Decision ID: 230df404-7c1a-5dc8-9656-5a0d01187899
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
G._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Walter Wagner, Poststrasse 23, 9001 St. Gallen,
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gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
Sachverhalt:
A.
G._ meldete sich am 30. November 1995 zum Bezug einer Invalidenrente an. Dr.
med. A._ hatte der IV-Stelle am 23. November 1995 berichtet, die Versicherte leide
an einem schweren psychischen Erschöpfungszustand (ängstlich depressiver Zustand,
St. n. langjährigen schweren Misshandlungen) und an einem chronisch rezidivierenden
lumbovertebralen Schmerzsyndrom. Die sozialpsychiatrischen Dienste des Kantons St.
Gallen gaben in einem Gutachten vom 24. Juli 1996 an, es bestehe eine längere
depressive Reaktion auf Ehescheidung bei emotional instabiler Persönlichkeitsstörung
und einem chronischen Schmerzsyndrom im Bereich der LWS. Für eine
ausserhäusliche Tätigkeit sie die Versicherte vollständig arbeitsunfähig. Grundsätzlich
sei die psychische Störung behandelbar. Längerfristig sei dadurch auch eine
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit möglich. Mit einer Verfügung vom 19. Dezember
1996 sprach die IV-Stelle der Versicherten eine ganze Invalidenrente bei einem
Invaliditätsgrad von 100% zu. Im Rahmen eines Rentenrevisionsverfahrens berichtete
die Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie am 25. Januar 2002, die
Versicherte leide an einer rezidivierenden depressiven Episode (gegenwärtig schwere
Episode mit psychotischen Symptomen, ICD-10 F 33.3), an einer generalisierten
Angststörung (F 41.1), an Hepatitis C, an starken Kreuzschmerzen und an einem
praemenstruellen Syndrom mit starker Nervosität, Aggressivität und Schmerzen im
Bereich der Gebärmutter. Die Versicherte sei weiterhin zu 100% arbeitsunfähig.
B.
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Am 27. Mai 2005 füllte die Versicherte den Fragebogen für eine Rentenrevision aus. Sie
gab an, ihr Gesundheitszustand habe sich nicht verändert; sie sei nicht erwerbstätig.
Das individuelle Beitragskonto der Versicherte wies für die Periode Oktober bis
Dezember 2003 ein Erwerbseinkommen von Fr. 2958.- und für die Periode Juni bis
Dezember 2004 ein Erwerbseinkommen von Fr. 18'937.- aus. Die B._ AG teilte der
IV-Stelle am 5. August 2005 mit, sie habe die Versicherte vom 8. Oktober bis 31.
Dezember 2003 als Aushilfskassiererin beschäftigt. Die C._ AG führte am 29. Juni
2005 aus, sie beschäftige die Versicherte seit dem 28. Juni 2004 als
Elektronikmonteurin auf Abruf (Montage von Baugruppen, Komplettieren von
Leiterplatten usw.). Der Beschäftigungsgrad betrage ca. 80% je nach
Arbeitsauslastung. Der Stundenlohn belaufe sich auf Fr. 27.85. Die Fachstelle für
Sozialpsychiatrie und Psychotherapie berichtete der IV-Stelle am 3. Januar 2006, die
Versicherte leide an einer generalisierten Angststörung (F 41.1), an einer
posttraumatischen Belastungsstörung (F 43.1), an einem praemenstruellen Syndrom
und an einer rezidivierenden depressiven Störung (F 33.3, chronischer Verlauf mit
mittelschweren bis schweren Ausprägungen, z. T. mit psychotischen Symptomen wie
Gedankeneingebung, Gedankenausbreitung, Hören von Schritten hinter sich). Die
Versicherte habe sich als Therapie eine Arbeit gesucht. Von Juli 2004 bis Juni 2005
habe sie eine Leistung von durchschnittlich 72,5% erbracht, seit 1. Juli 2005 im Schnitt
75%. Bei der bestehenden Symptomatik sei die hohe Arbeitsleistung sehr erstaunlich.
Die Versicherte habe die Tendenz, sich zu überfordern. Sie werde wohl die aktuelle
Leistung nicht halten können. Längerfristig sei von einer Arbeitsfähigkeit von 70%
auszugehen.
C.
Mit einer Verfügung vom 12. Januar 2006 stellte die IV-Stelle die laufende ganze
Invalidenrente rückwirkend per 30. September 2004 ein. Sie begründete dies damit,
dass der Invaliditätsgrad unter 40% liege und dass die Versicherte ihre Meldepflicht
verletzt habe, indem sie die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit nicht gemeldet habe. Die
Versicherte erhob am 20. Januar 2006 Einsprache gegen diese Verfügung. Sie machte
geltend, dass sich ihr Gesundheitszustand seit der Rentenzusprache verschlechtert
habe. Es sei widersprüchlich, wenn nun von einer Arbeitsunfähigkeit von 30% statt wie
früher von 100% ausgegangen werde. Die durch die Erwerbstätigkeit erreichte
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Verdrängung werde über kurz oder lang nicht mehr funktionieren. Die psychischen
Beschwerden würden sich wieder durchsetzen und zwangsläufig wieder eine
Arbeitsunfähigkeit zur Folge haben, zumal die Erwerbstätigkeit offensichtlich eine
Überforderung darstelle. Ergänzend führte die Versicherte am 19. April 2006 aus, sie
hätte selbst dann ab 1. Oktober 2004 nicht unrechtmässig Leistungen bezogen, wenn
sie tatsächlich zu 70% arbeitsfähig gewesen wäre. Möglicherweise sei sie nämlich
urteilsunfähig gewesen, was die Unrechtmässigkeit des Leistungsbezuges
ausschliessen würde. Sie verlangte eine Begutachtung.
D.
Bereits am 10. April 2006 hatte die IV-Stelle eine Verfügung erlassen, mit der sie die
zwischen Oktober 2004 und Mai 2005 ausbezahlten Rentenleistungen zurückgefordert
hatte. Auch gegen diese Verfügung erhob die Versicherte Einsprache. Am 11. Mai 2006
beantragte sie u.a. die Sistierung des Einspracheverfahrens. In der
Einsprachebegründung machte sie geltend, sie habe sich nicht eine Arbeitsstelle
gesucht, um neben der Rente ein zusätzliches Einkommen zu generieren. Vielmehr
habe sie sich mit der Erwerbstätigkeit von ihrem psychischen Leiden ablenken wollen.
Die IV-Stelle wies die Einsprache am 14. Juli 2006 ab. Zur Begründung machte sie
insbesondere geltend, nur die Rückforderung selbst bilde den Gegenstand dieses
Entscheides. Die Versicherte habe aufgrund des effektiv erzielten Erwerbseinkommens
keinen Anspruch auf eine Invalidenrente mehr gehabt. Deshalb sei der Rentenbezug als
unrechtmässig zu qualifizieren. Eine Sistierung des Einspracheverfahrens betreffend
die Rückforderung sei nicht angebracht. Die Versicherte erhob am 28. August 2006
Beschwerde gegen diesen Einspracheentscheid. Die Gerichtsleitung sistierte das
Beschwerdeverfahren.
E.
Dr. med. D._ vom RAD Ostschweiz hatte am 7. Juni 2006 angegeben, eine
ergänzende medizinische Abklärung sei nicht erforderlich. Die Versicherte hatte am 11.
Juli 2006 eingewendet, es müsse ein unabhängiges Gutachten erstellt werden. Ihre
Situation habe sich geändert. Ihr sei nämlich per 31. Juli 2006 gekündigt worden.
Dadurch habe sich ihre psychische Gesundheit wieder verschlechtert. Sie sei nicht
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mehr arbeitsfähig. Dr. med. D._ befürwortete daraufhin eine psychiatrische
Begutachtung. Der Psychiater Dr. med. E._ berichtete in seinem Gutachten vom 12.
März 2007, die Versicherte leide an einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung
vom Borderline-Typus (F 60.31) und an rezidivierenden depressiven Störungen mit
einer gegenwärtig leichten Episode (F 33.01). Die Persönlichkeitsstörung sei die Basis
für die depressive Reaktionsbereitschaft. Gegenwärtig erachte er die Versicherte als zu
100% arbeitsunfähig. Dies sei wesentlich durch äusserliche Faktoren (insbesondere die
aktuelle Inhaftierung des Ehemannes der Versicherten) beeinflusst. Bis zum Frühjahr
2006 habe die Versicherte einer Arbeitstätigkeit nachgehen können und ebenfalls im
Frühjahr sei diese Inhaftierung erfolgt. Nach dem Wegfall der sozialen
Belastungssituation werde die Versicherte wieder zu 50-60% arbeitsfähig sein. Er gehe
nicht wie die Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie von einer
Arbeitsfähigkeit von 75% aus, weil selbst die Fachstelle Erstaunen über die von der
Versicherten erbrachte Leistung geäussert habe und weil die abendliche Erschöpfung
der Versicherten für ein gewisses Mass an Überforderung spreche. Eine teamorientierte
Tätigkeit sei der Versicherten weder möglich noch zumutbar. Nötig seien vorgegebene
Aufgaben, die von der Versicherten in eigener Regie ausgeführt werden könnten. Eine
an sich indizierte ambulante oder sogar stationäre Therapie würde keine Verbesserung
der Arbeitsfähigkeit bewirken. Seit dem Jahr 1996 habe sich die Diagnose insofern
geändert, als das depressive Zustandsbild nicht mehr so gravierend sei. Die
Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Frühjahr 2006 sei keine langdauernde,
da sie durch psychosoziale Faktoren bedingt sei, bei deren Wegfall von einer
50-60%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen sein werde. Die in der Beurteilung der
Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie vom 25. Januar 2002 angegebene
Arbeitsunfähigkeit von 100% sei nachvollziehbar, zumal damals auch noch
Halluzinationsphänomene festgehalten worden seien. Der Gesundheitszustand müsse
sich bei der Arbeitsaufnahme im Juni 2004 deutlich stabiler präsentiert haben als in den
Jahren zuvor und nach der Inhaftierung des Ehemannes. Die Tätigkeit der Versicherten
bei der C._ AG sei keine Therapie, sondern eine Erwerbstätigkeit auf dem freien
Arbeitsmarkt gewesen.
F.
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Dr. med. D._ vom RAD Ostschweiz nahm am 12. April 2007 Stellung zum Gutachten
von Dr. med. E._. Sie führte aus, für den Zeitraum 1994 bis Juni 2004 (Aufnahme der
Erwerbstätigkeit) sei von einer Arbeitsunfähigkeit von 100%, für den Zeitraum Juni
2004 bis März 2006 von einer Arbeitsfähigkeit von 50-60% auszugehen. Soweit die
Versicherte in der Zeit bis März 2006 eine höhere Arbeitsleistung erbracht habe, sei das
gesundheitlich zumutbare Mass überschritten gewesen. Ab März 2006 bis zur
Begutachtung bestehe aufgrund der verstärkten depressiven Reaktion wieder eine
Arbeitsunfähigkeit von 100%. Es könne erwartet werden, dass sich die
Arbeitsunfähigkeit wieder vermindern werde, wenn der Ehemann aus der Haft
entlassen werde. Im Sinne einer kurzfristigen Rentenrevision sollte in etwa sechs
Monaten eine psychiatrische Nachbegutachtung erfolgen. Mit einem Vorbescheid vom
12. Juli 2007 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie die ganze Invalidenrente
rückwirkend ab Juni 2004 auf eine Viertelsrente herabsetzen und ab Juni 2006 wieder
eine ganze Invalidenrente ausrichten werde. Die Versicherte wandte am 3. September
2007 ein, die Arbeitsfähigkeitsschätzung durch Dr. med. E._ (55%) sei viel zu
optimistisch. Es habe durchgehend eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bestanden.
Selbst wenn ein Arbeitsfähigkeitsgrad von 50-60% angegeben worden wäre, müsste
man unter Berücksichtigung der körperlichen Belastungen, des erhöhten
Pausenbedarfs und der erheblichen Beschwerden auf den unteren Wert von 50%
abstellen. Die IV-Stelle hätte zudem einen "Leidensabzug" vornehmen müssen. Dabei
wäre das Maximum von 25% auszunützen gewesen. Die Wiederheraufsetzung müsste
auf den 1. März 2006 statt erst auf den 1. Juni 2006 erfolgen. Mit einer Verfügung vom
5. Dezember 2007 sprach die IV-Stelle der Versicherten für die Zeit vom 1. Juni 2004
bis zum 31. Mai 2006 eine Viertelsrente und ab 1. Juni 2006 wieder eine ganze
Invalidenrente zu. Zur Begründung führte die IV-Stelle aus, aufgrund der medizinischen
Unterlagen müsse für die Periode Juni 2004 bis März 2006 von einer Arbeitsfähigkeit
von 55% (Mittelwert zwischen 50% und 60%) ausgegangen werden. Ein
"Leidensabzug" sei nicht gerechtfertigt, da die Versicherte nicht auf körperlich leichte
Arbeit beschränkt sei. Hilfsarbeiterinnen hätten keinen Teilzeitnachteil in Kauf zu
nehmen. Die Art. 88 ff. IVV ordneten eine Wiederheraufsetzung der Invalidenrente erst
ab Juni 2006 an.
G.
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Die Versicherte erhob am 28. Dezember 2007 Beschwerde gegen diese Verfügung. Sie
beantragte deren Aufhebung und die Rückweisung an die IV-Stelle, eventualiter die
Zusprache der gesetzlichen Leistungen für Juni 2004 bis Mai 2006 und subeventualiter
die Rückweisung zur Einholung eines neuen interdisziplinären Gutachtens. Sie
begründete ihren Hauptantrag damit, dass ihr Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt
worden sei, weil die IV-Stelle nicht auf ihre Einwände gegen den Vorbescheid
eingegangen sei. Die IV-Stelle habe es unterlassen, die tragenden Elemente ihrer
Würdigung offen zu legen. In bezug auf ihre Eventualanträge führte die Versicherte aus,
die IV-Stelle habe es verabsäumt, die körperlich bedingten Einschränkungen
abzuklären. Der Gutachter habe die Arbeitsfähigkeit zwischen Juni 2004 und März
2006 nicht quantifiziert. Vielmehr habe er angegeben, es habe durchgehend eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% bestanden; lediglich bei einem Wegfall der äusseren
psychosozialen Belastungsfaktoren könne sich die Arbeitsfähigkeit auf 50-60%
erhöhen. Die Versicherte machte weiter geltend, im übrigen wäre die Arbeitsfähigkeit
selbst dann, wenn der Gutachter tatsächlich eine Arbeitsfähigkeit von 50-60%
angegeben hätte, aufgrund der verschiedenen zusätzlichen Nachteile nicht höher als
50%. Da die IV-Stelle eine Leistungseinschränkung von 45% anerkenne, bestehe
grundsätzlich ein Anspruch auf einen "Leidensabzug". Dieser müsse 15% betragen.
H.
Die IV-Stelle beantragte am 3. März 2008 die Abweisung der Beschwerde. Sie machte
geltend, die angefochtene Verfügung habe stillschweigend die Verfügung vom 12.
Januar 2006 (Einstellung der Invalidenrente) ersetzt. Dadurch sei das
Einspracheverfahren obsolet geworden. Zudem reduziere sich die Rückforderung. In
der Begründung der angefochtenen Verfügung sei explizit zu den Einwänden gegen
den Vorbescheid Stellung genommen worden. Die Versicherte stelle überspitzte
Anforderungen an die Begründungsdichte. Dr. med. A._ habe am 4. Dezember 2001
angegeben, die Hepatitis C sei nur wenig aktiv. Bezüglich des Rückens oder anderer
körperlicher Beschwerden sei in den letzten Jahren keine medizinische Behandlung
erforderlich gewesen. Zudem habe die Versicherte zwischen Juni 2004 und März 2006
zu 80% einer Erwerbstätigkeit nachgehen können. Deshalb habe keine Veranlassung
bestanden, den körperlichen Gesundheitszustand abzuklären. Der Gutachter habe
keinesfalls für Juni 2004 bis März 2006 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% attestiert. Die
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Notwendigkeit kurzer Pausen umschreibe lediglich, wie eine adaptierte Tätigkeit
beschaffen sein müsste. Da die Versicherte an der letzten Arbeitsstelle über das
Zumutbare hinaus gearbeitet habe, sei ihr Invalideneinkommen anhand von
Tabellenlöhnen zu ermitteln. Das psychische Leiden rechtfertige keine "Leidensabzug",
da es bereits in der Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt sei. Das Alter der
Versicherten sei als IV-fremder Faktor irrelevant. Demnach bestehe bei einem
Arbeitsfähigkeitsgrad von 55% ein Invaliditätsgrad von 45%.
I.
Die Versicherte wandte am 25. März 2008 ein, die IV-Stelle habe sich in der
Verfügungsbegründung mit einer formelhaften Aussage begnügt. Sie habe nicht einmal
die medizinischen Akten konkretisiert, auf die sie sich gestützt habe. Damit sei die IV-
Stelle ihrer Begründungspflicht nicht nachgekommen. Weiter machte die Versicherte
geltend, sie leide an Rücken-, Knie- und Hüftschmerzen. Die Erwerbstätigkeit mit
einem Beschäftigungsgrad von 80% sei diesbezüglich irrelevant, da sie medizinisch
unzumutbar gewesen sei. Bei der Krankenkasse sei sie im Leistungsaufschub. Deshalb
stehe sie wegen ihrer körperlichen Beschwerden nicht in ärztlicher Behandlung. Es sei
mehrfach ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom dokumentiert. Der
"Leidensabzug" sei gerechtfertigt durch den erhöhten Pausenbedarf, die
Vergesslichkeit, die körperlichen Schmerzen, die psychische Beeinträchtigung, ein
erhöhtes Krankheitsrisiko und die Beschränkung auf äusserst einfach strukturierte
Hilfsarbeiten, die im unteren Lohnsegment angesiedelt seien.
J.
Die IV-Stelle verzichtete am 28. März 2008 auf eine Duplik.

Erwägungen:
1.
Die Beschwerdeführerin hat am 20. Januar 2006 gegen die Verfügung vom 12. Januar
2006, mit der die laufende ganze Invalidenrente eingestellt worden war, Einsprache
erhoben. Die Begutachtung durch Dr. med. E._ ist also im Rahmen eines hängigen
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Einspracheverfahrens erfolgt. Das Ergebnis der Begutachtung hat die
Beschwerdegegnerin veranlasst, die Renteneinstellung durch eine Rentenherabsetzung
zu ersetzen und gleichzeitig für einen späteren Zeitpunkt wieder die ganze
Invalidenrente zuzusprechen. Der Ersatz der Renteneinstellung durch die
Rentenherabsetzung und durch die Wiederheraufsetzung auf einen späteren Zeitpunkt
hätte entweder im laufenden Einspracheverfahren (lit. b der Übergangsbestimmungen
zur Änderung des IVG vom 16. Dezember 2005), d.h. durch einen entsprechenden
Einspracheentscheid umgesetzt werden müssen oder die einspracheweise
angefochtene Verfügung vom 12. Januar 2006 hätte widerrufen und das
Einspracheverfahren als gegenstandslos abgeschrieben werden müssen, worauf eine
Herabsetzungs- und Wiederheraufsetzungsverfügung hätte ergehen können. Die
Beschwerdegegnerin hat weder die eine noch die andere Lösung gewählt. Sie hat
sowohl die Verfügung vom 12. Januar 2006 als auch das hängige Einspracheverfahren
ignoriert und am 5. Dezember 2007 eine Herabsetzungs- und
Wiederheraufsetzungsverfügung erlassen. Sie hat sich also so verhalten, als ob noch
nie über die Rentenrevision als Folge der Aufnahme der Erwerbstätigkeit bei der C._
AG verfügt worden wäre. In der Beschwerdeantwort hat die Beschwerdegegnerin
ausgeführt, die Verfügung vom 5. Dezember 2007 habe stillschweigend die
Einstellungsverfügung vom 12. Januar 2006 ersetzt, womit das Einspracheverfahren
obsolet geworden sei. Das kann nur so interpretiert werden, dass die
Beschwerdegegnerin im Nachhinein geltend machen will, sie habe die Verfügung vom
12. Januar 2006 widerrufen ("stillschweigend ersetzt"), das Einspracheverfahren als
gegenstandslos ("obsolet") abgeschrieben und anschliessend das
Verwaltungsverfahren wieder aufgenommen und die Begutachtung angeordnet. Dieses
Verwaltungsverfahren habe sie dann mit der Verfügung vom 5. Dezember 2007
abgeschlossen. In den Akten fehlt allerdings jeder Hinweis darauf, dass die
Beschwerdegegnerin die Verfügung vom 12. Januar 2006 widerrufen und
anschliessend das hängige Einspracheverfahren als gegenstandslos abgeschrieben
hätte. Die Beschwerdegegnerin hat weder in einer gesonderten Verfügung noch in der
Verfügung vom 5. Dezember 2007 einen Widerruf der Verfügung vom 12. Januar 2006
angeordnet. Ebenso fehlt ein Abschreibungsbeschluss betreffend das
Einspracheverfahren. Die Akten lassen nur den Schluss zu, dass die
Beschwerdegegnerin irrtümlich statt des Einspracheentscheides eine Verfügung
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erlassen hat. Deshalb müsste die Verfügung vom 5. Dezember 2007 eigentlich als
verfahrensrechtswidrig qualifiziert und aufgehoben werden und die Sache wäre zum
Erlass eines Einspracheentscheides an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Dies
hätte aber einen Verfahrensleerlauf zur Folge, denn dieser Einspracheentscheid würde
mit grosser Wahrscheinlichkeit wieder denselben Inhalt aufweisen wie die Verfügung
vom 5. Dezember 2007. Die Beschwerdegegnerin hat nämlich in ihrer
Beschwerdeantwort - und damit in Kenntnis der Argumente der Beschwerdeführerin -
deutlich gemacht, dass sie von der Richtigkeit der Herabsetzung auf eine Viertelsrente
und der späteren Wiederheraufsetzung auf eine ganze Invalidenrente überzeugt sei. Die
Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zum Erlass eines Einspracheentscheides
hätte also nur eine inhaltlich identische Neuauflage des Beschwerdeverfahrens zur
Folge. Unter diesen Umständen erscheint es im Interesse aller Beteiligten
gerechtfertigt, dem Grundsatz der Verfahrensbeschleunigung den Vorrang vor dem
Grundsatz der Rechtmässigkeit einzuräumen und zu fingieren, dass ein
beschwerdefähiger Einspracheentscheid vom 5. Dezember 2007 vorliege.
2.
2.1 Das Einspracheverfahren beruht auf dem Konzept der nachträglichen Gewährung
des rechtlichen Gehörs (Art. 42 Satz 2 ATSG). Der Verfügungsadressat nimmt seinen
Anspruch auf rechtliches Gehör wahr, indem er Einsprache gegen die Verfügung
erhebt. Der Einspracheentscheid enthält dann die Auseinandersetzung mit den vom
Verfügungsadressaten in der Einsprache gegen die Verfügung erhobenen Einwände.
Dies setzt allerdings voraus, dass die Aktenlage im Zeitpunkt des Verfügungserlasses
massgebend bleibt. Erfolgt ausnahmsweise im Rahmen des Einspracheverfahrens eine
Sachverhaltsergänzung, so muss dem Verfügungsadressaten die Möglichkeit gegeben
werden, vor dem Erlass des Einspracheentscheides zum Ergebnis der
Sachverhaltsergänzung Stellung zu nehmen. Andernfalls wäre der Verfügungsadressat
nämlich gezwungen, seinen Anspruch auf rechtliches Gehör wiederum nachträglich,
nämlich durch eine Beschwerde an das kantonale Versicherungsgericht zu wahren.
Das Beschwerdeverfahren beruht aber nicht auf dem Konzept der nachträglichen
Gewährung des rechtlichen Gehörs. Nimmt eine IV-Stelle im Rahmen des
Einspracheverfahrens weitere Sachverhaltsabklärungen vor, muss sie also dem
Einspracheentscheid eine Art Vorbescheid vorausschicken, wenn sie dem Anspruch
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auf rechtliches Gehör Rechnung tragen will. Es genügt nicht, wenn sie dem
Verfügungsadressaten die neuen Akten zur Kenntnis bringt und ihm die Möglichkeit
eröffnet, sich dazu zu äussern (a. M. Hansjörg Seiler, Rechtsfragen des
Einspracheverfahrens in der Sozialversicherung [Art. 52 ATSG], in: Schaffhauser/
Schlauri [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2007, S. 95). Vielmehr gehört dazu
(in Analogie zu Art. 57a Abs. 1 IVG, weil auch die nachträgliche Gewährung des
rechtlichen Gehörs mittels Einsprache sowohl den Sachverhalt als auch dessen
rechtliche Würdigung beinhaltet) auch die Orientierung darüber, wie die IV-Stelle den
Sachverhalt würdigen will, d.h. welches Dispositiv sie für den Einspracheentscheid
vorsieht. Dies ist im vorliegenden Fall geschehen, denn die Beschwerdegegnerin hat
dem Beschwerdeführer am 12. Juli 2007 einen Vorbescheid zugestellt, der sowohl über
die vorgesehene Reduktion der ganzen auf eine Viertelsrente per 1. Juni 2004 als auch
über die vorgesehene Heraufsetzung auf eine ganze Invalidenrente per 1. Juni 2006
angeführt hat.
2.2
2.2.1 Die Beschwerdeführerin hat am 3. September 2007 in ihrer Stellungnahme zum
Vorbescheid gerügt, dass Dr. med. E._ für Juni 2004 bis März 2006 durchgehend
eine Arbeitsunfähigkeit von 100% angegeben habe, dass aufgrund verschiedener
behinderungsbedingter Nachteile auf jeden Fall nur der untere Schätzwert (50%)
massgebend sein dürfe, dass ein maximaler "Leidensabzug" von 25% zu
berücksichtigen sei, dass eine allfällige Wiederheraufsetzung auf die ganze
Invalidenrente bereits per 1. März 2006 erfolgen müsse und dass die
Meldepflichtverletzung, sofern eine solche überhaupt vorliege, nicht kausal gewesen
sei für die Rentenherabsetzung, weil die Erwerbstätigkeit insgesamt unzumutbar
gewesen sei. Die Telephonnotiz der Beschwerdegegnerin vom 30. März 2007 zeigt,
dass die Beschwerdeführerin bereits vor der Zustellung des Vorbescheides über eine
Kopie des Gutachtens von Dr. med. E._ verfügt hat. Deshalb hat es zur Erfüllung der
Begründungspflicht genügt, in der "Verfügung" vom 5. Dezember 2007 auf die
vorliegenden medizinischen Akten zu verweisen, um den Arbeitsfähigkeitsgrad von
50-60% zu begründen. Die Beschwerdeführerin war nämlich in der Lage, die
Überzeugungskraft des Gutachtens, dessen Interpretation durch die
Beschwerdegegnerin und das Ergebnis der rechtlichen Würdigung des medizinischen
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Sachverhalts in der "Verfügung" vom 5. Dezember 2007 zu verstehen und sich
dagegen in der Beschwerde zur Wehr zu setzen. Das Abstellen auf den
Durchschnittswert der Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. E._ (55%) ist von der
Beschwerdegegnerin nicht begründet worden, hat aber der ständigen Rechtsprechung
Rechnung getragen, was der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin bekannt hat
sein müssen. Auch mit dem Vorwurf, die Beschwerdegegnerin habe zu Unrecht keinen
"Leidensabzug" vorgenommen, hat sich die Beschwerdegegnerin in der "Verfügung"
vom 5. Dezember 2007 auseinandergesetzt. Sie hat auf die einschlägige
Rechtsprechung verweisen und sie hat sich mit allfälligen Auswirkungen der
Behinderung auf die Art der noch in Frage kommenden Erwerbstätigkeiten und mit
dem sogenannten Teilzeitabzug auseinandergesetzt. Sie hat sich auch zum
Wirkungszeitpunkt der Wiederheraufsetzung auf eine ganze Invalidenrente geäussert,
indem sie auf die Revisionsbestimmungen in der Vollzugsverordnung hingewiesen hat.
Damit hat sie implizit und für die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin ohne
weiteres nachvollziehbar klargestellt, warum sie am angegebenen Wirkungszeitpunkt
hat festhalten wollen. Einzig zum Einwand der Beschwerdeführerin, es liege keine
relevante Meldepflichtverletzung vor bzw. eine allfällige Meldepflichtverletzung wäre
gar nicht kausal gewesen für das Unterbleiben einer Rentenanpassung, hat sich die
Beschwerdegegnerin nicht auseinandergesetzt. Angesichts der objektiv gegebenen
Meldepflicht in bezug auf die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit mit einem
Beschäftigungsgrad von mindestens 70% ist eine Auseinandersetzung mit der
Behauptung der Beschwerdeführerin, es liege keine Meldepflichtverletzung vor, nicht
nötig gewesen, denn diese Behauptung war offensichtlich falsch. Dasselbe gilt für die
behauptete Urteilsunfähigkeit. Effektiv unterblieben ist also nur eine
Auseinandersetzung mit dem gegen den Vorbescheid erhobenen Einwand, eine
allfällige Meldepflichtverletzung sei nicht ursächlich gewesen für die
Rentenherabsetzung, weil die Erwerbstätigkeit unzumutbar und deshalb IV-rechtlich
irrelevant gewesen sei.
2.2.2 Zwar müssen Verfügungen nur in bezug auf die wesentlichen Punkte begründet
werden, wie die Beschwerdegegnerin unter Verweis auf BGE 118 V 58 geltend
gemacht hat. Tatsächlich handelt es sich bei der "Verfügung" vom 5. Dezember 2007
nach dem oben Ausgeführten aber um einen Einspracheentscheid, auch wenn die
Beschwerdegegnerin irrtümlicherweise angenommen hat, sie erlasse eine Verfügung.
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Damit stellt sich die Frage, ob an die Begründung eines Einspracheentscheides höhere
Anforderungen zu stellen seien als an die Begründung einer Verfügung. Bezogen auf
die Behandlung der in einer Stellungnahme zum Vorbescheid erhobenen Einwände
sind die Anforderungen an die Begründung dieselben wie bei der Behandlung der in
einer Einsprache gegen eine Verfügung erhobenen Einwände: Die versicherte Person
muss in die Lage versetzt werden, die Verfügung bzw. den Einspracheentscheid zu
verstehen, d.h. insbesondere nachvollziehen zu können, warum ihre Einwände nicht
oder nicht in der erwarteten Weise als stichhaltig betrachtet werden. Die Begründung
muss ausreichen, um der versicherten Person einen klaren Entscheid darüber, ob sie
die Verfügung oder den Einspracheentscheid akzeptieren oder anfechten will, zu
ermöglichen. Die versicherte Person muss auch in der Lage sein, die Anfechtung in
Kenntnis der Entscheidgründe der IV-Stelle anzufechten. Daraus folgt, dass sich die
Verfügungsbegründung und die Begründung des Einspracheentscheides nicht
unterscheiden. Es besteht keine Veranlassung anzunehmen, die Begründung des
Einspracheentscheides müsse höheren Anforderungen gerecht werden als die
Verfügungsbegründung. Im vorliegenden Fall ist von einer ausreichenden Begründung
auszugehen, auch wenn die Beschwerdegegnerin irrtümlicherweise angenommen hat,
sie erlasse eine Verfügung. Die Begründung ist zwar als minimal oder sogar in einem
Punkt als unvollständig zu qualifizieren, aber sie hat ausgereicht, um der
Beschwerdeführerin einen fundierten Entscheid über die Anfechtung und
anschliessend eine umfassende Begründung der Beschwerde zu ermöglichen. Unter
diesen Umständen ist davon auszugehen, dass die Beschwerdegegnerin den Anspruch
der Beschwerdeführerin auf das rechtliche Gehör in der Form einer ausreichenden
Entscheidbegründung nicht verletzt hat. Im übrigen hätte eine Rückweisung der
Streitsache an die Beschwerdegegnerin zum Erlass eines umfassender begründeten
Einspracheentscheides ebenfalls nur einen Verfahrensleerlauf zur Folge, so dass dem
Grundsatz der Verfahrensbeschleunigung auch in diesem Zusammenhang der Vorrang
vor dem Rechtmässigkeitsprinzip einzuräumen ist.
3.
3.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin erheblich, so wird die Rente
für die Zukunft erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Eine
Sachverhaltsveränderung ist also nur dann revisionsrechtlich bedeutsam, wenn sie den
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Invaliditätsgrad erheblich verändert. Die Beschwerdeführerin hat am 28. Juni 2004 eine
Erwerbstätigkeit aufgenommen. Bis dahin war sie nicht erwerbstätig und zu 100%
invalid. Zu prüfen ist, ob hinter dieser Erwerbsaufnahme eine revisionsrechtlich
relevante Veränderung des Invaliditätsgrades steht. Das Argument der
Beschwerdeführerin, ihre Erwerbstätigkeit bei der C._ AG sei medizinisch
unzumutbar gewesen, weist darauf hin, dass die Erwerbsaufnahme selbst nicht bereits
als revisionsrechtlich relevante Sachverhaltsveränderung qualifiziert werden kann, weil
damit noch keine Veränderung des Invaliditätsgrades nachgewiesen ist. Trotzdem hat
die Beschwerdegegnerin in einer ersten Phase, die mit der Verfügung vom 12. Januar
2006 abgeschlossen worden ist, ohne weiteres unterstellt, dass sich der
Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin umgekehrt proportional zum Ausmass des
Beschäftigungsgrades bei der C._ AG entwickelt habe. Dementsprechend hat die
Beschwerdegegnerin auf die Abklärung des medizinischen Hintergrundes der
Erwerbsaufnahme verzichtet. Erst in der zweiten Phase hat sie die medizinische
Abklärung nachgeholt, indem sie Dr. med. E._ mit einer psychiatrischen
Begutachtung beauftragt hat. Damit sollte geklärt werden, ob und gegebenenfalls in
welchem Ausmass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin vom
Beschäftigungsgrad abwich. Die Beschwerdeführerin behauptet, sie sei durchgehend
zu 100% arbeitsunfähig gewesen, weshalb die Erwerbstätigkeit bei der C._ AG als
medizinisch unzumutbar qualifiziert werden müsse. Sie stützt sich dabei auf die
Angaben im psychiatrischen Gutachten. Tatsächlich hat Dr. med. E._ sich nur zu der
im Begutachtungszeitpunkt aktuellen Arbeitsunfähigkeit (100%) und zur
voraussichtlichen Arbeitsunfähigkeit nach der Haftentlassung des Ehemannes der
Beschwerdeführerin (40-50%) explizit geäussert. Insbesondere der Antwort von Dr.
med. E._ auf die Frage nach der Arbeitsfähigkeit zum Zeitpunkt des Arbeitsantritts
bei der C._ AG im Juni 2004 (vgl. das Gutachten S. 28 unten) lässt sich aber
entnehmen, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung für die Zeit nach der Haftentlassung
des Ehemannes dieselbe ist wie für die Zeit vor der Inhaftierung. Das Gutachten kann
nur so interpretiert werden, dass sich vor dem Arbeitsantritt bei der C._ AG im Juni
2004 eine dauerhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes eingestellt hat, die den
Arbeitsunfähigkeitsgrad ebenfalls dauerhaft von 100% auf 40-50% hat sinken lassen
und die anlässlich der Inhaftierung des Ehemannes nicht auf Dauer, sondern
voraussichtlich nur vorübergehend wieder auf 100% angestiegen ist. Die gegenteilige
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Auffassung der Beschwerdeführerin, nämlich dass Dr. med. E._ durchgehend eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% bestätigt und erst für die Zeit nach der Haftentlassung
eine Reduktion der Arbeitsunfähigkeit auf 40-50% angegeben habe, lässt sich mit den
Ausführungen im Gutachten nicht in Übereinstimmung bringen. Es ist deshalb mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die
Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht vom 1. Juni 2004 bis 31. März 2006 zu
50-60% arbeitsfähig gewesen ist. Die bereits für die Zeit vor dem 1. Juni 2004
dokumentierten somatischen Beschwerden sind nicht in die Begutachtung einbezogen
worden. Die Beschwerdegegnerin ist in antizipierender Beweiswürdigung davon
ausgegangen, dass diese Beschwerden die Beschwerdeführerin in einer angepassten
Erwerbstätigkeit nicht in der Arbeitsfähigkeit beeinträchtigten bzw. dass eine allfällige
Beeinträchtigung durch die psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit mitabgedeckt sei.
Diese Sachverhaltswürdigung ist für die hier massgebende Periode Juni 2004 bis März
2006 überwiegend wahrscheinlich, denn die Beschwerdeführerin ist in dieser Zeit einer
Erwerbstätigkeit nachgegangen, ohne durch die körperlichen Beschwerden zusätzlich
eingeschränkt zu sein. Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Beschwerdeführerin bei
der Arbeit starke körperliche Beschwerden gehabt hätte, welche die Erwerbstätigkeit
bei der C._ AG als objektiv unzumutbar hätten erscheinen lassen. Entgegen der
Auffassung der Beschwerdeführerin beruht die angefochtene "Verfügung" also auf
einer ausreichenden Abklärung des medizinischen Sachverhalts. Es ist mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die
Beschwerdeführerin zwischen dem 1. Juni 2004 und dem 31. März 2006 in einer
adaptierten Erwerbstätigkeit zu 50-60% arbeitsfähig gewesen ist.
3.2
3.2.1 Rechtsprechungsgemäss ist bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades der
Beschwerdeführerin der Mittelwert der Arbeitsfähigkeitsschätzung zugrunde zu legen,
weil das Bundesgericht von einer natürlichen Vermutung dafür ausgeht, dass dieser
Mittelwert der wahrscheinlichste sei (vgl. etwa das Urteil des Bundesgerichts vom 21.
April 2005, I 822/04). Auch wenn diese Rechtsprechung nicht zu überzeugen vermag,
weil Dr. med. E._ einen Arbeitsfähigkeitsgrad von 55% angegeben hätte, wenn dieser
der wahrscheinlichste gewesen wäre, und weil die materielle Beweislastverteilung den
Nachteil der Beweislosigkeit bzw. hier den Nachteil der Unsicherheit in der
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Arbeitsfähigkeitsschätzung der Beschwerdeführerin auferlegt, so dass eigentlich nur
eine Arbeitsunfähigkeit von 40% als überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen zu
betrachten ist, muss aufgrund des Gleichbehandlungsgrundsatzes die konstante
höchstrichterliche Praxis zur Anwendung gelangen. Es ist also zu fingieren, dass Dr.
med. E._ eine Arbeitsfähigkeit von 55% angegeben hat. Entgegen der Auffassung
der Beschwerdeführerin vermögen weder die körperlichen Beschwerden noch der
erhöhte Pausenbedarf ein Abstellen auf den unteren Wert von 50% zu rechtfertigen.
Nach dem oben Ausgeführten ist davon auszugehen, dass allfällige körperliche
Beschwerden nicht arbeitsfähigkeitsrelevant sind bzw. dass sie durch die psychisch
begründete Arbeitsunfähigkeit mitabgedeckt sind. Der durch die
Gesundheitsbeeinträchtigung verursachte zusätzliche Pausenbedarf ist in der
Arbeitsfähigkeitsschätzung bereits enthalten. Das zumutbare Invalideneinkommen ist
somit ausgehend von einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 55% zu ermitteln.
3.2.2 Die Beschwerdeführerin hat keinen Beruf erlernt. Sie wäre auch ohne den
Gesundheitsschaden als Hilfsarbeiterin erwerbstätig. Bei der C._ AG hat sie eine
Tätigkeit ausgeübt, für die sie keine Berufsausbildung benötigt hat. Das bei der C._
AG erzielte Einkommen ist bei der Ermittlung des Valideneinkommens nicht
massgebend, denn ohne den Gesundheitsschaden wäre die Beschwerdeführerin wohl
nie für die C._ AG tätig gewesen. Das Valideneinkommen bemisst sich deshalb
praxisgemäss anhand eines statistischen Durchschnittseinkommens. Als gesunde
Hilfsarbeiterin hätte die Beschwerdeführerin in allen Branchen tätig sein können.
Abzustellen ist deshalb auf den Zentralwert 2004 der Löhne aller Hilfsarbeiterinnen aller
Branchen von Fr. 3893.- (vgl. die Lohnstrukturerhebung 2004 des Bundesamtes für
Statistik, Resultate auf nationaler Ebene, Anhang Tabelle TA1). Allerdings beruht dieser
Zentralwert auf einer standardisierten Wochenarbeitszeit von 40 Std. Effektiv belief sich
die durchschnittliche Wochenarbeitszeit im Jahr 2004 auf 41,6 Std. Das entspricht
einem Zentralwert der Hilfsarbeiterinnenlöhne von Fr. 4049.- bzw. Fr. 48'588.-. Zur
Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens ist nicht auf den Durchschnittslohn
für allereinfachste Hilfsarbeiten abzustellen, wie die Beschwerdeführerin verlangt hat,
denn es gibt keinen Hinweis darauf, dass die Beschwerdeführerin behinderungsbedingt
nicht in der Lage gewesen wäre, intellektuell anforderungsreichere Hilfsarbeiten
auszuüben, dass sie also mit der Arbeit für die C._ AG intellektuell überfordert
gewesen wäre. Es ist deshalb auf das bei der C._ AG erzielte Erwerbseinkommen
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abzustellen, da es sich dabei um eine behinderungsadaptierte und den Fähigkeiten der
Beschwerdeführerin angepasste Hilfsarbeit gehandelt hat. Laut den Angaben der C._
AG hätte die Beschwerdeführerin bei einem Vollzeitpensum Fr. 53'472.- verdienen
können (48 Arbeitswochen à 40 Std. à Fr. 27.85, wobei der Stundenlohn die Ferien-
und Feiertage abgegolten hat). Da dieses Einkommen höher ist als das
Valideneinkommen, muss es auf den Betrag des Valideneinkommens gekürzt werden,
denn andernfalls würde ein invaliditätsfremder Umstand die Invaliditätsbemessung
verfälschen. Die Erzielung eines
überdurchschnittlichen Einkommens durch eine behinderte Person hat nämlich nichts
mit der Invalidität dieser Person zu tun. Sind das Validen- und das
Ausgangseinkommen zur Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens gleich
hoch, kann der Einkommensvergleich in der Form eines Prozentvergleichs erfolgen.
3.2.3 Hilfsarbeiterinnen, die mit einem Beschäftigungsgrad von 50-74% tätig sind,
haben nur einen unterdurchschnittlichen Lohnnachteil in Kauf zu nehmen. Eine zu 50%
erwerbstätige Hilfsarbeiterin hat im Jahr 2004 nicht 50%, sondern knapp 54% des
Durchschnittslohns einer vollerwerbstätigen Hilfsarbeiterin erzielt (vgl. die
Lohnstrukturerhebung 2004, S. 25, Tabelle T6*). Diesem statistisch ausgewiesenen
Umstand ist bei der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens ebenso
Rechnung zu tragen wie allfälligen indirekt behinderungsbedingten Lohnnachteilen (vgl.
das unveröffentlichte Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 21.
Januar 2006, IV 2005/54). Die Beschwerdeführerin weist aufgrund der Art ihrer
Behinderung für einen rein ökonomisch denkenden potentiellen Arbeitgeber
verschiedene Nachteile gegenüber einer gesunden Hilfsarbeiterin mit identischem
Beschäftigungsgrad auf, die nur durch einen unterdurchschnittlichen Lohn so
kompensiert werden können, dass nicht ohne weiteres die gesunde Konkurrentin für
den Teilzeitarbeitsplatz vorgezogen wird. Zu diesen Nachteilen gehört - trotz des in der
Verwaltungspraxis verwendeten missverständlichen Ausdrucks "Leidensabzug" - das
Leiden mit seinen direkten Folgen nicht. Der "Leidensabzug" dient gerade nicht dazu,
die vom medizinischen Sachverständigen abgegebene Arbeitsfähigkeitsschätzung zu
modifizieren. Der Gesundheitsbeeinträchtigung bzw. ihren direkten Folgen ist
ausschliesslich mit der medizinischen Arbeitsfähigkeitsschätzung Rechnung zu tragen.
Im vorliegenden Fall kann einer unzumutbaren Arbeit unter Stress durch die Wahl eines
entsprechend adaptierten, d.h. stressfreien (auf dem allgemeinen und ausgeglichenen
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Arbeitsmarkt vorhandenen) Arbeitsplatzes ausgewichen werden, so dass diese
Einschränkung keinen "Leidensabzug" rechtfertigen kann. Mit dem "Leidensabzug" soll
ausschliesslich den ökonomischen Nachteilen bei der Beschäftigung einer behinderten
statt einer gesunden Arbeitskraft Rechnung getragen werden. Das fortgeschrittene
Alter stellt keinen solchen Nachteil dar, weil es keinen statistischen Nachweis und auch
keine Vermutung dafür gibt, dass ältere Hilfsarbeiterinnen weniger verdienen würden
als jüngere. Da keine Berufskenntnisse nötig sind, kann auch die Arbeitserfahrung, die
einer behinderten Hilfsarbeiterin fehlt, nicht nachteilig sein. Relevante Nachteile sind im
vorliegenden Fall das im Vergleich mit gesunden Hilfsarbeiterinnen erhöhte Risiko von
Krankheitsabsenzen, die Erschwerung der Einsatzplanung bei behinderungsbedingt
schwankender Leistungsfähigkeit und die organisatorischen Probleme bei der
Gewährleistung des erhöhten Pausenbedarfs. Dabei handelt es sich um spürbare, aber
nicht um schwerwiegende Nachteile. Ihnen ist ermessensweise durch einen Abzug von
10% Rechnung zu tragen. Berücksichtigt man gleichzeitig den unterproportionalen
Lohnnachteil bei Teilzeitarbeit von 4%, so resultiert ein Gesamtabzug von 6%. Damit
ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 48%. Im Ergebnis erweist sich die
Invaliditätsbemessung durch die Beschwerdegegnerin für das
Rentenrevisionsverfahren des Jahres 2004 also als korrekt. Dasselbe gilt für das
Rentenrevisionsverfahren des Jahres 2006, denn aufgrund der
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med. E._ steht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin nach der Inhaftierung ihres
Ehemannes wieder zu 100% arbeitsunfähig und damit auch zu 100% invalid gewesen
ist.
3.3
3.3.1 Die revisionsweise Herabsetzung oder Aufhebung einer Invalidenrente erfolgt im
Normalfall auf den ersten Tag des zweiten auf die Zustellung der Verfügung folgenden
Monats (Art. 88 Abs. 2 lit. a IVV). Ist die unrichtige Ausrichtung einer Leistung
aber darauf zurückzuführen, dass der Rentner seiner Meldepflicht nicht
nachgekommen ist, erfolgt die Herabsetzung oder Aufhebung auf den Zeitpunkt der für
den Anspruch erheblichen Änderung (Art. 88 Abs. 2 lit. b IVV). Die
Beschwerdeführerin hat der Beschwerdegegnerin die Aufnahme der Erwerbstätigkeit
bei der C._ AG nicht gemeldet. Objektiv betrachtet liegt eine Meldepflichtverletzung
bis
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vor, denn bei Aufwendung pflichtgemässer Sorgfalt war es ohne weiteres erkennbar,
dass es sich bei der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit um eine für die laufende
Invalidenrente relevante und damit meldepflichtige Sachverhaltsveränderung handelte.
Die Beschwerdeführerin macht sinngemäss geltend, diese objektive
Meldepflichtverletzung könne ihr nicht vorgehalten werden, da sie urteilsunfähig
gewesen sei und deshalb nicht schuldhaft gehandelt habe. Den medizinischen Akten
lässt sich nichts entnehmen, das auf eine Urteilsunfähigkeit der Beschwerdeführerin im
massgebenden Zeitpunkt hindeuten würde. Es ist zudem äusserst unwahrscheinlich,
dass die Beschwerdeführerin trotz Urteilsunfähigkeit in der Lage gewesen sein soll, für
die C._ AG eine zufriedenstellende Arbeitsleistung zu erbringen. Es steht deshalb mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin in der Lage war,
die Bedeutung der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit für ihren Rentenanspruch zu
erkennen und ihrer Meldepflicht nachzukommen. Somit liegt eine schuldhafte
Meldepflichtverletzung vor, weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht die ganze
Rente gestützt auf Art. 88 Abs. 2 lit. b IVV rückwirkend auf den Zeitpunkt des Eintritts
der erheblichen Sachverhaltsveränderung herabgesetzt hat.
3.3.2 Gemäss Art. 88a IVV ist die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Erhöhung,
Herabsetzung oder Aufhebung der Leistungen zu berücksichtigen, sobald sie ohne
wesentlichen Unterbruch drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin
andauern wird. Nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung handelt es sich
dabei um eine Wartefrist, die ablaufen muss, bevor die Erhöhung, Herabsetzung oder
Aufhebung der laufenden Rente wirksam werden kann (vgl. Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Invalidenversicherung [IVG], bearbeitet von Ulrich Meyer-Blaser, S. 263). Das hat zur
Folge, dass jede Revision einer laufenden Rente bezogen auf die Veränderung des
rentenrelevanten Sachverhalts mit einer mindestens dreimonatigen Verzögerung
erfolgt. Gemäss den Angaben der C._ AG vom Juni 2005 hat die Beschwerdeführerin
ihre Stelle am 28. Juni 2004 angetreten. Aufgrund der Ausführungen von Dr. med.
E._ muss davon ausgegangen werden, dass nicht mehr ermittelt werden kann, wann
genau die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin von 100% auf 45% gesunken ist,
so dass auf den Tag abgestellt werden muss, ab dem eine Arbeitsunfähigkeit von nur
noch 45% feststeht. Das ist der erste Arbeitstag, also der 28. Juni 2004. Die
dreimonatige Wartefrist ist demnach am 30. September 2004 abgelaufen, so dass die
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Beschwerdeführerin erst ab 1. Oktober 2004 einen Anspruch auf eine Viertels- statt der
ganzen Rente hat. Gemäss dem Kündigungsschreiben der C._ AG vom 11. Mai 2006
hat die Beschwerdeführerin am 23. März 2006 zum letzten Mal gearbeitet. Es ist
anzunehmen, dass sie unmittelbar darauf wieder zu 100% arbeitsunfähig gewesen ist.
Die Wiederheraufsetzung auf eine ganze Rente ist deshalb - wiederum mit einer
dreimonatigen Verzögerung nach der Sachverhaltsveränderung - auf den 1. Juli 2006
anzusetzen. Die angefochtene Verfügung ist in dieser Hinsicht zu korrigieren.
4.
4.1 Da es sich bei der angefochtenen "Verfügung" eigentlich um einen
Einspracheentscheid handelt, kommt gemäss lit. b der Übergangsbestimmungen zur
Änderung des IVG vom 16. Dezember 2005 bisheriges, d.h. bis 30. Juni 2006 in
Geltung stehendes Recht zur Anwendung. Art. 69 Abs. 1 IVG ist somit nicht
anwendbar, d.h. das Beschwerdeverfahren ist gemäss Art. 61 lit. a ATSG auf jeden Fall
kostenlos. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- ist der Beschwerdeführerin
zurückzuerstatten.
4.2 Die Beschwerdeführerin ist nur mit einem Teil ihres Beschwerdebegehrens
durchgedrungen. Trotzdem ist von einem vollumfänglichen Obsiegen auszugehen,
denn die Beschwerdeführerin war gezwungen, Beschwerde zu führen, um eine
Korrektur der teilweise rechtswidrigen "Verfügung" vom 5. Dezember 2007 zu
erreichen. Der ihr entstandene Vertretungsaufwand ist deshalb grundsätzlich als
notwendig zu qualifizieren und zwar unabhängig davon, ob sie mit ihrem konkreten
Beschwerdebegehren ganz oder nur teilweise durchgedrungen ist. In Analogie zur
höchstrichterlichen Rechtsprechung betreffend den Anspruch auf eine
Parteientschädigung bei einer Rückweisung zur weiteren Abklärung des Sachverhalts,
bei dem die Beschwerde führende versicherte Person trotz eines weitergehenden
Beschwerdebegehrens ebenfalls "nur" die Aufhebung der angefochtenen Verfügung
erreicht hat (vgl. etwa ZAK 1987 S. 266 Erw. 5a), ist deshalb davon auszugehen, dass
die Beschwerdeführerin mit ihrem eigentlichen Beschwerdebegehren, die
angefochtene Verfügung sei als rechtswidrig aufzuheben, vollumfänglich obsiegt hat.
Es besteht deshalb keine Veranlassung, in Analogie zum zivilprozessualen
Klageverfahren von einem nur teilweisen Obsiegen auszugehen und nur eine reduzierte
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Parteientschädigung auszusprechen (vgl. das Urteil des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 8. Januar 2008, IV 2007/214).
4.3 Die zu ersetzenden Parteikosten bemessen sich nach der Bedeutung der
Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses. Dabei ist zu berücksichtigen,
dass der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin aufgrund des früher anhängig
gemachten, mit dem vorliegenden ausserordentlich eng zusammenhängenden,
sistierten Beschwerdeverfahrens IV 2006/144 bereits über eine weitgehend
vollständige Aktenkenntnis verfügte. Der dort entstandene Vertretungsaufwand ist nicht
in diesem Verfahren zu entschädigen. Der im vorliegenden Beschwerdeverfahren
entstandene Vertretungsaufwand erweist sich deshalb unterdurchschnittlich. Dies
rechtfertigt es, eine deutlich unter dem Normalansatz liegende Parteientschädigung
von Fr. 2500.- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG