Decision ID: 85f4cc71-3a16-5e47-98ea-200acd5b6622
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer, ein afghanischer Staatsangehöriger tadschi-
kischer Ethnie, am 15. November 2015 erstmals in der Schweiz um Asyl
ersuchte,
dass dieses Asylgesuch durch das Staatssekretariat für Migration (SEM)
mit Verfügung vom 29. Mai 2017 abgelehnt wurde, bei gleichzeitiger An-
ordnung der Wegweisung aus der Schweiz und des Vollzugs,
dass die hiergegen erhobene Beschwerde durch das Bundesverwaltungs-
gericht mit Urteil D-3652/2017 vom 29. September 2017 abgewiesen
wurde,
dass der Beschwerdeführer mit Schreiben an das SEM vom 5. Januar 2018
ein Wiedererwägungsgesuch betreffend die Verfügung vom 29. Mai 2017
einreichte,
dass das Staatssekretariat dieses Wiedererwägungsgesuch mit Verfügung
vom 16. Januar 2018 ablehnte,
dass die hiergegen erhobene Beschwerde durch das Bundesverwaltungs-
gericht mit Urteil D-920/2018 vom 19. März 2018 abgewiesen wurde, so-
weit auf sie einzutreten war,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seines Rechtsvertreters an das
SEM vom 23. Mai 2019 ein Mehrfachgesuch im Sinne von Art. 111c Abs. 1
des Asylgesetzes (AsylG, SR 142.31) einreichte,
dass das Staatssekretariat dieses Mehrfachgesuch mit Verfügung vom
17. Juni 2019 ablehnte und erneut die Wegweisung des Beschwerdefüh-
rers aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,
dass die hiergegen erhobene Beschwerde vom Bundesverwaltungsgericht
mit Urteil D-3533/2019 vom 17. Juli 2019 abgewiesen wurde,
dass der Beschwerdeführer mit Schreiben seines Rechtsvertreters vom
18. August 2020 eine als "Wiedererwägungsgesuch/Gesuch" bezeichnete
Eingabe an das SEM richtete,
dass das Staatssekretariat dieses Gesuch (behandelt als Mehrfachgesuch
gemäss Art. 111c Abs. 1 AsylG) mit Verfügung vom 24. September 2020
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(Datum der Eröffnung: 25. September 2020) ablehnte und erneut die Weg-
weisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz sowie den Vollzug an-
ordnete,
dass es zudem die mit der Eingabe vom 18. August 2020 gestellten An-
träge auf unentgeltliche Prozessführung und unentgeltliche Rechtsverbei-
ständung ablehnte und eine Verfahrensgebühr von Fr. 600.– erhob,
dass der Beschwerdeführer die Verfügung des SEM vom 24. September
2020 mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 23. Oktober 2020 beim
Bundesverwaltungsgericht anfocht,
dass er dabei die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Gutheis-
sung des Gesuchs vom 18. August 2020, die Wiedererwägung der Verfü-
gung des SEM vom 29. Mai 2017 und des Urteils D-3533/2019 vom 17. Juli
2019, die Feststellung seiner Flüchtlingseigenschaft sowie eventualiter die
Anordnung seiner vorläufigen Aufnahme in der Schweiz beantragte,
dass er in prozessualer Hinsicht zudem sinngemäss die Gewährung der
unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG sowie der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 102m Abs. 2
AsylG i.V.m. Art. 65 Abs. 2 VwVG beantragte,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom
26. Oktober 2020 eine Ergänzung der Beschwerdeschrift einreichte,

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls über Be-
schwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG),
dass das Bundesverwaltungsgericht dabei – mit einer vorliegend nicht zu-
treffenden Ausnahme – endgültig entscheidet (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung besonders
berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung hat, wo-
mit er zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m.
Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
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dass die Beschwerde frist- und formgerecht eingereicht wurde (Art. 108
Abs. 6 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),
womit auf sie – mit den nachfolgenden Einschränkungen – einzutreten ist,
dass der Beschwerdeführer zur Begründung seiner Eingabe an das SEM
vom 18. August 2020 unter anderem vorbrachte, aus zwei Zeugenbeschei-
nigungen, datierend vom Dezember 2019 und vom 18. August 2020, er-
gebe sich, dass er – anders als vom Bundesverwaltungsgericht im Urteil
vom 17. Juli 2019 angenommen – nicht nur zum Christentum konvertiert
sei, sondern seinen christlichen Glauben vorbildlich lebe, was er seit dem
erwähnten Urteil durch regelmässige Teilnahme am katholischen Gottes-
dienst in konstanter Weise bezeugt habe,
dass der Beschwerdeführer mit seiner Eingabe an das SEM vom 18. Au-
gust 2020 mithin – unter anderem – einen neuen Sachverhalt geltend
machte, der zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft führen soll, wobei
sich dieser nach dem Urteil vom 17. Juli 2019 ergeben habe,
dass das Staatssekretariat die Eingabe vom 18. August 2020 folglich –
trotz einer Vermischung verschiedenster Gesuchsgründe seitens des
Rechtsvertreters – im Ergebnis zutreffenderweise gestützt auf Art. 111c
Abs. 1 AsylG als Mehrfachgesuch behandelt hat,
dass mit der vorliegenden Beschwerde unter anderem die Wiedererwä-
gung der Verfügung des SEM vom 29. Mai 2017 beantragt wird,
dass auf diesen Antrag wegen offensichtlich nicht gegebener funktioneller
Zuständigkeit des Gerichts nicht einzutreten ist,
dass mit der vorliegenden Beschwerde unter anderem ausserdem die
"Wiedererwägung" des Urteils D-3533/2019 vom 17. Juli 2019 beantragt
wird,
dass auf diesen Antrag, nachdem in Bezug auf das genannte Urteil keiner-
lei Revisionsgründe geltend gemacht werden, ebenfalls nicht einzutreten
ist,
dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht im Anwendungs-
bereich des AsylG die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich Miss-
brauch und Überschreitung des Ermessens, sowie die unrichtige oder un-
vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt wer-
den können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
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dass sich die Kognition des Gerichts im Bereich des Ausländerrechts nach
Art. 49 VwVG (BVGE 2014/26 E. 5) richtet,
dass im vorliegenden Fall auf die Durchführung eines Schriftenwechsels
verzichtet wird (Art. 111a Abs. 1 AsylG),
dass im Verwaltungsverfahren der Untersuchungsgrundsatz und die Pflicht
zur vollständigen und richtigen Abklärung des rechtserheblichen Sachver-
halts gelten (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG), wobei die Behörde die für
das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunterlagen beschaffen, die
rechtlich relevanten Umstände abklären und darüber ordnungsgemäss Be-
weis zu führen hat,
dass zu den Verfahrensgarantien, die der Grundsatz des rechtlichen Ge-
hörs umfasst (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 29‒33 VwVG), unter anderem die
Pflicht der Behörden gehört, die Vorbringen der Betroffenen sorgfältig und
ernsthaft zu prüfen und in der Entscheidfindung zu berücksichtigen,
dass daraus ausserdem auch die in Art. 35 Abs. 1 VwVG gesetzlich nie-
dergelegte grundsätzliche Pflicht der Behörden folgt, ihren Entscheid zu
begründen (BGE 123 I 31 E. 2c),
dass der Beschwerdeführer im Rahmen seines Mehrfachgesuchs vom
18. August 2020 (dortige S. 6) unter anderem geltend machte, der Europä-
ische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) habe im Rahmen eines Ur-
teils vom 5. November 2019 betreffend die Gefährdung eines Beschwer-
deführers afghanischer Staatsangehörigkeit in dessen Heimatstaat nach
erfolgter Konversion zum Christentum die Praxis der Schweiz kritisiert und
dabei eine Verletzung von Art. 3 EMRK festgestellt,
dass er weiter ausführte, in der Folge habe das Bundesverwaltungsgericht
seine Praxis an diesen Entscheid des EGMR angepasst und beispiels-
weise mit Urteil E-2956/2018 vom 12. März 2020 die Sache mit der Be-
gründung an das SEM zurückgewiesen, dieses habe den betreffenden Be-
schwerdeführer nicht vertieft zu seiner Konversion befragt,
dass er unter Hinweis auf zwei weitere Urteile des Bundesverwaltungsge-
richts (vereinigte Verfahren E-7348/2017 und E-7368/2017 vom 20. August
2019; E-2245/2017 vom 26. November 2019) zudem ausführte (Mehrfach-
gesuch, S. 12), es wäre für ihn in Afghanistan nicht realistisch, seine Glau-
bensausübung diskret zu praktizieren, wobei er zum Führen eines gefähr-
lichen Doppellebens gezwungen wäre und auf soziale Kontakte faktisch
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weitgehend verzichten müsste, weshalb mit beachtlicher Wahrscheinlich-
keit davon auszugehen sei, dass er bei einer Rückkehr in seinen Heimat-
staat einem unerträglichen psychischen Druck im Sinne von Art. 3 Abs. 2
AsylG ausgesetzt wäre,
dass in der angefochtenen Verfügung vom 24. September 2020 die Ableh-
nung des neuen Asylgesuchs unter anderem damit begründet wird, die
Eingabe vom 18. August 2020 enthalte keine konkreten Anhaltspunkte da-
für, dass der Beschwerdeführer den christlichen Glauben in der Schweiz
proaktiv ausübe oder den Islam öffentlich kritisiere und ein solches Enga-
gement auch bei einer Rückkehr nach Afghanistan fortzuführen gedenke,
dass durch das SEM weiter ausgeführt wird, aus dem Mehrfachgesuch er-
schliesse sich auch nicht, ob der Beschwerdeführer seine Glaubensbezeu-
gungen bei einer Rückkehr nach Afghanistan dermassen zu intensivieren
gedenke, dass er sich damit klarerweise exponieren würde und so eine
flüchtlingsrechtlich relevante Bedrohung entstünde,
dass in der angefochtenen Verfügung zwar erwähnt wird, der Beschwer-
deführer habe sich im Mehrfachgesuch auf ein Urteil des EGMR vom
5. November 2019 und die darauf erfolgte Praxisanpassung des Bundes-
verwaltungsgerichts berufen,
dass in der angefochtenen Verfügung jedoch weder auf den Inhalt des er-
wähnten Urteils des EGMR noch auf die vom Beschwerdeführer im Mehr-
fachgesuch angerufenen Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts ein-
gegangen wird,
dass auch mit keinem Wort auf das Vorbringen des Beschwerdeführers
eingegangen wird, er wäre bei einer Rückkehr nach Afghanistan einem un-
erträglichen psychischen Druck im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG ausge-
setzt,
dass jedoch, wie festzustellen ist, aufgrund des Entscheids des EGMR in
Sachen A. A. gegen die Schweiz (Beschwerde Nr. 32218/17) vom 5. No-
vember 2019 und angesichts des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts
E-2956/2018 vom 12. März 2020 im Vergleich zum den Beschwerdeführer
betreffenden Urteil D-3533/2019 vom 17. Juli 2019 eine veränderte Aus-
gangslage vorliegt,
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dass der EGMR im Urteil A. A. gegen die Schweiz vom 5. November 2019
(Ziff. 52) – soweit im vorliegenden Zusammenhang wesentlich – unter an-
derem rügte, im betreffenden Fall habe sich das Bundesverwaltungsgericht
weder mit der Art und Weise auseinandergesetzt, wie der Beschwerdefüh-
rer seinen Glauben seit der Konversion zum Christentum in der Schweiz
gelebt habe, noch wie er ihn im Falle des Vollzugs der Wegweisung nach
Afghanistan weiterzuführen gedenke,
dass der Gerichtshof zudem festhielt (ebd., Ziff. 54), die betreffenden Akten
würden nichts enthalten, was darauf schliessen liesse, der Beschwerde-
führer im betreffenden Fall sei dazu befragt worden, wie er seinen christli-
chen Glauben in der Schweiz ausübte und welche Möglichkeiten er hätte,
diesen in Afghanistan weiterhin zu leben,
dass der Gerichtshof ferner feststellte (ebd.), das Bundesverwaltungsge-
richt hätte sich mit diesen Fragen auseinandersetzen müssen, sei dies mit-
tels einer Rückweisung an die erstinstanzliche Behörde oder durch Über-
mittlung einer Frageliste an den Beschwerdeführer in Bezug auf die er-
wähnten Punkte,
dass der Gerichtshof des Weiteren feststellte (ebd., Ziff. 55), die Beurtei-
lung durch das Bundesverwaltungsgericht im betreffenden Fall hätte für
den Beschwerdeführer zur Folge, dass er bei einer Rückkehr nach Afgha-
nistan dazu gezwungen wäre, sein Sozialverhalten im Sinne einer strikten
Einschränkung auf den privaten Bereich zu verändern, ein Leben in der
Lüge zu führen und aus der Furcht vor Entdeckung auf jeden Kontakt mit
anderen Personen seines Glaubens zu verzichten,
dass der Gerichtshof im Übrigen darauf hinwies (ebd.), das Bundesverwal-
tungsgericht habe im Rahmen eines publizierten Referenzurteils (Urteil
D-4952/2014 vom 23. August 2017) selbst eingeräumt, dass die tägliche
Verheimlichung und Verneinung intimer Überzeugungen im Kontext der af-
ghanischen Gesellschaft in gewissen Fällen mit einem unerträglichen psy-
chischen Druck verbunden sein könnte,
dass das Bundesverwaltungsgericht im vom Beschwerdeführer im vorlie-
genden Fall erwähnten Urteil E-2956/2018 vom 12. März 2020 (dortige
E. 6.2) unter Hinweis auf den genannten Entscheid des EGMR sowie auf
das Referenzurteil D-4952/2014 vom 23. August 2017 feststellte, das SEM
habe es unterlassen, den Beschwerdeführer im betreffenden Fall zu des-
sen Konversion vertieft zu befragen wie auch dazu, wie aktiv er seine Re-
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ligion in der Schweiz nach seiner Taufe auslebe und wie er gedenke, sei-
nen Glauben bei einer allfälligen Rückkehr nach Afghanistan zu praktizie-
ren,
dass gestützt auf diese Feststellung mit dem genannten Urteil die betref-
fende Sache zu neuem Entscheid an das SEM zurückgewiesen wurde,
dass das SEM, indem im Rahmen der vorliegend angefochtenen Verfü-
gung weder auf das Urteil des EGMR in Sachen A. A. gegen die Schweiz
vom 5. November 2019 noch auf das Urteil des Bundesverwaltungsge-
richts E-2956/2018 vom 12. März 2020 eingegangen wird, offensichtlich
den Anspruch des Beschwerdeführers auf rechtliches Gehör verletzt hat,
dass das Staatsekretariat, indem es den Beschwerdeführer nicht dazu an-
gehört hat, wie er seinen christlichen Glauben in der Schweiz ausübt und
welche Möglichkeiten er hätte, diesen in Afghanistan weiterhin zu leben,
auch seine Abklärungspflicht verletzt hat,
dass die Vorinstanz auch ihrer Begründungspflicht nicht ausreichend nach-
gekommen ist,
dass die Beschwerde daher gutzuheissen ist, soweit auf sie einzutreten ist
und die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Rückweisung der
Sache zur erneuten Beurteilung an die Vorinstanz beantragt werden,
dass das SEM aufzufordern ist, die erforderlichen Massnahmen durchzu-
führen und gestützt auf die entsprechenden Erkenntnisse das Mehrfach-
gesuch vom 18. August 2020 erneut zu prüfen,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens keine Kosten zu erheben sind
(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG),
dass die Beschwerdeinstanz der ganz oder teilweise obsiegenden Partei
gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 37 VGG von Amtes wegen oder
auf Begehren eine Entschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen
und verhältnismässig hohen Kosten zusprechen kann (vgl. für die Grund-
sätze der Bemessung der Parteientschädigung Art. 7 ff. des Reglements
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
vom 21. Februar 2008 [VGKE, SR 173.320.2]),
dass der Beschwerdeführer keine Kostennote eingereicht hat,
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dass auf die Nachforderung einer solchen indessen verzichtet wird (vgl.
Art. 14 Abs. 2 VGKE), weil im vorliegenden Verfahren der Aufwand für die
Beschwerdeführung ‒ soweit für das Ergebnis des Verfahrens tatsächlich
erforderlich ‒ zuverlässig abgeschätzt werden kann,
dass gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren
(Art. 9‒13 VGKE) die Parteientschädigung aufgrund der Akten daher auf
Fr. 1‘200.– (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist,
dass dieser Betrag dem Beschwerdeführer durch das SEM zu entrichten
ist,
dass die mit der Beschwerdeschrift gestellten Anträge auf Gewährung der
unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen Rechtsverbei-
ständung damit gegenstandslos werden.
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