Decision ID: ae7475c9-d65c-5f0a-a4d5-97f14831712c
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im März 2014 zum Bezug von Ergänzungsleistungen zu einer
Rente der AHV an (IV-act. 38). Sie gab an, sie verfüge über ein Vermögen von 23’681
Franken und sei als Vorerbin Eigentümerin eines Grundstücks im Wert von 495’000
Franken. Der Eigenmietwert dieses Grundstücks betrage 8’974 Franken. Die AHV-
Rente belaufe sich auf 24’300 Franken pro Jahr. Die Tagestaxe des Heims, in dem sie
lebe, betrage 142.60 Franken. Laut der Eröffnung einer letztwilligen Verfügung vom 7.
November 2003 (EL-act. 37–9 ff.) war der Ehemann der EL-Ansprecherin am 28.
August 2003 verstorben. Er hatte nebst der EL-Ansprecherin drei Geschwister (bzw.
deren Erben) und drei Halbgeschwister als gesetzliche Erben hinterlassen und in einem
Testament vom 4. Mai 1964 sowie in einem Ehe- und Erbvertrag vom 11. Juli 1972
letztwillige Verfügungen getroffen, mit denen er unter anderem zwei nicht gesetzliche
Erben als Nacherben eingesetzt hatte. Im Testament aus dem Jahr 1964 (EL-act. 37–7
f.) hatte er der EL-Ansprecherin „so viel zu Eigentum und zur Nutzniessung“
zugewandt, „als das Gesetz zu testieren gestattet“. Seine Geschwister hatte er
ausdrücklich auf den gesetzlichen Pflichtteil gesetzt. Im (das Testament von 1964
ersetzenden) Ehe- und Erbvertrag aus dem Jahr 1972 (EL-act. 37–1 ff.) hatten die
Ehegatten unter anderem die Gütertrennung (mit einem Sondergut der EL-
Ansprecherin von 25’000 Franken [Hausrat]) und für den Fall des vorzeitigen Ablebens
des Ehemannes in erbrechtlicher Hinsicht folgendes vereinbart: 25 Prozent des
Nachlasses sollten als „pflichtteilsgeschützter“ Anteil „unbeschwert“ in das alleinige
Eigentum der Ehefrau übergehen; für die restlichen 75 Prozent sei die Ehefrau Vorerbin,
wobei sie ausdrücklich von der Pflicht zur Sicherstellung befreit sei. Als Nacherben
setzten die Ehegatten zu vier Neunteln die Geschwister des Ehemannes
beziehungsweise deren Nachkommen nach Stämmen zu je gleichen Teilen und zu fünf
Neunteln die Enkelkinder der Ehefrau ein. Der Anmeldung zum Bezug von
Ergänzungsleistungen lag unter anderem ein Schreiben eines Rechtsanwaltes vom 13.
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März 2013 bei (EL-act. 34–2 f.). Dieser hatte ausgeführt, bei der Erbteilung sei der EL-
Ansprecherin eine Quote von 14,58 Prozent an der (vormals ehelichen) Liegenschaft zu
unbelastetem Eigentum zugewiesen worden. Im Umfang von 85,42 Prozent sei sie nur
Vorerbin gewesen. Sie sei zwar von der Sicherstellungspflicht befreit gewesen, was
aber nichts an ihrer gesetzlichen Auslieferungspflicht geändert habe. Sie sei
grundsätzlich verpflichtet, die Liegenschaft in natura auszuliefern. Er habe ihr vor
diesem Hintergrund empfohlen, die Liegenschaft nicht zu verkaufen, sondern im Falle
eines Auszuges zu vermieten. Diese Empfehlung sei einerseits mit Blick auf die
Vorerbenstellung und andererseits aus der Überlegung heraus erfolgt, dass die
Mieteinnahmen höher als der Zinsertrag auf einem Kauferlös sein dürften.
A.b Mit einer Verfügung vom 20. Juli 2014 wies die EL-Durchführungsstelle das
Leistungsbegehren ab (EL-act. 22). Laut dem der Verfügung beigelegten
Berechnungsblatt (EL-act. 23) hatte sie die Prämienpauschale für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung, eine Gebäudeunterhaltspauschale, die Heimtaxe sowie
eine Pauschale für persönliche Auslagen als Ausgaben berücksichtigt. Als Einnahmen
hatte sie die AHV-Rente, einen Vermögensertrag, den Eigenmietwert und einen
Vermögensverzehr angerechnet. Für die Berechnung des Vermögensverzehrs hatte sie
das Sparguthaben von 20’681 Franken, ein Barvermögen von 3’000 Franken sowie den
Wert der Liegenschaft von 495’000 Franken berücksichtigt. Davon hatte sie den
gesetzlichen Freibetrag von 37’500 Franken abgezogen, was ein anrechenbares
Vermögen von 481’181 Franken ergeben hatte. Von diesem Betrag hatte sie einen
Fünftel, nämlich 96’236 Franken, als Vermögensverzehr angerechnet.
A.c Am 12. August 2014 wies die EL-Ansprecherin die EL-Durchführungsstelle darauf
hin (EL-act. 21), dass das Nachlassinventar einen Nettonachlass von 606’390 Franken
ergeben habe. Da sie drei Viertel des Nachlasses an die Nacherben auszuliefern habe,
stehe ihr nur ein Vermögen von 63’888 Franken zur freien Verfügung. Sie bitte um eine
Berücksichtigung dieser Tatsache bei der Anspruchsberechnung. Am 18. September
2014 forderte die EL-Durchführungsstelle die EL-Ansprecherin auf, das
Nachlassinventar einzureichen und zu erklären, wie sie den von ihr angegebenen
Betrag von 63’888 Franken errechnet habe (EL-act. 18). Die EL-Ansprecherin reichte
am 24. September 2014 das Sicherungsinventar (EL-act. 16–4 ff.) ein und teilte mit (EL-
act. 16–3), ihr Anteil am Nachlass habe 151’597.50 Franken (ein Viertel von 606’390
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Franken) betragen. Das Barvermögen sei inzwischen aufgebraucht. Vom Nachlass sei
nur noch die Liegenschaft im Wert von 495’000 Franken vorhanden. Da sie den
Nacherben einen Betrag von 454’792.50 Franken (drei Viertel von 606’390 Franken)
sicherzustellen habe, belaufe sich das frei verfügbare Vermögen lediglich noch auf
40’207.50 Franken. Am 10. Oktober 2014 erliess die EL-Durchführungsstelle eine
weitere Verfügung (EL-act. 12). Sie führte aus, bei dieser Verfügung handle es sich um
eine Korrektur der Verfügung vom 20. Juli 2014 mit Wirkung ab dem 1. März 2014, mit
der der Anteil der Nachkommen am Nachlass des Ehemannes als Schuld bei der
Anspruchsberechnung berücksichtigt werde. Die vor dem Inkrafttreten des neuen
Eherechtes im Jahr 1988 geschlossenen Ehe- und Erbverträge seien auch unter dem
neuen Recht gültig, soweit die Pflichtteilsansprüche der Erben nicht verletzt seien. Der
Pflichtteil der EL-Ansprecherin habe der Hälfte des Nachlasses entsprochen, weshalb
die (andere) Hälfte als Schuld gegenüber den übrigen Erben berücksichtigt werde.
Auch bei dieser Berechnung resultiere ein Einnahmenüberschuss.
A.d Am 10. November 2014 erhob die EL-Ansprecherin eine Einsprache gegen die
Verfügung vom 10. Oktober 2014 (EL-act. 10). Sie beantragte die Berücksichtigung
eines Pflichtteils von drei Achteln. Zur Begründung führte sie aus, dem überlebenden
Ehegatten stehe von Gesetzes wegen ein Anteil am Nachlass von drei Vierteln zu, wenn
er mit Nachkommen zu teilen habe. Die Hälfte davon sei der Pflichtteil, nicht die Hälfte
vom gesamten Nachlass. Eine Sachbearbeiterin der EL-Durchführungsstelle notierte
am 2. Dezember 2014 (EL-act. 7), das Ehepaar sei kinderlos gewesen, weshalb der EL-
Ansprecherin nach neuem Erbrecht der gesamte Nachlass zugestanden habe. Bei der
neuen Anspruchsberechnung sei folglich zu Unrecht eine Schuld gegenüber den
übrigen Erben angerechnet worden. Mit einem Entscheid vom 17. Februar 2015 wies
die EL-Durchführungsstelle die Einsprache vom 10. November 2014 ab (EL-act. 6). Zur
Begründung führte sie aus, der Pflichtteil der EL-Ansprecherin habe der Hälfte des
Nachlasses entsprochen, da sie diesen mit den Erben der Eltern ihres Ehemannes habe
teilen müssen. Bezüglich der anderen Hälfte sei sie als Vorerbin eingesetzt gewesen,
was bedeute, dass sie Eigentümerin des entsprechenden Anteils am Nachlass
geworden sei. Der Nachlass von 606’390 Franken habe sich aus beweglichem
Vermögen im Betrag von 212’390 Franken und aus der Liegenschaft im Wert von
394’000 Franken zusammengesetzt. Das bewegliche Vermögen sei wohl der EL-
Ansprecherin zugewiesen worden. Der pflichtteilgeschützte Anteil an der Liegenschaft
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habe folglich 100’805 Franken (= 303’195 – 202’390 Franken) betragen. Von einer
Schuld gegenüber den übrigen Erben könne also gar keine Rede sein. Da die
Liegenschaft im Eigentum der EL-Ansprecherin stehe, sei sie bei der
Anspruchsberechnung zu berücksichtigen. Richtigerweise belaufe sich das
anrechenbare Vermögen auf 481’181 Franken, nämlich auf die Summe des
Bankguthabens von 20’681 Franken, des Barvermögens von 3’000 Franken und des
Wertes der Liegenschaft von 495’000 Franken abzüglich des Freibetrages von 37’500
Franken. In der Verfügung vom 10. Oktober 2014 sei folglich ein zu tiefes Vermögen
berücksichtigt worden, womit sich die Abweisung des Leistungsbegehrens aber im
Ergebnis als rechtmässig erweise.
B.
B.a Am 16. März 2015 erhob die EL-Ansprecherin (nachfolgend: die
Beschwerdeführerin) eine Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 17.
Februar 2015 (act. G 1). Sie beantragte die Zusprache einer Ergänzungsleistung. Zur
Begründung führte sie aus, die Nacherbschaft müsse aufgrund der Auslieferungspflicht
der Beschwerdeführerin wie eine Nutzniessung betrachtet werden. Der Pflichtteil
betrage drei Achtel und nicht die Hälfte.
B.b Die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte
am 7. Mai 2015 unter Hinweis auf die Erwägungen im angefochtenen
Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde (act. G 5).
B.c Am 29. Juni 2016 teilte das Versicherungsgericht der Beschwerdeführerin mit (act.
G 7), dass sich die Frage stelle, ob sie mit der Unterzeichnung des Ehe- und
Erbvertrages im Jahr 1972 auf Vermögen verzichtet habe, denn gemäss dem
Testament aus dem Jahr 1964 sei sie vor dem Abschluss des Ehe- und Erbvertrages
noch maximal begünstigt gewesen. Da diese Frage im Verwaltungs- und
Einspracheverfahren nicht thematisiert worden sei, werde ihr zur Wahrung ihres
Anspruchs auf rechtliches Gehör die Möglichkeit zur Stellungnahme zur Frage eines
allfälligen Verzichts eingeräumt. Von dieser Möglichkeit machte die Beschwerdeführerin
am 5. August 2016 Gebrauch (act. G 8). Sie führte aus, mit der Unterzeichnung des
Ehe- und Erbvertrages habe sie ihre Vermögenssituation verbessert, denn sie sei zwar
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bezüglich drei Viertel des Nachlasses nur Vorerbin gewesen, aber es habe keine Pflicht
zur Sicherstellung bestanden. Erst mit der Errichtung der Beistandschaft im Oktober
2012 habe sich ihre Situation zu ihrem Nachteil verändert, denn der an die Nacherben
auszuliefernde Betrag habe damals sichergestellt werden müssen, um allfälligen
späteren Haftpflichtansprüchen der Nacherben gegenüber dem Beistand und der
Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde entgegen zu wirken.

Erwägungen
1.
Die Beschwerdegegnerin hat das Leistungsbegehren der Beschwerdeführerin vom
März 2014 bereits mit einer Verfügung vom 20. Juli 2014 abgewiesen. Noch während
der laufenden Rechtsmittelfrist, nämlich am 12. August 2014, hat die
Beschwerdeführerin ihr Nichteinverständnis mit dieser Verfügung erklärt und
sinngemäss um eine Korrektur der Verfügung ersucht. Auch wenn die Eingabe vom 12.
August 2014 nicht so bezeichnet gewesen ist, muss es sich dabei um eine Einsprache
im Sinne des Art. 52 Abs. 1 ATSG gehandelt haben. Die Beschwerdegegnerin hat in
der Folge aber nicht – wie ansonsten üblich – ihren Rechtsdienst mit der Behandlung
der Einsprache beauftragt, sondern sich am 17. September 2014 entschlossen, das
Verwaltungsverfahren wieder aufzunehmen und weitere Abklärungen zu tätigen (vgl.
EL-act. 17). Am 18. September 2014 (also wenige Tage nachdem die Verfügung vom
20. Juli 2014 in formelle Rechtskraft erwachsen war) hat die Beschwerdegegnerin die
Beschwerdeführerin aufgefordert, weitere Unterlagen einzureichen (EL-act. 18). Diese
Fortsetzung des Verwaltungsverfahrens wäre gar nicht möglich gewesen, wenn die
Verfügung vom 20. Juli 2014 weiter existiert hätte, denn mit ihr war das
Verwaltungsverfahren ja abgeschlossen worden. Die Fortsetzung des
Verwaltungsverfahrens muss also mit einer formlosen Wiederwägung (Art. 53 Abs. 2
ATSG) der Verfügung vom 20. Juli 2014 einhergegangen sein. Diese Wiedererwägung
und die anschliessende neue Verfügung vom 10. Oktober 2014 (die das
wiedereröffnete Verwaltungsverfahren abgeschlossen hat) sind von der
Beschwerdeführerin in verfahrens¬rechtlicher Hinsicht akzeptiert worden. Die
Beschwerdeführerin hat nämlich von der Beschwerdegegnerin nicht verlangt, dass
diese anstelle einer Verfügung einen Einspracheentscheid erlasse. Da die Verfügung
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vom 10. Oktober 2014 also an die Stelle der wiedererwägungsweise aufgehobenen
Verfügung vom 20. Juli 2014 getreten ist, handelt es sich bei ihr um den Entscheid über
das Leistungsbegehren vom März 2014. Gegenstand des mit dem angefochtenen
Einspracheentscheid vom 17. Februar 2015 abgeschlossenen Einspracheverfahrens
und damit auch Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens bildet also die Prüfung des
Leistungsbegehrens der Beschwerdeführerin vom März 2014. Das bedeutet, dass
sämtliche Anspruchsvoraussetzungen und Berechnungspositionen Gegenstand der
gerichtlichen Prüfung bilden müssen.
2.
2.1 Umstritten ist nur die Höhe des anrechenbaren Vermögens, die massgebend vom
güter- und erbrechtlichen Anspruch der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit
dem Tod ihres Ehemannes im August 2003 abhängt. Die Beschwerdeführerin und ihr
Ehemann dürften bis zum Abschluss des Ehe- und Erbvertrages dem altrechtlichen
Güterstand der Güterverbindung unterstanden haben. Mit der Einführung des neuen
Eherechtes wäre dieser Güterstand durch die Errungenschaftsbeteiligung abgelöst
worden (vgl. Art. 9b ff. SchlT ZGB), was zur Folge gehabt hätte, dass die
Beschwerdeführerin bei der güterrechtlichen Auseinandersetzung (die der
erbrechtlichen Teilung zwingend vorausgegangen wäre; vgl. Art. 204 ZGB) die Hälfte
der gesamten Errungenschaft erhalten hätte. Je tiefer der Eigengutanteil des
Ehemannes gewesen wäre, desto mehr hätte die Beschwerdeführerin erhalten. Im für
sie besten Fall hätte sie güterrechtlich die Hälfte des ehelichen Vermögens erhalten.
Der Rest (mindestens die andere Hälfte des ehelichen Vermögens) wäre erbrechtlich zu
teilen gewesen. Da nebst der Beschwerdeführerin nur drei Geschwister und drei
Halbgeschwister des Ehemannes gesetzliche Erben des Ehemannes waren, hätte die
Beschwerdeführerin von Gesetzes wegen drei Viertel der Erbschaft erhalten (Art. 462
Ziff. 2 ZGB). Der andere Viertel hätte den Geschwistern des Ehemannes (als an die
Stelle der vorverstorbenen Eltern tretende gesetzliche Erben; vgl. Art. 458 Abs. 3 ZGB)
zugestanden. Unter Berücksichtigung der gesetzlichen Regeln zur güterrechtlichen
Auseinandersetzung und zur erbrechtlichen Teilung hätte die Beschwerdeführerin also
im für sie besten Fall (kein Eigengut des Ehemannes) insgesamt sieben Achtel (die
Hälfte plus drei Viertel der andern Hälfte) des ehelichen Vermögens erhalten. Im für sie
schlechtesten Fall (keine Errungenschaft) hätte die Beschwerdeführerin zwar bei der
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güterrechtlichen Auseinandersetzung nur ihr Eigengut erhalten, das betraglich nur
einen kleinen Teil des ehelichen Vermögens ausgemacht haben dürfte, wie sich dem
Ehe- und Erbvertrag aus dem Jahr 1972 entnehmen lässt. Vom Hauptanteil des
ehelichen Vermögens hätte sie aber infolge der Erbteilung drei Viertel erhalten.
Zusammenfassend hätte der Anteil der Beschwerdeführerin am ehelichen Vermögen
also 75–87,5 Prozent betragen, wenn die gesetzliche Regelung zur Anwendung gelangt
wäre.
2.2 Der Ehemann der Beschwerdeführerin hatte im Jahr 1964 ein Testament erstellt,
mit dem er dieser „so viel zu Eigentum und zur Nutzniessung“ zugewandt hatte, „als
das Gesetz zu testieren gestattet“. Seine Geschwister hatte er ausdrücklich auf den
gesetzlichen Pflichtteil versetzt. Vom Anteil der Geschwister von drei Vierteln am
Nachlass war die Hälfte „pflichtteilsgeschützt“ (Art. 471 Ziff. 2 ZGB). Die
Beschwerdeführerin hätte also gestützt auf das Testament aus dem Jahr 1964 sieben
Achtel der Erbschaft erhalten (= 1 – [1 – 0,75] × 0,5). Unter dem Güterstand der
Errungenschaftsbeteiligung hätte ihr Anteil am ehelichen Vermögen also 87,5–93,75
Prozent betragen, denn sie hätte, wenn alles Eigengut des Ehemannes gewesen wäre,
sieben Achtel des Vermögens und, wenn alles Errungenschaft gewesen wäre, 15
Sechzehntel (die Hälfte plus sieben Achtel der anderen Hälfte) erhalten.
2.3 Im Jahr 1972 schlossen die Ehegatten dann aber einen Ehe- und Erbvertrag ab, in
dem sie unter anderem die Gütertrennung (mit einem Sondergut der
Beschwerdeführerin von 25’000 Franken [Hausrat]) und für den Fall des Vorversterbens
des Ehemannes in erbrechtlicher Hinsicht folgendes vereinbarten: 25 Prozent des
Nachlasses sollten als „pflichtteilsgeschützter“ Anteil „unbeschwert“ in das alleinige
Eigentum der Ehefrau übergehen; für die restlichen 75 Prozent sei die Ehefrau Vorerbin,
wobei sie ausdrücklich von der Pflicht zur Sicherstellung befreit sei. Laut dem Art. 491
ZGB erwirbt ein Vorerbe die Erbschaft wie ein anderer eingesetzter Erbe, wobei er zwar
Eigentümer wird, aber grundsätzlich verpflichtet ist, die Erbschaft an die Nacherben
auszuliefern. Die Auslieferung der Erbschaft erfolgt gemäss dem Art. 490 Abs. 2 ZGB
nur gegen Sicherstellung, ausser der Erblasser habe den Vorerben von der
Sicherstellungspflicht befreit. Die Befreiung von der Sicherstellungspflicht ist von der
Nachverfügung auf den Überrest zu unterscheiden. Bei der Nachverfügung auf den
Überrest wird dem Vorerben das Recht eingeräumt, nicht nur die Früchte, sondern
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auch die Gegenstände der Erbschaft, wie beispielsweise ein Kapital, zu verbrauchen,
ohne hierfür ersatzpflichtig zu werden; die Befreiung von der Sicherstellungspflicht im
Sinne des Art. 490 Abs. 2 ZGB räumt dem Vorerben dagegen keine entsprechenden
Rechte ein, das heisst dieser bleibt verpflichtet, die gesamte Erbschaft an die
Nacherben auszuliefern (vgl. BSK ZGB II-BESSENICH, 5. Aufl. 2015, Art. 491 N 9, mit
zahlreichen Hinweisen). Ohne eine Nachverfügung auf den Überrest kann ein Vorerbe –
ob mit oder ohne Sicherstellungspflicht – die Erbschaft im Ergebnis also nur wie ein
Nutzniesser gebrauchen, obwohl er der Eigentümer der Erbschaft geworden ist. Da die
Nacherben im Ehe- und Erbvertrag aus dem Jahr 1972 nicht auf den Überrest gesetzt
worden sind, ist die Beschwerdeführerin bezüglich des entsprechenden Anteils von
drei Vierteln zur Auslieferung des Vermögens verpflichtet gewesen, woran die Befreiung
von der Sicherstellungspflicht nichts geändert hat.
2.4 Laut dem Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG sind Vermögenswerte und Einnahmen, auf die
verzichtet worden ist, bei der Anspruchsberechnung als Einnahmepositionen zu
berücksichtigen. Das bedeutet, dass beim Vorliegen eines Verzichtes im Sinne des Art.
11 Abs. 1 lit. g ELG vom realen Sachverhalt abgewichen und fingiert wird, die vom
Verzicht betroffenen Vermögenswerte und Einnahmen seien noch vorhanden, es sei
also nicht darauf verzichtet worden (vgl. RALPH JÖHL, Ergänzungsleistungen zur AHV/
IV, in: Schweizerisches Bundessozialversicherungsrecht, Band XIV Soziale Sicherheit,
3. Aufl. 2016, Rz. 208). Ein Vermögensverzicht liegt vor, wenn sich das Vermögen und
damit die Fähigkeit, den eigenen Bedarf aus eigenen Mitteln zu decken, vermindert,
ohne dass die sich des Vermögenswertes entäussernde Person eine adäquate
Gegenleistung dafür erhält. Entgegen der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann
eine Gegenleistung nur dann adäquat sein, wenn sie den
ergänzungsleistungsspezifischen Vorsorgezweck (mindestens) ebenso gut wie der
entäusserte Vermögenswert erfüllt. Massgebend ist also, ob das Kapital, das
ergänzungsleistungsrechtlich zur Deckung des eigenen Bedarfs einzusetzen ist,
erhalten bleibt (vgl. JÖHL, a.a.O., Rz. 202 f.). Mit der Unterzeichnung des Ehe- und
Erbvertrages im Jahr 1972 hat die Beschwerdeführerin ihre güter- und erbrechtliche
Stellung erheblich verschlechtert. Allerdings wäre es wohl kaum beim im Testament
aus dem Jahr 1964 vorgesehenen Erbanspruch der Beschwerdeführerin geblieben,
wenn sie die Unterzeichnung des Ehe- und Erbvertrages verweigert hätte. Zwar kann
anhand der vorhandenen Akten nicht nachvollzogen werden, was die Gründe für den
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Sinneswandel des Ehemannes (maximale Begünstigung der Beschwerdeführerin im
Testament; erhebliche Schlechterstellung im Ehe- und Erbvertrag) gewesen sind, doch
ist sehr unwahrscheinlich, dass es bei der maximalen Begünstigung geblieben wäre,
wenn sich die Beschwerdeführerin dem Willen ihres Ehemannes widersetzt und die
Unterschrift unter den Ehe- und Erbvertrag verweigert hätte. In diesem Fall wäre es
zwar bei der Errungenschaftsbeteiligung geblieben, womit die Beschwerdeführerin bei
der güterrechtlichen Auseinandersetzung bis zur Hälfte des ehelichen Vermögens
erhalten hätte. Möglicherweise hätte der Ehemann aber ein neues Testament verfasst,
in dem er nun die Beschwerdeführerin auf den Pflichtteil gesetzt hätte, womit sich ihr
erbrechtlicher Anspruch halbiert hätte (vgl. Art. 471 Ziff. 3 ZGB). Selbst in diesem
(erbrechtlich) für sie denkbar schlechtesten Fall hätte sie aber noch 37,5–68,75 Prozent
des ehelichen Vermögens erhalten, nämlich minimal die Hälfte von drei Vierteln des
Vermögens, wenn dieses Eigengut des Ehemannes gewesen wäre, und maximal die
Hälfte des ehelichen Vermögens, wenn dieses Errungenschaft gewesen wäre, sowie
drei Achtel der andern Hälfte. Indem sich die Beschwerdeführerin durch ihre
Zustimmung zum Ehe- und Erbvertrag von 1972 mit weniger als dem minimalen
gesetzlichen Anspruch begnügt hat, hat sie also rein objektiv betrachtet im Sinne des
Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG auf Vermögen verzichtet.
2.5 Die Anwendung des Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG setzt allerdings zusätzlich zum
objektiven Tatbestand des Verzichtes auch ein subjektives Element voraus, denn nur
wenn die versicherte Person absichtlich oder in Verletzung einer Sorgfaltspflicht im
Sinne des Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG auf ein Vermögen verzichtet, ist der Tatbestand des
Vermögensverzichtes vollständig erfüllt (vgl. JÖHL, a.a.O., Rz. 206). Die Anrechnung
eines Verzichtsvermögens würde vorliegend also voraussetzen, dass sich die
Beschwerdeführerin absichtlich oder in Verletzung einer Sorgfaltspflicht mit einem zu
tiefen erbrechtlichen Anspruch einverstanden erklärt hätte. Dies dürfte nicht der Fall
gewesen sein. Zu Beginn der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts war es im St.
Galler Rheintal durchaus gang und gäbe, dass der Ehemann allein über das eheliche
Vermögen verfügte, ohne dass die Ehefrau eine Mitsprachemöglichkeit gehabt hätte.
Offenbar hatte der Ehemann der Beschwerdeführerin zudem den Grundstock des
ehelichen Vermögens in die Ehe eingebracht, was ihm hinsichtlich der güter- und
erbrechtlichen Situation eine zusätzliche Legitimation zum Diktat einer Regelung
verliehen hat. Zudem ist zu bezweifeln, dass die Beschwerdeführerin Kenntnis vom für
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sie wesentlich günstigeren Testament aus dem Jahr 1964 gehabt hatte. Schliesslich ist
zu berücksichtigen, dass damals in erbrechtlicher Hinsicht bloss über Anwartschaften,
das heisst über mögliche zukünftige Vermögenswerte und nicht über bereits
bestehende vermögensrechtliche Ansprüche, bestimmt worden ist. Der
Beschwerdeführerin dürfte nicht bewusst gewesen sein, dass ihre Anwartschaften sich
mit dem Ehe- und Erbvertrag (der übrigens nicht vollständig bekannt, sondern teilweise
noch unter Verschluss ist) verschlechtert hatten. Zudem dürfte die Beschwerdeführerin
faktisch auch gar nicht eine echte Wahl gehabt haben, ob sie den Vertrag
unterzeichnen wolle. Auch wenn der objektive Tatbestand eines Vermögensverzichtes
also erfüllt ist, darf der Beschwerdeführerin mangels Erfüllung des subjektiven
Tatbestandes kein Verzichtsvermögen angerechnet werden.
3.
3.1 Auch wenn der Vorerbe verpflichtet ist, das Vermögen für die Nacherben zu
erhalten, wird er uneingeschränkter Eigentümer des Vermögens. Das beinhaltet unter
anderem das Recht, die Vermögenserträge zu verbrauchen, weshalb sich von selbst
versteht, dass bei der EL-Anspruchsberechnung auch die Einkünfte eines mit einer
Nacherbschaft belasteten Vermögens in Anwendung des Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG als
Einnahmen anzurechnen sind. Der Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG sieht darüber hinaus auch
die Anrechnung eines (fiktiven) Vermögensverzehrs vor, der vorliegend einen Fünftel
des „Reinvermögens“ betragen würde (Art. 11 Abs. 2 ELG und Art. 3 Abs. 2 ELG/SG).
Rein grammatikalisch kann mit dem im Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG verwendeten Begriff
des „Reinvermögens“ nur das gesamte Vermögen (bzw. das Vermögen, von dem die
Erträge gemäss dem Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG als Einnahmen angerechnet werden
müssen) gemeint sein, also auch der Teil, der mit einer Nacherbschaft belastet ist.
Stellt man aber nicht auf diesen vermeintlich klaren Wortlaut ab, sondern nimmt man
eine umfassende und sorgfältige Interpretation des Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG vor, fällt
das Auslegungsergebnis nicht so eindeutig aus.
3.2 Der Sinn und Zweck des Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG besteht darin, die EL-Ansprecher
faktisch zu einem Verbrauch ihres Vermögens zur Deckung ihres Lebensbedarfs
anzuhalten und dadurch die die Ergänzungsleistungen finanzierende Allgemeinheit zu
entlasten. Verfügt nun ein EL-Ansprecher über ein Vermögen, das er nicht verzehren
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darf, weil es mit einer Nacherbschaft belastet ist, würde er sich rechtswidrig verhalten,
wenn er dieses Vermögen trotz der Belastung zur Deckung des eigenen Lebensbedarfs
verbrauchen würde. Wenn also auch ein mit einer Nacherbschaft belastetes Vermögen
unter den im Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG verwendeten Begriff des „Reinvermögens“
subsumiert würde, würde der Vorerbe ergänzungsleistungsrechtlich (faktisch) dazu
angehalten, sich rechtswidrig zu verhalten, nämlich ein Vermögen zu verbrauchen, das
er erbrechtlich erhalten müsste.
3.3 Würde man daraus folgern, dass für ein mit einer Nacherbschaft belastetes
Vermögen kein (fiktiver) Vermögensverzehr im Sinne des Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG
berücksichtigt werden dürfe, müsste die die Ergänzungsleistungen finanzierende
Allgemeinheit aber indirekt den Erhalt des Vermögens für die Nacherben finanzieren.
Mit den Ergänzungsleistungen müsste dann nämlich ein Bedarf gedeckt werden, den
der EL-Ansprecher selbst decken könnte, wenn er seine Pflicht zum Erhalt des
Vermögens für die Nacherben ignorieren würde. Das Vermögen bliebe also nur dank
der Ergänzungsleistungen für die Nacherben erhalten. Gäbe es die
Ergänzungsleistungen nicht, wäre der Vorerbe aber bedürftig, bliebe ihm nichts
anderes übrig, als – in Verletzung seiner Pflichten als Vorerbe – das mit der
Nacherbschaft belastete Vermögen zu verbrauchen, was zivilrechtlich zulässig wäre.
Die Nacherben müssten sich dann wohl oder übel mit der Tatsache abfinden, dass sie
an sich einen Anspruch auf das Vermögen gehabt hätten, dieses effektiv aber nicht
mehr vorhanden wäre. Es ist nicht die Aufgabe der Ergänzungsleistungen
beziehungsweise der Allgemeinheit, dafür zu sorgen, dass einige wenige
Privatpersonen ein Vermögen erhalten, das ohne Ergänzungsleistungen verbraucht
worden wäre. Vor diesem Hintergrund ist es also problematisch, dass bei der
Berechnung des Ergänzungsleistungsanspruchs für ein mit einer Nacherbschaft
belastetes Vermögen kein Verzehr im Sinne des Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG angerechnet
werden soll.
3.4 Man muss davon ausgehen, dass der Gesetzgeber sich am ehesten vom
Grundsatz hätte leiten lassen, dass das Ergänzungsleistungsrecht in aller Regel das
Zivilrecht respektiert und die eigenen Regeln auf dessen Regeln „aufpfropft“. So wird
beispielsweise bei einer Nutzniessung regelmässig akzeptiert, dass der EL-Ansprecher
über einen bestimmten Vermögenswert verfügen kann, diesen selbst aber nicht
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antasten darf. Ergänzungsleistungsrechtlich wird von einem Nutzniesser also nicht
verlangt, dass er den ihm zur Nutzung überlassenen Vermögenswert verbrauche (vgl.
JÖHL, a.a.O., Rz. 163). Wenn der Gesetzgeber also eine spezifische Regelung für die
Behandlung einer Vorerbschaft mit Blick auf den Art. 11 Abs. 1 lit. c ELG aufgestellt
hätte, hätte er wohl keinen Eingriff in die zivilrechtlichen Rechte und Pflichten der
Vorerben vorgesehen, sondern die Vorerbschaft nicht zum verzehrbaren Vermögen
gezählt. Trotz der ergänzungsleistungsrechtlich unerwünschten Konsequenz, dass die
Allgemeinheit damit den Erhalt einer Nacherbschaft finanzieren muss, darf eine
Vorerbschaft folglich nicht zum verzehrbaren Vermögen gezählt werden, ausser die
Nacherben seien auf den Überrest gesetzt worden.
3.5 Vorliegend darf der mit der Nacherbschaft belastete Anteil des Vermögens der
Beschwerdeführerin also nur im Zusammenhang mit den Vermögenserträgen
berücksichtigt werden. Für die Berechnung des (fiktiven) Vermögensverzehrs muss der
mit der Nacherbschaft belastete Teil des Vermögens der Beschwerdeführerin
unberücksichtigt bleiben. Gemäss dem Sicherungsinventar vom 19. November 2003
hat sich der Betrag des Nachlasses des Ehemannes auf 606’390 Franken belaufen.
Davon ist ein Anteil von 75 Prozent, das sind 454’792,50 Franken, mit einer
Nacherbschaft belastet gewesen. Die Beschwerdeführerin hat im
ergänzungsleistungsrechtlich massgebenden Zeitraum ab März 2014 über ein
Sparguthaben von 20’681 Franken und über ein Barvermögen von 3’000 Franken
sowie über eine Liegenschaft mit einem Schätzwert von 495’000 Franken verfügt. Ihr
Bruttovermögen hat sich folglich auf 518’681 Franken belaufen. Für die Berechnung
des (fiktiven) Vermögensverzehrs ist der mit der Nacherbschaft belastete Anteil von
454’793 Franken abzuziehen, womit ein Nettovermögen von 63’888 Franken resultiert.
Da die Beschwerdeführerin die in ihrem Eigentum stehende Liegenschaft nicht selbst
bewohnt, ist von diesem Nettovermögen nur der allgemeine Freibetrag von 37’500
Franken abzuziehen, womit ein anrechenbares Vermögen von 26’388 Franken
resultiert. Der sich auf einen Fünftel dieses anrechenbaren Vermögens belaufende
(fiktive) Vermögensverzehr beträgt also 5’278 Franken.
4.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Der Vergleich zwischen dem von der Beschwerdegegnerin korrekt berechneten
Ausgabentotal von 70’593 Franken und dem Total der Einnahmen, die sich aus dem
oben ermittelten Vermögensverzehr von 5’278 Franken, der AHV-Rente von 24’300
Franken und Vermögenserträgen von 9’001 Franken (inkl. Eigenmietwert der
Liegenschaft; vgl. die Urteile des Bundesgerichtes 9C_551/2014 vom 13. März 2015
und 9C_330/2015 vom 21. Juli 2015, mit denen die Entscheide EL 2013/23 vom 1. Juli
2014 und EL 2013/14 vom 28. April 2015 des St. Galler Versicherungsgerichtes ohne
eine überzeugende Begründung aufgehoben worden sind) zusammensetzen, ergibt
einen Ausgabenüberschuss von 32’014 Franken pro Jahr beziehungsweise 2’667
Franken pro Monat. Vor diesem Hintergrund erweist sich die Abweisung des
Leistungsbegehrens der Beschwerdeführerin vom März 2014 als rechtswidrig. Der
angefochtene Einspracheentscheid vom 17. Februar 2015 ist deshalb aufzuheben und
durch die Zusprache einer monatlichen Ergänzungsleistung von 2’667 Franken (inkl.
Prämienpauschale für die obligatorische Krankenpflegeversicherung) ab März 2014 zu
ersetzen. Da der für dieses Beschwerdeverfahren massgebende Zeitraum mit der
Eröffnung der Verfügung vom 10. Oktober 2014 geendet hat (mit der zeitlichen
Ausdehnung bis zur Eröffnung des Einspracheentscheides verkäme das
Einspracheverfahren vom reinen Rechtsmittelverfahren zu einem kombinierten
Rechtsmittel- und Revisionsverfahren; vgl. den Entscheid EL 2012/37 vom 2. März
2015), wird die Beschwerdegegnerin allfälligen Sachverhaltsentwicklungen in der Zeit
nach dem 10. Oktober 2014 mittels entsprechender Revisionsverfahren Rechnung zu
tragen haben.
5.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Die nicht anwaltlich
vertretene Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.