Decision ID: a018f177-19aa-5975-a010-3a82ffdfe210
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ war bei der B._ AG (nachfolgend: Arbeitgeberin), in Teilzeit als Chauffeur
und Monteur tätig und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt
(nachfolgend: Suva) gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten
obligatorisch versichert, als er am 6. November 2015 während der Arbeit beim
Anheben eines schweren Fitnessgeräts einen Zwick in der linken Schulter verspürte
(Suva-act. 1, 5 f., 24). Die Erstbehandlung fand am 7. November 2015 bei Dr. med.
C._, Allgemeine Medizin FMH statt, der eine Schultermuskelzerrung diagnostizierte
(Suva-act. 5). Mit Schreiben vom 16. Dezember 2015 sprach die Suva dem
Versicherten für die Folgen des Berufsunfalls vom 6. November 2015
Heilbehandlungsleistungen zu. Taggelder wurden mangels einer Arbeitsunfähigkeit
keine zugesprochen (Suva-act. 8).
A.a.
Am 11. Juli 2017 meldete die Arbeitgeberin der Suva ein Schadenereignis vom 29.
Juni 2017 und am 7. August 2017 einen Rückfall zu diesem Schadenereignis mit einer
Arbeitsunfähigkeit seit 5. Juli 2017. Der Versicherte hatte zusammen mit zwei Arbeits
kollegen ein Fitnessgerät transportiert, welches bei einem der Arbeitskollegen
verrutscht war, wodurch es beim Versicherten und dem anderen Arbeitskollegen eine
plötzliche Gewichtsverlagerung gegeben und der Versicherte erneut einen Zwick in der
linken Schulter verspürt hatte (Suva-act. 10 f., 22, 24). Die Erstbehandlung hatte am 30.
Juni 2017, wiederum durch Dr. C._, stattgefunden, der nach durchgeführter MRT-
Untersuchung am 6. Juli 2017 in der D._ (Suva-act. 19), eine Partialruptur der
Supraspinatussehne, eine Pulleyläsion links und einen Längsriss der langen
A.b.
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Bizepssehne diagnostiziert hatte (Suva-act. 27). Am 10. August 2017 wurde der
Versicherte durch Dr. med. E._, FMH Orthopädie und Traumatologie, Sportmedizin
SGSM untersucht, der eine komplexe Schulterläsion links und einen Status nach
anteriorer Schulterluxation, Partialruptur der Supraspinatussehne sowie Pulleyläsion
mit Längsriss der langen Bizepssehne links diagnostizierte und ein operatives
Vorgehen empfahl (Suva-act. 30).
Anlässlich einer Besprechung mit der Suva vom 24. August 2017 gab der
Versicherte an, seit sieben Jahren als Chauffeur für eine zweite Arbeitgeberin, die F._
AG, tätig zu sein. Er habe die Tätigkeit jedoch ab Herbst 2016 wegen
Führerausweisentzugs unterbrechen müssen. Zusätzlich arbeite er als selbständiger
Naturheilpraktiker bzw. Bioenergetiker (Suva-act. 24).
A.c.
Gestützt auf eine Beurteilung ihres Kreisarztes Dr. med. G._, Facharzt Chirurgie,
vom 6. September 2017 (Suva-act. 29) teilte die Suva dem Versicherten mit Schreiben
vom 20. September 2017 mit, dass sie ihre Leistungspflicht anerkenne, jedoch von
einem Rückfall zum Unfall vom 6. November 2015 ausgehe (Suva-act. 32).
A.d.
Am 12. September 2017 wurde der Versicherte durch Dr. med. H._, Klinik für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Kantonsspital
St. Gallen (nachfolgend: KSSG), untersucht, der eine Rotatorenmanschettenruptur
(Supraspinatus und Subscapularis) mit konsekutiver Bizepstendinopathie mit/bei
Status nach Schultertrauma am 6. November 2015 und 22. Juni 2017 (richtig: 29. Juni
2017) sowie älterer anteriorer Schulterluxation links mit Hill-Sachs-Delle und anteriorer
Bankartläsion, eine ansatznahe Totalruptur des Musculus pectoralis major links mit/bei
Status nach Schultertrauma am 6. November 2015 und 22. Juni 2017 (richtig: 29. Juni
2017) sowie eine asymptomatische AC Gelenksarthrose links diagnostizierte und sich
ebenfalls für eine operative Revision aussprach (Suva-ct. 34). Am 4. Oktober 2017
führte Dr. H._ beim Versicherten am linken Schultergelenk eine offene
Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion (Supraspinatus und Subscapularis), eine
Bizepstenodese sowie eine Refixation der Pectoralis major Sehne durch (Suva-act. 38).
A.e.
Mit Schreiben vom 29. Januar 2018 kündigte die B._ AG das Arbeitsverhältnis
mit dem Versicherten per 31. März 2018 (Suva-act. 63).
A.f.
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Anlässlich einer Untersuchung vom 27. Februar 2018 stellte Dr. H._ einen post
operativ schleppenden Verlauf mit persistierenden Schmerzen fest (Suva-act. 80). Bei
einer Besprechung mit der Suva vom 4. April 2018 teilte der Versicherte mit, dass er
weiterhin 100% arbeitsunfähig sei. Die körperlich sehr strenge Tätigkeit als Chauffeur
und Monteur von Fitnessgeräten sei ihm nicht mehr möglich (Suva-act. 95, vgl. auch
Suva-act. 103, 111, 113). Auch anlässlich einer Untersuchung vom 29. Mai 2018 erhob
Dr. H._ beim Versicherten einen schmerzbedingt verzögerten Heilungsverlauf, der
nicht mehr in den normalen zeitlichen Rahmen passe. Eine eindeutige Genese der vom
Versicherten umschriebenen Schmerzsymptomatik konnte er keine finden (Suva-act.
117). Ein daraufhin am 5. Juni 2018 in der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin des
KSSG durchgeführtes Verlaufs-MRT zeigte eine initiale Omarthrose links, eine in der
Kontinuität erhaltene dünne Supraspinatussehne mit kleinem Cleft, eine interstitielle
Partialruptur der Infraspinatussehne mit angrenzender Delamination, eine intakte
Refixation des Musculus subscapularis, eine intakte Bizepstenodese, eine regelrechte
Refixation des Musculus pectoralis major, einen langstreckigen Labrumriss, einen
tiefen grossflächigen Knorpeldefekt des Humeruskopfs sowie eine Synovitis (Suva-act.
125).
A.g.
In einer Kurzbeurteilung vom 25. Juni 2018 hielt Kreisarzt Dr. med. I._, Facharzt
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, fest, dass nicht mehr mit einer Rückkehr
des Versicherten in die angestammte Tätigkeit gerechnet werden könne, weil diese
wohl zu schwer sei. In einer angepassten Tätigkeit wäre der Versicherte hingegen voll
arbeitsfähig (Suva-act. 127). Gestützt auf diese Beurteilung teilte die Suva dem
Versicherten mit Schreiben vom 28. Juni 2018 die Einstellung der Taggeldleistungen
unter Gewährung einer Übergangsfrist per 30. November 2018 mit (Suva-act. 128).
Nachdem sich dieser am 28. Juni 2018 mit der Leistungseinstellung nicht
einverstanden erklärt (Suva-act. 129) und die Suva am 4. Juli 2018 darüber informiert
hatte, sein Hausarzt Dr. med. J._, Allgemeine Innere Medizin, könne der
Leistungseinstellung ebenfalls nicht beipflichten und habe den Einbezug eines
Orthopäden empfohlen, erklärte sich die Suva am selben Tag mit der Einholung einer
orthopädischen Zweitmeinung einverstanden (Suva-act. 131). Dr. J._ beauftragte
dafür Dr. med. K._, Orthopädie L._-, der im Untersuchungsbericht vom 7. August
2018 festhielt, dass er angesichts der kernspintomographischen Befunde keine
A.h.
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Indikation zu einem erneuten operativen Vorgehen und diesbezüglich auch keine
weitere Verbesserungsmöglichkeit sehe. Die dargestellte Bandgradläsion (richtig wohl:
Bankartläsion) sei seines Erachtens für die Symptomatik des Versicherten nicht
relevant (Suva-act. 138). Kreisarzt Dr. I._ bestätige am 16. August 2018 in Kenntnis
der Beurteilung von Dr. K._ eine volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
(Suva-act. 139). Dr. C._ bescheinigte dem Versicherten weiterhin eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit, ohne sich zur Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit zu
äussern (Suva-act. 141).
Am 17. September 2018 fand die kreisärztliche Abschlussuntersuchung durch Dr.
I._ statt. Der Kreisarzt diagnostizierte im Untersuchungsbericht vom 24. September
2018 ätiologisch ungeklärte Restbeschwerden Schulter links bei/nach offener
Rekonstruktion Rotatorenmanschette links (Supraspinatus und Subscapularis) mit
Bizepstenotomie und offener Refixation der Sehne des Musculus pectoralis major am
4. Oktober 2017 sowie Traumatisierung Schulter links am 6. November 2015 und eine
anamnestisch neu angegebene Hypästhesie im Bereich des Nervus ulnaris links.
Wegen der Hypästhesie sei vor einem definitiven Fallabschluss eine klinisch
neurologische und neurophysiologische Abklärung der linken oberen Extremität
notwendig (Suva-act. 153).
A.i.
Am 5. Oktober 2018 erklärte Dr. H._ den Behandlungsabschluss bei ihm bei
postoperativ weiterhin unveränderten Restbeschwerden (linksseitig ausstrahlende
Schmerzen vom Glenoid ausgehend bis in die Finger, Sensibilitätsminderung an der
oberen Extremität links; Suva-act. 156).
A.j.
Die neurologische Abklärung fand am 25. Oktober 2018 in der Klinik für Neurologie
des KSSG, durch Dr. med. M._ und med. pract. N._, statt und ergab klinisch und
elektrophysiologisch keine Hinweise für eine Radikulopathie oder Plexopathie links.
Nebenbefundlich wurden ein leichtgradiges Karpaltunnelsyndrom (CTS) und ein Sulcus
ulnaris-Syndrom (SUS) erhoben (Suva-act. 159).
A.k.
In einer kreisärztlichen Beurteilung vom 22. November 2018 wertete Kreisarzt Dr.
I._ das CTS und SUS als mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
A.l.
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nicht unfallkausal. Er ging von einem Endzustand aus und umschrieb das
Zumutbarkeitsprofil des Versicherten (Suva-act. 163).
Gleichentags schätzte Kreisarzt Dr. I._ den Integritätsschaden in Bezug auf die
linke Schulter auf 10% (Suva-act. 164), worauf die Suva dem Versicherten mit
Verfügung vom 6. Dezember 2018 bei einer Integritätseinbusse von 10% eine
Integritätsentschädigung von Fr. 12'600.-- zusprach (Suva-act. 168). Diese Verfügung
erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
A.m.
Mit Mitteilung vom 22. Januar 2019 verneinte die IV-Stelle des Kantons St. Gallen
einen Anspruch des Versicherten auf berufliche Massnahmen (Suva-act. 171). Am 3.
Februar 2019 nahm der Versicherte an einem Einsatzprogramm des RAV (Regionales
Arbeitsvermittlungszentrum) teil. Der Versicherte brach die Teilnahme wegen
exazerbierender Schulterschmerzen nach einem Tag ab und wurde von Dr. med. O._,
Facharzt Allgemeine Innere Medizin, vom 4. bis 17. Februar 2019 zu 100%
arbeitsunfähig geschrieben (Suva-act. 173 f., 178). Am 13. Februar 2019 stellte Dr.
J._ dem Versicherten ein Zeugnis für eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit vom 18.
Februar bis 3. März 2019 für eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit unter
Berücksichtigung schulterbezogener Einschränkungen aus (Suva-act. 183, vgl. auch
Suva-act. 184).
A.n.
Am 27. Februar 2019 erklärte Kreisarzt Dr. I._, dass am Zumutbarkeitsprofil vom
22. November 2018 festgehalten werden müsse. Eine Arbeitsunfähigkeit sei nur zu
akzeptieren, wenn die Belastung im Rahmen des Einsatzprogramms, in welches der
Versicherten vom RAV eingeteilt worden sei, grösser gewesen sei (Suva-act. 187). Die
Suva leitete dem Versicherten die kreisärztliche Beurteilung mit Schreiben vom 8. März
2019 weiter und hielt fest, dass es die Pflicht des RAV, des Einsatzbetriebs und des
Versicherten sei zu schauen, dass die Belastung im Rahmen des Zumutbarkeitsprofils
liege (Suva-act. 188).
A.o.
Am 3. April 2019 gingen bei der Suva Zeugnisse von Dr. J._ mit einer 35%igen
Arbeitsunfähigkeit des Versicherten vom 18. Februar bis 3. März 2019 und einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit vom 8. März bis 10. April 2019 ein (Suva-act. 195).
A.p.
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B.
C.
Mit Verfügung vom 1. Mai 2019 verneinte die Suva einen Rentenanspruch des
Versicherten (Suva-act. 215).
A.q.
Am 10. Mai 2019 liess sich der Versicherte nochmals durch Dr. H._ untersuchen
(Suva-act. 231).
A.r.
Gegen die Verfügung vom 1. Mai 2019 liess der Versicherte am 15. Mai 2019
Einsprache erheben (Suva-act. 227).
B.a.
Am 18. Juni 2019 wurde die Einsprachebegründung nachgereicht (Suva-act. 233).B.b.
Am 11. Juli 2019 wurde der Versicherte erneut durch Dr. H._ untersucht (Suva-
act. 235).
B.c.
Mit Entscheid vom 10. Oktober 2019 wies die Suva die Einsprache vom 15. Mai
2019 ab (Suva-act. 236).
B.d.
Gegen den Einspracheentscheid vom 10. Oktober 2019 erhob der Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 29. Oktober 2019 (Postaufgabe)
Beschwerde mit folgenden Anträgen: Der Einspracheentscheid sei aufzuheben und es
sei ihm eine in der Höhe noch zu ermittelnde Invalidenrente zuzusprechen. Das
Beschwerdeverfahren sei bis zum Abschluss des invalidenversicherungsrechtlichen
Verfahrens zu sistieren, mindestens jedoch bis im vorgenannten Verfahren die
Schulterbeschwerden und die damit einhergehende Arbeitsunfähigkeit im Detail
abgeklärt seien, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).
C.a.
Mit Eingabe vom 26. November 2019 beantragte die Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) die Abweisung des Sistierungsantrags und die Fortsetzung des
Verfahrens (act. G 3).
C.b.
Nachdem die IV-Stelle dem Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen am 3.
Dezember 2019 telefonisch mitgeteilt hatte, dass bei ihr ein Abklärungsverfahren
betreffend den Beschwerdeführer hängig sei, mit weiteren Abklärungen jedoch bis zum
C.c.
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Erwägungen
1.
Umstritten und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Invalidenrente.
Abschluss des Unfallversicherungsverfahrens zugewartet werde (act. G 4), teilte das
Versicherungsgericht dem Beschwerdeführer mit, dass die beantragte
Verfahrenssistierung nicht für notwendig betrachtet und der Schriftenwechsel
fortgeführt werde (act. G 5).
In der Beschwerdeantwort vom 19. März 2020 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 11).
C.d.
Mit Replik vom 1. April 2020 (Postaufgabe) hielt der Beschwerdeführer
sinngemäss an seinem Antrag auf Zusprache einer Invalidenrente fest (act. G 13).
C.e.
Mit Schreiben vom 1. Mai 2020 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine
Duplik und hielt am Antrag auf Beschwerdeabweisung fest (act. G 15).
C.f.
Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in
den medizinischen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
C.g.
Nach Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) hat eine versicherte Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge
eines Unfalls zu mindestens 10% invalid wird. Der Rentenanspruch entsteht, wenn von
der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige
Eingliederungsmassnahmen abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG). In diesem Fall
fallen die Heilbehandlungen sowie Taggeldleistungen dahin. Invalidität ist die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Für die Bestimmung des
Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
1.1.
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Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(sog. Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
Angesichts von Art. 18 Abs. 1 UVG besteht eine Leistungspflicht des
Unfallversicherers nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit
einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (vgl. Art. 6 Abs.1 UVG; BGE 129 V
1818 E. 3; André Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.],
Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen
Sozialversicherungsrecht, 2018 [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Alexandra Rumo-
Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in: Erwin Murer/
Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.).
1.2.
Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Um den Gesundheitszustand und insbesondere das Ausmass der
Arbeitsfähigkeit beurteilen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das
Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere
Fachleute zur Verfügung zu stellen haben (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des
Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a
mit Hinweisen). Den Berichten und Gutachten, welche die Versicherungen während des
Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen einholen, kann
rechtsprechungsgemäss ebenfalls Beweiswert beigemessen werden (BGE 135 V 467
ff. E. 4 und BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). In solchen Fällen sind an die
Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen
Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 471 E. 4.7;
RKUV 1997 Nr. U 281 E. 1a S. 281 f.).
1.3.
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2.
In medizinischer Hinsicht wird unbestrittenermassen angenommen, dass der
Beschwerdeführer beim Unfall vom 6. November 2015 eine Schulterluxation links
erlitten hat (Suva-act. 29 f.). Aktenkundig ist auch, dass die linke Schulter nochmals bei
einem Ereignis vom 29. Juni 2017 betroffen war (Suva-act. 10 f., 27). Die beim
Beschwerdeführer im Rahmen der MRT-Untersuchung vom 6. Juli 2017 zur Darstellung
gelangten Rotatorenmanschettenläsionen (Supraspinatus und Subscapularis), der
Längsriss der langen Bizepssehne (Suva-act. 19) sowie die von Dr. H._ zudem am
12. September 2017 diagnostizierte ansatznahe Totalruptur des Musculus pectoralis
major links (Suva-act. 34) sind sodann unstreitig Unfallfolgen (vgl. insbesondere Suva-
act. 29, 30, 34). Die vorgenannten Verletzungen wurden am 4. Oktober 2017 operativ
mit einer offenen Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion (Supraspinatus und
Subscapularis), Bizepstenodese und Refixation der Pectoralis major Sehne versorgt
(Suva-act. 38). Das Verlaufs-MRT vom 5. Juni 2018 zeigte eine in der Kontinuität
erhaltene dünne Supraspinatussehne mit kleinem Cleft, eine interstitielle Partialruptur
der Infraspinatussehne mit angrenzender Delamination, eine intakte Refixation des
Musculus subscapularis, eine intakte Bizepstenodese, eine regelrechte Refixation des
Musculus petoralis major, einen langstreckigen Labrumriss, einen tiefen grossflächigen
Knorpeldefekt des Humeruskopfs sowie eine Synovitis (Suva-act. 125).
2.1.
Unbestritten und von Kreisarzt Dr. I._ anerkannt ist, dass beim
Beschwerdeführer im linken Schultergelenk ein erheblicher Restzustand, insbesondere
durch die subjektiv verspürte Schmerzhaftigkeit, besteht, auch wenn diese angesichts
der anatomisch und klinisch weitgehend günstigen Situation ätiologisch schlecht
zugeordnet werden könne. Bezüglich der Beschwerden sei von einer mässigen Form
einer Periarthrosis humero-scapularis auszugehen (Suva-act. 164). Dr. H._ macht für
die Schmerzen am ehesten die Vernarbungen wie auch die beginnende Degeneration
verantwortlich (Suva-act. 231). Die Schmerzen sind als (sekundäre) unfallkausale
Restfolgen in die Leistungsbeurteilung miteinzubeziehen.
2.2.
Kreisarzt Dr. I._ untersuchte sodann am 17. September 2018 (Suva-act. 153)
klinisch die Funktion der linken Schulter. Die von ihm erhobenen Befunde entsprachen
gemäss seiner Beurteilung einer guten Funktion und einer gut fortgeschrittenen
muskulären Rehabilitation. Diese Beurteilung ist angesichts der im kreisärztlichen
Untersuchungsbericht vom 24. September 2018 aufgeführten
Untersuchungsergebnisse der aktiven Beweglichkeit des linken Schultergelenks
nachvollziehbar und überzeugend. Kreisarzt Dr. I._ stellte abschliessend schlüssig
fest, dies bedeute eine offensichtlich wenig/kaum gestörte Funktion des adominanten
2.3.
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linken Arms (Suva-act. 153). Anlässlich der Bewegungsprüfung vom 2. Oktober 2018
durch Dr. H._ zeigte der Beschwerdeführer gegenüber der kreisärztlichen
Untersuchung zwar eine leicht eingeschränktere Beweglichkeit. Allerdings entspricht
die vom Beschwerdeführer gegenüber Dr. H._ mit einem Wert von 30% beurteilte
Funktion der linken Schulter bei weitem auch nicht den Untersuchungsergebnissen von
Dr. H._ (Suva-act. 156). In der Untersuchung durch Dr. K._ vom 7. August 2018
hatte der Beschwerdeführer zudem ebenfalls nur eine leichte
Bewegungseinschränkung und Kraftminderung gezeigt (Suva-act. 138).
Nachdem der Beschwerdeführer anlässlich einer Besprechung mit der
Beschwerdegegnerin am 14. Mai 2018 erklärt hatte, in der rechten Hand (richtig wohl:
linken Hand) oft ein Taubheitsgefühl zu spüren (Suva-act. 107), beschrieb er auch in
der kreisärztlichen Untersuchung vom 17. September 2018 gegenüber Dr. I._ eine
Hypästhesie im Bereich des Nervus ulnaris links, ein Taubheitsgefühl in den Fingern
sowie Schmerzen ausgehend vom Glenoid und ausstrahlend nach distal in den
Ellbogen bis zum Narrenbein (Suva-act. 153). In der Replik vom 1. April 2020 spricht
der Beschwerdeführer ausserdem von einem Kraftverlust in der Fingermuskulatur (act.
G 13). Die klinische sowie elektrophysiologische neurologische Untersuchung vom 25.
Oktober 2018 durch Dr. M._ und med. pract. N._ haben jedoch keine Hinweise für
eine unfallkausale Radikulopathie oder Plexopathie links ergeben. Elektrophysiologisch
wurden zwar ein leichtgradiges CTS und SUS links erhoben, welche jedoch klinisch
beide a- bis oligosymptomatisch waren (Suva-act. 159). Zudem wertete Kreisarzt Dr.
I._ die vorgenannten Befunde in seiner Beurteilung vom 22. November 2018
nachvollziehbar und schlüssig als überwiegend wahrscheinlich unfallfremd, seien doch
die Sensibilitätsstörungen am linken Arm erst mit grosser Verzögerung nach der
ursprünglichen Verletzung und nach der Operation aufgetreten. Bei der fachärztlichen
Untersuchung durch Dr. K._ vom 6. August 2018 (Suva-act. 138) hätten die
Beschwerden noch nicht bestanden (Suva-act. 163). Dr. K._ hatte damals eine
unauffällige DMS dokumentiert (Suva-act. 138). Aufgrund des Gesagten sind
neurologische Unfallrestfolgen mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit auszuschliessen, womit die vom Beschwerdeführer beklagte
Hypästhesie und die beschriebenen ausstrahlenden Schmerzen nicht in die
Leistungsbeurteilung miteinbezogen werden können. Für die subjektive Annahme des
Beschwerdeführers, die ausstrahlenden Schmerzen seien eine Folge der Titananker,
womit von indirekten Unfallfolgen auszugehen wäre, liegt kein objektiver Nachweis
durch einen fachärztlichen Befund vor. Laut Dr. H._ ist eine Abstossungsreaktion
gegen die Anker sowohl am Humeruskopf wie auch an der Refixation des Pectoralis
praktisch ausgeschlossen bei Titan. Wie bereits erwähnt, befindet er für die
2.4.
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3.
Vorab ist festzuhalten, dass der Zeitpunkt des Fallabschlusses bzw. der Prüfung eines
Rentenanspruchs (vgl. Erwägung 1.1; Art. 19 Abs. 1 UVG) bezüglich des Unfalls vom 6.
November 2015 bzw. konkret der im Sommer 2017 gemeldeten Rückfall-Folgen
unbestritten und ausgewiesen ist. Am 6. August 2018 hat die fachärztlich konsiliarische
Zweitbeurteilung durch Dr. K._ stattgefunden, der am 7. August 2018 angesichts der
kernspintomographischen Befunde (vgl. dazu Suva-act. 125; Sachverhalt A.d) keine
Indikation zu einem erneuten operativen Vorgehen und diesbezüglich auch keine
weitere Verbesserungsmöglichkeit gesehen hat. Die dargestellte Bandgradläsion
(richtig wohl: Bankartläsion) sei seines Erachtens für die Symptomatik des
Beschwerdeführers nicht relevant (Suva-act. 138). Kreisarzt Dr. I._ stellte darauf in
seiner Beurteilung vom 24. September 2018 fest, dass aus somatischer Sicht ein
ausgezeichnetes Operationsergebnis vorliege. Beweisend dafür seien nicht nur das
MRT vom 5. Juni 2018 (Suva-act. 125), sondern auch die klinischen Befunde anlässlich
der fachärztlich konsiliarischen Zweitbeurteilung durch Dr. K._ und seiner eigenen
Untersuchung (Suva-act. 153). Dr. H._ hielt sodann in seinem Untersuchungsbericht
vom 5. Oktober 2018 fest, dass sich ein Jahr postoperativ weiterhin unveränderte
Restbeschwerden zeigen würden. Er teile die Meinung von Dr. I._, dass ein gutes
Operationsergebnis habe erreicht werden können. Insgesamt sei ein Jahr postoperativ
mit einem Endzustand zu rechnen (Suva-act. 156). Nachdem die neurologische
Untersuchung durch Dr. M._ und med. pract. N._ am 25. Oktober 2018 keine
Hinweise für eine Radikulopathie oder Plexopathie links ergeben hatte (Suva-act. 159),
erklärte Kreisarzt Dr. I._ in seiner Beurteilung vom 22. November 2018, dass bei einer
rein elektrophysiologischen Diagnose mit asymptomatischer oder
oligosymptomatischer Situation aktuell keine Behandlung sinnvoll und eine funktionelle
Auswirkung ebenfalls nicht zu erkennen sei. Bei MR-tomographisch nachgewiesener
und klinisch im KSSG durch Dr. H._ bestätigter günstiger postoperativer Situation sei
von einem Endzustand auszugehen (Suva-act. 163). Im Untersuchungsbericht vom 13.
Beschwerden am ehesten die Vernarbungen wie auch die beginnende Degeneration, in
Kombination mit einer hohen Erwartungshaltung des Beschwerdeführers, als
verantwortlich (Suva-act. 231).
Angesichts des Gesagten ist zusammenfassend festzuhalten, dass abgesehen von
der in den Erwägungen 2.2 und 2.3 genannten Schmerzhaftigkeit und
Beweglichkeitseinschränkung, welche erfahrungsgemäss zusammenhängen können,
keine weiteren unfallkausalen Schulterbeschwerden in die Leistungsbeurteilung
miteinzubeziehen sind.
2.5.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/21
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Mai 2019 hielt Dr. H._ sodann fest, dass eine gute Manschettenrekonstruktion habe
erreicht werden können und auch die Pectoralis-Refixation kräftig erscheine (Suva-act.
231). Schliesslich hatte auch der Beschwerdeführer bereits am 5. Dezember 2018
gegenüber der Beschwerdegegnerin telefonisch bestätigt, dass grundsätzlich keine
Behandlungen mehr stattfinden würden. Am 20. Januar 2019 finde nochmals eine
hausärztliche Kontrolle statt. Die laufende Physiotherapieverordnung werde noch
aufgebraucht. Anschliessend werde er selbständig trainieren (Suva-act. 167). Die am
10. Mai 2019 dennoch durch Dr. H._ durchgeführte diagnostische/therapeutische
Infiltration glenohumeral Schulter links schliesst offensichtlich das Vorliegen eines
Endzustandes nicht aus (vgl. Suva-act. 124 und 231). Zusammenfassend ist
festzuhalten, dass Kreisarzt Dr. I._ und Dr. H._ bezüglich der linken Schulter
übereinstimmend und unter Berücksichtigung massgebender Gesichtspunkte, wie
einer MR-tomographisch nachgewiesenen und klinisch bestätigten günstigen
postoperativen Situation und einem neurologisch unfallbedingt unauffälligen
Gesundheitszustand, den Endzustand erklärten (Suva-act. 124, 153, 163, 231). In
Anbetracht des Gesagten erfolgte zu Recht mit Verfügung vom 1. Mai 2019 (Suva-act.
231) die Prüfung eines Rentenanspruchs (Art. 19 Abs. 1 UVG).
4.
Um den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zu prüfen, ist in
einem ersten Schritt zu untersuchen, ob die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
rechtsgenüglich abgeklärt wurde. Die Beschwerdegegnerin stützt sich im Wesentlichen
auf das von ihrem Kreisarzt Dr. I._ in seiner Beurteilung vom 22. November 2018
definierte Zumutbarkeitsprofil, wonach dem Beschwerdeführer vollzeitig und
vollschichtig mindestens eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit zumutbar sei mit der
Einschränkung, dass körperferne Tätigkeiten nur gelegentlich und Armhaltungen über
Schulterhöhe nur selten gefordert seien. Dauernde schwerere Belastungen des linken
Arms seien ungünstig und nicht zumutbar. Das Gleiche gelte für Tätigkeiten, die zu
starken Erschütterungen oder Vibrationen des linken Arms führten (Suva-act. 163). Die
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von Kreisarzt Dr. I._ wurde lege artis in Kenntnis und
unter Würdigung der Vorakten erstellt. Sie beruht - entgegen der Feststellung des
Beschwerdeführers in der Beschwerde vom 29. Oktober 2019 (act. G 1) - auf einer
eigenständigen und die spezifischen Schulterbeweglichkeitstests umfassenden
Untersuchung mit entsprechender Befunderhebung (vgl. dazu den kreisärztlichen
Untersuchungsbericht vom 24. September 2018 [Suva-act. 153]) und befasst sich mit
den geklagten Beschwerden. Es sind keine Anhaltspunkte erkennbar, dass im
Untersuchungszeitpunkt objektiv wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden
wären, womit grundsätzlich auf die versicherungsinterne fachärztliche Einschätzung
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/21
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der Arbeitsfähigkeit sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht abgestellt
werden kann (vgl. dazu vorstehende Erwägung 1.3). Es ist nicht ersichtlich, inwieweit
beim vorgenannten Zumutbarkeitsprofil den Beeinträchtigungen an der linken Schulter
- insbesondere den Schmerzen und einer gewissen Bewegungseinschränkung - nicht
umfassend Rechnung getragen worden wäre, und es leuchtet ein, dass bei Einhaltung
der Adaptionskriterien eine volle Arbeitsfähigkeit zumutbar sein sollte. Im Recht liegt im
Übrigen der Untersuchungsbericht von Dr. H._ vom 5. Oktober 2018 mit der
ausschliessend formulierten, mit der kreisärztlichen Beurteilung übereinstimmenden
Äusserung, eine Tätigkeit im angestammten Beruf mit schwerer körperlicher Belastung,
insbesondere auch im Überkopfbereich, werde nicht mehr möglich sein (Suva-act.
156). Damit sind keine, auch nur geringen Zweifel an der Zuverlässigkeit und
Schlüssigkeit der kreisärztlichen Einschätzung ersichtlich. Die
Arbeitsunfähigkeitszeugnisse von Dr. J._ vom 18. Februar und 12. März 2019 mit
bescheinigten Arbeitsunfähigkeiten von 35% bzw. 100% vermögen ebenfalls keine
Zweifel an der kreisärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung zu begründen. Vielmehr
stimmt das von Dr. J._ im Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 18. Februar 2019
formulierte Zumutbarkeitsprofil exakt mit demjenigen von Dr. I._ überein (Suva-act.
195). Die hohe quantitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wird jedoch von Dr.
J._ wie von der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 19. März 2020
(act. G 11) zutreffend festgestellt - nicht begründet. Es gibt keinen überzeugenden
Grund, in der von Kreisarzt Dr. I._ definierten angepassten Tätigkeit nicht von einer
100%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
5.
Basierend auf einer Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 100% ist
nachfolgend im Rahmen eines Einkommensvergleichs der Invaliditätsgrad zu ermitteln
(vgl. Erwägung 1.1).
5.1.
Für das Valideneinkommen ist massgebend, was die versicherte Person
aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des
allfälligen Rentenbeginns verdient hätte. Für die Bestimmung des Valideneinkommens
wird grundsätzlich am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die
bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 139 V 28
5.1.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/21
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E. 3.3.2, 125 V 58 E. 3.1; Urteile des Bundesgerichts vom 18. März 2015,
8C_590/2014, E. 5.1, und 21. August 2013, 8C_196/2013, E. 3.1). Der
Beschwerdeführer arbeitete vor dem Unfall vom 6. November 2015 und auch nach
dem Unfall bis zum Beginn einer unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit am 29. Juni 2017
bei der B._ AG als Chauffeur und Monteur (Suva-act. 22, 27). Anlässlich einer
Besprechung mit der Beschwerdegegnerin am 24. August 2017 gab der
Beschwerdeführer an, er sei bei der B._ AG im 100%-Pensum auf Stundenbasis auf
Abruf als Freelancer angestellt. Dabei könne es sein, dass es sehr viel Arbeit gebe und
er pro Tag 18 Stunden arbeiten müssen und dann wieder eine Woche oder länger keine
Arbeit vorhanden sei. Aufgrund dieser Situation habe er eine zweite Arbeitgeberin, die
F._ AG. Diese Anstellung als Chauffeur habe er seit sieben Jahren, habe sie jedoch
ab Herbst 2016 unterbrechen müssen, weil er bis Januar 2018 einen
Führerausweisentzug habe. Zusätzlich arbeite er seit 15 Jahren als selbständiger
Naturheilpraktiker, d.h. als Bioenergetiker. Dabei habe er durchschnittlich drei Kunden
wöchentlich, meistens samstags (Suva-act. 24).
Im Rahmen des Einspracheverfahrens verlangte der Beschwerdeführer bzw. sein
damaliger Rechtsvertreter, dass für die Ermittlung des Valideneinkommens die
Verdienste der B._ AG und der F._ AG- zusammenzuzählen seien. Das
Valideneinkommen betrage somit Fr. 81'001.25 (Suva-act. 233). Die
Beschwerdegegnerin ging demgegenüber von einem Valideneinkommen 2019 von Fr.
71'712.-- aus, welches sie allein basierend auf der Erwerbstätigkeit bei der B._ AG,
aufgerechnet auf ein 100%-Pensum, berechnete (Suva-act. 214).
5.1.2.
Laut Schadenmeldung UVG vom 11. November 2015 (Suva-act. 1) war zwischen
der B._ AG und dem Beschwerdeführer ein Beschäftigungsgrad von 25% bzw. 10.5
Stunden pro Woche und laut Schadenmeldung UVG für Rückfall vom 7. August 2017
(Suva-act. 11) ein solcher von 100% vereinbart. Der Beschwerdeführer arbeitete jedoch
nach eigenen Angaben (vgl. Erwägung 5.1.1) unregelmässig auf Abruf und erreichte
gemäss Auszug aus dem individuellen Konto (IK) in den Jahren 2014 bis 2016 (Suva-
act. 75) sowie gemäss Lohnabrechnungen der Monate Januar bis Juli 2017 (Suva-act.
20) auch sicher nie ein Pensum von 100%. Ausgehend von einem Stundenlohn von Fr.
36.-- (vgl. Suva-act. 20) und einer betriebsüblichen Vollarbeitszeit von 41.5 (Suva-act.
1) erreichte der Beschwerdeführer in den Monaten Januar bis Juni 2016 Pensen
zwischen rund 40 bis 80 % (Suva-act. 75). Es ist also davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer effektiv bei der B._ AG immer nur eine Teilzeiterwerbstätigkeit
ausübte und er auch ohne gesundheitliche Beeinträchtigung bei dieser Arbeitgeberin
5.1.3.
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voraussichtlich dauernd teilerwerbstätig gewesen wäre. Dies hatte ihm letztlich auch
die zusätzliche Ausübung der Tätigkeit bei der F._ AG ermöglicht.
Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin würde allein der Umstand,
dass die Tätigkeit bei der F._ AG hinsichtlich ihres Pensums gegenüber derjenigen
bei der B._ AG untergeordnet war (vgl. dazu Suva-act. 75), eine Zusammenrechnung
beider Löhne - wie bei einem nebenerwerblichen Zusatzeinkommen, welches ohne
Rücksicht auf den hierfür erforderlichen zeitlichen oder leistungsmässigen Aufwand in
das Valideneinkommen einzubeziehen ist (RKUV 2003 Nr. U 486 S. 107; Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 29. November 2002, U 130/02, E.
3.2.1; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 127) - nicht ausschliessen. Vergleichbar sind
zumutbare Nebenerwerbseinkommen bei der Bestimmung des Invaliditätsgrads bzw.
des Invalideneinkommens zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts vom 13.
September 2017, 8C_765/2016, E. 4.5, 4.6; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl.
2020, N 66 zu Art. 16). Das Valideneinkommen ist, wie bereits gesagt, jenes
Einkommen, welches die versicherte Person überwiegend wahrscheinlich ohne Unfall
tatsächlich erzielen würde (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 126 f.; Thomas Flückiger, N
20 zu Art. 18, in: Ghislaine Frésard-Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.],
Unfallversicherungsgesetz, Basler Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG]).
Seine Anstellung bei der P._ AG hatte der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des
Beginns seiner Arbeitsunfähigkeit (29. Juni 2017; vgl. dazu Art. 18 UVG in Verbindung
mit Art. 8 ATSG; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 131; BSK UVG-Flückiger, N 4 zu Art.
18), wie bereits erwähnt (Erwägung 5.1.1), seit mehreren Jahren und er hatte offenbar
vor, seine Arbeit als Chauffeur für die P._ AG ein halbes Jahr später, nach Ablauf des
Führerausweisentzugs, wiederaufzunehmen. Dass es im Januar 2018 nicht mehr zu
einer Wiederaufnahme der Arbeit bei der F._ AG gekommen ist (vgl. Suva-act. 95-1),
könnte mit dem über ein Jahr andauernden Führerausweisentzug oder den
unfallkausalen Einschränkungen des linken Arms bzw. der linken Schulter (vgl.
Erwägung 4) zusammengehangen haben. Die Akten geben keine Auskunft darüber, ob
im Zeitpunkt des Arbeitsunfähigkeitsbeginns überhaupt noch ein Arbeitsverhältnis mit
der P._ AG bestand. Vom Bestand des Arbeitsverhältnisses ist es abhängig, ob das
Einkommen der P._ AG bei der Berechnung des Valideneinkommens zu
berücksichtigen ist.
5.1.4.
Bei der Berechnung des Valideneinkommens ist allenfalls auch ein Einkommen
des Beschwerdeführers aus seiner Tätigkeit als Naturheilpraktiker bzw. Bioenergetiker
zu berücksichtigen. Der Umstand, dass im IK-Auszug vom 13. Februar 2018 (Suva-act.
75-2) im Jahr 2016 kein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit mehr erfasst
5.1.5.
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wurde, steht einem Einbezug nicht bereits entgegen. Der Beschwerdeführer erzielte
zumindest in den Jahren 2012 bis 2015 stets Einkommen in fünfstelliger Höhe. Es ist
ungeklärt, weshalb im nachfolgenden Jahr kein Einkommen aus selbständiger
Erwerbstätigkeit mehr ausgewiesen ist. Sollte der Grund dafür ebenfalls in den
unfallkausalen körperlichen Einschränkungen und nicht in einer aus unfallfremden
Gründen freiwilligen Aufgabe der Tätigkeit gelegen haben, wäre ein dabei erzieltes
Einkommen zu berücksichtigen. Anlässlich der Besprechung mit der
Beschwerdegegnerin vom 24. August 2017 äusserte sich der Beschwerdeführer aber
eher so, als wäre er noch als Naturheilpraktiker bzw. Bioenergetiker tätig. Eventuell
konnte er diese Tätigkeit nach Wegfall der Chauffeurtätigkeit bis im Jahr 2019 sogar
ausbauen, was im Rahmen des Einkommensvergleichs bei der Ermittlung des
Valideneinkommens entsprechend zu berücksichtigen wäre.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es mit den Abklärungen, welche die
Beschwerdegegnerin zur Ermittlung des Valideneinkommens durchgeführt hat, dem
Gericht nicht möglich ist, dieses zu ermitteln bzw. zu überprüfen. Die
Beschwerdegegnerin ist ihrer Untersuchungspflicht gemäss Art. 43 ATSG nicht
genügend nachgekommen und wird weitere Abklärungen im Sinne der Erwägungen
5.1.4 f. vorzunehmen haben, wofür die Streitsache an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen ist.
5.1.6.
Im Sinne eines obiter dictum ist anzumerken, dass der allfällige
Valideneinkommensanteil bezüglich der Erwerbstätigkeit bei der B._ AG angesichts
dessen, dass die geleisteten Arbeitsstunden und damit die ausbezahlten Löhne in den
Jahren 2014 bis 2016 variierten, sinnvollerweise basierend auf dem Stundenlohn zu
ermitteln ist. Gemäss Lohnabrechnungen der B._ AG verdiente der
Beschwerdeführer in den Monaten Januar bis Juli 2017 Fr. 36.-- pro Stunde. In den
Jahren 2018 und 2019 wäre der Stundenlohn unverändert geblieben (Suva-act. 20,
206). Seine betriebsübliche Arbeitszeit im selben Jahr bzw. vor Eintritt der
Arbeitsunfähigkeit betrug 41.5 Stunden pro Woche (Suva-act. 11). Nach Art. 329a Abs.
1 des Obligationenrechts (OR; SR 220) hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer sodann
für die Ferien den gesamten darauf entfallenden Lohn zu entrichten. Dies bedeutet,
dass der Arbeitnehmer während der Ferien lohnmässig nicht schlechter gestellt werden
darf, als wenn er in dieser Zeit gearbeitet hätte. Bei unregelmässigen Beschäftigungen
ist die Abgeltung des Ferienlohns mit dem laufenden Lohn in Abweichung des
Gesetzestextes zugelassen, sofern ein schriftlicher Arbeitsvertrag vorliegt, der für die
Ferien bestimmte Lohnanteil klar und ausdrücklich ausgeschieden wird und auch in
den einzelnen schriftlichen Lohnabrechnungen der für die Ferien bestimmte Lohnanteil
5.1.7.
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in diesem Sinne ausgewiesen wird. Der Ferienlohn muss durch Angabe eines
bestimmten Betrags oder eines Prozentansatzes als solcher erscheinen und zwar
sowohl im Arbeitsvertrag als auch auf den einzelnen Lohnabrechnungen (Urteil des
Bundesgerichts vom 6. August 2018, 4A_72/2018, E. 4.4.1). Der Arbeitsvertrag
zwischen dem Beschwerdeführer und der B._ AG liegt nicht bei den Akten, weshalb
eine fundierte Prüfung der konkreten Ferienabgeltung nicht möglich ist. Angesichts des
Gesagten wird die Beschwerdegegnerin im Rahmen der weiteren
Sachverhaltsabklärungen also auch den fraglichen Arbeitsvertrag zu den Akten nehmen
müssen.
5.2.
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht. Ist kein
solches tatsächlich erzieltes Einkommen gegeben, namentlich, weil die versicherte
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich
zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung die LSE-Tabellenlöhne oder die bis 2019 von der Suva im Rahmen
ihrer Dokumentation über Arbeitsplätze erhobenen sogenannten DAP-Zahlen
herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 mit Hinweisen).
5.2.1.
Der Beschwerdeführer kann aufgrund seiner Schulterproblematik links den
angestammten Beruf als Monteur und Chauffeur mit schwerer körperlicher Belastung,
insbesondere auch im Überkopfbereich, anerkanntermassen nicht mehr ausüben (vgl.
Suva-act. 26, 127, 156). Zudem endete das Arbeitsverhältnis mit der B._ AG per 31.
März 2018 (Suva-act. 63) und der Beschwerdeführer nahm die Arbeit bei der F._ AG
nicht mehr auf (vgl. Erwägung 5.1.4). Dass der Beschwerdeführer seine Arbeitsfähigkeit
allenfalls in der Tätigkeit als Naturheilpraktiker bzw. Bioenergetiker voll ausschöpft, ist
nicht anzunehmen, nachdem offenbar auch diese Tätigkeit den Einsatz der linken
Schulter verlangt und er dies auch nicht geltend macht (vgl. Suva-act. 24). Es ist damit
grundsätzlich nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin den Invalidenlohn
unter Beizug der LSE-Tabellenlöhne festlegte. Sie stellte auf die LSE 2016, TA1, Total,
Kompetenzniveau 2 (Praktische Tätigkeiten wie Verkauf/Pflege/ Datenverarbeitung und
Administration/Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten/Sicherheitsdienst/
Fahrdienst), Männer, ab, wonach der Lohn pro Monat Fr. 5'646.-- bei einer
wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden beträgt. Angepasst an die allgemeine
statistische betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden ergibt sich ein
monatliches Einkommen von Fr. 5'886.--, was jährlich ein Einkommen von Fr. 70'631.--
5.2.2.
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(2016) bzw. angepasst an die Nominallohnentwicklung 2019 (2017: + 0.4%, 2018: +
0.5%, 2019: + 0.9%) von Fr. 71'910.-- ergibt.
Der Beschwerdeführer stellt sich in der Beschwerde vom 29. Oktober 2019 auf
den Standpunkt, bei Berücksichtigung der Tabellenlöhne sei in seinem Fall vom Lohn
für das Kompetenzniveau 1 im Sektor 3, Dienstleistungen, auszugehen. Er verfüge
zurzeit über keine besonderen Fähigkeiten oder Kenntnisse und eine Verweistätigkeit in
der Produktion sei ihm nicht möglich (act. G 1).
5.2.3.
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens werden nach bundesgerichtlicher
Rechtsprechung in der Regel die Monatslöhne gemäss LSE-Tabelle TA1, Zeile "Total
Privater Sektor" angewendet. Nur ausnahmsweise haben das Bundesgericht und das
Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG) bei Personen, die vor der
Gesundheitsschädigung lange Zeit in einem Bereich tätig gewesen sind, bei denen
etwa alle produktionsnahen Tätigkeiten ausser Betracht fallen und für die eine Arbeit in
anderen Branchen kaum in Frage kommt, auf das statistische
Durchschnittseinkommen einzelner Branchen abgestellt, wenn dies als sachgerecht
erschien, um der im Einzelfall zumutbaren erwerblichen Verwertung der verbleibenden
Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Oktober 2017,
8C_457/2017; RKUV 2001 Nr. U 439 S. 347; Urteil des Bundesgerichts vom 20. Mai
2015, 8C_187/2015, E. 3.2.3.1). Eine solche Ausnahme lässt sich hier - wie die
Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 19. März 2020 (act. G 11)
zutreffend feststellt - nicht begründen. Nur auf den Sektor Dienstleistungen
abzustellen, rechtfertigt sich nicht angesichts der vielfältigen Berufe im Sektor
Produktion. Die Rechtsprechung hat wiederholt bestätigt, dass auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt selbst für Personen genügend realistische
Betätigungsmöglichkeiten bestehen, die - was im Falle des Beschwerdeführers bei
weitem nicht zutrifft - funktionell als Einarmige zu betrachten sind und überdies nur
noch leichte Arbeiten verrichten können. Zu denken ist etwa an einfache
Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie an die Bedienung und
Überwachung von (halb-)automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten, die
keinen Einsatz des limitierten Arms und der limitierten Hand voraussetzen. Solche
Arbeitsstellen bestehen auch in produktionsnahen Betrieben, weshalb kein Grund
besteht, vorliegend lediglich den Wert des Dienstleistungssektors zu berücksichtigen
(Urteile des Bundesgerichts vom 14. Juni 2018, 8C_227/2018, E. 4.2.1, 8. Juli 2016,
8C_37/2016, E. 5.1.2, 29. März 2012, 8C_94/2012, E. 3.2, 27. August 2008, 8C_635, E.
4.2; SVR 2017 IV Nr. 12 S. 29, 8C_37/2016, E. 5.1.2 mit Hinweisen). Wie in Erwägung 4
dargelegt, ist dem Beschwerdeführer gemäss Zumutbarkeitsprofil von Kreisarzt Dr.
5.2.4.
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I._ vollzeitig und vollschichtig mindestens eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit
zumutbar mit der Einschränkung, dass körperferne Tätigkeiten nur gelegentlich und
Armhaltungen über Schulterhöhe nur selten gefordert seien. Dauernde schwerere
Belastungen des linken Arms seien ungünstig und nicht zumutbar. Das Gleiche gelte
für Tätigkeiten, die zu starken Erschütterungen oder Vibrationen des linken Arms
führten (Suva-act. 163). Der beim Beschwerdeführer unverletzte und vor allem
dominante rechte Arm (vgl. Suva-act. 153) ist uneingeschränkt belastbar und bei
leichten bis mittelschweren Tätigkeiten besteht auch von Seiten des linken Arms immer
noch eine Funktionalität, die bedeutend über ein blosses Zuarbeiten für den rechten
Arm hinausgeht. Vor diesem Hintergrund ist nicht ersichtlich, weshalb beim
Beschwerdeführer nicht vom Totalwert ausgegangen werden soll.
Die Beschwerdegegnerin hat sodann zu Recht den Lohn für das
Kompetenzniveau 2 herangezogen. Die Anwendung dieses Kompetenzniveaus
rechtfertigt sich nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wenn die versicherte
Person über besondere Fertigkeiten und Kenntnisse verfügt (Urteil des Bundesgerichts
vom 11. Oktober 2017, 8C_457/2017, E. 6.3). Dies ist der Fall, wenn die versicherte
Person über einen Berufsabschluss verfügt, aber etwa auch dann, wenn sie bereits
verschiedene Berufe ausgeübt hat (Urteil des EVG vom 21. April 2005, I 822/04, E. 5.2).
Der Beschwerdeführer verfügt über eine Ausbildung als Automechaniker und über
Erfahrungen in verschiedenen unqualifizierten Tätigkeiten und war oder ist darüber
hinaus als Naturheilpraktiker/Bioenergetiker tätig. Bei der Ermittlung des
Invalideneinkommens erscheint es damit nicht gerechtfertigt, ihm lediglich den
Durchschnittslohn (Total) für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art
nach Kompetenzniveau 1 anzurechnen. Insbesondere aufgrund seines Fachwissens als
Automechaniker, welches er z.B. als Autoverkäufer oder in der Ersatzteilbranche
verwerten könnte, erscheint es vertretbar, vom Kompetenzniveau 2 auszugehen.
5.2.5.
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen
Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn)
allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass
persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung,
Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können. Aufgrund dieser
Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem
erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist
unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen
5.2.6.
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6.