Decision ID: fd3a0b79-c7e3-4596-bc4c-a4be981eb2bd
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1978 geborene
X._
meldete sich
am
5.
März 2013
unter Hin
weis auf eine psychische Beeinträchtigung bei der Eidgenössischen Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/4).
Daraufhin
lud die Sozialversi
cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, den Versicherten zu einem per
sönlichen Gespräch ein (Urk. 6/8), zu welchem
dies
er jedoch unentschuldigt nicht
erschien (Urk. 6/11).
Ferner holte sie einen Auszug aus dem individuellen Konto des Versicherten (IK-Auszug, Urk. 6/10)
sowie
einen Bericht
de
s
behan
delnden
Psy
chiaters
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychothe
rapie
,
Z._
,
ein
(Urk. 6/14)
.
Im weiteren Verlauf liess
sie den Versicherten durch Prof.
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Neurologie,
Psychiatrie und Psychotherapie
,
psychiatrisch begutachten (Gutach
ten vom 2
4.
Januar 2014, Urk.
6/26) und liess ihren Regio
nalen Ärztlichen Dienst
(RAD) dazu Stellung nehmen
(Urk. 6/
30/3). Mit Vorbe
scheid vom 1
2.
Mai 2014
stellte sie ihm dann die Verneinung eines Anspruchs auf berufliche Massnah
men
und auf
Rentenleistungen in Aussicht (Urk. 6/32).
Da
gegen erhob der Ver
si
chert
e
am 19. Mai 2014, ergänzt am 3
0.
Mai 2014, Ein
wand
(Urk. 6/
33,
Urk.
6/35
).
Am 31. Oktober 2014 verfügte die IV-Stelle im an
gekündigten Sinne
(Urk. 6/
37 =
Urk.
2).
2.
Gegen di
e
Verfügung
vom 3
1.
Oktober 2014 erhob der Versicherte am 8. Dezem
ber 2014 Beschwerde und beantragte
, diese sei aufzuheben und es sei ihm mit Wirkung ab
1.
September 2013 eine ganze Invalidenrente zuzuspre
chen. Even
tua
liter sei die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit diese den me
di
zinischen und wirtschaftlichen Sachverhalt rechtskonform abkläre und hernach neu über sein Leistungsbegehren entscheide. Subeventualiter sei die IV-Stelle zu verpflichten, seinen Anspruch auf berufliche Massnahmen zu prüfen. In pro
zess
ualer Hinsicht beantragte er zudem, die IV-Stelle sei zu verpflichten, die ge
samten Akten einzureichen, insbesondere die Akten über zugesprochene Leis
tungen in den Kinder- und Jugendjahren. Weiter sei eine publikumsöffentli
che Verhandlung im Sinne von
Art.
6
Ziff.
1 der
Europäischen Menschenrechts
kon
vention (
EMRK
) durchzuführen
(Urk.
1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer
Beschwerdeantwort
vom 26. Januar 2015
auf Abweisung der Beschwerde
(Urk.
5).
Mit Gerichtsverfügung vom 2. Februar 2015 wurde sie aufgefordert,
die vollständigen, insbesondere auch die im Zusammenhang mit allfälligen früh
e
ren Anspruchsprüfungen stehenden Akten einzureichen
(Urk.
7). Daraufhin gab die Beschwerdegegnerin am 13. Februar 2015 bekannt, es
existierten
keine wei
te
ren IV-Unterlagen. Namentlich liege ihr keine frühere IV-Anme
ldung des Be
schwerdeführers vor
(Urk.
8). Dies wurde dem Beschwerdeführer am 17. Februar
2015 mitgeteilt (Urk. 9).
Mit Eingabe vom
2
5.
Februar 2015 zog der Beschwer
de
führer seinen Antrag auf Durchführung einer publikumsöffentlichen Verhand
lung zurück
(Urk.
10), was der Beschwerdegegnerin am 2
6.
Februar 2015 mitge
teilt wurde
(Urk.
11).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1
des
Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbindung mit
Art.
8 ATSG
bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und
damit invaliden
versi
cherungs
rechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun
gen
der Erwerbs
fähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten
Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das
Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätig
keit auf dem
aus
geglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchti
gung vereinbar ist.
Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsun
fähigkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Ar
beitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versicherten Person so
zial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbei
tsunfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das
heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht
gemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam
men
, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Un
ter
lagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten.
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizini
sche These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe
richtes ist also ent
scheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf all
sei
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begrün
det sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt, der Beschwerdeführer sei sowohl in der angestammten Tätigkeit als Büroangestellter als auch in jeder anderen Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig, wes
halb er keinen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung habe
. Sofern er beruflich
e
Massnahmen wünsche, könne er sich mit einem schriftlichen Ge
such
an sie wenden
(Urk. 2).
In ihrer Beschwerdeantwort führte sie ergänzend an, ge
mäss dem Gutachten von
Prof.
A._
vom 24.
Januar 2014 sei die Ar
beits
fähigkeit des Beschwerdeführers lediglich in qualitativer und nicht in quanti
ta
tiver Hinsicht eingeschränkt (Urk. 5).
2.2
Der Beschwerdeführer
macht geltend, der Untersuchungsgrundsatz sei dadurch verletzt worden, dass die IV-Stelle seinen Anspruch auf berufliche Massnahmen - insbesondere Berufsberatung und Arbeitsvermittlung - nicht geprüft habe, ob
wohl er dies im Einwand gegen den Vorbescheid explizit beantragt gehabt habe
. Ferner sei der Grundsatz „Eingliederung vor Rente“ verletzt
(Urk. 1 S. 5
, Urk. 1 S. 11 f.
).
Sowohl aus dem Gutachten von
Prof.
A._
als auch aus dem Be
richt von
Dr.
Y._
gehe hervor, dass er an einer schweren narzissti
schen Per
sön
lichkeitsstörung (ICD-10: F60.8) mit einer Tag-Nacht-Umkehr leide,
dass
diese
zu Einschränkungen führe und
dass
die Prognose ungünstig sei (Urk.
1 S. 6-7).
Im Übrigen beanstandet er das
Gutachten von
Prof.
A._
mit näherer Be
gründung
(Urk. 1 S. 8
f.
).
Weiter führt
er an, auf dem ersten Ar
beitsmarkt exi
stiere
- unter Berücksichtigung seiner Ausbildung -
mit überwie
gender Wahr
schein
lichkeit keine Stelle mit dem von
Prof.
A._
angege
benen Profil
und er sei keinem Arbeitgeber zumutbar (Urk. 1 S.
10 f.).
Falls dennoch von einer ver
wertbaren Restarbeitsfähigkeit ausgegangen werde, sei ein Einkommens
ver
gleich durchzuführen (Urk. 1 S. 11).
3.
3.1
Dr.
Y._
gab in seinem Bericht vom 3
1.
Mai 2013 an, der Beschwerdeführer befinde sich seit dem 1
8.
März 2011 in seiner ambulanten Behandlung.
S
eit
Jahren
liege eine 100
%
ige Arbeitsunfähigkeit vor
.
Der Beschwerdeführer
leide an
einer schweren narzisstischen Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F
60.8), welche durch eine massivste Realitätsverkennung gekennzeichnet sei
(Urk. 6/14/2).
Des
halb habe er sich auch während Jahren gegen eine IV-Anmeldung gewehrt. Denn krankheitsbedingt sei er davon überzeugt, in Bälde eine gute Stelle zu finden. Auf der anderen Seite verlasse er seine Wohnung kaum, zeige eine deut
liche Tag-Nacht
-U
mkehr und habe riesige Ängste, dass seine tatsächliche Rea
li
tät von seinem Umfeld entdeckt werde. Auch kleinste Veränderungsschritte ge
längen ihm nicht. Aufgrund der Dauer der Störung
liege
ein chronifizierte
s
Ge
schehen
vor
und auch langfristig sei nicht von einer Verbesserung der Ar
beits
fähigkeit auszugehen (Urk. 6/
14/4), sondern eher von einer Zunahme der inne
ren
Spannung zwischen seiner narzisstischen Lebenslüge und der äusseren Realität,
welche auch zur Entwicklung einer schweren neurotischen Depression oder
zu
einem
Suizid führen könne (Urk. 6/14/3).
Die Tag-Nacht-Umkehr sei auf Angst, Scham und ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten zurückzuführen (Urk. 6/14/2-3). Sie behindere eine Arb
eitsfähigkeit ebenfalls massiv
, sei aber ge
gebenenfalls durch eine kurze stationäre Behandlung änderbar (Urk. 6/14/3).
Die völlig aufgehobene Arbeitsfähigkeit sowohl im ersten als auch im zweiten Arbeitsmarkt lasse sich gut mit dem Instrument des Mini
-
ICF
-
A
PP
darstellen. Narzissten falle es äussert schwer, sich anderen unterzuordnen, ausser die Vor
ge
setzten würden aufgrund eines sehr hohen Status oder Prestiges durch die Patienten idealisiert
. Daher sei die Anpassung an Regeln und Routinen beein
trächtigt. Die Urteilsfähigkeit sei insofern beeinträchtigt, als der Beschwerde
führer Pers
onen von oben herab einschätze
und die Schw
ie
rigkeiten von Sach
verhalten unterschätze. Im Umgang mit Kollegen träten Narzissten zu selbstbe
wusst auf und könnten die Meinungen anderer nicht annehmen, worin eine Ein
schränkung der Selbstbehauptungsfähigkeit zu sehen sei. Ebenso seien Fle
xibili
tät, Kontaktfähigkeit, Gruppenfähigkeit und enge Beziehungen einge
schränkt (Urk. 6/14/3).
3.2
Prof.
A._
begutachtete den Beschwerdeführer am 2
3.
Januar 2014 (Urk. 6/26/4). Er beschrieb in seinem Gutachten,
der Beschwerdeführer sei wahn
haft der Überzeugung, dass er aus verschiedenen Gründen in eine ausge
zeich
nete
Position mit hohem Gehalt kommen werde. Dabei würden in wahn
haftem Den
ken die notwendige
n Karriereschritte ausgeblendet
.
Klinisch fänden sich Hinweise
auf eine narzisstische Pers
ö
nlichkeitsstörung mit Grossartigk
e
its
gefühlen, einge
schränkter Empathie gegenüber Mitmenschen,
übertriebenen beruflichen Erwar
tungen, jedoch ohne eine adäquate Ausbildung und Gegen
leistung erbringen zu
müssen
,
und Überempfindlichkeit gegenüber Kritik
. Zu ei
ner beruflichen Wieder
e
in
gliederung auf einem ausbildungs- und leistungsge
rechten Niveau sei er nicht
motiviert (Urk. 6/26/16)
.
Weiter führte
Prof.
A._
aus, der Beschwerdeführer habe mit grossen Schwie
rig
keiten und zweimaligem Wiederholen der Prüfungen eine KV-Ausbil
dung ab
solviert. Sein bisheriges Berufsleben sei geprägt von zahlreichen Stel
len
wech
seln
bereits nach wenig
en
Monaten
Beschäftigung. Es sei ihm gemäss seiner Be
rich
t
erstattung jeweils wegen Grenzüberschreitungen in den berufli
chen Befug
nissen, Disziplinlosigkeit bezüglich der Arbeitszeiten, Distanzlosig
keiten zu Kun
den
und
Ausflüsse
seiner Persönlichkeit im Kontakt gegenüber Mitarbeitern ge
kündigt worden (Urk. 6/26/17).
Das wahnhafte Lügengeflecht des Beschwerdeführers werde durch die Persön
lich
keitsstörung ins Bewusstseinsferne verschoben
. Es fehle ihm krankheitsbe
dingt an einer nötigen inneren kritischen Instanz, welche es ihm erlauben würde, sich
selbst zu reflektieren und nachhaltige Veränderungen herbeizufüh
ren (Urk. 6/26/18)
. Dass der Beschwerdeführer seine Problematiken externali
siere, bewirke eine gewisse dissoziale Komponente innerhalb der narzisstischen Stö
rung (Urk. 6/26/19).
Die Behandlung der narzisstischen Störung sei sehr schwer. Im vorliegenden Fall
sei die Therapiefähigkeit
aufgrund der Schwere der psy
chi
schen Störung und
wegen
einer weitgehend fehlenden Einsichtsfähigkeit in die
psychodynamischen Zusammenhänge der Wahnhaftigkeit seiner Störung
deutlich
eingeschränkt.
D
ie Prognose hinsichtlich der Heilung und der Besse
rung der Ar
beitsfähigkeit
erscheine
in Bezug auf die hierdurch hervorgerufenen Fähig
keits
störung
en eher in einem düsteren Licht
. Daher sei aus psychiatrisch-versiche
rungsmedizinischer Sicht nur von einer teilweisen Überwindbarkeit der psychi
schen Störung auszugehen (Urk. 6/26/19).
Prof.
A._
mass der Diagnose einer schweren narzisstischen Persönlich
keitsstörung mit inkompletter Tag-Nacht-Umkehr als Vermeidungsverhalten (ICD-10: F60.8) Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu. Er
gab an, das Aktivitäts
niveau sehe er ähnlich eingeschränkt wie Dr.
Y._
.
Hierdurch ergebe sich eine Handicapierung in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit. Die zahlreichen Kündigun
gen im Querschnittsverlauf der Erkrankung zeigten auf, dass die vorliegenden
Fähigkeitsstörungen eine berufliche Limitation bewirkten.
So beinhalte das ne
ga
tive Leistungsbild Tätigkeiten in verantwortlicher Position, Tätigkeiten in ei
nem
hierarchisch strukturierten Umfeld und Tätigkeiten mit mittelmässigen bis hohen
Anforderungen an die soziale Kompetenz. Hingegen seien dem Be
schwer
de
füh
rer Tätigkeiten zuzumuten, welche ihn in vornehmlicher Eigenver
antwortung bei wenig beruflich-sozialen Kontakten in reduziert verantwor
tungsvollen Auf
gaben vollschichtig forderten. Gegebenenfalls müsse sich der Beschwerdeführer
einem kurzen stationären Aufenthalt zur Behandlung der in
kompletten Tag-Nacht
-
U
mkehr stellen
(Urk. 6/26/19-
21
).
Seine berufliche Leis
tungsfähigkeit sei im zwischenmenschlichen Bereich beeinträchtigt. Somit sei seine Arbeits
fähig
keit ausschliesslich
qualitativ eingeschränkt. Hingegen sei er
quantitativ sowohl
in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit a
ls kaufmännischer An
gestellter als auch
in einem adaptierten Beruf zu 100
%
einsatzfähig, sofern da
bei keine im negativen
Leistungsbild enthaltenen Tätigkeiten auszuüben seien
. Aus psychiatrischer Sicht
sei eine Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess in leidensadaptierter Tätig
keit sinnvoll
(Urk. 6/26/21-22).
3.3
RAD-Ärztin
Dr.
med. B._
, Fachärztin für Arbeits
-
und Allge
mein
medizin,
hielt in ihrer Stellungnahme vom 3
1.
Januar 2014 dafür, auf das Gut
achten von Prof.
A._
abzustellen und weder in der angestammten Tätig
keit im Büro noch in einer angepassten Tätigkeit von einer Arbeitsunfä
higkeit auszugehen. Unter dem Titel „Einschränkungen in Bezug auf die bishe
rige Täti
keit im Büro“ führte sie an, pathologisch seien Grossartigkeitsgefühle, einge
schränkte Empathie gegenüber Mitmenschen, übertriebene berufliche Er
war
tungen
sowie Überempfindlichkeit gegenüber Kritik
. Weiter gab sie an, das An
bieten von beruflichen Massnahmen sei bei möglicher drohender Invalidität aus arbeitsmedizinischer Sicht sehr sinnvoll (Urk. 6/30/3).
4.
4.1
Das Gutachten von
Prof.
A._
basiert auf den Vorakten sowie auf einer
fachärztli
chen Untersuchung,
wobei die Anamnese und die Befunde erhoben und
die Schilderungen des Beschwerdeführers berücksichtigt wurden (Urk. 6/26/1-17)
.
In Übereinstimmung mit
Dr.
Y._
gelangte
Prof.
A._
zur
Überzeu
gung
, dass eine schwere narzisstische Persönlichkeitsstörung mit inkompletter Tag-Nacht-Umkehr
als Vermeidungs
verhalten (ICD-10: F60.8) vorliege und dass der Beschwerdeführer deswegen
in seinem Aktivitätsniveau eingeschränkt sei (Urk. 6/26/19-21). Dabei ging er von ähnlichen Einschränkungen wie
Dr.
Y._
aus (Urk. 6/26/19). Namentlich hielt er eine schwere Einschränkung in den Be
reichen Anpassung an Regeln und Routinen, Entscheidungs- und Urteilsfähig
keit, Kontaktfähigkeit zu Dritten, Gruppenfähigkeit und familiäre beziehungs
weise intime Beziehungen sowie eine mittelgradige Beeinträchtigung der Selbst
behauptungsfähigkeit fest (Urk. 6/26/19-20).
4.2
Abweichend beurteil
t
en
Dr.
Y._
und
Prof.
A._
indes die Arbeits
fähig
keit des Beschwerdeführers. Währenddem
Dr.
Y._
von einer 100%igen Ar
beits
un
f
ähigkeit ausg
ing
(Urk. 6/14/2),
hielt Prof.
A._
den Be
schwerde
füh
rer für zu 100
%
einsatzfähig, wenn keine Tätigkeiten
in einem hierarchischen Umfeld
auszuüben
seien
(Urk. 6/26/22).
Hinsichtlich der divergierenden
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
ist anzumer
ken,
dass eine psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht er
messensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene me
di
zinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist. Daher und unter Beachtung der Divergenz von medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag kann es nicht
angehen, eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets
dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn
die behandelnden Ärzte zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen
(Urteil des
Bundesgerichts 8C_694/2008 vom
5.
März 2009
,
E.
5.1 mit Hinweis)
.
(
Anders ver
häl
t es sich nur, wenn die behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichts
punkte vorbringen, welche im Rahmen der (psychiatrischen) Begutach
tung uner
kannt geblieben und die geeignet sind, zu einer abweichenden Beur
teilung zu führen (Urteile des Bundesgerichts 8C_79/2008 vom 1
9.
August 2008
,
E. 4.1 mit
Hinweis und 9C_24/2008 vom 27.
Mai 2008
,
E. 2.3.2 mit wei
teren Hinweisen).
Solche Gesichtspunkte bringt der behandelnde Psychiater je
doch nicht vor
und
Prof.
A._
trug
den von
Dr.
Y._
festgehaltenen krankheitsbedingten Beeinträchtigungen gebührend Rechnung
. Auch
nach der Beurteilung von Dr.
Y._
ist der
Beschwer
deführer in gewissen Bereichen nicht beeinträchtigt.
Namentlich gab
Dr.
Y._
an, Konzentrations- und Auffassungsvermögen sowie
Belastbarkeit seien unein
geschränkt
(Urk. 6/
14/5).
Ferner hielt er ihn in etlich
en Aktivitäten des Mini-ICF-APP
(Planung und Strukturierung von Aufgaben, An
wendung fachlicher Kompetenzen, Durchhaltefähigkeit, Spontan-Aktivitäten, Selbstpflege und Ver
kehrsfähigkeit) nicht für beeinträchtigt
(Urk. 6/
14/3).
Unter diesem Gesichtspunkt
ist die Beurteilung von
Prof.
A._
überzeugender, wo
nach dem Be
schwerdeführer gewisse Tätigkeiten
noch
zuzumuten sind
;
n
äm
lich
ei
ne Tätigkeit, die nicht in einem hierarchischen Umfeld stattfindet,
bei der er ei
genverantwortlich
, mit einem geringen Mass an beruflich-sozialen Kon
takten sowie
mit
reduziert verantwortungsvollen Aufgaben
arbeiten kann
(Urk. 6/
26/21-22).
4.3
Der Beschwerdeführer brachte vor,
Prof.
A._
habe sich nicht ausrei
chend
mit der von
Dr.
Y._
angegebenen vollumfänglichen Arbeitsunfähig
keit ausein
andergesetzt (Urk. 1 S. 8).
Dr.
Y._
begründete die völlig aufgeho
bene Arbeits
fähigkeit mit
den
anhand des Mini-ICF-APP
ermittelten
Ein
schränkun
gen
(Urk. 6/14/3).
Prof.
A._
ging von etwa denselben Ein
schränkungen aus. Dass
der Beschwerdeführer bezüglich der Aktivitäten, in welchen keine Ein
schränkung besteht, voll arbeitsfähig ist, ist ein logisch nach
vollziehbarer Ge
dankenschluss, welcher keiner zusätzlichen Begründung bedarf.
4.4
Weiter wandte der Beschwerdeführer ein,
Prof.
A._
habe nicht darge
legt, inwiefern seine psychische Störung überwindbar sei
. Insbesondere habe
Prof.
A._
nicht begründet, weshalb
die Arbeitsfähigkeit verwertbar sei. Dies wider
spreche der bisher gemachten Erfahrung
(Urk.
1 S. 8
f.
).
Bei der Überwindbarkeit psychischer Störungen im Allgemeinen geht es darum, dass nach einem objektiven Massstab zu beurteilen ist, ob und in welchem Um
fang der
psychisch kranken Person die Verwertung ihrer Arbeitsfähigkeit sozial-praktisch zumutbar ist (vgl. vorstehende E. 1.1). Aus der Schlussfolgerung von
Prof.
A._
wird
ersichtlich, was er
noch für zumutbar hält. Die Ein
schrän
kungen, welche in Anwendung des Mini-ICF-APP ermittelt wurden, hielt er hin
gegen nicht für überwindbar, sondern nahm die entsprechenden Aktivi
täten vom
Zumutbarkeitsprofil aus.
Die bisherigen Kündigungen hingen mit der schweren Beeinträchtigung in den Bereichen Anpassung an Regeln und Routinen sowie Konta
ktfähigkeit zu Dritten zusammen
(
Grenzüberschreitungen in den beruf
li
chen Befugnissen, Disziplinlosigkeit und
i
m Verhalten gegenüber Kunden und Mit
ar
beitern
;
Urk. 6/
26/17). Bei einer Tätigkeit in vornehmlicher Eigenver
antwortung ausserhalb eines hierarchischen Umfelds mit wenig beruf
lich-sozi
alen Kontakten und geringer Verantwortlichkeit bezüglich Personen und
be
trieblichem Vermögen
- entsprechend dem von
Prof.
A._
formulierten
Zumutbarkeitsprofil (Urk. 6/26/21-22) - ist es nachvollziehbar, dass
Prof.
A._
die Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers nicht für
quantita
tiv
einschränkend erachtet
e
.
Ein Mangel des Gutachtens ist
diesbezüglich
nicht zu erkennen.
4.5
Soweit der Beschwerdeführer geltend machte,
die gutachterlich festgestellte Ar
beitsfähigkeit von 1
00
%
sei
mit den aner
kannten Ein
schränkungen
und mit der Ausbildung des Beschwerdeführers auf dem
ersten Arbeits
markt nicht umsetz
bar
(Urk. 1 S. 10 f.)
, ist fest
zuhalten,
dass f
ür die Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen
ist, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeits
marktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich n
u
tzen könnte, wenn die verfügba
ren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998
S.
290
f.
E.
3b; Urteile des Bundesgerichts I 273/04 vom 29. März 2005, I 591/02
vom 5.
Mai 2004, I 285/99 vom 1
3.
März 2000 und U 176/98 vom 1
7.
April 2000)
.
Mithin ist von einem ausgegli
chenen Arbeitsmarkt auszugehen.
Der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes ist ein theoretischer und abs
tra
k
ter Begriff, welcher dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversi
che
rung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Er umschliesst einer
seits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struk
tur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraus
setzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes. Nach diesen Ge
sichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die invalide Person die Möglich
keit hat, ihre
restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten, und ob sie ein renten
ausschliessendes Ein
kommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S.
321 E.
3b und 1985
S. 462 E.
4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E.
3.2). An die Kon
kretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind praxis
gemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen; diese hat viel
mehr nur so
weit zu gehen, als im Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des Invaliditäts
gra
des gewährleistet ist.
Der ausgeglichene Arbeitsmarkt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Behinderte
mit einem sozialen Entgegenkommen vonseiten des Arbeit
gebers rechnen können
(Urteile des Bundesgerichts 9C_95/2007 vom 2
9.
August
2007
,
E.
4.3 und
9C_98/2014
vom 2
2.
April 2014
,
E. 3.1
, je mit Hinweisen).
Nach dem Gesagten
sind auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt auch Stellen vor
handen, welche dem positiven Leistungsbild des Beschwerdeführers entspre
chen.
Insbesondere gibt es - entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
1 S. 10) - auch Tätigkeiten, welche keine speziellen Fachkenntnisse erfor
dern und
dennoch selbständig beziehungsweise in vornehmlicher Eigenverant
wortung ver
richtet werden können.
4.6
Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin von
einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer dem von
Prof.
A._
angegebe
nen
Profil entsprechenden Tätigkeit ausgegangen ist.
5.
5.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenei
nkommen)
, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Er
werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Da
die letzte Anstellung
gemäss den Angaben im
IK-
Auszug
(
Urk. 6/10)
bereits
einige Jahre zurückliegt und Arbeitgeber und Einkommen öfter wechselten
,
lässt
sich kaum ermitteln,
ob
der Beschwerdeführer
im Gesund
heitsfall heute noch bei
einem dieser
Arbeitgeber tätig wäre. Ent
sprechend
sind
für die Bemessung
des
Valideneinkommens die
Tabellen
der Schweizerischen Lohnstruktur
er
heb
ung
des Bundesamtes für Statistik (LSE)
bei
zuziehen
.
Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Brutto
löhne (Tabellengruppe A) ab
ge
stellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hinweis), wobe
i jeweils vom so genannten Zen
tralwert (Median) auszugehen ist.
Grundsätzlich - insbesondere von der Intelligenz, dem Auffassungsvermögen, dem
Gedächtnis, der Konzentration und der Aufmerksamkeit her (Urk. 6/14/5, Urk. 6/26/16, Urk. 6/26/15) -
sind dem Beschwerdeführer dieselben Tätigkeiten
zumutbar wie im Gesundheitsfall. Die Persönlichkeitsstörung steht der Anwen
dung fachlicher Kompetenzen nicht entgegen (Urk. 6/
26/20), sodass er
auch wei
ter
hin seine
Berufs- und Fachkenntnisse verwenden kann wie im Gesundheits
fall
.
Mithin ist bei der Bemessung des
Invalideneinkommens
auf denselben
Tabellenlohn abzustellen wie bei der Ermittlung des
Valideneinkom
mens
. Vor der
Vornahme eines
allfälligen
Leidensabzugs beträgt
das Invaliden
einkommen
somit
bei einer
10
0%igen Arbeitsfähig
keit
10
0 %
des Valideneinkommens
. Da
bei han
delt es sich jedoch nicht um einen Prozentvergleich, bei welchem kein Leidens
abzug vorgenommen wer
den dürfte (Urteil 9C_109/2013 vom
9.
April 2013, E.
4.2),
sondern lediglich um eine Vereinfachung der Berechnung. Denn
laut dem Gutachten von
Prof.
A._
verlor der
Beschwerdeführer
seine bishe
rigen Anstellungen wegen seiner krankheitsbedingten Einschränkungen. Ferner wirkt sich seine Krankheit auf die Arbeitsfähigkeit aus und der Be
schwer
de
füh
rer ist in der angestammten Tätigkeit qualitativ eingeschränkt (Urk. 6/26/
20-22).
Dass ihm keine nachhaltige Veränderung möglich ist, ist krankheitsbedingt (Urk. 6/26/18).
5.3
Mit dem sogenannten leidensbedingten Abzug, der auf maximal 25 % zu be
grenzen ist (BGE 126 V 785 E.
5), wird dem Umstand Rechnung getragen, dass eine gesundheitsbeeinträchtigte Person mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem ge
sunden Mitbewerber nur unter Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen auf eine Anstellung hat.
Lediglich wenn - auch auf einem ausgeglichenen Ar
beitsmarkt - unter Be
rücksichtigung solcher Einschränkungen, die personen- oder
arbeitsplatzbezo
gen sein können, kein genügend breites Spektrum an zu
mut
ba
ren
Verwei
sungstätigkeiten mehr besteht, rechtfertigt sich ein (zusätz
li
cher) Ab
zug
vom Tabellenlohn (Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014
,
E.
3.1.1
mit Hinweisen).
Das Angewiesensein auf das Entgegenkommen eines verständnisvollen Arbeit
gebers stellt praxisgemäss kein anerkanntes eigenständiges Abzugskriterium dar
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom 3. September 2012
, E. 8;
Ur
teil
8C_91/2013 vom 2
2.
August 2013
,
E. 3.3.4
)
.
Hingegen war beispielsweise bei eine
r Person, welche an
einer leichten bis mittel
gradigen depressiven Episode
so
wie an einer kombinierten Persönlich
keitsstörung mit ängstlich-vermeiden
den
,
narzisstischen und abhängigen Zügen litt, ein behinderungsbedingter Abzug vor
zunehmen.
Dies wegen eines einge
schränkten Anforderungs- und Belastungs
profils und zusätzlichen arbeitsplatz
mässigen Bedingungen (Urteil des Bundes
gerichts 9C_796/2013
vom 2
8.
Januar 2014
, E. 3.4).
Das Anforderungsprofil des
Beschwerdeführer
s ist stark eingeschränkt und er be
nötigt einen Arbeitgeber, der auf seine psychisch bedingten Eigen
heiten Rück
sicht nimmt. Er kann sich nicht in ein h
ierarchisches Umfeld ein
ordnen, es sind
ihm nur wenige sozial-berufliche Kontakte zu gewähren und er muss in vor
nehm
l
icher Eigenverantwortung arbeiten können.
Ferner
ist er von
zu grosser
Ver
antwortung fernzuhalten
(Urk. 6/26/19-21)
.
Insgesamt hat er rea
listischer
weise
nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse
(
verglichen mit einem gesunden Mit
bewerber
)
reale Chancen
auf
eine Anstellung
, weshalb ein Abzug vom Ta
bellenlohn vorzunehmen ist. Allerdings
führt
selbst
der
maximal mög
li
che
Abzug
nur
zu einem Invaliditätsgrad von 25 %
und damit zu keinem
An
spruch auf ein
e
Invalidenrente, weshalb die
angefochtene
Verfügung
bezüglich des Renten
an
spruchs
nicht zu beanstanden
ist.
6.
6.1
Was die vom Beschwerdeführer beantragten beruflichen Massnahmen betrifft, hielt
die Beschwerdegegnerin in
der angefochtenen Verfügung
fest,
sofern der Be
schwerdeführer berufliche Massnahmen wünsche, könne er ein schriftliches Ge
such stellen
(Urk.
2 S. 2). Der Beschwerde
führer hatte
allerdings bereits im Einwand vom
3
0.
Mai
2014
die Durchführung
berufliche
r
E
ingliederungsmass
nahmen
beantragt (Urk. 6/35/7-8)
. Die Beschwerdegegnerin hielt in der
ange
foch
tenen
Verfügung hierzu fest,
sie habe den Anspruch auf
berufliche Mass
nahmen
geprüft
(Urk.
2 S. 1)
und wies im Dispositiv das Leistungsbe
gehren ins
gesamt ab (Urk. 2
S. 2
), ohne dass vorher eine eigentliche Prüfung des An
spruchs
auf
berufliche Massnahmen stattgefunden hätte
.
Zwar hatte die Beschwerde
geg
nerin den Beschwerdeführer anfänglich, das heiss
t nach seiner Anmeldung zum Leistungsbezug, am 11. April 2013 zu einem Ge
spräch eingeladen (Urk. 6/8)
und der Beschwerdeführer war zu diesem Termin un
entschuldigt nicht erschie
nen
(Urk. 6/11). Aus diesem einmaligen Ereignis lässt sich indessen nicht schliessen, der Beschwerdeführer sei an einer beruflichen Eingliederung schlechterdings nicht interessiert.
Woraus der Gutachter schloss, der Beschwer
deführer sei nicht motiviert zu einer beruflichen Wiederein
glie
de
rung auf aus
bildungs- und leis
tungsgerechtem Niveau
(Urk. 6/
26/16), ist nicht
er
sichtlich.
Namentlich wurde
nicht dargetan, weshalb
diesbezüglich
von einer unzu
reichenden Motivation und
nicht von einem krankheitsbedingten Vermei
dungs
verhalten, wie es auch im Gut
achten angegeben wurde (Urk. 6/26/21),
aus
zuge
hen sei
.
Im Übrigen
erachtete Dr.
B._
das Anbieten von beruf
li
chen Massnahmen
für
sehr sinnvoll (vor
stehende E. 3.3).
6.2
Soweit mit Verfügung vom
31
.
Oktober
2014 der Anspruch auf berufliche Mass
nahmen verneint wurde, ist die Sache somit an die IV-Stelle zurückzuweisen,
damit diese die nötigen Abklärungen tätige und hernach über den Anspruch neu
befinde. In diesem Sinne ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. In Be
zug auf
die beantragte Rente ist die Beschwerde hingegen abzuweisen.
7.
7.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversiche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von
Art.
61 lit. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr.
1'000.-- festge
setzt. Vorliegend erweist sich eine Kostenpauschale von
Fr.
75
0
.-- als ange
messen. Ausgangsgemäss sind die Kosten dem Beschwerdeführer zu zwei Drit
teln
und der Beschwerdegegnerin zu einem Drittel
aufzuerlegen.
7.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als Obsiegen (BGE 137 V 57 E.
2.2).
Dementsprechend
hat der Beschwerdeführer gestützt auf § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) Anspruch auf eine redu
zierte Prozessentschädigung. Diese ist unter Berücksichtigung der Be
deu
tung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses auf Fr.
6
00.-- (inkl. Mehr
wertsteuer und Barauslagen) festzusetzen.