Decision ID: 281ad4bf-2308-593c-ba05-80c19b9fa390
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
IV-Leistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._, gelernte Pflegeassistentin (IV-act. 21), meldete sich wegen
Kniebeschwerden und -schmerzen am 25. August 2010 bei der Invalidenversicherung
an. Sie arbeite seit Januar 2010 ca. sechs Nächte pro Monat als Nachtpikett in einem
Altersheim, was gut gehe. Es sei ihr aber nicht möglich, mehr bzw. den ganzen Tag zu
arbeiten (IV-act. 1).
A.b Im Rahmen der Frühintervention erkundigte sich Dr. med. B._, Facharzt Innere
Medizin beim Regionalen Ärztlichen Dienst der Invalidenversicherung (RAD), am 16.
September 2010 bei Hausarzt Dr. med. C._, Facharzt FMH Innere Medizin, über den
Gesundheitszustand der Versicherten. Dr. C._ gab als Diagnosen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit an: morbide Adipositas, Morbus Basedow bei vollständiger Entfernung
der Schilddrüse 09/2008 und täglicher Substitutionstherapie, Gonarthrose beidseits
rechtsbetont nach Fermurschaftfraktur und supracondylärer Extensionsbehandlung
1987 mit Innenmeniskus-Hinterhornruptur rechts und Verschiebung des Schienbeins
gegenüber dem Oberschenkelknochen um einen Drittel der Gelenkfläche, Genua valga
beidseits sowie eine mögliche Minderbegabung bei kognitiven Defiziten (keine
Untersuchungsbefunde vorhanden). Die Versicherte befinde sich in der Orthopädie
D._ in Behandlung (vgl. Überweisungsschreiben vom 23. September 2009, IV-act.
8-1). Arbeitsunfähigkeitszeugnisse seien bisher nicht ausgestellt worden (IV-act. 9).
Dr. B._ stellte fest, in der bis Februar 2009 (IV-act. 5 und 24) ausgeübten Tätigkeit als
Hilfsschwester mit einem Pensum von 90% dürfte die Versicherte vor allem in
motorisch anspruchsvollen Aufgaben (weite Gehstrecken, langes Stehen)
eingeschränkt sein. Körperlich eher leichte, einfach strukturierte, wechselnd belastende
Tätigkeiten ohne motorische Anforderungen, d.h. mit geringen Anforderungen an den
Bewegungsapparat, könnten sofort vollschichtig ausgeübt werden. Die Versicherte sei
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im Juni 2009 Mutter geworden. Wegen der beidseitigen rechtsbetonten Gonarthrose
und einer morbiden Adipositas bestehe eine drohende Invalidität, es sei aber unklar, ob
und in welchem Ausmass die Versicherte je arbeitsunfähig gewesen sei.
Frühinterventionsmassnahmen seien zu prüfen (IV-act. 5, 6). Dr. C._ stellte dem RAD
gleichentags per Fax diverse medizinische Berichte zu (IV-act. 8). Die Orthopädie D._
überstellte ebenfalls am 16. September 2010 vier Sprechstundenberichte von Dr. med.
E._, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
vom 1. und 20. Oktober, 3. November 2009 und 17. August 2010 an den RAD (IV-act.
11).
A.c Am 14. Oktober 2010 traf der Arbeitgeberbericht des letzten Arbeitgebers (F._)
bei der IV-Stelle ein. Der Altersheimleiter bestätigte den Anstellungsbeginn der
Versicherten per 11. Januar 2010, einen Grundlohn von Fr. 24.40 pro Stunde (+8,33%
Ferienentschädigung) und vermerkte keine Absenzen. Die Versicherte müsse bei ihrer
Tätigkeit alten Menschen ins Bett helfen (auskleiden, waschen), sie zur Toilette
begleiten, Hilfestellung geben beim Laufen, aufräumen, servieren, Dokumente ausfüllen
und rapportieren. Selten müsse sie sitzen, stehen oder Gewichte heben, hingegen
öfters gehen. Als Nachpikett mache sie zwei Runden durchs Haus, beantworte den
Schwesterruf und verrichte dann je nach dem die notwendigen Dienstleistungen. Im
vereinbarten Umfang arbeite die Versicherte zur vollsten Zufriedenheit (IV-act. 12).
B.
B.a Am 18. November 2010 besuchte die Eingliederungsverantwortliche die
Versicherte zu Hause (vgl. Assessmentprotokoll/Verlauf, IV-act. 24). Die Versicherte
schilderte, seit 2007 habe sie Probleme mit der Schilddrüse, sie sei 2008 operativ
entfernt worden. Aktuell sei sie mit Medikamenten gut eingestellt, allerdings habe sie
seither viel an Gewicht zugenommen (30 kg). Seit dem Oberschenkelbruch habe sie
zunehmend Knieschmerzen rechts. Bisher sei sie deswegen nicht arbeitsunfähig
geschrieben worden. Die Physiotherapie sei derzeit abgeschlossen. Bis zur Geburt des
Kindes im Juni 2009 sei sie immer zu 100% als Pflegeassistentin tätig gewesen. Die
Stelle im Spital G._ sei ihr in der Probezeit während der Schwangerschaft im Februar
2009 gekündigt worden. Nach dem Mutterschaftsurlaub habe sie sich im September
2009 beim RAV zur Vermittlung mit einem reduzierten Pensum von 50-60%
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angemeldet (aus familiären und gesundheitlichen Gründen). Seit Januar 2010 arbeite
sie als Pflegeassistentin fünf bis sechs Nächte monatlich (25-30%-Pensum, Lohn Fr.
1'200.-- x 13). Die Kinderbetreuung während ihrer Arbeitszeit werde aktuell von ihrem
Lebenspartner (vgl. IV-act. 14-1) und einem Hütemädchen (Fr. 20.-- pro Stunde)
übernommen. Wäre sie gesund, würde sie im Pensum von 80% arbeiten (Anstellung
eines Aupairmädchens, Kinderhort). Da sie wegen ihrer Einschränkungen mit dem Knie
die Arbeit als Pflegeassistentin nicht mehr ausführen könne, absolviere sie derzeit eine
Ausbildung zur medizinischen Arztsekretärin im Fernstudium (Ausbildungsdauer ein bis
maximal fünf Jahre, Kosten Fr. 4'000.--). Während der Ausbildung könne sie sich eine
Kinderbetreuung nicht leisten, weshalb sie nur langsam voran komme. Sie habe sich
auf Empfehlung ihres Vaters bei der Invalidenversicherung (IV) angemeldet. Die Ein
gliederungsverantwortliche erachtete die Versicherte als hilfsbereit und motiviert. Sie
vermittle glaubhaft, arbeiten zu wollen und auf ein Einkommen angewiesen zu sein. Da
von einer drohenden Invalidität auszugehen sei, scheine eine berufliche Umorientierung
unumgänglich. Zu prüfen sei, wie sie dabei von der IV-Stelle unterstützt werden könne.
B.b Nach Einsicht in den Arbeitgeberbericht vom 14. Oktober 2010 (IV-act. 12) hielt
der zuständige RAD-Arzt am 6. Dezember 2010 fest, eine drohende Invalidität liege
nicht vor; die Versicherte arbeite zur vollen Zufriedenheit des Arbeitgebers. Es gebe
keinen medizinischen Grund, weshalb sie am angepassten Arbeitsplatz (kurze
Gehstrecken, kein langes Stehen) nicht vollschichtig arbeiten könnte (IV-act. 22). Am
16. Dezember 2010 teilte die Eingliederungsberaterin der Versicherten mit, ihre aktuelle
Tätigkeit werde als leidensangepasst und aus medizinischer Sicht auch im Vollpensum
als zumutbar qualifiziert. Zur Linderung der Knieschmerzen wäre eine
Gewichtsreduktion hilfreich. Für ein zusätzliches Arbeitspensum wurde die Versicherte
zur Unterstützung bei der Stellensuche an das zuständige RAV verwiesen (IV-act.
24-4).
C.
C.a Mit Vorbescheid vom 3. Januar 2011 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Ab
lehnung eines Anspruchs auf berufliche Massnahmen in Aussicht mit der Begründung,
nach den Abklärungen entspreche die derzeitige Tätigkeit im Altersheim mit
Nachtpikett einer leichten, wechselbelastenden Tätigkeit mit geringen Anforderungen
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an den Bewegungsapparat. Es wäre zumutbar, diese oder eine andere entsprechende
Tätigkeit in Vollzeit auszuüben. Berufliche Eingliederungsmassnahmen seien nicht
notwendig. Unterstützung bei der Stellensuche für eine zusätzliche Arbeitsstelle leiste
das RAV. Es bestehe kein Anspruch auf Rentenleistungen (IV-act. 27).
C.b Gegen den Vorbescheid wandte die Versicherte am 17. Januar 2011 ein, sie sei
nicht einverstanden mit der Leistungsabweisung und beantrage, das Gesuch erneut zu
behandeln. Ihre Arbeit umfasse die Betreuung von Altersheimbewohnern während der
Nacht (Anwesenheit 20.00 bis 07.00 Uhr) in zwei Häusern. Dadurch seien grosse
Distanzen zurückzulegen. Ausserdem sei es untersagt, in der Nacht den Lift zu be
nutzen. Das Pikettzimmer liege im zweiten Stock. Da sie mehrmals gerufen werde,
könne sie das Zimmer nicht benutzen und müsse auf einem Bewohner-Lehnstuhl
irgendwie Ruhe finden. Eine solche Arbeit in Vollzeit auszuüben sei infolge der Knie
schmerzen nicht möglich. Auch im Teilpensum halte sie die Arbeit nur mit Schmerz
mitteln aus. Da sich die Ärzte vorerst scheuten, die Fehlstellung ihrer Knie (Unfall in der
Jugendzeit) zu korrigieren, könne die gegenwärtige Situation nur mit einer sitzenden
Tätigkeit entlastet werden. Unter den jetzigen Umständen sei die Möglichkeit einer Ver
besserung ihrer Lebenssituation und der Einkommensverhältnisse ausgeschlossen.
Dem Einwand legte die Versicherte Röntgenbilder, MRI- und CT-Bilder sowie ärztliche
Berichte der Sprechstunden in der Orthopädie D._ (1., 5. und 20. Oktober, 3.
November 2009) und eine Beurteilung von Dr. med. H._, Facharzt medizinische
Radiologie FMH, vom 22. Oktober 2009 bei (IV-act. 28). RAD-Arzt Dr. B._ beurteilte
den Einwand am 2. Februar 2011 und hielt fest, die Einsprecherin mache keine neuen
Tatsachen geltend. Die eingereichten Unterlagen dokumentierten das rechts
ausgeprägtere Gonarthrose-Leiden, das in der RAD-Beurteilung bereits angemessen
berücksichtigt worden sei (IV-act. 29).
C.c Mit Verfügung vom 21. Februar 2011 lehnte die IV-Stelle berufliche Massnahmen
und einen Rentenanspruch gemäss Vorbescheid und Stellungnahme des RAD ab (IV-
act. 30).
D.
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D.a Gegen diese Verfügung reicht die Versicherte am 16. März 2011 (Postaufgabe)
Beschwerde ein. Sie verlangt, dass die im Einwand eingereichten Unterlagen von
einem Arzt eingesehen und ihre Kniegelenke, deren Fehlstellung auch von einem Laien
erkannt werden könne, medizinisch beurteilt werden. Sie führt aus, sie fühle sich un
gerecht behandelt und nicht ernst genommen. Die derzeitige Tätigkeit im Nachtpikett
dienst sei eine zu grosse Belastung für ihre Kniegelenke, sie könne nur unter Schmerz
mitteln arbeiten. Die Schonhaltung, die sie seit mehreren Jahren einnehme, fördere die
Arthrose auch im anderen Kniegelenk und sei für den ganzen Körper nicht vorteilhaft.
Es sei unmöglich, die jetzige Tätigkeit in Vollzeit auszuüben. Diese Forderung sei in
völliger Unkenntnis der Anforderungen ergangen. Seit Dezember habe sie erfolgreich
abgenommen, doch die Fehlstellung und die Arthrose verursachten weiterhin starke
Schmerzen. Ein Zusammenhang mit der Operation und der jetzigen Fehlstellung sei un
bestritten und wäre an sich schon lange ein Fall für die IV (act. G 1). Sinngemäss be
antragt die Beschwerdeführerin eine bessere Abklärung des medizinischen Sach
verhalts mittels Begutachtung und eine objektive Beurteilung der aktuellen Arbeits
verhältnisse.
D.b Mit Beschwerdeantwort vom 21. April 2011 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung wird ausgeführt, die Beurteilungen
des Hausarztes und des RAD-Arztes seien für die streitigen Belange der Invaliditätsbe
messung umfassend, beruhten auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigten die
geklagten Beschwerden, seien in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge
und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend und die Schluss
folgerungen seien begründet. Es lägen keine widersprüchlichen Arztberichte vor, noch
werde in den diversen vorliegenden Arztberichten eine divergierende Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit vertreten, die weitergehende Abklärungen verlangten. Die subjektive
Überzeugung der Beschwerdeführerin, mit den Schmerzen nicht arbeiten zu können,
vermöge keine Begutachtung zu rechtfertigen. Der Sachverhalt sei hinlänglich
abgeklärt. In der aktuellen Tätigkeit, die adaptiert sei, sei sie als zu 100% arbeitsfähig
zu betrachten. Im Übrigen wäre im Rahmen der der Beschwerdeführerin obliegenden
Schadenminderungspflicht ein operativer Eingriff als ultima ratio, verbunden mit einer
weiteren Gewichtsreduktion, indiziert (act. G 4).
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D.c Am 23. Mai 2011 nimmt die Beschwerdeführerin Stellung zur Beschwerdeantwort.
Sie führt aus, ihre momentane Arbeitsstelle habe sie angenommen, weil sie nicht 100%
arbeiten könne. Seit ihrem Skiunfall am 25. Januar 1987 habe sie Beschwerden im
rechten Knie. Der Operation sei eine wochenlange externe Fixation gefolgt. Seither sei
ihr rechtes Knie überdehnt und sie habe nie mehr knien können. Nach einem erneuten
Sturz (1990 und Januar 2006, vgl. IV-act. 8-13) habe sich zufolge einer Schleimbeutel
entzündung das Gehen verschlimmert. Schon während der Arbeit im Kantonsspital
St. Gallen (März 2001 bis April 2008) habe sie unter Schmerzen gearbeitet. Nach der
Operation der Schilddrüse (18. September 2008) und der anschliessenden Schwanger
schaft (Geburt 16. Juni 2009) habe sie zugenommen (von 57 auf 97 kg). Die Einstellung
der Hormontherapie sei schwierig und daher gestalte sich auch die Gewichtsabnahme
kompliziert. Auch in der Zeit mit Normalgewicht sei sie nie schmerzfrei gewesen. Die
Schonhaltung und die abnorme Haltung der Kniegelenke würden die aktuelle Arthrose
und die Schmerzen verursachen. Zurzeit sei sie in therapeutischer Behandlung. Der
Therapeut sei der Meinung, durch die falsche Belastung sei das Hüftgelenk schon ver
ändert. Untersuchungsbefunde über ihre Schwierigkeiten beim Gehen lägen nicht vor,
auch keine optische Beurteilung der Kniegelenkstellung. Dr. B._ berufe sich nur auf
Röntgenbilder und einen Arztbericht von Dr. E._. Das aktuelle Arbeitspensum sei nur
unter Einnahme von Schmerzmitteln möglich. Diese Tatsache werde nicht zur Kenntnis
genommen. Die Stationsleitung ihres Arbeitgebers könne Aufschluss über das
Ausmass des Arbeitseinsatzes geben. Die Schmerzen als subjektiv zu betrachten sei
eine Unterstellung. Wenn eine Korrekturoperation weiter aufgeschoben werde, müsse
die Zeit bis dahin durch eine weitestgehende Schonung der Gelenke überbrückt
werden, zum Beispiel durch eine Umschulung (act. G 6).
D.d Unter Verweis auf die Ausführungen und den Antrag in der Beschwerdeantwort
verzichtet die Beschwerdegegnerin am 30. Mai 2011 auf eine Duplik (act. G 8).

Erwägungen:
1.
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1.1 Angefochten ist die Verfügung vom 21. Februar 2011, mit der berufliche Mass
nahmen abgelehnt werden und gleichzeitig ein Rentenspruch verneint wird. Die Be
schwerdeführerin beantragt in ihrer Beschwerdeeingabe eine "richtige" Abklärung des
medizinischen Sachverhalts – sinngemäss mittels einer Begutachtung – sowie eine
objektive Beurteilung des aktuellen Arbeitsverhältnisses, beides mit Abklärung der Aus
wirkungen auf ihre Arbeitsfähigkeit in der angestammten und in einer adaptierten Tätig
keit. Sie beschränkt sich damit nicht auf die Anfechtung der Ablehnung beruflicher
Massnahmen, welche sie in ihrer Stellungnahme zur Beschwerdeantwort explizit be
antragt.
1.2 Der Leitsatz der Invalidenversicherung "Eingliederung vor Rente" ist Zielsetzung
und Instrument zugleich. Bevor die IV-Stelle die Prüfung der Rente in Angriff nimmt,
muss die Möglichkeit einer (Wieder-)Eingliederung abgeklärt sein. Die Palette möglicher
beruflicher Eingliederungsmassnahmen (Art. 8 Abs. 3 lit. b des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung; abgekürzt: IVG) sowie damit im Zusammenhang stehender
Leistungen umfasst Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, berufliche
Weiterausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe, sowie Taggeld- und
Reisekostenvergütung. Nach Art. 18 IVG hat die arbeitsunfähige, aber eingliederungs
fähige versicherte Person Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines
geeigneten Arbeitsplatzes. Invalide oder von Invalidität bedrohte Versicherte haben
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind,
die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder
herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; der Anspruch auf Eingliederungs
massnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt
der Invalidität. Dabei ist die gesamte noch zu erwartende Arbeitsdauer zu berück
sichtigen (Art. 8 Abs. 1 IVG). Allenfalls ist auch die Abgabe von Hilfsmitteln (lit. d) vor
zusehen.
1.3 Eine Invalidenrente wird nur zugesprochen, wenn zuerst die Möglichkeit einer Ein
gliederung geprüft wurde. Der Invaliditätsgrad bestimmt, auf welche Rente eine ver
sicherte Person Anspruch hat. Ein Invaliditätsgrad von mindestens 40% gibt Anspruch
auf eine Viertelsrente, von mindestens 50% auf eine halbe Rente, von mindestens 60%
auf eine Dreiviertelsrente und ab 70% auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). An
spruch auf eine Invalidenrente besteht, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
bis
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Die versicherte Person war während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens zu 40% arbeitsunfähig und nach Ablauf des Jahres
besteht eine Erwerbsunfähigkeit von 40% oder mehr (Art. 28 Abs. 1 IVG). Der Anspruch
auf eine Rente entsteht frühestens sechs Monate nach dem Zeitpunkt der Anmeldung
bei der IV (Art. 29 IVG).
1.4 Zuerst ist also zu klären, ob die Beschwerdeführerin im Sinn des IVG
arbeitsunfähig oder von Invalidität bedroht ist. Diese Voraussetzungen müssten erfüllt
sein, damit allenfalls ein Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen und gegebenenfalls
auf eine Rente entstehen kann.
2.
2.1 Die Beschwerdeführerin hat als 14 Jährige einen Skiunfall (Fermurschaft-Fraktur
rechts 1987) erlitten und beklagt seit Sturzereignissen 1990 und im Januar 2006 zu
nehmend eine Intensivierung wiederkehrender (parapatellärer) Schmerzen im rechten
Knie samt gestörtem Gangfluss (IV-act. 8-13, Genu recurvatum, degenerative Ver
änderungen fermopatellares Gleitlager). Zufolge einer Schilddrüsenerkrankung (Morbus
Basedow) musste sie im September 2008 die Schilddrüse entfernen lassen und nahm
in der Folge während ihrer Schwangerschaft massiv an Gewicht zu (BMI 34). Am 16.
Juni 2009 gebar sie einen Sohn. Vor allem infolge einer massiven Achsenfehlstellung
(Folge der Unfallbehandlung, IV-act. 10-1 ff.) und der ausgeprägten Adipositas litt die
Beschwerdeführerin weiterhin an rechtsbetonten Kniebeschwerden (IV-act. 8-1, fortge
schrittene mediale Gonarthrose beidseits rechtsbetont, Innenmeniskus-
Hinterhornruptur, Retroversion der Tibia gegenüber Fermur um 1/3 der Gelenkfläche,
Valgus-Fehlstellung beidseits). Dr. med. E._, Facharzt FMH für Orthopädische
Chirurgie in der Orthopädie D._, hielt es am 1. Oktober 2009 für fraglich, ob eine
Reposition des Kniegelenks überhaupt noch möglich sei. Die Patientin müsse wohl
schon in jungen Jahren mit einer Arthrose-Entwicklung und frühzeitigem prothetischem
Gelenksersatz rechnen (IV-act. 10-2). Weder der Hausarzt noch Dr. E._ noch die
behandelnden Ärzte der Klinik für Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital St.Gallen
haben der Beschwerdeführerin je ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis ausgestellt (IV-act.
9-1). Arbeitgeberberichte liegen bis Ende 2009 keine in den Akten. Einzig der Bericht
des letzten Arbeitgebers (Anstellung als Nachtpikett in Teilzeit) ist in den Unterlagen.
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2.2 Nach ihrer Ausbildung als Pflegeassistentin (Fähigkeitsausweis 1995) arbeitete
die Beschwerdeführerin - mit einem Unterbruch von September 1998 bis Januar 2001 –
bis zur Geburt des Sohnes mit einem vollen Pensum in ihrem Beruf (vgl. IK-Auszug IV-
act. 7, IV-act. 24-2). Nach dem Schwangerschaftsurlaub meldete sie sich im
September 2009 beim RAV zur Arbeitsvermittlung an, aus familiären und
gesundheitlichen Gründen für ein reduziertes Pensum von 50-60%. Seit Januar 2010
arbeitet die Beschwerdeführerin als Pflegeassistentin/Nachtpikett während fünf bis
sechs Nächten monatlich im Altersheim F._. Anlässlich eines Assentmentgesprächs
mit der eingliederungsverantwortlichen Person der IV-Stelle erklärte die
Beschwerdeführerin am 18. November 2011, sie würde mit einem Pensum von 80%
arbeiten, wenn sie gesund wäre.
2.3 Im Rahmen der Frühintervention hat sich der RAD am 16. September 2010 beim
Hausarzt der Beschwerdeführerin zu ihrer medizinischen Situation erkundigt. Aufgrund
der gestellten Diagnosen hat der Hausarzt dargelegt, in der angestammten Tätigkeit als
"Hilfsschwester" sei die Beschwerdeführerin vor allem in motorisch anspruchsvollen
Aufgaben mit grossen Gehstrecken oder langem Stehen eingeschränkt. Sie könne eher
leichte, einfach strukturierte, wechselnd belastende Tätigkeiten ohne motorische An
forderungen vollschichtig ausüben (IV-act. 9).
2.4 Dr. B._ vom RAD erachtete die aktuelle Stelle im Altersheim als adaptiert, also
den gesundheitlichen Einschränkungen angepasst (kurze Gehstrecken, kein langes
Stehen), und sah auch aufgrund des sehr positiven Arbeitgeberberichts medizinisch
keinen Grund, diese Arbeit nicht vollschichtig verrichten zu können. Dr. B._ hat sich
nicht zur Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im gelernten Beruf als Pflegeassistentin
geäussert (IV-act. 22). Die Beschwerdeführerin wandte ein, sie müsse während der
Nacht grosse Gehdistanzen zurücklegen und könne sich selbst in ruhigeren Momenten
nicht richtig ausruhen, deshalb habe sie starke Knieschmerzen trotz Einnahme von
Schmerzmitteln. Nur mit einer sitzenden Tätigkeit könnte sie die Fehlstellung der Knie
entlasten. Dr. B._ erklärte darauf, es seien mit den eingereichten ärztlichen Befunden
keine neuen (medizinischen) Tatsachen geltend gemacht worden. Das ausgeprägtere
Gonarthrose-Leiden sei in seiner Beurteilung bereits berücksichtigt. Dieser Auffassung
schloss sich die IV-Stelle an und lehnte deshalb am 21. Februar 2011 einen Anspruch
auf berufliche Massnahmen und auf eine Rente ab, ohne eine eigentliche Abklärung der
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konkreten Umstände am Arbeitsplatz vorgenommen zu haben. Das und die nicht
erfolgte persönliche körperliche Untersuchung und Würdigung ihrer gesundheitlichen
Beeinträchtigungen beanstandet die Beschwerdeführerin zur Hauptsache. Ihre aktuelle
Tätigkeit könne sie schmerzbedingt niemals in Vollzeit ausüben. Die im Zusammenhang
mit ihrem Unfall eingetretene Fehlstellung verursache ihr zu starke Schmerzen. Die
Fehlstellung an sich sei ja bekannt und nicht bestritten und sie wäre deshalb
(eigentlich) schon lange ein Fall für die IV.
2.5 Fest steht somit, dass der Beschwerdeführerin bisher noch nie ein
Arbeitsunfähigkeitszeugnis ausgestellt worden ist. Sie hat aus gesundheitlichen und
familiären Gründen ihr Arbeitspensum ab Januar 2010 in eigener Regie verringert und
arbeitet aktuell in Teilzeit als Nachtpikett während fünf bis sechs Nächten pro Monat.
Selbst diese reduzierte Tätigkeit sei derzeit eine zu grosse Belastung für ihre
Kniegelenke. Die Beschwerdegegnerin verlange sinngemäss in völliger Unkenntnis der
körperlichen Anforderungen an der aktuellen Stelle eine vollzeitliche Tätigkeit als
Nachtpikett.
2.6 Die Beschwerdegegnerin hat sich für ihren Entscheid vollständig auf die
Aussagen des RAD- und des Hausarztes abgestützt und keine medizinischen
Abklärungen oder Nachfragen zum Stellenprofil resp. zu den konkreten Umständen der
beruflichen Tätigkeit im Altersheim an die Hand genommen. Im Arbeitgeberbericht sind
zu Art und Ausmass der anfallenden Aufgaben der Beschwerdeführerin im Altersheim
zwar Angaben gemacht worden (IV-act. 12-7 f.). Der Bericht ist jedoch weder datiert
noch unterzeichnet. Auch wurden die Vorgesetzten der Beschwerdeführerin nicht zu
den von ihr behaupteten konkreten Arbeitsbedingungen befragt (zwei Häuser, grosse
Distanzen, Präsenzzeit 20.00 bis 07.00 Uhr, Liftbenützung untersagt, Pikettzimmer im
2. Stock für sie nicht benutzbar, vgl. IV-act. 28).
2.7 Für die Schätzung der Arbeitsunfähigkeit sind zwei Komponenten ausschlag
gebend, die separat zu betrachten sind: die Leistungskomponente, also die Belastbar
keit, und die Zeitkomponente, also die Präsenz am Arbeitsplatz. Für die Ermittlung der
Arbeitsunfähigkeit sind die Einschränkungen der beiden Komponenten zu beachten.
Die ärztlich zu beurteilende Zumutbarkeit einer bestimmten Tätigkeit beinhaltet
notwendigerweise die Erstellung eines Leistungsprofils (zumutbare Funktionen: was
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kann die versicherte Person noch?) und eines Behindertenprofils (unzumutbare
Funktionen: was kann die versicherte Person nicht mehr?) sowie die Angabe einer
medizinisch begründeten zeitlichen Einschränkung (vgl. Leitlinie zur Beurteilung der
Arbeitsunfähigkeit nach Unfall oder Krankheit, herausgegeben von der Swiss Insurance
Medicine, der Interessengemeinschaft Versicherungsmedizin Schweiz, 3. Auflage,
Stand Juni 2012). Dazu muss Klarheit bestehen, welche Tätigkeiten unter welchen
Bedingungen ausführbar sind. Die Arbeiten einer Pflegeassistentin im Spital sind
praktisch dieselben wie in einem Altersheim. Pflegeassistentinnen sind qualifizierte
Mitarbeiterinnen und leisten in Assistenzfunktion einen Beitrag zum Gesamtangebot
der Gesundheits- und Krankenpflege. Sie arbeiten unter der Verantwortung des
diplomierten Pflegepersonals im Pflegeheim, Altersheim und im Spital. Sie unterstützen
die Patienten bei allem, was diese nicht mehr selbständig verrichten können, z.B. bei
der Körperpflege, beim Essen, beim Gehen, beim Aufstehen und beim Anziehen. Bei
allen ihren Tätigkeiten sind sie auch Gesprächspartner der Patienten und damit
wichtige Begleit- und Bezugspersonen. Beobachtungen während der Tätigkeit leiten
sie an das diplomierte Pflegepersonal weiter. Zu ihren Aufgaben zählen ausserdem
Reinigungsarbeiten im Umfeld der Patienten sowie der Unterhalt von medizinischen
Geräten und Apparaten. Zudem begleiten sie die Patientinnen zu Untersuchungen und
Behandlungen oder zu Spaziergängen. Die Arbeitszeiten sind oft unregelmässig. Sie
können auch Nacht- und Wochenenddienst beinhalten (vgl. z.B. http://www.puls-
berufe.ch/documents/ admis/2006721164613/Pflegeassistenz2_200736154117.pdf,
oder http://www.schule-diepoldsau.ch/oz/traumlehre07/berufsbildersite/
pflegeassistentin.htm, beide besucht am 17. Januar 2013).
2.8 Aufgrund der Vorbringen der Beschwerdeführerin stellen sich weitere Fragen, die
aus medizinischer Sicht beurteilt werden sollten: Würde die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin anders beurteilt, wenn sie die Arbeit im Altersheim statt in Teilzeit
zu 25 bis 30% in Vollzeit ausüben würde? Ist die Beschwerdeführerin auf die Einnahme
von Schmerzmitteln angewiesen und wenn ja, inwieweit? Ist die Zunahme der Arthrose
als belastungsabhängig einzustufen? Könnte die Behinderung durch den von Dr. med.
E._ vorgesehenen prothetischen Gelenksersatz behoben werden, sodass wieder eine
uneingeschränkte Leistungsfähigkeit erreicht werden könnte? Ist diese Operation
bereits indiziert und wäre sie der Beschwerdeführerin auch zumutbar? Und schliesslich
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bleibt die Frage zu beantworten, ob und inwieweit die Arbeitsfähigkeit durch eine
weitere Gewichtsreduktion verbessert werden könnte.
2.9 Von keiner Seite ist in Zweifel gezogen worden, dass die Beschwerdeführerin in
ihrer angestammten Tätigkeit als Pflegeassistentin zufolge des Unfallgeschehens 1987
vor allem in motorisch anspruchsvollen Aufgaben eingeschränkt ist. Eine Bezifferung
dieser Einschränkung und bezüglich welcher adaptierten Tätigkeiten eine solche ge
geben ist, lässt sich in den Akten nirgends finden. Die Beschwerdeführerin hat
mehrfach ausgeführt, auch bei der Arbeit im Nachtpikett müsse sie motorisch
anspruchsvolle Aufgaben bewältigen. Die Eingliederungsberaterin hat deshalb eine
berufliche Umorientierung als unumgänglich erachtet (IV-act. 24).
3.
3.1 Nach Art. 17 Abs. 1 IVG hat eine versicherte Person Anspruch auf Umschulung
auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist
und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder wesentlich verbessert
werden kann. Invalid im Sinn von Art. 17 IVG ist eine versicherte Person dann, wenn sie
wegen der Art und Schwere des eingetretenen Gesundheitsschadens im bisher
ausgeübten und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden
noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde
Erwerbseinbusse von etwa 20% erleidet (BGE 124 V 110 E. 2b mit Hinweisen). Ob
diese Voraussetzung vorliegend gegeben ist, ist noch offen. Die Beschwerdegegnerin
ist ohne Abklärung der medizinisch-theoretischen Leistungsfähigkeit der Beschwerde
führerin von einer vollen Arbeitsfähigkeit in der aktuellen Tätigkeit als Nachtpikett-
Leistende in einem Altersheim (Grundlohn Fr. 24.40 pro Stunde) ausgegangen.
3.2 Bevor über einen Anspruch auf berufliche Massnahmen entschieden werden
kann, ist vorerst die Art und Schwere des eingetretenen Gesundheitsschadens zu
bestimmen. Die Sache wird deshalb an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen zur
Abklärung des medizinischen Sachverhalts und zur Neuverfügung. Unter Aufhebung
der angefochtenen Verfügung vom 21. Februar 2011 ist die Beschwerde damit
gutzuheissen.
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4. Im Rahmen der Rückweisung ist ebenfalls die Statusfrage zu prüfen, also zu
klären, ob die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall überwiegend wahrscheinlich zu
80% arbeiten würde, wie sie dies geltend gemacht hat (IV-act. 24-2). Immerhin hatte
sich die Beschwerdeführerin, ihren Angaben zufolge, im September 2009 beim
Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum nur für ein Pensum von 50 bis 60%
angemeldet (IV-act. 24-2). Ob sie bereits damals nicht nur familiäre, sondern auch
gesundheitliche Gründe für die eingeschränkte Vermittlungsfähigkeit geltend gemacht
hatte, könnte allenfalls den Akten der Arbeitslosenversicherung entnommen werden.
Aufschluss könnten nebst der Einkommenssituation der Familie auch die geleisteten
Arbeitspensen vor der Geburt geben (vgl. IK-Auszug, IV-act. 7). Während die
Beschwerdeführerin selber am 18. November 2010 angab, bis zur Geburt ihres Sohnes
im Juni 2009 immer zu 100% als Pflegeassistentin gearbeitet zu haben (IV-act. 24-2),
hatte Dr. C._ am 16. September 2010 zu Protokoll gegeben (am 10. Februar 2010 in
die Krankengeschichte der Beschwerdeführerin eingetragen), im Februar 2009 habe die
Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit als Hilfsschwester in der Orthopädie
des Kantonsspitals noch zu 90% gearbeitet, ohne sich jedoch zu den Gründen für das
reduzierte Pensum zu äussern (IV-act. 5-1, 8-5).
5.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt vollumfänglich (vgl. URS
PETER CAVELLTI/THOMAS VÖGELI, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen
– dargestellt an den Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, 2.A., Rz 764). Da sie
gemäss Art. 3 Abs. 1 lit. b des st.gallischen Einführungsgesetzes zur
Bundesgesetzgebung über die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (sGS
350.1) Teil der Sozialversicherungsanstalt und damit Teil einer selbständigen öffentlich-
rechtlichen Anstalt ist, kommt Art. 95 Abs. 3 VRP (Befreiung von der Pflicht zur
Übernahme amtlicher Kosten) nicht zur Anwendung (vgl. URS PETER CAVELLTI/
THOMAS VÖGELI, a.a.O., Rz 792). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr.
600.-- wird der Beschwerdeführerin zurückbezahlt.
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP