Decision ID: c7acc95e-0f23-56d3-9031-c928edbf16ef
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a.
N._ wurde am 7. Dezember 1980 geboren und ist kosovarische Staatsangehörige. Am
26. Dezember 2012 heiratete sie L._, einen in der Schweiz niedergelassenen
Landsmann. Sie reiste am 17. März 2013 in die Schweiz ein und erhielt im Rahmen des
Familiennachzugs am 20. März 2013 eine Aufenthaltsbewilligung. Seit dem 9. Juni
2015 leben die beiden Ehegatten getrennt. Am 11. Dezember 2015 gebar N._ den
gemeinsamen Sohn M._, welcher ebenfalls Staatsangehöriger von Kosovo ist und wie
die Mutter über eine Aufenthaltsbewilligung verfügt. Im rechtskräftigen Entscheid des
Kreisgerichts P._ vom 29. September 2015 wurde unter anderem festgelegt, dass das
gemeinsame Kind nach der Geburt überwiegend durch die Mutter betreut werden solle.
M._ lebt daher bei seiner Mutter.
b.
Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs verfügte das Migrationsamt am 14. April
2016 die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung von N._ sowie ihrem Sohn
M._. Der Entscheid wurde im Wesentlichen damit begründet, dass die Ehe lediglich 27
Monate gedauert habe und damit die dreijährige gesetzliche Frist nicht eingehalten sei.
Ein wichtiger persönlicher Grund für eine Bewilligungsverlängerung liege nicht vor. Die
geklagte häusliche Gewalt sei mangels entsprechender Nachweise jedenfalls nicht
glaubhaft. Den gegen diesen Entscheid erhobenen Rekurs wies das Sicherheits- und
Justizdepartement mit Entscheid vom 30. August 2018 ab. Das in der Folge angerufene
Verwaltungsgericht bestätigte diesen Entscheid mit Urteil B 2018/208 vom 24. Januar
2019.
B.
Gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 24. Januar 2019 reichten N._ und
M._ (Beschwerdeführer) Beschwerde beim Bundesgericht ein. Mit Urteil 2C_215/2019
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vom 24. Januar 2020 hiess das Bundesgericht die Beschwerde gut, soweit es darauf
eintrat, hob den angefochtenen Entscheid des Verwaltungsgerichts auf und wies die
Sache zu neuem Entscheid im Sinne der Erwägungen an das Verwaltungsgericht
zurück.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Praxisgemäss weist das Verwaltungsgericht die Angelegenheit an das Migrationsamt
zurück, wenn nach einem bundesgerichtlichen Rückweisungsentscheid umfangreiche
zusätzliche Sachverhaltsabklärungen zu treffen sind (vgl. VerwGE B 2019/268 vom 17.
Dezember 2019, B 2018/79 vom 18. Mai 2018 je E. 1 mit Hinweis auf Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 1029 mit
Hinweisen, siehe auch VerwGE B 2015/17 vom 28. April 2015 E. 2.1 und VerwGE B
2014/32 vom 11. März 2014 E. 1). Dies ist vorliegend angesichts der vom
Bundesgericht als geboten erachteten vertiefenden Abklärungen zum
rechtserheblichen Sachverhalt der Fall, weshalb es sich rechtfertigt, die Angelegenheit
gestützt auf Art. 64 in Verbindung mit Art. 56 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1, VRP) analog (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 1034)
direkt an das Migrationsamt des Kantons St. Gallen zurückzuweisen. Dieses wird den
rechtserheblichen Sachverhalt im Sinne der bundesgerichtlichen Erwägungen im Urteil
2C_215/2019 vom 24. Januar 2020 (E. 6.3) weiter zu ermitteln und anschliessend über
die Angelegenheit neu zu befinden haben.
2.
Bei dieser Sachlage sind die Kosten der Verfahren vor den kantonalen Instanzen neu zu
verlegen.
Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu tragen,
dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. Aufgrund dieser
Bestimmung sind die Kosten der Verfahren vor dem Verwaltungsgericht (CHF 2'000),
dem Sicherheits- und Justizdepartement (Vorinstanz, CHF 1'000) und dem
Migrationsamt (CHF 260), insgesamt somit CHF 3'260, dem Staat aufzuerlegen. Auf die
Erhebung der Kosten ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Den Beschwerdeführern
sind die im Beschwerde- und Rekursverfahren geleisteten Kostenvorschüsse von CHF
2'000 und CHF 1'000 zurückzuerstatten.
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Die Beschwerdeführer haben sowohl im Rekurs- als auch im Beschwerdeverfahren
Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung zulasten des Staates (Migrationsamt,
vgl. Art. 98 Abs. 1 und 2 VRP sowie Art. 98 VRP). Am 1. Januar 2019 ist der
VI. Nachtrag zur Honorarordnung vom 28. November 2018 in Kraft getreten
(nGS 2019-019). Gemäss Art. 30 der Honorarordnung (sGS 963.75, HonO) wird das
Honorar für die Instanz, bei der das Verfahren bei Vollzugsbeginn dieses Nachtrags
anhängig ist, nach neuem Recht bemessen. Daraus folgt, dass vorliegend für das
Verfahren vor der Vorinstanz die Ansätze in der bis 31. Dezember 2018 gültigen
Fassung der Honorarordnung anzuwenden sind. Gemäss aArt. 22 Abs. 1 lit. b HonO
betrug das Honorar vor Verwaltungsbehörden CHF 500 bis CHF 6'000. Für das
Verfahren vor Verwaltungsgericht ist die ab 1. Januar 2019 gültige Fassung
massgebend und somit eine Honorarpauschale innerhalb des von Art. 22 Abs. 1 lit. b
der HonO festgelegten Rahmens zwischen CHF 1'500 und CHF 15'000. Da der
Rechtsvertreter keine Kostennote eingereicht hat, ist die Entschädigung nach
Ermessen festzusetzen (vgl. Art. 30 lit. b Ziff. 1 und Art. 31 Abs. 1 und 2 des
Anwaltsgesetzes, sGS 963.70, AnwG, sowie Art. 6 und 19 der HonO). Innerhalb des für
eine Pauschale gesetzten Rahmens wird das Grundhonorar nach den besonderen
Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des
Falls und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten bemessen (Art. 19 HonO
sowie Art. 31 Abs. 1 und 2 AnwG; vgl. dazu BGE 141 I 124 E. 4 und BGer 1C_53/2015
vom 12. Mai 2015 E. 2.5). Unter Berücksichtigung dieser Bemessungskriterien und
insbesondere mit Blick auf die in vergleichbaren Fällen zugesprochenen
Entschädigungen erscheint eine Entschädigung von CHF 1'500 für das
Rekursverfahren und CHF 2'500 für das Beschwerdeverfahren zuzüglich CHF 160
Barauslagen (vier Prozent von CHF 4'000, Art. 28 Abs. 1 HonO), insgesamt somit
also CHF 4'160, sowie der antragsgemässen Mehrwertsteuer von 7,7% (Art. 29 HonO)
angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO).