Decision ID: 698f545c-f62a-5f2d-b8a5-479d7946420a
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Advokatur Glavas AG,
Haus zur alten Dorfbank, 9313 Muolen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich im März 2010 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Er
gab an, in B._ eine Maurerlehre absolviert zu haben. Zuletzt habe er zu 100 % bei der
C._ AG gearbeitet. Nebenbei sei er als Hausabwart tätig gewesen. Seit dem 23. Juni
2008 sei er wegen Asthma, eines Ellenbogenleidens links und rechts sowie eines
Leidens an der Wirbelsäule zu 100 % arbeitsunfähig.
A.b Die C._ AG gab im Fragebogen für Arbeitgebende vom 15. März 2010 an (IV-
act. 8), dass sie den Versicherten von Juni 1993 bis Ende August 2009 beschäftigt
habe. Sie habe das Arbeitsverhältnis aus wirtschaftlichen Gründen aufgelöst. Der letzte
effektive Arbeitstag sei der 27. Mai 2009 gewesen. Vor Eintritt des
Gesundheitsschadens (Anmerkung: Isocyanatasthma, vgl. IV-act. 16-4) habe der
Versicherte zu 100 % in der Pulverbeschichtung und Schäumerei gearbeitet, danach im
gleichen Pensum in der Stuhlmontage. Gemäss dem IK-Auszug hatte der Versicherte
im Jahr 2007 ein Einkommen von Fr. 50'846.-- für die Tätigkeit bei der C._ AG und
ein Einkommen von Fr. 6'421.-- für die Tätigkeit als Hausabwart verdient (IV-act. 9).
A.c Anlässlich eines telefonischen Gesprächs vom 31. März 2010 gab Dr. med. D._,
Spezialarzt Orthopädische Chirurgie FMH, gegenüber RAD-Arzt Dr. E._ die folgenden
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit an (IV-act. 14):
· Status nach Denervationsoperation nach Wilhelm mit zusätzlicher
Extensorendenervation wegen Epicondylitis humeri radialis rechts am 22. Februar
2010;
· Status nach Ellenbogenarthroskopie und Denervationsoperation wegen
Epicondylitis humeri radialis links am 3. November 2008;
· Cervikovertebralsyndrom.
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Die Arbeitsfähigkeit sei seit Juni 2008 beeinträchtigt. Postoperativ sei der rechte
Ellenbogen während 6-8 Wochen nicht belastbar. Zurzeit sei der Versicherte in allen
Tätigkeiten arbeitsunfähig. Er denke, dass der Versicherte zukünftig wieder die volle
Arbeitsfähigkeit erreichen werde. Am 13. April 2010 reichte Dr. D._ das
unterzeichnete Gesprächsprotokoll (IV-act. 16-1 f.) ein, welches er wie folgt ergänzt
hatte (IV-act. 16-3): Der Versicherte sei seit Juni 1993 in Behandlung wegen eines
Isocyanatasthmas mit grenzwertigem Lungenvolumen bei massivem Gebrauch an
langwirksamen Beta II-Stimulatoren. Seines Erachtens sei das Lungenleiden zurzeit der
primär einschränkende Faktor. Vom rechtsseitigen ECR-Leiden habe sich der
Versicherte noch immer nicht ganz erholt. Dem Gesprächsprotokoll lagen ein
Kurzbericht des Rehabilitationszentrums F._ vom 4. Dezember 2009 und ein Bericht
vom 16. März 2010 von Dr. med. G._, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, bei
(IV-act. 16-4 ff.).
A.d Am 4. Mai 2010 fand ein Frühinterventionsgespräch zwischen dem Versicherten
und der Eingliederungsverantwortlichen statt (IV-act. 21). Der Versicherte gab an, dass
es ihm gesundheitlich schlechter gehe, er habe Probleme mit der Lunge (ständiges
Inhalieren, Atemnot bei schnellem Laufen und Treppensteigen), den Ellenbogen und
der Halswirbelsäule. Dr. D._ sei der Ansicht, man müsse die Ellenbogen nochmals
operieren. Er fühle sich zurzeit überhaupt nicht arbeitsfähig. Am 18. Mai 2010 wurde
dem Versicherten mitgeteilt, dass die beruflichen Massnahmen abgeschlossen würden,
weil er sich zurzeit nicht arbeitsfähig fühle (IV-act. 24).
A.e Dr. D._ berichtete am 13. September 2010 (IV-act. 29), dass sich die
Beschwerden sowohl im linken wie auch im rechten Ellenbogenbereich nicht
verbessert, sondern eher verschlechtert hätten, da nun auch die allgemeine
Dekonditionierung der oberen Extremitäten hinzugekommen sei. Auch die HWS-
Beschwerden hätten sich nicht verbessert.
A.f Die Klinik H._ berichtete am 22. Februar 2011 über eine stationäre Behandlung
vom 12. Januar bis 5. Februar 2011 (IV-act. 36). Als Diagnose wurde eine
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion angegeben (ICD-10: F43-21).
Dr. I._ erklärte ausserdem, dass die Anpassungsstörung durch die Kündigung des
Arbeitsplatzes und mehrere Todesfälle in der Familie (Bruder, Neffen) ausgelöst worden
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sei. Beim Eintritt habe der Versicherte im Grundaffekt deprimiert gewirkt, die
Schwingungsfähigkeit sei jedoch erhalten gewesen. Er habe über Antriebsarmut
berichtet. Psychomotorisch habe es keine Auffälligkeiten gegeben. Abends und nachts
sei es ihm schlechter gegangen. Beim Austritt sei er im Grundeffekt noch leicht
deprimiert, jedoch schwingungsfähig und auslenkbar gewesen. Der Antrieb sei etwas
verbessert gewesen.
A.g Am 7. und 9. Februar 2011 wurde der Versicherte von der MEDAS Ostschweiz
polydisziplinär (internistisch, rheumatologisch, psychiatrisch) untersucht (Gutachten
vom 24. Mai 2011, IV-act. 37). Dr. med. J._, Innere Medizin/Rheumatologie FMH, gab
an, der Versicherte habe aktuell über chronisch persistierende Schmerzen im Bereich
des Epicondylus lateralis beidseits mit Ausstrahlung nach distal und proximal bis in die
Mitte des Oberarms/Vorderarms beidseits geklagt. Weder die operativen Eingriffe an
den Ellenbogen beidseits noch die übrigen Therapien hätten zu einer wesentlichen
Schmerzabnahme geführt. Die Schmerzen im lateralen Ellenbogen beidseits nähmen
vor allem nach kraftanfordernden manuellen Tätigkeiten bzw. beim Heben/Tragen von
Lasten zu. Die Diagnosen in somatischer Hinsicht mit Einschränkung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit lauteten:
· Chronifizierte Epicondylopathia humeri radialis linksbetont:
- Ellenbogenkontusion links und Radiusköpfchenfraktur links bei Sturz auf den
Ellenbogen links am 9. Juni 2008;
- subchondrale Osteonekrose Caput radii links II (MRI vom 15. September 2008);
- initiale Arthrose des Humeroradialgelenks links;
- Denervationsoperation nach Wilhelm rechts mit zusätzlicher Extensorendenervation
am 22. Februar 2010 wegen chronischer Epicondylopathia humeri radialis rechts;
- Ellenbogenarthroskopie und Denervationsoperation links am 3. November 2008
wegen chronischer Epicondylopathia humeri radialis links;
- Ellenbogen-Rearthroskopie (links) mit Excision eines freien Knorpelfragments und
Adhäsiolyse am 25. September 2009;
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- Schmerzausweitung im Sinne eines panvertebralen Schmerzsyndroms
§ "harte" Discushernie C5/6 und C3/4 mit vor allem spondylogener Einengung der
Foramina rechts und diskrete degenerative Einengung des Foramen C4/5 links (MRI 11.
November 2009);
§ BWS-/LWS-Kontusion am 18. Juni 2010;
§ teils fixierte thorakale Hyperkyphose.
Als somatische Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gab
Dr. J._ die folgenden an:
· Leichtes obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (CPAP-Maskenbeatmung sistiert
wegen Maskenproblemen);
· Isozyanat-Allergie (grenzwertige Lungenvolumina zur leichten obstruktiven Ventila
tionsstörung ohne bronchiale Hyperreagibilität, Dezember 2009);
· Adipositas I und arterielle Hypertonie.
Dr. J._ erklärte in seiner Beurteilung, dass sich in der körperlichen Untersuchung das
Bild einer chronifizierten Epicondylopathia humeris radialis linksbetont gezeigt habe.
Cervicothorakal sei eine uneingeschränkte, harmonische und schmerzfreie
Beweglichkeit festgestellt worden. Es hätten sich eine muskuläre Dysbalance der
dorsalen Schultergürtelmuskulatur und eine Wirbelsäulenfehlstatik mit teils fixierter
thorakaler Hyperkyphose und leichter Skoliose gezeigt. Cervikoradikuläre Reiz- oder
sensomotorische Ausfallsymptome hätten nicht objektiviert werden können. Bezüglich
der kernspintomographisch nachgewiesenen Segmentdegeneration L5/S1 mit
möglicher Nervenwurzelirritation S1 rechts seien Zeichen eines
Lumbovertebralsyndroms festgestellt worden. Bei rechts gegenüber links
abgeschwächtem ASR seien aktuell keine lumboradikulären Reiz- oder
sensomotorischen Ausfallsymptome fassbar gewesen. Die körperliche
Leistungsfähigkeit sei vom Versicherten ausgesprochen tief eingeschätzt worden: Sie
habe unterhalb der Belastungsgrenze für eine leichte körperliche Tätigkeit mit seltenem
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Heben von maximal 5 kg gelegen. Aus somatischer Sicht bestehe für überwiegend
mittelschwere und jegliche schwere körperliche Tätigkeiten eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit. In körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten ohne
repetitive oder kraftanfordernde manuelle Arbeiten, ohne Arbeiten in ergonomisch
ungünstiger Rückenhaltung (insbesondere mit längerem Arbeiten über Kopfhöhe) und
ohne Heben/Tragen von Lasten über 5-7.5 kg könne aus somatischer Sicht keine
Arbeitsunfähigkeit (mehr) begründet werden. Die durch die vorbehandelnden Ärzte
attestierte Arbeitsunfähigkeit in der Schreinerei, Pulverbeschichtung und Stuhlmontage
ab Juni 2008 sei nachvollziehbar. Gemäss dem Fragebogen für Arbeitgebende habe es
sich bei der zuletzt ausgeübten Tätigkeit um eine zeitweise mittelschwere bis schwere
körperliche Arbeit gehandelt. Aufgrund der Akten könne eine Arbeitsunfähigkeit in
körperlich adaptierten Tätigkeiten über 50 % ab April 2010 nicht begründet werden.
Seit spätestens Oktober 2010 sei der Versicherte in einer adaptierten Tätigkeit
vollständig arbeitsfähig.
Der psychiatrischen Untersuchung durch Dr. med. K._, Facharzt FMH für Psychiatrie
und Psychotherapie, wohnten die Schwiegertochter des Versicherten und ein
Dolmetscher bei. Der Versicherte gab an, dass es ihm nach der Kündigung sehr
schlecht gegangen sei. Der Tod seines Lieblingsbruders im Februar 2009 und der Tod
zweier Neffen im Juni bzw. August 2009 sowie die Schmerzen in den Ellenbogen
hätten zu einer zusätzlichen psychischen Verschlechterung geführt. Er fühle sich
bedrückt, leide an Stimmungsschwankungen und schlafe schlecht. Aktuell seien auch
noch Probleme mit dem linken Bein dazugekommen. Die Schwiegertochter habe
ergänzt, dass sich der Versicherte seit der Kündigung vom familiären Geschehen
zurückziehe. Er laufe "wie ein Schatten" durch die Gegend, zeige an nichts mehr
Freude, habe an nichts mehr Spass, sei desinteressiert geworden. Auch schlafe er
schlecht, habe wohl Albträume; man höre, wie er nachts schreie. Der Versicherte gab
weiter an, zusammen mit seiner Frau, dem Sohn und der Schwiegertochter sowie
deren zwei kleinen Kindern eine 5 1⁄2-Zimmer-Wohnung zu bewohnen. Er verbringe
seinen Tag mit Spaziergängen, mal alleine, mal mit dem Enkelkind, fahre Velo, lese
oder schaue fern. Dr. K._ gab als psychiatrische Diagnosen eine längere depressive
Reaktion im Rahmen einer Anpassungsstörung (F43.21), unter
psychopharmakologischer Behandlung in leichter Ausprägung, und eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung an. Er befand, dass das formale Denken geordnet,
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allerdings in der Beschwerdeschilderung somatisch orientiert gewesen sei. Die
mnestischen und kognitiven Funktionen hätten keine groben Auffälligkeiten
aufgewiesen. Die Stimmung sei gedrückt und die Modulationsfähigkeit
dementsprechend herabgesetzt gewesen. Der affektive Rapport habe sich gut
herstellen lassen. Antrieb, Gestik, Mimik und Psychomotorik seien unauffällig gewesen.
Die unerwartete Kündigung per Ende August 2009 habe den Versicherten in seiner
Würde getroffen und beschäftige ihn noch heute. Auch habe er die Kündigung zu
einem Zeitpunkt erhalten, in welchem er ohnehin aufgrund mehrerer Todesfälle in der
Familie psychisch bereits labil gewesen sei. Dies seien Ereignisse, die ihn emotional
belasteten und die er bislang nicht habe adäquat verarbeiten können. Falls die von ihm
empfundenen andauernden schweren und quälenden Schmerzen (an den Ellenbogen)
durch einen physiologischen Prozess oder eine körperliche Störung nicht vollständig
erklärbar seien, handle es sich dabei aus psychiatrischer Sicht um eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung (F45.5). Beim Versicherten bestehe eine chronische
körperliche Begleiterkrankung mit unbefriedigenden Behandlungsergebnissen, welcher
aus psychiatrischer Sicht mit einer Arbeitsunfähigkeit von 20 % Rechnung getragen
werde. Dies lasse sich dadurch rechtfertigen, dass der Versicherte auch in einer
körperlich adaptierten Tätigkeit aufgrund der empfundenen Schmerzen mehr Pausen
benötige. Dr. K._ empfahl die Fortsetzung der bereits eingeleiteten psychiatrisch-
psychotherapeutischen Behandlung. Polydisziplinär wurde die Arbeitsunfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit ab dem Unfallereignis am 9. Juni 2008 auf 100 % geschätzt. In
körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten ohne kraftanfordernde oder
repetitive manuelle Arbeiten, ohne Arbeiten in ergonomisch ungünstiger
Rückenposition (insbesondere mit längeren Arbeiten über Kopfhöhe) und ohne Heben/
Tragen von Lasten über 5-7.5 kg sei der Versicherte seit November 2010 zu 80 %
arbeitsfähig. Gemäss den Akten könne eine Arbeitsunfähigkeit über 50 % von April
2010 bis spätestens Oktober 2010 nicht begründet werden. Aufgrund der wiederholten
operativen Eingriffe an den Ellenbogen beidseits (3. November 2008, 25. September
2009, 22. Februar 2010) dürfte von Juni 2008 bis spätestens April 2010 eine
Arbeitsunfähigkeit für jegliche berufliche Tätigkeit bestanden haben. RAD-Arzt Dr. E._
erklärte in einer Stellungnahme vom 30. Mai 2011 (IV-act. 38), dass das MEDAS-
Gutachten umfassend, kohärent und widerspruchsfrei sei.
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A.h Am 23. Mai 2011 führte Dr. D._ beim Versicherten eine Kniearthroskopie links
mit medialer Meniskusteilresektion, Synovektomie, Patellaexostosenabtragung/Abrasio
und eine freie Gelenksfragmentresektion durch (IV-act. 46-1 f.). Als Diagnosen gaber
einen medialen Meniskus/Hinterhornradiärriss/Synoviitis und einen Knorpeldefekt
Patellarückseite/Cristabereich Grad III Knie links mit mehreren kleinen freien
Gelenksfragmenten (Knorpel) an. Der Eingriff sei wegen einer medialbetonten
Kniesymptomatik und einem retropatellären Reiben erfolgt. Dr. D._ attestierte dem
Versicherten vom 23. Mai bis 12. Juni 2011 eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act.
44). Am 6. Juni 2011 unterzog sich der Versicherte wegen weiterhin bestehender
Schmerzen einer erneuten Kniearthroskopie links mit Arthrofibroselösung,
Blutungsquellesuche und deren Behandlung und mit Meniskusteilrestresektion (IV-act.
46-3 f.). Als Diagnosen gab Dr. D._
eine beginnende Arthrofibrose Knie links und eine mediale Meniskusdegeneration an.
