Decision ID: b9805304-a4da-43e9-98e2-74884577d419
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1972, Mutter von
drei
Kindern (Jahrgänge 1993, 1994, 1997) meldete sich am
6.
Februar 2007 unter Hinweis auf Schmerzen im unteren Rückenbereich und im rechten Bein bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6
/6).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr mit Verfügung vom 2
1.
Juli 2010 bei einem Invaliditätsgrad von 43
%
eine
Viertelsrente
ab Januar 2007 zu (Urk. 6/63,
Urk.
6/65).
1.2
Nach Eingang eines am 1
0.
April 2012 ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk. 6/83) holte die IV-Stelle unter anderem
ein
bidisziplinäres
Gutachten ein, das am 2
4.
September und 2
5.
Oktober 2012 erstattet wurde (
Urk.
6
/86,
Urk.
6
/87,
Urk.
6
/88). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6
/94-99) hob die IV-Stelle mit Verfügung vom
7.
Oktober 2013 die Verfügung vom 2
1.
Juli 2010 wiedererwägungsweise auf (
Urk.
6
/103).
Die dagegen am
7.
November 2013 erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 1
2.
März 2015 teilweise gut und hob die Verfügung vom
7.
Oktober 2013 mit der Feststellung auf, dass die
Versicherte
weiterhin Anspruch auf eine
Viertelsrente
hat (
Urk.
6/110).
1.3
Nach Eingang eines am 1
0.
Juli 2017 ausgefüllten Revisionsfragebogens (
Urk.
6/124)
klärte die
IV-Stelle die
medizinische und erwerbliche Situation ab
und hob nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/132;
Urk.
6/
137) die bisherige
Viertelsrente
mit Verfügung vom 2
4.
November 2017 rückwirkend per 3
0.
Juni 2014 auf (
Urk.
6/138 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am
3.
Januar 2018
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
2
4.
November 2017
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihr weiterhin eine
Viertelsrente
zuzusprechen
(
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
9.
Februar 2018
(
Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
1
1.
April 2018
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Tei
l des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleichgebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleichgebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
3
Nach
Art.
31
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
wird bei einer Veränderung in erwerblicher Hinsicht (Erzielen oder Erhöhung eines Erwerbseinkommens) die Rente nur dann im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG revidiert, wenn die Einkommensverbesserung jährlich mehr als
Fr.
1‘500.-- beträgt.
Die Herabsetzung oder Aufhebung einer Rente erfolgt in der Regel auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats. Rückwirkend wird die Rente nur herabgesetzt oder aufgehoben, wenn die unrichtige Ausrichtung einer Leistung darauf zurückzuführen ist, dass der Bezüger sie unrechtmässig erwirkt hat oder der ihm gemäss
Art.
77 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist (
Art.
85
Abs.
2 in Verbindung mit
Art.
88
bis
Abs.
2 IVV; Kieser, ATSG-Kommentar,
2.
Aufl. 2009,
Art.
25
Rz
15).
T
rifft dies zu, sind solcherart widerrechtlich bezogene Leistungen gemäss den Vorgaben von
Art.
25 ATSG zurückzuerstatten (Urteile des Bundes
gerichts 9C_491/2012 vom 2
2.
Mai 2013 E. 2.2 und 8C_191/2013 vom 1
6.
August 2013 E. 4.3).
1.
4
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Rentenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invalidi
tätsbemessung (
Art.
28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betätigungs
vergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungs
aufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen wer
den (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
2
4.
November 2017
(
Urk.
2) davon aus,
seit dem 1
9.
August 2010 gehe die Beschwerde
führerin einer Erwerbstätigkeit als Service-Mitarbeiterin im Stundenlohn nach. Gemäss Auszug aus dem individuellen Konto und den Angaben aus dem Arbeit
geberfragebogen sei in den Jahren 2014 bis 2016 ein deutlich höheres Einkommen erwirtschaftet worden, als bei der
Rentenzusprache
angenommen. Diese Einkommensverbesserung sei der IV-Stelle nicht mitgeteilt worden. Spätestens im Juni 2014 habe eine konstante Einkommensverbesserung vorgelegen. Jegliche Einkommensänderungen seien unverzüglich und ohne Aufforderung zu melden, was die Beschwerdeführerin unterlassen beziehungsweise
erst
mit
Revisionsfragebogen
vom 1
0.
Juli 2017
mitgeteilt habe
(S. 2). Die Situation bezüglich
Qualifikation habe sich nicht verändert (S. 2 unten f.). Weiter könne auch
nicht
von einer dauernden Verschlechterung des Gesundheitszustandes ausgegangen wer
den (S. 3 Mitte).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) auf den Standpunkt,
es sei unbestritten, dass sie in den Jahren 2014 bis 2016 diese Einkommen erzielt habe. Die Beschwerdegegnerin stelle jedoch bei der Berechnung des Invaliditätsgrades
auf falsche Grundlagen
ab
. Die gemischte Methode komme nicht zur Anwendung, da sie im Gesundheitsfall - aufgrund des Alters der jüngsten Tochter - 100%ig arbeitstätig wäre (S. 6 unten ff.). Zudem habe sie der Beschwerdegegnerin mit Revisionsfragebogen vom 1
0.
Juli 2017 eine wesentliche Verschlechterung mitgeteilt.
Dr.
Y._
könne die Verschlechte
rung bestätigen, die Reduktion des Arbeitspensums sei gesundheitsbedingt (S. 8 f.). Im Übrigen sei es ihr nicht bewusst gewesen, dass sie zwar 60
%
arbeiten, jedoch nicht mehr als
Fr.
23'115.-- jährlich verdienen dürfe (S. 9).
Unerklärlich sei sodann, warum ihr bei der
Rentenzusprache
ein leidensbedingter Abzug von 25
%
, aktuell aber nur noch ein solcher von 15
%
gewährt worden sei. Weiter sei die Aufhebung der Rente mit Blick auf BGE 143 I 50 EMRK-widrig (S. 10).
2.3
Strittig und zu prüfen ist die rückwirkende Einstellung der Invalidenrente per
3
0.
Juni 2014
und die Rechtmässigkeit der Rückforderung von
Fr.
28'847.--
3.
3.1
Die am 2
1.
Juli 2010 mit Wirkung ab Januar 2007 verfügte Zusprache einer
Viertelsrente
(
Urk.
6
/64,
Urk.
6
/65) basierte auf folgenden Berichten:
Dr.
med. Z._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates
, nannte in seinem Gutachten vom
2.
Oktober 2007 (
Urk.
6
/17) folgende Diagnosen (S. 6):
-
Lumbo
-Vertebral-Syndrom bei
-
Status nach Diskushernie und Status nach Nervenwurzelkompression (in MRI)
-
Spondylarthrosen L4/5 und L5/S1
-
Status nach konservativer Therapie mit protrahiertem Verlauf
Er führte aus, die Beschwerdeführerin sei in ihrer bisherigen Tätigkeit als Buffet
tochter nicht mehr arbeitsfähig. Eine angepasste Tätigkeit, das heisst eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit, vornehmlich ausgeübt in Wechselbelastung oder vor
wiegend sitzend, ohne Tragen und Heben von schweren Gegenständen, ohne länger dauernde
vornübergeneigte
Haltung und ohne asymmetrische Lasteinwirkung, sei ihr ab dem
1.
Oktober 2010 zu 100
%
zumutbar (S. 7 oben). Im Haushalt bestehe eine Restarbeitsfähigkeit für alle leichteren Tätigkeiten wie Kochen, Abwaschen, Wäscheaufhängen, handwerkliche Tätigkeiten sowie administrative Arbeiten. Bei den restlichen Tätigkeiten habe die Versicherte aktive Mithilfe von Seiten des Ehemannes und der Kinder (S. 7 Mitte).
3.2
Dr.
med. A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnosti
zierte in seinem Bericht vom 1
7.
Februar 2009 (
Urk.
6
/44) eine mittelgradige bis schwere depressive Episode nach einem
Verhebetrauma
(ICD-10 F32.11 bis 32.2) und erachtete die Versicherte aus ärztlich-psychiatrischer Sicht in einer ange
passten, körperlich nicht belastenden Tätigkeit höchstens als zu 50
%
arbeitsfähig (S. 4).
3.3
Im orthopädisch-psychiatrischen Gutac
hten des B._
vom 2
3.
September 2009 (
Urk.
6
/49,
Urk.
6
/50) stellten
Dr.
med.
C._
, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, sowie
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6
/49 S. 19):
-
Diskushernie L5/S1 mit Kompression der S1-Nervenwurzeln beidseits und Diskushernie L4/5 mit Beeinträchtigung der L5-Nervenwurzeln beidseits
-
Adipositas
-
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom bestehend seit 2006 (ICD-10 F32.11)
Aus psychiatrischer Sicht bestehe bei der Beschwerdeführerin nach Heben von schweren Lasten am 2
2.
Januar 2006 ein anhaltendes LWS-Schmerzsyndrom. Im Zusammenhang mit der chronischen Schmerzsymptomatik habe sie seither eine mittelgradige depressive Episode entwickelt, welche sich trotz psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung bis heute nicht gebessert habe (S. 10 unten). Zur Arbeitsfähigkeit führten die Ärzte aus, die Beschwerdeführerin sei aus ortho
pädisch-psychiatrischer Sicht in ihrer bisherigen Tätigkeit seit 2006 zu 40
%
arbeitsfähig, da bei mittelgradig depressiver Episode mit somatischem Syndrom die emotionale Belastbarkeit, die geistige Flexibilität, die Interessen, die Motiva
tion sowie die Dauerbelastbarkeit beeinträchtigt seien (S. 19
Ziff.
9.1). Körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, die abwechslungsweise sitzend und stehend ausgeübt werden könnten, ohne dass dabei häufig inklinierte und
rekli
nierte
sowie rotierte Körperhaltungen eingenommen und Gegenstände über 5 kg gehoben oder getragen werden müssten und bei denen es sich um Arbeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne erforderliche überdurchschnittliche Konzentrations
fähigkeit, ohne vermehrte Kundenkontakte und ohne überdurch
schnittliche Dauerbelastung handle, könnten gesamthaft bei voller Stunden
präsenz zu 60
%
zugemutet wer
den (S. 19
Ziff.
9.2).
Die Arbeitsfähigkeit sei vor allem durch die mittelgradige depressive Episode beeinträchtigt. Diese stelle ein psychisches Leiden mit Krankheitswert dar. Ein Überwiegen von psychosozialen Faktoren sei dabei nicht zu erheben gewesen (S.
20
Ziff.
9.7). Die Prognose erscheine aus psychiatrischer Sicht aufgrund der mittelgradigen depressiven Episode mit zugrunde liegender ungünstiger Persönlichkeitsentwicklung mit erhöhter Vulnerabilität eher ungünstig (S. 15 oben).
3.4
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), erachtete die auf einer gründlichen Untersuchung beruhenden Schlussfolgerungen der
B._
-Gutachter als nachvollziehbar (
Urk.
6
/62/1 unten). Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit könne ab 2006 übernommen werden (
Urk.
6
/55/3).
4.
4.1
I
n den nachfolgenden
Rentenrevisionsverfahren gingen die folgenden medizinischen Berichte ein:
Dr.
med. F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte in seinem psychiatrischen Teilgutachten vom 2
4.
September 2012 (
Urk.
6
/86) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 7
Ziff.
4.1) eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1) und erachtete die Explorandin sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit als zu 50
%
arbeitsfähig (S. 11
Ziff.
6 und 7). Hinsichtlich Psychodiagnostik und Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bestehe vollumfänglicher Konsens mit
Dr.
A._
(S. 7 Mitte). Bei der Beschwerdeführerin seien im Rahmen der vorliegenden mittel
gradigen depressiven Episode eine erhöhte Ermüdbarkeit, eine Antriebsminderung, auch Gedächtnis- und Konzentrationsschwierigkeiten, eine erhöhte Reiz
barkeit und ganz generell eine reduzierte psychische Belastbarkeit zu berück
sichtigen (S. 10). Die Tagesaktivitäten der Explorandin würden darauf hinweisen, dass doch noch innerpsychische Ressourcen vorliegen würden und diese nicht allesamt erschöpft seien (S. 10). Im Zusammenhang mit den Schmerzen sei es zu keiner eigentlichen Ausweitung im Sinne einer somatoformen Schmerzstörung gekommen (S. 10 Mitte). Bezüglich des Beginns der Arbeitsunfähigkeit fügte
Dr.
F._
an, dass die von ihm attestierte Arbeitsfähigkeit bereits im Zeitpunkt des Arztberichts von
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.2) Gültigkeit gehabt habe (S.
11 Mitte).
4.2
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie, nannte in ihrem rheumatologischen Teilgutachten vom 2
5.
Oktober 2012 (
Urk.
6
/87) folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 50
Ziff.
7.1):
-
lumbospondylogenes
Syndrom
-
aktuell rechtsbetont, anamnestisch auch linksbetont bei
mässigen Spondylarthrosen und rechtsbetonter
mediolateraler
Diskusprotrusion
L5/S1 mit
recessaler
Kompression der Nervenwurzel S1 rechts mehr als links und diskreter
Diskusprotrusion
L4/5 ohne neurale Kompression
-
bildgebend seit Jahren im Wesentlichen unverändert MRI September 2012 gegenüber Februar 2009 und Februar 2006 ohne radikuläre Zeichen
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie (S. 50
Ziff.
7.2):
-
Adipositas Grad II
-
Vitamin D-Mangel
Dazu führte sie aus, die Beschwerdeführerin sei in einer angepassten Tätigkeit nie langfristig arbeitsunfähig gewesen (S. 54
Ziff.
9.2). Nicht adaptierte Tätigkeiten (das Heben und Tragen von Lasten über 15kg) oder nicht adaptierte Teilbereiche der angestammten Tätigkeiten könne sie seit 2
3.
Januar 2006 nicht mehr aus
üben. Sie fügte zudem an, dass bei der Untersuchung die Adipositas der wesent
lichste Befund gewesen sei und die bildgebenden Veränderungen seit Februar 2006 im Wesentlichen unverändert und nicht besonders gravierend seien. Radikuläre Zeichen seien nicht vorhanden. Die geprüften Medikamente Tramadol und Citalopram seien entgegen der Angabe der Beschwerdeführerin in ihrem Blut nicht im therapeutischen Bereich nachweisbar gewesen. Die vorhandenen Befunde würden das Ausmass der Beschwerden nicht erklären (S. 51).
In der
bidisziplinären
Zusammenfassung erachteten die beiden Gutachter die Beschwerdeführerin aufgrund der Diagnose der mittelgradigen depressiven Epi
sode und des
lumbospondylogenen
Syndroms als in angestammter Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig, was seit der psychiatrischen Untersuchung vom 2
0.
Februar 2012 gelte (
Urk.
6
/88).
4.3
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Neurologie, nannte in seinem Bericht vom
6.
Juni 2013 (
Urk.
6
/98) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom mit einer intermittieren
den radikulären Reiz- oder Ausfallsymptomatik S1 rechts bei
-
mediolateraler
Diskushernie L4/5
-
breitbasiger
Diskusprotrusion
L5/S1
-
Spondylarthrose L4/5 und L5/S
-
Adipositas
-
Status nach
Cholecystektomie
(zirka 2009)
-
intermittierende Migräneattacken
4.4
Dr.
med.
I._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Arbeitsmedizin, RAD, führte am 2
6.
Juni 2013 (
Urk.
6
/102/3) aus, dass aus medizinischer Sicht ein Gesundheitsschaden ausgewiesen sei. Die Zumutbarkeit der Überwindung der psychischen Störung sei durch den Rechtsdienst zu beurteilen. Zu dem von
Dr.
H._
eingereichten Bericht (vorstehend E. 4.3) hielt sie im Weiteren fest, dass damit keine neuen Tatsachen vorgebracht würden, welche nicht schon bei der Begutachtung berücksichtigt worden seien.
4.5
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.2) nannte in seinem Bericht vom 3
0.
Oktober 2013 (
Urk.
6
/105/148-151) die Diagnose einer rezidivierenden, tendenziell bereits chronifizierten depressiven Störung (ICD-10 F33.11). Eine Steigerung der Arbeits
fähigkeit sei aufgrund des Verlaufs der Depression in absehbarer Zukunft nicht möglich (S. 3).
4.6
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.2) nannte im Bericht vom
3.
August 2017 (
Urk.
6/127) unveränderte Diagnosen und führte dazu aus, das seelische Zustandsbild habe sich in der Tendenz eher etwas verschlechtert. Die Arbeitsunfähigkeit in der freien Wirtschaft betrage aus ärztlich-psychiatrischer Sicht zwischen 50 und 60
%
(S. 1).
4.7
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie, berichtete am 1
1.
August 2017 (
Urk.
6/128/1-4) unter Beilage weiterer Berichte (
Urk.
6/128/5-10) von einem verschlechterten Gesundheitszustand (
Ziff.
1.1) und nannte die bereits bekannten Diagnosen (
Ziff.
1.2). Ab Januar 2016 bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
2.1).
5.
5.1
Eine Rentenrevision kann durchgeführt werden, wenn sich die tatsächlichen Verhältnisse anspruchserheblich verändern (vgl. vorstehend E. 1.2). Liegt in einem für die Invaliditätsbemessung grundsätzlich massgeblichen Punkt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tat
sächlicher Hinsicht allseitig, das heisst unter Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggebenden Tatsachenspektrums und ohne Bindung an die ursprüngliche Rentenverfügung, zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_436/2011 vom 1
0.
Mai 2012 E. 4 mit Hinweisen). So kann in einem Revisionsverfahren beispielsweise auch das
Valideneinkommen
frei überprüft werden, wenn die Aktenlage oder die Parteivorbringen dazu Anlass geben, auch wenn sich die revisionserhebliche Änderung auf ein anderes Element der Anspruchsberechtigung, etwa die Arbeitsfähigkeit oder das Invalideneinkommen, bezieht (BGE 130 V 253 E. 3.4, Urteil des Bundesgerichts 8C_864/2011 vom
1.
Februar 2012 E. 5.1).
5.2
Streitgegenstand bildet vorliegend die Aufhebung der mit Verfügung
vom 2
1.
Juli 2010
(
Urk.
6/65
) zugesprochenen
Viertelsrente
. Bei der
Rentenzusprache
war die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht gestützt auf
das
B._
-Gutachten vom 2
3.
September 2009 (vorstehend E. 3.3) davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 60
%
arbeitsfähig sei (vgl.
Urk.
6/64 und
Urk.
6/65 S. 8).
In erwerblicher Hinsicht hatte sie
ausgehend davon, dass de
r Gesundheitsschaden im Jahr 2006
eingetreten sei -
zur Bestimmung des
Valideneinkommens
gestützt auf das gemäss IK-Auszug zuletzt erzielte Einkommen aus dem Jahr 2005 abgestellt und für das Jahr 2008 ein
nominallohnbereinigtes
Valideneinkommen
von
Fr.
44’766
.-- ermittelt. Zur Bestimmung des Invalideneinkommens hatte sie die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen und für das Jahr
2008 unter Berücksichtigung eines
leidensbedingten
Abzugs von 25
%
ein Invalideneinkommen von
Fr.
23’115
.-- in
dem
der
Beschwerdeführer
in
zumutbaren
60
%
-Pensum errechnet (vgl.
Urk.
6
/
31,
Urk.
6/54,
Urk.
6/64 und
Urk.
6/65
).
5.3
Per 1
9.
August 2010 trat die Beschwerdeführerin eine Stelle als Service-Mitarbeiterin im Stundenlohn beim
J._
an
(
Urk.
6/129) und erzielte in den Jahren 2014-2016 durchschnittlich einen Lohn von
Fr.
32'762.35 (=
[
Fr.
33'068.
- +
Fr.
33'743.-- +
Fr.
31’476] : 3, vgl.
Urk.
6/125).
Seit Erlass der Verfügung vom
2
1.
Juli 2010
hat sich damit das Invalideneinkommen
der Beschwerdeführerin
anspruchserheblich verändert, wobei insbesondere auch die in
Art.
31
Abs.
1 IVG statuierte
Erheblichkeitsgrenze
einer Ein
kommensverbesserung von
Fr.
1‘500.-- pro Jahr (vgl. vorstehend E.
1.4
) erreicht ist. Damit liegt ein rechtsgenüglicher Revisionsgrund vor, weshalb
die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend und ohne Bindung an frühere Beurteilungen prüfen konnte
(vgl. vor
stehend E.
1.2
).
5.4
Entsprechend durfte die Beschwerdegegnerin auch die Invaliditätsbemessung umfassend und ohne Bindung an frühere Beurteilungen überprüfen.
5.4.1
Massgebend für die Qualifikation der Beschwerdeführerin als Vollzeit- oder Teil
erwerbstätige ist die Frage, in welchem Umfang sie eine Erwerbstätigkeit ausüben würde, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Dabei sind im Besonderen ihre persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhält
nisse, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (vgl.
vorstehend E.
1.5
).
Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Ent
scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3).
Die Beschwerdegegnerin
qualifizierte die Beschwerdeführerin - wie bereits in früheren Verfügungen
(vgl.
Urk.
6/65
,
Urk.
6/103
) und gestützt auf die im früheren Haushaltsabklärungsbericht vom 1
6.
Oktober 2008 (vgl.
Urk.
6/32) festgehaltene Qualifikation
-
als
zu 80
%
im Erwerb und zu 20
%
im Haushalt Tätige. Dazu führte sie aus, solange die Kinder zu Hause wohnen würden und ein mehrköpfiger Haushalt bestehe, sei es nachvollziehbar, dass die Beschwerde
führerin bei guter Gesundheit weiterhin in einem 80
%
Pensum tätig wäre (vgl.
Urk.
2 S. 2 unten f.).
Soweit die Beschwerdeführerin
diesbezüglich
vorbringt, dass die Beschwerde
gegnerin bei der Berechnung des Invaliditätsgrades auf falsche Grundlagen abgestellt habe und die gemischte Methode nicht zur Anwendung komme, da sie im Gesundheitsfall - aufgrund des Alters der jüngsten Tochter - 100%ig arbeitstätig wäre (vgl.
Urk.
1 S. 6 f.
Ziff.
9)
, kann ihr nicht gefolgt werden. Die Annahme einer 80%igen Erwerbstätigkeit
respektive eines Aufgabenbereichs
erscheint vor
liegend
bei weiterhin bestehendem 5-Personen-Haushalt (vgl.
Urk.
2 S. 3 oben)
am wahrscheinlichsten
.
Dass die Beschwerde
führerin bereits früher in einem 100
%
-Pensum tätig gewesen wäre, wie sie beschwerdeweise vorbringt (vgl.
Urk.
1 S.
7 f.
Ziff.
10 und
11) ergibt sich
aus den auf dem IK-Auszug ersichtlichen Einkommen nicht. Selbst vor der Geburt des ersten Kindes erzielte die Beschwer
deführerin
ein
nur minimal höheres Einkommen (vgl.
Urk.
6/11 S.
2), was nicht dafür
spricht, dass
sie
damals und mit Blick auf die übrigen Einkommen auch in der Zwischenzeit jemals
in
ein
em
100
%
Pensum
tätig war
.
Auf die Annahme einer 80%igen Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall kann nach dem Gesagten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit abgestellt werden. Der alleinige Hinweis der Beschwerdeführerin auf das Alter der jüngsten Tochter genügt bei sonst unveränderten familiären Verhältnissen und der Tatsache, dass die Beschwerdeführerin nach Lage der Akten noch nie vollzeitig erwerbstätig war, nicht, um die Vermutung einer Vollzeiterwerbstätigkeit
als wahrscheinlicher erscheinen zu lassen
.
5.4.2
Die Beschwerdeführerin rügte im Weiteren unter Hinweis auf den Fall Di
Trizio
die Anwendung der gemischten Methode (vgl. vorstehend E. 2.2).
Dem ist entgegenzuhalten, dass das Bundesgericht in Umsetzung des Urteils des
Europäischen Gerichtshof
s
für Menschenrechte
(
EGMR
)
in Sachen Di
Trizio
vom
2.
Februar 2016 festgehalten hat, dass die gemischte Methode nach geltender
Praxis
nicht per se als diskriminierend erachtet
werde
. Lediglich sei es konventionswidrig, wenn für die revisionsweise Herabsetzung oder Aufhebung einer Invalidenrente allein familiäre Gründe (wie die Geburt von Kindern und die damit einhergehende Reduktion des Erwerbspensums) für einen Statuswechsel von „vollerwerbstätig“ zu „teilerwerbstätig“ spr
ä
chen (vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts 9C_90/2017 vom
4.
Juli 2017 E. 4, 9F_8/2016 vom 2
0.
Dezember 2016 E. 4 sowie IV
Rundschreiben Nr. 355 vom 3
1.
Oktober 2016).
Eine solche Konstellation ist vorliegend entgegen der Ansicht der Beschwerde
führerin nicht gegeben. So fällt vorliegend der Anspruch auf eine Invalidenrente weg, weil die Beschwerdeführerin
e
in höheres Einkommen als bisher erzielte und nicht weil sie beispielsweise aus familiären Gründen die Erwerbstätigkeit
reduzierte. D
ie gemischte Methode
kann
damit grundsätzlich zur Anwendung kommen.
Am
1.
Januar 2018 sind die geänderten Bestimmungen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom
1.
Dezember 2017 in Kraft getreten. Mit dieser Änderung wurde für die Festlegung des Invaliditätsgrades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (
Art.
28a
Abs.
3 IVG) in
Art.
27
bis
Absatz 2–4 IVV ein neues Berechnungsmodell eingeführt. Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 2
7.
November 2017 und somit vor dem Inkrafttreten der Verordnungsänderung am
1.
Januar 2018 ergangen, weshalb die revidierten Bestimmungen noch nicht zur Anwendung gelangen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_462/2017 vom 3
0.
Januar 2018 E.
5.3 mit Hinweisen).
5.4.3
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
auf die Einkommensberechnung bei der
Rentenzusprache
im Jahr 201
0
, welche für das Jahr
2008, gestützt auf das gemäss IK-Auszug zuletzt erzielte Einkommen aus dem Jahr 2005, ein
nominallohnbereinigtes
Valideneinkommen
von
Fr.
44’766
.--
ergeben hatte (vgl.
Urk.
6/54,
Urk.
6/66-65).
Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung errechnete die Beschwerdegegnerin für das mass
gebende Jahr 20
17
ein
Valideneinkommen
von
Fr.
48'956.-- bei einem Pensum von 80
%
(
Urk.
2 S. 2
Mitte
, vgl. auch
Urk.
6/130
).
Die Beschwerdeführerin bestritt das
Validenei
nkommen
einzig hinsichtlich der von der Beschwerde
gegnerin vorgenommenen und nicht zu beanstandenden Qualifikation (vgl. dazu vorstehend E. 5.4.1)
, weshalb es dabei
s
ein Bewenden hat.
Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens stützte sich die Beschwerdegegnerin auf den tatsächlich erzielten Lohn als Service-Mitarbeiterin in den Jahren 2014 bis 2016 und errechnete unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung für das Jahr 2017 ein Invalideneinkommen von
Fr.
33’260.40 (vgl.
Urk.
2 S. 2 Mitte, vgl. auch
Urk.
6/130). Dies wurde von der Beschwerdeführerin grundsätzlich nicht beanstandet, so rechnete diese bei ihrer beschwerdeweise vorgebrachten Vergleichsrechnung mit dem gleichen Invalideneinkommen (vgl.
Urk.
1 S. 8
Ziff.
11).
5.4.4
Zum von der Beschwerdeführerin sodann vertretenen Standpunkt, wonach die von ihr gemeldete Verschlechterung des Gesundheitszustandes nicht berücksich
tigt worden sei und sie nicht mehr in der Lage sei ihr Arbeitspensum zu bewälti
gen (vgl.
Urk.
1 S. 8
Ziff.
12 und 13), ist festzuhalten,
dass vorliegend
- mit Blick auf die bisherige medizinische Aktenlage (vg
l. vorstehend E. 3 sowie E. 4.1
4.5)
von einer im Wesentlichen unveränderten medizinischen Situation auszugehen ist.
Zwar berichtet
e
der behandelnde Psychiater
Dr.
A._
von einem in der Tendenz eher etwas verschlechterten seelischen Zustandsbild
und attestierte eine 50
bis 60
%
ige
Arbeitsunfähigkeit
(vgl. vorstehend E. 4.6). Dies
begründet
e
er
aber unter anderem damit, dass die Firma
,
in der die Beschwerdeführerin arbeite
,
per Ende Juli schliesse und die Beschwerdeführerin dadurch zurzeit aufgelöst, enttäuscht, depressiv und unsicher sei, und
B
edenken habe, eine neue Arbeits
stelle zu suchen (vgl.
Urk.
6/127).
Die Ausführungen von
Dr.
A._
zur Schliessung der Firma sind offensichtlich falsch. Sowohl aus dem Arbeitgeberbe
richt vom 10 August 2017 (vgl.
Urk.
6/129) als auch den beschwerdeweise gemachten Ausführungen der Beschwerdeführerin (vgl.
Urk.
1 S. 9 oben) geht hervor, dass das Arbeitsverhältnis der Beschwerdeführerin nicht beendet wurde und sie weiterhin bei der gleichen Firma tätig ist. Entsprechend erscheint auch seine Beurteilung des Gesundheitszustandes und schliesslich seine Einschätzung eines in der Tendenz eher etwas verschlechterten seelischen Zustandsbildes nur wenig zu überzeugen.
Auch aus dem Bericht von
Dr.
Y._
vom
1
1.
August 2017
lässt sich kein
wesentlich
veränderter Gesundheitszustand
entnehmen (vgl.
vorstehend E. 4.7)
.
Die von ihm beigelegten fachärztlichen Berichte sind allesamt älteren Datums (vgl.
Urk.
6/128/5-10). Inwiefern sich der Gesundheitszustand in somatischer Hinsicht verschlechtert haben soll, wird von ihm
im Weiteren
nicht mit objektiven und nachvollziehbaren Befunden begründet. Schliesslich gilt seine Einschätzung der (verschlechterte
n
) Arbeitsfähigkeit ab Januar 201
6.
Mit Blick auf das im Jahr 2016 im Vergleich zu den Vorjahren erzielte Einkommen erscheint dagegen keine
sich
i
n
erwerblicher Hinsicht manifestierte Verschlechterung
vorzuliegen
(vgl.
Urk.
6/125). So war die Beschwerde
führerin nach wie vor in der Lage
,
ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen.
Die von der Beschwerdeführerin im Revisionsfragebogen vor allem im Hinblick auf die Beurteilung von
Dr.
Y._
berichtete Verschlechterung (vgl.
Urk.
6/124
Ziff.
3.4) findet in den Akten
nach dem Gesagten
keine Stütze.
Auch für die von der Beschwerdeführerin
nun
beschwerdeweise vorgebrachte
Pensums
reduktion
ab August 2017 aus medizinische
n
Gründen finde
n sich
in den vor
liegenden Akten
keine
Anhaltspunkte
. Etwas
Anderes
ergibt sich
wie dargelegt weder aus den entsprechenden im August 2017 datierten Arztberichten (vgl.
vor
stehend E. 4.6 und 4.7)
noch
aus dem Arbeitgeberbericht vom 1
0.
August 2017
, wonach
die Beschwerdeführerin in einem ungekündigten Arbeitsver
hältnis steht
und
der Arbeitgeberin
ein Gesundheitsschaden
nicht bekannt
ist
(vgl.
Urk.
6/129).
5.4.
5
Soweit die Beschwerdeführerin
schliesslich
vorbringt, dass bei
Rentenzusprache
noch ein leidensbedingter Abzug von 25
%
gewährt worden sei und heute ohne Begründung noch von 15
%
ausgegangen werde (vgl.
Urk.
1 S. 10
Ziff.
16), verkennt sie,
dass die Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges nur bei Tabellenlöhne
n
der
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
in Frage kommt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_241/2011 vom 2
1.
November 2011 E. 3.2). Vorliegend bestimmte die Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen
neu
ausgehend vom tatsächlich erzielten Einkommen, womit die Frage eines leidens
bedingten Abzuges obsolet ist.
Im Übrigen
würde
ein früher (zu) grosszügig gewährter Abzug
vom Tabellenlohn nicht dazu
führen
, dass
eine versicherte Per
son
bei einer späteren Leistungsprüfung Anspruch auf Berücksichtigung des gleich hohen Abzugs hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_753/2009 vom 2
8.
Oktober 2009 E. 3).
Bei dem von der Beschwerdegegnerin gewährten Abzug in der Höhe von 15
%
handelt es sich
- wie
aus der ange
fochtenen Verfügung (vgl.
Urk.
2 S. 2) und auch
aus den Akten ersichtlich (vgl.
Urk.
6/131 S. 3) - um die Berücksichtigung einer Wechselwirkung
zwischen dem erwerblichen Bereich und dem Aufgabenbereich
im Rahmen der gemischten Methode.
Eine entspre
chende Berücksichtigung kann rechtsprechungsgemäss höchstens im Umfang von 15
%
erfolgen
(vgl. BGE 134 V 9 E. 7.3.6)
, was die Beschwerdegegnerin vor
liegend
folglich
grosszügig und
voll ausgeschöpft hat.
5.4.6
Zusammenfassend ist der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommens
vergleich zu bestätigen und nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 33
%
eine rentenrelevante Ein
kommenseinbusse verneinte.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt, ob eine Meldepflichtverletzung vorliegt, welche die rückwirkende Rentenaufhebung
per 3
0.
Juni 2014
rechtfertigt (vgl. vorstehend E.
1.
4
).
6.2
Gemäss
Art.
77 IVV haben unter anderem
die
b
erechtigte
Person
oder
ihr
gesetz
licher Vertreter jede für den Leistungsanspruch wesentliche Änderung, namentlich eine solche des Gesundheitszustandes, der Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit, der persönlichen und gegebenenfalls der wirtschaftlichen Verhältnisse de
r
v
ersicherten
Person
unverzüglich der IV-Stelle anzuzeigen. Für den Tatbestand der Meldepflichtverletzung ist ein schuldhaftes Fehlverhalten erforderlich, wobei nach ständiger Rechtsprechung bereits eine leichte Fahrlässigkeit genügt (BGE
118 V 214 E. 2a; SVR 2012 IV Nr. 12 S. 61 E. 4.2.1; Urteile des Bundes
gerichts 9C_245/2012 E. 4.1 und 8C_127/2013 vom 2
2.
April 2013 E. 4.1).
6.3
Die
Beschwerdeführer
in
machte geltend,
dass es ihr nicht bewusst gewesen sei, dass sie zwar 60
%
arbeiten, jedoch nicht mehr als
Fr.
23'115.-- jährlich verdienen dürfe
(
Urk.
1 S. 9 f.
Ziff.
15).
6.4
In der rentenzusprechenden Verfügung vom
2
1.
Juli 2010
wurde explizit darauf hingewiesen, dass Rentenbezügerinnen und -bezüger der IV-Stelle jede Änderung
in persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen, welche den Leistungsan
spruch beeinflussen können, unverzüglich zu melden haben
. Im Sinne einer Hilfestellung für die - mit invalidenversicherungsrechtlichen Belangen zumeist nicht vertrauten - Versicherten wurden sodann beispielhaft zwingend melde
pflichtige Sachverhalte aufgelistet, darunter Änderungen
in den Einkommens- und Vermögensverhältnissen, zum Beispiel der Aufnahme oder Aufgabe einer Erwerbstätigkeit
(
Urk.
6/65
).
Indem
die Beschwerdeführerin
der Beschwerdegegnerin die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit per
1
9.
August 2010
nicht gemeldet hat, ist
sie
der
ihr
zumut
baren Meldepflicht nicht nachgekommen.
Dass ihr
nicht bewusst gewesen sei, dass sie zwar 60
%
arbeiten, jedoch nicht mehr als
Fr.
23'115.- verdienen dürfe (vorstehend E. 6.3),
vermag
sie
nicht zu entschuldigen, zumal in der leistungszu
sprechenden Verfügung ausdrücklich auf die Meldepflicht für den Fall einer
Änderung
in den Einkommens- und Vermögensverhältnissen
hingewiesen wurde
und dabei sogar explizit die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit genannt wurde.
Trotz bereits bestehender Anstellung seit August 2010 erhielt die Beschwerde
führerin von Januar 2011 bis Januar 2012 im Rahmen der von der Beschwerde
gegnerin zugesprochenen Arbeitsvermittlung (vgl.
Urk.
6/74) Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche durch die Firma
K._
(vgl.
Urk.
6/79). Weder im Abschlussbericht noch im darauffolgenden Abschluss
gespräch mit der Beschwerdegegnerin (vgl.
Urk.
6/80) erwähnte die Beschwerde
führerin die bereits bestehende Anstellung.
Das Verhalten
der Beschwerdeführerin
ist
damit
zumin
dest als fahrlässig zu werten und der Tatbestand der Meldepflichtverletzung
zweifelsohne
erfüllt.
6.5
Nach dem Gesagten ist die von der Beschwerdegegnerin verfügte rückwirkende Rentenaufhebung per
3
0.
Juni 2014
zulässig und die ab diesem Zeitpunkt unrechtmässig bezogenen Rentenbetreffnisse sind grundsätzlich zurückzuer
statten (
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. b IVV,
Art.
25
Abs.
1 erster Satz ATSG).
Die Höhe der Rückerstattung wird von der Beschwerdeführerin einzig hinsichtlich der
Invaliditätsbemessungmethode
bestritten
(vgl. dazu vorstehend E.
5
)
, wobei die von der Beschwerdeführerin in den Jahren 2014 bis 2016 erzielten Einkommen unbestritten sind (vgl.
Urk.
1 S. 6
Ziff.
9).
6.6
Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung
wie
auch die Rück
forderungsverfügung
als rechtens, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
7.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
9
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
r
unterliegenden Beschwerde
führer
in
aufzuerlegen.