Decision ID: 77e61d76-e6e0-4277-954f-39d9c745426c
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1963 geborene
X._
war ab dem 15. Oktober 2013 beim
Y._
als Sitzwache mit einem Beschäfti
gungsgrad von 71.19 % angestellt und dadurch bei
der AXA Versicherungen AG (nachfolgend AXA)
obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versi
chert. Am 28. April 2014 wurde sie bei einem Autounfall verletzt
(vgl
.
die
Unfallmeldung
der Arbeitgeberin
vom 6. Mai 2014 [
Urk.
9/A1]). Gemäss Polizeirapport vom 2. Juni 2014 kam es am 28. April 2014
, um circa 23.05 Uhr,
auf der
Lindstrasse
in Winterthur
innerorts
zu einer Frontalkollision zwischen dem Fahrzeug
der Versicherten
,
einem
Skoda Octavia Com
b
i, und einem
entgegenkommenden Fahrzeug, einem Fiat
Punto
, welcher sich
zwecks eines
Überholmanöver
s
auf der Fahrspur der Versicherten befand
.
Die Fahr
zeuge prallten mit d
er jeweils vorderen rechten Seite
ineinander und wurde
n durch den Aufprall beschädigt. Beim Fahrzeug
der Versicherten
wurden beide vorderen
Airbaigs
ausgelöst
.
D
ie Führerkabine
n beider Fahrzeuge blieben
intakt (Urk. 9/P1).
Die Versicherte
wurde von der Feuerwehr
sowie dem Not
arzt mittels Rettungsbrettes
aus dem Fahrzeug geborgen, ihr Kopf wurde
dabei mit einem Halskragen
fixiert (Urk. 9/M11).
Im Bericht des
Y._
vom 2. Mai 2014 über die
Erstbehandlung sowie die
Hospitalisation
vom
28. bis 30. April 2014 wurde eine leichte traumatische Hirnverletzung mit Kontusio
nen
Dig
. I der Hände beidseits sowie der Lenden- und der Brustwirbelsäule diagnostiziert
(Urk. 9/M1).
In der Folge
klagte die Versichert
e über persistie
rende Schmerzen,
sodass
ihr wiederholt eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert
wurde
.
Die AXA gab ein unfallanalytisches Gutachten in Auftrag, welches am 11. September 2014 erstattet wurde. Gemäss Gutachten lag
die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung („Delta-
v
“) des Skoda Octavia zwischen circa 16 und 21 km/h
, d.h. bei einem Mittelwert von circa 18.5 km/h, und die mittlere Verzögerung bei circa 3 bis 4 g (Urk. 9/A19)
.
Die Vorsorgeeinrichtung der Versicherten veranlasste eine vertrauensärztli
che Untersuchung bei
Dr.
med.
Z._
,
Facharzt FMH für Innere Medizin und Rheumaerkrankungen
(Urk. 9/A46)
. Dieser erstattete seinen Bericht am 16. Dezember 2014 (Urk. 9/M32). Daraufhin legte die AXA
die Akten ihrem beratenden Arzt,
Dr.
med.
A._
,
Facharzt FMH für Chirurgie,
speziell
Allgemein
chirurgie und Traumatologie, zur Beurteilung vor. Dieser nahm am 9. Februar 2015 Stellung (Urk. 9/M36
).
Am 23. Februar 2016 erstattet
e sodann der beratende Arzt Dr.
med.
B._
, Spezialarzt FMH
für
Chirurgie, eine Stellungnahme (Urk. 9/M39
).
Mit Verfü
gung vom 24. Februar 2015
stellte die AXA die Taggeldleistungen per 31. Dezember 2014 ein und stellte fest, dass ab dem 1. Mai 2015 kein Anspruch mehr auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung infolge des Unfalls vom 28. April 2014 bestehe (Urk. 9/A64).
Die von der Versicherten dagegen erhobene Einsprache vom 20. April 2015 (Urk. 9/A74) wies die AXA mit
Einspracheentscheid
vom 1. April 2016 ab (Urk. 2
[= Urk. 9/A82]).
2.
Dagegen erhob
X._
am 4. Mai 2016 Beschwerde und bean
tragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben
,
und die
Beschwerde
gegnerin
sei zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen der Unfallversi
cherung, insbesondere Taggelder zu 100 %, allenfalls eine ganze Invaliden
rente sowie eine Integritätsentschädigung, auszurichten; eventuell sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ein Gutachten zur Unfallkausalität und zum Ausmass der Arbeitsunfähigkeit einzuholen (Urk. 1
/1
S. 2). Nach erstreckter Frist (Urk. 7) beantragte die Beschwerdegegnerin mit
Beschwerde
antwort
vom 4. August 2016 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 8). Nach erstreckter Frist (Urk. 12 und Urk. 13) erstattete die Beschwerdeführerin die Replik, worin sie an ihren Anträgen festhielt (Urk. 14). Mit Eingabe vom 23. Dezember 2016 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die Ers
tattung einer Duplik (Urk. 18).
Die Beschwerdeführerin
reichte
mit Eingabe vom 10. Januar 2017
einen Nachtrag zur
Replik
(Urk. 19) sowie
Kopien
zwei
er
Urteile des hiesigen Gerichts
ein
(Urk. 20/1-2).
Mit Verfügung vom 18. Januar 2017 (Urk. 21) wurden die Eingaben der Parteien (Urk. 18-20) der jeweiligen Gegenpartei zugestellt.
3.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, wies mit Verfü
gung vom 30. Oktober 2015 einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf Leistungen der Invalidenversicherung ab (Urk. 9/A79). Die von ihr am
3. Dezember 2015
beim hiesigen Gericht eingereichte Beschwerde wurde mit heutigem Urteil abge
wiesen (vgl. Prozess Nr. IV.2015.01251
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundes
gesetzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistun
gen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bishe
rigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmun
gen).
Der hier zu be
urteilende Unfall hat sich am 28. April 2014
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6
des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % inva
lid (Art. 8
ATSG
), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1
UVG
). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversi
cherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbe
handlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.3
1.3.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in
der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedin
gungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Stö
rung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im
Sozialversicherungs
recht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befin
den hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119
V
335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.
3.2
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf
unfall
fremden
Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesund
heitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von
unfall
bedingten
Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialver
sicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast
–
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gege
ben ist
–
nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76).
Diese
Beweis
grundsätze
gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfol
gen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend
(
Urteil des Bundesge
richts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
S
tatus quo sine
vel
ante entfällt eine
Teilursächlich
keit
für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
S
tatus quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfa
llversicherer gestützt auf Art. 36 Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch
Pflege
leistungen
und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die
Heil
behandlungskosten
nach Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.3.3
Die Beweislastregel, wonach der Unfallversicherer und nicht der Versicherte die Beweislast für das überwiegend wahrscheinliche Dahinfallen der natürli
chen Unfallkausalität trägt, greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 61
lit
. c
ATSG) und der
Beweis
wür
digung
einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die über
wiegende Wahr
scheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b in
fine
S. 264 mit Hinweisen).
1.3.4
Ist ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwer
den wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächt
nisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach ein
getretenen Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzu
nehmen. Es ist zu betonen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursa
che darstellt (BGE 117 V 359 E.
4b).
1.
4
1.4
.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4.2
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adä
quate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kau
salität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammen
hang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.4.3
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer ge
wissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitli
chen Beeinträchtigun
gen, die nicht auf organisch nachweisbare
Funktions
ausfälle
zurückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Störun
gen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeu
tung für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise der Erwerbsunfähigkeit zu
kommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit ande
ren Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträchtigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne
Weiteres
zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäqua
ten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
erhebliche Beschwerden;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim
mert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bundes
gericht in seiner Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psy
chischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit
Schleuder
trauma
der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Dif
ferenzierung zwischen physischen und psychischen Komponen
ten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht entscheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359
E.
5d/
aa
und 367 E. 6a).
1.5
1.5.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.5.2
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztin
nen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollzieh
bar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut
achters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin wegen der Folgen des Unfalls vom
28. April 2014
über
den 31. Dezember 2014
hinaus
Taggeld
leistungen
und über den 30. April 2015 hinaus
Heilkosten
oder
andere
Leis
tungen der Unfallversicherung
zu erbringen hat bzw. ob
die nach diesem Zeitpunkt geklagten Beschwerden noch in einem natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis vom
28. April 2014
stehen.
2.2
Die Beschwerdegegnerin
führte im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 1. April 2016
zusammengefasst
aus
,
sowohl die Beurteilung
von Dr.
Z._
als auch die Stellungnahmen der
Dres
.
A._
und
B._
seien schlüssig, nach
vollziehbar und überzeugend. Es könne darauf abgestellt werden (Urk. 2 S. 6). Bei fehlenden objektivierbaren unfallbedingten Befunden sei es zu vorüber
-
ge
henden Verschlimmerungen der Vorzustände an beiden Händen, der HWS, der BWS, der LWS und der Symphyse gekommen. Der Status quo sine
sei
in Bezug auf die Handproblematik nach 2-3 Monaten, in Bezug auf die
HWS-/BWS-Beschwerden per 31. Dezember 2014 und in Bezug auf die tief
-
lumbalen Schmerzen sowie die
Symphysensymptomatik
per 30. April 2015 erreicht. Eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit sei maximal bis am 31. De
-
zember
2014 aus
gewiesen, weshalb ein Taggeldanspruch ab dem 1. Januar 2015 erloschen sei (Urk. 2 S. 10).
2.3
Demgegenüber brachte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, sie sei als Sitzwache nicht mehr zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 1/1 S. 5). Es sei von einer
Symphysensprengung
auszugehen, wie von
Dr.
C._
festgehalten. Dieser sei Chefarzt am
Y._
und stehe damit als kantonaler Angestellter nicht in einem besonderen Abhängigkeitsverhältnis zur Beschwerdeführerin.
Selbst wenn nicht von einer
Symphysensprengung
auszugehen sei, sondern von einer unfallbedingten Verschlechterung eines Vorzustandes, handle es sich bei der Instabilität doch um einen objektivierbaren Befund. Die Symphyse, welche vor dem Unfall keine Schmerzen verursacht habe, führe aufgrund der Traumatisierung zu erheblichen Schmerzen. Eine Teilkausalität reiche indessen aus, um eine volle UVG-Kausalität zu begründen
(Urk. 1
/1
S. 7
f.
).
Im
Ein
spracheentscheid
werde daher von aktenwidrigen Tatsac
hen ausgegangen. Dass ein Delta-
v
von 18.5 km/h keine bleibenden Schädigungen hervorrufen könne, wie
Dr.
Z._
behaupte, sei bereits durch die
Symphysensprengung
widerlegt. Ausserdem seien die Kräfte bei einem seitlichen Frontalzusammen
stoss grösser als bei einem
Frontalzusammenstoss
mit voller Überdeckung (Urk. 1/1 S. 8 f.).
Dr.
Z._
habe sodann unzulässige
medicolegale
Ausführun
gen getätigt, weshalb er seine Kompetenzen überschritten habe. Auch erwecke er als Vertrauensarzt der Vorsorgeeinrichtung den Anschein der Befangenheit. Weiter habe er unrichtig festgehalten, der vorliegende Weichteilrheumatismus sei unter die
somatoformen
Schmerzstörungen zu subsumieren (Urk. 1/1 S. 9 f.). Es sei sodann nicht ersichtlich, warum die Beschwerdeführerin ohne den Unfall nicht weiterhin als Pflegeassistentin hätte tätig sein können. Weiter seien die elementarsten Mitwirkungsrechte verletzt worden. Ein vertrauens
ärztliches Gutachten der Pensionskasse habe lediglich den Stellenwert einer Parteiaussage (Urk. 1/1 S. 10). Trotz
des
Vorliegens eines Distorsionstraumas der Halswirbelsäule sei
der Kausalzusammenhang nicht gemäss der geltenden Rechtsprechung geprüft worden (Urk. 1/1 S. 11)
.
Auch auf die Einschätzung von
Dr.
A._
sei nicht abzustellen. Ungeprüft sei geblieben, welche
Arbeitstä
tigkeit
die Beschwerdeführerin tatsächlich ausgeübt habe. Die gesundheitlichen Einschränkungen seien mithilfe des effektiven Arbeitsprofils zu beurteilen (Urk. 1/1 S. 11 f.).
2.4
In der Replik brachte die Beschwerdeführerin
zusätzlich
vor, es fehle eine ergo
nomische Einschätzung der Tätigkeit vor und nach dem Unfall.
Sie habe
bereits vor dem Unfal
l als Hilfspflegerin gearbeitet
.
Im bereits am 16. Dezember 2014 erstatteten Bericht von Dr.
Z._
fehle ausserdem eine Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Befunden. Die leichte trauma
tische Hirnverletzung hätte durch einen Neurologen abgeklärt werden müssen. Ohnehin sei der Verlauf dieser Verletzung nicht weiter geklärt worden, leide die Beschwerdeführerin doch vermehrt an Kopfschmerzen.
E
s
wäre
geboten gewesen, einen Orthopäden und nicht den Rheumatologen
Dr.
Z._
für die Beurteilung der Unfallfolgen hinsichtlich der
Symphysensprengung
beizuzie
hen.
Auf die Stellungnahmen der
Dres
.
A._
und
B._
könne nicht abge
stellt werden.
2.5
Den nachstehenden Erwägungen ist
Folgendes
vorauszuschicken
: Gemäss Art. 43 Abs.
1 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein. Bei der Prüfung der Begehren
darf er auch den Sachverstand
versicherungsinterner medizinischer Fachpe
rsonen einbeziehen. Bei den von
versicherungsinternen Ärztinnen und Ärzten erstellten Stellungnahmen han
delt es sich indessen nicht
um Gutachten im Sinne von Art.
44 ATSG; diese Bestimmung ist auf die Berichte der versicherungseigenen Fachpersonen nicht anwendbar (
BGE
135 V 465
E. 4.2 mit Verweis auf BGE 135 V 254
E.
3.4.1
).
Dementsprechend kommt
ihnen praxisgemäss nicht dieselbe Beweis
kraft
zu
wie einem gerichtlichen od
er einem im Verfahren nach
Art.
44 ATSG vom Versicherungsträger in Auf
trag gegebenen Gutachten
(
BGE
135 V 465
E. 4.4 mit Verweis auf BGE 125 V 351 E. 3a
; vgl. auch E. 1.5.2
).
Der
Vorwurf
der Beschwerdeführerin
, bei der Erstellung des Gutachtens seien
ihre Mitwir
kungsrechte
verletzt worden
(Urk. 1/1 S. 10 und Urk. 14 S. 4 f.)
,
zielt somit ins Leere.
Ebenso erweist sich der Hinweis auf die Qualitätsleitlinien für ver
sicherungspsychiatrische Gutachten SGPP (vgl. Urk. 14 S. 1 f. und S. 5 f.) als nicht zielführend.
Gegen den
auf
Art.
32
Abs.
2 ATSG gestützten
Beizug
des von der
Vorsorge
einrichtung
der Beschwerdeführerin in Auftrag gegebenen vertrauensärztli
chen Berichts von Dr.
Z._
ist nichts einzuwenden. Es ist daher nicht nach
vollziehbar, weshalb der Bericht von Dr.
Z._
im vorliegenden Verfahren aus formellen Gründen nicht verwertbar sein sollte (Urk. 1/1 S. 10).
Der U
mstand,
dass die internen
Versicherungsmediziner
Dres
.
A._
und
B._
keine eige
ne Untersuchung durchgeführt haben (Urk. 14 S. 6), ver
mag den Beweiswert ihrer
Beurteilung
in formeller Hinsicht
ebenfalls
nicht zu schmälern, zumal
es
mit der Frage nach der
natürlichen
Unfallkausalität einen feststehenden medizinischen Sachverhalt zu erörtern galt, ohne dass zusätzliche Untersuchungen notwendig gewesen wären.
Schliesslich
lagen den
Dres
.
A._
und
B._
sämtliche
für die Beurteilung der Unfallkausalität erforderlichen Unterlagen
vor
, unter anderem auch der Bericht von
Dr.
Z._
; dieser hatte
die Beschwerdeführerin
bereits
eingehend untersucht.
Praxisgemäss kann unter
den gegebenen Umständen
ein
e reine
Akten
beur
teilung
der versicherungsinternen Ärzte
voll beweiswertig sein (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_325/2009 vom 2
3.
September 2009 E. 3.4.1, mit Hinwe
isen).
Es
ist aber darauf hinzuweisen
, dass
zufolge des Vorliegens (bloss) interner ärztlicher Berichte
an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen
sind
in dem Sinne, dass bei auch nur geringen Zweifeln an der Zuverlässig
keit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (
vgl. E. 1.5.2 sowie
BGE 135 V 465 E.
4.4
mit Hinweis auf BGE 122 V 157 E. 1d).
3.
3.1
Im Austrittsbericht des
Y._
vom 2. Mai 2014 wurde zur Erstuntersuchung folgendes festgehalten (Urk. 9/M1 S. 3): Es sei von den zuerst am Unfallort eingetroffenen Feuerwehrangestellten von einem kurzzeitigen
Bewusstseins
verlust
berichtet worden
(
vgl. demgegenüber den Einsatzrapport der Feuer
wehr Winterthur vom 2
9.
April 2014 [Urk. 9/M11], gemäss welchem die Beschwerdeführerin ansprechbar gewesen sei und über Schmerzen an den Händen geklagt habe;
vgl. auch den Dokumentationsfragebogen für
Erst
konsultation
nach
kranio
-zervikalem Beschleunigungstrauma [Urk. 9/M20
bzw. Urk. 9/M25
])
. Beim Eintreffen des Notarztes sei die Beschwerdeführerin ansprechbar und orientiert gewesen
(GCS 15)
und habe Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule, der Brustwirbelsäule, des linken Bauchs sowie der linken Hand angegeben. Eine
Daumensattelgelenksarthrodese
links sei bekannt
gewesen
.
Es
wurde
sodann
die Diagnose
einer leichten traumatischen Hirnverletzung nach Autounfall vom 28.4.2014 mit Kontusionen
Dig
. I Hände beidseits und Kontusion Lendenwirbelsäule und Brustwirbelsäule
gestellt (Urk. 9/M1
S. 1
).
Weiter wurde
im Bericht festgehalten, bildgebend hätten im
Computertomo
gramm
in Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule und Abdomen keine
Traumafol
gen
nachgewiesen werden können. In der bildgebenden Abklärung der bei
den Daumen habe sich ebenfalls kein Nachweis
ossärer
Läsionen gezeigt
(Urk. 9/M1 S. 1; vgl. auch Ur
k. 9/M12-14
)
.
3.2
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Plastische,
Rekonstruktive
und Ästhe
tische Chirurgie sowie Handchirurgie, hielt im Verlaufsblatt vom 2. Juni 2014 (Urk. 9/M4) fest, die Beschwerdeführerin habe seit der letzten Konsultation vom 2. Mai 2014 (vgl. Urk. 9/M5) eine Ganzkörperszintigraphie
(vgl. Urk. 9/M5)
durchführen lassen. Darin würden sich keine Neuigkeiten zeigen. Eine Fraktur oder ein Umbau nach einer Fraktur habe ausgeschlossen werden können. Insgesamt fühle sich die Beschwerdeführerin besser. Die Hauptbeschwerden lägen noch immer im linken Handgelenk und linken Daumensattelge
lenk
(vgl. dazu auch die Verlaufsblätter vom 23. Juni 2014 [Urk. 9/M7] und vom 11. August 2014 [Urk. 9/M8])
.
3.3
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Chirurgie, Plastische,
Rekonstruktive
und Ästhetische Chirurgie sowie Handchirurgie, hielt in sei
nem Bericht vom 2. September 2014 fest, die Beschwerdeführerin habe nochmals wegen Beschwerden im Bereich beider Hände vorgesprochen, rela
tiv diffus. Nach ihren Angaben seien die Beschwerden erst in Folge des Unfalls aufgetreten. Klinisch finde sich jedoch kein wesentlich funktionelles oder organisches Korrelat. Am ehesten sei von einer aktivierten Arthrose auszugehen, wobei die degenerativen radiologischen Veränderungen noch relativ milde seien. Von Seiten der Hände sei die Beschwerdeführerin wieder arbeitsfähig
(Urk. 9/M10
; vgl. auch den
Radiologiebefund
vom 24. Oktober 2014, gemäss welchem im MRI des Handgelenkes links nativ keine patholo
gischen Veränderungen erkennbar seien, auch kein Ganglion [Urk. 9/M21]
).
3.4
Die behandelnde Physiotherapeutin
F._
hielt in ihrem Kurzbericht vom 1. Oktober 2014 (Urk. 9/M18) fest, die Beschwerdeführerin gebe Schmerzen im Brust- und Lendenwirbelsäulenbereich sowie eine Kraftlosig
keit in den Händen und Fingern an. Im Allgemeinen seien die Schmerzen zurückgegangen, v.a. im Schulter- und Nackenbereich. Seit einem Monat komme die Beschwerdeführerin ohne Schmerzmittel aus. Subjektiv gehe es ihr auch viel besser, sie könne ihren Alltag wieder selber meistern und habe mehr Kraft in den Händen. Sie bewege sich auch wieder normal.
3.5
Im Bericht des
Y._
, Rheumatologie und
muskuloskelettale
Rehabilitation (
Dres
. med.
G._
, Oberarzt, und
H._
, Chefarzt) vom 30. Oktober 2014 wurden die folgenden Diagnosen festgehalten (Urk. 9/M22 S. 1):
a
nhaltendes
thorako
- und
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom nach Thorax-/ BWS-/ LWS-Kontusion bei Autounfall (Frontalkollision) am 28.04.2014
ohne Hinweise auf Frakturen in diversen bildgebenden Abklärun
gen
Wirbelsäulenfehlhaltung mit auffälliger LWS-Hyperlordose und
Sacrum
arcua
tum
sowie
aktive
r
Spondylolyse
L5 rechts
(
Ske
lettszintigraphie
mit SPECT-CT
pelvin
und lumbal vom 26.05.2014)
a
nhaltendes
symphysales
Schmerzsyndrom seit Auffahrunfall am 28.04.2014
aktuell: unter Belastung/Stress geringe Stufenbildung in der Sym
physe, entsprechend einer Lockerung, kein Nachweis einer Fraktur (Röntgen Beckenübersicht mit Belastungsaufnahmen vom 16.10.2014)
Zeichen einer hoch aktiven
Osteochondrose
der Symphyse (
Ske
lettszintigraphie
und SPECT-CT
pelvin
und lumbal vom 26.05.2014)
Status nach
(anamnestisch)
Symphysensprengung
gegen Ende der zweiten Schwangerschaft bei akzidentellem Ausfallschritt
p
ersistierende Schmerzen im Bereich der Handgelenke beidseits
links
betont
sowie Schmerzen und Schwellungsneigung DIP
Dig
II' rechts nach Handgelenkskontusion
bds
. bei Autounfall (Frontalzusammen
stoss) am 28.04.2014
altersentsprechendes Skelett ohne wesentliche degenerative oder destruierende Veränderungen bei Ankylose im IP
Dig
l links, kleinsten Kapselbandverkalkungen an der proximalen Phalanx DIP II und III links (Röntgen Hände vom 16.10.2014)
St.n
.
Arthrodese
IP
Dig
l links, Hinweise auf
intraossäres
Ganglion im Os
lunatum
(Röntgen Handgelenk links vom 15.0
3.
[vor Unfall], 27.0
4.
und 12.05.2014)
MRI Handgelenk links vom 24.10.2014: keine pathologischen Verän
derungen erkennbar, auch kein Ganglion
Status nach
Tendinitis
Musculus
extensor
carpi
radialis
und
Digito
rum
communis
links 03/2014
aktuell diesbezüglich beschwerdefrei
Chronische PHS
tendinopathica
vom
Supraspinatustyp
rechts
St
atus nach
retraktiler
Kapsulitis
2008
3.6
Im Bericht des
Y._
, Klinik für Orthopädie und Traumatologie (
Dr.
med.
C._
, Chefarzt), vom 10. Dezember 2014 (Urk. 9/M28) wurde als Diagnose ein
Status nach Autounfall am 28. April
2014 (Frontalkollision) mit
Symphysensprengung
mit vorderer und hinterer Beckenringverletzung, chro
nischen
Lumboischialgien
sowie
Cervicobrachialgien
und einer
Handgelenks
kontus
ion
beidseits festgehalten.
Dr.
C._
führte in seiner Beurteilung aus, klinisch und radiologisch hege er den Verdacht auf eine vordere und hintere Beckenringverletzung anlässlich der Frontalkollision vom 28. April 2014.
3.7
Dr.
Z._
hielt in seinem
an die Vorsorgeeinrichtung der Beschwerdeführerin gerichteten vertrauensärztlichen Bericht
vom 16. Dezember 2014
über die Untersuchung
vom 1. Dezember 2014
im Wesentlichen fest,
beim
Unfaller
eignis
vom 28. April 2014 sei die Beschwerdeführerin frontal links gerammt worden, wobei sie angegurtet gewesen und der Airbag ausgelöst worden sei. Die unfallwi
rksamen Kräfte mit einem Delta-
v
von rund 18,5 km/h und einer mittleren Verzögerung von 3 bis 4 g seien für eine Frontalkollision eher gering gewesen. Zeitnah habe die Beschwerdeführerin über Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule, der Brustwirbelsäule, des linken Bauchs sowie der linken Hand geklagt. Explizit ausgeschlossen worden seien ein
Becken
kompressions
- und ein
Symphysendruckschmerz
. Sei anlässlich der
Hospita
lisation
eine leichte traumatische Hirnverletzung diagnostiziert worden, so werde dies in den Akten nicht kommentiert. Ein Kopfanprall und/oder
Prell
marken
seien nie aufgeführt worden, eine Amnesie habe nie bestanden und auch eine kurze Bewusstlosigkeit sei eher unwahrscheinlich. Kontusionen der Daumen beidseits seien diagnostisch plausibel, wenn sich die Versicherte noch krampfhaft am Steuer abgestützt habe. Nicht plausibel seien Kontusio
nen der LWS und der Brustwirbelsäule, umso mehr Prellmarken zeitnah aus
geschlossen und auch keine
Druckdolenzen
festgestellt worden seien. Auf
grund des Mechanismus sei allenfalls von einer gewissen, respektive mögli
chen Distorsion der Wirbelsäule auszugeben. Dabei seien am 29. April 2014
weder konventionell radiologisch noch computertomographisch traumatische Läsionen nachgewiesen worden. Beschrieben worden seien gewisse Degene
rationen zervikal und thorakal bei Zeichen eines durchgemachten Morbus Scheuermann. Pathologien von Seiten des Beckens und der LWS seien keine festgestellt worden. Im Heilverlauf
seien
primär Beschwerden von Seiten bei
der Hände im
Vordergrund
gestanden
, welche anfänglich auch ruhig gestellt w
orden seien. Allerdings sei
die
Symptomati
k auch mit weitergehenden radi
ol
ogischen Abklärungen nie ganz klar
geworden (Urk. 9/M32 S. 32 f.)
.
Weiter führte
Dr.
Z._
aus,
b
ei
m
Untersuch habe die Beschwerdeführerin ihr Becken nicht aktiv aufgerichtet bei ungenügender Rumpfstabilisation. Es habe sich im Skelettszintigramm eine aktive
Oste
ochondrose
der Symphyse gezeigt;
doch könnten auch durch forcierte Kompression des Beckens keine Schmerzen im Bereiche der Symphyse ausgelöst werden. Der radiologische Befund erkläre die angegebenen Beschwerden somit nicht hinreichend. Die mit den Stressaufnahmen am 16. Oktober 2014 festgestellte Lockerung der Symphyse sei für die Symptomatik nicht von vorrangiger Bedeutung, fördere lediglich die Dysfunktionen im Beckenring wie ein aktuell hypomobiles
lli
osakralgelenk
rechts, welches asymptomatisch sei. Klinisch sei das rechte Hüftgelenk absolut unauffällig. Links sei ein diskretes
Impingement
nicht ganz auszuschliessen. Die Beschwerden im Bereiche der Symphyse und des Beckenrings seien primär muskulärer
Art.
So sei vor allem die Insertion der
Abdominalmuskulatur
im Bereiche der Symphyse sehr stark druckempfind
lich. Allerdings könne
dies
palpatorisch
kaum sicher von einer schmerzhaften Symphyse unterschieden werden, was allenfalls mit einer diagnostischen Infiltration beantwortet werden könnte (Urk. 9/M32 S. 35).
Sodann berichtete
Dr.
Z._
, auffallend sei eine generalisierte Schmerzhaf
tigkeit muskulärer Strukturen im Bereiche des Rumpfes dorsal und ventral, aber auch aller vier Extremitäten. Würden die Kontrollpunkte nicht in signi
fikanter Anzahl schmerzhaft angegeben, könne die Diagnose eines generali
sierten Weichteilrheumatismus gestellt werden, was der 1999 diagnostizierten Fibromyalgie entspreche.
Unter dieses
Beschwerdebild subsumiert werden könnten auch die Arthralgien im Bereiche der oberen und unteren Extremi
täten sowie schlussendlich auch die
Symphysenschmerzen
. Beim vorliegen
den generalisierten Weichteilrheumatismus handle es sich um keine soma
tisch objektivierbare Symptomatik, weshalb sie versicherungsrechtlich
unter die
somatoformen
Störungen subsumiert werde.
Es stelle
sich daher immer die Frage nach
einer psychiatrischen Komorbidität, respektive relevanten psychosozialen Faktoren,
was abschliessend jedoch nur durch ein
en psychi
atrischen Facharzt bean
twortet werden
könne
.
Aufgrund der Vorgeschichte müsse jedoch davon ausgegangen werden
, dass die
Beschwerdeführerin
bereits 2010 einmal ihre Tätigkeit wegen einer Erschöpfungs-, respektive
Ü
berforderungssituation
habe
abbrechen
müssen. Welchen Einfl
uss die gesundheitlichen
Probleme ihrer Kinder dabei
gehabt hätten, sei unbekannt.
Allerdings
habe die Beschwerdeführerin
immer
sehr hohe Anforderungen an ihre Leistungsfähigkeit
gestellt, die sie schon frühe
r an ihre
Grenze
gebracht hätten (Urk. 9/M32 S. 36 f.)
.
Dr.
Z._
gelangte zum Schluss, die Leistungsfähigkeit der Beschwerdefüh
rerin werde limitiert durch eine ungenügende Rumpfstabilisation, was nicht nur zu Fehlbelastungen im Bereiche der Wirbelsäule, sondern au
ch der obe
ren Extremitäten führe
, da ein stabiles und ergonomisch korrektes Arbeiten und Hantieren nicht möglich sei. Zudem bestünden aufgrund der einge
schränkten Flexion im rechten Schultergelenk und des verstärkten Rundrü
ckens Limitierungen für Tätigkeiten über Schulterhöhe. Aufgrund der heuti
gen Untersuchung seien der Beschwerdeführerin lediglich körperlich leichte Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen unter Schulterhöhe möglich. Das
Leis
tungsprofil
der Beschwerdeführerin entspreche in etwa den Anforderungen der angestammten Tätigkeit als
Sitzwache. Den
Anforderungen in der Pflege sei sie jedoch nicht gewachsen. Solche Tätigkeiten könnten ergonomisch nicht korrekt durchgeführt werden und seien daher aus medizinischer Sicht nicht zumutbar. Aufgrund der langjährigen Vorgeschichte sei auch nicht zu erwarten, dass dies durch die notwendigen rehabilitativen Massnahmen ganz behoben werden könne (Urk. 9/M32 S. 37 f.). Strukturelle Läsionen, die mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 28. April 2014 zurückgeführt werden könnten, seien nie nachgewiesen worden. Eine Trau
matisierung der Symphyse sei nicht offensichtlich, umso
weniger als
diese zeitnah als absolut reizlos beschrieben worden sei und degenerative Verän
derungen nach einer früheren Verletzung 1992 vorbestehend seien. Auch wenn von einer unfallkausalen Verschlimmerung eines Vorzustandes ausge
gangen werde, bestehe heute bei fehlendem Beckenkompressionsschmerz zumindest ein Status quo sine. Das Beschwerdebild werde unterhalten durch die beschriebenen muskulären Defizite, welche nur bedingt als unfallkausal akzeptiert werden könnten. Eigentlich müsste davon ausgegangen werden, dass heute, acht Monate nach dem Unfallereignis, die Beschwerdeführerin ausreichend Zeit gehabt hätte, diese zu beheben. Es liege wohl am Unfallver
sicherer betreffend die Unfallfolgen pragmatisch einen Endzustand zu defi
nieren, wobei in Analogie zu den HWS-Distorsionen ein solcher nach einem
Jahr festgelegt werden könnte
. Die Tätigkeit in der Pflege, vor allem in Kom
bination mit einem grossen Haushalt, hätte bereits vor dem rubrizierten Ereignis zu Dekompensationserscheinungen geführt. Die Beschwerdeführerin sei nie geeignet gewesen für die körperlich belastende Tätigkeit als
Pflegeas
sistentin
. Die damit verbundenen körperlichen Tätigkeiten hätten nie ergo
nomisch korrekt und stabil, das heisse nie rücken- und gelenkschonend, durchgeführt werden können. Für eine solche Tätigkeit habe von Beginn an keine zumutbare Arbeitsfähigkeit bestanden, weil eine solche unweigerlich zu Dekompensationserscheinungen mit den damit verbundenen Beschwerden hätte führen müssen
(Urk. 9/M32 S. 38).
Nach Abschluss der notwendigen rehabilitativen Massnahmen sollten zumindest auch teilweise körperlich mittelschwere Tätigkeiten realisierbar sein. Ein genaues Belastungsprofil liesse sich jedoch nur testmässig mit einer Evaluation der funktionellen Leistungskapazität EFL bestimmen (Urk. 9/M32 S. 40).
3.8
Im
Radiologiebericht
des
Y._
vom 22. Januar 2015 wurde festgehal
ten, im MRI-Bild des Beckens sei
weiterhin eine leicht aktivierte, ausgeprägte
Osteo
chondrose
der Symphyse sichtbar. Es bestehe jedoch kein Hinweis auf eine
Symphysensprengung
. Es bestünden auch keine wesentlichen degenerativen Veränderung
en der ISG beidseits (Urk. 9/M29
).
3.9
Dr.
C._
hielt in seinem
Bericht vom 23. Januar 2015
(Urk. 9/M30) an den bereits gestel
lten Diagnosen fest (vgl. E. 3.6
).
3.10
Dr.
A._
verwies
in seiner Stellungnahme vom 9. Februar 2015
auf die Beur
teilung von Dr.
Z._
und hielt zudem
fest
(Urk. 9/M36)
,
wede
r bei der
Ein
trittsuntersuchung
noch beim Austritt (aus dem
Y._
) seien
Beckenbe
schwerden
dokumentiert worden. Am 29. April 2014 seien ein
Beckenkom
pressionsschmerz
sowie ein
Symphysendruckschmerz
explizit verneint wor
den. Auch die Untersuchungen, welche indirekt einen Symphysen- oder ISG-Schmerz verursachen würden (Anheben des Beines gegen die Schwerkraft, axiale Stauchung) seien schmerzfrei gewesen. Eine frische strukturelle Ver
letzung im Sinne einer
Symphysensprengung
und einer Verletzung der
lleosacralgelenke
sei damit ausgeschlossen. Die von Dr.
C._
in seinen Berichten vom 10. Dezember 2014 und 23. Januar 2015 hergestellte Kausa
lität zwischen der Beckenproblematik und dem Autounfall vom 28. April 2014 sei aufgrund der Beschwerdeanamnese nicht nachvollziehbar. Die in den einseitig belasteten Röntgenbildern des Beckens vom 16. Oktober 2014 sichtbare
cranio-ca
udale
Instabilität der Symphyse
sowie die bereits konven
tionell-radiologisch sichtbare fortgeschritt
ene
Osteochondrose
der Symphyse
seien mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf die Verletzung von 1992 zurückzuführen. Jedoch sei es medizinisch plausibel, dass diese schwer vorgeschädigte Symphyse durch den Unfall vom 28. April 2014 traumatisiert worden sei. Das Auftreten von Beschwerden könne sich hier tatsächlich um einige Tage verzögern, verursacht durch die
Entzündungsre
aktion
mit zunehmendem Ödem. Die im SPECT-CT vom 26. Mai 2014 hoch aktive
Osteochondrose
, bei vor dem Unfall postulierter Beschwerdefreiheit von Seiten der Symphyse (Anmerkung: die ISG reichern nicht vermehrt an), spreche für eine solche traumatische Aktivierung. Hinweise auf eine durch den Unfall vom 28. April 2014 verursachte strukturelle Verletzung seien auch im MRI vom 22. Januar 2015 nicht nachgewiesen. Überwiegend wahr
scheinlich sei es zu einer vorübergehenden Verschlimmerung der
symphy
sären
vorbestehenden
Osteochondrose
gekommen. Ohne nachgewiesene strukturelle Verletzung sei der Status quo sine spätestens 12 Monate nach dem Ereignis erreicht. Die aktuell noch geklagten
Symphysenbeschwerden
seien somit bis Ende April 2015 noch als unfallkausal zu werten. Die Beschwerden in der Schulter rechts sowie in den Knien und Füssen stünden in keinem Zusammenhang zum Unfall von 28. April 201
4.
Die persistieren
den
Handschmerzen st
ünden
nicht mehr in natürlichem Kausalzusammen
hang mit
dem Unfall vom 28. April
201
4.
Be
i fehlenden Pathologien habe
es sich initial um
Handkontusionen
gehandelt
, deren Folgen nach späte
stens
2-3 Monaten abgeheilt seien
.
Bezüglich der HWS/des Nackens sei von einer vorübergehenden Verschlimmerung des Vorzustandes auszugehen. Der Status quo sine sei aber spätestens sechs Monate nach dem Unfallereignis erreicht. Die heutigen rechtsseitigen tiefen lumbalen Beschwerden mit Ausstrahlung ins rechte ISG seien bis Ende April 2015 noch als unfallkausal zu beurteilen. Die Beschwerden an der BWS und zwischen den Schulterblättern stünden seit mindestens Ende Oktober 2014 nicht mehr in natürlichem Kausalzusammen
hang mit dem Unfall vom 28. April 201
4.
Bei den gering ausgeprägten
Oste
ochondrosen
BWK 8-10 habe höchstens eine vorübergehende Verschlimme
rung stattgefunden, der Status quo sine sei nach spätestens sechs Monaten erreicht. Für die vorwiegend sitzende Tätigkeit als Sitzwache, mit limitierten Gehstrecken und wenig körperlicher Belastung, sei die Beschwerdeführerin spä
testens ab der Untersuchung am
1. Dezember 2014 durch
Dr.
Z._
– in Bezug auf die Unfallfolgen – wieder arbeitsfähig. Bis zum Erreichen des oben begründeten Status quo sine Ende April 2015 sei sie für leichte Arbeiten mit Wechselbelastung und mit kurzen Gehstrecken voll arbeitsfähig. Anschlies
send bestünden aus unfallbedingten Gründen keine Einschränkungen mehr. Die Versicherte sei dann durch ihre multiplen Vorzustände limitiert.
3.11
Im Verlaufsb
ericht des
Y._
vom 11. November 2015
(Urk. 9/M38 B1)
hielten die
Dres
.
G._
und
H._
unter anderem fest, es sei im Rahmen des Auto
unfalles zu einer
Symphysensprengung
und einer traumatischen
Handge
lenkskontusion
beidseits, linksbetont, gekommen. Sie erachteten eine Fortset
zung der gezielten physiotherapeutischen Massnahmen, die weitere Benut
zung eines stabilisierenden Trochanter-/Beckengurtes zur Entlastung der Symphyse sowie eine medikamentös-analgetische Behandlung für sinnvoll. Aufgrund der neu zunehmenden Handgelenksbeschwerden beidseits werde nochmals eine Serie Ergotherapie verordnet. Bei Verdacht auf eine
Schmerz
verarbeitungsstörung
, Differentialdiagnose Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung bei erheblicher familiärer Belastung aufgrund der gesund
heitlichen Probleme ihrer Kinder
,
erfolge auf Wunsch der Beschwerdeführerin
eine Anmeldung bei Frau
Dr.
I._
, Fachärztin FMH für Psychi
atrie und Psychotherapie, in
der
J._
.
Der Beschwerdeführerin werde eine Arbeitsunfähigkeit von 100% ab dem 21. September 2015 bis zum 3. Januar
2016
attestiert
.
3.12
Im Verlaufsbericht des
Y._
vom 3. Februar 2016 (Urk. 9/M38) führte Dr.
G._
aus, seit circa anfangs Dezember 2015 habe die Beschwerdeführe
rin die physiotherapeutischen
Massnahmen
ausgesetzt. Sie setze das
Heim
übungsprogramm
fort und trage regelmässig den
Trochantergurt
bei geplan
ten grösseren Aktivitäten wie zum Beispiel Einkaufen. Hierunter berichte sie von Seiten der Wirbelsäule und der Symphyse von einer in etwa stabilen Situation. Sie nehme mittlerweile nur noch selten Paracetamol ein. Hinsicht
lich der Handgelenksbeschwerden, welche im Verlauf doch wiederholt an das Vorliegen eines
Carpaltunnelsyndromes
erinnerten, sei es allmählich zu einer Beschwerdebesserung gekommen. Insbesondere das kognitive Training mit bewusstem Einsatz von Daumen und Zeigefinger (
Pinzettengriff
) tue ihr gut. Bei
der Psychiaterin
habe sich die Beschwerdeführerin mehrmals vorgestellt. Die Gespräche täten ihr gut, gegenwärtig erfolgten weitere
Anamnesegesprä
che
. Es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 100% ab dem 4.
Januar 2016 bis zum
6. März 201
6.
3.1
3
Der berat
ende Arzt
Dr.
B._
schätzte
in seiner Stellungnahme vom 23. Februar 2016 (Urk. 9/M39)
die Beurteilung
von
Dr.
Z._
als schlüssig
ein
. Er ergänzte, die in verschiedenen medizinischen Akten festgehaltene Angabe, das Ereignis vom 28. April 2014 habe zu einer
Symphysenspren
gung
geführt, sei höchst unwahrscheinlich.
D
er Beurteilung von
Dr.
A._
sei vollumfänglich zuzustimmen.
4.
4.1
Dr.
Z._
sowie die beratenden Ärzte
Dres
.
A._
und
B._
gingen überein
stimmend davon aus,
dass
durch den Unfall vom 28. April 2014
bereits bestehende krankhafte Vorzustände teilweise ver
schlimmert oder aktiviert
worden seien
, der Status quo sine
jedoch
spätestens ein Jahr nach dem Unfall
eingetreten
sei.
4.
2
Strittig blieb
vor allem
, ob durch den Unfall eine
Symphysensprengung
statt
gefunden habe
oder nicht
.
Von einer
solchen ging
Dr.
C._
in seinem Bericht vom 10. Dezember 2014 aus.
Beim Verdacht auf
eine
vordere und hintere
Beckenringverletzung anlässlich der Frontalkollision vom 28. April 2014
veranlasste er
eine MRI-Untersuchung des Beckens (E. 3.6).
Obwohl die
se
MRI-Untersuchung
keinen Hinweis auf eine
Symphysensprengung
lie
ferte (E. 3.8
),
hielt Dr.
C._
in seinem Bericht vom 23. Januar 2015 (E. 3.9)
an der bereits gestellten
Diagnose
einer
Symphysensprengung
fest
, ohne dies indes zu be
g
ründen.
Auch seine E-Mail-Nachricht vom 16. April 2015 a
n den damaligen Rechtsvertreter
der Beschwerdeführerin
vermag
keine
Klarheit
zu verschaffen
. Darin
verwies Dr.
C._
auf die
Bildgebung vom 23. Oktober 2014
(richtig: 16. Oktober 2014; vgl. Urk. 9/M24)
hin
, worin eine
deutliche Instabilität der Symphyse von 50-60 mm
ausgewiesen worden sei
, und hielt fest,
d
ies alleine erkläre die Restbeschwerden der Beschwerdeführe
rin (Urk. 9/M37).
Dass aber
auch
im
Bericht vom 16. Oktober 2014
(Urk. 9/M24)
festgehalten
worden war
, eine Fraktur
(des Beckens)
könne nicht nachge
wiesen werden
,
liess Dr.
C._
gänzlich unberücksichtigt
.
Er setzte sich
allgemein nicht
mit dem
bestehenden Vorzustand, einer
Symphy
sensprengung
gegen Ende der zweiten Schwangerschaft (vgl. E.
3.5), und der
en mögliche
n
Implikationen auf die bestehenden Beschwerden
auseinan
der
. Seine Beurteilung
erweist sich somit als nicht nachvollziehbar. Demge
genüber begründete Dr.
Z._
nach
umfassender
Untersuchung der Beschwerdeführerin
einlässlich
und
stringent, weshalb nicht von einer
Sym
physensprengung
anlässlich
des Unfalls vom 28. April 2014 auszugehen sei.
Er begründete sodann a
uch in Bezug auf
die übrigen Beschwerden, weshalb die Unfallkausalität spätestens ein Jahr nach dem Unfall nicht mehr gegeben sei.
Um Wiederholungen zu vermeiden,
kann auf seine
Ausführungen (E. 3.7) sowie die ebenfalls nachvollziehbaren Beurteilungen der
Dres
.
A._
(E. 3.10)
und
B._
(E. 3.13) verwiesen werden.
Ferner
setzte sich die
Beschwerde
gegnerin
bereits ausführlich mi
t dieser
Thematik
auseinander
, weshalb auch auf
ihre
zutreffenden
Erwägungen verwiesen werden
kann
(Urk. 2 S. 4 f. E. 2.3.2.1).
4.3
4.3.1
Demgegenüber ist die Beschwerdeführerin m
it ihren Vorbringen zum Grund
satz „
post
hoc ergo
propter
hoc“
(Urk. 1/1 S. 7 f.)
nicht zu hören.
Die
Argu
mentation nach der Formel „
post
hoc ergo
propter
hoc", nach deren Bedeu
tung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall ver
ursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Beweis natürlicher Kausalzusammenhänge nic
ht zu genügen (BGE 119 V 335 E.
2b/
bb
., Urteil des Bundesgerichts 8
C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E.
5.1).
4.3.2
Nicht zu beanstanden ist sodann, d
ass Dr.
Z._
als zusätzliches Indiz gegen eine
Symphysensprengung
die
geringen
unfallwirksamen Kräfte
(Delta-
v
von 18,5 km/h und mittlere Verzögerung von 3 bis 4 g) anführte (E. 3.7),
da
ent
gegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (Urk. 1/1 S. 8) eine
Symphysen
sprengung
aus medizinischer Sicht eben gerade nicht belegt werden konnte.
Aus dem Umstand, dass
es beim
Frontalzusammenstoss
zu keiner
volle
n
Überdeckung
kam
(Urk. 1/1 S. 8 f.)
, vermag die Beschwerdeführerin
ebenfalls
nichts zu ihren Gunsten abzuleiten.
Das Fahrzeug der Beschwerdeführerin wurde
gemäss unfallanalytischem Gutachten vom 11. September 2014
hauptsächlich in Längsrichtung verzögert und etwas nach links beschleunigt
. Der
Sachverständige
gelangte zum Schluss, dass der Sicherheitsgurt und der Airbag bei korrekter Benützung ein Vorverlagern des Körpers der Beschwer
deführerin zum Kollisionszeitpunkt einzugrenzen und einen Kontakt des Kopfs an Lenkrad, Frontscheibe oder Armaturentafel zuverlässig zu verhin
dern vermochten. In der Rückpendelphase könne der Hinterkopf die Kopf
stütze berührt haben, diese Phase sei jedoch sehr energiearm und somit von geringer Intensität. Die Beschwerdeführerin habe sich infolge der Kollision in einem Winkel von circa 45 Grad nach vorne rechts bewegt, ehe sie vom Sicherheitsgurt und vom Airbag zurückgehalten worden sei (Urk. 9/A19).
Massgebliche seitliche Scherkräfte
haben somit nicht gewirkt.
Zur Wucht des Aufpralls ist
im Übrigen
darauf hinzuweisen, dass alle drei Insassen des ent
gegenkommenden Fiat
Punto
– einem Kleinwagen, vorliegend ohne Airbags –,
unverletzt blieben, so auch
der
Fahrer, welcher nicht angegurtet gewesen war (Polizeiprotokoll vom 2. Juni 2014 [Urk. 9/P1 S. 5 f. und S. 11] und
Einsatzrapport der Feuerwehr Winterthur vom 29. April 2014 [Urk. 9/M11])
.
Dass es angesichts dieses
Unfallhergangs sowie der einwirkenden Kräfte zu einer Verletzung des Beckens oder der Symphyse
der Beschwerdeführerin
gekommen wäre, erscheint
somit
höchst unwahrscheinlich
, zu welchem Schluss Dr.
B._
auch aus medizinischer Sicht gelangte (E. 3.13)
.
4.3.3
Inwiefern Dr.
Z._
seine Kompetenzen überschritt
en
und den Anschein erweckt
haben sollte
, er wisse nicht über die Grenzen seines Auftrag
es Bescheid (Urk. 1/1 S. 9), ist
nicht
ersichtlich
. In erster Linie verneinte Dr.
Z._
einen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den
Symphy
senbeschwerden
und dem Unfall vom 28. April 201
4.
In
zweiter Linie
äus
serte er sich zu einer allfälligen unfallkausalen Verschlimmerung des
Vorzu
standes
und gelangte zum Schluss, ein
Status quo sine
sei mittlerweile ein
getreten
.
Dabei ging er analog
zu den HWS-Distorsionen
von einem Status quo sine spätestens
ein Jahr
nach dem Unfall
ereignis
aus
.
Dies ist nicht zu beanstanden. Gemäss
bundesgerichtliche
r
Rechtsprechung
ist e
ine traumati
sche Verschlimme
rung eines klinisch stummen degenerativen Vorzustandes an
der Wirbelsäule
in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr als abgeschlossen zu betrachten (SVR 2009 UV Nr. 1
S.
1 E. 2.3.1 f.; Urteil des Bundesgerichts 8C_326/2013 vom
4.
Juni 2014
E.
2.3).
Jedenfalls kann e
ine Parallele zum Urteil des Bundesgerichts 8C_448/2015
vom 17. Dezember 2015 E. 4.2 nicht gezogen werden.
4.3
.4
Bezüglich der Handgelenksbeschwerden (vgl. die Vorbringen in Urk.
14 S. 6
f.)
ist darauf hinzuweisen,
dass bereits Dr.
E._
der Beschwerdeführe
rin im Bericht vom 2. September 2014 wieder eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert hatte (E. 3.3) und
Dr.
G._
in seinem Bericht vom
3. Februar 2016 ausführte, die Beschwerden
erinnerten im Verlauf doch eher an ein
Carpal
tunnelsyndrom
(E. 3.12), wel
ches
in jedem Fall
nicht unfallkausal wäre.
4.3.5
Auch die übrigen Vorbringen der Besc
hwerdeführerin gegen
eine Verwertbar
keit des Berichts von
Dr.
Z._
vermögen nicht zu überzeugen.
Insbesondere ist
vor dem Hintergrund
von BGE
132 V 65
nicht ersichtlich, inwiefern der
von Dr.
Z._
gezogene Vergleich
zwischen einem
Weich
teilrheumatismus
(bzw. Fibromyalgie) und einer
somatoformen
Schmerzstö
rung
unzulässig sein sollte
(vgl. insbesondere Urk. 1/1 S. 9 f.)
.
Auch ist nicht nachvollziehbar, weshalb der Bericht von Dr.
Z._
veraltet sein sollte (Urk. 14 S. 3).
Dass Dr.
Z._
kein Facharzt für Orthopädie ist (Urk. 14 S. 5), schadet ebenfalls nicht. Schliesslich wurde seine Beurteilung sowohl von Dr.
A._
, Facharzt FMH für Chirurgie, speziell Allgemeinchirurgie und Traumatologie,
sowie von Dr.
B._
, Spezialarzt FMH Chirurgie,
als schlüssig beurteilt
.
Eine weitere Abklärung der gegenüber Dr.
Z._
geklagten Kopfschmerzen (Urk. 14 S. 5) war sodann nicht angezeigt; zum einen wurde nach dem Unfall bloss eine leichte traumatische Hirnverletzung diagnostiziert (Urk. 9/M1), zum anderen
begab sich
die Beschwerdeführerin nach dem Unfall nicht wegen
Kopfschmerzen
in Behandlung
(
vgl. insbesondere
Urk. 9/M5
und Urk. 9/M22
).
4.3.6
Der im Beschwerdeverfahren zu den Akten gelegte Bericht der
K._
vom 19. April 2016 (Urk. 3/4) vermag die Beurteilung von Dr.
Z._
auch nicht in
Frage zu stellen
, da darin keine Aussagen über eine mögliche
Unfall
kausalität
enthalten sind.
4.3.7
Dem Einwand der Beschwerdeführerin, sie habe nie bloss als Sitzwache gearbei
tet, sondern schon immer als Hilfs-Pflegeassistentin (Urk. 1/1 S. 12 und Urk. 14 S. 2 f.)
, ist entgegenzuhalten, dass
dies der
A
uskunft von Frau
L._
, Case Managerin am
Y._
vom 9. Oktober 2014
widerspricht. Von Seiten des
Y._
wurde ein Arbeitsversuch
gerade deshalb
abge
lehnt, da die Beschwerdeführerin
noch nie a
ls Pflegehelferin gearbeitet habe
(Urk. 9/A38).
Ferner bezeichnete die Beschwerdeführerin in der Sprechstunde vom 10. November 2015 (Urk. 9/M38 B1
S. 2
) die Sitzwache selbst als eine leichte Tätigkeit mit der Möglichkeit zu
r
Wechselbelastung.
Die Erstellung eines
Tätigkeitsprofil
s
(Urk. 14 S. 3 ff.)
erübrigt sich somit
.
4.4
Nach dem Gesagten erweisen sich die Berichte der
Dres
.
Z._
,
A._
und
B._
als aussagekräftig
. Es bestehen keine Zweifel an ihrer Schlüssigkeit
, weshalb auf sie abzustellen ist.
Unter diesen Umständen besteht
auch
kein Anlass für die beantragte Einholung eines externen medizinischen Gutach
tens
(Urk. 14 S. 6)
.
Es ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon aus
zugehen, dass die Beschwerdeführerin für die vorwiegend sitzende Tätigkeit als Sitzwache, mit limitierten Gehstrecken und wenig körperlicher Belastung, spätestens ab der
vertrauensärztlichen Untersuchung vom
1.
Dezember 2014 durch
Dr.
Z._
bis zum Erreichen des Status quo sine Ende April 2015 – in Bezug auf die Unfallfolgen – wieder arbeitsfähig
war
. Anschliessend best
an
den
aus unfallbedingten Gründen keine Einschränkungen mehr. Die Versi
cherte
war
dann
allein
durch ihre multiplen Vorzustände limitiert.
Ergänzend
ist darauf hinzuweisen, dass
Schmerzen,
Druckdolenzen
, klinisch feststellbare Bewegungseinschränkungen,
Muskulatur
verhärtungen
und Verspannungen für sich allein kein klar fass
bares organisches Korrelat eines Beschwerdebildes zu begründen
vermögen
(vgl. etwa
Urteil U 9/05 des damaligen Eidgenössi
schen Versicherungsgerichts vom 3. August
2005 E. 4; Urteile des Bundesge
richts U 354/06 vom 4. Juli 2007 E. 7.2, U 328/06 vom 25. Juli 2007 E. 5.2 sowie 8C_369/2007 vom 6. Mai 2008 E. 3).
4.5
4.5.1
Wenn angenommen würde, dass die noch geklagten Beeinträchtigungen, welchen nach dem Gesagten kein unfallbedingtes organisches Substrat
zugrundeliegt
, in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum versicherten Unfallereignis stünden, wäre - wie im
folgenden
zu zeigen ist - die Adäquanz zu verneinen.
4.5.2
Die Unfallschwere des Ereignisses vom
28. April 2014 ist im Rahmen einer ob
jektivierten Betrachtungsweise auf Grund des augenfälligen
Gesche
hensablaufs
mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen. Nicht massgebend sind die Folgen des Unfalles oder Begleitumstände
, die nicht direkt dem Unfallge
schehen zugeordnet werden können. Derart
igen, dem eigentlichen Unfallgescheh
en nicht zuzuordnenden Faktoren
ist gegebenen
falls bei den Adäquanz
kriterien Rechnung zu tragen. Dies gilt etwa für die – ein eigenes Kriterium bildenden – Verl
etzungen, welche sich die versi
cherte Person zuzog, aber auch für – unter dem Gesichtspunkt der besonders dra
matisch
en Begleitumstände oder besonde
ren Eindrücklichkeit des Unfalls zu prüfende – äussere Um
stände, wie eine all
fällige Dunkelheit im
Unfallzeit
punkt
oder Ve
rletzungs- respektive gar Todes
folgen,
die der Unfall für andere Perso
nen nach sich zog (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26 E.
5.3.1 [U 2/07]; Urteil des Bun
desgerichts 8C_799/2008 vom 1
1.
Februar 2
009 E.
3.2.1).
Beim Unfall vom 28. April 2014 lagen Kollisionsgeschwindigkeiten von circa 37 km/h für den Fiat und circa 8 km/h für den Skoda, das Fahrzeug der Beschwerdeführerin, vor
; d
as Delta-
v
lag zwischen 16 und 21 km/h
(vgl. Urk. 9/A19 S. 6).
Mit Blick darauf, dass bei Frontalkollisionen eine Geschwindigkeitsänderung von 20-30 km/h als sog. Harmlosigkeitsgrenze für HWS-Beschwerden gilt (Urteil
des Bundesgerichts
8C_730/20
11 vom 9. Dezember 2011 E.
6.1), und angesichts der von der Polizei erstellten Fotos mit den
unfallbeteiligten
Fahrzeugen in den Kollisionsendstellungen
(Urk. 9/P1)
ist der Unfall vom 28. April 2014
höchstens
als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen
zu qualifizieren (vgl. Urteil des Bun
desgerichts
8C_481/2012
vom 10. Dezember 2012 E. 5
;
vgl.
auch
die Kasuis
tik in
den Urteilen 8C_624/2010 vom 3.
Dezember 2010 E. 4.
1.3 und 8C_398/2012 vom 6.
November 2012 E.
5.2.2
zu mittelschweren
Ereignis
sen
im engeren Sinne
).
4.5.3
Die adäquate Unfallkausalität des Gesundheitsschadens kann somit nur bejaht werden, wenn vier der sieben Adäquanzkriterien erfüllt sind oder eines besonders ausgep
rägt vorliegt (BGE 134 V 109 E. 10.3
).
4.5.4
Der zu beurteilende Unfall hat sich nicht unter
besonders dramatischen Begleit
umständen ereignet, noch war er von besonderer Eindrücklichkeit. Er hatte auch keine schweren Verletzungen oder Verletz
ungen besonderer Art zur Folge
.
Die Beschwerdeführerin wurde zwar aus dem Fahrzeug geborgen
.
D
abei handelte es sich
angesichts der angegebenen Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule, der Brustwirbelsäule und des linken Bauches
jedoch
eher
um eine Vorsichtsmassnahme. Weder war das selbständige Verlasse
n des Fahrzeuges aufgrund der
Beschädigungen unmöglich, noch war die Beschwerdeführerin
beim Eintreffen des Notarztes bewusstlos (E. 3.1). Auch wurden in der Folge keine schweren Verletzungen festgestellt, sodass die Beschwerdeführerin das Spital
nach bereits
1
1⁄2 Tagen wieder verlassen konnte (Urk. 9/M1; Eintritt am 28. April 2014 um 23.58
Uhr
, Austritt am 30. April 2014 um 15.09
Uhr
).
Die Diagnose eines Schleudertrau
mas, eines leichten Schädelhirntrauma
s oder einer
schleudertraumaähnli
chen
Verlet
zung der Halswirbelsäule vermag die Schwere oder besondere Art der erlitte
nen Verletzung für sich allein nicht zu begründen. Es bedarf
hiezu
einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können. Bedeutsam können auch erhebliche Verletzun
gen sein, welche sich die versi
cherte Person beim Unfall neben dem Schleudertrauma zugezogen hat. Das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung betrifft in erster Linie aber die erfahrungsgemässe Eignung, eine intensive, dem typischen Beschwerdebild nach Schleudertraumata ent
sprechende Sympto
matik zu bewir
ken. Allgemeiner Erfahrung entspricht, dass
pathologische Zustände nach Ver
letzungen der Halswirbelsäule bei erneuter Traumatisie
rung stark
exazerbieren
können. Eine Distorsion einer bereits durch
einen früheren Unfall vorgeschädig
ten Halswirbelsäule ist daher grundsätzlich geeignet, die typischen Symptome hervorzurufen, weshalb sie als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2008 vom 1
6.
Februar 2009 E. 4.4). Eine ent
sprechende Qualifikation der erlittenen Verletzung rechtfertigt sich indessen nur bei Vorliegen einer erheblich
vor
geschädigten
Wirbelsäule (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_736/2009 vom 2
0.
Januar 2010 E. 4.3.2, 8C_226/2009 vom
6.
November 2009 E. 5.3.2, 8C_759/2007 vom 1
4.
August 2008 E. 5.3 und 8C_61/20
08 vom 1
0.
Juli 2008 E. 7.3.2).
Da die bildgebend
festgestellten degene
rativen Veränderungen
an der
Symphyse
im Zeitpunkt des Un
falls nicht symptomatisch waren
, ist nicht davon auszu
gehen, dass
sie
der
massen erheblich vorgeschädigt war, dass das am
28. April 2014
erlittene
Trauma
als Verletzung besonderer Art qualifiziert werden könnte. Damit ist das Kriterium der Schwere und beson
deren Art der Verletzung aber zu verneinen.
Ebensowenig
liegt eine besondere Schwere der für das Schleudertrauma
resp. des leichten Schädel-
Hirntraumas
typischen Beschwerden vor;
adäquanzre
levant
können nur diejenigen Beschwerden sein, die in der Zeit zwischen dem Unfall un
d dem Fallabschluss ohne wesent
lichen Unterbruch bestehen, wobei sich die Erheblichkeit nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung beurteilt, welche die verunfallte Person in ihrem
Lebens
alltag
erfährt (Urteil des Bundesgerichts 8C_768/2007 vom
4.
August 2008
E.
4.2).
Anlässlich der Erstbehandlung klagte die Beschwerdeführerin
noch
nicht über Beckenkompressions- oder
Symphysendruckschmerzen
(Urk. 9/M1 S. 3).
Im Vordergrund standen zunächst die Beschwerden an den Händen (Urk. 9/M32 S. 22). Belegt ist aber
, dass die Beschwerdeführerin
spätestens im Verlaufe des Monats Mai 2014 über Becken- und
Symphysenschmerzen
klagte (Urk. 9/M5).
Generell beschränkte
sich
die Behandlung
in der Folge
aber
im Wesentlichen auf Physiotherapie sowie ei
ne Schmerzmedikation.
Die Beschwerden waren denn auch nicht durchgehend
von derselben Intensität.
Die behandelnde Physiotherapeutin hielt in ihrem Kurzbericht
vom 1.
Oktober 2014 fest, die Beschwerdeführerin
berichte, i
m Allgemeinen seien die Schmerzen zurückgegangen, v.a. im Schulter- und Nackenbereich. Seit einem Monat komme
sie
ohne Schmerzmittel aus. Subjektiv gehe es ihr auch viel besser, sie könne ihren Alltag wieder selber meistern und habe mehr Kraft in den Händen. Sie bewege sich auch wieder normal
(E. 3.4)
.
Anfang Dezember 2014 war sie
teilweise praktisch beschwerdefrei, teilweise plagten sie nach eigenen Angaben
jedoch
wieder
extreme S
chmerzen (vgl. Urk. 9/M32 S. 22
f.).
Im Januar 2015 gab sie gegenüber Dr.
C._
wieder
eine deutliche Beschwerdelinderung an (Urk. 9/M30).
Im November 2015 berichtete sie
dann
allerdings wieder von einer Zunahme der Beschwer
den, welche von den Ärzten des
Y._
(
Dres
.
G._
und
H._
) aufgrund der von der Beschwerdeführerin geschilderten familiären Belastung im Lichte einer möglichen Schmerzverarbeitungsstörung betrachtet
wurden
(E. 3.11). Bereits anfangs Dezember 2015 wurden die physiotherapeutischen Massnah
men trotz der
noch
im November 2015 geschilderten Beschwerdezunahme ausgesetzt. Auch
nahm die Beschwerdeführerin Schmerzmedikamente
nur noch selten ein, und gab an, die Gespräche bei der Psychiaterin täten ihr gut
(E. 3.12).
Damit
ist weder das Kriterium der e
rheblichen Beschwerden noch das
jenige der fortgesetzten spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung erfüllt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_6
38/2012 vom 3
0.
Oktober 2012 E.
4.2.3 mit Hinweis
). Schliesslich sind auch die Kriterien der ärztlichen
Fehl
behandlung
, des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen Kompli
kationen sowie der erheblichen A
rbeitsunfähigkeit nicht erfüllt.
4.
6
Nach dem Gesagten
hätte
die Beschwerdegegnerin für die vorliegenden Gesundheitsbeeinträchtigungen
auch
mangels adäquaten
Kausalzusammen
hangs mit dem ver
sicherten Unfallereignis
vom 28. April 2014
nicht über den
31. Dezember 2014
hinaus Taggeldleistungen und nicht über den
30. April
2015 hinaus andere Leistungen der Unfallversicherung zu erbrin
gen.
Entsprechend ist die Beschwerde abzuweisen.