Decision ID: 6ac240cc-bc33-4fba-a0db-d1bb2745c50b
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
P._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. rer. publ. Michael B. Graf, Vadianstrasse 44,
Postfach 262, 9001 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
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vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, Oberer Graben 44, Postfach,
9001 St. Gallen,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1971 geborene P._ war als CNC-Operator bei der A._ tätig und dadurch
bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 6.
September 2003 als Lenker eines Personenwagens in einen Auffahrunfall verwickelt
wurde (Suva-act. 1 und 7). Dr. med. B._, Innere Medizin FMH, diagnostizierte am 8.
September 2003 (Suva-act. 2) ein HWS-Beschleunigungstrauma. Als Befunde wurden
Druckdolenzen nuchal und okzipital sowie im lumbalen Bereich rechts festgestellt. Der
Röntgenbefund ergab keine Frakturen an der HWS. Eine am 13. Oktober 2003 im
Röntgeninstitut Dr. med. Werner Alder, St. Gallen, veranlasste röntgenologische
Untersuchung der HWS, BWS und LWS ergab am ganzen abgebildeten Achsenskelett
keine Hinweise auf eine Fraktur oder Fissur (Suva-act. 8). Kreisarzt Dr. med. C._
stellte am 13. Oktober 2003 (Suva-act. 9) ein ausgeprägtes rechtsbetontes
Zervikalsyndrom mit Ausstrahlung occipital bis frontal rechts fest. Dr. med. D._,
Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, diagnostizierte am 18. November 2003 (Suva-
act. 15) ein zervikovertebrales und zervikozephales Syndrom nach einer HWS-
Distorsion. Eine neuropsychologische Untersuchung bei Dr. phil. E._,
Neuropsychologe FSP/SVNP, ergab eine schmerzbedingte Belastbarkeitsminderung
und eine leichte kognitive Funktionseinschränkung (Konzentrationsstörungen) bei
Status nach HWS-Distorsionstrauma (Suva-act. 30). Vom 31. März bis 5. Mai 2004
erfolgte ein stationärer Aufenthalt in der Thurgauer Klinik St. Katharinental in
Diessenhofen. Im Austrittsbericht vom 12. Mai 2004 (Suva-act. 73) wurden die
Diagnosen eines Status nach HWS-Distorsionstrauma mit/bei posttraumatischem
Torticollis, leichter neuropsychologischer Funktionsstörung und Hypakusis links
gestellt. Eine Konsultation im Ambulatorium Neurologie der Schulthess Klinik, Zürich,
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vom 14. Juni 2004 ergab ein chronifiziertes zervikospondylogenes Syndrom mit/bei
Status nach HWS-Distorsion, ausgeprägtem Muskelhartspann Schultergürtel links und
Verdacht auf eine somatoforme Schmerzverarbeitungsstörung (Suva-act. 81). Nach
einer Hospitalisation in der Schulthess Klinik vom 5. bis 6. Juni 2004 wurden eine
muskulär bedingte Fehlhaltung zervikothorakal bei Status nach HWS-Distorsion und
der Verdacht auf eine somatoforme Schmerzverarbeitungsstörung diagnostiziert (Suva-
act. 86). F._, Eidg. Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte mit
Schreiben vom 6. September 2004 (Suva-act. 95) eine Anpassungsstörung mit
vorwiegend Beeinträchtigung von anderen Gefühlen, bei muskulär bedingter
Fehlhaltung zervikothorakal bei Status nach HWS-Distorsion. Eine neurologische
Untersuchung in der Rheinburg-Klinik, St. Gallen, ergab die Diagnose eines
chronifizierten zervikozephalen Syndroms nach HWS-Distorsion mit Fehlhaltung des
Kopfes nach links, ohne klinisch feststellbare zervikale Dystonie (Suva-act. 96).
A.b Mit Verfügung vom 22. März 2005 eröffnete die Suva dem Versicherten, dass
aufgrund der verschiedenen Abklärungen und den medizinischen Unterlagen der
adäquate Kausalzusammenhang zwischen den noch beklagten Beschwerden und dem
Unfall vom 6. September 2003 nicht mehr gegeben sei. Die Versicherungsleistungen
(Heilungskosten und Taggeld) würden daher per 30. April 2005 eingestellt. Die gegen
diese Verfügung erhobene Einsprache wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 5.
April 2007 (Suva-act. 164) ab.
B.
B.a Dagegen richtet sich die von Rechtsanwalt Michael B. Graf, St. Gallen, im Namen
des Versicherten eingereichte Beschwerde vom 15. Mai 2007 mit den Anträgen, der
angefochtene Einspracheentscheid vom 5. April 2007 sei aufzuheben, dem
Beschwerdeführer seien mit Wirkung ab 1. Mai 2005 weiterhin die gesetzlichen
Versicherungsleistungen nach UVG auszurichten und es sei ihm die unentgeltliche
Prozessführung und Rechtsverbeiständung zu gewähren; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung wird im
Wesentlichen ausgeführt, dass der Beschwerdeführer eine HWS-Distorsion erlitten und
sich das typische Beschwerdebild sofort manifestiert habe, weshalb der natürliche
Kausalzusammenhang offensichtlich gegeben sei. Die Adäquanzbeurteilung sei zu früh
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erfolgt, da die Heilbehandlung im Zeitpunkt der Verfügung und des
Einspracheentscheids noch nicht abgeschlossen gewesen sei und die
Arbeitsunfähigkeit noch angedauert habe. Sodann sei der adäquate
Kausalzusammenhang über den 22. März 2005 hinaus und bis auf weiteres erfüllt, da
mehrere der besonderen Adäquanzkriterien in besonderem Ausmass erfüllt seien. In
der nachträglichen Eingabe vom 15. Mai 2007 führte der Rechtsvertreter hauptsächlich
aus, dass das Unvermögen die bisherige Arbeitstätigkeit auszuführen bzw. die zu
erwartende Arbeitslosigkeit bei der Adäquanzbeurteilung zu berücksichtigen seien.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 3. August 2007 beantragt Rechtsanwalt Dr. iur. Urs
Glaus, St. Gallen, im Namen der Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Der
Fallabschluss sei berechtigt gewesen, da bereits wenige Monate nach dem Unfall keine
wesentliche Veränderung des Gesundheitszustands mehr hätte festgestellt werden
können. Die Adäquanzbeurteilung sei keineswegs zu früh erfolgt, es handle sich dabei
um eine Rechtsfrage, die beim Fallabschluss zu beurteilen sei, diesen aber nicht
beeinflusse. Insgesamt würden nicht ausreichend Umstände für das Vorliegen des
adäquaten Kausalzusammenhangs sprechen. Die Schmerzverarbeitungsstörung,
welche nach übereinstimmender Auffassung der berichtenden Ärzte als einzige
Ursache der Arbeitsunfähigkeit angesehen werde, sei erst einige Wochen nach dem
Unfall überhaupt aufgetreten. Diese Latenzzeit sei für ein Schleudertrauma zu lang, so
dass es nicht mehr gerechtfertigt sei, die Adäquanz nach BGE 117 V 367 zu prüfen.
B.c Mit Replik vom 28. September 2007 hielt der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers unverändert an seinem Rechtsbegehren fest und beantragte
zusätzlich die Durchführung einer mündlichen Verhandlung.
B.d Mit Duplik vom 5. November 2007 liess auch die Beschwerdegegnerin an ihrem
Antrag auf Abweisung der Beschwerde festhalten.
C.
An der mündlichen Verhandlung vom 30. April 2008 hielten die Parteien an den
gestellten Anträgen und Rechtsbegehren fest. Auf die einzelnen Vorbringen wird,

soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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Erwägungen:
1.
Streitig ist vorliegend, ob nach dem 30. April 2005 noch adäquat-kausale Unfallfolgen
vorliegen und demnach eine weitere Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin besteht.
Die Beschwerdegegnerin anerkannte bereits im Einspracheentscheid vom 5. April 2007
den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den
geklagten, klinisch fassbaren gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Der Rechtsvertreter
der Beschwerdegegnerin bestätigte im Schriftenwechsel vor dem Versicherungsgericht
und anlässlich der mündlichen Verhandlung vom 30. April 2008, dass der natürliche
Kausalzusammenhang unbestritten weiterhin gegeben sei. Des Weiteren sind sich die
Parteien anlässlich der mündlichen Verhandlung grundsätzlich einig darüber, dass die
Adäquanzbeurteilung anhand der Rechtsprechung gemäss BGE 117 V 367 zu erfolgen
hat. Somit ist im vorliegenden Verfahren der Streitgegenstand auf die Beurteilung des
adäquaten Kausalzusammenhangs begrenzt.
2.
Gemäss ständiger Praxis des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; seit 1.
Januar 2007: Sozialversicherungsrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) haftet der
Unfallversicherer nur für jene Folgen, die mit dem Unfall adäquat-kausal
zusammenhängen, wobei für die Adäquanz nicht die subjektive, sondern die objektive
Voraussehbarkeit des eingetretenen Erfolgs entscheidend ist (SVR 2000 UV Nr. 14
S. 45). Adäquat ist der Kausalzusammenhang dann, wenn ein Ereignis geeignet ist, den
eingetretenen Erfolg zu bewirken, so dass an andere Ursachen vernünftigerweise nicht
zu denken ist (BGE 117 V 359 und 112 V 30). Während es Aufgabe des Arztes oder der
Ärztin ist, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht,
die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III
110 Erw. 3a). Nicht jeder natürliche Kausalzusammenhang ist zugleich in rechtlicher
Hinsicht adäquat. Der adäquate Kausalzusammenhang ist ein Korrektiv zum
naturwissenschaftlichen Ursachenbegriff, der vom Recht als natürliche Kausalität
übernommen wurde, aber der Einschränkung bedarf, um für die rechtliche
Verantwortlichkeit tragbar zu sein und eine vernünftige Begrenzung der Haftung zu
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ermöglichen (BGE 122 V 415 Erw. 2c und 123 III 110 Erw. 3a). Die gemäss
Rechtsprechung geltenden Grundsätze beim Anspruch auf Versicherungsleistungen im
Zusammenhang mit einer erlittenen HWS-Distorsion wurden von der
Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid vom 5. April 2007 treffend dargelegt;
darauf kann verwiesen werden.
3.
3.1 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht in der Beschwerde geltend,
die Adäquanzbeurteilung sei zu früh erfolgt. Die Heilbehandlung sei im Zeitpunkt der
Verfügung und des Einspracheentscheids noch nicht abgeschlossen gewesen und die
Arbeitsunfähigkeit habe noch angedauert. Zu diesem Zeitpunkt sei offen gewesen, ob
eine teilweise Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten sei, zumal sowohl die
Gutachter der MEDAS als auch jene des Instituts für Assessment Basel Massnahmen
zur Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit vorgeschlagen hätten.
3.2 Die I. sozialrechtliche Abteilung des Schweizerischen Bundesgerichts hat im
Urteil U 394/06 vom 19. Februar 2008 festgehalten, dass nicht danach zu fragen sei, in
welchem Zeitpunkt die Adäquanzprüfung vorgenommen werden dürfe, sondern wann
der Unfallversicherer einen Fall abzuschliessen habe. Ausgehend von Art. 19 des
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) habe die Einstellung der
vorübergehenden Leistungen dann zu erfolgen, wenn von der Fortsetzung der
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands des
Versicherten mehr erwartet werden könne und allfällige Eingliederungsmassnahmen
der Invalidenversicherung abgeschlossen seien. Was unter einer namhaften Besserung
des Gesundheitszustands des Versicherten zu verstehen sei, umschreibe das Gesetz
nicht näher. Mit Blick darauf, dass die soziale Unfallversicherung ihrer Konzeption nach
auf die erwerbstätigen Personen ausgerichtet sei, werde sich dies namentlich nach
Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit,
soweit unfallbedingt beeinträchtigt, bestimmen. Dabei verdeutliche die Verwendung
des Begriffs "namhaft" durch den Gesetzgeber, dass die durch weitere Heilbehandlung
zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen müsse. Unbedeutende Verbesserungen
genügten nicht (besagtes Urteil E. 4.3 mit Hinweisen). Dieser höchstrichterlichen
Interpretation ist vorliegend ohne weiteres beizupflichten.
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3.3 Dr. med. G._, Facharzt für Allgemeine Medizin, hielt mit Schreiben vom 14.
Januar 2004 (Suva-act. 31) die Prognose für äusserst ungünstig und befürchtete eine
Vollinvalidisierung. Dr. E._ konnte gemäss Bericht vom 15. Januar 2004 (Suva-act.
30) aus neuropsychologischer Sicht keine erfolgsversprechende Therapie empfehlen.
Dem Austrittsbericht der Thurgauer Klinik St. Katharinental vom 12. Mai 2004 (Suva-
act. 73) ist zu entnehmen, dass sich insgesamt kein therapeutischer Ansatz gefunden
habe, so dass weiterführende physikalische oder manualmedizinische Therapien
vorderhand nicht zu empfehlen seien. Im Austrittsbericht der Schulthess Klinik vom 13.
Juli 2004 (Suva-act. 86) wurde von einer invasiven Massnahme und einer
medikamentösen Therapie abgeraten. Es wurde die Weiterführung einer
psychiatrischen und einer komplementärmedizinischen Behandlung empfohlen. Dr.
G._ berichtete am 4. September 2004 (Suva-act. 93) von einem desolaten Verlauf mit
Therapieresistenz auf sämtliche angebotenen Therapien. In der Beurteilung der
Rheinburg-Klinik vom 9. September 2004 (Suva-act. 96) wurde die Intensivierung der
Psychotherapie, eine schmerzdistanzierende Medikation und die Wiederaufnahme der
Physiotherapie vorgeschlagen. Dr. med. H._, Fachärztin FMH für Neurologie, Suva
Versicherungsmedizin, teilte am 7. November 2005 (Suva-act. 128) mit, dass von einer
weiteren Behandlung organischer Unfallfolgen keine namhafte Besserung zu erwarten
sei. Im Gutachten des Instituts für Assessment vom 14. Juni 2006 (Suva-act. 140)
wurde die Fortführung der psychotherapeutischen Behandlung für sinnvoll und
zweckmässig erachtet. Eine mittelfristige Verbesserung des Arbeitsfähigkeitsgrads
scheine möglich zu sein. Aus rheumatologischer Sicht sei die gezielte Fortsetzung von
Physiotherapien dringend empfehlenswert. Im Gutachten der MEDAS vom 4. Januar
2007 (Suva-act. 156) wurde festgehalten, dass die Arbeitsfähigkeit durch medizinische
Massnahmen in absehbarer Zeit nicht verbessert werden könnte. Eine psychiatrische
Behandlung mit den Elementen einer kognitiven Verhaltenstherapie sei bereits etabliert.
Die Prognose sei ungewiss. Den medizinischen Akten ist somit zu entnehmen, dass
insbesondere die psychiatrische Behandlung bei F._ noch nicht vollständig
abgeschlossen war. Dieser Arzt hielt im Bericht vom 16. Mai 2007 (act. G 6.1 Beilage 3)
fest, dass solange die somatische Symptomatik anhalte, in absehbarer Zeit
wahrscheinlich keine wesentliche Besserung des psychischen Gesundheitszustandes
zu erwarten sei. Aus psychiatrischer Sicht sei dem Beschwerdeführer grundsätzlich
jede körperliche geeignete Arbeit zumutbar. Bei der psychiatrischen Behandlung
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handle es sich um neue Coping-Strategien, die ihm helfen würden mit den Schmerzen
umzugehen und sein Leben neu zu planen. Somit kann aufgrund der vorliegenden
Akten nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass
von der Fortführung der psychiatrischen Behandlung eine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands erwartet werden kann, zumal gemäss Aussagen von F._ aus
psychiatrischer Sicht kaum eine Arbeitsunfähigkeit bestehe. Aufgrund des bisherigen
Verlaufs und der Prognosen in den Gutachten sowie den ärztlichen Berichten muss
davon ausgegangen werden, dass auch weitere Behandlungen und andere
Therapieformen keine namhafte Besserung mehr bewirken konnten, sondern in erster
Linie der Erhaltung des aktuellen Gesundheitszustands dienten. Aufgrund der
Resistenz gegenüber sämtlichen Therapieformen konnte bereits im Zeitpunkt der
Leistungseinstellung vom 30. April 2005 nicht mehr mit einer namhaften Besserung des
Gesundheitszustandes gerechnet werden. Der Zeitpunkt in welchem die
Beschwerdegegnerin die Adäquanzprüfung durchgeführt hat ist diesbezüglich nicht zu
beanstanden. Am 9. Dezember 2004 erfolgte das Meldeverfahren der Suva an die IV-
Stelle des Kantons St. Gallen bezüglich des Anspruchs auf Leistungen der IV (Suva-
act. 104). Mit Schreiben vom 25. Oktober 2005 (Suva-act. 126) teilte die IV-Stelle St.
Gallen mit, dass sie die Kosten für eine medizinische Abklärung bei der MEDAS
Zentralschweiz übernehme. Die Wartezeit bis zur Untersuchung betrage voraussichtlich
8 - 9 Monate. Am 21. Mai 2007 veranlasste die IV-Stelle St. Gallen eine berufliche
Abklärung bei der BEFAS Appisberg vom 4. bis 30. Juni 2007. Aufgrund der Aktenlage
ist ersichtlich, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per
30. April 2005 bereits bei der IV-Stelle die Ausrichtung von Leistungen beantragt hat.
Dementsprechend hätte grundsätzlich die Beschwerdegegnerin den Fallabschluss erst
prüfen können, nachdem allfällige Eingliederungsmassnahmen der
Invalidenversicherung abgeschlossen waren. Im vorliegenden Fall war es der
Beschwerdegegnerin jedoch nicht zumutbar, die zeitintensiven medizinischen
Abklärungen der IV-Stelle abzuwarten, bevor sie ihrerseits den Fallabschluss prüfen
konnte. Die Prüfung des Fallabschluss wäre dann als verfrüht zu betrachten, wenn das
IV-Verfahren bereits weiter fortgeschritten gewesen wäre oder wenn mit dem
Abschluss der Eingliederungsmassnahmen in absehbarer Zeit hätte gerechnet werden
können. Somit ist der Zeitpunkt der durch die Beschwerdegegnerin vorgenommenen
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Adäquanzprüfung - auch unter Berücksichtigung des Verhältnismässigkeitsprinzips -
im vorliegenden Fall nicht zu früh erfolgt und dementsprechend nicht zu beanstanden.
4.
4.1 In analoger Anwendung der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen ist
für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs im Einzelfall zu verlangen,
dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit eine
massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse
Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (BGE 117 V 359
Erw. 6a). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei
- ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - zwischen banalen bzw. leichten
Unfällen einerseits, schweren Unfällen anderseits und schliesslich dem dazwischen
liegenden mittleren Bereich unterschieden wird. Während der adäquate
Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne Weiteres bejaht und
bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der Adäquanz bei
Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht aufgrund des Unfallgeschehens allein
schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche
unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte
Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Dabei müssen
rechtsprechungsgemäss (vgl. BGE 115 V 140 Erw. 6c; SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31 Erw.
2, 2001 UV Nr. 8 S. 32, je mit Hinweisen) die weiteren unfallbezogenen Kriterien
entweder in gehäufter oder auffallender Weise oder ein einziges Kriterium in besonders
ausgeprägter Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Als in die
Adäquanzbeurteilung einzubeziehende Kriterien nennt die Rechtsprechung (Urteil vom
19. Februar 2008 [U 394/06] Erw. 10.3) abschliessend: besonders dramatische
Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder
besondere Art der erlittenen Verletzungen; fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche
Behandlung; erhebliche Beschwerden; ärztliche Fehlbehandlung, welche die
Unfallfolgen erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche
Komplikationen und erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
4.2 Auffahrkollisionen werden regelmässig als mittelschweres, im Grenzbereich zu
den leichten Unfällen liegendes Ereignis eingestuft (vgl. RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236
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Erw. 5.1.2 mit Hinweisen, U 380/04). Bezüglich des Unfallhergangs ist dem
Polizeirapport vom 6. September 2003 (Suva-act. 7) zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer sein Fahrzeug (Ford Mondeo) vor einem Fussgängerstreifen
abbremste, um einer Fussgängerin das Überqueren der Strasse zu ermöglichen. Das
nachfolgende Fahrzeug (Citroën Saxo) kam etwa einen Meter hinter demjenigen des
Beschwerdeführers zum Stillstand. Der dritte beteiligte Fahrzeuglenker konnte
hingegen sein Fahrzeug (Ford KA) nicht mehr rechtzeitig anhalten und kollidierte mit
dem stillstehenden Fahrzeug, wodurch dieses nach vorne - gegen das noch langsam
rollende Fahrzeug des Beschwerdeführers - geschoben wurde. Gemäss
biomechanischer Beurteilung vom 15. Oktober 2004 (Suva-act. 102) konnte eine
kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (delta-v) von rund 6.5 bis 10.5 km/h
errechnet werden. Aufgrund des Geschehensablaufs, der biomechanischen Beurteilung
sowie mit Blick auf die entsprechende Kasuistik (vgl. SZS 2001, S. 429 ff.) sind keine
Gründe ersichtlich um vom Regelfall abzuweichen, weshalb vorliegend von einem
mittelschweren Unfallereignis im Grenzbereich zu den leichten Unfällen auszugehen ist.
Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs wäre daher zu bejahen, wenn ein einzelnes
der für die Beurteilung massgebenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise
erfüllt wäre oder die zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender
Weise gegeben wären (BGE 117 V 359 Erw. 6b).
4.3 Der Unfall vom 6. September 2003 hat sich weder unter besonders dramatischen
Begleitumständen ereignet noch war er - objektiv betrachtet - von besonderer
Eindrücklichkeit. Er hatte auch keine schweren Verletzungen oder Verletzungen
besonderer Art zur Folge. Die Diagnose eines Schleudertraumas oder einer
schleudertraumaähnlichen Verletzung der HWS vermag die Schwere oder besondere
Art der erlittenen Verletzung für sich allein nicht zu begründen. Es bedarf hiezu einer
besonderen Schwere der für das Schleudertrauma typischen Beschwerden oder
besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können. Die vom
Beschwerdeführer beim Unfall eingenommene Haltung - Körper nach vorne und Kopf
nach rechts geneigt - stellt dabei keinen besonderen Umstand dar, welcher sich
überwiegend wahrscheinlich erschwerend auf das Verletzungsbild ausgewirkt hat (vgl.
Urteile vom 15. März 2005, U 380/04, Erw. 5.2.3 und 6. März 2007, U 339/06, Erw. 5.3).
Nicht erfüllt ist sodann das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden
ärztlichen Behandlung. Vom 31. März bis 5. Mai 2004 erfolgte eine stationäre
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Rehabilitation in der Thurgauer Klinik St. Katharinental. Die versuchten Therapieansätze
(aktive und passive physiotherapeutische Massnahmen, medikamentöse Behandlung
mit Analgetika, Muskelrelaxanzien und Schmerzdistanzierung, Infiltration der
Facettengelenke C4/5 und C5/6 links, Neuraltherapie, Triggerpunkt-Infiltrationen und
manualmedizinische Behandlung) konnten allesamt keine Verbesserung erzielen (Suva-
act. 73 und 81). Aus dem Bericht der Schulthess Klinik vom 14. Juni 2004 (Suva-act.
81) ist ersichtlich, dass bereits zu diesem Zeitpunkt keine Therapien mehr durchgeführt
wurden und auch die Medikation eingestellt wurde. Dr. G._ bestätigte im
Zwischenbericht vom 6. September 2004 (Suva-act. 93), dass gegenwärtig keine
Behandlungen stattfinden würden. Im Bericht vom 22. Dezember 2004 erwähnte er
eine psychotherapeutische Begleitung. F._ hielt im Schreiben vom 26. Juli 2006 fest,
dass es bei der Behandlung um neue Coping-Strategien gehe, die dem
Beschwerdeführer helfen mit den Schmerzen umzugehen und sein Leben neu zu
planen. Es gehe aber auch darum, dass er sich in der Familie neu definieren könne,
dass er nicht mehr den Anspruch habe, der Ernährer und das Familienoberhaupt zu
sein, sondern dass er auch wichtige Funktionen an seine Ehefrau abgebe. Es brauche
noch Zeit, um das kognitive Umdenken zu vertiefen und dass er es akzeptieren könne.
Aufgrund der Therapieresistenz wurden die Behandlungen bereits nach dem
stationären Aufenthalt im Mai 2004 eingestellt. Gesamthaft betrachtet kann nicht von
einer fortgesetzten und belastenden ärztlichen Behandlung ausgegangen werden,
zumal ärztliche Untersuchungen und Begutachtungen nicht zu den hier massgeblichen
ärztlichen Behandlungen zu zählen sind. Der Beschwerdeführer machte unmittelbar
nach dem Unfallereignis und bis zur Leistungseinstellung erhebliche Beschwerden
geltend. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der
Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im
Lebensalltag erfährt. Es besteht kein Anlass an der Glaubhaftigkeit der geklagten
Beschwerden zu zweifeln. Sodann ist augenfällig, dass die Kopfschiefhaltung und der
Schulterhochstand den Beschwerdeführer im Lebensalltag erheblich beeinträchtigen.
Das Kriterium der erheblichen Beschwerden ist dementsprechend zu bejahen. Im
Nachgang zum Unfallereignis erfolgten zahlreiche therapeutische Massnahmen. Dr.
med. G._, Allgemeine Medizin FMH, beschrieb im ärztlichen Zwischenbericht vom 4.
September 2004 (Suva-act. 93) einen desolaten Verlauf mit Therapieresistenz auf
sämtliche angebotenen Therapien. Im MEDAS Gutachten vom 4. Januar 2007 (Suva-
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act. 156) wurde festgehalten, dass im Frühjahr 2004 eine multimodale Behandlung an
der Schulthess Klinik, inklusive HWS-Manipulation und Fazetteninfiltrationen, ebenso
wirkungslos, wenn nicht gar kontraproduktiv verlaufen sei, wie auch alle anderen
ambulanten Massnahmen. Diese hätten Physiotherapie, Manualmedizin, Osteopathie,
Neuraltherapie, Akupunktur, Shiatsu, Homöopathie, verhaltenstherapeutische
Massnahmen, Entspannungsübungen, Bio-Feedback sowie verschiedene
Schmerzmittel und Antidepressiva beinhaltet. Den medizinischen Akten ist zu
entnehmen, dass sämtliche Therapien keine Besserung des Gesundheitszustands
gebracht haben. Im Gegenteil sind stets neue Beschwerden wie die Kopfschiefhaltung,
der Schulterhochstand oder ein Ruhetremor am Zeigefinger der linken Hand
hinzugekommen. Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers hat sich seit dem
Unfall tendenziell verschlechtert, ein positiver Heilungsverlauf ist bis zum Zeitpunkt der
Einstellung der Versicherungsleistungen nicht erkennbar. Aufgrund der anhaltenden
Therapieresistenz und den zusätzlich hinzugetretenen Beschwerden ist das Kriterium
des schwierigen Heilungsverlaufs und erheblicher Komplikationen in besonders
ausgeprägter Weise erfüllt. Zum Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz
ausgewiesener Anstrengungen ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer seit dem
Unfall am 6. September 2003 100% arbeitsunfähig war. Im MEDAS Gutachten vom 4.
Januar 2007 wurde die Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf auf maximal 50%
festgelegt. Die reduzierte Arbeitsfähigkeit würde rückwirkend auf den 1. Januar 2004
festgelegt, da sich das Beschwerdebild spätestens Ende 2003 etabliert und bis heute
nicht gebessert habe. Eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit ist aufgrund der Aktenlage
eindeutig ausgewiesen. Am 22. September 2003 erfolgte ein Arbeitsversuch, welcher
jedoch aufgrund zunehmender Schmerzen abgebrochen werden musste. Seit
Dezember 2003 verrichtete der Beschwerdeführer in der bisherigen Firma leichte
Hilfsarbeiten im Sinn einer therapeutischen Massnahme. Diese Tätigkeit musste er
jedoch auf Anraten von F._ wieder aufgeben. Dieser teilte im Schreiben vom 26. Juli
2006 (Suva-act. 149) mit, dass mit zunehmender Dauer der Arbeitstätigkeit die
Situation sich eher verschlechtert habe, obwohl der Beschwerdeführer den Willen zu
arbeiten habe. Dr. G._ bestätigte im Verlaufsbericht vom 19. November 2007 (act. G
20.1 Beilage 16), dass es sinnvoller sei, die verbliebenen Restressourcen des
Beschwerdeführers in die Familie zu investieren. Der Beschwerdeführer hat eindeutig
ernsthafte Anstrengungen unternommen, die Arbeitsunfähigkeit zu überwinden. Ein
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erster Arbeitsversuch erfolgte bereits etwas mehr als zwei Wochen nach dem Unfall.
Sodann ist den medizinischen Akten keine mangelnde Compliance bei den Therapien
zu entnehmen. Das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener
Anstrengungen ist dementsprechend erfüllt. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers macht geltend, dass der Tremor in der linken Hand durch die
Mobilisation in der Schulthess Klink ausgelöst worden sei. Sodann ist ungewiss,
inwiefern die unzähligen, teils gleichzeitig durchgeführten Therapien einen negativen
Einfluss auf den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers gehabt haben. Das
Kriterium der ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich
verschlimmert hat, braucht jedoch vorliegend nicht abschliessend beurteilt zu werden,
da bereits drei der zu berücksichtigenden Kriterien erfüllt sind, wobei das Kriterium des
schwierigen Heilungsverlaufs und erhebliche Komplikationen in besonders
ausgeprägter Weise gegeben ist, wodurch die Adäquanz des Kausalzusammenhangs
im entscheidrelevanten Zeitpunkt zu bejahen ist. Die Einstellung der
Versicherungsleistungen per 30. April 2005 ist daher zu Unrecht erfolgt.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gutzuheissen und die Sache
zur Festsetzung der Leistungsansprüche des Beschwerdeführers ab 1. Mai 2005 an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben. Hingegen
hat der obsiegende Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung für die
Kosten der Vertretung und Prozessführung (Art. 61 lit. g ATSG).
6.
6.1 Anlässlich der mündlichen Verhandlung vom 30. April 2008 reichte der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine Honorarnote über Fr. 14'855.25 (inkl.
Barauslagen und Mehrwertsteuer) ein. Es sei zu berücksichtigen, dass das vorliegende
Verfahren äusserst aufwendig gewesen sei, weil nicht nur die umfangreichen Akten der
Beschwerdegegnerin hätten studiert und gewürdigt werden müssen, sondern auch die
Akten der IV-Stelle und des Haftpflichtversicherers. Diese Akten seien auch für das
vorliegende Verfahren von erheblicher Bedeutung. Hinzu komme, dass das
Bundesgericht mit dem neuen Leiturteil vom 19. Februar 2008 seine bisherige Praxis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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geändert habe. Dieses Urteil und die seither dazu ergangene Rechtsprechung hätten
zur Vorbereitung der mündlichen Verhandlung studiert und gewürdigt werden müssen.
Zudem habe das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zusätzlichen Aufwand
verursacht.
6.2 Der vom Rechtsvertreter eingereichten Honorarnote kann nicht entsprochen
werden. Insbesondere können das Studium der Akten der IV-Stelle und des
Haftpflichtversicherers nicht dem vorliegenden Verfahren angelastet werden. Sodann
sieht die Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (sGs 963.75) für die
Verwaltungsrechtspflege das Pauschalhonorar als Regelfall vor. In
unfallversicherungsrechtlichen Verfahren spricht das Versicherungsgericht regelmässig
eine pauschale Entschädigung von Fr. 4'000.-- zu. Die umfangreichen Akten sowie die
Würdigung der Rechtsprechung zur Präzisierung der Adäquanzkriterien rechtfertigen
hingegen im vorliegenden Fall einen Zuschlag zu dieser "Normalentschädigung" von
50%. Für die mündliche Verhandlung kann ausserdem noch eine zusätzliche Pauschale
von Fr. 750.-- zugesprochen werden. In Würdigung aller Umstände rechtfertigt es sich
somit, die Parteientschädigung auf Fr. 6'750.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer)
festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht