Decision ID: ea2656ed-ebed-57b1-b91f-e4a916a4c3fa
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1963 geborene
X._
ist gelernte Kleinkinderzieherin und arbeitete ab dem 1.
November 2011 als Leiterin der s
chulergänzenden Betreuung der Gemeinde
Y._
in einem Pensum von
40
% (Urk.
6/13/2
, Urk. 6/21/1
).
Die Versicherte
meldete sich am 10. Juli 2014 zur Früherfassung und am 30. Juli 2014 (Eingangsdatum) unter Hinweis auf eine
seit dem 22. November 2013 bestehende
mittel- bis
schwergradige
Erschöpfungs-Depres
sion bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leis
tungsbezug an (Urk. 6/2, Urk. 6/5).
Nachdem die IV-Stelle
im
Rahmen ihrer Abklärungen
am 22. Oktober 2014
ein
persönliches Gespräch mit der Versicher
ten durchgeführt hatte (Urk. 6/21), gewährte sie mit Mitteilung vom 14. Januar 2015 Frühinterventionsmassnahmen in Form von Support am Arbeitsplatz
mit einem Einstieg als
Schülerassist
enz
ab Januar 2015
(Urk. 6/20, Urk.
6/23
).
Am 9. März 2015
erlitt
die Versicherte bei einem Sturz einen
mehrfachen
Bruch im rechten Oberarm (Urk. 6/34/6, Urk. 6/34/27)
, woraufhin ihr eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert
wurde
(Urk. 6/35/2, Urk. 6/35/6, Urk. 6/35/10)
.
Mit Mitteilung vom 8. Mai 2015 informierte die IV-Stelle darüber, dass aufgrund des Gesundheitszustandes der Versicherten derzeit keine beruflichen Eingliederungs
massnahmen möglich seien (Urk. 6/29).
Vom 17. Juni bis am 14. Juli 2015
unterzog sich
die Versicherte eine
r
stationäre
n
Rehabilitation in der
Z._
(Urk. 6/41).
Am 21. Oktober 2016 beauftragte die IV-Stelle die
A._
mit der Begutachtung der Versicherten (Urk. 6/69). Das Gutachten in den Disziplinen Allgemeine Innere Medizin, Neurologie, Orthopädie
und
Psychiatrie wurde am 6. März 2017 erstattet (
Urk.
6/76).
Sodann führte
die IV-Stelle am
19. Juni 2017 eine Abklärung im Haushalt der Versicherten durch (Urk. 6/78).
M
it Vorbescheid vom 20. Juli 2017
stellte
ihr
die IV-Stelle
die
Zusprache
eine
r befristeten
Dreiviertelsrente
vom 1. März bis am 31. D
ezember 2016 in Aussicht (Urk. 6
/81). Dagegen erhob die Versicherte am 9.
August 2017 Einwand (Urk. 6/84),
begründete diesen mit Schreiben vom 8. September 2017 (Urk. 6/
87-
88)
und reicht
e
zusätzliche
medizi
nische Berichte ein (Urk. 6/86, Urk. 6/92).
Die IV-Stelle legte die betreffenden Berichte daraufhin den Gutachtern der
A._
vor (Urk. 6/94), welche am 5. Feb
ruar 2018 eine
ergänzende
Stellungnahme erstatteten (Urk. 6/95).
Am 21.
März
2018
nahm
die Versicherte – aufforderungsgemäss (Urk. 6/97) –
zur
aktualisier
ten
Aktenlage
Stellung
und reichte weitere medizinische Bericht
e
ein (Urk. 6/98-100). Daraufhin
wandte sich die
IV
-Stelle
unter Beilage des Berichts der
B._
vom 19. März 2018 mit Ergänzungsfragen
an die
Gutachterstelle
(Urk.
6/101).
Auf
gutachterliche
Empfehlung
hin (
Urk. 6/102)
gab die IV-Stelle
eine psychiatrische
Verlaufsbegutachtung sowie ein neuropsychologisches Gut
achten
in Auftrag
.
Das
betreffende
Gutachten wurde von der
A._
am 7. Feb
ruar 2019 erstattet (Urk. 6/111).
Mit Eingabe vom 13. März 2019 reichte die
Ver
sicherte
einen
Austrittsbericht der
C._
vom 29. Januar 2019 ein, welcher
über ihren
stationären Aufen
t
halt vom 22. Oktober 2018 bis am 5. Januar 2019 informierte (Urk. 6/113). Nachdem die Versicherte am 25. März 2019 eine weitere Stellungnahme erstattet hatte (Urk. 6/114), sprach
ihr
die
IV-Stelle mit Verfügung vom 12. August 2019 eine
befristete
Dreiviertelsrente
vom 1. März bis am 31. Dezember 2016 zu (Urk. 6/
117 +
Urk. 6/125 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 12. August 2019 erhob die Versicherte am 8. Septem
ber 2019 Beschwerde und beantragte
die
Zusprache
eine
r
Teilrente der Invaliden
versicherung sowie Unterstützung bei der Eingliederung als Aufräumcoach (Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 8. Oktober 2019 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), was der
Beschwerdeführerin
mit Verfügung vom 11. Oktober 2019 mitgeteilt wurde (Urk. 7). Mit Eingabe vom 13. Dezember 2019 (Eingangsdatum) reichte die
Beschwerdeführerin
eine Bestätigung
der
B._
vom 24. Oktober 2019
zu den Akten (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG, sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2,
143
V
409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
.2
Zur Annahme einer Invalidität aus psychischen Gründen bedarf es in jedem Fall eines medizinischen Substrats, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und
nachgewiesenermassen
die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt. Bestimmen psy
chosoziale oder soziokulturelle Faktoren das Krankheitsgeschehen mit, dürfen die Beeinträchtigungen nicht einzig von den belastenden invaliditätsfremden Fakto
ren herrühren, sondern das Beschwerdebild hat davon psychiatrisch zu unter
scheidende Befunde zu umfassen. Solche von der soziokulturellen oder psycho
sozialen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselb
ständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann (BGE 141 V 281 E. 4.3.3; 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 9C_543/2018 vom 21. November 2018 E. 2.2).
Somit sind psychosoziale und soziokulturelle Faktoren nur mittelbar invaliditäts
begründend, wenn und soweit sie den Wirkungsgrad der unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden Folgen des Gesundheitsschadens beeinflussen. Zeitigen soziale Belastungen direkt negative funktionelle Folgen, bleiben sie bei der Beurteilung der Gesundheitsbeeinträchtigung ausgeklammert (Urteil des Bundesgerichts 8C_717/2018 vom 22. März 2019 E. 3). In einer versi
cherungsmedizinischen Begutachtung, welche sich nach den normativen Vorga
ben der Rechtsprechung orientiert, ist es daher nicht nur zulässig, sondern sogar geboten, solche invalidenversicherungsrechtlich nicht relevanten Umstände auf
zuzeigen und gegebenenfalls bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auszu
klammern (Urteil des Bundesgerichts 9C_740/2018 vom 7. Mai 2019 E. 5.2.1).
1.3
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.
4
Anspruch a
uf eine Rente haben gemäss Art.
28
IVG
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
5
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der
Verordnung über
die Invali
denversicherung, IVV
) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinwei
sen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob
eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revi
sionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeit
punkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsän
derung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit
Hinweis)
.
1.
6
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgaben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgelt
lichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten
Methode (grundlegend BGE
125
V
146; vgl.
Art.
27 und 27
bis
IVV in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Auf
gabenbereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invalidität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbe
reich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich pra
xisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamt
-
invalidität ergibt sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvalidi
täten
(BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3,
125
V
146 E. 2b und 5c
).
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefochtene Verfügung ist am 12. August 2019 und somit nach Inkrafttreten der Verordnungsänderung ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Verordnungsbestimmungen am 1. Januar 2018 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dau
erleistung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist ent
sprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2017 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeit
punkt auf die revidierten Verordnungsbestimmungen abzustellen (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts I
428/04 vom 7. Juni 2006 E. 1).
1.7
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs
sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische Th
ese abstellen (BGE 125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
führte zur Begründung des angefochtenen Entscheides an, die
Beschwerdeführerin
sei ab dem 9. März 2015 (Beginn Wartezeit)
unfall
bedingt
weder in ihrer angestamm
ten Tätigkeit als Leiterin der s
chulergänzenden Betreuung, noch in einer angepassten Tätigkeit arbeitsfähig gewesen.
N
ach Ablauf des Wartejahres
ergebe sich
ein Invaliditätsgrad von 68 %, womit
ihr
ab dem 1. März 2016 eine
Dreiviertelsrente
zustehe
. Seit dem 1. Dezember 2016 sei
die
Beschwerdeführerin
in ihrer bisherigen Tätigkeit wieder voll arbeitsfähig,
weshalb ab diesem Zeitpunkt keine Einschränkung
en
mehr be
ständen
. Somit ver
füge die
Beschwerdeführerin
über einen Anspruch auf eine befristete
Dreivier
telsrente
vom 1. März bis am 31. Dezember 201
6.
Im
Austrittsbericht der
C._
vom 29. Januar 2019
werde zwar eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert, der Auslöser dieser Krankschreibung seien jedoch multiple psychosozi
ale Belastungsfaktoren, welche in der Beurteilung nicht berücksicht
igt werden könnten
(Urk. 2).
2.2
Dagegen bringt die
Beschwerdeführerin
im Wesentlichen vor, es sei
ihr
krank
heitsbedingt nicht mehr möglich, in ihrem angestammten Beruf zu arbeiten.
Zusätzlich zur
weiterhin bestehenden Depression
sei
ein ADS diagnostiziert wor
den, welches die IV
-Stelle jedoch bestreite
(Urk. 1)
.
Auf das Gutachten der
A._
vom 7. Februar 2019
könne – aus verschiedenen Gründen – nicht
abge
stellt werden. Die jetzige Empfehlung
der Gutachter, dass sie zu 100 % in den angestammten Beruf zurückkönne, sei nicht realistisch und berücksichtige nicht, dass mit dem
ADS
tatsächlich längerfristige kognitive Beeinträchtigungen vor
liegen würden
.
Erst nach einer
– gutachterlich empfohlenen –
erneuten
neuropsy
chologischen
Untersuchung könne sicher gesagt werden, ob die Diagnose ADS vorliege oder nicht
(Urk. 3).
2.3
Strittig ist
insbesondere
, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht ab dem
1.
Januar
2017
den Anspruch auf eine Rente verneint hat.
Jedoch ist zu berücksichtigen, dass
eine rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete Invalidenrente einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits de
ren Aufhebung oder Herabsetzung
umfasst
(BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
11 zu Art. 30–31). Recht
sprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Pun
kte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V
413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Entsprechend
ist im Folgenden nicht nur die Befristung der Rente, sondern auch die nicht
explizit
in Frage gestellte
Zusp
rache
der
Dreiviertelsrente
vom 1. März bis am 31. Dezember 2016
einer gerichtlichen Prüfung zu unterziehen.
3.
3.1
In ihrem Gutachten vom 6. März 2017 stellten d
ie Gutachter der
A._
keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
.
Sie führten folgende Diagno
sen
ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
auf
(Urk. 6/76/43):
-
Leichtgradiges obstruktives Schlafapnoe-Syndrom
-
Osteopenie
-
Übergewicht, BMI 27,4 kg/m
2
-
Verdacht auf Reizdarmsyndrom
-
Migräne
ohne Aura, Differentialdiagnose
Spannungskopfschmerzen
-
Konsolidierte
Humeruskopf
- und
Humerusschaftfraktur
rechts nach Osteo
synthese März 2015
-
Rezidivierende depressive Störung, weitgehend remittiert (ICD-10 F33.4)
Im internistischen Teilgutachten wurde
ein
bis auf ein leichtes Ü
bergewicht regelrecht
er Befund
festgehalten
. Insgesamt bestehe a
uf internistischem Gebiet kein Anhalt für eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/76/21).
Auch d
er klinisch neurologische Untersuchungsbefund stellte sich regelrecht dar. Die Anamnese mit wiederholt circa einmal pro Woche auftretenden rechtsseitigen Kopfschmerzen in Verbund mit gelegentlichem Durchfall
, Phono- und Photopho
bie, würde
für das Vorliegen einer Migräne ohne Aura sprechen. Darüber hinaus liege eine Komponente spannungsbedingter Kopfschmerzen vor. Eine invalidisie
rende Reduzierung der Arbeit
s
fähigkeit lasse sich hieraus jedoch nicht ableiten, da keine spezifische Therapie erfolge, hier also erhebliche Optimierungen verfüg
bar seien. Zudem spreche die anamnestisch aufscheinende rege Alltagsaktivität gegen eine erhebliche Beeinträchtigung (Urk. 6/76/26).
Orthopädischerseits
zeigte
sich kein namha
ftes Defizit der Funktionalität.
Das Operationsergebnis sei als gelungen anzusehen.
Die Gebrauchsfähigkeit des Armes sei vollumfänglich gegeben. Die
Beschwerdeführerin
sei in ihrer Leistungs
fähigkeit allenfalls medizinisch-theoretis
ch für körperlich schwere Hebe-,
Halte- und Überkopf-Arbeiten limitiert. Leichte bis mittelschwere Arbeiten ohne Hal
tungsmonotonie, auch in Augenhöhe oder über Kopf seien uneingeschränkt leist
bar, Hebe- und Tragebelastungen bis mindestens 15 kg seien auch repetitiv mög
lich. Die angestammte Tätigkeit als Kleinkinderzieherin sei mit den formulierten Einschränkungen uneingeschränkt leistbar (Urk. 6/76/33).
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde festgehalten,
die Achsenkriterien einer namhaften Depression (vital
e
Traurigkeit, Antriebs-, Freud- und Interessenver
lust) liessen sich im
psychiatrischen Befund nicht mehr erkennen. Auch die struk
turierte Alltagsgestaltung, die Verhaltensbeobachtun
g und die Selbsteinschät
zung der
Beschwerdeführer
in
würden gegen eine Beeinträchtigung durch depres
sive Beschwerden sprechen. Trotz der Angabe leichter Restbeschwerden sei von einer weitgehenden Remission der depressiven Episode auszugehen. Im Längs
schnitt würden sich Hinweise auf mindestens eine abgrenzbare depressive Epi
sode finden. Die aktuelle Depression
habe
sich vor dem Hintergrund einer beruf
lich-privaten Überlastung im Herbst 2013
entwickelt
. Der Verlauf der leitlinien
gerechten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung
sei
durch den Unfall (mit komplizierter
Humerusfraktur
) und durch die aktenkundig beschriebene Per
sönlichkeitsakzentuierung erschwert
gewesen
. Angesichts der nunmehr guten Tagesstrukturierung sei
i
n Übereinstimmung mit der behandelnden Psychiaterin eine berufliche Wiedereingliederung zu befürworten. Die Wiederaufnahme einer Arbeitstätigkeit sei auch aus therapeutischer Sicht wünschenswert (Stabilisierung von Tagesstruktur, Selbstwertgefühl und sozialer Teilhabe). Die vorgetragenen und in den Akten angegebenen kognitiv-mnestischen Defizite seien bei der
aktuellen
Exploration nicht erkennbar gewesen und könnten ebenfalls nicht aus den orientierenden Kurztests oder den berichteten Alltagsaktivitäten abgeleitet werden (Urk. 6/76/39-40).
In Zusammenfassung aller Teilgutachten, der dabei
im Dezember 2016
erhobenen Anamnesen und Befunde sowie der Aktendaten kame
n die Gutachter gemeinsam zum
Schluss, dass die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
in der zuletzt aus
geübten sowie jedweder vergleichbaren oder auch einer anderen, körperlich leich
ten bis mittelschweren, wechselbelastend oder überwiegend sitzend ausgeübten Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarktes mit 100 % einzuschätzen sei.
B
eglei
tend zur ambulanten Behandlung
sei eine Wiedereingliederung in monatlichen 25
%-Inkrementen zu empfehlen. Vorangehend sei aktenkundig eine
höhergra
dige
Depressivität berichtet worden, sodass die obgenannte Bewertung der Gut
achter ex
nunc
gelte. Die aktenkundigen psychiatrischen Berichte würden jedoch auch eine Besserung beschreiben und sprächen sich für eine Wiedereingliederung aus, ständen also in Einklang mit der Bewertung der Gutachter, zumal der jetzige psychiatrische Befund auch keine namhafte Depressivität mehr objektiviere, hier also ein Behandlungserfolg anzunehmen sei. Die medizinisch-theoretische quali
tative Minderung der Arbeitsfähigkeit resultiere aus der im März 2015 erlittenen Fraktur und sei seit März 2015 und auf Dauer bestehend anzusehen. Aufgrund der unfallbedingten Verletzung
habe
von März 2015 bis Ende 2015 eine generelle
Arbeitsunfähigkeit von
100 % bestanden. Da der Unfall die vorbestehende Depressivität wahrscheinlich verstärkt beziehungsweise unterhalten habe, sei gesamthaft seit März 2015 und bis zum Zeitpunkt der Begutachtung eine weitge
hend unfallbedingte Minderung der Arbeitsfähigkeit von 100 % zu attestieren (Urk. 6/76/4
0 ff.
).
3
.
2
Im
bidi
sziplinären
Gutachten der
A._
vom
7. Februar 2019 stellten
die Gut
achter folgende Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 6/111/5):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1)
Daneben
hielten sie
folgende Diagnose ohne Auswirkung auf d
ie Arbeitsfähigkeit fest
(Urk. 6/111/5):
-
Mögliches Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ICD-10 F90.0)
Im psychiatrischen Befund f
änden
sich eine zum depressiven Pol hin verscho
bene,
kaum schwingungsfähige Stimmung sowie
überwindbare Antriebsdefizite bei noch erhaltener Fähigkeit zur Empfindung von Freude und Genuss. Darüber hinaus würden leichte Insuffizienzgefühle, eine
Grübelneigung
, eine ausreichend behandelte Schlafstörung und Konzentrationsstörungen mit Vergesslichkeit angegeben. Insgesamt würden diese Befunde unter Einbeziehung der Angaben zur Alltagsgestaltung (teilweise Vernachlässigung von Haushalt und Körper
pflege, mehrere Ferienreisen, einige soziale Kontakte) und die Verhaltensbe
obachtung für eine mittelgradige depressive Störung sprechen. Im Längsschnitt würden sich H
inweise auf mindestens zwei abgrenzbare depressive Episoden fin
den, wobei sich die aktuelle depressive Symptomatik vor dem Hintergrund einer psychosozialen Belastungssituation (Eheprobleme, Herzinfarkt des Ehemannes, Tod der Mutter) entwickelt habe. Unter der leitliniengerecht verlaufenden psychi
atrisch-psychotherapeutischen Behandlung inklusive der derzeit laufenden psy
chosomatischen Rehabilitation beschreibe die Beschwerdeführerin bereits eine teilweise Besserung der zuvor bestehenden
depressiven Symptomatik. Eine wei
tere Besserung der depressiven Beschwerden sei erfahrungsgemäss innerhalb der nächsten sechs Monate zu erwarten (Urk. 6/111/
42-
43).
Rückblickend seien pas
sagere Arbeitsunfähigkeiten anzunehmen, was sich jedoch nicht näher zeitlich eingrenzen und quantifizieren lasse
.
Im Verlauf nach der letzten Begutachtung im März 2017 habe sich der psychische Gesundheitszustand der
Beschwerdefüh
rerin
anamnestisch
und aktenkundig verschlechtert
(Urk. 6/111/
50-
51).
Im neuropsychologischen Teilgutachten wurde festgehalten, die
Beschwerdefüh
rerin
habe sich im klinischen Befund etwas unruhig, fahrig und vegetativ leicht
gradig stigmatisiert (Tremor) gezeigt. Im Bereich der Sprache habe sie sich
umständlich und mit teilweise stockender Sprache gezeigt. Sie habe einen leicht
gradig auffassungsgeminderten Eindruck erweckt. Im formalen Denken sei sie etwas umständlich und zäh gewesen. Ansonsten sei die
Beschwerdeführerin
wach, orientiert,
attent
und in der
Mnestik
sicher gewesen.
Sie sei im
Verlauf nicht ermüdet. Die testpsychologische Erhebung habe unterdurchschnittliche Leistungen im Bereich des mittelfristigen visuellen Gedächtnisses, der geteilten Aufmerksamkeit
, der intrinsischen Reaktionsgeschwindigkeit, der Verarbeitungs
geschwindigkeit und
in
Teilbereichen de
s divergenten Denkens erbracht
(Urk. 6/111/95).
Aus neuropsychologischer Sicht sei auch rückblickend eine nam
hafte, von Einschränkungen im Rahmen der rezidivierenden depressiven Störung abgrenzbare kognitive Störung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nicht hinrei
chend belegt (Urk. 6/111/98).
Zusammengefasst bestehe im Untersuchungszeitpunkt
psychiatrischerseits
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit sowohl in der bisherigen als auch in einer angepass
ten Tätigkeit. Im Bereich der Neuropsychologie sei die Arbeitsfähigkeit nicht ein
geschränkt.
Derzeit befinde sich die
Beschwerdeführerin
in stationärer Behand
lung und die noch bestehende depressive Störung (vor allem Antriebs- und Kon
zentrationsdefizite) würde noch keine Arbeitsaufnahme erlauben.
Nach Abschluss der Behandlung und begleitend zu einer ambulanten psychiatrisch-psychothera
peutischen Behandlung sollte eine schrittweise Wiedereingliederung in den nächsten drei bis sechs Monaten (gemessen am Therapiefortschritt) erfolgen. Höhere Stressbelastung und Nachtschichten sollten vorerst vermieden werden. Die auffälligen Punktwerte im Bereich der retrospektiven Erfassung von ADHS-Symptomen in der Kindheit sowie im Erwachsenenalter liessen die Verdachtsdi
agnose eines adulten ADHS zu, die Einschränkungen seien jedoch – wie im psy
chiatrischen Teilgutachten ausgeführt – nicht mit der gebotenen Wahrscheinlich
keit von kognitiven Beeinträchtigungen im Rahmen der dort diagnostizierten depressiven Episode abzugrenzen. Insbesondere eine Bewertung der funktionellen Beeinträchtigung sei bei potentieller Reversibilität kognitiver Einschränkungen bei Remission der depressiven Episode nicht mit der gebotenen Wahrscheinlich
keit möglich. Eine dauerhaft aufgehobene Arbeitsfähigkeit im angestammten Bereich
,
wie aktenkundig attestiert
,
sei daher nicht mit der gebotenen Wahr
scheinlichkeit zu belegen, gegebenenfalls sei eine neuropsychologische Verlaufs
begutachtung nach Remission der depressiven Episode zu veranlassen. Die lau
fende leitliniengerechte psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung sollte fortgesetzt werden. Die genannten Gesundheitsstörungen seien erfahrungsgemäss einer solchen Behandlung
gut
zugänglich (Urk. 6/111/
6-
7).
4.
4.1
Die
Beschwerdegegnerin
stützte sich beim Erlass d
er angefochtenen Verfügung (Urk. 2) in medizinischer Hinsicht auf das polydis
ziplinäre Gutachten der
A._
vom 6. März 2017 (Urk. 6/76) sowie auf das
bidisziplinäre
Gutachten derselben
Abklärungsstelle
vom 7. Februar 2019 (Urk. 6/111).
Zusammengefasst kamen die Gutachter
zum Schluss, dass
die anlässlich des
Unfall
s
vom
9. März 2015 erlittene Fraktur zu einer unfallbedingten 100%igen Arbeitsunfähigkeit von März 2015 bis Ende 2015 geführt habe. Infolge
einer Verstärkung der vorbestehenden Depres
sion durch die Unfallfolgen sei gesamthaft seit März 2015 bis zum
Zeitpunkt der Begutachtung (1.
,
2.
und 8. Dezember 2016 [Urk. 6/76/3])
eine
100
%
ige Arbeits
unfähigkeit
gegeben.
Danach
erachteten die Gutachter
die
Beschwerdeführerin
in der zuletzt ausgeübten
Tätigkeit
wieder
zu 100 % arbeitsfähig (E. 3.1).
Im Unter
suchungszeitpunkt
für das
bidisziplinäre
Gutachten
(2
1.
respektive 23. November 2018 [Urk. 6/111/1]) bescheinigten
die Gutachter
der
Beschwerdeführerin
eine 100
%
ige
A
rbeitsunfähig
keit, e
ine schrittweise Wiedereingliederung
bis hin zum Vollzeitpensum könne
aber
i
nnert
drei bis sechs
Monaten a
b Klinikaustritt
erfol
gen
(E. 3.2
)
. Gestützt
auf diese Aktenlage
sprach die
Beschwerdegegnerin
der
Beschwerdeführerin
vom 1. März bis am 31. Dezember 2016 eine
Dreiviertels
rente
der Invalidenrente zu.
Für die Zeit vor dem Unfall vom 9. März 2015 sowie ab
dem 1. Januar 2017 verneinte sie
das Vorliegen einer
langandauernde
n
Arbeitsunfähigkeit
(Urk. 2).
4.2
Die
Beschwerdeführerin
hat sich am 30. Juli 2014 zum Leistungsbezug angemel
det (Urk. 6/5/6)
.
In
diesem Zusammenhang
legte sie
medizinische Berichte
auf
, welche
ihr ab dem 22. November 2013
eine
vollumfängliche
Arbeitsunfähigkeit
attestier
t
en
(
Urk. 6/10,
Urk. 6/12, Urk. 6/13/10-20, Urk.
6/
14/6-8
).
Aus dem im Rahmen des polydisziplinären Gutachtens vom 6. März 2017 erstat
teten
psychiatrischen Teilgutachten
lässt sich entnehmen
, dass sich die Depres
sion vor dem Hintergrund einer beruflich-privaten Überlastung im Herbst 2013
entwickelte
(Urk. 6/76/39; E. 3.1).
In Übereinstimmu
ng dazu schloss Dr. med. D._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, in seinem zuhanden der Pensionskasse erstatteten Gutachten vom 8. April 2014 auf eine depressive Störung mit Erstepisode im Herbst 2013, welche sich zuvor über län
gere Zeit mit Überforderungsgefühlen und Schlafstörungen angebahnt habe.
O
ffensichtlich
sei
der manifesten Erkrankung
eine jahrelange Überforderungssi
tuation bei persönlichkeitsbezogener Abgrenzungsproblematik vorausgegangen (Urk. 6/18/11-13). Neben den Belastungen am Arbeitsplatz nannte
Dr.
D._
auch Belastungen
zuhause mitsamt Ehekonflikten
(Urk. 6/18/6, vgl. auch Urk. 6/32/15). Auch im Austrittsbericht der
C._
vom 8. Juli 2014
wurde
die
Ursache für den eingetretenen Erschöpfungszustand in einer langanhaltenden Überlastung bei der Arbeit gesehen (Urk. 6/14/7-13).
Die
behan
delnden
Ärzte der
B._
interpretierten das depressive Zustands
bild als durch die berufliche Situation ausgelöst und diagnostizierten eine mittel
gradig
e
depressive Episode
aufgrund psychosozialer Belastungen
seit Ende 2013
(
Bericht vom 20. August 2014 [
Urk. 6/12/1-4
]
).
In Anbetracht der medizinischen Aktenlage und unter Berücksichtigung der ein
gangs zitierten Rechtsprechung (E. 1.2) erweist es sich als schlüssig, dass die Gut
achter der
A._
eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor März 2015 verneinten.
4.3
Am
9. März 2015
zog sich die
Beschwerdeführerin
bei einem Unfall
eine mehr
fache Oberarmfraktur
zu
(Urk. 6/39/68-75).
Hernach bestand –
nach
operativer
Versorgung am 12. März 2015
–
eine vollumfängliche
Arbeitsunfähigkeit aus orthopädischen Gründen (Urk. 6/35/7, Urk. 6/35/10).
Bei
postoperativ
regelrech
tem Verlauf
mit persistierender
Arbeitsunfähigkeit (
Urk. 6/34/27-28,
Urk. 6/34/59, Urk. 6/35, Urk. 6/39/8-9, Urk. 6/43, Urk. 6/45/9)
hielten die
behan
delnden Ärzte
des
E._
i
n ihrem Bericht vom
27. Januar 2016
eine nahezu uneingeschränkte Beweglichkeit und Kraftentwick
lung an der rechten Schulter fest (Urk. 6/62/16)
, nachdem sie bereits am 23. Oktober 2015 über deutliche Fortschritte in Funktion, Beweglichkeit und Kraftentwicklung an der oberen rechten Extremität berichtet hatten (Urk. 6/62/28-29
, vgl. auch Urk. 6/50/4-5
)
.
Eine
r Wiederaufnahme der Arbeitstä
ti
gkeit standen
die Ärzte des
E._
primär
aufgrund des
psychischen
Leidens kri
tisch gegenüber
(Urk. 6/62/16, Urk. 6/62/29).
Diesbezüglich hielten die
Ärzte der
B._
bereits
in ihrem Bericht vom 27. Juli 2015 fest, die starken Schmerzen aufgrund des Unfalls, die
Hospitalisation
sowie die anschliessende Rehabilitationsbehandlung hätten
zu
einem Rückfall der depressiven Symptoma
tik
mit einer vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen
geführt (Urk. 6/36/4
-5
, vgl. auch Urk. 6/51/2
).
Bei einer leichten Verbesserungs
tendenz wurde der
Beschwerdeführerin
auch am 2. September 2016 noch eine Arbeitsunfähigkeit von 80-90 %
aus psychischen Gründen
attestiert (Urk. 6/64/4-7).
Im
Begutachtungszeitpunkt (Dezember 2016)
bestand gemäss den Gutachtern der
A._
kein psychisches Leiden mit Krankheitswert mehr (E. 3.1).
Vor diesem Hintergrund
erweist sich
die gutachterliche Einschätzung einer
ab
März 2015 bis Ende Jahr 2015
primär
aus orthopädischen Gründen bestehenden
100
%
igen Arbeitsunfähigkeit
als
nachvollziehbar
.
D
ie
ab dem 1. Januar 2016
attestierte Arbeitsunfähigkeit
wurde
mit der Verstärkung der Depressivität begründet (E. 3.1),
weswegen
in
Anwendung des
strukturierten Beweisverfahren
nach BGE 141 V 281
zu überprüfen
sein wird, ob
sich die gutachterliche Arbeits
fähigkeitsbeurteilung
auch rechtlich als massgebend erweist
(
vgl.
nachfolgend E. 4.6
.2
, vgl.
E. 1.
2
).
4.4
Im
bidisz
iplinären
Gutachten der
A._
vom 7. Februar 2019
wiesen
die Gut
achter
auf eine seit der letzten Begutachtung eingetretene
Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes
hin und erachteten
im Untersuchungszeit
punkt
eine Arbeitsunfähigkeit von
100
%
für
gegeben
.
Befragt nach ihrem jetzi
gen Leiden führte die Beschwerdeführerin aus,
d
ie aktuelle depressive Sympto
matik habe sich vor dem Hintergrund einer psychosozialen Belastungssituation mit Eheproblemen, einem Herzinfarkt des Ehemannes sowie dem Tod der Mutter entwickelt
(E. 3.2
).
Belastende
soziale
Faktoren werden
auch
im
Austrittsbericht der
C._
vom 29. Januar 2019
bestätigt
, wo eine mittel- bis
schwergradige
depressive Episode mit somatischem Syndrom bei langanhalten
den psychosozialen Belastungsfaktoren diagnostiziert wurde
(Urk. 6/113/2)
. Die Beschwerdeführerin schilderte gegenüber den behandelnden Ärzten mit dem Herzinfarkt ihres Ehemannes sowie dem Hirnschlag ihrer Mutter mit Todesfolge
zwei
kurz aufeinanderfolgende
,
sehr einschneidende Ereignisse, welche eine reaktive Verstärkung der Depression
als
direkte negative Folge (vgl. E. 1.2
.1
)
nachvollziehbar erscheinen lassen. Daneben bestanden mit den langjährigen Ehe
konflikten
, der Eskalation des schwelenden Konflikts mit der Schwester
sowie der vom jüngsten Sohn beanspruchten intensiven Unterstützung bei der Berufswahl und Lehrstellensuche innerfamiliäre Belastungen, welchen die Beschwerdeführe
rin
in einer – aufgrund der einschneidenden Ereignisse bereits geschwächten – psychischen Verfassung
zu begegnen hatte (
Urk. 6/113/7
)
.
Als Patientenziele für den stationären Aufenthalt in der
C._
ab dem 22. Oktober 2018 wurden
sodann
insbesondere die Verarbeitung der Ereignisse vom Sommer (Herz
infarkt Mann, Tod Mutter) und die Aufarbeitung der schwierigen Beziehung zur Schwester genannt (Urk. 6/113/10).
Da sich lediglich schwache Hinweise in der Schul- und Erwerbsbiographie ergeben hätten und auch die zeitweisen Erfolge durch eine
Stimulanzienbehand
lung
ebenfalls nur ein leichtes Indiz für da
s Vorliegen eines ADHS darstell
en würden,
während die Beschwerdeführerin mit der Zunahme depressiver Symp
tome erneut Konzentrationsstörungen beschreibe,
verneinten
die Gutachter
den Bestand eines
AD
H
S mit Auswirkungen auf die
funktionelle Leistungsfähigkeit
als potentiell eigenständiges invalidi
sierendes Leiden (vgl. E. 1.2).
Die beklagten kognitiven Defizite seien ebenso gut erklärbar durch die aktuelle mittelgradige depressive Störung oder die Psychopharmako
therapie (
Trazodon
,
Topiramat
;
Urk. 6/111/43-44)
. Diese Schlussfolgerung der Gutachter überzeugt auch in
Anbetracht der Berichte der
B._
, wo bei geringer Ausprägung der depressiven Symptomatik jeweils keine Einschränkungen in der Aufmerksam
keit und Konzentration objektiviert werden konnten, respektive blosse Anhalts
punkte dafür auszumachen waren (Berichte vom 1
6.
August 2017 [
Urk.
6/98/6] und 1
9.
März 2018 [
Urk.
6/98/2]).
Zusammengefasst vermag die Einschätzung der Gutachter, wonach die funktio
nell einschränkenden Befunde auf die depressive Symptomatik zurückzuführen sind und daneben kein eigenständiges psychisches Leiden mit Krankheitswert besteht, zu überzeugen.
Indes ergeben
sich
Zweifel daran,
ob die Gutachter der
A._
den zahlreichen psychosozialen Belastungsfaktoren bei ihrer Einschät
zung der Arbeitsfähigkeit hinreichend Rechnung getragen, beziehungsweise diese – wie rechtsprechungsgemäss geboten (E. 1.2.2) – ausgeklammert haben.
Da das
bidisziplinäre
Gutachten die rechtsprechungsgemässen Anforderungen (E. 1.7) erfüllt und darüber hinaus nicht zu beanstanden ist (vgl. auch nachfolgend E. 4.5), kommt ihm dennoch Beweiskraft zu (Urteil des Bundesgerichts 8C_483/2020 vom 26. Oktober 2020 E. 2 mit Hinweisen).
Ob sich die gutachter
liche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung auch rechtlich als massgebend erweist, wird in Anwendung des strukturierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 zu prüfen sein (vgl. nachfolgend E. 4.6.3, vgl. E. 1.2).
4.5
Nach
dem
Dargelegten
erweisen sich d
ie beiden Gutachten der
A._
als beweiswertig. Daran vermögen
– wie sogleich zu zeigen sein wird –
auch die
weiteren
Einwendungen der
Beschwerdeführerin
nichts zu ändern.
Die
Beschwerdeführerin
brachte vor,
die
Beschwerdegegnerin
habe ihren Ent
scheid gefällt, ohne zuvor weitere Abklärungen durchzuführen, obwohl
die Gut
achter
eine erneute
neuropsyc
hologische Abklärung empfohlen hätten
(E. 2.2). Dem ist entgegenzuhalten, dass im
bidisziplinären
Gu
tachten
vom 7. Februar 2019
die Durchführung einer erneuten neuropsychologischen Testung
zur Beur
teilung der Leistungsfähigkeit
nicht generell
, sondern
nur
«gegebenenfalls»
nach
Remission der
Depression
empfohlen wurde
(E. 3.2
, vgl. Urk. 6/111/94
).
G
estützt auf die vorliegenden medizinischen Akten
ist
mit überwiegender Wahrscheinlich
keit
erstellt
, dass
die vorübergehende Verschlechterung des psychischen Gesund
heitszustandes
schwergewichtig
auf
psychosozial
e
Belastungsfaktoren zurückzu
führen ist
(vgl. davor E. 4.4).
Zudem wurden anlässlich der Begutachtung keine kognitiven Einschränkungen mehr erhoben (Urk. 6/111/39, Urk. 6/111/81-83)
und lässt sich mit Blick auf die Standardindikatoren eine massgebliche Beein
trächtigung nicht hinreichend begründen (vgl. nachfolgend E. 4.6.3)
.
Vor diesem Hintergrund
waren von weiteren medizinischen Abklärungen keine
zusätzlichen
entscheidrelevanten
Ergebnisse zu erwarten, weshalb nicht
zu beanstanden
ist
,
dass die
Beschwerdegegnerin
in antizipierter Beweiswürdigung darauf verzichtet hat
(vgl. BGE 144 V 361, BGE
136 I 229 E. 5.3
).
Im Weiteren führte die
Beschwerdeführerin
aus, die Gutachter seien fälschlicher
weise davon ausgegangen, dass sie im Begutachtungszeitpunkt
Topiramat
und
Trazodon
eingenommen habe. Seit Oktober nehme sie kein
Topiramat
mehr ein, dafür
Aripiprazol
5 mg 1-0-
0.
Das
Trittico
nehme sie jeweils abends ein und nicht vor
der Begutachtung, weshalb dies
ke
inen Einfluss gehabt haben könn
e. Im
Zeit
punkt der Begutachtung habe sie
Methylphenidat
genommen, was nirgends im Bericht erwähnt worden sei, bei der Testung jedoch hätte berücksichtigt werden müssen (Urk. 3).
Dem psychiatrischen Teilgutachten lässt sich entnehmen, dass die Gutachter über die Einnahme von
Methylphenidat
sowie die abendliche Ein
nahme von
Trittico
informiert
waren (Urk. 6/111/35).
Der Laborbefund vom 23. November 2018 ergab
lediglich einen Nachweis von
Venlafaxin
sowie
für
einen deutlich unter dem angegebenen Referenzbereich liegenden
Trazodon
-Spiegel (Urk. 6/111/41, Urk. 6/111/44)
. Den Gutachtern war somit
bekannt, dass die
Beschwerdeführerin
im Begutachtungszeitpunkt nicht unter direktem Einfluss von
Trazodon
oder
Topiramat
gestanden
hatte
.
Die
Einnahme von
Topiramat
oder
Trazodon
– als für die kognitiven Defizite potentiell mitverursachender Faktor (vgl. Urk. 6/111/43-44) –
fand
denn
auch keinen Eingang in die
gutachterliche
Konsensbeurteilung (vgl. Urk. 6/111/4-7).
Vielmehr
ordneten
die Gutachter
die kognitiven Beeinträchtigungen der depressiven Symptomatik zu, was nach dem Gesagten überzeugt (vgl. davor E. 4.4).
Ebenfalls nichts für sich zu gewinnen vermag die
Beschwerdeführerin
mit ihrem Vorbringen, sie habe – entgegen den Ausführungen im neuropsychologischen Gutachten – seit 2013 keine
n
PKW mehr gelenkt (Urk. 3). Da der
Beschwerdefüh
rerin
auch daneben genügend Ressourcen (insbesondere Selbständigkeit, Selbst
versorgung, soziale Integration und Aktivität [Urk. 6/111/96-97]) zur Verfügung stehen, erweist sich der betref
fende Aspekt
– wie die
Beschwerdeführerin
selber ausführt (Urk. 3) – zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
nicht als relevant
. Dies zeigt sich auch dadurch,
dass dem
psychiatrischen Gutachter
der Umstand
,
dass
die
Beschwerdeführerin
seit 2013 keinen PKW mehr gelenkt hat,
bekannt war
(Urk. 6/111/38)
, er
diesem
aber keine Massgeblichkeit beimass.
Soweit die
Beschwerdeführerin
vorbringt,
es
sei ihr
als Leiterin der schulergän
zenden Betreuung nicht möglich, ohne hohe Stressbelastung zu arbeiten
(Urk. 3), übersieht sie, dass
die zumutbare Leistungsfähigkeit nicht
anhand
der konkreten Gegebenheiten
am letzten Arbeitsplatz
, sondern an
hand
einer beliebigen Tätig
keit im angestammten Tätigkeitsumfeld auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu bestimmen ist (Art. 7
Abs. 1
und Art. 16 ATSG).
4.6
4.6
.1
B
is zum Unfall vom 9. März 2015
wurde
eine Arbeitsunfähigkeit in überzeugen
der Weise verneint (
E. 3.1,
E. 4.2)
.
4.6
.2
Von Januar bis Dezember 2016 attestierten die Gutachter – nach einer seit dem Unfall
vom
9. März 2015 aus orthopädischen Gründen bestehenden Arbeitsunfä
higkeit – eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen (E. 3.1
, E.
4.3
).
N
ach dem Unfall
(mit komplizierter
Humerusfraktur
; E. 3.1)
vom 9. März 2015 mit darauffolgender orthopädische
r
Hospitalisation
und
Rehabili
tation
war es
zu einem Rückfall der depressiven Symptomatik
gekommen (Urk. 6/36/4, Urk. 6/51/2). Die Ärzte der
B._
erhoben in ihrem Bericht vom
27. Juli 2015
ausgeprägte objektive Befunde (
schwe
re
Einschrän
kungen in der Planung und Strukturierung von Aufgaben, Flexibilität und Umstellung, Durchhaltefähigkeit, Konzentration sowie
in
der Belastbarkeit im Beruf
)
und schlossen auf eine mittelgradige depressive Episode (Urk. 6/36/4-6).
Im weiteren Verlauf attestierten die behandelnden Ärzte eine leichte Verbesse
rung des funktionellen Schweregrades (Urk. 6/51/2, Urk. 6/64/4)
,
wobei erstmals im September 2016 wieder eine geringe Arbeitsfähigkeit (circa 10-20 %)
als
gegeben
erachtet
wurde
(Urk. 6/64/5). Anlässlich der psychiatrischen Exploration vom 2. Dezember 2016 wurden
nur
noch leichte Restbeschwerden ausgemacht und auf eine weitgehende Remission der depressiven Episode geschlossen (Urk. 6/76/39).
Wie in BGE 145 V 361 dargelegt, ist in allen Fällen durch die Verwaltung bezie
hungsweise das Gericht zu prüfen, ob und inwieweit die ärztlichen Experten ihre Arbeitsunfähigkeitsschätzung unter Beachtung der massgebenden Indikatoren (Beweisthemen) hinreichend und nachvollziehbar begründet haben. Dazu ist erforderlich, dass die Sachverständigen den Bogen schlagen zum vorausgehenden medizinisch-psychiatrischen Gutachtensteil (mit Aktenauszug, Anamnese, Befun
den, Diagnosen usw.), das heisst sie haben im Einzelnen Bezug zu nehmen auf die in ihre Kompetenz fallenden erhobenen medizinisch-psychiatrischen Ergeb
nisse fachgerechter klinischer Prüfung und Exploration. Ärztlicherseits ist also
substanziiert
darzulegen, aus welchen medizinisch-psychiatrischen Gründen die erhobenen Befunde das funktionelle Leistungsvermögen und die psychischen Ressourcen in qualitativer, quantitativer und zeitlicher Hinsicht zu schmälern vermögen. Der psychiatrische Sachverständige hat darzutun, dass, inwiefern und inwieweit wegen der von ihm erhobenen Befunde die beruflich-erwerbliche Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, und zwar - zu Vergleichs-, Plausibilisierungs- und Kontrollzwecken - unter Miteinbezug der sonstigen persönlichen, familiären und sozialen Aktivitäten der rentenansprechenden Person (E. 4.3
).
Dem unter Berücksichtigung der Rechtsprechung nach BGE 141 V 281 erstatteten Gutachten lassen sich schlüssige Angaben zu den Indikatoren entnehmen und die medizinisch-psychiatrisch attestierte Arbeitsunfähigkeit
erscheint in Anbetracht der eingeschränkten Ressourcen als begründet. Der psychiatrische Gutachter hat in umfassender Diskussion der Befunde, Funktionseinbussen und Ressourcen sowie unter Einbezug einer Konsistenz- und Plausibilitätsprüfung aus versiche
rungsmedizinischer Sicht dargelegt, dass die
Beschwerdeführerin
an
einer
selb
st
ändigen psychischen Erkrankung
litt
, welche ihr keine Erwerbstätigkeit ermög
lich
te
(Urk. 6/76/34 ff.)
.
Dementsprechend besteht kein Anlass, von der gut
achterlichen Einschätzung einer bis
etwa
Dezember 2016 bestehenden Arbeits
unfähigkeit aus psychischen Gründen abzuweichen (BGE 145 V 361 E. 4.2.2).
4.6
.3
Im
bidisziplinären
Gutachten der
A._
vom 7. Februar 2019 attestierten die Gutachter der
Beschwerdeführerin
eine im Untersuchungszeitpunkt bestehende
und bis 3-6 Monate nach Abschluss der stationären Behandlung andauernde
vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen (E. 3.2).
Die gut
achterliche Schlussfolgerung hinsichtlich
der
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist
durch das Gericht daraufhin zu
prüfen
, ob und inwieweit der
ärztliche Experte seine Arbeitsunfähigkeitseinschätzung unter Beachtung der massgeben
den Indikatoren hinreichend und nachvollziehbar begründet hat (BGE 145 V 361
; E. 1.2
).
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
Zum Komplex «Gesundheitsschädigung» in der Kategorie «funktioneller
Schwe
regrad» ist festzuhalten, dass die Gutachter lediglich leicht ausgeprägte objektive Befunde
erhoben
und keine
kognitiven Einschränkungen aus
machen
konnten
(Urk. 6/111/39-40, Urk. 6/111/82-83). In Übereinstimmung dazu wurde im Aus
trittsbericht der
C._
auf eine im Verlauf eingetretene
Regredi
enz
der depressiven Symptomatik mit im Austrittszeitpunkt bestehender milder Depres
sion geschlossen (Urk. 6/113/3). Der
erreichte Behandlungserfolg bestätigt sodann auch die
gute Prognose
der Gutachter (vgl. Urk. 6/111/7, Urk. 6/111/49-50).
Damit ist nicht von einer invalidenversicherungsrechtlich relevanten erheb
lichen Schwere der psychischen Gesundheitsstörung und
ins
-
gesamt
nicht von einer erheblichen Gesundheitsschädigung auszugehen.
Zum Komplex «Persönlichkeit» ist zu erwähnen, dass
die Gutachter gestützt auf die Biographie sowie die psychiatrische Exploration keinen Anhalt für eine in
der
Kindheit und Jugend beginnende, psychische und das Verhalten mit erheblichen negativen sozialen Folgen störende Auffälligkeit fanden (Urk. 6/111/5).
Demnach
fallen
im Bereich der Persönlichkeit keine Faktoren mit Ein
fluss auf den Ressour
cenbestand
ins Gewicht.
Hinsichtlich des Komplexes «Sozialer Kontext» ist festzuhalten, dass
gewichtige psy
chosoziale Faktoren zu verorten
sind, wel
che das subjektive Empfinden der Beschwerdeführerin
stark zu beeinflussen
scheinen
(E. 4.4
)
. Diese sind
recht
sprechungemäss auszuklammern (E. 1.2
.2
).
Die
Beschwerdeführerin
verfügt über ein stabiles soziales Umfeld (Urk. 6/111/46, vgl. auch Urk. 6/111/96). Sie
bewohnt mit ihrem Ehemann und den drei gemeinsamen Kindern ein Reihenhaus, wobei sie einen guten Kontakt zu ihren Kindern hat. Sie hat eine gute Freundin in Bern, die sie alle drei Monate
sieht
und eine zweite Freundin im Wohnumfeld (Urk. 6/111/37-38).
Einmal pro Woche geh
t sie zur Tanztherapie und
besucht
seit Sommer 2018
einen T
anzkurs zusammen mit ihrem Mann
(Urk. 6/111/38).
Damit sind dem sozialen Lebenskontext Ressourcen zu entnehmen, auf welche die
Beschwerdeführerin
zurückgreifen kann.
Zum Aspekt der «Konsistenz»
ist darauf hinzuweisen, dass die
Beschwerdefüh
-
rerin
über ein relativ hohes Aktivitätsniveau verfügt
.
S
ie verbrachte im Jahr
2018
–
verteilt auf
die Monate April, Juli und Oktober
–
28 Tage Urlaub in Italie
n
(Urk. 6/111/38). Als Freizeitaktivitäten führte sie Tanzen, kreative Arbeiten, Ge
stalten/Dekorieren sowie Natur und
Bewegung au
f
(Urk. 6/111/76). Insgesamt
merke sie, dass ihr Bewegung
gut tue
(Urk. 6/111/80). Das Bestehen einer anam
nestischen Selbständigkeit sowie einer Selbstversorgung wurden vom neuropsy
chologischen Gutachter als Ressourcen für eine Arbeitstätigkeit genannt (Urk. 6/111/96-97).
Nach dem Gesagten kann nicht von einer gleichmässigen Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen gesprochen werden.
Dass sich die Beschwerdeführerin in - gemäss Gutachter - leitliniengerechter Therapie befindet und sich einer stationären Therapie vom 22. Oktober 2018 bis am
5.
Januar 2019 unterzog, vermag hieran nichts zu ändern, war deren Notwendigkeit doch überwiegend in psychosozialen - und damit grundsätzlich unbeachtlichen - Faktoren begründet (E. 4.4,
Urk.
6/113/2, 7).
Zusammenfassend erweist sich die Arbeitsunfähigkeitseinschätzung im Verlaufs
gutachten (E. 3.2) unter Beach
tung der massgebenden Indikatoren als nicht hin
reichend und nachvollziehbar begründet. Insbesondere mangelt es an einer plau
siblen Erklärung dafür, weshalb unter Ausschluss der psychosozialen Belastungs
faktoren eine dermassen hohe Arbeitsunfähigkeit resultieren sollte. Folglich fehlt es insgesamt an einem stim
migen Gesamtbild für die Annahme einer rechtlich relevanten psychischen Funk
tionseinbusse (BGE 145 V 361 E. 4.4). Eine versi
cherte Gesundheitsbeeinträchti
gung ist damit nicht ausgewiesen. Nachdem keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass eine - krankheitswertige, das heisst von reaktiven, invaliditätsfremden Geschehen auf psychosoziale Belastungsfaktoren abgrenzbare - psychische Störung auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführe
rin einwirkt (E. 4.4), ist von ergän
zenden Abklärungen abzusehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_262/2018 vom 22. August 2018 E. 4.2.1).
5.
Zu prüfen bleibt, wie sich die
ab dem 9. März 2015 eingetretene
(E. 4.3) und bis im
Dezember 2016 andauernde (E. 4.6
.2)
gesundheitliche Beeinträchtigung in erwerblicher Hinsicht auswirkt
.
Zu Recht unbestritten
geblieben
ist, dass die
Beschwerdeführerin
zu 60 % im Erwerb und als zu 40 % im Haushalt
tätig
zu qualifizieren ist (Urk. 6/78/4)
.
D
ie ab
dem
1.
März 2016
zugesprochene
Dreivier
telsrente
unterliegt
dem
bis Ende 2017 gültig gewesenen Berechnungsmodell der gemischten Methode (vgl. E. 1.6). In Anwendung desselben resultiert im Erwerbs
bereich aufgrund der 100%igen Arbeitsunfähigkei
t bei einem Erwerbsanteil von 60
%
eine
60
%ige Teilinvalidität
(100
% x 0.6)
. Zuzüglich der
bis zur Verbesse
rung im Dezember 2016 gültigen
Einschränkung im Haushalt von
21.9 %
(Urk. 6/78/9 Ziff. 6.8)
und dem hieraus resultierenden Teilinvaliditätsgrad von
8.76 %
(
21.9
%
x 0.4
) ergibt sich ein
Invaliditätsgrad von gerundet 69
%, was zur Bestätigung des Anspruchs auf eine
Dreivierte
lsrente
führt.
Gestütz
t auf das Gutachten der
A._
vom 6
. März 2017
ist
eine Verbesserung des Gesundheitszustandes der
Beschwerdeführerin
per Dezember 2016
überwie
gend wahrscheinlich
erstellt
(E. 3.1)
.
Die behandelnden Ärzte berichteten aller
dings bereits davor von einer Verbesserung der Depressivität und von Wiederein
gliederungspotential (Urk. 6/64/4-7). Da die eingetretene Verbesserung der Symptomatik indes zeitlich nicht exakter einzuordnen war, hielten die Gutachter fest, dass ihre Einschätzung einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ex
nunc
gelte (vgl. E. 3.1).
Vor diesem Hintergrund steht es in Einklang mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, dass die
Beschwerdegegnerin
die Rente auf den Zeitpunkt der Begutachtung (Dezember 2016)
hin aufgehoben
hat
und von einer
Anwendung
des zweiten
Satz
es
von Art. 88a Abs. 1 IVV
abgesehen hat
(
vgl.
Urteil des Bundes
-
gerichts 9C_
687/2018 vom 16. Mai 2019 E. 2
mit Hinweisen).
6
.
Zusammenfassend besteht damit
ab März bis Ende Dezember 2016
Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
der Inv
alidenversicherung. Ein darüber
hinausgehender Rentenanspruch wurde von der
Beschwerdegegnerin
zu Recht verneint.
Bei
einer
nunmehr
uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
besteht kein
Anspruch auf Eingliederungsmassn
ahmen
.
D
er angefochtene Entscheid
erweist sich damit
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und
auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.