Decision ID: a30575c4-899c-5808-88ac-7beb2a966fb2
Year: 2004
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X.Y. ist deutscher Staatsangehöriger und seit dem 25. Juli 1985 im Besitz einer
deutschen Fahrerlaubnis für Personenwagen. Er verfügt über eine
Kurzaufenthaltsbewilligung EG/EFTA im Sinn von Art. 4 der Verordnung über die
Einführung des freien Personenverkehrs (SR 142.203) in Verbindung mit Art. 6 des
Freizügigkeitsabkommens zwischen der Schweiz und der Europäischen Gemeinschaft
(SR 0.142.112.681). Diese ist vorderhand bis zum 10. Oktober 2004 gültig. X.Y. arbeitet
als Kaufmann in A.. In B./SG hat er eine Wohnung gemietet.
Am 4. Dezember 2003, um 23.15 Uhr, lenkte X.Y. den Personenwagen auf der C-
strasse. in B., wobei er der Polizei durch seine unsichere Fahrweise auffiel. Nachdem
der Atemlufttest positiv ausgefallen war, wurde eine Blutprobe angeordnet. Deren
Auswertung ergab für den Zeitpunkt des Ereignisses eine minimale
Blutalkoholkonzentration von 2,48 Gew.-‰. Der deutsche Führerschein wurde X.Y. auf
der Stelle abgenommen.
B.- Mit Strafbescheid des Untersuchungsamtes D. vom 28. Januar 2004 wurde X.Y.
des Führens eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand mit einer minimalen
Blutalkoholkonzentration von 2,48 Gew.-‰ für schuldig erklärt und zu einer bedingten
Gefängnisstrafe von zehn Wochen sowie einer Busse von Fr. 1'200.-- verurteilt.
C.- Aufgrund dieses Vorfalls eröffnete das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des
Kantons St. Gallen, Abteilung Personenzulassung (nachfolgend: Strassenverkehrsamt),
gegenüber X.Y. ein Administrativmassnahmeverfahren. Zwecks Abklärung der
Fahreignung wurde eine spezialärztliche Untersuchung angeordnet. Im Gutachten vom
25. März 2004 kam Dr.med. B. E. zum Schluss, dass die Fahreignung von X.Y. aus
verkehrsmedizinischer Sicht uneingeschränkt befürwortet werden könne. Mit
Verfügung vom 28. April 2004 aberkannte das Strassenverkehrsamt X.Y. den
deutschen Führerschein für die Dauer von fünf Monaten.
D.- Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 12. Mai 2004 und Ergänzung vom 14.
Juni 2004 erhob X.Y. gegen diese Verfügung Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei
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aufzuheben, es sei festzustellen, dass die Nichtzulassung zum Kurs für erstmals
alkoholauffällige Fahrzeuglenker zu Unrecht erfolgt sei und die Aberkennung sei auf die
Dauer von vier Monaten zu verkürzen. Zudem sei die Vorinstanz anzuweisen, die dem
Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg zur Kenntnis gebrachte Entzugsverfügung als
ungerechtfertigt anzuzeigen und zurückzuziehen und eine neue Meldung zu
unterlassen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Mit Vernehmlassung vom 23. Juni 2004 beantragte die Vorinstanz die Abweisung des
Rekurses.
Auf die von den Parteien zur Begründung ihrer Anträge gemachten Ausführungen und
die Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen.
a) Die Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Der Rekurs
vom 12. Mai 2004 ist rechtzeitig eingereicht worden. Er erfüllt zusammen mit der
Ergänzung vom 14. Juni 2004 in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 24 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt:
SVG; Art. 41 lit. e, 47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS
951.1, abgekürzt: VRP).
b) aa) Die Rechtsmittellegitimation im Verfahren der nachträglichen
Verwaltungsrechtspflege setzt ein ausreichendes Interesse am Rechtsmittel voraus.
Gemäss Art. 45 Abs. 1 VRP ist zur Erhebung des Rekurses berechtigt, wer an der
Änderung oder Aufhebung der Verfügung oder des Entscheides ein eigenes
schutzwürdiges Interesse dartut.
Die Rechtsmittelbefugnis ist an ein Rechtsschutzinteresse und die Beschwer
gebunden. Der Betroffene muss Interessen dartun können, die geprüft zu werden
verdienen. Nach der gesetzlichen Umschreibung sind dazu "eigene" Interessen
erforderlich. Das zweite Element des Rechtsschutzinteresses besteht in der
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"Schutzwürdigkeit" des oder der geltend gemachten Interessen. Die Zulassung zum
Verfahren wird somit von einer bestimmten Interessenqualität abhängig gemacht.
Dabei ist die Rechtsmittelberechtigung nicht nur dann zu bejahen, wenn der Betroffene
rechtlich geschützte Interessen geltend macht, sondern auch dann, wenn eine
Verfügung oder ein Entscheid seine tatsächliche Interessenstellung berührt.
Schliesslich setzt die Befugnis zur Rechtsmittelerhebung voraus, dass das
Anfechtungsinteresse aktuell ist (vgl. Cavelti/Vögeli, Die Verwaltungsgerichtsbarkeit im
Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 394 ff.). Nach der Praxis des Bundesgerichts
wird ausnahmsweise trotz Fehlens eines aktuellen, praktischen Interesses entschieden,
wenn sich die aufgeworfene Frage jederzeit unter gleichen oder ähnlichen Umständen
wieder stellen kann und wenn an deren Beantwortung wegen ihrer grundsätzlichen
Bedeutung ein hinreichendes öffentliches Interesse besteht (vgl. Zimmerli/Kälin/Kiener,
Grundlagen des öffentliches Verfahrensrechts, Bern 1997, S. 119 f. mit Hinweisen auf
Pra 80/1991 Nr. 132 = in BGE 116 Ib 203 S. 207 nicht publizierte E. 1).
bb) Der Rekurrent bringt in der Rekursschrift vor, das Rechtsschutzinteresse sei bereits
wegen der umstrittenen Meldung der Administrativmassnahme an die deutschen
Behörden gegeben. Dabei spiele auch die Entzugsdauer eine Rolle. Ein fünfmonatiger
Entzug bedeute für die Beurteilung der deutschen Behörden einen Unterschied zu
einem viermonatigen Entzug, da die Härte der Massnahme auf die
Verkehrsregelverletzung schliessen lasse. Ferner sei der Rekurrent auch bezüglich der
Möglichkeit, den Kurs für erstmals alkoholauffällige Fahrzeuglenker zu besuchen,
beschwert.
cc) Im vorliegenden Fall hat der Rekurrent als Adressat und Beschwerter der Verfügung
grundsätzlich ein ausreichendes Rechtsschutzinteresse, sofern sein Interesse (noch)
aktuell ist. Hinsichtlich der noch nicht erfolgten Meldung an die deutschen Behörden ist
das Interesse ohne weiteres zu bejahen. Es ist jedoch fraglich, ob der Rekurrent bei der
Frage der Aberkennungsdauer über ein aktuelles und praktisches Interesse verfügt,
nachdem ihm der deutsche Führerschein vom 4. Dezember 2003 bis und mit 3. Mai
2004 für die von der Vorinstanz verfügte Dauer von fünf Monaten aberkannt worden
war und die Massnahme somit bereits vollzogen worden ist. Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung haben die Schweizer Behörden bei Auslandtaten
schon vollstreckte ausländische Massnahmen anzurechnen und die Dauer des
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Entzuges des nationalen Führerausweises so festzusetzen, dass dieser Entzug und die
ausländische Massnahmen zusammen nicht strenger erscheinen als der Entzug des
nationalen Fahrausweises, der ausgesprochen worden wäre, wenn die Anlasstat in der
Schweiz begangen worden wäre. Wie hierbei der Entzug der Fahrberechtigung im
fremden Staat zu gewichten ist, hängt von den Umständen des Einzelfalles ab,
namentlich davon, ob der Betroffene in diesem Staat ein Fahrzeug selten oder häufig
führt und ob ihn deshalb die ausländische Massnahme während der entsprechenden
Zeit nur in geringem oder in starkem Masse einschränkte (BGE vom 17. Dezember
2002, 6A.64/2002, S. 9). Obschon nicht bekannt ist, ob im deutschen
Administrativmassnahmerecht bei einer Auslandtat die ausländische Massnahme
berücksichtigt wird, ist in Anlehnung an die schweizerische Rechtsprechung zugunsten
des Rekurrenten davon auszugehen. Folglich hat der Rekurrent trotz bereits
vollzogener Aberkennung für die Dauer von fünf Monaten wegen einer allfälligen
Relevanz für die deutschen Behörden ein Rechtschutzinteresse an der nachträglichen
materiellen Überprüfung dieser Massnahme. Auf dieses Rechtsbegehren ist daher
ebenfalls einzutreten.
Nicht eingetreten werden kann jedoch auf das Feststellungsbegehren hinsichtlich des
Besuchs des Kurses für erstmals alkoholauffällige Motorfahrzeuglenker. Wie aus den
nachfolgenden Erwägungen unter Ziff. 2.c.dd hervorgeht, hätte die vom Rekurrenten
anbegehrte Feststellung gar keinen Einfluss auf die Aberkennungsdauer.
2.- a) Der Führer- oder Lernfahrausweis muss entzogen werden, wenn der Führer in
angetrunkenem Zustand gefahren ist (Art. 16 Abs. 3 lit. b SVG). Nach Art. 31 Abs. 2
SVG darf, wer angetrunken, übermüdet oder sonst nicht fahrfähig ist, kein Fahrzeug
führen. Fahrunfähigkeit infolge Alkoholeinwirkung (Angetrunkenheit) gilt in jedem Fall
als erwiesen, wenn der Fahrzeugführer eine Blutalkoholkonzentration von 0,8 oder
mehr Gew.-‰ aufweist oder eine Alkoholmenge im Körper hat, die zu einer solchen
Blutalkoholkonzentration führt (Art. 2 Abs. 2 der Verkehrsregelnverordnung, SR 741.11,
abgekürzt: VRV). Nach Art. 45 Abs. 1 der Verordnung über die Zulassung von Personen
und Fahrzeugen zum Strassenverkehr (SR 741.51, abgekürzt: VZV) können
ausländische Führerausweise nach den gleichen Bestimmungen aberkannt werden, die
für den Entzug der schweizerischen Führerausweise gelten.
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b) Der Rekurrent bestreitet in tatsächlicher Hinsicht nicht, am 4. Dezember 2003 in B.
ein Fahrzeug in angetrunkenem Zustand mit einer minimalen Blutalkoholkonzentration
von 2,48 Gew.-‰ gelenkt zu haben. Deswegen wurde er auch mit Strafbescheid des
Untersuchungsamtes D. vom 28. Januar 2004 schuldig gesprochen. Es steht somit
fest, dass der Rekurrent in einem schweren Rauschzustand gefahren ist und gegen Art.
31 Abs. 2 SVG verstossen hat. In Anwendung von Art. 16 Abs. 3 lit. b SVG ist ihm der
Führerausweis daher zwingend zu entziehen bzw. zu aberkennen.
c) Nach Art. 16 Abs. 3 lit. b in Verbindung mit Art. 17 Abs. 1 lit. b SVG muss der
Führerausweis für mindestens zwei Monate entzogen bzw. aberkannt werden, wenn
der Führer in angetrunkenem Zustand ein Motorfahrzeug geführt hat. Im Übrigen ist die
Entzugsdauer nach den Umständen festzusetzen (Art. 17 Abs. 1 Ingress SVG). Zu
berücksichtigen sind dabei vor allem die Schwere des Verschuldens und der Leumund
als Motorfahrzeugführer sowie die berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu
führen (Art. 33 Abs. 2 VZV).
aa) Der Gesetzgeber hat das Fahren in angetrunkenem Zustand, und zwar bereits mit
einer Blutalkoholkonzentration von 0,8 Gew.-‰, als dermassen schwere Verfehlung
betrachtet, dass er die Entzugsdauer zwingend auf mindestens zwei Monate
festgesetzt hat (Art. 17 Abs. 1 lit. b SVG). Bereits bei weit weniger als 1,0 Gew.-‰
Blutalkoholkonzentration treten erhebliche Wahrnehmungsstörungen, Hörausfälle, eine
verlängerte Reaktionszeit, eine verlängerte Umstellzeit auf die jeweiligen Anforderungen
im Stras-senverkehr und Reduktion der Koordinationsfähigkeit und Geschicklichkeit auf
(vgl. M. Schmutz, Fahren in angetrunkenem Zustand, Diessenhofen 1978, S. 22 ff.). Mit
zunehmender Blutalkoholkonzentration steigt das alkoholbedingte Unfallpotenzial –
und damit die relative Wahrscheinlichkeit, einen Verkehrsunfall zu verursachen –
exponentiell an. Das alkoholbedingte Unfallpotenzial ist bei 1,30 Gew.-‰ fast 16-mal
so gross wie im nüchternen Zustand (R. Schaffhauser, Grundriss des schweizerischen
Strassenverkehrsrechts, Band III, Bern 1995, N 2352). Somit trifft den Rekurrenten, der
mit einem Minimalgehalt von 2,48 Gew.-‰ unterwegs war, was einem schweren
Rausch entspricht, ein schweres Verschulden.
bb) Der Rekurrent erwarb die deutsche Fahrerlaubnis für Personenwagen am 25. Juli
1985. In der Schweiz arbeitet er erst seit dem Oktober 2003. Bereits zwei Monate
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später hat er ein Fahrzeug in angetrunkenem Zustand gelenkt. Zudem hat der
Rekurrent nicht nachgewiesen, dass er in Deutschland über einen guten
automobilistischen Leumund verfügt. Unter diesen Umständen kann keine
Massnahmeminderung aufgrund eines ungetrübten automobilistischen Leumunds
vorgenommen werden.
cc) Schliesslich bleibt die berufliche Sanktionsempfindlichkeit des Rekurrenten zu
prüfen. Die berufliche Notwendigkeit, ein Fahrzeug zu führen, wird nur angenommen,
wenn die Ausübung des Berufs durch den Führerausweisentzug materiell verboten
wird, wie dies z.B. bei einem Berufschauffeur der Fall ist, der für die Fahrdienste
entschädigt wird. Ebenso ist die berufliche Notwendigkeit zu bejahen, wenn die
Unmöglichkeit, ein Fahrzeug zu führen, einen solchen Einkommensverlust oder so
beachtliche Kosten verursachen würde, dass diese Massnahme offensichtlich als
unverhältnismässig erscheint (Pra 1990 Nr. 150). Ein Fahrzeuglenker kann aber auch
erhöht sanktionsempfindlich sein, ohne dass geradezu eine berufliche Notwendigkeit
vorliegt. Deshalb ist bei der Beurteilung der beruflichen Angewiesenheit eines
Fahrzeuglenkers auf den Führerausweis dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit
Rechnung zu tragen. Die Reduktion der Entzugsdauer bemisst sich danach, in
welchem Mass der Fahrzeugführer infolge beruflicher Angewiesenheit stärker als der
normale Fahrer von der Massnahme betroffen ist (vgl. BGE 123 II 572 E. 2c). Der
Rekurrent ist als Kaufmann auf verschiedenen Baustellen tätig, dies hauptsächlich in
A., manchmal jedoch auch in E., F. und G. (Deutschland). Unter diesen Umständen ist
von einer leicht- bis mittelgradig erhöhten Sanktionsempfindlichkeit auszugehen.
dd) Mit Blick auf die vorstehend dargelegten massnahmerelevanten Umstände –
schweres Verschulden beim Führen eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand,
leicht- bis mittelgradig erhöhte berufliche Sanktionsempfindlichkeit – erscheint nach
der Praxis der Verwaltungsrekurskommission eine Entzugsdauer von sechs Monaten
für die vorliegend zu beurteilenden Tatbestände als angemessen. Obschon die
Vorinstanz lediglich eine Aberkennung für die Dauer von fünf Monaten ausgesprochen
hat, wird im Rekursverfahren von einer reformatio in peius abgesehen. Unter diesen
Umständen käme allerdings selbst bei erfolgreicher Absolvierung des Kurses für
erstmals alkoholauffällige Motorfahrzeuglenker eine Reduktion der Entzugsdauer auf
vier Monate, wie vom Rekurrenten beantragt, nicht in Frage. Zwar berücksichtigt auch
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die Verwaltungsrekurskommission die erfolgreiche Teilnahme an diesem Kurs bei der
Bemessung der Entzugsdauer massnahmemindernd (vgl. VRKE IV vom 5. September
1995 in Sachen S.B., S. 10). Vorliegend würde sich dadurch die Entzugsdauer jedoch
lediglich auf die von der Vorinstanz ausgesprochenen fünf Monate reduzieren.
Demzufolge kann offen bleiben, ob der Rekurrent effektiv Wohnsitz in der Schweiz hat
und als Ausländer mit einer Kurzaufenthaltsbewilligung zum Besuch des Kurses für
erstmals alkoholauffällige Motorfahrzeuglenker zuzulassen wäre.
3.- a) Art. 42 Abs. 1 des Wiener Übereinkommens über den Strassenverkehr vom 8.
November 1968 (SR 0.741.10) ermächtigt die Vertragsparteien (bzw. ihre Teilgebiete),
zu denen auch die Schweiz und Deutschland gehören, einem Führer, der in ihrem
Hoheitsgebiet eine Zuwiderhandlung begeht, die nach ihren Rechtsvorschriften den
Entzug der Führerscheins zur Folge haben kann, das Recht abzuerkennen, in ihrem
Hoheitsgebiet seinen nationalen oder internationalen Führerschein zu verwenden.
Ferner kann die zuständige Behörde in diesem Fall die Behörde, die den Führerschein
ausgestellt hat oder in deren Namen er ausgestellt wurde, von der Aberkennung
benachrichtigen (Art. 42 Abs. 1 lit. b des erwähnten Übereinkommens).
b) Die Vorinstanz hat in ihrer Vernehmlassung erklärt, dass sie bis anhin noch keine
Meldung an die deutschen Behörden vorgenommen habe. Die
Verwaltungsrekurskommission hat auch noch keine Rechtskraftbescheinigung
ausgestellt. Ein Rückzug einer solchen Meldung ist daher nicht nötig. Entgegen der
Behauptung in der Rekursschrift ist der Rekurrent zudem nach wie vor im Besitz des
deutschen Führerscheins. Ein Umtausch in einen schweizerischen Führerausweis hat
nicht stattgefunden. Die Vorinstanz ist daher berechtigt, nach Rechtskraft der
Entzugsverfügung eine Meldung an das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg
vorzunehmen. Wie aus dem Kreisschreiben des Bundesamtes für Strassen vom 19.
Dezember 2003 (in Kraft ab 1. Januar 2004) hervorgeht, ist sie dazu sogar verpflichtet.
Eine solche Meldung stellt keine diskriminierende Ungleichbehandlung eines
Ausländers gegenüber einem Schweizer im Sinn von Art. 2 und 7 des
Freizügigkeitsabkommens dar. Dies zeigt sich beispielsweise daran, dass die
Aberkennung des deutschen Führerscheins im Gegensatz zu einem Entzug eines
schweizerischen Führerausweises lediglich Wirkung in der Schweiz und im Fürstentum
Liechtenstein entfaltet. So wurde dem Rekurrenten der Führerschein am 19. Dezember
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2003 wieder ausgehändigt und im Januar 2004 mit dem Fahrverbot für die Schweiz
und das Fürstentum Liechtenstein versehen (vgl. Art. 45 Abs.4 lit. b VZV). Der
Rekurrent war daher stets berechtigt, ausserhalb der Schweiz und dem Fürstentum
Liechtenstein, insbesondere in Deutschland, wo er einen Tag pro Woche arbeitet, ein
Fahrzeug zu lenken. Wie der Rekurrent richtigerweise selbst festgehalten hat, verstösst
die Anordnung mehrerer Administrativmassnahmen grundsätzlich nicht gegen den
Grundsatz "ne bis in idem" (BGE 123 II 464 E. 2). Auch die Möglichkeit, dass die
deutschen Behörden dem Rekurrenten den Führerschein ihrerseits entziehen, vermag
am staatsvertraglich vorgesehenen Melderecht nichts zu ändern. In Deutschland wird
nach deutschem Recht zu beurteilen sein, ob für den angeblich in der Schweiz
wohnhaften Rekurrenten eine weitere Massnahme auszusprechen ist, wenn ja, welche
Massnahme zu ergreifen ist und ob die in der Schweiz ausgesprochene Massnahme
dabei mitzuberücksichtigen ist. Eine daraus allenfalls resultierende unzulässige
Doppelsanktionierung ist vor den deutschen Behörden zu rügen.
4.- Demzufolge ist der Rekurs vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
5.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'000.-- ist
angemessen (vgl. Ziff. 362 Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- ist zu verrechnen.