A.i Dr. med. L._, Rheumatologie FMH, gab in seinem Bericht vom 11. Juli 2011 (IV-
act. 52) u.a. die folgenden Diagnosen an:
· Chronische Brachialgie bds.;
· chronisches Panvertebralsyndrom m/b
- chronischem zervikospondylogenem Schmerzsyndrom (Osteochondrose C2/3 bis
C5/6 mit dorsaler Spondylose C3/4 und C5/6, flachbogige paramedian rechtsseitige
Diskusprotrusion C3/4 wie auch nach caudal luxierender Herniation C5/6 ohne
Nervenwurzelkompression, MR HWS 4/11, siehe IV-act. 78-4);
- rez. Lumbovertebralsyndrom;
- Wirbelsäulenfehlhaltung, leichter muskulärer Dysbalance;
· Verdacht auf fokale Femurkopfnekrose Hüfte links (chronische Periarthropathia
coxae bds.);
· Kniegelenkserguss links (anamnestisch Status nach KAS bei medial aktivierter
Gonarthrose);
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· Verdacht auf Depression.
Dr. L._ erklärte ausserdem, dass die Arbeitsfähigkeit derzeit schwierig einzuschätzen
sei; bei adäquater Schmerzkontrolle sei dem Versicherten in einer geeigneten Tätigkeit
mittelfristig zumindest eine Teilerwerbstätigkeit zumutbar.
A.j Am 29. August 2011 führte Dr. D._ wegen einer medialen Meniskusläsion im
Hinterhornbereich des rechten Kniegelenks und einer aktiven Gonarthrose des linken
Kniegelenks eine Kniearthroskopie rechts mit medialer Meniskusteilresektion sowie
eine Infiltration (1 Ampulle DML) am linken Kniegelenk durch (IV-act. 54-5 f.). Dr. D._
attestierte dem Versicherten vom 29. August bis 18. September 2011 eine 100 %ige
Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 53).
A.k Am 26. Oktober 2011 berichtete Dr. D._ (IV-act. 54-1 f.), dass sich der
Gesundheitszustand verschlechtert habe. Der Versicherte leide an einer erheblichen
beidseitigen invalidisierenden Arthrose in beiden Knien. Nach der Operation vom 29.
August 2011 sei es zu einer Nachblutung und einer articulären Fibrose gekommen. Mit
konsequenter Physiotherapie und medikamentöser Behandlung sei jetzt ein stationärer
Zustand erreicht worden, jedoch sei die Situation bezüglich beider Knie
besorgniserregend. Eine weitere Operation im Sinne einer beidseitigen
knietotalprothetischen Versorgung könne nicht ausgeschlossen werden.
A.l Dr. med. M._, Spezialarzt FMH für Innere Medizin, spez. Pneumologie,
berichtete am 11. November 2011 (IV-act. 55), dass der Gesundheitszustand bei
weitgehend normaler Lungenfunktion stationär sei. Dr. med. N._, Oberärztin am
Psychiatrie-Zentrum O._, berichtete am 30. November 2011 (IV-act. 58), dass sich
der Gesundheitszustand seit dem Austritt aus der Klinik H._ am 5. Februar 2011
nicht verändert habe. In den letzten Monaten hätten die somatischen Beschwerden im
Vordergrund gestanden. Aufgrund der noch immer vorhandenen depressiven
Symptomatik, begleitet von starken somatischen Einschränkungen, bestehe weiterhin
eine verminderte Arbeits- und Leistungsfähigkeit.
A.m RAD-Arzt Dr. P._ hielt am 9. Januar 2012 fest, dass nicht nachvollziehbar sei,
weshalb der Versicherte aufgrund der Knieproblematik aktuell noch zu 100 %
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arbeitsunfähig sein solle (IV-act. 62). Dr. D._ berichtete am 25. Januar 2012 (IV-act.
64), dass sich der Gesundheitszustand bezüglich des linken Kniegelenks nicht
stabilisiert habe. Auch beim rechten Knie bestehe eine medialbetonte Gonarthrose.
Wegen der zusätzlich zur Knieproblematik bestehenden somatischen Beschwerden sei
der Versicherte auch in einer sitzenden Tätigkeit in seiner Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt. Der Versicherte sei zurzeit in jeder beruflichen Tätigkeit zu 100 %
arbeitsunfähig.
A.n Dr. N._ gab in ihrem Bericht vom 22. Februar 2012 an (IV-act. 76-3 f.), dass der
Versicherte seit Januar 2012 regelmässig die ambulante Ergotherapie (jeweils am
Donnerstag von 8.30 bis 11.00 Uhr) besuche. Bei der Konsultation vom 17. Februar
2012 habe er über eine gedrückte Stimmung, eine innere Leere sowie Schlafstörungen,
die mit Medikamenten kupiert würden, geklagt.
A.o Das Spital Q._ berichtete am 29. Februar 2012 (IV-act. 81-2 f.), dass der Ver
sicherte an einer Insertionstendinose Pes anserinus Kniegelenke beidseits mit
Ansatzreizung mediales und laterales Seitenband leide. Dr. med. R._, Oberarzt
Orthopädie, erklärte, dass die Beschwerden im Bereich beider Kniegelenke trotz der
durchgeführten Operationen persistierten. Es seien eine regelmässige
Analgetikaeinnahme und ein physiotherapeutisches Training erfolgt. Die vom
Versicherten beklagten Beschwerden seien im Punktum maximum auf den
Ansatzbereich des Pes anserinus zurückzuführen. Gleichzeitig habe sich eine deutliche
Bandlaxizität medial und lateral gezeigt. Er schlage aus diesem Grund primär ein
konservatives Vorgehen vor, da aktuell keine positiven Meniskuszeichen vorlägen.
Hinsichtlich der im MRI nachgewiesenen Knorpelläsion habe er dem Versicherten
Condrosulf verordnet. Sollte dies im weiteren Verlauf keine Beschwerdebesserung
bringen, wäre allenfalls nochmals ein MRI beider Kniegelenke zur Standortbestimmung
zu erwägen. Eine endoprothetische Versorgung sei aktuell nicht indiziert. Dem
Röntgen-Befund vom 29. Februar 2012 beider Kniegelenke (IV-act. 81-1) war zu
entnehmen, dass beidseits, links etwas deutlicher als rechts, eine mediale
Gelenkspaltverschmälerung als Hinweis auf einen beginnenden arthrotischen Prozess
vorliege. Weder rechts noch links zeige sich das radiographische Vollbild einer
schweren Gonarthrose. Es bestünden Hinweise auf einen Knocheninfarkt
suprakondylär rechts, wobei es sich um eine blande Läsion handle.
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A.p RAD-Arzt Dr. P._ hielt in einer Notiz vom 9. August 2012 fest (IV-act. 83), die
Angabe von Dr. D._, dass der Versicherte an einer erheblichen Arthrose in beiden
Knien leide, werde durch die radiologischen Befunde und die Untersuchung im Spital
Q._ nicht gestützt. Als tatsächlich vorhanden könnten ein Meniskus- und wohl auch
ein gewisser Knorpelschaden angenommen werden. Der Verlauf der Knieeingriffe
müsse als ungewöhnlich lang bezeichnet werden. Der psychiatrische
Gesundheitszustand habe sich seit der Begutachtung durch die MEDAS nicht
verschlechtert. Die von Dr. D._ diagnostizierte Cervicobrachialgie stütze sich lediglich
auf die Angaben des Versicherten. Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
betrage weiterhin 0 %. Aufgrund der Knieproblematik mit operativen Eingriffen sei
davon auszugehen, dass ab Mai 2011 eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit (auch in einer
adaptierten Tätigkeit) bestanden habe. Ab dem Tag der Untersuchung im Spital Grabs
(29. Februar 2012) sei wieder von einer adaptierten Arbeitsfähigkeit von 80 %
auszugehen. Als adaptierte Tätigkeit komme eine körperlich leichte, wechselbelastende
Tätigkeit ohne knieende/kauernde Tätigkeiten, ohne Heben und Tragen von Lasten
über 7.5 kg, ohne Zwangshaltungen, ohne ergonomisch ungünstige Position, ohne
Überkopfarbeiten, ohne längeres Gehen (insbesondere auf schlechter Unterlage) und
ohne kraftanfordernde oder repetitive manuelle Arbeiten in Frage. Weitere medizinische
Abklärungen drängten sich derzeit nicht auf.
A.q Mit Vorbescheid vom 28. August 2012 kündigte die IV-Stelle die Zusprache einer
befristeten Viertelsrente vom 1. August bis 31. Oktober 2011 und einer befristeten
ganzen Rente vom 1. November 2011 bis 30. Mai 2012 an (IV-act. 87). Zur Begründung
führte sie an, die Abklärungen hätten ergeben, dass der Versicherte ab Juni 2008
aufgrund der Ellenbogenproblematik in seiner Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt
gewesen sei. Ab April 2010 habe sich sein Gesundheitszustand verbessert, weshalb ab
dem Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns im September 2010 mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit eine mindestens 80 %ige Arbeitsfähigkeit adaptiert
bestanden habe. Ab Mai 2011 bis Ende Februar 2012 sei der Versicherte aufgrund
einer Knieproblematik nochmals befristet zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Ab März
2012 sei er dann wieder zu 80 % arbeitsfähig gewesen, weshalb kein Rentenanspruch
mehr bestehe. Das Valideneinkommen betrage Fr. 63'899.-- und bemesse sich am im
Jahr 2008 erzielten Erwerbseinkommen, angepasst an die Nominallohnentwicklung bis
2011 (IV-act. 85). Zur Bemessung des Invalideneinkommens sei für die Zeit ab März
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2012 auf das durchschnittliche Einkommen eines Hilfsarbeiters im privaten Sektor
gemäss der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) abzustellen,
welches im Jahr 2011 Fr. 61'776.-- betragen habe. Das Invalideneinkommen ab März
2012 betrage folglich Fr. 49'421.-- und der IV-Grad 23 %.
A.r Dagegen liess der Versicherte am 5. September 2012 einwenden (IV-act. 88-1 f.),
dass ab März 2012 eine deutlich höhere Invalidität als 23 % bestanden habe. Einem
beigelegten Austrittsbericht der Klinik Valens vom 3. Juli 2012 waren die folgenden
Diagnosen zu entnehmen (IV-act. 88-3 ff.): Chronisches Panvertebral-Syndrom, Inser
tionstendinose Pes anserinus bds., chronische Periarthropathie coxae bds. und
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ED Mai 2009). Der Versicherte
habe sich vom 30. Mai bis 13. Juni 2012 für einen stationären Aufenthalt in der Klinik
befunden. Dr. med. S._, leitender Arzt Rheumatologie, hatte angegeben, dass im
Rehabilitiationsverlauf keine Verbesserung der Schmerzen und der Beweglichkeit der
HWS und LWS habe erzielt werden können. In einem Basistest der körperlichen
Leistungsfähigkeit sei eine deutliche Selbstlimitierung festgestellt worden. Aufgrund
einer Symptomausweitung sei von einer höheren Belastbarkeit auszugehen. In der
Therapie habe sich der Versicherte bei Umstellungen sehr unkooperativ gezeigt. Die
Arbeitsfähigkeit betrage in einer sehr leichten, vorwiegend sitzenden Tätigkeit 50 %.
Dr. D._ hatte am 21. August 2012 berichtet (IV-act. 88-18 f.), dass die Klinik Valens
seines Erachtens die Arbeitsfähigkeit zu hoch eingeschätzt habe. Die Klinik habe die
Ellenbogenleiden nur sehr kurz erwähnt, obwohl auch diese die Arbeitsfähigkeit
beeinflussten. Dem Versicherten sei eine Erwerbstätigkeit aufgrund der beiden
Hüftgelenksarthrosen, der beidseitigen Kniegelenksarthrosen, der Cervicobrachialgie
und der Lumboischialgie praktisch nicht zumutbar. Zusätzlich bestehe ein sehr
eingeschränktes Lungenvolumen. In allen Tätigkeiten bestehe eine 100 %ige
Arbeitsunfähigkeit. Am 28. September 2012 liess der Versicherte seinen Einwand
ergänzen und die Zusprache mindestens einer unbefristeten halben Rente beantragen
(IV-act. 90). Des Weiteren ersuchte der Rechtsvertreter um die Gewährung geeigneter
beruflicher Wiedereingliederungsmassnahmen. RAD-Arzt Dr. P._ hielt am
29. Oktober 2012 fest (IV-act. 93), dass im Einwandverfahren keine neuen
medizinischen Fakten von Relevanz vorgebracht worden seien. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung der Klinik Valens sei aufgrund der gezeigten
Symptomausweitung, des unkooperativen Verhaltens des Versicherten, des
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ausgeprägten Schmerzvermeidungsverhaltens, der Selbstlimitierungen und der
fehlenden Objektivierbarkeit der gezeigten Einschränkungen nicht nachvollziehbar. Das
Attest von Dr. D._ lasse sich nur mit der besonderen Nähe des Behandlers zum
Versicherten erklären. Dr. D._ habe keine objektivierbaren Befunde angegeben.
A.s Am 19. Dezember 2012 (IV-act. 95 und 97) wurde dem Versicherten aus den im
Vorbescheid angegebenen Gründen vom 1. August bis 31. Oktober 2011 eine
Viertelsrente und vom 1. November 2011 bis 30. Mai 2012 eine ganze Rente
zugesprochen. Im Übrigen wurde ein Rentenanspruch verneint. Mit Bezug auf den
Einwand führte die IV-Stelle an, dass die eingereichten Berichte keine neuen
medizinischen Fakten enthielten.
B.
B.a Gegen diese Verfügungen liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer)
am 31. Januar 2013 Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte
die Aufhebung der Verfügungen, soweit sie keine Rente gewährten, und die
Ausrichtung mindestens einer halben IV-Rente. Eventualiter sei eine erneute
polydisziplinäre Abklärung durchzuführen. Zudem sei die IV-Stelle (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) zu verpflichten, geeignete berufliche Massnahmen
durchzuführen, bevor sie eine Rente verfüge. Der Rechtsvertreter brachte zur
Begründung vor, dass kein definitiver Zustand vorliege. Gerade heute werde im
Kantonsspital St. Gallen (KSSG) abgeklärt, ob resp. wann im linken Knie eine
Knietotalprothese eingesetzt werden solle. Über die Rente sei somit zu früh verfügt
worden. Das MEDAS-Gutachten sei bald zwei Jahre alt und deshalb veraltet. Neben
den bekannten Beschwerden leide der Beschwerdeführer zusätzlich an einem
Schlafapnoe-Syndrom, welches ein adäquates Schlafen verhindere. Die mittelgradige
Depression bzw. ihr Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei zu wenig genau geprüft
worden. Die MEDAS-Sachverständigen hätten sodann nicht einmal ansatzweise erklärt,
weshalb die somatischen Erkrankungen keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten.
Der Beschwerdeführer sei aufgrund der polymorbiden Problematik in jeglicher Tätigkeit
zu mindestens 50 % arbeitsunfähig. Er könne aus somatischer Sicht schon deshalb
kein volles Arbeitspensum mehr absolvieren, weil ihm nur noch leichte Tätigkeiten zur
Verfügung stünden und weil er wegen seiner vielen Beschwerden ständig behandelt
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werden müsse. Des Weiteren habe die Beschwerdegegnerin weder eine
Einkommensparallelisierung vorgenommen noch einen Tabellenlohnabzug gewährt.
Der Beschwerdeführer könne jedoch seit Jahren wegen des durch die
Lungenproblematik erzwungenen Jobwechsels nicht mehr jenes Einkommen erzielen,
welches er als Gesunder erwirtschaften könnte.
B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 29. April 2013 (act. G 4) beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung brachte sie vor,
dass entgegen der Behauptung des Rechtsvertreters im Verfügungszeitpunkt von
einem stabilisierten Zustand habe ausgegangen werden können. Die angefochtenen
Verfügungen seien nämlich mehr als eineinhalb Jahre nach den beiden
arthroskopischen Eingriffen am linken Knie ergangen und das Spital Q._ habe im
Februar 2012 ein konservatives Vorgehen vorgeschlagen sowie eine Indikation für eine
endoprothetische Versorgung verneint. Laut dem RAD sei der Beschwerdeführer
aufgrund der Meniskus- und Knorpelschäden an den Knien in seiner Arbeitsfähigkeit
nur insoweit eingeschränkt, als er keine knienden oder kauernden Tätigkeiten und
keine solchen auf schlechter Unterlage mehr ausüben könne. Diese Angaben seien
plausibel, da das Spital Q._ keine ausgeprägten pathologischen Befunde festgestellt
habe, die zusätzlich eine Einschränkung in quantitativer Hinsicht begründen würden. In
rechtlicher Hinsicht könne die chronifizierte Epicondylopathia humeri radialis
linksbetont nicht als chronische Begleiterkrankung gelten, da es sich hier um dasjenige
chronifizierte Leiden handle, welches die anhaltende Schmerzstörung aufrechterhalte.
Hinzu komme, dass der Beschwerdeführer nach der gutachterlichen Einschätzung aus
somatischer Sicht in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei. Zwar liege in
Bezug auf die Schmerzproblematik wohl ein mehrjähriger chronifizierter
Krankheitsverlauf mit weitgehend unveränderter Symptomatik ohne länger dauernde
Rückbildung vor, doch sei dieser Verlauf bei einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung diagnosespezifisch und daher nicht ausschlaggebend. Ein sozialer
Rückzug in allen Belangen des Lebens sei zu verneinen und ein primärer
Krankheitsgewinn nicht ausgewiesen. Angesichts der laufenden psychiatrisch-
psychotherapeutischen Behandlung sei das Kriterium des Scheiterns einer konsequent
durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung ebenfalls nicht (hinreichend)
erfüllt, zumal Dr. K._ die Weiterführung dieser Behandlung mit einer Optimierung der
Medikation empfohlen habe. Das MEDAS-Gutachten sei somit nur in Bezug auf den
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medizinischen Sachverhalt beweiskräftig. In rechtlicher Hinsicht sei das psychische
Leiden nicht invalidisierend, weshalb von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer
leidensangepassten Tätigkeit auszugehen sei. Angesichts der nach der Begutachtung
hinzugekommenen Knieproblematik mit zwei durchgeführten arthroskopischen
Eingriffen sei jedoch mit dem RAD davon auszugehen, dass vorübergehend von Mai
2011 bis Ende Februar 2012 auch in einer adaptierten Tätigkeit eine volle
Arbeitsunfähigkeit bestanden habe.
B.c In seiner Replik vom 17. September 2013 liess der Beschwerdeführer an den mit
der Beschwerde gestellten Begehren festhalten (act. G 12). Ergänzend machte sein
Rechtsvertreter geltend, dass der Rückenproblematik zu wenig Beachtung geschenkt
worden sei. Die Behandlungsmöglichkeiten aus somatischer Sicht seien noch nicht
ausgeschöpft. So habe der Beschwerdeführer zwischenzeitlich am linken Knie operiert
werden müssen. Noch immer liege kein definitiver Zustand und folglich eine volle
Arbeitsunfähigkeit vor. Der Beschwerdeführer könne wegen der Knieproblematik gar
nicht laufen und deshalb auch nicht arbeiten. Einem beigelegten Operationsbericht war
zu entnehmen (act. G 12.1 Beilage 12), dass sich der Beschwerdeführer am 27. Mai
2013 einer weiteren Kniearthroskopie links mit medialer und lateraler
Meniskusteilresektion, freier Fragmentresektion, Knorpelabrasio und Patella/
Cristaglättung unterzogen hatte.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 14).
B.e Am 24. Februar 2015 forderte das Gericht den in der Beschwerdeschrift erwähnten
Bericht zur Untersuchung vom Januar 2013 im KSSG an (act. G 16). Der
Rechtsvertreter erklärte am 5. März 2015, dass die Totalprothese noch nicht eingebaut
worden sei. Auch das rechte Knie sei eine dauernde Baustelle geblieben. Dem
beigelegten Bericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG vom 1. Februar
2013 (act. G 17.1) war zu entnehmen, dass vor allem linksseitige
Kniegelenksschmerzen bestünden. Der Beschwerdeführer habe einen klassischen
Loslaufschmerz beschrieben, nach dem Einlaufen des Kniegelenks gehe es etwas
besser. Röntgenaufnahmen vom 30. Januar 2013 beider Kniegelenke hätten leichte
Arthrosezeichen besonders im medialen Kompartiment mit Reduzierung des
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Kniegelenksspaltes und leichten osteophytären Anbauten gezeigt. Es bestehe ein
Verdacht auf eine Retropatellar-Arthrose.
B.f Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Stellungnahme zu den neu
eingereichten Unterlagen (act. G 18).

Erwägungen:
1.
1.1 Mit den angefochtenen Verfügungen hat die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer für die Zeit vom 1. August 2011 bis 31. Oktober 2011 eine
Viertelsrente und für die Zeit vom 1. November 2011 bis 31. Mai 2012 eine ganze Rente
zugesprochen. Der Beschwerdeführer ist damit nicht einverstanden und verlangt ‒ mit
Ausnahme der Zeit, in welcher ihm eine befristete Rente zugesprochen worden ist ‒ die
Zusprache mindestens einer halben, unbefristeten Rente. Der Beschwerdeführer hat
sich im März 2010 zum Bezug von IV-Leistungen angemeldet. Ein Rentenanspruch
kann somit frühestens per 1. September 2010 entstanden sein (Art. 29 Abs. 1 IVG).
1.2 Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf
dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss
Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der
durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
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1.3 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist der Invaliditätsgrad
grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu
erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst
genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden; sie können aber auch nach
Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzt werden (AHI 1998 S. 120).
Wird eine Schätzung vorgenommen, muss diese nicht unbedingt in einer
ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr kann auch
eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen (sog. Prozentvergleich; BGE
114 V 310 E. 3a mit Hinweisen).
2.
Zunächst hat der Rechtsvertreter geltend gemacht, dass im Verfügungszeitpunkt
aufgrund der Knieproblematik kein definitiver Zustand vorgelegen habe und die
Rentenverfügung folglich zu früh ergangen sei. Der Beschwerdeführer ist am 23. Mai
2011 und am 6. Juni 2011 am linken Knie und am 29. August 2011 am rechten Knie
operiert worden. Der Oberarzt Orthopädie des Spitals Q._ hat am 29. Februar 2012
eine Insertionstendinose Pes anserinus Kniegelenke beidseits diagnostiziert und ein
konservatives Vorgehen vorgeschlagen, da aktuell keine positiven Meniskuszeichen
vorlägen. Eine endoprothetische Versorgung sei zurzeit nicht indiziert. Einem
Röntgenbefund desselben Tages war zu entnehmen, dass Hinweise auf einen
beginnenden arthrotischen Prozess vorlägen; weder rechts noch links zeige sich das
radiographische Vollbild einer schweren Gonarthrose. Rund zehn Monate nach der
Untersuchung im Spital Q._ sind am 19. Dezember 2012 die Rentenverfügungen
ergangen. Die Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG hat in ihrem Bericht,
welcher wenige Wochen nach der Verfügungseröffnung, nämlich am 1. Februar 2013
ergangen ist, angegeben, dass der Beschwerdeführer an einer Gonarthrose beidseits,
links mehr als rechts, leide (Untersuchung vom 30. Januar 2013). Aktuelle
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Röntgenaufnahmen hatten wiederum nur leichte Arthrosezeichen gezeigt. Die
bildgebenden Befunde der beiden Kniegelenke vom Januar 2012 und Februar 2013
unterscheiden sich somit nicht wesentlich. Auch sind im Verfügungszeitpunkt keine
operativen Massnahmen mehr vorgesehen bzw. indiziert gewesen. Im
Verfügungszeitpunkt (19. Dezember 2012) hat demnach mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit ein stabiler Gesundheitszustand vorgelegen. Ob die Operation vom
27. Mai 2013 wegen einer nach Verfügungserlass eingetretenen Verschlechterung der
Knieproblematik links erfolgt ist, ist für das vorliegende Verfahren nicht von Relevanz.
Diese Frage müsste, je nachdem, ob dem Beschwerdeführer im vorliegenden Verfahren
eine unbefristete Rente zugesprochen wird oder nicht, im Rahmen einer
Neuanmeldung bzw. eines Revisionsverfahrens geklärt werden.
3.
3.1 Der Beschwerdeführer hat weiter vorbringen lassen, dass er aufgrund der poly
morbiden Problematik in jeglicher Tätigkeit zu mindestens 50 % arbeitsunfähig sei. Als
Erstes hat sein Rechtsvertreter moniert, dass das MEDAS-Gutachten veraltet sei. Der
Beschwerdeführer ist im Februar 2011 von der MEDAS untersucht worden; die
Rentenverfügungen sind erst im Dezember 2012 ergangen. Somit liegen zwischen der
Begutachtung und dem Verfügungserlass tatsächlich beinahe zwei Jahre. Den Akten ist
allerdings nicht zu entnehmen, dass sich der Gesundheitszustand zwischenzeitlich ‒
mit Ausnahme der neu aufgetretenen Knieproblematik ‒ verändert hätte. Mit Bezug auf
die damals bereits bestandenen Gesundheitsbeeinträchtigungen ist das MEDAS-
Gutachten deshalb grundsätzlich verwertbar.
3.2 Als Zweites hat der Rechtsvertreter vorgebracht, dass der Beschwerdeführer
neben den bekannten Beschwerden auch an einem Schlafapnoe-Syndrom leide,
welches einen adäquaten Schlaf verhindere. Entgegen der Behauptung des
Rechtsvertreters war das Schlafapnoe-Syndrom dem MEDAS-Sachverständigen Dr.
J._ bekannt; er hatte es jedoch ‒ wie bereits die Klinik F._ (IV-act. 16-5) ‒ lediglich
als leicht eingestuft. Dem Gutachten ist nicht zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer unter einer starken Tagesmüdigkeit leiden würde. Die (offenbar
psychisch bedingten) Ein- und Durchschlafstörungen hätten mit Medikamenten
behoben werden können (IV-act. 37-26 f.). Auch aus dem anlässlich der Begutachtung
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geschilderten Tagesablauf (IV-act. 37-25) geht nicht hervor, dass sich der
Beschwerdeführer durch eine erhöhte Müdigkeit in seinen Tagesaktivitäten
eingeschränkt fühlen würde bzw. dass sein nächtlicher Schlafbedarf sehr hoch wäre
oder er sich mehrmals täglich hinlegen und ausruhen müsste. Die Schlussfolgerung
des MEDAS-Sachverständigen, dass das leichte obstruktive Schlafapnoe-Syndrom
keinen wesentlichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat, leuchtet deshalb ein.
3.3 Drittens liess der Beschwerdeführer geltend machen, dass der Rückenproblematik
‒ nämlich mindestens zwei Diskushernien und weiteren degenerativen Veränderungen
‒ bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung zu wenig Beachtung geschenkt worden sei. Der
MEDAS-Sachverständige Dr. J._ hat bei den Diagnosen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit eine Schmerzausweitung im Sinne eines panvertebralen
Schmerzsyndroms angegeben. Bei kernspintomographischem Nachweis "harter"
Discushernien C5/6 und C3/4 und mit degenerativer Einengung des Foramen C5/6 >
C3/4 rechts und diskreter Einengung des Foramen C4/5 links sei in der körperlichen
Untersuchung eine uneingeschränkte, harmonische und schmerzfreie Beweglichkeit
cervicothorakal festgestellt worden. Es hätten sich eine muskuläre Dysbalance der
dorsalen Schultergürtelmuskulatur und eine Wirbelsäulenfehlstatik mit teils fixierter
thorakaler Hyperkyphose und leichter Skoliose gezeigt. Cervicoradikuläre Reiz- oder
sensomotorische Ausfallsymptome seien nicht objektivierbar gewesen. Bezüglich der
kernspintomographisch nachgewiesenen Segmentdegeneration L5/S1 mit möglicher
Nervenwurzelirritation S1 seien Zeichen eines Lumbovertebralsyndroms festgestellt
worden. Bei rechts gegenüber links abgeschwächtem ASR seien keine
lumboradikulären Reiz- oder sensomotorischen Ausfallsymptome fassbar gewesen. Dr.
J._ hat sich somit, entgegen der Behauptung des Rechtsvertreters, im Rahmen der
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit eingehend mit der Rückenproblematik befasst. Sodann
haben die MEDAS-Sachverständigen entgegen den Ausführungen des
Rechtsvertreters den somatischen Gesundheitsbeeinträchtigungen einen Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit beigemessen, indem sie die Zumutbarkeit für mittelschwere und
schwere körperliche Tätigkeiten verneint und weitere Kriterien, die eine adaptierte
Tätigkeit erfüllen muss (wechselbelastende Tätigkeit ohne repetitive oder
kraftanfordernde manuelle Arbeiten, ohne Arbeiten in ergonomisch ungünstiger
Rückenhaltung [insbesondere mit längeren Arbeiten über Kopfhöhe], ohne Heben/
Tragen von Lasten über 5-7.5 kg), angegeben haben. Die Einschätzung, dass der
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Beschwerdeführer aus somatischer Sicht in einer oben umschriebenen adaptierten
Tätigkeit ‒ seit der Stabilisierung der Ellenbogenproblematik ‒ vollständig arbeitsfähig
ist, überzeugt. Denn gemäss dem Beschwerdeführer nehmen die Schmerzen im
lateralen Ellenbogen beidseits vor allem nach kraftanfordernden manuellen Tätigkeiten
bzw. beim Heben/Tragen von Lasten zu. Genau solche Tätigkeiten sind ihm gemäss
Dr. J._ aber nicht mehr zumutbar. Weiter hat im Untersuchungszeitpunkt eine
uneingeschränkte, harmonische und schmerzfreie Beweglichkeit cervicothorakal
bestanden. Auch hat der Sachverständige klinisch keine radikulären Reiz- oder
sensomotorischen Ausfallsymptome feststellen können. Demgegenüber überzeugt die
von Dr. J._ vorgenommene abgestufte Arbeitsfähigkeitsschätzung (100 %ige
Arbeitsunfähigkeit adaptiert von Juni 2008 bis März 2010 und 50 %ige
Arbeitsunfähigkeit adaptiert von April 2010 bis spätestens Oktober 2010) nicht
vollumfänglich: Das Ellenbogenleiden ist durch einen Sturz im Juni 2008 ausgelöst
worden. Im November 2008, im September 2009 und im Februar 2010 war der
Beschwerdeführer an beiden Ellenbogen operiert worden. Dr. D._ hatte nach der
letzten Operation angegeben, dass der (operierte) rechte Ellenbogen postoperativ
während 6-8 Wochen nicht belastbar sei. Im September 2012 hatte derselbe Arzt
berichtet, dass sich die Beschwerden sowohl am linken als auch am rechten
Ellenbogenbereich durch die operativen Vorgehensweisen nicht verbessert, sondern
wegen einer allgemeinen Dekonditionierung der oberen Extremitäten eher
verschlechtert hätten (IV-act. 29). Obwohl sich somit die Beschwerden an den
Ellenbogen durch die Operationen weder wesentlich verbessert noch verschlechtert
hatten, hat Dr. J._ dem Beschwerdeführer im Anschluss an die letzte Operation im
Februar 2010 über die postoperative Heilungsphase hinaus eine teilweise
Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit attestiert. Zwar ist aufgrund des
langwierigen Verlaufs wohl von einer länger als üblich dauernden postoperativen
Erholungsphase auszugehen. Aber auch wenn man von einer doppelt so langen
Rekonvaleszenzzeit ausgehen würde, wie sie für einen solchen Eingriff üblich wäre
(gemäss Dr. D._ 6-8 Wochen), d.h. von einer viermonatigen Erholungsphase, hätte
die Arbeitsfähigkeit aus somatischer Sicht in einer adaptierten Tätigkeit bereits am 1.
Juli 2010 wieder 100 % betragen. Dafür spricht auch die kreisärztliche Beurteilung vom
24. März 2010, wonach der Beschwerdeführer medizinisch-theoretisch seitens der
unfallbedingten Folgen ab 7. April 2010 wieder vollarbeitsfähig sei (act. G 4.2, Suva-
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Fremdakten, nicht akturiert; vgl. auch IV-act. 37-10). Die Einschätzung von Dr. J._,
wonach der Beschwerdeführer bis acht Monate nach der letzten Ellenbogenoperation
auch in einer adaptierten Tätigkeit teilweise arbeitsunfähig gewesen sei, überzeugt
daher nicht. Folglich ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer aus
somatischer Sicht spätestens ab Juli 2010 ‒ unter Ausklammerung der
Kniebeschwerden ‒ in einer adaptierten Tätigkeit mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit zu 100 % arbeitsfähig gewesen ist.
3.4 In psychiatrischer Hinsicht hat der Rechtsvertreter kritisiert, dass der Einfluss der
mittelgradigen Depression auf die Arbeitsfähigkeit zu wenig genau geprüft worden sei.
Unter den psychiatrischen Fachärzten ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer an
einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (F43.2) leidet. Entgegen
der Behauptung des Rechtsvertreters liegt somit keine mittelgradige Depression (F32.1
oder F33.1) vor. Die Einschätzung der psychiatrischen Fachpersonen überzeugt
aufgrund der im Jahr 2009 erlebten, sehr belastenden Ereignisse (Todesfälle in der
Familie, unerwartete Kündigung durch den langjährigen Arbeitgeber) und der Tatsache,
dass der Beschwerdeführer nur wenige depressive Symptome zeigte (insbesondere
gedrückte Stimmung und Schlafstörungen, die durch Medikamente kupiert wurden).
Der psychiatrische Sachverständige der MEDAS hat zudem eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert. Er hat argumentiert, dass der
Beschwerdeführer aufgrund der empfundenen Schmerzen bei der Arbeit mehr Pausen
benötige. Die Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung ist
angesichts der somatisch nicht vollständig objektivierbaren Schmerzen und der
ausgesprochen tiefen körperlichen Selbsteinschätzung gut nachvollziehbar. Der
psychiatrische Sachverständige hat erklärt, dass es sich beim Ellenbogenleiden um
eine chronische körperliche Begleiterkrankung mit unbefriedigenden
Behandlungsergebnissen handle. Aufgrund der empfundenen Schmerzen benötige der
Beschwerdeführer mehr Pausen, weshalb seine Arbeitsfähigkeit aus psychischer Sicht
auch in einer adaptierten Tätigkeit um 20 % eingeschränkt sei. Der psychiatrische
Sachverständige hat seine Arbeitsfähigkeitsschätzung unter Berücksichtigung der alten
bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu den anhaltenden somatoformen
Schmerzstörungen abgegeben (siehe z.B. BGE 130 V 352 E. 2.2.3). Das Bundesgericht
hat diese Rechtsprechung mit dem Urteil 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015 (zur
Publikation vorgesehen) geändert: Die bisherige Vermutung, dass der versicherten
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Person eine Willensanstrengung zuzumuten sei, mit welcher die Folgen einer
somatoformen Schmerzstörung überwunden werden könnten, ist aufgehoben worden
(vgl. Erw. 3.3.1 und Erw. 3.6). Die Beurteilung des psychiatrischen Sachverständigen
überzeugt auch unter der neuen Rechtsprechung, die eine "ergebnisoffene
symmetrische Beurteilung" anhand eines Kataloges von Indikatoren des tatsächlich
erreichbaren Leistungsvermögens verlangt (Erw. 3.6). So bleibt für die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit insbesondere weiterhin beachtlich, dass die versicherte Person an
einer körperlichen Komorbidität leidet (siehe Erw. 4.3.1.3). Auch die
Behandlungsresistenz (intensive Behandlung von Juni 2008 bis Februar 2010), die
starken, nur teilweise nachvollziehbaren Ellenbogenschmerzen und das konsistente
Verhalten des Beschwerdeführers sind gewichtige Indizien für eine
arbeitsfähigkeitseinschränkende Wirkung der somatoformen Schmerzstörung. Unter
Berücksichtigung dieser Indikatoren leuchtet die Einschätzung von Dr. K._, dass der
Beschwerdeführer vermehrte Pausen im Umfang von 20 % benötigt, ein. Daher ist auf
die Einschätzung des psychiatrischen Sachverständigen, welche auch von RAD-Arzt
Dr. E._ sinngemäss als plausibel beurteilt worden ist (IV-act. 38-1), abzustellen. Der
Beschwerdeführer ist folglich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auch in einer
adaptierten Tätigkeit zu 20 % arbeitsunfähig.
3.5 Mit Bezug auf die Kniebeschwerden ist folgendes festzuhalten: Der Beschwerde
führer hat anlässlich der MEDAS-Begutachtung bei der Anamneseerhebung nicht über
Knieschmerzen geklagt (IV-act. 37-3 f.). Der MEDAS-Sachverständige Dr. J._ hat
passend dazu in der klinischen Untersuchung durchwegs uneingeschränkt bewegliche
und reizlose periphere Gelenke der unteren Extremitäten festgestellt (IV-act. 37-13).
Daher muss davon ausgegangen werden, dass die Kniebeschwerden im
Begutachtungszeitpunkt noch nicht soweit fortgeschritten gewesen sind, dass sie
einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gehabt hätten. Dr. D._ hat den
Beschwerdeführer am 23. Mai 2011 und am 6. Juni 2011 am linken Knie und am 29.
August 2011 am rechten Knie operiert. Das Spital Q._ hat im Februar 2012 berichtet,
dass der Beschwerdeführer an einer Insertionstendinose Pes anserinus Kniegelenke
beidseits leide. Da aktuell keine positiven Meniskuszeichen vorlägen, empfehle es ein
konservatives Vorgehen. Den Röntgenaufnahmen vom Februar 2012 waren mediale
Gelenkspaltverschmälerungen, links etwas deutlicher als rechts, als Hinweis auf einen
beginnenden arthrotischen Prozess zu entnehmen. Eine schwere Gonarthrose liege
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nicht vor. RAD-Arzt Dr. P._ hat erklärt, dass der Beschwerdeführer aufgrund der
Knieoperationen ab Mai 2011 auch in einer adaptierten Tätigkeit zu 100 %
arbeitsunfähig gewesen sei. Ab dem Tag der Untersuchung im Spital Q._ (29.
Februar 2012) sei er in einer adaptierten Tätigkeit wieder zu 80 % arbeitsfähig
gewesen. Die von den MEDAS-Sachverständigen umschriebenen Anforderungen an
eine adaptierte Tätigkeit hat er um die folgenden Kriterien erweitert: Keine knienden/
kauernden Tätigkeiten, keine Zwangshaltungen und kein längeres Gehen (insbesondere
auf schlechter Unterlage). Demgegenüber hat Dr. D._ am 25. Februar 2012 berichtet,
dass sich der Zustand bezüglich des linken Kniegelenks noch nicht stabilisiert habe.
Auch beim rechten Knie bestehe eine medialbetonte Gonarthrose. Wegen der
zusätzlich zur Knieproblematik bestehenden somatischen Beschwerden sei der
Beschwerdeführer auch in einer sitzenden Tätigkeit in seiner Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt. Zurzeit sei er in jeder Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig. Die Angabe von
Dr. D._, dass weiterhin nicht von einem stabilisierten Zustand bezüglich des linken
Kniegelenks ausgegangen werden könne, ist vor dem Hintergrund der überzeugenden
Ausführungen im Bericht des Spital Q._ nicht nachvollziehbar. Auch leuchtet nicht
ein, weshalb der Beschwerdeführer aufgrund des Ellenbogen- und Rückenleidens nicht
z.B. eine abwechselnd stehende/sitzende Tätigkeit sollte ausüben können, denn
gemäss dem Bericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG vom 1. Februar
2013 äusserten sich die Knieschmerzen beim Laufen und nicht beim Stehen. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. D._ überzeugt daher nicht. Die Klinik Valens hat
dem Beschwerdeführer im Austrittsbericht vom 3. Juli 2012 in einer sehr leichten,
vorwiegend sitzenden Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert. Neu ist die
Diagnose einer chronischen Periarthropathie coxae bds. angegeben worden. Dem
Bericht ist jedoch nicht zu entnehmen, dass diese einen quantitativen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit hätte. Die Klinik Valens hat weiter angegeben, dass der
Beschwerdeführer in den Belastungstests eine deutliche Selbstlimitierung gezeigt habe
und dass von einer höheren Belastbarkeit auszugehen sei. Allerdings ist unklar, ob die
Klinik diese Selbstlimitierung schliesslich in ihrer Arbeitsfähigkeitsschätzung
ausgeklammert hat, denn begründet hat sie die 50 %ige Arbeitsunfähigkeit nicht. Somit
kann auch nicht auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Klinik Valens abgestellt werden.
Demgegenüber ist die Arbeitsfähigkeitsschätzung des RAD-Arztes Dr. P._
einleuchtend, denn es sind keine Gründe ersichtlich, weshalb dem Beschwerdeführer
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aufgrund der Knieschmerzen keine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit (z.B.
abwechselnd stehend/sitzend) zumutbar sein sollte, zumal er die aus psychischer Sicht
notwendigen vermehrten Pausen im Umfang von 20 % auch zur Entlastung seiner Knie
(z.B. Hochlagerung, Bewegung) nutzen kann. Insgesamt ist festzuhalten, dass mit dem
RAD-Arzt Dr. P._ davon auszugehen ist, dass die Knieproblematik in einer
knieschonenden Tätigkeit mit dem für das vorliegende Verfahren geltenden
herabgesetzten Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit in quantitativer
Hinsicht zumindest keinen über die 20 %ige Arbeitsunfähigkeit hinausgehenden
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hat.
3.6 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer in einer
adaptierten Tätigkeit seit spätestens Juli 2010 zu 80 % arbeitsfähig ist. Aufgrund der
Knieoperationen hat vom 1. Mai 2011 bis Ende Februar 2012 eine 100 %ige
Arbeitsunfähigkeit auch in einer adaptierten Tätigkeit bestanden.
3.7 Die Stufe der zu gewährenden Rente (ganze, Dreiviertels-, halbe oder
Viertelsrente) wird nach dem Ausmass der während der Wartezeit bestehenden
Arbeitsunfähigkeit und nach Massgabe der nach zurückgelegter Wartezeit
verbleibenden Erwerbsunfähigkeit bestimmt (AHI 1996 S. 177). So kann beispielsweise
eine ganze Rente nur dann zugesprochen werden, wenn die durchschnittliche
Arbeitsunfähigkeit für das abgelaufene Jahr wenigstens 70 Prozent betragen hat und
weiterhin eine Erwerbsunfähigkeit von mindestens gleichem Ausmass besteht (ZAK
1980 S. 282; zum Ganzen: Rz. 4001 f. des Kreisschreibens über Invalidität und
Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung, KSIH, Stand 1. Januar 2015). Der
Beschwerdeführer ist seit Juni 2008 in seiner angestammten Tätigkeit zu 100 %
arbeitsunfähig. Er hat in B._ eine Maurerlehre absolviert, in der Schweiz jedoch als
Hilfsarbeiter gearbeitet (siehe IV-act. 8). Als Invalidenkarriere bzw. als adaptierte
Tätigkeit kommt deshalb nur eine Hilfsarbeitertätigkeit in Betracht. Es wäre dem
Beschwerdeführer zumutbar gewesen, nach der Stabilisierung seines
Ellenbogenleidens, d.h. ab Juli 2010, eine adaptierte Hilfsarbeitertätigkeit auszuüben.
Das Wartejahr ist deshalb anhand der Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit
zu ermitteln. Der Beschwerdeführer ist ab dem 1. Mai 2011 in einer adaptierten
Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit
von 40 % hat jedoch erst ab dem 1. August 2011 bestanden (9 Monate [August 2010 -
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April 2011] à 20 % und 3 Monate [Mai, Juni, Juli 2011] à 100 %). Dem
Einkommensvergleich ab 1. August 2011 ist somit eine 40 %ige Arbeitsunfähigkeit
zugrunde zu legen.
4.
4.1 Somit bleibt noch der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Einkommensvergleich zu überprüfen. Der Rechtsvertreter hat geltend gemacht, dass
der Beschwerdeführer wegen des durch die Lungenproblematik erzwungenen
Jobwechsels bereits seit Jahren nicht mehr jenes Einkommen habe erzielen können,
welches er als Gesunder hätte erwirtschaften können. Dem Arbeitgeberbericht ist zu
entnehmen, dass der Beschwerdeführer vor dem Eintritt des Gesundheitsschadens in
der Pulverbeschichtung und Schäumerei gearbeitet habe. Gegenüber den MEDAS-
Sachverständigen hat er einerseits angegeben, ca. die letzten fünf Jahre in der
Stuhlmontage tätig gewesen zu sein. Andererseits hat er erklärt, dass der Wechsel
nach einer Suva-Inspektion ca. siebeneinhalb Jahre nach Stellenantritt (1993) erfolgt
sei (IV-act. 37-3). Der Beschwerdeführer müsste folglich im Zeitraum 2001-2003 in die
Stuhlmontage gewechselt haben. Bei der Sichtung des IK-Auszugs fällt auf, dass sich
der Lohn des Beschwerdeführers ab 1997 bis 2002 jedes Jahr erhöht hat. Die
Lohnerhöhungen haben in den Jahren 1997 bis 2001 zwischen Fr. 403.-- und Fr.
1'868.-- betragen, im Jahr 2002 nur noch Fr. 197.--. Im Jahr 2003 hat der
Beschwerdeführer dann Fr. 3'299.-- weniger verdient als im Vorjahr. Es deutet somit
alles darauf hin, dass der Beschwerdeführer durch den gesundheitsbedingten Wechsel
in die Stuhlmontage tatsächlich einen Einkommensverlust erlitten hat. Wie bereits
erwähnt, ist das genaue Datum des Wechsels in die Stuhlmontage nicht bekannt; die
Wahrscheinlichkeit, dass er nicht genau auf den Jahresanfang hin erfolgt ist, ist jedoch
gross, da der Grund hierfür, soweit aus den Akten ersichtlich, eine
Nichteignungsverfügung der Suva gewesen ist. Demzufolge kann das
Erwerbseinkommen, welches der Beschwerdeführer unmittelbar vor dem Wechsel in
die Stuhlmontage erzielt hat, anhand der Akten nicht eruiert werden. Allerdings ist
ohnehin zu bezweifeln, ob dieses zuletzt erzielte Einkommen in der
Pulverbeschichtung/Schäumerei (natürlich angepasst an die Nominallohnentwicklung)
am ehesten jenem hypothetischen Erwerbseinkommen entsprechen würde, welches
der Beschwerdeführer ohne gesundheitliche Probleme im Zeitpunkt des
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frühestmöglichen Rentenbeginns, d.h. im August 2011, erzielt hätte, denn zwischen
August 2011 und dem Wechsel in die Stuhlmontage (wohl 2002 oder 2003) sind
beinahe zehn Jahre vergangen. Wie sich das Einkommen des Beschwerdeführers in
dieser Zeit entwickelt hätte, wenn er nicht an Isocyanatasthma erkrankt wäre, ist
schwierig bis unmöglich zu beurteilen.
4.2 Deshalb hat auch die Bemessung des Valideneinkommens ‒ wie jene des
Invalideneinkommens ‒ anhand von Tabellenlöhnen zu erfolgen, konkret anhand des
durchschnittlichen Einkommens eines Hilfsarbeiters im Jahr 2011. Da die Grundlagen
für die Berechnung des Validen- und Invalideneinkommens gleich hoch sind, kann ein
Prozentvergleich vorgenommen werden. Somit bleibt noch zu prüfen, ob der
Beschwerdeführer aufgrund des Gesundheitsschadens verhältnismässig weniger
verdienen würde, als wenn er gesund geblieben wäre, d.h. ob ein Tabellenlohnabzug
angezeigt ist. Der Beschwerdeführer leidet an diversen somatischen wie auch
psychischen gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Es ist davon auszugehen, dass ihn
ein zukünftiger Arbeitgeber insbesondere aufgrund des hohen Krankheits- und
Ausfallrisikos nur zu einem unterdurchschnittlichen Lohn einstellen würde. Ein
Tabellenlohnabzug von 15 % erscheint daher angemessen. Diese rein
betriebswirtschaftlichen bzw. ökonomischen Faktoren haben in den
Arbeitsfähigkeitsschätzungen der MEDAS-Sachverständigen und des RAD-Arztes Dr.
P._ selbstverständlich nicht berücksichtigt werden können, da sie mit der aus
medizinischer Sicht zumutbaren Arbeitsleistung nichts zu tun haben. Bei einem
Arbeitsunfähigkeitsgrad von 40 % ab 1. August 2011 hat der Beschwerdeführer folglich
bei einem IV-Grad von 49 % (40 % + [60 % x 0.15] Anspruch auf eine Viertelsrente.
Gestützt auf Art. 88a IVV hat der Beschwerdeführer vom 1. November 2011 bis 31. Mai
2012 bei einem IV-Grad von 100 % Anspruch auf eine ganze Rente. Ab 1. Juni 2012
besteht kein Rentenanspruch mehr, da der IV-Grad lediglich noch 32 % beträgt.
4.3 Der Beschwerdeführer liess in der Beschwerdeschrift beantragen, die
Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, geeignete berufliche Massnahmen
durchzuführen, bevor sie eine Rente verfüge. Gemäss dem im
Sozialversicherungsrecht geltenden Grundsatz "Eingliederung vor Rente" hat eine
Selbsteingliederung bzw. eine durch eine Sozialversicherung übernommene
Eingliederung zu erfolgen, bevor allenfalls eine Rente beansprucht werden kann (Ueli
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Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, N 47 der Vorbemerkungen; siehe auch
Art. 7 Abs. 1 und Art. 16 ATSG und BGE 126 V 241 E. 5). Dem Beschwerdeführer ist
rückwirkend für die Zeit vom 1. August 2011 bis 31. Mai 2012 eine befristete Rente
zuzusprechen. Eine rückwirkende Anordnung von Eingliederungsmassnahmen für
diesen Zeitraum ist offensichtlich nicht möglich. Ab 1. Juni 2012 hat der
Beschwerdeführer keinen Rentenanspruch mehr, weshalb der Grundsatz
"Eingliederung vor Rente" ab diesem Zeitpunkt nicht zur Anwendung kommt.
5.
5.1 Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Diese ist durch den von ihm geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- gedeckt. Der
Beschwerdeführer hat bei diesem Verfahrensausgang keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht