Decision ID: 0e2dd884-b6a2-458a-b5d3-3da9053453c4
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
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A.
C.C., die D. AG, E.E. resp. F.F., beide Bütschwil, sind je Eigentümer der Parzellen Nrn.
000, 001, 002 bzw. 003, Grundbuch Bütschwil. Nach dem Zonenplan der Politischen
Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil (ehemals: Politische Gemeinde Bütschwil) liegen
diese Grundstücke in der Kernzone 3 Vollgeschosse (K3). überdies befinden sie sich im
Perimeter des Überbauungsplans Y. vom 16. Juli 1998 (act. 10/12-5192/7/5 und 9,
www.geoportal.ch).
B.
Am 27. Dezember 2011 widerrief der Gemeinderat Bütschwil den am 17. Juni 2010 auf
Parzelle Nr. 000 erlassenen überbauungsplan X. sowie den diesbezüglichen
Einspracheentscheid vom 7. März 2011. In der Folge schrieb das Baudepartement am
20. Februar 2012 einen gegen den Einspracheentscheid vom 7. März 2011 von A.A.
und B.A. durch ihren Rechtsvertreter am 21. März 2011 erhobenen Rekurs ab (act.
10/11-1646/1, 19, 28 sowie 10/12-5192/7/11 und 21).
C.
Am 30. Mai 2012 erliess der Gemeinderat Bütschwil den überbauungsplan X. mit
besonderen Vorschriften, mit dessen Genehmigung der bestehende überbauungsplan
Y. im Planperimeter aufgehoben werden soll. Der Planperimeter umfasst die Parzellen
Nrn. 002-000 und 001 zwischen der M.-strasse (Parzelle Nr. 005, Gemeindestrasse
dritter Klasse) im Norden, der SBB-Strecke "Wil Süd – Wattwil – Uznach" (Parzelle Nr.
006) im Osten, den Grundstücken Nrn. 007 und 008 (Kernzone K3, mit den Wohn- und
Gewerbebauten Assek.-Nrn. 009, 010 und 011 überbaut) im Süden und der S.-strasse
(Parzelle Nr. 012, Kantonsstrasse zweiter Klasse) im Westen. Auf der
gegenüberliegenden Seite der S.-strasse befinden sich die Kultureinzelobjekte Assek.-
Nrn. 013 ("H.-Haus", Parzelle Nr. 014), 015 (Parzelle Nr. 016) und 017 (Parzelle Nr. 018).
Die Südgrenze der Parzellen Nrn. 003 und 000 verläuft in der Mitte des Dorfbaches
(Gemeindegewässer). Während der öffentlichen Auflage des Überbauungsplans X. vom
13. Juni bis 12. Juli 2012 liessen A.A. und B.A. durch ihren Rechtsvertreter am
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9. Juli 2012 Einsprache erheben. Mit Beschluss vom 21. August 2012 wies der
Gemeinderat Bütschwil die Einsprache ab (act. 10/12-5192/7/1-3).
D.
Dagegen rekurrierten A.A. und B.A. durch ihren Rechtsvertreter am 31. August 2012
beim Baudepartement. Am 18. Januar 2013 reichte das Amt für Raumentwicklung und
Geoinformation (AREG) einen Amtsbericht mitsamt den Stellungnahmen des
Tiefbauamtes vom 13. und 18. Dezember 2012 und des Amtes für Natur, Jagd und
Fischerei vom 16. Januar 2013 ein. Am 27. März 2013 führte das Baudepartement
einen Augenschein durch (act. 10/12-5192/1, 11 und 26). Mit Entscheid vom
9. September 2013 hiess das Baudepartement den Rekurs teilweise gut (act. 2).
E.
Gegen diesen Entscheid liessen A.A. und B.A. (Beschwerdeführer), Eigentümer und
Bewohner des Grundstücks Nr. 019, M.-strasse 030, durch ihren Rechtsvertreter am
24. September 2013 Beschwerde beim Verwaltungsgericht erheben (act. 1). Am
4. November 2013 ergänzten sie ihre Beschwerde mit einer Begründung und dem
Rechtsbegehren, der Entscheid des Baudepartements (Vorinstanz), der
überbauungsplan X. und die den Beschwerdeführern nicht eröffnete
Genehmigungsverfügung seien unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben
(act. 7). Mit Vernehmlassung vom 25. November 2013 schloss die Vorinstanz auf
Abweisung der Beschwerde (act. 9). Am 20. Dezember 2013 liess sich die Politische
Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil (Beschwerdebeteiligte) durch ihren Rechtsvertreter
mit dem Antrag vernehmen, die Beschwerde sei unter Kostenfolge abzuweisen (act.
14). Gleichentags genehmigte die Vorinstanz den überbauungsplan X. (act. 17.1). Die
Genehmigungsverfügung wurde den Beschwerdeführern mit Schreiben vom 16. Januar
2014 zur Kenntnis gebracht (act. 18). C.C. (Beschwerdegegner) verzichtete
stillschweigend auf eine Vernehmlassung und eigene Rechtsbegehren. Mit
Stellungnahmen vom 21. Februar 2014 bestätigten die Beschwerdeführer ihre Anträge
und Ausführungen (act. 23 und 24). Am 3. März 2014 liessen sich die Vorinstanz (act.
26) und am 19. März 2014 die Beschwerdeführer (act. 28) abschliessend vernehmen.
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Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die

Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeeingabe
vom 24. September 2013 erfolgte rechtzeitig und erfüllt zusammen mit der Ergänzung
vom 4. November 2013 (act. 1 und 7) die formellen und inhaltlichen Voraussetzungen
(Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Als Adressaten
des angefochtenen Entscheides sind die Beschwerdeführer ohne weiteres zur
Ergreifung des Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP).
Auf die Beschwerde ist grundsätzlich einzutreten. Nicht einzutreten ist auf die
Beschwerde, soweit damit die Aufhebung der Genehmigungsverfügung der Vorinstanz
vom 20. Dezember 2013 (act. 17.1) verlangt wird. Die Genehmigungsverfügung teilt das
rechtliche Schicksal des genehmigten Planerlasses, weshalb sie nicht mehr separat
angefochten werden kann. Sollte das Gericht den Sondernutzungsplan aufheben, fiele
auch dessen Genehmigung ohne Weiteres dahin. Mithin fehlt es den
Beschwerdeführern an einem schutzwürdigen Interesse, die Genehmigungsverfügung
separat anzufechten (vgl. VerwGE B 2013/232; B 2013/267 vom 16. April 2014 E. 1.4.1
ff. mit Hinweisen). Ebenfalls nicht einzutreten ist auf die Beschwerde, soweit die
Beschwerdeführer vortragen lassen, auf der südlichen Seite der Einmündung der M.- in
die S.-strasse sei die Verkehrssicherheit aufgrund der dort vorgesehenen Parkplätze
nicht gewährleistet und diese Parkplätze könnten nicht erst im Rahmen des
Baubewilligungsverfahrens nach Süden verschoben werden. Diesbezüglich sind die
Beschwerdeführer nicht formell beschwert. Ihr Rekurs wurde in diesem Punkt
gutgeheissen und unter Dispositivpunkt Ziff. 2 des angefochtenen Rekursentscheides
(act. 2) die Auflage verfügt, der im überbauungsplan X. als Festlegung eingetragene
nördlichere der beiden Parkplätze entlang der S.-strasse sei so nach Süden zu
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verschieben, dass die nach der Norm SN 640 273a der Vereinigung Schweizerischer
Strassenfachleute (VSS) vom 1. August 2010 notwendige Sichtzone eingehalten sei.
2.
Soweit die Beschwerdeführer einen Augenschein verlangen (act. 7, S. 3, 14 und 15), ist
festzuhalten, dass sich die vorliegend entscheidenden tatsächlichen Verhältnisse
vollständig aus den Unterlagen zum überbauungsplan X., dem Augenscheinprotokoll
vom 19. April 2013 mitsamt Photographien (act. 10/12-5192/7/4-6 und 9 sowie
10/12-5192/26 und 27), den übrigen Verfahrensakten sowie dem öffentlich
zugänglichen Geoportal (www.geoportal.ch) ergeben. Auf die Durchführung eines
Augenscheins durch das Gericht kann daher verzichtet werden, zumal die Sache
ohnehin zur Ergänzung des Sachverhalts und zum neuen Entscheid an die Vorinstanz
zurückgewiesen werden muss (vgl. Erwägung 6.3. hiernach).
3.
Die Beschwerdeführer machen zunächst geltend, ein hinreichender Hochwasserschutz
gemäss Art. 41a Abs. 4 der Gewässerschutzverordnung (SR 814.201, GSchV) liege
nicht vor. Der Bachzugang auf Parzelle Nr. 002 sei wegen Stützmauern, Verbauungen
und Bauten nicht realisierbar. Der Zugang über den Garten des Grundstücks Nr. 008
sei rechtlich nicht sichergestellt, da sich diese Parzelle ausserhalb des Plangebietes
befinde. Auf Parzelle Nr. 000 sei der Zugang aufgrund der topographischen
Verhältnisse nicht möglich. Art. 7 der besonderen Vorschriften zum überbauungsplan
X. (besV) sei nicht umsetzbar. überdies unterscheide die entsprechende
Gewässerabstandslinie nicht zwischen bestehenden Bauten und Neubauten, was nicht
mit Art. 41c GSchV vereinbar sei. Neubauten müssten die Gewässerabstände
zwingend einhalten.
3.1.
Beim Dorfbach handelt es sich um ein oberirdisches Gewässer im Sinne von Art. 2 und
4 lit. a in Verbindung mit Art. 36a Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Schutz der
Gewässer (Gewässerschutzgesetz, SR 814.20, GSchG). Fest steht im vorliegenden
Fall, dass der im überbauungsplan X. mittels Baulinien für Anlagen ausgeschiedene
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Gewässerraum mit einer Breite von mindestens 11 m die nach Art. 41a Abs. 2
lit. b GSchV vorgegebene minimale Breite von 25.75 m unterschreitet. Die nach Art.
41a Abs. 2 lit. b GSchV ermittelte Breite des Gewässerraums darf nach Art. 41a
Abs. 4 GSchV in dicht überbauten Gebieten den baulichen Gegebenheiten angepasst
werden, soweit der Schutz vor Hochwasser gewährleistet ist. Nicht umstritten ist im
konkreten Fall, dass der Gewässerraum innerhalb des Perimeters des
Überbauungsplans X. mit Blick auf die Baustruktur des Gemeindegebietes von
Bütschwil-Ganterschwil in einem dicht überbauten Gebiet (Dorfzentrum von Bütschwil)
im Sinne von Art. 41a Abs. 4 GSchV liegt und ein Bedarf besteht, die Baulücke auf
Parzelle Nr. 000 zu schliessen (vgl. hierzu BGE 140 II 428 E. 3.2 – 3.4 und E. 7). Zu
prüfen bleibt, ob der Hochwasserschutz gemäss Art. 41a Abs. 4 GSchV gewährleistet
ist.
3.2.
Nach den unbestrittenen Angaben des Tiefbauamtes in der Stellungnahme vom
18. Dezember 2012 (act. 10/12-5192/11) erfordert die Gewährleistung des
Hochwasserschutzes gemäss Art. 41a Abs. 4 GSchV ein ausreichend grosses
Abflussprofil sowie die Sicherung der Zugänglichkeit zum Gewässer für
Unterhaltsarbeiten und Interventionsmassnahmen (vgl. Art. 3 Abs. 1 und Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Wasserbau, SR 721.100, WBG, und Art. 3 und 9 des
Wasserbaugesetzes, sGS 734.1, SG WBG). Von den Beschwerdeführern wird nicht
bestritten, dass der Dorfbach über ein ausreichend grosses Abflussprofil verfügt (vgl.
hierzu den technischen Kurzbericht der G. AG, vom 2. April 2009, welcher von einer
geringen Gefährdung durch eine mögliche Verklausung des SBB-Durchlasses spricht,
act. 10/12-5192/7/12 S. 7). Für die Sicherung der Zugänglichkeit zum Dorfbach sind
nach Art. 7 besV sodann zwischen den Richtungspunkten auf den Grundstücken Nrn.
002 und 000 für den Ufer- und Gewässerunterhalt Freiräume von mindestens 4.0 m
Breite so offenzuhalten, dass sie mit geländegängigen Fahrzeugen befahrbar sind.
Gemäss dem von den Beschwerdeführern nicht angefochtenen und am 20. Dezember
2013 genehmigten (act. 17.2) Wasserbauprojekt "Ufergestaltung Parzelle Nr. 000"
sollen entlang der Nordseite des Dorfbaches die bestehenden (Schutz-)Mauern und der
bestehende befestigte Parkplatz auf Parzelle Nr. 000 angrenzend an die S.-strasse
abgebrochen oder auf die Oberkante der Böschungsgestaltung angepasst werden (vgl.
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Plan "Ufergestaltung" vom 31. Januar 2012, act. 10/12-5192/7/6 und die
Photographien zum Augenschein vom 27. März 2013, act. 10/12-5192/27,
www.geoportal.ch). Wie die Vorinstanz unter Erwägung 7.7 des angefochtenen
Entscheides (act. 2, S. 31) überdies zutreffend ausführt, lassen sich auf der Südseite
des Dorfbaches auf Parzelle Nr. 002 das nicht bewilligte mobile Schwimmbad und die
Zäune im Bedarfsfall ohne weiteres entfernen. Die Zugänglichkeit zum Dorfbach für
Unterhaltsarbeiten und Interventionsmassnahmen mit geländegängigen Fahrzeugen,
etwa einem Schreitbagger, ist somit an beiden Zugängen in tatsächlicher Hinsicht
gegeben, zumal gemäss Art. 8 besV innerhalb der Freihaltebereiche F1 und F2 nur
Anlagen zulässig sind, welche für Bau- und Unterhaltsfahrzeuge keine Hindernisse
darstellen und befahrbar sind, ohne dass erhebliche Schäden an der Anlage entstehen.
Darüber hinaus sind die jeweiligen Grundeigentümer verpflichtet, den Trägern der
Wasserbaupflicht für Unterhalts- und Kontrollmassnahmen Zutritt zu gewähren (Art. 57
SG WBA, vgl. ABl 2008 S. 2217). Entgegen der Meinung der Beschwerdeführer sind
die Zugänge damit auch rechtlich sichergestellt, selbst wenn sie sich teilweise
ausserhalb des Planperimeters befinden. Folglich kam die Vorinstanz unter Erwägung
7.7 f. des angefochtenen Entscheides zu Recht zum Schluss, dass die im
überbauungsplan X. mittels Baulinien vorgenommene Festlegung des Gewässerraums
des Dorfbaches den Hochwasserschutz im Sinne von Art. 41a Abs. 4 GSchV
gewährleistet. Im Weiteren müssen Neubauten gemäss dem überbauungsplan X. die
Baulinien für Bauten und damit auch die für die Ausscheidung des Gewässerraums
massgeblichen Baulinien für Anlagen einhalten. Darüber hinaus liegen sämtliche
bestehenden Bauten im Überbauungsplanareal ausserhalb des mittels Baulinien
ausgeschiedenen Gewässerraums. Art. 41c Abs. 2 GSchV, welcher die
Bestandesgarantie von bestehenden Anlagen innerhalb des Gewässerraums regelt,
gelangt deshalb im konkreten Fall nicht zur Anwendung. Diese Bestimmung kann somit
– entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer – von vorneherein nicht verletzt sein.
4.
Die Beschwerdeführer bringen weiter vor, das Grundstück Nr. 000 sei wegen der zu
engen und unübersichtlichen Verkehrsverhältnisse, insbesondere der zu geringen
Fahrbahnbreite, nicht hinreichend erschlossen.
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Nach den zutreffenden Angaben der Vorinstanz in Erwägung 3.4.1 ff. des
angefochtenen Entscheides (act. 2, S. 10 ff.) hat die Beschwerdebeteiligte unabhängig
vom strittigen überbauungsplan gestützt auf Art. 100 Abs. 2 lit. b und Art. 102 des
Strassengesetzes (sGS 732.1, StrG) für die Beseitigung oder Reduktion des rund 1.5 m
hohen Lebhages auf Parzelle Nr. 020 im Sichtzonenbereich bei der Einmündung der
M.- in die S.-strasse zu sorgen (vgl. Votum des Vertreters des Tiefbauamtes am
Augenschein vom 27. März 2013, act. 10/12-5192/26, S. 6). Weiter wird die M.-strasse,
welche nur bis zum Bahngeleise mit Motorfahrzeugen befahrbar ist, d.h. als rund 63 m
lange Sackgasse ausgestaltet ist, in Zukunft deutlich weniger als 30 Wohneinheiten
erschliessen, weshalb sie als Zufahrtsweg zu qualifizieren ist und mit einer Breite von
4.5 m (5.0 m im Einmündungsbereich zur S.-strasse) die Anforderungen der
massgeblichen VSS-Normen offensichtlich erfüllt (vgl. hierzu die VSS-Normen 640 045
vom April 1992 und 640 201 vom Oktober 1992). Die Zufahrt zum Plangebiet über die
M.-strasse ist damit im Sinne von Art. 19 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Raumplanung (Raumplanungsgesetz, SR 700, RPG), Art. 4 des Wohnbau- und
Eigentumsförderungsgesetzes (SR 843, WEG) und Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes
über die Raumplanung und das öffentliche Baurecht (Baugesetz, sGS 731.1, BauG)
hinreichend und das Plangebiet somit gemäss Art. 22 Abs. 2 lit. b RPG und Art. 49
Abs. 1 BauG erschlossen. Die Beschwerde ist in dieser Hinsicht unbegründet, soweit
überhaupt darauf einzutreten ist (vgl. Erwägung 1 hiervor).
5.
Die Beschwerdeführer monieren des Weiteren, die besV würden in erheblicher Weise
von den Regelbauvorschriften der Kernzone K3 abweichen und zu einer massiven
Mehrnutzung der Parzelle Nr. 000 führen. Ihre Interessen, insbesondere betreffend
Aussicht, würden durch diese Mehrausnützung in unzulässiger Weise in Form von
Sonnenentzug bzw. Schattenwurf eingeschränkt. Zudem verstiessen die besV gegen
kantonales Recht. Aus dem überbauungsplan X. gehe nicht hervor, worin die Qualität
eines zukünftigen Bauvorhabens bezüglich Architektur, Einordnung und
Umgebungsgestaltung bestehen solle. Es sei nicht ersichtlich, inwiefern der angebliche
Zweck des Überbauungsplans, eine kernzonengerechte Überbauung und eine
qualitätsvolle Wohnnutzung, erreicht werde. Eine Gesamtbetrachtung zeige, dass der
überbauungsplan X. keinen besonderen raumplanerischen Interessen nachkomme,
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hingegen ihre Rechte in unzumutbarer Weise einschränke. übermässig und
gesetzwidrig seien namentlich die Unterschreitungen des ordentlichen
Strassenabstandes gemäss Art. 23 Abs. 1 des nach wie vor gültigen Baureglements
der Politischen Gemeinde Bütschwil (BauR) durch Haus B von 1 m (Erdgeschoss) resp.
2 m (Obergeschoss) gegenüber der M.-strasse. Auch seien diese mit der kantonalen
Strassenabstandsvorschrift gemäss Art. 104 Abs. 1 lit. a StrG nicht vereinbar. Daran
ändere auch der Verweis der Beschwerdebeteiligten in der Vernehmlassung vom 14.
November 2012 (act. 10/12-5192/7 S. 3) auf Art. 4 der Strassenverordnung (sGS
732.11, StrV) nichts. Diese Bestimmung gelte nur für Kantons- und nicht für
Gemeindestrassen. Weiter sei nicht ersichtlich, inwiefern die geplante
Strassenabstandsunterschreitung um einen Meter gegenüber der S.-strasse notwendig
und gerechtfertigt sein solle. Sodann schränke ein Kinderspielplatz die Baukörperfläche
ein und vergrössere die Grünfläche auf dem Grundstück Nr. 000. Der geplante Verzicht
auf einen Kinderspielplatz führe nicht nur zu einer zusätzlichen Benachteiligung von
ihnen, sondern ebenfalls zu einer Gefährdung der Sicherheit bzw. des Wohls der
Kinder, welche auf den Spielplatz K.-strasse ausweichen müssten, welcher 200 m
entfernt liege und die Überquerung der S.-strasse, eine der meistbefahrenen
Hauptstrassen des Kantons, zur Folge habe. Eine Abweichung von Art. 33 BauR sei
aufgrund mangelnder Alternativen nicht gerechtfertigt. Art. 5 besV verletze auch Art. 73
Abs. 2 BauG, da im überbauungsplan X. keine Beschränkung auf fünf Wohneinheiten
vorgeschrieben sei. Ferner lege der überbauungsplan den zulässigen Baubereich
verbindlich fest, weshalb sich die Bauherren bei der Realisierung eines Bauprojektes
auf diese Festlegung berufen könnten. Werde der zulässige Baubereich voll
ausgeschöpft, führe dies dazu, dass eine Staffelung von 1.5 m nicht eingehalten
werden müsse. Auch diesbezüglich weiche der überbauungsplan X. von der
Regelbauweise ab. Dadurch werde ermöglicht, dass direkt gegenüber ihrem
Grundstück Nr. 019 ein sperriger Gebäuderiegel entstehe, der die Sicht nach Süden
total verbaue. Dies sei im Ergebnis auch der Fall, wenn statt einem Gebäudetrakt zwei
separate Häuser gebaut würden, zumal der regelkonforme Gebäudeabstand gemäss
Art. 3 besV nicht eingehalten werden müsse. Eine Baubewilligung für die im
überbauungsplan X. vorgesehenen Gebäude sei lediglich im Rahmen einer
Ausnahmebewilligung gemäss Art. 77 BauG möglich, welche aufgrund der genannten
Benachteiligungen der Beschwerdeführer nicht erteilt werden könne. Eine solche
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überbauung könne deshalb auch nicht mit den Mitteln eines Überbauungsplans erwirkt
werden.
5.1.
Soweit die Beschwerdeführer ihre Argumentation auf Art. 77 BauG aufbauen, ist ihre
Beschwerde von vorneherein unbegründet. Art. 77 BauG regelt die Erteilung von
Ausnahmebewilligungen im Baubewilligungsverfahren. Im vorliegenden
Sondernutzungsplanverfahren ist massgebend, ob der überbauungsplan den
planungsrechtlichen Grundsätzen entspricht, was im Folgenden zu prüfen ist:
Ein überbauungsplan mit besonderen Vorschriften darf gemäss Art. 23 lit. b BauG von
den allgemeinen Zonenvorschriften abweichen, sofern die Zweckbestimmung der Zone
beibehalten wird. Weiter ist vorausgesetzt, dass sich die Behörde beim Erlass des
Plans an die Ziele und Planungsgrundsätze nach Art. 1 und 3 RPG hält und der Plan
damit im öffentlichen Interesse liegt und notwendig ist (vgl. B. Heer, St. Gallisches Bau-
und Planungsrecht, Bern 2003, N 147 und Anhang 3). Überdies darf der
überbauungsplan nur ein engeres, bestimmt umgrenztes Gebiet umfassen (Art. 22 Abs.
1 BauG). Nach der bisherigen Praxis im Kanton St. Gallen darf ein überbauungsplan
mit besonderen Vorschriften ohne Mehrausnützung sodann die Interessen von
Nachbarn nicht erheblich beeinträchtigen (vgl. GVP 2006 Nr. 123 E. 6a mit Hinweis auf
GVP 1995 Nr. 93 E. 3e, und GVP 1976 Nr. 51 E. 5). Dieses Verbot ist indessen in
Art. 23 lit. b BauG, im Gegensatz zur Bestimmung über die Mehrausnützung gemäss
Art. 27 BauG, nicht enthalten und ergibt sich auch nicht aus der Systematik des
Gesetzes. Vielmehr ist der Gesetzeswortlaut diesbezüglich klar und lässt keinen
Interpretationsspielraum zu. Für eine rein teleologische Auslegung, wie sie der
damalige Regierungsrat in GVP 1976 Nr. 51 E. 5 in Bezug auf einen Gestaltungsplan
vorgenommen hat und welche von der Regierung ebenfalls bezüglich eines
Gestaltungsplanes (GVP 1995 Nr. 93) und vom Baudepartement betreffend einen
überbauungsplan (GVP 2006 Nr. 123) bestätigt wurde, bleibt aus diesem Grund kein
Raum, auch wenn eine solche durchaus Sinn machen könnte. Das Verbot
übermässiger Beeinträchtigung von Nachbarinteressen als Voraussetzung für einen
überbauungsplan mit besonderen Vorschriften ohne Mehrausnützung gemäss
bisheriger Praxis im Kanton St. Gallen ist damit nicht mit Art. 23 lit. b BauG vereinbar.
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Eine Mehrausnützung durch das Abweichen von den allgemeinen Zonenvorschriften
darf nach Art. 27 BauG im überbauungsplan gewährt werden, wenn zusätzlich zu den
bereits genannten Voraussetzungen ein besseres Projekt als nach zonengemässer
Überbauung verwirklicht wird und die Grösse des Grundstücks dies rechtfertigt. Art. 27
BauG findet auch Anwendung, wenn in einer Bauordnung keine Ausnützungs- oder
Baumassenziffer vorgesehen ist. Das Ziel, das mit der Ausnützungsziffer oder der
Baumassenziffer verfolgt wird, nämlich die Beschränkung der Baudichte, kann auch mit
den übrigen Regelbauvorschriften (Gebäude- und Firsthöhe, Zahl der Vollgeschosse,
Gebäudelänge- und tiefe, Grenz- und Gebäudeabstände, Gestaltungsvorschriften)
erreicht werden (vgl. GVP 2006 Nr. 123 E. 5a). Weiter setzt Art. 16 Abs. 1 BauR für eine
Mehrausnützung unter anderen eine gute Eingliederung in die bauliche und
landschaftliche Umgebung (lit. a), die besondere Berücksichtigung der Erfordernisse
der Wohnhygiene (lit. b), vermehrte und gut gestaltete Grünflächen (lit. c), mindestens
die hälftige Anordnung der Motorfahrzeugabstellplätze in unterirdischen Garagen (lit. e)
sowie gut ausgestattete und gestaltete Kinderspielplätze (lit. f) voraus. Auch darf die
Mehrausnützung nur für ein konkret vorliegendes Projekt in Anspruch genommen
werden (Abs. 2). Die Kognition des Verwaltungsgerichts bei der Überprüfung der
kommunalen Nutzungsplanung ist beschränkt, indem es lediglich zur Rechtskontrolle
befugt ist (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Liegt ein Entscheid noch innerhalb des
Ermessensspielraums bzw. wurden die Verfassungsprinzipien sowie der Sinn und
Zweck der gesetzlichen Ordnung beachtet, ist noch keine Rechtsverletzung gegeben,
selbst wenn das Ermessen unzweckmässig gehandhabt wurde (vgl. VerwGE
B 2013/166 vom 4. Dezember 2014 E. 3.1 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch).
5.2.
Die Regelbauvorschriften gemäss Art. 9 BauR lassen in der Kernzone K3 Gebäude mit
drei Vollgeschossen, einer Gebäudelänge von 40 m (ab 16 m mit einer optisch
wirksamen Staffelung von 1.5 m) und einer Gebäudetiefe (Messweise im BauR nicht
definiert) über dem ersten Vollgeschoss von 16.0 m, einer Gebäudehöhe von 9.5 m und
einer Firsthöhe von 15.0 m unter Beachtung eines Grenzabstandes von 4.0 m zu. Auch
schreibt Art. 19 Abs. 5 BauR einen Gebäudeabstand vor, welcher der Summe der
zonengemässen Grenzabstände entspricht. Dieser Gebäudeabstand ist nach Art. 19
Abs. 5 BauR auch einzuhalten, wenn zwischen zwei Bauten eine öffentliche Strasse
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oder ein öffentlicher Weg verläuft. Auch ist er zwischen Gebäuden auf dem gleichen
Grundstück einzuhalten (Art. 57 Abs. 4 BauG). Darüber hinaus sind in den Kernzonen in
der Regelbauweise Flach- und auf freistehenden Bauten Pultdächer nicht zulässig (Art.
10 Abs. 3 BauR). Sodann haben Bauten einen minimalen Strassenabstand von 5.0 m
(Staatsstrassen) resp. von 4.0 m (Gemeindestrassen zweiter Klasse) einzuhalten (Art.
23 Abs. 1 BauR).
Der überbauungsplan X. (act. 10/12-5192/7/4) schreibt keinen grundstücksinternen
Gebäudeabstand vor. Auch unterschreitet der Baubereich für Hauptbauten mit einem
Abstand von rund 7 m gegenüber dem Gebäude Assek.-Nr. 021 auf Parzelle Nr. 003
den ordentlichen Gebäudeabstand von 8.0 m. Diesbezüglich weicht der
überbauungsplan X. von den Regelbauvorschriften gemäss Art. 57 Abs. 4 BauG und
Art. 19 Abs. 5 BauR ab. Wie die Vorinstanz in Erwägung 4.4.1 des angefochtenen
Entscheides (act. 2 S. 16) sodann zu Recht ausführt, handelt es sich bei der äusseren
Begrenzung des Baubereichs für Hauptbauten (Haus A und B) um Markierungslinien im
Sinne von Art. 24 BauG. Nach Abs. 1 dieser Bestimmung werden durch
Markierungslinien die Lage und die höchstzulässige horizontale Ausdehnung von
Bauten und Anlagen festgelegt. Sie gehen unter Vorbehalt einer anderen Regelung im
überbauungsplan den Abstandsvorschriften vor (Abs. 2). Ein solcher Vorbehalt im
Sinne von Art. 24 Abs. 2 BauG ist im überbauungsplan X. nicht enthalten. Indessen
setzt die Regelung von Art. 9 Fussnote 5 BauR, wonach ein Gebäude bei einer
Gebäudelänge von mehr als 16 m mindestens um 1.5 m optisch wirksam zu staffeln ist,
die Gebäudelänge, im Unterschied etwa zum Mehrlängenzuschlag gemäss Art. 65
BauG, nicht in Bezug zum Grenzabstand, wenngleich dieser bei einer Gebäudelänge
von über 16 m gegenüber dem rückspringenden Gebäudeteil vergrössert wird. Es
handelt es sich dabei um keine Abstandsvorschrift, sondern um eine
Gestaltungsvorschrift, welche an die Gebäudelängenbeschränkung anknüpft. Als
Gestaltungsvorschrift ist Art. 9 Fussnote 5 BauR unabhängig von den Markierungslinien
im Plangebiet anwendbar. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz
den überbauungsplan X. in Erwägung 4.4.1 des angefochtenen Entscheides (act. 2 S.
16) dahingehend interpretierte, als Art. 9 Fussnote 5 BauR weiterhin gelten soll, zumal
dies die Beschwerdebeteiligte als kommunale Gesetzgeberin in ihrer Vernehmlassung
vom 20. Dezember 2014 anerkannt hat (act. 14, S. 3 f.). Daran ändert nichts, dass die
Beschwerdebeteiligte mit der Festsetzung des Baubereichs für Hauptbauten im
bis
bis
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überbauungsplan ursprünglich beabsichtigte, die seitliche Staffelung der Gebäude von
1.5 m auf 0.8 m zu verkürzen. Folglich weicht der überbauungsplan X. – entgegen der
Auffassung der Beschwerdeführer – bezüglich der im Baureglement statuierten
Staffelung nicht von der Regelbauweise ab. Im übrigen lässt der überbauungsplan X.
entgegen der positiven ästhetikvorschrift nach Art. 10 Abs. 3 BauR begrünte
Flachdächer und geneigte Dächer zu (vgl. Art. 4 besV). Wird, wie von der
Beschwerdebeteiligten in ihrer Vernehmlassung vom 20. Dezember 2013 in Aussicht
gestellt (act. 14, S. 4), darauf abgestellt, dass die M.-strasse in naher Zukunft in eine
Gemeindestrasse zweiter Klasse im Sinne von Art. 8 Abs. 2 StrG umklassiert werden
soll, unterschreiten die Hauptbauten im Bereich "Haus B" gemäss Art. 3 besV zudem
den ordentlichen Strassenabstand gemäss Art. 23 Abs. 1 BauR von 4.0 m um 1 m
(Erdgeschoss) resp. um 2 m (Obergeschoss). Der ordentliche Strassenabstand zur S.-
strasse (Kantonsstrasse) gemäss Art. 23 Abs. 1 BauR von 5 m wird um einen Meter
unterschritten.
5.3.
Nicht umstritten ist im vorliegenden Fall, dass die Abweichungen von der
Regelbauweise im überbauungsplan X. die Grenze der materiellen Zonenplanänderung
nicht überschreiten (vgl. hierzu VerwGE B 2011/182 vom 3. Juli 2012 E. 5.5.1 mit
Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Der überbauungsplan X. bezweckt nach Art. 2 besV
die Festlegung des Gewässerraums nach Art. 41a GSchV sowie eine
kernzonengerechte Bebauung, durch die eine qualitätsvolle Wohnnutzung
sichergestellt werden soll (vgl. hierzu auch den Planungsbericht vom 31. Januar 2012,
act. 10/12-5192/7/5, S. 3 ff.). Gemäss der Vernehmlassung der Beschwerdebeteiligten
vom 20. Dezember 2013 soll die enge Situation innerhalb des Plangebietes in leichtem
Mass gemildert werden, um eine möglichst kernzonengerechte Überbauung,
insbesondere eine optimale Positionierung des Neubaus in den vorhandenen
Siedlungsstrukturen, zu ermöglichen und eine Unternutzung des Ortskerns von
Bütschwil zu vermeiden (act. 14, S. 5 f.). Eine den Nutzungszielen der Kernzone
entsprechende Überbauung steht mit dem Planungsziel der haushälterischen Nutzung
des Bodens in Einklang (Art. 1 Abs. 1 RPG) und liegt somit im öffentlichen Interesse.
Auch sind im überbauungsplan X. Freihaltebereiche und damit im Sinne von Art. 3
Abs. 3 lit. e RPG Grünflächen festgesetzt. Der Zweck des Überbauungsplans entspricht
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ferner den Planungszielen, die Siedlungsentwicklung unter Berücksichtigung einer
angemessenen Wohnqualität nach innen zu lenken und kompakte Siedlungen zu
schaffen, und dem Planungsgrundsatz der Verdichtung der Siedlungsfläche (vgl. Art. 1
Abs. 2 lit. a und b sowie Art. 3 Abs. 3 lit. a RPG, welche am 1. Mai 2014 in Kraft
getreten sind). Mit Blick auf das Planungsermessen der Beschwerdebeteiligten ist es
demnach nicht zu beanstanden, dass diese den Erlass des Überbauungsplans wegen
der beengten Verhältnisse auf Parzelle Nr. 000 und zur Vermeidung einer Unternutzung
des Ortskerns von Bütschwil als notwendig erachtete. überdies umfasst der
Planungsperimeter (Parzellen Nrn. 002-000 und 001) ein engeres, bestimmt
umgrenztes Gebiet gemäss Art. 22 Abs. 1 BauG (vgl. hierzu Juristische Mitteilungen
des Baudepartements 2006/II Nr. 13, S. 7 f.). Soweit die Beschwerdeführer vorbringen,
die Voraussetzungen für den Erlass eines Überbauungsplans mit besonderen
Vorschriften ohne Mehrausnützung seien vorliegend nicht erfüllt, ist ihre Beschwerde
demnach unbegründet. An diesem Ergebnis würde im Übrigen nichts ändern, wenn
gemäss der bisherigen Praxis im Kanton St. Gallen das Verbot übermässiger
Beeinträchtigung von Nachbarinteressen für einen überbauungsplan mit besonderen
Vorschriften ohne Mehrausnützung vorausgesetzt wäre. Der überbauungsplan X. führt
nicht zu der von den Beschwerdeführern gerügten erheblichen Beeinträchtigung ihrer
Interessen als Nachbarn. Durch die Unterschreitung des gemäss Art. 23 Abs. 1 BauR
vorgeschriebenen Strassenabstands gegenüber der M.-strasse um 1 m (Erdgeschoss)
resp. 2 m (Obergeschoss) werden die Beschwerdeführer als Eigentümer der Parzelle
Nr. 019 zwar beeinträchtigt. Angesichts dessen, dass der überbauungsplan X. keine
Überschreitung der nach Regelbauweise zulässigen Höhenbeschränkungen zulässt
und der vorgeschriebene Gebäudeabstand zwischen dem Baubereich für Hauptbauten
und dem Wohnhaus Assek. Nr. 022 der Beschwerdeführer auf Parzelle Nr. 019 gewahrt
bleibt, kann diese Beeinträchtigung, insbesondere mit Blick auf den von den
Beschwerdeführern geltend gemachten Sonnen- und Aussichtsentzug, indessen nicht
als erheblich qualifiziert werden. Bei der Aussicht handelt es sich ohnehin nicht um ein
geschütztes Rechtsgut (VerwGE B 2013/167 vom 4. Dezember 2014 E. 3.3.2 f.,
www.gerichte.sg.ch). Daran ändert nichts, dass Art. 4 StrV, welcher eine Privilegierung
von Vorbauten und Dachvorsprüngen vorsieht, vorliegend hinsichtlich des
Obergeschosses nicht einschlägig ist. Darüber hinaus darf der Strassenabstand zur
M.-strasse (Gemeindestrasse) im überbauungsplan X. gestützt auf Art. 102 Abs. 1
bis bis
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lit. d StrG abweichend vom kantonal vorgeschriebenen Strassenabstand gemäss Art.
104 lit. a StrG festgelegt werden, zumal diese Unterschreitung allein die
Obergeschosse betrifft und die Verkehrssicherheit gemäss dem Amtsbericht des
Strasseninspektorats vom 13. Dezember 2012 (act. 10/12-5192/11) gewährleistet ist
(vgl. hierzu D. Gmür in: G. Germann [Hrsg.], Kurzkommentar zum st. gallischen
Strassengesetz, St. Gallen 1989, N 5 zu Art. 102). Des Weiteren ist nicht erkennbar,
inwiefern die Beschwerdeführer durch die Unterschreitung des ordentlichen
Strassenabstandes gemäss Art. 23 Abs. 1 BauR zur S.-strasse (Kantonsstrasse) um
einen Meter resp. den Verzicht auf die Erstellung eines Kinderspielplatzes gemäss
Baureglement (Art. 5 besV) erheblich beeinträchtigt werden. Der Strassenabstand von
4.0 m zur S.-strasse entspricht Art. 104 lit. a StrG. Zudem könnte auf Parzelle Nr. 000
auch nach der Regelbauweise ein Mehrfamilienhaus mit mehr als drei Wohnungen, d.h.
mit drei grossen und mehreren Kleinwohnungen bis zu zwei Zimmern, ohne
Kinderspielplatz erstellt werden (vgl. Art. 33 Abs. 1 BauR). Folglich würde auch Art. 33
Abs. 1 BauR nicht zwingend zu einer Einschränkung der Baukörperfläche führen. Art. 5
besV schliesst sodann ausdrücklich ("gemäss Baureglement") nur die Anwendung von
Art. 33 BauR aus, d.h. die Vorschriften gemäss Art. 73 ff. BauG bleiben anwendbar,
weshalb Art. 73 Abs. 2 BauG entgegen der Darstellung der Beschwerdeführer von
vorneherein nicht verletzt sein kann. Auch wenn der für einen Spielplatz nötige Raum
im überbauungsplan nicht ausgeschieden worden ist, muss beim Bau von mehr als
fünf Wohnungen – Kleinwohnungen werden nicht angerechnet – auf Parzelle Nr. 000
gestützt auf Art. 73 Abs. 2 BauG – entgegen der von der Beschwerdegegnerin in ihrer
Vernehmlassung vom 20. Dezember 2013 vertretenen Auffassung (act. 14 S. 5) –
zwingend ein Kinderspielplatz erstellt werden (vgl. zum Verhältnis von Art. 73 BauG
zum überbauungsplan, M. Zemp, Kommentar zum Baugesetz des Kantons St. Gallen
vom 6. Juni 1972, St. Gallen 1980, S. 127). Schliesslich lassen die örtlichen
Verhältnisse die Erstellung eines Kinderspielplatzes auf der unüberbauten Parzelle Nr.
000 offensichtlich zu, weshalb kein Fall von Art. 74 BauG vorliegt (vgl. hierzu analog die
Ausführungen zur Parkplatzersatzabgabe von B. Heer, Materielles Baupolizeirecht II
und Baubewilligungsverfahren, in: Das Nachtragsgesetz zum st. gallischen Baugesetz,
St. Gallen 1983, S. 205). Der Spielplatz K.-strasse auf der anderen Seite der S.-strasse
kann im Übrigen unbestrittenermassen nicht als Ersatz betrachtet werden.
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Des Weiteren führen die geplanten Abweichungen von den Regelbauvorschriften zu
keiner Mehrausnützung im Sinne von Art. 27 BauG. Auch nach der Regelbauweise
wäre es hinsichtlich der Unterschreitung des Gebäudeabstandes zulässig, innerhalb
des Baubereichs für Hauptbauten nur ein einziges Gebäude zu erstellen und anstelle
des Gebäudeabstandes gegenüber dem Gebäude Assek.-Nr. 021 in Anwendung von
Art. 57 Abs. 3 BauG nur den Grenzabstand zum Grundstück Nr. 003 einzuhalten. Auch
ist nicht ersichtlich, inwiefern die Erstellung von Flachdächern, etwa im Vergleich zu
den umliegenden Krüppelwalm-Mansardendächern (etwa auf Parzelle Nr. 002),
Kreuzgiebeln (auf Parzellen Nrn. 003, 019, 023) oder Walmdächer mit Dachaufbauten
(etwa auf Parzelle Nr. 020), zu einer Mehrausnützung führen sollte (vgl. hierzu die
Photographien zum Augenschein vom 27. März 2013, act. 10/12-5192/27). Es braucht
daher nicht geprüft zu werden, ob der überbauungsplan X. zusätzlich zu den
Grundvoraussetzungen auch die qualifizierten Voraussetzungen von Art. 27 BauG,
insbesondere das Kriterium eines besseren Projekts als nach zonengemässer
Überbauung, erfüllt. Soweit die Beschwerdeführer vorbringen, es sei nicht ersichtlich,
worin die Qualität eines zukünftigen Bauvorhabens bestehen solle, sind ihre Vorbringen
daher unbehelflich. Im Übrigen bleibt das in der Kernzone vorgeschriebene
Einordnungsgebot gemäss Art. 10 Abs. 3 BauR, abgesehen vom darin enthaltenen
Flachdachverbot, im überbauungsplangebiet anwendbar.
6.
Die Beschwerdeführer rügen ferner, der überbauungsplan X. verstosse gegen
Art. 98 BauG sowie Art. 15 BauG in Verbindung mit Art. 10 Abs. 3 BauR. Zum einen
befinde sich das "H.-Haus" direkt gegenüber dem geplanten Überbauungsprojekt.
Diese Baute werde im Haager Übereinkommen zum Schutz von Kulturgut aufgeführt
und stehe damit auch gemäss der kommunalen Schutzverordnung unter Schutz. Es sei
nicht abgeklärt worden, inwiefern sich ein späteres Bauvorhaben im
überbauungsplangebiet mit dem "H.-Haus" vertrage. Die kommunale
Schutzverordnung bezeichne auch zahlreiche weitere Bauten in unmittelbarer Nähe
des Grundstücks Nr. 000 als besonders schützenswert, namentlich die Gebäude auf
den Grundstücken S.-strasse Nrn. 031 – 034 und 036. Im überbauungsplan X. werde
sodann nicht gewährleistet, dass auf das herrschende Ortsbild Rücksicht genommen
werde. Die im überbauungsplan X. vorgesehene Bauweise, welche geneigte Dächer
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sowie Flachdächer und die Erstellung eines langen Riegelbaus zulasse, werde an der
M.-strasse sowohl in Länge als auch in Höhe als überdimensional ausfallen. Eine
solche Bauweise sei mit dem Ortsbild der M.-strasse, welches von traditionellen Ein-
und Zweifamilienhäusern mit Giebeldächern und historisch bedeutsamen Bauten
geprägt sei, nicht zu vereinbaren. Umso mehr gelte dies, wenn man sich das
ursprüngliche Ortsbild mit dem historischen Restaurant X. und seinen damaligen
Dimensionen vor Augen führe. Das Unterdorf von Bütschwil werde im Bundesinventar
der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS) in einem
grösseren Umkreis als Gebiet erfasst. Die Bebauung der M.-strasse, das "H.-Haus",
das nördlich desselben stehende Haus sowie vier im Süden anschliessende
Liegenschaften an der S.-strasse würden als kompakter Kernbereich des Unterdorfes
gelten. Das Restaurant X., welches sich einst auf dem Grundstück Nr. 000 befunden
habe, gehöre ebenfalls zu diesem Kernbereich. Gemäss den Zielen des ISOS sei der
kompakte Kernbereich in seiner Substanz zu erhalten. Dies bedeute, dass ein
grundsätzliches Abbruchverbot bzw. ein Verbot von Neubauten bestehe und für
Veränderungen Detailvorschriften zu erlassen seien. Das ISOS sei beim Erlass von
Überbauungsplänen zu berücksichtigen und umzusetzen. Die architektonische
Gestaltung und Einfügung ins Ortsbild sei nicht erst im Baubewilligungsverfahren zu
prüfen. Beim Erlass des vorliegend strittigen Überbauungsplans sei der Ortsbildschutz
völlig ausgeblendet worden. Dies zeige die Tatsache, dass im Rahmen des
Vernehmlassungsverfahrens der Vorinstanz keine Stellungnahme beim Amt für
Denkmalpflege eingeholt worden sei. Dies, obwohl sie eine solche Auskunft
ausdrücklich verlangt hätten. Der Sachverhalt sei diesbezüglich nicht sachgemäss
abgeklärt worden. Es treffe zwar zu, dass die ISOS-Vorgaben bereits bekannt gewesen
seien, als die kommunale Schutzverordnung am 18. Februar 2010 in Kraft getreten sei.
Das ISOS für den Kanton St. Gallen sei jedoch erst am 1. Mai 2010 genehmigt worden.
Es sei deshalb nicht nachvollziehbar, inwiefern das ISOS im Rahmen der kommunalen
Schutzverordnung berücksichtigt worden sei und aus welchen Gründen der gemäss
ISOS besonders schützenswerte Kernbereich des Unterdorfes nicht auf kommunaler
Ebene unter Schutz gestellt worden sei. Auch sei das Restaurant X. zum Zeitpunkt der
Vernehmlassung zum ISOS – im Oktober 2007 – noch gestanden. Es sei erst am 16.
Mai 2008 niedergebrannt. Eine nochmalige Beurteilung nach dem Brand betreffend die
Auswirkungen der Schutzentlassung des abgebrannten Gebäudes auf den
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Schutzumfang der Nachbargebäude habe nicht stattgefunden. Der Sachverhalt sei
auch in diesem Punkt unvollständig ermittelt worden. Weil der kompakte Kernbereich
des Unterdorfes gemäss Bundesrecht in seiner Gesamtheit zu erhalten sei, habe die
Tatsache, dass das Restaurant X. niedergebrannt sei, in keiner Weise eine
Verminderung seiner Schutzwürdigkeit zur Folge.
6.1.
Vorab ist festzuhalten, dass das "H.-Haus" auf Parzelle Nr. 014 zwar im
Kulturgüterschutzinventar des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz als Kulturgut von
regionaler Bedeutung eingetragen ist (www.bevoelkerungsschutz.admin.ch). Dieses
Inventar, welches auf dem Bundesgesetz über den Schutz von Kulturgütern bei
bewaffneten Konflikten, bei Katastrophen und in Notlagen (SR 520.3, KGSG) und der
zugehörigen Verordnung (SR 520.31, KGSV) sowie dem Haager Abkommen für den
Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten (SR 0.520.3) beruht, ist jedoch im
vorliegenden Fall – entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführer – nicht zu
berücksichtigen, da es Klassifizierungskriterien folgt, die dem Schutz von Kulturgütern
bei bewaffneten Konflikten eigen sind.
Siedlungen, Bauten und Anlagen haben sich nach dem Planungsgrundsatz von Art. 3
Abs. 2 lit. b RPG in die Landschaft einzuordnen. Bedeutende Ortsbilder sind als
Schutzgegenstände zu erhalten (Art. 98 Abs. 1 lit. c BauG, vgl. auch Art. 17 Abs. 1
lit. c RPG). Nach Art. 1 in Verbindung mit dem Anhang der Verordnung über das
Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (SR 451.12, VISOS) ist
Bütschwil im ISOS als verstädtertes Dorf enthalten. Das strittige überbauungsplanareal
liegt innerhalb der Baugruppe Ziff. 2.1, welche als "kompakter Kernbereich des
Unterdorfes aus dem 17. bis 19. Jahrhundert" bezeichnet und mit dem Erhaltungsziel A
bewertet ist (ISOS, Kanton St. Gallen, Band 3.1: Toggenburg See Gaster, 2010, S. 9,
Beilage zu act. 9). Für eine Baugruppe mit dem höchsten Erhaltungsziel A gilt nach
dem ISOS, dass alle Bauten, Anlageteile und Freiräume integral erhalten und störende
Eingriffe zu beseitigen sind (Erhalten der Substanz, vgl. Erläuterungen zum ISOS,
www.bak.admin.ch). überdies ist das "H.-Haus" auf Parzelle Nr. 014 als Einzelelement
Ziff. 2.1.1 aufgeführt, als "giebelständiger dreigeschossiger Steinbau in Garten mit
hoch liegendem First und Treppentürmchen aus der Mitte des 17. Jahrhunderts"
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umschrieben und ebenfalls mit dem Erhaltungsziel A bewertet. Weiter ist die M.-strasse
als Einzelelement unter Ziff. 2.1.2 als "räumlich klar definierte Strasse in der Achse des
H.-Hauses" aufgeführt.
6.2.
Das ISOS gilt lediglich bei der Erfüllung von Bundesaufgaben (Art. 2 und 3 des
Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz, SR 451, NHG) in unmittelbarer
Weise. Bei der Erfüllung von kantonalen und kommunalen Aufgaben – wozu im
Grundsatz die Nutzungsplanung zählt – wird der Schutz von Ortsbildern durch
kantonales und kommunales Recht gewährleistet. Dies ergibt sich verfassungsrechtlich
aus Art. 78 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR
101, BV), wonach die Kantone für den Natur- und Heimatschutz zuständig sind. Auch
bei der Erfüllung von kantonalen und kommunalen Aufgaben sind Bundesinventare wie
das ISOS indes von Bedeutung. Die Pflicht zur Beachtung findet ihren Niederschlag
zum einen in der Anwendung der die Schutzanliegen umsetzenden (Nutzungs-)Planung
(vgl. hierzu auch Art. 4a VISOS und das Koordinationsblatt IV 21 des kantonalen
Richtplans), zum andern darin, dass im Einzelfall erforderliche Interessenabwägungen
im Lichte der Heimatschutzanliegen vorzunehmen sind. Die Bauordnung konkretisiert
auf kommunaler Ebene die Anliegen des Natur- und Heimatschutzes und
berücksichtigt damit die Schutzanliegen im Sinne des ISOS. Die
Grundnutzungsordnung ist nicht auf ihre materielle Übereinstimmung mit dem vom
ISOS angestrebten Schutz hin zu überprüfen. Nutzungspläne (und in engem
Zusammenhang stehende planerische Festlegungen) sind grundsätzlich im Anschluss
an deren Erlass anzufechten. Eine spätere akzessorische Überprüfung in einem
Anwendungsfall ist nur in Ausnahmesituationen zugelassen. Soweit ein
Sondernutzungsplan von der Grundnutzungsordnung abweicht, ist zu prüfen, ob die
unterschiedlichen Aspekte des Natur- und Heimatschutzes bzw. des Ortsbildschutzes,
wie sie in der Grundnutzungsordnung konkretisiert werden, durch die Vorschriften des
Überbauungsplans hinreichend berücksichtigt werden. Insoweit ist den Schutzanliegen
gemäss dem ISOS Beachtung zu schenken (vgl. BGer 1C_130/2014 vom 6.
Januar 2015 E. 3.2 mit Hinweisen auf BGE 135 II 209 E. 2.1, 5.1 und 5.3, sowie
VerwGE B 2011/122 vom 1. Mai 2012 E. 3.2.4. und VerwGE B 2013/166 vom 4.
Dezember 2014 E. 4.6.2., www.gerichte.sg.ch). Nach Art. 12 VRP gilt der
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Untersuchungsgrundsatz. Verwaltungsbehörden haben den rechtserheblichen
Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln und die Beweise zu erheben. Dieses Prinzip
gilt auch im Verwaltungsjustizverfahren, wobei die Untersuchungspflicht durch den
Verfahrensgegenstand beschränkt wird. Dazu kommen verschiedene
Mitwirkungspflichten der Beteiligten (vgl. VerwGE B 2011/106 vom 20. März 2012
E. 5.3, www.gerichte.sg.ch).
6.2.1.
Nicht umstritten ist im vorliegenden Fall, dass der Erlass des Überbauungsplans X.
keine Bundesaufgabe darstellt. Weiter stellt sich die Frage, ob ausnahmsweise die
Voraussetzungen für eine akzessorische Anfechtung der SchV gegeben sind.
Eine akzessorische Anfechtung ist im Interesse der Rechtssicherheit und der
Planbeständigkeit nur in Ausnahmefällen möglich, so wenn sich die Betroffenen bei
Planerlass noch nicht über die ihnen auferlegten Beschränkungen Rechenschaft geben
konnten und sie im damaligen Zeitpunkt keine Möglichkeit hatten, ihre Interessen zu
verteidigen, oder wenn sich die Verhältnisse seit Planerlass derart geändert haben,
dass das öffentliche Interesse an den bestehenden Beschränkungen dahingefallen sein
könnte (vgl. VerwGE B 2013/49 vom 8. Juli 2014 E. 4.2.2. mit weiteren Hinweisen). Wie
die Beschwerdeführer selbst einräumen, waren die ISOS-Vorgaben bereits bekannt, als
die SchV am 18. Februar 2010 in Kraft getreten ist. Damit haben sich die Verhältnisse
seit Erlass der SchV weder in tatsächlicher noch in rechtlicher Hinsicht erheblich
verändert. Daran ändert auch der Brand des ehemaligen Restaurants X. auf Parzelle Nr.
000 nichts, da das Restaurant X. im ISOS nicht als Einzelelement aufgeführt ist. Zudem
ist nicht erkennbar und wird von den Beschwerdeführern nicht behauptet, dass sich
der Vernehmlassungsentwurf des ISOS vom Oktober 2007 von derjenigen Fassung des
ISOS, welche am 1. Mai 2010 genehmigt worden ist, hinsichtlich des
Überbauungsplangebietes und dessen Umgebung wesentlich unterscheidet. Die
Beschwerdeführer hätten sich anlässlich des Erlasses der SchV vergewissern können
(und müssen), welche Aussagen das ISOS zum überbauungsplangebiet macht. Die
bestehende SchV kann im Streit um den überbauungsplan X. nicht mehr nachträglich
auf die materielle Übereinstimmung mit dem im ISOS angestrebten Schutz überprüft
werden. Folglich kann der Vorinstanz – entgegen der Ansicht der Beschwerdeführer –
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in diesem Zusammenhang keine unvollständige Sachverhaltsfeststellung vorgeworfen
werden.
6.2.2.
Soweit der überbauungsplan X. von der Grundnutzungsordnung abweicht, bleibt zu
prüfen, ob die unterschiedlichen Aspekte des Ortsbildschutzes, wie sie in der
Grundnutzungsordnung konkretisiert werden, durch die Vorschriften des
Überbauungsplans X. hinreichend berücksichtigt werden.
Das überbauungsplangebiet ist der Kernzone K3 zugewiesen; eine Überbauung ist
damit erlaubt. Nach Art. 10 Abs. 3 BauR werden an Bauten und Anlagen in der
Kernzone bezüglich Einordnung, Architektur und Umgebungsgestaltung erhöhte
Anforderungen gestellt. Insbesondere müssen sie sich gut in die jeweilige
Häusergruppe oder –zeile einfügen. Im Interesse der guten Einordnung verboten ist die
Erstellung von Flachdächern auf Hauptbauten. Nach Art. 4 besV sollen demgegenüber
begrünte Flachdächer und geneigte Dächer unter Berücksichtigung des baulichen
Kontextes im Baubereich Hauptbauten zulässig sein. Damit wird bereits auf Stufe
Sondernutzungsplan eine Ausnahme von der positiven ästhetikbestimmung gemäss
Art. 10 Abs. 3 BauR verankert. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz in ihrer
Stellungnahme vom 25. November 2013 (act. 9 S. 3) und der Beschwerdebeteiligten in
ihrer Vernehmlassung vom 20. Dezember 2013 (act. 14, S. 8) muss deshalb im Rahmen
des vorliegenden überbauungsplanverfahrens geprüft werden, ob diese Abweichung
mit den Schutzzielen des ISOS vereinbar ist. Unter diesen Umständen wäre zu
erwarten gewesen, dass sich die Beschwerdebeteiligte beim Erlass des
Überbauungsplans X. am 30. Mai 2012 und im Einspracheentscheid vom 21.
August 2012 (act. 10/12-5192/7/1 und 3) und die Vorinstanz im angefochtenen
Rekursentscheid (act. 2) im Zusammenhang mit der Abweichung vom
Einordnungsgebot gemäss Art. 10 Abs. 3 BauR mit den Interessen des
Ortsbildschutzes vertieft auseinandersetzen, zumal sich das überbauungsplangebiet
gemäss ISOS innerhalb der Baugruppe Ziff. 2.1 mit dem höchsten Erhaltungsziel A
befindet und nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Aufhebung des
Flachdachverbots den Kernbereich des Unterdorfes beeinträchtigen könnte. Die
Ausführungen in Erwägung 5.5.3 des angefochtenen Rekursentscheides (act. 2, S. 25),
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wonach der überbauungsplan X. nur geringfügige Abweichungen von den
Regelbauvorschriften der Kernzone bzw. der Grundnutzungsordnung zulasse und
damit insbesondere keine Überbauung des Grundstücks Nr. 000 erlaube, mit welcher
im Zeitpunkt der Interessenabwägung bzw. des Erlasses der SchV nicht gerechnet
werden musste, sind nicht ausreichend. Zu keinem anderen Schluss führt die Tatsache,
dass das überbauungsplangebiet nach der SchV in keinem Ortsbildschutzgebiet liegt
und Art. 10 Abs. 3 BauR nicht in Kenntnis der ISOS-Vorgaben vom Oktober 2007 resp.
vom 1. Mai 2010 erlassen wurde, da das Baureglement vom ehemaligen Gemeinderat
Bütschwil am 3. November 1993 erlassen und am 9. Juli 1997 letztmals geändert
wurde. Schliesslich wurde von keiner Seite geltend gemacht, dass Art. 10 Abs. 3 BauR
hinsichtlich der ISOS-Vorgaben akzessorisch zu überprüfen ist. Das Verwaltungsgericht
darf im übrigen die fehlende Interessenabwägung hinsichtlich der Aufhebung des
Flachdachverbots nicht anstelle der Beschwerdebeteiligten und der Vorinstanz selbst
vornehmen, da es lediglich zur Rechtskontrolle befugt ist (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP).
Damit erübrigte sich im Beschwerdeverfahren das Einholen des von den
Beschwerdeführern beantragte Amtsberichts der kantonalen Denkmalpflege (vgl. act.
7, S. 12, act. 23 S. 7, act. 24 S. 6, act. 28, S. 2). Die kantonale Denkmalpflege wäre
aber beim Erlass des Überbauungsplans X. und im Rekursverfahren zwingend
einzubeziehen gewesen (vgl. Koordinationsblatt IV 21, S. 5). Die Beschwerdebeteiligte
und die Vorinstanz haben somit diesbezüglich den Sachverhalt nicht ausreichend
abgeklärt, was die Beschwerdeführer zu Recht gerügt haben.
6.3.
Nach Art. 98 Abs. 1 lit. f BauG sind künstlerisch oder geschichtlich wertvolle Bauten
oder Bauteile als Schutzgegenstände zu erhalten (vgl. auch Art. 17 Abs. 1 lit. c RPG).
Für grössere zusammenhängende Gebiete können die Schutzmassnahmen durch
Verordnung festgelegt werden (vgl. Art. 99 Abs. 2 und 3 BauG). Das "H.-Haus" (S.-
strasse 038) ist in der Schutzverordnung für Ortsbilder und Bauten der ehemaligen
Politischen Gemeinde Bütschwil (SchV) als geschütztes Einzelobjekt (Kategorie 1)
aufgenommen worden. Gleiches gilt für den T.-Bau (S.-strasse 036, Parzelle Nr. 016).
Im Weiteren sind die Wohnhäuser S.-strasse Nrn. 031 – 034 als erhaltenswerte Objekte
(Kategorie 2) in der SchV aufgeführt (vgl. Art. 5 Abs. 2 lit. a und b SchV und das
Verzeichnis der Kultureinzelobjekte). Nach Art. 5 Abs. 3 SchV sind in der unmittelbaren
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Umgebung der von der SchV erfassten Schutzgegenstände alle Massnahmen, welche
die Schutzziele gemäss Art. 5 Abs. 2 SchV beeinträchtigen, untersagt. Ob der
überbauungsplan X. in der unmittelbaren Umgebung der erwähnten Kulturobjekte liegt,
kann ohne Gutachten der kantonalen Denkmalpflege ebenfalls nicht beurteilt werden.
Auch diesbezüglich haben die Beschwerdebeteiligte und die Vorinstanz den
Sachverhalt nicht ausreichend abgeklärt. Nach dem Gesagten muss der angefochtene
Entscheid aufgehoben und die Sache zur Sachverhaltsergänzung und zum neuen
Entscheid an die Beschwerdebeteiligte zurückgewiesen werden. Dabei hat die
Beschwerdebeteiligte die Abweichung von Art. 10 Abs. 3 BauR in Art. 4 besV bzw. den
Umgebungsschutz gemäss Art. 5 Abs. 3 SchV in Kenntnis des auszufertigenden
Amtsberichts der kantonalen Denkmalpflege unter Berücksichtigung der Interessen des
Ortsbild- und des Denkmalschutzes neu zu beurteilen. Dieses Verfahrensergebnis
entspricht einer teilweisen Gutheissung der Beschwerde.
7.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend gehen die amtlichen Kosten des Rekurs-
und des Beschwerdeverfahrens je zur Hälfte zulasten der Beschwerdeführer und der
Beschwerdebeteiligten (Art. 95 Abs. 1 VRP). Da der Beschwerdegegner sowohl im
Rekurs- als auch im Beschwerdeverfahren stillschweigend auf eine Vernehmlassung
und eigene Rechtsbegehren verzichtete und gestützt auf den überbauungsplan X. kein
Baugesuch eingereicht hat und der überbauungsplan X. von der Beschwerdebeteiligten
in ihrer Funktion als Planungsbehörde erlassen wurde (vgl. Art. 2 Abs. 1 BauG), ist der
Beschwerdegegner nicht mehr als Beteiligter im Sinne von Art. 95 Abs. 1 VRP zu
betrachten, weshalb ihm keine Kosten auferlegt werden (R. Hirt, Die Regelung der
Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Lachen/St. Gallen 2004, S.
81 f.). Im Rekursverfahren hat die Vorinstanz die amtlichen Kosten auf Fr. 3500.--
festgesetzt. Für das Beschwerdeverfahren ist eine Entscheidgebühr von Fr. 3500.--
angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenanteil der Beschwerdeführer für das Beschwerdeverfahren von Fr. 1750.-- wird
mit dem von ihnen geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 3500.-- verrechnet. Der
Restbetrag von Fr. 1750.-- wird zurückerstattet. Für das Rekursverfahren wird den
Beschwerdeführern ein Kostenanteil von Fr. 1750.-- auferlegt. Der im Rekursverfahren
von ihnen geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1000.-- wird angerechnet. Die
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 25/26
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St.Galler Gerichte
Beschwerdeführer haben für das Rekursverfahren amtliche Kosten von Fr. 750.-- zu
bezahlen. Auf die Erhebung der Kostenanteile der Beschwerdebeteiligten ist zu
verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).
Nachdem die Beschwerdeführer mit ihren Anträgen nicht mehrheitlich durchgedrungen
sind, haben sie weder im Beschwerde- noch im Rekursverfahren Anspruch auf
ausseramtliche Entschädigung (Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 98 VRP). Der
Beschwerdebeteiligten steht kein Kostenersatz zu (R. Hirt, a.a.O., S. 176).