Decision ID: edd457df-1fdc-5a77-a8e5-333f05b1ff75
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X erwarb den Führerausweis auf Probe für die Fahrzeugkategorie B am
16. September 2014. Am 11. April 2016 wurde er vom Strassenverkehrsamt verwarnt,
weil er als Neulenker am 25. März 2016 ein Fahrzeug mit einer Blutalkoholkonzentration
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(BAK) von 0,18 Gewichtspromille geführt hatte. Nach Erlass dieser Verfügung erhielt
das Strassenverkehrsamt davon Kenntnis, dass X bereits am 15. März 2016
alkoholisiert gefahren war (BAK von 0,41 Gewichtspromille). Es blieb jedoch bei der
Verwarnung vom 11. April 2016. Am 24. April 2016 musste sich X einer
Personenkontrolle durch die Kantonspolizei Zürich unterziehen. Dabei wurden ein
Fläschchen (100 ml) der Droge GHB/GBL (Gamma-Hydroxybutyrat/Gamma-
Butyrolacton ["liquid ecstasy"]) und ein Säckchen mit 0,1 Gramm Kokain sichergestellt.
Das Strassenverkehrsamt erhielt Kenntnis davon und entzog den Führerausweis auf
Probe am 11. Mai 2016 ab sofort vorsorglich. Am 26. Mai 2016 ordnete es zudem eine
verkehrsmedizinische Untersuchung an, die am 30. September 2016 stattfand. Im
Bericht vom 4. Oktober 2016 verneinte das Institut für Rechtsmedizin (IRM) an der
Universität Zürich die Fahreignung aus medizinischer Sicht wegen einer
Drogenmissbrauchsproblematik und einer verkehrsrelevanten Alkoholgefährdung.
Daraufhin entzog das Strassenverkehrsamt den Führerausweis auf Probe mit
Verfügung vom 27. Oktober 2017 für unbestimmte Zeit. Als Bedingungen für die
Wiedererteilung wurden unter anderem eine mindestens viermonatige kontrollierte
Drogenabstinenz und ein moderater Alkoholkonsum ("social drinking") gefordert.
B.- Am 20. Februar 2018 liess sich X beim IRM am Kantonsspital St. Gallen
verkehrsmedizinisch untersuchen. Der Gutachter befürwortete im Bericht vom 13. April
2018 die Fahreignung unter Auflagen, weshalb X am 18. April 2018 wieder zum
Strassenverkehr zugelassen wurde. Das Strassenverkehrsamt erteilte ihm wegen
fehlender Fahrpraxis jedoch nur einen Lernfahrausweis und verpflichtete ihn mittels
Auflagen, zu einer vollständigen, kontrollierten Drogenabstinenz, einer Fahrabstinenz
und moderatem Alkoholkonsum. Die Einhaltung der Auflagen (inkl. Haaranalyse) sollte
halbjährlich beim IRM St. Gallen überprüft werden. X erwarb einen neuen
Führerausweis auf Probe für Fahrzeuge der Kategorie B am 2. Juli 2018. Am
24. Oktober 2018 reichte das IRM St. Gallen den verkehrsmedizinischen Bericht zu den
Verlaufskontrollen vom 9. August und 20. September 2018 ein. Es hielt fest, bei der
ersten Untersuchung sei die Haarprobe positiv auf Kokain (510 pg/mg) und dessen
Metaboliten Benzoylecgonin (56 pg/mg) getestet worden. In der zweiten Haarprobe
seien diese Substanzen nicht mehr nachweisbar gewesen, dafür aber Amphetamin in
einer Konzentration von 260 pg/mg. Aufgrund dieser Befunde könne die Fahreignung
aus medizinischer Sicht nicht befürwortet werden. Das Strassenverkehrsamt entzog
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den Führerausweis auf Probe am 24. Oktober 2018 ab sofort vorsorglich und mit
Verfügung vom 29. November 2018 auf unbestimmte Zeit. Die Wiedererteilung wurde
vom Nachweis einer mindestens sechsmonatigen kontrollierten und fachlich betreuten
Drogenabstinenz, eines moderaten Alkoholkonsums und einer verkehrsmedizinischen
und verkehrspsychologischen Kontrolluntersuchung abhängig gemacht.
C.- Mit Eingabe vom 14. Dezember 2018 erhob X durch seinen Rechtsvertreter bei der
Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (VRK) Rekurs gegen die
Verfügung des Strassenverkehrsamts vom 29. November 2018. Er beantragte, das
Verfahren hinsichtlich des Führerausweisentzugs auf unbestimmte Zeit sei unter
Kosten- und Entschädigungsfolge einzustellen und der mit Verfügung vom 24. Oktober
2018 vorsorglich entzogene Führerausweis sei ihm unter Auflagen sofort wieder
auszuhändigen, eventualiter sei über die Sache erst nach Vorliegen eines
Obergutachtens zu entscheiden. In prozessualer Hinsicht wurde beantragt, es sei ein
gerichtliches Obergutachten zur Feststellung der Drogenabstinenz bzw. der
Fahrfähigkeit des Gesuchstellers bei einem unabhängigen rechtsmedizinischen Institut
anzuordnen und dem Rekurrenten Gelegenheit zu Ergänzungsfragen zu geben. Auf die
Ausführungen zur Begründung der Anträge wird, soweit erforderlich, in den
Erwägungen eingegangen. Das Strassenverkehrsamt verzichtete mit Schreiben vom
23. Januar 2019 auf eine Vernehmlassung. Der Verfahrensleiter prüfte das Begehren
um sofortige Wiederaushändigung des Führerausweises unter Auflagen als Gesuch um
Erteilung der aufschiebenden Wirkung des Rekurses und lehnte dieses mit
Zwischenverfügung vom 6. Februar 2019 ab (ZV-2019/5).

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum
Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs
vom 14. Dezember 2018 ist rechtzeitig eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP).
2.- Im Rekurs ist umstritten, ob die Vorinstanz den Führerausweis auf Probe zu Recht
wegen Missachtung der Abstinenzauflage auf unbestimmte Zeit entzogen hat.
bis
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a) Der auf unbestimmte Zeit entzogene Lernfahr- oder Führerausweis kann bedingt und
unter Auflagen wiedererteilt werden, wenn eine allfällige gesetzliche oder verfügte
Sperrfrist abgelaufen ist und die betroffene Person die Behebung des Mangels
nachweist, der die Fahreignung ausgeschlossen hat (Art. 17 Abs. 3 des
Strassenverkehrsgesetztes [SR 741.01, abgekürzt: SVG). Missachtet die betroffene
Person die Auflagen oder missbraucht sie in anderer Weise das in sie gesetzte
Vertrauen, so ist der Ausweis wieder zu entziehen (Abs. 5). Die Verletzung einer
Abstinenzauflage führt ohne weitere Zwischenschritte zwingend zum erneuten
Führerausweisentzug (vgl. Weissenberger, Kommentar SVG und OBG, 2. Aufl. 2015,
Art. 17 SVG N 27).
b) Die Vorinstanz begründete ihren Entscheid im Wesentlichen mit dem
verkehrsmedizinischen Bericht des IRM St. Gallen zur Verlaufskontrolle vom
24. Oktober 2018. Die Verkehrsmedizinerin legte darin zunächst die forensisch-
toxikologischen Untersuchungsbefunde dar. Danach fiel die Analyse der am 9. August
2018 genommenen Kopfhaarprobe (0 5 cm ab Kopfhaut) auf Ethylglucuronid (EtG;
Abbauprodukt von Alkohol) unauffällig aus. Hingegen wurden Rückstände von Kokain
in einer Konzentration von 510 pg/mg und Benzoylecgonin in einer solchen von 56 pg/
mg nachgewiesen. Die Analyse einer zweiten, am 20. September 2018 genommenen,
einen Zentimeter langen Probe vom Beinhaar ergab ein positives Ergebnis auf
Amphetamin (Speed) in einer Konzentration von 260 pg/mg. Kokain und
Benzoylecgonin wurden hingegen nicht mehr nachgewiesen. Hinsichtlich der
Haaranalysen auf Drogen führte die Gutachterin aus, die Haarprobe vom 9. August
2018 spiegle einen Zeitraum von ungefähr fünf bis sechs Monaten. Das
Untersuchungsergebnis spreche für einen Kokainkonsum in dieser Periode. Nach
Rücksprache mit dem Rekurrenten sei eine zweite Haaranalyse mit am 20. September
2018 entnommenen Beinhaaren durchgeführt worden. Beim Beinhaar sei eine zeitliche
Einschätzung nur schwer möglich. Ohne zwischenzeitliche Rasur entspreche der
untersuchte Zeitraum den letzten drei bis sechs Monaten vor der Probenahme. Dies
bedeute, dass die untersuchten Haarproben nicht denselben Zeitraum umfassten. Die
unterschiedlichen Analyseresultate seien nicht widersprüchlich, weil der Zeitpunkt der
Haarentnahme, die Art der Haare (Kopfhaar und langsamer wachsendes Sekundärhaar)
und die untersuchten Zeiträume nicht identisch seien. Die Laborresultate sprächen für
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einen Kokain- und Amphetaminkonsum und folglich für eine Missachtung der
Abstinenzauflage.
Der Rekurrent hält dem zusammengefasst entgegen, selbst das IRM St. Gallen habe
einen Kokainkonsum wegen der tiefen Werte angezweifelt und eine Kontamination von
aussen vermutet, weshalb eine zweite Untersuchung durchgeführt worden sei, und
zwar von Beinhaaren. Dabei sei Amphetamin festgestellt worden. Es sei eigenartig,
dass die Verkehrsmedizinerin wegen der tiefen Werte eine zweite Untersuchung
vorgeschlagen habe bzw. habe vorschlagen lassen, die Möglichkeit einer
Kontamination aber nicht erwähnt habe. Die bei ihm festgestellten Werte hätten zudem
nur knapp über der Entscheidungsgrenze für einen Konsum gelegen, wobei die
Messunsicherheit von 30 Prozent nicht berücksichtigt worden sei. Die minimalen
Drogenrückstände seien auf das Konsumverhalten in seinem engsten Umfeld
zurückzuführen. So habe sein Bruder in seiner Anwesenheit Amphetamin und Kokain
konsumiert, was die Kontamination seiner Haare verursacht haben könne. Im Weitern
hätten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des IRM St. Gallen die Haarproben ohne
Handschuhe entnommen. Auch dies hätte zu einer Verunreinigung führen können. Auf
diese Problematik sei das IRM St. Gallen indes nicht eingegangen, weshalb das
Gutachten fehlerhaft und unvollständig sei. Das Verfahren sei deshalb einzustellen oder
eventuell sei ein korrektes und vollständiges Obergutachten von einem unabhängigen
Institut einzuholen.
c) aa) Bei der Analyse wird mit sogenannten Cut-off-Werten gearbeitet. Diese werden
allgemein in zweierlei Hinsicht verwendet: Einerseits zum Ausschluss analytisch
unsicherer Ergebnisse, d.h. zur Vermeidung falsch-positiver Resultate. In diesem Sinne
werden bei chromatographisch-spektroskopischen Verfahren Nachweis- oder
Bestimmungsgrenzen verwendet. Andererseits dienen sie bei sicher nachgewiesener
Konzentration zur Abgrenzung von für die Fragestellung irrelevanten Werten, z.B. durch
einmaligen oder Probierkonsum. Bei einmaligem oder vereinzeltem Substanzkonsum
innerhalb eines längeren Zeitraumes liegt die Konzentration im Haar unterhalb der
Nachweisgrenze und ergibt somit einen negativen Befund (M. R. Baumgartner,
Nachweis des Konsums von psychotropen Substanzen und Alkohol mittels
Haaranalyse, in: Therapeutische Umschau 2011, S. 272, im Internet abrufbar unter:
www.irm.uzh.ch/downloads). Der Cut-off-Wert von Kokain liegt gemäss der
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Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin [SGRM] bei 500 pg/mg (vgl. SGRM,
Arbeitsgruppe Haaranalytik, Bestimmung von Drogen und Medikamenten in
Haarproben, Version 2017, Anhang; vgl. auch Society of Hair Testing [SOHT],
Recommendations for Hair Testing in Forensic Cases, im Internet abrufbar unter:
www.soht.org/consensus). Andere Autoren setzen den Cut-off-Wert wesentlich tiefer
an, nämlich bei 100 pg/mg (Madea/Musshoff/Berghaus [Hrsg.], Verkehrsmedizin,
2. Aufl. 2012, S. 188). Die im Haar des Rekurrenten gemessene Kokain-Konzentration
lag mit 510 pg/mg nur knapp über dem von der SGRM definierten Cut-off-Wert. Es ist
jedoch zu berücksichtigen, dass zusätzlich Benzoylecgonin in einer Konzentration von
56 pg/mg festgestellt wurde. Die Nachweisgrenze für diese Substanz liegt bei 20 pg/
mg (vgl. SGRM, a.a.O., Anhang). Bei Benzoylecgonin handelt es sich um ein
Abbauprodukt (Metabolit) von Kokain (vgl. Baumgartner, a.a.O., S. 3). Dies ist insofern
von Bedeutung, als die aktive Aufnahme von Kokain nur anhand von Metaboliten
nachgewiesen werden kann (vgl. Madea/Musshoff/Berghaus [Hrsg.], a.a.O., S. 191),
wobei die beiden Stoffe in einem gewissen Konzentrationsverhältnis auftreten müssen.
So liegt das Verhältnis von Benzoylecgonin zu Kokain in der Regel unterhalb von 1 zu
20 (vgl. Pragst/Sachs, Die Haarprobe als Untersuchungsmatrix zur toxikologischen
Fahreignungsdiagnostik, in: Aktuelle Beiträge zur Forensischen und Klinischen
Toxikologie, Bad Vilbel 2008, S. 94, im Internet abrufbar unter: www.gtfch.org;
Musshoff/Lachenmeier/Madea, Cocain und Cocainmetaboliten, in: Madea/Musshoff
(Hrsg.), Haaranalytik, Köln 2004, S. 165 und 171). Beim Rekurrenten wurden die beiden
Substanzen im einem Verhältnis von 1 zu 9 gemessen. Die Grenze zum
Konsumnachweis wurde damit deutlich überschritten (vgl. zum
Konzentrationsverhältnis auch VRKE IV-2016/92 vom 5. Januar 2017 E. 2c/bb, im
Internet abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch). Die Feststellung der Fachärztin für
Verkehrsmedizin, die Laborresultate sprächen für einen Kokainkonsum, erscheint
demnach plausibel.
bb) Gemäss Gutachten wurde nach Rücksprache mit dem Rekurrenten eine zweite
Untersuchung durchgeführt, wobei unklar ist, auf wessen Veranlassung. In der am
20. September 2018 entnommenen Haarprobe (Beinhaar) wurden wiederum Drogen
nachgewiesen. Die gemessene Amphetaminkonzentration betrug 260 pg/mg und lag
damit deutlich über dem Cut-off-Wert von 200 pg/mg (vgl. SGRM, a.a.O., Anhang).
Spuren von Kokain fanden sich in dieser Haarprobe hingegen nicht. Die Fachärztin
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begründete dies mit unterschiedlichen Haarqualitäten und Untersuchungsperioden. Da
bei Kopfhaaren von einem durchschnittlichen monatlichen Wachstum von 1 cm
auszugehen ist, betraf die am 9. August 2018 genommene Kopfhaarprobe von 5 cm
Länge die Monate März bis Juli 2018. Die am 20. September 2018 vom Beinhaar
genommene Probe wies indessen eine Länge von ca. 1 cm auf, weshalb sie im Falle
einer vorgängigen Rasur den Zeitraum von anfangs August bis 20. September 2018
umfasste (vgl. Baumgartner, a.a.O., S. 270), andernfalls eine Periode von drei bis
maximal sechs Monaten (20. März bis 20. September 2018; act. 9/69). Mit dem zweiten
Laborbefund lässt sich deshalb eine Kokainabstinenz in der Periode von März bis Juli
2018 nicht nachweisen, insbesondere nicht im März. Dies erscheint besonders
problematisch, weil der Rekurrent im März keine Urinprobe abgegeben hat. Gegenüber
der Gutachterin begründete er dies mit einem beruflich bedingten Auslandaufenthalt
bis 28. März 2018. Die Arztpraxis sei nach seiner Rückkehr unerwartet geschlossen
gewesen und einen anderen Arzt habe er wegen seines Krankenkassenmodells nicht
aufsuchen können. Weshalb er die Urinkontrolle nicht möglichst bald nachholte,
sondern bis am 23. April 2018 zuwartete, ergibt sich aus den Akten nicht. Da er die
letzte Urinprobe am 5. Februar 2018 abgegeben hatte, ergab sich eine Nachweislücke
von rund zweieinhalb Monaten, die der Rekurrent alleine zu verantworten hat.
Entgegen der Auffassung des Rekurrenten hat die Gutachterin die Messunsicherheit
von 30 Prozent zu Recht nicht berücksichtigt. Gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung ist in Verfahren, die einen erneuten Sicherungsentzug wegen
Nichteinhaltung einer Totalabstinenz zum Gegenstand haben, auf den ermittelten Wert
abzustellen, da dieser nach unten und nach oben mit der gleichen Messunsicherheit
behaftet ist (vgl. BGE 140 II 334 E. 6).
cc) Dass die Gutachterin angesichts dieser Umstände eine Kontamination von aussen
ohne weitere Begründung ausschloss, ist nachvollziehbar, auch wenn eine
Verschmutzung der Haare über externe Quellen, wie Staubpartikel, Dämpfe oder
Haarwaschmittel usw., grundsätzlich möglich ist (vgl. Schweizerische Gesellschaft für
Rechtsmedizin [SGRM], Arbeitsgruppe Haaranalytik, Die forensisch-toxikologische
Haaranalytik, Version 12/2009, Ziff. 2.3.3, im Internet abrufbar unter: www.sgrm.ch). Im
vorliegenden Fall wurde indes nebst Kokain auch ein Kokainmetabolit festgestellt, was
wie dargelegt für einen aktiven Konsum spricht. Entsprechend kann der Rekurrent aus
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der Bestätigung des Bruders, wonach dieser in seiner Gegenwart Amphetamin und
Kokain konsumiert habe, nichts zu seinen Gunsten ableiten, zumal aus dessen
Schreiben vom 16. November 2018 nicht hervorgeht, wann dies der Fall gewesen sein
soll. Es wäre zudem nicht nachvollziehbar, weshalb der Kontakt mit dem Bruder, den er
regelmässig treffe (act. 1 Ziff. 20), früher zu keiner Kontamination geführt hatte. So war
die Probe vom 20. Februar 2018 nicht verunreinigt. Ob allenfalls das in der
Beinhaarprobe vom 20. September 2018 festgestellte Amphetamin von aussen
aufgetragen wurde, muss nicht geprüft werden, weil bereits ein einmaliger
nachweisbarer Drogenkonsum als Missachtung der Abstinenzauflage zu betrachten ist.
Aus demselben Grund ist nicht weiter auf das Vorbringen, die Proben könnten durch
unsachgemässe Handhabung beim IRM verunreinigt worden sein, einzugehen.
Insbesondere würde dies den nachgewiesenen Metaboliten nicht erklären.
d) Somit ergibt sich, dass dem Rekurrenten ein Verstoss gegen die
Drogenabstinenzauflage anzulasten ist. Aus dem Gutachten des IRM ergibt sich
nachvollziehbar, dass in den Monaten März bis Juli 2018 Kokain konsumiert wurde. Auf
ein Obergutachten kann deshalb verzichtet werden. Die Vorinstanz entzog den
Führerausweis zu Recht auf unbestimmte Zeit (Art. 16d Abs. 1 lit. b und Art. 17 Abs. 5
SVG). Der Rekurs ist abzuweisen.
3.- Die Massnahme des Sicherungsentzugs soll sicherstellen, dass der Rekurrent zum
Schutz der Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer vom Strassenverkehr
ferngehalten wird. Dieser Zweck wäre gefährdet, wenn der Rekurrent während eines
Rechtsmittelverfahrens als Motorfahrzeugführer zum Strassenverkehr zugelassen
würde. Einer allfälligen Beschwerde ist deshalb die vom Gesetz vorgesehene
aufschiebende Wirkung zu entziehen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 51 VRP).
4.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'500.–, worunter die
Kosten von Fr. 200.– für die Zwischenverfügung zur aufschiebenden Wirkung vom
6. Februar 2019, erscheint angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 111 und 122 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 1'500.– ist
damit zu verrechnen.
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Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf Entschädigung der
ausseramtlichen Kosten (Art. 98 VRP).