Decision ID: a468b63a-0a74-4643-8918-a900f18bcd4c
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
D
er 1968 geborene
X._
arbeitete
seit
März 2011
als Bauarbeiter
im Stundenlohn
für die
Y._
AG
und
war damit bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am
1
9.
Juli 2017
beim Abladen von Bauschutt ausrutschte und sich
an einem spitzen Stein
am rechten Unter
schenkel verletzt
e
(Urk.
8/2-3
).
In der erstversorgenden Klinik für Traumatologie
am
Z._
wurde
gleichentags die
Diagnose einer Schnittverletzung am Unterschenkel rechts mit kompletter Durchtrennung der A.
tibialis
anterior,
d
es
N.
tibialis
anterior,
d
es
M.
tibialis
anterior,
d
es
M.
extensor
hallucis
longus
,
d
es
M.
extensor
digitorum
longus
er
hoben
,
die Schnittwunde
operativ
v
ersorgt
und der Versicherte
wurde
bis am
2
5.
Juli 2017
hospitalisiert (Urk.
8/
4 und Urk. 8/
12)
.
Die Suva trat auf den Schaden ein und erbrachte die
gesetzlichen Leistungen (
Urk.
8/
8
).
Am 2
2.
März 2018 meldete sich der Ver
sicherte zum Leistungsbezug bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, an (Urk. 8/62).
Aufgrund persistierende
r
Schmerzen im Bereich des
Tib
i
alis
anterior am rechten Schi
e
nbein/Fuss wurde der Versicherte an
die Fuss-Sprechstunde de
r
A._
(nachfolgend:
B._
)
über
w
i
esen (U
rk.
8/
75
).
In der Folge
unterzog er sich
dort
a
m 2
5.
Juni 2018
eine
r
Arthroskopie des anterior
oberen Sprunggelenks (
OSG
)
mit
Narbendébridement
und
Rekonstruktion der
Tib
ia
lis
-
anterior-Sehne rechts (Operationsbericht vom 2
5.
Juni 2018, U
rk.
8/89).
Mit Schreiben vom 1
6.
Januar 2019 wies die Suva die Leistungspflicht für die vom Versicherten
anlässlich der Sprechstunde im
B._
vom 1
1.
Dezember 2018 geklagten
Rückenbeschwerden im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 1
9.
Juli 2017 ab (Urk. 8/118). Die Ärzte im
B._
schlossen die Behandlung ab und verordneten dem
Versicherten
eine dynamische
Fuss
heberorthese
(
Urk.
8/125). Wegen der weiterhin bestehenden Arbeitsunfähigkeit in seiner bisherigen Tätigkeit veranlasste die Suva eine Fortsetzung der Behand
lung
in der
C._
(Urk.
8/131).
Am
1
5.
Juli 2019
fand die kreisärztliche
Untersuchung
durch die
Fachärztin für Chirurgie
D._
statt (
Urk.
8/1
73
).
Mit Schreiben vom
16. Juli 20
19 stellte die Suva gestützt auf
ihre
Beurteilung und ausgehend davon, dass ein Endzustand eingetreten sei, da sich der unfallbedingte Gesundheitszustand mit weiteren Behandlungen und/oder Therapien nicht m
ehr wesentlich verbessern lasse,
die Heilungskosten
per
1.
August 2019
und die Taggeldleistungen per 1.
November 2019 ein (
Urk.
8/177
).
Mit Verfügung vom
2
7.
August 2019 verneinte
die Suva
einen Anspruch auf eine Rente sowie eine Integritätsentschädigung
(
Urk.
8/
185
).
Dagegen erhob der Versicherte a
m
13. September 2019
vorsorglich und am
1
5.
Oktober 2019
ergänzend Einsprache (
Urk.
8/190 und
Urk.
8/195
).
Daraufhin
veranlasste die S
uva am 2
8.
August 2020 eine erneute kreisärztliche Unter
suchung und wies m
it Einspracheentscheid vom
2
9.
Januar 2021
die
Einsprache des Beschwerdeführers ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Beschwerdeführer am
4.
März 2021 Beschwerde und bean
tragte, die Sache sei
in Aufhebung des Einspracheentscheids
zur ergänzenden Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen, eventualiter sei dem Versicherten eine Rente auf Basis eines Invaliditätsgrades von
2
3
%
zuzusprechen.
In pro
zessualer Hinsicht ersuchte er um unentgeltliche Verbeiständung
(Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
23
.
April 2021
die Abweisung der Beschwerde (Urk.
7)
. Dies wurde d
em Beschwerdeführer mit Ver
fügung vom 1
9.
Mai 2021 angezeigt
und gleichzeitig das Fristerstreckungsgesuch zum Nachweis der prozessualen Bedürftigkeit abgelehnt (
Urk.
10)
. Mit
Schreiben vom 1
3.
Juli 2021 wurde der Antrag auf unentgeltliche Verbeiständung zurück
gezogen (
Urk.
12).
3.
Im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren des Beschwerdeführers Nr.
IV.20
20
.00
177
erging das Urteil am
1
6.
März 2021
und erwuchs in Rechts
kraft
.
4.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden –
soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei den im Einzelnen in
Abs.
2 auf
geführten Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Dazu zählen insbesondere Muskelzerrungen (lit. e) und Sehnenrisse (lit. f).
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise
arbeitsunfähig (Art. 6
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts,
ATSG), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Renten
anspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und
allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abge
schlos
sen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Tag
geld
leistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.3
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E.
3a
mit Hinweis).
1.
5
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erschei
nen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E.
3b
/ee). Das Anstel
lungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befan
gen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versiche
rungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid wurde erwogen,
auf die nach persönlicher Unter
suchung des Beschwerdeführers
vom 1
5.
Juli 2019 und vom 2
8.
August 2020
erstellten kreisärztlichen
Beurteilungen
könne abgestellt werden.
Das daraus resultierende Zumutbarkeitsprofil decke
sich
mit den Untersuchu
n
g
sbef
u
nden des
B._
und
im Wesentlichen
mit
der
über eineinhalb Jahre zuvor ergangenen
Einschätzung von
Dr.
E._
vom 1
8.
Februar
2019
, weshalb
keinerlei Anhaltspunkte
bestünden, welche
den Beweiswert
der kreisärztlichen Beurteilungen
in Frage
s
tell
en
würden
(
Urk.
2 S.
6 f.
)
.
Gestützt
auf die LSE
sei
ein
hypothetisches Jahreseinkommen von
Fr.
68
’
377.
--
zu ermitteln
, wobei sich
auf
grund der gesundheitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers
ein Lei
densabzug von 5
%
rechtfertige
.
Beim Vergleich zwischen dem
so
bestimmten Invalideneinkommen von
Fr.
64'958.
--
und dem ermittelten Valideneinkommen von
Fr.
66'922
.--
resultiere eine
unfallbedingte Erwerbseinbusse von 3
%
.
Demnach sei ein
Rentenanspruch
zur Recht
abgelehnt
worden. Sodann
sei aufgrund der schlüssigen kreisärztlichen Beurteilung vom 3
1.
August 2020 zum Integritäts
schaden zutr
effend erkannt worden, dass keine erhebliche unfall
b
edingte E
rwer
bs
einbusse
vorliege (
Urk.
2 S. 7 ff.).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
ein aktu
elles Rechtsgutachten
von Egli/
Gächter
/Meier/Filippo
belege, dass die bundes
gerichtliche Rechtsprechung zum ausgeglichenen
Arbeitsmarkt
nicht mehr mit
einem tatsächlichen
Arbeitsmarkt
in Verbindung gebracht werden könne, sondern
vielmehr
von einem
rein
fiktiven
Arbeitsmarkt
ausgehe
, auf dem jeder
mann eine Stelle find
e
. Um dieser
Tendenz
entgegenwirken zu können
und
letzt
lich
um der
Substantiierungspflicht
nachzukommen, seien zunächst die Arbeits
gelegenheiten
festzulegen
, welche
er
überhaupt noch ausüben
könne
. Erst wenn diese feststünden, könne die Frage
beantwortet
werden
, ob
ihm
der Zugang zum 1.
Arbeitsmarkt
noch
offen stünde
. Die Beschwerdegegnerin sei implizit davon
ausgegangen
, dass der
Arbeitsmarkt
auch Stellen aufweise, welche
er
trotz seiner gesundheitlichen Einschränkungen noch ausüben könne.
Demnach
verletze
sie mit diesem Vorgehen
den
Untersuchung
sg
r
und
satz
(
Urk.
1 S. 4 f.)
. Darüber hinaus
erhelle
bereits
jetzt, dass
ihm
im Vergleich mit
einem
gesunden
Arbeitsuchenden
nur eine begrenzte
Auswahl
an Arbeitsstellen zur
Verfügung
stünden. So
wirkten
sich insbesondere die Einschränkungen im Treppensteigen und das Erfordernis einer
freien
Wahl
des Sitzens/Stehens deutlich auf die Anzahl
offenstehender
Stellen aus.
Insofern sei i
hm für die beschränkte
Auswahl
an
Arbeitsgelegen
heiten in Übereinkunft mit der bu
n
d
esgerichtlichen Rechtsprechung ein Abzug
vom
Tabellenlohn zu veranschlagen. Des
Weiteren
sei auch der Aufenthalts
status/Nationalität für
die
Lohnhöhe massgebend und es
sei auch der Aspekt zu
berücksichtigen, dass er kaum Deutsch spreche
.
Zudem sei es a
ngesichts der Lohnunterschiede, welche
gemäss den Erkenntnissen des Büro
s
für
arbeits- und sozialpolitische Studien
BASS
belegbar
auf den Fakt
o
r
Erkrankungen
zurück
gingen
,
angezeigt, bei der
Ermittlung
des Invalideneinkommens basierend auf der LSE nicht mehr vom Median
auszugehen
, sondern auf das untere
Quartil abzu
stellen.
Ein Abzug von lediglich 5
%
werde
daher
den auf die gesundheitlichen Einschränkungen zurückzuführen
den Lohneinbussen
sowie den
weiteren Merk
male
n nicht gerecht,
weshalb sich der Maxi
malabzug von 25
%
rechtfertige. Unter
Berücksichtigung
eines Valideneinkommens von
Fr.
66'92
2
.
--
und eines Abzuges von 25
%
vom Tabellenlohn resultiere
ein Invaliditätsgrad von 23
%
(Urk. 1 S. 5 ff.
).
2.3
Die
Beschwerdegegnerin
ergänzte
in der
Beschwerdeantwort
vom 2
3.
A
pril 2021, a
ls
erstinstanzliche
Rechtsanwenderin halte
sie
sich an die
gesetzlichen
Vorga
be
n und die
weiterhin
geltende
und gefestigte Praxis des Bundesgerichts. Es könne nicht ihre Aufgabe sein, einer
allfälligen
Än
derung der höchstgerichtlichen Recht
sprechung vorz
ugrei
fen, zumal dem erwähnten Rechtsgutachten keine
abschlies
senden
neuen Erkenntnisse oder
Zahlen
zu entnehmen seien, die als all
gemein
anerkannte
Grundlage
verwendet werden
könnten und
darin
zudem ver
schiedene Optionen
zur
Behebung
der aus Sicht der Experten falschen
Rechts
anwendung
vor
ge
schlagen
w
ü
rden
. Dies gelte umso mehr, als
seitens
d
er Lehre
zusätzliche
und
anderw
ei
tige
Varianten für eine etwaige Pr
axisänder
un
g
beschrie
ben
würden
. Entgegen der Vorbringen des Beschwerdeführers sei ange
sichts des kreisärz
t
lich
umschriebenen
Zumutbarkeitspr
ofils rechtsprechu
n
g
s
gemäss
davon
auszugehen
, dass dem
Beschwerdeführer
ein
genügend
breites
Spektrum
an zumutbaren Verwei
s
tätigkeit
en
zur Verfügung stehe. Insbesondere se
i
zu b
e
achten, dass er in
manueller
Hinsicht ohne Handicap geblieben sei. Hin
weise für
ein vermindertes Rendement
oder eine
zusätzlich
eingeschränkte
Leis
tungsfähigkeit
in zeitliche
r oder lei
s
t
ungsmässiger
Hinsicht
sei
en
vorliegend
keine ersichtlich oder
dokumentier
t, weshalb
sich
kein höherer Leidensabzug rechtfertige. Ebenso rechtfertige weder die Nationalität oder
die
Aufenthalts
kategorie noch seine mangelhaften Sprachkenntnisse einen Abzug vom Tabellen
lohn
(
Urk.
7
).
3.
3.1
Im Austrittsbericht des
Z._
vom
2
6.
Juli 2017
(
Urk.
8/12
) wurden folgende Diagnosen aufgeführt:
-
Schnittverletzung Unterschenkel rechts mit:
kompletter Durchtrennung der A.
tibialis
anterior,
des
N.
tibialis
anterior,
des
M.
tibialis
anterior,
des
M.
extensor
hallucis
longus
,
des
M.
extensor
digitorum
longus
Bei Eintritt sei der Beschwerdeführer
in reduziertem Allgemeinzustand gewesen
.
Klinisch habe sich eine 5 cm lange, aktiv blutende Schnittverletzung
prätibial
rechts im unteren Schaftdrittel gezeigt, wobei kein Anhalt für eine Fraktur oder eine Luxation festgestellt worden sei
. Die
Computertomographie
(CT)
der Gefässe Becken und Beine
bds
.
vom 1
9.
Juli 2017 zeigte einen Weichteildefekt, jedoch keinen Nachweis auf eine Fraktur. Am 1
9.
J
uli 2017 sei
eine
mikroskopische
Anastomose der A.
tibialis
anterior,
eine mikroskopische
epineurale
Koaptation
des
N.
peroneus
profundus
sowie eine Sehnennaht des M.
ti
bialis
anterior,
des
M.
hallucis
longus
und
des
M
.
extensor
digitorum
longus
erfolgt. Der Eingriff sei ohne intra- oder postoperative Komplikationen
verlaufen
(
Urk.
8/12)
.
3.2
Im Bericht vom 2
9.
Januar 2018 des
Z._
wurde festgehalten, im postoperativen Verlauf habe der Beschwerdeführer nach wie vor
über
Schmerzen bei Adhäsionen der benähten Sehnen
geklagt
. Heute könne wiederholt kein Bogensehneneffekt festgestellt werden. Bei Zehenstand sei der Achillessehnenansatz schme
rzhaft, ohne dass eine
Tibialis
-
posterior
-Insuffizienz festgestellt werden könne. Klinisch sei die Nervenregeneration suffizient. Zur Beurteilung sowie möglicher
T
herapie
übernahme bei Adhäsionen der Strecksehen
sowie
möglicher
Achillessehnen
tendinitis
werde das
Fussteam
des
B._
gebeten
, den Beschwerdeführer aufzu
bieten (
Urk.
8/43).
3.3
Die Ärzte des
B._
nannten
im Bericht vom 2
8.
Mai 2018
die Diagnose einer schweren
Tibialis
-
anterior-
Tendinopathie
am rechten Fuss und ein
a
nteriores
Impingement
am
OSG
rechts
nach einer
Schnittverletzung am Unterschenkel rechts (19.7.2019)
.
Zur Beurteilung der
Muskeltrophik
in der
Extensorenloge
sei eine weitere MRI-Bildgebung des rechten Unterschenkels zu veranlassen, um anschliessend sinnvolle restriktive Massnahmen bespre
chen zu können
(Urk.
8/75).
3
.4
Am
2
5.
Juni 2018
wurden
schliesslich
eine
anteriore
OSG
-
Arthroskopie
mit
Narbendébridement
,
eine
Inspektion und
eine
Rekonstruktion der
Tibialis
-
ante
rior-Sehne rechts durchgeführt
(
Urk.
8/89).
3.5
Im Sprechstundenberich
t vom 1
2.
Dezember 2018 wurde ausgeführt
, der Beschwerdeführer habe über keine relevante Beschwerdeverbesserung berichtet. Als Maurer bleibe
er
we
iterhin zu 100
%
arbeitsunfähig. E
s sei unklar, ob er wieder eine erhöhte Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf erreichen könne. Eine rein sitzende Tätigkeit könne der Beschwerdeführer aber bereits zu 100
%
ausführen
.
Um noch die konservativen Therapiemassnahmen ausschöpfen zu können, werde er zur Orthesen-/Schuhversorgung von den Kollegen der Techni
schen Orthopädie aufgeboten
(
Urk.
8/116
).
3.6
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Anästhesie, spez. Schmerz-the
rapie, an der
C._
erhob in ihrem Bericht vom 1
8.
Februar 2019 folgende Diagnosen:
-
Chronische Fussschmerzen rechts mit/bei
-
Status nach Schnittverletzung Unterschenkel rechts 19.07.2017 mit chirurgischer Revision
Z._
-
Status nach operativer Revision
A._
am 25.06.2018
-
Lumbovertebrales Schmerzsyndrom
Die Arbeit auf der Baustelle werde wegen der Schmerzen und dem Flexion- und Extensionsdefizit nicht möglich sein, Treppensteigen sei schwieriger geworden und mit Baustellen-Gewichten nicht mehr möglich. Das Autofahren sei wegen der Hyposensibilität über längere Strecken eingeschränkt (
Urk.
8/131
).
3.
7
Im Bericht vom
8.
Mai 2019 ergänzte
Dr.
E._
, es sei im Bereich Unterschenkelvorderseite,
OSG
und Fussoberseite rechts viermal im Abstand von 10 Tagen
Qutenza
8
%
geklebt worden. Leider habe die Applikation zu keiner Verbesserung geführt. Es solle keine weitere medikamentöse Einstellung mehr erfolgen und der nächste Schritt werde sein, den Patienten für eine berufliche Rein
tegration zu beraten. Eine Reintegration auf der Baustelle mit schwerer körperlicher Arbeit werde kaum mehr möglich sein (
Urk.
8/144
).
3
.
8
Die Kreisärztin
D._
untersuchte den Beschwerdeführer und
hielt in
ihrer
Beurteilung vom 1
5.
Juli 2019
(
Urk.
8/173)
folgende Diagnosen fest
:
-
Schnittverletzung am Unterschenkel rechts vom 19.7.2017 mit/bei:
-
St. n. mikroskopischer Anastomose A.
tibialis
anterior,
epineuraler
Koaptation
N.
peroneus
profundus
, Sehnennaht M.
tibialis
anterior, M.
hallucis
longus
und M.
extensor
digitorum
longus
Fuss rechts am 19.7.2017 (Plastische Chirurgie Zürich)
-
Schwere
tibialis
anterior
Tendinopathie
Fuss und
anteriores
Impin-gement
OSG
rechts
-
St.n
.
anteriorer
OSG
Arthroskopie mit
Narbendébridement
, Inspektion und Rekonstruktion
Tibialis
anterior Sehne rechts am 25.6.2018
-
Postoperativ subtotale
Fussheberparese
rechts mit isolierter Hyperakti
vität der M.
extensor
hallucis
Sehne
Der
Beschwerdeführer
weise
einen schweren Verlauf nach Gefäss- und Nerven
verletzung durch einen Schnitt
auf
. Es persistierten eine
Fussheberparese
, sowie chronische Fussschmerzen rechts. Die Schmerzen seien bei Belastung zunehmend und auch nachts vorhanden. Spaziergänge seien möglich und aus-haltbar.
Eine medikamentöse Einstellung
habe
sich gemäss Bericht der
C._
erfolglos
gezeigt
.
Ein Versuch mit
Qutenza
sei ebenfalls erfolglos geblieben. Die Therapie in dieser Hinsicht sei ausgeschöpft und ohne Nutzen. Es sei deshalb von einem Endzustand auszugehen. Eine weitere therapeutische Behandlung zeige keinen Nutzen.
Die angestammte Tätigkeit als Maurer sei nicht mehr zumutbar (Arbeit auf unebenen Böden [Baustelle] mit häufigem Tragen von Lasten). Es werde daher ein Zumutbarkeitsprofil erstellt: Heben und Trag
en von Lasten leicht bis mittel
schwer. Das Hantieren von Werkzeugen sei in de
r oberen Extremität frei. Tätig
keiten, welche zu Vibrationen im rechten Unterschenkel/
OSG
führ
t
en, seien nicht mehr zumutbar. Die Stellung von Stehen und Sitzen solle frei wählbar sein. Gehen auf ebenem Gelände und gelegentliches Treppensteigen seien erlaubt. Keine Zwangshaltungen im
OSG
rechts. Tätigkeiten, welc
he eine Balance oder das Gleich
gewicht erforder
te
n, seien nicht statthaft. Aus diesem Grund sei das Arbeiten auf Leitern, Gerüsten, Dächern oder unebenen
Böden nicht möglich. Unter Ein
haltung dieses Zumutbarkeitsprofils sei eine voll
zeitige, vollschichtige Arbeits
tätigkeit möglich, unabhängig von Alter, Sprache, Ausbildung, Konstitu
tion und Arbeitsmarkt
. Die
Erheblichkeitsgrenze
für eine Integritätsentschä
di
gung sei nicht erreicht
(
Urk.
8/173 S. 3
).
3.
9
Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 2
8.
Augst 2020 bestätigte
Kreisär
z
t
in
D._
, dass
d
en
bisherigen
Befunden nichts weiter
hinzu
zufügen
sei
. Die Beurteilung decke sich mit den
Untersuchungsbefunden
des
B._
und es bestehe
weiterhin eine Kraftminderung auf der rechten
Seite
sowie eine subtotale
Fussheberparese
(sie sei nicht komplett). Aus diesem
Grund sei an dem in
der Beurteilung vom 1
5.
Juli 2020 erstellten Zumutbarkeitsprofil
sowie der Einschät
zung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit festzuhalten (
Urk.
8/201 S. 5).
In der Beurteilung des Integrität
s
schadens vom 3
1.
August 2020
präzisierte
Kreis
ärztin
D._
, diese sei
anhand
der Suva T
ab
elle 2.2 Integritä
t
sen
t
schädigung gemäss UVG bei
Funktionsstörungen
an den unteren E
xtremitäten erfolgt, wobe
i eine vollständige
Peron
eus
-Lähmung mit 10
%
bewertete
werde. Der
N.
peron
eus
communis
teile sich bereits direkt unterh
alb des Knies in einen
N.
peron
eus
superfic
i
alis
und
einen
N.
peroneus
profu
ndus
. Auf
Höhe
der Schnittverletzun
g
sei eine Verletzung des
N.
profundus
erfolgt
. Die
gesamte Läsion des
N.
peron
eus
sei mit 10
%
beschrieben
, so dass 5
%
auf das
N.
peron
eus
s
u
perficialis
und 5
%
auf den
N.
profundus
fielen. Beim
Beschwerdeführer
handele
es sich um eine sub
totale
Fussheberparese
mit noch Aktivität der M.
-
extenso
-
hallucis
-
S
eh
n
e
. Damit komme man auf eine Integri
t
ätseinbusse von
unter
5
%
.
Damit sei
die
Erheb
lich
keitsgrenze
nicht
erreicht
(
Urk.
8/202)
.
4.
Aus den Akten ergibt sich, dass die Einstellung
der Heilungskosten
per
1.
August
und
der
Taggeldleistungen per
1.
November 2019
gestützt auf
die kreisärztliche Untersuchung
vom
1
5.
Juli 2019
(E.
3.
8
)
und die anschliessende Einleitung der Rentenprüfung
mit Schreiben vom
1
6.
Juli 2019
(
Urk.
8/177)
nicht moniert wurde
, was
aufgrund der medizinischen Aktenlage
auch
nicht zu beanstanden
ist
.
Ferner
stützte
sich die Beschwerdegegnerin zur Beurteilung der Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers massgeblich auf die kreisärztlichen
Untersuchungen
vom 1
5.
Juli 2019 (E. 3.
8
) und
vom
2
8.
August 2
020 (E. 3.
9
).
Danach ist dem
Beschwerdeführer nach dem Unfall vom 1
9.
Juli 2017 sowie den operativen Eingriffen am rechten Fuss
seine
bisherige Tätigkeit auf dem
Bau
nicht mehr zumutbar. Hingegen besteht in
angepassten Tätigkeit
en
entsprechend dem
kreisärztlichen
Zumutbarkeitsprofil
eine volle Arbeitsfähigkeit
.
Die
kreisärztliche Beurteilung vom 1
5.
Juli 2019
beruht auf vollständiger Aktenkenntnis und eige
nen Untersuchungen, wobei hinsichtlich der Befunde und Diagnosen keine abwei
chenden Feststellungen behandelnder Ärzte bestehen.
Die
Einschätzung der verbliebenen, unfallbedingten Einschränkungen auf die Arbeitsfähigkeit in bishe
riger und angepasster Tätigkeit vermag als schlüssig zu überzeugen. Dem
nach kommt diesem Bericht voller
Beweiswert zu
(E. 1.4
)
und
es
ist darauf abzu
stellen
.
Die
Untersuchung vom
2
8.
August 2020
erbrachte
ausserdem
keine neuen
Erk
ennt
nisse und
die Einschätzung der Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit
wird
im Beschwerdeverfahren nun
nicht mehr bestritten (E. 2.2)
.
5.
Zu prüfen bleibt
, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Beschwerde
führers in wir
tschaftlicher Hinsicht auswirkt.
5.1
Das
von der Beschw
e
rdegegnerin
ermittelte Valideneinkommen von Fr.
6
6
’922
.-
wird nicht bestritten und
es besteht
aufgrund der Angaben der ehe
maligen Arbei
tgeberin des Beschwerdeführers
(
Urk.
8/
16
5
und
Urk.
8/172
) kein Anlass
,
hiervon abzuweichen.
Um Wiederholungen zu vermeiden kann auf die zutreffenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin (
Urk.
2 S. 10
Ziff.
6.2) ver
wiesen werden.
5.
2.
5.2.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne
gemäss
den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E.
3b
). Dabei sind grund
sätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE
zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten
statis
tischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das
heisst
deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach
Massgabe
der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014, Rn 55 und 89 zu Art.
28a
, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
5.2.2
Das Invalideneinkommen
bemass
die Suva aufgrund von Tabellenwerten der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE)
2016
, wobei sie aufgrund der fehlenden Berufsausbildung des Beschwerdeführers auf den Tabellenlohn
Kom
petenzniveau 1
(Hilfsarbeitertätigkeit) abstellte
,
und daraus
, hochgerechnet auf die durchschnittliche betriebsübliche Wochenarbeitszeit sowie unter Berück
sichtigung der bis 2019 eingetretenen Nominallohnerhöhungen,
ein Inva
liden
einkommen für das Jahr 2019
von
Fr.
67‘
743.--
ermittelte
(
Urk.
8/183)
.
5.2.3
Diese
praxisgemässe
Vorgehensweise
, Berechnung
des Invalideneinkommens
ohne Berücksichtigung, ob tatsächliche und konkret
e
Arbeitsgelegenheiten
im Einzelfall vorliegen
, da
von
einem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt
auszugehen
ist,
wurde vom Beschwerdeführer
gestützt auf neue Erkenntnisse in einem aktuellen Rechtsgutachten
dahingehend kritisiert,
dass durch dieses Vorgehen der Unter
suchung
sgrundsatz verletzt werde
(
Urk.
1
Ziff.
8-11
).
In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass
es sich
gemäss
langjähriger Rechtsprechung des Bundes
gerichts
beim
Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes gemäss Art. 16
ATSG
um einen theoretischen und abstrakten Begriff handelt, welcher die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt und dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen (BGE 134 V 64 E. 4.2.1, BGE 110 V 273 E.
4b
; vgl. auch B
GE 141 V 351 E. 5.2
).
Eine
Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist
dabei
nur
anzunehmen, wenn die zumutbare Tätigkeit in nur so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realis
tischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher zum Vornherein als ausge
schlossen erscheint (Urteile
9C_15
/2020 des Bundesgerichts vom 1
0.
Dezember
2020 E. 6.1
, Urteil
9C_644
/2019
des Bundesgerichts
vom 2
0.
Januar 2020 E. 4.2
, Urteil
8C_759
/2018
des Bundesgerichts
vom 1
3.
Juni 2019 E. 7.1, je mit
Hinwei
sen
)
, was vorliegend nicht der Fall ist
.
Weder d
ie Verwaltung
noch das
Gericht
hat
zu prüfen, ob der Beschwerdeführer tatsächlich eine entsprechende Arbeits
stelle erhält oder erhalten kann. Es reicht aus, dass solche auf dem Arbeitsmarkt vorhanden und nicht
bloss
theoretischer Natur sind (Urteil
9C_
837
/2016
des
Bundesgerichts
vom 1
3.
Juni
2017 E. 4.1
mit Hinweisen
)
. Im
Rahmen der Invali
di
tätsbemessung unter
Beizug
der statistischen Durchschnittslöhne
besteht auch k
ein
Erfordernis, die Arbeitsgelegenheiten auf dem
massgeblichen
ausgegli
chenen Arbeitsmarkt weitergehend zu konkretisieren
(Urteil
8C_134
/2020
des Bun
desgerichts
vom 2
9.
April
2020 E. 4.5
).
Das Bundesgericht hat es denn auch in seinem Urteil
8C_256
/2021 vom
9.
März 2022 für nicht angezeigt gehalten, von der bisherigen Praxis abzuweichen (vgl. Medienmitteilung des Bundes
gerichts vom
9.
März 2022), weshalb auch vorliegend daran festzuhalten ist.
5.
2.
4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allen
falls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E.
3b
/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E.
5b
/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör
perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E.
5a
/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerde
instanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts
9C_808
/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113
/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
5.2.5
Die Beschwerdegegnerin gewährte dem Beschwerdeführer
einen leidensbedingten Abzug von 5
%
. Der Beschwerdeführer hält dafür, dass zusätzlich ein Abzug von 25
%
vom Tabellenlohn zu berücksichtigen sei (
Urk.
1
Ziff.
12-20
). Dazu ist zunächst festzuhalten, dass die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, nicht automatisch zu einer Verminde
rung des hypothetischen Invalidenlohns führt. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte bis mittelschwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei einge
schränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts
8C_82
/2019 vom 1
9.
September 2019 E. 6.3.2). Sodann sind die mangelnde Sprach
kenntnis und die ungenügende Ausbildung ebenfalls nicht abzugsrelevant, da diesen Aspekten ebenfalls durch die Wahl des Kompetenzniveaus 1 Rechnung getragen wird (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_549
/2019 vom 2
6.
November 2019 E. 7.7). Auch der Ausländerstatus rechtfertigt keinen Abzug, da sich die Niederlassungsbewilligung im Kompetenzniveau 1 nicht lohnmindert auswirkt (Urteil des Bundesgerichts
9C_318
/2015 vom 10 Dezember 2015 E. 4.3). Andere Umstände, die einen Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigen könnten, sind nicht ersichtlich.
Demnach ist ein leidensbedi
ngter Abzug von 5
%
zu belassen, wonach ein Invalideneinkommen von
Fr.
64'356.-- resultiert.
5.
3
Wird das Valideneinkommen von rund
Fr.
66’922
.-- dem Invalideneinkommen von rund
Fr.
64’356
.-- gegenübergestellt, ist nach dem Gesagten der von der Beschwerdegegnerin errechnete Invaliditätsgrad von
4
%
korrekt.
6.
Be
züglich des Integritätsschadens kann auf die
kreisärztliche Einschätzung vom
3
1.
August 2020 (E. 3.
9
), nach welcher
aufgrund der nicht erreichten
Erheblich
keitsgrenze
kein Integritätsschaden vorliegt, abgestellt werden
.
D
iese Einschät
zung
wird auch nicht
bestritten
und
in den Akten
finden sich keine medizinischen Stellungnahmen
, welche
daran
Zweifel aufkommen lassen
würden
.
7.
Nach dem Gesagten
erweist sich
der
angefochtene
Einspracheentscheid vom 2
9.
Januar 2021
als rechtens. Dementsprechend ist die Beschwerde abzuweisen.