Decision ID: de35ede8-703c-5daf-a8af-2a32c7b0243a
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Duri Poltera, Hadwigstrasse 6a, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 25. August 2008 wegen Rückenproblemen erneut zum
Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Rente [act. G 6.1/12). Sie arbeitet
seit Juli 2002 im Altersheim B._ als Mitarbeiterin in der Reinigung in einem 60 %-
Pensum (act. G 6.1/20). Die Hausärztin, Dr. med. C._, diagnostizierte in ihrem Bericht
vom 16. September 2008 (Eingang Sozialversicherungsanstalt) eine Lumbalgie bei
Spondylodese L3 - L5 sowie einen Verdacht auf eine depressive Entwicklung. Die
Arbeitsfähigkeit sei durch die Rückenschmerzen und die Antriebslosigkeit
eingeschränkt. Die depressive Entwicklung mit unbekannter Prognose stehe einer
sofortigen Wiedereingliederung entgegen (act. G 6.1/21.1 f.). Das Psychiatriezentrum
D._ diagnostizierte in seinem Bericht vom 16. Januar 2009 eine leichte depressive
Episode ohne somatisches Syndrom (F32.00). Die Behandlung sei per 4. November
2008 infolge des guten Zustandes der Versicherten abgeschlossen worden. Aus
psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (act. G 6.1/30).
Am 12. November 2008 wurde an der Klinik für Orthopädische Chirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen eine Dekompression L2/3 mit Anschluss-TLIF L2/3
durchgeführt. Die Klinik erachtete die Versicherte in der Folge ab 16. Februar 2009 zu
100 % arbeitsfähig. Die bisherige Tätigkeit sei im selben zeitlichen Rahmen wie bisher
(60 %) zumutbar, dabei solle auf schweres Heben und Tragen verzichtet werden (act.
G 6.1/32.5 f.).
A.b Mit Bericht vom 12. Juni 2009 erachtete der RAD Ostschweiz eine Rückkehr an
den angestammten Arbeitsplatz im bisherigen Beschäftigungsgrad als zumutbar (act.
G 6.1/37). Zudem erfolgte am 5. Juni 2009 eine ergonomische Beratung am
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Arbeitsplatz. Die Versicherte arbeitete in der Folge wieder an ihrem angestammten
Arbeitsplatz (vgl. act. G 6.1/39 - 41). Am 29. Juli 2009 wurde der Versicherten
mitgeteilt, dass sie am bisherigen Arbeitsplatz rentenausschliessend eingegliedert sei.
Es bestehe damit weder ein Anspruch auf weitere berufliche Massnahmen noch auf
eine Rente (act. G 6.1/46).
A.c Am 19. Januar 2010 liess die nunmehr anwaltlich vertretene Versicherte geltend
machen, ab dem 1. Januar 2010 hätte sie im Gesundheitsfall ihr Arbeitspensum auf
100 % aufgestockt. Ihr Ehemann befinde sich mittlerweile im Pflegeheim; eine
Rückkehr sei sehr unwahrscheinlich. Zudem reiche sie demnächst ein
Eheschutzbegehren beim Kreisgericht E._ ein, da die Ehesituation als sehr belastend
empfunden werde. Im Weiteren seien zwei ihrer drei Kinder bereits von zu Hause
ausgezogen, das dritte werde ebenfalls demnächst ausziehen. Schliesslich sei sie trotz
der 60 %igen Arbeitstätigkeit auf Sozialhilfe angewiesen. Ein teilweises
Hausfrauendasein sei auf Grund der geschilderten Umstände nicht mehr notwendig
oder sinnvoll. Alimentenzahlungen vom faktisch getrennt lebenden Ehemann seien
keine zu erwarten, da dessen Einkommen (IV, eventuell EL, Sozialhilfe) vollumfänglich
zur Deckung der Heimkosten benötigt werde (act. G 6.1/51). Im Weiteren legte sie ein
Arztzeugnis von Dr. C._ vom 21. August 2009 bei, wonach sie aus körperlichen und
psychischen Gründen (nur) zu 60 % arbeitsfähig sei. Eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit
sei in nächster Zeit nicht zu erwarten (act. G 6.1/52.3). In einem weiteren Arztbericht
vom 16. März 2010 diagnostizierte Dr. C._ chronische Schmerzen lumbal bei
Anschlussdegeneration mit Spinalstenose bei Status nach TLIF L3 - L5 (Versteifung der
Lendenwirbelsäule) sowie Dekompression L2/3, Anschluss-TLIF L2/3 und
Schraubenwechsel L3, Beckenkamm-Spongiosa-Entnahme dorsal rechts sowie
chronischen ISG-Beschwerden rechts. Zudem bestehe seit 2008 eine depressive
Erkrankung. Die bisherige Tätigkeit sei noch im Umfang von 60 % zumutbar. Dabei
bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit (act. G 6.1/57.1 f.).
A.d Am 2. April 2010 meldete sich die Versicherte erneut formell wegen
Rückenbeschwerden und Arthrose bei der Invalidenversicherung an und beantragte
Massnahmen für die berufliche Eingliederung sowie eine Rente (act. G 6.1/61). Erstere
wurden mit Mitteilung vom 19. Juli 2010 erneut abgewiesen, da die Versicherte keine
Unterstützung durch die Eingliederungsverantwortliche wünsche (act. G 6.1/78). Zur
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Abklärung des Rentenanspruchs ordnete die IV-Stelle St. Gallen auf Vorschlag des
RAD Ostschweiz eine orthopädisch-psychiatrische Begutachtung an (act. G 6.1/79 und
82). Diese erfolgte im November und Dezember 2010 am Institut für Forensisch-
Psychologische Begutachtung, St. Gallen. In ihrem Bericht vom 24. Dezember 2010
diagnostizierten die Gutachter (mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) ein chronisches
Lumbovertebralsyndrom (M54.5) bei Status nach dorsaler Spondylodese L3 bis L5 mit
Spongiosaanlagerung sowie Status nach transforaminaler lumbaler interkorporeller
Fusion (TLIF) L3/L4 und L4/L5 mittels Harms-Cages im Juli 2006, bei Status nach
Dekompression L2/L3, Anschluss-TLIF L2/L3 mit Schraubenwechsel L3 und
Beckenkammspongiosaentnahme im November 2008, bei Status nach ISG-
Infiltrationen im Oktober 2007 und Januar 2008, bei Status nach diversen Infiltrationen
von Fazettengelenken, eine Anschlussdegeneration L5/S1 (M47.86), eine chronische
Blockade des Iliosakralgelenks rechts mit degenerativen Veränderungen (M19.05)
sowie ein chronisches Zervikalsyndrom (M54.2). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
erachteten die Gutachter eine Anpassungsstörung (F43.2), Knick-Senk-Spreizfüsse
beidseits sowie einen Verdacht auf ein Carpaltunnelsyndrom beidseits. In der
angestammten Tätigkeit im Altersheim sei ab November 2008 von einer
Arbeitsfähigkeit von 60 % auszugehen, da diese doch einige Arbeiten umfasse, die mit
den diagnostizierten Krankheitsbildern nur eingeschränkt erledigt werden könnten. In
einer gut leidensadaptierten Tätigkeit (körperlich leicht, wechselbelastend, bis 5 kg,
keine Zwangspositionen oder repetitive Bewegungen der Wirbelsäule, keine längeren
Gehstrecken, keine Treppen, Leitern oder Gerüste) könne eine Arbeitsfähigkeit von
70 % erreicht werden, wobei die Versicherte ganztags arbeiten könne, jedoch längere
und betriebsunübliche Pausen benötige (act. G 6.1/87.28 f.). Mit Nachtrag vom 31.
Dezember 2010 hielt der orthopädische Gutachter fest, dass mittlerweile die Diagnose
eines Carpaltunnelsyndroms gesichert sei. Dies habe jedoch keine Auswirkungen auf
die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit (act. G 6.1/88). Gestützt auf dieses Gutachten
errechnete die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 32 % und stellte der Versicherten,
mit Vorbescheid vom 24. Januar 2011 die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht
(act. G 6.1/96).
A.e Mit Einwand vom 17. Februar 2011 machte der Rechtsvertreter im Wesentlichen
geltend, dass der Versicherten ein Berufswechsel nicht zumutbar sei, da sie optimal
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eingegliedert sei (act. G 6.1/97). Mit Verfügung vom 8. März 2011 wies die Verwaltung
das Leistungsgesuch ankündigungsgemäss ab (act. G 6.1/98).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 21. März
2011 mit dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Der
Beschwerdeführerin sei sodann mindestens eine Viertelsrente zuzusprechen.
Eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen. Erneut wird geltend
gemacht, ein Berufswechsel sei der Beschwerdeführerin nicht zumutbar. Ein solcher
würde nur ein minimales theoretisches Steigerungspotential von 10 % aufweisen. An
der jetzigen Stelle lägen stabile Arbeitsverhältnisse vor, so dass sich ein Bezug auf den
allgemeinen Arbeitsmarkt nicht aufdränge. Ferner übe die Beschwerdeführerin das ihr
in der bisherigen Tätigkeit zumutbare Pensum auch tatsächlich aus. Das von ihr erzielte
Einkommen sei des weiteren leistungsangemessen. Damit seien alle Kriterien erfüllt,
um auf das tatsächlich erzielte Einkommen abzustellen. Bei einem
Arbeitsunfähigkeitsgrad von 40 % ergebe sich somit ein ebensolcher Invaliditätsgrad.
Die Beschwerdeführerin habe damit Anspruch auf eine Viertelsrente. Zum selben
Ergebnis würde man auch unter Zugrundelegung eines Berufswechsels bzw. bei
Abstellen auf die Tabellenlöhne gelangen, wäre doch dann ein Leidensabzug von 15 %
angemessen (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 31. Mai 2011 beantragt die Verwaltung Abweisung
der Beschwerde. Das bidisziplinäre Gutachten bilde eine überzeugende Grundlage für
die Bemessung des Invaliditätsgrades. Zu prüfen blieben einzig die erwerblichen
Auswirkungen der bestehenden gesundheitsbedingten Beeinträchtigung der
Beschwerdeführerin. Bei der Beschwerdeführerin liege zwar ein stabiles
Arbeitsverhältnis vor, doch sei diese Tätigkeit nach gutachterlicher Beurteilung der
gesundheitsbedingten Beeinträchtigung nicht optimal angepasst, da sie auch
körperlich belastende Arbeiten umfasse. In einer besser adaptierten Tätigkeit bestehe
eine 70 %ige Arbeitsfähigkeit. In Konkretisierung der Schadenminderungspflicht sei der
Beschwerdeführerin trotz länger dauerndem Arbeitsverhältnis die Aufgabe der
unqualifizierten bestehenden und die Aufnahme einer leidensangepassten Tätigkeit als
Hilfsarbeiterin zuzumuten. Demzufolge sei für das Invalideneinkommen auf die
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Tabellenlöhne abzustellen. Ein Leidensabzug sei nicht vorzunehmen. Zwar seien die
Beschäftigungsmöglichkeiten der Beschwerdeführerin verglichen mit einer gesunden
Person in sonst vergleichbarer Lage behinderungsbedingt eingeschränkt. Es stehe ihr
indessen immer noch ein genügend grosses Arbeitsmarktsegment offen. Zudem sei mit
der gutachterlich attestierten 30 %igen Einschränkung des Leistungsvermögens dem
erhöhten Pausenbedarf genügend Rechnung getragen worden. Der Invaliditätsgrad
betrage 31 % (Valideneinkommen Fr. 53'321.--, Invalideneinkommen Fr. 36'719.-- [act.
G 6]).
B.c Mit Eingaben vom 19. November 2012 und 6. Februar 2013 reicht der
Rechtsvertreter weitere Arztberichte betreffend Karpaltunnelsyndrom, Lumbago,
Migräne und Coxarthrose ein (act. G 9 und 11).

Erwägungen:
1.
1.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG (bis 31. Dezember 2007: Art. 28 Abs. 1 IVG) besteht der
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist.
Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50 % vor, so besteht Anspruch auf eine halbe
Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine
Viertelsrente. Unter Invalidität versteht Art. 4 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 8 Abs. 1 ATSG die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit andauernde Erwerbsunfähigkeit. Erfasst
wird damit der Verlust der Erwerbsmöglichkeiten in jeder zumutbaren Tätigkeit. Dieser
Verlust muss auf eine Beeinträchtigung der Gesundheit zurückgeführt werden können
und trotz Vornahme von zumutbaren Behandlungs- und Eingliederungsmassnahmen
verbleiben (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Der Invaliditätsgrad bei Erwerbstätigen ist auf Grund
eines Vergleichs zwischen dem möglichen Erwerbseinkommen ohne
Gesundheitsschaden und demjenigen mit Gesundheitsschaden zu bestimmen (vgl.
Art. 16 ATSG).
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1.2 Die rechtsanwendenden Behörden sind bei der Beurteilung des
Leistungsanspruchs auf die fachärztliche Feststellung von Gesundheitsschäden
(Befunderhebung und Diagnose) und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
angewiesen. Die ärztlichen Auskünfte sind eine wichtige Grundlage für die
Beantwortung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch
zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4; vgl. BGE 105 V 158 E. 1 und ZAK
1982 S. 34). Für den Beweiswert eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet, und die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
2.
2.1 Vorliegend stützte die Beschwerdegegnerin ihre Verfügung vom 8. März 2011 auf
das Gutachten des Instituts für Forensisch-Psychologische Begutachtung vom 24.
Dezember 2010. Darin gelangten die Gutachter zum Schluss, die Beschwerdeführerin
sei in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig. Die angestammte
Tätigkeit als Reinigungskraft in einem Altersheim beinhalte jedoch einige Arbeiten, die
mit den diagnostizierten Krankheitsbildern nur eingeschränkt erledigt werden könnten.
In dieser Tätigkeit bestehe seit November 2008 bzw. seit April 2009 eine 60 %ige
Arbeitsfähigkeit (act. G 6.1/87.29 bzw. 87.19). Das Gutachten wird im vorliegenden
Beschwerdeverfahren weder in medizinischer Hinsicht noch in Bezug auf die
Schlussfolgerungen angefochten. Umstritten ist (grundsätzlich) nur das
Invalideneinkommen bzw. die Frage, ob der Beschwerdeführerin ein Stellenwechsel in
eine besser angepasste Tätigkeit zugemutet werden kann. Der Rechtsvertreter reichte
jedoch am 19. November 2012 und am 6. Februar 2013 weitere medizinische Berichte
der behandelnden Ärzte ein, sodass vorgängig die Frage nach weiteren medizinischen
Abklärungen zu behandeln ist.
2.2 Dr. med. F._, Neurologische Klinik des Spitals G._, diagnostizierte in ihrem
Bericht vom 22. November 2010 ein mittelgradiges Karpaltunnelsyndrom rechts sowie
ein leichtes links. Hinweise auf ein Thoracic-Outlet-Syndrom fand Dr. F._ dagegen
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nicht (act. G 9.1). Dazu nahm der orthopädische Gutachter, Dr. med. H._, Facharzt
FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates am
31. Dezember 2010 Stellung. Er erachtete die Diagnose eines Karpaltunnelsyndroms
nunmehr als gesichert. Indessen habe dies keine Auswirkungen auf die im Gutachten
vorgenommene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit (act. G 6.1/88). In einem weiteren
Bericht vom 14. Januar 2011 diagnostizierte Dr. F._ zusätzlich eine Migräne ohne
Aura, zu deren Behandlung sie eine Kraniosakraltherapie empfahl (act. G 9.2). Im
Bericht vom 29. Juni 2012 diagnostizierte Dr. F._ sodann zusätzlich eine chronische
Lumbago mit Ischialgie im rechten Bein. Es bestehe eine vor allem sakroiliakal bedingte
Schmerzsymptomatik rechts. Es stelle sich zudem die Frage nach einer lumbosakralen
Neurokompression rechts. Weitere bildgebende Verfahren der LWS, der
Sakroiliakalgelenke und der Hüfte rechts seien vorgesehen (act. G 9.3). Im Bericht von
Dr. F._ vom 27. August 2012 kam schliesslich noch eine initiale Coxarthrose mit Riss
des superioren Labrums, Bursitis iliopectinea sowie eine akute Enthesitis des
Trochanter major rechts mit langsam progredienter Schmerzproblematik hinzu (act.
G 9.4). Dr. med. I._, Orthopädie am Rosenberg, empfahl in seinem Bericht vom
18. Januar 2013 an die Chirurgische Klinik Orthopädie am Spital G._ eine
Hüfttotalprothese (rechts [act. G 11.2]).
2.3 Mithin haben sich seit der Begutachtung im Wesentlichen die Hüftbeschwerden
akzentuiert.
Bis zur Begutachtung war jeweils "nur" von einem chronisch blockierten
Iliosakralgelenk rechts bei degenerativer Veränderung die Rede (act. G 6.1/57.1, 5, 7,
16 und 24). Diesen Befund hat auch der orthopädische Gutachter aufgeführt und ihm
einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zuerkannt (act. G 6.1/87.18). Bereits im Jahr
2009 wurde sodann die Frage nach einer beginnenden Coxarthrose rechts und links
gestellt und am 8. Mai 2009 im Röntgeninstitut Jona mittels MRI abgeklärt. Im
entsprechenden Bericht selbigen Datums wurde festgehalten, im Bereich der
Hüftgelenke sei kein pathologischer Befund fassbar (act. G 6.1/57.15). Die Hausärztin
Dr. C._ und die Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen erwähnten in
ihren Berichten vom 16. März 2010 bzw. 12. Januar 2010 ebenfalls keine Coxarthrose
(act. G 6.1/57.1 f. und 57.7). Im Weiteren beklagte die Beschwerdeführerin anlässlich
der Begutachtung vor allem lumbale Beschwerden, während sie für den Bereich der
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Hüfte lediglich ein Kribbeln bzw. Ameisenlaufen angab, das im Bereich des rechten
Gesässes in ein Taubheitsgefühl übergehe (act. G 6.1/87.14). Nachdem bis zum
Begutachtungszeitpunkt hauptsächlich die lumbalen und cervikalen sowie die ISG-
Beschwerden im Vordergrund standen, bestand zu diesem Zeitpunkt kein Anlass,
nebst der Funktionsprüfung der (Hüft-)Gelenke (vgl. act. G 6.1/87.16) weitere
bildgebende Verfahren an den Hüftgelenken durchzuführen. Das Gutachten erscheint
damit (auch) in dieser Hinsicht als vollständig, zumal der Rechtsvertreter nichts
Gegenteiliges geltend macht. Im Weiteren kann auch nicht gesagt werden, es habe im
Zeitpunkt der Begutachtung noch kein stabiler Gesundheitszustand vorgelegen, der
eine Begutachtung zum damaligen Zeitpunkt als verfrüht erscheinen liesse. So hielt die
Klinik für Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen in ihrem Bericht vom
12. Januar 2010 im Nachgang an die Operation vom November 2008 (Dekompression
L2/3, Anschluss-TLIF L2/3) fest, die Beschwerdeführerin habe die volle Mobilität
erreicht, wobei sie allerdings noch über Restbeschwerden klage. Das Procedere
bestehe in zweijährlichen Kontrollen - die nächste im November 2010 (act.
G 6.1/57.7 f.). Bereits in der Nachkontrolle vom Januar 2009 war die Klinik der Ansicht,
die Beschwerdeführerin könne ab Februar 2009 wieder ihrer gewohnten Tätigkeit
nachgehen. Allerdings sei längerfristig darüber nachzudenken, ob die
Beschwerdeführerin eine körperlich weniger strenge Tätigkeit verrichten solle (act.
G 6.1/57.6). Auch der RAD ging in seiner Stellungnahme vom 11. Februar 2009 von
einem deutlich stabilisierten Gesundheitszustand aus (act. G 6.1/37). Demzufolge gibt
das Gutachten den Gesundheitszustand im Verfügungszeitpunkt vom 8. März 2011
vollständig und korrekt wieder und leuchtet in der Schlussfolgerung ein. Es ist darauf
abzustellen. Die rund zwei Jahre nach der Begutachtung und der Verfügung neu
ergangenen Arztberichte, die im Wesentlichen eine (nachträgliche) Verschlechterung
der Situation am rechten Hüftgelenk nahelegen, sind demzufolge im Rahmen eines
allfälligen Revisionsverfahrens zu beurteilen.
3.
3.1 Bei dieser Sachlage bleibt die strittige Frage zu prüfen, ob die
Beschwerdeführerin an ihrer angestammten Arbeitsstelle beruflich genügend
eingegliedert ist, oder ob ihr zuzumuten ist, die Stelle zu wechseln.
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3.2 Nach der Rechtsprechung ist auf das tatsächlich erzielte Einkommen
abzustellen, wenn kumulativ besonders stabile Arbeitsverhältnisse vorliegen, die
versicherte Person ihre verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll
ausschöpft und das erzielte Einkommen als angemessen und nicht als Soziallohn
erscheint (U. Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 2. Aufl., S 308).
Vorliegend erachtete die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin ursprünglich
nach einer ergonomischen Beratung und Prüfung von Hilfsmitteln am Arbeitsplatz an
ihrer Stelle als optimal eingegliedert, weshalb keine weiteren beruflichen Massnahmen
notwendig seien (act. G 6.1/46 und 47.5). Die Gutachter kamen jedoch zum Schluss,
dass die ausgeübte Tätigkeit auch Arbeiten umfasse, die mit den diagnostizierten
Krankheitsbildern nur eingeschränkt erledigt werden könnten (act. G 6.1/87.29).
Unbestrittenermassen besteht darin eine Arbeitsfähigkeit von 60 %, wobei der
orthopädische Gutachter davon ausgeht, dass dies das oberste Limit darstelle (act.
G 6.1/87.19). Im Weiteren führen die Gutachter aus, in einer gut leidensadaptierten
Tätigkeit könne eine Arbeitsfähigkeit von 70 % erzielt werden (act. G 6.1/87.29). Der
orthopädische Gutachter umschreibt eine solche Tätigkeit als körperlich leicht, mit der
Möglichkeit des Wechselns zwischen Sitzen, Gehen und Stehen. Sodann sollte die
Tätigkeit kein Heben und Tragen von Lasten über 5 kg, keine Zwangspositionen oder
repetitiven Bewegungen der Wirbelsäule, kein Absolvieren längerer Gehstrecken und
kein Überwinden von Höhendifferenzen wie Treppen, Leitern oder Gerüsten umfassen.
Vorzugsweise sei die Arbeit in temperierten Räumen zu verrichten (act. G 6.1/87.20).
Auch dies wird von der Beschwerdeführerin nicht bestritten.
3.3 Entgegen der ursprünglichen Ansicht der Beschwerdegegnerin kann bei der
Reinigungstätigkeit im Altersheim B._ nicht von einer optimal angepassten Tätigkeit
ausgegangen werden. Auch wenn die Beschwerdeführerin offenbar nach der
Arbeitsplatzabklärung gewisse Hilfsmittel verwenden kann (Fussschemel sowie Steh-
Sitzhilfe beim Bügelbrett, alle Geräte auf Rollen, Schlittengurt beim
Schlittenstaubsauger [act. G 6.1/41.2 und 41.4]), besteht die Arbeit doch nach wie vor
hauptsächlich aus stehenden Tätigkeiten. Sitzen kommt demgegenüber nur selten vor,
gehen manchmal. Heben und Tragen von leichten Gewichten (0 - 10 kg) kommen
ebenfalls manchmal vor. Schwerere Gewichte sind selten zu bewältigen. Dies ergibt
sich aus den Zusatzangaben der Arbeitgeberin vom 10. September 2008 sowie vom
31. März 2010, wobei die Anforderungen an die Beschwerdeführerin in der späteren
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Version genau gleich umschrieben werden (act. G 6.1/20.4 f. und 60.6 f.). Mithin ist mit
der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ihre
Resterwerbsfähigkeit an ihrer Stelle im Altersheim B._ nicht in zumutbarer Weise voll
ausschöpft. Es ist somit auf den Tabellenlohn 2009 abzustellen; die
Beschwerdegegnerin hat irrtümlich den Wert für 2008 in die Berechnung eingesetzt
(vgl. act. G 6.1/94), woraus sich ein Invalideneinkommen von Fr. 36'720.-- ableiten
lässt (Fr. 52'457.-- x 70 % [IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Anhang 2,
Frauen, Jahreslohn, TA1]). Verglichen mit dem Valideneinkommen von Fr. 53'055.-- (Fr.
31'833.40 : 60 x 100 [vgl. act. G 6.1/60.3]) ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 30,8 %.
Selbst ein Leidensabzug von 10 % würde zu einem nicht rentenbegründenden
Invaliditätsgrad von 37,7 % führen. Ein höherer Leidensabzug ist nicht angezeigt,
nachdem die Beschwerdeführerin grundsätzlich vollzeitlich arbeiten kann, jedoch
betriebsunübliche Pausen benötigt. Diese Einschränkung ist mit dem reduzierten
Arbeitsfähigkeitsgrad bereits berücksichtigt. Anzumerken bleibt, dass auch bei
Abstellen auf das tatsächlich erzielte Einkommen kein rentenbegründender
Invaliditätsgrad resultieren würde, müssten dann doch auch die weiteren Einkommen
der Beschwerdeführerin in die Berechnung miteinbezogen werden. So erzielte die
Beschwerdeführerin bei der Z._ AG ab 1. März 2009 ein jährliches Einkommen von
Fr. 3'380.-- (Fr. 260.-- x 13 [act. G 6.1/65.2 f.]). Offenbar hat sie noch einen weiteren
Job im J._, über den nichts Genaueres bekannt ist (offenbar 3 Halbtage [vgl. act.
G 6.1/76.2 und 79.2]). Bei einem Invalideneinkommen von Fr. 35'213.-- (Fr. 31'833.-- +
Fr. 3'380.--) ergibt sich bei einem Valideneinkommen von Fr. 53'055.-- ein
Invaliditätsgrad von 33,6 %. Ein Rentenanspruch ist somit nicht ausgewiesen.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren
ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs.
1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu
beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens
entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der von ihr
geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat
die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
bis
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP