Decision ID: caef1343-4ca1-46a6-9266-2757231630ba
Year: 2003
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1 B._, geboren 1943, war seit 1992 bei A._ als Nähkursleiterin („Vorführdame“) tätig und über diesen bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen Unfälle, unfallähnliche Körperschädigungen und Berufskrankheiten versichert (Urk. 9/1), als sie am 10. Juli 1996 als Personenwagenlenkerin an einer Auffahrkollision in Deutschland beteiligt war, wobei das weitere beteiligte Fahrzeug auf das Heck des Fahrzeugs der Beschwerdeführerin auffuhr (Urk. 9/1, Urk. 9/3). Dabei erlitt die Versicherte eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS; Urk. 9/2, Urk. 9/10). Die SUVA holte in der Folge verschiedene Berichte bei behandelnden Ärzten sowie ein medizinisches Gutachten bei der Orthopädischen Universitätsklinik Balgrist, Zürich (Gutachten vom 26. April 2000, Urk. 9/57), ein.
1.2 Am 13. Juni 2000 wurde die Versicherte operativ behandelt (Exzision eines sich im Bereich der HWS befindlichen intramedullären Tumors; Urk. 9/117/18, Urk. 9/117/20). Die SUVA holte anschliessend bei der Klinik Balgrist eine ergänzende Stellungnahme zum Gutachten vom 26. April 2000 ein (Bericht vom 26. September 2001; Urk. 9/108). Gestützt darauf stellte die SUVA in der Verfügung vom 1. Oktober 2001 die Erreichung des Status quo sine am 7. August 1997 fest und verneinte eine Leistungspflicht für die Folgen des nach diesem Zeitpunkt weiterbestehenden Gesundheitsschadens der Versicherten (Urk. 9/109). Die dagegen am 15. Oktober 2001 von Rechtsanwalt Christian Kubon, Friedrichshafen, Bundesrepublik Deutschland, in Vertretung der Versicherten erhobene Einsprache (Urk. 9/111), wies die SUVA mit Einspracheentscheid vom 19. März 2002 ab (Urk. 9/120).
2.
2.1 Dagegen gelangte die Versicherte am 28. Mai 2002 beschwerdeweise direkt an die SUVA und beantragte sinngemäss, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und die SUVA sei zu verpflichten, den Sachverhalt mittels eines medizinischen Gutachtens ergänzend abzuklären (Urk. 1), worauf die SUVA am 11. Juni 2002 die Beschwerde an das hiesige Gericht überwies (Urk. 3).
2.2 In der Beschwerdeantwort vom 12. September 2002 beantragte die SUVA, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Stefan Mattmann, Luzern, die Abweisung der Beschwerde (Urk. 8 S. 2), worauf die Versicherte in der Replik vom 11. Oktober 2002 an den beschwerdeweise gestellten Anträgen festhielt und beantragte, dass der intramedulläre Tumor (Ependymom) als Unfallfolge zu anerkennen sei (Urk. 13). In der Duplik vom 25. November 2002 hielt die SUVA am Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest (Urk. 18 S. 2). Mit der Duplik reichte die SUVA einen Bericht des Gutachtenzentrums Versicherungsmedizin der SUVA von Dr. med. C._, Facharzt FMH für Chirurgie, vom 8. November 2002 ein, welcher darin zu den von der Versicherten ins Recht gelegten Magnetresonanztomographie- (MRI-)Bildern (Urk. 7) Stellung nahm (Urk. 19). Mit Verfügung vom 29. November 2002 wurde der Schriftenwechsel als geschlossen erklärt (Urk. 21).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Am 1. Januar 2003 sind das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) und die Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 11. September 2002 (ATSV) in Kraft getreten und haben in einzelnen Sozialversicherungsgesetzen und -verordnungen zu Revisionen geführt. In materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 Erw. 1, 126 V 136 Erw. 4b, je mit Hinweisen). Da sich der hier zu beurteilende Sachverhalt vor dem 1. Januar 2003 verwirklicht hat, gelangen die materiellen Vorschriften des ATSG und der ATSV sowie die gestützt darauf erlassenen Gesetzes- und Verordnungsrevisionen im vorliegenden Fall noch nicht zur Anwendung. Bei den im Folgenden zitierten Gesetzes- und Verordnungsbestimmungen handelt es sich deshalb - soweit nichts anderes vermerkt wird - um die Fassungen, wie sie bis Ende 2002 in Kraft gewesen sind.
2.
2.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss dem Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 123 V 45 Erw. 2b, 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 119 V 338 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen).
2.2 Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 Erw. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes in Sachen A. vom 26. April 1995, U 172/94). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 9 Erw. 3c/aa). Da es sich hiebei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. Erw. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
2.3 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 125 V 461 Erw. 5a, 123 V 103 Erw. 3d, 139 Erw. 3c, 122 V 416 Erw. 2a, 121 V 49 Erw. 3a mit Hinweisen; RKUV 1997 Nr. U 272 S. 172 Erw. 3a).
2.4 Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c).
3.
3.1 Der erstbehandelnde Dr. med. D._, Innere Medizin - Betriebsmedizin, diagnostizierte im Bericht vom 14. Januar 1997 ein Schleudertrauma der HWS mit Segmentverschiebung C3-C5 (Urk. 9/2).
3.2 PD Dr. Dr. med. E._, Radiologe, stellte im MRI-Bericht vom 7. August 1997 fest, dass eine Osteochondrose im Bereich der Halswirbelkörper 5 und 6 mit Retrospondylose und spinaler Stenose bestehe. Im Bereich der Halswirbelkörper 6 und 7 bestehe ein kleiner dorsomedialer Bandscheibenvorfall mit spinaler Stenose und umschriebener Druckmyelopathie (Urk. 9/31 = Urk. 9/117/22).
3.3 Die Ärzte der Rheumaklinik Bad Wurzach stellten im Bericht vom 27. November 1997 zuhanden der Landesversicherungsanstalt Württemberg fest, dass die Beschwerdeführerin an degenerativen HWS-Veränderungen sowie an einem kleinen Bandscheibenvorfall C 6/7 mit spinaler Stenose und umschriebener Druckmyelopathie mit daraus resultierenden Cervicobrachialgien rechts und Cervicocephalgien leide. Die Beschwerdeführerin bringe das Auftreten der Beschwerden in direktem Zusammenhang mit einem HWS-Schleudertrauma vom Juli 1996 (Urk. 9/19 Blatt 2/2).
3.4 Prof. Dr. med. F._ Zentrum für Psychiatrie, Neurologie und Epileptologie, Ravensburg-Weissenau, erwähnte im Bericht vom 13. Januar 1998 betreffend die ambulante Untersuchung vom 12. Januar 1998, dass die Beschwerdeführerin unter Schmerzen, die von der HWS in den rechten Arm und nach okzipital ausstrahlten, leide. Diese Symptomatik habe seit einem Auffahrunfall mit HWS-Schleudertrauma im Jahre 1996 zugenommen. Ein Kernspintomogramm habe einen kleinen rechtsseitigen Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbelkörper 6 und 7 gezeigt (Urk. 9/25 S. 1).
3.5 Prof. Dr. med. G._, Facharzt für Orthopädie, Rheumatologie-Physikalische Therapie, stellte in seinem Gutachten vom 25. Februar 1999 zuhanden der Allianz Frankfurter Versicherungs-AG fest, dass aufgrund der Auswertung der angefertigten Röntgenbilder eine Segmentverschiebung der Halswirbelkörper C3 bis C5 auszuschliessen sei (Urk. 9/36/2 S. 11). Die Beschwerdeführerin leide an einer Erkrankung der Wirbelsäule im Sinne einer Skoliose sowie an Verschleisserscheinungen an der unteren Halswirbelsäule im Sinne einer Spondylose und an Osteochondrose, welche unfallunabhängig seien (Urk. 9/36/2 S. 12).
3.6 Prof. Dr. med. H._, Neurologe und Psychiater, und Dr. med. I._, Neurologin, stellten im Bericht vom 21. Juli 1999 über die Untersuchungen vom 12. und 15. Juli 1999 (Urk. 9/44 = Urk. 14) fest, dass in einem im August 1997 veranlassten Kernspintomogramm der Halswirbelsäule in Höhe C6/7 ein kleiner dorsomedialer Diskusprolaps, eine spinale Stenose und eine umschriebene Druckmyelopathie zu erkennen gewesen seien (Urk. 9/44 S. 1). Das therapieresistente Cervikalsyndrom mit Cephalgie und rechtsseitiger Brachialgie sei auf eine kernspintomographisch nachgewiesene Druckmyelopathie in Höhe C6/7 zurückzuführen, welche ihrerseits durch einen kleinen Diskusprolaps sowie eine absolute Spinalstenose verursacht worden sei. Für eine Druckmyelopathie spreche zudem das Ergebnis der Liquoruntersuchung mit Nachweis eines Sperrliquors. Akzentuiert würden diese Beschwerden durch ein rechtsseitiges Carpaltunnelsyndrom (Urk. 9/44 S. 2).
3.7 Im Gutachten der Klinik Balgrist vom 26. April 2000 stellte PD Dr. med. J._folgende Diagnosen (Urk. 9/57 S. 9):
1. Chronische unspezifische Cervicobrachialgien und Cephalgien rechts bei Status nach HWS-Distorsion (Auffahrkollision)
2. Cervicale Spondylose C5/C6 und C6/C7 mit anlagebedingt engem Spinalkanal
3. Verdacht auf intraspinale Raumforderung auf Höhe C6/C7 (DD: Astrozytom)“.
Bei Durchführung eines MRI der Halswirbelsäule im Jahre 1997 sei eine festgestellte intramedulläre Signalveränderung nicht im Sinne eines Tumors, sondern im Rahmen einer umschriebenen Druckmyelopathie interpretiert worden. Dieser Befund sei nicht im Sinne einer stenosebedingten cervicalen Myelopathie zu erklären, zumal es sich nur um eine geringgradige Stenose handle. Aufgrund der Bildgebung komme am ehesten ein Astrozytom in Frage. Es sei daher ein Grossteil der heutigen Beschwerden auf diese intramedulläre Veränderung zurückzuführen. Falls die Diagnose eines intramedullären spinalen Tumors durch die noch durchzuführenden medizinischen Abklärungen bestätigt werde, sei die Unfallkausalität im Sinne eines zeitlich begrenzten traumatischen Beschwerdeschubes zu interpretieren. Die Dauer dieses Beschwerdeschubes sei bis zum Datum des Nachweises einer intramedullären Raumforderung auf den 7. August 1997 zu terminieren. Sollten die weiteren Abklärungen ergeben, dass es sich lediglich um einen myelopatischen Herd handle, komme bei kongenital engem Spinalkanal mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die Auffahrkollision (vom 10. Juli 1996) als auslösende Ursache in Betracht (Urk. 9/57 S. 10). Der Gutachter erwähnte sodann, dass er zur Frage der Unfallkausalität erst nach Durchführung weiterer neurochirurgischer Abklärungen abschliessend Stellung nehmen könne (Urk. 9/57 S. 11).
3.8 Die Ärzte des Universitätsklinikums, Neurochirurgische Universitätsklinik, Freiburg im Breisgau, Prof. Dr. med. K._ Dr. med. L._und M._erwähnten im Austrittsbericht vom 4. Juli 2000 (Urk. 9/104 = Urk. 9/117/17), dass bei der Beschwerdeführerin am 13. Juni 2000 intramedulläres Tumorgewebe mittels Laminektomie exzisiert wurde (Urk. 9/104 S. 2). Sie stellten folgende Diagnosen (Urk. 9/104 S. 1):
„
Intramedulläre Raumforderung Höhe HW 6/7 (ICD10: D42.4).
Operation am 13.06.2000.
Histologie: glialer, gering proliferationsaktiver Tumor, vereinbar mit Ependymom, WHO-Grad II.
Weitere Diagnosen:
Occipitalisneuralgie rechts bei Z.n. HWS-Schleudertrauma (ICD10: M79.2).“
3.9 PD Dr. J._ führte in seiner ergänzenden Stellungnahme vom 26. September 2001 zum Gutachten vom 26. April 2000 aus, dass die Beschwerden der Beschwerdeführerin durch das diagnostizierte Ependymom gut zu erklären seien. Durch den Unfall vom 10. Juli 1996 sei es mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu einer zeitlich begrenzten Verschlimmerung eines Vorzustandes gekommen. Am 7. August 1997 sei das Ependymom erstmals nachgewiesen worden, so dass davon auszugehen sei, dass der Status quo sine zu diesem Zeitpunkt erreicht worden sei (Urk. 9/108).
3.10 Prof. Dr. H._ stellte in seinem Bericht vom 29. Oktober 2001 betreffend die Untersuchung vom 16. Oktober 2001 fest, dass die Beschwerdeführerin als Restfolgen des Tumors und des operativen Eingriffs brennende Missempfindungen auf der rechten Körperhälfte sowie eine Schwäche der rechten Hand beklage. Kernspintomographisch seien keine Hinweise auf einen Rest- oder Rezidivtumor zu erblicken. Bei C5/6 und weniger ausgeprägt bei C6/7 seien Osteochondrosen und spinale Stenosen vorhanden. Weder nach der Anamnese noch nach den klinischen, neurophysiologischen und radiologischen Untersuchungsbefunden seien Hinweise auf eine cervikale Myelopathie zu finden (Urk. 9/117/2).
3.11 SUVA-Kreisarzt Dr. C._ erkannte in seinem Bericht vom 8. November 2002, dass der Radiologe im MRI-Bericht vom 7. August 1997 die MRI-Bilder offensichtlich fehlinterpretiert habe. Aus den qualitativ besseren MRI-Bildern der Klinik Balgrist vom 2. März 2000 gehe hervor, dass sich auf Höhe C6/7 keine Diskushernie, sondern zentral im Rückenmark eine unklare Läsion im Sinne eines Myelons befunden habe. Dabei handelte es sich wahrscheinlich um einen Tumor. Dieser Befund sei anlässlich der Operation vom 13. Juni 2000 bestätigt worden. Histologisch handle es sich um ein Ependymom, einem seltenen glialen Tumor unbekannter Genese. Ein Zusammenhang mit der leichten HWS-Distorsion vom 10. Juli 1996 habe aus medizinischer Sicht als unmöglich zu gelten. Es sei zudem unwahrscheinlich, dass mehr als ein Jahr nach dem Unfallereignis noch körperliche Unfallfolgen vorhanden gewesen seien (Urk. 19).
4.
4.1 Aus der obenerwähnten medizinischen Aktenlage ist ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin anlässlich des versicherten Unfalles vom 10. Juli 1996 ein Distorsionstrauma der HWS erlitt und danach an Cervicocephalgien und Cervicobrachialgien litt. Am 7. August 1997 wurde magnetresonanztomographisch erstmals eine intramedulläre Raumforderung im Bereiche C6/7 der HWS entdeckt, welche vorerst als kleiner dorsomedialer Bandscheibenvorfall mit spinaler Stenose im Bereich C6/7 und umschriebener Druckmyelopathie interpretiert wurde (Urk. 9/31). PD Dr. J._ interpretierte diesen Befund in seinem Gutachten vom 26. April 2000 alsdann als intramedullären spinalen Tumor (Urk. 9/57 S. 10). Anlässlich der Operation vom 13. Juni 2000 im Universitätsklinikum Freiburg im Breisgau erhärtete sich dieser Verdacht auf einen intramedullären Tumor, und es wurde ein glialer, gering proliferaktionsaktiver Tumor, vereinbar mit einem Ependymom, diagnostiziert (Urk. 9/117/17).
4.2 Es ist davon auszugehen, dass das Gutachten von PD Dr. J._ vom 26. April 2000 (Urk. 9/57) sowie dessen ergänzende Stellungnahme vom 26. September 2001 (Urk. 9/108) den obenerwähnten (Erw. 2.4) von der Rechtsprechung an eine medizinische Expertise gestellten Kriterien vollumfänglich genügen. Denn es ist für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und wurde in Kenntnis und sorgfältiger Auswertung mit den medizinischen Vorakten erstellt. Die fundierte Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und die radiologisch ausgesprochen gründlich abgestützte Beurteilung der medizinischen Situation vermag einzuleuchten, so dass insbesondere die nachvollziehbaren Schlussfolgerungen bezüglich der Frage nach der natürlichen Kausalität der Beschwerden und deren Terminierung als gut begründet erscheinen.
4.3 Gestützt auf die Beurteilung von PD Dr. J._ sowie auf die nachvollziehbare Beurteilung von Dr. C._ vom 8. November 2002 (Urk. 19) ist daher davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin durch den Unfall vom 10. Juli 1996 lediglich während begrenzter Zeit unter einer Verschlimmerung des Gesundheitszustandes im Bereiche ihrer bereits vorgeschädigten Halswirbelsäule litt, ohne dass es infolge des Unfalls zu einer richtunggebenden Verschlimmerung des Gesundheitsschadens gekommen wäre. Es ist PD Dr. J._ auch insofern zu folgen, als er feststellte, dass in Bezug auf die Folgen des Unfalles vom 10. Juli 1996 der Status quo sine am 7. August 1997 erreicht wurde, und dass die nach diesem Zeitpunkt weiterbestehenden Beschwerden im Bereiche der HWS nicht mehr dem versicherten Unfall, sondern ausschliesslich dem im Bereich der HWS festgestellten intramedullären Tumor im Sinne eines Ependymoms zuzurechnen sind.
4.4 Die Vorbringen der Beschwerdeführerin vermögen daran nichts zu ändern. Soweit diese geltend macht, dass gestützt auf eine Beurteilung von Prof. Dr. H._ aus dem Jahre 1999 eine unfallbedingte Druckmyelopathie Ursache ihrer Beschwerden sei, und dass diese ihrerseits das Ependymom verursacht habe (Urk. 13 S. 2), ist ihr entgegenzuhalten, dass die ärztliche Stellungnahme, auf die sie sich stützt, noch vor dem Zeitpunkt der Operation vom 13. Juni 2000 erfolgt ist, mithin zu einem Zeitpunkt, in welchem das Ependymom noch nicht diagnostiziert war. Die Diagnose eines intramedullären Tumors im Sinne eines Ependymoms wurde von Prof. Dr. H._ in seinen späteren Berichten denn auch keineswegs bezweifelt (vgl. Urk. 9/117/2). Des Weiteren hat Dr. C._ in nachvollziehbarer Weise begründet, weshalb aus medizinischer Sicht ein Zusammenhang zwischen dem Unfall vom 10. Juli 1996 und dem Auftreten des Ependymoms nicht möglich ist (Urk. 19). Es ist sodann insofern auf die Beurteilung durch Prof. Dr. G._ abzustellen, als dieser in seinem Gutachten vom 25. Februar 1999 darlegte, dass es anlässlich des Unfalls vom 10. Juli 1996 nicht zu einer Segmentverschiebung im Bereiche der Halswirbel C3 bis C5 gekommen ist (Urk. 9/36/2 S. 11).
5. Da der medizinische Sachverhalt in Bezug auf die vorliegend im Streite stehende Frage des natürlichen Kausalzusammenhangs als rechtsgenügend abgeklärt erscheint, erübrigen sich, entgegen den diesbezüglichen Vorbringen der Beschwerdeführerin (Urk. 1) weitere Beweismassnahmen, insbesondere die Anordnung eines ergänzenden medizinischen Gutachtens oder die Rückweisung der Sache zur Vornahme weiterer Sachverhaltsabklärungen (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d, 119 V 344 Erw. 3c je mit Hinweisen).
6. Nach Gesagtem ergibt sich, dass in Bezug auf die gesundheitlichen Folgen des Unfalles vom 10. Juli 1996 der Status quo sine am 7. August 1997 erreicht wurde, so dass die nach diesem Zeitpunkt weiter bestehenden Gesundheitsbeeinträchtigungen der Beschwerdeführerin nicht mehr in einer natürlichen Kausalbeziehung zum versicherten Unfallereignis vom 10. Juli 1996 stehen. Fehlt es ab diesem Zeitpunkt schon an der Voraussetzung des natürlichen Kausalzusammenhangs ist von der Prüfung der weitergehenden Voraussetzung der Adäquanz des Kausalzusammenhang daher abzusehen. Die gegen den angefochtenen Einspracheentscheid vom 19. März 2002 erhobene Beschwerde ist deshalb abzuweisen.