Decision ID: a1161c92-b354-4097-9165-aba15b8f9cd5
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ wurde am 9. Juni 2010 wegen Depression durch die Klinik B._ zur
Früherfassung bei der Invalidenversicherung (IV) angemeldet (IV-act. 1). Am 25. Juni
2010 meldete sie sich unter Angabe einer seit etwa 5 Jahren bestehenden
gesundheitlichen Beeinträchtigung durch Depression und Erschöpfung bei der IV an
(IV-act. 10).
A.b Am 18. Januar 2011 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, da sie mit der
Beendigung der Unterstützung bei der Stellensuche einverstanden sei, seien keine
beruflichen Massnahmen (mehr) angezeigt (IV-act. 35).
A.c Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte durch Dr. med. C._, Facharzt FMH
für Psychiatrie/Psychotherapie FMH und für Allgemeinmedizin, begutachtet (Gutachten
vom 21. April 2011, IV-act. 40). Er stellte u.a. die sich auf die Arbeitsfähigkeit
auswirkende Diagnose einer rezidivierend depressiven Störung, gegenwärtig leichte
Episode (ICD-10: F33.0), seit 2004 (IV-act. 40-10). Die Entwicklung des Leidens habe
laut Aktenlage und Angaben der Versicherten mit der Schilddrüsenoperation im Jahr
2004, bei der ein Schilddrüsenkarzinom entfernt worden sei, begonnen. Im April / Juni
2005 habe sie die Arbeit wieder aufnehmen können. Im Jahre 2007 sei am Arbeitsplatz
auf 4-Schichtbetrieb umgestellt geworden, was zur Mehrbelastung der Versicherten
und zur Behandlungsaufnahme bei Dr. med. D._, Psychiatrie und Psychotherapie
FMH, geführt habe. 2008 sei ihr von ihrem Hausarzt Dr. med. E._, Facharzt
Allgemeine Medizin FMH, und vom Betriebsarzt attestiert worden, dass sie für die
Nachtschicht nicht mehr geeignet sei, worauf ihr gekündigt worden sei (vgl. Kündigung
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vom 29. Oktober 2008, IV-act. 98-69). Die anhaltende affektive Störung sei durch die
Kündigung deutlich verschlimmert worden. Aktuell bestehe das Bild einer leichten
depressiven Episode bei Beginn der rezidivierend depressiven Störung 2005. Dabei
imponierten insbesondere Antriebsmangel, Rückzugsverhalten, allgemeine
Verlangsamung (psychomotorisch), Schwächegefühl, depressive Stimmungslage und
vegetative Übererregbarkeit. Unabhängig davon bestehe seit dem Jahr 2005 trotz
euthyreotem Schilddrüsenlabor eine klinisch insuffiziente Substitutionsbehandlung. Die
Versicherte zeige intermittierend das Bild eines intermittierenden Gesichtsödems, einer
Zungengrundhyperplasie, einer psychomotorischen Hemmung, eine allgemeine
Verlangsamung im Bewegungsabfluss, Ideenarmut, einen charakteristischer
Gesichtsausdruck, Empfindungsstörungen der Beine, Antriebsstörungen,
Gedächtnisverschlechterung und hinzugetretene Depression und eine
Gewichtszunahme von 20 kg. Es sei in einer Schilddrüsenambulanz abzuklären,
inwieweit eine forcierte Substitutionsbehandlung dieses Zustandsbild noch nachhaltig
verändern könne (IV-act. 40-10 f.). In Beantwortung von Rückfragen des RAD bzw. der
IV-Stelle (IV-act. 47, 48) führte Dr. C._ am 12. September 2011 aus, die 50 %ige
Arbeitsunfähigkeit sei begründet durch die psychomotorische Verlangsamung,
Ideenarmut, fehlende Teilhabe, Antriebsstörung, Verlassenheitsgefühle,
Kraftminderung, Tagesmüdigkeit, Schulter-Arm-Schmerzen und die Gewichtszunahme.
Sollten diese Einschränkungen weiterhin keiner weiterreichenden somatischen
Untersuchung zugeführt und damit auch nicht somatisch erklärbar werden, müsse
eben doch von einer psychiatrischen Erklärung im Sinne einer mittelschweren
depressiven Symptomatik ausgegangen werden, wenngleich dies für das
Beschwerdebild atypisch sei. Entscheidend für die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit
seien jedoch die klinischen Einschränkungen, und nicht die Diagnose oder die
Erklärungen (IV-act. 49).
A.d Mit Vorbescheid vom 7. Oktober 2011 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 54). Dagegen erhob Dr. D._
namens der Versicherten Einspruch (IV-act. 55). Mit Verfügung vom 17. November
2011 hielt die IV-Stelle daran fest, dass kein Rentenanspruch gegeben sei. Die leichte
depressive Episode sei aus objektiver Sicht überwindbar (IV-act. 58).
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A.e Mit dagegen erhobener Beschwerde beantragte die Versicherte beim
Versicherungsgericht am 13. Dezember 2011 die Aufhebung der angefochtenen
Verfügung, die Zusprache einer halben Rente, eventualiter die Rückweisung zur
polydisziplinären Begutachtung sowie die Gewährung beruflicher Massnahmen (IV-
act. 66).
A.f Mit Urteil vom 24. Oktober 2012 hiess das Versicherungsgericht die Beschwerde
teilweise gut, hob die angefochtene Verfügung vom 17. November 2011 auf und wies

die Sache zur ergänzenden medizinischen Abklärung im Sinn der Erwägungen und
anschliessenden neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück. Unter den vom Gutachter
geschilderten Umständen erscheine der somatische Gesundheitszustand noch nicht
genügend liquid und auch noch nicht genügend stabil. Es dränge sich eine
endokrinologische Abklärung in Bezug auf die Schilddrüsenproblematik auf, wobei hier
die Krankheitssymptome, die Behandelbarkeit dieses Leidens und die Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit zu untersuchen seien. Nach Rücksprache mit dem
psychiatrischen Gutachter werde die Arbeitsfähigkeitseinschätzung aus somatischer
und psychiatrischer Sicht in einer Gesamtschau vorzunehmen sein (IV-act. 79, insbes.
E. 2.3).
A.g Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte durch den Servizio Accertamento
Medico (SAM) interdisziplinär (internistisch, rheumatologisch, endokrinologisch,
psychiatrisch) begutachtet (MEDAS-Gutachten vom 25. Juni 2013, IV-act. 98). Die
Gutachter erhoben als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11),
Probleme in Verbindung mit Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit (ICD-10: Z56), ein
chronisches Panvertebralsyndrom mit spondylogener Komponente bei degenerativen
HWS-Veränderungen, bekannter lumbosakraler Übergangsvariante mit
Hemisakralisation L5 rechts sowie bei Wirbelsäulenfehlform, eine Periarthropathia
humeroscapularis rechts bei Akromioklavikular-Gelenksarthrose sowie
Fingerpolyarthrosen. In ihrer angestammten Tätigkeit als Linienprüferin, die
regelmässig Schichtarbeit verlange, sei die Versicherte seit 2009 zu 100 %
arbeitsunfähig. In einer gesundheitsadaptierten Tätigkeit (entsprechend einem
rheumatologischen Belastungsprofil) sei sie seit dem 30. März 2009 aus
psychiatrischer Sicht zu 50 % arbeitsfähig. Bei erfolgreichem therapeutischem Verlauf
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sei eine Steigerung in noch nicht genauer zu prognostizierendem Ausmass möglich (IV-
act. 98-23 ff.). Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der IV hielt zum Gutachten am
2. Oktober 2013 fest, die Versicherte sei gutachterlich umfassend und gründlich
untersucht worden; auf die Leistungsfähigkeitsbeurteilung könne aus Sicht des RAD
abgestellt werden (IV-act. 99).
A.h Mit Vorbescheid vom 31. Oktober 2013 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (IV-act. 104), wogegen diese mit Einwand
vom 29. November 2013 vorbrachte, es treffe nicht zu, dass psychosoziale Faktoren
für die gutachterlich attestierte Arbeitsfähigkeit ausschlaggebend seien (IV-act. 105).
Mit Verfügung vom 13. Dezember 2013 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab.
Sie führte im Wesentlichen aus, es liege eine knapp mittelschwere Depression vor, die
angegangen werden könne. Die depressive Symptomatik sei zum einen auf die
Schmerzproblematik und zum anderen auf die psychosoziale Belastungssituation
zurückzuführen, weshalb sie nicht invalidisierend sei (IV-act. 107).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 13. Dezember 2013 erhebt die Versicherte am 7. Januar
2014 Beschwerde. Die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und
Entschädigungsfolge aufzuheben und es sei ihr eine halbe Rente spätestens ab
22. April 2013 zuzusprechen. Weiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr im
Umfang der verbliebenen Arbeitsfähigkeit berufliche Massnahmen zu gewähren. Neben
der psychiatrischen hätten die Gutachter auch somatische Diagnosen gestellt, welche
zu einer Einbusse der Leistungsfähigkeit von 25 % führten. Es finde sich in den
medizinischen Akten keine Stütze dafür, dass sie ausschliesslich unter psychischen
und überwindbaren Beeinträchtigungen leide. Es liege eine erhebliche somatische und
psychiatrische Komorbidität vor (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 20. Februar 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Bei der Depression handle es sich um eine reaktive
Begleiterscheinung zur in ihrem Ausmass nicht invalidisierenden Schmerzproblematik.
Es liege daher keine Komorbidität bzw. kein von depressiven Verstimmungszuständen
klar zu unterscheidender Gesundheitsschaden vor. Vor allem aber beruhten die
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Befunde auf psychosozialen Belastungsfaktoren. Das Versicherungsgericht habe in
seinem Rückweisungsentscheid rechtsverbindlich festgehalten, dass von einem
leichten depressiven Geschehen auszugehen sei, weshalb nicht mit dem
psychiatrischen Gutachten von einer seit 30. März 2009 bestehenden 50 %igen
Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden könne. Selbst für eine mittelgradige Depression
sei die Arbeitsunfähigkeit zu hoch eingeschätzt. Die begutachtende Psychiaterin habe
schematisch von einer mittelschweren Depression auf eine 50 %ige Arbeitsunfähigkeit
geschlossen, ohne den Einzelfall zu würdigen. Sodann seien gemäss der Gutachterin
die Therapiemöglichkeiten der Depression nicht ausgeschöpft, was auf einen nicht
starken Leidensdruck schliessen lasse. Hinsichtlich der beruflichen Massnahmen sei
der Beschwerdeführerin die Neuanmeldung freigestellt (act. G 4).
B.c In ihrer Replik vom 24. März 2014 bringt die Beschwerdeführerin vor, ihre
Depression sei in Anbetracht der psychischen und somatischen Komorbidität nicht
überwindbar. Sie befürchte ein Rezidiv des Schilddrüsenkarzinoms. Dass die
Beschwerden auf (von den Gutachtern in die Schätzung der Arbeitsfähigkeit
einbezogene) psychosoziale Belastungsfaktoren zurückzuführen seien, treffe nicht zu.
Die Erwägungen des Urteils des Versicherungsgerichts hätten an dessen Rechtskraft
nicht teil. Berufliche Massnahmen „gälten schon jetzt als gemeldet“ (act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 8).
Erwägungen
1.
Anfechtungsgegenstand dieses Beschwerdeverfahrens bilden die in der Verfügung
vom 11. April 2014 geregelten Rechtsverhältnisse. Streitgegenstand ist demgegenüber
das auf Grund der Beschwerdebegehren tatsächlich angefochtene Rechtsverhältnis
(vgl. BGE 125 V 415 E. 2a). In der angefochtenen Verfügung vom 13. Dezember 2013
wurde der Anspruch auf eine Invalidenrente geprüft und das Leistungsbegehren
abgewiesen (IV-act. 107). Die Verfügung regelt somit ausschliesslich den
Rentenanspruch. Daher bildet der Anspruch auf berufliche Massnahmen bzw. auf
deren Prüfung nicht Anfechtungsgegenstand und somit auch nicht Streitgegenstand
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des vorliegenden Verfahrens. Wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort
hinweist, kann sich die Beschwerdeführerin bei der IV-Stelle für berufliche
Massnahmen anmelden, wovon schliesslich auch die Beschwerdeführerin ausgeht (vgl.
Replik, act. G 6 S. 3).
2.
2.1 Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG, SR
831.20) haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Auf
gabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wiederherstellen, erhalten oder verbessern können, Anspruch auf eine Rente (lit. a),
wenn sie während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40% invalid sind (lit. c). Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60% auf eine
Dreiviertelsrente und ab einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% auf eine ganze
Invalidenrente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
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(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen).
2.5 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Im Sinne einer Richtlinie ist den
im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde
zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E.
1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
2.6 Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
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hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). In beweisrechtlicher Hinsicht gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). Im
Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht
etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts
genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener
Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als
die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 360 E. 5b, 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
3.
3.1 Vorab ist zu prüfen, ob der medizinische Sachverhalt nunmehr rechtsgenügend
abgeklärt ist.
3.2 Das Gutachten der MEDAS Bellinzona ist umfassend, basiert auf ausgiebigen
Untersuchungen - so etwa dauerte die psychiatrische zwei Stunden und 10 Minuten
(IV-act. 98-32) - und berücksichtigt die angegebenen Beschwerden. Der
endokrinologische Gutachter erklärt schlüssig und nachvollziehbar, der aktive
periphere Schilddrüsenmetabolit zeige sich im aktuellen Labor normwertig, sodass
allfällig vorhandene Symptome (inklusive der Übergewichtsproblematik sowie der
Depression) nicht als durch die Schilddrüse verursacht bezeichnet werden könnten.
Insbesondere für die anamnestische Müdigkeit müsse eine andere Ursache gesucht
werden (IV-act. 98-31, 25). Die psychiatrische Gutachterin führt sodann aus, nachdem
die Beschwerdeführerin ab Februar 2009 während 6 Wochen in der
psychosomatischen Tagesklinik behandelt worden sei, sei eine Besserung eingetreten.
Die nach einem erfolgreichen, durch das RAV vermittelten Arbeitseinsatz erfolglose
Stellensuche und die Gründung einer eigenen Familie durch den Sohn im Jahr 2010
hätten zu einer Destabilisierung geführt. Die psychische Symptomatologie sei seit der
psychiatrischen Begutachtung 2011 im Wesentlichen unverändert. Sie entspreche
knapp einer mittelschweren Depression. Bei der Beschwerdeführerin stünden (trotz
medikamentöser Behandlung) Schlafstörung, Antriebsstörung, gedrückte Stimmung,
Anhedonie und Libidostörung im Vordergrund. Hinzu kämen Zukunftsängste,
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Ratlosigkeit, vermindertes Selbstvertrauen, Gefühl der Wertlosigkeit und eine gewisse
Affektarmut, zudem Beunruhigung bezüglich Schmerzen und anderer
Körperwahrnehmungen (IV-act. 98-38 f.). Mit im Wesentlichen diesen Befunden und
einem Energiemangel begründet die psychiatrische Gutachterin die Verminderung der
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 98-40). Zudem erhob sie als Befund eine formale Denkstörung
in Form von Grübeln und Einengung auf die eigene Problematik (IV-act. 98-37). Ihre
Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auf 50 % (IV-act. 98-40) erscheint nachvollziehbar
und entspricht der Beurteilung von Dr. C._ und Dr. D._, deren Begründung
teilweise von jener der Gutachterin abweicht, sich aber im Wesentlichen ebenfalls auf
Erschöpfung, Antriebsmangel und ähnliche Symptome stützt (IV-act. 40-12; IV-act.
82-4; IV-act. 98-40). Das Gutachten der MEDAS Bellinzona erscheint insoweit und
auch hinsichtlich der rheumatologischen und der gesamthaften Beurteilung
nachvollziehbar und somit beweistauglich. Der Rückweisungsentscheid des
Versicherungsgerichts vom 24. Oktober 2012 (IV-act. 79) vermag nichts Anderes zu
präjudizieren, weil die Rückweisung zur Vornahme einer zusätzlichen vor allem
somatischen Abklärung und einer gesamthaften Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
erfolgte. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit blieb damit - naturgemäss - dem späteren
Entscheid vorbehalten. Es ist daher von einer medizinisch-theoretischen, psychiatrisch
bedingten Arbeitsunfähigkeit von 50 % auszugehen, und zwar seit 1. April 2011, wie
die psychiatrische Gutachterin plausibel darlegt (IV-act. 98-49). Der Hinweis in der
Gesamtbeurteilung, wonach die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht seit dem
"30.3.2009" zu 50% einsetzbar sei, stellt offensichtlich ein Versehen dar (IV-act. 98-23).
4.
4.1 Umstritten und im Folgenden zu prüfen ist, ob der geltend gemachten
Gesundheitsbeeinträchtigung - insbesondere der diagnostizierten Depression -
invalidenversicherungsrechtliche Relevanz zukommt.
4.2
4.2.1 Zur Annahme der Invalidität nach Art. 8 ATSG ist - auch bei psychischen
Erkrankungen - in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das
(fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die
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Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosoziale und
soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste
(etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und
das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich
festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vorhanden sein. Das bedeutet,
dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den
belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon
psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von
depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im
fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen
Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu
unterscheidende und in diesem Sinne verselbstständigte psychische Störungen mit
Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit
überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person
dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und
soziokulturellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen
aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE
127 V 294 E. 5a S. 299; Urteil vom 23. März 2009, 8C_730/2008, E. 2).
4.2.2 Der Beschwerdeführerin wurde keine Diagnose aus dem Bereich der unklaren
syndromalen Beschwerdebilder, insbesondere einer somatoformen Schmerzstörung,
gestellt, in welcher die depressiven Symptome als unselbständige aufgingen. Die
Schmerzen sind vielmehr somatischen Diagnosen zugeordnet, welche ihrerseits zu
ausschliesslich qualitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit führen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Januar 2015, 9C_140/2014, E. 2). Mit Blick auf die
aufgegebene Rechtsprechung zur Überwindbarkeitsvermutung (BGE 141 V 281) sind
hierzu keine Weiterungen angebracht.
4.2.3 Die Depression ist insoweit selbständig, als ihre Symptome nicht dem
Schilddrüsenleiden zuzuschreiben sind. Die psychiatrische Gutachterin führte aus, eine
zunächst bestehende Anpassungsstörung sei zu einem nicht genau zu eruierenden
Zeitpunkt in eine depressive Episode übergegangen, welche seither nie mehr völlig
remittiert habe (IV-act. 98-38). Zwar schreibt die Gutachterin nicht nur der Diagnose der
mittelgradigen depressiven Episode, sondern auch derjenigen der Probleme in
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Verbindung mit Berufstätigkeit und Arbeitslosigkeit einen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit zu (IV-act. 98-39). Indes begründet sie die Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit ausschliesslich mit Symptomen, welche für die Depression
diagnosespezifisch sind (vgl. H. Dilling / H. J. Freyberger, Taschenführer zur ICD-
Klassifizierung psychischer Störungen, 7. Aufl., Bern 2014, S. 134 f.). Deshalb und
aufgrund dessen, dass die invalidenversicherungsrechtliche Begutachtung als
Kernkompetenz des Servizio Accertamento Medico Bellinzona zu betrachten ist, ist
davon auszugehen, dass rein psychosoziale Faktoren für die Quantifizierung der
Arbeitsfähigkeit unberücksichtigt geblieben sind.
4.3
4.3.1 Die psychiatrische Gutachterin befand die bisherige Behandlung als
ungenügend; die Empfehlung des Gutachters von 2011, die antidepressive Therapie zu
intensivieren, sei laut Unterlagen nicht befolgt worden. Von einer Intensivierung der
Therapie wären nicht nur die Verminderung des subjektiven Leidens der
Beschwerdeführerin, sondern mittel- bis langfristig auch eine Verbesserung der
Arbeitsfähigkeit zu erwarten (IV-act. 98-38 f.). Die Beschwerdegegnerin macht geltend,
die Therapiemöglichkeiten seien noch nicht ausgeschöpft, weshalb der
Beschwerdeführerin keine Rentenleistungen zustünden.
4.3.2 Sofern ein selbstständiger depressiver Gesundheitsschaden vorliegt und die
Beantwortung der Frage nach der zumutbaren Restleistungsfähigkeit durch die
medizinische Fachperson nach beweiskräftiger objektiver Sichtweise (unter
Ausblendung invaliditätsfremder Gesichtspunkte) erfolgt ist, besteht keine Grundlage
für ein Abweichen von der objektiv-medizinischen Einschätzung durch eine davon
losgelöste juristische Parallelprüfung (BGE 141 V 306 f. E. 5.2). Ist eine Depression, wie
vorliegend, nicht komorbides Leiden zu einer somatoformen Schmerzstörung oder
eines ähnlichen unklaren syndromalen Leidens, sagt die Behandelbarkeit, für sich allein
betrachtet, nichts über deren invalidisierenden Charakter aus (Urteil des
Bundesgerichts vom 19. Juni 2013, 9C_947/2012, E. 3.2.1 mit Hinweis auf BGE 127 V
298 E. 4c; vgl. auch P. Geertsen, Ausgewählte Rechts- und Tatfragen, in: U. Kieser /
M. Lendfers, Jahrbuch zum Sozialversicherungsrecht, Zürich / St. Gallen 2015,
S. 195 ff., mit weiteren Hinweisen; U. Meyer / M. Reichmuth, Rechtsprechung des
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Bundesgerichts zum Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl., Zürich
2014, N 28 zu Art. 4 IVG, mit Verweis u.a. auf Urteil des Bundesgerichts vom 29.
August 2012, 9C_266/2012, E. 4.3.2; Urteil des Bundesgerichts vom 29. April 2014,
8C_830/2013, E. 5.3.2, und vom 29. August 2014, 8C_148/2014, E. 3.1). Eine allfällige
Verbesserung des Gesundheitszustands ist einer Rentenrevision zuzuführen (Urteil des
Bundesgerichts vom 2. September 2014, 9C_395/2014, E. 4.5). Das Bundesgericht hat
sodann in der jüngeren Rechtsprechung klargestellt, dass die Behandelbarkeit eines
psychischen Leidens sogar bei grundsätzlich guter Prognose einen - allenfalls
befristeten - Rentenanspruch nicht zum Vorneherein ausschliesst (Urteil des
Bundesgerichts vom 29. August 2014, 8C_148/2014 E. 3.1 mit Hinweis auf das Urteil
des Bundesgerichts vom 17. Juni 2014, 8C_56/2014, E. 4.1). Würde im Übrigen der
Behandelbarkeit wesentlicher Einfluss auf den invalidisierenden Charakter eines
depressiven Leidens zugestanden, so würde dies einen rückwirkend befristeten
Rentenanspruch für ein depressives Leiden, wie er etwa im Urteil des Bundesgerichts
vom 3. September 2014, 9C_292/2014, E. 3.2 anerkannt wurde, ausschliessen.
4.3.3 Dass die begutachtende Psychiaterin zum Schluss kam, eine Intensivierung der
Behandlung könne zu einer Verbesserung des Gesundheitszustands führen, kann der
Beschwerdeführerin nicht entgegen gehalten werden. Zudem bleibt die Prognose,
wonach „eventuell“ mittel- bis langfristig, ein Ansprechen vorausgesetzt, eine
Verbesserung eintrete (IV-act. 98-38 f., 40), offen und unbestimmt, ob und in welcher
Zeitspanne diese effektiv erzielt werden kann. Dr. C._ hatte in erster Linie eine
somatische Abklärung bzw. Behandlung empfohlen (IV-act. 40-14). Nachdem jedoch
das endokrinologische Gutachten festhält, die Beschwerden seien nicht auf die
Schilddrüsenproblematik zurückzuführen, kann nicht von einer unzureichenden
somatischen Behandlung ausgegangen werden. Eine forcierte antidepressive
Behandlung hatte Dr. C._ lediglich für den Fall in Betracht gezogen, dass nach der
somatischen Behandlung noch eine (depressionsbedingte) Antriebsschwäche
persistieren sollte (IV-act. 40-14). Dr. D._ berichtete am 4. Januar 2013, die
gegenwärtige Behandlung umfasse regelmässige Gesprächstherapie,
Verhaltenstherapie sowie medikamentöse Therapie (IV-act. 82-3). Die dem Bericht
vorangegangene Konsultation fand offenbar am 27. Dezember 2012 statt (IV-act. 82-2).
Es ist daher anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin die Empfehlungen der
behandelnden Ärzte befolgt hat und somit keine Verletzung der
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Schadenminderungspflicht und kein Hinweis auf nicht vorhandenen Leidensdruck
vorliegt. Die von der psychiatrischen Gutachterin festgestellte noch nicht
ausgeschöpfte Behandelbarkeit rechtfertigt nach dem Gesagten kein Abweichen von
der Einschätzung der objektiv-medizinisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit. Sie kann indes
ein Anlass für die Einleitung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens bzw. bei
eingetretener Verbesserung für eine Revision darstellen.
5.
5.1 Massgebend für die Erfüllung des Wartejahres gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG ist
die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit (vgl. auch U. Meyer/M. Reichmuth,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Aufl. 2014, Rz. 24 und 32 zu Art. 28).
Die psychiatrische Gutachterin kam im Gutachten vom 25. Juni 2013 zum Schluss, die
Beschwerdeführerin sei nach dem Verlust der Arbeitsstelle im Januar 2009 zu 100 %
arbeitsunfähig gewesen. In der zuletzt ausgeführten Tätigkeit (Qualitätskontrolle) mit
obligatorischen Nachtschichten sei sie (nach wie vor) zu 100 % arbeitsunfähig, da sie
aus medizinischen Gründen nicht zur Nachtarbeit geeignet sei (IV-act. 98-40). Das
Wartejahr begann damit am 1. Februar 2009 und war - gemessen an der bisherigen
Tätigkeit mit Nachtschicht - am 1. Februar 2010 erfüllt. Die Arbeitsunfähigkeit in
adaptierter Tätigkeit betrug zwischen 1. März 2009 und 31. März 2011 20 % und ab
April 2011 50 % (vgl. dazu IV-act. 98-40). Die gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG für die
Entstehung eines Rentenanspruchs bei Beendigung des Wartejahres zusätzlich
vorausgesetzte Invalidität von mindestens 40 % wurde erst mit der ab April 2011
attestierten 50 %igen Arbeitsunfähigkeit erreicht, so dass ein Rentenanspruch
frühestens ab diesem Zeitpunkt gegeben war (vgl. nachfolgend E. 5.2). Die
sechsmonatige Frist seit der Anmeldung am 25. Juni 2010 war damals bestanden
(Art. 29 Abs. 1 IVG; IV-act. 10).
5.2 Der Invaliditätsgrad bemisst sich im vorliegenden Fall unbestrittenermassen nach
dem Einkommensvergleich (vgl. E. 2.3). Damit sind das Validen- und
Invalideneinkommen festzusetzen. Nach dem Auszug aus dem individuellen Konto
erzielte die Beschwerdeführerin als Linienprüferin bei der F._ AG im Jahr 2008 ein
Einkommen von Fr. 66‘198.-- (IV-act. 16-1). Es ist anzunehmen, dass sie diesen Lohn
weiterhin erhalten hätte, wäre sie gesund geblieben und hätte sie weiterhin
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Schichtarbeit verrichten können. Das Einkommen im Jahr 2008 bildet somit die Basis
des Valideneinkommens, das sich unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
für das massgebliche Jahr 2011 (BGE 129 V 224 E. 4.3.1) auf Fr. 68‘979.-- beläuft
(Bundesamt für Statistik, Lohnentwicklung 2014, T39, Index Frauen 2008: 2499; Index
Frauen 2011: 2604). Für das Invalideneinkommen ist vom Durchschnittswert des
Anforderungsniveaus 4, Frauen, gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) 2011 (in
Informationsstelle AHV/IV, IV, Ausgabe 2015, Anhang 2) auszugehen, der Fr. 53‘367.--
beträgt. Unter Berücksichtigung der gutachterlich attestierten Arbeitsunfähigkeit von
50 % resultiert ein Jahreseinkommen von Fr. 26‘684.--. Ohne Tabellenlohnabzug ergibt
sich ein Invaliditätsgrad von 61 % und damit ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente.
Das rheumatologische Leistungsprofil (IV-act. 98-24) mit Gewichtslimiten und der
Zumutbarkeit von im Sitzen oder Stehen in vornübergebeugter Haltung auszuführender
Tätigkeiten und auch längerer Gehstrecken rechtfertigt keinen Tabellenlohnabzug. Ob
ein Tabellenlohnabzug zu gewähren ist, weil die Beschwerdeführerin keine
Schichtarbeit mehr verrichten kann, kann offen gelassen werden, denn selbst bei
einem Tabellenlohnabzug von 10 % ergibt sich ein Invalideneinkommen von Fr.
24‘016.-- und ein Invaliditätsgrad von 65 %, der zu keinem höheren Anspruch als auf
eine Dreiviertelsrente führt.
6.
6.1 In Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 13. Dezember 2013
aufzuheben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. April 2011 eine
Dreiviertelsrente zuzusprechen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung
ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der von der Beschwerdeführerin geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr zurückzuerstatten.
bis
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6.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). In der vorliegenden
Streitsache erscheint eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.