Decision ID: 44129234-8723-4ec8-bfea-cae48a451d10
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1961, ist gelernter Maschinist (Urk. 7/4 Ziff. 5.3), arbeitet
e
jedoch seit April 2010 in einem Pensum von 100 % als technischer Hauswart (Urk. 7/4 Ziff. 5.4). Am 30. November 2016 meldete er sich unter Hin
weis auf psychische Beschwerden bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (Urk. 7/4 Ziff. 6.1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte in der Folge erwerbliche (Urk. 7/1, Urk. 7/10, Urk. 7/14, Urk. 7/41) und medizinische Abklärungen (Urk. 7/2, Urk. 7/16, Urk. 7/21, Urk. 7/27, Urk. 7/29, Urk. 7/37, Urk. 7/46, Urk. 7/56) und zog die Akten des Kran
kentaggeldversicherers bei (Urk. 7/32, Urk. 7/51). Nach einem Standort
gespräch am 19. Januar 2017 (Urk. 7/11) teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 20. Juni
2017 mit, es seien keine beruflichen Massnahmen möglich (Urk. 7/39). Nach durc
h
geführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/59, Urk. 7/63, Urk. 7/67, Urk. 7/70, Urk. 7/90), in dessen Rahmen weitere medizinische Berichte eingingen (Urk. 7/66, Urk. 7/69, Urk. 7/79), eine polydisziplinäre Begutachtung veranlasst wurde (Gut
ach
ten vom 20. November 2018, Urk. 7/81; Ergänzung vom 27. August 2019, Urk. 7/97) sowie die Akten des Krankentaggeldversicherers beigezogen wurden (Urk. 7/94), verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 28. November 2019 einen Rentenanspruch des Versicherten (Urk. 7/102
= Urk. 2
).
2.
Der Versicherte erhob am 10. Januar 2020 Beschwerde gegen die Verfügung vom 28. November 2019 (Urk. 2) und beantragte die
Zusprache
einer ganzen Rente ab 8. Dezember 2016, eventuell die Rückweisung zur weiteren Abklärung (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 19. Februar 2020 schloss die IV-Stelle auf Ab
weisung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer am 27. Februar 2020 mitgeteilt wurde (Urk. 8). Nachdem der Beschwerdeführer am 18. Mai 2020 einen aktuellen Arztbericht eingereicht hatte (Urk. 9-10),
reichte
die Beschwerde
gegnerin am 30
.
Juni 2021 ihre
Stellungnahme dazu ein
(Urk. 13-14), welche dem Beschwerdeführer am 1. Juli 2021
zur Kenntnis gebracht
wurde (Urk. 15).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen
sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet
sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung vom 28. Novem
ber 2019 aus, seit 7. Dezember 2015 sei der Beschwerdeführer in seiner Arbeits
fähigkeit eingeschränkt, die bisherige Tätigkeit als Hauswart sei nicht mehr zu
mutbar
(Urk. 2 S. 1). Gestützt auf das polydisziplinäre Gutachten des
Zentrums Y._
sei der Beschwerdeführer jedoch in eine
r
optimal angepassten
Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Die voll
ständige Arbeitsunfähigkeit während den
Hospitalisationen
sei nicht langan
dauernd und könne daher nicht berücksichtigt werden. Da
s
im Auftrag des Kran
kentaggeldversicherers erstellte neuropsychologische Gutachten ändere nichts an der psychiatrisch-gutachterlichen Einschätzung. Bei einem Invaliditätsgrad von 17 % bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente (S. 2).
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer geltend,
er leide an multiplen kar
diologischen, psychiatrischen, neurologischen sowie orthopädischen Be
schwer
den (Urk. 1 S. 4
Rz
7 ff.). Die im Auftrag des Krankentaggeldversicherers
durch
geführte neuropsychologische Begutachtung habe eine vollständige Arbeits
un
fähig
keit in sämtlichen Tätigkeiten ergeben (S. 7
Rz
17). Demgegenüber
könne auf
das Gutachten des
Y._
nicht abgestellt werde
n
.
So seien die aus der chro
nischen Osteomyelitis am linken Unterkiefer resultierenden Schmerzen (S.
7
f.
Rz
20)
und d
ie Einschränkungen der Leistungsfähigkeit aufgrund der koronaren Herzerkrankung nicht berücksichtigt worden (S. 8 f.
Rz
23)
,
und auch bezüglich der depressiven Störung sei das Gutachten nicht umfassend. Dass er Hobb
y
s habe und teilweise aktiv sei, stehe nicht im Widerspruch zu einer depressiven Diagnose
, im Gegenteil würden sich so stützende Elemente im Leben von Betroffenen ein
arbeiten und fördern lassen. Die Gutachter hätten nicht berücksichtigt, dass im Rahmen von Therapien solche Ziele hart erarbeitet werden müssten (S. 9 f.
Rz
25). Zudem könnten sie das neuropsychologische Gutachten nicht beurteilen, da im
Y._
keine eigene neuropsychologische Beurteilung vorgenommen worden sei. Es liege eine divergente medizinische Aktenlage vor und auch das vorgeschlagene MRI sei noch immer ausstehend (S. 10
Rz
26). Die Frage, was er tatsächlich noch arbeiten könne, erweise sich demnach als nicht schlüssig
beantwortbar
, weshalb eine Rückweisung notwendig sei (S. 10
Rz
27).
Hinzu komme, dass er
aktuell
58 Jahre alt
sei
und in einen neuen - angepassten - Tätigkeitsbereich eingeführt werden
müsste
. Bei fortgeschrittenem Alter sei aber abzuklären, ob eine entspre
chende Anpassungs- und Umstellungsfähigkeit aufgrund der psychiatrischen Erkrankung oder Komorbidität noch gegeben sei (S. 11
Rz
30).
Es seien
zudem
weitere relevante Diagnosen hinzugekommen, welche nicht berücksichtigt worden
seien
, und weitere Abklärungen mittels MRI und CT würden aktuell noch laufen (S. 14
Rz
38).
2.3
Strittig und zu prüfen ist demnach der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers und dabei insbesondere die Frage, ob der medizinische Sachverhalt
rechtsge
nüg
lich
abgeklärt wurde.
3.
3.
1
Die Ärzte der
Klinik Z._
AG nannten in ihrem Bericht vom 15. Februar 2017 folgende Diagnosen (Urk. 7/21 Ziff. 1.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode (ICD-10 F33.2) ohne psychotische Symptome, anamnestisch seit 18 Jahren be
stehend, mit stationärem Aufenthalt im Oktober 2013
-
Verdacht auf anhaltende somatoforme Schmerzstörung
-
starke Schmerzen im Trigeminusgebiet links und parietal rechts bei Status nach Fraktur und Osteomyelitis des Unterkiefers 2010
Der Beschwerdeführer habe sich am 2. November 2016 aufgrund einer psy
chischen Dekompensation bei schwerer depressiver Symptomatik notfallmässig
im Psychiatriezentrum
A._
vorgestellt, nachdem es kurz zuvor zu konflikt
haften Situationen mit dem Arbeitgeber gekommen sei. Es bestehe ein protra
hierter Verlauf, einerseits aufgrund der bereits vorhandenen
chronifizierten
de
pres
siven Symptomatik, andererseits aber auch aufgrund der wahrscheinlichen psychiatrischen
u
nd effektiven somatischen Komorbiditäten (Ziff. 1.4). Es finde wöchentlich eine ambulante integrierte psychiatrisch-psychotherapeutische Be
hand
lung sowie eine Psychopharmakotherapie statt (Ziff. 1.5). Seit dem 7. Novem
ber 2016 sei der Beschwerdeführer vollständig arbeitsunfähig (Ziff. 1.6). Ob eine
behinderungsangepasste Tätigkeit möglich sein werde, sei noch nicht abschätz
bar, der Beschwerdeführer sei noch in der Stabilisierungsphase (Ziff. 1.7).
3.2
Der behandelnde Kardiologe
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Kardiologie, dia
gnos
tizierte in seinem Bericht vom 22. Dezember 2016 insbesondere eine koro
nare 1-Ast-Erkrankung sowie eine
rhythmogene
Kardiopathie (Urk. 7/32/8-9 S. 1). Nach einer RIVA/Diagonalastintervention am 11. November 2016 bestehe nun Beschwerdefreiheit und sehr gute Belastbarkeit. Die zum Teil noch bes
c
hrie
benen linksseitigen thorakalen Beschwerden seien klar
muskuloskelettal
bedingt
(S. 2).
3.
3
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Chirurgie, RAD, hielt am 6. April 2017 fest, die vorliegenden Arztberichte seien schlüssig und die angeführten medizi
nischen Fakten nachvollziehbar. Es könne darauf abgestellt werden. Da es sich noch um einen instabilen Gesundheitszustand handle, werde empfohlen, abzu
warten und nach sechs Monaten neue Verlaufsberichte einzuholen (Urk. 7/58 S. 5 oben).
3.
4
Am 28. Juli 2017 diagnostizierten die Ärzte der
Klinik Z._
AG
die bekannte rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychoti
sches Syndrom
,
sowie eine andauernde Persönlichkeitsveränderung bei chroni
schem Schmerzsyndrom (Urk. 7/46 Ziff. 7). Seit November 2016 zeige der Be
schwerdeführer eine anhaltend schwere depressive Symptomatik. Er habe Angst zu sterben, was sich durch die Verschlechterung der kardialen Rhythmusstörung mit Krankenhausaufenthalten und
Katheterintervention
verstärkt habe. Sehr belastend sei auch die Problematik mit dem Unterkiefer links mit schweren Sensi
bilitätsstörungen und Kopfschmerzen
(Ziff. 3.2). Derzeit fänden zwei bis dreimal monatlich psychiatrisch-psychotherapeutische Einzelgespräche statt, eine inten
si
vere Behandlung habe aufgrund der zahlreichen somatischen Beschwerden und dadurch notwendigen Behandlungen bisher nicht etabliert werden können (Ziff. 3.3). Es
bestünden
ein chronischer Verlauf und diverse Komorbiditäten, die Prognose sei ungünstig. Die Belastbarkeit sei stark reduziert, ebenso wie die Kon
zentration und das Gedächtnis. Die Anpassungsfähigkeit sei mittelgradig redu
ziert (Ziff. 8). Derzeit bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, auch in einer angepassten Tätigkeit (Ziff. 9 und Ziff. 11.5).
3.
5
In ihrem Bericht vom 14. Dezember 2017 führten die Ärzte der
Klinik Z._
AG bei im Wesentlichen unveränderten Diagnosen (Urk. 7/56 Ziff. 1.1) aus,
aktuell stünden neben der schweren depressiven Symptomatik die somatischen
Probleme im Vordergrund, welche wiederum stark auf die Psyche schlagen würden
.
Aus psychiatrischer Sicht könne aktuell nicht von einer mittelfristigen Besserung oder einer Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden (Ziff. 1.4).
3.
6
Am 3. Januar 2018 wies Dr.
C._
darauf hin, dass der Beschwerdeführer kar
diologisch weiter in Behandlung sei,
v
ersicherungsmedizinisch-theoretisch könne jedoch davon ausgegangen werden, dass überwiegend wahrscheinlich mit verein
zelten Unterbrechungen - bedingt durch kurze Klinikaufenthalte - in angepasster Tätigkeit immer eine volle Arbeitsfähigkeit bestanden habe und auch weiterhin bestehe (Urk. 7/58 S. 7).
3.
7
Mit Schreiben vom 22. März 2018 führte Dr.
B._
aus, einerseits bestehe an
stra
tegisch wichtigen Stellen eine koronare 2-Ast-Erkrankung mit bereits not
wen
diger dreimaliger Intervention. Eine zusätzliche Stelle am rechten Kranzge
fäss werde sicherlich in den nächsten Jahren zu einer erneuten Intervention führen und sei auch eine zusätzliche drohende Stelle für ein akutes koronares Ereignis unter erhöhter Stressbelastung
. Zusätzlich ergebe sich die
rhythmo
logische
Prob
lematik, von einem Rezidiv des Vorhofflimmerns müsse ausge
gan
gen werden (Urk. 7/66/3
-4
Ziff. 2). Eine Arbeitsfähigkeit sehe er bei der gegebenen Diagno
seliste als nicht mehr gegeben
,
weder bei einer leistungsmässig noch einer zeitlich eingeschränkten Tätigkeit.
Dies aufgrund der
relevante
n
Angst-/Panikstörung
und der relevanten
kardialen Diagnose
n
, welche sich
wesentlich beeinflussten. Hinzu kämen relevante Vorbelastungen bezüglich Status nach Kieferosteo
mye
litis und transfusionsbedingter Hepatitis C sowie ein Lebensalter von 56 Jahren (Ziff. 3). Die bekannte Angst-/Panikstörung beeinflusse auch bei lei
s
tungsmässig und zeitlich eingeschränkter Berufstätigkeit die Gesundheitssituation des Beschwerdeführers weiterhin auf relevante Weise. Psychosozialer Stress sei ein anerkannter und wesentlicher Risikofaktor für erneute kardiovaskuläre Ereig
nisse. Den 56jährigen Beschwerdeführer in eine neue berufliche Tätigkeit ein
führen zu wollen, sei
weder
sinnvoll
noch
gewinnbringend und nach seiner Ein
schätzung illusorisch (Ziff. 4).
3.
8
Die behandelnde Neurologin PD
Dr.
med.
D._
, Fachärztin für Neu
rologie, nannte in ihrem Bericht vom 9. April 2018 folgende Diagnosen (Urk. 7/69/1-2 Ziff. 2):
-
Neuropathie V3 links
post
Fraktur,
post
Osteomyelitis
-
Neuropathie V1 und 2 rechts, postoperativer Ursache
-
Zervikalgien
und
Zervikoz
e
phalgien
, nicht defizitär
Aus neurologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit schmerzbedingt auf zirka 80 % reduziert. Es bestehe eine Verminderung der psycho-/physischen Belastbarkeit mit der Möglichkeit des unkonzentrierten und fehlerhaften Arbeitens (Ziff. 5.a).
3.
9
I
n ihrem Bericht vom 27. April 2018 diagnostizierten die Ärzte der
Klinik Z._
AG eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Epi
sode ohne psychotische Symptome, sowie eine andauernde Persönlichkeits
verän
derung bei chronischem Schmerzsyndrom (Urk. 7/69/3-5 Ziff. 2). Insgesamt be
stehe eine stark reduzierte Leistungsfähigkeit durch reduzierte Belastbarkeit auch in einer angepassten Tätigkeit. Die Merkfähigkeit, Konzentration, Durchhalte
fähigkeit, Anpassungsfähigkeit und Teamfähigkeit seien reduziert (Ziff. 3.a). Auch in einer angepassten Tätigkeit sei keine Arbeitsfähigkeit gegeben (Ziff. 3.b). Zutreffend sei, dass der Beschwerdeführer im Oktober und November 2017 nicht mehr zu Behandlungsterminen erschienen sei.
Der Grund dafür sei jedoch die schlechte körperliche Verfassung gewesen, keinesfalls eine fehlende Therapie
motivation. Seit Ende November 2017 fänden wieder zweimal monatlich Termine statt. Es lägen schwere psychische Einschränkungen vor. Die Symptomatik bestehe in erheblicher Verzweiflung und Agitiertheit, verminderter Konzentration
und Aufmerksamkeit, vermindertem Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, Gefühl
von Wertlosigkeit, Interesseverlust, Freudlosigkeit, gedrückter Stimmung, ver
mindertem Antrieb, Suizidgedanken und ausgeprägter Schlafstörung (S. 2).
Die Symptomatik müsse im Kontext der Beeinträchtigungen durch die somatisch bedingten Schmerzen und der andauernden Persönlichkeitsveränderung bei chro
nischem Schmerzsyndrom gesehen werden, die sich durch eine schwere Störung im Wahrnehmen, Denken und Verhalten zeige. Die Störung sei tief verwurzelt und gehe mit einem hohen Ausmass an persönlichem Leiden und gestörter Funk
tionsfähigkeit in den meisten Lebensbereichen einher und sei chronisch (S. 3 oben).
3.
1
0
Im September sowie Oktober 2018 wurde der Beschwerdeführer im Auftrag der Beschwerdegegnerin durch Ärzte des
Y._
internistisch, orthopädisch, neuro
logisch, psychiatrisch sowie kardiologisch begutachtet. In ihrem Gutachten vom 20. November 2018 (Urk. 7/81) nannten die Gutachter folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 8 f. Ziff. 4.2):
-
k
oronare,
hypertensive
und
rhythmogene
Kardiographie mit/bei
-
koronare
r
2-Gefäss-Erkrankung
-
rezidivierendem respektive intermittierendem, vermutlich ischämisch
getriggertem
Vorhofflimmern
-
chronisches
Zervikovertebralsyndrom
mit
Status nach Fusion HWK 2 bis 4 mit mittelgradiger Funktionseinschränkung
-
fortgeschrittene LWS-Degeneration mit mehrsegmentaler
Neuroforamen
stenose
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter sodann folgende (S. 9 f.):
-
kardiovaskuläre Risikofaktoren
-
chronische Hepatitis C (transfusionsbedingt)
-
beginnende
Varusgonarthrose
links mit freier Funktion und ohne akti
vierten Reizzustand
-
Heberden
- und Polyarthrose der Finger
-
C
oxalgie
rechts, klinisch ohne Korrelat
-
gute Kiefergelenksfunktion nach chronischer
Osteomyelitits
linker Unter
kiefer und Status nach zahlreichen Operationen, zuletzt Augmentation des Unterkiefers durch
autologes
Tabula
externa
Transplantat von rechts am 1. März 2011
-
Trigeminusläsion links (sensibel V2 und V3, neuropathisch V3)
-
aktenanamnestisch Neuropathie V3 links
post
Fraktur,
post
Osteomyelitis und Neuropathie V1, V2 rechts postoperativer Ursache nach kiefer- und gesichtschirurgischen Interventionen 2010/2011, aktuell Läsion (sensibel) lediglich V2, V3 links nachweisbar
-
rezidivierende depressive Störung, aktuell remittiert (ICD-10 F33.4)
Im kardiologischen Fachbereich bestehe das Vollbild
einer komplexen koronaren,
hypertensiven
und
rhythmogenen
Kardiopathie, hier insbesondere das Bild einer koronaren 2-Gefässerkrankung mit Zustand nach mehrfachen Koronarinterven
tionen im Bereich der rechten und linken Kranzarterien (RCA, RIVA). Der gegen
wärtige Stand sei nach der letzten invasiven Untersuchung im März 2018 als stabil einzuschätzen. Die bekannten Rhythmusstörungen seien nach der erfolg
reichen Radiofrequenzablation nicht mehr aufgetreten. Trotz der günstigen Be
funde sei die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Hauswart aus kardiologischer Sicht eingeschränkt, dies aufgrund der relativ schweren kör
perlichen Arbeit wie Schneeräumen oder Renovierungsarbeiten verbunden mit dem Heben von schweren Lasten. Die Arbeitsfähigkeit betrage 70 %. Schwerere und schwere Arbeiten von mehr als 25 kg müssten vermieden werden.
Hingegen bestehe u
nter Beachtung des Belastungsprofils in einer leidensangepassten Tätig
keit gegenwärtig keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Zu berücksichtigen sei dabei, dass es sich bei der koronaren Herzerkrankung des Beschwerdeführers bei weiterhin bestehendem Risikoprofil um ein konstant fortschreitendes Leiden handle. Dies bedinge, dass die medikamentöse Therapie konsequent weitergeführt werden
und
eine regelmässige kardiologische Überwachung erfolgen müsse
sowie
alle Befunde in geeigneten Abständen überprüft werden sollten. Eine akute Ver
schlechterung der Situation, sei es durch ein weiteres koronares Ereignis oder durch eine erneute Rhythmusproblematik, sei jederzeit möglich (S. 10 f. Ziff. 4.3).
Gegenwärtig sei der Beschwerdeführer aber beschwerdefrei, leistungsfähig und optimal medikamentös behandelt (S. 13 Ziff. 4.5).
Im orthopädisch
-
traumatologischen
Fachbereich resultierten die Diagnosen aus den stattgehabten Verletzungen im Bereich der Halswirbelsäule und den beschrie
benen beginnenden degenerativen Veränderungen im Bereich des linken Kniege
lenkes und der Fingergelenke. Die Funktion der Halswirbelsäule stelle sich um 50 %
eingeschränkt dar, im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule sei die Funktion nicht eingeschränkt. Mit dem nachgereichten MRI-Befund der LWS vom 1. Oktober 2018 würden rechts fortgeschrittene degenerative Veränderungen mit
foraminalen
Stenosierungen
in Höhe L4/5 und L5/S1 beschrieben. Die Diagnose der schweren LWS
-
Degeneration werde daher nachträglich als Diagnose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit aufgeführt, da hierdurch die Arbeitsschwere eingeschränkt werde. Bei der klinischen Untersuchung sei
en
die Funktion
en
des linken Kniegelenks
und
der Schultergelenke
nicht eingeschränkt
. Die radiolo
gische Diagnostik zeige ein altersentsprechendes Hüftgelenk ohne Hinweis auf eine
Coxarthrose
. Das Anforderungsprofil der bisherigen Tätigkeit übersteige das Leistungsvermögen des Beschwerdeführers, so dass die zuletzt ausgeübte Tätig
keit nicht mehr zumutbar sei. Für leidensadaptierte Tätigkeiten bestünden keine Einschränkungen. Andererseits werde davon ausgegangen, dass der Beschwerde
führer weiterhin schwere Tätigkeiten durchführe, dafür legten die erheblichen Gebrauchsspuren der Hände, die Schrunden, die
Verhornungen
und Inkrustie
rungen Zeugnis ab (S. 11 f.).
Aus orthopädischer Sicht sei der Beschwerdeführer in der Lage, körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten bis zu 15 kg durchzuführen. Tätigkeiten in und über Kopfhöhe
sollten vermieden werden, ebenso Tätigkeiten unter extremen Temperatur
schwa
n
kungen wie Hitze, Kälte und Nässe (S. 13 Ziff. 4.5).
Im neurologischen Fachbereich sei aktuell lediglich eine Sensibilitätsstörung im Versorgungsgebiet des N. Trigeminus V2, V3 links nachweisbar, ausserdem seien neuropathische Schmerzen im Bereich V3 beschrieben.
Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe aufgrund der neurologischen Befunde nicht
(S. 12 oben)
.
Im psychiatrischen Fachbereich
könne durchaus die Diagnose einer rezidivie
ren
den Depression gestellt werden, nachdem es
in den letzten Jahren immer wieder zu depressiven Dekompensationen gekommen
sei. Die aktuelle Exploration und der erhobene psychopathologische Befund
hätten
jedoch derzeit keine aktive Diagnose aus dem depressiven
Spektrum
ergeben
. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe aus psychiatrischer Sicht nicht (S. 12
oben
).
Die inner
halb der letzten Jahre wiederholt gestellte Diagnose «schwere depressive Episode» sei insgesamt nicht gänzlich nachvollziehbar (
Urk.
7/81/82 Mitte).
Aufgrund der aktuellen psychiatrischen Exploration gebe es keine Hinweise auf eine Persön
lichkeitsstörung oder -veränderung (S. 12 Ziff. 4.4). Als Funktionsstörungen
nannten die Gutachter eine affektive Labilität, Zukunftssorgen, eine
Grübelnei
gung
sowie eine verminderte Frustrationstoleranz. Der Beschwerdeführer verfüge jedoch über gute Ressourcen auf intra- und interpersoneller Ebene sowie durch eine Tagesstruktur, religiösen Glauben, Aktivitäten im Haushalt und soziale Kon
takte. Der Beschwerdeführer selber betrachte sich als psychisch wenig belastbar. Er sei aber durchaus in der Lage, Willenskräfte zu mobilisieren, um allfällige Hindernisse bei der Bewältigung von Aufgaben zu überwinden. Dass es trotz Multimorbidität und der schwierigen psychosozialen Situation nicht zur Mani
festation einer anhaltenden psychiatrischen Erkrankung gekommen sei, zeuge von guter Resilienz und Widerstandskraft. An psychosozialen Belastungen müsse die angespannte finanzielle Situation genannt werden. Aus psychiatrischer Sicht würden beim Beschwerdeführer keine nennenswerten Beeinträchtigungen vorlie
gen, die ihn daran hinder
ten
, eine seinem Ausbildungs- und Kenntnisstand ange
messene Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu verrichten
(S. 13 Ziff. 4.5)
.
Zusammenfassend hielten die Gutachter fest, d
er Beschwerdeführer messe seinen vorgetragenen psychischen Beschwerden nicht die massgebliche Rolle bei der Einschränkung des Aktivitätsniveaus in vergleichbaren Lebensbereichen zu. Eigentlich seien dadurch bedingte Einschränkungen gar nicht feststellbar.
Un
plau
sibel
(da deutlich übertrieben) erscheine die Aussage
, in jeder Minute Suizidgedanken zu hegen. Alltagsrelevante neurologische Symptome und Funk
tionseinbussen würden nicht vorgetragen
, eine neurologische medikamentöse Behandlung finde nicht statt. Auch aus orthopädischer/
traumatologischer
Sicht werde keine Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
festgestellt, die geschilderten Symptome im Bereich der rechten Leiste fänden orthopädisch kein Korrelat, die Einschränkungen im Bereich der HWS
hingegen
seien strukturell begründet und nachvollziehbar.
Aus internistischer Sicht sei der ausgefüllte Tagesablauf mit Haushalttätigkeiten, Bastelarbeiten und Hundespaziergang inkonsistent zu der vom Beschwerdeführer vorgebrachten Überzeugung, keinerlei Ar
beitsfähigkeit mehr zu besitzen
(S. 14 Ziff. 4.6).
In der bisherigen Tätigkeit sei der Be
schwerdeführer
ab Dezember 2015 während der ersten kardialen Intervention für drei bis vier Wochen vollständig arbeitsunfähig gewesen. Anschliessend habe die Arbeitsfähigkeit bis Ende Oktober 2016 70 % betragen, seit November 2016 könne ihm die bisherige Tätigkeit nicht mehr zugemutet werden
(S. 14 Ziff. 4.7). Eine angepasste Tätigkeit
habe
dem Beschwerdeführer hingegen
durchgehend
in einem Pensum von 100 % zugemutet werden
können, unterbrochen während den bekannten
Hospitalisationen
mit nachfolgenden Erholungsphasen von zwei bis drei Wochen
(S. 15 Ziff. 4.8). Die Arbeitsunfähigkeiten aus den einzelnen Fachge
bieten würden sich nicht addieren, die Gesamtarbeitsfähigkeit entspreche somit der im Konsens eingeschätzten Arbeitsfähigkeit (S. 15 Ziff. 4.9).
3.
11
Am 26. November 2018 hielt
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Chirurgie, RAD, aus versicherungsmedizinischer Sicht werde empfohlen, den Beurteilungen des
Medas
-Gutachtens zu folgen. Die formalen Aspekte könnten als erfüllt be
trachtet werden, die vorbestehenden Berichte hätten vorgelegen und seien ge
würdigt worden. Auf die Klagen des Beschwerdeführers sei eingegangen worden, die in den veranlassten Untersuchungen erhobenen Befunde würden nachvoll
ziehbar dargestellt und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen, insbesondere bezogen auf die Arbeitsfähigkeit, seien plausibel (Urk. 7/101 S. 5 oben).
3.
12
Am 17. sowie 18. September 2018 wurde im Auftrag des Krankentag
geldver
sicherers im Zentrum
E._
eine funktionsorientierte medizinische Abklärung durchgeführt, wobei vorgängig
eine
kardiologische Standortbestimmung durch
Dr.
med.
F._
, Facharzt
für Kardiologie,
erfolgte
(Urk. 7/94/18-46 S. 1). In ihrem Bericht vom 13. Dezem
ber 2018 nannten PD
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie für Rheumatologie, und
H._
, Ergo
therapeut, folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 2 Ziff. 1):
-
koronare,
hypertensive
und
rhythmogene
Herzkrankheit
-
myofaszial
betontes Schmerzsyndrom rechte Leiste/
Tractus
lateralis
-
chronisches
myofaszial
beto
n
tes
zervikovertebrales
bis -
zephales
Syndrom
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie sodann folgende (S. 2 Ziff. 1):
-
Fingerpolyarthrosen
-
Verdacht auf
medialbetonte
Gonarthrose links, Status nach
Meniskek
tomie
links vor zirka 20 Jahren
-
mehrsegmentale degenerative Veränderungen und
Teilstenosierung
der Lendenwirbelsäule
In objektiver Hinsicht bestünden aus rheumatologischer und rehabilitations
medi
zinischer Sicht
myofasziale
Befunde im Bereich des Nackens und des
Okziputs
bei einer nicht wesentlich eingeschränkten Funktion der Halswirbelsäulen- und normaler Lendenwirbelsäulenbeweglichkeit ohne Hinweise auf Nervendehnungs
zeichen oder Hyperextension, eine kräftige Muskulatur im Bereich der Schultern und leichte
Beschwielungen
im Bereich der Hände sowie eine lokale Druck
schmerzhaftigkeit im Bereich der rechten Leiste bei einer symmetrisch beweg
lichen Hüfte. Auffällig sei eine Atrophie im Bereich des rechten Oberschenkels mit messbarer Umfangsdifferenz, Hypertonus im Bereich des
Tractus
lateralis
und Anlaufprobleme der rechten Hüfte nach dem Aufstehen, welche allerdings etwas demonstrativ gezeigt würden. Im Bereich des linken Knies bestünden ein
femo
rotibiales
Reiben und eine leichte Konturvergröberung, aber eine uneinge
schränkte Beweglichkeit und fehlende Meniskuszeichen. In radiologischer Hin
sicht
liege
ein unauffälliges Schädel-MRI
, ein
intra- und
extrakranielles
Angio
vom 23. Januar 2018 sowie nachfolgend zugestellt ein MRI-Befund der LWS vom 1. Oktober 2018
vor
, wobei bei mehrsegmentalen degenerativen Veränderungen und einer Einengung des Spinalkanals allenfalls die Einengung auf Höhe von L3/4 von Relevanz sein könne. Für die übrigen Veränderungen ergebe sich klinisch kein Korrelat.
Im Rahmen der Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit habe der Beschwerdeführer ein sehr auffälliges, teilweise
appellatives
Verhaltens
muster gezeigt, welches mit der als gut beschriebenen Leistungsbereitschaft trotz Schilderung von erheblichen Beschwerden kontrastiert habe. Insgesamt scheine er mit den Anforderungen des Lebens überfordert zu sein und zeige in solchen Situationen ein verstärktes Krankheitsverhalten
sowie
eine unterschwellige Aggressivität. Die Entlastung des rechten Beins sei nicht bei allen Belastungen nachvollziehbar und ko
nsistent
. Die Handkoordination rechts sei reduziert, dies sei wahrscheinlich schmerzbedingt und in sich konsistent (S. 3 Mitte).
Zusammengefasst bestehe aus rheumatologischer und rehabilitations
medizini
sche
r
Sicht unter Einbezug der kardiologischen Beurteilung eine Belastbarkeit im knapp mittelschweren Bereich, wobei zusätzliche Beeinträchtigungen aufgrund einer chronischen Schmerzproblematik im Gesichtsbereich mit Schmerzausstrah
lungen zum Kopf und einer wohl ebenfalls damit in Zusammenhang stehenden leichten Beeinträchtigung der Koordination rechts bei gleichzeitiger Fingerpoly
arthrose, ferner eine gewisse Beeinträchtigung aufgrund der Leistenproblematik rechts postuliert werden könne. Rein unter Berücksichtigung der Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit hätten sich aus somatischer Sicht keine Defizite im Vergleich zur Tätigkeit als Hauswart ergeben. Unter Berücksichtigung der Schmerzproblematik im Gesichtsbereich sowie der rechten Hüfte seien vermehrte Pausen zu berücksichtigen. Ausserdem sei aufgrund mög
licher Auswirkungen von mentalen Stressoren auf die somatischen Probleme auf eine wohlwollende Umgebung
zu achten
. Die Einschätzung allfälliger Einschrän
kungen durch die aktenkundig postulierte psychische Erkrankung erfolge separat aus neuropsychiatrischer Sicht (S. 3 f.).
In Bezug auf die angestammte Tätigkeit hätten keine arbeitsrelevanten Probleme objektiviert werden können. Die Leistungsbereitschaft des Beschwerdeführers sei zuverlässig, die Konsistenz bei den Tests mässig. Das deutliche Schonverhalten im Bereich des rechten Beins sei nicht in allen Tests beobachtbar gewesen. Die Belastbarkeit liege allgemein im Bereich einer mittelschweren Arbeit (S. 4 Ziff. 3.1). In Bezug auf die angestammte Tätigkeit als Hauswart und unter Berücksichtigung der vom Beschwerdeführer beschriebenen Arbeitsanforde
run
gen ergäben sich rein unter Berücksichtigung der Evaluation der arbeits
be
zogenen funktionellen Leistungsfähigkeit keine Defizite. Als Hauswart sei der Beschwerdeführer ganztags arbeitsfähig (S. 4 Ziff. 3.2). Auch jede andere mittel
schwere Tätigkeit könne dem Beschwerdeführer
– unter Berücksichtigung näher dargelegter Einschränkungen -
ganztags zugemutet werden (S. 4 Ziff. 3.3).
Aus rheumatologisch-orthopädischer und rehabilitationsmedizinischer Sicht würden sich keine spezifischen Empfehlungen ergeben. Aus kardiologischer Sicht bestehe mit der aktuellen Behandlung ein stabiler Zustand (S. 5 Ziff. 4).
Unter Berücksichtigung der chronischen Schmerzstörung im Zusammenhang mit der erworbenen Trigeminusneuralgie und den damit im Zusammenhang stehen
den Schmerzausstrahlungen sowie Beeinträchtigungen, welche sich auch in einer reduzierten Koordination der rechten Hand auswirkten, sei aus neurologischer Sicht in Bezug auf die angestammte Tätigkeit eine 20%ige Leistungsminderung zu bestätigen, umzusetzen am sinnvollsten in Form von vermehrten Pausen von eineinhalb Stunden pro Tag. Unter Berücksichtigung der ungünstigen Wirkung von äusseren Stressfaktoren auf die somatischen Probleme sei auf eine wohl
wollende Arbeitsumgebung zu achten. Aus neuropsychiatrischer Sicht erfolge eine separate Stellungnahme (S. 5 Ziff. 5.1). Auch in einer angepassten Tätigkeit sei von einer 20%igen Leistungsminderung auszugehen (S. 5 Ziff. 5.2).
Die Konsistenz im Verhalten und bei den Tests
s
ei im Wesentlichen gut gewesen, abgesehen von einer nicht konsequenten Schonung im Bereich der rechten Hüfte und Leiste (S. 6 Ziff. 6.2). Es würden verschiedene psychosoziale Belastungen vorliegen, welche jedoch keinen Einfluss auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit hätten (S. 6 Ziff. 6.2.1). Der Beschwerdeführer habe in der Untersuchung im Rahmen seiner Möglichkeiten eine gute Leistungsbereitschaft und Kooperation gezeigt. Bei Überforderungssituationen habe er teilweise
appellativ
und subagg
ressiv reagiert, sich aber durchwegs bereit gezeigt, die Anforderungen der Abklärung zu erfüllen und die notwendigen Informationen zu geben (S. 6 Ziff. 6.2.2).
Aus somatischer Sicht hätten sich keine relevanten Therapieoptionen ergeben. Aus kardiologischer Sicht werde der Beschwerdeführer regelmässig betreut und sei aktuell sowohl von Seiten der koronaren Herzkrankheit wie auch der Rhyth
musstörungen kompensiert und stabil. Die Risikofaktoren würden angegangen, soweit beeinflussbar (S. 6 Ziff. 6.4.1).
3.
13
Im Auftrag des Krankentaggeldversicherers wurde am 2. November 2018 eine ver
sicherungsmedizinische Evaluation des neuropsychiatrischen Funktionspoten
zials durchgeführt. In ihrem Gutachten vom
30. Dezember 2018 (Urk. 7/94/2-
17
)
führten
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie
Dr.
med.
J._
, Fachärztin für Neurologie,
aus,
d
er Beschwer
deführer stehe aktuell unter Medikation mit Antidepressiva, Analgetika, dem
Thrombozytenaggr
e
gationshemmer
Aspirin
cardio
sowie unter
Antiarrhythmika
und
Antihypertensiva
. Zusätzlich erfolge wöchentlich eine fachpsychiatrische Behandlung, die als stützend-
supportiv
und
entlastend erlebt werde, sowie eine regelmässige Physiotherapie dreimal pro Woche (S. 9 unten).
Im Rahmen der eigenen klinischen Exploration zeige sich verhaltensneurologisch ein interaktionell kooperativer Beschwerdeführer, bei dem sich phänomeno
lo
gisch hinsichtlich
depressogener
Kernsymptome relevante affektpathologische Alterationen objektivieren
liessen
. Der Beschwerdeführer wirke in seinen Aus
führungen unstrukturiert, sprunghaft und nicht distanzierungsfähig. Zudem falle er durch eine massive Affektlabilität bis Affektinkontinenz auf, dann aber auch durch eine
Disinhibition
und Indifferenz. Aktuell bestehe keine Selbst- oder Fremdgefährdung. Die berufsbezogene neuropsychologisch-leistungspsycholo
gische Abklärung ergebe im kognitiven Bereich unter Berücksichtigung eines prämorbid mittleren Leistungsprofils sowie ordentlichem Leistungswillen im Untersuchungsgang mittelschwer bis zum Teil schwer eingeschränkte mnestische, exekutive und
attentionale
Funktionen als Folge der affektpathologischen Störung. Eine Interaktion durch vaskuläre Faktoren und dadurch verminderte kognitive Kompensationsmöglichkeiten infolge eingeschränkter kognitiver Res
sour
cen sei anzunehmen. Ein Schädel-MRI zur Beurteilung der Ausprägung einer allfälligen vaskulären
Leukenzephalopathie
und auch allfälliger Hirninfarkte, die frontale und temporale Regelkreise beeinträchtigen könnten, sei bisher aber nicht vorliegend. Ebenso könne eine
hypoxische
Folgeschädigung
bei Status nach Reanimation nicht sicher ausgeschlossen werden, ein dafür typisches
anterograd-amnestisches
Syndrom liege aber nicht vor. Unter Berücksichtigung des im Rahmen der angestammten beruflichen Tätigkeit als Hausmeister geforderten intellektuellen Anspruchsniveaus
mittleren Grades sei gesamthaft von mittel
schweren bis zum Teil schweren kognitiven Einschränkungen auszugehen. Das geforderte körperliche Anspruchsniveau sei als mittelschwer
einzustufen
. Inwie
fern die somatischen Beschwerden relevante Auswirkungen auf die Leistungs
fähigkeit hätten, müsse aus rheumatologisch-orthopädischer Sicht beurteilt werden. Aus kardialer Sicht würden «leichtere wechselbelastende Tätigkeiten» als zumutbar beurteilt. Zusammengefasst würden die psychopathologisch-verhal
tens
neurologischen und neuropsychologisch-leistungspsychologischen Befunde gemäss Mini-ICF-APP für relevante Beeinträchtigungen des psychosozialen Funktionsniveaus qualifizieren, korrelierend zur Beeinträchtigung des globalen Alltagsaktivitätsspektrums. Die «harten» ICF-APP-Fähigkeitsdimensionen wie Planung und Strukturierung von Aufgaben, Flexibilität und Umstellfähigkeit, Durchhaltefähigkeit, Anwendung von fachlichen Kompetenzen, Verkehrsfähig
keit und Entscheidungsfähigkeit, seien allesamt beeinträchtigt. Die Urteilsfähig
keit sei erhalten. Es bestehe demnach keine Diskrepanz zwischen der subjektiven Einschätzung der Arbeitsfähigkeit und den objektiv leistungseinschränkenden Befunden (S. 10).
Als Diagnosen nannten die Gutachter
zusammenfassend
neuropsychologisch-
leistungspsychologisch mittelschwere bis zum Teil schwere neurokognitive Funk
tionsdefizite der mnestischen, exekutiven und
attentionalen
Funktionen als Fol
gen einer affektpathologischen Störung (
S. 11
Ziff. VI). Es könnten im Rah
men der gutachterlichen Momentaufnahme objektiv-verhaltensneurologisch Ver
ände
rungen
festgehalten werden, welche den Stellenwert für die normativ-ver
si
che
rungsmedizinisch geforderte Erheblichkeit von affektpathologischen Altera
tio
nen (und konsekutiver handlungsbegleitender neurokognitiver und psychosozialer Funktionsdefizite) erreichten und damit diagnostisch für eine krankheitswertige Störung im versicherungsmedizinischen Sinne qualifizierten
. Die für die Bemes
sung von Arbeitsfähigkeitsprozenten nach versicherungsmedizinischen Kriterien geforderte klinisch-objektive Schweregradbeurteilung und ressourcenorientierte Beurteilung der psychosozialen Teilhabe und des Aktivitätsspektrums gemäss Mini-ICF-APP implizierten aktuell aus psychiatrischer-psychopathologischer und neuropsychologisch-leistungspsychologischer Sicht für die angestammte Tätig
keit als Hausmeister sowie für jede bildungsadäquate Tätigkeit eine 100%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Zu den zusätzlichen Auswirkungen der kör
perlichen Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit müsse ergänzend aus rheuma
to
logisch-orthopädischer sowie kardiologischer Sicht Stellung genommen werden. Im Hinblick auf allfällige intermittierende vaskuläre Läsionen und hinsichtlich der prognostischen Einschätzung sei ein ergänzendes Schädel-MRI notwendig. Im Sinne einer Tagesstrukturierung sei eine tagesklinische Behandlung inklusive Ergotherapie zwingend. Anschliessend, in zirka drei Monaten, sei eine
Reeva
luation
vorzusehen (
S. 11
Ziff. V).
Bei guter Mitarbeit und guter Leistungs
be
reitschaft hätten sich klinisch-interaktionell und testdiagnostisch/psychometrisch keine Hinweise für forcierte Aggravation oder
simulative
Tendenzen mit bewusstseinsnahen Antwortverfälschungen ergeben (S. 11 Ziff. VII).
3.
14
Dr.
C._
wies am 10. April
2019 darauf hin, dass im Gutachten von PD Dr.
G._
dieselben somatischen Diagnosen
wie in der Stellungnahme des RAD vom 26. November 2018 zum
Y._
-Gutachten genannt würden, jedoch mit anderen medizinischen Ausdrücken und in einer anderen Reihenfolge. Auch falle die strittige somatische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sowohl in bisheriger (0 %) als auch in leidensangepasster Tätigkeit (100 %) gleich aus.
Somati
scher
seits
bringe das Gutachten des Krankentaggeldversicherers keine neuen medi
zinischen Fakten, die nicht bereits in der Stellungnahme des RAD vom 26. November 2018 gewürdigt worden seien (Urk. 7/101 S. 8).
3.
15
Die Gutachter des
Y._
nahmen am 27. August 2019
(Urk. 7/97)
Stellung zum neuropsychologischen Gutachten
sowie der funktionsorientierten medizinischen Abklärung und führten dabei aus, im Zeitpunkt der gutachterlichen Untersuchung hätten sich keine typischen Beschwerden, keine Angina
pectoris
, keine Atemnot, keine belastungsabhängigen Beschwerden und keine Rhythmusstörungen gefun
den. Die Belastungsuntersuchung sei aussagekräftig, die Ausbelastung klinisch und elektrisch negativ
gewesen
und die Ultraschalluntersuchung habe eine normale Pumpfunktion gezeigt. Zudem sei der Beschwerdeführer medikamentös gut eingestellt. Auch Dr.
F._
habe die kardiologische Situation im August 2018 als stabil eingeschätzt. Die Angst des Beschwerdeführers vor eventuell auftretenden Komplikationen sei verständlich und nachvollziehbar, begründe aber aus kardiologischer Sicht keine andere Einschätzung. Insgesamt ergebe sich aus kardiologischer Sicht keine Änderung der gutachterlichen Beurteilung. Be
züglich der psychiatrischen Situation sei im Gutachten dargelegt worden, weshalb keine Diagnosen aus dem
depressiven
Spektrum feststellbar gewesen seien. Neben dem psychopathologischen Befund und dem klinischen Gesamteindruck seien auch und insbesondere die vom Beschwerdeführer verfolgten Interessen und Alltagsgestaltung unpassend zu einer solchen Diagnose gewesen. Auffällig sei, dass drei Monate später, im Rahmen der neuropsychologischen Untersuchung, beispielsweise die Hobb
y
s wie Fischen, Malen, Bauen von Steinskulpturen, Reparaturen im Bastelraum, keine Erwähnung mehr fänden. Aus einem solchen
Aktivitätenniveau
lasse sich keine klinisch manifeste Depression ableiten, ganz zu schweigen von einer Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Auch in der Gestaltung der sozialen Kontakte und Verkehrsfähigkeit werde der Beschwerdeführer nun anders zitiert (S.
2). Die allfällige Bedeutung psychosozialer Belastungsfaktoren für den depressiv anmutenden Zustand sei im nun vorgelegten Gutachten nicht diskutiert worden. Die Möglichkeit einer hirnorganischen Genese sei überlegt, ein MRI jedoch nicht veranlasst worden. Zusammenfassend sei festzustellen, dass das neuropsychologische Gutachten an der psychiatrisch-gutachterlichen Einschät
zung nichts ändere. Da sich aber die dortigen Ergebnisse als valide gezeigt hätten, müsste eine weitere Abklärung, beispielsweise mittels MRI des Kopfes, erfolgen. Sollten sich Befunde ergeben, welche die neuropsychologischen Befunde erklären könnten, müsste über die Arbeitsfähigkeit diskutiert und eine erneute psychia
trische Stellungnahme eingeholt werden. Eine vollständige Aufhebung der Arbeitsfähigkeit für jedwede Tätigkeit erscheine jedenfalls nicht nachvollziehbar (S. 3).
3.
16
Nach Eingang der von ihm empfohlenen Stellungnahme durch das
Y._
führte Dr. med.
K._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
aus, ge
mäss der Stellungnahme durch die
Y._
-Gutachter ändere sich aus kardiolo
gischer Sicht nichts an der gutachterlichen Beurteilung. Ergänzende Untersu
chungen durch das
Y._
seien momentan nicht erforderlich. Auch das neuro
psychologische Gutachten ändere nichts an der psychiatrisch-gutachterlichen Einschätzung. In der Stellungnahme würden Überlegungen für weiterführende diagnostische Massnahmen angestellt. Eine eventuelle weitere Diagnostik und Beurteilung müsse den niedergelassenen Behandlern vorbehalten werden. Zu
sam
menfassend könne an der Beurteilung durch den RAD vom 26. November 2018 festgehalten werden (Urk. 7/101 S. 9).
3.
17
In ihrem Bericht vom 13. Dezember 2019 (Urk. 3) nannten
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, und
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Neurochirurgie, folgende Hauptdiagnosen:
-
Lumboischialgie
beidseits bei
-
Osteochondrose
L3 bis S1
-
hochgradige Spinalkanalstenose L3 und L4
-
Fazettengelenksarthrosen
multisegmental
-
Status nach
Fazettengelenksinfiltrationen
L4/5 und L5/S1 beidseits mit positivem Ansprechen
Der Beschwerdeführer
berichte
über die durchgeführten Infiltrationen, welche nur temporär eine Verbesserung erzielt hätten. Die letzte Infiltration habe keine Verbesserung mehr erzielt. Nun habe sich zusätzlich eine Lumbago eingestellt. Er
berichte
über massive Lumbalgien, welche vor allem bei stärkeren Belastungen auftreten würden. Als erste Massnahme hätten sie die Einnahme von
Irfen
zweimal täglich während zwei Wochen verordnet. Zusätzlich seien CT- und Magnetresonanz-Abklärungen sowie eine Wirbelsäulenganzaufnahme veranlasst worden. Das weitere Prozedere richte sich nach den Befunden.
3.
18
Die übrigen bei den Akten liegenden Arztberichte (Urk. 7/16, Urk. 7/29, Urk. 32
/13-14, Urk. 7/37, Urk. 7/51, Urk. 7/66) enthalten keine für die Beurtei
lung der vorliegend strittigen Fragen relevanten Angaben und insbesondere keine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, so dass auf deren detaillierte Wiedergabe ver
zichtet werden kann.
4.
4.1
Der Beschwerdeführer kritisiert das Gutachten des
Y._
und macht geltend,
die Einschränkungen aufgrund der kardialen Situation seien nicht angemessen berücksichtigt worden. Unbestritten
und aufgrund der Akten ausgewiesen
ist, dass der Beschwerdeführer an einer koronaren Herzkrankheit leidet. Sowohl der
Y._
-Gutachter als auch Dr.
F._
, welcher den Beschwerdeführer im Auf
trag des Krankentaggeldversicherers untersucht hatte, gehen jedoch davon aus, dass
der Beschwerdeführer medikamentös optimal eingestellt und
die kardiale Situation
seit März 2018
stabil ist (Urk. 7/81 S. 10 Ziff. 4.5, Urk. 7/94/18-46 S. 6 Ziff. 6.4.1).
Die bestehenden Einschränkungen wurden im
Y._
-Gutachten inso
fern berücksichtigt, als die Arbeitsfähigkeit in der relativ schweren körperlichen Tätigkeit als Hauswart auf lediglich 70 % festgesetzt und beim Belastungsprofil schwerere Arbeiten mit Lasten von über 25 kg als nicht mehr zumutbar erachtet
wurden (E. 3.1
0
).
Wie die
Y._
-Gutachter in ihrer Stellungnahme vom 27. August
2019 zu Recht festgestellt hatten, ist die Angst des Beschwerdeführers vor erneuten kardialen Komplikationen nachvollziehbar und verständlich
(E. 3.
15
)
. Derzeit liegen jedoch keine
Hinweise auf weitergehende Einschränkungen vor.
Ebenso kann der Argumentation des Beschwerdeführers, wonach das Gutachten bezüglich der depressiven Störung nicht umfassend sei, nicht gefolgt werden.
Der psychiatrische Gutachter
Dr.
med.
N._
, welcher im Übrigen zusätzlich über einen Facharzttitel in Neurologie verfügt (vgl. Urk. 7/81/86), legte in seinem Teil
gutachten
gestützt auf die vorhandenen Akten, die Eigen- und Fremdanamnese sowie die eigene Befundaufnahme
einlässlich und überzeugend dar, aus welchen Gründen er zu seiner Einschätzung gelangt ist
, wonach die rezidivierende de
pressive Störung derzeit
remittiert
ist
und keine psychiatrischen Diagnosen vor
lie
gen
(Urk. 7/81/72-79)
.
Dass Dr.
N._
keine Tests durchführte, schmälert den Beweiswert des Gutachtens sodann nicht.
Die bundesgerichtliche Rechtsprechung verlangt für die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens einzig eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich aner
kannten Klassifikationssystem (BGE 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6), sie schreibt den Fachärzten jedoch nicht vor, wie sie bei der Exploration vorzugehen haben.
Bemerkenswert ist sodann,
dass
auch
im Gutachten von Dr.
I._
und Dr.
J._
keine psychiatrische Diagnose gestellt wurde (E.
3.
13
)
und der Be
schwerdeführer selbst
im Rahmen des offenen Interviews
offenbar keine kon
krete Diagnose angeben konnte (Urk. 7/81/73 Ziff. 3.1).
Zum von Dr.
I._
und Dr.
J._
geforderten Schädel-MRI ist sodann Fol
gendes festzuhalten: Im Dezember 2016 sowie Januar 2018 wurden MRI-Unter
suchungen des Schädels durchgeführt,
wobei
das MRI aus dem Jahre 2018
im Vergleich zu 2016 einen unverändert unauffälligen intrakraniellen Befund und keine relevanten Stenosen der hirnzuführenden Arterien festhielt. Dies war
so
wohl den
Y._
-Gutachtern
(Urk. 7/81/24 Ziff. 36)
als auch Dr.
I._
und Dr.
J._
bekannt (vgl.
Urk. 7/94
/2-17
S. 3 oben). Im Widerspruch dazu hielten Dr.
I._
und Dr.
J._
fest, ein Schädel-MRI sei bisher nicht vorliegend, und empfahlen hinsichtlich
Verletzungen der Blutgefässe und
der prognostischen Einschätzung
die Durchführung eines ergänzenden Schädel-MRI
(E. 3.
13
)
. Seit der letzten MRI-Untersuchung im Januar 2018 ist jedoch kein Ereignis bekannt, welches ein erneutes MRI als notwendig erscheinen liesse. Die
Y._
-Gutachter sodann hielten nachvollziehbar begründet an ihrer Beurteilung fest und empfahlen lediglich für den Fall, dass ein neuerliches MRI neue Befunde ergeben würde, weitere Stellungnahmen (E. 3.
15
). Insgesamt kann damit auf die Rückweisung der Sache zur Durchführung eines erneuten Schädel-MRI verzichtet werden.
Schliesslich vermag auch der
Einwand des Beschwerdeführers, wonach die
Y._
-Gutachter die Einschätzung durch Dr.
I._
und Dr.
J._
nicht beurteilen könnten, da im Gutachten keine neuropsychologische Einschätzung erfolgt sei und sie sich mit ihren Aussagen fachübergreifend äussern würden (Urk. 1 S. 10
Rz
26), nicht zu überzeugen. Dr.
J._
verfügt über einen Fach
arzttitel in Neurologie, Dr.
I._
über einen solchen in Psychiatrie und Psychotherapie (vgl. Urk. 7/94/2 oben). Damit weisen sie dieselben Qualifikatio
nen vor wie der
Y._
-Gutachter Dr. N._
, welcher Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie zusätzlich für Neurologie ist (vgl. Urk. 7/81/86).
Was sodann den Bericht von Dr.
L._
sowie Dr.
M._
vom 13. Dezember 2019 betrifft, diagnostizierten diese Beeinträchtigungen im Bereich von L3 bis S1 (E. 3.17). Diese Beschwerden sind jedoch nicht neu, sondern waren im Zeitpunkt der Begutachtung bereits bekannt (vgl. Urk. 7/81/49 oben).
Insgesamt erweist sich damit die vom Beschwerdeführer vorgebrachte Kritik am
Y._
-Gutachten als nicht stichhaltig
,
und es kann auf die nachvollziehbare und in allen Teilen überzeugende Beurteilung abgestellt werden.
4.2
Die Beurteilung durch die
Y._
-Gutachter deckt sich sodann weitgehend mit der Einschätzung durch PD Dr.
G._
, welcher sowohl die bisherige Tätigkeit als Hauswart als auch jede andere mittelschwere Tätigkeit als ganztags zumutbar hielt und lediglich aufgrund der neurologischen Schmerzen eine Leistungsmin
derung von 20 % postulierte (E. 3.12). Zu demselben Schluss gelangte sodann auch
die behandelnde Neurologin PD Dr.
D._
, welche aufgrund der Schmerzen eine Arbeitsfähigkeit von 80 % postulierte (E. 3.8)
.
Demgegenüber vermag d
as
Gutachten von Dr.
I._
und Dr.
J._
nicht zu überzeugen. Neben den widersprüchlichen Angaben
zum
Schädel-MRI er
scheint auch nicht nachvollziehbar, aus welchen Gründen selbst
in einer
leidens
angepasste
n
Tätigkeit keine
rlei
Arbeitsfähigkeit mehr bestehen soll.
Zwar haben Dr.
I._
und Dr.
J._
das Gutachten medizinisch-theoretisch detailliert
formuliert
, doch fehlt es an überzeugenden und
plausiblen
Ausführungen dazu, wie sich die festgestellten Befunde und Diagnosen effektiv auf die Arbeits
fähig
keit auswirken
und diese in funktioneller Hinsicht einschränken
. Insgesamt ver
mag daher die Beurteilung durch Dr.
I._
und Dr.
J._
nicht zu über
zeugen.
4.3
Der medizinische Sachverhalt ist daher als dahingehend erstellt zu betrachten, dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Hauswart seit
Novem
ber 2016
nicht mehr zugemutet werden kann
. I
n einer
körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit mit Heben und Tragen von Lasten bis 15 kg, ohne Tätigkeiten in und über Kopfhöhe sowie ohne
Tätigkeiten unter extremen Tem
peraturschwankungen wie
Hitze, Kälte und Nässe ist der Beschwerdeführer jedoch vollumfänglich arbeitsfähig
.
5.
5.1
In seiner Beschwerde machte der Beschwerdeführer sodann geltend, aufgrund seines fortgeschrittenen Alters sei zu prüfen, ob eine entsprechende Anpassungs- und Umstellungsfähigkeit für die Einführung in einen neuen Tätigkeitsbereich noch gegeben sei (E. 2.2).
Das
trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten keine übermässigen Anforderungen zu stellen sind (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 9C_118/2015 vom 9. Juli 2015 E. 2.1 mit Hinweis).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zu
mutbar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalles ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesund
heitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbei
tungs
aufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vor
han
dene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder An
wendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE
138 V 457 E. 3.1 mit Hinweisen). Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht (BGE 138 V 457 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
5.2
Für die Beantwortung der Frage, ob der Beschwerdeführer die ärztlich attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit verwerten kann, sind unter anderem das Alter des Beschwerdeführers und die voraussichtlich verblei
bende Dauer seiner Erwerbstätigkeit von Bedeutung.
Für den Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-) Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, ist auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit abzustellen.
Gemäss
BGE 143 V 431 E. 4.5.1 und BGE 138 V 457 E. 3.4 steht die medizinische Zu
mutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverlässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 13. März 2014 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen). Dies war vorliegend im Zeitpunkt des
Y._
-Gutachtens vom 20. November 2018 der Fall (E. 3.10)
, während die Stellungnahme vom 27. August 2019 (E. 3.15)
lediglich die frühere Beurteilung bestätigte. Der im
Dezember 1961
geborene Be
schwerdeführer war zu diesem Zeitpunkt
57
Jahre alt, womit noch eine Erwerbs
tätigkeit während knapp
acht
Jahren bis zum Erreichen des AHV-Pension
salters in Aussicht stand.
Bis November 2016 war der Beschwerdeführer sodann stets erwerbstätig (vgl. IK-Auszug, Urk. 7/1
0
).
Unter Berücksichtigung der bundesge
richtlichen Rechtsprechung,
gemäss
welcher die Nichtverwertbarkeit der Restar
beits
fähigkeit aufgrund fortgeschrittenen Alters in der Regel eine Ausnahme bleibt (vgl. Marco
Weiss
, Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit aufgrund vorge
rückten Alters – Rechtsprechungstendenzen, SZS 2018, S. 630 ff., S. 640 mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung), lässt das Alter des Be
schwerdeführers für sich alleine nicht auf eine Unverwertbarkeit der Restarbeits
fähigkeit
schliessen
. Da Hilfsarbeiter auf dem hypothetisch ausgeglichenen
Arbeitsmarkt grundsätzlich
alters
unabhängig nachgefragt werden und angesichts der relativ hohen Hürden, die das Bundesgericht für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen entwickelt hat (vgl. Urteil 8C_803/2018 vom 6. Juni 2019 E.
5.3 mit Hinweisen; vgl. Meyer/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Auflage 2014., Art. 28 N 13
f.), ist ein inva
liden
versicherungsrechtlich erheblicher fehlender Zugang zum Arbeitsmarkt zu ver
neinen.
6.
6.1
Es bleibt die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen der bestehenden Einschrän
kungen mittels Einkommensvergleich.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
Dabei ist grundsätzlich
auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des
mutmasslichen
Rentenbeginns, mithin auf das Jahr 2017, abzustellen (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
6.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 144 I 103 E. 5.3, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenver
siche
rung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 f. zu Art.
28a
).
Vor Eintritt des Gesundheitsschadens
arbeitete der Beschwerdeführer in einem vollen Pensum als Hauswart für die
O._
AG
sowie zusätzlich in einem kleineren Pensum für
P._
. Gemäss den Angaben auf dem IK-Auszug erzielte der Beschwerdeführer im Jahre 2015 ein Einkommen von ins
gesamt Fr. 80'403.--, im Jahre 2014 ein solches von Fr. 82'650.-- sowie Fr.
80’450
.-- im Jahre 2013
(Urk. 7/1
0
)
. Unter Berücksichtigung der Nominal
lohnerhöhung (Schweizerischer Lohnindex insgesamt [1939 = 100], Männer;
www.bfs.admin.ch
, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen, detaillierte Daten, Lohnentwicklung) ergibt sich
damit
für das Jahr 2017 ein durchschnitt
liches
Valideneinkommen
in der Höhe von
Fr.
82’352
.--.
6.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Nachdem der Beschwerdeführer aktuell keiner Tätigkeit
nachgeht, ist das Inva
lideneinkommen gestützt auf die Tabellenlöhne zu ermitteln. Gemäss der Beur
teilung im
Y._
-Gutachten kann dem Beschwerdeführer eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit mit Heben und Tragen von Lasten bis 15 kg in einem Pensum von 100 % zugemutet werden, wobei Tätigkeiten in und über Kopfhöhe
sowie solche unter extremen Temperaturschwankungen wie Hitze, Kälte und Nässe
vermieden werden sollen (E. 4.3).
Im Jahre 2016 belief sich der Tabellenlohn für Männer, die einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art ausführen, auf Fr. 5'340.-- monatlich (LSE 2016, Tabelle T
A
1, Total, Niveau 1), mithin Fr. 64'080.-- im Jahr (Fr. 5'340.-- x 12). Unter Berücksichtigung einer durch
schnitt
lichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Wochenstunden (betriebs
übli
che
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Total;
www.bfs.admin.ch
, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, detaillierte Daten) sowie der Nominal
lohnerhöhung (Schweizerischer Lohnindex insgesamt [1939 = 100], Männer, Stand 2016: 2239, Stand 2017: 2249;
www.bfs.admin.ch
, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen, detaillierte Daten, Lohnentwicklung) ergibt sich für das Jahr 2017 ein Invalideneinkommen von rund Fr.
67'102.--
(Fr. 64'080.-- : 40 x
41.7 : 2239 x 2249).
6.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör
perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht
sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
In Würdigung der gesamten Umstände erscheinen damit die beim Beschwer
de
führer bestehenden Einschränkungen (nur körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, keine Tätigkeiten in und über Kopfhöhe, keine Tätigkeiten unter extremen Temperaturschwankungen) als bereits in der medizinischen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit enthalten und die Beschwerdegegnerin hat zu Recht keinen weiteren leidensbedingten Abzug vorgenommen (vgl. Urk. 7/57 S. 1).
6.5
Bei einem Invalideneinkommen in der Höhe von Fr. 67'102.-- (vorstehend E. 6.3) sowie einem
Valideneinkommen
von Fr.
82’352
.-- (vorstehend E. 6.2) ergibt sich
insgesamt
eine Einkommenseinbusse von Fr.
15’250
.--, was einem rentenaus
schliessenden Invaliditätsgrad von rund 1
9
% entspricht.
Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass selbst wenn gestützt auf die Ausführungen von PD Dr.
D._
sowie PD Dr.
G._
von einer ledig
lich 80%igen Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit auszugehen wäre,
kein Rentenanspruch resultieren würde. Die Einkommenseinbusse würde bei einem
um 20 % reduzierten Invalideneinkommen in der Höhe von Fr. 53'682.-- (Fr. 67'102.-- x 0.8)
insgesamt Fr.
28’670
.-- betragen
, was
einem
rentenaus
schliessenden
Invaliditätsgrad von 3
5
%
entspricht.
Damit erweist sich die angefochtene Verfügung vom 28. November
2019 als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.