Decision ID: 70e6469c-6646-4929-bbc2-e35e39de5917
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 15.05.2009 Art. 28 IVG. Würdigung von Arztberichten. Trotz ungenügend abgeklärtem Sachverhalt kann eine Rückweisung zu weiteren Abklärungen unterbleiben, da dem Beschwerdeführer (Jahrgang 1944) die Aufnahme irgendeiner Hilfstätigkeit nicht zugemutet werden kann, nachdem er über 40 Jahre lang beim selben Arbeitgeber tätig war und eine leitende Position innehatte. Zusprache einer ganzen Invalidenrente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. Mai 2009, IV 2007/324).
Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und
Marie Löhrer; Gerichtsschreiberin Andrea Keller
Entscheid vom 15. Mai 2009
in Sachen
L._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Markus Schultz, Rorschacherstrasse 107,
9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a L._, geboren 1944, arbeitete von Februar 1965 bis Februar 2006 als
Maschinenmechaniker-Werkstattchef bei der A._ (act. G 4.9). Am 14. Februar 2006
meldete er sich zum Bezug von IV-Leistungen (Rente) an, da er an Lungen- und
Nervenproblemen leide (act. G 4.1). Im Arztbericht vom 1. März 2006 diagnostizierte
Dr. med. B._, Innere Medizin FMH, Spez. Pneumologie, eine schwere chronisch
obstruktive Lungenkrankheit sowie eine depressive Entwicklung (bestehend seit ein bis
zwei Jahren). Dem Versicherten sei weder die bisherige noch eine andere Tätigkeit
zumutbar (act. G 4.10). Im Arztbericht vom 26. März 2006 stellte Dr. med. C._,
Allgemeine Medizin FMH, dieselben Diagnosen. Der Versicherte sei für die zuletzt
ausgeübte Tätigkeit seit 8. Februar 2006 bis auf weiteres zu 100% arbeitsunfähig,
davor habe die Arbeitsunfähigkeit seit 12. August 2005 zwischen 50% und 100%
betragen. Dem Versicherten sei wegen stetiger Verschlechterung des
Gesundheitszustands mit zunehmender körperlicher Schwäche und psychischer
Dekompensation weder die bisherige noch eine andere Tätigkeit zumutbar (act. G
4.13).
A.b Am 16. Mai 2006 nahm Dr. med. D._, Facharzt für Innere Medizin,
Arbeitsmedizin, Pneumologie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst der
Invalidenversicherung (RAD) Stellung zu den Berichten von Dr. B._ und Dr. C._. Er
führte aus, dass die Lungenfunktionswerte aus pneumologischer Sicht nicht so
schlecht seien, dass sie eine vollständige Arbeitsunfähigkeit begründen könnten (act. G
4.15). Nach Einholung der Lungenfunktionsprotokolle führte Dr. D._ mit
Stellungnahme vom 15. Oktober 2006 aus, die Einschränkung der allgemeinen
Leistungsfähigkeit dürfte etwa 30% betragen (act. G 4.21). Am 9. November 2006
führte Dr. D._ aus, körperlich schwere Arbeit sei dem Versicherten nicht mehr
zumutbar; für leichte bis mittelschwere Arbeit dürfte angesichts der pulmonalen
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Einschränkungen eine Arbeitsfähigkeit von etwa 70% bestehen, ohne Expositionen
gegenüber Nässe, Kälte und Zugluft, ohne regelmässige Exposition gegenüber
atemwegreizenden Stäuben, Dämpfen und Rauchen sowie ohne Notwendigkeit,
grössere Höhendifferenzen und Gehstrecken am Arbeitsplatz überwinden zu müssen
(act. G 4.24).
A.c Mit Vorbescheid vom 24. Januar 2007 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, dass er bei einem Invaliditätsgrad von 55% Anspruch auf eine halbe Rente
habe (act. G 4.32). Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic.
iur. Markus Schultz, am 21. Februar 2007 Einwand und beantragte die Zusprache einer
ganzen Invalidenrente (act. G 4.36).
B.
Mit Verfügung vom 4. Juli 2007 sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Wirkung ab
1. August 2006 ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 55% eine halbe
Invalidenrente zu (act. G 4.44).
C.
C.a Mit Eingabe vom 3. September 2007 erhebt der Vertreter des Versicherten
Beschwerde und beantragt, die Verfügung vom 4. Juli 2007 sei aufzuheben. Es sei dem
Beschwerdeführer rückwirkend ab 1. August 2006 eine ganze Invalidenrente
zuzusprechen. Eventualiter seien weitere physische und psychische Abklärungen zur
Bestimmung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers vorzunehmen. Zur
Begründung macht er im Wesentlichen geltend, für den Gesundheitszustand und die
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers lägen umfassende, detaillierte
Arztberichte von zwei verschiedenen Ärzten (Dr. B._ und Dr. C._) vor. Die
Ausführungen des RAD seien demgegenüber knapp, kaum begründet und
berücksichtigten nicht einmal den Tätigkeitsbereich des Beschwerdeführers. Dieser
könne eine allenfalls gegebene Restarbeitsfähigkeit wirtschaftlich nicht mehr verwerten
(act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 2. November 2007 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung bringt sie im
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Wesentlichen vor, Dr. B._ und Dr. C._ hätten sich bei ihrer Beurteilung
offensichtlich von IV-fremden Faktoren (wie Alter, mangelnde Flexibilität, da der
Beschwerdeführer 40 Jahre bei einem einzigen Arbeitgeber gewesen sei) leiten lassen.
Es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in einer Tätigkeit als Hilfsarbeiter
mit einer Leistungsfähigkeit von 70% ein Invalideneinkommen von mindestens Fr.
40'081.-- (70% des Tabellenlohns 2004 für Hilfsarbeiter von Fr. 57'258.--) erzielen
könnte. Ein weiterer Abzug sei unter anderem aufgrund des überdurchschnittlichen
Verdienstes als Gesunder und der grossen Berufs- und Führungserfahrung nicht
gerechtfertigt (act. G 4).
C.c Mit Replik vom 14. Dezember 2007 hält der Vertreter des Beschwerdeführers an
seinen Anträgen fest (act. G 6).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf das Einreichen einer Duplik (act. G 8).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366
E. 1b), sind vorliegend die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden materiellen
Bestimmungen anzuwenden.
2.
2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR
830.1]). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen
oder geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
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Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der
für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16
ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a). Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt der
Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in das
Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert (ZAK 1986 S. 189 E. 2a
in fine, BGE 122 V 161 E. 1c).
3.
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Die Beschwerdegegnerin stützt die angefochtene Verfügung in erster Linie auf die
verschiedenen Stellungnahmen des RAD. Diese vermögen jedoch nicht zu überzeugen,
handelt es sich dabei doch lediglich um äusserst knappe Ausführungen zu den
Beurteilungen von Dr. B._ und Dr. C._, ohne dass Dr. D._ den Beschwerdeführer
selbst untersucht hätte. Auch sind die Ausführungen von Dr. D._ sehr vage und
stützen sich einzig und allein auf die eingeholten Lungenfunktionsprotokolle sowie eine
nicht dokumentierte Diskussion mit Dr. E._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie. Die von den Vorakten abweichende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
durch Dr. D._ ohne eigene Untersuchung des Beschwerdeführers vermag daher nicht
zu überzeugen. Hinzu kommt, dass Dr. D._ in seiner Stellungnahme vom 25. Oktober
2005 (act. G 4.21) ausgeführt hat, er benötige einen genauen Tätigkeitsbeschrieb der
früheren Arbeit des Beschwerdeführers, um die aktuellen beruflichen Anforderungen
beurteilen zu können. Ein solcher ist jedoch in der Folge nicht eingegangen. In der
Stellungnahme vom 9. November 2006 (act. G 4.24) hielt er den Beschwerdeführer für
leichte bis mittelschwere Arbeiten zu 70% für arbeitsfähig, in der Stellungnahme vom
4. Mai 2005 (act. G 4.40) sprach er demgegenüber von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit
nur noch für leichte körperliche Tätigkeiten. In dieser letzten Stellungnahme hielt er
zudem fest, dass es sich bei der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Werkstattchef um
eine solche leichte Tätigkeit gehandelt haben dürfte, obwohl der Fachmitarbeiter der
IV-Stelle am 14. November 2006 ausgeführt hatte, als Werkstattchef habe der
Beschwerdeführer auch manuell kräftig mitarbeiten müssen mit
Gewichtsverschiebungen über 25 kg (act. G 4.26). Dabei stützte er sich auf eine
mündliche Auskunft der Arbeitgeberin. Gemäss Gesprächsnotiz vom 8. November
2006 hatte diese ausgeführt, dass es sich um eine körperlich strenge Arbeit mit Heben
von Gewichten über 25 kg gehandelt habe (act. G 4.23). Insgesamt sind die
Beurteilungen des RAD unzureichend, widersprüchlich und nicht nachvollziehbar. Sie
genügen den oben zitierten Anforderungen an Arztberichte offensichtlich nicht,
weshalb vorliegend nicht darauf abgestellt werden kann.
4.
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers kann bezüglich der Arbeitsfähigkeit
in einer adaptierten Tätigkeit jedoch auch nicht unbesehen auf die Beurteilungen von
Dr. B._ und Dr. C._ abgestellt werden, setzen sie sich damit doch nicht eingehend
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auseinander. Ihre Beurteilungen sind allerdings insofern nachvollziehbar und
überzeugend, als sie sich mit der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der
angestammten Tätigkeit auseinandersetzen; davon ist denn auch die IV-Stelle in der
angefochtenen Verfügung ausgegangen. Entsprechend ist der Beschwerdeführer
hinsichtlich seiner angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig (act. G 4.13).
5.
Nach dem Gesagten ist unklar, ob bzw. in welchem Umfang der Beschwerdeführer in
Bezug auf eine adaptierte Tätigkeit arbeitsfähig ist, lassen die medizinischen Akten
doch keine zuverlässige Beurteilung zu. Die Sache wäre daher grundsätzlich zu
weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, wobei aufgrund
der Aktenlage sowohl eine pneumologische als auch eine psychiatrische Abklärung als
angezeigt erschienen. Von einer solchen Rückweisung kann vorliegend jedoch
abgesehen werden, wie nachfolgend dargelegt wird.
Beim Erlass der angefochtenen Verfügung war der Beschwerdeführer 62 3/4 Jahre alt.
Er war mehr als 40 Jahre beim selben Arbeitgeber tätig und hatte die Stelle eines
Werkstattchefs inne. Im Rahmen ihrer Beschwerdeantwort siedelte die
Beschwerdegegnerin diese Tätigkeit zu Recht im Anforderungsniveau 1-2 (Verrichtung
höchst anspruchsvoller und schwierigster Arbeiten bzw. Verrichtung selbstständiger
und qualifizierter Arbeiten) an. Unter diesen Umständen kann dem Beschwerdeführer
die Aufnahme irgendeiner beliebigen Hilfstätigkeit - ohne jede berufliche Eingliederung
- nicht zugemutet werden, wäre damit doch ein enormer sozialer Abstieg verbunden.
Dass die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche
Massnahmen mit Hinweis auf dessen Alter wegen Unverhältnismässigkeit verneint hat,
ändert nichts an der Unzumtbarkeit der Aufnahme einer Hilfstätigkeit und darf dem
Beschwerdeführer vorliegend nicht zum Nachteil gereichen. Entsprechend ist für die
Bemessung des Invaliditätsgrads die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in seiner
angestammten Tätigkeit massgebend. Da er diese heute aus gesundheitlichen
Gründen nicht mehr ausüben kann, ist der Beschwerdeführer als zu 100% invalid zu
betrachten. Folglich hat er Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Den Rentenbeginn
hat die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung zu Recht auf den 1.
August 2006 festgelegt (vgl. Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG).
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6.
6.1 Im Sinne der obigen Erwägungen ist die Beschwerde gutzuheissen. Die
angefochtene Verfügung vom 4. Juli 2007 ist aufzuheben und dem Beschwerdeführer
ist ab 1. August 2006 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Die Sache ist zur
Festsetzung und Ausrichtung der geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Da die Beschwerdegegnerin unterliegt, hat sie die
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Dementsprechend ist der vom
Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.
6.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Im vorliegenden Fall erscheint eine Parteientschädigung von
Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG