Decision ID: a9db6933-243c-4529-ac28-bfddf18794e2
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1970,
wurde von ihrer letzten Arbeitgeberin
a
b
dem 29.
März 2007
mit einem Pensum von
90
%
als Küchen- und Servicehilfe
an
ge
stellt.
Nach
einer Vertragsänderung war die Versicherte
a
b dem 1.
Januar 2008
mit ihrem Ehemann zusammen
als
R
estaurantbetriebsleitende
tätig
(Urk.
12/13)
.
Die Arbeitgeberin
sprach am 3
1.
Januar
2008
die Kündigung des Arbeitsver
hält
nisses aus
,
worauf dieses
am
1
5.
April 2008
endete
(Urk.
12/1/
6.
12/1
4
/
2 und
12/40
).
Ab dem 11.
Juli 2008 richtete die
Unia
Ar
beitslosenkasse
der Versicher
ten
,
ausgehend von
einer
Arbeitsfähigkeit und ei
ner Vermittlungsfähigkeit von je 50
%
, Taggeldleistungen aus (
Urk.
12/6)
.
1.2
Am
2
1.
Januar 2009
meldete sich die Versicherte
bei der
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
12/1). Diese tätigte darauf erwerbliche
(
Urk.
12/7
, 12/8
und
12/13
-16
)
und medizinische
(
Urk.
12/9
und
12/11
)
Abklärungen.
Sie stellte mit Vorbescheid vom 3
0.
Novem
ber 2009 (richtig: 3
0.
Oktober 2009; vgl.
Urk.
7/20) die Abweisung des
Leis
tungs
begehrens
in Aussicht (
Urk.
12/19). Dagegen liess die Versicherte mit Eingabe
vom 3
0.
November 2009 Einwand erheben (Urk.
12/28),
worauf d
ie IV-Stelle
einen
weiteren Arztbericht
bei
zog (Urk.
12/31)
und
hernach
einen neuen Vorbe
scheid erliess, mit dem sie ab dem
1.
Juli 2009 eine halbe Invali
denrente und ab dem
1.
Dezember 2009 eine bis zum 3
1.
März 2010 befristete ganze Invali
den
rente in Aussicht stellte (
Urk.
12/45). Dagegen erhob
en
sowohl die
Zürich Ver
sicherungs-Gesellschaft AG
, die bis Ende September 2006 zuständig gewesene
Pensionskasse,
als
auch die Versicherte Einwand (
Urk.
12/47 und 12/48)
. Der
Erst
genannte
n wurde mit Schreiben vom
8.
November 2011 (
Urk.
12/49) und der
Letztgenannten mit Schreiben vom 1
6.
November 2011 (
Urk.
12/
50
) eine ein
ma
lige und nicht erstreckbare Nachfrist zum Einreichen einer ergänzenden
Ein
wand
begründung
gewährt.
Die Zürich Versicherungs-Gesellschaft liess sich
am
2.
Dezember 2011
vernehmen
(
Urk.
12/53)
, während
sich
die Rechtsvertreterin der Versicherten am
8.
Dezember 2011
für die Zusendung der Akten bedankte und
um Sistierung des Verfahrens bis zum Eingang eines Berichtes der behan
deln
den Ärztin,
Dr.
med.
Y._
,
Fachärztin FMH für Psy
chiatrie und Psychotherapie,
ersuchte
(
Urk.
12/54). Der betreffende Arztbericht
vom
8.
Dezember 201
1
ging am 1
2.
Dezember 201
1
ein
(
Urk.
12/55
; vgl. das
Akten
verzeichnis
)
.
Die IV-Stelle hielt am
5.
Januar 2012 in einer Aktennotiz fest
, dass sie den Fall bis z
um 16.
Januar 2012 terminiere (Urk. 12/54)
,
und
gab
glei
chentags
bei
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
ein psy
chiatrisches Gutachten in Auftrag (
Urk.
12/56 und 12/57)
.
In der Folge trafen
am 1
2.
Januar 2012
die ergänzende Stellungnahme der Rechtsvertreterin der V
ersicherten vom 10.
Januar 2012 (
Urk.
12/59) und ein Bericht von Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Ps
y
chotherapie, vom 2
3.
Dezember 2011 (
Urk.
12/58) bei der IV-Stelle ein
(vgl. das
Aktenverzeich
nis
)
.
Das Gutachten von
Dr.
Z._
wurde am 12.
Okto
ber 2012 er
stattet
(
Urk.
12/63) und auf Ersuchen de
r IV-Stelle (Urk.
12/64
) am 20.
Oktober 2012 ergänzt
(Urk.
12/
65
)
.
Diese
stellte mit Vor
be
scheid vom 13.
August 2013 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aus
sicht (Urk.
12/77).
Dagegen liess d
ie Versicherte
am 12.
September
201
3 Einwand
erhe
ben (Urk.
12/79)
,
der
mit Schreiben vom
29. Oktober 2013
(Ur
k.
12/88) und
vom
1
2.
November 2013 (
Urk.
12/88)
ergänzend begründet
wurd
e.
Überdies
liess
die Ve
r
sicherte
einen
weiteren
Arztbericht
vom 1.
November 2013
(Urk.
12/89)
ein
reichen
.
M
it Verfü
gung vom 19.
November
2013
verneinte die IV-Stelle
einen
Ren
ten
anspruch (
Urk.
2 =
12/92).
2.
Gegen die Verfügung vom 1
9.
November 2013 liess die Versicherte mit Eingabe vom 2
7.
Dezember 2013 (
Urk.
1) Beschwerde erheben. Ihre Rechtsvertreterin be
an
tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei der Beschwer
deführerin mit Wirkung ab Juli 2009 eine halbe
,
ab Juni 2011 eine ganze und hernach ab Oktober 2013 erneut eine halbe Invalidenrente zuzusprechen; unter Kos
ten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1 S.
2).
Ferner ersuchte sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (
Urk.
1 S. 2).
Mit einer ergänzenden Eingabe vom
7.
Januar 2014 (
Urk.
4) reichte sie weitere Unterlagen ein (
Urk.
5
/1-3
). Die IV-Stelle schloss am
7.
Februar 2014 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
11). Davon wurde der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 2
1.
Februar 2014 Kenntnis gegeben, mit welcher ihr auch die unentgeltliche Prozessführung bewilligt wurde (
Urk.
13).
Am
8.
Januar 2015 wurde die
Axa
Winterthur zum Prozess beigela
den (
Urk.
15). Mit Schreiben vom
3
0.
Januar 2015
(
Urk.
16)
teilte die
Axa
Stif
tung Berufliche Vorsorge, Winter
thur,
mit, dass die Beschwerdeführerin nicht bei der
Axa
Winterthur, sondern bei ihr
versichert gewesen sei
,
und ersuchte um eine entsprechende
Rubrumsänderung
.
Überdies beantragte sie die Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom 2.
Febru
ar 2015 wurde den Parteien Gele
genheit zum Einreichen einer schrift
lichen Stellungnahme eingeräumt (Urk. 18). Während die
Beschwerdegeg
nerin
am
23.
Februar 2015 darauf verzichtete (
Urk.
21), liess sich die Beschwer
deführerin
mit einer Eingabe vom 1
2.
März 2015 (
Urk.
22)
vernehmen
und reichte einen wei
teren Arztbericht vom
6.
Februar 2015 ein (
Urk.
23)
. Davon wurde den Ver
fahrensbeteiligten mit Schreiben vom 1
6.
März 2015 Kenntnis gegeben (Urk. 24).
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften und die neu eingereich
ten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
ei
nträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7 Abs. 2
ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
van
t gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung
einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
sche
n Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden
kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versi
cherten Per
son
sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbei
tsunfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei,
das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
gemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass da
s Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
ba
ren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches ge
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Be
rich
ten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wür
di
gen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf
allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berück
sich
tigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei
lung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen be
gründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder
die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
In der angefochtenen Verfügung zog die Beschwerdegegnerin
in Betracht, dass die
ärztlich attestierte ganze beziehungsweise teilweise Arbeitsunfähigkeit für
diverse
Zeiträume nicht nachvollziehbar sei, da die Beschwerdeführerin
in den
sel
ben zum Teil auch arbeitstätig gewesen
sei oder
Arbeits
losen
versicherungs
leistungen
bezogen habe
.
Das Wartejahr sei erst Ende Januar 2012 erfüllt ge
wesen, so dass ein allfälliger Rentenanspruch frühestens per
1.
Februar 2012 hätte
entstehen können.
G
estützt
auf das Gutachten von
Dr.
Z._
sei
ab dem
1.
März 2012
von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit für jegliche Tätig
keiten auszugehen
.
Die Beschwerdeführerin habe ihre
letzte Anstellung aus
in
validitätsfremden
Gründen verloren,
weshalb die für den Einkommensvergleich massgeblichen
Validen-
und
Invalideneinkommen anhand d
es gleichen
Tabel
lenlohnes
aus dem Hilfsarbeitersektor zu ermitteln
wären
. Es könne daher auf
einen Einkommensvergleich verzichtet und direkt
von einem
Invaliditätsgrad von
30
%
ausgegangen werden, welcher keinen Rentenanspruch zu begründen ver
mö
ge
(
Urk.
2).
Demgegenüber lässt die Beschwerdeführerin den Standpunkt vertreten, dass das Wartejahr bereits im Juli 2009 erfüllt gewesen sei. Angesichts des Umstandes, dass die Arbeitslosenversicherung im Falle einer versicherten Person, die bei der Invalidenversicherung angemeldet sei und welche offensichtlich nicht
vermitt
lungsunfähig
sei, Vorleistungen auf das ganze Taggeld zu erbringen habe (
Art.
15
Abs.
2 des
Bundesgesetzes über die obligatorische
A
rbeitslosenver
siche
rung
und die Insolvenzentschädigung
,
AVIG), könne aus der Höhe der bezoge
nen
Tag
gelder nicht auf de
n Grad der tatsächlich bestehenden
Arbeitsunfähigkeit ge
schlossen werden. Ferner sei zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin mit
Ausnahme eines Monats stets nur Taggelder für einen Vermittlungsgrad von
50
%
bezogen habe. Auf das Gutachten von
Dr.
Z._
könne mang
els
Beweistauglichkeit nicht abgestellt wer
den, da in demselben der Bericht
des behandelnden Psychiaters,
Dr.
A._
, vom 2
3.
Dezember 2011 nicht aufge
führt
und
berücksichtigt
sei.
Vielmehr seien die Berichte der behandelnden Ärzte mass
gebend
und der Beschwerdeführerin ent
sprechend der darin attestierten Arbeits
unfähigkeiten
ab Juli 2009 Rentenleis
tungen zuzusprechen
(
Urk.
1)
.
Es ist folglich strittig und aufgrund der Anmeldung vom 2
1.
Januar 2009 (Urk. 12/1)
zu prüfen, ob und in welchem Umfang die Beschwerdeführerin ab Juli 2009 Anspruch auf eine Invalidenrente hat (
Art.
29
Abs.
1 IVG).
3.
3.1
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH für Innere Medizin und Allgemeinmedi
zin,
attestierte der Beschwerdefüh
rerin vom 2
8.
Februar bis zum 1
0.
Juli 2008 eine
100%ige und ab dem 1
1.
Juli 2008 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
12/6/3 f
.
und 12/11
).
Er mass
einer
depressiven Symptomatik und
Über
lastungssituation
Auswirkung
en
auf die Arbeitsfähigkeit zu
und stell
t
e aus so
matischer Sicht keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit fest
. Zur zunehmen
den depressiven Ent
wick
lung sei es aufgrund von Problemen mit dem Arbeitge
ber und dem
Migrations
status
gekommen. Die Beschwerdeführerin nehme re
gelmässige psychologische Betreuung im
C._
in An
spruch (
Urk.
12/11/7).
3.2
Der Bericht des
C._
vom 1
7.
März 2009 (
Urk.
12/9/11 ff.)
führt die folgenden Diagnosen auf
:
-
Rezidivierende depressive Störung (ICD-10: F
33.1) seit 1995, gegenwärtig mittelgradige Episode
-
Status nach posttraumatischer Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) seit 1995
-
Andauernde Persönlichkeitsstörung nach Extrembelastung seit 2006.
Seit dem
3
0.
Juni 2006
werde
die Beschwerdeführerin im
C._
ambulant
behandelt
. Aufgrund der depressiven Grunderkrankung sei es immer wieder zu längeren Arbeitsausfällen mit 50
-
bis 100%iger Arbeitsun
fä
higkeit gekommen. Nach einer 100%igen Arbeitstätigkeit von März 2007 bis
Februar 2008 sei es im Februar 2008 erneut zu einer depressiven Dekompen
sa
ti
on mit Erschöpfungsgefühlen, Suizidgedanken und Antriebslosigkeit gekom
men.
Vom
2
8.
Februar bis zum 11.
Juli 2008 habe die Arbeitsunfähigkeit 100
%
be
tragen, danach bis auf
W
eiteres 50
%
.
Aufgrund des
chronifizierten
Zustands
bildes
sei mittel- und langfristig nicht mit einer Erhöhung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen. Auch mit guten Bewältigungsstrategien sei es der Beschwerdefüh
rerin wegen der reduzierten Belastbarkeit und der geringen Stresstoleranz nicht
mehr möglich, einer 100%igen Arbeitstätigkeit im Gastgewerbe nachzugehen. Eine
Arbeitstätigkeit über 50
%
würde das Risiko einer starken Verschlechte
rung des psychischen Befindens mit sich tragen.
Zur Krankheitsentwicklung wurde festgehalten, dass sich der Ehemann der Be
schwerdeführerin im März 1994 der
D._
für eine Zusammenar
beit
zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität im Drogenhandel zur Ver
fügung gestellt habe, welche 17 Monate gedauert habe. Da seine Identität nicht habe geheim gehalten werden können, seien er und seine Familie in Lebensge
fahr ge
raten und hätten aus Sicherheitsgründen wiederholt umziehen müssen. Auf
grund
der existenziellen Bedrohung seien in dieser Zeit erstmals depressive Symptome
bei der Beschwerdeführerin aufgetreten mit Schuldgefühlen, Nieder
geschlagen
heit und Suizidgedanken. Während dieser Zeit habe die Beschwer
deführerin oft unter Alpträumen gelitten und im fünften
Schwangerschaftsmo
nat
ihr
Kind ver
loren. Sie sei bald darauf wieder schwanger geworden und habe ihre jüngste Tochter
geboren. Die Familie sei nach
E._
umgezogen, wo sie während sieben Jahren wohnhaft geblieben sei und sich gut habe integrieren können. Die Be
schwerdeführerin und ihr Ehemann hätten im Gastgewerbe gear
beitet. Im Jahr 2003 habe sie einen Suizidversuch durch Tablettenintoxikation verübt, nachdem
sie wegen ihres Aufenthaltsstatus kein Visum
erhalten habe, um ihren
todkran
ken
Vater
zu besuchen
.
Während des anschliessenden
Spital
aufenthaltes
in
E._
sei erstmals eine rezidivierende depressive Störung diag
nostiziert worden. Die Familie
sei im Jahr 2004 in den Kanton Zürich umgezo
gen, was sich auf die Beschwerdeführerin eher destabilisierend ausgewirkt habe, da sie sich aufgrund der Traumatisierung in der Umgebung von
F._
nach wie vor unsicher fühle.
In
einem Verlaufsb
ericht des
C._
vom 1
3.
April 2010
(
Urk.
12/31) wurde
vermerkt
, dass die ambulante Behandlung am 2. Dezember 2009 beendet worden sei.
Vom 1
7.
März bis zum
2.
Dezember 2009 habe die Beschwerdeführerin ein fluktuierendes depressives Zustandsbild aufgewiesen, das sich
oft infolge von psychosozialen Belastungen entwickelt habe.
Sie sei bis August
2009 zu 50
%
und vom
1.
September bis zum 30. November 2009 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen.
Ab
Anfang Dezember 2009
habe sie sich
wieder in der Lage
ge
fühl
t
, arbeiten zu
gehen
,
und sich in der Folge beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
angemeldet. Auch habe sie
zu diesem Zeitpunkt
ein psychopathologi
sches
Zustands
bild
aufgewiesen, das symptomarm gewesen sei. Aufgrund des
chroni
fi
zierten
Zustandsbildes sei
aber
grundsätzlich immer wieder mit depres
siven Pha
sen zu rechnen
,
und dies führe zur Herabsetzung der Arbeitsfähigkeit. Bei Beendigung der Behandlung im
C._
beziehungs
weise vom
1.
Dezember 2009 an
sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsfä
hig ge
wesen. Aktuell befinde
sie
sich
bei
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
, in Behandlung
.
3.3
Dem Bericht von
Dr.
A._
vom 2
3.
Dezember 2011 (
Urk.
12/58) zufolge behan
delte er die Beschwerdeführerin vom 1
1.
Januar 2010 bis zum 1
7.
Februar 201
1.
Die psychotherapeutische Behandlung sei an
lic
. phil.
G._
dele
giert ge
wesen.
Während der Behandlung habe er eine mittelschwere depressive Episode (ICD-10: F32.1) und eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10: F62.0) diagnostiziert. Er gehe davon aus, dass die Arbeitsfähigkeit im Rahmen der andauernden Persönlichkeitsänderung seit 2006 kontinuierlich nur
50
%
betragen habe. Dies sei auch der Grad der Arbeitsfähigkeit in der Zeit vom 1
1.
Januar 2010 bis zum 1
7.
Februar 2011 gewesen.
3.4
Aus dem Bericht von
Dr.
med.
Y._
, Fachärztin FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie, vom
8.
Dezember 2011 (
Urk.
12/55) geht her
vor,
dass sie die Beschwerdeführerin ab dem 1
4.
Februar 2011 ambulant behan
del
te. Sie stellte die folgenden Diagnosen:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig ausgeprägt, mit somatischen Symptomen (ICD-10: F33.11)
-
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10: F43.21)
-
Schwere psychosoziale Belastungssituation mit sozialer Zurückweisung und Ablehnung (
ICD-10:
Z60.4), Zielscheibe feindlicher Diskriminierung und Verfolgung (
ICD10:
Z60.5).
Es hätten wöchentliche Konsultationen mit systemisch-analytischem und sozial
psychiatrischem Ansatz stattgefunden. Die medikamentöse Behandlung mit
Remeron
habe nur eine leichte Verbesserung der depressiven Symptomatik be
wirkt. Erschwerend seien körperliche Begleitsymptome wie
Muskelverspannun
gen
,
Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden hinzugekommen.
Es sei von einer langjährigen depressiven Entwicklung im Rahmen einer
An
pass
ungsstörung
und massiv schwerer Lebenssituation auszugehen. Eine Besse
rung der Symptomatik sei wegen der
Chronifizierung
nur im begrenzten Rahmen
zu erwarten.
Die Aufnahme einer behinderungsangepassten Tätigkeit in einem
Ausmass von 20
%
sei möglich. Seit Beginn der Behandlung sei die Beschwer
de
führerin zu 80
%
arbeitsunfähig.
3.5
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho
the
rapie, untersuchte die Beschwerdeführerin am
1.
März 201
2.
Er hielt in seinem
G
utachten vom 1
2.
Oktober 2012 (
Urk.
12/63/5 ff.)
als
Diagnose
mit Auswir
kun
g auf die Arbeitsfähigkeit Angst und depressive Störungen gemischt (ICD-10:
F41.2), spätestens seit 2011
, fest (
Urk.
12/63/25)
.
Ferner ver
merkte er akzentu
ierte
Persönlichkeitszüge mit narzisstisch-
histrionischen
An
teilen (ICD-10: Z73.1), welchen kein Krankheitswert und damit auch kein nega
tiver Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit zukomme. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sei auch
die rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert.
Die
von
Dr.
Y._
gestellte
Diagnose einer Anpassungsstörung usw
.
sei
prinzipiell
nicht er
for
derlich, da eine genuine depressive Störung pos
tuliert werde, rezidivierend, ge
genwärtig mittelgradig ausgeprägt usw., und zum anderen das Zeitfenster von zwei Jahren für die Anpassungsstörung längst überschritten sei.
Aktuell sei die Beschwerdeführerin maximal zu 30
%
arbeitsunfähig. Der erheb
li
che Einfluss der psychosozialen Faktoren, es seien dies vor allem die un
ge
klärte berufliche Situation und der ungeklärte Aufenthaltsstatus, beeinträch
tig
ten
die Realisierung der doch
ansehlichen
Restarbeitsfähigkeit von 70
%
. Diese An
gaben beträfen die zuletzt ausgeübten Tätigkeiten als Küchenhilfe und auch die Anforderungen an eine Tätigkeit als
Coi
ffeuse
ab dem Zeitpunkt der Begut
ach
tung.
Aus den Vorberichten lasse sich retrospektiv schliessen, dass eine rezidivierende depressive Störung durchaus vorhanden sei.
Es sei
allgemeiner klinischer Kon
sens, dass leichte bi
s
mittelgradige depressive Episoden, auch wen
n
sie wieder
holt auftr
ät
en (und eine Major Depr
e
ssion sei nirgendwo beschrie
ben worden),
nicht zu einer
höh
ergradigen
und länger anhaltenden Arbeit
s
unfä
h
igkeit führ
ten
, wie das zuletzt im Bericht von
Dr.
Y._
postuliert worden sei.
Er könne
und wolle aber nicht retrospektiv die von
Dr.
Y._
attestierte Minde
rung
der Arbeitsfähigkeit um 80
%
problematisieren.
Freilich gestatte e
ine mittel
gra
dige depressive Episode, selbst im Rahme
n
einer rezidivierenden de
pressiven Stö
rung und mit somatischem Syndrom, und das sei allgemeiner Konsens, nicht die Begründung einer so lange anhaltenden und hohen Arbeits
fähigkeit. Es sei aber durchaus denkbar, dass zwischenzeitlich die depressive Klinik, dann aller
dings nur vorübergehend, doch eine
höhergradige
Arbeitsun
fähigkeit von 80
%
und sogar m
ehr zur Folge gehabt habe
. Aus diesem Grunde wolle er die Beur
tei
lung
von
Dr.
Y._
nicht in Frage stellen.
Es sei nicht möglich,
rekon
struierend und retrospektiv die Verlässlichkeit der Diagnosen in den Vor
be
richten
und die daraus abgeleitete Minderung der Arbeitsfähigkeit zu evaluie
ren.
Er nehme
deshalb als Bezugssystem für den Beginn einer 70%igen Arbeits
fähig
keit aus rein psychiatrischer Sicht für Tätigkeiten wie die zuletzt ausgeüb
ten
und vergleichbare den Zeitpunkt der Begutachtung. Durch eine
geeignete Be
hand
lung könne die Arbeitsfähigkeit
auch noch weiter verb
essert und im Ideal
fall auf 100
% angehoben werden (
Urk.
12/63/28 f.).
Die IV-Stelle ersuchte
Dr.
Z._
in der Folge darum, den Verlauf der Arbeitsfähigkeit ab Juni 2006 lückenlos zu dokumentieren. Insbesondere for
derte sie ihn dazu auf
zu erklären, weshalb er die gestellte Diagnose einer mit
telgradigen depressiven Episode mit somatische
m
Syndrom als keinen lang
an
haltenden Zustand bezeichne, der eine dauerhafte Arbeits
unfähigkeit zu be
grün
den vermöchte
, aber dennoch
die attestierte 80%ige Arbeitsunfähigkeit akzep
tiere (
Urk.
12/64).
In seiner Gutachtensergänzung vom 2
0.
Oktober 2012 vertrat
Dr.
Z._
erneut den Standpunkt, dass ihm die retrospektive Beurteilung der Ar
beits
fähigkeit nicht
möglich sei, zumal für gewisse Zeiträume keine fachärzt
li
chen Berichte vorhanden seien. Er habe bezüglich der Einschätzung durch die
be
han
delnde Psychiaterin
Dr.
Y._
(80%ige Arbeitsunfähigkeit vom 1
4.
Febru
ar bis zum
8.
Dezember 2011) Bedenken angemeldet, weil eine mittel
gradige depressive Episode im Allgemeinen (dies sei klinische Erfahrung und heut
e Konsens) nicht eine so lange anhaltende Arbeitsunfähigkeit begründe.
Mehr stehe ihm nicht zu, zum
al er auch nicht stringent aus
schliessen könne, dass im fraglichen Zeitraum eine schwere Symptomatik aufgetreten sei, welche eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit zur Folge gehabt habe. Mangels geeigneter zu
verlässiger Informationen könne er die durch
Dr.
Y._
formulierte Ar
beitsunfähigkeit zwar bezweifeln (was er getan habe), aber nicht widerlegen, wes
halb
er sich konsequenterweise eines
Urteil
s
enthalten habe.
3.6
Am
1.
November 2013 hielt
Dr.
A._
fest, dass er die Behandlung am 1
3.
Juni 2013
wieder aufgenommen habe. Er diagnostizierte eine mittelschwere depres
sive Episode (ICD-10: F32.1) und eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach
Extrembelastung (ICD-10: F62.0), differentialdiagnostisch eine störende
Per
sön
lichkeitsänderung
(ICD-10: F61.1). In der angestammten Tätigkeit sei die Be
schwer
deführerin zu 100
%
und in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 50
%
arbeitsunfähig.
3.7
Aus dem im Beschwerdeverfahren neu eingereichten Bericht von
Dr.
A._
vom
6.
Februar 2015 (
Urk.
23) geht hervor, dass dieser im Rahmen einer nochmali
gen
Überprüfung der psychiatrischen Diagnose ne
u
eine posttraumatische
Be
las
tungs
störung
(ICD-10: F43.1) diagnostizierte. Mit der Verbesserung der sozi
alen Um
stände der Beschwerdeführerin (gewisse Verbesserung der finanziellen Situation,
verbesserte Wohnsituation, selbständig Werden mindestens der bei
den älteren Kinder)
habe sie nun genügend Ressourcen mobilisieren können, um sich der Symp
tomatik der posttraumatischen Belastungsstörung zu stellen. Da
bei sei die
Prognose ungewiss, da durch die Jahrzehnte andauernde Symptoma
tik eine
Chr
oni
fizierung
eingetreten sei, welche die Aussicht auf eine erfolgrei
che Behand
lung schmälere. Eine erneute Überprüfung der Arbeitsfähigkeit sei angezeigt.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin hat zur Ermittlung des medizinischen Sachverhaltes auf das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Z._
abgestellt. Dagegen
lässt die Beschwerdeführerin einwenden, das Gutachten sei nicht
beweistaug
lich
,
da es
nicht sämtliche medizinischen
Vorakten
berücksichtige. Der Bericht de
s be
handelnden Psychiaters
Dr.
A._
vom 2
3.
Dezember
2011
sei nicht auf
ge
führt. In Folge dessen habe sich der Gutachter denn auch nicht
mit
der von diesem
gestellten Diagnose einer Persönlichkeitsänderung nach
Extrembe
las
tung
ge
mäss ICD-10
:
F.62.0 auseinandergesetzt
(
Urk.
1 S. 5
, 7
und
8
).
4.2
Der fragliche
Bericht
von
Dr.
A._
wurde
nach
der
Auftragserteilung an den Gut
achter
vom
5.
Januar 2012
(
Urk.
12/57)
und innert der erstreckten Frist zu
r
Einwandergänzung
eingereicht (
vgl.
Urk.
12/50, 12/54
und 12/58
sowie das
Akten
verzeichnis
;
Art.
38
Abs.
4
lit
. c ATSG
i.V.m
.
Art.
1
Abs.
1 IVG
)
.
Den Akte
n ist nicht zu entnehmen, dass er dem Gutachter zur Kenntnis gegeben wurde
.
D
iesem
war
die Diagnose einer Persönlichkeitsänderung nach
Extrem
be
lastung
jedoch
bereits aufgrund des
Berichtes des
C._
vom
1
7.
März 2009 (Urk. 1
2/
9/11
) bekannt (
Urk.
1 S.
7). Er hat
dies
ausdrück
lich in seinem Gutachten
festgehalten
(
Urk.
12/63/10
).
Darin hat er insbe
son
dere
auch die Biografie der Beschwerdeführerin ausführlich und detailliert be
schrieben
(Urk.
12/63/15)
.
Namentlich hat er den Umstand, dass der Ehemann der Be
schwerdeführerin
als verdeckter Ermittler die Polizei
unterstützte, worauf die ganze Familie in ihrer Sicherheit bedroht und zu
mehr als 20
Umzügen ge
zwungen war, berücksichtigt. Ebenso hat er die Tatsache in seine Würdigung mit
einbezogen, dass die Beschwerdeführerin im selben Zeitraum im fünften
Schwan
g
erschaftsmonat
ihr Kind verlor.
Anschliessend hat er
nach einer per
sön
lichen Untersuchung
nachvollziehbar und einleuchtend begründet, weshalb
er sich zu den in der Vergangenheit gestellten Diagnosen nicht äussern könne bezieh
ungs
weise wolle und weshalb
er
aktuell lediglich
Angst und depressive Störungen gemischt (ICD-10: F41.2) und akzentuierte Persönlichkeitszüge mit narzisstisch-
histrionischen
Anteilen (
ICD-10:
Z73.1)
diagnostiziere
, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirk
ten
.
Dabei hat er
auch
die von der Beschwer
deführerin
g
eklagten
Beschwerden
angemessen berücksichtigt.
Das Gutachten erfüllt folg
lich
die von der Rechtspre
chung statuierten Anforderungen
(BGE
134 V 231 E.
5.1; 125 V 351 E.
3a
)
, zumal
d
essen Inhalt nicht
ansatzweise
im Widerspruch zum Bericht von
Dr.
A._
vom 2
3.
Dezember 2011
steht
, der sich
lediglich zum
Zeitraum
vom
1
1.
Januar 2010 bis
zum 1
7.
Februar 2011
äussert (
Urk.
12/58).
4.3
Aufgrund des Gutachtens von
Dr.
Z._
steht somit fest, dass die Beschwerdeführerin ab dem
1.
März 2012 aus psychiatrischer Sicht für Tätig
keiten wie die zuletzt ausgeübten
zu 70
%
arbeitsfähig war
.
4.4
Der Bericht von
Dr.
A._
vom
1.
November 2013 betreffend die
Wiederauf
nahme der Behandlung
ab dem 13. Juni 2013
(
Urk.
12/89) enthält keine neuen Befunde. Es geht auch sonst nichts daraus hervor, weswegen das Gutachten von
Dr.
Z._
in Frage zu stellen wäre oder weitere Abklärungen gebo
ten sein könnten (vgl. das Urteil des Bundesgerichts 9C_593/2011 E. 4.2 mit Hinweis auf das Urteil 9C_210/2010 E. 2.3).
4.5
Der im Beschwerdeverfahren eingereichte Bericht von
Dr.
A._
vom 6. Februar 2015
(
Urk.
23)
thematisiert eine am 2
3.
Januar 2015 neu diagnostizierte post
traumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1)
.
Diese sei
auf zwei Traumata zurückzuführen, welche die Beschwerdeführerin in ihrer
Adoleszenz
(Vergewal
tigung)
und
in der Schweiz (Verlust des Kindes im 5. Schwangerschaftsmonat) erlitten habe
.
Aus
den
betreffenden Ausführungen ergeben sich keine neuen Er
kenntnisse hinsichtlich des bis
zum Erlass der
angefochtenen Verfügung vom 19.
November 2013 massgeblichen Sachverhalt
s.
Die neu diagnostizierte
post
trau
matische Belastungsstörung an sich
wäre auch
nicht generell als invalidi
sierend zu betrachten
. Vielmehr hätte
der Psychiater darzulegen, inwiefern ihre Auswirkungen trotz geeigneter Behandlung nicht durch zumutbare
Willensan
strengung
überwindbar sind. Dabei
wären
die für die Überwindbarkeit von
pathogenetisch
-ätiologisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nach
weisbare organische Grundlage aufgestellten Kriterien
zu beachten
(vgl. die Urteile des Bundesgerichts 8C_483/2012 vom
4.
Dezember
2012
E.
4.2 und 9C_671/201
2 vom 15.
November
2012 E.
4.3; vgl. ferner BGE 136 V 279 und 130 V 352).
Entsprechende Darlegungen sind dem Bericht nicht zu entnehmen. Die Beschwerdeführerin kann folglich nichts zu ihren Gunsten daraus ableiten.
Es bleibt ihr aber unbenommen, eine nach dem 1
9.
November 2013 eingetretene Verschlechterung ihrer gesundheitlichen Situation bei der Beschwerdegegnerin geltend zu machen.
4.6
Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin als im Gesundheitsfall zu 100
%
erwerbstätig qualifiziert und auf einen Einkommensvergleich verzich
tet, da sowohl das Validen- als auch da
s Invalideneinkommen anhand des
selben Tabellenlohnes zu ermitteln gewesen wären, nachdem das letzte
Anstellungs
ver
hältnis
aus invaliditätsfremden Gründen beendet worden war
(
Urk.
2; vgl.
Urk.
12/14 und 12/15)
. Zu Recht hat die Beschwerdeführerin dieses Vorgehen nicht in Frage gestellt. Dementsprechend hat die Beschwerdegegnerin ausge
hend von einer Arbeitsfähigkeit von 70
%
korrekt einen Invaliditätsgrad von 30 % ermittelt
, welcher keinen Rentenanspruch zu begründen vermag
.
Soweit
von einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit im März 2012 auszugehen
wäre
,
wäre
diese in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Un
terbrechung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (
Art.
88a
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV). Als Zwischenergebnis ist folglich festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin ab
dem
1.
Juli 2012 zu Recht einen Rentenanspruch verneint hat.
5.
5.1
Es bleibt zu prüfen, ob
die Beschwerdeführerin
ab
dem
1.
Juli 2009 bis Ende Juni
2012
Anspruch auf eine Invalidenrente hatte
. Für den frühestens mögli
chen Ren
tenbeginn ab
1.
Juli 2009 muss die einjährig
e Wartezeit am 1.
Juli 2008 als eröff
net gelten, das heisst eine mindestens 20%ige Arbeitsfähigkeit bestehen
(vgl. das Kreisschreiben über Invalidität und Hilflosigkeit in der Inva
liden
versi
che
rung, KSIH,
Rz
2010)
, und die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit
während der einjährigen Wartezeit mindestens 40
%
betragen
haben
(
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG)
.
Daraus folgt, dass
zur Beurteilung des noch strittigen Zeit
raumes
die medizinischen Verhältnisse zwischen
dem
1.
Juli 2008
und
dem
1.
März
2012
(vgl. Art. 88a
Abs.
1 IVV)
massgebend sind
.
Der
Gu
tacht
er
Dr.
Z._
vermochte sich
für die fragliche Periode
weder
hinsichtlich der
Diagnosen noch
bezüglich des
Umfang
s
der Arbeitsfähigkeit fest
zulegen
.
5.2
Mit Bezug auf die
den relevanten Zeitraum betreffenden
Arztberichte ist vorab als Erfahrungstatsache zu berücksichtigen, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5 und 125 V 351 E. 3b/cc).
Auch hat die Beschwerdegegnerin richtig erkannt, dass die Beschwerdeführerin von Juli 2008 bis Januar 2010 Arbeitslosenentschädigung bezog
(
Urk.
12/6 und 12/40/1)
. Diese Umstände allein stehen einem Abstellen
auf die vorhandenen medizinischen Unterlagen jedoch nicht entgegen, zumal
der
Bezug von Taggeldern keine Rückschlüsse auf die Arbeitsfähigkeit bezie
hungs
weise auf die Qualität eines Arztberichtes erlaubt.
In diesem Zusammen
hang ist zu bemerken, dass eine bei der Invalidenversicherung zum
Leistungs
bezug
an
ge
meldete, ganz arbeitslose, aber aus gesundheitlichen Gründen nur teilzeitlich arbeitsfähige Person, die bereit ist, im Umfang der ärztlich attestier
ten Arbeits
fähigkeit eine Stelle anzunehmen, aufgrund der Vorleistungspflicht der Arbeits
losen
versicherung Anspruch auf eine volle
Arbeitslosenentschädi
gung
hat (BGE 136 V 95).
5.
3
Sämtliche Berichte
thematisieren
(unter anderem) eine depressive Symptomatik
.
Die
vom
C._
sowie von
Dr.
Y._
gestellte Diag
nose einer rezidivierenden depressiven Störung erscheint
aufgrund der Akten
lage als
nachvollziehbar.
Sie wurde denn auch von Dr.
Z._
be
stätigt.
Bei einer rezidivierenden depressiven Störung handelt es sich
aber
um
keinen
psychischen Gesundheitszustand, der eine Arbeitsunfähigkeit dauerhaft zu
begründen vermag (Urteil des Bundesgerichts 9C_50
6/2014 vom 10.
November 2014 E.
4.2).
Aus den Berichten des
C._
ergibt sich lediglich, dass die Beschwerdeführerin am 1
7.
März 2009 an einer mittelgradigen depressiven
Episode litt und am
2.
Dezember 2009 symptomarm bzw. 100
%
arbeitsfähig war
.
Dazwischen sei das depressive Zustandsbild fluktuierend gewesen.
Leichte bis höchstens mittelschwere psychische Störungen depressiver Natur
gelten als therapeutisch
angehbar
und rechtsprechungsgemäss in der Regel nicht
als invalidisierender Gesundheitsschaden (vgl. die Urteile des Bundesge
richts 9C_917/2012 vom 1
4.
August 2013 E.
3.2, 9C_415/2012 vom 1
0.
August 2012 E.
3.2.2 und 8C_369/2011 vom
9.
August 2011 E. 4.3.2, je mit Hinweisen).
Auf
grund der vom
1.
September bis zum 30. November 2009 attestierten 100%igen Arbeitsunfähigkeit und der erwähnten wechselhaften Symptomatik
kann
jedoch
nicht
aus
ge
schl
o
ssen
werden
, dass die Beschwerdeführerin wäh
rend einer ge
wissen Zeit an einer depressiven Störung von
invaliditätsrelevan
tem
Ausmass litt.
Dies wäre mit einer entsprechenden Nachfrage zu klären ge
wesen.
Soweit die attestierte Arbeitsunfähigkeit auf die ebenfalls zur Diskussion ste
h
ende
posttraumatische Belastungsstörung
beziehungsweise
andauernde
Per
sön
lich
keits
änderung
nach Extrembelastung
zurückzuführen ist
,
gilt es zu be
achten, dass diese nach
den
selben
rechtlichen Kriterien zu beurteilen
sind
, die für
somatoforme
Schmerzstörungen und ähnliche Leiden gelten (vgl. E. 4.5 hiervor und
das
Urteil des Bundesgerichts 9C_55/2010 vom
8.
Oktober 2010
E.
2.3 mit Hinweisen).
Da die Berichte des
C._
nicht die für die Prüfung erforderlichen Angaben enthalten, erweisen sie sich als
er
gänzungs
bedürftig
.
Beiden ist
darüber hinaus
auch nicht ansatzweise zu ent
nehmen, ob und in welchem Umfang die Beschwerdeführerin einer
leidensange
passten
Tätig
keit nachgehen könnte.
Die fehlenden Informationen
hätten einge
holt werden müssen.
5
.
4
Für die Zeit vom
1
1.
Januar 2010 bis zum 1
7.
Februar 2011
begründet Dr.
A._
die 50%ige Arbeitsunfähigkeit mit der von ihm damals diagnosti
zierten
an
dau
ern
den Persönlichkeitsänderung
nach Extrembelastung. Mit der fraglichen Diag
nose alleine lässt sich ein invaliditätsrelevanter
Gesundheits
schaden
jedoch weder
bejahen noch verneinen (vgl. E.
5.3 hiervor). Es wäre da
her angezeigt ge
wesen,
Dr.
A._
um ergänzende Angaben zu ersuchen.
5
.
5
Dr.
Y._
hielt sodann lediglich fest, dass die rezidivierende depressive Störung
gegenwärtig
–
das heisst am
8.
Dezember 2011 –
mittelgradig ausge
prägt
sei und aktuell somatische Symptome bestünden. Über den Verlauf zwi
schen dem 1
4.
Februar und dem
8.
Dezember 2011 machte sie indessen keine genauen Angaben. Sie vermerkte aber eine leichte Verbesserung der depressiven Symptomatik, so dass nicht ausgeschlossen werden kann
,
dass diese während einer gewissen Zeit ein invaliditätsrelevantes Ausmass erreichte.
In diese Rich
tung hat sich denn auch der Gutachter
Dr.
Z._
geäussert. Vor die
sem Hintergrund hätte es sich geradezu aufgedrängt, von
Dr.
Y._
eine ergänzende
Stellungnahme anzufordern.
Allenfalls hätte sich auch klären
las
sen, inwieweit körperliche Begleitsymptome wie Muskelverspannungen, Kopf
schmerzen und Magen-Darm-Beschwerden in ihre Beurteilung der Arbeitsfähig
keit einflossen.
5.6
Zusammenfassend ergibt sich somit, dass sich mit der vorhandenen Aktenlage
ein invaliditätsrelevanter Gesundheitsschaden weder bejahen noch verneinen lässt.
Über den strittigen Leistungsanspruch vom
1.
Juli 2009 bis Ende Juni 2012
kann ohne
die aufgezeigten weiteren
Abklärungen
nicht entschieden wer
den. Da
dieselben grundsätzlicher Natur sind, wird die Beschwerdegegnerin diese
vor
zu
nehmen haben. Der angefochtene Entscheid ist somit
insoweit auf
zuhe
ben,
als er
ab dem
1.
Juli 2009 bis Ende Juni 2012 einen
Invalidenrenten
anspruch
ver
neint,
und die Sache ist zur Durchführung der notwendigen Ab
klärungen und zu neuer Entscheidung an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen (
§
26 des Ge
setzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). In diesem Sinne ist die Be
schwerde teilweise gutzuheissen.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhäng
ig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 1‘000.--
festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
9
00.-- festzusetzen. Nach ständi
ge
r Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als Obsiegen der
beschwerdeführen
den
Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 mit Hinweisen). Da die Beschwerdeführerin
zu rund zwei Dritteln
obsiegt,
sind
die Kosten des
V
er
fahrens
zu
zwei Drittel
der
Be
schwerde
gegnerin
und zu
einem Drittel
der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.
6
.2
Ebenso hat die Beschwerdeführerin
Anspruch auf
den
teilweisen
Ersatz der Parteikosten (§ 34 Abs. 1
GSVGer
)
.
Die Höhe der gerichtlich festzu
setzenden Entschädigung
wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Be
deutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Ob
siegens be
messen (
§ 34 Abs.
3
GSVGer
). Vorliegend erscheint eine
auf
zwei Drittel
redu
zierte
Prozessent
schädi
gung
von Fr.
1‘0
50
.--
als ange
messen.