Decision ID: e24ccbf0-d5f4-4de2-b73f-df4563c5e73a
Year: 2022
Language: de
Court: AR_OG
Chamber: AR_OG_004
Canton: AR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Sachverhalt
A. A. ist Grundeigentümer der Parzelle Nr. 0001, Gemeinde C., mit der Remise Assek. Nr. 0002.
Die Parzelle Nr. 0001 liegt gemäss dem Zonenplan Nutzung in der Landwirtschaftszone
sowie im Wald und wird zudem im unbewaldeten Teil von einer kantonalen Land-
schaftsschutzzone überlagert. Westlich grenzt die Parzelle Nr. 0001 an den [...]; östlich an
die [...].
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Auszug aus dem Zonenplan Nutzung GIS AR (nordorientiert, Februar 2022):
[Abbildung]
B. Anlässlich eines Augenscheins stellten die Baubehörden fest, dass auf der Nordwest-, der
Ost- und der Südostseite des Gebäudes Assek. Nr. 0002 Plätze angelegt sind. Konkret
handelt es sich um einen asphaltierten Vorplatz zwischen der [...] und der Ostfassade des
Gebäudes sowie um je einen bekiesten Vorplatz auf der Nordwestseite und der Südostseite.
Der nordwestseitige Vorplatz befindet sich teilweise im Gewässerraum und im Wald. Der
südostseitige Vorplatz weist einen Abstand von rund 4.5 m zum Wald auf. Mit Eingabe vom
22. November 2018 reichte A. bei der Baubewilligungskommission B. ein Baugesuch ein, mit
welchem er um die nachträgliche Bewilligung der Vorplätze ersuchte (act. 7.1/2/9/11).
Orthofoto 2019 GIS AR (nordorientiert, Februar 2022)
[Abbildung]
C. Mit Entscheid vom 28. Oktober 2019 (act. 7.19) bewilligte das Amt für Raum und Wald, Abtei-
lung Raumentwicklung, den Belagseinbau zwischen der Remise und der [...], verweigerte
aber die Bewilligung für die Kiesplätze nordwestlich und südwestlich der Remise. Gleichzeitig
ordnete es an, die beiden Kiesplätze innert 5 Monaten ab Rechtskraft der Verfügung
zurückzubauen. Die Abteilung Wald und Natur bewilligte mit Entscheid vom 28. Oktober
2019 (act. 7.20) den Belagseinbau zwischen der Remise und der [...] sowie den südöstlichen
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Vorplatz und verweigerte ebenfalls die Bewilligung für den nordwestlichen Kiesplatz. Sie
verpflichtete A., diesen innert 5 Monaten ab Rechtskraft der Verfügung zurückzubauen. Das
kantonale Tiefbauamt, Abteilung Wasserbau, bewilligte mit Entscheid vom 29. Oktober 2019
(act. 7.21) den Belagseinbau zwischen der Remise und der [...] sowie den südöstlichen
Vorplatz, verweigerte jedoch die Bewilligung für den nordwestlichen Kiesplatz und verfügte
ebenfalls dessen Rückbau. Die Baubewilligungskommission B. bewilligte mit Entscheid vom
22. November 2019 (act. 7.18), mit welchem die kantonalen Bauentscheide eröffnet wurden,
den Belagseinbau zwischen der Remise und der [...], verweigerte die Bewilligung der
Kiesplätze und verfügte deren Rückbau innert 5 Monaten ab Rechtskraft der Verfügung (vgl.
zum Ganzen den Situationsplan mit den bewilligten/nicht bewilligten Flächen; act. 7.22).
D. Gegen diese Entscheide liess A., vertreten durch RA AA., mit Eingabe vom 9. Dezember
2019 (act. 10.I.1) beim Departement Bau und Volkswirtschaft Rekurs erheben u.a. mit den
Anträgen, die Bauentscheide aufzuheben soweit die Baubewilligung verweigert und
Wiederherstellungsmassnahmen angeordnet wurden und das Baugesuch zu bewilligen.
E. Mit Entscheid vom 16. April 2021 (act. 2.1) wies das Departement Bau und Volkswirtschaft
den Rekurs ab.
F. Dagegen liess A. (im Folgenden: Beschwerdeführer), vertreten durch RA AA., mit Eingabe
vom 11. Mai 2021 beim Obergericht Beschwerde erheben, wobei er eingangs erwähnte
Rechtsbegehren stellte.
G. Mit Schreiben vom 11. Juni 2021 (act. 6) und 8. Juli 2021 (act. 9) liessen sich die
Baubewilligungskommission B. (im Folgenden: Vorvorinstanz) sowie das Departement Bau
und Volkswirtschaft (im Folgenden: Vorinstanz) mit eingangs erwähnten Anträgen zur
Beschwerde vernehmen.
H. Mit Eingabe vom 4. August 2021 (act. 12) reichte der Beschwerdeführer eine Replik ein,
worin er an seinen Anträgen festhielt.
I. Auf die Begründung der gestellten Anträge wird - soweit erforderlich - in den Erwägungen
näher eingegangen.
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Erwägungen
1. Die von Amtes wegen vorzunehmende Prüfung der prozessualen Voraussetzungen ergibt,
dass das Obergericht nach Art. 54 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege
(VRPG, bGS 143.1) generell zur Behandlung von Beschwerden gegen verwaltungsinterne
letztinstanzliche Verfügungen zuständig ist. Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht
eingereicht. Der Beschwerdeführer ist als Adressat des angefochtenen Rekursentscheids
formell beschwert. Als Eigentümer der Parzelle Nr. 0001 ist er durch die Verweigerung der
Baubewilligung für die Kiesplätze und deren angeordnete Entfernung in schutzwürdigen
eigenen tatsächlichen und rechtlichen Interessen besonders berührt und daher zur
Beschwerde legitimiert (Art. 59 i.V.m. Art. 32 Abs. 1 VRPG). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2. Beim Obergericht können mit Beschwerde in Verwaltungssachen grundsätzlich nur Rechts-
verletzungen (inbegriffen Ermessensmissbrauch, Ermessensüberschreitung und -unter-
schreitung) sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt
werden (Art. 56 VRPG). Das Obergericht hat darüber hinaus volle Überprüfungsbefugnis,
soweit dies im Gesetz vorgesehen ist oder wenn sein Entscheid an eine Bundesinstanz mit
unbeschränkter Überprüfungsbefugnis weitergezogen werden kann. Ein Weiterzug an eine
Bundesinstanz mit voller Kognition, welche auch die Ermessenskontrolle umfasst, ist
vorliegend nicht gegeben. Da eine volle Überprüfung auch nicht anderweitig gesetzlich
vorgesehen ist, bleibt die Kognition des Obergerichts vorliegend auf die Rechts- und
Sachverhaltskontrolle beschränkt. Hingegen kann der angefochtene Entscheid nicht auf
Angemessenheit überprüft werden.
3. Der Beschwerdeführer beantragt die Durchführung eines Augenscheins. Ein Augenschein ist
die unmittelbare sinnliche Wahrnehmung von Tatsachen durch die entscheidende Instanz.
Er dient dem besseren Verständnis des Sachverhalts. Ob ein Augenschein durchzuführen
ist, liegt im pflichtgemässen Ermessen der urteilenden Instanz. Ein Augenschein ist dann
geboten, wenn die tatsächlichen Verhältnisse unklar sind und anzunehmen ist, die Parteien
vermöchten durch ihre Darlegungen an Ort und Stelle Wesentliches zur Erhellung der
sachlichen Grundlage des Rechtstreits beizutragen. Der Verzicht auf die Durchführung eines
Augenscheins ist zulässig, wenn die Akten eine hinreichende Entscheidgrundlage darstellen
(KASPAR PLÜSS, in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des
Kantons Zürich, 3. Aufl. 2014, N. 79 zu Art. 7 VRG).
Die tatsächlichen örtlichen Verhältnisse ergeben sich vorliegend vollständig aus den
Verfahrensakten sowie dem allgemeinnotorischen Geoportal (Urteil des Bundesgerichts
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1C_593/2020 vom 12. Mai 2021 E. 2.1). Damit ist der Antrag auf Durchführung eines Augen-
scheins abzulehnen.
4. Gemäss Art. 24c Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz,
RPG, SR 700) werden bestimmungsgemäss nutzbare Bauten und Anlagen ausserhalb der
Bauzonen, die nicht mehr zonenkonform sind, in ihrem Bestand grundsätzlich geschützt.
Diese Bestimmung ist anwendbar auf altrechtliche Bauten und Anlagen, die rechtmässig
erstellt oder geändert wurden, bevor das betreffende Grundstück Bestandteil des
Nichtbaugebiets im Sinne des Bundesrechts wurde (Art. 41 Abs. 1 der Raumplanungsver-
ordnung, RPV, SR 700.1; für gewerbliche Bauten vgl. Art. 37a RPG i.V.m. Art. 43 Abs. 1 lit. a
RPV). Stichtag ist grundsätzlich der 1. Juli 1972 (Urteile des Bundesgerichts 1C_469/2019
vom 28. April 2021 E. 6.2; 1C_655/2015 vom 16. November 2016 E. 2). Eine Baute oder
Anlage darf nur wiederaufgebaut werden, wenn sie im Zeitpunkt der Zerstörung oder des
Abbruchs noch bestimmungsgemäss nutzbar war und an ihrer Nutzung ein ununter-
brochenes Interesse besteht (Art. 42 Abs. 4 RPV).
4.1 Die Vorinstanz kommt im angefochtenen Entscheid zum Schluss, die Überprüfung der
amtlichen Luftbilder der Jahre 1971 bis 2019 habe nicht ergeben, dass auf der Nordwest-
und Südostseite des Gebäudes Assek. Nr. 0002 seit mehr als 40 Jahren Vorplätze im
heutigen Umfang bestünden. Aus dem amtlichen Luftbild für das Jahr 2014 ergebe sich
vielmehr, dass damals die Wiese auf der Süd-, West- und Nordseite bis zur Fassade des
Gebäudes gereicht habe. Aus dem Personaldienstbarkeitsvertrag vom Jahr 2001 gehe
hervor, dass auf der Süd- und Westseite des Gebäudes keine Gegenstände gelagert werden
dürften, was gegen einen vorbestehenden Vorplatz spreche. Aufgrund der Klarheit der
Darstellungen in den amtlichen Luftbildern der Jahre 1971 bis 2019 und den am Augenschein
vom 26. Juni 2018 erstellten Fotos hätten die Vorinstanzen die angebotenen Beweise
ablehnen dürfen. In den Archivakten der Vorinstanz befänden sich zudem keine Baube-
willigungen für die Vorplätze.
4.2 Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein, es sei unzutreffend, dass den in den
vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Bestätigungen vom 16. April 2019 (act. 7.16) nicht
gefolgt werden könne. Die Luftbilder aus dem Geoportal seien unscharf und wegen des
Kronendachs nicht massgebend. Die Personaldienstbarkeit datiere vom Jahr 2001, womit
der Abstellplatz auf der Nordseite der Remise Nr. 0002 bereits damals bestehend gewesen
sei. Dies belege, dass die seitens der Vor- und Erstinstanz konsultierten Bildquellen nicht
zuverlässig seien und nicht die tatsächlichen Gegebenheiten abbildeten. Den zwei
genannten Bestätigungen komme damit sehr wohl Bedeutung zu, womit widerlegt sei, dass
die beigezogenen Luftbilder die tatsächliche Situation wiedergäben, handle es sich doch um
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unscharfe Luftbilder. Der Zeuge D. könne bestätigen, dass das Grundstück Nr. 0001 früher
seinem Vater gehört habe, weshalb er die damalige Umgebungssituation bestens kenne.
Zuvor habe das Grundstück Nr. 0001 der Firma E. AG gehört, welche auf der Nordseite unter
einem Vordach jeweils Kies gelagert habe. Der Platz auf der Nordseite sei zweigeteilt
gewesen, die Kiesablage erhöht. Beide Teile seien mit einem befestigten Untergrund
versehen gewesen. Als die E. AG das Gebäude mit Lagerplatz nicht mehr benötigt habe, sei
das Grundstück an einen Landwirt verkauft worden, welcher den Lagerplatz nicht mehr
gepflegt habe, weshalb er begonnen habe, mit Grünzeug zu überwachsen. Die Vorplätze im
heutigen Umfang seien also fraglos bereits vor über 40 Jahren bestehend gewesen. Damit
würden sie Bestandesgarantie geniessen und stellten die vorgenommenen Arbeiten lediglich
Unterhaltsarbeiten dar. Insoweit wider Erwarten von einer Bewilligungspflicht ausgegangen
werde, seien die Unterhaltsarbeiten im Rahmen der Bestandesgarantie zu bewilligen.
4.3 Im Verwaltungsverfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz, wonach es Sache der Behörde
und nicht der Parteien ist, den Sachverhalt festzustellen und dazu, soweit nötig, Beweis zu
erheben; die Parteien trifft eine Mitwirkungspflicht, insbesondere für Tatsachen, welche sie
besser kennen als die Behörden (BGE 138 II 465 E. 8.6.4). Vom Untersuchungsgrundsatz
ist die objektive Beweislast zu unterscheiden. Bleibt eine rechtserhebliche Tatsache trotz
rechtskonform durchgeführtem Verfahren unbewiesen, trägt nach den üblichen
Beweislastregeln (Art. 8 ZGB), die auch im öffentlichen Recht als allgemeiner Rechtsgrund-
satz gelten, diejenige Person die Folgen, die Rechte aus der behaupteten, aber unbe-
wiesenen Tatsache ableitet (BGE 144 II 332 E. 4.1.3; 140 V 290 E. 4.1). Ohne Bewilligung
erstellte zonenwidrige Anlagen sind grundsätzlich zu beseitigen (Wiederherstellung als
Regel). Insofern ist der Verzicht auf eine - normalerweise gebotene - Beseitigung rechtlich
als Begünstigung zu qualifizieren. Nach diesen Grundsätzen trägt daher diejenige Person
die objektive Beweislast, die sich auf die Besitzstandsgarantie beruft und geltend macht, eine
in der Landwirtschaftszone nicht standortgebundene Anlage sei in ihrem Bestand geschützt,
weil sie schon vor dem 1. Juli 1972 in Übereinstimmung mit dem damals geltenden
kantonalen Recht erstellt und zu anderen als landwirtschaftlichen Zwecken genutzt worden
sei (RUDOLF MUGGLI, in: Praxiskommentar RPG, Bauen ausserhalb der Bauzone, 2017,
N. 20 zu Art. 24c RPG).
4.4 Im vorliegenden Fall vermag der Beschwerdeführer weder aufzuzeigen noch ergeben sich
aus den Akten Anhaltspunkte, dass bereits im Jahr 1972 Vorplätze im heutigen Umfang
bestanden haben. Dagegen sprechen zum einen das Luftbild aus dem Jahr 2014 und die
Fotodokumentation Google Streetview vom Oktober 2013 (act. 10.I.6/3), auf welchen im
strittigen Bereich eine bewachsene bzw. überwucherte Fläche erkennbar ist. Dagegen
spricht aber auch der Umstand, dass für die Vorplätze keine Bewilligungen existieren, wobei
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bundesrechtlich eine solche bereits im Jahr 1972 vorgeschrieben war (Urteil des
Bundesgerichts 1C_655/2015 vom 16. November 2016 E. 2.3). Aus dem Servitutenprotokoll
vom 26. Oktober 2001 (act. 10.1/2) geht lediglich hervor, dass ab dem Jahr 2001 auf der
Nordseite ein Abstellplatz von 36 m2 zum Baurecht gehöre. Gemäss dem bis ins Jahr 2001
geltenden Baurecht durften jedoch auf allen Seiten des Magazingebäudes Assek. Nr. 0002
keine Gegenstände oder Materialien gelagert werden, was dem behaupteten Vorbestand der
Vorplätze entgegensteht. Daran vermögen auch die vagen Aussagen der Zeugen des
Beschwerdeführers nichts zu ändern, welche von einem Bestand von "über 40 Jahren"
ausgehen (act. 7.16). Demzufolge ist nicht damit zu rechnen, dass durch Zeugenbe-
fragungen noch brauchbare Aussagen über den Zustand im Jahr 1972 erhältlich wären.
Damit konnten die Vorinstanzen in zulässiger antizipierter Beweiswürdigung auf die vom
Beschwerdeführer verlangten Beweismassnahmen verzichten. Nach den Beweislastgrund-
sätzen ist Art. 24c Abs. 1 RPG damit nicht anwendbar.
Dazu kommt Folgendes: Wie der Beschwerdeführer selber angibt, ist das Grundstück
Nr. 0001 an einen Landwirt verkauft worden, als die E. AG das Gebäude mit Lagerplatz nicht
mehr benötigt hat. Der Landwirt hat den Lagerplatz nicht mehr gepflegt, weshalb dieser in
der Folge mit Grünzeug überwuchs. Diese Aussage steht mit der erwähnten Personal-
dienstbarkeit im Einklang, gemäss welcher bis zum Jahr 2001 die Lagerung von Gegenstän-
den und Materialien im Bereich der heutigen Parkplätze nicht erlaubt war. Ein ununterbroche-
nes Nutzungsinteresse an den Vorplätzen, wie es Art. 42 Abs. 4 RPV als Bedingung für den
Wiederaufbau einer Baute oder Anlage anführt, ist damit klar zu verneinen. Bestimmungsge-
mäss nutzbar ist eine Baute oder Anlage nur, wenn der Eigentümer oder die Eigentümerin
durch einen angemessenen Unterhalt das fortbestehende Interesse an der Weiternutzung
dokumentiert hat (MUGGLI, a.a.O. N. 16 zu Art. 24c RPG; Urteil des Bundesgerichts
1C_111/2020 vom 11. August 2021 E. 4.2.2). Mit dem Unterlassen der Pflege bzw. dem
Verzicht auf Sanierungsarbeiten nach dem Verkauf durch die E. AG und der klaren Regelung
in der Personaldienstbarkeit haben die Rechtsvorgänger des Beschwerdeführers damit
demonstriert, dass sie an einer Nutzung allfälliger ehemaliger Vorplätze nicht mehr
interessiert waren. Die Voraussetzungen von Art. 42 Abs. 4 RPV sind somit ebenfalls nicht
gegeben. Im Übrigen dürfen gemäss einem neueren Leitentscheid des Bundesgerichts
zonenwidrige Bauten ausserhalb der Bauzone im Gewässerraum weder erweitert noch
wiederaufgebaut werden, weil dadurch der gewässerrechtswidrige Zustand verstärkt und
über die Lebensdauer der ursprünglich bewilligten Baute hinaus perpetuiert würde (BGE 146
II 304 E. 9.2), was analog auch für Anlagen gelten muss. Die Vorinstanzen haben damit die
Bestandesgarantie für die strittigen Vorplätze zurecht verneint.
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5. Der Beschwerdeführer bestreitet im Weiteren die Bewilligungspflicht der vorgenommenen
baulichen Massnahmen. Bei diesen Arbeiten handle es sich aufgrund des Vorbestandes der
Vorplätze lediglich um Unterhaltsarbeiten, welche keiner Bewilligungspflicht unterlägen.
Hierzu kann oben auf E. 4 sowie die zutreffenden Ausführungen in E. 7 im vorinstanzlichen
Entscheid verwiesen werden, mit welcher sich der Beschwerdeführer nicht auseinandersetzt.
Eine Bewilligungspflicht für die Vorplätze ergibt sich zudem ohne Weiteres aus Art. 39 Abs. 2
lit. a der Bauverordnung (BauV, bGS 721.11) e contrario, wonach nur Renovationen, welche
dem normalen Unterhalt dienen und gegenüber dem Bestehenden keine nach aussen
sichtbare Veränderung mit sich bringen, bewilligungsfrei sind. Soweit sich die Vorplätze im
Waldareal befinden, sind diese im Weiteren nach Art. 14 der Waldverordnung (WaV; SR
921.01) i.V. mit Art. 10 Abs. 3 der kantonalen Waldverordnung (bGS 931.11) bewilligungs-
pflichtig. Damit kann festgehalten werden, dass die strittigen Vorplätze sowohl bundesrecht-
lich als auch kantonalrechtlich bewilligungspflichtig sind.
6. Nach Art. 16a Abs. 1 RPG und Art. 34 Abs. 1 RPV sind in der Landwirtschaftszone Bauten
und Anlagen zonenkonform, die zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung oder für den
produzierenden Gartenbau nötig sind. Bei der Standortwahl für Bauten und Anlagen in der
Landwirtschaftszone ist der Bauherr mit Blick auf Art. 34 Abs. 4 lit. a und b RPV nicht frei,
sondern er muss nachweisen, dass die Baute oder Anlage am vorgesehenen Standort
objektiv notwendig ist, d.h. ein schutzwürdiges Interesse daran besteht, die streitige Baute
oder Anlage am gewählten Ort zu errichten und, nach Abwägung aller Interessen, kein
anderer, besser geeigneter Standort in Betracht kommt (Urteile des Bundesgerichts
1C_204/2019 vom 8. April 2020 E. 2.1; 1C_567/2015 vom 29. August 2016 E. 6.1;
1C_550/2009 vom 9. September 2010 E. 4.2 mit Hinweisen).
6.1 Gemäss den Ausführungen der Vorinstanz betreibt der Beschwerdeführer in der Gemeinde
Waldstatt eine Schafhaltung mit einer landwirtschaftlichen Nutzfläche von 3.8 ha und
0.34 Standarbeitskräften, wobei es sich beim Grundstück Nr. 0001 um das einzige in der
Gemeinde C. gelegene Grundstück handle, welches ihm zur Bewirtschaftung zur Verfügung
stehe. Als Ab- und Einstellraum für die Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Fläche von
200 m2 stünden ihm das Gebäude Assek. Nr. 0002 und der bewilligte ostseitige Vorplatz zur
Verfügung. Für die Beweidung der Fläche von 200 m2 mit Schafen sei eine Einzäunung, das
Aufstellen eines Unterstands und eines Wassertrogs erforderlich. Im Fall der temporären
Weidepause fänden diese Geräte im Gebäude Assek. Nr. 0002 Platz. Damit sei nicht
einsehbar und vom Beschwerdeführer nicht nachgewiesen, weshalb der nordwestliche und
der südöstliche Vorplatz für die Bewirtschaftung des Grundstücks Nr. 0001 durch den
Beschwerdeführer benötigt würden. Weil das Kriterium der betrieblichen Notwendigkeit nach
Art. 34 Abs. 4 lit. a RPV nicht erfüllt sei, könne keine Baubewilligung erteilt werden. Zudem
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würden dem Vorhaben wichtige öffentliche Interessen (Erhaltung des Waldareals, Schutz
des Gewässerraums, Erhaltung der landwirtschaftlichen Nutzfläche) entgegenstehen.
6.2 Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein, dass es sich lediglich um einen Grundsatz
handle, dass die notwendigen Abstellflächen im Bereich des Betriebszentrums zu realisieren
seien. Dies sei nicht der Fall, wenn dort nicht genügend Fläche/Platz vorhanden sei. Der
Beschwerdeführer sei zudem Waldbesitzer und auch der Wald müsse bewirtschaftet werden.
Dafür seien ebenfalls Maschinen notwendig, welche irgendwo gelagert werden müssten.
Fakt sei, dass der Beschwerdeführer aus betrieblichen Gründen auf die Abstellplätze um die
Remise Assek. Nr. 0002 angewiesen sei. Die Kiesplätze seien zudem nicht als Rodung zu
qualifizieren. Diese seien im Sinne von Art. 16a RPG zonenkonform.
6.3 Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung obliegt es dem Beschwerdeführer, im
Rahmen seiner Mitwirkungspflichten nachzuweisen, dass die Vorplätze für den Schaf-
haltungsbetrieb notwendig und auf den bestehenden Standort angewiesen sind. Damit wäre
es am Beschwerdeführer, aussagekräftige nachvollziehbare Betriebsdaten zu liefern. Vor-
liegend behauptet er lediglich, dass beim Betriebszentrum nicht genügend Fläche/Platz
vorhanden sei, ohne dies nur ansatzweise zu belegen. Soweit sich der Beschwerdeführer
auf die Waldbewirtschaftung beruft, ist hervorzuheben, dass deren Berücksichtigung im
Rahmen der Zonenkonformität nicht in Frage kommt, da die Waldwirtschaft nicht zur
Landwirtschaft zählt (Urteil des Bundesgerichts 1C_85/2019 vom 23. Juli 2019 E. 3.5;
ROLAND NORER (Hrsg.), Handbuch zum Agrarrecht 2017, Rz. 25 S. 206). Damit ist den
Vorinstanzen beizupflichten, dass betriebliche Notwendigkeit und die Zonenkonformität der
Vorplätze nach Art 16a Abs. 1 RPG und Art. 34 Abs. 1 RPV zu verneinen ist. Dazu gilt es
festzuhalten, dass forstliche Bauten und Anlagen nur bewilligungsfähig sind, wenn sie der
regionalen Bewirtschaftung des Waldes dienen, ihr Bedarf ausgewiesen, der Standort
zweckmässig, die Dimensionierung den regionalen Verhältnissen angepasst ist und keine
überwiegenden Interessen entgegenstehen (Art. 13a WaV; BGE 123 II 499 E. 2 ff.). Auch die
Erfüllung dieser Voraussetzungen ist vom Beschwerdeführer weder belegt noch in den Akten
ersichtlich. Die strittigen Vorplätze erweisen sich damit nicht als bewilligungsfähig.
7. In Bezug auf die Frage der Verhältnismässigkeit der Wiederherstellungsmassnahmen kann
auf die Argumentationen der Vorinstanz in E. 9 des angefochtenen Entscheids und E. 7 der
Bauentscheide der Abteilung Wald und Natur und des Tiefbauamts bzw. E. 11 des
Bauentscheids der Abteilung Raumentwicklung verwiesen werden, wo eingehend auf die
durch die Vorplätze tangierten öffentlichen Interessen eingegangen wird. Mit diesen
zutreffenden Erwägungen setzt sich der Beschwerdeführer nicht auseinander, womit sich die
Beschwerde auch in diesem Punkt als unbegründet erweist.
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8. Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass die Vorinstanzen zu Recht die Bewilligungs-
fähigkeit für die ohne Bewilligung erstellten Kiesplätze verneint haben und auch die verfügten
Wiederherstellungsmassnahmen nicht zu beanstanden sind. Die Beschwerde ist damit
vollumfänglich abzuweisen.
9. Nach Art. 19 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 53 Abs. 1 VRPG ist im Beschwerdeverfahren vor
Obergericht gebühren- und kostenpflichtig, wer ganz oder teilweise unterliegt oder auf
dessen Rechtsmittel nicht eingetreten wird. Da der Beschwerdeführer mit seinen Anträgen
nicht durchdringt, ist ihm für das Beschwerdeverfahren eine Entscheidgebühr aufzuerlegen.
In Anwendung von Art. 4a des Gesetzes über die Gebühren in Verwaltungssachen (GGV,
bGS 233.2) erscheint dafür eine Gebühr von Fr. 2‘500.-- angemessen. Der Kostenvorschuss
von Fr. 2'500.-- wird angerechnet. Auf die Zusprechung einer Parteientschädigung besteht
bei diesem Verfahrensausgang kein Anspruch (Art. 53 Abs. 3 VRPG).
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