Decision ID: 398680fb-01f1-47a4-875e-bb4dcf813a4d
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Haus zur alten Dorfbank,
9313 Muolen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente / berufliche Massnahmen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 27. Mai 2010 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (Berufsberatung, Umschulung). Dabei gab er an, er leide an
einer Spinalkanalstenose LWK 3/4 und LWK 4/5. Seit Oktober 2009 bestehe eine
Zunahme der Beschwerden (act. G 4.1/1). Zu diesem Zeitpunkt arbeitete der
Versicherte in ungekündigter Stellung bei der B._ AG als Materialwart (act. G 4.1/12).
Nachdem eine interne Umplatzierung keinen nachhaltigen Erfolg brachte, wurde dem
Versicherten per 31. Dezember 2010 gekündigt (act. G 1.6, act. G 4.1/44.1 f.). Via RAV
absolvierte der Versicherte vom 1. August 2011 bis zum 31. Januar 2012 das
Einsatzprogramm C._ bei der Stiftung D._, Projekt E._ (act. G 4.1/38 und 39).
A.b Mit Arztzeugnis vom 6. Dezember 2011 teilte der Hausarzt, Dr. med. F._,
Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, der IV-Stelle St. Gallen mit, der Versicherte sei in
seiner angestammten Tätigkeit als Materialvorbereiter nur zu 25 % arbeitsfähig. In einer
wechselbelastenden, leichten Tätigkeit sei er "theoretisch" voll arbeitsfähig.
Diesbezüglich bedürfe er aber dringend einer IV-Umschulung oder Unterstützung für
eine Berufsausbildung (act. G 4.1/35). Mit Arztbericht vom 14. Februar 2012 stellte
Dr. F._ die Diagnosen einer Spinalkanalstenose LWK 3/4 und LWK 4/5 mit möglicher
Irritation der Wurzeln L4 und L5 rechts bei Status nach zweizeitiger Infiltration L4 und
L5 rechts sowie einer leichten depressiven Episode (F32.00 [act. G 4.1/40.1]).
A.c Da der Versicherte in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei
und bei der Stellensuche durch das RAV unterstützt werde, schloss der
Eingliederungsverantwortliche der IV den Fall per 24. April 2012 ab (act. G 4.1/44.4 f.).
A.d Mit Feststellungsblatt vom 7. Juni 2012 errechnete die IV-Stelle bei einem
Valideneinkommen von Fr. 74'131.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 61'776.--
einen Invaliditätsgrad von 17 %. Ein Anspruch auf Umschulungsmassnahmen bestehe
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nicht, da der Versicherte über keine abgeschlossene Ausbildung verfüge. Das
"Gesuch" müsse abgewiesen werden (act. G 4.1/49). Mit Vorbescheid vom 18. Juni
2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, er habe keinen Anspruch auf eine
Invalidenrente (act. G 4.1/51). Am 9. August 2012 erliess sie eine entsprechende
Verfügung (act. G 4.1/54). Am 26. September 2012 erliess sie eine weitere Verfügung,
mit welcher der Anspruch auf berufliche Massnahmen verneint wurde (act. G 4.1/58).
B.
B.a Gegen diese beiden Verfügungen erhob der Rechtsvertreter mit Eingaben vom
13. September 2012 und 4. Oktober 2012 Beschwerde mit dem Antrag, die
angefochtenen Verfügungen seien aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei eine
Viertelsrente zu gewähren. Ausserdem seien ihm geeignete, noch zu bestimmende
Umschulungsmassnahmen zu gewähren. In formeller Hinsicht seien die von der
Verwaltung grundlos separat eröffneten Verfügungen in einem Beschwerdeverfahren zu
behandeln. Zur Begründung wird im Wesentlichen vorgebracht, der Beschwerdeführer
könne ohne Umschulung kein rentenausschliessendes Einkommen mehr erzielen. Er
habe sich bereits an diversen Orten beworben. Dennoch sei es ihm nicht gelungen,
eine geeignete Tätigkeit zu finden. Der Beschwerdeführer sei auf Grund seiner
Vorbildung und seiner ideenreichen Arbeitsweise für eine geeignete Umschulung
prädestiniert. Gemäss Entscheid des Bundesgerichts vom 8. August 2008
(8C_163/2008) habe ein Gymnasialabsolvent Anspruch auf eine Umschulung, wenn er
eine Erwerbseinbusse von mindestens 20 % aufweise (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 12. November 2012 beantragt die Verwaltung
Abweisung der Beschwerden. Dabei geht sie nunmehr von einem Invaliditätsgrad von
25 % aus. Verfügung 1 (vom 9. August 2012) sei damit rechtmässig. Weiter habe der
Beschwerdeführer in der Schweiz stets als Hilfsarbeiter gearbeitet. Sein
Gymnasialabschluss liege über 30 Jahre zurück und würde ihm bei einer allfälligen
Umschulung nichts mehr nützen. Er sei deshalb nicht in der Lage, eine Umschulung
innert vernünftiger Frist zu absolvieren. Ausserdem sei er bereits gut x-jährig. Eine
Umschulung erweise sich damit als unverhältnismässig. Es sei ihm zumutbar, in eine
andere Hilfstätigkeit zu wechseln, was ohne Umschulung möglich sei. Schliesslich sei
auch keine weitere Arbeitsvermittlung mehr geschuldet. Dem Beschwerdeführer
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ständen eine grössere Anzahl von leidensangepassten Stellen offen. Damit sei auch
Verfügung 2 (vom 26. September 2012) rechtmässig. Gegebenenfalls würden aber
Einarbeitungszuschüsse gewährt (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 3. Dezember 2012 macht der Rechtsvertreter geltend, es treffe
nicht zu, dass der Beschwerdeführer stets Hilfsarbeiter gewesen sei. Er habe zunächst
als Maschinenbediener und danach als Materialwart bei der B._ AG gearbeitet. Er
habe offensichtlich bereits im Jahr 2008 einen Lohn von über Fr. 70'000.--
erwirtschaftet, was bei einem Hilfsarbeiter erfahrungsgemäss nicht der Fall sei.
Versicherte mit einem Lohn von über Fr. 70'000.-- würden auch dann als
umschulungsberechtigt angesehen, wenn sie die übrigen Voraussetzungen der
Umschulung - ausser der 20 %-igen Invalidität - nicht erfüllten. Dies treffe umso mehr
zu, als der Beschwerdeführer nach neuer Berechnung der Beschwerdegegnerin nun
einen Invaliditätsgrad von 25 % aufweise. Die beim E._ erworbenen Kenntnisse
würden dem Beschwerdeführer zudem nicht weiterhelfen, da die dortigen
Einrichtungen veraltet seien. Hier solle jedoch angeknüpft werden und eine
Umschulung in Richtung CNC-Maschinen oder computerunterstützte Material- oder
Lagerbewirtschaftung ohne schweres Lastentragen ins Auge gefasst werden (act. G 7).
Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 9).

Erwägungen:
1.
Der Beschwerdeführer beantragt die Vereinigung der beiden Verfahren betreffend
berufliche Massnahmen und Rente. In beiden Verfahren stehen sich dieselben Parteien
gegenüber. Dem Grundsatz "Eingliederung vor Rente" folgend ist in einem ersten
Schritt über die berufliche Eingliederung des Beschwerdeführers zu entscheiden. Von
diesem Entscheid abhängig ist die Frage, ob über die Rentenberechtigung des
Beschwerdeführers bereits entschieden werden kann. Da die Streitgegenstände der
Verfahren IV 2012/342 und IV 2012/378 also eng zusammenhängen, sind die beiden
Verfahren zu vereinigen. Der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin offenbar
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irrtümlich die beiden Verfügungen nacheinander und nicht gleichzeitig eröffnet hat (vgl.
act. G 4.1/47 und 59, wird allenfalls bei der Kostenverlegung zu berücksichtigen sein.
2.
Gemäss Art. 17 Abs. 1 IVG besteht ein Anspruch auf eine Umschulung in eine neue
Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge der Invalidität notwendig ist und
dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder wesentlich verbessert
werden kann. Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die
Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die
notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig
gewesenen versicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige
Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln (BGE 124 V 109 f. E. 2a). Die Umschulung hat die
versicherte Person in die Lage zu versetzen, eine solche Erwerbstätigkeit auszuüben
(BGE 122 V 79 E. 3b/bb). Invalid im Sinn des Art. 17 Abs. 1 IVG ist eine versicherte
Person, die "wegen der Art und Schwere des eingetretenen Gesundheitsschadens in
den bisher ausgeübten und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen
stehenden noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit
dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20% erleidet; dabei bemisst sich die
Erwerbseinbusse an dem vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens erzielten
Erwerbseinkommen" (Ulrich Meyer, Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
2. Aufl. Zürich 2010, S. 191). Der Umschulungsanspruch setzt nicht nur einen
ausreichenden, massnahmenspezifischen Invaliditätsgrad, d.h. eine
behinderungsbedingte Erwerbseinbusse voraus. Notwendig ist auch, dass diese
Erwerbseinbusse durch die Umschulung beseitigt würde. Die Umschulung muss also
eingliederungswirksam sein (vgl. Meyer, a.a.O., S. 200). Bei ausgebildeten Personen
bemisst sich die Erwerbseinbusse durch Vergleich des Einkommens, das sie in dem
vor der Invalidität ausgeübten Beruf erzielen konnten, mit dem Einkommen, das sie mit
Invalidität dort noch erzielen können. Bei Hilfsarbeitern ist das Einkommen, das vor der
Invalidität erzielt wurde, mit dem Einkommen zu vergleichen, das in einer der
Behinderung angepassten Hilfsarbeit noch erzielt werden könnte.
3.
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3.1 Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist nicht mehr umstritten, dass der
Beschwerdeführer seit Herbst 2009 an invalidisierenden Beschwerden leidet und
dementsprechend die angestammte Tätigkeit aus medizinischen Gründen nicht mehr
(bzw. nur noch zu 25 %) ausüben kann (anhaltende Rückenschmerzen bei
Spinalkanalstenose L3/4 und L4/5 [vgl. act. G 4.1/13.1, 21 und 35]) und den für eine
Umschulung notwendigen Invaliditätsgrad von rund 20 % erreicht. So geht die
Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort vom 12. November 2012 von einem
Invaliditätsgrad von 25 % aus (act. G 4 Ziff. III./2.). Dabei berücksichtigte sie ein
Valideneinkommen von Fr. 71'723.--, was dem IK-Eintrag von Fr. 71'223.-- (2008)
zuzüglich eines bei einer anderen Arbeitgeberin erzielten Lohnbetrags von Fr. 500.--
entspricht (act. G 4.1/6.1) und zudem nicht allzu weit von den von der ehemaligen
Arbeitgeberin angegebenen Lohnzahlungen von Fr. 70'743.25 abweicht (fester
Monatslohn von Fr. 4'850.-- [x 13] = Fr. 63'050.--, zuzüglich diverse nicht näher
bezeichnete Zulagen im Jahr 2008 gemäss Lohnjournal der Arbeitgeberin
("Auszahlung/Abzug Stunden" [evtl. Überstunden] sowie einmalige und
Spezialzahlungen ohne Rechtsanspruch in
Höhe von Fr. 7'693.25 [act. G 4.1/12.8 f.]).
3.2 Beim massnahmespezifischen Invalideneinkommen ging sie in medizinischer
Hinsicht von den Angaben von Dr. med. F._, Allgemeinmedizin FMH, aus, der im
Gesprächsprotokoll vom 14. Juni 2010 rückenadaptierte, körperlich leichte Tätigkeiten
mit Wechselbelastung, ohne Zwangshaltungen des Oberkörpers für vollschichtig
zumutbar erklärte (act. G 4.1/13.1). Dies bestätigte Dr. F._ auch in seinen Zeugnissen
vom 19. April und 6. Dezember 2011 (act. G 4.1/21 und 35). Im Weiteren
berücksichtigte sie, dass der Beschwerdeführer über keine abgeschlossene
Berufsausbildung verfügt und damit als ungelernter Hilfsarbeiter einzustufen ist. Dies
entspricht auch der Praxis des Versicherungsgerichts, wonach bei Hilfsarbeitern, die
vor Eintritt der Invalidität ein überdurchschnittliches Einkommen erzielt haben, nach
deren Eintritt in der Regel lediglich von einem durchschnittlichen Einkommen
auszugehen ist (vgl. Entscheide IV 2012/101 E. 2.2.4 und IV 2012/201 E. 3.3).
Tatsächlich hätte der Beschwerdeführer bei der gleichen Arbeitgeberin zu einem
niedrigeren Lohn weiter arbeiten können (act. G 4.1/12.3 f.). Nachdem der
Beschwerdeführer nicht mehr arbeitet und infolge seiner Rückenbeschwerden auf
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leichte Hilfstätigkeiten beschränkt ist, stellte sie auf den Tabellenlohn 2008 (vgl. IVG-
Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Anhang 2) ab und gewährte ihm einen
zusätzlichen Leidensabzug von 10 %. Diese Berechnung des Invaliditätsgrades
erscheint angemessen und ist nicht zu beanstanden. Nach dem Gesagten ist die
invaliditätsmässige Voraussetzung für eine Umschulung erfüllt, weshalb der
Beschwerdeführer grundsätzlich Anspruch auf entsprechende Massnahmen hat.
3.3 Die Beschwerdegegnerin macht im Weiteren geltend, eine Umschulung sei nicht
verhältnismässig. So sei der Beschwerdeführer auf Grund der lange zurückliegenden
Schulausbildung nicht in der Lage, eine Umschulung innert nützlicher Frist zu
absolvieren. Dies sei angesichts des Umstands, dass der Beschwerdeführer bereits
50 1⁄2-jährig sei, von erheblicher Bedeutung. Dem ist jedoch entgegen zu halten, dass
eine Umschulung nicht zwingend in Form einer mehrjährigen vollzeitigen Ausbildung zu
absolvieren ist. Vielmehr kommt dazu grundsätzlich jede Vorkehr in Frage, die den
Beschwerdeführer in die Lage versetzt, ein dem früheren vergleichbares Einkommen zu
erzielen (vgl. E. 2). Dem Beschwerdeführer selber schwebt eine Umschulung in den
Bereich CNC-Anwendungen, computerunterstützte Lagerbewirtschaftung oder
ähnliches vor. Dieser Weg wurde bereits von der Arbeitslosenversicherung beschritten,
indem sie dem Beschwerdeführer ein 6-monatiges Einsatzprogramm im Bereich C._
ermöglichte. Eine 3-monatige Verlängerung kam auf Grund der hohen Auslastung des
Programms nicht mehr zu Stande (act. G 4.1/38 - 39, 44). Ob auf diesem Weg
fortzufahren ist oder allenfalls in die Lagerbewirtschaftung oder andere Bereiche
gewechselt werden sollte, wird die Berufsberatung der Beschwerdegegnerin noch zu
prüfen haben. Ein Anspruch auf eine Rente besteht bei einem Invaliditätsgrad von 25 %
dagegen nicht.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde betreffend berufliche Massnahmen (IV
2012/378) gutzuheissen, jene betreffend Rente (IV 2012/342) soweit der
Beschwerdeführer überhaupt daran festhält (vgl. Replik vom 3. Dezember 2012, wo der
Beschwerdeführer zwar an den Begehren in der Beschwerde festhält, andererseits aber
auch betont, er habe von Anfang an nur berufliche Massnahmen beantragt und die
Rentenverfügung lediglich vorsorglich angefochten [act. G 7 S. 2]), abzuweisen. Die
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Sache ist sodann zur Prüfung von geeigneten Umschulungsmassnahmen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Die Beschwerdeverfahren sind kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von insgesamt Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Nachdem
der Beschwerdeführer im Verfahren um berufliche Massnahmen obsiegt und das
Verfahren betreffend Rente nur erforderlich wurde, weil die Beschwerdegegnerin die
beiden Verfügungen irrtümlicherweise nicht gleichzeitig erlassen hatte, sind die
Verfahrenskosten vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Dem
Beschwerdeführer ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.
4.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers hat auf die Einreichung einer Honorarnote verzichtet. Der
Bedeutung und dem Aufwand der Streitsache angemessen erscheint eine Parteient
schädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP