Decision ID: 24955dea-79bf-5080-965a-3aaa28894f12
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_BRK
Chamber: ZH_BRK_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
A.
Mit Beschluss vom 7. September 2021 erteilte die Baubehörde X der Y AG
die Bewilligung für den Neubau einer Mobilfunk-Antennenanlage auf dem
Gebäude Vers.-Nr. 1 auf dem Grundstück Kat.-Nr. 1 an der R.-Strasse 4 in
X.
B.
Mit gemeinsamer Eingabe vom 6. Oktober 2021 erhoben RL und HS fristge-
recht Rekurs an das Baurekursgericht des Kantons Zürich und beantragten
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekursgegnerschaft,
der angefochtene Beschluss sei aufzuheben, eventualiter sei er mit folgen-
der Auflage zu ergänzen: "Die adaptive Antennen im Sinne von Anhang 1
Ziffer 62 Abs. 6 NISV dürfen nicht mit einem Korrekturfaktor betrieben wer-
den." Weiter stellten die Rekurrenten die Verfahrensanträge, die Rekursgeg-
nerin sei zu verpflichten, Belege für ein funktionierendes Qualitätssiche-
rungssystem, insbesondere in Bezug auf adaptive Antennen, einzureichen
(Antrag Ziff. 4) und es sei ein Amtsbericht oder ein unabhängiges Gutachten
einzuholen zu den Fragen, ob bei adaptiven Antennen bereits Abnahmemes-
sungen durchgeführt werden können und ob bereits erfolgte Abnahmemes-
sungen von in Betrieb genommenen Anlagen den im Standortdatenblatt
prognostizierten Werten entsprechen (Antrag Ziff. 5).
C.
Mit Präsidialverfügung vom 8. Oktober 2021 wurde vom Rekurseingang Vor-
merk genommen und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet.
D.
Mit Vernehmlassung vom 2. November 2021 beantragte die Vorinstanz, der
Rekurs sei abzuweisen. Die private Rekursgegnerin beantragte mit Eingabe
vom 11. November 2021 ebenfalls die Abweisung des Rekurses, unter Kos-
ten- und Entschädigungsfolge zulasten der Rekurrenten. Zudem beantragte
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sie, der Eventualantrag, die Verfahrensanträge sowie sämtliche weiteren An-
träge seien abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei.
E.
Mit Replik vom 6. Dezember 2021 und Duplik vom 10. Januar 2022 hielten
die Rekurrenten und die private Rekursgegnerin an ihren Anträgen fest. Die
Vorinstanz verzichtete stillschweigend auf Einreichung einer Duplik.
F.
Auf die Vorbringen der Parteien wird, soweit zur Entscheidbegründung erfor-
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen.

Es kommt in Betracht:
1.
Die Rekurrenten sind Eigentümer von Liegenschaften (Kat.-Nrn. 2 und 3),
die sich im Einspracheperimeter der streitbetroffenen Mobilfunk-Antennen-
anlage befinden (vgl. act. 9.8 S. 5). Sie sind daher gemäss § 338a des Pla-
nungs- und Baugesetzes (PBG) zur Rekurserhebung legitimiert. Da auch die
übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf den Rekurs einzutreten.
2.
Das Baugrundstück liegt in der Gewerbezone G3b gemäss BZO der Ge-
meinde X. Geplant ist, auf dem Dach des auf der Bauparzelle befindlichen
Gebäudes eine Mobilfunk-Antennenanlage zu erstellen. Die einzelnen An-
tennenmodule sollen auf den Frequenzbändern 700-900, 1'800-2'600 und
3'600 MHz und in den Azimuten (Abweichungen in Grad von Nord) von 125°,
235° und 345° senden.
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3.1
Die Rekurrenten rügen diverse Verstösse gegen immissionsrechtliche Vor-
schriften. Bevor im Einzelnen auf die Rügen eingegangen wird, ist zunächst
grundlegend Folgendes festzuhalten:
Der Schutz der Umwelt vor nichtionisierender elektromagnetischer Strahlung
wird im Umweltschutzgesetz (USG) sowie in der Verordnung über den
Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) geregelt. Das Bundesamt für
Umwelt (BAFU) konkretisierte die NISV mit Vollzugsempfehlungen (Mobil-
funk- und WLL-Basisstationen, Vollzugsempfehlung zur NISV,
BUWAL/BAFU, Bern 2002 [Vollzugsempfehlung zur NISV]) und diversen
diesbezüglichen Nachträgen (zuletzt mit dem Nachtrag vom 23. Februar
2021 betreffend adaptive Antennen [Bundesamt für Umwelt BAFU, Adaptive
Antennen, Nachtrag vom 23. Februar 2021 zur Vollzugsempfehlung zur
NISV, im Folgenden: Nachtrag zur Vollzugsempfehlung zur NISV]).
Die NISV regelt die Begrenzung von nieder- und hochfrequenten Strah-
lenemissionen, welche durch den Betrieb ortsfester Anlagen wie z.B. Mobil-
funk-Basisstationen erzeugt werden (Art. 2 Abs. 1 lit. a NISV). Es wurden,
wie im genannten Bundesgesetz vorgeschrieben, Immissionsgrenzwerte
und in Umsetzung des gesetzlichen Vorsorgeprinzips zudem Anlagegrenz-
werte festgelegt. Der NISV liegt das Konzept der technologieunabhängigen
Festlegung von Immissions- und Anlagegrenzwerten zugrunde. Es wird nicht
nach der Technologie bzw. dem Funkdienst unterschieden, sondern es gel-
ten je nach Sendeleistung der Anlage und Frequenz unterschiedliche Grenz-
werte (vgl. Benjamin Wittwer, Bewilligungen von Mobilfunkanlagen, 2. Aufl.,
Zürich 2008, S. 55). Die entsprechenden Grenzwerte sind damit von allen
Mobilfunkanlagen mit einer Gesamtstrahlungsleistung von über 6 WERP –
und vorliegend mithin von sämtlichen geplanten Antennen – zwingend ein-
zuhalten (Anhang 1 Ziffer 61 NISV).
Für die Beurteilung der Einhaltung der Grenzwerte gilt gemäss Anhang 1 Zif-
fer 63 Abs. 1 NISV als massgebender Betriebszustand der maximale Ge-
sprächs- und Datenverkehr bei maximaler Sendeleistung. Mit der per 1. Juni
2019 in Kraft getretenen Fassung der NISV wurde diese Bestimmung dahin-
gehend ergänzt, dass bei adaptiven Antennen die Variabilität der Senderich-
tungen und der Antennendiagramme berücksichtigt wird, was in der seit 1.
R3.2021.00173 Seite 5
Januar 2022 geltenden Fassung der NISV näher präzisiert wurde (Zulässig-
keit der Anwendung eines Korrekturfaktors KAA bei gleichzeitiger Ausstattung
mit einer automatischen Leistungsbegrenzung gemäss Anhang 1 Ziff. 63
Abs. 2 und 3 NISV [vgl. dazu E. 4.2]). Sendeantennen sind in diesem Sinne
adaptiv, wenn sie so betrieben werden, dass ihre Senderichtung oder ihr An-
tennendiagramm automatisch in kurzen zeitlichen Abständen angepasst wird
(Anhang 1 Ziffer 62 Abs. 6 NISV).
3.2
Die Immissionsgrenzwerte (IGW) gelten an allen Orten, wo sich Menschen
normalerweise aufhalten können. Dies jedoch nicht permanent, sondern je-
weils nur für kürzere Dauer (OKA; Art. 13 Abs. 1 NISV). Das gilt beispiels-
weise für Passanten auf Strassen oder bei einem Aufenthalt in Lagerräumen.
Die Immissionsgrenzwerte basieren auf den Empfehlungen bzw. Richtlinien
der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie weiterer Fachgremien.
Die Anlagegrenzwerte (AGW) gehen erheblich über den Schutzumfang der
Immissionsgrenzwerte hinaus. Sie verlangen in Konkretisierung der Bestim-
mung von Art. 4 Abs. 1 NISV über die vorsorgliche Emissionsbegrenzung an
Orten mit empfindlicher Nutzung (OMEN), welche in Art. 3 Abs. 3 NISV defi-
niert werden, durchschnittlich um den Faktor 10 tiefere elektrische Feldstär-
ken. Als OMEN gelten nach dieser Bestimmung insbesondere Räume in Ge-
bäuden, in denen sich Menschen regelmässig während längerer Zeit aufhal-
ten (Wohn- und Schlafräume, permanente Arbeitsplätze etc.) oder raumpla-
nungsrechtlich festgesetzte Kinderspielplätze. Die Anlagegrenzwerte bewe-
gen sich frequenzabhängig im Bereich zwischen 4 und 6 V/m. Für die hier in
Frage stehenden Basisstationen, die in den erwähnten Frequenzbereichen
700-900, 1'800-2'600 und 3'600 MHz senden sollen, gilt gemäss Ziffer 64
lit. c Anhang 1 NISV ein maximal zulässiger Anlagegrenzwert von 5 V/m.
4.1
Die Rekurrenten machen geltend, mit dem Nachtrag zur Vollzugsempfehlung
zur NISV wolle das BAFU eine Privilegierung adaptiver Antennen einführen,
indem ein Korrekturfaktor und eine über sechs Minuten gemittelte Sendeleis-
tung zur Anwendung gelangen dürften (vgl. dazu näher E. 4.2). Dies führe
zu extremen, kurzzeitigen Leistungsspitzen vom x-fachen des geltenden
R3.2021.00173 Seite 6
AGW, wobei sich im vorliegenden Fall - mit 16 Sub-Arrays pro adaptiver Sen-
deantenne - die im Standortdatenblatt angegebene Leistung verfünffachen
dürfte. Eine derart massive Privilegierung lasse sich mit der spezifischen
Sendecharakteristik adaptiver Antennen nicht rechtfertigen. Der vorsorgliche
AGW stelle einen zu jeder Zeit einzuhaltenden Maximalwert dar, da für die
biologischen Effekte die effektive elektrische Feldstärke relevant sei. Die
Idee des Korrekturfaktors und der zeitlichen Mittelung höhle den Gesund-
heitsschutz weiter aus und verletze das Vorsorgeprinzip zusätzlich, obwohl
gestützt auf den Stand der Wissenschaft der AGW im Gegenteil deutlich zu
reduzieren wäre. Falsch sei auch die Einführung einer derartigen Privilegie-
rung auf Stufe Vollzugshilfe; vielmehr hätte diese auf Stufe der NISV oder
gar im USG selbst erfolgen müssen.
In der Replik wird ergänzend ausgeführt, entgegen der Darstellung der pri-
vaten Rekursgegnerin, wonach die maximale Sendeleistung gleichzeitig nur
in eine Richtung abgestrahlt werden könne, sei für die entsprechenden tech-
nischen Möglichkeiten der Antenne die thermische Belastungsgrenze, d.h.
die Ausgangsleistung oder die einzelne Transmitterelement-Leistung, bei de-
ren Überschreitung die Gefahr der Überhitzung bestehe, massgeblich. Da
vorliegend die adaptiven Antennen mit 150 WERP senden sollten, während
die maximal mögliche Sendeleistung rund 30'000 WERP betrage, sei es prob-
lemlos möglich bzw. naheliegend, dass diese Antennen in der Hauptsende-
richtung mit 150 WERP senden und gleichzeitig weitere Bereiche rundherum
versorgen würden. Entgegen dem Bericht des Bundesamts für Kommunika-
tion (BAKOM) "Testkonzession und Messungen adaptive Antennen" vom 24.
September 2020, werde die bewilligte Sendeleistung, bei der es sich um ein
rechnerisches Produkt aus Ausgangsleistung und Antennengewinn handle,
nicht auf die einzelnen Beams aufgeteilt. Soweit das Antennendiagramm
nichts anderes vorgebe und die thermische Belastbarkeitsgrenze nicht er-
reicht sei, könne und dürfe diese bewilligte Sendeleistung in jede Richtung
abgegeben werden. Eine Aufteilung wäre nur dann notwendig, wenn anstelle
der Sendeleistung die maximale Ausgangsleistung Teil der Bewilligung wäre,
was jedoch nicht der Fall sei. Entsprechend beruhe die Privilegierung adap-
tiver Antennen auf falschen Prämissen. Weiter bringen die Rekurrenten vor,
es sei unzutreffend, dass die "kurzfristigen" Leistungsspitzen, die den Nomi-
nalwert des AGW übersteigen dürften, keine relevanten Auswirkungen auf
die Exposition bei den OMEN zur Folge hätten. Vielmehr gebe es deutliche
Hinweise aus Wissenschaft und Medizin, wonach stark gepulste, modulierte
R3.2021.00173 Seite 7
und variable Strahlung beträchtlich gefährlicher sei als konstante Strahlung,
so dass sich bei adaptiven Antennen die bereits bekannten Risiken noch-
mals deutlich verschärfen würden. Daran ändere auch die automatische
Leistungsbegrenzung nichts. Im Übrigen verkenne das BAFU, dass bei den
biologischen - im Gegensatz zu den thermischen - Effekten nicht die Durch-
schnittswerte, sondern die Spitzenwerte ausschlaggebend seien. Falsch sei
auch der Hinweis des BAFU, wonach eine Sicherheitsmarge bestehe, da die
mit Korrekturfaktor erreichten Feldstärken immer noch deutlich unterhalb des
IGW seien; da die IGW nachweislich nicht vor biologischen Effekten schüt-
zen würden, handle es sich hierbei um einen Trugschluss. Insgesamt ergebe
sich, dass mit der Einführung eines Korrekturfaktors das Schutzniveau deut-
lich gesenkt werde. Auch würden für die Einführung des Korrekturfaktors
nachvollziehbare wissenschaftliche Erläuterungen fehlen; es seien aus-
schliesslich technische Aspekte in Betracht gezogen worden. Schliesslich
machen die Rekurrenten geltend, das BAFU verkenne einmal mehr die Re-
levanz der von adaptiven Antennen gezielt genutzten Reflexionen. Die im
Rahmen der automatischen Leistungsbegrenzung vorgesehene Mittelung
beziehe sich auf jedes Antennen-Panel einzeln. Da sich die Senderichtungen
der drei Antennen-Panel horizontal überschneiden würden, könnten an ei-
nem OMEN die Grenzwerte auch im 6-Minuten-Mittel (ständig) überschritten
werden.
4.2
Wie erwähnt gilt für Mobilfunk-Antennenanlagen gemäss Anhang 1 Ziffer 63
Abs. 1 NISV als massgebender Betriebszustand der maximale Gesprächs-
und Datenverkehr bei maximaler Sendeleistung. Bei adaptiven Antennen
wird die Variabilität der Senderichtungen und der Antennendiagramme be-
rücksichtigt: Schon vor dem Inkrafttreten der neusten Änderung der NISV per
1. Januar 2022 enthielt der Nachtrag zur Vollzugsempfehlung zur NISV, der
auf Mobilfunksendeanlagen mit adaptiv betriebenen Antennen, die mit Fre-
quenzen bis 6 GHz senden, anwendbar ist, technische Empfehlungen für die
Beurteilung adaptiver Antennen in Bezug auf ihre Konformität mit der NISV.
Darin wird insbesondere das Vorgehen für die Berücksichtigung der besag-
ten Variabilität von Senderichtung und Antennendiagramm adaptiver Anten-
nen beschrieben. Hierzu wird im Wesentlichen vorgesehen, dass auf die ma-
ximale Sendeleistung ERPmax, n einer adaptiven Antenne (n) (die ERPmax ent-
spricht der totalen Eingangsleistung multipliziert mit dem maximalen Anten-
nengewinn) ein Korrekturfaktor KAA angewendet werden kann (Nachtrag zur
R3.2021.00173 Seite 8
Vollzugsempfehlung zur NISV, S. 8). Die massgebende Sendeleistung ERPn
einer adaptiven Antenne (n) wird bei der Anwendung eines Korrekturfaktors
definiert als ERP(n) = KAA x ERPmax, n (Nachtrag zur Vollzugsempfehlung zur
NISV, S. 10). Voraussetzung für die Anwendung des Korrekturfaktors für
adaptive Antennen ist, dass diese mit einer automatischen Leistungsbegren-
zung ausgestattet sind, welche sicherstellt, dass die über einen Zeitraum von
6 Minuten gemittelte Sendeleistung die bewilligte Sendeleistung ERPn nicht
überschreitet (Nachtrag zur Vollzugsempfehlung zur NISV, S. 8, 10). Wenn
keine automatische Leistungsbegrenzung für die adaptive Antenne vorhan-
den ist und bei nicht adaptiven Antennen sowie bei adaptiven Antennen mit
weniger als 8 separat ansteuerbaren Antenneneinheiten (Sub-Arrays), darf
der Korrekturfaktor nicht geltend gemacht werden, d.h. der Korrekturfaktor
beträgt in diesem Fall 1 (resp. 0 dB) (Nachtrag zur Vollzugsempfehlung zur
NISV, S. 9).
Die genannten Vorgaben sind mit der per 1. Januar 2022 in Kraft getretenen
Änderung der NISV in deren Anhang 1 Ziff. 63 Abs. 2 und 3 übernommen
worden (vgl. auch die Erläuterungen des BAFU vom 17. Dezember 2021 zur
Änderung der NISV [im Folgenden: Erläuterungen zur Änderung der NISV]).
Danach kann gemäss Abs. 2 bei adaptiven Antennen mit 8 oder mehr sepa-
rat ansteuerbaren Antenneneinheiten (Sub-Arrays) auf die maximale ERP
ein Korrekturfaktor KAA angewendet werden, wenn die Sendeantennen mit
einer automatischen Leistungsbegrenzung ausgestattet werden, wobei
diese sicherstellen muss, dass im Betrieb die über 6 Minuten gemittelte ERP
die korrigierte ERP nicht überschreitet. Abs. 3 listet sodann die nach Anzahl
Sub-Arrays differenzierten Korrekturfaktoren auf.
4.3.1
Mit der Übernahme bestimmter Elemente des Nachtrags zur Vollzugsemp-
fehlung zur NISV in die NISV selbst entfällt zunächst das rekurrentische Ar-
gument, wonach die Einführung eines Korrekturfaktors auf der falschen
Normstufe erfolgt sei. Dabei erweist sich die Regelung in der NISV ohne
Weiteres als sachgerecht und ist insbesondere eine entsprechende Festle-
gung im übergeordneten USG nicht erforderlich, handelt es sich doch um
eine Spezifizierung des massgebenden Betriebszustands, der seinerseits für
die Bestimmung der Einhaltung des Anlagegrenzwerts relevant ist. Nachdem
schon bisher sowohl die Umschreibung des massgebenden Betriebszu-
stands als auch die konkrete Festlegung der Anlagegrenzwerte in der NISV
R3.2021.00173 Seite 9
(und nicht im USG) erfolgt sind, ist nicht ersichtlich, weshalb Spezifizierun-
gen der genannten Parameter nicht ebenfalls durch den Verordnungsgeber
vorgenommen werden könnten. Was im Speziellen die im Rahmen der au-
tomatischen Leistungsbegrenzung vorgesehene Möglichkeit einer für die
Einhaltung der bewilligten Sendeleistung massgeblichen 6-Minuten-Mitte-
lung anbelangt, so wird wie erwähnt neu auch diese in der NISV selbst sta-
tuiert, was ebenfalls stufengerecht ist, nachdem bezüglich der in Anhang 2
der NISV geregelten IGW für bestimmte - und dabei insbesondere auch die
vorliegend relevanten - Frequenzbereiche schon bis anhin eine Mittelungs-
dauer (von ebenfalls 6 Minuten) vorgesehen war. Unbehelflich ist in diesem
Zusammenhang auch der rekurrentische Hinweis, wonach sich den vom 23.
Februar 2021 datierenden Erläuterungen des BAFU zu adaptiven Antennen
und deren Beurteilung gemäss der NISV (nachfolgend: Erläuterungen zum
Nachtrag zur Vollzugsempfehlung zur NISV) entnehmen lasse, dass im Zu-
sammenhang mit dem sogenannten TDD-Betrieb eine Mittelung über 1/50
Sekunde gebildet werde. Ganz abgesehen davon, dass sich der entspre-
chenden Passage der Erläuterungen (vgl. S. 22 ff.) die genannte Dauer nicht
entnehmen lässt, handelt es sich bei der Berücksichtigung des Time Division
Duplexing (TDD) darum, dass Downlink und Uplink auf der gleichen Fre-
quenz, aber zu unterschiedlichen Zeiten erfolgen (a.a.O., S. 4), weshalb bei
Bestimmung der massgebenden Sendeleistung das Verhältnis der Sende-
dauer (entsprechend der für den Downlink vorgesehenen Zeitspanne) inner-
halb einer Periode zur gesamten Periodendauer berücksichtigt werden darf
(vgl. zu diesem sogenannten Duty Cycle a.a.O., S. 24). Da Grund für die
damit verbundene Mittelung ein anderer Aspekt ist als der bei Mittelung im
Rahmen der automatischen Leistungsbegrenzung bei Anwendung eines
Korrekturfaktors, lässt sich aus der Periodendauer im Kontext des TDD-
Betriebs nichts bezüglich des zulässigen Zeitintervalls der Mittelung im Rah-
men der automatischen Leistungsbegrenzung ableiten, so dass sich daraus
schon für die entsprechende Festlegung im Nachtrag zur Vollzugsempfeh-
lung zur NISV und erst recht für die nun erfolgte Festlegung in der NISV
selbst keine Einschränkungen ergaben. Im Sinne eines Zwischenergebnis-
ses lässt sich somit festhalten, dass das rekurrentische Vorbringen, wonach
die NISV "hinsichtlich der Einführung von adaptiven Antennen" verfassungs-
widrig sei, da sich die Grundzüge der Privilegierung der Verordnung selbst
entnehmen lassen müssten, jedenfalls nach Anpassung der NISV per 1. Ja-
nuar 2022 unbegründet ist. Dass insoweit das im Zeitpunkt des Rekursent-
R3.2021.00173 Seite 10
scheids geltende Recht zur Anwendung gelangen muss, ergibt sich nament-
lich daraus, dass die vorliegend urteilende Instanz zur vollen Sachverhalts-
und Rechtskontrolle befugt ist, dass sich bei - hypothetischer - Unzulässig-
keit, einen Korrekturfaktor lediglich mittels Vollzugsempfehlung einzuführen,
das geänderte Recht für die Bauherrschaft als milder erweisen würde und
dass es überdies prozessökonomisch unsinnig erschiene, eine erteilte Be-
willigung aufzuheben, wenn zugleich davon ausgegangen würde, nach dem
mittlerweile in Kraft stehenden Recht sei deren Erteilung nunmehr möglich
(vgl. zu diesen Grundsätzen Marco Donatsch, in: Kommentar VRG, 3. Aufl.,
Zürich/Basel/Genf 2014, § 20a Rz. 23 ff., insb. Rz. 30 und 32).
4.3.2
Was sodann das rekurrentische Argument anbelangt, wonach die Einführung
eines Korrekturfaktors auf falschen Prämissen beruhe, da nicht zwingend
eine Aufteilung der maximalen Sendeleistung erfolge, sondern diese gleich-
zeitig in mehrere Richtungen abgegeben werden könne, so ist dazu Folgen-
des festzuhalten:
Gemäss dem Nachtrag zur Vollzugsempfehlung zur NISV soll mit der Ein-
führung eines Korrekturfaktors dem Umstand Rechnung getragen werden,
dass adaptive Antennen nicht gleichzeitig in alle Richtungen die maximal
mögliche Sendeleistung abstrahlen können - was einem "worst case"-Sze-
nario entsprechen würde -, sondern dass in der Realität die Sendeleistung
für Signale, die in verschiedene Richtungen abgestrahlt werden, aufgeteilt
wird (Nachtrag zur Vollzugsempfehlung zur NISV, S. 8). In den zugehörigen
Erläuterungen wird sodann ausgeführt, aufgrund der Tatsache, dass adap-
tive Antennen das Signal tendenziell in Richtung der Nutzerin oder des Nut-
zers bzw. des Mobilfunkgerätes fokussieren und es in andere Richtungen
reduzieren würden, ergebe sich eine andere Verteilung der elektrischen
Feldstärke im Raum als bei konventionellen Antennen (Erläuterungen zum
Nachtrag zur Vollzugsempfehlung zur NISV, S. 15). Aufgrund verschiedener
im Einzelnen referierten Simulationsstudien, theoretischen Betrachtungen
und Messstudien sowie gestützt auf Messungen und Simulationen des
BAKOM habe sich ergeben, dass die über 6 Minuten gemittelten Sendeleis-
tungen von adaptiven Antennen je nach Szenario in einem Bereich zwischen
rund 1 % (0.01 bzw. -20 dB) und 50 % (0.5 bzw. -3 dB) der theoretischen
Maximalleistung, bezüglich 8x8-Array-Antennen meist zwischen rund 10 %
(0.1 bzw. -10 dB) und 32 % (0.32 bzw. -5 dB) liegen würden. Auch zeige sich
R3.2021.00173 Seite 11
in den Studien, dass der Unterschied zwischen der ermittelten und der theo-
retisch maximalen Sendeleistung von der Antennengrösse im Sinne der An-
zahl unabhängig ansteuerbarer Antenneneinheiten abhänge, woraus ein
nach Massgabe der Anzahl Sub-Arrays abgestufter Korrekturfaktor abgelei-
tet worden sei (a.a.O., S. 15 ff., insb. S. 20). In Übereinstimmung mit diesen
Ausführungen halten die Erläuterungen zur - per 1. Januar 2022 in Kraft ge-
tretenen - Änderung der NISV fest, dank der Fähigkeit von adaptiven Anten-
nen, die Strahlung gezielt dorthin zu senden, wo sich das verbundene Mobil-
telefon befinde (beamforming), liege die Strahlungsexposition in der von der
Antenne versorgten Funkzelle im Durchschnitt tiefer als bei konventionellen
Antennen. Die der "worst case"-Betrachtung zugrundeliegende Annahme,
dass für jede Senderichtung gleichzeitig die maximale Sendeleistung abge-
strahlt werde, treffe in der Realität nicht zu; sende eine adaptive Antenne zur
selben Zeit Daten in mehrere Richtungen, dann werde die Sendeleistung,
die der Antenne zur Verfügung stehe, auf die verschiedenen Senderichtun-
gen aufgeteilt. Der zur Vermeidung einer strengeren Beurteilung adaptiver
Antennen anwendbare Korrekturfaktor beruhe auf wissenschaftlichen statis-
tischen Studien und Messungen und stelle sicher, dass die massgebende
(korrigierte) Sendeleistung die realistisch auftretenden Maximalleistungen
der adaptiven Antenne - über die nur seltene Leistungsspitzen hinausgehen
würden - abbilde (vgl. zum Ganzen Erläuterungen zur Änderung der NISV,
insb. S. 4 und 8; vgl. im Übrigen auch den Bericht Testkonzession des
BAKOM, S. 44, wonach zwar die Herleitung einer statistischen Verteilung
beim in naher Zukunft von allen Anlagen verwendeten Reziproken Beamfor-
ming - mit fortlaufend neuer Berechnung der Beams - schwierig werde, was
aber durch die Power-Lock-Funktion [vgl. zu dieser E. 4.3.3] ausgeglichen
werden könne).
Festzuhalten ist damit zunächst, dass für die Einführung und konkrete Aus-
gestaltung eines Korrekturfaktors verschiedene (wenngleich zum Teil ver-
knüpfte) Aspekte adaptiver Antennen ausschlaggebend waren, namentlich
die Fokussierung in Richtung der Nutzer, die Aufteilung der Sendeleistung
sowie die regelmässige Unterschreitung der an sich möglichen Maximalleis-
tung (vgl. auch den im Bericht des BAKOM "Testkonzession und Messungen
adaptive Antennen" vom 24. September 2020 [im Folgenden: Bericht Test-
konzession des BAKOM], S. 1, bezogen auf den 5G-Standard [vgl. zum Ver-
hältnis von 5G und Adaptivität S. 2 der Erläuterungen zum Nachtrag zur Voll-
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zugsempfehlung zur NISV] aufgeführten Hinweis, wonach der heutige Beur-
teilungswert deutlich über der effektiven Feldstärke liege, da eine Aussen-
dung vorliege, die aus sehr kurzen Datenpaketen bestehe, auf welche an-
schliessend lange Sendepausen folgten [vgl. zur Einschaltdauer der Beams
auch Bericht Testkonzession des BAKOM, S. 6]). Die von den Rekurrenten
in diesem Zusammenhang spezifisch gerügte Annahme einer Aufteilung der
Sendeleistung auf mehrere gleichzeitig versorgte Senderichtungen wird so-
dann insbesondere im genannten Bericht des BAKOM zunächst theoretisch
begründet: So heisst es im genannten Bericht, die "Beamforming-Antennen"
bestünden aus einer Anordnung von einzelnen Transmitterelementen, die
jeweils mit einer maximalen Element-Sendeleistung, welche durch die ther-
mische Belastbarkeit vorgegeben werde, abstrahlen könnten. Würden alle
Transmitterelemente so angesteuert, dass nur ein Beam entstehe, ergebe
die Summe aller Element-Sendeleistungen die maximale Sendeleistung (und
diese multipliziert mit dem Antennengewinn die ERP). Bei Aussendung meh-
rerer Beams würden diese jeweils über eine bestimmte Anzahl Transmit-
terelemente ausgesendet, womit eine Beam-Sendeleistung aus der Summe
der Sendeleistung der jeweils involvierten Anzahl Transmitterelemente ge-
bildet werde. Da bei den allermeisten Anlagen die Sendeleistung der An-
tenne durch die Bewilligung auf einen bestimmten Wert limitiert sei, werde
die bewilligte Sendeleistung auf die Transmitterelemente und damit auch auf
die einzelnen Beams aufgeteilt (Bericht Testkonzession des BAKOM, S. 5
f.). Diese Einschätzung hat sich sodann im Rahmen der Überprüfung durch
entsprechende Messungen bestätigt (vgl. a.a.O., S. 23 und 43, wonach die
durchgeführten Messungen zeigen würden, dass die gesamte Sendeleistung
auf die aktuell vorhandenen Beams aufgeteilt werde, so dass bei mehreren
gleichzeitigen Beams diese weniger Sendeleistung zur Verfügung hätten;
vgl. hierzu auch Erläuterungen zum Nachtrag zur Vollzugsempfehlung zur
NISV, S. 17 ff.). Die referierte Herleitung des BAKOM ist nachvollziehbar und
erweist sich, namentlich auch mit Blick auf die Bestätigung mittels entspre-
chender Messungen, als überzeugend. Das rekurrentische Vorbringen ist
nicht geeignet, die entsprechenden Nachweise in Frage zu stellen, zumal die
dafür verwendete Differenzierung, wonach eine Aufteilung nur bei - in der
Bewilligung enthaltener - Beschränkung der "Ausgangsleistung" erforderlich
wäre, in der NISV, welche in Art. 3 Abs. 9 die äquivalente Strahlungsleistung
(ERP) als "die einer Antenne zugeführte Sendeleistung, multipliziert mit dem
Antennengewinn in Hauptstrahlrichtung, bezogen auf den Halbwellendipol"
umschreibt, keine Stütze findet, da mit dieser Definition die Eingangsleistung
R3.2021.00173 Seite 13
(vgl. zur Terminologie S. 8 des Nachtrags zur Vollzugsempfehlung zur NISV)
von dem mittels Bewilligung festgelegten Parameter (mithin der ERP) indi-
rekt miterfasst wird.
4.3.3
Wie erwähnt erachten die Rekurrenten die Anwendung eines Korrekturfak-
tors auch unter dem Titel des Vorsorgeprinzips (vgl. zu diesem im Allgemei-
nen E. 8) als unzulässig, wobei daran auch die automatische Leistungsbe-
grenzung nichts zu ändern vermöge.
Zu letztgenanntem Mechanismus lässt sich den Erläuterungen zum Nach-
trag zur Vollzugshilfe zur NISV Folgendes entnehmen: Aufgrund der Festle-
gung des massgeblichen Betriebszustands unter Verwendung eines Korrek-
turfaktors kann es im tatsächlichen Betrieb vorkommen, dass die massge-
bende Sendeleistung ERPn kurzzeitig überschritten wird (im Maximum bis
zur maximal möglichen Sendeleistung ERPmax, n). Daher setzt die Geltend-
machung eines Korrekturfaktors voraus, dass die adaptive Antenne mit einer
automatischen Leistungsbegrenzung versehen ist. Hierbei handelt es sich
um eine Softwareapplikation auf der Antenne, welche dauernd die in einen
Funksektor abgestrahlte Gesamtleistung der adaptiven Antenne detektiert
und beim Auftreten kurzzeitiger Leistungsspitzen über der im Standortdaten-
blatt deklarierten Sendeleistung ERPn die Leistung (und damit die zur Verfü-
gung gestellte Kapazität) soweit drosselt, dass die - laufend berechnete -
über einen Zeitraum von 6 Minuten gemittelte Sendeleistung die deklarierte
Sendeleistung nicht überschreitet (Erläuterungen zum Nachtrag zur Voll-
zugshilfe zur NISV, S. 22). Das Funktionieren dieses auch als Power-Lock-
Funktion bezeichneten Mechanismus wurde durch entsprechende Messun-
gen des BAKOM bestätigt (vgl. den Bericht-Nachtrag des BAKOM "Testkon-
zession und Messungen adaptive Antennen" vom 8. Februar 2021 [im Fol-
genden: Bericht-Nachtrag Testkonzession des BAKOM], S. 9 f. und 17; vgl.
bereits Bericht Testkonzession des BAKOM, S. 26 und 43; vgl. auch den
Validierungsbericht zur automatischen Leistungsbegrenzung bei Y vom 8.
Juli 2021 [act. 17.4]). Was sodann das maximale Ausmass der möglichen
Leistungsspitzen anbelangt, so entspricht der fragliche Wert ERPmax, n der
bewilligten Sendeleistung ERPn multipliziert mit dem Reziproken des Korrek-
turfaktors, so dass ausgehend von den in Anhang 1 Ziff. 63 Abs. 3 NISV ge-
nannten Korrekturfaktoren (minimal 0,1) höchstens eine Verzehnfachung der
Sendeleistung, im vorliegenden Fall (16 Sub-Arrays gemäss Zusatzblatt 2
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des Standortdatenblatts [act. 9.8]; Korrekturfaktor von mindestens 0,2) ma-
ximal eine Verfünffachung der Sendeleistung möglich ist. Aufgrund des Um-
stands, dass sich die Leistung proportional zum Quadrat der Spannung bzw.
der Feldstärke verhält (vgl. dazu - in anderem Zusammenhang - Erläuterun-
gen zum Nachtrag zur Vollzugsempfehlung zur NISV, S. 22 und 24), resul-
tiert maximal eine (kurzfristige) Erhöhung der für die adaptive Antenne be-
rechneten Feldstärke um den Faktor 3,2 bzw. vorliegend um den Faktor 2,2.
Da sodann eine Mobilfunk-Antennenanlage regelmässig - und so auch vor-
liegend - neben adaptiven auch konventionelle Antennen umfasst, erhöht
sich die Feldstärke der gesamten Anlage kurzfristig um einen kleineren Fak-
tor (vgl. zum Ganzen Erläuterungen zum Nachtrag zur Vollzugshilfe zur
NISV, S. 22). Entsprechend halten die Erläuterungen zur Änderung der NISV
fest, auch wenn die adaptive Antenne mit Anwendung des Korrekturfaktors
in eine einzelne Senderichtung für kurze Zeiträume mehr Leistung abstrah-
len könne als mit der erteilten Bewilligung, werde die Langzeitbelastung in
der Funkzelle insgesamt nach wie vor tief gehalten und eine Sicherheits-
marge gegenüber den wissenschaftlich konsistent nachgewiesenen Ge-
sundheitsauswirkungen bestehe in vergleichbarem Umfang wie bei konven-
tionellen Antennen (Erläuterungen zur Änderung der NISV, S. 4 f., vgl. auch
S. 8).
Was nun die konkreten Vorbringen der Rekurrenten anbelangt, so ist vorab
Folgendes festzuhalten: Soweit sich die Rekurrenten generell darauf bezie-
hen, dass bei adaptiven Antennen, deren Abstrahlungsmuster im Gegensatz
zu konventionellen Antennen unterschiedliche räumliche Ausprägungen an-
nehmen kann (vgl. dazu Erläuterungen zum Nachtrag zur Vollzugshilfe zur
NISV, S. 10), der von ihnen als "gepulste, modulierte und variable Strahlung"
bezeichnete Effekt auftritt, handelt es sich zunächst um ein mit der Adaptivi-
tät als solcher verknüpftes und unabhängig von der Anwendung eines Kor-
rekturfaktors auftretendes Phänomen. Gemäss ständiger Rechtsprechung
steht dieses allerdings der Bewilligungsfähigkeit adaptiver Antennen nicht
entgegen und erheischt derzeit insbesondere auch keine Verschärfung der
in der NISV festgelegten Grenzwerte (vgl. zur Zulässigkeit adaptiver Anten-
nen unter dem Aspekt des Vorsorgeprinzips VB.2021.00048 vom 3. Juni
2021, E. 8). So hat insbesondere auch die durch das BAFU einberufene Be-
ratende Expertengruppe nicht-ionisierende Strahlung (BERENIS, vgl. dazu
E. 8.3) im Rahmen ihrer Tätigkeit keine Studie sichten können, aufgrund wel-
cher sie im Hinblick auf die Pulsation der Signale eine Grenzwertanpassung
R3.2021.00173 Seite 15
hätte empfehlen können und müssen. Auch wird in einer neuen Empfehlung
der International Commission On Non-ionizing Radiation Protection
(ICNIRP) festgehalten, dass keine Belege dafür bestünden, dass kontinuier-
liche (z.B. sinusförmig) und diskontinuierliche (z.B. gepulste) EMF zu unter-
schiedlichen biologischen Wirkungen führten (ICNIRP Guidelines for limiting
exposure to electromagnetic fields [100 kHz to 300 GHz], publiziert in Health
Phys 118[5]: 483-524, 2020, S. 487; https://www.icnirp.org/cms/up-
load/publications/ICNIRPrfg-dl2020.pdf, zuletzt besucht am 2. März 2022).
Soweit die Rekurrenten demgegenüber spezifisch die mit der Anwendung
eines Korrekturfaktors einhergehende Möglichkeit einer teilweisen - und in-
nerhalb des 6-minütigen Mittelungsintervalls auszugleichenden - Überschrei-
tung der bewilligten Sendeleistung und damit der korrespondierenden Feld-
stärken ansprechen, ist vorab darauf hinzuweisen, dass damit die grundle-
gende Konzeption einer Unterscheidung von AGW und IGW (vgl. E. 3.2)
nicht in Frage gestellt wird, da auch die denkbaren maximalen Feldstärken
(vgl. zur Quantifizierung vorstehend) um ein Vielfaches tiefer als die im An-
hang 2 der NISV festgelegten IGW sind, wobei die entsprechende Beschrän-
kung gerade durch die konkrete Vorgabe eines Korrekturfaktors bestimmter
Grösse sichergestellt wird. Entsprechend besteht selbst mit Blick auf die
denkbaren Maximalwerte grundsätzlich nach wie vor eine Sicherheitsmarge,
mit welcher in Umsetzung des Vorsorgeprinzips der Möglichkeit wissen-
schaftlich ungesicherter gesundheitlicher Effekte der Mobilfunk-Strahlung
Rechnung getragen wird. Entgegen den Rekurrenten liegt diesbezüglich
auch kein Trugschluss vor, geht es doch entgegen dem von ihnen zitierten
Entscheid No. 20-1025 des United States Court of Appeals for the District of
Columbia Circuit in Sachen Environmental Health Trust, et al. v. Federal
Communications Commission and United States of America vom 13. August
2021 (abrufbar unter https://www.fcc.gov/document/dc-circuit-decision-en-
vironment-al-health-trust-v-fcc, zuletzt besucht am 2. März 2022) nicht um
eine den IGW inhärente und daher eine allfällige Überschreitung derselben
als unproblematisch erscheinen lassende Sicherheitsmarge (vgl. in diesem
Sinn a.a.O., S. 19 f.), sondern darum, dass durch die Beibehaltung strenge-
rer AGW selbst mit Blick auf die bei Anwendung eines Korrekturfaktors denk-
baren - die AGW überschreitenden - Maximalwerte eine Sicherheitsmarge
gegenüber dem Schutzniveau der IGW geschaffen wird. Eine andere Frage
ist selbstverständlich, ob aufgrund der konkret gewählten Grössen der Kor-
rekturfaktoren und der damit resultierenden maximal denkbaren Feldstärken
eine wirkungsvolle Sicherheitsmarge von vornherein verunmöglicht wird.
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Entsprechende Hinweise müssten sich aber entweder darauf beziehen, dass
bezüglich allfälliger gesundheitlicher Auswirkungen nicht der gemittelte, son-
dern der Maximalwert ausschlaggebend ist und zugleich die aufgrund der
Korrekturfaktoren ermöglichten Maximalwerte zu hoch sind oder aber dass
jedenfalls das gewählte Verhältnis von Maximal- zu Durchschnittswert in
Kombination mit der konkret statuierten Mittelungsdauer problematisch er-
scheint. Wie sogleich im Einzelnen darzulegen ist, lassen sich den seitens
der Rekurrenten zitierten Studien keine entsprechenden Hinweise entneh-
men. Dass sodann die Festlegung der Korrekturwerte ausschliesslich nach
Massgabe bestimmter technischer Gegebenheiten erfolgt wäre, lässt sich
entgegen den Rekurrenten nicht sagen, bilden Grundlage der fraglichen Pri-
vilegierung adaptiver Antennen doch wie in E. 4.3.2 dargelegt die gerade
auch bezüglich gesundheitlicher Auswirkungen relevanten Überlegungen
und Messungen zur - bei gleicher bewilligter Sendeleistung - veränderten
Verteilung der Feldstärken sowie zum Grad der Ausschöpfung der theoreti-
schen Maximalleistung. Wie vorstehend aufgezeigt, sind denn auch insbe-
sondere in den Erläuterungen zur Änderung der NISV Fragen des Schutzni-
veaus thematisiert worden. Dass im Übrigen technische und wirtschaftliche
Aspekte ebenfalls Berücksichtigung finden, ist im Lichte der Umschreibung
des Vorsorgeprinzips in Art. 11 Abs. 2 USG nicht zu beanstanden.
Im Einzelnen sind zu den von den Rekurrenten angeführten Studien die fol-
genden Hinweise anzubringen: Als hochgradig unspezifisch ("possible im-
pact on health and safety") und insofern wenig aussagekräftig erweist sich
zunächst die zitierte Passage der Analyse zuhanden des Europäischen Par-
laments "5G Deployment" von April 2019 (act. 17.2). Die angeführte Stelle
aus Martin L. Pall, 5G als ernste globale Herausforderung (act. 17.6 S. 21 f.),
beschränkt sich auf die Feststellung, wonach gepulste elektromagnetische
Felder in den meisten Fällen biologisch aktiver als nicht gepulste Felder
seien, ohne selbst Angaben zur Art der Wirkungen bzw. zu deren Gefährlich-
keit zu machen. Der Bericht "An Assessment of Illness in U.S. Government
Employees and Their Families at Overseas Embassies" der National Acade-
mies of Sciences, Engineering, and Medicine, 2020 (abrufbar unter
https://doi.org/10.17226/25889, zuletzt besucht am 2. März 2022) fokussiert
im einschlägigen Abschnitt (S. 17-20) primär auf eine Beschreibung mögli-
cher Wirkungen von Hochfrequenz-Emissionen und schliesst - ausgehend
von der Feststellung, dass zur Quantifizierung biologischer Wirkungen spe-
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zifische Experimente erforderlich wären - mit dem stark relativierenden Hin-
weis: "In the absence of such data, it is difficult to align specific biophysical
effects within the potential RF exposure regime that could explain specific
medical symptoms reported by DOS personnel and the variability in specific
experiences and timelines of individuals" (a.a.O., S. 20). Der im Auftrag des
BAFU erstellte Bericht "Beurteilung der Evidenz für biologische Effekte
schwacher Hochfrequenzstrahlung von Kerstin Hug et al. (Juni 2014) - der
im Übrigen Eingang in den von der Arbeitsgruppe "Mobilfunk und Strahlung"
herausgegebenen Bericht Mobilfunk und Strahlung vom 18. November 2019
(vgl. zur in diesem vertretenen Einschätzung E. 8.3) fand - weist im An-
schluss an die in der Replik zitierte Passage betreffend modulationsspezifi-
sche Effekte ausdrücklich darauf hin, es brauche insoweit ein besseres Ver-
ständnis der zugrundeliegenden biophysikalischen und biologischen Mecha-
nismen, wobei erst dieses Wissen die bestehenden Unsicherheiten der
hochfrequenten EMF-Belastung bezüglich möglicher Auswirkungen auf die
Gesundheit reduzieren werde (a.a.O., S. 41). Entsprechend wird denn auch
in der weiteren Passage, welche die Rekurrenten als Beleg dafür anführen,
dass bei den biologischen Effekten die Spitzenwerte ausschlaggebend
seien, lediglich festgehalten, bei pulsmodulierten Feldern könnte nur die Spit-
zenintensität die Schwelle für biologische Reaktionen überschreiten, wobei
ausdrücklich darauf hingewiesen wird, es handle sich hierbei um eine derzeit
getestete Hypothese (a.a.O., S. 35), so dass gerade keine klare Aussage im
Sinne der Rekurrenten erkennbar ist. Was sodann die zitierte Studie von Di-
mitris J. Panagopoulos et al., Real versus Simulated Mobile Phone Expo-
sures in Experimental Studies (2015; act. 17.9) anbelangt, so befasst sich
diese nicht mit den vorliegend strittigen Fragen, sondern mit den bei Nutzung
von Mobiltelefonen für die jeweiligen Nutzer auftretenden Auswirkungen. Im
Übrigen ist die Stossrichtung der Studie primär methodologischer Natur, in-
dem sie im Hinblick auf die Durchführung zukünftiger Experimente die Ver-
wendung realer Mobiltelefone bzw. der entsprechenden EMF anstelle simu-
lierter EMF propagiert, womit zwar etwas über die zu berücksichtigenden Pa-
rameter, jedoch noch nichts über die resultierenden Effekte auf die mensch-
liche Gesundheit ausgesagt wird. Der weitere zitierte Aufsatz von Panagop-
oulos, Comparing DNA damage induced by mobile telephony and other ty-
pes of man-made electromagnetic fields, (2019; act. 5.10) ist jedenfalls so-
weit die eigene Forschungsarbeit des Autors referiert wird auf Tierexperi-
mente (Drosophila melanogaster) bezogen, womit sich von vornherein die
Frage der Übertragbarkeit entsprechender Forschungsresultate stellt. Soweit
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es sich sodann um eine Review anderer Studien handelt und als Ergebnis
die verstärkte Berücksichtigung der Variabilität bzw. der Maximal- und Mini-
malwerte angemahnt wird, ist im Sinne des vorstehend in allgemeiner Weise
Festgehaltenen zu bemerken, dass mit dem strittigen Korrekturfaktor gerade
ein bestimmtes Verhältnis von maximaler Leistung - und damit maximal mög-
licher Feldstärke - und Durchschnittswert bestimmt wird, so dass der Aspekt
als solcher in die Betrachtung einfliesst, weshalb eine Studie, die lediglich
die Relevanz dieses Aspekts hervorhebt, nicht die rekurrentische Argumen-
tation stützt, wonach die konkrete Ausgestaltung der vorgesehenen Korrek-
turfaktoren problematisch sei. In mit den beiden vorstehend referierten Stu-
dien vergleichbarer Weise ist sodann zum Aufsatz von Ronald N. Kostoff et
al., Adverse health effects of 5G mobile networking technology under real-
life conditions (2020, act. 17.10) festzuhalten, dass auch dieser - mit der Be-
tonung der Bedeutung von "real life conditions" - primär eine methodologi-
sche Fragestellung aufweist, wobei überdies der Einbezug weiterer Umwelt-
einflüsse gefordert wird. Im Übrigen ist die Argumentation des Aufsatzes re-
lativ allgemein gehalten und entsprechend eine Anwendung auf konkrete
Grenzwerte und spezifische Festlegungen von Korrekturfaktoren kaum mög-
lich. Nichts Weiterführendes ergibt sich sodann aus den Hinweisen auf einen
älteren Aufsatz von A.H. Frey, Differential biologic effects of pulsed and con-
tinous electromagnetic fields and mechanisms of effect (1974) und auf eine
offenkundig relativ einseitige Stellungnahme von Cindy Sage et al. zuhanden
der US-amerikanischen Federal Communications Commission. Was
schliesslich den bereits in der Rekursschrift erfolgten Verweis auf die Studie
von Esra Neufeld und Niels Kuster, Systematic derivation of safety limits for
time-varying 5G radiofrequency exposure based on analytical models and
thermal dose (2018, act. 5.12) anbelangt, so lässt sich konstatieren, dass
diese sich mit der Bedeutung des Verhältnisses von Spitzenwert und Durch-
schnittswert befasst und die insoweit seitens der ICNIRP verwendeten Mass-
zahlen als problematisch erachtet, woraus sich allerdings nicht ableiten lässt,
dass Gleiches auch für die davon abweichenden Verhältniszahlen gilt, wie
sie sich aufgrund der Korrekturfaktoren bei gleichzeitiger 6-Minuten-Mitte-
lung gemäss NISV ergeben. Nicht ersichtlich ist sodann, was die Rekurren-
ten aus der weiteren zitierten Studie von Sven Kuehn et al., Modelling of
Total Exposure in Hypothetical 5G Mobile Networks for Varied Topologies
and User Scenarios (2019, act. 5.13) ableiten wollen, befasst sich diese -
gemäss dem in den Akten liegenden Auszug - doch primär mit der bezüglich
Strahlenbelastung zu konstatierenden Massgeblichkeit der Nutzung eines
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Mobiltelefons, unter Hinweis auf die aufgrund von 5G zu erwartende Reduk-
tion.
Zusammengefasst lässt sich somit festhalten, dass sich auch den von den
Rekurrenten im Einzelnen referierten wissenschaftlichen Studien keine Hin-
weise entnehmen lassen, welche die in der NISV umgesetzte Ausgestaltung
eines Korrekturfaktors als mit dem Vorsorgeprinzip unvereinbar erscheinen
lassen würden. Weder ist aufgrund der angeführten wissenschaftlichen Lite-
ratur ersichtlich, dass der Ansatz einer Einhaltung der bisherigen AGW durch
den laufend über einen Zeitraum von 6 Minuten gebildeten Mittelwert per se
untauglich wäre, indem ausschliesslich oder zumindest überwiegend die
Spitzenwerte von Bedeutung wären, noch lässt sich erkennen, dass auf-
grund der konkret gewählten Höhe der jeweiligen Korrekturfaktoren zwi-
schenzeitlich Maximalwerte der Sendeleistung und davon abgeleitet der
Feldstärken resultieren würden, aufgrund derer die seit 1. Januar 2022 in
Kraft stehende Fassung der NISV als nicht mehr mit dem im USG statuierten
Vorsorgeprinzip kompatibel zu qualifizieren wäre.
4.3.4
Wie erwähnt berufen sich die Rekurrenten schliesslich auch darauf, das
BAFU habe die Relevanz der von adaptiven Antennen genutzten Reflexio-
nen verkannt. Zu diesem Vorbringen, welches an sich wiederum eine die
Adaptivität als solche und nicht spezifisch eine den Korrekturfaktor betref-
fende Frage beschlägt, ist Folgendes anzuführen: Bereits in den Erläuterun-
gen zum Nachtrag zur Vollzugsempfehlung zur NISV finden sowohl der As-
pekt der Aufteilung des Datenstroms auf mehrere Beams (mit der Möglich-
keit, ein Endgerät gleichzeitig über verschiedene Beams anzusteuern) als
auch die Verwendung von Verbindungswegen über Reflexionen Berücksich-
tigung (Erläuterungen zum Nachtrag zur Vollzugsempfehlung zur NISV, S. 7
und 11). In materieller Hinsicht ist sodann zu beachten, dass im Falle von
(Mehrweg-)Verbindungen über Reflexionen sämtliche denkbaren Ausbrei-
tungswege länger ausfallen als der zur Berechnung der elektrischen Feld-
stärken herangezogene direkte Abstand zwischen Mobilfunkanlage und
OMEN bzw. OKA, wobei eine Verlängerung des Wegs zu einer zusätzlichen
Dämpfung des Signals führt. Zudem wird nur ein Teil der Wellen an Materie
reflektiert, wobei überdies die Reflexion im Sinne einer Streuung in unter-
schiedliche Richtungen erfolgt, was beides ebenfalls eine Abschwächung
des Signals bewirkt. Entsprechend haben denn auch Testmessungen des
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BAKOM u.a. ergeben, dass der Hauptanteil der elektrischen Feldstärke an
einem Punkt in der Funkzelle bei adaptiven Antennen jeweils klar vom spe-
zifischen Beam, der in diese Richtung ausgestrahlt wird, verursacht wird,
während von den Beams in andere Richtungen nur sehr kleine Anteile bei-
getragen werden (Erläuterungen zum Nachtrag zur Vollzugsempfehlung zur
NISV, S. 18; vgl. auch Bericht Testkonzession des BAKOM, insb. S. 23). Ist
aus den genannten Gründen bezogen auf ein einzelnes Antennenpanel nicht
davon auszugehen, dass sich die Möglichkeit von Reflexionen dahingehend
auswirken könnte, dass an einem bestimmten Ort höhere Feldstärken als die
aufgrund der direkten Sichtverbindung ermittelten resultieren würden, so
kann auch der vorliegend geltend gemachten Auswirkung allfälliger Reflexi-
onen der von einem anderen - und an sich gerade einen anderen räumlichen
Bereich abdeckenden - Antennenpanel ausgehenden Strahlung nicht die be-
hauptete Bedeutung zukommen. Die geltend gemachte Überschreitung der
Grenzwerte im 6-Minuten-Mittel erscheint daher nicht als realistisches Sze-
nario. Dies umso weniger, als sich der von den Rekurrenten behauptete Ef-
fekt wie bereits angetönt letztlich - unabhängig von der Anwendung eines
Korrekturfaktors - generell auf die Befeldung durch eine über mehrere Panel
verfügende adaptive Antenne auswirken müsste, entsprechende Antennen
aber gemäss ständiger Rechtsprechung als bewilligungsfähig erachtet wer-
den (vgl. nur VB.2021.00048 vom 3. Juni 2021).
4.3.5