Decision ID: 56901272-8a4a-56cc-b999-6b406a2f5163
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X besitzt den Führerausweis der Fahrzeugkategorie B seit 10. Dezember 1992. Am
20. Juli 2016 wurde ihm der Führerausweis vom Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt
des Kantons St. Gallen (nachfolgend: Strassenverkehrsamt) für einen Monat entzogen,
nachdem er am 6. April 2016 in Götzis (Österreich) innerorts die erlaubte
Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h um 65 km/h überschritten hatte und ihm von der
Bezirkshauptmannschaft Feldkirch mit Bescheid vom 17. Mai 2016 die
Lenkerberechtigung in Österreich für die Dauer von sechs Wochen aberkannt worden
war. Im Informationssystem über die Verkehrszulassung (IVZ; früher:
Administrativmassnahmen-Register; vgl. Art. 89a des Strassenverkehrsgesetzes,
SR 741.01, abgekürzt: SVG) wurde dieser Vorfall als schwere Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften erfasst.
B.- Am 31. Mai 2017, 11.40 Uhr, kam es auf der Inntalautobahn A12 auf dem
Gemeindegebiet Ranggen (Österreich), zu einer weiteren Geschwindigkeitsübertretung.
Dabei wurde mit dem auf die von X geführte Y GmbH eingelösten Geschäftswagen die
signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h um 54 km/h (nach Abzug der
Messtoleranz von 9 km/h) überschritten. Nachdem sich die Bezirkshauptmannschaft
Innsbruck beim Strassenverkehrsamt St. Gallen sowie bei der Y GmbH nach dem
Halter des Fahrzeugs erkundigt hatte, verurteilte diese mit Strafverfügung vom
25. Oktober 2017 den bekanntgegebenen Z wegen Überschreitens der zulässigen
Höchstgeschwindigkeit zu einer Geldstrafe von € 360.– und belegte diesen mit
Bescheid vom 16. März 2018 mit einem zweiwöchigen Lenkverbot für Österreich;
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Letzteres, obwohl Z mit Eingabe vom 14. November 2017 mitteilte, dass zum Zeitpunkt
des Ereignisses nicht er, sondern der Geschäftsinhaber der Y GmbH, X, das fragliche
Fahrzeug gelenkt habe; er legte je eine Kopie von dessen Pass und
Niederlassungsbewilligung bei. Zusätzlich erklärte am 17. November 2017 auch X
gegenüber der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck, dass Z am besagten Tag nicht der
Lenker jenes Fahrzeugs gewesen sei, obwohl dieser normalerweise immer mit jenem
Fahrzeug unterwegs sei. Hierauf erliess die Bezirkshauptmannschaft Innsbruck am
27. Dezember 2017 eine identische Strafverfügung gegen X und sprach diesem
gegenüber mit Bescheid vom 26. März 2018 ein zweiwöchiges Lenkverbot für
Österreich aus. Das auf Z lautende Lenkverbot vom 16. März 2018 wurde mit
separatem Bescheid aufgehoben. Sowohl die Strafverfügung vom 27. Dezember 2017
als auch der Aberkennungsbescheid der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck vom
26. März 2018 wurden X korrekt zugestellt und erwuchsen unangefochten in
Rechtskraft.
C.- Gestützt auf die Mitteilung der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck eröffnete das
Strassenverkehrsamt gegen X ein Administrativmassnahmeverfahren wegen der
Geschwindigkeitsübertretung vom 31. Mai 2017. Es teilte ihm am 18. Mai 2018 mit,
dass die in Österreich begangene Geschwindigkeitsüberschreitung in der Schweiz eine
schwere Verkehrsregelverletzung darstelle und deswegen auch hierzulande ein
Führerausweisentzug vorgesehen sei, stellte ihm einen Führerausweisentzug von
mindestens zwölf Monaten in Aussicht und gewährte ihm das rechtliche Gehör. Nach
der Akteneinsicht beantragte X mit Stellungnahme seines Rechtsvertreters vom
3. August 2018, von einer Administrativmassnahme gänzlich abzusehen. Eventualiter
sei ihm der Führerausweis für die Dauer von vier Monaten zu entziehen. Sinngemäss
brachte er vor, dass nicht von einer zweifelsfreien Sachverhaltsfeststellung durch die
ausländische Behörde ausgegangen werden könne. Auf keiner der bestehenden
Fotoaufnahmen sei er als Lenker zu erkennen. An jenem Tag sei er mit weiteren
Personen mit insgesamt drei Fahrzeugen unterwegs gewesen. Unter den Fahrern sei
jeweils abgewechselt worden, wobei er selbst nie gefahren sei, da er ständig am
Telefonieren gewesen sei. Zum fraglichen Zeitpunkt habe er im Fahrzeug hinter dem
geblitzten Fahrzeug gesessen. Der Grund, weshalb er den Bescheid der
Bezirksmannschaft nicht angefochten habe, habe einzig darin gelegen, dass er sich als
Chef und Inhaber der Y GmbH in der Verantwortung gesehen, zum anderen die
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Konsequenzen in der Schweiz nicht bedacht und schliesslich auch schlicht und einfach
die Beschwerdefrist verpasst habe. Am 7. August 2018 ersuchte das
Strassenverkehrsamt die Bezirkshauptmannschaft Innsbruck um Zustellung der
vollständigen Verfahrensakten. Diese wurden nach Erhalt am 6. September 2018 an X
weitergeleitet. Mit ergänzender Stellungnahme vom 2. November 2018 brachte er vor,
dass auch anhand der Akten der Bezirkshauptmannschaft nicht von einer zweifelsfreien
und vollständigen Sachverhaltsfeststellung der ausländischen Behörde ausgegangen
werden könne. Es sei unverständlich, dass der Behauptung von Z ohne Weiteres
gefolgt worden sei, nachdem dieser am 25. Oktober 2017 klar als Lenker
bekanntgegeben wurde. Mit Verfügung vom 19. November 2018 entzog das
Strassenverkehrsamt X den Führerausweis wegen schwerer Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften für die Dauer von elf Monaten.
D.- Gegen diese Verfügung erhob X mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom
4. Dezember 2018 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission des Kantons St.
Gallen (VRK). Er beantragte, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei die
angefochtene Verfügung der Vorinstanz vom 19. November 2018 aufzuheben. Die
Vorinstanz verzichtete am 14. Januar 2019 auf eine Stellungnahme.
Auf die Ausführungen des Rekurrenten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum
Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur Rechtsmittelerhebung ist gegeben. Der
Rekurs vom 4. Dezember 2018 ist rechtzeitig eingereicht worden und erfüllt in formeller
und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den
Rekurs ist einzutreten.
2.- a) Gemäss Art. 16 Abs. 2 SVG wird nach Widerhandlungen gegen die
Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das Verfahren nach dem
Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 ausgeschlossen ist, der Lernfahr- oder
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Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das Gesetz
unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG) und
schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine leichte Widerhandlung begeht, wer
durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer
hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG).
Ist die Verletzung der Verkehrsregeln grob und wird dadurch eine ernstliche Gefahr für
die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen, ist die Widerhandlung
schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer
durch Verletzung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft
oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Von einer mittelschweren
Widerhandlung ist immer dann auszugehen, wenn nicht alle privilegierenden Elemente
einer leichten und nicht alle qualifizierenden Bestandteile einer schweren
Widerhandlung erfüllt sind (vgl. Botschaft, in: BBl 1999 S. 4487).
b) Nach einer Widerhandlung gegen die Vorschriften des Strassenverkehrs im Ausland
wird der Führerausweis (in der Schweiz) entzogen, wenn im Ausland ein Fahrverbot
verfügt wurde und die Widerhandlung nach den Artikeln 16b und 16c SVG als
mittelschwer oder schwer zu qualifizieren ist (Art. 16c Abs. 1 SVG). Wer in Österreich
ein Motorfahrzeug lenkt, ist dem österreichischen Strassenverkehrsrecht unterworfen.
Die Strassen- und Verkehrsverhältnisse in den Nachbarstaaten der Schweiz
entsprechen ebenso wie deren Verkehrsordnungen weitgehend den hiesigen. Es
besteht daher grundsätzlich kein Anlass, für das in der Schweiz durchzuführende
Verwaltungsverfahren nicht auf einen in Rechtskraft erwachsenen österreichischen
Massnahmeentscheid abzustellen (Urteil des Bundesgerichts [BGer] 1C_33/2018 vom
6. Juli 2018 E. 2.2 mit Hinweis auf 1C_271/2014 vom 20. Februar 2015 E. 2.4).
Der Rekurrent rügt eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz.
Insbesondere bestreitet er, am 31. Mai 2017 Lenker des massgeblichen Fahrzeugs
gewesen zu sein, als dies – bei einer signalisierten Geschwindigkeit von 100 km/h – mit
einer Geschwindigkeit von 154 km/h (nach Abzug der Messtoleranz von 9 km/h)
gemessen wurde. Auf diesen Einwand ist vorab einzugehen.
3.- a) Der Rekurrent wurde mit Strafverfügung der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck
vom 27. Dezember 2017 mit € 360.– gebüsst, weil er am 31. Mai 2017 um 11.40 Uhr
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auf der Inntalautobahn A12 die erlaubte Geschwindigkeit von 100 km/h um 54 km/h
überschritten hatte. Die Strafverfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
b) Ein Strafurteil vermag die Verwaltungsbehörde grundsätzlich nicht zu binden.
Allerdings gebietet der Grundsatz der Einheit der Rechtsordnung, widersprüchliche
Entscheide im Rahmen des Möglichen zu vermeiden, weshalb die Verwaltungsbehörde
beim Entscheid über die Massnahme von den tatsächlichen Feststellungen des
Strafrichters nur abweichen darf, wenn sie Tatsachen feststellt und ihrem Entscheid
zugrunde legt, die dem Strafrichter unbekannt waren, wenn sie zusätzliche Beweise
erhebt oder wenn der Strafrichter bei der Rechtsanwendung auf den Sachverhalt nicht
alle Rechtsfragen abgeklärt hat. Die Verwaltungsbehörde hat vor allem auf die
Tatsachen im Strafurteil abzustellen, wenn dieses im ordentlichen Verfahren mit
öffentlicher Verhandlung unter Anhörung von Parteien und Einvernahme von Zeugen
ergangen ist, es sei denn, es bestünden klare Anhaltspunkte für die Unrichtigkeit dieser
Tatsachenfeststellung; in diesem Fall hat die Verwaltungsbehörde nötigenfalls
selbstständige Beweiserhebungen durchzuführen.
Die Verwaltungsbehörde ist unter bestimmten Umständen auch an die
sachverhaltlichen Feststellungen des Strafentscheids gebunden, der im
Strafbefehlsverfahren ergangen ist, selbst wenn er ausschliesslich auf einem
Polizeibericht beruht. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Betroffene weiss oder
wissen muss, dass neben dem Strafverfahren ein Administrativverfahren eröffnet wird
und er es trotzdem unterlässt oder darauf verzichtet, im Rahmen des Strafverfahrens
die ihm garantierten Verteidigungsrechte geltend zu machen. Nach dem Grundsatz von
Treu und Glauben muss der Betroffene nämlich allfällige Verteidigungsrechte und
Beweisanträge im Strafverfahren vorbringen und dort die nötigen Rechtsmittel ergreifen
(BGer 1C_33/2018 vom 6. Juli 2018 E. 3.2 mit Hinweisen zur Rechtsprechung).
Zu prüfen ist, ob im vorliegenden Fall eine Bindungswirkung der Strafverfügung
besteht.
aa) Die Strafverfügung der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck vom 27. Dezember 2017
stützt sich einzig auf die Anzeige der Landesverkehrsabteilung Tirol vom 7. Juni 2017.
Eine Anhörung der Parteien oder Zeugenbefragungen wurden nicht durchgeführt. Der
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Anzeige sind keine Wahrnehmungen von Polizisten an Ort und Stelle oder sonstige
Aussagen von Beteiligten zu entnehmen; die Geschwindigkeitsüberschreitung wurde
hingegen mit einem technischen Messgerät – einem mobilen Radar – festgestellt (vgl.
act. 10/74 f.). Es gibt keinerlei Anhaltspunkte, dass die Messung nicht korrekt
durchgeführt wurde. Im Rekurs wird das Messresultat ebenfalls nicht in Frage gestellt.
Der Rekurrent wurde sowohl in der Strafverfügung vom 27. Dezember 2017 als auch im
Aberkennungsbescheid vom 26. März 2018 auf seine Verteidigungsrechte und allfällige
Rechtsmittelmöglichkeiten aufmerksam gemacht. Es standen ihm mithin dieselben
Verfahrensrechte zu wie in der Schweiz. Die Verfahrensabläufe waren dem Rekurrenten
bereits aus dem früheren, ebenfalls in Österreich gegen ihn geführten Verfahren
bekannt (vgl. act. 10/3 ff.). Er erklärte am 17. November 2017 gegenüber der
Bezirkshauptmannschaft, dass die ursprünglich verdächtigte Person, nicht der Lenker
gewesen sei (act. 10/69), weshalb diese in der Folge von seiner Täterschaft ausging.
bb) Im Rekurs wird erstmals vorgebracht, dass am 31. Mai 2017 nicht er, sondern seine
damals schwangere Freundin die Lenkerin gewesen sei. Der Rekurrent reichte eine
entsprechende schriftliche Erklärung der Partnerin vom 4. Dezember 2018 ein. Dass
diese Bestätigung erst im Rekurs vorgebracht wurde, erklärt der Rekurrent damit, dass
sein Bekannter, welcher ursprünglich verdächtigt worden sei, und er anfänglich
vereinbart hätten, seine damals schwangere Freundin schützen zu wollen. Erst
nachträglich hätten sie realisiert, welche Folgen das festgesetzte Strafmass für den
Bekannten haben würde, da dieser wesentlich häufiger in Österreich unterwegs sei als
der Rekurrent oder dessen Freundin. Es sei deshalb abgemacht worden, dass der
Bekannte gegenüber der Bezirksmannschaft Innsbruck die Wahrheit erklären und
mangels Alternativen den Rekurrenten als Lenker angegeben solle. Dies habe auch der
Rekurrent gegenüber der ausländischen Behörde bestätigt, wobei er weiter ausgeführt
habe, nicht zu wissen, wer der Lenker gewesen sei.
Das Prozessverhalten des Rekurrenten ist widersprüchlich und wirkt konstruiert.
Obwohl er sich gemäss eigenen Angaben als Chef und Geschäftsinhaber in der
Verantwortung gesehen habe, schob er zunächst einen Bekannten als mutmasslichen
Täter vor. Dieser bezeichnete wenig später wiederum den Rekurrenten als
verantwortlichen Lenker (act. 10/66). Nach einem Telefongespräch zwischen dem
Rekurrenten und der Bezirkshauptmannschaft vom 17. November 2017, in welchem er
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bestätigte, dass sein Bekannter zur fraglichen Zeit nicht der Fahrzeuglenker gewesen
sei (act. 10/69), richtete sich die Strafverfügung in der Folge gegen den Rekurrenten,
was nahelegt, dass er sich als verantwortlicher Lenker ausgegeben hatte. Schliesslich
bezeichnete er seine Partnerin als Lenkerin. Diese Sachverhaltsvariante überzeugt
zunächst deshalb nicht, weil sie erst im Rekursverfahren ins Spiel gebracht wurde –
mithin zu einem Zeitpunkt, in welchem feststand, dass es keine Radarfoto des
fehlbaren Lenkers gibt. Zu berücksichtigen ist im Weiteren, dass die Partnerin viel
glimpflicher davonkommen würde als er, weil sie im IVZ nicht eingetragen ist (vgl.
Art. 16c Abs. 2 SVG). Dies lässt vermuten, dass sie die Verantwortung für die
Geschwindigkeitsübertretung übernehmen sollte, obwohl sie diese nicht begangen
hatte. Im Übrigen leuchtet nicht ein, weshalb die schwangere Freundin vor einem
kurzen Fahrverbot in Österreich und einem allenfalls sehr kurzen Führerausweisentzug
in der Schweiz hätte geschützt werden sollen. Schliesslich ist die schriftliche
Bestätigung der Partnerin allein schon wegen deren besonderen Nähe zum
Rekurrenten zurückhaltend zu würdigen. Insgesamt erscheint diese
Sachverhaltsdarstellung nicht als glaubwürdig.
cc) Im Ergebnis bestehen damit keine genügend klaren Anhaltspunkte, dass die
Sachverhaltsfeststellung der österreichischen Strafbehörden unrichtig war. Die
Vorinstanz musste deshalb auch keine eigenen Beweiserhebungen durchführen. Es
verstösst gegen Treu und Glauben, die strafrechtliche Verurteilung zu akzeptieren und
gegen die tatsächlichen Grundlagen im anschliessenden Administrativverfahren
Einwände zu erheben (vgl. BGer 1C_266/2014 vom 17. Februar 2015 E. 2.1.4 mit
Hinweisen auf die Rechtsprechung). Insbesondere mussten dem Rekurrenten aufgrund
des erst zwei Jahre zurückliegenden Verfahrens im Zusammenhang mit der
Geschwindigkeitsüberschreitung in Götzis vom 6. April 2016 die drohenden
administrativen Konsequenzen bewusst sein. Die Vorinstanz hat demnach zu Recht auf
die Tatsachenfeststellungen gemäss österreichischer Strafverfügung abgestellt.
4.- Der Führerausweis kann nach einer Widerhandlung im Ausland dann entzogen
werden, wenn im Ausland ein Fahrverbot verfügt wurde (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG)
und die Widerhandlung nach den Art. 16b und Art. 16c SVG als mittelschwer oder
schwer zu qualifizieren ist (lit. b). Beide Voraussetzungen sind hier erfüllt. Die
Bezirkshauptmannschaft Innsbruck erteilte dem Rekurrenten wegen der
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Geschwindigkeitsüberschreitung vom 31. Mai 2017 am 26. März 2018 ein
zweiwöchiges Fahrverbot auf österreichischem Gebiet (act. 10/94 f.). Der
entsprechende Bescheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Eine
Geschwindigkeitsüberschreitung von 54 km/h auf der Autobahn stellt unabhängig von
den konkreten Umständen in objektiver Hinsicht eine schwere Widerhandlung im Sinn
von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG dar (BGer 1C_335/2011 vom 26. Oktober 2011 E. 2.2 mit
Hinweis auf 1C_83/2008 vom 16. Oktober 2008 E. 2). Dem Lenker kann eine derart
massive Überschreitung nicht verborgen bleiben, weshalb sie zumindest auf grober
Fahrlässigkeit beruht, es sei denn, es bestehe eine Ausnahmesituation (vgl. BGer
1C_263/2011 vom 22. August 2011 E. 2.6 mit Hinweisen). Eine solche Ausnahme ist
nicht ersichtlich und wird auch nicht geltend gemacht.
5.- Bei der Festsetzung der Entzugsdauer sind die Umstände des Einzelfalls zu
berücksichtigen, namentlich die Gefährdung der Verkehrssicherheit, das Verschulden,
der Leumund als Motorfahrzeugführer und die berufliche Notwendigkeit, ein
Motorfahrzeug zu führen (Art. 16 Abs. 3 SVG). Bei einem Führerausweisentzug nach
einer Widerhandlung im Ausland sind zusätzlich die Auswirkungen des ausländischen
Fahrverbots auf die betroffene Person angemessen zu berücksichtigen (BGE 141 II 256
E. 2). Die Mindestentzugsdauer darf unterschritten werden. Bei Personen, die im IVZ
nicht verzeichnet sind, darf die Entzugsdauer das am Begehungsort verfügte
Fahrverbot nicht überschreiten (Art. 16c Abs. 2 SVG). Aus dem gesetzlichen Verweis
auf Art. 16b und Art. 16c SVG und dem Hinweis, dass die gesetzlichen Mindestdauern
unterschritten werden dürfen, ergibt sich, dass grundsätzlich die für Inlandtaten
geltenden Vorschriften anzuwenden sind, sofern sich aus Art. 16c SVG nichts
anderes ergibt (BGer 1C_392/2013 vom 23. Januar 2014 E. 2.2 mit Hinweis auf 1C_47/
2012 vom 17. April 2012 E. 2.2).
Die Mindestentzugsdauer für schwere Widerhandlungen beträgt gemäss Art. 16c
Abs. 2 lit. a SVG drei Monate; sie beträgt mindestens zwölf Monate, wenn in den
vorangegangenen fünf Jahren der Ausweis einmal wegen einer schweren
Widerhandlung oder zweimal wegen mittelschweren Widerhandlungen entzogen war
(Art. 16c Abs. 2 lit. c SVG).
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Der Rekurrent ist im IVZ wegen einer schweren Widerhandlung mit einem einmonatigen
Ausweisentzug vom 20. Juli 2016 verzeichnet (act. 10/37). Das von der
Bezirkshauptmannschaft Innsbruck verfügte zweiwöchige Fahrverbot für Österreich
darf demzufolge überschritten werden. Da der Rekurrent innerhalb von fünf Jahren
erneut eine schwere Widerhandlung begangen hat, beträgt die Mindestentzugsdauer
zwölf Monate (Art. 16c Abs. 2 lit. c SVG). Trotz der massiven
Geschwindigkeitsüberschreitung hat die Vorinstanz von einer Erhöhung der
Mindestentzugsdauer abgesehen. Demgegenüber hat sie das ausländische Fahrverbot
im Umfang eines Monats angerechnet, die Mindestentzugsdauer unterschritten und die
Entzugsdauer auf elf Monate festgesetzt. Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden.
Jedenfalls kann nicht gesagt werden, die Entzugsdauer sei unangemessen hoch,
weshalb diese zu bestätigen ist.
6.- Die Vorinstanz ordnete in Ziffer 2 der angefochtenen Verfügung an, dass der
Rekurrent den Führerausweis und allfällig vorhandene weitere Ausweise bis spätestens
am 19. Februar 2019 abzugeben habe. Hierbei handelt es sich um eine
vollstreckungsrechtliche Anordnung, die separat verfügt werden müsste. Darauf ist
indessen nicht weiter einzugehen, denn der Abgabetermin (19. Februar 2019) ist
vorüber, weshalb Ziffer 2 zufolge Gegenstandslosigkeit aufzuheben ist. Die Vorinstanz
wird einen neuen Abgabetermin festlegen müssen. Allerdings hätte Ziffer 2 der
angefochtenen Verfügung auch aufgehoben werden müssen, wenn die Abgabefrist
nicht bereits abgelaufen wäre; dies ist bei der Kostenverlegung zu berücksichtigen.
7.- Die Kosten des Rekursverfahrens sind dem Rekurrenten zu vier Fünfteln und dem
Staat zu einem Fünftel aufzuerlegen. Denn einerseits unterliegt der Rekurrent in der
Hauptsache und andererseits hat die Vorinstanz die materielle Verfügung
(Führerausweisentzug) in unzulässiger Weise mit der Vollzugsanordnung (Abgabetermin
des Führerausweises) kombiniert. Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.– (vgl. Art. 7
Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12) erscheint angemessen. Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist mit dem Kostenanteil des Rekurrenten von
Fr. 960.– zu verrechnen und im Restbetrag von Fr. 240.– zurückzuerstatten.
Bei diesem Verfahrensausgang ist keine ausseramtliche Entschädigung zuzusprechen
(Art. 98 VRP).bis
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