Decision ID: 5a3bfd0d-88e8-444a-b6f9-94808a3fa74c
Year: 2021
Language: de
Court: SH_OG
Chamber: SH_OG_001
Canton: SH
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
Die Stadt Stein am Rhein schrieb die Arbeiten des Generalplanerteams für die
baulichen Erweiterungen und Verbesserungen des Alters- und Pflegeheims im se-
lektiven Verfahren öffentlich aus. Sie wies in den Ausschreibungsunterlagen darauf
hin, dass im Rahmen der Präqualifikation die drei bis maximal fünf Generalplaner-
teams, die als am besten geeignet beurteilt würden, zur Abgabe eines Honorar-
angebots und einer Auftragsanalyse eingeladen würden. Innert der Eingabefrist
gingen bei der Vergabestelle neun Bewerbungen ein, darunter diejenige der A. AG.
Der Stadtrat Stein am Rhein beschloss hierauf, vier Teams – darunter eines als
Reserve – für die zweite Verfahrensstufe einzuladen und den andern fünf Be-
werbern – darunter der A. AG – eine Absage zu erteilen. Dementsprechend erteilte
der Stadtrat der A. AG eine Absage, weil ihr Team bezüglich der definierten Eig-
nungskriterien gegenüber andern Bewerbern als weniger geeignet beurteilt worden
sei; der Stadtrat habe die drei Bewerber selektioniert, die bei der Beurteilung der
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Eignungskriterien am besten abgeschlossen hätten. Die A. AG erhob Beschwerde
ans Obergericht mit dem Antrag, sie für die Ausarbeitung einer Auftragsanalyse
und zur Einreichung eines Honorarangebots in der zweiten Stufe der Aus-
schreibung zuzulassen. Das Obergericht wies die Beschwerde ab.

Aus den Erwägungen
2. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Vergabestelle habe bei ihrer
Absage die Begründungspflicht und damit den Anspruch auf rechtliches Gehör ver-
letzt.
In den submissionsrechtlichen Ausführungsbestimmungen wird die Begründungs-
pflicht insoweit konkretisiert, dass die Verfügungen wenigstens summarisch zu
begründen sind. Den nicht berücksichtigten Anbieterinnen und Anbietern sind ins-
besondere auch die wesentlichen Gründe für die Nichtberücksichtigung bekannt-
zugeben (Art. 13 lit. h der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Be-
schaffungswesen vom 25. November 1994 / 15. März 2001 [IVöB, SHR 172.510]
i.V.m. Art. 37 Abs. 2 und Abs. 3 lit. d der Vergaberichtlinien zur Interkantonalen
Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen vom 15. April 2003 [VRöB,
SHR 172.512]). Ein Begründungsmangel kann im Beschwerdeverfahren dadurch
geheilt werden, dass die massgeblichen Gründe in der Beschwerdeantwort der
Vergabebehörde nachgereicht werden. Zur Wahrung des rechtlichen Gehörs ist
der beschwerdeführenden Partei hierauf im Rahmen eines zweiten Schriften-
wechsels nochmals Gelegenheit zur Stellungnahme einzuräumen (OGE 60/2010/1
vom 18. Juni 2010, E. 2, mit Hinweis auf OGE 60/2008/38 vom 26. September
2008, E. 2, Amtsbericht 2008, S. 91 f.).
Die Mitteilung an die Beschwerdeführerin über die angefochtene Verfügung ent-
hielt keine Begründung, sondern nur den Hinweis, dass das Team der Beschwer-
deführerin bezüglich der definierten Eignungskriterien gegenüber andern Bewer-
bern als weniger geeignet beurteilt wurde. Die Namen der drei zur zweiten Stufe
eingeladenen Bewerber und die Begründung für die Nichtberücksichtigung wurden
der Beschwerdeführerin erst nachträglich bekanntgegeben. Die Vergabebehörde
reichte sodann die massgebliche Begründung in der Beschwerdeantwort nach, und
die Beschwerdeführerin hatte Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen. Eine allfäl-
lige Verletzung der Begründungspflicht und damit des Gehörsanspruchs der Be-
schwerdeführerin (Art. 29 Abs. 2 BV) wurde somit geheilt.
3. [...]
4. Die Vergabebehörde hat für die in Frage stehende Beschaffung das se-
lektive Verfahren gewählt. In diesem Verfahren schreibt die Auftraggeberin oder
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der Auftraggeber den geplanten Auftrag öffentlich aus. Alle Anbieterinnen und An-
bieter können einen Antrag auf Teilnahme einreichen. Die Auftraggeberin oder der
Auftraggeber bestimmt aufgrund von Eignungskriterien die Anbieterinnen und An-
bieter, die ein Angebot einreichen dürfen. Die Auftraggeberin oder der Auftrag-
geber kann in der Ausschreibung die Zahl der zur Angebotsabgabe eingeladenen
Anbieterinnen und Anbieter beschränken, wenn sonst die Auftragsvergabe nicht
effizient abgewickelt werden kann. Dabei muss ein wirksamer Wettbewerb ge-
währleistet sein (Art. 12 lit. b IVöB).
4.1. Die Vergabebehörde wies in der Ausschreibung darauf hin, dass maximal
fünf Teilnehmer zugelassen würden. In den Ausschreibungsunterlagen konkreti-
sierte sie das insoweit, dass im Rahmen der Präqualifikation die drei bis maximal
fünf Generalplanerteams, die als am besten geeignet beurteilt würden, zur Abgabe
eines Honorarangebots und einer Auftragsanalyse eingeladen würden. Die be-
kanntgegebene, nach dem Mass der Eignung vorzunehmende Beschränkung auf