Decision ID: cc3ddffd-f26b-48dd-99b6-2c90f3845007
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1963 geborene
X._
liess der Schweizerischen
Unfallversicherungsan
stalt
(SUVA) mit Unfallmeldung vom 2
3.
Februar 2011 melden, dass er sich bei seiner Tätigkeit für die
Y._
am 1
6.
November 2010
den zwölften Rückenwirbel gebrochen habe (Urk.
8/9/149). Die SUVA er
brachte in der Folge Taggeldleistungen und kam für die Heilbehandlungskosten auf. Am 1
2.
April 2011
(Eingangsdatum gemäss Aktenverzeichnis)
meldete sich
X._
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/7). Die IV-Stelle holte in der Folge Arztberichte von
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin FMH für Physikalische Medizin, (Be
richt vom 2
8.
Apr
il 2011,
Urk.
8/13) und von Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Neurologie, (Bericht vom 2
9.
Juni 2011,
Urk.
8/15) ein und zog Akten der SUVA bei (
Urk.
8/9
,
Urk.
8/17,
Urk.
8/18 und
Urk.
8/30). Am
4.
Juli 2012 teilte die IV-Stelle
X._
mit, dass Arbeitsvermittlung zurzeit nicht möglich sei (
Urk.
8/33).
Am
8.
November 2012 wurde
X._
von
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traum
a
tologie, vom Regio
nalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-Stelle untersucht (
Bericht vom 2
8.
November 2012,
Urk.
8/43)
. Die IV-Stelle stellte daraufhin
mit Vorbescheid vom 2
3.
Januar 2013 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
8/50). Nachdem
X._
hiergegen am 2
8.
März 2013 Einwand erhoben (
Urk.
8/58) und die SUVA
ihm
mit Verfügung vom 1
2.
September 2013
mit Wirkung ab
1.
August 2012
eine auf einem Invaliditätsgrad von 17
%
basieren
de Rente und eine einer Integritätseinbusse von 7,5
%
entsprechende Entschädi
gung zugesprochen hatte (
Urk.
8/62)
,
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
9.
September 2013 einen invalidenversicherungsrechtlichen Rente
n
an
spruch von
X._
(Urk.
2).
2.
Hiergegen liess
X._
am 1
1.
Oktober 2013
(
Urk.
1)
durch
Fürsprecherin Astrid
Meienberg
Beschwerde
erheben
und
beantragen
,
die Verfügung vom 1
9.
September 2013 sei aufzuheben und
es sei ihm
rückwirkend ab November 2011 eine
Viertelsrente
der Eidgenössischen Invalidenversicherung auszurich
ten.
In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um die Bestellung von Fürsprecherin Astrid
Meienberg
als unentgeltliche Rechtsvertreterin.
Die Beschwerdegegnerin schloss mit
Be
schwerdeantwort
vom 1
4.
November 2013 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was
dem Beschwerdeführer am 19.
November 2013 mitgeteilt wurde (
Urk.
9). Am 2
1.
Januar 2014 liess der Beschwerdeführer mitteilen, dass er rechtsschutzversichert sei, weshalb das Gesuch um unentgeltliche
Rechtsvertre
tung
und unentgeltliche Prozessführung zurückgezogen werde (
Urk.
10). Am
3
1.
Januar 2014 reichte der Beschwerdeführer unter Beilage je eines
Arztbe
richtes
von
Dr.
med.
C._
, F
a
chär
z
tin FMH für Neurologie, (Be
richt vom
3.
Oktober 2013, Urk.
12/1) und von
Dr.
Z._
(
ärztliches Zeugnis
vom 3
0.
Januar 2014,
Urk.
12/2) eine
ergänzende Eingabe
ein (
Urk.
11), zu welcher sic
h die Beschwerdegegnerin am 27.
Februar 2014 vernehmen liess (
Urk.
15). Diese Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer am 2
8.
Februar 2014 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
1
6).
3.
Nachdem die SUVA
dem Beschwerdeführer
in teilweiser Gutheissung
der
von ihm gegen die Verfügung vom 1
2.
September 2013 erhobenen Einsprache
mit
Ein
spracheentscheid
vom 16.
Dezember 2013
– nebst
eine
r
auf einem
In
vali
ditäts
grad
von 17
%
basierenden
Rente
eine auf einer Einbusse der Integrität von 10
%
beruhende
Entschädigung
zugesprochen hatte, wies das hiesige Gericht mit heutigem
Urteil
die vom Beschwerdeführer am 3
1.
Janu
a
r 2014 erhobene Beschwerde ab, soweit
es überhaupt darauf ein
tr
a
t (Prozess-Nr. UV.2014.00025).
4
.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom 19.
Septem
ber 2013 im Wesentlichen davon aus, dass der
Beschwerdeführer seit dem Unfall vom 1
6.
November 2010
nicht mehr in der Lage ist, die ange
stammte Tätigkeit als Gipser auszuüben. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit erachtete die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer hingegen
nach Ablauf des Wartejahres im November 2011 als
zu
80
%
und ab November 2012 als
zu
100
%
arbeitsfähig.
Bei der Berechnung des Invalideneinkommens sei ein behinderungsbedingter Abzug vom Tabellenlohn von 10
%
vorzuneh
me
n
. So ergebe sich ein Invaliditätsgrad von
zunächst 28
%
und hernach von 10
%
. Der Beschwerdeführer habe daher keinen Rentenanspruch (
Urk.
2 und
Urk.
7).
1.2
Der Beschwerdeführer lie
ss hiergegen im Wesentlichen einwenden, er sei in einer behinderungsangepassten Tätigkeit lediglich noch zu 80
%
arbeitsfähig.
Aufgrund seiner multiplen Einschränkungen sei vom Tabellenlohn zudem ein behinderungsbedingter Abzug von 20
%
vorzunehmen. Insgesamt resultiere so
, bei einer Berechnung des Invalideneinkommens gestützt auf den Medianwert für sämtliche Tätigkeiten des Anforderungsniveaus 4
ein Invaliditätsgrad von 41
%
(
Urk.
1
und
Urk.
11
)
.
1.3
In seiner ergänzenden Eingabe vom 3
1.
Januar 2014 (
Urk.
11) brachte der Beschwerdeführer vor, im Nachgang zu seiner Beschwerde habe sich herausge
stellt, dass bei ihm medizinische Befunde vorlägen, welche die
Beschwerdegeg
nerin
nicht mitberücksichtigt habe. Es liege die Vermutung nahe, dass sie ledig
lich die unfallbedingten Einschränkungen in die Beurteilung miteinbezogen und die krankheitsbedingten Einflüsse unberücksichtigt gelassen habe. Es sei davon auszugehen, dass er insbesondere neurologisch nicht ausreichend medizinisch abgeklärt worden sei, weshalb die Angelegenheit zur weiteren medizinischen Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen sei.
1.4
Die Beschwerdegegnerin hielt dem in ihrer Stellungnahme vom 2
7.
Februar 2014 entgegen, dass die degenerativen Veränderungen im Bereich der HWS und LWS im orthopädischen Untersuchungsbericht vom 2
8.
November 2012 als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt und entspre
chend in die versicherungsmedizinische Beurteilung miteinbezogen worden seien. Unter anderem deswegen sei für den Beschwerdeführer lediglich eine an
gepasste Tätigkeit ausführbar. Die Tatsache, dass es sich dabei um unfallfremde Erkrankungen handle, sei für die Invalidenversicherung nicht von Belang (Urk. 15).
2.
2.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs (
Art.
29
Abs.
1 IVG).
2.
2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG (seit 1. Januar 2004: in Verbindung mit
Art.
28
Abs.
2 IVG) aufgrund eines
Ein
kommensvergleichs
zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkom
men
, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Vali
deneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten
und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
3.
3.
1
Dr.
Z._
nannte
mit Bericht
an die Beschwerdegegnerin
vom 2
8.
April 2011 als Diagnose
n
:
p
osttraumatisches
lumbospondylogenes
Syndrom
lumboradikuläre
s
Reizsyndrom beidseits bei Status nach Sturz auf das Gesäss mit stabil
er BWK-12-Fraktur im November 2
010
Osteochondrose
mit bilateraler
Protrusion
L5/S1
c
hronisches
Zervikovert
ebralsyndrom
bei
Diskusprotrusionen
C4/5, C5/6 und C6/7,
s
ubligamentärer
Diskushernie C6/7 und
kombinierte
r
Neuro
foramenstenose
C6/7 beidseits
Der Beschwerdeführer sei seit dem 1
6.
November 2010 zu 100
%
arbeitsunfähig. Es könne mit einer 100%igen Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit gerech
net werden, wobei der Zeitpunkt offen sei (
Urk.
8/13).
3.
2
Vom
6.
April bis 1
9.
Mai 2011 weilte der Beschwerdeführer in der
D._
, wobei die Therapie vom 1
4.
bis 2
5.
April 2011 unterbrochen wurde. Mit Austrittsbericht vom 2
4.
Mai 2011 hielten die Ärzte der
D._
als Diagnosen im Wesentlichen fest:
Leitersturz am 1
6.
November 2010 mit stabiler BWK-12-Fraktur
a
ktuell Fraktur BWK-12 offensichtlich konsolidiert,
Kyphosewinkel
unverändert 12,8
%
, angrenzende Bandscheibenfächer diskret
höhen
gemindert
. Empfehlung: Zunehmend aktivierende und
muskelstabili
sierende
Übungen der BWS und LWS, Wiederaufnahme alltäglicher Belastungen und Heranführen an das vormalige Aktivitätsniveau, schrittweise Reduktion der Schmerzmittel, Arbeitsversuch in zwei bis drei Monaten
periphere
Fazialisparese
rechts
Die Abklärungen betreffend die unfallfremde periphere
Fazialispares
e
rechts seien noch nicht abgeschlossen. Die BWK-Fraktur sei noch nicht konsolidiert. Deshalb könne die Zumutbarkeit noch nicht getestet und definitiv beurteilt wer
den. Die Zumutbarkeit einer behinderungsangepassten Tätigkeit werde daher noch nicht festgelegt. Die angestammte Tätigkeit als Gipser sei nicht mehr zu
mutbar
(
Urk.
8/17/9-25)
.
3.
3
Dr.
A._
diagnostizierte mit Bericht
an die Beschwerdegegnerin vom 29.
Juni 2011:
c
hronische
Zervikalgie
bestehend seit 2007
p
osttraumatische Lumbalgie bei Status nach Sturz aufs Gesäss mit BWK-12-Fraktur am 1
6.
November 2010
Der Beschwerdeführer sei vom 1
3.
Dezember 2010 bis 2
9.
März 2011 bei ihm in Behandlung gewesen.
Er
sei seit dem 1
6.
November 2010 zu 100
%
arbeitsunfä
hig. Ab September 2011 könne mit einer Arbeitsfähigkeit von etwa 50
%
gerech
net werden, wobei eine um 30
%
verminderte Leistungsfähigkeit bestehe (bei Arbeitsfähigkeit von 50
%
). In einer behinderungsangepassten Tätigkeit soll
t
e
ab September 2011
eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
realisierbar sein, dies ohne weitere Einschränkungen (
Urk.
8/15
/1-4
)
.
3.
4
Im August 2011 wurde mit dem Beschwerdeführer im
E._
ein
Arbeitsassessment
durchgeführt. Die mit dem Assessment betrauten Fachpersonen nannten mit Bericht hierzu vom
9.
September 2011 als
arbeitsre
levante
Diagnosen:
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.86)
nach Sturz aus 1,2 Meter mit stabiler BWK-12-Fraktur (
Impressions
fraktur
Boden- und Deckplatte)
Verlaufskontrolle Wirbelsäulenzentrum
F._
am 1
7.
Mai 2011: konsolidierte Fraktur,
Kyphosewinkel
unverändert 12,8°
Fehlform
mit linkskonvexer grossbogiger Skoliose thorakal, akzentu
ierte BWS-Kyphose
dysfunktionales
Copingverhalten
mit
Schonungstendenz
, teilweise iatro
gen gefördert
zervikovertebrales
Schmerzsyndrom (ICD-10 M54.82)
chronische, täglich auftretende
Zephalgien
(ICD-10 R51)
Differentialdiagnose medikamenteninduziert (tägliche Paracetamol-Ein
nahme)
Als weitere Diagnosen nannten
s
ie einen chronischen Nikotinkonsum und eine leichte periphere
Fazialisparese
rechts.
Infolge erheblicher Selbstlimitierung und Inkonsistenz seien die Resultate der ergonomischen Tests für die Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit nicht verwertbar. Es sei anzunehmen, dass die Selbstlimitierung zumindest teilweise durch dysfunktionale
Überzeugungen bezüglich
Umgang
mit den Schmerzen zustande komme. Es sei davon auszugehen, dass bei gutem
Effort
eine bessere Leistung erbracht werden könne, als bei den Tests gezeigt worden sei. Die Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit erfolge daher medizinisch-theoretisch. Eine schwere körperliche Arbeit, wie als Gipser, sei aktuell nach langer Arbeitspause und auf
grund der deutlichen
Dekonditionierung
höchstens in einem geringen Pensum umsetzbar. Durch entsprechende medizinische Massnahmen könn
t
e aber – bei optimaler Kooperations- und Leistungsbereitschaft des Beschwerdeführers – eine Besserung der Klinik und Steigerung der Arbeitsfähigkeit erreicht werden. Inwieweit dies möglich sei, müsse hier offen bleiben und müss
t
e gegebenenfalls nach einigen Monaten konsequentem Training im Rahmen eines Gutachtens bestimmt werden. Infolge der lang dauernden Arbeitsunfähigkeit würden sie einen
schrittweisen
Wiedereinstieg beginnend mit einer Arbeitsfähigkeit von 20
%
(zwei
Halbtage
zur Anpassung und Angewöhnung) mit sukzessiver Stei
gerung in 10%-Schritten alle vier bis sechs Wochen empfehlen. In Bezug auf andere Tätigkeiten sei aufgrund der inzwischen eingetretenen
Dekonditionie
rung
bei langer Arbeitspause von einer reduzierten Leistungsfähigkeit auszuge
hen mit einem vermehrten Pausenbedarf. Daraus ergebe sich eine zumutbare Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von etwa 80
%
. Durch medizinische Massnahmen könn
t
e die Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere Arbeit innerhalb von etwa vier Monaten bis zur vollen Arbeitsfähigkeit gesteigert wer
den (
Urk.
8/
18/
5-10
).
3.
5
Dr.
med. G._
, Assistenzarzt, und
Dr.
m
ed. H._
, Facharzt für Neurochi
rurgie, Oberarzt
Wirbelsäulenchirurgie
, von der
F._
nannten mit Bericht vom 1
4.
Dezember 2011 als Diagnosen:
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom bei
traumatische
r
BWK-12-Fraktur,
Kyphosewinkel
13°, nach Arbeitssturz am 1
6.
November 2010, rechtsbetonte
pseudoradikuläre
Ausstrahlung
chronisch
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom bei
Diskusprotrusionen
C4-C7 ohne sensomotorische Defizite, Differen
tial
diagnose Migräne
segmentale
r
Hypermobilität unteres Drittel der HWS links, am
5.
April 2011 therapeutisch mobilisiert
periphere
Fazialisparese
rechts (Erstdiagnose 1
9.
März 2011)
bei
neurologische
r
Abklärung
Dr.
A._
: EMG,
leichtgradiger
Faseraus
fall
von 50
%
, günstige Prognose
siebentägige
m
Prednisonstoss
100mg täglich: subjektiv keine Ände
rung
Bei anhaltenden Beschwerden sähen sie durch ein operatives Vorgehen im Sinne einer
Vertebrektomie
BWK-12 die Chance für eine Besserung postoperativ bei 60
%
. Auch durch ein weiteres abwartendes, konservatives Vorgehen sei eine Besserung denkbar. Der Beschwerdeführer gebe an, dass eine Operation für ihn nur in Betracht komme, falls er schmerzbedingt nicht mehr gehen könne. Dies sei im Moment nicht der Fall. Sie hätten vereinbart, dass er den weiteren Verlauf beobachten und sich in den nächsten Monaten entscheiden werde,
inwiefern die nun bestehende Lebensqualität für ihn akzeptabel sei. Sie hätten somit die Behandlung vorerst abgeschlossen. Eine Wiedervorstellung erfolge bei Operationswunsch
(
Urk.
8/31/1-2
).
3.
6
Der Beschwerdeführer wurde in
I._
untersucht, unter anderem wurde auch ein MRI angefertigt. Gemäss Bericht des Neurochirurgen
Dr.
J._
vom 1
0.
Januar 2012
hat
der Beschwerdeführer ständig starke Schmerzen im thorakalen Bereich des Rückens, welche während längeren Sit
zens und Stehen
s
an Ort stärker würden. Während längeren Stehens ergäben sich
radikuläre
Symptome im linken Bein. Aus dem MRI ergäben sich keine Hinweise auf einen Bandscheibenschaden. Medulla und
Cauda
seien frei, auch im Bereich des Bruches. Der Abstand zwischen BWK-12 und BWK-11 sei redu
ziert.
Dies verursache die Schmerzen
. Der Beschwerdeführer klage zudem über Nackenschmerzen. Diese seien degenerativ bedingt. Der Beschwerdeführer sei für körperlich schwere Tätigkeiten zu 100
%
arbeitsunfähig, besonders wenn die Arbeit mit längerem Sitzen und dem Heben von Gewichten von mehr als 5 Ki
logramm verbunden sei (
Urk.
8/
31/
6
-7
)
.
3.
7
Am 1
4.
Juni 2012 nahm Kreisarzt
Dr.
med.
K._
, Facharzt FMH für Chi
rurgie,
von
der
SUVA
eine ärztliche Abschlussuntersuchung vor. Es sei nun von einem Endzustand auszugehen
,
und er empfehle
,
den Fall abzuschliessen. Die
SUVA
werde für vier bis sechs Konsultationen pro Jahr sowie für die erforderli
chen Schmerzmittel aufkommen. Bezüglich Arbeitsfähigkeit könne er sich der Einschätzung gemäss
Arbeitsassessment
vom
9.
September 2011 anschliessen. Aus kreisärztlicher Sicht seien folgenden Tätigkeiten zumutbar: leichte bis mit
telschwere, wechselbelastende Tätigkeiten mit maximal zu hantierenden Lasten von 15 Kilogramm. Der Beschwerdeführer sollte die Möglichkeit haben, seine Position häufig zu wechseln. Die Phasen der sitzenden bzw. stehenden Tätig
keiten sollten eine halbe Stunde nicht überschreiten (
Urk.
8/
30/2
-
8
).
3.
8
Dr.
B._
vom RAD diagnostizierte mit
Bericht vom 2
8.
November 2012 mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung der Wirbelsäule mit/bei
Status nach Fraktur BWK-12 mit Defektheilung und Keilwirbelbil
dung
degenerative
n
Veränderungen der distalen LWS ohne Hinweis für
Ner
venwurzelirritation
degenerative
n
Veränderungen der unteren HWS mit
breitbasiger
Dis
kusprotrusion
C6/7 mit möglicher Reizung der Nervenwurzel
ohne motorische Ausfälle der oberen und unteren Extremitäten
fraglichem
belastungsabhängiges sensibles Reizsyndrom beider Arme und des linken Beines
Anhand der vorliegenden medizinischen Berichterstattung und der körperlichen Untersuchung vom
8.
November 2012 sei ein somatischer Gesundheitsschaden ausgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige. In
der
bisherigen Tätigkeit
des Beschwerdeführers
als Gipser bestehe seit dem 1
6.
November 2010
auf Dauer
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. In einer körperlich leichten bis mittel
schweren Tätigkeit ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufige
wir
belsäulenbelastende
Zwangshaltungen und Tätigkeiten
wie
Bücken, Hocken, Überkopfarbeit, Arbeiten in weite
n
Armvorhalt
en
, besteh
e
ab September 2011 eine 80%ige und ab
9.
November 2012 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
Unfall
fremd
seien die degenerativen Erk
rankungen der HWS und LWS (Urk.
8/43
).
3.
9
Dr.
Z._
erklärte mit Bericht an die
Beschwerdegegnerin
vom 1
7.
Mai 2013, der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich seit
ihrer Berichter
stattung im
April 2011 nicht wesentlich verändert.
Der Beschwerdeführer
klage weiterhin über permanente
Zervikalgien
mit Ausstrahlungen in den linken Arm, verbunden mit
Dysästhesien
und
Parästhesien
über
Dermatom
C6 und C
7.
Zusätzlich bestünden
lumbosakrale
Schmerzen mit Ausstrahlungen ins linke Bein über
Dermatom
L4 und L5 mit Hyposensibilität ohne motorischen Ausfall. Vor kurzem habe sich der Beschwerdeführer in seinem Heimatland neu abklären lassen, wobei die zervikalen
Protrusionen
als Diskushernien C3/4, C4/5 und C6/7 beschrieben worden seien mit leichter Kompression der Medulla. Im
thora
kolumbalen
Bereich verspüre der Beschwerdeführer permanente Schmerzen mit nächtlicher Intensivierung bei deutlichem Keilwirbel nach BWK-12-Fraktur mit
Kyphosierung
von 13°, allerdings habe sich die Fraktur bei initialem Verdacht auf Pseudoarthrose verheilt. Der Beschwerdeführer sei nicht in der Lage, kör
perlich belastende Arbeiten auszuüben, aber auch die adaptiere Tätigkeit sei ihm nur mit deutlicher zeitlicher Einschränkung zumutbar (
Urk.
8/
60
).
3.1
0
Dr.
med.
L._
, Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie, nahm am
3.
Oktober 2013 zu der von der
SUVA
in der Verfügung vom 12.
September 2013
vorgenommenen
Beurteilung, welche sich hauptsächlich auf die Einschätzung von
Kreisarzt
Dr.
K._ stützte, Stellung.
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit sei er mit der Beurteilung durch
Dr.
K._
einverstanden, wenn er eine 80%ige Arbeitstätigkeit in leichter bis mittelschwerer wechselbe
lastender Tätigkeit mit Maximallasten von 15 Kilogramm als möglich ansehe. Die
leichtgradige
distal
e
Tetraparese
und die
Hyperrefl
exie
seien nicht auf den Unfall vom 1
6.
November 2010 zurückzuführen. Das Hauptproblem des Be
schwerdeführers sei klar krankheitsbedingt und
habe
keinen Einfluss auf die Leistungspflicht der
SUVA
(
Urk.
3
/
9
)
.
3.1
1
Dr.
C._
diagnostizierte mit Bericht
an
Dr.
L._
vom 3.
Oktober 20
13
(
Urk.
12/1)
:
„
Status nach Sturz am 1
7.
November 2010
(richtig: 1
6.
November 2010)
mit BWK-12-Fraktur
r
esidual
thorakovertebrales
Schmerzsyndrom und
lumbospondyloge
nes
, sowie sekundäres
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom und Kopfschmerzen vom Spannungstyp
k
oitale
Kopfschmerzen
Status nach idiopathischer peripherer
Fazialisparese
rechts 2011 (MRI Schädel am 2
9.
April 2011 unauffällig
)
Okulomotorikstörung
,
leichtgradige
distale
Tetraparese
und
Hyperrefle
xie
, differentialdiagnostisch residual entzündlich-autoimmu
ner Genese
“
Betreffend
d
ie
Frage
nach
der unklaren Symptomatik
im linken Bein
, Zehe IV, er
gäben sich aufgrund der klinischen und elektrophysiologischen Untersu
chungs
befunde keine Anhaltspunkte für eine Läsion im Bereich der
spin
o
thala
mischen
Bahn, eine
lumboradikuläre
Ausfallsymptomatik, eine
Ischiadicuslä
sion
, eine Kompressionsneuropathie oder eine Polyneuropathie. Ein
myoten
dinotisches
Syndrom, einhergehend mit einer intermittierenden Kompressionsneuropathie im Verlauf des
Nervus
ischiadicus
sei
möglich. Es bestehe anamnestisch ein Zustand nach peripherer
idiopathischer
Fazialisparese
rechts, die im Verlauf
regredient
sei. Die Konstellation der Befunde sei unter Berücksichtigung der bereits erfolgten und bei gleichartiger Klinik unauffälligen Darstellungen von Hirnstamm und Cerebellum am ehesten mit einem postentzündlichen,
auto
immunvermittelten
Residualzustand vereinbar
. Bei persistierender lo
k
a
l
er
Schmerz
symptomatik
empfehle sich zum Ausschluss einer fokalen
Myopa
thie
/Myositis eine MRI-Darstellung der BWS und der paravertebralen Muskula
tur mit Kontrastmittel. Labor mit CK, zudem anti-
Gangliosid
und anti-ZNS-An
tikörper sowie Lues- und
Borrelienserologie
.
3.1
2
Dr.
Z._
hielt im zuhanden der
Rechtsvertreterin des Beschwerde
führers
ausgestellten ärztlichen Zeugnis
vom 3
0.
Januar
2014
als Diagnosen im Wesentlichen ein posttraumatisches
thoracolumbospondylogenes
Syndrom, ein chronisches
cervicospondylogenes
Syndrom, ein chronisches
lumboradikuläres
Reizsyndrom, einen Status nach idiopathischer peripherer
Facialisparese
sowie ein asymptomatisches
Vorhofseptumaneurysma
fest. Sie führte weiter aus, dass
der Beschwerdeführer
insbesondere wegen der permanenten Rückenschmerzen seit dem 1
6.
November 2010 zu 100
%
arbeitsunfähig
sei
. Er benötige regel
mässig Analgetika und physikalische Therapie zur Kräftigung und Mobilisation der gesamten Wirbelsäule, allerdings könne die aktive Therapie wegen der wie
derholten Exazerbationen der Lumbalgien und
Thorakalgien
nur limitiert durchgeführt werden (
Urk.
12/2).
4.
4.1
4.1.1
Die Beschwerdegegnerin ging – wie ausgeführt
(E. 1.1)
– in der angefochtenen Verfügung vom
1
9.
September 2013 davon aus, dass der Beschwerdeführer seit dem Unfall vom 1
6.
November 2010 in der angestammten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig
,
jedoch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit nach Ablauf des Wartejahres im November 2011
(vgl. E. 2.1)
zu 80
%
und ab November 2012 zu 100
%
arbeitsfähig ist (
Urk.
2). Die Beschwerdegegnerin stützte sich hierbei im Wesentlichen auf die Beurteilung von
RAD-Arzt
Dr.
B._
vom 2
8.
November 2012 (E. 3.
8
, vgl. Feststellungsblatt,
Urk.
8/48)
.
4.1.
2
Die Ärzte des
RAD
setzen die für die Invaliden
versicherung nach Art. 6 ATSG
massgebende
funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumut
bare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben
(Art.
59
Abs.
2
bis
IVG).
Nach 49 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
können sie die geeigneten Prüfmethoden im Rahmen ihrer medizinischen Fach
kompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (
Abs.
1). Die RAD können bei Bedarf selber ärztliche Untersuchungen von Versicherten durchführen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schrift
lich fest (
Abs.
2). Der RAD-Bericht vo
n Dr.
B._
vom 2
8.
November 2012 (E.
3.8)
stellt einen Bericht nach
Art.
49
Abs.
2 IVV
dar.
Dieser hat, sofern er die
rechtsprechungsgemässen
Anforderungen
an beweistaugliche medizinische Be
richte erfüllt, grundsätzlich Beweiswert (BGE 135 V 254 E. 3.3.2)
.
4.1.3
Dr.
B._
attestierte dem
Beschwerdeführer in
der angestammten Tätigkeit als Gipser
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
, in einer behinderungsangepassten Tätigkeit jedoch ab September 2011
eine
80%
ige
und ab
9.
November 2012
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
.
Der Bericht von
Dr.
B._
vom 2
8.
November 2012 erfüllt die rechtsprechungsgemässen Anforderungen, welche an beweistaugliche medizinische Berichte gestellt werden: Der Bericht ist für die streitigen Belange umfassend, er beruht auf eingehender
fachärztlicher
Untersuchung, er berück
sichtigt auch die geklagten Beschwerden, er ist in Kenntnis der
Vorakten
(Anam
nese)
, insbesondere auch der Ergebnisse der bildgebenden Abklärungen (
Urk.
8/38-40,
Urk.
8/48
/3
-4),
abgegeben worden, er leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen
Situation ein
,
und die darin enthaltenen Schlussfolgerungen sind nachvollzieh
bar begründet (vgl. BGE 125 V 35
1
E. 3a).
Dr.
B._
setzte den Beginn der 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer
behinde
rungsangepassten
Tätigkeit offensichtlich auf den Zeitpunkt des Assessments im
E._
(E. 3.
4
) und
denjenigen der
100%ige
n
Arbeitsfähigkeit auf den Zeitpunkt unmittelbar nach seiner eigenen Untersuchung vom
8.
November 2012
fest
.
De
r
Beginn der 80%igen Arbeitsfähigkeit im Zeitpunkt des Assessment im
E._
scheint schlüssig, hielten die Sa
chverständigen des
E._
für d
ies
en Zeitpunkt doch
für eine behinderungsangepasste Tätigkeit eine 80%ige Arbeitsfähigkeit fest.
Diese 80%ige Arbeitsfähigkeit
wurde
denn vom Beschwerdeführer
zunächst
auch nicht in Frage gestellt (vgl. E. 1.2
und E. 1.3
).
Betreffend Erhöhung der Arbeitsfähigkeit auf 100
%
ab dem Zeitpunkt der Un
ter
suchung durch
Dr.
B._
gilt es zu beachten,
dass
auch die Sachverstän
di
gen des
E._
eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit auf 100
%
bei entsprechen
den medizinischen Massnahmen zumindest für möglich hielten.
D
er
Beschwer
de
führer
trat
im Nachgang zum Assessment im
E._
, wie von den Sachverständi
gen empfohlen (
Urk.
8/18/5-10 Ziffer 6), eine Medizinische Trainingstherapie an (
vgl. Bericht von
Dr.
G._
und
Dr.
med. M._
, Oberarzt Neurochirurgie, von der
F._
vom 1
1.
Oktober 2011,
Urk.
8/26/9
; vgl. auch
Urk.
8/43/2
).
Zusätzlich
trug er auf Anraten der
Dres
.
G._
und
H._
während
einer gewissen Zeit
eine LWS-Bandage (
Urk.
8/31/1-2).
D
ass
Dr.
B._
rund 14 Monate nach dem Assessment
im
E._
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attes
tier
t
e
, steht daher nicht im Widerspruch zur Einschätzung der Sachverständigen des
E._
. Dies gilt umso mehr, als
die
von den Sachverständigen des
E._
attes
tierte Arbeitsunfähigkeit im Wesentlichen durch die
Dekonditionierung
des Beschwerdeführers
begründet war.
Eine
Dekonditionierung
ist
nämlich
bei der Beurteilung der Invalidität, welche
definitionsgemäss
auf Dauer beruht (Invali
dität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit;
Art.
8 ATSG)
,
an sich
ausser
Acht zu lassen (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 884/05 vom
1
5.
März 2006 E. 2.2)
.
Es gilt zudem zu beachten, dass Kreisarzt
Dr.
K._
bereits
im Juni 2012
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer
behinderungsange
passten
Tätigkeit
erhob
(E. 3.
7
)
, wobei a
us dem
betreffenden
Bericht vo
m
1
4.
Juni 2012
keine Anhaltspunkte hervor
gehen
, dass
seines Erachtens
gesamt
medizinisch
bloss
eine
8
0%ige Arbeitsfähigkeit in behinderungsangepasster Tätigkeit
vorliegt (s. E. 4.7)
.
Wie nachfolgend zu zeigen ist, kann offen bleiben, ob nicht auch aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht bereits ab
dem
Zeit
punkt der Untersuchung durch
Dr.
K._
von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in behinderungsangepasster Tätigkeit auszugehen ist, hat d
ies
er doch so oder anders keinen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversi
cherung.
4.2
Der Bericht der Ärzte der
D._
vom 2
4.
Mai 2011 (E. 3.2) wurde zu einem Zeitpunkt verfasst, für welchen
auch
die Beschwerdegegnerin
in
eine
r
behinderungsangepasste
n
Tätigkeit keine verwertbare Arbeitsfähigkeit annahm. Da auch die Ärzte der
D._
davon ausgingen, dass der Beschwer
deführer in einer behinderungsangepassten Tätigkeit wieder eine 100%ige Ar
beitsfähigkeit erreichen könnte, steht ihr Bericht zumindest nicht im Wider
spruch zur Einschätzung von
Dr.
B._
.
4.
3
Der Bericht von
Dr.
Z._
vom
2
8.
April 2011 (E. 3.
1
) steht der Einschätzung
von
Dr.
B._
(80%ige
Arbeitsfähigkeit in
einer
behinderungsangepasste
n
Tätigkeit ab September 2011 und 100%ige Arbeitsfähigkeit ab November 2012
)
ebenfalls nicht entgegen, hielt
Dr.
Z._
doch fest, dass mit einer Wiederauf
nahme der beruflichen Tätigkeit in einem Pensum von 100
%
gerechnet werden könne.
Im Bericht vom 1
7.
Mai 2013 hielt
Dr.
Z._
hingegen in Abweichung zu Dr.
B._
und
Dr.
K._
auch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit ledi
gli
ch eine zeitlich deutlich reduzierte Arbeitsfähigkeit fest (E. 3.
9
). Dr.
Z._
führt
e
dabei nicht an, wie ihres Erachtens eine optimal
behinde
rungsangepasste
Tätigkeit auszusehen hätte
. Da
Dr.
Z._
ausdrücklich
darauf hinwies
, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nicht verän
dert habe (seit April 2011), gehen aus ihrem Bericht keine Anhaltspunkte her
vor, dass sich nach den Untersuchungen durch
Dr.
K._
und
Dr.
B._
eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingestellt
haben könnte
. In Anbe
tracht der Erfahrungstatsache
, dass Hausärzte und behandelnde Spezialärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zwei
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen
(BGE 125 V 351 E. 3b/cc)
, vermag der Bericht von
Dr.
Z._
vom 1
7.
Mai 2013
die
Einschätzung von
Dr.
B._
, 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten, jedoch 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
, nicht in Frage zu stellen.
Im
ärztlichen Zeugnis
vom 3
0.
Januar 2014 attestierte
Dr.
Z._
dem Beschwer
deführer seit dem Unfall vom 1
6.
November 2010 eine
100%ige Ar
beitsunfähigkeit (E.
3.1
2
). Sie erklärte dabei nicht, ob diese Arbeitsunfähigkeit nur für die angestammte, oder auch für angepasste Tätigkeiten gelte.
Dr.
Z._
nannte
in ihrem Bericht keinerlei Befunde.
Dass
das von ihr neu angeführte
Vorhofseptumaneurysma
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
(in einer ange
passten Tätigkeit) haben könnte, lässt sich ihrem ärztlichen Zeugnis nicht ent
nehmen, zumal sie jenes ausdrücklich als „asymptomatisch“ bezeichnete. Die von ihr attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 16. November 2010 begrün
dete sie sodann insbesondere mit den permanenten Rückenschmerzen und wies nur diesbezüglich auf einen weiterhin bestehenden Behandlungsbedarf hin.
Nachdem
Dr.
Z._
überdies
keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes
des Beschwerdeführers sei
t
der Beurteilung durch Dr.
B._
anführt
e
, stellt
ihr
ärztliches
Zeugnis
vom 3
0.
Januar 2014 die Einschätzung von
Dr.
B._
eben
falls nicht in Frage.
4.
4
Dr.
A._
attestierte dem Beschwerdeführer mi
t Bericht vom 2
9.
Juni 2011 (E.
3.
3
) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Ab September 2011 könne mit einer Arbeitsfähigkeit von etwa 50
%
gerechnet werden, wobei eine um 30
%
ver
minderte Leistungsfähigkeit bestehe (bei Arbeitsfähigkeit von 50
%
). In einer behinderungsangepassten Tätigkeit soll
t
e eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
reali
sierbar sein, dies ohne weitere Einschränkungen.
Dr.
A._
legte seinem Bericht an die Beschwerdegegnerin zwei
Bericht
e
an
Dr.
Z._
vom 14.
Dezember 2010
(
Urk.
8/15/7-8)
und vom 3
0.
März 2011
(
Urk.
8/15/5-6)
bei.
Im Bericht vom 3
0.
März 2011 erklärte er: „Vor gut einer Woche trat beim Pati
enten eine periphere
Fa
z
ialisparese
rechts auf. Bei ansonsten normalem
Neuro
status
dürfte es sich um eine kryptogene Form handeln. Das Ausmass der Parese ist als leicht einzustufen, im EMG beträgt der Faserausfall etwa 50
%
. Die Prog
nose ist
damit
günstig, mit einer weitgehenden Ausheilung kann in vier bis sechs Wochen gerechnet werden. Seitens
der Folgen des Sturzes vom 16.
November 2010 ist das Beschwerde
bild unverändert
,
und neurologisch be
stehen nach wie vor keine Hinweise für eine relevante Läsion einer lumbalen oder sakralen Wurzel“. Nachdem
Dr.
A._
gemäss eigenen Angaben den Beschwerdeführer letztmals am 2
9.
März 2011 sah, somit unmittelbar vor der Berichterstattung an
Dr.
Z._
,
ist nicht nachvollziehbar, wie er ohne irgend
welche weiteren Abklärungen, welche zu neuen Erkenntnissen geführt hätten, dem Beschwerdeführer im Juni 2011
in Abweichung zur Berichterstattung an
Dr.
Z._
eine derart weitgehende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attes
tieren konnte. Sein Bericht ist daher nicht nachvollziehbar.
4.
5
Der Bericht der
Dres
.
G._
und
H._
vom 1
4.
Dezember 2011 (E. 3.
5
) steht der Beurteilung von
Dr.
B._
ebenfalls nicht entgegen, machen doch
Dr.
G._
und
Dr.
H._
gar keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers und nennen auch keine Befunde, welche die Einschätzung von
Dr.
B._
in Frage stellen würde
n
.
4.6
Dr.
J._
attestierte dem Beschwerdeführer mit Bericht vom 1
0.
Januar 2012 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für schwere Arbeiten (E. 3.
6
). Zur Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit äusserte er sich nicht. Dass der Beschwerdeführer in
s
einer angestammten Tätigkeit als Gipser zu 100
%
arbeits
un
fähig ist, steht fest. Die Einschätzung von
Dr.
J._
steht somit der Einschätzung von
Dr.
B._
nicht entgegen.
4.7
Dr.
L._
erklärte in seinem Bericht vom
3.
Oktober 2013 (E. 3.1
0
), dass er betreffend Arbeitsfähigkeit mit
Dr.
K._
übereinstimme, soweit er dem Be
schwerdeführer eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in behinderungsangepasster Tätig
keit attestiere.
Dr.
K._
attestierte dem Beschwerdeführer jedoch nicht eine 80
%
ige
, sondern eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in behinderungsangepasster Tätigkeit. So verwies
Dr.
K._
zwar auf das im
E._
durchgeführte Assessment und zitierte die Einschätzung der Sachverständigen des
E._
betreffend Arbeits
fähigkeit wörtlich, gleichzeitig formulierte er jedoch selbst ein
Zumut
barkeits
profil
, in welchem er keine quantitative Einschränkung festhielt.
Dr.
K._
erklärte denn auch, dass der Endzustand erreicht sei
(
Urk.
8/70/38-44)
. Dem würde die von den Sachverständigen des
E._
festgehaltene 80%ige Arbeitsfä
higkeit, die innert einer gewissen Zeit auf 100
%
steigerbar
ist, wider
sprechen.
Da
Dr.
L._
in seinem Bericht keine Be
fun
de
nannte
, welche d
e
n
Ein
schätzung
en
von
Dr.
K._
bzw.
Dr.
B._
entgegenstehen und
eine
quantita
tive
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit rechtfertigen würde
n, stellt sein Bericht die
Annahme
einer 100%igen Arbeitsfähigkeit
nicht in Frage.
4.8
Dr.
C._
machte in ihrem Bericht vom
3.
Oktober 2013
(E. 3.11)
keine Anga
ben zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers. Weitere Abklärungen
der vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden
erachtet
e
Dr.
C._
lediglich bei persistierenden Beschwerden als notwendig („Bei persistierender lokaler Schmerzsymptomatik empfiehlt sich [...]“).
Betreffend die von
Dr.
C._
angeregten Massnahmen gilt es zu beachten, dass bereits
ein
MRI der BWS
erstellt
wurde
(Bericht der
Dres
.
G._
und
H._
vom
3.
November 2011, Urk.
8/31/3-4)
und der Beschwerdeführer eine Lues- und
Borreliosenserologie
im Rahmen der Abklärungen in der
D._
kategorisch ab
ge
lehnt
hatt
e (vgl.
Urk.
8/17/10).
Es liegen
zudem
keinerlei Anhaltspunkte vor, dass der Beschwerdeführer in den mehr als eineinhalb Jahren seit der Untersuchung durch
Dr.
C._
irgendwelche der von ihr angeführten Abklärungen
veranlasst hätte
und hierbei ein
bislang unberücksichtigter
pathologischer Befund erhoben werden
konnte
.
Die vom Beschwerdeführer in seiner ergänzenden Eingabe vom 3
1.
Januar 2014 (
Urk.
11 Seite 2) erwähnten „Missempfindungen beim Gehen im Beckenbereich sowie eine Schwäche und schmerzhafte Missempfindung im linken Bein, einhergehend mit
Kribbelparästhesien
im Fersenbereich, im Bereich
der linken Sohle und der vierten Zehe sowie ein Druck im Gesässbereich“ wur
den von Dr.
C._
unter dem Titel „Zusammenfassung der Anamnese“ ange
führt (Urk. 12/1 S. 1) und sind denn auch längst aktenkundig: Der Beschwer
deführer hatte bereits gegenüber den Ärzten der
F._
über eine ausstrahlende Schmerzsymptomatik ins linke Bein bis zum Fuss Aussenrand (Bericht vom 8. März 2011,
Urk.
8/26/1), über eine fehlende Sensibilität im Be
reich der Zehe IV links (Bericht vom 1
1.
Oktober 2011,
Urk.
11/26/9) sowie über Beschwerden im Bereich des Beckenkamms (Bericht vom
3.
November 2011,
Urk.
8/26/11) geklagt.
Dr.
C._
selbst stellte jedoch, wie erwähnt, – in Ein
klang mit den
Vorakten
sowie den von ihr erhobenen Befunden – fest, dass sich keine Anhaltspunkte für eine Läsion im Bereich der
spinothalamischen
Bahn, eine
lumboradikuläre
Ausfallsymptomatik, eine
Ischiadiskusläsion
, eine
Kom
pressionsneuropathie
oder eine Polyneuropathie ergeben hätten. Die
von
Dr.
C._
genannten
Befunde
ergeben demnach
keine Hinweise auf eine wei
tergehende, als die
bereits
von
Dr.
B._
attestierte Arbeitsunfähigkeit
,
führte
dieser
doch
auch
ein
fra
g
liches belastungsabhängiges
sensibles Reizsyndrom bei
der Arme und des linken Beines
als Diagnose
an
(
Urk.
8/43)
. I
hr Bericht
stellt
die Einschätzung von
Dr.
B._
demnach
ebenfalls nicht in Frage.
4.
9
Nach dem Gesagten steht auf Grund der von der Beschwerdegegnerin vorge
nommen
en
Abklärungen
mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
fest, dass der Beschwerdeführer nach Ablauf des
Wartejah
res
im November 2011 in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu 80
%
und spätestens ab November 2012 zu 100
%
arbeitsfähig war.
5.
5.1
Zur Ermittlung der erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlich bedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist ein Einkommensvergleich vorzunehmen. Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothe
tischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und
Invali
deneinkommen
auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige
renten
wirksame
Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind. Der Beschwerdeführer ist in der angestammten Tätigkeit seit
November 2010
zu 100
%
arbeitsunfähig.
Der hypothetische Rentenbeginn ist somit, nachdem sich der Beschwerdeführer
im
April 2011
zum
Leistungsbe
zug
anmeldete (
Urk.
8/
7
), im
November 2011
.
5.2
Die Beschwerdegegnerin errechnete das
Valideneinkommen
des Beschwerde
führer
s
auf Basis der Tabellenlöhne der vom Bundesamt für Statistik herausge
geben Lohnstrukturerhebung für das Jahr 2010 (LSE 2010), wobei sie der
Berechnung den Medianwert des Einkommens von Arbeitnehmern, welche im Baugewerbe einfache und repetitive ausüben,
in Höhe von Fr. 5‘310.--
zugrunde legte (Tabelle TA1, Anforderungsniveau 4, Ziffer
n
41-43;
Urk.
2
). Dies ist nicht zu beanstanden. In Anpassung an die Nominallohnentwicklung
2011 für Män
ner
von 1
%
(vgl.
Bundesamt für Statistik, Lohnentwicklung 2013
, Tabelle T1.1.10, Baugewerbe, S. 22
)
und unter Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit
im Baugewerbe
im Jahr 2011
von 41,7 Stunden (vgl. die Volkwirtschaft 3/4-2015 Tabelle B9.2, Baugewerbe/Bau)
ergibt sich so
für das Jahr 2011
ein
Valideneinkommen
von Fr.
67‘092.40
(Fr. 5‘310.-- : 40 x 41,7 x 1,01
x 12
)
.
5.3
5.3.1
Für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, sowie das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint, gilt grundsätzlich der von ihr erzielte Verdienst als
Invali
denlohn
. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne beigezogen werden (BGE 126 V 76 E. 3b).
Vorliegend rechtfertigt es sich mit
der
Beschwer
degegnerin
auf die Tabel
l
enlöhne abzustellen, da der Beschwerdeführer keine neue Tätigkeit aufgenommen hat und die ursprüngliche Tätigkeit nicht mehr ausü
ben kann.
Massgebend ist dabei die Tabelle TA
1.
Innerhalb dieser Tabelle ist auf den Medianwert für sämtliche Arbeitnehmer des Anforderungsniveaus 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) abzustellen, und nicht etwa auf denjenigen des verarbeitenden Gewerbes. Es ist daher von einem Bruttomonatslohn von
Fr.
4'901.-- (Tabelle TA1 S. 26) auszugehen. In Anbe
tracht der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2011 für alle Sektoren von 41,7 Stunden (vgl. die Volkswirtschaft 3/4 – 2015, Tabelle B 9.2) und in Anpassung an die Nominallohnentwicklung
für Männer
von 1
%
(
vgl. Bundesamt für Statis
tik, Lohnentwicklung, Tabelle T
1.1.10
,
Total
) ergibt dies für das Jahr 2011
für ein 80%-
Pensum
ein Jahreseinkommen von
Fr.
49‘539.70 (
Fr.
4'901.-- x 12 : 40 x 41,7
x
1,01 x 0,8).
5.3.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
5.3.3
Der Beschwerdeführe
r
konnte im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns nur noch
körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufige wirbelsäulenbelastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten
wie
Bücken, Hocken, Überkopfarbeit, Arbeiten in weite
n
Arm
vorhalt
en
,
in einem Pensum von 80
%
ausüben
(E. 3.8)
. Die
Beschwerdegegne
rin
nahm
deshalb
einen Abzug vom Tabellenlohn von 10
%
vor
(
Urk.
2).
Der Beschwerdeführer war aufgrund der genannten Einschränkungen in der Wahl einer Arbeitsstelle eingeschränkt. Diese Einschränkungen bezogen sich jedoch lediglich auf
die
körperlichen Anforderungen
der zumutbaren Tätigkeit, insbesondere auf die Belastung der Wirbelsäule. Weitere Einschränkungen in der Art der zu verrichtenden Tätigkeit, wie beispielsweise betreffend
Konzentra
tionsvermögen
, lagen nicht
vor
.
Zu b
erücksichtig
en ist jedoch zusätzlich
, dass Teilzeit arbeitende Männer du
rchschnittlich
tiefer
entlöhnt
werden
als Vollzeit tätige (u.a.
Urteil
des Bundesgerichts
9C_481/2011 vom 3
0.
September 2011 E.
3.1.2
und E. 3.4.2.1
)
.
Dies wurde von der Beschwerdegegnerin ausser Acht gelassen. Weitere Abzugsgründe sind nicht vorhanden. Insbesondere kommt im Anforderungsniveau 4 weder der fehlenden Ausbildung des Beschwerdeführers noch der Tatsache, dass er über eine Niederlassungsbewilligung C verfügt, ent
scheidende Bedeutung zu. Insgesamt erscheint deshalb
ein Abzug vom
Tabel
lenlohn
von 15
%
als angemessen. Das Invalideneinkommen belief sich dem
nach im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns auf Fr. 42‘108.75 (
Fr.
49‘539.70 x 0,85).
5.4
Bei einem
V
a
lideneinkommen
von
Fr. 67‘092.40
und einem
Invalideneinkom
men
von Fr. 42‘108.75 resultierte im Zeitpunkt des hypothetischen
Rentenbe
ginns
im November 2011 eine Einkommenseinbusse
von Fr. 24‘983.65
und ein Invaliditätsgrad von
gerundet 37
%
(Fr.
24‘983.65 :
Fr. 67‘092.40). Bei einem Invaliditätsgrad von 37
%
besteht kein Anspruch auf Rentenleistungen
(vgl. E. 2.1)
.
5.5
Nachdem der Beschwerdeführer bei einer Arbeitsfähigkeit von 80
%
in einer behinderungsangepassten Tätigkeit keinen Rentenanspruch hat, kann auch nach Wiedererlangung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in behinderungsangepasster Tätigkeit ein Rentenanspruch ohne Weiteres verneint werden.
5.6
Die Beschwerde erweist sich somit
im Ergebnis
als unbegründet und ist abzu
weisen.
6.
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig v
om Streitwert im Rahmen von Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festge
legt.
Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von
Fr.
7
00.-- als angemes
sen. Ausgangsgemäss ist diese de
m Beschwerdeführer aufzuerlegen.