Decision ID: e5f44bd7-bbe8-4597-b078-8acc14df20a4
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Schmucki, Marktgasse 3, Postfach,9004 St.
Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
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Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Fürsprecherin Dr. iur. Marianne Sonder, Rossimattstrasse 17,
3074 Muri b. Bern,
betreffend
Invalidenrente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ war als Produktionsmitarbeiterin bei der B._ AG tätig und dadurch bei der
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen Unfälle
versichert (UV-act. 1). Am 11. März 2008, um 23.25 Uhr, wurde sie Opfer eines
Verkehrsunfalls, weil die Lenkerin des entgegenkommenden Personenwagens nach
einer Kurve und bei Regen auf die Gegenfahrbahn geraten war und bei höherer
Geschwindigkeit seitlich frontal mit ihrem Personenwagen kollidierte. Durch die Wucht
des Aufpralls drehte sich dieser um die eigene Achse und kam entgegen der
Fahrtrichtung mit dem Heck in der angrenzenden Einmündung zum Stehen. Die
Versicherte erlitt mehrere Knochenbrüche sowie eine beidseitige Prellung der Lunge
und wurde in ihrem Fahrzeug eingeklemmt, weil das Armaturenbrett in den
Fahrgastraum hineingeschoben wurde, wobei eine Schraube oberhalb ihres linken
Knies in den Oberschenkel drang. Sie blieb bei Bewusstsein, musste aber von der
Feuerwehr in einem rund einstündigen Einsatz aus ihrem Fahrzeug befreit werden.
Anschliessend wurde sie mit dem Rettungshelikopter ins Kantonsspital St. Gallen
(nachfolgend Kantonsspital) überführt. Die Kollisionsgegnerin hatte sich vom Unfallort
entfernt, ohne sich um die Verletzte zu kümmern, Alarm zu schlagen und das Eintreffen
von Polizei und Rettungskräften abzuwarten (UV-act. 3, 11, 23). Am Kantonsspital, wo
die Versicherte vom 12. bis 20. März 2008 stationär behandelt wurde, wurden Brüche
des Brustbeins (Sternum), des linken Schlüsselbeins (Clavicula), der Mittelfussknochen
(Metatarsale) II mit Verdacht auf Lisfranc-Luxation und III am linken Fuss sowie II, III
und IV am rechten Fuss, beidseitige Lungenkontusionen und eine depressive
Verstimmung diagnostiziert. Die Brüche am linken Mittelfuss wurden am 14. März 2008
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operiert, die andern konservativ behandelt (UV-act. 7). Die Versicherte war in der Folge
sehr eingeschränkt mobil und benutzte während zwei Monaten auch einen Rollstuhl
(UV-act. 34). Sie wurde 100% arbeitsunfähig geschrieben; das Arbeitsverhältnis war
jedoch bereits vor dem Unfall aus konjunkturellen Gründen per 18. März 2008
gekündigt worden (UV-act. 1, 4).
A.b Nach anfänglich zufriedenstellend verlaufender Heilung (UV-act. 13 f.) gab die
Versicherte bei der ambulanten Nachkontrolle am Kantonsspital vom 4. Juli 2008
erneut aufgetretene Schmerzen im Bereich des linken Kniegelenks an, die sich
limitierend auswirken würden. Das Kniegelenk war inspektorisch jedoch unauffällig und
es konnte kein Knie-Binnenschaden nachgewiesen werden, der auf den Unfall vom
11. März 2008 zurückzuführen gewesen wäre (UV-act. 15, 21, 25, 100). Am 17. Juli
2008 wurde das Metall am linken Fuss entfernt. Die psychiatrische Teildiagnose der
Ärzte der Klinik für Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals lautete neu auf
Depression (UV-act. 17). Die Fraktur am Schlüsselbein wurde wegen zunehmender
Beschwerden und Beeinträchtigungen beim Arbeitsversuch im Einsatzprogramm des
Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) sowie wegen einer Pseudarthrose am
20. Februar 2009 operiert (Plattenosteosynthese; UV-act. 41, 46, 50 f.). Das Resultat
der Schlüsselbein-Operation zeigte sich als sehr zufriedenstellend mit objektiv
ausgezeichneter Funktion der Schulter (UV-act. 53, 60, 69). Die Versicherte klagte
weiterhin vor allem über Schmerzen am linken Fuss, die teilweise über das Knie bis in
den Oberschenkel ausstrahlten (UV-act. 69). Aufgrund der kreisärztlichen
Untersuchung vom 12. August 2009 durch Dr. med. C._, Facharzt FMH für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats, des von diesem
erstellten Zumutbarkeitsprofils und der Besprechung vom 13. August 2009 zwischen
der Versicherten, ihrem Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Dr. Peter Schmucki, St. Gallen,
ihrem Ehemann und den zuständigen Mitarbeitenden der beteiligten Versicherungen
(Suva, IV und "Zürich" Versicherungs-Gesellschaft [Motorfahrzeug-Haftpflicht- und
Insassenversicherung; vgl. UV-act. 9, 61]) wurde von einer 50%igen
Vermittlungsfähigkeit ausgegangen (UV-act. 82). Hausarzt Dr. med. D._, Facharzt
FMH für Allgemeinmedizin, hielt demgegenüber an einer Arbeitsunfähigkeit von 75%
fest und begründete dies am 16. September 2009 mit den Angaben der Versicherten,
wonach ihre Schmerzen glaubhaft eine Arbeitsfähigkeit von höchstens 25% zulassen
würden (UV-act. 95). Die Suva hielt an der 50%igen Arbeits- resp. Vermittlungsfähigkeit
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fest und gab zur Begründung an, gegenüber der kreisärztlichen Untersuchung durch
Dr. C._ vom 12. August 2009 dokumentiere Dr. D._ keine objektivierbare
Befundänderung, weshalb von der kreisärztlichen Beurteilung nicht abgewichen
werden könne (UV-act. 97).
A.c Am 20. Januar 2010 fand die kreisärztliche Abschlussuntersuchung durch Dr. C._
statt (UV-act. 110). Er erhob gegenüber der Untersuchung vom 12. August 2009 keine
wesentlichen neuen Aspekte. Ähnlich wie ein halbes Jahr zuvor wirke die Patientin
durch das Unfallereignis seelisch gebrochen. Insbesondere werde immer wieder auf
die aus ihrer Sicht deplatzierte Arbeitsfähigkeit von 50% hingewiesen, die auf gar
keinen Fall zu realisieren sei. Mit der Unfallverarbeitung befinde sich die Versicherte
subjektiv offenbar auf einer Abwärtsspirale, die es ihr verunmögliche, ein namhaftes
Rendement umsetzen zu können. Durch die mehrfachen kreisärztlichen
Untersuchungen ziehe sich unisono die berechtigte Klage, dass die Versicherte
unschuldig durch einen Verkehrsunfall traumatisiert worden sei. Die Verletzungen bzw.
die Verletzungsfolgen seien allerdings, wenn man unvoreingenommen an die
Strukturen herangehe, praktisch mit einer Restitutio ad integrum geheilt (Clavicula
fraktur, Sternumfraktur, Mittelfussfrakturen rechts, Weichteilverletzung linker Ober
schenkel). Einzig am Lisfranc'schen Gelenk am linken Fuss (bei Status nach Platten
osteosynthese und zwischenzeitlicher Metallentfernung) blieben objektivierbare Rest
beschwerden zurück, die durch eine Integritätsentschädigung kompensiert werden
sollten. Es sei bekannt, dass Verletzungen dieses Gelenks erstaunlich schlecht toleriert
würden, wenn eine Inkongruenz zurückgeblieben sei. Bei der Versicherten liege eine
leicht eingeschränkte Beweglichkeit bzw. Schmerzhaftigkeit am linken Fuss vor.
Bezüglich Zumutbarkeit einer ganztägig ausführbaren Tätigkeit verwies der Kreisarzt
auf die Untersuchung vom 12. August 2008 (vgl. UV-act. 80): Eine vorwiegend im
Sitzen auszuführende Tätigkeit mit gelegentlichem Aufstehen und einigen Schritten
Herumgehen sollte ohne weiteres möglich sein. Die Schulterfunktion sei durch das
ursprüngliche Unfallereignis nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Aktuell sei die
linke Schulter in der ursprünglich freien Beweglichkeit durch einen Sturz im Dezember
2009 etwas kompromittiert (UV-act. 110). Die Integritätseinbusse am linken Fuss
schätzte Dr. C._ in Anlehnung an Tabelle 5, Integritätsschäden bei Arthrosen, mit 5%
ein (UV-act. 109). In der Stellungnahme aufgrund der Akten präzisierte der Kreisarzt am
24. Februar 2010, es könne auch im Bereich der Schulter von einem günstigen
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Endzustand ausgegangen werden, ohne dass eine Integritätsentschädigung
geschuldet sei. Die Folgen des offenbar harmlosen Sturzes im Dezember 2009, bei
dem sich die Versicherte die linke Schulter gestossen habe, dürften ausgeheilt sein und
die Zumutbarkeit habe durch das Ereignis keine Änderung erfahren. Im Bereich des
Lisfranc-Gelenks am linken Fuss würden sich lediglich diskrete radiologische
Abweichungen finden. Bekanntlich reagiere dieses Gelenk bei Inkongruenzen recht
erheblich mit Belastungsschmerzen. Insofern seien die Beschwerden am linken Fuss
bleibend und würden die Geh- und Stehfähigkeit reduzieren, wie sie auch im Rahmen
der Zumutbarkeitsbeurteilung berücksichtigt worden sei. Am linken Fuss sei von einer
objektivierbaren posttraumatischen Störung auszugehen, die sich leistungsreduzierend
bemerkbar mache und schliesslich die Ausrichtung einer Integritätsentschädigung
ausgelöst habe (UV-act. 121).
A.d Mit Verfügung vom 6. April 2010 hielt die Suva fest, von einer weiteren ärztlichen
Behandlung könne keine namhafte Besserung des unfallbedingten Gesundheits
zustands mehr erwartet werden. Die Heilungskosten- und Taggeldleistungen stellte sie
per 31. März 2010 ein, unter sinngemässem Vorbehalt von Rückfällen und Spätfolgen.
Für allfällige Behandlungskosten und Arbeitsunfähigkeiten infolge psychischer
Beschwerden könne die Suva nach erfolgter Adäquanzprüfung nicht aufkommen. Die
Integritätsentschädigung verfügte sie mit 5% und verzichtete auf die Rückforderung
des Betrags von Fr. 3'700.--, der am 14. August 2009 zu viel vorgeschossen worden
war. Sie verglich das Valideneinkommen der Versicherten von Fr. 47'529.-- mit einem
zumutbaren Verdienst von Fr. 44'236.-- (gemäss Lohnstrukturerhebung [LSE], unter
Berücksichtigung eines um 3 % reduzierten Validenlohns und eines Abzugs von 15%
vom Invalideneinkommen) und ermittelte so eine Erwerbseinbusse bzw. einen
Invaliditätsgrad von 6.93%. Da damit der Mindest-Invaliditätsgrad von 10% gemäss
Art. 18 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) nicht
erreicht wurde, verneinte die Suva einen Anspruch auf eine Invalidenrente (UV-act.
126).
B.
B.a Die gegen die Ablehnung des Rentenanspruchs erhobene Einsprache wies die
Suva mit Entscheid vom 28. Juni 2010 ab (UV-act. 131). Die Bemessung und
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Ausrichtung der Integritätsentschädigung war nicht angefochten und daher rechts
kräftig geworden.
B.b Mit Urteil vom 7. März 2011 (Proz. UV 2010/62) hiess das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen die Beschwerde der Versicherten gegen den Einspracheentscheid
vom 28. Juni 2010 teilweise gut, hob den Einspracheentscheid auf und wies die
Streitsache an die Suva zurück, damit diese weitere Abklärungen tätige, insbesondere
eine psychiatrische Begutachtung der Versicherten veranlasse, und anschliessend über
ihre Ansprüche neu verfüge.
C.
C.a Die Suva tätigte die angeordneten Abklärungen beim Hausarzt und weiteren
behandelnden Ärzten der Versicherten und holte bei der Sozialversicherungsanstalt
(SVA) des Kantons St. Gallen Vorakten ein, die insbesondere eine depressive Störung
im Jahr 2003 auswiesen. Am 30. März 2012 erstattete Dr. med. E._, Facharzt FMH
für Psychiatrie und Psychotherapie, Basel, das in Auftrag gegebene Fachgutachten
aufgrund psychiatrischer Untersuchungen der Versicherten vom 9. Januar 2012 und
10. Februar 2012 (UV-act. 179). Er stellte die Diagnosen posttraumatische
Belastungsstörung (ICD-10 F43.1), rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig
mittelschwerer Episode (ICD-10 F33.10) sowie akzentuierte neurotisch-narzisstische
Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) und verneinte einen krankhaften psychischen
Vorzustand. Aus rein psychiatrischer Sicht attestierte der Gutachter eine
Arbeitsunfähigkeit der Explorandin von 40% seit dem Unfall vom 11. März 2008, wobei
ihr Tätigkeiten zugemutet werden könnten, welche nicht mit übermässigem Zeit- und
Leistungsdruck einhergingen und keine besonderen Anforderungen an die
Aufmerksamkeit und Konzentration stellten oder eine überdurchschnittliche geistige
Flexibilität erforderten und mit wenig zwischenmenschlichen Friktionen verbunden
seien. Die Versicherte sei in der Lage, täglich eine Arbeitsleistung von rund fünf
Stunden zu bewältigen, wobei ein Einsatz von je zweieinhalb Stunden vormittags und
nachmittags, unter Einlegung einer Mittagspause, günstig wäre (Beantwortung der
Fragen der Suva, Gutachten S. 19).
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C.b Mit Verfügung vom 14. Mai 2012 verneinte die Suva die adäquate Kausalität der
ausgewiesenen psychischen Beschwerden zum Unfall vom 11. März 2008. Sie ging
von einem mittelschweren Unfallereignis aus und beurteilte die massgebenden
Adäquanzkriterien gemäss BGE 115 V 133 als nicht erfüllt. Für die organischen
Beschwerden ermittelte sie - wie bereits in der Verfügung vom 6. April 2010 - einen
Invaliditätsgrad von 6.93%, der jedoch nicht den Mindestgrad von 10% erreiche und
damit nicht zu einer Rente berechtige (UV-act. 183).
C.c Gegen die Verfügung vom 14. Mai 2012 liess die Versicherte am 14. Juni 2012
durch ihren Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Dr. Peter Schmucki, St. Gallen, Einsprache
erheben (UV-act. 184). Diese wurde von der Suva mit Entscheid vom 17. Juli 2012
abgewiesen (UV-act. 189).
D.
D.a Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 27. August 2012 mit dem Antrag, der
Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Sache sei an die Vorinstanz zur weiteren
Abklärung bzw. zur Neufestlegung des Invaliditätsgrads und Bestimmung einer darauf
abgestützten Rente zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu
Lasten der Vorinstanz. Zur Begründung wird angeführt, neben den von der Suva
anerkannten Restbeschwerden im Bereich des Lisfranc'schen Gelenks am linken Fuss
würden solche auch im Bereich der Schulter und den beiden Knien bestehen, andauern
und die Beschwerdeführerin beeinträchtigen. Aufgrund des Sachverhalts müsse von
einem schweren Unfall ausgegangen werden, womit die Kausalität auch der
psychischen Beschwerden von vornherein gegeben sei. Eventualiter liege zumindest
ein mittelschwerer Unfall an der Grenze zu einem schweren Unfall vor. Bei dieser
Konstellation sei der adäquate Kausalzusammenhang bereits gegeben, wenn ein
Adäquanzkriterium erfüllt sei, was sicher für die Begleitumstände bzw. die besondere
Eindrücklichkeit des Unfalls zutreffe. Weiter sei auch das Kriterium der ungewöhnlich
langen Dauer der ärztlichen Behandlung der somatischen
Gesundheitsbeeinträchtigungen erfüllt. Schliesslich wird eine andauernde physisch
bedingte Arbeitsunfähigkeit geltend gemacht und das von der Vorinstanz
angenommene mutmassliche Invalideneinkommen als zu hoch eingeschätzt, während
der Abzug vom Tabellenlohn mit 10% im Einspracheentscheid zu tief sei und zudem
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unbegründet von demjenigen in der Verfügung abweiche, wo 15% abgezogen worden
seien.
D.b Die Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwältin Dr. Marianne Sonder,
Muri, beantragte mit Beschwerdeantwort vom 24. Oktober 2012 die vollumfängliche
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung lässt sie anführen, sie sei in Nachach
tung der einschlägigen Rechtsprechung zu Recht von einem mittelschweren Unfall
ausgegangen. Das Adäquanzkriterium der besonders dramatischen Begleitumstände
oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls sei objektiv zu beurteilen und nicht
aufgrund des subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person, und
vorliegend daher nicht erfüllt. Auch die Kriterien der ungewöhnlich langen Dauer der
ärztlichen Behandlung sowie des Grads und der Dauer der physischen Arbeits
unfähigkeit könnten nicht bejaht werden. Bezüglich des leidensbedingten Abzugs vom
Invalideneinkommen könne ihr kein Ermessensmissbrauch vorgeworfen werden; viel
mehr würden die berücksichtigten 10% der Rechtsprechung entsprechen.
D.c Mit Replik vom 12. November 2012 liess die Beschwerdeführerin betonen, die
Berücksichtigung des Gutachtens von Dr. E._ und die Bejahung der adäquaten
Kausalität rechtfertige sich umso mehr, als der natürliche Zusammenhang zwischen
den psychischen Beeinträchtigungen und dem Unfallereignis vorliegend sehr stark und
offenkundig sei. Die Beschwerdegegnerin gehe von falschen Voraussetzungen aus,
wenn sie den Unfall lediglich als mittelschwer beurteile, und sie verkenne, dass beim
mittelschweren Unfall an der Grenze zum schweren die Adäquanz zu bejahen sei, wenn
ein einziges Kriterium erfüllt sei.
D.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Eingabe vom 16. November 2012 darauf,
eine einlässliche Duplik einzureichen. Darauf wurde der Schriftenwechsel am
22. November 2012 abgeschlossen.
E.
Mit Eingabe vom 21. Dezember 2012 liess sich der Ehemann der Beschwerdeführerin
zum Verfahren und zu den Stellungnahmen der Suva und ihrer Rechtsvertreterin
vernehmen und reichte Farbfotos vom Unfallort ein (act. G 11). Am 7. Januar 2013
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wurde er vom Präsidenten der Abteilung III des Versicherungsgerichts schriftlich darauf
hingewiesen, dass seine Ehefrau im vorliegenden Prozess durch Rechtsanwalt
Dr. Schmucki vertreten werde, weshalb ihm eine Vertretungsbefugnis abgehe (act.
G 12).
F.
Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der übrigen

Akten wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
näher eingegangen.
Erwägungen:
1.
1.1 Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den andauernden psychi
schen Gesundheitsbeeinträchtigungen der Beschwerdeführerin zu Recht die Adäquanz
zum Unfallereignis vom 11. März 2008 abgesprochen und ihre weitere Leistungspflicht
allein aufgrund der somatischen Beschwerden beurteilt hat.
1.2 Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid die recht
lichen Voraussetzungen des natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs
zwischen dem Unfallereignis und der Leistungspflicht der Unfallversicherung bei
andauernden Gesundheitsbeeinträchtigungen zutreffend dargestellt (E. 1, S. 3 f.).
Korrekt und von beiden Parteien anerkannt ist weiter, dass die Adäquanzprüfung
vorliegend nach der Praxis bei psychischer Fehlentwicklung mit Krankheitswert
("Psycho-Praxis") gemäss BGE 115 V 133 zu erfolgen hat, und dass rechtspre
chungsgemäss an das Unfallereignis anzuknüpfen ist. Zutreffend dargestellt sind auch
die sieben Adäquanzkriterien, die bei mittelschweren Unfällen zu prüfen sind (vgl.
E. 2b f., S. 5). Darauf kann verwiesen werden.
1.3 Zu ergänzen ist, dass die Rechtsprechung für mittelschwere Unfälle im engeren
Sinn die Adäquanz bejaht, wenn drei Kriterien in einfacher Weise oder eines besonders
ausgeprägt erfüllt sind (vgl. SVR 2012 UV Nr. 23 S. 83 E. 4.2 [8C_435/2011]; SVR 2010
UV Nr. 25 S. 100 E. 4.5 [8C_897/2009]). Ist der Unfall als schwerer Fall im mittleren
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Bereich oder gar als Grenzfall zu einem schweren Unfall einzustufen, genügt es für die
Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs, wenn eines der massgebenden
Kriterien erfüllt ist und zwar nicht notwendigerweise in besonders ausgeprägter Weise
(BGE 115 V 140 f. E. 6c/bb; Urteil des Bundesgerichts vom 19. Dezember 2011,
8C_488/2011, E. 4 [bis 31. Dezember 2006 Eidgenössisches Versicherungsgericht,
EVG] und Urteil des EVG vom 15. Dezember 2000, U 105/00, E. 5b).
1.4 Zu ergänzen ist weiter, dass laut Rechtsprechung des Bundesgerichts für die
Beantwortung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der
allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung
herbeizuführen, mithin für die Beantwortung der Adäquanzfrage, auf eine weite
Bandbreite von versicherten Personen abzustellen und die Beantwortung nicht auf
psychisch gesunde Versicherte zu beschränken ist (für die Adäquanz von
Schreckereignissen in BGE 129 V 181 ff. E. 3.3 zusammengefasst bzw. präzisiert). Nur
im Rahmen einer weit gefassten Bandbreite würden auch solche Versicherte
Bezugspersonen für die Adäquanzbeurteilung, welche im Hinblick auf die erlebnis
mässige Verarbeitung eines Unfalls zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehörten, weil
sie aus versicherungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagierten. Aus
diesen Überlegungen ergebe sich, dass für die Beurteilung der Frage, ob ein konkretes
Unfallereignis als alleinige Ursache oder als Teilursache nach dem gewöhnlichen Lauf
der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet sei, zu einer bestimmten
psychischen Schädigung zu führen, kein allzu strenger, sondern ein realitätsgerechter
Massstab angelegt werden müsse (vgl. BGE 129 V 181 ff. E. 3.3 mit Hinweisen, BGE
115 V 135 ff. E. 4, besonders E. 4b).
2.
2.1 Laut psychiatrischem Gutachten von Dr. E._ vom 30. März 2012 sind die
diagnostizierte posttraumatische Belastungsstörung und die mittelschwere Episode der
rezidivierenden depressiven Störung überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall vom
11. März 2008 zurückzuführen und beeinträchtigen die Explorandin weiterhin. Der
Gutachter verneint einen krankhaften psychischen Vorzustand und legt dar, dass die
ebenfalls diagnostizierten akzentuierten neurotisch-narzisstischen Persönlichkeitszüge
der Explorandin keine eigentliche psychische Erkrankung darstellten, sondern einen
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Faktor, der eine erhöhte psychische Vulnerabilität nach sich ziehe (vgl. UV-act. 179
S. 18). Aufgrund einer Liste detaillierter ICF-Kriterien (von der Weltge
sundheitsorganisation [WHO] 2001 erstmals erstellte und herausgegebene International
Classification of Functioning, Disability and Health [ICF] bzw. Klassifikation zur
Beschreibung des funktionalen Gesundheitszustandes, der Behinderung, der sozialen
Beeinträchtigung sowie der relevanten Umweltfaktoren von Menschen) legt der
Psychiater dar, gestützt auf welche Einschränkungen er die Arbeitsunfähigkeit der
Explorandin aus rein psychiatrischer Sicht auf 40% einschätzt (vgl. UV-act. 179
S. 16 f.). Das Gutachten erfüllt die Voraussetzungen an einen beweiskräftigen
medizinischen Bericht, ist für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen
Untersuchungen, berücksichtigt auch die geklagten Beschwerden und ist in Kenntnis
der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben worden. Es leuchtet in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
und die Schlussfolgerungen von Dr. E._ sind begründet und nachvollziehbar (vgl.
BGE 134 V 232 E. 5.1 und BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Auf sein Gutachten kann
vollumfänglich abgestellt werden, was von beiden Parteien denn auch nicht bestritten
wird.
2.2 Die körperlichen Folgen des Unfalls vom 11. März 2008 standen bereits anlässlich
der ersten Verfügung vom 6. April 2010 bzw. des ersten Einspracheentscheids vom
28. Juni 2010 fest (vgl. UV-act. 126, 131), was in E. 4.2 des Entscheids vom 7. März
2011 (Proz. UV 2010/62) bestätigt wurde. Dazu liegen keine neuen Erkenntnisse vor
und hat sich nach Lage der Akten auch nichts verändert. Aus somatischer Sicht sind
Zustände nach einer zunächst konservativ, am 20. Februar 2009 mit
Plattenosteosynthese behandelten Claviculafraktur links (und Materialentfernung am
12. Juli 2010), nach beidseitigen Lungenkontusionen, nach Fraktur des Sternums, nach
Frakturen am rechten Mittelfuss, nach einer Lisfranc-Luxationsfraktur links, die
reponiert und am 14. März 2008 osteosynthetisch behandelt worden war (mit
Metallentfernung am 17. Juli 2008), sowie nach einer suprapatellären Weichteil
verletzung am linken Knie dokumentiert (UV-act. 80, 110, 136). Aus orthopädischer
Sicht können einzig die chronischen Schmerzen am linken Fuss erklärt und als
natürlich kausale Unfallfolge akzeptiert werden; die übrigen Verletzungen stellen sich
als vollständig ausgeheilt dar (vgl. UV-act. 110 S. 5, 132). Soweit die Beschwerde
führerin über die Schmerzen am linken Fuss hinaus Beschwerden im Bereich der
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Schulter und an beiden Knien geltend macht, stehen diesen aufgrund der angeführten
medizinischen Erhebungen keine organischen Korrelate gegenüber und ist ein
natürlicher Kausalzusammenhang zum Unfall vom 11. März 2008 nicht überwiegend
wahrscheinlich dargetan. Mit dem Gutachten von Dr. E._ ist fachmedizinisch belegt,
dass die Beschwerdeführerin als Folge des Unfalls auch an psychischen Gesund
heitsbeeinträchtigungen leidet und welches Ausmass diese erreichen. Wie vorstehend
dargelegt (E. 2.1), sind diese natürlich kausal zum Unfall. Damit ist nachfolgend gemäss
BGE 115 V 133 über die Adäquanz der ausgewiesenen natürlich kausalen Unfallfolgen
zu befinden.
2.3 Die Beschwerdegegnerin hat zutreffend festgehalten, dass die Schwere des
Unfalls aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwick
elnden Kräften zu beurteilen ist (vgl. auch SVR 2012 UV Nr. 23 S. 83 E. 4.2
[8C_435/2011]). Der Frontalzusammenstoss der Beschwerdeführerin mit der Unfall
verursacherin ereignete sich laut Polizeirapport (UV-act. 11) um 23.25 Uhr ausserorts
auf der X._strasse, auf der eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h gilt. Ausgangs
der Rechtskurve beim Ortsende Z._ geriet der Personenwagen der Unfallverur
sacherin beim herrschenden Regenwetter auf die Gegenfahrbahn und kollidierte dort -
linke Frontseite gegen linke Frontseite - mit dem Fahrzeug der Beschwerdeführerin.
Dieses wurde durch den Aufprall um 180 Grad gedreht und kam entgegengesetzt zur
Fahrtrichtung zum Stehen (UV-act. 11 S. 8). Die Frontpartien beider Personenwagen
wurden eingedrückt und verschoben; beim Fahrzeug der Beschwerdeführerin auch
Richtung Boden, wo sie eine 0.7 Meter lange Kratzspur auf die Fahrbahn zeichnete. Am
Personenwagen der Beschwerdeführerin wirkten die Kollisionskräfte weit in die
Fahrgastzelle hinein. Dadurch wurden ihr am linken Fuss zwei Mittelfussknochen (II und
III) gebrochen, einer davon luxiert (Lisfranc-Luxation am Metatarsale II) und am rechten
Fuss drei (II, III und IV). Die einwirkenden Kräfte verschoben insbesondere auch das
Armaturenbrett und das Steuerrad derart, dass die Beschwerdeführerin im Fahrzeug
eingeklemmt wurde, ihre Lunge beidseitig geprellt sowie das linke Schlüsselbein und
das Brustbein gebrochen wurden. Zusätzlich wurde sie von einer Schraube, die
oberhalb ihres linken Knies in den Oberschenkel eingedrungen war, in der
eingeklemmten Position gleichsam festgenagelt (UV-act. 3, 11). - Auch wenn in der
Zeitung, deren Ausschnitt der Ehemann der Beschwerdeführerin am 21. Dezember
2012 dem Gericht nachgereicht hat, von einem "schweren Verkehrsunfall" berichtet
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worden war, ist dieser Unfall nicht als schwer im Sinn der einschlägigen Recht
sprechung zu bezeichnen. Nach der Kasuistik (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
1. Juli 2011, 8C_100/2011, E. 3.4.1 [nicht publiziert in BGE 137 V 199, aber in SVR
2012 UV Nr. 2 S. 3; zitiert laut Praxisübersicht gemäss Urteil des Bundesgerichts vom
14. März 2011, 8C_996/2010, E. 7.2]) ist er als mittelschweres Ereignis und dort eher
im mittleren Bereich einzustufen. Letztlich kann seine endgültige Einstufung im
mittleren Bereich (mittelschwer im engeren Sinn oder als schwer im mittleren Bereich)
offen bleiben, da die nötige Anzahl Adäquanzkriterien in jedem Fall erfüllt und die
Adäquanz zu bejahen ist, wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird.
2.4
2.4.1 Die Beschwerdeführerin lässt vor allem die besonders dramatischen Begleit
umstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls betonen. Die Beschwerde
gegnerin führt dazu zutreffend aus, dass dieses Adäquanzkriterium objektiv zu
beurteilen ist und nicht aufgrund des subjektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der
versicherten Person (vgl. dazu SVR 2012 UV Nr. 23 S. 83, 8C_435/2011, E. 4.2.3 mit
weiteren Hinweisen) und dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse
Eindrücklichkeit eigen ist. Als objektive Begleitumstände sind beim Unfall vom 11. März
2008 die Tatsachen zu werten, dass sich der Unfall nachts bei Regen ereignete, dass
die Unfallverursacherin nicht die Rettungskräfte, sondern eine Drittperson alarmierte,
die sie vom Unfallort abholte, die Hilfeschreie der Beschwerdeführerin ignorierte und
Fahrerflucht beging, die Verletzte dadurch während einiger Zeit im Auto eingeklemmt,
völlig im Ungewissen war, ob und wann Hilfe kommen würde, während dem sie
aufgrund der Verletzungen auch unter Atemnot litt, dass ein sehr umfangreiches
Aufgebot an Rettungskräften am Unfallort tätig war und sie aufwändig während rund
einer Stunde aus dem Wrack befreien musste und dass der Notarzt wegen der
geschätzten längeren Bergungszeit und den teilweise unklaren Verletzungen in ihrem
Brustbereich (vermutete Rippenserienfraktur; vgl. UV-act. 3, 12) den Rettungshelikopter
an den Unfallplatz beorderte, der sie dann ins Kantonsspital und nicht in das viel näher
gelegene und ebenfalls für Notfälle rund um die Uhr eingerichtete sowie Chirurgen und
Traumatologen beschäftigende Spital F._ (vgl. UV-act. 3, 11, 23) flog. Mit dieser
Häufung an objektiven beeindruckenden Tatsachen kann das Kriterium der besonders
dramatischen Begleitumstände oder der besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls als
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klar erfüllt betrachtet werden. Die von der Beschwerdeführerin in diesem
Zusammenhang geltend gemachte Todesangst, die sie ausgestanden habe, ist
demgegenüber dem hier nicht zu berücksichtigenden subjektiven Empfinden
zuzuordnen. Die Einschätzung des Helikoptereinsatzes als angsteinflössend kann
jedoch nur insofern dem subjektiven Empfinden des Unfallopfers zugeordnet werden,
als sie sich deswegen subjektiv vor einer Rückenverletzung mit drohenden Lähmungen
fürchtete, obwohl ihr der Notarzt keinen Anlass dazu gab und in seinem Einsatzbericht
vom 12. März 2008 (UV-act. 3) von stets gegebener, allerdings schmerzhafter, passiver
Beweglichkeit ausging. Eindrücklich ist das Aufgebot eines Rettungshelikopters an
einen Unfallort und das Ausfliegen von diesem für jede verletzte Person und damit
diesbezüglich als objektiver Umstand zu werten.
2.4.2 Durch die ausgewiesene und als andauernde Unfallfolge anerkannte
Bewegungsbeeinträchtigung und Schmerzhaftigkeit im Lisfranc-Gelenk am linken Fuss
(vgl. UV-act. 109 f., 121) ist auch das Adäquanzkriterium körperliche Dauerschmerzen
erfüllt.
2.4.3 Von der Beschwerdeführerin wird weiter eine ungewöhnlich lange Dauer der
ärztlichen Behandlung geltend gemacht. Die Beschwerdegegnerin geht diesbezüglich
in der Beschwerdeantwort unzutreffend von der Umschreibung des Kriteriums gemäss
Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109) aus und verneint eine fortgesetzt spezifische,
die Versicherte belastende ärztliche Behandlung bis zum Fallabschluss. Aufgrund der
vorliegend zu beachtenden Adäquanzkriterien ist jedoch einzig die Dauer der ärztlichen
Behandlung zu beurteilen (vgl. BGE 134 V 130 E. 10.3 sowie vor allem BGE 115 V 140
E. 6c/aa). Die ärztliche Behandlung der Beschwerdeführerin dauerte für die
verschiedenen Verletzungen unterschiedlich lang. Während die beidseitige
Lungenkontusion und die Fraktur des Brustbeins schnell ausheilten (UV-act. 7, 13),
konnte am linken Fuss drei Monate nach der Operation das Osteosynthese-Material
entfernt und die Nachkontrollen am Kantonsspital am 29. September 2008, mithin ein
halbes Jahr nach dem Unfall, abgeschlossen werden (UV-act. 17, 21, 25). Am linken
Schlüsselbein wurde vorerst eine konservative Frakturheilung versucht. Die Ärzte am
Kantonsspital schlugen im Bericht vom 2. September 2008 aber bereits eine operative
Behandlung vor, weil die Fraktur nicht verheilte (UV-act. 21). Auf Wunsch der
Versicherten wurde diese Operation zunächst hinausgeschoben und erst am
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20. Februar 2009 durchgeführt (vgl. UV-act. 21, 34, 46, 50 f.). Anlässlich der
Nachkontrolle vom 8. Juli 2009 wurde auch die Behandlung des Schlüsselbeins
abgeschlossen (UV-act. 69). Kreisarzt Dr. C._ berichtete am 14. August 2009, dass
die körperlichen Verletzungen - ausser am linken Fuss - ausgeheilt seien, und legte
eine ganztägige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit fest (in der adminis
trativen Beurteilung wurde daraus eine Arbeits- und Vermittlungsfähigkeit zu 50%
abgeleitet; UV-act. 80, 82). Eineinhalb Jahre nach dem Unfall war damit die ärztliche
Behandlung der körperlichen Unfallfolgen abgeschlossen. Diese Dauer der ärztlichen
Behandlung kann auch angesichts der Tatsache, dass die Operation des linken
Schlüsselbeins erst knapp ein Jahr nach dem Unfall erfolgte, nicht als ungewöhnlich
lang bezeichnet werden. Das entsprechende Adäquanzkriterium ist daher nicht erfüllt. -
Die Materialentfernung am linken Schlüsselbein am 12. Juli 2010 verlängerte die Dauer
der ärztlichen Behandlung nicht um rund ein Jahr, wie die Beschwerdeführerin geltend
machen lässt. Der entsprechende Eingriff wurde von den Ärzten als elektiv bezeichnet
und auf dringenden Wunsch der Patientin durchgeführt (UV-act. 134, 136). Er führte
auch nicht zu einer namhaften Verbesserung des Gesundheitszustands oder der
Arbeitsfähigkeit (vgl. zur Thematik auch E. 4.1 des vorangegangenen Urteils vom
7. März 2011 [Proz. UV 2010/62]).
2.4.4 Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit werden von der
Beschwerdeführerin ebenfalls als erfülltes Adäquanzkriterium geltend gemacht. Sie war
vom Unfalltag bis am 19. Oktober 2008 100% arbeitsunfähig geschrieben (UV-act. 15,
17, 21, 24). Anschliessend galt sie zu 50% als vermittlungsfähig (UV-act. 25, 28, 34).
Die Operation des Schlüsselbeins am 20. Februar 2009 verursachte wieder eine volle
Arbeitsunfähigkeit bis Ende April 2009 (UV-act. 50, 53). Dr. D._ attestierte auch
darüber hinaus eine Arbeitsfähigkeit von höchstens 25% (UV-act. 57), welche der
Kreisarzt nach Rücksprache mit dem Hausarzt bestätigte (UV-act. 60). Diese
Arbeitsfähigkeit dauerte an (UV-act. 72, 75). Am 12. August 2009 erhob der Kreisarzt
zusammen mit der Verwaltung ab 17. August 2009 wieder eine zumutbare Arbeits- und
Vermittlungsfähigkeit von 50% für eine Arbeitstätigkeit, die ganztätig, vorwiegend im
Sitzen in physiologischer Haltung, ohne höheren Kraftaufwand (Heben und Tragen bis
höchstens 5 kg) und mit mehreren kurzen Pausen durchgeführt werden könne (UV-act.
80 ff.). An dieser Beurteilung wurde trotz anderer Einschätzung durch die
Beschwerdeführerin und ihren Hausarzt festgehalten (UV-act. 92, 95, 97 f.). Aus
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somatischer Sicht wurde anlässlich der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom
20. Januar 2010 eine ganztägige Tätigkeit nach vorstehend beschriebenem Profil für
zumutbar befunden (UV-act. 110, 121). Zusammengefasst ergibt das eine volle
Arbeitsunfähigkeit während insgesamt rund neuneinhalb Monaten (12. März 2008 bis
19. Oktober 2008 sowie 19. Februar 2009 bis 30. April 2009), eine solche von 75%
während dreieinhalb Monaten (1. Mai 2009 bis 16. August 2009) und von 50% während
insgesamt rund zehn Monaten (20. Oktober 2008 bis 18. Februar 2009 sowie
17. August 2009 bis 20. Januar 2010). Obwohl die genannten ärztlich attestierten
Arbeitsunfähigkeiten wahrscheinlich von der Arbeitslosigkeit der Beschwerdeführerin
(die Arbeitsstelle war ihr aus konjunkturellen Gründen schon vor dem Unfall vom
11. März 2008 auf den 18. März 2008 gekündigt worden, vgl. UV-act. 1, 4) und ihrer
psychischen Unfallfolgen mitverursacht waren, lässt sich deren Anteil nicht ermitteln,
ist daher nicht nachgewiesen und kann somit nicht abgezogen werden. Vielmehr ist
von der aufgeführten Arbeitsunfähigkeit von (mindestens) 50% während zehn Monaten,
von 75% während eines guten Vierteljahrs und von voller Arbeitsunfähigkeit während
eines guten Dreivierteljahrs auszugehen, womit der Grad und die Dauer der physisch
bedingten Arbeitsunfähigkeit als hoch bzw. lange anzuerkennen sind. Damit ist dieses
Adäquanzkriterium als erfüllt zu beurteilen.
2.4.5 Wie das Adäquanzkriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen
Behandlung (vgl. E. 2.4.3) sind auch die Kriterien der Schwere oder besonderen Art der
erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen (vgl. SVR 2013 UV Nr. 3 S. 7, 8C_398/2012, E. 6.2), der
ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, und des
schwierigen Heilungsverlaufs und erheblicher Komplikationen nicht erfüllt. Erfüllt sind
dagegen nach den vorstehenden Ausführungen (E. 2.4.1 f. und E. 2.4.4) drei
Adäquanzkriterien, nämlich diejenigen der besonders dramatischen Begleitumstände
oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls, der körperlichen Dauerschmerzen sowie
des Grads und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit. Bei dieser Anzahl
erfüllter Adäquanzkriterien ist die Adäquanz der psychischen Unfallfolgen zu bejahen,
auch wenn der Unfall vom 11. März 2008 "nur" als mittelschwer im engeren Sinn und
nicht als mittelschwer an der Grenze zu den schweren Ereignissen eingestuft wird.
3.
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Bei dieser Ausgangslage ist über den Anspruch der Beschwerdeführerin auf weitere
Leistungen der Beschwerdegegnerin, insbesondere auf eine Invalidenrente, aufgrund
einer Gesamtbeurteilung ihrer körperlichen und psychischen Gesundheitsbeeinträchti
gungen neu zu befinden. Dazu sind die beiden Zumutbarkeitsprofile, dasjenige aus
somatischer Sicht gemäss den Ausführungen von Dr. C._ (UV-act. 80, 110, 121) und
dasjenige von Dr. E._ aus psychiatrischer Sicht (UV-act. 179), zusammenzuführen,
die erwerblichen Auswirkungen zu beurteilen und der entsprechende Anspruch der
Beschwerdeführerin auf eine Invalidenrente der Beschwerdegegnerin zu berechnen.
Dazu wird die Streitsache an die Vorinstanz zurückgewiesen.
4.
4.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 27. August 2012 in
dem Sinn gutzuheissen, dass der Einspracheentscheid vom 17. Juli 2012 aufgehoben
und die Streitsache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, damit sie über
den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Versicherungsleistungen, insbesondere auf
eine Invalidenrente, neu verfüge.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Gemäss Art. 61
lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei hingegen Anspruch auf
Ersatz der Parteikosten. Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache, der
Schwierigkeit des Prozesses und der eingereichten Rechtsschriften rechtfertigt es sich,
die Parteientschädigung auf pauschal Fr. 3'500.-- (inkl. Barauslagen und
Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39