Decision ID: 39f62a89-31fc-4288-a67d-e96dcc5c667e
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Kristina Herenda, Trauffer Herenda
Rechtsanwälte, Löwenstrasse 21, Postfach, 8953 Dietikon,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: der Versicherte) meldete sich am 5. Juni 2008 zum Bezug von
IV-Leistungen an (IV-act. 2). Zuvor hatte er seit 3. Mai 2004 bei der B._ AG gearbeitet
und bezog zum Anmeldungszeitpunkt Krankentaggelder (IV-act. 3, 4, 11, 13, 20).
A.b Gemäss Angaben des Hausarztes Dr. med. C._, Arzt für Allgemeinmedizin, vom
9. Juni 2008 waren die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende Diagnosen ein Status nach
Herzinfarkt Oktober 2007, eine koronare Herzkrankheit bei vierfacher Bypass-
Operation im Oktober 2007, Rückenschmerzen bei degenerativen Veränderungen seit
Jahren sowie Schulterschmerzen rechts seit Oktober 2007 (IV-act. 9). Dr. med. D._,
Nachfolger von Dr. C._, liess mit gekürztem Arztzeugnis vom 23. November 2008 –
worin er vom 1. August bis 30. September 2008 eine 100%-ige, vom 1. Oktober bis
1. Dezember 2008 eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit attestierte – die medizinischen
Unterlagen zukommen und teilte mit, dass der Versicherte sich neu von Dr. med. E._
hausärztlich betreuen lasse (IV-act. 23, 25).
A.c Ein Arbeitsversuch beim bisherigen Arbeitgeber scheiterte, da dieser ihm keine
Arbeit an der Wärme zuweisen konnte (IV-act. 20-4/5). Am 28. November 2008 wurden
berufliche Massnahmen (Arbeitsvermittlung) zur Verwertung der – vom Regionalen
Aerztlichen Dienst (RAD) festgehaltenen – 100%-igen Arbeitsfähigkeit in einer
leidensadaptierten, leichten bis mittelschweren Tätigkeit in temperierten Räumen ohne
besondere Stresssituationen ergriffen (IV-act. 26, 27, 28).
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A.d Am 17. Februar 2009 berichtete Dr. med. F._, Spezialarzt Orthopädische
Chirurgie FMH, Sportmedizin (SGSM), über eine Omarthrose rechts sowie eine
Chondrocalcinose des rechten Kniegelenks mit Verdacht auf Meniskusläsion (IV-
act. 44-7/21f.).
A.e Am 11. März 2009 teilte die IV-Stelle mit, dass aufgrund des instabilen
Gesundheitszustands zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich
seien (IV-act. 34). Per Ende April 2009 wurde das Arbeitsverhältnis des Versicherten
gekündigt (IV-act. 30).
A.f Mit Arztbericht vom 22. Juni 2009 diagnostizierte Dr. med. G._, Fachärztin
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, unter anderem eine Anpassungsstörung, längere
depressive Reaktion (ICD: F 43.21) und chronische Rückenschmerzen bei Diskopathien
der Lendenwirbelsäule.
A.g Am 18. September 2009 erlitt der Versicherte einen Fahrradunfall mit
Radiusköpfchenfraktur Typ Mason I links, Commotio Cerebri und BWS-Kontusion und
befand sich bis 28. September 2009 im Spital Linth, Uznach, weshalb die auf den
14. und 21. Oktober 2009 vorgesehene interdisziplinäre Abklärung beim Aerztlichen
Begutachtungsinstitut GmbH (ABI), Basel, zurückgestellt wurde (IV-act. 48, 49, 50,
71-14/26). Am 25. September 2009 wurde eine Schraubenosteosynthese durchgeführt
(IV-act. 51, 56).
A.h Mit Gutachten des ABI vom 12. April 2010 (IV-act. 74-1/87ff.) erachteten die
Gutachter den Versicherten aus polydisziplinärer Sicht für eine körperlich angepasste,
leichte, wechselbelastende Tätigkeit zu 80% arbeits- und leistungsfähig, in einem
ganztägigem Pensum verwertbar. Mit Stellungnahme vom 15. Mai 2010 bestätigte
RAD-Ärztin Dr. med. H._ diese Beurteilung.
A.i Mit Vorbescheid vom 28. Juni 2010 ermittelte die IV-Stelle einen
rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 21% und stellte die Abweisung des
Leistungsbegehrens des Versicherten in Aussicht (IV-act. 81).
B.
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B.a Der dagegen erhobene Einwand vom 8. Juli 2010 (IV-act. 84) mit Begründung vom
2. September 2010 (IV-act. 87) wurde gestützt auf die RAD-ärztliche Beurteilung von
Dr. H._ vom 25. März 2011 (IV-act. 111) mit Verfügung vom 29. März 2011 (IV-
act. 112; act. G 1.2) abgelehnt.
B.b Mit Schreiben vom 20. April 2011 beantragte die Rechtsvertreterin des
Versicherten, Rechtsanwältin lic.iur. Kristina Herenda, Dietikon, bei der IV-Stelle die
wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom 29. März 2011 und Sistierung
des
Verfahrens bis zum Vorliegen des abschliessenden Berichts des Medizinischen
Zentrums Z._ (IV-act. 116).
B.c Mit Schreiben vom 28. April 2011 hielt die IV-Stelle an ihrer Verfügung vom
29. März 2011 fest (IV-act. 118).
C.
C.a Mit Beschwerde vom 19. Mai 2011 liess der Versicherte durch Rechtsanwältin
Herenda beantragen, die Verfügung vom 29. März 2011 sei aufzuheben und ihm sei
eine Invalidenrente auszurichten; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
zulasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung verwies die Rechtsvertreterin auf
die Einwandbegründung vom 2. September 2010 und brachte im Wesentlichen vor, die
auf dem Gutachten des ABI Basel gründende Einschätzung der Beschwerdegegnerin,
dass dem Beschwerdeführer eine Erwerbstätigkeit zu 80% für leichte und
wechselbelastende Tätigkeiten möglich sein soll, sei viel zu positiv. Die Stellungnahme
und der Untersuchungsbericht von Dr. I._ seien vom RAD überhaupt nicht
berücksichtigt worden. Zu beanstanden sei auch, dass sich die Beschwerdegegnerin
trotz entsprechendem Sistierungsbegehren nicht bereit befunden habe, mit dem Erlass
der definitiven Verfügung zuzuwarten, bis vom Medizinischen Zentrum Z._ sämtliche
Untersuchungsergebnisse vorlagen. Die Suva habe sich im Gegensatz zur
Beschwerdegegnerin hierzu bereit erklärt. Dem Beschwerdeführer werde indirekt
unterstellt, es würde bei ihm am Willen fehlen, bei der Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit kooperativ mitzuwirken, was als willkürliche Behauptung zu werten
sei. Zur Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht finde sich an
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keiner Stelle eine Auseinandersetzung mit den gegenläufigen Arztberichten. Die
Beschwerdegegnerin habe sowohl den Untersuchungsgrundsatz wie auch den
Grundsatz der freien Beweiswürdigung missachtet. In der Verfügung vom 29. März
2011 fänden sich auch keine Ausführungen zum geltend gemachten Leidensabzug.
C.b Das Gericht sistierte das Verfahren bis zum Vorliegen der vollständigen
medizinischen Berichte (act. G 7).
C.c Am 30. November 2011 reichte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers die
medizinischen Unterlagen ein (act. G 8).
C.d Mit Beschwerdeantwort vom 13. Januar 2012 schloss die Beschwerdegegnerin
auf Abweisung der Beschwerde (act. G 11). Zur Begründung führte sie insbesondere
an, das ABI-Gutachten entspräche den Anforderungen der Rechtsprechung und es
könne darauf abgestellt werden. Der vom Versicherten im Beschwerdeverfahren
eingereichte Bericht enthalte ausser der Alkoholabhängigkeit und der mittelgradig
depressiven Episode die gleichen Diagnosen wie das ABI-Gutachten. Gemäss
Stellungnahme von RAD-Ärztin Dr. H._ vom 28. Dezember 2011 seien die
angegebenen Einschränkungen in beiden Gutachten vergleichbar, die Ärzte der Z._
seien mehrheitlich auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers eingegangen
und hätten ohne kritische Beurteilung und ohne adäquaten Bezug auf die tatsächlichen
objektivierbaren Einschränkungen darauf abgestellt. Die neue Einschätzung des
Medizinischen Zentrums Z._ sei weder geeignet Zweifel an der Richtigkeit der
Angaben im Gutachten zu wecken noch gar die Angaben im Gutachten zu widerlegen
und selbst zu überzeugen. Zum Einwand, dass der Bericht von Dr. I._ nicht
berücksichtigt worden sei, werde auf die ausführliche RAD-Stellungnahme vom
25. März 2011 verwiesen. Ein 25%-iger Leidensabzug sei eindeutig nicht vorzunehmen.
C.e Mit Schreiben vom 14. Februar 2012 (act. G 13) beantragte die Rechtsvertreterin
des Beschwerdeführers eine Erstreckung der Frist und teilte mit, dass dieser aufgrund
seines schlechten gesundheitlichen Zustands im Dezember 2011 infolge
Herzinsuffizienz erneut habe hospitalisiert werden müssen. Es wurde ein ärztliches
Attest vom 18. Januar 2012 von Dr. med. J._, Facharzt für Innere Medizin FMH,
beigelegt (act. G 13.1). Das ABI-Gutachten enthalte erhebliche Mängel und darüber
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hinaus unzutreffende Diagnosen, weshalb es dem Medizinischen Zentrum Z._ zur
Stellungnahme unterbreitet werde.
C.f Mit Replik vom 30. April 2012 beantragte die Rechtsvertreterin des Beschwerde
führers die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente, eventualiter die Ausrichtung einer
Invalidenrente nach Einholung eines arbeitsmedizinischen Gutachtens, subeventualiter
die Rückweisung der Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin mit der Verpflichtung,
den Beschwerdeführer umfassend arbeitsmedizinisch abzuklären; alles unter Kosten-
und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin (act. G 17). Gestützt auf
die Stellungnahme des Medizinischen Zentrums Z._ (act. G 17.1) vertrat die
Rechtsvertreterin die Ansicht, dass es sich beim ABI-Gutachten um ein
Gefälligkeitsgutachten mit vielen Fehlern gehandelt habe. Indem die Stellungnahme
des RAD vom 25. März 2011 der Verfügung vom 29. März 2011 lediglich beigeheftet
worden sei, habe die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers auf
Gewährung des rechtlichen Gehörs aufs Gröbste verletzt.
C.g Mit Schreiben vom 14. Mai 2012 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag
und den bisherigen Ausführungen fest und verzichtete auf die Einreichung einer Duplik
(act. G 19, 20).
C.h Mit Eingabe vom 5. März 2013 (act. G 21) reichte die Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers aktuelle Unterlagen zur nochmaligen Verschlechterung des
Gesundheitszustands des Versicherten ein (act. G 21.1, 21.2), welche der
Beschwerdegegnerin zur Kenntnisnahme zugestellt wurden (act. G 22).

Erwägungen:
1.
Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Invalidenrente zu Recht abgelehnt hat.
2.
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2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Sie kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente.
2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung gestellt haben. Nach dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswerts eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung
der gestellten Fragen umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die
geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der
untersuchten Person auseinandersetzt, was vor allem bei psychischen
Fehlentwicklungen nötig ist, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung
mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der
medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen des medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass
die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann (vgl. BGE 125 V 351
E. 3a, 122 V 157 E. 1c, je mit Hinweisen).
3.
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3.1 Der Beschwerdeführer lässt vorab rügen, die Beschwerdegegnerin habe sowohl
den Untersuchungsgrundsatz wie auch den Grundsatz der freien Beweiswürdigung
missachtet, indem sie trotz entsprechendem Ersuchen nicht mit dem Erlass der
definitiven Verfügung zugewartet habe, bis vom Medizinischen Zentrum Z._ sämt
liche Untersuchungsergebnisse vorlagen. Zudem sei der Anspruch auf Gewährung des
rechtlichen Gehörs aufs Gröbste verletzt worden, indem die Stellungnahme des RAD
vom 25. März 2011 der Verfügung vom 29. März 2011 lediglich beigeheftet worden sei.
3.2 Die Untersuchungen sind einzustellen, wenn die Akten vollständig sind, das heisst
wenn die inhaltlichen und beweismässigen Anforderungen, welche an die einzelnen
Beweismittel zu stellen sind, erfüllt sind und eine Würdigung dieser Beweismittel mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit einen bestimmten Sachverhalt
ergibt. Es besteht insoweit kein Anspruch darauf, zusätzliche "second opinions"
einzuholen, und zwar weder seitens der versicherten Person noch seitens des
Versicherungsträgers (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Auflage 2009, N. 17 zu Art. 43
mit Hinweis). Die Beschwerdegegnerin hat den Untersuchungsgrundsatz nicht verletzt,
indem sie auf ein weiteres Zuwarten auf den vom Beschwerdeführer zum Beweis
offerierten Bericht verzichtete. Nach Erlass des Vorbescheids am 28. Juni 2010 hatte
die Beschwerdegegnerin bis zum Verfügungserlass am 29. März 2011 bereits einen in
Aussicht gestellten Bericht von Dr. G._ und von Dr. E._ entgegengenommen,
letzterer sollte gar noch ergänzt werden (vgl. IV-act. 94), was jedoch mit Verweis auf
eine bevorstehende Stellungnahme des Kardiologen und des Orthopäden unterblieb
(IV-act. 98). Nachdem die Beschwerdegegnerin für die Einreichung weiterer
medizinischer Berichte eine angemessene Frist angesetzt und mit der
Nachfristansetzung auf die Folgen – nämlich Erlass der Verfügung aufgrund der
vorliegenden Akten – hingewiesen hatte (vgl. IV-act. 101, 103), bestand keine
Veranlassung für ein weiteres Zuwarten. Die Rechtsprechung erachtet es im Rahmen
der freien Beweiswürdigung sogar als zulässig, wenn eine Beurteilung des
medizinischen Sachverhalts einzig gestützt auf versicherungsinterne Grundlagen erfolgt
(vgl. BGE 122 V 157).
3.3 Eine allfällige Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör wäre als geheilt
anzusehen, da der Beschwerdeführer keine Rückweisung der Streitsache aus
formellrechtlichen Gründen, sondern in erster Linie eine materiellrechtliche Beurteilung
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beantragt hat und er die der Beschwerdegegnerin zum Beweis offerierten
medizinischen Berichte im vorliegenden Verfahren mit Eingabe vom 30. November
2011 (act. G 8) einreichen konnte.
4.
4.1 Zu klären ist zudem die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine
rechtsgenügliche Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt
bzw. ob sich Zweifel an der Zuverlässigkeit des ABI-Gutachtens vom 12. April 2010 (IV-
act. 74) ergeben. Dabei ist festzuhalten, dass bei dieser Beurteilung das ärztliche Attest
vom 18. Januar 2012 von Dr. J._ nicht berücksichtigt werden kann, da vorliegend ein
Sachverhalt zu beurteilen ist, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung
(29. März 2011) entwickelt hat und Dr. J._ den Beschwerdeführer erst seit Juni 2011
betreut (vgl. act. G 13.1). Auch die mit Eingabe vom 5. März 2013 eingereichten
medizinischen Unterlagen zur Problematik am rechten Ohr (act. G 21) müssen aus
denselben Gründen in der vorliegenden Beurteilung unbeachtet bleiben, da solche
Beschwerden bis anhin nicht beklagt wurden. Bei der Bemessung des Invaliditätsgrads
hat sich die Beschwerdegegnerin auf die Expertise des ABI abgestützt und eine
Arbeitsfähigkeit in einer leichten und wechselbelastenden Tätigkeit von 80% als
zumutbar erachtet.
4.1.1 Mit ABI-Gutachten vom 12. April 2010 (IV-act. 74) wurden als Diagnosen mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit Angst und depressive Störung, gemischt, eine
Schmerzverarbeitungsstörung, ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom rechts
bei intermittierender radikulärer Reizung L5 möglich, bei ausgeprägten degenerativen
Veränderungen vor allem im Segment L4/5 und L5/S1 mit Osteochondrosen und
ventralen Spondylosen sowie rechtsseitigen Diskushernien mit Kompression der
Wurzel L5 rechts, ein Impingement-Syndrom der rechten Schulter (ICD-10: M75.4) mit
Supra- und Infraspinatustendinose (ICD-10: M75.1) sowie ausgeprägter
möglicherweise posttraumatischer Omarthrose rechts (ICD-10: M19.11) bei Verdacht
auf alte Benett-Läsion am Humeruskopf, Verdacht auf beginnende
Femoropatellararthrose rechts (ICD-10: M17.9) bei radiologisch Chondrokalzinose
rechts, Status nach offener Reposition und Schraubenosteosynthese am
25. September 2009 wegen wenig dislozierter Radiusköpfchen-Mason-Fraktur links
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wegen Sturz am 18. September 2009 bei verminderter Belastbarkeit und regredienter
Beweglichkeitseinschränkung Ellbogen links, koronare Herzkrankheit (ICD-10: I25.1)
bei Status nach vierfachem aortokoronarem Bypass am 10. Oktober 2007,
eingeschränkter linksventrikulärer Funktion, EF 43%, kardiovaskulärer Risikofaktoren,
positiver Familienanamnese und metabolischem Syndrom erhoben. Aus
rheumatologischer Sicht sei eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für körperlich schwere
und mittelschwere Tätigkeiten wie die angestammte Tätigkeit als Dachdecker und
Gerüstbauer gerechtfertigt. Für eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit
bestehe aus rheumatologischer Sicht eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80%.
Die subjektiv stärker verminderte Leistungsfähigkeit sei bei der psychiatrischen
Untersuchung als psychische Überlagerung im Sinn einer
Schmerzverarbeitungsstörung diagnostiziert worden. Aus psychiatrischer Sicht bestehe
eine Arbeitsunfähigkeit von 20%. Im internistischen Status sei die Herz-
Kreislauffunktion in Ruhe kompensiert gewesen. Die bei der letzten kardiologischen
Untersuchung im Januar 2010 festgestellte linksventrikuläre Auswurffraktion von 42%
rechtfertige eine verminderte Leistungsfähigkeit, so dass keine mittelschweren und
schweren, sondern nur leichten Tätigkeiten zumutbar seien. Die übrigen internistischen
und anderweitigen somatischen Befunde und Diagnosen hätten keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit. Zusammengefasst sei der Beschwerdeführer aus polydisziplinärer
Sicht für eine körperlich angepasste, leichte, wechselbelastende Tätigkeit zu 80%
arbeits- und leistungsfähig, in einem ganztägigen Pensum verwertbar. Die
Arbeitsunfähigkeiten aus psychiatrischer und somatischer Sicht könnten nicht
kumuliert werden, da dieselben Zeitabschnitte für vermehrt notwendige Pausen und
verlangsamtes Arbeiten genutzt werden könnten.
4.1.2 Mit Stellungnahme vom 2. September 2010 (IV-act. 91) berichtete Dr. G._,
dass sich der Beschwerdeführer seit 10. Februar 2009 aufgrund einer dominierenden
Angst mit depressiver Symptomatik, die sich bei körperlichen Belastungen verstärke,
bei ihr in Behandlung befinde. Aus rein psychiatrischer Sicht sei der Beschwerdeführer
für alle Tätigkeiten zu 50% (vier Stunden täglich) arbeitsunfähig. Dabei seien
Tätigkeiten mit sehr hohen Anforderungen an die Konzentration, wie z.B.
Fliessbandarbeit, Tätigkeiten mit sehr viel äusseren Reizen, Arbeit unter Lärm und Kälte
sowie Nachtarbeit nicht zu empfehlen. Der Beschwerdeführer habe massive Ängste vor
einem erneuten Herzinfarkt oder einem chirurgischen Eingriff, da er seine koronare
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Gefässerkrankung und vierfache ACB (Aortacoronare Bypassoperation) nicht
verarbeitet habe. Er zeige massiven Ärger auf seinen ehemaligen Hausarzt, der
angeblich seinen ersten Herzinfarkt nicht erkannt und keine rechtzeitige Behandlung
der kardiovaskulären Risikofaktoren in die Wege geleitet habe. Es handle sich um eine
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion auf ein Ereignis (schwere
koronare Dreigefäss-Erkrankung). Zum Gutachten des ABI vom 12. April 2010 befragt,
befand Dr. G._ die psychiatrische Diagnose "Angst und depressive Reaktion
gemischt" sowie die Arbeitsunfähigkeitseinschätzung aus psychiatrischer Sicht als zu
niedrig eingestuft. Es bestehe Medikamenten-Compliance. Die Diagnose
"Schmerzverarbeitungsstörung" sei unbefriedigend. Die Schmerzausweitung sowie
Angst und Depression sollten im Rahmen des metabolischen Syndroms betrachtet
werden. Es handle sich um einen psychosomatisch belasteten Patienten mit Heredität
für das metabolische Syndrom.
4.1.3 Dr. E._ berichtete am 24. September 2010 (IV-act. 93), dass der
Beschwerdeführer als Dachdecker seit dem 28. November 2008 bis auf weiteres zu
100% arbeitsunfähig sei und dass sie diesbezüglich die Meinung des ABI teile. Sie
erachte keine Tätigkeiten als zumutbar, und wies darauf hin, dass alles Andere nur
hypothetisch möglich sei. Hierzu wolle sie keine Stellung nehmen.
4.1.4 Mit Untersuchungsbericht vom 23. November 2010 (IV-act. 106-3/8ff.)
diagnostizierte Dr. med. I._, leitender Arzt der medizinischen Klinik Kardiologie, Spital
Linth, eine Koronare Dreigefässerkrankung bei Status nach vierfachem ACB am
10. Oktober 2007 (LIMA an RIVA, Vene an RCA, Vene an Diagonalast II und RCX,
mittelschwer eingeschränkte systolische LV-Funktion; EF 38%, infero-posteriore
Akinesie, laterale Hypokinesie, beginnendes Aneurysma posterobasal, Kardio-MRI vom
9. September 2008: keine Ischämie), eine paroxismal nächtliche Dyspnoe bei mässiger
bis mittelschwerer LV-Dysfunktion, nächtlicher Cheyne-Stokes-Atmung und leichtem
obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom, einen Status nach Schwindelattacke am
18. September 2009 (Velounfall mit Commotio cerebri, Radiusköpfchenfraktur links),
chronische Rückenschmerzen bei degenerativen Veränderungen der gesamten
Wirbelsäule sowie einen Status nach Helicobacter-Erydakationstherapie wegen
Ulkuskrankheit im Oktober 2007. Der Beschwerdeführer sei in seiner Lebensqualität
einerseits beeinträchtigt durch die Schmerzsymptomatik degenerativer Veränderungen
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des Bewegungsapparates, andererseits aber auch durch eine latente
Linksherzinsuffizienz bei einer mittelschweren LV-Dysfunktion. Von Seiten des
muskuloskelettalen Apparats bestünden Schmerzen im lumbosakralen
Übergangsbereich, Knie- und Schulterschmerzen rechts sowie halbseitige
Kopfschmerzen links mit Chemosis des linken Auges. Echokardiographisch habe sich
die linksventrikuläre Globalfunktion gegenüber den bisherigen Voruntersuchungen
leicht verschlechtert, wahrscheinlich im Sinn eines Remodelings. Die paroxysmale
nächtliche Dyspnoe werde wahrscheinlich durch das bekannte obstruktive
Schlafapnoe-Syndrom verstärkt, zumal in der Polygraphie vom 9. Juni 2009 eine
Cheyne-Stokes-Atmung dokumentiert worden sei. Im aktuellen Belastungs-EKG
liessen sich fragliche pektanginöse Beschwerden, jedoch keine ischämieverdächtigen
EKG-Veränderungen auslösen, bei eingeschränkter körperlicher Leistungsfähigkeit. Die
druckartigen retrosternalen Schmerzen seien bis anhin rezidivierend aufgetreten, ohne
Anstrengungsabhängigkeit und offenbar auch durch manuellen Druck auslösbar. Eine
erneute Myokardischämie erscheine aufgrund der anamnestischen Angaben, des
bisherigen Verlaufs und dem fehlenden Ischämienachweis im Kardio-CT vor zwei
Jahren wenig wahrscheinlich. Von grösster Dringlichkeit sei in der Herzinsuffizienz-
Behandlung das Aufhalten des LV-Remodelings.
4.1.5 Mit Stellungnahme vom 27. Januar 2011 (IV-act. 106-1/8f.) berichtete
Dr. I._ über eine langsam progrediente Linksherzinsuffizienz, welche sich mit einer
körperlichen Leistungsintoleranz und Anstrengungsdyspnoe NYHA II, aber auch mit
einer paroxysmalen nächtlichen Dyspnoe manifestiere. Parallel zur progredienten
Symptomatik habe sich auch die systolische LV-Funktion verschlechtert,
wahrscheinlich im Sinne eines Remodelings des linken Ventrikels nach Myokardinfarkt.
Die körperliche Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers sei durch die
Linksherzinsuffizienz grundsätzlich beeinträchtigt, zu berücksichtigen sei dabei die
nächtliche Atemnot, welche mit dem Schlafapnoe-Syndrom assoziiert sei und welche
aufgrund der damit verbundenen Angstgefühle auch psychische Auswirkungen habe
und die nächtlichen Erholungsphasen beschneide. Für eine Tätigkeit im
Hochbauwesen sei der Beschwerdeführer mit Sicherheit nicht mehr arbeitsfähig. Zur
arbeitsmedizinischen Beurteilung einer zumutbaren Tätigkeit könne er nicht Stellung
nehmen. Aus kardiologischer Sicht würde er den Grad der Arbeitsunfähigkeit auf
50-60% einschätzen. Zur Begutachtung des ABI Basel vom 12. April 2010 konstatierte
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Dr. I._, dass lediglich eine momentane Standortbestimmung berücksichtigt worden
sei. Damals sei von ihm eine mässig eingeschränkte linksventrikuläre Funktion (EF
43%) festgestellt worden. Zu berücksichtigen sei aber der klinische Gesamtverlauf seit
dem 10. Oktober 2007. Dieser sei durch eine zunehmende systolische linksventrikuläre
Dysfunktion gekennzeichnet.
4.1.6 Mit Stellungnahme vom 25. März 2011 (IV-act. 123) befand RAD-Ärztin
Dr. H._, dass die kardiologische Situation durch den internistischen Begutachter des
ABI sehr wohl angemessen berücksichtigt worden sei, indem dieser nachträglich die
kardiologische Untersuchung mittels Bericht des Kardiologen Dr. I._ vom 12. Januar
2010 in seine Beurteilung mit einbezogen habe. Mit der Herz-Auswurffraktion des
linken Ventrikels von 43% bestehe eine deutliche Verbesserung zu derjenigen vom
21. April 2009 mit 35%, nachdem am 10. September 2008 eine von 50% gemessen
worden sei bei vierfachem aortokoronarem Bypass am 10. Oktober 2007 nach
Myokardinfarkt. Aufgrund dieser Auswurffraktion attestiere der Gutachter
vorsichtshalber eine leidensadaptierte Einschränkung für körperlich schwere und
mittelschwere Tätigkeiten. Im aktuellen Bericht des Kardiologen verzeichne dieser eine
schleichende Verschlechterung der kardialen Gesamtsituation. Dass die behandelnden
Ärzte ihre Patienten gelegentlich anders einschätzten, sei bekannt und zum Beispiel auf
teilweises Einbeziehen von IV-fremden oder nicht sicher die Arbeitsfähigkeit
einschränkenden Faktoren zurückzuführen. Die medizinisch-theoretische Beurteilung
aufgrund nachweisbarer medizinischer Befunde erscheine auch in dieser Beurteilung
angebracht. Insbesondere bei fraglicher Motivation oder Angst könne auch eine EFL
nicht die gewünschte detaillierte Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bringen, da der
Versicherte sich voraussichtlich gar nicht an die Leistungsgrenzen heranführen lassen
würde. Aus arbeits- und versicherungsmedizinischer Sicht sei eine sichere relevante
somatische Einschränkung für leichte körperliche Tätigkeiten zum jetzigen Zeitpunkt
nicht begründbar.
4.1.7 Mit interdisziplinärem Bericht vom 8. Juni 2011 (act. G 8.1) stellten die Ärzte
des Medizinischen Zentrums Z._ die Diagnosen eines chronischen
lumbospondylogenen Syndroms rechts mit/bei intermittierender radikulärer Reizung L5
rechts, ausgeprägten degenerativen Veränderungen vor allem L4/5 und L5/S1 mit
Osteochondrosen und ventralen Spondylosen, Discopathie L4/5 und L5/S1,
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rechtsseitigen Diskushernien mit Kompression der Wurzel L5 rechts, Verdacht auf
beginnende Femoropatellararthrose rechts, Omarthrose rechts, Status nach dislozierter
Radiusköpfchen-Mason-Fraktur links mit/bei Sturz mit Fahrrad am 18. September
2009, Commotio cerebri, BWS-Kontusion und Status nach offener Reposition und
Schraubenosteosynthese am 25. September 2009, Status nach inferiorem
Myokardinfarkt mit/bei Status nach vierfachem aortokoronarem Bypass am
10. Oktober 2007, Status nach Ulcus duodeni 1987, ein leichtes obstruktives
Schlafapnoesyndrom, eine mittelgradige depressive Episode, anhaltende somatoforme
Schmerzen sowie eine Alkoholabhängigkeit. Der Beschwerdeführer sei zu 100%
arbeitsunfähig auch für angepasste Tätigkeiten. Eine Arbeitstätigkeit sei ihm nicht
zuzumuten.
4.1.8 Am 22. August 2011 berichtete Dr. med. K._, Spezialarzt FMH für
Chirurgie, Wirbelsäulenleiden, Schleudertrauma und orthopädische Traumatologie,
Belegarzt Medizinisches Zentrum Z._, Zürich, über drei Problemkreise, nämlich
erstens Restbeschwerden im Bereich des linken Ellbogens bei Status nach
Radiusköpfchenosteosynthese mit Pseudarthrose, zweitens ein chronisch
rezidivierendes lumbovertebrales Syndrom mit radikulärer Ausstrahlung L5 rechts –
wobei im Bereich der Lendenwirbelsäule deutliche degenerative Veränderungen mit
Osteochondrose L4/L5 und L5/S1 und begleitender Spondylarthrose in diesen
Segmenten mit einer mediolateralen rechtsseitigen Protrusion L3/L4 und konsekutiver
Einengung des Recessus lateralis rechts und zusätzlich Einengung des Recessus
lateralis L4/L5 rechts mit Tangierung der Nervenwurzel L5 rechts und entsprechendem
klinischen Korrelat einer radikulären L5-Reizung rechts vorhanden sei, und drittens
habe bezüglich der Schulterbeschwerden rechts die Abklärungsuntersuchung eine
Omarthrose rechts sowie eine AC-Gelenksarthrose rechts ergeben (act. G 8.2).
4.1.9 Mit Bericht vom 19. Oktober 2011 (act. G 8.3) ergänzte Dr. K._, dass die
degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule durch die 1994 und 2009 erlittenen
Unfälle sicher richtungsgebend verstärkt worden seien. Durch die verminderte
Belastbarkeit des Achsenorgans bestehe beim Beschwerdeführer für alle Tätigkeiten
mit schwerem Heben oder Tragen von Lasten sowie in wirbelsäulenbelastenden
Tätigkeiten in Zwangshaltungen, für langandauerndes reines Stehen insbesondere in
vornübergeneigter Körperhaltung, für alle Tätigkeiten mit repetitivem Rumpf- oder
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HWS-rotierenden Stereotypien sowie Arbeiten überwiegend im Überkopfbereich, keine
Eignung. Zumutbar aus wirbelsäulemedizinischer Sicht seien körperlich leichte
Tätigkeiten in wirbelsäulenadaptierten Wechselpositionen mit der Möglichkeit zum
Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen; insbesondere kein Heben von schweren
Lasten, nicht mehr als 5kg kurzfristig und 2kg längerfristig. In einer solchen der
Behinderung angepassten Tätigkeit wäre der Beschwerdeführer aus
wirbelsäulenmedizinischer Sicht 50% arbeitsfähig.
4.1.10 Mit Stellungnahme vom 27. März 2012 von Dr. med. L._, Facharzt
Psychiatrie und Psychotherapie FMH und Dr. phil. M._, Klinischer Psychologe und
Supervisor Zürich, wurde deutliche Kritik an der Qualität des psychiatrischen ABI-
Teilgutachtens von Dr. N._ geäussert (act. G 17.1). Das psychiatrische Gespräch
habe gemäss der draussen wartenden Tochter ca. 20 Minuten gedauert und das sei für
eine Exploration deutlich zu wenig. Der Übersetzerin sei gesagt worden, sie solle nur
bei Bedarf eingreifen, was zu völlig falschen Informationserhebungen und
anschliessend zu völlig falschen Schlussfolgerungen geführt habe. Die Symptome
seien oberflächlich aufgenommen worden und fehlerhaft. Der Tagesablauf sei deutlich
positiv überzeichnet. Der Patient sei aufgrund des positiven und negativen
Leistungsbilds, der neuropsychologisch bestätigten Depression, der Diagnose sowie
der Fremdanamnese als 100% arbeitsunfähig auch für angepasste Tätigkeiten
einzustufen. Dem Gutachten sei jeglicher Beweiswert abzusprechen.
4.2 Ein im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholtes Gutachten von externen
oder internen Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der
Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 ff. E. 3b/bb und 3b/ee). Das gilt
auch vorliegend für das ABI-Gutachten.
4.3 Aufgrund der vorstehend erläuterten medizinischen Aktenlage steht zweifellos
fest, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit als Dachdecker und
Gerüstbauer, aber auch in jeder anderen schweren oder mittelschweren Tätigkeit, zu
100% arbeitsunfähig ist. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten
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Tätigkeit sind verschiedene Einschätzungen vorhanden, wobei grundsätzlich dieselben
somatischen Diagnosen als deren Grundlage dienen. Zur Hauptsache leidet der
Beschwerdeführer den Akten zufolge an einer koronaren Herzkrankheit und an
muskuloskelettalen Beschwerden. Während dem Beschwerdeführer im ABI-Gutachten
vom 12. April 2010 in einer leidensadaptierten Tätigkeit eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit
attestiert wird, schätzt Dr. I._ die Arbeitsunfähigkeit aus kardiologischer Sicht mit
50-60% ein und auch Dr. K._ erachtet aus wirbelsäulemedizinischer Sicht lediglich
eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit als zumutbar. Die Ärzte des Medizinischen Zentrums
Z._ sehen bei interdisziplinärer Beurteilung eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit
als gegeben an. Auch Dr. E._ geht von einer vollen Arbeitsunfähigkeit aus. Die
Hausärztin schliesst allerdings die hypothetische Möglichkeit zur Ausübung einer
anderen Tätigkeit grundsätzlich nicht aus, möchte sich jedoch nicht näher dazu
äussern. Eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit erscheint auch mit Blick auf die weitere
Aktenlage und die körperlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers nicht
überzeugend und geht bei genauer Betrachtung auch nicht vorbehaltlos aus den
einzelnen Beurteilungen der Teilgutachter des Medizinischen Zentrums Z._ hervor.
Die von Teilgutachter Dr. med. O._, Facharzt für Rheumatologie FMH, Medizinisches
Zentrum Z._, erhobenen Befunde eines paravertebralen endgradig schmerzhaft
eingeschränkten Druckschmerzes im LWS-Bereich, von unauffälligen Verhältnissen im
HWS- und BWS-Bereich, einer ebenso unauffälligen Beweglichkeit der Schultergelenke
wie der übrigen Extremitätengelenke, einer endgradigen Einschränkung der
Beweglichkeit im linken Ellbogen vor allem für Pro- und Supination, sowie die AC
Belastungsteste rechts und der Unauffälligkeit des peripher neurologischen Befunds
widersprechen sich mit einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit, wobei diese von Dr. O._
ausschliesslich unter Berücksichtigung aller Facetten der Persönlichkeit des Patienten
– und nicht etwa aufgrund der wegen objektivierten Beschwerden noch möglichen
medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit – attestiert wird. Der Teilgutachter Dr. med.
P._, Facharzt für Anästhesiologie FMH, äussert sich lediglich zur Arbeitsunfähigkeit in
der angestammten Tätigkeit als Dachdecker, welche 100% betrage. Eine Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit lässt sich nicht finden. Dr. K._
vertritt im Rahmen des Teilgutachtens die Ansicht, dass der Beschwerdeführer
aufgrund der vor allem belastungsabhängigen Beschwerden zurzeit bis auf Weiteres
keine Tätigkeit zugemutet werden könne. In einem ca. vier Monate nach dem
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interdisziplinären Teilgutachten verfassten Stellungnahme sieht er eine 50%-ige
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit als zumutbar an. Nach Ansicht des
Teilgutachters Dr. med. Q._, Facharzt für orthopädische Chirurgie FMH, kann dem
Beschwerdeführer nur sehr leichte Arbeit bezüglich Belastung Ellbogen links und
Schulter rechts zugemutet werden. Eine quantitative Einschränkung wird von ihm
offensichtlich nicht als notwendig angesehen. In der vom Beschwerdeführer
eingereichten Stellungnahme vom 27. März 2012 von Dr. L._ und Dr. M._
(act. G 17.1) ist zwar ebenfalls von einer vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit die Rede;
diese Stellungnahme enthält jedoch weder in Kenntnis der gesamten Aktenlage
erhobene, objektive Befunde, noch gibt sie eine eigene Arbeitsfähigkeitsschätzung ab.
Sie beschränkt sich auf Kritik des ABI-Gutachtens vom 12. April 2010, die jedoch von
vornherein nicht geeignet ist, um ihm jeglichen Beweiswert abzusprechen. Für die
Behauptung, dass das Gespräch lediglich 20 Minuten gedauert haben soll, finden sich
in den Akten keine Hinweise. Für das psychiatrische Gespräch wurden gemäss
Untersuchungsprogramm sogar zwei Stunden vorgesehen (IV-act. 63-2/2). Eine völlig
falsche Informationserhebung erscheint angesichts der unbestrittenen Tatsache, dass
eine Übersetzerin anwesend war, unglaubwürdig, da diese bei Bedarf hätte eingreifen
müssen. Auf die sich mit der subjektiven Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung deckende
Einschätzung einer vollen Arbeitsunfähigkeit ist daher nicht abzustellen. Jedoch kann
deswegen nicht die Beurteilung des ABI-Gutachtens unbesehen übernommen werden,
obwohl dieses in Kenntnis der gesamten Aktenlage verfasst wurde, auf allseitigen
Untersuchungen beruht und die beklagten Leiden des Beschwerdeführers
berücksichtigt. Nach dem ABI-Gutachten besteht aufgrund des chronischen
lumbospondylogenen Syndroms bei ausgeprägten degenerativen Veränderungen der
LWS sowie dem Impingement-Syndrom der rechten Schulter bei einer Omarthrose und
der Beweglichkeitseinschränkung am linken Ellbogen nach Schraubenosteosynthese
einer dislozierten Radiusköpfchenfraktur eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für
körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten wie die angestammte Tätigkeit als
Dachdecker und Gerüstbauer. Für eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit
bestehe aus rheumatologischer Sicht eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80%.
Zwar wird anschliessend festgehalten, dass die Ergebnisse der kardiologischen
Untersuchung im Januar 2010 (linksventrikuläre Auswurffraktion von 42%) eine
verminderte Leistungsfähigkeit rechtfertigen, allerdings wird diesem Umstand lediglich
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durch eine (bereits aus rheumatologischen Gründen erfolgte) qualitative Einschränkung
(leichte Tätigkeit) Rechnung getragen. Angesichts der objektivierbaren kardiologischen
Einschränkungen des Beschwerdeführers erscheint dies ungenügend und die
Beurteilung insgesamt zu optimistisch. Obwohl im Untersuchungsbericht vom
23. November 2010 und in der Stellungnahme vom 27. Januar 2011 von Dr. I._ über
eine schleichende Verschlechterung der systolischen LV-Funktion berichtet wird,
äussert sich der RAD nicht zur Arbeitsfähigkeitseinschätzung von Dr. I._ und
begründet das Festhalten an der medizinisch-theoretischen
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung des ABI lediglich damit, dass die behandelnden Ärzte ihre
Patienten gelegentlich anders einschätzten und eine Diskrepanz zum Beispiel auf
teilweises Einbeziehen von IV-fremden oder nicht sicher die Arbeitsfähigkeit
einschränkenden Faktoren zurückzuführen sei. Diese Erklärung vermag nicht zu
überzeugen und lässt mit Blick auf die Arbeitsfähigkeitseinschätzung von Dr. I._ in
der Tat auch Zweifel an der Schlussfolgerung des ABI-Gutachtens aufkommen. Bei
Dr. I._ handelt es sich um einen vom Spital Linth angestellten leitenden Arzt und
Kardiologen, der die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
ausschliesslich aus kardiologischer Sicht beurteilt hat. Diese monodisziplinäre
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung ist überzeugend und nachvollziehbar. In Anbetracht der
vom ABI geschätzten höheren polydisziplinären Arbeitsfähigkeit rechtfertigt es sich
jedoch, neben den kardiologischen auch die rheumatologischen Einschränkungen und
die von Dr. G._ bescheinigte psychisch bedingte Arbeitsfähigkeit von 50% in einer
50%-igen Arbeitsfähigkeit als konsumiert zu betrachten. Weil auf die
Arbeitsfähigkeitseinschätzung von Dr. I._ abgestellt werden kann, erübrigen sich
weitere Abklärungen. Dem Beschwerdeführer ist damit eine 50%-ige leidensadaptierte
Tätigkeit zuzumuten.
5.
5.1 Gemäss Art. 16 ATSG wird bei der Bemessung des Invaliditätsgrads das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
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Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
5.2 Nach Art. 29 Abs. 1 IVG (in der seit 1. Januar 2008 gültigen Fassung) entsteht der
Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung
des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG. Die Anmeldung zum
Leistungsbezug erfolgte vorliegend im Juni 2008. Eine allfällige Rentenleistung kann
damit frühestens ab Dezember 2008 beginnen. Der Einkommensvergleich hat somit auf
Grundlage der Einkommenszahlen im Jahr 2008 zu erfolgen.
5.3 Die Beschwerdegegnerin ging bei der Bemessung des Valideneinkommens vom
Jahresverdienst 2007 über Fr. 60'450.-- (13x Fr. 4'650.--) aus, den der
Beschwerdeführer bei der B._ AG zuletzt generiert hatte (IV-act. 78). Die Höhe dieses
Einkommens wurde durch die Angaben der Arbeitgeberin bestätigt und geht auch aus
dem IK-Auszug hervor (IV-act. 12, 13-4/8). Angepasst an die Nominallohnentwicklung
(+ 2.2%) resultiert für das Jahr 2008 ein Valideneinkommen von Fr. 61'779.90.
5.4 Da im vorliegenden Fall kein tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen vorhanden
ist, sind bei der Bestimmung des Invalideneinkommens die LSE-Tabellenlöhne
beizuziehen (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Gemäss Tabelle TA1, Anforderungsniveau 4,
Total, Männer, betrug im Jahr 2008 der aufgrund einer 40-Stundenwoche erhobene
Monatslohn Fr. 4'806.--. Dieses Einkommen ist auf die durchschnittliche
betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit 2008 (41.6 Stunden) aufzurechnen. Daraus
ergibt sich für das Jahr 2008 ein Gehalt von Fr. 64'977.12. Eine Parallelisierung kann
vorliegend unterbleiben, da die Differenz zwischen Validen- und Invalideneinkommen
weniger als 5% ausmacht. Wird zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf die
LSE-Tabellenlöhne abgestellt, so kann zusätzlich ein Abzug vom statistischen Lohn
von maximal 25% vorgenommen werden (zum Abzug vom Tabellenlohn vgl. BGE 129
V 472 E. 4.2.3). Vorliegend erscheint aufgrund der leidensbedingten Beschränkungen
des Beschwerdeführers auf körperlich angepasste, leichte, wechselbelastende
Arbeiten sowie der Tatsache, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des
Verfügungserlasses bereits 59 Jahre alt war und in diesem fortgeschrittenen Alter nur
noch über eine Teilleistungsfähigkeit verfügt (vgl. zur Benachteiligung von Personen ab
50 Jahren auch Bundesamt für Statistik, Erwerbstätigkeit der Personen ab 50 Jahren,
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2008, S. 12) bzw. ihm nun lediglich noch eine Aktivitätsdauer von weniger als fünf
Jahren verbleibt, ein Tabellenlohnabzug von 15% als angemessen. Unter zusätzlicher
Berücksichtigung der 50%-igen Restarbeitsfähigkeit resultiert damit ein
Invalideneinkommen von Fr. 27'615.28 (Fr. 64'977.12 x 0.5 x 0.85).
5.5 Bei der Gegenüberstellung des Valideneinkommens (Fr. 61'779.90) und des
Invalideneinkommens (Fr. 27'615.28) resultiert ein Invaliditätsgrad von abgerundet
55%. Damit hat der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine halbe Rente.
6.
Wie bereits oben erwähnt beginnt der Rentenanspruch im Dezember 2008 (vgl. E. 5.2).
Nach dem Velounfall vom 18. September 2009 bestand unbestrittenermassen bis Ende
Januar 2010 eine volle Arbeitsunfähigkeit auch in adaptierten Tätigkeiten (IV-
act. 74-22/87; vgl. auch IV-act. 56, 58, 74-48/87, 74-45/87, 74-43/87, 74-42/87 und
74-39/87f.). Bei der Verlaufskontrolle am 23. Februar 2010 berichtete Dr. med. R._,
Chirurgische Klinik Spital Linth, Uznach, dass keine wesentlichen Schmerzen bis auf
etwas Knacken bei Bewegungen bestünden. Die Pro- und Supination sei frei und es
bestehe eine aktive Beweglichkeit bei Extension/Flexion (0°-10°-130°). Es wurde mit
dem Muskelaufbau begonnen (act. G 11.2 Verlaufseinträge Ambulatorien Dossier
Chirurgie). Bei der kreisärztlichen Untersuchung vom 17. März 2010 erachtet Dr. med.
S._, Facharzt FMH für Chirurgie, eine schrittweise Erhöhung der Belastung als
zumutbar (act. G 11.2). Insofern ist ab Februar 2010 von einer stetigen Verbesserung
auszugehen, welche wieder eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten
Tätigkeit ermöglichte. Da eine Verschlechterung und eine Verbesserung der
Erwerbsfähigkeit erst zu berücksichtigen sind, sobald sie ohne wesentliche
Unterbrechung drei Monate gedauert hat (Art. 88a der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]), ist dem Beschwerdeführer für die Monate
Januar bis April 2010 ein befristeter Anspruch auf eine ganze Rente zuzusprechen.
7.
7.1 Zusammengefasst ist die angefochtene Verfügung vom 29. März 2011 in
teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und dem Beschwerdeführer
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rückwirkend für die Zeit vom 1. Dezember 2008 bis 31. Dezember 2009 eine halbe, für
die Zeit vom 1. Januar 2010 bis 30. April 2010 eine ganze und ab 1. Mai 2010 wieder
eine halbe Rente zuzusprechen. Die Sache ist zur Festsetzung und Ausrichtung der
geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im Übrigen ist
die Beschwerde abzuweisen.
7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
teilweisen Obsiegen entsprechend bezahlen die Beschwerdegegnerin und der
Beschwerdeführer die Gerichtsgebühr je im Betrag von Fr. 300.--. Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer im Umfang von Fr. 300.--
daran anzurechnen und im Umfang von Fr. 300.-- zurückzuerstatten.
7.3 Da der Beschwerdeführer teilweise obsiegt, hat er einen reduzierten Anspruch auf
eine Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist. Bei vollständigem Obsiegen wäre eine Parteientschädigung von Fr. 3‘500.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen. Wegen des nur teilweisen
Obsiegens erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 1‘750.-- als gerechtfertigt. Die
Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer somit eine Parteientschädigung von
Fr. 1‘750.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP