Decision ID: 4618baf1-cdc9-4b03-af41-fbaca3933356
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, Marktplatz 4, 9004 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ erlitt am 24. Juni 2006 einen Motorradunfall (Suva-Schadenmeldung vom
28. Juni 2006, act. G 4.2). Am 6. September 2006 meldete sich der Versicherte zum
Bezug von IV-Leistungen an. Er teilte mit, an einer Polyarthritis und an den Folgen des
Motorradunfalls zu leiden (act. G 4.1.1). Der Hausarzt Dr. med. B._, Facharzt für
Innere Medizin FMH, diagnostizierte im Bericht vom 20. September 2006 mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Verdacht auf seronegative
Spondylarthropathie mit Oligoarthritis und Enthesopathien und einen Töffunfall mit
Commotio cerebri, BWK 8 Fraktur, mehrfragmentäre Scapula-Fraktur links sowie eine
obere und untere Schambeinastfraktur. Für leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigte
er eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 4.1.12).
A.b Die IV-Stelle nahm am 27. Juni 2007 eine Abklärung im Betrieb des Versicherten
vor. Der Versicherte war Inhaber einer GmbH, die sich mit dem Bau- und Brandschutz
beschäftigte. Im Rahmen eines Betätigungsvergleichs ermittelte die Abklärungsperson
für die betriebsbezogene Tätigkeit des Versicherten eine behinderungsbedingte
Einschränkung von 78% (act. G 4.1.31).
A.c Am 18. und 19. Juli 2007 wurde im Kantonsspital St. Gallen eine Evaluation der
funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) mit Bezug auf die Unfallfolgen durchgeführt. Die
Abklärungspersonen kamen zum Schluss, dass die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Monteur für Brandschutzinstallationen nicht mehr zumutbar sei. Eine
leidensangepasste Tätigkeit sei dem Versicherten ganztags zumutbar, wobei die
Verdachtsdiagnose Spondarthropathie nicht berücksichtigt sei (EFL-Bericht vom
28. August 2007, act. G 4.1.33-1 ff.). Der Hausarzt gelangte im Bericht vom
15./16. Oktober 2007 zur Auffassung, dass dem Versicherten eine leidensangepasste
Tätigkeit ganztags ohne eine Verminderung der Leistungsfähigkeit zumutbar sei (act.
G 4.1.38-1 ff.). Vom 8. bis 31. Januar 2008 nahm der Versicherte an einer beruflichen
Abklärung in der BEFAS Appisberg teil. Die dortigen Abklärungspersonen kamen zum
Schluss, dass der Versicherte für optimal leidensangepasste Tätigkeiten über eine
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75%ige Leistungsfähigkeit verfüge (Schlussbericht BEFAS vom 11. Februar 2008, act.
G 4.1.48).
A.d Die Suva sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 16. Mai 2008 für die Folgen
des Unfalls vom 24. Juni 2006 eine 20%ige Invalidenrente mit Wirkung ab 1. März 2008
und eine 5%ige Integritätsentschädigung zu (act. G 4.2).
A.e Die IV-Stelle wies in der Verfügung vom 14. November 2008 einen Anspruch des
Versicherten auf berufliche Massnahmen ab (act. G 4.1.59).
A.f Mit Vorbescheid vom 4. Dezember 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, sein Rentengesuch abzuweisen, da er in einer leidensangepassten Tätigkeit
über eine volle Arbeitsfähigkeit verfüge (act. G 4.1.62). Am 26. Januar 2009 verfügte sie
entsprechend dem Vorbescheid (act. G 4.1.63). Auf Beschwerde vom 26. Februar 2009
(act. G 4.1.73; vgl. auch die Beschwerdeergänzung vom 30. April 2009 samt Bericht
des Hausarztes vom 28. April 2009, act. G 4.1.75 f.) hin widerrief die IV-Stelle am 2. Juli
2009 die rentenabweisende Verfügung und stellte die Vornahme weiterer Abklärungen
in Aussicht (act. G 4.1.82).
A.g Im Auftrag der IV-Stelle nahm der Versicherte am 20. und 21. Juli 2009 an einer
EFL sowie am 26. August 2009 an einer rheumatologischen Begutachtung im Institut
für Rheumatologie und Schmerztherapie "Zürichsee" teil. Im Gutachten vom
"4. August" 2009 diagnostizierte die rheumatologische Expertin Dr. med. C._, FMH
Rheumatologie und Innere Medizin, (visiert Dr. med. D._, FMH Rheumatologie,
physikalische Medizin) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein wanderndes, schwer
fassbares, durch Belastung verstärktes, chronifiziertes Schmerzsyndrom (ICD-10:
M79.0) bei: chronischem zervikospondylogenem bis -radikulärem Schmerzsyndrom
(ICD-10: M50.9); elektroneurografisch nachgewiesenem leichtem bis mittelschwerem
Karpaltunnelsyndrom beidseits; posttraumatischer Gonarthrose links lateral
mässiggradig, rechts medial beginnend; wahrscheinlich posttraumatisch beginnender
OSG-Arthrose links; chronischem Panvertebralsyndrom; Status nach Polytrauma
(Motorradsturz) und Verdacht auf HLA B27-negative, undifferenzierte
Spondarthropathie. Für leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigte sie eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit (act. G 4.1.89).
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A.h Mit Vorbescheid vom 11. Januar 2010 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
dass sie dessen Rentengesuch abweisen werde, da er für leidensangepasste
Tätigkeiten über eine 100%ige Arbeitsfähigkeit verfüge (act. G 4.1.95). Dagegen erhob
der Versicherte am 11. Februar 2010 Einwand und beantragte die Zusprache
mindestens einer halben Rente. Eventuell seien neue medizinische Abklärungen zu
veranlassen (act. G 4.1.98).
A.i Nach Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst Ostschweiz (RAD; vgl.
Stellungnahme vom 26. April 2010, act. G 4.1.99) wies die IV-Stelle das Rentengesuch
des Versicherten in der Verfügung vom 27. April 2010 ab (act. G 4.1.100).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 27. April 2010 richtet sich die Beschwerde vom 31. Mai
2010. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten- und Entschädigungsfolge
deren Aufhebung und die Zusprache von mindestens einer halben Rente. Eventuell sei
die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Zur Begründung bringt er vor, dass das rheumatologische Gutachten
nicht beweiskräftig sei. Es beruhe namentlich auf einer unvollständigen Aktenlage, sei
einseitig und nicht nachvollziehbar. Ferner rügt er die Ermittlung der
Vergleichseinkommen (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 11. August
2010 die Beschwerdeabweisung. Sie stellt sich im Wesentlichen auf den Standpunkt,
dass das rheumatologische Gutachten beweiskräftig sei. Hinsichtlich der Ermittlung
des Invaliditätsgrads erachtet sie die Vornahme eines Prozentvergleichs für richtig und
gewährt einen 10%igen Tabellenlohnabzug, woraus ein 10%iger Invaliditätsgrad
resultiere (act. G 4).
B.c Der Beschwerdeführer hält in der Replik vom 28. September 2010 an den
gestellten Anträgen fest (act. G 8).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 10).

Erwägungen:
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1. Zwischen den Parteien ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers
umstritten.
1.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zug der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass
der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am
27. April 2010 (act. G 4.100) ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor
dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008
begonnen hat (IV-Anmeldung vom 6. September 2006, act. G 4.1.1). Daher ist
entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis
31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt
auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130
V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese
übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die
5. IV-Revision hinsichtlich des Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine
substantiellen Änderungen gegenüber der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage
gebracht hat. Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des
ATSG und IVG wiedergegeben.
1.2 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen
Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
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zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad
von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
1.3 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, die aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb).
2.
Zunächst ist die Frage zu beantworten, ob die medizinische Aktenlage eine
rechtsgenügliche Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zulässt.
2.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei ihrer Rentenabweisung auf das
rheumatologische Gutachten vom "4. August" 2009 (Datum Posteingang bei der
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Beschwerdegegnerin: 1. Oktober 2009, act. G 4.1.89). Der Beschwerdeführer hält
dieses aus verschiedenen Gründen für nicht beweiskräftig.
2.2 Der Beschwerdeführer rügt, dass das Gutachten nicht auf einer vollständigen
Aktenlage beruhe (act. G 1, S. 3 f., und G 8, S. 2 f.). Dem Gutachten lagen die ab
16. März 2006 ergangenen medizinischen Akten vor (act. G 4.1.89-1 ff.). Die davor
ergangene medizinische Aktenlage wurde von der Gutachterin nicht gesichtet, was vor
liegend aber nicht gegen die Aussagekraft des Gutachtens spricht, werden doch die
vor März 2006 bestehenden Leiden von sämtlichen involvierten medizinischen
Fachpersonen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beschrieben (der Hausarzt
erachtete im Bericht vom 20. September 2006 lediglich die ab März 2006 bestehenden
Leiden für die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung relevant, act. G 4.1.12-3; im hausärztlichen
Bericht vom 28. April 2009 werden die vor März 2006 gestellten Diagnosen nicht mehr
erwähnt). Im Übrigen fanden diese älteren Diagnosen in der Diagnoseliste ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des Gutachtens Eingang (act. G 4.1.89-12) und die
Gutachterin erhielt im Rahmen der Leidensschilderung des Beschwerdeführers
Erkenntnisse über die Zeit vor 2006 (act. G 4.1.89-7), die in der Beurteilung ihren
Niederschlag fanden (act. G 4.1.89-13 f.). Es ist ferner nicht ersichtlich und wird vom
Beschwerdeführer auch nicht substanziiert dargetan, inwiefern sich aus den vor März
2006 und damit auch vor dem Unfall vom 24. Juni 2006 ergangenen medizinischen
Akten zusätzliche relevante Aufschlüsse für die Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers ergeben könnten. Die Behauptung, der Gutachterin seien keine
aktuellen medizinischen Berichte der behandelnden Ärzte vorgelegen (act. G 1, S. 4),
erweist sich als aktenwidrig, berücksichtigte die Gutachterin doch Berichte des KSSG
vom 11. Februar 2009 und vom 23. Februar 2009 (Knochendichtemessung vom
23. Februar 2009), vom Hausarzt vom 28. April 2009 und nahm zusätzlich am
1. September 2009 eine telefonische Besprechung mit dem KSSG und dem Hausarzt
vor (act. G 4.1.89-4). Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (act. G 1,
S. 3 f.) sind die auf telefonischem Weg eingeholten Auskünfte der Gutachterin nicht zu
beanstanden (vgl. zu im Rahmen einer Begutachtung eingeholten telefonischen
Auskünfte Urteil des Bundesgerichts vom 28. September 2007, 9C_330/2007, E. 4.2.1).
Diese sind nachvollziehbar protokolliert - und damit ohne weiteres überprüfbar -, ohne
dass sich Hinweise für ein sachfremdes Vorgehen ergeben.
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2.3 Gegen die gutachterliche Einschätzung bringt der Beschwerdeführer weiter vor,
sie sei einseitig und offensichtlich auf die Ablehnung des Rentenanspruchs
ausgerichtet (act. G 1, S. 4 f.). Dieser Vorwurf ist unberechtigt. Aus dem Gutachten
ergeben sich keine Hinweise für ein voreingenommenes Vorgehen. Daran vermag
nichts zu ändern, dass sich die Gutachterin teilweise kritisch mit einzelnen Angaben
der behandelnden Ärzte (Ursachen für einen Schmerzschub, Beobachtung einer
entzündlichen Manifestation, genaue Bezeichnung des arthritischen Leidens, act.
G 4.1.89-14) auseinandersetzte, blieb sie doch dabei durchwegs sachlich. Im Übrigen
verkennt der Beschwerdeführer bei seiner Rüge, dass es gerade Zweck einer
Begutachtung ist, die vorbestehende medizinische Aktenlage nicht unbesehen zu
übernehmen, sondern sich damit - soweit angemessen - kritisch auseinanderzusetzen.
Nichts anderes kann auch für die Selbsteinschätzung und das Verhalten eines
Exploranden gelten, weshalb die gutachterliche Feststellung einer Selbstlimitierung für
sich allein keinen Zweifel am Gutachten entstehen lässt (vgl. zu den entsprechenden
Vorwürfen act. G 1, S. 5 f.; vgl. ferner act. G 8, S. 3 f.).
2.4 Der Beschwerdeführer vertritt die Auffassung, dass auch die anlässlich der
Begutachtung durchgeführte EFL mangelhaft sei (act. G 1, S. 6). Dem kann nicht
gefolgt werden. Dabei fällt ins Gewicht, dass sich das von der Gutachterin u.a. gestützt
darauf ermittelte Ergebnis (100%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten)
mit der im KSSG durchgeführten EFL deckt (vgl. hierzu EFL-Bericht vom 28. August
2007, act. G 4.1.33), worin - allerdings allein unter Berücksichtigung der
unfallbedingten Leiden - ebenfalls eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigt wurde (act. G 4.1.33-3). Gegen eine im
Rahmen der Begutachtung voreingenommen durchgeführte EFL spricht des Weiteren
auch, dass die Abklärungsperson den Beschwerdeführer "an sich" als kooperativ und
leistungsbereit beschrieb (act. G 4.1.89-39) und die Konsistenzbeurteilung ausführlich
begründete (act. G 4.1.89-44; vgl. auch die gutachterliche Würdigung in act.
G 4.1.89-11 f.).
2.5 Als widersprüchlich bezeichnet der Beschwerdeführer schliesslich die
gutachterlichen Ausführungen der von ihm zuletzt und gegenwärtig ausgeführten
Tätigkeit (act. G 1, S. 6). Da sich die beanstandeten gutachterlichen Aussagen nicht auf
die für die Rentenfrage allein entscheidende Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
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Tätigkeiten beziehen, mithin bezüglich der Invalidität ohne Belang sind, erübrigen sich
Weiterungen hierzu.
2.6 Der Beschwerdeführer erachtet die gutachterliche Beurteilung auch deshalb als
mangelhaft, da die Expertin keine PET-CT-Röntgenbilder angefertigt habe, sondern
sich lediglich auf die Anfertigung konventioneller Röntgenbilder beschränkte (act. G 8,
S. 3). Die Gutachterin berücksichtigte - nebst dem sie selbst zahlreiche konventionelle
Röntgenaufnahmen veranlasst hat (act. G 4.1.89-10 f.) - ein MRI Iliosakralgelenke
beidseits mit Kontrastmittel vom 10. September 2007 sowie ein aktuelles MRI der
gesamten Wirbelsäule und MRI der Sakroilialgelenke beidseits mit Kontrastmittel vom
3. September 2009 (act. G 4.1.89-11). Vor diesem Hintergrund ist die Kritik des
Beschwerdeführers nicht nachvollziehbar, präsentieren sich doch die genannten
Untersuchungen als umfassend. Hinzu kommt, dass sich im MRI vom 3. September
2009 in Bezug zum MRI vom 10. September 2007 keine Veränderungen zeigten und
auch unter diesem Gesichtspunkt ein weiterer Abklärungsbedarf zu verneinen ist.
2.7 Schliesslich ist das Gutachten nach der Auffassung des Beschwerdeführers auch
deshalb nicht beweiskräftig, weil es lediglich eine Momentaufnahme darstelle (act. G 8,
S. 4). Da der Gutachterin sämtliche relevanten Vorakten vorlagen, sie die
Leidensschilderung des Beschwerdeführers berücksichtigte und darüber hinaus bei
den behandelnden Ärzten Fremdauskünfte einholte, greift das Vorbringen des
Beschwerdeführers nicht. Vielmehr war die Gutachterin gestützt auf die erwähnten
Grundlagen imstande, sich ein über eine Momentaufnahme hinausgehendes Bild zu
verschaffen. Ergänzend ist zu bemerken, dass der Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers in den letzten Jahren - zumindest mit Blick auf die Frage nach der
Restarbeitsfähigkeit - stationär gewesen ist (vgl. Berichte des Hausarztes vom
15. Oktober 2007, wo ein stationärer Gesundheitszustand beschrieben wurde [act.
G 4.1.38-6], und vom 28. April 2009, woraus sich zumindest keine anhaltende, für eine
leidensangepasste Tätigkeit massgebende Verschlechterung ergibt [act. G 4.1.76]).
2.8 Nach dem Gesagten besteht keine Veranlassung von der gutachterlichen
Abschätzung abzuweichen, die sämtliche Kriterien an ein beweiskräftiges Gutachten
erfüllt (BGE 125 V 351 E. 3b/bb). Dies umso weniger, als sich das Ergebnis (100%ige
Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten) mit der übrigen medizinischen
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Aktenlage deckt (Berichte des Hausarztes vom 2. August 2007 ["Der Patient ist für
leichte Arbeiten voll arbeitsfähig"], act. G 4.1.33-14, und vom 20. September 2006, act.
G 4.1.12-14; vgl. ferner das Telefongespräch zwischen Gutachterin und Hausarzt vom
1. September 2009, act. G 4.1.89-5, sowie das hausärztliche Schreiben vom 28. April
2009, worin keine Einschränkung für leidensangepasste Tätigkeiten genannt wird, act.
G 4.1.76). Dieser einheitlichen medizinischen Beurteilung steht auch nicht die
Einschätzung der BEFAS entgegen, deren Abklärungspersonen dem Beschwerdeführer
eine 75%ige Restarbeitsfähigkeit bescheinigten (act. G 4.1.48), gehen daraus doch
keine objektiven Gesichtspunkte hervor, welche die Gutachterin ausser Acht gelassen
hätte.
3.
Damit verbleibt die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen der für leidensangepasste
Tätigkeiten bestehenden 100%igen Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerdegegnerin
übernahm in der angefochtenen Verfügung den von der Suva vorgenommenen
Einkommensvergleich (act. G 4.1.100-2).
3.1 Der Beschwerdeführer stellt sich zunächst auf den Standpunkt, dass nicht ein
Einkommens-, sondern ein Betätigungsvergleich vorzunehmen sei (act. G 8, S. 7).
3.1.1 Der Einkommensvergleich hat auch bei Selbstständigerwerbenden in der
Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden,
worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt.
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden
können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen
und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Lassen sich
die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermitteln oder
schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige
(Art. 27 IVV) ein Betätigungsvergleich anzustellen und der Invaliditätsgrad nach
Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der
konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen (vgl. BGE 128 V 30 f. E. 1).
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3.1.2 Vorliegend lassen sich die hypothetischen Vergleichseinkommen im
Rahmen eines Einkommensvergleichs zuverlässig ermitteln, weshalb keine
Veranlassung für die Anwendung der ausserordentlichen Bemessungsmethode
besteht. Damit geht einher, dass auch die Suva ohne weiteres in der Lage war, den
Invaliditätsgrad im Rahmen eines Einkommensvergleichs zu ermitteln (vgl. Verfügung
vom 16. Mai 2008, act. G 4.2). Diesbezüglich gilt es zu beachten, dass die
Beschwerdegegnerin zwar nicht an die Invaliditätsgradfestlegung des
Unfallversicherers bzw. anderer Sozialversicherer gebunden ist. Hingegen sind
rechtskräftig abgeschlossene Invaliditätsschätzungen anderer Sozialversicherungen für
die Beschwerdegegnerin nicht unbeachtlich, da sie von ihr mit zu berücksichtigen sind.
Sie müssen als Indizien für eine zuverlässige Beurteilung gewertet und als solche in
den Entscheidungsprozess mit einbezogen werden (BGE 133 V 554 E. 6.3).
3.2 Mit Blick auf die vorstehend erwähnte Rechtsprechung und weil die vor dem
Eintritt des Gesundheitsschadens erzielten Jahreslöhne stark schwankten (vgl. IK-
Auszug, act. G 4.1.44), ist es hinsichtlich der Bestimmung des Valideneinkommens
grundsätzlich nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin auf den
statistischen Wert der Suva abstellte (zur Zulässigkeit des Abstellens auf statistische
Werte bei der Ermittlung des Valideneinkommens von Selbstständigerwerbenden vgl.
Urteil des Bundesgerichts vom 6. Januar 2009, 9C_324/08, E. 3.2.2). Ergänzend ist zu
bemerken, dass kein Erfahrungsgrundsatz existiert, wonach Selbstständigerwerbende
grundsätzlich besser verdienen würden als Angestellte (Urteil des Bundesgerichts vom
6. Januar 2009, 9C_324/2008, E. 3.2.2). Die Suva ermittelte das Valideneinkommen
gestützt auf den Tabellenlohn TA1 des Jahres 2008, Produktionssektor, Männer,
Grossregion Ostschweiz, Anforderungsniveau 3. Darauf kann grundsätzlich auch im
vorliegenden Verfahren abgestellt werden, wobei zugunsten des Beschwerdeführers zu
beachten ist, dass rechtsprechungsgemäss die nationalen Werte zu berücksichtigen
sind (vgl. SVR 2007 UV Nr. 17, 56 E. 8.1-8.5) und nicht diejenigen der entsprechenden
Grossregion. Der entsprechende nationale Monatslohn beträgt Fr. 5'858.--. Angepasst
an die durchschnittliche Wochenarbeitszeit im Produktionssektor von 41.3 Stunden
resultiert ein Monatslohn von Fr. 6'048.-- ([Fr. 5'858.-- / 40] x 41.3) bzw. ein
Jahreseinkommen von Fr. 72'576.-- (Fr. 6'048.-- x 12).
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3.3 Hingegen kann die Bestimmung des Invalideneinkommens durch die Suva nicht
unbesehen übernommen werden. Denn sie berücksichtigte bei der Umschreibung einer
leidensangepassten Tätigkeit lediglich die unfallbedingten Einschränkungen. Den
Unfallleiden angepasst sind demnach leichte bis mittelschwere Tätigkeiten. Gestützt
darauf ermittelte die Suva anhand entsprechender DAP-Löhne das
Invalideneinkommen (Verfügung vom 16. Mai 2008, act. G 4.2). Die
Beschwerdegegnerin hat indessen bei der Bestimmung des Invalideneinkommens
auch den unfallfremden Leiden Rechnung zu tragen und deshalb das
Invalideneinkommen entsprechend der gutachterlich umschriebenen Verweistätigkeit
(leichte wechselbelastende Tätigkeiten unter Berücksichtigung der verminderten Hand-
und Armkraft sowie leichter funktioneller Einschränkung am linken Kniegelenk, act.
G 4.1.89-16) zu ermitteln. Die von der Suva herbeigezogenen DAP-Grundlagen sind
daher für die invalidenversicherungsrechtliche Bestimmung des Invalideneinkommens
nicht einschlägig.
3.3.1 Der Beschwerdeführer war bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung
lediglich im Rahmen eines 50%igen Arbeitspensums tätig (act. G 1, S. 2; vgl. auch
seine Angabe in act. G 4.1.89-7). Da der Beschwerdeführer damit die ihm medizinisch
bescheinigte 100%ige Restarbeitsfähigkeit nicht in einem zumutbaren Ausmass
verwertet, ist bei der Bestimmung des Invalideneinkommens auf Erwerbstätigkeiten
abzustellen, die ihm angesichts seiner Ausbildung und seiner physischen sowie
intellektuellen Eignung zugänglich sind. Rechtsprechungsgemäss werden hierzu die
LSE-Tabellenlöhne herangezogen (BGE 129 V 476 E. 4.2.1).
3.3.2 Die Aufgabe der erst seit Juli 2008 ausgeübten selbstständigen Tätigkeit
(vgl. Handelsregisterauszug der Z._ GmbH, eingesehen am 21. März 2012) und die
Aufnahme einer unselbstständigen Tätigkeit ist dem Beschwerdeführer im Rahmen der
Pflicht zur Selbsteingliederung mit Blick auf sein Alter, der verbleibenden
Aktivitätsdauer, seine Ausbildung und Karriere (vgl. hierzu und insbesondere zu den
von 1982 bis Ende 2004 ausgeübten unselbstständigen Erwerbstätigkeiten act.
G 4.1.4) zuzumuten, zumal er die verbliebene Restarbeitsfähigkeit bislang nur hälftig zu
verwerten vermag. Damit geht einher, dass der Beschwerdeführer keine
substanziierten Gründe gegen diese Sichtweise ins Feld führt. Die gegenwärtig
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ausgeübte selbstständige Tätigkeit steht daher der Anwendung von Tabellenlöhnen
nicht entgegen.
3.3.3 Anhaltspunkte dafür, dass der 1963 geborene Beschwerdeführer auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt realistischerweise keine Anstellung mehr finden könnte (act.
G 8, S. 8), ist aufgrund der 100%igen Restarbeitsfähigkeit, seiner weiterhin ausgeübten
Tätigkeit in der eigenen Firma (vgl. act. G 4.1.89-7; dabei dürfte es sich um die am
17. Juli 2008 gegründete Z._ GmbH handeln; vgl. Handelsregisterauszug,
eingesehen am 21. März 2012) sowie des nicht fortgeschrittenen Alters zu verneinen.
Dass der Beschwerdeführer seit rund 10 Jahren nicht mehr angestellt gewesen sei (act.
G 8, S. 8), ist aktenwidrig (vgl. zum bis Ende 2004 dauernden Angestelltenverhältnis
act. G 4.1.4). Ohnehin ist vorliegend nicht nachvollziehbar, weshalb der
Beschwerdeführer aufgrund mehrjähriger selbstständiger Tätigkeit seine
uneingeschränkte Restarbeitsfähigkeit im Rahmen eines Angestelltenverhältnisses
nicht mehr verwerten könnte.
3.3.4 Vorliegend erscheint für die Bestimmung des Invalideneinkommens das
Abstellen auf den Tabellenlohn TA1, 2008, Total, Männer, Anforderungsniveau 4
angemessen. Der entsprechende an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit
angepasste Jahreslohn beträgt Fr. 59'979.-- ([Fr. 4'806.-- / 40] x 41.6 x 12). Da der
Beschwerdeführer nur noch körperlich leichte leidensangepasste Tätigkeiten zu
verrichten vermag und ihm selbst im Anforderungsniveau 4 nur noch ein
eingeschränktes Spektrum an Verweistätigkeiten verbleibt, rechtfertigt sich die
Vornahme eines 10%igen Tabellenlohnabzugs. Weitere abzugserhöhende Gründe sind
nicht ersichtlich und werden vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht. Unter
Einbezug des 10%igen Tabellenlohnabzugs und einer 100%igen Arbeitsfähigkeit
resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 53'981.-- (Fr. 59'979.-- x 0.9).
3.4 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 72'576.-- und einem Invalideneinkommen
von Fr. 53'981.-- ergibt sich ein Erwerbsausfall von Fr. 18'595.-- (Fr. 72'576.-- -
Fr. 53'981.--) und ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von aufgerundet 26%
([Fr. 18'595.-- / Fr. 72'576.--] x 100). Die verfügte Rentenabweisung erweist sich damit
im Ergebnis als richtig.
4.
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Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie
vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der von ihm geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat der
Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP