Decision ID: aaef5c70-0d99-4c81-8284-38ee0730cd1b
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war als Postautochauffeur bei der B._ AG tätig
und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva)
gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 20. November 2015 meldete die
Arbeitgeberin einen Sturz des Versicherten von der Treppe vom 13. November 2015
mit Platzwunde am Schädel und Quetschung der rechten Schulter (Suva-act. 1). Eine
Erstbehandlung hatte am Unfalltag bei Dr. med. C._, Innere Medizin FMH,
stattgefunden, der nach einer Röntgenuntersuchung der rechten Schulter und des
linken Handgelenks einen Status nach Stolpersturz diagnostiziert und den Versicherten
ab 23. (richtig wohl: 13.) November 2015 arbeitsunfähig geschrieben hatte (Suva-act.
6). Mit Schreiben vom 23. November 2015 sicherte die Suva dem Versicherten die
Vergütung der Heilbehandlungskosten sowie die Entrichtung von Taggeldern zu (Suva-
act. 3).
A.b Am 24. Dezember 2015 ersuchte das Kantonsspital St. Gallen (nachfolgend:
KSSG) die Suva um Kostengutsprache für eine Hospitalisation des Versicherten zur
Behandlung einer traumatischen Rotatorenmanschettenruptur (Supraspinatus
transmural, Subscapularis transmural) rechts (Suva-act. 10, 15, 49). Nach Erteilung der
Kostengutsprache (Suva-act. 17) führte Dr. med. D._, Klinik für Orthopädische
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Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates am KSSG, beim Versicherten
am 11. Januar 2016 eine Schulterarthroskopie rechts mit Rotatorenmanschetten-
Rekonstruktion (Subscapularis, Supraspinatus) und Bicepstenotomie durch (Suva-act.
19 f.). Dem Versicherten wurde weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit attestiert (Suva-act. 26
f., 29, 31, 56).
A.c Anlässlich einer Befragung vom 7. März 2016 durch die Suva beschrieb der
Versicherte Beschwerden an der linken Schulter (Suva-act. 22). Schulterbeschwerden
links wurden weiter auch von Dr. D._ in einem Bericht vom 8. April 2016 über eine
Untersuchung vom 7. April 2016 festgehalten (Suva-act. 31). Mit Bericht vom 8. Juli
2016 über eine klinische Untersuchung vom 7. Juli 2016 sowie eine am selben Tag
durchgeführte röntgenologische Untersuchungen beider Schultern (Suva-act. 52 f.)
stellte Dr. D._ die Diagnosen Status nach Schulterarthroskopie mit
Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion (Subscapularis und Supraspinatus) Schulter
rechts am 11. Januar 2016 und subacromiales Impingement Schulter links (Suva-act.
36). Dem Versicherten wurde eine Physiotherapieverordnung zur Behandlung beider
Schultern ausgestellt (Suva-act. 38). Am 14. September 2016 wurde die
Physiotherapieverordnung erneuert (Suva-act. 43). Am 15. November 2016 wurde in
der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin des KSSG eine MRI-Untersuchung des
linken Schultergelenks durchgeführt, welche eine ansatznahe transmurale Ruptur der
Subscapularissehne mit Retraktion des Sehnenstumpfes auf Höhe des Glenoids, eine
transmurale und kurzstreckige interstitielle ansatznahe Ruptur der Supraspinatussehne
im ventralen Anteil sowie eine ausgeprägte Teilruptur der langen Bizepssehne mit
SLAP-Läsion Typ II vom anterioren Subtyp zeigte (Suva-act. 54). Gestützt auf das
radiologische Untersuchungsergebnis erklärte Dr. D._ am 15. November 2016 eine
Schulterarthroskopie links mit Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion und
Bizepstenotomie als indiziert (Suva-act. 44). Mit Schreiben vom 18. November 2016
lehnte die Suva gegenüber dem Versicherten ihre Leistungspflicht für die
Schulterbeschwerden links mangels eines sicheren oder wahrscheinlichen
Kausalzusammenhangs zum Ereignis vom 13. November 2015 ab (Suva-act. 46).
Nachdem der Versicherte am 29. November 2016 um nochmalige Überprüfung der
Leistungsablehnung ersucht (Suva-act. 47) und das KSSG am 3. Dezember 2016 ein
Gesuch um Kostengutsprache für eine Hospitalisation des Versicherten mit
Behandlung einer Rotatorenmanschettenruptur links eingereicht hatte (Suva-act. 50),
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legte die Suva den Schadenfall ihrer Kreisärztin, med. pract. E._, Fachärztin für
Chirurgie, vor. Diese verneinte in einer Kurzbeurteilung vom 16. Dezember 2016 einen
überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhang der Schulterbeschwerden links
inklusive Operation mit dem "inkriminierten" Ereignis (Suva-act. 48). Inzwischen hatte
die Suva den Versicherten am 12. Dezember 2016 ausserdem zum Unfallhergang
befragt (Suva-act. 56).
A.d Gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung hielt die Suva mit Verfügung vom 16.
