Decision ID: fe71901f-3fb0-4c7c-a8c2-be70fdb92e9a
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a B._ arbeitete seit 1. August 2006 als Oberstufenlehrperson in der
Oberstufenschulgemeinde A._ (act. G 9.3 im Verfahren KV-Z 2016/6) und war
dadurch bei der Sympany Versicherung AG (nachfolgend Sympany)
krankentaggeldversichert. Die Oberstufenschulgemeinde A._ zeigte der Sympany am
13. Januar 2014 an, dass der Versicherte seit 6. Januar 2014 krankheitsbedingt
arbeitsunfähig sei (act. G 9.49 im Verfahren KV-Z 2016/6). Im ärztlichen Zeugnis vom
21. Januar 2014 bescheinigte der seit gleichem Datum behandelnde Dr. med. C._,
Kinder- und Jugendpsychiater FMH, dass der Versicherte seit dem 6. Januar 2014 bis
auf weiteres wegen einer psychischen Krankheit zu 100% arbeitsunfähig sei (act.
G 9.51 im Verfahren KV-Z 2016/6 mit weiteren gleichlautenden ärztlichen Zeugnissen
vom 14. Februar 2014 und 4. März 2014). Der behandelnde Dr. med. D._, Facharzt
für Allgemeine Medizin FMH, berichtete am 22. Januar 2014, der Versicherte leide an
einer depressiven Episode. Seit 6. Januar 2014 sei er 100% arbeitsunfähig. Eine
andere Tätigkeit sei ihm nicht zumutbar (act. G 9.50 im Verfahren KV-Z 2016/6).
A.b Am 27. März 2014 teilte die Sympany dem Versicherten mit, sie erbringe bis
längstens am 31. März 2014 auf Basis einer Arbeitsunfähigkeit von 100%
Taggeldleistungen. Danach schliesse sie den Leistungsfall ab. Sollte er im April 2014
weiterhin arbeitsunfähig sein, werde um einen ausführlichen psychiatrischen Bericht
gebeten (act. G 9.53 im Verfahren KV-Z 2016/6). Dr. C._ berichtete der Sympany
(zum Fragekatalog der Sympany vom 11. März 2014 siehe act. G 9.52 im Verfahren KV-
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Z 2016/6) am 31. März 2014, dass der Versicherte an einer mittelgradigen depressiven
Episode (ICD-10: F32.1) leide. Zunehmende destruktive, eskalierende und aufreibende
Konflikte um neue Unterrichtsformen mit der Schulbehörde, einzelnen Kollegen und
Eltern hätten schliesslich im Januar 2014 zu einer ausgeprägten Depression mit
100%iger Arbeitsunfähigkeit geführt (act. G 9.54 im Verfahren KV-Z 2016/6). Der
Versicherte nahm am 15. April 2014 Stellung zum Schreiben der Sympany vom
27. März 2014 und machte geltend, dass er von Dr. C._ für die ganzen Monate März
und April 2014 voll arbeitsunfähig geschrieben worden sei (act. G 9.56 im Verfahren
KV-Z 2016/6).
A.c Offenbar im Auftrag der Oberstufenschulgemeinde A._ bzw. von deren
Rechtsvertreter (vgl. act. G 9.14 im Verfahren KV-Z 2016/6) wurde der Versicherte am
27. Juni 2014 von Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
untersucht. Im Bericht vom 28. Juni 2014 führte dieser aus, der Versicherte leide an
einem mittelgradig depressiven Zustandsbild (ICD-10: F32.11) und einer Persönlichkeit
mit selbstunsicheren Anteilen (ICD-10: F60.6); er sei mit dem Druck von Seiten des
Schulrates und der Eltern der Schulkinder psychisch überfordert gewesen. Dabei sei er
von der Persönlichkeitsstruktur sehr sensibel und vulnerabel. Er leide an
Insuffizienzgefühlen und könne mit Konflikten nicht umgehen. Zurzeit sei er aus
psychiatrischer Sicht depressiv. Die Arbeitsfähigkeit betrage 0% auch für jede andere
Tätigkeit. Die Grunderkrankung sei nicht arbeitsplatzbezogen. Die Belastung am
Arbeitsplatz habe nur das "Fass zum Überlaufen gebracht". Ob der Versicherte die
neue Anstellung ab August 2014 als "Schulleiter Stv." mit 80% bewältigen könne, sei
fraglich (act. G 9.57 im Verfahren KV-Z 2016/6).
A.d Die Vertrauensärztin der Sympany, Dr. med. F._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie, nahm am 19. Juli 2014 Stellung zum Bericht von Dr. E._. Dessen
Einschätzung sei nicht schlüssig. Die Diagnose eines mittelgradigen depressiven
Zustandsbilds sei zu hinterfragen bzw. sei mit den ungenauen Befunden nicht belegt.
Für die diagnostizierte Persönlichkeitsstörung fänden sich keine Hinweise. Die
bescheinigte Arbeitsunfähigkeit stelle sie in Frage, da der Versicherte ja bereits wieder
eine Stelle gefunden habe. Offenbar sei er genügend aktiv, motiviert und überzeugend,
um ein Bewerbungsverfahren zu bestehen. Dieses Funktionsniveau schliesse eine
erhebliche Depressivität aus bzw. sei ein Widerspruch. Peinlich sei die abermals
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wiederholte Formulierung in der Beurteilung von Dr. E._ mit dem Tropfen und dem
überlaufenden Fass. Auf dessen Bericht könne nicht abgestellt werden. Die Frage, ob
ein Gutachten nötig sei, sei arbiträr (act. G 9.58 im Verfahren KV-Z 2016/6). Zur
vertrauensärztlichen Stellungnahme äusserte sich Dr. E._ am 3. September 2014. Er
hielt an seiner Beurteilung fest (act. G 1.46).
A.e Am 3. Juli 2015 teilte der Rechtsvertreter des Versicherten mit, zur Beendigung
seines Arbeitsverhältnisses mit der Oberstufenschulgemeinde A._ habe eine Lösung
getroffen werden können. Darin sei u.a. die Abtretung allfälliger Ansprüche des
Versicherten gegenüber der Sympany stipuliert worden. Die Abtretung werde der
Sympany hiermit notifiziert (act. G 9.7 im Verfahren KV-Z 2016/6).
B.
B.a In der am 1. März 2016 erhobenen den Versicherten und zwei weitere
Oberstufenlehrpersonen betreffenden Klage beantragt die Klägerin von der Beklagten
unter dem Titel des vom Versicherten abgetretenen Taggeldanspruchs die Bezahlung
von Fr. 37'521.10. Sie bringt im Wesentlichen vor, der Versicherte sei auch im Zeitraum
vom 1. April bis 31. Juli 2014 durchgehend krankheitsbedingt zu 100% arbeitsunfähig
gewesen (act. G 1 im Verfahren KV-Z 2016/6).
B.b Die Beklagte beantragt in der Klageantwort vom 11. Juli 2016 die Abweisung der
Klage; unter "o-/e-Kostenfolge". Sie vertritt den Standpunkt, dass der Versicherte ab
1. April 2014 wieder voll arbeitsfähig gewesen sei, da ab diesem Zeitpunkt kein
relevanter (psychischer) Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
mehr vorgelegen habe (act. G 9 im Verfahren KV-Z 2016/6).
B.c Die Parteien haben auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung zugunsten
eines zweiten Schriftenwechsels verzichtet (siehe Schreiben des Versicherungsgerichts
vom 13. September 2016; act. G 13 im Verfahren KV-Z 2016/6).
B.d In der Replik vom 10. Oktober 2016 hält die Klägerin unverändert an der Klage fest
(act. G 14). Die Beklagte hält in der Duplik vom 14. November 2016 ihrerseits
unverändert an der beantragten Klageabweisung fest (act. G 16 im Verfahren KV-
Z 2016/6).
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B.e Das Versicherungsgericht teilte den Parteien am 26. Juli 2017 seinen Entschluss
mit, die Klage in drei die jeweilige Oberstufenlehrperson separat betreffenden Verfahren
zu behandeln. Die Klage betreffend die Krankentaggelder von B._ werde unter der
Verfahrensnummer KV-Z 2017/10 fortgeführt. Die Klägerin wurde ersucht, weitere
Akten (die Kranken- und Behandlungsgeschichte über den Versicherten von
Dres. D._ und C._) einzureichen (act. G 20 im Verfahren KV-Z 2016/6).
B.f Mit Eingabe vom 7. November 2017 reichte die Klägerin die Behandlungsunterlagen
der Dres. D._ und C._ ein (act. G 1 und G 1.44 ff. im Verfahren KV-Z 2017/10). Die
Beklagte stellte sich in der Eingabe vom 7. Mai 2018 auf den Standpunkt, aus den neu
eingereichten Unterlagen könne die Klägerin nichts zu ihren Gunsten ableiten. Sie gehe
weiterhin davon aus, dass keine psychische Krankheit, sondern ein Arbeitsplatzkonflikt
vorliege (act. G 7 im Verfahren KV-Z 2017/10).
B.g Im Schreiben vom 1. Juni 2018 bestreitet die Klägerin, dass die Krankschreibung
im Zusammenhang mit einem Arbeitsplatzkonflikt erfolgt und dass B._ nicht
arbeitsunfähig gewesen sei. Sie beantragt die Zusprache einer Parteientschädigung
von pauschal Fr. 9'500.-- (act. G 9 im Verfahren KV-Z 2017/10).

Erwägungen
1.
1.1 Gemäss Ziff. 12 der vorliegend unbestrittenermassen anwendbaren Allgemeinen
Versicherungsbedingungen (AVB) der Beklagten zur Lohnausfallsversicherung,
Ausgabe 2011 (act. G 9.5; siehe auch act. G 1.3), steht der klagenden Partei bei
Streitigkeiten aus dem Versicherungsvertrag wahlweise die Anrufung des Gerichts am
schweizerischen Wohnort, am schweizerischen Arbeitsort oder am Geschäftssitz der
Beklagten offen. Die Klägerin hat das Gericht am Arbeitsort des Versicherten (Kanton
St. Gallen) angerufen. Die örtliche Zuständigkeit des Versicherungsgerichts ist damit
gegeben.
1.2 Das Versicherungsgericht entscheidet gemäss Art. 9 des Einführungsgesetzes zur
Schweizerischen Zivilprozessordnung (EGZPO; sGS 961.2) in Verbindung mit Art. 7 der
Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) als einzige kantonale Instanz über
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Streitigkeiten aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung nach dem
Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10). Darunter werden
praxisgemäss auch Zusatzversicherungen wie die vorliegend zu beurteilende
Kollektivtaggeldversicherung subsumiert, auf die das Bundesgesetz über den
Versicherungsvertrag (VVG; SR 221.229.1) zur Anwendung gelangt (vgl. etwa BGE 138
III 2 E. 1.1). Damit sind vorliegend auch die Voraussetzungen der sachlichen und
funktionellen Zuständigkeit des Versicherungsgerichts erfüllt.
1.3 Vor der Klageanhebung beim Versicherungsgericht ist kein Schlichtungsverfahren
gemäss Art. 197 ff. ZPO durchzuführen (vgl. BGE 138 III 564 E. 4.6).
2.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der an die Klägerin
abgetretene Taggeldanspruch des Versicherten für den Zeitraum vom 1. April bis
31. Juli 2014 (act. G 1 im Verfahren KV-Z 2016/6).
2.1 Der Versicherte hat seine Taggeldansprüche für den eingeklagten Zeitraum an die
Klägerin abgetreten, was der Beklagten mit Schreiben vom 3. Juli 2015 mitgeteilt
worden ist (act. G 9.7; siehe auch act. G 9.6 je im Verfahren KV-Z 2016/6). Im
Privatversicherungsrecht ist die Abtretung von Ansprüchen aus
Personenversicherungsverträgen zulässig (vgl. Art. 73 VVG). Die Beklagte hat die
Gültigkeit der Abtretung bzw. die Aktivlegitimation zu keiner Zeit bestritten.
2.2 Klagen aus Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung sind gemäss
Art. 243 Abs. 2 lit. f ZPO ohne Rücksicht auf den Streitwert im vereinfachten Verfahren
zu behandeln, wobei gemäss Art. 219 ZPO die Bestimmungen über das ordentliche
Verfahren sinngmäss gelten (vgl. Christoph Leuenberger/Beatrice Uffer-Tobler,
Schweizerisches Zivilprozessrecht, 2. Auflage, Bern 2016, N 11.154, N 11.157).
Art. 247 Abs. 2 ZPO sieht vor, dass das Gericht in solchen Streitigkeiten den
Sachverhalt von Amtes wegen feststellt. Diese sogenannte abgeschwächte oder
soziale Untersuchungsmaxime gebietet es dem Gericht zwar, den Sachverhalt mit
eigenen Mitteln abzuklären und mit vertretbarem Aufwand zu einem hinreichend
sicheren Beweisergebnis zu gelangen. Es ist dabei aber nicht an die Beweisanträge
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gebunden und kann von sich aus Beweis erheben. Die Parteien werden dadurch auch
nicht von der Mitwirkung an der Erhebung der Beweise und der Erstellung des
Sachverhalts entbunden. Sie bleiben mitverantwortlich für die Beweisführung und
haben insbesondere die Beweismittel zu benennen und beizubringen (vgl. BSK ZPO
[2. Auflage] - Peter Guyan, Art. 153 N 3 ff., insbesondere N 9; Franz Hasenböhler in:
Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], ZPO Kommentar, 2. Auflage Zürich/
Basel/Genf 2013 [nachfolgend zitiert mit ZPO Kommentar], Art. 153 N 5 ff.; Bernd
Hauck in: ZPO Kommentar, Art. 247 N 33; sowie BGE 130 III 107 E. 2.2, BGE 125 III
238 f. E. 4a und BGE 107 II 236 E. 2c mit weiteren Hinweisen).
2.3 Im Zivilprozess gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 157 ZPO). Das
Gericht hat bei der Bewertung der erhobenen Beweise unabhängig von abstrakten
Regeln nach seiner eigenen Überzeugung darüber zu befinden, ob es eine behauptete
Tatsache als wahr oder unwahr einstuft. Dabei bleibt es dem Gericht überlassen, die
Kraft eines Beweismittels nach seiner Überzeugung festzulegen (Urteil des
Versicherungsgerichts vom 10. Februar 2015, KV-Z 2013/16, E. 2.2 mit Hinweis auf
Hasenböhler, ZPO Kommentar, Art. 157 N 8 f.).
2.4 Nach Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB; SR 210) hat, wo es das
Gesetz nicht anders bestimmt, derjenige das Vorhandensein einer behaupteten
Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Demgemäss hat die Partei, die
einen Anspruch geltend macht, die rechtsbegründenden Tatsachen zu beweisen,
während die Beweislast für die rechtsaufhebenden bzw. rechtsvernichtenden oder
rechtshindernden Tatsachen bei der Partei liegt, die den Untergang des Anspruchs
behauptet oder dessen Entstehung oder Durchsetzbarkeit bestreitet. Der Eintritt des
Versicherungsfalls ist nach diesen Grundsätzen vom Anspruchsberechtigten zu
beweisen (BGE 141 III 241 E. 3.1). Da der Nachweis rechtsbegründender Tatsachen im
Bereich des Versicherungsvertrags regelmässig mit Schwierigkeiten verbunden ist,
geniesst die anspruchsberechtigte Person insofern eine Beweiserleichterung, als sie
nur eine überwiegende Wahrscheinlichkeit für das Bestehen des geltend gemachten
Versicherungsanspruchs darzutun hat. Beim Beweismass der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit ist verlangt, dass die Möglichkeit, es könnte sich auch anders
verhalten, zwar nicht ausgeschlossen ist, sie aber für die betreffende Tatsache weder
eine massgebende Rolle spielen noch vernünftigerweise in Betracht fallen darf (Urteil
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des Bundesgerichts vom 11. März 2015, 4A_516/2014, E. 4.1 mit Hinweis u.a. auf BGE
130 III 325 E. 3.3).
2.5 Dass die Versicherung zunächst Taggelder ausbezahlt hat, ändert nichts an der
Beweislast der anspruchsberechtigten Person. Macht die Versicherung geltend, die
Umstände hätten sich geändert oder die Leistungen seien von vornherein zu Unrecht
erbracht worden und die versicherte Person sei (wieder) arbeitsfähig, so hat die
anspruchsberechtigte Person zu beweisen, dass sie (weiterhin) arbeitsunfähig ist und
daher Anspruch auf Taggelder hat. Im Fall der Beweislosigkeit trägt mithin nicht die
Versicherung, sondern die anspruchsberechtigte Person die Beweislast (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 17. August 2015, 4A_246/2015, E. 2.2 mit Hinweis).
2.5.1 Im Zivilprozess stellt ein Privatgutachten kein Beweismittel dar. Die
sozialversicherungsrechtliche Rechtsprechung nach BGE 125 V 351 gilt unter dem
Anwendungsbereich der ZPO nicht. Parteigutachten haben nicht die Qualität von
Beweismitteln, sondern sind blosse Parteibehauptungen. Allerdings ist zu beachten,
dass nur Tatsachenbehauptungen bewiesen werden müssen, die ausdrücklich
bestritten sind. Bestreitungen sind so konkret zu halten, dass sich bestimmen lässt,
welche einzelnen Behauptungen der klagenden Partei damit bestritten werden; die
Bestreitung muss ihrem Zweck entsprechend so konkret sein, dass die Gegenpartei
weiss, welche einzelne Tatsachenbehauptung sie beweisen muss. Der Grad der
Substanziierung einer Behauptung beeinflusst insofern den erforderlichen Grad an
Substanziierung einer Bestreitung; je detaillierter einzelne Tatsachen eines gesamten
Sachverhalts behauptet werden, desto konkreter muss die Gegenpartei erklären,
welche dieser einzelnen Tatsachen sie bestreitet. Je detaillierter mithin ein Parteivortrag
ist, desto höher sind die Anforderungen an eine substanziierte Bestreitung. Diese sind
zwar tiefer als die Anforderungen an die Substanziierung einer Behauptung; pauschale
Bestreitungen reichen indessen nicht aus. Erforderlich ist eine klare Äusserung, dass
der Wahrheitsgehalt einer bestimmten und konkreten gegnerischen Behauptung
infrage gestellt wird. Parteibehauptungen, denen ein Privatgutachten zugrunde liegt,
werden meist besonders substanziiert sein. Entsprechend genügt eine pauschale
Bestreitung nicht; die Gegenpartei ist vielmehr gehalten zu substanziieren, welche
einzelnen Tatsachen sie konkret bestreitet. Wird jedoch eine Tatsachenbehauptung von
der Gegenpartei substanziiert bestritten, so vermögen Parteigutachten als reine
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Parteibehauptungen diese allein nicht zu beweisen. Als Parteibehauptungen mögen sie
allenfalls zusammen mit - durch Beweismittel nachgewiesenen - Indizien den Beweis
zu erbringen. Werden sie aber nicht durch Indizien gestützt, so dürfen sie als
bestrittene Behauptungen nicht als erwiesen erachtet werden (zum Ganzen BGE 141 III
437 f. E. 2.6).
2.6 Das grundsätzlich anwendbare VVG enthält mit Ausnahme von Art. 87 VVG, der
das selbstständige Forderungsrecht des Begünstigten in der kollektiven Unfall- oder
Krankenversicherung normiert, keine spezifischen Bestimmungen zum Krankentaggeld.
Es sind deshalb vorab die vertraglichen Vereinbarungen der Parteien massgebend,
vorliegend also die AVB der Beklagten.
2.6.1 Gemäss Ziff. 7.1.1 AVB gilt als Krankheit eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit, die nicht Folge eines Unfalls ist und die eine
medizinische Untersuchung oder Behandlung erfordert und eine Arbeitsunfähigkeit zur
Folge hat. Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person infolge Krankheit,
Unfall oder Geburt ganz oder teilweise ausserstande ist, ihren Beruf oder eine andere
zumutbare Erwerbstätigkeit auszuüben. Teilweise Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn
eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 25% besteht (Ziff. 7.1.4 AVB). Das versicherte
Taggeld wird für die Dauer der ärztlich bescheinigten Arbeitsunfähigkeit nach Ablauf
der vertraglich vereinbarten Wartefrist ausgerichtet. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit
wird das Taggeld entsprechend dem Grad der Arbeitsunfähigkeit ausgerichtet
(Ziff. 7.2.1 Absatz 2 AVB).
2.6.2 Die versicherte Person hat alles zu tun, was zur Leistungsminderung beitragen
kann. Die versicherte Person, welche in ihrem ursprünglichen Beruf voraussichtlich voll
oder teilweise arbeitsunfähig bleibt, ist verpflichtet, ihre verbleibende Erwerbstätigkeit
in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich zu verwerten resp. sie hat sich bei der
Arbeitslosenversicherung anzumelden. Sympany fordert die versicherte Person unter
Ansetzung einer angemessenen Frist auf, die bisherige Tätigkeit anzupassen oder
einen Stellen- resp. Berufswechsel vorzunehmen (Ziff. 8.2 Abs. 1 AVB).
3.
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3.1 Zur Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs für die Dauer vom 1. April bis
31. Juli 2014 ist zunächst die medizinische Aktenlage zu würdigen.
3.2 Im Bericht vom 31. März 2014 führte Dr. C._ aus, der Versicherte leide an einer
mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10: F32.1). Er bescheinigte ihm eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit. Aus dem Bericht geht die herausragende Bedeutung des
Arbeitsplatzkonflikts hervor. So berichtet Dr. C._, dass eine leichte Verbesserung der
depressiven Symptomatik eingetreten sei, jedoch trotz entsprechender Bemühungen
des Versicherten "kaum Aussicht auf eine sinnvolle Konfliktlösung am bisherigen
Arbeitsplatz" bestehe. Die bescheinigte Arbeitsunfähigkeit begründete er mit der "sehr
ungünstigen Arbeitsplatzsituation". Dass der Arbeitsplatzkonflikt unmittelbar und einzig
ursächlich für die geklagten Leiden bzw. depressive Symptomatik ist, geht auch aus
der Antwort auf die Frage nach geplanten therapeutischen Massnahmen hervor, in der
"mittelfristig" die "Suche eines neuen Arbeitsplatzes" empfohlen wurde. Ausserdem
"scheint zurzeit aus gesundheitlichen Gründen" ein Wechsel der Arbeitsstelle
"notwendig zu sein" (act. G 9.54 im Verfahren KV-Z 2016/6). Die Bedeutung des
Arbeitsplatzkonflikts wird durch die Handnotizen von Dr. D._ (act. G 1.45c im
Verfahren KV-Z 2017/10) und dessen Schreiben vom 8. Januar 2014 bestätigt. Darin
berichtete er, es bestehe eine belastende berufliche Situation "mit konsekutiver
Burnout Symptomatik". Entstanden sei ein Konflikt zwischen dem Schulrat und den
Lehrern, die neue Unterrichtsformen eingebracht hätten und in der Folge mit Eltern in
Konflikte geraten seien (act. G 1.44a im Verfahren KV-Z 2017/10).
3.3 Auch den Angaben des Versicherten im Schreiben vom 15. April 2014 lässt sich
entnehmen, dass nicht ein eigenständiger Gesundheitsschaden, sondern ein
Arbeitsplatzkonflikt im Vordergrund des Arbeitsunfähigkeitsattests von Dr. C._ stand.
So machte er geltend, "in der jetzigen Situation und beim jetzigen Arbeitgeber ist das
[Wiederlangen einer vollen Arbeitsfähigkeit] aber nicht denkbar. Ein Wechsel des
Arbeitgebers erfolgt in der Lehrerbranche immer auf Beginn des neuen Schuljahres
oder Semesters. Insofern bin ich im Moment gebunden" (act. G 9.56 KV-Z 2016/6). Aus
diesen Überlegungen lässt sich zudem der Schluss ziehen, dass die
Arbeitsunfähigkeitsatteste darauf abzielten, während der bis Ende des Schuljahres
verbliebenen Dauer allein wegen des Arbeitsplatzkonflikts nicht mehr am Arbeitsplatz
erscheinen zu müssen, und sie nicht Ausfluss krankheitsbedingter
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Funktionsbeeinträchtigungen für die Tätigkeit als Lehrperson sind, zumal mit den
Schülern gemäss Dr. D._ ein gutes Einvernehmen bestand (act. G 1.45c im Verfahren
KV-Z 2017/10). Dass ab April 2014 noch eine psychiatrische Therapie stattgefunden
hätte, die Rückschlüsse auf einen subjektiven Leidensdruck zulassen würde, ist nicht
belegt (vgl. dazu auch die lediglich 2 kurzen Behandlungseinträge von Dr. C._ vom
28. April und 19. Mai 2014, act. G 1.44i, S. 3, im Verfahren KV-Z 2017/10). Hinzu
kommt, dass der Versicherte offenbar ohne weiteres in der Lage war, zumindest
mehrere Tage im Ausland zu verbringen (Schreiben vom 15. April 2014, act. G 9.56 im
Verfahren KV-Z 2016/6).
3.4 Nichts anderes geht aus der Beurteilung von Dr. E._ hervor. Beim Befund weist er
darauf hin, dass das formale Denken des Versicherten eingeengt auf die eskalierte
Situation an der Schule sei, wobei er sich ungerecht behandelt fühle. Die Kritik des
Schulrates und der Eltern von Schülern habe er als persönlichen Angriff auf seine
Integrität empfunden. Er habe sich gekränkt und ausgelaugt gefühlt. Eine Rückkehr an
den alten Schulort halte der Versicherte für unmöglich (act. G 9.57 im Verfahren KV-
Z 2016/6). Vor dem Hintergrund dieser Ausführungen und der tatsächlichen Umstände,
wie sie vom Dr. C._ und dem Versicherten selbst geschildert wurden (siehe
vorstehende E. 3.2 f.), ist der Schluss von Dr. E._ nicht nachvollziehbar, dass ein von
den vom Versicherten empfundenen Belastungen am Arbeitsplatz unabhängiger
Gesundheitsschaden bestehe und zu einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit für "jede
andere Tätigkeit" geführt habe. Bei der Bescheinigung einer vollständigen
Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit handelt es sich um eine gerichtsnotorisch
apodiktische Beurteilung von Dr. E._ zugunsten von Versicherten (vgl. auch den
Entscheid des Versicherungsgerichts vom 17. September 2018, KV-Z 2016/6, E. 3.2.1),
die namentlich im Widerspruch zu den erfolgreichen Bewerbungsbemühungen des
Versicherten steht, die in einer ab August 2014 beginnenden Anstellung als "Schulleiter
Stv." in einer anderen Schulgemeinde mit einem 80%igen Pensum mündeten (act.
G 9.57 im Verfahren KV-Z 2016/6). Dabei gilt es zu beachten, dass die Stellenzusage
offenbar bereits Mitte Mai 2014 erfolgte (siehe die Handnotizen von Dr. C._ vom
19. Mai 2014, act. G 1.44i, S. 3, im Verfahren KV-Z 2017/10). Ergänzend kann auf die
schlüssig begründete Stellungnahme von Dr. F._ vom 19. Juli 2014 (act. G 9.58 im
Verfahren KV-Z 2016/6) verwiesen werden.
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3.5 Die Frage, ob die Wiederaufnahme der Tätigkeit am bisherigen Arbeitsplatz aus
krankheitsfremden arbeitsmässigen Gesichtspunkten dem Versicherten nicht mehr
zumutbar gewesen ist, bildet nicht Gegenstand des vorliegenden Streits. Nicht Zweck
einer Krankentaggeldversicherung ist es, Arbeitsausfälle zu entschädigen, die nicht auf
ein versichertes Risiko (siehe hierzu vorstehende E. 2.6.1), sondern ausschliesslich auf
nicht (mehr) krankheitswertige Folgen begründende Arbeitsplatzkonflikte oder von den
Versicherten empfundene Kränkungen zurückzuführen sind. Die Klägerin bestreitet,
dass die Krankschreibung im Zusammenhang mit einem Arbeitsplatzkonflikt erfolgt sei,
und beantragt, "sollte das Gericht Feststellungen zum Arbeitsverhältnis, zum Konflikt
zwischen Schulleitung und Schulrat für relevant erachten", sei ihr Frist zur detaillierten
Stellungnahme anzusetzen (act. G 9, Rz 2 f.). Wie aus den vorstehenden E. 3.2 ff.
deutlich hervorgeht, fühlte sich der Versicherte durch die Situation am Arbeitsplatz
belastet. Er empfand diese als konfliktträchtig und fühlte sich gekränkt. Das Ausmass
des Arbeitsplatzkonflikts spielt für die vorliegende Beurteilung keine Rolle. Denn
jedenfalls ist ein eigenständiger medizinischer Gesundheitsschaden spätestens ab
1. April 2014 nicht (mehr) dargetan. Weitere Ausführungen der Klägerin zum
Arbeitsverhältnis sowie zum Konflikt zwischen Schulleitung und Schulrat sind daher
von vornherein für den vorliegend umstrittenen Taggeldanspruch nicht relevant,
weshalb darauf zu verzichten ist. Der Vollständigkeit halber ist zu erwähnen, dass sich
auch aus der Stellungnahme der Klägerin im Verfahren KV-Z 2017/9 zum
Arbeitsplatzkonflikt (act. G 21 im Verfahren KV-Z 2017/9) für das vorliegende Verfahren
keine relevanten Erkenntnisse ergeben bzw. Rückschlüsse ziehen lassen.
3.6 Nach dem Gesagten ist spätestens per 1. April 2014 eine durch einen
krankheitsbedingten Gesundheitsschaden bedingte Beeinträchtigung der
Arbeitsfähigkeit nicht mehr dargetan. Selbst wenn im Übrigen davon ausgegangen
würde, eine vollständige Arbeitsfähigkeit ab 1. April 2014 sei nicht bewiesen, änderte
diese nichts am fehlenden Taggeldanspruch des Versicherten ab diesem Zeitpunkt.
Denn auch diesfalls ist eine taggeldbegründende Arbeitsunfähigkeit ab 1. April 2014
nicht rechtsgenüglich erstellt. Die Folgen dieser Beweislosigkeit hätte der Versicherte
bzw. die Klägerin zu tragen. Von weiteren Abklärungen könnten in antizipierender
Beweiswürdigung keine zusätzlichen entscheidwesentlichen Erkenntnisse mehr
erwartet werden, nachdem die Symptomatik offenbar selbst nach der Sichtweise der
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Klägerin spätestens per 31. Juli 2014 abgeklungen war (vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 16. Februar 2017, 4A_445/2016, E. 4.3).
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Klage vollumfänglich abzuweisen.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 114 lit. e ZPO).
4.3 Die unterliegende Klägerin hat ausgangsgemäss keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung (Art. 106 Abs. 1 ZPO).
4.4 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts hat im Bereich der
Zusatzversicherungen zur sozialen Krankenversicherung der obsiegende
Versicherungsträger Anspruch auf eine Parteientschädigung, falls er durch einen
externen Anwalt vertreten ist (Urteil des Bundesgerichtes vom 17. November 2010,
4A_194/2010, E. 2.2.1, nicht publiziert in: BGE 137 III 47; Urteil des Bundesgerichts
vom 9. Januar 2001, 5C.244/2000, E. 5 mit Hinweisen). Dies ist vorliegend nicht der
Fall, weshalb die Beklagte keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung hat.