Decision ID: 89b64ee2-98fd-4aac-b335-aa8f08680026
Year: 2012
Language: de
Court: ZH_VG
Chamber: ZH_VG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
hat sich ergeben:
I. A. Mit Urteil des Bezirksgerichts H vom 25. Februar 1999 wurde die Ehe von D und E geschieden. Letzterer wurde gemäss Disp.-Ziff. 5 verpflichtet, an die Kosten des Unterhalts und der Erziehung der Kinder A (geboren 1990) und F (geboren 1991) monatliche Unterhaltsbeiträge zu bezahlen, und zwar nach abgestuften Unterhaltsbeiträgen schliesslich je Fr. 600.- ab dem vollendendeten zwölften Altersjahr der Kinder "bis zur Mündigkeit, längstens bis zur vollen Erwerbsfähigkeit der Kinder".
B. Am 5. Dezember 2011 wies die Vormundschaftsbehörde C ein von A am 28. Oktober 2011 gestelltes Gesuch um Alimentenbevorschussung für die Zeit ab 1. September 2011 ab. Sie begründete dies damit, dass die in Disp.-Ziff. 5 des Scheidungsurteils gewählte Formulierung bzw. das Wort "längstens" eine Einschränkung des Unterhaltsanspruchs bis zur Mündigkeit bedeute. Ein Unterhalt nach der Mündigkeit verlange einen eindeutigen Hinweis, dass derselbe bis zum Abschluss einer angemessenen Ausbildung zugesprochen werde.
II.
A. Dagegen liess A am 20. Dezember 2011 beim Bezirksrat G (fortan: Bezirksrat) Rekurs erheben und beantragen, der Entscheid der Vormundschaftsbehörde sei aufzuheben und dem Gesuch vom 28. Oktober 2011 zu entsprechen. Zudem ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege.
B. Ebenfalls am 20. Dezember 2011 ersuchte A beim Bezirksgericht H um Erläuterung von Disp.-Ziff. 5 des Scheidungsurteils gemäss Art 334 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO). Mit Entscheid vom 31. Januar 2012 erläuterte das Bezirksgericht H diese Ziffer dahin gehend, dass die Formulierung "längstens bis zur vollen Erwerbsfähigkeit der Kinder" als Einschränkung der Pflicht zur Zahlung der Unterhaltsbeiträge zu verstehen sei für den Fall, dass die Erwerbsfähigkeit der Kinder schon vor Erreichen der Mündigkeit eintreten sollte. Gegen diesen Entscheid führte A Beschwerde gemäss Art. 319 ff. ZPO beim Obergericht des Kantons Zürich, das auf das Rechtsmittel mit Beschluss vom 30. März 2012 mangels Legitimation jedoch nicht eintrat. Dieser Beschluss blieb unangefochten.
C. Mit Beschluss vom 4. April 2012 gewährte der Bezirksrat A für das Rekursverfahren die unentgeltliche Prozessführung, nicht jedoch die unentgeltliche Rechtsverbeiständung. Mit Beschluss vom 22. August 2012 schliesslich wies der Bezirksrat den Rekurs ab, wobei er die Verfahrenskosten A auferlegte, dieselben zufolge der gewährten unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Staatskasse nahm.
III.
A. Daraufhin liess A am 18. September 2012 Beschwerde am Verwaltungsgericht erheben. Sie beantragte, der Beschluss des Bezirksrats vom 22. August 2012 sei aufzuheben und dem Gesuch vom 28. Oktober 2011 zu entsprechen. Allenfalls sei die Sache zur Neubeurteilung an den Bezirksrat zurückzuweisen. Daneben ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege.
B. Am 26. September 2012 beantragte der Bezirksrat die Abweisung der Beschwerde. Mit Eingabe vom 10. Oktober 2012 verzichtete die Vormundschaftsbehörde C auf eine Beschwerdeantwort. A verzichtete sodann am 16. Oktober 2012 auf eine weitere Vernehmlassung.

Der Einzelrichter erwägt:
Der Einzelrichter erwägt:
1. 1.1 Das Verwaltungsgericht ist gemäss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig.
1.2 Bei Streitigkeiten über periodisch wiederkehrende Leistungen, namentlich im Bereich der Sozial- und Jugendhilfe, ist der Streitwert in der Regel der Summe dieser periodischen Leistungen während der Dauer von zwölf Monaten gleichzusetzen (Alfred Kölz/Jürg Bosshart/Martin Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtpflegegesetz des Kantons Zürich, 2. A., Zürich 1999, § 38 N. 5). Nachdem die Bevorschussung bis anhin Fr. 600.- pro Monat betrug und diese nicht für einen begrenzten Zeitraum beantragt wurde, ergibt sich in Anwendung der genannten Regel ein Streitwert von Fr. 7'200.-. Die Beschwerde ist daher durch den Einzelrichter zu beurteilen (§ 38b Abs. 1 lit. c VRG).
1.2 Bei Streitigkeiten über periodisch wiederkehrende Leistungen, namentlich im Bereich der Sozial- und Jugendhilfe, ist der Streitwert in der Regel der Summe dieser periodischen Leistungen während der Dauer von zwölf Monaten gleichzusetzen (Alfred Kölz/Jürg Bosshart/Martin Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtpflegegesetz des Kantons Zürich, 2. A., Zürich 1999, § 38 N. 5). Nachdem die Bevorschussung bis anhin Fr. 600.- pro Monat betrug und diese nicht für einen begrenzten Zeitraum beantragt wurde, ergibt sich in Anwendung der genannten Regel ein Streitwert von Fr. 7'200.-. Die Beschwerde ist daher durch den Einzelrichter zu beurteilen (§ 38b Abs. 1 lit. c VRG).
2. Zwischen den Parteien ist im Wesentlichen umstritten, ob die Beschwerdeführerin aufgrund des Scheidungsurteils vom 25. Februar 1999 auch noch nach Erreichen des Mündigkeitsalters Anspruch auf Unterhaltsleistungen bzw. eine Bevorschussung derselben seitens der Beschwerdegegnerin hat.
2. Zwischen den Parteien ist im Wesentlichen umstritten, ob die Beschwerdeführerin aufgrund des Scheidungsurteils vom 25. Februar 1999 auch noch nach Erreichen des Mündigkeitsalters Anspruch auf Unterhaltsleistungen bzw. eine Bevorschussung derselben seitens der Beschwerdegegnerin hat.
3. Am 1. Januar 2012 wurde das Kinder- und Jugendhilfegesetz vom 14. März 2011 (KJHG) teilweise in Kraft gesetzt. Noch nicht in Kraft ist der die Bevorschussung von Unterhaltsbeiträgen für Kinder regelnde § 23, sodass in diesem Zusammenhang zurzeit noch § 20 Abs. 1 des Jugendhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 (JHG) anzuwenden ist. Danach bevorschusst die Wohngemeinde des Kindes gegen Abtretung der Forderung die im massgeblichen Rechtstitel festgelegten Unterhaltsbeiträge, wenn die Eltern ihrer Unterhaltspflicht nicht oder nicht rechtzeitig nachkommen. Als Rechtstitel gelten neben anderem gerichtliche Entscheide über den Unterhalt von Kindern (vgl. § 25 Abs. 1 lit. a der Verordnung zum Jugendhilfegesetz vom 21. Oktober 1981 [JHV]).
3. Am 1. Januar 2012 wurde das Kinder- und Jugendhilfegesetz vom 14. März 2011 (KJHG) teilweise in Kraft gesetzt. Noch nicht in Kraft ist der die Bevorschussung von Unterhaltsbeiträgen für Kinder regelnde § 23, sodass in diesem Zusammenhang zurzeit noch § 20 Abs. 1 des Jugendhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 (JHG) anzuwenden ist. Danach bevorschusst die Wohngemeinde des Kindes gegen Abtretung der Forderung die im massgeblichen Rechtstitel festgelegten Unterhaltsbeiträge, wenn die Eltern ihrer Unterhaltspflicht nicht oder nicht rechtzeitig nachkommen. Als Rechtstitel gelten neben anderem gerichtliche Entscheide über den Unterhalt von Kindern (vgl. § 25 Abs. 1 lit. a der Verordnung zum Jugendhilfegesetz vom 21. Oktober 1981 [JHV]).
4. 4.1 Die Vorinstanz erwog im Beschluss vom 22. August 2012 zusammengefasst, mit dem unangefochten gebliebenen Nichteintretensentscheid des Obergerichts sei der Erläuterungsentscheid des Bezirksgerichts H in Rechtskraft erwachsen, und Disp.-Ziff. 1 desselben ersetze damit hinsichtlich der strittigen Formulierung Disp.-Ziff. 5 des Scheidungsurteils. Einerseits habe die Beschwerdeführerin keine zivilrechtliche Berufung gegen das erläuterte Scheidungsurteil erhoben. Andererseits führe die Tatsache, dass das Bezirksgericht H trotz fehlender Legitimation der Beschwerdeführerin einen Erläuterungsentscheid gefällt habe, nicht zur Nichtigkeit desselben. Ausgehend von der im Erläuterungsentscheid verwendeten klaren Formulierung, die keinen Raum für eine Auslegung lasse, seien die Unterhaltsbeiträge nur bis zum Eintritt der Mündigkeit geschuldet gewesen und bestehe nun zugunsten der mündigen Beschwerdeführerin keine Unterhaltspflicht mehr.
4.2 Die Vorbringen der Beschwerdeführerin in der Beschwerdeschrift vom 18. September 2012 vermögen diese Erwägungen nicht infrage zu stellen. Wie die Vorinstanz richtigerweise ausführte, geben die Absätze 2 und 3 von Art. 334 ZPO im Fall eines Erläuterungsgesuchs einer Partei eine Zweiteilung des Verfahrens vor. In einem Zwischenentscheid soll über Gutheissung oder Abweisung des Gesuchs oder Nichteintreten befunden werden. Wenn es sich um einen Entscheid einer unteren kantonalen Instanz handelt, ist gegen diesen selbständig anfechtbaren Zwischenentscheid die Beschwerde nach Art. 319 ff. ZPO zulässig. In einer zweiten Phase wird der erläuterte Entscheid in einer neuen Ausfertigung zugestellt. Gegen diesen neuen Entscheid, der den erläuterungsbedürftigen Entscheid ersetzt, sind die Rechtsmittel zulässig, die die ZPO im Zeitpunkt der Zustellung des neuen Entscheids für Entscheide dieser Art vorsieht (vgl. Ivo Schwander in: Alexander Brunner/Dominik Gasser/Ivo Schwander, Schweizerische Zivilprozessordnung [ZPO], Zürich/St. Gallen 2011, Art. 334 N. 17). Die separate Eröffnung des Entscheids über Erläuterung ist allerdings lediglich im Fall der Abweisung bzw. des Nichteintretens angezeigt. Im Fall einer Gutheissung wird – wie dies vorliegend das Bezirksgericht H offenbar getan hat – das Gericht vielmehr in der Regel in einem Akt darüber entscheiden, ob die Voraussetzungen für eine Erläuterung erfüllt sind, und diese gleichzeitig vornehmen. Die Regelung, dass ein Entscheid über ein Erläuterungsbegehren mit Beschwerde anfechtbar ist (Art. 334 Abs. 3 ZPO), betrifft damit nur den Entscheid über das Gesuch an sich (vgl. Dieter Freiburghaus/Susanne Afheldt in: Thomas Sutter-Somm/Franz Hasenböhler/Christoph Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], Zürich etc. 2010, Art. 334 N. 11, 14).
4.3 Im Erläuterungsentscheid vom 31. Januar 2012 hielt der Einzelrichter des Bezirksgerichts H fest, die erwähnte Dispositiv-Ziffer werde in dem Sinn erläutert, dass die Formulierung "längstens bis zur vollen Erwerbsfähigkeit der Kinder" als Einschränkung der Pflicht zur Zahlung der Unterhaltsbeiträge an die Gesuchstellerin (die heutige Beschwerdeführerin) zu verstehen sei für den Fall, dass sie bereits vor Erreichen ihrer Mündigkeit voll erwerbsfähig sein sollte.
Das Obergericht war im Beschluss vom 30. März 2012 auf die von der Beschwerdeführerin erhobene Beschwerde (gemäss Art. 334 Abs. 3 ZPO) nicht eingetreten, weil das Gesuch um Erläuterung zwar von den Parteien, nicht aber von Dritten gestellt werden könne. Werde in einer Scheidungskonvention dem Kind ein Mündigenunterhaltsanspruch eingeräumt, handle es sich um einen Vertrag zugunsten Dritter (Peter Breitschmid, in: Basler Kommentar zum ZGB, Band I, 4. A., Basel 2010, Art. 133 N. 14); als Dritter stehe der Beschwerdeführerin ein Anspruch auf Erläuterung aber nicht zu. Damit wäre auch eine Berufung gegen das erläuterte Scheidungsurteil (Art. 334 Abs. 4 ZPO) an der fehlenden Legitimation der Beschwerdeführerin gescheitert, da sie nicht Partei des Scheidungsverfahrens war, selbst wenn sich die Voraussetzungen dazu von denjenigen zur Anfechtung der Beschwerde nach Art. 334 Abs. 3 ZPO unterscheiden (dazu Freiburghaus/Afheldt, a.a.O., Art. 321 N. 7 ff.). Aus dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin keine Anstalten unternahm, das erläuterte Scheidungsurteil anzufechten, lässt sich daher entgegen der Vorinstanz nichts ableiten.