Decision ID: 019780ec-dea5-5aef-ae9b-8091718ffcb3
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Sutter, Haus Eden, Paradiesweg 2,
Postfach, 9410 Heiden,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 2/21
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
IV-Leistungen
Sachverhalt:
A.
A.a S._ (Jahrgang 1971) meldete sich am 3. Dezember 2001 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an. Sie gab an, sie habe in Portugal die Lehre als
Töpferin absolviert. Zuletzt habe sie als Küchengehilfin gearbeitet (IV-act. 1). Dr. med.
A._, Allgemeine Medizin FMH, berichtete der IV-Stelle des Kantons St. Gallen am 21.
Dezember 2001, die Versicherte leide an persistierenden Schmerzen in der rechten
Hand nach mehrmaligen Operationen. Vom 26. Juni 2001 bis 30. September 2001
habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Bis zum 30. November 2001 sei eine
solche von 25% attestiert worden. Seither gelte in der bisherigen Tätigkeit wiederum
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis auf Weiteres (IV-act. 8). In der Beilage befand sich
ein Konsiliarbericht von Dr. med. B._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
FMH, vom 27. September 2001, der keine wesentlichen psychopathologischen
Befunde hatte erheben können (IV-act. 8/10). Gemäss beigelegtem Bericht von Dr.
med. C._ vom 14. Dezember 2000 habe sich unterdessen neben einer Tendinopathie
der Flexorsehne III rechts auch eine Tendinitis crepitans der Flexorsehne IV links bei
generalisierter ligamentärer Hyperlaxität entwickelt (IV-act. 8/16).
A.b Das Tagungs- und Begegnungszentrum D._ teilte der IV-Stelle am 17. Dezember
2001 mit, es habe die Versicherte als Hausangestellte beschäftigt (IV-act. 7). Vom
Restaurant E._ erfuhr die IV-Stelle im Januar 2002, dass die Versicherte als
Kantinenmitarbeiterin (kalte Küche) tätig gewesen sei (IV-act. 9). Die Versicherte teilte
der IV-Stelle am 18. Februar 2002 mit, sie würde aus finanziellen Gründen zu 100%
arbeiten. Ihr Ehemann habe als Schichtarbeiter unregelmässige Arbeitszeiten. In seiner
Abwesenheit übernähme eine gute Nachbarin die Aufsicht über die Kinder (IV-act. 11).
Am 19. April 2002 nahm die IV-Stelle eine Abklärung im Haushalt der Versicherten vor.
Die Versicherte qualifizierte man als Teilerwerbstätige und Hausfrau zu je einem
Pensum von 50% (IV-act. 13). Die prozentualen Einschränkungen setzte man erst am
11. Dezember 2002 in den Abklärungsbericht ein und ermittelte eine Einschränkung im
Haushalt von 25.49% (IV-act. 23). Im Verlaufsbericht vom 13. Oktober 2002 gab der
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/21
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Hausarzt an, der Gesundheitszustand habe sich nach einer erneuten Operation im
August 2002 verbessert. Die präoperativ deutliche Ulnarissymptomatik habe sich
zurückgebildet und die Schmerzen in der Hand seien weniger stark. Er habe der
Versicherten im Sinn eines Arbeitsversuches geraten, eine Arbeit mit einem
Beschäftigungsgrad von 50% zu suchen (IV-act. 18). Mit Verfügung vom 12. Februar
2003 wies die IV-Stelle das Rentengesuch ab (IV-act. 27).
A.c Dagegen liess die Versicherte am 18. Februar 2003 durch ihren Hausarzt
Einsprache erheben (IV-act. 28). Die IV-Stelle widerrief in der Folge am 17. April 2003
ihre Verfügung und beauftrage die Klinik für orthopädische Chirurgie (Handchirurgie)
des Kantonsspitals St. Gallen mit der Begutachtung der Versicherten (IV-act. 38, 44, 45
und 46). Diese erstattete am 22. Oktober 2003 das Gutachten und erachtete die
Tätigkeit als Koch zu 80% als zumutbar (IV-act. 50). Mit Verfügung vom 23. März 2004,
die sich auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung dieses Gutachtens stützte, wurde das
Rentenbegehren der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 12.5% erneut
abgewiesen (IV-act. 54). Die dagegen erhobene Einsprache wies die IV-Stelle mit
Entscheid vom 16. August 2004 ab (IV-act. 73).
A.d Die Versicherte liess gegen diesen Entscheid beim Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen Beschwerde führen (IV-act. 74). Mit Entscheid vom 1. März 2005
hiess das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die Beschwerde teilweise gut
und wies die Sache zur weiteren Abklärung an die IV-Stelle zurück (IV-act. 78).
A.e Die IV-Stelle erhob gegen diesen Entscheid Beschwerde beim Bundesgericht (IV-
act. 79). Das Bundesgericht hiess die Beschwerde mit Urteil vom 17. August 2005
teilweise gut. Es bestätigte die Rückweisung der Sache zur weiteren Abklärung
betreffend Kinderbetreuung und erneuten Begutachtung sowie allfälligen EFL-
beziehungsweise BEFAS-Erhebungen. Dagegen hob es den Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen auf, soweit die Sache für eine
polydisziplinäre Begutachtung zurückgewiesen worden war, da sich die Beschwerden
auf orthopädische Befunde beschränkten. Sodann erachtete es den Abklärungsbericht
im Haushalt als zuverlässige Entscheidungsgrundlage (IV-act. 82).
B.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/21
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
B.a Die IV-Stelle qualifizierte in der Folge die Versicherte gemäss ihrer internen Notiz
vom 30. September 2005 ohne weitere Abklärung als 100% Erwerbstätige (IV-act. 85).
Sodann beauftragte sie am 22. November 2005 die MEDAS Zentralschweiz mit einer
Begutachtung. Zusätzlich zu den Standardfragen wollte die IV-Stelle wissen, wie hoch
die zumutbare Arbeitsfähigkeit als Küchenmitarbeiterin und als Hausangestellte sei.
Weiter seien die Voraussetzungen einer adaptierten Tätigkeit sowie die Arbeitsfähigkeit
zu nennen (IV-act. 92). Die MEDAS erstattete am 8. Februar 2007 das polydisziplinäre
Gutachten. Die Versicherte war am 12. und 13. Dezember 2006 unter Mithilfe des
Portugiesisch-Dolmetschers Herr F._ innermedizinisch, psychiatrisch und
rheumatologisch untersucht worden. Die Ärzte gaben an, die Versicherte leide an
folgender Hauptdiagnose (mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit):
Chronisches zervikobrachiales Schmerzsyndrom rechts, bei
- St.n. sechs operativen Eingriffen an der rechten Hand
- 1994 Neurolyse rechter Daumen (Zeigfingerseite)
- 1995 Entfernung einer intermetakarpalen Zyste II/III
- 1997 transossärer Seitenband-Refixation des Daumens und Revision des
Metakarpophalangealgelenks I
- 2001 Ganglionausräumung zwischen den Ossa hamatum und trapezoideum
- 2001 Ringbandspaltung am schnellenden Mittelfinger
- 2002 Neurolyse des Nervus medianus, erneute Ringbandspaltung des schnellenden
Mittelfingers, Neurolyse des Nervus ulnaris
- Hyposensibilität der rechten Hand ulnarseitig und der Finger IV und V.
Als Nebendiagnosen (ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit) bestehen:
Adipositas "simplex", mit
- Positiver Familienanamnese.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/21
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Nikotinabusus, mit
- Polyglobulie
- Tendenz zu Granulozytose/Lymphopenie.
Die Ärzte führten aus, die Versicherte klage subjektiv in erster Linie über ihren rechten
Arm. Das Problem habe 1994 mit einer kleinen Operation am rechten Daumen
begonnen, nachdem sie vom Hausarzt wegen eines "elektrischen Gefühls" an
demselben ins Kantonsspital St. Gallen geschickt worden sei. Die Schmerzen in dieser
Hand hätten seither kontinuierlich zugenommen und schmerzfreie Intervalle existierten
nicht mehr. Vom volaren Handgelenk führe eine erste Ausstrahlung nach distal in alle
Finger und den Daumen, während sich eine zweite Ausstrahlung nach proximal über
den ganzen Arm und die rechte Schulter bis in die rechte Nackenseite erstrecke. Als
Rechtshänderin sei sie deutlich handicapiert, könne keine schweren Arbeiten mehr
machen und auch die Tätigkeit als Hausfrau und Mutter nur mehr partiell erledigen. Da
sie vermehrt unter Schonung der rechten Hand die linke Hand benütze, habe sie nun
auch dort zunehmend Probleme im Sinn von Schmerzen in den Fingern II bis IV
verbunden mit Schwellungszuständen und immer wieder auftretenden Schnellfingern.
Der Rheumatologe hielt fest, bei St. n. Mehrfacheingriffen an der rechten Hand
resultiere heute eine deutliche residuelle Funktionseinschränkung und
Minderbelastbarkeit derselben mit einerseits Unmöglichkeit der Fingerstreckung
insbesondere die Finger IV und V betreffend und andererseits des Faustschlusses
ebenfalls die Finger IV und V betreffend. Neben der deutlichen Funktionseinschränkung
imponiere eine Schmerzsymptomatik insbesondere im Bereich des Radio-
Karpalgelenks rechts volarseitig und es bestünden Hinweise für ein residuelles
Ulnarisrinnen-Syndrom rechts. Die angegebene zerviko-brachiale
Schmerzsymptomatik sei sekundär als Folge der Cheiropathie zu interpretieren. Es
bestünden Hinweise für eine gewisse Hyperlaxitätstendenz, ohne dass aber die
Beighton-Kriterien zur entsprechenden Diagnose erfüllt seien. Im Weiteren sei von
Seiten des Bewegungsapparates eine Adipositas, ein Hohl-Rundrücken, eine lumbo-
sakrale Übergangsanomalie, eine asymptomatische Diskushernie C5/6 sowie ein
beidseitiges, leichtgradiges Lymphödem der Knöchelregion beidseits festzuhalten. Aus
Sicht der Inneren Medizin sowie der Psychiatrie fand man keine Diagnose mit
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/21
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Zur Arbeitsfähigkeit führten die Ärzte aus, die
angestammte Tätigkeit als Porzellantöpferin und -malerin respektive als Pizzeria-
Angestellte / Küchenhilfe sei der Versicherten nicht mehr zumutbar. Dies gelte auch für
alle anderen schweren und mittelschweren Arbeiten mit ständigem Gebrauch der
rechten Hand. Für alternative, der Behinderung angepasste, körperlich leichte Arbeit,
ohne ständig repetitiven respektive kraftaufwändigen Einsatz oder feinmotorische
Verrichtungen der rechten Hand sei eine Arbeitsfähigkeit von 100% zumutbar. Für den
eigenen Haushalt entspreche die Arbeitsfähigkeit, analog zum Resultat der
Haushaltsabklärung, einer solchen von 75% der Norm. Die Arbeitsfähigkeit könne
durch symptomatisch analgetische Therapie verbessert werden (IV-act. 106).
B.b Die Versicherte verlangte in ihrer Stellungnahme vom 22. Februar 2007 eine
Ergänzung des Gutachtens insbesondere betreffend einer Operationsindikation, der
Beschwerden der linken Hand sowie der Notwendigkeit einer neurologischen
Abklärung (IV-act. 107). Die IV-Stelle ersuchte am 24. Mai 2007 in Absprache mit dem
RAD um eine Stellungnahme der MEDAS (IV-act. 111 und 112). Der Rheumatologe
berichtete der MEDAS am 6. August 2007, die anlässlich der eingehenden
rheumatologischen Untersuchung vom 13. Dezember 2006 im Bereich der rechten
Hand festgestellte deutliche Funktionseinschränkung und Minderbelastbarkeit habe
keine spezifischen Befunde ergeben, die eine Operation indiziert hätten. Hinsichtlich
der Beschwerden der linken Hand habe die Versicherte anlässlich der Untersuchung
über Schmerzen vor allem die Finger II bis IV betreffend berichtet mit subjektiven
Schwellungszuständen sowie immer wieder auftretenden Schnell-Fingern. Klinisch
habe er damals einen unauffälligen Gelenkstatus der linken Hand mit durchwegs freier
Bewegungsamplitude, vollständigem und kräftigem Faustschluss, normaler muskulärer
Trophik der intrinsischen Handmuskulatur und deutlicher Beschwielung der Palma
manus links als Ausdruck eines regelmässigen Gebrauchs gefunden. Hinweise für eine
Synovialitis oder Tenosynovitis stenosans habe er nicht erheben können. Auch eine
Röntgenaufnahme vom 28. Juli 2005 habe einen altersentsprechenden Normalbefund
gezeigt. Insgesamt interpretiere er die von der Versicherten geäusserten rezidivierend
auftretenden linksseitigen Beschwerden als herkunftsmässig mechanischer Natur
infolge vermehrten Gebrauchs der linken Hand unter Schonung der Rechten. Er teile
die Meinung des voruntersuchenden Rheumatologen Dr. C._, dass es sich um rein
belastungsabhängige Arthralgien und Tendinopathien der linken Hand handle ohne
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/21
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
jegliche Hinweise für eine strukturelle Läsion oder Funktionseinschränkung oder
entzündlich-rheumatische Affektion. Seitens der linken Hand bestehe aus
rheumatologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Schliesslich sei eine
neurologische Untersuchung nicht zwingend notwendig. Die Angaben von Schmerzen
und Sensibilitätsstörungen habe keinem peripheren Nerv exakt zugeordnet werden
können und motorisch hätten keine Ausfälle vorgelegen. In der Regel seien die
neurologisch erhobenen Befunde nicht derart ausgeprägt, als dass operative
Massnahmen indiziert wären. Wolle man Klarheit, so sei eine neurologische Beurteilung
inklusive elektrophysische Abklärung notwendig, bezüglich therapeutischen Vorgehens
jedoch nicht sinnvoll. Auch Neurologen würden in solchen Fällen eine konservative
Therapie bevorzugen. Im Übrigen habe eine eingehende neurologische Untersuchung
am 23. Dezember 2003 im Kantonsspital St. Gallen stattgefunden, ohne dass sich
Hinweise auf das Vorliegen eines Nervus ulnaris-Kompressionssyndroms im Sulcus
ulnaris rechts oder Anzeichen für das Vorliegen einer Nervenkompression C7
beziehungsweise T1 rechts gezeigt hätten (IV-act. 115). Der RAD-Arzt Dr. G._ gab in
seiner Stellungnahme vom 21. August 2007 an, er sehe keine Veranlassung für eine
zusätzliche neurologische Beurteilung, da keine fassbaren neurologischen Defizite
vorhanden seien und mittels weiter gehenden Untersuchungen keine zusätzlichen
Erkenntnisse gewonnen werden könnten. Die medizinischen Unterlagen seien
zusammen mit der ergänzenden Stellungnahme des Rheumatologen vom 6. August
2007 ausreichend zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 116).
B.c Mit Vorbescheid vom 18. Oktober 2007 stellte die IV-Stelle der Versicherten erneut
die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht. Sie führte aus, ihre Abklärungen hätten
ergeben, dass ihr aus medizinischer Sicht eine leidensadaptierte Tätigkeit zu 100%
zumutbar sei. Dabei könne sie ein Einkommen von Fr. 37'931.-- erzielen. Gegenüber
einem Einkommen ohne Behinderung von Fr. 42'146.-- resultiere eine Erwerbseinbusse
von Fr. 4'215.-- beziehungsweise ein Invaliditätsgrad von 10%. Dieser liege unter 40%,
weshalb sie keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe (IV-act. 126). Die IV-Stelle
hat dabei den Einkommensvergleich auf der Basis der statistischen Tabellenlöhne im
Anhang zur Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) 2007 vorgenommen und
einen zusätzlichen Abzug von 10% berücksichtigt (IV-act. 122). Dagegen liess die
Versicherte am 16. November 2007 einwenden, wie aus dem beigelegten Bericht von
Dr. A._ vom 13. November 2007 hervorgehe, seien die Beschwerden an der linken
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/21
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Hand immer noch ausgeprägt und nur auf Grund einer Kortisoninjektion kurz vor der
Begutachtung vorübergehend besser gewesen. In diesem Bericht hat Dr. A._
angegeben, am 21. August 2002 sei trotz fehlendem pathologischen Befund gemäss
neurologischer Abklärung vom 28. Mai 2002 eine Carpaltunneloperation und eine
Neurolyse des Nervus ulnaris im rechten Ellbogen durchgeführt worden. Der Erfolg der
Operation sei schlecht gewesen. Die vom begutachtenden Arzt der MEDAS
beschriebene Ulnarissymptomatik sei seither noch ausgeprägter. Weshalb bei einem
MEDAS-Gutachten auf den Versuch der Objektivierung dieses Befundes verzichtet
worden sei, verstehe er eigentlich nicht. Betreffend die Beschwerden an der linken
Hand habe er anlässlich der Untersuchung vom 13. Oktober 2006 den Befund einer
leichten, aber schmerzhaften Tendovaginitis stenosans Dig. II und III links gefunden
und mit Kortison infiltriert. Der Befund sei bei der aktuellen Konsultation am
12. November 2007 praktisch unverändert gewesen. Bei den vorliegenden
Beschwerden der rechten Hand sei es absolut plausibel, dass die Schmerzen der
linken Hand durch den vermehrten Gebrauch der linken Hand aufgetreten seien.
Strukturelle Weichteilläsionen an der linken Hand lägen wahrscheinlich vor, müssten
aber mit Ultraschall oder MRI untersucht werden. Ein normales Skelettröntgenbild
besage überhaupt nichts. Die Beschwerden der linken Hand würden ihn stark an die
Beschwerden der rechten Hand vor 12 Jahren erinnern. Wenn die Versicherte für
Arbeiten mit der linken Hand voll arbeitsfähig sein solle, sei mit einer Zunahme der
gutachterlich bestätigten belastungsabhängigen Anthralgien mit Sicherheit zu rechnen.
Um die Resterwerbsfähigkeit der Versicherten mit ihren schmerzenden Händen
beurteilen zu können, sei deshalb eine funktionelle Arbeitsabklärung durchzuführen.
Eine rheumatologische Begutachtung ohne Untersuchung von strukturellen
Weichteilläsionen sei für eine adäquate Beurteilung der Versicherten nicht hilfreich (IV-
act. 129). Der RAD-Arzt Dr. G._ erachtete in seiner Stellungnahme vom
23. November 2007, der Hausarzt habe betreffend neurologische Abklärung keine
neuen Elemente vorgebracht, weshalb eine solche nicht erforderlich sei. Sodann habe
man keine Einschränkungen der linken Hand hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit
festgestellt, was für die Invalidenversicherung relevant sei. Ob eine Zunahme der
Beschwerden an der linken Hand zu erwarten sei, sei bei der konkreten Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit nicht zu berücksichtigen. Schliesslich werde üblicherweise die
Arbeitsfähigkeit medizinisch-theoretisch und nicht mittels funktioneller
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/21
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Arbeitsabklärung festgelegt. Im vorliegenden Fall, wo sich die Problematik auf die
oberen Extremitäten fokussiere, sehe er deshalb keine Veranlassung für eine solche
Abklärung (IV-act. 130). Mit Verfügung vom 14. Dezember 2007 wies die IV-Stelle das
Leistungsgesuch der Versicherten gemäss ihrem Vorbescheid ohne weitere
Begründung ab (IV-act. 131).
C.
C.a Gegen diese Verfügung lässt die Versicherte am 15. Januar 2008 Beschwerde
führen. Sie beantragt die Aufhebung der Verfügung vom 14. Dezember 2007 und die
Zuerkennung der gesetzlichen Leistungen aus IVG. Insbesondere sei ihr mindestens
eine halbe Rente zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Vornahme
weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge. Sie führt dazu aus, entgegen dem Auftrag der IV-Stelle sei eine
polydisziplinäre Begutachtung nicht aus handchirurgischer, neurologischer und
rheumatologischer Sicht, sondern lediglich aus rheumatologischer und
überflüssigerweise auch aus psychiatrischer Sicht erfolgt. Trotz der
unmissverständlichen Feststellung des Rheumatologen, dass für Klarheit eine
neurologische Abklärung erforderlich sei, habe die Beschwerdegegnerin eine solche
unterlassen. Sodann sei die Beschwerdegegnerin auf die Anregungen und Kritik in der
Stellungnahme vom 16. November 2007 nicht eingegangen und habe den
angekündigten Vorbescheid ohne weitergehende Abklärung in Form der angefochtenen
Verfügung erlassen, obwohl eine vorübergehende Verbesserung zum Zeitpunkt der
Begutachtung geltend gemacht worden sei. Entgegen allen Empfehlungen habe sie
auch keine EFL- oder BEFAS-Abklärung durchgeführt. Weiter macht die
Beschwerdeführerin geltend, der RAD habe noch am 16. April 2003 eine
Arbeitsfähigkeit von 50% oder weniger als zutreffend erachtetet. Ungeachtet dessen
sei nach der MEDAS-Begutachtung eine solche von 100% als "problemlos
nachvollziehbar" beurteilt worden. Schliesslich sei unklar, auf Grund welcher
Unterlagen das rheumatologische Gutachten erstellt worden sei und ob dabei auch die
Suva-Akten berücksichtigt worden seien. Der Rheumatologe der MEDAS habe dabei
die geltend gemachten Beschwerden an der linken Hand nicht beurteilt. Die
nachgelieferte Stellungnahme sei widersprüchlich, indem der Arzt die subjektiv
geklagten Beschwerden anerkannt habe, aber von einer Einschränkung der
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/21
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Arbeitsfähigkeit trotz Schmerzen und auftretenden Schwellungen nichts wissen wolle.
Die zumutbare Arbeitsfähigkeit von 100% sei weder begründet noch schlüssig
nachvollziehbar. Welche Verweistätigkeiten der Beschwerdeführerin noch zumutbar
seien, werde nicht aufgeführt. Auch setze sich der Gutachter nicht mit der
abweichenden Beurteilung von Dr. A._ auseinander, was bereits im vorangehenden
Gerichtsverfahren gerügt worden sei. Deshalb drängten sich weitere Abklärungen auf.
Ausserdem habe es die Beschwerdegegnerin unterlassen, Verweistätigkeiten gemäss
der Dokumentationen über Arbeitsplätze (DAP) zu prüfen. Dr. A._ sei jedenfalls der
Meinung, es gäbe keine Tätigkeit, welche die Beschwerdeführerin ganztags ausüben
könne (G act. 1).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in ihrer Beschwerdeantwort vom 12. Februar
2008 die Abweisung der Beschwerde. Sie führt dazu aus, das Versicherungsgericht
des Kantons St. Gallen und das Bundesgericht hätten eine ergänzende EFL- oder
BEFAS-Abklärung in Betracht gezogen, aber nicht vorgeschrieben. Ob eine solche
Abklärung sinnvoll sei, sei zu bezweifeln, weil die Beschwerdeführerin auf Grund ihrer
"dramatisch" präsentierten Symptomatik eine BEFAS-Abklärung nur dazu benützen
würde, ihre Arbeitsunfähigkeit zu "beweisen". Sodann wäre nach der
bundesgerichtlichen Feststellung lediglich eine orthopädische Begutachtung
erforderlich gewesen. Eine polydisziplinäre Untersuchung der Beschwerdeführerin sei
deshalb für sie nicht nachteilig. Der Rheumatologe sei ausserdem ausreichend
fachärztlich kompetent, um die Symptome der Beschwerdeführerin an den Händen mit
Ausstrahlung in den Nackenbereich zu beurteilen. Die Gutachterstelle selbst könne
nach dem Studium der Akten über die notwendigen Fach-Untersuchungen
entscheiden, um die Arbeitsfähigkeit beurteilen zu können. Für eine neurologische
Abklärung habe kein Anlass bestanden, weil keine neurologischen Defizite vorgelegen
hätten. Die MEDAS habe sich in ihrer Stellungnahme ausführlich mit den Beschwerden
der linken Hand auseinandergesetzt und keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
begründen können. Die entsprechenden Ausführungen seien schlüssig. Die Unterlagen
der MEDAS seien anfangs des Gutachtens aufgeführt. Ohne Weiteres sei davon
auszugehen, dass auch dem Rheumatologen die umfangreichen medizinischen Akten
zur Verfügung gestanden hätten. Nachdem auf Geheiss des Bundesgerichts eine
erneute Begutachtung erfolgt sei, habe der RAD darauf verzichten können, sich mit den
medizinischen Akten vor dem Urteil des Bundesgerichts auseinanderzusetzen. Sodann
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/21
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
stehe das MEDAS-Gutachten nicht im Widerspruch zu anderen fachärztlichen
Einschätzungen. Bereits die Begutachtung durch das Kantonsspital St. Gallen habe
eine hohe Restarbeitsfähigkeit von 80% als zumutbar erachtet. Dr. A._ sei als
Allgemeinmediziner dagegen nicht fachärztlich kompetent, die Handbeschwerden zu
beurteilen und habe sich bereits seit Längerem als engagierter Vertreter der
Beschwerdeführerin gezeigt. Er sei deshalb nicht mehr unabhängig oder unparteiisch
im Sinn eines Gutachters. Aus seinem Bericht vom 13. November 2007 hätten sich
zudem keine neuen medizinischen Erkenntnisse ergeben. Schliesslich umschreibe die
MEDAS die zumutbaren Tätigkeiten rechtsgenüglich. Auf dem Arbeitsmarkt seien
selbst für funktionell einhändige Personen noch Stellen vorhanden. Für die
Beschwerdeführerin geeignete Tätigkeiten seien etwa leichtere
Maschienenbedingungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten,
leichtere Arbeiten bei der Lager- und Einzelbewirtschaftung sowie Kurier- und leichtere
Lieferdienste (G act. 5).
C.c Die Beschwerdeführerin hält in der Replik vom 31. März 2008 an ihren Anträgen
fest. Auf die Ausführungen wird, soweit entscheidrelevant, in den Erwägungen
eingegangen (G act. 9).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 7. April 2008 auf eine Duplik (G act. 11).

Erwägungen:
1.
Da ein Sachverhalt zu beurteilen ist, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der
angefochtenen Verfügung vom 14. Dezember 2007 entwickelt hat, sind die auf den
1. Januar 2008 in Kraft getretenen Rechtsänderungen (5. IV-Revision) nicht anwendbar.
2.
Die Beschwerdeführerin rügt, die Beschwerdegegnerin sei in der Verfügung nicht auf
ihre Einwände eingegangen. Damit macht die Beschwerdeführerin sinngemäss geltend,
die Beschwerdegegnerin habe ihre Begründungspflicht verletzt. Diese Rüge ist vorab
zu beurteilen. Die Begründung einer Verfügung entspricht den Anforderungen an das
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/21
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
rechtliche Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung; SR 101), wenn die betroffene
Person dadurch in die Lage versetzt wird, die Tragweite der Entscheidung zu beurteilen
und sie in Kenntnis der Begründung an eine höhere Instanz weiterzuziehen. Die
Behörde ist aber nicht verpflichtet, sich zu allen Rechtsvorbringen der Parteien zu
äussern. Es genügt, wenn ersichtlich ist, von welchen Überlegungen sich die Behörde
hat leiten lassen (vgl. Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich 2006, Rz 1706). In der Verfügung vom 14. Dezember
2007 betreffend Rente hat die Beschwerdegegnerin zu den wesentlichen Einwänden
der Beschwerdeführerin keine Stellung genommen. Sie hat lediglich wie bereits in
ihrem Vorbescheid vom 18. Oktober 2007 auf ihre Abklärungen verwiesen, welche
ergeben hätten, dass der Beschwerdeführerin eine 100%ige leidensadaptierte Tätigkeit
zumutbar sei. Damit hat sie die Begründungspflicht und damit das rechtliche Gehör
verletzt. Die Gehörsverletzung wiegt konkret allerdings nicht so schwer, dass sie
zwingend die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin erfordern würde.
Der Beschwerdeführerin war es trotz der kurzen beziehungsweise gleichen
Begründung wie im Vorbescheid möglich, den Entscheid der Beschwerdegegnerin zu
verstehen und ihre Beschwerde zu begründen (vgl. zur Begründungspflicht BGE 133 III
439 E. 3.3 mit Hinweisen).
3.
3.1 Streitig ist ein allfälliger Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Nach aArt. 28
Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht
der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens
zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente.
Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen,
das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung
der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/21
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
3.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 ATSG). Danach haben
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen.
Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach
zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des
streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Gutachtens
ist nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung entscheidend, ob er für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des
Gutachters begründet sind (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a). Nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichts ist bei der Beweiswürdigung der Erfahrungstatsache Rechnung zu
tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE
125 V 351 E. 3b/cc), oder dass sie deren pessimistische subjektive Einschätzung
übernehmen. Dieser Vorbehalt ist nach den Entscheiden des Bundesgerichts i/S S.
vom 20. März 2006 (I 655/05) E. 5.4 und i/S T. vom 13. April 2006 (I 645/05) E. 2.3 auch
für behandelnde Spezialärzte anzubringen. Anderseits kann die Möglichkeit zu längerer
Beobachtungszeit auch Vorteile bieten. Das Bundesgericht hat in diesem Sinn – für den
Fall der Feststellungen eines Hausarztes – festgehalten, das Gericht könne auch auf die
speziellen, etwa dank der langjährigen Betreuung nur einem Hausarzt zugänglichen
Kenntnisse des Gesundheitszustandes eines Versicherten abstellen (nicht
veröffentlichter Entscheid des Bundesgerichts I 255/96, zit. in 4P.254/2005).
4.
4.1 Die Beschwerdeführerin ist als Erwerbstätige zu qualifizieren. Zur Bemessung der
Invalidität ist deshalb die Einkommensvergleichsmethode anzuwenden. Für die
Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen für eine
Tätigkeit der versicherten Person von Bedeutung. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin
ist es, den Gesundheitszustand zu beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/21
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeit die versicherte Person
arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in der Folge eine wichtige Grundlage
für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistung ihr noch zugemutet werden
können (BGE 125 V 256. E. 4). Die Beschwerdegegnerin stützt sich dabei auf das
MEDAS-Gutachten vom 8. Februar 2007 ab. Demgemäss sind der Beschwerdeführerin
körperlich leichte Arbeiten, ohne ständig repetitiven respektive kraftaufwändigen
Einsatz oder feinmotorische Verrichtungen der rechten Hand 100% zumutbar. Die
Ärzte haben die bisherige Tätigkeit als Porzellantöpferin und -malerin respektive als
Pizzeria-Angestellte / Küchenhilfe als nicht mehr zumutbar erachtet. Dies gelte auch für
alle anderen schweren und mittelschweren Arbeiten mit ständigem Gebrauch der
rechten Hand (IV-act. 106). Daraus folgt, dass die Beschwerdeführerin funktionell
überwiegend als Einarmige zu betrachten ist.
4.2 Die Beschwerdeführerin ist dagegen der Ansicht, auf das MEDAS-Gutachten
könne nicht abgestellt werden. Sie macht geltend, sie sei lediglich rheumatologisch
und überflüssigerweise psychiatrisch untersucht worden. Dagegen fehle es an einer
neurologischen sowie handchirurgischen Untersuchung. Die Beschwerdeführerin ist
aus innermedizinischer, rheumatologischer und psychiatrischer Sicht begutachtet
worden. Damit wurde eine Abklärung des Gesundheitszustandes der
Beschwerdeführerin erreicht, die ausschliessen konnte, dass die Schmerzen der
rechten Hand aus psychischen oder innermedizinischen Gründen herrühren. Vielmehr
wurde festgestellt, dass die Beschwerdeführerin an einem chronischen
zervikobrachialen Schmerzsyndrom rechts leidet. Die Beschwerdeführerin war bereits
im Jahr 2001 psychiatrisch abgeklärt worden (vgl. IV-act. 8/10). Aus diesem Grund
sowie zur Abgrenzung einer allfälligen somatoformen Schmerzstörung ist eine
psychiatrische Begutachtung durchaus begründet. Das Erfordernis einer
neurologischen Untersuchung ist vom begutachtenden Rheumatologen in seiner
Stellungnahme vom 6. August 2007 verneint worden. Er hat dazu ausgeführt, die
Angaben von Schmerzen und Sensibilitätsstörungen (der rechten Hand) hätten keinem
peripheren Nerv exakt zugeordnet werden können. Motorisch hätten keine Ausfälle
vorgelegen. In der Regel seien die neurologisch erhobenen Befunde nicht derart
ausgeprägt gewesen, als dass operative Massnahmen indiziert wären. Wolle man
Klarheit, so sei eine neurologische Beurteilung inklusive elektrophysische Abklärung
notwendig, bezüglich therapeutischen Vorgehens jedoch nicht sinnvoll. Auch
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/21
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Neurologen würden in solchen Fällen eine konservative Therapie bevorzugen. Im
Übrigen habe eine eingehende neurologische Untersuchung am 23. Dezember 2003 im
Kantonsspital St. Gallen stattgefunden, ohne dass sich Hinweise auf das Vorliegen
eines Nervus ulnaris-Kompressionssyndroms im Sulcus ulnaris rechts oder Anzeichen
für das Vorliegen einer Nervenkompression der Wurzel C7 beziehungsweise T1 rechts
gezeigt hatten (IV-act. 115). Auch der RAD-Arzt Dr. G._ hat die Einschätzung des
Rheumatologen geteilt und keine neurologische Abklärung für erforderlich erachtet (IV-
act. 116). Die Beschwerdeführerin ist bereits sechs Mal wegen ihrer Handbeschwerden
rechts operiert worden. Die Indikation für eine weitere Operation wurde verneint. Eine
neurologische Untersuchung könnte nach Einschätzung des Rheumatologen lediglich
betreffend die Operationsindikation Aufschluss geben. Aus medizinischer Sicht hat
man jedoch Hinweise für neurologische Beschwerden verneint, da man keine Hinweise
auf Nervenkompressionen festgestellt hat. Der Hausarzt hat dazu in seinem Bericht
vom 13. November 2007 festgehalten, dass bereits anlässlich der neurologischen
Untersuchung betreffend Operationsindikation der Ulnarissymptomatik kein
pathologischer Befund erhoben worden sei. Dennoch sei operiert worden. Der Erfolg
dieses Eingriffes sei schlecht gewesen. Die vom begutachtenden Rheumatologen
beschriebene Ulnarissymptomatik sei seither noch ausgeprägter. Weshalb auf eine
erneute neurologische Abklärung verzichtet worden sei, verstehe er nicht (IV-act 129).
Diese Einschätzung widerspricht den eigenen Angaben des Hausarztes, der in seinem
Verlaufsbericht vom 13. Oktober 2002 angegeben hatte, der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin habe sich nach einer erneuten Operation im August 2002
verbessert. Die präoperativ deutliche Ulnarissymptomatik habe sich zurückgebildet und
die Schmerzen seien weniger stark (IV-act. 18). Der Hausarzt begründet nicht, inwiefern
sich die Ulnarissymptomatik seit dieser Operation im August 2002 verschlechtert habe.
Aus den Akten ergeben sich auch keine Indizien, dass sich seit der letzten
neurologischen Untersuchung im Jahr 2003, die keinen Hinweis auf eine Sulcus
ulnaris-Syndrom Rezidiv rechts gefunden hatte (IV-act. 106 S. 7), die Beschwerden an
der rechten Hand erheblich verschlechtert hätten. Unter diesen Umständen ist der
Verzicht auf den Beizug eines Neurologen beziehungsweise eine weitere neurologische
Untersuchung bei fehlender Operationsindikation nachvollziehbar und begründet.
Schliesslich ist davon auszugehen, dass eine innermedizinische, psychiatrische und
rheumatologische Untersuchung für die Begutachtung ausreichend waren. Der
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 16/21
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Rheumatologe ist im Bereich der chronischen Krankheiten des Bewegungsapparates
spezialisiert. Nachdem die verschiedenen Operationen an der rechten Hand längere
Zeit zurückliegen und sich die Beschwerden chronifiziert haben, ist die Begutachtung
durch einen Spezialisten für chronische Krankheiten des Bewegungsapparates
sachgerecht. Der Verzicht auf eine handchirurgische Abklärung ist demnach nicht zu
beanstanden.
4.3 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, es sei unklar, auf Grund welcher
Unterlagen das rheumatische Gutachten erstellt worden sei und ob die Suva-Akten
berücksichtigt worden seien. Gemäss dem Konsiliargutachten des Rheumatologen
vom 28. Dezember 2006 standen ihm der Aktenauszug der MEDAS, der MEDAS-
Aktenordner und die im Konsiliargutachten erwähnten Röntgenbilder zur Verfügung (IV-
act. 106 S. 29). Daraus folgt, dass der Rheumatologe Einsicht in die
Kurzzusammenfassung der Akten durch Dr. med. H._ (Hauptgutachten S. 2 bis 11)
sowie in die erwähnten Akten im Detail hatte. Somit lagen ihm alle Akten vor, die
erforderlich waren, die Beschwerdeführerin in Kenntnis der Krankengeschichte zu
untersuchen. Aus den Unterlagen der Beschwerdegegnerin ist kein Hinweis auf einen
Unfall und somit auf allfällige Suva-Akten ersichtlich. Diese Rüge erweist sich somit als
unbegründet. Hingegen kann festgehalten werden, dass die IV-Akten der
Beschwerdegegnerin die der Begutachtung durch das Kantonsspital St. Gallen
(Oktober 2003) nachfolgenden Arztberichte nicht enthalten. Eine nachträgliche Edition
kann vorliegend jedoch unterbleiben, wie nachfolgend gezeigt wird.
4.4 Die Beschwerdeführerin rügt, der Rheumatologe habe die Beschwerden der linken
Hand erst nachträglich beurteilt. Trotz der Anerkennung der subjektiven Schmerzen
habe er eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit verneint. Dies sei widersprüchlich.
Sodann habe die Kortisonbehandlung des Hausarztes eine vorübergehende
Verbesserung der Beschwerden zu Gunsten der Begutachtung bewirkt, weshalb die
Beschwerden der linken Hand erneut untersucht werden müssten. Aus dem
Konsiliargutachten vom 28. Dezember 2006 geht hervor, dass der Rheumatologe die
subjektiven Beschwerden der linken Hand in die Anamnese aufgenommen hat. Eine
Einschätzung dieser Schmerzen hat er jedoch erst in seiner nachträglichen
Stellungnahme vom 6. August 2007 geliefert. Wie aus dieser Stellungnahme
hervorgeht, konnte er keinen objektiven Befund erheben, der diese Beschwerden
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 17/21
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
erklärt hätte. Dies ist wohl der Grund, weshalb im Konsiliargutachten eine Beurteilung
der Beschwerden der linken Hand fehlt. So hat der Rheumatologe weder Hinweise für
eine Synovialitis oder für eine Tenosynovitis stenosans noch für strukturelle Läsionen,
Funktionseinschränkungen oder entzündlich-rheumatische Affektionen gefunden. Er
hat deshalb angegeben, er teile die Meinung des voruntersuchenden Rheumatologen
Dr. C._, dass es sich um rein belastungsabhängige Arthralgien und Tendinopathien
handle. Dies schränke die Funktionsfähigkeit der linken Hand nicht ein (IV-act. 106 und
115). Dieser Einschätzung widerspricht der Hausarzt in seinem Bericht vom
13. November 2007. Im Gegensatz zum begutachtenden Rheumatologen habe er zwei
Monate vor der Begutachtung eine leichte, aber schmerzhafte Tendovaginitis
stenosans Dig. II und III links gefunden und mit Kortison infiltriert. Der Befund sei bei
der aktuellen Konsultation am 12. November 2007 praktisch unverändert gewesen.
Wahrscheinlich lägen bei der Beschwerdeführerin strukturelle Weichteilläsionen vor, die
aber mit Ultraschall oder MRI untersucht werden müssten (IV-act. 129). Die Schmerzen
der linken Hand sind zwar unangenehm, schränken die Beschwerdeführerin im
regelmässigen Gebrauch der linken Hand jedoch nicht massgeblich ein, was die
deutliche Beschwielung sowie die Möglichkeit zum vollständigen und kräftigen
Faustschluss zeigt. Die Beschwerdeführerin hat in der Anamnese denn auch
angegeben, dass sie hauptsächlich durch die Beschwerden der rechten Hand
eingeschränkt sei, weshalb die linke Hand das Heben und Tragen sowie jegliches
"Hantieren" übernehmen müsse, weil dies zu Schmerzexazerbationen der rechten
Hand führe. Die Verneinung einer Arbeitsunfähigkeit auf Grund der Beschwerden der
linken Hand ist daher begründet. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die
Kortisonbehandlung eine vorübergehende Besserung der Beschwerden begründet
haben könnte. Im Rahmen der Schadenminderungspflicht ist es der
Beschwerdeführerin zumutbar, sich geeigneten Schmerztherapien zu unterziehen und
bei einem Wiederauftreten einer Tendovaginitis diese mit Kortison zu behandeln. Eine
weitere Untersuchung der Weichteile kann unter diesen Umständen unterbleiben.
4.5 Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, die Zumutbarkeit einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit gemäss MEDAS-Gutachten sei nicht nachvollziehbar. Noch im Jahr
2003 habe der RAD eine Arbeitsfähigkeit von 50% als zutreffend erachtet. Deshalb sei
es widersprüchlich, wenn er nun die 100%ige Arbeitsfähigkeit als "problemlos
nachvollziehbar" beurteile. Schliesslich setze sich das Gutachten nicht mit der
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 18/21
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
abweichenden Einschätzung des Hausarztes auseinander, weshalb sich weitere
Abklärungen aufdrängten. Der Hausarzt hat in seinem Verlaufsbericht vom 13. Oktober
2002 angegeben, er habe der Beschwerdeführerin im Sinn eines Arbeitsversuchs
geraten, eine Arbeit mit einem Beschäftigungsgrad von 50% zu suchen. In Frage käme
eine Arbeit ohne starke Belastung und ohne Dauerbelastung der rechten Hand. Für die
frühere Arbeit im Service bestehe nach wie vor eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die
realistische Arbeitsfähigkeit dürfte aktuell etwa 30% betragen (IV-act. 18). Diese
Arbeitsfähigkeitsschätzung ist vom RAD als möglicherweise ausgewiesen erachtet
worden. Um diese Einschätzung zu verifizieren, schlug der RAD damals eine
Begutachtung vor (IV-act. 37). Daraus folgt, dass der RAD die Beurteilung des
Hausarztes zwar als realistisch eingeschätzt hat, jedoch nicht ohne Weiteres darauf
abstellen wollte. Das nachfolgende Gutachten des Kantonsspitals St. Gallen vom 22.
Oktober 2003 ist als nicht beweistauglich erklärt worden (Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen sowie des Bundesgerichts in dieser
Sache). Dieses Gutachten ist deshalb nicht zu berücksichtigen. Bis zur Abklärung
durch die MEDAS im Dezember 2006 liegt keine weitere Arbeitsfähigkeitsschätzung
vor. Die MEDAS hat in ihrem Gutachten bestätigt, dass die frühere Tätigkeit als
Porzellantöpferin und -malerin respektive als Pizzeria-Angestellte / Küchenhilfe nicht
mehr zumutbar sei. Körperlich leichte Arbeit, ohne repetitiven respektive
kräfteaufwändigen Einsatz oder feinmotorische Verrichtungen der rechten Hand sei zu
100% zumutbar (IV-act. 106 S. 21). Der Unterschied zur hausärztlichen Einschätzung
einer adaptierten Tätigkeit ergibt sich hauptsächlich daraus, dass die MEDAS in ihrer
Zumutbarkeitsbeurteilung auch rein linkshändige Tätigkeiten berücksichtigt hat.
Gegenüber der Beschwerdeführerin hat man nämlich die Tätigkeit einer
Maschinenüberwacherin erwähnt, die den Knopf auch mit der linken Hand drücken
könne (IV-act. 106 S. 14). Wie aus dem Aktenauszug im MEDAS-Gutachten hervorgeht,
hat sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der
Arbeitsfähigkeitsschätzung des Hausarztes nicht wesentlich verändert. Die
Schmerzsymptomatik hat sich chronifiziert, was auch die Diagnose eines chronischen
zervikobrachialen Schmerzsyndroms erklärt. Schliesslich liegen auch keine
psychiatrischen Leiden vor, welche begründen würden, weshalb der
Beschwerdeführerin eine Überwindung der Schmerzen der linken Hand zur Ausübung
einer Erwerbstätigkeit nicht zumutbar wäre. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 19/21
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
vollumfängliche Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit mit
hauptsächlichem Gebrauch der linken Hand wohl bereits 2002 vorhanden gewesen
wäre. Denkbar wären konkret leichte Tätigkeiten wie beispielsweise Kontrolle von
Waren in der maschinellen Herstellung, leichte Verkaufstätigkeiten sowie
Verpackungsarbeiten und die bereits erwähnte Überwachung von voll- oder
halbautomatischen Maschinen. Solche Arbeiten sollten auch einarmig durchgeführt
werden können. Daraus folgt, dass die Zumutbarkeit einer 100%igen Tätigkeit
insgesamt begründet und nachvollziehbar ist. Auf das MEDAS-Gutachten inklusive
Stellungnahme vom 6. August 2007 kann deshalb abgestellt werden.
4.6 Die Beschwerdeführerin rügt schliesslich, die medizinisch-theoretische
Arbeitsfähigkeitsschätzung reiche nicht aus. Es sei eine ELF- oder BEFAS-Abklärung
durchzuführen, wie dies bereits anlässlich der gerichtlichen Beurteilung empfohlen
worden sei. Die Beschwerdegegnerin macht diesbezüglich geltend, eine solche
Abklärung würde von der Beschwerdeführerin nur dazu benützt, auf Grund ihrer
"dramatischen" Situation ihre Arbeitsunfähigkeit zu "beweisen". Gemäss MEDAS-
Gutachten sind die von der Beschwerdeführerin geschilderten Beschwerden anerkannt
und in der Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt worden. Eine
Verdeutlichungstendenz hat man verneint (IV-act. 106 S. 18). Deshalb ist davon
auszugehen, dass eine Arbeitsfähigkeitsabklärung durch eine Selbstlimitierung der
Beschwerdeführerin nicht beeinträchtigt wäre. Jedoch haben die Gerichte eine solche
nicht für erforderlich, sondern lediglich als Möglichkeit zur Abklärung der konkreten
Arbeitsfähigkeit erwähnt. Dass die Beschwerdegegnerin auf eine solche Abklärung
verzichtet hat, weil sie das MEDAS-Gutachten als umfassend und nachvollziehbar
erachtet hat, ist deshalb nicht weiter zu beanstanden.
4.7 Zusammenfassend folgt daraus, dass der Beschwerdeführerin eine
leidensadaptierte Tätigkeit vollumfänglich zumutbar ist.
5.
5.1 Gemäss der Invaliditätsbemessung ergibt sich gestützt auf die Tabellenlöhne im
Anhang zur LSE 2007 kein rentenbegründender Invaliditätsgrad, wie dies die
Beschwerdegegnerin korrekt ermittelt hat. Selbst wenn der sog. Leidensabzug auf
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 20/21
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
25% erhöht würde, würde daraus kein Invaliditätsgrad von 40% oder mehr resultierten.
Dass die Beschwerdegegnerin es unterlassen hat, bei der Invaliditätsbemessung das
Invalideneinkommen an Hand von DAP-Zahlen zu ermitteln, ist nicht zu beanstanden.
Nach der Rechtsprechung ist die Bemessung in Anwendung der Tabellenlöhne gemäss
LSE-oder DAP-Zahlen gleichwertig und keine Variante der anderen vorzuziehen (BGE
129 V 472 E. 4.2.1).
5.2 Auf Grund der langen Verfahrensdauer ist auch der Anspruch auf eine vorläufige
Rente bis zur abschliessenden Beurteilung der adaptierten Arbeitsfähigkeit im MEDAS-
Gutachten vom 7. Februar 2007 im Sinn von aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG zu verneinen.
Nachdem davon auszugehen ist, dass eine volle Arbeitsfähigkeit für hauptsächlich
linkshändige Tätigkeiten bereits im Oktober 2002 bestanden hat und es der
Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht zumutbar gewesen
wäre, bereits damals einer (Teilzeit-) Tätigkeit nachzugehen, besteht kein Anspruch auf
eine vorläufige Rente, da mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein
rentenausschliessendes Einkommen hätte erzielt werden können.
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Als unterliegende Partei hat die Beschwerdeführerin die
Gerichtskosten zu bezahlen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP). Mit dem von ihr geleisteten
Kostenvorschuss im Verfahren IV 2008/34 in gleicher Höhe ist die geschuldete
Gerichtsgebühr getilgt. Bei vollständigem Unterliegen besteht kein Anspruch auf
Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG