Decision ID: 98ce8173-f972-4954-b72f-0423fd2135cf
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X ist Architekt und Geschäftsführer der Y GmbH, an welcher er von der Gründung
im Jahr 1995 bis August 2013 zu 50% als Miteigentümer beteiligt war. Seit 26. August
2013 ist er Inhaber sämtlicher Stammanteile der Firma. Zusammen mit seiner
Lebenspartnerin wohnt er in einem Einfamilienhaus. Daneben ist er im Besitz eines
Ferienhauses im Tessin, und Eigentümer der vermieteten Grundstücke A und B. Dazu
beteiligte sich X an einer Baugesellschaft, mit welcher er im Rahmen einer
selbständigen Nebenerwerbstätigkeit die Überbauung C mit zehn Wohneinheiten und
vierzehn Tiefgaragenplätzen realisierte. Die letzten Teilverkäufe der Überbauung fanden
in den Jahren 2006 und 2010 statt. Im Jahr 2013 stand noch ein Tiefgaragenplatz zum
Verkauf. Zusammen mit seiner Lebenspartnerin kaufte er am 15. Februar 2013
aufgrund des öffentlich beurkundeten Kaufvertrags vom 19. August 2011 das
Stockwerkeigentum der Attikawohnung D sowie zwei Miteigentumsanteile
(Tiefgaragenplätze). Dieses Stockwerkeigentum inkl. Garagenplätze verkauften der
Steuerpflichtige und seine Lebenspartnerin am 10. Juni 2013 wieder.
B.- In der Steuererklärung 2013 vom 5. Dezember 2014 deklarierte X ein steuerbares
Einkommen von Fr. 640'442.– und ein steuerbares Vermögen von Fr. 5'182'712.–. Am
21. März 2017 wurde er im Kanton St. Gallen für die Kantons- und Gemeindesteuer
2013 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 712'600.– (Anteil Kanton St. Gallen: Fr.
493'400.–) und einem steuerbaren Vermögen von Fr. 4'112'000.– (Anteil Kanton St.
Gallen: Fr. 3'760'000.–) sowie hinsichtlich der direkten Bundessteuer 2013 mit einem
steuerbaren Einkommen von Fr. 631'700.– veranlagt. Dabei qualifizierte die
Veranlagungsbehörde X als "Quasi-Liegenschaftenhändler" und ordnete die
Grundstücke A und B sowie den noch zum Verkauf stehenden Tiefgaragenplatz der
Überbauung C dem Geschäftsvermögen zu. Nach Abzug der effektiven
Unterhaltskosten für die Liegenschaft A rechnete die Veranlagungsbehörde dem
Steuerpflichtigen die diesbezüglichen Liegenschaftserträge von Fr. 167'098.– als
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Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit auf. Auch seinen Gewinnanteil aus dem
Verkauf des Stockwerkeigentums D von Fr. 63'057.– addierte es zum Einkommen aus
selbständiger Erwerbstätigkeit. Nach Abzug der Schuldzinsen von Fr. 8'441.– ergaben
sich somit insgesamt Einkünfte aus selbständiger Erwerbstätigkeit von Fr. 221'714.–.
Die vom Steuerpflichtigen deklarierten Erträge aus Miet- und Pachtzinsen reduzierte
die Vorinstanz entsprechend.
C.- Gegen die Veranlagungsverfügungen vom 21. März 2017 erhob X mit Eingabe
seiner Rechtsvertreterin vom 21. April 2017 Einsprache. Er beantragte (unter anderem)
die Aufhebung der vorinstanzlichen Veranlagungsverfügungen betreffend das
Steuerjahr 2013. Der Erlös aus dem Verkauf der Liegenschaft D von Fr. 63'057.– sei als
steuerfreier Privatkapitalgewinn und damit mit einer Grundstückgewinnsteuer zu
erfassen, die Grundstücke A und B seien dem Privatvermögen anstatt dem
Geschäftsvermögen zuzuordnen, so dass die daraus fliessenden Liegenschaftserträge
und deren Vermögenswerte nicht Gegenstand der Meldung an die AHV-
Ausgleichskasse bilden würden. Eventualiter sei die Zuordnung der erwähnten
Grundstücke zum Privatvermögen mittels eines separat anfechtbaren
Feststellungsentscheids vorzunehmen (Ziffer 1). Die Veranlagungsverfügungen 2013
seien zufolge Sprung-Rekurses beziehungsweise Sprung-Beschwerde zum Entscheid
an die Verwaltungsrekurskommission weiterzuleiten (Ziffer 2). Subeventualiter sei der
Entscheid aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung sowie zur näheren Abklärung
– nötigenfalls unter ergänzendem Beizug von weiteren Akten – an das kantonale
Steueramt zurückzuweisen (Ziffer 3), alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
zulasten der Vorinstanz. Das kantonale Steueramt leitete die Einsprache betreffend die
Veranlagungsverfügungen 2013 am 24. April 2017 mit dem Antrag auf Gewährung des
Sprung-Rekurses bzw. der Sprung-Beschwerde an die Verwaltungsrekurskommission
weiter und trug in seiner Vernehmlassung vom 15. Juni 2017 auf Abweisung von
Rekurs und Beschwerde an. Die Eidgenössische Steuerverwaltung verzichtete
stillschweigend auf eine Vernehmlassung zur Beschwerde.

Auf die Ausführungen der Beteiligten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
eingegangen.
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Erwägungen:
1.- Betrifft das Verfahren sowohl die Kantons- und Gemeindesteuern als auch die
direkte Bundessteuer, wie dies vorliegend der Fall ist, sind zwei Entscheide zu fällen.
Diese können zwar beide im gleichen Dokument enthalten sein; dieses muss jedoch
eine getrennte Begründung und ein getrenntes Dispositiv aufweisen, oder zumindest
ein Dispositiv, das die beiden Steuern auseinanderhält (BGE 130 II 509 = Pra 2005 Nr.
114 E. 8.3). Nach einem neueren Urteil könne im Dispositiv sogar auf eine
Unterscheidung zwischen beiden Steuern verzichtet werden, wenn die entschiedene
Rechtsfrage im Bundesrecht und im harmonisierten kantonalen Recht gleich geregelt
sei und für beide Kategorien von Steuern gleich begründet werden könne. Aus der
Begründung müsse dann aber klar hervorgehen, dass der Entscheid sowohl für die
direkte Bundessteuer als auch für die Kantons- und Gemeindesteuern gelte (BGE 135 II
260 = Pra 2010 Nr. 37 E. 1.3.1). Gleichwohl entscheidet das Bundesgericht auch bei
Fragen, die sowohl auf Bundes- als auch auf kantonaler Ebene übereinstimmend
geregelt sind, mit separaten Dispositiven (vgl. z.B. Urteile [BGer] 2C_560/2014 und
2C_561/2014 vom 30. September 2015, 2C_164/2013 und 2C_165/2013 vom 28. März
2014). Im Einklang damit werden der Rekurs und die Beschwerde vorliegend in einem
einzigen Dokument behandelt, wobei im gemeinsamen Dispositiv beide Steuern
auseinandergehalten werden.
2.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Gemäss Art. 182
Abs. 3 des St. Galler Steuergesetzes (sGS 811.1, abgekürzt: StG) sowie Art. 132 Abs. 2
des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (SR 642.11, abgekürzt: DBG) kann
die Einsprache gegen eine einlässlich begründete Veranlagungsverfügung mit
Zustimmung des Steuerpflichtigen als Rekurs bzw. Beschwerde an die
Verwaltungsrekurskommission weitergeleitet werden. Vorliegend hat der
Steuerpflichtige selbst den Antrag um Weiterleitung gestellt. Seine Zustimmung ist
damit offenkundig. Sodann hat die Vorinstanz ihre Abweichungen in den
Veranlagungsberechnungen begründet und ihre Position klar dargelegt. Die
Voraussetzungen für einen Sprungrekurs bzw. eine Sprungbeschwerde sind damit
gegeben.
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3.- Die Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig (Art. 41 lit. h
Ziff. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP;
Art. 7 der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1).
Eine Person ist zur Erhebung des Rekurses berechtigt, wenn sie an der Änderung oder
Aufhebung der Verfügung oder des Entscheids ein eigenes schutzwürdiges Interesse
dartut (Art. 45 Abs. 1 VRP).
a) Hinsichtlich der Eigentumswohnung D ist dies der Fall. Es ist umstritten, ob der
Rekurrent und Beschwerdeführer den Erlös aus dem Verkauf der Eigentumswohnung
im Rahmen der Kantons- und Gemeindesteuern sowie der direkten Bundessteuer als
Einkommen (aus selbständigem Erwerb) zu versteuern hat. Somit ist die
Rechtsmittelbefugnis diesbezüglich gegeben.
b) Hinsichtlich der Zuordnung der Grundstücke A und B zum Geschäfts- oder
Privatvermögen bzw. hinsichtlich des Eventualantrags auf eine entsprechende
Feststellungsverfügung, ist dies näher zu prüfen.
In betraglicher Hinsicht werden die diesbezüglich in den Veranlagungen 2013
festgesetzten steuerbaren Einkünfte und Vermögenswerte vom Steuerpflichtigen
ausdrücklich anerkannt. Der Steuerpflichtige möchte mit seinem Antrag lediglich die
Meldung der Steuerbehörde an die AHV-Ausgleichskasse unterbinden. Wie bereits im
gegen den Steuerpflichtigen ergangenen Entscheid VRKE I/1-2015/110, 111 vom 19.
April 2016 betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2012 und die direkte
Bundessteuer 2012 ausgeführt, hat die Ausgleichskasse eigenständig und frei zu
prüfen, ob eine Liegenschaft zum Geschäfts- oder Privatvermögen gehört und die
durch die Liegenschaften erzielten Erträge beitragspflichtiges Einkommen aus
selbständiger Erwerbstätigkeit oder beitragsfreie Kapitalerträge darstellen. Eine
diesbezügliche Bindung an die Betrachtungsweise der Steuerbehörden besteht nicht,
zumal die steuerrechtliche Qualifikation der Grundstücke für den Rekurrenten und
Beschwerdeführer ohne Steuerfolgen bleibt (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts
des Kantons St. Gallen vom 19. März 2015, AHV 2014/2 E. 2 und AHV 2008/9 E. 2.1,
abrufbar unter www.gerichte.sg.ch).
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Im Übrigen könnte eine heutige Zuordnung der Liegenschaften zum Privat- oder
Geschäftsvermögen keine Rechtssicherheit für die Zukunft schaffen. Je nach den
konkreten Umständen könnte zu einem späteren Zeitpunkt wieder eine andere
Zuordnung geboten sein. Eine absolute Klarheit diesbezüglich gibt es
dementsprechend nicht. Ferner wurde nicht näher ausgeführt, inwieweit der
Steuerpflichtige bei einer Zuordnung zum Geschäftsvermögen Abschreibungen auf den
Liegenschaften machen will. Grundstücke sind grundsätzlich unabhängig von ihrer
Zuordnung mit dem Verkehrswert aufzuführen. Wertverluste der Liegenschaften sind
nicht ersichtlich. Sodann ist die Berücksichtigung tatsächlich bezahlter AHV-Beiträge
grundsätzlich nicht an die Zuordnung gekoppelt. Sie werden im Zeitpunkt der
Rechnungsstellung zum Abzug zugelassen (vgl. Art 45 lit. d; Art. 33 Abs. 1 lit. d DBG;
Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das st. gallische Steuerrecht, 7. Aufl. 2014 S 156). Ein
Entscheid über die Zuordnung der Liegenschaften A und B zum Privat- oder
Geschäftsvermögen hätte somit keine Auswirkungen auf die Rechtsstellung des
Rekurrenten und Beschwerdeführers. Dementsprechend fehlt diesbezüglich ein
schutzwürdiges Interesse, weshalb auch die Voraussetzungen für eine
Feststellungsverfügung nicht gegeben sind. In diesem Punkt ist auf den Rekurs und die
Beschwerde nicht einzutreten.
4.- Der Rekurs und die Beschwerde vom 21. April 2017 sind rechtzeitig eingereicht
worden. Sie erfüllen in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 194 Abs.1 StG, Art. 48 und Art. 50 VRP bzw. Art. 140 DBG). Auf
den Rekurs und die Beschwerde ist somit hinsichtlich der Frage der Versteuerung des
Verkaufserlöses aus der Eigentumswohnung D einzutreten.
5.- Im Rekurs- und Beschwerdeverfahren ist umstritten, ob der Verkaufserlös von
Fr. 63'057.– als Einkommen aus selbständigem Erwerb zu erfassen ist.
a) Steuerbar sind alle Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und
Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien Beruf sowie aus jeder anderen selbständigen
Erwerbstätigkeit (Art. 31 Abs. 1 StG; Art. 18 Abs. 1 DBG). Zu den Einkünften aus
selbständiger Erwerbstätigkeit zählen auch alle Kapitalgewinne aus Veräusserung,
Verwertung oder buchmässiger Aufwertung von Geschäftsvermögen. Der
Veräusserung gleichgestellt ist die Überführung von Geschäftsvermögen in das
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Privatvermögen oder in ausländische Betriebe oder Betriebsstätten. Als
Geschäftsvermögen gelten alle Vermögenswerte, die ganz oder vorwiegend der
selbständigen Erwerbstätigkeit dienen (Art. 31 Abs. 2 StG; Art. 18 Abs. 2 DBG). Der
Wortlaut in StG und DBG ist somit deckungsgleich, weshalb die weiteren
Ausführungen sowohl für die Kantons- und Gemeindesteuern als auch die direkte
Bundessteuer gemeinsam gemacht werden können. Eine Abweichung der
Rechtsprechung betreffend Kantons- und Gemeindesteuern von der Rechtsprechung
betreffend direkte Bundessteuer ist nicht ersichtlich. Als wesentliches
Zuteilungskriterium gilt demnach die Zweckbestimmung, d.h. die tatsächliche Nutzung
des Vermögensobjekts. Geschäftsvermögen ist regelmässig anzunehmen, wenn ein
Vermögensobjekt für Geschäftszwecke erworben worden ist und dem Geschäft auch
tatsächlich (mittelbar oder unmittelbar) dient (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
Handkommentar zum DBG, 3. Aufl. 2016, Art. 18 N 97). Geschäftsvermögen setzt eine
selbständige Erwerbstätigkeit
voraus, welcher es zugeordnet werden kann (M. Reich, Steuerrecht, 2. Aufl. 2012, § 15
Rz. 31). Gemäss Lehre und Praxis fällt unter den Begriff der selbständigen
Erwerbstätigkeit allgemein jede Tätigkeit, bei der ein Unternehmer auf eigenes Risiko,
unter Einsatz von Arbeit und Kapital, in einer frei gewählten Organisation und mit der
Absicht der Gewinnerzielung am Wirtschaftsverkehr teilnimmt (Richner/Frei/Kaufmann/
Meuter, a.a.O., Art. 18 N 6).
Gewerbsmässiger Liegenschaftshandel wird angenommen, wenn fortdauernd,
planmässig und im Streben nach Gewinn mit Liegenschaften gehandelt wird. Die
Gewerbsmässigkeit kann sich aus der Häufung von Grundstückkäufen und -verkäufen
ergeben. Die erneute Investition des Veräusserungserlöses in Liegenschaften deutet
ebenfalls darauf hin, dass der Investor weiterhin im Immobiliensektor professionell tätig
sein will. Die Fremdfinanzierung von Liegenschaftskäufen stellt ein starkes Indiz für die
Gewerbsmässigkeit dar. Was der Private im Normalfall, d.h. ohne weitere Sicherheiten
als der Liegenschaft als Fremdkapital erhält, kann aber noch nicht als Indiz für eine
Gewerbsmässigkeit gewertet werden. Auf ein professionelles Vorgehen deutet auch
der Umbau von gekauften Liegenschaften vor einer Weiterveräusserung. Komplexe
Vertragsgestaltungen können auf Planmässigkeit hindeuten. Ein weiteres Indiz für
gewerbsmässigen Liegenschaftshandel ist der enge Zusammenhang der beruflichen
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Tätigkeit der steuerpflichtigen Person mit dem Baugewerbe (liegenschaftsnaher Beruf).
Aber auch eine kurze Besitzesdauer (i.d.R. eine solche von unter 5 Jahren) oder die
buchmässige Behandlung des Grundstücks stellen Indizien für eine gewerbsmässige
Händlertätigkeit dar. Jedes der vorgenannten Indizien kann zusammen mit anderen
oder im Einzelfall unter Umständen auch bereits allein zur Annahme der
Gewerbsmässigkeit im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ausreichen,
was im Ergebnis zur Annahme der selbständigen Erwerbstätigkeit führt (Richner/Frei/
Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 18 N 21 ff.). Vom gewerbsmässigen
Liegenschaftshandel gilt es, die Verwaltung eigenen Vermögens – beispielsweise durch
die Vermietung eigener Liegenschaften (vgl. StE 2015 B 23.1 Nr. 82 E. 2.4) –
abzugrenzen. Letztere stellt keine Erwerbstätigkeit dar, auch dann nicht, wenn das
Vermögen gross ist und die steuerpflichtige Person zu ihrer fortlaufenden Orientierung
eine kaufmännische Buchhaltung führt oder führen lässt. Anhaltspunkte dafür, dass
eine steuerpflichtige Person den Rahmen der privaten Vermögensverwaltung
überschreitet, liegen vor, wenn sie sich nicht damit begnügt, bloss zufällig sich
bietende Gelegenheiten auszunutzen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 18 N
19c ff.). Die dreiteilige Unterscheidung in Liegenschaften des Umlaufvermögens,
Betriebsliegenschaften und Kapitalanlageliegenschaften ist hinsichtlich der Thematik
der Abschreibungen relevant und somit vorliegend nicht massgeblich (Richner/Frei/
Kaufmann/Meuter, a.a.O., Art. 18 N 33). Unter einem Quasi-Liegenschaftshändler
versteht das Bundesgericht eine Person, die weder hauptberuflich noch nebenberuflich
als Liegenschaftshändler tätig ist, bei der aber dennoch der Verkaufsgewinn einer
Liegenschaft aufgrund des Vorliegens gewisser Merkmale als steuerbares Einkommen
zu erfassen ist (BGer 2C_1048/2013 vom 25. August 2014 E. 1.4).
b) Vorliegend muss aufgrund der tatsächlichen Umstände geprüft werden, ob die
Liegenschaft D dem Geschäftsvermögen oder dem Privatvermögen des
Steuerpflichtigen zugeordnet werden muss.
Der Steuerpflichtige und seine Lebenspartnerin haben das Stockwerkeigentum an der
Attikawohnung im hälftigen Miteigentum erworben. Es ist heute üblich, dass Ehe- oder
Lebenspartner eine Liegenschaft zur Eigennutzung partnerschaftlich, bzw. im hälftigen
Miteigentum, erwerben. Dieser Umstand spricht eher für einen Erwerb zur
Eigennutzung. Bei einem von Beginn an geplanten Wiederverkauf wäre der Erwerb
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einer Liegenschaft im Alleineigentum praktikabler gewesen. Aus dem Umstand, dass
sowohl der Steuerpflichtige als auch seine Lebenspartnerin in einem
liegenschaftsnahen Beruf tätig sind, kann nicht unbesehen geschlossen werden, dass
sie deshalb gemeinsam einen gewerbsmässigen Liegenschaftshandel betreiben. Es ist
– soweit ersichtlich – auch die einzige Liegenschaft, die das Paar bisher gemeinsam
erworben (und wiederverkauft) hat. Im Übrigen handelte es sich auch um die einzige
Liegenschaftstransaktion, die der Steuerpflichtige im Jahr 2013 getätigt hatte, und
somit um einen Einzelfall. Dass der Steuerpflichtige zu einem früheren Zeitpunkt
einmalig an einem Baukonsortium beteiligt war, ändert nichts an der Zuordnung der
vorliegenden Liegenschaft. Jedenfalls ist keine Häufung von Käufen und Verkäufen
ersichtlich, die diesbezüglich Rückschlüsse auf eine Gewerbsmässigkeit zulassen
würde. Weiter wurde die Liegenschaft mit einer Hypothek finanziert, die
verhältnismässig klein war. Bei einem Kaufpreis von Fr. 1'305'750.– betrug die
Hypothek Fr. 550'000.–, d.h. die Liegenschaft war zu 58% eigenfinanziert. Als Deckung
diente zudem lediglich die Liegenschaft. Auch dies spricht gegen eine
Gewerbsmässigkeit, bei der regelmässig eine hohe Fremdfinanzierung sowie weitere
Sicherheiten zu erwarten sind. Sodann war der Auftrag zur Erstellung des
entsprechenden Mehrfamilienhauses von Beginn an bei der Y GmbH. Es kann also
auch ausgeschlossen werden, dass der Kauf der einzelnen Stockwerkeinheit erfolgt
war, um Aufträge für das Architekturbüro des Steurpflichtigen zu generieren. Sodann
ist auch keine unmittelbare Reinvestition des Veräusserungserlöses in Liegenschaften
ersichtlich.
Der ursprünglich geplante Grundriss der Attikawohnung D in der
Verkaufsdokumentation (act. 3/30) zeigt eine zeitgemässe, zweckmässige
Raumaufteilung mit grosszügigem Ess- und Wohnbereich, Schlafzimmer mit
eingeschlossenem Bad, zwei weitere Zimmer mit anliegendem Bad sowie ein viertes
Zimmer und ein Gäste-WC neben dem Eingangsbereich. Aus dem Grundriss der
Wohnung B07 mit Datum 12. Mai 2011 und der Notiz "letzter Stand" ist eine vollständig
überarbeitete Raumaufteilung ersichtlich. Das eingeschlossene Bad wurde vom
entsprechenden Schlafzimmer abgetrennt und grösser ausgebaut, inklusive integrierter
Sauna mit Ofen. Ein Teil des grosszügigen Wohn- und Essbereichs wurde als Zimmer
bzw. als Ankleideraum abgetrennt, wodurch die grosszügige Fläche verkleinert wurde.
Der Grundriss der zwei weiteren Zimmer wurde ebenfalls verändert und das anliegende
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Bad vergrössert und individuell mit zwei Waschbecken, Dusche und Badewanne
konzipiert. Im Bereich des ursprünglich geplanten vierten Zimmers wurde die Küche
realisiert und das ursprüngliche Gäste-WC aufgehoben. Damit wurde der Grundriss
umfassend verändert und individuellen Bedürfnissen angepasst. Dass die
Vermietbarkeit bzw. Verkäuflichkeit dadurch erschwert wurde, ist nachvollziehbar.
Glaubwürdig ist auch, dass durch die Umgestaltung Mehrkosten resultierten, die nicht
mit einer Gewinnerzielungsabsicht begründet werden können.
Im Übrigen sind die beschriebenen Spannungen mit den Nachbarn zwar nicht belegt,
aber doch nachvollziehbar begründet. Wohl musste dem Steuerpflichtigen bekannt
sein, dass gewisse Vorhaben nicht ohne Einverständnis der übrigen
Stockwerkeigentümer ausgeführt werden können. Unvorhersehbar war jedoch, dass
kleinere Massnahmen – so inbesondere die Installation einer Katzenleiter – auf einen
Widerstand stiessen, der ihre Verwirklichung verunmöglichte. Solche Umstände
können dazu führen, dass Wohnträume neu überdacht werden. Auch die kurze
Besitzdauer lässt sich damit erklären. Die chronologische Abfolge von Anstrengungen
zur Vermietung der Wohnung und zum anschliessendem Verkauf wurde glaubwürdig
begründet und belegt.
Somit kann die Planmässigkeit und die Gewinnerzielungsabsicht beim Kauf und
Verkauf der Attikawohnung verneint werden. Insgesamt geht aus der Würdigung
sämtlicher Umstände hervor, dass der Steuerpflichtige und seine Lebenspartnerin das
Stockwerkeigentum D mit der Absicht der Eigennutzung gekauft hatten, gemäss ihren
individuellen Vorstellungen ausbauen liessen und aufgrund geänderter privater Pläne
wieder verkauften, nachdem sich die Wohnung als nicht vermietbar herausgestellt
hatte. Eine Gewerbsmässigkeit ist nicht ersichtlich, weshalb die Wohnung dem
Privatvermögen zugewiesen werden muss. Der Verkaufserlös aus dem
Stockwerkeigentum stellt damit kein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit
dar. Das steuerbare Einkommen in den Veranlagungsverfügungen betreffend die
Kantons- und Gemeindesteuern 2013 sowie die direkte Bundessteuer 2013 ist damit je
um den Verkaufserlös in der Höhe von Fr. 63'057.– zu reduzieren. Gleiches gilt für das
satzbestimmende Einkommen.
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6.- Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die vorinstanzlichen
Veranlagungsverfügungen betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2013 sowie
die direkte Bundessteuer 2013 aufzuheben sind. Die Angelegenheit ist zur neuen
Veranlagung im Sinne der Erwägungen und zur neuen Ausscheidung der Kantons- und
Gemeindesteuern 2013 an die Vorinstanz zurückzuweisen (vgl. Art. 56 Abs. 1 VRP).
7.- In Streitigkeiten hat jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz
oder teilweise abgewiesen werden (Art. 95 Abs. 1 VRP; Art. 144 Abs. 1 DBG). Bei
teilweisem Obsiegen werden die Kosten praxisgemäss anteilsmässig verlegt (R. Hirt,
Die Regelung der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Lachen/
St. Gallen 2004, S. 96). Der Steuerpflichtige hat mit seinem Antrag um Reduktion des
steuerbaren Einkommens um den Verkaufserlös von der Liegenschaft D vollständig
obsiegt. Auf seinen Antrag um Zuordnung der Grundstücke A und B zum
Privatvermögen bzw. auf sein Feststellungsbegehren wurde mangels schutzwürdigen
Interesses nicht eingetreten. Unter diesen Umständen erscheint es angemessen, die
amtlichen Kosten zu einem Viertel dem Rekurrenten und Beschwerdeführer und zu drei
Vierteln dem Staat aufzuerlegen. Eine Entscheidgebühr von je Fr. 1'000.–, d.h.
gesamthaft Fr. 2'000.–, erscheint angemessen (Art. 144 Abs. 5 DBG, Art. 7 Ziff. 122
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss von
Fr. 2'000.– ist mit dem Kostenanteil des Rekurrenten und Beschwerdeführers zu
verrechnen und diesem ist der Rest von Fr. 1'500.– zurückzuerstatten.
8.- Gemäss Art. 98 Abs. 2 VRP werden im Rekursverfahren ausseramtliche Kosten
entschädigt, soweit sie aufgrund der Rechts- und Sachlage als notwendig und
angemessen erscheinen (vgl. für die direkte Bundessteuer Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m.
Art. 64 des Verwaltungsverfahrensgesetzes, SR 172.021, abgekürzt: VwVG). Im
Rekurs- und Beschwerdeverfahren war der Beizug eines Rechtsbeistands geboten.
Eine Kostennote ist nicht eingereicht worden, entsprechend werden die Parteikosten
nach Ermessen zugesprochen (Art. 6 Honorarordnung für Rechtsanwälte und
Rechtsagenten; sGS 963.75, abgekürzt: HonO). Vorliegend ist der Rechtsvertreter des
Rekurrenten und Beschwerdeführers weder ein Rechtsanwalt noch ein Rechtsagent.
Da die Rechtsmittelschrift aber durch einen diplomierten Steuerexperten, d.h. eine
ausgewiesene Fachperson, verfasst wurde, erscheint es angemessen, denselben Tarif
heranzuziehen. Angesichts des auf die Thematik der Abgrenzung von Einkommen aus
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selbständigem Erwerb und steuerfreiem Kapitalgewinn bzw. der Abgrenzung von
Privat- und Geschäftsvermögen beschränkten Prozessthemas erscheint eine
Entschädigung von Fr. 1'500.– als angemessen (Art. 19, 22 Abs. 1 lit. b, 28 und 29
HonO). Entsprechend dem Verfahrensausgang sind dem Rekurrenten und
Beschwerdeführer die ausseramtlichen Kosten zur Hälfte, d.h. im Betrag von Fr. 750.–
zuzüglich Barauslagen von 4 % (Fr. 30.–) und Mehrwertsteuer zu entschädigen (Art.
98 VRP, GVP 1983 Nr. 56; vgl. Hirt, a.a.O., S. 183).