Decision ID: ce9bf63f-4ce7-4c20-987e-6f5cf276bf12
Year: 2008
Language: de
Court: VS_TC
Chamber: VS_TC_001
Canton: VS
Region: Région lémanique
Law Area: 

Sachverhalt und Verfahren
X. befand sich seit 1980 beim Allgemeinmediziner Dr. med. FMH Y. wegen zunehmender Coxarthrosebeschwerden links in Behandlung. Dieser überwies ihn 1988 zum Spezialisten nach Sitten, nachdem sich der Defekt am linken Hüftgelenk ab 1985 vergrösserte. X. erhielt  1989 ein künstliches Hüftgelenk implantiert. Es kam nach dem  vorab zu keinen nennenswerten Komplikationen. Der  Arzt untersuchte den Patienten 1990 im Rahmen einer 1. , wobei der Patient damals beschwerdefrei war. X. meldete sich erstmals am 1993 beim behandelnden Arzt Y. wegen neu  Hüftbeschwerden zur Konsultation. Letzterer röntgte seinen Patienten und verschrieb ihm das Schmerzmittel Voltaren Emulgel. X. telefonierte dem Arzt am 28. Oktober 1993, um ihm mitzuteilen, dass er «immer noch Schmerzen hätte». Der Arzt verordnete ihm daraufhin eine Physiotherapie mit Ultraschall, wobei sich X. anschliessend über einen längeren Zeitraum nicht mehr meldete. Er konsultierte seinen Arzt erst am 30. Dezember 1994, weil er kurz zuvor auf einer Leiter  und hart mit den Füssen aufgeschlagen sei. Er habe damals Schmerzen verspührt und wollte kontrollieren, ob das Hüftgelenk beeinträchtigt worden sei. Der Arzt röntgte die Hüfte und verschrieb dem Patienten erneut Voltaren Emulgel.
Der Patient kontaktierte seinen Arzt erst wieder, als er 1999 nicht mehr ohne Krücken zu laufen vermochte. Dieser röntgte seinen  am 9. März 1999 und sandte die medizinischen Unterlagen an einen
ceg Texte tapé à la machine KGVS C1 07 86
ceg Texte tapé à la machine
ceg Texte tapé à la machine
ceg Texte tapé à la machine
ceg Texte tapé à la machine
Spezialisten. Letzterer stellte daraufhin am 26. März 1999 fest, «dass mit dieser Prothese etwas nicht in Ordnung ist.» Sie müsse «dringend  werden”. Er operierte den Patienten am 11. Mai 1999, wobei sich dieses Vorhaben als unerwartet schwierig gestaltete. Der  der Prothese hatte radiologisch Knochen nachgeahmt, weshalb der Mediziner während der Operation von den grossen Defekten  wurde. Knochen, Weichteile und die alte Prothese waren  zerstört. Der Mediziner entfernte mithin über einen längeren  nur Nekrosen und den Abrieb der alten Prothese. Er ersetzte anschliessend die alte künstliche Hüfte und implantierte die grösste zur Verfügung stehende Pfanne der neuen Prothese «in einem , weichen, weitgehend defekten knöchernen Widerlager».
X. meldete sich am 29. November 1999 bei der Invalidenstelle zum Leistungsbezug an. Diese stufte ihn am 31. März 2000 aufgrund der verbleibenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen im linken Hüftbereich als vollständig arbeitsunfähig ein. Eine berufliche Umschulung wurde vorliegend nicht in Betracht gezogen, weil die Schmerzen vor allem in sitzender Position auftraten. X. gab Mitte 2000 seine selbstständige Erwerbstätigkeit auf. Er muss, laut , mit einer dauernden partiellen Gebrauchsverminderung der linken, zweimal operierten Hüfte rechnen und das  einer verwertbaren Arbeitsfähigkeit ist auch bei einer  Operation «sehr fraglich».
X verklagte Y. auf Schadenersatz. Der Bezirksrichter sandte die Akten nach teilweise durchgeführtem Beweisverfahren zur Ausfällung eines Vorurteils über die grundsätzliche Haftpflicht des Beklagten ans Kantonsgericht.

Aus den Erwägungen
(...)
3. a) Das vorliegende Verfahren ist auf die Frage der  Haftbarkeit beschränkt. Der allfällige Schaden ist für dieses  ausser Acht zu lassen. Es ist dem Grundsatze nach nicht strittig, dass der Kläger wegen einer fehlerhaften Prothese eine  Gesundheitsbeeinträchtigung im Bereich der Hüfte  hat. Der Beklagte hat das Implantat jedoch weder konstruiert noch eingesetzt. Der Kläger wirft dem Arzt aber vor, die Fehlerhaftigkeit des künstlichen Gelenks bei einer späteren Behandlung nicht erkannt zu haben und seinen Patienten ausserdem nicht an einen Spezialisten  zu haben.
168 RVJ/ZWR 2009
RVJ/ZWR 2009 169
b) aa) Der Arztvertrag gilt gemäss Lehre und Rechtsprechung als Auftrag im Sinne der Art. 394 ff. OR (BGE 133 III 121 E. 3.1 mit ; ZWR 2007 S. 154). Der Beauftragte, der sich zur vertragsgemässen Besorgung der ihm übertragenen Geschäfte oder Dienste verpflichtet, hat das Möglichste zu tun, damit der vom Mandant erwartete Erfolg eintritt. Er schuldet jedoch nicht ein bestimmtes Resultat, z.B. die  der Gesundheit, sondern lediglich eine darauf  Behandlung nach den Regeln der ärztlichen Kunst (BGE 120 II 248 E. 2c).
bb) Der Beauftragte verletzt seine Vertragspflicht, wenn er nicht sorgfältig handelt (BGE 133 III 121 E. 3.1; Fellmann, Die Haftung des  und des Privatspitals, in: Fellmann/Poledna, Die Haftung des Arztes und des Spitals, Zürich/Basel/Genf 2003, S. 56). Die  - welche objektiv zu verstehen und vom Verschulden zu trennen ist (Bundesgerichtsurteil 4C.53/2000 vom 13. Juni 2000; Weber, in: Basler Kommentar, OR II, 4. A., Basel/Bern/Zürich 2007, N. 24 zu Art. 398) - und das Verschulden sind Voraussetzung für die Haftung des Arztes (BGE 133 III 121 E. 3.1). Letzterer muss aufgrund des  Auftragsverhältnisses seinen Patienten stets fachgerecht behandeln. Er hat die zum Schutze dessen Lebens oder der Gesundheit nach den Umständen gebotene und zumutbare Sorgfalt aufzuwenden. Der Mediziner steht grundsätzlich für jede Pflichtverletzung ein. Er muss alle Vorkehren treffen, welche den Eintritt negativer  verhindern, soweit die Möglichkeit negativer Auswirkungen der Behandlung erkennbar ist (BGE 129 II 353 E. 4.7).
Der Arzt verfügt jedoch sowohl bei der Diagnose wie in der  therapeutischer oder anderer Massnahmen nach dem  Wissensstand oftmals über einen Entscheidungsspielraum, der eine Auswahl unter verschiedenen in Betracht fallender Alternativen ermöglicht. Es besteht diesfalls ein Ermessensspielraum, sich für das eine oder das andere zu entscheiden. Eine Pflichtverletzung liegt  nur vor, wenn eine Diagnose, eine Therapie oder ein sonstiges  Handeln nach dem allgemeinen fachlichen Wissensstand nicht mehr als vertretbar erscheint. Die Prüfung, ob dem Arzt eine  zur Last gelegt werden kann, beurteilt sich somit nicht nach dem Sachverhalt, wie er sich nachträglich dem Experten oder dem Richter darstellt. Es ist vielmehr entscheidend, was der Arzt im Zeitpunkt, in dem er sich für eine Massnahme entschieden oder eine solche unterlassen hat, von der Sachlage halten musste (BGE 130 I 337 E. 5.3 mit Hinweisen; ZWR 2007 S. 155 f.).
Die vertragliche Sorgfaltspflicht wird nach einem objektiven  festgesetzt (BGE 120 II 248; Fellmann/Poledna, a.a.O., S. 57 f.). Der Arzt muss eine Diagnose nach den Regeln der Kunst stellen. Sein  hat sich nach den durch die medizinische Wissenschaft  und generell anerkannten Regeln zu richten und dem  Stand der Wissenschaft zu entsprechen (Fellmann, a.a.O., N. 386 zu Art. 398).
Die kritische Selbsteinschätzung bildet einen weiteren, zu  Bestandteil der Sorgfaltspflicht (Weber, a.a.O., N. 25 zu Art. 398). Der Arzt muss demnach erkennen, ob er für die Vornahme einer Untersuchungshandlung, Diagnosestellung oder Heilbehandlung  weiter- und fortgebildet ist (Roggo/Staffelbach, Offenbarung von Behandlungsfehlern/Verletzung der Ärztlichen Sorgfaltspflicht, in: AJP 2006 S. 418). Der Allgemeinpraktiker hat einen Spezialisten , wenn ihm die nötigen Spezialkenntnisse fehlen (Fellmann,  Kommentar, Bern 1992, N. 387 zu Art. 398). Dieses  verhindert den Einwand, der Mediziner sei aufgrund des - und Wissensstandes nicht in der Lage gewesen, sachgerecht zu beraten und aufzuklären. Der Beauftragte muss mithin ein  Mandat ablehnen, wenn er diesem nicht gewachsen ist (BGE 124 III 155 E. 3.b).
cc) Es obliegt dem Auftraggeber, die objektive  nachzuweisen. Das Vorliegen eines nicht zufriedenstellenden Ergebnisses genügt dazu noch nicht. Der Patient muss vielmehr , der Schaden sei durch eine Sorgfaltspflichtverletzung des  verursacht worden, d.h. Letzterer habe einen Kunstfehler . Gelingt dieser Nachweis, obliegt es dem Beauftragten, im Sinne von Art. 97 Abs. 1 OR zu beweisen, dass ihn kein Verschulden trifft (BGE 133 III 121 E. 3.4).
dd) Die Ausbildung des Arztes und dessen Leistungsfähigkeit sind beim Verschulden, welches im Zusammenhang mit dem  des Beauftragten bedeutsam sein kann, zu beachten (Fehlmann, Berner Kommentar, Bern 1992, N. 392 zu Art. 398). Die Haftung entfällt nämlich, wenn der Beschuldigte beweist, ihm könne kein Verschulden zur Last gelegt werden (Fellmann, Die Haftung des Privatarztes und des Privatspitals, in: Fellmann/Polledna, Die Haftung des Arztes und des Spitals, Zürich/Basel/Genf, 2003 S. 63; Jäger/Schweiter, Die  medizinischer Gutachten in Arzthaftpflicht- und , in: HAVE 2004 S. 294). Dies gelingt, wenn der Mediziner Umstände
170 RVJ/ZWR 2009
RVJ/ZWR 2009 171
nachweist, aus denen sich ergibt, er habe in der konkreten Situation unter den gegebenen Umständen die ihm zumutbare Sorgfaltspflicht angewendet (Kuhn, Arzt und Haftung aus Kunst- bzw. , in: Kuhn/Poledna, Arztrecht in der Praxis, 2. A. Zürich/Basel/Genf 2007 S. 615).
Die Frage, ob der Beauftragte unter dem Gesichtspunkt des  die ihm zumutbare Sorgfalt aufgewendet hat, bestimmt sich danach, ob sich ein sorgsamer Beauftragter der gleichen Berufsgruppe an seiner Stelle entsprechend verhalten hätte. Es kann hier innerhalb eines bestimmten Berufs nach Fachrichtungen differenziert werden, weshalb die spezifischen Sorgfaltsanforderungen bei einem Facharzt anders sind, als bei einem praktischen Arzt (Fehlmann, Berner , Bern 1992, N. 486 zu Art. 398). Der Beauftragte hat mithin  dem Durchschnittsmass der in seiner Berufgruppe  Sorgsamkeit, Aufmerksamkeit und Anspannung zu entsprechen. Er muss sein Mandat zumindest so ausführen, wie dies dem Stand des Wissens auf dem Fachgebiet entspricht (Fehlmann, a.a.O., N. 487 f. zu Art. 398).
c) Die Fehlerhaftigkeit der im Jahr 1989 implantierten Prothese ist in casu nachgewiesen. Es ist folglich zu klären, inwiefern der Mangel bereits 1993 oder 1994 erkennbar war.
aa) Der Gelenkkopf des Implantats ist laut medizinischem  ab 1993 nicht mehr ins Zentrum der Pfanne verlaufen (S. 707 und 720). Es ist jedoch abzuklären, ob und allenfalls inwiefern dies  einen Defekt darstellt und inwiefern der Beklagte aus dem  entsprechende Schlüsse ziehen muss.
bb) Das Gericht darf in Fachfragen nicht ohne triftige Gründe von Gutachten abweichen und muss eine andere Meinung begründen. Das Gericht kann willkürlich handeln, wenn es von einer Expertise abweicht, ohne dass deren Glaubwürdigkeit durch die Umstände ernsthaft erschüttert ist. Gleiches gilt, wenn das Gericht Zweifel an der Richtigkeit des Gutachtens hegt und dennoch keine ergänzende Abklärung , um diese Zweifel zu beseitigen (BGE 130 I 337 E. mit Hinweisen).
cc) Die Gutachter bestätigen, «das im März 1998 bei X. wegen  links verwendete Hüftimplantat hat sich entgegen der primären Erwartungen wegen verfrühten Abnutzungserscheinungen des damals neu eingeführten Polyäthylenlagers nicht bewährt und
weltweit zu vorzeitigen Hüftrevisionen geführt. Auch bei X. konnten in den Röntgenbildern (1993 und 1994) schon nach vier und fünf Jahren Verschleisserscheinungen des Polyäthylenlagers festgestellt werden». «Bei zeitgerechter Diagnosestellung im Röntgenbild wäre 1993 oder spätestens 1994 die Hüftrevision vorgenommen worden».
Die Gutachter haben allerdings unter Beachtung der  der Schweizer Universitätskliniken, den Ausbildungszielen eines Allgemeinarztes gemäss FMH, eines Kommentars der  Gesellschaft für Allgemeine Medizin zum  von 1992 sowie der damals noch unbekannten Problematik des Polyäthylenversagens der Depuy Hüftprotesen festgestellt, «das  einer im Röntgenbild sichtbaren vorzeitigen  eines Hüftimplantates und deren Folge [kann] nicht einem Arzt für Allgemeine Medizin FMH angelastet werden». Sie haben  die Frage, ob die frappante Dezentralisation des Gelenkkopfes nicht aufgrund des Röntgenbildes festgestellt werden musste, , «die zwar einem Spezialarzt für Orthopädie ins Auge stechenden Anzeichen eines Implantatversagens, wie Dezentrierung des  ... konnten von einem Allgemeinarzt damals (1993/1994) mit dem für implantatspezifische Veränderungen ungeschulten Auge gar nicht erkannt und auch nicht realisiert werden». Dies lässt, laut , ersehen, dass die Dezentrierung einen Mangel indizieren kann, ein Allgemeinarzt diesen Zusammenhang aber nicht erkennen muss.
Der Orthopäde B., Chefarzt der Orthopädie und Traumatologie am Kantonsspital Y., welcher die Operation vom 11. Mai 1999 durchgeführt hat, hat zur Erkennbarkeit des Mangels am 30. Juli 1999 unter  auf einen weiteren Spezialisten Folgendes angeführt. Man müsste «eigentlich die Nachkontrollen, d.h. die Kollegen kritisieren». Er bestätigte am 30. August 1999 unter Beachtung des Röntgendossiers, ab 1993 habe ein schwerer pathologischer Befund im Bereich der Pfanne bestanden. «1993 dominieren Zeichen des Polyäthylenabriebes, 1994 bereits eines beträchtlichen Metallabriebes». Der Orthopäde  dies im Schreiben vom 24. September 1999. Er differenziert jedoch am 13. Januar 2003, es habe seines Erachtens bereits 1994 ein beunruhigender Befund bestanden, den jedoch allein ein Facharzt hätte erkennen müssen. Dieser zusätzliche Vorbehalt ist erst zu einem späteren Verfahrenszeitpunkt vom Chefarzt angebracht worden. Es ist allerdings in den ersten Briefen unklar, ob die kritischen Bemerkungen über die nachoperativen Kontrollen auch für einen Allgemeinarzt  oder ob der Mediziner davon ausgegangen ist, die von ihm  postoperativen Konsultationen seien von einem Spezialisten
172 RVJ/ZWR 2009
RVJ/ZWR 2009 173
oder zumindest von einem dafür zusätzlich ausgebildeten  durchgeführt worden. Der Orthopäde wiederholte am 26.  2004, «das Erkennen eines vermehrten Implantatabriebs bei  [müsse] vor allem vom Facharzt und weniger vom  erwartet werden». «Die Zuweisung zum Facharzt durch den Allgemeinpraktiker müsste erwartet werden, wenn der Patient über Schmerzen klagt, die sich der Hausarzt nicht erklären kann». Der als Zeuge einvernommene Arzt erörterte am 16. August 2005 zur Frage, ob das Implantatversagen auch von einem Allgemeinpraktiker in der  erkannt werden könne: «Erkannt werden kann ein  natürlich auch vom Allgemeinpraktiker in der Peripherie, wenn er das Bild entsprechend empfindsam betrachtet. Nur zähle ich das in der Anfangsphase nicht zum Pflichtenheft eines Allgemeinpraktikers. Deshalb sollten meines Erachtens die Kontrollen auch vom  Spezialarzt durchgeführt werden. In einem fortgeschrittenen  dagegen würde ich das auch vom Allgemeinpraktiker erwarten.» Der Zeuge hat in der schriftlichen Einvernahme ausserdem erörtert, «dass die Verlaufskontrolle nach Einsatz von Kunstgelenken, vor allem, wenn sich diese über längere Zeiträume erstreckt, vom Facharzt  werden sollte. Dies vor allem, weil das frühzeitige Erkennen von problematischen Veränderungen die Prognose der Behandlung verbessert. In meiner gegenwärtigen Situation erreiche ich das am , wenn ich für die zuweisenden Ärzte die Schwelle zur Zuweisung tief halte und die Patienten sobald wie möglich zur Weiterbehandlung wieder an den Hausarzt verweise. Aus dieser Einstellung heraus sind meine Erwartungen an den Hausarzt zu beurteilen. Es ist dies die Sicht des Praktikers, juristisch relevanter ist möglicherweise jene des in der Ausbildung tätigen».
Auch der am 1. August 2005 schriftlich als Zeuge einvernommene Chefarzt für Orthopädie am Universitätsspital, Prof. Dr. D., hat sein Schreiben vom 3. Januar 2005 bekräftigt, in welchem er erörtert hatte « dass es nur durch eine flächendeckende regelmässige Nachkontrolle aller Endoprothesenträger (idealerweise durch das OP-Team oder besonders geschulte Fachärzte) möglich wäre, Frühzeichen  Verläufe zu eruieren und zu erfassen und optimierte  zu entwickeln ».
dd) Die Schlussfolgerungen der beiden Gutachter zur  der Defekte werden somit durch die Zeugenaussagen der im  beteiligten Orthopäden bestärkt. Das Gericht sieht keinen Grund, von den Erkenntnissen in der Expertise abzuweichen. Es ist
folglich davon auszugehen, die Mängel des Implantats und  seien aufgrund der Röntgenaufnahmen bereits in den Jahren 1993 und 1994 sichtbar gewesen, allerdings habe dies bloss ein Fach- und nicht Allgemeinarzt diagnostizieren müssen.
d) Es stellt sich somit die Frage, ob dem Beklagten ein  angelastet werden kann.
aa) Die Gutachter haben auf die Frage, ob der Patient vom  zu einer spezialärztlichen Untersuchung hätte weitergeleitet werden müssen, ausgeführt, der Allgemeinarzt «stützt sich ... in der Beurteilung der Krankheit vor allem auf die klinischen Symptome. Im Vordergrund stehen dabei die Beschwerden des Patienten und das Ausmass derselben. Zur Abrundung des klinischen Bildes und der Richtigkeit seiner Beurteilung, der gewählten Therapie und des  Vorgehens wird ausschliesslich der Verlauf der Krankheit . Je nach Verlauf wird die Behandlung revidiert und/oder eine weitere Abklärung, wie Überweisung an den Spezialisten in Betracht gezogen». Das trügerisch-beschwerdefreie Verfahren beim Implantatversagen, das trotz des deutlichen Polyäthylenabriebs im Röntgenbild über Jahre hinweg vorliegen könne, sei gegenwärtig nur dem erfahrenen Hüftchirurgen bekannt. Dieses heimtückische  dürfe deswegen dem auf diesem Gebiet unerfahrenen  nicht angelastet werden.
Die Gutachter haben ausserdem bestätigt, das  habe sich nach dem Telefonat vom 28. Oktober 1993 durchaus geändert. «Da auf die lokale Behandlung mit Voltaren Emulgel keine Besserung eintrat, wurde unter der neuen Arbeitsdiagnose einer  nun die Physiotherapie mit Ultraschall verordnet. Danach keine Meldung mehr von Seiten des Patienten während der nächsten 14 Monate. Der behandelnde Arzt musste stillschweigend eine Besserung annehmen. Somit waren vorerst weitere Massnahmen, wie auch die Abklärung durch einen Facharzt, nicht indiziert».
bb) Auch hier kann den Schlussfolgerungen der Experten gefolgt werden, wobei dazu die damals vorherrschenden Umstände in  zu rufen sind. Die vom Kläger monierten Schmerzen waren in den Jahren 1993 und 1994 eher mässig. Zwischen den einzelnen  liegen ausserdem mehrere Monate und die zweite Konsultation ist telefonisch erfolgt, wobei daraufhin die Behandlung durchaus angepasst worden ist. Ursächlich für die dritte Konsultation ist ausserdem ein neuer
174 RVJ/ZWR 2009
RVJ/ZWR 2009 175
Vorfall, ein Ausrutscher auf einer Leiter gewesen, der die Hüfte speziell belastet hat. Es kann dem Allgemeinmediziner unter diesen Umständen nicht angelastet werden, wenn er seinen Patienten im Anschluss an die Untersuchungen nicht sofort an einen Spezialisten weiter verweist.
e) Das Nichterkennen der Mängel an der Prothese könnte insofern als objektive Sorgfaltspflichtverletzung beurteilt werden, weil dies ein Facharzt nach dem Röntgen hätte diagnostizieren müssen. Der Beklagte, der weder Facharzt ist noch in diesem Bereich über eine  Ausbildung verfügt, hat jedoch die unter den gegebenen  von ihm geforderte, bereichsspezifische Sorgfaltspflicht sowohl bei der Diagnosestellung wie bei der Übernahme und Fortführung des Mandats angewendet. Das Beweisverfahren belegt, ihm kann kein  zur Last gelegt werden. Damit fehlt eine erforderliche , weshalb die Klage insgesamt abzuweisen ist.
<< /ASCII85EncodePages false /AllowTransparency false /AutoPositionEPSFiles false /AutoRotatePages /None /Binding /Left /CalGrayProfile (Schwarze Druckfarbe - ISO Coated) /CalRGBProfile (sRGB IEC61966-2.1) /CalCMYKProfile (Coated FOGRA27 \050ISO 12647-2:2004\051) /sRGBProfile (sRGB IEC61966-2.1) /CannotEmbedFontPolicy /Warning /CompatibilityLevel 1.4 /CompressObjects /Off /CompressPages true /ConvertImagesToIndexed true /PassThroughJPEGImages false /CreateJobTicket false /DefaultRenderingIntent /Default /DetectBlends true /DetectCurves 0.1000 /ColorConversionStrategy /LeaveColorUnchanged /DoThumbnails false /EmbedAllFonts true /EmbedOpenType false /ParseICCProfilesInComments true /EmbedJobOptions true /DSCReportingLevel 0 /EmitDSCWarnings true /EndPage -1 /ImageMemory 524288 /LockDistillerParams true /MaxSubsetPct 100 /Optimize false /OPM 1 /ParseDSCComments false /ParseDSCCommentsForDocInfo true /PreserveCopyPage true /PreserveDICMYKValues true /PreserveEPSInfo true /PreserveFlatness false /PreserveHalftoneInfo true /PreserveOPIComments true /PreserveOverprintSettings true /StartPage 1 /SubsetFonts true /TransferFunctionInfo /Preserve /UCRandBGInfo /Preserve /UsePrologue true /ColorSettingsFile () /AlwaysEmbed [ true /Arial-BoldMT /ArialNarrow /ArialNarrow-Bold /Helvetica /Wingdings-Regular ] /NeverEmbed [ true ] /AntiAliasColorImages false /CropColorImages false /ColorImageMinResolution 150 /ColorImageMinResolutionPolicy /OK /DownsampleColorImages false /ColorImageDownsampleType /None /ColorImageResolution 400 /ColorImageDepth -1 /ColorImageMinDownsampleDepth 1 /ColorImageDownsampleThreshold 1.50000 /EncodeColorImages false /ColorImageFilter /None /AutoFilterColorImages false /ColorImageAutoFilterStrategy /JPEG /ColorACSImageDict << /QFactor 0.15 /HSamples [1 1 1 1] /VSamples [1 1 1 1] >> /ColorImageDict << /QFactor 0.15 /HSamples [1 1 1 1] /VSamples [1 1 1 1] >> /JPEG2000ColorACSImageDict << /TileWidth 256 /TileHeight 256 /Quality 30 >> /JPEG2000ColorImageDict << /TileWidth 256 /TileHeight 256 /Quality 30 >> /AntiAliasGrayImages false /CropGrayImages false /GrayImageMinResolution 150 /GrayImageMinResolutionPolicy /OK /DownsampleGrayImages false /GrayImageDownsampleType /None /GrayImageResolution 400 /GrayImageDepth -1 /GrayImageMinDownsampleDepth 2 /GrayImageDownsampleThreshold 1.50000 /EncodeGrayImages false /GrayImageFilter /None /AutoFilterGrayImages true /GrayImageAutoFilterStrategy /JPEG /GrayACSImageDict << /QFactor 0.15 /HSamples [1 1 1 1] /VSamples [1 1 1 1] >> /GrayImageDict << /QFactor 0.15 /HSamples [1 1 1 1] /VSamples [1 1 1 1] >> /JPEG2000GrayACSImageDict << /TileWidth 256 /TileHeight 256 /Quality 30 >> /JPEG2000GrayImageDict << /TileWidth 256 /TileHeight 256 /Quality 30 >> /AntiAliasMonoImages false /CropMonoImages false /MonoImageMinResolution 1200 /MonoImageMinResolutionPolicy /OK /DownsampleMonoImages false /MonoImageDownsampleType /None /MonoImageResolution 1200 /MonoImageDepth -1 /MonoImageDownsampleThreshold 1.50000 /EncodeMonoImages true /MonoImageFilter /CCITTFaxEncode /MonoImageDict << /K -1 >> /AllowPSXObjects true /CheckCompliance [ /None ] /PDFX1aCheck false /PDFX3Check false /PDFXCompliantPDFOnly false /PDFXNoTrimBoxError true /PDFXTrimBoxToMediaBoxOffset [ 0.00000 0.00000 0.00000 0.00000 ] /PDFXSetBleedBoxToMediaBox true /PDFXBleedBoxToTrimBoxOffset [ 0.00000 0.00000 0.00000 0.00000 ] /PDFXOutputIntentProfile (U.S. Web Coated \050SWOP\051 v2) /PDFXOutputConditionIdentifier (CGATS TR 001) /PDFXOutputCondition () /PDFXRegistryName (http://www.color.org) /PDFXTrapped /False
/CreateJDFFile false /Description << /FRA <FFFE5B00500061007200200072006100700070006F00720074002000E000200027005B004800610075007400650020007200650073006F006C007500740069006F006E00200032003500340030005D0027005D002000> >> /Namespace [ (Adobe) (Common) (1.0) ] /OtherNamespaces [ << /AsReaderSpreads false /CropImagesToFrames true /ErrorControl /WarnAndContinue /FlattenerIgnoreSpreadOverrides false /IncludeGuidesGrids false /IncludeNonPrinting false /IncludeSlug false /Namespace [ (Adobe) (InDesign) (4.0) ] /OmitPlacedBitmaps false /OmitPlacedEPS false /OmitPlacedPDF false /SimulateOverprint /Legacy >> << /AllowImageBreaks true /AllowTableBreaks true /ExpandPage false /HonorBaseURL true /HonorRolloverEffect false /IgnoreHTMLPageBreaks false /IncludeHeaderFooter false /MarginOffset [ 0 0 0 0 ] /MetadataAuthor () /MetadataKeywords () /MetadataSubject () /MetadataTitle () /MetricPageSize [ 0 0 ] /MetricUnit /inch /MobileCompatible 0 /Namespace [ (Adobe) (GoLive) (8.0) ] /OpenZoomToHTMLFontSize false /PageOrientation /Portrait /RemoveBackground false /ShrinkContent true /TreatColorsAs /MainMonitorColors /UseEmbeddedProfiles false /UseHTMLTitleAsMetadata true >> << /AddBleedMarks false /AddColorBars false /AddCropMarks true /AddPageInfo false /AddRegMarks false /BleedOffset [ 8.503940 8.503940 8.503940 8.503940 ] /ConvertColors /NoConversion /DestinationProfileName (U.S. Web Coated \(SWOP\) v2) /DestinationProfileSelector /UseName /Downsample16BitImages true /FlattenerPreset << /PresetSelector /MediumResolution >> /FormElements true /GenerateStructure false /IncludeBookmarks false /IncludeHyperlinks false /IncludeInteractive false /IncludeLayers false /IncludeProfiles true /MarksOffset 28.346460 /MarksWeight 0.250000 /MultimediaHandling /UseObjectSettings /Namespace [ (Adobe) (CreativeSuite) (2.0) ] /PDFXOutputIntentProfileSelector /UseName /PageMarksFile /RomanDefault /PreserveEditing true /UntaggedCMYKHandling /LeaveUntagged /UntaggedRGBHandling /LeaveUntagged /UseDocumentBleed false >> ] >> setdistillerparams << /HWResolution [2540 2540] /PageSize [765.354 538.583] >> setpagedevice