Decision ID: e7e579b5-01ad-4958-b44b-26f155279a00
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1970 geborene
X._
, Vater zweier Kinder (Jahrgang 1997 und 1999), reiste im Februar 2014 in die Schweiz ein
und
übte ohne Berufsausbildung verschiedene Hilfstätigkeiten
als Trockenbauer aus. Zuletzt
arbeitete
er
vom
23.
Mai 2017 bis am 30.
Juni 2018 für die
Y._
AG (Urk. 8/9).
Nach einem Sturz am 31. Oktober 2017 (Urk. 8/8/28-29) erlitt der Versicherte a
m
5.
Juni sowie am
2
1.
September 2018
(Urk. 8/8/114 und Urk. 8/8/132)
jeweils
im Rahmen einer Heckauffahrkollision ein Beschleunigungstraum
a
der Halswirbelsäule
.
Die Suva als zuständige Unfallversicherung erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leis
tungen
und sandte der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, am 7. Februar 2019 die
bei ihr am 4. Februar 2019 eingegangene
IV-Anmeldung
(Urk. 8/9)
sowie die Unfallakten zu (Urk. 8
/8).
Im
Anmeldeformular
verwies
der Versicherte
auf Hüftprobleme beim Laufen, Beschwerden am Ellenbogen und Nac
k
en-/Schulter- und Rückenschmerzen (Urk.
8
/9).
Zur Abklärung der medizi
nischen und erwerblichen Verhältnisse zog die IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto bei (Urk. 8/11)
,
holte Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 8/15
,
Urk.
8/20 und
Urk.
8/23-24
)
und die neuen Unfallakten der Suva
ein
(
Urk.
8/21)
.
Mit Mitteilung vom
8.
Juli 2019 informierte die IV-Stelle den Versi
cher
ten, dass aufgrund seines Gesundheitszustandes zurzeit keine
Eingliede
rungs
mass
nahmen
möglich seien (
Urk.
8/19). Danach
verlangte
die IV-Stelle
die
neuen Akten der Suva
(
Urk.
8/33) sowie einen
Verlaufsbericht der
behandelnden
Ärzte
(
Urk.
8/35)
ein
. Mit Vorbescheid vom 1
6.
April 2020 stellte die IV-Stelle dem Versicherten
für den Zeitraum
vom
1.
August 2019 bis am 2
9.
Februar 2020 eine ganze Invalidenrente in Aussicht (
Urk.
8/42)
.
Da
gegen erhob der Versicherte
am 1
4.
Mai 2020
, ergänzend am 25.
Juni 2020
,
Einwand (
Urk.
8/43
und
Urk.
8/
50
). Mit Verfügung vom
4.
November
2020 wurde dem Versicherten für den Zeitraum vom 1. August 2019 bis Ende Februar 2020 eine ganze Invalidenrente zuge
sprochen
(
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
4.
Dezember
2020 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei ihm
eine halbe
Invalidenrente auszurichten, eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen
. In prozessualer Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer um
eine Nachfrist von 30 Tagen zur weiteren Begründung
und die Gewährung der unent
geltlichen Rechtspflege
(
Urk.
1).
Mit Verfügung vom 1
6.
Dezember 2020
wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, dass
das Gericht
die Gewährung
eine
r
Nachfrist
nicht als notwendig
erachte
, da die Beschwerde den g
esetzlichen Anforderungen
genüg
e (
Urk.
4).
Mit Beschwerdeantwort vom
27.
Januar 2021
schloss die IV-Stelle auf
Abweisung der Beschwerde (Urk.
7
)
.
Dem
dritten
G
esuch
des Beschwer
deführers
um Erstreckung der Frist für den
Nachweis der prozessualen Bedürf
tig
keit
vom 1
9.
April 2021 (Urk. 12) wurde nicht stattgegeben, stattdessen wurde
mit Verfügung vom 21.
April 2021
eine einmalige
nicht erstreckbare
Notfrist
von fünf Tagen
gewährt (
Urk.
13
).
Mit Eingabe vom
28.
April 2021
(Urk. 15)
legte der Beschwerdeführer seine wirtscha
ftlichen Verhältnisse dar (Urk.
16
) und reichte
entsprechende Belege ein (Urk.
1
7
/1-
8
).
Mit Verfügung vom 1
8.
Mai 2021 wurde das Gesuch um
unentgeltliche Prozessführung
und
Rechtsvertretung abgewiesen sowie ein zweiter Schriftenwechsel
angeordnet
(
Urk.
18).
Mit Replik vom
2
1.
Juni 2020 (
Urk.
20
) hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen fest. Die Beschwer
degegnerin verzichtete mit Schreiben
vom 12.
Juli 2021
auf eine Duplik (
Urk.
23
), was dem Beschwerdeführer am 1
3.
Juli 2021
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
24
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich
die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funk
tionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49 IVV beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fach
kompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
-
ge
wissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu
namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung
vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzu
stellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem exter
ner medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxis
gemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1).
Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines
externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung stre
nge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässig
keit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1 mit Hinweisen).
Reine Aktengutachten sind beweiskräftig, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich fest
stehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befas
sung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundes
gerichts 8C_750/2020 vom 23. April 2021 E. 4 mit Hinweisen).
1.4
UV170510
Beweiswert eines Arztberichts
01.2021
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.5
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2
lit
. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige be
rufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen,
nach dem Eingang der Anmeldung am 20. Februar 2019 könne der Rentenanspruch frühestens per 1. August 2019 entstehen (sechs Monate nach der Anmeldung). Aus den eingeforderten medizi
nischen Berichten
gehe hervor,
dass
dem Beschwerdeführer
seit dem
Unfall im Oktober 2017
keine Tätigkeit mehr zumutbar gewesen
sei
. Aus diesem Grund er
gebe
sich
ab dem
1.
August
201
9
ein
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Ab
dem 1.
Dezember 2019 habe sich sein Gesundheitszustand soweit
verbessert
, dass ihm ab diesem
Zeitpunkt
eine angepasste (leicht wechselbelastend
e
,
über
wiegend sitzende
)
Tätigkeit
voll zumutbar sei.
Die bisherige Tätigkeit als Tr
o
cken
bauer
könne er jedoch bis auf
Weiteres
nicht
mehr ausüben
. Seine
letzte
An
stel
lung habe der Beschwerdeführer nicht aufgrund von gesundheitlichen Ein
schrän
kun
gen verloren, weshalb zur Ermittlung des Validen- sowie Invalidenein
kom
men auf die statistischen
Werte abgestellt werden müsse.
Aus dem entsprechenden Einkommensvergleich resultiere ein Invaliditätsgrad von 10 %. Somit liege der Invaliditätsgrad unter 40 %, weshalb kein Anspruch
mehr
auf eine Invalidenrente bestehe.
Das im
Einwandverfahren
eingereichte ärztliche Zeugnis vom 2
8.
Mai 2020
der Universitätsklinik
Z._
(nachfolgend
Z._
)
attestiere dem Be
schwer
deführer eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bis am 3
0.
Juni 202
0.
Es sei un
klar, ob dieses Zeugnis für die bisherige und/oder angepasste Tätigkeit
ausgestellt
worden sei. Im
Einwandverfahren
liege
die
Beweispflicht
nich
t
bei der IV-Stelle, sondern
beim
Beschwerdeführer. In diesem Sinne sei
weiterhin
davon auszu
gehen, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten
Tätigkeit
voll arbeitsfähig sei.
Für die
Unterstützung
bei der
S
uche
einer
angepassten Tätigkeit könne sich der Beschwerdeführer
direkt
beim
Regionalen Arbeitsvermittlungszentr
u
m (RAV) melden. Bei der aktuellen 50%igen
Arbeitsfähigkeit
könne das RAV
a
rbeitsm
a
rkt
liche
Massnahmen
prüfen
und
zusprechen. Ein U
mschulu
n
g
sanspruch wie im Einwand vom 1
4.
Mai 2020 erwähnt worden sei, sei nicht ge
ge
ben,
da
der Be
schwerdeführer keine erstmalige
berufliche
Ausbildung
abgeschlossen
habe. Bei den Weiterbildungen für eine andere
Tätigkeit
könne da
s
RAV helfen
(
Urk.
2)
.
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt,
die IV-Stelle berücksichtige das von ihm eingereichte Arztzeugnis, welches ihm eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestierte nicht, da unklar sei, ob dieses für ange
passte Tätigkeiten ausgestellt worden sei. Dieses Arztzeugnis beziehe sich aber auf jede Art von Tätigkeit. Die IV-Stelle könne den Sachverhalt nicht einfach ungeklärt lassen und einen ablehnenden Entscheid fällen. Zudem seien im Fest
stellungsblatt vom 1
6.
April 2020 die Aussagen des Arztberichts vom 28. Februar 2020 des
Z._
nicht korrekt interpretiert worden. Es werde einfach von einer
vollen Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten au
sgegangen, obwohl darin zum möglichen Arbeitspensum bzw. Leistungsfähigkeit ausdrücklich nicht Stel
lung genommen werde
. E
r
sei auch heute noch 50
% arbeitsunfähig (
Urk.
1
und Urk. 20
).
3.
3.
1
Im Bericht vom 1
0.
Oktober
2018
nannte
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Neurologie, die D
iagnose
Status
nach einem Besc
hleunigungstrauma
der Halswir
bel
säule (HWS)
am
5.
Juni sowie am 2
1.
September 201
8.
Das am 2
1.
September
2018 erlittene B
eschleunigung
strauma der
HWS
habe deutlich
e
cervico-cephale
Beschwerden
zur Folge gehabt, mit
zusätzlich
Cervico
-Brachialgien links, und auch S
chmerzausstrahlungen
in den Rücken links bis lumbal links. Relevante Befunde
seien
eine schmerzbed
i
ngte Bew
eg
ungseinschränkung der HWS um 20
%, mi
t
palpat
o
ris
ch
verdickter und
d
r
u
ckdolenter
Nacken
-
und Sc
h
ultermus
kulatur auf
beiden
Seiten
mit Linksbet
o
nung, mit
weiteren
Druckdolenzen
der
übrigen
p
a
ravertebralen
Muskulatur
links, mit zweitem
Schwerpunkt
paralumbal links.
Neurologisch seien die Befunde unauffällig, so dass eine Verletzung am Nervensystem nicht anzunehmen sei. Der Schwindel dürfe zervikal bedingt sein, Hinweise für eine zentrale od
er peripher-vestibulär Genese fä
nden sich keine. Das am
5.
Juni
2018 erlitten
e
Beschleunigungstrauma sei zum Zeitpunkt des aktuellen Unfalls noch nicht ausgeheilt gewesen. Die Beschwerden seien seit dem zweiten Unfall deutlich intensiver, so dass der Vorzustand noch nicht erreicht sei (
Urk.
8/
8/116).
3.
2
Am 1
4.
Dezember
2018
wurde in der Rehaklinik
B._
ein a
mbulantes Assess
ment durchgeführt. Der Facharzt für Prävention und Gesundheitswesen
C._
und
Dr.
med.
D._
, Facharzt für
Physikalische
Medizin und Rehabilitation
,
hielten im Bericht vom 1
9.
Dezember 2018 folgende Diagnosen fest
(
Urk.
8/8/28-29)
:
Unfall vom 21.09.2018: Autounfall
-
HWS-Disto
r
sion QTF
ll
-
Nacken- und Kopfschmerzen, mit Ausstrahlung
i
n den Schulter- Arm
be
reich
links
und in den Rücken
links
Unfall vom 05.06.2018: Autounfall
-
Distorsionstrauma der HWS
Unfall vom 31.10.2017: Sturz
-
Traumatisierter
Hüfta
b
duktorenansatz
mit Bursitis
trochanterica
links
-
Traumatisierte
Epicondylus
medialis
mit Verdacht auf
Epicondylitis
und minimaler medialer Instabilität Ellenbogen links
(dominant)
Weitere Beschwerden:
-
E
n
chondrom
proximaler Femur links
-
Asymptomatisches
Hüftimpingement
links
Bezüglich der HWS-
Problematik
sei aus medizinisch-diagnostischer Sicht bei
guter
Kooperation und Leistungsbereitschaft mit der Weiterführung der bishe
rigen Therapie eine erhebliche Verbesserung der
Beschwerden
und der arbeitsbe
zogenen Belastbarkeit zu erreichen. Hinsichtlich Hüft- und Ellenbogenb
e
schw
e
r
den werde auf die noch nicht
abgeschlossene
Behandlung in der
Universi
täts
klinik
Z._
verwiesen
. Es werde die Fortführung der
ambulanten
Physiothe
rapie
mit Betonung
auf
aktive Bew
eg
ungstherapie und weiterhin die Einnahme
von
Dafalgan
1g bei Kopfschmerzen
empfohlen
. Unter
Berücksichtigung
der Emp
fehlungen sei von einer guten Prognose bezüglich
d
er HWS-Beschwerden auszu
gehen (
Urk.
8/8/29-30
).
3.
3
Dr.
med.
E._
, Leiter der klinischen Tumororthopädie des
Z._
,
erhob in seinem Bericht vom 1
1.
April 2019 die Diagnosen eines
Enchondroms
am proximalen Femur links sowie
eines
traumatisierte
n
Hüftabduktorenansatz
es
mit einer Bursitis
trochanterica
links und einem
femoroacetabulärem
Hüftimpinge
ment
. Zur Untersuchung sei PD
Dr.
F._
, Oberarzt
Hüftteam
, hinzu
ge
zogen worden. Die Schmerzen seien weiterhin auf die
Insertionstendopathie
am Trochanter
major
zurückzuführen. Der
Beschwerdeführer
habe deutliche Be
schwerden im Bere
i
ch der
A
b
duktorenmuskula
t
u
r
. Hinweise für eine intraarti
kuläre Genese habe nicht festgestellt
werden
könne
n
. Ebenso
sei davon auszu
gehen, dass das
Echondrom
nicht ursächlich für die Beschwerden sei. Es werde dem Beschwerdeführer empfohlen bei diesem Krankheitsbild die konservative Therapie weiter zu intensivieren. Alternativ könne auch eine lokale Infiltration angeboten werden. Dies habe der Beschwerdeführer bereits einmal durchgeführt, wobei er kurzfristig eine Beschwerdebesserung erfahren habe (
Urk.
8/15).
3.
4
Im Bericht vom 2
5.
Mai 2019 erhob
Dr.
med.
G._
, Fachärztin Physi
kalische Medizin,
folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
8/
20/3)
:
-
Traumatisierter
Hüftabduktorenansatz
mit Bursitis
trochanterica
links,
femor
o
acetabuläres
Hüftimpingement
bei
St.n
.:
-
wiederholten Infiltrationen
-
L
abrum
riss
anterosuperior
mit multiplen
subchondralen
G
a
nglien
Folgenden Diagnosen mass sie keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bei:
-
Echondrom
proximaler Femur links
-
Chronisches
Cervicovertebralsyndrom
bei St. n.
-
Distorsionstrauma und degenerativen Veränderungen der HWS:
Protrusion
C3/4 und C5/6 mit
discaler
Neuroforamenstenose
C5/6
bbs
. Irritation C6
bbs
.
-
Arterielle Hypertonie
Der Beschwerdeführer s
e
i
seit dem 2
1.
September
2018 voll arbeitsunfähig
(Urk.
8/20/1)
. Die bisherige Tätigkeit sei ihm
zu
50
%
und eine leidensangepasste Tätigkeit
sei
ihm voll zumutbar. Die Prognose der
Eingliederung
sei günstig (U
r
k.
8/20/5).
3.
5
Im Bericht vom 1
2.
September 2019 ergänzte
Dr.
G._
,
aktuell
arbeite der Be
schwerdeführer
in einem 30%-Pensum
in der Reinigung und
beziehe
Arbeits
losenentschädigung
. Eine angepasste Tätigkeit sei
ihm
zu 100
%
möglich
,
aber erst nach Abklingen der Hüftschmerzen.
Eventuell folge eine erneute Infiltration des Hüftgelenks.
Aktuell könne der Beschwerdeführer nicht mehr als 50
%
arbeiten (
Urk.
8/23).
3.6
Im Bericht vom 3
0.
Oktober 2019 ergänzten die Ärzte des
Z._
, der Be
schwerdeführer sei für alle Tätigkeiten vom
8.
Juli bis
2.
September 2019 voll arbeitsunfähig.
Aufgrund des Krankheitsbildes sollte jedoch mit einer Rückkehr ins Arbeitsleben gerechnet werden können. Der Beschwerdeführe sei insbesondere bei Bewegung und Belastung der Hüfte schmerzeingeschränkt. In welchem Um
fang ihm die bisherige Tätigkeit zumutbar sei, müsse in einem Arbeitsversuch evaluiert werden. Eine dem Leiden angepasste Tätigkeit sollte auf lange Sicht voll möglich sein (
Urk.
8/
24
/7-9).
3.7
Im Bericht vom 1
9.
November 2019 erhob
Dr.
A._
die Diagnose eines
regr
e
d
ienten
,
cervico-cephale
n
Schmerzsyndroms, mit vor allem nächtlichen
c
e
rvico-ceph
a
len
Schmerzen rechts. Wegen den Folgen der Unfälle am
5.
Juni und 2
1.
September 2018 sei der Beschwerdeführer noch voll arbeitsunfähig. Ab Dezember 2019 sei jedoch eine Teilarbeitsf
ä
higkeit geplant. Die
cer
v
i
c
o-c
ep
h
a
len
Beschwerden
,
welche tagsüber
aufgetreten
seien
,
hätten sich
deutlich
zurückge
bildet
. D
afür komme es seit gut drei Monaten zu nächtlichen Schmerzen im
crvico-cephalen
Bereich auf d
e
r
rechten
Seite. Im Status sei die Nacken
-
und S
chultermuskulatur deutlich v
erdickt und
druc
k
dolent
,
hauptsächlich
im N
acken
schulterberei
ch recht
s. Neur
ol
o
gische
Ausfälle
fänden sich
ansonsten
keine. D
ie
nächtlichen
C
e
r
vico
-C
ep
h
a
lgien
seien
somit ausschliesslich
weich
t
eil
-
allenfalls auch
arth
r
o
gen
bedingt
. Immerhin
habe die
Physiotherapie
die am Tag auft
r
e
te
n
den Nacken- und
Kopfschmerzen
gel
ind
ert, so dass ab Dezember
2019
eine
Teil
arbeitsfähigkei
t
möglich sein sollte
(
Urk.
8/33/9-10).
3.
8
Die Ärzte
des
Z._
führten in ihrem Bericht vom 2
8.
Februar
2020
aus
, die aktuelle Tätigkeit des
Beschwerdeführers
sei Gipser. Dies sei eine Arbeit mit
abwechselnder
starker Belastung der
Hüfte
. Da
aktuell
noch
weiterhin
Schmerzen
angegeben
wü
rden
, könne von ke
inem 100%igen Arbeitspensum
ausgegangen
werden. Angepasste
Tätigkeiten
z.B.
sitzende
Tätigkeiten
im Büro mit leichter körperlicher
Belastung
sei
en
in einem
Arbeitspensum
von 100
%
möglich. Über eine Verminderung der
Leistungsfähigkeit
und des
Arbeitspensums
müss
e ein Arbei
tsmediziner Stellung nehmen (
Urk.
8/34).
3.9
Dr. med.
H._
, Facharzt für Chirurgie, führte in seiner Stellungnahme vom 3
1.
März 2020 für den RAD aus,
dass
gemäss dem neusten Arztbericht des
Z._
vom 2
8.
Februar 2020 bei ausgebliebener stabilisierender Rückenope
ra
tion, weiterhin dominanten Hüftbeschwerden und gleichgebliebenen Diagnosen
in Übereinstimmung mit der Aktenlage eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die
bisherige beziehungsweise zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Gipser seit dem 3
1.
Okto
ber 2017
nachvollziehbar
sei
. Für eine
angepasste
Tätigkeit bestehe seit dem
1.
Dezember 2019 wieder eine volle Arbeitsfähigkeit
. Das Belastungsprofil bein
halte
überwiegend sitzend ausgeübte Tätigkeiten mit leichter Wechselbelastung ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten
schwerer als 5 kg
, ohne Verharren in Zwangshaltungen, ohne Armvorhalte und Überkopfarbeiten. Die vorliegenden Arztberichte seien schlüssig, die angeführten medizinischen Fakten nachvollziehbar und es könne auf diese abgestellt werden. Es werde empfohlen, mit der Suva zu koordinieren (
Urk.
8/40/8).
4.
4.1
Gemäss Aktenlage erlitt der Beschwerdeführer am 3
1.
Oktober
2017
während der Arbeit
insbesondere einen traumatisierten
Hüftabduktorenansatz
sowie ein
en traumatisierten
Epicondylus
medialis
mit minimaler medialer Instabilität des linken Ellbogens.
Im Rahmen der Behan
dlung der Hüftbeschwerden wurde
zu
sätzlich ein gutartiges
Enchondrom
am proximalen Femur diagnostiziert.
Sowohl
am
5.
Juni als auch am 21.
September 2018
erlitt
d
er
Beschwerdeführer
bei einer H
eckauffahrkollision
ein Beschleunigungstrauma der HWS
(E.
3.1-
3.
3).
4.2
Die Beschwerdegegnerin
entschied über d
en Leistungsanspruch des Beschwerde
führers im Wesentlichen gestützt auf die Aktenbeurteilung
des RAD
vom
3
1.
März 2020
(E. 3.9)
.
Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann auch einer Aktenbeurteilung voller Beweiswert zukommen, wenn ein lückenloser Be
fund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden m
edizinischen Sachverhalts geht (E. 1.3
). Insbesondere in den Berichten
von
Dr.
A._
(E. 3.1 und E. 3.7)
sowie den Berichten
der Ärzte des
Z._
(E. 3.3, E. 3.6 und E. 3.
8
)
sind die im Verlauf berichteten Beschwerden und erhobenen Befunde ausführl
ich dokumentiert.
Dr.
H._
, welcher als Fach
arzt für Chirurgie
über die konkret erforderliche fachärztliche Qualifikation ver
füg
t, konnte sich anhand der ihm zur Verfügung gestellten Akten somit ein voll
stän
diges Bild über die Anamnese, den Krankheitsverlauf sowie den gegenwär
tigen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verschaffen. Seine Stellung
nahme leuchtet in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und enthält nach
voll
ziehbare Begründungen. Damit erfüllt sie die an eine beweiskräftige ärztliche Ent
scheidungsgrundlage gestellten Anforderungen (vgl. E. 1.
3
-
1.
4
).
Der
RAD-Arzt beurteilte den medizinischen Sachverhalt in seiner Stellungnahme vom
3
1.
März 2020
(
E. 3
.9) dahingehend, dass
der Beschwerdeführer
seit
dem
31. Oktober 2017
in seiner bisherigen Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig ist.
Dies
ist nicht strittig und
erweist sich in Anbetracht der ausgewiesenen Befunde und des Anforderungsprofils der Tätigkeit als
Gipser oder
Trockenbauer a
ls nachvoll
ziehbar. Auch hinsichtlich der attestierten
vollen
Arbeitsfähigkeit in einer dem Leiden angepassten Tätigkeit
seit dem 1. Dezember 2019
ist auf die schlüssige Beurteilung durch den RAD-Arzt, welche weitgehend mit der Beurteilung
der behandelnden Ärztin
Dr.
G._
übereinstimmt, abzustellen.
Auch sie
erachtete
d
en Beschwerdeführer nach einer
laufenden
Erhöhung des Pensums in einer an
gepassten Tätigkeit für voll arbeitsfähig,
wobei sie bereits im
September 2019
ein 50%-Pensum für zumutbar hielt
(E. 3.4-
3.
5)
. Eine
weitreichendere Einschränkung des Beschwerdeführers in einer leidensangepassten Tätigkeit ergibt sich im Übri
gen
auch aus den weiteren Berichten nicht
.
Die Ärzte des
Z._
attestierte
n
dem Beschwerdeführer hinsichtlich seiner Hüftbeschwerden
ebenfalls
eine volle Arbeitsfähigkeit in einer
angepassten
Tätigkeit
,
wobei
sie
jedoch
die genaue Einschätzung
der Leistun
gsfähigkeit
,
einem Arbeitsmediziner überlassen wollten
. Eine aktuelle Arbeitsunfähigkeit
in angepassten Tätigkeiten
attestierten sie dem Beschwerdeführer jedoch nicht
(E. 3.6 und 3.8)
.
Hinsichtlich der
Beschwerden an der HWS führte auch Dr.
A._
aus,
immerhin hätten dank der Physiotherapie die am Tag auftretenden Nacken
-
und Kopfschmerzen gelindert werden können, so dass ab Dezember 2019 eine Teilarbeitsfähigkeit möglich sei (E. 3.7).
Auch in diesem Bericht wurde dem Beschwerdeführer aktuell keine Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit attestiert.
Sodann sind sich die Ärzte einig, dass die Prog
nose des Beschwerdeführers langfristig gut sei.
Die vom Beschwerdeführer ge
klag
ten Beschwerden fanden ferner vollumfängliche Berücksichtigung in dem vom
RAD-Arzt genannten Belastungsprofil.
Dieses beinhaltet überwiegend sitzend ausgeübte Tätigkeiten
mit leichter Wechselbelastung ohne Heben, Tragen
und Transportieren von Lasten
über
5 kg
, ohne Verharren in Zwangshaltungen, ohne Armvorhalte und Überkopfarbeiten. Entsprechend erfolgt bei Ausübung einer Tätigkeit unter Berücksichtigung des genannten Belastungsprofils keine unzu
mutbare Belastung des Hüftgelenks, des Nackens oder des Rückens.
4.3
Zusammenfassend
ergeben sich anhand der Berichte der behandelnden Ärzte keine
auch nur geringen
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Beurteilung durch den RAD-Arzt.
Daran ändert auch das
im Beschwerdeverfahren eingereichte ärztliche Zeugnis vom
5.
März 2021 des
Z._
ohne objektive Befunde und Ausführungen zur Einschätzu
ng der Arbeitsfähigkeit nichts
. Insbe
sondere attestiert dieses nur eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit vom 1.
b
is am 3
1.
März 2021 (
Urk.
21)
.
Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers (Urk. 25) ändert der Bericht des
Z._
vom 14. Dezember 2021 (Urk. 26) eben
falls nichts an der RAD-Beurteilung. Dieser enthält keine neuen medizinischen Erkenntnisse, sondern hat weitgehend die vorhergehenden Diagnosen übernom
men. Sodann umfasst dieser keine aktuellen objektiven Untersuchungsbefunde und lässt im Übrigen, bei einer attestierten vollen Arbeitsunfähigkeit in bisheriger Tätigkeit entsprechend der RAD-Stellungnahme, detaillierte Ausführungen zur Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit vermissen.
Somi
t war der Beschwerde
führer von Oktober
2017 bis
Ende November
2019 in jeglicher Tätigkeit
voll arbeitsunfähig
. Ab
1.
Dezember
2019 besteht in einer angepassten Tätigkeit nach dem Belastungsprofil
wieder
eine volle Arbeitsfähigkeit (E.
3.9
). Von weiteren Abklärungen, wie vom Beschwerdeführer gefordert, sind keine zusätzlichen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen) zu verzichten ist.
5.
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen
.
5.1
Dem Beschwerdeführer
war vom
1.
Oktober 2017 bis am 1. Dezember 2019
keine Erwerbstätigkeit zumutbar, weshalb für diesen Zeitraum ein eine ganze Rente begründender Invaliditätsgrad von 100
%
resultiert.
Der Rentenanspruch entsteht
gemäss
Art.
29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltend
machung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29
Abs.
1 ATSG
, demnach im August 2019
. Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (
Art.
29
Abs.
3 IVG).
5.2
Die
per
1.
Dezember 2019
eingetretene Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers
ist unter Berücksichtigung von
Art.
88a
Abs.
1 IVV erst nach drei Monaten, mithin per
März 2020
zu berücksichtigen
.
Die von der IV-Stelle für die Invaliditätsbemessung verwendeten Bemessungsfaktoren
werden weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht beanstandet. Es besteht angesichts des klar
rentenausschliessenden
Invaliditätsgrades
von 10
%
auch kein Anlass für eine nähere Prüfung von Amtes wegen.
5.3
Demnach
hat
der Beschwerdeführer von August 2019 bis Ende Februar 2020
An
spruch auf eine ganze Rente. Ab
März 2020
besteht
schliesslich
kein Renten
anspruch mehr.
5.4
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde insoweit abzuweisen, als
der Beschwer
deführer
die Ausrichtung einer
h
alben
R
ente
der Invalidenversicherung ab
März 2020
beantragte.
6.
6.1
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Partei
en nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten (Art. 49 Abs. 3 Satz 2 ATSG)
, das heisst eine Darstellung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der rechtlichen Erwägungen. Gemäss Art. 52 Abs. 2 Satz 2 ATSG werden
Einspracheentscheide
begründet. Die aus dem Anspruch auf recht
liches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV fliessende Begründungspflicht gebietet nicht, dass sich das kantonale Gericht beziehungsweise der Versicherungsträger mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vor
brin
gen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sich die Behörde auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich die betroffene Person über die Tragweite des Entscheids Rechen
schaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiter
ziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich das Gericht respektive der Versicherungsträger hat leiten lassen und auf die sich sein Entscheid stützt (BGE 142 II 49 E. 9.2, 136 I 229 E. 5.2, je mit Hinweisen).
6.2
In ihrer Verfügung vom 4. November 2020 lehnte die Beschwerdegegnerin die Durchführung beruflicher Massnahmen ab, und zwar mit folgender Begründung (Urk. 2): «Es gibt auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt genügend Verweistätig
keiten, welche Herr
X._
ausüben könnte. Wir gehen auch davon aus, dass er eine neue angepasste Stelle selber finden kann, dies jedoch wie bereits im Vorbescheid erwähnt, mit Unterstützung vom Regionalen Arbeitsvermittlungs
zentrum (RAV). Bei der aktuellen 50%igen Arbeitsfähigkeit kann das RAV
arbeitsmarktliche
Massnahmen prüfen und zusprechen. Ein Umschulungsan
spruch wie im Einwand vom 14. Mai 2020 erwähnt, ist nicht gegeben, da Herr
X._
keine erstmalige berufliche Ausbildung abgeschlossen hat. Bei den Weiterbildungen für eine andere Tätigkeit kann das RAV
helfen.»
Diese Argumentation genügt der Begründungspflicht nicht: Mit dem Hinweis darauf, dass auf dem Arbeitsmarkt genügend Verweistätigkeiten bestünden, ist lediglich dargetan, dass Verweistätigkeiten vorhanden sind. Damit ist aber weder gezeigt, dass gleichwertige Verweistätigkeiten vorhanden sind (was den Anspruch auf Umschulung betrifft), noch, ob sich der Beschwerdeführer ohne Hilfe der Invalidenversicherung wiedereingliedern könnte (was den Anspruch auf Arbeits
vermittlung betrifft). Mit der Feststellung, dass das RAV Stellensuchende unter
stützt und allenfalls
arbeitsmarktliche
Massnahmen zuspricht, sind berufliche Massnahmen durch die Invalidenversicherung ebenfalls noch nicht vom Tisch. Das RAV unterstützt nämlich sämtliche Stellensuchende, auch diejenigen, die
einen Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung hätten
. Eine fehlende berufliche Ausbildung schliesslich ist rechtsprechungsgemäss
kein
Grund
, eine Umschulung zu verweigern (Urteil des Bundesgerichts I 826/05 vom 28. Februar 2006 E. 4.2). Die vorstehende Begründung ist somit nicht nur rudi
mentär, vielmehr gehen sämtliche Argumente an der Sache vorbei oder sind klar falsch, so dass eine sachgerechte Anfechtung nicht oder nur übermässig erschwert möglich ist. Im Übrigen kann es nicht die Aufgabe der nachträglichen Verwal
tungsgerichtsbarkeit sein, sämtliche (relevanten) Anspruchsvoraussetzungen als erste Behörde zu prüfen.
6.3
Die angefochtene Verfügung ist daher insoweit aufzuheben, als damit ein An
spruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen verneint worden ist und die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese einen Anspruch auf berufliche Massnahmen prüfe und darüber - unter Beachtung der Begründungspflicht - erneut entscheide.
7.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde betreffend Antrag auf berufliche
Mass
nahmen
in dem Sinne
gutzuheissen
, dass die Sache
unter entsprechender teil
weiser Aufhebung der angefochtenen Verfügung an
die Beschwerdegegnerin zu neuem
Entscheid zurückzuweisen ist.
Im Übrigen (Rentenanspruch) ist die Be
schwerde abzuweisen.
8.
8.1
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem
kan
to
na
len
Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verwei
ge
rung
von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfah
rens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetz
lichen Rahmens
(Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 800.-- festzusetzen
und
ausgangsgemäss
beiden
Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen
.
8.2
Überdies hat der obsiegende Beschwerdeführer Anspruch auf den Ersatz der Par
teikosten (§ 34 Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
in Verbindung mit Art. 61
lit
. g ATSG). Die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Nach
Massgabe
dieser Kriterien
erscheint eine
auf die Hälfte
gekür
zte Par
teientschädigung von Fr. 70
0.
--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.