Decision ID: 30e89ebd-bfb4-4529-8ea5-6dbaaec3ed35
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1956,
war seit 1995 selbständig im Gartenbau tätig
(
Urk.
7/8
Ziff.
5.4
)
, als er am 3
0.
September 2009
auf der Autobahn
auf ein ste
hendes Fahrzeug auffuhr
und eine
Distorsion
der Halswirbelsäule (HWS)
erlitt
(
Urk.
7/11/35-37
Ziff.
7
)
.
A
m
8.
März 2010
meldete er sich
bei der Invalidenversicherung zum
Leistungs
be
zug
an (
Urk.
7/8). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, klärte die medizinische und erwerblich
e Situation ab und zog Akten des
Unfall
versicherers
bei (
Urk.
7/11,
Urk.
7/26,
Urk.
7/29
)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(
Urk.
7/48;
Urk.
7/54
) sprach die IV-Stelle
dem Versicherten
mit Verfügung vom 2
9.
April 2013 bei einem
Invali
ditätsgrad
von 50
%
eine vom
1.
September 2010 bis 3
0.
April 2011
befristete halbe Rente
zu (
Urk.
7/
61
=
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am 2
9.
Mai 2013
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
2
9.
April 2013
(
Urk.
2) und beantragte, es sei
ihm
auch ab
1.
Mai 2011 eine halbe Rente zuzusprechen. Eventuell sei die angefochtene Verfügung aufzuhe
ben und die Sache zur ergänzenden Abklärung und zum Neuentscheid an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beant
ragte mit Beschwerdeantwort vom 2
4.
Juni 2013
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerd
eführer am 2
7.
August 2013 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1
des
Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung (IVG)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüberge
stellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E.
1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blei
ben (BGE 125 V 413 f. E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat viel
mehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwe
rdegegnerin begründete
in
ihrer Verfügung (
Urk.
2) die
Befristung der halben Rente vom
1.
September 2010 bis 3
0.
April 2011 damit, dass der Beschwerdeführer nach Ablauf der einjährigen Wartezeit
in
seine
r
angestamm
te
n
Tätigkeit im Gartenbau, wie auch
in
jede
r
andere
n
Tätigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt zu 50
%
arbeitsunfähig gewesen sei. Seit dem 1
5.
Januar 2011 habe sich sein Gesundheitszustand
aber
verbessert und er sei ab diesem Zeit
punkt für alle Tätigkeiten wieder zu 100
%
arbeitsfähig und könne ein
renten
ausschliessendes
Erwerbseinko
mmen erzielen. Die Verbesserung
werde mit Wir
kung per
1.
Mai 2011 berücksichtigt
(Verfügungsteil 2 S. 1 f.).
2.2
Der Beschwerd
eführer machte dagegen
in seiner Beschwerde (
Urk.
1)
geltend, auf das Gutachten der Klinik
Y._
könne nicht abgestellt werden (S. 5 oben). Vielmehr sei auf die Berichte der behandelnden Ärzte des
Z._
abzustellen (S. 5 Mitte),
wonach er sowohl in seiner ange
stammten
als
auch
in
andere
n
Arbeitstätigke
iten zu 50
%
arbeitsunfähig sei
. Daher sei
ihm
auch ab
1.
Mai 2011 eine unbefristete halbe Invalidenrente zuzusprechen (S. 5 unten).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer über den 3
0.
April 2011 hin
aus einen Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
3.
3.1
D
ie
nach dem Unfallereignis vom 3
0.
September 2009 erstbehandelnden
Ärzte des
A._
nannten in ihrem
gleichentags erstellten Berich
t
(
Urk.
7/11/41
=
Urk.
7/14/7
) als Diagnose eine
HWS
-Distorsion. Der Beschwer
deführer sei via Sanität mit
Stiff
Neck zugewiesen worden. Er sei mit seinem Lieferwagen etwa
mit
70 km/h auf der Autobahn gefahren, als das vor ihm fahrende
Auto einem stehenden
Fahrzeug
ausgewich
en sei. Er selbst habe dieses zu spät gesehen und eine Vollbremsung gemacht, sei aber dennoch in das Heck des stehenden Wagens geprallt. Es
habe
kein
en
Airbag
gehabt
und er sei nicht angeschnallt gewesen. Es habe kein Kopfanprall stattgefunden. Er sei mit dem Brustkorb gegen das Lenkrad geprallt. Die Ärzte führten aus,
sie hätten am Thorax jedoch keine Prellmarken und kein
en
Thoraxkompressionsschmerz
fest
stellen können. Das Sternum sei ohne
Druckdolenz
gewesen. Alle Extremitäten seien schmerzfrei beweglich gewesen. Auch an Stirn und Gesicht seien keine Prellmarken sichtbar gewesen. Der Beschwerdeführer habe über Kopfschmerzen geklagt
,
nicht aber über
Übelkeit, Erbrechen
oder Doppelbilder
.
V
om 3
0.
September bis
5.
Oktober 2009
habe
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden
.
In ihrem
am 3
0.
September 2009 ausgefüllten Dokumentationsbogen für
Erst
kon
sultation
nach
kranio
-zervikalem Beschleunigungstrauma (
Urk.
7/11/35-37)
hielten die Ärzte
des
A._
fest
,
dass kein Kopfanprall an der Kopfstütze stattgefunden habe (
Ziff.
