Decision ID: ea7e009b-d852-498c-a632-503faf7c8a56
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1963 geborene X._ ist gelernte Damenschneiderin und arbeitete vom 1. Januar 1997 bis zum 5. Februar 2007 vollzeitlich als solche in einem Modeladen in Y._
. Am
11. September 2007
meldete sie sich
unter Hinweis auf ein psychisches Leiden sowie Rückenbeschwerden
zum Be
zug von Leis
tungen der Invalidenversicherung an (Urk.
7
/1). Die Sozialversicherungs
an
stalt des Kantons
Z._
klärte die medizinischen und erwerblichen Verhältnisse ab.
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 7/50) ver
neinte sie den Anspruch der Versicherten auf berufliche Massnahmen mit Verfügung vom 7. September 2009 (Urk. 7/53).
Mit Verfügung vom 1. Dezember 2009 sprach sie ihr mit Wirkung ab dem 1. Februar 2008 eine ganze Invalidenrente zu (Urk. 7/59, vgl. auch Urk. 7/55).
1.2
Anlässlich eines im Dezember 2009 mittels Fragebogen betreffend Rentenrevi
sion (Urk. 7/67) eingeleiteten Revisionsverfahrens holte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle), einen Auszug aus dem individuellen Konto der Versicherten (IK-Aus
zug; Urk. 7/68) sowie Berichte der behandelnden Ärzte ein (Urk. 7/69-70, Urk. 7/73) und teilte der Versicherten am 20. Juli 2010 mit, sie habe bei einem unveränderten Invaliditätsgrad von 100 % weiterhin Anspruch auf die bisherige Invalidenrente (Urk. 7/75).
1.3
Im August 2012 leitete die IV-Stelle erneut ein Revisionsverfahren ein, wobei sie die Versicherte den Fragebogen betreffend Rentenrevision ausfüllen liess (Urk. 7/81), Berichte der behandelnden Ärzte zu den Akten nahm (Urk. 7/80, Urk. 7/83, Urk. 7/85), einen IK-Auszug (Urk. 7/82) sowie das Gutachten des A._, vom 3. September 2013 erstel
len liess (Urk. 7/98) und zu letzterem eine Stellungnahme ihres
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
einholte (Urk. 7/100/5-6). Mit Vorbescheid vom 10. April 2014 stellte sie der Versicherten in Aussicht, dass sie ihre bisherige ganze Rente mit Wirkung auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats aufheben werde (Urk. 7/102). Dagegen erhob die Ver
sicherte am 20. Juni 2014 Einwand (Urk. 7/106) und reichte am 30. Oktober 2014 den MRI-Bericht vom 24. September 2014 ein (Urk. 7/107). Im Rahmen des Vorbescheidverfahrens nahm die IV-Stelle weitere Berichte der behan
delnden Ärzte zu den Akten (Urk. 7/110-111, Urk. 7/113, Urk. 7/117). Diese legte sie ihrem RAD zur Stellungnahme vor (Urk. 7/121/3-4). Mit Verfügung vom 22. September 2015 hob sie die bisherige ganze Invalidenrente wie angekündigt auf (Urk. 7/120 = Urk. 2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 23. Oktober 2015 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr weiterhin eine ganze Rente zuzusprechen. Eventualiter seien bei den sie behandelnden Ärzten weitere Verlaufsberichte einzuholen bezie
hungsweise seien weitere Abklärungen
vorzunehmen, insbesondere eine neurologische Abklärung (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 17. November 2015 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Am 29. und am 31. Dezember 2015 sowie am 25. August 2016 reichte die Beschwerdeführerin weitere Arztberichte ein (Urk. 9 bis Urk. 12, Urk. 16 und Urk. 17). Am 13. Januar 2016 und am 19. September 2016 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine Stellung
nahme dazu (Urk. 14 und Urk. 19).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbe
zügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an
sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesund
-
heitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009
,
E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003
,
E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heits
zustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
onsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechts
anspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe
richtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Aus
schlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätz
lich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeich
nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung gestützt auf das A._-Gutachten vom 3. September 2013 auf den Standpunkt, der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich wahrscheinlich ab Dezember 2012, sicher ab Juni 2013, erheblich verbessert. Es sei ihr nun möglich, eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit, welche ohne Überkopfarbeiten, nicht in kniender und hockender Stellung sowie ohne häufiges Treppengehen und Belastungen der Hände ausgeübt werden könne, im Umfang von 80 % in einer Vollzeitstelle auszuüben. Unter Vornahme eines Leidensabzugs von 10 % ermittelte sie einen nicht mehr rentenbegrün
denden Invaliditätsgrad von 32 %. Unter Hinweis auf die RAD-Stellungnah
men vom 9. Februar 2015 sowie vom 7. Juli 2015 verneinte sie eine wesent
liche Veränderung des Gesundheitszustands nach der Begutachtung. Ferner wies sie darauf hin, dass auch der behandelnde Psychiater von einer Verbes
serung des Gesundheitszustands ausgegangen sei, und nahm zu den Einwen
dungen der Beschwerdeführerin gegen das A._-Gutachten Stellung (Urk. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte in ihrer Beschwerdeschrift geltend, das A._-Gutachten sei formell nicht korrekt zustande gekommen und materiell nicht schlüssig (Urk. 1 S. 3). Darin, dass die Fragen an die Gutachterstelle nicht ausformuliert worden seien, sei eine nicht heilbare Verletzung des recht
lichen Gehörs zu erblicken (Urk. 1 S. 4). Ferner seien die Zusatzfragen nicht ausreichend beantwortet worden, beispielsweise die Frage nach einer Verän
derung des Gesundheitszustands (Urk. 1 S. 4 f.). Hinzu komme, dass am 20. Mai 2014 eine - bereits vor der Begutachtung geplante - vierte Rücken
operation durchgeführt worden sei und dass die Degeneration rasch fort
schreite (Urk. 1 S. 3 f.). Weiter brachte sie vor, die Beschwerdegegnerin habe den Untersuchungsgrundsatz sowie den Grundsatz der freien Beweiswürdi
gung verletzt (Urk. 1 S. 4, Urk. 1 S. 7). Am psychiatrischen Teilgutachten bemängelte sie namentlich, dass die Zusatzfragen betreffend somatoforme Schmerzstörung beantwortet worden seien, obwohl keine Diagnose gestellt worden sei, welche unter die pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndro
malen Beschwerdebilder ohne nachweisbare organische Grundlage falle. Fer
ner habe der Gutachter diese Fragen nicht beantwortet, sondern lediglich die Kriterien aufgeführt und verneint (Urk. 1 S. 5). Das rheumatologische Teil
gutachten sei unvollständig und die Gutachterin habe die Akten unvollstän
dig studiert. Insbesondere sei unzutreffend, dass Dr. B._ nie eine Arbeits
unfähigkeit attestiert habe. Mit seiner abweichenden Beurteilung habe sie sich nicht auseinandergesetzt. Ebenso wenig habe sie begründet, weshalb trotz der gestellten Diagnosen eine 80%ige Arbeitsfähigkeit bestehe (Urk. 1 S. 5 f.). Die Ergebnisse der neurologischen Untersuchung seien nicht eindeu
tig und widersprächen jenen der rheumatologischen Untersuchung. Hinzu komme, dass das neurologische Teilgutachten nicht in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden sei und Widersprüche aufweise (Urk. 1 S. 6). Insgesamt sei das A._-Gutachten weder umfassend noch schlüssig. Zudem sei es im Zeit
punkt der Verfügung nicht mehr aktuell gewesen (Urk. 1 S. 6 f.). Die nach der Begutachtung eingetretenen Veränderungen seien vom RAD nicht hinrei
chend geprüft worden (Urk. 1 S. 7). Dadurch, dass sie bezüglich der an der Uniklinik C._ stattfindenden neurologischen Abklärungen der Halswir
belsäule keine weiteren Abklärungen vorgenommen habe, habe die IV-Stelle den Untersuchungsgrundsatz verletzt (Urk. 1 S. 7 f.). Mangels Beweiskraft des A._-Gutachtens sei auf die Beurteilung der behandelnden Ärzte oder auf die Ergebnisse einer allenfalls noch durchzuführenden neurologischen Abklärung
abzustellen (Urk. 1 S. 8).
3.
3.1
3.1.1
V
ergleichszeitpunkt für die revisionsrechtliche Prüfung bildet die Mitteilung
vom
20. Juli 2010. Darin wurde gestützt auf ärztliche Verlaufsberichte von im Vergleich zum Zeitpunkt der Rentenzusprache unveränderten Verhältnis
sen ausgegangen (Urk. 7/75). Anlass zur Rentenzusprache gaben eine mittel
gradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11) sowie eine Lumboischialgie. Massgeblich waren laut dem Case Report der IV-Stelle Z._ vom 7. Dezember 2009 nicht beherrschbare Rückenbeschwerden bei Lockerung des OP-Materials, Materialbruch und -infektion. Nach einer Reoperation mit Versteifung über insgesamt fünf Höhen fand ein langsamer Heilungsprozess statt. Eine erneute Belastbarkeit des Rückens war bis Ende 2009 nicht zu erwarten (Urk. 7/58/4). Aufgrund des sehr ungünstigen Ver
laufs mit stets weiteren erforderlichen Massnahmen nahm der RAD eine 100%ige Erwerbs
unfähigkeit an (Urk. 7/58/6).
3.1.2
Anlässlich der ersten Rentenrevision beurteilte Dr. med. D._, Fach
arzt für Allgemeine Medizin, die Einschränkungen der Beschwerdefüh
rerin noch gleich wie im Jahr 2008 (Urk. 7/69/5), wobei er in seinem Bericht vom 17. Februar 2010 der mittelgradigen depressiven Episode mit soma
tischem Syndrom sowie dem chronischen postoperativen Schmerzsyndrom Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zumass (Urk. 7/69/6). Er attestierte der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 23. April 2008 bis auf Weiteres und führte aus, die Arbeitsfähigkeit sei total eingeschränkt und aktuell in keiner Form denkbar. Sie könne nicht eingegliedert werden (Urk. 7/69/8). Er gab an, möglicherweise werde der nächste operative Eingriff im April 2010 eine Schmerzreduktion herbeiführen (Urk. 7/69/7).
Bezüglich der Arbeitsunfähigkeit gab Dr.
med.
B._
, Facharzt für Ortho
pädische Chirurgie
, am 19. März 2010 an, eine solche sei nicht von ihnen attestiert worden. Während der Hospitalisation vom 28. Februar bis
am 19. März 2008 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden (Urk. 7/70/2). Zudem wies er auf eine bevorstehende Material-Entfernung hin (Urk. 7/70/5).
Dr. med. E._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie
, führte in seinem Bericht vom 19. Mai 2010 aus, durch die chronischen Schmerzen und durch die Depression seien die Anpassungsfähigkeit (Einengung des Denkens) sowie die Belastbarkeit (verminderte Vitalkraft, verminderter Antrieb, schnelle Ermüdbarkeit) der Beschwerdeführerin deutlich eingeschränkt. Dies wirke sich in einem verminderten Leistungsvermögen (Arbeitstempo) und in einer verminderten Belastbarkeit aus. Zurzeit sei auch eine behinderungsan
gepasste Tätigkeit nicht möglich und zumutbar. Nach erneuter stationärer Rehabilitation empfehle er versuchsweise die Integration der Beschwerde
führerin an einem geschützten Arbeitsplatz mit langsamer Steigerung der Belastung auf 50 % (Urk. 7/73/10).
3.2
3.2.1
Im Rahmen des im August 2012 eingeleiteten Revisionsverfahrens
(Urk. 7/80 ff.), das zur angefochtenen Verfügung vom 22. September 2015 (Urk. 2) führte, wurde ein
Verlaufsbericht von Dr.
D._
eingeholt. Dieser hielt fest, der Gesundheits
zu
stand
der Beschwerdeführerin verschlechtere sich (Urk. 7/80/3). Es sei gar keine Tätigkeit möglich (Urk. 7/80/1). Er führte in seinem Bericht vom 1. September 2012 aus, bei der Beschwerdeführerin handle es sich um eine chronische Schmerzpatientin mit glaubhaft prolon
gierter depressiver Entwicklung und konsekutiv somatischem Syndrom. Die alltäglichen Schmerzen und die körperlichen Einschränkungen seien stark störend und hinterliessen einen grossen Leidensdruck. Auch mit Morphinen und Durogesic-Pflastern habe keine Besserung erzielt werden können. Aktu
ell werde sie mit Targin und Antidepressiva behandelt. Die Therapien seien im ambulanten Rahmen vollkommen ausgeschöpft. Die Arthodese der Iliosakral-Gelenke (ISG) beidseits am 4. Mai 2012 habe einen Versuch darge
stellt, die Schmerzen besser zu beherrschen, was aber nicht genügend gelun
gen sei. Zum ganzen Desaster komme nun eine Meniskus-Läsion links dazu, welche durch die Gehstörung zusätzliche lumbale Beschwerden provoziere (Urk. 7/80/4).
3.2.2
Dr. B._ nannte in seinem Bericht vom 2. Oktober 2012 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Teillähmung L3, ein chronisches Schmerzsyn
drom, ein depressives Zustandsbild sowie einen Status nach mehreren LWS-Eingriffen sowie einer ISG-Fusion (Urk. 7/83/1).
3.2.3
Dr. E._ berichtete am 21. Dezember 2012 über eine leichte Besserung der Schmerzsymptomatik sowie eine Stabilisierung der psychischen Verfassung der Beschwerdeführerin. Er diagnostizierte noch eine leichtgradige depressive Episode (ICD-10: F32.0) und erachtete es aufgrund der erreichten Verbesse
rung als möglich, die Beschwerdeführerin in einem geschützten Bereich zu integrieren (Urk. 7/85/6-7), mit langsamer Steigerung der Belastung auf 50 % (Urk. 7/85/9). Dies sei indiziert zur Alltagsstrukturierung sowie zur Aktivie
rung der vorhandenen Ressourcen. Durch die chronischen Schmerzen und die leichte depressive Symptomatik seien die Anpassungsfähigkeit und die Belastbarkeit immer noch deutlich eingeschränkt, jedoch weniger stark als früher (Urk. 7/85/8).
3.2.4
Am 3. September 2013 erstatteten die Ärzte des A._ ein polydisziplinäres Gutachten (Urk. 7/98). Das A._-Gutachten basierte auf einer allgemeininter
nistischen, einer psy
chiatrischen, einer
rheumatologischen und
einer neurolo
gischen
Untersuchung (Urk.
7/98
/2
und Urk. 7/98/8 ff.). Die Gutachter stützten sich auf die anlässlich der Untersuchungen erhobenen Befunde, die Ergebnisse der Anamnese, die vorhandenen Akten sowie auf die Angaben der Beschwerdeführerin. Die Konklusion des Gutachtens ist im Rahmen eines multidisziplinären Konsensus erarbeitet worden. Dabei nannten die A._-Gut
achter als
Diagnosen mit Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10: M54.5), belastungsabhän
gige Gonalgien beidseits (ICD-10: M17.9), ein Belastungsdefizit beider Hände (ICD-10: M15.2) sowie ein chronisches zervikospondylogenes Schmerzsyn
drom (ICD-10: M53.1). Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit massen sie der gegenwärtig remittierten rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10: F33.4), dem Verdacht auf Überlagerung durch eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) sowie dem fortgesetzten Nikotinkonsum mit schädlichem Gebrauch (ICD-10: F17.1)
zu (Urk.
7/98/24-25
).
Sie führten aus, a
us allgemeininter
nisti
scher Sicht
sei die Arbeitsfähigkeit bei der Diagnose eines fortgesetzten Nikotinkonsums, bei einem leichten Über
gewicht und weitgehend unauffälligen Befunden nicht eingeschränkt (Urk. 7/98/10).
Bei der psychiatrischen Untersuchung zeigten sich laut Gutachten
einwand
freie kognitive Funktionen mit während der gesamten Untersuchung erhalte
ner Konzentration und Aufmerksamkeit, unauffälliger Psychomotorik und ausgeglichenem Affekt. Der Gutachter führte aus, die Beschwerdeführerin zeige einen praktisch unauffälligen Psychostatus mit ausgeglichener gefasster und euthymer Verfassung mit guter Schwingungsfähigkeit, lebhafter Mimik und offener sowie freier Kommunikation. Zurzeit sei die depressive Störung somit als remittiert anzusehen
(Urk. 7/
98/12). Dass sie sich noch nicht in der Lage fühle, eine berufliche Tätigkeit aufzunehmen, begründe sie mit der redu
zierten Beweglichkeit im Rücken. Da die
Arbeitsunfähigkeit
aber aktuell nur teilweise mit den somatischen Befunden erklärt werden könne, sei von einer zusätzlichen psychischen Überlagerung im Sinne einer somatoformen Schmerzstörung auszugehen. Diese sei nur leicht ausgeprägt und eine aus
nahmsweise Unüberwindbarkeit sei unter Berücksichtigung der Foerster-Krite
rien nicht gegeben. Nach dem Gesagten sei die Arbeitsfähigkeit aus psychiat
rischer Sicht nicht mehr eingeschränkt
(Urk. 7/
98/13).
D
ie rheumatologische Gutachterin
gab an
,
die Beschwerdeführerin habe über Dauerschmerzen im Lumbalbereich, Schmerzen im Zervikalbereich mit Aus
strahlung in beide Arme, über gelegentliches Einschlafen des ersten bis dritten Fingers der rechten Hand, über wiederkehrende Schmerzen und Schwellungen der PIP-Gelenke der Digiti (Dig.) II-V der Hände beidseits sowie über eine Morgensteifigkeit der Hände und über belastungsabhängige Schmerzen im Bereich beider Kniegelenke geklagt
(Urk. 7/
98/15). Die Gutachterin hielt fest, aufgrund einer erstmalig im Jahr 2000 symptomatisch gewordenen Spondylo
listhese Grad I nach Meyerding L3/4 seien im Februar 2007 eine Diskusher
nienoperation L3/4 und L4/5 sowie eine dorsale Distraktionsspondylodese
L3-S1 durchgeführt worden. Nachdem es durch diese Operation zu einer massiven Beschwerdezunahme mit Generalisierung der Schmerzsymptomatik gekommen sei, seien zwischen Februar 2008 und Mai 2012 drei weitere Operationen im Lumbalbereich durchgeführt worden, wodurch insgesamt eine Verbesserung der Beschwerdesymptomatik habe erzielt werden können. Dennoch sei es zur Entwicklung eines lumbospondylogenen Schmerzsyndroms gekommen. Die Beweglichkeit der
Lendenwirbelsäule
sei entsprechend der Spondylodese-Ope
rationen mit einer Versteifung zwischen L2 und S1 deutlich eingeschränkt. Die Re- und Inklination sowie die Seitneige beidseits erfolge nahezu ausschliess
lich aus der
Brustwirbelsäule
heraus. Klinische Hinweis-
zeichen für eine radi
kuläre oder Wurzelkompressionssymptomatik fänden sich nicht. Der Lasègue sei beidseits negativ. Dies korreliere gut mit dem Befund der Computertomo
graphie der
Lendenwirbelsäule
vom Oktober 2010, bei welcher keine Dis
kushernie nachzuweisen gewesen sei. Es zeige sich ein regelrechter postopera
tiver Befund mit guter ossärer Durchbauung L2 bis S1 und regelrecht einlie
genden Schrauben iliosakral rechts. Darüber hinaus bestehe ebenfalls seit etlichen Jahren ein chronisches zervikospondylogenes Schmerzsyndrom mit intermittierenden Zervikobrachalgien rechts bei Dysbalancen der Schultergür
telmuskulatur. Die Beweglichkeit der
Halswirbel
-
säule
(HWS) sei nur leichtgra
dig eingeschränkt. Auf den anlässlich der Begutachtung durchgeführten Rönt
genaufnahmen der HWS zeige sich eine Spondylosis deformans C5/6, die sowohl für die Schmerzen als auch für die Funktionseinschränkungen mitver
antwortlich sei
(Urk. 7/
98/18). Auch hier würden klinische Hinweiszeichen für eine radikuläre oder Wurzelkompres-
sionssymptomatik wie Reflexausfälle oder eine Abschwächung von Kenn-
muskeln fehlen. Im Bereich des rechten Kniege
lenks finde sich nach arthroskopischer medialer und lateraler Teilmeniskekto
mie, Knorpelglättung und Mikrofrakturierung am 29. Mai 2013 eine leichte Überwärmung sowie ein fraglicher Erguss. Beide Kniegelenke seien frei beweglich mit negativen Meniskuszeichen und ohne Bandinstabilitäten. Auf den Röntgenaufnahmen sei eine beginnende mediale Gonarthrose zweiten Grades ersichtlich. Bezüglich der angegebenen Beschwerden an den Händen führte die Gutachterin aus, die Röntgenaufnahmen zeigten noch keine arthro
tischen Veränderungen. Aufgrund der Beschwerdesymptomatik wie auch des klinischen Befundes bestünden dennoch beginnende Bouchard-Arthrosen mit der entsprechenden Beschwerdesymptomatik. Hinweise für ein entzündliches rheumatisches Geschehen seien weder klinisch noch labortechnisch noch radiologisch vorhanden. Zusammengefasst fänden sich für die von der Beschwerdeführerin von Seiten des Bewegungsapparates angegebenen Schmerzen und Funktionseinschränkungen zum überwiegenden Teil ein ent
sprechendes morphologisches Korrelat. Die rheumatologische Gutachterin gelangte zum Schluss, die Beschwerdeführerin sei zu 80 % arbeitsfähig für leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Einnahme von wirbelsäulenbelas
tenden Zwangshaltungen, ohne Überkopfarbeiten, ohne Tätigkeiten in knien
der oder hockender Haltung, nicht auf unebenem Grund, ohne die Notwendig
keit des häufigen Treppensteigens sowie ohne besondere Belastungen für die Hände beidseits. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit einer Änderungsschneiderin in einem Braut- und Festmodegeschäft sei ihr nicht mehr zumutbar
(Urk. 7/
98/19). Bis August 2008 sowie nach der Operation im Jahr 2010 sowie nach jener vom 5. Mai 2012 habe während jeweils eines halben Jahres auch für angepasste Tätigkeiten keine Arbeitsfähigkeit bestanden
(Urk. 7/
98/19).
Dem neurologischen Teilgutachten ist zu entnehmen, bei der klinischen Unter
suchung sei eine tief thorakal rechtskonvexe Torsionsskoliose der Wir
belsäule aufgefallen. Im Bereich der Beine sei einzig eine Hyposensibilität an der Medialseite des linken Unterschenkels bis oberhalb des Knöchels auffal
lend. Dieser Befund der residuellen radikulären sensiblen Ausfallssymptoma
tik der Wurzel L4 links sei funktionell bedeutungslos. Hinweise auf eine anhaltende radikuläre Reiz- respektive motorische Ausfallssymptomatik wür
den klinisch fehlen. Die Beschwerdeführerin habe über konstant vorhandene Nackenschmerzen mit intermittierender Ausstrahlung in den rechten Arm bis zu den Fingern I-III geklagt. Die radikulären HWS-Provokationsmanöver seien aber negativ gewesen und sensomotorische Ausfälle oder Reflexano
malien seien keine zu finden gewesen (Urk. 7/98/23-24). Abschliessend hielt der Gutachter fest, aus neurologischer Sicht im engeren Sinn ergebe sich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Bezüglich der reduzierten Belast
barkeit des Achsenorgans verwies er auf das rheumatologische Teilgutachten. Die aktuelle Einschätzung gelte ab etwa zwei Monate nach dem letzten ope
rativen Eingriff, also seit Anfang August 2012 (Urk. 7/98/24).
Aus interdisziplinärer Sicht gelangten die A._-Gutachter zum Schluss, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei einzig aus rheumatologischer Sicht eingeschränkt. In einer entsprechend angepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin zu 80 % arbeitsfähig, wobei das Pensum vollschichtig mit erhöhtem Pausenbedarf umgesetzt werden könne. Die angestammte Tätigkeit sei seit Februar 2007 nicht mehr zumutbar. Für eine angepasste Tätigkeit habe wegen der Rückenoperationen vom Februar 2007 bis im August 2008 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Eine weitere vorübergehende vollständige Arbeitsunfähigkeit von jeweils sechs Monaten sei nach den Operationen im Jahr 2010 und vom 4. Mai 2012 anzunehmen. Aus psychiatrischer Sicht sei der Verlauf der Depression und der damit zusammenhängenden Arbeitsunfähigkeit seit 2007 schwankend gewesen. Höhere depressive Episoden seien jeweils bei vermehrten Rückenschmerzen aufgetreten. Im Dezember 2012 sei vom behandelnden Psychiater noch eine leichte depressive Episode angegeben worden. Bis zur Untersuchung durchs A._ habe sich die depressive Symptomatik vollständig zurückgebildet (Urk. 7/98/26). Die gutachterlich eruierte Arbeitsfähigkeit bestehe wahr
scheinlich seit Dezember 2012, sicher aber ab dem Untersuchungszeitpunkt im Juni 2013. Arbiträr könne von einer vorangehend ab 2007 meist aufge
hobenen Arbeitsfähigkeit auch in Verweistätigkeiten ausgegangen werden (Urk. 7/98/27).
Med. pract. F._, Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Traumatologie und RAD-Ärztin
,
erachtete das A._-Gutachten als beweiskräf
tig. Sie gab an, eine Verbesserung des Gesundheitszustands sei ausgewiesen (Stellungnahme vom 21. September 2013, Urk. 7/100/5-6).
3.2.5
Dr. med. G._, Fachärztin für Radiologie und Neuroradiologie, berichtete am 24. September 2014 über die gleichentags erfolgte Magnetreso
nanztomographie der
Halswirbelsäule
der Beschwerdeführerin. Sie führte aus, es lägen deutliche osteodiskäre Foraminalstenosen auf der Höhe C2/C3, C4/C5, C5/C6 rechts sowie C5/C6, C3/4 links, weniger ausgeprägt C3/4 rechts, mit möglicher Komprimierung der entsprechenden austretenden Nervenwurzeln durch diese deutlichen degenerativen Veränderungen vor. Hingegen sei keine Spinalkanalstenose auszumachen
(Urk. 7/
107/2).
3.2.6
Dr. D._ nannte in seinem Verlaufsbericht vom 14. Dezember 2014
unter anderem
die Diagnose eines zervikoradikulären Reizsyndroms C6 links bei Foraminalstenosen C2-6 rechts und C3-6 links mit Kompression der Nerven
(Urk. 7/
110/5). Er gab an, seit Jahren erhalte die Beschwerdeführerin Targin und Cymbalta, ohne dass die Schmerzen oder die Depression positiv zu beein
flussen gewesen sei. Die Arthrodese der ISG beidseits am 4. Mai 2012 habe weder eine Linderung der Schmerzen noch eine Verbesserung der Belastbarkeit bewirkt. Alle Therapien im ambulanten Rahmen seien vollkommen ausge
schöpft. Zum ganzen Desaster komme nun noch eine Meniskusläsion links dazu, welche durch die Gehstörung zusätzliche lumbale Beschwerden provo
ziere
(Urk. 7/
110/6).
3.2.7
Am 20. sowie am 27. Mai 2014 berichtete Dr. B._ über den operativen Eingriff vom 20. Mai 2014. Er gab an, es habe sich um eine Fusion der Nearthrosgelenke zu beiden Seiten, um eine ISG-Verschraubung auf der linken Seite und eine nochmalige Anziehung der Schrauben auf der rechten Seite gehandelt
(Urk. 7/
111/6). Ferner führte er aus, die Beschwerdeführerin beklage einzig lokale Beschwerden. Im Rahmen der Schmerzgrenze sei die Mobilisation frei respektive dürfe die Beschwerdeführerin voll belasten. Einzig ausgedehntes Treppensteigen, massive Inklination sowie forcierter Stress auf die ISG-Gelenke seien wenn möglich in den ersten sechs bis acht Wochen postoperativ zu vermeiden
(Urk. 7/
111/7,
Urk. 7/
110/8-9). Laut dem Austrittsbericht der H._ hielt sich die Beschwerdeführerin im Anschluss an diese Operation vom 28. Mai bis am 17. Juni 2014 in genannter Klinik auf. Dem Bericht ist zu entnehmen, die Beschwerdeführerin sei unter der bei Ein
tritt etablierten analgetischen Therapie mit Targin und Brufen weitgehend beschwerdefrei gewesen
(Urk. 7/
110/16). Am 16. Dezember 2014 gab Dr. B._ an, aufgrund der im Mai 2014 durchgeführten Operation sei die Beschwerdeführerin weiterhin nicht arbeitsfähig. Auf längere Sicht könne mit einer Verbesserung des Gesamtzustandes gerechnet werden
(Urk. 7/
111/8).
3.2.8
RAD-Ärztin med. pract. F._ fasste in ihrer Stellungnahme vom 9. Februar 2015 die zwischenzeitlich eingegangenen medizinischen Berichte zusammen und gelangte zum Schluss, dadurch sei keine dauerhafte Ver
schlechterung des Gesundheitszustands gegenüber dem Status zum Zeitpunkt der Begutachtung im A._ ausgewiesen
(Urk. 7/
121/4).
3.2.9
Dr. E._ berichtete am 10. Februar 2015, die im Dezember 2012 noch beste
hende leichte depressive Episode habe sich im Laufe der ersten Jahreshälfte 2013 zurückgebildet und sei seit Juni 2013 vollständig remittiert. Seither weise die Beschwerdeführerin ein stabiles psychisches Befinden ohne Beschwerden bei unauffälligem Psychostatus auf. Aus psychiatrischer Sicht bestünden keine Einschränkungen für die bisherige oder eine angepasste Tätigkeit mehr
(Urk. 7/
113/1).
3.2.10
Dr. B._ führte in seinem Bericht vom 22. Juni 2015 aus, aufgrund der statt
gehabten Operationen sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsunfä
hig. Trotz weiterer Therapien und Bemühungen seitens der Beschwerdeführerin sei es ihr nicht gelungen, ihren körperlichen Zustand soweit zu verbessern, dass es ihr möglich wäre, wieder in ihrem Beruf zu arbeiten. Der Krankheits
befund habe sich sowohl im Bereich der
Lendenwirbelsäule
als auch im Bereich der
Halswirbelsäule
verschlechtert
(Urk. 7/
117/3). Es sei mit weiteren Operationen zu rechnen
(Urk. 7/
117/4). Med. pract. F._ merkte dazu am 7. Juli 2015 an, der Bericht enthalte keine Befunde, welche eine Verschlechte
rung der Funktion der Wirbelsäule seit dem A._-Gutachten belegen würden
(Urk. 7/
121/7).
4.
4.1
Das
A._
-Gutachten, auf welches die IV-Stelle abstellte,
basiert auf
den fachärzt
lichen Untersuchungen der Beschwerdeführerin, e
s
wurde in Kenntnis der
medizinischen Vorakten erstattet, es beantwortet d
ie gestellten
Fra
ge
n umfassend und es setzt sich mit anderslau
tenden Beurteilungen
auseinander. Somit
erfüllt
es
die von der Recht
sprechung gestellten formellen Vorausset
zungen an ein beweiskräftiges Gutachten (vgl. vorstehende E. 1.4).
Anders als im in der Beschwerdeschrift (Urk. 1 S. 4 Ziff. 13) angeführten Urteil des hiesigen Gerichts IV.2013.00040 vom 28. März 2013, E. 8.2, sind vorliegend nicht gewisse medizinische Sachverhalte bereits abschliessend gerichtlich beurteilt worden (vgl. E. 8.2.3 des angeführten Entscheids), sodass der im Merkblatt der IV-Stelle enthaltene Fragenkatalog (Urk. 7/87/4) zu
sammen mit den gestellten Zusatzfragen (Urk. 7/87/3) passend war. Dem Merkblatt lässt sich inhaltlich entnehmen, was im Rahmen der Begutachtung abzuklären war (Urk. 7/87/4). Dass die Fragen nicht formell als Fragen
for
muliert wurden, wurde nach Erhalt des Merkblatts respektive vor der Begut
achtung noch nicht beanstandet und die Zwischenverfügung vom 24. April 2013 betreffend die Anordnung der Begutachtung (Urk. 7/93) blieb unange
fochten. Zudem wurde der Beschwerdeführerin Gelegenheit gegeben, Zusatz
fragen zu stellen (Urk. 7/89/1). Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerde
führerin die Ausübung ihrer Mitwirkungsrechte nicht möglich war, fehlen bei dieser Ausgangslage.
Dass die Begutachtung trotz bevorstehender Operation durchgeführt wurde (vgl. den Einwand in Urk. 1 S. 4 Ziff. 14), ist nicht zu beanstanden, zumal keine Verpflichtung zur Berücksichtigung allfälliger zukünftiger Verände
rungen besteht. Ferner gab Dr. B._ auch in seinem Bericht vom 22. Juni 2015 noch an, es sei mit weiteren Operationen zu rechnen
(Urk. 7/
117/4)
, sodass das Abwarten einer langen operationsfreien Phase ohnehin keinen Sinn gemacht
und den Rentenanspruch unabhängig von der materiellen Rechtslage perpetuiert hätte.
Dass die von der IV-Stelle formulierten Zusatzfragen (vgl.
Urk.
7/87/3) dem A._ möglicherweise gar nicht zugestellt (vgl.
Urk.
7/90) und von diesem auf jeden Fall nicht als solche beantwortet wurden
(Urk. 7/
98/28 Ziff. 7), stellt keinen Mangel dar, solange das Gutachten dennoch umfassend und schlüssig ist, was in nachstehenden Erwägungen geprüft wird. Dem diesbezüglichen beschwerdeweisen Einwand
(Urk.
1 S. 4 f. Ziff. 15) ist somit im Rahmen der formellen Prüfung des A._-Gutachtens nicht zu folgen.
4.2
Obwohl die Gutachter sich nicht explizit dazu äusserten, ob im Vergleich zur Rentenbestätigung vom 20. Juli 2010 eine wesentliche Veränderung der tat
sächlichen Verhältnisse eingetreten ist, ist ersichtlich, dass sie eine solche feststellten. So hielten sie fest, mittels der Operationen im Lumbalbereich habe insgesamt eine Besserung der Beschwerdesymptomatik erzielt werden können (Urk. 7/98/18). In Übereinstimmung damit gab auch die Beschwer
deführerin selber eine Besserung ihrer Schmerzen an (Urk. 7/98/21, Urk. 7/98/23, Urk. 7/98/26). Nach der Operation vom April 2010 (vgl. Urk. 7/69/7) lag laut den A._-Gutachtern während eines halben Jahres eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit auch in Verweistätigkeiten vor (Urk. 7/98/19), womit sie im massgeblichen Vergleichszeitpunkt vom 20. Juli 2010 ebenfalls von einer komplett aufgehobenen Erwerbsfähigkeit ausgingen (vgl. auch Urk. 7/98/27 Ziff. 6.3). Demgegenüber sahen sie die Beschwerde
führerin in einer angepassten Tätigkeit ab November 2012 wieder arbeits
fähig (Urk. 7/98/26-27 Ziff. 6.3).
Währenddem im Vergleichszeitpunkt auch aus psychiatrischer Sicht keine behinderungsangepasste Tätigkeit zumutbar war (Urk. 7/73/10), lag im Zeit
punkt der angefochtenen Verfügung aus psychiatrischer Sicht aufgrund einer Remission der Depression sowohl laut dem behandelnden Psychiater als auch laut dem A._-Gutachten keine Einschränkung mehr vor
(Urk. 7/
98/26-27 und
Urk. 7/
113/1)
. Insgesamt ist eine relevante Verbesserung nach dem Gesagten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen.
Gemäss ständiger Praxis des Bundesgerichts prüft die Verwaltung - wenn ein Revisionsgrund gegeben ist - den Rentenanspruch in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend ("allseitig"), wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (Urteil des Bundesgerichts 9C_378/2014 vom 21. Oktober 2014, E. 4.2). Daher kann - falls es sich als beweiskräftig erweist - auf das A._-Gutachten abgestellt werden.
4.3
In somatischer Hinsicht ist es nachvollziehbar, dass die A._-Gutachter die Beschwerdeführerin mit ihrem chronischen lumbo- und zervikospondyloge
nen Schmerzsyndrom und dem Belastungsdefizit beider Hände (Urk. 7/98/24-25) in ihrer angestammten Tätigkeit als arbeitsunfähig erachteten. Hingegen gingen sie in einer den verschiedenen Leiden der Beschwerdeführerin ange
passten Tätigkeit von einer vollschichtig umsetzbaren Arbeitsfähigkeit aus. Den Einschränkungen aufgrund der Beschwerden an der Wirbelsäule, den Knien und den Händen trugen sie dadurch, dass sie belastende Tätigkeiten vom Zumutbarkeitsprofil ausnahmen, sowie durch die Annahme eines erhöhten Pausenbedarfs Rechnung (vgl. Urk. 7/98/26 Ziff. 6.2). Weshalb die Beschwerdeführerin auch in einer sämtlichen Leiden angepassten Tätigkeit zu mehr als 20 % eingeschränkt sein sollte, ist nicht ersichtlich. Die Darlegun
gen im Gutachten leuchten entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin ein (vgl. den Einwand der Beschwerdeführerin in Urk. 1 S. 6 Ziff. 21).
Die Beschwerdeführerin brachte vor, die rheumatologische Gutachterin habe sich nicht mit der abweichenden Beurteilung durch Dr. B._ auseinander
gesetzt und diese nur unvollständig zur Kenntnis genommen (Urk. 1 S. 5-6 Ziff. 20). Dass Dr. B._ in seinem Bericht vom 19. November 2008 ange
geben hatte, die Beschwerdeführerin werde voraussichtlich für die nächsten zwei Jahre erwerbsunfähig sein (Urk. 7/36/4), tut für die Beurteilung im Zeit
punkt der A._-Begutachtung nichts zur Sache, weshalb nicht zwingend darauf einzugehen war. Die Ausführung der rheumatologischen Gutachterin, dass Dr. B._ zugleich angemerkt hatte, eine Arbeitsunfähigkeit sei nie von ihnen attestiert worden (Urk. 7/98/20 Ziff. 4.2.7), ist zutreffend (Urk. 7/36/3). Weshalb sie die Auffassung von Dr. B._, wonach die Beschwerdeführerin auch in einer adaptierten Tätigkeit kaum mehr einsetz
bar sei, nicht bestätigen konnte, begründete die Gutachterin zwar nicht (Urk. 7/98/20), jedoch war dies auch nicht möglich, nachdem Dr. B._ sei
nerseits nicht begründet hatte, weswegen er auch eine angepasste Tätigkeit nicht mehr für zumutbar hielt (Urk. 7/83/1).
Zum Vorbringen der Beschwerdeführerin, es lägen Widersprüche innerhalb des Gutachtens vor (Urk. 1 S. 6 Ziff. 22), ist anzumerken, dass eine mässige Einschränkung der Wirbelsäule insgesamt (Urk. 7/98/22 unten) einer starken Einschränkung der Lendenwirbelsäule bei jedoch erhaltener Beweglichkeit der Brustwirbelsäule und einem Finger-Boden-Abstand von maximal Knie
höhe (Urk. 7/98/16) nicht widerspricht. Hinzu kommt, dass die Einschrän
kungen der Beweglichkeit aufgrund klinischer Untersuchungen angegeben wurden. Dabei liegt es naturgemäss nicht an den Gutachtern, sondern gege
benenfalls am möglicherweise variierenden Zustand der Explorandin, wenn die Ergebnisse unterschiedlich ausfallen. So erweckt es auch keine Zweifel am Gutachten, wenn die Fingerspitzen der Beschwerdeführerin einmal zirka in der Mitte der Unterschenkel (Urk. 7/98/22) und einmal maximal auf Knie
höhe (Urk. 7/98/16) zum Stillstand kamen, wobei es sich aufgrund der Anga
ben „zirka“ und „maximal“ im Übrigen ungefähr um die gleiche Höhe gehandelt haben könnte. Dass die Beschwerdeführerin anlässlich der rheu
matologischen Untersuchung beim Einnehmen der tiefen Hocke das rechte Knie gestreckt hielt (Urk. 7/98/16), schliesst nicht aus, dass bei der neurolo
gischen Untersuchung das Hochstemmen aus lediglich halber Hocke ohne Befund war (Urk. 7/98/22).
Laut dem in der Beschwerde (Urk. 1 S. 6 Ziff. 23) angeführten Bericht der I._ Klinik vom 11. Juli 2011 ergaben die Radiographien keine Hin
weise auf wesentliche Pathologien (Urk. 7/80/6), weshalb der neurologische Gutachter auf eine Auseinandersetzung mit diesem - nicht abweichenden - Bericht verzichten durfte. Im Bericht von Dr. B._ vom 2. Oktober 2012 fehlen weitere Angaben zur diagnostizierten Teillähmung L3 (Urk. 7/83/1) und zur Neuropathie (Urk. 7/83/4), was eine Auseinandersetzung mit dieser Diagnose verunmöglicht. Darin, dass der Gutachter sensible Ausfälle bejahte (Urk. 7/98/23-24), motorische hingegen verneinte (Urk. 7/98/23), sind keine Unstimmigkeiten zu erkennen. Dass sensible Ausfälle an den Beinen
(vgl. Urk. 7/98/23 Ziff. 4.3.4) keine Arbeitsunfähigkeit bewirken ist sodann nach
vollziehbar, zumal die allermeisten Erwerbstätigkeiten erfahrungsgemäss keine intakte sensible Wahrnehmung an den Beinen voraussetzen. Das Vor
handensein von Paresen wurde nach detaillierter Prüfung verneint (Urk. 7/98/22). Nach dem Gesagten erweist sich das A._-Gutachten aus somatischer Sicht als überzeugend.
4.4
Dass im psychiatrischen Teilgutachten keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt wurde (Urk. 7/98/12), ist vor dem Hintergrund der weitgehend unauffälligen Befunde mit praktisch unauffälligem Psycho
status mit ausgeglichener gefasster und euthymer Verfassung mit guter Schwingungsfähigkeit, lebhafter Mimik sowie offener und freier Kommuni
kation (Urk. 7/98/12) nachvollziehbar. Zudem stimmt diese Beurteilung mit den Angaben des behandelnden Psychiaters überein (vorstehende E. 3.3.9).
Die interdisziplinäre A._-Beurteilung steht sodann in Einklang mit den einzel
nen Teilgutachten und ist daher ebenfalls schlüssig und nachvoll
zieh
bar.
4.5
Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, zwischen der Begutachtung durch das A._ und dem Erlass der angefochtenen Verfügung sei eine Ver
schlechterung eingetreten. Dadurch, dass die IV-Stelle keine weiteren Abklärungen vorgenommen habe, habe sie den Untersuchungsgrundsatz verletzt (Urk. 1 S. 7 f. Ziff. 27-30). Die IV-Stelle legte die im weiteren Verlauf eingegangenen medizinischen Berichte RAD-Ärztin med. pract. F._ vor, welche das Vorliegen wesentlicher neuer medizinscher Sachverhalte verneinte (Urk. 7/121/3-4, Urk. 7/121/7-8; vorstehende E. 3.3.8 und E. 3.3.10 am Ende). Dass med. pract. F._ in der erneuten Operation keine dauer
hafte Verschlechterung erkannte, begründete sie in nachvollziehbarer Weise damit, dass nach der Operation eine primäre Vollbelastung erlaubt war, dass beim Austritt nach der Operation einzig noch lokale sowie die bereits seit Jahren bekannten Beschwerden bestanden und damit, dass die Beschwerde
führerin bei ihrem Rehabilitationsaufenthalt unter Schmerzmitteln weitge
hend beschwerdefrei war (Urk. 7/121/4, vgl. auch vorstehende E. 3.3.7). Der von Dr. B._ attestierten Arbeitsunfähigkeit folgte med. pract. F._ nicht, wobei sie zur Begründung auf das Fehlen von Befunden bezüglich des Funktionszustands der Wirbelsäule hinwies (Urk. 7/121/7-8). Dies trifft zu. So sprach Dr. B._ zwar von einem verschlechterten Krankheitsbefund, nahm aber keinen Bezug auf Funktionseinschränkungen. Allein durch die Notwendigkeit weiterer Operationen ist ebenfalls keine Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen. Ferner bezieht sich die von Dr. B._ attestierte Arbeitsun
fähigkeit auf „ihren Beruf“, mithin auf die angestammte Tätigkeit (Urk. 7/117/3), in welcher unbestrittenermassen keine Arbeitsfähigkeit mehr besteht. Die von Dr. D._ am 14. Dezember 2014 als neu angegebene Meniskusläsion links (E. 3.3.6 vorstehend) lag bereits vor der Begutachtung vor (E. 3.3.1 vorstehend). Insgesamt ist nach dem Gesagten plausibel, dass med. pract. F._ von nicht wesentlich veränderten Verhältnissen im Vergleich zum Zeitpunkt der Begutachtung ausging. Folglich hat die IV-Stelle zu Recht auf das A._-Gutachten abgestellt. Demnach ist
mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass
die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung seit mehr als drei Monaten in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig war.
Aufgrund der beweis
kräftigen medizinischen Aktenlage besteht entgegen der Auffassung de
r
Beschwerdeführer
in kein weiterer Abklärungsbedarf.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensver
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizi
nischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Validen
einkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Ein
kommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Die IV-Stelle bezifferte das Valideneinkommen für das Jahr 2014 mit Fr. 57‘854.45.-- (Urk. 2 S. 2, Urk. 7/99/1). Sie stütze sich dabei auf die Anga
ben des letzten Arbeitgebers, der J._ GmbH, wonach die Beschwerdeführerin im Jahr 2007 Fr. 4‘400.-- pro Monat respek
tive jährlich Fr. 52‘800.-- verdiente (Arbeitgeberbericht vom 4. Oktober 2007, Urk. 7/6/2). Angepasst an die Nominallohnentwicklung (
Bundesamt fü
r Sta
tis
tik [BFS],
Schweize
rischer Lohnindex nach Branche [2005 = 100; im Inter
net abrufbar]
,
Nominallohn
index Frauen [T1.2.05],
Total; 2007: 102.8; 2010: 108.1; [2010 = 100; im Internet abrufbar]
,
Nominallohnindex Frauen [T1.2.10],
Total; 2010: 100; 2015: 104.1) resultiert für das Jahr 2015 ein Valideneinkommen von gerundet Fr. 57‘799.-- (Fr. 52‘800.-- : 102.8 x 108.1 : 100 x 104.1).
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE
139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE
126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bun
des
gerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016
, E. 5.2;
8C_78/2015 vom 10. Juli 2015
,
E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015
,
E. 3.2.2; zur Verwen
dung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1).
Vorliegend sind deshalb – entgegen der Beschwerdegegnerin (vgl. Urk. 2) – die
(seit 2012 in revidierter Form durchgeführten)
LSE 2014
heranzuziehen. Danach betrug der monatliche Bruttolohn (Zentralwert)
für
einfache Tätig
keiten körperlicher oder handwerklicher Art
Fr.
4‘300
.-- pro Monat (LSE 201
4
, Tabelle TA1
[Privater Sek
tor
]
,
Total Frauen, Kompetenzniveau 1; im Internet abrufbar). Angepasst
an die im Jahr 2015 betriebsübliche wöchent
liche Arbeitszeit von 41,7 Stunden (vgl. Tabelle T
03.02.03.
01.04.01,
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche,
Abschnitt A-S, Total) sowie an die Nominallohnentwicklung vom Jahr 2014 aufs Jahr 2015 (
[2010 = 100; im Internet abrufbar]
,
Nominal
lohnindex Frauen [T1.2.10],
Total; 2014: 103.6; 2015: 104.1) ergibt sich ein jährliches Einkommen von gerundet Fr. 54‘053.-- (
Fr.
4‘300
.--
x 12 : 40 x 41,7 : 103.6 x 104.1) respektive von Fr. 43‘242.-- bei einer Arbeits
fähigkeit von 80 %. Nach Abzug des nicht zu beanstandenden Leidensabzugs von 10 % resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 38‘917.--.
5.4
Die Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen ergibt eine Einkommenseinbusse von Fr. 18‘882.-- (Fr. 57‘799.-- minus Fr. 38‘917.--) und somit einen
Invaliditätsgrad von
aufgerundet 33 %, womit kein Anspruch auf eine Invalidenrente mehr besteht.
Die Beschwerde erweist sich daher als unbegründet und ist abzuweisen.
6
.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweige
rung von
L
eistungen
der Invalidenversicherung
. Das Verfahren ist daher kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermes
sensweise auf
Fr. 8
00.
--
anzusetzen. Ausgangsgemäss sind die Gerichtskos
ten
der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.