Decision ID: 5756ae2d-378f-4a2c-82e7-42298d8a9760
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend
Drohung etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon, Einzelgericht, vom 8. Mai 2013 (GG130010)
Anklage:
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Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 12. März 2013 ist
diesem Urteil beigeheftet (Urk. 20).
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist schuldig der Drohung im Sinne von Art. 180
Abs. 1 StGB.
2. Vom Vorwurf der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB wird der
Beschuldigte freigesprochen.
3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu
Fr. 30.–.
4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre
festgesetzt.
5. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 1'500.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. Kosten Kantonspolizei
Fr. 1'000.00 Gebühr Strafuntersuchung gemäss § 4 GebV StrV
Fr. Kanzleikosten
Fr. Auslagen Vorverfahren
Fr. amtliche Verteidigung (bisher)
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem
Beschuldigten auferlegt.
7. (Mitteilungen)
8. (Rechtsmittel)
Berufungsanträge:
a) Des Rechtsvertreters des Privatklägers:
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(schriftlich; Urk. 49) "1. (...) 2. Es sei Ziff. 2 des Urteils des Bezirksgerichts Dietikon (. GG130010-M) in Sachen Staatsanwaltschaft Limmat/Albis gegen den Beschuldigten B._, geb tt.mm.1954 aufzuheben und es sei der Beschuldigte anklagegemäss der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen und  zu bestrafen. 3. (...) 4. Es sei der Beschuldigte B._ zur Zahlung Fr. 500.00 als Genugtuung an den Zivilkläger, A._, zu verpflichten."
b) Der Staatsanwaltschaft:
(Urk. 45)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils

Erwägungen:
I. Prozessgeschichte und Prozessuales
1.1. Der Verlauf des Verfahrens bis zum vorinstanzlichen Urteil ergibt sich aus
dem Entscheid vom 8. Mai 2012 (Urk. 36 S. 3).
1.2. Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil der Vorinstanz vom
8. Mai 2012 wurde der Beschuldigte der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1
StGB schuldig gesprochen. Vom Vorwurf der Beschimpfung im Sinne von Art. 177
Abs. 1 StGB wurde der Beschuldigte frei gesprochen. Der Beschuldigte wurde mit
einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 30.-- bestraft, wobei diese Strafe auf-
geschoben und die Probezeit auf 2 Jahre angesetzt wurde. Die Kosten der Unter-
suchung und des gerichtlichen Verfahrens wurden dem Beschuldigten auferlegt.
1.3. Nach Zustellung des Urteilsdispositiv (Urk. 30) am 15. Mai 2013 (Urk. 31/3)
meldete der Rechtsvertreter des Privatklägers innert Frist Berufung an (Urk. 32;
Art. 399 Abs. 1 StPO). Nach Zustellung des begründeten Entscheids am 8. Juli
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2013 (Urk. 34 i.V.m. Urk 35/2) reichte der Rechtsvertreter des Privatklägers am
29. Juli 2013 (Poststempel) eine mit Berufungserklärung bezeichnete Eingabe ein
(Urk. 38, Art. 399 Abs. 3 StPO). Nach entsprechender schriftlicher Aufforderung
zur Präzisierung und vor allem zur Stellung von klaren Anträgen (Urk. 40) reichte
der Rechtsvertreter des Privatklägers am 8. August 2013 die Berufungserklärung
ein (Urk. 41). Mit Präsidialverfügung vom 9. August 2013 wurde dem Beschuldig-
ten und der Staatsanwaltschaft eine Kopie der Berufungserklärung zugestellt und
Frist angesetzt, um gegebenenfalls Anschlussberufung zu erheben oder Nichtein-
treten auf die Berufung zu beantragten, während der Beschuldigte zusätzlich auf-
gefordert wurde, dem Gericht das "Datenerfassungsblatt" sowie die aufgelisteten
Unterlagen einzureichen (Urk. 43). Die Staatsanwaltschaft beantragte in der Folge
mit Eingabe vom 15. August 2013 die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils
und ersuchte um Dispensation von der Berufungsverhandlung (Urk. 45).
1.4. Am 20. Januar 2014 fand die Berufungsverhandlung statt (Prot. II S. 4).
II. Berufungsumfang
Der Rechtsvertreter des Privatklägers A._ beantragt zusätzlich zum
Schuldspruch wegen Drohung den Beschuldigten wegen Beschimpfung nach
Art. 177 StGB schuldig zu sprechen und angemessen zu bestrafen (Urk. 38,
Urk. 41 u. Urk. 49). Angefochten sind demnach die Dispositiv Ziffern 2 und 3.
Nicht angefochten sind die Dispositiv Ziffern 1 und 4-6. Somit ist die Rechtskraft
der Dispositiv Ziffern 1 und 5-6 des vorinstanzlichen Urteils festzustellen.
III. Beweisanträge
Beweisanträge wurden keine gestellt.
III. Sachverhalt
1. Der Rechtsvertreter des Privatklägers A._ verlangt zusätzlich zum
Schuldspruch betreffend Drohung eine Verurteilung des Beschuldigten B._
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wegen Beschimpfung nach Art. 177 StGB. Er macht in diesem Zusammenhang
geltend, den vorinstanzlichen Ausführungen zur Glaubhaftigkeit des Beschuldig-
ten sei nicht zu folgen. Es sei lebensfremd zu behaupten, dass der Beschuldigte
den Privatkläger zwar bedroht nicht aber beschimpft habe. Bei einem verbalen
Streit würden Drohung und Beschimpfung eine Einheit bilden. Zudem seien die
Aussagen des Privatklägers glaubhaft und glaubwürdig (Urk. 41).
2. Somit ist im Folgenden zu prüfen, ob der eingeklagte Sachverhalt aufgrund
der Akten – entgegen des vorinstanzlichen Freispruchs – rechtsgenügend nach-
gewiesen werden kann.
2.1. Als Beweismittel liegen die Aussagen des Geschädigten A._ und jene
des Beschuldigten vor. Sodann liegt eine Strafanzeige des damaligen Rechtsver-
treters des Geschädigten A._ vom 4. Juli 2012 bei den Akten (Urk. 1). Die
Teilnahmerechte des Beschuldigten bei den Beweiserhebungen wurde gewahrt
und die genannten Beweismittel sind uneingeschränkt verwertbar.
3. Auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz betreffend die Beweis-
würdigung im Allgemeinen kann zu Vermeidung von Wiederholungen verwiesen
werden (Urk. 36 S. 5-7; Art. 82 Abs. 4 StPO).
4. Die Beweismittel, nämlich die Aussagen des Privatklägers und Beschuldig-
ten A._ und des Beschuldigten B._ wurde von der
Vorinstanz zutreffend zusammengefasst (Urk. 36 S. 9 Ziff. 4.3.). Ergänzend sind
die Aussagen der beiden Beteiligten nochmals wiederzugeben.
5.1. Der Geschädigte A._ wurde am 26. Juli 2012 bei der Kantonspolizei
Zürich befragt (Urk. 6/1).
Danach befragt, was am fraglichen 30 Juni 2012, ca. 14.00 Uhr, geschehen
sei, sagte der Geschädigte A._, dass er mit B._ Streit gehabt
habe. Er habe ein Fahrzeug verkauft. Danach sei B._ aus dem Büro ge-
kommen, habe die Strasse überquert und sei an den Zaun gestanden, welcher
seinen Platz umgebe. Er sei unter der Tür von seinem Bürocontainer gestanden.
Die Distanz zwischen seinem Standort und dem Zaun habe schätzungsweise ca.
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10 Meter betragen. B._ habe ihm zugerufen: "Du bis ein toter Mann, ich brin-
ge dich um, ich bringe dich von hinten um, du bis fertig in einigen Tage, dein Le-
ben ist in meiner Hand". Dieser habe italienisch gesprochen; sie würden immer
italienisch sprechen. Er spreche sehr gut italienisch (Urk. 6/1 S. 2).
Auf die Frage, wie ernst er dieses Aussage genommen habe sagte der
Geschädigte A._, dass er zu ihm gesagt habe, dass dieser ein Arschloch sei
und habe einen Stein in dessen Richtung geworfen, damit dieser aufhöre. Er habe
Angst vor B._. Er sei sich ganz sicher, dass dieser ihm etwas antun könnte.
Er fühle sich überall unsicher (Urk. 6/1 S. 2).
5.2. Am 12. Februar 2013 wurde A._ bei der Staatsanwaltschaft Limmattal /
Albis als beschuldigte Person einvernommen (Urk. 6/2). Er bestätigte seine bei
der Polizei zu Protokoll gegebenen Aussagen als richtig (Urk. 6/2 S. 2). Auf die
Frage, warum er die Steine geworfen habe, sagte A._, dass dieser ihn pro-
voziert und ihm gesagt habe, dass dieser ihn umbringen werde. Der erste Stein
habe sein eigenes Auto getroffen. Der Beschuldigte B._ sei vor dem Eingang
zu seinem Verkaufsareal gestanden und habe zu ihm gesagt, dass er heraus-
kommen solle um mit diesem zu boxen. Er habe dann gesagt, dass dieser ein
Arschloch sei. Sie seien hier um Autos zu verkaufen und nicht um zu boxen (Urk.
6/2 S. 2 f.).
Auf entsprechende Frage, führte A._ aus, dass dieser gesagt habe: "Ich
werde Dich umbringen. Deine Mutter muss eine Kuh sein, wenn sie einen Sohn
wie Dich auf die Welt gestellt hat". Das habe dieser auf italienisch gesagt. Er
glaube dies habe er am Samstag, den 1. Juli 2012 gesagt. B._ habe ihm
Cornuto (Zuhälter) und Figlio die Putana (Hurensohn) gesagt (Urk. 6/2 S. 3).
Als er bei der Polizei Strafanzeige erstattet habe, habe er sich nicht getraut
genau alles zu sagen, was Herr B._ ihm gegenüber gesagt habe. Damals sei
sein Neffe dabei gewesen. Er habe nicht gewollt, dass dieser mitbekomme, wie
Herr B._ seine Frau bezeichnet habe. Diese Beleidigungen seien am Tag
des Steinewerfens erfolgt. Das sei alles am selben Tag erfolgt. Dieser habe ihn
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bedroht und provoziert. Er habe mit dem Steinwerfen darauf reagiert. Dieser
provoziere ihn jeden Tag. Das die letzten 5 Jahre (Urk. 6/2 S. 4).
5.3. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 7. Mai 2013 führte der Privatkläger
und Beschuldigte A._ aus, dass der Beschuldigte B._ ihm gedroht habe.
Dann habe er Arschloch gerufen, dieser habe ihn provoziert (Prot. I S. 5).
6.1. Am 5. Juli 2012 wurde der Beschuldigte B._ bei der Kantonspolizei Zü-
rich befragt (Urk. 5/1). Danach befragt, wie es zum Streit mit A._
gekommen sei, führte der Beschuldigte B._ aus, dass er vis à vis von seinem
Areal noch einen Parkplatz gemietet habe. Dieser Parkplatz befinde sich vor dem
Zaun welcher zum Areal von Herrn A._ gehöre. Auf diesem Parkplatz habe
er noch ein Fahrzeug abgestellt. An diesem Tag sei er zu diesem Fahrzeug
gegangen und habe schauen wollen, ob es noch funktioniere. Er habe es laufen
lassen, da er habe wissen wollen, ob die Batterie noch gut sei. Kaum habe er das
Fahrzeug laufen lassen, habe A._ begonnen, ihn zu beleidigen. Dieser habe
ihm Wörter wie; "Hurensohn, deine Mutter ist eine Kuh oder deine Frau ist eine
Hure" zugerufen. Dann sei er wieder zurück in sein Areal gegangen. Als er dort
gewesen sei, habe A._ mehrere Steine gegen ihn geworfen. Er glaube es
seien 4 Stück gewesen (Urk. 5/1 S. 1 und 2).
Probleme mit A._ habe er seit ca. 2 Jahren. Das Ganze habe wegen
dem Parkplatz, welcher er gemietet habe, begonnen. Dieser sei der
Meinung, dass der Parkplatz diesem gehöre. Seit dieser Zeit werde er von
A._ beleidigt. Auch erzähle dieser in Restaurants und an anderen Orten
Schlechtes über ihn. Alles was dieser erzähle stimme nicht.
Auf die Frage, ob er A._ auch schon beleidigt habe, sagte der Beschul-
digte B._, dass, wenn es wieder mal zu einer Diskussion mit diesem
gekommen sei, sei es schon möglich, dass er diesen auch schon als Arschloch
betitelt habe. Aber die ganzen Diskussionen seinen von diesem angefangen
worden (Urk. 5/1 S. 2 f.).
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6.2. Der Beschuldige B._ wurde am 12. Februar 2013 bei der Staatsanwalt-
schaft Limmat / Albis einvernommen (Urk. 5/2). Auf den Vorhalt, wonach er
– gestützt auf die Aussagen des Geschädigten A._, diesem am Samstag,
30. Juni 2012, mit dem Tod gedroht und diesen beleidigt zu haben, sagte der
Beschuldigte B._, dass dies nicht stimme (Urk. 5/2 S. 2).
6.3. Der Beschuldigte B._ gab anlässlich der Hauptverhandlung vom 7. Mai
2013 auf entsprechenden Vorhalt der Vorwürfe in der Anklageschrift zu Protokoll,
dass das alles nicht stimme. Es seien alles Lügen. Er habe nie gesagt, dass er
diesen (A._) umbringen werde. Er habe immer gesagt, dass sie ihre Proble-
me einmal diskutieren sollten. Dieser habe immer angefangen. Sogar dessen
Brüder aus Rimini hätten gedroht, ihn umzubringen. Er habe aber immer nur dis-
kutieren wollen. Ihn hätten die Leute auch gewarnt, dass dieser Mann in der ägyp-
tischen Mafia sei (Prot. I S. 6 f.).
7. In der Strafanzeige vom 4. Juli 2012 (Urk. 1), welche vom damaligen
Rechtsvertreter des Privatklägers und Beschuldigten A._ eingereicht wurde,
ist ausgeführt, dass der Anzeigeerstatter/Antragsteller (A._) schon seit länge-
rem durch den Beschuldigten bedroht werde (Urk. 1 S. 2 Ziff. 1). Die jüngste und
neueste Eskalation in dieser Angelegenheit habe sich am 29. Juni 2012 (recte:
30.6.2012) an der ... [Adresse] in ... ereignet. Kurz nachdem der Anzeigeerstat-
ter/Antragsteller ein Fahrzeug habe verkaufen können, habe sich ihm der Be-
schuldigte genähert. Dabei habe er diesem gegenüber mehrfache Drohungen ge-
tätigt. Der Beschuldigte B._ habe unter anderem gegenüber dem Anzeigeer-
statter (A._) gedroht, er werde ihn rücklings erwischen, sein Leben werde
bald ein Ende haben, er werde ihn umbringen, die Zeit sei reif (Urk. 1 S. 2 Ziff. 2).
8. Die Vorinstanz kam zusammengefasst zum Schluss dass hinsichtlich der zur
Anklage gebrachten Beschimpfung nicht auf die Aussagen des Privatklägers
A._ abgestellt werden könne, weil dieser erst anlässlich der staatsanwalt-
schaftlichen Einvernahme zur Protokoll gegeben hat, der Beschuldigte habe ihm
"Cornuto", "Figlio di Putana" und "deine Mutter muss eine Kuh sein, wenn sie ei-
nen Sohn wie Dich auf die Welt gestellt hat" gesagt. Auch die Begründung, dass
er bei der Polizei wegen seines anwesenden Neffen die fragliche Beschimpfung
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nicht wiedergegeben habe, scheint nicht glaubhaft. Dazu kommt, dass in der
Strafanzeige vom 4. Juli 2012 (Urk. 1) einzig von den Drohungen des Beschuldig-
ten die Rede ist. Die Vorinstanz kam in Anwendung des Grundsatzes "in dubio
pro reo" folgerichtig zum Schluss, dass nicht zweifelsfrei davon ausgegangen
werden könne, dass die eingeklagten Beschimpfungen auch tatsächlich anlässlich
des Vorfalles vom 30. Juni 2012 ausgesprochen wurden.
9. Der Vertreter des Privatklägers A._ führt in diesem Zusammenhang
aus, dass es lebensfremd sei zu behaupten, dass der Beschuldigte zwar den Pri-
vatkläger bedroht nicht jedoch beschimpft habe (Urk. 41 S. 1). Diesen Ausführun-
gen kann nicht gefolgt werden. Eine Drohung, kann, muss aber nicht zwangsläu-
fig von Beschimpfungen begleitet werden. Genauso wenig bilden bei einem ver-
balen Streit Drohung und Beschimpfungen zwingend eine Einheit. Dass der Be-
schuldigte bereits in der Vergangenheit den Privatkläger beschimpft hat, kann an
dieser Stelle offen bleiben, da einzig der Vorfall vom 30. Juni 2012 entsprechend
eingeklagt wurde.
10. Der Anklagesachverhalt gemäss Anklageziffer 2 ist demnach nicht rechts-
genügend erstellt, weshalb der Beschuldigte vom Vorwurf der Beschimpfung im
Sinne von Art. 177 Abs. 1 StGB freizusprechen ist.
V. Sanktion
1. Die vorinstanzlichen Erwägungen zum Strafrahmen und zur Strafzumessung
sind zu bestätigen und es kann zur Vermeidung von Wiederholungen darauf ver-
wiesen werden (Urk. 36 S. 11; Art. 82 Abs. 4 StPO). Ergänzend sei diesbezüglich
einzig auf die einschlägigen Entscheide des Bundesgerichts hingewiesen (BGE
136 IV 55 E.5.4; Entscheide des Bundesgerichts 6B_323/2010 vom 23. Juni 2010
E.2, 6B_865/2009 vom 25. März 2010 und 6B_238/2009 vom 8. März 2010, je mit
Hinweisen).
2. Die Ausführungen der Vorinstanz betreffend die objektive Tatkomponente
sind zutreffend. Beide Beteiligten haben übereinstimmend ausgesagt, dass
dem heute zu beurteilenden Konflikt ein jahrelanger Streit vorausgegangen ist,
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in dessen Rahmen es beidseits zu Beschimpfungen gekommen ist. Vor dem
Hintergrund, dass der Geschädigte A._ den Beschuldigten – nach dessen
Drohung – noch beschimpft hat, so kann – mit der Vorinstanz – davon aus-
gegangen werden, dass der drohenden Charakter der Äusserung des Beschuldig-
ten relativiert werden muss. Das objektive Tatverschulden ist als leicht zu
qualifizieren.
3. Auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erläuterungen zur subjektiven
Tatschwerde wie auch zur Täterkomponente kann zur Vermeidung von Wieder-
holungen verwiesen werden (Urk. 36 S. 13; Art. 82 Abs. 4 StPO).
Im Rahmen der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte aktualisierend und
ergänzend aus, seine Frau habe Krebs und könne nur wenig arbeiten (Urk. 48
S. 2).
4. Aus den persönlichen Verhältnissen und dem Werdegang des Beschuldig-
ten lassen sich keine strafzumessenden Faktoren ableiten. Im Zentralstrafregister
sind keine Vorstrafen verzeichnet (Urk. 37).
5. In Würdigung sämtlicher Elemente sowohl der Tat- wie auch der Täterkom-
ponente ist die von der Vorinstanz ausgefällte Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu
bestätigen.
6.1. Bei der Geldstrafe richtet sich die Höhe des Tagessatzes nach den persönli-
chen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Täters im Zeitpunkt des Urteils,
namentlich nach Einkommen und – soweit er davon lebt – Vermögen, nach
seinem Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten und
nach dem Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2 StGB).
6.2. Die finanziellen Verhältnisse des Beschuldigten wurden von der Vorinstanz
erhoben und entsprechend aufgeführt (Urk. 36 S. 13 f. Ziff. 3.2.) Anlässlich der
heutigen Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte aktualisierend aus, es
gehe finanziell schlecht, er verdiene fast nichts, weil der Privatkläger A._ ihm
die Kunden vergraule. Er habe über Fr. 40'000.-- Schulden (Urk. 48 S. 2).
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6.3. Der Beschuldigen lebt nach wie vor in bescheidenen finanziellen Ver-
hältnissen; insbesondere hat sich seine Schuldensituation verschlimmert. Ein
Tagessatz in der Höhe von Fr. 30.- erscheint als angemessen.
7. In Gesamtwürdigung der strafzumessungsrelevanten Kriterien ist der
Beschuldigte mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 30.- zu bestrafen.
VI. Vollzug
Auf die diesbezüglichen Ausführungen der Vorinstanz kann vollumfänglich
verwiesen werden (Urk. 42 S. 14 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Der Vollzug der
Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 30.-- ist aufzuschieben und die Probezeit
auf zwei Jahre festzusetzen.
VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Die Kosten des Berufungsverfahrens ist auf Fr. 2'500.- zu veranschlagen
(Art. 424 Abs. 1 StPO i.V.m. § 16 Abs. 1 und § 14 der Gebührenverordnung des
Obergerichts, LS.211.11.).
2. Im Berufungsverfahren unterliegt der Privatkläger vollumfänglich, weshalb
ihm die Kosten dieses Verfahrens aufzuerlegen sind (Art. 428 Abs. 1 StPO).
3. Der Privatkläger ist zu verpflichten, dem Beschuldigten gestützt auf Art. 429
Abs. 1 lit. b StPO eine Umtriebsentschädigung von Fr. 200.-- zuzsprechen.