2b). Die
H
WS
sei
jeweils rechts und links ohne Schmerzangabe
um
80 Grad beweglich
gewesen
und eine Seitenneigung
sei
zu jeweils 50 Grad
möglich gewesen
(
Ziff.
6). In Anlehnung an die Quebec Task Force (QTF)-Klassifikation liege Grad
I
vor, was Nackenbeschwerden mit Schmerz, Steifigkeitsgefühl oder nur Schmerzhaftigkeit ohne somatische Befunde mit normaler Beweglichkeit
der HWS
entspreche (
Ziff.
7).
Vom 3
0.
Sep
tember 2009 bis
2.
Oktober 2009 bestehe eine Arbeitsunfähigkeit. Ab dem
3.
Oktober 2009 sei der Beschwerdeführer wieder vollumfänglich arbeitsfä
hig (
Ziff.
9).
3.2
Der beratende Arzt des Unfallversicherers,
Dr.
B._
,
Facharzt FMH für Rheumatologie und für Innere Medizin,
stellte in seinem
Bericht vom 2
0.
April 2010 (
Urk.
7/26/31-36
)
folgende Diagnose (S. 4
Mitte
):
persistierende
cervikocephale
Symptomatik links mit
Irritation C1/2 links und fortg
eleitetem
Schmerz parietal und
perior
bital
links im Sinne eines Facettengelenk-fort
geleiteten
Schmerzes
ohne Hinweise für eine traumatisch bedingte oder degenerativ
vor
beste
hende
Veränderung in diesem Segment
diskrete Bandscheibenvorwölbung im
Sinne einer diskret
beginnen
den Degeneration, nicht signifikant C4 bis C7, ohne
Ko
m
pro
mittierung
neuraler Strukturen
myofasciale
Triggerpunkte
paracervikal
und weniger ausgeprägt
Schul
ter
gürtelregion
links
keine Hinweise für HWS-Hy
permobilität oder -Instabilität
Dr.
B._
führte aus, der Beschwerdeführer leide anhaltend an einer
fort
geleite
ten
Facettengelenks-Schmerzsymptomatik links mit
myofascialen
Trigger
punkten
links
paracervikal
. Die Situation habe sich
nicht gebessert seit Beginn der Therapie nach
dem
Ereignis vom 3
0.
September 200
9.
Die Angaben seien glaubhaft, die Befunde reproduzierbar und ohne Hinweise für eine subjek
tive Schmerzbetonung bei guter Kooperation. Anhaltend sei eine 50%ige Arbeits
unfähigkeit attestiert. Diese sei bei körperlich belastenden Arbeiten in der Gartenpflege ausgewiesen. Hinweise für eine traumatisch bedingte oder richtunggebende Veränderung fehlten. Die Röntgenaufnahmen der HWS inklu
sive MRI seien unauffällig. Die beschriebenen diskreten
Bandscheibenvor
wölbungen
seien ohne Bedeutung für die Beschwerden (S. 4 unten).
Aktuell sei eine
unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit
von
50
%
attestiert
worden
.
Dem könne
bei dieser Schmerzsymptomatik und einer körperlich belastenden Arbeit zuge
stimmt werden
.
Die Arbeitsfähigkeit könne allerdings
nach Ausschöpfung der unfallbedingten Therapie gesteigert werden (S. 5 Mitte). Der Status quo ante sei drei Monate nach Beginn der empfohlenen Therapieoptionen erreicht (S. 6 oben).
I
n seiner Stellungnahme vom 2
8.
Juli 2010 (
Urk.
7/26/25)
führte
Dr.
B._
aus,
er könne die anhaltend
e
50
%ige Arbeitsunfähigkeit unfallbedingt weder begründen noch nachvollzie
hen
und beurteile die Arbeitsfähigkeit (
unfallbe
dingt
) als zu 100
%
ausg
ewiesen. Der Status quo ante sei
zum jetzigen Zeit
punkt erreicht. Restbeschwerden könnten höchstens möglich als unfallkausal, eher aber
als
nicht
unfallkausal
beurteilt werden.
3.
3
Dr.
med.
C._
,
Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, stellte in seinem Bericht
vom
9.
Dezember
2010 (
Urk.
7/28/6-7)
folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
HWS-Distorsion
(
Auffahrunfall vom 3
0.
September 2009
)
mit
zirkulären
Protrusionen
der Bandscheiben C4/C5, C5/C6 und C6/C7 im MRI
Status nach rezidivierenden Lumbalgien mit zeitweise
r
Ausstrahlung in die Beine ohne neurologische Ausfälle
Dr.
C._
führte aus, der Beschwerdeführer
sei
seit dem 1
9.
Dezember 2001 bei ihm in Behan
dlung, wobei die letzte Kontrolle am 2
9.
November 2010 stattgefunden habe (
Ziff.
1.2).
Der Beschwerdeführer habe seit dem
1.
Februar 2010 wieder zu 50
%
als Gärt
ner gearbeitet. Da die Beschwerden seit Februar 2010 keine Besserung erfahren hätten, weder mit Infiltrationen im Bereiche der unteren Facettengelenke und der HWS, noch auf Empfehlung des Vertrauensarztes des Unfallversicherers im Bereiche der oberen Facettengelenke der HWS
,
müsse der Beschwerdeführer
von schwerer Arbeit weiter dispensiert werden. In den nächsten Monaten sei wahr
scheinlich nicht mit einer relevanten Steigerung zu rechnen (
Ziff.
1.4). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Gärtner sei er vom
1.
Oktober 2010 [richtig wohl 2009] bis 3
1.
Januar
2010 zu 100
%
und seit dem
1.
Februar 2010 bis heute zu 50
%
arbeitsunfähig gewesen (
Ziff.
1.6). Wegen der
Muskelverspan
nungen
mit Kopfschmerzen könne die Belastung des Schultergürtels nur redu
ziert erfolgen. Schwere Arbeiten müssten an den Mitarbeiter delegiert werden, entsprechend einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
(
Ziff.
1.7). Mittel- bis lang
fristig sei mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen (
Ziff.
1.8)
. Ein Zeitplan für die volle Arbeitsaufnahme könne aber noch nicht erstellt werden (
Ziff.
1.9). Das Leistungsprofil könne im Moment nicht ausgefüllt werden.
Dr.
C._
führte aus, er rechne immer noch damit, dass bezüglich der körperlichen Belastbarkeit keine wesentlichen Einschränkungen zurück blieben. Leichte bis mittelschwere Arbeiten führe der Beschwerdeführer bereits aus und schwere Arbeiten delegiere er an seinen Mitarbeiter (
Ziff.
1.11).
3.
4
3.4
.1
Am 1
4.
Januar 2011 erstatteten
Prof.
Dr.
med.
D._
,
Facharzt FMH für Neurologie, und
Dr.
med
.
E._
,
Facharzt für Psychiatrie
und Psychothe
rapie
,
Klinik
Y._
,
das vom Unfallversicherer veranlasste
bi
di
sziplinäre
Gut
achten (
Urk.
7/29).
3.
4
.2
Prof.
D._
konnte in seinem neurolog
ischen Gutachten (
Urk.
7/29/2-36
) keine Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit stellen (S. 18
Ziff.
4.2). Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine Migräne, differenzialdiagnostisch Spannungskopf
schmerz bei möglichem anteiligen
Analge
tika-Kopfschmerz (S. 18
Ziff.
4.2). Auf neurologischem Gebiet bestehe kein ausreichender Anhalt und keine ausreichende Wahrscheinlichkeit für eine unfallbedingte oder nicht unfallbedingte Gesundheitsstörung mit behinderndem Effekt (S. 28
Ziff.
1 unten)
.
Zum klinischen Untersuchungsbefund führte Prof.
D._
aus, der Beschwerde
führer habe den Untersuchungsraum rasch und mit einem flüssigen
Gangbild
betreten. An- und Auskleiden sei
en
zügig und geschickt gelungen. Der Kopf
sei
spontan frei in alle Richtungen gewandt
worden
. Währen
d
der gesamten Untersuchung habe der Beschwerdeführer - deutlich diskrepant zu seinen anam
nestischen Angaben zur aktuellen Schmerzstärke - nicht schmerzgequält oder anderweitig beeinträchtigt gewirkt
. So habe
er
bei allen passiven
Bewe
gungsproben
des Kopfes und der Halswirbelsäule in alle Bewegungsrichtungen
gegengespannt. Es habe kein paravertebraler Hartspann bestanden und es sei kein
radikulärer
Schmerz
provozierbar
gewesen. Diskrepant zu der demon
strierten Bewegungseinschränkung sei die spontane Beweglichkeit des Kopfes und des Halses gänzlich frei und ungehindert
(
S. 10
Ziff.
3 Mitte).
Prof
.
D._
führte aus, die hier durchgeführte Begutachtung zeige keinen siche
ren oder wahrscheinlichen Anhalt für eine behindernde Läsion am zentralen oder peripheren Nervensystem, der Wirbelsäule sowie der paravertebralen Stru
kturen. Demgegenüber habe sich ein sicherer Hinweis auf eine
bewusst
seinsnahe
demonstrative Darbietung von Einschränkungen und Beschwerden
ergeben
(grobe Diskrepanz zwischen der anamnestisch angegebenen aktuellen Schmerzstärke und dem unbeeinträchtigten klinischen Eindruck; grobe Diskre
panz zwischen der in der formalen Bewegungsprüfung des Kopfes und des Halses demonstrierten Bewegungseinschränkung und der freien spontanen Beweglichkeit; mangelhafte Mitarbeit bei den Kraftproben mit abruptem Nach
geben und unzureichender Willküranstrengung). Die vom Beschwerdeführer beklagten Kopfschmerzen seien differenzialdiagnostisch als Migräne oder Span
nungskopfschmerz und angesichts des erheblichen
Analgetikakonsums
differen
zialdiagnostisch
auch als zumindest anteiliger
Analgetikakopfschmerz
zu ver
stehen (S. 14 unten f.).
Auch für die übrigen vom Beschwerdeführer vorgetragenen Beschwerden habe sich in der klinischen Untersuchung kein ausreichende
s Korrelat gefunden. E
ine behindernde Gesundheitsstörung sei dementsprechend nicht wahrscheinlich. Das bislang a
ngeschuldigte Unfallereignis sei
ohne eine dokumentierte wesent
liche Kopfverletzung einhergega
n
g
en, so dass ein Def
ektresiduum im Sinne einer traumatischen Läsion des Gleichgewichtorganes (
Contusio
labyrinthi
) aus Sicht des Gutachters unwahrscheinlich sei (S. 15 Mitte).
Prof
.
D._
führte aus, die hier erhobenen klinischen Befunde sprächen gegen eine psychiatrische Beeinträchtigung. Die vom Beschwerdeführer vorgetragenen Beschwerden von Nervosität, „Stress im Kopf“ und Schlafstörungen liessen sich aus Sicht des Gutachters auch nicht im Kontext eines depressiven Syndroms
interpretieren. Hinzu komme, dass das stattgehabte Unfallereignis nicht als lebensbedrohlicher Einschnitt mit gravierender körperlicher Beeinträchtigung interpretiert werden könne, so dass eine psychische Verarbeitungsstörung schon aus diesem Grunde nicht wahrscheinlich sei.
Angesichts der zu erhebenden sicher
e
n Hinweise auf eine bewusstseinsnahe demonstrative Darbietung von Einschränkungen und Beschwerden, sei auch bezüglich der genannten psychischen Befindlichkeitsstörungen eher eine
bewusst
seinsnahe
demonstrative Schilderung von Symptomen anzunehmen
(S.
15 unten f.).
Das bislang angeschuldigte Unfallereignis sei ohne eine medizinisch dokumen
tierte dauerhafte biologische Verletzung einhergegangen und könne also allen
fal
l
s als Bagatelltrauma klassifiziert werden, so dass hierauf fussende dauerhafte Gesundheitsstörungen biologisch nicht wahrscheinlich oder plausibel seien.
Insbesondere seien die klinischen Kriterien einer relevanten Distorsion der HWS angesichts der zeitnahen ärztlichen Erstbefunde nicht erfüllt und eine Kopfver
letzung sei nicht belegt (S. 16 Mitte).
Wollte man nun trotzdem eine stattgehabte Distorsion der HWS weiter behaup
ten, so wäre diese
als
allenfalls
leichtgradig
zu klassifizieren.
Für eine
leichtgra
dige
HWS-Distorsion gelte jedoch die schulmedizinische Meinung, dass hierauf beziehbare Beschwerden innerhalb weniger Wochen bis maximal Monate fol
genlos abheilten, da struktu
r
elle zervikale
Läsionen - wie auch beim Beschwer
deführer - regelhaft fehlten.
Prof.
D._
führte aus, das beklagte Kopfschmerzsyndrom sei aus seiner Sicht angesichts
der sicheren Hinweise auf eine bewusstseinsnahe demonstrative Dar
bietung von Einschränkungen und Beschwerde
n
hinsichtlich seiner
Krankheits
w
ertigkeit
zumindest zweifelhaft und
ein die Arbeitsfähigkeit mindernder Effekt sei somit nicht hinreichend wahrscheinlich
(S. 16 unten f.)
.
3.
4
.3
Dr.
E._
konnte in seinem psychia
trischen Gutachten (
Urk.
7/29/37
-
52
) keine psychiatrische Diagnose stellen (S. 10
Ziff.
4.1-2).
Er führte aus, der Beschwer
deführer könne d
ie angestammte Tätigkeit sowie Tätigkeiten mit ve
rgleichbarem Anforderungsprofil
aus psychiatrischer Sicht
uneingeschr
änkt aus
üb
en
(S. 12
Ziff.
7.1). Eine Anpassung der Tätigkeit sei nicht erforderlich und eine Heilbe
handlung nicht notwendig (S. 13
Ziff.
7.3, S. 14
Ziff.
8.2-3).
Dr.
E._
führte aus, der Beschwerdeführer sei bewusstseinsklar und zu den Qualitäten Person, Situation, Ort und Zeit vollständig orientiert gewesen. Im Gespräch habe er sich zunächst etwa
s
leidensbetont gegeben,
sich
dann
aber zunehmend aufgelockert,
zug
ewandt und kooperativ gezeigt. D
er Gedanken
gang sei geordnet gewesen
,
und Anhaltspunkte für Ich- oder Wahrnehmungs
störungen hätten sich keine gefunden. Die Stimmung sei indifferent und die mimische Beweglichkeit und affektive Schwingungsfähigkeit seien in ihrem Spektrum leicht reduziert gewesen. Gestik und Mimik seien angemessen einge
setzt worden
. Durch Ängste, Phobien, Zwänge oder paranoide Ideen sei er in der Untersuchungssituation nicht beeinträchtigt gewesen. Die Auffassung für die angesprochenen Themen sei intakt gewesen und Konzentrationsstörungen hät
ten nicht bestanden (S. 8
Ziff.
3.1). Auch eine Beeinträchtigung der Ausdauer oder ungewöhnliche Müdigkeit habe nach der einstündigen psychiatrischen Exploration sowie der vorangegangenen einstündigen neurologischen Begut
achtung nicht festgestellt werden können (S. 9
Ziff.
3.1).
Dr.
E._
führte aus, bei der Beschwerdeschilderung hätten sich Hinweise auf bewusstseinsnahe Verdeutlichungstendenzen gezeigt. Die vom Beschwerde
führer beschriebenen Konzentrationsstörungen hätten in der Untersuchung nicht nachvollzogen werden können. Eine Nervosität habe nicht bestanden und die Stimmung sei ausgeglichen gewesen.
Die Ergebnisse der aktuellen psychiatrischen Untersuchung stünden im Wider
spruch zu dem vom
Z._
mit Datum vom 1
2.
Juli 2010
dokumentierten p
sychischen Befund.
Dieser sei
in sich wider
sprüchlich und orientiere sich nicht an international eingesetzten und stan
dardisierten Schemata. Es werde auch nicht deutlich zwischen erhobenen Befunden und eigenen Angaben des Beschwerdeführers unterschieden. Eine gravierende psychosoziale Problematik, die als wesentliche Ursache für die vom Beschwerdeführer wahrgenommenen Schmerzen angesehen werden könnte, werde nicht beschrieben. Die verwertbaren Teile des psychopathologischen Befundes stützten die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode nicht, insbesondere nicht vor dem Hintergrund, dass der Beschwerdeführer zum damaligen Zeitpunkt bereit mit einem Pensum von 50
%
im angestammten Beruf gearbeitet habe (S. 9
Ziff.
3.2).
Dr.
E._
führte aus, der Beschwerdeführer habe vor dem Unfall vom 3
0.
Sep
tember 2009 nicht unter psychischen Störungen gelitten und auch für die Zeit nach dem Unfall fänden sich keine Hinweise für eine klinisch relevante, die Arbeitsfähigkeit behindernde psychische Störung. Eine
psychopharmakolo
gische
Behandlung sei nicht erfolgt und über die im Antrag auf
Kostenüber
nahme
empfohlene Teilnahme an einem 8-Wochen-Rehabilitationsprogramm lägen keine Unterlagen vor.
Der Beschwerdeführer sei in den Sommerferien
zusammen mit seinem 25 Jahre alten Sohn und der Schwiegertochter in den
F._
gefahren und man habe sich bei der Fahrt abgewechselt (S. 10 f.
Ziff.
5.1).
3.
5
Die Fachpersonen des
Z._
stellten in ihrem Bericht vom 1
0.
Mai 2011
(
Urk.
7/35)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
HWS-Distorsion mit/bei
Status nach Auffahrkollision am 3
0.
September 2009
Skoliosierung
sowie leicht
e Bandscheibenerschlaffung C4-C7
(MRI vom 2
2.
März 2010)
Irrita
tion C1/2 links und fortgeleitetem
Sc
hmerz parietal und
perior
bital
links im Sinne eines Facettengelenk
s-fortg
e
leiteten
Schmerzes (
Dr.
B._
,
2
0.
April 2010)
Die Ärzte führten aus, der Beschwerdeführer sei seit dem
2.
Februar 2010 bis heute zu 50
%
arbeitsunfähig. Er arbeite im Moment 50
%
, könne diese Arbeit aber eigentlich nicht machen
,
wegen den ausgeprägten Schmerzen und der Depression. Er leide an Nacken- und Kopfschmerzen,
an
Nervosität, Aggressio
nen, Vergesslichkeit Konzentrationsstörungen, Gedankenkreisen,
Zukunftssor
gen
, Schwindel, Sinnlosigkeitsgedanken, Rückzug, Antriebslosigkeit, Schlafstö
rungen (1 Stunde pro Tag) und an Appetitverminderung. Er sei auch in angepassten Tätigkeiten zu 50
%
arbeitsunfähig. Die Schmerzen persistierten, wes
halb wohl leider von einer längeren Arbeitsunfähigkeit über 50
%
auszugehen sei (S. 1).
Die Behandlung sei am
7.
Dezember 2010 abgeschlossen
worden. Eine Steigerung über die 50
%
erscheine nicht möglich
,
auch
nicht
für angepasste Tätigkeiten. Trotz Behandlung sei seit einem Jahr keine Verbesserung der Situ
ation eingetreten (
Ziff.
1.4).
3.
6
Die Fachpersonen des
Z._
stellten in ihrem Bericht vom 1
1.
November 2011 (
Urk.
7/41/6-11)
die gleichen Diagnosen wie in ihrem Bericht vom 1
0.
Mai 2011 (vorstehend E. 3.
5
). Auch zur Arbeitsunfähig
keit machten sie wortwörtlich die gleichen Ausführungen (S. 3 oben).
Die Behandlung sei am
7.
Dezember 2010 abgeschlossen worden
(S. 3 Mitte).
Aus
anästhe
sis
tischer
Sicht
(
Dr.
med.
G._
)
habe aktuell
am
2
8.
Juni 2010
lediglich noch eine endphasige Einschränkung in der Rotation beidseits sowie in der Extension
bestanden
. Symptomatisch habe der Beschwerdeführer vor allem noch über frontale Kopfschmerzen geklagt, eher weniger übe
r die
cer
vicalen
Schmerzen (S. 3
unten)
.
Aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht
(
Dr.
med.
H._
)
hätten
im
bildgeben
den
Verfahren der HWS keine relevanten degenerativen Veränderun
gen erfasst werden können und es hätten keine Hinweise für eine Instabilität bestanden. Das MRI der HWS vom 2
2.
März 2010 habe keine Hinweise auf eine
tra
u
matisch bedin
g
te Veränderung ergeben. Insgesamt liege kein signifikanter degenerativer Befund vor.
Der Beschwerdeführer leide an neuropsychologischen Beschwerden wie erhöhte Ermüdbarkeit, Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit,
Wortfindungsstörun
gen
, erhöhte Reizbarkeit, verminderte Leistungsfäh
ig
keit und Belastbarkeit. Es liege ein
chronifiziertes
cerviko-cephales
Schmerzsyndrom mit Begleitschwindel und Verdacht auf neuropsychologische Defizite bei einem Status nach Beschleunigungstrauma der HWS vor (S.
4 oben
).
Aus orthopädisch-chirurgischer
Sicht
(
Dr.
C._
,
vgl. vorstehend E. 3.3)
habe ein Funktions-MRI der HWS in Inklination und
Reklination
vom 2
6.
September 2011 keine sichere degenerative Veränderung und keine Instabi
lität ergeben. Auf den sagit
t
alen Aufnahmen seien keine relevanten
Bandschei
benprotrusionen
zu sehen und ein relevantes Wirbelgleiten in Inklination oder
Reklination
sei auch nicht vorhanden
gewesen
(S. 4 Mitte).
Aus rheumatologischer Sicht (
Dr.
med.
I._
)
seien die
Extremitätenge
lenke
in Form und Bewegung unauf
f
ällig
. Die HWS-Beweglichkeit sei erheblich eingeschränkt (S. 4 Mitte).
Aus psychosomatischer Sicht
(
Dr.
med.
J._
)
sei der Beschwerdeführer äusserlich gepflegt, altersentsprechend, bewusstseinsklar und allseits orientiert. In der emotionelle
n
Kontaktaufnahme sei er abwarten
d
, sachlich und aktiv im Spontanverhalten. Die Stimmung sei deutlich depressiv-resigniert und affektiv unkontrolliert. Im Gesprächsverlauf sei der Beschwerdeführer verbal
mittei
lungsaktiv
und schildere sein Symptomerleben und -verhalten im Zusammen
hang mit dem Unfall. Kognitiv seien die Aufmerksamkeit, die Konzentration, die Merkfähigkeit und das Gedächtnis verlangsamt beziehungsweise deutlich ein
geschränkt. Es bestehe eine deutliche Vergesslichkeit. Er sei im Denken formal beweglich und inhaltlich pro
b
lemzentriert. Es bestünden keine Anhaltspunkte für psychotische Erlebnisweisen. Anamnestisch bestünden deutliche
Suizidge
danken
und -wünsche. Es habe kein Suizidversuch stattgefunden und es best
ehe aktuell keine Suizidalität
.
Am 2
3.
August 2011 sei eine Akupunkturbehandlung durchgeführt worden
(S. 4 unten).
Die Fachpersonen führten aus,
der Beschwerdeführer fühle sich subjektiv zu 50
%
arbeitsfähig in angepasster Tätigkeit. Das positive Leistungsbild sei
:
Sitzen, etwa 60 Minuten, Gehen etwa 15 Minuten, Heben von etwa 10 kg und Autofahren etwa 1 S
tunde. Das n
egative Leistungsbild sei
:
K
e
ine Hausarbeiten, kein Einkauf und
keine intensiven Anstrengungen,
da
er
sonst
Kopfschmerzen
habe
. Die Fachpersonen führten aus, aus objektiver Sicht sei der Beschwerde
führer aufgrund des positiven und negativen Leistungsbildes sowie der neu
ropsychologisch bestätigten Depression zu 50
%
arbeitsfähig in angepasster Tätigkeit (S. 5 Mitte).
Aus
anästhe
sis
tischer
Sicht sei der Beschwerdeführer aktuell zu 100
%
arbeitsun
fähig. Aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht bestehe für angepasste Tätigkeiten mit leichter, wechselbelastender Arbeit, mit wahlweise Sitzen oder Stehen und insbesondere ohne Heben von schweren Lasten, nicht mehr als 5 kg kurzfristig und 2 kg längerfristig, ohne Überkopfarbeiten und ohne Arbeit in
vornübergeneigter
Körperhaltung eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
. Aus orthopä
disch-chirurgischer Sicht sei der Beschwerdeführer weithin nur zu 50
%
arbeitsfähig, da ihm schwere Arbeiten und Arbeiten auf Leitern nicht zugemutet werden könnten
. Auch aus rheumatologischer Sicht sei er zu 50
%
arbeitsfähig (S. 5 Mitte). Die Fachpersonen führten zusammenfassend aus, sie seien in der Konsens-Beurteilung zum Schluss gekommen, im Beruf als Inhaber eines
Gar
tenbaugeschäftes
sei eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
gegeben. Auch in ange
passten Tätigkeiten sei er zu 50
%
arbeitsunfähig und eine Erhöhung der Arbeitstätigkeit sei nicht zumutbar (S. 5 unten).
Ergänzend führten
die Fachpersonen am 2
9.
Februar 2012 (
Urk.
3)
im Rahmen ihrer Ausführungen zur Unfallkausalität
aus, die Depression sei 2010 entstan
den, als der Beschwerdeführer realisiert habe, dass er wohl nicht mehr zu 100
%
weiterarbeiten könne. Es liege ein Gedankenkreisen um die Frage vor, wie er so weiterleben könne. Wegen der Familie seien dann zunehmend Existenzängste aufgetreten. Gemäss Fremdanamnese der Ehefrau sei der Beschwerdeführer seit dem Unfall sehr nervös. Im Haushalt könne er kaum mehr helfen und der Ein
kauf werde von der Ehefrau und dem Sohn erledigt. Nachts stehe der Beschwer
deführer immer wieder auf und schlafe auch viel in anderen Zimmern.
Der Weg nach
F._
werde im Flugzeug zurückgelegt, da der Beschwerdeführer zu ner
vös sei, um mit dem Auto so weit zu
fahren
. Im
F._
sei die Situ
ation auch nicht besser. Auch dort leide er an Nervosität und Schlafstörungen
(S. 2
Mitte
).
3.
7
Dr.
med.
K._
,
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte in seinem Bericht vom
7.
März 2012 (
Urk.
7/41/1-4) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
11):
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F 32.1), bestehend seit
1.
Februar 2010
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er einen Status
nach HWS-Distorsion, bestehend s
eit
dem
3
0.
September 2009 (
Ziff.
1.1).
Dr.
K._
führte aus, der Beschwerdeführer sei seit dem 2
3.
Dezember 2010 bei ihm in Behandlung und die letzte Kontrolle habe am 2
3.
Februar 2012 stattge
funden (
Ziff.
1.2). Der Beschwerdeführer sei wach, bewusstseinsklar und allseits orientiert. Er sei depressiv verstimmt und klage über Antriebslosigkeit, Freudlo
sigkeit und Energiemangel. Die Prognose sei betreffend die Arbeitsfähigkeit eher schlecht (
Ziff.
1.4). Der Beschwerdeführer komme alle zwei bis 4 Wochen zur stützenden und
edukativen
Psychotherapie (
Ziff.
1.5).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Gärtner bestehe seit dem
1.
Februar 2010 eine bleibende Arbeitsunfähigkeit von 50
%
(
Ziff.
1.6). Er leide an Antriebsar
mut, an Schmerzen,
an
Vergesslichkeit und an Konzentrationsstörungen. Er könne kaum 50
%
arbeiten und arbeite langsamer als früher und die Lei
s
tung betrage bei
einer
Präsenz
von 50
%
etwa 30
%
(
Ziff.
1.7).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der
Zusprache
der von
September 2010
bis Ende
April
2011
befristeten halben Rente auf das
bidisziplinäre
Gutachten
von
Prof.
D._
und
Dr.
E._
vom Januar 2011
(vorstehend E. 3.4)
,
wonach zum Zeitpunkt der Untersuchung keine gesundheitliche Beeinträchtigung vor
gelegen hatte
, welche die Arbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers minderte
.
Prof.
D._
und
Dr.
E._
gingen
von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in jeder angepassten Tätigkeit aus.
4.2
Das
bidisziplinäre
Gutachten von Prof.
D._
und
Dr.
E._
(vorstehend E. 3.
4
) berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen umfassend auseinander. Es wurde sodann in Kenntnis der wesentli
chen
Vorakten
abgegeben, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situa
tion ein, und die Schlussfolgerung
en sind
in nachvollziehbarer Weise begrün
det. Es erfüllt daher die Anforderungen an eine beweiskräftig
e Expertise (vor
stehend E. 1.4), weshalb darauf abzustellen ist.
Dass das Gutachten vom Unfall
versicherer in Auftrag gegeben wurde, ändert nichts an dessen Verwertbarkeit.
Direkt nach dem Unfallereignis diagnostizierten die Ärzte des
A._
am 3
0.
September 2009 (vorstehend E. 3.1) lediglich eine HWS-Distorsion QTF I.
Es wurde
n
kein Kopfanprall und keine Commotio cerebri dokumentiert. Obwohl der Beschwerdeführer angab, er hätte seinen Oberkörper am Steuerrad ange
schlagen, konnten die Ärzte des
A._
keine entsprechenden Prel
lungen feststellten.
Sie hielten eine normale Beweglichkeit
der HWS
fest und attestierten dem Beschwerdeführer bis am
5.
Oktober 2009 eine Arbeitsunfähig
keit von 100
%
, erachteten
ihn
aber grundsätzlich bereits ab dem
3.
Oktober 2009 wieder für
vollständig
arbeitsfähig.
Soweit
der Beschwerdeführer geltend machte, aufgrund seiner degenerativen Veränderungen hätten auch ein Rheumatologe oder Orthopäde an der Begut
achtung mitwirken müssen (
Urk.
1 S. 5
oben), ist zu beachten, dass sämtliche
bildgebenden Verfahren lediglich diskrete degenerative Veränderungen zum Vorschein brachten und insbesondere auch traumatisch bedingte Verletzungen ausgeschlossen werden konnten (vgl.
Urk.
7/26/30).
Zudem wurde der Beschwerdeführer
im April 2010
durch den Rheumatologen
Dr.
B._
(
vorstehend E. 3.2)
untersucht.
Auch
Dr.
B._
berichtete davon, dass
sowohl die Röntgenaufn
ahmen der HWS als
auch das MRI unauffällig gewesen seien. Zunächst erachtete
er
die vom Beschwerdeführer beklagten Be
schwerden bei körperlich belastenden Arbeiten
für plausibel, konnte jedoch bereits Ende Juli 2010 unfallbedingt die Arbeitsunfähigkeit nicht mehr nach
vollziehen.
So wie
Dr.
B._
rechnete auch
Dr.
C._
(vorstehend E. 3.3)
im Dezember 2010 damit, dass bezüglich der körperlichen Belastbarkeit keine wesentlichen Einschränkungen zurück
bleiben würden
. Mittel- bis langfristig ging er von einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit aus. Weshalb er in seiner orthopädischen-chirurgischen Stellungnahme im Rahmen der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die Fachpersonen des
Z._
(vorstehend E. 3.
6
) selbst im November 2011 noch an einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
in angestammter Tätigkeit festhielt,
ist nicht nach
vollziehbar
, zumal, wie er ausführte,
auch
die Bildgebung vom September 2011 weder Hinweise auf traumatische Verletzungen noch auf relevante degenerative Veränderungen ergeben hatte.
Vielmehr stützt diese Diskrepanz zwischen den
vom Beschwerdeführer
demonstrierten Beschwerden und dem tatsächlichen Befund die Einschätzung von Prof.
D._
und
Dr.
E._
,
dass eine
bewusstseins
nahe
demonstrative Darbietung von Einschränkungen und Beschwerden vor
liegt.
Nicht
zu überzeugen vermögen
auch
die
weiteren
Einschätzungen der
Fachper
sonen
des
Z._
.
In ihre
n
Bericht vom Novem
ber 2011 (vorstehend E. 3
.6
) wurden wortwörtlich Textpassagen aus dem Bericht vom Mai 2011
(vorstehend E. 3.5)
hineinkopiert, insbesondere wurde
ebenfalls
aufgeführt, dass der Behandlungsabschluss bereits im Dezember 2010
, demnach fast ein Jahr zuvor,
erfolgt
sei.
Dennoch
wurde in undifferenzierter Weise an der Auffassung festgehalten,
dass eine Verbesserung der Arbeitsfähig
keit nicht möglich erscheine.
Unklar
bleibt
überdies
, inwiefern
im
Bericht vom November 2011
aktuelle, nach
eigens getätigten Untersuchungen
erhobene Befunde und
gestellte Diagnosen
festgehalten wurden
. So
datiert die letzte
anästhe
sis
tische
Untersuchung vom 2
8.
Juni 2010 und
liegt
damit
knapp eineinhalb
Jahr
e
zurück. Weshalb dann aktuell aus
anästhe
sis
tischer
Sicht eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde, kann nicht nachvollzogen werden.
Lediglich der eingefügte Bericht des behandelnden Orthopäden
Dr.
C._
scheint auf einer neueren Untersuchung des Beschwerdeführers zu beruhen. Zumindest äusserte er sich zu einem MRI der HWS vom 2
6.
September 201
1.
Weshalb
dem Beschwerdeführer
gemäss dem Konstrukt des negativen Leistungsbildes keine Haushaltarbeiten und keine Einkäufe zumutbar seien, erscheint ebenso wenig begründet
und
nachvollziehbar wie die generell
attes
tierte
Arbeitsunfähigkeit von 50
%
.
Daher vermag dann auch die im Abschluss vorgenommene Konsensfindung der Fachpersonen des
Z._
die von Prof.
D._
und
Dr.
E._
getroffenen Schlussfolgerungen nicht in Zweifel zu ziehen.
Ebenso wenig kann auf die Einschätzung des behan
delnden Psychiaters
Dr.
K._
vom März 2012
(vorstehend E. 3.7)
abgestellt wer
den
.
Dieser stützte
sich im We
sentlichen
auf die
subjektiven
Angaben des Beschwerdeführers
und
die Angaben
der Fachpersonen des
Z._
.
Im Übrigen können Beeinträchtigungen aufgrund eines
pathogenetisch
-ätiolo
gisch unklaren
syndromalen
Beschwerdebildes ohne nachweisbare organische Grundlage nur dann eine Invalidität begründen, wenn entweder eine erhebliche psychische
Komorbidität
besteht oder bestimmte andere Kriterien erfüllt sind. Dies gilt rechtsprechungsgemäss auch bei einem Schleudertrauma (BGE 136 V 279).
Solche Kriterien sind vorliegend nicht erfüllt, weshalb auch aus diesem Grund nicht von einer
langdauernden,
versicherungsrelevante
n Arbeitsunfähig
keit auszugehen ist.
4.3
A
ufgrund des Gesagten kann auf das
bidisziplinäre
Gutachten von
Prof.
D._
und
Dr.
E._
vom
Januar
2011 abgestellt werden und der medizinische Sach
verhalt ist als dahingehend erstellt zu erachten, dass
ab Januar 2011 keine Ein
schränkung
in der Arbeitsfähigkeit
mehr
bestanden hat. Eine über diesen Zeit
raum hinausgehende relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist nicht ausgewiesen
. Unter diesen Umständen kann auf weitere medizinische Abklärun
gen verzichtet werden.
D
ie mit angefochtener Verfügung zugesprochene halbe Rente von
1.
September 2010
bis 3
0.
April 2011
erweist sich deshalb als rech
tens
, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.