Decision ID: 8766ec8f-618a-43ba-ad8d-5ea17a5850c3
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Kurt Gemperli, advokatur am brühl,
Scheffelstrasse 2, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich im November 2006 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) an. Seit Februar 1999 leide sie an Rückenschmerzen. Von
Juni 2000 bis April 2006 habe sie als Produktionsmitarbeiterin bei der B._ gearbeitet
(IV-act. 1).
A.b Im Arztbericht vom 5. Dezember 2006 stellte Dr. med. C._, Facharzt FMH
Allgemeine Medizin, die Diagnosen chronisches, rechtsseitiges myofasziales
Schmerzsyndrom, Panvertebralsyndrom mit rechtsseitiger cervico- und
lumbospondylogener Schmerzkomponente, degenerative LWS-Veränderungen wie
Spondylarthrosen L4/5, L5/S1 und Diskopathie L4/5, muskuläre Dysbalance,
Dekonditionierung, Symptomausweitung, mittelschweres depressives Syndrom im
Rahmen einer depressiven Anpassungsstörung und Engpasssyndrom Nervus peroneus
in der Kniekehle rechts mit Denervation am 25. Oktober 2006. Er attestierte der
Versicherten vom 28. November 2005 bis 4. Januar 2006 eine 100%ige, vom 5. Januar
bis 11. September 2006 eine 50%ige und ab 12. September 2006 bis auf Weiteres
wieder eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 8). Dr. med. D._, Facharzt FMH
Innere Medizin und Rheumatologie, Klinik Valens, diagnostizierte im Bericht vom 19.
Dezember 2006 im Wesentlichen ein chronifiziertes myofasziales Schmerzsyndrom und
eine mittelgradig depressive Episode. Die Versicherte sei in der bisherigen und in einer
angepassten Tätigkeit im Oktober 2005 nach einer stationären Behandlung in der Zeit
vom 21. September bis 12. Oktober 2005 zu 50% arbeitsfähig gewesen (IV-act. 18).
Am 19. und 25. März 2008 erfolgte im Medizinischen Zentrum Römerhof (MZR) eine
interdisziplinäre (internistisch, rheumatologisch, psychiatrisch) Begutachtung. Im MZR-
Gutachten vom 16. Mai 2008 wurden die Diagnosen chronisches rechtsseitiges
tendomyotisches Schmerzsymptom ohne organisch strukturelles Korrelat,
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode mit
somatischem Syndrom (ICD-10: F33.01) und histrionisch akzentuierte
Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73) gestellt. In der bisherigen als auch in einer sonstigen
leichten und wechselbelastenden Tätigkeit sei die Versicherte 100% arbeitsfähig (IV-
act. 33).
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A.c Im Vorbescheid vom 19. August 2008 stellte die IV-Stelle der Versicherten in
Aussicht, dass sie keinen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung habe (IV-
act. 40). Mit Schreiben vom 27. November 2008 erhob die Versicherte Einwand gegen
den Vorbescheid und beantragte insbesondere die Ausrichtung einer Invalidenrente (IV-
act. 53). Mit Verfügung vom 21. April 2009 (nochmaliger Versand am 4. Mai 2009)
eröffnete die IV-Stelle der Versicherten wie angekündigt, dass sie keinen Anspruch auf
Leistungen der Invalidenversicherung habe (IV-act. 59).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Kurt Gemperli, St.
Gallen, im Namen der Versicherten eingereichte Beschwerde vom 4. Juni 2009
(Beschwerdeergänzung vom 8. Juli 2009) mit den Anträgen, die Verfügung vom 21.
April/6. Mai 2009 sei aufzuheben und es seien der Beschwerdeführerin die gesetzlichen
Leistungen, namentlich eine Invalidenrente, zuzusprechen; unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Auf das MZR-Gutachten vom 16. Mai 2008 könne nicht
abgestellt werden. Es weiche von sämtlichen vorbestehenden und nach dem
Gutachten entstandenen ärztlichen Einschätzungen ab. Den Beizug eines Neurologen
und/oder Neurochirurgen habe man nicht für nötig befunden. Der Arzt des Regionalen
Ärztlichen Dienstes (RAD) der Invalidenversicherung sei für die Würdigung des MZR-
Gutachtens nicht hinreichend kompetent gewesen (act. G 1 und 4). Zusätzlich legte die
Beschwerdeführerin weitere Akten ins Recht (act. G 4.1-5).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 25. August 2009 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Das MZR habe die
Beschwerdeführerin umfassend und kompetent untersucht. Die Schlussfolgerungen
zusammen mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung würden als begründet erscheinen.
Weitere medizinische Abklärungen seien unnötig (act. G 6).
B.c Mit Replik vom 19. Januar 2010 hält die Beschwerdeführerin an den gestellten
Anträgen fest und reichte weitere medizinische Berichte ein (act. G 15 und 15.1).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 17).
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B.e Mit Schreiben vom 25. Mai 2010 reichte die Beschwerdeführerin einen weiteren
medizinischen Bericht ein (act. G 19 und 19.1).

Erwägungen:
1.
1.1 Die angefochtene Verfügung vom 21. April 2009 konnte dem Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin aufgrund einer falschen Adresse vorerst nicht zugestellt werden.
Mit Datum vom 4. Mai 2009 erfolgte ein neuerlicher Versand der Verfügung, welche
schliesslich am 6. Mai 2009 dem Rechtsvertreter eröffnet wurde (IV-act. 59-62). Die
Beschwerde vom 4. Juni 2009 ist daher innerhalb der 30-tägigen Beschwerdefrist und
somit zweifellos rechtzeitig erhoben worden.
1.2 Am 1. Januar 2008 sind die im Zug der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass
der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am
21. April 2009 respektive 4. Mai 2009 eröffnet worden, wobei ein Sachverhalt zu
beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-
Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der
Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über die noch nicht rechtskräftig verfügt wurde,
ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis
31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt
auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130
V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1).
Diese übergangsrechtliche Lage zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da
die 5. IV-Revision hinsichtlich des Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine
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substantiellen Änderungen gegenüber der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage
gebracht hat. Nachfolgend werden die seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des
ATSG und IVG wiedergegeben.
2.
2.1 Streitig ist zwischen den Parteien der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
Invalidenrente. Einen Anspruch auf Arbeitsvermittlung macht die Beschwerdeführerin in
der vorliegenden Beschwerde hingegen nicht mehr geltend. Da sie somit an einer
entsprechenden Leistung nicht mehr interessiert ist, erübrigen sich weitere
Ausführungen diesbezüglich. Die Beschwerdeführerin ist an dieser Stelle darauf
hinzuweisen, dass sie sich bei entsprechendem Bedürfnis erneut bei der
Beschwerdegegnerin melden und Arbeitsvermittlung beantragen kann. Zu prüfen gilt es
somit einzig, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch der Beschwerdeführerin auf
eine Invalidenrente zu Recht abgelehnt hat.
2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch
massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Die Rentenabstufungen nach Art. 28 Abs. 2 IVG geben bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40% Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50% Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 60% Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 70% Anspruch auf eine ganze Rente.
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2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
3.
3.1 Vorab ist zu prüfen, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin erlaubt. In medizinischer Sicht
stützte sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung auf das
interdisziplinäre MZR-Gutachten vom 16. Mai 2008. Die Beschwerdeführerin hingegen
erachtet das Gutachten als mangelhaft und daher nicht beweistauglich.
3.2 Konkret bringt sie gegen das Gutachten vor, dass es von sämtlichen
vorbestehenden und nach dem Gutachten entstandenen ärztlichen Einschätzungen
abweiche. Die Berichte von Dr. med. E._, Facharzt FMH für Neurochirurgie, seien
zwar im Gutachten erwähnt, die Befunde würden allerdings keinen Eingang in die MZR-
Diagnosen finden. In einem Bericht vom 18. November 2008, der auf einem MRI vom
14. Oktober 2008 beruhe, halte Dr. E._ fest, dass die Beschwerdeführerin an einer
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rechtsseitigen Cervikobrachialgie bei kernspintomographisch nachgewiesener
mediorechtslateraler Diskushernie C5/6 leide. Dr. med. F._, Spezialarzt für
Neurologie FMH, habe vor und nach dem MZR-Gutachten eine Reihe von Diagnosen
gestellt, welche vom MZR-Gutachten nicht aufgenommen worden seien.
3.2.1 In den Berichten vom 13. Februar und 18. September 2007 hält Dr. E._
radiologisch geringe degenerative Veränderungen auf Höhe L4/L5 und HWK5/6
(Diskopathie mit flacher, nicht neurokompressiver Diskushernie) fest (IV-act. 47/6 und
12). Diese Berichte befinden sich auszugsweise im MRZ-Gutachten und wurden von
den Gutachtern somit berücksichtigt. Es wurde festgehalten, dass die geringen
degenerativen Veränderungen im lumbalen Bereich das ausgedehnte Schmerzbild
nicht erklären könnten. Bezüglich der Halswirbelsäule fertigten die Gutachter am 19.
März 2008 eigene Funktionsaufnahmen an, wobei sie keine pathologischen Befunde
festhielten (IV-act. 33/30). Eine Nichtaufnahme von offensichtlich geringen
degenerativen Veränderungen in die Diagnoseliste ist daher kaum zu beanstanden,
zumal auch Dr. E._ von einer psychosomatischen Schmerzüberlagerung ausging. Der
von der Beschwerdeführerin erwähnte Bericht von Dr. E._ vom 18. November 2008
ist nach der MZR-Begutachtung ergangen, weshalb er offensichtlich von den
Gutachtern nicht berücksichtigt werden konnte. Im neurologischen Bericht vom 22.
April 2005 diagnostizierte Dr. F._ eine Lumboischialgie L4/S1 rechts (act. G 6.2). Da
sich auch dieser Bericht im Aktenauszug des MZR-Gutachtens befindet, ist davon
auszugehen, dass ihn die Gutachter in ihrer Beurteilung mitberücksichtigt haben. Die
übrigen Berichte von Dr. F._, insbesondere der von der Beschwerdeführerin
erwähnte Bericht vom 24. April 2008, sind nach der Begutachtung (19. und 25. März
2008) erfolgt. Die vor der MZR-Begutachtung verfassten Berichte von Dr. E._ und Dr.
F._ sind zusammenfassend nicht geeignet, Zweifel an der MZR-Begutachtung
aufkommen zu lassen.
3.3 Die Beschwerdeführerin bemängelt am MZR-Gutachten ausserdem, dass kein
Neurologe und/oder Neurochirurg für die Begutachtung beigezogen worden sei.
3.3.1 Die Beschwerdeführerin wurde vor der MZR-Begutachtung mehrmals
neurologisch untersucht und behandelt. Die entsprechenden Akten sind im MZR-
Gutachten aufgelistet. Im Austrittsbericht (Hospitalisation vom 21. bis 22. Dezember
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2005) der Klinik für Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen vom 27. Dezember
2005 wurde festgehalten, dass auch nach weiteren Abklärungen sich lediglich die
bereits bekannte Protrusion L4/5 gefunden habe, ohne Zeichen einer Instabilität oder
einer Nervenwurzelkompression. In Anbetracht dessen komme ein operatives
Vorgehen nicht in Frage (IV-act. 33/5-6). Im Bericht vom 13. Februar 2007 führt Dr.
E._ aus, dass die Facettengelenksinfiltration sowohl cervikal wie auch lumbal
überhaupt keine Schmerzlinderung – im Gegenteil – gebracht habe. Somit seien die
Facettengelenke für die Schmerzen nicht hauptverantwortlich, weshalb keine
Kryotherapie durchgeführt werden könne. Insgesamt sei er mit einem operativen
Eingriff eher zurückhaltend, sicherlich könnte als allerletzte Möglichkeit eine ventrale
Diskektomie und Prothesen-Einlage durchgeführt werden. Im Bericht vom 18.
September 2007 teilte Dr. E._ mit, dass er nach einem am 16. August 2007
durchgeführten Sakralblock momentan von weiteren Injektionen absehen würde.
Aufgrund dieser medizinischen Aktenlage ist ersichtlich, dass im Zeitpunkt der
Begutachtung keine weiteren neurologischen Massnahmen durchgeführt wurden und
dementsprechend auch keine neurologische Begutachtung angezeigt war. Sodann
kann davon ausgegangen werden, dass die MZR-Gutachter bei entsprechender
Notwendigkeit eine Fachperson aus dem neurologischen Bereich beigezogen hätten.
3.4 Gegen das MZR-Gutachten bringt die Beschwerdeführerin zudem vor, dass
das vorangegangene Gutachten von Dr. med. G._, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, vom 10. März 2006 (psychiatrisches Teilgutachten des
interdisziplinären AEH-Gutachtens vom 4. Mai 2006) unzureichend interpretiert worden
sei und die Momentaufnahme durch den MZR-Psychiater nicht geeignet sei, die
dokumentierten Befunde des behandelnden Arztes Dr. med. H._, Spezialarzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, im jahrelangen Verlauf vom Tisch zu wischen.
3.4.1 Dr. G._ diagnostizierte im Gutachten vom 10. März 2006 eine gemischte
Anpassungsstörung mit Störung der Gefühle und des Sozialverhaltens (ICD-10:
F43.21), aktuell mittelschweren Ausprägungsgrades bei chronischer
Schmerzproblematik. Differenzialdiagnostisch sei von einer Entwicklung körperlicher
Symptome aus psychischen Gründen (ICD-10: F68.0) auszugehen. Medizinisch-
theoretisch bestehe eine Leistungseinbusse von höchstens 50% (act. G 6.2). Dr. H._
erhob im Bericht vom 8. Januar 2007 die Diagnosen mittel- bis schwergradige
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depressive Störung mit somatischen Symptomen (ICD-10: F32.11, F32.2) auf dem
Boden einer ängstlichen Persönlichkeit (ICD-10: F60.6) und chronifiziertes
Schmerzsyndrom bei bekannten Wirbelsäulenänderungen. Aus rein psychiatrischer
Sicht bestehe zumindest eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 47/2-4). Im MZR-
Gutachten wurden aus psychiatrischer Sicht die Diagnosen (ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit) rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive
Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.01) und histrionisch akzentuierte
Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73) gestellt. In der bisherigen als auch in einer sonstigen
leichten und wechselbelastenden Tätigkeit bestehe keine Arbeitsunfähigkeit. Im
Einklang mit dem Arztbericht von Dr. H._ vom 8. Januar 2007 sei in diagnostischer
Sicht von einer depressiven Störung mit somatischen Symptomen auszugehen. Der
Schweregrad der aktuell vorliegenden depressiven Symptomatik sei gemäss ICD-10-
Klassifikation gegenwärtig jedoch als leichtgradig einzustufen. Die allgemeinen Kriterien
für eine rezidivierende depressive Störung sowie für eine leichte depressive Episode
seien erfüllt. Hinsichtlich der von Dr. G._ im März 2006 diagnostizierten gemischten
Anpassungsstörung mit Störung der Gefühle und des Sozialverhaltens seien die ICD-
Kriterien B, aber insbesondere C (bis zu einer Dauer von sechs Monaten nach dem
belastenden Ereignis kann die Diagnose einer Anpassungsstörung gestellt werden)
nicht mehr erfüllt, weshalb diese Diagnose nicht mehr zu stellen sei. Zusammenfassend
setzt sich der begutachtende Psychiater hinreichend mit den psychiatrischen Vorakten
auseinander und legt nachvollziehbar dar, inwiefern sich eine unterschiedliche
Beurteilung in der Diagnose oder der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit rechtfertigt.
Sodann muss die Erfahrungstatsache mitberücksichtigt werden, dass behandelnde
Ärzte und Ärztinnen mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung
in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
3.5 Weiter bemängelt die Beschwerdeführerin, dass im MZR-Gutachten übersehen
werde, dass die rheumatologische Begutachtung am AEH einen zusätzlichen
Pausenbedarf von zwei Stunden täglich ergeben habe.
3.5.1 Die Diagnose und die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des AEH-Gutachtens
befinden sich im Aktenauszug des MZR-Gutachtens (IV-act. 33/7). Dem MZR-
Gutachten ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin ein chronisches
Schmerzsyndrom der gesamten rechten Körperseite schildere, welches aufgrund der
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klinisch zu findenden diffusen Tendomyosen wie bereits im AEH-Institut im Sinn eines
myofaszialen Schmerzsyndroms interpretiert werden müsse. Zu dem im AEH-
Gutachten attestierten zusätzlichen Pausenbedarf nimmt das MZR-Gutachten nicht
explizit Stellung. Allerdings begründet der Gutachter nachvollziehbar und hinreichend,
weshalb der Beschwerdeführerin aus rheumatologischer Sicht eine leichte und
wechselbelastende Tätigkeit zu 100% zumutbar sei. Eine fehlende Stellungnahme
bezüglich eines in einem früheren Gutachten attestierten zusätzlichen Pausenbedarfs
vermag für sich alleine noch keine Zweifel an einem Gutachten aufkommen zu lassen.
3.6 Insgesamt vermögen die Einwände der Beschwerdeführerin gegen das MZR-
Gutachten dessen Beweiswert nicht zu schmälern. Weitere Indizien gegen die
Zuverlässigkeit des MZR-Gutachtens sind nicht ersichtlich. Die Anforderungen an ein
beweiskräftiges Gutachten sind erfüllt (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a), weshalb auf das
MZR-Gutachten abgestellt werden kann.
4.
4.1 Zu prüfen bleibt, ob aufgrund der medizinischen Aktenlage zwischen dem
Begutachtungszeitpunkt (19. und 25. März 2008) und dem Erlass der angefochtenen
Verfügung weitere Abklärungen notwendig sind.
4.2 Im Bericht vom 24. April 2008 führte Dr. F._ u.a. aus, dass er bezüglich der
Konzentrationsstörungen psychophysiologische Messungen (vgl. act. G 4.1, PPM vom
29. August 2007) durchgeführt habe. Diese hätten eine Asymmetrie zu Ungunsten der
rechten Hemisphäre und eine verlängerte zerebrale Reaktionszeit ergeben. Die
Konzentrationsstörungen seien somit objektivierbar, wobei es sich nicht nur um
Störungen im Hirnstammbereich, sondern auch um eine affektive Dysfunktion im
Bereich des vorderen limbischen Systems der rechten Hemisphäre handle (IV-act.
53/10-12). Ein upright MRI des Schädels und der HWS vom 14. Oktober 2008 ergab
insbesondere auch in Höhe des Stammhirns einen unauffälligen Befund und eine
mediorechtslaterale Diskushernie C5/6 mit Kontakt zum Myelon und leichter
Verformung desselben in beiden untersuchten Positionen (IV-act. 53/13-14). Prof. Dr.
med. I._, Chefarzt Neurochirurgie Kantonsspital St. Gallen, diagnostizierte im Bericht
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vom 16. Dezember 2008 u.a. ein panvertebrales Schmerzsyndrom mit zunehmenden
Cervicobrachialgien rechts.
4.3 In der Stellungnahme vom 2. Februar 2009 führte der RAD aus, dass die Aussage
von Dr. F._, wonach mittels durchgeführten Messungen die Konzentrationsstörungen
objektivierbar seien, wissenschaftlich nicht allgemein anerkannt sei. Selbst wenn aber
dieser Interpretation gefolgt würde, würde der Nachweis von Konzentrationsstörungen
bei der Beschwerdeführerin lediglich dazu führen, dass in Bezug auf die
Arbeitsfähigkeit Tätigkeiten mit besonderen Anforderungen an die
Konzentrationsfähigkeit zu vermeiden wären. Eine quantitative Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit resultiere daraus nicht. Gegen die von Dr. F._ beschriebene
Interpretation der Ergebnisse als Störungen im Hirnstammbereich spreche auch das
Ergebnis der Untersuchung im Upright MRI Zentrum Zürich vom 14. Oktober 2008,
wonach insbesondere auch in Höhe des Stammhirns ein unauffälliger Befund
festgestellt worden sei. Die im Bericht des Upright MRI Zentrums Zürich beschriebene
mediorechtslaterale Diskushernie C5/6 mit Kontakt zum Myelon und leichter
Verformung desselben in beiden untersuchten Positionen entspreche dem Befund, wie
er von Dr. E._ in seinem Bericht vom 13. Februar 2007 beschrieben werde. Es sei
darauf hinzuweisen, dass diese Diskushernie – wie im MZR-Gutachten dargelegt – zu
keinen neurologischen Ausfällen führe. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit lasse
sich dadurch folglich nicht begründen (IV-act. 55). In der Stellungnahme vom 2. März
2009 führte der RAD weiter aus, dass das von Dr. F._ im Schreiben vom 24.
November 2008 erwähnte leichte Karpaltunnelsyndrom gut behandelbar sei. Eine
dauerhafte IV-relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergebe sich auch daraus
nicht. Prof. I._ bestätige die im MZR-Gutachten gestellten Diagnosen. Ein
invalidisierender Schweregrad lasse sich aus sämtlichen von ihm erwähnten Diagnosen
nicht ableiten (IV-act. 58).
4.4 Die Stellungnahmen des RAD machen plausibel, dass die nach dem MZR-
Gutachten erstellten Arztberichte an dessen Schlüssigkeit keine Zweifel begründen.
Insbesondere wurde nachvollziehbar dargelegt, dass sich aufgrund der medizinischen
Berichte keine Auswirkungen auf die im MZR-Gutachten festgelegte 100%ige
Arbeitsfähigkeit ergeben. Zu beachten wäre für eine angepasste Tätigkeit höchstens,
dass keine besonders hohen Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeit gestellt
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werden. Anzufügen bleibt, dass selbst die nach dem MZR-Gutachten erstellten
Arztberichte keine Arbeitsunfähigkeit attestieren. Von weiteren medizinischen
Abklärungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf verzichtet
werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157 E. 1d).
5.
Die Durchführung eines konkreten Einkommensvergleichs kann vorliegend
unterbleiben. Da die Beschwerdeführerin bei ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit lediglich
unwesentlich mehr verdiente (IV-act. 14) als der durchschnittliche Lohn einer
Hilfsarbeiterin gemäss der Tabellenlöhne der schweizerischen Lohnstrukturerhebung,
resultiert selbst unter Gewährung eines höchstzulässigen Leidensabzugs von 25% ein
rentenausschliessender Invaliditätsgrad.
6.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung der
angefochtenen Verfügung abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig.
Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im
Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden
Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie
vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der von ihr geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist daran anzurechnen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP