Decision ID: 02a32005-4ca5-5d48-8815-3307bf7b471a
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ wurde am 19. Februar 2008 von Dr. med. B._, Facharzt für Allgemeine
Medizin, bei der Invalidenversicherung zur Früherfassung angemeldet (IV-act. 1). Im
Rahmen des mit der IV-Eingliederungsverantwortlichen geführten Gesprächs vom 7.
März 2008 machte die Versicherte geltend, an einem Bandscheibenvorfall der
Halswirbelsäule links und der Lendenwirbelsäule rechts zu leiden sowie Schmerzen
und Schlafprobleme, Ameisenlaufen und Gefühlsstörungen in den Beinen und das
Gefühl von Schwellungen im linken Arm und im rechten Bein, langsam spürbar auch in
den anderen Gliedern, zu haben (Früherfassungsgespräch vom 7. März 2008, IV-act. 5,
S. 8). Sie habe den Arbeitgeber um Zuweisung einer anderen Tätigkeit ersucht, dieser
habe aber keine andere Arbeit für sie gehabt (IV-act. 5, S. 4). Sie könne nur ganz wenig
arbeiten und nur was für sie nicht schwer sei (IV-act. 5, S. 7). Die
Eingliederungsberaterin hielt eine IV-Anmeldung für angezeigt (IV-act. 5, S. 12).
A.b Die Versicherte meldete sich daraufhin am 14. März 2008 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung (berufliche Massnahmen/Rente) an. Sie gab an,
seit 12. Oktober 2007 krankheitshalber zu 100 % arbeitsunfähig zu sein (IV-act. 8; vgl.
IV-act. 1). Sie war seit 2004 (IV-act. 5, S. 4) bei der C._ AG im Rahmen eines
100%igen (80 % seit März 2007, IV-act. 5, S. 2) Pensums angestellt gewesen (IV-act.
1; Kündigung per 31. März 2008, vgl. Telefonnotiz vom 3. März 2008, IV-act. 3 und 4).
A.c Die Ärzte der Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) diagnostizierten
ein Rezidiv eines Radikulärsyndroms C5<C6 links bei vorbestehender cervicaler
Diskushernie C4/C5 medio-lateral linksseitig sowie eine rezidivierende Lumboischialgie
rechts mit Radikulärsyndrom L5 und S1 rechtsseitig (Bericht vom 28. Februar 2008, IV-
act. 20, S. 4 f.; vgl. auch Bericht vom 2. April 2008, IV-act. 20, S. 3, und MRI-Bericht
vom 5. März 2008, IV-act. 20, S. 6).
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A.d Dr. B._ diagnostizierte am 12. Juni 2008 eine Cervicobrachialgie bei
Rezidivhernie C5/C6 links und ein radikuläres Syndrom L5 und S1 rechts. Die bisherige
Tätigkeit sei unzumutbar; andere Tätigkeiten (nicht dauernd gleichförmige Arbeit in
derselben Körperposition) seien der Versicherten im Rahmen von 6 Stunden pro Tag
mit einer Leistungsverminderung um einen Fünftel in der Anfangsphase zumutbar. Der
Gesundheitszustand sei besserungsfähig; ergänzende medizinische Abklärungen seien
angezeigt (IV-act. 24, S. 1 ff.).
A.e Die Versicherte hielt sich zwischen 18. August und 5. September 2008 zur
Rehabilitation in der Klinik D._ auf. Diagnostiziert wurde (mit Wirkung auf die
Arbeitsfähigkeit) eine Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10: F40.01) bei ängstlich-
hypochondrischen Persönlichkeitszügen (ICD-10: Z73.1), ein chronischer
Spannungskopfschmerz, chronische Rückenschmerzen bei Diskushernie C 4/5 und
eine Diskushernie L5/S1 rechts. Der Zustand wurde als besserungsfähig beurteilt. Die
bisherige Tätigkeit sei im Umfang von 50 % (täglich 4 Stunden) ohne Verminderung der
Leistungsfähigkeit zumutbar (Bericht vom 22. Oktober 2008, IV-act. 32). Die IV-Stelle
gewährte daraufhin Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche (Mitteilung vom
10. November 2008, IV-act. 35; Auftrag an die Eingliederungsberatung, IV-act. 34).
A.f Am 1. April 2010 trat die Versicherte eine Stelle im Pensum von 60 % im Hausdienst
der Klinik E._ an, worauf die Eingliederungsverantwortliche den Fall abschloss
(Mitteilung vom 27. August 2010, IV-act. 46; Verlaufsprotokoll vom 3. Juli 2010, IV-act.
38; Schlussbericht vom gleichen Tag, IV-act. 39).
A.g Dr. F._, Regionaler Ärztlicher Dienst der Invalidenversicherung (RAD), empfahl die
Abklärung der leidensadaptierten Leistungsfähigkeit sowie die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit im zeitlichen Verlauf im Rahmen einer polydisziplinären (Medas-)
Begutachtung (Stellungnahme vom 4. November 2010, IV-act. 48; Mitteilung an die
Versicherte vom 5. November 2010, IV-act. 49; Auftragserteilung an die Medas
Ostschweiz, IV-act. 50).
A.h Die Medas Ostschweiz erstattete das polydisziplinäre Gutachten nach ambulanten
Untersuchungen vom 24. und 26. Januar 2011 (Gutachten vom 14. März 2011, IV-act.
52). Dr. med. G._, Facharzt für orthopädische Chirurgie, stellte folgende Diagnosen:
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linkskonvexe Torsionsskoliose bei Beckentiefstand links, Diskushernie C4/C5 ohne
Nervenwurzelkompression und Diskushernie medio rechts-lateral betont L5/S1 ohne
Kompression. Bezüglich Arbeitsfähigkeit sei die Belastbarkeit der Wirbelsäule
eingeschränkt. Sowohl für die HWS als auch für die LWS sei eine Tätigkeit in Inklination
und Verharren in dieser Position ungünstig und könne nur kurzfristig vorkommen. Das
wiederholte Lastenheben sei auf 10 kg zu beschränken. Längeres Verharren im Sitzen
sei ebenfalls ungünstig und müsse mindestens stündlich von Positionswechseln
unterbrochen werden. Die derzeitige Tätigkeit in der Reinigung im Umfang von 60 %
sei machbar, eine Steigerung aber nicht möglich. Eine adaptierte Tätigkeit sei
vollschichtig möglich. Sie müsste vorwiegend im Sitzen erfolgen, wobei alleiniges
Sitzen ungünstig sei. Die Prognose sei günstig (IV-act. 52, S. 13 f. und 22 ff.). Med.
pract. H._, Eidg. Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte eine
Agoraphobie mit Panikattacken (ICD-10: F40.01) sowie eine akzentuierte Persönlichkeit
mit selbstunsicheren, ängstlichen Zügen (ICD-10: Z73.1). Dabei stellte er eine
gegenüber 2008 deutlich gebesserte Symptomatik fest. Aktuell sei die Versicherte
kaum mehr namhaft in ihrer Tätigkeit eingeschränkt. Die Panikattacken seien im
vergangenen halben Jahr dreimal aufgetreten, und die Versicherte habe sie selbst
managen können und habe sich innerhalb von 10-15 Minuten erholt. Ausserdem habe
sie ihre Arbeitstätigkeit nicht aufgeben müssen. Die psychiatrische Erkrankung habe
seit Anfang 2010 keine wesentliche Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit mehr, während
davon auszugehen sei, dass die Arbeitsfähigkeit zwischen Mitte 2008 und Ende 2009
psychisch bedingt eingeschränkt gewesen sei. Berufliche Massnahmen seien nicht
notwendig; die Prognose sei günstig (IV-act. 52, S. 14 f. und 26 ff.). In der
Gesamtbeurteilung hielten die Gutachter fest, die angestammte Tätigkeit als Montage-
Mitarbeiterin in der C._ AG sei somatisch gesehen nicht mehr zumutbar. Aus
psychiatrischer Sicht bestehe spätestens seit dem Zeitpunkt der Begutachtung keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr. Die Arbeitsfähigkeit in Höhe von 60 % für die
aktuell ausgeübte, nicht ideal angepasste Tätigkeit in der Reinigung gelte ab April 2010
und sei nicht weiter steigerbar. In einer ideal adaptierten Tätigkeit (vorwiegend im
Sitzen mit mindestens stündlichem Positionswechsel, mit höchstens kurzfristiger
Inklination bzw. Verharren in dieser Position, mit auf 10 kg beschränktem Lastenheben)
bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % (IV-act. 52,
S. 16 ff.). Der RAD-Arzt Dr. F._ beurteilte das Medas-Gutachten als umfassend,
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gründlich und in seinen Schlussfolgerungen nachvollziehbar. Die Arbeitsfähigkeit
betrage 80 % in adaptierter und 60 % in bestehender Tätigkeit (IV-act. 53).
A.i Am 16. Juni 2011 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Zusprache einer ganzen
Invalidenrente für die Zeit vom 1. Dezember 2008 bis 31. Januar 2010 in Aussicht (IV-
act. 58). Einwände hierzu wurden keine erhoben, und die IV-Stelle verfügte am 21.
September 2011 gemäss Vorbescheid die Zusprache der befristeten IV-Rente (vgl. IV-
act. 64). Diese Verfügung ist in Rechtskraft erwachsen.
B.
B.a Am 3. Dezember 2012 meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle und
ersuchte um eine Überprüfung ihres Falles. Sie gab dabei an, seit fast einem halben
Jahr wegen der Rückenprobleme im Pensum von 60 % zu arbeiten (IV-act. 66). Die IV-
Stelle holte Informationen bei der Arbeitgeberin, der Klinik E._, ein (vgl. Formular für
Arbeitgebende vom 27. Dezember 2012, IV-act. 69; Beginn des Arbeitsverhältnisses
am 1. Januar 2011 mit einer Arbeitszeit von 25.2 Std./Woche und einer Entlöhnung von
Fr. 2‘462.--/Mt.). Die IV-Stelle wies die Versicherte darauf hin, bei einem erneuten
Rentenbegehren sei von der versicherten Person glaubhaft zu machen, dass sich der
Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert habe. Mit
dem Gesuch vom 3. Dezember 2012 werde eine relevante Änderung des
rechtserheblichen Sachverhalts seit der Verfügung vom 21. September 2011 nicht
ausreichend dokumentiert. Eine wesentliche Veränderung sei damit noch nicht
glaubhaft gemacht. Die IV-Stelle ersuchte die Versicherte um Einreichung einer
ausführlichen (medizinischen) Dokumentation innert Frist, ansonsten auf das Gesuch
nicht eingetreten werden könne (Schreiben der IV-Stelle vom 22. Januar 2013, IV-act.
71).
B.b In der Folge reichte die Versicherte einen Bericht des nunmehr behandelnden
Arztes med. pract. I._, Praktischer Arzt, vom 23. Januar 2013 ein. Darin stellte dieser
folgende Diagnosen: zervikaler Bandscheibenschaden mit Radikulopathie,
Lumboischialgie (segmentale und somatische), Funktionsstörungen im Lumbalbereich
(muskuläre Dekonditionierung), Spannungskopfschmerz, sonstige phobische
Störungen, anhaltende somatoforme Schmerzstörung, Panikstörung (episodisch
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paroxysmale Angst), gastroösophageale Refluxkrankheit, Agoraphobie, Akzentuierung
von Persönlichkeitszügen, Dyspepsie und akute Sinusitis. Die Arbeitsunfähigkeit
betrage 100 % vom 22. Januar bis 23. Januar 2013 (IV-act. 72). In einem weiteren
Bericht vom 18. Februar 2013 stellte med. pract. I._ eine zunehmende
Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Versicherten fest (IV-act. 73) und
erwähnte, dass er sie zur Beurteilung an Dr. J._, Facharzt für Neurochirurgie FMH,
Klinik E._, überwiesen habe. Dieser diagnostizierte am 5. März 2013 ein chronisches
lumbosakrales Schmerzsyndrom mit klinisch intermittierender Radikulopathie S1 rechts
im Sinne einer claudicatio spinalis Symptomatik bei spondylarthrotisch und diskogen
bedingter Spinalkanalstenose L5/S1, weniger L4/L5; eine kleine nicht
neurokompressive Diskushernie C4/C5, eine chronische somatoforme
Schmerzstörung, und eine gastroösophageale Refluxkrankheit. Längerfristig sei die
Operationsindikation gegeben (IV-act. 74, S. 1 f.).
B.c Am 3. Juni 2013 unterzog sich die Versicherte einer bilateralen Dekompression L4/
L5 und L5/S1 in der Klinik E._ (IV-act. 74, S. 3 f. und 86, S. 5). Im Verlaufsbericht vom
26. September 2013 stellte Dr. J._ einen verbesserten Gesundheitszustand fest. Die
Beinschmerzen sowie die Schwäche in den Beinen seien verschwunden. Die Patientin
habe oft noch belastungsabhängige und wetterbedingte Rückenschmerzen. Ab 1.
