Decision ID: 110bec6f-5ce3-439b-860c-1ae7d2026a69
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
R._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Rudolf Strehler, Dorfstrasse 21,
8356 Ettenhausen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a R._ war als Geschäftsführer - in gekündigter Stellung - bei A._ (nachfolgend:
Arbeitgeberin) angestellt und dadurch bei der Suva unfallversichert, als er am 11. Juni
2002 als Personenwagenlenker in eine Auffahrkollision verwickelt wurde (UV-act. I/1).
Von Seiten des Universitätsspitals Zürich, wo die Erstbehandlung des Versicherten
stattfand, wurde eine Distorsion der Halswirbelsäule und eine Rissquetschwunde
prätibial diagnostiziert (UV-act. I/9). Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht.
A.b Am 30. Dezember 2003 erlitt der Versicherte, der als ALV-Taggeldbezüger
wiederum bei der Suva unfallversichert war, einen weiteren Autounfall, welcher
Operationen wegen Frakturen der Kniescheibe und des linken Schienbeins erforderlich
machte (UV-act. I/77, II/2, II/4, II/7, II/8). Von Seiten der Suva wurde eine
Leistungskürzung verfügt, da der Versicherte den Unfall durch Fahren in
angetrunkenem Zustand herbeigeführt hatte (vgl. UV-act. II/50). Nach Durchführung
von weiteren Behandlungen und Abklärungen - unter anderem einer Begutachtung in
der Klinik L._ (UV-act. I/166) - eröffnete die Suva dem Rechtsvertreter des
Versicherten mit Verfügung vom 25. September 2007 die Einstellung der
Versicherungsleistungen auf den 15. Oktober 2007. Die noch geklagten Beschwerden
seien organisch nicht hinreichend nachweisbar und nicht adäquat kausal auf den Unfall
vom 11. Juni 2002 zurückzuführen. Mangels adäquat kausaler Unfallfolgen bestehe
auch kein Anspruch auf weitere Geldleistungen in Form einer Invalidenrente oder einer
Integritätsentschädigung (UV-act. I/176). Die gegen diese Verfügung erhobene
Einsprache (UV-act. I/177, I/181) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom
3. September 2008 (UV-act. I/209) ab.
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Rechtsanwalt Dr. R. Strehler,
Ettenhausen, für den Versicherten mit Eingabe vom 6. Oktober 2008 Beschwerde mit
den Anträgen, es seien dem Beschwerdeführer unter Aufhebung des
Einspracheentscheids die gesetzlichen Leistungen nach UVG auszurichten.
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Eventualiter sei die Streitsache zur ergänzenden Sachverhaltsermittlung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Subeventualiter sei das vorliegende Verfahren
bis zum Vorliegen des von der Invalidenversicherung in Auftrag gegebenen Gutachtens
der MEDAS Zentralschweiz zu sistieren. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten,
den Beschwerdeführer angemessen ausserrechtlich zu entschädigen. Im Weiteren
werde der Beizug der den Beschwerdeführer betreffenden IV-Akten beantragt. Zur
Begründung führte der Rechtsvertreter unter anderem aus, bereits mit Schreiben vom
17. Februar 2006 sei die Qualität und Verwertbarkeit des Gutachtens der Klinik
L._angezweifelt worden (act. G 1.2/5). Das Gutachten werde den von der
Rechtsprechung aufgestellten Anforderungen in keiner Weise gerecht. Der
Beschwerdeführer sei dort während rund drei Wochen stationär behandelt worden,
was bei einer interdisziplinären Begutachtung unüblich sei. Die eigentlichen ärztlichen
Untersuchungen des Beschwerdeführers hätten sich indessen auf Zeiträume von je 10
bis 20 Minuten beschränkt. Von einer einlässlichen Begutachtung könne keine Rede
sein. Der Beschwerdeführer sei therapiert und es sei ein Aktengutachten erstellt
worden. Auch sei das Gutachten nicht mehr aktuell, da es erst mehr als ein Jahr nach
Entlassung des Beschwerdeführers aus dem stationären Aufenthalt erstellt worden sei.
Sodann gehe das Gutachten kaum auf die vom Beschwerdeführer geklagten
Schmerzen an Nacken, Armen und Beinen ein. Auch auf den anderweitig erhobenen
Verdacht einer Hirnverletzung sei nicht näher eingegangen worden. Der Gutachter der
Klinik L._ habe gegenüber dem Beschwerdeführer ausgeführt, dass ein
Schleudertrauma gar nicht existiere. Vor diesem Hintergrund sei davon auszugehen,
dass die Klinik L._ Schleudertrauma-Patienten gegenüber voreingenommen und
nicht geeignet sei, diese zu begutachten. Im Weiteren sei kein psychiatrisches
Konsiliargutachten eingeholt worden. Die im Gutachten der Klinik L._ gestellte
psychiatrische Diagnose sei nicht nachvollziehbar. Das Gutachten sei ungeeignet, um
einen Fallabschluss und eine Leistungseinstellung durch die Beschwerdegegnerin zu
begründen. Es sei eine weitere, echt polydisziplinäre Begutachtung anzuordnen. Werde
die Streitsache zur ergänzenden Sachverhaltsermittlung an die Beschwerdegegnerin
zurückgewiesen, so sei zusätzlich ein MRI nach der so genannten Pariser Methode
durchzuführen, wodurch Läsionen im Gehirn neu bildlich dargestellt werden könnten.
Da der Sachverhalt nur unvollständig erhoben worden sei, sei eine Prüfung der
Adäquanz noch gar nicht möglich.
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B.b In der Beschwerdeantwort vom 5. November 2008 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des angefochtenen
Entscheids. Der Antrag des Beschwerdeführers auf Sistierung des Prozesses sei
abzuweisen. Zur Begründung verwies sie auf die Darlegungen im angefochtenen
Entscheid und hielt unter anderem fest, der Beschwerdeführer habe beim Unfall vom
11. Juni 2002 keine physischen/strukturellen Gesundheitsschäden erlitten. Eine
relevante Hirnschädigung liege ebenfalls nicht vor. Damit sei die adäquate
Unfallkausalität gesondert zu prüfen, sei es gestützt auf die Psycho-Praxis, sei es nach
der Schleudertrauma-Praxis. Die Adäquanz müsse in jedem Fall klar verneint werden,
da kein einziges Kriterium erfüllt sei. Nachdem die Adäquanz fehle, könne die Frage der
natürlichen Unfalkausalität offengelassen werden. Diesbezüglich würden sich
beweismässige Weiterungen erübrigen. Aus demselben Grund rechtfertige es sich
auch nicht, das Prozessverfahren bis zum Vorliegen des von der IV in Auftrag
gegebenen MEDAS-Gutachtens zu sistieren. Ferner handle es sich bei der Frage des
adäquaten Kausalzusammenhangs um eine von der Verwaltung bzw. vom Gericht zu
beantwortende Rechtsfrage. Auch aus diesem Grund würden sich weitere
medizinische Abklärungen erübrigen.
B.c Am 11. November 2008 teilte der Gerichtspräsident dem Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers mit, eine Verfahrenssistierung erscheine im jetzigen Zeitpunkt
angesichts der im Vordergrund stehenden Rechtsfrage (Adäquanz der beklagten
Unfallfolgen) nicht angezeigt, weshalb das diesbezügliche Begehren - jedenfalls
vorläufig - abgelehnt werde.
B.d Mit Replik vom 22. Dezember 2008 bestätigte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers seine Anträge und Ausführungen (act. G 8). In der Duplik vom 23.
Januar 2009 hielt auch die Beschwerdegegnerin an ihrem Standpunkt fest und reichte
einen Bericht ihrer Abteilung Versicherungsmedizin vom 18. November 2008 ein (act. G
11).
B.e Mit Eingabe vom 9. Februar 2009 reichte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers das Gutachten der MEDAS Zentralschweiz vom 5. November 2008
ein (act. G 12). Hierzu äusserte sich die Beschwerdegegnerin im Schreiben vom 27.
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Februar 2009 (act. G 15). Am 4. August 2009 reichte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers die fehlenden Seiten des MEDAS-Gutachtens nach (act. G 17).
B.f Mit Schreiben vom 17. August 2009 wurde dem Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers Gelegenheit eingeräumt, sich zur Frage der adäquaten
Unfallkausalität zu äussern (act. G 19). Hiervon machte er mit Eingabe vom 17.
September 2009 Gebrauch (act. G 21).

Erwägungen:
1.
Streitig ist, ob die Leistungen, welche von der Beschwerdegegnerin im Anschluss an
das Unfallereignis vom 11. Juni 2002 ausgerichtet wurden, auf den 15. Oktober 2007
eingestellt werden durften oder nicht. Nicht Gegenstand des angefochtenen
Entscheids und der Verfügung vom 25. September 2007 (UV-act. I/176) bildete der
zweite Unfall vom 30. Dezember 2003. Die allfälligen gesundheitlichen und
erwerblichen Folgen des zweiten Ereignisses können somit auch in diesem Verfahren
nicht geprüft werden. Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Entscheid die
rechtlichen Voraussetzungen des Vorliegens eines natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und gesundheitlichen Beschwerden sowie die
Beweisanforderungen im angefochtenen Entscheid (Erw. 2, 4a, 5) zutreffend dar;
darauf ist zu verweisen.
2.
2.1 Dr. med. B._ bescheinigte im Nachgang zum Unfall vom 11. Juni 2002 eine
HWS-Distorsion sowie eine volle Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers (UV-act. I/
7). Der Beschwerdeführer stand seit Dezember 2002 in psychiatrischer Behandlung
(vgl. UV-act. I/25). Am 27. Januar 2003 bestätigte Dr. B._ die Wiederaufnahme der
Arbeit zu 50% ab 7. Oktober 2002. Als unfallfremden Faktor gab er an, dass vor dem
Unfall ("früher mal") eine antidepressive Therapie durchgeführt worden sei (UV-act. I/
32). Der Psychotherapeut Dr. med. C._ berichtete am 11. März 2003, der Patient sei
ihm aus früheren Behandlungen bei familiären Problemen, begleitet von reaktiven
depressiven Krisen, seit langem bekannt. Er befürworte den Vorschlag, den Patienten
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in geschützten Verhältnissen eine den Beschwerden angepasste Tätigkeit ausüben zu
lassen (UV-act. I/46). Am 17. Mai 2003 berichtete Dr. med. D._, Spezialarzt für
physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, über die von ihm durchgeführten
Behandlungen (UV-act. I/56). Der Neurologe Dr. med. E._ stellte am 20. Juni 2003 die
Diagnosen eines posttraumatischen Spannungskopfschmerzes, eines HWS-
Schleudertraumas und einer "Contusionsblutung cortico-subcortical rechts ftonto-
basal" (UV-act. I/62). Am 14. Mai 2003 erstattete F._, M._, einen Bericht über den
Verlauf, das Reha-Konzept und die Eingliederungsbemühungen (UV-act. I/66 Beilage;
vgl. auch UV-act. I/65, I/74, I/75, I/77, I/78). Im Nachgang zum zweiten Unfall vom 30.
Dezember 2003 bestätigte Dr. B._ im Bericht vom 6. Juli 2004 einen Status nach
Osteosynthese einer offenen Patellatrümmerfraktur, einen Status nach Osteosynthese
der linken Tibia nach offener Tibiakopftrümmerfraktur und nach Fixateur-Ruhigstellung.
Es werde Physiotherapie durchgeführt mit sukzessiver Besserung. Ab Ende April 2004
sei Vollbelastung vorgesehen. Im Übrigen bestünden Nackenschmerzen und
Lumbalgien von Seiten des ersten Unfalls. Seit 10. Mai 2004 bestehe eine 50%ige
Arbeitsfähigkeit. Frau F._ habe dem Beschwerdeführer in der Verkaufsbranche eine
50%-Stelle verschafft (UV-act. II/23). Die Invalidenversicherung übernahm die Kosten
für eine berufliche Abklärung in der Stiftung G._ vom 1. August bis 30. November
2004 (UV-act. II/25; vgl. auch UV-act. I/100). Dr. B._ bescheinigte in der Folge
bezüglich der Verletzung am linken Bein ab 20. August 2004 gestützt auf eine
Einschätzung der Klinik für Orthopädie am Kantonsspital St. Gallen eine
Arbeitsfähigkeit von 75% (UV-act. II/33f). Ab 11. Oktober 2004 bestand hinsichtlich des
zweiten Unfalls gemäss Dr. B._ wieder eine volle Arbeitsfähigkeit (vgl. UV-act. II/39;
UV-act. I/108 S. 3). Bezüglich des ersten Unfalls bescheinigte Dr. D._ ab 30.
November 2004 eine volle Arbeitsunfähigkeit (UV-act. I/108 S. 2, I/143, I/173 Beilage).
Im Abklärungsbericht der Stiftung G._ vom 3. Dezember 2004 wurde unter anderem
festgehalten, der Beschwerdeführer sei beim Arbeitseinsatz bewusst als
Führungsperson eingesetzt worden. Die verwertbare Arbeitsleistung sei praktisch
gleich Null gewesen. Die vom Arzt ausgewiesene Arbeitsfähigkeit von 50% könne in
keiner Weise bestätigt werden (UV-act. I/106). In der Folge erstattete F._ am 14.
Januar 2005 einen Verlaufsbericht/Protokoll Rehakonferenz (UV-act. I/112 Beilage).
Eine neuropsychologische Untersuchung ergab gemäss Bericht von lic. phil. H._,
Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP, vom 4. Februar 2005 eine leichte bis
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mittelschwere neuropsychologische Funktionsstörung (UV-act. I/120). Mit Verfügung
vom 21. März 2005 lehnte die IV die Durchführung von beruflichen Massnahmen ab
(UV-act. I/128).
2.2 Eine interdisziplinäre Begutachtung ergab gemäss Bericht der Klinik L._ vom 23.
Februar 2007 die Diagnosen eines Verdachts auf Anpassungsstörung und eines
Verdachts auf Somatisierungsstörung bei Status nach Verkehrsunfällen vom 11. Juni
2002 (HWS-Distorsion) und vom 30. Dezember 2003. Vorbestehend seien die
rezidivierenden Nackenbeschwerden (seit ca. 2000), rezidivierende depressive
Episoden, ein chronischer Schmerzmittelmissbrauch, ein Alkohol- und
Nikotinmissbrauch sowie fortgeschrittene degenerative Veränderungen des rechten
Ellbogengelenks im Sinn einer Arthrosis deformans. Unfallbedingte organische
Beschwerden lägen nicht vor. Die vom Beschwerdeführer genannten Schmerzen und
Verspannungen seien nicht geeignet, die schwankenden Leistungen bei den
verschiedenen Testungen zu erklären. Auch bei Angabe von ausgeprägten Schmerzen
habe er gute Leistungen erzielen können. Objektivierbar sei - soweit
Untersuchungsverfahren, welche die Mitarbeit des Probanden und Bereitschaft, an die
Leistungsgrenze zu gehen erfordern, überhaupt objektivierbar sein könnten - ein
leichtes bis mittelgrades kognitives Defizit. Dennoch werde aus neuropsychologischer
Sicht die Aufnahme einer Berufstätigkeit, z.B. als Bürohilfe oder Sachbearbeiter, im
Rahmen einer stufenweisen Wiedereingliederung für möglich und sinnvoll erachtet.
Seitens Schwindel und Sehen bestünden keine alltags- und berufsrelevanten
Einschränkungen. Organischer Genese seien allenfalls die Kribbelparästhesien an
beiden Händen bei vordiagnostiziertem Sulcus-Ulnaris-Syndrom. Selbst wenn der
unspezifische Glioseherd rechts frontal im Sinn einer sogenannten "contusio sine
commotio" auf den Unfall zurückzuführen wäre, wäre er nicht geeignet, die geklagten
Beschwerden zu erklären. Die für eine MTBI typischen Zeichen (Verwirrtheit und
Amnesie) hätten nicht vorgelegen. Die Beschwerden seien nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 11. Juni 2002 zurückzuführen. Die
Ursache der noch geklagten Beschwerden sei in einer Anpassungsstörung zu suchen.
Die Gesundheitsstörungen im Zusammenhang mit dem typischen Beschwerdebild
nach HWS-Distorsionstrauma träten gegenüber den psychischen Beschwerden nicht in
den Hintergrund. Es sei eine weitere medizinische (psychotherapeutische) Behandlung
nötig. Im Beruf als Geschäftsführer bestehe aktuell keine Arbeitsfähigkeit. Unter
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Massgabe eines Arbeitstrainings und einer stufenweisen Wiedereingliederung sei eine
100%ige Arbeitsfähigkeit, z.B. als Bürohilfe oder Sachbearbeiter, zumutbar und
möglich. Es liege keine dauerhafte Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen
Integrität vor (UV-act. I/166 S. 2 und S. 36-42).
2.3 Dr. D._ legte im Bericht vom 11. Oktober 2007 unter anderem dar, die relevanten
Defizite respektive Möglichkeiten seien im Bericht von lic. phil. H._ vom 4. Februar
2005 ausführlich dargelegt worden. Erwähnenswert sei in diesem Zusammenhang das
durchgemachte Trauma der Frontalhirnregion. Eine Krankheit als Ursache der aktuellen
Beschwerden könne er nicht erkennen (UV-act. I/179). Im Bericht vom 14. Januar 2008
kam Dr. med. I._. Radiologie FMH, zum Schluss, beim Beschwerdeführer bestehe ein
eher weit gestelltes äusseres Liquorsystem; ansonsten liege kein Nachweis eines
pathologischen Befunds vor; insbesondere seien keine posttraumatischen Defekte
oder Blutungsresiduen feststellbar. Es bestünden nebenbefundlich Zeichen einer
chronischen Sinusitis (UV-act. I/189 und I/199 Beilage). Dr. C._ berichtete am
30. Januar 2008 unter anderem, seit dem Schleudertrauma leide der Beschwerdeführer
unter verminderter Stresstoleranz und ermüde schnell. Weiter bestünden Kopf- und
Nackenschmerzen. Aufgrund der lange anhaltenden Symptomatik sei er in eine
Temesta-Abhängigkeit hineingeraten. Die Entzugsbehandlung bei ihm laufe seit dem
7. Januar 2008. Der Arzt bat um Mitteilung, ob er diese Behandlung der
Beschwerdegegnerin verrechnen könne (UV-act. I/187 Beilage). Am 28. März 2008 hielt
Dr. D._ fest, eine mindestens 50%ige Erwerbstätigkeit in einem geeigneten Rahmen
sei unter allen Umständen anzustreben. Er verstehe nicht, wieso hier keine beruflichen
Massnahmen möglich seien (UV-act. I/199). Dieser Beurteilung schloss sich Dr. C._
im Bericht vom 10. April 2008 an (UV-act. I/200). Gestützt auf eine im Juli 2008 - und
damit noch vor Erlass des angefochtenen Entscheids - erfolgte Begutachtung
diagnostizierten die Gutachter der MEDAS Zentralschweiz im Bericht vom 5. November
2008 mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit ein chronisches
zervikozephales und zervikobrachiales Schmerzsyndrom und eine posttraumatische,
fortgeschrittene Femoropatellararthrose und beginnende mediale Gonarthrose links
sowie fortgeschrittene Ellbogenarthrose rechts. Ohne wesentliche Einschränkung der
zumutbaren Arbeitsfähigkeit bestehe eine akzentuierte Persönlichkeit mit vorwiegend
narzisstischen und konfliktvermeidenden Verhaltensweisen und Schmerzpräsentation
im Sinn einer Symptomenausweitung sowie Nikotinabusus (act. G 12.1 S. 23).
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3.
3.1 Soweit der Beschwerdeführer die Verwertbarkeit des Gutachtens der Klinik L._
anzweifelt, inhaltlich jedoch die Qualität, die Aktualität und die Art der Begutachtung
beanstanden lässt (act. G 1 S. 6 und S. 8f), stellt er damit den Beweiswert des
Gutachtens zur Diskussion. Gründe, die Verwertbarkeit des Gutachtens als solche
anzuzweifeln, werden weder geltend gemacht noch sind solche aus den Akten
ersichtlich. Die Frage, inwiefern dem Gutachten ein Beweiswert zukommt, bildet unter
anderem Gegenstand der nachstehenden Erwägungen.
Die Frage, ob es beim Beschwerdeführer beim Unfall vom 11. Juni 2002 - wie er selbst
angab (UV-act. I/16) - zu einem kurzen Bewusstseinsverlust kam, lässt sich gemäss
Gutachten der Klinik L._ nicht mehr mit Sicherheit rekonstruieren. Es bestehe keine
Amnesie für das Ereignis (UV-act. I/166 S. 36). Der Beschwerdeführer war in der Lage,
dem rapportierenden Polizisten den Unfallhergang detailliert zu schildern (vgl. UV-act. I/
4 S. 7). Laut seinen Angaben fand ein Kopfanprall (an der Seitenscheibe/Seitenstütze)
mit Stirnprellung sowie ein Anprall des linken Beines statt (UV-act. I/16). Die
erstbehandelnden Ärzte diagnostizierten keine MTBI (mild traumatic brain injury) oder
Gehirnerschütterung (vgl. UV-act. I/9) bzw. verneinten eine Commotio cerebri
ausdrücklich (UV-act. I/21). Lic. phil. H._ legte sodann dar, aus einem Bericht der
M._ vom 14. Mai 2003, der auch vom Patienten unterschrieben sei, gehe hervor,
dass er sich nach dem Aufprall als nächstes an den Rauch erinnere, der durch die
Auslösung des Airbags entstanden sei, dass er dadurch in Panik geraten sei und das
Auto durch das Fenster verlassen habe, da sich die Fahrertüre nicht öffnen liess. Diese
Angaben würden vom Patienten auch heute so bestätigt. Im Bericht des Neurologen
Dr. E._ (UV-act. I/62) dagegen sei von einer Bewusstlosigkeit unbekannter Dauer und
mehreren Minuten bis Stunden mit retrograder Amnesie die Rede. Zudem fehle dem
Patienten jede Erinnerung bis zum Spitaleintritt. Diese Angaben würden vom
Beschwerdeführer verneint (UV-act. I/120 S. 2). Die Darlegungen von lic. phil. H._,
aber auch die Befunde des Radiologen Dr. I._ vom 14. Januar 2008 (UV-act. I/189
und I/199 Beilage: keine posttraumatischen Defekte oder Blutungsresiduen
feststellbar), bestätigen somit im Ergebnis die Feststellungen der Klinik L._. Die
Ausführungen von Dr. E._ im Bericht vom 20. Juni 2003 (UV-act. I/62) beruhen auf
einem unzutreffenden bzw. nicht belegten Sachverhalt. Was die im Bericht von Dr.
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med. J._ vom 3. September 2002 angeführte Indikation betrifft (vgl. UV-act. I/23), ist
festzuhalten, dass diese ebenfalls durch die Praxis von Dr. med. S. Bloch, Wil, gestellt
worden war, welche durch Dr. E._ vertreten wird (vgl. Briefkopf in UV-act. I/62). Ein
Bewusstseinsverlust sowie eine Gehirnerschütterung bzw. MTBI können bei dieser
Sachlage nicht überwiegend wahrscheinlich als belegt gelten.
Was die vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers vermutete Hirnschädigung
betrifft, so ist im Weiteren festzuhalten, dass der GCS-Wert (Glasgow-Coma-Skala)
unmittelbar nach dem Unfall bei 15 lag (UV-act. I/21; vgl. dazu Urteil des EVG vom 13.
Juni 2005 [U 276/04] Erw. 2.2.2 und 2.2.3). Im Gutachten der Klinik L._ wurde
sodann festgehalten, ein drei Monate nach dem Unfall (vom 11. Juni 2002)
durchgeführtes MRI des Kopfs habe einen unspezifischen Glioseherd im frontalen
Marklager rechts gezeigt (vgl. UV-act. I/23). Die Ursache dieses Befunds bleibe offen.
Ein Zusammenhang mit dem Unfall vom 11. Juni 2002 sei nur schwerlich herzustellen,
wenn auch nicht mit letzter Sicherheit auszuschliessen. Es lägen keine unfallbedingten
organischen Beschwerden vor (UV-act. I/166 S. 36). Auch diese Schlussfolgerung steht
mit den Befunden des Radiologen Dr. I._ vom 14. Januar 2008 (UV-act. I/189 und I/
199 Beilage) in Einklang. Ein konkreter Anlass, sie in Frage zu stellen, liegt nicht vor. Ein
solcher ergibt sich insbesondere auch nicht aus dem MEDAS-Gutachten vom
November 2008. So wurden im neurologischen Teilgutachten vom 4. Juli 2008
strukturelle Veränderungen verneint und die ulnare Sensibilitätsstörung beidseits
vorwiegend im Sinn eines
Thoracic-outlet Syndroms bei zerviko-spondylogenem Syndrom beidseits interpretiert
(act. G 12.1). Zu der vom Beschwerdeführer verlangten Anordnung eines MRI nach
"Pariser Methode" bzw. zur Bedeutung und Beweiswert desselben nahm Suva-Ärztin
Dr. med. K._, Fachärztin für Neurologie FMH, im Bericht vom 18. November 2008
Stellung. Sie gelangte zum Schluss, im Prinzip seien die gestützt auf diese Methode
erstellten DTI-Bilder auch in der Schweiz erhältlich, da sie auf einem Standard-MRI
akquiriert würden. Der Stellenwert von DTI-Befunden nach traumatischer
Hirnverletzung sei nicht bekannt, vor allem sei auch die Spezifität dieser Befunde
bislang nicht erwiesen. Deshalb und wegen der Tatsache, dass derartige Befunde im
Laufe einer Behandlung veränderbar seien, zeige, dass die Methode nicht geeignet sei,
den Beweis einer strukturellen Läsion zu erbringen bzw. Mikroverletzungen zu
objektivieren. Selbst wenn die DTI-Befunde nachvollziehbar wären, sei zurzeit unklar,
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welche Bedeutung sie hätten und ob sie die natürliche Kausalität der geklagten
Beschwerden nach HWS- oder Schädelhirn-Traumen zu beweisen vermöchten (act. G
11.1). Die beweismässige Situation ist somit mit derjenigen bei fMRT-Untersuchungen
vergleichbar, welche jedenfalls nach dem heutigen Stand der medizinischen
Wissenschaft kein geeignetes Beweismittel zur Beurteilung der Unfallkausalität von
Beschwerden nach HWS-Traumen darstellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 26.
Mai 2008 i/S K. [8C_152/2007 = BGE 134 V 231] Erw. 5; vgl. auch BGE 134 V 109 Erw.
7.2 S. 119).
3.2 Eine manuelle ärztliche Untersuchung der versicherten Person fördert klinische,
nicht aber objektivierbare organisch-strukturelle Ergebnisse zu Tage. Objektivierbar
sind Ergebnisse, die reproduzierbar sind und von der Person des Untersuchenden und
den Angaben des Patienten unabhängig sind. Würde auf Ergebnisse klinischer
Untersuchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches Substrat
namhaft gemacht. Folglich kann von organisch-strukturell objektiv ausgewiesenen
Unfallfolgen erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit
apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 9,
117 V 359 Erw. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 Erw. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]).
Diese Untersuchungsmethoden müssen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE
134 V 231 Erw. 5.1 mit Hinweisen). Beispielsweise sind ein Thoracic outlet Syndrom
(TOS), myofasziale und tendinotische bzw. myotendinotische Befunde für sich allein
nicht als organisch hinreichend nachweisbare Unfallfolgen zu betrachten. Auch
Verhärtungen und Verspannungen der Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken sowie
Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit können für sich allein nicht als klar
ausgewiesenes organisches Substrat der Beschwerden qualifiziert werden. Gleiches
gilt für Nackenverspannungen bei Streckhaltung der HWS mit Retrohaltung (Urteil des
Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008 i/S H.B.-G. [8C_124/2008] mit vielen Hinweisen,
sowie vom 7. Februar 2008 i/S D. [U13/07] Erw. 3.2 und 3.3). Ist ein Schleudertrauma
oder eine äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert und liegt - wie dies nach Lage
der geschilderten Akten auch konkret der Fall ist - kein fassbarer organisch-
struktureller (unfallbedingter) Befund an der HWS im erwähnten Sinn vor, muss für die
Bejahung der natürlichen Kausalität ein typisches Beschwerdebild mit einer Häufung
von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und
Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit,
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Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. vorliegen (BGE 117 V 359 Erw.
4b; vgl. auch BGE 117 V 369 Erw. 3e; Bestätigung in BGE 134 V 109 Erw. 9). Dieses
Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden muss jedoch nicht in seiner
umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall
auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum Beschwerden in der
Halsregion oder an der HWS manifestieren (Urteile des Bundesgerichts vom 30. Januar
2007 [U 215/05] i/S T. und vom 15. März 2007 [U 258/06] i/S G.; RKUV 2000 Nr. 359 S.
29 Erw. 5e). Im Weiteren muss nach der Rechtsprechung (vgl. z.B. Urteil des EVG vom
4. November 2005 i/S K. [U 312/05]) nicht der gesamte Beschwerdekatalog vorliegen,
um von einer Unfallkausalität ausgehen zu können.
3.3 Im Zusatzfragebogen bei HWS-Verletzung gab der Beschwerdeführer gegenüber
Dr. B._ bzw. dem Universitätsspital Zürich sowie der Beschwerdegegnerin an, er
habe sowohl vor als auch nach dem Unfall an Kopf- und Nackenschmerzen mit
Ausstrahlung in Schulter und Arme sowie an Sensibilitätsstörungen an Schulter, Armen
und Händen gelitten. Bereits im Jahr 2000 seien Nackenbeschwerden behandelt
worden. Beim Unfall habe ein Kopfanprall mit Stirnprellung (an der Seitenscheibe/
Seitenstütze) stattgefunden und nach dem Unfall (1. Konsultation bei Dr. B._) sei
Schwindel aufgetreten. Es habe ein kurzer Bewusstseinsverlust vorgelegen (s. dazu
vorstehende Erw. 3.1). Anderseits erklärte er, vor dem Unfall voll leistungsfähig und
bezüglich der HWS beschwerdefrei gewesen zu sein. Nach dem Unfall sei das Tragen
eines Halskragens angeordnet worden (UV-act. I/5f, I/11ff, I/15f; zum Beschwerdebild
im Nachgang zum Unfall vgl. auch UV-act. I/129 S. 36).
Auch neuropsychologische bzw. kognitive Funktionsstörungen sowie psychische
Beschwerden können Ausprägungen des typischen Beschwerdebildes nach HWS-
Trauma darstellen. Es gibt Fälle, in denen bei sonst unauffälligen
Untersuchungsbefunden neuropsychologische Abklärungen Hirnleistungsstörungen
aufzeigen können und der neuropsychologische Befund der einzig verlässliche
Parameter ist (BGE 117 V 378 Erw. 3d). Jedenfalls bei eindeutigem, nicht diffusem
Befund kann der neuropsychologischen Diagnostik - im Rahmen einer neurologischen
Gesamtwürdigung - nach der Rechtsprechung auch bei der Kausalitätsbeurteilung ein
Aussagewert zukommen (BGE 119 V 343 Erw. 3c). Hingegen vermag es die
Neuropsychologie nach derzeitigem Wissensstand nicht, selbständig die Beurteilung
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der Genese abschliessend vorzunehmen (RKUV 2000, 316 Erw. 3). - Lic. phil. H._
bestätigte im Februar 2005 eine leichte bis mittelschwere neuropsychologische
Funktionsstörung, wobei er das Beschwerdebild nach dem Unfall als mehrschichtig in
dem Sinn bezeichnete, als vornehmlich körperliche und am Rande auch
neuropsychologische und psychische Beschwerden bestanden hätten (UV-act. I/120 S.
4). Im neuropsychologischen Zusatzgutachten der Klinik L._ vom 13. Februar 2006
wurden in der Folge ebenfalls leichte bis mittelschwere kognitive
(neuropsychologische) Störungen bestätigt und festgehalten, es sei vor den
Untersuchungsterminen teilweise eine Medikamenteneinnahme gegeben gewesen, so
dass eine Beeinflussung der Leistungen gerade im Aufmerksamkeitsbereich durch
pharmakologische Effekte nicht ausgeschlossen werden könne. Hinsichtlich der
Medikamenteneinnahme sei jedoch von einer gewissen Gewöhnung auszugehen (UV-
act. I/166 Beilage S. 10). Bei dieser Aktenlage kann unter Berücksichtigung der im
Gutachten der Klinik L._ gestellten psychiatrischen Diagnose von eigenständigen,
d.h. vom Psychostatus und der Medikamenteneinnahme unabhängigen, kognitiven
Einschränkungen nicht ohne weiteres ausgegangen werden (vgl. BGE 119 V 343
Erw. 3c). Nach B.P. Radanov (Über den Stellenwert der neuropsychologischen
Diagnostik bei Patienten nach HWS-Distorsion, SZS 1996, S. 471 ff) sind denn auch
psychologische Probleme (und die eingenommenen Medikamente) geeignet, die
kognitiven Leistungen negativ zu beeinflussen (S. 477). Psychologische Probleme bzw.
die Interrelation psychologischer und kognitiver Funktionen können die reduzierte
Leistungsfähigkeit mit erklären (S. 475). Die MEDAS-Gutachter kamen überdies im
November 2008 zum Schluss, dass aus neuropsychologischer Sicht - mit Ausnahme
von leichten Aufmerksamkeits- und mnestischen Einschränkungen - alters- und
bildungsadäquate Leistungen bestünden und somit keine Arbeitsunfähigkeit vorliege
(act. G 12.1 S. 22).
Bei der dargelegten Aktenlage lässt sich ein typisches Beschwerdebild nach
schleudertraumaähnlicher Verletzung nicht in Abrede stellen. Die Beschwerdegegnerin
anerkannte denn auch während über fünf Jahren ihre Leistungspflicht. Zu prüfen bleibt,
ob die Leistungseinstellung auf den 15. Oktober 2007 begründet war oder nicht.
4.
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4.1 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers entfällt erst, wenn das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es sich
dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als
bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang
gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV
2000 Nr. U 363 S. 46 Erw. 2 mit Hinweisen). Dabei muss nicht etwa der Beweis für
unfallfremde Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes
Leiden hat, ist unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der Unfallversicherer bei einmal
bejahter Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde Ursachen nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein, ob
unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren
haben, also dahin gefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 Erw. 3b). Ebenso wenig
geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein
Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die versicherte Person nun bei voller
Gesundheit sei (Urteile des EVG [Eidgenössisches Versicherungsgericht; seit 1. Januar
2007: sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 18. Dezember 2003 i/S Z.
[U 258/02], vom 25. Oktober 2002 i/S L. [U 143/02] und vom 31. August 2001 i/S O. [U
285/00]).
4.2 Die Frage, ob es sich bei den auch nach dem streitigen Einstellungszeitpunkt (15.
Oktober 2007) bestehenden Gesundheitsstörungen um eine natürliche (Teil-)Folge des
Unfalls vom 11. Juni 2002 handelt, wurde im Gutachten der Klinik L._ verneint (UV-
act. I/166). Die MEDAS-Gutachter nahmen nicht explizit zur Unfallkausalität des von
ihnen diagnostizierten zervikozephalen und zervikobrachialen Schmerzsyndroms
Stellung, bejahten jedoch das Bestehen einer Arbeitsfähigkeitseinschränkung im
Umfang von 20% seit dem Unfall vom 11. Juni 2002 (act. G 12.1 S. 24). Sowohl
hinsichtlich der Beschwerden in der HWS als auch der psychischen Probleme ist von
einem Vorzustand (vor dem Unfall vom 11. Juni 2002) auszugehen (vgl. UV-act. I/32, I/
46 sowie Aufstellung in UV-act. I/166 S. 2 oben). Auch wenn eine natürliche (teilweise)
Unfallkausalität der Beschwerden entgegen dem Gutachten der Klinik L._ zu bejahen
wäre, wie der Beschwerdeführer geltend machen lässt (act. G 1 S. 8), wäre - wie
nachstehend zu zeigen sein wird - die adäquate Unfallkausalität zu verneinen. Dabei
steht auch bei einer schleudertraumaähnlichen Verletzung der Nachweis offen, dass es
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sich bei den nach einem Unfall aufgetretenen psychischen Störungen nicht um eine
unfallkausale psychische Beeinträchtigung handelt (RKUV 2001, 79) oder dass eine
ausgeprägte psychische Problematik ganz im Vordergrund steht (RKUV 1999, 407 Erw.
3b). Im Weiteren ist - wie in den vorerwähnten Fällen - dort, wo keine mit der HWS-
Distorsion in engem Zusammenhang stehende psychische Problematik, sondern eine
selbständige sekundäre Gesundheitsschädigung vorliegt, die Adäquanzbeurteilung
auch dann nach BGE 115 V 133 vorzunehmen, wenn das psychische Beschwerdebild
die körperlichen Beschwerden nicht eindeutig in den Hintergrund gedrängt hat (Urteil
des EVG vom 23. Mai 2006 i/S O. [U 5/06] Erw. 3.2.2 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil
des Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008 i/S B. [8C_124/2008], Erw. 7.2), mit
welchem der st. gallische Entscheid vom 20. Dezember 2007 [UV 2007/24] bestätigt
wurde). Vorliegend kann nicht belegt gelten, dass eine selbständige sekundäre
psychische Gesundheitsschädigung beim Beschwerdeführer ganz im Vordergrund
stand, zumal weiterhin körperliche Symptome bestanden und behandelt wurden.
Hieran vermag nichts zu ändern, dass beim Beschwerdeführer wie erwähnt von einem
psychiatrischen Vorzustand auszugehen ist in dem Sinn, dass bereits vor dem Unfall
vom 11. Juni 2002 reaktive depressive Krisen bei familiären Problemen sowie unter
anderem ein chronischer Schmerzmittelmissbrauch vorlagen (vgl. UV-act. I/32, I/46
sowie UV-act. I/166 S. 2 oben). Sodann wurden im MEDAS-Gutachten psychiatrische
Diagnosen (ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit) neben somatischen
Diagnosen (mit wesentlicher Einschränkung der Arbeitsfähigkeit) aufgeführt (act. G 12.1
S. 23). Damit ist die Adäquanz nach der in BGE 134 V 109 ausgeführten
Rechtsprechung zu prüfen. Offen bleiben kann unter diesen Umständen die Prüfung
des Einwands des Beschwerdeführers, die im Gutachten der Klinik L._ gestellte
psychiatrische Diagnose sei nicht nachvollziehbar (act G 1 S. 9). Immerhin ist
festzuhalten, dass auch die MEDAS-Gutachter diverse psychiatrische Diagnosen (ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) stellten, welche sich im Ergebnis nicht
grundsätzlich von der durch die Gutachter Klinik L._ bescheinigten Anpassungs- und
Somatisierungsstörung unterscheiden.
5.
5.1 Der in Frage stehende Unfall vom 11. Juni 2002 kann aufgrund des
Geschehensablaufs - das Fahrzeug des Beschwerdeführers wurde von hinten von
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einem anderen Personenwagen gerammt und in der Folge in das vordere Fahrzeug
geschoben (UV-act. I/1, I/129 S. 1) - und der Verletzungen (UV-act. I/9) nicht als
ausserordentlich schweres, lebensbedrohliches Geschehen im Sinn der Praxis
(dargestellt in RKUV 1995, 91) eingestuft werden (vgl. auch Urteile des EVG vom 20.
Juli 2005 [U 338/04] und vom 13. Juni 2005 [276/04] Erw. 2.3]. Gemäss der
biomechanischen Kurzbeurteilung der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik vom 12. April
2005 lag die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (delta-v) für das Fahrzeug
des Beschwerdeführers oberhalb eines Bereiches von 10-15 km/h; durch die dabei
wirksamen Beschleunigungskräfte habe sich der Beschwerdeführer relativ zum
Fahrzeug gerade nach hinten bewegt. Durch die sekundäre Frontalkollision sei eine
Geschwindigkeitsänderung im Sinne einer Längsverzögerung, die unterhalb oder
innerhalb eines Bereiches von 20-30 km/h gelegen habe, erfolgt; sie habe eine
Vorwärtsbewegung der Insassen zur Folge gehabt. Da zum zeitlichen Abstand der
beiden Kollisionen keine Angabe gemacht werden könne, werde die Diskussion auf die
Heckkollision beschränkt. Die anschliessend an das Ereignis beim Beschwerdeführer
festgestellten Beschwerden und Befunde seien durch die Kollisionseinwirkung bereits
im Normalfall durch den Heckstoss allein - ohne den anschliessenden frontalen Stoss -
erklärbar. Es stelle sich zusätzlich die Frage, ob der Kopfanprall beim frontalen Stoss
auch mit getragenem Gurt möglich gewesen sei. Dies werde bezweifelt; eine genauere
Stellungnahme dazu sei aber nur aufgrund einer technischen Unfallanalyse möglich. Im
Weiteren wäre es nicht erstaunlich, wenn das lange Tragen des Halskragens die
Heilung negativ beeinflusst hätte (UV-act. I/129). Die Unterscheidung zwischen
mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den schweren Unfällen und solchen im
mittleren Bereich ist insofern von Bedeutung, als bei Unfällen im mittelschweren
Bereich nach der Praxis mehrere Zusatzkriterien erfüllt sein müssen, um die Adäquanz
bejahen zu können, wobei die Zahl um so geringer sein kann, je näher das Ereignis bei
den schweren Unfällen liegt (vgl. dazu BGE 115 V 133 Erw. 6c/bb). Es scheint konkret
gerechtfertigt, von einem mittelschweren Unfall auszugehen, allerdings - entgegen der
Auffassung des Beschwerdeführers (act. G 21 S. 4) - nicht im Grenzbereich zu den
schweren Ereignissen (vgl. dazu etwa die Sachverhalte in den Urteilen des EVG vom
14. April 2000 i/S S. [U 257/99]) und vom 24. August 2007 i/S K. [U 497/06] Erw. 4.2).
Weitere Abklärungen zum Unfallereignis bzw. zur Unfallursache vermöchten an dieser
Einstufung nichts zu ändern. Eine besondere Eindrücklichkeit oder dramatische
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Begleitumstände sind - auch wenn der Airbag Rauch entwickelte und der
Beschwerdeführer dadurch in Panik geriet (act. G 21 S. 4; UV-act. I/120 S. 2) - nicht
belegt, zumal das objektive Unfallgeschehen massgebend ist (vgl. die Kasuistik zu
diesem Kriterium in Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. A., S. 58-64,
sowie Urteile des EVG vom 23. November 2004 i/S B., Erw. 2.3 [U 109/04] und vom
2. März 2005 i/S S., Erw. 5.1 [U 309/03]). Bei der erlittenen HWS-Distorsion handelt es
sich nicht um eine Gesundheitsschädigung, die durch ihre Schwere oder besondere Art
charakterisiert ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 17. August 2007 i/S N.
[8C_101/2007] Erw. 5.2 und 5.3, und vom 21. Dezember 2007 i/S M. [U 558/06], Erw.
4.2.2, sowie Urteil des EVG vom 9. August 2004 i/S J. [U 116/04]). Was die Schwere
oder besondere Art der erlittenen Verletzungen anbelangt, hat das Bundesgericht in
Erw. 10.2.2 von BGE 134 V 109 präzisiert, dass es zur Bejahung dieses Kriteriums einer
besonderen Schwere der für die gegebene Verletzung typischen Beschwerden oder
besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können, bedarf.
Davon kann konkret nicht ausgegangen werden. Nicht ausgewiesen sind in diesem
Kontext erhebliche Verletzungen, welche sich der Beschwerdeführer neben der HWS-
Distorsion zuzog.
5.2 Sodann ist wesentlich (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 10.2.3), ob nach dem Unfall eine
fortgesetzt spezifische, die versicherte Person belastende ärztliche Behandlung bis
zum Fallabschluss notwendig war. Der Beschwerdeführer stand seit dem Unfall in
Behandlung (vgl. UV-act. I/56). Er unterzog sich diversen Therapieverfahren und stand
seit Dezember 2002 auch in psychotherapeutischer Behandlung (UV-act. I/25). Dr.
D._ berichtete allerdings bereits am 15. Juni 2004, dass er zwar die Dauer der
Physiotherapie nicht voraussagen, jedoch weitere, erforderliche therapeutische
Massnahmen bezüglich HWS zur Zeit nicht erkennen könne (UV-act. I/86 Beilage). In
der Folge wurde weiterhin Physiotherapie durchgeführt (vgl. UV-act. I/89). Der
Neuropsychologe H._ hielt in der Beurteilung vom 4. Februar 2005 fest,
therapeutisch sei eine Unterstützung im neuropsychologischen Bereich dann sinnvoll,
wenn der Beschwerdeführer in einer Ausbildung bzw. Berufstätigkeit mit konkreten
Schwierigkeiten konfrontiert sei (UV-act. I/120 S. 6). Im Gutachten der Klinik L._ vom
23. Februar 2007 wurde eine weitere psychotherapeutische Behandlung befürwortet,
jedoch überwiegend wahrscheinlich unfallkausale organische Beschwerden und damit
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implizit auch eine entsprechende Behandlungsnotwendigkeit verneint (vgl. UV-act. I/
166 S. 42). An einer als sinnvoll erachteten neuropsychologischen und
psychotherapeutischen Behandlung zeigte sich der Beschwerdeführer allerdings nicht
interessiert (UV-act. I/166 S. 35). In den Berichten von Dr. D._ vom 11. Oktober 2007
und 28. März 2008 standen soweit ersichtlich ausschliesslich berufliche, nicht jedoch
medizinische Massnahmen zur Diskussion (UV-act. I/179, I/199). Die MEDAS-Gutachter
empfahlen gestützt auf die im Juli 2008 erfolgte Begutachtung physiotherapeutische
und psychotherapeutische Massnahmen (act. G 12.1 S. 24). Nach Angaben des
Beschwerdeführers ist er aktuell nach wie vor bei Dr. C._ in Behandlung (act. G 21 S.
5). In Anbetracht dieser Aktenlage ist festzuhalten, dass nach dem Unfall vom 11. Juni
2002 bis zum Fallabschluss am 15. Oktober 2007 eine fortgesetzt spezifische, den
Beschwerdeführer belastende ärztliche Behandlung grundsätzlich vorlag. Dies
allerdings - allein bezogen auf die Unfallfolgen - nicht in sehr ausgeprägter Form, denn
auch in diesem Zusammenhang sind die bereits vor dem streitigen Unfall bestehenden
Gesundheits- und Abhängigkeitsprobleme (UV-act. I/166 S. 2 oben) zu
berücksichtigen. Ob die von Dr. C._ im Bericht vom 30. Januar 2008 erwähnte
Temesta-Abhängigkeit (vgl. UV-act. I/187) eine Unfallursache hat, erscheint sodann vor
dem erwähnten Hintergrund nicht überwiegend wahrscheinlich. Sodann sind ein
schwieriger Heilverlauf und erhebliche Komplikationen zu verneinen. Auch liegt -
unbestritten (act. G 21 S. 5) - keine Fehlbehandlung durch die ärztliche Anordnung des
Tragens eines Halskragens vor. Denn einerseits trug der Beschwerdeführer diesen
Kragen nur während einer begrenzten Zeitdauer und andererseits wies keiner der
behandelnden oder begutachtenden Ärzte darauf hin, dass die geklagten Schmerzen in
Zusammenhang mit dem (zu langen) Tragen des Kragens stünden (vgl. Urteil des EVG
vom 8. Februar 2005 [U 314/04] Erw. 2.3).
5.3 Adäquanzrelevant können im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall und dem
Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erhebliche Beschwerden
sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der
Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im
Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.4). Im Nachgang zum Unfall berichtete
der Beschwerdeführer über Kopf- und Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in Schulter
und Arm (UV-act. I/13), wobei Dr. D._ im Verlauf der Jahre 2003 und 2004 eine
deutliche Regredienz der Beschwerden insbesondere im HWS-Bereich bestätigte (UV-
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act. I/56, I/86 Beilage). Laut Abklärungsbericht der Stiftung G._ vom 3. Dezember
2004 hatte der Beschwerdeführer angegeben, in ca. 60% seiner Anwesenheitszeit
Kopfschmerzen zu verspüren (UV-act. I/106). Die mehrstündige neuropsychologische
Untersuchung bei lic. phil. H._ konnte er jedoch - wenn auch mit leicht erhöhten
Ermüdungszeichen - mit kurzen Unterbrüchen in einer einzigen Sitzung absolvieren
(UV-act. I/120 S. 3). Anlässlich der Begutachtung in der Klinik L._ gab der
Beschwerdeführer "Dauerschmerzen mit wechselnder Intensität" an (UV-act. I/166 S.
17). Er vermochte dennoch grundsätzlich alle Alltagsaktivitäten durchzuführen, wenn
auch mit geringer Intensität (UV-act. I/166 S. 27). Die geklagten Beschwerden wurden
als nicht geeignet erachtet, die schwankenden Leistungen im Rahmen der
verschiedenen Testungen zu erklären (UV-act. I/166 S. 40). Im Bericht vom 28. März
2008 sprach Dr. D._ von "zeitweise erheblichen Beschwerden" (UV-act. I/199).
Angesichts dieser Darlegungen kann das Kriterium der erheblichen (unfallbedingten),
ohne wesentlichen Unterbruch bestehenden Beschwerden nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit bejaht werden, zumal auch hier die Auswirkungen der Vorzustände
im HWS-Bereich und insbesondere in psychischer Hinsicht mit einzubeziehen sind.
Das erwähnte Kriterium kann damit - bei ausschliesslichem Bezug auf die Folgen des
streitigen Unfalls - nicht als erfüllt gelten.
5.4 Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsunfähigkeit anbelangt, ist gemäss
BGE 134 V 109 Erw. 10.2.7 dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis
mittelschweren Schleudertraumen der HWS (und punkto Adäquanzbeurteilung gleich
zu behandelnden Verletzungen) ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem
Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt aus als eher ungewöhnlich erscheint.
Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher massgebend, sondern eine erhebliche
Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte An
strengungen unternimmt. Gelingt es ihr trotz solcher Anstrengungen nicht, ist ihr dies
durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein,
sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess
einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person können sich
insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher
Unannehmlichkeiten manifestieren. Sodann können Bemühungen um alternative, der
gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht
fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in
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erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag,
kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.7 mit Hinweisen). Im Nachgang
zum streitigen Unfall bescheinigte Dr. B._ eine volle Arbeitsunfähigkeit (UV-act. I/7)
und in der Folge die Wiederaufnahme der Arbeit zu 50% ab 7. Oktober 2002, wobei er
auf unfallfremde (vorbestehende) psychische Probleme hinwies (UV-act. I/32). Diesen
Arbeitsfähigkeitsgrad bestätigte der Arzt am 6. Juli 2004 (UV-act. II/23), wobei Dr.
D._ ab ab 30. November 2004 wieder von einer vollen Arbeitsunfähigkeit ausging
(UV-act. I/108 S. 2, I/143, I/173). Anlässlich der Abklärung in der Stiftung G._ hatte
sich die vorher bestätigte Teilarbeitsfähigkeit nicht realisieren lassen (UV-act. I/106). Im
Gutachten der Klinik L._ wurde daraufhin unter Massgabe eines Arbeitstrainings und
einer stufenweisen Wiedereingliederung eine 100%ige Arbeitsfähigkeit als Bürohilfe
oder Sachbearbeiter als zumutbar erachtet (UV-act. I/166 S. 42). Gemäss Bericht von
Dr. D._ vom 28. März 2008 war eine mindestens 50%ige Erwerbstätigkeit in einem
geeigneten Rahmen unter allen Umständen anzustreben (UV-act. I/199). Die MEDAS-
Gutachter schätzten demgegenüber die Arbeitsfähigkeit für eine körperlich leichte,
gelegentlich mittelschwere Tätigkeit in Wechselposition auf 80% der Norm (mit Beginn
am 11. Juni 2002), wobei allein die neurologischen Befunde die Grenzen setzen würden
(act. G 12.1 S. 24). Bei dieser Sachlage kann von einer unfallbedingten
Arbeitsunfähigkeit in erheblichem Ausmass ab Februar 2007 (Begutachtung in der
Klinik L._) nicht mehr ohne weiteres ausgegangen werden. Jedenfalls könnte dieses
Kriterium nur in geringem Umfang als erfüllt gelten. Die Frage, ob ausreichende
Anstrengungen des Beschwerdeführers, wieder in den Arbeitsprozess einzusteigen,
ausgewiesen sind, kann unter diesen Umständen offenbleiben. Ebenfalls nicht näher
geklärt zu werden braucht beim geschilderten Ergebnis der Einwand des
Beschwerdeführers betreffend Festlegung der Arbeitsfähigkeit im Gutachten der Klinik
L._ (vgl. act. G 1 S. 8). Zusammenfassend sind zwei der in BGE 134 V 109
angeführten Adäquanzkriterien in geringem Umfang gegeben, was dazu führt, dass die
Adäquanz der nach wie vor geklagten Beschwerden mit dem versicherten Unfall zu
verneinen ist.
5.5 Ergänzend ist festzuhalten, dass der adäquate Kausalzusammenhang auch bei
Anwendung der Psycho-Rechtsprechung (BGE 115 V 133) zu verneinen wäre. Eine
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung wäre mit Blick auf den
vorstehend geschilderten Sachverhalt (Erw. 5.2) ebenso wie Grad und Dauer der
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physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (vgl. Erw. 5.4) höchstens in geringem Umfang
gegeben. Körperliche Dauerschmerzen (vgl. dazu Sachverhalt in Erw. 5.3) wären zu
verneinen. Die Leistungseinstellung auf den 15. Oktober 2007 lässt sich somit nicht
beanstanden. Eine weitere medizinische Abklärung vermöchte unter den geschilderten
Umständen zu keinem anderen Ergebnis zu führen. Ein Beizug der vollständigen Akten
der Invalidenversicherung (act. G 1 S. 3) kann insofern unterbleiben, als das MEDAS-
Gutachten vom November 2008, welches die Aktenlage und die medizinische Situation
umfassend darstellt, für das vorliegende Verfahren zur Verfügung stand.
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des
Einspracheentscheids vom 3. September 2008 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine
zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG