Decision ID: c9a3bf3d-8aca-445d-bdf4-b2dbd5131f95
Year: 2017
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_005
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Sachverhalts habe ergeben, dass die neu erstellte Sitzplatzüberdachung
grösser sei, als die alte Konstruktion. Eine Begründung, weshalb eine
Überprüfung (eine Revision bzw. Wiedererwägung) der Baubewilligung
trotzdem nicht möglich sein solle, fehle vollständig. Es würden lediglich
die in Art. 25 Abs. 1 VRG genannten Voraussetzungen für einen Widerruf
zitiert. Der Beschwerdeführer macht ausserdem geltend, dass die
Gemeinde seine als "Einsprache" bezeichnete Eingabe vom 1. Juni 2016
auch als Revisionsgesuch hätte behandeln müssen. Die Eingabe des
Beschwerdeführers erfülle die reduzierten Anforderungen an eine
Laieneingabe. Aus den darin gemachten Ausführungen und der an die
Gemeinde gerichtete Bitte um rasche Lösung für das bestehende
Problem werde klar, dass er damit ein Zurückkommen bzw. eine
Überprüfung und die Aufhebung der Verfügung (Bewilligung der
Sitzplatzüberdachung im Meldeverfahren) verlange. Die falsche
Bezeichnung der Eingabe dürfe dem Beschwerdeführer nicht angelastet
werden. Eine Überprüfung und allfällige "Rücknahme" von Verfügungen
sei namentlich bei Vorliegen von Revisionsgründen möglich. Die
Gemeinde habe die neu erstellte Sitzplatzüberdachung zwar in Kenntnis
der Masse bewilligt. In der Annahme, dass es sich bei der zu
beurteilenden Sitzplatzkonstruktion lediglich um einen Ersatz der alten
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Konstruktion im Sinne einer sanften Renovation handle, habe die
Gemeinde jedoch die aktenkundige erhebliche Tatsache aus Versehen
übergangen, dass die zu ersetzende Sitzplatzüberdachung wesentlich
kleiner gewesen sei, als die neue Konstruktion. Damit sei der
Revisionsgrund gemäss Art. 67 Abs. 1 lit. d VRG gegeben. Der
Beschwerdeführer habe aufgrund der Schreiben der Gemeinde vom 21.
Juni 2016 und 31. August 2016 erstmals Kenntnis vom Revisionsgrund
erhalten, weshalb die Revisionsfrist eingehalten sei. Schliesslich habe die
neu erstellte Sitzplatzüberdachung als Neubaute zu gelten, welche den
gesetzlichen Grenzabstand von 2.5 m einzuhalten habe, da ein
Näherbaurecht fehle. Diese Baute sei klar bewilligungspflichtig. Die im
Meldeverfahren erteilte Baubewilligung vom 14. Juli 2014 sei deshalb
aufzuheben und die Gemeinde habe ein nachträgliches ordentliches
Baubewilligungsverfahren einzuleiten.
13. In ihrer Vernehmlassung vom 1. Februar 2017 beantragten B._ und
C._ (nachfolgend: Beschwerdegegner) die Abweisung der
Beschwerde, soweit auf sie einzutreten sei. Eventuell sei die
Angelegenheit an die Gemeinde X._ zurückzuweisen mit der
Anweisung, die formelle und materielle Begründetheit des (allfälligen)
Revisionsgesuchs vom 1. Juni 2016 zu überprüfen. Begründend führten
sie im Wesentlichen aus, dass die Gemeinde die Eingabe des
Beschwerdeführers vom 1. Juni 2016 nicht als Revisionsgesuch hätte
entgegennehmen müssen, zumal dieses E-Mail keinesfalls die
Anforderungen einer formell korrekten Eingabe erfülle. Zudem liege kein
Revisionsgrund vor. Der Baubehörde hätten zum Zeitpunkt des
Entscheids über die Baubewilligung sämtliche für den Entscheid
relevanten Informationen und Dokumente vorgelegen. Somit habe die
Behörde im Zeitpunkt des Bewilligungsentscheids sämtliche aktenkundige
und erhebliche Tatsachen geprüft und gewürdigt, weshalb vorliegend
nicht von einem Versehen oder Irrtum gesprochen werden könne. Wenn
die Behörde nun auf Intervention des Beschwerdeführers hin plötzlich zu
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einer anderen Würdigung der Akten gelange, dürfe dies nicht zum
Nachteil der Beschwerdegegner gereichen. Es sei auch auf den
verfassungsrechtlichen Anspruch des Bürgers auf Vertrauensschutz
hinzuweisen, welcher insbesondere den Widerruf von
verwaltungsrechtlichen Verfügungen grundsätzlich nicht zulasse.
Schliesslich bringen die Beschwerdegegner vor, dass die Revisionsfrist
nicht eingehalten worden sei. Der Beschwerdeführer habe sich bereits
während der Erstellung der neuen Sitzplatzüberdachung im Jahr
2014/2015 bei der Gemeinde betreffend die Rechtmässigkeit der Baute
informiert. Daraufhin habe er mehrmals bei der Gemeinde interveniert und
vorgebracht, dass die Baute seiner Ansicht nach nicht zulässig sei, da sie
in Mass und Grösse vom alten Vordach abweiche. Darüber hinaus hätten
ihm Baufachleute, Juristen und die Rechtsschutzversicherung bestätigt,
dass die Baute nicht zulässig sei. Somit sei dem Beschwerdeführer der
mögliche Revisionsgrund spätestens im Laufe des Jahres 2015 bekannt
gewesen, weshalb das Revisionsgesuch vom 1. Juni 2016 verspätetet
eingereicht worden sei.
14. Mit Schreiben vom 27. Februar 2017 verzichtete die Gemeinde X._
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) auf die Einreichung einer
Vernehmlassung und verwies auf die Begründung im angefochtenen
Entscheid.
15. Am 8. März 2017 hielt der Beschwerdeführer replicando an seinen
Anträgen fest und verwies vollumfänglich auf die Ausführungen in der
Beschwerdeschrift vom 12. Januar 2017.
16. Am 16. März 2017 hielten die Beschwerdegegner duplicando an ihren
Anträgen fest und verwiesen vollumfänglich auf die Ausführungen in ihrer
Vernehmlassung vom 1. Februar 2017.
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17. Am 29. März 2017 reichte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers
ihre Honorarnote ein.
18. Am 18. April 2017 reichten B._ und C._ ihre Honorarnote ein.
Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit
erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das
Verwaltungsgericht Beschwerden gegen Entscheide von Gemeinden,
soweit diese nicht bei einer anderen Instanz angefochten werden können
oder nach kantonalem oder eidgenössischem Recht endgültig sind. Der
angefochtene kommunale Einspracheentscheid vom 15. November 2016,
mitgeteilt am 1. Dezember 2016, mit welchem die Beschwerdegegnerin
die Einsprache des Beschwerdeführers abwies, soweit sie darauf eintrat,
ist weder endgültig noch kann er bei einer anderen Instanz angefochten
werden. Folglich stellt er ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein
Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar. Als
Adressat des angefochtenen Entscheids ist der Beschwerdeführer berührt
und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung auf (Art. 50
Abs. 1 VRG). Auf die zudem frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde ist somit einzutreten.
2. a) Der Beschwerdeführer macht zunächst eine Verletzung des rechtlichen
Gehörs geltend. Die Beschwerdegegnerin sei ihrer Begründungspflicht im
Einspracheentscheid vom 15. November 2016, mitgeteilt am 1. Dezember
2016, nicht nachgekommen, da sie es unterlassen habe, auf die
Vorbringen des Beschwerdeführers in seiner Einsprache vom 1. Juni
2016 einzugehen.
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b) Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Die Verletzung
des Gehörsanspruchs führt, ungeachtet der Erfolgsaussichten der
Beschwerde in der Sache selbst, zur Aufhebung des angefochtenen
Entscheids (BGE 132 V 387 E.5.1). Nach der Rechtsprechung kann ein
Verfahrensmangel, insbesondere eine Verletzung des Anspruchs auf
rechtliches Gehör, zwar geheilt werden, wenn die Kognition der
urteilenden Instanz nicht eingeschränkt ist und dem Beschwerdeführer
daraus kein Nachteil erwächst. Verlangt wird ferner, dass kein für die
Beurteilung der Angelegenheit relevantes Kognitionsgefälle besteht (vgl.
RENÉ WIEDERKEHR, Die Begründungspflicht nach Art. 29 Abs. 2 BV und
die Heilung bei Verletzung, ZBl 9/2010, S. 502 ff.) Eine Heilung ist immer
dann ausgeschlossen, wenn es sich um eine besonders schwerwiegende
Verletzung der Parteirechte handelt; zudem soll sie die Ausnahme bleiben
(BGE 134 I 331 E.3.1; BGE 126 I 68 E.2 mit Hinweisen; PVG 2008 Nr. 1).
Verfügungen oder Entscheide, die unter Missachtung des rechtlichen
Gehörs ergangen sind, sind daher grundsätzlich aufzuheben und zur
Durchführung eines ordnungsgemässen Verwaltungsverfahrens an die
Verwaltungsbehörde zurückzuweisen (statt vieler: PVG 2011 Nr. 31). Nur
wenn es sich aus verfahrensökonomischen Gründen geradezu aufdrängt,
ist die Heilung einer allfälligen Gehörsverletzung im Rechtsmittelverfahren
nach der zitierten Praxis ausnahmsweise zuzulassen.
c) Der durch Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft (BV; SR 101) gewährleistete Anspruch auf rechtliches
Gehör dient einerseits der Sachaufklärung und garantiert andererseits ein
persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der Parteien im Verfahren,
soweit dies Einfluss auf ihre Rechtsstellung haben kann. Die
Gehörsgarantie ist somit ein verfassungsmässig geschütztes
Individualrecht, hat also den Charakter eines selbständigen Grundrechts
(HÄFELIN/MÜLLER/ UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl.,
Zürich/St. Gallen 2016, Rz. 1001 und 1003). Aus Art. 29 Abs. 2 BV folgt
insbesondere auch ein Mindestanspruch auf Begründung eines
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hoheitlichen Akts. Die Begründungspflicht für kantonale und kommunale
Behörden ergib sich aus dem kantonalen Verfahrensrecht, vorliegend aus
Art. 22 Abs. 1 VRG, welcher ausdrücklich festhält, dass Entscheide zu
begründen sind. Der Sinn und Zweck der Begründungspflicht liegt darin,
dass der Bürger wissen soll, warum eine Behörde entgegen seinem
Antrag entschieden hat. Die Begründung eines Entscheids muss deshalb
so abgefasst sein, dass der Betroffene ihn gegebenenfalls sachgerecht
anfechten kann. Dies ist nur möglich, wenn sowohl er wie auch die
Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild
machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die
Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess
und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Zwar darf sich die Behörde auf
die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken. Es ist
insbesondere auch nicht nötig, dass sie sich mit jeder tatbestandlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzt, sondern
sie kann sich vielmehr auf die für den Entscheid wesentlichen
Gesichtspunkte beschränken (statt vieler BGE 133 I 270 E.3.1). Ob die
Begründung rechtlich zutreffend und haltbar ist, ist wiederum keine Frage
des formellen Anspruchs auf rechtliches Gehör, sondern der materiellen
Beurteilung der Streitfrage.
d) Vorliegend genügt der angefochtene Einspracheentscheid vom 15.
November 2016 diesen Anforderungen. Die Begründung der
Beschwerdegegnerin ist zwar knapp, doch lässt sich dem
Einspracheentscheid entnehmen, weshalb die Beschwerdegegnerin die
Einsprache des Beschwerdeführers vom 1. Juni 2016 abgewiesen hat,
soweit sie darauf eingetreten ist. So hält die Beschwerdegegnerin in
Erwägung 3. des Einspracheentscheids als Begründung fest, das zur
Diskussion stehende Bauobjekt sei im Rahmen des Meldeverfahrens
beantragt und durch die Gemeinde entsprechend bewilligt worden.
Während der Bauausführung sei bei der Gemeinde keine schriftliche
Einsprache eingegangen. Sinngemäss meint die Beschwerdegegnerin
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damit, dass es der Beschwerdeführer versäumt hat, rechtzeitig eine
Baueinsprache einzureichen und der Entscheid über die Erteilung der
Baubewilligung vom 14. Juli 2014 in formelle Rechtskraft erwachsen und
somit rechtsbeständig geworden ist. Auf jeden Fall war der
Beschwerdeführer, wie bereits seine Beschwerdeeingabe aufzeigt, in der
Lage, den Einspracheentscheid sachgerecht anzufechten. Dass dies nicht
der Fall gewesen sein soll, behauptet er selber nicht. Folglich ist die
Beschwerdegegnerin der sie betreffenden Begründungspflicht
hinreichend nachgekommen.
e) Selbst wenn vorliegend mit Blick auf die gerügte Begründungspflicht eine
allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs bejaht würde, dürfte der
Mangel als nachträglich geheilt qualifiziert werden, weil es sich aufgrund
des vorstehend Gesagten um keine schwerwiegende Verletzung der
Parteirechte handelt und sich der Beschwerdeführer im vorliegenden
Verfahren im Rahmen eines doppelten Schriftenwechsels ausführlich zu
allen Fragen äussern konnte. Gegen eine Rückweisung sprechen folglich
auch verfahrensökonomische Überlegungen. Der Anspruch auf
rechtliches Gehör ist nach dem Gesagten nicht verletzt.
3. a) Sodann stellt sich die Frage der Fristwahrung im Einspracheverfahren vor
der Beschwerdegegnerin. Gemäss Art. 92 Abs. 2 des
Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100)
kann während der öffentlichen Auflage bei der Gemeinde schriftlich und
begründet Einsprache erhoben werden. Art. 45 Abs. 4 i.V.m. Art. 45 Abs.
1 der Raumplanungsverordnung für den Kanton Graubünden (KRVO; BR
801.110) präzisiert, dass Einsprachen während der 20-tägigen
Auflagefrist bei der Gemeinde einzureichen sind. Gemäss Art. 51 Abs. 1
KRVO werden die im Rahmen eines Meldeverfahrens ergangenen
Baubewilligungen weder öffentlich aufgelegt noch publiziert. In solchen
Fällen beginnt die 20-tägige Einsprachefrist mit dem Zeitpunkt der
effektiven Kenntnisnahme (BGE 116 Ib 321 E.3a; BGE 112 Ib 174 E.5c;
BGE 107 Ib 175 E.2c).
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b) Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin am 14. Juli 2014 den Ersatz der
Sitzplatzüberdachung im Meldeverfahren bewilligt (vgl. dazu Schreiben
der Beschwerdegegnerin vom 15. Juli 2014 [Bf-act. 6]). Zu diesem
Zeitpunkt konnte der Beschwerdeführer nach dem oben Gesagten noch
keine Kenntnis von der Erteilung der Baubewilligung haben. Folglich fing
damals auch keine Einsprachefrist an zu laufen. Am 21. April 2015 wurde
die fertiggestellte Sitzplatzüberdachung von der Beschwerdegegnerin
anstandslos abgenommen (vgl. dazu Bauabnahmeprotokoll [Bf-act. 8]).
Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte der gleich benachbart lebende
Beschwerdeführer bemerken müssen, dass die neu erstellte
Sitzplatzüberdachung, wie er behauptet, in Mass und Grösse vom alten
Vordach abweicht. Der Beschwerdeführer hätte somit spätestens ab dem
21. April 2015 innerhalb der vorgenannten 20-tägigen Frist Einsprache
gegen das realisierte Bauvorhaben erheben müssen. Dies hat er
unterlassen und nach seinen eigenen Angaben zunächst lediglich
mündlich bei der Beschwerdegegnerin gegen die neu erstellte
Sitzplatzüberdachung interveniert (vgl. dazu E-Mail des
Beschwerdeführers vom 1. Juni 2016 [Bf-act. 9]). Indem der
Beschwerdeführer erst mit Eingabe vom 1. Juni 2016 an die
Beschwerdegegnerin Einsprache erhob, hat er die 20-tägige
Einsprachefrist, welche spätestens am 21. April 2015 zu laufen begann
und folglich spätestens am 11. Mai 2015 endete, offenkundig versäumt.
Folglich ist das E-Mail des Beschwerdeführers vom 1. Juni 2016 zunächst
als verspätete Einsprache zu betrachten, auf welche die
Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid zu Recht
nicht eingetreten ist.
4. a) Im Weiteren beruft sich der Beschwerdeführer nicht auf Art. 25 Abs. 1
VRG, welcher die Voraussetzungen für den Widerruf eines Entscheids
abschliessend regelt. Nachfolgend ist der Widerruf jedoch der
Vollständigkeit halber zu prüfen. Die Verwaltungsbehörde kann gemäss
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Art. 25 Abs. 1 VRG einen rechtskräftigen Entscheid von Amtes wegen
oder auf Gesuch hin widerrufen (ändern oder aufheben), wenn sich die
Sach- oder Rechtslage gegenüber der ursprünglichen
Entscheidungsgrundlage geändert hat (lit. a) und nicht überwiegende
öffentliche oder private Interessen dem Widerruf entgegenstehen (lit. b).
b) Vorliegend hat sich die Sach- oder Rechtslage gegenüber der
ursprünglichen Entscheidungsgrundlage bzw. seit Erteilung der
Baubewilligung vom 14. Juli 2014 nicht geändert. Mit Baugesuch vom 7.
Juli 2014 meldeten die Beschwerdegegner bei der Beschwerdegegnerin
den Ersatz ihrer Sitzplatzüberdachung an (vgl. dazu Baugesuch –
Formular Meldeverfahren [Bf-act. 5]). Zusammen mit dem Baugesuch
reichten sie einen Grundrissplan sowie eine Skizze ihres Bauprojekts mit
den entsprechenden Massangaben ein (vgl. dazu Grundrissplan und
Projektskizze [Bf-act. 6]). Am 14. Juli 2014 bewilligte die
Beschwerdegegnerin das Bauvorhaben im Meldeverfahren und teilte den
Beschwerdegegnern mit Schreiben vom 15. Juli 2014 mit, dass die
Ausführung gemäss den eingereichten Unterlagen zu erfolgen habe (vgl.
dazu Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 15. Juli 2014 [Bf-act. 6]). In
der Folge setzten die Beschwerdegegner ihr Bauvorhaben entsprechend
um. Nach dem Gesagten war der Beschwerdegegnerin mit Blick auf das
eingereichte Baugesuch sowohl alle entscheidrelevanten Tatsachen als
auch die Rechtslage im Zeitpunkt der Erteilung der Baubewilligung
bekannt. An dieser Ausgangslage hat sich nachträglich nichts geändert.
Damit kann eine Prüfung, ob dem Widerruf überwiegende öffentliche oder
private Interessen entgegenstehen (vgl. Art. 25 Abs. 1 lit. b VRG)
unterbleiben.
5. a) Schliesslich ist zwischen den Parteien umstritten, ob die
Beschwerdegegnerin die als "Einsprache" bezeichnete Eingabe des
Beschwerdeführers vom 1. Juni 2016 auch als Revisionsgesuch hätte
behandeln müssen und ob ein Revisionsgrund vorliegt. Vorliegend
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können diese Fragen – wie nachstehend dargestellt – offen gelassen
werden. Zudem ist hier strittig, ob mit der Eingabe des
Beschwerdeführers vom 1. Juni 2016 die Revisionsfrist eingehalten
wurde. Der Beschwerdeführer bejaht dies. Er habe frühestens mit
Empfang der Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 21. Juni 2016 und
31. August 2016 Kenntnis vom Revisionsgrund erhalten. Damit sei sein
Revisionsgesuch vom 1. Juni 2016 fristgerecht erfolgt. Die
Beschwerdegegner machen demgegenüber geltend, dem
Beschwerdeführer sei der mögliche Revisionsgrund bereits im Jahr 2014,
spätestens jedoch im Laufe des Jahres 2015, bekannt gewesen. Mit der
Eingabe des Beschwerdeführers vom 1. Juni 2016 sei somit die
Revisionsfrist nicht eingehalten worden.
b) Gemäss Art. 67 Abs. 1 lit. d VRG revidiert die Behörde, welche zuletzt
entschieden hat, rechtskräftige Entscheide von Amtes wegen oder auf
Antrag u.a. dann, wenn die Behörde aktenkundige erhebliche Tatsachen
aus Versehen nicht gewürdigt hat. Das Revisionsgesuch muss innert 90
Tagen seit Kenntnis des Revisionsgrundes bei der letzten Instanz
eingereicht werden; nebst dieser relativen Frist gilt eine absolute 10-
jährige Frist, die mit der Mitteilung des Entscheids zu laufen beginnt (Art.
67 Abs. 2 und 3 VRG).
c) Für die Beurteilung der Frage, ob die Revisionsfrist eingehalten wurde, ist
entscheidend, ab wann die 90-tägige Frist für die Einreichung des
Revisionsgesuchs zu laufen begonnen hat. Mit den Beschwerdegegnern
ist dabei davon auszugehen, dass diesbezüglich auf den Zeitpunkt
abzustellen ist, an welchem der Beschwerdeführer Kenntnis davon haben
musste, dass die Beschwerdegegnerin bei ihrer Bewilligungserteilung
aktenkundige erhebliche Tatsachen aus Versehen nicht gewürdigt hat.
Die fertiggestellte Sitzplatzüberdachung wurde von der
Beschwerdegegnerin am 21. April 2015 anstandslos abgenommen.
Spätestens zu diesem Zeitpunkt war beim Beschwerdeführer eine sichere
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Kenntnis über die Dimensionierung der neu erstellten
Sitzplatzüberdachung bzw. die Nichteinhaltung des Näherbaurechts durch
das neue Vordach vorhanden. Der Beschwerdeführer hatte somit
spätestens ab diesem Zeitpunkt Kenntnis vom Revisionsgrund (dass die
Beschwerdegegnerin aus Versehen die aktenkundige erhebliche
Tatsache nicht gewürdigt habe, dass die zu ersetzende
Sitzplatzüberdachung wesentlich kleiner gewesen sei, als die neue
Konstruktion) und ab diesem Zeitpunkt begann die Frist für die
Einreichung eines Revisionsgesuchs gegen den formell rechtskräftigen
Entscheid der Beschwerdegegnerin vom 14. Juli 2014 denn auch zu
laufen und lief folglich spätestens am 20. Juli 2015 ab. Hält man sich nun
vor Augen, dass die als "Einsprache" bezeichnete Eingabe des
Beschwerdeführers erst am 1. Juni 2016 eingereicht worden ist, erhellt,
dass die von Art. 67 Abs. 2 VRG gesetzte 90-tägige Frist längst
abgelaufen gewesen wäre.
Entsprechend erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist daher
abzuweisen.
6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf
Art. 73 Abs. 1 VRG dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Die
Beschwerdegegner sind nicht anwaltlich vertreten und haben daher
praxisgemäss keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung gemäss Art.
78 Abs. 1 VRG. Der Beschwerdegegnerin steht nach Art. 78 Abs. 2 VRG
keine Parteientschädigung zu, da sie lediglich in ihrem amtlichen
Wirkungskreis obsiegte.