Decision ID: bb6912b0-e3fa-5654-9b65-32a8317be88d
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
I._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller, Engelgasse 214, 9053 Teufen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
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Sachverhalt:
A.
A.a I._, geboren 1947, bezog seit April 1997 aufgrund eines Invaliditätsgrades von
42% bzw. von 48% gemäss Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 26.
November 2002 und des Vorliegens eines wirtschaftlichen Härtefalles eine halbe
Invalidenrente (vgl. act. G 5.2/39, 61). Die MEDAS-Gutachter diagnostizierten vor Erlass
der damaligen leistungsbegründenden Verfügung ein chronisches
weichteilrheumatisches Schmerzsyndrom und eine undifferenzierte somatoforme
Schmerzstörung, depressiv gefärbt. Für eine adaptierte Tätigkeit schätzten sie die
Arbeitsfähigkeit zu 40% eingeschränkt (act. G 5.2/23.7 f.). Im Fragebogen für eine
Rentenrevision machte der Versicherte am 24. Januar 2002 eine Verschlimmerung
seines Gesundheitszustandes geltend (act. 5.2/58.1). Der behandelnde Arzt, Dr.med.
A._, stellte fest, dass sich der Gesundheitszustand verschlechtert habe (act. G
5.2/76).
A.b Mit Verfügung vom 4. Dezember 2003 lehnte die IV-Stelle St. Gallen eine
Rentenerhöhung ab (act. G 5.2/84). Dagegen erhob der Versicherte am 22. Januar
2004 Einsprache (act. G 5.2/89). Die IV-Stelle St. Gallen ordnete am 24. März 2004 eine
medizinische Abklärung bei der MEDAS Ostschweiz an (act. G 5.2/111). Vom 1. bis 25.
Juni 2004 befand sich der Versicherte in stationärer Behandlung in der Klinik St.
Pirminsberg. Die behandelnde Ärztin attestierte zum Zeitpunkt des Klinikaustritts eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit (act. G 5.2/128.1). Am 5. und 14. September 2005
wurde der Versicherte von der MEDAS Ostschweiz untersucht. Die MEDAS-Gutachter
diagnostizierten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung; eine leichte depressive Störung ohne somatisches Syndrom; ein
linksseitig betontes, generalisiertes chronisches Schmerzsyndrom mit vielen
vegetativen Begleitbeschwerden; einen Status nach Augenverletzung links 2002 mit
Reduktion der Sehschärfe auf 0,3 und eine Mittelohrschwerhörigkeit, beidseits mit
Hörgeräten versorgt (act. G 5.2/142.8). Die MEDAS-Gutachter schätzten die
Arbeitsfähigkeit generell auf 50% (act. G 5.2/142.9). Im ärztlichen Zeugnis vom 10.
Januar 2006 attestierte Dr.med. A._ bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(act. G 5.2/175.1). Gestützt auf das MEDAS-Gutachten vom 27. Oktober 2005 verfügte
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die IV-Stelle am 23. Februar/9. März 2006 bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von
55% eine ordentliche halbe Invalidenrente ab dem 1. Dezember 2002 (act. G 5.2/169 –
171, 173).
B.
B.a Gegen diese Verfügungen erhob I._ am 27. März 2006 Einsprache und
beantragte deren Aufhebung und die Ausrichtung von mindestens einer
Dreiviertelsrente. Der Einsprecher rügte im Wesentlichen, dass die Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit durch die MEDAS Ostschweiz unzutreffend sei und mindestens ein
25%iger Leidensabzug vorgenommen werden müsse (act. G 5.2/172.1 ff.).
B.b Die Einsprachegegnerin bestätigte mit Entscheid vom 11. Oktober 2006 die
angefochtenen Verfügungen. Es bestehe kein Grund, von der
Arbeitsfähigkeitsschätzung der MEDAS Ostschweiz abzuweichen. Der vorgenommene
Leidensabzug von 10% sei angemessen (act. G 1.1).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die vom Beschwerdeführer am
13. November 2006 erhobene Beschwerde. Der Beschwerdeführer beantragt unter
Kosten- und Entschädigungsfolge dessen Aufhebung sowie die Ausrichtung von
mindestens einer Dreiviertelsrente. Es sei ihm für das Beschwerdeverfahren die
unentgeltliche Rechtspflege einschliesslich Verbeiständung zu gewähren. Der
Beschwerdeführer rügt, dass im MEDAS-Gutachten lediglich die psychische
Komponente berücksichtigt worden sei, nicht aber die erheblichen somatischen
Beschwerden, insbesondere die Rückenbeschwerden. Namentlich die beeinträchtigte
Sehschärfe sowie die beidseitige Schwerhörigkeit seien nicht beachtet worden.
Insgesamt gehe aus dem MEDAS-Gutachten nicht hervor, welchen Stellenwert die
somatischen Diagnosen hätten. Im Rahmen der Bemessung des Leidensabzuges seien
namentlich das fortgeschrittene Alter des Beschwerdeführers, die mit den somatischen
Beschwerden verbundenen Leistungsbeeinträchtigungen, die Nationalität des
Beschwerdeführers, der lediglich über eine Jahresaufenthaltsbewilligung verfüge, die
fehlenden Sprachkenntnisse, die lange Absenz vom Arbeitsmarkt, der erhöhte
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Pausenbedarf sowie die Umstellung von schwerer zu leichter Arbeit zu
berücksichtigen. Angesichts dieser Faktoren sei ein Leidensabzug von 25%
vorzunehmen. Des Weiteren sei das Abstellen auf die Tabellenlöhne im vorliegenden
Fall unrealistisch (act. G 1). Der Beschwerdeführer legt der Beschwerdeeingabe ein
Schreiben von Dr.med. A._ vom 26. Oktober 2006 bei. Dieser bestätigt darin, dass
aufgrund der notwendigen Erholungs-Intervalle bei einer dauerhaften Anstrengung
durch eine erwerbliche Tätigkeit eine solche auf den Vormittag beschränkt werden
sollte, damit der Nachmittag ganz zur Erholung zur Verfügung stehe (act. G 1.2).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 15. Januar
2007 die Abweisung der Beschwerde. Sie macht geltend, dass sowohl die psychischen
wie auch die somatischen Beschwerden im MEDAS-Gutachten berücksichtigt worden
seien. Auf Nachfrage vom 4. Dezember 2006 hin habe die MEDAS Ostschweiz mit
Schreiben vom 18. Dezember 2006 (act. G 5.1) bestätigt, dass die von ihr ermittelte
Einschränkung von 50% so gemeint gewesen sei, dass der Beschwerdeführer
ganztags mit reduzierter Leistung arbeiten könne. Folglich sei zu Recht kein
Teilzeitabzug berücksichtigt worden (act. G 5).
C.c Replicando macht der Beschwerdeführer geltend, dass die Antwort der MEDAS
Ostschweiz vom 18. Dezember 2006 – wohl infolge unklarer Fragestellung durch die
Beschwerdegegnerin – nicht vollständig sei. Der Widerspruch zwischen der
Einschätzung des RAD im Feststellungsblatt vom 27. Dezember 2005 (act. G. 5.2/153),
wonach die Arbeitsunfähigkeit vor allem auf die somatischen Beschwerden abgestützt
worden sei, und der MEDAS Ostschweiz, wo die Einschränkung vorwiegend mit
psychischen Faktoren begründet werde, sei bis heute nicht aufgelöst. Die
regelmässigen Schwindelanfälle seien im MEDAS-Gutachten nicht gewürdigt worden.
Zudem werde keine konkrete leidensadaptierte Tätigkeit umschrieben. Die Rückfrage
an die MEDAS Ostschweiz vom 4. Dezember 2006 sei nicht entsprechend
dokumentiert. Zusammenfassend werde beantragt, dass der angefochtene
Einspracheentscheid aufzuheben und gegenseitig abgestimmte Ergänzungsfragen an
die MEDAS Ostschweiz, allenfalls auch an aussenstehende Ärzte wie den regelmässig
behandelnden Psychiater und Hausarzt, zu stellen seien (act. G 8).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik und hält an der beantragten
Beschwerdeabweisung fest (act. G 11).
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Erwägungen:
1.
1.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
1.2 Die Rentenabstufungen des Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20, in der seit 1. Januar 2004 gültigen Fassung)
geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente,
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% Anspruch auf eine halbe Rente, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 60% Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% Anspruch auf eine ganze Rente.
1.3 Für die Bemessung der Invalidität bei einer erwerbstätigen versicherten Person
wird gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
1.4 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
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des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb). Dies
bedeutet nicht, dass Parteigutachten durch den Umstand allein, dass sie von einer
Partei eingeholt und in das Verfahren eingebracht wurden, ohne weiteres minder
beweiskräftig sind. Denn auch sie können nützliche Äusserungen zum medizinischen
Sachverhalt enthalten. Daraus folgt wiederum nicht, dass sie den gleichen Rang wie ein
vom Gericht oder vom Sozialversicherer nach dem vorgegebenen Verfahrensrecht
eingeholtes Gutachten besitzen. Relevant werden sie nur, wenn ihre Aussagen die
Auffassungen und Schlussfolgerungen des förmlich bestellten Gutachtens in
rechtserheblichen Fragen derart zu erschüttern vermögen, dass davon abzuweichen
wäre (BGE 125 V 351 E. 3c). Was Berichte von Hausärzten angeht, muss die
Erfahrungstatsache mitberücksichtigt werden, dass Hausärzte aufgrund des Auftrags-
und teilweise persönlichen Verhältnisses zu ihren Patienten eher dazu neigen, zu
Gunsten ihrer Patienten auszusagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Spricht das Gericht
hingegen den Berichten und Zeugnissen eines Hausarztes von vornherein jede
Glaubwürdigkeit ab, so ist dieses richterliche Urteil offensichtlich willkürlich (vgl. Urteil
des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 21. Dezember 2005 i.S. A., 4P.254/2005, E. 4.2).
1.5 Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente
gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben. Anlass zu einer Rentenrevision
gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist,
den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Ob eine solche
Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im
Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit
der streitigen Revisionsverfügung (vgl. BGE 125 V 369 E. 2 mit Hinweis). Nach der
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Rechtsprechung ist die Invalidenrente nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung
des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen
Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich
verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5). Eine bloss unterschiedliche Beurteilung eines
im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts stellt praxisgemäss keine
revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2 mit Hinweisen). Eine
anspruchsbeeinflussende Änderung – zum Beispiel eine massgebliche Verbesserung
oder Verschlimmerung des Gesundheitszustandes – ist zu berücksichtigen, sobald sie
ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a der Verordnung
über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin stützt die von ihr zu Grunde gelegte Arbeitsfähigkeit auf
das MEDAS-Gutachten vom 27. Oktober 2005 (act. G 5.2/142.1 ff.).
2.2 Im Hinblick auf die Würdigung der medizinischen Situation fällt ins Gewicht, dass
das MEDAS-Gutachten auf eigenständigen interdisziplinären Abklärungen, mithin auf
allseitigen Untersuchungen beruht und damit für die streitigen Belange umfassend ist.
Es wurden die Vorakten verwertet und die vom Beschwerdeführer geklagten
Beschwerden (insbesondere auch die Beeinträchtigungen in der Sehkraft und im
Hörverständnis) berücksichtigt. Das MEDAS-Gutachten leuchtet in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge – insbesondere dem Zusammenspiel der psychischen
und der somatischen Elemente – und in der Beurteilung der medizinischen Situation
ein, dies insbesondere auch durch die Auseinandersetzung mit früheren, teilweise
divergierenden ärztlichen Beurteilungen. Vor diesem Hintergrund vermögen auch die
darin enthaltenen Schlussfolgerungen, namentlich die Umschreibung der
leidensadaptierten Tätigkeiten und deren Umfang, – entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers – zu überzeugen. Das MEDAS-Gutachten erfüllt mithin alle
praxisgemässen Kriterien für beweiskräftige Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a), so
dass grundsätzlich darauf abzustellen ist.
2.3 Der Beschwerdeführer rügt am MEDAS-Gutachten vor allem, dass nicht klar sei,
welchen Stellenwert überhaupt die somatischen Diagnosen hätten. Des Weiteren rügt
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er, die rein somatisch bedingte Arbeitsunfähigkeit sei in der Schätzung des Psychiaters
nicht inbegriffen. Diese Rügen sind unbegründet. Die MEDAS-Gutachter führten in
Übereinstimmung mit dem ärztlichen Bericht der Klinik St. Pirminsberg vom 22. Juli
2004 (act. G 5.2/128) fassbar aus, dass das Schmerzsyndrom somatisch wenig
objektivierbar sei (act. G 5.2/142.9). Sie bringen damit zum Ausdruck, dass glaubhaft
empfundene körperliche Schmerzen – zumindest im geklagten Ausmass – nicht einer
organischen Grundlage zuzuordnen, sondern vor allem psychisch bedingt seien. Die
Beurteilung derartiger psychosomatischer Beschwerden obliegt eher dem Psychiater
als dem Rheumatologen (Urteil EVG vom 26. März 2003 i.S. R., I 320/2002, E. 4.3).
Vorliegend ist weiter zu berücksichtigen, dass an der interdisziplinären Beurteilung
nebst einem Psychiater auch ein Rheumatologe beteiligt war. In diesem Rahmen darf
ein zumindest konkludentes Einverständnis des Rheumatologen mit der
Arbeitsfähigkeitsschätzung des Psychiaters angenommen werden. Es kann daher keine
Rede davon sein, das Beschwerdebild sei bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht
umfassend berücksichtigt worden. Dies gilt umso mehr, als die MEDAS-Gutachter
auch ausdrücklich die Beeinträchtigungen der Sehkraft und des Hörverständnisses
würdigten (vgl. act. G 5.2/142.9 f.).
2.4 Die übrigen medizinischen Akten – sofern sie überhaupt eine abweichende
Beurteilung beinhalten – vermögen keinen Zweifel an der Beweistauglichkeit des
MEDAS-Gutachtens entstehen zu lassen. Insbesondere das Zeugnis des Hausarztes
vom Januar 2006, worin er – ohne Begründung – eine 100% Arbeitsunfähigkeit
attestiert (act. G 5.2/175.1), ist hierzu schon mangels Nachvollziehbarkeit nicht
geeignet.
2.5 Nach dem Gesagten ist für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer
leidensangepassten Tätigkeit auf das MEDAS-Gutachten abzustellen. Ein weiterer
Abklärungsbedarf besteht nicht. Es ist demnach davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 50% eingeschränkt ist.
3.
3.1 Der Beschwerdeführer rügt des Weiteren die Ermittlung des Invalideneinkommens
anhand der Tabellenlöhne. Die Erzielung derartiger Löhne sei im vorliegend zu
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beurteilenden Fall nicht realistisch (act. G 1). Streitig ist weiter die Höhe des
vorzunehmenden Leidensabzuges. Die Beschwerdegegnerin nahm einen Leidensabzug
von 10% vor (act. G 5.2/149). Der Beschwerdeführer hält demgegenüber einen
25%igen Leidensabzug für gerechtfertigt.
3.2 Vorab ist dem Beschwerdeführer zu entgegnen, dass weder die gesundheitlichen
Beschwerden, die lange Absenz vom Arbeitsmarkt noch das Alter des
Beschwerdeführers im hier zu beurteilenden Fall am Vorliegen der Verwertbarkeit der
Restarbeitsfähigkeit etwas zu ändern vermögen. Bezüglich des Alters ist anzumerken,
dass der Beschwerdeführer im für die Beurteilung massgebenden Entscheidzeitpunkt
(Einspracheentscheid vom 11. Oktober 2006; act. G 1.1) noch eine Aktivitätsdauer von
etwas mehr als 5 Jahren bis zur Pensionierung im Alter von 65 Jahre vor sich hatte (vgl.
Urteil EVG vom 3. Juni 2004 i.S. D., I 252/2003, E. 2.2.3; vgl. demgegenüber Urteil EVG
i.S. W. vom 4. April 2002, I 401/2001, in welchem die Chancen für das Finden einer
anderen Stelle nicht mehr als realistisch angesehen wurden, wobei der Versicherte im
massgeblichen Zeitpunkt 64 Jahre alt war).
3.3 Für die Bestimmung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch
realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht.
Übt die versicherte Person keine Erwerbstätigkeit mehr aus und ist somit kein
tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, so ist rechtsprechungsgemäss auf
die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene Schweizerische
Lohnstrukturerhebung abzustellen. Für den Verwendungszweck des
Einkommensvergleichs ist dabei auf die im Anhang enthaltene Statistik der Lohnsätze,
d.h. der standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abzustellen (BGE 126 V 76 E.
3b). Die Beschwerdegegnerin durfte daher beim Einkommensvergleich zu Recht auf die
LSE-Löhne abstellen.
3.4 Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt
werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu
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verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen
behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung
hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen – auch von invaliditätsfremden
Faktoren – des konkreten Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung,
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welche
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal
zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des
Leidensabzuges ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI 2002 S. 62 und
BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
4.
4.1 Bereits bei der erstmaligen Rentenzusprache waren die Verlgeichseinkommen und
der Leidensabzug umstritten (vgl. act. G 3.1/39, 50). Letztinstanzlich gelangte das
Eidgenössische Versicherungsgericht (nunmehr Bundesgericht; Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 26. November 2002, I 491/01) zum
Schluss, dass beim Valideneinkommen bei der zuletzt ausgeübten Tätigkeit des
Beschwerdeführers im Gartenbau anzuknüpfen sei. Unter Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung sei deshalb von einem hypothetischen Jahreseinkommen von
Fr. 46'921.80 auszugehen. Beim Invalideneinkommen bestätigte das Eidgenössische
Versicherungsgericht die Auffassung des Versicherungsgerichts des Kantons St.
Gallen, wonach vom Durchschnittseinkommen aller Branchen gemäss der
Lohnstrukturerhebung 1998 TA1 von Fr. 53'640.-- auszugehen sei. Bei einer 60%igen
Arbeitsfähigkeit resultiere ein erzielbares Einkommen von Fr. 32'184.--. Im Gegensatz
zu den Vorinstanzen berücksichtigte das Eidgenössische Versicherungsgericht einen
Leidensabzug von 25%. In Würdigung der gesamten persönlichen und beruflichen
Umstände (Teilzeitarbeit auf niedrigstem Anforderungsniveau, keine körperliche
Schwerarbeit mehr, Ausländerstatus mit Aufenthaltsbewilligung B, fortgeschrittenes
Alter) rechtfertige sich ein 25%iger Abzug, so dass ein Invalideneinkommen von Fr.
24'141.94 resultiere (act. G 3.1/61.5). Die Beschwerdegegnerin selbst ist der
Auffassung, dass sich die gesundheitlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers
verschlechtert haben. Es ist daher nicht nachvollziehbar, weshalb die
Beschwerdegegnerin im Rahmen des Revisionsverfahrens im Gegensatz zum
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höchstrichterlich vorgenommenen Leidensabzug von 25% nur noch einen erheblich
reduzierten Leidensabzug gelten lassen will. Es ist daher im vorliegend zu
beurteilenden Fall weiterhin von einem 25%igen Leidensabzug auszugehen.
4.2 Mit Ausnahme der um 10% erhöhten Arbeitsunfähigkeit hat sich gegenüber der
erstmaligen Rentenfestsetzung nichts verändert. Das zeigt auch ein Vergleich mit den
Durchschnittslöhnen für das Jahr 2005. Wird das Valideneinkommen des Jahres 1998
(Fr. 46'921.80) unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung an das Jahr 2005
angeglichen, so resultiert ein Valideneinkommen von Fr. 51'405.22. Demgegenüber
beträgt der für das Invalideneinkommen massgebende monatliche Durchschnittslohn
(LSE 2004, TA1, privater Sektor, Anforderungsniveau 4, Männer) Fr. 4'588.00,
angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,6 Stunden Fr.
4'771.52 bzw. Fr. 57'258.24 pro Jahr. Angepasst an die Entwicklung der Nominallöhne
von 2004 bis 2005 (+ 1%) resultiert ein Invalideneinkommen (unter Berücksichtigung
der 50%igen Arbeitsunfähigkeit sowie abzüglich eines 25%igen Leidensabzuges)
von Fr. 21'686.56. Gestützt auf diese Berechnungsgrundlagen resultiert ein
Invaliditätsgrad von 57,8% bzw. gerundet von 58%. Wird dieser Invaliditätsgrad mit
demjenigen im Urteil I 491/01 ermittelten verglichen (48,5%), ergibt sich eine Differenz
von 9,3%. Diese Differenz entspricht der um 10% erhöhten Arbeitsunfähigkeit.
4.3 Nach dem Gesagten ist der Einkommensvergleich mangels veränderter
Verhältnisse bei den erwerblichen Bemessungsfaktoren entsprechend den
Erkenntnissen im Urteil I 491/01 unter Berücksichtigung einer um 10% erhöhten
Arbeitsunfähigkeit vorzunehmen. Auszugehen ist daher von einem Valideneinkommen
(unter Berücksichtigung der Teuerung) von Fr. 51'405.22 und von einem
Invalideneinkommen von Fr. 57'258.24 (vgl. E. 4.2). Unter Berücksichtigung eines
Leidensabzuges von 25% sowie der 50%-igen Arbeitsfähigkeit resultiert ein
Invalideneinkommen von Fr. 21'686.56 und ein Invaliditätsgrad von 57,8% bzw.
gerundet von 58%. Damit ist der für eine Dreiviertelsrente erforderliche Invaliditätsgrad
von 60% nicht erfüllt.
5.
5.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
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5.2 Gemäss den Schlussbestimmungen des IVG zur Änderung vom 16. Dezember
2005, in Kraft seit 1. Juli 2006, gilt für die vor dem 1. Juli 2006 bei der IV-Stelle
hängigen Einspracheverfahren das bisherige Recht (lit. b der Schlussbestimmungen).
Somit gelangt Art. 69 Abs. 1 IVG zur Kostenpflicht von Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen im kantonalen Gerichtsverfahren
nicht zur Anwendung. Gerichtskosten sind somit keine zu erheben.
5.3 Es besteht bei diesem Ausgang des Verfahrens kein Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Der Beschwerdeführer hat aber ein Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung stellen lassen. Aufgrund der eingereichten Unterlagen sind die
Voraussetzungen erfüllt, sodass die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu bewilligen
ist. Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller, Teufen AR, wird zum Rechtsbeistand
bestimmt. Dieser hat dem Gericht eine Kostennote im Umfang von Fr. 2'600.--
(exklusive Mehrwertsteuer) sowie zusätzlich Fr. 84.-- (exlusive Mehrwertsteuer) für
Barauslagen eingereicht (act. G 13). Das vom Rechtsbeistand des Beschwerdeführers
geltend gemachte Honorar erscheint angemessen. Diese Entschädigung ist in
Anwendung von Art. 31 Abs. 3 des st. gallischen Anwaltsgesetzes (sGS 963.70) um
20% auf Fr. 2'080.-- (exklusive Mehrwertsteuer) zur kürzen. Unter Berücksichtigung der
Barauslagen und Mehrwertsteuer ergibt sich somit eine Entschädigung von Fr.
2'328.45.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht