Decision ID: f88e9f97-5fb5-45b8-a29f-0598d8be18f5
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend qualifizierte Erpressung etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 2. Abteilung, vom 2. Dezember 2015 (DG150199)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 2. Juli 2015
ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 33).
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist schuldig
- der qualifizierten Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziffer 1 und 2 sowie
teilweise Ziffer 3 StGB,
- des Wuchers im Sinne von Art. 157 Ziffer 1 Abs. 1 StGB,
- des Verbrechens im Sinne des Betäubungsmittelgesetzes nach Art. 19
Abs. 1 lit. c in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG,
- des mehrfachen Vergehens im Sinne des Waffengesetzes nach Art. 33
Abs. 1 lit. a WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. a und d WG.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 5 Jahren und 9 Monaten Freiheitsstrafe,
wovon bis und mit heute 419 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Straf-
vollzug erstanden sind.
3. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV vom 23. Juni 2015 beschlag-
nahmten Gegenstände,
- 1 Mobiltelefon, Nokia, Schwarz, IMEI: ... (A007'542'383) inkl.  SIM-Karte mit der Rufnummer: ... sowie
- 1 SIM-Karte, Lycamobile, Rufnummer "...",
werden eingezogen und der Lagerbehörde zur gutscheinenden Verwendung
überlassen.
4. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV vom 23. Juni 2015 beschlag-
nahmte Streckmittel, ca. 35.7 Gramm (A007'542'430), wird eingezogen und
der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.
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5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger Schadenersatz im Be-
trag von Fr. 115'900.– zuzüglich Zins von 5 % ab 10. Oktober 2014 zu be-
zahlen.
Im Mehrbetrag wird das Schadenersatzbegehren des Privatklägers auf den
Zivilweg verwiesen.
Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte das Schadenersatzbegehren des
Privatklägers im Umfang von Fr. 49'800.– zuzüglich Zins von 5 % ab 10. Ok-
tober 2014 anerkannt hat.
6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger eine Genugtuung von
Fr. 9'000.– zuzüglich Zins von 5 % ab 10. Oktober 2014 zu bezahlen. Im
Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 6'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 12'000.00 Gebühr Strafuntersuchung
Fr. 620.00 Auslagen Untersuchung
Fr. 15'430.60 unentgeltliche Rechtsvertretung
Fr. 17'346.85 ehemalige amtliche Verteidigung
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, einschliess-
lich der Kosten der zeitweiligen amtlichen Verteidigung und der unentgeltli-
chen Rechtsverbeiständung der Privatklägers, werden dem Beschuldigten
auferlegt. Die Kosten der zeitweiligen amtlichen Verteidigung und jene der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung des Privatklägers werden auf die Ge-
richtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss
Art. 135 Abs. 4 und Art. 426 Abs. 4 StPO.
9. Mitteilungssatz.
10. Rechtsmittel.
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Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 83 S. 2)
1. Es sei der Beschuldigte und Berufungskläger im Sinne der Anklage
schuldig zu sprechen.
2. Es sei der Beschuldigte zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 3 Jah-
ren Freiheitsentzug zu bestrafen.
3. Es seien die bis heute erstandene Untersuchungs-, Sicherheitshaft so-
wie der bis heute vollzogene vorzeitige Strafvollzug anzurechnen.
4. Es sei der Beschuldigte zu verpflichten, dem Privatkläger eine ange-
messene Genugtuung zu leisten, mindestens aber Fr. 9'000.– für die
erlittene Unbill.
5. Es sei der Beschuldigte zu verpflichten, dem Privatkläger Schadener-
satz in der Höhe von Fr. 115'900.– zuzüglich Zins von 5 % seit 10. Ok-
tober 2014 zu bezahlen.
6. Im Übrigen sei das Schadenersatzbegehren auf den Zivilweg zu ver-
weisen.
7. Es seien die Kosten der Verfahren dem Beschuldigten aufzuerlegen,
doch aufgrund offensichtlicher Uneinbringlichkeit definitiv abzuschrei-
ben.
b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich:
(Urk. 84 S. 1)
Vollumfängliche Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.
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c) Des Vertreters der Privatklägerschaft:
(Urk. 85 S. 2)
1. Die Berufung des Beschuldigten und Berufungsklägers sei vollumfäng-
lich abzuweisen und das Urteil der Vorinstanz sei zu bestätigen;
2. das Berufungsurteil sei in vollständiger Ausführung dem Privatkläger
mitzuteilen;
3. dem Privatkläger sei auch im Berufungsverfahren die unentgeltliche
Prozessführung zu bewilligen und in der Person des Sprechenden wei-
terhin ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen;
4. die Kosten seien dem Beschuldigten und Berufungskläger aufzuerle-
gen.
_

Erwägungen:
I. Prozessgeschichte und Umfang der Berufung
1. Vorinstanzliches Urteil
1.1. Mit Urteil vom 2. Dezember 2015 sprach das Bezirksgericht Zürich, 2. Abtei-
lung, den Beschuldigten der qualifizierten Erpressung im Sinne von Art. 156 Zif-
fern 1 und 2 sowie teilweise Ziffer 3 StGB, des Wuchers im Sinne von Art. 157 Zif-
fer 1 Abs. 1 StGB, des Verbrechens im Sinne des Betäubungsmittelgesetzes
nach Art. 19 Abs. 1 lit. c in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG sowie des
mehrfachen Vergehens im Sinne des Waffengesetzes nach Art. 33 Abs. 1 lit. a
WG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. a und d WG für schuldig. Der Beschuldigte
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wurde mit 5 Jahren und 9 Monaten Freiheitsstrafe bestraft, wovon im Urteilszeit-
punkt 419 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Strafvollzug erstanden waren.
Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV vom 23. Juni 2015 beschlagnahmten
Gegenstände wurden eingezogen und der Lagerbehörde zur gutscheinenden
Verwendung (ein Mobiltelefon sowie zwei SIM-Karten) bzw. zur Vernichtung
(Streckmittel) überlassen. Der Beschuldigte wurde verpflichtet, dem Privatkläger
Schadenersatz im Betrag von Fr. 115'900.– zuzüglich Zins von 5 % ab
10. Oktober 2014 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wurde das Schadenersatzbegeh-
ren des Privatklägers auf den Zivilweg verwiesen. Dabei wurde vorgemerkt, dass
der Beschuldigte das Schadenersatzbegehren des Privatklägers im Umfang von
Fr. 49'800.– zuzüglich Zins von 5 % ab 10. Oktober 2014 anerkannt hat. Der Be-
schuldigte wurde ferner verpflichtet, dem Privatkläger eine Genugtuung von
Fr. 9'000.– zuzüglich Zins von 5 % ab 10. Oktober 2014 zu bezahlen. Im Mehrbe-
trag wurde das Genugtuungsbegehren abgewiesen. Die Kosten der Untersu-
chung und des gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich der Kosten der zeitweili-
gen amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung des
Privatklägers, wurden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der zeitweiligen
amtlichen Verteidigung und jene der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung des
Privatklägers wurden demgegenüber unter dem Vorbehalt einer Nachforderung
gemäss Art. 135 Abs. 4 und Art. 426 Abs. 4 StPO auf die Gerichtskasse genom-
men.
1.2. Gegen das Urteil wurde seitens der damaligen erbetenen Verteidigung mit
Eingabe vom 7. Dezember 2015 rechtzeitig Berufung angemeldet (vgl. Urk. 65).
Mit Eingabe vom 26. Januar 2016 legte der erbetene Verteidiger, Rechtsanwalt
lic. iur. X2._, sein Mandat nieder (Urk. 71). Die schriftliche Berufungserklä-
rung wurde daraufhin seitens der neuen erbetenen Verteidigung des Beschuldig-
ten, Rechtsanwalt lic. iur. X1._, mit Eingabe vom 19. Februar 2016 erstattet
(Urk. 75).
1.3. Mit Präsidialverfügung vom 16. März 2016 wurde der Staatsanwaltschaft
sowie dem Privatkläger unter Zustellung einer Kopie der Berufungserklärung der
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Verteidigung Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder Nichteintre-
ten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 77).
1.4. Seitens der Staatsanwaltschaft wurde mit Eingabe vom 23. März 2016 er-
klärt, dass auf Anschlussberufung verzichtet und die Bestätigung des vorinstanzli-
chen Urteils beantragt werde (Urk. 79). Der Privatkläger liess mit Eingabe vom
11. April 2016 erklären, dass auf Anschlussberufung verzichtet werde und kein
Nichteintreten auf die Berufung beantragt werde. Ferner stellte er den Antrag, die
Berufung des Beschuldigten vollumfänglich abzuweisen und das vorinstanzliche
Urteil, unter Kostenfolge zulasten des Beschuldigten, zu bestätigen (Urk. 80).
1.5. Am 10. November 2016 ergingen die Vorladungen an die Staatsanwalt-
schaft, den Privatkläger und den Beschuldigten zur heutigen Berufungsverhand-
lung (vgl. Urk. 81).
2. Umfang der Berufung
Die Verteidigung hat ihre Berufung auf die Dispositivziffern 2 und 5 beschränkt.
Die Dispositiv- Ziffern 1, 3, 4, 6, sowie 7 und 8 des erstinstanzlichen Urteils wur-
den demgegenüber nicht angefochten und sind daher in Rechtskraft erwachsen,
was vorab mit Beschluss festzustellen ist.
3. Prozessuales
Auf die Stellung von Beweisanträgen wurde seitens der Parteien verzichtet
(Prot. II S. 5 und S. 16). Prozessuale Einwendungen wurden nicht vorgebracht
(vgl. dazu Prot. II S. 5).
II. Sanktion
1. Strafrahmen
1.1. Die tat- und täterangemessene Strafe ist – wie seitens der Vorinstanz zutref-
fend festgehalten (Urk. 74 E. IV.1.) – grundsätzlich innerhalb des ordentlichen
Strafrahmens der schwersten anzuwendenden Strafbestimmung festzusetzen.
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Dieser Rahmen ist vom Gesetzgeber in aller Regel sehr weit gefasst worden, um
sämtlichen konkreten Umständen Rechnung zu tragen. In casu drängt sich – mit
der Vorinstanz (Urk. 74 E. IV.2.) – denn auch keine Erweiterung des ordentlichen
Strafrahmens auf.
1.2. Vorliegend besteht – mit der Vorinstanz (Urk. 74 E. IV.1. u. 2.) – hinsichtlich
der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von
Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG die höchs-
te abstrakte Strafandrohung, nämlich Freiheitsstrafe von nicht unter einem Jahr
bis zu 20 Jahren, womit eine Geldstrafe verbunden werden kann. Hiervon ist vor-
liegend auszugehen. Bei der Bildung der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB
hat der Richter in einem ersten Schritt den Strafrahmen für die schwerste Straftat
zu bestimmen und alsdann die Einsatzstrafe für diese Tat, unter Einbezug aller
straferhöhenden und strafmindernden Umstände, innerhalb dieses Strafrahmens
festzusetzen. In einem zweiten Schritt hat er diese Einsatzstrafe unter Einbezug
der anderen Straftaten in Anwendung des Asperationsprinzips angemessen zu
einer Gesamtstrafe zu erhöhen, wobei er ebenfalls den jeweiligen Umständen
Rechnung zu tragen hat (BGE 127 IV 101 E. 2b mit Hinweis; Urteil 6B_460/2010
vom 4. Februar 2011 E. 3.3.4 mit Hinweis, nicht publ. in: BGE 137 IV 57).
1.3. Die Bildung einer Gesamtstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB ist nur bei
gleichartigen Strafen möglich. Ungleichartige Strafen sind kumulativ zu verhän-
gen, da das Asperationsprinzip nur greift, wenn mehrere gleichartige Strafen aus-
gesprochen werden. Geld- und Freiheitsstrafe sind keine gleichartigen Strafen im
Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB (BGE 137 IV 57 E. 4.3.1; Trechsel/Affolter-Eijsten,
in: Praxkomm. StGB, a.a.O., N 7 zu Art. 49 StGB). Die Voraussetzungen von
Art. 49 Abs. 1 StGB sind erfüllt, wenn das Gericht im konkreten Fall für jeden ein-
zelnen Normverstoss gleichartige Strafen ausfällt. Dass die anzuwendenden
Strafbestimmungen abstrakt gleichartige Strafen androhen, genügt nicht (BGE
138 IV 120 E. 5.2). Für Strafen von weniger als sechs Monaten ist grundsätzlich
eine Geldstrafe oder gemeinnützige Arbeit auszusprechen (Art. 34 Abs. 1, Art. 37
Abs. 1, Art. 40 und 41 Abs. 1 StGB). Für Strafen von sechs Monaten bis zu einem
Jahr sieht das Gesetz die Geldstrafe und die Freiheitsstrafe vor (Art. 34 und 40
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StGB). Zwar stellt die Geldstrafe die Hauptsanktion dar. Sie ist aber nicht die al-
lein mögliche Strafe. Allgemein sind für die Wahl der Sanktionsart die Kriterien,
die sich aus Art. 47 StGB herleiten lassen, heranzuziehen, namentlich das Ge-
wicht der Tat und das Verschulden des Täters. Grundsätzlich gilt, dass die Strafe
umso schwerer ausfällt, je grösser das Verschulden ist (MATHYS, Leitfaden Straf-
zumessung, Basel 2016, N 350-351). Als wichtiges Kriterium sind weiter die
Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter
und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE
134 IV 97 E. 4.2). Da Art. 41 StGB in erster Linie bezweckt, dass kein Freiheits-
entzug von weniger als sechs Monaten angeordnet wird, stellt sich dieses Prob-
lem bei der Bildung einer Gesamtstrafe nicht, wenn als Einsatzstrafe für die
schwerste Straftat eine Freiheitsstrafe festgesetzt und deren Dauer für die weite-
ren Delikte angemessen erhöht wird, solange die Gesamtstrafe mindestens sechs
Monate beträgt. Massgebend ist die Dauer der Strafe, welche der Beschuldigte al-
lenfalls zu verbüssen hat (Urteil 6B_1246/2015 vom 9. März 2016 E. 1.2.2 mit
Hinweisen; MATHYS, a.a.O., N 363).
1.4. Die von der Vorinstanz vorgenommene Bildung einer Deliktsgruppe mit der
fortgesetzten Erpressung, dem Wucher und der Vergehen im Sinne des Waffen-
gesetzes bei der Verschuldensbewertung (Urk. 74 E. IV.3.) ist im Lichte der bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts vom 3. Juni 2016,
6B_51/2016 E. 2.) grundsätzlich nicht zu beanstanden. In casu erweist sich die
Bildung einer Deliktsgruppe allerdings angesichts der anzuwendenden methodi-
schen Abweichungen bei der Strafzumessung nicht als zweckmässig.
1.5. Entgegen der Vorinstanz (Urk. 74 E. IV.3.) ist vorab nämlich die Einsatzstra-
fe für die Straftat festzusetzen, deren Strafrahmen abstrakt die höchste Strafan-
drohung darstellt. In casu ist das – wie zuvor erwähnt (E. 1.2.) – die qualifizierte
Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1
lit. c BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG. Erst in einem zweiten
Schritt sind die anderen Straftaten in Anwendung des Asperationsprinzips ange-
messen zu einer Gesamtstrafe zu erhöhen, auch wenn diese zum Teil verschul-
densmässig schwerer wiegen sollten (so indes die Vorinstanz: Urk. 74 E. IV.3.).
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2. Strafzumessungsfaktoren
Von der Vorinstanz wurden im Weiteren die zu den Kriterien der Strafzumessung
nötigen theoretischen Ausführungen gemacht. Darauf und auf die aktuelle Recht-
sprechung des Bundesgerichts zum Thema (BGE 136 IV 55 E. 5.4. ff.; 135 IV 130
E. 5.3.1; 132 IV 102 E. 8.1; je mit Hinweisen) kann vorab verwiesen werden. Zu-
treffend wurde auch festgehalten, dass zwischen der Tat- und Täterkomponente
sowie der objektiven und subjektiven Tatschwere zu unterscheiden ist (s. Urk. 74
E. IV.1.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Korrekt und im Einklang mit der bundesgerichtli-
chen Rechtsprechung (Entscheid vom 25. März 2010 6B_865/2009 E. 1.6.1.)
wurde seitens der Vorinstanz im Übrigen vorgesehen (Urk. 74 E. IV.6.), die Täter-
komponente für alle Delikte erst nach Festlegung der (hypothetischen) Gesamt-
strafe gesamthaft zu würdigen.
3. Qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz
3.1. Objektive Tatschwere
Hinsichtlich der Beurteilung der objektiven Tatschwere ist vorab massgebend,
dass es sich bei den vom Beschuldigten vermittelten insgesamt 90 Gramm rei-
nem Kokain um eine Menge handelt, welche zweifellos die Gesundheit vieler
Menschen einer Gefahr im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG aussetzt und die
vom Bundesgericht festgesetzte Grenze für einen schweren Fall von 18 Gramm
(vgl. BGE 109 IV 145) deutlich übersteigt. Der Beschuldigte vermittelte das Koka-
in wiederholt, in immerhin sechs Fällen, über einen längeren Zeitraum von rund
eineinhalb Jahren (und entgegen der Vorinstanz nicht von 7 Monaten: Urk. 74
E. IV.5.1.) hinweg zwischen ca. drei Drogenverkäufern und unbekannten Drogen-
konsumenten, meistens im Bereich von Clubs an der Langstrasse in Zürich
(Urk. 14/6 S. 11). Mit der Vorinstanz (Urk. 74 E. IV. 5.1.) ist festzustellen, dass der
Beschuldigte Kommissionsgeschäfte abschloss, ohne – zumindest in ersichtlicher
Weise – direkten Zugriff auf grössere Mengen Kokain zu haben oder eng in eine
Organisationsstruktur ein- oder weisungsgebunden zu sein. Diese Umstände wir-
ken sich zu seinen Gunsten aus, weil er dadurch über ein lediglich geringes Mass
an Kontrolle über den Drogenhandel bzw. die gehandelten Mengen zu verfügen
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schien. Mit der Vorinstanz (Urk. 74 E. IV.5.1.) ist deshalb davon auszugehen,
dass der Beschuldigte hierarchisch eine Stellung im eher unteren Bereich des
Drogenhandels einnahm, auch wenn er finanziell von immerhin jeweils Fr. 400.–
pro vermitteltem Kokaingeschäft profitierte. Der von ihm erzielte Gesamtumsatz
von Fr. 2'400.– über einen Zeitraum von rund eineinhalb Jahren gestaltete sich al-
lerdings bescheiden. Vor dem Hintergrund des weiten Strafrahmens ist das objek-
tive Tatverschulden – entgegen der Vorinstanz (Urk. 74 E. IV.5.1.) – als noch
leicht zu bezeichnen. Es rechtfertigt sich, hierfür eine (hypothetische) Einsatzstra-
fe von 18 Monaten Freiheitsstrafe zu veranschlagen.
3.2. Subjektive Tatschwere
Hinsichtlich der Bewertung der subjektiven Tatschwere ist massgebend, dass der
Beschuldigte aus rein finanziellen, d.h. egoistischen Motiven handelte, da er
durch die Vermittlung des Kokains eine Provision verdienen wollte (s. auch
Urk. 14/6 S. 11 und Urk. 83 S. 4). Nicht verschuldenserschwerend wirkt sich der
Umstand aus, dass der Beschuldigte mit direktem Vorsatz handelte. Insgesamt
vermag – mit der Vorinstanz: Urk. 74 E. IV.5.1. – die subjektive Tatschwere die
objektive nicht zu relativieren, weshalb es bei einer Freiheitsstrafe von 18 Mona-
ten bleibt.
4. Qualifizierte Erpressung
4.1. Objektive Tatschwere
4.1.1. Hinsichtlich der Beurteilung der objektiven Tatschwere der Erpressung fal-
len mehrere Umstände verschuldenserschwerend ins Gewicht: Die Vielzahl an
Erpressungsvorfällen, die dadurch erzielte Deliktssumme sowie die an den Tag
gelegte brutale Vorgehensweise des Beschuldigten und die sich dadurch erge-
bende einschneidende negative Wirkung auf das Leben des Privatklägers.
4.1.2. Vorliegend gab es über eine Zeitspanne von rund 16 Monaten die hohe
Zahl von 13 Erpressungsvorfällen, was sich deutlich verschuldenserschwerend
auswirkt. Die hohe Intensität des deliktischen Verhaltens des Beschuldigten zeigt
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sich nicht nur daran, sondern überdies auch an seiner rücksichtslosen Vorge-
hensweise, auf welche noch detaillierter einzugehen sein wird.
4.1.3. Der Beschuldigte erpresste aus dem Privatkläger insgesamt einen Betrag
von Fr. 121'900.–, was eine nicht unbeträchtliche Summe darstellt. Auch fällt
strafschärfend ins Gewicht, dass sich der Privatkläger die Gelder – von immerhin
durchschnittlich jeweils mehr als Fr. 9'000.– – nicht leichthin verfügbar machen
konnte, sondern ausnahmslos auf die finanzielle Unterstützung Dritter, insbeson-
dere seiner Mutter, aber sogar auch seines Arbeitgebers (8. Erpressungsvorfall)
angewiesen war. Diese finanzielle Notlage war für den Beschuldigten von Anfang
an auch deshalb erkennbar, weil der Privatkläger bereits hinsichtlich des gegen-
über ihm im Jahr 2013 begangenen Wuchers des Beschuldigten (vgl. nachste-
hend unter E. 5.) nicht in der Lage war, jenem die überrissenen Zinsforderungen
vollständig zu erstatten.
4.1.4. Das Vorgehen des Beschuldigten erweist sich in mehrfacher Hinsicht als
brutal und rücksichtslos. Das Verhalten des Beschuldigten kann deshalb – mit der
Vorinstanz (Urk. 74 E. IV.4.1.) – als berechnend, kaltblütig und professionell be-
zeichnet werden: Der Inhalt der seitens des Beschuldigten ausgestossenen Dro-
hungen ist hierfür bezeichnend: So stellte er dem Privatkläger jeweils massive
Verletzungen für Leib und Leben in Aussicht (er werde "drunter cho" und "Prob-
leme erhalten", er werde "zum Krüppel" geschlagen), welche aber nicht nur jenen
selbst, sondern auch seine Familie betrafen: So machte er mehrmals geltend, den
Vater und Bruder des Privatklägers aufzuschlitzen bzw. abzustechen und dessen
Mutter zu vergewaltigen bzw. ihnen ein schweres Leid zuzufügen. Auch machte
der Beschuldigte vor der Bedrohung weiterer Bezugspersonen des Privatklägers
nicht halt: So bedrohte er dessen Kollegen B._ unter anderem damit, ihm ein
paar Kugeln ins Bein zu schiessen und ihn rollstuhlreif zu schlagen (8. Erpres-
sungsvorfall). Es ist augenfällig, dass es der Beschuldigte – um dem Privatkläger
die Ernsthaftigkeit der Drohungen klar zu machen – nicht bei der blossen Formu-
lierung der in Aussicht gestellten Übel beliess, sondern überdies auch die peri-
pheren Umstände beschrieb (entsprechend die Vorinstanz: Urk. 74 E. IV.4.1.). So
führte er aus, wie viel Freude es ihm bereiten würde, den Privatkläger "zum Krüp-
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pel" zu schlagen und dass der Privatkläger dann einen Rollstuhl benützen müsste
und nicht mehr Auto fahren könnte. Wie es die Vorinstanz zutreffend umschrieb
(Urk. 74 E. IV.4.1.), musste der Privatkläger aufgrund dieser detaillierten und plas-
tischen Umschreibungen davon ausgehen, dass der Beschuldigte sich diese Sze-
narien schon mehrmals durchgedacht hat, und förmlich darauf warte, sie endlich
wahrmachen zu können.
4.1.5. Auch schreckte der Beschuldigte nicht davor zurück, anlässlich mehrerer
Treffen mit dem Privatkläger Waffen (Pistole, Teleskopschlagstock, Pfefferspray)
und diverse Messer (Security-, Brot- und Fleischmesser) mitzuführen und gegen-
über dem Privatkläger auch wirkungsvoll einzusetzen, wodurch die gegenüber
diesem aufgebaute Drohkulisse nochmals erheblich verstärkt wurde. Im Einzelnen
blieb es nicht nur bei der Drohung des Beschuldigten, die Waffen und Messer ge-
gen ihn und mit ihm befreundete und verwandte Personen einzusetzen; in drei
Fällen ging der Beschuldigte damit auch gezielt tätlich gegen den Privatkläger vor:
So richtete der Beschuldigte einmal die Klinge des Security Messers gegen den
Hals des Privatklägers und liess ihn wissen, dass er ihn aufschlitzen werde, wenn
er seinen Forderungen nicht nachkomme (4. Erpressungsvorfall). Zwei weitere
Male (11. und 12. Erpressungsvorfall) fuchtelte der Beschuldigte mit einem Brot-
oder einem Fleischmesser herum und führte Stichbewegungen gegen den Privat-
kläger aus. Einmal ging er darüber hinaus und setzte dem Privatkläger die Mes-
serspitze unmittelbar auf die Brust und stupste jenen damit. Ferner setzte der Be-
schuldigte das Messer gegen den rechten Zeigefinger des Privatklägers und er-
klärte ihm, dass er nun zuerst den Zeigefinger aufschneiden und dann mit der ge-
zackten Klinge des Brotmessers den Fingerknochen absägen werde, wenn der
Privatkläger seinen Forderungen nicht nachkomme. Dabei blieb es nicht lediglich
bei der Androhung eines Messereinsatzes: Der Beschuldigte fügte dem Privatklä-
ger vielmehr vor dem Weglegen des Messers noch eine kleine Schnittverletzung
am Zeigefinger zu, welche nachfolgend zu bluten begann
(11. Erpressungsvorfall).
4.1.6. Bezeichnend für das kaltblütige Vorgehen des Beschuldigten sind – mit der
Vorinstanz (Urk. 74 E. IV.4.1.) – seine Handlungen unterschiedlicher Art, mittels
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welcher er eine Drohkulisse aufbaute, die wiederum einen immensen psychischen
Druck auf den Privatkläger erzeugte. Exemplarisch ist hierfür das Vorgehen des
Beschuldigten bei den zwei Vorfällen mit dem Brot- und dem Fleisch- bzw. Rüst-
messer: Der Beschuldigte baute dabei gekonnt eine perfide Szenerie auf, indem
er dem Privatkläger Stück für Stück vor Augen führte, was gleich geschehen wer-
de. So nahm der Beschuldigte die Messer, ein Küchentuch und einen Plastiksack
zur Hand, bedrohte den Privatkläger mit einem der Messer, legte das Küchentuch
auf den Tisch und stülpte sich den Plastiksack über die Hand, woraufhin er den
Privatkläger bat, die Hand auf den Tisch zu legen, setzte eines der Messer an
seinen Finger und erklärte im Detail, was nun geschehen werde (11. Erpres-
sungsvorfall). Doch griff der Beschuldigte nicht nur auf Waffen und Messer zu-
rück, um seinen Drohungen Nachdruck zu verleihen, sondern wandte weitere
Druckmittel, teilweise unter Anwendung physischer Gewalt an. Einmal packte der
Beschuldigte den Privatkläger am Kragen und liess jenen wissen, dass er ihn nun
mitnehmen werde (8. Erpressungsvorfall). Ein anderes Mal versetzte der Be-
schuldigte dem Privatkläger mehrere Fusstritte, ein bis zwei Faustschläge gegen
die Brust sowie mehrere Ohrfeigen (7. Erpressungsvorfall). Auch suchte der Be-
schuldigte den Privatkläger mehrmals an dessen Arbeitsort auf (12. Erpressungs-
vorfall). Bei mehreren Treffen mit dem Privatkläger (4., 7., 8., 9., 12. und 13. Er-
pressungsvorfall) liess sich der Beschuldigte ferner von mindestens einer weite-
ren mehrheitlich stämmig gebauten männlichen Person begleiten, womit er die
Ernsthaftigkeit der angedrohten Übel zusätzlich untermauerte. Ausserdem ver-
schärfte er – was ohne Weiteres nachvollziehbar ist – die beim Privatkläger ein-
tretende Wirkung von Angst und Schrecken zusätzlich, weil es der Beschuldigte
nicht lediglich bei der Bedrohungswirkung, welche bereits durch die blosse physi-
sche Präsenz seiner Begleitpersonen ausging, beliess: So stellte er dem Privat-
kläger nicht nur mehrmals in Aussicht, dass er bzw. seine Leute zu dessen Fami-
lie nach Hause gehen und seinen Vater sowie seinen Bruder abstechen bzw. auf-
schlitzen und seine Mutter vergewaltigen würden, sondern liess die körperliche
Gewalt auch tatsächlich zu, indem eine der Begleitpersonen dem Privatkläger mit-
tels Fusstritten und einem Faustschlag an der Brust und an den Beinen mehrere
Hautunterblutungen, welche sich blau verfärbten, zufügte und ihm überdies einen
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Eckzahn am Unterkiefer abbrach (7. Erpressungsvorfall). Die Unmittelbarkeit der
Drohungen ergibt sich aber auch daraus, dass der Beschuldigte beispielsweise
die Personalausweise von Dritten und deren Wohnsitzadresse herausverlangte
(8. Erpressungsvorfall).
4.1.7. Die Vorgehensweise des Beschuldigten war denn auch ohne Weiteres ge-
eignet, beim Privatkläger ein Gefühl von grosser Angst hervorzurufen, was für den
Beschuldigten offensichtlich erkennbar war. Dies zeigt sich beispielsweise daran,
dass sich der Privatkläger zwischenzeitlich sogar bemüssigt sah, zusammen mit
seinen Eltern an einem andern Ort, in der Wohnung eines Kollegen, zu übernach-
ten, um der vom Beschuldigten ausgehenden Gefahr auszuweichen
(8. Erpressungsvorfall). Ausserdem war der Privatkläger auf sein gesamtes ver-
wandtschaftliches, freundschaftliches und sogar berufliches Umfeld angewiesen,
um sich die erpressten namhaften Geldbeträge beschaffen zu können. Die erheb-
liche Verzweiflung des Privatklägers zeigte sich beispielsweise auch am Um-
stand, dass er aufgrund des seitens des Beschuldigten ausgehenden immensen
Drucks auch nicht davor zurückschreckte, das Auto seiner Eltern gegen Bargeld
einzulösen (6. Erpressungsvorfall). Daneben ist nicht ausser Acht zu lassen, dass
die seitens des Beschuldigten an den Tag gelegte Intensität des delinquenten
Verhaltens über die lange Zeitspanne von 16 Monaten hinweg den Privatkläger
nie zur Ruhe kommen liess, was sich weiter erheblich verschuldenserschwerend
auswirkt.
4.1.8. In Würdigung dieser wiedergegebenen massgebenden Umstände wiegt
das objektive Tatverschulden des Beschuldigten als eher schwer.
4.2. Subjektive Tatschwere
Hinsichtlich der Bewertung der subjektiven Tatschwere fällt ins Gewicht, dass der
Beschuldigte in seiner Delinquenz erst durch das Eingreifen der Polizei gestoppt
wurde. Er handelte aus eigenem, egoistischen Antrieb und nutzte den Privatklä-
ger schamlos aus. Das an den Tag gelegte Vorgehen lässt auf eine hohe krimi-
nelle Energie schliessen. Dass der Beschuldigte mit direktem Vorsatz handelte,
wirkt sich hinsichtlich des Verschuldens neutral aus. Insgesamt ergeben sich aus
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der Bewertung der subjektiven Tatschwere – mit der Vorinstanz (Urk. 74
E. IV.4.2.) – keine Umstände, welche sich relativierend auf das objektive Tatver-
schulden auszuwirken vermögen.
4.3. Asperation
Die für die Betäubungsmittel festgesetzte Einsatzstrafe erhöht sich aufgrund der
qualifizierten Erpressung – unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips – auf
6 Jahre Freiheitsstrafe.
5. Wucher
5.1. Objektive Tatschwere
Hinsichtlich der Beurteilung der objektiven Tatschwere des Wuchers ist augenfäl-
lig, dass der Deliktsbetrag verhältnismässig hoch ist, musste der Privatkläger dem
Beschuldigten doch dreimal monatliche Zinszahlungen von jeweils Fr. 3'500.– auf
eine in Frage stehende Schuld von lediglich Fr. 15'000.– entrichten. Die Delikts-
summe ist demnach angesichts des offensichtlichen Missverhältnisses zum ge-
währten Darlehen beträchtlich, auch wenn der nominelle Betrag für sich allein be-
trachtet nicht sehr hoch ist. Demgegenüber blieb es bei lediglich einem einmali-
gen Geschäft. Insgesamt erweist sich das objektive Tatverschulden des Beschul-
digten als gerade noch leicht.
5.2. Subjektive Tatschwere
Das Motiv des Beschuldigten war rein finanzieller Art und demnach egoistisch.
Die kriminelle Energie des Beschuldigten war nicht unerheblich, nutzte er doch
wissentlich die finanzielle Notlage des Privatklägers aus, da es ihm von Anfang
klar gewesen sein musste, dass der Privatkläger niemals einen Kredit zu solchen
Wucherzinsen aufnehmen würde, wenn es ihm möglich gewesen wäre, einen
normalen Bankkredit aufzunehmen. Alles in allem gesehen vermag die subjektive
Tatschwere die objektive nicht zu relativieren.
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5.3. Asperation
Die sich aus der Beurteilung der Betäubungsmitteldelikte und der qualifizierten
Erpressungen ergebende Strafe erhöht sich angesichts der Erfüllung des Wucher-
tatbestandes asperiert um 4 Monate Freiheitsstrafe.
6. Vergehen gegen das Waffengesetz
6.1. Objektive Tatschwere
Hinsichtlich der Beurteilung der objektiven Tatschwere der Vergehen gegen das
Waffengesetz ist zu Lasten des Beschuldigten zu berücksichtigen, dass er dies-
bezüglich mehrfach straffällig wurde. Zu seinen Ungunsten fällt auch ins Gewicht,
dass es sich bei einer der Waffen um eine Faustfeuerwaffe handelt, deren Einsatz
eine besonders hohe Gefährdung für Leib und Leben von Mitmenschen mit sich
bringt. Der Beschuldigte besorgte sich die beiden Waffen – nebst der Faustfeuer-
waffe einen Teleskopschlagstock mit einer 30 cm langen, ausfahrbaren Schlagru-
te aus Metall – ca. Ende Sommer 2012, womit er bis zu seiner Verhaftung über
zwei Jahre – und somit relativ lange – über sie verfügte. Das objektive Tatver-
schulden hinsichtlich der Vergehen gegen das Waffengesetz ist noch als eher
leicht einzustufen.
6.2. Subjektive Tatschwere
Beweggrund des Beschuldigten den Waffenerwerb war, diese zur Einschüchte-
rung seiner Opfer einzusetzen (vgl. Urk. 14/6 S. 8 f.). Er handelte somit aus rein
egoistischen Motiven. Auch diesbezüglich vermag die subjektive Tatschwere die
objektive nicht zu relativieren.
6.3. Asperation
Die sich aus der Beurteilung der Betäubungsmitteldelikte, der qualifizierten Er-
pressungen und des Wuchers ergebende Strafe erhöht sich angesichts der Ver-
gehen gegen das Waffengesetz asperiert um 2 Monate Freiheitsstrafe.
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7. Zwischenergebnis
Nach Beurteilung der jeweiligen Tatkomponenten ergibt sich für die in Frage ste-
henden Delikte eine Gesamtstrafe von 6 1⁄2 Jahren Freiheitsstrafe.
8. Täterkomponente
8.1. Persönliche Verhältnisse
Zur Person des Beschuldigten ergibt sich Folgendes aus den Akten (Urk. 14/4
S. 10 f. u. 15 f.; Urk. 14/6 S. 43 ff.; Urk. 54A S. 1 ff.; Urk. 55 S. 3): Der Beschuldig-
te wurde am tt. April 1989 in .../Kosovo geboren. Er hat eine ältere Schwester
sowie einen jüngeren Bruder. Als der Beschuldigte neun Jahre alt war, flüchtete
die Familie in die Schweiz, wobei sie nach der Meinung des Beschuldigten nicht
hätten flüchten müssen. Seine Jugendzeit beschreibt der Beschuldigte als gut, er
sei auch nie Opfer von Gewaltdelikten geworden. Insgesamt habe er sieben Jahre
die Primarschule besucht, zwei Jahre davon im Kosovo und die restlichen fünf in
der Schweiz. Anschliessend sei er zwei Jahre in die Realschule gegangen und
habe danach ein viermonatiges Praktikum als Strassenbauer absolviert. Hernach
habe er im Reinigungsbereich und später temporär – als Spengler bzw. Dachde-
cker – auf Baustellen gearbeitet. Vor seiner Verhaftung sei er keinem Beruf nach-
gegangen. Er sei seit 2011 arbeitslos, wobei er temporär als Aushilfs-türsteher
arbeitete. Bei seiner letzten Arbeitsstelle habe er rund 4'300.– pro Monat verdient.
Im Jahr 2011 habe er dann ein Jahr lang Arbeitslosengelder bezogen. Vom Sozi-
alamt sei er nie abhängig gewesen. Er sei entlassen worden, weil er einen Unfall
gehabt habe und sein Chef der Meinung gewesen sei, dass er simuliere. Wegen
seiner Verletzung habe er dann nicht mehr auf dem Bau arbeiten können. Er habe
ferner auch noch einen Kreuzbandriss erlitten sowie eine weitere Stauchung und
sei zwei Mal operiert worden. Eine IV-Rente habe er nie bezogen. Er habe dann
versucht, im Security-Bereich Fuss zu fassen und habe temporär als Security ge-
arbeitet. Damals habe er pro Monat im Durchschnitt Fr. 2'500.– und insgesamt
Fr. 9'500.– verdient. Er habe bei seinen Eltern gewohnt und deshalb fast keine
Ausgaben gehabt. Für den Lebensunterhalt seien in erster Linie seine Ehefrau
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und seine Eltern aufgekommen. Seine Ehefrau habe sehr gut verdient, ca.
Fr. 4'500.– monatlich. Kinder habe er nicht. Er verfüge weder über Vermögen
noch Schulden. Sein verletztes Knie sei wieder vollständig geheilt. Zukünftig wolle
er sich im Security-Bereich selbständig machen. Anlässlich der heutigen Beru-
fungsverhandlung erklärte er, wieder auf dem Bau arbeiten zu wollen (Prot. II S.
9).
In Bezug auf die Täterkomponente ist zu bemerken, dass sich aus den persönli-
chen Verhältnissen des Beschuldigten keine strafzumessungsrelevanten Um-
stände ableiten lassen (entsprechend auch die Vorinstanz: Urk. 74 E. IV.6.1.).
8.2. Vorleben
In Bezug auf das Vorleben des Beschuldigten ist festzustellen, dass der Beschul-
digte gemäss dem Auszug aus dem Schweizerischen Strafregister über keine
Vorstrafen verfügt (s. Urk. 26/2), was sich – mit der Vorinstanz (Urk. 74 E. IV.6.2.)
– strafzumessungsneutral auswirkt.
8.3. Nachtatverhalten
8.3.1. Beim Nachtatverhalten ist dem Verhalten des Täters nach der Tat und im
Strafverfahren Rechnung zu tragen. Ein Geständnis, das kooperative Verhalten
eines Täters bei der Aufklärung von Straftaten sowie die Einsicht und Reue wir-
ken strafmindernd. Dabei können umfangreiche und prozessentscheidende Ge-
ständnisse eine Strafreduktion von bis zu einem Drittel bewirken (BGE 121 IV 202
E. 2d/cc). Der Grad der Strafminderung hängt aber insbesondere davon ab, in
welchem Stadium des Verfahrens das Geständnis erfolgte. Gemäss der bundes-
gerichtlichen Rechtsprechung kann ein Geständnis bei der Analyse des Nachtat-
verhaltens im Rahmen der Strafzumessung zugunsten des Täters berücksichtigt
werden, wenn es Ausdruck von Einsicht und Reue ist. Ein Verzicht auf Strafmin-
derung kann sich demgegenüber aufdrängen, wenn das Geständnis die Strafver-
folgung nicht erleichtert hat, namentlich weil der Täter nur aufgrund einer erdrü-
ckenden Beweislage oder erst nach Ausfällung des erstinstanzlichen Urteils ge-
stand (Urteile des Bundesgerichts 6B_426/2010 vom 22. Juli 2010 E. 1.5;
- 20 -
6B_558/2011 vom 21. November 2011 E. 2.3; 6B_853/2013 vom 20. November
2014 E. 2.4.7). In der Nichtanfechtung von Schuldsprüchen kann gemäss bun-
desgerichtlicher Rechtsprechung kein Geständnis erblickt werden, welches eine
Strafreduktion rechtfertigen würde (Urteil 6B_24/2012 vom 19. April 2012 E. 2.4.4
mit Hinweisen). Entsprechendes gilt, wenn Nebenpunkte, wie die Verpflichtung zu
Schadenersatzzahlungen, im Berufungsverfahren anerkannt werden. Zudem hat
der Täter mit der blossen Anerkennung des Schadens noch keine besonderen
Einschränkungen auf sich genommen und keinen greifbaren Beweis seiner Reue
erbracht (vgl. Art. 64 al. 7 aStGB und Art. 48 lit. d StGB; Urteil des Bundesgerichts
6B_680/2012 vom 11. Januar 2013 E. 2.1). Die bundesgerichtliche Praxis zeigt,
dass nur ein ausgesprochen positives Nachtatverhalten zu einer maximalen Straf-
reduktion von einem Drittel führen kann. Zu einem solchen gehört ein umfassen-
des Geständnis von allem Anfang an und aus eigenem Antrieb, also nicht erst auf
konkrete Vorwürfe hin oder nach Vorlage entsprechender Beweise. Ferner gehört
kooperatives Verhalten im Vorverfahren dazu, wozu gehört, dass beispielsweise
aufgrund des Verhaltens eines Beschuldigten weitere Delikte aufgeklärt oder Mit-
täter zur Rechenschaft gezogen werden können, was ohne sein kooperatives
Mitwirken nicht möglich gewesen wäre. Schliesslich gehört Einsicht ins Unrecht
der Tat und Reue dazu. Nur wenn all diese Faktoren erfüllt sind, kann eine Straf-
reduktion von einem Drittel erfolgen. Fehlen einzelne Elemente, ist die Strafe ent-
sprechend weniger stark zu mindern (BSK-StGB I WIPRÄCHTIGER/KELLER, 3. A.,
Art. 47 StGB N 169 ff.; TRECHSEL/AFFOLTER-EIJSTEN, IN: TRECHSEL/PIETH, Schwei-
zerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2013,
N 22 und N 24 zu Art. 47 StGB).
8.3.3. Der Beschuldigte hat den Anklagesachverhalt in der Untersuchung zu Be-
ginn bestritten, in der Folge dann zuerst teilweise und schliesslich anlässlich der
Schlusseinvernahme vom 2. Juli 2015 vollumfänglich eingestanden (Urk. 14/6
S. 4 ff.). Im Rahmen der Hauptverhandlung vom 2. Dezember 2015 widerrief der
Beschuldigte sein Geständnis indes teilweise wieder. Die Vorinstanz hat gestützt
darauf mit Bezug auf alle Vorwürfe unter Ausnahme der Widerhandlungen gegen
das Betäubungsmittelgesetz erwogen, dass zwar keine Strafminderung wie bei
einem uneingeschränkten Geständnis in Frage komme, was aber nicht bedeute,
- 21 -
dass sich nicht dennoch eine deutliche Minderung im Umfang von rund 12 Mona-
ten ergebe. Begründet hat die Vorinstanz diese Reduktion mit der Einsicht des
Beschuldigten in sein Fehlverhalten und dem Umstand, dass er zu den einzelnen
Vorwürfen gestanden sei (Urk. 74 E. IV.6.3.). In Bezug auf die Widerhandlungen
gegen das Betäubungsmittelgesetz hielt die Vorinstanz demgegenüber fest, dass
der Beschuldigte diesbezüglich völlige Uneinsichtigkeit manifestiere, weshalb ihm
keine Strafminderung zu Gute gehalten werden könne (Urk. 74 E. IV.6.3.).
8.3.4. Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung war der Beschuldigte – wie
bereits anlässlich der Schlusseinvernahme – vollumfänglich geständig (Prot. II
S. 10).
8.3.5. In casu erscheint offensichtlich, dass die noch vor Vorinstanz auf Anraten
des damaligen Verteidigers (vgl. Urk. 83 S. 4) verfolgte Verteidigungsstrategie
nicht zum gewünschten Ziel führte, konnte die Vorinstanz doch den Anklagesach-
verhalt vollumfänglich erstellen. Abgesehen davon ist nicht ersichtlich, dass ein
unzulässiger Druck auf den Beschuldigten ausgeübt worden sein soll (s. hierzu
die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz – auch mit Bezug auf entsprechende
Aussagen des Beschuldigten vor Vorinstanz: Urk. 54A S. 6 ff. – zur Abweisung
damit in Zusammenhang stehender Beweisanträge der Verteidigung: Urk. 74 E.
I.2.4.). Gestützt auf diese Umstände kann entgegen der Ansicht der Verteidigung
(Urk. 83 S. 4 f.) nicht davon ausgegangen werden, dass das umfassende Ge-
ständnis des Beschuldigten eine Reue und Einsicht reflektiert, welche in einem
Masse zu berücksichtigen wäre, das über dasjenige der Vorinstanz hinausgeht.
Dies umso mehr, als der Beschuldigte weder bei den Drogendelikten noch bei der
Erpressung Angaben zu seinen Mittätern oder den Hintergründen der Delikte
machte (vgl. Prot. II S. 11).
Wiedergutmachungshandlungen zu Gunsten des Privatklägers, welche auf eine
aufrichtige Reue und Einsicht in das Unrecht seiner Taten schliessen lassen wür-
den, konnte der Beschuldigte zudem anlässlich der Berufungsverhandlung nicht
vorweisen bzw. glaubhaft darlegen. Die Anerkennung der Schadenersatzforde-
rung in der Höhe, wie sie von der Vorinstanz gutgeheissen worden war, sowie
seine Entschuldigung beim Privatkläger (Urk. 83 S. 2 und S. 8; Prot. II S. 10 f.),
- 22 -
ändern daran nichts. Es entsteht deshalb der Eindruck, dass das vor Berufungs-
verhandlung abgegebene umfassende Geständnis lediglich taktisch bedingt ist.
Unter diesen Umständen erscheint unter Berücksichtigung des Nachtatverhaltens
des Beschuldigten eine Strafreduktion im Umfang von zwölf Monaten angemes-
sen.
9. Ergebnis
Nach Würdigung der Tat- und der Täterkomponente erweist sich eine Freiheits-
strafe im Umfang von 5 1⁄2 Jahren als angemessen.
10. Vollzug und Anrechnung von Haft/vorzeitigem Strafvollzug
10.1. In Übereinstimmung mit der Vorinstanz (Urk. 74 E. IV.6.5.) ist durch die
Ausfällung einer Freiheitsstrafe von mehr als drei Jahren die objektive Vorausset-
zung für die Anordnung eines bedingten oder teilbedingten Strafvollzuges gemäss
Art. 42 Abs. 1 und Art. 43 Abs. 1 StGB nicht erfüllt. Die festgesetzte Freiheitsstra-
fe von 5 1⁄2 Jahren ist daher zu vollziehen.
10.2. Gestützt auf Art. 51 StGB rechnet das Gericht die Untersuchungshaft, die
der Täter während dieses oder eines anderen Verfahrens ausgestanden hat, auf
die Strafe an. Als Untersuchungshaft gilt jede in einem Strafverfahren verhängte
Haft, Untersuchungs-, Sicherheits- und Auslieferungshaft (Art. 110 Abs. 7 StGB).
10.3. Der Beschuldigte wurde am 9. Oktober 2014 verhaftet (Urk. 25/1), befand
sich danach ununterbrochen in Haft und trat am 2. Juli 2015 den vorzeitigen
Strafvollzug an (Urk. 25/15-16). Es sind ihm daher 904 Tage durch erstandene
Haft bzw. erstandenen Strafvollzug gemäss Art. 51 StGB an die Freiheitsstrafe
anzurechnen.
11. Zum Strafmass liegt ein Minderheitsantrag auf Aussprechung einer Frei-
heitsstrafe von 5 Jahren und 9 Monaten vor (Urk. 88; Prot. II S. 21.)
- 23 -
III. Zivilforderungen
1. Bezüglich der rechtlichen Grundlagen für die Zivilforderungen kann vollum-
fänglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu den Grundlagen
des Schadenersatz- und Genugtuungsrechts nach den Bestimmungen von
Art. 41 ff. OR verwiesen werden (Urk. 74 E. V.1.1.-1.2.). Die Rechtsmittelinstanz
darf der Privatklägerschaft im Rahmen der Zivilklage nicht mehr und nichts ande-
res zusprechen, als diese verlangt, was zudem in Art. 391 Abs. 1 lit. b StPO aus-
drücklich festgehalten wird (BSK STPO-DOLGE, Art. 122 StPO N 5 ff. und N 24 f.;
SCHMID, Praxiskommentar StPO, Art. 391 StPO N 2).
2.1. Wie seitens der Vorinstanz zutreffend dargelegt wurde (Urk. 74 E. V.1.3.)
hat sich der Privatkläger mit Formular vom 17. Oktober 2014 als solcher konstitu-
iert und Schadenersatz in der ungefähren Höhe von Fr. 80'000.– gefordert
(Urk. 18/3). Anlässlich der Hauptverhandlung vom 2. Dezember 2015 beantragte
der Privatkläger, der Beschuldigte sei zu einer Schadenersatzzahlung von
Fr. 130'478.– (Fr. 115'900.– + Fr. 14'578.– Kreditkosten) nebst Zins zu 5 % seit
dem 10. Oktober 2014 zu verpflichten (Urk. 58 S. 2; Prot. I S. 7 ff.). Dabei handelt
es sich um den in der Anklage erwähnten Gesamtbetrag von Fr. 121'900.– abzüg-
lich des hinsichtlich des letzten Erpressungsvorfalles involvierten Betrages von
Fr. 6'000.–, welcher den Besitzer aufgrund der Intervention der Polizei nicht mehr
dauerhaft wechselte, und zuzüglich der Kreditkosten von Fr. 14'578.– (s. Urk. 33
S. 18 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung beantragte der Privatkläger die
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 85 S. 2; Prot. II S. 5).
2.2. Seitens des Beschuldigten wurde die Schadenersatzforderung des Privat-
klägers anlässlich der Berufungsverhandlung im Umfang von Fr. 115'900.– samt
Zins zu 5 % seit 10. Oktober 2015 anerkannt (Urk. 83 S. 2 und S. 8).
2.3. Die geltend gemachte Schadenersatzforderung in Höhe von Fr. 115'900.– ist
gestützt auf den erstellten Sachverhalt ausgewiesen. Demnach ist das vorinstanz-
liche Urteil in diesem Punkt zu bestätigen und der Beschuldigte zu verpflichten,
dem Privatkläger Schadenersatz im Betrag von Fr. 115'900.– sowie Zins von 5 %
- 24 -
seit 10. Oktober 2014 zu bezahlen. Im Mehrbetrag ist das Schadenersatzbegeh-
ren des Privatklägers auf den Zivilweg zu verweisen.
IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 3'000.– festgesetzt.
2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe
ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob bzw. inwieweit eine
Partei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt davon ab, in
welchem Ausmass ihre vor der zweiten Instanz gestellten Anträge gutgeheissen
werden (Urteil des Bundesgerichts 6B_1025/2014 vom 9. Februar 2015 E. 2.4.1
mit Hinweisen; bestätigt in 6B_10/2015 vom 24. März 2015 E. 4.2.1). Wird der
Entscheid im Rechtsmittelverfahren nur unwesentlich abgeändert, können die
Kosten nach dem Verursacherprinzip auferlegt werden (Urteil 6B_318/2016 vom
13. Oktober 2016 E. 4.1 mit Hinweisen). Der Beschuldigte unterliegt vorliegend
mit seinen Anträgen beinahe vollumfänglich. Eine finanzielle Notlage liegt nicht
vor, ist der Beschuldigte eigenen Angaben zufolge doch wieder vollständig ar-
beitsfähig und hat - mit Ausnahme der Forderungen aus diesem Verfahren - keine
Schulden (Prot. II S. 8 f.). Es rechtfertigt sich deshalb, ihm die Kosten des Beru-
fungsverfahrens – ausgenommen diejenigen der unentgeltlichen Rechtsvertretung
des Privatklägers – aufzuerlegen. Die Rückzahlungspflicht gemäss Art. 138 StPO
i.V.m. Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt für die Kosten der unentgeltlichen Vertretung
des Privatklägers vorbehalten.
3. Der unentgeltliche Vertreter des Privatklägers ist für seinen Aufwand im Be-
rufungsverfahren mit Fr. 3'300.– zu entschädigen.
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