Decision ID: 97b2876d-1733-4f7c-8a71-227e790894ba
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 195
8
, meldete sich am 2
2.
September 1999 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/9). Die
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm mit Verfügung vom
1
1.
Mai 2001
ab November 1999 eine halbe Rente (
Urk.
10/56)
und mit Verfü
gung vom 1
2.
Mai 2005
ab Januar 2005 eine ganze Rente (
Urk.
10/149) zu.
Gestützt auf ein am 1
1.
Januar 2012 von den Ärzten des
Y._
erstattetes Gutachten (
Urk.
10/210) hob die IV
Stelle die Rente mit Verfügung vom
4.
Mai 2012 (
Urk.
10/222) auf, was vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 2
8.
Juni 2013 im Verfahren Nr. IV.2012.00605 (
Urk.
10/266) bestätigt wurde.
1.2
Nach erneuter Anmeldung des Versicherten vom 1
1.
Februar 2013 (
Urk.
10/247) holte die IV-Stelle unter anderem ein Gutachten ein, das von den Ärzten des
Z._
am 1
7.
Juni erstattet wurde (
Urk.
10/293). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
10/301-303) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 3
0.
Oktober 2014 einen Rentenan
spruch (
Urk.
10/309 =
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am 2
7.
November 2014 Beschwerde gegen die Verfügung vom 3
0.
Oktober 2014 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm ab dem 2
8.
Juni 2013 eine ganze Invalidenrente zu gewähren (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1
9.
Januar 2015 (
Urk.
9) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung wurden antragsgemäss (vgl.
Urk.
1 S. 2
Ziff.
3) die unent
geltliche Prozessführung und Rechtsvertretung bewilligt und es wurde bei den
Z._
-Gutachtern eine ergänzende Stellungnahme eingeholt (
Urk.
12). Diese wurde am
9.
März 2015 erstattet (
Urk.
15), wozu der Beschwerdeführer am 2
0.
März 2015 (
Urk.
18) und die Beschwerdegegnerin am 2
4.
April 2015 (
Urk.
21) Stellung nahmen, was den Verfahrensbeteiligten am 2
9.
April 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
22).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die
Fol
gen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heits
zustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revi
sions
grund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
sprache
entscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Renten
anspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert,
und tritt die Verwaltung auf eine
Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaub
haft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2).
Im
Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, gemäss der Beurteilung seitens des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) seien einzelne der im
Z._
-Gutachten von 2014 gestellten Diagnosen nicht nachvollziehbar beziehungsweise nicht ausgewiesen und mit dem
Z._
Gut
achten liege im Vergleich zum
Y._
-Gutachten von 2012 lediglich eine andere Würdigung des unveränderten Sachverhalts vor, weshalb keine
revisi
ons
relevante
Veränderung ausgewiesen sei (S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, eine Ver
schlechterung seines Gesundheitszustandes ergebe sich
(auch)
aus - einzeln genannten -
weiteren ärztlichen
Beurteilungen (
Urk.
1 S. 10 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist mithin, ob
- im Vergleich zum gestützt auf das
Y._
-Gutachten 2012 festgehaltenen und gerichtlich bestätigten Sachverhalt -
im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung eine revisionsrelevante Veränderung eingetreten ist.
3.
3.1
Am
9.
Januar 2012 erstatteten die Ärzte
des
Y._
ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (Urk. 10/210/2-25 = Urk. 3/5/2-25). Sie stützten sich auf die ihnen überlassenen Akten (S. 3 ff.), die Angaben des Beschwerdeführers
(S.
8 f.) und die von ihnen am 2. November 2011 (vgl. S. 1) erhobenen inter
nistischen (S. 9 f.), psychiatrischen (S. 10 ff.) und rheumatologischen (S. 13 ff.) Befunde.
Zu den aktuellen Beschwerden führten die Gutachter aus, der Beschwerdeführer gebe an, er habe seit mehr als 11, 12 Jahren psychische und körperliche Prob
leme. Es gehe jedes Jahr schlechter. Er habe Schmerzen im Rücken und in der Lendenwirbelsäule, auch viele Kopfschmerzen, Schmerzen in den Schultern und Ausstrahlungen ins rechte Bein. Nach der Rückenoperation 2008 sei es etwas besser gegangen, nach zwei bis drei Monaten habe er aber wieder starke Schmerzen bekommen, schlimmer als vorher (S. 8 Ziff. 3.2.1).
Über den Alltag berichtete der Beschwerdeführer unter anderem, er unternehme tagsüber Spaziergänge, gelegentlich auch mit der Enkelin. Diese werde zirka 1
bis 2 Stunden pro Tag von ihm und seiner Ehefrau betreut. Er habe viele Kol
legen, die ihn besuchten, mit denen er einen Spaziergang unternehme, einen Kaffee trinken gehe (S. 11 oben).
Die Gutachter nannten folgende Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 20 f. Ziff. 5.1):
chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom ohne fassbare
radikuläre
Sympto
matik
Status nach Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) 2006
Status nach
intralaminärer
Fensterung Lendenwirbelkörper (LWK) 3/4/5 mit
Sequesterektomie
und Dekompression der Nervenwurzeln L4 beidseits sowie L3 und L5 links am 1
7.
Januar 2008 bei
Diskusher
nie
und Stenose LWK 3/4/5 (
A._
)
radiologisch mässige degenerative Veränderungen der (
Brustwirbel
säule
) BWS und HWS (Röntgen 1
6.
September 2006)
radiologisch deutliche
Osteochondrose
L5/S1 (Röntgen 2
0.
Mai 2010)
Als Diagnosen ohne Einfluss auf Arbeitsfähigkeit nannten sie (S. 21 Ziff. 5.2):
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
narzisstische und
histrionische
Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1)
Status nach Metallentfernung nach Plattenosteosynthese einer Meta
kar
pale II-Fraktur 20 Jahre zuvor sowie eines 3 Jahre alten Eisensplitters nahe beim Metakarpale I rechts am 2
4.
Februar 1999
Status nach Verletzung im Bereich des linken Ringfingers
chronisch venöse Insuffizienz Stadium I
Status nach
Splenektomie
bei Milzruptur nach Autounfall 2004
Zur Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, aus orthopädischer Sicht sei der Explorand für die früher ausgeübte Tätigkeit als Maurer wie auch für andere körperlich schwere Tätigkeiten nicht mehr arbeitsfähig. Für körperlich leichte
bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten bestehe weder zeitlich noch leistungsmässig eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 21 Ziff. 6.2). Bei der psychiatrischen Untersuchung sei eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung diagnostiziert worden. Zudem bestünden narzisstische und
histrionische
Per
sönlichkeitszüge
. Eine eigentliche Persönlichkeitsstörung bestehe nicht, ebenso sei keine Komorbidität wie eine Depression vorhanden. Aus psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit des Exploranden nicht eingeschränkt. Zusammen
gefasst sei der Explorand aus polydisziplinärer Sicht für eine körperlich leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit zu 100 % arbeits- und leis
tungsfähig (S. 22 oben).
3.2
Das Gericht kam im Urteil vom 2
8.
Juni 2013 (
Urk.
10/266) aus näher dargeleg
ten Gründen zum Schluss, bereits die im Mai 2005 erfolgte
Zusprache
einer ganzen Rente sei zweifellos unrichtig gewesen, weshalb mit den Verhältnisse
n
im Jahr 2003, und da diese als im Vergleich zu 2001 unverändert erachtet wor
den waren, mit denjenigen im 2001 zu vergleichen sei (S.
11 f.
E.
4.1 am Ende).
Zur somatischen Seite wurde im Urteil ausgeführt, was folgt (S.
13
E. 4.3):
Revisionsrelevant ist die Frage, ob sich im Vergleich der Verhältnisse in den Jahren 2000/2003 einerseits und den im Gutachten von 2012 beurteilten Ver
hältnissen andererseits der medizinische Sachverhalt verändert hat.
In somatischer Hinsicht wurde 2000 ein gen
eralisiertes Schmerzsyndrom bei/
mit chronischem
lumbospondylogenen
Syndrom rechts und unter anderem anamnestisch rezidivierenden Kopfschmerzen diagnostiziert (...). Gleiches gilt für das 2003 erstattete Gutachten, ausser dass nun die
Kopfschmerzdiagnose
nicht mit dem Zusatz „anamnestisch“ versehen wurde (...).
Im 2012 erstatteten Gutachten wurden als Hauptdiagnose ein chronisches
pan
ver
tebrales
Schmerzsyndrom sowie darunter ein Status nach HWS-Distor
sion 2006, ein Status nach
intralaminärer
Fensterung L3/4/5 2008, radiolo
gisch 2006 mässige degenerative Veränderungen von BWS und HSW sowie 2010 eine deutliche
Osteochondrose
L5/S1 angeführt (...).
Schon der Vergleich der gestellten Diagnosen macht deutlich, dass 2012 nicht der gleiche Gesundheitszustand vorlag wie 2000/200
3.
In der dazwischen liegenden Zeit zog sich der Beschwerdeführer eine HWS-Distorsion zu und es er
folgte 2008 eine Operation der LWS-Segmente L3/4/5, was für die
Rücken
problematik
von erheblicher anamnestischer Bedeutung ist. Bezeichnender
weise ist denn auch die 2012 gestellte Diagnose hinsichtlich der lumbalen Problematik weit differenzierter als die 2000/2003 gestellte. Umgekehrt wurde
2012 (im Un
terschied zu 2000/2003) keine Kopfschmerzdiagnose mehr gestellt.
Zusammenfassend ist damit, die somatische Seite betreffend, der medizinische Sachverhalt soweit erstellt, dass eine revisionsrelevante Sachverhaltsänderung ausgewiesen ist.
Die in psychischer Hinsicht diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerz
stö
rung
sei 2000 und 2003 als mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, 2012 dann jedoch ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eingeordnet wor
den (S.
13 f. E. 4.4).
4.
4.1
Am
8.
Mai 2012 wurde der Beschwerdeführer in der Wirbelsäulensprechstunde der
A._
untersucht, worüber am Folgetag berichtet wurde (
Urk.
10/223
=
Urk.
10/226/4-5
). Der Patient habe über verstärkt aufgetretene Kreuzschmerzen berichtet (S. 1 unten); die Untersuchung sei aufgrund der mas
siven Schmerzen deu
tlich erschwert gewesen (S. 2).
4.2
Am 1
2.
Mai 2012 berichtete
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin (
Urk.
10/224) und führte aus, dass er den Beschwerdeführer seit November 1994 behandle (
Ziff.
1.2). Er nannte folgende Diagnosen (
Ziff.
1.1):
chronisches rezidivierendes
lumbospondylogenes
Syndrom mit Aus
strahlung/
Muskelatrophie links mehr als rechts
Status nach
interlaminärer
Fensterung L3/4 links und L4/5 links Januar 2008
Status nach Autoselbstunfall mit Milzruptur /
Splenektomie
2004
Status nach rezidivierenden Hämorrhoiden mit zweimaliger Ligatur November 1999
Status nach Auffahrunfall Juni 2006 mit HWS-Distorsion, Kontusion und
Periarthropathia
humeroscapularis
(PHS) der Schultergelenke beid
seits
massive Anpassungsstörung, massive Schmerzverarbeitungsstörung
Dep
ression bei Arbeitsplatzverlust/
Existenzängsten und finanziellen Problemen
Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
als Bauarbeiter seit 1996 (
Ziff.
1.6) und führte aus, auch behinderungsangepasst sei keine Arbeit rea
listisch möglich (
Ziff.
1.7).
4.3
Am 2
1.
August 2012 berichtete
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Urologie,
dass beim Beschwerdeführer ein
Adenokarzinom
der Prostata diagnostiziert worden sei (
Urk.
10/234).
Dieses wurde in der Folge im
D._
weiter abgeklärt (
Urk.
10/235/1-2)
und bis Februar 2013 behandelt (
Urk.
10/256 =
Urk.
10/257 =
Urk.
10/258)
.
Dr.
B._
teilte a
m 2
5.
Januar 2013 der Beschwerdegegnerin mit, der Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers habe sich seit seinem letzten Bericht vom 1
2.
Mai 2012 wesentlich verschlechtert
; es seien ein Prostatakarzinom und eine deutliche Progression der degenerativen Veränderungen der
Lendenwir
belsäule
(LWS) dazugekommen (
Urk.
10/242)
4.4
Dr.
C._
führte in seinem Bericht vom 2
4.
Juni 2013 (
Urk.
10/260 =
Urk.
10/261) aus, der Beschwerdeführer stehe bei ihm in urologischer Behand
lung wegen des Prostatakarzinoms. Die durchgeführte Strahlentherapie habe zu zusätzlichen Problemen beim Stuhlgang und dem Wasserlösen geführt; derzeit könne nur unter Einnahme verschiedenster Analgetika einigermassen eine Beschwerdefreiheit erreicht werden. Derzeit sei der Beschwerdeführer sicherlich nicht in der Lage, einer regelmässigen Arbeit nachzugehen.
4.5
In seinem Bericht vo
m 3
1.
Oktober 2013
(
Urk.
10/272) führte
Dr.
C._
unter anderem aus, der Patient könne sicher seine angestammte Tätigkeit als Maurer nicht mehr ausüben (S. 1
Ziff.
3).
4.
6
Am
7.
Januar 2014 berichtete
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, über ihre am Vortag erfolgte Untersuchung des Beschwer
deführers (
Urk.
10/274 =
Urk.
10/279/3-4) und führte unter anderem bezüglich Diagnose aus, es handle sich um eine schwere depressive Episode (S.
2 oben).
4.7
Am 1
7.
Juni 2014 erstatteten die Ärzte des
Z._
ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
10/293 = 3/4). Sie stützten sich auf die ihnen über
lassenen und zusätzlich eingeholte Akten (S. 3 ff.),
die Angaben des Beschwer
deführers (S.
24 ff
.) und die von ihnen
vom 1
2.
bis 1
5.
Mai 2014
(vgl. S. 1) erhobenen internistischen (S.
2
9
f
f.),
orthopädischen (S. 32 ff.), urologischen (S.
42 ff.) und
psychiatrischen (S.
46
ff.) Befunde.
Die Gutachter nannten folgende, hier gekürzt angeführte
Diagnosen mit Ein
fluss auf Arbeitsfähigkeit (S. 56):
chronisches
l
umbovertebragenes
Schmerzsyndrom
chronisches
zervikovertebragenes
Schmerzsyndrom
mit schmerzhafter Beweglichkeit, reaktiven
Tendomyosen
und
Spannungskopf
schmerz
kompo
nente
degeneratives
Rotatorensyndrom
beider Schultergelenke bei
Tendinosis
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
schwere depressive Episode
Störungen durch Opioide,
Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig ärztlich verordneter Substanzgebrauch
Verdacht auf
kombinierte Persönlichkeitsstörung
mit emotional insta
bi
len und narzisstischen Anteilen
rezidivfreier
Zustand unter laufender Hormontherapie bei
Status nach
Adeno
karz
inom
der Prostata
Zur Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter aus, gesamthaft beurteilt, unter Berücksichtigung der somatischen und psychiatrischen Aspekte, sei der Ver
si
cherte für die angestammte Tätigkeit als Maurer seit vielen Jahren als arbeits
unfähig einzustufen; dies sei in den Akten bereits ab 1999 bestätigt worden (S.
60
Ziff.
10).
Auch
für körperlich leichte, rückenschonende adaptierte Tätigkeiten bestehe aber gesamthaft eine volle Arbeitsunfähigkeit. Für diese Beurteilungen seien urologische, orthopädische und psychiatrische Faktoren verantwortlich. Aus urologischer Sicht sei aufgrund der einschränkenden Symptomatik von Seiten der
Pollakisurie
(häufige Entleerung kleiner Harnmengen) eine deutliche Ein
schränkung anzugeben. Aus orthopädischer Sicht müsse aufgrund der deutli
chen strukturellen Veränderungen ein vermehrter Pausenbedarf zugestanden werden. Aus psychiatrischer Sicht lasse sich aktuell keine Arbeitsfähigkeit attestieren. Bezüglich Zeitpunkt werde auf die Diagnose des Prostatakarzinoms, also August 2012, abgestellt; damals habe sich der Gesundheitszustand aus psy
chiatrischer Sicht deutlich verschlechtert, indem es zu einer zunehmenden depressiven Entwicklung gekommen sei (S. 60
Ziff.
11).
Schliesslich führten die Gutachter aus, im
Y._
-Gutachten seien die orthopädi
schen Befunde so gewichtet worden, dass eine adaptierte Tätigkeit attestiert worden sei. Sie seien der Ansicht, dass
der Versicherte
aufgrund der deutlichen Veränderungen auch in adaptierter Tätigkeit stark eingeschränkt sei; sie würden diese Veränderungen als schwer gewichten. Zudem
wiesen
sie auf
die Ein
schränkung seitens der Halswirbelsäule (HWS) und beiden Schultergelenke hin; diese Faktoren seien im
Y._
-Gutachten nicht erwähnt worden. Dass im
Y._
-Gutachten keine Depression attestiert worden sei, erklärten sie sich damit, dass die depressive Entwicklung mit
aktuell
Manifestation einer schweren depressiven Episode erst nach der Diagnosestellung der Krebserkrankung
aus
gelöst worden sei. Somit könne also eine Verschlechterung des Gesundheitszu
standes seit August 2012 festgestellt werden (S. 61
Ziff.
14).
4.8
Vom 1
1.
bis 1
5.
August 2014 war der Beschwerdeführer in der Klinik für Rheu
matologie des
F._
hospitalisiert, worüber am 1
5.
August 2014 berichtet wurde (
Urk.
3/7). Dabei wurden die folgenden, hier gekürzt angeführten Diagnosen gestellt (S. 1 f.):
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
chronisches
zervikovertebrales
Schmerzsyndrom
Periarthropathia
humeroskapularis
beidseits
schmerzhafte Funktionseinschränkung der rechten Hand mit Reizzustand am rechten Handgelenk
Status nach
Adenokarzinom
der Prostata
psychiatrische Diagnosen
iatrogene Opiat-Abhängigkeit
Verdacht auf kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabi
len und narzisstischen Anteilen
aktenanamnestisch schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome
Verdacht auf metabolisches Syndrom
Angaben zur Arbeitsfähigkeit wurden keine gemacht.
4.9
Gemäss Feststellungsblatt vom 2
3.
September 2014 (
Urk.
10/304)
führte
dipl.
med.
G._
, Facharzt für Neurologie sowie für Psychiatrie und Psy
cho
therapie, RAD, a
m 2
0.
August 2014 aus, dass sich beim Vergleich der anam
nestischen Angaben und des Befunds von 2012 bis heute keine wesentlichen Veränderungen fänden.
Aus dem psychopathologischen Befund lasse sich keine schwere Depression ableiten.
Die Beurteilung des
Z._
sei nur eine andere Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen psychischen Gesund
heitszustandes seit 2011 (S. 7).
4.10
Am
9.
März 2015 nahmen
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Psy
chiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Mitglied der Geschäftsleitung des
Z._
, Stellung (
Urk.
15).
Sie führten unter anderem aus, im Unterschied zur psychiatrischen Exploration im
Y._
sei die Untersuchung im
Z._
mit Hilfe einer Dolmetscherin erfolgt, weil der Versicherte kaum Deutsch gesprochen habe (S. 2). Anders als die
im
Y._
Gutachten berichteten Aktivitäten habe der Beschwerdeführer nunmehr angegeben, er würde die Wohnung nur verlassen, wenn die Kinder kämen und mit ih
m
nach draussen g
ing
en, und anders als die
Y._
-Gutachter hätten sie Hinweise auf einen sozialen Rückzug gefunden (S. 2 Mitte). Gemäss
Y._
-Gut
achten habe der Versicherte einen gepflegten Eindruck gemacht und sei freund
lich und kooperativ gewesen; nunmehr
habe
angesichts des mangelhaften
Gebisses und des doch recht ungepflegten Auftretens die Fähigkeit zur
Selbst
fürsorge
gemäss Mini-ICF eingeschränkt gewirkt. Auch diese Beobachtung sei mit der Diagnose der depressiven Entwicklung vereinbar (S. 2 unten). Laut
Y._
Gutachten s
ei
die Stimmung nicht depressiv gewesen, der Versicherte habe leb
hafte Mimik und Gestik gezeigt und einen guten affektiven Kontakt zum Untersucher aufgenommen;
im
Z._
-Gutachten sei er anfänglich gereizt, mür
risch, aggressiv und im Verlauf verzweifelt, hoffnungslos gewesen und die Stimmung sei depressiv gewesen (S. 2 f.).
Im
Y._
-Gutachten hätten sich keine Hinweise für Suizidalität gefunden; im
Z._
-Gutachten seien deutliche Hinweise auf angedeutete Suizidalität mit Lebens
überdruss festgestellt worden (S. 3 oben). Gemäss
Y._
-Gutachten seien die Realitätsprüfung und die Urteilsbildung ungestört gewesen; im
Z._
Gut
achten sei eine detaillierte Beschreibung zahlreicher (noch einmal angeführter) Einschränkungen formuliert worden, welche auf eine eindeutige Störung der Urteilsbildung hinwiesen (S. 3 Mitte).
Zusammenfassend habe sich der Versicherte 2014 ganz im Gegensatz zur Situa
tion im
Y._
-Gutachten 2011 während der Untersuchung im
Z._
in einem schwer depressiven Zustandsbild präsentiert und es hätten zahlreiche schwere Einschränkungen bestanden. Die depressive Entwicklung sei durch das Bekanntwerden der als bedrohlich erlebten Krebserkrankung im Juni 2012 angestossen worden (S. 3 unten). Zur Feststellung des RAD-Arztes, dass keine psychiatrische Behandlung stattfinde, lasse auf keinen hohen Leidensdruck schliessen, führten sie aus, wie im Gutachten angegeben
,
befinde sich der Versi
cherte sehr wohl in Behandlung einer Psychiaterin (S. 3 f.), die
in einem Bericht vom
7.
Januar 2014 von einer schwer depressiven Symptomatik gesprochen habe, wie auch die Ärzte der Orthopädie der
A._
am 1
9.
November 2013 den Verdacht auf eine schwere psychische Depression genannt hätten (S. 4 oben).
4.11
RAD-Arzt
G._
nahm am 2
1.
April 2015 ein weiteres Mal Stellung (
Urk.
21 S.
2 f.). Er
führte aus, gemäss ICD-10 müssten für ein
e
schwere depressive Epi
sode mindestens zwei (für eine schwere Depression drei) der folgenden Symp
tome vorliegen
(S. 2 oben)
:
depressive Stimmung, in einem für die Betroffenen deutlich ungewöhnli
chen Ausmass, die meiste Zeit des Tages, fast jeden Tag, im Wesentli
chen unbeeinflusst von den Umständen und mindestens 2 Wochen anhaltend
Interessen- oder Freudenverlust an Aktivitäten, die normalerweise ange
nehm waren
verminderter Antrieb oder gesteigerte Ermüdbarkeit
Eines oder mehrere der folgenden Symptome müssten zusätzlich vorliegen:
Verlust des Selbstvertrauens oder des Selbstwertgefühls
unbegründete Selbstvorwürfe oder ausgeprägte, unangemessene Schuld
ge
fühle
wiederkehrende Gedanken an den Tod oder an Suizid, suizidales Verhal
ten
Klagen über oder Nachweis eines verminderten Denk- oder
Konzentra
tionsvermögens
, Unschlüssigkeit oder Unentschlossenheit
psychomotorische Agitiertheit oder Hemmung (subjektiv oder objektiv)
Schlafstörungen jeder Art
Appetitverlust oder gesteigerter Appetit mit entsprechender
Gewichts
verän
derung
Für eine schwere Depression müssten die drei Hauptkriterien erfüllt und fünf zusätzliche Symptome gegeben sein (S
. 2
Mitte
)
S
odann
führte er unter anderem
aus, erstaunlicherweise habe der Beschwerde
führer mit den
Y._
-Gutachtern gut Deutsch sprechen können, das Gebiss sei schon damals nicht saniert gewesen, i
m
psychiatrischen Teil werde überwiegend auf die Angaben des Beschwerdeführers
abgestellt und es fehle die Abgrenzung der psychosozialen Belastungen und der Selbstlimitierung und Inkonsistenzen bei den anderen Begutachtungen (S. 2 unten).
Betrachte man den psychischen Befund, so finde man keine anhaltende depres
sive Stimmung (der Beschwerdeführer wirke aggressiv, vorwurfsvoll und verär
gert); es bestünden auch keine Störungen der Konzentration und des Gedächt
nisses (die Anamneseerhebung sei höchstens durch ausweichendes Verhalten erschwert), noch formale Denkstörungen. Beides würde man bei einer schweren Depression erwarten (S. 2 f.).
Alles in allem seien schon die drei Hauptsymptome nicht erfüllt, somit sei die Diagnose einer eigenständigen schweren Depression nicht möglich, und da auch keine deutliche depressive Stimmungslage vorliege, könne generell die Diagnose Depression nicht gestellt werden (S. 3).
Die Beschwerden seien im Rahmen der
somatoformen
Schmerzstörung und der bestehenden psychosozialen Belastungen einzuordnen; allenfalls wäre zusätz
lich eine
Dysthymia
zu kodieren. Aus psychiatrischer Sicht sei der Befund weit
gehend unverändert zum
Y._
-Gutachten von Januar 2012 (S. 3 Mitte).
5.
5.1
Im
Y._
Gutachten vom Januar 2012 war für körperlich leichte bis mittel
schwere, wechselbelastende Tätigkeiten eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert worden (vorstehend E. 3.1). Im
Z._
-Gutachten vom Juni 2014 wurde auch für körperlich leichte, rückenschonende adaptierte Tätigkeiten gesamthaft eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert, was mit einer einschränkenden urologischen Sympto
matik, einem aus orthopädischer Sicht vermehrten Pausenbedarf auf
grund deutlicher struktureller Veränderungen sowie einer vollständigen Arbeits
unfähigkeit aus psychiatrischer Sicht begründet wurde (vorstehend E.
4.7).
5.2
Dass aus urologischer Sicht eine -
nicht näher quantifizierte
-
Einschränkung
anzunehmen sei, ist nicht ohne weiteres nachvollziehbar. Der behandelnde Urologe berichtete im Juni 2013 zwar von Beeinträchtigungen, jedoch auch von einer mittels Analgetika erreichten Beschwerdefreiheit (vorstehend E. 4.4). Im Juni 2013 erachtete er den Beschwerdeführer noch als nicht in der Lage, einer regelmässigen Arbeit nachzugehen; im Oktober 2013 hingegen bezog er die von ihm attestierte Arbeitsunfähigkeit explizit auf die angestammte Tätigkeit und äusserte sich nicht zur Arbeitsfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten (vorstehend E.
4.5).
Vor diesem Hintergrund kann nicht davon ausgegangen werden, dass die im August 2012 neu aufgetretene urologische Problematik eine im
Verfügungszeit
punkt
(Oktober 2014) relevante Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit in adap
tierten Tätigkeiten zu begründen vermöchte.
5.3
Aus orthopädischer Sicht wurde im
Z._
-Gutachten ein - nicht quantifizierter - erhöhter Pausenbedarf attestiert. Die Gutachter begründeten dies
ausdrücklich damit, dass sie die (nicht als verändert genannten) orthopädischen Befunde anders gewichten würden (vorstehend E. 4.7 am Ende).
In dieser Hinsicht liegt somit klarerweise eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhalts und dementsprechend kein Revisionsgrund (vorstehend E. 1.2) vor.
5.4
Dass eine vollständige Arbeitsunfähigkeit anzunehmen sei, wurde im
Z._
-Gut
achten (vorstehend E. 4.7) mit der psychiatrischen Beurteilung begründet, gemäss welcher im Unterschied zum
Y._
-Gutachten eine schwere depressive
Episode zu diagnostizieren sei; die vorangegangene depressive Entwicklung sei durch die im August 2012 gestellte Di
agnose eines Prostata-Karzinoms
ange
stossen worden.
Dazu ist zu bemerken, dass auch der langjährig behandelnde Hausarzt, aller
dings schon im Mai 2012, unter den Diagnosen eine Depression genannt hatte, dies alle
rdings „bei Arbeitsplatzverlust/
Existenzängsten und finanziellen Sor
gen“ (vorstehend E. 4.2).
Andererseits wurden im Bericht über die mehrtägige
Hospitalisation
im
F._
im August 2014 als psychiatrische Diagnosen eine Opiat-Abhängigkeit, ein Ver
dacht auf kombinierte Persönlichkeitsstörung und „aktenanamnestisch schwere depressive Episode“ genannt (vorstehend E. 4.8). Zwar wurde der betreffende Bericht von Rheumatologen erstattet; dennoch ist bemerkenswert, dass sie
offensichtlich in Kenntnis der früher gestellten Diagnose - nur wenige Monate nach der
Z._
-Begutachtung die schwere Depressivität nicht mehr bestätigten, sondern
diese
mit dem Attribut „aktenanamnestisch“
ausdrücklich der aktuell nicht mehr feststellbaren Vergangenheit zuordneten.
Seitens des RAD wurde im August 2014 der Standpunkt vertreten, aus dem im
Z._
-Gutachten angegebenen psychopathologischen Befund lasse sich keine schwere Depression ableiten (vorstehend E. 4.9). Die
Z._
-Gutachter wurden vom Gericht mit ausdrücklichem Hinweis auf diesen Standpunkt um eine Stel
lungnahme ersucht (
Urk.
11
S. 2 E. 2), worauf sie einzelne ihrer die Befunde betreffenden Feststellungen verdeutlichten (vorstehend E. 4.12). Der RAD-Arzt führte dagegen die gemäss ICD-10 für die Diagnose einer schweren Depression verlangten Symptome ins Feld, von denen er geltend machte, sie könnten nicht als erfüllt gelten (vorstehend E. 4.11).
Was die Diagnose einer, insbesondere
schwergradigen
, Depression anbelangt, erscheint der vom RAD-Arzt vertretene Standpunkt insgesamt tatsächlich über
zeugender und besser begründet als jener der
Z._
-Gutachter. Entscheidend ins Gewicht fällt dabei, dass
die
Z._
-Gutachter, obwohl dazu Gelegenheit bestan
den hätte, die ihres Erachtens zu stellende Diagnose nicht mit einer Bezug
nahme auf die etablierten Kriterien der ICD-10 untermauert, sondern lediglich einige Elemente des Befunds vertieft
haben
. Auch dies ist teilweise nicht sehr plausibel ausgefallen, so etwa im Zusammenhang mit dem Aktivitätsniveau die Angabe, der Beschwerdeführer verlasse seine Wohnung seltener als noch im
Y._
-Gutachten berichtet,
nämlich nur noch mit den ihn besuchenden Kindern, was
mit dessen eigenen Angaben im Gutachten
kollidiert, er besuche manchmal den Nachbarn und das Wochenende verbringe er bei den Kindern (
Urk.
10/304 S. 27 oben).
Erwähnenswert ist schliesslich, dass der Hinweis des RAD-Arztes, die fehlende psychiatrische Behandlung lasse auf einen wenig ausgeprägten Leidensdruck schliessen, durchaus sachlich richtig sein dürfte, denn entgegen den Ausführungen in der
Z._
-Stellungnahme ist
keine kontinuierliche Behandlung, sondern eine einzige Konsultation (vorstehend E. 4.6)
jedenfalls aktenmässig dokum
entiert.
Aus diesen Gründen erscheint es als ausgesprochen fraglich, ob die im
Z._
Gut
achten gestellte Diagnose einer schweren depressiven Episode als hin
rei
chend begründet erscheint.
Selbst wenn dies, trotz der genannten ernsthaften Zweifel, bejaht würde, wäre weiter zu berücksichtigen, dass es sich bei der allfälligen Depression auch nach Einschätzung im
Z._
-Gutachten um ein reaktives Geschehen im Gefolge des im August 2014 entdeckten Prostata-Karzinoms handelte
, das
von den Gutach
tern dementsprechend selber als Episode klassifiziert wurde
, und dass sie wenige Monate später im Rahmen einer mehrtägige
n
Hospitalisation
nicht mehr bestä
tigt, sondern nur noch als „aktenanamnestisch“ zu nennende Diagnose ange
führt wurde. Es ist mit anderen Worten nicht ausgeschlossen, dass im Zeitpunkt der
Z._
-Begutachtung eine Depressivität von erheblicher (wenn auch kaum der von den Gutachtern postulierten) Ausprägung bestand
en
haben könnte. Als nicht überwiegend wahrscheinlich zu beurteilen ist jedoch, dass sie bis zum Verfügungszeitpunkt (Oktober 2014) in einem die Arbeitsfähigkeit tangierenden Ausmass angehalten hätte.
5.5
Zusammenfassend ist deshalb festzuhalten, dass
die
Z._
-Begutachtung
hinsichtlich der orthopädischen Aspekte (lediglich) eine andere Würdigung des im Wesentlichen unveränderten Sachverhalts darstellt. Die im
Z._
-Gutachten aus urologischer und aus psychiatrischer Sicht postulierten Einschränkungen
sind
soweit sie nachvollziehbar begründet erscheinen -
als nicht mit überwiegender Wahrsch
einlichkeit von dauerhafter Art, und damit ohne Einfluss auf die anspruchsrelevante Arbeitsfähigkeit, zu qualifizieren.
Somit erweist sich der Standpunkt der Beschwerdegegnerin, dass im Vergleich zum 2012 beurteilten Sachverhalt keine revisionsrelevante Änderung ausge
wiesen sei, als zutreffend. Demnach ist die angefochtene Verfügung zu bestäti
gen und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.
6.
6.1
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invali
denversicherung (IVG) sind ermessensweise auf
Fr.
800.-- festzusetzen, ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und infolge bewilligter unentgeltlicher Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das
Sozialversicherungs
gericht
(
GSVGer
).
6.2
Mit Honorarnote vom 2
0.
November 2015 hat der
unentgeltliche Rechtsvertreter
einen Aufwand von 12 Stunden (wovon 8 1⁄2 Stunden im Jahr 2014 und 3 1⁄2 Stunden im Jahr 2015
)
und Barauslagen von
Fr.
149.80 geltend gemacht (
Urk.
23/1-2).
B
eim praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
200.-- bis Ende 2014 und
ab
dann
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer)
ist er somit mit
Fr.
2‘8
29
.
40
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.