Decision ID: b9bb8168-cc7b-44ea-a056-e962446b48e4
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war seit 7. Dezember 1987 bei der B._ AG
als Schweisser tätig und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt
(Suva) gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er sich am 13. September 1989 mit
einer Schleifmaschine am linken, dominanten Vorderarm eine quere Rissquetschwunde
mit Durchtrennung der Arteria radialis, des Ramus superficialis des Nervus radialis und
der Sehne des Musculus flexor carpi radialis (FCR) zuzog. Der Versicherte wurde
notfallmässig in die Klinik für orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen
(KSSG) eingewiesen, wo die Arterie, der Nerv sowie die FCR-Sehne noch am Unfalltag
genäht wurden. Der Operation folgte eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 1/1
ff.).
A.b Kreisarzt Dr. med. C._ stellte anlässlich einer Untersuchung vom 4. Dezember
1989 fest, dem Versicherten sei eine adaptierte, die linke Hand schonende Tätigkeit ab
5. Dezember 1989 zu 50% zumutbar. Nach Neujahr bestehe wieder eine volle
Arbeitsfähigkeit. Es sei weder ein erheblicher Integritätsschaden noch eine
entschädigungsberechtigte Invalidität zu erwarten (Suva-act. 10 f.; vgl. auch Suva-act.
1/12 ff.). Die 50%-ige bzw. 100%-ige Arbeitsfähigkeit wurde auch vom behandelnden
Arzt der Klinik für orthopädische Chirurgie des KSSG anlässlich einer Untersuchung
vom 11. Dezember 1989 bestätigt. Im gleichentags erstellten Bericht hielt dieser fest,
dass klinisch alles in Ordnung sei, die Regenerationszeit des Ramus superficialis des
Nervus radialis im Minimum 3 Monate dauere, jedenfalls aber keine Hinweise für ein
Neurom bestünden (Svua-act. 1/16). Mit Schreiben vom 9. Januar 1990 teilte die Suva
dem Versicherten mit, dass er ab 5. Dezember 1989 zu 50% und ab 1. Januar 1990
wieder als voll arbeitsfähig betrachtet werde. Die Ausrichtung von Taggeldleistungen
müsse demnach am 1. Januar 1990 eingestellt werden (Suva-act. 1/20). Am 16. Januar
1990 berichtete PD Dr. med. D._, Arzt Handchirurgie, Klinik für orthopädische
Chirurgie des KSSG, über seine Kontrolluntersuchung vom 15. Januar 1990. Die
Sensibilität am Hand- und Fingerrücken bis zu den Grundgelenken der Finger I und II
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sei wiedergekehrt und die Regeneration des Ramus superficialis des Nervus radialis
schreite zeitgerecht fort. Die Verletzungsfolgen im Bereich der Arteria radialis und der
Beugesehne der Hand radial seien abgeheilt. Dass die Nervenregeneration noch eine
gewisse Zeit beanspruche, sei normal. Sicherlich würden hier noch ein halbes Jahr die
unterschiedlichen Störungen auftreten, die aber nicht zu einer Beeinträchtigung der
Arbeitsfähigkeit führen sollten. Dem Versicherten werde weiterhin eine Arbeitsfähigkeit
von 100% bescheinigt und die Behandlung werde hiermit abgeschlossen (Suva-act.
1/21). Die Suva bestätigte hierauf gegenüber dem Versicherten am 25. Januar 1990
ihre Mitteilung vom 1. Januar 1990 (Suva-act. 1/22).
A.c Am 26. Februar und 1. März 1990 fanden auf Zuweisung von Dr. med. E._,
Spezialarzt für Chirurgie FMH, in der Klinik für Neurologie mit Abteilung für
Neurophysiologie des KSSG eine elektrophysiologische (Elektroneurographie des
Nervus radialis und Kurz-Elektromyographie des Musculus extensor indicis links) und
eine klinische neurologische Untersuchung statt (Suva-act. 2/2 f., 2/5 ff.). Gestützt auf
deren Ergebnisse erklärte sich die Suva mit Schreiben vom 12. März 1990 bereit, zur
Eingliederung des Versicherten in den Arbeitsprozess dessen Arbeitsfähigkeitstaxation
rückwirkend ab 5. Dezember 1989 auf 50% zu senken und entsprechende
Taggeldleistungen zu erbringen (Suva-act. 2/9). Am 20. April 1990 folgte eine
Verfügung der Suva mit sofortiger Einstellung der Taggeldleistungen. Man gehe davon
aus, dass sich in der Zwischenzeit nochmals eine Verbesserung des Heilverlaufs
ergeben habe, welche berechtige, ab sofort von einer zumutbaren vollen
Arbeitsfähigkeit auszugehen. Ein weiterer operativer Eingriff sei aufgrund der ärztlichen
Feststellungen nicht nötig. Einige periodische Kontrollen in der Heimat des
Versicherten würden nötigenfalls noch zu Lasten des Unfalls vom 13. September 1989
übernommen (Suva-act. 2/23 f.).
A.d Am 15. Mai 1990 erhob der Versicherte Einsprache gegen die Verfügung der
Suva vom 20. April 1990. Während er darin geltend machte, immer noch zu 50%
arbeitsunfähig zu sein, erklärte er sich anlässlich einer Besprechung mit einem Suva-
Mitarbeiter vom 29. Mai 1990 zu 100% arbeitsunfähig (Suva-act. 3/6, 3/11).
A.e Ebenfalls am 29. Mai 1990 fand eine weitere kreisärztliche Untersuchung durch
Dr. C._ statt. Im gleichentags erstellten Untersuchungsbericht erklärte dieser seine
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Mühe mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung der Neurologen des KSSG (50%) und stellte
sich hinter die Arbeitsfähigkeitsschätzung von PD Dr. D._ (100%).
Entgegenkommenderweise werde noch das Ergebnis einer neurologischen
Untersuchung abgewartet. Dann müsse entschieden werden. Die Arbeitsfähigkeit
bleibe bis dahin bei 50%. Eine operative Massnahme sei nicht erforderlich (Suva-act.
3/8 ff.). Der Versicherte verweigerte die Bestätigung der kreisärztlichen Weisung, die
Arbeit am 1. Juni 1990 wieder zu 50% aufzunehmen (Suva-ct. 3/12).
A.f Am 28. Juni 1990 folgte eine weitere Untersuchung durch die Ärzte der Klinik für
Neurochirurgie mit Abt. für Neurophysiologie des KSSG. Im Untersuchungsbericht vom
29. Juni 1990 wurde neu die Meinung vertreten, dass dem Versicherten sicherlich eine
Tätigkeit zu mindestens 90% zugemutet werden könne (Suva-act. 3/18 ff.).
A.g Mit Schreiben vom 5. Juli 1990 nahm die Suva ihre Verfügung vom 20. April
1990 zurück und sicherte dem Versicherten entgegenkommenderweise bis zum 8. Juli
1990 Taggeldleistungen basierend auf einer Arbeitsunfähigkeit von 50% und bis Ende
Juli 1990 solche basierend auf einer Arbeitsunfähigkeit von 10% zu. Der Fall werde
damit als erledigt betrachtet, zumal ärztlicherseits keine Operation empfohlen werde
(Suva-act. 3/21).
A.h Mit Schreiben vom 9. Juli 1992 berichtete Dr. E._ Dr. C._, dass sich der
Versicherte nach zwei Jahren, d.h. am 8. Juli 1992, wieder bei ihm gemeldet und über
Schmerzen im Bereich des linken Arms geklagt habe. Der Versicherte wohne nicht
mehr in der Schweiz (Suva-act. 3/23).
A.i Am 4. Mai 1994 erreichte die Suva ein Bericht von Dr. med. F._, Arzt für
Allgemeine Medizin FMH, worin dieser festhielt, dass ihn der Versicherte heute
aufgesucht habe. Er klage über persistierende Schmerzen im Bereich der Narbe des
linken Vorderarms. Dr. F._ stellte die Verdachtsdiagnose eines Neuroms nach
Schnittverletzung linker Vorderarm und beantragte eine kreisärztliche Untersuchung
(Suva-act. 4/52). Eine solche fand am 27. Mai 1994 durch Dr. C._ statt, der
insbesondere kein Neurom fand (Suva-act. 4/49 f.). Mit Schreiben vom 1. Juni 1994
gab die Suva dem Versicherten zur Kenntnis, dass gestützt auf die kreisärztliche
Untersuchung zwar gewisse Restfolgen des Unfalls vorhanden seien, diese jedoch
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keiner weiteren ärztlichen Behandlung bedürften. Auch dränge sich zurzeit keine
Operation auf. Der Fall werde damit abgeschlossen. Entgegenkommenderweise
würden die Konsultationskosten bei Dr. F._ übernommen (Suva-act. 4/48).
