Decision ID: a55e5866-6f22-49e1-8f8e-2b52fe8b4c31
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1972, Mutter von zwei Kindern (Jahrgang 1997 und 2002), war seit August 2012 zu 80 % bei der Y._ AG als Hauswartin tätig (Urk. 9/8)
.
Unter Hinweis auf
psychische B
eschwerden
meldete sich
die Versicherte
am 3. Oktober 2013 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 9/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab.
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 9/39-48) verneinte die IV
Stelle mit Verfügung vom 7. Januar 2016 einen Rentenanspruch (Urk. 9/49 = Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
9. Februar 2016
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfü
gung vom 7. Januar 2016 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihr ab dem 1. Juni 2014 eine Rente zu entrichten (S. 2 Ziff. 1), eventuell sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen (S. 2 Ziff. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 14. März 2016 (Urk. 8) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am 22. März 2016 zur Kenntnis gebracht (Urk. 10).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung
des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliess
lich die Folgen der ge
sund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise
wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
IVG in Verbindung mit
Art.
8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die ver
sicherte Person
bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leis
tungsfähigkeit zu ver
werten, abwenden könnte; das Mass des Forderba
ren wird dabei weitgehend ob
jektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem
Umfang die Ausübung
einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgegliche
nen Arbeits
markt mit der psychi
schen
Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfä
higkeit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden
kann, die Verwertung der Ar
beitsfähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versicherten Per
son
sozial-praktisch nicht mehr zu
mut
bar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1
.4
Gemäss der mit BGE 130 V 352 begründeten und seither stetig weiter ent
wickelten Rechtsprechung vermochten eine fachärztlich (psychiatrisch) diag
nos
tizierte somatoforme Schmerzstörung und vergleichbare psychosoma
tische
Leiden (BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG führende Arbeitsunfähigkeit zu bewirken. Vielmehr bestand die Vermutung, dass solche Beschwerdebilder oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar seien und nur bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumut
bar machten, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt (zur Ent
stehungs
geschichte dieser Praxis: BGE 135 V 201 E.
7.1.2;
Urteil des Bundesgerichtes 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 2.1
).
Ob ein solcher Ausnahmefall vorlag, entschied sich im Einzelfall anhand verschiede
ner Kriterien (so ge
nannte „Foerster-Kriterien“, vgl. BGE 130 V 352, BGE 131 V 39 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3.2.3).
Mit BGE 141 V 281 hat das Bundesgericht die Überwindbarkeitsvermutung aufgegeben und das bisherige Regel-/Ausnahme-Modell durch einen struktu
rierten normativen Prüfungsraster ersetzt. In dessen Rahmen wird im Regel
fall anhand von auf den funktionellen Schweregrad bezogenen Standardindi
ka
toren das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen ergebnisoffen und
sym
metrisch beurteilt, indem gleichermassen den äusseren Belastungsfak
toren
wie den vorhandenen Ressourcen Rechnung getragen wird (BGE 141 V 574 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2 mit Hinweisen). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der
medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzel
fall
anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumin
dest
) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; BGE 141 V 547 E. 2; Urteil des Bundesgerichts 8C_28/2016 vom 15. April 2016 E. 3.2).
Die Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens nach dem darge
leg
ten Prüfungsraster erübrigt sich rechtsprechungsgemäss, wenn Ausschluss
gründe vorliegen, etwa wenn die Leistungseinschränkung überwiegend auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht, welche die Annahme einer gesundheitlichen Beeinträchtigung von vornherein ausschliessen (BGE
141 V 281 E. 2.2; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_549/2015 vom 29. Janu
ar 2016 E. 4.1 und 9C_899/2014 vom 29. Juni 2015 E. 4).
Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei Vorliegen einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
oder eines damit vergleichbaren psychoso
ma
tischen Leidens (BGE 141 V 281 E. 4.2)
sind Indikatoren beachtlich, die das Bundesgericht wie folgt systematisiert hat
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex „Sozialer Kontext"
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederung
sanamnestisch ausgewiesener Lei
dens
druck
Diese
Standardindikatoren erlauben - unter Berücksichtigung leistungs
hin
dernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensations
poten
zia
len (Ressourcen) anderseits - das tatsächlich erreichbare Leistungs
ver
mögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 3.4-3.6 und E. 4.1; Urteil des Bundes
ge
richts 9C_534/2015 vom 1. März 2016 E. 2.2.1).
Beweisrechtlich entscheidend ist der Aspekt der Kon
sistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4):
Der Indikator einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitäts
nive
aus in allen vergleichbaren Lebensbereichen zielt auf die Frage ab, ob die diskutierte Einschränkung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichterwerbstätigen im Aufgabenbereich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Freizeitgestaltung) anderseits gleich ausgeprägt ist. Dabei ist das bisherige Kriterium des sozialen Rückzugs (wiederum) so zu fassen, dass neben Hin
weisen auf Einschränkungen auch Ressourcen erschlossen werden; umge
kehrt
kann ein krankheitsbedingter Rückzug aber auch Ressourcen zusätzlich ver
mindern. Soweit erhebbar, empfiehlt sich auch ein Vergleich mit dem Niveau sozialer Aktivität vor Eintritt der Gesundheitsschädigung. Das Aktivitäts
niveau der versicherten Person ist stets im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu sehen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1).
Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das heisst das Ausmass, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist (ergänzend zum Gesichtspunkt Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz unter dem Komplex "Gesundheitsschädigung") auf den tat
säch
lichen Leidensdruck hin. Dies gilt allerdings nur, solange das betreffende Verhalten nicht durch das laufende Versicherungsverfahren beeinflusst ist. Nicht auf fehlenden Leidensdruck zu schliessen ist, wenn die Nichtinan
spruch
nahme einer empfohlenen und zugänglichen Therapie oder die schlecht
e Compliance klarerweise auf eine (unabwendbare) Unfähigkeit zur Krankheits
einsicht zurückzuführen ist. In ähnlicher Weise zu berücksichtigen ist das Verhalten der versicherten Person im Rahmen der beruflichen (Selbst-) Ein
glie
derung. Inkonsistentes Verhalten ist auch hier ein Indiz dafür, die geltend gemachte Einschränkung sei anders begründet als durch eine versicherte
Gesundheitsbeeinträchtigung (BGE 141 V 281 E. 4.4.2; vgl. Urteil des Bun
des
gerichts 9C_296/20
16 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.2).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegne
rin ging in ihrer Verfügung vom 7. Januar 2016
(Urk
. 2) gestützt auf ihre Abklärungen davon aus, dass weder aus somatischer noch aus psychiatrischer Sicht ein medizinischer Sachverhalt beschrieben werde, welcher in der Art und Schwere die Voraussetzungen gemäss Art. 8 ATSG erfülle (S. 1). Die guten Ressourcen (mit Unterstützung der Familie könne der Haushalt geführt werden, mit Freundinnen etwas unternommen werden, mit dem Ehemann einkaufen gehen, spazieren etc.), kein sozialer Rückzug und das Benutzen des Personenwagens und der öffentlichen Verkehrsmittel wür
den belegen, dass die Beschwerdeführerin grundsätzlich die nötige Durch
haltefähigkeit habe. Es seien keine auffälligen alltagsrelevanten Beeinträchti
gungen festgestellt worden. Auch könnte eine Intensivierung der psychotherapeutischen Behandlung mit Fokus auf Verbesserung der Abgren
zungs
und Selbstbehauptungsfähigkeit eine Veränderung der maladaptiven Verhal
tens
muster bewirken (S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1),
dass die Arbeitsfähigkeit von 40 % in der Tätigkeit als Unterhalts
reinigerin vom behandelnden Arzt, dem MedicalService und dem Arbeitgeber in nachvollziehbarer, verständlicher Weise in beweiskräftigen medizinischen Berichten bestätigt werde. Darauf sei abzustellen. Der RAD
Arzt vermöge mit seiner Argumentation die vorliegenden Berichte nicht zu entkräften (S. 6). Aufgrund der Arbeitsfähigkeit von 40 % und der angepassten Tätigkeit als Unterhaltsreinigerin - im Gegensatz zur ange
stammten Tätigkeit als Haus
wartin in einem Pensum von 80 % - sei anhand des Einkommensvergleichs der IV-Grad zu ermitteln und eine entsprechende Rente auszurichten (S. 7).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob und in welchem Ausmass die Beschwerdeführe
rin
in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist beziehungsweise ob ein Anspruch auf ein
e Invalidenrente besteht.
3.
3.1
Dr. med. Z._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, berich
te
te am 12. November 2013 (Urk. 9/11/5-9) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
-
leichte Intelligenzminderung (ICD-10 F70)
-
Persönlichkeitsstörung mit histrionischen und ängstlich-vermeiden
den Symptomen (ICD-10 F60.9)
-
Adipositas (97 kg bei 165 cm Körpergrösse)
Als Diagnosen ohne eindeutige Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine arterielle Hypertonie, einen Diabetes Typ II sowie einen Status nach Anlage eines Magenbandes am 17. September 2010, in der Folge keine anhaltende Gewichtsabnahme (S. 2).
Er führte aus, dass die ambulante psychiatrische Therapie seit 1998 durch ihn erfolge, zuvor sei die Beschwerdeführerin an der psychiatrischen Poliklinik des A._ abgeklärt und behandelt worden (S. 2). Für die zuletzt und aktuell ausgeübte Tätigkeit als Mitarbeiterin Gebäudelogistik Y._ habe vom 21. bis 30. Juni 2013 eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit bestanden. Seit dem 1. Juli 2013 bis heute und auf unbestimmte Zeit bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %. Die Prozentangabe beziehe sich auf das Vertragspensum von 80 %. Die aktuelle Tätigkeit inklusive das Führen eines Personenwagens sei aus medizinischer Sicht zumutbar (S. 4).
3.2
Dr. Z._ berichtete erneut am 19. Februar 2014 (Urk. 9/17/3-6) und nannte dieselben Diagnosen (S. 2 f.).
Er führte aus, dass er die Beschwerdeführerin seit 1998 behandle und sie seither
in stark wechselnder Intensität, aber einigermassen re
gelmässig mit einer Gesamtkonsul
tationszahl von
zirka
50 Sitzungen in psychiatrischer Therapie bei
ihm stehe (S. 1)
.
Im
Gesamtverlauf seit 1998
seien
bei der
Beschwerdeführerin
immer wieder „Zusammenbrüche" mit intensiven vegetativen
und k
ardialen Symptomen sowie intensiven Ängsten auf
getreten
, die medizinische Notfallinterventionen notwendig
ge
mach
t hätten
und erneute Ängste, Vermeidungsverhalten und Arbeitsunfähigkeiten zur Folge
gehabt hätten
.
Die letzte derartige Krise
habe im Juni 201
3 statt
gefunden
, und bis heute
habe
die frühere Arbeitsfähigkeit
trotz alle
n
therapeutische
n Bemühungen
nicht wieder erreicht werden
können (S. 2).
Seit dem 2
5. Juni
2013
sei
die
Beschwerdeführerin
zu 50
%
arbeitsunf
ähig, wobei sich dieser Prozent
satz auf das frühere
Vertragspensum von 80 % be
ziehe
. Durch die Arbeitgeberin
sei
inzwischen ein Wechsel auf eine Tätigkeit mit geringerem Anspruchsniveau vorgenommen
worden.
In diesem neuen
Einsatzbereich arbeite
die
Beschwerdeführerin
seit einigen Monaten konstan
t ohne weitere Arbeitsausfälle. A
nhand des langjährigen Verlaufes und
der psychischen Grundkonstel
lation
sei
eine mittel- bis langfristig ungünstige Prognose bezüglich
der Steigerung der Arbeitsfähig
keit
zu stellen. Es sei d
avon aus
zugehen
, dass die beschränkten Bewältigungsmechanismen der
Beschwerdeführerin
heute erschöpft s
eien
, und dass die Arbeitsfähigkeit wohl nicht nachhaltig verbessert werden k
önne
, zumindest solange auf somati
scher Ebene keine Verbesserung eintr
ete. Es finde eine p
sychiatrische Thera
pie nach Massgabe des aktuellen Bedarfes, zur
z
eit
zirka
eine
Konsul
tation à
30 Minuten alle 3 Wochen
statt (S. 3)
.
3.3
Die Ärzte des B._ berichteten am 16. Oktober 2014 (Urk. 9/27/5) und führten aus, dass bei der Beschwerdeführerin
2010 bei morbider Adipositas ein Magenband eingelegt
worden sei
. Die
ses
ha
be
lediglich zu einer Gewichtsreduktion von knapp 10 kg geführt.
Die
Beschwer
deführerin werde
nun von Herrn
Dr. C._
geschickt mit der Frage nach
einer
Magenbandentfernung und Schlauchmagenanlage.
D
ie
Beschwerdeführerin habe
teilweise Schluckstörung
en
und
einen
nächtliche
n Reflux. Allerdings hätten sich in der Ö
soph
agus-Manometrie ein unauffälli
ger unterer Ö
sophagus-Sphinkter und auch kein Hinweis für
einen
Reflux
gezeigt
. Nebenbefundlich
bestehe
eine kleine Hiatushernie. Da die Beschwer
deführerin
intermittierend bereits jetzt schon anamnestisch Episoden von Zittern und Kaltschweissigkeit in Zusammen
hang mit Hungergefühl beschreibe, habe
sie, obwohl der orale Glukose-Toleranztest unauffällig
gewesen sei
, Angst vor einer möglichen
Dumping Symptomatik. Sie wünsche
daher explizit einen Schlauchmagen und keinen Magenbypass. Die kardiolo
gische präoperati
ve Abklärung habe
keine Kontraindikation für die OP erge
ben
(S. 1).
3.4
Dr. med. D._, Facharzt für Rheumatologie und Facharzt für Allge
meine Innere Medizin, berichtete am 26. Oktober 2014 (Urk. 9/27/1-4) und nannte folgende
Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit
(Ziff. 1.1):
-
Schmerzen im pal
maren Handgelenksbereich rechts
-
möglicher Zusammen
hang mit Status nach K
arpaltunneloperation
am
3
0. April
2013 (KSW)
,
D
ifferentialdiagnose (D
D
)
: Narbenge
webe
-
Periarthropathia humeroscapularis (
PHS
) beidseitig rechtsbetont
-
AC Gelenksarthrose rec
hts mit Tendinopathie der Supra
spinatus
sehne (Arthro-MRI Schulter re
chts 2. April 20
14)
-
i
ntermittierende Besserung nach Physiotherapie und I
n
filtrationen
-
Angs
tstörung (vor allem
Platzangst gemäss
Beschwerdeführerin
Er führte aus, dass er die Beschwerdeführerin seit 2007 behandle (Ziff. 1.2) und in den Verl
aufskontrollen vom 3
0. Juni bis
2
2. Oktober 2014 nebst der bekannten Adipositas ein leichtgradig schmerzhafter Bogen bei beiden Schultern und
eine diskrete Impingementsymptomatik
im Vordergrund gewesen seien
.
Die aktive Beweglichkeit
sei
jedoch beidseits frei
(Ziff. 1.4)
.
Aus gesamtheitlicher Sicht st
ünden für die Arbeitsunfähig
keit die psychi
schen Faktoren im Vordergrund, welche durch den Psychiater
Dr.
med.
Z._
behandelt w
ürden
. Hierzu k
önne
keine Stellung
genommen wer
den
. Der Verlauf der Adipositas w
erde
abhängig sein vom postoperativen Resultat. Die mit der Adipo
sitas zusammenhängende Polymorbi
dität
habe
bisher wenig Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
gezeigt.
Der Rundrücken und die Schul
terventralisation mit anschlies
sender Problematik in diesem Bereich w
ürden
teilweise durch die Adipositas begünstigt
(Ziff. 1.4)
.
Aus rheumatologischer Sicht
sei
die
Beschwerdeführerin
zu 0
%
arbeits
unfä
hig für eine leichte körperl
i
c
he Arbeitstätigkeit. Eine mittelschwere Tätigkeit wie die vorherige bei der
Y._
als Hausabwart
in
, sowie aktuell im Reini
gungsdienst, so
llten ebenfalls mit 0 % (bis maximal
20
%) Arbeitsunfähigkeit durchführbar sein.
Schwere Arbeitstätigkeiten seien au
f
g
rund der Schulter
problematik nicht möglich
(Ziff. 1.6)
.
Repetitive Tätigkeiten mit den Schul
tern, vor
allem bei län
geren Überkopfarbeiten oder ein
seitiges Ausüben von Druck bei Reinigungstätigkeiten s
eien
ungünstig für
die Beschwerdeführerin. Der Einsatz als Hausabwartin sei
körperlich ganzheitlicher
gewesen und wäre aus rheumatologi
scher Sicht in vollem Umfang zu bewerkste
lligen. Die Reinigungsarbeiten
könn
t
en sicherlich in einem 80-1
00%igen Pensum durchgeführt wer
den
(Ziff. 1.7)
.
3.5
Dr. med. E._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, berichtete am 29. Juni 2015 (Urk. 9/36) über die Untersuchung vom 19. Mai 2015 und nannte folgende Diagnosen
mit Ausw
irkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 6 Ziff. 9):
-
r
ezidivierende Angstzustände mit Panikattacken (
ICD-10
F41.0)
und
-
Neurasthenie (
ICD-10
F48.0) bei
-
kombinierter Persönlichkeitsstörung mit selbstunsicher-ängstlichen und abhängigen Zügen (
ICD-10
F61)
Er führte aus, dass sich d
iagnostisch Anhaltspunkte für eine gestörte Persön
lichkeitsentwicklung
ergäben
. Bereits als Schulkind
habe sich die Beschwer
deführerin
gemobbt und in der Opferrolle
gefühlt
. Die gleichzeitig enge familiäre Bindung
habe ihr
keine adäquate Ablösung vom Elternhaus
ermög
licht (S. 6).
Eine erste stationäre psychiatrische Behandlung
sei 1993
erfolgt. Seinerzeit
sei
die Persönlichkeitsstörung (ICD
-
10 F61) bereits festgestellt
worden
. Seit 1998
sei die Beschwerdeführerin
in ständi
ger psychiatrischer Behandlung (S. 6 f.).
In sozialen Stresssituationen, die ein ge
wisses Mass an Selbstbehauptung
und Abgrenzung erfordern
würden, komme
es zu ängstlichen (kognitiven) und depressiven (aff
ektiven) Einbrüchen. Dies habe
sich auch eindrücklich
gezeigt
, als
die Beschwerdeführerin
mit der Einsatzkoordination der Putz
dienste an mehreren Filialen überfordert
gewesen
und bei personellen Aus
fällen lieber selbst ein
gesprungen sei
, ohne sich selbstwirksam abgrenzen zu können. Auch heute
sei
ihre Beziehungsgestaltung und Intentionalität auf
regressive abhängige Ziele, nämlich auf die Vermeidung konflikthafter Situ
ationen ausgerichtet, die zu Angst- und Panikattacken führen könn
ten (S. 7 oben).
Ohne hinreiche
nde organische Erklärung bestehe
ein ausgeprägtes neura
sthenes Erschöpfungsgefühl nach körperlicher und geistiger Belastung mit pathologisch hohem Schlaf- und Ruhebedürfnis. Ruhe und Schlaf führ
t
en dabei aber nicht zu subjektiver ausreichender Erholung (entsprechend einer Neurasthenie gemäss ICD
-
10
F48.0). Letztlich diene
die Symptomatik
dazu,
die Gefühle von Angst- und Panik (ICD
-
10 F41.0) zu vermeiden. Das regres
sive vermeidende Verhalten führe
aber zu deutlichen Einschränkungen hin
sichtlich einer vitalen und erlebnisreichen Lebens- und Beziehungsgestaltung sowie auch der beruflichen Möglichkeiten (Maladaptation).
So mü
ss
e
hier die subjektive Überzeugung
der Beschwerdeführerin,
nämlich nur gering belastbar und vorzeitig erschöpft zu sein, als Krankheitsfaktor angesehen werden. Eine bewusstseinsnahe
Aggravation habe
sich nicht fest
stellen
lassen
.
Es bestehe
ein Leidensdruck sowie eine i
nnerseelische Fixierung auf die
Vorstellung, nur noch eingeschränkt leistungsfähig und belastbar
zu sein, die auch mit intensiveren psychotherapeutischen Mass
nahme
n kaum zu durchbrechen sein werde. Momentan habe sich die Beschwerdeführerin
sozial und beruflich so eingerichtet, dass eine hohe Symptomkontrolle zwar möglich
sei
, aber mit klarer maladaptiver Tendenz und auch nur geringer Nachhaltigkeit, wie dies die letzte psychische Dekom
pensation im Dezember 2014 gezeigt ha
be (S. 7 Mitte)
.
Eine klinisch relevan
t ausgeprägte Depressivität habe
sich bei der Untersu
chung nicht
gefunden
, ebenfalls
hätten
sich auch keine Anhaltspunkte für eine neurologische Erkrankung, eine Psychose, eine affektive Störung oder ein Suchtleiden
gefunden
. Hinsichtlich der intellektuellen
Ressourcen seien
ebenfalls keine auffälligen alltagsrelevanten Beeinträchtigungen festgestellt
worden
.
Die psychiatrischen Berichte im Dossier
seien
weitgehend nachvollziehbar. Allerdings
sei
nicht erklärt, weshalb die derzeitige, deutlich weniger anspruchsvolle Tätigkeit als Unterhaltsreinigerin nur
in
ein
em
50
%
Pensum (vo
n 80 %
)
möglich sein soll (Dr. Z._).
Umgekehrt
sei
auc
h nicht ersicht
lich, ob die ab Juli
2013 50
%
ige Arbeitsunfähigkeit für die Tätigkeit als Gebäudelogistikerin attestiert
worden sei
oder für die Tätigkeit als Unter
haltsreinigerin.
Eine gewisse Einschränku
ng könne
zwar dem Vermeidungsverhalten, der neurasthenen Symptomatik und dem erhöhten Regressionsbedürfnis
der Beschwerdeführerin
zugeschrieben
werden. Allerdings liege
keine anderwei
tige psychische Erkrankung vor, welche eine Einschränkung von mehr als 30-40
%
(von 100
%
) in der
Tätigkeit als Unterhaltsreinigerin begründen würde
(S. 7 unten).
In Bezug auf die Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen hielt Dr. E._ fest, die Beschwerdeführerin
k
önne
den Aufgaben als Unterhalts
reinigerin gut nachkommen und auch ganz allgemein Regeln und Routinen einhalten. Auch als Gebäudelogistikern
seien diesbezüglich
ke
ine Einschrän
kungen anzunehmen (S. 5 oben).
In der vor September 2013 ausgeübten Tätigkeit als Hauswartin in der
Gebäu
delo
g
istik
habe
sich
die Beschwerdeführerin
teilweise überfordert
erlebt
und sie
habe
die Arbeitseinsätze der Mitarbeiter nicht gut koordinieren
können
und
habe
teilweise selbst einspringen
müssen
. Es
sei
aber nicht ersichtlich, dass
die Beschwerdeführerin
hier Unterstützung benötigt
habe
. Wahrscheinlich wäre dies aber erforderlich gewesen. Eine leichte, wahr
scheinlich sogar mittelgradige Einschränkung als Gebäudelogistikern
sei in Bezug auf die Fähigkeit zur Planung und Strukturierungen von Aufgaben
daher anzunehmen.
Die ab September 2013 ausgeübte Tätigkeit als Unterhaltsreinigerin
sei
an sich bereits gut strukturiert, Planungsaufgaben
würden
nicht an
fallen
. Inso
fern bestünden
diesbezügli
ch heute keine Einschränkungen (S. 5 Mitte).
Betreffend die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit führte Dr. E._ an, a
ufgrund ihrer Persönlichkeitsstruktur
sei
davon auszugeben, dass
die Beschwerdeführerin
Mühe ha
be
, sich auf kurzfristige Veränderungen im Arbeitsablauf einzustellen. Hier wäre sie auch mit der Unterstützung des Arbeitgebers als Gebäudelogistikern überfordert gewesen. Hinsichtlich der Tätigkeit in der
Gebäudelogistik
sei
daher eine deutliche, als Unterhaltsreini
gerin hingegen nur eine leichte Einschränkung anzunehmen, insofern heute keine besondere Assistenz durch den Arbeitgeber erforderlich
sei (S. 5 Mitte).
Die Durchhaltefähigkeit
sei
reduziert. Durch die Vermeidung von Konflikten und im Bemühen k
eine Fehler zu machen, erschöpfe
sich
die Beschwerde
führerin
bei der Arbeit früher als vergleichbare gesunde Kolleginnen. Sie k
önne
Konflikte nicht angemessen klären und fürchte sich entsprechend vor Missverständnissen. Hierdurch
sei
sie psychisch angespannt, verkrampft und vermeidend, was zu einem erhöhten Ressourcenverbrauch
führe
.
Die Tätigk
eit in der Gebäudelogistik führe
tätigkeitsbedingt bereits zu ver
mehr
ten Konflikten,
insofern hier auch Mitarbeiterv
erantwortung eine besondere Rolle gespielt
habe
. Daher k
önne
hier eine reduzierte Belastbarkeit von 50
%
, wie ärztlich attestiert, nachvollzogen werden.
Als Unterhaltsreinigerin spiel
t
en die vorgenannten Gründe aber eine gerin
gere Rolle, so dass dieselbe Einschränkung als Unterhaltsreinigerin von 50
%
hier nicht ohne weiteres angenommen werden k
önne (S. 5 unten). Krank
heitsbedingt bestehe
zwar ein subjektiv erhöhtes
Ruhebedürfnis, welches objektiv auch im Vermeidungsverhalten und den Regressionswünschen, nämlich sich bei übermässigem Schlafbedürfnis ins Bett zurückzuziehen
,
erklärt werden k
önne
. Letztlich f
ä
nden sich aber keine anderweitigen psychischen Störungen von Krankheitswert, die hier eine mehr als 30
4
0%ige
Einschränkung (von 100
%
) erklären würden
(S. 6 oben)
.
Die Selbstbehauptungsfähigkeit
der Beschwerdeführerin sei
eingeschränkt. Sie verm
eide
Konflikte
,
indem sie ihnen aus dem Weg zu gehen versuch
e. Als Gebäudelog
istikerin
sei
demnach von deutlichen Einschränkungen auszuge
ben
.
Hingegen als Unterhaltsreinigerin
sei
dies jedoch kaum relevant.
Bei der
Fähigkeit zu ausserberuflichen Aktivitäten
seien
keine Aktivitätsein
schränkungen ersichtlich, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirk
t
en.
Die Beschwerdeführerin könne
mit der Unterstützung der Tochter und des Ehemannes ihren
Haushalt führen. Sie beteilige sich an den Einkäufen, gehe
spazieren und mit Freundinnen walken. Um ihr erhöhtes Schlaf
bedürfnis zu regulieren, gelinge
es ihr, sich einen Wecker zu stellen, um ihren Haushalt und
ihre
übrigen Aktivitäten nicht zu vernachlässigen.
Die Benutzung des Personenwagens
und
der öffentlichen Verkehrsmittel sei
nicht eingeschränkt
(S. 6 Mitte)
.
Als wesentliche krankheitsbedingte funktionelle Einschränkung
en
seien die
Flexibilität und Umstellungsfähigkeit,
die
Durchhaltefähigkeit,
die
Kontakt
fähigkeit zu Dritten
, die
Selbstbehauptungsfähigkeit sowie
die
Planung und Strukturierung von Aufgaben
zu nennen (S. 8 oben)
.
Die Tätigkeit als Hauswartin in der Gebäudelogistik (Facility Management) mit einem erhöhten Anteil an Plan
ungs- und Organisationsaufgaben sei
nicht geeignet. Die diversen
genannten
Einschränkungen
würden sich
summieren
,
so dass diese Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht
nicht empfohlen werden kö
nn
e
. Eine Arbeitsunfähigkeit
von 100
%
besteh
e
seit
Juni
201
3.
Es
sei
dabei aber zu beachten, dass
die Beschwerdeführerin
diese Tätigkeit nur eine sehr ku
rze Zeit ausgeübt und sich die Ü
berforderung dabei sehr schnell gezeigt ha
be
. Es
sei
auch zu beachten, dass die gesundheitliche Beeinträchti
gung bereits lange vor der Übernahme der Tätigkeit als Gebäud
elogistikerin bestanden habe
und diese Tätigkeit damit von vornherein nicht angemessen
gewesen sei (S. 8 Mitte)
.
Strukturierte sachbezogene Tätigkeiten ohne höhere Verantwortungsüber
nahme, ohne besonderen Zeit- und Termindruck in einer personell über
schaubaren und entgegenkommenden Arbeitsumgebung sollten medizinisch-theoretisch in einem 60-70
%
-Pensum (von 100
%
) möglich sein. Die jetzige Tätigkeit als Unterhaltsrei
nigerin für 3 Standorte stelle
geringere Anforde
rungen an die Verantwortung, Org
anisation und Planung und könne
daher als weitgehend adaptiert angesehen werden. Aus rein med
izinischer S
icht
sei
die Beschwerdeführerin
derzeit damit optimal eingegliedert. Ob sie zu gege
bener Zeit ihr
Arbeitspensum erhöhen k
önne
,
sei
unsicher, da sie sich sub
jektiv als nicht höher leistungsfähig erleb
e
. Im
Haushalt seien
keine beson
de
ren Einschränkungen anzunehmen (S. 8 Mitte).
Eine regelmässige
psychiatrische Behandlung finde
statt, allerdings mit 2
3
Mo
naten sehr niedriger Frequenz. Prinzipiell könnte eine Intensivierung der psychotherapeutischen Behandlung mit Fokus auf Verbesserung der
Abgren
zungs- und Selbstbehauptungsfähigkeit eine Veränderung der maladap
tiven Verhaltensmuster bewirken. Aufgrund des bereits langjährig chronifizierten Krankheitsverlaufs
sei
dies aber unsicher und daher
sei
auch keine Aussage zur beruflichen Prognose möglich
(S. 8 unten)
.
3.6
Dr. Z._ berichtete erneut am 24. September 2015 (Urk. 9/47/3-4) und führte aus, dass sich d
as Befinden der
Beschwerdeführerin
durch die Reduk
tion des Arbeitspensums auf 40
%
eines Vollpensums deutlich stabilisiert
habe
, es
seien
keine psychiatrischen Notfallsituationen mehr aufgetreten. Nach einem
Wechsel des Einsatzbereiches sei
die heutige Tätigkeit als Reini
gungs
m
itarbeiterin angesichts der gesundheitlichen Einschränkung als opti
mal angepasst zu bezeichnen. Zur Ver
besserung weiter beigetragen habe
auch die Bereitschaft der
Beschwerdeführerin
, eine verhältnismässig hoch dosierte Pharmakotherapie
dauerhaft und zuverlässig durchzuführen.
V
om
1. September
2013 bis am 3
0. Juni
2015
habe
eine
Arbeitsunfähigkeit
von 50
%
bezogen auf das Ve
r
tragspensum von 80
% bestanden.
Danach
sei
kein weiteres Zeugnis mehr angefordert
worden. Trotzdem bestehe
diese Einschrä
nkung weiter, was bedeute
, dass
er
die
Beschwerdeführerin
in ihrer Tätigkeit als Reinigungs
m
itarbeiterin als langfristig zu 60
%
arbeitsunfähig
einschätze
(S. 1)
.
Die einzige Möglichkeit, diese relativ erfreulich stabile Situation we
iter auf
rechtzuerhalten, bestehe
im Wesentlichen darin, die Pharmakotherapie weiter
zuführen und
eine Ü
berforderung dadurch zu vermeiden, dass der Beschäfti
gungsgrad nicht wieder erhöht werde. Zudem müsse die Beschwer
deführerin
in Konflikt- und Belastungssituationen gezielt beraten werden, wofür sie auch sozialarbeiterische oder psychologische Angebote in Anspruch nehmen k
önne
. Selbstverständlich
sei
aufgrund der somatischen Situation (St
atus nach
Magenoperationen, Hypertonie, St
atus nach
Diabetes) eine angemessene und sorgfältige haus- und spezialärztliche Kontrolle und Behandlung angezeigt. Die psychiatrisch-psychotherapeutischen Optionen zur Verbesserung des Zustandes s
eien erschöpft. Es gebe
deshalb keine expli
zite Behandlungsvereinbarung abgesehen von der Zusage, dass sich die
Beschwerdeführerin
bei Belastungssituationen bei
ihm
melden d
ürfe
. Die Pharmakotherapie k
önne
wenn nötig auch durch den Hausarzt weitergeführt we
rden. Die letzte Konsultation/
Kontrolle in
s
einer Praxis
sei
am
6. August
2015 erfolgt
(S. 2)
.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stellte zur Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf den Untersuchungsbe
richt des RAD vom 29. Juni 2015 (vgl. vorstehend E. 3.5) ab, wonach der Beschwerdeführerin die aktuelle Tätigkeit als Unterhaltsreinigerin wie auch eine leidensangepasste Tätigkeit unter Berücksich
tigung der genannten Schonkriterien zu 70 % zumutbar sei.
4.2
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass der RAD-Unter
suchungs
bericht (vgl. vorstehend E. 3.5) auf einer allseitigen Untersuchung der Beschwerdeführerin beruht, die von ihr geklagten Beschwerden in ange
messe
ner Weise berücksichtigt, in Kenntnis der und in Auseinander
setzung mit den Vorakten erstattet wurde und der konkreten me
dizinischen Situation Rechnung trägt. So zeigte RAD-Arzt Dr. E._ in nach
voll
ziehbarer Weise auf, dass der - näher umschriebene - psycho
patho
logische Befund für eine hohe Funktions
fähig
keit der Beschwerdeführerin spreche (Urk. 9/36 S. 4). Weiter setzte sich RAD-Arzt Dr. E._ diffe
renziert mit der anderslautenden psychiatrischen Beurteilung durch den behandel
nden Psychiater Dr. Z._ auseinander (S. 7 unten) und nahm ausdrücklich Stellung zu den Parametern der funktionellen Leistungsfähigkeit (S. 5 f.). RAD-Arzt Dr. E._ machte sodann darauf aufmerksam, dass aktuell zwar eine regelmässige psychiatri
sche Behandlung, jedoch mit sehr niedriger Frequenz stattfinde und prin
zipiell eine Intensivierung dieser psycho
therapeutischen Behandlung eine Veränderung der maladaptiven Verhaltens
muster bewirken könnte (S. 8). Alsdann führte RAD-Arzt Dr. E._ aus, dass keine Anhaltspunkte für eine Aggravation und auch keine Verdeutlichung vorlägen (S. 6 Mitte).
Der RAD-Untersuchungsbericht leuch
tet in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge ein und die vorge
nommenen Schlussfolgerungen zu Gesund
heitszustand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich und nachvoll
zieh
bar begründet. So begründete RAD-Arzt Dr. E._ einlässlich und sorg
fältig, dass sich aktuell keine anderweitigen psychischen Störungen von Krank
heitswert fänden, die vorliegend eine mehr als 30-40%ige Ein
schrän
kung (von 100 %) zu erklären vermöchten (S. 6 oben). Überdies zeigte er in nachvollziehbarer Weise auf, dass die jetzige Tätigkeit als Unter
haltsreinige
rin für drei Standorte geringere Anforderungen an die Ver
antwortung, Organisation und Planung stelle und daher als weitgehend adaptiert angese
hen werden könne, womit die Beschwerdeführerin optimal eingegliedert sei (S. 8 unten). RAD-Arzt Dr. E._ wies ausserdem deutlich darauf hin, dass die vorherige Tätigkeit als Hauswartin in der Gebäude
logistik mit einem erhöhten Anteil an Planungs- und Organisationsaufgaben aufgrund der genannten Einschränkungen nicht geeignet sei für die Beschwerdeführerin (S. 8 oben). Er nahm somit wiederholt und vertieft Stellung zu den Ein
schränkungen, wies jedoch auch darauf hin, dass in den ausserberuflichen Aktivitäten keine Einschränkungen ersichtlich seien und es der Beschwerde
führerin gelinge, ihr erhöhtes Schlafbedürfnis zu regulieren, ohne den Haus
halt und die übrigen Aktivitäten zu vernachlässigen (S. 6 oben).
Der RAD-Untersuchungsbericht erfüllt damit die praxisgemässen Kriterien an den Beweis
wert eines medizinischen Berichts (vgl. vorstehend E. 1.5) voll
umfäng
lich, so dass für die Entscheidfindung darauf abgestellt werden kann.
4.3
Soweit die Beschwerdeführerin geltend machte, der medizinische Sachverhalt sei nicht umfassend abgeklärt worden, und es seien deshalb weitere Abklärun
gen zu treffen, vermag dies nicht zu überzeugen. So ist festzuhal
ten, dass sowohl der psy
chi
sche als auch der physische Gesundheitszustand sowie die Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin in den Beur
teilungen gebührend be
rücksichtigt wurden. Die Beschwerdeführerin ver
mochte sodann nicht weiter darzutun, inwiefern die Aktenlage unzu
treffend beziehungs
weise unvollständig sein soll. Da der Sachverhalt nach dem Gesagten durch weitreichende medizinische Einschätzungen aus ver
schiedenen Fachrich
tungen abgeklärt wurde, erweisen sich die vorliegenden medizinischen Akten als ausrei
chend.
Ausserdem lässt sich entgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin auch aus den medizi
nischen Berichten ihres behandelnden Psychiaters nichts ableiten, was den RAD-Untersuchungsbericht umzustossen vermöchte. Viel
mehr erachtete Dr. Z._ in seinem Bericht vom September 2015 (vorste
hend E. 3.6) den Wechsel des Einsatzbereiches
als Reinigungs
m
itarbeiterin angesichts der gesundheitlichen Einschränkung als optimal angepasst
. Zudem habe auch
die Bereitschaft der
Beschwerdeführerin
, eine verhältnis
mässig hoch dosierte Pharmakotherapie
dauerhaft
und zuverlässig durchzu
führen, zu einer Verbesserung beigetragen. Aus welchen Gründen er die Beschwerdeführerin in
ihrer Tätigkeit als Reinigungs
m
itarbeiterin
trotzdem
langfristig
als
zu 60
%
arbeitsunfähig einschätzte, begründete Dr. Z._ nicht. Er fügte lediglich an, dass d
ie einzige Möglichkeit, diese relativ erfreu
lich stabile Situation we
iter aufrechtzuerhalten,
im Wesentlichen darin
bestehe
, die Pharmakotherapie weiterzuführen und
eine Ü
berforderung dadurch zu vermeiden, dass der Beschäfti
gungsgrad nicht wieder erhöht werde. Zu den Umständen, dass die Beschwerdeführerin in ihrem neuen Tätigkeitsumfeld jedoch weniger Verantwortung zu übernehmen hat, kein besonderer Termin- oder Zeitdruck vorhanden ist und geringere Anforde
rungen an die Organisation und Planung gestellt werden, nahm Dr. Z._ nicht Stellung. Seine Aussage, wonach d
ie psychiatrisch-psychotherapeuti
schen Optionen zur Verbesserung des Zustandes
erschöpft seien und die Pharmakotherapie
wenn nötig auch durch den Hausarzt weitergeführt we
r
den könne, ist vorliegend nicht nachvollziehbar. So führte er in seinem Bericht vom Februar 2014 (vorstehend E. 3.2) noch aus, dass eine p
sych
iatrische Therapie nach Massgabe des aktuellen Bedarfes, zur
z
eit
zirka
eine
Konsul
tation à
30
Minuten alle 3 Wochen
, stattfinde. Wie bereits RAD-Arzt Dr. E._ festgestellt hat, könnte die Frequenz der Behandlung noch inten
siviert und der Fokus auf eine Verbesserung der Abgrenzungs- und Selbstbe
hauptungsfähigkeit gelegt werden.
Dies zeigt, dass die in ständiger Rechtsprechung anerkannte Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag (vgl. BGE 137 V 210 E. 1.2.4 mit Hinweisen) von erheblicher Bedeutung ist, haben doch die Berichte der behan
delnden Ärzte rechtsprechungsgemäss nicht den Zweck einer den abschliessen
den Entscheid über die Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beur
teilung des Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die von der Rechtsprechung aufgestellten materiellen Anfor
derungen an ein Gutachten.
Auch ist der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass die behandelnden Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5). Dies zeigt sich an der Intervention des behandelnden Psychiaters exemplarisch. Zwar ist es durchaus achtenswert, dass er sich für die Inte
ressen seiner Patientin engagiert und aus Respekt vor einer Überforderung eine höhere Arbeitsfähigkeit trotz neuem, angepasstem Aufgabengebiet ver
hindern will; der Verwertbarkeit seiner Stellung
nahmen im Rahmen der Rechtsanwendung ist dies jedoch abträglich. Zusammengefasst erscheinen die Einschätzungen seitens der behandelnden Ärzte als zu stark von ihrer therapeutischen Perspektive geprägt, als dass für die Frage, welche Versi
cherungsleistungen der Beschwerdeführerin zustehen, darauf abgestellt wer
den könnte.
4.4
Die Einwände der Beschwerdeführerin in Bezug auf die medizinischen Ab
klä
run
gen sind nach dem Gesagten unbehelflich. Weitere substantiierte Ein
wände brachte sie nicht vor.
Zusammenfassend wurden somit keine Erkenntnisse vorgebracht, welche die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch den RAD-Arzt Dr. E._ umzu
stossen ver
möchten. Auf weitere Abklä
rungen kann deshalb verzichtet wer
den (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157).
4.5
Nach der Würdigung der medizinischen Akten ist zusammenfassend festzu
hal
ten, dass in Bezug auf die psychischen Beschwerden auf die Ein
schätzung des RAD-Arztes abzustellen und somit von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit gemäss beschriebenem Zumut
barkeitsprofil auszugehen ist.
Dass in somatischer Hinsicht für mittelschwere Tätigkeiten wie beispielsweise die aktuell ausgeübte Tätigkeit keine Einschränkungen vorliegen, blieb unbestritten und ergibt sich aus dem Bericht von Dr. D._ (vgl. E.3.4), wes
halb nicht weiter darauf einzugehen ist.
5.
5.1
Ob die Beschwerdeführerin als Teilerwerbstätige mit Aufgabenbereich zu quali
fizieren wäre, kann ausgangsgemäss offen bleiben.
5.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Ein
kommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versi
cherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstruk
turerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Ein
zelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28
E. 3.3.2; BGE 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
5.3
Die Beschwerdeführerin war seit August 2012 zu 80 % bei der Y._ AG als Hauswartin erwerbstätig (Urk. 9/8). Seit Dezember 2013 wird sie dort als Unterhaltsreinigerin in drei Standorten in einem Pensum von 40-50 % ein
gesetzt (vgl. Urk. 9/8/7). Der von ihr vor Eintritt des Gesundheits
schadens erzielte Verdienst stellt vorliegend eine taugliche Grundlage zur Bemessung des Valideneinkommens dar.
Gestützt auf die Akten ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bei ihrer Tätigkeit als Hauswartin bei der Y._ Fr. 41‘600.-- im Jahr 2012 mit einem Pensum von 80 % verdient hatte (vgl. Auszug aus dem individuellen Konto, IK-Auszug, Urk. 9/5). Gemäss Angaben der Arbeitgeberin hätte die Beschwerdeführerin im Jahr 2013 Fr. 45‘351.-- verdient. Gestützt auf den ausdrücklichen Hinweis der Arbeitgeberin, dass noch keine Vertrags
an
passung vorgenommen worden sei, ist dieses Einkommen von Fr. 45‘351.-- für ein 80%iges Pensum zu verstehen (vgl. Urk. 9/8 S. 2 und 7).
Unter Berücksichtig
ung der allgemeinen Lohnentwicklung
im Jahr 2014 in der Höhe von 0.8 %
(Schweizerischer
Lohnindex nach Sektor, Tabellengruppe T1.93 Nominallohnindex 1993-2015,
Total, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen/
Arbeits
kosten, Lohnentwicklung) resultiert ein Validenein
kommen in der Höhe von rund Fr. 45‘714.-- im Jahr 2014 für ein Pensum von 80 %. Aufgerechnet auf ein 100%-Pensum ergibt sich ein Valideneinkommen von Fr. 57‘142.--.
5.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtspre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE
139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (Urteile des Bundesgerichts 9C_699/2015 vom 6. Juli 2016 E. 5.2, 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. September 2015 E. 3.2.2; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.8.1 und BGE 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren Beizug erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalidenein
kommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7; BGE 139 V 592 E. 2.3, BGE 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, IVG, 3. Aufl., N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hin
weisen auf die Rechtsprechung).
5.5
Angesi
chts der Zumutbarkeit einer 70
%igen behinderungsan
gepassten Tätig
keit stehen
de
r
Beschwerdeführer
in
auch bei Beachtung der
im RAD-Bericht
genann
ten Einschränkungen eine breite Palette von Tätigkeiten offen.
Es recht
fertigt sich daher,
für
die Ermittlung des Invalideneinkommens auf den standardisierten Durchschnittslohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors gemäss LSE abzustellen.
Das im Jahr 2012 von Frauen im Durchschnitt für einfache Tätigkeiten körperli
cher oder handwerklicher Art in sämtlichen Wirtschaftszweigen erzielte Ein
kommen betrug pro Monat Fr. 4‘112.-- (LSE 2012, S. 35, Tabellen
gruppe TA1, Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftszeigen, Kompetenz
niveau und Ge
schlecht, Privater Sektor, Kompetenzniveau 1, Total Frauen), mithin Fr. 49‘344.--
pro Jahr (Fr. 4‘112.-- x 12) bei einem Pensum von 100 %.
Unter Berücksichtig
ung der allgemeinen Lohnentwicklung
im Jahr 2013 in der Höhe
von
0.7
%
und im Jahr 2014 in der Höhe von 0.8 %
(Schweizeri
scher
Lohnindex nach Sektor, Tabellengruppe T1.93 Nominallohnindex 1993-2015,
Total, www.bfs.admin.ch, Arbeit und Erwerb, Löhne/Erwerbs
einkommen/
Arbeits
kosten, Lohnentwicklung) sowie der durch
schnittlichen wöchentlichen
Arbeits
zeit
im Jahr 2014
von
41.7
Stunden (
Arbeitsmarkt
indikatoren 2016, S. 98, Tabellengruppe T18 wöchentliche Normalar
beitszeit der Vollzeitarbeitnehmen
den nach Wirtschaftsfaktoren,
abschnitten und –abteilungen, Total 2014
)
ergibt dies ein Validen
ein
kommen
von rund
Fr. 52‘216.-- für
das Jahr 2014
(Fr. 49‘344.-- x 1.007 x 1.008 : 40 x 41.7) bei einem Pensum von 100 %.
Der Beschwerdeführerin ist eine angepasste Tätigkeit in einem Umfang von 70 % zumutbar (
vorstehend E. 4
.5
), woraus
sich ein Invalideneinkommen von Fr. 36
‘
551
.-- ergibt.
Zumal der Beschwerdeführerin sowohl
ihre
aktuell ausgeübte
Tätig
keit als
Unterhaltsreinigerin als
auch eine andere angepasste Tätigkeit
zu 70 %
zumutbar
ist
,
besteht a
uf ei
nem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
ein genügend breites Spektrum an zumutbaren Verweistätigkeiten, weshalb kein leidensbe
dingter Abzug zu gewähren ist (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E. 3.1.1 mit Hinweisen).
5.6
Der
Vergleich
des Valideneinkommens von Fr. 57‘142.--
mit dem Invaliden
ein
kommen von Fr. 36‘551.-- ergibt eine Einkommenseinbusse von
Fr. 20‘592.-- und damit
eine
n
Invaliditätsgrad von 36 %.
5.7
Dementsprechend hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Rente. Mithin ist die angefochtene Verfügung vom
7. Januar 2016
nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist abzu
weisen.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
der
Beschwerdeführerin
aufzu
erlegen.