Decision ID: 3ad49717-7cd1-4828-8357-62df62f4495d
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1980,
reiste am 1
5.
März 2014
von
Tunesien
in die Schweiz
ein (
Urk.
7/
5
Ziff.
1.4
) und war
seit dem
1.
März 2015 in der Hauswartung bei der
Y._
,
Z._
,
angestellt
(
Urk. 7/
5
Ziff.
5.4
,
Urk.
7/12/2
)
, als er sich am
5
.
Dezember
201
9
unter Hinweis auf seit Juli
201
9
bestehende
Schulter- und Hüftbeschwerden
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldete (
Urk. 7/
5
Ziff. 6.1
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medi
zinische und erwerbliche Situation ab und holte
die Akten der Krankentag
geld
versicherung ein
(
Urk. 7/
12
,
Urk.
7/40,
Urk.
7/4
7
). Nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(
Urk. 7/
24
,
Urk.
7/
29
,
Urk.
7/39
) verneinte die IV-Stelle mit Ver
fügung vom 2
2.
September 2020
einen Anspruch auf
Leistungen der Invaliden
ver
sicherung (
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am
2
0.
Oktober
20
20
Besch
werde gegen die Verfügung
vom 2
2.
September 2020
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
en
ihm die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen und insbesondere eine Invaliden
rente auszurichten
(
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom
2
5.
November
2020 (
Urk.
6) beantragte die IV-Stelle, die Beschwerde sei abzuweisen, was dem Be
schwerdeführer am
7.
Dezember
2020 zur Kenntnis gebracht wurde
. Weiter wurde darauf hingewiesen, dass das Gericht einen weiteren Schriftenwechsel als nicht erforderlich erachte
(
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend ob
jektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumut
bar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Zur Annahme einer Invalidität aus psychischen Gründen bedarf es in jedem Fall eines medizinischen Substrats, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und
nachgewiesenermassen
die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Bestimmen psy
cho
soziale oder soziokulturelle Faktoren das Krankheitsgeschehen mit, dürfen die Beeinträchtigungen nicht einzig von den belastenden invaliditätsfremden Fakto
ren herrühren, sondern das Beschwerdebild hat davon psychiatrisch zu unter
scheidende Befunde zu umfassen. Solche von der soziokulturellen oder psycho
sozialen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselb
ständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann (BGE 141 V 281 E. 4.3.3; 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 9C_543/2018 vom 21. November 2018 E. 2.2).
Somit sind psychosoziale und soziokulturelle Faktoren nur mittelbar invaliditäts
begründend, wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der unabhängig von den
invaliditätsfremden Elementen bestehenden Folgen des Gesundheitsschadens beein
flussen. Zeitigen soziale Belastungen direkt negative funktionelle Folgen, bleiben sie bei der Beurteilung der Gesundheitsbeeinträchtigung ausgeklammert (Urteil des Bundesgerichts 8C_717/2018 vom 22. März 2019 E. 3). In einer ver
sicherungsmedizinischen Begutachtung, welche sich nach den normativen Vor
ga
ben der Rechtsprechung orientiert, ist es daher nicht nur zulässig, sondern sogar geboten, solche invalidenversicherungsrechtlich nicht relevanten Umstände
aufzuzeigen und gegebenenfalls bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auszu
klammern (Urteil des Bundesgerichts 9C_740/2018 vom 7. Mai 2019 E. 5.2.1).
1.
4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
glei
ch hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er
werbs
einkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.
6
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2
lit
. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.
7
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nen
falls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2) damit, dass der Be
schwerdeführer
seit dem 2
2.
Juli 2019 in seiner bisherigen Tätigkeit als Hauswart erheblich eingeschränkt
und ihm diese Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei
. Hinge
gen sei ihm eine leichte, wechselbelastende
, überwiegend sitzende angepasste
Tätigkeit zu 100
%
zumutbar. Daraus könn
te er
ein rentenausschliessendes Ein
kommen erzielen. Sofern er seine Stelle verlieren sollte, sei das Regionale Arbeits
vermittlungszentrum
(RAV)
für die Stellenvermittlung zuständig. Aus psychia
trischer Sicht
sei auf die
Beurteilung der Krankentaggeldversicherung a
bzustellen
, wonach multiple soziale Belastungen im Vordergrund stünden und die Eingangs
kriterien für eine depressive Störung nicht erfüllt seien. Aus somatischer Sicht seien keine neuen Unterlagen eingereicht worden (
S. 1 f.
).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
die Beschwerdegegnerin
habe
in einer angepassten Tätigkeit eine 100%ige Arbeits
fähigkeit attestiert, ohne
dass der
medizinische Sachverhalt vom R
egionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
oder einem externen Gutachter beurteilt worden wäre. Von den behandelnden Ärzten sei
im Verfügungszeitpunkt
eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit attestiert worden (S.
4 f.
Rz
8-9
).
In
psychischer Hinsicht sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit [richtig wohl Arbeitsunfähigkeit]
gestützt auf die Be
richte der behandelnden Psychiaterin
ausgewiesen
.
Er habe
seit August 2019 mit einer Depression zu kämpfen
(
S. 5
Rz
10
). Auf die Einschätzung der beratenden Är
zte
der Krankentaggeldversicherung könne nicht a
bgestellt werden
(S
. 5 ff.
Rz
11
.1-4
,
S. 8
Rz
12
)
. Eine 100%ige Arbeitsfähigkeit [richtig wohl Arbeitsun
fähig
keit], welche den Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründe, sei
rechtsge
nüglich
ausgewiesen (
S. 8
Rz
13
). Auch eine Ressourcenprüfung im Rahmen der Standardindikatoren ergebe eine massgebliche Einschränkung (
S. 8 f.
Rz
14
).
D
en
Ausführungen, wonach eine Belastungssituation bestehe, welche auf psychoso
ziale Faktoren zurückzuführen sei
, könne nicht gefolgt werden
. Es sei von einer
Chronifizierung
und von einem verselbständigten Gesundheitsschaden auszu
gehen
(
S. 9
Rz
15
).
Es
könne nicht ohne weiteres angenommen werden, dass
aus somatischer Sicht
in einer angepassten Tätigkeit eine 10
0%ige Arbeitsfähigkeit bestehe
(
S.
9
f
f
.
Rz
16-
18
). Zudem wären zumindest berufliche Massnahmen zu prüfen gewesen
(S
. 11
f.
Rz
19-2
1
)
.
2.3
In ihrer Beschwerdeantwort (
Urk.
6) führte die Beschwerdegegnerin aus, dass der abschliessende Entscheid darüber, wann der RAD einzubeziehen sei, bei ihr liege.
Dem Beschwerdeführer sei es möglich, einer angepassten Tätigkeit im Umfang von 100
%
nachzugehen. Berufliche Massnahmen seien weder notwendig noch geeignet (
S. 1 f.
).
2.
4
Strittig und zu prüfen ist der
Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversicherung.
3.
3.
1
PD
Dr.
med. A._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie
und Trauma
tologie des Bewegungsapparates, nannte in seinem Bericht vom
4.
Oktober 2019 (
Urk.
7/12/5
-6
)
als
Diagnose eine sekundäre
Coxarthrose
rechts
(S
. 1 Mitte). PD
Dr.
A._
führte aus, dass am 3
0.
September 2019 eine planmässige Verlaufsbe
sprechung stattgefunden habe. Zwischenzeitlich seien
beim Beschwerdeführer
die Mandeln operiert worden, und
die Schulterinfiltration wirke mit einer 80%igen Beschwerdebesserung
. Durch die Schonung infolge der Operation und die einge
nommenen
Schmerzmittel habe sich auch die Situation in der Hüfte verbessert
(S. 1 Mitte). PD
Dr.
A._
führte aus
, dass sich hinsicht
lich der Hüfte aktuell eine gut
kompensierte, stabile Situation
zeige. Geplant sei, dass der
Beschwerdeführer Mitte Oktober
20
19
seine Arbeitstätigkeit
wieder
aufnehm
e
(S. 1 unten).
3.
2
Dr.
med. B._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates, nannte in seinem Bericht vom 1
1.
Oktober 2019 (
Urk.
7/12/9-10
) als Diagnose ein
Impingement
bei Partialruptur der
Supraspi
natussehne
rechts (S. 1 Mitte
).
Dr.
B._
führte aus, dass die Infiltration vom
2.
Septem
ber 2019
subacromial
zu einer 80
%igen
bis 90%igen Schmerzver
bes
serung geführt habe.
Aufgrund der
anatomischen Situation bestehe keine zwin
gende Operationsindikation
. Per 1
8.
Oktober 2019 sei dann der Arbeitsaufbau geplant (S. 1 unten).
3.
3
Dr.
B._
führte nach am 2
8.
Januar 2020 durchgeführter Sprechstundenkontrolle in seinem Bericht vom 2
9.
Januar 2020 (
Urk.
7/19/13-14
) aus, dass sich seit der letzten Kontrolle die Schmerzen des Beschwerdeführers wieder sukzessiv verstärkt hätten, weshalb der graduelle Arbeitsaufbau wieder habe abgebrochen werden müssen. Der Beschwerdeführer sei in seiner
Tätigkeit als Hauswart seit einem Monat wieder zu 100
%
arbeitsunfähig
(S. 1 Mitte)
.
Dr.
B._
führte aus, dass er nicht denke, dass die leichte gelenksseitige Partialruptur der
Supraspinatussehne
symptomatisch sei. Vielmehr zeige sich ein
Impingement
auf dem Boden einer aktivierten
Akromioklavikular
(
AC
)
-Arthrose.
Dem
Beschwerdeführer
sei
das
operative Vorgehen erklärt
worden, dieser wünsche jedoch aufgrund
von mehre
r
en anderen medizinischen Problemen
die Weiterführung der konservativen Therapie
(S. 1
unten
f.).
3.
4
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
stellte in ihrem Bericht vom
2
7.
März 2020
(
Urk.
7/19/1-5)
folgende Diagnosen mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
2.5):
-
Impingement
/
Coxarthrose
Hüfte rechts
-
Impingement
bei Partialruptur der
Supraspinatussehne
rechts
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
C._
ein allergisches Asthma, ein leichtgradiges Schlafapnoe-Syndrom, eine arterielle Hypertonie, eine Adipositas und eine chronische Nasenatmungsbehinderung (
Ziff.
2.6).
Dr.
C._
führte aus, dass der Beschwerdeführer seit dem 1
9.
Januar 2017 bei ihr in Behandlung sei und die letzte Kontrolle telefonisch wegen des Corona-Virus am 2
6.
März 2020 stattgefunden habe (
Ziff.
1.1).
In der zuletzt aus
geübten Tätigkeit als Hauswart bestehe seit dem 2
2.
Juli 2019 eine Arbeitsun
fähigkeit zwischen 100
%
und 50
%
, wobei seit dem
1
3.
Dezember 2019 durch
gehend eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei (
Ziff.
1.3,
Urk.
7/19
/7).
Diese
Tätigkeit sei körperlich streng. Eine Kraf
t
anwendung d
er oberen
Extremität sowie längeres Stehen und Gehen seien nicht möglich (
Ziff.
3.1-4). In einer leidensangepassten Tätigkeit wäre der Beschwerdeführer voll arbeitsfähig. Im bisherigen Beruf sehe sie eine schlechte E
ingliederungs
pro
gnose (
Ziff.
4.2
-4).
3.
5
PD
Dr.
A._
nannte in seinem Bericht vom 1
3.
Mai 2020 (
Urk.
7/33) als Diagnose eine sekundäre
Coxarthrose
rechts (S. 1 Mitte). PD
Dr.
A._
führte aus, dass sich der Beschwerdeführer zur Verlaufskontrolle der rechten Hüfte vorgestellt habe. Es bestünden progrediente
Coxarthrosebeschwerden
und zunehmende Schulter
beschwerden mittlerweile beidseits.
Der Patient habe nun leider beruflich die Kündigung auf Ende Juli
2020
bekommen
(S. 1 unten). Mit dem Patienten
sei
ein
endoprothetischer
Gelenksersatz
besprochen worden. Danach wäre er
aber min
destens acht Wochen arbeitsunfähig. Der Beschwerdeführer habe sich für
ein konservatives Vorgehen
entschieden (S. 2 oben).
3.
6
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates, und
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparate
s
,
F._
, stellten in ihrem Bericht vom
4.
Juni 2020 (
Urk.
7/38/5-6) folgende Diagnosen (S. 1):
-
subacromiales
Schmerzsyndrom Schulter rechts
-
Myogelosen
Skapulamuskulatur
rechts
-
geringe gelenksseitige
S
upraspinatussehnen
-Partialläsion rechts
Die Ärzte führten aus, dass es sich bei den Problemen um ein
subacromiales
Schmerzsyndrom verbunden m
it deutlichen
Myogelosen
der
Ska
pulamuskulatur
handle. Es werde eine intensive
Triggerpunktmassage
und Dry-
Needling
emp
fohlen
.
Zudem sei eine Infiltration
subacromial
und in die Muskulatur des
Mus
culus
Teres minor durchgeführt worden, wo
raufhin
sich die Beschwerden sogleich gebessert hätten. Es seien Dehnungsübungen gezeigt worden, welche selbständig
durchgeführt werden sollten. Eine Kontrolle sei Mitte August 2020 vorgesehen (S. 2
oben
).
3.
7
Dr.
C._
stellte in ihrem Bericht vom 1
8.
Juni 2020 (
Urk.
7/34) folgende
, teils gekürzt wiedergegebene
n
Diagnosen (S. 1):
-
symptomatische, fortgeschrittene sekundäre
Impingement-Coxarthrose
Hüfte rechts bei
-
vermutlich Status nach
Epiphysiolyse
im Jugendalter, beidseits
-
Partialruptur der
Supraspinatussehne
,
Impingement
auf dem Boden einer aktivierten AC-Arthrose der rechten Schulter
-
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F32.1)
-
Differenzialdiagnose (DD) rezidivier
en
de depressive Störung, Erstd
iag
nose August 2019
-
allergisches Asthma bronchiale
-
chronische Nasenatmungsbehinderung
-
leichtgradiges Schlafapnoesyndrom
-
arterielle Hy
pertonie
-
erhöhte Transaminasen unklarer Ätiologie
-
Adipositas WHO Grad I
Dr.
C._
führte aus, dass sich der Patient wegen der depressiven Störung in der Behandlung von
Dr.
med. G._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psy
chotherapie, befinde. Laut des letzten Mailkontaktes vom 1
8.
Juni 2020 sei beim
Patienten ein Beginn mit einem Antidepressivum angedacht worden
,
und
Dr.
G._
wolle Kontakt mit einer Tagesklinik aufnehmen (S. 2 oben).
Dr.
C._
führte aus, dass sie aufgrund der körperlichen Symptomatik in ihrer Einschätzung bezüglich
einer IV-Anmeldung postuliert habe, dass der Patient in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeiten könne. In der momentanen psy
chischen Verfassung sehe sie diese 100%ige Arbeitsaufnahme nicht
. Es sei abzu
warten, wie die
psychische Erkrankung verlaufe
(S. 2
Ziff.
4).
3.
8
Dr.
G._
nannte in ihrem Bericht vom
1.
Juli 2020 (
Urk.
7/38/1-2) als Diag
nose eine rezidivierende Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1; S. 1
Ziff.
1).
Dr.
G._
führte aus, dass
beim Beschwerdeführer
aus psy
chia
trischer Sicht zum jetzigen Zeitpunkt eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor
liege. Dies gelte auch für eine angepasste Tätigkeit (S. 1
Ziff.
2-3). Da es aktuell weitere Veränderungen gegeben habe, welche sich negativ auf das Zustandsbild des Patienten auswirkten, und die Behandlung gerade erst aufgenommen worden sei, könne zum jetzigen Zeitpunkt keine
Prognose gemacht werden (S. 1
Ziff.
4).
3.
9
Am 2
4.
Juli 2020 erstattete
Dr.
med. H._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und für Allgemeine Innere Medizin
,
ihre Beurtei
lung zur Plausibilisierung der Arbeitsunfähigkeit zuhanden de
r
Krankentaggeld
ver
sicher
ung
(
Urk.
7/40/4-7
).
Dr.
H._
führte aus, dass die Untersu
chung des Beschwerdeführers am 1
7.
Juli 2020 stattgefunden habe
(S. 1 unten)
.
Es seien
keine oder unklare Diagnosen vorhanden, welche die aktuelle Arbeits
unfähigkeit begründen würde
n
. Es bestehe eine
100%ige
Arbeitsfähigkeit.
Es sei eine
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion bei beruflicher Belas
tungssituation und nicht ausreichender Integration
zu diagnostizieren, welche keine
Arbeitsunfähigkeit
ausweise
.
Die
Diagnose der behandelnden
Dr.
G._
könne
nicht bestäti
gt werden
.
Da
ein Auslöser für die Symptomatik benannt werden
könne
,
handle es sich
um eine Anpassungsstörung und nicht um eine mittelgradige depressive Episode.
Es sei auch keine rezidivierende depressive Störung
vorliegend
, da es
die
erste psychische Erkrankung sei
.
Im Bericht von
Dr.
G._
vom
1.
Juli 2020
fehlten die Anamnese und der psychopathologische Befund, aus denen ersichtlich werde, warum die Diagnose gestellt worden sei.
Weiter sei die Behandlung
nicht leitlinien
gerecht
. So habe der Beschwerdeführer lediglich einmal im Monat Termine und erst seit zwei Wochen Psychopharmaka, die er nicht einnehme. Angedacht sei eine Tagesklinik, aber es sei noch nichts eingeleitet worden
,
und gemäss dem Internet sei die Praxis von
Dr.
G._
vom 1
1.
Juli bis 1
6.
August 2020 geschlossen (S. 3 Frage 3).
Zu
den vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden
führte
Dr.
H._
aus, dass er u
nzufrieden mit seinem Leben sei
. Die Integration sei schwierig. Er habe in der Reinigung gearbeitet und müsse seit dem Jahr 2017 die gleiche Arbeit erledigen, wie davor zu zweit. Es sei
zuviel
für ihn gewesen. In sieben Monaten habe er 77 Stunden Überzeit. Alle seien nach Feierabend nach Haus gegangen und er habe noch Toiletten putzen müssen. Er habe Heimweh. Vor der Geburt seiner Tochter habe er überlegt, zurückzugehen. Jetzt komme das nicht mehr in Frage. In der Schweiz sei er krank geworden und müsse noch dreimal operiert werden. In Tunesien sei er nie krank gewesen
und habe auch gute Jobs
gehabt
.
Er habe einmal im Monat einen Termin bei seiner Psychiaterin.
Vor zwei Wochen seien ihm Psychopharmaka verordnet worden, die er aus Angst nicht einnehm
e.
Er sei traurig, da sein Vat
er in Tunesien nach einem Schlaganfall im Koma liege
. Bis jetzt sei er noch nie psychisch krank gewesen
(S. 2 Frage 1).
3.
10
Dr.
G._
nannte in ihrem Bericht vom 2
0.
August 2020 (
Urk.
7/43) als Diag
nose eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1).
Dr.
G._
führte aus, dass sie bislang weder nach der Anam
nese noch
nach
einem psychopathologischen Befund gefragt worden sei, so dass dies im
Bericht vom
1.
Juli 2020 nicht als fehlend bezeichnet werden könne (S. 1 oben). Der Beschwerdeführer habe berichtet, bereits vor zwei Jahren einmal eine depressive Episode gehabt zu haben. Damals sei er in
einem sehr tiefen Loch und sehr depressiv gewesen
. Fremdanamnestisch sei berichtet worden, dass
er
seit
dem Jahr
2015 jährlich immer wieder depressive Einbrüche habe. Sowohl der Patient als auch seine Frau h
ätten
berichtet, dass auch das Thema Rassismus in den Jahren
seit
2014 immer wieder sehr präsent und belastend gewesen sei (S. 1 unten).
Dr.
G._
führte aus, dass das
Erstgespräch bei ihr im August 2019
stattgefunden habe. Der Patient habe jedoch keine weiteren Termine vereinbart. Eine erneute Anmeldung durch die Hausärztin sei im Mai 2020 erfolgt.
Während ihrer Abwesenheit s
eien zwei Termine bei
Dr.
med.
I._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
erfolgt,
bei
welcher der Patient ab dem 2
4.
Septem
ber 2020 die Therapie in seiner Mu
ttersprache weiterführen werde
(S.
2 oben).
Dr.
G._
führte aus,
dass es sich hier ursprünglich, wie von
Dr.
H._
festgestellt, um eine Anpassungsstörung gehandelt haben möge. Jedoch sei es so, dass das Zeitkriterium bei Anpassungsstörungen mit bis zu zwei Jahren definiert und vorliegend längst abgelaufen sei, so dass die Diagnose einer rezidi
vierenden depressiven Episode (ICD-10 F33.1) gestellt werden könne (S. 2 Mitte). Zudem sei die Anmeldung für die Tagesklinik bereits am 1
6.
Ju
ni
2020 erfolgt.
Der Patient habe auch bereits zwei Termine zu einem Vorgespräch erhal
ten, welche er jedoch aus Angst
,
wegen seines gebrochenen Deutsch negativ aufzu
fallen und den damit einhergehenden Minderwertigkeitsgefühlen, jeweils wieder abgesagt habe
.
Aufgrund von teilweise bestehenden sprachlichen Barrieren
sei es nicht möglich gewesen, eine leitliniengerechte Psychopharmakotherapie zu eta
blieren, da der Patient starke Ängste bezüglich der Nebenwirkungen gehabt habe
(S. 2 unten)
.
3.
11
Der beratende Arzt der Krankentaggeldversicherung,
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in seiner Stellungnahme vom
2.
September 2020 (
Urk.
7/47/4-5) aus, dass
die Beurteilung von
Dr.
H._
nachvollziehbar sei. Die Fachärztin habe den Beschwerdeführer per
sönlich untersucht und objektive psychopathologische Befunde seien spärlich und unspezifisch gewesen. Dementsprechend sei
eine depressive Episode gemäss ICD-10 F3 verneint
worden
. Im Zusammenhang mit der beruflichen Belastung
und den Konflikten sowie einer ungenügenden sozialen Integration in der Schweiz
sei nachvollziehbar eine Anpassungsstörung (ICD-10 F43.2) attestiert worden. Eine Arbeitsunfähigkeit könne aus versicherungspsychiatrischer Sicht nicht be
gründet werden. Die behandelnde Ärztin
Dr.
G._
verweise zum Schweregrad des
depressiven Syndroms auf die Selbsteinschätzung des Versicherten. Die pos
tulierte Diagnose könne aufgrund des Berichts aus versicherungspsychiatrischer Sicht nicht bestätigt werden. Zudem gehe der Hinweis auf das Zeitkriterium bezüglic
h ICD-10 F43.2 ins Leere
(S. 1
Ziff.
1-2).
Dr.
J._
führte aus, dass die anamnestischen Angaben vor August 2019 zur Kenntnis zu nehmen seien. Eine entsprechende Dokumentation sei nicht vorhanden. Im Vordergrund stünden da
bei neben körperlichen Schmerzen vor alle
m multiple soziale Belastungen,
bei
spielsweise Herkunft, Migration, fehlende Anerkennung eines beruflichen Ab
schlusses, mangelhafte Deutschkenntnisse, geringe soziale Integration, Heimweh, berufliche Konflikte/Belastungen, Kündigung des Anstellungsvertrages, beruf
liche Sorgen und die Krankheit und der Tod des Vaters (S. 2 oben). Ab
1.
August 2020 begründeten keine Diagnose
n
eine Arbeitsunfähigkeit (S. 2
Ziff.
3).
Aus versicherungspsychiatrischer Sicht l
iessen
sich keine relevanten Defizite beschrei
ben
,
und es könne keine Arbeitsunfähigkeit begründet werden (S. 2
Ziff.
4). Im weit
eren Verlauf stünden wie bisher
weit überwiegen
d die oben genannten multi
plen s
ozialen Belastungen im Vordergrund (S. 2
Ziff.
6).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging
in somatischer Hinsicht
gestützt auf die Ausfü
h
rungen der Hausärztin
Dr.
C._
vom 2
7.
März
und vom 1
8.
Juni
2020 (vor
ste
hend E. 3.4 und E. 3.
7
)
davon aus, dass de
r
Beschwerdeführer
in seiner ange
stammten Tätigkeit als Hauswart eingeschränkt
arbeitsfähig
,
ihm aber
eine behin
derungsangepasste Tätigkeit zu 100
%
zumutbar sei
.
In psychischer Hinsicht stützte sich die Beschwerdegegnerin
auf die Abklärungen
der
Krankentag
geld
vers
icherung,
namentlich
auf
die Beurteilung
von
Dr.
H._
vom 2
4.
Jul
i 2020
(vorstehend E. 3.
9
)
sowie auf die
abschliessende
Stellungnahme
des bera
tenden Arzt
es
Dr.
J._
vom
2.
September 2020 (vorstehend E. 3.
11
) ab, wonach kein die Arbeitsfähigkeit einschränkendes
psychisches
Leiden ausgewiesen sei (vorstehend E. 2.1
, vgl.
Urk.
7/23,
Urk.
7/48
).
Dagegen stellte sich der Beschwerdeführer gestützt auf die Ausführungen seiner behandelnden Psychiaterin
Dr.
G._
vom
1.
Juli
und vom
2
0.
August 2020
(vorstehend E. 3.
8
und 3.
10
) auf den Standpunkt, dass er aus psychiatrischer Sicht zu 100
%
arbeitsunfähig sei und auch aufgrund seiner somatischen Leiden in einer behinderungsangepassten Tätigkeit nicht von einer 100%igen Arbeits
fähig
keit ausgegangen werden könne (vorstehend E. 2.2).
4.
2
Die behandelnde
Hausärztin
Dr.
C._
befand den Beschwerdeführer in ihrem Bericht vom 2
7.
März 2020 (vorstehend E. 3.
4
)
in Kenntnis der Berichte von PD
Dr.
A._
vom
4.
Oktober 2019 (vorstehend E. 3.1) und
Dr.
B._
vom
1
1.
Oktober
2019 und vom
2
9.
Januar 2020
(vorstehend E. 3.2-3)
in einer angepassten Tätig
keit für
vollständig
arbeitsfähig. Von dieser Einschätzung wich sie in ihrem
Bericht vom 1
8.
Juni 2020 (vorstehend E. 3.
7
) allein aufgrund der von
Dr.
G._
zwischenzeitlich
gestellten psychiatrischen Diagnose und der attestierten Arbeits
unfähigkeit ab.
Aus den Berichten der behandelnden Fachärzte PD
Dr.
A._
vom
4.
Oktober 2019
und vom 1
3.
Mai 2020
(vorstehend E. 3.1 und E.
3.5)
und
von
Dr.
B._
vom 1
1.
Oktober 2019 und vom 2
9.
Januar 2020 (vorstehend E. 3.2-3)
sowie
von
Dr.
D._
und
Dr.
E._
vom
4.
Juni 2020 (vorstehend E. 3.6)
gehen keine An
haltspunkte dafür hervor, dass in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestünde.
Ein operatives Vorgehen würde
lediglich eine vorübergehende vollständige Arbeitsunfähigkeit zur Folge haben.
Demnach ist die gestützt auf die Akten getroffene Einschätzung der Be
schwer
de
gegnerin, wonach der Beschwerdeführer aus somatischer Sicht in einer
behinde
rungsangepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig sei, nicht zu bean
stan
den
.
4.
3
Was die vom Beschwerdeführer geltend gemachten psychischen Leiden anbe
langt,
erweist sich die
Beurteilung
von
Dr.
H._
vom
2
4.
Juli 2020
(vorstehend E.
3.
9
)
,
welche nach der Unt
ersuchung des Beschwerdeführers
am
1
7.
Juli 2020
keine die Arbeitsfähigkeit einschränkende Diagnose
feststellen konnte
, als nachvollziehbar und schlüssig.
Dr.
H._
ist
dahingehend beizupflichten, dass sich die von der behandelnden Psychiaterin
Dr.
G._
gestellte Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittel
gradige Episode (ICD-10
F33.1
, vorstehend E. 3.
8
und E. 3.
10
)
,
mangels vorgängig dokumentierten depressiven Einbrüchen
als nicht nachvollziehbar erweist.
Mit Blick auf die Aktenlage ändert daran auch das Vorbringen des Beschwerdeführer nichts, wonach
unberücksichtigt geblieben sei, dass er schon zuvor an depres
siven Einbrüchen gelitten habe (
Urk.
1 S. 5 f.
Ziff.
11.1)
. So liegen keine fach
ärztliche
n
Berichte
vor
, welche eine
behandlungsbedürftige
depressive Proble
matik oder eine damit in Verbindung stehende Arbeitsunfähigkeit vor Mitte 2020 ausweisen würden
.
Tatsächlich geht aus den Akten hervor, dass der Be
schwer
de
führer erst
nachdem er den negativen Vorbescheid vom 2
0.
April 2020
(
Urk.
7/24) erhalten hat
te
, psychische Probleme v
orbrachte, welche im Mai 2020 zu einer Überweisung durch die Hausärztin
Dr.
C._
an
Dr.
G._
führten
.
Wie aus dem Bericht von
Dr.
G._
vom 2
0.
August 2020
(vorstehend E. 3.10
) hervor
geht,
fand zwar b
ereits im August 2019 ein Vorgespräch mit dem Beschwerde
führer statt,
eine anschliessende Behandlung erfolgte jedoch nicht. Insbesondere
beklagte
der
Beschwerdeführer
weder
anlässlich der am
5.
Dezember 2019 vorge
nommenen Anmeldung zum Leistungsbezug
bei der Invalidenversicherung
(
Urk.
7/5
Ziff.
6.1)
noch
anlässlich des Standortgespräches vom
4.
März 2020
,
an psychischen Beschwerden zu leiden
(
Urk.
7/18 S. 3 unten, S. 5
Ziff.
5). Allfällige psychische Beschwerden wurden
im Übrigen
auch
nicht
von
der seit dem 1
9.
Januar 2017 behandelnden Hausärztin
Dr.
C._
in ihrem Bericht vom 2
7.
März 2020 (vorstehend E. 3.
4
) erwähnt.
Es erweist sich als wenig nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer, sollte er tatsächlich an relevanten psychischen Beschwerden gelitten haben, diese über einen derart langen Zeitraum nirgends erwähnt
hat
.
Demnach stützte
Dr.
G._
die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittel
gra
dige Episode (ICD-10 F
33.1
)
,
allein auf
die
subjektiven
Angaben des Beschwer
deführers und dessen Ehefrau
ab.
Auch nahm
Dr.
G._
keine Abgrenzung des tatsächlichen Krankheitsgeschehens zur zweifelsohne bestehenden psychosozia
len Belastungssituation vor.
Wie
Dr.
H._
festhielt,
weist die zeitliche Übereinstimmung hinsichtlich der Entstehung der Beschwerden mit den psycho
sozialen Belastungsfaktoren
auf eine
entsprechende
Verursachung hin, weshalb unter Ausklammerung der psychosozialen Faktoren lediglich von einem geringen Schweregrad der Gesundheitsschädigung ausgegangen werden
muss
(
vgl. Urteil des Bundesgerichts
9C_549/2015 vom 2
9.
Januar 2016 E. 4.3 und E. 4.9).
Mangels schlüssiger Diagnostik und hinreichender Abgrenzung des Krankheits
geschehens von psychosozialen Belastungsfaktoren sowie vo
r dem Hintergrund, dass gemäss b
undesgerichtlicher Rechtsprechung bei
Dr.
G._
zu berücksich
tigen
gilt
, dass
ihre
auf
tragsrechtliche
Vertrauensstellung
zumindest als hausarzt
ähnlich bezeichnet werden muss, weshalb hier eine gewisse Zurückhaltung bei der Würdigung
ihre
r Berichte angebracht is
t (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc), ver
mögen ihre Ausführungen die Einschätzung von
Dr.
H._
vom
2
4.
Juli
2020
sowie von
Dr.
Kutze
vom
2.
September 2020 (vorstehend E. 3.9 und E. 3.11)
nicht in Zweifel zu ziehen.
Weiter ist darauf hinzuweisen, dass
auch das
Therapiev
erhalten
des Beschwer
deführers
als
inkonsistent zu werten ist,
indem,
wie
ausgeführt
, erst
im Hinblick auf eine
n
sich
abzeichnenden negativen Rentenentscheid
mit einer
Therapie
begonnen wu
rd
e
(vgl. Urteil des Bundesgericht 9C_885/2015 vom 1
3.
Januar 201
6
E. 2, BGE 141 V 281 E. 4.4). Weiter erweist sich auch sein Leidensdruck vor dem Hintergrund, dass er die verordneten Psychopharmaka nicht einnahm und auch nicht an den Vorgesprächen für die Tagesklinik erschienen ist, grundsätzlich als fraglich
, wobei sich die hierfür von
Dr.
G._
in ihrem Bericht vom 2
0.
August
2020 (vorstehend E. 3.
10
)
angegebene Erklärung
(Hemmungen wegen mangeln
den Deutschkenntnissen)
als wenig plausibel erweist.
Zudem wurde gemäss ihren Aussagen
eine regelmässige Therapie bei der arabisch
sprechenden Therapeutin erst ab
dem 2
4.
September 2020 und damit nach
der Aktenbeurteilung durch
Dr.
J._
vom
2.
September 2020 (vorstehend E. 3.
11
) und auch nach dem Ver
fügungserlass vom 2
2.
September 2020 (
Urk.
2)
aufgenommen
, weshalb das Vor
bringen des Beschwerdeführers, dass die Beurteilung von
Dr.
J._
auf einer unvollständigen Aktenlage basiere
, da vorgängig kein aktuelle
r
Bericht der The
rapeutin
Dr.
I._
eingeholt worden sei
(
Urk.
1 S. 8
Rz
12
)
,
ins Leere geht.
Damit ist
gestützt auf die Beurteilung von
Dr.
H._
vom
2
4.
Juli 2020
(vorstehend E. 3.
9
)
sowie die Stellungnahme von
Dr.
J._
vom
2.
September 2020
(vorstehend E. 3.
11
)
davon auszugehen, dass keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
ausgewiesen ist. Damit erübrigt sich auch eine weitergehende Prüfung allfälliger Auswirkungen einer Diagnose
auf die Arbeitsfähigkeit
anhand von Standardindikatoren.
4.
4
Aufgrund des Gesagten ist der medizinische Sachverhalt als dahingehend erstellt zu erachten, dass der Beschwerdeführer aus somatischen Gründen in seiner ange
stammten Tätigkeit als Hauswart eingeschränkt ist, in einer behinderungsange
passten Tätigkeit jedoch von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen ist.
Das Vorliegen einer relevanten psychischen Störung mit Einfluss auf die Arbeits
fähig
keit ist zu verneinen.
An diesem Ergebnis hätte auch eine Beurteilung des medizinischen Sachverhalts durch den RAD nichts geändert, zu dessen
Beizug
die IV-Stelle im Übrigen vor
liegend nicht verpflichtet war (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_858/2014 vom 3. September 2015 E. 3.3, insbesondere E. 3.3.1).
5.
Der
Beschwerdeführer übte vor Eintritt des Gesundheitsschadens unter ungelernte Hilfsarbeiten zu subsumierende Tätigkeiten in der Reinigung respektive im
Ge
bäudeunterhalt
aus
(vgl.
Urk.
7/18
S. 2 f.
Ziff.
2
).
Damit erzielte er
gemäss
Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug,
Urk.
7/16)
vor Eintritt des Gesund
heitsschadens
im Jahr 2018
ein Einkommen von
Fr.
56'427.--
. Aus den Akten des Krankentaggeldversicherers geht sodann
ein monatlich
erzielter Lohn von
(wohl 13 x)
Fr.
4'300.-- hervor (
Urk.
7/12/2).
Auch nach Eintritt des Gesundheitsschadens sind dem Beschwerdeführer behin
derungsangepasste Hilfsarbeitertätigkeiten in einem Pensum von 100
%
zumut
bar.
Da
er
keiner Arbeitstätigkeit mehr nachgeht, sind für die Ermittlung des Invali
deneinkommens
die
Tabellenlöhne
der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE 2018) heranzuziehen und - da
er
über keine Ausbildung verfügt - dabei auf den LSE-Tabellenwert Total des niedrigsten Kompetenzniveaus in Höhe von Fr. 5’417.-- abzustellen (LSE 2018, Tabelle TA1
tirage
skill
level
, Kompetenz
ni
veau 1, Männer).
Aufgrund dessen, dass
dieser Betrag über dem vom Beschwer
de
führer erzielten
Valideneinkommen
liegt, und selbst bei
Vornahme eines lei
dens
bedingten Abzuges von 25 % kein rentenanspruchsbegründe
nder Invaliditätsgrad resultieren würde
(vorstehend E. 1.2), besteht kein Anspruch auf eine Invaliden
rente.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf beruflic
he Ein
gliede
rungsmassnahmen hat, zumal er unbestrittenermassen in seiner ungelernten angestammten Tätigkeit als Hauswart/Gebäudereiniger nur noch eingeschränkt arbeitsfähig ist.
6.2
Gemäss
Art.
15 IVG haben Versicherte, die infolge Invalidität in der Berufswahl
oder in der Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit behindert sind, Anspruch auf Be
ru
fsberatung.
In Betracht fällt jede körperliche oder psychische Beein
trächti
gung, die den Kreis der für die versicherte Person nach ihrer Eignung und Nei
gung möglichen Berufe oder Betätigungen einengt oder die Ausübung der bishe
rigen Aufgabe unzumutbar macht. Ausgeschlossen sind geringste Behinde
rungen, die keine nennenswerte Beeinträchtigung zur Folge haben und deshalb die Inan
spruch
nahme der Invalidenversicherung nicht rechtfertigen (BGE 114 V 29 E. 1a mit Hinweisen).
6.3
Indem der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit
als Hauswart und in der Gebäudereinigung nur noch eingeschränkt
arbeitsfähig ist (vgl. vorstehend E. 4.
4) und der Arbeitgeber
das Arbeitsverhältnis mittlerweile aufgelöst hat (
vor
stehend E. 3.5,
Urk. 7/
43 S. 1 unten
) und
der Beschwerdeführer
auch berufliche
E
ingliederungsmassnahmen
beantragt hat
(vorstehend E. 2.2)
,
erfüllt er die Vor
aussetzungen
gemäss
Art. 15 IVG, weshalb ein Anspruch auf Berufsberatung zu bejahen und die Beschwerde
diesbezüglich
gutzuheissen
ist.
7.
7
.1
Zu prüfen ist weiter, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf Arbeitsvermittlung im Sinne von Art. 18 IVG hat.
Arbeitsunfähige (
Art.
6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, haben gemäss
Art.
18
Abs.
1 IVG Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (
lit
. a) und auf begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (
lit
. b). Die IV-Stelle veranlasst diese Massnahmen unverzüglich, sobald eine summarische Prüfung ergibt, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (
Abs.
2).
7
.2
Eine für die Arbeitsvermittlung
massgebende
Invalidität liegt vor, wenn der Ver
sicherte bei der Suche nach einer geeigneten Arbeitsstelle aus gesundheitlichen Gründen Schwierigkeiten hat. Zwischen dem Gesundheitsschaden und der Not
wendigkeit der Arbeitsvermittlung muss ein Kausalzusammenhang bestehen. Ist die fehlende berufliche Eingliederung im Sinne der Verwertung einer bestehenden Arbeitsfähigkeit nicht auf gesundheitlich bedingte Schwierigkeiten bei der Stellensuche zurückzuführen, fällt die Arbeitsvermittlung auch weiterhin nicht in die Zuständigkeit der Invalidenversicherung, sondern gegebenenfalls in den Be
reich der Arbeitslosenversicherung. Ist die Arbeitsfähigkeit einzig insoweit ein
geschränkt, als dem Versicherten leichte Tätigkeiten voll zumutbar sind, bedarf es zur Begründung des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung zusätzlich einer spezif
ischen Einschränkung gesundheitlicher Art
(Urteil des Bundesgerichts
8C_329/202
0
vom
6.
August 2020 E. 3.2.3).
7
.3
Vorliegend bestehen die gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerde
füh
rers primär in einer Minderbelastbarkeit im Zusammenhang mit se
inen Schulter- und Hüftbeschwerden.
Die geforderte spezifische Einschränkung gesundheitlicher Art (vgl. vorstehend E.
7
.2) muss sich jedoch dahingehend auswirken, dass diese selbst Probleme
bei der Stellensuche verursacht
.
Derartige spezifische Einschrän
kungen sind vorliegend ohne weiteres zu verneinen.
Vielmehr kann
der Beschwerdeführer
aus rein invalidenversicherungsrechtlicher Sicht eine seiner Restarbeitsfähigkeit entsprechende Arbeitsstelle auf dem
mass
gebenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) ohne Arbeitsvermittlung durch die IV-Stelle finden. Zu denken ist etwa an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontroll
arbeiten
sowie Sortierarbeiten.
Ein Anspruch des Beschwerdeführers auf Arbeitsvermittlung ist daher zu verneinen.
8.
Wie ausgeführt (vorstehend E. 5)
,
lag das vom
Beschwerdeführer mit seiner
Tätig
keit als
Hauswart und Gebäudereiniger
erzielte
Einkommen
unter dem
gemäss
den LSE-Tabellenlöhnen festgelegten durchschnittlichen Verdienst für einfache
Hilfsarbeitertätigkeiten. Demnach erübrigt sich nachfolgend eine eingehende Prü
fung eines Anspruches des Beschwerdeführers auf eine Ums
chulung, da dieser voraussetzt,
dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesund
heitsschadens im bisher ausgeübten Beruf und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine blei
bende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 % erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 124 V 108 E. 2a und b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 488 E. 4.2; AHI 2000 S. 27 E. 2b und S. 62 E. 1 je mit Hinweisen).
Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer an
ge
passten Hilfstätigkeit resultiert damit kein anspruchsbegründender Invaliditäts
grad von 20
%
. Ein Anspruch des Beschwerdeführers auf Umschulung besteht daher nicht.
9
.
In
teilweiser
Gutheissung
der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom
2
2.
September 2020
(Urk. 2)
insofern abzuändern
,
als festzustellen ist,
dass der Beschwerdeführer Anspruch auf Berufsberatung im Sinne von Art. 15 IVG hat.
10
.
10
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 900.-- anzusetzen und
ausgangsgemäss
zu einem Drittel der Beschwer
degegnerin und zu zwei Drittel dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
10.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens steht dem Beschwerdeführer eine um zwei Drittel reduzierte Prozessentschädigung zu, die beim
massgebenden
praxisge
mässen
Stundenansatz von Fr. 2
20
.-- (zuz
üglich Mehrwertsteuer) auf Fr. 8
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bemessen und der Beschwerde
gegnerin aufzuerlegen ist.
Das Gericht
erkennt:
1.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird d
ie Verfügung der Sozialver
siche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom
22
.
September
20
20
insofern abgeändert
,
als festgestellt wird,
dass der Beschwerdeführer
Anspruch auf
Berufsberatung hat
. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewies
en.
2.
Die Gerichtskosten von Fr. 900.-- werden zu zwei Drittel dem Beschwerdeführer und zu einem Drittel der Beschwerdegegnerin auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
den
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine
reduzierte
Pro
zessentschädigung von
Fr.
8
00
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Annemarie Gurtner
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.