A.j Mit Schreiben vom 30. August 2011 gelangte Advokat N.O. Ristic, Gradiska
(Bosnien und Herzegowina), mit dem Gesuch um Akteneinsicht an die Suva, um
allfällige Leistungsansprüche hinsichtlich des Unfalls vom 13. September 1989 zu
prüfen bzw. ein Schadenersatzbegehren einzuleiten (Suva-act. 4/39 ff., 6/1). Die Suva
kam dem Gesuch am 6. Dezember 2011 nach (Suva-act. 4/36).
A.k Am 21. August 2014 reichte der Versicherte der Suva einen „Antrag auf
Schadenersatz“ ein. Diesen bezifferte er mit: 1. für körperliche Schmerzen (Blutung) Fr.
60‘000.--; 2. für erlittene Angst Fr. 20‘000.--; 3. für geminderte Lebensfähigkeit Fr.
90‘000.--; 4. für Arbeitslosigkeit monatlich Fr. 1‘200.--; für Rente jeden Monat ab 1989
bis heute und zukünftig Fr. 1‘200.-- (Suva-act. 14/1). Zusammen mit dem benannten
Schadenersatzantrag wies er ein medizinisches Gutachten von Prim. Dr. G._,
Facharzt für allgemeine Chirurgie, vom 11. August 2014 vor (Suva-act. 14/5 ff.). Am 11.
September 2014 reichte der Versicherte ein Schreiben mit der Schilderung seiner
persönlichen Situation ein (Suva-act. 15/1).
A.l Gestützt auf eine am 16. September 2014 von Kreisarzt Dr. med. H._,
Facharzt für Chirurgie FMH, spez. Allgemeinchirurgie und Unfallchirurgie verfasste
Beurteilung zur Frage, ob gestützt auf die vorliegende Aktenlage seit 1994 eine
medizinische Zustandsverschlechterung feststellbar sei (Suva-act. 16/1, 17/1 ff),
eröffnete die Suva Advokat Ristic mit Verfügung vom 17. September 2014, dass
zwischen dem Ereignis vom 13. September 1989 und den nun geltend gemachten
Forderungen kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang bestehe. Die
Suva sei demzufolge nicht leistungspflichtig (Suva-act. 19/1 f.).
B.
Die gegen diese Verfügung vom Versicherten am 13. Oktober 2014 erhobene
Einsprache (Suva-act. 22) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 18. November
2014 ab (Suva-act. 30/1 ff.).
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C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 18. November 2014 erhob der Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführer) am 24. Dezember 2014 Klage (richtig: Beschwerde).
Er stellte sinngemäss den Antrag, der angefochtene Einspracheentscheid sei
aufzuheben und es seien ihm die bereits mit dem „Antrag auf Schadenersatz Unfall-Nr.
XXXXXX“ vom 21. August 2014 geltend gemachten Geldforderungen zu zahlen (act. G
1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 10. Februar 2015 beantragte die Suva
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des
angefochtenen Einspracheentscheids (act. G 3).
C.c Mit Replik vom 11. März 2015 bestätigte der Beschwerdeführer sinngemäss
seinen Antrag (act. G 5). Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik
verzichtet (act. G 7).
C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen
in den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden

Erwägungen eingegangen.
Erwägungen
1.
Einzelne der vom Beschwerdeführer in der Beschwerde vom 24. Dezember 2014 (act.
1) geltend gemachten Schadenersatzforderungen sind haftpflichtrechtlicher Natur und
UVG-rechtlich nicht nachvollziehbar. Das UVG kennt jedenfalls keine entsprechenden
Leistungsansprüche (vgl. dazu nachfolgende Erwägung 2.1), so dass auf diese
Schadenersatzforderungen nicht eingetreten werden kann. Auf die Beschwerde kann
einzig insoweit eingetreten werden, als der Beschwerdeführer Leistungen aus UVG
geltend macht. In Anlehnung an die Formulierung seiner Schadenersatzforderungen ist
von einem Antrag auf Invalidenrente und Integritätsentschädigung auszugehen.
2.
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2.1 Ist die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 Prozent invalid,
so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20]). Erleidet sie durch den Unfall eine dauernde
erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat
sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Der
Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine
namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet
werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV)
abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die
Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird mit
der Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der
Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG).
2.2 Angesichts der in Erwägung 2.1 angeführten gesetzlichen Bestimmungen bildet
die Unfallkausalität Anspruchsvoraussetzung für eine Invalidenrente und eine
Integritätsentschädigung. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht nur für
Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten
Unfallereignis zusammenhängen (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE 129 V 181 E. 3;
Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Bei physischen Unfallfolgen hat allerdings die Adäquanz
gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige
Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 3a). Eine Prüfung der Voraussetzungen für den
Anspruch auf die Versicherungsleistungen Rente und Integritätsentschädigung hat
demnach nur dann zu erfolgen, wenn zwischen dem Unfall und den geklagten
Beschwerden ein Kausalzusammenhang zu bejahen ist. Andernfalls entfällt zum
Vornherein ein Anspruch auf Invalidenrente und Integritätsentschädigung.
3.
3.1 Mit dem seinerzeitigen Schreiben vom 5. Juli 1990 (Suva-act. 3/21) betrachtete
die Beschwerdegegnerin den Schadenfall des Beschwerdeführers betreffend die
Unfallverletzung des linken Arms vom 13. September 1989 als abschlussreif. Sie
bezeichnete weitere Behandlungsmassnahmen nicht mehr als nötig und ging per 1.
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August 1990 von einer 100%-igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus. Auf
das vorgenannte Datum hin erfolgte deshalb die Einstellung der
Versicherungsleistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen; vgl. dazu Art. 10 und 16
UVG). Im Jahr 1994 hatte die Beschwerdegegnerin erneut ihre Leistungspflicht in
Bezug auf Schmerzen des Beschwerdeführers im Bereich des linken Arms zu prüfen.
Mit Schreiben vom 1. Juni 1994 (Suva-act. 4/48) anerkannte sie gestützt auf die
kreisärztliche Beurteilung von Dr. C._ vom 27. Mai 1994 (Suva-act. 4/49) das
Vorhandensein gewisser Unfallrestfolgen, schloss den Fall in diesem Zeitpunkt ab und
ging von einer vollen Arbeitsfähigkeit sowie von einem Integritätsschaden unter der
Erheblichkeitsgrenze aus. In ihre Leistungsablehnung war damit die Prüfung eines
Rentenanspruchs sowie eines Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung
eingeschlossen. Entsprechende Ansprüche hat sie aber verneint.
3.2 Die Beschwerdegegnerin stellt im angefochtenen Einspracheentscheid vom 18.
November 2014 formell rechtlich richtig fest, dass die formlosen Schreiben vom 5. Juli
1990 und 1. Juni 1994 zwar die inhaltlichen Kriterien einer Verfügung (vgl. dazu Art. 5
Abs. 1 und Art. 35 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR
172.021; Bernhard Waldmann/Philippe Weissenberger, VwVG Praxiskommentar zum
Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 5 N 115
und Art. 35]) nicht erfüllen, dass ihnen aber dennoch Rechtsverbindlichkeit zukommt
(vgl. dazu BGE 134 V 145 E. 5.3.2, BGE 122 V 367 E. 3 mit Hinweisen, BGE 119 Ib 72
E. 3b; Alfred Kölz/Isabelle Häner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege
des Bundes, 2. Aufl. Zürich 1998, S. 130 f. Rz. 364; Waldmann/Weissenberger, a.a.O.,
Art. 38 N 5 ff.; vgl. dazu auch Art. 49 Abs. 1 und Art. 51 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1], welches jedoch erst
am 1. Januar 2003 in Kraft getreten ist). Denn nach den fraglichen Schreiben hörte die
Beschwerdegegnerin vom Beschwerdeführer erstmals wieder durch seinen damaligen
Rechtsvertreter, Advokat Ristic, der mit Schreiben vom 30. August 2011 um
Akteneinsicht zur Einleitung eines Schadenersatzbegehrens ersuchte. Der
Rechtsvertreter hielt fest, dass der Beschwerdeführer die Behandlung in der Schweiz
nicht beendet habe und Folgen der Verletzungen geblieben seien (Suva-act. 6/1). Damit
tat er zwar kund, dass der Beschwerdeführer mit der am 5. Juli 1990 und wiederum am
1. Juni 1994 erfolgten Ablehnung seiner Leistungsansprüche gegenüber der
Beschwerdegegnerin nicht einverstanden sei, dies jedoch erst nach rund 21 bzw. 17
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Jahren. Nach einer solch langen Zeit muss praxisgemäss zweifellos von einer
Rechtsbeständigkeit der Schreiben vom 5. Juli 1990 und 1. Juni 1994 ausgegangen
werden.
3.3 Die Rechtsbeständigkeit hat zur Folge, dass der Beschwerdeführer mit seinem
„Antrag auf Schadenersatz“ (Suva-act. 14/1) nicht gegen eine rechtskräftige
Rentenzusprache bzw. Zusprache einer Integritätsentschädigung antrat. Damit entfällt
bei Geltendmachung erneut unfallkausaler Gesundheitsschäden zu einem späteren
Zeitpunkt zum vornherein ein Revisionsverfahren im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG.
Hingegen stehen auch eine Rentenablehnung sowie die Ablehnung einer
Integritätsentschädigung unter dem Vorbehalt einer Anpassung an einen geänderten
Gesundheitszustand. Dieser in der Invalidenversicherung durch das Institut der
Neuanmeldung (Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR
831.201]) geregelte Grundsatz gilt auch im Unfallversicherungsrecht, indem es einer
versicherten Person jederzeit freisteht, einen Rückfall oder Spätfolgen eines
rechtskräftig beurteilten Unfallereignisses geltend zu machen und erneut Leistungen
der Unfallversicherung zu beanspruchen (vgl. Art. 11 der Verordnung über die
Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]; zur Definition Rückfall und Spätfolgen vgl. BGE
118 V 293 E. 2c mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 36).
3.4 Rückfälle und Spätfolgen schliessen begrifflich an ein bestehendes
Unfallereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht des damaligen
Unfallversicherers bzw. die Zusprechung einer Rente oder einer
Integritätsentschädigung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten
Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen
Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht
(vgl. BGE 118 V 296 f. E. 2c mit Hinweisen). Lagen im Zeitpunkt der rechtsverbindlich
gewordenen Rentenablehnung bzw. der Ablehnung eines Integritätsschadens
Unfallrestfolgen vor, ist weiter vorausgesetzt, dass diese eine erhebliche
Verschlimmerung erfahren haben (vgl. dazu Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 30. Mai 2001, U 390/99, E. 1a; RKUV 1994 Nr. U 189 S. 139 E.
3a). Die Frage, ob eine erhebliche Verschlimmerung vorliegt, beurteilt sich durch den
Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der ursprünglichen Verfügung mit demjenigen
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im Zeitpunkt des die Neuanmeldung betreffenden Einspracheentscheids (RKUV 1989
Nr. U 65 S. 70). Der Unfallversicherer darf eine umfassende Neuprüfung vornehmen
und ist nicht mehr an seine früheren Erwägungen gebunden. Entsprechend hat sich im
Rahmen des Beschwerdeverfahrens auch das Gericht mit allen rechtlich zutreffenden
Begründungen einer Leistungspflicht bzw. -abweisung auseinanderzusetzen.
4.
Streitig und zu prüfen ist mithin, ob hinsichtlich der beschwerdeweise vorgetragenen
Beeinträchtigungen - Schmerzen in der linken Hand, geschwächter Handgriff,
unpräzise Bewegungen, Unmöglichkeit des Daumenbiegens und Hebens schwerer
Gegenstände bzw. des Ausübens schwerer Arbeiten - ein Rückfall oder Spätfolgen des
Unfalls vom 13. September 1989 vorliegen, die einen erneuten Anspruch auf
Leistungen der Unfallversicherung begründen.
4.1 Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit
eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht (Ueli Kieser,
ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich 2015, N 46 ff. zu Art. 43 ATSG; BGE 129 V 181, BGE
119 V 337 E. 1, BGE 118 V 289 E. 1b, BGE 117 V 360 E. 4a mit Hinweisen). Für die
Beantwortung der in Erwägung 3.4 genannten Tatfragen - Bestehen einer natürlichen
Kausalität und einer erheblichen Verschlimmerung von Unfallrestfolgen - im Bereich der
Medizin ist das Gericht bisweilen auf Angaben ärztlicher Experten oder Expertinnen
angewiesen (BGE 123 III 110, BGE 112 V 30; PVG 1984 Nr. 82, 174). Hinsichtlich des
Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die beklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend
für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder dessen
Herkunft noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen
Stellungnahme als Bericht oder Gutachten. Den Berichten versicherungsinterner Ärzte
oder Ärztinnen kann gleichfalls Beweiswert beigemessen werden, sofern sie schlüssig
erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine
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Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311 ff.). Der
Umstand, dass Dr. H._ seine Beurteilung vom 16. September 2014 (Suva-act. 17/1
ff.) aufgrund der Akten abgegeben und den Beschwerdeführer nicht selbst untersucht
hat, steht ihrem Beweiswert nicht entgegen. Für die Beweistauglichkeit entscheidend
ist, dass genügend Unterlagen von persönlichen Untersuchungen vorliegen (RKUV
1988 Nr. U 56 S. 370 E. 5b).
4.2 In ihrem Schreiben vom 1. Juni 1994 hatte die Beschwerdegegnerin ihre
Leistungsablehnung auf das Untersuchungsergebnis von Dr. C._ vom 27. Mai 1994
gestützt, der im gleichentags erstellten Untersuchungsbericht von der Glaubhaftigkeit
gewisser Restbeschwerden und einer gewisse Dysästhesie insbesondere im Bereich
des Areals des Ramus superficialis des Nervus radialis ausgegangen war. Es lasse sich
jedoch bestimmt damit leben und voll arbeiten. Operative Massnahmen würden mit
Sicherheit keine wahrscheinliche Verbesserung bringen (Suva-act. 4/49 f.). Bereits
früher hatte Dr. C._ im Untersuchungsbericht vom 29. Mai 1990 Restbeschwerden
und Dystästhesien im Bereich des Ramus superficialis des Nervus radialis links nicht
bestritten und als glaubhaft bezeichnet (Suva-act. 3/9). Damit übereinstimmend war am
29. Juni 1990 eine Untersuchung durch die Neurologen der Klinik für Neurologie mit
Abt. für Neurophysiologie des KSSG erfolgt, die es als gut verständlich bezeichnet
hatten, dass der Beschwerdeführer im Innervationsgebiet des Ramus superficialis des
Nervus radialis links noch gewisse Dysästhesien verspüre (Suva-act. 3/19). Die
dargelegte einheitliche medizinische Aktenlage lässt ursprünglich unbestrittenermassen
von ausgewiesenen Unfallrestfolgen ausgehen. Entsprechend stellte die
Beschwerdegegnerin Dr. H._ im Rahmen der Prüfung der Neuanmeldung die Frage,
ob sich aufgrund der vorhandenen Berichte seit 1994 eine medizinische
Zustandsverschlechterung zugetragen habe (vgl. Erwägung 3.4; Suva-act. 16).
4.3 Als Beweis zur Begründung eines neuen Leistungsanspruchs reichte der
Beschwerdeführer das Gutachten von Prim. Dr. G._ vom 11. August 2014 ein (Suva-
act. 14/4 f.). Den Akten liegt ausserdem ein Bericht eines Physiotherapeuten, Dr. I._,
vom 28. Januar 2013 bei (Suva-act. 4/13). Laut Kreisarzt Dr. H._ ist mit dem
Gutachten von Prim. Dr. G._ nicht überwiegend wahrscheinlich dargetan, dass es im
weiteren Verlauf, d.h. seit der Beurteilung im Jahr 1994, bewertet aufgrund
objektivierbarer Kriterien zu einer wesentlichen Verschlimmerung der Situation am
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linken Vorderarm gekommen ist. Seine erste Aussage, es seien keine genauen
Angaben über objektivierbare Befunde mit Messwerten aufgeführt, lässt diese
Schlussfolgerung zwar unklar erscheinen. Messwerte liegen mit den
Untersuchungsergebnissen von Dr. J._ vom 2. Oktober 2012 (Suva-act. 4/15)
grundsätzlich vor und wurden von Prim. Dr. G._ - anders als von Dr. H._ -
zumindest allgemein gewertet. Er erklärte, dass bei der ENMG-Untersuchung vom 2.
Oktober 2012 der Zustand, wie am 26. Februar 1990 erhoben - also der Ausfall der
Innvervation des empfindlichen Teils des oberflächlichen Nervs, Muskelschwäche des
Handteils, besonders des linken Daumens - habe bestätigt werden können. Es kann
nicht nachvollzogen werden, ob Dr. H._ die elektrophysiologischen
Untersuchungsergebnisse vom 2. Oktober 2012 mit denjenigen vom 26. Februar 1990
verglichen hat. In der Anamnese wird von ihm die elektrophysiologische Untersuchung
vom 2. Oktober 2012 jedenfalls nicht aufgeführt. Letztlich erklärt jedoch die Aussage
von Prim. Dr. G._ zum elektrophysiologischen Untersuchungsergebnis vom 2.
Oktober 2012 keine überwiegend wahrscheinliche Verschlimmerung der ursprünglichen
Unfallrestfolgen.
4.4 Es fällt auf, dass Prim. Dr. G._ seine Feststellung nicht mit den
entsprechenden konkreten Messwerten aus den elektrophysiologischen
Untersuchungen untermauert oder konkret von einer Verschlechterung der Messwerte
spricht. Von einem „Ausfall der Innervation des empfindlichen Teils des oberflächlichen
Nervs“ kann gemäss den medizinischen Akten nicht ausgegangen werden. Dr. C._
hatte in seinem Bericht vom 27. Mai 1994 über seine gleichentags durchgeführte
Untersuchung ausdrücklich eine eindeutige Reinnervation des Ramus superficialis des
Nervus radialis festgehalten (Suva-act. 4/50). Mit der von ihm und auch anderen Ärzten
bestätigten Problematik des Ramus superficialis des Nervus radialis links in Form von
Restbeschwerden mit Dysästhesie liegen sodann zwar Unfallrestfolgen vor, welche
offensichtlich auch die in den früheren Untersuchungsberichten (vgl. Erwägung 4.2)
übereinstimmend beschriebenen ausstrahlenden Schmerzen in Richtung des linken
Daumens bewirken. Bezüglich weitergehender Unfallrestfolgen hält Dr. H._ jedoch
fest, dass der Beschwerdeführer beim Unfall vom 13. September 1989 nicht - wie von
Prim. Dr. G._ angeführt - eine Verletzung des Daumenbeugers, sondern eine solche
der Flexor carpi radialis-Sehne erlitten habe. Die Angaben aus dem Gutachten würden
demnach nicht mit den Echtzeitdokumenten korrelieren. Die Aussagen von Dr. H._
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sind nachvollziehbar und schlüssig. In den früheren Untersuchungsberichten wurde
nirgends der Befund einer Muskelschwäche des linken Daumens erhoben. Im Bericht
über die elektrophysiologischen Untersuchung vom 27. Februar 1990 ist lediglich ein
Kurz-EMG (Elektromyographie) des Musculus extensor indicis links erwähnt, welches
abgesehen von einer leichtgradigen schmerzreflektorischen Lichtung des
Aktivitätsmusters, normal sei. Der genannte Muskel ist jedoch für die Streckung des
Zeigefingers verantwortlich und steht mit dem Daumen in keinem Zusammenhang (vgl.
Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 266. Auf. Berlin 2014, S. 1400; Roche Lexikon
Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 1256). Der Beschwerdeführer hat sich sodann beim
Unfall vom 13. September 1989 die Sehne des Musculus flexor carpi radialis verletzt.
Dieser Muskel ist wiederum für die Beugung des Unterarms zuständig (Pschyrembel,
a.a.O., S. 1400; Roche Lexikon Medizin, a.a.O., S. 1256). Die Verletzung der
entsprechenden Sehne wurde zudem von PD Dr. D._ bereits am 16. Januar 1990 als
abgeheilt bezeichnet (Suva-act. 1/21). Die von Prim. Dr. G._ angeführten klinisch
erhobenen Befunde beinhalten massgeblich solche betreffend die Beweglichkeit, die
Kraft und den Muskelumfang des linken Daumen, die sich also aufgrund der
echtzeitlichen Dokumente als Unfallrestfolgen nicht nachvollziehen lassen.
4.5 Dr. H._ fügt schliesslich plausibel an, dass die Entwicklung einer erheblichen
Verschlimmerung seit dem Jahr 1994 aufgrund der damaligen objektivierbaren Folgen
medizinisch kaum erklärbar sei, insbesondere weil in der Kausalitätsbeurteilung im Jahr
1994, also 4 1⁄2 Jahr nach dem Unfall, die Situation als stabil und unverändert zu früher
gesehen worden sei. Entsprechend wurde damals der Fallabschluss vorgenommen
(vgl. Suva-act. 4/48 ff.). Diese Schlussfolgerung erscheint insbesondere bezüglich
solcher Fälle einleuchtend, in denen gegenüber früher neue Beschwerden im Bereich
von Körperteilen, die vom Unfall nicht tangiert waren (Daumenbeuger), geltend
gemacht werden. Allgemein ist hinzuzufügen, dass die Anforderungen an den Beweis
des natürlichen Kausalzusammenhangs im Grad der Wahrscheinlichkeit strenger sind,
je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall - hier der Rentenablehnung im
Jahr 1994 - und dem Eintritt der Schädigung ist (RKUV 1997 Nr. U 275 S. 191 E. 1c,
Urteil des Bundesgerichts vom 26. September 2008, 8C_102/2008, E. 2.2). Im
konkreten Fall hat sich der Beschwerdeführer während einer Latenzzeit von 17 Jahren
nicht mehr bei der Beschwerdegegnerin gemeldet. Die unfallunabhängigen Vorgänge in
einem menschlichen Körper während einer solch langen Zeit sind vielfältig.
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4.6 Zu den von Prim. Dr. G._ gemachten Angaben zur Einschränkung in der
allgemeinen Lebensfähigkeit hält Dr. H._ ebenfalls zutreffend fest, dass sich diese
nicht mit üblichen schweizerischen versicherungsmedizinischen Kriterien vergleichen
liessen. Im Übrigen berücksichtigt der angeführte Prozentsatz von 26% offensichtlich
Unfallrestfolgen, welche - wie dargelegt - nicht ausgewiesen sind. Subjektive
Schmerzangaben genügen schliesslich in Anbetracht der sich mit Bezug auf
Schmerzen naturgemäss ergebenden Beweisschwierigkeiten für die Begründung einer
im Verlauf eingetretenen wesentlichen Verschlimmerung der Unfallrestfolgen für sich
allein nicht. Vielmehr ist im Rahmen der sozialversicherungsrechtlichen
Leistungsprüfung verlangt, dass die Schmerzangaben durch damit korrelierende,
fachärztlich schlüssig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sind, andernfalls sich
eine rechtliche Beurteilung von Ansprüchen auf Versicherungsleistungen nicht
gewährleisten liesse (Urteil des EVG vom 2. Dezember 2002, I 53/02, E. 2.2, mit
Hinweis auf Urteil des EVG vom 9. Oktober 2001, I 383/00, E. 2b). Ein Schmerzbefund
ist beim Beschwerdeführer aufgrund der ursprünglichen Akten nicht vollumfänglich
auszuschliessen, doch vermag dieser keinen Anspruch auf eine Rente oder eine
Integritätsentschädigung zu begründen.
4.7 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aus dem Vergleich des ursprünglichen
medizinischen Sachverhalts, der zur Rentenabweisung geführt hat, mit demjenigen,
den der Beschwerdeführer bzw. Prim. Dr. G._ aktuell im Zeitpunkt des
angefochtenen Einspracheentscheids beschreiben, keine erhebliche Verschlimmerung
der somatischen Unfallfolgen folgt. Bei der von Prim. Dr. G._ dargelegten
Argumentation drängen sich auch keine weiteren medizinischen Abklärungen in Form
eigener, persönlicher Abklärungsmassnahmen durch die Beschwerdegegnerin in der
Schweiz auf. Die von Physiotherapeut Dr. I._ gemachte Aussage, der
Befundvergleich des elektrophysiologischen Untersuchungsergebnisses von 1990 mit
demjenigen von 2012 ergebe eine Progression der Krankheit, vermag ebenfalls keine
erhebliche Verschlimmerung der somatischen Unfallfolgen zu beweisen. Die
Feststellung wird zum einen nicht mit entsprechenden Messwerten begründet, zum
anderen kann Dr. I._ als Physiotherapeut nicht als genügend kompetent für eine
solche Beurteilung betrachtet werden. Dem Beschwerdeführer steht demnach kein
Leistungsanspruch gegenüber der Beschwerdegegnerin wegen veränderter
tatsächlicher Verhältnisse zu.
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5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 18. November
2014 (Suva-act. 30/1 ff.) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist (vgl. Erwägung 1). Gerichtskosten sind keine
zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).