Decision ID: 4c92b068-9a1f-4dc5-b4aa-3848bd4e9be4
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1955, durchlief die Ausbildung zur
Primarlehre
rin
(1970 bis 1975
; Diplom in
Urk.
7/151
) und erwarb im Jahr 1992
den
Fähig
keitsauswei
s
der Schwe
izeris
chen Arbeitsgemeinschaft für Ju
gendmusik und Musikerziehung
(
Urk.
7/2/4
und
Urk.
7/152
). Si
e
ist verheiratet und Mutter von drei Söhnen, ge
boren 1975, 1979 und 1989 (Urk.
7/2/2).
Ab
1980 arbeitete sie teilzeitlich als Blockflötenlehrerin, von 1999 bis 2004 zusätzlich als
Primarleh
rerin
und Fachlehrerin für Schulmusik und ab 2003 war sie Dirigentin zweier Kirchenchöre (vgl. die Übersicht in
Urk.
7/17)
.
In den Jahren 1998, 1999 und 2000
stürzte
X._
ver
schiedentlich und
erlitt
dabei Prellungen des Gesässes und der linken Hüfte
so
wie
Kontusionen der Lendenwirbel
säule; im Oktober 2002 wurde
eine
Coccygektomie
(Steissbei
nentfernung) durchgeführt
(vgl. die Zusammenfassun
g
en
von
X._
aus den Jahren 2001 und 2003
,
Urk.
7/5/1-
9, und die Arztzeugnisse in
Urk.
7/5/12+13+17+18
; vgl. auch Urk.
7/14/1
).
Die Unfälle waren Gegenstand eines Gerichtsverfahrens von
X._
gegen die Helsana Unfall AG (Urteil vom 30. November 2004 des Prozesses Nr. UV.2004.00256
,
Urk.
7/8).
1.2
Am 1
2.
Februar 2005 meldete sich
X._
bei der Invalidenversi
cherung an. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle,
holte die Berichte der behandelnden medizinischen Fachpersonen ein, nämlich den Ber
icht des Schweizer
Paraplegiker
-
Zentrums
Y._
vom 16. März 2005 (
Urk.
7/14
mit der Ergänzung vom 25. April 2005,
Urk.
7/23
), den Bericht von
Dr.
med.
Z._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2
2.
März 2005 (
Urk.
7/1
5), den Bericht von
Dr.
med.
A._
, Spezialärztin für Innere Medizin, vom
8. April 2005 (
Urk.
7/19/1-6 mit Berichten des Spitals
B._
über radiologische Untersuchungen der Lendenwi
rbelsäule und des Kreuzbeins in den
Jahr
e
n 1998 und 2000, Urk.
7/19/7-8),
den Bericht von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, vom 9. Mai 2005 (
Urk.
7/26)
und
den Bericht
von
Dr.
med.
D._
, Augenarzt FMH, vom
30. Mai 2005 (
Urk.
7/27)
. Ausserdem beschaffte die IV-Stelle die Angaben der ver
schiedenen
Arbeitgeber (Urk.
7/20
22 und
Urk.
7/24
-
25).
Mit Ve
rfügung vom 14. Juli 2005 eröffnete
die IV-Stelle der Versicherten, vertre
ten durch Rechtsanwalt
Dr.
Robert
Geisseler
, dass sie keinen Anspruch auf berufliche Massnahmen und auf eine Rente habe, da sie in der bisherigen Tätig
keit als Musiklehrerin uneingeschränkt arbeitsfähig sei und die geltend gemachten Einschränkungen im Haushalt ni
cht nachvollziehbar seien
(Urk.
7/31; vgl. auch das Feststellungsblatt vom 14. Juli 2005,
Urk.
7/30). Mit einer weiteren Verfügung vom 15. Juli 2005 verneinte die IV-Stelle auch den Anspruch der Versicherten auf eine
Hilflosenentschädigung
(
Urk.
7/33). Die Ve
rfügungen blieben unangefochten; die Versich
erte verfasste lediglich am 14.
September 2005 eine Stellungnahme zum
Bericht von
Dr.
Z._
vom 22.
März 2005 (
Urk.
7/40/3-7).
1.3
Im weiteren Verlauf übernahm d
ie IV-Stelle die Kosten für die Anpassung des privaten Motorfahrzeugs der Versicherten an die gesundheitlichen
Besc
hwerden (
Urk.
7/29 und
Urk.
7/35-61
), und nach einem Früherfassungsgespräch vom Januar 2011 (
Urk.
7/63-64) beantragte die Versicherte am 4. Februar 2011 er
neut eine
Hilflosenentschädigung
(
Urk.
7/67) und die Kostenübernahme für weitere Hilfsmittel (Rollstuhl, Badewannenbrett, Arbeitsstuhl;
Urk.
7/68). Dabei
info
r
mierte sie die
IV-Stelle
auch über ein neu
aufgetretenes Knieproblem (Urk.
7/69).
Die IV-Stelle holte den Bericht von PD
Dr.
med.
E._
, Spezialarzt für Physi
kalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumatologie, v
om 22.
Februar 2011 (
Urk.
7/77) und den Bericht von
Dr.
A._
vom 10. März 2011 ein (
Urk.
7/86/1-5)
und erfuhr dabei von der Krankengeschichte zur Knieproblematik: Die Versicherte hatte sich am 10. Mai 2010 im Spital
B._
einer Arthroskopie des rechten Knies unterzogen (Berichte des Spitals von Mai bis Juli 2010,
Urk.
7/86/20-25, und
Radiologiebericht
vom 31. März
2010
,
Urk.
7/86/19) und hatte sich in der Fol
ge vom 2
2.
November bis zum 21.
Dezember 2010 in der Universitätsklinik
F._
aufgehalten (Bericht der Klinik vom 18. Januar 2011,
Urk.
7/86/6-18
;
Radiologiebericht
der Klinik vom 26. Oktober 2010,
Urk.
7/116/10
)
. Am 24. März 2011 liess die IV-Stelle einen Besuch bei der Versicherten zu Hause durchführen (Bericht vom 1. April 2011,
Urk.
7/97) und eröffnete der Versicherten ansch
liessend mit Vorbescheid vom 8.
April 2011, dass sie
ihren
Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
zu ver
neinen gedenke (
Urk.
7/100).
Nachdem d
ie Versicherte am 18. Mai 2011 Ein
wendungen
erhoben hatte
(
Urk.
7/116/3-9
), entschied die IV-Stelle mit Verfü
gung vom 14. Juni 2011 im Sinne ihres Vorbesc
heids (
Urk.
7/121; vgl. auch die Stellungnahme des Abklärungsdienstes
in
Urk.
7/122).
X._
, vertreten durch R
echtsanwalt Markus Zimmermann, liess gegen die Verfügung vom 14. Juni 2011 betreffend Verneinung des Anspruchs auf eine
Hilflosenentschädigung
beim Sozialversicherungsgericht Beschwerde erheben (Prozess Nr. IV.2011.00829;
Urk.
7/158).
Mit Urteil vom 27. September 2012 hiess das Gericht die Beschwerde in dem Sinne gut, dass es die Verfügung
aufhob und die Sache zur weiteren Abklärung an
die IV-Stelle zurückwies (Urk.
7/186).
Dieses Urteil blieb unangefochten.
1.4
Des Weiteren
hatte
die IV-Stelle zur Abklärung des Anspruchs von
X._
auf eine Invalidenrente am 14. Juni 2011 eine Haushaltabklärung durchführen
lassen
(Bericht
vom 2
2.
Juni 2011,
Urk.
7/138),
hatte d
en Bericht von PD
Dr.
E._
vom 20. Juni 2011 entgegen
genommen
(
Urk.
7/126)
und
hatte
ihr daraufhin mit Vorbescheid vom 21. Oktober 2011 eine
Viertelsrente
bei einem Invaliditätsgrad von 41
%
ab dem 1. August 2011 in Aussicht
gestellt
(
Urk.
7/142
; vgl. auch den Einkommensvergl
eich vom 1
2.
Oktober 2010, Urk.
7/139, und das Feststellungsblatt vom 20. Oktober 2011,
Urk.
7/140
). Die Versicherte
hatte
durch Rechtsanwalt Markus Zimmermann am 23. November 2011 Einwendungen erheben
lassen
(
Urk.
7/163)
, worauf d
ie IV-Stelle einen Bericht von PD
Dr.
E._
vom 29. August 2011 zuhanden der Pensionskasse zu den Akten
genommen hatte
(
Urk.
7/168)
.
Ausserdem gelangte die IV-Stelle in den Besitz von Berichte
n des Klinik
G._
,
Dr.
med.
H._
, Rheumatologie,
vom 11. September sowie vom 16. und vom 24. Oktober 2012 (
Urk.
7/183,
Urk.
7/191 und
Urk.
7/184).
Mi
t Verfügung vom 5. April 2013
entschied die IV-Stelle schliesslich
im Sinne ihres Vorbescheids und
sprach
der Versicherten ab August 2011 eine
Viertels
rente
- nunmehr bei einem In
validitätsgrad von 47
%
-
zu
(
Urk.
2 =
Urk.
7/198; vgl. auch den Einkommensvergleich vom 7. Juni 2012,
Urk.
7/179, und das Feststellungsblatt vom 1
0. September 2012,
Urk.
7/180).
1.5
Zur weiteren Abklärung des Anspruchs auf eine
Hilflosenentschädigung
hatte die IV-Stelle g
estützt auf das Urteil des Sozi
alversicherungsgerichts vom 27.
September 2012
am 13. Januar 2013 eine
neue
Abklärung bei der Versi
cherten zu Hause durchgeführt (Bericht vom 8. April 2013,
Urk.
7/200). Mit Vorbescheid vom 18. April 2013 eröffnete sie ihr, dass sie diesen Anspruch nach wie vor zu verneinen gedenke (
Urk.
7/201)
. Die Versicherte liess durch Rechtsanwalt Markus Zimmermann mit Eingabe vom 21. Mai 2013 Einwendun
gen erheben (
Urk.
9/
7/
217) und
unter anderem den Bericht der Rehaklinik
I._
vom 25. Februar 2013 über einen dreiwöchigen
Rehabilitationsaufent
halt
im Februar 2013 einreichen (
Urk.
9/
7/
208/1-3). Ausserdem liess sie
am
7. August 2013
auf eine kürzlich durchgemachte
Schulteroperation
hinweisen (
Urk.
9/
7/
226).
D
ie IV-Stelle holte dazu den Bericht der Klinik
G._
vom
24. September 2013 ein
, wo die Versicherte nach der Operation im
Universitäts
spital
J._
eine zweimonatige stationäre Rehabilitation durchlaufen hatte
(
Urk.
9/
7/
231).
Gestützt auf eine Stellungnahme ihres Abklärungsdienstes vom 17. Oktober 2013 (
Urk.
9/7/233) entschied die IV-Stelle m
it Verfügung vom 17. Oktober 2
013
ebenfalls im Sinne ihres Vorbescheids und verneinte den Anspruch der Versicherten auf eine
Hilflosenentschädigung
erneut (
Urk.
9/2 =
Urk.
9/
7/236/20-23).
2.
2.1
Gegen die Verfügung vom 5. April 2013 betreffend den Rentenanspruch liess
X._
durch Rechtsanwalt Markus Zimmermann mit Eingabe vom 7. Mai 2013 Beschwerde erheben (
Urk.
1) mit dem Antrag,
ihr seien in Aufhebung der Verfügung die gesetzlich geschuldeten Leistungen, insbesondere mindestens eine
Dreiviertelsrente
, zuzusprechen; eventualiter seien weitere Sachverhaltsabklärungen vorzunehmen (
Urk.
1 S. 2). Die
IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 11. Juni 2013 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6)
.
2.2
Mit Eingabe vom 18. November 2013 liess
X._
auch gegen die Verfügung vom 17. Oktober 2013 betreffend den Anspruch auf eine
Hilflos
en
ent
schädigung
Beschwerde erheben (Prozess Nr. IV.2013.01052;
Urk.
9/1 im vor
liegenden Verfahren) und den Antrag stellen, ihr seien in Aufhebung der Verfü
gung die gesetzlich geschuldeten Leistungen, namentlich mindestens eine
Hilf
losenentschädigung
leichten Grades, zuzusprechen; eventualiter seien weitere Sachverhaltsabklärungen vorzunehmen (
Urk.
9/1 S.
2). Die IV-Stelle schloss mit Eingabe vom 17. Dezember 2013
auch hier
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9/6).
2.3
Mit den Verfügungen vom 18. Dezember 2013 vereinigte das Gericht im Sinne des Antrags beider Parteien das Verfahren betreffend
Hilflosenentschädigung
mit demjenigen betreff
end Invalidenrente (
Urk.
9/8
und
Urk.
10
).
2.4
Als der Ehemann der Versicherten das AHV-Rentenalter erreichte,
führte die Ausgleichskasse die Einkommensteilung durch
,
und die
IV-Stelle
berechnete gestützt darauf
die Höhe der Invalidenrente der Versicherten
- bei gleichgeblie
benem Invaliditätsgrad von 47
%
-
mit Verfügung vom 27. Juni 2014
für die Zeit ab dem 1. August 2014
neu und hielt fest, diese Verfügung ersetze dieje
nige vom
5. April 2013
(
Urk.
2 de
s Prozesses Nr. IV.2014.00867).
Die Versi
cherte liess die Verfügung vom 2
7. Juni 2014 mit Eingabe vom 2.
September 2014 einreichen
(
Urk.
1/1 des Prozesses Nr. IV.2014.00867)
und liess geltend machen, sie beanstande nach wie vor die Höhe des Invaliditätsgrades und ver
weise hierfür auf ihre Beschwerde vom 7. Mai 2013 (
Urk.
1/2 des Prozesses Nr. IV.2014.00867). Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom
13. Oktober 2014 (erneut) auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5 des Prozesses Nr. IV.2014.00867).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2004, am 1. Januar 2008 und am 1. Januar 2012 sind die im Zuge der Revisionen 4, 5 und 6a geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG), der Verordnung über die Invalidenversi
cherung (IVV) und des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher
Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zugrunde zu legen sind, die gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene
n
Verfügung
en
wurden am 5. April und am 17. Oktober 2013
erlassen
. Da ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkra
fttreten der revidierten Bestim
mungen der 4. IV-Revision am 1. Januar 2004, der 5. IV
Revision am 1. Januar 2008 und der IV-Revision 6a begonnen hat - zur Diskussion stehen die Ansprüche aufgrund von Gesun
dheitsschäden, die teil
weise vor dem Jahr 2000 ihren Anfang genommen hatten -
, und die Verfügung eine Dauerleistung betrifft, ist entsprechend der dar
gelegten
intertemporalrecht
lichen
Regelung für die Zeit bis Ende 2003 auf die damals gültig gewesenen Bestimmungen und für die Zeiten ab dem 1. Januar 2004, ab dem 1. Januar 2008 und ab dem 1. Januar 2012 auf die jeweils neuen Normen der Revisionen 4, 5 und 6a abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision:
BGE 130 V 445
; Urteil des Bun
desgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006, E. 1).
Soweit jedoch diese Revisio
nen keine substanziellen Änderungen gegenüber der früheren Rechtslage gebracht haben, ist die zur altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung weiterhin massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_76/2009 vom 19. Mai 2009, E. 2).
2.
2.1
Invalidität wird in Art. 8 Abs. 1 ATSG definiert als voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Ausserdem gelten gestützt auf Art. 8 Abs. 3 ATSG auch Personen als invalid, bei denen eine Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen nichterwerblichen Aufgabenbe
reich zu betätigen.
2.2
2.2.1
Gemäss Art. 28 Abs. 2
IVG
haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind.
2.2.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG (in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes
Invalidenein
kommen
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkom
men
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der
Einkom
mensdifferenz
der Invaliditätsgrad bestimmen lässt.
Bei nicht erwerbstätigen Versicherten wird gestützt auf Art. 28a Abs. 2 IVG für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Masse sie unfähig sind, sich im nichterwerblichen Aufgabenbereich zu betätigen.
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch in einem nichterwerblichen Aufgabenbereich tätig, namentlich im Haushalt, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgaben
bereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (vgl. Art. 28a Abs. 3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung). Die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, insbesondere auf die persönlichen, fami
liären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen).
2.3
Der Rentenanspruch entsteht nach Art. 29 Abs. 1 IVG in der bis Ende 2007 in Kraft gewesenen Fassung
frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person mindestens zu 40 % bleibend erwerbsunfähig geworden ist (
lit
. a) oder während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens zu 40 % arbeitsunfähig war (
lit
. b). Eine entsprechende Regelung ist in Art. 28 Abs. 1
lit
. b und c IVG in der ab Anfang 2008 gültigen Fassung statu
iert. Zusätzlich kann der Rentenanspruch ab dem 1. Januar 2008 gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG nicht vor Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendmachung ent
stehen.
2.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt rechtsprechungsgemäss jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditäts
grad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Eine Invalidenrente ist demgemäss nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern unter anderem auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben, wenn der Aufgabenbereich sich gewandelt hat oder wenn in dem für die
Me
thodenwahl
massgeblichen hypothetischen Sachverhalt wesentliche Änderungen eingetreten sind (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Unerheblich unter
revisions
rechtlichen
Gesichtspunkten ist dagegen nach der Rechtsprechung die unter
schiedliche Be
urteilung eines im
W
esentlichen unverändert gebliebenen Sach
verhaltes (BGE 112 V 387 E. 1b mit Hinweisen).
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
mensvergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108 E. 5.4).
Die dargelegten Grundsätze zur Rentenrevision gelten rechtsprechungsgemäss auch dort, wo sich eine versicherte Person, deren Rentenanspruch verneint wor
den ist, bei der Invalidenversicherung erneut zum Rentenbezug anmeldet. Auch dort ist zu prüfen, ob seit dem Erlass des rentenabweisenden Entscheids eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist
(vgl. BGE 130 V 73 E. 3.1 und 3.2 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 133 V 108
E. 5.4).
3.
3.1
Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz, die hilflos sind, haben gemäss Art. 42 Abs. 1 Satz 1
IVG
Anspruch auf eine
Hilf
lo
sen
entschädigung
. Als hilflos gilt
gemäss Art. 9 ATSG
eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung bedarf. Dabei sind praxisgemäss (BGE 121 V 88 E. 3a mit Hinweisen) die folgenden sechs alltägli
chen
Lebensverrichtun
gen
massgebend:
Ankleiden, Auskleiden;
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
Essen;
Körperpflege;
Verrichtung der Notdurft;
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme (BGE 127 V 97 E. 3c, 125 V 297 E. 4a).
Ausserdem
gilt
nach Art. 42 Abs. 3 IVG auch eine Person als hilflos, welche zu Hause lebt und wegen der Beeinträchtigung der Gesundheit dauernd auf
lebens
praktische
Begleitung an
gewiesen ist. Gemäss Art. 42 Abs. 2 IVG ist zwischen schwerer, mittelschwerer und leichter Hilflosigkeit zu unterscheiden.
3.2
3.2.1
Nach Art. 37 Abs. 1 IVV gilt die Hilflosigkeit als schwer, wenn die versicherte Person vollständig hilflos ist. Dies ist der Fall, wenn sie in allen alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter an
gewiesen ist und überdies der dauernden Pflege oder der persönlichen Überwa
chung bedarf.
3.2.2
Als mittelschwer gilt die Hilflosigkeit gemäss Art. 37 Abs. 2 IVV, wenn die versi
cherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:
in den meisten alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erhebli
cher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in er
hebli
cher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies
einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf; oder
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in er
heblicher Weise auf die Hilfe Dritter und überdies dauernd auf
le
bens
praktische
Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewiesen ist.
Nach der Rechtsprechung setzt Hilflosigkeit mittelschweren Grades nach Art. 37 Abs. 2
lit
. a IVV eine Hilfsbedürftigkeit in min
destens vier alltäglichen
Lebens
verrichtungen
voraus (BGE 121 V 88 E. 3b, 107 V 145 E. 2).
3.2.3
Schliesslich gilt die Hilflosigkeit nach Art. 37 Abs. 3 IVV als leicht, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;
einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwendi
gen Pflege bedarf;
wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körper
li
chen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleis
tungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder
dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV ange
wiesen ist.
3.2.4
Ein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung (Art. 42 Abs. 3 IVG) liegt nach Art. 38 Abs. 1 IVV dann vor, wenn eine volljährige versicherte Person aus
serhalb eines Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung der Gesundheit:
ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbständig wohnen kann;
für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Beglei
tung einer Drittperson angewiesen ist; oder
ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren.
Ist lediglich die psychische Gesundheit beeinträchtigt, so muss nach Art. 38 Abs. 2 IVV für die Annahme einer Hilflosigkeit gleichzeitig ein Anspruch auf mindestens eine
Viertelsrente
bestehen.
4.
4.1
Im sozialversicherungsrechtlichen Verfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz. Der Versicherungsträger prüft nach Art. 43 Abs. 1 ATSG die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein, wobei mündlich erteilte Auskünfte schriftlich festzuhalten sind.
4.2
Für die Beurteilung von Rechtsfragen, denen medizinische Sachverhalte zu
grunde liegen, ist
die Verwaltung (und im Beschwerdefall
das Gericht
)
auf Angaben und Unterlagen von medizinischen Fachpersonen, namentlich von Ärztinnen und Ärzten, angewiesen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arzt
-
be
richtes
ist nach höchstrichterlicher Praxis ent
scheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseiti
gen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anam
nese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind (BGE 125 V 35
1 E
. 3a).
4.3
Im Rahmen der Invaliditätsbemessung ist es Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin
, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in wel
chem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
4.4
Auch bei der Erarbeitung der Grundlagen für die Bemessung der Hilflosigkeit ist eine enge, sich ergänzende Zusammenarbeit zwischen Arzt und Verwaltung erforderlich. Hier hat ebenfalls der Arzt oder die Ärztin anzugeben, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen oder geistigen Funktionen durch das Leiden eingeschränkt ist.
Die Abklärung an Ort und Stelle, wie sie in Art. 69
Abs.
2 IVV genannt wird, ist von einer qualifizierten Person durchzuführen, die Kenntnis
hat von den
örtlichen und räumlichen Verhältnisse
n
und von den Beeinträchtigungen und
Hilfsbedürftigkeiten
, die sich aus den medizinischen Diagnosen ergeben
. Bei Unklarheiten über physische oder psychische Störungen und/oder
über
deren Auswirkungen auf alltägliche Lebensverrichtungen hat die abklärende Person den medizinischen Fachpersonen Rückfragen zu stellen (vgl. BGE 130 V
61
E. 6.1 und E. 6.2).
5.
Gegenstand des vorliegenden Verfahrens
sind
der Anspruch der Beschwerde
-
führe
rin
auf eine Rente und auf eine
Hilflosenentschädigung
.
Beide Ansprüche waren bereits im Jahr 2005 Gegenstand von Verfügungen. Mit derjenigen vom 14. Juli 2005
(
Urk.
7/31)
hatte die IV-Stelle den Anspruch
auf eine Rente und mit derjenigen vom 15. Juli
2005 (
Urk.
7/33)
den Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
verneint.
Gestützt auf die dargelegte Rechtspre
chung (E. 2.4) ist für die neue Prüfung dieser Ansprüche somit eine
Sachver
haltsänderung
erforderlich.
6.
6.1
Den Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
hatte die Beschwerdegegnerin schon mit der Verfügung vom 14. Juni 2011
(
Urk.
7/121
)
neu beurteilt und
hatte
damit eine Sachverhaltsänderung
implizit bejaht. Das Gericht war ihr darin im Urteil vom
27. September 2012
(
Urk.
7/186)
gefolgt und hatte als ent
scheidende Veränderung die Beschwerden am rechten Knie gesehen (vgl. Sach
verhalt Ziffer 1.3).
Gestützt auf den Be
richt von PD
Dr.
E._
vom 22.
Februar 2011 (
Urk.
7/77) und auf den
B
ericht der Beschwerdegegnerin vom 1. April 2011
über die Abklärung zu Hause vom 24. März 2011
(
Urk.
7/97)
hatte das Gericht festgehalten,
die Beschwerdeführerin sei in den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen nicht massgeblich eingeschränkt
(
Urk.
7/186 E. 2.2).
H
ingegen
hatte das Gericht d
ie Frage nach der Notwendigkeit lebenspraktischer Begleitung im Sinne von Art.
38
Abs.
1 IVV, namentlich in den
Bereich
en
der Hausarbeit
(Essenszubereitung)
und
der ausserhäuslichen Verrichtungen, als weiter abklärungsbedürftig erachtet und die Sache zur Vornahme dieser Abklä
rungen an die Beschwerdegegnerin zur
ückge
w
i
esen.
Dabei hatte das Gericht der Beschwerdegegnerin auferlegt, n
eben der
qualitativen und quantitativen
Erfas
sung des Begleitungsbedarfs
auch zu prüfen, wieweit die Beschwerdeführerin den Begleitungsbedarf mit geeigneten Hilfsmitteln zu reduzieren in der Lage sei (
Urk.
7/186 E. 4.2 und E. 4.3).
6.2
In Nachachtung des Urteils vom 27. September 2012 führte die Beschwerde
-
gegne
rin
im Januar 2013 eine erneute Abklärung am Wohnort der Beschwerde
-
führerin durch
. Dabei beschränkte sie sich
im Bericht
vom 8. April 2013
in Bezug auf die lebenspraktische Begleitung allerdings darauf, den Zustand zu erheben, wie er sich seit der
Haushaltabklärung
vom Juni 2011 zur Prüfung des Rentenanspruchs entwickelt hatte
(vgl.
Urk.
7/200/4)
,
und
verwies
für die Zeit davor auf
jenen
Haushaltabklärung
sbericht
(
Urk.
7/1
38)
.
Ta
tsächlich erstreckt sich die Begleitung zur Ermöglichung des selbständigen Wohnens
im Sinne von Art. 38
Abs.
1
lit
. a IVV
rechtsprechungsgemäss auch auf die
Haus
halt
arbeit
(vgl. BGE 133 V
450
E. 9), und dabei ist auch die direkte Dritthilfe zu berücksichtigen, also die Hilfeleistungen, bei denen die Drittperson nicht nur Unterstützung leistet, sondern die sie selbst ausführt (BGE 133 V
450
E. 10.2).
Dennoch kann aus den Einschränkungen im Haushalt, die für den Rentenan
spruch relevant sind, nicht unmittelbar auf den Bedarf an lebenspraktischer Begleitung im Sinne von Art. 38
Abs.
1
lit
. a IVV geschlossen werden. Hinzu kommt, dass im Haushalt
a
bklärungsbericht vom 2
2.
Juni 2011 immerhin eine Einschränkung um 43
%
ermittelt worden war
(vgl. Urk.
7/138/9)
und im
Bericht vom 8. April 2013 zur Abklärung der Hilflosigkeit
nicht dargetan wurde
, welche dieser Einschränkungen aus welchen Gründen für das
Kriterium des
selbständige
n
Wohnen
s nach Art. 38
Abs.
1
lit
. a IVV als nicht relevant erachtet wurden.
6.3
6.3.1
Vor allem aber erweist sich der Sachverhalt
nunmehr auch in medizinischer Hinsicht als weiter abklärungsbedürftig,
insbesondere
nachdem zu den bisheri
gen Rücken- und Kniebeschwerden auch Beschwerden in der linken Schulter hinzugetreten sind und
gemäss dem Bericht der Klinik
G._
vom 2
4.
September 2013 im April 2013 eine Schulteroperation durchgeführt wo
rden ist (vgl.
Urk.
9/7/231/1).
6.3.2
Zunächst basiert nämlich
der Bericht vom
8.
April 2013, wie die Beschwerdefüh
rerin zu Recht vorbringen liess (vgl.
Urk.
9/1 S. 5 ff.)
,
auf einer Abklärung vom Januar 2013, also aus der Zeit, als die Schulteroperation und der vorgängige
A
ufenthalt in der Rehaklinik
I._
mit Untersuchung und Therapierung der Schulterbeschwerden (vgl.
Urk.
9/7/208/1-3) noch nicht statt
gefunden hatten.
Die abklärende Sachbearbeiterin konnte demnach die gebo
tene Rücksprache mit den medizinischen Fachpersonen nicht zureichend wahr
nehmen.
Wesentlich ist
darüber hinaus
, dass weder der neueste Bericht der Klinik
G._
noch derjenige der Rehaklinik
I._
eine umfassende Beur
teilung enthalten, welche sich mit den objektiven Befunde
n
und den subjektiv geschilderten Beeinträchtigungen gleichermassen auseinandersetzt. Die Rehakli
nik
I._
konzentrierte sich auftragsgemäss auf die Behandlung de
s Schmerzzustands an der
Schulter
und konstatierte daneben zwar die nur noch knappe Stockfähigkeit und den Umstand, dass die Beschwerdeführerin a
uf den Rollstuhl angewiesen sei,
tat jedoch nicht näher dar, inwiefern die erhobenen
Befunde dafür verantwortlich seien. Das Gleiche gilt für den Bericht der Klinik
G._
vom September 2013,
wo
die Schulteroperation im Universitätsspital
J._
lediglich erwähnt wurde und im Übrigen ohne
eigene Diskussion die von PD
Dr.
E._
gestellten Diagnosen und die Schilderungen der Beschwerdefüh
rerin wiedergegeben wurden (
Urk.
9/7/231/2-3).
6.3.3
Eine
umfassende
, abschliessende
Diskussion des Zusammenhangs zwischen den
objektiven Befunde
n
und den subjektiv
beschriebenen
Beeinträchtigungen
fehlt auch in den früheren Berichten.
So hatte die Magnetresonanzuntersuchung des rechten Knies vom März 2010 einen sogenannten
Bone
bruise
(Knochenmarködem) am medialen
Femurkon
dylus
gezeigt (
Urk.
7/86/19). Nachd
em bei der Arthroskopie vom 10.
Mai
2010 eine
Mikrofrakturierung
am medialen
Femurkondylus
durchgef
ührt worden war (
Urk.
7/86/20),
erwies sich das Knochenmarködem in einer
Magnetresonanzun
tersuchung
vom 3
0.
Juli 2010
jedoch
als
vollst
ändig
regredient
(
Urk.
7/86/25), die weitere Mag
netresonanzuntersuchung vom 26.
Oktober 2010 liess ebenfalls kein
Knochenmarködem erkennen (Urk.
7/116/10)
,
und
die
Magnetresonanzun
tersuchung
, welche die Universitätsklinik
F._
im Dezember 2010 veran
lasste,
ergab nichts Abweichendes (
Urk.
7/86/10)
.
Die Universitätsklinik
F._
hielt denn im Bericht vom 1
8.
Januar 2011 nach zusätzlicher eingehender klinischer Untersuchung (
Urk.
7/86/9)
auch fest, die Zuordnung der rechtsseiti
gen chronischen Kniegelenks
chmerzen zu einer eindeutigen Ä
tiologie sei wei
terh
i
n nicht möglich. Differentialdiagnostisch käme
n
für einen Teil der Beschwerden degenerative Veränderungen oder abortive Anteile eines CRPS („
complex
regional
pain
syndrome
“
)
in Frage; Hinweis
e
für ein
florides
CRPS hätten jedoch zu keiner Zeit bestanden, und die anamnestisch beschriebenen Symptome mit livider Verfärbung und Schwellung des Knies liessen bestenfalls an eine teilweise mit dem CRPS verwandte Symptomatik denken. Ferner seien die radiologisch festgestellten Knorpelschäden Zeichen einer beginnenden
Gon
arthrose
, die das Ausmass der angegeben
en
Beschwerden und die
Bewegungs
einschränkung
jedoch nicht erklärten. Schliesslich
habe die weitere Abklärung der ödematösen Veränderungen in den Weichteilen (Muskeln) den Verdacht auf eine Myositis nicht bestätigt, und es gebe auch keine Hinweise auf eine rheu
matologisch-entzündliche Grundkrankheit
(Urk.
7/86/10).
PD
Dr.
E._
, d
er die Beschwerdeführerin nach ihrem Aufenthalt in der Universi
tätsklinik
F._
ab Anfang Februar 2011 behandelte, nannte die Diagnose eines CRPS
Typ I (Synonyme:
Algodystrophie
, sympathische Reflexdystrophie, Morbus
Sudeck
)
ebenfalls. Auch er beschrieb jedoch keine spezifischen Befunde, sondern hielt fest, die Symptomatik äussere sich vor allem noch in Schmerzen (
Urk.
7/77/1). Etwas Genaueres ist auch den Berichten von PD
Dr.
E._
vom 2
0.
Juni und vom 2
9.
A
ugust 2011 (
Urk.
7/126 und Urk.
7/168)
nicht zu entnehmen, und
Dr.
H._
der Klinik
G._
bestätigte e
in Jahr später in seinen Berichten von September und Oktober 20
12 (
Urk.
7/183,
Urk.
7/191,
Urk.
7/184)
zwar
die Diagnose eines CRPS Typ I
, ohne jedoch spezifischere Befunde
zu erheben.
Die Rückenbeschwerden schliesslich, die seit den verschiedenen Stürzen in den Jahren 1998 bis 2000 bestanden, wurden in den medizinischen Berichten ab d
er neuen Anmeldung im Jahr 2011
gleichermassen nur unspezifisch beschrieben. Die Uni
versitätsklinik
F._
sprach
von einem chronischen
Lumbovertebral
ssyndrom
seit den erlittenen Kontusionen und der operativen
Steissbeinentfer
nung
(
Urk.
7/86/11),
und
Dr.
H._
stellte
im September/Oktober 2012
lediglich leichte
Druckdolenzen
der Dornfortsätze der unteren
Lendenwirbel
säule
fest (
Urk.
7/183/3,
Urk.
7/191/3,
Urk.
7/184/3)
.
6
.3.4
Ferner
hatten sich bereits im Jahr 2005 Hinweise auf eine psychische Kompo
nente des gesamten gesundh
eitlichen Zustandsbilds gezeigt,
als
Dr.
Z._
in seinem Bericht vom 2
2.
März 2005 unter anderem eine Persönlichkeitsstörung,
Depressionen und eine auffällige Sensitivität gegenüber chemischen Substan
zen, auch gegenüber Medikam
enten, erwähnt
hatte (Urk. 7/15). Im Jahr 2011 empfahl auch d
ie Klinik
F._
eine antidepressive Behandlung, und gemäss dem Bericht der Klinik
G._
vom 2
4.
September 2013 erhielt die Beschwer
deführerin dannzumal immer noch psychologische und psychiatrische Betreu
ung (
Urk.
9/7/
2
3
1/3
).
6.4
Damit ist es nunmehr angezeigt, dass die Beschwerdeführerin polydisziplinär begutachtet wird, namentlich unter Einbezug der Fachrichtungen der Rheuma
tolog
ie, Neurologie,
Psychiatrie
und gegebenenfalls auch der Allergologie.
Die Gutachter werden
insbesondere
zu beurteilen
haben
,
mit
welche
n
körperli
chen Befunde
n
die beschriebenen Einschränkungen erklärbar
sind sowie
ob und
in welcher Weise eine psychische Problematik Einschränkungen verursacht beziehungsweise sich auf körperlich bedingte Einschränkungen auswirkt. Erst so kann zuverlässig beantwortet werden, mit welchen Behandlungen und mit welchen Hilfsmitteln
die Beschwerdeführerin ihren Alltag selbständig zu bewäl
tigen in der Lage ist und
wieweit
sie die Hilfe von Drittpersonen benötigt. Bis anhin vermochten sich die einzelnen behandelnden Ärzte noch nicht einheitlich und abschliessend darüber zu äussern,
ob
und welche
Möglichkeiten
es
gibt
, dass die Beschwerdeführerin die Gehfähigkeit wieder erlangt - die Klinik
F._
sah im Januar 2011 keine Indikation für eine langfristige
Rollstuhlver
sorgung
(
Urk.
7/86/11),
und
Dr.
H._
sowie die Rehaklinik
I._
begründete
n
die Rollstuhlabhängigkeit
lediglich
mit den geklagten starken Schmerzen (
Urk.
7/183/3,
Urk.
7/191/3,
Urk.
7/184
/3,
Urk.
9/7/
231/
2+4
und
Urk.
9/7/208/1-2
).
In den Akten
findet
sich indessen
der Hinweis der Universi
tätsklinik
F._
darauf, dass die
Schmerzb
ehandlung
bis anhin
wegen zahl
reicher Medikamentenunverträglichkeiten
sehr eingeschränkt war
(
Urk.
7/86/1). Eine genaue Abklärung der Schmerzbehandlungsmöglichkeiten ist daher eben
falls unerlässlich.
Es rechtfertigt sich, die Sache zur Veranlassung der Begutachtung
(erneut)
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Im Rückweisungsurteil vom 27.
September 2012 wurde zwar keine explizite Verpflichtung der
Beschwerde
gegnerin
zu medizinischen Abklä
rungen ausgesprochen (vgl. Urk.
7/186 E. 4.2 und E. 4.3). Sie ergibt sich jedoch implizit aus der Rechtsprechung, wonach im Rahmen der Abklärung an Ort und Stelle Rücksprache
mit den medizinischen Fachpersonen zu ne
hmen ist (vgl. vorstehend E. 4.4
). Der kurze Vermerk des RAD-Arztes
Dr.
med.
K._
, die Ausführungen im Abklärungsbericht vom
8.
April 2013 seien aus medizinischer Sicht plausibel (vgl.
Urk.
9/7/
200/
7-8), genügen nach dem Gesagten indessen nicht für eine zuverlässige Beurteilung.
Die Rückweisung zur Begutachtung
ist
ferner auch unter der Herrschaft der neuen Rechtsprechung
(
BGE 137 V 210
E.
4.4.1.4
)
zulässig,
da das
Zusammen
wirken
der somatischen Befunde mit den Befunden aus psychiatrischer Sicht und die Möglichkeiten der Behandlung der Schmerzproblematik bis anhin
noch
nicht Gegenstand der Abklärungen der Beschwerdegegnerin waren.
Unter diesen Umständen erübrigt es sich, hier noch näher auf die Ausführungen in der Beschwerdeschrift vom 1
8.
November 2013 (
Urk.
9/1) zu den einzelnen Verrichtungen der lebenspraktischen Begleitung einzugehen.
7.
7.1
Was den Rentenanspruch betrifft, den die Beschwerdegegnerin mit der Verfü
gung vom
5.
April 2013 festgelegt hat, so ist auch hier die erforderliche
Sach
verhaltsänderung
seit dem Rentenentscheid vom 1
4.
Juli 2005 (
Urk.
7/31)
offensichtlich. Es kann in dieser Hinsicht auf die vorstehenden Ausführungen zum Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
(E. 6.1) verwiesen werden.
7.2
I
n medizinischer Hinsicht besteht aus denselben Gründen, wie vorstehend für die
Hilflosenentschädigung
dargetan, die Notwendigkeit zur Einholung eines polydisziplinären Gutachtens.
Denn die Einschränkungen im Haushalt und im Beruf können ebenfalls erst dann zuverlässig beurteilt werden, wenn mehr Klarheit darüber gewonnen ist, welche körperlichen und psychischen Befunde sich in welcher Weise einschrän
kend auswirken und welche Möglichkeiten der Schmerzbehandlung bestehen.
Die bisherigen behandelnden medizinischen Fachpersonen äusserten sich unterschiedlich und
erst
unverbindlich und vage zur Arbeitsfähigkeit.
Die Uni
versitätsklinik
F._
begrenzte im Bericht vom 1
8.
Januar 2011 ihr
Arbeits
unfähigkeitsattest
bis zum 1
6.
Januar 2011 und hielt im Übrigen fest, bei gutem Verlauf sei eine sukzessive Steigerung der Arbeitsfähigkeit bis zum Erlangen einer vollen Arbeitsfähigkeit zu erwarten (
Urk.
7/86/12
).
Die Hausärztin
Dr.
A._
verwies in ihrem Bericht vom 1
0.
März 2011
(vgl. Urk. 7/86/5)
im Wesentlichen auf die Beurteilungen von PD
Dr.
E._
. D
ieser hatte
im Bericht
an die Beschwerdegegnerin vom 2
2.
Februar 2011
an
gegeben
, es bestehe eine medizinisch begründete Arbei
tsunfähigkeit von mindestens 20
%, sie könne aber noch nicht definitiv beurteilt werde
n (Urk.
7/77/2)
, berichtete dann aber
der Pensionskasse
bereits
am 2
9.
August 2011 ohne nähere Begründung, eine Arbeitsfähigkeit sei nur in geringem Mass von 10-20
%
zu erwarten
(
Urk.
7/168/2
; vgl. auch den Bericht vom
2.
April 2012 an die
Beschwerdegeg
nerin
,
Urk.
7/173
).
Und
Dr.
H._
von der Klinik
G._
schliesslich schilderte im
Bericht vom 2
4.
September 2013, seit der Aufnahme Betreuung in der Sprechstunde Rheumatologie im Mai 2012 bestehe eine intermittierend 100%ige Arbeitsunfähigkeit, aktuell in Rekonvaleszenz (
Urk.
9/7/231/4).
Zur Beurteilung des Rentenanspruchs wird sich das anzuordnende
polydiszipli
näre
Gutachten somit zusätzlich zu den vorstehend
genannten
Fragestellungen
mit der Leistungsfähigkeit in Beruf und Haushalt auseinanderzusetzen haben
, wobei auch die geltend gemachte Verschlechterung des Gesundheitszustands zu prüfen sein wird
.
7.3
An dieser Stelle braucht daher noch nicht auf die Ausführungen in der Beschwer
deschrift vom
7.
Mai 2013 zum Validen- und zum
Invalideneinkom
men
sowie zu den Einschränkungen im Haushalt eingegangen zu werden
(vgl.
Urk.
1 S. 4 ff. und S. 9 ff.).
8.
Zusammengefasst sind die Beschwerden in dem Sinne gutzuheissen, dass die Verfügung vom
5.
April 2013 betreffend Invalidenrente und die Verfügung vom 1
7.
Oktober 2013 betreffend
Hilflosenentschädigung
auf
zuheben sind
und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit sie nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen über die Ansprüche der Beschwerdeführe
rin auf eine Invalidenrente und auf eine
Hilflosenentschädigung
neu verfüge.
9.
Gestützt auf
Art.
69 Abs. 1
bis
IVG sind die Verfahren für die unterliegende Beschwerdegegnerin kostenpflichtig. Die Kosten sind unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'00
0.--) ermessensweise auf
Fr.
1‘0
00.-- festzusetzen.
10
.
Nach
Art.
61
lit
. g ATSG hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person An
spruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen sind; als weitere
Bemessungskrite
rien
nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
] sowie § 8 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht [
GebV
SVGer
]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien rechtfertig
t es sich, der Beschwerde-führe
rin für die
beiden vereinigten Verfahren
e
ine
Prozessentschädigung von
gesamthaft
Fr.
4
‘
6
00.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzuspre
chen.