Decision ID: 6e6c6c6d-aacc-4a3d-b233-795b65251679
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren
1977
,
gelernter Informatiker (
Urk.
7/2/1)
,
meldete sich am 2
0.
November 2013 u
nter Hinweis auf
ein seit Ende 2012 bestehendes psychisches Leiden
bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
bezug an (
Urk.
7/3
Ziff.
6.2-3
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab,
führte berufliche Massnahmen durch (Urk. 7/31, 7/32, 7/40, 7/41, 7/44, 7/49, 7/51)
und holte bei
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
ein p
sychiatrisches Gutachten ein, das am 3
1.
Mai 2017
erstattet wu
rde (
Urk.
7/87
).
Nach
durchgeführt
em
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/91;
Urk.
7/94
) verneinte die
IV-Stelle
mit Verfügung vom 1
5.
Dezember 2017
einen Rentenanspruch (
Urk.
7/97
=
Urk.
2)
2.
Der Versicherte erhob am
1
5.
Januar 2018
Beschwerde gegen die Verfügung vom
1
5.
Dezember 2017
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm
mit Wirkung ab
1.
Mai 2014 eine ganze Invalidenrente
zuzusprechen, eventuell sei
das Verfahren zwecks Wiederholung der psychiatrischen Begutachtung an die IV-Stelle zurückzuweisen
(
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
6.
Februar 2018
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer
am
1.
März 2018 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
Am
8.
März 2018 reichte er seine Ste
llungnahme ein (
Urk.
9), welche
der Beschwerdegegnerin am
9.
März 2018
zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
akten
(
Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge
und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2) damit, dass kein versicherter Gesundheitsschaden im Sinne des Gesetzes ausgewiesen sei (S. 1). Auf das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Y._
vom 3
1.
Mai 2017 könne abgestellt werden. Demnach liege beim Beschwerdeführer ein Suchtleiden vor, welches als Cannabisabhängigkeitssyndrom (ICD-10 F12.24) zu definieren sei. Es liege weder eine Gesundheitsstörung vor, die zu einer zwingenden Anwendung von Cannabis führe, noch habe das Cannabisabhängigkeitssyndrom zu einer irre
versiblen Gesun
dheitsstörung geführt. Der Cannabiskonsum führe zu Einschrän
kungen im interpersonellen Bereich. Unter dauerhafter Abstinenz von Cannabis mit gezielter psychopharmakologischer Einstellung von Entzugssymptomen, einer Entwöhnungstherapie und den depressiv-psychotischen Symptomen, sei der Beschwerdeführer nicht nur in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig, sondern mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch in der angestammten Tätigkeit (
Urk.
6 S. 1 f.).
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
er leide unter einer
schizoaffektiven
Störung sowie unter einer kombinierten Persönlichkeitsstörung und
sei
infolgedessen auf den freien sowie auch dem geschützten Arbeitsm
arkt zu 100
%
arbeitsunfähig
.
E
r
habe
zwar immer wieder Arbeit in seinem erlernten Beruf als Informatiker gefunden, habe diese Arbeit jedoch krankheitsbedingt nie längere Zeit behalten können (S. 10
Ziff.
2.1).
Auf das Gutachten von
Dr.
Y._
könne nicht abgestellt werden.
Dieses sei weder aktuell
verfasst worden
,
noch sei es hinsichtlich Diagnosen und Schluss
folgerungen schlüssig (S. 7 ff.
Ziff.
1.1-3
).
Zudem sei medizinisch und labormässig belegt, dass er zumindest im Zeitraum zwischen August 2013 und Oktober 2015 den Cannabiskonsum eingestellt gehabt habe, ohne dass dies an
seinen psy
chischen Störungen und seinen interpersonellen Problemen irgendetwas geändert hätte
(
Urk.
9 S. 1 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerde
führers auf eine Invalidenrente.
3.
3.1
Die Ärzte des
A._
,
Z._
,
stellten in ihrem Bericht vom 1
3.
Januar 2014 (
Urk.
7/11
/1-11
) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode bei Zustand nach
schwergradiger
Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F33.1),
bestehend
vermutlich seit Jahren
-
Differenzialdiagnose:
Schizoaffektive
Störung, gegen
wärtig depressiv (ICD-10 F25.1)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie einen
Zustand nach schädlichem Konsum von Cannabis
(ICD-10 F12.1), eigenanam
nestisch Psoriasis, Differenzialdiagnose psychogener Pruritus sowie eine aller
gische
Rhinopathie
.
Der Cannabiskonsum sei während
d
er Behandlung bei ihnen sistiert worden
(
Ziff.
1.1).
Die Ärzte führten aus, der Beschwerdeführer sei seit
dem 2
2.
August 2013 bei ihnen in Behandlung
,
und die letzte Kontrolle sei am
9.
Januar 2014 erfolgt
(
Ziff.
1.2).
Im zuletzt ausgeübten Beruf als Informatiker bestehe mindestens seit Behand
lungsbeginn am 2
2.
August 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
.
D
avor habe aufgrund der Informationen seit Anfang 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
bis 100
%
vorgelegen. Länger zurückliegende Beeinträchtigungen seien wahr
scheinlich, subjektiv seit etwa 15 Jahren, könnten jedoch retrospektiv schlecht
objektiviert werden (
Ziff.
1.6)
. Die bisherige Tätigkeit sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht zumutbar.
E
ine angepasste Tätigkeit könne bis vier Stunden täglich in einer wohlwollenden Arbeitsatmosphäre in einem kleinen Team bei fehlendem Zeitdruck und unter strukturierter Anleitung erfolgen
. Es werde eine Dosierung
des Sozialkontaktes empfohlen
(
Ziff.
1.7).
Bei gutem Verlauf und Erfolg beruflicher Wiederein
glie
derungsmassnahmen sei
im angestammten Arbeitsbereich
von einer Verbesse
rung der Arbeitsfähigkeit auf 40
%
bis 50
%
in sechs bis neun Monaten aus
zugehen (
Ziff.
1.9).
Die Ärzte führten zu Art und Umfang der gegenwärtigen Behandlung aus, es erfolgten stündliche Kontakte mit einer Frequenz von zwei bis vier Wochen. Die antipsychotische medikamentöse Behandlung erfolge gegenwärtig nach Bedarf (
Ziff.
1.5).
Zur Krankheitsanamnese führten die Ärzte aus, nach normaler Entwicklung im Kindes- und Jugendalter hätten vor 15 Jahren die allgemeinen Lebens
schwie
rigkeiten begonne
n, welche sich vor allem im b
eruflichen Leben gezeigt hätten
.
De
r
Beschwerdeführer
konsumiere seit langer Zeit täglich Marihuana im Umfang von zwei bis drei Joints
(
Ziff.
1.4).
D
er in der Vergangenheit bestehende Cannabiskonsum werde als sekundär und als Selbstheilungsversuch gesehen, er müsse jedoch angesichts der Häufigkeit und der potentiell schädigenden Wirkung (obwohl objektivierbare Angaben fehlten) als schädigend eingestuft w
erden (
Ziff.
1.4)
.
3.2
In ihrem Bericht vom 1
6.
Oktober 2015 (
Urk.
7/65
/1-9
) stellten die Ärzte
des
A._
,
Z._
,
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
schizoaffektive
Störung, gegenwärtig depressiv, Differenzialdiagnose rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichtgradige depressive Episode bei Zustand nach
schwergradiger
Episode mit psychotischen Symptomen
, vermutlich seit Jahren bestehend
-
kombinierte Persönlichkeitsstörung mit paranoiden, schizoiden und zwang
haften Anteilen (mit psychotischer Dekompensation unter Belas
tung im Rahmen von ICD-10 F25.1 oder Persönlichkeitsveränderung im Rahmen von ICD-10 F25.1)
, bestehend vermutlich seit Adoleszenz
-
chronischer, allenfalls knapp kompensierter Tinnitus beidseits bei alters
ent
sprechendem Gehör
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie eine
Seborrhoea
capitis
und eine allergische
Rhinopathie
(
Ziff.
1.1)
Die Ärzte führten aus,
der Beschwerdeführer sei seit dem 2
2.
August 2013 bei ihnen in Behandlung, und
die letzte
Kontrolle sei am 1
3.
August 2015
erfolgt (
Ziff.
1.2).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Informatiker bestehe seit dem 2
2.
August 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die Arbeitsunfähigkeit werde voraussichtlich mindestens in ähnlich schwer ausgeprägtem Ausmass noch viele Monate bis ei
n Jahr fortbestehen
(
Ziff.
1.6)
.
E
ine angepasste Tätigkeit
,
zum Beispiel im Rahmen einer weiteren
beruflichen Massnahme
,
könnte vier bis fünf Stunden täglich in einer sehr wohlwollenden Arbeitsatmosphäre bei sehr strukturierten Tätigkeiten,
fehlendem Zeitdruck
,
in einem überschaubaren Team, sowie unter wohlwollender Anleitung unter Berücksichtigung unter anderem der Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der
reduzierten sozialen Kompetenz beziehung
s
weise der Sensibilität im Zusammenhang mit hierarchischen Strukturen
,
erfolgen. Der Beschwerdeführer sollte bezüg
lich der sozialen Kontakte am Arbeits
platz nicht überfordert werden
(
Ziff.
1.7).
Die Ärzte hielten fest, bei idealem Verlauf könnte nach Ablauf von einem Jahr
eine
Arbeitsfähigkeit von 30
%
im angestammten Bereich respektive in einem Nischenarbeitsplatz erreicht werden (
Ziff.
1.9).
A
ufgrund der ausgeprägten Be
schwerden in der zwischenmenschlichen Interaktion
erscheine
nur eine Tätigkeit in einem Nischenbereich auf Dauer realistisch
(S. 1
lit
. b).
Erfreulicherweise habe der schädliche Cannabiskonsum beendet werden können, was initial durch Urinkontrollen habe bestätigt werden können
.
Zur Verbesserung der sozialen Kompetenzen sei ein Eintritt in die Tagesklinik mit Ersttermin am
7.
September 2015 erfolgt (
Ziff.
1.4).
Die Behandlung bei ihnen sei nach Zuwei
sung in die Praxis von
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, sistiert worden. Es sei geplant, dass der Beschwerdeführer wöchentliche Termine wahrnehme sowie parallel die Tagesklinik in ihrem Hause besuchen werde
(
Ziff.
1.5).
3.3
Dr.
med.
C._
, Oberärztin,
Z._
, stellte in ihrem Bericht
vom 2
2.
März 2017 (
Urk.
7/81) folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(
Ziff.
1.2):
-
schizoaffektive
Störung, gegenwärtig depressiv
,
Differenzialdiagnose rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichtgradige depressive Episode bei Zustand nach
schwergradiger
Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F25.1)
-
Verdacht auf kombinierte Persönlichkeitsstörung mit paranoiden, schizoiden und zwanghaften Anteilen
,
sowie psychotischer Dekompen
sation unter Belastung (ICD-10 F61)
-
Zustand nach schädlichem Gebrauch von Cannabis (ICD-10 F12.1)
-
Seborrhoea
capitis
-
allergische
Rhinopathie
-
chronischer, allenfalls knapp kompensierter Tinnitus beidseits bei alters
entsprechendem Gehör
Dr.
C._
führte aus, die teilstationäre Behandlung des Beschwerdeführers habe vom 2
6.
Januar bis 1
0.
Juni 2016 jeweils
an vier Halbtagen pro Woche statt
gefunden, wobei der Patient
wiederholt längere Absen
zen aufgewiesen habe (
Ziff.
3.1).
S
owohl in der bisherigen als
auch in einer angepassten Tätigkeit sei keine Arbeitsfähigkeit mehr gegeb
en. Gemäss damaliger Aussage des Patienten wäre er
jedoch an einer regelmässigen einfachen Tätigkeit in einem Teilpensum inte
ressiert. In Betracht zu ziehen wäre diesbezüglich eine geschützte Tätigkeit mit klarer Struktur an einem Einzelarbeitsplatz ohne Notwendigkeit einer intensiven Teamarbeit oder Kundenkontakte, was den Patienten in Anbetracht der schizoi
den, zwanghaften und paranoiden Persönlichkeitsanteile überfordern könnte (
Ziff.
2.1).
Während der teilstationären Behandlung im Jahr 2016
habe keine wesentliche Zustandsverbesserung erreicht werden können. Insbesondere die beschriebenen Besonderheiten der Persönlichkeit hätten sich als persistierend erwiesen
.
Vor diesem Hintergrund erscheine auch die
Reintegrierbarkeit
in eine berufliche Tätigkeit als wenig re
alistisch
(
Ziff.
3.3).
3
.4
Am 3
1.
Mai 2017 erstattete
Dr.
Y._
das von der
Beschwerdegegnerin veran
lasste p
sychiatrische Gutachten (
Urk.
7/87). Die Exploration des Beschwerde
führers habe am 1
3.
Juli 2016 stattgefunden (S. 1).
Als Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
Y._
ein Cannabisabhängigkeitssyndrom, gegenwärtiger Substanzgebra
u
ch
;
ICD-10 F12.24
(S. 71 III
.
Ziff.
1
).
Zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als Informatiker führte
Dr.
Y._
aus,
bis September 2012 habe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestanden. Der Gr
und dafür sei, dass bis zu diesem Zeitpunkt trotz Cannabiskonsum die Arbeitsfähigkeit als Informatiker erhalten gewesen sei. Ab September 2012 sei
es
aufgrund eines depressiven Syndroms mit phas
enweise psychotischen Phänomenen
, welches überwiegend wahrscheinlich auf die nachteilige Wirkung von Ca
nnabiskonsum zurückzuführen sei, i
m Mittel
zu einer
50%ige
n
Arbeitsfähigkeit als Informatiker
gekommen
. Dies liege daran, dass einerseits fachliche Kompetenzen beim Explo
randen vorhanden gewesen seien, jedoch aufgrund der nachteiligen Wirkungen durch den Cannabiskonsum Einschränkungen im interpersonellen Bereich, wie gereiztes Verhalten, vorhan
den gewesen seien
(S. 80 VI
.
Ziff.
1).
Zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit führte
Dr.
Y._
aus, vor September 2012 erscheine eine angepasste Tätigkeit nicht notwendig, da der Explorand auf dem ersten Arbeitsmarkt überwiegend in seinem ange
stamm
ten Bereich tätig gewesen sei. In einer angepassten Tätigkeit allgemeiner Art, im Sinne von leichten
bis mittelschweren Tätigkeiten
ohne Kundenkontakt, mit vornehmlich Routinearbeiten, ohne
Schichtarbeit und Nachtschicht
mit ausrei
chenden Pausen
,
sei dem
Exploranden ab September 2012 eine medizintheoretisch 80%ige Arbeitsfähigkeit zuzumuten. Der Grund für die 80%ige Arbeits
fähigkeit liege darin, dass die interpersonellen Probleme, rückführbar auf die Auswirkungen von Cannabiskonsum, im Vergleich zu seiner bisherigen Tätigkeit, durch die Anpassungen besser kompensiert werden könnten.
Unter medizinisch dauerhafter Abstinenz von Cannabis mit gezielter psycho
pharmakologischer Einstellung jeweils von Entzugssymptomen, einer Entwöh
nungs
therapie und den depressiv-psychotischen Symptomen, wäre ab September
2012
medizinisch
-
theoretisch weiterhin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit sowohl im angestammten als auch im angepassten Arb
eitsbereich vorhanden (S. 81 VI.
Ziff.
2, S. 80 VI
.
Ziff.
1).
Dr.
Y._
führte aus, laut Angaben des Beschwerdeführers sei dieser depressiv und habe einen lauten Tinnitus mittig im Kopf. Am 1
0.
Juli 2016 sei er den letzten Tag in der Tagesklinik (
Z._
) gew
esen. Ihm sei nahegelegt worden
abzubrechen, da Angestellte der Klinik geäussert hätten, er sei frech zu Patienten gewesen. Jetzt fühle er sich gedemütigt, da das Programm, welches ihm die
Z._
angebot
en habe, nicht umgesetzt worden
sei
.
Ein weiteres Problem sei, dass er sich am Kopf kratze, wenn er Stress habe. Gefragt nach der Entstehung dieser
p
sychischen Beein
trächtigungen habe der Beschwerdeführer angegeben, dass er ehemals Mühe mit den Chefs und teils Streit
gehabt habe
. Er sei dann depressiv geworden. Eine andere Ursache seiner psychischen Probleme sei der Tinnitus (S. 45
lit
. C
.
).
Ab und zu nehme er sporadisch
Tetrahydrocannabinol
(
THC
)
. Es beruhige ihn
,
und er sei dadurch kreativ (S. 47 Mitte
).
Im Rahmen der Familienanamnese habe der Beschwerdeführer ausgeführt, die Primarschulzeit sei problematisch gewesen
,
und er habe bereits damals zu einem Psychiater gehen müssen. Zudem habe er ehemals lange
bis in das zweite Schuljahr
bettgenässt (S. 48 unte
n).
Dr.
Y._
führte aus, aufgrund
d
es im Jahr 2014 angegebenen, seit Jahren bestehenden, täglichen Konsums von drei bis vier Joints Marihuana sei über
wiegend wahrscheinlich
die Suchtmittelproblematik über den schädlichen Ge
brauch von Cannabis hinausgehend. Es liege aus suchtmedizinischer Sicht
ein
Abhängigkeitssyndrom von Cannabis/THC vor
(S. 71 III.
Ziff.
3). In der Labor
untersuchung sei THC nachweisbar gewesen (S. 59 Mitte).
Gemessen an den teils im psychopathologischen Befund der Aktenlage formu
lierten leichten bis
mittelgradigen Einschränkungen
sei der dagegen übermässig stark anmutende Abfall der Leistungsfähigkeit in einer Arbeitsplatzsituation nicht ganz nachvollziehbar. Das gleiche gelte für den Abbruch von Therapien. Diese Situation gebe Hinweise auf eine reduzierte Motivation beim Explorand bezüglich einer Arbeitstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt (S. 61 Mitte).
Dr.
Y._
führte aus, d
ie Diagnose einer Persönlichkeitsstörung jeglicher Art mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seit der Jugend sei beim Exploranden überwiegend wahrscheinlich nicht nachweisbar, da er beispielsweise eine erfolg
reiche Lehre als Informatiker absolviert habe und hernach auf dem ersten Arbeits
markt erfolgreich gewesen
sei. Die Tatsache eines Wechsels von verschiedenen Stellen aufgrund
von Konflikten mit Vorgesetzten
müsse aus versicherungs
-
m
edizinischer Sicht in erster Linie auf Basis des vorliegenden Cannabiskonsums gesehen werden.
Die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, mit hier nachgewi
esener leichter depressiver
Episode, sei unter Einhaltung der Kriterien nach ICD-10 nicht zu stellen. So sei das Kriterium G3 mit Ausschlussvorbehalt, dass die Episode nicht auf den Missbrauch psychotroper Substanzen zurück
zuführen sei, nicht erfüllt
(S. 71 f. III
.
Ziff.
3)
. Die in der Aktenlage erwähnte Differenzialdiagnose einer
schizoaffektiven
Störung müsse ebenfalls negiert werden. So sei das Kriterium G4 im Sinne eines Ausschlussvorbehaltes, indem die
schizoaffektive
anmutende Störung überwiegend wahrscheinlich durch psycho
trope Substanzen bedingt sei, nicht erfüllt
(S. 72 Mitte)
.
3.5
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in seinem Bericht vom 1
1.
September 2017 (
Urk.
7/93) aus,
als Gründungsmitglied und langjähriger Präsident des alternativen, 1992 gegründeten
E._
sei ihm der Beschwerdeführer seit 1998 in einem nicht ärztlichen/
nicht therapeutischen Kontext bekannt.
Dr.
D._
führte aus, sein sozialpsychiatrisches Engagement habe zum Teil auch seine Tätigkeit im
E._
geprägt. In ihrer Crew hätten immer wieder Leute mitgearbeitet, die ansonsten kaum eine Chance auf eine Anstellung im ersten Arbeitsmarkt gehabt hätten. Der Beschwerdeführer sei genau ein solcher Fall gewesen (S. 1).
Der Beschwerdeführer habe
n
ach Abschluss der Lehre als Informatiker auf seinem Beruf lediglich einmal
von 2011 bis 2012
13 Monate am Stück gearbeitet, ansonsten hätten seine Anstellungen nur zwei bis fünf Monate gedauert. An keinem Arbeitsplatz habe er die Aufgaben
,
mit denen er betraut worden sei, in
nützlicher Frist zur Zufriedenheit seiner Vorgesetzten erl
edigen können (S. 4 oben
). Der Beschwerdeführer habe mit
Kritik nicht gut umgehen können
, und es sei dann bei dem vorher stets ruhigen und freundlichen Mitarbeiter zu einem Nerven
zusammenbruch gekommen.
Auch bei der IV-Massnahme habe sich am Schluss ein ähnliches Szenario abgespielt (S. 4 Mitte).
Arbeitgeberseitig sei ihm jeweils mit ziemlichem Druck vorgeschlagen worden, dass er doch selber kündigen solle, im Gegenzug hierzu sei ihm dann ein ordentliches Arbeitszeugnis ausgestellt worden (S. 4 Mitte).
Er
habe den Beschwerdeführer an eine befreundete Psychiaterin überwiesen, welche seine Einschätzung, dass der Beschwerdeführer wohl an einer seit
jungem
Erwachsenenalter bestehenden schwerwiegenden psychiatrischen Störung, am
ehesten aus dem
schizophrenen Formenkreis
,
leide
und deshalb nicht wirklich in der IT-Branche habe Fuss fassen können, bestätigt habe. Es sei dann eine Über
weisung an die
Z._
erfolgt (S. 6 oben).
Zum Gutachten von
Dr.
Y._
führte
Dr.
D._
aus, er teile dessen Auffassung, dass beim Beschwerdeführer keine IV-relevante psychischen Störungen vorlägen
, nicht (S. 7 oben)
. Der Gutachter wolle einfach nicht zur Kenntnis nehmen, dass neben dem Cannabiskonsum noch eine psychiatrisch relevante Störung aus dem schizophrenen Formenkreis vorliege, obwohl dies
von allen anderen länger mit dem
Beschwerdeführer befassten Stellen klar postuliert werde
,
und auch aus sein
er
Biografie klar ersichtlich sei (S. 8 oben).
Dr.
D._
führte aus,
der Beschwerdeführer habe lange bevor er angefangen habe Cannabis
zu konsumieren
psychische Schwierigkeiten gehabt.
Beim Canna
bis
konsum handle es sich klar um ein sekundäres, aus ärztlicher Sicht sicher
seiner psychischen Gesundheit nicht förderliches Phänomen.
Der Beschwerde
führer habe angegeben, durch den Cannabiskonsum die schwer auszuhaltenden Symptome der psychischen Erkrankung überdecken zu können (S. 8 Mitte).
Abschliessend hielt
Dr.
D._
fest, er erachte den Beschwerdeführer als arbeitsunfähig und sei entgegen der Einschätzung von
Dr.
Y._
der Meinung, dass ein IV-relevantes psychiatrisches Leiden vorliege, und der Beschwerdeführer berentet werden sollte (S. 8 unten).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf das
psychiatrische
Gutachten von
Dr.
Y._
vom Mai 2017 (vgl. vorstehend E.
3.4
) davon aus, dass
lediglich ein
Cannabisabhängigkeitssyndrom (ICD-10 F12.24)
vorliege, welches aus
invaliden
versicherung
s
rechtlicher Sicht
kein
en relevanten
Gesundheitsschaden darstelle.
Die
Einschränkungen im interpersonellen Bereich
seien darauf
zurückzuführen
,
und unter dauerhafter Abstinenz von Cannabis
mit gezielter psyc
hopharma
kologischer Einstellung
sei von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit auszugehen
(vgl. vorstehend E. 2
.1)
.
4.2
Nach der Rechtsprechung führt Drogensucht (wie auch Alkoholismus und Medika
mentenmissbrauch) als solche nicht zu einer Invalidität im Sinne des Gesetzes. Dagegen wird sie im Rahmen der Invalidenversicherung relevant, wenn sie eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger, die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetre
ten ist, oder wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesund
heitsschadens ist, dem Krankheitswert zukommt (BGE 124 V 265 E. 3c).
Aus letzterem Leitsatz folgt nicht, dass die Auswirkungen einer Drogensucht, die ihrerseits auf einen Gesundheitsschaden zurückgeht, per se invaliditätsbe
grün
dend sind. Die zitierte Praxis setzt vielmehr den Grundsatz um, dass funktionelle Einschränkungen nur anspruchsbegründend sein können, wenn sie sich als Folgen selbständiger Gesundheitsschädigungen darstellen (Art. 6 ff. ATSG und Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
). Insofern verhält es sich ähnlich wie im Verhältnis zwischen psychosozialen oder sozio
kulturellen Umständen und fachärztlich festgestellten psychischen Störungen von Krankheitswert (BGE 127 V 294 E. 5a): Wo die Gutachter im Wesentlichen nur Befunde erheben, welche in der Drogensucht ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in dieser aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben. Dies trifft zu, wenn davon auszugehen ist, dass sich beispielsweise ein depressives Zustandsbild bei einer (angenommenen) positiven Veränderung der suchtbedingten psychosozialen Problematik wesentlich
bessern
(und die damit verbundene Beeinträchtigung des Leistungsvermögens sich ent
sprechend verringern) würde (Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 2.2.1 unter Hinweis auf 8C_580/2014 vom 11. März 2015 E. 2.2.1 und 9C_856/2012 vom 19. August 2013 E. 2.2.1).
Angesichts der insoweit finalen Natur der Invalidenversicherung (BGE 120 V 95 E. 4c; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Aufl. 2014,
Rz
51 zu Art. 4 IVG) ist nicht entscheidend, ob die Drogensucht Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist oder ob die Sucht ausserhalb eines Kausalzusammenhangs mit dem versicherten Gesundheitsschaden steht. In beiden Konstellationen sind reine Suchtfolgen IV-rechtlich irrelevant, soweit sie als solche allein leistungsmindernd wirken. Hingegen sind sie gleichermassen IV-rechtlich relevant, soweit sie in einem engen Zusammenhang mit einem eigen
ständigen Gesundheitsschaden stehen. Dies kann der Fall sein, wenn die Drogen
sucht – einem Symptom gleich – Teil eines Gesundheitsschadens bildet (BGE 99 V 28 E. 3b); dies unter der Voraussetzung, dass nicht allein die unmittelbaren Folgen des Rauschmittelkonsums, sondern wesentlich auch der psychiatrische Befund selber zu Arbeitsunfähigkeit führt. Sodann können selbst reine Sucht
folgen invalidisierend sein, wenn daneben ein psychischer Gesundheitsschaden besteht, welcher die Betäubungsmittelabhängigkeit
aufrecht erhält
oder deren Folgen massgeblich verstärkt. Umgekehrt können die Auswirkungen der Sucht (unabhängig von ihrer Genese) wie andere psychosoziale Faktoren auch mittelbar zur Invalidität beitragen, wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der Folgen eines Gesundheitsschadens beeinflussen (Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 2.2.2 unter Hinweis auf 8C_580/2014 vom 11. März 2015 E. 2.2.2 und 9C_856/2012 vom 19. August 2013 E. 2.2.2).
4.
3
Dem Gutachten von
Dr.
Y._
vom Mai 2017 lässt sich entnehmen, dass zum Zeitpunkt der Begutachtung im Juli 2016 gemäss den Laboruntersuchungen
beim Beschwerdeführer
ein Konsum von Cannabis nachgewiesen wurde.
In der Folge sah
Dr.
Y._
sämtliche in der Lebensgeschichte und insbesondere im Arbeits
leben aufge
tretenen Konflikte als Folge dieses
Cannabiskonsums
und
die be
schrie
bene
teilweise bestehende Leistungsunfähigkeit in der mangelnden Moti
vation des Beschwerdeführers begründet.
Eine genügende Auseinandersetzung mit dem Umstand, dass es
im Rahmen der Eingliederungsmassnahmen
selbst im wohlwollenden Umfeld der
F._
und beim Job Coaching während den Integrationsmass
nah
men
zu massiven
zwischen
menschlichen Konflikten und Verhaltensauf
f
älligkeiten
kam
(vgl.
Urk.
7/26,
Urk.
7/41,
Urk.
7/44,
Urk.
7/49,
Urk.
7/57,
Urk.
7/60,
Urk.
7/62)
,
obwohl der Beschwerdeführer gemäss den Ausführungen der Ärzte der
Z._
vom Oktober 2015 seit Behandlungsbeginn im August 2013
den Cannabiskonsum
sistiert hatte
(vgl. vorstehend E. 3.1
-2
)
, fand nicht statt
.
Dass
das
von den Ärzten der
Z._
und
in den
Akten
betreffend die
Eingliederungsmassnahmen
bei sistiertem Cannabis
konsum
dokumentierte Verhalten des Beschwerdeführers, welches
gemäss
seinen
Angaben anlässlich der Begutachtung bei
Dr.
Y._
selbst zum
Abbruch der Behandlung in der Tagesklinik der
Z._
führte, dann ausschliesslich in
der mangelnden
Motivation zur Integration in den ersten Ar
beitsmarkt begründet sein soll
, ist zu bezweifeln.
Auch
lässt
Dr.
Y._
unbeachtet
, dass der Beschwerdeführer ausführte, dass ihn der Cannabiskonsum beruhige
,
und sowohl die Ärzte der
Z._
in ihrem Bericht vom Januar 2014
(vgl. vorstehend E. 3.1)
als auch
Dr.
D._
in seiner Stellung
nahme vom September 2017 (vgl. vorstehend E. 3.5)
diesen als Selbstthe
rapie
versuch
eines psychischen Leidens sahen
.
Dr.
D._
führte denn auch aus, dass der Konsum von Cannabis erst viel später eingesetzt habe, und das psychische L
eiden schon vorher Bestand gehabt habe
.
Diesbezüglich hielt
Dr.
Y._
lediglich fest, der Cannabiskonsum bestehe schon seit Jahren, ohne g
enauere Abklärungen vorzunehmen.
Vor dem Hintergrund, dass sich schon allein aus dem IK-Auszug
(
Urk.
7/8
)
ergibt, dass der Beschwerdeführer viele Stellenwechsel hinter sich hat und wie
Dr.
D._
im September 2017
(vgl. vorstehend E. 3.5
)
ausführte, die Stellen meist nur zwischen zwei und fünf Monaten habe behalten können,
vermag die Begründung von
Dr.
Y._
, weshalb die von den Ärzten der
Z._
diagnostizierte Persönlichkeitsstörung nicht vorliegen soll, nicht zu überzeugen.
So liegt diesen Ausführungen die
– unbegründete -
Annahme von
Dr.
Y._
zu Grunde, dass
von
einer unproblematischen Entwicklung und
Einstieg des Beschwerdeführers in den ersten Arbeitsmarkt aus
zugehen sei.
Die Annahme
von
Dr.
Y._
, dass sich der Beschwerdeführer erfolgreich im ersten Arbeitsmarkt habe behaupten können, erstaunt auch darum, weil
Dr.
Y._
in seinem Gutachten selbst unter dem Titel
„
Sozialer Kontext
“
ausführte, dass der Beschwerdeführer vor
der
Anmeldung zum Leistungsbezug ver
schiedenste Stellen gehabt habe
, und diese, wenn sie nich
t von vornherein befristet gewesen seien
, meist aufgrund von Spannungen im Team oder mit dem Chef beendet
worden seien
(vgl.
Urk.
7/87 S. 66 II
.
Ziff.
1).
Auch in diesem Kontext führte
Dr.
Y._
sämtliche aufgetretenen Konflikte und in der Folge Stellenverluste auf den Cannabiskonsum zurück, ohne genauer abgeklärt zu haben, ob dieser über
haupt über
die ganze Zeit bestanden hat.
Abgesehen davon, dass, wie der Beschwerdeführer zu Recht bemängelte, zwischen Exploration un
d Erstattung des Gutachtens rund
zehn
Monate ver
gangen sind,
lässt das Gutachten demnach
auch
keine verlässlichen
Schluss
folgerungen darauf zu, ob die in den Akten beschriebenen Verhaltensstörungen als eigenständige psychische Krankheit zu sehen sind, als Folge des Cannabis
konsums aufgetreten sind, oder ob dieser selber Folge eines geistigen Gesund
heitsschadens ist, dem Krankheitswert zukommt.
Trotz
hoher
Seiten
an
zahl
, welche insbesondere daher rührt, dass die bisherige medizinische Aktenlage einfach ins Gutachten
hereinkopiert wurde (S. 6-44),
erfüllt das Gutachten von
Dr.
Y._
die Anforderungen an eine beweiskräftige E
xpertise (vgl. vorstehend E. 1.2
)
demnach
nicht und wird der Situation des Beschwerdeführers nicht gerecht.
4.4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheid
rele
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
4.5
Da sich die Frage
, ob vorliegend von einer primären oder – invaliden
ver
sicherungsrechtlich relevanten - sekundären
Sucht
und einem eigenständigen psychischen Gesundheitsschaden
auszugehen ist,
aufgrund der gegensätzlichen medizinischen A
usführungen
zwischen den behandelnden und bekannten Ärzten einerseits und dem als ungenügend zu qualifizierenden Gutachten von
Dr.
Y._
vom Mai 2017 andererseits nicht
abschliessend
beantworten lässt,
und es weiter unterlassen wurde, ein
en
Bericht des
gemäss
den Angaben der Ärzte der
Z._
im Oktober 2015 (vgl. vorstehend E. 3.2) nach ihnen behandelnden Psychiaters
Dr.
B._
einzuholen,
fehlt es an verlässlichen medizinischen Grundlagen zur
Be
urteilung der gesundheitlichen Situation und der Arbeitsfähigkeit des Beschwer
deführers und damit an der Grundlage für einen Entscheid.
Zur Beurteilung seiner invalidenversicherungsrechtlichen Ansprüche bedarf es daher zunächst zusätzlicher medizinischer Grundlagen im Sinne eines
erneuten psychiatrischen
Gutachtens, welches sich zu den offenen Fragen
äussert
.
Die angefochtene Verfügung
vom 15
.
Dezember
2017 (Urk. 2) ist folglich aufzu
heben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen im Sinne der Erwä
gungen und zu erneutem Entscheid über den Leistungsanspruch des Beschwerde
führers an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.
5.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Ver
fah
rens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb der vertretene Beschwerdeführer Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses und beim
massgebenden
Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrw
ertsteuer) auf Fr. 2
‘
5
00.-- (inklu
sive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.
5.3
Bei diesem Ausgang des Verfahrens erweisen sich die Gesuche des Beschwerdeführers um unentgeltliche Prozessführung und um unentgeltlic
he Rechtsver
tretung (
Urk.
1 S. 2
) als gegenstandslos.