August 2013 sei sie zu 50 % arbeitsfähig. Ab 1. September 2013 betrage die
Arbeitsfähigkeit 75 % und voraussichtlich ab 1. Oktober 2013 100 %. Berufliche
Massnahmen seien nicht angezeigt. Die Prognose sei gut (IV-act. 76; die letzte
Kontrolle erfolgte gemäss IV-act. 76, S. 4, am 29. August 2013).
B.d Med. pract. I._ hielt am 3. Oktober 2013 fest, auf Grund der Vorerkrankungen
und der damit einhergehenden eingeschränkten Belastbarkeit könne die Versicherte
auf Dauer in regelmässigen täglichen Arbeitszeiten nur bis zu maximal 60 %
Arbeitsfähigkeit realisieren (IV-act. 86, S. 5). Bezugnehmend auf den Verlaufsbericht
von Dr. J._ vom 26. September 2013 (IV-act. 76) stellte RAD-Ärztin Dr. K._ am 9.
Oktober 2013 fest, eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustands mit
relevanter und langanhaltender Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei nicht
ausgewiesen (IV-act. 77).
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B.e Die IV-Stelle stellte der Versicherten die Ablehnung des Rentengesuchs in
Aussicht, da keine längerdauernde Erwerbsunfähigkeit bestehe (Vorbescheid vom 30.
Oktober 2013, IV-act. 80). Die Versicherte wendete ein, med. pract. I._ habe am 3.
Oktober 2013 nach stattgefundener Dekompression eine weiterhin auf 60 %
eingeschränkte Arbeitsfähigkeit bestätigt. Die Prognose von Dr. J._ betreffend
Arbeitsfähigkeit sei zu optimistisch gewesen; er selber habe die Prognose relativiert.
Damit sei die prognostische Aussage widerlegt. Das Eintreffen der Prognose sei von
der IV-Stelle nicht durch Nachfragen bei den behandelnden Ärzten abgeklärt worden.
Somit seien die medizinischen Abklärungen unvollständig und eine abschliessende
Abklärung der Arbeitsfähigkeit sei nicht erfolgt, was die Offizial- und
Untersuchungsmaxime verletze. Die medizinischen Abklärungen seien demnach
hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit zu vervollständigen und danach der IV-Grad neu zu
bestimmen (IV-act. 86).
B.f Die IV-Stelle klärte in der Folge bei Dr. J._ ab, ob die angestrebte Arbeitsfähigkeit
von 75 % ab 1. September 2013 und von 100% ab 1. Oktober 2013 erreicht worden
sei (Brief vom 8. Januar 2014, IV-act. 87, und vom 17. Januar 2014, IV-act. 89). Diese
Frage bejahte Dr. J._ am 21. Januar 2014 („ja“ auf dem zurückgesandten Brief der
IV-Stelle vom 17. Januar 2014, IV-act. 90). Daraufhin entschied die IV-Stelle gemäss
Vorbescheid (Verfügung vom 6. Februar 2014, IV-act. 91).
C.
C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 6. März 2014 (act. G 1).
Damit beantragt die Beschwerdeführerin, vertreten durch Fürsprecher M. Büchel,
Uzwil, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin die
Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 6. Februar 2014 und die Durchführung
weiterer medizinischer Abklärungen mit anschliessender Neufestlegung des IV-Grads.
Eventualiter sei der Beschwerdeführerin mindestens eine Viertelsrente auszurichten.
Die Beschwerdegegnerin habe dadurch, dass sie die Stellungnahme von Dr. J._ der
Beschwerdeführerin nicht zugestellt habe, das rechtliche Gehör verletzt. Es gehe nicht
an, allein auf die Stellungnahme von Dr. J._ abzustellen. Es bestünden erhebliche
Zweifel an der Beurteilung durch Dr. J._, der ohne Begründung von einer 100 %igen
Arbeitsfähigkeit ausgehe, obwohl das Medas-Gutachten eine 80 %ige Arbeitsfähigkeit
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attestiert habe und med. pract. I._ von einer erheblichen Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit ausgehe (act. G 1).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 22. April 2014
die Abweisung der Beschwerde. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs sei nicht
auszumachen. Mit Blick auf die Operation sei durchaus plausibel, dass sich der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Vergleich zur Medas-Begutachtung
verbessert habe. Selbst wenn lediglich von einer anderen Beurteilung desselben
Sachverhalts auszugehen wäre, würde sich am Rentenanspruch nichts ändern (act. G
4).
C.c Mit Replik vom 27. Mai 2014 hielt die Beschwerdeführerin an ihrem Antrag fest
(act. G 6).
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 8).

Erwägungen
1.
1.1 In formeller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung des rechtlichen
Gehörs, die sie darin erblickt, dass die IV-Stelle ihr die Stellungnahme von Dr. J._
vom 21. Januar 2014 zur Frage, ob sich seine Prognose betreffend Arbeitsfähigkeit
bestätigt habe, nicht zugestellt habe, womit ihr die Möglichkeit der Stellungnahme
genommen worden sei (act. G 1, S. 6). Die Beschwerdegegnerin verneint eine
Verletzung des rechtlichen Gehörs. Die Rückfrage bei Dr. J._ habe keine veränderte
Faktenlage geschaffen, die der Beschwerdeführerin hätte unterbreitet werden müssen
(act. G 4, III/1.).
1.2 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV; SR 101) und Art. 42 Satz 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR
830.1) haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient
einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes
Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, der in die Rechtsstellung einer
Person eingreift. Dazu gehört insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre
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Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise
beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört
zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich
zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid
zu beeinflussen (BGE 132 V 370 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.3 Das Recht auf Akteneinsicht ist wie das Recht, angehört zu werden, formeller
Natur. Die Verletzung des Rechts auf Akteneinsicht führt ungeachtet der
Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung der
angefochtenen Verfügung. Vorbehalten bleiben praxisgemäss Fälle, in denen die
Verletzung des Akteneinsichtsrechts nicht besonders schwer wiegt und dadurch
geheilt wird, dass die Partei, deren rechtliches Gehör verletzt wurde, sich vor einer
Instanz äussern kann, welche sowohl die Tat- als auch die Rechtsfragen
uneingeschränkt überprüft (BGE 132 V 387 E. 5.1). Das Akteneinsichtsrecht im
Besonderen bezieht sich auf sämtliche verfahrensbezogene Akten, die geeignet sind,
Grundlage des Entscheids zu bilden. Die Akteneinsicht ist demnach auch zu gewähren,
wenn dadurch der Entscheid in der Sache nicht beeinflusst werden kann. Die Einsicht
in die Akten, die für ein bestimmtes Verfahren erstellt oder beigezogen wurden, kann
demnach nicht mit der Begründung verweigert werden, die betreffenden Dokumente
seien für den Verfahrensausgang belanglos. Es muss dem Betroffenen selbst
überlassen sein, die Relevanz der Akten zu beurteilen (BGE 132 V 387 E. 3.2). Um
Akteneinsicht zu erhalten, haben die Rechtsuchenden grundsätzlich ein Gesuch
einzureichen. Dies bedingt, dass sie über den Beizug neuer entscheidwesentlicher
Akten informiert werden, welche sie nicht kennen und auch nicht kennen können (BGE
132 V 387 E. 6.2).
1.4 Die Beschwerdegegnerin fragte Dr. J._ am 8. und 17. Januar 2014 an, ob die
von ihm aufgestellte Prognose (Bericht vom 26. September 2013, IV-act. 76)
eingetroffen sei. Seine Stellungnahme vom 21. Januar 2014 (IV-act. 90) liess sie der
Beschwerdeführerin vor Erlass der angefochtenen Verfügung unbestrittenermassen
nicht zukommen. Festzustellen ist, dass das Vorgehen der Beschwerdegegnerin, Dr.
J._ eine Frage zu stellen, ohne die Beschwerdeführerin hierüber und zum Ergebnis
von sich aus zu informieren, eine Verletzung des Anspruchs der Beschwerdeführerin
auf rechtliches Gehör darstellt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_774/2011 vom 20.
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April 2012 E. 4.1). Die Beschwerdeführerin beantragt keine Rückweisung der
Streitsache an die Beschwerdegegnerin zur formgerechten Durchführung des
Beweisverfahrens, sondern stellt ausschliesslich materielle Begehren und gibt damit zu
erkennen, dass sie mehr an einem Entscheid in der Sache als an einer Rückweisung
aus formellen Gründen interessiert ist. Folglich ist die Gehörsverletzung
ausnahmsweise zu heilen. Dies ist aber - abhängig vom Verfahrensausgang - bei den
Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin zu
berücksichtigen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen IV
2012/36 vom 22. Mai 2013 E. 2.2).
2.
Streitig und zu prüfen ist in materieller Hinsicht die Frage, ob die im Rahmen eines
Wiederanmeldungsverfahrens ergangene Ablehnung des Rentenanspruchs zu Recht
erfolgte.
2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 ATSG). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG). Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität
wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das
Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der
Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte,
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
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2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 % invalid
ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50 % vor, so besteht Anspruch auf eine
halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % auf eine Viertelsrente.
2.3 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten (BGE 125 V 351 E. 3a).
3.
Vorab ist die Frage zu beantworten, ob die medizinische Aktenlage eine
rechtsgenügliche Beurteilung des von der Beschwerdeführerin erneut geltend
gemachten Rentenanspruchs erlaubt. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit ist nur
dann anspruchserheblich, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die
fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 281 E. 2.1).
3.1 Gemäss Medas-Gutachten vom 14. März 2011, orthopädisches Teilgutachten, war
die damals ausgeübte Tätigkeit in der Reinigung im Pensum von 60 % machbar, eine
Steigerung aber nicht möglich. In einer adaptierten Tätigkeit wurde eine vollschichtige
Einsatzmöglichkeit bescheinigt (IV-act. 52, S. 25). In psychiatrischer Hinsicht war die
Beschwerdeführerin seit Anfang 2010 in der Arbeitsfähigkeit nicht mehr eingeschränkt
(IV-act. 52, S. 15). Gesamthaft wurde unter Berücksichtigung der erwähnten
Einschränkungen eine Arbeitsfähigkeit von 80 % attestiert (IV-act. 52, S. 18).
3.2 Am 3. Juni 2013 führte Dr. J._ eine bilaterale mikrochirurgische Dekompression
L4/L5 und L5/S1 durch (IV-act. 74, S. 3f.). Eine postoperative Kontrolle drei Monate
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nach dem Eingriff ergab einen verbesserten Gesundheitszustand und einen
zufriedenstellenden Verlauf. Voraussichtlich ab 1. Oktober 2013 könne die Patientin die
Arbeitstätigkeit zu 100 % wieder aufnehmen (IV-act. 76, S. 3 f.). Die von der
Beschwerdeführerin implizit geltend gemachte Verschlechterung ihres
Gesundheitszustands nach der Operation lässt sich somit auf Grund der medizinischen
Aktenlage nicht bestätigen (vgl. auch RAD-Stellungnahme vom 9. Oktober 2013, IV-act.
77).
3.3 Der Beschwerdegegnerin ist beizupflichten, dass ein operatives Vorgehen
erfahrungsgemäss eine Verbesserung des Gesundheitszustands bezweckt. Wenn Dr.
J._ somit einen verbesserten Gesundheitszustand attestiert und dies mit der
verbesserten Schmerzsituation begründet, ist dies plausibel und es ist davon
auszugehen, dass der Eingriff erfolgreich war, zumal gegenteilige Gesichtspunkte von
der Beschwerdeführerin weder differenziert behauptet noch bewiesen wurden. Ist
somit von einer Verbesserung bzw. jedenfalls nicht von einer Verschlechterung des
Gesundheitszustands auszugehen, ist es durchaus nachvollziehbar, dass sich die vom
Medas-Gutachten attestierte Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von 80 % nach
dem Eingriff zumindest nicht längerdauernd verschlechtert hat. Jedenfalls besteht kein
Anlass, der Beurteilung von Dr. J._ hinsichtlich des postoperativen Verlaufs auf
Grund der bescheinigten 100 %igen Arbeitsfähigkeit den Beweiswert abzusprechen.
3.4 Die Beschwerdeführerin bezweifelt die Zuverlässigkeit und Beweiskraft der
Stellungnahme von Dr. J._ sodann unter Hinweis auf den Bericht von med. pract.
I._ vom 3. Oktober 2013. Der Hausarzt geht davon aus, dass die bestehende
eingeschränkte Rückenbelastbarkeit eine maximale Arbeitsfähigkeit von 60 % zu
begründen vermöge (IV-act. 86, S. 4). Diese Einschätzung hat er nicht näher begründet
und insbesondere nicht dargelegt, ob sie sich auch auf optimal leidensadaptierte
Tätigkeiten bezieht. Er schliesst seinen kurzen Bericht mit der Bemerkung, er bitte den
Arbeitgeber der Beschwerdeführerin, die Arbeitsfähigkeit von maximal 60% bei der
Erstellung der Dienstpläne zu berücksichtigen. Dies lässt vermuten, dass seine
Schätzung lediglich die konkrete Tätigkeit der Versicherten in der Klinik E._
berücksichtigt und nicht auch für den gesundheitlichen Einschränkungen besser
Rechnung tragende Tätigkeiten gelten soll. Offensichtlich hat er sich an den
bestehenden Verhältnissen orientiert, ohne eine objektive Zumutbarkeitsbeurteilung in
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Bezug auf andere, insbesondere rückenadaptierte Erwerbstätigkeiten vorzunehmen. Da
med. pract. I._ zudem als praktischer Arzt fachärztlich ohnehin nicht qualifiziert ist,
sich zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in orthopädischer Hinsicht zu
äussern, braucht auf seine Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht näher eingegangen zu
werden.
3.5 Im Lichte der dargelegten Verhältnisse kann mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin weiterhin in einer
leidensangepassten Tätigkeit in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht um mehr als 20 %
beeinträchtig ist. Von weiteren medizinischen Abklärungen sind keine neuen
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb auf deren Vornahme zu verzichten ist (antizipierte
Beweiswürdigung; BGE 134 I 140 E. 5.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_663/2010 vom
15. November 2010 E. 5.1).
3.6 Die Beschwerdeführerin hat als Gesunde im Vergleich zu den statistischen
Hilfsarbeiterlöhnen unterdurchschnittlich verdient (vgl. den IK-Auszug [IV-act. 14] sowie
den Einkommensvergleich in IV-act. 55, 92). Selbst wenn zu ihren Gunsten ein
Prozentvergleich vorgenommen würde, resultierte kein rentenbegründender
Invaliditätsgrad von mindestens 40 %. Angesichts der laut Medas-Gutachten zu
beachtenden qualitativen Einschränkungen (vgl. IV-act. 52, S. 18), der im Zeitpunkt der
angefochtenen Verfügung verbliebenen Aktivitätsdauer von 22 Jahren (Jahrgang 1972,
vgl. IV-act. 9, S. 1) und dem noch offen bleibenden Spektrum möglicher
Hilfsarbeitertätigkeiten fällt ein Tabellenlohnabzug von nicht mehr als 10 % in Betracht.
Dies gilt umso mehr, als die Diensterfahrung im Segment der Hilfsarbeitertätigkeiten
lediglich eine untergeordnete Rolle spielt. Demgemäss erfolgte die Abweisung des
wiederangemeldeten Rentengesuchs durch die Beschwerdegegnerin zu Recht.
4.
4.1 Im Sinne der Erwägungen erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtens,
und die Beschwerde ist abzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die vollumfänglich unterliegende
Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten grundsätzlich zu tragen. Diese bemessen
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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sich gemäss Art. 69 Abs. 1 IVG nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.--. Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint vorliegend als angemessen. Die Gehörsverletzung und deren Heilung können
jedoch nicht ohne Folgen für die Verfahrenskostenauferlegung bleiben, zumal diese
unter anderem Anlass für die Anhebung dieses Beschwerdeverfahrens bildeten (vgl.
act. G 1, S. 6). Es rechtfertigt sich unter diesen Umständen, der Beschwerdegegnerin
die Hälfte der Gerichtsgebühr zu auferlegen.
4.3 Dementsprechend hat die Beschwerdeführerin auch Anspruch auf eine
Parteientschädigung (vgl. Lorenz Kneubühler, Gehörsverletzung und Heilung, ZBl 1998,
97 ff., 119; Benjamin Schindler, Die „formelle Natur“ von Verfahrensgrundrechten, ZBl
2005, 169 ff. 193). Ausgehend von einer mittleren Entschädigung bei vollem Obsiegen
von Fr. 3‘500.-- erscheint die Zusprechung einer Parteientschädigung von pauschal Fr.
1‘750.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.