Decision ID: e6f4d98a-b4ba-5cf3-b1d7-ac017b144421
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Die Politische Gemeinde Oberriet schrieb den Auftrag betreffend Lüftungsanlagen
für den Neubau der Sporthalle Bildstöckli im offenen Verfahren aus. Innert der
angesetzten Frist bis zum 7. Dezember 2011 gingen sechs Angebote von sechs
Anbietern ein. Die Lippuner Energie- und Metallbautechnik AG reichte zudem eine
Unternehmervariante ein, auf die der Gemeinderat Oberriet nicht eintrat. Mit Verfügung
vom 25. Januar 2012 wurde der Zuschlag an die Hälg & Co. AG, Altstätten-Lüchingen,
zum Preis von Fr. 475'215.95 (inkl. MWST) erteilt.
B./ Dagegen erhob die Lippuner Energie- und Metallbautechnik AG, Grabs, mit
Eingabe vom 2. Februar 2012 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag,
die Zuschlagsverfügung sei aufzuheben.
In ihrer Vernehmlassung vom 6. März 2012 schliesst die Politische Gemeinde Oberriet
auf Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdegegnerin liess sich nicht vernehmen.
Am 3. April 2012 wurde die Vernehmlassung der Politischen Gemeinde Oberriet an die
Lippuner Energie- und Metallbautechnik AG weitergeleitet. Zudem wurde Gelegenheit
eingeräumt, zu den in der Vernehmlassung allfällig vorgebrachten neuen tatsächlichen
und rechtlichen Argumenten eine Stellungnahme einzureichen. Die Lippuner Energie-
und Metallbautechnik AG liess sich nicht ergänzend vernehmen.
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Auf die Vorbringen der Beschwerdeführerin sowie der Vorinstanz wird, soweit
erforderlich, in den folgenden Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Nach Art. 16 Abs. 1 IVöB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen,
einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens (lit. a), sowie die
unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (lit. b)
gerügt werden. Aufgrund von Abs. 2 der gleichen Bestimmung kann hingegen
Unangemessenheit nicht geltend gemacht werden. Diese Regelung entspricht der
Vorschrift von Art. 61 VRP.
Aus Art. 16 IVöB leitet das Verwaltungsgericht in ständiger Rechtsprechung ab, dass
die angefochtene Verfügung nicht von Amtes wegen auf allfällige Sachverhaltsmängel
oder Rechtswidrigkeiten zu überprüfen ist, sondern die Beschwerdeführerin im
Einzelnen darzulegen hat, inwiefern die Verfügung mangelhaft sein soll. Die
Beschwerdeführerin muss also dartun, in welchen Punkten die angefochtene
Verfügung auf einem unrichtigen oder unvollständig festgestellten Sachverhalt beruht
oder Rechtsnormen unrichtig oder in Überschreitung beziehungsweise Missbrauch des
Ermessens angewendet wurden (vgl. dazu GVP 1999 Nr. 37 mit Hinweisen).
3. Vorliegend legte die Vorinstanz für den streitgegenständlichen Auftrag in den
Ausschreibungsunterlagen folgende Zuschlagskriterien fest: "Preis" mit einer
Gewichtung von 50%, "Referenzen" mit einer Gewichtung von 15%, "Termine" mit
einer Gewichtung von 15%, "Kapazität" mit einer Gewichtung von 10% und
"Lehrlingsausbildung" mit einer Gewichtung von 10%. Bei jedem Kriterium wurden je
maximal 100 Punkte verteilt und die erhaltenen Punkte dann gewichtet.
Das Angebot der Beschwerdeführerin wurde mit total 68.04 Punkten im sechsten
Rang, dasjenige der Beschwerdegegnerin mit total 97.17 Punkten im ersten Rang
bewertet. Die Beschwerdegegnerin erhielt abgesehen vom Preis und den Referenzen,
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wo sie jeweils mit 96 Punkten bewertet wurde, überall die Maximalpunktzahl. Die
Beschwerdeführerin erhielt bei der Kapazität ebenfalls 100 Punkte und beim Preis 98
Punkte. Bei der Lehrlingsausbildung wurden ihr sodann 90 Punkte zugesprochen, und
bei den Referenzen sowie Terminen ging sie mit jeweils 0 Punkten leer aus. Gegen die
drei letztgenannten Bewertungen wendet sich die Beschwerdeführerin. Unbestritten
blieben demgegenüber die Bewertungen beim Preis und der Kapazität. Die
Beschwerdeführerin rügt auch nicht, die Beschwerdegegnerin habe (jeweils) eine zu
hohe Punktzahl erreicht. Zudem macht sie keinen Verfahrensmangel geltend.
Schliesslich wurde auch die Auswahl der Zuschlagskriterien nicht angefochten. Auf die
unbestritten gebliebenen Punkte ist mit Blick auf das im Beschaffungswesen geltende
"strenge Rügeprinzip" (vgl. oben E. 2) nicht weiter einzugehen.
3.1 Der Vergabebehörde kommt in der Bewertung und Benotung ein erheblicher
Ermessensspielraum zu (Galli/Moser/Lang/Clerc, Praxis des öffentlichen
Beschaffungsrechts, 2. Auflage, Nr. 544). Sie darf aber auch nicht willkürlich
entscheiden, sondern hat ihr Ermessen pflichtgemäss zu betätigen. Dabei ist sie
insbesondere an den Gleichbehandlungsgrundsatz und das Diskriminierungsverbot
gebunden. Solange sich die Vergabebehörde jedoch beim Zuschlag von sachlichen
und vernünftigen Überlegungen leiten liess, hat das Verwaltungsgericht den
Entscheidungsspielraum zu respektieren, und eine Korrektur ist ihm verwehrt.
3.2. Im Zusammenhang mit der Bewertung der Lehrlingsausbildung macht die
Beschwerdeführerin geltend, sie bilde seit vielen Jahren Lehrlinge in insgesamt 12
Berufen aus. Bei einem Gesamtpersonalbestand von rund 300 Mitarbeitern belaufe
sich der Lehrlingsanteil auf über 11%. Im Bereich Lüftungsplanung und Ausführung
seien insgesamt 11 Lehrlinge beschäftigt. Dies sollte zu einer Bewertung von 100
Punkten (anstatt von 90 Punkten) führen. Die Vorinstanz hält dem entgegen, die
Beschwerdeführerin habe in der Offerte angegeben, 304 Mitarbeiter, wovon 36
Lehrlinge, zu beschäftigen. Sie sei deshalb von einem Lehrlingsanteil von (gerundet)
12% ausgegangen. Bei der Beschwerdegegnerin mache demgegenüber die Anzahl der
Lehrlinge 21% der Gesamtbelegschaft aus, was mit 100 Punkten bewertet worden sei.
Beim Kriterium der Lehrlingsausbildung erscheint es sachgerecht, nicht auf die
absolute Zahl der Lehrlinge, sondern auf das Verhältnis in Bezug auf die Gesamtzahl
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der Beschäftigten abzustellen, würden doch ansonsten grosse Unternehmen bevorzugt
(vgl. auch VGer ZH, Urteil vom 23. November 2001 [VB.2001.00215], E. 6). Zudem darf
dem (an sich vergabefremden, indes in Art. 34 Abs. 1 lit. l der Verordnung über das
öffentliche Beschaffungswesen [sGS 841.11] positivrechtlich vorgesehenen) Kriterium
der Lehrlingsausbildung kein sonderlich grosses Gewicht zukommen (Galli/Moser/
Lang/Clerc, a.a.O., Nr. 590 ff.). Diesen beiden Gesichtspunkten trug die Vorinstanz
Rechnung. Da die Beschwerdeführerin gemessen an der Anzahl der Beschäftigen
(deutlich) weniger Lehrlinge als die Beschwerdegegnerin beschäftigt, ist nicht zu
beanstanden, dass sie nicht die Maximalpunktzahl erhielt. Die diesbezügliche
Bewertung von 90 Punkten, welche die Beschwerdeführerin erhielt, erweist sich sogar
eher als grosszügig.
3.3. Aufgrund der keineswegs unsachgemässen Bewertung beim Kriterium der
Lehrlingsausbildung müsste die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Einwendungen bei
den Kriterien Termine und Referenzen (durchschnittlich) mindestens 98 Punkte
erhalten, damit der erfolgte Zuschlag an die Beschwerdegegnerin als fehlerhaft
erschiene. Dies ist jedoch in Anbetracht der schlechten Referenz, welche die
Beschwerdeführerin von der Gemeinde Sevelen erhielt, gänzlich ausgeschlossen.
Diese Auskunft rechtfertigt auf jeden Fall einen grösseren Punktabzug bei beiden
Kriterien, zumal das von der Vorinstanz verwendete Referenzformular auch eine Rubrik
"Termineinhaltung" enthält. Die von den Mitbewerbern eingeholten Referenzen -
insbesondere auch diejenige der Beschwerdegegnerin – fielen demgegenüber
durchwegs positiv aus. Eine fehlerhafte Bewertung ist somit auch insoweit nicht
auszumachen.
3.4. Zusammenfassend ergibt sich, dass die von der Beschwerdeführerin erhobenen
Einwendungen gegen die Bewertung der drei Kriterien Lehrlingsausbildung, Referenzen
sowie Termine sich als unbegründet erweisen. Eine Ermessensüberschreitung oder ein
Ermessensmissbrauch seitens der Vorinstanz ist nicht erkennbar. Die Beschwerde ist
deshalb als unbegründet abzuweisen.
4. (...).
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Demnach hat das Verwaltungsgericht