Decision ID: 0ce67681-baed-5a75-a406-deab5569a575
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
H._,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
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A.a Die 1953 geborene H._ meldete sich am 9./15. August 2005 zum Bezug von
Leistungen - namentlich einer Rente - der Invalidenversicherung an. Sie gab an, den
Beruf der diplomierten Krankenschwester und der Intensivkrankenschwester erlernt zu
haben. Seither sei sie als Pflegefachfrau für Intensivpflege tätig. Sie leide seit 2003
krankheits- und unfallbedingt an einer Spinalkanalstenose, einem Lungen-Ca und
einem Bauchaortenverschluss. Dem Ergänzungsblatt R war zu entnehmen, dass die
Versicherte am 3. Juni 2003 einen Arbeitsunfall (plötzlich einschiessender HWS-
Schmerz bei der Mobilisation eines Patienten) und anfangs Juli 2003 einen
Treppensturz erlitten habe.
A.b Mit Arztbericht vom 12. September 2005 gab Dr. med. A._ als Diagnosen
bekannt: (erstens) ein belastungs- und positionsabhängiges Lumbovertebralsyndrom
nach Sturz vom 07.07.03 mit St. n. Dekompression LWK 4/5 rechts am 18.05.04,
(zweitens) ein St. n. akutem Cervicobrachialsyndrom rechts nach Verhebetrauma am
03.06.03, (drittens) eine schwere generalisierte Arteriopathie mit/bei St. n. aorto-
biiliakaler Bypassoperation am 02.12.04 bei Lerichesyndrom und (viertens) ein
Bronchialkarzinom pT 1, pN 0 (0/14), G3 mit St. n. Oberlappenresektion rechts am
09.11.04. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei eine arterielle Hypertonie. Die
Versicherte sei als Krankenschwester vom 1. Mai bis 31. Juli 2004 und vom
18. Oktober 2004 bis 31. März 2005 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen und dazwischen
sowie seit dem 1. April 2005 sei sie zu 65 % arbeitsunfähig, wobei dies eine
Arbeitsunfähigkeit von 50 % bezogen auf ihr normales Pensum von 70 % bedeute. Die
bisherige Tätigkeit sei zu 35 % zumutbar (die Arbeit als IPS-Schwester müsse
allerdings mindestens halbtags ausgeführt werden). Auf die Arbeitsfähigkeit wirkten
sich die Rückenschmerzen und die rasche Erschöpfbarkeit mit grossem
Schlafbedürfnis und die starke psychische Belastung wegen der Kombination der
Diagnosen aus. Die Tätigkeit mit Patienten sei äusserst belastend. Ein polydisziplinäres
Gutachten für die Unfallversicherung bezüglich der Rückenbeschwerden gebe eine
volle Arbeitsfähigkeit für den bisherigen Beruf an. Die attestierte Arbeitsunfähigkeit von
65 % ergebe sich demnach wegen der rein internistischen Diagnosen. Eine
wechselbelastende Tätigkeit mit leichten Gewichten ohne Patientenkontakt wäre
sicherlich möglich. Das bedürfte jedoch einer starken Motivation der Versicherten; die
psychische Belastung wegen der internistischen Diagnosen sei schwer abzuschätzen.
Aus medizinischen (somatischen?) Gründen wäre eine solche Arbeit zu 70 % zumutbar.
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Dr. med. B._, Facharzt für Neurologie, Allgemeine Medizin FMH, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, und Dr. med. C._, Spezialarzt FMH für Rheumatologie und
Innere Medizin, hatten in ihrem Gutachten vom 19. Juli 2005 festgehalten, die
Versicherte sei aus vorwiegend internistischen Gründen in ihrer bisherigen Tätigkeit
lediglich noch zu 35 % arbeitsfähig (entsprechend zwei vollschichtigen Arbeitstagen
pro Woche). Die noch bestehende Arbeitsunfähigkeit sei überwiegend wahrscheinlich
unfallfremd. Von Seiten der unfallbedingten Restbeschwerden wäre auch eine höhere
Belastung im ursprünglichen 70 %-Pensum möglich.
A.c Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung (Dr. med. D._)
stellte sich am 24. Januar 2006 auf den Standpunkt, für die angestammte Tätigkeit sei
von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. In einer leichten,
wechselbelastenden Tätigkeit ohne - oder mit eingeschränktem - Patientenkontakt
bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 %. Die medizinischen Voraussetzungen für
berufliche Massnahmen seien erfüllt.
A.d Die IV-Berufsberaterin teilte am 21. März 2006 mit, die Versicherte wolle weiterhin
auf ihrem Beruf tätig bleiben. Eine Weiterbeschäftigung zu 35 % (zwei Tage pro
Woche) sei denn auch möglich. Die Berufsberatung werde abgeschlossen. Das
Valideneinkommen 2006 mache Fr. 64'137.-- (70 % von Fr. 91'624.--) zuzüglich
Inkonvenienzzulagen von Fr. 4'407.-- (2003) aus. Zumutbar wären Umschulungen zur
Berufsschullehrerin, Arzt- und Spitalsekretärin, Laborantin, Arztgehilfin, Sekretärin,
Fachfrau für Diabetespatienten usw. Das Invalideneinkommen sei gemäss der
Salärempfehlung des KV Schweiz (Stufe C für 53-jährige Personen, mittleres Salär) bei
Fr. 38'527.-- (50 % von Fr. 77'055.--) anzusetzen.
A.e Am 16. Mai 2006 fand eine Abklärung der Verhältnisse an Ort und Stelle statt. Für
den Haushaltbereich, der 30 % des gesamten Tätigkeitsfelds ausmache, wurde eine
Einschränkung der Leistungsfähigkeit von 10.4 % erhoben. Auf den Erwerbsbereich
von 70 % wurde die im Einkommensvergleich ermittelte Einschränkung von 43.8 %
bezogen. Auf diese Weise ergab sich ein Invaliditätsgrad von insgesamt 33.77 %.
A.f Die Versicherte wandte am 2. Juni 2006 ein, sie habe im letzten Jahr mehrere
Versuche unternommen, ein Pensum von 50 % (eines Vollzeitpensums) zu leisten, doch
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sei dies wegen sich ergebender kaum mehr behandelbarer Schmerzen und Müdigkeit
gescheitert. Ihr Lebenspartner und die Kinder hätten Alltagsarbeiten übernehmen
müssen. Nachdem sich die Kinder neu orientiert und ein Schicksalsschlag ihren
Lebenspartner getroffen habe (er hatte im Februar 2006 nach einem Skiunfall eine
Hirnblutung erlitten und es bestünden noch Defizite; vgl. act. 24-11/11), laste das allein
auf ihr. Für die Alltagsarbeiten benötige sie die doppelte Zeit. Erweiterte
Haushaltarbeiten wie Frühjahrsputz, Reinigung der Fenster, Vorhänge und Teppiche,
habe sie seit zwei Jahren nicht mehr tätigen können. Arbeit im Spital, Haushalt und
soziale Aufgaben würden ihr keinen Spielraum mehr lassen.
A.g Mit Vorbescheid vom 5. Juli 2006 wurde der Versicherten eine Abweisung des
Leis-tungsanspruchs in Aussicht gestellt. Sie brachte dagegen am 14. August 2006
vor, sie sei seit Mai 2004 ganz oder teilweise arbeitsunfähig. Sie setze sich immer
wieder mit dem Gedanken einer beruflichen Veränderung auseinander, doch habe sich
bis anhin leider nichts daran geändert, dass ihr für einen Einsatz von 50 % die
Substanz fehle, ob sie nun eine leidensangepasste Tätigkeit ausüben würde oder in
ihrem Umfeld bleibe. Die Einschränkung im Haushalt mache mehr als 10 % aus. Infolge
der massiven Einschränkung ihres Lebenspartners und entsprechend mangelnder
Unterstützung von seiner Seite bestreite sie seit langer Zeit ein Pensum von mehr als
100 %.
A.h Mit Verfügung vom 25. September 2006 wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-
Stelle des Kantons St. Gallen das Leistungsgesuch der Versicherten ab. Der
Invaliditätsgrad betrage 34 %. Mit der aus ärztlicher Sicht nicht mehr zumutbaren
angestammten Berufstätigkeit überfordere sich die Versicherte permanent und diese
Arbeit beeinträchtige ihre Leistungskapazität zur Bewältigung des übrigen Alltags.
Unter Ausklammerung der Wechselwirkung seien für die anstrengenderen Arbeiten im
Haushalt (Wohnungspflege, Wäsche, Verschiedenes) Einschränkungen zwischen 20
und 30 % zugestanden worden. Bei doppeltem Aufwand werde für einzelne Arbeiten
praxisgemäss eine Einschränkung von 50 % berücksichtigt. Würde sie für den
Haushalt mindestens doppelt so viel Zeit benötigen, bedeutete das einen Haushaltstag
von 15 Stunden, und zwar an sieben Tagen pro Woche. Das wäre weit von der Realität
entfernt. Der Einwand, eine Tätigkeit von 50 % in angepasster Arbeit sei nicht
zumutbar, sei nicht belegt.
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B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 24. Oktober 2006. Die
Beschwerdeführerin beantragt sinngemäss Überprüfung der angefochtenen Verfügung
und Zusprechung einer Rente. Bis ins Jahr 2003 habe sie nebst der Tätigkeit als
Pflegefachfrau mit einem Pensum von 70 % Familie, Haushalt und Garten betreut.
Nach Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigungen habe sie ab Februar 2005
Weiterbildungen absolviert und ab April 2005 verschiedene Versuche gemacht, um
herauszufinden, über wie viele Kapazitäten sie wieder verfüge. Ein ausserhäusliches
Pensum von 35 % sei das Maximum, was neben Familie und Haushalt möglich sei. Ihr
Lebenspartner und die Kinder hätten sie vermehrt unterstützt. Ihre Hauptaufgabe
bestehe aber darin, den Haushalt für drei bis vier Personen im Reiheneinfamilienhaus
zu erledigen. Dazu benötige sie mehr als das Doppelte des Üblichen. Ihr Lebenspartner
könne ihr seit seiner Hirnblutung keine Unterstützung mehr bieten. Die Einschränkung
im Haushalt von 10 % sei daher nicht akzeptabel. Die Tätigkeit als IPS-Schwester sei
von ärztlicher Seite nie als permanente Überforderung bezeichnet worden. Tatsache
sei, dass sie seit eineinhalb Jahren keinen Tag krank gewesen sei, jeden Dienst
wahrnehme und ihre Arbeit gewissenhaft und professionell ausübe. Auch ihr Hausarzt
könne die Begründung mit der Überforderung nicht nachvollziehen. Er attestiere ihr im
Gegenteil eine gute Reintegration in den Arbeitsprozess. Mit einer Umschulung habe
sie sich auseinandergesetzt, doch wäre sie auch in einer angepassten Tätigkeit nicht zu
einem über 35 % liegenden Pensum in der Lage. Dass sie ohne jegliche Vorkenntnisse
im kaufmännisch-administrativen Bereich ein Jahreseinkommen von Fr. 77'000.-- sollte
erzielen können, sei zudem schwer vorstellbar. Ihr Sohn, der 22 Jahre alt sei und einen
KV-Abschluss besitze, verdiene Fr. 40'000.-- pro Jahr. Ausserdem sei nie ein Thema
gewesen, welche Lohneinbussen sie bei einer Beschäftigung von 35 % zu verzeichnen
hätte.
C.
Mit Beschwerdeantwort vom 14. Dezember 2006 beantragt die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde. Seit Mai 2004 verrichte die Beschwerdeführerin ihre
angestammte Tätigkeit krankheitsbedingt lediglich noch zu 35 %. Damit schöpfe sie
ihre Restarbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise aus. Das Invalideneinkommen betrage
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somit genau die Hälfte des Valideneinkommens, was einen Invaliditätsgrad von 50 %
und gewichtet einen solchen von 35 % (0.7 mal 50 %) ergebe. Im Haushalt bestehe die
Möglichkeit, körperlich belastende Tätigkeiten etappenweise durchzuführen, um so die
Belastung in Grenzen zu halten. Sie sei zudem aufgrund der Schadenminderungspflicht
gehalten, solche Arbeiten im zumutbaren Umfang durch ihre im gleichen Haushalt
wohnenden beiden Söhne und den Lebenspartner erledigen zu lassen. Die deutliche
Verlangsamung im Haushalt sei weder medizinisch ausgewiesen, noch habe sie sich
bei der Abklärung gezeigt. Die festgestellten Einschränkungen seien schlüssig.
D.
Mit Replik vom 18. Januar 2007 beanstandet die Beschwerdeführerin wiederum die
festgelegte Einschränkung im Haushalt von 10 %. Sie benötige für Haushalt und
Familie doppelt so viel Zeit wie als Gesunde. Ihre private Situation habe sich im Jahr
2006 massiv verschlechtert. Eine Unterstützung durch die Familienmitglieder sei
unrealistisch, sei der Lebenspartner doch seither arbeitsunfähig und bedürfe der
Behandlung und psychologischen Unterstützung, absolviere der ältere Sohn seit Mai
2006 die Offiziersschule und arbeite der jüngere zu 100 %. Sie habe alles versucht, ihre
Selbständigkeit zu erhalten, wisse aber nicht, wie lange sie ihr Pensum in der
angestammten Tätigkeit noch einhalten könne.
E.
Die Beschwerdegegnerin hat am 23. Januar 2007 auf die Erstattung einer Duplik
verzichtet.

Erwägungen:
1.
1.1 Da ein Sachverhalt zu beurteilen ist, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen
Verfügung am 25. September 2006 entwickelt hat, sind vorliegend die am 1. Januar
2008 in Kraft getretenen gesetzlichen Änderungen nicht anwendbar. Zitiert werden in
der Folge die Bestimmungen in ihrer (vom 1. Januar 2004) bis zum 31. Dezember 2007
gültig gewesenen Fassung.
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1.2 Mit der angefochtenen Verfügung wies die Beschwerdegegnerin das
Leistungsgesuch der Beschwerdeführerin ab. Streitgegenstand bildet daher zunächst
der allfällige Rentenanspruch. Ergibt sich allerdings, dass ohne
Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in Frage steht, so gehört zum
Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz
"Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht der Beschwerdeführerin
zu Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe. Denn wie sich aus Art. 16 ATSG
ergibt, ist der Einkommensvergleich zur Bemessung des Invaliditätsgrades erst nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen vorzunehmen und hat die versicherte Person, wenn ohne
berufliche Massnahmen ein Rentenanspruch droht, die Pflicht, sich geeigneten und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen zu unterziehen. Die Verwaltung ihrerseits hat
die Pflicht, vor dem Entscheid über die Rentenfrage von Amtes wegen alle
Eingliederungsmöglichkeiten zu prüfen und hierüber zu entscheiden. Wie sich aus E.
5.1 ergibt, ist nicht zu beanstanden, dass vom Einfordern von
Eingliederungsmassnahmen abgesehen wurde.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird nach Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen; sog. allgemeine Methode). Versicherte Personen
mit vollendetem 20. Altersjahr (Art. 5 Abs. 1 IVG), die vor der Beeinträchtigung ihrer
körperlichen oder geistigen Gesundheit nicht erwerbstätig waren und denen eine
Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, gelten gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG als
invalid, wenn eine Unmöglichkeit vorliegt, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu
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betätigen (vgl. auch Art. 28 Abs. 2 IVG; spezifische Methode, namentlich für im
Haushalt tätige versicherte Personen). Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig
sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie
daneben in einem Aufgabenbereich nach Art. 8 Abs. 3 ATSG tätig, so wird die
Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28 Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Falle sind
die Anteile der Erwerbstätigkeit und der Tätigkeit im andern Aufgabenbereich
festzulegen und es ist der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden
Bereichen zu bemessen (Art. 28 Abs. 2 IVG; gemischte Methode).
3.
Die Beschwerdegegnerin hat die Invaliditätsbemessung - unbestrittenermassen zu
Recht - nach der gemischten Methode bei einer Aufteilung in 70 % Erwerbs- und 30 %
Haushaltsarbeit vorgenommen.
4.
Für die Invaliditätsbemessung, welche das Mass der Zurücksetzung der erwerblichen
Leistungsfähigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigung ergeben soll, sind
zunächst die medizinischen Vorbedingungen von Bedeutung. Gemäss dem
(UVG-)Gutachten sind von Seiten des rechten Schultergürtels eine vorwiegende oder
ausschliessliche Belastung durch Überkopfarbeiten oder häufige Kraftanwendungen
rotatorischer oder elevatorischer Art in 100-prozentiger Tätigkeit nicht realisierbar.
Diese Einschränkung sei aber wie die lumbalen Restbeschwerden bei der beruflichen
Belastung im aktuellen Rahmen nicht behindernd, ebenso wenig bei der Arbeit als
Hausfrau und im Garten. Für häufige körperliche Schwerarbeiten (grosse Gewichte
heben) oder langdauernde Arbeiten in unergonomischer Flexionsstellung sei die
Rückenbelastbarkeit insgesamt eingeschränkt, doch komme beides auf der IPS nur
sporadisch vor. Gelegentliche grössere Belastungen unter Einhaltung ergonomischer
Grundsätze seien aber tolerierbar. Nach dem die Körperfunktionen belastenden Jahr
und den beiden (internistischen) Eingriffen sei nachvollziehbar, dass mehr als 35 %
Arbeitsfähigkeit (zwei volle Schichten pro Woche) nicht erreicht werden könnten. Die
wesentlich günstigere Belastung von beispielsweise halbtägigen Einsätzen sei aus
organisatorischen Gründen nicht möglich. Dr. A._ bestätigte diese Arbeitsunfähigkeit
bis
bis
ter
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von 65 % in der bisherigen Tätigkeit und erläuterte, dies entspreche einer
Arbeitsunfähigkeit von 50 % bezogen auf das übliche Pensum von 70 %. Eine
wechselbelastende Tätigkeit mit leichten Gewichten ohne Patientenkontakt wäre
sicherlich zu 70 % möglich. Der RAD stellte sich anhand dieser beiden medizinischen
Beurteilungen auf den Standpunkt, die bisherige Arbeit sei der Beschwerdeführerin
nicht mehr zumutbar, eine anderweitige, angepasste hingegen zu 50 %.
5.
5.1 Was den Erwerbsteil betrifft, kann nach den übereinstimmenden Angaben der
Gutachter und des behandelnden Arztes Dr. A._ davon ausgegangen werden, dass
der Beschwerdeführerin die bisherige Tätigkeit insgesamt medizinisch noch zu 35 %
zumutbar ist. Es kann ferner der überzeugend begründeten Feststellung im Gutachten
gefolgt werden, wonach die Beschwerdeführerin an der bisherigen Arbeitsstelle aus
psychiatrischer und rheumaorthopädischer Sicht optimal eingegliedert ist. Dass für
eine angepasste Arbeit weniger als 50 % Arbeitsfähigkeit besteht, wie die
Beschwerdeführerin geltend macht, ist dagegen nicht belegt. Die Verwaltung hat in der
angefochtenen Verfügung bei Annahme einer adaptierten Tätigkeit mit einer
Arbeitsfähigkeit von 50 % ein Invalideneinkommen von Fr. 38'527.-- errechnet. Wird
auf die Lohnverhältnisse in dem langjährigen, stabilen Anstellungsverhältnis abgestellt,
ist von einem Einkommen von Fr. 34'272.-- auszugehen. Bei diesen Verhältnissen hat
die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort zu Recht nicht an einem
Invalideneinkommen festgehalten, das aufgrund des Einkommens in einer anderen als
der bisherigen, erst noch zu suchenden Tätigkeit errechnet worden ist.
5.2 Wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort vorbringt, beträgt der
Teilinvaliditätsgrad bei solchen Verhältnissen nach der Methode von Verwaltung und
Bundesgericht (vgl. I 156/04) 50 %, bezogen auf den Anteil des Erwerbsbereichs von
0.7 also 35 %. Denn da konkrete Lohnverhältnisse am bisherigen Arbeitsplatz - und
nicht Tabellenlöhne - als Basis dienen können, fallen die Ausgangsgrössen im
Einkommensvergleich nicht auseinander und erübrigt sich ein allfälliger Abzug. Bei
einem Pensum von 70 % macht das Valideneinkommen Fr. 68'544.-- aus, bei einem
noch zumutbaren von 35 % das Invalideneinkommen Fr. 34'272.--.
6.
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6.1 Die Einschränkung der Beschwerdeführerin im Haushalt hat die
Beschwerdegegnerin nach einer Abklärung auf rund 10 % festgelegt. Die
Beschwerdeführerin beanstandet dieses Ausmass als zu niedrig. Nach der
Rechtsprechung des Bundesgerichts bildet der Abklärungsbericht im Haushalt eine
beweistaugliche Beurteilungsgrundlage, und zwar nicht nur bei der Ermittlung des
Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen einer versicherten Person, sondern
selbst wenn es um die Bemessung einer - hier nicht vorliegenden - psychisch
bedingten Invalidität geht. Im Falle eines Widerspruchs zwischen den Ergebnissen der
Abklärung vor Ort und den fachmedizinischen Feststellungen zu den Fähigkeiten der
versicherten Person, ihre gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist jedoch diesfalls den
ärztlichen Stellungnahmen in der Regel mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht
über die Haushaltabklärung. Diese prinzipielle Gewichtung hat ihren Grund nach der
Praxis des Bundesgerichts darin, dass es für die Abklärungsperson regelmässig nur
beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und der damit
verbundenen Einschränkungen zu erkennen (Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S Z. vom 17. August 2006, I 42/03). Ähnliche Schwierigkeiten
bestehen allerdings auch bei allein physischen Beeinträchtigungen. Die Befragung und
Aufnahme der Angaben einer versicherten Person und die ziffernmässige Einschätzung
der Einschränkungen sind schwierig zu objektivieren. Der Betätigungsvergleich
aufgrund einer Abklärung an Ort und Stelle basiert wesentlich auf den Angaben der
versicherten Person. Er erfolgt erfahrungsgemäss weitgehend losgelöst von ärztlichen
Arbeitsunfähigkeitsschätzungen; es herrscht ein Defizit an Kenntnissen medizinischer
Vorgaben (vgl. Franz Schlauri, Erwerblich-praktische Vorgaben an eine medizinische
Arbeitsunfähigkeitsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.],
Rechtsfragen Eingliederung Behinderter, St. Gallen 2000, S. 183 Fn 28). Hinsichtlich
der Bedeutung dieser Angaben der Betroffenen bei der Haushaltabklärung ist auch
deren Schwierigkeit zu berücksichtigen, als gesundheitlich beeinträchtigte Personen
die hypothetischen Verhältnisse nach einiger Zeit noch realistisch einschätzen zu
können (so zur Statusfrage der nicht veröffentlichte Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S D.H. vom 20. Januar 2004). Beim
Betätigungsvergleich nach Art. 27 IVV kann zwar so wenig wie bei der
Bemessungsmethode des Einkommensvergleichs nach Art. 28 Abs. 2 IVG auf eine
medizinisch-theoretische Schätzung der Invalidität abgestellt werden (Entscheid des
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Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S H. vom 6. Mai 2002 [I 59/01]). Auch bei der
hauswirtschaftlichen Abklärung ist aber verlangt, dass dabei das effektiv noch
bestehende Leistungsvermögen, wie es (fach-) ärztlicherseits attestiert wird, gebührend
berücksichtigt wird (nicht veröffentlichter Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S I.B.-U. vom 21. September 1990; nicht veröffentlichter
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S E.L. vom 23. Oktober
2003). Der Betätigungsvergleich darf nicht zu Ergebnissen führen, welche mit den
medizinischen Angaben über tatsächlich bestehende Funktionsausfälle und
ausgewiesene Einschränkungen des Leistungsvermögens unvereinbar sind (Ulrich
Meyer, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeutung in der
Sozialversicherung, namentlich für den Einkommensvergleich in der
Invaliditätsbemessung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Schmerz und
Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 102).
6.2 Zunächst fällt eine beträchtliche Diskrepanz zwischen dem Ergebnis der
Haushaltabklärung und den ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsschätzungen auf. Obwohl
sich die rheumaorthopädischen Aspekte nach dem Gutachten nicht (mehr) wesentlich
auswirken, weil - auch im Haushalt - lediglich sporadisch notwendige schwerere
Belastungen toleriert werden, besteht doch aus vorwiegend internistischen Gründen
eine Arbeitsunfähigkeit von insgesamt 65 % für die Erwerbsarbeit. Wäre diese Arbeit
etwas angepasster aufteilbar, so wäre wohl nach dem Gutachten von einer leicht
höheren Arbeitsfähigkeit auszugehen. Selbst für eine leichte, wechselbelastende
Tätigkeit erachtete der RAD aber die Arbeitsfähigkeit als auf 50 % begrenzt. Allein mit
der Etappierung schwererer Arbeiten lässt sich diese in erster Linie internistisch
begründete Einschränkung demnach nicht beseitigen. Eine erhebliche
Beeinträchtigung (mit dem Symptom der Müdigkeit/Erschöpfbarkeit) - von der
Beschwerdeführerin als Verlangsamung beschrieben - ist medizinisch ausgewiesen.
Des Weiteren ist zu berücksichtigen, dass die Mithilfe der Familienangehörigen
vorliegend nach den geschilderten Umständen - insbesondere seit Februar 2006 - nicht
in einer besonders ins Gewicht fallenden Weise in Anspruch genommen werden kann.
Im Abklärungsbericht ist denn auch zu Recht allein beim Einkauf hierauf Bezug
genommen worden. Bei der Würdigung der Schilderungen der Beschwerdeführerin
anlässlich der Abklärung ist wohl allgemein ihre im Gutachten beschriebene
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leistungsorientierte Persönlichkeit zu beachten, die sie Schwierigkeiten aktiv zu
bewältigen und Belastungen beiseite zu schieben versuchen lässt.
6.3 Im Einzelnen erscheint die medizinisch ausgewiesene Arbeitsunfähigkeit bei den
schwereren Tätigkeiten im Haushalt zu wenig berücksichtigt worden zu sein. Das
betrifft etwa den Bereich "Ernährung", wo im Bericht keine Einschränkung angegeben
worden ist. Die Beschwerdeführerin hatte zwar angegeben, in diesem Bereich habe
sich nichts geändert, doch auch, sie mache es sich beim Kochen verschiedentlich
etwas bequemer. Grundsätzlich sei sie es gewohnt gewesen, zweimal täglich ein
warmes Essen zu kochen. In dieser Beschreibung gelangt eine gewisse Einschränkung
zum Ausdruck, die zusammen mit der generellen Beeinträchtigung ermessensweise mit
sicherlich 20 % einzuschätzen ist (Teilergebnis 8.96 %). Bei der Wohnungspflege hatte
die Beschwerdeführerin beschrieben, das Bettenmachen und Abstauben sei "weniger
ein Problem", anstrengendere Arbeiten wie das Staubsaugen, die Bodenpflege und die
Fensterreinigung besorge sie in Etappen und benötige allenfalls die Hälfte mehr Zeit.
Für die weitergehende Reinigung wie etwa diejenige der Fensterrahmen benötige sie
doppelt so viel Zeit. Die Grossreinigung habe sie seit drei Jahren nicht mehr gemacht.
Mit einer Einschränkung von 25 % ist damit nicht die gesamte geschilderte
Einschränkung abgedeckt. Es ist hier durchaus am Platz, eine Einschränkung um die
Hälfte anzunehmen, wie sie medizinisch sogar für eine leichte, wechselbelastende
Tätigkeit ausgewiesen ist (Teilergebnis 9.84 %). Dasselbe gilt für die zum
Verschiedenen zusammengefassten Tätigkeiten, insbesondere die Gartenarbeit. Denn
schwerere Gartenarbeit ist der Beschwerdeführerin nach ihren nachvollziehbaren
Angaben nicht mehr möglich. Das Rasenmähen gehe nun etwas langsamer vor sich
(Teilergebnis 4.34 %). Im Bereich "Wäsche und Kleiderpflege" hat die
Beschwerdeführerin dargelegt, sie könne keine schweren Wäschekörbe mehr tragen
und müsse die Wäsche auf zwei Portionen aufteilen. Ausserdem benötige sie zum
Bügeln mehr Zeit, weil sie zwischendurch eine Pause einlegen und sich hinsetzen
müsse. Auch in diesem Bereich erscheint die Annahme einer Einschränkung von 20 %
dieser plausiblen Beschreibung der Beeinträchtigung nicht gerecht zu werden. Es
rechtfertigt sich, stattdessen einen Satz von 40 % einzusetzen (Teilergebnis 5.74 %).
Damit ergibt sich insgesamt eine Einschränkung bei der Haushaltarbeit um rund 28 %.
Das ist umso plausibler, als die Beschwerdeführerin an einem ihrer drei bis fünf
Haushalttage wegen des Erholungsbedarfs praktisch nicht einsatzfähig ist, was in der
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Berechnung nirgends zum Ausdruck kommt. Bezogen auf den Anteil von 0.3 des
Haushaltes am gesamten Betätigungsbereich entspricht das einem Teilinvaliditätsgrad
von 8.4 %. Die Arbeitszeit, welche die Beschwerdeführerin als Gesunde für den
Haushalt nach den Erhebungen der Verwaltung in einer absoluten Zahl (7.42 Stunden
pro Tag) aufzuwenden hatte bzw. nach Eintritt der Beeinträchtigung einzusetzen hätte,
ist nicht geeignet, diese erforderliche Korrektur der (auch zeitlichen) Einschränkung als
unrealistisch zu verwerfen. Denn wesentlich ist nicht diese geschätzte absolute
Zeitgrösse, sondern das Verhältnis der einzelnen Beschäftigungsbereiche.
6.4 Der Invaliditätsgrad macht somit zusammenfassend rund 43 % aus, womit der
Anspruch auf eine Viertelsrente ausgewiesen ist. Eine allfällige Verbesserung des
Gesundheitszustandes durch eine Erholung mit zunehmendem Zeitablauf nach den
Operationen (vgl. UVG-Gutachten S. 18 oben) wäre gegebenenfalls in einem
Anpassungsverfahren zu berücksichtigen.
7.
7.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 25. September 2006 zu schützen. Der
Beschwerdeführerin ist im Sinn der Erwägungen eine Rente der Invalidenversicherung
auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 43 % zuzusprechen. Zur Festsetzung von
Rentenbeginn und Rentenhöhe ist die Sache an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
7.2 Angesichts des Unterliegens der Beschwerdegegnerin rechtfertigt es sich, ihr die
Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert
festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1 IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1
VRP/SG). Als Teil einer selbständigen öffentlich-rechtlichen Anstalt (vgl. Art. 3 Abs. 1
lit. b des st. gallischen Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über die Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung, sGS 350.1) kommt auf sie die Bestimmung
über die Befreiung von der Pflicht zur Übernahme amtlicher Kosten (Art. 95 Abs. 3 VRP)
nicht zur Anwendung (vgl. Urs Peter Cavelti/Thomas Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit
im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, 2. A.,
Rz 792). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen. Der
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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St.Galler Gerichte
Beschwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.--
zurückzuerstatten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG