Decision ID: 8d534c66-bb91-45f9-8fa8-50aa48dcd524
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
gegen
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St.Galler Gerichte
RAV St. Gallen, Unterstrasse 4, Postfach, 9001 St. Gallen,
Beschwerdegegner,
vertreten durch Amt für Wirtschaft und Arbeit, Rechtsdienst, Davidstrasse 35,
9001 St. Gallen,
betreffend
Arbeitslosenentschädigung (Vermittlungsfähigkeit, Rahmenfrist und
Vertrauensschutz)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 30. März 2012 beim regionalen Arbeitsvermittlungszentrum
(RAV) St. Gallen zur Arbeitsvermittlung an (act. G 3.1/A1) und beantragte mit am 9.
April 2012 unterzeichnetem Formular Arbeitslosenentschädigung per 10. April 2012 bei
der Unia Arbeitslosenkasse (nachfolgend: Kasse) (act. G 3.1/A4). Zuvor war sie beim
B._ als Wohngruppen-Leiterin tätig gewesen, wo sie im Mai 2011 per 30. September
2011 gekündigt hatte, um sich eine längere Auszeit im Hinblick auf eine berufliche
Neuorientierung zu nehmen (vgl. act. G 3.1/A4, A6 und A7). Die Kasse eröffnete der
Versicherten am 24. April 2012 eine Rahmenfrist für den Leistungsbezug vom 10. April
2012 bis zum 9. April 2014 bei einem Höchstanspruch von 260 Taggeldern (act. G 3.1/
B36 und B45). Auf dem Formular "Angaben der versicherten Person" für den Monat
April 2012 vermerkte die Versicherte am 26. April 2012, dass sie vom 2. April bis zum
5. April 2012 Ferien bezogen habe (act. G 3.1/B20).
A.b Mit Schreiben vom 8. September 2012 beantragt die Versicherte bei der Kasse die
Überprüfung des Taggeldanspruchs. Sie habe sich nach einer halbjährigen Auszeit am
Freitag, 30. März 2012, beim RAV St. Gallen angemeldet. In der letzten Märzwoche
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habe sie sich vorgängig beim RAV erkundigt, wie der Anspruch auf Arbeitslosengeld
nach einer Auszeit aussehe. Ihr sei gesagt worden, dass sie sich sofort anmelden
müsse, damit sie Anspruch auf 400 Taggelder habe. Sie habe im Formular angegeben,
dass sie die ersten Taggelder erst ab dem 10. April 2012 ausbezahlt haben wolle, weil
sie vom Sonntag, 1. April 2012, bis Ostersonntag, 8. April 2012, eine Wellness-Woche
gebucht gehabt habe. Sie habe keine Ahnung gehabt, dass dies Auswirkungen auf den
Taggeldanspruch haben könne. Aus ihrer Sicht habe sie Anspruch auf 400 Taggelder
(act. G 3.1/B40).
A.c Die Kasse überwies die Sache mit der Frage, ab welchem Datum die Rahmenfrist
für den Leistungsbezug von Arbeitslosenentschädigung zu eröffnen sei, am 11.
September 2012 zum Entscheid an das RAV (act. G 3.1/B41).
B.
B.a Mit Verfügung vom 13. September 2012 sprach das RAV der Versicherten die
Vermittlungsfähigkeit für den Zeitraum vom 30. März 2012 bis zum 9. April 2012 ab.
Wegen mangelnder Vermittlungsfähigkeit seien die Anspruchsvoraussetzungen zum
Bezug von Versicherungsleistungen für diesen Zeitraum nicht gegeben, sodass die
Rahmenfrist für den Leistungsbezug erst ab dem 10. April 2012 eröffnet werden könne
(act. G 3.1/A39).
B.b Am 8. Oktober 2012 erhob die Versicherte gegen die Verfügung vom 13.
September 2012 Einsprache und beantragte deren Aufhebung und die Feststellung
ihrer Vermittlungsfähigkeit für den Zeitraum vom 30. März 2012 bis zum 9. April 2012.
Zur Begründung führte sie aus, dass sie selbstverständlich am 1. April 2012 nicht in die
Ferien gefahren wäre, wenn sie eine Arbeitsstelle in Aussicht gehabt hätte. Die Ferien
hätten in der Schweiz stattgefunden und sie hätte diese problemlos verschieben bzw.
jederzeit zu einem Vorstellungstermin anreisen können. Anlässlich ihrer Anmeldung bei
Herrn Z._ vom 30. März 2012 habe sie den Termin für die Informationsveranstaltung
abgemacht und am 10. April 2012 wahrgenommen. Sie habe alle Kontrollvorschriften
und Anordnungen des RAV befolgt. Sie sei vom 30. März 2012 bis zum 9. April 2012
bereit, in der Lage und berechtigt gewesen, eine zumutbare Arbeit anzunehmen und an
Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen. Damit sei sie in diesem Zeitraum
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vermittlungsfähig gewesen. Sie habe vom RAV zudem die Auskunft erhalten, dass sie
bei einer sofortigen Anmeldung einen Anspruch auf 400 Taggelder hätte. Sie habe auf
diese Auskunft vertraut und man habe ihr nicht mitgeteilt, dass ihre Ferien eine
Auswirkung auf die Taggelder hätten. Umso mehr hätte Herr Z._ sie bei ihrer
Anmeldung darauf aufmerksam machen müssen. Ihr Vertrauen in die Auskunft des RAV
sei zu schützen (act. G 3.1/A48).
B.c Das RAV wies die Einsprache mit Entscheid vom 5. November 2012 ab. Aus dem
Anmeldedeckblatt sei ersichtlich, dass die Versicherte die geplanten Ferien bei der
Anmeldung vom 30. März 2012 erwähnt habe. Bei der Anmeldung würden und dürften
grundsätzlich keine verbindlichen Auskünfte über die Anspruchsberechtigung abgeben
werden. Die Prüfung des Anspruchs obliege ausschliesslich der Arbeitslosenkasse.
Wenn eine versicherte Person bei der Anmeldung Ferien (ohne Anspruch auf
kontrollfreie Tage) bekannt gebe, werde mitgeteilt, dass diese Ferientage nicht bezahlt
seien und dass auch während des unbezahlten Ferienbezuges weiterhin Stellen
gesucht werden müssten. Es sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass die Versicherte diese Auskunft auch erhalten und deshalb auch erst
per 10. April 2012 Antrag auf Versicherungsleistungen gestellt habe. Während der
Ferienabwesenheit habe die Versicherte keine Arbeitsbemühungen nachgewiesen. Es
sei höchst unwahrscheinlich, dass ein möglicher Arbeitgeber die Versicherte bereits ab
30. März 2012 eingestellt hätte, wenn er von den geplanten Ferien ab 1. April 2012
gewusst hätte (act. G 3.1/A55).
C.
C.a Mit Beschwerde vom 30. November 2012 (Postaufgabe) beantragt die
Beschwerdeführerin die Aufhebung des Einspracheentscheides vom 5. November 2012
sowie die Feststellung ihrer Vermittlungsfähigkeit für den Zeitraum vom 30. März 2012
bis 9. April 2012. Die Begründung deckt sich im Wesentlichen mit den Ausführungen in
der Einsprache vom 8. Oktober 2012. Ergänzend führt die Beschwerdeführerin aus,
anlässlich ihrer Anmeldung bei Herrn Z._ am 30. März 2012 habe sie erwähnt, dass
sie von Sonntag, 1. April 2012, bis Ostersonntag, 8. April 2012, in den Ferien sei.
Entgegen der Darstellung des Beschwerdegegners habe man ihr weder mitgeteilt, dass
ihre Ferien eine Auswirkung auf die Anzahl Taggelder hätten, noch dass sie während
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ihres unbezahlten Urlaubes weiterhin Stellen suchen müsse. Wäre sie darauf
aufmerksam gemacht worden, hätte sie die Ferien unverzüglich verschoben und
weiterhin nach Stellen gesucht. Das Formular für die Arbeitslosenentschädigung habe
sie mit Anspruch per 10. April 2012 ausgefüllt, da ihr klar gewesen sei, dass sie
während der Ferien sowie vermutungsweise auch am Ostermontag keine Taggelder
bekomme. Als Laie habe sie darauf vertraut, dass die Auskunft des RAV verbindlich sei,
wonach sie bei sofortiger Anmeldung Anspruch auf 400 Taggelder habe (act. G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 17. Januar 2013 beantragt der Beschwerdegegner
die Abweisung der Beschwerde. Hinsichtlich Sachverhalt und Begründung verweist er
auf die Verfügung vom 13. September 2012 sowie den Einspracheentscheid vom
5. November 2012 (act. G 3).
C.c Nach Einsicht in die Vorakten am 20. Februar 2013 nimmt die Beschwerdeführerin
innert erstreckter Frist mit Eingabe vom 4. März 2013 (Postaufgabe) ergänzend
Stellung und führt aus, dass sie sich entgegen der Darstellung des Beschwerdegegners
am 31. März 2012 beworben habe, wie aus dem Nachweis der persönlichen
Arbeitsbemühungen für März 2012 entnommen werden könne. Während ihrer Ferien
vom 1. April 2012 bis zum 8. April 2012 habe sie sich tatsächlich nicht um Arbeit
bemüht, weil man ihr das nicht mitgeteilt habe. Ansonsten hätte sie ihre Ferien
verschoben und selbstverständlich weiterhin nach Stellen gesucht (act. G 6).
C.d Der Beschwerdegegner verzichtet auf eine Duplik (act. G 7). Auf Nachfrage des
Gerichts teilte die Kasse mit, dass die Beschwerdeführerin 260 Taggelder bezogen
habe und per 1. Mai 2013 ausgesteuert worden sei (vgl. act. G 9 ff.).

Erwägungen:
1.
Zunächst ist zu klären, was Gegenstand des Verfahrens ist und ob die
Beschwerdeführerin noch über ein aktuelles schutzwürdiges Interesse an der
Beurteilung desselben verfügt.
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1.1 Als Anfechtungsobjekt gilt das Objekt des angefochtenen Einspracheentscheids.
Dieses ist abzugrenzen gegenüber Gegenständen, über welche im strittigen Entscheid
nicht entschieden wurde. Als Streitgegenstand wird im System der nachträglichen
Verwaltungsrechtspflege dasjenige Rechtsverhältnis bezeichnet, das den aufgrund der
Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Gegenstand bildet. (vgl. BGE 125 V 413;
Ueli Kieser, Kommentar ATSG, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 61 N 56f.). Die
Beschwerdeführerin hatte bei der Kasse am 8. September 2012 um Überprüfung des
Taggeldanspruchs, namentlich der Höchstzahl der Taggelder (400 statt 260), ersucht
(act. G 3.1/B40), nachdem die Kasse sie am 24. April 2012 über die Höchstzahl der
Taggelder informiert hatte (act. G 3.1/B36). Daraufhin legte die Kasse dem
Beschwerdegegner die Frage zum Entscheid vor, ab wann die Rahmenfrist zum
Leistungsbezug von Arbeitslosenentschädigung zu eröffnen sei, da dies im
vorliegenden Fall Auswirkungen auf die Höchstzahl der Taggelder habe (act. G 3.1/
B41). Die Verfügung vom 13. September 2012 hält im Dispositiv fest, dass die
Beschwerdeführerin vom 30. März 2012 bis 9. April 2012 nicht vermittlungsfähig
gewesen sei und dementsprechend in diesem Zeitraum keinen Anspruch auf
Leistungen der Arbeitslosenversicherung habe (act. G 3.1/A39). In der Begründung
wird sodann erwähnt, dass mangels Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen in der
Zeit vom 30. März 2012 bis 9. April 2012 die Rahmenfrist erst ab 10. April 2012 eröffnet
werden könne (vgl. act. G 3.1/A39). Gegenstand des Beschwerdeverfahrens ist folglich,
ob die Anspruchsvoraussetzungen für die Arbeitslosenentschädigung, namentlich die
Vermittlungsfähigkeit der Beschwerdeführerin (Streitgegenstand), bereits zum
Anmeldungszeitpunkt am 30. März 2012 erfüllt waren und deswegen die Rahmenfrist
allenfalls früher zu eröffnen wäre. Im Hinblick auf die nachfolgende Begründung kann
dabei offengelassen werden, ob die Beschwerdeführerin noch rechtzeitig am
8. September 2012 eine förmliche Verfügung betreffend Höchstzahl der Taggelder und
damit eine Verschiebung des Beginns der Rahmenfrist auf das Anmeldedatum verlangt
hat (Art. 51 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]; vgl. Ueli Kieser, a.a.O., Art. 51 N 14,
wonach im Bereich der Arbeitslosenversicherung in der Regel eine Frist von 90 Tagen
gelte).
1.2 Gemäss Art. 59 ATSG ist zur Beschwerde berechtigt, wer durch die angefochtene
Verfügung oder den Einspracheentscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse
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an deren Aufhebung oder Änderung hat. Das Rechtsschutzinteresse bildet daher eine
Prozessvoraussetzung, ohne welche das Gericht nicht auf die Sache eintreten bzw.
kein Sachurteil fällen darf (vgl. Urs Peter Cavelti/Thomas Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., 2003, Rz 385). Ein Rechtsschutzinteresse besteht nur
dann, wenn die erfolgreiche Beschwerde der beschwerdeführenden Person letztlich
einen praktischen Nutzen einträgt. Fällt das Rechtsschutzinteresse im Verlauf des
Rechtsmittelverfahrens dahin, so wird die Beschwerde gegenstandslos und ist das
Verfahren als erledigt abzuschreiben (Fritz Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2.
Aufl., 1983, S. 326). Da die Beschwerdeführerin per 1. Mai 2013 ausgesteuert wurde
und damit 260 Taggelder bezogen hatte (vgl. act. G 9.2), verfügt sie während der noch
laufenden Rahmenfrist über ein aktuelles Interesse an der Vorverschiebung der
Rahmenfrist. Sie würde damit die benötigte Beitragszeit von 18 Monaten erfüllen
(beantragte Rahmenfrist für die Beitragszeit: 30. März 2010 bis 29. März 2012,
Beitragsmonate demnach 9 Monate 2010 [April bis Dezember 2010] und 9 Monate
2011 [Januar bis September 2011], total 18 Monate) und über den Höchstsatz von 400
Taggeldern verfügen (vgl. Art. 27 Abs. 2 lit. b des Bundesgesetzes über die
obligatorische Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung [AVIG;
SR 837.0]). Dies würde dazu führen, dass sie für die Zeit ab 1. Mai 2013 weiterhin
Leistungen der Arbeitslosenkasse beanspruchen könnte. Die Beschwerdelegitimation
ist damit gegeben.
2.
Strittig und zu prüfen ist die Frage, ob die Anspruchsvoraussetzungen für die Arbeits
losenentschädigung bereits am 30. März 2012 (Anmeldedatum beim RAV) erfüllt waren
und damit der Beginn der Rahmenfrist nachträglich auf das Anmeldedatum
festzusetzen ist.
2.1 Art. 8 Abs. 1 AVIG legt die sieben kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen für
den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung fest. Die versicherte Person muss unter
anderem vermittlungsfähig sein (Art. 8 Abs. 1 lit. f AVIG i.V.m. Art. 15 AVIG) und die
Kontrollvorschriften erfüllen (Art. 8 Abs. 1 lit. g AVIG i.V.m. Art. 17 AVIG). In beitrags-
und leistungsmässiger Hinsicht wird die Anspruchsberechtigung durch die Rahmenfrist
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zeitlich begrenzt (Thomas Nussbaumer, Arbeitslosenversicherung in: Ulrich Meyer
(Hrsg.), Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit,
2. Aufl., Basel 2007, N 102). Art. 9 Abs. 1 AVIG unterscheidet dabei zwischen der
Rahmenfrist für die Beitragszeit und derjenigen für den Leistungsbezug, wobei beide
Arten von Rahmenfristen im Grundsatz zwei Jahre dauern. Der Beginn der Rahmenfrist
wird durch die Arbeitslosenkasse individuell für jede versicherte Person festgesetzt.
Stichtag für die Berechnung der Rahmenfristen ist der erste Tag, für den sämtliche
Anspruchsvoraussetzungen i.S.v. Art. 8 Abs. 1 AVIG erfüllt sind (Art. 9 Abs. 2 AVIG). Als
Stichtag kommt somit frühestens der Tag der Anmeldung bei der zuständigen
Amtsstelle in Frage, spätestens der Zeitpunkt, in welchem alle
Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Die Rahmenfrist für den Leistungsbezug
beginnt mit dem Stichtag und ist in die Zukunft (Art. 9 Abs. 2 AVIG), diejenige für die
Beitragszeit ist rückwärts gerichtet. Letztere beginnt am Tag vor dem Stichtag und ist
zurückzurechnen (Art. 9 Abs. 3 AVIG). Die einmal eröffneten Rahmenfristen bleiben
grundsätzlich bestehen. Eine neue Rahmenfrist für den Leistungsbezug kann somit
frühestens nach Ablauf der alten Rahmenfrist eröffnet werden (Thomas Nussbaumer,
a.a.O., N 121ff.).
2.2 Eine der Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ist die
Vermittlungsfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 lit. f AVIG). Die arbeitslose Person ist
vermittlungsfähig, wenn sie bereit, in der Lage und berechtigt ist, eine zumutbare Arbeit
anzunehmen und an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen (Art. 15 Abs. 1 AVIG).
Vermittlungsfähigkeit verlangt objektiv die Arbeitsberechtigung und Arbeitsfähigkeit
einer versicherten Person und subjektiv ihre Bereitschaft, die Arbeitskraft entsprechend
den persönlichen Verhältnissen während der üblichen Arbeitszeit einzusetzen (BGE 120
V 388 E. 3a mit Hinweisen). Der Wille allein oder die bloss verbal erklärte
Vermittlungsbereitschaft genügen nicht. Bei fehlenden Aktivitäten oder bei
Dispositionen, die der Annahme der Vermittlungsbereitschaft entgegenstehen, kann
sich die versicherte Person nicht darauf berufen, sie habe die Vermittlung und Suche
einer Arbeit gewollt (BGE 122 V 266 f. E. 4). Eine versicherte Person, die auf einen
bestimmten Termin anderweitig disponiert hat und deshalb für eine neue
Beschäftigung nur noch während relativ kurzer Zeit zur Verfügung steht, gilt in der
Regel als nicht vermittlungsfähig (BGE 126 V 521 E. 3a; Kreisschreiben über die
Arbeitslosenentschädigung vom Januar 2013 [AVIG-Praxis] Rz B226f.). Entscheidend
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für die Beurteilung des Einzelfalls ist dabei, ob mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit
angenommen werden kann, dass ein Arbeitgeber die versicherte Person für die konkret
zur Verfügung stehende Zeit noch einstellen würde (SVR-ALV 2000 Nr. 1 E. 2a mit
Hinweisen). Sind die Anstellungschancen unter den gegebenen Umständen als gering
zu bezeichnen, so muss die Vermittlungsfähigkeit im Sinn von Art. 15 Abs. 1 AVIG
verneint werden (ARV 1991 Nr. 3 S. 24 E. 2a in fine mit Hinweisen).
2.3 Artikel 27 ATSG statuiert eine umfassende Beratungs- und Aufklärungspflicht der
Durchführungsorgane gegenüber den versicherten Personen. Absatz 1 verankert eine
allgemeine und permanente Aufklärungspflicht, die nicht erst auf persönliches
Verlangen der Versicherten besteht und die hauptsächlich durch die Abgabe von
Informationsbroschüren, Merkblättern und Wegleitungen erfüllt wird (Thomas
Nussbaumer, a.a.O., N 324 mit Hinweisen). Absatz 2 verpflichtet demgegenüber zu
persönlicher Beratung der Versicherten, die grundsätzlich auf Begehren, aber auch
ohne Antrag zu erfolgen hat, wenn ein entsprechender Bedarf festgestellt wird (vgl.
Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007:
Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 3. Juli 2006, C 138/05, E. 3.1;
Urteil vom 12. Januar 2007, K 7/06, E. 3.3; Ueli Kieser, a.a.O., Art. 27 ATSG N 19). Wird
die Beratungspflicht nicht oder nur ungenügend wahrgenommen, kommt dies einer
falsch erteilten Auskunft des Versicherungsträgers gleich; der Versicherungsträger hat
dafür in Nachachtung des Vertrauensprinzips einzustehen (vgl. Urteil des EVG vom
13. Dezember 2005, C 272/05, E. 3.2.3; Ueli Kieser, a.a.O., Art. 27 ATSG N 27mit
Hinweisen).
3.
3.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass sie im Zeitraum vom 30. März bis
9. April 2012 vermittlungsfähig gewesen sei, obwohl sie vom 1. April bis zum 8. April
2012 in den Ferien weilte. Sie meldete sich zwar unbestrittenermassen am 30. März
2012 beim RAV an, gab aber selber wegen den geplanten Ferien als Anspruchsbeginn
den 10. April 2012 an. Aufgrund der Ferien wurde auch der Besuch der
Informationsveranstaltung auf einen Termin nach den Ferien festgesetzt. Eine
Verschiebung der Ferien stand für die Beschwerdeführerin demnach zum damaligen
Zeitpunkt mit überwiegender Wahrscheinlichkeit grundsätzlich nicht zur Debatte,
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verzichtete sie doch bei der Anmeldung implizit auf Arbeitslosenentschädigung für
diese Zeit und brachte damit zum Ausdruck, dass sie sich den Kontrollvorschriften erst
danach unterwerfen werde. Für den strittigen Zeitraum hatte die Beschwerdeführerin
demnach anderweitig disponiert, sodass die Ferien objektiv der
Vermittlungsbereitschaft entgegen standen. Sie selbst gibt denn auch zu, in den
(effektiv bezogenen) Ferien keine Stellen gesucht zu haben, mithin subjektiv nicht
vermittlungsbereit gewesen zu sein. Sehr unwahrscheinlich erscheint es dann, dass ein
potentieller Arbeitgeber, hätte sie sich dennoch um Stellen während der Ferien bemüht
oder wäre ein Stellenantritt bei den übrigen Bewerbungen aus dem Monat März 2012 in
Frage gekommen, sie vor Ablauf ihrer bereits gebuchten Ferien angestellt hätte.
Insgesamt ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin für den Zeitraum vom 30. März
2012 bis 9. April 2012 mangels Verfügbarkeit nicht vermittlungsfähig war. Bei dieser
Sachlage besteht kein Grund für eine Vorverschiebung der Rahmenfrist.
3.2 Die Beschwerdeführerin stellt sich weiter auf den Standpunkt, dass sie sich bei
richtiger Beratung durch das RAV anders verhalten und die Ferien sofort verschoben
hätte. Sie sei nicht darüber aufgeklärt worden, dass ihre Ferien Einfluss auf die Anzahl
der Taggelder hätten. Sie habe sich vor der Anmeldung am 30. März 2012 in der letzten
Märzwoche telefonisch beim RAV erkundigt, wie es mit den Leistungen nach einer
Auszeit aussehe. Ihr sei mitgeteilt worden, dass sie sich sofort anmelden müsse, um
400 Taggelder zu erhalten. Anlässlich der Anmeldung beim RAV-Mitarbeiter Herr Z._
habe sie die geplanten Ferien erwähnt, er habe es aber unterlassen, ihr mitzuteilen,
dass dies Auswirkungen auf die Höchstzahl der Taggelder habe. Ihr Vertrauen in die
Auskunft des RAV, wonach sie bei sofortiger Anmeldung 400 Taggelder zugute habe,
sei zu schützen.
3.3 Die Beratung nach Art. 27 Abs. 2 ATSG bezieht sich auf die Rechte und Pflichten
im konkreten Einzelfall in Bezug auf den jeweiligen Versicherungszweig. Eine Ver
letzung der Beratungspflicht kommt nur in Frage, wenn die entsprechende Stelle bzw.
Person einen Beratungsbedarf bei der versicherten Person feststellen konnte und
musste. Vom Versicherungsträger kann nicht mehr als das verlangt werden, was er bei
einem durchschnittlichen Mass an Aufmerksamkeit erkennen konnte (vgl. BGE 133 V
256). Die Beschwerdeführerin hatte sich telefonisch "beim RAV" betreffend
Arbeitslosenentschädigung im Fall einer Auszeit erkundigt. Soweit aus den Akten
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ersichtlich, hatte die Beschwerdeführerin ihre geplanten Ferien beim Telefongespräch
nicht erwähnt. Entsprechendes macht sie denn auch nicht geltend. "Vom RAV" (von
der Beschwerdeführerin nicht näher ausgeführt von wem) erhielt sie die Auskunft, dass
sie sich sofort anmelden müsse, um 400 Taggelder zu erhalten. Die Auskunft vom
Versicherungsträger erfolgte mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Hinblick darauf,
dass Auszeiten vom Erwerbsleben unter Umständen Einfluss auf die anrechenbaren
Beitragsmonate und damit auf die Höchstzahl der Tagessätze haben können. Insofern
war die Auskunft bzw. Beratung beim Telefongespräch richtig. Die Anmeldung beim
RAV nahm Herr Z._ am 30. März 2012 entgegen. Unbestrittenermassen erwähnte die
Beschwerdeführerin anlässlich der Anmeldung ihre geplanten Osterferien. Ob sie
diesbezüglich von Herrn Z._ darauf aufmerksam gemacht wurde, dass die Ferien
unbezahlt seien, kann letztlich offen bleiben, ging die Beschwerdeführerin doch (zu
Recht) selber davon aus, dass sie unbezahlt seien und beantragte die
Arbeitslosenentschädigung deswegen erst per 10. April 2012. Sie macht hierzu auch
nicht geltend, dass sie die Arbeitslosenentschädigung in Absprache mit dem RAV erst
auf dieses Datum beantragt habe. Weder aus den Akten noch aus den Ausführungen
der Beschwerdeführerin geht hervor, dass sie bei der Anmeldung den bereits erfolgten
Telefonkontakt mit dem "RAV" gegenüber Herrn Z._ erwähnte. Dieser konnte
demnach nicht erkennen, dass die Taggelder vor der Anmeldung bereits einmal Thema
gewesen waren. Bei der Anmeldung geht es denn auch mehr um Formalitäten, das
heisst die Erfassung der versicherten Person, der Abgabe von ersten
Informationsmaterialien sowie die Vereinbarung von Terminen. Da die Rahmenfristen
für den Leistungsbezug und die Beitragszeit von der Kasse festgelegt werden, wäre
Herr Z._ dafür auch nicht zuständig gewesen; bei entsprechenden Fragen hätte er
die Beschwerdeführerin jedoch an die entsprechende Kasse weiter weisen müssen.
Nach der Aktenlage war für Herrn Z._ im Zeitpunkt der Anmeldung der
Beschwerdeführerin nicht ersichtlich, dass bei der Beschwerdeführerin die geplanten
Ferien und damit die Verschiebung des geltend gemachten Anspruchsbeginns für die
Rahmenfrist und die Höchstzahl der Taggelder derart relevant waren, mithin ein
ausserordentlicher Spezialfall vorliegt. Damit er einen Beratungsbedarf bzw. einen
Weiterweisungsbedarf hätte erkennen können, wären weitere, spezifische
Informationen der Beschwerdeführerin erforderlich gewesen. Dass die
Beschwerdeführerin bei ihrer Anmeldung wegen der Anzahl der Taggelder etwas
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erwähnt hätte, behauptet sie selber nicht. Ein Beratungsbedarf war für den
Versicherungsträger demnach mit den vorhandenen Informationen nicht erkennbar.
Wenn kein Beratungsbedarf erkennbar ist, kann folglich auch die Beratungspflicht nicht
verletzt werden. Ein Vertrauensschutztatbestand ist damit nicht gegeben.
4.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin für den Zeitraum
30. März 2012 bis 9. April 2012 mangels Verfügbarkeit nicht vermittlungsfähig war. Eine
Verletzung der Auskunfts- und Beratungspflicht seitens des Beschwerdegegners ist
nicht ausgewiesen, da der RAV-Mitarbeiter den Beratungsbedarf im konkreten Fall
nicht erkennen konnte und musste. Bei diesen Gegebenheiten ist die Eröffnung der
Rahmenfrist per 10. April 2012 nicht auf den 30. März 2012 zu verschieben. Nach dem
Gesagten ist die Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 5. November 2012
abzuweisen. Gerichtskosten sind in Anwendung von Art. 61 lit a ATSG keine zu
erheben.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP