Decision ID: 0fde88dc-5a84-4f39-a049-abbf255cd27c
Year: 2006
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1. Der als Ingenieur HTL selbständigerwerbende W._ ist freiwillig bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle versichert (Urk. 8/1, Urk. 8/8). Am 24. Oktober 2002 erlitt er einen Verkehrsunfall, als er wegen eines Fahrradfahrers abrupt anhalten musste, ein nachfolgendes Auto nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte und in das Heck des von ihm gesteuerten Personenwagens fuhr (Urk. 8/1). Am 26. Oktober 2002 begab er sich ein erstes Mal in ärztliche Behandlung. Sein Hausarzt, Dr. med. A._, diagnostizierte gestützt auf die Schilderung des Unfallherganges, der 24 Stunden nach dem Unfall aufgetretenen Kopfschmerzen und die schmerzbedingten Bewegungseinschränkungen eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS) ohne Kopfanprall. Die radiologischen Bilder der Halswirbelsäule ergaben keine Auffälligkeiten (Urk. 8/2). Im Bericht vom 6. November 2002 führte Dr. A._ aus, dem Versicherten sei es nach drei Tagen viel besser gegangen. Die Rotation der Halswirbelsäule und die Flexion/ Extension seien nur noch leicht eingeschränkt und wenig schmerzhaft gewesen. Die Kopfschmerzen und die Übelkeit hätten nicht mehr bestanden (Urk. 8/3). Am 11. November 2002 liess sich der Versicherte durch Dr. med. B._, Facharzt für Neurologie, untersuchen. Dieser berichtete von typischen cervico-cephalen Beschwerden mit im Status eingeschränkter Beweglichkeit der Halswirbelsäule mit verdickter und druckdolenter Nacken- und Schultermuskulatur und daraus resultierenden Schlafstörungen. Die neurologische Untersuchung ergab keine auffälligen Befunde, doch konnte Dr. B._ neuropsychologische Defizite nicht ausschliessen, da der Versicherte Konzentrations- und Gedächtnisstörungen beklage. Wegen der Beschwerden bescheinigte er dem Versicherten eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (Bericht vom 13. November 2002, Urk. 8/4). Eine am 31. März 2003 erfolgte Kernspintomographie der Halswirbelsäule ergab keine Hinweise auf eine posttraumatische Läsion, hingegen eine Chondrose C4 bis C7 und eine diskrete dorsale Diskusprotrusion C4 bis C7 ohne Hinweis auf eine Neurokompression oder eine cervikale Myelopathie (Urk. 8/16). Der alsdann den Versicherten behandelnde Arzt, Dr. med. N._, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin, bestätigte in diversen Arztberichten gestützt auf die somatischen Beschwerden eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % (Urk. 8/16, Urk. 8/20, Urk. 8/23, Urk. 8/30). Am 30. Dezember 2003 wurde der Versicherte kreisärztlich untersucht. Der SUVA-Arzt Dr. med. C._, Facharzt für Chirurgie, vermochte klinisch keine Beeinträchtigungen festzustellen, insbesondere keine Bewegungseinschränkung der Halswirbelsäule. Er attestierte dem Versicherten ab dem 12. Januar 2004 eine 75%ige Arbeitsfähigkeit und erklärte, einen Monat später bestehe voraussichtlich eine volle Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/32). Mit Verfügung vom 8. April 2005 stellte die SUVA die Versicherungsleistungen per Ende April 2005 ein und verneinte einen Anspruch auf eine Rente und auf eine Integritätsentschädigung. Dies mit der Begründung, es lägen keine Unfallfolgen mehr vor und es resultiere keine unfallbedingte bleibende Schädigung der körperlichen und geistigen Integrität (Urk. 8/44). Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache (Urk. 8/54) wies die SUVA mit Entscheid vom 27. Juni 2005 ab (Urk. 2).
2. Dagegen liess der Versicherte durch Rechtsanwalt Marcel Schulthess mit Eingabe vom 27. September 2005 Beschwerde erheben und beantragen, in Aufhebung des Einspracheentscheides vom 27. Juni 2005 seien ihm für die Folgen des Unfalls vom 24. Oktober 2002 weiterhin Versicherungsleistungen zu gewähren und für die Frage, ob noch behandlungsbedürftige Unfallfolgen vorliegen würden, sei ein medizinisches Gutachten einzuholen (Urk. 1 S. 2). In prozessualer Hinsicht stellte er den Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde (Urk. 1 S. 2). In der Beschwerdeantwort vom 20. Oktober 2005 schloss die Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Beat Frischkopf, auf Abweisung der Beschwerde, soweit auf sie einzutreten sei (Urk. 7). Mit Verfügung vom 18. November 2005 wurde das Gesuch um Gewährung der aufschiebenden Wirkung abgewiesen und zugleich der Schriftenwechsel als geschlossen erklärt (Urk. 10).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Zwischen den Parteien ist streitig, ob die SUVA dem Beschwerdeführer für die über den 30. April 2005 hinaus geltend gemachten Gesundheitsstörungen Leistungen schuldet. Dies hängt unter anderem davon ab, ob zwischen dem Unfallereignis vom 24. Oktober 2002 und den geltend gemachten Gesundheitsstörungen ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht.
1.2 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 123 V 45 Erw. 2b, 119 V 337 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 119 V 338 Erw. 1, 118 V 289 Erw. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
1.3.1 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 125 V 461 Erw. 5a, 123 V 103 Erw. 3d, 139 Erw. 3c, 122 V 416 Erw. 2a, 121 V 49 Erw. 3a mit Hinweisen; RKUV 1997 Nr. U 272 S. 172 Erw. 3a).
1.3.2 Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer gewissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Störungen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 102 Erw. 3b, 122 V 417 Erw. 2c). Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträchtigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittleren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzubeziehen sind. Als wichtigste Kriterien nennt das Eidgenössische Versicherungsgericht hier:
-
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
-
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
-
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
-
Dauerbeschwerden;
-
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
-
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
-
Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit.
Anders als bei den Kriterien, die das Eidgenössische Versicherungsgericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psychischen Fehlentwicklung für relevant erachtet, wird bei der Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule und der in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht entscheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psychischer Natur bezeichnet werden (RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 Erw. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 Erw. 4a; BGE 117 V 363 Erw. 5d/aa und 367 Erw. 6a).
2.
2.1 Aufgrund der medizinischen Akten ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer beim Unfall vom 24. Oktober 2002 ein Distorsionstrauma der Halswirbelsäule erlitt. Er klagte nach dem Unfall über Nacken-, Schulter- und Kopfschmerzen sowie anfänglich über Übelkeit, was zum typischen Beschwerdebild eines Schleudertraumas gehört (BGE 117 V 360 Erw. 4b). Fraglich ist, ob zum Zeitpunkt der Einstellung der Leistungen überhaupt noch Beschwerden weiter bestanden und gegebenenfalls, ob sie noch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Schleudertrauma zurückzuführen sind. Entscheidrelevant sind die Berichte des SUVA-Kreisarztes Dr. C._ und des behandelnden Arztes Dr. N._. Dr. C._ vermochte beim Beschwerdeführer keine relevanten gesundheitlichen Beeinträchtigungen festzustellen (Urk. 8/32). Demgegenüber erhob Dr. N._ fassbare Befunde (vgl. hiezu Erw. 2.3). Strittig zwischen den Parteien ist einerseits die Beweistauglichkeit der Arztberichte und anderseits, ob im Falle höherer Beweiskraft der Berichte von Dr. N._ der adäquate Kausalzusammenhang zu bejahen ist. Für den Fall, dass auf die Einschätzung von Dr. C._ abzustellen wäre, blieb - zu Recht - unbestritten, dass der natürliche Kausalzusammenhang zu verneinen wäre (Urk. 1, Urk. 2).
2.2 Ob nun den Berichten von Dr. C._ oder jenen von Dr. N._ höhere Beweiskraft zuzuerkennen ist, kann offen gelassen werden, da - wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen ergibt - eine fortdauernde Leistungspflicht der SUVA auch bei Abstellen auf die Berichte des Dr. N._ zu verneinen ist.
2.3 Dr. N._ diagnostizierte ein posttraumatisches cervico-thorakospondylogenes Syndrom bei Status nach einem Halswirbelsäule-Distorsionstrauma am 24. Oktober 2002 (Urk. 8/20, Urk. 8/23, Urk. 8/30, Urk. 8/35, Urk. 8/37, Urk. 8/38, Urk. 8/43, Urk. 8/51). In seinen Berichten notierte er jeweils Irritationszonen und Bewegungseinschränkungen der Hals- und Brustwirbelsäule. Zugleich wies er darauf hin, dass sich neurologisch keine Ausfälle objektivieren liessen. So stellte er im zum Einspracheentscheid zeitnächsten Bericht vom 19. Mai 2005 eine Einschränkung der Beweglichkeit der Halswirbelsäule nach links zu 2/3 und ansonsten zu 1/3, der Brustwirbelsäule nach links zur Hälfte bei schmerzhafter Endphasigkeit sowie Irritationszonen im Bereich der Hals- und Brustwirbelsäule fest (Urk. 8/51). Dabei handelt es sich jedoch lediglich um klinische Befunde. Ein organisches Korrelat hiefür lässt sich nicht nachweisen, zumal abgesehen von den degenerativen Veränderungen (Chondrosen und diskreten dorsalen Diskusprotrusionen im Bereich C4 bis C7) keine eigentlichen organischen Befunde erhoben wurden. Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerden mit den degenerativen Veränderungen zu erklären sind, bestehen nicht. Soweit sich der Beschwerdeführer auf den Bericht vom 3. Juni 2005 beruft, worin Dr. N._ von deutlichen pathologischen Befunden spricht (Urk. 8/54), vermag er nichts zu seinen Gunsten abzuleiten. Aus dem Bericht geht nicht hervor, um welche Pathologien es sich dabei handelt. Aus dem Gesamtzusammenhang muss indes geschlossen werden, dass damit die klinischen Befunde gemeint sind.
Sämtliche bei den Akten liegenden Arztberichte schliessen ein organisches Korrelat zu den klinischen Befunden aus. Der medizinische Sachverhalt ist insofern unbestritten und genügend abgeklärt, weshalb sich die Rüge des Beschwerdeführers, der Sachverhalt sei nur ungenügend abgeklärt (Urk. 1 S. 10 f.), als unbegründet erweist.
2.4 Dr. N._ führte sämtliche klinischen Befunde, insbesondere auch die Irritationszonen thorokal, welche Dr. C._ bereits aufgrund theoretischer Erwägungen nicht als unfallkausal erachtete (Urk. 8/40), auf den Unfall vom 24. Oktober 2002 zurück (Urk. 8/54). Ist gestützt auf die Einschätzung von Dr. N._ der natürliche Kausalzusammenhang zu bejahen, bleibt zu prüfen, ob auch die Adäquanz gegeben ist. Da die klinisch fassbaren gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurückzuführen sind, hat eine eigenständige Adäquanzbeurteilung zu erfolgen (BGE 117 V 359, vgl. hiezu Erw. 1.3.2 hievor).
2.4.1 Die SUVA ordnete das Unfallereignis vom 24. Oktober 2002 dem mittleren Bereich im Grenzbereich zu den leichten Fällen zu (Urk. 2 S. 7). Dieser Einschätzung ist beizupflichten. Aufgrund des Unfallgeschehens sowie der am Fahrzeug des Beschwerdeführers festgestellten, eher geringfügigen Beschädigungen ist davon auszugehen, dass die Wucht des Aufpralls, von dem das Fahrzeug des Versicherten erfasst wurde, nicht sehr stark war. Diese Annahme wird bestätigt durch das Ergebnis des von der Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers in Auftrag gegebenen biomechanischen Gutachtens von Prof. D._ und Dipl.-Ing. E._ vom 22. April 2003, welche eine kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung zwischen 7 bis 9 km/h ergaben (Urk. 8/18). Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs ist demnach zu bejahen, falls ein einzelnes der unfallbezogenen Kriterien in besonders ausgeprägter Weise gegeben ist oder die berücksichtigen Kriterien insgesamt in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sind (BGE 117 V 367 f. Erw. 6b).
2.4.2 Der Unfall vom 24. Oktober 2002 hat sich nicht unter besonders dramatischen Begleitumständen ereignet, noch war er - objektiv betrachtet (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 209 Erw. 3b/cc) - von besonderer Eindrücklichkeit. Auch hat der Beschwerdeführer keine schweren Verletzungen oder Verletzungen besonderer Art erlitten. In der Beschwerde machte der Beschwerdeführer erstmals geltend, er habe seinen Kopf im Unfallzeitpunkt seitlich verdreht gehabt (Urk. 1 S. 10). Eine besondere Körperhaltung ist indes nur relevant, wenn das erlittene Schleudertrauma deswegen zu Verletzungen besonderer Art führt (Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts in Sachen D. vom 4. September 2003, U 371/02, Erw. 3.2.2.1, T. vom 6. Februar 2002, U 61/00, Erw. 3b, D. vom 16. August 2001, U 21/01, Erw. 3d), wofür vorliegend keine Anhaltspunkte bestehen.
2.4.3 Von einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hat, kann ebensowenig gesprochen werden, wie von einem schwierigen Heilungsverlauf und erheblichen Komplikationen.
2.4.4 Das Kriterium von Grad und Dauer der Arbeitsunfähigkeit (vgl. hiezu RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544) ist zu bejahen, wenn der Einschätzung von Dr. N._ gefolgt wird. Nach dem Unfall war der Beschwerdeführer bis zum 12. Januar 2004 zu 50 % und danach bis auf Weiteres zu 25 % arbeitsunfähig. Bejaht werden kann dieses Kriterium einzig angesichts der unbestimmten Dauer der verbleibenden Arbeitsunfähigkeit von 25 %. Allerdings scheint auch Dr. N._ von einem besserungsfähigen Zustand auszugehen, zumal er die attestierte Arbeitsunfähigkeit jeweils terminiert und die therapeutische Behandlung nicht als abgeschlossen betrachtet hat (Urk. 8/43, Urk. 8/51). Dieses Kriterium ist daher nur knapp gegeben.
2.4.5 Unter der Voraussetzung, dass auf Dr. N._ abgestellt wird, ist unter Umständen das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung ebenfalls zu bejahen. Zwar hat die SUVA zu Recht darauf hingewiesen, dass eine Behandlungsbedürftigkeit während zwei bis drei Jahren nach einem Schleudertraum der Halswirbelsäule durchaus üblich ist (Urk. 2 S. 7; Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts in Sachen H. vom 30. Mai 2003, U 353/02, Erw. 3.3, und in Sachen S. vom 6. Dezember 2004, U 158/04, Erw. 2.4), doch war die Behandlung bei Abschluss des Falles durch die SUVA noch nicht beendet, so dass je nach weiterer Dauer der Behandlung dieses Kriterium allenfalls zu bejahen ist. Jedoch wäre auch diesem Kriterium nur geringe Relevanz zuzuerkennen, zumal sich die Behandlung im Wesentlichen auf physiotherapeutische Massnahmen und auf ein muskuläres Aufbauprogramm beschränkt (vgl. Urk. 8/51).
2.4.6 Unbestritten ist sodann das Vorliegen des Kriteriums der Dauerschmerzen (Urk. 1 S. 11, Urk. 2 S. 7, Urk. 7 S. 8).
2.4.7 Zusammenfassend ist festzustellen, dass, selbst wenn man auf die Berichte von Dr. N._ abstellt, von den insgesamt sieben in Betracht fallenden Kriterien nur deren drei erfüllt sind und keines von diesen besonders ausgeprägt ist. Angesichts der Qualifikation des Unfalles als an der unteren Grenze des mittelschweren Bereichs liegend genügt dies zur Bejahung der Adäquanz nicht. Die Leistungseinstellung erfolgte deshalb zu Recht.