Decision ID: 80430aac-9fad-54ab-81c4-7ad8f52e5776
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Michael Weissberg, Plänkestrasse 32, Postfach,
2501 Biel/Bienne,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Hilflosenentschädigung
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ war als Kleinkind bei der Invalidenversicherung angemeldet worden, worauf
ärztliche Berichte unter anderem von einem hirnatrophischen Prozess links und
möglichem zerebralem Anfallsleiden (Oktober 1969, IV 2013/133 Bund III act. 6-26),
einem Hydrocephalus internus (Februar 1972, IV 2013/133 Bund III act. 6-25), seltenen,
wahrscheinlich epileptischen Anfällen (Oktober 1987; IV 2013/133 Bund III act. 6-23),
einem Querschnittssyndrom und Übergewicht (Januar 1997, IV 2013/133 Bund III
act. 6-22), einer congenitalen Cerebralparese und Paraparese linksbetont (Dezember
1998, IV 2013/133 Bund III act. 6-29) und einem Polytrauma nach Motorradunfall 1990
mit Th11-Kontusion (April 2004, IV 2013/133 Bund II act. 80) berichteten.
A.b Aufgrund einer Anmeldung vom Februar 1988 (IV 2013/295 act. 445-13 ff.) war ihm
ab 1. April 1989 eine Rente bei einem Invaliditätsgrad von 70 % zugesprochen worden
(vgl. IV 2013/133 Bund I act. 2-2).
A.c Der Versicherte hat offenbar - nebst unter anderem einem Rollstuhl als Hilfsmittel
(IV 2013/133 Bund I act. 11) - auch schon vor Langem eine Hilflosenentschädigung
beantragt und (in nicht bekanntem Grad) zugesprochen erhalten, denn einer Mitteilung
vom 2. November 1999 (IV 2013/133 Bund I act. 8) ist zu entnehmen, dass damals eine
Überprüfung des entsprechenden Anspruchs keine relevante Änderung ergeben habe.
A.d Anlässlich einer telefonischen Abklärung der Tätigkeit im Aufgabenbereich vom
6. November 2001 (IV 2013/133 Bund I act. 49) gab die Spitex unter anderem an, der
Versicherte sei beim An-/Auskleiden, bei der Körperpflege und beim Verrichten der
Notdurft (Reinigung) hilflos.
A.e Am 30. Oktober 2002 (IV 2013/295 act. 76) füllte die Spitex für den Versicherten
ein Formular für den Bezug einer Hilflosenentschädigung (für eine allfällige Anpassung)
aus. Es wurden mit Ausnahme des Essens (dort unter Erwähnung der
Nahrungszubereitung und der Kontrolle der Flüssigkeitsmenge, aber Verneinung eines
Bedarfs an Zerkleinerung der Nahrung durch Dritte) alle Funktionen im Ergebnis
zumindest mit teilweiser Hilflosigkeit bezeichnet (für Aufstehen/Absitzen/Abliegen ohne
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Begründung; bei der Notdurftverrichtung wegen Inkontinenz und Einlagen). Daraufhin
blieb es beim unveränderten Anspruch (IV 2013/295 act. 79). - Gemäss einem
Austrittsbericht der Klinik Valens vom 19. April 2004 (IV 2013/133 Bund II act. 80;
damals bei einem BMI von 63) konnte die Mobilität dort gesteigert werden und konnten
auch Übungen im Stand durchgeführt werden.
A.f Anlässlich einer weiteren Revision (vgl. Formular IV 2013/295 act. 192) fand im
Zusammenhang mit einem allfälligen Assistenzbudget am 17. Februar 2006 eine Ab
klärung vor Ort statt ("Selbstdeklaration Assistenzbudget", IV 2013/295 act. 194,
194-8). Danach wurde (bei einem BMI von noch rund 38) für das An- und Auskleiden,
die Körperpflege und das Verrichten der Notdurft Hilfsbedürftigkeit angenommen (wohl
auch für die Fortbewegung). Es sei dem Versicherten möglich, selbständig einige
Schritte zu gehen. Den Abend verbringe er meistens allein zu Hause, schaue fern oder
arbeite am Computer. Das selbständige Wechseln der Einlagen sei etwas umständlich,
vor allem, weil er den Intimbereich nicht gründlich trocknen könne. Er sei daher froh,
wenn er Hilfe bekomme. Vor dem Zu-Bett-Gehen wechsle er die Einlagen selbständig.
Die Reinigung könne er (unter Verwendung eines Closomaten; der Versicherte wohnte
damals in B._) selbständig vornehmen. - Wohl im August 2006 (Adresse C._
IV 2013/295 act. 227) und im Oktober 2007 (Adresse D._, IV 2013/295 act. 297) zog
der Versicherte erneut um.
A.g Nachdem er im Rahmen eines Pilotversuchs vom März 2006 bis Juli bzw. Mai
2007 Assistenzgeld bezogen hatte, war ihm ab Juni 2007 die Hilflosenentschädigung
wieder weitergewährt worden (Verfügung vom 11. Juli 2007, IV 2013/295 act. 271;
Verfügung vom 26. Juli 2007, einstweilen ab August 2007 Hilflosenentschädigung für
Hilflosigkeit mittleren Grades, IV 2013/295 act. 273).
A.h Am 13. Februar 2008 stellte der Versicherte ein Anpassungsgesuch (Formular vom
20./25. Februar 2008, IV 2013/295 act. 343), auf das die Sozialversicherungsanstalt/IV-
Stelle mit Verfügung vom 27. März 2008 nicht eintrat (IV 2013/295 act. 354). Nach
einem Schreiben des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
16. September 2008, wonach ein eingereichtes Zeugnis des Spitals E._ vom 6. Juni
2008 eher für Verbesserung spreche (IV 2013/295 act. 391), wurde die gegen die
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Nichteintretensverfügung erhobene Beschwerde zurückgezogen und die Sache am
22. September 2008 abgeschrieben (IV 2013/295 act. 393).
A.i Im Zusammenhang mit der Prüfung der Voraussetzungen zur Abgabe eines
Closomaten (der offenbar seit dem Umzug vom Oktober 2007 nicht mehr vorhanden
gewesen war) stellte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Spitex im November/
Dezember 2008 diverse Fragen (IV 2013/295 act. 400, 408). Die Spitex teilte am
20. November 2008 (IV 2013/295 act. 410) und am 17. Dezember 2008 (IV 2013/295
act. 416-2) mit, der Versicherte könne den Transfer im WC selbst bewältigen, doch sei
ihm die Reinigung erschwert. Ein physiotherapeutischer Bericht vom 25. November
2008 (IV 2013/295 act. 413) im Zusammenhang mit dem Antrag auf Abgabe eines
Rollstuhls hatte zu den Funktionen der oberen Extremitäten unter anderem
festgehalten, selektive Fingerbewegungen seien nicht möglich, die Daumenfunktion sei
aber in Ordnung. Die Supinationsbewegung sei beidseits nur bis zur Nullstellung
möglich, was durch die Kraftreduzierung im Schulter-/Armbereich nicht kompensiert
werden könne.
A.j Im Zug einer weiteren Revision im April 2010 (IV 2013/295 act. 456-2; mit Arzt
bericht von Dr. med. F._ vom 5. Mai 2010, IV 2013/295 act. 461-4: Hilflosigkeit bei
An-/Auskleiden und Verrichten der Notdurft teilweise, bei Körperpflege ja, bei Essen
und Fortbewegung nein) verfasste ein RAD-Arzt am 13. August 2010 eine
Stellungnahme (IV 2013/295 act. 472). In der Folge wurde am 21. September 2010 eine
medizinische MEDAS-Abklärung veranlasst (IV 2013/295 act. 473) und der Auftrag
später wegen verschiedener (insgesamt zu hoher) Hürden hierfür retourniert
(IV 2013/295 act. 553). Am 28. März 2011 wurde der Versicherte in Anwesenheit des
RAD-Arztes zu seinen Einschränkungen befragt (IV 2013/295 act. 556), worauf die
Untersuchung vom RAD-Arzt als zumutbar erachtet und die Invalidität in Abrede
gestellt wurde (IV 2013/295 act. 559). Der Versicherte wurde am 30. März 2011
(IV 2013/295 act. 560) zur Teilnahme aufgefordert. Auf April 2011 zog der Versicherte in
den Kanton G._ um (IV 2013/295 act. 552). Am 19. Oktober 2011 ging ein anonymer
Hinweis ein (IV 2013/295 act. 619).
A.k In ihrem polydisziplinären Gutachten vom 8. November 2011 (IV 2013/295
act. 621) gab die MEDAS Zentralschweiz dann folgende (Haupt-) Diagnosen (verkürzt
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wiedergegeben) bekannt: Eine kongenitale zerebrale Anomalie, wahrscheinlich mit
einer Koordinationsstörung in den Händen, bei eingeschränkter Pro- und Supination,
anamnestisch spastischer Gangstörung und Urininkontinenz, einen frühkindlichen
Autismus, eine narzisstische Persönlichkeitsstörung, Adipositas permagna (BMI rund
45), eine Gangstörung im Rahmen der Adipositas permagna und der
Persönlichkeitsstörung sowie eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren. Als Diagnosen mit Krankheitswert, aber ohne wesentliche
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wurden eine verminderte mentale
Leistungsfähigkeit mit exekutiven Dysfunktionen (einschliesslich
Verhaltensauffälligkeiten) bei normaler Intelligenz, chronische Lumbalgien und
Zervikalgien, eine Periarthropathie rechts bei Impingement, eine bilaterale Koxalgie und
der Verdacht auf ein Restless legs-Syndrom angegeben. Ferner wurden diverse
Nebenbefunde bezeichnet. Infolge der Polymorbidität, der Summation der
neurologischen, psychiatrischen und intern-medizinischen Einschränkungen liege keine
in freier Wirtschaft sinnvoll verwertbare zumutbare Restarbeitsfähigkeit vor. Auf einen
Rollstuhl sei der Versicherte wohl nicht aus neurologischen Gründen im engeren Sinn,
aber wegen der Gangstörung im Rahmen der Adipositas permagna und der
Persönlichkeitsstörung angewiesen. Der Gutachter der Rheumatologie hielt unter
anderem fest, das Entkleiden sei nur mit Fremdhilfe möglich gewesen (IV 2013/295
act. 621-57), längeres Stehen sei nicht möglich, die Gehstrecke sei - bei
Gehunfähigkeit - minimal (IV 2013/295 act. 621-60). - Der RAD-Arzt befürwortete am
30. November 2011 eine Wiedererwägung des Entscheids zur Rollstuhlabhängigkeit
und aller damit zusammenhängender Versicherungsleistungen (IV 2013/295 act. 629).
A.l Am 18. Juni 2012 unterzeichnete der Versicherte einen Fragebogen zur Revision der
Hilflosenentschädigung (IV 2013/295 act. 657). In allen Lebensverrichtungen ausser der
Fortbewegung sei er hilflos (vgl. Arztbericht von Dr. med. H._ vom 27. Juni 2012,
IV 2013/295 act. 665). Es blieb wiederum beim unveränderten
Hilflosenentschädigungsanspruch (vgl. Mitteilung vom 11. Juli 2012, IV 2013/295
act. 669).
A.m Nach einer Anmeldung für einen Assistenzbeitrag vom 7. Februar 2010/9. Juli
2012 (IV 2013/295 act. 670) füllte der Versicherte am 27. Juli 2012 einen Fragebogen
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zum Assistenzbeitrag (IV 2013/295 act. 677) aus und gab darin für alle
Lebensverrichtungen (ohne Fortbewegung; unterschiedlich grossen) Hilfsbedarf an.
A.n Am 29. August 2012 erteilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle
Kostengutsprache für den Rückbau des Dusch-WCs im Kanton G._ und Einbau
eines solchen an einem neuen Wohnort im Kanton I._ (IV 2013/295 act. 684).
A.o Am 29. November 2012 erging der Entscheid des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen (IV 2013/133 Bund III act. 270) betreffend die Verfügungen vom
26. November 2010 (Elektrorollstuhl; IV 2010/481) und vom 3. Februar 2012
(Handrollstuhl; IV 2012/89).
A.p Am 6. Dezember 2012 (nach dem Umzug in den Kanton I._) fand eine Abklärung
der Hilflosigkeit (in Anwesenheit unter anderem auch der privaten Betreuerin des
Versicherten und einer Vertreterin der Pro Infirmis) statt (Bericht vom 7./17. Dezember
2012; IV 2013/295 act. 713, 713-5). Hilfsbedarf wurde für die Bereiche An-/Auskleiden,
Körperpflege und Fortbewegung angegeben.
A.q Nach einem Vorbescheid vom 11. Januar 2013 (IV 2013/295 act. 729 f.) und
diesbezüglichen Einwänden des Rechtsvertreters des Versicherten vom 8. Februar
2013 (IV 2013/295 act. 742) sprach die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem
Versicherten mit Verfügung vom 18. Februar 2013 (IV 2013/295 act. 745) im Sinn des
Vorbescheids einen Assistenzbeitrag zu. Dieser ist strittig im Verfahren vor
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen IV 2013/133. - Im Einwand vom
8. Februar 2013 war auch vorgebracht worden, es seien die vom Versicherten auf dem
beigelegten Abklärungsbericht zur Hilflosenentschädigung angebrachten Ergänzungen
zu prüfen. Schliesslich sei die Zuständigkeit auf die IV-Stelle J._ zu übertragen. Der
Versicherte hatte unter anderem vermerkt, für die Lagerung vor dem Einschlafen
benötige er Hilfe, da die Kissen hergerichtet werden müssten. Das Essen sei ihm nur
teilweise möglich; die Hilfsmittel (d.h. das erwähnte Messer mit Moosgummigriff)
würden fehlen. Abends brauche er für die Slip-Windeln Hilfe (unter dem Aspekt
Notdurftverrichtung). Er sei ausserdem nicht damit einverstanden, dass er nur
Trainerhosen sollte anziehen dürfen; es müsse erlaubt sich, sich schön anzuziehen;
dafür bestehe Hilfsbedarf (bei der Notdurftverrichtung). Ausserdem bedürfe er der
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dauernden Hilfe im Rahmen der Grundpflege (er habe zwei private Assistentinnen; eine
Pflegerin sei bei ihm zuhause immer anwesend). Wegen des Aspergersyndroms
benötige er auch dauernd der Überwachung.
A.r Der RAD hielt am 13. März 2013 (IV 2013/295 act. 751) dafür, ein erheblicher und
regelmässiger Hilfsbedarf beim Verrichten der Notdurft sei nicht nachvollziehbar, zumal
ein Dusch-WC zur Verfügung stehe. Auch für das Ordnen der Kleider sei der Bedarf
nach einer solchen Dritthilfe nicht begründbar, da der Versicherte stehfähig und beim
Aufstehen/Absitzen selbständig sei.
A.s Am 14. März 2013 stellte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem
Rechtsvertreter des Versicherten eine Herabsetzung dessen Anspruchs auf eine
Hilflosenentschädigung auf eine Entschädigung wegen Hilflosigkeit leichten Grades in
Aussicht (IV 2013/295 act. 752 f.).
A.t Der Rechtsvertreter des Versicherten wandte am 6. Mai 2013 (IV 2013/295 act. 768)
ein, weder der Gesundheitszustand noch die Auswirkungen auf den Bedarf an
Hilfestellung Dritter hätten sich in irgend einer Weise geändert. Ausser bei der
Lebensverrichtung "Essen" sei der Versicherte in allen Lebensverrichtungen hilflos im
Sinn des Gesetzes und der Rechtsprechung.
A.u Mit Verfügung vom 29. Mai 2013 (IV 2013/295 act. 772) setzte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen den
Hilflosenentschädigungsanspruch des Versicherten ab 1. Juli 2013 auf eine
Entschädigung für leichte Hilflosigkeit herab und entzog einer allfälligen Beschwerde
gegen die Verfügung die aufschiebende Wirkung. Er sei beim An-/Auskleiden, der
Körperpflege und der Fortbewegung auf Dritthilfe angewiesen, hingegen nicht beim
Aufstehen/Absitzen/Abliegen, beim Verrichten der Notdurft und beim Essen. Der
Versicherte sei bei allen Transfers (wie etwa Bett - Rollstuhl, Rollstuhl - Toilette)
selbständig. Er könne eine kurze Zeit lang stehen und mit Abstützen zwei oder drei
Schritte gehen. Es sei ihm ein Closomat zur Reinigung abgegeben worden und
ausserdem zumutbar, angepasste Kleidung zu tragen. Auch lägen keine relevanten
feinmotorischen Einschränkungen vor, welche das Benutzen des Bestecks
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massgebend einschränken würden. Der Versicherte sei also auch beim Essen
mehrheitlich selbständig.
B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt Dr. iur. Michael Weissberg für
den Betroffenen am 28. Juni 2013 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die
Sache der Beschwerdegegnerin zurückzuweisen mit der Anweisung, dem
Beschwerdeführer eine Entschädigung für Hilflosigkeit schweren, eventuell mittleren
Grades auszurichten. Ausserdem sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung
wieder zuzuerkennen und dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege
durch ihn zu gewähren. Der körperliche Zustand des Beschwerdeführers habe sich
nicht verändert und es bestehe nicht der geringste Anlass, seine Abhängigkeit von der
Hilfe Dritter neu zu beurteilen; diese sei dieselbe geblieben. Der Beschwerdeführer sei
auch bei der Lebensverrichtung Aufstehen/Absitzen/Abliegen hilflos, denn er sei, auch
wenn er aufstehen oder zwei oder drei Schritte bewältigen könne, rollstuhlabhängig. Im
Bereich der Notdurftverrichtung bestehe ebenfalls Hilflosigkeit. Der Beschwerdeführer
leide unter mannigfaltigen Inkontinenzproblemen, was zu Folge habe, dass er diese
Lebensfunktion nur auf nicht übliche Art bewältigen könne. Beim Essen sei er ferner auf
die Hilfe der Spitexdienste angewiesen, weshalb er auch dort als hilflos zu gelten habe.
Damit seien weiterhin die Voraussetzungen für die Ausrichtung einer
Hilflosenentschädigung mittleren Grades erfüllt. Da der Beschwerdeführer zur Erfüllung
der finanziellen Verpflichtungen dringend auf die Hilflosenentschädigung mittleren
Grades angewiesen sei, sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 14. August 2013 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde und des Gesuchs um deren aufschiebende Wirkung.
Gemäss den Akten sei die Hilflosenentschädigung offenbar seit der ersten Zusprache
in der ersten Hälfte der 90er Jahre bis zu diesem Verfahren nie umfassend überprüft
worden. Ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der erstmaligen
Zusprache erheblich im Sinn von Art. 17 Abs. 2 ATSG verändert habe, könne aufgrund
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der unvollständigen Aktenlage nicht mehr genau abgeklärt werden. Das dürfe gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht dazu führen, dass es späteren
medizinischen Experten nicht mehr möglich sei, eine Verbesserung festzustellen. Denn
sonst würde die ursprüngliche Festlegung praktisch perpetuiert. Es sei also zulässig,
die Hilflosigkeit des Beschwerdeführers gestützt auf die aktuellen Unterlagen zu
bestimmen. Einen medizinischen Revisionsgrund nachzuweisen, sei in einer solchen
Konstellation nicht möglich, aber auch nicht notwendig. Der Beschwerdeführer sei
weder beim Aufstehen/Absitzen/Abliegen noch beim Essen oder bei der Verrichtung
der Notdurft hilflos.
D.
Am 26. August 2013 hat die Gerichtsleitung dem Gesuch um Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) entsprochen.
E.
Mit Replik vom 8. November 2013 bringt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
vor, eine bloss unterschiedliche Bewertung eines unverändert gebliebenen
Sachverhalts rechtfertige keine Revision. Die Beschwerdegegnerin sei nicht in der Lage
aufzuzeigen, inwieweit sich der Zustand des Beschwerdeführers verändert haben
sollte. Sie verfüge offensichtlich nicht mehr über die vollständigen Akten. Aus dieser
nicht entschuldbaren Tatsache dürfe sie nichts für sich ableiten, namentlich nicht
deswegen von der Aufgabe entbunden werden, einen Revisionsgrund nachzuweisen.
Andernfalls wären die Versicherten im Vergleich schlechter gestellt, deren Akten die
Versicherung nicht mehr finde. Die vorliegende Angelegenheit lasse sich nicht mit einer
Fallkonstellation vergleichen, bei welcher die Akten vollständig seien, die erstmalige
Leistung aber ohne nähere Prüfung zugesprochen worden sei. Die
Beschwerdegegnerin sei beim Zugeständnis zu behaften, dass sie nicht in der Lage
sei, einen Revisionsgrund nachzuweisen. Die vorhandenen Akten würden mit aller
Deutlichkeit belegen, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers
insgesamt sicherlich nicht verbessert, sondern tendenziell eher verschlechtert habe.
Der Beschwerdeführer habe eine Assistenzentschädigung zugesprochen erhalten und
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sei auf die Hilfe der Spitexdienste bei der Körperpflege und beim Anziehen
angewiesen. Er könne generell härtere Nahrungsmittel nicht allein zerkleinern und
essen. Auch wenn ihm das Aufstehen allenfalls möglich sei, so habe es doch für ihn
keinen Nutzen, weil er sich in der Folge nicht zu Fuss fortbewege. Er sei ausserdem
inkontinent und bedürfe entsprechender Materialien. Die Hilflosigkeit sei in mindestens
vier Bereichen gegeben und belegt.
F.
Die Beschwerdegegnerin hat von der ihr mit Schreiben vom 12. November 2013
eingeräumten Möglichkeit, zur Replik Stellung zu nehmen, keinen Gebrauch gemacht.
G.
Mit Eingabe vom 27. Februar 2015 teilt der Beschwerdeführer mit, er habe zu wenig
Hilfe im Haushalt und zu wenig Pflegehilfe. Er habe gerade wieder einmal einen
Dekubitus, weil er zu lange in den durchnässten Windeln habe bleiben müssen. Wegen
des Gerichtsverfahrens könne er keine zusätzliche Assistenz anstellen. Mit einer
schweren Tetraplegie sei eine Entschädigung für Hilflosigkeit schweren Grades
angezeigt.

Erwägungen:
1.
1.1 Mit der angefochtenen Verfügung vom 29. Mai 2013 hat die Beschwerdegegnerin
den Anspruch des Beschwerdeführers auf Hilflosenentschädigung von einer Entschä
digung für Hilflosigkeit mittleren Grades für die Zeit ab 1. Juli 2013 auf eine solche für
Hilflosigkeit leichten Grades herabgesetzt. Das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen ist gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG zur Beurteilung zuständig. - Angesichts
des engen Sachzusammenhangs werden die Akten der Sache IV 2013/133
(Assistenzbeitrag; enthaltend auch diejenigen betreffend Hilfsmittel) beigezogen.
1.2 Mit dem Entscheid in der Sache erübrigt sich eine förmliche Behandlung des
beschwerdeweise gestellten Antrags auf Wiederherstellung der aufschiebenden
Wirkung der Beschwerde; dieser wird hinfällig.
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2.
2.1 Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz, die hilflos
(Art. 9 ATSG) sind, haben nach Art. 42 Abs. 1 Satz 1 IVG Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung. Als hilflos gilt, wer wegen der Beeinträchtigung der
Gesundheit für die alltäglichen Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der
persönlichen Überwachung bedarf (Art. 9 ATSG).
2.2 Nach ständiger Praxis sind sechs solche alltäglichen Lebensverrichtungen mass
gebend, nämlich Ankleiden, Auskleiden; Aufstehen, Absitzen, Abliegen; Essen;
Körperpflege; Verrichtung der Notdurft; Fortbewegung, Kontaktaufnahme (vgl.
Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S H. vom 31. Mai 2005,
I 565/04). Hilflos in einer dieser Lebensverrichtungen ist eine versicherte Person bereits
dann, wenn sie für eine Teilfunktion regelmässig in erheblicher Weise auf (direkte oder
indirekte) Dritthilfe angewiesen ist (vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S W. vom 6. August
2010, 9C_346/10; BGE 117 V 146; Rz 8011 des vom Bundesamt für
Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in
der Invalidenversicherung = KSIH, in der im Jahr 2013 gültigen Fassung).
2.3 Nach Art. 42 Abs. 2 IVG ist zu unterscheiden zwischen schwerer, mittelschwerer
und leichter Hilflosigkeit. Diese Grade werden in Art. 37 IVV näher umschrieben. Die
Hilflosigkeit gilt als schwer, wenn die versicherte Person vollständig hilflos ist, d.h. in
allen alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe
Dritter angewiesen ist und überdies dauernd der Pflege oder der persönlichen Über
wachung bedarf (Art. 37 Abs. 1 IVV). - Eine mittelschwere Hilflosigkeit liegt vor, wenn
die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln in den meisten (d.h. in vier der
sechs, vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S S. vom 29. Au
gust 2006, I 866/05; Rz 8009 KSIH) alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in
erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist (Art. 37 Abs. 2 lit. a IVV), wenn sie
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise
auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies einer dauernden persönlichen
Überwachung bedarf (Art. 37 Abs. 2 lit. b IVV), oder wenn sie in mindestens zwei
alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf Dritthilfe und
überdies dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinn von Art. 38 IVV angewiesen
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ist (Art. 37 Abs. 2 lit. c IVV). - Die Hilflosigkeit gilt als leicht, wenn die versicherte Person
trotz der Abgabe von Hilfsmitteln in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen
regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist (Art. 37 Abs. 3 lit. a
IVV), wenn sie einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf (Art. 37 Abs. 3 lit. b
IVV), wenn sie einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders
aufwendigen Pflege bedarf (Art. 37 Abs. 3 lit. c IVV), wenn sie wegen einer schweren
Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebrechens nur dank
regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte
pflegen kann (Art. 37 Abs. 3 lit. d IVV), oder wenn sie dauernd auf lebenspraktische
Begleitung angewiesen ist (Art. 37 Abs. 3 lit. e IVV).
3.
3.1 Nach Art. 17 Abs. 2 ATSG wird - wie eine Invalidenrente so auch - jede andere
formell rechtskräftig zugesprochene Dauerleistung von Amtes wegen oder auf Gesuch
hin erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der ihr zu Grunde liegende
Sachverhalt nachträglich erheblich verändert hat. - Unter einem vorausgesetzten
Revisions- bzw. Anpassungsgrund ist jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen
Verhältnissen, unter anderem eine Verbesserung oder Verschlechterung des
Gesundheitszustandes oder die Verwendung neuer Hilfsmittel, zu verstehen, die
geeignet ist, den Grad der Hilflosigkeit und damit den Umfang des Anspruchs zu
beeinflussen (Bundesgerichtsentscheid i/S C. vom 31. Oktober 2011, 9C_395/11). Eine
bloss abweichende Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen
Sachverhaltes hingegen stellt keine revisionsrechtlich relevante Änderung dar (vgl.
Bundesgerichtsentscheid i/S R. vom 6. Januar 2012, 9C_478/11).
3.2 Ob eine revisionsbegründende Änderung eingetreten ist, beurteilt sich nach der
Rechtsprechung (zum Rentenanspruch, für die Hilflosenentschädigung analog
heranzuziehen) durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten (der
versicherten Person eröffneten) rechtskräftigen Verfügung bestand, welche auf einer
materiellen Prüfung mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 133 V 108), mit demjenigen
zur Zeit der streitigen Neubeurteilung (BGE 130 V 351 E. 3.5.2; BGE 125 V 369 E. 2). -
Zu vergleichen ist hier der Sachverhalt bei Erlass der Verfügung vom 11. Juli 2007 mit
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jenem bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 29. Mai 2013. Denn die Verfügung
vom 11. Juli 2007 basierte letztmals (vor dem wohl aus Anlass der Anmeldung für einen
Assistenzbeitrag aufgenommenen Revisionsverfahren vom Juli 2012) auf einer
umfassenden Abklärung des Sachverhalts unter dem Gesichtspunkt der Hilflosigkeit
des Beschwerdeführers (nämlich jener vom Februar 2006). Auf das Anpassungsgesuch
des Beschwerdeführers vom Februar 2008 wurde hingegen nicht eingetreten und im
Rahmen des im April 2010 eröffneten Revisionsverfahrens fand zwar eine
Begutachtung des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers statt, zur Abklärung
der Hilflosigkeit wurden aber lediglich ein Formular des Beschwerdeführers und ein
Arztbericht eingeholt, so dass die Mitteilung vom 11. Juli 2012 als
rechtsprechungsgemäss taugliche Vergleichsbasis entfällt.
4.
4.1 Dem Beschwerdeführer war vor Langem eine Hilflosenentschädigung zuge
sprochen worden, die - seit aktenkundiger Zeit - für eine Hilflosigkeit mittleren Grades
ausgerichtet wurde. Eine solche Entschädigung wurde aufgrund von formell rechts
kräftigen Verfügungen geleistet.
4.2 Bei der Abklärung vom 6. Dezember 2012 ergab sich, dass Hilflosigkeit in den
Bereichen An- und Auskleiden, Körperpflege und Fortbewegung bestehe. Hierauf hat
die Beschwerdegegnerin abgestellt, was nicht zu beanstanden ist.
4.3 Strittig ist, ob Hilflosigkeit im Bereich Aufstehen/Absitzen/Abliegen besteht.
Gemäss dem Bericht über die Abklärung vom 6. Dezember 2012 trifft das nicht zu. Der
Beschwerdeführer kann danach während kurzer Zeit stehen und selber vom Bett in den
Rollstuhl, von dort auf die Toilette und auf das Badebrett wechseln. Er selber lässt
einwenden, die Fähigkeit, aufzustehen, sei ihm nicht von Nutzen, denn er bewege sich
in der Folge nicht zu Fuss weiter und sei rollstuhlabhängig. Auch wenn der
Beschwerdeführer (gemäss dem MEDAS-Gutachten) auf einen Rollstuhl angewiesen
ist, ist vorliegend nicht von Hilflosigkeit im Sinn des Gesetzes auszugehen. Im
Unterschied zu dem in BGE 117 V 146 beurteilten Sachverhalt kann der
Beschwerdeführer nach der Aktenlage eine Zeitlang stehen (gemäss Angaben
gegenüber der MEDAS bis zu 15 Minuten, IV 2013/295 act. 621-59) und eine gewisse
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Gehstrecke bewältigen (nach Angaben in der Beschwerde und anlässlich der
Befragung vom 28. März 2011, IV 2013/295 act. 556-3, zwei oder drei Schritte; nach
Feststellungen der MEDAS ist die Gehstrecke minimal, IV 2013/295 act. 621-60). Dass
die Fähigkeit aufzustehen (wie in dem genannten Bundesgerichtsurteil entschieden)
ohne Nutzen sei, weil anschliessend die Möglichkeit fehle, sich etwas anderem
zuzuwenden, lässt sich für die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers nicht
sagen. In dem vom Beschwerdeführer genannten Umstand, dass ihm abends die
Kissen hergerichtet werden müssten, ist kein erheblicher Hilfsbedarf zu sehen. Die
Hilflosigkeit bei der Lebensverrichtung Aufstehen/ Absitzen/Abliegen ist daher zu Recht
verneint worden.
4.4 Im Unterschied zu der Schilderung im Einwand gegen den Vorbescheid lässt der
Beschwerdeführer im Beschwerdeverfahren auch geltend machen, er sei ausserdem
bei der Lebensverrichtung des Essens hilflos, denn er könne generell härtere
Nahrungsmittel nicht allein zerkleinern und essen. Im Abklärungsbericht wurde dazu
unter anderem festgehalten, er könne weiche Lebensmittel selber zerschneiden, bei
Faserfleisch sei er hingegen auf Hilfe angewiesen. Allerdings ist davon auszugehen,
dass der Beschwerdeführer mit Besteck umgehen kann und sich - wie im
Abklärungsbericht vom Dezember 2012 angegeben - durch Einsatz eines geeigneten
Messers noch eine Kraftverstärkung erzielen lässt. Der Erwerb und die Verwendung
eines solchen Messers sind zumutbar. Nach der Aktenlage ist eine Hilflosigkeit beim
Essen demnach nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen. Im Übrigen
fehlte dem allenfalls verbleibenden Hilfsbedarf auch die erforderliche Regelmässigkeit.
4.5 Der Beschwerdeführer stellt sich des Weiteren auf den Standpunkt, da er unter
mannigfaltigen Inkontinenzproblemen leide, könne er die Lebensfunktion der
Notdurftverrichtung nur auf nicht übliche Art bewältigen. Gemäss einem
Austrittsbericht des Schweizer Paraplegiker Zentrums vom 14. Februar 2013 (IV
2013/295 act. 758) ist der Beschwerdeführer weiterhin harninkontinent. Er machte
nachträglich im Vorbescheidsverfahren zum Assistenzbeitrag geltend, für das
Verwenden der Slip-Windeln am Abend bedürfe er der Hilfe und es sei ihm nicht
zumutbar, nur Trainerhosen anzuziehen, ausserdem in der Eingabe vom 27. Februar
2015 sinngemäss, er könne die Windeln gar nicht allein wechseln. Im
Abklärungsbericht vom Dezember 2012 (IV 2013/295 act. 713-3) wurde allerdings
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angegeben, er sei in der Lage, das Inkontinenzmaterial selbständig zu verwenden.
Anlässlich der Abklärung zum Assistenzbeitrag wurde zudem festgehalten, er benötige
lediglich auswärts der Hilfe, wenn kein Closomat vorhanden sei und bauliche
Hindernisse bestünden (IV 2013/133 Bund III act. 285-12). Für die Reinigung steht dem
Beschwerdeführer ein Closomat zur Verfügung, so dass die zuvor diesbezüglich
vorübergehend aufgetretenen Probleme (vgl. IV 2013/133 Bund II act. 179, 2.
Dezember 2008) beseitigt sind. Es verbleibt wohl das Erschwernis, dass der
Beschwerdeführer sich nur ungenügend trocknen kann. Insgesamt wird der
Sachverhalt bezüglich dieser Lebensverrichtung im Vergleich zu Juli 2007 (vgl.
Abklärung vom Februar 2006, IV 2013/295 act. 194) nicht relevant verändert
beschrieben. Es ist deshalb diesbezüglich weiterhin von einem erheblichen Bedarf an
Dritthilfe auszugehen.
4.6 Ein Bedarf des Beschwerdeführers an persönlicher Überwachung und an
lebenspraktischer Begleitung wurde bei der Abklärung vom 6. Dezember 2012 verneint
(IV 2013/295 act. 713-4 f.) und ist in der Beschwerde auch nicht geltend gemacht
worden. Hingegen hat der Beschwerdeführer im Rahmen des Vorbescheidsverfahrens
betreffend den Assistenzbeitrag Bemerkungen einreichen lassen, welche er auf dem
Abklärungsbericht zur Hilflosigkeit angebracht hat. Danach bedarf er der dauernden
Hilfe im Rahmen der Grundpflege (er habe eine immer anwesende Pflegerin bei sich
zuhause; die Pflege besorgten für ihn zwei private Assistentinnen). Wegen des
Aspergersyndroms benötige er auch dauernd der Überwachung. - Ein Mehrbedarf an
Behandlungs- und Grundpflege ist im Rahmen des Intensivpflegezuschlags relevant,
der beim Minderjährigen ausgerichtet werden kann (vgl. Art. 42 Abs. 3 IVG). Für den
Anspruch des Beschwerdeführers ist dieser Aspekt nicht von Bedeutung. - Der
dauernden persönlichen Überwachung bedarf der Beschwerdeführer nicht. Es ist
namentlich darauf hinzuweisen, dass Hilfeleistungen, die bereits als direkte oder
indirekte Hilfe in einem Bereich der alltäglichen Lebensverrichtung Berücksichtigung
gefunden haben, bei der Beurteilung der Überwachungsbedürftigkeit nicht nochmals
ins Gewicht fallen können (vgl. Rz 8035 KSIH). - Ein Bedarf an lebenspraktischer
Begleitung im Sinn von Art. 42 Abs. 3 IVG schliesslich liegt gemäss Art. 38 Abs. 1 IVV
vor, wenn eine volljährige versicherte Person ausserhalb eines Heimes lebt und infolge
Beeinträchtigung der Gesundheit: a. ohne Begleitung einer Drittperson nicht
selbstständig wohnen kann; b. für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der
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Wohnung auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist; oder c. ernsthaft gefährdet
ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren. Zu berücksichtigen ist nach Art. 38
Abs. 2 IVV nur diejenige lebenspraktische Begleitung, die regelmässig und im
Zusammenhang mit den in Abs. 1 erwähnten Situationen erforderlich ist. Nach Rz 8048
KSIH darf, sofern zusätzlich zur lebenspraktischen Begleitung auch die Hilfe bei der
Teilfunktion einer alltäglichen Lebensverrichtung benötigt wird, die gleiche Hilfeleistung
nur einmal - d.h. entweder als Hilfe bei der Teilfunktion der alltäglichen
Lebensverrichtung oder als lebenspraktische Begleitung - berücksichtigt werden.
Rz 8053 KSIH, zufolge welcher die lebenspraktische Begleitung im Sinn von Art. 38
Abs. 3 Satz 1 IVV regelmässig ist, wenn sie über eine Periode von drei Monaten
gerechnet im Durchschnitt mindestens zwei Stunden pro Woche benötigt wird, ist
gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts grundsätzlich sachlich gerechtfertigt
und damit Gesetzes- und verordnungskonform (Bundesgerichtsentscheid i/S S. vom
19. Dezember 2008, 9C_18/08). In Betracht fallen könnte beim Beschwerdeführer
allenfalls eine Anwendung von Art. 38 Abs. 1 lit. a IVV. Gemäss der Abklärung zum
Assistenzbeitrag (IV 2013/133 Bund III act. 285) benötigt der Beschwerdeführer im
Haushalt verschiedentlich der Hilfe, etwa bei den feinmotorischen Tätigkeiten beim
Rüsten, beim In-Ordnung-Halten der Küche, bei schwereren Aufgaben in der
Wohnungspflege, beim Wochenkehr, beim Einkauf und bei der Wäsche- und
Kleiderpflege. Inwiefern es sich dabei um Unterstützungen handelt, ohne welche der
Beschwerdeführer nicht selbständig wohnen könnte (vgl. hierzu die ab 2014 ins KSIH
eingefügte Rz 8050.2), kann dahingestellt bleiben, da nach dem oben Dargelegten
bereits angesichts der Hilflosigkeit in vier Lebensverrichtungen Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung bei mittelschwerer Hilflosigkeit besteht.
4.7 Besteht in vier der sechs Lebensverrichtungen erheblicher Bedarf an Dritthilfe, so
hat es beim Anspruch auf eine Entschädigung für Hilflosigkeit mittleren Grades zu
bleiben. Die angefochtene Verfügung ist ersatzlos aufzuheben.
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde insofern gutzuheissen,
als die angefochtene Verfügung vom 29. Mai 2013 aufzuheben ist.
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5.2 Es rechtfertigt sich, bei diesem Verfahrensausgang von einem vollen Obsiegen des
Beschwerdeführers auszugehen. Die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege vom
26. August 2013 braucht der Beschwerdeführer nicht in Anspruch zu nehmen.
5.3 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Sie
sind auf Fr. 600.-- zu veranschlagen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl.
Art. 95 Abs. 1 VRP)
5.4 Der Beschwerdeführer hat angesichts seines Obsiegens Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61
lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Die Parteientschädigung ist vorliegend auf
pauschal Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht