Decision ID: f308eb7f-afdd-47ef-b64c-f53f6c9a0929
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend Diebstahl etc.
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Pfäffikon, 1. Abteilung, vom 24. September 2013 (DG130005)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 26. März
2013 (Urk. 37) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte A._ ist nicht schuldig
− der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90
Ziff. 2 aSVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 18
Abs. 1 SSV sowie Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4 Abs. 1 VRV so-
wie Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 68 Abs. 1bis SSV (Anklagezif-
fer VI., ND 3),
− der (einfachen) Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von
Art. 90 Ziff. 1 aSVG in Verbindung mit Art. 32 Abs. 1 SVG und
Art. 4 Abs. 1 VRV (Anklageziffer VI., ND 3 und ND 6),
− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1
Abs. 1 StGB (Anklageziffer VIII., ND 7),
− der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (An-
klageziffer VIII., ND 7).
2. a) Der Beschuldigte A._ ist schuldig
− des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB (Anklagezif-
fer I., HD),
− der Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1
Abs. 1 StGB (Anklageziffer I., HD),
− der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90
Ziff. 2 aSVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 26 Abs. 1
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SVG, Art. 24 Abs. 1 lit. b SSV und Art. 73 Abs. 6 lit. a SSV (An-
klageziffer VI., ND 6),
− der mehrfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von
Art. 90 Ziff. 1 aSVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und
Art. 18 Abs. 1 SSV sowie Art. 25 Abs. 1 SSV und Art. 68
Abs. 1bis SSV sowie Art. 42 Abs. 1 SVG und Art. 33 Abs. 1 lit. c
VRV sowie Art. 39 Abs. 1 SVG und Art. 28 Abs. 1 VRV (Anklage-
ziffer VI., ND 3 und ND 6),
− der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1
StGB (Anklageziffer VII., ND 4 und ND 5),
− der Gewalt und Drohung gegen Beamte im Sinne von Art. 285
Ziff. 1 StGB (Anklageziffer VIII., ND 7).
b) Die Beschuldigte B._ ist schuldig
− des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB
(Anklageziffer I. und II., je HD; Anklageziffer III., ND 1),
− der Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1
Abs. 1 StGB (Anklageziffer I., HD),
− der Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 StGB (Anklageziffer IV.,
ND 2),
− der mehrfachen Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1
StGB (Anklageziffer V., HD, ND 1 und ND 2),
− der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1
StGB (Anklageziffer II., HD).
c) Die Beschuldigte C._ ist schuldig
− des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB (Anklagezif-
fer I., HD),
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− der Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1
Abs. 1 StGB (Anklageziffer I., HD).
3. a) Der Beschuldigte A._ wird bestraft mit 30 Monaten Freiheitsstrafe (wovon bis und mit 17. September 2013 408 Tage durch Haft sowie
durch vorzeitigen Strafantritt erstanden sind) sowie mit einer Busse von
Fr. 700.–.
b) Die Beschuldigte B._ wird bestraft mit 36 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 177 Tage durch Haft erstanden sind.
c) Die Beschuldigte C._ wird bestraft mit 24 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 98 Tage durch Haft erstanden sind.
4. a) Der Vollzug der Freiheitsstrafe gegen A._ wird im Umfang von 15 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im
Übrigen (15 Monate, abzüglich 408 Tage, die durch Haft bis
17. September 2013 erstanden sind), wird die Freiheitsstrafe vollzogen.
Die Busse ist zu bezahlen.
Bezahlt der Beschuldigte A._ die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 7 Tagen.
b) Der Vollzug der Freiheitsstrafe gegen B._ wird im Umfang von 30 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im
Übrigen (6 Monate, abzüglich 177 Tage, die durch Untersuchungshaft
erstanden sind), wird die Freiheitsstrafe vollzogen.
c) Der Vollzug der Freiheitsstrafe gegen C._ wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
5. Die Beschuldigten A._, B._ sowie C._ werden unter  Haftung verpflichtet, der Privatklägerin 1 Schadenersatz von
Fr. 69'691.40 zu bezahlen.
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6. Die Beschuldigte B._ wird unter solidarischer Haftung mit allfälligen  verpflichtet, der Privatklägerin 1 zudem Schadenersatz von
Fr. 67'487.10 zu bezahlen.
Im Mehrbetrag wird auf die Schadenersatzforderung der Privatklägerin 1
nicht eingetreten.
7. Die Beschuldigte B._ wird unter solidarischer Haftung mit allfälligen  verpflichtet, der Privatklägerin 2 Schadenersatz von Fr. 22'000.– zu-
züglich Zins seit 18. Juli 2012 zu bezahlen.
Im Mehrbetrag wird die Schadenersatzforderung der Privatklägerin 2 auf den
Zivilweg verwiesen.
8. Der Beschuldigte A._ wird verpflichtet, der Privatklägerin 4  von Fr. 380.– zzgl. Zins von 5% seit 22. Juli 2012 sowie von Fr. 300.–
zzgl. Zins von 5% seit 26. Juli 2012 zu bezahlen.
Im Mehrbetrag wird die Schadenersatzforderung der Privatklägerin 4 abge-
wiesen.
9. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin 2 wird abgewiesen.
10. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
Fr. 6'000.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 3'615.– Auslagen Vorverfahren A._,
Fr. 3'908.75 Auslagen Vorverfahren B._,
Fr. 3'435.– Auslagen Vorverfahren C._,
Fr. 9'000.– Gebühr für die Führung der Strafuntersuchung,
Fr. 8'881.05 Kosten für amtliche Verteidigung RA Y._ bis 19. November 2012 (bereits bezahlt),
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Fr. 16'785.75 Kosten der amtlichen Verteidigung RA X1._ ge- mäss Honorarrechnung vom 18. September 2013 (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen),
Fr. 16'225.75
Kosten der amtlichen Verteidigung RA X2._ (gegenüber Rechnung vom 20. September 2013 Hono- rar für Zeitaufwand reduziert auf Fr. 14'666.65, sodann inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen)
Fr. 7'850.40 Kosten der amtlichen Verteidigung RA Y._ ab 14. Dezember 2012 gemäss Honorarrechnung vom 18. September 2013 (inkl. Mehrwertsteuer und Baraus- lagen).
Allfällig weitere Auslagen bleiben vorbehalten; über diese wird die Gerichts-
kasse Rechnung stellen.
11. Die Kosten des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amt-
lichen Verteidigung, werden den Beschuldigten zu je 1/3 auferlegt.
12. Die jeweiligen Kosten der Untersuchung (Auslagen Vorverfahren sowie 1/3
der Gebühr für die Führung der Strafuntersuchung), ausgenommen diejeni-
gen der amtlichen Verteidigung, werden den sie betreffenden Beschuldigten
auferlegt.
13. Die Kosten der amtlichen Verteidigungen werden auf die Gerichtskasse ge-
nommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4
StPO bei den jeweiligen Beschuldigten.
14. (Mitteilungen)
15. (Rechtsmittel)
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Berufungsanträge:
a) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich:
(Urk. 111 S. 13)
1. Von der Rechtskraft der von A._, B._ und D._ nicht an-
gefochtenen Schuldsprüche sowie der gegen A._ ergangenen und
staatsanwaltschaftlich ebenfalls nicht angefochtenen Freisprüche sei
Kenntnis zu nehmen;
2. Der Beschuldigte D._ sei wegen mehrfachen Einbruchdiebstählen
– es handelt sich dabei um jenen vom 1. Juni 2012 in die Bahnhofstati-
on E._/ZH (= Hauptdossier) und jenen vom 17./18. Juli 2012 in
das F._ AG (= Nebendossier 1) – im Sinne der Anklageschrift vom
25. September 2013 schuldig zu sprechen;
3. Der Beschuldigte A._ sei mit 3 Jahren Freiheitsstrafe zu bestrafen,
unter Anrechnung der bisher erstandenen Haft von 681 Tagen (bis zum
17.6.2014); ferner sei er mit einer Busse von Fr. 700.– zu bestrafen;
4. Dem Beschuldigten A._ sei der teilbedinge Strafvollzug zu verwei-
gern;
5. Die Beschuldigte B._ sei mit 3 Jahren Freiheitsstrafe zu bestrafen,
unter Anrechnung der bisher erstandenen Haft von 177 Tagen;
6. Der Beschuldigten B._ sei der teilbedingte Vollzug der Freiheits-
strafe zu gewähren, wobei der unbedingt und der bedingt vollziehbare
Anteil auf je 1 1⁄2 Jahre festzusetzen sei, unter Ansetzung einer dreijäh-
rigen Probezeit;
7. Der Beschuldigte D._ sei mit einer Zusatzstrafe von 2 Jahren und
4 Monaten (= 28 Monate) zu den mit Urteil des BG Weinfelden vom
9. Oktober 2012 ausgefällten 32 Monaten Freiheitsstrafe zu bestrafen,
unter Anrechnung der erstandenen Haft von 385 (bis 21.3.2014; seither
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im Vollzug früherer Urteile, bis dann in Haft in vorliegender Sache) Ta-
gen.
b) Der Verteidigung des Beschuldigten D._:
(Urk. 112 S. 1)
1. Das Urteil des Bezirksgerichtes Bülach vom 12. November 2013
(DG130087) sei zu bestätigen und der Beschuldigte entsprechend vom
Vorwurf des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB,
der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB
und des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 freizu-
sprechen;
betreffend den Vorwurf der einfachen Körperverletzung im Sinne von
Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB sei er im Sinne des erstinstanzlichen Ur-
teils schuldig zu sprechen.
2. Die vom Bezirksgericht Bülach mit Urteil vom 12. November 2013 aus-
gefällte Strafe von sechs Monaten Freiheitsstrafe als Zusatzstrafe zum
Urteil des Bezirksgerichtes Weinfelden vom 09. Oktober 2012 sei zu
bestätigen. Ebenso seien die Kostenfolgen zu bestätigen.
c) Der Verteidigung des Beschuldigten A._:
(Urk. 113 S. 1)
1. Der Beschuldigte A._ sei mit nicht mehr als 18 Monaten Freiheits-
strafe zu bestrafen, unter Anrechnung der Haft und des vorzeitigen
Strafvollzugs.
2. Dem Beschuldigten sei der teilbedingte Strafvollzug zu gewähren. Der
Vollzug der Freiheitsstrafe sei zur Hälfte aufzuschieben und zur Hälfte
zu vollziehen (bei einer 18-monatigen Freiheitsstrafe je im Umfang von
neun Monaten).
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3. Dem Beschuldigten sei für den die Höhe der zu fällenden Freiheitsstra-
fe übersteigenden Teil des erlittenen vorzeitigen Strafvollzugs eine an-
gemessene Genugtuungsleistung zuzusprechen.
4. Alles unter Kosten zulasten der Gerichtskasse.
d) Der Verteidigung der Beschuldigten B._:
(Urk. 114 S. 2)
Das Urteil des Bezirksgerichts Pfäffikon vom 24. September 2013 gegen
B._ sei in allen Punkten zu bestätigen, und die diesbezüglichen Beru-
fungsanträge der Staatsanwaltschaft seien vollumfänglich abzuweisen.
Der Berufungsgegnerin seien keine Kosten aufzuerlegen.
_

Das Gericht erwägt:
I. Prozessgeschichte/Prozessuales
1. a) Das Bezirksgericht Pfäffikon sprach den Beschuldigten A._ mit
Urteil vom 24. September 2013 schuldig des Diebstahls im Sinne von Art. 139
Ziff. 1 StGB (Anklageziffer I., HD), der Irreführung der Rechtspflege im Sinne von
Art. 304 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Anklageziffer I., HD), der groben Verletzung der Ver-
kehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 aSVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1
SVG, Art. 26 Abs. 1 SVG, Art. 24 Abs. 1 lit. b SSV und Art. 73 Abs. 6 lit. a SSV
(Anklageziffer VI., ND 6), der mehrfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne
von Art. 90 Ziff. 1 aSVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 18 Abs. 1
SSV sowie Art. 25 Abs. 1 SSV und Art. 68 Abs. 1bis SSV sowie Art. 42 Abs. 1
SVG und Art. 33 Abs. 1 lit. c VRV sowie Art. 39 Abs. 1 SVG und Art. 28 Abs. 1
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VRV (Anklageziffer VI., ND 3 und ND 6), der mehrfachen Sachbeschädigung im
Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (Anklageziffer VII., ND 4 und ND 5), sowie der
Gewalt und Drohung gegen Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB (Anklage-
ziffer VIII., ND 7).
b) Das Gericht sprach den Beschuldigten A._ frei von den Vorwürfen
der groben Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 aSVG in
Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 18 Abs. 1 SSV sowie Art. 32 Abs. 1
SVG und Art. 4 Abs. 1 VRV sowie Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 68 Abs. 1bis SSV
(Anklageziffer VI., ND 3), der (einfachen) Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne
von Art. 90 Ziff. 1 aSVG in Verbindung mit Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4 Abs. 1
VRV (Anklageziffer VI., ND 3 und ND 6), der einfachen Körperverletzung im Sinne
von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Anklageziffer VIII., ND 7) sowie der Sachbe-
schädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB (Anklageziffer VIII., ND 7).
c) Das Gericht bestrafte den Beschuldigten A._ mit 30 Monaten Frei-
heitsstrafe (wovon bis und mit 17. September 2013 408 Tage durch Haft sowie
durch vorzeitigen Strafantritt erstanden waren) sowie mit einer Busse von
Fr. 700.–. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde im Umfang von 15 Monaten auf-
geschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (15 Monate, ab-
züglich 408 Tage, die durch Haft bis 17. September 2013 erstanden waren) wurde
die Freiheitsstrafe für vollziehbar erklärt. Ausserdem wurde er zu Schadenersatz-
zahlungen an die Privatklägerinnen 1 und 4 verpflichtet (Urk. 95 S. 75 ff.).
2. a) Mit gleichem Urteil sprach das Bezirksgericht Pfäffikon die Beschul-
digte B._ schuldig des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1
StGB (Anklageziffer I. und II., je HD; Anklageziffer III., ND 1), der Irreführung der
Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Anklageziffer I., HD), der
Hehlerei im Sinne von Art. 160 Ziff. 1 StGB (Anklageziffer IV., ND 2), der mehrfa-
chen Geldwäscherei im Sinne von Art. 305bis Ziff. 1 StGB (Anklageziffer V., HD,
ND 1 und ND 2) sowie der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251
Ziff. 1 StGB (Anklageziffer II., HD).
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b) Das Gericht bestrafte die Beschuldigte B._ mit 36 Monaten , unter Anrechnung von 177 Tagen erstandener Haft. Der Vollzug der
Freiheitsstrafe wurde im Umfang von 30 Monaten aufgeschoben und die Probe-
zeit auf 3 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (6 Monate, abzüglich 177 Tage, die durch
Untersuchungshaft erstanden sind) wurde die Freiheitsstrafe für vollziehbar er-
klärt. Ausserdem wurde sie zu Schadenersatzzahlungen an die Privatklägerinnen
1 und 2 verpflichtet (Urk. 95 S. 75 ff.).
3. a) Mit Eingabe vom 1. Oktober 2013 meldete die Staatsanwaltschaft IV
des Kantons Zürich die Berufung an (Urk. 71). Die entsprechende Berufungser-
klärung vom 5. Februar 2014 ging am 7. Februar 2014 beim Obergericht ein
(Urk. 97). Der Beschuldigte A._ liess mit Eingabe vom 7. März 2014 An-
schlussberufung erklären. Von der Beschuldigten B._ sowie von den Privat-
klägerinnen wurde kein Rechtsmittel ergriffen.
b) Die Staatsanwaltschaft beschränkte ihre Berufung auf die Strafzumes-
sung betreffend den Beschuldigten A._ bzw. auf das Verhältnis der Strafteile
des unbedingten und des bedingten Vollzugs der Freiheitsstrafe betreffend die
Beschuldigte B._ (Urk. 97 S. 2). Ausserdem stellte die Staatsanwaltschaft
den prozessualen Antrag auf Vereinigung des vorliegenden Prozesses mit dem-
jenigen gegen D._ (SB140045).
c) Der Beschuldigte A._ liess seine Anschlussberufung ebenfalls auf
die Strafzumessung beschränken und liess eine Freiheitsstrafe von höchstens 18
Monaten beantragen, wobei der Vollzug der Freiheitsstrafe zur Hälfte aufzuschie-
ben und zur Hälfte zu vollziehen sei. Er liess im Weiteren beantragen, der Antrag
der Staatsanwaltschaft auf Vereinigung des vorliegenden Prozesses mit demjeni-
gen gegen D._ sei abzuweisen (Urk. 105).
d) Die Beschuldigte B._ liess beantragen, der Antrag der Staatsanwalt-
schaft auf Vereinigung des vorliegenden Prozesses mit demjenigen gegen
D._ (SB140045) sei abzuweisen (Urk. 104).
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4. Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung
(Art. 402 StPO). E contrario erwachsen die nicht von der Berufung erfassten
Punkte in Rechtskraft (Schmid, StPO-Praxiskommentar, Zürich/St. Gallen 2009,
Art. 402 N 1; vgl. auch Art. 437 StPO). Nicht angefochten blieben die vorinstanzli-
chen Freisprüche betreffend den Beschuldigten A._ sowie die Schuldsprüche
betreffend die Beschuldigten A._ und B._ (Dispositivziffern 1 und 2 lit. a
und b). Unangefochten blieb auch die dem Beschuldigten A._ auferlegte
Busse von Fr. 700.– (vgl. Urk. 105 S. 2) und die Festsetzung einer Ersatzfrei-
heitsstrafe von 7 Tagen für den Fall der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse
(Dispositivziffer 3 lit. a letzter Satzteil und Dispositivziffer 4 lit. a Abs. 2). Ebenso
unangefochten blieb das vorinstanzliche Urteil hinsichtlich der Entscheide über
die Zivilforderungen der Privatklägerinnen 1, 2 und 4 (Dispositivziffern 5 - 9) sowie
das vorinstanzliche Kostendispositiv (Dispositivziffer 10 - 13). Diese Elemente des
vorinstanzlichen Urteils sind somit in Rechtskraft erwachsen, was vorab mit Be-
schluss festzuhalten ist.
5. Es wurden keine Beweisanträge gestellt.
6. Der Beschuldigte A._ wurde am 3. August 2012 verhaftet und mit
Verfügung vom 8. August 2012 in Untersuchungshaft versetzt (Urk. HD 22/2 und
HD 22/9). Mit Präsidialverfügung vom 29. April 2013 wurde dem Beschuldigten
A._ der vorzeitige Strafantritt bewilligt (Urk. 43). Die Beschuldigte B._
wurde am 14. August 2012 verhaftet und mit Verfügung vom 15. August 2012 in
Untersuchungshaft versetzt (Urk. HD 23/1 und Urk. HD 23/6). Am 6. Februar 2013
wurde die Beschuldigte aus der Untersuchungshaft entlassen (Urk. 23/35).
7. Es ist kein überzeugender Grund ersichtlich, das vorliegende Verfahren
mit dem bisher separat geführten Verfahren SB120045 gegen D._ zu verei-
nigen. Der blosse Umstand, dass die Staatsanwaltschaft gegen den erstinstanz-
lich erfolgten Freispruch für D._ ebenfalls Berufung erhoben hat und der
diesbezüglich relevante Sachverhalt auch im vorliegenden Verfahren zu beurtei-
len ist, lässt eine Vereinigung der Verfahren nicht notwendig erscheinen. Dies um
so weniger, als die Berufungsverhandlungen in beiden Verfahren parallel vor der
erkennenden Kammer durchgeführt wurden, wodurch widersprüchliche Urteile
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vermieden werden können. Der Antrag der Staatsanwaltschaft auf Vereinigung
der genannten Verfahren ist deshalb abzuweisen.
II. Strafzumessung
A. A._
1. Die Vorinstanz hat die allgemeinen Regeln der Strafzumessung zutreffend
dargetan. Auf die entsprechenden Ausführungen in den vorinstanzlichen Erwä-
gungen kann verwiesen werden (Urk. 95 S. 48 f.).
2. a) Der Beschuldigte A._ beging die hier zu beurteilenden Taten
teilweise bevor er von der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland mit Strafbefehl
vom 4. August 2012 zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu Fr. 30.– verurteilt
wurde (Urk. HD 26/4). Wird eine Straftat bekannt, die vor dem Entscheid über ei-
ne oder mehrere andere Taten begangen wurde, die also bei rechtzeitiger Kennt-
nis in einer Gesamtstrafe hätte mitberücksichtigt werden sollen, liegt retrospektive
Konkurrenz vor. In einem solchen Fall ist gemäss Art. 49 Abs. 2 StGB eine Zu-
satzstrafe auszufällen, welche die Differenz zwischen der ersten Strafe, also der
Einsatz- oder Grundstrafe, und der Gesamtstrafe ausgleicht, die nach Auffassung
des Richters bei Kenntnis der später beurteilten Straftat ausgefällt worden wäre
(Trechsel/Pieth, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Auflage,
Zürich/St. Gallen 2013, N 12 zu Art. 49 StGB). Das Gericht bestimmt die Zusatz-
strafe in der Weise, dass der Täter nicht schwerer bestraft wird, als wenn die
strafbaren Handlungen gleichzeitig beurteilt worden wären. Sind strafbare Hand-
lungen zu beurteilen, die der Täter teils vor, teils nach einem Urteil begangen hat,
so ist eine Gesamtstrafe, teilweise als Zusatzstrafe zum früheren Urteil, auszufäl-
len (Trechsel/Pieth, a.a.O., N 14 zu Art. 49 StGB). Bedingung für eine Zusatzstra-
fe ist stets, dass die Voraussetzungen der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB
erfüllt sind. Danach sind ungleichartige Strafen kumulativ zu verhängen, weil das
Asperationsprinzip (Erhöhung der schwersten Tat) nur greift, wenn mehrere
gleichartige Strafen ausgesprochen werden. Die Bildung einer Gesamtstrafe ist
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bei ungleichartigen Strafen nicht möglich, sondern nur, wenn mehrere Geldstra-
fen, mehrfache gemeinnützige Arbeit, mehrere Freiheitsstrafen oder mehrere
Bussen ausgesprochen werden (BGE 137 IV 57, E. 4.3.1). Die Frage der Gleich-
artigkeit ist bei der retrospektiven Konkurrenz nicht nach der gesetzlichen Straf-
androhung, sondern allein nach der konkret verwirkten Grundstrafe zu entschei-
den, da diese bereits rechtskräftig ausgesprochen wurde (Trechsel/Pieth, a.a.O.,
N 12a zu Art. 49 StGB).
b) Vorliegend wurde als Einsatz- bzw. Grundstrafe des vorgenannten Straf-
befehls eine Geldstrafe ausgefällt (vgl. Urk. HD act. 26/4). Für die heute zu beur-
teilenden Taten kommt, wie nachfolgend ausgeführt wird (vgl. unten Ziff. 4 lit. e),
eine Freiheitsstrafe und zusätzlich eine Geldstrafe in Betracht. Aufgrund des vor-
stehend Gesagten ist die Bildung einer Gesamtstrafe und damit auch einer Zu-
satzstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 2 StGB nur im Zusammenhang mit der Geld-
strafe möglich, nicht jedoch hinsichtlich der auszufällenden Freiheitsstrafe.
3. a) Die Vorinstanz hat zutreffende Ausführungen zum anwendbaren
Strafrahmen gemacht, auf die vorab verwiesen werden kann (Urk. 95 S. 47 f.).
Hervorzuheben ist, dass die mit der schwersten Strafe bedrohte Tat der Diebstahl
gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB ist, wofür eine Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder
Geldstrafe ausgefällt werden kann. Für dieses Verbrechen ist eine Einsatzstrafe
festzusetzen, die dann aufgrund der weiteren vom Beschuldigten A._ began-
genen Vergehen (Irreführung der Rechtspflege [Art. 304 Ziff. 1 Abs. 1 StGB],
mehrfache Sachbeschädigung [Art. 144 Abs. 1 StGB], Gewalt und Drohung ge-
gen Beamte [Art. 285 Ziff. 1 StGB], grobe Verletzung der Verkehrsregeln [Art. 90
Ziff. 2 aSVG]) unter Anwendung des Asperationsprinzips angemessen zu erhöhen
ist.
b) Wie bereits die Vorinstanz zutreffend dargelegt hat, fällt vorliegend eine
Erweiterung des ordentlichen Strafrahmens nach oben aufgrund der Deliktsmehr-
heit ausser Betracht. Gemäss neuerer bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die
tat- und täterangemessene Strafe grundsätzlich innerhalb des ordentlichen Straf-
rahmens der schwersten anzuwendenden Strafbestimmung festzusetzen. Dieser
Rahmen ist vom Gesetzgeber in aller Regel sehr weit gefasst worden, um sämtli-
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chen konkreten Umständen Rechnung zu tragen. Deshalb wird der ordentliche
Strafrahmen durch Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe nicht automa-
tisch erweitert, worauf dann innerhalb dieses neuen Rahmens die Strafe nach den
üblichen Zumessungskriterien festzusetzen wäre. Der ordentliche Rahmen ist nur
zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände vorliegen und die für die betref-
fende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart bzw. zu milde erscheint
(BGE 136 IV 55, E. 5.8). Eine solche Konstellation ist jedoch vorliegend nicht ge-
geben. Die Wirkung einer Strafmilderung gemäss Art. 48a StGB infolge der von
der Verteidigung des Beschuldigten A._ geltend gemachten verminderten
Schuldfähigkeit gemäss Art. 19 Abs. 2 StGB vermag sich angesichts der Straf-
rahmenuntergrenze von einem Tagessatz Geldstrafe ohnehin nur als Strafminde-
rungsgrund innerhalb des gegebenen Strafrahmens auszuwirken, was im Rah-
men einer konkreten Strafzumessung zu prüfen ist. Weitere Strafschärfungs- oder
Strafmilderungsgründe sind nicht ersichtlich. Folglich ist von einem Strafrahmen
von einem Tagessatz Geldstrafe bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe auszugehen.
c) Wie bereits im Rahmen der prozessualen Aspekte dargelegt wurde, ist die
die Sanktionierung der vom Beschuldigten A._ begangenen einfachen Ver-
kehrsregelverletzungen mit einer Busse von Fr. 700.– infolge unterbliebener An-
fechtung bereits in Rechtskraft erwachsen (vgl. oben Ziff. I.4).
4. a) Bezüglich der objektiven Tatschwere ist festzuhalten, dass die Be-
schuldigten zusammen ein Diebesgut im Wert von Fr. 69'691.40 erbeuteten. Dies
stellt eine erhebliche Deliktssumme dar. Die Beschuldigten gingen dabei plan-
mässig und gezielt vor. Beim Beschuldigten A._ ist zu berücksichtigen, dass
er nicht von Anfang an bei der Planung der Tat dabei war, sondern von den Be-
schuldigten B._ und C._ in einem späten Stadium gefragt wurde, ob er
die Rolle als "Räuber" übernehmen würde. Bei C._ handelte es sich um die
damalige Freundin des Beschuldigten A._. Die Initiative für die Tat ging somit
nicht von ihm aus. Seine Mitwirkung am fingierten Raubüberfall sollte es der Be-
schuldigten B._ ermöglichen, den angeblichen Raubüberfall gegenüber der
Polizei authentisch zu schildern bzw. ihre Opferrolle realistisch darzustellen, wes-
halb sich der Beschuldigte A._ auch tatsächlich verkleidete, indem er sich ei-
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ne Baseball-Mütze über den Kopf zog und sich mit einem Rucksack und einem
Rüstmesser ausrüstete. Sodann tauschten die Beschuldigten C._ und
A._ vor der Tatbegehung gegenseitig belanglose SMS aus, welche nach An-
sicht der Beschuldigten C._ als Alibi dienen sollten (Prot. I S. 61; Urk. HD 9/5
S. 4). Es mag zutreffen, dass die Idee für den fingierten Raubüberfall aus einem
harmlosen Witz entstand und der SMS-Verkehr, welcher schliesslich zur Ortung
der beiden Beschuldigten C._ und A._ im Tatzeitpunkt führte, von einer
gewissen Naivität zeugt, doch unter den gegebenen Umständen kann nicht mehr
von jugendlichem Leichtsinn gesprochen werden. Bezüglich des Tatbeitrags des
Beschuldigten A._ ist festzuhalten, dass seine Rolle zwangsläufig bzw. situa-
tionsbedingt vorgegeben war. So konnte die Opferrolle ohnehin nur von der bei
der G._ angestellten Beschuldigten B._ übernommen werden und der
angebliche Täter sollte ein Mann sein, womit auch die Rolle des Beschuldigten
A._ klar war. Aufgrund der vorliegenden Konstellation sowie vor dem Hinter-
grund, dass die Beute schliesslich durch drei geteilt wurde, rechtfertigt es sich, bei
den Beschuldigten A._ und B._ vom selben objektiven Tatverschulden
auszugehen. In objektiver Hinsicht muss das Verschulden des Beschuldigten
A._ als mittelschwer qualifiziert werden.
b) In Bezug auf das subjektive Verschulden ist zu berücksichtigen, dass die
Tat offensichtlich aus finanziellen Motiven begangen wurde. Dies obwohl keiner
der Beschuldigten sich im Zeitpunkt der Tat in einer irgendwie gearteten finanziel-
len Notlage befand. Insbesondere verdiente der Beschuldigte A._ als Gärtner
gemäss eigenen Angaben genug, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten (Prot.
I S. 22). Die Mitbeschuldigten B._ und C._ hatten je eine feste Arbeits-
stelle, bei der sie ein für den Lebensunterhalt genügendes Einkommen verdienten
(vgl. Prot. I S. 37 und S. 50). Sodann führten sie selber aus, das Geld eigentlich
nicht nötig gehabt zu haben (vgl. Prot. I S. 54). Es wäre für alle drei Beschuldigten
ohne Weiteres möglich gewesen, von der Tat abzusehen. Es ist auf Seiten des
Beschuldigten A._ immerhin positiv zu berücksichtigen, dass er gemäss
übereinstimmenden Aussagen der Mitbeschuldigten zu Beginn versuchte, die
beiden anderen von der Tat abzuhalten. So habe er gesagt, sie hätten das doch
nicht nötig (Prot. I S. 56 f.). Er sagte aber schliesslich doch freiwillig zu und betei-
- 17 -
ligte sich in der geschildert Art an der Tat. Das subjektive Verschulden des Be-
schuldigten A._ vermag das Tatverschulden insgesamt etwas zu relativieren.
c) Die Vorinstanz lehnte es ab, die von der Verteidigung geltend gemachte
leichte Verminderung der Schuldfähigkeit des Beschuldigten A._ zu berück-
sichtigen (vgl. Urk. HD act. 54 S. 9 f.; Urk. 95 S. 52). Der Verteidiger stützte sich
auf ein psychiatrisches Gutachten, das in einem früheren Strafverfahren über den
Beschuldigten A._ erstellt wurde (Bezirksgericht Zürich, Urteil vom
30. August 2006). Der damalige Gutachter diagnostizierte beim Beschuldigten
A._ eine kombinierte Persönlichkeitsstörung und hielt fest, dass er gesamt-
haft für die inkriminierten Taten von einer verminderten Fähigkeit zum einsichts-
gemässen Handeln aufgrund einer beeinträchtigten Impulssteuerkontrolle ausge-
he, aus der er gesamthaft eine Verminderung der Zurechnungsfähigkeit geschätzt
leichten Grades herleite (vgl. Beizugsakten D, Urk. HD 17/7 S. 33 und S. 39). Zu
Recht führte die Vorinstanz aus, dass das Gutachten nichts über die Schuldfähig-
keit betreffend die im vorliegenden Fall zu beurteilenden Delikte, begangen im
Zeitraum April bis Oktober 2012, aussagt. Es ist insbesondere nicht ohne Weite-
res davon auszugehen, dass diese früher diagnostizierte Persönlichkeitsstörung
im Zeitpunkt der vorliegend zu beurteilenden Delikte im Jahr 2012, mithin sechs
Jahre später, immer noch vorlag bzw. sich auf die Schuldfähigkeit auswirkte. Zu
berücksichtigen ist dabei, dass der Beschuldigte A._ zwischenzeitlich wäh-
rend rund vier Jahren in der Arbeitserziehungsanstalt H._ war und dort eine
Ausbildung zum Gärtner absolvierte. Der Gutachter sprach von einer beeinträch-
tigten Impulssteuerkontrolle, dementsprechend lagen der damaligen Begutach-
tung nebst einer Reihe von Einbruchdiebstählen vor allem Gewaltdelikte in Form
von Raubtaten zugrunde. Vorliegend geht es jedoch nicht um ein Gewaltdelikt,
sondern um einen von langer Hand geplanten Diebstahl, der als Raubtat fingiert
wurde, mithin um eine Tat, die nach einem eigentlichen Drehbuch ablief. Dabei
kann keine Rede davon sein, dass der Beschuldigte durch einen unkontrollierten
Impuls zur Tat getrieben wurde. Es ist aufgrund der Tatkonstellation und der
durch den Beschuldigten A._ selber geäusserten Bedenken im Vorfeld der
Tat (vgl. Prot. I S. 57) vielmehr davon auszugehen, dass der Beschuldigte
A._ fähig war, das Unrecht seiner Tat einzusehen bzw. gemäss dieser Ein-
- 18 -
sicht zu handeln. Es besteht jedenfalls im vorliegenden Zusammenhang kein
ernsthafter Anlass gemäss Art. 20 StGB, an der Schuldfähigkeit des Beschuldig-
ten A._ zu zweifeln.
d) Das Tatverschulden betreffend den Diebstahl wiegt beim Beschuldigten
A._ keinesfalls leicht. Die entsprechende Einsatzstrafe ist auf 16 Monate an-
zusetzen. Das Tatverschulden bezüglich der Irreführung der Rechtspflege ergibt
sich ebenfalls aus den oben aufgeführten Erwägungen, zumal die beiden Taten in
einem engen sachlichen Zusammenhang stehen. Das diesbezügliche Tatver-
schulden wiegt beim Beschuldigten A._ dementsprechend auch keinesfalls
leicht. Die Einsatzstrafe für dieses zweite Delikt ist bei 10 Monaten Freiheitsstrafe
festzusetzen. Unter Anwendung des Asperationsprinzips ergibt sich für den Dieb-
stahl und die Irreführung der Rechtspflege eine Gesamtstrafe von 24 Monaten
Freiheitsstrafe.
e) Die Vorinstanz beurteilte das objektive und subjektive Verschulden des
Beschuldigten A._ betreffend die übrigen begangenen Vergehen zutreffend,
weshalb auf die entsprechenden Ausführungen in den vorinstanzlichen Erwägun-
gen verwiesen werden kann (Urk. 95 S. 53 f.). Die Vorinstanz hat in Anwendung
des Asperationsprinzips eine Erhöhung der Einsatzstrafe um 3 Monate Freiheits-
strafe vorgenommen, was an sich angemessen erscheint. Es ist jedoch zu be-
rücksichtigen, dass die Strafschärfungsregel von Art. 49 Abs. 1 StGB nur greift,
wenn mehrere gleichartige Strafen, also insbesondere mehrere Geldstrafen, Frei-
heitsstrafen oder Bussen ausgesprochen würden. Geldstrafen und Freiheitsstra-
fen sind ungleichartige Strafen. Da nun für die übrigen Vergehen alleine genom-
men keine Freiheitsstrafe ausgefällt worden wäre, zumal für diese Vergehen ins-
gesamt keine Strafe von über 6 Monate angemessen wäre, sondern eine solche
von 4 Monaten bzw. 120 Tagessätzen Geldstrafe, ist vorliegend keine Asperation
vorzunehmen, sondern eine eigenständige Strafe von 120 Tagessätzen Geldstra-
fe auszufällen (BGE 137 IV 57; BSK StGB - Jürg Beat Ackermann, Art. 49 N 90;
Stratenwerth/Wohlers, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Handkommentar,
2. Aufl., Bern 2009, Art. 49 N 2).
- 19 -
f) Zur Täterkomponente bezüglich des Beschuldigte A._ hat die Vor-
instanz zutreffende und umfassende Ausführungen gemacht, auf welche vorab
verwiesen werden kann (Urk. 95 S. 56 ff.). Zu Recht hat die Vorinstanz die
schwierigen Lebensumstände in der Jugend des Beschuldigten A._ berück-
sichtigt. Zu präzisieren ist jedoch, dass sich dies lediglich leicht strafmindernd
auswirken kann. Hervorzuheben ist, dass der Beschuldigte A._ bereits mehr-
fach und grösstenteils einschlägig vorbestraft ist. Am 30. August 2006 wurde der
damals 20-jährige Beschuldigte A._ vom Bezirksgericht Zürich wegen Rau-
bes (unvollendeter Versuch), gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls, un-
rechtmässiger Aneignung, mehrfachen Hausfriedensbruchs, mehrfacher Sachbe-
schädigung, mehrfacher Hehlerei, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Be-
amte, Entwendung zum Gebrauch, mehrfachen Fahrens ohne Führerausweis so-
wie mehrfacher Übertretungen gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilt. Hier-
für wurde er in eine Arbeitserziehungsanstalt eingewiesen. Sodann wurde der Be-
schuldigte A._ mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom
14. Juni 2007 wegen Vergehens gegen das Waffengesetz zu einer bedingten
Geldstrafe von 14 Tagessätzen, unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren,
verurteilt. Am 3. September 2009 wurde er von der Bezirkskommission Steckborn
wegen Diebstahls und mehrfachem betrügerischen Missbrauchs einer Datenver-
arbeitungsanlage schuldig erklärt. Diese widerrief die mit Strafbefehl vom 14. Juni
2007 verhängte Strafe und verurteilte den Beschuldigten A._ zu einer Ge-
samtstrafe von vier Monaten Freiheitsstrafe, wobei deren Vollzug zugunsten der
bereits laufenden Massnahme für junge Erwachsene aufgeschoben wurde. Am
11. Januar 2012 erliess die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland einen Straf-
befehl wegen Drohung und bestrafte den Beschuldigten A._ mit einer Geld-
strafe von 40 Tagessätzen. Diese teilweise einschlägigen Vorstrafen wirken sich
deutlich straferhöhend aus. Auch wenn die Vorinstanz festhielt, dass diese Straf-
taten schon einige Zeit zurückliegen und die Straftaten "im jugendlichen Alter" von
um die 20 Jahren verübt worden seien, so darf dabei nicht übersehen werden,
dass sich die Vorstrafen bis in das Jahr 2012 ereigneten und die Straftaten, deren
er sich als junger Erwachsener schuldig gemacht hat, keineswegs als Bagatellen
zu bezeichnen sind (vgl. Urk. 98).
- 20 -
g) Der Verteidiger des Beschuldigten A._ machte geltend, das Ge-
ständnis des Beschuldigten A._ sei erheblich strafmindernd zu werten und
berief sich auf eine teilweise Verletzung der Teilnahmerechte des Beschuldigten
A._ und seiner Verteidigung gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO in der Strafunter-
suchung durch die Staatsanwaltschaft. Als Begründung führte er aus, es sei
höchst wahrscheinlich, dass der Beschuldigte A._ bereits in einem früheren
Stadium des Verfahrens ein Geständnis abgelegt hätte, wenn der Staatsanwalt
die Verfahrensrechte des Beschuldigten und seiner Verteidigung eingehalten hät-
te und ihnen die Teilnahmerechte bereits an früheren Einvernahmen der Beschul-
digten C._ gewährt worden wären (vgl. Urk. HD 54 S. 11 f.). Bereits die Vor-
instanz wies zutreffend darauf hin, dass sogar wenn die Teilnahmerechte gewährt
worden wären, es immer noch die belastende Aussage von C._ gewesen
wäre, die den Beschuldigten A._ zu einem Geständnis veranlasst hätte. Mit-
hin wäre das Geständnis nicht aus eigenem Antrieb erfolgt und hätte damit nicht
als Ausdruck von Einsicht und Reue aufgefasst werden können. Die Tatsache,
dass sein Geständnis bezüglich der Taten in I._ nicht aus eigenem Antrieb
erfolgte, wird allerdings durch den Umstand, dass er damals in C._ verliebt
war und seine Freundin nicht verraten wollte (vgl. Prot. I S. 121), relativiert. Dies
auch vor dem Hintergrund, dass er bezüglich der anderen ihm vorgeworfenen
Straftaten von Anfang an geständig war. Die Geständnisse sind insgesamt somit
strafmindernd zu berücksichtigen, wenn auch nicht in derart erheblichem Aus-
mass, wie vom Verteidiger gefordert, zumal die jeweilige Beweislage klar und ein-
deutig war.
h) Das straferhöhende Element der Vorstrafen wiegt wesentlich schwerer als
die strafmindernden Elemente der schwierigen Jugend und des Geständnisses.
Daran ändert nichts, dass es sich bei der Vorstrafe vom 30. August 2006 um eine
Einweisung in eine Arbeitserziehungsanstalt handelte. Aufgrund der Täterkompo-
nente rechtfertigt sich eine Erhöhung der Einsatzstrafe um 4 Monate Freiheitsstra-
fe.
5. a) Im Zusammenhang mit der auszufällenden Geldstrafe ist zu berück-
sichtigen, dass bezüglich der Vorstrafe vom 4. August 2012 (Geldstrafe von 90
- 21 -
Tagessätzen zu Fr. 30.– wegen Diebstahls [vgl. Urk. 98]) retrospektive Konkur-
renz im Sinne von Art. 49 Abs. 2 StGB besteht, da der Beschuldigte A._ die
Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Anklageziffer IV, ND 6, vor Erlass des
Strafbefehls vom 4. August 2012 begangen hat. Dementsprechend ist die Geld-
strafe von 120 Tagessätzen teilweise als Zusatzstrafe zum Strafbefehl der
Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 4. August 2012 auszufällen.
b) Die Höhe des Tagessatzes ist aufgrund der persönlichen und wirtschaftli-
chen Verhältnisse des Beschuldigten A._ zu bestimmen, insbesondere nach
Einkommen, Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstüt-
zungspflichten sowie nach dem Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2 StGB). Der Be-
schuldigte A._ arbeitete bis zu seiner Verhaftung am 3. August 2012 als
selbständiger Gärtner auf Abruf in einem Pensum von ca. 30%. Er verfügt über
kein Vermögen, jedoch über Schulden aus früheren Gerichtsverfahren von ca.
Fr. 25'000.– (Urk. HD 26/5; Urk. HD 26/6; Urk. HD 26/13; Prot. I S. 21 f.). Gegen-
wärtig befindet er sich im vorzeitigen Strafvollzug. Aufgrund der prekären finanzi-
ellen Verhältnisse des Beschuldigten A._ erscheint ein Tagessatz von
Fr. 30.– als angemessen.
6. Unter Berücksichtigung sämtlicher relevanter Strafzumessungsgründe
erscheint für den Beschuldigten A._ somit eine Freiheitsstrafe von 28 Mona-
ten sowie eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu Fr. 30.– als dem Verschulden
und den persönlichen Verhältnissen angemessen. Die Geldstrafe gilt teilweise als
Zusatzstrafe zum Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom
4. August 2012. An die Freiheitsstrafe sind 682 Tage erstandene Untersuchungs-
und Sicherheitshaft sowie vorzeitigen Strafvollzug anzurechnen.
7. a) Die Vorinstanz hat zutreffende Ausführungen zu den Voraussetzun-
gen für einen teilbedingten Strafvollzug im Sinne von Art. 43 Abs. 2 StGB ge-
macht, auf die verwiesen werden kann (Urk. 95 S. 64). Zu ergänzen ist, dass eine
teilbedingte Strafe nur dann verhängt werden kann, wenn die materiellen Vor-
aussetzungen für die Gewährung des bedingten Strafvollzugs gemäss Art. 42
StGB erfüllt sind. Die Prüfung der Bewährungsaussichten ist wie bei Art. 42
Abs. 1 StGB anhand einer Gesamtwürdigung aller wesentlicher Umstände vorzu-
- 22 -
nehmen. In die Beurteilung miteinzubeziehen sind neben den Tatumständen auch
das Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige
Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zu-
lassen. Ist keine fünfjährige straffreie Zeit i.S.v. Art. 42 Abs. 2 StGB gegeben, ist
eine teilbedingte Strafe nur möglich, wenn "besonders günstige Umstände" vor-
liegen. Die Kriterien sind die gleichen, wie bei einer bedingten Strafe gemäss
Art. 42 StGB (BSK StGB - Schneider/Garré, Art. 43 N 12 f.)
b) Es ist somit zu prüfen, ob Umstände gegeben sind, nach welchen dem
Beschuldigten A._ eine ungünstige Prognose gestellt werden muss. Die Vo-
rinstanz gewährte dem Beschuldigten A._ den teilbedingten Strafvollzug, in-
dem sie die mehreren, teilweise einschlägigen Vorstrafen sowie das Delinquieren
während laufender Probezeit zwar als prognosebelastend wertete, jedoch hervor-
hob, dass er von September 2009 bis zum Strafbefehl vom 11. Januar 2012, mit-
hin während mehr als zwei Jahren, nicht mehr straffällig geworden sei, "selbst
nach der Entlassung aus der Arbeitserziehungsanstalt im August 2010". Sodann
habe der Beschuldigte A._ die früheren Delikte vor allem im jugendlichen Al-
ter begangen, als er noch über keine Arbeitsperspektive verfügt habe. Inzwischen
habe er in der Arbeitserziehungsanstalt eine Gartenbaulehre absolviert, wonach
er ab August 2010 bis Ende 2011 bei diversen Arbeitgebern gearbeitet habe. Zu
berücksichtigen sei insbesondere auch, dass er noch nie eine unbedingte Strafe
im Vollzug verbüsst habe und damit davon auszugehen sei, dass ein Teilvollzug
eine abschreckende Wirkung auf ihn habe (Urk. 95 S. 67 f.).
c) Den Ausführungen der Vorinstanz kann nicht gefolgt werden. Auch wenn
der Aufenthalt in der Arbeitserziehungsanstalt gemäss Art. 100bis aStGB bzw. ei-
ne Massnahme für junge Erwachsene im Sinne von Art. 61 StGB gemäss herr-
schender Lehre und Rechtsprechung nicht mit einer Freiheitsstrafe gleichgesetzt
werden kann, jedenfalls nicht im Zusammenhang mit der Definition der fünfjähri-
gen straffreien Zeit gemäss Art. 42 Abs. 2 StGB, so stellte diese mehr als vier
Jahre dauernde Massnahme für den Beschuldigten A._ ein ähnlich gravie-
render Freiheitsentzug dar, wie eine unbedingte Freiheitsstrafe. Der eigentliche
Zweck des Aufenthaltes im Massnahmezentrum für junge Erwachse, nämlich
- 23 -
Entwicklungsstörungen zu beheben, die Erziehung zur Arbeit und eine charakter-
liche Festigung zu erreichen, stehen der Berücksichtigung bei der Prognosebil-
dung in keiner Weise entgegen. Eher im Gegenteil, da bei einem Rückfall davon
ausgegangen werden muss, dass selbst die verglichen mit dem Strafvollzug in-
tensivere Einwirkung auf den Beschuldigten keinen Erfolg brachte, was zu erheb-
lichen Bedenken Anlass gibt. Für die Prognosebildung sind im Weiteren die zu-
sätzlichen späteren und teilweise einschlägigen Vorstrafen zu berücksichtigen,
die er teilweise sogar noch während der Massnahme verwirkte (vgl. Urk. 98 S. 2).
Der Beschuldigte A._ wurde am 31. August 2010 bedingt aus der Massnah-
me entlassen. Die Vorinstanz führte aus, dass der Beschuldigte A._ von
September 2009 bis zum Strafbefehl vom 11. Januar 2012, mithin während mehr
als zwei Jahren, nicht mehr straffällig geworden sei, "selbst nach der Entlassung
aus der Arbeitserziehungsanstalt im August 2010". Dabei wäre doch eigentlich zu
erwarten gewesen, dass der Beschuldigte A._ wenigstens während seiner
Zeit im Massnahmevollzug nicht mehr straffällig wird, was aber offenbar nicht der
Fall war. Nach seiner Entlassung beging er dann seine nächste strafbare Hand-
lung (Drohung) bereits am 23. Juli 2011, mithin weniger als eine Jahr nach der
Entlassung und weniger als zwei Jahre nach der letzten Verurteilung vom 3. Sep-
tember 2009 (Urk. 98 S. 2). Den vorliegend zu beurteilenden Diebstahl in I._
bzw. die Irreführung der Rechtspflege beging der Beschuldigte A._ im April
2012. Bereits im August 2012 beging er einen erneuten Diebstahl (vgl. Urk. 98
S. 2) und einen Tag vorher, am 3. August 2012, beging er eine grobe Verletzung
der Verkehrsregeln (ND 6). Angesichts dieser Kadenz der Delikte kann die von
der Vorinstanz genannte zweijährige Straffreiheit, welche sich ohnehin nur an den
Urteilsdaten orientiert und nicht an den Deliktsdaten, nicht als positives Progno-
selement gewertet werden. Was die von der Vorinstanz genannte frühere berufli-
che Perspektivlosigkeit betrifft, so ist festzuhalten, dass der Beschuldigte A._
im Rahmen einer ambulanten Massnahme der Jugendanwaltschaft bereits vor
seiner Verurteilung vom 30. August 2006 die Gelegenheit erhielt, eine Anlehre als
Hauswart zu beginnen. Nach einem Jahr sei es zu "einem Vorfall" gekommen,
weshalb er diese Stelle wieder verloren habe. Später arbeitete er nach seiner be-
dingten Entlassung aus dem Massnahmevollzug bei verschiedene Gartenbaufir-
- 24 -
men, wo man offenbar mit seiner Arbeit zufrieden war. Er gab jedoch seine Stelle
bei der Firma J._ AG von sich aus wieder auf. Die nächste Stelle bei der
Firma K._ GmbH kündigte er wiederum selber um Weihnachten 2011. Ab
Januar 2012 arbeitete er bis zu seiner Verhaftung "auf Abruf" auf eigene Rech-
nung zu 30%. Diese häufigen Wechsel ohne ersichtlichen Anlass und die
schlussendlich weitgehende Aufgabe der Erwerbstätigkeit vermögen nicht den
Eindruck zu vermitteln, dass der Beschuldigte A._ ein gefestigtes Leben füh-
ren will. Die Parallel dazu in relativ kurzen Zeitabständen und relativ bald nach der
Entlassung aus dem Massnahmevollzug begangen Delikte beging er, obwohl er
nun durchaus eine berufliche Perspektive hatte. Diese ihm gebotene Perspektive
scheint für den Beschuldigten A._ aber offensichtlich kein Grund zu sein,
sein delinquentes Verhalten aufzugeben. Dies obwohl der Beschuldigte A._
im Zeitpunkt der vorliegend zu beurteilenden Taten immerhin schon 26 Jahre alt
war. Diese Umstände lassen nur eine ungünstige Legalprognose zu. Die Frei-
heitsstrafe und die Geldstrafe sind deshalb zu vollziehen.
B. B._
1. Von der Staatsanwaltschaft wurde bezüglich B._ nur die Auftei-
lung des bedingten und unbedingten Strafanteils durch die Vorinstanz angefoch-
ten und nicht auch die Höhe des Strafmasses (Urk. 97 S. 2). Da die Beschuldigte
B._ keine Rechtsmittel ergriffen hat, ist die Höhe der Strafe somit nicht mehr
Gegenstand des Berufungsverfahrens. Nachfolgend ist somit einzig zu prüfen, ob
die Vorinstanz die Aufteilung des bedingten und unbedingten Strafanteils richtig
vorgenommen hat.
2. a) Die Vorinstanz hat zutreffende Ausführungen zu den Voraussetzun-
gen für einen teilbedingten Strafvollzug im Sinne von Art. 43 Abs. 2 StGB ge-
macht, auf die verwiesen werden kann (Urk. 95 S. 64). Zu ergänzen ist, dass eine
teilbedingte Strafe nur dann verhängt werden kann, wenn die materiellen Voraus-
setzungen für die Gewährung des bedingten Strafvollzugs gemäss Art. 42 erfüllt
sind. Die Prüfung der Bewährungsaussichten ist wie gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB
- 25 -
anhand einer Gesamtwürdigung aller wesentlicher Umstände vorzunehmen. In
die Beurteilung miteinzubeziehen sind neben den Tatumständen auch das Vorle-
ben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf
den Charakter des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zulassen (BSK
StGB - Schneider/Garré, Art. 43 N 12 f.)
b) Die Vorinstanz gewährte der Beschuldigten B._ mit zutreffender Be-
gründung den teilbedingten Strafvollzug, was grundsätzlich auch von der Staats-
anwaltschaft unbestritten blieb (Urk. 97 S. 2). Die Aufteilung in einen zu vollzie-
henden Strafanteil von sechs Monaten und in einen aufzuschiebenden Teil von 30
Monaten begründete die Vorinstanz im Wesentlichen damit, dass die Beschuldig-
te B._ nicht vorbestraft und in diesem Sinne als Ersttäterin zu bezeichnen
sei. Seit ihrer Entlassung aus der Untersuchungshaft habe sie sich wohl verhal-
ten. Es sei davon auszugehen, dass ihre deliktische Phase in massgebender
Weise auf ihren falschen Kollegenkreis, insbesondere ihren damaligen Freund
D._, zurückzuführen sei. Von diesem Umfeld wolle sich die Beschuldigte
B._ loslösen (vgl. Urk. HD 55 S. 6; Prot. I S. 76). Des Weiteren verfüge sie
mit ihren beiden Brüdern und ihrem Vater über ein stabiles familiäres Umfeld. Seit
dem 8. Juli 2013 arbeite sie als Serviceangestellte in einem Restaurant in Oerli-
kon, wo man mit ihrer Arbeitsleistung sehr zufrieden sei (vgl. Urk. HD 56). Auf-
grund ihrer begangenen Delikte werde sie wohl kaum mehr eine Arbeitsstelle in
ihrem erlernten Beruf als kaufmännische Angestellte im öffentlichen Verkehr er-
halten, zumal die G._ in diesem Bereich praktisch eine Monopolstellung in-
nehabe. Ihre beruflichen Möglichkeiten seien durch ihre Delinquenz damit stark
eingeschränkt, weshalb ihre gegenwärtige Arbeitsstelle im Gastgewerbe umso
wichtiger erscheine. Des Weiteren sei zu beachten, dass sie bereits eine lange
Zeit, beinahe sechs Monate, in Untersuchungshaft verbracht habe, was für eine
Ersttäterin wohl sehr abschreckend sein dürfte. Aufgrund der Tatsache, dass das
vorliegende Strafverfahren auch mit der Ausfällung einer teilbedingten Strafe ei-
nen erheblichen Eindruck bzw. eine Warnwirkung auf die Beschuldigte B._
machen bzw. dies aufgrund der beinahe sechsmonatigen Untersuchungshaft be-
reits geschehen sein dürfte, rechtfertige sich der Vollzug der Minimaldauer von
sechs Monaten.
- 26 -
c) Die Staatsanwaltschaft machte geltend, dass das Verhältnis der beiden
Strafteile so festzusetzen sei, dass darin die Wahrscheinlichkeit der Legalbewäh-
rung einerseits und die Einzeltatschuld andererseits hinreichend zum Ausdruck
komme. Unter Hinweis auf BGE 134 IV 15 führte die Staatsanwaltschaft aus, dass
je günstiger die Prognose und je kleiner die Vorwerfbarkeit der Tat sei, desto
grösser der auf Bewährung ausgesetzte Strafteil sein müsse. Sowohl die Einzel-
tatschuld, wie auch die Wahrscheinlichkeit der Legalbewährung seien bei der Be-
schuldigten B._ indessen nicht derart besonders günstig, dass sich eine
Festsetzung des unbedingten Strafanteils auf die gesetzliche Minimaldauer von
sechs Monaten begründen lasse (Urk. 97 S. 2).
d) Der Vorinstanz ist darin zu folgen, dass es sich bei der Beschuldigten
B._ um eine Ersttäterin mit einer günstigen Legalprognose handelt. Die heu-
te 24 Jahre alte Beschuldigte B._ hat beruflich wieder Fuss gefasst und ar-
beitet im Gastgewerbe. Die Beschuldigte B._ wird wegen ihrer Verurteilung
in absehbarer Zeit wohl kaum wieder in ihrem angestammten kaufmännischen
Tätigkeitsbereich ein Stelle finden. Umso entscheidender ist, dass sie nun nach
der rund sechsmonatigen Untersuchungshaft nicht unnötig aus ihren beruflich und
familiär geordneten Verhältnissen herausgerissen wird. Der Staatsanwaltschaft ist
jedoch anderseits insofern zuzustimmen, dass die Vorinstanz mit der Festsetzung
des vollziehbaren Teils der Freiheitsstrafe auf das gesetzliche Minimum von
sechs Monaten dem Verschulden der Beschuldigten B._ zu wenig Rechnung
getragen hat (vgl. Art. 43 Abs. 1 StGB). Das Verhältnis der Strafteile ist so festzu-
setzen, dass darin die Wahrscheinlichkeit der Legalbewährung der Täterin einer-
seits, deren "Einzeltatschuld" anderseits hinreichend zum Ausdruck kommen.
Insbesondere darf der unbedingte Strafteil das unter Verschuldensgesichtspunk-
ten (Art. 47 StGB) gebotene Mass nicht unterschreiten (BGE 134 IV 15). Die Vo-
rinstanz erachtete das Verschulden hinsichtlich des fingierten Raubüberfalles auf
die G._ Station ...-I._ (HD: Diebstahl und Irreführung der Rechtspflege)
als mittelschwer. Dasjenige hinsichtlich des Diebstahls im Bahnhof E._
(ND 1) erachtete die Vorinstanz als nicht mehr leicht. Bezüglich des Diebstahls
der Blanko-Billet-Papierrollen und deren Verwendung (HD: Diebstahl und Urkun-
denfälschung) taxierte die Vorinstanz das Verschulden insgesamt als leicht, hin-
- 27 -
gegen als nicht mehr leicht bei der Hehlerei (ND 2) und der Geldwäscherei (ND 1
und 2). Diese Einschätzung des Verschuldens basiert auf zutreffenden Erwägung
der Vorinstanz, auf die vollumfänglich verwiesen werden kann (Urk. 95 S. 49-53
und S. 54 f.). Somit ist zu konstatieren, dass insbesondere hinsichtlich der Haupt-
tat vom 28./29. April 2012 (Diebstahl und Irreführung der Rechtspflege) von einem
mittelschweren Verschulden auszugehen ist und die übrigen Delikte verschul-
densmässig zwischen leicht und nicht mehr leicht einzustufen sind. Angesichts
dieses Verschuldens ist der zu vollziehende Teil der Freiheitsstrafe auf neun Mo-
nate festzusetzen. Der Vollständigkeit halber ist schliesslich festzuhalten, dass bei
diesem Strafmass ein Vollzug in Halbgefangenschaft möglich ist, was die Beibe-
haltung der gegenwärtigen Arbeitsstelle der Beschuldigten B._ ermöglichen
dürfte.
Die Vorinstanz hat die Probezeit für den aufzuschiebenden Strafteil auf 3
Jahre festgelegt, was unbestritten blieb. Demnach ist dies zu bestätigen.
e) Für die Freiheitsstrafe von 3 Jahren ist somit der teilbedingte Vollzug zu
gewähren. Der Vollzug ist im Umfang von 27 Monaten aufzuschieben und die
Probezeit auf 3 Jahre festzusetzen. Im Übrigen (9 Monate, abzüglich 177 Tage
Untersuchungshaft) ist die Freiheitsstrafe zu vollziehen.
III. Kostenfolgen
Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ih-
res Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Staatsanwaltschaft
obsiegt als Berufungsklägerin hinsichtlich ihrer Anträge betreffend die Beschuldig-
te B._ und hinsichtlich ihrer Anträge betreffend den Beschuldigten A._
mehrheitlich. Der Beschuldigte A._ als Anschlussberufungskläger unterliegt
mit seinen Anträgen vollumfänglich. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit
Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigungen der Beschuldigten A._
und B._, sind zu 2/5 dem Beschuldigten A._ und zu 1/5 der Beschuldig-
ten B._ aufzuerlegen. Im Übrigen, d.h. zu 2/5 sind sie auf die Gerichtskasse
- 28 -
zu nehmen. Die Kosten der amtlichen Verteidigungen der Beschuldigten A._
(Fr. 7'032.65 [inkl. 8% MwSt.]) und B._ (Fr. 4'698.-- [inkl. 8% MwSt.]) sind auf
die Gerichtskasse zu nehmen. Die Rückforderung gegenüber dem Beschuldigten
A._ im Umfang von 2/5 und gegenüber der Beschuldigten B._ im Um-
fang von 1/5 ist vorzubehalten (Art. 135 Abs. 4 StPO).