Decision ID: 98a54778-6284-401b-ab23-deb628fb3601
Year: 2007
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ S.O., geb. 1956, ist türkischer Staatsangehöriger. Er heiratete 1976 seine Landsfrau
Arefe Oe., geb. 1955. Dieser Ehe entstammen vier Kinder, die zwischen 1976 und 1989
geboren wurden. Am 29. Dezember 1999 wurde die Ehe in der Türkei geschieden. S.O.
erhielt die elterliche Sorge für das jüngste Kind Cihan, geb. 20. August 1989.
Am 23. Mai 2000 reiste S.O. illegal in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch.
Dieses wurde vom Bundesamt für Migration am 25. September 2000 abgewiesen.
Dabei wurde eine Ausreisefrist bis 8. November 2000 angesetzt. Am 9. Oktober 2000
heiratete S.O. in St. Gallen die Schweizer Staatsangehörige G.B., geb. 1955. In der
Folge erhielt S.O. eine Aufenthaltsbewilligung im Rahmen des Familiennachzugs. Diese
wurde in der Folge regelmässig verlängert.
2006 leitete das Ausländeramt gegen S.O. Ermittlungen wegen des Verdachts einer
Scheinehe ein. Mit Verfügung vom 17. Januar 2007 wies das Ausländeramt seine
Gesuche um Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung und Erteilung einer
Niederlassungsbewilligung ab mit der Begründung, er sei mit G.B. eine Scheinehe
eingegangen.
B./ Gegen die Verfügung des Ausländeramts erhob S.O. durch seinen Rechtsvertreter
mit Eingabe vom 23. Januar 2007 Rekurs, der vom Justiz- und Polizeidepartement mit
Entscheid vom 2. Juli 2007 abgewiesen wurde.
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C./ Mit Eingaben seines Rechtsvertreters vom 13. Juli und 5. September 2007 erhob
S.O. Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Rekursentscheid vom
2. Juli 2007 sowie die Verfügung des Ausländeramts vom 17. Januar 2007 seien
aufzuheben und es sei die Niederlassungsbewilligung zu erteilen, zumindest aber der
weitere Aufenthalt in der Schweiz zu bewilligen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Der Beschwerdeführer bestreitet, eine Scheinehe eingegangen

zu sein. Auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids sowie auf die in der
Beschwerde vorgebrachten Ausführungen wird, soweit wesentlich, in den
nachstehenden Erwägungen näher eingegangen.
In ihrer Vernehmlassung vom 13. September 2007 beantragt die Vorinstanz die
kostenfällige Abweisung der Beschwerde.
Am 31. Oktober 2007 reichte der Beschwerdeführer weitere Beweismittel ein.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der
Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 13. Juli und 5.
September 2007 wurden rechtzeitig eingereicht und erfüllen formal und inhaltlich die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
2. Nach Art. 4 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer
(SR 142.20, abgekürzt ANAG) entscheidet die zuständige Behörde im Rahmen der
gesetzlichen Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland nach freiem Ermessen
über die Bewilligung von Aufenthalt und Niederlassung.
2.1. Der Ausländer hat nach Art. 4 ANAG grundsätzlich keinen Anspruch auf Erteilung
einer Aufenthaltsbewilligung. Eine Ausnahme besteht, wenn er nahe Verwandte mit
gesichertem Anwesenheitsrecht in der Schweiz hat. Hinsichtlich ausländischer
Ehegatten von Schweizer Bürgern ist dieser Anspruch in Art. 7 Abs. 1 ANAG geregelt.
Danach hat der ausländische Ehegatte einer Schweizerin Anspruch auf Erteilung und
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Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung. Art. 7 Abs. 2 ANAG bestimmt weiter, dass
kein Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung besteht, wenn die Ehe
eingegangen worden ist, um die Vorschriften über Aufenthalt und Niederlassung von
Ausländern und namentlich jene über die Begrenzung der Zahl der Ausländer zu
umgehen. Diese Bestimmung ist dem früheren Art. 120 Ziff. 4 ZGB betreffend die
sogenannte Bürgerrechtsehe nachgebildet, welcher mit der Revision des
Bürgerrechtsgesetzes (SR 141.0) vom 23. März 1990 seine Grundlage verloren hat und
aufgehoben wurde. Dem ausländischen Ehegatten eines Schweizer Bürgers wurde im
revidierten Art. 7 Abs. 1 ANAG ein Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung eingeräumt. Da die Gefahr, diese Vorschrift könnte durch
Eingehung einer blossen Scheinehe umgangen werden, in gleicher Weise besteht wie
im Falle des früheren Bürgerrechtserwerbs durch Heirat, wurde für solche
"Aufenthalts-" bzw. "Niederlassungsehen" in Art. 7 Abs. 2 ANAG ein ähnlicher
Missbrauchstatbestand geschaffen, wie er in Art. 120 Ziff. 4 ZGB für die früheren
Bürgerrechtsehen vorgesehen war (BGE 122 II 294 mit Hinweisen).
2.2. Das Bundesgericht hat in verschiedenen Urteilen die Anforderungen an den
Nachweis einer Scheinehe bzw. Ausländerrechtsehe umschrieben. Es erwog, der
Nachweis, dass die Ehe zur Umgehung der Vorschriften über Aufenthalt und
Niederlassung der Ausländer geschlossen wurde und nicht der Begründung einer
Lebensgemeinschaft diene, sei in der Regel nicht direkt zu erbringen und könne nur
durch Indizien geführt werden. Solche Indizien seien etwa darin zu erblicken, dass dem
Ausländer die Wegweisung gedroht habe, etwa weil er ohne Heirat keine
Aufenthaltsbewilligung erhalten hätte oder sie ihm nicht verlängert worden wäre.
Sodann könnten die Umstände und die kurze Dauer der Bekanntschaft sowie die
Tatsache, dass die Ehegatten eine Wohngemeinschaft gar nie aufgenommen hätten,
für das Vorliegen einer Ausländerrechtsehe sprechen. Umgekehrt könne aus einer
gewissen Zeit des Zusammenlebens und des Unterhalts intimer Beziehungen nicht
ohne weiteres abgeleitet werden, es sei eine wirkliche Lebensgemeinschaft gewollt
gewesen. Ein solches Verhalten könne auch nur vorgespiegelt sein, um die Behörde zu
täuschen (BGE 122 II 295 mit Hinweisen auf Literatur und Judikatur). Wenn aber nicht
genügend Anhaltspunkte bestehen, die auf eine Scheinehe hindeuten, so darf nicht
einzig aufgrund dieser ungenügenden Anhaltspunkte die Berufung auf eine bestehende
Ehe als rechtsmissbräuchlich qualifiziert werden (BGE 123 II 49 ff.).
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2.3. Der Beschwerdeführer bringt umfangreiche Ausführungen zu den von der
Vorinstanz bzw. vom Ausländeramt festgestellten Indizien vor und macht Gründe
geltend, dass diese Indizien die Annahme einer Scheinehe nicht rechtfertigen und
solche Sachverhalte auch bei normalen Ehen vorkommen können. Dies ist
grundsätzlich zutreffend. Allein für sich vermag ein einzelnes Indiz den Nachweis einer
Tatsache nicht zu erbringen. Es liegt bei Indizienbeweisen in der Natur der Sache, dass
jedes einzelne Merkmal für sich allein nicht genügen würde, um eine Scheinehe
nachzuweisen. Wenn jedoch eine Vielzahl von Indizien gegeben ist, können sich diese
je nach Art und Anzahl zum rechtsgenüglichen Beweis verdichten. Es ist daher bei den
einzelnen Indizien einer Scheinehe nicht von entscheidender Bedeutung, ob sie auch
bei einer normalen Ehe vorliegen könnten. Dies kann bei jedem einzelnen
Sachverhaltsmerkmal allein durchaus zutreffen. Entscheidend ist die Gesamtheit der
vorliegenden Tatumstände. Es ist daher auch nicht erforderlich, bei der Beurteilung der
Indizien auf sämtliche in der Beschwerde vorgebrachten Möglichkeiten einzugehen,
wonach diese Merkmale auch bei normalen Ehen vorliegen können.
2.4. Der Beschwerdeführer macht eine Verweigerung des rechtlichen Gehörs geltend
und rügt eine Verletzung von Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt
BV). Insbesondere bemängelt er, dass er und seine Ehefrau nicht erneut einvernommen
wurden. Auch rügt er, der Sohn seiner Ehefrau sowie weitere Personen, deren
Einvernahme er im Rekursverfahren verlangte habe, namentlich ein polizeilicher
Sachbearbeiter sowie die Auskunftspersonen der Polizei, seien nicht befragt worden.
Im vorliegenden Fall wurden der Beschwerdeführer und seine Ehefrau je zweimal
befragt, nämlich von der Kantonspolizei und vom Ausländeramt. Werden beim
Verdacht des Eingehens einer Scheinehe die Eheleute als direkt Beteiligte im Rahmen
des erstinstanzlichen Verfahrens zweimal eingehend befragt, so vermögen in der Regel
weitere Befragungen und Einvernahmen von Drittpersonen, namentlich solcher aus
dem familiären oder persönlichen Umfeld der Betroffenen, keine neuen und relevanten
Tatsachen hervorzubringen. Deshalb darf auf die Befragung von Drittpersonen in der
Regel verzichtet werden.
Vorliegend wurde beantragt, die genannten Personen seien über ihre Beobachtungen
als gemeinsame Bekannte der Eheleute O. zu befragen. Sodann wurde die Befragung
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des polizeilichen Sachbearbeiters zum Zustand der Wohnung an der S-strasse xx
sowie zu Fragen der Ehefrau des Beschwerdeführers verlangt. Welcher Art die
Beobachtungen waren, über die Drittpersonen Auskunft hätten geben können, wurde
nicht konkret ausgeführt. Auch haben die Eheleute selbst Ausführungen zum Zustand
der Wohnung gemacht. Im übrigen finden sich in den polizeilichen Berichten keine
Angaben über Tatsachen, die von unbekannten Drittpersonen namhaft gemacht
wurden. Unter diesen Umständen und aufgrund der nachfolgend darzulegenden
Indizienlage durften Vorinstanz und Ausländeramt ohne Verletzung des rechtlichen
Gehörs von weiteren Erhebungen absehen bzw. ist auch im Beschwerdeverfahren auf
weitere Erhebungen, namentlich auf Einvernahmen, zu verzichten.
2.5. Zu prüfen ist im folgenden, ob die Vorinstanz zu Recht davon ausgegangen ist, der
Beschwerdeführer sei eine Scheinehe eingegangen.
2.5.1. Die Heirat fand rund einen Monat vor Ablauf der vom Bundesamt für Migration im
ablehnenden Asylentscheid festgelegten Ausreisefrist statt. Sodann erlangte der
Beschwerdeführer mit der Heirat einer Schweizerin die Möglichkeit, in der Schweiz zu
verbleiben, was ihm sonst aufgrund der Ablehnung des Asylgesuchs praktisch
verwehrt gewesen wäre. Dies bildet ein Indiz für das Vorliegen einer Scheinehe. Daran
ändert der Umstand nichts, dass die Heirat eines Ausländers mit einer Schweizerin
allein keine Scheinehe zu begründen vermag (vgl. oben E. 2.3.). Hinzu kommt, dass
sich die Ehegatten im Zeitpunkt der Heirat erst rund ein halbes Jahr kannten. Der
Beschwerdeführer sagte aus, der Entschluss zur Heirat sei nach einem bis zwei
Monaten nach dem ersten Treffen gefasst worden. Auch darin ist ein Indiz für eine
Scheinehe zu erblicken.
2.5.2. Auf die Frage, in welcher Sprache sie sich beim ersten Treffen im Dancing T.
verständigten, antwortete die Ehefrau "mit Händen und Füssen und gebrochen
deutsch". Dies ist eine bei Scheinehen typische Antwort, wenn sich die Eheleute
sprachlich kaum verständigen können. Der Beschwerdeführer beharrte demgegenüber
darauf, dass sie sich auf Deutsch verständigt hätten, ohne Einschränkungen der
Verständigung zu erwähnen. Widersprüchlich waren zudem die Angaben der Eheleute,
wer wen zuerst angesprochen hatte. Obwohl die Befragung knapp sechs Jahre später
stattfand und in dieser Zeit das Erinnerungsvermögen beeinträchtigt werden kann, sind
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solche Widersprüche im Zusammenhang mit Sachverhalten, die erfahrungsgemäss
prägend in Erinnerung bleiben, als Indizien für eine Scheinehe zu qualifizieren.
2.5.3. Fest steht, dass bei der Trauung lediglich zwei Personen anwesend waren und
dass keine Feier veranstaltet wurde. Es mag wohl gute Gründe für ein solches
Verhalten geben, doch lässt sich nicht bestreiten, dass diese Merkmale bei Scheinehen
typisch sind. Auffallend ist insbesondere, dass die Kinder der Ehefrau bei der Hochzeit
und dem anschliessenden Essen nicht dabei waren. Als Grund führte der
Beschwerdeführer an, die Kinder hätten in die Schule gehen müssen. Diese Erklärung
mutet geradezu absurd an. Für die Heirat der Mutter hätten die Kinder Urlaub erhalten.
Die Ehefrau brachte zur Begründung vor, die Kinder seien noch zu klein gewesen. Auch
diese Antwort ist nicht überzeugend. Schliesslich gab die Ehefrau an, nach dem Essen
seien sie beide arbeiten gegangen. Eine solche Verhaltensweise ist typisch, wenn die
Eheleute der Heirat keine besondere Bedeutung zumessen und die Heirat offensichtlich
nur dazu dient, dem Ehegatten eine Aufenthaltsbewilligung zu verschaffen.
2.5.4. Fest steht weiter, dass die Eheleute nur wenige Angaben zur Person sowie zur
Familie und zu weiteren Eigenschaften des Partners machen konnten. Der
Beschwerdeführer wusste beispielsweise nichts über die schulische und berufliche
Ausbildung seiner Ehefrau. Ausserdem machten die Ehegatten widersprüchliche
Angaben zum bevorzugten Essen des Partners. Fest steht weiter, dass die Eheleute nie
gemeinsam Ferien machten. Die Ehefrau gab zudem an, ihre Hobbies seien Musizieren,
Tanzen und Kochen, während der Beschwerdeführer angab, seine Ehefrau habe wie er
keine Hobbies. Auch die bevorzugten Freizeitbetätigungen wurden unterschiedlich
geschildert. Auch darin hat die Vorinstanz zutreffend Indizien einer Scheinehe erblickt.
2.5.5. Im vorliegenden Fall deutet auch die enge Verbindung des Beschwerdeführers zu
seiner ersten Ehefrau darauf hin, dass er die Ehe mit G.B. nur eingegangen ist, um den
Aufenthalt in der Schweiz zu erlangen. Der Beschwerdeführer gab an, er besitze zwei
Einfamilienhäuser in seinem Heimatort. Seine Ex-Gattin lebe zusammen mit den vier
Kindern in einem seiner Häuser. Im Winter lebe sie mit den Kindern im kleinen Haus, da
dieses gut isoliert sei, und im Sommer zögen sie ins grosse Haus um, da dieses schön
kühl sei. Dass die geschiedene Ehefrau in beiden Häusern des Beschwerdeführers
wohnt, ist für dortige Verhältnisse zumindest ungewöhnlich. Angesichts der Tatsache,
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dass sich der Beschwerdeführer im Asylverfahren ausdrücklich als verheiratet ausgab,
bestehen auch Anzeichen, dass die Scheidung von der ersten Ehefrau nur
vorgetäuscht wurde, was einem häufig festgestellten Verhalten entspricht.
2.5.6. Der Beschwerdeführer verliess nach den Angaben seiner Ehefrau im Juli 2005
die gemeinsame Wohnung. Anlässlich der Befragung durch das Ausländeramt
bestätigte er diese Aussage. Er erwähnte, er übernachte ein- bis zweimal pro Woche zu
Hause. Sonst habe er bei seiner Arbeitsstelle ein Zimmer. Die Wohnung werde immer
noch renoviert; die Polizei habe das im Februar 2006 selbst gesehen. Auf die Frage,
wie lange er bis zum Abschluss der Renovationsarbeiten rechne, gab er keine konkrete
Antwort. Auf die Frage nach der Art der bereits gemachten Renovationsarbeiten hielt er
fest, es sei fast nichts gemacht worden. Die Teppiche habe man weggenommen; die
Heizungen und Teppiche würden neu gemacht. Nicht einmal Tiere könnten dort leben.
Sie hätten nur noch zwei Betten. Wenn er nicht zu Hause sei, schlafe das ältere Kind in
einem Bett und das jüngere bei der Mutter. Wenn er zu Hause sei, schlafe das ältere
Kind bei einem Kollegen, und er könne bei seiner Ehefrau schlafen. Auf die Frage nach
dem Grund des Auszugs aus der Wohnung hielt er fest, so bald es gehe, werde er mit
seiner Frau zusammen eine andere Wohnung suchen.
Die Ehefrau sagte demgegenüber aus, die Wohnung werde einfach neu gestrichen.
Eine Erneuerung der Heizungen und der Teppiche erwähnte sie nicht. Zutreffend hielt
die Vorinstanz unter diesen Umständen fest, dass die Wohnsituation ein Indiz für eine
Scheinehe sei. Bei jener Wohnung handelt es sich um eine Mietwohnung. Zu Recht
erachtete es die Vorinstanz als nicht nachvollziehbar, weshalb die Eheleute bei den
behaupteten knappen finanziellen Mitteln selbst Renovationsarbeiten vornahmen. Auch
die Behauptung, die Stiefschwester der Ehefrau verweigere die Räumung eines mit
deren Hausrat belegten Zimmers, ist nicht überzeugend. Wie die Vorinstanz zutreffend
festhielt, mieteten der Beschwerdeführer und seine Ehefrau während des hängigen
Verfahrens eine neue Wohnung, weshalb es offenbar ohne weiteres möglich war, die
bestehenden Probleme im Zusammenhang mit der Lagerung von Gegenständen durch
die Stiefschwester zu lösen. Die Tatsache, dass der Beschwerdeführer und seine
Ehefrau gemeinsam einen Vertrag für die Miete einer Wohnung an der R-strasse
unterzeichneten, kann im vorliegenden Fall nicht als ausschlaggebendes, gegen eine
Scheinehe sprechendes Merkmal betrachtet werden. Die Miete dieser Wohnung
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erfolgte nach Beginn der Ermittlungen des Ausländeramts wegen Verdachts einer
Scheinehe. Es ist nicht aussergewöhnlich, dass bei Scheinehen unter dem Druck eines
hängigen Verfahrens Vorkehrungen getroffen werden, welche eine intakte
Ehegemeinschaft vortäuschen sollen. Es ist daher ohne weiteres glaubhaft, dass der
Beschwerdeführer und seine Ehefrau derzeit zusammenwohnen und sich auch
zusammen in der Oeffentlichkeit zeigen. Auf diesbezügliche weitere Abklärungen kann
daher verzichtet werden.
2.5.7. Ein weiteres Indiz für eine Scheinehe liegt in der Tätigkeit der Ehefrau des
Beschwerdeführers. Diese gab bei der Befragung durch das Ausländeramt an, sie
mache Massagen an der A-strasse 4, zusammen mit einer Kollegin namens I. Im
Rekursverfahren beantragte der Beschwerdeführer die Einvernahme von I. und gab
deren Telefonnummer an. Die Inhaberin dieser Telefonnummer inseriert in
einschlägigen Rubriken des Sexgewerbes (z.B "anzeiger" vom 13. September 2007).
Unter diesen Umständen ist es wenig glaubhaft, dass es sich bei den von der Ehefrau
des Beschwerdeführers angebotenen Massagen um Gesundheitsmassagen handelt.
Da die Ehefrau angab, sie mache zusammen mit I. Massagen, so ist davon
auszugehen, dass auch sie im Sexgewerbe tätig ist.
Geht ein Ausländer mit einer im Sexgewerbe tätigen Schweizerin eine Ehe ein, bildet
dies ebenfalls ein gewichtiges Indiz für eine Scheinehe. Der Ehemann wusste zudem
gemäss eigenen Anhaben, dass seine Ehefrau als Masseuse tätig war.
2.5.8. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen gelangt das Verwaltungsgericht zum
Schluss, dass die Vorinstanz zu Recht angenommen hat, der Beschwerdeführer habe
mit der Heirat keine Lebensgemeinschaft begründen, sondern ausschliesslich eine
Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz erlangen wollen. Dem Beschwerdeführer war es
offenbar gleichgültig, dass die Ehefrau im Sexgewerbe tätig war. Auf die Frage, wo sie
diese Massagen mache, hielt er fest "in unserem Schlafzimmer". Auch dies zeigt, dass
der Beschwerdeführer die Ehe offensichtlich nicht als Lebensgemeinschaft betrachtet.
Somit sind Vorinstanz und Ausländeramt zutreffend davon ausgegangen, dass eine
Scheinehe vorliegt.
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2.5.9. Unbegründet ist der als Eventualstandpunkt erhobene Einwand, es sei eine
Heilung der Scheinehe eingetreten. Dass eine solche Heilung angenommen werden
kann, lässt sich namentlich auch aus dem vom Beschwerdeführer angerufenen Urteil
des Bundesgerichts (BGE 123 II 49 ff.) nicht ableiten. In jenem Urteil erachtete das
Bundesgericht vielmehr den Nachweis einer Scheinehe als nicht rechtsgenüglich
erbracht und den Sachverhalt als ungenügend abgeklärt.
2.6. Das Eingehen einer Scheinehe bildet einen Verstoss gegen eine zentrale
ausländerrechtliche Norm (vgl. statt vieler BGE 2A.275/2005 vom 17. Oktober 2005 E.
4.2 mit Hinweisen). Nach der Praxis rechtfertigt daher das Eingehen einer Scheinehe
den Widerruf einer Aufenthaltsbewilligung (vgl. statt vieler VerwGE B 2005/86 vom 13.
September 2005; B 2006/15 vom 12. April 2006; B 2006/51 vom 8. Juni 2006,
publiziert in: www.gerichte.sg.ch). Umso mehr ist auch die Verweigerung der
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung gerechtfertigt.
Der Beschwerdeführer verfügt seit dem Jahr 2000 über eine Aufenthaltsbewilligung.
Eine Rückkehr nach einem Aufenthalt von rund sieben Jahren in der Schweiz stellt im
vorliegenden Fall keine grosse Härte dar. Der Beschwerdeführer verfügt in der Türkei
über zwei Häuser und pflegt immer noch Kontakte zu seinen Angehörigen. Auch hat er
die Ferien dort verbracht. Zudem übt er in der Schweiz keine besonders qualifizierte
Tätigkeit aus, die aus wirtschaftlicher oder arbeitsmarktlicher Sicht eine Verlängerung
der Aufenthaltsbewilligung gebieten würde. Im Asylverfahren machte der
Beschwerdeführer geltend, er habe in der Türkei eine Tätigkeit als selbständiger
Busfahrer ausgeübt und sei ein erfolgreicher Geschäftsmann gewesen.
In der Beschwerde wird eine weitgehende Integration des Beschwerdeführers geltend
gemacht. Einer nennenswerten Integration steht allerdings die Tatsache entgegen,
dass der Beschwerdeführer nach einem Aufenthalt von über fünf Jahren in der Schweiz
und der Ehe mit einer Schweizerin für die Befragung durch die Kantonspolizei und das
Ausländeramt einen Dolmetscher benötigte. Auch mag es zutreffen, dass der
Beschwerdeführer als Angestellter eines türkischen Imbissladens gewisse Chancen auf
dem Arbeitsmarkt hat. Für diese Tätigkeit ist allerdings keine besondere Ausbildung
oder Befähigung erforderlich. Bei solchen Tätigkeiten bestehen daher in
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volkswirtschaftlicher und arbeitsmarktlicher Hinsicht keine besonderen Gründe für den
weiteren Verbleib des Betroffenen in der Schweiz.
Der Beschwerdeführer steht im 52. Altersjahr. Dies spricht nicht generell gegen eine
Rückkehr in die Türkei, zumal der Beschwerdeführer nach wie vor Kontakte mit seinen
Angehörigen pflegt. Auch in gesundheitlicher Hinsicht liegen keine Gründe vor, die die
Annahme eines Härtefalls rechtfertigen. Die Tumorerkrankung ist offenbar stabilisiert.
Ein Arztzeugnis, welches eine Rückkehr in die Türkei aus gesundheitlichen Gründen
unzumutbar erscheinen lässt, wurde jedenfalls nicht eingereicht.
2.7. Unbegründet ist die Berufung auf Art. 8 EMRK und Art. 13 Abs. 1 und Art. 14 BV.
Entgegen den Ausführungen in der Beschwerde ist der bisherige Aufenthalt zufolge
Eingehens einer Scheinehe nicht als korrekt zu betrachten. Zudem kommt bei einer
Scheinehe das Recht auf Familienleben nicht zum Tragen.
2.8. Im weiteren macht der Beschwerdeführer eine Verletzung seines Anspruchs auf
Vertrauensschutz und des Grundsatzes von Treu und Glauben gemäss Art. 9 BV
geltend. Das Ausländeramt schöpfte offenbar erst im Rahmen des Gesuchs des
Beschwerdeführers um Erteilung einer Niederlassungsbewilligung den Verdacht, es
liege eine Scheinehe vor. Irgendwelche Zusicherungen wurden dem Beschwerdeführer
und seiner Ehefrau aber nicht gemacht. Die umfangreichen Abklärungen im Vorfeld der
Erteilung einer Niederlassungsbewilligung bezwecken nämlich gerade, ein allfälliges
Fehlverhalten des Gesuchstellers vor der Erteilung der Niederlassung aufzudecken und
die persönlichen Verhältnisse genau abzuklären. Nachdem Anhaltspunkte für eine
Scheinehe aufgetaucht waren, hat das Ausländeramt die Aufenthaltsbewillifung des
Beschwerdeführers nicht mehr vorbehaltlos verlängert. Eine Verletzung des Anspruchs,
ohne Willkür und nach Treu und Glauben behandelt zu werden (Art. 9 BV), liegt daher
nicht vor.
2.9. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung
zu Recht verweigert wurde. Umso mehr ist auch die Verweigerung der Niederlassung
gerechtfertigt.
2.10. Schliesslich wird in der Beschwerde geltend gemacht, es lägen sämtliche
Kriterien für die Erteilung einer Härtefallbewilligung vor.
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Nach Art. 13 lit. f der Verordnung über die Begrenzung der Zahl der Ausländer (SR
823.21, abgekürzt BVO) sind Ausländer von der Höchstzahl für erwerbstätige Personen
ausgenommen, wenn ein schwerwiegender persönlicher Härtefall oder staatspolitische
Gründe vorliegen.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung setzt ein Härtefall im Sinn von Art. 13
lit. f BVO voraus, dass sich der betreffende Ausländer in einer persönlichen Notlage
befindet. Das bedeutet, dass seine Lebens- und Daseinsbedingungen gemessen am
durchschnittlichen Schicksal von Ausländern in gesteigertem Mass in Frage gestellt
sein müssen, bzw. die Verweigerung der Ausnahme von der zahlenmässigen
Begrenzung für den Betroffenen schwere Nachteile zur Folge hätte. Ein Aufenthalt von
zumindest zehn Jahren führt grundsätzlich zur Gewährung einer Ausnahme von den
Begrenzungsmassnahmen, vorausgesetzt dass sich der Ausländer tadellos verhalten
hat, finanziell unabhängig sowie sozial und beruflich allgemein gut integriert ist. Bei der
Beurteilung des Härtefalls sind die Besonderheiten des Einzelfalls zu berücksichtigen.
Wenn der Ausländer eine besonders enge Beziehung zur Schweiz hat, kann dies die
Anforderungen an die Dringlichkeit der Notlage verringern, sofern gerade auch darin
eine Härte zu sehen ist, dass er seine Beziehung zur Schweiz nicht oder nicht mehr hier
leben kann. Dies ist auch daran zu messen, wie weit es dem Ausländer zumutbar ist,
sich in seiner Heimat aufzuhalten (vgl. dazu BGE 124 II 110 f., 123 II 127 und 119 Ib 43
f. mit Hinweis auf BGE 117 Ib 322).
Aus den vorstehenden Ausführungen über die Zumutbarkeit der Rückkehr in die Türkei
(E. 2.6) ergibt sich, dass kein Härtefall vorliegt. Weder die Dauer des Aufenthalts noch
der Grad der Integration oder die berufliche Situation lassen eine Rückkehr im
Vergleich zu ähnlich gelagerten Fällen als besonders schwerwiegenden Eingriff
erscheinen. Der Beschwerdeführer besitzt zwei Häuser in seinem Herkunftsort, und
dort leben auch seine volljährigen Kinder. Es ist zudem nicht ersichtlich, weshalb er
wirtschaftlich nicht mehr Fuss zu fassen vermag, nachdem er jahrelang erfolgreich als
Transportunternehmer tätig gewesen war.
2.11. Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass die
Beschwerde als unbegründet abzuweisen ist.
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3. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS
941.12). Sie ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.
Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 98bis VRP).