Decision ID: fa268323-315d-4462-8e79-34be0e0f327a
Year: 2017
Language: de
Court: BL_KG
Chamber: BL_KG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

IV-Rente / Würdigung des medizinischen Sachverhalts / Verwertbarkeit der Restarbeits-
fähigkeit bei fortgeschrittenem Alter / Einkommensvergleich: Bemessung des Validen-
einkommens bei unterdurchschnittlichem Einkommen
Besetzung Präsidentin Eva Meuli, Kantonsrichter Beat Hersberger, Kantonsrich-
ter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Nadja Wenger
Parteien A._, Beschwerdeführer, vertreten durch Daniel Altermatt, , Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dornach
gegen
IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Beschwerdegegnerin
Betreff IV-Rente
A. Der 1956 geborene A._ hatte sich erstmals am 15. Juni 1987 unter Hinweis auf eine
Heroinabhängigkeit, eine HIV-Infektion und Bandscheibenprobleme bei der Eidgenössischen
Invalidenversicherung (IV) zum Bezug von Leistungen angemeldet. Die IV-Stelle Basel-Stadt
sprach A._ ab Juli 1987 eine ganze Rente zu. Infolge Besserung seines Gesundheitszu-
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standes teilte A._ der IV-Stelle Basel-Stadt mit Schreiben vom 18. September 2000 mit, er
sei wieder arbeitsfähig. Daraufhin hob diese seine Rente mit Verfügung vom 30. März 2001 auf.
B. In der Folge arbeitete A._ als selbständiger Platten- und Parkettleger bis er am
24. September 2015 erneut arbeitsunfähig wurde. Am 28. Oktober 2015 meldete er sich unter
Hinweis auf eine Aortendissektion Typ B mit konsekutivem Wundhämatom im Bereich Aor-
ta/Aortabogen sowie eine HIV-Infektion bei der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) zum Leis-
tungsbezug an. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse wies die
IV-Stelle – nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren – das Leistungsbegehren von A._
mit Verfügung vom 4. April 2017 ab.
C. Hiergegen erhob A._, vertreten durch Daniel Altermatt, Rechtsanwalt, am 17. Mai
2017 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht
(Kantonsgericht). Darin beantragte er, die Verfügung vom 4. April 2017 sei aufzuheben und es
sei ihm mit Wirkung ab 1. Mai 2016 eine ganze Rente zuzusprechen. Zudem sei ihm die unent-
geltliche Rechtspflege zu gewähren; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. In der Begrün-
dung wird im Wesentlichen ausgeführt, es könne von ihm aufgrund des fortgeschrittenen Alters
kein Berufswechsel verlangt werden. Ausserdem sei der IV-Grad falsch ermittelt worden. Er
habe wegen seiner angeschlagenen Gesundheit in den letzten zwanzig Jahren nur ein unter-
durchschnittliches Einkommen zu erzielen vermocht, weshalb dieses nicht als Valideneinkom-
men verwendet werden dürfe. Schliesslich werde bestritten, dass er in einer angepassten Tä-
tigkeit zu 100% arbeitsfähig sei. Sollte das Gericht einen Berufswechsel für zumutbar erachten,
müsse die Arbeitsfähigkeit durch ein polydisziplinäres Gutachten beurteilt werden.
D. In ihrer Vernehmlassung vom 1. Juni 2017 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der
Beschwerde.
E. Dem Beschwerdeführer wurde mit Verfügung vom 1. Juni 2017 die unentgeltliche Pro-
zessführung und die unentgeltliche Verbeiständung mit Rechtsanwalt Daniel Altermatt als
Rechtsvertreter bewilligt.

Das Kantonsgericht zieht i n E r w ä g u n g :
1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht
erhobene – Beschwerde des Versicherten vom 17. Mai 2017 ist demnach einzutreten.
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2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig
gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c).
2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfä-
higkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei
langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem andern Beruf oder Aufgabenbereich
berücksichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur-
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt
zu verstehen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit
sind nach Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zu berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objekti-
ver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).
2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt ab-
gestuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens
70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie
zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist.
3. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades im Erwerbsbereich bildet die Fra-
ge, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchti-
gungen arbeitsunfähig ist.
3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beur-
teilung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fach-
leute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund-
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich
welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der
Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen).
3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an-
deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
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tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind
(BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c).
4.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung bei der Beurteilung des me-
dizinischen Sachverhalts und der verbleibenden Arbeitsfähigkeit vorwiegend auf die Berichte
des regionalen ärztlichen Dienstes beider Basel (RAD). Pract. med. B._, Ärztin des RAD,
legte in ihrer Stellungnahme vom 2. Februar 2016 dar, dass der Beschwerdeführer wegen der
Herzerkrankung in seiner angestammten Tätigkeit als Plattenleger nicht mehr arbeitsfähig sei.
In einer adaptierten, körperlich leichten Verweistätigkeit mit Heben und Tragen von Lasten bis
10 kg könne hingegen von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. Auch die
RAD-Ärztin Dr. med. C._, Fachärztin für Anästhesie, kam in ihrer Stellungnahme vom
24. Oktober 2016 zum Schluss, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit
arbeitsunfähig sei. Eine körperlich leichte, überwiegend sitzende Tätigkeit mit einer Gewichtsli-
mite bis 5 kg sei dem Beschwerdeführer jedoch zumutbar.
4.2 Der Beschwerdeführer bestreitet, dass er in einer angepassten Tätigkeit zu 100% ar-
beitsfähig sei. Es befände sich in den Akten keine fachärztliche Beurteilung, welche auf einer
persönlichen Untersuchung beruhe. Es fehle daher an einer medizinischen Grundlage. Sollte
das Gericht zu einem anderen Schluss gelangen, werde ein polydisziplinäres Gutachten bean-
tragt, welches auch die HIV-Infektion und die Folgen der Polytoxikomanie beurteile.
4.3 In der medizinischen Akte liegen im Wesentlichen folgende Berichte der behandelnden
Ärzte vor:
4.3.1 Im Austrittsbericht des Spitals D._ vom 15. Oktober 2015 wurde dem Beschwerde-
führer eine Aortendissektion Typ B mit konsekutivem Wundhämatom im Bereich der Aorta
descendens, Aortenbogen, supraaortale Gefässe sowie Aorta ascendens, eine Recur-
rensparese mit Stimmlippenstillstand links, eine HIV-Infektion, eine chronische HCV-Infektion,
eine serologisch durchgemachte HBV-Infektion und ein Status nach Polytoxikomanie diagnosti-
ziert. Nach der am 5. Oktober 2015 durchgeführten Herzoperation sei der Versicherte in gutem
Allgemein- und Ernährungszustand gewesen. Aufgrund der Aortenerkrankung solle der Be-
schwerdeführer lebenslang das Heben schwerer Lasten von mehr als 5-10 kg vermeiden.
4.3.2 Dem Bericht der Praxis E._ vom 3. November 2015 ist zu entnehmen, dass sich
der Beschwerdeführer ordentlich von der Operation erholt habe. Die Rekurrensparese habe
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sich leicht verbessert und er fühle sich im Alltag wohl. Seine Arbeit als Parkettleger müsse er
nun aufgeben, da er von kardialer Seite her nur maximal 10-15 kg heben dürfe.
4.3.3 Der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med. F._, FMH Allgemeine Innere Medi-
zin, diagnostizierte im Bericht vom 13. November 2015 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine Aortendissektion und eine Recurrensparese/Stimmbandlähmung. Ohne Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er eine chronische HIV-Infektion sowie eine chronische
HCV-Infektion. Als Plattenleger/Parkettleger sei der Beschwerdeführer zu 100% arbeitsunfähig.
Er würde plus minus nur noch in der logistischen Planung, in einer Überwachungsarbeit etc.
arbeiten können.
4.3.4 Mit ärztlichem Attest vom 29. April 2016 bescheinigte Dr. med. G._, FMH Kardiolo-
gie, vom 18. April 2016 bis 17. Mai 2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 100%. Auch in ihrem Be-
richt vom 21. Juni 2016 attestierte Dr. G._ eine volle Arbeitsunfähigkeit bis auf weiteres. Der
Beschwerdeführer dürfe körperlich nicht arbeiten. Diese Einschätzung berichtigte Dr. G._
mit Schreiben vom 13. Oktober 2016 insofern, als sie der Beschwerdegegnerin in Ergänzung
zum Bericht vom 21. Juni 2016 mitteilte, der Beschwerdeführer dürfe leichtgradige körperliche
Tätigkeiten im Sitzen verrichten und Gewichte bis 5 kg heben. Daher sei eine Büroarbeit oder
eine Arbeit in einem Archiv möglich.
4.3.5 Aus dem Bericht des Spitals D._ vom 21. April 2016 geht sodann hervor, dass der
Beschwerdeführer im Alltag ordentlich leistungsfähig sei, aber noch immer eine schnellere
Erschöpfung bemerke im Vergleich zu vor der Operation. Seit der Operation bestünde eine
Recurrensparese mit Stimmlippenstillstand links, welche sich im Verlauf gebessert habe, aber
noch nicht ganz verschwunden sei.
4.3.6 Am 5. Juli 2016 berichtete der Hausarzt Dr. F._, der Beschwerdeführer sei in einer
Verweistätigkeit mit einer Belastbarkeit von 10 kg symmetrisch verteilt und ohne grössere kör-
perliche Anstrengungen arbeitsfähig.
4.4 In Würdigung der medizinischen Aktenlage ist dem Beschwerdeführer beizupflichten,
dass der Umfang der Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit von den behandelnden Ärzten
nie explizit festgelegt wurde. Dennoch stehen die Einschätzungen der behandelnden Ärzte nicht
im Widerspruch zu den Beurteilungen der RAD-Ärztinnen. In sämtlichen Arztberichten wird
festgestellt, dass der Beschwerdeführer eine körperlich leichte Tätigkeit ohne Heben von mehr
als 5 kg ausüben darf. Die Ärzte sind sich daher einig, dass der Beschwerdeführer in einer den
Leiden angepassten Tätigkeit arbeitsfähig ist. Was den Umfang der Arbeitsfähigkeit in einer
Verweistätigkeit anbelangt, darf vorliegend auf die von den RAD-Ärztinnen festgestellte Arbeits-
fähigkeit von 100% abgestellt werden. Den Berichten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte
kommt rechtsprechungsgemäss zwar nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren
nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Ge-
richtsgutachten. Solche Berichte sind aber soweit zu berücksichtigen, als keine – auch nur ge-
ringe – Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7).
Vorliegend ist kein Anlass ersichtlich, an der Richtigkeit der Feststellungen der RAD-Ärztinnen
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zu zweifeln. Es ist vielmehr festzuhalten, dass sich deren Berichte ausführlich mit den bei den
Akten liegenden medizinischen Unterlagen auseinandersetzen und diesen nicht widersprechen.
Der medizinische Sachverhalt wurde damit rechtsgenüglich erstellt.
4.5 Es ist daher nicht erforderlich, ein zusätzliches polydisziplinäres Gutachten einzuholen.
Die vom Beschwerdeführer beantragte Begutachtung im Hinblick auf die HIV-Infektion und die
Folgen der Polytoxikomanie erweist sich als nicht notwendig. Die besagten Beschwerden wur-
den in den RAD-Stellungnahmen berücksichtigt und als Diagnosen ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit qualifiziert. Da die übrigen Arztberichte dieser Einschätzung nicht widerspre-
chen und auch keine Zweifel daran hervorrufen, erübrigt sich die Einholung eines zusätzlichen
Gutachtens.
4.6 Insgesamt ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass der Beschwerde-
führer in einer leichten, vorwiegend sitzenden Tätigkeit mit einer Gewichtslimite von 5 kg und
ohne Stress zu 100% arbeitsfähig ist.
5.1 Im Weiteren gilt es zu beurteilen, ob dem Beschwerdeführer die Aufnahme einer sei-
nen Leiden angepassten Tätigkeit zumutbar ist resp. ob er seine Restarbeitsfähigkeit verwerten
kann.
5.2 Der Beschwerdeführer bestreitet die Verwertbarkeit seiner Restarbeitsfähigkeit in einer
Verweistätigkeit. In seiner Begründung verweist der 1956 geborene unter anderem auf sein
fortgeschrittenes Alter.
5.3 Gemäss ständiger Praxis des Bundesgerichts zur wirtschaftlichen Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ist davon auszugehen, dass der Be-
griff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes nicht nur ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem
Angebot und der Nachfrage nach Stellen enthaltet, sondern auch einen Arbeitsmarkt bezeich-
net, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar
sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie
auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (Urteil des Bundesgerichts 8C_326/2016 vom
25. Juli 2016 E. 4.2.1 mit Verweis auf BGE 110 V 276 E. 4). An die Konkretisierung von Ar-
beitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind keine übermässigen Anforderungen zu stel-
len. Je restriktiver indessen das medizinische Anforderungsprofil umschrieben ist, desto einge-
hender ist in der Regel die Verwertbarkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt abzuklären und
nachzuweisen (Urteil des Bundesgerichts 9C_941/2012 vom 20. März 2013 E. 4.1.1 mit weite-
ren Hinweisen). Von einer Arbeitsgelegenheit im Sinne von Art. 16 ATSG kann besonders dann
nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nunmehr in so eingeschränkter
Form möglich ist, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter
nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und
das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb zum Vornherein als ausgeschlossen erscheint
(Urteil des Bundesgerichts 8C_326/2016 vom 25. Juli 2016 E. 4.2.1). Nach diesen Gesichts-
punkten bestimmt sich im Einzelfall, ob eine invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche
Erwerbsfähigkeit zu verwerten und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen
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vermag oder nicht (BGE 110 V 276 E. 4b; AHI 1998 S. 291 E. 3b). Weder gestützt auf die
Pflicht zur Selbsteingliederung noch im Rahmen der von der versicherten Person auf einem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt offen stehenden Möglichkeiten zur Verwertung ihrer Resterwerbs-
fähigkeit dürfen von ihr Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten
objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles nicht zumutbar sind (vgl. Art. 21
Abs. 4 ATSG; Urteil des EVG vom 10. März 2003, I 617/02, E. 3.1 mit Hinweisen).
5.4 Die Rechtsprechung hat insbesondere auch das fortgeschrittene Alter, obgleich ein an
sich invaliditätsfremder Faktor, als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit den weiteren
persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die der versicherten Per-
son verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbstein-
gliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. Ist die Resterwerbsfähigkeit in diesem Sinne wirt-
schaftlich nicht mehr verwertbar, liegt vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die zum Anspruch
auf eine ganze Invalidenrente führt (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweisen). Der Einfluss des
Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen. Die Be-
deutung des fortgeschrittenen Alters für die Besetzung entsprechender Stellen ergibt sich viel-
mehr aus den Einzelfallumständen, die mit Blick auf die Anforderungen der Verweistätigkeiten
massgebend erscheinen. Zu denken ist zunächst an die Art und Beschaffenheit des Gesund-
heitsschadens und seiner Folgen, angesichts der beschränkten Dauer der verbleibenden Aktivi-
tät sodann namentlich auch an den absehbaren Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand, des-
sen Ausmass wiederum anhand von Kriterien wie der Persönlichkeitsstruktur, vorhandenen
Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung und beruflichem Werdegang sowie der Anwendbar-
keit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich abzuschätzen ist (BGE 138 V 457
E. 3.1 mit Hinweisen). Massgebender Stichtag für die Frage nach der Verwertbarkeit der Rest-
arbeitsfähigkeit ist der Zeitpunkt, in welchem die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Er-
werbstätigkeit festgestellt wurde (BGE 138 V 457 E. 3.3).
5.5 Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführte, ist als Grundlage für die Beurteilung
der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit der Bericht des Hausarztes Dr. F._ vom 13. No-
vember 2015 massgebend. Damals war der 1956 geborene Beschwerdeführer
59 1/3 Jahre alt und es verblieb ihm eine Aktivitätsdauer von 5 2/3 Jahren bis zur
ordentlichen Pensionierung. Bei der Beurteilung der Frage der Verwertbarkeit der Restarbeits-
fähigkeit ist folglich das Kriterium des fortgeschrittenen Alters zu berücksichtigen und dessen
Bedeutung anhand der Umstände des Einzelfalls näher zu prüfen.
5.6 Die Beschwerdegegnerin geht gestützt auf den Bericht der RAD-Ärztin davon aus,
dass dem Beschwerdeführer eine körperlich leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeit mit einer
Gewichtslimite von 5 kg, den individuellen Fähigkeiten entsprechende Tätigkeit ohne Stress zu
100% zumutbar sei. Zu denken sei beispielsweise an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kon-
trolltätigkeiten oder leichte administrative Tätigkeiten. Die zumutbaren Tätigkeiten unterlägen
damit nicht so vielen Einschränkungen, dass eine Anstellung nicht mehr als realistisch zu be-
zeichnen wäre.
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5.7 Dieser Auffassung der Vorinstanz ist zuzustimmen. Sowohl die sachlichen Einschrän-
kungen als auch das in zeitlicher Hinsicht nicht eingeschränkte Vollzeitpensum lassen den
Schluss zu, dass das Finden einer Arbeitsstelle zum Vornherein nicht als unrealistisch er-
scheint. Zwar bedarf der Wechsel von der selbständigen in eine unselbständige Tätigkeit einer
gewissen Anpassung und Umstellung. Diese ist dem Beschwerdeführer jedoch zuzumuten.
Hinsichtlich des Einarbeitungsaufwands ist davon auszugehen, dass sich dieser in Grenzen
halten wird. Der Beschwerdeführer ist ausgebildeter Elektromonteur und war zuletzt rund zwan-
zig Jahre als Platten- und Parkettleger tätig. Seine Ausbildung und Berufserfahrung werden ihm
zwar bei der Ausübung der in Frage kommenden Verweistätigkeiten – Überwachungs-, Prüf-
und Kontrolltätigkeiten oder administrative Tätigkeiten – von eher geringem Nutzen sein. Für die
Aufnahme einer Hilfstätigkeit sind allerdings weder eine Ausbildung noch berufsspezifische
Erfahrungen erforderlich. Es kommt hinzu, dass sich der Beschwerdeführer in den vergangenen
Jahren in einem sehr tiefen Lohnniveau bewegte. Dies hat zur Folge, dass es im konkreten Fall
zur Abwendung der Invalidität eines relativ bescheidenen Einkommens bedarf. Dessen Erzielen
muss dem Beschwerdeführer im Rahmen der Verweistätigkeit zugemutet werden. Aus den dar-
gelegten Gründen kommt das Gericht zum Ergebnis, dass die Restarbeitsfähigkeit des Be-
schwerdeführers verwertbar ist.
6. Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlichen Beeinträchti-
gungen.
6.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG
anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der
Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst
genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt
sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128
V 30 E. 1).
6.2 Bei der Ermittlung des ohne Invalidität erzielbaren Einkommens (Valideneinkommen)
ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweis-
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Was sie
bestenfalls verdienen könnte, ist dagegen nicht relevant (BGE 131 V 51 E. 5.1.2). Die Einkom-
mensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Da im Gesundheitsfall erfahrungsge-
mäss die bisherige Tätigkeit in der Regel weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für
die Bestimmung des Valideneinkommens häufig der zuletzt erzielte, der Teuerung sowie der
realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst. Ausnahmen vom diesem Grundsatz
müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 135 V 58 E. 3.1). Erzielt eine
versicherte Person ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, wird diesem Umstand bei
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der Invaliditätsbemessung nur dann Rechnung getragen, wenn die Gründe dafür invaliditäts-
fremd sind und beispielsweise auf geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, man-
gelnde Deutschkenntnisse oder beschränkte Anstellungsmöglichkeiten zufolge Saisonnierstatus
zurückzuführen sind. Davon ausgenommen sind Fälle, in denen Anhaltspunkte dafür bestehen,
dass die versicherte Person sich aus freien Stücken mit einem bescheidenen Einkommen be-
gnügt (Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 12. September 2014 E. 3.3). Nützte die
versicherte Person im Gesundheitsfall ihr wirtschaftliches Potenzial nicht voll aus, so ist dieser
nicht verwertete Teil der Erwerbsfähigkeit nicht versichert, denn die Erwerbsinvalidität hängt
nicht von der Einbusse des mutmasslichen Potenzials bzw. des funktionellen Leistungsvermö-
gens als solchem ab, sondern von der effektiven, gesundheitlich bedingten Einbusse im Er-
werbseinkommen (BGE 135 V 58 E. 3.4.1-3.4.5).
6.3 Die IV-Stelle ging davon aus, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall weiterhin
seine bisherige Tätigkeit als Parkettleger ausüben würde. Sie ermittelte das Valideneinkommen
daher basierend auf seinen zuletzt erzielten Jahreseinkommen gemäss den Angaben aus dem
individuellen Kontoauszug der Jahre 2006-2014. Dabei errechnete sie ein durchschnittliches
Jahreseinkommen von Fr. 29‘456.--.
6.4 Der Beschwerdeführer bringt vor, das effektiv erzielte Einkommen dürfe nicht als Vali-
deneinkommen gelten, da dieses mit gesundheitlichen Beschwerden behaftet sei. Er habe aus
gesundheitlichen Gründen in den letzten zwanzig Jahren nur ein sehr geringes Einkommen
erzielen können.
6.5 Die geltend gemachte gesundheitliche Einschränkung bei der Ausübung der ange-
stammten Tätigkeit lässt sich mittels medizinischen Berichten nicht bestätigen. Aus dem Bericht
der Klinik H._ vom 18. Dezember 2000 geht hervor, dass der Beschwerdeführer damals
eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit als Bodenleger aufwies. Weitere medizinische Berichte liegen
für den interessierenden Zeitraum bis zur Aortendissektion und der damit verbundenen Arbeits-
unfähigkeit ab 24. September 2015 nicht vor. Das geringe Einkommen aus der Selbständigkeit
als Parkettleger kann daher nicht mit einer gesundheitlichen Einschränkung begründet werden.
Dem steht auch die Aussage des Beschwerdeführers im Triage-Gespräch vom 4. März 2016
entgegen, er habe als Parkettleger jeweils 40 Stunde pro Woche gearbeitet. Im Weiteren sind
keine Gründe ersichtlich, wonach das unterdurchschnittliche Einkommen auf invaliditätsfremde
Gründe zurückzuführen wäre. Es bleibt daher einzig darauf zu schliessen, dass der Beschwer-
deführer sein wirtschaftliches Potenzial nicht vollkommen ausgeschöpft hat. Bei der Ermittlung
des Valideneinkommens kann ihm somit kein höheres Einkommen als das effektiv erzielte an-
gerechnet werden. Das von der IV-Stelle angenommene Valideneinkommen von Fr. 29‘456.--
ist demnach zu bestätigen.
7.1 Für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch reali-
sierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist primär von der beruflich-erwerblichen Situati-
on auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt diese nach Eintritt der In-
validität eine Erwerbstätigkeit aus, ist der tatsächlich erzielte Verdienst dem Invalideneinkom-
men gleichzusetzen, wenn – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind,
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die verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausgeschöpft wird und die Entlöhnung
der Leistung angemessen ist, folglich nicht ein Soziallohn zur Auszahlung gelangt (BGE 135 V
301 E. 5.2, 129 V 475 E. 4.2.1 mit Hinweisen). Erfüllt das tatsächlich erzielte Erwerbseinkom-
men diese Voraussetzungen nicht, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt der Ge-
sundheitsbeeinträchtigung keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätig-
keit aufgenommen hat, kann das Invalideneinkommen unter Beizug der Tabellenlöhne der LSE
ermittelt werden (vgl. BGE 129 V 475 E. 4.2.1 mit Hinweisen).
7.2 Die IV-Stelle hat bei der Berechnung des Invalideneinkommens auf die LSE-Tabelle
TA1 aus dem Jahr 2014 abgestellt und ging gestützt auf den Wirtschaftszweig „Total“ im Kom-
petenzniveau 1 der Spalte Männer von einem monatlichen Einkommen von Fr. 5‘312.-- und
einem Jahreseinkommen von Fr. 63‘744.-- aus. Sie ermittelte nach Anpassung an die betriebs-
übliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden sowie an die Nominallohnentwicklung bis
2015 von 0.3% einen massgebenden Jahreslohn von Fr. 66‘652.--. Nach Abzug von 10% für
eine invaliditätsbedingte Beeinträchtigung resultierte bei einem zumutbaren Pensum von 100%
ein jährliches Invalideneinkommen von Fr. 59‘987.--. Dieses von der IV-Stelle ermittelte Invali-
deneinkommen wird vom Beschwerdeführer zu Recht nicht beanstandet.
8. Wird das in Erwägung 6.3 ermittelte Valideneinkommen von Fr. 29‘456.-- im Einkom-
mensvergleich dem von der Vorinstanz ermittelten Invalideneinkommen von Fr. 59‘987.-- ge-
genübergestellt, resultiert ein Invaliditätsgrad von 0%. Der Beschwerdeführer hat somit keinen
Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung.
9. Zusammenfassend ist im Ergebnis festzuhalten, dass die IV-Stelle gestützt auf die me-
dizinische Aktenlage zu Recht von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit in einer den Leiden ange-
passten Tätigkeit ausgehen durfte. Ebenfalls zutreffend ist die Bejahung der Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit. Trotz fortgeschrittenen Alters ist dem Beschwerdeführer die Aufnahme
einer körperlich leichten Arbeit ohne das Heben von Gewichten über 5 kg und ohne Stress zu-
mutbar. Ferner durfte die IV-Stelle das Valideneinkommen anhand der zuletzt erzielten Ein-
kommen des Beschwerdeführers bemessen. Seine unterdurchschnittlichen Jahreseinkommen
lassen sich weder mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen noch mit invaliditätsfremden aner-
kannten Faktoren begründen, weshalb darauf zu schliessen ist, dass er sein wirtschaftliches
Potential nicht vollkommen ausgenutzt hat. Aus dem Einkommensvergleich ergibt sich schliess-
lich, dass der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
10. Dennoch bleibt darauf hinzuweisen, dass die IV-Stelle dem Beschwerdeführer im
Rahmen der Eingliederungsmassnahmen ein Arbeitstraining im Verein I._ vermittelt hatte,
welches seinen Behinderungen nicht angepasst war. Das Arbeitstraining im Verein I._ ent-
sprach nicht den in Erwägung 5.7 erwähnten zumutbaren Verweistätigkeiten und war für den
Beschwerdeführer aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkungen nicht möglich, weshalb
ihm seine behandelnde Kardiologin für den entsprechenden Zeitraum eine volle
Arbeitsunfähigkeit bescheinigte. Es wäre daher sinnvoll, wenn der Beschwerdeführer ein
Arbeitstraining, das seinen Leiden angepasst ist, antreten könnte.
http://www.bl.ch/kantonsgericht
Seite 11 http://www.bl.ch/kantonsgericht
11.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit-
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in de-
nen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrens-
kosten in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest.
Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in
angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei,
weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. Dem Beschwerdeführer ist nun aller-
dings mit Verfügung vom 1. Juni 2017 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden. Aus
diesem Grund werden die Verfahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen.
11.2 Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla-
gen. Da dem Beschwerdeführer in der Verfügung vom 1. Juni 2017 die unentgeltliche Verbei-
ständung mit seinem Rechtsvertreter bewilligt worden ist, ist dieser für seine Bemühungen aus
der Gerichtskasse zu entschädigen. Gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen
und Anwälte vom 17. November 2003 beträgt das Honorar bei unentgeltlicher Verbeiständung
Fr. 200.-- pro Stunde. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat in seiner Honorarnote
vom 30. Juni 2017 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 7 Stunden und
15 Minuten geltend gemacht, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und
Rechtsfragen als angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind sodann die ausgewiesenen
Auslagen von Fr. 34.30. Dem Rechtsvertreter ist deshalb ein Honorar in der Höhe von
Fr. 1‘603.05 (7,25 Stunden à Fr. 200.-- + Auslagen von Fr. 34.30 + 8% Mehrwertsteuer) aus der
Gerichtskasse auszurichten.
11.3 Der Beschwerdeführer wird ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die Or-
ganisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2001 aufmerksam gemacht, wonach eine Par-
tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald
sie dazu in der Lage ist.
http://www.bl.ch/kantonsgericht
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