Decision ID: 90c72185-84e6-5114-b87d-795e2132ffee
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Hannelore Fuchs, Oberer Graben 44,
9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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St.Galler Gerichte
Rentenrevision
Sachverhalt:
A.
A.a A._, geboren 1952, meldete sich am 25. Juni 1987 zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung an (IV-act. 2). Ihr Hausarzt Dr. med. B._ diagnostizierte im
Arztbericht vom 15. Januar 1988 ein Lumbovertebralsyndrom, ein rezidivierendes
Panvertebralsyndrom, eine Hemisacralisation L5 sowie rezidivierende depressive
Verstimmungen. In der bisherigen Tätigkeit als Betriebsmitarbeiterin bzw. Hilfsarbeiterin
bei der C._ AG sei sie 100% arbeitsunfähig (IV-act. 5-1/14). Im polydisziplinären
Gutachten vom 18. Mai 1989 stellte die MEDAS St. Gallen ein Vertebralsyndrom bei
statisch leicht gestörter Wirbelsäule mit muskulärer Insuffizienz und lumbosacraler
Assimilationsstörung (Hemisacralisation L5 links mit Nearthrosebildung), eine
Gangstörung bei Glutaeus-medius-Schwäche sowie eine psychogene Überlagerung
der somatisch teilweise objektivierbaren Beschwerden mit depressiver Verstimmung
fest (IV-act. 17-7/11). In einer Tätigkeit ohne starke Körperbelastung und mit der
Möglichkeit von Haltungswechseln wurde die Arbeitsfähigkeit auf 60% festgesetzt
(IV-17-8/11).
A.b Mit Verfügungen vom 18. Oktober 1989 sprach die IV-Stelle der Versicherten ab
1. Juli 1987 bis 31. März 1989 bei einem IV-Grad von 100% eine ganze Rente, mit
Wirkung ab 1. April 1989 bis 31. Mai 1989 bei einem IV-Grad von 40% eine
Viertelsrente und ab 1. Juni 1989 eine halbe IV-Rente (Härtefall) zu (IV-act. 23).
B.
B.a Im Fragebogen für eine Rentenrevision vom 17. Dezember 1992 gab die
Versicherte an, ihr Gesundheitszustand habe sich verschlimmert (IV-act. 37-1/2). Dr.
B._ hielt in seinem Arztbericht vom 25. Januar 1993 u.a. fest, der
Gesundheitszustand sei stark schwankend. Es werde demnächst mit einem
Arbeitsversuch mit einem Pensum von 50% in einer den Rücken wenig belastenden
Tätigkeit begonnen (IV-act. 38-2/2). Daraufhin wurden von der IV-Stelle berufliche
Abklärungen vorgenommen (IV-act. 45). In seinem Bericht vom 16. August 1993 führte
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der Berufsberater u.a. aus, dass aufgrund der Ergebnisse des Arbeitsversuches davon
auszugehen sei, dass die Resterwerbsfähigkeit der Versicherten in einer körperlich
leichten Tätigkeit bei 35 bis 40 Arbeitstunden pro Monat liege. Es sei eine
Rentenerhöhung zu prüfen (IV-act. 49).
B.b Im polydisziplinären Gutachten vom 31. März 1994 diagnostizierte die MEDAS
St. Gallen ein panvertebrales Syndrom, ein mögliches Fibromyalgiesyndrom, eine
einfache depressive Entwicklung sowie eine psychogene Überlagerung der somatisch
teilweise objektivierbaren Beschwerden (IV-act. 59-7/18): Die Arbeitsfähigkeit werde
grösstenteils vom psychiatrischen Leiden her bestimmt. Aus psychiatrischer Sicht sei
seit 1989 keine Veränderung eingetreten. Auf somatischem Gebiet müsse das
Auftreten eines Fibromyalgiesyndroms als neue Tatsache gewertet werden.
Gesamthaft betrachtet sei von einer Verminderung der Arbeitsfähigkeit um 40% bis
maximal 50% auszugehen (IV-act. 59-10/18).
B.c Mit Verfügung vom 30. Mai 1994 wurde der Versicherten mit Wirkung ab 1. März
1993 bei einem IV-Grad von neu 50% eine halbe IV-Rente zu (IV-act. 62).
C.
Nach jeweils durchgeführten Rentenrevisionsverfahren wurde aufgrund eines
stationären Gesundheitszustandes und bei unverändertem IV-Grad von 50% die halbe
IV-Rente mit Mitteilungen vom 15. Mai 1996, 8. September 1998, 26. November 2001
und 27. August 2004 bestätigt (IV-act. 74, 83, 90 und 95).
D.
D.a Am 21. Juli 2005 stellte die Versicherte ein Gesuch um vorzeitige Revision mit dem
Antrag, der Invaliditätsgrad sei angemessen zu erhöhen (IV-act. 96). Im Bericht an den
Hausarzt vom 12. April 2005 führte Dr. med. D._, Rheumatologe, u.a. aus, dass die
Versicherte an einem chronischen, lumbal-betonten Panvertebralsyndrom mit cervico-
brachialer und lumbospondylogener Komponente beidseits leide. Zudem bestehe ein
Verdacht auf depressive Verstimmungen (IV-act. 97-7/10). Für die jetzige Arbeit bei der
C._ AG, stehend am Fliessband, mit angeblich häufigen Hebearbeiten über 10 kg
erachte er die Versicherte im Umfang von 30 - 40% arbeitsfähig, wobei das Heben von
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schweren Lasten und die kühle Umgebung ungünstig seien. Im Verlaufsbericht vom 15.
August 2005 hielt Dr. B._ fest, der Gesundheitszustand habe sich seit 7. Juli 2004
leicht verschlechtert. Die Versicherte habe im März 2005 über vermehrte Beschwerden
geklagt. Die chronischen Rückenschmerzen hätten allgemein zugenommen. Sie arbeite
derzeit ein bis zwei Stunden pro Tag auf Abruf bei der Firma C._. Leichtere Arbeiten,
welche der Versicherten zugemutet werden könnten, seien kaum zu finden (IV-act.
98-5f./10).
D.b Im polydisziplinären Gutachten der MEDAS St. Gallen vom 22. November 2006
wurden eine psychogene Überlagerung der somatisch teilweise objektivierbaren
Beschwerden (ICD-10:F54) sowie ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom mit
pseudoradikulären Ausstrahlungen rechts (ICD-10: M54.5) als Hauptdiagnosen (mit
Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit) festgestellt (IV-act. 109-11/26). Als
Nebendiagnosen (ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit) wurden ein
leichtes cervikocephales Syndrom, ein pathogenisch unklares Duchènne-Hinken
rechtsbetont, ein Status nach Varizenoperation rechts, beginnende Heberden-
Arthrosen, Hammerzehen beidseits sowie anamnestisch eine digituus-mortius-
Symptomatik beidseits aufgeführt (IV-act. 109-12/26). In der bisherigen und zuletzt
ausgeübten Tätigkeit bei der Firma C._ als sogenannte Pausenablöse bestehe
polydisziplinär beurteilt aus rheuma-orthopädischer und psychiatrischer Sicht
spätestens seit April 2005 eine Arbeitsunfähigkeit von 50 bis maximal 60%. Dies
entspreche weitgehend der realen Situation, da die Versicherte nach eigenen Angaben
bis 2 x 2 Stunden täglich am Fliessband tätig sei. Für eine adaptierte Tätigkeit würden
die gleichen Angaben gelten. Aus rheuma-orthopädischer Sicht ungünstig seien
ausschliesslich stehende und gehende Tätigkeiten, vor allem mit viel Treppensteigen,
vorwiegend körperlich schwere Arbeiten mit häufigem Heben und Tragen schwerer
Gewichte über 20 – 30 kg und/oder stereotype Arbeiten in einer unergonomischen
Rückenhaltung oder mit häufiger maximaler Hüftflexion (dies mehr theoretisch; IV-act.
109-16/26).
D.c Mit Vorbescheid vom 6. Februar 2007 wurde der Versicherten mitgeteilt, dass sie
weiterhin Anspruch auf eine halbe IV-Rente bei einem Invaliditätsgrad von 55% habe.
Eine rentenrelevante Verschlechterung sei aufgrund der medizinischen Beurteilung
nicht ausgewiesen (IV-act. 115). Mit Eingabe vom 2. März 2007 liess die Versicherte
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Einwände erheben und beantragte die Zusprache einer ganzen IV-Rente. Dabei macht
sie insbesondere geltend, dass beim Einkommensvergleich weder ein leidensbedingter
Abzug noch ein Teilzeitabzug vorgenommen worden sei. Zudem werden Einwände
gegen das MEDAS-Gutachten und die darauf gestützte Festsetzung der
Arbeitsfähigkeit durch die IV-Stelle auf 45% erhoben (IV-act. 118). Am 28. Juni 2007
verfügte die IV-Stelle entsprechend dem Vorbescheid (IV-act. 120).
E.
E.a Dagegen richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 30. August 2007 mit dem
Antrag, die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 28. Juni 2007 sei aufzuheben und
der Beschwerdeführerin sei eine ganze IV-Rente zuzusprechen. Zudem sei ihr die
unentgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung zu gewähren (act. G1). Dabei
macht sie insbesondere geltend, die Festsetzung der Arbeitsunfähigkeit durch die
Beschwerdegegnerin sei willkürlich erfolgt. Es seien zusätzliche Abklärungen
vorzunehmen. Selbst wenn von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 bis maximal 60%
ausgegangen würde, entspräche dies keiner Erwerbsunfähigkeit von 55%, da noch ein
leidensbedingter Abzug von mindestens 10% zu berücksichtigen sei. Jedoch werde
auf die Geltendmachung eines Teilzeitabzuges verzichtet.
E.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in ihrer Beschwerdeantwort vom 1. Oktober
2007 die Abweisung der Beschwerde. Sie macht insbesondere geltend, es könne
vollumfänglich auf das umfassende polydisziplinäre MEDAS-Gutachten abgestellt
werden. Weitere medizinische Abklärungen seien unnötig. Der Einkommensvergleich
sei aufgrund der statistischen Tabellenlöhne vorgenommen worden, da die
Beschwerdeführerin keine Erwerbstätigkeit im zumutbaren Ausmass mehr ausübe. Ein
sogenannter Leidensabzug sei nicht gerechtfertigt, da der Beschwerdeführerin nicht
nur leichte Tätigkeiten zumutbar seien. Auch die aus rückenergonomischen Gründen
bestehenden Einschränkungen würden keinen Leidensabzug rechtfertigen.
E.c In der Replik vom 6. November 2007 hält die Beschwerdeführerin an ihrem Antrag
fest. Nebst der Kritik am MEDAS-Gutachten, welches nicht schlüssig sei, wird
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ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin ihre Arbeitsfähigkeit voll ausschöpfe. Sie
habe im Jahr 2006 einen Bruttolohn von Fr. 17'900.-- erhalten. Verglichen mit dem von
der Beschwerdeführerin angenommenen Valideneinkommen ergebe sich eine
Erwerbseinbusse von 63%. Sofern man die gesundheitsschädigenden Bedingungen
ausschalten wolle, sei ein Leidensabzug von 10% durchaus gerechtfertigt (act. G 11).
E.d Auf die Einreichung einer Duplik wurde verzichtet.

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366
E. 1b), sind vorliegend die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden materiellen
Bestimmungen anzuwenden.
2.
2.1 Vorliegend ist die Frage streitig, ob die Beschwerdegegnerin eine revisionsweise
Erhöhung der früher zugesprochenen halben IV-Rente zu Recht abgewiesen hat.
2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 aIVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente,
wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Um den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
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und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch
zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
2.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben. Anlass zu einer
Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die
geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Ob
eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes,
wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung bestanden hat, mit
demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (vgl. BGE 125 V 369 E. 2 mit
Hinweis). Nach der Rechtsprechung ist die Invalidenrente nicht nur bei einer
wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar,
wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5). Eine bloss
unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts
stellt praxisgemäss keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2 mit
Hinweisen). Eine anspruchsbeeinflussende Änderung – zum Beispiel eine massgebliche
Verbesserung oder Verschlimmerung des Gesundheitszustandes – ist zu
berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert
hat (Art. 88a der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
3.
3.1 Strittig ist die Frage, ob sich die für den Invaliditätsgrad massgeblichen
Verhältnisse seit der am 30. Mai 1994 zugesprochenen halben Rente bei einem IV-Grad
von 50% (IV-act. 62) bis zur angefochtenen Verfügung vom 28. Juni 2007 (IV-act. 120)
in revisionserheblicher Weise geändert haben.
3.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der am 28. Juni 2007 verfügten
Abweisung des Gesuches um Rentenerhöhung auf die Beurteilung im MEDAS-
Gutachten vom 22. November 2006 (IV-act. 109). Die Beschwerdeführerin wendet
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dagegen ein, dass sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert habe und die
Einschätzung der MEDAS-Gutachter nicht zutreffend sei (act. G 1). Es sind daher die
Fragen zu beurteilen, ob dem Gutachten Beweiswert zukommt und die
Beschwerdegegnerin gestützt darauf zu Recht eine revisionserhebliche
Verschlechterung der gesundheitlichen Situation verneinen durfte.
3.3 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei
einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder
die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen).
3.4 Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien
Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen
medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen. So weicht das Gericht beispielsweise bei Gerichtsgutachten nach der
Praxis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen
Experten ab, dessen Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur
Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein
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Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist
oder wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu
anderen Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Beurteilung kann ferner
gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachexperten
dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in
Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch eine Oberexpertise für
angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des
Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 f., E. 3b/aa
mit Hinweisen).
3.5 Die Beschwerdeführerin wurde vom 25. bis 27. September 2006 in der MEDAS
Ostschweiz in St. Gallen einer polydisziplinären medizinischen Begutachtung
unterzogen. Aus rheumatologischer und orthopädischer Sicht wurde im Gutachten vom
22. November 2006 ausgeführt, dass sich aufgrund der klinischen und radiologischen
Daten gegenüber der Begutachtung durch die MEDAS im März 1994 nur eine
geringgradige Verschlechterung der Belastbarkeit des Bewegungsapparates bis
maximal 10% ergebe. Die diesbezüglich anzugebenden qualitativen Einschränkungen
hätten sich ebenfalls grundsätzlich nicht geändert. Ungünstig seien ausschliesslich
stehende und gehende Tätigkeiten vor allem mit häufigem Treppensteigen, Arbeiten
mit häufigem Heben und Tragen schwerer Gewichte über 20 – 30 kg oder lang
andauernde stereotype Tätigkeiten in einer unergonomischen Rückenstellung oder
Arbeiten mit häufiger maximaler Hüftflexion. Im psychiatrischen Konsiliargutachten wird
festgehalten, dass sich das psychopathologische Zustandsbild seit 1994 allmählich
verschlechtert habe. Zugenommen hätten die Sorgen um die eigene Gesundheit bzw.
die existenziellen Ängste, nachdem bereits der älteste Sohn ausgezogen und der
jüngste mit der Lehre fertig sei und sie von der IV für ihn keine finanzielle Unterstützung
mehr erhalte. Aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte spätestens ab April 2005 zu
50% arbeitsunfähig (IV-act. 109-24f./26). Zusammenfassend wird im MEDAS-
Gutachten ausgeführt, dass sich gegenüber der Begutachtung im März 1994 aktuell
eine rein psychiatrisch bedingte Arbeitsunfähigkeit von 50% und aus rheuma-
orthopädischer Sicht nebst den erwähnten qualitativen Einschränkungen eine geringe
Verschlechterung von maximal 10% ergebe. Polydisziplinär beurteilt sei aktuell von
einer Arbeitsunfähigkeit von 50% bis maximal 60% auszugehen (IV-act. 109-15/26).
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3.6 Im Hinblick auf die Würdigung der medizinischen Situation fällt ins Gewicht, dass
das MEDAS-Gutachten auf eigenständigen interdisziplinären Abklärungen, mithin auf
allseitigen Untersuchungen beruht und damit für die streitigen Belange umfassend ist.
Die Vorakten wurden verwertet und die von der Beschwerdeführerin geklagten
Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt. Das MEDAS-Gutachten leuchtet in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation ein. Vor diesem Hintergrund vermögen auch die darin
enthaltenen Schlussfolgerungen, namentlich die Beurteilung des Gesundheitsverlaufes
sowie die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit – entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin – zu überzeugen. Insbesondere wurde im Gutachten ausdrücklich
zur Entwicklung des Gesundheitszustandes seit der letzten Begutachtung im März
1994 Stellung genommen und die Abweichungen nachvollziehbar begründet, womit
auch der Auftrag zur Verlaufsbegutachtung vollumfänglich erfüllt worden ist. Damit
bildet das MEDAS-Gutachten die Grundlage für die vorliegende Hauptfrage, ob sich
der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin revisionserheblich geändert hat.
3.7 Bereits im MEDAS-Gutachten vom März 1994 waren hauptsächlich die
psychischen Beschwerden Grund für die Rentenzusprache. Damals wurde die
Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht auf 40% festgelegt. Gesamthaft, d.h. unter
Mitberücksichtigung der somatischen Beschwerden, wurde damals eine Verminderung
der Arbeitsfähigkeit um 40% bis maximal 50% attestiert (IV-act. 59-10/18). In der
Verlaufsbegutachtung wird nun aufgrund der Verschlechterung des psychischen
Zustandes eine um 10% höhere Arbeitsunfähigkeit, d.h. 50% angenommen. Unter
Mitberücksichtigung der geringen Verschlechterung der somatischen Beschwerden
schätzte die MEDAS die Gesamtarbeitsunfähigkeit auf 50% bis maximal 60%. Dass die
Beschwerdegegnerin vor diesem Hintergrund aktuell eine Arbeitsunfähigkeit von 55%
(Mittelwert der Einschränkung von 50% bis 60%) bzw. eine Arbeitsfähigkeit von 45% in
einer leidensangepassten Tätigkeit angenommen hat, ist nicht zu beanstanden. Im
Übrigen ist in Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin zu berücksichtigen, dass
die psychisch und physisch einzeln beurteilte Arbeitsunfähigkeit nicht addiert werden
kann, sondern mittels einer polydisziplinären Schlussbeurteilung zu würdigen ist. Beim
Vorliegen von somatischen und psychischen Beschwerden drängt es sich auf, die
Arbeitsfähigkeit im Rahmen einer interdisziplinären Gesamtbeurteilung zu bestimmen,
wie dies vorliegend geschehen ist. Deshalb vermag auch der Bericht von Dr. D._ vom
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12. April 2005 (IV-act. 97) die Beweistauglichkeit des MEDAS-Gutachtens nicht zu
erschüttern, zumal dort keine objektiven Gesichtspunkte genannt werden, welche im
MEDAS-Gutachten unberücksichtigt geblieben wären. Vielmehr war dieser Bericht und
die abweichende Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. D._ den MEDAS-
Gutachtern bekannt (IV-act. 109-6/26). Zudem führte Dr. D._ aus, dass eine definitive
Stellungnahme bezüglich der Arbeitsfähigkeit nicht abgegeben werden könne, da er
nicht wisse, ob sich die Befunde gegenüber der MEDAS-Beurteilung von 1994
verschlechtert hätten. Zudem seien ihm die Resultate der Röntgenuntersuchungen
nicht bekannt (IV-act. 97-4/4).
3.8 Zusammenfassend ist in Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin und
aufgrund des polydisziplinären MEDAS-Gutachtens vom 22. November 2006 von einer
Arbeitsfähigkeit im Umfang von 45% in einer leidensangepassten Tätigkeit, wie sie in
der Gesamtbeurteilung im Gutachten beschrieben wird (IV-act. 109-16/26 Ziff. 5.2),
auszugehen.
4.
4.1 Die Ermittlung der Erwerbsunfähigkeit und damit des Invaliditätsgrades erfolgt
durch den Vergleich des Einkommens, das die Versicherte erzielen würde, wenn der
versicherte Gesundheitsschaden nicht eingetreten wäre, mit jenem, das sie als Invalide
erzielen könnte.
4.2 Die Beschwerdegegnerin hat die Festlegung des Valideneinkommens aufgrund des
Umstandes, dass diesbezüglich keine verlässliche Einkommensbasis zur Verfügung
steht, gestützt auf die schweizerische Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für
Statistik (LSE) vorgenommen, was von der Beschwerdeführerin zu Recht nicht
beanstandet worden ist. Denn die letzte konkrete Angabe der Arbeitgeberin im
Zusammenhang mit dem hypothetisch ohne Gesundheitsschaden erzielbaren
Einkommen stammt aus dem Jahr 1993 (IV-act. 49-1/2). Danach hat die Arbeitgeberin
– soweit ersichtlich – zur Frage der realen Einkommensentwicklung keine Angaben
mehr gemacht (vgl. IV-act. 71-2/3, 81-2/3, 88-2/5, 94-2/5 und 99-2/6). Zudem kann
nicht auf den aktuell erzielten Lohn abgestellt werden, da die heutige (reduzierte)
Aushilfstätigkeit bei der E._ S.A. nicht der früher ausgeübten Beschäftigung bei der
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damaligen C._ AG entspricht (vgl. dazu auch nachstehend Erw. 4.3). Die Anwendung
der Tabellenlöhne ist daher vorliegend gerechtfertigt. In den Durchschnittswerten der
LSE schlägt sich nieder, was eine Person mit gleichen beruflichen Voraussetzungen
wie die Versicherte verdienen könnte. Dabei ging die Beschwerdegegnerin von einem
Valideneinkommen gemäss LSE 2004 (Anforderungsniveau 4) in der Höhe von Fr.
48'590.-- aus (IV-act. 120-2/3), was nach dem Gesagten nicht zu beanstanden ist.
4.3 Bezüglich der noch zumutbaren Tätigkeit ist auf die Feststellungen im MEDAS-
Gutachten vom 22. November 2006 abzustellen. Gemäss den dortigen Angaben kann
die Beschwerdeführerin trotz des bestehenden Gesundheitsschadens alle Tätigkeiten
im Umfang von 45% ausüben, die weder ausschliesslich stehende und gehende
Arbeiten (vor allem mit viel Treppensteigen) noch vorwiegend körperlich schwere
Arbeiten mit häufigem Heben und Tragen schwerer Gewichte über 20 – 30 kg und/oder
stereotype Arbeiten in einer unergonomischen Rückenhaltung oder mit häufiger
maximaler Hüftflexion verlangen (IV-act. 109-16/26). Das Mass der tatsächlichen
Erwerbseinbusse stimmt mit dem Umfang der Invalidität nur dann überein, wenn -
kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse eine Bezugnahme auf den
allgemeinen Arbeitsmarkt praktisch erübrigen, wenn die Versicherte eine Tätigkeit
ausübt, bei der anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit
entsprechend ihrer Ausbildung und Fähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft und
gleichzeitig zu erwarten ist, dass ein entsprechendes Einkommen auch anderweitig auf
dem Arbeitsmarkt erzielt werden könnte (BGE 117 V 8). Diese Voraussetzungen sind
vorliegend nicht gegeben. Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin
einer Abrufstätigkeit während ein bis zwei Stunden täglich nachgeht (IV-act. 98-3/10).
Sie arbeite als sogenannte Pausenablöse. Diese Tätigkeit beinhalte die Bedienung der
Produktionsmaschinen während der Abwesenheit der eigentlichen Maschinenführer
und sei deswegen je nach Anzahl der in Betrieb stehenden Maschinen unterschiedlich,
in der Regel bei Vollbetrieb vormittags und nachmittags 1 1⁄2 bis 2 Stunden. Zum Teil
habe sie aber auch tageweise keine Arbeit (IV-act. 109-2/26). Sie erledige dort Arbeiten
am Förderband und müsse häufig Lasten über 10 kg heben sowie in kühler Umgebung
arbeiten. Sie habe den Eindruck, dass sie so nicht weiter arbeiten könne (IV-act. 97-2/4
oben). Im Fragebogen für den Arbeitgeber wird bestätigt, dass die Beschwerdeführerin
als Aushilfe beschäftigt werde (IV-act. 99-1/6). Mit der Vorinstanz ist davon
auszugehen, dass es auch unter Berücksichtigung der im MEDAS-Gutachten
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festgehaltenen Einschränkungen auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend der
Behinderung der Beschwerdeführerin angepasste Arbeitsgelegenheiten gibt. Das in
Ausübung einer im erwähnten Sinne zumutbaren Tätigkeit erzielbare Einkommen lässt
sich praxisgemäss gestützt auf die der Lohnstrukturerhebung zu entnehmenden
Tabellenlöhne ermitteln (BGE 126 V 76 f. E. 3b/aa).
4.4 Das Valideneinkommen ist daher wie das Invalideneinkommen anhand der
statistischen Werte zu ermitteln. Sind Validen- und Invalideneinkommen ausgehend
vom selben Tabellenlohn zu berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung.
Diesfalls entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter
Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (sogenannter Prozentvergleich; SVR
1/2008 IV Nr. 2 S. 3 E. 5.4). Hinsichtlich der Bestimmung des Validen- und
Invalideneinkommens bestehen vorliegend keine Anhaltspunkte, die ein Abstellen auf
unterschiedliche Tabellenlöhne rechtfertigen. Der Invaliditätsgrad ist somit anhand
eines Prozentvergleichs vorzunehmen.
4.5 Zu beurteilen bleibt letztlich noch die Frage, ob und allenfalls in welchem Umfang
ein Leidensabzug auf dem Invalideneinkommen vorzunehmen ist.
4.5.1 Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt
werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu
verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen
behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung
hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen – auch von invaliditätsfremden
Faktoren – des konkreten Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung,
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welche
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal
zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des
Leidensabzuges ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI 2002 S. 62 und
BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
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4.5.2 Im Hinblick darauf, dass der Beschwerdeführerin aufgrund der im MEDAS-
Gutachten beschriebenen qualitativen Einschränkungen nicht nur leichte, sondern auch
noch mittelschwere Tätigkeiten zumutbar sind, ist der Beschwerdegegnerin
grundsätzlich darin zuzustimmen, dass aufgrund dieser rein körperlichen
Einschränkungen der Leistungsfähigkeit kein Abzug auf dem Invalideneinkommen
("Leidensabzug") gerechtfertigt ist. Richtig ist auch, dass sich eine
Teilzeitbeschäftigung bei Frauen gemäss Statistik jedenfalls nicht lohnmindernd
auswirkt (vgl. Tabelle 6* der LSE 2004, S. 25). Vorliegend fällt jedoch ins Gewicht, dass
die Beschwerdeführerin gegenüber einer gesunden Konkurrentin für einen bestimmten
Arbeitsplatz ein deutlich höheres Krankheitsrisiko hat. Aus der Sicht eines ökonomisch
denkenden Arbeitgebers senkt dieses Risiko, dessen Verwirklichung die
Gesamtlohnkosten des Betriebes erhöhen würde, den "Wert" der Beschwerdeführerin
als Arbeitnehmerin. Um dies zu kompensieren und konkurrenzfähig zu bleiben, müsste
sie mit einem entsprechend tieferen Lohn rechnen. Zudem ist zu berücksichtigen, dass
die Beschwerdeführerin weit überwiegend aufgrund ihres psychischen Leidens in der
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. So ergibt sich allein aus psychiatrischer Sicht eine
Arbeitsunfähigkeit von 50% (IV-act. 109-15/26). Dabei ist davon auszugehen, dass sich
diese psychische Beeinträchtigung nicht nur quantitativ am Arbeitsplatz auswirkt,
sondern auch Einfluss auf die betrieblichen Einsatzmöglichkeiten und die auch bei
Hilfsarbeiten von potentiellen Arbeitgebern geforderte Flexibilität und mithin auch auf
die Höhe des Lohnes hat, um im Wettbewerb mit körperlich und psychisch gesunden
Teilzeitbeschäftigten konkurrenzfähig zu bleiben. Insgesamt trägt ein Abzug vom
Tabellenlohn von 15% den genannten Umständen angemessen Rechnung.
4.6 Unter Berücksichtigung eines 15%igen Leidensabzuges und gestützt auf eine
Arbeitsfähigkeit von 45% resultiert in Anwendung eines Einkommensvergleichs gemäss
vorstehender E. 4.4 ein Invaliditätsgrad von 62% (100% - [45% x 0.85]; zum Runden
BGE 130 V 121) und somit ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente.
5.
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5.1 Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit ist die anspruchsbeeinflussende
Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate
angedauert hat (Art. 88a Abs. IVV). Sofern die versicherte Person die Revision verlangt
hat, erfolgt die Erhöhung der Rente frühestens von dem Monat an, in dem das
Revisionsbegehren gestellt wurde (Art. 88bis Abs. 1 lit. a IVV). Nach der
Rechtsprechung geht die Bestimmung von Art. 88a Abs. 2 IVV derjenigen von Art.
88bis Abs. 1 lit. a IVV vor, so dass im Falle, da die versicherte Person die Revision
verlangt, die Rente nur dann vom Anmeldemonat an erhöht werden kann, wenn in
diesem Monat die dreimonatige Frist nach Art. 88a Abs. 2 IVV abgelaufen ist (BGE 105
V 262; ZAK 1980, 506 Erw. 2).
5.2 Vorliegend ist aufgrund der Ausführungen im MEDAS-Gutachten von einer
Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit ab April 2005 auszugehen (IV-act. 109-16/26
Ziff. 5.1 und 109-25/26), sodass diese ab Juli 2005 zu berücksichtigen ist. Demnach ist
im Zeitpunkt des Revisionsgesuches vom 21. Juli 2005 (IV-act. 96) auch die
dreimonatige Frist nach Art. 88a Abs. 2 IVV abgelaufen. Der Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente besteht somit ab 1. Juli 2005.
6.
Zusammenfassend ergibt sich, dass sich der IV-Grad im vorliegend relevanten
Zeitraum bis zum Erlass der streitigen Revisionsverfügung vom 28. Juni 2007 im
Vergleich zur Rentenverfügung vom 30. Mai 1994 in revisionserheblicher Weise
verändert hat. Die Beschwerdeführerin hat bei einem IV-Grad von 62% Anspruch auf
eine Dreiviertelsrente der Invalidenversicherung mit Wirkung ab 1. Juli 2005.
7.
7.1 Nach dem Gesagten ist in Gutheissung der Beschwerde die angefochtene
Verfügung vom 28. Juni 2007 aufzuheben mit der Feststellung, dass die
Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. April 2005 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente
der Invalidenversicherung hat.
7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
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1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen.
7.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Im vorliegenden Fall erscheint eine Parteientschädigung von
Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG