Decision ID: fa64d462-36bc-5a8d-bf74-c33597fe79b9
Year: 2007
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Die 1983 geborene philippinische Staatsangehörige M._ (: Gesuchstellerin) beantragte am 20. Oktober 2006 bei der  Vertretung in Manila ein Visum für einen dreimonatigen  bei ihrem im Kanton Zürich wohnhaften Schwager O._ (nachfolgend: Gastgeber bzw. Beschwerdeführer) und ihrer Schwester J._. Nach formloser Verweigerung leitete die Schweizerische  das Gesuch an das Bundesamt für Migration (BFM, nachfolgend: Vorinstanz) zur Prüfung und zum formellen Entscheid weiter.
B. Nachdem das Migrationsamt des Kantons Zürich beim Gastgeber weitere Abklärungen getroffen hatte, wies die Vorinstanz das Gesuch um  der Einreise mit Verfügung vom 20. Dezember 2006 ab. Zur  wurde ausgeführt, die Gesuchstellerin stamme aus einer Region, aus welcher der Zuwanderungsdruck als Folge der dort herrschenden  und soziokulturellen Verhältnisse bekannterweise nach wie vor stark anhalte. Viele ihrer Landsleute würden versuchen, ihren  in der Schweiz durch Ausschöpfung sämtlicher rechtlicher Mittel zu verlängern und sich so in Umgehung der bundesrätlichen  eine vermeintlich bessere Zukunft aufzubauen. Darüber  würden der Gesuchstellerin in ihrem Ursprungsland weder  berufliche oder gesellschaftliche Verpflichtungen noch familiäre  obliegen, welche gegebenenfalls Gewähr für eine  Rückkehr bieten könnten. Schliesslich würden auch keinerlei  vorliegen, welche eine Einreise trotzdem zwingend notwendig machen würden.
C. In einer an das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD)  Beschwerde vom 2. Januar 2007, welche an das neu zuständige Bundesverwaltungsgericht weitergeleitet wurde, ersucht der Gastgeber sinngemäss um Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und um  eines Einreisevisums für drei Monate. Zur Begründung rügt er , die Vorinstanz gehe zu Unrecht davon aus, die anstandslose  nach einem Besuchsaufenthalt wäre nicht gesichert. Er habe bereits in einer Garantieerklärung zugesichert, dass die Gesuchstellerin nach drei Monaten wieder ausreise, und tue dies hiermit erneut. Seine Ehefrau habe soeben ein drittes Kind geboren und sie wären sehr froh, wenn ihnen die Gesuchstellerin etwas zur Hand gehen könnte. Zudem sei für die Gesuchstellerin momentan der passende Zeitpunkt für einen  in der Schweiz, da sie gerade keiner Arbeit nachgehe. Ihren vier  Geschwistern auf den Philippinen sei dies aufgrund von beruflichen und familiären Verpflichtungen nicht möglich.
Der Beschwerdeschrift war ein ärztliches Attest für die Ehefrau des  vom 30. Dezember 2006 beigelegt.
D. In ihrer Vernehmlassung vom 6. März 2007 spricht sich die Vorinstanz für eine Abweisung der Beschwerde aus. Die Gesuchstellerin stamme aus  Region mit starkem Zuwanderungsdruck. Zur Erteilung eines Visums
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müssten deshalb familiäre, berufliche oder gesellschaftliche  im Heimatland von gewisser Intensität vorausgesetzt werden. Von  sei vorliegend nicht auszugehen, sei doch die Gesuchstellerin jung, ledig, kinderlos und gemäss eigenen Angaben ohne feste Anstellung.  sei vorliegend bei der gemäss Beschwerdeschrift primär beabsichtigten Mithilfe der Gesuchstellerin im Haushalt und bei der Kinderbetreuung von einer bewilligungspflichtigen Erwerbstätigkeit auszugehen, welche von  Besuchervisum nicht gedeckt wäre.
E. Der Beschwerdeführer verzichtete in der Folge auf die Einreichung einer Replik.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Verfügungen des Bundesamtes für Migration (BFM) betreffend  der Einreisebewilligung unterliegen der Beschwerde an das  (Art. 20 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer [ANAG, SR 142.20] i.V.m. Art. 31 und 33 lit. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).
1.2 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem  nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit dieses Gesetz nichts anderes bestimmt. Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts ist endgültig (Art. 1 Abs. 2 VGG i.V.m. Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.3 Der Beschwerdeführer ist gemäss Art. 20 Abs. 2 ANAG und Art. 48 VwVG zur Beschwerde legitimiert; auf die frist- und formgerecht eingereichte  ist einzutreten (Art. 49 ff. VwVG).
2.
2.1 Die Schweizerische Rechtsordnung gewährt grundsätzlich keinen  auf Bewilligung der Einreise. Der Entscheid darüber ist -  nachfolgend zu erörternder Hinderungsgründe - von der  in pflichtgemässer Ausübung ihres Ermessens zu fällen (Art. 4 und Art. 16 Abs. 1 ANAG, Art. 9 Abs. 1 der Verordnung vom 14. Januar 1998 über Einreise und Anmeldung von Ausländerinnen und Ausländern [VEA, SR 142.211], PETER UEBERSAX, Einreise und Anwesenheit, in: PETER UEBERSAX / PETER MÜNCH / THOMAS GEISER / MARTIN ARNOLD (Hrsg.), , Ausländerinnen und Ausländer im öffentlichen Recht, Privatrecht, Steuerrecht und Sozialrecht der Schweiz, Basel/Genf/München 2002, S. 143; URS BOLZ, Rechtsschutz im Ausländer- und Asylrecht, Basel und Frankfurt a.M. 1990, S. 29 mit weiteren Hinweisen; PHILIP GRANT, La  de la vie familiale et de la vie privée en droit des étrangers, Basel usw. 2000, S. 24).
2.2 Ausländerinnen und Ausländer benötigen zur Einreise in die Schweiz ei-
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nen Pass und ein Visum, sofern sie nicht aufgrund besonderer Regelung von diesem Erfordernis ausgenommen sind (Art. 1 bis 5 VEA). Um ein  zu erhalten, müssen Ausländerinnen und Ausländer die in Art. 1 Abs. 2 VEA aufgeführten Voraussetzungen erfüllen. Sie haben unter anderem Gewähr für eine fristgerechte Wiederausreise zu bieten (Art. 1 Abs. 2 Bst. c VEA).
3.
3.1 Die Gesuchstellerin bedarf aufgrund ihrer Nationalität zur Einreise in die Schweiz nebst dem Pass eines Visums. Die Vorinstanz verweigerte die  eines solchen Visums mit der Begründung, die anstandslose und fristgerechte Wiederausreise erscheine nicht als hinreichend gesichert.
3.2 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten  erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. Dazu lassen sich in der Regel keine Feststellungen, sondern lediglich Prognosen . Dabei rechtfertigt es sich durchaus, Einreisegesuchen von  und Bürgern aus Staaten oder Regionen mit politisch respektive  vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen zum vornherein mit Zurückhaltung zu begegnen, da die persönliche Interessenlage in solchen Fällen häufig nicht mit dem Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten  in Einklang steht.
3.3 Auf den Philippinen sind fraglos breite Bevölkerungsschichten von  kargen wirtschaftlichen und sozialen Lebensbedingungen . Nach Angaben der Asiatischen Entwicklungsbank hatten im Jahr 2003 44.1% der Bevölkerung weniger als USD 2 pro Tag zur Verfügung und 11.1% waren von absoluter Armut (weniger als USD 1 pro Tag) . Angesichts des starken Bevölkerungswachstums stellt die  ein zunehmendes Problem dar. Zwar ist die Arbeitslosenrate 2005 offiziell von 11.8% auf 7.4% zurückgegangen, doch dürfte dieser  auf eine neue Definition des Begriffs zurückzuführen und die  Arbeitslosenrate unverändert geblieben sein. Zu den offiziellen  kommen rund 21% Unterbeschäftigte hinzu (Quelle: http://www.auswaertiges-amt.de, Stand: Februar 2007). Entsprechend hoch ist der Anteil jener, die zeitweise oder auf Dauer ins Ausland  wollen, um dort unter günstigeren Lebensbedingungen eine bessere Existenz aufbauen zu können. So verlassen rund 1 Mio. Menschen jährlich die Philippinen, um im Ausland Arbeit zu suchen (vgl. Auswärtiges Amt, a.a.O.). Dieser Trend zeigt sich erfahrungsgemäss dort besonders stark, wo durch die Anwesenheit von Verwandten oder Bekannten bereits ein  Beziehungsnetz im Ausland besteht. Im Falle der Schweiz führt dies angesichts der restriktiven Zulassungsregelung nicht selten zur Umgehung ausländerrechtlicher Bestimmungen.
4.
4.1 Bei der Risikoanalyse sind aber nicht nur solch allgemeine Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte des konkreten  zu berücksichtigen. Obliegt einem Gesuchsteller im Heimatstaat
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beispielsweise eine besondere berufliche, gesellschaftliche oder familiäre Verantwortung, kann dieser Umstand durchaus die Prognose für eine  Wiederausreise begünstigen. Umgekehrt muss bei , die in ihrer Heimat keine der erwähnten Verpflichtungen haben, die sie von einer möglichen Emigration abhalten könnten, aufgrund  Erfahrungen das Risiko eines fremdenpolizeilich nicht  Verhaltens (nach bewilligter Einreise zu einem ) hoch eingeschätzt werden.
4.2 Bei der Gesuchstellerin handelt es sich um die 23-jährige, ledige und  Schwester der Ehefrau des Gastgebers, welche an der gleichen Wohnadresse wie ihre Eltern wohnt. Weitergehendes ist in Bezug auf die persönlichen und familiären Verhältnisse nicht bekannt. Aus den  kann jedenfalls nicht geschlossen werden, die Gesuchstellerin habe gegenüber Familienangehörigen an ihrem Aufenthaltsort irgendwelche Verpflichtungen oder Verantwortlichkeiten, die besondere Gewähr für eine Rückkehr abgeben könnten.
4.3 Die Gesuchstellerin hat gemäss den von ihr eingereichten Unterlagen im Jahre 2000 die High School abgeschlossen. Auf ihrem  sowie dem zusätzlichen Fragekatalog der Schweizerischen  hat sie angegeben, sie gehe keiner Erwerbstätigkeit nach und werde von ihren Eltern finanziell unterstützt. Der Beschwerdeführer seinerseits führte gegenüber dem Migrationsamt des Kantons Zürich aus, die  helfe im elterlichen Kleinbetrieb mit, um anschliessend anlässlich des Beschwerdeverfahrens geltend zu machen, sie gehe momentan keiner Arbeit nach. Ob die Gesuchstellerin tatsächlich einer Erwerbstätigkeit nachgeht, erscheint aufgrund dieser widersprüchlichen Aussagen höchst fraglich. Jedenfalls kann nicht davon ausgegangen werden, sie befinde sich heute in beruflich stabilen Verhältnissen und habe eine gesicherte wirtschaftliche Existenz.
4.4 Vor dem aufgezeigten Hintergrund durfte die Vorinstanz daher zu Recht davon ausgehen, die fristgerechte Wiederausreise sei nicht gewährleistet (vgl. Art. 14 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 2 lit. c VEA). Zwar lässt sich diese Einschätzung nicht zu einer gesicherten Feststellung verdichten; sie reicht aber aus, um die Erteilung einer Einreisebewilligung - auf welche wie  erwähnt ohnehin kein Rechtsanspruch besteht - abzulehnen.
5. Der Beschwerdeführer will in seiner Person Gewähr für eine anstandslose und fristgerechte Wiederausreise der Gesuchstellerin aus der Schweiz . Die Integrität des Beschwerdeführers in seiner Eigenschaft als  wird in keiner Weise in Zweifel gezogen. Indessen geht es bei der Abwägung des Risikos einer nicht fristgerechten Wiederausreise nicht so sehr um das Verhalten des Gastgebers, sondern vielmehr um dasjenige des Gastes. Nur dieser ist in der Lage, hinreichend Gewähr für eine  und anstandslose Wiederausreise zu bieten. Der Gastgeber kann zwar für gewisse finanzielle Risiken Garantie leisten, nicht aber - mangels rechtlicher Durchsetzbarkeit - für ein bestimmtes Verhalten des Gastes.
6. Inwieweit die erst auf Beschwerdeebene geäusserte Absicht, der Schwes-
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ter in der Schweiz nach deren Niederkunft im Haushalt und bei der  zu helfen, Zweifel am ursprünglich deklarierten  (Besuch) schüren beziehungsweise vom beantragten Visum nicht gedeckt sein könnte (Frage der bewilligungspflichtigen Erwerbstätigkeit) kann offenbleiben, nachdem der Hinderungsgrund in Form mangelnder Gewähr für die fristgerechte Wiederausreise zu bestätigen ist.
7. Aus vorstehenden Erwägungen folgt somit, dass die angefochtene  im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die  ist daher abzuweisen.
8. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende  kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die  sind auf Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des  vom 11. Dezember 2006 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
Dispositiv S. 7
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