Decision ID: eeece955-41b0-5065-a7a3-71ec6d3ddc20
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer, ein aus B._ (C._) stammender
ethnischer Tamile, reichte am (...) ein erstes Asylgesuch in der Schweiz ein.
A.b Mit Verfügung vom 16. April 2019 verneinte die Vorinstanz die Flücht-
lingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte das Asylgesuch ab, ver-
fügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Wegweisungs-
vollzug an. Mit Urteil D-2441/2019 vom 5. Juni 2019 wies das Bundesver-
waltungsgericht die vom Beschwerdeführer gegen diese Verfügung am
20. Mai 2019 erhobene Beschwerde ab.
B.
Der Beschwerdeführer gelangte mit Eingabe vom (...) erneut an das SEM
und führte darin zur Hauptsache an, er engagiere sich für die tamilische
Sache innerhalb der Diaspora. Er sei ein Kommunikator der (D._)
in der Schweiz und in Europa. Als Führer der hiesigen tamilischen Jugend
arbeite er mit zwei von den sri-lankischen Behörden als terroristisch einge-
stuften Organisationen zusammen. Als Kadermitglied der (E._) in
der Schweiz und des (F._) sei er an verschiedenen Projekten gegen
die Machtinhaber in Sri Lanka beteiligt gewesen. Vom (Nennung Funktion)
des F._ ([G._]), welcher von den sri-lankischen Behörden
als Terrorist eingestuft werde, sei er als einer der Hauptdarsteller für einen
satirischen D._-Propaganda-Film gegen die sri-lankische Regie-
rung rekrutiert worden. Der Film sei auf (Nennung Plattform) veröffentlicht
und über (...) Mal angesehen worden. Auf Wunsch der sri-lankischen Be-
hörden respektive wegen Kommentaren im Internet, in denen zu Gewalt
und Hass gegen Tamilen aufgerufen worden sei, sei der Film von dieser
Plattform wieder entfernt worden. Der Film könne jedoch weiterhin im In-
ternet aufgerufen werden. Zudem habe er sich an der Organisation meh-
rerer politischer Veranstaltungen und Demonstrationen in verschiedenen
Schweizer Städten beteiligt. Weiter sei er Mitglied des D._-(Nen-
nung Club) in der Schweiz. Aufgrund seiner Aktivitäten und insbesondere
wegen seiner Mitwirkung im erwähnten Propagandafilm sei er in
H._ angegriffen und Angehörige seiner Familie seien bedroht und
massiv unter Druck gesetzt worden. Er verfüge infolge seiner Tätigkeiten
für mehrere als terroristisch eingestufte Organisationen über ein besonders
heikles politisches Profil und müsse bei einer Rückkehr nach Sri Lanka
flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung befürchten.
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C.
Mit Verfügung vom 24. September 2021 – eröffnet am 1. Oktober 2021 –
stellte das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-
schaft nicht, wies das Mehrfachgesuch ab, verfügte die Wegweisung des
Beschwerdeführers aus der Schweiz und ordnete den Wegweisungsvoll-
zug an.
D.
Gegen die Verfügung des SEM vom 24. September 2021 erhob der Be-
schwerdeführer mit Eingabe vom 29. Oktober 2021 (Poststempel) Be-
schwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Darin beantragte er, es sei die
angefochtene Verfügung aufzuheben, seine Flüchtlingseigenschaft festzu-
stellen und ihm Asyl zu gewähren. Eventuell sei die vorläufige Aufnahme
anzuordnen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er, es sei festzu-
stellen, dass der Beschwerde aufschiebende Wirkung zukomme. Zudem
sei die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und auf die Erhebung
eines Kostenvorschusses sei zu verzichten.
E.
Mit Schreiben vom 1. November 2021 bestätigte das Bundesverwaltungs-
gericht dem Beschwerdeführer den Eingang der Beschwerde.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend –
endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]).
1.2 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-
rung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht einge-
reichte Beschwerde (Art. 108 Abs. 6 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist
einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
D-4770/2021
Seite 4
3.
3.1 Der Beschwerdeführer rügt, das SEM habe sowohl den Untersu-
chungsgrundsatz als auch die Begründungspflicht verletzt. Diese verfah-
rensrechtlichen Rügen sind vorab zu prüfen.
3.1.1 Das Verwaltungs- respektive Asylverfahren wird vom Untersuchungs-
grundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG), wonach die Be-
hörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des
rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen, die für das Verfahren notwen-
digen Unterlagen zu beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abzu-
klären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen hat (BVGE 2015/10
E. 3.2 m.w.H.).
3.1.2 Es ergeben sich nach Prüfung der Akten keine hinreichenden An-
haltspunkte, welche den Schluss zulassen würden, das SEM habe den
Sachverhalt unrichtig oder unvollständig abgeklärt, mithin den Untersu-
chungsgrundsatz verletzt. Zu Recht ging die Vorinstanz vorliegend auf-
grund der Parteiauskünfte und der eingereichten Beweismittel (vgl. Art. 12
Bstn. a und b VwVG) davon aus, dass der rechtserhebliche Sachverhalt
als erstellt gelten könne und keine weiteren Beweismassnahmen zu ergrei-
fen seien. Die Vorinstanz hat sich bei der Prüfung des Mehrfachgesuchs
an den vom Beschwerdeführer vorgebrachten exilpolitischen Aktivitäten
(Darsteller in einem (...) D._-Propagandafilm; Engagement inner-
halb der von den sri-lankischen Behörden als terroristisch bezeichneten
E._ und F._; Mitgliedschaft im [Nennung Club] der
D._) und der deswegen befürchteten behördlichen Repression ori-
entiert und diese entsprechend gewürdigt. Dabei hat es explizit auf die in
diesem Zusammenhang geäusserten Befürchtungen des Beschwerdefüh-
rers sowie die zur Stützung derselben eingereichten Beweismittel Bezug
genommen und sich mit diesen Sachverhaltselementen und den entspre-
chenden Dokumenten auseinandergesetzt. Der Umstand, dass es nach ei-
ner gesamtheitlichen Würdigung der Parteivorbringen zu einem anderen
Schluss als der Beschwerdeführer gelangte, stellt keine unrichtige oder un-
vollständige Feststellung des Sachverhalts oder Verletzung des rechtlichen
Gehörs dar. Mit der Rüge, die Vorinstanz verletze mit der nur lakonischen
Erwähnung des Hauptgrundes für sein neues Gesuch ihre Untersuchungs-
wie auch die Begründungspflicht (vgl. Rechtsmitteleingabe S. 8, zweitletz-
ter Absatz), vermengt der Beschwerdeführer die sich aus dem Untersu-
chungsgrundsatz ergebende Frage der Feststellung des Sachverhalts mit
der Frage der rechtlichen Würdigung der Sache, welche die materielle Ent-
scheidung über die vorgebrachten Asylgründe betrifft. Eine Verletzung der
http://links.weblaw.ch/BVGE-2015/10
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Seite 5
Begründungspflicht ist sodann zu verneinen, weil es dem Beschwerdefüh-
rer möglich war, sich ein Bild über die Tragweite des vorinstanzlichen Ent-
scheides zu machen und diesen – wie die vorliegende Beschwerde zeigt –
sachgerecht anzufechten (vgl. BGE 129 I 232 E. 3.2; 126 I 97 E. 2b).
3.2 Die Rüge der Verletzung formellen Rechts erweist sich als unbegrün-
det. Das sinngemässe Begehren um Rückweisung der Sache an das SEM
(vgl. Rechtsmitteleingabe S. 9, 1. Absatz) ist demzufolge abzuweisen.
4.
4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-
sätzlich Asyl. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft
nachweisen oder zumindest glaubhaft machen. Das Bundesverwaltungs-
gericht hat die Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in
verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Da-
rauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, BVGE 2012/5
E. 2.2).
4.2 Wer sich darauf beruft, dass durch sein Verhalten nach der Ausreise
aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat eine Gefährdungssituation erst ge-
schaffen worden ist, macht sogenannte subjektive Nachfluchtgründe im
Sinne von Art. 54 AsylG geltend. Subjektive Nachfluchtgründe begründen
zwar die Flüchtlingseigenschaft im Sinne von Art. 3 AsylG, führen jedoch
gemäss Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob
sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Stattdessen
werden Personen, welche subjektive Nachfluchtgründe nachweisen oder
glaubhaft machen können, als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (vgl.
BVGE 2009/29 E. 5.1, 2009/28 E. 7.1 m.w.H.).
5.
5.1 Mit der angefochtenen Verfügung qualifizierte das SEM die Eingabe
des Beschwerdeführers vom (...) insgesamt als Mehrfachgesuch und
führte zur Begründung seines Entscheids aus, exilpolitische Aktivitäten ver-
möchten dann eine relevante Furcht vor ernsthaften Nachteilen im Sinne
von Art. 3 AsylG zu begründen, wenn der betroffenen Person seitens der
sri-lankischen Behörden infolgedessen ein überzeugter Aktivismus mit
dem Ziel der Wiederbelebung des tamilischen Separatismus zugeschrie-
ben werde. Tamilische Personen ohne eigene Verbindungen zu den
D._, welche sich exilpolitisch betätigten, würden die Flüchtlingsei-
genschaft in der Regel nicht erfüllen, zumal die ausgeübten Tätigkeiten bei
entsprechendem Profil mehrheitlich als unproblematisch zu werten seien.
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Dies gelte umso mehr, wenn diese Personen – wie auch im Fall des Be-
schwerdeführers – nach Kriegsende im Jahr (...) noch mehrere Jahre in Sri
Lanka hätten leben können, ohne flüchtlingsrechtlich relevante Verfol-
gungsmassnahmen glaubhaft zu machen. Im ersten Asylverfahren sei fest-
gestellt worden, es seien keine hinreichenden Hinweise dafür ersichtlich,
dass der Beschwerdeführer aufgrund einer tatsächlichen oder bloss unter-
stellten Verbindung zu den D._ ins Visier der sri-lankischen Behör-
den geraten sein könnte. Sodann sei nicht in grundsätzlicher Weise zu be-
streiten, dass der Beschwerdeführer in der Schweiz an Veranstaltungen
und Kundgebungen der tamilischen Diaspora teilgenommen und dabei
auch Kontakt zu Personen aus dem direkten Umfeld der D._ gehabt
habe. Es würden aber weder aus der Begründung des Mehrfachgesuchs
noch aus den eingereichten Beweismitteln Anhaltspunkte hervorgehen,
dass er in irgendeiner Weise eine herausragende Rolle in diesen Organi-
sationen beziehungsweise bei diesen Veranstaltungen gehabt hätte oder
sonst auf überdurchschnittliche Art und Weise in Erscheinung getreten
wäre. Die Einträge auf der Internetseite des F._ seien allgemeiner
Natur und ohne jeglichen Bezug zu seiner Person oder seiner angeblichen
Funktion innerhalb derselben. Alleine der angebliche Kontakt mit Perso-
nen, welche in Sri Lanka als Terroristen gesucht würden, stelle keine asyl-
relevante Gefährdung dar. Aus der Mitwirkung in einem Kurzfilm vermöge
er ebenso kein qualifiziertes Risikoprofil abzuleiten. Dies belege besten-
falls, dass er Teil der exilpolitisch aktiven tamilischen Diaspora sei. Weiter
vermöge er die Behauptung, das Video sei (Nennung Anzahl) angesehen
und deshalb von den sri-lankischen Behörden gelöscht worden, nicht wei-
ter zu substanziieren oder zu belegen. Vielmehr sei das Video auch wei-
terhin auf (Nennung Plattform) aufrufbar und sei, seit es dort im (Nennung
Zeitpunkt) eingestellt worden sei, nur knapp (...) Mal angesehen worden.
Insgesamt weise der Beschwerdeführer kein besonders exponiertes Profil
auf, sondern übe vielmehr Unterstützungsleistungen aus. Es sei daher
nicht davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka von
den heimatlichen Behörden als zu jener Gruppe gezählt würde, die den
tamilischen Separatismus wiederaufleben lassen wollten. Die Behauptung,
seine Familie sei wegen seinen exilpolitischen Tätigkeiten bedroht und be-
fragt worden, stelle schliesslich eine blosse Parteibehauptung dar. Auf-
grund dieser Erörterungen seien weder eine Anhörung noch weitere Abklä-
rungen angezeigt. Der Beschwerdeführer erfülle demnach die Flüchtlings-
eigenschaft nicht.
5.2 Der Beschwerdeführer hielt demgegenüber unter Hinweis auf die mit
dem Mehrfachgesuch eingereichten Beweismittel am bisher vorgebrachten
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Sachverhalt und der sich daraus ergebenden Gefährdungslage für seine
Person im Fall einer Rückkehr nach Sri Lanka fest. Entgegen der vor-
instanzlichen Einschätzung verfüge er sehr wohl über ein Profil, das die sri-
lankischen Behörden vermuten lasse, es bestehe eine nahe Verbindung
seiner Person zu den D._ und er sei der Gruppe zuzuordnen, wel-
che den tamilischen Separatismus wiederbeleben wollten. Es sei unzuläs-
sig, wenn die Vorinstanz für die Beurteilung seines Profils auf die Einschät-
zung im vorangegangenen ordentlichen Asylverfahren Bezug nehme, zu-
mal sich sein Profil derart entwickelt habe, dass er zu einer gefährdeten
Person geworden sei. Seine authentischen und glaubhaften Ausführungen
und die zu deren Stützung eingereichten Belege würden eindeutig das Be-
stehen von subjektiven Nachfluchtgründen aufzeigen. Im Weiteren sei die
Menschenrechtslage in Sri Lanka für Angehörige der tamilischen Volks-
gruppe weiterhin prekär. Im Falle einer Rückkehr sei er in flüchtlingsrecht-
lich relevanter Weise gefährdet.
6.
6.1 Die Vorinstanz behandelte die Eingabe des Beschwerdeführers vom
5. Juli 2021 insgesamt als Mehrfachgesuch im Sinne von Art. 111c Abs. 1
AsylG. Gegenstand der Prüfung unter dem Titel des Mehrfachgesuches ist
vorliegend die Frage, ob sich seit dem Urteil des BVGer D-2441/2019 vom
5. Juni 2019, mit dem die Verfügung des SEM vom 16. April 2019 in Bezug
auf die Verneinung der Flüchtlingseigenschaft und die Ablehnung des Asyl-
gesuchs in Rechtskraft erwuchs, neue Sachverhalte ergeben haben und
neue Beweismittel entstanden sind, welche zur Flüchtlingseigenschaft des
Beschwerdeführers führen können. Die Qualifikation als Mehrfachgesuch
ist demnach insofern zutreffend, als der Beschwerdeführer Sachverhalte
und angeblich hierzu dienende Beweismittel geltend macht, die nach dem
Urteil des BVGer D-2441/2019 vom 5. Juni 2019 entstanden sind und neu
aufzeigen sollen, der Beschwerdeführer sei flüchtlingsrechtlich relevanten
Nachteilen oder einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe
oder Behandlung in seinem Heimatland ausgesetzt.
6.2 Bei dem auf dem eingereichten USB-Stick befindlichen Kurzfilm (Nen-
nung Name) – welcher den Angaben des Beschwerdeführers zufolge im
(Nennung Zeitpunkt) gedreht und publiziert worden ist – und den Fotos, die
Ausschnitte aus diesem Film zeigen, sowie den mehreren Mannschafts-
und Einzelfotos von (Nennung Veranstaltungen) des Clubs aus den Jahren
(...), auf welchen auch der Beschwerdeführer zu erkennen ist, handelt es
sich um vor dem Urteilszeitpunkt vom 5. Juni 2019 entstandene Beweis-
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Seite 8
mittel. Aufgrund vorstehender Ausführungen (E. 6.1) wären diese Beweis-
mittel demnach richtigerweise revisionsweise zu prüfen gewesen (Art. 123
Abs. 2 Bst. a BGG). Die Revision hat der rechtlich vertretene Beschwerde-
führer jedoch nicht beantragt. In diesem Zusammenhang ist allerdings fest-
zustellen, dass auch eine Revisionsprüfung zu keinem anderen Ergebnis
betreffend die Erheblichkeit der Beweismittel geführt hätte als zu jenem, zu
dem auch das SEM im Rahmen der Prüfung in der angefochtenen Verfü-
gung gelangte, nämlich, dass diese Beweismittel nicht geeignet sind, ein
auf exponierte und qualifizierte Tätigkeiten basierendes Risikoprofil des
Beschwerdeführers zu begründen. So ist vorab festzuhalten, dass nicht
nachvollziehbar erscheint, dass der Beschwerdeführer – der hier insbeson-
dere wegen seiner Mitwirkung im erwähnten Kurzfilm eine flüchtlingsrecht-
lich relevante Gefährdung für sich ableiten will – seine Mitwirkung als Dar-
steller in einem bereits im (Nennung Zeitpunkt) veröffentlichten Kurzfilm im
Beschwerdeverfahren D-2441/2019 mit keinem Wort erwähnt hatte, ob-
wohl jenes erst am 5. Juni 2019 seinen Abschluss fand. Glaubhaft ent-
schuldbare oder objektiv nachvollziehbare Gründe für die nun nachträgli-
chen und verspäteten Vorbringen wären auch unter revisionsrechtlichen
Voraussetzungen nicht erkennbar. Im Weiteren kann alleine aus der Mit-
wirkung des Beschwerdeführers im erwähnten Kurzfilm kein qualifiziertes
Risikoprofil abgeleitet werden. Wohl stellen diese Aufnahmen – ebenso wie
die angeführte, mit mehreren Fotos belegte Zugehörigkeit zum (Nennung
Club) der D._ in der Schweiz – einen konkreten Beleg dafür dar,
dass sich der Beschwerdeführer in der tamilischen Diaspora aktiv betätigt
respektive betätigt hat. Dass er sich aber durch diese Darstellung eines im
Ausland respektive in der Schweiz ansässigen tamilischen Asylgesuchstel-
lers von anderen exilpolitisch tätigen tamilischen Asylgesuchstellern in ei-
ner Weise abheben würde, welche geeignet wäre, ein entsprechendes Ri-
sikoprofil zu begründen, ist angesichts des Filminhalts zu verneinen. Oh-
nehin dürften sowohl er als auch die übrigen Darsteller kaum identifizierbar
sein, werden doch weder zu Beginn noch am Ende des Kurzfilms deren
Namen erwähnt oder aufgeführt. Dass das Video wegen der hohen Reso-
nanz respektive wegen zunehmenden Hass- und Gewaltkommentaren
nach einer Aufforderung der sri-lankischen Behörden gelöscht worden
wäre, vermochte der Beschwerdeführer weder zu belegen noch in sich wi-
derspruchsfrei darzulegen. So gab er an, der Film sei von der Plattform
entfernt worden, weil die heimatlichen Behörden dies so verlangt hätten,
um demgegenüber vorzubringen, (Nennung Plattform) selber habe den
Beitrag aufgrund vieler aggressiver, gegen die tamilische Volksgemein-
schaft gerichteter Internetkommentare entfernt (vgl. Beschwerde S. 3).
Das Video ist denn auch – wie vom SEM zutreffend erkannt – weiterhin auf
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der erwähnten Plattform abrufbar und seit seiner Einstellung im (Nennung
Zeitpunkt), mithin in den letzten (Nennung Dauer), auch nur knapp (...) Mal
angeklickt worden.
6.3 Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, er sei als Folge seiner Mitwir-
kung im erwähnten Kurzfilm, der im (Nennung Zeitpunkt) auf (Nennung
Plattform) veröffentlicht worden sei, bereits in der Schweiz Drohungen aus-
gesetzt gewesen, weshalb er sich nach H._ begeben, dort aber aus
dem gleichen Grund eines Tages in einem Park angegriffen worden und
daraufhin traumatisiert in die Schweiz zurückgekehrt sei, erweist sich diese
Darstellung in Ermangelung irgendwelcher Belege als blosse Parteibe-
hauptung. Auch wenn nicht auszuschliessen ist, dass sich der Beschwer-
deführer nach Abschluss des ordentlichen Asylverfahrens (Urteil des
BVGer D-2441/2019 vom 5. Juni 2019) allenfalls in H._ aufgehalten
hat (vgl. Vollzugs- und Erledigungsmeldung des SEM vom 4. Juli 2019, wo-
nach der Beschwerdeführer als "verschwunden seit dem [...] gemeldet wor-
den war), erscheint es doch abwegig, dass sich die geschilderte Gewalt
gegen seine Person wegen des Films erst mehr als (Nennung Dauer) nach
der Veröffentlichung des Kurzfilms erstmals manifestiert hätte. Dies gilt
umso mehr, als der Beschwerdeführer den angeführten Zwischenfall in
H._, bei welchem er und ein Kollege von den Aggressoren erheb-
lich misshandelt worden und die Angreifer vor der heranrückenden Polizei
geflohen seien, wie erwähnt mit keinerlei Beweismittel zu belegen vermag,
obwohl er unter den geschilderten Umständen im Besitz entsprechender
Unterlagen (Polizeirapport; medizinische Dokumente u.ä.) sein müsste.
Angesichts dieser Überlegungen und der jeglicher Substanz entbehrenden
Darlegungen ist diesem Vorbringen insgesamt eine flüchtlingsrechtliche
Relevanz abzusprechen.
6.4 Sodann sind auch die vom Beschwerdeführer zur Stützung seines
Mehrfachgesuchs geltend gemachten exilpolitischen Aktivitäten und die
dazu eingereichten Unterlagen nicht geeignet, auf eine aus flüchtlings-
rechtlicher Sicht relevante Gefährdung des Beschwerdeführers bei einer
Rückkehr nach Sri Lanka schliessen zu lassen.
6.4.1 Der Beschwerdeführer vermag aus dem Vorbringen, er sei ein gros-
ser Aktivist für die tamilische Sache innerhalb der sri-lankischen Diaspora
und ein grosser Kommunikator der D._ in Europa und der Schweiz
(vgl. Mehrfachgesuch und Beschwerde, je S. 2), wie auch aus den allge-
meinen Ausführungen zu den D._ und den behördlichen Massnah-
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men gegenüber Angehörigen und Sympathisanten derselben (vgl. Mehr-
fachgesuch S. 3 f., Beschwerde S. 4) nichts zu seinen Gunsten abzuleiten,
zumal damit weder seine geltend gemachten Tätigkeiten als Aktivist (...)
noch sein Vorbringen, er sei ein Kommunikator der D._, belegt wer-
den.
6.4.2 Hinsichtlich der Vorbringen, aufgrund seiner Stellung innerhalb des
F._ sowie der E._ und seiner Verbindungen zu deren Füh-
rungspersonen sei er bei einer Rückkehr einer asylrelevanten Verfolgung
ausgesetzt, fehlen detaillierte Ausführungen zu dieser Verbindung. Die
dem Mehrfachgesuch beigelegten Einträge auf der offiziellen Seite des
F._ im Internet, welche keinen Bezug zum Beschwerdeführer auf-
weisen, oder das pauschale Vorbringen, er habe für die genannten Orga-
nisationen verschiedene, gegen die sri-lankische Regierung gerichtete
Projekte mitgetragen, genügen nicht, um im Rahmen eines Mehrfachge-
suchs eine Gefährdung wegen angeblicher Tätigkeiten für dieselbe zu kon-
kretisieren.
6.4.3 Aus der dem Mehrfachgesuch beiliegenden (Nennung Beweismittel)
geht lediglich hervor, dass die Liste der designierten Personen bezüglich
der "Regulation 4(7) of the United Nations Regulations No. 1 of 2012" er-
weitert worden sei. Diese Liste "of designated persons and entities" enthält
Namen von verbotenen Organisationen und von Personen, die gesucht
werden (vgl. SEM, Notiz Sri Lanka, Lagefortschreibung vom 7. Februar
2020, S. 16). Dabei wird auf der Personenliste auch der – vom Beschwer-
deführer hervorgehobene – G._, wohnhaft in I._, wegen ter-
roristischer Aktivitäten genannt. Daraus alleine lässt sich offensichtlich
keine Verbindung zum Beschwerdeführer respektive zu dessen exilpoliti-
scher Tätigkeit herstellen. Auch die nicht weiter überprüfbare Angabe des
Beschwerdeführers, er sei für den erwähnten Kurzfilm von eben diesem
G._ rekrutiert worden, genügt dazu nicht.
6.4.4 Das vom Beschwerdeführer geschilderte exilpolitische Engagement
– soweit überhaupt belegt – ist, entgegen der in der Beschwerde vertrete-
nen Auffassung, insgesamt als niederschwellig zu qualifizieren und nicht
geeignet, ein Risikoprofil im Sinne der bundesverwaltungsgerichtlichen
Rechtsprechung zu begründen. Es ist daran zu erinnern, dass der Be-
schwerdeführer vor der Ausreise keine politischen Tätigkeiten ausübte,
selbst nie D._-Verbindungen hatte und bei der Ausreise im Jahr (...)
nicht im Fokus der Behörden stand. An dieser Einschätzung vermag auch
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Seite 11
die Rückkehr aus der Schweiz nach einem inzwischen fünfjährigen Aufent-
halt nichts zu ändern.
6.4.5 Soweit der Beschwerdeführer anführt, sein exilpolitisches Engage-
ment habe behördliche Repression seiner Angehörigen in Sri Lanka zur
Folge, ist die diesbezügliche Erwägung des SEM zu bestätigen, wonach
es sich dabei um eine reine Parteibehauptung handelt. Der Beschwerde-
führer hat auch in diesem Zusammenhang keinerlei Belege eingereicht,
welche seine Behauptung in irgendeiner Weise zu stützen vermöchte.
6.4.6 Insgesamt erscheint es somit äusserst unwahrscheinlich, dass der
Beschwerdeführer durch das behauptete exilpolitische Wirken nach Erlass
des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts D-2441/2019 vom 5. Juni 2019
ins Visier der sri-lankischen Behörden geraten ist, zumal aufgrund der be-
reits im erwähnten Urteil D-2441/2019 festgestellten Unglaubhaftigkeit sei-
ner Asylvorbringen nicht davon auszugehen ist, dass er vor der Ausreise
aus Sri Lanka von den heimatlichen Sicherheitsbehörden registriert wor-
den wäre. Im ordentlichen Asyl(beschwerde)verfahren verneinte das Bun-
desverwaltungsgericht sodann gestützt auf seine Rechtsprechung (vgl.
Referenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016) – wie die Vorinstanz im an-
gefochtenen Entscheid zu Recht festhielt – das Vorliegen von Risikofakto-
ren, die auf eine aus flüchtlingsrechtlicher Sicht relevante Gefährdung des
Beschwerdeführers bei einer Rückkehr nach Sri Lanka schliessen lassen
würden (vgl. Urteil des BVGer D-2441/2019 vom 5. Juni 2019).Die sri-lan-
kischen Behörden dürften daher die als niederschwellig zu qualifizierende
exilpolitische Tätigkeit des Beschwerdeführers – sollten sie davon über-
haupt Kenntnis erlangen – kaum als ernsthafte Bedrohung erachten.
6.5 Zum allgemeinen Hinweis auf die schlechte Menschenrechtssituation
für nach Sri Lanka zurückkehrende tamilische Asylsuchende, insbeson-
dere infolge der Machtergreifung des Rajapaksa-Clans, ist festzuhalten,
dass zum heutigen Zeitpunkt kein Grund zur Annahme besteht, dass seit
dem Machtwechsel in Sri Lanka ganze Bevölkerungsgruppen kollektiv ei-
ner Verfolgungsgefahr ausgesetzt wären. Unter diesen Umständen ist im
Einzelfall zu prüfen, ob ein persönlicher Bezug der asylsuchenden Perso-
nen zur Präsidentschaftswahl vom 16. November 2019 respektive deren
Folgen besteht. Einen solchen Bezug vermag der Beschwerdeführer vor-
liegend nicht darzulegen. Die in der Beschwerde (S. 4 und S. 10) erwähn-
ten Medienberichte sind nicht geeignet, am Ergebnis etwas zu ändern.
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Seite 12
6.6 Insgesamt konnte der Beschwerdeführer keine Gründe geltend ma-
chen, welche seine Flüchtlingseigenschaft zu begründen vermöchten. Die
Vorinstanz hat zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und sein Mehr-
fachgesuch abgewiesen.
7.
Lehnt das SEM das Asylgesuch ab, verfügt es in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an. Nachdem der Beschwer-
deführer weder über eine ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch
über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen verfügt, wurde die Weg-
weisung vom SEM zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4;
2009/50 E. 9, je m.w.H.).
8.
8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den
gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG;
Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungs-
vollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts
der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigen-
schaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich
ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24
E. 10.2 m.w.H.).
8.2
8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen
der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den
Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3
AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft,
zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1
AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über
die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25
Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen
Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-
lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-
mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-
handlung unterworfen werden.
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Seite 13
8.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-
rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur
Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem
Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-
dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG
verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren
keine Anwendung finden. Die mit dem Mehrfachgesuch dargelegten Vor-
bringen und Beweismittel rechtfertigen keine andere Einschätzung. Eine
Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter
dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.
8.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer
Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-
ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung
ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für
Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses
müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nachwei-
sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter
oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR
Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06,
§§ 124–127 m.w.H.). Die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka
lässt den Wegweisungsvollzug nach Auffassung des Gerichts – nach wie
vor – nicht als unzulässig erscheinen (vgl. Urteil E- 1866/2015 E. 12.2 so-
wie bspw. Urteil des BVGer D-2287/2019 vom 23. März 2021 E. 9.1.3). Es
ergeben sich aus den Akten auch keine konkreten Hinweise darauf, dass
der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beachtlicher
Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen so
genannten "Background Check" (Befragung und Überprüfung von Tätig-
keiten im In- und Ausland) hinausgehen würden, oder dass er persönlich
gefährdet wäre. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich insgesamt als
zulässig.
8.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-
grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-
dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung
festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige
Aufnahme zu gewähren.
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Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und den
D._ ist im Mai 2009 zu Ende gegangen, und es herrscht weder
Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt (vgl. BVGE 2011/24
E. 13.2.1). Gemäss Rechtsprechung ist der Vollzug von Wegweisungen in
die Nord- und Ostprovinz zumutbar, wenn das Vorliegen der individuellen
Zumutbarkeitskriterien bejaht werden kann (vgl. Urteil E-1866/2015 E.
13.2). Das Bundesverwaltungsgericht hat die Zumutbarkeit des Wegwei-
sungsvollzugs des aus B._ stammenden Beschwerdeführers letzt-
mals in seinem Urteil D-2441/2019 vom 5. Juni 2019 bejaht. An dieser Ein-
schätzung ist weiterhin festzuhalten, zumal der Beschwerdeführer diesbe-
züglich nichts Gegenteiliges vorbringt. Auch die von ihm angeführten aktu-
ellen politischen Entwicklungen in Sri Lanka lassen keine andere Einschät-
zung zu. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung
auch als zumutbar.
8.4 Nach Art. 83 Abs. 2 AIG ist der Vollzug auch als möglich zu bezeichnen,
weil es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der zuständigen Vertretung sei-
nes Heimatstaats die für seine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu
beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; BVGE 2008/34 E. 12).
8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu
Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Entgegen des ent-
sprechenden Rechtsbegehren fällt eine Anordnung der vorläufigen Auf-
nahme somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).
9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
10.
10.1 Mit dem vorliegenden Entscheid in der Hauptsache sind die Verfah-
rensanträge um Feststellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde
und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstands-
los geworden.
10.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten grundsätz-
lich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da die
Beschwerde nicht als von vornherein aussichtslos zu bezeichnen war und
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aufgrund der Akten von der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers auszuge-
hen ist, ist ihm die unentgeltliche Prozessführung gemäss Art. 65
Abs. 1 VwVG zu gewähren, weshalb ihm keine Verfahrenskosten aufzuer-
legen sind.
(Dispositiv nächste Seite)
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