Decision ID: ebd09eaa-f429-53ca-bd37-325dbcb3a97f
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ C. E., geboren 22. November 1992, schloss die Kantonsschule am Burggraben in
St. Gallen im Sommer 2011 mit der Matura ab. Seit August 2011 absolviert sie den
gestalterischen Vorkurs am Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrum in St.
Gallen. Sie beabsichtigt, ein Studium an der Fachhochschule für Kunst und Design in
Luzern aufzunehmen.
Die Eltern von C. E. wandten sich mit Eingabe vom 27. Dezember 2010 an das Amt für
Berufsbildung und machten geltend, ein gestalterischer Vorkurs sei eine zwingende
Voraussetzung für das Studium an der Fachhochschule für Kunst und Design; sie
ersuchten um eine Beteiligung an die Kosten für den entsprechenden Vorkurs, der
Bestandteil der Erstausbildung sei.
Das Amt für Berufsbildung lehnte am 7. Januar 2011 das Gesuch ab mit der
Begründung, der Vorkurs sei systematisch als Weiterbildung einzuordnen, wofür nur
ausnahmsweise finanzielle Beiträge ausgerichtet würden. Ein solcher Ausnahmefall
liege beim gestalterischen Vorkurs nicht vor.
Mit Eingabe vom 5. Februar 2011 erhoben V. und J. E. Rekurs beim
Bildungsdepartement. Die Rekursinstanz wies das Rechtsmittel mit Entscheid vom 9.
August 2011 ab.
B./ Dagegen liessen V. und J. E. Beschwerde beim Verwaltungsgericht erheben. Dabei
liessen sie um eine Frist zur Einreichung der Beschwerdeergänzung bis zum 16.
September 2011 ersuchen. Diesem Antrag wurde mit verfahrensleitender Verfügung
vom 30. August 2011 stattgegeben. Mit Eingabe vom 16. September 2011 reichte die
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Rechtsvertreterin von V. und J. E. die Beschwerdeergänzung ein mit dem Antrag, es sei
festzustellen, dass der Vorkurs zwischen der im Rahmen der Erstausbildung
absolvierten Matura und der Fachhochschule als Erstausbildung zu qualifizieren sei
und es sei das Amt für Berufsbildung anzuweisen, die Gebühr für diesen Vorkurs auf
Fr. 2'800.-- zu beschränken respektive einen Beitrag von Fr. 11'000.-- an die
Kurskosten zu leisten; unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Das Bildungsdepartement beantragte in seiner Vernehmlassung vom 30. September
2011 Abweisung der Beschwerde.
Am 3. Oktober 2011 wurde der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführer die
Vernehmlassung der Vorinstanz zugestellt. Gleichzeitig wurde ihr eine Frist von
vierzehn Tagen eingeräumt, um zu den in der Vernehmlassung allfällig vorgebrachten
neuen tatsächlichen und rechtlichen Argumenten eine ergänzende Stellungnahme
einzureichen. Die Beschwerdeführer liessen sich mit Eingabe vom 18. Oktober 2011
ergänzend vernehmen.
Mit Schreiben vom 13. Februar 2012 teilte das Verwaltungsgericht der
Rechtsvertreterin von V. und J. E. mit, es stelle sich die Frage, ob diese überhaupt
legitimiert seien, den Schulgeldbeitrag für ihre mündige Tochter einzufordern. Es wurde
die Möglichkeit eingeräumt, sich zur Beschwerdelegitimation zu äussern. Die
entsprechende Stellungnahme wurde am 5. März 2012 erstattet.
Auf die Begründungen von V. und J. E. und des Bildungsdepartements sowie auf die
Ausführungen im angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den folgenden
Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
1.1. Die Beschwerdeführer verlangen einerseits die Feststellung, dass der
gestalterische Vorkurs zwischen Matura und Fachhochschule als Erstausbildung zu
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qualifizieren sei, andererseits sei das Amt für Berufsbildung anzuweisen, einen Beitrag
in Höhe von Fr. 11'000.-- an die Kurskosten zu leisten beziehungsweise die Gebühr
hierfür auf Fr. 2'800.-- zu beschränken. Sie stellen damit sowohl ein Leistungs- als
auch ein Feststellungsbegehren. Letzteres ist jedoch gegenüber einem
Leistungsbegehren subsidiär (Kölz/Häner, Verwaltungsverfahren und
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Auflage, Zürich 1998, Rz. 207; Merkli/
Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege des
Kantons Bern, Bern 1997, N 20 zu Art. 49). Sofern das schutzwürdige Interesse allein
mit einem Leistungsbegehren gewahrt werden kann, besteht deshalb kein Raum für ein
zusätzliches Feststellungsbegehren. Es muss vielmehr ein eigenes schutzwürdiges
Interesse an einer Feststellung nachgewiesen werden, was anhand der gleichen
Grundsätze zu beurteilen ist, welche für die Geltendmachung von Parteirechten in
Verfahren gelten (Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., N 21 zu Art. 49). Ein rechtlich
geschütztes Interesse muss somit nicht vorhanden sein, sondern es genügt ein
tatsächliches Interesse. Das Feststellungsinteresse muss jedoch in dem Sinn aktuell
sein, dass der gesuchstellenden Person bei einer Verweigerung konkrete Nachteile
erwachsen könnten (Kölz/Bosshard/Röhl, Kommentar zum
Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. Auflage, Zürich 1999, N 61 zu §
19). Solches legen die Beschwerdeführer indessen nicht dar. Sie bringen lediglich vor,
von der Einordnung des gestalterischen Vorkurses als Erstausbildung hänge
beispielsweise auch die Frage der Stipendienberechtigung ab. Dass der Erhalt von
Stipendien vorliegend überhaupt aktuell ist, wird hingegen weder behauptet noch
nachgewiesen. Unter diesen Umständen ist aber das Interesse der Beschwerdeführer
nicht grösser als dasjenige einer beliebigen Drittperson. An der Beantwortung bloss
abstrakter Rechtsfragen besteht kein hinreichendes Rechtsschutzinteresse. Auf den
Feststellungantrag ist somit nicht einzutreten.
1.2. Gemäss Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP setzt die Legitimation zur
Beschwerde ein eigenes schutzwürdiges Interesse an der Änderung oder Aufhebung
des angefochtenen Aktes voraus. Diese Legitimationsvoraussetzung kann
grundsätzlich auch von einer Person erfüllt werden, welche nicht Verfügungs-
adressatin ist. Dementsprechend ist die Legitimation der Beschwerdeführer nicht von
vornherein ausgeschlossen, auch wenn der Schulgeldbeitrag an und für sich deren
mündigen Tochter zuzusprechen wäre, zumal sie es ist, die den gestalterischen
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Vorkurs besucht. Die sich aus dem Zivilrecht ergebende Pflicht der Beschwerdeführer
allein, für die Schulkosten ihrer Tochter aufzukommen, macht sie nicht zu
Verfügungsadressaten.
1.2.1. Das Bundesgericht beziehungsweise das Eidgenössische Versicherungsgericht
war schon mehrfach mit Drittbeschwerden «pro Adressat» und der damit
einhergehenden Frage der Legitimation befasst. Regelmässig ging es dabei um die
Leistungspflicht einer Sozialversicherung. Die Legitimationsvoraussetzungen werden
im Bundesgesetz über den Allgemeinen Teils des Sozialversicherungsrechts (abgekürzt
ATSG, SR 830.1) nicht grundlegend anders umschrieben als in Art. 45 Abs. 1 VRP.
Somit kann die entsprechende Rechtsprechung für die vorliegende Beurteilung
herangezogen werden.
1.2.2. Ergreift der Verfügungsadressat selbst kein Rechtsmittel, so kommt nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine Legitimation Dritter zur Anfechtung «pro
Adressat» nur in Betracht, wenn sie ein selbständiges, eigenes Rechtsschutzinteresse
an der Beschwerdeführung für sich in Anspruch nehmen können. Dies hat das
Bundesgericht bejaht bei einem Gemeinwesen, das eine versicherte Person durch
wirtschaftliche Sozialhilfe unterstützt, hinsichtlich der Geltendmachung von Leistungen
der Invalidenversicherung und von Ergänzungsleistungen (vgl. die Hinweise in BGE 133
V 188 E. 4.4.1). Anders entschied es demgegenüber bei einem Arbeitgeber, der gegen
eine Rentenverfügung der Invalidenversicherung (BGE 130 V 560) oder
Unfallversicherung (BGE 131 V 298) ein Rechtsmittel ergreifen wollte. Dabei hielt das
höchste Gericht jeweils fest, ein wirtschaftliches Interesse für sich allein genüge nicht
für die Legitimation, sondern es müsse dem Arbeitgeber darüber hinaus ein
unmittelbarer Nachteil erwachsen (BGE 130 V 560 E. 4.1). Dies wurde verneint wegen
des fehlenden Zusammenhangs zwischen der konkreten Leistung und der gesetzlichen
Lohnfortzahlungspflicht (so gemäss BGE 134 V 153 E. 5.3.2.1) oder auch damit
begründet, die jeweilige Versicherung sei einzig im Interesse der versicherten Person
und nicht zur Entlastung der Arbeitgeber von ihren rechtlichen Verpflichtungen
geschaffen worden (BGE 110 V 145 E. 2c). Daraus folgt im Grunde genommen, dass
das Bundesgericht ein rechtlich geschütztes Interesse im Zusammenhang mit
Drittbeschwerden «pro Adressat» verlangt.
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1.2.3. Wie in den vorerwähnten Fällen begründet auch hier der anzufechtende
Entscheid nicht unmittelbar die Leistungspflicht der Beschwerdeführer. Die
Unterstützungspflicht gegenüber ihrer Tochter besteht ohnehin. Der Entscheid
beeinflusst nur (aber immerhin) die Leistungspflicht der Beschwerdeführer in
quantitativer Hinsicht. Dieses wirtschaftliche Interesse genügt zwar für sich allein für
die Beschwerdelegitimation nicht. Es ist jedoch unmittelbar in dem Sinn, als die
Verweigerung einer reduzierten Gebührenerhebung durch den Kanton zu einem
entsprechend höheren Unterstützungsbeitrag der Beschwerdeführer zu Gunsten ihrer
Tochter führt. Hinzu kommt, dass die Bestimmungen, wonach der Kanton bestimmte
Bildungsmassnahmen unentgeltlich anbietet beziehungsweise für solche nur reduzierte
Gebühren erhebt, fraglos auch im Interesse der Eltern der Lernenden liegen, weil sie
dadurch entlastet werden. Von daher muss ihnen auch die Möglichkeit gegeben sein,
gegen die Verweigerung einer (teilweisen) Übernahme entsprechender Kosten
selbständig ein Rechtsmittel einzulegen. Die Legitimation der Beschwerdeführer ist
deshalb zu bejahen.
1.3. Auf die Beschwerde ist somit einzutreten, soweit die Beschwerdeführer verlangen,
die Gebühr für den gestalterischen Vorkurs sei auf Fr. 2'800.-- zu beschränken.
2. Streitgegenstand bildet die Frage, ob es das Amt für Berufsbildung zu Recht
abgelehnt hat, sich an den Kosten für den gestalterischen Vorkurs zu beteiligen
beziehungsweise hierfür anstatt Fr. 13'800.-- nur eine reduzierte Gebühr von Fr.
2'800.-- zu verlangen. Die Tochter der Beschwerdeführer absolviert seit August 2011
den acht Monate dauernden gestalterischen Vorkurs am Gewerblichen Berufs- und
Weiterbildungszentrum in St. Gallen. Er dient als Vorbereitung (Propädeutikum) für ein
Studium an einer Hochschule für Gestaltung und Kunst, welches die Tochter der
Beschwerdeführer aufnehmen will.
2.1. Der Betrag von Fr. 2'800.--, auf den nach den Beschwerdeführern das Schulgeld
zu reduzieren sei, entspricht exakt der Gebühr für den gestalterischen Vorkurs im
Anschluss an die Volksschule. Dabei handelt es sich um ein Brückenangebot im Sinn
von Art. 5 des Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über die Berufsbildung
(sGS 231.1, abgekürzt EG-BB). Diese Bestimmung setzt Art. 12 des Bundesgesetzes
über die Berufsbildung (SR 412.10, abgekürzt BBG) um, wonach die Kantone
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Massnahmen zu ergreifen haben, die Personen mit individuellen Bildungsdefiziten am
Ende der obligatorischen Schulzeit auf die berufliche Grundbildung vorbereiten. Davon
wird das Propädeutikum nicht erfasst, schliesst es doch nicht an die obligatorische
Schulzeit an, sondern stellt eine Vorbereitung auf die Hochschule dar. Der
Hochschulbereich wird in Art. 2 Abs. 1 BBG vom Geltungsbereich des Gesetzes
ausdrücklich ausgeklammert.
Aus dem Gesagten folgt, dass - entgegen der Meinung der Beschwerdeführer – keine
Lücke im Gesetz gegeben ist. Das EG-BB, das in Art. 36 Abs. 1 bestimmt, dass bei
Brückenangeboten nur zwischen 10 und 20 Prozent der Kosten erhoben werden, setzt
nur die Vorgaben gemäss BBG um und kann nicht über dessen Regelungsinhalt
hinausgehen.
2.2. Abwegig ist des Weiteren die Behauptung der Beschwerdeführer, eine Gebühr von
Fr. 13'800.-- für den gestalterischen Vorkurs stehe im Widerspruch zur Zielsetzung der
Stipendiengesetzgebung, den Zugang zur Hochschulbildung unabhängig von den
finanziellen Möglichkeiten zu ermöglichen; eine so hohe Gebühr für einen Vorkurs
könne es nämlich auch nicht stipendienberechtigten Personen verunmöglichen, ein
Studium aufzunehmen. Zu beachten ist, dass das Stipendienwesen gerade nicht darauf
abzielt, möglichst allen Personen Zugang zur Hochschule zu verschaffen. Es will nur
(aber immerhin) die soziale Chancengleichheit im Bildungsbereich herstellen, indem die
staatliche Gemeinschaft bedürftigen Personen gewisse Leistungen zukommen lässt
(Markus Müller, Das Stipendienrecht des Kantons St. Gallen mit Berücksichtigung der
Stipendiengesetzgebung des Bundes, Diss. St. Gallen 1987, S. 16). Wer nicht bedürftig
ist, wird denn auch nicht von der Zielsetzung der Stipendiengesetzgebung erfasst.
2.3. Die Beschwerdeführer gehen sodann fehl, wenn sie ausführen, die
unterschiedliche finanzielle Behandlung von Absolventen der Volksschule einerseits
und der Mittelschule andererseits lasse sich sachlich nicht rechtfertigen. Beim
gestalterischen Vorkurs für Jugendliche und demjenigen für Maturanden handelt es
sich um Bildungsmassnahmen auf unterschiedlichen Stufen und mit unterschiedlicher
Zielsetzung: Ersterer bereitet auf eine Ausbildung der Sekundarstufe II vor, während
Letzterer Grundlage bildet für ein Fachhochschulstudium und damit für eine Ausbildung
der Tertiärstufe. Ohne Rücksicht darauf wäre es aber ohnehin nicht möglich, gestützt
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auf den Gleichbehandlungsgrundsatz die unbestrittenermassen fehlende gesetzliche
Grundlage für einen Schulgeldbeitrag beziehungsweise eine nur reduzierte
Gebührenerhebung zu ersetzen. Selbst wenn eine Ungleichbehandlung gegeben wäre,
läge es am Gesetzgeber, die Lücke zu schliessen.
2.4. Nicht gefolgt kann den Beschwerdeführern aber auch, wenn sie ausführen lassen,
es dürften in finanzieller Hinsicht keine höheren Hürden geschaffen werden, als dies
durch Studiengebühren geschehe, weil ansonsten der Zugang zur Hochschule unnötig
erschwert werde. Die Beschwerdeführer verkennen, dass es an einer Norm fehlt, die
einen entsprechenden Schutz garantiert. Die Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt
BV) gewährleistet in Art. 19 einzig den unentgeltlichen Grundschulunterricht. Die
berufliche Aus- und Weiterbildung stellt demgegenüber nicht ein einklagbares
verfassungsmässiges Recht dar, sondern wird in Art. 41 Abs. 1 lit. f BV nur als ein vom
Gesetzgeber zu konkretisierendes Sozialziel genannt (vgl. BGE 125 I 173 E. 3c). Für
den Berufsschulunterricht hat der Bundesgesetzgeber die Unentgeltlichkeit mit Art. 22
Abs. 2 BBG eingeführt. Das kantonale Recht sieht ferner in Art. 5 Abs. 1 des
Mittelschulgesetzes (sGS 215.1) vor, dass der Mittelschulunterricht für Schüler mit
stipendienrechtlichem Wohnsitz im Kanton St. Gallen unentgeltlich ist. Ein darüber hin-
ausgehendes Individualrecht auf unentgeltliche Absolvierung von Aus- oder
Weiterbildungen kennt auch das kantonale Recht nicht. Der Bildungsartikel in Art. 10
der Kantonsverfassung (sGS 111.1) hat lediglich programmatischen Charakter.
Gleiches gilt im Übrigen für Art. 13 Abs. 2 lit. c des Internationalen Paktes über
wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (SR 0.103.1), der bestimmt, dass im
Hinblick auf die Verwirklichung des Rechts auf Bildung der Hochschulunterricht auf
geeignete Weise, insbesondere durch allmähliche Einführung der Unentgeltlichkeit,
jedermann gleichermassen entsprechend seinen Fähigkeiten zugänglich gemacht
werden muss. Das Bundesgericht hat wiederholt entschieden, dass sich der Einzelne
nicht direkt auf diese Bestimmung berufen könne, weil es ihr an der notwendigen
Bestimmtheit fehle (BGE 130 I 113 E. 3.3 mit Hinweis auf BGE 120 Ia 1 E. 5 und BGE
126 I 240).
Aus den vorgenannten Bestimmungen lässt sich ausserdem kein individualrechtlicher
Anspruch auf eine bestimmte Begrenzung der für eine Bildungsmassnahme verlangten
Gebühren ableiten. Das Bundesgericht hielt dies im Zusammenhang mit Art. 13 Abs. 2
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lit. c des Internationalen Paktes über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte
ausdrücklich fest; das höchste Gericht führte ferner aus, es sei dem Gesetzgeber
anheimgestellt, mit welchen Mitteln er das in der jeweiligen Bestimmung gesetzte Ziel
erreichen wolle; der postulierte allmähliche Verzicht auf die Gebührenerhebung sei nur
ein möglicher Weg (BGE 120 Ia 1 E. 5d; BGE 126 I 240 E. 2d und e). Zwar ging es in
den entsprechenden Entscheiden (nur) um die Erhöhung von Studiengebühren, welche
im Vergleich zur Gebühr für den gestalterischen Vorkurs erheblich tiefer ausfielen. Dies
ändert jedoch nichts daran, dass den oberwähnten Bildungsartikeln nicht die Funktion
zukommt, Gebühren für eine Aus- oder Weiterbildung auf ein bestimmtes Mass zu
begrenzen. So vermag nämlich bei einem bedürftigen Studenten selbst ein voller
Gebührenverzicht den Zugang zu einer Hochschule nicht sicherzustellen, da die
Schulkosten nur einen Teil der Lebenshaltungskosten ausmachen. Diesem Hindernis
kann letztlich nur durch die Gewährung von Stipendien begegnet werden (BGE 120 Ia 1
E. 5d; BGE 126 I 240 E. 2e). Hinzu kommt, dass zum Studium an einer Hochschule für
Gestaltung und Kunst nicht bloss Personen zugelassen sind, welche einen
gestalterischen Vorkurs absolviert haben. Akzeptiert wird auch eine einjährige
Arbeitserfahrung in einem für die Studienrichtung einschlägigen Berufsfeld. Einzelne
wenige Studierende werden sodann «sur dossier» aufgenommen (vgl. act. 2 der
Beschwerdeführer, S. 6). Selbst wenn die weitaus meisten Studierenden vorgängig
einen gestalterischen Vorkurs besuchen, stehen somit auch andere (weniger
kostenintensive) Wege zum Studium an einer Hochschule für Gestaltung und Kunst
offen. Auch vor diesem Hintergrund lässt sich nicht sagen, der Zugang zu dieser
Ausbildung sei übermässig erschwert.
2.5. Die Beschwerdeführer monieren weiter, es fehle an einer gesetzlichen Grundlage
für die Gebührenerhebung im vorliegenden Fall. Die Vorinstanz hält dem im
angefochtenen Entscheid entgegen, der gestalterische Vorkurs im Anschluss zur
Matura stelle eine Weiterbildung dar, wofür gemäss Art. 13 EG-BB eine
kostendeckende Gebühr erhoben werden könne. Sie macht damit (sinngemäss)
geltend, der gestalterische Vorkurs sei eine Weiterbildung im Sinn des BBG
beziehungsweise des EG-BB.
2.5.1. Gebühren, die von der öffentlichen Hand für Aus- oder Weiterbildungen verlangt
werden, stellen öffentliche Abgaben dar. Gemäss Art. 127 Abs. 1 der
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Bundesverfassung (SR 101) – dessen Wortlaut sich zwar nur auf Steuern des Bundes
bezieht, der aber einem für alle Abgaben gültigen Verfassungsprinzip Ausdruck gibt –
sind die wesentlichen Elemente einer Abgabe in einem Gesetz im formellen Sinn
festzulegen (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Auflage,
Rz. 2695 mit Hinweisen). Dazu gehören der Kreis der Abgabepflichtigen, der
Gegenstand der Abgabe sowie die Höhe der Abgabe. Das Erfordernis der
Gesetzesform unterliegt bei den Kausalabgaben zwar gewissen Einschränkungen. Dies
ändert aber nichts daran, dass sie einer Grundlage in einem formellen Gesetz bedürfen
(Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 2701 ff.).
2.5.2. Gemäss Art. 11 Abs. 2 BBG haben öffentliche Anbieter, die in Konkurrenz zu
nicht subventionierten privaten Anbietern stehen, für ihre Angebote der
berufsorientierten Weiterbildung Marktpreise zu verlangen. Entsprechend dieser
Vorgabe sieht Art. 13 Abs. 1 EG-BB vor, dass die kantonalen Berufsfachschulen für die
Weiterbildung eine eigene Rechnung auf Vollkostenbasis führen. Gemäss dieser
Bestimmung sind die kantonalen Berufsfachschulen nicht nur ermächtigt, sondern
sogar verpflichtet, kostendeckende Gebühren für Weiterbildungen zu verlangen, die
sich auf das BBG stützen.
2.5.3. Entgegen der Meinung der Vorinstanzen handelt es sich jedoch beim
gestalterischen Vorkurs nicht um eine berufsorientierte Weiterbildung im Sinn von Art.
30 ff. BBG. Er kann auch nicht der beruflichen Grundbildung gemäss Art. 12 ff. BBG
oder der höheren Berufsbildung gemäss Art. 26 ff. BBG zugeordnet werden. Somit
wird er nicht vom BBG erfasst. Rechtsgrundlage für den gestalterischen Vorkurs bildet
vielmehr Art. 5 des Fachhochschulgesetzes (SR 414.71), der die Zulassung zum
Fachhochschulstudium regelt. Dessen Abs. 2 lit. c sieht (unter anderem) vor, dass für
die Zulassung zu den Hochschulen für Gestaltung und Kunst die massgeblichen
Beschlüsse der Plenarversammlung der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) gelten.
Im Profil der EDK vom 10. Juni 1999 über die Hochschulen für Gestaltung und Kunst
sind unter Ziff. 4.4 die Zulassungsbedingungen für die einzelnen Studiengänge
festgelegt. Danach wird für den Bereich Gestaltung unter anderem der Besuch eines
einjährigen gestalterischen Vorkurses verlangt. Dieser stellt ein Äquivalent dar zum
Praxisjahr, welches gewöhnlich von Maturanden für ein Studium an Fachhochschulen
verlangt wird (vgl. auch die Grafik in ABl 2006, S. 2739, wonach der direkte Zugang an
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eine Fachhochschule nach der Matura ausgeschlossen ist). Der gestalterische Vorkurs
bildet somit Bestandteil der Fachhochschulreife. Diese kann zwar auch auf anderem
Weg erlangt werden. Offenbar absolvieren jedoch die weitaus meisten Studierenden
der Hochschulen für Gestaltung und Kunst vor dem Studium einen gestalterischen
Vorkurs (vgl. act. 2 der Beschwerdeführer, S. 6).
2.5.4. Aus dem Gesagten folgt, dass Art. 11 Abs. 2 BBG beziehungsweise Art. 13 Abs.
1 EG-BB als Grundlage für die Gebührenerhebung ausscheidet, da der gestalterische
Vorkurs (Propädeutikum) nicht vom BBG erfasst wird. Daran ändert auch nichts, dass
er im Kanton St. Gallen vom Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrum
angeboten und durchgeführt wird. Auch wenn es sich nicht um einen eigenständigen
Berufsabschluss handelt, kann der gestalterische Vorkurs nicht als Weiterbildung
qualifiziert werden. Er wird absolviert, um die Fachhochschulreife zu erlangen. Er
ermöglicht somit den Zugang zum Fachhochschulstudium, das vorliegend
unbestrittenermassen als Ausbildung gilt. Zudem wird er im Anschluss an eine
Ausbildung (z.B. Matura oder Lehre mit Berufsmatura) absolviert. Mit den
Beschwerdeführern ist daher einig zu gehen, dass es sich um eine
Bildungsmassnahme im Rahmen der (Erst-)Ausbildung handelt. Eine gesetzliche
Grundlage, welche es erlauben würde, hierfür eine Gebühr in Höhe von Fr. 13'800.-- zu
verlangen, fehlt jedoch offensichtlich. Dementsprechend darf die Gebühr nicht erhoben
werden.
2.6. Die Beschwerdeführer liessen das Begehren stellen, es sei die Gebühr für den
gestalterischen Vorkurs auf Fr. 2'800.-- zu beschränken. Aufgrund von Art. 63 VRP ist
es dem Verwaltungsgericht verwehrt, über die Begehren in der Beschwerde
hinauszugehen. Somit kann nur festgestellt werden, dass die Gebühr für den
gestalterischen Vorkurs, den C. E. am Gewerblichen Berufs- und
Weiterbildungszentrum in St. Gallen absolviert, auf Fr. 2'800.-- zu beschränken ist. Eine
vollständige Befreiung von den Kurskosten kommt demgegenüber trotz fehlender
gesetzlicher Grundlage nicht in Betracht.
2.7. Offen bleiben kann bei diesem Verfahrensausgang, ob die Vorinstanz eine
Gehörsverletzung beging und der angefochtene Entscheid auch aus diesem Grund
aufzuheben wäre.
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3. Aufgrund vorstehender Erwägungen erweist sich die Beschwerde als begründet,
weshalb sie gutzuheissen ist, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem
Verfahrensausgang hat der Staat die amtlichen Kosten zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP).
Auf deren Erhebung wird jedoch verzichtet (Art. 95 Abs. 3 VRP). Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 2'000.-- ist den Beschwerdeführern zurückzuerstatten.
Die Beschwerdeführer haben sodann Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung
(Art. 98 Abs. 1 und Art. 98bis VRP). Ihre Rechtsvertreterin hat keine Honorarnote
eingereicht, weshalb die Entschädigung nach richterlichem Ermessen festzulegen ist
(Art. 6 der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75,
abgekürzt HonO). Angemessen erscheinen Fr. 2'500.-- zuzüglich MWST (Art. 22 Abs. 1
lit. b HonO und Art. 29 HonO). Die ausseramtliche Entschädigung ist vom Staat zu
bezahlen.
Demnach hat das Verwaltungsgericht