Decision ID: 8818af9f-2620-5b22-83db-e5aea72a5d4d
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1973, übersiedelte im Jahr 1992 vo
m
Kosovo in die Schweiz (vgl.
Urk.
5/1/3) und arbeitete hier ab August 1996 vollzeitlich bei der Bäckerei
Y._
AG als Packmaschinenführer (
Auszug aus dem individuellen Konto vom 14.
Juni 2012,
Urk.
5/7; F
ragebogen für
Arbeitgebende
,
Urk.
5/8).
Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern.
Im September 2011 begab sich
X._
wegen Rückenbeschwerden in ärztliche Behandlung, und es wurde eine Diskushernie im Bereich L3/4 festgestellt
(Bericht
der Universitätsklinik
Z._
über die Magnetresonanztomographie der Lenden
wirbelsäule vom
7.
September 2011,
Urk.
5/14/27
).
Nach der Behandlung mit Kortison-Injektionen trat eine Blutzuckerentgleisung auf, und
X._
war deswegen im September 2011 während einiger Tage
hospitalisiert
(Austrittsbericht
des Spitals
A._
vom 19. September 2011, Urk. 5/14/14-18).
I
m weiteren Verlauf
persistierten
M
uskelschmerze
n am ganzen Körper. Im Mai/Juni 2012
erfolgten
hierzu Ab
klärungen im
B._
(Bericht
der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin
vom 1
4.
September 2012, Urk. 5/17/9-13)
, in deren Zuge auch eine
Magnetresonanztomographie des
Gehirns wegen Klagen über Vergesslichkeit und Desorientierung
erstellt wurde
(Bericht de
r Klinik für Neuroradiologie
vom 19. Juni 2012, Urk.
5/14/25-26). Des Weiteren fand auf die Zuweisung der Hausärztin hin eine neurologische Abklärung statt (Bericht von Dr. med.
C._
, Spezialärztin für Neurologie, vom 15. Juli 2012, Urk. 5/14/28-30).
X._
leidet ausserdem an einer HIV-Infektion
, die
Ende
2005 diagnostiziert
worden ist
und
mit antiretroviraler Therapie behandelt
wird
(Bericht der Klinik für Endokrinologie des
B._
vom 13. Dezember 2011, Urk.
5/14/19-21).
1.2
Mitte Mai 2012 hatte
X._
sein A
rbeitspensum bei der Bäckerei
Y._
AG gesundheitsbedingt auf 50
%
reduziert (vgl.
Urk.
5/8/2), und am 2
8.
Mai 2012 hatte er sich bei der Invalidenversicherung angemeldet (Urk. 5/1).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle,
dokumentierte sich bei der Hausärztin
Dr. med.
C._
über die Krankengeschichte
(
Bericht vo
m 2
9.
August 2012 mit Beilagen,
Urk.
5/
14
)
und führte mit dem Versicherten unter Mitwirkung der Personalverantwortlichen der Arbeitgeberin und der Case-Managerin des Krankentaggeldversicherers
Swica
Gespräche im Hinblick auf die berufliche Wiedere
ingliederung beziehungsweise die
Arbeitsplatzerhaltung (Verlaufsprotokoll in
Urk.
5/23). Des Weiteren
nahm sie die
Austrittsbericht
e
der
D._
zu den Akten, wo sich der Versic
h
erte im September/Oktober 2012
zur
psychsomatischen
Rehabilitation auf
gehalten hatte
(
Urk.
5/17/3-6 und
Urk. 5/17/7-8
).
Ferner erfuhr sie, dass der Versicherte seit Frühjahr 2012 bei
Dr.
med.
E._
,
Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
wegen einer depressiven Entwicklung in Behandlung stand (Schreiben von
Dr.
E._
vom 1
9.
November 2012,
Urk.
5/16), und führte verschiedentlich Telefongespräche mit diesem Psychiater (Notizen in
Urk.
5/23/8 und
Urk.
5/21).
Ausserdem nahm sie einen Bericht von
Dr.
med.
F._
, Spezialärztin für Neurologie, vom 1
4.
Februar 2013 über eine neurologische Untersuchung auf Veranlassung von
Dr.
E._
zu den Akten (
Urk. 5/20).
Nachdem die IV-Stelle dem Versicherten a
m 24. April 2013 mit
geteilt hatte
, dass Eingliede
rungs
massnahmen aufgrund seiner aktuellen gesundheitlichen Situation zur Zeit
nicht möglich seien (
Urk.
5/22), liess sie
ihn
d
urch die
MEDAS
G._
polydisziplinär begutachten (
Abklärungsaufenthalt vom Oktober 2013;
Gutachten
von Dr. med.
H._
, Spezial
arzt für Innere Medizin und Endokrinologie sowie Di
abetologie, und
Dr.
med.
I._
, Spezialarzt für Rheumatologie, vom 2
9.
Januar 2014 mit dem psychiat
rischen
Konsiliargutachten
von
pract
. med.
J._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 18. November 2013, dem rheumatologischen
Konsiliargutachten
von
Dr.
med.
K._
, Spezialarzt für Rheumatologie, vom
1
5.
November 2013, dem neurologischen
Konsiliargutachten
von
Dr.
med.
L._
, Spezialärztin für Neurologie, vom 31.
Oktober 2013 und dem neuropsychologi
schen
Konsiliargutachten
von
lic
.
phil.
M._
und
lic
. phil.
N._
vom
2.
November 2013,
Urk.
5/38).
1.4
Gestützt auf das
Gutachten
der
MEDAS
G._
und die Stellungnahmen ihres RAD-Arztes
pract
. med.
O._
(Urk. 5/43/4-7 und
Urk.
5/49/2) verneinte die IV-Stelle nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
mit Verfügung vom 2
8.
Mai 2014 den Anspruch von
X._
auf eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 14
%
(
Urk.
5/50
; Einkommensvergleich in Urk.
5/42
und Feststellungsblatt in
Urk.
5/43
).
Der Versicherte, vertreten durch Rechtsan
walt Philip
Stolkin
, liess gegen diese Verfügung
Beschwerde erheben (
Urk.
5/52/3
-16) und liess im Laufe des Prozesses einen
Bericht der Klinik
P._
vom
1.
September 2015 über eine
weitere stationäre psychoso
matische Rehabilitation
vom Juni/Juli
2015 und einen Bericht
von Dr.
E._
vom 8. November 2015
einreichen
(
Urk.
5/68/3-9 und Urk. 5/68/1
2
).
Mit Urteil vom 2
6.
Februar 2016
hob das Sozialversic
herungsgericht die angefochtene
Verfügung auf und wies die Sache zu weiteren Abklärungen an die IV-Stelle zurück (
Urk.
5/72). Es erachtete
die somatisch ausgerichteten Abklärungen als vollständig
und die Schlussfolg
erungen daraus als einleuchtend, abgesehen davon, dass der Verlauf der Symptomatik einer neu festgestellten
Diskushernie noch nicht abschliessend dokumentiert
war (
Urk.
5/72 E. 2.4.1 und E.
2.4.4). Des Weiteren zweifelte das Gericht
auch
die Ergebnisse der begleitenden neuropsychologischen Untersuchung nicht an (
Urk.
5/72
E.
2.4.2), befand hingegen, dass das
psychiatrische
Konsiliargutachten
keine Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit anhand der unterdessen neu entwickelten Indikatoren der bundes
gerichtlichen
Rechtsprechung erlaube, und es vermisste eine eingehende, unter Einbezug des behandelnden Psychiaters
Dr.
E._
erstellte Anamnese (Urk.
5/72 E. 2.4.3 und E. 2.4.4).
1.5
Aufgrund des Urteils vom 2
6.
Februar 2016 holte die IV-Stelle den Bericht von
Dr.
E._
vom 1
8.
August 2016
(
Urk.
5/83) und den Bericht der Hausärztin
Dr.
C._
vom
9.
September 2016 (Urk. 5/87/1-2)
ein
. Die Hausärztin dokumentierte die IV-Stelle zudem mit weiteren, noch nicht
im
Dossier vorhanden
gewesenen
medizinischen Berichten, so insbesondere mit den Berichten der Neurologin
Dr.
med.
C._
vom 1
8.
April und vom 1
0.
Oktober 2013 und mit dem Bericht der Rheumaklinik des
B._
über eine stationäre Abk
l
ärung von Mai/Juni 2013 (
Urk.
5/87/3-13;
bereits berücksichtigt im
Gutachten der
MEDAS
G._
vom Januar 2014
, vgl.
Urk.
5/38/50-51), mit den Berichten der
Q._
Klinik vom 8. Januar und vom 2
4.
Juni 2014 über die Operation der Diskushernie C4/5 vom Dezember 2013 und den weiteren Verlauf (
Urk.
5/87/16-17 und
Urk.
5/87/20-21)
und mit einem Bericht des
R._
vom
8.
März 2016 über die ambulante Beurteilung der langjährig geklagten Muskelschmerzen vom Januar 2016 (
Urk.
5/87/31-39).
Anschliessend beauftragte die IV-Stelle die
MEDAS
G._
mit der polydisziplinären Verlaufsbegutachtung des Versicherten
; diese erfolgte in denselben Disziplinen und unter Mitwirkung derselben Fachpersonen wie bei der erstmaligen Begutachtung
(
Abklärungsaufenthalt vom März 2017;
Gutachten von Dr.
H._
und
Dr.
I._
vom
8.
Juni 2017
mit dem psychiat
rischen
Konsiliargutachten
von
pract
. med.
J._
vom
2
0.
März 2017,
dem rheumatologischen
Konsiliargutachten
von
Dr.
K._
vom 2
7.
März 2017, de
m neurologischen
Konsiliargutachten
von
Dr.
L._
vom
4.
April 2017 und dem
neuropsychologischen
Konsiliargutachten
von
lic
. phil.
M._
und
lic
. phil.
N._
vom
18.
März 2017
,
Urk.
5/99).
Nach Einholung der Stellungnahme des RAD-Arztes
pract
. med.
O._
vom 2
0.
Juni 2017 (
Urk.
5/101/4-6) eröffnete die
IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom
7.
Juli 2017, dass sie ihm
für
die Zeit vom März bis September
2014
eine ganze Rente zuzusprechen und den Rentenanspruch im Übrigen bei einem Invaliditätsgrad von 37
%
beziehungsweise 10
%
zu verneinen gedenke (Urk.
5/104; Einkommensvergleich in
Urk.
5/100 und Feststellu
ngsblatt in Urk.
5/101). Gleichzeitig hielt sie ihn mit separatem Schreiben zur Mitwirkung
bei der weiteren Behandlung (Physiotherapie, Psychiatrie, Ergotherapie) an (Urk. 5/102).
Der Versicherte liess
gegen den Vorbescheid vom
7.
Juli 2017
mit Eingabe vom 1
0.
August 2017
durch Rechtsanwalt Philip
Stolkin
Einwendungen erheben (
Urk.
5/107)
. Mit
Verfügung vom 2
5.
September 2017
entschied die IV
Stelle im Sinne ihres Vorbescheids
(
Urk.
2 =
Urk.
5/111-112).
2.
Gegen diese Verfügung liess
X._
, nach wie vor vertreten durch Rechtsanwalt Philip
Stolkin
,
mit Eingabe vom 2
5.
Oktobe
r 2017 Beschwerde erheben (Urk.
1) mit dem Antrag, die Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm eine Rente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 100
%
zuzusprechen, eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zu weiteren Abklärungen zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2).
In prozessualer Hinsicht liess er die Einvernahme von
Dr.
E._
als Zeugen beantragen (Urk. 1 S. 2). Die IV-Stelle schloss i
n der Beschwerdeantwort vom 28.
November 2017 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
4). Der Versicherte liess am
1.
Februar 2018
eine Replik erstatten (
Urk.
11),
einen Bericht von
Dr.
med.
S._
,
Spezialarzt für
Innere Medizin/Rheumatologie, vom 2
1.
November 2017 über eine rheumatologische Untersuchung vom Oktober 2017 einreichen (
Urk.
12)
und den Antrag stellen,
Dr.
S._
sei ebenfalls
als Zeuge einzuvernehmen (Urk.
11 S. 4)
. Die IV-Stelle erstattete am 1
3.
März 2018 die Duplik
und hielt an ihrem Antrag auf Beschwerdeabweisung fest
(
Urk.
14).
Mit Beschluss vom 2
0.
September 2018 ordnete das Gericht
die Einholung eines psychiatrischen Gutachtens an, nahm als Gutachterin
Dr.
med.
T._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
,
in Aussicht und gab den Parteien Gelegenheit, Ablehnungsgründe gegen die Gutachterin zu ne
n
nen und Änderungen und Ergänzungen zur Fragestellung zu beantragen (
Urk.
17). Die IV-Stelle erklärte mit Eingabe vom
4.
Oktober 2018, keine Ablehnungsgründe geltend zu machen und auf die Beantragung von Änderungen und Ergänzungen zur Fragestellung zu verzichten (
Urk.
19). Demgegenüber liess der Versicherte mit Eingabe vom 1
7.
Oktober 2018 den Antrag auf Modifikation des gerichtlichen Fragen
katalogs stellen (
Urk.
20). Mit Beschluss vom 1
9.
Oktober 2018 wies das Gericht diesen Antrag ab
, legte den Fragenkatalog damit
definitiv fest und ernannte Dr.
T._
zur Gutachterin (
Urk.
21). Nachdem dieser Beschluss unangefochten geblieben war, wurde der Gutachtensauftrag am
7.
Dezember 2018 erteilt (
Urk.
24).
Am 2
1.
Februar 2019 legte
Dr.
T._
ihr
Gutachten vor (
Urk.
27). Die IV
Stelle verzichtete mit Eingabe vom 1
1.
April 2019 auf eine Stellungnahme dazu (
Urk.
36), wogegen der Versicherte mit Eingabe vom 1
5.
April 2019
auf eine Stellungnahme der Hausärztin
Dr.
C._
vom 2
8.
März 2019
zur beruflichen Belastbarkeit verwies (
Urk.
38/2) und den Antrag stellen liess, der Gutachterin seien
Ergänzungsfragen zu unterbreiten (
Urk.
37). Mit Verfügung vom 2
5.
April 2019 wurde jeder Partei die jeweilige Eingabe der Gegenpartei zur Kenntnis gebracht (
Urk.
39).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität
ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerb
sunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit ode
r Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG]).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arb
eitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG).
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
nach
Art.
7 Abs. 2 ATSG
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen
(Satz 1)
. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überw
indbar ist (Satz 2).
1.2
1.2.1
Im Hinblick auf das Erfordernis in Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG hatte das Bundes
gericht die Arbeitsunfähigkeit bei bestimmten Leiden seit dem Jahr 2004 nach besonderen Grundsätzen beurteilt. Es hatte diese Leiden unter dem Begriff der p
athogenetisch
-ätiologisch unklare
n
syndromale
n
Beschwerdebilder ohne nach
weisbare organische Grundlage
zusammengefasst und festgestellt, es seien dies Störungen,
die sich hinsichtlich ihrer invalidisierenden Wirkung einer objektiven Beurteilung weit
gehend entzögen
, weil sie
in erster Linie
auf den Angaben der Patienten basier
t
en
(BGE 139 V 547 E. 5.9 mit Hinweis auf BGE 130 V 352). Das Bundesgericht war weiter zum Schluss gelangt, dass solche Störungen keinen
direkten Nachweis einer anspruchsbegründen
den Arbeitsunfähigkeit erlaubten und der Nachweis daher indirekt, gestützt auf Indizien, zu erbringen sei, wobei bei Beweislosigkeit vermutet werde, dass sich der geklagte Gesundheitsschaden nicht invalidisierend auswirke (
BGE 139 V 547 E. 7.2 und E. 8.1).
Für diesen Nachweis hatte das Bundesgericht in Anlehnung
an eine bestimmte medizinisch
e Lehrmeinung
(vgl. BGE 139 V 547 E. 3.2.3 mit Hinweis auf Klaus Foerster, Begutachtung und Erwerbsfähigkeit bei Patienten mit psychogenen
Störungen, SZS 1996 S. 486 ff.) besondere Kriterien aufgestellt, die in gewisser Ausprägung und Zahl erfüllt sein mussten (BGE 137 V 64 E.
4.1). Als
Haupt
krite
rium hatte das Bundesgericht eine psychische Komorbidität genannt, also die
Diagnose einer weiteren, von der
pathogenetisch
-ätiologisch
unklaren Störung
zu unterscheidenden psychischen Krankheit von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dau
er. Für den Fall des Fehlens einer
psychischen Komorbidität
hatte das Bundesgericht
weitere Faktoren
bezeichnet
, die bei entsprechender Intensität auf eine Beeinträchtigung der Arbeits
fähigkeit hinweisen können
, nämlich chronische körperliche Begleiterkrankungen und ein
en mehrjährigen
Krankheitsverlauf bei unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung, ein
en ausgewiesenen sozialen
Rückzug in allen Belangen des
Lebens, ein
en verfestigten
, the
rapeutisch nicht mehr angehbaren innerseelischen
Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden
Konfliktbewältigung (sogenann
ter primärer Krankheitsgewinn, «
Flucht in die Krank
heit»
) sowie unbefriedigende Ergebnisse trotz konsequent durchgeführter ambulanter oder stationärer Behandlungs- oder Rehabilitationsbemühungen bei vorhandener
Motivation und Eigenanstrengung der versic
herten Person (BGE 139 V 547
E. 9.1.1, 137 V 64 E.
4.1, 131 V
49 E. 1.2, 130 V 352 E.
2.2.3).
Ursprünglich hatte das Bundesgericht diese Kriterien für die Diagnose der
an
haltenden so
matoformen Schmerzstörung (Code
F45.4 der Internationalen Klassi
fikation psychischer Störungen der Weltgesundheitsorganisation, ICD-10)
entwickelt, später hatte es sie auf alle p
athogenetisch
-ätiologisch unklare
n
Be
schwerdebilder im dargelegten Sinne ausgedehnt (vgl. die Kasuistik in BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3, 139 V 547 E. 2.2). Das
Bundesgericht hatte den Kriterien normativen Charakter zugeschrieben und dazu festgehalten, der ursprüngliche Katalog fachpsychologischer Prognosekriterien habe sich zu einem rechtlichen Anforderungsprofil verselbständigt (vgl. BGE 139 V 547 E. 3.2.3 und E. 7.2).
1.2.2
Im Grundsatzurteil vom 3. Juni 2015 (BGE 141 V 281) hat das Bundesgericht entschieden, an der bisherigen Rechtsprechung zu den
pathogenetisch
-ätiolo
gisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage nicht länger festzuhalten und die sogenannte Überwindbarkeitsver
mutung aufzugeben. Stattdessen hat das Bundesgericht unter Aufstellung von Standardindikatoren ein neues Prüfungsraster entwickelt, anhand dessen die Auswirkungen solcher Beschwerdebilder zu ermitteln sind. Es präsentiert sich wie folgt (BGE 141 V 281 E. 4.1.3 und E. 6):
-
Kategorie «f
u
nktioneller Schweregrad»
-
Komplex «Gesundheitsschädigung»
-
Ausprägung der diagnos
erelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserf
olg oder –
resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex
«Persönlichkeit»
(Persönlichkeitsdiagnostik, p
ersönliche Ressourcen
)
-
Kompl
ex «Sozialer Kontext»
-
Kategorie
«Konsistenz»
(Gesich
tspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivit
ätenniveaus
in allen ver
gleichbaren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewi
esener Lei
densdruck.
Dieses
Raster verzichtet insbesondere auf den Begriff des primären Krankheitsgewinnes und auf die Bedeutung der psychia
trischen Komorbidität als Haupt
kriterium (vgl. BGE 141 V 281 E. 6). Hingegen schreibt das Bundesgericht dem neuen Raster wiederum normativen Charakter zu, weist jedoch darauf hin, dass es die Aufgabe der medizinischen Fach
personen sei, innerhalb der ein
schlägigen Indikatoren das Leistungsvermögen einzuschätzen (v
gl. BGE 141 V 281 E. 5.1 und E.
5.2). Des Weiteren müssen die funktionellen Einschränkungen nach wie vor mit überwiegender Wahrscheinl
ichkeit nachgewiesen sein - nun
mehr anhand der neuen Standardindikatoren -, und es ist die versicherte Person, welche die Beweislast dafür trägt (vgl. BGE 141 V 281 E. 6).
Ferner betont das Bundesgericht, dass es sich beim neu en
twickelten Raster nicht um eine
«
abhakbare
Checkliste
»
handelt, sondern dass dessen Handhabung den Umständen des Einzelfalls gerecht werden muss (BGE 141 V 281 E. 4.1.1).
1.2.3
In einem weiteren Schritt hat das Bundesgericht in zwei Grundsatzurteilen vom 3
0.
November 2017 die Anwendbarkeit der neu entwickelten Standardindikatoren auf grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen ausgedehnt, indem es für alle diese Erkrankungen das strukturierte Beweisverfahren als massgebend e
rklärt hat (BGE 143 V 418 E. 7,
143 V 409 E. 4.4 und E. 4.5). Damit hat das Bundesgericht insbesondere seine bisherige Rechtsprechung zu den depressiven Störungen geändert und hält nicht länger daran fest, dass rezidivierende oder episodische Depressionen leicht- bis mittelgradiger Natur einzig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht fallen, wenn sie erwiesenermassen therapieresistent sind (vgl. die Zusammenfassung der bisherigen Rechtsprechung in BGE 143 V 409 E. 4.1).
1.2.4
Von vornherein nicht als invalidenversicherungsrechtlich relevant gelten geklagte
Beschwerden insoweit, als sie
aggraviert
werden, also als stärker beein
trächtigend dargestellt werden, als sie tatsächlich sind beziehungsweise empfunden werden.
Hinweise für eine Aggravation erblickt das Bundesgericht etwa darin, dass
eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeig
ten Verhalten oder der Anamnese besteht, dass
intensive
Schmerzen angegeben
werden, die jedoch nur vage charakterisiert werden, dass
Klagen
in einer Weise demonstrativ vorgetragen werden, die unglaubwürdig wirkt, dass keine
medizinische
n
Behandlung
en in Anspruch genommen werden und dass
schwere Einschränkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfe
ld jedoch weitgehend intakt ist (BGE 141 V 281 E. 2.2 und E. 3.7.1, 131 V 49).
1.2.5
Gutachten, die
vor
den
dargelegten Rechtsprechungsänderung
en
eingeholt worden sind,
verlieren
gemäss
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
nicht zwangsläufig ihren Beweiswert. Vielmehr soll im einzelnen Fall geprüft werden, ob diese Gutachten, allenfalls zusammen mit weiteren fachärztlichen Berichten, eine schlüssige Beurteilung im Lichte
der
massgeblichen
Indikatoren
erlauben (vgl. BGE 141 V 281 E. 8).
1.3
1.3.1
Gemäss
Art.
28
Abs.
2 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70
%
, auf eine
Dreiviertelsrente
, wenn sie mindestens zu 60
%
, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50
%
oder auf eine
Viertelsrente
, wenn sie mindestens zu 40
%
invalid sind. Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG (in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkommen
).
Bei der Ermittlung des
zumutbarerweise
erzielbaren Invalideneinkommens sind grundsätzlich die Verdienstmöglichkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
massgebend
. Übt die versicherte Person jedoch nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der sie im Rahmen eines stabilen Arbeitsverhältnisses die ihr verbliebene
Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft und dabei ein Einkommen erzielt, das der Arbeitsleistu
ng angemessen ist und nicht als Soziallohn
erscheint, so gilt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts der von ihr tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweisen).
Der Rentenanspruch entsteht nach
Art.
28
Abs.
1 IVG frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40
%
arbeitsunfähig war (
lit
. b),
sofern sie nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40
% invalid ist (
lit
. c).
Zusätzlich kann der Rentenanspruch gemäss
Art.
29
Abs.
1 IVG nicht vor Ablauf von sechs Monaten nac
h der Geltendmachung entstehen.
1.3.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).
Anlass zur Rentenrevision gibt rechtsprechungsgemäss
jede wesentliche Änderung
in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditäts
grad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen).
Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit
ist gestützt auf Art. 88a Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird, und sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlic
h weiterhin andauern wird. Eine Verschlechterung
der Erwerbsf
ähigkeit ist nach Art. 88a Abs. 2
IVV zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbr
echung drei Monate gedauert hat.
1.4
Für die Beurteilung von Rechtsfragen, denen medizinische Sachverhalte zugrunde liegen, ist das Gericht auf Angaben und Unterlagen von medizinischen Fachpersonen, namentlich von Ärztinnen und Ärzten, angewiesen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist nach höchstrichterlicher Praxis entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a).
Bei Gerichtsgutachten weicht das Gericht nach der Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Fachleute ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen
. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist
oder
wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt.
Eine a
bweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachleute dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine
weitere Fachperson im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass es ohne eine solche vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht
(BGE 125 V 351 E. 3b/
aa
).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist nach wie vor die Frage des Rentenanspruchs des
Beschwerdeführers aufgrund der Anmeldung vom 2
8.
Mai 2012 (
Urk.
5/1).
2.2
2.2.1
Was die
somatische Seite des
Beschwerdebildes anbelangt, so
nannten
der Rheumatologe
Dr.
K._
und die Neurologin
Dr.
L._
im ersten Gutachten der MEDAS
G._
vom Januar 2014 (Untersuchungen vom Oktober 2013) a
ls organische Ursachen für die geklagten Schmerzen
die Befunde einer grosse
n
Diskushernie auf der Höhe C4/5 sowie mehrer
e
Diskusprotrusionen
im Bereich C3-7, die eine
aktuelle Magnetresonanztomographie vom Oktober 2013
zu Tage gebracht hatte; des
Weiteren wiesen sie auf die Diskushernie der Lendenwirbelsäule (L3/4) hin, die im September 2011 festgestellt worden war (vgl. Urk. 5/14/27).
Den
Befund
en
an der Halswirbelsäule schrieben sowohl der Rheumatologe als auch die Neurologin Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu,
und
der Rheumatologe bezeichnete auch den Zustand nach dem akuten
lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom vom September 2011 als einschränkend (Urk. 5/38/37-39 und Urk. 5/38/48-49).
Davon ausgehend
gelangten die Gutachter in der Gesamtbeurteilung zum Schluss, der Beschwerdeführer sei aufgrund der rheumatologischen und neurologischen Befunde für die Tätigkeit an der Packmaschine
der
Grossbäckerei nur noch zu 50 % arbeitsfähig, mit einer Hebe- und
Traglimite
von (gelegentlich) 20 kg.
Für eine angepasste Tätigkeit
- beschrieben als körperlich leichte und bisweilen mittelschwere Tätigkeit in Wechselposition, ohne Verrichtungen kranial des Kopfes mit
reklinierter
Halswirbelsäule und ohne
länger dauernde
Verrichtungen
mit
vorgeneigtem oder abgedrehtem Oberkörper
sowie ohne ausschliesslich sitzende oder stehende Zwangs
haltungen und ohne erhöhte Anforderungen an die manuelle Feinmotorik -
beurteilten die Gutachter den Beschwerdeführer demgegenüber rein somatisch betrachtet als vollumfänglich arbeitsfähig
(Urk. 5/38/19).
Das
Gericht
befand
diese Einschätzung
der Gutachter der MEDAS
G._
i
m Urteil vom 2
6.
Februar 2016 als ein
leuchten
d
(
Urk.
5/72
E. 2.3.
1), und da
ran
ist
für den damals beurteilten Zeitraum
weiterhin festzuhalten
. Wie
da
s Gericht dam
als
dargetan hat
te
(
Urk.
5/72 E. 2.3.3 und E. 2.3.4)
, basierte die Einschätzung auf umfassenden eigenen Abklärungen und einer eingehenden Auseinandersetzung mit
den
Vorakten
. Dabei
stimmten die
Gutachter
den
Schlussfolgerungen
zu
, welche
das
B._
und
die Neurologin
Dr.
C._
in den Jahren 2012 und 2013 getroffen hatten
(
Urk.
5/38/40-41
und
Urk. 5/38/51)
, dass
nämlich
weder aus rheumatologisch-immunologischer noch aus neurologischer oder aus
infektiologischer
Sicht Hinweise
auf
eine somatische Ursache der
geklagten Muskelschmerzen und der körperlichen
Schwäche und Müdigkeit
bestünden
(
B._
; Urk. 5/17/9-11
und
Urk.
5/87/5-11) und insbesondere keine strukturelle
Myopathie
oder eine neuromuskuläre Übertragungsstörung habe diagnostiziert werden kö
nnen (
Dr.
C._
; Urk. 5/14/28
30
,
Urk.
5/87/3-4 und
Urk.
5/87/12-13). Den internistischen Diagnosen
als solchen -
der HIV-Infektion
mit der entsprechenden Therapie,
dem
Diabetes mellitus und dem
chronischen Durchfall
-
massen
die Gutachter
hingegen
keinen wesentlichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu (vgl. Urk. 5/38/18-19).
Damit ist eine somatisch bedingte 50%ige Einschränkung in der angestammten Tätigkeit an der Packmaschine zwar plausibel, denn diese
Tätigkeit
umfasst gemäss dem Berufsprofil, das Dr.
K._
in den Jahren 2013 und 2017 erhob, Verrichtungen in
vornübergeneigter
, rückenhygienisch ungünstiger Haltung und häufige Rotationen mit dem Oberkörper (
Urk.
5/38/43-44 und
Urk.
5/99/57-58);
eine
höher
bemessene
Einschränkung
ist hingegen für die Zeit bis und mit der erstmaligen Untersuchung in der MEDAS
G._
vom Oktober 2013 aus rein somatischer Sicht nicht ausgewiesen.
2.2.2
In den medizinischen Unterlagen, die sich mit dem Verlauf danach befassen, ist insoweit
eine
Veränderung in somatischer Hinsicht dokumentiert, als
der
Beschwerdeführer sich
am 2
7.
Dezember 2013 in der
Q._
Klinik der
Operation der Diskushernie der Halswirbelsäule auf der Höhe C4/5 unterzog
(Urk. 5/87/16
17 und
Urk.
5/87/20-21)
.
Die
Klinik
bezeichnete
den Verlauf
aufgrund der klinischen und bildgebenden Befunde sowie
angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer
danach
nur noch über diskrete Restbeschwerden berichtete, als grundsätzlich
erfreulich und attestierte
bei d
er Kontrolluntersuchung
vom 24.
Juni 2014 wieder die vorbestandene 50%ige
Arbeitsfähigkeit (Urk. 5/87/20
21).
Hinweise auf weitere massgebliche somatische Veränderungen sind hingegen nicht vorhanden. Anlässlich der zweiten Begutachtung in der MEDAS
G._
mit den Untersuchungen vom März 2017 schilderte der Beschwerdeführer zwar gegenüber
der Neurologin
Dr.
L._
und
dem Rheum
atologen Dr.
K._
eine erneute Zunahme der Nackenschmerzen
nach
d
er anfänglichen Besserung, und er berichtete von einer generellen Ve
r
stärkung des gesamten Schmerzbildes (
Urk.
5/99/49-50 und
Urk.
5/99/57+65).
Dr.
L._
hielt jedoch fest, es ergäben sich insgesamt
keine neuen Aspekte
zum chronischen generalisierten Schmerzsyndrom und die
Ursachen desselben könnten nicht von neurologischer Seite erklärt werden (
Urk.
5/99/53
). Gleichermassen konnte
Dr.
K._
in Bezug auf die objektivierbaren Befunde keine relevante
Verschlechterung des Gesundheitszustands im Vergleich zur vorangegangenen Ex
ploration erkennen (
Urk.
5/99/73
). Die Feststellungen der beiden
Konsiliargutachter
decken sich sodann
mit denjenigen im Bericht des
R._
vom
8.
März 2016 (
Urk.
5/87/31-39), wo im Januar 2016 auf Zuweisung der Hausärztin hin eine eingehende Abklärung der Schmerzproblematik einschliesslich aktueller Röntgenaufnahmen der Halswirbelsäule und eines aktuellen neurologischen Konsiliums stattgefunden hatte. Auch dort
hatten
sich keine Hinweise
auf
eine
rheumatologische, internistische oder
neurologische Ursache der
langjährig geklagten Muskelschmerzen
ergeben
(
Urk.
5/87/34).
Unter diesen Umständen ist einleuchtend, dass
Dr.
K._
dem Beschwerdeführer aus der Sicht seines Fachgebietes
nur für die Zeit der
Diskushernienoperation
und der nachfolgenden Erholungsphase vo
m 2
7.
Dezember 2013 bis zur
Kontrolluntersuchung vom 2
4.
Juni 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (für jegliche Tätigkeit) attestierte, ihm im Übrigen aber die angestammte, mit häufigen Rumpfrotationen verbundenen Tätigkeit nach wie vor zu 50
%
und eine
angepasstere
leichtere und gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten vollumfänglich zumutete
(
Urk.
5/99/71-72)
,
und dass
Dr.
L._
aus rein neurologischer Sicht keine
darüber hinausgehenden Einschränkungen
ausmachen
konnte (
Urk.
5/99/54). Einleuchtend ist somit auch die Gesamtbeurteilung im Gutachten des Jahres 2017, welche die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung des rheumatologischen
Konsiliargutachters
übernahm (
Urk.
5/99/26
). Nichts Abweichendes lässt sich dem Bericht
von
Dr.
S._
vom 2
1.
November 2017
entnehmen, den der Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren einreichen liess
(
Urk.
12)
. D
ie Befunde und Diagnosen entsprechen den Feststellungen der übrigen Ärzte, und die Bemessung der Arbeitsunfähigkeit auf 50
%
stimmt
in
Bezug auf die
angestammte und immer noch
ausgeübte Tätigkeit
mit der
Beurteilung in
den beiden Gut
achten der
MEDAS
G._
überein.
Von der beantragten Befragung von
Dr.
S._
als Zeuge (
Urk.
11 S. 4) ist daher abzusehen.
2.3
2.3.1
Die beiden somatischen
Konsiliargutachter
waren sich schon im ersten Gutachten vom Januar 2014 darin einig, dass
die Schmerzangaben des Beschw
erdeführers nicht vollständig
auf organisch
e Befunde zurückführen seien, und das
Gericht stimmte dieser Einschätzung
und der entsprechenden Bestätigung durch den psy
chiatrischen
Konsiliargutachter
pract
. med.
J._
zu.
Es ist hierzu auf die Ausführungen im Urteil vom 2
6.
Februar 2016 zu verweisen (
Urk.
5/72 E. 2.3.3 und E. 2.4.1).
Was die
Erhebungen und Beurteilungen im nicht-somatischen Teil des ersten Gutachtens im Einzelnen anbelangt, so folgte das Gericht den Ergebnissen der begleitenden neuropsychologischen Untersuchung (
Urk.
5/72 E. 2.4.2), die normgerechte kognitive Leistungen ergeben hatte (vgl.
Urk.
5/38/57). Des Weiteren zweifelte das Gericht auch die
von
pract
. med.
J._
gestellten
psychiatrischen Diagnosen einer mittelgradigen depressiven Episode und einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10 Codes F32.1 und F45.40; Urk.
5/38/28) nicht grundsätzlich an (
Urk.
5/72 E. 2.4.3).
Hingegen stellte das Gericht fest, dass
pract
. med.
J._
die von ihm erhobenen Befunde explizit unter dem Aspekt der
damals gültig gewesenen
bundesgerichtlichen Krit
erien gewür
digt habe
(vgl. Urk. 5/38/30) und
s
eine Ausführungen in verschiedener Hinsicht nicht für eine Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit anhand de
r neu massgebenden Indikatoren genügten, da er insbesondere die Komorbidität in Form einer Depression entsprechend der ursprünglichen, nunmehr überholten Einstufung als Hauptkriterium gewichtet habe und eine Auseinandersetzung mit der Persönlichkeit des
Beschwerde
führers und dessen persönlichen Ressourcen fehle. In genereller Hinsicht bemängelte das Gericht ausserdem, dass
es die Besc
hwerdegegnerin unterlassen habe
, beim behandelnden Psychiater
Dr.
E._
einen ausführlichen schriftlichen Bericht einzuholen, und
pract
. med.
J._
dementsprechend nicht über die psychiat
rische Anamnese dokumentiert gewesen sei
, aber auch
davon abgesehen habe
, die fehlenden anamnestischen Angaben
selber
noch zu beschaffen (Urk.
5/72 E.
2.4.3).
Mit dem Rückweisungsurteil verpflichtete das Gericht die Beschwerdegegnerin daher
zur Behebung der beschriebenen Mängel. Dabei hielt es fest, es sei nicht a priori ein
neues psychiatrisches Gutachten
einzuholen, sondern
primär
seien die A
kten durch einen Bericht des behandelnden Psychiaters
Dr.
E._
zu vervollständigen und das bestehende Gutachten
sei
um die Angaben zu ergänzen, welche für die Anwendung der neuen Indikatoren erforder
lich seien (
Urk.
2.4.4).
2.3.2
Dass die Beschwerdegegnerin in der Folge neben dem
B
ericht von
Dr.
E._
vom 1
8.
August 2016
(
Urk.
5/83) und dem Bericht der Hausärztin
Dr.
med.
C._
vom
9.
September 2016 (
Urk.
5/87/1-2)
dennoch ein neues
polydisziplinäres Gutachten bei der MEDAS
G._
einholte,
hängt
offensichtlich
damit zusammen, dass
die neu zu erlassende Verfügung die Verhältnisse im gesamten sich bis dahin erstreckenden Zeitraum zu berücksichtigen hatte (vgl.
Urk.
5/72 E. 2.4.4).
Während
der
somatisch-medizinische
Verlauf
in diesem zweiten Gutachten
nach dem vorstehend Ausgeführten
überzeu
gend dargestellt und beurteilt wird
und die neuropsychologischen Testungen
im Vergleich zum er
s
t
en
Konsiliargutachten
vergleichbare, nicht in Frage zu stellende Ergebnisse hervorbrac
hte (vgl. Urk.
5/99/42-48), weist das Gutachten
in Bezug auf die psychische Beeinträchtigung
wiederum
Lücken auf.
Namentlich scheint weitgehend vergessen gegangen zu sein, dass seitens des psychischen Zustandsbildes nicht nur eine Verlaufsbeurteilung gefragt war, sondern dass das Gericht auch Nachbesserungen und
Ergänzungen zum Zeitraum verlangt hatte, der schon im ersten Gutachten beurteilt worden war.
Denn es
ist nicht
ersichtlich, dass die Beschwerdegegnerin
die MEDAS
G._
auf den Ergänzungsbedarf im Sinn
e des Urteils vom 2
6.
Februar 2016 hingewiesen hätte, und i
m Gutachten selbst ist das Urteil zwar
in der Aktenaufstellung erwähnt (
Urk.
5/99/14), es fehlen jedoch
Anhaltspunkte dafür, dass
pract
. med.
J._
die Urteilserwägungen zum Ergänzungsbed
a
rf zur Kenntnis genommen hätte, sondern er befasste sich ausschliesslich mit dem Verlauf seit der letzten Begutachtung
.
Zwar handelte er diesmal
die Standardindikatoren der ne
uen Rechtsprechung ab
(
Urk.
5/99/38),
er hielt
sich dabei
jedoch
äusserst
kurz
,
und
die Auseinandersetzung mit der Persönlichkeit des Beschwerdeführers und den persönlichen Ressourcen
fehlt nach wie vor
. Sodann
ist
der Bericht von
Dr.
E._
vom 1
8.
August 2016
(
Urk.
5/83)
, den die Beschwerdegegnerin in Nachachtung des Urteils vom 2
6.
Februar 2016 einholte,
wie schon dessen Bericht
e vom 1
9.
November 2012 und
vom
8.
November 2015 (
Urk.
5/16 und
Urk. 5/68/1-2) sehr theoretisch abgefasst und enthält wiederum keine anamnestischen Angaben, sondern setzt die Vorgeschichte als bekannt voraus. Dementsprechend konstatierte
pract
. med.
J._
abermals
, dass die Angaben von
Dr.
E._
mangelhaft seien (
Urk.
5/99/37+39),
er
unterliess es aber erneut, mit
Dr.
E._
Rücksprache zu nehmen.
Dies bewog das Gericht
dazu, den Beschwerdeführer durch
Dr.
T._
psychiatrisch begutachten zu lassen.
2.4
2.4.1
Das Gutachten von
Dr.
T._
basiert auf einer ausführlichen
Aktenanamnese (
Urk.
27 S. 3-20),
auf einer eingehenden Befragung des Beschwerdeführers zu
seiner Lebensgeschichte,
zu
r
Krankengeschichte
, zu den aktuellen Beschwerden und zur aktuellen beruflichen
und familiären Situation (
Urk.
27
S. 20-
28
)
und auf einer standardisierten Befunderhebung nach dem sogenannten
AMDP-System
(
A
rbeitsgemeinschaft für
M
ethodik und
D
okumentation in der
P
sychiatrie
;
Urk.
27 S.
28-30
)
;
ausserdem
führte
Dr.
T._
ein fremdanamnestisches Gespräch mit dem behandelnden Psychiater
Dr.
E._
(
Urk.
27
S. 31).
Sie l
eitete sodann die
psychiatrischen Diagnosen mit einlässlicher und für den medizinischen Laien verständlicher Begründung her und befasste sich dabe
i auch mit der Rolle somatischer
Faktoren, insbesondere der HIV-Infektion, im psychischen Krankheitsgeschehen (
Urk.
27
S. 32-35).
Des Weiteren
nahm
Dr.
T._
in ihrer Arbeitsfähigkeitsbeurteilung Bezug auf die
m
assgebenden
Standardindikato
ren des Bundesgerichts und legte anschaulich und konkret dar, wie sich die verschiedenen persönlichen und gesundheitlichen Gegebenheiten sowie
die Situation am Arbeitsplatz und in der Familie auf die Leistungsfähigkeit auswirkten (
Urk.
27
S. 35-
40). Dabei diskutierte sie auch die Frage nach Inkonsistenzen und Hinweisen auf Ag
gravation und Simulation (
Urk.
27
S. 30).
Schliesslich
nahm sie ausführlich Stellung zu den Beurteilungen der früher mit dem Beschwerdeführer befassten medizinischen
Fachpersonen (
Urk.
27
S. 41-47).
Das Gutachten von
Dr.
T._
erfüllt somit die Kriterien der Rechtsprechung an ein beweistaugliches G
erichtsgutachten
(E. 1.4) ohne Weiteres.
Damit erübrigt sich die beantragte Befragung von
Dr.
E._
als Zeugen (vgl.
Urk.
1 S.
2).
Nachfolgend ist zu prüfen, was dem Gutachten
von
Dr.
T._
für die Beantwortung der sich stellenden Fragen im Einzelnen zu entnehmen ist.
2.4.2
Dr.
T._
stellte die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
27 S. 32)
:
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 Code F45.41) bei somatischer Grunderkrankung beziehungsweise Grund
-
erkrankungen,
ein
chronifiziertes
depressives Zustandsbild im Sinne von rezidivierenden
depressiven Episoden ohne vollständige Remission (ICD-10 Code F34.8),
eine
Fatigue
bei HIV-Infektion und entsprechender antiviraler Therapie (ICD-10 Code F06.8) entsprechend sonstiger nicht näher bezeichneter psychischer Störung aufgrund einer Schädigung
oder Funktionsstörung
des Gehirns oder einer körperlichen Erkrankung.
Diese Diagnosen sind allesamt einleuchtend begründet. Was die Schmerzstörung anbelangt, so
wird
die Unterscheidung zwischen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 Code F45.4), wie sie
pract
. med.
J._
der
MEDAS
G._
stellte (
Urk.
5/38/28 und
Urk.
5/99/36)
, und einer
chronische
n
Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren
(ICD-10 Code F45.41)
, wie sie
Dr.
T._
als gegeben erachtete, in der aktuellsten Auflage des ICD-10 mangels
ausreichender Abgrenzba
rkeit nicht mehr getroffen. Es bestehen somit keine eigentlichen Diskrepanzen zwischen diesen beiden
Schmerzd
iagnosen.
Und wenn
Dr.
E._
gegenüber
Dr.
T._
äusserte, es lägen zu viele somatische Befunde für eine somatoforme Schmerzstörung im engeren Sinn vor (
Urk.
27 S. 31), so stellte
Dr.
T._
die somatischen
Befunde nicht in Abrede,
sondern
legte
vielmehr
einleuchtend dar, wie solche Befunde als klassische Auslöser einer psychiatrisch definiert
en Schmerzstörung wirkten (Urk.
27 S. 32). Hinsichtlich de
r
depressiven
Symptomatik
hielt
Dr.
T._
fest
(
Urk.
27 S. 33)
, retrospektiv betrachtet sei es wohl erstmals im Kontext der Diagnose der HIV-Erkrankung zu einer depressiven Episode
gekommen, die
Symptome schienen
sich anschliessend jedoch weitestgehend
zurückgebildet zu haben, und erst ab dem Jahr 2011 sei es im Zusammenhang mit dem Auftreten der körperlichen
Symptome auch
immer wieder zu depressiven Symptomen bis hin zur Suizidalität gekommen.
Mit der Diagnose eines
chronifizierten
depressiven Zustandsbildes mit rezidivierenden depressiven Episoden ohne vollständige Remission
, der auch
Dr.
E._
zustimmte (
Urk.
27 S. 31),
trug
Dr.
T._
im Sinne der gerichtlichen Fragestellung dem
Gesamtverlauf über die Jahre hinweg
Rechnung, sodass auch in dieser Hinsicht auf
das Gutachten abgestellt werden kann. Plausibel ist schliesslich auch, dass
Dr.
T._
zumindest einen Teil der raschen Ermüdbarkeit auf die HIV-
Infektion beziehungsweise die
anti
virale
Therapie und die wiederkehrenden Durchfälle
(deren
Ätiologie
nicht abschliessend geklärt werden konnte)
zurückführte (
Urk.
27 S. 33 f.; vgl. zur
gastroenter
o
logischen
Situation
die
Bericht
e des
B._
vom 13. Dezember 2011
und vom 1
4.
Januar 2016
, Urk. 5/14/19-21
und Urk. 5/87/29
30
, den Bericht von
Dr.
med.
U._
, Facharzt für Allgemeine Me
dizin, vom 21. Dez
ember 2011,
Urk.
5/14/22-23,
und
die Bericht
e
von
Dr.
med.
V._
, Spezialarzt für Gas
troenterologie und Innere
Medizin, vom 1
1.
Juli 2012
und vom
3.
Juni 2014,
Urk.
5/14/12
und
Urk.
5/87/18-19).
2.4.3
Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
durch
Dr.
T._
stand im Zentrum, dass der Beschwerdeführer
die Stelle bei der
Y._
AG
nach wie vor innehatte
und
das reduzierte Pensum von 50
%
seit Mitte Mai 2012 durchgehend hatte beibehalten
und in den letzten sechs od
er sieben Monaten (vor den Explo
rationsgesprächen von Ende Januar/Anfang Februar 2019;
vgl.
Urk.
27 S. 2) sogar auf 70
% hatte steigern können (
Urk.
27 S. 22 f.
, S. 24 und S. 37).
Wenn
Dr.
T._
den Beschwerdeführer
schon seit längerer Zeit
als dazu in der Lage beurteilte, seine
gesundheitlichen Einschränkungen
aus psychiatrischer Sicht
insoweit zu überwinden und ein Pensum in diesem gesteigerten Umfang zu verrichten
(
Urk.
27 S. 30
f.
, S. 37 und S. 40), so leuchtet dies
unter den gegebenen Umständen
ein. Zwar g
ab der Beschwerde
führer im Explorationsgespräch
an, das Pensum
allein
wegen der schwierigen finanzielle
n Situation erhöht zu haben, wodurch
di
e Schmerzen jedoch zugenommen hätten und er an der
absoluten
Limite
der Belastbarkeit angelangt
sei
(
Urk.
27 S. 22
und S. 37). Desgleichen
vermutete die
Hausärztin
Dr.
C._
in ihrer Stellungnahme vom 28.
März 2019 eine
Überlastung des Beschwerdeführers auf längere Sicht (Urk
.
38/2).
Der Beschwerdeführer
selber
erklärte jedoch
gegenüber
Dr.
T._
, seine
Vorgesetzten seien insgesamt zufrieden mit ihm
,
er mache seine Arbeit gut
und
ohne g
rössere Fehler
und das Pensum sei zu bewältigen
(
Urk.
27 S.
22
und S. 37
)
. Dies spricht für eine effektive Leistungsfähigkeit
im Umfang des erhöhten Pensums.
Umgekehrt fehlen Anhaltspunkte
für
die implizite Vermutung von Dr.
C._
, die soziale Verantwortung des Arbeitgebers spiele bei der Fortführung des Arbeitsverhältnisses mit dem Beschwerdeführer
immer noch
die grö
ssere Rolle als dessen Leistung, wie dies in der ersten Zeit nach der Reduktion des Beschäftigungsgrades der Fall gewesen war (vgl. die Notizen im Verlaufsprotokoll der Eingliederungsberatung,
Urk.
5/23/3-11).
Insbesondere lässt sich dies nicht daraus ableiten,
dass d
er Vertrag mit dem erhöhten Pensum
gemäss der eingereichten Vertragsänderung vom 2
0.
März 2019
bis
Ende 2019
befristet ist
(
Urk.
38/1). Denn im Zeitpunkt der schriftlichen Ausstellung dieser Änderung war der Beschwerdeführer bereits seit etwa acht Monaten im höheren Pensum tätig
,
und eine rund eineinhalb Jahre dauernde
Pensumserhöhung
kann nicht mehr nur als Arbeitsversuch gewertet werden, wie der Besc
hwerdeführer dies in der Stellungnahme
vom 1
5.
April 2019 geltend machen liess (
Urk.
37).
Auch war Dr.
T._
aufgrund des Anamnesegesprächs durchaus im Bild darüber, dass die Erhöhung des Arbeitspensums vorerst lediglich versuchsweise erfolgt war (vgl.
Urk.
27 S. 22). Es erübrigt sich daher, der Gutachterin im Sinne des Antrags in dieser Stellungnahme entsprechende Ergänzungsfragen zu unterbreiten.
Immerhin g
ilt
es
zu beachten, dass
das Pensum von 70
%
den Umfang der
50%igen
Arbeitsfähigkeit übersteigt, die dem
Beschwerdeführer
aus rheumatologischer Sicht für die Tätigkeit
in der Bäckerei
attestiert worden ist.
Die
se
rheumatologische
Einschätzung mag wohl zu relativieren sein angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer von den schwereren Verrichtungen offenbar entlastet worden ist (vgl.
Urk.
27 S. 22). Die grundsätzliche Arbeitsweise an Maschinen mit häufiger Rotation des Oberkörpers änderte sich jedoch nicht. Es
ist
deshalb
gut denkbar,
dass die Schmerzzunahme infolg
e der
Pensumserhöhung
rheumatologisch
begründet war.
Hingegen
spricht das
Durchhaltevermögen, das der
Beschwerdeführer bei der Wahrnehmung des höheren Pensums zeigte, in psychischer Hinsicht für die Zumutbarkeit eines solchen Pensums
in einer körperlich optimal angepassten Tätigkeit.
Dr.
T._
bezeichnete die Arbeitstätigkeit denn auch als
die grösste Ressource des Beschwerdeführers, da sie ihn von den Beschwerden ablenke und seinen Minderwertigkeitsgefühlen entgegenwirke (
Urk.
27 S. 30
und S. 40
).
2.4.4
Soweit
indessen
die Beschwerdegegnerin die Auffassung vertrat, aus den psychiatrischen Diagnosen lasse sich überhaupt keine invalidenversicherungsrechtlich
relevante Einschränkung in der Arbeitsf
ähigkeit ableiten (
Urk.
2, Urk.
5/101/6
,
Urk.
14
), so kann ihr nicht zugestimmt werden.
Denn
Dr.
T._
nahm zwar gewisse Verdeutlichungstendenzen wahr,
indem sich der Beschwerdeführer vor allem während des zweiten Gesprächs in einem Ausmass als leidend präsentiert habe, das eine Arbeitsfähigkeit als kaum vorstellbar habe e
rscheinen lassen
. Sie wies jedoch darauf hin, dass sein Verhalten in der Untersuchungssituation ansonsten korreliert habe mit den geschilderten Beschwerden und Schwierigkeiten
und dass sein Leidensdruck im Rahmen der Untersuchung spürbar gewesen sei. Dementsprechend
sah
sie hinter den Übertreibungen das Bestreben des Beschwerdeführers, tatsächlich vorhandenes Leiden zu veranschaulichen, und nicht die Absicht, ein L
eiden vorzutäuschen (
Urk.
27 S. 30
).
Die Beurteilung der Gutachterin,
es bestehe ein klinisch relevanter Symptomenkomplex
, der zu gewissen Leistungseinschränkungen führe, welche die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers insgesamt herabsetzten
(
Urk.
27 S. 37)
,
steht daher nicht im Widerspruch zum beobachteten verdeutlichenden Verhalten und
basiert im Weiteren auf einer eingehenden
Diskussion der dafür massgebenden Faktoren
.
So schilderte
Dr.
T._
gut verständlich, dass
die HIV-Diagnose den
Beschwerdeführer und die ganze Familie in eine Krise gestürzt habe,
dass
der Beschwerdeführer
nachfolgend seine Arbeit vorerst
wohl
ohne nennenswerte Einschränkungen habe fortführen können,
dass
es jedoch infolge zunehmender
körperlicher Beschwerden ab Ende 2011 zu wiederholten depressiven Episoden mit einer zunehmenden Müdigkeit und Erschöpfbarkeit gekommen sei und sich die körperlichen und psychischen Beschwerden
gegenseitig verstärkt hätten.
Weiter
hielt
Dr.
T._
fest, es sei dem Beschwerdeführer im Rahmen der Behandlung bei
Dr.
E._
erstmals gelungen, über seine Befürchtungen und Sorgen im Zusammenhang mit der HIV-Erkrankung sowie generell über seine Probleme zu sprechen, die eheliche Beziehung sei jedoch durch seine Erkrankungen erheblich belastet und er habe ausserdem keinen Freundeskreis und ziehe sich auch aus der
religiösen Gemeinschaft und aus
dem Familienkreis zurück.
Aufgrund dieser Befunde ging die Gutachterin
davon aus, dass die somatischen Komorbiditäten den Krankheitsverlauf klarerweise n
egativ beeinflussten und das psychische Störungsbild inzwischen einen recht
chronifizierten
Verlauf habe
.
Dabei beurteilte sie die
psychiatrische Behandlung als adäquat und die
Kooperation des Beschwerdeführers
a
ls gut und
konnte a
us der Sicht ihres Fachgebietes
entgegen dem Dafürhalten
der
Beschwerdegegnerin (
Urk.
5/101/6 und
Urk.
14
S. 2)
keine weiteren Behandlungsoptionen nennen
(
Urk.
27 S. 36 ff.
und S. 41
),
dies grundsätzlich in Übereinstimmung mit
pract
. med.
J._
im zweiten
Konsiliargutachten
(vgl.
Urk.
5/99/38).
I
m Einzelnen nannte
Dr.
T._
als Gegebenheiten mit einschränkendem Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte Beeinträchtigung der Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit aufgrund der depressiven Grundstimmung, eine Einschränkung in der Durchhaltefähigkeit, eine rasche Erschöpfbarkeit mit Leistungsabfall und Konzentrationsabnahme, wie sie auch im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung zu beobachten gewesen sei, Einschränkungen in der Selbstbehauptungsfähigkeit, welche
di
e Kontaktfähigkeit zu Dritten und
die
Gruppenfähigkeit einschränkten
, sowie die beeinträchtigten
familiären Beziehungen und das mangelnde Vermögen zu Spontanaktivitäten
. Umgekehrt erwähnte sie als Faktoren mit förderndem Einfluss auf die Leistungsfähigkeit die Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen, die kaum eingeschränkte Flexibilität und Umstellungsfähigkeit und die erhaltene Fähigkeit zur Anwendung fachlicher Kompetenzen
(
Urk.
27 S.
38 f.).
Damit
ist der Bemessung der Arbeitsfähigkeit auf 70
%
beziehungsweise der
Arbeitsunfähigkeit auf 30
%
durch
Dr.
T._
(
Urk.
27 S. 40) zu folgen. Zu folgen ist
Dr.
T._
auch in ihrer Annahme, die Arbeitsfähig
keit sei in der Vergangenheit stärker
eingeschränkt gewesen und habe sich erst in den letzten Jahren auf die gegenwärtigen 70
%
gesteigert (
Urk.
27 S. 40). Diese Annahme findet ihre Stütze im zweiten Gutachten der
MEDAS
G._
.
Pract
. med.
J._
hatte damals
eine Bess
erung der depressiven Symptomatik seit dem Aufenthalt des Beschwerdeführers in der Kli
nik
P._
vom Juni/Juli 2015
sowie auch seit der ersten Exploration vo
n
Oktober 2013 festgestellt (
Urk.
5/99/37) und hatte dem Beschwerdeführer dementsprechend
eine geringere Einschränkung
in der
Arbeitsfähigkeit
attestiert (im Umfang von nur noch 20
%
anstelle der
vorangegangenen
3
0
%
; vgl.
Urk.
5/99/39
und
Urk.
5/38/31).
Demnach ist für die erste Zeit ab der
Pensumsreduktion
per Mai 2012 von einer psychisch bedingten Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit von 50
%
- für sämtliche körperlich angepassten Tätigkeiten -
auszugehen, wie sie
Dr.
T._
für gerechtfertigt erachtete (
Urk.
27 S. 4
0); dieser im Vergleich zu
pract
. med.
J._
höher
bemessenen Einschränkung ist angesichts der Fundiertheit des Gerichtsg
utachtens der Vorrang zu geben.
Der Zeitpunkt der Verbesserung, den
Dr.
T._
retrospektiv nicht genau zu
eruieren
in der Lage war (
Urk.
27 S. 40), ist auf das Datum der
zweiten Exploration durch
pract
. med.
J._
vom
1
5.
März 2017
(vgl.
Urk.
5/99/31) festzulegen, dies aufgrund des Umstandes, dass
es
die
Beschwerdegegnerin
ist, welche
die Beweislast für diese Verbesserung trägt.
2.5
2.5.1
Es bleibt das Mass der Einschränkung
i
n der Erwerbsfähigkeit im Zei
tverlauf und damit der
Rentenanspruch
des Beschwerdeführers
zu ermitteln.
2.5.2
Gemäss den Angaben von
Dr.
C._
im Bericht vom 2
9.
August 2012 war der Beschwerdeführer vom
5.
September bis zum 2
6.
Oktober 2011 zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
5/14/9). A
nschliessend arbeitete er von Januar bis April 2012 wieder im ursprünglichen Pensum, wie aus
den Eintragungen in den
Absenzenlisten
der Arbeitgeberin
ersichtlich ist (
Urk.
5/8/9-10), bevor er sein Pensum schliesslich auf den 1
4.
Mai 2012 hin mit entsprechendem Attest
der
Hausärztin auf 50
%
reduzierte. Im Ausmass dieser Reduktion blieb er nach dem vorstehend Ausgeführten durchgehend arbeitsunfähig.
Das Wartejahr
nach
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG e
rstreckte sich somit von Mitte Mai 2012 bis Mitte Mai 2013, sodass dem Beschwerdeführer ab dem
1.
Mai 2013
(vgl.
Art.
29
Abs.
3 IVG)
bei entsprechende
r Erwerbseinbusse eine Rente zugesprochen werden kann.
2.5.3
Solange der Beschwerdeführer auch für körperlich
angepasstere
Tätigkeiten als die Tätigkeit bei der
Y._
AG aus psychiatrischer Sicht nur zu 50
%
arbeitsfähig war, schöpfte er mit seiner 50%-Stelle am angestammten Arbeitsplatz seine verbliebene Arbeitsfähigkeit im Sinne der dargelegten Rechtsprechung vollumfänglich aus. Trotz der anfänglichen Hinweise im
berufsberaterischen
Verlaufs
protokoll (
Urk.
5/23/3-11) kann sodann für die Zeit ab Mai 2013 nicht mehr
davon ausgegangen werden
,
dass
der
halbe Lohn für die halbe Stelle (vgl. die Angabe
der Arbeitgeberin in
Urk.
5/8/2
) eine Soziallohnkomponente enthielt.
Der Beschwerdeführer hat somit ab dem
1.
Mai 2013 zunächst Anspruch auf eine halbe Rente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 50
%
.
Des Weiteren ist dem Beschwerdeführer aufgrund der operationsbedingten 100%igen Arbeitsfähigkeit ab dem 2
7.
Dezember 2013 (vgl. E. 2.2.2) nach Ablauf der dreimonatigen Frist nach
Art.
88a
Abs.
2 IVV ab dem
1.
März 2014 eine ganze Rente zuzusprechen. Diese ist nach der Wiedererlangung der 50%igen
Arbeitsfähigkeit ab dem 2
4.
Juni 2014 (vgl. E. 2.2.2) und dem erneuten Ablauf
einer
dreimonatigen Frist (
Art.
88a
Abs.
1 IVV
) auf den
1.
Oktober 2014 wieder auf die halbe Rente herabzusetzen.
2.5.4
2.5.4.1
Mit der Verbesserung der Arbeitsfähigkeit ab Mitte März 2017
trat
nochmals eine rentenrel
evante Veränderung ein
.
Nach dem Gesagten ist fraglich, ob die Tätigkeit bei der
Y._
AG den körperlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers vollumfänglich angepasst ist. Es
ist
jedoch als zumutbar zu beurteilen, dass der Beschwerdeführer eine andere, besser angepasste Tätigkeit aufnimmt. Zwar
erwähnten die Gutachter der MEDAS
G._
in ihrem zweiten Gutachten die Gefahr
einer psychischen/verhaltensmässigen D
ekompensation im Falle eines Stellenwechsels (
Urk.
5/99/26). Angesichts dessen, dass
Dr.
T._
dem
Beschwerdeführer eine wenig bis kaum eingeschränkte Flexibilität und Umstellungsfähigkeit zuschrieb
(
Urk.
27 S. 38)
, ist jedoch von der Verkraftbarkeit des Wechsels auszugehen. Überdies bestünde auch die Möglichkeit, dass
der
Beschwerdeführer
das körperlich zumutbare 50%-Pensum bei der bisherigen
Arbeitgeberin beibehielte und in Ergänzung dazu eine angepasste
20%ige Tätigkeit aufnähme.
2.5.4.2
Nach
der Erhöhung der Arbeitsfähigkeit für eine angepasste Tätigkeit auf 70
%
entspricht
das mutmassliche Invalideneinkommen nicht mehr dem tatsächlich
erzielten Lohn, da
zum einen der Beschwerdeführer das Pensum Mitte März 2017 noch nicht erhöht hatte und zum andern der später geschlossene Arbeitsvertrag mit dem erhöhten Pensum (
Urk.
38/1) befristet war, sodass
auf jeden Fall im Umfang der Erweiterung des Pensums
nicht von den rechtsprechungsgemäss erforderlichen besonders stabilen Verhältnissen gesprochen werden kann. Für die Ermittlung des Invalideneinkommens ist daher der allgemeine Arbeitsmarkt massgebend, wie er sich in den Tabellen der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung
(LSE)
des Bundesamtes für Statistik widerspiegelt.
Für den Beschwerdeführer, der nur über einen Grundschulabschluss verfügt und keine Berufsausbildung genossen hat (vgl.
Urk.
5/1/4-5)
,
fallen die Tätigkeiten aus dem Stellenspektrum des Kompetenzniveaus 1 (einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art) der massgebenden Tabelle TA1_tirage_skill_level (
Monatlicher
Bruttolohn nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und
Geschlecht im Privaten Sektor; vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.3.1 und E. 2.5.7) der
LSE
in Betracht.
In diesem Spektrum ist im Jahr 2014
(aktuellste
Ausgabe der LSE
im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen V
erfügung vom 2
5.
September 2017
)
für Männer ein Bruttomonatslohn von
Fr.
5'312.-- angegeben (Lohn, über dem beziehungsweise unter dem sich 50
%
aller Lohnangaben befinden
[sogenannter Zentralwert], unter anteilsmässiger Berücksichtigung des
1
3.
Monatslohnes und standardisiert auf 40 Wochenstunden).
Umgerechnet auf die durchschnittliche betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2017 (vgl. Bundesamt für Statistik
,
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Tabelle T
03.02.03.01.04.01) und unter Berücksichtigung der Entwicklung der Nominallöhne der Männer (+
0.3
%
im Jahr 2015 + 0.6
%
im Jahr 2016 + 0.4
%
im Jahr 2017; vgl. Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, Landesindex der
Konsumentenpreise
, Tabelle T 39) ergibt sich für das Jahr 2017 als das massgebende Jahr der Veränderung ein Monatswert von
Fr.
5'610.--
beziehungsweise ein Jahreswert von
Fr.
67'320.-- (12 x
Fr.
5'610.--). Aufgrund der nur 70%igen Arbeitsfähigkeit ist dieser Wert um 30
%
auf
Fr.
47'124.-- zu reduzieren.
Rechtsprechungsgemäss
ist sodann
dort, wo das Invalideneinkommen anhand von statistischen Angaben ermittelt wird,
durch eine Herabsetzung
um maximal 25 %
dem Umstand Rechnung zu tragen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen auch bei der Verrichtung einer an sich angepassten Tätigkeit in gewissem Masse eingeschränkt und dadurch
erfahrungsgemäss
gegenüber voll leistungsfähigen Arbeitnehmern
lohnmässig
benachteiligt sind; darüber hinaus dient eine solche Reduktion der Berücksichtigung von weiteren persönlichen und beruflichen Merkmalen, die sich auf die Lohnhöhe auswirken können, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.3 mit Hinweisen
).
Vorli
egendenfalls
ist eine
Reduktion indessen entgegen dem Standpunkt d
es Beschwerdeführers (
Urk.
1 S.
10 f.,
Urk.
11 S. 5) nicht angezeigt. Z
war trifft zu, dass
die Rechtsprechung
bei Männern, die aus gesundheitlichen Gründen nur noch teilzeitlich erwerbstätig sein können, ein
en
Abzug vom Tabe
llenlohn grundsätzlich anerkennt
.
Er ist jedoch nach der neueren Rechtsprechung nicht mehr automatisch vorzunehmen (Urteil des Bundesgerichts
8C_211/2018 vom
8.
Mai 2018 E. 4.4
mit Hinweisen
)
. Die Auswertung der LSE 2014 ergibt
wohl f
ür Männer ohne Kaderfunktion
eine Differenz von rund 6
%
zwischen dem - auf ein 100%-Pensum umgerechneten - Durchschnittslohn für ein Teilzeitpensum von 50-74
%
und dem Durchschnittslohn für ein 100%-Pensum (Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_805/2016 vom 2
2.
März 2017 E. 3.2 und
8C_12/2017 vom 2
8.
Februar 2017 E. 5.5.2
; vgl.
Bundesamt für Statistik
, Monatlicher Bruttolohn nach Beschäftigungsgrad, beruflic
her Stellung und Geschlecht, Pri
vater und öffentlicher Sektor zusammen, Tabelle T 18
)
. Zum einen leitet das Bundesgericht daraus jedoch keine überproportionale, im Lichte des Bundesrechts zwingend zu berücksichtigende
Lohneinbusse
ab. Und zum andern fällt die vorstehend erwähnte Möglichkeit ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer die besser
entlöhnte
50%-Stelle bei der angestammten Arbeitgeberin (vgl. hierzu nachstehend
E. 2.5.4.3
) beibehält und sie durch eine weitere 20%-Stelle ergänzt.
Damit bleibt es beim Invalideneinkommen in der Höhe von
Fr.
47'124.--.
2.5.4.3
Was das
Validenkommen
betrifft, so nannte die Beschwerdegegnerin im Fragebogen ein Jahreseinkommen von
Fr.
73'078.-- (inklusive Schichtzulagen),
das der Beschwerdeführer i
m Jahr
2012
bei guter Gesundheit erzielt hätte
(
Urk.
5/8/3)
. In Anpassung an die Nominallohnentwicklung bei Männern (+ 0.8
%
im Jahr 2013 + 0.7
%
im Jahr 2014 + 0.3
%
im Jahr 2015 + 0.6
%
im Jahr 2016 + 0.4
%
im Jahr 2017
; vgl. die erwähnte Tabelle T 39
) resultiert daraus für das Jahr 2017 ein Jahres
-
Validen
einkommen
von
Fr.
75'147.
--.
2.5.4.4
Aus der Gegenüberstellung des
Valideneinkommens
von
Fr.
75'147.-- und des Invalideneinkommens von
Fr.
47'124.-- ergibt sich für die Zeit ab Mitte März 2017 ein Invaliditätsgrad von abgerundet 37
%
.
Die halbe Rente des Beschwerdeführers ist somit nach Ablauf der dreimonatigen Frist nach
Art.
88a
Abs.
1
IVV
per
1.
Juli 2017 aufzuheben.
2.6
Zusammengefasst ist damit die
an
gefochtene Verfügung vom 2
5.
September 2017
in teilweiser Gutheissung der Beschwerde
dahingehend zu ändern, dass der
Beschwerdeführer von Mai 2013 bis Februar 2014 Anspruch auf eine halbe, von März bis September 2014 Anspruch auf eine ganze und von Oktober 2014 bis Juni 2017 Anspruch auf eine halbe Rente hat. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
3.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Verfahren kostenpflichtig.
Angesichts dessen, dass
auch das zweite Gutachten der MEDAS
G._
Fragen
offen gelassen
hatte
und deshalb ein Gerichtsgutachten in Auftrag gegeben werden musste, sind die Kosten auf den Höchstbetrag des
gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.
bis Fr. 1'000.--) und damit auf Fr. 1'000.-- festzusetzen.
D
e
r Beschwerdeführer
obsiegt zwar für einen
grossen
Teil der zu beurteilenden Zeitspanne, die durch die angefochtene Verfügung vom 2
5.
September 2017
begrenzt ist.
Allerdings
wird ihm die Rente nur befristet zugesprochen und noch innerhalb des Beurteilungszeitraums wieder aufgehoben. Die
mit der Aufhebung einhergehende
Anspruchsverneinung weist
üb
er den Beurteilungszeitraum hinaus,
da sie bis zum Eintritt einer
rentenrelevanten
Sachverhaltsänderung weiter gilt. Es rechtfertigt sich daher, den Parteien die Gerichtskosten je zur Hälfte aufzuerlegen.
Was die Kosten des Gerichtsgutachtens betrifft, so können die Gutachtenskosten der IV-Stelle rechtsprechungsgemäss dann auferlegt werden, wenn diese den Sachverhalt mangelhaft untersucht hat und die Einholung eines Gutachtens daher notwendig war (BGE 143 V 269 E. 3.3 mit Hinweis auf BGE 139 V 496).
Diese Voraussetzungen sind hier gegeben. Die Kosten im Betrag von
Fr.
9'600.--
gemäss der Rechnung
von
Dr.
T._
vom 2
1.
Februar 2019 (
Urk.
28) sind als angemessen zu beurteilen. Zu
berücksichtigen
ist
, dass die Änderung der Rechtsprechung zur invalidenversicherungsrechtlichen Relevanz von Depressionen, welcher im Gerichtsgutachten Rechnung zu tragen war, erst nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung vom
2
5.
September 2017
ergangen ist. Es rechtfertigt sich daher, den Kostenbetrag, welcher der Beschwerdegegnerin für das Gerichtsgutachten aufzuerlegen ist, ermessenweise auf
Fr.
7
'000.--
herabzusetzen
.
4.
Nach Art. 61
lit
. g ATSG hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person Anspruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen sind; als weitere Bemessungskriterien nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
] sowie § 8 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht [
GebV
SVGer
]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Da der Beschwerdeführer nach dem vorstehend Ausgeführten nur als zur Hälfte Obsiegender einzustufen ist, ist die
Prozessentschädigung, die ihm zuzusprechen ist,
entsprechend zu reduzieren und ermessensweise
auf
Fr.
1‘800.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.