Decision ID: a987326d-7514-4a65-85cd-3c403eb4d90c
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1973 und Mutter zweier Kinder, meldete sich im November 2004 unter Hinweis auf ein psychisches Leiden erstmals bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum
Leistungsbe
zug
an (Urk.
6/
1). Nach getätigten Abklärungen, namentlich nach Einholung eines medizinischen Gutachtens beim
Y._
(
Y._
[MEDAS]; Gutachten vom 13. März 2007; Urk.
6/
20), ve
r
neinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 22. Mai 2007 den
Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk.
6/
24). Diese Verfügung blieb
unangefochten.
Nachdem die Versicherte in der Folge wieder verschiedenen Erwerbstätigkei
ten nachgegangen war und dabei zuletzt bei der
Z._
als Betriebsmitarbeiterin gearbeitet hatte (Urk.
6/
39 und Urk.
6/
52), mel
dete sie sich im Februar 2011 durch eine behandelnde Ärztin erneut zum Leistungsbezug an (Urk.
6/
29
-32)
. Ab dem 7. März 2011 war die Versicherte
zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben, weswegen die Arbeitgeberin das Ar
be
its
verhältnis später per 31. August 2011 auflöste (vgl. Urk.
6/
52 S.
7
). Die IV-Stelle tätigte wiederum Abklärungen in erwerblicher
und medizinischer Hin
sicht und veranlasste abermals eine polydisziplinäre
Begutachtung durch das
Y._
(Gutachten vom 12. April 2012; Urk.
6/
47).
Gestützt auf die getä
tigten Abklärungen
verfügte die IV-Stelle am
6. September 2012
die
Abweisung des
Leistungsbegeh
rens
(Urk.
6/62
).
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 1
5.
September
2012
(Urk.
6/
64
) beim hiesigen Gericht
Beschwerde. Mit Urteil vom
2
7.
März 2014
(Prozess Nr. IV.201
2
.0
1065
;
Urk.
6
/
79
) hob das hiesige Gericht die Verfügung der IV-Stelle auf und
führte
aus, dass der
Sachverhalt im massgeblichen Beurteilungszeitraum nicht hinlänglich erstellt sei. Es
wies die Sache an
die IV-Stelle
zurück, damit
diese
, nach ergänzenden Abklärungen, über den An
spruch de
r
Versicherten neu verfüge.
1.2
Die IV-Stelle tätigte weitere medizinische Abklärungen und liess
die
Ver
sicherte
durch das
A._
polydisziplinär be
gutachten (Expertise vom
3
1.
August 2015
;
Urk.
6
/1
16
).
Nach durchge
führ
tem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/120
, Urk. 6/124
)
wies sie das
Renten
be
geh
ren
mit Verfügung vom 2
4.
Mai 2016
(
Urk.
2
)
ab
.
2.
Dagegen erhob
die
Versicherte am
2
0.
Juni
2016 Beschwerde (
Urk.
1) und be
antragte,
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei
ih
r
min
des
tens eine
Viertelsrente
auszurichten
.
Am
2
1.
Juli
2016 (Urk.
5
) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde
.
Mit Replik vom 2
6.
September 2016
(
Urk.
9) hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest und reichte einen
Bericht der
B._
vom 2
6.
Juli
2016 ein (
Urk.
10). Am 2
7.
Oktober
2016 verzichtete die
Be
schwer
degegnerin
auf das Einreichen einer Duplik (
Urk.
12), was der Be
schwerdeführerin mit Verfügung vom 31. Oktober 2016 (
Urk.
13) mitgeteilt wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgeset
zes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden
und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des
Invaliditäts
grades
eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräfti
gen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Verän
derung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu beja
hen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche ma
terielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung vom 24.
Mai 2016 (
Urk.
2) damit, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwer
de
füh
rerin seit der Begutachtung im Jahre 2011 nicht wesentlich verändert habe. Der Beschwerdeführerin könne ihre bisherige Tätigkeit weiterhin zu 60
%
zugemutet werden. Dies ergebe einen rentenausschliessenden
Invalidi
tätsgrad
von 36
%
. Im Verfahren führte sie zudem aus
(
Urk.
5)
, dass
die
psy
chischen Beschwerden therapeutisch
angehbar
und damit nicht invalidisie
rend seien. Zudem bestehe eine ausgeprägte Selbstlimitierung und lägen psy
chosoziale Belastungsfaktoren vor
.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk.
1)
,
die Beschwerdegegnerin beurteile einerseits das neu eingeholte Gut
achten des
A._
vom 3
1.
August 2015 als nachvollziehbar und schlüssig. Andererseits sei sie der Ansicht, beim Gutachten handle es sich bloss um eine andere Einschätzung eines im Wesentlichen unveränderten Gesundheitszu
standes und stelle deshalb nicht auf die darin festgehaltene Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ab. Sie verhalte sich damit widersprüchlich. G
emäss
dem Gutachten sei die Beschwerdeführerin nur noch zu 50
%
arbeitsfähig. Zudem sei ein leidensbedingter Abzug von
mindestens
10
%
zu berücksichtigen, weshalb sie Anspruch auf eine halbe Invalidenrente habe.
Im Verfahren führte sie zudem aus (
Urk.
9), dass ihre psychischen Beschwerden als thera
pieresistent angesehen werden müssten. Sie habe kein Aggravationsverhalten gezeigt und die psychosozialen Belastungsfaktoren seien bei der gutachterli
chen Beurteilung ausser Acht gelassen worden.
3.
3.
1
3.1.1
Aufgrund der Neuanmeldung
vom Februar 2011 (Urk.
6/29-32)
wurde die
Be
schwerdeführerin
im Auftrag der
Beschwerdegegnerin
im
Y._
erneut
poly
disziplinär
(internistisch-rheumato
logisch-psychiatrisch) abgeklärt. In ihrem Gutachten vom 12. April 2012 stellten die verantwortlichen Fachärzte auf
grund ihrer Untersuchungen vom 2. bis 5. Januar 2012 die folgenden Diag
nosen mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähig
keit (Urk. 6/47 S. 24):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelschwere Episode mit somatischem Syndrom und
Somatisierungstendenzen
-
Cephale
Schmerzkomponente
-
Muskuläre
Dysbalance
des Schultergürtels
-
Wiederholte
Brachialgie
rechts
Zudem führten sie folgende Diagnosen
ohne Auswi
rkung auf die Arbeits
fähigkeit auf
(S. 24 f.)
:
-
Chronisches
cervikovertebrales
Syndrom
-
Schulterimpingement
rechts
-
Chronisches
lumbovertebrales
Syndrom
-
mit wiederholter
spondylogener
Ausstrahlung nach rechts
-
Fehlform
der Wirbelsäule, Haltungsinsuffizienz
-
Refluxoesophagitis
-
Colon
irritabile
Die Ärzte führten zusammenfassend aus, im Vordergrund stehe eindeutig das psychische Leiden. Die
Beschwerdeführerin
zeige eine depressive Symptoma
tik, die in ihrem Ausmass einer mittelschweren Episode und einer rezidivie
renden depressiven Störung entspreche. Im Rahmen der rezidivierenden de
pressiven Störung seien auch
Somatisierungstendenzen
zu verzeichnen, in
dem somatisch erklärbare Beschwerden eine gewisse funktionelle Verstär
kung erfahren würden. Ansonsten würden sich die Befunde von Seiten des Bewegungsapparates bescheiden ausnehmen. Objektiv finde sich zwar im MRI eine nachgewiesene mediale Diskushernie C4/5, die allenfalls einen ge
wissen Teil der von der
Beschwerdeführerin
geltend gemachten
Nacken
schmerzen
erklären könnte, doch sei das geltend gemachte Ausmass der Be
schwerden nicht nachvollziehbar. Zur Arbeitsfähigkeit führten sie aus, da die
Beschwerdeführerin
an ihrem letzten Arbeitsplatz keinen grösseren körperli
chen Belastungen ausgesetzt gewesen sei (Abpacken von Medikamenten in kleinere Pakete), bestehe diesbezüglich keine Einsch
rän
kung aus somatischen Gründen. Die Einschränkung ergebe sich aus dem psychischen Leiden, durch
welches die
Beschwerdeführerin
in ihrer psychophysischen Belastbarkeit,
Kraft
entfaltung
und Ausdauer eingeschränkt sei. Für diese wie auch sämtli
che alternativen Verweistätigkeiten ohne übermässige körperliche Belastung wie repetitives Heben schwerer Lasten oder körperliche Zwangshaltungen bestehe seit 1. März 2011 eine Arbeitsunfähigkeit von 40 %. Im Vergleich zur Vorbegutachtung im Jahr 2006 habe sich der psychische Gesundheitszu
stand in dem Sinne (merklich) verschlechtert, als die depressive Symptomatik heute in
ausgeprägterem
Masse vorhanden sei; aus diesem Grunde ergebe sich bei der jetzigen Beurteilung eine etwas höhere Arbeitsunfähigkeit (
S.
25
f.).
3.
1.
2
In dem von der Beschwerdeführerin eingereichten Bericht der
C._
vom 10. Juli 2012, wo die
Beschwerdeführerin
vom
23. März 2012
bis am 1
3.
Juli 2012
in stationärer Behandlung stand, diagnostizierten die verantwortlichen Ärzte eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (F33.2) sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.40). Sie führten im Wesentlichen aus, im Vordergrund stehe eine ausgeprägte depressive Symp
to
matik mit schneller Ermüdbarkeit, erhöhtem Schlafbedürfnis,
Durch
schlaf
störungen
, Tagesmüdigkeit, innerer Unruhe, Freudlosigkeit und
Interessen
ver
lust
. Ausserdem klage die
Be
schwerdeführerin
über vielfältige und wechsel
hafte Schmerzen. Seit dem Eintritt in die Spezialstation für Depression und Angststörungen habe durch die medikamentösen Behandlungsversuche sowie das multimodale
Behand
lungsprogramm
(psychotherapeutische Gespräche, Physiotherapie, Bewe
gungstherapie, Ergotherapie) keine deutliche Besserung der depressiven Symptomatik erzielt werden können. Auch habe eine aus
führ
liche internisti
sche Abklärung zu keinem neuen Erkenntnisgewinn bezüg
l
ich der Schmerzsymptomatik geführt. Aufgrund des langjährigen und
thera
pieresis
tenten
depressiven Krankheitsverlaufs bestehe die Indikation zur
Elek
tro
krampftherapie
(EKT)
, mit welcher begonnen worden sei. Aufgrund der ausgepräg
ten depressi
v
en Symptomatik sowie der deutlichen
Schmerz
symptomatik
be
stehe aktuell eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (Urk.
6/
58).
3.
1.
3
In dem von der
Beschwerdeführerin
eingereichten Austrittsbericht der
C._
vom 8. August
2012 über die stationäre Behandlung vom 23. März bis 13. Juli
2012 stellten die verantwortlichen Ärzte dieselben Diagnosen wie im Bericht vom 10. Juli 2012, diagnostizierten aber zusätzlich eine generalisierte Angst
störung (F41.1). In Ergänzung ihres Berichtes vom 10. Juli 2012 führ
ten sie zur Hauptsache aus, die Elektrokrampftherapie sei mit insgesamt acht Sitz
ungen komplikationslos verlaufen. Im Rahmen dieser Behandlung habe fol
gende Beobachtung gemacht werden können: Die
Beschwerdeführerin
habe affektiv gelöster gewirkt, die emotionale Schwingungsfähigkeit habe zuge
nommen und die innere Unruhe leicht nachgelassen. Jedoch habe die
Be
schwerdeführerin
eine anhaltende Schmerzproblematik geschildert. Nach der achten EKT-Behandlung habe
sie
einen raschen Austritt gewünscht, um während der Schulferien Zeit mit ihren Töchtern verbringen zu können. Bei fehlen
dem Hinweis auf eine Fremd- oder Selbstgefährdung sei
sie
in die bestehenden Verhältnisse entlassen worden. Es sei unter anderem vorge
sehen, dass die
Beschwerdeführerin
Ende August Kontakt aufnehme, um die Indika
tion zur Durchführung einer Erhaltungs-EKT prüfen zu können (Urk.
6/
71/10-16
).
3.1.4
In Würdigung dieser Aktenlage gelangte das Gericht im Urteil vom 27. März 2014 (Urk. 6/79) zum Schluss, auf das Gutachten des
Y._
, welches sämtliche praxisgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische
Beurtei
lungs
grundlage
erfülle (vgl. E. 1.4
hievor
),
könne abgestellt werden
;
dies je
den
falls bis zum Untersuchungszeitpunkt im Januar 2012. Die diagnostizierte
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, erschei
ne
nachvollziehbar (E. 4.1).
In der Zeit bis zum Erlass der damals angefochtenen Verfügung vom
6. Septem
ber 2012 (Urk. 6/62) sei die Beschwerdeführerin vom 23. März 2012
bis zum 13. Juli 2012 in der
C._
hospitalisiert gewesen und medikamentös
und mittels eines multimodalen Behandlungsprogramms sowie EKT thera
piert worden (E. 3.
1
.2-3
hievor
). Es bestünden Hinweise darauf, dass nach der Begutachtung durch das
Y._
eine Verschlechterung des (psychischen) Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit eingetreten sei. Das Gericht wies daher die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurück, damit sie die Verhältnisse für die Zeit nach der Begutachtung ergänzend abkläre (E. 4.2-3).
3.2
Im
nach dem Rückweisungsentscheid des hiesigen Gerichts eingeholten
Gut
achten
des
A._
vom 3
1.
August 2015
(
Urk.
6/116
/1-92
)
stellten
Dr.
med.
D._
, FMH Innere Medizin,
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Rheumatologie und
Innere
Medizin FMH,
Dr.
G._
, Diplompsychologin, und
lic
. phil.
H._
, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP,
aufgrund ihrer Untersuchungen
vom 2
0.
Mai, 2
8.
Mai und 2
3.
Juni 2015
folgend
e
Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit
(S.
71
):
-
Mittelgradige depressive Störung mit somatischem Syndrom im Rahmen ei
ner rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10 F33.11)
Zudem führten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit auf
(S. 71)
:
-
Subjektiv beklagte Missempfindungen Schultergürtelregion rechts und
obere Extremität rechts
-
o
hne somatisch-rheumatologisches Korrelat, ohne
Schmerzprovoka
tion
, mit
-
f
reier und schmerzloser Beweglichkeit der HWS-Segmente ohne Hin
weise für eine Facettengelenks- oder
radikuläre
Symptomatik bei
-
MRI-dokumentierter medianer Diskushernie C4/C5 ohne
radikuläre
Kompromittierung
(MRI HWS 21.03.2011)
-
DD im Rahmen einer Somatisierungsstörung
-
Metabolisches Syndrom (Bauchumfang 93 cm,
Triglyceriderhöhung
und verminderte
s
HDLC)
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(ICD-10 F45.41)
-
Psychische und
Verhaltensstörungen durch Tabak: Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F17.24)
Dazu hielten sie fest, dass
sich aus internistischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen lasse.
Bei der rheumatologischen Untersu
chung sei die Untersuchung des Bewe
gungsapparates an allen Etagen, auch an
der Halswirbelsäule und am rechten Arm unauffällig gewesen und ohne
provozierbare
Missemp
findungen. Radiologisch würden
relevante Beein
trächtigungen der Nervenwurzel fehlen.
Aufgrund dieser Angaben sei
diffe
r
e
ntialdiagnostisch
eine
S
o
matisierungs
störung
anzunehmen im Rahmen ei
nes
syndromalen
Beschwerdebildes ohne somatisches Korrelat. Aus rheuma
tologisch-somatischer Sicht werde für sämtlic
h
e
Tätigkeiten,
auch
für
die an
gestammte Tätigkeit in der Verpackung von
Medikamenten bis 2011
,
bezo
gen auf ein volles Pensum eine 100%ige Arbeitsfähigkeit als zumutbar und ausgewiesen beurteilt. Die subjektiv beklagten Missempfindungen würden nicht zum Attestieren oder Begründen einer Arbeitsunfähigkeit
qualifizieren
.
Die neuropsychologische Untersuchung habe keine pathologischen Auffällig
keiten ergeben. Aus neuropsychologischer Sicht könne die Beschwerdeführe
rin die kognitiven Anforderungen ihrer angestammten Berufstätigkeit im ersten Arbeitsmarkt bewältigen.
Die psychiatrische Untersuchung habe im Hinblick auf die diagnostische Ein
schätzung im Wesentlichen keine Diskre
panzen ergeben. Auf psychia
tri
schem Gebiet liege bei der Beschwerdeführe
rin eine mittelgradige depressive Störung mit somatischem Syndrom im Rahmen einer rezidivierenden de
pressiven Störung, darüber hinaus eine chronische Schmerzstörung mit soma
tischen und psychischen Faktoren vor. Im Hinblick auf die Beurteilung der Leistungsfähigkeit mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit werde auf
grund der Würdigung der Versicherungsakten und der heutigen Unter
su
chung gegenwärtig von einer maximalen Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit
von 50
%
ausgegangen. Trotz der diagnosti
zierten mittelgradigen depressi
ve
n Störung mit somatischem Syndrom im Rahmen einer rezidivierenden de
pressiven Störung, die sicherlich die Be
schwerdeführerin in ihrer Leistungs
fähigkeit einschränke, habe die gut
achterliche Konsistenzprüfung klare Hinweise auf nicht im geklagten Umfang vorhandene
Funktionsbeein
trächti
gungen
ergeben. Insbesondere seien er
hebliche Diskrepanzen zwischen
der
subjektiv geschilderte
n
Intensität und der Vagheit der Beschwerden, Diskre
panzen zwischen
den
massiven subjektiven Beschwerden
sowie
der
Selbst
einschätzung der Ar
beitsfähigkeit und der erkennbaren körperlich-psychi
schen Beeinträchtigung in der Untersuchung sowie Diskrepanzen zwischen dem Ausmass der ge
schilderten Beschwerden und der Inanspruchnahme gegenwärtiger therapeu
tischer Hilfe aufgefallen (S. 78 f.).
Die Beschwerdeführerin habe angegeben, in den tiefen depressiven Phasen an Suizidgedanken zu leiden, sie habe öfter daran denken müssen. Es
be
stä
nden jedoch weder Suizidversuche noch ein selbstverletzendes Verhalten (S. 52).
Aufgrund der
psychischen
Beschwerden bestehe in de
r zuletzt ausgeführten Tätigkeit
in der Verpackung von Medikamenten und
in
allen angepassten zeitlich flexiblen Tätigkeiten ohne permanenten Zeit- und Termindruck
und mit
reduziertem Publikumsverkehr und reduzierten Anforderungen an das Umstellungs- und Anpassungsvermögen eine
50%ige Arbeitsfähigkeit
. Das aktuell ermittelte Belastbarkeitsprofil gelte seit dem Zeitpunkt der aktuellen polydisziplinären Abk
l
ärung
(S. 79). Es erscheine nicht nachvollziehbar, da
s
s sich die Beschwerdeführerin trotz
der angegebenen Schwere der depressiven Erkrankung und der subjektiven Beeinträchtigung in einer niederschwelligen psychotherapeutischen Behandlung mit Sitzungsfrequenz alle zwei bis vie
r Wochen befinde. Es bestehe ei
n
e
ausgesproche
ne Selbstlimitierung. Es könne
a
u
ch nicht nachvollzogen werden, dass die Beschwerdeführerin trotz der an
gegebenen Schwere der Störung und Alltagsbeeinträchtigung imstande sei
,
Auslandreisen zu unternehmen. An den subjektiven Angaben der Beschwer
deführerin werde aufgrund der erheblichen Diskrepanzen und Inkonsistenzen gezweifelt (S. 81).
Der Gesundheitszustand habe sich seit dem Zeitpunkt der Begutachtung durch
das
Y._
(April 2012) nicht verändert (S. 82).
3.3
Im Austrittsbericht der
B._
vom 2
6.
Juli 2016 (
Urk.
10)
, bei welcher sich die Beschwerdeführerin
(nach Erlass des hier angefochtenen Entscheids vom 24.
Mai 2016
[Urk. 2]
)
vom 1
1.
bis 3
0.
Juni 2016 in stationärer Behandlung befand,
wurde folgende Diagnose festgehalten:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psy
chotische Symptome (F33.2)
Dazu wurde ausgeführt, dass
in der Vorgeschichte
drei Suizidversuche mit Tablettenintoxikation
stattgefunden hätten
. Seit mehreren Monaten bestä
n
den Suizidgedanken und Suizidhandlungen, welche die Beschwerdeführerin jedoch ihrem familiären und therapeutischen Umfeld verschwiegen habe. Der Eintritt in die
B._
sei per
f
ürsorgerische Unterbringung (FU) zur
Krisenin
tervention
aufgrund einer Selbstgefährdung im Rahmen der rezidiv
i
erend depressiven Erkrankung erfolgt
. Die Beschwerdeführerin sei zuvor auf Emp
fehlung ihrer ambulanten Psychologin freiwillig ins
I._
eingetreten. Dort habe sie jedoch ein ausführliches
Ein
trittsgespräch
abgelehnt und nur einsilbig Auskunft gegeben. Aufgrund des
nicht umfassend beurteilbaren Suizidrisikos sei die Ausstellung der FU er
folgt
.
4.
Das polydisziplinäre Gutachten des
A._
vom 3
1.
August 2015 (E. 3.
2
)
beruht auf den erforderlichen allgemeininternistischen,
rheumatologischen, psy
chi
atrischen und
neuropsychologischen Untersuchungen und wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den fallrelevanten
Vorakten
erstellt. Die Gutachter legten die medizinischen Zusammenhänge einleuchtend dar und setzten sich mit den geklagten Beschwerden und dem Verhalten der Be
schwerdeführerin auseinander.
Sie
zeigten auf, dass
für ein
zervikoradikulä
res
Reizsyndrom rechts C5/C6 respektive ein generalisierender
Weicht
eil
rheumatismus
keine reproduzierbaren Befunde
erhoben werden konnten
(
Urk.
6/116
S.
41)
.
Die Gutachter verneinten das Vorliegen von
Ängste
n
im strengen psychiatrischen Sinne
und legten ausführlich dar, dass keine an
haltende somatoforme Schmerzstörung, sondern eine chronische
Schmerz
störung
mit somatischen und psychischen Faktoren vorliegt.
Aufgrund der subjektiv erlebten und kaum objektivierbaren Defizite führ
t
diese jedoch nicht zu einer Minderung der Arbeitsfähigkeit.
Die Gutachter wiesen auf
psy
chosoziale Belastungsfaktoren hin, welche sie jedoch bei der Beurteilung der beruflichen Leistungsfähigkeit ausschlossen. Ebenso wiesen sie auf
erhebliche
Diskrepanzen
zwischen der subjektiv geschilderten Intensität der
Beschwer
den und der Vagheit der Beschwerden, zwischen
den
massiven subjektiven Beschwerden und der erkennbaren körperlich-psychischen Beeinträchtigung in der Untersuchung sowie zwischen dem Ausmass der geschilderten Be
schwerden und der
Intensität der
Inanspruchnahme therapeutischer Hilfe
hin. Sie
legten dar
, dass
die gutachterliche Konsistenzprüfung klare Hinweise auf
nicht im geklagten Umfang vorhandene Fun
ktionsbeeinträchtigungen ergab
und dass eine ausgesprochene Selbstlimitierung bestand.
Gemäss den Gut
a
ch
tern standen b
ei der subjektiv empfundenen vollständigen Arbeitsunfä
hig
keit psychosoziale und motivationale
Aspekte ganz im Vordergrund
(S. 6
0
-65).
Angesichts dieser Umstände erscheint es für den
rechtsanwendenden medi
zinischen Laien nachvollziehbar
, dass
die Gutachter
trotz der geschil
derten Beschwerden
nicht
vom Vorliegen einer
schweren, sondern von einer
mittel
gradigen depressiven Episode ausgingen.
Die Gutachter gelangten so
dann zum ausführlich begründeten Schluss, dass die Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeführten Tätigkeit in der Verpackung von Medikamenten und in allen angepassten zeitlich flexiblen Tätigkeiten ohne permanenten Zeit- und Termindruck und mit reduziertem Publikumsverkehr und reduzierten Anfor
de
rungen an das Umstellungs- und Anpassungsvermögen zu 50% ar
beits
fähig ist.
D
as
Gutachten
entspricht damit
den rechtsprechungsgemässen
Anfor
derungen an eine beweiskräftige
medizinische Ent
scheidungsgrundlage (vgl. E. 1.
4
hiervor
).
Dieser Ansicht ist auch die Beschwerdeführerin.
Soweit sich die
Verwaltung daher - jedenfalls für die Zeit bis Mai 2015 (vgl. E.
5
.
5
hiernach
) -
darauf abgestützt hat
, ist dies nicht
zu beanstanden
.
5.
5
.1
Die Beschwerdeführerin leidet an einer
rezidivierenden
depressiven Störung mit im Zeitpunkt der Begutachtung durch
das
Y._
mitt
elgradiger
depressi
ver
Episode.
Dies betrachtete das Gericht im Urteil vom 27. März 2014 für ausgewiesen (Urk. 6/79 E.
4.1), welche Feststellung dem vorliegenden Ent
scheid zu Grunde zu legen ist (§ 26 Abs. 2 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht). Der Gesundheitszustand hat sich gemäss den Gutach
tern des
A._
seither nicht verändert (E. 3.2
hievor
).
Die Hinweise im Bericht der
C._
vom 8.
August
2012 (Urk. 6/71/10-16)
auf eine mögliche Ver
schlech
terung,
welche gemäss der gerichtlichen Beurteilung
ergänzender medizinischer
Abklärungen
bedurften
(Urk. 6/79 E. 4.2), liessen sich in der
Folge nicht erhärten. Auch die behandelnde Therapeutin sprach am 15. Okto
ber
2014 - anders noch als die Fachärzte der
C._
- in diagnostischer Hin
sicht nicht mehr von einer schweren Depression (Urk. 6/89/1) und berichtete, dass im ambulanten Setting keine suffiziente Psychotherapie stattfinden konnte, da die Beschwerdeführerin die vereinbarten Termine oft abgesagt habe. Diese nahm auch die empfohlene tagesklinische Behandlung nicht auf (Urk. 6/89/2 Ziff. 1.5), welche Umstände insgesamt auf einen eher geringen Leidensdruck nach dem
wegen Ferien der T
ö
chter selbst angestrebten
(Urk. 6/71/15 unten) - Klinikaustritt im Juli 2012 hindeuten. Dement
spre
che
nd beschrieb
auch der behandelnde Dr.
J._
den Gesundheitszustand am 28. August 2014 als stationär (Urk. 6/85/7).
Auch den Berichten der
B._
vom 8. August 2014 (Urk. 6/83) und des
K._
vom 1. Oktober 2014 (Urk. 6/88/6) sind keine Anhaltspunkte für eine gesundheitliche Verschlechterung zu entnehmen.
Dr.
med.
L._
, Innere Medizin und Pneumologie,
und Dr.
med.
M._
, FMH
Innere Medizin und Kardiologie, nannten am 21. November 2013 bezieh
ungs
weise
am 21. Juli 2014 keine somatischen Diagnosen mit einschränkender Wirkung auf die Arbeits
fähigkeit (Urk. 6/85/7 und Urk.
6/85/6)
. Ebenso wenig ist der Bericht der behandelnden Fachleute des
K._
vom 1. Oktober 2014 (Urk. 6/88/6-7) geeignet, die gutach
ter
liche Beurteilung in Zweifel zu ziehen. Darin werden keine eigenen Befunde
genannt, welche die aufgeführten Diagnosen einer
rezidivierenden depressi
ven
Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome, einer
generalisierten Angststörung sowie einer anhaltenden somatoformen Schmerz
störung zu stützen vermögen. Der Bericht erschöpft sich zur Haupt
sache in der Wiedergabe der Darstellung der Beschwerdeführerin und Dr.
J._
erläuterte in keiner Weise, weshalb er anstelle der noch am
20./23. August
2014 als mittelschwer gefasste depressive Störung (Urk
. 6/85/6
7)
nunmehr eine rezidivierende depressive Störung, gegenwär
tig
schwere Episode diagnostiziert.
In Anbetracht dieser Aktenlage ist der Beschwerdegegnerin beizupflichten, wenn sie unter revisionsrechtlichem Blickwinkel von eine
m
unveränderten Gesundheitszustand ausging und die
zurückhaltendere
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die
A._
-Gutachter unberücksichtigt liess.
Ob aus medizinischer Sicht infolge der mittelschweren depressiven Störung
eine Arbeitsunfähigkeit von 40
%
(E. 3.1.1) oder von 50
%
(E. 3.
2
) besteht, kann mit Blick auf die nachfolgenden Ausführungen
letz
t
lich
offen bleiben.
5
.2
5
.2.1
Laut bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind leichte bis höchstens mittel
schwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis in der Regel
therapier
bar
und führen invalidenversicherungsrechtlich zu keiner Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteile des Bundesgerichts 9C_836/2014 vom 23. März 2015 E. 3.1; 9C_667/2013 vom 29. April
2013 E.
4.3.2; 9C_917/2012 vom 14. August 2012 E. 3.2 und 9C_736/2011 vom 7. Februar 2012 E.
4.2.2.1; vgl. auch Rahel Sager, Die bun
desgerichtliche Rechtsprechung betreffend Depressionen, in: SZS 2015 S. 308 ff., 317 f. Ziff. 5.2). Daran hat auch BGE 141 V 281 nichts geändert (Urteil des Bundes
ge
richts 9C_892/2015 vom 22. Januar 2016 E. 2).
Die invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Störung ist aller
dings nicht schlechthin auszuschliessen; deren Annahme bedingt nach den höchstrichterlichen Vorgaben jedoch, dass es sich nicht bloss um die Be
gleiter
scheinung einer Schmerzkrankheit, sondern um ein selbständiges, vom psycho
genen Schmerzsyndrom losgelöstes depressives Leiden handelt (Urteile des Bun
desgerichts 9C_917/2012 vom 14. August
2013 E.
3.2 und 9C_210/2012 vom 9. Juli 2012 E.
3.1). Im Weiteren ist vorausgesetzt, dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Lei
den als resistent ausweist. Fehlt es daran, ist nach der Rechtsprechung in der Regel keine invali
di
sierende Wirkung des Gesundheitszustandes anzunehmen (Urteil des Bundes
ge
richts 9C_454/2013 vom 29. Oktober 2013 E. 4.1). Dabei
stellt das Bundes
gericht sowohl an die
Langjährigkeit
(verneint im vorge
nannten Urteil 9C_892/2015 bei einer Therapiedauer von weniger als andert
halb Jahren) als auch an die Intensität der Therapiebemühungen (vgl. etwa das vorgenannte Urteil 9C_454/2013 E. 4.1) hohe Anforderungen.
5
.2.2
Nach der Rechtsprechung ist es in sämtlichen Fällen gesundheitlicher Beein
trächtigungen, somit auch bei psychischen Störungen, keineswegs allein Sache der mit dem
konkreten Einzelfall (gutachterlich) befassten Arztpersonen, selber abschliessend und für die rechtsanwendende Stelle (Verwaltung, Ge
richt) ver
bindlich zu entscheiden, ob das medizinisch festgestellte Leiden zu
einer (andauernden oder vorübergehenden) Arbeitsunfähigkeit (bestimmter Höhe
und Ausprägung) führt. Aufgrund dieser tatsächlichen und rechtlichen Gege
benhei
ten hat die Rechtsprechung seit jeher die Aufgaben von
Rechts
anwen
der
und Arztperson im Rahmen der Invaliditätsbemessung wie folgt verteilt: Sache
des (begutachtenden) Mediziners ist es, den Gesundheitszustand zu be
ur
teilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu be
schreiben, das heisst mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Be
rücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diag
nose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sach
ver
ständige seine genuine Aufgabe, wofür Verwaltung und im Streitfall Gericht nicht kompetent sind. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesund
heit
lichen Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu (BGE 140 V 193 E. 3.1 und 3.2).
Entgegen den Rügen der Beschwerdeführerin (Urk.
1 S.
4
unten)
kann damit von einer medizinischen Einschätzung der Arbeitsunfä
hi
g
keit aus rechtlicher Sicht abgewichen werden, ohne dass ein
wie vorlie
gend grundsätzlich beweiskräftiges
Gutachten dadurch seinen Beweiswert verlöre (Urteil des Bundesgerichts 9C_106/2015 vom 1. April 2015 E. 6.3).
5
.3
Die
Beschwerdeführerin leidet seit
vielen
Jahren an
Depressionen
und war deshalb bereits mehrfach hospitalisiert (
7.
April bis 3
0.
Mai 2011, 1
1.
August bis 2
1.
September 2011,
2
3.
März bis 1
3.
Juli 2012; Urk. 6/47/7 und E.
3.
1.
2).
Ab November 2006 war sie vorübergehend alle zwei bis drei Wochen bei der
B._
in ambulanter Behandlung (
Urk.
6/20/8 f.).
Ab Oktober 2010 war sie zunächst alle drei Wochen, anschliessend spätestens ab Dezember 2011 wöchentlich in ambulanter psychiatrischer Behandlung
bei
Dr.
med.
N._
be
ziehungsweise bei
lic
. phil.
O._
, Fachpsychologe für Psy
chotherapie FSP
(
Urk.
6/29/2
und Urk.
6/47/32). Dabei nahm sie im Zeitrau
m vor dem
Klinik
eintritt
vom
23.
März 2012 die ambulanten Termine nicht mehr wahr (
Urk.
6/71/10). Auch später sagte sie die vereinbarten Termine oft ab, wes
halb die Behandlung im Juli 2013 abgebrochen wurde (
Urk.
6
/89/2).
Seit November 2013 ist die Beschwerdeführerin ein bis zwei
M
al
pro
Monat beim
K._
in ambulanter
psychiatrischer
Be
handlung (
Urk.
6/88/6 und
Urk.
6/116
S.
29).
Die Beschwerdeführerin
gab an
, dass
es ihr seit Jahren anhaltend schlecht gehe
(Urk. 6/
116
S.
49).
Dennoch war sie zunächst lediglich alle zwei bis drei beziehungsweise ab Oktober 2010 alle drei Wochen in psychiatrischer Be
handlung. Die Behandlungsfrequenz wurde daraufhin zwar vorübergehend auf wöchentliche Sitzungen erhöht, doch nahm die Beschwerdeführerin dabei mehrfach die Termine nicht wahr. Gemäss
Dr.
N._
sei sie aufgrund
d
er psychischen Beschwerden nicht imstande gewesen, in ihre Praxis zu kommen (
Urk.
6/89/2). Dies scheint wenig plausibel, wäre doch bei einem so schlech
ten Gesundheitszustand
wohl kaum
die Behandlung im Juli 2013 aufgrund der häufigen Terminabsagen abgebrochen
und erst im November 2013 eine neue Therapie begonnen
worden. Vielmehr deutet das häufige
Nichtwahr
nehmen
der Sitzungen auf einen nicht allzu grossen Leidensdruck hin.
Die Behandlungsfrequenz von nur noch ein bis zwei Sitzungen pro Monat seit November 2013 bestätigt dies.
Bereits die Gutachter des
Y._
waren der Ansicht, dass die Behandlungsoptionen noch nicht ausgeschöpft sind (
Urk.
6/47/23) und die Fachtherapeutin empfahl eine tagesklinische Behand
lung (Urk. 6/89/2), welche die Beschwerdeführerin nicht aufnahm.
Gemäss den Gutachtern des
A._
erschein
t
es
nicht nachvoll
ziehbar, dass sich die Beschwerdeführerin trotz der angegebenen Schwere der depressiven Erkran
kung lediglich in einer niederschwelligen psychothera
peutischen Behandlung befindet (E. 3.
2
).
Ihre antidepressiven Medikamente scheint die Beschwerde
führerin zudem teilweise ungenügend einzunehmen (
vgl.
Medikamenten
spiege
l
vom 20. und vom 28. Mai
2015 bzgl.
Quetiapin
,
Urk.
6/116
S.
36). Die Gut
achter des
A._
empfahlen denn auch eine An
passung der
psychopharmako
logischen
Behandlung (
Urk.
6/116 S. 63).
Bei dieser Sachlage kann von einer konsequenten Depressionstherapie, deren
Scheitern das Leide
n als resistent ausweist
nicht gesprochen werden. Eine invalidisierende Wirkung der mittelschweren depressiven Störung ist damit nicht ausgewiesen.
Soweit die Beschwerdeführerin vorbringt, gemäss den Gutachtern des
A._
sei ihr eine Überwindbarkeit bloss eingeschränkt zumutbar, ist festzuhalten,
dass sich diese Aussage auf die chronische Schmerzstörung bezog (Urk. 6/116
S. 65). Gemäss den Gutachtern bestehen bei der Beschwerdefüh
rerin subjek
tiv erlebte
,
kaum objektivierbare Defizite. Die Überwindung
der Defizite
ist
ihr reduziert zumutbar.
Schon a
us rein medizinischer Sicht führen
diese
nicht zu einer Minderung der Arbeitsfähigkeit, weshalb die Diagnose der chro
ni
schen Schmerzstörung
mit somatischen und psychischen Faktoren
im Gut
achten des
A._
als
ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
aufgeführt wird
. Die diesbezüglichen Aussagen der Gutachter vermögen damit nichts an der fehlenden invalidisierenden Wirkung der
mittelschweren depressiven Störung
zu ändern.
5
.4
Obwohl eine
depressive Symptomatik vorliegt, kann dem Leiden der Be
schwer
deführerin aufgrund der lediglich mittelschweren Störung
und
einer fehlenden konsequenten Depressionstherapie
keine invalid
isierende Wirkung zuerkannt werden.
Ihr
e Pathologien führen damit
zu
keiner
sozialversiche
rungs
rechtlich
relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Namentlich ist die angestammte Tätigkeit in der Verpackung von Medika
menten sowie jede ange
passte zeitlich flexible Tätigkeit ohne permanenten Zeit- und Termin
druck und mit reduziertem Publikumsverkehr und reduzier
ten Anforderungen an das Umstellungs- und Anpassungsvermögen zumut
bar. Ein
anspruchs
be
gründender
Invaliditätsgrad
ist somit zu verneinen.
5.5
D
er massgebliche Beurteilungszeitraum
umfasst
die Zeit bis zum Abschluss des Verwaltungsverfahrens
am 24. Mai 2016 (BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Die nach Verfügungserlass wegen des nicht beurteilbaren Suizidrisikos mittels fürsorgerischer Unterbringung erfolgte Einweisung in die
B._
(Urk. 1) am 11. Juni 2016 hat daher in diesem Verfahren von vornherein ausser Acht zu bleiben.
In Bezug auf die Verhältnisse im hier massgebenden Zeitraum sind dem Bericht der
B._
vom 26. Juli 2016 (E.
3.3
hievor
) keine neuen Erkenntnisse zu entnehmen. Zwar wurden seit mehreren Monaten bestehende
Suizidge
danken
und
drei Suizidversuche mit Tablettenintoxikation
erwähnt (S.
1), welche jedoch in den übrigen Akten, die den Krankheitsverlauf seit der erstmaligen Anmeldung zum Leistungsbezug im Jahr 2004 abbilden, keine Stütze finden. Allein gestützt auf die nicht weiter belegten, nach Einschät
zung der
A._
-Gutachte
r
nicht immer konsistenten Angaben der Beschwer
de
führerin kann daher nicht auf eine anhaltende Verschlechterung ihres Gesundheitszustands geschlossen werden.
5.6
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin zu Recht verneint, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Die Kosten des Verfahrens (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) sind auf Fr. 1‘0
00.
--
fest
zusetzen und entsprechend dessen Ausgang de
r
Beschwerdeführer
in
aufzu
er
legen
.