Dezember 2016 an ihrer Leistungsablehnung betreffend der Schulterbeschwerden links
fest (Suva-act. 57).
B.
B.a Eine gegen diese Verfügung erhobene Einsprache des Versicherten ging der Suva
am 19. Dezember 2016 zu (Suva-act. 59).
B.b Gleichentags führte Dr. D._ beim Versicherten eine Schulterarthroskopie links
mit Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion (Subscapularis, Supraspinatus) durch
(Suva-act. 62, 73).
B.c Nach Einholung einer Beurteilung ihrer Kreisärztin med. pract. E._ (Suva-act. 61,
63) lehnte die Suva die am 19. Dezember 2016 bei ihr eingegangene Einsprache mit
Einspracheentscheid vom 7. März 2017 ab (Suva-act. 66).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 5. April 2017 Widerspruch (richtig: Beschwerde)
und beantragte sinngemäss, der Entscheid sei aufzuheben und es seien für seine
linksseitigen Schulterbeschwerden inklusive Operation die gesetzlichen Leistungen zu
erbringen (act. G 1). Zusammen mit der Beschwerde reichte der Beschwerdeführer
einen Bericht von Dr. D._ vom 17. März 2017 über die Nachkontrolle vom 16. März
2017 ein, worin sich dieser auch zur Kausalität zwischen der linksseitigen
Schulterproblematik und dem Unfall vom 13. November 2015 äusserte (act. G 1.2).
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C.b Mit Beschwerdeantwort vom 19. Mai 2017 beantragte die Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) Abweisung der Beschwerde (act. G 3). Sie stützte sich dabei
unter anderem auf eine von Dr. med. F._, Facharzt Chirurgie und Unfallchirurgie,
Abteilung Versicherungsmedizin der Suva, am 16. Mai 2017 erstellte chirurgische
Beurteilung (Suva-act. 75).
C.c Der Beschwerdeführer verzichtete auf die Einreichung einer Replik (act. G 4 f.).
C.d Mit Schreiben vom 2. Juli 2018 ersuchte das Versicherungsgericht Dr. C._ um
Einreichung der von ihm im Nachgang zum Unfall vom 13. November 2015 notierten
Krankengeschichte inklusive Behandlungseinträge und wies den Arzt darauf hin, dass
seine Angaben im Arztzeugnis UVG vom 25. November 2015 (Suva-act. 6) nicht
eindeutig seien. Zur Klärung des Sachverhalts wurde Dr. C._ deshalb gefragt, ob er
die linke Schulter des Beschwerdeführers anlässlich der Erstbehandlung vom 13.
November 2015 untersucht habe; falls ja, welche Untersuchungen er konkret
durchgeführt habe und zu welchen Ergebnissen diese geführt hätten (act. G 8). Am 6.
Juli 2018 reichte Dr. C._ die gewünschten Unterlagen ein und nahm zu den ihm
gestellten Fragen Stellung (act. G 9, G 9.1).

Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 2 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden
daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2015 zur Diskussion steht, die bis 31.
Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
2.
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2.1 Der Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung setzt zunächst einen Unfall im
Sinne von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) voraus. Als solcher gilt eine plötzliche,
nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors
auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Als weitere Voraussetzung der
Leistungspflicht des Unfallversicherers ist sodann die natürliche und adäquate
Kausalität zwischen dem Unfall und der festgestellten Gesundheitsschädigung verlangt
(vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen; ALEXANDRA RUMO-
JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen
natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht auf Angaben
ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten
Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den
von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181 E. 3.1,
123 III 110, 112 V 30; PVG 1984 Nr. 82, 174). Bei physischen Unfallfolgen hat indessen
die Adäquanz gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine
selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 3a).
2.2 Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert
eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels
noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als
Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).
Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des
Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen einholen, können
beweistauglich sein. An deren Beweiswürdigung sind indes strenge Anforderungen zu
stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen
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vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt in Urteil des Bundesgerichts
vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3). Auch ärztliche Beurteilungen aufgrund
der Akten, wie sie vorliegend von Kreisärztin med. pract. E._ und von Dr. F._
erstellt wurden, sind nicht an sich unzuverlässig, sofern ein lückenloser Befund vorliegt
und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden
medizinischen Sachverhalts geht (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
[EVG; seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 8.
Februar 2007, U 223/06, E. 5.1.2).
2.3 Der im Sozialversicherungsprozess herrschende Untersuchungsgrundsatz (BGE
125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 I 183 f. E. 3.2)
schliesst die Beweislast im Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Die
Parteien tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der
Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesenen Sachverhalt
Rechte ableiten wollte (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen, 1994 Nr. U 206
S. 328 E. 3b mit Hinweisen). Wird also auf dem Wege der Beweiserhebung das
Vorliegen eines (leistungsbegründenden) natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen
dem neuen Beschwerdebild und dem Unfall nicht wenigstens mit Wahrscheinlichkeit
erstellt - die blosse Möglichkeit genügt nicht - so hat dieses als unbewiesen zu gelten,
was sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden Person auswirkt (BGE 129 V 177 E.
3.1, 117 V 360 E. 4a, je mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b, 119 Nr. U
86 S. 50; THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des
Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58 f.; RUMO-JUNGO/HOLZER,
a.a.O., S. 4).
3.
3.1 Vorliegend liess die Beschwerdegegnerin den medizinischen Sachverhalt zunächst
durch ihre Kreisärztin med. pract. E._ prüfen (Kurzbeurteilung vom 16. Dezember
2016; Suva-act. 48) und verneinte ihre Leistungspflicht mit Verfügung vom gleichen
Tag (Suva-act. 57) bzw. angefochtenem Einspracheentscheid vom 7. März 2017 (Suva-
act. 66) gestützt auf die neuerliche Beurteilung der Kreisärztin vom 13. Februar 2017
(Suva-act. 63). Erst nach Beschwerdeerhebung, d.h. zusammen mit der
Beschwerdeantwort vom 19. Mai 2017 (act. G 3), reichte sie die chirurgische
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Beurteilung von Dr. F._ vom 16. Mai 2017 (Suva-act. 75) zu der ihm gestellten
Kausalitätsfrage ein. Es ist deshalb zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin mit diesem
Vorgehen das Prinzip des Devolutiveffekts verletzt hat.
3.2 Als ordentlichem Rechtsmittel kommt der Beschwerde nach Art. 56 ATSG
Devolutiveffekt zu. Eingeschränkt wird jedoch der Devolutiveffekt durch Art. 53 Abs. 3
ATSG, welcher bestimmt, der Versicherungsträger könne eine Verfügung oder einen
Einspracheentscheid, gegen den Beschwerde erhoben wurde, so lange wiederwägen,
bis er gegenüber der Beschwerdebehörde Stellung nimmt. Die formgültige
Beschwerdeerhebung begründet die alleinige Zuständigkeit des kantonalen
Versicherungsgerichts, über das in der angefochtenen Verfügung bzw. im
angefochtenen Entscheid geregelte Rechtsverhältnis zu entscheiden. Somit verliert die
Verwaltung die Herrschaft über den Streitgegenstand, und zwar insbesondere auch in
Bezug auf die tatsächlichen Verfügungs- und Entscheidgrundlagen. Die
Beschwerdeinstanz hat den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen zu
ermitteln und ist nicht an die Begehren der Parteien gebunden (Art. 61 lit. c und d
ATSG). Folgerichtig ist es der Verwaltung grundsätzlich verwehrt, nach Einreichung des
Rechtsmittels weitere oder zusätzliche Abklärungen vorzunehmen, soweit sie den
Streitgegenstand betreffen und auf eine allfällige Änderung der angefochtenen
Verfügung durch Erlass einer neuen abzielen. Die gegenteilige Auffassung hat eine
Vermengung von Verwaltungs- und erstinstanzlichem Beschwerdeverfahren zur Folge.
Es bliebe diesfalls unklar, welchen beweisrechtlichen Regeln die pendente lite durch
die Verwaltung angeordneten Abklärungsmassnahmen unterworfen sind und
überhaupt, wie sich die Rechtsstellung der versicherten Person im Verfahren bestimmt.
Eine solche Prozessgestaltung weckt auch deswegen Bedenken, weil damit allfällige
Versäumnisse der Verwaltung bezüglich ihres gesetzlichen Abklärungsauftrags
korrigiert würden und dem Rechtsmittelverfahren im Ergebnis eine Ersatzfunktion für
die administrative Untersuchungspflicht überbunden würde (vgl. BGE 136 V 5 E. 2.5,
127 V 231 f. E. 2b/aa mit Hinweisen).
3.3 Das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht sollte gemäss Art. 61 lit. a
ATSG einfach und rasch sein. Die anzustrebende Raschheit des Verfahrens schliesst
es aus, dass die Verwaltung während des kantonalen Verfahrens umfangreiche und
zeitraubende Zusatzabklärungen tätigt. Aufgrund der gebotenen Einfachheit des
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Prozesses kann der Versicherungsträger im Weiteren rechtsprechungsgemäss keine
Abklärungsmassnahmen treffen, welche der Mitwirkung der versicherten Person
bedürften. Erlaubt sind der Verwaltung demgegenüber in aller Regel punktuelle
Abklärungen (wie das Einholen von Bestätigungen, Bescheinigungen oder auch
Rückfragen bei medizinischen Fachpersonen oder anderen Auskunftspersonen).
Wegleitende Gesichtspunkte für die Beantwortung der Frage, was im kantonalen
Verfahren noch zulässiges Verwaltungshandeln darstellt, bilden die inhaltliche
Bedeutung der Sachverhaltsvervollständigung und die zeitliche Intensität allfälliger
weiterer Abklärungsmassnahmen (BGE 136 V 6 E. 2.7 mit Hinweisen auf BGE 127 V
231 ff. E. 2b/aa und bb).
3.4 Bei der 9-seitigen chirurgischen Beurteilung von Dr. F._ handelt es sich zwar um
eine umfassende und umfangreiche Stellungnahme (Suva-act. 75). Die
Beschwerdegegnerin hat jedoch den massgeblichen medizinischen Sachverhalt bereits
vor Erlass ihrer Verfügung und des angefochtenen Einspracheentscheids durch ihre
Kreisärztin med. pract. E._ abklären lassen, deren Stellungnahme vom 13. Februar
2017 (Suva-act. 63) mit umfassender Anamnese und ärztlicher Beurteilung ebenfalls als
ausführlich bezeichnet werden kann. Der Beschwerdegegnerin kann damit nicht
vorgeworfen werden, sie habe die notwendigen Abklärungsmassnahmen in ein
späteres Verfahren verschoben. Die interne versicherungsmedizinische
Aktenbeurteilung durch Dr. F._ wurde sodann ohne Mitwirkung des
Beschwerdeführers erstellt und hat keine namhafte zeitliche Verzögerung des
Beschwerdeverfahrens verursacht. Im Übrigen hat der Beschwerdeführer mit der
Beschwerde einen neuen Bericht von Dr. D._ vom 17. März 2017 über eine
Nachkontrolle vom 16. März 2017 (act. G 1.2) vorgelegt. Dieser beinhaltete eine
Beurteilung der Kausalitätsfrage der linksseitigen Schulterproblematik, was wiederum
eine versicherungsinterne ärztliche Überprüfung durch die Beschwerdegegnerin als
sachgerecht erscheinen lässt. Die Einholung der fraglichen Beurteilung war mithin
zulässig (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 16. Dezember 2014, 8C_284/2014, E.
5.5, und 15. Januar 2014, 8C_410/2013, E. 5). Die Aktenbeurteilung von Dr. F._
wurde dem Beschwerdeführer zusammen mit der Beschwerdeantwort der
Beschwerdegegnerin zugestellt und er konnte sich im Rahmen der Replik dazu
äussern, weshalb auch nicht von einer Verletzung des rechtlichen Gehörs ausgegangen
werden kann. Ausserdem wurde eine Verletzung des Devolutiveffekts vom
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Beschwerdeführer nicht gerügt. So ist die chirurgische Beurteilung von Dr. F._ vom
16. Mai 2017 im vorliegenden Beschwerdeverfahren zu berücksichtigen, was auch aus
verfahrensökonomischen Gründen als gerechtfertigt erscheint.
4.
Streitig und zu prüfen ist, ob zwischen den Beschwerden in der linken Schulter des
Beschwerdeführers bzw. der arthroskopischen Behandlung seiner
Rotatorenmanschettenruptur links (Subscapularis transmural, Supraspinatus
transmural) vom 19. Dezember 2016 (Suva-act. 73) und seinem Unfall vom 13.
November 2015 ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Rotatorenmanschetten
können als Folge eines Traumas ein- oder abreissen, sind aber häufig degenerativer
Natur (vgl. dazu ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4.
Aufl. Bern 2002, S. 412, 628, 724 f., 728 ff.; ROCHE LEXIKON, Medizin, 5. Aufl.
München 2003, S. 1681; PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch 2017, 267. Aufl.
Berlin 2017, S. 1576, 1646). Während die Beschwerdegegnerin insbesondere gestützt
auf die kreisärztliche Beurteilung von med. pract. E._ vom 13. Februar 2017 (Suva-
act. 63) und die chirurgische Beurteilung von Dr. F._ vom 16. Mai 2017 (Suva-act. 75)
davon ausgeht, eine Unfallkausalität der Rotatorenmanschettenruptur links sei nicht mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, stellt sich der
Beschwerdeführer auf den Standpunkt, der Unfall habe für die fragliche
Schulterproblematik mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine
kausale Rolle gespielt. Zur Unterstreichung seiner Auffassung reichte er den bereits
erwähnten Bericht von Dr. D._ vom 17. März 2017 über eine Nachkontrolle vom 16.
März 2017 ein (act. G 1.2). Nachfolgend ist damit zu entscheiden, von welcher
Kausalität (Krankheits- oder Unfallkausalität) mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit auszugehen ist.
5.
Der Beschwerdeführer hat am 13. November 2015 unstreitig einen Unfall im Sinne von
Art. 4 ATSG erlitten, indem er auf einer Treppe gestürzt ist und sich dabei
anerkanntermassen eine Rotatorenmanschettenruptur rechts sowie eine
Rissquetschwunde supraorbital rechts zugezogen hat (vgl. Suva-act. 6, 15; RUMO-
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JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 40; ALFRED MAURER, Schweizerisches
Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 176). Die Beschwerdegegnerin hat die
entsprechenden Heilbehandlungskosten übernommen und für die daraus resultierten
Arbeitsunfähigkeiten Taggelder ausgerichtet (vgl. Suva-act. 3, 16 f.). Im vorliegenden
Beschwerdeverfahren ist jedoch eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin in
Bezug auf die Beschwerden des Beschwerdeführers an der linken Schulter streitig. Es
erscheint offensichtlich, dass in der Regel nur ein vom Unfall betroffener Körperteil eine
unfallbedingte Verletzung mit nachfolgenden Beschwerden zeitigen kann. Zu prüfen ist
damit, ob respektive inwieweit vom Sturz auf der Treppe auch die linke Schulter
tangiert worden ist. Eine Unfallbeteiligung der linken Schulter wäre etwa zu bejahen,
wenn der Beschwerdeführer auch mit der linken Schulter auf dem Boden
aufgeschlagen oder es beim Unfall zu einer indirekten Gewalteinwirkung auf seine linke
Schulter gekommen wäre. Eine Verletzung führt sodann regelmässig zu Schmerzen,
welche unmittelbar im Anschluss an den Unfall oder zumindest unfallnah auch im
entsprechenden Umfang wahrgenommen und im Rahmen einer ärztlichen
Untersuchung diagnostiziert werden. Insofern bilden der Unfallmechanismus, die
Unfalldiagnose bzw. die echtzeitlich erhobenen Befunde, die subjektiv geltend
gemachten Beschwerden und folgerichtig der zeitliche Ablauf massgebende Kriterien
für die Beurteilung der Ursächlichkeit einer Gesundheitsschädigung.
6.
6.1 Med. pract. E._ wertet in der Beurteilung vom 13. Februar 2017 (Suva-act. 63)
den zeitlichen Ablauf im konkreten Fall als Anhaltspunkt gegen eine Unfallkausalität
und geht, wie gesagt, von einer degenerativen Verursachung der
Rotatorenmanschettenruptur aus. Sowohl die Schadenmeldung UVG vom 20.
November 2015 (Suva-act. 1), das Arztzeugnis UVG von Dr. C._ vom 25. November
2015 (Suva-act. 6) als auch der erste Untersuchungsbericht von Dr. D._ vom 23.
Dezember 2015 (Suva-act. 15) befassten sich nur mit der rechten Schulter. Die linke
Schulter werde weder als beschwerdehaft noch als untersucht angeführt. In der Folge
sei dann auch die rechte Schulter operativ angegangen worden. Erstmalig Erwähnung
finde die linke Schulter im Sprechstundenbericht von Dr. D._ vom 8. April 2016
(Suva-act. 31). Untersucht worden sei die linke Schulter dort nicht. Es sei aber
festgehalten worden, dass bei der nächsten Kontrolle - betreffend die rechte Schulter
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in drei Monaten - auch die linke Schulter untersucht werden solle, vorrangig mit einer
MRI- und einer Röntgenuntersuchung.
6.2
6.2.1 Aus den im Rahmen der Abklärungen des Versicherungsgerichts von Dr. C._
eingegangenen Unterlagen (act. G 9, vgl. auch act. G 8) lässt sich schliessen, dass
med. pract. E._ das Arztzeugnis UVG von Dr. C._, auf welchem ihre Darstellung
des zeitlichen Ablaufs schwergewichtig aufbaut, insofern falsch interpretiert, als sie den
Vermerk "Schmerzen links" unter der Rubrik "Angaben des Patienten" (Suva-act. 6,
Ziff. 2) nur auf das Handgelenk und nicht auch auf die linke Schulter bezieht. Dr. C._
klärte mit Schreiben vom 6. Juli 2018 auf, soweit er sich erinnern könne, habe der
Beschwerdeführer anlässlich der Erstbehandlung vom 13. November 2015 auch
Schmerzen in der linken Schulter angegeben. Weil jedoch die Schmerzen in der
rechten Schulter sowie im linken Handgelenk im Vordergrund gestanden hätten, sei er
in der körperlichen Untersuchung auf diese eingegangen (act. G 9). Mit den echtzeitlich
dokumentierten Schulterbeschwerden links ist - wie bezüglich der rechten Schulter und
dem linken Handgelenk unangefochten angenommen - auch ein massgebender
Hinweis für eine direkte oder indirekte Beteiligung der linken Schulter gegeben.
6.2.2 Vor diesem Hintergrund überzeugt nun aber auch die von med. pract. E._
festgestellte bzw. hervorgehobene Verzerrung der vom Beschwerdeführer anlässlich
der Befragung vom 12. Dezember 2016 (Suva-act. 56) durch die Beschwerdegegnerin
angegebenen zeitlichen Abläufe nicht. Der Beschwerdeführer hatte angesichts des in
Erwägung 6.2.1 Gesagten bei der Befragung wahrheitsgetreu angegeben, er habe nach
dem Sturz Schmerzen in beiden Schultergelenken gehabt. Die rechte Schulter habe er
nicht mehr bewegen können. Auch links sei die Beweglichkeit eingeschränkt gewesen.
Er sei sofort zu seinem Hausarzt Dr. C._ gegangen, der nur die rechte Schulter
geröntgt habe. Dieser hat denn auch in seinem Schreiben vom 6. Juli 2018 bestätigt,
am 13. November 2015 die linke Schulter nicht untersucht zu haben (act. G 9).
Irrelevant ist demnach, dass die weitere Aussage des Beschwerdeführers (Suva-act.
56) - Dr. C._ habe einen Krafttest von beiden Schultern gemacht, welcher ergeben
habe, dass er in der linken Schulter weniger Kraft gehabt habe als in der rechten
Schulter - nicht nachvollziehbar ist und auch nicht mehr bewiesen bzw. ergründet
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werden kann. Der Aussage sollte jedoch ohnehin kein allzu grosses Gewicht
beigemessen werden, weil der Beschwerdeführer ohne weiteres auch rechts und links
verwechselt haben könnte. Im Einklang mit den Akten steht sodann wieder die
Aussage des Beschwerdeführers, man habe sich dann entschieden, vorerst nur die
rechte Schulter zu behandeln. Zwar erstaunt es, dass der Beschwerdeführer angeblich
Dr. C._ mehrmals darauf hingewiesen haben soll, in der linken Schulter unter starken
Schmerzen zu leiden, und dieser trotzdem nie entsprechende Untersuchungen
veranlasste. An der grundsätzlichen Richtigkeit der Sachverhaltsschilderung vermag
dies indessen nichts zu ändern. Nachvollziehbar erscheint zumindest allgemein, dass
traumatisch beeinträchtigte paarige Körperteile nicht gleichzeitig operativ behandelt
werden und die Therapierung der Verletzung am dominanten Arm vorgezogen wird.
Stimmig erscheint die Darstellung des Beschwerdeführers vor allem auch angesichts
der Ausführungen von Dr. D._ im Untersuchungsbericht vom 8. April 2016, worin
dieser eine erneute klinische Verlaufskontrolle der rechten Schulter in drei Monaten
ankündigte, hier bei Beschwerden auch an der linken Schulter. Vorrangig seien eine
MRI- sowie eine Röntgenuntersuchung der linken Schulter durchzuführen, welche in
der nächsten Kontrolle besprochen würden (Suva-act. 31). Im Übrigen ist darauf
hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer bereits bei der Befragung durch die
Beschwerdegegnerin vom 7. März 2016, d.h. vor derjenigen vom 12. Dezember 2016
und vor der Berichterstattung durch Dr. D._ vom 8. April 2016, erzählt hatte, in
beiden Schultern Probleme zu haben. Der Hausarzt habe jedoch gesagt, dass man die
linke Schulter erst anschaue, wenn die rechte Schulter besser sei (Suva-act. 22). Diese
Schilderung entspricht denn auch genau den Untersuchungsergebnissen von Dr. D._
vom 7. April 2016. Drei Monate nach der Arthroskopie der rechten Schulter stellte
dieser einen zeitgerechten postoperativen Verlauf fest, mit dem auch der
Beschwerdeführer zufrieden war. Schmerzen hatte der Beschwerdeführer nur bei
forcierter Mobilisation der rechten Schulter und unter intensiver Physiotherapie hatte
eine zufriedenstellende Beweglichkeit erreicht werden können. Im Rahmen dieser
Untersuchung wurde nun konkret das weitere Vorgehen bezüglich der linken Schulter
geplant (Suva-act. 31). Eine Gesamtbetrachtung im Sinne der vorangegangenen
Erwägungen drängt damit - entgegen der Auffassung von med. pract. E._ - den
Schluss auf, dass der Beschwerdeführer die zeitlichen Abläufe richtig dargestellt hat.
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6.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beurteilung von med. pract. E._
vom 13. Februar 2017 (Suva-act. 63) auf zwei Begründungen basiert, denen die
Aussagekraft abzusprechen ist. So sind den Akten verschiedene Hinweise zu
entnehmen, welche gemeinsam die Schlussfolgerung stützen, dass im Zeitpunkt der
Erstbehandlung am Unfalltag durch Dr. C._ auch linksseitig eine Schulterproblematik
vorgelegen hat und zudem nicht von einer zusammenhanglosen erstmaligen
Erwähnung der linken Schulter im Besprechungsprotokoll der Beschwerdegegnerin
vom 12. Dezember 2016 gesprochen werden kann. Der Nachweis von
Brückensymptomen ist insbesondere mit der Erläuterung des Arztzeugnisses UVG vom
25. November 2015 (Suva-act. 6) durch Dr. C._ im Schreiben vom 6. Juli 2018 (act. G
9; vgl. Erwägung 6.2.1) und mit den Angaben von Dr. D._ im Untersuchungsbericht
vom 8. April 2016 (Suva-act. 31; vgl. Erwägung 6.2.2) mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erbracht. Entsprechend kommt Dr. D._ in seinem
Bericht vom 17. März 2017 (act. G 1.2) überzeugend zum Schluss, er sehe die
linksseitige Rotatorenmanschettenruptur nach Zusammenschau der Befunde im
Zusammenhang mit dem Unfall vom 13. November 2015. Er bestätigte nochmals, dass
die rechtsseitigen Schulterbeschwerden nach dem Sturz für den Beschwerdeführer
deutlich im Vordergrund gestanden hätten; nach der Verbesserung der Situation an der
rechten Schulter mittels Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion hätten dann die
Beschwerden auf der linken Seite im Vordergrund gestanden.
7.
Die von Dr. F._ in seiner chirurgischen Beurteilung vom 16. Mai 2017 vorgetragenen
Argumente gegen eine überwiegend wahrscheinlich durch den Unfall vom 13.
November 2015 verursachte linksseitige Schulterproblematik sind ebenso wenig
stichhaltig (Suva-act. 75).
7.1 Dr. F._ geht zunächst wegweisend davon aus, der Sturz des Beschwerdeführers
vom 13. November 2015 sei nur zur rechten Seite hin erfolgt, wofür allerdings der
überwiegend wahrscheinliche Beweis nicht erbracht ist. Zwar erhob Dr. C._
anlässlich seiner klinischen Erstuntersuchung vom 13. November 2015 (Suva-act. 6) -
wie von Dr. F._ angeführt - die Befunde einer Prellmarke der rechten Schulter und
einer Riss-/Quetschwunde an der rechten Stirnseite. Allerdings nehmen auch Dr. F._
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und die Beschwerdegegnerin an, dass der Beschwerdeführer anlässlich der
Erstbehandlung durch Dr. C._ vom 13. November 2015 ebenso unter massgebenden
Handgelenksschmerzen links litt, derentwegen Dr. C._ eine röntgenologische
Untersuchung durchführte (Suva-act. 6, act. G6). Allgemein ist zudem einzuräumen,
dass ein plötzlich und unerwartet eintretendes bzw. sich schnell abspielendes
Geschehen, wie ein Sturz auf einer Treppe, nicht immer in sämtlichen Einzelheiten
wahrgenommen wird, womit die Aussage des Beschwerdeführers anlässlich der
Besprechung mit der Beschwerdegegnerin vom 12. Dezember 2016 (Suva-act. 56), er
könne nicht mehr sagen, ob er mehr auf die linke oder rechte Seite gefallen sei, wenig
erstaunt. Immerhin glaubt er sich daran zu erinnern, dass er auf beide Hände gefallen
sei und dabei die Arme ausgestreckt habe. Jedenfalls ist damit generell eine
linkskörperseitige Unfallbeteiligung nicht von der Hand zu weisen, was seine
Bestätigung in den vorgenannten, echtzeitlich erhobenen Handgelenksschmerzen links
findet. Hinzu kommt, dass eine Abstütztraumatisierung bei einem Treppensturz ohne
Weiteres vorstellbar erscheint und damit gerade ein laut medizinischer Literatur
geeigneter und typischer Verletzungsmechanismus für eine indirekt traumatisch
verursachte Schädigung der Rotatorenmanschette vorliegt (vgl. dazu https://
gelenkklinik.de/orthopaedische-erkrankung/schulter/ruptur-rotatorenman¬schette.html;
http://orthopaedie-unfallchirurgie.universimed.com/artikel/die-
rotatorenman¬schettenruptur-verletzung; http://www.orthozentrum.ch/de/Schulter-
Ellbogen-Hand/Rotato¬renmanschettenruptur-und-Impingement; <http://
www.orthozentrum.ch/de /Schulter-Ellbo¬gen-Hand/Rotatorenmanschettenruptur-
und-Impingementsyndrom>, alle abgerufen am 6. August 2018).
7.2 Angesichts des Gesagten überzeugt auch die weitere Schlussfolgerung von Dr.
F._ - die echtzeitlich erhobenen Befunde würden dagegen sprechen, dass sich der
Beschwerdeführer mit den Händen noch vor dem Aufprall ausreichend habe abstützen
können, denn die Energie des Aufpralls sei erst beim Kontakt zwischen der Schulter
rechts und der rechten Stirnseite "vernichtet" worden und habe so zu den
beschriebenen Verletzungen geführt - nicht (Suva-act. 75). Wie dargelegt, kann eine
Unfallbeteiligung des linken Arms nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden. Der weitere Hinweis von Dr. F._ - die
fehlende Dokumentation äusserer Verletzungszeichen (keine Schwellung, keine
Prellmarke) spreche gegen die Einleitung einer relevanten schädigenden Kraft in den
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linken Arm - vermag sodann allein nicht zu überzeugen. So erscheinen
Handgelenksschmerzen als klinische Symptomatik nach einem Abfangen mit der Hand
grundsätzlich als eine nachvollziehbare Verletzungsfolge und weisen auf eine
Krafteinwirkung auf das Handgelenk hin.
7.3 Im Rahmen der MRI-Untersuchung vom 15. November 2016 kamen zusätzlich
degenerative Gesundheitsschäden wie eine hypertrophe AC-Gelenkarthrose mit
geringem Gelenkserguss und Knochenmarksödem mit geringer arthrotischer
Einengung des Subakromialraums, eine Synovialishypertrophie und osteophytäre
Veränderungen ventral im Tuberculum minus sowie eine anatomische Akromionform
Typ 2 mit gering verdicktem Ligamentum coracoacromiale zur Darstellung (Suva-act.
54). Angesichts der Leichtgradigkeit der genannten degenerativ bedingten
Veränderungen sowie der anatomischen Situation erschliesst sich jedoch dem Gericht
nicht, inwiefern keine davon gesonderte traumatische Rotatorenmanschettenruptur soll
entstehen können. Dr. D._ hat sodann im Bericht vom 17. März 2017 festgestellt, es
hätten sich in der MRI-Untersuchung vom 15. November 2016 keine Hinweise für eine
linksseitige chronische, muskuläre Degeneration finden lassen, was offensichtlich mit
dem MRI-Befund bzw. MRI-Untersuchungsbericht übereinstimmt ("normale übrige
Muskelqualität und -volumen der Rotatorenmanschette [Goutallier Grad 1 und
negatives Tangentenzeichen]; Suva-act. 54). Der allgemeine Hinweis von Dr. F._,
dass auch epidemiologisch betrachtet, d.h. in Bezug auf die Altersgruppe des
Beschwerdeführers (geboren 1960), von einer degenerativen Sehnenproblematik
auszugehen sei (Suva-act. 75), verändert die in den Erwägungen 6.2 bis 7.2
dargestellte Sachlage, welche insgesamt mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit für eine traumatische Verursachung der
Rotatorenmanschettenruptur links spricht, nicht.
8.
Wenngleich der Beschwerdegegnerin darin zuzustimmen ist, dass mit der
Argumentation des Beschwerdeführers - er habe vor dem Unfall vom 13. November
2015 niemals Probleme mit der linken Schulter gehabt (act. G 3, Ziff. 5.3) -
grundsätzlich nur eine zeitliche Einordnung vorgenommen wird und der zeitliche
Aspekt allein keine wissenschaftlich genügende Erklärungskraft besitzt (vgl. dazu UELI
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KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 4 N 69; ALFRED
MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 N
1205 [Beweisführung nach der Formel "post hoc ergo propter hoc"]; SVR 2009 UV Nr.
13, S. 52 E. 7.2.4 mit weiteren Hinweisen; BGE 119 V 340 E. 2b/bb), erweist sich der
Hinweis im vorliegenden Fall als untauglich. Richtungweisend ist hier vielmehr die
Anamnese mit einem typischen Bewegungsablauf für eine Rotatorenmanschettenruptur
mit unmittelbar darauf aufgetretenen Schmerzen, derentwegen der Beschwerdeführer
noch am Unfalltag seinen Hausarzt konsultierte. Die Gründe für die zeitlich verzögerte
radiologische Erhebung und Behandlung der Rotatorenmanschettenruptur links wurden
in Erwägung 6.2.2 dargelegt. Die blosse zeitliche Abfolge stellt nur in solchen Fällen
einen ungenügenden Hinweis dar, in welchen das Vorliegen einer strukturellen
Verletzung mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit verneint
werden kann.
9.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich aus der medizinischen und übrigen
Aktenlage hinsichtlich der Beurteilungen von med. pract. E._ und Dr. F._ vom 13.
Februar 2017 (Suva-act. 63) bzw. 16. Mai 2017 (Suva-act. 75) verschiedene Zweifel
ergeben. Im konkreten Fall ist in Bezug auf die echtzeitliche Beschwerdesymptomatik
bzw. die initial erhobenen Befunde, die Unfallbeschreibung und die Darstellung des
zeitlichen Ablauf seitens des Beschwerdeführers ein Sachverhalt ausgewiesen, der eine
(indirekte) Unfallbeteiligung der linken Schulter bzw. eine traumatische Verursachung
der Rotatorenmanschettenruptur links als wahrscheinlicher erscheinen lässt als eine
degenerative Schulterproblematik. Demgemäss ist ein Anspruch des
Beschwerdeführers auf diesbezügliche Leistungen der Beschwerdegegnerin zu
bejahen.
10.
10.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung
des Einspracheentscheids vom 7. März 2017 (Suva-act. 66) gutzuheissen und die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer die Kosten der
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Heilbehandlung der linken Schulter, insbesondere die Kosten der arthroskopischen
Behandlung seiner Rotatorenmanschettenruptur links (Suva-act. 20), zu vergüten.
10.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
10.3 Die im Beschwerdeverfahren entstandenen medizinischen Abklärungskosten
von Fr. 80.-- (act. G 9.2) sind von der Beschwerdegegnerin zu tragen. Denn die
entsprechenden Kosten wurden durch die diesbezüglich unzureichenden
medizinischen Abklärungen im Verwaltungsverfahren verursacht. Mit Blick auf die
Untersuchungspflicht der Verwaltung ist dieser Mangel dem Risikobereich der
Beschwerdegegnerin zuzuschreiben (vgl. KIESER, a.a.O., N 17 zu Art. 45, mit
Hinweisen auf die Rechtsprechung).