Decision ID: 55c48b74-2279-4f48-afa1-9822fd48bf64
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1982, war seit
August 2002 (
Urk.
7/11,
Urk.
7/4
Ziff.
5.4) im Umfang eines Arbeitspensums von 80
%
(
Urk.
7/14/3
Ziff.
3) und ab
1.
Sep
tember 2018 im Umfang eines solchen von 60
%
(
Urk.
7/
3)
bei der
Y._
,
in Z._
,
a
ls Verkäuferin
tätig gewesen, als sie sich am
2
8.
Dezember 2018
unter Hinweis
en auf dissoziative Krampfanfälle und auf eine mittelgradige depressive Episode (
Urk.
7/4
Ziff.
6.1)
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
meldete
.
Mit Mitteilung vom 2
5.
Juni 2019 (
Urk.
7/27) sprach ihr
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
-
Stelle, Früh
interventionsmassnahmen in Form
einer berufspraktischen Vorbereitung
(
bei
der
Arbeitsintegration A._
,
in B._
)
zu. Mit Mitteilung vom
4.
Juli 2019 (Urk. 7/29) beendete die IV-Stelle die
Frühinterventions
massnahmen in Form einer berufspraktischen Vorbereitung
und stellte fest, dass die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen gegenwärtig nicht möglich sei.
Mit Mitteilung vom
4.
November 2019 (
Urk.
7/47)
teilte
die IV-Stelle
der
Versichert
en mit, dass
e
ine
bidisziplinäre
Begutachtung
bei
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, angezeigt sei und
liess die Versicherte durch diesen begutachten (Gutachten vom 2
2.
Mai 2020;
Urk. 7/67/1-148).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/70, Urk. 7/71
,
Urk.
7/
82)
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
2.
Dezember 2020 (
Urk.
7/87
=
Urk.
2)
einen Leistungsanspruch der Versicherten.
2.
Gegen die Verfügung vom
2.
Dezember 2020
(
Urk.
2) erhob die Versicherte mit Eingabe vom
1
5.
Januar
2021 (
Urk.
1) Beschwerde und beantragte, diese sei auf
zuheben und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
8.
März
2021 (
Urk.
6) beantragte die IV-Stel
le die Abweisung der Beschwerde, wozu die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 1
9.
April 2021 (
Urk.
9) ergänzend Stellung nahm. Am 2
7.
Mai 2011 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine Stellungnahme zur Eingabe der Beschwerde
führerin vom 1
9.
April 2021 (
Urk.
11), wovon
der Beschwerdeführerin am
2
8.
Mai
2021 Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
12
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
–
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Rege
lungen
–
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nach
folgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
IVG
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG
in der bis 3
1.
Dezember 2021 geltenden Fassung).
1.4
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus (vgl. BGE
145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V 396
E. 5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Inva
lidi
tät. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätio
logie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der ver
sicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V 215 E. 5.3.2,
1
43 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
5
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15
.
Februar 2018 E.
5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_
580/2017 vom 16. Januar 2018 E.
3.1 mit Hinweisen).
1.6
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sour
cen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.7
Rechtsprechungsgemäss liegt regelmässig kein versicherter Gesundheitsschaden vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Konstellation beruht. Dies trifft namentlich zu, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen oder Einschränkungen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken oder wenn schwere Einschrän
kun
gen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Verhalten hin (BGE 141
V 281 E. 2.2.1, BGE 131 V 49 E.
1.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9
C_899/2014 vom 29. Juni 2015 E.
4.1).
Steht fest, dass eine anspruchsausschliessende Aggravation oder ähnliche Kon
stel
lation im Sinne der Rechtsprechung gegeben ist, erübrigt sich die Durch
füh
rung eines strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 (vgl.
BGE 141 V 281 E. 2.2.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_899/
2014 vom 29. Juni 2015 E. 4.4).
1.
8
Eine auf Aggravation oder vergleichbaren Konstellationen beru
hende Leistungs
ein
schränkung vermag eine versicherte Gesundheitsschädigung indes nicht leicht
hin auszuschliessen, sondern nur, wenn im Einzelfall Klarheit darüber besteht, dass nach plausibler ärztlicher Beurteilung die Anhaltspunkte auf eine klar als solche ausgewiesene Aggravation eindeutig überwiegen und die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens zweifellos überschritten sind, ohne dass das
aggravatorische
Verhalten auf eine verselbständigte, krankheits
wertige psy
chische Störung zurückzuführen wäre (
vgl. BGE 143 V 418 E. 8.2; vgl.
Urteile des Bundesgerichts 8C_728/2017 vom 3
1.
August 2018 E. 3.2.2, 9C_154/2016 vom 1
9.
Oktober 2016 E. 4.3 und 9C_899/2014 vom 2
9.
Juni 2015 E. 4.1 und E. 4.2.4). Soweit Anzeichen für Ausschlussgründe beziehungsweise für eine Aggravation neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesundheitsschä
digung (BGE 127 V 294 E. 5a) auftreten, sind deren Auswirkungen im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 281 E. 2.2.2).
1.
9
Über das Zusammenwirken von Recht und Medizin bei der konkreten Rechts
an
wendung hat sich das Bundesgericht verschiedentlich geäussert. Danach ist es sowohl den begutachtenden Ärzten als auch den Organen der Rechtsanwendung aufgegeben, die Arbeitsfähigkeit im Einzelfall mit Blick auf die normativ vorge
gebenen Kriterien zu beurteilen. Die medizinischen Fachpersonen und die Organe der Rechtsanwendung prüfen die Arbeitsfähigkeit je aus ihrer Sicht. Bei der Abschätzung der Folgen aus den diagnostizierten gesundheitlichen Beeinträch
ti
gungen nimmt zuerst der Arzt Stellung zur Arbeitsfähigkeit. Seine Einschätzung ist eine wichtige Grundlage für die anschliessende juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistung der versicherten Person noch zugemutet werden kann (BGE 141 V 281 E.
5.2.1).
Die Rechtsanwender prüfen die medizinischen Angaben frei insbesondere darauf
hin, ob die Ärzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten haben und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen
anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen la
ssen. Es soll keine losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des struk
turierten Beweisverfahrens stattfinden, sondern im Rahmen der Beweiswürdigung überprüft werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch anhand der Indi
katoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen Vorgaben Rechnung tragen. Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkungen einer Störung, welche im Rahmen des Sozialversicherungsrechts abschliessend nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann. Nach BGE 141 V 281 kann somit der Beweis für eine lang an
dau
ernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit nur dann als geleis
tet betrachtet werden, wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Ein
schränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeits
unfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den Regeln über die (materielle) Beweislast zuungunsten der rentenansprechenden Person auswirkt (BGE 144 V 50 E. 4.3
).
1.10
Demnach besteht einerseits das rechtsprechungsgemässe Verbot unzuläs
siger juris
tischer Parallelprüfung im Vergleich zur Arbeitsunfähigkeitsfestlegung durch die Gutachter. Andererseits umschreibt BGE 141 V 281 die Befugnis, im Rahmen der (freien) Überprüfung durch den Rechtsanwender von der ärztlichen Folgen
abschätzung abzuweichen. Diese beiden Argumentationslinien sind wie folgt abzu
grenzen: In allen Fällen ist durch den Versicherungsträger und im Beschwer
defall durch das Gericht zu prüfen, ob und inwieweit die ärztlichen Experten ihre Arbeitsunfähigkeitsschätzung unter Beachtung der massgebenden Indikatoren (Beweisthemen) hinreichend und nachvollziehbar begründet haben. Dazu ist erfor
derlich, dass die Sachverständigen den Bogen schlagen zum voraus
gehenden medizinisch-psychiatrischen Gutachtensteil (mit Aktenauszug, Anam
nese, Befun
den, Diagnosen usw.), das heisst sie haben im Einzelnen Bezug zu nehmen auf die in ihre Kompetenz fallenden erhobenen medizinisch-psychiatri
schen Ergeb
nisse fachgerechter klinischer Prüfung und Exploration. Ärztlicher
seits ist also
substanziiert
darzulegen, aus welchen medizinisch-psychiatrischen Gründen die erhobenen Befunde das funktionelle Leistungsvermögen und die psychischen Ressourcen in qualitativer, quantitativer und zeitlicher Hinsicht zu schmälern vermögen (BGE 143 V 418 E. 6). Der psychiatrische Sach
verständige hat somit darzutun, dass, inwiefern und inwieweit wegen der von ihm erhobenen Befunde die beruflich-erwerbliche Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, und zwar
–
zu Ver
gleichs-, Plausibilisierungs- und Kontrollzwecken
–
unter Miteinbezug der sons
tigen persönlichen, familiären und sozialen Aktivitäten der rentenanspre
chenden Person. Kommen die Experten dieser Aufgabe unter Berücksichtigung der durch BGE 141 V 281 normierten Beweisthemen überzeugend nach, wird, wenn sich daraus ein stimmiges
Gesamtbild für die Annahme einer rechtlich relevanten psychischen Funktionseinbusse
ergibt (BGE 145 V 361 E. 3.2.2 und E. 4.4), die medi
zi
nisch-psychiatrische Folgenabschätzung auch aus der juristi
schen Sicht des Rechtsanwenders Bestand haben. Demgegenüber ist e
in Abwei
chen von der ärztlic
hen Arbeitsfähigkeitsschätzung
aus rechtlicher Sicht geboten, wenn die Einschätzung mit Blick auf die massgebenden Indikatoren (Beweisthe
men) nicht hinreichend und nachvollziehbar begründet erscheint respektive unter Berück
sichtigung der durch BGE 141 V 281 normierten Beweisthemen nicht über
ze
ugt (BGE 145 V 361 E. 4.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_549/2019 vom 14. Mai 2020 E. 2.1
).
1.11
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
2.
Dezember 2020
(Urk. 2) davon aus, dass
der Beschwerdeführerin gemäss der
bidisziplinären
Beurteilung durch
Dr.
med.
C._
vom 2
2.
Mai 2020 die Ausübung einer ange
passten Tätigkeit im Umfang eines Arbeitspensums von 80 % zuzumuten sei (S.
2; vgl. auch
Urk.
7/69/9)
, wobei nicht zu beanstanden sei, dass
Dr.
C._
, welcher sowohl über einen Facharzttitel für Neurologie als auch über einen solchen für Psychiatrie und Psychotherapie
verfüge
, die Beschwerdeführerin sowohl neuro
logisch als auch psychiatrisch untersucht und anschliessend
selbst
eine Konsens
beurteilung vorgenommen habe.
Gestützt auf die Beurteilung durch
Dr.
C._
sei ein Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin
zu verneinen.
2.2
Die Beschwerdeführerin
brachte
hiegegen
vor, dass
auf die
Beurteilung durch
Dr.
C._
nicht abzustellen sei, weil dieser einerseits in unzulässiger Weise eine neurologische und eine psychiatrische Begutachtung in Personalunion durchge
führt habe
(
Urk.
1)
. Andererseits könne auf seine Beurteilung auch in inhaltlicher Hinsicht nicht abgestellt werden, weil er anamnestisch und diagnostisch die massiv traumatisierte Kindheit der Beschwerdeführerin übersehen habe.
Es sei v
ielmehr auf
die
Beurteilungen der behandelnden Ärzte,
namentlich auf diejeni
gen durch
Prof.
Dr.
med.
D._
und
med.
pract
.
E._
, welche
ihr eine
vollstän
dige Arbeitsunfähigkeit
in Bezug auf angepasste Tätigkeiten
attestiert hätten
, abzustellen. Eventuell, falls ein
ergänzender
medizinischer Klärungsbedarf beste
hen sollte,
sei eine polydisziplinäre Begutachtung
anzuordnen
(
Urk.
1
S. 10 und S. 4).
3.
3.1
Im Folgenden gilt es vorerst die für den Leistungsanspruch der Beschwerde
führerin massgebenden medizinischen Akten zu prüfen.
3.
2
Die Ärzte der Integrierten Psychiatrie
F._
erwähnten in ihrem Kurzaustrittsbericht vom
7.
Januar 2019 (
Urk.
7/17/9-10), dass die Beschwerdeführerin vom 1
8.
Dezember 2018 bis
7.
Januar 2019 hospi
talisiert
gewesen sei
, und stellten die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
dissoziative Krampfanfälle
-
mittelgradige depressive Episode
Die Ärzte führten aus, dass
eine
Zuweisung durch die Hausärztin der Beschwer
deführerin,
Dr.
med.
G._
,
erfolgt sei. Diese habe eine depressive
Sympto
matik und
dissoziative
Krampfanfallen
,
seit Mai 2018
,
festgestellt
. Die Labor
untersuchung
,
das Ruhe-EKG
und eine Magnetresonanztomographie (
MRI
)
des
Neurocranium
s
vom 2
5.
Mai
2018
hätten unauffällige
Befund
e gezeigt
.
Eine
neu
rologische Abklärung
habe
den Befund eines
dissoziativen Krampfgeschehens ergeben. Anlässlich der
Hospitalisation
sei es auf
der
Symptomebene
zu keiner
mass
gebliche
n
Veränderung
gekommen (S. 1), und es sei der
Beschwerdeführerin für die Zeit vom 1
8.
Dezember
2018 bis 2
0.
Januar
2019
eine
vollständige
Arbeitsunfähigkeit
attestiert
worden (S. 2)
.
Mit Bericht vom 2
8.
Januar 2019 (
Urk.
7/
14/42-43) führten die Ärzte der
Integrierten Psychiatrie F._
aus, dass die Beschwerdeführerin unter
Ich-Störungen i
n Form von Depersonali
sationser
l
e
ben und dissoziativen
Krampfanfällen unklarer Genese und Ä
ngste
n
vor den Krampfanfällen
gelitten habe. Sie sei bei gegebener Schwingungsfähig
keit m
ittelgradig deprimiert
und
unsicher
gewesen. Zusätzlich habe sie angege
ben, unter
einem
verminderte
n
Antrieb,
unter
Erschöpfung bei gleichzeitiger innere
r Unruhe, unter Schlafstörungen mit Alb
träumen,
unter
Durchschlaf
schwie
rigkeiten,
unter
Schreien und Krampfanfälle
n
in der Nacht
, sowie unter einem sozialen
Rückz
ug zu leiden. Es sei davon auszugehen, dass
das bestehende psychische Leiden
durch psychiatrische und psychotherapeutische Behandlungen besserungsfähig
sei (S. 1)
.
Zum Austrittszeitpunkt
habe
eine Arbeitsunfähigkeit
von 100
%
bestanden. Der Beschwerdeführer
in sei nach dem Erreichen einer Teil
arbeitsfähigkeit, abgesehen von den Zeitspannen währen des Auftretens
der dissoziativen Anfälle
,
grundsätzlich die Ausübung sämtlicher Tätigkeiten als Ange
stellte eines Supermarkts zuzumuten.
Da die
Anfälle zu einer starken sozia
len Störung am Arbeitsplatz geführt
hätten
,
könnte sich
für den Wiedereinstieg allenfalls ein Jobcoaching
als erforderlich erweisen
(S. 2).
3.3
Prof.
Dr.
med.
D._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psy
chotherapie
, und med.
pract
.
E._
,
stellten in ihrem Bericht vom
8.
Juni 2019 (
Urk.
7/28/2-4) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
dissoziative Krampfanfälle
-
mittelgradige depressive Episode
Die Ärzte führten aus, dass die Beschwerdeführerin
seit mindestens einem Jahr
unter dissoziativen Krampfanfäl
len und seit mindestens zwei Jahren
unter
depressiven Symptomen
leide, wobei
die Krampfanfälle
und
die depressive Symp
tomatik
durch
eine Überforderung im Arbeitsalltag und
durch
psychosoziale Belas
tungssituationen
verursacht worden
sein
könnten
.
Gegenwärtig
erleb
e die Beschwerdeführerin
die sehr eindrücklichen und nicht willkürlich zu unterdrü
ckenden Krampfanfälle mehrmals wöchentlich
bis täglich (S. 2). Die Beschwerde
führerin könne sich an kein
e
u
rsächliche
n
Probleme oder belastende Ereignisse
erinnern. Anlässlich der
dissoziative
n
Krampfanfälle
komme es zu
willkürlich
en
und nicht kontrollierbar
en Bewegungen,
Au
srufen,
Grimmassieren
und Schreien, jedoch ohne einen
Bewusstseinsverlust
, ohne Zungenbisse und ohne Urininkon
tinenz.
Nach den Krampfanfällen befinde
sich die
Beschwerdeführerin
in einem tranceähnlichen
Zustand
, sei
jedoch ansprechbar und
könne
kommunizieren. Wäh
rend der Krampfanfälle
sei sie jedoch
nicht ansprechbar und
könne nicht kommunizieren (S. 1).
3.4
Med.
pract
.
H._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, stellte in seinem Bericht vom 2
2.
August 2019 (
Urk.
7/42/7-8) die folgende Diagnose (S. 2):
-
Verdacht auf einen
d
issoziativen Krampfanfall
(Differentialdiagnose:
post
traumatische Belastungsstörung
,
PTSD
)
Der Arzt führte aus, dass bei
der
Beschwerdeführerin anlässlich der zweiten Konsultation
während ungefähr
15 Minuten
ein Anfall aufgetreten sei. Die Beschwer
deführerin sei
agitiert,
hysterieform
, angespannt und
tranceähnlich
gewesen
.
Sie habe gewirkt, als wäre
etwa
s in sie gefahren.
Sie
habe
krampfartige Zuckungen, Überstreckungen,
Grimma
s
sierungen
und schüttelnde Bewegungen der Arme und Beine
gezeigt und geschrien. Es habe sich um ein
sehr bizarres
Geschehen gehandelt (S. 1). Es sei davon auszugehen, dass
die Anfälle im Zusam
menhang mit der hohen emotionalen Belastung
der Beschwerdeführerin stünden; ev
entuell
könnte dafür auch ein Trauma,
an welches sich
die Beschwerdeführerin gegenwärtig
nicht
mehr
erinnern
könne, die Ursache sein. Es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bis auf Weiteres (S. 2).
3.5
Die Ärzte der Epilepsie-Klinik, Klinik
I._
, erwähnten im Aus
trittsbericht vom 1
8.
Dezember 2019 (
Urk.
7/67/127-130), dass die Beschwerde
führerin in der Zeit vom
2
8.
Oktober bis
1.
November
2019
hospitalisiert gewesen sei, und stellten die folgenden Diagnosen (S. 1):
Hauptdiagnose:
-
d
issoziative Anfälle (ICD 10: F44.5), wahrscheinlich im Sinne einer aus
geprägten Konversionsst
örung
Nebendiagnosen
:
-
d
epressive Störung
,
seit Januar
2018,
gegenwärtig
leicht- bis mittelgradig
-
Vitamin D3
-
Mangel
-
Verdacht auf
Eisenmangelanämie
ü
berlieferte Diagnosen
:
-
c
hronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit Hyperlordose
und
Spondylarthrosen
-
Coccygodynie
und
Beckenkammmyogelosen
im Bereich L5/S1
-
m
yofasziales
Schmerzsyndrom
in Bereich der
Schulter-Nackenregion bei Überbelastung, arbeitsbedingt
-
Z
ephalgie
, le
ichte Fingerpolyarthrose im Bereich der PIP
-
Gelenke
-
l
angjährige Ohrbeschwerden, Trommelfellperforation,
Presbyakusis
, Hör
geräteanpassung erfolgt
-
Status nach
Septumplastik
rechts
Die Ärzte führten aus, dass
die Beschwerdeführerin angegeben habe, dass ihre
Mutter
unter einer
Depression
leide,
psychiatrisch behandelt werde und
im Rah
men ihrer depressiven Erkrankung
sehr häufig aggres
siv, gereizt
,
auf
brausend und
Streit suchend
sei. Dieses
Verhalten ihrer Mutter
verbreite
eine
schlechte Stimmung
und werde von der Beschwerdeführerin
oft
nicht oder nicht gut
ertra
gen
.
G
egenwärtig
stehe die Beschwerdeführerin
bei med.
pract
.
E._
wegen ihres psychischen Leidens in ärztlicher Behandlung. Dieser habe
eine
Traumatisierung oder einen sexuellen Ü
bergriff vermutet, was
jedoch
nicht stattgefunden habe.
Anlässlich der
Hospitalisation
sei ein Video-EEG
Intensivmonitoring
über 69 Stunden durchgeführt worden. Diese habe ein normales EEG ohne epilepsie
typische Potentiale ergeben. Dabei seien zwei Ereignisse mit zitternden Bewegun
gen des Oberkörpers und des Kopfes, mit arrhythmischen Zuckungen des ganzen Körpers und fehlender Reaktion auf Ansprache sowie einmaliger Überstreckung und Versteifung des Körpers erfasst worden. Bei diesen Ereignissen habe es sich um dissoziative Anfälle gehandelt, ohne dass Hinweise für eine zusätzliche Epi
lepsie bestanden hätten. Es sei
davon aus
zugehen
, dass die Entwicklung der disso
ziativen Anfallssymptomatik im Kontext einer intrapsychisch stark konflikt
haf
ten Beziehung zur Herkunftsfamilie und insb
esondere
zur Mutter
gestanden sei (S. 2). Es sei die Fortsetzung der psychiatrischen Behandlung
,
allenfalls eine Inten
sivierung derselben angezeigt (S. 3).
In ihrem Bericht vom 1
9.
Dezember 2019 (
Urk.
7/53/1-7) führten die Ärzte der Klinik
I._
ergänzend
aus, dass die Beschwerdeführerin auf Grund von psychi
atrischen Beeinträchtigungen
auf dem ersten Arbeitsmarkt
in qualitativer Hin
sicht
in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei.
Bei einer
angepasste
n
Tätigkeit
handle
es sich um eine
den
bestehenden Defizite
n
angepasst
e Tätigkeit, welche die Einhaltung von
Pausen ermöglich
t
. Auf Grund der dissoziativen Anfälle sei der Beschwerdeführerin die Ausübung von Arbeiten an gefährlichen Maschinen, auf Leitern und Gerüsten und in anderen Gefahrenbereichen, sowie von Tätig
keiten, die das Führen eines Kraftfahrzeuges erfordern,
oder die eine
alleinige Betreu
ung und Beaufsichtigung von Schutzbefohlenen
beinhalten,
nicht
mehr zuzumuten (
Ziff.
3.4).
3.6
3.6.1
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie und
Facharzt für Psychi
atrie und Psychotherapie
, erwähnte in seinem Gutachten vom 2
2.
Mai 2020 (
Urk.
7/67), dass die Beschwerdeführerin am
5.
März
2020
neurologisch und psy
chiatrisch (S. 1)
,
am
7.
Mai 2020 neuropsychologisch und am 1
2.
Mai 2020 test
psychologisch (S. 5) untersucht worden sei, und stellte im Rahmen einer
bidis
ziplinären
Gesamtbeurteilung die folgenden Diagnosen (S. 118):
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
d
issoziative Krampfan
fälle (ICD-10: F44.5)
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Probleme, verbunden mit Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung im Sinne von
histrionisch
akzentuierten Persö
nlichkeitszügen (ICD-10: Z73.1)
-
Angst und depressive Stö
rung, gemischt (ICD-10: F41.2)
-
c
hronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10:
F45.41)
-
d
iffuse Schmerzen im Bereich der oberen und unteren Extremitäten ohne fokalneurologische Defizite, überwiegend wahrscheinlich
im Rahmen einer Schmerzverarbeitungsstörung
3.6.2
Der Gutachter führte aus, dass die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten kognitiven Defizite im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung nicht hätten objektiviert werden können (S. 76). Die neuropsychologische Untersu
chung habe wegen mangelnder Mit
wirkung
der Beschwerdeführerin keine ver
wertbaren neuro
psy
chologischen Befunde ergeben
, was auf ein
Aggravations
verhalten schliessen
liesse
(S. 77).
In psychischer Hinsicht stehe eine die Arbeits
fähigkeit beein
trächtigende dissoziative Störung im Vordergrund. Daneben leide
die Beschwer
deführerin
unter weiteren, die Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchti
genden psychischen Störungen
. Dabei handle es sich um
Probleme, verbunden mit Schwie
rigkeiten bei der Lebensbewältigung im Sinne von
histrionisch
akzen
tuierten Persönlichkeitszü
gen,
Angst und depressive Störung
gemischt
,
sowie
um eine
chronische Schmerzstörung mit soma
ti
schen und psychischen Faktoren (S.
77).
3.6.3
Bei der
dissoziative
n
Störung
, unter welcher die Beschwerdeführerin leide, handle es sich um dissoziative Krampfanfälle. Dabei komme es vorübergehend zu einer vollständigen Bewegungsunfähigkeit, begleitet von bizarren Zuckungen, Verstei
fungen, Grimassieren und einem Schrei (S. 78).
Dabei gelte es zu beachten
, dass eine starke Dissoziation oft einen komplexen Reaktionsmodus auf eine Belas
tungs
situation darstelle. Bei der Beschwerdeführerin sei
eine
schwerwiegende,
den dissoziativen Anfällen
vorausgehende
Belastungssituation
indes
nicht
fest
zustellen
(S. 79).
Vielmehr habe d
ie Beschwerdeführerin gemäss ihren Angaben eine schöne Kindheit verbracht und eine gute Beziehung zu ihren Eltern unter
halten. Sie sei in einem Alter von zehn Jahren in die Schweiz eingewandert, habe seit dem 1
6.
Lebensjahr gearbeitet und sei immer glücklich gewesen. Gegenwärtig sei sie glücklich verheiratet (S. 45)
und unterhalte zu
ihrem Vater, welcher sie als Kind
zwar
ab und zu geschlagen habe, eine gute Beziehung (S. 38).
Demgegen
über habe
sie
sich von ihrer Mutter, die
psychisch krank
und oft
aggressiv und wütend
sei, etwas zurückgezogen, da
sie deren Anfälle nicht
mehr
ertrage (S. 39).
Da bei der Beschwerdeführerin eine durchgehend gedrückte Stimmung, ein Interessenverlust und ein verminderter Antrieb nicht zu objektivieren seien, seien die Voraussetzungen für die Diagnose einer depressiven Episode im Sinne einer affek
tiven Störung gegenwärtig nicht erfüllt. Auch seien die diagnostischen Kriterien einer Angststörung nicht erfüllt. Zu diagnostizieren sei
eine Störung im Sinne von
Angst
und depressive Störung, gemischt (S. 82).
Bei den täglich auf
tretenden, diffusen Schmerzen im Bereich der unteren und oberen Extremitäten (S. 80) handle es sich primär
um
psychisch bedingte Schmerzen
(S. 81). Auf Grund einer nicht ausreichenden Erklärbarkeit durch ein somatisches Korrelat sei eine chronische Schmerzstörung
mit somatischen und psychischen Faktoren zu diag
nostizieren. Demgegenüber könne die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nicht gestellt werden, da ein dafür erforderlicher andauernder, schwerer und quälender Schmerz nicht zu objektivieren sei, und da auch keine gravierenden emotionalen Konflikte oder ausreichend schwere psychosozialen Belas
tungen vorlägen.
Obwohl d
ie diagnostischen Voraussetzungen einer Persön
lichkeitsstörung nicht erfüllt
seien (
S. 83)
,
seien
histrionische
Persönlichkeitszüge
(S. 82) mit ausgeprägtem regressivem Verhalten und sekundärem
Krankheits
gewinn (S. 85)
zu diagnostizieren.
Diese Persönlichkeitszüge hätten sich aus der aktuellen biografischen, sozialen und familiären Exploration ergeben (S. 82).
3.6.4
Die neurologische
U
ntersuchung habe, abgesehen von einer Hypakusis rechts
seitig mit Hörgeräteversorgung, einen weitgehend unauffälligen Befund ergeben (S. 110). Obwohl die Beschwerdeführerin aus neurologischer Sicht bei der Aus
übung ihrer bisherigen Tätigkeit als Verkäuferin in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt
sei
,
sei
sie auf Grund des Umstandes, dass Anfallsereignisse auch während der Arbeit aufgetreten seien, ihrer
bisherigen
Arbeitgeberin nicht mehr zumutbar (S. 111).
3.6.5
Der Beschwerdeführerin sei aus
bidisziplinärer
Sicht die Ausübung
ihrer
bisheri
gen Tätigkeit als Verkäuferin nicht mehr zuzumuten (S. 121). In somatischer Hin
sicht sei
ihr
die Ausübung einer angepassten Tätigkeit, ohne das Besteigen und Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne Arbeiten
mit laufenden
Maschinen, ohne Arbeiten, welche das Tragen einer Verantwortung für andere Personen voraus
setzen, und ohne Arbeiten mit Publikumsverkehr, im vollzeitlichen Umfang und ohne Leistungseinbusse zuzumuten (S. 113). In psychis
cher Hinsicht sei
ihr
die Aus
übung
angepasster
Tätigkeit
en
, mit klar strukturierten Aufgaben, welche keinen Kundenkontakt, keine Teamarbeit und keine Gruppenarbeit beinhalten, und welche kein hohes Mass an Dauerkonzentration, Daueraufmerksamkeit und Kreativität erfordern, im vollzeitlichen Umfang bei einer Leistungseinbusse in einem Umfang von 20
%
(S. 96)
zuzumuten. Dies entspreche
einer Arbeitsfähig
keit im Umfang von insgesamt 80
%
(S. 96 und S. 121).
3.7
Dipl. med.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Facharzt für Neurologie, Regionaler Ärztlicher Dienst der Beschwerdegegne
rin (RAD),
erwähnte
in seiner Stellungnahme vom
4.
Juni 2020 (
Urk.
7/69/5-7), dass das neurologische und psychiatrische Gutachten von
Dr.
C._
vom 2
2.
Mai 2020
nachvollziehbar und plausibel sei, weshalb darauf abgestellt werden könne
, und stellte die folgenden Diagnosen (S. 1):
Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
dissoziative Krampfanfälle
Diagnosen ohne dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Probleme, verbunden mit Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung im Sinne von
histrionisch
akzentuierten Persönlichkeitszügen
-
Angst und depressive Störung, gemischt
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
Der Arzt führte aus, dass
trotz des Umstandes, dass
der Beschwerdeführerin die Ausübung der bisherigen Tätigkeit nicht mehr zuzumuten sei
,
insgesamt
g
rund
sätzlich von einer leichten gesundheitlichen Beeinträchtigung auszugehen
sei
, und dass die gesundheitlichen Einschränkungen i
n einer angepassten Tätigkeit im Sinne eines
Einzelarbeitsplatz
es, ohne Kundenkontakt
kaum zum Tragen kommen
sollten
. Die gutachterliche Konsistenzprüfung
habe verschiedene
Hin
weise auf nicht im geklagten Umfang vorhandene Funktionsbeein
trächtigungen
ergeben. Insbesondere
hätten
Diskrepanzen zwischen den massiven subjektiven Beschwerden und der erkennbaren körperlich-psychischen Beeinträchtigung in der Untersuchungssituation
, z
wischen
der schweren subjektiven
Beeinträchtigung und dem weitgehend intakten psychosozialen Funktionsniveau bei der Alltags
bewältigung
, zwischen d
em Ausmass der geschilderten Beschwerden und der Inten
sität der bisherigen Inansp
ruchnahme therapeutischer Hilfe (
insbesondere keine adäquate analgetische sowie psychopharmakologische Behandlung der beklagten Schmerzen sowie keine durchgeführte Rehabilitation
),
zwischen den zeitnah zur Untersuchung als eingenommen angegebenen Medikamenten und deren Nachweis im Blutserum
sowie
zwischen dem erkennbaren klinischen Bild und den Ergebnissen der neuropsychologischen Tests (einschliesslich spezieller Beschwerdevalidie
rungstests)
bestanden
. Die Präsentation einer erheblichen Behin
derung
habe
daher
nicht im Einklang mit der Verhaltensbeobachtung und dem klinischen Befund
gestanden und
sei
nicht plausibel
gewesen
.
Insgesamt sei
der Beschwerdeführerin die Ausübung angepasster Tätigkeiten in einem vollzeit
lichen Umfang, bei einer Leistungseinschränkung im Umfang von 20
%
,
zuzu
muten (S. 2).
3.8
Prof.
D._
und med.
pract
.
E._
, stellten in ihrem Bericht vom 2
0.
September 2020 (
Urk.
7/81) die folgenden Diagnosen (S. 1 f.):
-
dissoziative Krampfanfälle
-
mittelgradige depressive Episode
-
Panikstörung
Sie führten aus, dass die Beschwerdeführerin
nicht nur unter
dissoziativen Krampfanfällen und
einer
mittelgradigen depressiven Episode
, sondern auch unter einer
Panikstörung (episodisch paroxysmale Angst)
leide. Gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin leide sie
seit vielen Jahren
unter
Anfälle
n von Angst und Panik, welche nicht
auf eine spezielle Situation oder ein Objekt bezo
gen
seien. Dabei handle es sich um
einzelne Episoden
,
die abrupt beg
ä
nnen und sich steiger
te
n.
In der Folge leide die Beschwerdeführerin
unter starkem Herz
klopfen, erhöhter Herzfrequenz, Zitte
rn
am Körper sowie Atembeschwerden. Mehrfach
sei
es
dabei
zu O
hnmacht mit Bewusstseinsverlust gekommen
. Die Beschwerde
führerin verspüre anlässlich dieser
Anfälle
Gefühl
e der
Beklemmung und
des
Unwohlsein
s (S. 2).
Gemäss den Angaben der Beschwerdeführerin
sei sie in einem Alter
von 9 Jahren mit ihrer Familie in die Schweiz aus
gewandert
. Das Familienklima
sei
durch
wegs
gewalttätig und chaotisch
gewesen
. Sie sei
regelmässig körperlich misshandelt
und
entwertet
worden und habe wiederkehrende verbale und körperliche
Gewalt
taten zwischen den Eltern
erlebt
.
Die körperliche Gewalt habe
von Schlägen und Tritten, über Ziehen an den Haaren bis zu Züchtigungen mit Kabeln
geführt
.
Ihr
Vater
habe
auch damit
gedroht,
sie oder ihre Geschwister umzubringen. Es
habe
eine Atmosphäre
der
Angst
geherrscht und ein
falsches Lachen
hätte bereits
Schlä
ge
oder
Drohungen
nach sich ziehen können
. I
n einem
Alter von 13 Jahren
sei die Beschwerdeführerin
von den Eltern gezwungen
worden,
in einer Fabrik für Metallverarbeitung
zu
arbeiten und das Geld zu
H
ause abzuliefern. Im Alter von 18 Jahren
habe
sie
ihren
gegenwärtigen
Ehe
gatten
kennen
gelernt
.
Im A
lter von 20
Jahren habe sie
eine Woche vor der Hochzeit einen Suizid
versuch began
gen und anschliessend a
uf Drängen der Familie
geheiratet
. Der
Ehegatte sei sehr
eifersüchtig, einengend und kontrollierend
gewesen. Dies habe bei der Beschwer
deführerin zu
Wut und
seelischen
Konflikte
n
geführt
. Zusätzlich
habe der Um
stand, dass ihre
Schwiegereltern
im gleichen Haus gewohnt hätten
,
zu psy
chi
schem
Druck
geführt
und Konflikte hervor
gerufen
.
Die Beschwerdeführerin sei daher
seit
ihrer Geburt mit
einer Extrembelastung
aufgewachsen
. Im Verlauf
sei es
dann zur Entwicklung der vorliegenden Symptomatik
gekommen,
welche
gegen
wärtig eine
Tendenz zur
Chronifizierung
aufweise (S. 4). Der Beschwerde
führerin sei es schwergefallen, über ihre biographischen Erlebnisse zu sprechen und
das Vorliegen
einer psychischen Erkrankung anzuerkennen. Da die Anfälle unvermittelt auftreten
würden
, da
deren
Dauer und Intensität unberechenbar
seien
und da eine ausgeprägte Erschöpfung
den
Anfälle
n
folge, sei
der Beschwer
deführerin selbst die Ausübung einer angepassten Tätigkeit nicht oder nur sehr eingeschränkt zuzumuten (S. 5).
4.
4.1
Den erwähnten medizinischen Akten
ist
in somatischer Hinsicht zu entnehmen, dass die Ärzte der Klinik
I._
im in ihrem Austrittsbericht vom 1
8.
Dezember 2019 und im Bericht vom
1
9.
Dezember 2019 (
vorstehend E. 3.5
)
bei der Beschwerdeführerin keine Hinweise für eine Epilepsie feststellten und von einem psychischen Leiden im Sinne
dissoziative
r Anfällen ausgingen, wobei
die Ent
wick
lung der dissoziativen Anfallssymptomatik im Kontext einer intrapsychisch stark konflikthaften Beziehung zur Herkunftsfamilie und insbesondere zur Mutter gestanden sei
. Sie stellten sodann fest, dass d
ie Beschwerdeführerin eine Trauma
tisierung verneint
habe
.
Damit übereinstimmend stellte
Dr.
C._
in seinem Gut
achten vom
2
2.
Mai 2020 (
vorstehend E.
3.6
)
fest
, dass
die neurologische Unter
suchung,
abgesehen von einer Hypakusis rechtsseitig mit Hörgeräteversorgung, einen weitgehend unauffälligen Befund ergeben
habe, und dass die Beschwerde
führerin aus somatischen Gründen in der Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigt werde
(E. 3.6.4)
.
4.2
Den medizinischen Akten zur psychischen Komponente des Beschwerdebildes lässt sich entnehmen, dass die Ärzte der
Integrierten Psychiatrie F._
in ihren Berichte
n
vom
7.
Januar 2019 und vom
2
8.
Januar 2019
(vorstehend E.
3.2
) dissoziative Krampfanfälle und eine mittelgradige depressive Episode diagnostizierten und davon ausgingen, dass dieses psychische Leiden
besserungsfähig
sei, und dass der Beschwerdefüh
rerin
ausserhalb der dissoziativen Anfälle
nach Erreichen einer Teilarbeitsfähig
keit
grundsätzlich die Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit zuzumuten sei.
M
ed.
pract
.
H._
ging in seinem Bericht vom 2
2.
August 2019 (vorstehend E.
3.4
) von einem Verdacht auf einen dissoziativen Krampfanfall aus und erwähnte, dass sich die Beschwerdeführerin
nicht
an ein ursächliches Trauma
habe
erinnern könne
n
.
Damit übereinstimmend
stellten
auch Prof.
D._
und med.
pract
.
E._
in ihrem Bericht vom
8.
Juni 2019 (vorstehend E.
3.3
) dissoziative Krampfanfälle
und eine
mittelgradige depressive Episode
fest
und erwähnten, dass sich die
Beschwerdeführerin an keine ursächliche
n
Probleme oder
belastende Ereignisse
habe
erinnern könne
n
.
Davon abweichend gingen
Prof.
D._
und med.
pract
.
E._
in
ihrem Bericht vom 2
0.
September 2020 (
vorstehend E.
3.8
)
davon aus, dass die Beschwerdeführen nicht nur unter
dissoziative
n Krampfanfälle
n
und
einer
mittelgradige
n
depressive
n
Episode
sondern
zusätzlich
unter
einer
Panik
störung
leide,
und dass neben
den dissoziativen Krampfanfällen
seit vielen Jahren
Anfälle
von Angst und Panik
, welche durch die Panikstörung ausgelöst würden, aufgetreten seien. Die Beschwerdeführerin leide zudem darunter, dass
sie in ihrer
Kindheit und Jugend
von ihrem
Vater
körperlich misshandelt und entwertet worden
sei
. Zudem habe ihr
Vater
sie auch
mit dem Tod bedroht
. Der Beschwer
deführerin
sei
die Ausübung einer angepassten Tätigkeit
aus psychischen Grün
den
nicht oder nur
in
sehr eingeschränkt
em Umfang
zuzumuten
.
Demge
genüber
diagnostizierten die Ärzte der
Klinik
I._
in ihrem Bericht
vom 1
8.
Dezember 2019 (
vorstehend E.
3.5
)
dissoziative Anfälle
und erwähnten, dass die Beschwer
de
führerin zwar Konflikte mit ihrer Mutter geschildert
habe
,
dass sie
jedoch
eine Traumatisierung oder einen sexuellen Übergriff
ausdrücklich verneint
habe.
Dem
gegenüber ging
Dr.
C._
in seinem
Gutachten vom 2
2.
Mai 2020 (
vor
stehend E.
3.6
)
davon aus,
dass die Beschwerdeführerin
in psychischer Hinsicht durch
dissoziative Krampfanfälle
in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt werde,
dass die
Voraussetzungen für die Diagnose einer depressiven Episode
und einer Angststö
rung
indes
nicht erfüllt
seien. Vielmehr
handle es sich bei dem neben den disso
ziativen Störungen bestehende
n
psychische
n
Leiden der
Beschwerde
führer
in
um ein solches im Sinne von
Angst und depressive
r
Störung
gemischt
,
Probleme
n
ver
bunden mit Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung im Sinne von
histrio
nisch
akzentuierten Persönlichkeitszügen
und einer
chronische
n
Schmerzstörung mit somat
i
schen und psychischen Faktoren, ohne dass
die Beschwerdeführerin
dadurch zusätzlich in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt werde.
Dr.
C._
stellte sodann fest, dass
eine
schwerwiegende,
den dissoziativen Anfällen
voraus
gehende
Belastungssituation
nicht ausgewiesen sei
(S. 79). Viel
mehr habe die Beschwer
deführerin gemäss ihren Angaben eine schöne Kindheit verbracht und
unterhalte
zu ihrem Vater, welcher sie als Kind
zwar
ab und zu geschlagen habe,
weiterhin
eine gute Beziehung
.
Dr.
C._
ging sodann davon aus, dass der Beschwerdeführer
in
in somatischer und psychischer Hinsicht die bisherige Tätig
keit als Verkäuferin nicht mehr zuzumuten sei, dass ihr indes die Ausübung einer angepassten
Tätigkeit
mit klar strukturierten Aufgaben
, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten
oder
mit
sich bewegenden
Maschinen, ohne Arbeiten
mit dem
Tragen einer Ve
rantwortung für andere Personen,
ohne Arbei
ten mit Publikums
verkehr
oder
Kundenkontakt
,
ohne
Arbeiten mit
Teamarbeit
oder
Gruppenarbeit
und ohne Arbeiten, die ein
hohes Mass an Dauerkonzent
ration, Dauerauf
merk
sam
keit und Kreativität erfordern, im vollzeitlichen Umfang bei einer Leistungs
ei
nbusse in einem Umfang von 20
%
, entsprechend einer
Arbeitsfähigkeit von 80
%
,
zuzumuten sei. Damit übereinstimmend ging auch
d
ipl.
med.
J._
davon aus, dass der
Beschwerdeführerin die Ausübung ange
passter Tätigkeiten in einem vollzeitlichen Umfang, bei einer Leistungseinschrän
kung von 20
%
, zuzumuten
sei.
4.3
4.3.1
Die Beschwerdeführerin
macht in Bezug auf das Gutachten von
Dr.
C._
vom 2
2.
Mai 2020 in erster Linie geltend, dass dieser
in unzulässiger Weise
eine
bidis
ziplinäre
Begutachtung
in Personalunion durchgeführt habe.
Dabei habe der Gutachter, welcher die neurologische und die
psychiatrische Begutachtung
in Perso
nalunion
selbst
durchgeführt habe, das
Gebot
der (richterlichen)
Unab
hän
gigkeit verletzt
. Denn die Unabhängigkeit könne nur gewahrt werden, wenn im Rahmen einer
bidisziplinären
Begutachtung zwei
einzelne
Personen als
fach
ärzt
liche Exper
ten beteiligt seien
. Denn ansonsten könne bei einer Personalunion des Gut
achters die subjektive Ermessensausübung im ersten fachärztlichen Teilgut
achten die Begutachtung durch den gleichen Experten im zweiten Teilgutachten unzu
lässig beeinflussen (
Urk
1 S. 3). In diesem Sinne widerspreche eine
bidiszipli
näre
Begutachtung in Personalunion durch den gleichen Experten auch dem von der Rechtsprechung statuierten Grundsatz der Ergebnisoffenheit einer Begutach
tung. Denn der Gutachter, welcher in Personalunion bereits das erste Teilgutach
tung verfasst habe, müsse beim Verfassen des zweiten Teilgutachtens als vorbe
fasst gelten. Auf das Gutachten von
Dr.
C._
könne daher bereits aus diesen Gründen nicht abgestellt werden (
Urk.
1 S. 4).
4.3.2
Diese Vorbringen
sind nicht stichhaltig.
Denn gemäss der
bis 31. Dezember 2021 geltenden
Rechtslage (
Art.
72
bis
Abs.
2 IVV; BGE 139 V 349) war d
ie Beschrän
kung der Auftragsvergabe nach dem Zufallsprinzip auf Begutachtungen mit drei und mehr Fachdisziplinen nach
Art.
72
bis
IVV
rechtmässig (
BGE 139 V 349
E.
2.2 und 5.4), wobei d
ie übrigen rechtsstaatlichen Anforderungen gemäss BGE 137 V 210 auf mono- und
bidisziplinäre
medizinische Begutachtungen sinngemäss anwend
bar
waren
(
BGE 139 V 349
E. 3-5).
Dazu gehört, dass der Versicherungs
träger
der Partei laut
Art. 44 ATSG den Namen der oder des Sachverständigen bekannt gibt, worauf die versicherte Person den Gut
achter
oder die Gutachterin aus triftigen Gründen
ablehnen und Gegen
vor
schlä
ge machen
kann. Die versi
cherte Person kann
sich
auch
vorgängig zu den Gut
achterfragen äussern, dagegen
Einwände
erheben sowie
Ergän
zungs
- und
Zusatzfragen
stellen (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.9 und BGE
139 V 349
E. 5.2.3). Des Weiteren steht der versicherten Person im Rahmen des rechtlichen Gehörs das Recht zu, sich nach Erstattung des Gutachtens zum
Beweisergebnis zu äus
sern, Erläute
rung, Ergänzung des Gutach
tens oder eine neu
e Begutachtung zu beantragen sowie weitere Beweisanträge vorzubringen (BGE
137
V
210
E. 3.4
.1.5)
.
Gemäss der Rechtsprechung (BGE 137 V 210 E. 3.4.2.6) genügt für die einvernehmliche Anordnung eines Gutachtens eine einfache schriftliche Mitteilung.
Wenn den Begehren der versicherten Person nicht entsprochen wird,
hat die Anordnung eines Gutachtens oder der Entscheid über Zusatzfragen indes in Verfügungsform zu ergehen
(
BGE 141 V 330
E. 4.4).
Betreffend die Vergabe des
Auftrags
zur Durchführung einer
bidisziplinären
Begut
achtung
an
Dr.
C._
gilt es
festzuhalten, dass
die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit Mitteilung vom
4.
November 2019 (
Urk.
7/47) mit
teilte
, dass sie beabsichtige, bei
Dr.
C._
, Praxis
K._
,
e
ine
bidisziplinäre
Begut
achtung in den Disziplinen
Neurologie
und Psychiatrie in Auftrag zu geben
. Zugleich gab sie
der Beschwerdeführer
in
den Namen des
untersuchenden
Dr.
C._
(inklusive Vornamen
) und dessen
Facharzttitel
in Neurologie und
in
Psychiatrie
und Psychotherapie
bekannt. Die Beschwerdegegnerin
gab
der Beschwer
deführerin mit der Mitteilung vom
4.
November 2019 auch die Fragen an den Gutachter
bekannt und
wies
sie
darauf hin, dass sie bis zum 1
8.
November 2019
Einwendungen gegen den Gutachter erheben und
Zusatzfragen an
diesen
stellen könne (
Urk.
7/47 S. 2).
In der Folge erhob d
ie
Beschwerdeführer
in
gegen die
Vergabe des Auftrags für eine
bidisziplinäre
Begutachtung an
Dr.
C._
und gegen
die
Ernennung von
Dr.
C._
als Gutachter in den Fachdisziplinen Neuro
logie und Psychiatrie
keine Einwendungen
. Sie sah zudem
davon ab, Zusatz- oder Ergänzungsfragen an den Gutachter zu stellen
.
Nach
Erstattung des Gutachtens und nach
Erlass des Vorbescheids vom 2
0.
August 2020 (
Urk.
7/70) wurde
der Beschwerdeführerin am
2.
September 2020 vom Gutachten von
Dr.
C._
Kennt
nis gegeben (
Urk.
7/78), worauf die Beschwerdeführerin am
7.
Oktober 2020 (Urk. 7/82) dazu Stellung nahm. Demnach steht fest,
dass
die Beschwerdegeg
nerin
die Anordnung einer Begutachtung zu Recht mittels einer einfachen schriftlichen Mitteilung angeordnet und das
Verfahren bei Einholung des Gutachtens
bei
Dr.
C._
vollständig und korrekt durchgeführt
hat
. Sodann steht fest,
dass es die Beschwerdeführerin
vor Erstattung des Gutachtens
durch
Dr.
C._
unterlassen hat,
gegen den Gutachter
Ausstandsgründe
geltend zu machen.
4.3.3
Zu prüfen bleibt die Rüge der fehlenden Unabhängigkeit von
Dr.
C._
und ins
besondere die Frage, ob der Gutachter
,
welcher
in Personalunion die Beschwer
deführerin sowohl neurologisch als auch psychiatrisch begutachtet
e, dabei
auf Grund einer Vorbefassung befangen
war.
4.3.4
Nach Art. 30 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV) und Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) hat der Einzelne Anspruch darauf, dass seine Sache von einem unabhängigen und unparteiischen Gericht ohne Einwirken sachfremder Umstände entschieden wird (vgl. BGE 135 I 14 E. 2). Die Garantie des verfassungsmässigen Richters ist verletzt, wenn bei objek
tiver Betrachtungsweise Gegebenheiten vorliegen, die den Anschein der Befan
genheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen (vgl. BGE 135 I 14 E. 2; 131 I 113 E. 3.4).
Für Sachverständige gelten grundsätz
lich die gleichen Ausstands- und Ablehnungsgründe, wie sie für Richter vorge
sehen sind (BGE 120 V 357 E. 3a). Da sie nicht Mitglied des Gerichts sind, richten sich die Anforderungen zwar nicht nach
Art.
30
Abs.
1 BV, sondern nach
Art.
29
Abs.
1 BV. Hinsichtlich der Unparteilichkeit und Unbefangenheit kommt
Art.
29
Abs.
1 BV indessen ein mit
Art.
30
Abs.
1 BV weitgehend übereinstimmender Gehalt zu (BGE 127 I 196 E. 2b).
4.3.5
War ein Richter in einem früheren Verfahren mit der konkreten Streitsache schon einmal befasst (Vorbefassung), ist er dann befangen, wenn er sich durch seine Mitwirkung an früheren Entscheidungen in einzelnen Punkten bereits in einem Mass festgelegt hat, das ihn nicht mehr als unvoreingenommen und dementspre
chend das Verfahren als nicht mehr offen erscheinen lässt (Urteil des Bundes
gerichts 5A_584/2010 vom 30. November 2010 E. 3). Ob eine unzulässige, den Ver
fahrens
ausgang vorwegnehmende Vorbefassung einer Gerichtsperson vor
liegt, kann nicht generell gesagt werden; es ist vielmehr in jedem Einzelfall zu untersuchen, ob die konkret zu entscheidende Rechtsfrage trotz Vorbefassung als noch offen erscheint, und zwar anhand aller tatsächlichen und verfahrens
recht
lichen Umstände, den in beiden Verfahrensstadien aufgeworfenen Fragen, dem Ent
scheidungsspielraum sowie der Bedeutung der jeweiligen Entscheidungen (BGE 131 I 113 E. 3.4; BGE 114
Ia
50 E. 3d). Mehrfache Funktionen
eines Richters
, der sich in demselben Verfahren wiederholt mit einer Streitsache zu befassen hat,
begründen für sich allein jedoch nicht ohne weiteres einen
Aus
standsgrund
(Urteil des Bundesgerichts 5A_584/2010 vom 30. November 2010 E. 3; BGE 131 I 113 E. 3.6; 131 I 24 E. 1.3). Zu untersuchen ist indes, ob sich die Gerichtsperso
nen im
vorgängigen Entscheid
in einer Art und Weise geäussert haben, die sie als nicht mehr offen und damit als befangen hinsichtlich des Hauptprozesses erschei
nen lassen (Urteil des Bundesgerichts 5A_584/2010 vom 30. November 2010 E.
4). Dabei vermögen gemäss der Rechtsprechung grundsätzlich weder Verfah
rens
massnahmen eines Richters als solche, seien sie richtig oder falsch, noch ein allenfalls materiell falscher Entscheid einen objektiven Verdacht der Befangen
heit des zuständigen Richters zu erregen. Anders liegt es nur, wenn besonders krasse oder wiederholte Irrtümer vorliegen, die als schwere Verletzung der Rich
terpflichten bewertet werden müssen (Urteil des Bundesgerichts 5A_584/2010 vom 30. November 2010 E. 4.2 mit Hinweisen).
%1.%2.%3
Dem Gutachten von
Dr.
C._
vom
2
2.
Mai 2020 lässt sich entnehmen, dass der Gutachter die Beschwerdeführerin am
5.
März 2020 sowohl psychiatrisch als auch neurologisch untersuchte (
Urk.
7/67 S. 2). Das Gutachten von
Dr.
C._
ent
hält denn auch je ein psychiatrisches (S. 44-98) und ein neurologisches (S. 99-114) Teilgutachten sowie eine
bidisziplinäre
Konsensbeurteilung (S. 115-123).
Dr.
C._
beurteilte die
Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin
in den beiden Teilgutachten
gemäss der jeweiligen Fachdisziplin unterschiedlich. So führte er im neurologischen Teilgutachten aus, dass die Beschwerdeführerin aus neuro
logischer Sicht bei der Ausübung der bisherigen Tätigkeit als Verkäuferin medi
zinisch-theoretisch nicht eingeschränkt sei, dass sie ihrer Arbeitgeberin indes nicht mehr zuzumuten sei (S. 111),
wobei
in Bezug auf angepasste Tätigkeiten aus neurologischer Sicht von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszuge
hen sei (S. 113).
Demgegenüber hielt der Gutachter i
m psychiatrischen Teilgut
achten
fest, dass auf Grund der dissoziativen Krampfanfälle bezüglich der bishe
rigen Tätigkeit von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei, und dass der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht die Ausübung einer ange
passten Tätigkeit
zwar
im vollzeitlichen Umfang,
jedoch lediglich
bei eine
r Leis
tungseinschränkung von 20
%, zuzumuten sei (S. 96). Daraus
lässt sich nicht auf
besonders krasse oder wiederholte Irrtümer
oder Verfahrensfehler
durch
Dr.
C._
schliessen, welche
eine
schwere Verletzung der
Pflichten als Sachverständiger
darstellten und auf einen
objektiven
Anschein
der Befangenheit
schliessen liessen. Demzufolge
ergeben sich weder aus dem Gutachten von
Dr.
C._
vom 2
2.
Mai 2020 noch
aus dem Umstand, dass
der Gutachter
, welcher sowohl über einen psychiatrischen als auch über einen neurologischen Facharzttitel verfügt, die Beschwerdeführerin am
5.
März 2020
sowohl psychiatrisch als auch neuro
logisch untersuchte und anschliessend ein beide Fachdisziplinen umfassendes Gutachten verfasste,
genügende Anhaltspunkte, welche auf den Verdacht
der
Befangenheit
von
Dr.
C._
schliessen
liessen
. Der Beschwerdeführerin ist daher nicht zu folgen, wenn sie die Unabhängigkeit von
Dr.
C._
als Sachverständiger in Zweifel ziehen
will
.
4.3.7
Das Gutachten von
Dr.
C._
vom 2
2.
Mai 2020 (vor
stehend E.
3.6
) erfüllt die praxis
gemässen Anforderungen für eine beweiskräftige medizinische Entschei
dungsgrundlage (vgl. vorstehend E.
1.11
). Denn der Gutachter
hatte
Kenntnis sämt
licher massgeblicher
medizinischer
Vorakten
, setzte
sich in angemessener Weise mit den geäusserten Beschwerden auseinan
der und begründete seine
Schluss
folgerungen in nachvollziehbarer Weise
. Zudem
verfügte
der Gutachter
als Facharzt für Neurologie und als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie über die für die Beurteilung der somatischen und psychischen Komponente
n
des Beschwerdebil
des, unter wel
chen
die Beschwerdeführer
in litt
, angezeigten fach
ärztlichen Aus- und Weiter
bildungen.
Den Akten lässt sich zwar entnehmen, dass
die Beschwerdeführerin unter verschiedenen
weiteren
, nicht das Fachgebiet der Neu
rologie betreffenden somatischen Gesundheits
beeinträchtigungen litt, ins
besondere unter einer Mittelohr
entzündung (Urk.
7/14/9), einer
otitis
media
links (Urk
.
7/37/1), einer Schwerhörigkeit rechts (
Urk.
7/48/2), einem
zerviko
zepha
le
n
Schmerzsyndrom (
Urk.
7/37/1), einem chronischen
lumbospondyloge
ne
n
Schmerz
syndrom mit Hyperlordose und
Spondylarthrosen
, einer
Coccygo
dynie
und
Beckenkamm
myogelosen
im Bereich L5/S1, einem
myofaszialen
Schmerz
syndrom in Bereich der Schulter-Nackenregion bei Überbelastung und unter einer
Zephalgie
sowie einer leichte
n
Fingerpolyarthrose im Bereich der PIP-Gelenke
(vorstehend E. 3.5). Anhaltspunkte
dafür
, dass die Beschwerdeführer
in
auf Grund
einer
somatischen Gesundheitsbeeinträchtigung
, welche nicht das Fach
gebiet
der Neurologie
betrifft,
dauerhaft in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträch
tigt gewesen wäre, lassen sich den Akten indes nicht entnehmen. Demzufolge war nicht
von einer
ausgeprägt interdisziplinären medizinischen Problemlage auszu
gehen, welche
zwingend
die Einholung eines polydisziplinären Gutachtens erfor
dert hätte (vgl. BGE 137 V 210 E. 1.2.1)
. Unter diesen Umständen ist daher
nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin eine
bidisziplinäre
Begutachtung
durch einen
Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie anord
nete.
Der Beschwerdeführerin kann daher nicht gefolgt werden, wenn sie die Ansicht vertreten sollte, dass die Begutachtung polydisziplinär, unter Ein
schluss der Fachdisziplin der Rheumatologie, hätte durchgeführt werden müssen (
Urk.
1 S. 4).
4.3.8
In somatischer Hinsicht vermag zu überzeugen, dass der Gutachter
in seiner Beurteilung mitberücksichtigte,
dass die neurologische Untersuchung, abgesehen von einer Hypakusis rechtsseitig mit Hörgeräteversorgung, einen weitgehend unauf
fälligen Befund ergeben
, und
dass d
ie n
europsychologische Untersuchung auf Grund eines Aggravationsverhaltens der Beschwerdeführerin
keine verwert
baren neuropsychologischen Befunde ergeben
hätten
, weshalb kognitive
Defizite
nicht zu objektivieren seien. Sodann vermag zu überzeugen, dass der Gutachter die Ansicht vertrat, dass medizinisch-theoretisch aus somatischen Gründen zwar eine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit
in der
Ausübung
der
bisherigen Tätigkeit als Verkäuferin nicht
ausgewiesen sei, dass die Beschwerdeführerin indes
auf
Grund des Auftretens von
Anfallsereignisse
n
während der Arbeit ihrer
bisherigen
Arbeitgeberin nicht mehr
zuzumuten wäre.
4.3.9
In psychischer H
insicht vermag zu überzeugen, dass
Dr.
C._
davon ausging, dass eine
dissoziative Störung im Vordergrund
stehe. Der Gutachter legte in nach
vollziehbarer Weise dar, dass der Beschwerdeführerin auf Grund der dissoziativen Anfälle die Aus
übung der bisherigen Tätigkeit als Verkäuferin, bei welcher es sich um eine Tätigkeit mit Publikumsverkehr und Kundenkontakt handelte, nicht mehr zuzumuten
sei
, dass ihr indes die Ausübung einer angepassten Tätigkeit ohne Kundenkontakt und ohne Team- und Gruppenarbeit
im vollzeitlichen Umfang, bei
einer Leistungseinbusse von 20
%
,
zuzumuten sei.
Die Beurteilung durch
Dr.
C._
erscheint
zudem
auch insoweit als nachvollziehbar, als er davon aus
ging, dass bei der Beschwerdeführerin, welche in der Kindheit und Jugend
zwar ab und zu von ihrem Vater geschlagen worden sei
,
jedoch
gegenwärtig eine gute Beziehung
zu
diesem unterhalte, und welche eine gestörte Beziehung zu ihrer psychisch kranken Mutter pflege,
eine schwerwiegende, den dissoziativen Anfäl
len vorausgehende Belastungssituati
on nicht
ausgewiesen
sei. Gleiches gilt für die gutachterliche Beurteilung, dass die
Beschwerdeführerin grundsätzlich eine unauffällige psychosoziale Entwicklung in der Kindheit erlebt habe,
weshalb
eine Persönlichkeitsstörung nicht
diagnostiziert werden könne
.
Die Beurteilung durch den Gutachter vermag auch insofern zu überzeugen, als dieser davon ausging, dass
die Voraussetzungen für die Diagnose
n einer depressiven Episode,
einer Angst
störung
und einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörun
g
nicht erfüllt
seien, dass die Beschwerdeführerin
neben der dissoziativen Störung zusätzlich unter psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen im Sinne von
Angst und depres
sive
r
Störung gemischt
,
eine
r
chronische
n
Schmerzstörung mit somati
schen und psychischen Faktoren
und
histrionische
r
Persönlichkeitszüge mit aus
geprägtem regressivem Verhalten und
einem
sekundärem Krankheitsgewinn
leide, und dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin dadurch nicht zusätz
lich eingeschränkt werde.
4.4
Als schlüssig erscheint sodann die Beurteilung durch
dipl.
med.
J._
vom (vor
stehend E.
3.7
)
,
welcher gestützt auf das
Gutachten von
Dr.
C._
vom 2
2.
Mai 2020
davon ausging
,
dass die Präsentation einer erheblichen Behinderung durch die Beschwerdeführerin nicht im Einklang mit der Verhaltensbeobachtung anläss
lich der Untersuchung durch
Dr.
C._
und dem klinischen Befund gestan
den sei
,
dass
der
Beschwerdeführerin
die Ausübung
ihre
r
bisherige
n
Tätigkeit
zwar
nicht mehr
zumutbar sei
, dass ihr
jedoch
die Ausübung angepasster Tätig
keiten
, mit einem Einzelarbeitsplatz und
ohne Kundenkontakt,
in einem vollzeit
lichen Umfang, bei einer Leistungseinschränkung im Umfang von 20
%
,
zuzu
muten sei.
4.5
In somatischer Hinsicht erschein
en
sodann die Beurteilungen durch die Ärzte der Klinik
I._
vom 1
8.
Dezember 2019 und vom
1
9.
Dezember 2019 (
vorstehend E.
3.5
)
als schlüssig
, wonach
keine Anhaltspunkte für eine Epilepsie festzustellen seien, und wonach
die Anfälle, unter welchen die Beschwerdeführerin leide, keine somatischen Ursachen hätten. Denn sie legten in nachvollziehbarer Weise dar, dass
ein Video-EEG
Intensivmonitoring
während einer Dauer von
69 Stunden ein normales EEG ohne epilepsietypische Potentiale ergeben
habe, und dass es sich bei
den festgestellten Anfällen um dissoziative Anfälle, mithin um durch ein psy
chisches Leiden verursachte An
fälle handle. Es erscheint zudem als nachvollzieh
bar, dass sie davon ausgingen
, dass die
dissoziative
Anfallssymptomatik
allenfalls durch eine
int
rapsychisch stark konflikthafte
Beziehung
zur
Mutter
entstanden sein könnte.
4.6
Nicht zu überzeugen vermögen indes die Beurteilungen durch Prof.
D._
und med.
pract
.
E._
. Ihren Beurteilungen lässt sich insbesondere nicht entnehmen, aus welchen Gründen sie in ihrem Bericht vom
8.
Juni 2019 (vorstehend E.
3.3
)
einerseits
eine die dissoziativen Krampfanfälle verursachende beziehungsweise auslösende schwerwiegende Belastungssituation oder Traumatisierung vernein
ten und festhielten,
dass sich d
ie Beschwerdeführerin an keine ursächlichen Prob
leme oder belastende Ereignisse
habe
erinnern
könne
n
, und dass sie ande
rerseits im Bericht vom 2
0.
September 2020 (vorstehend E.
3.8
) die Ansicht ver
traten, dass
für
die Entwicklung der
psychischen
Symptomatik ein gewalttätiges und chao
tisches Familienklima
mit regelmässigen körperlichen Misshandlungen und Entwertungen ursächlich gewesen sei. Sodann fehlt es der Beurteilung durch
Prof.
D._
und med.
pract
.
E._
, insoweit diese darin festhielten, dass die Beschwer
de
führerin nach ihrer Einreise in die Schweiz in einem Alter von
13 Jahren von
ihren
Eltern gezwungen worden
sei
, in einer Fabrik für Metallverar
beitung zu arbeiten und das
erzielte
Geld zu Hause abzuliefern
, an einer nach
vollziehbaren Begründung
.
Denn diesbezüglich gilt es einerseits zu beachten, dass
Jugendliche
gemäss
Art.
30
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Arbeit in Indust
rie, Gewerbe und Handel (Arbeitsgesetz,
ArG
), abgesehen von den in
Abs.
2 dieser Bestimmung genannten Ausnahmen, v
or dem vollendeten 1
5.
Altersjahr nicht beschäftigt werden
dürfen. Diesbezüglich gilt es zudem zu berücksichtigen, dass die Beschwer
deführerin anlässlich der Untersuchung durch
Dr.
C._
diesem gegen
über angegeben hat, dass sie erst im
1
6.
Lebensjahr
zu arbeiten begonnen habe, und dass sie eine glückliche Kindheit verbracht habe (vorstehend E.
3.6.3
). Schliess
lich gilt es zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin gegenüber den Ärzten der Klinik
I._
eine
Traumatisierung oder einen sexuellen Übergriff
ausdrücklich verneinte
, obwohl
dies
med.
pract
.
E._
vermutet habe
(vorstehend E.
3.5
). Angesichts dieser Inkonsistenzen hätten
Prof.
D._
und med.
pract
.
E._
sich in ihren Beurteilungen nicht ausschliesslich auf die Angaben der Beschwer
deführerin stützen dürfen, ohne diese zu hinterfragen.
Sodann
ist
der Beurteilung durch
Prof.
D._
und med.
pract
.
E._
vom 2
0.
September 2020 (vorstehend E.
3.8
)
insoweit keine nachvollziehbare Begründung zu entnehmen
,
als sie
darin
im Widerspruch zu ihrer Beurteilung
vom
8.
Juni 2019 (vorstehend E.
3.3
)
, wonach die Beschwerdeführer
in
ausschliesslich unter
dissoziative
n
Krampfan
fälle
n und einer
mittelgradige
n
depressive
n
Episode
leide,
die Ansicht vertraten, dass die Beschwerdeführerin
zusätzlich
bereits
seit vielen Jahren unter
durch eine
Panik
störung
verursachten
Anfällen von Angst und Panik
leide
. Schliesslich
ver
mögen die
Beurteilungen durch
Prof.
D._
und med.
pract
.
E._
, insoweit sie davon ausgingen
, dass
der Beschwerdeführerin
, welche an
unvermittelt auftreten
den
und in
der
Dauer und Intensität nicht v
orhersehbaren Anfällen leide,
selbst die Ausübung einer angepassten Tätigkeit nicht oder nur sehr eingeschränkt zuzu
muten
sei
, mangels einer nachvollziehbaren Begründung nicht zu überzeu
gen
.
Aus
den genannten
Gründen kann auf die Beurteilungen durch
Prof.
D._
und med.
pract
.
E._
vorliegend nicht abgestellt werden.
4
.7
Mangels einer nachvollziehbaren Begründung kann auch auf die Arbeitsfähig
keitsbeurteilung durch med.
pract
.
H._
vom 2
2.
August 2019 (vorstehend E.
3.4
)
nicht abgestellt werden. Denn dieser postulierte
darin
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit auf Grund eines
Verdacht
s
auf einen
d
issoziativen Krampfan
fall
, ohne dass sich seiner Beurteilung entnehmen liesse, inwiefern und in welcher Art und Weise die Beschwerdeführerin dadurch in funktioneller Hinsicht bei der Ausübung einer angepassten Tätigkeit in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt
werden
sollte. Mangels einer nachvollziehbaren Begründung
kann auf dessen Beurteilung vorliegend nicht abgestellt werden.
5.
5.1
Dr.
C._
stellte
in seinem Gutachten
vom 2
2.
Mai 2020 (vorstehend E.
3.6
) einerseits fest, dass die
geltend gemachten kognitiven Defizite im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung nicht hätten objektiviert werden können
, und dass
die
neuropsychologische Untersuchung
keine
verwertbaren Befunde ergeben
habe, weshalb auf ein
Aggravationsverhalten
zu
schliessen
sei (vorstehend E.
3.6.2
). Anderseits ging er davon aus, dass die Beschwerdeführerin durch eine im Vordergrund stehende
dissoziative Störung
in ihrer Arbeitsfähigkeit beein
trächtigt werde. Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht stell
t
e
der Gutachter
sodann
verschiedene Diskrepanzen und Hinweise auf nicht im geklagten Umfang bestehende Funktionseinschränkungen fest. Diese Inkon
sistenzen klammerte
er in
seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, wonach der Beschwerdeführerin die Ausübung einer
angepassten Tätigkeit im vollzeitlichen Umfang
,
bei einer Leistungseinbusse von 20
%
,
zuzumuten sei,
jedoch
aus. Dem
zufolge ist davon auszugehen, dass
der Gutachter ein Aggravationsverhalten und mithin
Anhaltspunkte
für
eine
nicht versicherte
Aggravation feststellte. Hinweise auf
Ausschlussgründe
sind mithin erstellt.
Da
Dr.
C._
in seiner Beurteilung
indes überzeugend darlegte
, dass die Beschwerdeführerin neben
dem Aggrava
tionsverhalten zusätzlich
unter eine
r
die
Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden disso
ziativen Störung
leide
,
ist gestützt
darauf
davon auszugehen, dass die Anzeichen für Ausschlussgründe beziehungsweise für eine Aggravation neben einer die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden dissoziativen Störung
,
einer ver
selbstständigten
psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung
,
auftraten, weshalb
deren Auswirkungen gemäss der erwähnten Rechtsprechung (BGE 141 V 281 E.
2.2.2; vorstehend E.
1.9
) im Umfang der Aggravation zu bereinigen
sind. Davon scheint auch die Beschwerdegegnerin ausgegangen zu sein (
Urk.
7/69/7).
5.2
Dr.
C._
hat sich in seinem nachvollziehbaren
Gutachten vom 2
2.
Mai 2020 (vorstehend E.
3.6
)
mit den
Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 befasst und
ging davon aus
, dass
der Beschwerdeführerin auf Grund der dissoziativen Störung
die Ausübung einer angepassten Tätigkeit im vollzeitlichen Umfang
,
bei einer Leistungseinbusse von 20
%
, mithin im U
mfang eines Arbeitspensums von 8
0
%
zuzumuten sei. Im Folgenden gilt es
daher
im Rahmen eines strukturierten Beweisverfahrens zu prüfen, ob sich der Gutachter bei der Beurteilung der Arbeits
fähigkeit an den normativen Vorgaben gemäss BGE 141 V 281 orientierte, und ob bei der Bemessung der Erwerbsunfähigkeit in rechtlicher Hinsicht auf die von ihm festgestellte Arbeitsunfähigkeit abgestellt werden kann (BGE 143 V 409 und BGE 143 V 418). Die gutachterlichen Feststellungen
durch
Dr.
C._
stellen eine genügende Grundlage dar, um diese Prüfung vorzunehmen (Urteile des Bundesgerichts 9C_289/2018 vom 1
1.
Dezember 2018 E. 6 und 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.2).
5.3
Zu beurteilen sind die funktionellen Auswirkunge
n der psychischen Erkrankung der Beschwerdeführerin
. Vorerst gilt es die Kategorie «funktioneller Schweregrad» zu prüfen. Dies
e
Kategorie wird nach den konkreten funktionellen Auswirkungen beurteilt und insbesondere danach, wie stark die versicherte Person in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionen leidensbedingt beeinträchtigt ist (BGE 143 V 418 E. 5.2.3).
5.4
5.4
.1
Hinsichtlich des Komplexes «Gesundheitsschädigung» ging
Dr.
C._
in seinem Gutachten vom
2
2.
Mai
2020 (vorstehend E.
3.6
) davon aus, dass die
Beschwer
deführer
in
unter einer
die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden
dissoziativen Stö
rung beziehungsweise unter
dissoziative
n
Krampfanfälle
n
leide, und dass sie daneben unter
Angst und depressive Störung gemischt,
unter
Problemen
verbun
den mit Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung im Sinne von
histrionisch
akzen
tuierten Persönlichkeitszügen und
unter
einer chronischen Schmerzstörung mit
s
omatischen und psychischen Faktoren
,
welche die Arbeitsfähigkeit nicht zusätzlich beeinträchtigten,
leide.
Der Beschwerdeführerin sei
die Ausübung einer angepassten Tätigkeit mit klar strukturierten Aufgaben, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten oder mit sich bewegenden Maschinen, ohne Arbeiten mit dem Tragen einer Verantwortung für andere Personen, ohne Arbeiten mit Publikums
verkehr und Kundenkontakt, ohne Teamarbeit oder Gruppenarbeit und ohne Arbeiten, die ein hohes Mass an Dauerkonzentration, Daueraufmerksamkeit und Kreativität erforder
te
n, im vollzeitlichen Umfang
,
bei einer Leistungseinbusse von 20
%
, entsprechend einer Arbeitsfähigkeit von 80
%
zuzumuten.
Die nachvoll
ziehbare gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vermag
auch einer recht
lichen Prüfung der Frage, inwiefern sich das psychische Leiden funktionell auf die Arbeitsfähigkeit auswirkte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_628/2018 vom 3
1.
Oktober 2018 E. 4.5.1.1), standzuhalten
, weshalb gestützt darauf
von einer leichten bis mittelgradigen Ausprägung der diagnoserelevanten
Befunde und Symptome auszugehen ist.
5.4.2
I
n Bezug auf den Behandlungserfolg oder -resistenz, also den Verlauf und den Ausgang von Therapien, welche wichtige Schweregradindikatoren darstellen, führte der Gutachter aus, dass für einen Behandlungserfolg eine
bewusste Ent
scheidung, an der Dissoziation arbeiten zu wollen, zentral sei (
Urk.
7/67/97)
. Obwohl bei der dissoziativen Störung die Psychotherapie im Vordergrund stehe, sei bei der Beschwerdeführerin auf Grund
der neben der Dissoziation
bestehenden Schmerzverarbeitungsstörung auch eine psychopharmakologische Behandlung zur Schmerzdistanzierung angezeigt. Da sich anlässlich der Untersuchung der Medikamentenspiegel
indes
nicht
in einem
therapeutischen Bereich befunden habe,
habe
die bisher durchgeführte Behandlung dem psychischen Leiden nicht ausreichend entsprochen. Demzufolge ging der
Gutachter davon aus, dass noch geeignete
therapeutische Optionen bestanden. Eine
Behandlungsresistenz
ist
daher zu verneinen.
5.4.3
Der Indikator «Komorbiditäten» im Besonderen ist bedeutsam für die Frage nach potenziell ressourcenhemmenden Faktoren (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 und 143 V 418 E. 8.1). Störungen können, unabhängig von ihrer Diagnose, als rechtlich bedeutsame Komorbidität in Betracht fallen, wenn ihnen im konkreten Fall ressour
cenhemmende Wirkung beizumessen ist, wobei eine Gesamtbetrachtung in Berücksichtigung der Wechselwirkungen vorzunehmen ist (BGE 143 V 418 E.
8.1). Vorliegend ist gestützt auf die Beurteilung durch
Dr.
C._
davon auszu
gehen, dass die Beschwerdeführerin neben den dissoziativen Krampfanfällen unter psychiatrischen Komorbiditäten im Sinne
von
Angst und depressive
r
Störung
gemischt
,
histrionisch
akzentuierten Persönlichkeitszügen und einer chro
nischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
leidet
, dass sie dadurch indes nicht zusätzlich in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt
wird
.
Dr.
C._
ging sodann davon aus, dass die Beschwerdeführerin bei der Ausübung einer angepassten Tätigkeit insgesamt im Umfang
einer Leistungsein
busse von 20
%
beeinträchtigt werde.
Von dieser
Verminderung der Leistungs
fähigkeit
werden gemäss der Beurteilung durch
Dr.
C._
auch die erwähnten psychiatrischen Komorbiditäten
mitumfasst (
vgl.
vorstehend E.
3.6.3
). Im Rahmen einer Gesamtbetrachtung
ist
in Berücksichtigung der Wechselwirkungen daher davon auszugehen, dass die gutachterliche Beurteilung einer Resterwerbstätigkeit von
8
0
%
auch die funktionellen Auswirkungen
der
psychiatrischen und soma
tischen Komorbiditäten
auf die Arbeitsfähigkeit mitumfasste.
5.4.4
In Bezug auf den Komplex «Persönlichkeit» und «sozialer Kontext» kam der
Gut
achter zum Schluss, dass die
Beschwerdeführer
in
trotz
histrionisch
ak
zentuierter Persönlichkeitszüge über viele positive Ressourcen und
dabei
insbesondere über gute Kontakte zu ihren Familienangehörigen, über eine gute Therapiebeziehung, über eine langjährige Berufserfahrung, über Visionen, Ziele und Ideen verfüge (
Urk
7/67/87).
Negativ wirkten sich nicht versicherungsmedizinisch relevante psychosoziale Belastungsfaktoren wie der Verlust der Arbeitsstelle, keine beruf
li
che Ausbildung, Migrationshintergrund und eine geringe ökonomische Stabilität
,
aus (
Urk.
7/67/95).
Diesbezüglich gilt es
indes
zu beachten, dass
sich
der
Indika
torenkomplex
«sozialer Kontext» auf den funktionellen Schweregrad bezieht und einen wesentlichen Teil des Grundgerüsts der Folgenabschätzung bildet (BGE 141 V 281 E. 4.3), weshalb soziale Belastungen, soweit sie direkt negative funktionelle Folgen zeitigen, ausgeklammert zu bleiben haben (Urteil des Bundesgerichts 8C_206/2019 vom 3
1.
Juli 2019 E. 7.2.2). Insoweit funktionelle Einschränkungen direkt
auf soziale und psychosoziale Faktoren zurückzuführen
sind, sind sie
vor
liegend daher nicht zu berücksichtigen.
Des Weiteren führte der Gutachter aus, dass ein erheblicher Leidensdruck nicht zu erkennen sei (
Urk.
7/67/88).
5.4.5
Betreffend die Kategorie «Konsistenz» stellte
Dr.
C._
erhebliche Diskrepanz
en
,
insbesondere
zwischen den massiven subjektiven Beschwerden
auf der einen Seite
und der erkennbaren körperlich-psychischen Beeinträchtigung
, dem
weit
gehend intakten psychosozialen Funktionsniveau bei der Alltagsbewältigung, der Intensität der bisherigen Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe
auf der anderen Seite fest. Der Gutachter ging sodann davon aus, dass d
ie Präsentation einer erheb
lichen Behinderung nicht im Einklang mit der Verhaltensbeobachtung und dem klinischen Befund
gestanden habe
,
und
sie
deshalb
nicht plausibel
sei (
Urk.
7/67/89). Zudem seien gleichmässige Einschränkungen des Alltagsniveaus in vergleichbaren Lebensbereichen
zu verneinen (
Urk.
7/67/88).
Des Weiteren
besteh
e eine Aggravationstendenz (
Urk
7/67/85)
. Der Gutachter führte aus,
dass die
Beschwerdeführer
in
einen geregelten Tagesablauf mit regelmässigem Aufste
hen
um sechs bis halb sieben Uhr
,
Morgentoilette, Frühstück, Begleitung der Kinder zur Schule,
Einnahme des
Mittag- und
des
Abendessen
s
mit der Familie,
Putzarbeiten, Lesen von Büchern und des Korans
auf Arabisch
, Aquarellmalen, Gartenarbeiten und Unterstützung ihres Ehegatten bei der Tierpflege und Unter
stützung der Kinder bei den Hausaufgaben
, aufweise
(
Urk.
7/67/41-42)
. Der geschil
derte Tagesablauf lässt auf intakte Ressourcen schliessen. Da das Aktivi
tätsniveau der versicherten Person in rechtlicher Hinsicht im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu beurteilen ist (BGE 141 V 281 E. 4.4.1), ist nach Gesagtem eine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus jeden
falls mit Bezug auf die geltend gemachte
vollständige
Arbeitsunfähigkeit (
«ich kann überhaupt nicht arbeiten»;
vgl.
Urk.
7/67/89
) zu verneinen. In Würdi
gung der gesamten Umstände ist
indes
in Bezug auf die von
Dr.
C._
festgestellte Arbeitsunfähigkeit
im
eher geringen
Umfange von
2
0
%
eine erhebliche Diskre
panz
zum
Aktivitätsniveau zu verneinen. Demzufolge hält die von
Dr.
C._
fest
gestellte
Arbeitsfähigkeit im Umfang von 2
0
%
einer Konsistenzprüfung stand.
6.
6.1
Nach Gesagtem steht fest, dass
Dr.
C._
bei der
Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführer
in
in seinem Gutachten vom
2
2.
Mai
2020 (vorstehend E.
3.6
) ausschliesslich funktionelle Ausfälle berücksichtigte, und dass seine Zumut
bar
keitsbeurteilung auf einer objektivierten Grundlage erfolgte und damit den normativen Vorgaben Rechnung trug
. Da dessen
indikatorengeleitete
Beur
teilung der Leistungsfähigkeit
demzufolge auch einer Beurteilung
im Rahmen eines strukturierten Beweisverfahrens, insbesondere unter dem A
spekt der Kon
sistenz, standhält,
kommt ihr volle Beweiskraft zu.
6.2
Gestützt auf die überzeugende, den normativen Vorgaben entsprechende Beur
teilung durch
Dr.
C._
vom
2
2.
Mai
2020 (vorstehend E
.
3.6
) sowie
auf die damit übereinstimmende,
nachvollziehbare Beurteilung durch
Dr.
J._
vom
4.
Juni
2020 (vorstehend E.
3.7
) ist
daher
davon auszugehen, dass der
Beschwerdefüh
rer
in
ab dem Zeitpunkt der Untersuchungen durch
Dr.
C._
vom
5.
März 2020 (
Urk.
7/67/1)
die Ausübung einer angepassten Tätigkeit
in psychischer und soma
tischer Hinsicht
in einem vollzeitlichen Umfang, bei einer Leistungsein
schrän
kung von
2
0
%
, mithin im Umfang eines Arbeitspensums von
8
0
%
,
zuzu
muten war.
6.3
6.3.1
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Rentenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode d
er Invalidi
tätsbemessung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE
144
I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
6.3.2
Der Anmeldung des Taggeldanspruchs beim Taggeldversicherer der
Y._
,
in Z._
,
vom
4.
Mai 2018 (
Urk.
7/14/3) ist zu entneh
men, dass die Beschwerdeführerin bei Letzterer
im Umfang eines Arbeitspensums von 80
%
(
Ziff.
3)
als Verkäuferin tätig war. In der Folge vereinbarten die Beschwer
deführerin und die
Y._, in Z._
, am 1
1.
Juli 2018 eine Reduktion des Beschäftigungsgrades auf 60
%
per
1.
Septem
ber 2018
(Urk.
7/3)
.
6.3.3
Anlässlich des Standortgespräches vom 1
1.
Februar 2019 (
Urk.
7/13/1-6) gab die Beschwerdegegnerin an, dass sie bei der
Y._, in Z._
,
vor der
Reduktion des Beschäftigungsgrades
aus gesundheitlichen Grün
den
auf 60
%
per
1.
September 2018
im Umfang eines Arbeitspensums von 80
%
bis 100
%
tätig gewesen sei (S. 2). In der Folge ging die Beschwerdegegnerin davon aus, dass die Statusfrage beziehungsweise die Frage nach der Qualifikation der Beschwerdeführerin als Erwerbstätige in einem vollzeitlichen oder teilzeit
lichen Umfang unklar sei, dass mangels eines invalidenversicherungsrechtlich rele
vanten Gesundheitsschadens von einer entsprechenden Abklärung
jedoch abge
sehen werden könne
.
6.3.4
Die Frage nach der Qualifikation der Beschwerdeführerin als Erwerbstätige
in einem vollzeitlichen oder teilzeitlichen Umfang
kann vorliegend offengelassen werden, wenn ein Rentenanspruch der Beschwerdeführerin selbst bei einer Q
uali
fikation als Erwerbstätige
im vollzeitlichen Umfang
zu verneinen wäre.
7.
7.1
Im Folgenden sind die erwerblichen Verhältnisse zu prüfen.
7.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
7
.3
F
ür den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des hypothe
ti
schen Rentenbeginns massgebend. Validen- und Invalideneinkommen sind auf zeitidentischer Grundlage zu erheben; allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen sind bis zum Verfügungszeitpunkt zu berücksichtigen (BGE 129 V 222 E. 4.1 und 4.2; Urteil des Bundesgerichts 9C_22/2014 vom 1
8.
Feb
ruar 2014 E. 4.3).
7
.4
Da
vorliegend ein Rentenanspruch frühestens sechs Monate nach der Anmeldung des
Leistungsanspruch
s
am 2
8.
Dezember 2018 (
Urk.
7/4) und mithin frühestens im Juni 2019 (
Art.
29
Abs.
1 IVG) entstehen konnte
,
sind beim Einkommens
vergleich
die
Verhältnisse dieses Jahres massgebend
.
7.5
7.5.1
Um das von der versicherten Person ohne Gesundheitsschaden hypothetisch erzielbare
Valideneinkommen
zu bestimmen, ist entscheidend, was diese im Zeit
punkt des frühestmöglichen Rentenbeginns überwiegend wahrscheinlich als Gesunde tatsächlich verdienen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen von diesem Grundsatz müssen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt sein (BGE 135 V 297 E. 5.1, 134 V 322 E. 4.1 und 129 V 222 E. 4.3.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_678/2015 vom
9.
Juni 2016 E. 4.2).
7.5.2
Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des
Valideneinkommens
ist grundsätz
lich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, der Nominallohn
entwicklung angepasste Verdienst (BGE 139 V 28 E. 3.3.2).
In
Würdigung der gesamten Umstände ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesund
heitsschaden weiterhin
im
früheren
Umfang bei der
Y._, in Z._
,
als Verkäuferin tätig
gewesen
wäre,
weshalb das
Vali
deneinkommen
grundsätzlich auf Grundlage des von der Beschwerdeführerin
bei der
Y._
erzielten Verdienstes zu bemessen ist
. Unter der Annahme, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesundheitsschaden in vollzeitlichen Umfang bei der
Y._
erwerbstätig wäre, ist der von der Beschwerdeführerin
ohne Gesundheitsschaden
zuletzt bei dieser im Umfang eines Arbeitspensums von 80 %
erzielte Verdienst auf einen Verdienst
für ein vollzeitliches Arbeitspensum
umzurechnen.
7.5.3
Dem IK-Auszug (
Urk.
7/11) ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin bei der
Y._
vor Eintritt des Gesundheitsschadens im Jahre 2017 bei einem Arbeitspensum von 80
%
einen
AHV-beitragspflichtigen Verdienst von
Fr.
48’822
.-- erzielt
e
. Unter Berücksichtigung einer durchschnitt
lichen Nominallohnentwicklung
im Detailhandel
im Jahre
2018
von 1
%
und
im Jahre
2019
von 0
%
(www.bfs.admin.ch;
Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex 2011-202
0
)
r
esultiert im Jahre 20
19
, aufgerechnet auf ein hypothetisches Arbeits
pensum von 100
%
, ein
Valideneinkom
men
von
rund
Fr.
61
’
638.--
(
Fr.
48’822
.-- x 1.01 ÷ 80 x 100).
7.6
7.6.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grundsätzlich die im Ver
fügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E
. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BG
E
142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung, 3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
7.6.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allen
falls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf
die Lohnhöhe haben können (BGE
124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen ges
amthaft zu schätzen und darf 25
% nicht übersteigen (
vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2,
134 V
322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsf
ähigkeit eingeschränkt ist (BGE
126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (
BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemä
ss BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliege
nder erscheinen lassen (BGE 137 V
71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerde
instanz den Abzug gesam
thaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgericht
s
9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
7.6.3
Ein Leidensabzug ist nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht gerechtfertigt, wenn die gesundheitlichen Einschränkungen oder die einge
schränk
te Leistungsfähigkeit beziehungsweise das eingeschränkte Rendement vom medizinischen Experten in der von ihm attestierten Arbeitsunfähigkeit bereits berücksichtigt wurden (Urteil des Bundesgerichts 8C_20/2012 vom
4.
April 2012 E. 3.2 und 3.3). Sodann rechtfertigt der Umstand, dass eine grund
sätzlich vollzeitlich arbeitsfähige versicherte Person gesundheitlich bedingt lediglich reduziert leistungsfähig ist, nach der Rechtsprechung keinen Abzug vom Tabellenlohn (Urteile des Bundesgerichts 8C_827/2009 vom 2
6.
April 2010 E.
4.2.1, 9C_980/2008 vom
4.
März 2009 E. 3.1.2, 8C_765/2007 vom 1
1.
Juli 2008 E. 4.3.3, 9C_344/2008 vom
5.
Juni 2008 E. 4 und I 69/07 vom
2.
November 2007 E. 5.1).
7.6.4
Vorliegend
ist der
Beschwerdeführer
in
gemäss der Beurteilung durch
Dr.
C._
vom
2
2.
Mai
2020 (vorstehend E.
3.6
) die Ausübung
angepasster
Tätigkeit
en
mit klar strukturierten Aufg
aben, ohne Arbeiten auf Leitern,
Gerüsten
und
mit sich bewegenden Maschinen,
mit
einer Verantwortung für andere Personen, mit Pub
likumsverkehr
oder
Kundenkontakt,
mit
Teamarbeit oder Gruppenarbeit
,
und ohne Arbeiten, welche ein
hohes Mass an Dauerkonzentration, Daueraufmerk
samkeit und Kreativität erfordern, im vollzeitlichen Umfang
,
bei einer Leistungs
einbusse von 20
%
,
zuzumuten. Diese Umstände führen
indes nicht automatisch zu einer Verminderung des hypothetischen Invalidenlohns.
Denn einerseits hat
Dr.
C._
die
eingeschränkte Leistungsfähigkeit beziehungsweise das einge
schränk
te Rendement
auf Grund der dissoziativen Anfälle
in der von ihm attes
tierten Arbeitsunf
ähigkeit bereits berücksichtigt, weshalb sich ein zusätzlicher Leidensabzug dafür nicht rechtfertigen lässt. Andererseits können
gemäss der Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts 9C_353/2019 vom 1
1.
Juli 2019 E.
3.3; BGE 138 V 457 E. 3.1) unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätz
lich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeits
markt als ausserordentlich zu bezeichnen sind (Urteile des Bundesgerichts 8C_82/2019 vom 1
9.
September 2019 E. 6.3.2 und 8C_61/2018 vom 2
3.
März 2018 E. 6.5.2 mit Hinweisen). Solche Umstände sind vorliegend nicht ersichtlich. Sodann
ist davon auszugehen, dass
der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 (gemäss der LSE 2012 und der nachfolgenden LSE) bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_447/2019 vom
8.
Oktober 2019 E. 4.3.2), die dem Zumutbarkeitsprofil von
Dr.
C._
entsprechen. Es ist daher von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweistätigkeiten auszugehen, auch
wenn die
Beschwerdeführer
in
über keine Berufsausbildung verfügt.
Schliesslich
führt der Umstand, dass versi
cherte Personen allenfalls auf Grund ihres medizinischen Zumutbarkeitsprofils nicht mehr alle Tätigkeiten innerhalb eines Kompetenzniveaus ausüben können und die Möglichkeit besteht, dass sie den Zentralwert der LSE nicht erreichen könnten, gemäss der Rechtsprechung nicht zu einem grundsätzlich vorzuneh
menden leidensbedingten Tabellenlohnabzug. Denn jeder Anwendung statisti
scher Werte ist die Abstrahierung, das heisst die Ausblendung der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles, immanent (BGE 142 V 178 E. 2.5.7; Urteile des Bundesgerichts 9C_266/2017 vom 2
9.
Mai 2018 E. 3.4.3 und 9C_200/2017 vom 1
4.
November 2017 E. 4.3.2). Ein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn erscheint vorliegend daher nicht als gerechtfertigt.
7.6.5
Unter Berücksichtigung des Zentralwerts der LSE 2018 für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art (Kompetenzniveau 1) für
Frauen
(Total; Tabelle TA1_tirage_skill_level, privater Sektor Schweiz 2018) von
Fr.
4’371
.--, einer durchschnittlichen betriebsüblichen Wochenarbeitszeit im Jahre 20
19
von insgesamt 41.7 Stunden (betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsab
tei
lungen; www.bfs.admin.ch)
,
einer durchschnittlichen Nominallohnent
wicklung im Jahre 2019 von 0.9
%
(
Tabelle T1.1.10, Nominallohnindex 2011-2020
; www.bfs.admin.ch) sowie eines zumutbaren Beschäftigungsgrades von
80
%
resul
tiert
im Jahre 2019
ein hypothetisches Invalideneinkommen von
rund
Fr.
44
’139
.-- (
Fr.
4’371
.-- x 1.009 x 12 Monate ÷ 40 Stunden x 41.7 Stunden
x 0.8
).
8.
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von
Fr.
61’638
.-- mit dem Invaliden
ein
kommen von
Fr.
44’139
.-- ergibt eine Erwerbseinbusse vo
n Fr.
17
’
499
.-- und einen Invaliditätsgrad von (gerundet)
28
%
.
Damit wird ein für den Anspruch auf eine Invalidenrente vorausgesetzter Invali
ditätsgrad von mindestens 40
%
nicht erreicht.
9.
Da d
e
mzufolge
ein Rentenanspruch selbst bei einer Qualifikation der Beschwer
de
führerin als eine im vollzeitlichen Umfang Erwerbstätige zu verneinen
wäre
,
kann
die Statusfrage
vorliegend
offenbleiben.
I
m Ergebnis
ist daher
nicht zu beanstanden,
dass
die Beschwerdegegnerin
mit der angefochtenen Verfügung vom
2.
Dezember 2020 (
Urk.
2) e
inen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin
verneinte
, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
10.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.