Decision ID: dba5cb1e-d326-5788-bb0f-6b64d0a78df8
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Rosenbergstrasse 51, Postfach 1121,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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St.Galler Gerichte
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich im September 2004 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an und beantragte die Ausrichtung einer Rente (IV-act. 5). Im
Arztbericht vom 10. Februar 2005 attestierte Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH,
dem Versicherten für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Hilfsarbeiter in einer Gärtnerei
ab 31. Januar 2004 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Eine angepasste Tätigkeit sei
dem Versicherten auch nicht zumutbar (IV-act. 19). Die IV-Stelle veranlasste in der
Folge eine interdisziplinäre Begutachtung bei der Medizinischen Abklärungsstelle
(MEDAS) Zentralschweiz (IV-act. 24). Im entsprechenden Gutachten vom 21. Dezember
2005 wurden im Wesentlichen ein chronisches zerviko-lumbal betontes panvertebrales
Schmerzsyndrom mit lumbospondylogener Komponente sowie eine
Persönlichkeitsänderung (ICD-10 F62.8) mit chronischen Oberbauchschmerzen
multifaktorieller Genese diagnostiziert. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit im Gartenbau sei
dem Versicherten nicht mehr zumutbar. Auch für jede andere körperlich schwere
Tätigkeit bestehe keine Arbeitsfähigkeit. Eine körperlich leichte bis gelegentlich
mittelschwere und wechselnd belastende Arbeit – ohne Überkopftätigkeiten mit dem
rechten Arm, ohne repetitives Bücken und mit Lastenheben bis 15kg – sei dem
Versicherten zu 70% zumutbar. Als limitierende Faktoren würden sich vor allem die
psychischen Störungen erweisen (IV-act. 26).
A.b Mit Verfügung vom 23. Mai 2006 wies die IV-Stelle das Leistungsgesuch für eine
Invalidenrente ab (IV-act. 34). Auf die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache vom
6. Juni 2006 (IV-act. 35) ist die IV-Stelle mit Einspracheentscheid vom 11. Dezember
2006 mangels Begründung nicht eingetreten (IV-act. 45).
A.c Im Mai 2008 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 47). Im Verlaufsbericht vom 5. August 2008 teilte
Dr. med. C._, FMH Innere Medizin, mit, dass sich der Gesundheitszustand des
Versicherten verschlechtert habe. Er beklage weniger Kraft, starke Kopfschmerzen,
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starken Schwindel und Nackenschmerzen zu haben und sei sehr nervös und depressiv.
Auch für eine adaptierte Tätigkeit bestehe keine Arbeitsfähigkeit (IV-act. 56). Auf
Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der Invalidenversicherung
veranlasste die IV-Stelle eine Verlaufsbegutachtung bei der MEDAS Zentralschweiz (IV-
act. 57 und 61). Im Verlaufsgutachten vom 16. Februar 2009 wurde festgehalten, dass
im Vergleich zur Vorbegutachtung im Jahr 2005 keine wesentliche Änderung des
Gesundheitszustands objektivierbar sei und sich auch keine Änderung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit bezüglich angestammter und behinderungsangepasster Tätigkeit
ergeben habe (IV-act. 63/13-33).
A.d Mit Vorbescheid vom 19. März 2009 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, dass er bei einem Invaliditätsgrad von 21% keinen Anspruch auf eine
Invalidenrente habe (IV-act. 68). Gegen den Vorbescheid erhob der Versicherte am 6.
April 2009 mündlich sowie am 15. April 2009 schriftlich Einwand (act. IV-act. 69 und
70).
A.e Mit Verfügung vom 7. Mai 2009 eröffnete die IV-Stelle dem Versicherten wie
angekündigt, dass er keinen Anspruch auf eine Invalidenrente habe (IV-act. 72).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng,
St. Gallen, im Namen des Versicherten eingereichte Beschwerde vom 5. Juni 2009
(Beschwerdeergänzung vom 7. Juli 2009) mit den Anträgen, die angefochtene
Verfügung sei vollumfänglich aufzuheben, es sei dem Beschwerdeführer eine ganze
Invalidenrente zuzusprechen und allenfalls sei die Angelegenheit zwecks Vornahme
weiterer Abklärungen und anschliessender Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Beschwerdegegnerin. Die Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit in den psychiatrischen
Teilgutachten vom 20. September 2005 und 24. November 2008 seien nicht
rechtsgenüglich begründet und daher nicht nachvollziehbar. Die somatischen
gesundheitlichen Störungen würden die Arbeitsfähigkeit stärker einschränken.
Zusammen mit den psychischen Beschwerden bestehe eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten. Beim Valideneinkommen sei zu
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berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer bei seiner zuletzt ausgeübten körperlich
schweren Hilfstätigkeit weniger verdient habe, als gemäss LSE-Lohn mit einer leichten
Hilfsarbeit zu erzielen gewesen wäre. Er habe sich allerdings nicht freiwillig mit einem
geringen Einkommen begnügen wollen. Dem Beschwerdeführer sei spätestens ab
November 2008 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen (act. G 1 und 3).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 25. August 2009 beantragt die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Aufgrund der für die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit massgeblichen Befunde würden sich keine Hinweise ergeben, dass der
Beschwerdeführer überhaupt an einer invalidisierenden psychiatrischen Erkrankung
leide. Insofern könne vom MEDAS-Gutachten im psychiatrischen Teil abgewichen
werden, ohne dass diesem im restlichen Teil der Beweiswert abgesprochen werden
müsste. Der Gesundheitszustand habe sich zwischen den beiden MEDAS-Gutachten
nicht wesentlich verändert und es sei für eine adaptierte Tätigkeit jeweils die gleiche
Arbeitsunfähigkeit attestiert worden, weshalb im Vergleich zur letzten rechtskräftigen
Verfügung kein neuer Einkommensvergleich durchzuführen sei (act. G 5).
B.c Mit Präsidialverfügung vom 28. August 2009 wurde dem Beschwerdeführer die
unentgeltliche Prozessführung für das Verfahren vor Versicherungsgericht bewilligt (act.
G 7).
B.d Mit Replik vom 9. September 2009 hält der Beschwerdeführer an den gestellten
Anträgen fest (act. G 9).
B.e Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G
11).
B.f Mit Schreiben vom 22. Februar 2010 legte der Beschwerdeführer einen
Kurzaustrittsbericht des Kantonsspitals St. Gallen, Departement Innere Medizin, vom
15. Februar 2010 ins Recht (act. G 13 und 13.1).

Erwägungen:
1.
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1.1 Streitig und im vorliegenden Verfahren zu überprüfen ist, ob die
Beschwerdegegnerin den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zu
Recht abgelehnt hat.
1.2 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für
einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG
durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
1.3 Die Rentenabstufungen nach Art. 28 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) geben bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 50% Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 60% Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 70% Anspruch auf eine ganze Rente.
1.4 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, wird
eine neue Anmeldung nach Art. 87 Abs. 4 der Verordnung über die
Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) nur geprüft, wenn die Voraussetzungen
gemäss Abs. 3 erfüllt sind. Danach ist von der versicherten Person im Gesuch
glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch
erheblichen Weise geändert hat. Die Frage, ob eine anspruchsbegründende Änderung
in den für den Invaliditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten sein könnte, beurteilt
sich durch den Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der ersten
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Ablehnungsverfügung (bzw. bei mehreren Ablehnungen seit der letzten unangefochten
gebliebenen Ablehnung des Leistungsgesuchs) bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit
der streitigen neuen Verfügung (BGE 130 V 73 E. 3.1). Tritt die Verwaltung nach
geglückter Glaubhaftmachung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache
materiell abzuklären und zu prüfen, ob nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität
zu bejahen sei (Urteil des Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006 Eidgenössische
Versicherungsgericht] vom 20. April 2005, I 797/2004, E. 1.2).
1.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich
des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
2.
2.1 Zu prüfen ist vorab, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt. Die
Beschwerdegegnerin stützt sich in der angefochtenen Verfügung auf das MEDAS-
Gutachten vom 21. Dezember 2005 sowie das MEDAS-Verlaufsgutachten vom 16.
Februar 2009 und die darin festgelegte 70%ige Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte
Tätigkeit. Der Beschwerdeführer hingegen erachtet die Gutachten als mangelhaft und
daher nicht beweistauglich.
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2.2 Konkret beanstandet der Beschwerdeführer, dass die Einschätzungen der
Arbeitsfähigkeit in den psychiatrischen Teilgutachten vom 20. September 2005 und 24.
November 2008 nicht hinreichend begründet und daher nicht nachvollziehbar seien.
2.2.1 Die Beurteilung entsteht aus der Integration der Aktenlage, der Anamnese,
der subjektiven Angaben, der Befunde und aus allfälligen weiteren
Untersuchungsergebnissen. Bei der Beurteilung sollen die Denkschritte nachvollziehbar
sein und Abweichungen von früheren Beurteilungen kommentiert und begründet
werden (vgl. Leitlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Versicherungspsychiatrie
für die Begutachtung psychischer Störungen, in: Schweizerische Ärztezeitung,
2004;85: Nr. 20, S. 1051). Die psychiatrischen Teilgutachten von Dr. med. D._, FMH
für Psychiatrie und Psychotherapie, wurden unter Einbezug der Vorakten und der
subjektiven Angaben des Beschwerdeführers erstellt und enthalten eine Erhebung der
Befunde. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers sind die diagnostizierte
sonstige andauernde Persönlichkeitsänderung (ICD-10 F62.8) und die daraus
resultierende 30%ige Arbeitsunfähigkeit hinreichend begründet und die
Schlussfolgerungen des Gutachters einleuchtend und nachvollziehbar. Gegen die
psychiatrischen Teilgutachten sind keine Indizien ersichtlich, welche Zweifel an ihrer
Beweiskraft aufkommen lassen könnten.
2.3 Sodann macht der Beschwerdeführer geltend, dass sich der psychiatrische
Gutachter nicht mit der von Dr. C._ gestellten Diagnose einer Depression
auseinandergesetzt habe. Dr. C._ habe zudem eine rasche Erschöpfbarkeit und
Magenschmerzen festgehalten, weshalb zusammen mit den übrigen Beschwerden
auch aus somatischer Sicht keine adaptierte Tätigkeit mehr zumutbar sei.
2.3.1 Im Verlaufsbericht von Dr. C._ vom 5. August 2008 wurde festgehalten,
dass der Beschwerdeführer sich u.a. depressiv fühle. Dr. C._ hat in seinem Bericht
im Wesentlichen die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers wiedergegeben,
weshalb nicht von einer diagnostizierten Depression ausgegangen werden kann. Im
Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass Dr. C._ als Facharzt für Innere Medizin ohnehin
nicht über die notwendige Qualifikation zur Stellung einer solchen Diagnose verfügen
würde. Der Bericht enthält zudem keine Begründung, weshalb ihm ohnehin kaum
Beweiswert zukommen kann. Aufgrund dieser Ausführungen bestand für den
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psychiatrischen Teilgutachter kein Anlass, sich mit der von Dr. C._ gestellten
Diagnose einer Depression weiter auseinander zu setzen. Auch die übrigen von Dr.
C._ festgehaltenen Befunde basieren auf subjektiven Angaben des
Beschwerdeführers. Eine Begründung für die 100%ige Arbeitsunfähigkeit lässt sich
dem Bericht von Dr. C._ auch nicht entnehmen. Die geklagten Beschwerden wurden
vom Beschwerdeführer anlässlich der MEDAS-Begutachtungen wiederholt und waren
somit den Gutachtern bekannt, weshalb davon ausgegangen werden kann, dass sie
bei der Festlegung der zumutbaren Restarbeitsfähigkeit entsprechend berücksichtigt
worden sind. Der Bericht von Dr. C._ vermag an der Beweiskraft des MEDAS-
Gutachtens nichts zu ändern. Dasselbe gilt für den vom Beschwerdeführer am 22.
Februar 2010 ins Recht gelegten Kurzaustrittsbericht des Kantonsspital St. Gallen,
Departement Innere Medizin, vom 15. Februar 2010, welcher sich insbesondere nicht
zu einer verbleibenden Restarbeitsfähigkeit für eine adaptierte Tätigkeit äussert und
zeitlich gesehen über neun Monate nach der angefochtenen Verfügung verfasst wurde.
2.4 Insgesamt vermögen die Einwände des Beschwerdeführers gegen die MEDAS-
Gutachten deren Beweiswert nicht zu schmälern. Die Gutachten beruhen auf
eigenständigen interdisziplinären Abklärungen und erscheinen für die streitigen
Belange umfassend. Die Vorakten und die geklagten Beschwerden des
Beschwerdeführers wurden hinreichend berücksichtigt. Die Gutachten leuchten in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation ein. Vor diesem Hintergrund vermögen die darin enthaltenen
Schlussfolgerungen zu überzeugen, insbesondere die 70%ige Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit. Ebenfalls wurde mit der Verlaufsbegutachtung nachvollziehbar
dargelegt, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Vergleich zur
ersten MEDAS-Begutachtung im September 2005 nicht relevant verändert hat.
2.5 Die Beschwerdegegnerin macht im Beschwerdeverfahren geltend, dass die
diagnostizierte andauernde Persönlichkeitsänderung keine Komorbidität darstelle,
welche die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers einschränke. Im psychiatrischen
Teilgutachten vom 20. September 2005 wurde diesbezüglich explizit festgehalten, dass
von einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach chronifiziertem, körperbetontem
Leiden bei weitgehend fehlenden Ressourcen zur Bewältigung auszugehen sei.
Nachdem sich gemäss Verlaufsgutachten der Gesundheitszustand des
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Beschwerdeführers nicht relevant verändert hat, ist weiterhin eine 30%ige
Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen.
2.6 Dem Eventualantrag des Beschwerdeführers, die Angelegenheit zur Vornahme
weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, ist nicht
stattzugeben. Da nicht anzunehmen ist, dass weitere medizinische Abklärungen für die
Beurteilung des vorliegend relevanten Sachverhalts neue Erkenntnisse bringen, kann
darauf verzichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 94, E. 4b; Pra
88 Nr. 117; SVR UV 1996 Nr. 62 E. 3 S. 212 f.).
3.
3.1 Ausgehend von einer Restarbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 70%
gilt es die erwerblichen Auswirkungen der Leistungsbeeinträchtigung zu prüfen. Der
der Verfügung vom 23. Mai 2006 von der Beschwerdegegnerin zugrundegelegte
Einkommensvergleich vermag, vor allem weil er dem Umstand, dass der
Beschwerdeführer am letzten Arbeitsplatz einen deutlich unterdurchschnittlichen Lohn
bezogen hatte, unberücksichtigt liess, nicht vollends zu überzeugen, weshalb trotz
unveränderter Arbeitsfähigkeit der Invaliditätsgrad erneut zu ermitteln ist.
3.2 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte
Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die
Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Es ist in der Regel vom
letzten Lohn, welchen die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung
erzielt hat, auszugehen (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai 2001, I 42/01, mit
Hinweisen). Diese Praxis wird mit der empirischen Feststellung begründet, dass die
bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall in der Regel weitergeführt worden wäre (Urteil
des Bundesgerichts vom 29. August 2002, I 97/00). Für die Bestimmung des
Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen,
in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes
Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des
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Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue
Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 76 f. E. 3b/aa und
bb, mit Hinweisen).
3.3 Für das Valideneinkommen ist demnach auf das vom Beschwerdeführer im Jahr
2002 zuletzt erzielte Einkommen als Gartenarbeiter abzustellen. Dabei erzielte er –
aufgerechnet auf ein Jahr – ein Einkommen von Fr. 48'100.-- (Fr. 3'700.-- x 13; IV-act.
15). Angepasst an die Nominallohnentwicklung (2002: Index 1933, 2008: Index 2092;
vgl. Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nominallöhne, Tabelle T1.39) resultiert für
das Jahr 2008 somit ein Valideneinkommen von Fr. 52'057.--.
3.4 Das Invalideneinkommen ist anhand von Tabellenlöhnen zu bestimmen, da der
Beschwerdeführer keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht. Im Jahr 2008 betrug der
Durchschnittslohn für einen Hilfsarbeiter (LSE-Tabelle TA1, Privater Sektor, Total
Anforderungsniveau 4) Fr. 4'806.-- pro Monat. Umgerechnet auf ein Jahr und unter
Berücksichtigung der im Jahr 2008 betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.6 Stunden pro
Woche ergibt dies einen Betrag von Fr. 59'979.--.
3.5 Der Beschwerdeführer erzielte somit als nicht Invalider im Vergleich zu den LSE-
Durchschnittslöhnen einen Minderverdienst. Da keine Anhaltspunkte dafür bestehen,
dass der Beschwerdeführer sich aus freien Stücken mit einem bescheidenen
Einkommensniveau hätte begnügen wollen, ist das Validen- und Invalideneinkommen
auf der gleichen Grundlage zu bestimmen. Sind demnach Validen- und
Invalideneinkommen ausgehend vom selben Lohn zu berechnen, erübrigt sich deren
genaue Ermittlung. Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der
Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung des Abzugs vom Tabellenlohn (sogenannter
Leidensabzug; vgl. zur Parallelisierung der Vergleichseinkommen bei Minderverdienst
SVR 2008 IV Nr. 2 S. 3 E. 5.4).
3.6 Zu beurteilen bleibt daher noch die Frage, in welchem Umfang ein sogenannter
Leidensabzug auf dem Invalideneinkommen vorzunehmen ist. Nach der
Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt werden, um
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dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu
verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen
behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung
hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen – auch von invaliditätsfremden
Faktoren – des konkreten Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung,
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Eine schematische
Vornahme des Leidensabzuges ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI
2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Dabei ist zu beachten, dass
allfällige bereits bei der Parallelisierung der Vergleichseinkommen mitverantwortliche
invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des sogenannten Leidensabzuges nicht
nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 328 E. 5.2).
3.7 Angesichts dessen, dass bei der Berücksichtigung des Minderverdienstes bereits
lohnmindernde invaliditätsfremde Faktoren (wie etwa schlechte Deutschkenntnisse)
berücksichtigt worden und die gesundheitlichen Beschwerden vorliegend bereits im
Wesentlichen in die medizinische Arbeitsfähigkeitseinschätzung eingeflossen sind,
erscheint aufgrund des Alters des Beschwerdeführers sowie der Tatsache, dass er nur
noch einer Teilzeittätigkeit nachgehen kann, ein Abzug von höchstens 10% als
angemessen. Unter Vornahme eines 10%igen Leidensabzugs resultiert ein nicht
rentenbegründender Invaliditätsgrad von 37% (100% - [70% x 0.9]). Die Verneinung
eines Rentenanspruchs durch die Beschwerdegegnerin ist daher im Ergebnis nicht zu
beanstanden.
4.
4.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung der
angefochtenen Verfügung abzuweisen.
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4.2 Dem Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Prozessführung am 28. August
2009 bewilligt. Wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers es
gestatten, kann er jedoch zur Nachzahlung der Gerichtskosten, der Auslagen für die
Vertretung und der vom Staat entschädigten Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288
Abs. 1 des st. gallischen Zivilprozessgesetzes [ZPG/SG; sGS 961.2] in der bis
31. Dezember 2010 gültigen, vorliegend anwendbaren Fassung [vgl. Art. 404 der
Schweizerischen Zivilprozessordnung; ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des
st. gallischen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP/SG; sGS 951.1]).
4.3 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.--
aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu
befreien.
4.4 Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die
Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen. Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick
auf die Anforderungen und Komplexität der Streitsache eine pauschale
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen
(Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
pauschal mit Fr. 2'800.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP