Decision ID: de3b213e-33ee-480d-9fe8-81c01fa10a17
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Hanspeter Riedener, Langstrasse 4, 8004 Zürich,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente (wiedererwägungsweise Einstellung)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich im Dezember 1993 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 9-1 ff.). Zuletzt war der Versicherte als
Hilfsarbeiter bei der Firma B._ in X._ tätig. Wegen Schmerzen in der rechten Hand
kündigte er das Arbeitsverhältnis per Ende August 1991 (IV-act. 19). Die IV-Stelle der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) klärte die erwerblich-
beruflichen und medizinischen Verhältnisse ab. Dr. med. C._, Allgemeine Medizin
FMH, nannte im Bericht vom 6. Januar 1994 folgende Diagnosen (IV-act. 19-1 f.):
- St. n. Patellektomie rechts am 1.2.85 wegen Patellatrümmerfraktur rechts am
3.10.84;
- Femoropatelläres Schmerz-Syndrom links (Überlastungs-Symptomatik?);
- Therapieresistentes thoracovertebrales und lumbovertebrales Syndrom;
- Ansatztendopathie der Extensor capri radialis longus und Brevissehne rechtes
Handgelenk (Überlastungs-Symptomatik?).
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Nachdem Versuche den Versicherten im Rahmen von beruflichen Massnahmen in den
Arbeitsprozess zu reintegrieren scheiterten, stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit
Vorbescheid vom 24. November 1994 bei einem Invaliditätsgrad von 46% die Aus
richtung einer Viertelsrente rückwirkend ab 1. Dezember 1992 in Aussicht (IV-act. 40).
A.b Gegen diesen Vorbescheid liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter
am 22. Dezember 1994 Einwand erheben (IV-act. 42). Mit Verfügung vom 29. März
1995 sprach die IV-Stelle dem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 60% eine
halbe Rente rückwirkend ab 1. Dezember 1992 zu (IV-act. 44-1 ff.). Gegen diese Ver
fügung liess der Versicherte Beschwerde (damals kantonalrechtlich Rekurs) beim Ver
sicherungsgericht des Kantons St. Gallen erheben. Es sei ihm eine ganze Rente ab
1. Dezember 1992 auszurichten (IV-act. 47). Mit Entscheid IV 70/95 vom 28. März 1996
hob das Versicherungsgericht die Verfügung vom 29. März 1995 auf und wies die IV-
Stelle an, betreffend Restarbeitsfähigkeit und Valideneinkommen des Versicherten
weitere Abklärungen zu tätigen (IV-act. 56-1 ff.).
A.c In der Folge veranlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre Begutachtung bei der
MEDAS-Zentralschweiz. Im Gutachten vom 23. Mai 1997 nannten die begutachtenden
Ärzte folgende Diagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit (IV-
act. 69-1 ff.):
Langdauernde Anpassungsstörung mit leichtgradiger depressiver Verstimmung und
Störung des Sozialverhaltens bei multiplen somatischen Störungen und schwieriger
psychosozialer Situation;
Panvertebrales Schmerzsyndrom
- kernspintomographisch/computertomographisch Chondrose und
Spondylarthrose L4/5 sowie Chondrose L5/S1,
- Verdacht auf erhebliche funktionelle Schmerzverstärkung;
Persistierende Knieschmerzen rechts bei
- St.n. Patella-Trümmerfraktur und Lockerung des Meniskushinterhornes lateral
(10/84),
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- St. n . primärer Readaptation des Streckapparates, Osteosynthese der
Patellafraktur und Refixation des Meniskus,
- St. n. sekundärer Patellektomie und Überbrückung mit Cialit-Haut (2/85),
- muskulärer Insuffizienz.
Betreffend die Arbeitsfähigkeit hielten die Ärzte fest, der Versicherte sei in einer adap
tierten Tätigkeit zu 75% arbeitsfähig. Limitierend würden sich dabei vorwiegend die
psychischen Auffälligkeiten auswirken (IV-act. 69-1 ff.). Mit Verfügung vom 3. April
1998 sprach die IV-Stelle dem Versicherten bei einem Invaliditätsgrad vom 60% eine
halbe Rente zu (IV-act. 76-1 ff.). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in
Rechtskraft.
A.d Die Rente des Versicherten wurde in den Jahren 1999, 2004 und 2008 revisions
weise überprüft. Dabei wurde der Invaliditätsgrad von 60% jeweils bestätigt (IV-act. 86,
101, 111). Aufgrund der Neuregelung der 4. IV-Revision wurde die Rente des Ver
sicherten mit Verfügung vom 5. August 2004 mit Wirkung ab 1. Januar 2004 auf eine
Dreiviertelsrente erhöht (IV-act. 102 ff.)
B.
B.a Anlässlich der Rentenrevision im Jahr 2011 hielt die IV-Stelle fest, die Renten
zusprache sei auf einem falschen Einkommensvergleich erfolgt. Es dränge sich daher
eine prozessuale Revision (richtig wohl: Wiedererwägung) auf (IV-act. 116). Sodann
empfahl der Regionalärztliche Dienst der IV-Stelle (RAD) eine polydisziplinäre Begut
achtung (IV-act. 116-2).
B.b Im polydisziplinären Gutachten des Ärztlichen Begutachtungsinstituts (GmbH)
Basel (ABI) vom 25. Oktober 2011 kamen die Gutachter zusammenfassend zum
Schluss, dass der Versicherte heute in einer körperlich leichten, adaptierten Tätigkeit
(keine Überschreitung der Hebe und Traglimite von 10 kg, keine Zwangshaltungen des
Rumpfes, keine Überkopfarbeiten, keine vermehrte Belastung der Kniegelenke) zu
100% arbeitsfähig sei. Für Tätigkeiten mit darüber hinausgehendem Belastungsprofil
bestehe jedoch aus somatischer Sicht bleibend eine volle Arbeitsunfähigkeit. Aus
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psychiatrischer Sicht könne dem Beschwerdeführer keine Arbeitsunfähigkeit attestiert
werden. Die im Gutachten der MEDAS-Zentralschweiz vom 23. Mai 1997 festgestellte
psychische Störung sei nicht mehr nachweisbar (IV-act. 123-1 ff.).
B.c Mit Vorbescheid vom 9. März 2012 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in Aus
sicht, die Verfügung vom 3. April 1998 in Wiedererwägung zu ziehen und die Rente mit
Wirkung für die Zukunft aufzuheben (IV-act. 126). Dagegen liess der Versicherte am
25. April 2012 Einwand erheben (IV-act. 133). Mit Verfügung vom 24. Juli 2012 hob die
IV-Stelle die Rente wie angekündigt (auf Ende des der Zustellung der Verfügung
folgenden Monats) auf. Einer allfälligen Beschwerde gegen die Verfügung entzog sie
die aufschiebende Wirkung (IV-act. 134).
C.
C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. H. Riedener in
Vertretung des Versicherten erhobene Beschwerde vom 4. September 2012 (act. G 1).
Der Beschwerdeführer lässt unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Be
schwerdegegnerin die Aufhebung der Verfügung vom 24. Juli 2012 beantragen. Es sei
festzustellen, dass die Voraussetzungen für eine wiedererwägungsweise Aufhebung
der Verfügung vom 3. April 1998 nicht erfüllt seien. Eventualiter sei bei Bejahung der
Voraussetzungen für eine Wiedererwägung der Invaliditätsgrad rückwirkend per 1992
auf 65% festzulegen. Sodann sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu
erteilen. Zur Begründung macht der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, die
Voraussetzungen für die wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom 3. April
1998 seien nicht erfüllt. Das in der Verfügung vom 3. April 1998 verwendete Validen
einkommen von Fr. 59'000.-- sei entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin
nicht offensichtlich unrichtig ermittelt worden. Selbst wenn dem so gewesen wäre,
wäre das Valideneinkommen nicht wie in der angefochtenen Verfügung mit Fr.
62'135.50, sondern mit Fr. 65'978.-- zu berücksichtigen, was sich zugunsten des
Beschwerdeführers auswirken würde. Der Beschwerdeführer verzichte jedoch auf eine
Korrektur des Valideneinkommens, sofern das Gericht auch bezüglich Ermittlung des
Invalideneinkommens keinen Wiedererwägungsgrund annehme. Die
Beschwerdegegnerin habe in der angefochtenen Verfügung beim Invalideneinkommen
auf die Lohnstrukturerhebung LSE aus dem Jahr 1998 abgestellt und ein
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Durchschnittseinkommen von Fr. 53'649.-- verwendet. Es sei unstatthaft auf die LSE
abzustellen, da die Invalidenversicherung im Zeitpunkt des Erlasses der damaligen
Verfügung noch nicht auf die Löhne der LSE abgestellt habe. Die Beschwerdegegnerin
sei in der ursprünglichen Verfügung von einem Invalideneinkommen von Fr. 23'600.--
ausgegangen. Gehe man von den damaligen Angaben des Regionalstellenberichts der
IV vom 18. November 1994 aus, habe das Invalideneinkommen bei einer
Arbeitsfähigkeit von 75% Fr. 27'000.-- betragen. Bei diesem Invalideneinkommen wäre
überdies noch ein Leidensabzug von 15% zu gewähren gewesen, sodass das richtig
ermittelte Invalideneinkommen sich damals auf Fr. 22'950.-- belaufen hätte. Damit
könne nicht gesagt werden, dass das in der Verfügung vom 3. April 1998 verwendete
Invalideneinkommen von Fr. 23'600.-- offensichtlich unrichtig gewesen sei.
Eventualiter, für den Fall, dass das Gericht die Voraussetzungen für eine Wieder
erwägung als erfüllt betrachten sollte, wäre dem vorgenannten Valideneinkommen von
Fr. 65'978.-- ein Invalideneinkommen von Fr. 22'950.-- gegenüberzustellen, sodass ein
Invaliditätsgrad von 65% und somit weiterhin Anspruch auf eine Dreiviertelsrente re
sultiere.
Sodann bemängelt der Beschwerdeführer im Allgemeinen die medizinische Begut
achtung durch die Medizinischen Abklärungsstellen (MEDAS) unter Hinweis auf das
Rechtsgutachten von Prof. Dr. D._ und Dr. iur. E._ vom 11. Februar 2010.
Insbesondere das ABI Basel sei parteiisch und nicht unbefangen. Mit dem grössten
Auftragsvolumen aller MEDAS sei es wirtschaftlich von den IV-Stellen abhängig. Ferner
seien Fälle bekannt, bei denen der Miteigentümer und Gesamtleiter des ABI ohne
Rücksprache mit den beteiligten Ko-Gutachtern das Ergebnis der Gutachten zum
Nachteil der Versicherten abgeändert habe. Es bestünden somit genügend objektive
Umstände, die die Befangenheit des ABI und der dort tätigen Ärzte zu begründen
vermöchten.
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 29. Oktober 2012 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 6). Zur Begründung
macht sie im Wesentlichen geltend, die Voraussetzungen für die
wiedererwägungsweise Aufhebung der Verfügung vom 3. April 1998 seien erfüllt. Die
damalige Invaliditätsbemessung habe auf einer zweifellos unrichtigen
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Rechtsanwendung basiert. Der Sachbearbeiter habe sich von der irrigen Vorstellung
leiten lassen, es handle sich um ein Revisionsverfahren. Er sei daher davon
ausgegangen, dass mangels Verbesserung des Gesundheitszustands am Inva
liditätsgrad von 60% festzuhalten sei. Die Invaliditätsbemessung habe er in der Folge
so vorgenommen, dass dabei ein Invaliditätsgrad von 60% resultiert habe. Abgesehen
davon, wäre die Rente auch gestützt auf Art. 17 ATSG im Sinn einer Anpassung
einzustellen. Gemäss ABI-Gutachten sei aus heutiger Sicht nämlich keine relevante
Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit mehr ausgewiesen. Sodann könne die
aufschiebende Wirkung nicht wiederhergestellt werden. Der Beschwerdeführer habe
deutlich schlechtere Prozessaussichten als die Verwaltung.
C.c Mit Replik vom 13. Dezember 2012 lässt der Beschwerdeführer an seinen
Anträgen festhalten (act. G 10). Ergänzend führt er im Wesentlichen aus, im Jahr 1992
seien zur Bestimmung des Invalideneinkommens die Abklärungen und Einschätzungen
der Berufsberater, der IV-Regionalstellen und der Eingliederungsstellen etc.
herangezogen worden. Diese hätten sich oftmals auf Erfahrungszahlen oder Löhne
konkreter Betriebe abgestützt.
C.d Am 28. Januar 2013 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine Duplik und ver
wies auf ihre Ausführungen in der Beschwerdeantwort (act. G 12).

Erwägungen:
1.
1.1 Vorab ist festzuhalten, dass es sich vorliegend nicht um einen Anwendungsfall
der im Rahmen der 6. IV-Revision (erstes Massnahmenpaket) eingeführten lit. a der
Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 2011 (in Kraft seit 1. Januar 2012)
handelt. Nach lit. a der Schlussbestimmungen können Renten, die bei pathogenetisch-
ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische
Grundlage gesprochen worden waren, generell überprüft werden. Diese Überprüfung
soll innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten der Änderung geschehen. Dabei sollen
Renten auch gekürzt oder aufgehoben werden, wenn sich der Invaliditätsgrad der ver
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sicherten Person nicht erheblich verändert hat. Hierfür regelt Abs. 4 der genannten
Schlussbestimmung, dass die erwähnte Überprüfung auf Personen (mit oben ge
nanntem Beschwerdebild) keine Anwendung findet, die im Zeitpunkt, in dem die Über
prüfung eingeleitet wird, seit mehr als 15 Jahren eine Rente der Invalidenversicherung
beziehen. Letzteres trifft auf den Beschwerdeführer zu. Er bezieht seit Dezember 1992
und somit bei Einleitung der Revision im Jahr 2011 offensichtlich mehr als 15 Jahre
eine Rente.
1.2 Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Rente des Beschwerde
führers mit Verfügung vom 24. Juli 2012 zu Recht wiedererwägungsweise aufgehoben
hat. Die Frage, ob die Voraussetzungen einer Wiedererwägung vorliegend erfüllt sind,
kann jedoch offen gelassen werden, was nachfolgend gezeigt wird.
2.
2.1 Die Beschwerdegenerin hat nicht nur die Voraussetzungen einer Wiederwägung
bejaht. Sie geht zudem davon aus, dass der gesundheitliche Zustand des Beschwerde
führers sich seit Erlass der Verfügung vom 3. April 1998 wesentlich verbessert habe
und die Rente daher auch nach Art. 17 ATSG aufzuheben sei. Dabei stützt sie sich auf
das Gutachten des ABI-Basel vom 25. Oktober 2011, worin dem Beschwerdeführer in
einer adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100% attestiert wurde (act. G 6).
2.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin
für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu
beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des
Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen
Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich
verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349 mit Hinweisen). Dagegen stellt die bloss
unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert
gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen
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keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis
für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden
die letzte rechtskräftige Verfügung (gegebenenfalls die formlose Mitteilung nach Art.
74ter lit. f IVV; vgl. SVR 2010 IV Nr. 4 S. 7, 9C_46/2009 E. 3.1), oder der letzte
rechtskräftige Einspracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung
des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung
und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3 S.
75 ff; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
2.3 Das Versicherungsgericht hat die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerde
verfahren bedeutet dies, dass es alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten.
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die
Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische
These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob
der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den
Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht
oder Gutachten (BGE 125 V 352 Erw. 3a)
3.
Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung
des Invaliditätsgrades bildet vorliegend einerseits die Verfügung vom 3. April 1998. Die
formlosen Mitteilungen eines unveränderten Rentenanspruchs anlässlich der Re
visionen der Jahre 1999, 2004 und 2008 beruhten nicht auf einer Überprüfung der
Grundlagen der Rentenzusprache im Sinn der genannten Rechtsprechung. Insbe
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sondere enthalten die dabei eingeholten ärztlichen Berichte keine Angaben über den
psychischen Gesundheitszustand des Versicherten (IV-act. 84 ff.). Zur Beurteilung des
gesundheitlichen Zustands im massgebenden Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung
liegt andererseits insbesondere das ABI-Gutachten vom 25. Oktober 2011 im Recht.
4.
4.1 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers macht sinngemäss geltend, die
MEDAS im Allgemeinen und insbesondere das ABI-Basel seien aufgrund der
wirtschaftlichen Abhängigkeit von den Aufträgen der IV-Stellen befangen. Ferner führt
er vergangene Fehlleistungen des ABI Basel ins Feld. Auf das ABI-Gutachten vom
25. Oktober 2011 könne daher nicht abgestellt werden. Es sei aus den Akten zu ent
fernen (act. G 1, S. 9 ff.).
4.2 Somit ist insbesondere zu prüfen, ob das ABI-Gutachten vor Bundesrecht
standhält. Hinsichtlich einer allfälligen Befangenheit der MEDAS unter dem
Gesichtspunkt der wirtschaftlichen Abhängigkeit geht das Bundesgericht davon aus,
dass der regelmässige Beizug eines Gutachters oder einer Begutachtungsinstitution
durch den Versicherungsträger, die Anzahl der beim selben Arzt in Auftrag gegebenen
Gutachten und Berichte sowie das daraus resultierende Honorarvolumen für sich allein
genommen nicht zum Ausstand führen (BGE 137 V 210 Erw. 1.3.3 m. H. auf SVR 2009
UV Nr. 32 S. 111 Erw. 6, 8C_509/2008; SVR 2008 IV Nr. 22 S. 69 Erw. 2, 9C_67/2007;
RKUV 1999 Nr. U 332 S. 193 Erw. 2a/bb, U 212/97). Ein Ausstandsbegehren könne
sich ohnehin stets nur gegen Personen und nicht gegen Behörden richten; nur die für
eine Behörde tätigen Personen, nicht die Behörde als solche, könnten befangen sein
(SVR 2010 IV Nr. 2 S. 3 Erw. 2.1, 9C_500/2009; Urteil 9C_603/2010 vom 6. Oktober
2010 Erw. 5.2). Nach dem Gesagten ist der pauschale Vorwurf der Befangenheit des
ABI als Institution nicht stichhaltig.
4.3 Die persönliche Befangenheit einer der ABI-Gutachter hat der Beschwerdeführer
nicht substantiiert geltend gemacht. Zwar hat er in der Beschwerde auf zwei Fälle
hingewiesen, in denen der Gesamtleiter des ABI-Basel, Dr. med. F._, ohne Rück
sprache mit den beteiligten Ko-Gutachtern das Ergebnis zum Nachteil der Versicherten
abgeändert habe. Für ein entsprechendes Vorgehen von Dr. med. F._, der in vor
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liegendem Fall die internistische Untersuchung vornahm (IV-act. 123, S. 14), finden sich
in den Akten jedoch keine Hinweise. Insbesondere wurde das Gutachten - im Unter
schied zu den vom Beschwerdeführer genannten Fällen - von sämtlichen Gutachtern
unterzeichnet (IV-act. 123 S. 23). Ohne konkreten Nachweis der persönlichen Be
fangenheit einer der Gutachter muss der Hinweis auf vergangene Fehlleistungen des
Gesamtleiters des ABI-Basel unbeachtlich bleiben.
5.
5.1 Beim Erlass der Verfügung vom 3. April 1998 stützte sich die
Beschwerdegegnerin auf das polydisziplinäre Gutachten der MEDAS-Zentralschweiz
vom 23. Mai 1997 (IV-act 69-1 ff.). Betreffend die somatischen Beschwerden im
Zusammenhang mit dem panvertebralen Schmerzsyndrom bei leichter Fehlhaltung und
leichtgradigen degenerativen Veränderungen führten die Gutachter im Wesentlichen
aus, die objektivierbaren Befunde vermöchten das Ausmass der subjektiven
Beschwerden nicht zu erklären. Es liege zusätzlich eine erhebliche funktionelle
Schmerzverstärkung vor. Auch betreffend Knie- und Handbeschwerden bestehe eine
Diskrepanz zwischen den subjektiven und objektiven Befunden. Bezüglich der
belastungsunabhängigen Knieschmerzen rechts finde sich wohl eine deutliche Atrophie
der Quadrizepsmuskulatur, das Kniegelenk selbst sei jedoch reizlos, ohne Synovitis
oder Erguss, frei beweglich und auch ohne Anhaltspunkte arthrotischer Veränderungen
bei St. n. sekundärer Patellektomie nach primärer Osteosynthese einer Patellafraktur.
Betreffend Handbeschwerden hätten entgegen den subjektiven Klagen aktuell weder
aus rheumatologischer noch neurologischer Sicht, irgendwelche Auffälligkeiten
objektiviert werden können. Die geschilderten Diskrepanzen fänden ihre Erklärung in
der psychiatrischen Beurteilung (IV-act. 69-17). Aus rein rheumatischer und
neurologischer Sicht wäre dem Beschwerdeführer eine leichte bis mittelschwere
Tätigkeit zu 100% zumutbar (IV-act. 69-18). Im psychiatrischen Teil des Gutachtens
wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer wirke ratlos, deprimiert, hoffnungslos,
dysphorisch und klagsam. Er leide an Insuffizienzgefühlen. Zudem bestünden leichte
Antriebshemmungen. Die Befunde seien vereinbar mit einer langandauernden
Anpassungsstörung mit depressiver Verstimmung und Störung des Sozialverhaltens
bei multiplen somatischen Beschwerden und einer schwierigen und belastenden
psychosozialen Situation. Aus rein psychiatrischer Sicht betrage die Arbeitsunfähigkeit
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25% (IV-act. 59-15 f.). Zusammenfassend kamen die Gutachter zum Schluss, eine
körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer noch zu 75%
zumutbar, limitierend würden sich dabei vorwiegend die psychischen Auffälligkeiten
auswirken. (IV-act. 69-19).
5.2
5.2.1 Im polydisziplinären Gutachten des ABI-Basel vom 25. Oktober 2011
nannten die Gutachter folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (IV-
act.123-1 ff.).
1. Chronische, vorwiegend belastungsabhängige Knieschmerzen rechts (ICD-10
M25.56),
- Status nach Patellektomie am 01.02.1985 und Status nach Osteosynthese
Readaptation des Streckappartes und Meniskusrefixation am 03.10.1984 (ICD-10
Z98.8),
- Status nach Patella-Trümmerfraktur und Lockerung des lateralen
Meniskushinterhorns vom 03.10.1984 (T93.2/93.3);
2. Zervikal und lumbal betontes Schmerzsyndrom, derzeit ohne eindeutige
radikuläre Symptomatik (ICD-10 M54.80),
- Diskushernie C5/6 paramedian links mit möglicher Kompromittierung der
Nervenwurzel C6 links, derzeit ohne eindeutig objektivierbares klinisches Korrelat
(M47.82/M50.2),
- beginnende degenerative Veränderungen der unteren Lendenwirbelsäule
(M47.86/M51.2),
- teilweise nicht ganz adäquat wirkendes Schmerzverhalten und
Symptomausweitung.
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Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine Schmerzverarbeitungsstörung
(ICD-10 F54) sowie ein beginnender Morbus Dupuytren 3. Strahl Hand rechts (ICD-10
M72.0) genannt. Die vom Beschwerdeführer angegebenen Beschwerden hätten sich
anlässlich der Untersuchung nur eingeschränkt objektivieren lassen. Sicher bestünden
gewisse Limiten von Seiten des rechten Knies, sodass Tätigkeiten mit vermehrter
Kniebelastung nicht mehr möglich seien. Insgesamt bestehe jedoch auch knapp 30
Jahre nach dem ursprünglichen Trauma ein sehr gutes Zustandsbild. Nachvollziehbar
seien ebenfalls gewisse intermittierende Einschränkungen von Seiten des linken Armes,
die mit der Diskushernie C5/6 links im Zusammenhang stehen dürften (IV-act. 123 S.
22). Es bestehe jedoch eine deutliche Diskrepanz zwischen der Einschätzung des
Beschwerdeführers, nicht mehr im Erwerbsprozess tätig sein zu können und dem
Umstand, dass er einem durchaus regen Alltagsleben nachgehe. Auch das Verhalten
anlässlich der fokussierten körperlichen Untersuchung wirke teilweise etwas
demonstrativ mit intermittierend übermässigen Schmerzäusserungen, die in
vergleichbaren Situationen bei gleichzeitiger Ablenkung nicht mehr aufgetreten seien
(IV-act. 123 S. 24). Aus orthopädischer Sicht bestehe für körperlich leichte Tätigkeiten,
wo eine Hebe- und Traglimite von 10 kg nicht überschritten werde und keine
Zwangshaltung des Rumpfes, repetitive Überkopfbewegungen der Arme oder eine
vermehrte Belastung der Kniegelenke verlangt würden, eine zeitlich und
leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (IV-act.123 S. 26). Im Vergleich zur
Begutachtung durch die MEDAS-Zentralschweiz im Jahr 1997 habe sich in der
Zwischenzeit die zervikale Problematik durch das Auftreten einer Diskushernie C6/7
etwas akzentuiert. Der Verdacht auf eine mögliche Kompromittierung der Nervenwurzel
C6 links finde jedoch kein eindeutig objektivierbares klinisches Korrelat. Eine erst
kürzlich durchgeführte MR-Tomographie der Halswirbelsäule zeige auch nur eine
mögliche Kompromittierung der Nervenwurzel C6 links. Nach Aussagen des
Beschwerdeführers habe sich durch die etablierten Therapien diesbezüglich auch
bereits eine deutliche Besserung eingestellt (IV-act. 123 S. 23). Es bestehe
grundsätzlich weiterhin ein vergleichbares Zustandsbild, wie es sich bereits damals
präsentiert habe. Für körperlich adaptierte Tätigkeiten seien im MEDAS-Gutachten aus
somatischer Sicht keine Einschränkungen festgehalten worden. Die Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit sei identisch geblieben, zumal auch weiterhin in etwa vergleichbare
Befunde erhoben werden könnten (IV-act. 123, S. 23 f., S. 26 f.).
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5.2.2 Sodann konnten die Befunde, welche 1997 zur Diagnose einer
langdauernden Anpassungsstörung mit depressiver Verstimmung und Störung des
Sozialverhaltens geführt hatten, anlässlich der psychiatrischen Untersuchung beim ABI
nicht mehr festgestellt werden. Vielmehr wurden im psychiatrischen Teilgutachten
unauffällige psychopathologische Befunde beschrieben. Die Auffassungsgabe und die
Konzentrationsfähigkeiten seien nicht eingeschränkt. Hinweise für
Merkfähigkeitsstörungen und Gedächtnisstörungen hätten sich nicht gefunden. Das
Denken sei formal und inhaltlich unauffällig. Befürchtungen und Zwänge seien nicht
feststellbar. Wahnhafte Störungen, Sinnestäuschungen, Halluzinationen und Ich-
Störungen seien nicht vorhanden. Es bestünden keine zirkadianen Besonderheiten.
Ebenso bestünden keine Hinweise für sozialen Rückzug, Aggressivität, Suizidalität oder
Selbstschädigung. Die Realitätsprüfung und die Urteilsbildung seien ungestört.
Hinweise für mangelhafte Affektsteuerung und fehlende Impulsbildung seien nicht
vorhanden. Das Selbstwertgefühl sei ausgeglichen. Zeichen für eine gestörte
Intentionalität oder einen gestörten Antrieb seien nicht vorhanden (IV-act. 123 S. 15 f.).
Die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung könne nicht gestellt werden. Der
Beschwerdeführer habe nicht unter lang anhaltenden psychosozialen oder emotionalen
Belastungsfaktoren gelitten. Es handle sich um eine einfache
Schmerzverarbeitungsstörung. Das Ausmass der geklagten körperlichen Beschwerden
und die Überzeugung, aufgrund dieser Beschwerden nicht mehr arbeiten zu können,
könnten durch die somatischen Befunde nicht objektiviert werden, sodass eine
psychische Überlagerung angenommen werden müsse. Neben der
Schmerzverarbeitungsstörung könne keine weitere psychiatrische Diagnose gestellt
werden. Der Beschwerdeführer befinde sich auch nicht in psychiatrischer Behandlung.
Aus psychiatrischer Sicht könne dem Beschwerdeführer zugemutet werden, trotz der
geklagten Beschwerden die nötige Willensanstrengung aufzubringen, um ganztags
einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen (IV-act. 123 S. 16 f.). Das psychische Zu
standsbild habe sich seit der Begutachtung durch die MEDAS-Zentralschweiz ver
bessert. Eine Anpassungsstörung mit depressiver Verstimmung und Störung des
Sozialverhaltens lasse sich heute nicht mehr nachweisen. Aus heutiger Sicht könne
nicht mehr genau gesagt werden, wann im Verlauf diese Verbesserung eingetreten sei.
Spätestens ab dem Datum der Untersuchungen bestehe aus psychiatrischer Sicht
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr (IV-act. 123 S. 17, S. 27).
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5.3 Das ABI-Gutachten stützt seine Beurteilung auf sämtliche Vorakten, auf die
eigene persönliche Befragung des Beschwerdeführers und die eigenen internistischen,
orthopädischen und psychiatrischen Untersuchungen vom 22. August 2011. Das poly
disziplinäre Gutachten erfüllt sämtliche rechtsprechungsgemässen Kriterien der
Beweis-tauglichkeit. Es ist für die strittigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen
Untersuchungen, berücksichtigt die beklagten Beschwerden und ist in Kenntnis der
Vorakten abgegeben worden. Zudem sind die Ausführungen in der Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtend und
beinhalten begründete Schlussfolgerungen. Das ABI-Gutachten setzt sich mit den
früheren Einschätzungen des Gesundheitszustands, insbesondere mit dem Gutachten
der MEDAS-Zentralschweiz aus dem Jahr 1997, sowie auch mit der zwischenzeitlich
etwas akzentuierten zervikalen Problematik auseinander. Dass sich der psychische
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der Begutachtung durch die MEDAS-
Zentralschweiz wesentlich verbessert hat, erscheint aufgrund der unauffälligen psycho
pathologischen Befunde plausibel und nachvollziehbar. Dasselbe gilt für die Fest
stellung, dass sich das somatische Zustandsbild seither nicht wesentlich verändert hat,
und daher aus somatischer Sicht - wie bereits im Gutachten der MEDAS-
Zentralschweiz - von einer Arbeitsfähigkeit von 100% in einer adaptierten Tätigkeit
ausgegangen werden könne. Insgesamt sind keine Gründe ersichtlich, weshalb nicht
auf dieses neue Gutachten abgestellt werden soll.
5.4 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die ursprüngliche Rentenzusprache primär
aufgrund psychischer Beschwerden erfolgte. In Übereinstimmung mit der Beschwerde
gegnerin kann aufgrund des polydisziplinären ABI-Gutachtens vom 25. Oktober 2011
von einem verbesserten psychischen Gesundheitszustand ausgegangen werden; der
somatische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers hat sich nicht wesentlich ver
ändert. Es ist daher von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätig
keit, wie sie im Gutachten beschrieben wird, auszugehen. Somit liegt entsprechend der
Eventualbegründung der Beschwerdegegnerin ein Anpassungsgrund im Sinn von
Art. 17 Abs. 1 ATSG vor, der die Rentenaufhebung oder -herabetzung grundsätzlich
zulassen würde. Unter diesen Umständen braucht nicht näher geprüft zu werden, ob
(zusätzlich) die Voraussetzungen einer Wiedererwägung erfüllt sind.
6.
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6.1 Nachdem die anspruchswesentliche Besserung des Gesundheitszustandes im
Grundsatz feststeht, stellt sich die Frage, ob die IV-Stelle die seit Dezember 1992
laufende Invalidenrente zu Recht (ex nunc) eingestellt hat. Dies ist unter dem Aspekt
allfällig erforderlicher und durchführbarer Eingliederungsmassnahmen zu prüfen (Art. 17
Abs. 1 in Verbindung mit Art. 16 ATSG).
6.2 Das Bundesgericht geht in ständiger Rechtsprechung vom Regelfall aus, dass
eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der Selbst
eingliederung zu verwerten ist (Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 2. Auflage, Zürich 2010, S. 383).
Praktisch bedeutet dies, dass aus einer medizinisch attestierten Verbesserung der
Arbeitsfähigkeit unmittelbar auf eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit geschlossen
und damit ein entsprechender Einkommensvergleich (mit dem Ergebnis eines tieferen
Invaliditätsgrades) vorgenommen werden kann. Dennoch hat die Rechtsprechung in
besonderen Ausnahmefällen - nach langjährigem Rentenbezug - trotz medizinisch
(wieder) ausgewiesener Leistungsfähigkeit vorderhand weiterhin eine Invalidenrente
zugesprochen, bis mit Hilfe von medizinisch-rehabilitativen und/oder beruflich-
erwerblichen Massnahmen das theoretische Leistungspotential ausgeschöpft werden
kann. Es können im Einzelfall Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Anrechnung einer
medizinisch vorhandenen Leistungsfähigkeit und medizinisch zumutbaren Leis
tungsentfaltung entgegen stehen, wenn aus den Akten einwandfrei hervorgeht, dass
die Verwertung eines bestimmten Leistungspotentials ohne vorgängige Durchführung
befähigender Massnahmen allein mittels Eigenanstrengung der versicherten Person
nicht möglich ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_163/2009 vom 10. September 2010 E.
4.2.2, in: SVR 2011 IV Nr. 30 S. 86). In Präzisierung dieser Rechtsprechung hat das
Bundesgericht im Urteil 9C_228/2010 vom 26. April 2011 erkannt, dass die revisions-
oder wiedererwägungsweise Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente bei ver
sicherten Personen, welche das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr
als 15 Jahren bezogen haben, grundsätzlich nur zulässig ist, wenn die Verwaltung
zuvor Eingliederungsmassnahmen durchgeführt hat (erwähntes Urteil 9C_228/2010
vom 26. April 2011 E. 3.3, in: SVR 2011 IV Nr. 73 S. 220). Damit wird dem Umstand
Rechnung getragen, dass diese Personen auf Grund ihres fortgeschrittenen Alters und/
oder der langen Rentendauer und der daraus folgenden langjährigen Arbeitsabstinenz
in der Regel nicht selber in der Lage sind, sich dem Arbeitsmarkt zu stellen und sich
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dort selbständig wieder einzugliedern. Die Übernahme der beiden Abgrenzungskriterien
(vgl. lit. a Abs. 4 der Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 2011 [6. IV-
Revision, erstes Massnahmenpaket]) bedeutet jedoch nicht, dass die betroffenen
Rentnerinnen und Rentner einen Besitzstandsanspruch geltend machen könnten. Es
wird ihnen lediglich, aber immerhin, zugestanden, dass die Rente grundsätzlich erst
nach geleisteter Eingliederungshilfe eingestellt werden darf (erwähntes Urteil 9C_228/
2010 vom 26. April 2011 E. 3.5, in: SVR 2011 IV Nr. 73 S. 220).
6.3 Der Beschwerdeführer war im Zeitpunkt der Rentenaufhebung Y._ Jahre alt
und bezog seit Dezember 1992, mithin seit knapp 20 Jahren, eine Invalidenrente. Damit
fällt er - und zwar unabhängig davon, ob die Rente revisions- oder
wiedererwägungsweise aufgehoben wird (vgl. Erwägung 6.2) - unter den vom
Bundesgericht besonders geschützten Bezügerkreis gemäss der vorstehend
dargelegten Rechtsprechung.
6.3.1 Aus den Akten ist nicht ersichtlich, dass die Beschwerdegegnerin vor der
Aufhebung der Rente die Frage der Zumutbarkeit der Selbsteingliederung ernsthaft und
umfassend geprüft oder dem Beschwerdeführer Eingliederungsmassnahmen
angeboten hätte. Im Fall des Beschwerdeführers fällt ins Gewicht, dass er nach
Auflösung des Arbeitsverhältnisses im Jahr 1991 - abgesehen im Rahmen der
gescheiterten beruflichen Massnahmen nach Anmeldung zum Leistungsbezug - keine
Erwerbstätigkeit mehr ausgeübt hat. Dass die damaligen beruflichen Massnahmen
scheiterten, bedeutet vorliegend nicht, dass auf solche verzichtet und die Rente direkt
aufgehoben werden könnte. Bei der Durchführung der beruflichen Massnahmen war
damals unklar, inwiefern die psychischen und psychosozialen Faktoren für deren
Scheitern eine Rolle spielten (IV-act. 18-2, 25-2, 36-2). Wie sich vorstehend gezeigt hat,
bestehen beim Beschwerdeführer heute jedoch weder psychische Einschränkungen
noch psychosoziale Belastungen. Es ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass sich der verbesserte Gesundheitszustand wesentlich auf die
Durchführung erneuter Eingliederungsmassnahmen auswirkt.
6.3.2 Ferner stellt sich die Frage nach der subjektiven Eingliederungsfähigkeit
des Beschwerdeführers. Besteht, wie hier, grundsätzlich Anspruch auf Eingliederungs
massnahmen, ist nur dann von einem nachhaltig fehlenden Eingliederungswillen
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auszugehen, wenn er mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
(vgl. BGE 130 V 393 E. 3.3; 125 V 146 E. 2c mit Hinweisen; Urteil 9C_406/2011 vom
9. Juli 2012 E. 5.1) feststeht. Im ABI-Gutachten hielten die Gutachter fest, dass sich
"der Beschwerdeführer nicht mehr in der Lage sehe, irgendeiner beruflichen
Erwerbstätigkeit nachzugehen", und er darum "kaum die Motivation für
Reintegrationsmassnahmen aufbringen dürfte" (IV-act. 123, S. 28). Anderseits findet
sich im Gutachten die Aussage des Beschwerdeführers, "er wolle arbeiten, aber er
habe Probleme mit Schmerzen" (IV-act. 123, S. 26). Sodann hielten die Gutachter die
Prognose bezüglich der Rückkehr in den Arbeitsprozess im Wesentlichen aus
krankheitsfremden Gründen als sehr ungünstig (IV-act. 123, S. 28). Als solche führten
sie das nicht mehr junge Alter, die langjährige Abstinenz vom Erwerbsprozess bei
gleichzeitiger Ausrichtung von Rentenleistungen und die für den hiesigen Arbeitsmarkt
eingeschränkten ausbildungsmässigen Voraussetzungen auf (IV-act. 123, S. 27).
Gerade diesen nicht gesundheitsbezogenen Bedenken hätte mit dem Angebot von
beruflichen Massnahmen angemessen begegnet werden können. Dass der
Beschwerdeführer in gesundheitlicher Hinsicht eine von der gutachterlichen
Einschätzung abweichende Meinung vertrat, genügt für sich allein nicht, mit Blick auf
später durchzuführende Massnahmen die subjektive Eingliederungsfähigkeit in Abrede
zu stellen (vgl. Urteil 9C_368 vom 28. Dezember 2012 E. 3.2). Angesichts des
langjährigen Rentenbezugs ist es auch verständlich, dass der Beschwerdeführer von
seiner Krankheit und Behinderung überzeugt war. Am grundsätzlichen Willen einer
Arbeit nachzugehen, scheint es dem Beschwerdeführer jedoch nicht zu fehlen. Es
besteht somit keine genügende Grundlage, den Eingliederungswillen des
Beschwerdeführers zu verneinen.
7.
7.1 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Aufhebung der laufenden Rente mangels
Fähigkeit des Beschwerdeführers zur Selbsteingliederung so lange nicht gerechtfertigt
ist, als die Beschwerdegegnerin die Wiedereingliederung nicht in geeigneter Weise
aktiv gefördert und den Beschwerdeführer nicht hinreichend auf die berufliche
Eingliederung vorbereitet hat. Da die Beschwerdegegnerin bislang entsprechende
Massnahmen unterlassen hat, ist dem Beschwerdeführer die bisherige Invalidenrente
angesichts der noch mangelnden wirtschaftlichen Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit
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weiterhin auszurichten. Dies führt im Ergebnis zur Gutheissung der Beschwerde mit der
Feststellung, dass der Beschwerdeführer einstweilen weiterhin Anspruch auf die
bisherige Invalidenrente hat.
7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird mit dem Entscheid in der Sache selbst
das beschwerdeweise gestellte Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden
Wirkung der Beschwerde gegenstandslos.
7.3 Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung in Ab
weichung von Art. 61 lit. a ATSG vor dem kantonalen Versicherungsgericht kosten
pflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Entsprechend dem Ausgang
des Verfahrens sind die ermessensweise auf Fr. 600.-- festzusetzenden Gerichtskosten
von der unterliegenden Beschwerdegegnerin zu tragen.
7.4 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer Anspruch auf
Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung
der Streitsache und dem Aufwand angemessen erscheint eine Parteientschädigung
von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
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