Decision ID: f3d2422f-f740-4ae8-bb04-739ef59aa597
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Während eines Urlaubs
in der Rekrutenschule verunfallt
e
X._
am
5.
Oktober 1994 in der Nähe von Prag (Tschechien)
, als er mit seinem
Fahr
zeug auf einen auf dem Pan
nenstreifen stehenden Lastwagen mit Anhänger auf
fuhr (
Urk.
13/
Dossier 1/
7)
. Nach seiner Genesung kehrte er wieder in die Rekru
ten
schule zurück, wurde jedoch wegen
anhaltender gesundheitlicher Be
schwer
den frühzeitig entlassen.
In der Folge arbeitete er wiederum als kaufmännischer Angestellter in seinem vormaligen Lehrbetrieb. Infolge häufiger krankheits
be
dingter Absenzen wurde dieses Arbeitsverhältnis im Jahr 1996 allerdings aufge
löst. Anschliessend a
rbeitete
X._
bis 1999 bei verschiedenen B
etrieben, wobei er die aufgenom
menen Tätigkeiten jeweils aufgrund gesun
dheit
licher Schwierigkeiten auf
g
ab oder unterbrach. Die Militär
v
ersicherung über
nahm seit dem Unfall vom
5.
Oktober 1994 die Kosten für die
erforderlichen medizinischen Be
handlungen und richtete Taggelder für den gesundheit
sbeding
ten Er
werbsausfall aus (vgl.
Urk.
13/
Dossier 5/
141 S. 1).
Mit Verfügung vom 2
6.
Juni 2001 sprach die Militärversicherung
X._
für die Folgen des Unfalls vom
5.
Oktober 199
4 eine zweijährige, bis Ende 200
2 dauernde Invalidenrente
bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
zu (
Urk.
13/
Dossier 3/
449). Mit
Einspracheentscheid
vom 1
8.
Januar 2002
gewährte
die Militärversicherung die Invalidenrente rückwirkend ab
1.
Januar 2001 auf unbe
stimmte Zeit (
Urk.
13/
Dossier 3/
484).
1.2
Auf der Grundlage dieses Entscheids erkannte die IV-Stelle des Kantons
K._
(nachfolgend: IV-Stell
e)
X._
mit Verfügung vom
8.
Februar 2002 rückwirkend ab dem
1.
Oktober 199
5 eine ganze Invalidenrente zu (
Urk.
13/
Dossier 3/
489).
Am
7.
Juli 2005 eröffn
ete die I
V-Stelle ei
n Revisionsverfahren zur Ü
berp
rüfung der
X._
zugesprochenen Rente. Dabei stellte sie keine Veränderung des rechtserheblichen Sachverhalts fest, wovon sie
X._
mit Mitteil
ung vom 1
9.
Mai 2006 in Kenntni
s setzte (vgl.
Urk.
13/
Dossier 5/
141 S. 2
).
Aufgrund von Abklärungen der Abteilung Bekämpfung Versicherungsmissbrauch - insbesondere in Form einer Observation von
X._
vom
2.
bis 1
1.
Juli 2012
s
owie aufgrund des Gutachtens des
Y._
vom 2
1.
November 2012
- ordnete die IV-Stelle mit Ver
fügung vom 2
5.
Oktober 2012 die vorsorgliche Eins
tellung der zugesprochenen
Rente an
(
Urk.
13/
Dossier 5/
134/7-8, vgl. auch
Urk.
13/
Dossier 5/
86
).
Auf die dagegen e
rhobene Beschwerde trat das Ver
waltungsgericht des
Kantons
K._
mit Urteil
vom 1
5.
Januar 2013 nicht ein
(vgl.
Urk.
13/
Dossier 5/
141 S. 3)
. Nach Durchführung des
Vorbescheid
verfah
rens
stellte die IV-Stelle die
X._
zugesprochene Rente mit Verfügung vom 1
9.
April 2013 rückwirkend per 3
1.
Oktober 2012 ein
(
Urk.
13/
Dossier 5/
93
). Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons
K._
mit Entscheid vom
2.
Dezember 2014 ab (
Urk.
13/
Dossier 5/
141), was vom Bundesgericht mit Urteil vom 1
8.
Januar 2016 geschützt wurde (Bundesgerichtsurteil 8C_443/2015,
Urk.
14).
1.3
Die Militärversicherung ihrerseits stellte
nach Erhalt der Akten der Invaliden
versicherung, insbesondere des
Y._
_
-Gutachtens vom 2
1.
November 2012, mit Verfügung vom 1
2.
März 2013 die von ihr ausgerichtete Invalidenrente per sofort vor
sorglich ein
(
Urk.
13/
Dossier 5/
87).
1.4
Im Juli 2015 wurde der Militärversicherung vom behandelnden
Ohrenarzt gemel
det,
X._
leide unter einer Hörstörung und einem Tinnitus (
Urk.
13/
Dossier 6
/
143). M
it Verfügung vom 2
4.
August 2015
lehnte die Militär
versicherung
eine Haftung für die Hörstörung und den Tinnitus ab (
Urk.
13/
Dossie
r 6
/
148). Daran hielt sie mit
Einspracheentscheid
vom
23. Mai
2017 fest (
Urk.
13/
Dossier 6
/
167). Dagegen erhob
X._
am
22. Juni
2017
Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons
K._
(
Verfahren Nr. S
17
95,
Urk.
13/
Dossier 6/
170). Jenes Verfahren ist
zur Zeit
noch hängig
(vgl.
Urk.
12).
1.5
Mit Verfügung vom 1
0.
Juli 2017 stellte die Militärversicherung die mit Zwi
schenverfügung vom 1
2.
März 2013 sistierte Invalidenrente def
initiv ein. Dazu führte
sie
aus
, das Bundesgericht habe mit Urteil vom 1
8.
Januar 2016 verbind
lich festgestellt, dass
X._
spätestens seit dem Zeitpunkt der Untersuchungen des
Y._
am 1
1.
September 2012 an keinen gesundheitlichen Beein
trächtigungen mehr leide, die seine Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen würde
n
(
Urk.
13/
Dossier 6/
171). Daran hielt sie mit
Einspracheentsched
vom
2
3.
Mai 2018 fest (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X._
- unter Einreichung eines Berichts von Prof.
Dr.
med.
Z._
vom
7.
Dezember 2017 (
Urk.
3/5) - mit Eingabe vom 2
2.
Juni 2018
Beschwerde erheben und die Weiterausrichtung der Rentenleistungen der Militärversicherung beantragen. In prozessualer Hinsicht liess er um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ersuchen (
Urk.
1 S. 2).
Mit Eingabe vom
9.
Juli 2018 liess er einen Bericht der Psychologen Prof.
Dr.
A._
und
Dr.
B._
vom 1
9.
Juni 2018 einreichen (
Urk.
8,
10).
Die Militärversicherung schloss in der
Beschwerdeantwort vom 2
3.
August 2018 auf Abwe
isung der Beschwerde (
Urk.
12
)
.
Der
Beschwerdeführer liess sich mit Eingabe vom
4.
September 2018 nochmals vernehmen (
Urk.
18).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Der Beschwerdeführer beantragt die Koordinierung des vorliegenden Verfahrens mit jenem, das am Verwaltungsgericht des Kantons
K._
hängig ist (
Urk.
1 S. 2). Davon ist abzusehen.
Zuständig ist das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die
versi
-
cherte
Person oder der Beschwerde führende Dritte zur Zeit der Beschwerdeer
hebung Wohnsitz hat (
Art.
58
Abs.
1 des Allgemeinen Teil des Sozialversiche
rungsrechts, ATSG). Im Zeitpunkt der Erhebung der Beschwerde vom
2
3.
Mai 2017
(
Urk.
13/Dossier 6/
170) hatte der Beschwerdeführer Wohnsitz im Kantons
K._
. Im Zeitpunkt der Erhebung der Beschwerde
vom 2
3.
Mai 2018 (
Urk.
1) befand sich sein Wohnsitz
infolge
Wohnsitzwechsels im Kanton
Zürich. Folglich bestehen hinsichtlich der beiden Verfahren unterschiedliche örtliche Zuständig
keiten. Dies schadet indessen nicht, da
auf eine Koordination verzichtet werden kann
. Im vorliegenden Verfahren geht es um die Aufhebung der Invalidenrente
.
Im
Verfahren
vor dem
Verwaltun
gsgericht des Kantons
K._
ist demge
ge
n
über
die Leistungspflicht
der Militärversicherung für die Folgen
eines im Juli 2017 gemeldeten Tinnitus
Thema.
2.
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zuspre
chung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
an
spruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Ände
rung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs-
oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner
kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl
massgeblichen
(hypothetischen) Sachver
halts bestehen (
BGE
144 I 28 E.
2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen
). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im
Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
3.
3.1
Im Streite liegt die revisionswei
se Einstellung der Rentenleistungen per 1
2.
März 2013
.
3.2
In der rentenzusprechenden Verfügung vom 2
6.
Juni 2001 respektive im darauf basierenden
Einspracheentscheid
vom 1
8.
Januar 2001 wurde gestützt auf die bei den Akten liegenden Arztberichte, insbesondere das
psychiatrische Gutachten von
Dr.
med.
C._
vom
8.
September 2000 (
Urk.
13/Dossier 2/434
, vgl. auch
Urk.
13/Dossier
5/141 S. 19
)
,
davon ausgegangen
, dass der Beschwerdeführer
beim Unfall vom
5.
Oktober 1994
eine Commotio Cerebri, eine Distorsion der Halswirbelsäule und eine
Thoraxkontusion
erlitten hatte und daher eine
volle Arbeitsunfähigkeit bestand
(
Urk.
13/Dossier 3/449,
13/Dossier 3/484).
3.3
Bei der rentenaufhebenden Verfügung vom 1
0.
Mai 2017 respektive im darauf basierenden
Einspracheentscheid
vom 2
3.
Mai 2018 stützte sich die Militär
ver
sicherung primär auf das Gutachten des
Y._
vom 2
1.
November 2012 (
Urk.
2,
Urk.
13/Dossier 6/171).
4.
4.1
Die
Zusprache
der Renten der Invalidenversicherung und der Militärversicherung erfolgten beide aufgrund des anlässlich des Unfalls vom
5.
Oktober 1994 erlitte
nen Gesundheitsschadens. Die
verfügte
Aufhebung der
Rente der Militärversi
cherung erging
im Zuge der Aufhebung
der
Rente der Invalidenversicherung. Inso
fer
n geht es um die Beurteilung eines
identischen Sachverhalts. Zur Recht
mässig
keit der Aufhebung der Rente der Invalidenversicherung
,
die
insbesondere gestützt auf das Gutachten des
Y._
vom 2
1.
November 2012
erfolgte
,
haben sich das Verwaltungsgericht des Kantons
K._
und das Bundesgericht aus
führlich geäussert
.
4.2
Die
Y._
-Gutachter gelangten im Gutachten vom 2
1.
November 2012 zur Über
zeugung, der Beschwerdeführer leide weder an somatischen noch psychischen Beschwerden, welche seine Arbeitsfähigkeit einschränkten
(
Urk.
13/Dossier
5/77/57)
.
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
diagnostizierten sie eine Simul
ation
(ICD-10 Z
76.5), einen chronischen Ganzkörperschmerz ohne fassbares
morpholo
gische
s Korrelat (ICD-10 M79.60),
amn
estisch
mit dem Au
tounfall am
5.
Oktober 1994 aufgetreten
, sowie einen angegebenen Tinni
tus (
ICD-10 H93.1). I
m Vorder
g
rund der Untersuchungen am Bewe
gungsapparat stünden ausgeprägte Ink
onsi
stenzen. Die teilweise ange
gebenen, hochgradigen Einschränku
ngen hätten
sich, unbemerkt beo
bachtet, nicht reproduzieren
lassen
beziehungsweise hätten
sich als falsch
erwiesen
. I
n Bezug
auf den Bewegungsapparat hätten
keine
Ein
schränkung festgestellt wer
den
können
. Es sei von einem alter
sentsprechenden Zustand auszugeh
en. B
ei der ergänzend durchgeführten
neurolo
gischen Unter
suchung seien eben
falls erhebliche Inkonsistenzen festgestellt
worden. Auch hier hätten
sich praktisch keine objektiven Befunde erheben
lassen. Es seien
keine Befunde
feststellt wo
rden, die eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit aus neu
rolog
ischer Sicht begründeten. A
us allgemein internistischer Sicht bestünden
ebenfalls
keine Befunde und Diagnosen, die sich auf die Arbeitsfähigkeit aus
wirkten. Bezeichnend
erweise habe der
Beschwerdeführer
eine Bl
utentn
ahme ver
weigert. Auch in der all
gemein
intern
istischen Untersuchung hätten sich massive Inkonsistenzen mit wechselnden Angaben gezeigt. Teils seien gezielte Falschan
gaben festgestellt worden.
Ebenso seien a
us psychiatrischer Sich
t
keine
pathol
o
-
gischen
Befunde
nachweisbar
. Der Beschwerdeführer täusche so
matische und psychische Einschränkungen vor
. Das Verhalten des Beschwerdeführers
sei derart krass, dass von einer Simulation gesprochen werden müsse
(
Urk.
13/Dossier 5/77/57-58)
.
A
ufgrund der anam
nestischen Angaben, der Untersu
chungsbefunde, der vorlie
genden Dokum
ente sowie der früher attestier
ten Arbeitsunfähigkeit
sei
davon auszuge
ben
, dass nach dem Unfaller
eignis für einige Wochen die Arbeitsfähigkeit ei
ngeschränkt ge
wesen sei. Retrospektiv seien
massi
ve Diskrepanzen beim Be
schwerdeführer
auszumachen
. Die geklagten Beschwerden seien irgendwie i
n Zusammenhang zum erlittenen Autounfall gesetzt wor
den.
R
etrospektiv
lasse sich indessen
ni
cht nachweisen, dass der Be
schwerdeführer
bereits
vor fünf oder zehn Jahren zu 100
%
arbeitsfähig gewesen sei, da die damaligen Angaben des
Besc
hwerdeführers ohne Prüfung von I
nkonsistenzen einfach übe
rnommen wo
rden seien. Indessen sei
seit der Untersuchung im Sept
ember 2012 beziehungs
weise
der Observation
vom Juli 2012
anzunehmen, dass der
Beschwerdeführer
weder aus psychischer noch soma
tischer Sicht in seiner Arbeitsfähigkeit beein
t
rächtigt sei
. Es
bestehe für jegliche Arbeitstätigkeiten eine 100%ige Arbeits-
und Leistungsfähigkeit (
Urk.
13/Dossier 5/77/58).
Die Teilgutacht
en seien im Grundsatz scho
n geschrieben gewesen, die Beur
teilung gemacht und die Diskussion unter d
en Mitgutachtern
geführt ge
wes
en, als das Observationsmaterial
ei
ngetroffen sei. Dieses habe
die gemachten Beobachtungen und di
e übrigen Untersuchungsergebnisse vollumfängl
ich
bestätigt
. Die Dreistig
keit des Verhaltens des Beschwerdeführers passe zum während der Untersuchung gezeigten Verhalten, wo er kaum und erst noch absichtlich falsche A
ngaben ge
macht
habe (
Urk.
13/Dossier 5/77/59
; vgl. auch
Urk.
13/Dossier
5/
141 S. S. 21-23)
.
4.3
Das Verwaltungs
geri
cht des Kantons
K._
mass
im Urteil vom
2.
Dezem
ber
2014 d
em
Y._
-Gutachten volle Beweiskraft zu. Es führte sodann aus, es sei nach
v
ollziehbar,
w
enn die
Y._
-Gutacht
er das durch die Observation do
kumen
tierte Verhalten des Beschwerdeführers
als dreist bezeichneten
.
Aus dem Obser
vations
material gehe
n
ämlich unmissverständlich hervor, dass der Beschwerde
führer körperliche Beeinträchtigungen bewusst vortä
usche
. Besonders aufs
chlussreich seien
diesbezüglich die am
5.
Juli 2012 gemachten Aufnahmen, die den Be
schwerdeführer mehrfach beim Einsteigen in sein Fahrzeug und beim Verlassen desselben zeig
ten. So sei
der Beschwerdeführer um 10.24 Uhr beobachtet
worden
, wie er, bekleidet mit einer Mütze, einem "He
adset- Mikrofon" und einer dunklen Sonnenbrille, sein Fahrzeug verlassen habe, als
dann leicht hi
nkend an die Fonds
türe herangetreten sei
und diese, während er sich mit der rechten
Hand an der
Dachreling
festgehalten habe
, mit der linken Hand vorsichtig
geöffnet und
sich
einer Gitarre sowie ei
ner Sporttasche
behändigt habe. Anschliessend habe
er die Heckklappe
geöffnet
, worauf ein
Schäferhund mit übergezogener Behindert
en
schabracke aus dem Kofferraum gesprungen sei. Danach habe
der
Beschwerde
-
führer
einen Rollstuhl
aus dem Kofferraum genommen, in den er sich hinein
-
gesetzt habe und habe sich damit, teils vom
Schäferhund gezogen, zum Bus
bah
n
hof des Flughafens Zürich begeben. Dort habe
er einen Aktivlautsprecher sowie ein weiteres Gerät aus
gepackt und
einen Karton für die Spenden auf
gestellt. Dann habe
er zu
musizieren
begonnen
. Nach einer Weile sei
er im Rollstuhl sitzend, begleitet von dem eine Behindertenschabracke tragenden Sch
äferhund, zu seinem Fahrzeug zu
rück
gekehrt. Die
ser Vorgang
habe
sich am Nachmittag desselben Tages
wiederholt
, als der Beschwerdeführer abermals als behinderter Strassen
musikant, bekleidet dieses Mal mit einem Strohhut, einer Sonnenbrille und einem "Headset- Mikrofon", in
der Stadt Zürich Geld verdient habe
.
Ganz anders habe sich der Be
schwerdeführer
pr
äsentiert
, als er
ebenfalls am
5.
Juli 2012 andern
orts um 13.
19 Uhr sein Fahrzeug ohne Kopfbed
eckung und Sonnenbrille verlassen
habe. Dort sei
er
problemlos aus dem Fahrzeug
gestiegen, habe
sich in unauf
fälligem Gang hinter das Fahrzeug
begeben,
mit der rechten Hand die Heckklappe
geöffnet,
dem Schäferhund seine Behindertenschabracke ab
genommen und
ihn aus dem Kofferraum des Fahrzeugs steigen
lassen. Danach sei
er in aufrechtem
Gang ohne sichtbare Bewegungseinschränkungen mühelos einige
Meter der Strasse
entlanggelaufen, sei
zurück
gekommen und habe
den Schäferhund wieder ins Fahr
zeug springen
lassen
,
worauf er seine Fahrt fort
ge
setzt habe.
Auffallend in Bezug auf
die
se drei, gleichentags beobachteten
Episoden sei
nicht nur der vo
ll
kommen veränderte Bewegungsabl
auf des Besc
hwerdeführers, sondern auch des
sen
verändertes Erscheinungsbild. Während sich der Beschwerdeführer als Strassenmusikant mit Hut (Käppi [Vormittag] / Strohhut [Nachmittag]) und Sonnenbrille präsentiert
habe, habe
er mittags um 13.19 Uhr weder eine Kop
f
bedeckung noch eine Sonnenbrille getragen und habe
den Schäferhund ohne
Behindertenschabracke sein Geschäft verrichten
lassen. Der Beschwerdeführer scheine
sich an diesem Tag ganz bewusst als Behinderter inszeniert zu haben
, wobei er durch die Veränderung seines äusseren Erscheinungsbildes die
Wieder
-
er
kennungswahrschei
nlichkeit
deutlich re
duziert habe
. Dass die
Y._
-Gutacht
er aus diesem Verhalten den Schluss gezogen hätten
, der Beschwerdeführer täusche funkt
ionelle Einschränkungen vor, sei folge
richtig und nicht zu bean
standen. Diese Einschätzung stehe
im Übrigen im Einklang mit den Untersuchungs
ergebnissen der
Y._
-Gutachter, in denen sich zahlreiche Hinweise auf Inkon
si
stenzen un
d Aggravation gefunden hätten (
Urk.
13/Dossier 5/141
S. 25-27, vgl. auch 13/Dossier 6/173/
27
-134).
Weiter hielt das Verwaltungs
gericht gestützt auf die medizinischen Akten fest, dass kein Anlass bestehe,
an der hirnorganischen Unversehrtheit des Beschwer
deführers zu zweifeln. Weiter sei ausgewiesen, dass der Beschwerdeführer spätestens seit dem Zeitpunkt der Untersuchungen durch das
Y._
am 1
1.
Septem
ber 2012 an keinen gesundheitlichen Beeinträchtigungen mehr leide, welche seine Arbeitsfähigkeit beeinträchtigten. Damit sei eine wesentliche Verbesserung eingetreten, weshalb ein Revisionsgrund gegeben und die verfügte Rentenaufhe
bung nicht zu beanstanden sei (
Urk.
13/Dossier
5
/141 S. 30+34).
4.4
Das Bundesgericht
hielt im Urteil vom 1
8.
Januar 2016
(
Urk.
14)
fest, d
ie Tat
sachen
feststellungen des Verwaltungs
g
erichts, namentlich die aus den medizini
schen Akten gewonnene Erkenntnis, wonach eine durch Observation vermutete und danach medizinisch einwandfrei verifizierte Simulation vorliege und damit eine uneingeschränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit bestehe, sei im
letztin
stanzlichen
Prozess grundsätzlich verbindlich. Bei Vorliegen einer Simulation bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente (E. 4.2.1).
Soweit der Beschwerdeführer die Tatsachenfeststellungen der Vorinstanz als offensichtlich unrichtig rüge, wie beispielsweise bezüglich der Ereignisse,
Ver
-
letzungen
und Behandlungen beim Unfall im Jahre 1994, seien diese für die Beurteilung der sich vorliegend stellenden Rechtsfrage irrelevant. Im Weiteren lege der Bes
chwerdeführer nicht substantiiert
dar, weshalb auf das
Y._
-
Gutachten nicht abgestellt werden könne. Die darin getroffenen, vom Beschwerdeführer als tendenziös gerügten Ausführungen bezüglich der festgestellten Simulation träfen offensichtlich zu. Es liege nicht nur eine Selbstlimitierung, sondern eine verifizierte Täuschung vor, hab
e
er doch bewiesen, dass er entgegen seiner ausdrücklichen Darstellung selbständig längere Autofahrten oder Spaziergänge mit dem Hund machen, Einkäufe erledigen und weiteres mehr unternehmen könne. Die gutachterlichen Feststellungen und Folgerungen seien daher nicht akten
widrig, sondern durch die Observation bestätigt (E. 4.2.2).
Im Übrigen entsprach das Bundesgericht dem im bundesgerichtlichen Verfahren gestellten Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege nicht, da es die
Beschwerde von vornherein als aussichtslos beurteilte (
E. 5.2).
5.
5.1
Die Ausführungen des Verwaltungsgerichts des Kantons
K._
und des Bundesgerichts sind klar und unmissverständlich. Dem ist nichts beizufügen. Spätestens
seit
1
1.
September 2012
litt
der Beschwerdeführer
an keinen gesund
heitlichen
Beeinträchtigungen
mehr
, welche seine Arbeitsfähigkeit beeinträch
tigten
. Beim Vorliegen einer Simulation, wie dies beim Beschwerdeführer der Fall ist, besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente.
5.2
Daran vermag auch der im vorliegenden Verfahren eingereichte Bericht von Prof.
Dr.
med.
Z._
vom
7.
Dezember 2017
(
Urk.
3/5)
nichts zu ändern. Während dessen
Untersuchung verhielt sich der Beschwerdeführer derart auffällig, dass eine vernünftige Konversation nicht möglich war (S. 3 f.). Prof.
Dr.
Z._
schlos
s vor diesem Hintergrund
das Vorliegen einer
Psyc
hose nicht aus. Dies
begründete er insbesondere damit, dass in einem MRI von 2013 eine hirnstruk
turelle Veränderung im Bereich des
Frontrallappens
nachgewiesen worden sei (S.
4 f.). In diesem Zusammenhang wies er mit Nachdruck darauf hin, dass unklar sei, ob frühere
neuro
ra
dialogische
Untersuchungen des Gehirns vorlägen. Falls atrophische Veränderungen nachgewiesen worden seien, sei der Verlauf von Interesse (S. 2 u. 4).
Mit
MRI vom 1
9.
Januar 1995
konnte indessen
eine Läsion des Gehirns
aus
ge
-
schlossen
werden (
Urk.
13/Dossier 1/54, vgl. auch
Urk.
13/Dossier 5/141 S. 13+29)
. Davon hatte
Prof.
Dr.
Z._
offensichtlich ke
ine Kenntnis
. Aufgrund dieser bildgebenden Abklärung ist seiner Vermutung, dass die im Jahr 2013 festgestellte
hirnstrukturelle Veränderung durch den Unfall vom
5.
Oktober 1995
verursacht worden sein könnte, der Boden entzog
en. Auch waren ihm
die weiteren Akten
, insbesondere die Observationsberichte
,
nicht näher bekannt. In näh
erer Kenntnis dieser Berichte wäre ihm klar gewesen
, dass das
vom Beschwerdeführer anlässlich der Untersuchung präsentierte Verhalten nicht jenem im Alltag entsprach.
5.3
Gleiches gilt auch für den Bericht der Psychologen Prof.
Dr.
A._
und
Dr.
B._
vom 1
9.
Juni 201
8.
Auch ihnen lagen die Akten nicht vor und auch sie hatten keine Kenntnis davon, dass nach dem Unfall vom
5.
Oktober 1995 eine Läsion des Gehirns ausgeschlossen werden konnte. Sie hielten denn auch fest, dass ihnen eine abschliessende Beurteilung respektive eine differenzierte Aussage zu den einzelnen kognitiven Aussagen nicht möglich sei (
Urk.
10)
.
5.4
Was die Kritik des
Beschwerdeführer
s gegen das
Y._
als Begutachtungsinstitut anbelangt,
welche er im Übrigen bereits im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren anbrachte,
ist festzuhalten, dass ein
Ausstandsgesuch
gegen eine medi
zinische Abklärungsstelle als solche ausgeschlossen ist (BGE 137 V 210 E. 1.3.3).
Ansonsten kann dazu auf die Ausführungen des
Verwaltung
sgericht
s
des Kantons
K._
im Urteil vom
2.
Dezember 2014 in E. 6e
bb
) verwiesen werden.
Soweit der Beschwerdeführer den
Y._
-Gutachtern ohne konkrete Begründung Aktenwidrigkeit vorwirft (
Urk.
1 S. 3), ist ihm entgegen zu halten, dass
- wie bereits das Bundesgericht festgehalten hat -
die gutachterlichen Feststellungen durc
h die Observation bestätigt werden
.
5.5
Der Sachverhalt ist hinreichend abgeklärt. Von Weiterungen
(vgl.
Urk.
1 S. 2)
sind
keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung, BGE 124 V 90 E. 4b, 1
22 V 157 E. 1d mit Hinweisen).
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
In der Sache geht es, wie erwähnt, um den gleichen Gesundheitsschaden wie im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren. Bereits das Bundesgericht hatte im bundesgerichtlichen Verfahren das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege
wegen Aussichtslosigkeit
abgewiesen. Dass
die
vorliegende Beschwerde aussichtslos ist, musste daher auch dem Beschwerdeführer respektive se
inem Rechtsvertreter klar sein.
D
as Gesuch um unentgeltliche Rechts
pflege
ist somit abzuweisen.
7.
Einer Partei können nach Bundesrecht eine Spruchgebühr und die Verfahrens-kosten auferlegt werden, wenn sie sich mutwillig verhält (Art. 61
lit
. a ATSG). Das kantonale Recht sieht vor, dass einer Partei bei Mutwilligkeit im grund
sätzlich kostenlosen Verfahren eine Gerichtskostenpauschale auferlegt werden kann (§ 33 Abs. 2
GSVGer
).
In Anbetracht der klaren Sach- und Rechtslage sowie der im invaliden
versi
che
rungsrechtlichen Verfahren ergangenen Gerichtsurteile, die der Beschwerdeführer beschwerdeweise nicht einmal thematisierte und stattdessen - wie bereits in jenen Prozessen - das
Y._
Gutachten kritisierte (Urk. 1 S. 5), das die Gerichte als uneingeschränkt beweiswertig gewürdigt hatten, ist die Beschwerde als mutwillig im Sinne von Art. 61
lit
. a ATSG und § 33 Abs. 2
GSVGer
zu betrachten, weshalb
dem Beschwerdeführer eine Gerichtskostenpauschale von Fr. 1'000.
--
aufzuer
leg
en ist.