Decision ID: 66c762d3-1b51-5b89-a551-d2998604c895
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Die am (...) 1959 geborene, verheiratete A._ ist italienische
Staatsangehörige und wohnt im Fürstentum Liechtenstein. In den Jahren
1977 bis 1984 war die Versicherte in der Schweiz zur Hauptsache als
Heimarbeiterin (Montage von Elektroteilchen) und nebenbei als Hauswar-
tin erwerbstätig und entrichtete in dieser Zeit Beiträge an die schweizeri-
sche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV; IV-act. 1,
22 und 36).
A.b Mit Formular vom 10. Dezember 1999 (IV-act. 1) meldete sich
A._ bei der Liechtensteinischen Invalidenversicherung zum Leis-
tungsbezug an. Sie machte geltend, seit Dezember 1998 arbeitsunfähig zu
sein. Nach Durchführung von entsprechenden Abklärungen, insbesondere
nach Einholung einer multidisziplinären Begutachtung in der Klinik
B._ vom 13. September 2001 (IV-act. 10 S. 7 ff.) sprach ihr die
Liechtensteinische Invalidenversicherung mit Verfügung vom 14. Novem-
ber 2000 mit Wirkung ab 1. Dezember 1999 eine halbe Invalidenrente zu
(IV-act. 18). Nach Durchführung eines Einspracheverfahrens wurde die
Verfügung vom 14. November 2000 aufgehoben und A._ wurde mit
Einspracheentscheid vom 16. Januar 2002 mit Wirkung ab 1. Februar
1999 eine ganze Rente zugesprochen (IV-act. 20).
A.c Nachdem der Liechtensteinische Versicherungsträger der IV-Stelle für
Versicherte im Ausland (nachfolgend: IVSTA oder Vorinstanz) am 12. Juni
2002 sämtliche wirtschaftlichen und medizinischen Unterlagen zugestellt
hatte (vgl. IV-act. 21 und 24), prüfte diese in der Folge das Leistungsge-
such und sprach A._ mit Verfügungen vom 14. März 2003 (IV-
act. 35 f.) mit Wirkung ab 1. Januar 2001 eine ganze und ab 1. Februar
2001 eine halbe Invalidenrente zu.
Die dagegen erhobene Einsprache wurde mit Einspracheentscheid der
Vorinstanz vom 13. August 2003 abgewiesen (IV-act. 52). Die gegen die-
sen Entscheid erhobene Beschwerde an die Eidgenössische Rekurskom-
mission der Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung für die im
Ausland wohnenden Personen wurde mit Verfügung vom 7. Januar 2004
als durch Rückzug erledigt erklärt (IV-act. 55).
A.d Am 12. Mai 2004 (IV-act. 56) leitete die IVSTA ein Rentenrevisionsver-
fahren ein und sprach A._ mit Verfügung vom 8. Dezember 2004
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(IV-act. 70) zufolge der ab 1. Januar 2004 geänderten Rentenabstufungen
aber bei gleichbleibendem Invaliditätsgrad von 60 % mit Wirkung ab 1. Ja-
nuar 2004 eine Dreiviertelsrente zu.
A.e Mit Datum vom 22. Mai 2012 erfolgte betreffend "Réexamen 6a" eine
Anfrage an den IV-ärztlichen Dienst (nachfolgend: RAD). Der RAD-Arzt Dr.
med. C._, Facharzt für Allgemeine Medizin, führte aus, die Invali-
denrente sei aufgrund einer Fibromyalgie zugesprochen worden, weshalb
die Überprüfung unter die Schlussbestimmungen der IV-Revision 6a falle
(vgl. IV-act. 104). Gestützt auf dessen Beurteilung beauftragte die Vor-
instanz Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
und Dr. med. E._, Facharzt für Rheumatologie und Rehabilitation,
mit einer bidisziplinären Begutachtung. Die entsprechenden Expertisen da-
tieren vom 15. und 20. November 2012 (vgl. IV-act. 119 und 120). Nach-
dem der RAD am 23. und 25. Januar 2013 Stellung genommen hatte (vgl.
IV-act. 123), erliess die Vorinstanz am 27. März 2013 einen Vorbescheid,
mit welchem sie der Versicherten die Aufhebung der bisherigen Invaliden-
rente in Aussicht stellte (vgl. IV act. 126). Dagegen erhob die Versicherte
mit Schreiben vom 3. April und 29. Juni 2013 Einwand und reichte einen
medizinischen Bericht ihres behandelnden Arztes ein (vgl. IV-act. 127 und
135). Nachdem der RAD-Arzt Dr. med. C._ am 5. August 2013 er-
neut Stellung bezogen hatte (vgl. IV-act. 139), erliess die Vorinstanz am
4. Oktober 2013 eine dem Vorbescheid im Ergebnis entsprechende Verfü-
gung und hob die bisherige Invalidenrente per 1. Dezember 2013 auf (vgl.
IV-act. 145).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 4. Oktober 2013 erhob A._, vertre-
ten durch Rechtsanwalt Diego Quinter, mit Eingabe vom 8. November 2013
Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte sinngemäss
die Aufhebung der Verfügung und die Weiterausrichtung der bisherigen In-
validenrente. Zur Begründung führte sie zusammenfassend aus, nach Ein-
schätzung der behandelnden Ärzte weise die Fibromyalgie eine derartige
Schwere auf, dass ihr die Verwertung der verbleibenden Arbeitskraft auf
dem Arbeitsmarkt bei objektiver Betrachtung sozial-praktisch nicht mehr
zumutbar sei. Nebst der Fibromyalgie habe sie noch weitere körperliche
Begleiterkrankungen. Zudem bestehe ein verfestigter, therapeutisch nicht
mehr angehbarer Krankheitsverlauf und die Behandlungsergebnisse seien
trotz konsequenter Bemühungen unbefriedigend. Die behandelnden Spe-
zialisten bestätigten, dass sich das komplexe Krankheitsbild in den letzten
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zehn Jahren zusehends verschlechtert habe. A._ reichte diverse
medizinische Berichte ihrer behandelnden Ärzte ein.
B.b Das Bundesverwaltungsgericht hiess die Beschwerde mit Urteil
B-6300/2013 vom 3. Mai 2016 insoweit gut, als die angefochtene Verfü-
gung vom 4. Oktober 2013 aufgehoben wurde und die Akten im Sinne der
Erwägungen an die Vorinstanz zur Vornahme ergänzender Abklärungen im
Sinne von BGE 141 V 281 und zum Erlass einer neuen Verfügung zurück-
gewiesen wurden; soweit weitergehend wurde die Beschwerde abgewie-
sen.
C.
Mit Verfügung vom 22. März 2018 (IV-act. 236) bestätigte die Vorinstanz
die bereits mit Verfügung vom 4. Oktober 2013 verfügte Aufhebung der
Rente mit Wirkung ab 1. Dezember 2013. Zur Begründung führte die IVSTA
aus, den Arztberichten sei zu entnehmen, dass eine Arbeitsunfähigkeit von
35 % bestehe. Im Rahmen der «6a Revisionen» sei eine Aufhebung der
Rente auch ohne wesentliche Veränderung des Gesundheitszustands
möglich, sofern die Rente ursprünglich – wie hier – aufgrund eines patho-
genetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildes ohne
nachweisbare organische Grundlage zugesprochen worden sei.
Die IVSTA stellte dabei namentlich auf folgende Unterlagen ab: das bidis-
ziplinäre Gutachten von Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, und Dr. med. E._, Facharzt für Rheumatologie und
Rehabilitation, vom 5. Dezember 2016 (IV-act. 203 f.), die Stellungnahmen
von Dr. med. F._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
beim RAD, vom 7. März 2017 (IV-act. 211) und vom 24. Juli 2017 (IV-
act. 222) und der Bericht von Dr. med. G._, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie und behandelnder Facharzt, vom 26. Juni 2017 (IV-
act. 220) und der P.V. du rapport OAIE / médecins vom 26. Oktober 2017
(IV-act. 232).
Die Ärzte stellten bei A._ im Wesentlichen folgende gesundheitli-
chen Störungen fest: 1) Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0), 2) Fibro-
myalgie (seit 1999), 3) Zervikovertebralsyndrom mit Diskusprotrusion C6-
C7, 4) Becker-Zyste rechtes Knie (seit 2015), 5) Osteopenie an der Grenze
zur Osteoporose (seit 2012) und 6) Dysthymie (F34.1) bei Verdacht auf an-
haltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4). Die Ärzte schätzten die
Arbeitsunfähigkeit von A._ auf 30-40 % (vgl. Dr. med. D._)
respektive 0 % (vgl. Dr. med. E._ und Dr. med. G._).
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Seite 5
D.
D.a Gegen die Verfügung vom 22. März 2018 erhob A._ (nachfol-
gend: Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwalt Diego Quinter,
mit Eingabe vom 8. Mai 2018 (BVGer-act. 1) Beschwerde beim Bundes-
verwaltungsgericht. Sie beantragte die Aufhebung der angefochtenen Ver-
fügung und die Weiterausrichtung einer halben IV-Rente; eventualiter die
Durchführung einer pluridisziplinären Begutachtung. Zur Begründung
führte sie aus, in die Würdigung des Gesundheitszustandes seien nicht alle
ihre Beschwerden eingeflossen, da lediglich auf die Berichte von Dr. med.
E._ und Dr. med. D._ abgestellt worden sei. Sie sei nicht
mehr in der Lage, einer Arbeit nachzugehen. Sie lebe ausserdem sozial
zurückgezogen und es liege ein therapeutisch nicht mehr angehbarer
Krankheitsverlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden
Konfliktbewältigung vor. Die Behandlungsergebnisse seien unbefriedigend
ausgefallen, und nach dem Bezug einer langjährigen IV-Rente sei ein Wie-
dereinstieg in das Arbeitsleben nicht ohne Weiteres zu bewältigen. Es sei
zu prüfen, ob der Beschwerdeführerin die Verwertung der attestierten Ar-
beitsfähigkeit überhaupt zumutbar sei. Schliesslich bemängelte die Be-
schwerdeführerin, dass die seit 1. Januar 2018 in Kraft stehende neue Re-
gelung betreffend der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung vor-
liegend nicht berücksichtigt worden sei.
D.b Mit Eingabe vom 9. Mai 2018 (BVGer-act. 2) reichte die Beschwerde-
führerin zwei Berichte des Kantonsspitals H._ ein.
D.c Am 30. Mai 2018 (vgl. BVGer-act. 5) ist der mit Zwischenverfügung
vom 16. Mai 2018 (BVGer-act. 3) von der Beschwerdeführerin einverlangte
Verfahrenskostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.- bei der Gerichts-
kasse eingegangen.
D.d Mit Vernehmlassung vom 6. Juli 2018 (BVGer-act. 7) beantragte die
IVSTA unter Hinweis auf die Stellungnahme von Dr. med. I._, Fach-
ärztin für Allgemeinmedizin beim Medizinischen Dienst der IVSTA, vom
29. Juni 2018 die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte die
Vorinstanz aus, es seien alle Beschwerden berücksichtigt worden, einige
davon seien jedoch ohne Einfluss auf den Gesundheitszustand. Dies
werde durch die Stellungnahme des Medizinischen Dienstes vom 29. Juni
2018 bestätigt. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin komme vor-
liegend die gemischte Methode nicht zur Anwendung, da der Invaliditäts-
grad stets mit einem Einkommensvergleich ermittelt worden sei und keine
C-2677/2018
Seite 6
Anhaltspunkte dafür vorlägen, dass dies nicht korrekt sei. In Bezug auf die
Eingliederungsfähigkeit führte die Vorinstanz aus, die Beschwerdeführerin
verfüge seit Oktober 2000 über eine Restarbeitsfähigkeit von 50 % in Ver-
weistätigkeiten und seit Oktober 2013 sei der Beschwerdeführerin bekannt,
dass ihre Rente möglicherweise ganz aufgehoben werde. Wenn sie in die-
ser Zeit sich nicht darum bemüht habe, eine Erwerbstätigkeit aufzuneh-
men, sei die arbeitsmarktliche Desintegration invaliditätsfremd und die In-
validenversicherung habe nicht dafür einzustehen. Ausserdem bedinge die
Aufnahme einer leichten Hilfsarbeit ohnehin keine beruflichen Wiederein-
gliederungsmassnahmen.
D.e Mit Replik vom 28. September 2018 (BVGer-act. 11) hielt die Be-
schwerdeführerin an ihren beschwerdeweise gestellten Anträgen fest. Zur
Begründung führte sie aus, die Arbeitsunfähigkeit betrage nachweislich
mehr als 30-40 % und die Prognose sei gemäss Dr. med. G._ un-
günstig. Ausserdem seien bei der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit nicht
nur die psychischen Einschränkungen zu berücksichtigen, da auch noch
weitere Beschwerden, insbesondere Fibromyalgie, vorlägen.
D.f Mit Duplik vom 19. Oktober 2018 (BVGer-act. 13) hielt die Vorinstanz
an den gestellten Anträgen fest und verwies auf ihre bisherigen Ausführun-
gen.
D.g Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Be-
weismittel ist – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nach-
folgenden Erwägungen einzugehen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG (SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG
und Art. 69 Abs. 1 Bst. b des IVG (SR 831.20) beurteilt das Bundesverwal-
tungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen
der IV-Stelle für Versicherte im Ausland. Eine Ausnahme im Sinne von
Art. 32 VGG liegt nicht vor.
1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach
dem VwVG (SR 172.021), soweit das VGG nichts anderes bestimmt
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(Art. 37 VGG). Gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG bleiben in sozialversiche-
rungsrechtlichen Verfahren die besonderen Bestimmungen des ATSG
(SR 830.1) vorbehalten. Gemäss Art. 2 ATSG sind die Bestimmungen die-
ses Gesetzes auf die bundesgesetzlich geregelten Sozialversicherungen
anwendbar, wenn und soweit die einzelnen Sozialversicherungsgesetze es
vorsehen. Nach Art. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Inva-
lidenversicherung anwendbar (Art. 1a bis 26bis und Art. 28 bis 70), soweit
das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. Dabei
finden nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln in formell-
rechtlicher Hinsicht mangels anderslautender Übergangsbestimmungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze Anwendung, welche im Zeitpunkt der
Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2).
1.3 Als direkte Adressatin ist die Beschwerdeführerin von der angefochte-
nen Verfügung berührt und sie kann sich auf ein schutzwürdiges Interesse
an deren Aufhebung oder Änderung berufen (Art. 59 ATSG; Art. 48 Abs. 1
VwVG).
1.4 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht (Art 60 Abs. 1
ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereicht und der Kostenvorschuss frist-
gerecht geleistet wurde, ist auf die Beschwerde einzutreten.
2.
2.1 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-
geblich, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes
Geltung haben (BGE 143 V 446 E. 3.3; 139 V 335 E. 6.2; 138 V 475 E. 3.1).
Deshalb finden die Vorschriften Anwendung, die spätestens beim Erlass
der Verfügung vom 22. März 2018 in Kraft standen; weiter aber auch Vor-
schriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die
aber für die Beurteilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprüche
von Belang sind.
2.2 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdever-
fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs
oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollstän-
dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie Unangemes-
senheit des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG).
2.3 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-
sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen
Verwaltungsverfügung (hier: 22. März 2018) eingetretenen Sachverhalt ab
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Seite 8
(BGE 132 V 215 E. 3.1.1). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verän-
dert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsver-
fügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b).
3.
3.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG ist In-
validität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von Geburtsgebrechen, Krank-
heit oder Unfall. Erwerbsunfähigkeit ist gemäss Art. 7 ATSG der durch Be-
einträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder
teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen-
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Be-
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufga-
benbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die
zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Art. 6 ATSG).
3.2 Nach Bst. a Abs. 1 SchlBest. IVG werden Renten, die bei pathogene-
tisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nach-
weisbare organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei
Jahren nach Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Vorausset-
zungen nach Art. 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder
aufgehoben, auch wenn die Voraussetzungen von Art. 17 Abs. 1 ATSG
nicht erfüllt sind. Diese Bestimmung wurde höchstrichterlich als verfas-
sungs- und EMRK-konform beurteilt (BGE 139 V 547). Sie findet laut Bst. a
Abs. 4 SchlBest. IVG keine Anwendung auf Personen, die im Zeitpunkt des
Inkrafttretens der Änderung das 55. Altersjahr zurückgelegt haben oder im
Zeitpunkt, in dem die Überprüfung eingeleitet wird, seit mehr als 15 Jahren
eine Rente der Invalidenversicherung beziehen.
3.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und
im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche
und gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Auf-
gabe des Arztes im schweizerischen Invalidenversicherungsverfahren ist
es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen,
in welchem Umfang und gegebenenfalls bezüglich welcher Tätigkeiten der
Versicherte arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind sodann eine
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen
C-2677/2018
Seite 9
dem Versicherten konkret noch zugemutet werden können
(BGE 125 V 256 E. 4, 115 V 134 E. 2; AHI-Praxis 2002, S. 62, E. 4b/cc).
3.4 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu
würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren
gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versiche-
rungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, das heisst
ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu wür-
digen.
Bezüglich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begrün-
det sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit we-
der die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereich-
ten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder als Gutach-
ten (vgl. dazu das Urteil des Bundesgerichts [BGer] I 268/2005 vom 26. Ja-
nuar 2006 E. 1.2, mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3.a).
Gleichwohl erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien
Beweiswürdigung als vereinbar, Richtlinien für die Beweiswürdigung in Be-
zug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten aufzu-
stellen (vgl. hierzu BGE 125 V 351 E. 3b; AHI 2001 S. 114 E. 3b; Urteil des
BGer I 128/98 vom 24. Januar 2000 E. 3b). So ist den im Rahmen des Ver-
waltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, welche
aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach
Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde
zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Be-
weiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuver-
lässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb, mit weiteren
Hinweisen). Berichte der behandelnden Ärzte schliesslich sind aufgrund
deren auftragsrechtlicher Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt
zu würdigen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Dies gilt für den allgemein prakti-
zierenden Hausarzt wie auch für den behandelnden Spezialarzt (Urteil des
BGer I 655/05 vom 20. März 2006 E. 5.4 mit Hinweisen; vgl. aber Urteil des
BGer 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2). In diesem Zusammenhang
gilt es allerdings zu beachten, dass auch die Einschätzungen von behan-
delnden Hausärzten und Spezialisten nicht von vornherein unbeachtlich
C-2677/2018
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sind; vielmehr sind diese im Rahmen der freien Beweiswürdigung zu be-
rücksichtigen, zumal die Behörde und das Gericht auch auf die speziellen,
etwa dank der langjährigen medizinischen Betreuung nur einem Hausarzt
zugänglichen Erkenntnisse des Gesundheitszustandes eines Versicherten
abstellen können (vgl. dazu die Urteile des BGer 4A_526/2014 vom 17. De-
zember 2014 E. 2.4 und 9C_468/2009 vom 9. September 2009 E. 3.3).
Die Stellungnahmen des RAD oder des medizinischen Dienstes der IVSTA,
welche nicht auf eigenen Untersuchungen beruhen, können wie Aktengut-
achten beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im
Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich festste-
henden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Be-
fassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile
des BGer 9C_524/2017 vom 21. März 2018 E. 5.1; 9C_28/2015 vom
8. Juni 2015 E. 3.2; 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1, je mit Hin-
weisen). Die Aufgabe der versicherungsinternen Fachpersonen besteht
insbesondere darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfe-
stellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche
in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den me-
dizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und versicherungsmedizi-
nisch zu würdigen (vgl. SVR 2009 IV Nr. 50 [Urteil 8C_756/2008] E. 4.4 mit
Hinweis; Urteil des BGer 9C_692/2014 vom 22. Januar 2015 E. 3.3). Sie
haben die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht zu würdigen,
wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten
eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die an-
dere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzu-
nehmen ist (BGE 142 V 58 E. 5.1). Enthalten die Akten für die streitigen
Belange keine beweistauglichen Unterlagen, kann die Stellungnahme ei-
ner versicherungsinternen Fachperson in der Regel keine abschliessende
Beurteilungsgrundlage bilden, sondern nur zu weitergehenden Abklärun-
gen Anlass geben (vgl. Urteil des BGer 9C_58/2011 vom 25. März 2011
E. 3.3).
3.5 Die Prüfung, ob eine psychische Erkrankung eine rentenbegründende
Invalidität zu begründen vermag, hat grundsätzlich anhand eines struktu-
rierten Beweisverfahrens nach BGE 141 V 281 zu erfolgen (BGE 143 V
409 E. 4.5; 143 V 418 E. 6 ff.).
Die ärztliche Beurteilung bildet eine wichtige Grundlage für die anschlies-
sende juristische Beurteilung. Hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähig-
keit haben sich sowohl die medizinischen Sachverständigen als auch die
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Seite 11
Organe der Rechtsanwendung bei ihrer Einschätzung des Leistungsver-
mögens an den normativen Vorgaben zu orientieren; die Gutachter im Ide-
alfall gemäss der entsprechend formulierten Fragestellung. Die Rechtsan-
wender prüfen die medizinischen Angaben frei insbesondere daraufhin, ob
die Ärzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen ge-
halten haben und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen
anhand der rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schlies-
sen lassen. Im Rahmen der Beweiswürdigung obliegt es den Rechtsan-
wendern zu überprüfen, ob in concreto ausschliesslich funktionelle Ausfälle
bei der medizinischen Einschätzung berücksichtigt wurden und ob die Zu-
mutbarkeitsbeurteilung auf einer objektivierten Grundlage erfolgte. Es soll
keine losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des struk-
turierten Beweisverfahrens stattfinden, sondern im Rahmen der Beweis-
würdigung überprüft werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizi-
nisch anhand der Indikatoren schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt
wurden und somit den normativen Vorgaben Rechnung tragen (vgl.
BGE 144 V 50 E. 4.3 mit zahlreichen Hinweisen).
3.5.1 Ausgangspunkt der Prüfung und damit erste Voraussetzung für eine
Anspruchsberechtigung bildet eine psychiatrische, lege artis gestellte Di-
agnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.1;
143 V 418 E. 6 und E. 8.1). Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebli-
che Gesundheitsbeeinträchtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rah-
men einer Prüfung auf der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt
der Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regel-
mässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leis-
tungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung be-
ruht (BGE 141 V 281 E. 2.2 und E. 2.2.1).
3.5.2 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine ver-
sicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt auf der zweiten Ebene an-
hand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikatoren
eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksichti-
gung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und
Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreich-
baren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6). Die für die Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit erwähnten Indikatoren hat das Bundesgericht wie folgt
systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.1.3): Kategorie «funktioneller Schwe-
regrad» (E. 4.3) mit den Komplexen «Gesundheitsschädigung» (Ausprä-
gung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome; Behandlungs- und
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Seite 12
Eingliederungserfolg oder -resistenz; Komorbiditäten [E. 4.3.1]), «Persön-
lichkeit» (Persönlichkeitsentwicklung und -struktur, grundlegende psychi-
sche Funktionen [E. 4.3.2]) und «sozialer Kontext» (E. 4.3.3) sowie Kate-
gorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens [E. 4.4]) mit den Fak-
toren gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen ver-
gleichbaren Lebensbereichen (E. 4.4.1) und behandlungs- und eingliede-
rungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck (E. 4.4.2).
3.5.3 Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem struktu-
rierten Beweisverfahren abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch
gar nicht geeignet ist. Daher bleibt es entbehrlich, wenn im Rahmen be-
weiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsun-
fähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und allfälligen
gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder
aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (vgl.
BGE 143 V 418 E. 7.1). Namentlich in Fällen, bei denen nach bestehender
Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen de-
pressiven Störung auszugehen ist, die ihrerseits nicht schon als chronifi-
ziert gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es
daher in aller Regel keiner Weiterungen in Form eines strukturierten Be-
weisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3 mit Hinweisen).
3.6 Vor der Berechnung des Invaliditätsgrades muss jeweils beurteilt wer-
den, ob die versicherte Person als (teil-)erwerbstätig oder nichterwerbstätig
einzustufen ist, was entsprechenden Einfluss auf die anzuwendende Me-
thode der Invaliditätsgradbemessung hat (allgemeine Methode des Ein-
kommensvergleichs, gemischte Methode, spezifische Methode des Betäti-
gungsvergleichs, vgl. Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a IVG).
Zu prüfen ist, was die versicherte Person bei im Übrigen unveränderten
Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde.
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie
sie sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung entwickelt haben,
wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten
(Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausreicht (vgl. BGE 133 V 504
E. 3.3, 133 V 477 E. 6.3, 125 V 146 E. 2c, je mit Hinweisen).
3.7 Versicherte haben Anspruch auf eine Viertelsrente, wenn sie zu min-
destens 40 Prozent invalid sind, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50 Prozent besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente, bei mindestens
C-2677/2018
Seite 13
60 Prozent auf eine Dreiviertelsrente und bei mindestens 70 Prozent auf
eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
4.
Im Verfahren B-6300/2013, in welchem sich das Bundesverwaltungsge-
richt (BVGer) bereits mit der vorliegenden Streitsache befasste, wurde fest-
gestellt, dass sich die Vorinstanz bei der Rentenaufhebung zu Recht auf
Bst. a SchlBest. IVG gestützt hat, da die Rente damals aufgrund eines Ge-
sundheitsschadens im Sinne der Übergangsbestimmung zugesprochen,
die Rente innerhalb von drei Jahren seit Inkrafttreten der Bestimmung
überprüft wurde, die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Überprüfung
noch nicht 55 Jahre alt war und noch kein über 15-jähriger Rentenbezug
vorlag. Darauf ist zu verweisen (vgl. Urteil des BVGer B-6300/2013 vom
3. Mai 2016 E. 4.1 f.). Mit anderen Worten kann die rechtskräftig zugespro-
chene Rente der Beschwerdeführerin gestützt auf Bst. a Abs. 1 SchlBest.
IVG aufgehoben werden, sollten die weiteren Voraussetzungen erfüllt sein.
Dies ist im Folgenden zu prüfen.
4.1 Dr. med. D._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
FMH, führte in seinem Gutachten vom 5. Dezember 2016 (IV-act. 203) aus,
bei der Beschwerdeführerin liege die bereits früher diagnostizierte Fibro-
myalgie und eine Anpassungsstörung vor. Ferner leide sie aktuell an einer
Somatisierungsstörung. Seit der letzten Begutachtung im Jahr 2012 habe
sich der Gesundheitszustand leicht verschlechtert. Insgesamt sei die Ar-
beitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht aktuell um 30-40 % reduziert.
4.2 Dr. med. E._, Facharzt für Rheumatologie und Rehabilitation
FMH, attestierte der Beschwerdeführerin in seinem Gutachten vom 5. De-
zember 2016 (IV-act. 204) keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Ar-
beitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
nannte er: Fibromyalgie (seit 1999), Zervikovertebralsyndrom mit Dis-
kusprotrusion C6-C7, Becker-Zyste rechtes Knie (seit 2015) und Osteope-
nie an der Grenze zur Osteoporose (seit 2012). Dr. med. E._ be-
stätigte, dass die Beschwerdeführerin grundsätzlich lege artis behandelt
werde, auch wenn sie offensichtlich einige der verschriebenen Medika-
mente nur bei Bedarf einnehme/einnehmen müsse. Auch sei nicht klar, ob
die psychiatrische Therapie konsequent erfolge oder nicht, und die
Schmerztherapie mit Voltaren und Palexia Retard und Mydocalm je in Re-
serve sei eher atypisch für eine Patientin mit Fibromyalgie. Unter Berück-
sichtigung der genannten Diagnosen attestierte er der Beschwerdeführerin
eine volle Arbeitsfähigkeit.
C-2677/2018
Seite 14
4.3 Dr. med. G._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und
behandelnder Facharzt der Beschwerdeführerin, attestierte der Beschwer-
deführerin in seinem Bericht vom 26. Juni 2017 (IV-act. 220) eine Dysthy-
mie (ICD-10 F34.1) bei Verdacht auf anhaltende somatoforme Schmerz-
störung (ICD-10 F45.4); auch die von Dr. med. D._ gestellte Diag-
nose einer Somatisierungsstörung (ICD-10 45.0) könne differentialdiag-
nostisch aufrechterhalten werden. Die Prognose sei aufgrund der Chroni-
fizierung und der Multimorbidität ungünstig und die therapeutischen Optio-
nen schienen sehr limitiert. In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit führte Dr. med.
G._ aus, er habe keine Krankschreibung vorgenommen, weil auf-
grund einer Dysthymie erfahrungsgemäss keine längerfristige höhergra-
dige Arbeitsunfähigkeit attestiert werden könne.
4.4 Dr. med. J._, Fachärztin für Innere Medizin und behandelnde
Ärztin der Beschwerdeführerin, bestätigte in ihrem Attest vom 23. Juli 2017
(IV-act. 225), dass die Beschwerdeführerin wegen folgender Beschwerden
bei ihr in Behandlung sei: chronische ausgedehnte muskuloskelettale
Schmerzen, Fibromyalgie, Diskopathie C6/7, Diabetes Mellitus Typ II, Ar-
terielle Hypertonie, Hypothyreose, ängstlich angespannte Persönlichkeit,
Schlafapnoesyndrom, Bakerzyste rechts, Wechseljahrbeschwerden,
leichte Aortainsuffizienz bei tricuspider, leichter degenerativ veränderter
Aortenklappe mit Herzinsuffizienz, Hypercholesterinämie und Tinnitus.
Ausserdem bestünden die von Dr. med. G._ gestellten Diagnosen.
Die Ärztin führte aus, die Beschwerdeführerin sei vor allem durch die
Schmerzen im Bereich der HWS und LWS in ihrem Lebensalltag einge-
schränkt. Zusätzlich bestünden auch Schmerzen in den Handgelenken,
beiden Schultern und Kniegelenken beidseits. Die Beschwerdeführerin be-
nötige weiterhin internistische, rheumatologische und psychiatrische Be-
handlung. Die Prognose sei aufgrund der Chronifizierung, der Multimorbi-
dität und des Alters der Beschwerdeführerin ungünstig. Angaben zur Ar-
beitsfähigkeit machte die Ärztin keine.
4.5 Die seit der Rückweisung durch das Bundesverwaltungsgericht einge-
holten medizinischen Unterlagen wurden von Dr. med. F._, Fach-
ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie beim RAD, geprüft (vgl. Stellung-
nahme vom 24. Juli 2017, IV-act. 222). Sie stellte fest, dass lediglich Dr.
med. E._ eine Prüfung der Standardindikatoren aus rheumatologi-
scher Sicht durchgeführt hatte und kam dabei zum Schluss, dass es – um
dem Rückweisungsauftrag des Bundesverwaltungsgerichts zu genügen –
notwendig sei, auch von Dr. med. D._ eine Stellungnahme zu den
Standardindiaktoren einzufordern. Das Dossier wurde in der Folge nicht
C-2677/2018
Seite 15
Dr. med. D._, sondern einem Expertengremium, bestehend aus
Ärzten des Medizinischen Dienstes und Fachpersonen der IVSTA, vorge-
legt und die Ergebnisse im P.V. du rapport OAIE / médecins vom 26. Okto-
ber 2017 (IV-act. 232) festgehalten. Das Expertengremium hat in seinem
Bericht die medizinische Aktenlage zusammengefasst und gestützt auf die
vorhandenen Unterlagen eine eigene Indikatorenprüfung durchgeführt.
4.5.1 Vorab ist festzuhalten, dass hier keine Ausschlussgründe im Sinn von
BGE 141 V 281 E. 2.2 vorliegen. Der rheumatologische Gutachter hat eine
Aggravation ausdrücklich ausgeschlossen.
4.5.2 Im Rahmen der Kategorie «funktioneller Schweregrad» ist zunächst
der Komplex Gesundheitsschädigung zu beurteilen. Gemäss Dr. med.
D._ liegt eine Somatisierungsstörung und eine Anpassungsstörung
vor. Der behandelnde Psychiater attestierte eine Dysthymie. In Bezug auf
den Behandlungserfolg ist festzuhalten, dass offensichtlich erst seit dem
4. Januar 2016 eine psychiatrische Behandlung stattfand. Wobei auch
diese Behandlung nicht sehr systematisch zu sein scheint und in relativ
grossen zeitlichen Abständen stattfindet («es fanden vereinzelte Bespre-
chungen und Behandlungsversuche statt»). Der letzte Termin vor dem Be-
richt vom 26. Juni 2017 fand am 8. Mai 2017, also rund sechs Wochen
vorher statt (vgl. Bericht Dr. med. G._ vom 26. Juni 2017, IV-
act. 220). Medikamentös wurde die Beschwerdeführerin mit Saroten,
Dalmadorm und Deanxit behandelt. Als rechtlich bedeutsame Komorbidi-
täten fallen – nebst Begleiterkrankungen mit eigenständiger invalidisieren-
der Bedeutung (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3) – Beschwerden in Be-
tracht, welchen im konkreten Fall ressourcenhemmende Wirkung beizu-
messen ist (vgl. BGE 143 V 281 E. 8.1). Als massgebende Komorbidität
besteht gemäss den Experten eine Fibromyalgie, ein Zervikovertebralsyn-
drom, eine Becker-Zyste und Osteopenie. Diese Beschwerden haben ge-
mäss der Einschätzung des rheumatologischen Gutachters keine eigen-
ständige invalidisierende Wirkung. Es ist indes davon auszugehen, dass
die Beschwerdeführerin aufgrund der verspürten Schmerzen schneller er-
müdet und lediglich körperlich leichte Tätigkeiten ausüben kann.
4.5.3 Anhaltspunkte dafür, dass die Persönlichkeit der Beschwerdeführerin
ihr funktionelles Leistungsvermögen einschränkt, ergeben sich aus den
medizinischen Unterlagen nicht. Der psychiatrische Experte hat keine Hin-
weise auf eine Persönlichkeitsstörung gefunden (BGE 141 V 281 E. 4.3.2).
C-2677/2018
Seite 16
4.5.4 Der Komplex «sozialer Kontext» (BGE 141 V 281 E. 4.3.3) zeigt,
dass die Beschwerdeführerin über moblilisierbare Ressourcen verfügt
(gute Beziehung zum Ehemann und den Töchtern sowie den Enkeln). Es
liegt kein sozialer Rückzug vor. Im Sommer verbringt die Beschwerdefüh-
rerin jährlich ungefähr einen Monat Ferien in ihrer Heimat K._
4.5.5 In der Kategorie «Konsistenz» ist in Bezug auf die Einschränkung
des Aktivitätenniveaus in vergleichbaren Lebensbereichen (BGE 141 V
281 E. 4.4.1) ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin in der Lage ist, im
Haushalt Arbeiten zu verrichten. Für die schweren Arbeiten erhält sie Un-
terstützung von ihrem (mittlerweile pensionierten) Ehemann. Sie geht mit
dem Hund spazieren und spielt oft mit den Enkeln. In Bezug auf den eben-
falls zur Konsistenz gehörende Indikator „behandlungs- und eingliede-
rungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck“ ist festzuhalten, dass
die Beschwerdeführerin zwar angeblich wöchentlich Physiotherapie,
Lymphdrainage oder Osteopathie in Anspruch nimmt, eine konsequente
psychiatrische Behandlung jedoch offenbar erst seit 2016 verfolgt wurde.
4.5.6 Insgesamt ist festzustellen, dass die Vorinstanz die Beschwerdefüh-
rerin zwar separat rheumatologisch und psychiatrisch hat abklären lassen
und auch eine internistische Beurteilung bei der behandelnden Ärztin bei
den Akten ist, dass indes eine fachärztliche polydisziplinäre Beurteilung
(rheumatologisch, psychiatrisch und internistisch), welche die bei der Be-
schwerdeführerin vorhandenen Beschwerden in ihrer Gesamtheit hinrei-
chend erfasst und würdigt, nicht vorgenommen worden ist. Die medizini-
schen Akten genügen insbesondere den Anforderungen an eine Indikato-
renprüfung nicht, da sich lediglich Dr. med. E._, nicht aber Dr. med.
D._ zu den Indikatoren geäussert hat. Dr. med. F._ des RAD
hatte dies in ihrer Stellungnahme vom 24. Juli 2017 bereits zu Recht be-
mängelt, zumal angesichts der bei der Beschwerdeführerin vorliegenden
Beschwerden eine Prüfung der Indikatoren durch den (untersuchenden)
Psychiater unerlässlich ist. Eine stellvertretende Beurteilung der Indikato-
ren durch das Expertengremium, wie sie im vorliegenden Fall gemacht
wurde, ersetzt indes die Beurteilung durch die untersuchenden Gutachter
nicht, da diese Indikatorenprüfung den Anforderungen der bundesgericht-
lichen Rechtsprechung nicht genügt.
Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass vorliegend eine interdiszip-
linäre fachärztliche Beurteilung (rheumatologisch, psychiatrisch und inter-
nistisch) fehlt, welche die vorhandenen Beschwerden hinreichend und um-
C-2677/2018
Seite 17
fassend würdigt und unter Berücksichtigung der von der bundesgerichtli-
chen Rechtsprechung geforderten Standardindikatoren die Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit beurteilt.
4.6 Die Beschwerdeführerin beantragte im Rahmen ihrer Beschwerde im
Eventualantrag die Durchführung einer pluridisziplinären Begutachtung.
4.6.1 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können die Sozialver-
sicherungsgerichte nicht frei entscheiden, ob sie eine Streitsache zu wei-
teren medizinischen Abklärungen an die Verwaltung zurückweisen. So hat
es erkannt, dass es zwar nicht angebracht ist, in jedem Beschwerdefall auf
der Grundlage eines Gerichtsgutachtens zu urteilen, doch drängt es sich
auf, dass die Beschwerdeinstanz im Regelfall ein Gerichtsgutachten ein-
holt, wenn sie einen medizinischen Sachverhalt überhaupt für gutachterlich
abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativexpertise in einem
rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Eine Rückweisung an die
IV-Stelle bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhe-
bung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist oder wenn
lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen
Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1 ff.).
4.6.2 Vorliegend erscheint eine Rückweisung der Streitsache an die IVSTA
im Lichte der dargelegten Rechtsprechung aus nachfolgenden Gründen
ausnahmsweise möglich. Zu beachten sind insbesondere die Ausführun-
gen des Bundesgerichts im hiervor zitierten BGE 137 V 210, wonach eine
weitgehende Verlagerung der Expertentätigkeit von der administrativen auf
die gerichtliche Ebene sachlich nicht wünschbar ist. Die Rechtsstaatlichkeit
der Versicherungsdurchführung litte empfindlich und wäre von einem Sub-
stanzverlust bedroht, so das Bundesgericht, wenn die Verwaltung von
vornherein darauf bauen könnte, dass ihre Arbeit in jedem verfügungs-
weise abgeschlossenen Sozialversicherungsfall auf Beschwerde hin
gleichsam gerichtlicher Nachbesserung unterliege. Im Rahmen der de lege
lata gegebenen Organisation dränge es sich vielmehr auf, das drohende
Defizit dort durch gerichtliche Expertisen auszugleichen, wo die Gerichte
bei der Würdigung des Administrativgutachtens im Kontext der gesamten
Aktenlage zum Schluss kommen, weitere Abklärungen seien notwendig
(BGE 137 V 210 E. 4.2).
4.6.3 Hier liegen zwar mehrere vom Bundesverwaltungsgericht zu würdi-
gende Berichte im Recht, die jedoch eine abschliessende Beurteilung der
C-2677/2018
Seite 18
Arbeitsfähigkeit nicht zulassen. Eine Beurteilung ohne eingehende Diskus-
sion der die Arbeitsfähigkeit beeinflussenden Faktoren und ohne die
Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens ist im vorliegenden
Fall nicht zulässig. Die vorliegende Konstellation hätte zwangsläufig zu ei-
ner Präzisierung der vorhandenen Unterlagen führen müssen. Würde eine
derart mangelhafte Sachverhaltsabklärung respektive -würdigung durch
Einholung eines Gerichtsgutachtens im Beschwerdeverfahren korrigiert,
bestünde die Gefahr der unerwünschten Verlagerung der den Durchfüh-
rungsorganen vom Gesetz übertragenen Pflicht, den rechtserheblichen
Sachverhalt nach dem Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 ATSG) ab-
zuklären (so dass gestützt darauf die Verfügung über die in Frage stehende
Leistung ergehen kann), auf das Gericht. Daher und aufgrund dessen,
dass vorliegend aufgrund der Aktenlage der Gesundheitszustand und dem-
nach auch die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht abschliessend
beurteilt werden kann, ist die Beschwerde gutzuheissen und die Verfügung
vom 22. März 2018 ist aufzuheben. Die Sache ist zur Durchführung der
notwendigen medizinischen Abklärungen und Prüfung des Leistungsan-
spruchs an die Vorinstanz zurückzuweisen.
5.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-
teientschädigung.
5.1 Die Verfahrenskosten sind bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder
die Verweigerung von IV-Leistungen nach dem Verfahrensaufwand und un-
abhängig vom Streitwert im Rahmen von 200-1'000 Franken festzulegen
(Art. 69 Abs. 1bis IVG). Die Verfahrenskosten werden in der Regel der un-
terliegenden Partei auferlegt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Rückweisung der
Sache an die Verwaltung zu erneuter Abklärung und neuer Verfügung gilt
im Sozialversicherungsrecht praxisgemäss als volles Obsiegen der Be-
schwerde führenden Partei (BGE 137 V 210 E. 7.1 und 132 V 215 E. 6).
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind der Beschwerdeführerin keine
Kosten aufzuerlegen. Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kosten-
vorschuss in der Höhe von Fr. 800.- ist ihr nach Eintritt der Rechtskraft des
vorliegenden Entscheids auf ein von ihr bekannt zu gebendes Konto zu-
rückzuerstatten. Einer unterliegenden Vorinstanz sind gemäss Art. 63
Abs. 2 VwVG ebenso wenig Verfahrenskosten aufzuerlegen.
5.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden
Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr er-
wachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen
C-2677/2018
Seite 19
(Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Parteientschädigung um-
fasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere notwendige Ausla-
gen der Partei, wobei unnötiger Aufwand nicht entschädigt wird (vgl. Art. 8
Abs. 1 und 2 VGKE). Die Kosten der Vertretung umfassen gemäss Art. 9
Abs. 1 VGKE insbesondere das Anwaltshonorar, die Auslagen sowie die
Mehrwertsteuer für diese Entschädigungen, soweit eine Steuerpflicht be-
steht. Das Anwaltshonorar wird nach dem notwendigen Zeitaufwand des
Vertreters oder der Vertreterin bemessen, wobei der Stundenansatz min-
destens 200 und höchstens 400 Franken beträgt (Art. 10 Abs. 1 und 2
VGKE). Die Spesen werden aufgrund der tatsächlichen Kosten ausbezahlt
(Art. 11 Abs. 1 VGKE).
Die Beschwerdeführerin war im vorliegenden Verfahren anwaltlich vertre-
ten, weshalb ihr zu Lasten der unterliegenden Vorinstanz eine Parteient-
schädigung zuzusprechen ist. Der Vertreter der Beschwerdeführerin hat
eine Kostennote eingereicht, mit welcher er insgesamt ein Honorar von
Fr. 6'668.20 (27 Stunden à Fr. 240.- und Barauslagen in der Höhe von
Fr. 194.20) geltend gemacht hat. Dabei wurden diejenigen Aufwendungen
aufgeführt, die seit der Rückweisung der Sache mit Urteil B-6300/2013 vom
3. Mai 2016 des Bundesverwaltungsgerichts angefallen sind. Es handelt
sich dabei namentlich um Aufwendungen seit dem 10. Oktober 2016. Dies-
bezüglich ist darauf hinzuweisen, dass im vorliegenden Verfahren lediglich
Aufwendungen zu entschädigen sind, die in einem direkten Zusammen-
hang mit dem Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht
stehen. Praxisgemäss gehören dazu eine Besprechung mit der Beschwer-
deführerin sowie die darauffolgende Beschwerdeerhebung und die weite-
ren Eingaben und damit zusammenhängenden Aufwendungen im Be-
schwerdeverfahren. Vorliegend sind somit erst die seit dem 6. April 2018
(Empfang der Verfügung betreffend IV-Rente) geltend gemachten Stunden
zu berücksichtigen. In der (grundsätzlich) zu berücksichtigenden Zeit-
spanne ab dem 6. April 2018 sind indes noch Aufwendungen genannt, die
im Wesentlichen aus Korrespondenz und Telefonaten mit der Rechts-
schutzversicherung bestehen, die somit ausserhalb des vorliegenden Ver-
fahrens angefallen sind und demnach ebenso wenig zu berücksichtigen
sind. Seit dem 6. April 2018 sind somit gemäss der (im Sinne der vorste-
henden Ausführungen berichtigten) Honorarnote noch 13,80 Stunden à
Fr. 240.- sowie 0,1 Stunden à Fr. 180.-, insgesamt somit Fr. 3'330.- zu ent-
schädigen. Gemäss Art. 11 Abs. 1 VGKE sind die tatsächlichen Auslagen
zu vergüten, weshalb die geltend gemachten pauschalen Auslagen von
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Seite 20
3 % des gesamten Honorars grundsätzlich nicht zulässig sind, sofern – wie
hier – keine besonderen Verhältnisse vorliegen (vgl. Art. 11 Abs. 3 VGKE).
Mit Blick auf die umfangreichen Akten und die detaillierte Honorarnote, wel-
che den angefallenen Aufwand gut nachvollziehbar macht, ist jedoch da-
von auszugehen, dass die geltend gemachten Auslagen für Porto, Telefon
und Kopien in der Höhe von Fr. 194.20 in etwa den tatsächlichen Kosten
entsprechen dürften, sodass die Parteientschädigung in diesem Punkt in
der geltend gemachten Höhe zuzusprechen ist (vgl. Urteil des BVGer
C-334/2018 vom 9. Dezember 2019 E. 6.2). Zusammenfassend ist somit
festzuhalten, dass der Beschwerdeführerin zu Lasten der unterliegenden
Vorinstanz eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 3'330.- zuzüglich
Auslagen von Fr. 194.20, also insgesamt Fr. 3'524.20, zuzusprechen ist.