Decision ID: 592f31e7-c8b5-5019-81e4-03722cba1075
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X lenkte am Freitag, 10. Juni 2011, um 13.30 Uhr seinen Personenwagen "Volvo
S80" mit dem amtlichen Kennzeichen SG 000 in B auf der W-Strasse in Richtung S-
Strasse. Beim Signal "Kein Vortritt" hielt er aufgrund des starken Verkehrsaufkommens
an. Als er wieder los fuhr, um die S-Strasse zu überqueren, übersah er einen auf der S-
Strasse von rechts nahenden Personenwagen. Trotz dessen Vollbremsung kam es zu
einer seitlich-frontalen Kollision. An beiden Fahrzeugen entstand Sachschaden. Die
Lenker blieben unverletzt. Das Untersuchungsamt Z büsste X mit Strafbefehl vom
9. August 2011 wegen Missachtung des Vortrittsrechts mit Fr. 1'400.--. Der Strafbefehl
wurde unangefochten rechtskräftig.
B.- Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen eröffnete am
15. August 2011 gegenüber X ein Administrativmassnahmeverfahren und stellte ihm
unter Gewährung der Möglichkeit zur Stellungnahme den Entzug des Führerausweises
für die Dauer eines Monats in Aussicht. Mit Eingabe vom 18. August 2011 brachte X
vor, er habe das Vortrittsrecht nicht missachtet. Das Fahrzeug, mit dem er kollidiert sei,
habe sich zum Zeitpunkt, als er sich vergewisserte, dass die Strasse frei sei, genau
hinter dem Türpfosten zwischen Frontscheibe und Seitenfenster auf der Beifahrerseite
befunden. Als er losgefahren sei und das Auto erblickt habe, sei es leider schon zu spät
gewesen. Es sei ihm sofort bewusst gewesen, dass es sein Fehler gewesen sei. Er
habe die Verkehrsregel ganz bestimmt nicht absichtlich missachtet. Ein Ausweisentzug
hätte zudem unabsehbare Folgen für seinen Kleinbetrieb, den er in den letzten Jahren
aufgebaut habe. Er müsse täglich Kunden besuchen und beraten sowie Arbeiten auf
Baustellen ausführen. In den letzten dreissig Jahren sei er als Verkehrsteilnehmer nie
negativ aufgefallen.
Am 30. August 2011 entzog das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt X den
Führerausweis für die Dauer eines Monats mit der Begründung, er habe am 10. Juni
2011 ein Vortrittssignal missachtet und einen Verkehrsunfall verursacht. Die in der
Stellungnahme vom 18. August 2011 angeführten Argumente vermöchten das
Verschulden nicht zu mindern. Die verursachte Gefahr (Unfall mit konkreter
Gefährdung) könne nicht mehr als gering eingestuft werden. Unabhängig vom Grad
des Verschuldens liege zumindest eine mittelschwere Widerhandlung im Sinn von
Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG vor, so dass der Führerausweis gemäss Art. 16b Abs. 2 lit. a
SVG mindestens für die Dauer eines Monats zu entziehen sei. Die Entzugsdauer könne
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nach den Kriterien von Art. 16 Abs. 3 SVG (Schwere des Verschuldens, Leumund als
Motorfahrzeugführer, berufliche Angewiesenheit, ein Motorfahrzeug zu führen) erhöht
werden. Ein ungetrübter Leumund sei kein Milderungsgrund, sondern werde als
Normalfall betrachtet. Unter Berücksichtigung aller Bemessungskriterien sei es
möglich, die Entzugsdauer auf das gesetzliche Minimum zu beschränken.
C.- Gegen die Verfügung vom 30. August 2011 erhob X mit Eingabe vom 5. September
2011 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, unter Kostenfolge
sei von einem Führerausweisentzug abzusehen, eventualiter die Massnahme auf eine
Verwarnung zu reduzieren oder das Verfahren zur individuellen Begründung an die
Vorinstanz zurückzuweisen. Auf die Ausführungen zur Begründung des Antrags wird,
soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. Die Vorinstanz verzichtete am
28. September 2011 auf eine Vernehmlassung.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 5. September 2011 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Im Rekurs wird in erster Linie geltend gemacht, allein die Nennung des
Gesetzesartikels in der angefochtenen Verfügung sei keine sachliche und
nachvollziehbare Einzelfallbegründung. Der Anspruch auf rechtliches Gehör verlange,
dass die Behörde die Vorbringen des Betroffenen tatsächlich höre, prüfe und in der
Entscheidfindung berücksichtige. Die Begründung müsse so abgefasst sein, dass sich
der Betroffene über die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller
Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen könne. In diesem Sinn müssten
wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde habe
leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stütze. Der Wortlaut des Gesetzes verlange,
den ungetrübten Leumund als Motorfahrzeugführer als Milderungsgrund zu
berücksichtigen. In der Begründung sei auf die Gefährdung einzugehen, z.B. das
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Anfahren vom Geschäftsplatz weg, Anfahrgeschwindigkeit, Übersicht und die
Möglichkeit, ein herannahendes Fahrzeug zu erkennen. Dabei sei zu entscheiden, ob
es dem Rekurrenten überhaupt möglich gewesen sei zu handeln, ob ein
Zusammenstoss in Sekundenschnelle keine Möglichkeit zur weiteren Reaktion
gegeben habe, ob es Zufall gewesen sei oder ob es beispielsweise durch
Sichtbehinderung zum Zusammenstoss habe kommen müssen. Dass der
Vortrittsbelastete für die Unfallkosten aufkommen müsse, heisse nicht, dass er auch
schuldhaft gehandelt habe. Auf die berufliche Angewiesenheit für tägliche Lieferungen
sei keine Rücksicht genommen worden.
Gemäss Art. 23 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG) ist
der Entzug eines Führerausweises schriftlich zu eröffnen und zu begründen. Nach
Art. 24 Abs. 1 lit. a VRP soll die Verfügung unter anderem die Gründe, auf die sie sich
stützt, enthalten. Zu nennen sind die wesentlichen Überlegungen, von denen sich die
entscheidende Instanz leiten liess. Es genügt, wenn aus dem Gesamtzusammenhang
der Begründung hervorgeht, weshalb ein Begehren abgewiesen wird, und wenn es
dem Betroffenen möglich ist, den Entscheid sachgerecht anzufechten (vgl. Cavelti/Vö
geli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 1053/1054).
Im Übrigen wird in der Rekurseingabe die Rechtsprechung zur Bedeutung der
Begründung im Wesentlichen richtig wiedergegeben.
Zur Schwere der Widerhandlung führt die Vorinstanz den "Unfall mit konkreter
Gefährdung" an. Da dies keine geringe Gefährdung darstelle, liege unabhängig vom
Verschulden ein mittelschwerer Fall vor (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Damit hat sie –
wenn auch bloss indirekt – Stellung bezogen zum Argument des Rekurrenten, er habe
das Vortrittsrecht nicht vorsätzlich missachtet. Die Vorinstanz hat – stillschweigend –
dem Rekurrenten kein vorsätzliches Handeln angelastet, sein Verhalten aber auch nicht
als schuldlos eingestuft. Vielmehr ist sie von einer nicht weiter qualifizierten
Fahrlässigkeit ausgegangen. Der Rekurrent selbst äusserte gegenüber der Vorinstanz,
es sei ihm sofort bewusst gewesen, dass es sein Fehler gewesen sei. Es hat sich
deshalb auch erübrigt, Fragen zur Anfahrgeschwindigkeit, Übersicht und
Vermeidbarkeit zu erörtern. Eine detailliertere Würdigung des Verschuldens war zudem
nicht erforderlich, weil die Vorinstanz die vom Gesetz vorgeschriebene
Mindestentzugsdauer von einem Monat verfügte (Art. 16b Abs. 2 lit. a SVG). Weder ein
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geringes Verschulden noch ein ungetrübter Leumund als Motorfahrzeugführer oder die
berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen, rechtfertigen es nach dem
klaren und eindeutigen Wortlaut von Art. 16 Abs. 3 SVG, dem Willen des Gesetzgebers
(vgl. Botschaft, in: BBl 1999 S. 4486) und der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
(vgl. 132 II 234 E. 2.3), die gesetzliche Mindestentzugsdauer zu unterschreiten. Die
Vorinstanz hat darauf zwar den Wortlaut dieser Bestimmung nicht wiedergegeben,
jedoch ausgeführt, der ungetrübte Leumund sei kein Milderungsgrund, weil er als
Normalfall betrachtet werde. Nach der Rechtsprechung der
Verwaltungsrekurskommission trifft dies in dieser absoluten Form nicht zu (vgl. VRKE
IV-2010/89 vom 25. November 2010, publiziert in: www.gerichte.sg.ch,
Rechtsprechung). Da jedoch die gesetzliche Mindestentzugsdauer angeordnet wurde
und damit eine kürzere Entzugsdauer nicht möglich ist, ist auf diesen Punkt nicht weiter
einzugehen. Zu den Beeinträchtigungen des Rekurrenten bei seiner Berufsausübung
hat sich die Vorinstanz ebenfalls nicht ausdrücklich, jedoch mit dem Verweis auf Art. 16
Abs. 3 SVG und die Mindestentzugsdauer jedenfalls stillschweigend geäussert.
Zusammenfassend trifft zwar zu, dass die Vorinstanz auf die Vorbringen des
Rekurrenten in seiner Stellungnahme vom 18. August 2011 nur teilweise ausdrücklich
eingegangen ist. Jedoch hat sie dessen Ausführungen zur Kenntnis genommen und
teilweise ausdrücklich, teilweise implizit als nicht geeignet bezeichnet, eine leichte, in
der Regel lediglich zu einer Verwarnung führende Widerhandlung gemäss Art. 16a SVG
anzunehmen oder die gesetzliche Mindestentzugsdauer von einem Monat bei einer
mittelschweren Widerhandlung gemäss Art. 16b Abs. 2 lit. a SVG zu unterschreiten.
Dem Rekurrenten war es jedenfalls möglich, die Verfügung sachgerecht anzufechten.
Wenn die Begründung der angefochtenen Verfügung auch knapp und nicht in allen
Punkten leicht nachvollziehbar ist, vermag sie damit den gesetzlichen und
verfassungsrechtlichen Anforderungen insgesamt doch zu genügen. Dementsprechend
erweist sich der Vorwurf der Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz
als unbegründet.
3.- In der Sache macht der Rekurrent geltend, er habe lediglich eine leichte
Widerhandlung im Sinn von Art. 16a SVG begangen.
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a) Das Gesetz unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b
SVG) und schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine leichte Widerhandlung
begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit
anderer hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a
SVG). Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von
Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt
(Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Ist die Verletzung von Verkehrsregeln grob und wird
dadurch eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf
genommen, ist die Widerhandlung schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Die
mittelschwere Widerhandlung nach Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG stellt einen
Auffangtatbestand dar. Sie liegt vor, wenn nicht alle privilegierenden Elemente einer
leichten Widerhandlung und nicht alle qualifizierenden Elemente einer schweren
Widerhandlung gegeben sind (BGE 135 III 138 E. 2.2.2).
b) Für die Annahme eines leichten Falls setzt das Gesetz ausdrücklich ein geringes
Ausmass der Gefährdung voraus. Der seit 1. Januar 2005 geltende Art. 16a Abs. 1 lit. a
SVG räumt der Schwere der Verkehrsgefährdung wieder eine eigenständige Stellung
ein. Im Recht der Administrativmassnahmen liegen der gesetzlichen Kategorisierung
der Widerhandlungen gegen Strassenverkehrsvorschriften verschiedene
Gefährdungsstufen zugrunde. Von der konkreten Gefährdung der körperlichen
Integrität anderer Personen ist deren abstrakte Gefährdung zu unterscheiden, die
"einfach" oder "erhöht" sein kann. Die einfache abstrakte Gefährdung zieht kein
Administrativmassnahmeverfahren nach sich (vgl. Art. 16 Abs. 2 SVG). Eine solche
Gefährdung ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung aber nur dann
anzunehmen, wenn keine anderen Verkehrsteilnehmer vom Fehlverhalten des
Rekurrenten hätten betroffen werden können. Führt hingegen die Missachtung einer
Verkehrsregel zu einer Verletzung eines Rechtsguts, einer konkreten Gefährdung der
körperlichen Integrität oder zu einer erhöhten abstrakten Gefährdung dieses
Rechtsguts, hat dies eine Administrativmassnahme zur Folge (R. Schaffhauser, Die
neuen Administrativmassnahmen des Strassenverkehrsgesetzes, in: Jahrbuch zum
Strassenverkehrsrecht 2003, St. Gallen 2003, S. 181, Rz. 43 ff.).
Für die Abstufung innerhalb der erhöhten abstrakten Gefährdung ist auf die Nähe der
Verwirklichung der Gefahr abzustellen. Je näher die Möglichkeit einer konkreten
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Gefährdung oder Verletzung liegt, umso schwerer wiegt die erhöhte abstrakte
Gefährdung (vgl. BGE 118 IV 285 E. 3a). Eine konkrete Gefahr liegt vor, wenn für einen
bestimmten, tatsächlich daherkommenden Verkehrsteilnehmer oder einen Mitfahrer
des Täters die Gefahr einer Körperverletzung oder gar Tötung bestand (J. Boll, Grobe
Verkehrsregelverletzung, Davos 1999, S. 12). Zudem ist das Ausmass der
üblicherweise entstehenden Schädigung bei Eintritt der Rechtsgutverletzung zu
berücksichtigen (vgl. VRKE vom 6. Juli 2005 in Sachen H. L., E. 4b/bb).
c) Fahrzeuge auf gekennzeichneten Hauptstrassen haben den Vortritt, auch wenn sie
von links kommen (Art. 36 Abs. 2 Satz 2 SVG). Wer zur Gewährung des Vortritts
verpflichtet ist, darf den Vortrittsberechtigten in seiner Fahrt nicht behindern. Er hat
seine Geschwindigkeit frühzeitig zu mässigen und, wenn er warten muss, vor Beginn
der Verzweigung zu halten (Art. 14 Abs. 1 der Verkehrsregelnverordnung, SR 741.11).
Das Signal "Kein Vortritt" verpflichtet den Führer, den Fahrzeugen auf der Strasse, der
er sich nähert, den Vortritt zu gewähren (Art. 36 Abs. 2 Satz 1 der
Signalisationsverordnung, SR 741.21).
Die Bilder des Rekurrenten und die Skizze im Polizeirapport dokumentieren die
Unfallsituation in tatsächlicher Hinsicht ausreichend. Die von der Strafbehörde im
rechtskräftigen Strafbefehl vom 9. August 2011 festgestellte Missachtung des
Vortrittsrechts durch den Rekurrenten zufolge ungenügender Aufmerksamkeit hatte
eine frontal-seitliche Kollision seines Personenwagens mit einem vortrittsberechtigten
Personenwagen zur Folge. Die beteiligten Lenker wurden dabei nicht verletzt. Die
Bestimmungen von Art. 16a ff. SVG stellen allerdings ausschliesslich darauf ab, ob die
Widerhandlung eine Gefährdung hervorruft und welcher Art und Schwere diese
Gefährdung ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_267/2010 vom 14. September 2010
E. 3.4). Das Verhalten des Rekurrenten führte zu einer Verkehrssituation, bei der für die
Lenkerin des vortrittsberechtigten Personenwagens die Gefahr einer Körperverletzung
bestand. Die Unaufmerksamkeit des Rekurrenten hätte bei Beteiligung eines
schwächeren Verkehrsteilnehmers, beispielsweise eines Motorradfahrers, erhebliche
Körperverletzungen des Betroffenen verursacht.
Durch sein vorschriftswidriges und unvorsichtiges Überqueren der Hauptstrasse unter
Missachtung des signalisierten Vortrittsrechtes bei starkem Verkehrsaufkommen hat
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der Beschwerdegegner die übrigen Verkehrsteilnehmer erheblich gefährdet. Die
konkrete und erhebliche Gefahr hat sich denn auch in einem Verkehrsunfall mit
Sachschaden unmittelbar realisiert. Die Annahme eines leichten Falls würde deshalb
vor Art. 16a ff. SVG nicht standhalten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_218/2009 vom
26. November 2009 E. 7). Die Vorinstanz hat dem Rekurrenten dementsprechend zu
Recht den Führerausweis gestützt auf Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG entzogen. Die
Würdigung der weiteren konkreten Umstände, wie Anfahrgeschwindigkeit, Übersicht
und Zeitpunkt der Erkennbarkeit des vortrittsberechtigten Fahrzeuges im Hinblick auf
eine weitere Qualifikation des Verschuldens des Rekurrenten erübrigen sich, zumal im
Rekurs zu Recht nicht geltend gemacht wird, die ungenügende Aufmerksamkeit könne
dem Rekurrenten nicht als Verschulden jedenfalls im Sinn einer Fahrlässigkeit
angelastet werden. Der Rekurs erweist sich dementsprechend auch hinsichtlich der
Auffassung, es liege ein leichter Fall im Sinn von Art. 16a SVG vor, als unbegründet.
4.- Gemäss Art. 16 Abs. 3 SVG sind bei der Festsetzung der Dauer des Lernfahr- oder
Führerausweisentzugs die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, namentlich die
Gefährdung der Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als
Motorfahrzeugführer sowie die berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen;
die Mindestentzugsdauer darf nicht unterschritten werden. Diese beträgt gemäss
Art. 16b Abs. 2 lit. a SVG nach einer mittelschweren Widerhandlung mindestens einen
Monat.
Die von der Vorinstanz verfügte Entzugsdauer von einem Monat entspricht der
gesetzlichen Mindestentzugsdauer, die nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
zu Art. 16 Abs. 3 SVG selbst bei einer beruflichen Angewiesenheit des Betroffenen auf
den Führerausweis und bei einem ungetrübten automobilistischen Leumund nicht
unterschritten werden darf (vgl. BGE 132 II 234 E. 2.3 für einen selbständig
erwerbenden Taxischauffeur). Dementsprechend ist der Rekurs auch insoweit
unbegründet, als damit eine Herabsetzung der Dauer des Führerausweisentzugs
angestrebt wird.
5.- Der Rekurs ist insgesamt abzuweisen. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind
die amtlichen Kosten dem Rekurrenten aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 1'200.-- erscheint angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der
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Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 1'200.-- ist zu
verrechnen.