Decision ID: dde7b2fd-b701-5205-90c1-ebe95cf2b3cb
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- Die X AG mit Sitz an der G-Strasse, A, ist seit dem 7. Oktober 1993 im
Handelsregister eingetragen. Das Unternehmen bezweckt die Erstellung sowie den
Kauf und Verkauf von Liegenschaften. Die Gesellschaft kann sich an anderen
Unternehmungen beteiligen sowie Liegenschaften erwerben, halten, veräussern und/
oder vermitteln. M, in B, ist einziges Mitglied des Verwaltungsrates.
Im Rahmen der Steuerveranlagung 2008 verlangte die Veranlagungsbehörde von der X
AG mit Schreiben vom 10. Mai 2011 verschiedene ergänzende Informationen zum
Jahresabschluss 2008. Mit Schreiben vom 29. Mai 2011 kam die X AG der
Aufforderung der Veranlagungsbehörde teilweise nach. In der Folge forderte Letztere
im Rahmen der Steuerveranlagung 2008 und neu 2009 mit Schreiben vom 15. Juni
2011 weitere ergänzende Informationen an. Nachdem sich die X AG dazu nicht
geäussert hatte, wurde ihr am 2. Februar 2012 das rechtliche Gehör zu den
Veranlagungsvorschlägen 2008 und 2009 gewährt. Die Veranlagungsbehörde teilte mit,
sie beabsichtige, für das Jahr 2008 Aufrechnungen in der Höhe von Fr. 306'180.--
vorzunehmen (Privatanteil Auto von Fr. 2'400.--, Privatanteil Auslandspesen von
Fr. 4'000.--, unverbuchte Umsätze Edu AG von Fr. 58'426.--, nicht nachgewiesene
Abschreibungen auf Beteiligungen, Wertschriften und Darlehen Z von Fr. 241'354.-- als
geschäftsmässig nicht begründeter Aufwand). Für das Jahr 2009 stellte sie solche im
Betrag von Fr. 33'441.-- in Aussicht (Privatanteil Auto von Fr. 2'400.--, Privatanteil
Auslandspesen von Fr. 4'000.--, unverbuchte Umsätze Y AG von Fr. 27'041.--). In
beiden Jahren wurde sodann ein Abzug für zusätzlichen Steueraufwand von
Fr. 5'900.-- bzw. Fr. 10'500.-- infolge der diversen Aufrechnungen gewährt. Nachdem
sich die X AG mit Schreiben vom 7. Mai 2012 vernehmen liess, wurde sie mit
Verfügungen vom 19. Juni 2012 für die Jahre 2008 und 2009 mit einem steuerbaren
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Gewinn von Fr. 25'345.-- bzw. Fr. 51'708.-- veranlagt (Kantonssteuer und direkte
Bundessteuer). Das steuerbare Kapital wurde für die Kantonssteuer 2008 bzw. 2009
auf Fr. 457'738.-- bzw. Fr. 476'005.-- festgelegt. Die dagegen erhobenen Einsprachen
wies das kantonale Steueramt mit Entscheiden vom 27. Juli 2012 ab.
B.- Mit Eingabe ihres Vertreters N von der T Treuhand vom 23. August 2012 liess die X
AG gegen die Einspracheentscheide bei der Verwaltungsrekurskommission Rekurs
bzw. Beschwerde erheben. Sie beantragte, die Einspracheentscheide des kantonalen
Steueramtes seien aufzuheben und der von ihr ausgewiesene Reinverlust von
Fr. 217'783.-- für das Jahr 2008 bzw. der Reingewinn von Fr. 35'167.-- für das Jahr
2009 sei zu schützen. Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom
2. November 2012 die kostenfällige Abweisung der Rechtsmittel.
Die Rekurrentin und Beschwerdeführerin liess innert mehrmals erstreckter Frist mit
Schreiben vom 24. Januar 2013 mitteilen, sich neu von der acv treuhand ag vertreten
zu lassen. Sie nahm mit Eingabe vom 9. April 2013 zur vorinstanzlichen
Vernehmlassung Stellung und beantragt dabei, im Geschäftsjahr 2008 die
Abschreibungen der aktivierten Prozesskosten von Fr. 20'174.75 und diejenigen auf
der Beteiligung der Z LTD von Fr. 200'000.--, zum Abzug zuzulassen, sowie hinsichtlich
der unverbuchten Umsätze der Y AG das Ergebnis der Steuerbehörde im Geschäftsjahr
2010 der Y AG abzuwarten. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat stillschweigend
auf eine Vernehmlassung zur Beschwerde verzichtet.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung der Anträge wird,
soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Angefochten sind die Einspracheentscheide hinsichtlich Veranlagungen der
Kantonssteuern und der direkten Bundessteuern aufgrund der Rechnungsabschlüsse
per 31. Dezember 2008 und 31. Dezember 2009. Zwar müssen für Rekurs und
Beschwerde verschiedene Entscheide ergehen; sie können indessen in einem einzigen
Dokument mit Verweisungen und einem gemeinsamen Dispositiv, das die beiden
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Steuern allerdings ausdrücklich auseinanderhält, enthalten sein (vgl. BGE 130 II 509 =
Pra 2005 Nr. 114 E. 8.3, BGE 135 II 260 = Pra 2010 Nr. 37 E. 1.3.1).
2.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurs- sowie zur Beschwerdeerhebung ist gegeben. Der Rekurs sowie die
Beschwerde vom 23. August 2012 sind rechtzeitig eingereicht worden. Sie erfüllen in
formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 des
St. Galler Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG; Art. 140 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG; Art. 7 der
Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 41 lit. h
Ziff. 1 und Art. 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1,
abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs sowie auf die Beschwerde ist einzutreten.
3.- a) Gemäss Art. 126 Abs. 1 DBG bzw. Art. 170 StG muss der Steuerpflichtige alles
tun, um eine vollständige und richtige Veranlagung zu ermöglichen. Zu diesem Zweck
muss er auf Verlangen der Veranlagungsbehörde unter anderem Belege vorlegen.
Kommt der Steuerpflichtige seiner Mitwirkungspflicht nicht nach, muss die
Veranlagungsbehörde im Sinne einer Schliessung von Sachverhaltslücken das
steuerbare Einkommen aufgrund von Schätzungen ermitteln und eine sogenannte
Ermessensveranlagung vornehmen. Abklärungspflicht wie Ermessenseinschätzung
bleiben jedoch auf den Bereich beschränkt, für den die Steuerbehörde die Beweislast
trägt. Das gilt für steuerbegründende Tatsachen, d.h. für die Einkommensseite. Für die
steuermindernden Tatsachen, also für die Abzugsseite, liegt dagegen die Beweislast
beim Steuerpflichtigen. Soweit das Gesetz dem Steuerpflichtigen auferlegt,
Behauptungen auf bestimmte Weise seinerseits zu belegen, dürfen diese daher nicht
auf dem Umweg über die Ermessenseinschätzung als erwiesen hingenommen werden.
Vielmehr hat die Einschätzungsbehörde davon auszugehen, dass behauptete
Tatsachen, die der Steuerpflichtige nachzuweisen unterlässt, obschon das Gesetz ihm
die Beweispflicht auferlegt, nicht zu berücksichtigen sind (vgl. Weidmann/Grossmann/
Zigerlig, Wegweiser durch das st. gallische Steuerrecht, 6. Aufl. 1999, S. 193 f.; BGE
107 Ib 213 E. 5). Immerhin ist es möglich, dass auch hinsichtlich steuermindernder
bzw. -aufhebender Tatsachen eine Schätzung nach pflichtgemässem Ermessen
vorzunehmen ist. Dies ist der Fall, wenn der Grundsachverhalt hinsichtlich der
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
steueraufhebenden bzw. regelmässig nur steuermindernden Tatsachen bewiesen ist,
Unklarheit aber über den Umfang besteht (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, N 43 zu Art. 130 DBG).
Der steuerbare Gewinn setzt sich gemäss Art. 58 Abs. 1 DBG zusammen aus dem
Saldo der Erfolgsrechnung unter Berücksichtigung des Saldovortrags des Vorjahres;
allen vor Berechnung des Saldos der Erfolgsrechnung ausgeschiedenen Teilen des
Geschäftsergebnisses, die nicht zur Deckung von geschäftsmässig begründetem
Aufwand (vgl. auch Art. 59 DBG) verwendet werden, wie insbesondere Kosten für die
Anschaffung, Herstellung oder Wertvermehrung von Gegenständen des
Anlagevermögens, geschäftsmässig nicht begründete Abschreibungen und
Rückstellungen, Einlagen in die Reserven, Einzahlungen auf das Eigenkapital aus
Mitteln der juristischen Person, soweit sie nicht aus als Gewinn versteuerten Reserven
erfolgen, offene und verdeckte Gewinnausschüttungen und geschäftsmässig nicht
begründete Zuwendungen an Dritte sowie den der Erfolgsrechnung nicht
gutgeschriebenen Erträgen, mit Einschluss der Kapital-, Aufwertungs- und
Liquidationsgewinne, vorbehältlich Art. 64 DBG (Ersatzbeschaffungen). Auf kantonaler
Ebene besteht mit Art. 82 und 84 StG eine nahezu identische Regelung (vgl. auch
Art. 24 f. des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der
Kantone und Gemeinden, SR 642.14).
Das schweizerische Steuerrecht folgt grundsätzlich dem Periodizitätsprinzip, wonach
Unternehmen im Steuerjahr denjenigen Gewinn zu versteuern hat, den es in der
entsprechenden Steuerperiode erzielt hat. Die Ergebnisse der Geschäftsperioden
dürfen folglich nicht untereinander ausgeglichen werden. Unzulässig ist es, die
Ergebnisse einer bestimmten Periode zugunsten oder zulasten einer anderen zu
vermindern oder zu erhöhen. Fehlt der Periodenbezug eines Aufwandes, so ist dieser
nicht geschäftsmässig begründet und darf nicht vom steuerbaren Einkommen
abgezogen werden. Wird das Periodizitätsprinzip offensichtlich verletzt, so ist dies
grundsätzlich steuerlich zu korrigieren. Das gilt ebenfalls bei Personenunternehmen
bzw. bei selbständiger Erwerbstätigkeit (vgl. Entscheid des Verwaltungsgerichts
B 2011/200 vom 12. April 2012, E. 2.2.2, in: www.gerichte.sg.ch).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
b) aa) In der Bilanz und Erfolgsrechnung für das Jahr 2008 (act. 11/I/01) deklarierte die
Rekurrentin und Beschwerdeführerin Beteiligungen an der Z LTD von Fr. 300'000.--
und nahm Abschreibungen von total Fr. 241'353.72 vor. Gemäss Kontoblatt „1135
Beteiligungen“ belief sich die Beteiligung Ende 2007 noch auf Fr. 500'000.--, worauf
per Ende 2008 eine Abschreibung von Fr. 300'000.-- erfolgte (vgl. act. 11/I/02). Da die
Steuerpflichtige von der Z eine Beteiligung an der W LTD von Fr. 100'000.--
übernommen habe, sei der Verlust (Abschreibungen) schliesslich auf Fr. 200'000.--
reduziert worden. Die Z habe im Dezember 2003 ausserdem ein Haus erstellt, welches
anschliessend verkauft, der Kaufpreis von ca. Fr. 145'000.-- aber nie bezahlt worden
sei. Die daraus resultierenden Anwaltskosten über ca. Fr. 21'000.-- seien seit 2004 in
der Bilanz als Wertschriften aktiviert und im Geschäftsjahr 2008 mit Fr. 20'174.75
erfolgswirksam abgeschrieben worden (act. 23 S. 2).
bb) Mit Schreiben vom 10. Mai 2011 forderte die Vorinstanz die Steuerpflichtige auf,
Informationen und Unterlagen hinsichtlich der Beteiligung an der Z nachzuliefern
(act. 11/I/04). Mit Stellungnahme vom 29. Mai 2011 erklärte die Rekurrentin und
Beschwerdeführerin unter anderem, auf den 1. Februar 2006 als Inhaberin der Aktien
der Z mit O einen Übernahme- und Partnerschaftsvertrag abgeschlossen zu haben
(act. 11/I/05). Sinngemäss macht die Steuerpflichtige damit geltend, alleinige Inhaberin
der Gesellschaft zu sein. Der Vertrag wurde jedoch seitens der Z von N unterzeichnet
(act. 2/1), welcher gemäss Handelsregisterauszug im Jahr 2006 für die Rekurrentin und
Beschwerdeführerin nicht (mehr) zeichnungsberechtigt war. Weiter ist aus der
Steuererklärung von P ersichtlich, dass auch sie 100 Aktien der "Z Johannesburg" hält
(vgl. act. 11/III/01). Die Zweifel der Vorinstanz, dass und in welchem Umfang die
Rekurrentin und Beschwerdeführerin ebenfalls Aktien der Z besitzt, sind daher
berechtigt. Auf das Schreiben der Vorinstanz vom 15. Juni 2011, diese Unklarheiten zu
erläutern, reagierte die Steuerpflichtige nicht, obwohl es an ihr liegen würde, diese
Tatsachen zu belegen. Auch mit den eingereichten Unterlagen bleiben die Zweifel
bestehen. Insbesondere lässt sich aus dem Einspracheentscheid vom 22. Dezember
2009, welcher P betrifft (vgl. act. 24/I/12), nichts zugunsten der Rekurrentin und
Beschwerdeführerin ableiten. Inwiefern Letztere an der Z beteiligt ist, ist daraus nicht
ersichtlich.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Mit Schreiben vom 29. Mai 2011 teilte die Rekurrentin und Beschwerdeführerin der
Vorinstanz mit, dass das Kontoblatt nicht mehr verfügbar sei, da sämtliche
Buchhaltungsunterlagen bis 2009 von Viren zerstört worden seien (act. 11/I/05). Mit
Schreiben vom 11. Juli 2012 bestätigte sie sodann, nun die letzten noch verfügbaren
Unterlagen eingereicht zu haben, die sie noch gehabt habe (act. 11/III/00). Sie kann
oder will demnach ihrer Mitwirkungspflicht nicht weiter nachkommen.
Schliesslich geht der Einwand, seitens der Vorinstanz habe es in den Vorjahren keine
Einwände zu den Beteiligungen gegeben (vgl. act. 23 S. 1), fehl. In den Jahren zuvor
wurden auf den Beteiligungen keine Abschreibungen vorgenommen, weshalb für die
Vorinstanz keine Veranlassung bestand, die Beteiligungsverhältnisse näher abzuklären.
Gleich verhält es sich mit den Anwaltskosten von ca. Fr. 21'000.--. Zwar wurden
diesbezüglich mit der Einsprache vom 11. Juli 2012 die gesamten Gerichtsakten
eingereicht, aus welchen ersichtlich sei, dass die Abschreibung mehr als gerechtfertigt
sei (act. 11/III/00). Die Unterlagen, welche grösstenteils in englischer Sprache verfasst
sind, können mit zumutbarem Aufwand nicht näher geprüft werden. Die Rekurrentin
und Beschwerdeführerin übersieht dabei, dass steuermindernde Tatsachen und damit
die geltend gemachten Abschreibungen von ihr zu beweisen sind. Sie hätte genau
darlegen müssen, in welchem Schriftstück konkrete Hinweise auf den relevanten
Sachverhalt zu finden sind. Sie machte jedoch keine substantiierten Angaben, inwiefern
aus den gesamten Akten die geltend gemachten Abschreibungen mehr als
gerechtfertigt seien (vgl. act. 11/III/00). Die Vorinstanz wies im Einspracheverfahren
ausserdem darauf hin, dass die Amtssprache im Kantons St. Gallen Deutsch ist (act. 7
S. 3; vgl. auch Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl.
2003, Rz. 373). Hinzu kommt, dass der angebliche Verlust aus einem Geschäft im
Jahre 2003 herrührt, welcher bereits im Jahr 2004 eingeklagt wurde. Es ist daher kein
sachlicher Grund ersichtlich, weshalb ein entsprechender Verlust erst im Jahr 2008
abgeschrieben wurde. Das Vorgehen der Rekurrentin und Beschwerdeführerin
widerspricht daher auch dem Periodizitätsprinzip.
cc) Zusammenfassend sind der Rekurs und die Beschwerde in diesem Punkt
abzuweisen und die Abschreibungen von total Fr. 220'174.75 sind nicht zum Abzug
zuzulassen.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
c) aa) Die Rekurrentin und Beschwerdeführerin bestreitet die Aufrechnung der
Privatanteile an Auto- und Auslandspesen von jährlich total Fr. 6'400.-- nicht. Ebenfalls
unbestritten ist, dass sie im Geschäftsjahr 2008 und 2009 für die Y AG Leistungen
erbrachte. Sie macht jedoch geltend, von der Y AG hierfür ebenfalls Leistungen
erhalten zu haben, welche in etwa gleich hoch seien. Die Schlussabrechnung über
diese Leistungen und Gegenleistungen seien nach dem 31. Dezember 2009 definitiv
erstellt worden. Sie beantragt daher, dass das Ergebnis (gemeint wohl:
Veranlagungsergebnis) der Steuerbehörde im Geschäftsjahr 2010 der Y AG abgewartet
werden müsse (act. 23 S. 2).
bb) Gemäss dem Kontoblatt 4750 "Verwaltungsaufwand" der Y AG erbrachte die
Rekurrentin und Beschwerdeführerin im Jahr 2008 Leistungen von insgesamt
Fr. 58'425.55 (act. 11/I/06). Im Geschäftsjahr 2009 verbuchte die Y AG sodann einen
Verwaltungsaufwand von total Fr. 27'040.90 (act. 11/II/08). Zwar ist aus dem Kontoblatt
für das Jahr 2009 nicht ersichtlich, ob es sich dabei ebenfalls um Leistungen der
Rekurrentin und Beschwerdeführerin handelt. Die Vorinstanz ging in ihrem
Veranlagungsvorschlag vom 2. Februar 2012 davon aus, dass die Leistungen im Jahr
2009 ebenfalls von der Rekurrentin und Beschwerdeführerin erbracht worden sind
(act. 11/II/10), was aus dem Kontoblatt jedoch nicht ersichtlich ist. Da Letztere auf den
Vorschlag nicht reagierte, ist die Leistung als solche der Rekurrentin und
Beschwerdeführerin zu betrachten, wie dies die Vorinstanz getan hat. Werden Erträge
in der Erfolgsrechnung nicht erfasst, stellt dies einen Verstoss gegen die
Rechnungslegungsvorschriften dar und ist zu korrigieren (Richner/Frei/Kaufmann/
Meuter, a.a.O., N 148 zu Art. 58 DBG). Massgebend sind die Geschäftsabschlüsse per
31. Dezember 2008 und per 31. Dezember 2009. In dieser Zeitperiode erwirtschaftete
Erträge sind demnach beim steuerbaren Reingewinn zu berücksichtigen. Hat die
Rekurrentin und Beschwerdeführerin in dieser Zeit verrechenbare Leistungen an die Y
AG erbracht, wäre sie gehalten gewesen, dies in den Geschäftsabschlüssen per Ende
2008 und 2009 auszuweisen. Inwiefern die Verwaltungsrekurskommission sich im
Verfahren der Y AG geäussert haben soll, betreffend die Leistung und Gegenleistung
zwischen der Y AG und der Rekurrentin und Beschwerdeführerin müssten die
notwendigen Abklärungen im Veranlagungsverfahren der Nachfolgeperiode, also im
Geschäftsjahr 2010, stattfinden, ist aus dem Entscheid vom 19. März 2013 (VRKE I/
1-2012/134, 135) nicht ersichtlich.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
cc) Zusammenfassend sind der Rekurs und die Beschwerde auch in diesem Punkt
abzuweisen und die Aufrechnung von unverbuchten Umsätzen von Fr. 58'426.-- für
das Jahr 2008 und Fr. 27'041.-- für das Jahr 2009 durch die Vorinstanz ist nicht zu
beanstanden.
4.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Kosten des Verfahrens der
Rekurrentin und Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP und Art. 144
Abs. 1 DBG). Da das Rekurs- und Beschwerdeverfahren in ein und demselben
Entscheid behandelt werden, ist eine Entscheidgebühr von je Fr. 1’000.-- (insgesamt
Fr. 2’000.--) angemessen (vgl. Art. 144 Abs. 5 DBG i.V.m. Art. 7 Ziff. 122 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 2'000.-- ist zu
verrechnen.