Decision ID: f250483b-1407-5e6b-8989-48f5cbef7b5c
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
C._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch X._, Beistand,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
IV-Leistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a C._ (Jahrgang 1966) meldete sich am 25. April 2005 zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung an. Sie gab an, sie sei seit 30. Juni 2003 geschieden und
habe drei Kinder, die 1989, 1992 und 1995 geboren worden seien. Sie habe einen
Beistand. In Serbien habe sie die Primar- und Realschule besucht und eine Lehre im
Metallbau abgeschlossen. Zuletzt sei sie vom Jahr 2000 bis 2003 als Küchenhilfe tätig
gewesen und habe pro Monat Fr. 2'600.-- verdient (IV-act. 1 und 13). Dr. med. A._,
Allgemeine Medizin FMH, berichtete der IV-Stelle des Kantons St. Gallen am 6. Mai
2005, die Versicherte leide an einer chronischen Lumboischialgie bei Diskushernie L4/5
mit Kompression von S1 links sowie einer posttraumatischen Belastungsstörung und
reaktiven Depression. Seit 12. Mai 2003 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis
auf Weiteres. Der Versicherten sei keine Arbeit zumutbar (IV-act. 12). Dr. med. B._,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, gab der IV-Stelle am 17. Mai 2005 an,
die Versicherte leide an einer Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion
bei psychosozialer Belastungssituation (ICD-10: F43.22), einer undifferenzierten
Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.1) sowie einer abhängigen Persönlichkeitsstörung
(ICD-10: F60.7). Eine körperlich leichte und seelisch nicht anstrengende Tätigkeit sei
der Versicherten zu 50% zumutbar, aber dazu sei eine Abklärung notwendig, eventuell
seien leichte Arbeiten in einem geschützten Rahmen möglich (IV-act. 16).
A.b Die IV-Stelle führte am 12. Oktober 2005 eine Abklärung im Haushalt der
Versicherten durch. Die Versicherte gab an, sie habe dauernd Schmerzen im Rücken-
und Nackenbereich, den Hüften und Beinen. Weil sie zudem an psychischen
Problemen leide, sei sie bei Dr. B._ in Behandlung. Sie habe keine Lebenslust mehr,
sei antriebs- und lustlos, könne sich kaum konzentrieren, sei vergesslich und nervös.
Sie habe auch grosse finanzielle Sorgen, weil das Geld vom Sozialamt nicht ausreiche.
Zudem habe sie Probleme mit ihrem Sohn. Seit 30. Juni 2003 sei sie geschieden. Ihr
Exmann bezahle ihr keinen Unterhalt. Wenn sie gesund wäre, müsste sie einer
100%igen Erwerbstätigkeit nachgehen. Die Abklärungsperson qualifizierte die
Versicherte deshalb als Vollerwerbstätige und brach die Haushaltsabklärung ab (IV-act.
20).
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A.c Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) empfahl der IV-Stelle am 13. Dezember 2005
eine polydisziplinäre Begutachtung (IV-act. 23). Am 20. Dezember 2005 wurde die
MEDAS Zentralschweiz mit der Begutachtung beauftragt (IV-act. 26). Die MEDAS
erstattete am 18. April 2007 das polydisziplinäre Gutachten. Die Versicherte war am
27. Februar 2007 sowie am 1. und 2. März 2007 begutachtet worden. Die Ärzte gaben
folgende Hauptdiagnosen (mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit) an:
- Kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen, selbstunsicheren,
abhängigen, unreifen und histrionischen Anteilen (ICD-10: F61.0)
- Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)
- Anpassungsstörung, gemischte Störung von Gefühlen und Sozialverhalten (ICD-10:
F43.25)
- Episodisch schädlicher Alkoholgebrauch (ICD-10: F10.26)
- Intermittierendes lumbovertebrales Schmerzsyndrom bei/mit:
- Segmentdegeneration mit Diskushernie L5/S1 (MRI-Befund vom 27.05.2004)
- St. n. lumboradikulärem Syndrom S1 links 05/2004
- Überlagerung durch ein generalisiertes Schmerzsyndrom ohne adäquates
somatisches Korrelat am Bewegungsapparat.
Ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert,
bestehe ein schwierig zu quantifizierender Nikotinabusus. Die Ärzte gaben in der
zusammenfassenden Beurteilung an, die Versicherte sei hauptsächlich in Serbien
aufgewachsen. Die Kindheit sei schwer belastet gewesen. Der Ehemann der
Versicherten - aus einer anderen Ethnie des ehemaligen Jugoslawien - habe gemäss
der Versicherten in übertragenem Sinn den Balkankrieg in die Ehe und Familie getragen
und seine Ehefrau und Schwiegereltern als Feinde deklariert, dies auch gegenüber den
Kindern. Die Versicherte habe ihre Ehegeschichte als blanken Horror geschildert. Ihr
Ex-Ehemann lebe nun in Kroatien, zahle keine Alimente, halte aber noch relativ engen
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Kontakt zu einer Tochter der Versicherten. Die Versicherte habe ihre letzte Stelle aus
wirtschaftlichen Gründen verloren. In der Phase der Arbeitslosigkeit habe die
Versicherte einen ersten Schub von Lumboischialgie erlitten. Etwas später sei sie
psychisch dekompensiert, so dass sie auch psychiatrisch habe hospitalisiert werden
müssen. Aktuell fänden sich keine eindeutigen Zeichen einer radikulären Kompression
mehr. Als somatisches Leiden bestehe lediglich noch eine gewisse
Segmentdegeneration L5/S1. Die somatische lumbale Situation werde durch ein
generalisiertes Schmerzsyndrom ohne adäquates somatisches Korrelat am
Bewegungsapparat überlagert. Die bisherige Tätigkeit oder eine leichte und körperlich
bis hälftig mittelschwere Tätigkeit sei deshalb zumutbar. Aus psychischer Sicht habe
sich die begutachtende Psychiaterin einer komplexen psychischen Störung der
Versicherten gegenüber gesehen. Die Versicherte sei eine psychisch kranke, chronisch
traumatisierte Frau. Sie habe auf Grund ihrer Persönlichkeit wenig Ressourcen, und
ihre Coping-Strategien im Umgang mit den Leiden und Belastung seien dysfunktional.
Ihre Steuerfähigkeit sei eingeschränkt. Differentialdiagnostisch sei von Bedeutung,
dass sich die Versicherte schwer depressiv fühle, dass aber eine schwere kombinierte
Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen, selbstunsicheren, abhängigen,
unreifen und histrionischen Anteilen vorliege. Die Versicherte sei in allen Bereichen
überfordert und gerate in Panikzustände und vollziehe dann einen Rückzug in ihre
Wohnung. Aber bei vorhandener Motivation könne die Versicherte durchaus Ziele
anstreben. So habe sie beispielsweise die Prüfung zum Führen eines Kleinwagens für
Invalide bestanden und besorge selbständig die Einkäufe. In einem gut strukturierten
Umfeld sei die Versicherte deshalb zu 50% arbeitsfähig. Insgesamt gaben die Ärzte an,
die langjährig ausgeübte Tätigkeit als Restaurantangestellte/Mitarbeiterin einer Pizzeria
sei der Versicherten zu 50% zumutbar. Eine körperlich leichte und körperlich leichte bis
mittelschwere Tätigkeit (der Anteil der mittelschweren Arbeit sollte höchstens hälftig
sein) könne die Versicherte zu 50% ausüben. Als Hausfrau im eigenen Haushalt
bestehe eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. Diese Arbeitsfähigkeitsschätzung gelte ab dem
30. März 2007. Bis dahin sei die Versicherte durch ein Zeugnis ihres Hausarztes zu
100% arbeitsunfähig geschrieben. In beruflicher Hinsicht bedürfe die Versicherte der
Mithilfe der IV bei der Vermittlung einer geeigneten Arbeit. Die Versicherte werde aus
eigenem Antrieb nichts suchen und finden; laut Beurteilung der Psychiaterin sollte sie
ein gut strukturiertes Umfeld haben (IV-act. 31). Der RAD erachtete das Gutachten
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gemäss seiner Stellungnahme vom 24. Mai 2007 als umfassend, widerspruchsfrei und
nachvollziehbar. Ab 30. März 2007 sei von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen,
davor gelte eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Aus psychischen Gründen benötige die
Versicherte Hilfe bei der Eingliederung (IV-act. 32).
A.d Am 26. Juli 2007 attestierte die behandelnde Psychiaterin Dr. B._ der
Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 38). Sie sei vom 26. Juni bis
3. Juli 2007 notfallmässig in der Psychiatrischen Klinik Wil hospitalisiert worden. Ihr
psychischer Zustand sei weiterhin nicht gut und nicht stabil, weshalb im aktuellen
Zeitpunkt eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit gelte (IV-act. 39).
A.e Das Eingliederungsgespräch fand am 4. Juli 2007 statt. Der Beistand der
Versicherten erklärte dabei der Beratungsperson, er sei mit der von der MEDAS
attestierten Arbeitsfähigkeit nicht einverstanden. Die Versicherte sei gerade aus einem
Klinikaufenthalt zurückgekehrt und sei nicht in der Lage, im freien Markt einer Arbeit
nachzugehen. Seit Jahren werde versucht, die Versicherte einzugliedern. Jegliche
Versuche würden von der Versicherten nach ein paar Tagen abgebrochen (IV-act. 41).
Mit Schlussbericht vom 8. August 2007 schloss die IV-Stelle das
Eingliederungsverfahren ab. Der Beistand sehe die Versicherte aktuell nicht in der
Lage, einer Arbeit nachzugehen. Gemäss Stellungnahme des RAD vom 24. Mai 2007
sei in einem adaptierten Arbeitsumfeld eine verwertbare Arbeitsfähigkeit von 50%
zumutbar (IV-act. 42).
A.f Die Psychiatrische Klinik Wil gab in ihrem Arztbericht vom 26. September 2007 eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% vom 16. Juni bis 3. Juli 2007 an. Die Ärzte führten aus,
bezüglich der somatoformen Schmerzstörung sei von einem chronischen Verlauf
auszugehen. Die depressive Symptomatik habe sich vorübergehend gebessert, vor
allem durch Einhalten der medikamentösen Therapie. Äussere Faktoren wie die
schwierige familiäre Situation der Versicherten mit momentan pubertierenden Kindern
könnten als Auslöser für die Destabilisierung der Versicherten sicherlich eine Rolle
spielen. Es sei davon auszugehen, dass sich das Zustandsbild bei Entspannung der
familiären Situation stabilisieren werde (IV-act. 44). Der RAD empfahl in seiner
Stellungnahme vom 11. Oktober 2007 zur Prüfung einer allfälligen Verschlechterung
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des psychischen Gesundheitszustandes eine psychiatrische Verlaufsbegutachtung (IV-
act. 45).
A.g Am 14. Januar 2008 erstattete Dr. med. D._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie, das Verlaufsgutachten. Sie bestätigte die von der MEDAS
Zentralschweiz gestellte Arbeitsfähigkeit von 50%. Sie gab an, die Versicherte leide an
einer Anpassungsstörung, gemischte Störung von Gefühlen und Sozialverhalten
(ICD-10: F43.25), einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)
sowie einer Persönlichkeitsstörung mit vor allem abhängigen Merkmalen (ICD-10:
F61.0). Die Versicherte sehe sich aktuell ausser Stande, für sich oder für ihre Kinder
ausreichend zu sorgen und die Verantwortung zu übernehmen. Es sei ein
umfangreiches Helfernetz organisiert worden um das Familiensystem aufrecht zu
halten. Auf Grund der Persönlichkeitsstruktur und der mangelnden Compliance der
Versicherten sei es ihr in den Jahren seit der Trennung vom Ehemann nicht gelungen,
trotz des umfangreichen Hilfsangebots ins Gleichgewicht zu kommen. Obwohl bei der
Versicherten eine gestörte Persönlichkeitsentwicklung vorliege, die mit mangelnden
Ressourcen einhergehe, sei sie doch über viele Jahre kompensiert und arbeitsfähig
gewesen. So sei sie neben der Betreuung der Kinder einer ausserhäuslichen
Erwerbstätigkeit nachgegangen. Somit müsse davon ausgegangen werden, dass die
Persönlichkeitsstörung an sich eine andauernde Arbeitsunfähigkeit nicht ausreichend
begründe. Die Versicherte sei jedoch durch die Merkmale ihrer Persönlichkeit, das
heisst mangelnde Ressourcen im Umgang mit Problemen, Übergabe der
Verantwortung für ihr Befinden und für wichtige Entscheidungen an andere sowie ihre
Selbstunsicherheit, beeinträchtigt. Aktuell bestehe auch ein sozialer Rückzug,
regressives Verhalten sowie Symptome von Angst und Panik. Die Arbeitsfähigkeit für
alle leichten und mittelschweren Tätigkeiten betrage daher 50%. Seit der MEDAS-
Begutachtung sei keine weitere Verschlechterung des Gesundheitszustandes
festzustellen. Die Versicherte sei zwar erheblich eingeschränkt, bei entsprechender
Motivation jedoch durchaus im Stande Ziele zu verfolgen und zu erreichen. Zur
Eingliederung sei eine längerfristige stationäre oder mindestens teilstationäre
Behandlung mit einer konsequenten Arbeitstherapie unumgänglich. Angesichts des
jungen Alters sowie des bisherigen ungünstigen Verlaufs mit Regression, Passivität und
mangelnder therapeutischer Compliance wäre eine solche Massnahme notwendig und
zumutbar. Die Umsetzung der medizinisch theoretischen Arbeitsfähigkeit
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beziehungsweise eine Steigerung der Leistungsfähigkeit wäre bei konsequenter
Durchführung durchaus möglich (IV-act. 50).
A.h Mit Vorbescheid vom 31. März 2008 stellte die IV-Stelle die Ausrichtung einer
halben Rente ab 1. Mai 2004 in Aussicht. Sie gab dazu an, nach den zur Verfügung
stehenden Unterlagen sei die Versicherte seit 12. Mai 2003 zu 50% arbeitsunfähig.
Gemäss Durchschnittsverdienst der Arbeitnehmerinnen in der Schweiz könne die
Versicherte für einfache und repetitive Arbeiten ein Jahreseinkommen von Fr. 24'018.--
erzielen. Ohne Behinderung betrage das zumutbare Einkommen Fr. 48'036.--. Aus der
Gegenüberstellung dieser beiden Einkommen resultiere eine Erwerbseinbusse von
Fr. 24'018.-- beziehungsweise ein Invaliditätsgrad von 50% (IV-act. 56). Dagegen
wendete der Beistand der Versicherten am 30. April 2008 ein, die Versicherte sei in der
freien Wirtschaft nicht vermittelbar, weshalb er mit dem Entscheid der IV-Stelle nicht
einverstanden sei. Wie aus dem beiliegenden Bericht der behandelnden Psychiaterin
vom 12. April 2008 hervorgehe, habe sogar eine ärztliche und vormundschaftliche
Intervention verordnet werden müssen, damit die regelmässige Einnahme der
Psychopharmaka gewährleistet sei. Die behandelnde Ärztin attestiere weiterhin eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 59).
A.i Mit Verfügungen vom 24. Juli 2008 sprach die IV-Stelle der Versicherten ab 1. Mai
2004 bis 31. Dezember 2004 und ab 1. Januar 2005 eine halbe Rente zu. In der
Begründung gab sie an, nach Rücksprache mit dem RAD werde festgestellt, dass
keine neuen medizinischen Faktoren geltend gemacht worden seien. Die von Dr. B._
festgestellte Verschlechterung des Gesundheitszustand sei im zweiten psychiatrischen
Gutachten von Dr. D._ nicht bestätigt worden (IV-act. 63 und 61).
B.
B.a Gegen diese Verfügungen lässt die Versicherte am 12. September 2008 durch ihren
Beistand Beschwerde erheben. Sie beantragt:
1. Die Verfügung der IV-Stelle des Kantons St. Gallen vom 24. Juli 2008 sei
aufzuheben.
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2. Die IV-Stelle sei dazu zu verpflichten, der Versicherten berufliche Eingliederung zu
gewähren und zwar eine Integrationsmassnahme gemäss Art. 14a IVG als Vorbereitung
für eine Eingliederung in die private Wirtschaft.
3. Habe die Integrationsmassnahme gemäss Art. 14a IVG die angestrebte Wirkung
erreicht, sollten der Versicherten berufliche Eingliederungsmassnahmen im Sinn von
Art. 15-18 IVG gewährt werden.
4. Nach Durchführung und Abschluss der Integrationsmassnahmen und der daraus
möglichen beruflichen Eingliederungsmassnahmen solle die Beschwerdegegnerin den
IV-Grad bei der Versicherten gemäss Art. 16 ATSG definitiv bestimmen.
Die Beschwerdeführerin gibt an, die Beschwerdegegnerin habe ohne Prüfung von
Eingliederungsmassnahmen eine halbe Rente verfügt. Auf Grund der ärztlichen
Beurteilungen komme hier vor einer Eingliederung auf den ersten Arbeitsmarkt eine
Integrationsmassnahmen gemäss 5. IV-Revision in Frage. Sie sei psychisch und zum
Teil auch körperlich behindert. Trotz umfassender Behandlungen habe der
Gesundheitszustand nicht verbessert werden können. Als Folge davon sei sie längere
Zeit nicht mehr erwerbstätig gewesen. Mit der Integrationsmassnahme könne somit
eine Verbesserung der Eingliederungsfähigkeit angestrebt werden. Die
Anspruchsvoraussetzungen nach Art. 14a IVG seien klar erfüllt (G act. 1).
B.b Mit Zwischenentscheid vom 30. Oktober 2008 bewilligt das Gericht das mit der
Beschwerde gestellte Gesuch um unentgeltliche Prozessführung (G act. 7).
B.c In der Beschwerdeantwort vom 29. Oktober 2008 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.
Sie führt aus, die angefochtene Verfügung habe ausschliesslich die Ausrichtung einer
IV-Rente zum Gegenstand. Demnach hielten sich die Anträge der Beschwerdeführerin
nicht an den Anfechtungsgegenstand, weshalb auf die Beschwerde nicht einzutreten
sei. In einem separaten Verfahren werde zu gegebener Zeit geprüft werden, ob der
Beschwerdeführerin Integrationsmassnahmen gewährt werden könnten. Sinngemäss
mache die Beschwerdeführerin geltend, vor der Rentenprüfung seien
Eingliederungsmassnahmen zu prüfen. Weil sich die Beschwerdeführerin vor
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Inkrafttreten der 5. IV-Revision ab Januar 2008 zum Bezug einer IV-Rente angemeldet
habe, sei altes Recht anwendbar. Weil die Beschwerdeführerin nach Ablauf des
Wartejahrs zu mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sei, habe über den
Rentenanspruch verfügt werden müssen. Gestützt auf die MEDAS-Begutachtung sei
von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Sowohl das Validen- wie das
Invalideneinkommen seien nach den Tabellenlöhnen für das Niveau 4 im Anhang der
LSE zu bestimmen. Weil die Beschwerdeführerin auch mittelschwere Tätigkeiten
ausüben könne, sei kein Leidensabzug gerechtfertigt. Aus der Gegenüberstellung des
Valideneinkommens von Fr. 50'278.-- sowie des Invalideneinkommens von
Fr. 25'139.-- resultiere ein Invaliditätsgrad von 50% (G act. 5).
B.d In der Replik vom 20. November 2008 ergänzt die Beschwerdeführerin, dass sie
sich zwar unter altem Recht angemeldet habe, die angefochtene Verfügung jedoch
unter neuem Recht ergangen sei. Sodann stünde ihr bereits unter altem Recht ein
Anspruch auf berufliche Massnahmen zu (G act. 8).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 26. November 2008 auf eine Duplik
(G act. 10).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. Das
Bundesamt für Sozialversicherungen hat im Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember
2007 vorgesehen, grundsätzlich auf den Zeitpunkt des Eintritts des Versicherungsfalls
abzustellen, aber auch für Sachverhalte mit Eintritt des Rentenfalls im Jahr 2008 altes
Recht anzuwenden, wenn die Anmeldung ebenfalls noch im Jahr 2008 erfolgt ist. Das
Bundesgericht hat gestützt auf das Rundschreiben, wenn der Rentenanspruch vor dem
1. Januar 2008 entstanden wäre, altes Recht angewendet (etwa Urteile des
Bundesgerichts i/S S. vom 28. August 2008 [8C_373/2008] und i/S P. vom 9. März
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2009 [8C_491/08]). Bezüglich des allfälligen Rentenbeginns ist es vorliegend angezeigt,
angesichts der IV-Anmeldung vom 25. April 2005 und des Eintritts der
Arbeitsunfähigkeit im Mai 2003, die bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen
Bestimmungen (im Folgenden angeführt) anzuwenden. Betreffend die mit der 5. IV-
Revision neu geschaffenen Integrationsmassnahmen nach Art. 14a IVG rechtfertigt es
sich hingegen, das neue Recht auch auf Versicherungsfälle anzuwenden, die bereits
vor Inkrafttreten eingetreten sind, weil sie betreffend der Integrationsmassnahmen als
neue Fälle zu betrachten sind.
2.
Vorerst ist der Streitgegenstand zu bestimmen. Die Beschwerdegegnerin beantragt die
Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Die angefochtene
Verfügung habe ausschliesslich die Ausrichtung einer IV-Rente zum Gegenstand. Über
Integrationsmassnahmen werde zu gegebener Zeit entschieden (G act. 5). Mit
Verfügungen vom 24. Juli 2008 hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin
ab 1. Mai 2004 eine halbe Rente zugesprochen. Im verwaltungsgerichtlichen
Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen und zu
beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich - in
Form einer Verfügung - Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den
beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand (BGE 122 V 34 E. 2a mit
Hinweisen neues Fenster). Die Anträge der Beschwerdeführerin lauten auf
Aufhebungen der Verfügungen, Zusprache von Integrationsmassnahmen und
beruflichen Massnahmen sowie anschliessender definitiver Zusprache einer Rente (G
act. 1). Damit wird sinngemäss beantragt, dass die Verfügungen aufzuheben seien, weil
sie gesetzeswidrig seien, da vor der Rentenzusprache zuerst Integrationsmassnahmen
sowie berufliche Massnahmen hätten geprüft und durchgeführt werden müssen. Denn
wenn eine Rente zugesprochen wird gehört zum Streitgegenstand notwendigerweise
auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" (vgl.
Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009, Vorbemerkungen Rz 47) beachtet hat.
Demnach ist nicht der Anspruch auf Integrationsmassnahmen und berufliche
Massnahmen an sich zu prüfen, sondern die Zulässigkeit einer Rentenzusprache vor
Durchführung solcher Massnahmen. Die Verfügungen vom 24. Juli 2008 erwähnen die
Eingliederungsfrage nicht. So hat die Beschwerdegegnerin in der Begründung auf die
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zur Verfügung stehenden Unterlagen hingewiesen, wonach die Beschwerdeführerin seit
12. Mai 2003 zu 50% arbeitsunfähig sei. Danach hat die Beschwerdegegnerin den
Einkommensvergleich durchgeführt und den Anspruch auf eine halbe Rente ab 1. Mai
2004 verfügt (IV-act. 63 und 61). Damit hat sie das Rentenprüfungsverfahren definitiv
abgeschlossen und in den Verfügungen - stillschweigend - jede
Eingliederungsmöglichkeit verneint. Eine vorläufige Rentenzusprache unter dem
Vorbehalt der Durchführung weiterer Massnahmen liegt damit nicht vor. Auch aus den
Akten ergeben sich keine entsprechenden Hinweise auf eine vorläufige
Rentenzusprache. Auf die Beschwerde ist deshalb zwecks Prüfung der rechtmässigen
Rentenzusprache vor Durchführung allfälliger Integrations- und
Eingliederungsmassnahmen einzutreten.
3.
3.1 Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente,
wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente. Ist eine versicherte Person während
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch zu durchschnittlich 40% arbeitsunfähig
gewesen, so entsteht ein Rentenanspruch (aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG). Für die
Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist gemäss aArt. 28 Abs. 2
IVG Art. 16 ATSG anwendbar. Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades
das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
3.2 Die Beschwerdegegnerin hat sich bei der Frage, ob berufliche Massnahmen
(damals noch nach altem Recht) in Frage kommen, auf die Beurteilung des MEDAS-
Gutachtens gestützt. Gemäss MEDAS-Gutachten vom 18. April 2007 leidet die
Beschwerdeführerin, die als Vollerwerbstätige zu betrachten ist, an einer
Persönlichkeitsstörung, einer somatoformen Schmerzstörung, einer
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Anpassungsstörung, episodischem schädlichen Alkoholgebrauch sowie an einem
intermittierenden lumbovertebralen Schmerzsyndrom. Die Beschwerdeführerin ist
hauptsächlich durch ihre psychischen Beschwerden in ihrer Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt. Die Gutachter haben ausgeführt, bis zum 29. März 2007 sei von einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Ab der Schlussbesprechung vom 30. März
2007 sei von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. In beruflicher Hinsicht
bedürfe die Beschwerdeführerin der Mithilfe der IV bei der Vermittlung einer geeigneten
Arbeit. Die Beschwerdeführerin werde aus eigenem Antrieb nichts suchen und finden;
laut Beurteilung der begutachtenden Psychiaterin sollte die Beschwerdeführerin ein gut
strukturiertes Umfeld haben. Hier bedürfe sie der Mithilfe der IV bei der Suche nach
einer geeigneten Arbeit (IV-act. 31-20/37). Das daraufhin eingeleitete
Eingliederungsgespräch fand unmittelbar einen Tag nach einem (weiteren) stationären
Aufenthalt in der Psychiatrischen Klinik Wil vom 26. Juni bis 3. Juli 2007 statt. Die
Beschwerdeführerin hatte in diesem Zeitpunkt verständlicherweise keine Motivation für
berufliche Eingliederungsmassnahmen gezeigt. Sie betrachtete sich vielmehr als 100%
arbeitsunfähig, was durch ihre behandelnde Psychiaterin bestätigt worden ist (IV-act.
38, 39 und 41). Das Eingliederungsverfahren ist danach im August 2007 abgeschlossen
worden, ohne dass weitere Massnahmen in die Wege geleitet worden wären, weil die
Beschwerdeführerin von ihrer behandelnden Ärztin als nicht arbeitsfähig beurteilt
worden ist und weil sich die Beschwerdeführerin selbst und ihr Umfeld sie nicht als
arbeitsfähig betrachtet haben (IV-act. 42).
3.3 Der später eingegangene Arztbericht der Psychiatrischen Klinik Wil vom
26. September 2007 hat den RAD in seiner Stellungnahme vom 11. Oktober 2007
bewogen, eine psychiatrische Verlaufsbegutachtung zur Prüfung einer allfälligen
Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes durchzuführen (IV-act. 44
und 45). Dr. D._ hat in ihrem Gutachten vom 14. Januar 2008 keine Verschlechterung
des Gesundheitszustandes im Vergleich zum Frühjahr 2007 (MEDAS-Begutachtung)
feststellen können und sowohl die Diagnosen wie die Arbeitsfähigkeit von 50%
bestätigt. Sie hat ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin trotz dem Vorliegen einer
gestörten Persönlichkeitsentwicklung jahrelang einer Arbeitstätigkeit nachgegangen sei
und diese Störung somit über Jahre habe kompensieren können. Deshalb müsse
davon ausgegangen werden, dass die Persönlichkeitsstörung eine andauernde
Arbeitsunfähigkeit nicht ausreichend begründe. Die übrigen psychiatrischen Diagnosen
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seien als reaktiv und durchaus behandelbar zu sehen und bedingten bei
entsprechender Behandlung und Ich-Stärkung keine dauerhafte vollständige
Arbeitsunfähigkeit. Für alle leichten und mittelschweren Tätigkeiten bestehe weiterhin
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit, weil bei entsprechender Motivation durchaus Ziele
verfolgt und erreicht werden könnten. Zur Eingliederungsfähigkeit hat sie angegeben,
wenn die Versicherte eine Chance auf Besserung ihres Zustandes sowie eine
Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit erreichen wolle, sei eine längerfristige stationäre
oder mindestens teilstationäre Behandlung mit einer konsequenten Arbeitstherapie
unumgänglich. Die bisherigen ambulanten Massnahmen hätten nicht ausgereicht und
böten vor allem nicht die notwendige Tagesstruktur. Angesichts des jungen Alters der
Beschwerdeführerin sowie des bisherigen ungünstigen Verlaufs mit Regression,
Passivität und mangelnder therapeutischer Compliance wäre eine solche Massnahme
notwendig und zumutbar. Die Umsetzung der medizinisch-theoretischen
Arbeitsfähigkeit beziehungsweise eine Steigerung der Leistungsfähigkeit wäre bei
konsequenter Durchführung durchaus möglich. Zwar fühle sich die Beschwerdeführerin
derzeit subjektiv völlig arbeitsunfähig und werde in dieser Haltung und Überzeugung
auch von ihrem Umfeld bestätigt, gerade auch deshalb wäre vermutlich einzig eine
Rehabilitation im Rahmen einer intensiven Behandlung notwendig (IV-act. 50-10/12).
Aus dem psychiatrischen Gutachten geht nachvollziehbar hervor, dass die
Beschwerdeführerin bei vorhandener Motivation durchaus Ziele anstreben kann,
weshalb auch bei den vorhandenen Beeinträchtigungen eine Arbeitsfähigkeit von 50%
zumutbar ist. Auf die schlüssige und sorgfältige Beurteilung der begutachtenden
Psychiaterin kann daher abgestellt werden. Aus den weiteren Ausführungen zur
beruflichen Eingliederung wird jedoch ersichtlich, dass diese
Arbeitsfähigkeitsschätzung weiterer Eingliederungsmassnahmen bedarf, damit sie
umgesetzt werden kann, und dass bei erfolgreicher Arbeitstherapie sogar eine höhere
Arbeitsfähigkeit resultieren könnte. Die psychischen Beschwerden erschweren nämlich
in ihrer Ausprägung eine eigenständige Eingliederung massiv. Daraus schliesst das
Gericht, dass die Arbeitsfähigkeit von 50% nicht ohne weitere Massnahmen im Sinn
einer Integration in den Arbeitsmarkt umgesetzt werden kann.
3.4 Doch anstatt erneut Eingliederungsmassnahmen zu prüfen, hat die
Beschwerdegegnerin nach Erhalt des Verlaufsgutachtens von Dr. D._ direkt die
Zusprache einer halben Rente in Aussicht gestellt (Vorbescheid vom 31. März 2008)
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und am 24. Juli 2008 entsprechend verfügt. Unterdessen ist jedoch am 1. Januar 2008
die 5. IV-Revision in Kraft getreten, die insbesondere bei psychischen Beschwerden
Integrationsmassnahmen vorsieht. Solche Massnahmen hat die Beschwerdegegnerin
bisher nicht geprüft, obwohl Dr. D._ auf die Unumgänglichkeit einer stationären oder
teilstationären Massnahme mit Arbeitstherapie hingewiesen hatte. Nach Art. 14a Abs. 1
IVG haben Versicherte, die seit mindestens sechs Monaten zu mindestens 50%
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) sind, Anspruch auf Integrationsmassnahmen zur
Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung, sofern dadurch die Voraussetzungen für
die Durchführung von Massnahmen beruflicher Art geschaffen werden können. Als
Integrationsmassnahmen gelten nach Abs. 2 gezielte, auf die berufliche Eingliederung
gerichtete Massnahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation und
Beschäftigungsmassnahmen. Gemäss der Botschaft des Bundesrats vom 22. Juni
2005 zur Änderung der IVG (5. Revision) sollen die Eingliederungsinstrumente
insbesondere für die Gruppe von psychisch kranken Personen durch die Schaffung von
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung verbessert
werden. Mit den Integrationsmassnahmen sollen dort, wo sich dies als notwendig
erweist, die Voraussetzungen für weitergehende Massnahmen beruflicher Art
geschaffen werden (BBl 2005 4523). Dr. D._ hat eine stationäre oder teilstationäre
Behandlung mit Arbeitstherapie als unumgänglich für eine Chance auf Besserung des
Zustandes sowie Steigerung der Leistungsfähigkeit betrachtet. Vor diesem Hintergrund
ist eine Eingliederung vor Rente dringend indiziert. Die Sache ist deshalb an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie solche Massnahmen eingehend prüft.
Sodann wird die Beschwerdegegnerin in Anwendung von BGE 120 V 190 für die Zeit
ab 1. Mai 2004 bis zum Beginn von Eingliederungsmassnahmen über eine Rente zu
befinden haben. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass nach übereinstimmender
Beurteilung der MEDAS-Ärzte sowie des RAD eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis
Ende März 2007 ausgewiesen ist (IV-act. 31 und 32).
4.
4.1 Im Sinn der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde gutzuheissen. Die
angefochtenen Verfügungen vom 24. Juli 2008 sind aufzuheben. Die Sache ist an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese im Sinn der Erwägungen weitere
Abklärungen vornimmt. So sind Integrations- und/oder berufliche Massnahmen zu
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prüfen und allenfalls unter Androhung der Schadenminderungspflicht (Art. 21 Abs. 4
ATSG) anzuordnen. Zudem ist über eine vorläufige Rente und nach Abschluss der
Massnahmen über den definitiven Rentenanspruch zu verfügen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt. Da sie gemäss Art. 3
Abs. 1 lit. b des st. gallischen Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über die
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (sGS 350.1) Teil der
Sozialversicherungsanstalt und damit Teil einer selbständigen öffentlich-rechtlichen
Anstalt ist, kommt Art. 95 Abs. 3 VRP (Befreiung von der Pflicht zur Übernahme
amtlicher Kosten) nicht zur Anwendung (vgl. Urs Peter Cavelti/Thomas Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., 2003, Rz 792). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb
die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht