichtlich der BWS und LWS, wie bereits erwähnt, ohnehin keine Unfalltangierung
aktenkundig ist und die Berichte der Klinik D._ und des Spitals E._ auch keine
entsprechenden Unfalldiagnosen enthalten. Einzig hinsichtlich der HWS wurde eine
Distorsion diagnostiziert. Indem der Beschwerdeführer jedoch über Beschwerden im
Bereich der gesamten Wirbelsäule klagt, erscheint die Annahme eines Status quo sine
vel ante spätestens Ende 2012 nochmals überzeugender.
7.6.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Dahinfallen der Kausalität
zwischen dem Unfall vom 1. Mai 2012 und den geklagten Rückenbeschwerden ab 1.
Januar 2013 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dargetan ist und davon
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auszugehen ist, dass fortdauernde Rückenbeschwerden auf unfallfremde,
insbesondere bereits vorbestandene degenerative Faktoren, zurückzuführen sind. Die
Einstellung der Taggeldleistungen ist damit per Ende 2012 vorzunehmen. Ebenso
versteht sich daraus die Verneinung eines Anspruchs auf eine Invalidenrente und/oder
eine Integritätsentschädigung.
7.6.7 Die ab 1. Januar bis 31. Mai 2014 von Dr. F._ attestierte 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit (act. G 1.3) vermag keine neue Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin wegen Rückfall zu begründen. Den medizinischen Akten sind
keine Hinweise zu entnehmen, derentwegen nun wieder von einer überwiegend
wahrscheinlichen Unfallkausalität der Rückenbeschwerden auszugehen wäre.
8.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
8.1 Gerichtskosten werden in Anwendung von Art. 61 lit. a ATSG keine erhoben.
8.2 Dem Beschwerdeführer wurde am 23. Dezember 2014 die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung bewilligt, womit der Staat verpflichtet ist, für die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen (act. G 6). Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO;
sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers verzichtete auf das Einreichen einer Kostennote. In der vorliegend
zu beurteilenden Angelegenheit erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr.
4'000.-- angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (vgl. Art. 31 Abs. 3 des
Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers mit Fr. 3'200.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
zu entschädigen.
8.3 Wenn es die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers gestatten, kann
er zur Nachzahlung der vom Staat entschädigten Parteikosten verpflichtet werden (Art.
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99 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1] i.V.m. Art.
123 Abs. 1 der Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272]).