Decision ID: e799fbcc-655c-5318-933a-3edf154a97f0
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 1. September 2002 wegen einer Kopfverletzung mit
Schädel-Hirn-Trauma infolge eines Autounfalls zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an (IV-act. 1). Ab
Februar 2006 arbeitete die Versicherte als Modeverkäuferin während ca. 10 Stunden
pro Woche bei der Firma B._ (IV-act. 99).
A.b Im interdisziplinären Gutachten der Medizinischen Abklärungsstelle Bern (MEDAS)
vom 27. Mai 2008 wurden weiterhin bestehende leichte bis mittelschwere
neuropsychologische Defizite sowie leichte neurologische Störungen nach
Schädelhirntrauma vom 11. Oktober 2001 mit nachgewiesener Kontusionsblutung links
frontal diagnostiziert. Aufgrund der persistierenden neuropsychologischen Defizite
bestehe keine privatwirtschaftlich nutzbare Leistung. Zumutbar sei lediglich eine
Teilzeit-Stelle im geschützten Rahmen. Die aktuelle Teilzeitbeschäftigung als
Modeverkäuferin bei einer Geschäftsinhaberin, welche die Versicherte aus früheren
Jahren kenne, sei als quasi-geschützter und optimal an die gesundheitlichen
Beeinträchtigungen der Versicherten angepasster Arbeitsplatz anzusehen (IV-act. 69).
A.c Mit Verfügung vom 22. Januar 2009 sprach die IV-Stelle der Versicherten bei
einem IV-Grad von 85% eine ganze Rente mit Wirkung ab 1. Oktober 2002 zu (IV-act.
84 und 89 ff.).
A.d Im Rahmen einer von Amtes wegen eingeleiteten Rentenrevision teilte die
Versicherte der IV-Stelle am 27. Juli bzw. am 10. August 2011 mit, dass sie verheiratet
und schwanger sei (IV-act. 94 und 97).
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A.e Im Verlaufsbericht vom 20. September 2011 gab Dr. med. C._, Fachärztin FMH
für Neurologie, an, die Beeinträchtigung im Alltag und bei der Arbeit sei unverändert.
Die Arbeit während 8 bis 10, selten 12 Stunden pro Woche, jeweils an zwei
Nachmittagen während 4 bis 5 Stunden mit mehreren kleinen Pausen, sei der
Versicherten weiterhin zumutbar (IV-act. 100).
A.f Im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit / Haushalt gab
die Versicherte an, dass sie ohne Behinderung eine Erwerbstätigkeit im Ausmass von
100% ausüben würde (IV-act. 110). Am 16. Februar 2012 wurde eine
Haushaltsabklärung bei der Versicherten durchgeführt. Die Abklärungsperson kam im
Bericht vom 14. Mai 2012 zum Schluss, dass ein Arbeitspensum von 80% bis 100%
nicht nachvollziehbar sei. In der aktuellen Familiensituation unter Berücksichtigung aller
Faktoren könne höchstens von einer 40%igen Erwerbstätigkeit ohne Behinderung
ausgegangen werden. Die Einschränkungen im Haushalt könnten nicht festgelegt
werden. Aus somatischer Sicht bestehe eine 100%ige Leistungsfähigkeit im Haushalt
(IV-act. 117).
A.g Mit Vorbescheid vom 10. Juli 2012 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, die Invalidenrente aufzuheben. Unter Berücksichtigung des erzielten
Erwerbseinkommens und in Anwendung der gemischten Methode mit 60% Haushalt
und 40% Erwerb wurde im Einkommensvergleich ein IV-Grad von 15% ermittelt (IV-
act. 129).
A.h Mit Schreiben vom 6. September 2012 erhob die Versicherte Einwand gegen den
Vorbescheid vom 10. Juli 2012. Die Annahme, dass sie ohne gesundheitliche
Einschränkungen in einem 40%igen Pensum arbeiten würde, gehe fehl und sei
aktenwidrig. Ebenso sei es nicht nachvollziehbar, aus welchen Gründen von einer
uneingeschränkten Haushaltsführung ausgegangen werde. Im Ergebnis präsentiere
sich ihre gesundheitliche Situation auch aktuell unverändert, weshalb sie die
unveränderte Weiterführung der IV-Rentenleistungen beantrage. Diesem Einwand legte
sie einen Bericht von Dr. C._ vom 23. August 2012 bei, in welchem diese ausführte,
dass die neuropsychologischen Defizite auch in der Haushaltsführung zum Tragen
kommen würden. Die Versicherte sei keinesfalls in der Lage, die Haushaltsarbeiten
ohne Einschränkungen und ohne Hilfe zu erledigen (IV-act. 131).
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A.i Mit Verfügung vom 27. September 2012 hob die IV-Stelle die Rente der
Versicherten auf (IV-act. 133). Nachdem die Verfügung vom 27. September 2012 mit
Verfügung vom 7. Januar 2013 von der IV-Stelle widerrufen worden war (IV-act. 146),
schrieb das Versicherungsgericht mit Entscheid vom 15. Januar 2013 (IV-act. 150) das
mit Beschwerde vom 24. Oktober 2012 (IV-act. 136) eingeleitete Beschwerdeverfahren
ab.
A.j Mit Schreiben vom 7. Februar 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass
eine medizinische Abklärung (neurologische und psychiatrische Untersuchung inkl.
neuropsychologische Testung) notwendig sei, mit welcher Dr. med. D._, Facharzt für
Neurologie und Psychiatrie, beauftragt werde (IV-act. 153). Mit Schreiben vom 12.
Februar 2013 brachte die Versicherte vor, sie bezweifle, dass Dr. D._ als Gutachter/
Leistungserbringer zulasten der Eidg. Invalidenversicherung zugelassen sei, da er nicht
der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie SGPP angehöre
und für ihn die Qualitätsleitlinien für psychiatrische Gutachten in der Eidg. Invalidenver
sicherung wohl nicht gelten würden. Zudem gelte bei einer medizinischen
Untersuchung mit insgesamt drei Fachdisziplinen Art. 72 Abs. 1 ATSG (richtig: IVV;
IV-act. 155). Mit Zwischenverfügung vom 26. März 2013 hielt die IV-Stelle an der
Abklärung durch Dr. D._ fest (IV-act. 159).
A.k Die Versicherte wurde am 25. April 2013 von Dr. D._ neurologisch und
psychiatrisch begutachtet. Im Gutachten vom 29. April 2013 hielt Dr. D._ folgende
Diagnose fest: Zustand nach traumatischer Hirnschädigung (G93.9), neurokognitive
Beeinträchtigung (F04), posttraumatische Wesensänderung (F07.2), hirnorganische
Wesensänderung (F06.9) und besondere Persönlichkeitszüge (F60.7). In der
angestammten Tätigkeit als Fachverkäuferin Mode bestehe eine Arbeitsfähigkeit von
40%. Diese Tätigkeit könne 5 Stunden täglich an 5 Tagen ausgeübt werden. Es
bestehe dabei eine Verminderung der Leistungsfähigkeit um 20%. Im Haushalt bestehe
eine Einschränkung von 25% (IV-act. 161)
A.l Mit Vorbescheid vom 1. Juli 2013 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Herab
setzung der bisherigen ganzen Rente auf eine Viertelsrente in Aussicht. Gemäss ihren
Aussagen werde auf die Qualifikation von 80% Erwerb und 20% Haushalt abgestützt.
Da die Versicherte den Haushalt selbständig bewältigen könne und auch die
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Schadenminderungs- und Mitwirkungspflicht des Mannes in die Berechnung
einbezogen würden, entstünden keine Einschränkungen im Haushalt. Medizinisch sei
von einer 40%igen Arbeitsfähigkeit im Erwerbsbereich auszugehen. Es wurde ein
Invaliditätsgrad von 40% ermittelt (IV-act. 167).
A.m Am 5. September 2013 erhob die Versicherte mündlich Einwand gegen den
Vorbescheid vom 1. Juli 2013. Das Gutachten könne nicht akzeptiert werden, es sei
offensichtlich nicht unter Kenntnis und Berücksichtigung der Vorakten erstellt worden.
Zudem habe der Gutachter lediglich die Akten der IV-Stelle als relevant beurteilt, die
von der Versicherten eingereichten Akten seien nicht in die Beurteilung eingeflossen.
Die Einschätzungen des Gutachters und insbesondere die Abweichung vom
Vorgutachten würden nicht begründet. Weiter werde die Einschränkung im Haushalt
nicht akzeptiert und durch den Bericht von Dr. C._ und durch das MEDAS-Gutachten
widerlegt (IV-act. 169).
A.n Mit Verfügung vom 18. September 2013 wurde die bisherige ganze Rente ab 1.
November 2013 auf eine Viertelsrente herabgesetzt. Das Gutachten entspreche den
Anforderungen der Rechtsprechung. Unter Berücksichtigung der
Schadenminderungspflicht durch die Familienangehörigen und die freie Einteilung der
Haushaltsarbeit erscheine die gemäss dem Abklärungsbericht ermittelte Einschränkung
im Haushalt von 0% als nachvollziehbar. Es werde von einer Arbeitsfähigkeit in der
freien Wirtschaft ausgegangen (IV-act. 171 f.).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegend zu beurteilende Beschwerde
vom 16. Oktober 2013. Die Beschwerdeführerin beantragt unter Kosten- und
Entschädigungsfolge die Aufhebung der Verfügung vom 18. September 2013. Ihr sei
weiterhin eine ganze Rente auszurichten. Es werde bezweifelt, dass Dr. D._ als
Leistungserbringer zulasten der Eidg. Invalidenversicherung zugelassen sei, zumal er
nicht in der Schweiz tätig sei. Auf das Gutachten von Dr. D._ könne nicht abgestellt
werden. Es sei nicht in Kenntnis bzw. jedenfalls nicht unter Berücksichtigung der
Vorakten abgegeben worden, leuchte in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und Situation nicht ein und die Schlussfolgerungen seien nicht
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begründet. Weiter treffe es nicht zu, dass keine Einschränkungen im Rahmen der
Haushaltsführung bestehen würden. Das MEDAS-Gutachten, Dr. C._ und auch Dr.
D._ würden eine Einschränkung im Haushalt bestätigen. Zudem sei die Invalidität
grundsätzlich unabhängig von der Verfügbarkeit mithelfender Familienangehöriger zu
bemessen. Eine Änderung des Gesundheitszustandes gegenüber der Vorbegutachtung
sei nicht eingetreten, von daher liege bei gleich bleibendem Beschäftigungsgrad wie
vor dem Unfall kein Rentenrevisionsgrund vor. Die Teilzeitbeschäftigung als
Modeverkäuferin sei als geschützter und optimal an die gesundheitlichen
Beeinträchtigungen angepasster Arbeitsplatz zu sehen (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 13. Januar 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich im Wesentlichen auf den Standpunkt,
dass die Einwände gegen den Gutachter Dr. D._ als nicht zulässige formelle oder
materielle Einwände gelten würden. Dr. D._ gebe nachvollziehbar an, wie sich die
vorhandenen Einschränkungen auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würden und weshalb
sich die Leistungsfähigkeit in der freien Wirtschaft umsetzen lasse. Bei der
Einschränkung im Haushaltsbereich sei die Schadenminderungspflicht zu Recht
berücksichtigt worden (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 13. Februar 2014 hält die Beschwerdeführerin unverändert an der
Beschwerde fest (act. G 6). Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom
27. März 2014 auf die Einreichung einer Duplik (act. G 8).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Frage, ob die
verfügte Rentenherabsetzung zu Recht erfolgt ist.
2.
2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
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Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.2 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf Unter
lagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Ver
fügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheits
zustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich
welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V
93 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
2.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349 E. 3.5, vgl. BGE 133 V
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545). Ein Revisionsgrund ist auch gegeben und die Rente allenfalls nach unten oder
nach oben anzupassen, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 133 V 546 E. 6.1).
In diesem Zusammenhang schliessen selbst identisch gebliebene Diagnosen eine
revisionsrechtlich erhebliche Steigerung des Leistungsvermögens (Arbeitsfähigkeit)
nicht grundsätzlich aus. Zu denken ist etwa an eine Veränderung des Schweregrades
des Gesundheitsschadens oder wenn es der versicherten Person gelungen ist, sich
besser an das Leiden anzupassen (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Auflage,
Zürich 2009, Rz 18 zu Art. 17 ATSG; zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts vom 31.
Januar 2012, 9C_869/2011, E. 3.1). Ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt
sich durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten, der versicherten
Person eröffneten rechtskräftigen Verfügung vorlag, die auf einer materiellen Prüfung
des Rentenanspruchs beruht, mit demjenigen zur Zeit der streitigen
Revisionsverfügung (BGE 133 V 108 E. 5.4).
2.4 Eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist für die Herabsetzung oder Aufhebung
der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden
kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert
hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über
die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Die Herabsetzung oder Aufhebung der
Rente erfolgt frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung
folgenden Monats an (Art. 88 Abs. 2 lit. a IVV).
3.
3.1 Praxisgemäss genügt für die Revision einer Invalidenrente, dass eine
Tatsachenänderung aus dem gesamten anspruchserheblichen Tatsachenspektrum
eingetreten ist; nicht erforderlich ist, dass gerade die geänderte Tatsache zur
revisionsweisen Neufestsetzung der Invalidenrente führt (Urteil des Bundesgerichts
vom 26. März 2014, 8C_754/2013, E. 3.2.1 mit Hinweisen).
3.2 In der Verfügung vom 22. Januar 2009 wurde die Beschwerdeführerin als 100%
Erwerbstätige eingestuft (IV-act. 84 und 89 ff.). In der Verfügung vom 18. September
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2013 wurde die gemischte Methode mit der Einstufung in 80% Erwerb und 20%
Haushalt angewendet (IV-act. 171 f.). Demzufolge ist aufgrund der geänderten
Invaliditätsbemessungsmethode ein Revisionsgrund zu bejahen (vgl. Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilung des Bundesgerichts] vom 3. Juli 2006, I 86/06, E. 3 f.).
4.
4.1 In medizinischer Hinsicht stützt sich die angefochtene Revisionsverfügung vom
18. September 2013 (IV-act. 171 f.) auf das Gutachten von Dr. D._ vom 29. April
2013 (IV-act. 161). Dieses Gutachten hält die Beschwerdeführerin aus verschiedenen
Gründen für nicht beweiskräftig.
4.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass die Vergabe des Gutachtensauftrags
nicht korrekt erfolgt sei. Einerseits werde bezweifelt, dass Dr. D._ als
Leistungserbringer der Eidg. Invalidenversicherung zugelassen sei, da er nicht in der
Schweiz tätig sei und nicht der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und
Psychotherapie SGPP angehöre und für ihn damit wohl die Qualitätsleitlinien für
psychiatrische Gutachten in der Eidg. Invalidenversicherung nicht gelten würden.
Ausserdem seien bei der Begutachtung insgesamt drei Fachdisziplinen involviert
gewesen, womit gemäss Art. 72 Abs. 1 IVV diese Begutachtung an einer Stelle,
welche mit dem Bundesamt eine Vereinbarung getroffen hat, hätte vorgenommen
werden müssen. Darüber hinaus hätte die Vergabe des Auftrags gemäss Art. 72 Abs.
2 IVV nach dem Zufallsprinzip erfolgen müssen (act. G 1, Ziff. 4).
4.2.1 Dr. D._ verfügt unbestrittenermassen über eine Ausbildung als Facharzt für
Neurologie und Psychiatrie sowie über eine entsprechende
Gleichwertigkeitsanerkennung des (schweizerischen) Bundesamtes für Gesundheit (vgl.
www.medregom.admin.ch). Als Anforderungsprofil für die Fachdisziplin Psychiatrie
werden die Leitlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Versicherungspsychiatrie für
die Begutachtung psychischer Störungen (in: Schweizerische Ärztezeitung, 2004, S.
1049 f.) als Standard herangezogen. Diese haben zwar nicht verbindlich-behördlichen
Charakter, formulieren aber doch den fachlich anerkannten Standard, welcher in der
Schweiz für eine sachgerechte, rechtsgleiche psychiatrische Begutachtungspraxis in
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der Sozialversicherung gelten soll. Deshalb nimmt denn auch die Rechtsprechung
darauf immer wieder Bezug. Nach Ziff. II/6 der genannten Richtlinien bildet "eine
Facharztausbildung in Psychiatrie und Psychotherapie" eine der Voraussetzungen auf
Seiten des Gutachters (Urteil des Bundesgerichts vom 20. November 2007, I 142/07, E.
3.2.4). Eine Praxisbewilligung in der Schweiz ist demgegenüber nicht Voraussetzung für
die Begutachtung von Versicherten (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 14. März
2013, 8C_646/2012, E. 3.2.3).
4.2.2 Die IV-Stelle hat Dr. D._ den Auftrag für eine medizinische Abklärung
erteilt. Er solle eine bidisziplinäre Begutachtung, neurologisch und psychiatrisch inkl.
neuropsychologische Testung durchführen (IV-act. 154-1). Entgegen der Ansicht der
Beschwerdeführerin handelt es sich bei der neuropsychologischen Testung um keine
eigenständige Fachdisziplin. Gemäss den Qualitätsleitlinien für psychiatrische
Gutachten in der Eidg. Invalidenversicherung können testpsychologische
Untersuchungen eine Ergänzung sein. Entscheidend ist aber die klinische
Untersuchung in Kenntnis der Anamnese. Dass die neuropsychologische Testung von
Dr. D._ als Facharzt für Neurologie und Psychiatrie durchgeführt wurde, ist ebenfalls
nicht zu bemängeln.
4.2.3 Zusammenfassend ist die Vergabe des Gutachtensauftrags an Dr. D._
nicht zu beanstanden.
4.3 Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, dass sich Dr. D._ nicht kritisch
mit den Feststellungen der MEDAS-Gutachter auseinandergesetzt habe. Zudem sei der
Bericht von Dr. C._ vom 23. August 2012 nicht ins Gutachten aufgenommen worden
und Dr. D._ habe sich nicht mit derer Meinung auseinandergesetzt. Insgesamt sei
das Gutachten nicht in Kenntnis bzw. nicht unter Berücksichtigung der Vorakten
abgegeben worden, leuchte in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge
und Situation nicht ein und die Schlussfolgerungen seien nicht begründet (act. G 1, Ziff.
5).
4.3.1 Im Schreiben vom 23. August 2012 äussert sich Dr. C._ insbesondere zu
den Einschränkungen in der Haushaltsführung. Sie kritisiert die Annahme der
Beschwerdegegnerin, dass die Beschwerdeführerin gemäss Verfügung vom 10. Juni
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2012 die Haushaltsführung ohne Einschränkung erledigen könne. Sie bezieht sich
insbesondere auf das MEDAS-Gutachten vom 27. Mai 2008 und macht geltend, dass
die neuropsychologischen Defizite auch bei der Haushaltsführung zum Tragen kommen
würden und die Beschwerdeführerin nicht in der Lage sei, die Haushaltsarbeiten ohne
Einschränkungen und ohne Hilfe zu erledigen (act. G. 1.4).
4.3.2 In der auszugsweisen Wiedergabe der gutachtensrelevanten Akten ist das
Schreiben von Dr. C._ vom 23. August 2012 nicht aufgeführt. Da sich dieses
Schreiben inhaltlich im Wesentlichen aber auf das (bekannte) MEDAS-Gutachten
bezieht und Dr. D._ in Übereinstimmung mit Dr. C._ zum Schluss kommt, dass die
Beschwerdeführerin auch im Haushalt eingeschränkt sei (vgl. IV-act. 161-15), lässt sich
daraus kein Mangel am Gutachten erkennen.
4.3.3 Entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin legt Dr. D._ im
Gutachten klar dar, weshalb er die Einschätzung einer nicht mehr vorhandenen
beruflichen Leistungsfähigkeit in der freien Wirtschaft des MEDAS-Gutachtens für nicht
nachvollziehbar hält. Er begründet dies einerseits mit den klinischen und
neuropsychologischen Testbefunden sowie mit dem ausgeübten Teilzeitpensum von
20-25%. Dass es sich um eine Tätigkeit im geschützten Rahmen handle, werde durch
die Berichte über mehrfache Anhebungen der Entlohnung sowie die Anerkennung der
Leistung der Versicherten entsprechend dem gezahlten Lohn widerlegt (IV-act. 161-14).
Zudem gab die Abklärungsperson bereits im Abklärungsbericht Haushalt vom 14. Mai
2012 an, dass die Versicherte seit Februar 2006 mit einem 25%igen Pensum in der
freien Wirtschaft arbeite, dies im Beruf als Modeverkäuferin, der am Samstag mit
Stressfaktoren verbunden sei (IV-act. 117-5). Dies wird auch in der Stellungnahme des
RAD vom 15. Juni 2012 bestätigt, wonach die Beschwerdeführerin mit der aktuellen
Verkaufstätigkeit eine maximale Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft, realisiert an
einem idealen Arbeitsplatz, verwirkliche (IV-act. 122). Auch in der Stellungnahme des
Fachbereichs vom 21. November 2012 wird festgehalten, dass die Beschwerdeführerin
seit 2006 wieder in der freien Wirtschaft arbeite (IV-act. 142).
4.4 Zusammenfassend bestehen keine Zweifel an dem auf umfassenden
Untersuchungen beruhenden, in Kenntnis der vollständigen Aktenlage und in
Berücksichtigung des gesamten Leidensbildes ergangenen nachvollziehbaren
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Gutachten von Dr. D._ vom 29. April 2013. Gestützt darauf ist davon auszugehen
dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Modeverkäufern zu
40% arbeitsfähig ist. Es besteht kein Bedarf für die Vornahme weiterer medizinischer
Abklärungen.
5.
5.1 Die Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu 80% erwerbstätig und zu 20% im
Haushalt tätig ist unbestritten und nicht zu beanstanden. Die Beschwerdegegnerin geht
in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass im Haushalt keine Einschränkung
bestehe, da die Abklärung vor Ort ergeben habe, dass die Beschwerdeführerin den
Haushalt selbständig erledigen könne und auch eine Mitwirkungspflicht des
Ehemannes bestehe (IV-act. 171-2). Die Beschwerdeführerin bringt dagegen hervor,
dass selbst Dr. D._ eine Einschränkung im Haushalt von 25% festgelegt habe. Bei
der Abklärung vor Ort fehle eine detaillierte Verifizierung der jeweiligen
Einschränkungen pro Aufgabenbereich inkl. Bemessung des zeitlichen Aufwands.
Bezüglich der Mitwirkungspflicht des Ehemannes sei festzuhalten, dass die Invalidität
grundsätzlich unabhängig von der Verfügbarkeit mithelfender Familienangehöriger zu
bemessen sei (act. G 1, Ziff. 6 f.).
5.2 Die Frage der Einschränkung im Haushalt kann jedoch – wie nachfolgend zu
zeigen sein wird – offen gelassen werden.
6.
6.1 Das Valideneinkommen wurde bei der ursprünglichen rentenzusprechenden Ver
fügung vom 21. November 2008 mit Fr. 54'219.-- festgelegt (vgl. IV-act. 80 und 84-1).
Da sich diesbezüglich keine Änderung im Sachverhalt ergeben hat, ist darauf
abzustellen. Angepasst an die Nominallohnentwicklung von 2008 bis 2013 (Index 2008:
2'499, 2013: 2'648) und unter Berücksichtigung der 80%igen Erwerbstätigkeit ergibt
dies ein Valideneinkommen von Fr. 45‘961.-- ([Fr. 54'219.-- / 2'499 x 2'648] x 0.8).
6.2 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht, sofern
kumulativ besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist,
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dass die versicherte Person die ihr verbleibende Leistungsfähigkeit in zumutbarer
Weise voll ausschöpft und das Einkommen aus der Arbeitsleistung angemessen und
nicht als Soziallohn erscheint (BGE 135 V 297 E. 5.2).
6.3 Vorliegend schöpft die Beschwerdeführerin die gemäss Gutachten bestehende
Restarbeitsfähigkeit als Modeverkäuferin nicht voll aus. Demnach ist als
Invalideneinkommen entsprechend der gutachterlichen Schätzung ein Anteil von 40%
des auf 100% aufgerechneten Valideneinkommens zu berücksichtigen, was für 2013
einen Betrag von Fr. 22'981.-- (Fr. 45'961.-- / 0.8 x 0.4) ergibt. Der ungewichtete
Invaliditätsgrad im Erwerbsbereich beläuft sich bei Gegenüberstellung dieses
Invalideneinkommens mit einem Valideneinkommen von Fr. 45'961.-- auf 50% (1 –
[22981.-- / Fr. 45‘961.-- x 100]); daraus resultiert ein gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung auf das 80%ige Erwerbspensum zu beziehender Teilinvaliditätsgrad
von 40% (50% x 0.8). Selbst wenn gemäss Gutachten eine Einschränkung im Haushalt
von 25% (vgl. IV-act. 161-15) berücksichtigt würde, ergäbe sich für diesen
Aufgabenbereich ein Teilinvaliditätsgrad von maximal 5% (25% x 0.2). Gesamthaft ist
somit ein nicht mehr als eine Viertelsrente begründender Invaliditätsgrad von
höchstens 45% ausgewiesen.
7.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die
Kosten vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der von ihr geleistete
Kostenvorschuss ist daran anzurechnen.