Decision ID: d75b139d-b957-438a-a05b-c9afab508969
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Ergänzung eines ausländischen Scheidungsurteils
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes (7. Abteilung) des  Zürich vom 17. Februar 2021 und gegen eine Nachtragsverfügung des Einzelgerichtes (7. Abteilung) des Bezirksgerichtes Zürich vom 13. April 2021; Proz. FP200095
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Rechtsbegehren:
(act. 1 S. 2)
" 1. Die Pensionskasse der C._ Gruppe c/o D._ Vorsorge ...-Strasse 1, ... Zürich sei anzuweisen, den Betrag von  CHF 75'063.90 auf ein noch zu bestimmendes  der Klägerin zu überweisen.
Das Beweisergebnis bleibt ausdrücklich vorbehalten.
2. Die Zusatzkasse der C._ Gruppe c/o D._ Vorsorge AG ...-Strasse 1, ... Zürich sei anzuweisen, den Betrag von  CHF 1'756.05 auf ein noch zu bestimmendes  der Klägerin zu überweisen.
Das Beweisergebnis bleibt ausdrücklich vorbehalten. 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beklag-
ten."
Urteil des Einzelgerichtes: (act. 43 S. 4 f.)
"1. Die Vereinbarung der Parteien vom 3./8. Februar 2021 zur Ergänzung
des Beschlusses des Amtsgerichts Bad Säckingen, Familiengericht, be-
treffend Scheidung vom 30. Juli 2020 (Aktenzeichen 3 F 169/19), wird
genehmigt. Sie lautet wie folgt:
"1.
Die D._ Vorsorge AG (...-Strasse 1, ... Zürich) sei richterlich anzuwei-
sen, den Betrag von CHF 76'819.90 vom Konto von A._ auf ein noch von
B._ zu benennendes Freizügigkeitskonto zu überweisen.
2.
Die Parteien tragen die Gerichtskosten je hälftig, die Parteikosten werden
wettgeschlagen.
3.
Die Parteien bitten das Gericht, auf eine persönliche Anhörung der Parteien
zu verzichten."
2. Die D._ Vorsorge AG, ...-Strasse 1, Postfach, ... Zürich, wird an-
gewiesen, vom Freizügigkeitskonto des Beklagten (Versicherten-Nr. 2)
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den Betrag von Fr. 76'819.90 zugunsten der Klägerin auf ein von dieser
noch zu bezeichnendes Freizügigkeitskonto zu übertragen.
3. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 2'700.– (Pauschalgebühr) festgesetzt.
4. Die Kosten des Entscheids werden den Parteien vereinbarungsgemäss
je zur Hälfte auferlegt und mit dem durch die Klägerin geleisteten Kos-
tenvorschuss verrechnet. Der nicht beanspruchte Teil des Vorschusses
wird der Klägerin zurückerstattet.
Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin den auf ihn fallenden
Teil der Gerichtskosten zu ersetzen. Entsprechend wird der Klägerin für
den auf den Beklagten fallenden Teil ein Rückgriffsrecht auf den Beklag-
ten eingeräumt.
5. Vom gegenseitigen Verzicht der Parteien auf Parteientschädigung wird
Vormerk genommen.
6. [Mitteilungen]
7. [Rechtsmittel]"
Nachtragsverfügung des Einzelgerichtes:
(act. 44 S. 3)
"1. In Abänderung von Dispositivziffer 2 des Urteils des Bezirksgerichts Zü-
rich vom 17. Februar 2021 wird neu die Pensionskasse E._ , c/o
E._ AG , H._-Str. ..., ... F._ ZH [Ortschaft], angewiesen,
vom Konto des Beklagten (Vers. Nr. 2) den Betrag von Fr. 76'819.90 zu-
gunsten der Klägerin auf ein von dieser noch zu bezeichnendes Freizü-
gigkeitskonto zu übertragen.
2. [Mitteilungen]
3. [Rechtsmittel]"
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Berufungsanträge:
des Berufungsklägers (act. 40 S. 2):
1. Es seien die Ziffern 1, 2, 4 und 6 des Urteils vom 17. Februar 2021 und die
Ziffern 1 und 2 der Nachtragsverfügung vom 13. April 2021 aufzuheben.
2. Es sei die Pensionskasse E._, c/o E._ AG , ...-Strasse 1, ...
F._ ZH, anzuweisen, vom Konto des Beklagten und Berufungskläger (Vers. Nr. ...) den Betrag von Fr. 61'419.95 zugunsten der Klägerin und  auf ein von dieser noch zu bezeichnendes  zu übertragen.
3. Unter o/e-Kostenfolge zu Lasten der Klägerin und Berufungsbeklagten.
der Berufungsbeklagten (act. 53 S. 2):
1. Die Berufung des Berufungsklägers vom 7. Mai 2021 sei vollständig abzu-
weisen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Berufungsklägers.

Erwägungen:
1. Die Ehe der Parteien wurde mit Beschluss des Amtsgerichts Bad Säckingen
vom 30. Juli 2020 geschieden (act. 4/2). Die Klägerin und Berufungsbeklagte
(nachfolgend Klägerin) leitete am 2. November 2020 (act. 1) beim Einzelgericht
des Bezirksgerichts Zürich (nachfolgend Vorinstanz) ein Verfahren zur Teilung
des Vorsorgeguthabens des Beklagten und Berufungsklägers (nachfolgend Be-
klagter) in der Schweiz ein. In der Folge einigten sich die Parteien aussergericht-
lich über die Teilung des Vorsorgeguthabens in einer Vereinbarung vom
3./8. Februar 2021 (act. 12). Die Vorinstanz genehmigte diese Vereinbarung mit
Urteil vom 17. Februar 2021 und wies die D._ Vorsorge AG an, den verein-
barten Betrag auf ein von der Klägerin noch zu bezeichnendes Freizügigkeitskon-
to zu überweisen (act. 16). Beide Parteien ersuchten die Vorinstanz um Begrün-
dung des Urteils (act. 19, 23, 29).
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In der Zwischenzeit war bekannt geworden, dass sich das Vorsorgeguthaben des
Beklagten nicht mehr bei der D._ Vorsorge AG, sondern bei der Pensions-
kasse E._ befindet (act. 21). Die Vorinstanz wies deshalb mit Nachtragsver-
fügung vom 13. April 2021 – in Abänderung des Urteils vom 17. Februar 2021 –
die Pensionskasse E._ zur Überweisung des vereinbarten Betrags an (act.
33).
Mit Eingabe vom 7. Mai 2021 erhob der Beklagte bei der Kammer Berufung so-
wohl gegen das Urteil der Vorinstanz vom 17. Februar 2021 wie auch gegen die
Nachtragsverfügung vom 13. April 2021 mit den vorstehend genannten Anträgen
(act. 40). Nach fristgerechter Bezahlung des Kostenvorschusses (act. 48/1-2) und
Eingang der Berufungsantwort vom 7. Juli 2021 (act. 53) wurden die Parteien zu
einer Verhandlung (Wahrung des Replikrechts und Vergleichsgespräche) auf den
24. September 2021 vorgeladen (act. 57/1-2). Anlässlich der Verhandlung, zu
welcher beide Parteien in Begleitung ihrer Rechtsvertreter erschienen sind, wurde
den Parteien abschliessend Gelegenheit gegeben, sich zu den Vorbringen im
letzten Parteivortrag der Gegenpartei zu äussern (Prot. S. 5 ff.). Anschliessend
wurden unter richterlicher Mitwirkung Vergleichsgespräche geführt (Prot. S. 9). In
deren Verlauf einigten sich die Parteien über den Ausgleich der beruflichen Vor-
sorge des Beklagten in der nachfolgend im Dispositiv wiedergegebenen Vereinba-
rung (act. 60).
2. Die Parteien haben sich im Sinne von Art. 280 Abs. 1 lit. a ZPO über die Tei-
lung der beruflichen Vorsorge geeinigt. Eine Durchführbarkeitserklärung im Sinne
von Art. 280 Abs. 1 lit. b ZPO liegt vor (act. 4A und 30). Da die Vereinbarung der
Parteien im Sinne von Art. 280 Abs. 1 lit. c ZPO dem Gesetz entspricht, ist sie zu
genehmigen. Die Pensionskasse des Beklagten ist anzuweisen, den vereinbarten
Betrag auf das Freizügigkeitskonto der Klägerin Konto Nr. IBAN CHNr. 3. bei der
G._ [Bank] zugunsten der Freizügigkeitsstiftung der G._ (act. 59) zu
übertragen.
3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist gestützt auf § 12 Abs. 1 und 2 so-
wie § 4 Abs. 1 und 2 der Gebührenverordnung des Obergerichts vom
8. September 2010 (GebV OG) auf Fr. 1'000.– festzusetzen. Die Entscheidgebühr
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ist den Parteien vereinbarungsgemäss je zur Hälfte aufzuerlegen und aus dem
vom Beklagten geleisteten Kostenvorschuss zu beziehen. Die Klägerin hat ihm
die Entscheidgebühr jedoch zur Hälfte zu ersetzen.