Decision ID: 5c0352b3-bdcc-44da-890d-601334d18999
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Eheschutz
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Bülach vom 5. Februar 2020 (EE190054-C)
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Rechtsbegehren:
A. Gesuchstellerin (Urk. 30 S. 2 ff.) "1. Es sei beiden Parteien das Getrenntleben im Sinne von Art. 175
ZGB zu bewilligen. 2. Es sei die eheliche Liegenschaft an der C._-Str. ... in
D._ samt Mobiliar und Inventar der Gesuchstellerin und den gemeinsamen Kindern E._, geb. tt.mm.2012, und F._, geb. tt.mm.2013, zur alleinigen Benutzung zuzuweisen.
3. Es sei dem Gesuchsgegner eine angemessene Auszugsfrist , spätestens jedoch bis Ende September 2019, um die eheliche Liegenschaft unter Mitnahme seiner Fahrhabe und gleichzeitiger Abgabe sämtlicher Schlüssel zum Haus, zur , zum Briefkasten etc. zu verlassen, unter Androhung von Zwangsvollstreckung im Unterlassungsfalle.
4. Es seien die beiden Kinder, E._, geb. tt.mm.2012, und F._, geb. tt.mm.2013, unter der elterlichen Sorge beider  zu belassen, aber unter die alleinige Obhut der  zu stellen.
5. Es sei dem Gesuchsgegner ein erweitertes Besuchs- und  einzuräumen.
6. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, für den Sohn E._, geb. tt.mm.2012 (7-jährig), einen Barunterhalt von Fr. 1'641.00 pro Monat und einen Betreuungsunterhalt von Fr. 1'672.95 pro Monat, total Fr. 3'313.95 pro Monat und an den Unterhalt der Tochter F._, geb. tt.mm.2013 einen Barunterhalt von Fr. 1'639.00 pro Monat und einen Betreuungsunterhalt von Fr. 1'672.95 pro Monat, total Fr. 3'311.95 pro Monat zu bezahlen, zahlbar jeweils am Ersten eines jedes Monats im Voraus,  ab Auszug aus der ehelichen Wohnung, spätestens jedoch ab dem 1. Oktober 2019.
7. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, an den Unterhalt der Gesuchstellerin persönlich ab seinem Auszug aus der ehelichen Liegenschaft Fr. 1'223.57 zu bezahlen, zahlbar jeweils am Ersten eines jeden Monats im Voraus, beginnend spätestens am 1.  2019.
8. Es sei der Ehemann zu verpflichten, bis zu seinem Auszug aus der ehelichen Liegenschaft die bisherige  beizubehalten, mithin das System mit dem gemeinsamen Konto bei der ... [Bank] weiterzuführen.
9. Es sei das Familienfahrzeug der Marke Mazda 5 der  zur alleinigen Benutzung zuzuweisen. Der Gesuchsgegner sei anzuweisen, sämtliche Fahrzeugschlüssel zum Familienfahr-
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zeug auf erstes Verlangen hin der Gesuchstellerin .
10. Es seien alle anderslautenden Anträge des Gesuchsgegners , soweit und sofern sie sich nicht mit den Anträgen der Gesuchstellerin decken.
11. Alles unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge."
B. Gesuchsgegner (Urk. 32 S. 1 ff. und Prot. VI S. 12) "1. Es sei den Parteien gestützt auf Art. 175 ZGB das Getrenntleben
auf unbestimmte Zeit zu bewilligen. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Parteien seit dem 01.03.2019 getrennt leben.
2. Die gemeinsamen Kinder E._, geb. tt.mm.2012, und F._, geb. tt.mm.2013, seien unter der gemeinsamen  alternierenden Obhut der Parteien mit wechselnder  zu ungefähr gleichen Teilen zu belassen. Der zivilrechtliche Wohnsitz der gemeinsamen Kinder sei beim Gesuchsgegner , eventualiter beim Gesuchsgegner festzulegen.
Eventualiter seien die gemeinsamen Kinder E._, geb. tt.mm.2012, und F._, geb. tt.mm.2013, unter die alleinige Obhut des Gesuchsgegners zu stellen.
3. Die Betreuung der beiden Kinder sei bei alternierender Obhut wie folgt zu regeln:
Der Gesuchsgegner betreut die Kinder: In ungeraden Kalenderwochen:
Von Mittwochabend, 19.00 Uhr, bis Montagmorgen, Schul- /Kindergartenbeginn (der geraden Kalenderwochen)
In geraden Kalenderwochen: Von Mittwochabend, 18.00 Uhr, bis Samstagmorgen, 12.00 Uhr Die Gesuchstellerin betreut die Kinder wie folgt: In geraden Kalenderwochen:
Von Montagmorgen, ab Schul-/Kindergartenbeginn, bis , 18.00 Uhr und von Samstag, 12.00 Uhr, bis , 19.00 Uhr (in die ungeraden Kalenderwochen hinein).
In ungeraden Jahren verbringen die Kinder die beiden  Weihnachten (24./25.12.) mit dem Gesuchsgegner und Neujahr (31.12/01.01.) mit der Gesuchstellerin, wobei es in den geraden Jahren gerade umgekehrt ist. In den ungeraden Jahren verbringen die Kinder die Osterfeiertage von Karfreitag bis  mit dem Gesuchsgegner und Pfingstsamstag bis Pfingstmontag mit der Gesuchstellerin, wobei es in den geraden Jahren gerade umgekehrt ist.
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Ausserdem sei die Betreuungsverantwortung während den  hälftig, d.h. je 6.5 Wochen, zwischen den Parteien zu teilen. Die Parteien seien zu verpflichten, sich jeweils drei Monate vorher abzusprechen, wobei im Streitfall dem Gesuchsgegner in den Jahren mit gerader Jahreszahl und der Gesuchstellerin in den Jahren mit ungerader Jahreszahl die Entscheidungsbefugnis  soll.
Eventualiter (für den Fall, dass dem Gesuchsgegner die alleinige Obhut zugeteilt wird):
Die Gesuchstellerin sei berechtigt zu erklären, die gemeinsamen Kinder, E._, geb. tt.mm.2012, und F._, geb. tt.mm.2013, wie folgt auf ihre eigenen Kosten zu betreuen:
− Jedes zweite Wochenende von Freitag, 18.00 Uhr bis Sonntag, 18.00 Uhr
− Jede Woche donnerstags, von 12.00 Uhr bis 19.30 Uhr.
− Jedes Jahr an Weihnachten vom 25.12., 12.00 Uhr, bis zum 26.12., 11.00 Uhr
− In den Jahren mit gerader Jahreszahl am Karfreitag, von 12.00 Uhr, bis zum Ostersonntag, 18.00 Uhr, und in den  mit ungerader Jahreszahl jeweils am Ostersonntag, 18.00 Uhr, bis Ostermontag, 18.00 Uhr
− Während der Hälfte der Schulferien. Weiter sei die Gesuchstellerin zu verpflichten, die Ausübung des Ferienrechts mindestens drei Monate im Voraus mit dem  abzusprechen, wobei im Streitfall dem  in den Jahren mit gerader Jahreszahl und der  in den Jahren mit ungerader Jahreszahl die  zukommen soll. In der übrigen Zeit seien die gemeinsamen Kinder, E._, geb. tt.mm.2012, und F._, geb. tt.mm.2013, durch den  zu betreuen. Subeventualiter (für den Fall, dass der Gesuchstellerin die  Obhut zugeteilt werden soll):
Der Gesuchsgegner sei berechtigt zu erklären, die gemeinsamen Kinder, E._, geb. tt.mm.2012, und F._, geb. tt.mm.2013, wie folgt auf seine eigenen Kosten zu betreuen:
− Jedes zweite Wochenende von Freitag, 18.00 Uhr bis , Schul-/Kindergartenbeginn
− In den Wochen ohne Betreuungswochenende von , 18.00 Uhr bis Samstag, 12.00 Uhr, in den Wochen mit anschliessendem Betreuungswochenende von Mittwochabend,
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18.00 Uhr bis Freitag, 18.00 Uhr (resp. bis Montagmorgen, Schul-/Kindergartenbeginn)
− Jedes Jahr an Weihnachten vom 24.12., 10.00 Uhr, bis zum 25.12., 15.00 Uhr
− In den Jahren mit gerader Jahreszahl am Karfreitag, von 12.00 Uhr, bis zum Ostersonntag, 18.00 Uhr, und in den  mit ungerader Jahreszahl jeweils am Ostersonntag, 18.00 Uhr, bis Ostermontag, 18.00 Uhr
− Während der Hälfte der Schulferien, d.h. 6.5 Wochen. Weiter sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, die Ausübung des Ferienrechts mindestens drei Monate im Voraus mit der  abzusprechen, wobei im Streitfall dem Gesuchsgegner in den Jahren mit gerader Jahreszahl und der Gesuchstellerin in den Jahren mit ungerader Jahreszahl die Entscheidungsbefugnis zukommen soll. In der übrigen Zeit seien die gemeinsamen Kinder, E._, geb. tt.mm.2012, und F._, geb. tt.mm.2013, durch die  zu betreuen.
4. Die eheliche Liegenschaft inkl. der Parterrewohnung an der C._-Str. ... in D._ sei für die Dauer des Getrenntlebens samt Hausrat und Mobiliar dem Gesuchsgegner zur alleinigen  zuzuteilen, wobei die Gesuchstellerin berechtigt zu  sei, ihre persönlichen Gegenstände mitzunehmen.
Eventualiter, für den Fall, dass der Gesuchstellerin die  zugeteilt werden sollte, sei ihr lediglich die  in der Liegenschaft an der C._-Str. ... in D._ zur  Benutzung während der Dauer des Getrenntlebens . Der Gesuchsgegner sei schliesslich berechtigt zu erklären, seine persönlichen Sachen sowie die Hälfte des Hausrats und  mitzunehmen.
5. Die Gesuchstellerin sei unter der Androhung von  (d.h. ihr sei anzudrohen, dass sie im  gemäss Art. 292 StGB mit einer Busse von bis zu CHF 10'000.00 bestraft werde) zu verpflichten, spätestens per 30.09.2019 aus der ehelichen Liegenschaft auszuziehen und  Schlüssel (inkl. Briefkastenschlüssel und Garagenschlüssel) zur ehelichen Liegenschaft dem Gesuchsgegner per 30.09.2019 auszuhändigen.
6. Es sei festzustellen, dass weder ein Betreuungsunterhalt noch ein Barunterhalt zur Deckung des Bedarfs für die gemeinsamen , E._, geb. tt.mm.2012, und F._, geb. tt.mm.2013,  ist.
Es sei weiter festzuhalten, dass der Gesuchsgegner für die  anfallenden Kosten der Kinder alleine aufkommt und die
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allfälligen Kinderzulagen vom Gesuchsgegner bezogen werden und zwecks Deckung des Barbedarfs der Kinder (regelmässig  Kinderkosten) bei ihm verbleiben.
Die ausserordentlichen Kinderkosten (z.B. Nachhilfe, , etc.) die CHF 300.00 pro Ausgabeposition übersteigen,  vom Gesuchsgegner zu drei Viertel und von der Gesuchstellerin zu einem Viertel zu übernehmen. Über diese Kosten haben sich die Parteien vorgängig zu einigen, ansonsten derjenige Elternteil, welcher die Kosten initiiert hat, diese vorerst alleine zu tragen hat.
7. Das Fahrzeug, Mazda M5, mit dem Wechselnummernschild ZH ... sei für die Dauer des Getrenntlebens dem Gesuchsgegner zur  Benutzung zuzuteilen.
8. Es sei davon abzusehen, die eine Partei zu verpflichten, der  persönliche Unterhaltsbeiträge während der Dauer des  zu bezahlen.
9. Die Parteien seien aufzufordern, mindestens für die Dauer von 6 Monaten eine kindesorientierte Mediation zu besuchen. Das  sei für die Dauer der angeordneten Mediation zu sistieren und deren Kosten je hälftig von den Parteien zu übernehmen.
10. Es sei die Gütertrennung per 08.05.2019 (Datum Eingang ) anzuordnen.
11. Sämtliche gegenteilig lautende Rechtsbegehren der  seien abzuweisen.
12. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. gesetzlicher MWST) zu Lasten der Gesuchstellerin."
Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Bülach vom 5. Februar 2020:
(Urk. 62 S. 47 ff. = Urk. 66 S. 47 ff.)
1. Den Parteien wird das Getrenntleben bewilligt.
2. Die Obhut für die Kinder E._, geboren am tt.mm.2012, und F._,
geboren am tt.mm.2013, wird der Gesuchstellerin zugeteilt.
3. Der Gesuchsgegner wird berechtigt, die Kinder wie folgt auf eigene Kosten
zu sich oder mit sich auf Besuch bzw. in die Ferien zu nehmen:
− jede Woche von Dienstag, Schulschluss, bis Mittwoch, Schulbeginn − in ungeraden Kalenderwochen von Freitag, Schulschluss, bis Montag,
Schulbeginn
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− in geraden Jahren von Karfreitag, 12:00 Uhr, bis Ostermontag, 20:00 Uhr
− in ungeraden Jahren von Pfingstsamstag, 12:00 Uhr, bis , 20:00 Uhr
− jährlich am 26. Dezember von 12:00 Uhr bis 20:00 Uhr − jährlich vier Wochen während den Schulferien
Bei Nichteinigung über den Zeitpunkt der Ausübung des Ferienbesuchs-
rechts hat in geraden Jahren die Gesuchstellerin und in ungeraden Jahren
der Gesuchsgegner das entsprechende Wahlrecht. Dieses ist spätestens
drei Monate zum Voraus auszuüben.
4. Die Wohnung im Erdgeschoss, der baulich abgetrennte Raum im Oberge-
schoss (heute Büro), der Garten und die Garage an der C._-Str. ... in
D._ sowie Mobiliar und Hausrat (ausgenommen persönliche Gegen-
stände des Gesuchsgegners) werden für die Dauer des Getrenntlebens der
Gesuchstellerin zur alleinigen Benutzung zugewiesen.
Dem Gesuchsgegner wird eine Auszugsfrist von drei Monaten ab Rechts-
kraft des Urteils angesetzt, unter Androhung der Zwangsvollstreckung im
Unterlassungsfall.
5. Das Auto Mazda 5 wird mit dem Nummernschild ZH ... für die Dauer des Ge-
trenntlebens der Gesuchstellerin zu alleinigen Benutzung auf ihre alleinigen
Kosten zugewiesen.
6. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, für die Kinder E._ und F._ ab
seinem Auszug aus der ehelichen Wohnung monatliche Unterhaltsbeiträge
von je Fr. 1'720.– zuzüglich von ihm bezogene gesetzliche oder vertragliche
Familienzulagen zu bezahlen (davon je Fr. 604.– als Betreuungsunterhalt),
zahlbar jeweils auf den Ersten eines Monats im Voraus an die
Gesuchstellerin, solange die Kinder in deren Haushalt leben, keine selb-
ständigen Ansprüche gegen den Gesuchsgegner stellen und keine andere
Zahlstelle bezeichnen.
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Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, die folgenden Kosten der in Ziffer 4
genannten ehelichen Wohnung nach seinem Auszug allein zu begleichen:
Hypothekarzinsen, Heizöl, Kaminfeger, Wasser/Abwasser, Gebäudeversi-
cherungen und Abfallgebühren. Dadurch gilt seine Unterhaltspflicht im Um-
fang von monatlich Fr. 594.– als getilgt.
7. Der Antrag des Gesuchsgegners, es sei die Gütertrennung anzuordnen,
wird abgewiesen.
8. Der Antrag des Gesuchsgegners, es seien die Parteien zu einer Mediation
zu verpflichten, wird abgewiesen.
9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 4'000.– ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 390.– Dolmetscherkosten
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
10. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt.
11. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
12. (Mitteilung.)
13. (Rechtsmittel.)
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Berufungsanträge:
A. Gesuchsgegner und Berufungskläger (Urk. 65 S. 2 ff.): "1. Das Urteil vom 5. Februar 2020 des Bezirksgerichts Bülach (Ge-
schäfts-Nr. EE190054) sei bezüglich Dispositivziffer 2, 3, 4 [ Büro im OG, Garage und Garten], 6, 10 und 11  und wie folgt abzuändern:
2. Die gemeinsamen Kinder E._, geb. tt.mm.2012, und F._, geb. tt.mm.2013, seien unter der /alternierenden Obhut der Parteien mit wechselnder  zu ungefähr gleichen Teilen zu belassen.
Der zivilrechtliche Wohnsitz der gemeinsamen Kinder sei beim Gesuchsgegner beizubehalten, eventualiter beim Gesuchsgegner festzulegen.
3. Die Betreuung der beiden Kinder sei wie folgt zu regeln: - Der Vater betreut die Kinder in den ungeraden Kalenderwo-
chen von Mittwochabend, 18.00 Uhr, bis Montagmorgen Schul-/Kindergartenbeginn;
- Der Vater betreut die Kinder in den geraden  von Mittwochabend, 18.00 Uhr, bis Samstag, 12.00 Uhr;
- Die Mutter betreut die Kinder in den geraden  von Montagmorgen Schul-/Kindergartenbeginn, bis Mittwochabend, 18.00 Uhr;
- Die Mutter betreut die Kinder in den ungeraden  von Samstag 12.00 Uhr bis Mittwochabend (in die  Kalenderwochen hinein);
- In Jahren mit gerader Jahreszahl verbringen die Kinder die beiden Doppelfeiertage Weihnachten 24./25. Dezember mit dem Vater und Neujahr 31.12./1.1. mit dem Vater. In den Jahren mit gerader Jahreszahl verbringen die Kinder die beiden Doppelfeiertage Weihnachten 24./25. Dezember mit dem Vater und Neujahr 31.12./1.1. mit der Mutter.
- In den Jahren mit gerader Jahreszahl verbringen die Kinder die Osterfeiertage von Karfreitag bis Ostermontag mit dem Vater und Pfingstsamstag bis Pfingstmontag mit der Mutter, in den Jahren mit ungerader Jahreszahl verbringen die  die Osterfeiertage von Karfreitag bis Ostermontag mit der Mutter und Pfingstsamstag bis Pfingstmontag mit dem Vater.
- Ausserdem betreuen die Eltern die Kinder je hälftig während den Schulferien, d.h. je 6.5 Wochen pro Jahr. Die Parteien seien zu verpflichten, sich jeweils drei Monate vorher abzu-
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sprechen, wobei im Streitfall dem Gesuchsgegner in den Jahren mit gerader Jahreszahl und der Gesuchstellerin in den Jahren mit ungerader Jahreszahl die  betreffend die Ferienaufteilung zukommt.
4. Der baulich abgetrennte Raum im OG (heute "Büro OG") sei für die Dauer des Getrenntlebens dem Berufungskläger zur  Benutzung zuzuweisen.
Der Garten und die Garage an der C._-Str. ... in D._ sei für die Dauer des Getrenntlebens beiden Parteien zur  Nutzung zuzuweisen.
5. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, für die Kinder E._ und F._ ab seinem Auszug aus der ehelichen Wohnung  Unterhaltsbeiträge von je CHF 650.00 zuzüglich von ihm bezogene gesetzliche oder vertragliche Kinder- und  zu bezahlen (davon CHF 0.00 als Betreuungsunterhalt).
Die Gesuchstellerin sei zu verpflichten mit dem monatlichen  die monatlichen Krankenkassenkosten, , Fremdbetreuungskosten [exkl. Ferienbetreuung] sowie die Hobbies der Kinder zu bezahlen.
Die Unterhaltsbeiträge sind zahlbar jeweils monatlich im Voraus auf den Ersten eines Monats an die Gesuchstellerin.
6. Der Gesuchsgegner sei nach seinem Auszug aus der ehelichen Wohnung zusätzlich zur Unterhaltsverpflichtung gemäss Ziff. 5 vorstehend zu verpflichten, nachfolgende Kosten der (nach  Auszug) nur noch von der Gesuchstellerin bewohnten -Wohnung im EG der Liegenschaft C._-Str. ... in D._, direkt an die betreffenden Dritten zu begleichen: , Heizöl, Kaminfeger, Wasser/Abwasser,  und Abfallgebühren.
7. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 7.7% ) zu Lasten der Berufungsbeklagten."
B. Gesuchstellerin und Berufungsbeklagte (Urk. 76 S. 2):
"1. Es sei die Berufung des Gesuchsgegners und Berufungsklägers
vollumfänglich abzuweisen. 2. Es sei damit das Urteil des Bezirksgerichts Bülach, Einzelgericht,
vom 5. Februar 2020 (Geschäftsnummer EE190054-C)  zu bestätigen.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des  und Berufungsklägers."
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Erwägungen:
A. Prozessgeschichte
1. Die Parteien haben am tt. Juni 2012 geheiratet und sind Eltern der gemein-
samen Kinder E._, geboren am tt.mm.2012, und F._, geboren am
tt.mm.2013 (Urk. 12/1). Mit Eingabe vom 7. Mai 2019 machte die Gesuchstellerin
und Berufungsbeklagte (nachfolgend: Gesuchstellerin) das vorliegende Ehe-
schutzverfahren bei der Vorinstanz anhängig (Urk. 1). Der weitere Prozessverlauf
vor erster Instanz kann den Erwägungen des angefochtenen Urteils vom
5. Februar 2020 entnommen werden (Urk. 66 S. 7).
2. Mit Eingabe vom 27. Februar 2020 erhob der Gesuchsgegner und Beru-
fungskläger (nachfolgend: Gesuchsgegner) fristgerecht Berufung mit den vorste-
hend aufgeführten Anträgen (Urk. 63 und Urk. 65). Nachdem der mit Verfügung
vom 6. April 2020 eingeforderte Kostenvorschuss (Urk. 71) rechtzeitig per Valuta
14. April 2020 geleistet (Urk. 72) und die Berufungsantwort vom 6. Mai 2020
(Urk. 76) innert der mit Verfügung vom 24. April 2020 angesetzten Frist erstattet
(Urk. 75) und dem Gesuchsgegner mit Verfügung vom 18. Mai 2020 zur Kennt-
nisnahme zugestellt worden war (Urk. 79), ersuchte letzterer mit Eingabe vom
2. Juni 2020 um superprovisorischen Erlass vorsorglicher Massnahmen (Urk. 80).
Diese Begehren wurden mit Beschluss vom 5. Juni 2020 abgewiesen (Urk. 84)
und die Parteien nach Eingang einer persönlichen Stellungnahme der Gesuch-
stellerin (Urk. 86-87) auf den 13. Juli 2020 zu einer Vergleichsverhandlung vorge-
laden (Urk. 88). Der anlässlich dieser Verhandlung von den Parteien abgeschlos-
sene Vergleich (Prot. S. 9; Urk. 91) wurde innert der vereinbarten Widerrufsfrist
vom Gesuchsgegner widerrufen (Urk. 92), woraufhin diesem Frist zur Stellung-
nahme zur letzten Eingabe der Gesuchstellerin angesetzt wurde (Urk. 93). Die
danach erfolgten Stellungnahmen der Parteien wurden der Gegenseite jeweils
zugestellt (Urk. 96; Urk. 100-102; Urk. 111; Urk. 113; Urk. 115, Urk. 121 und
Urk. 124), ebenso das Protokoll der mit Beschluss vom 2. September 2020 ange-
ordneten (Urk. 103) und nach Abweisung der entsprechenden Anträge des Ge-
suchsgegners (Urk. 107B und Urk. 108) am 21. September 2020 durchgeführten
Kinderanhörung (Prot. S. 15 ff. und Urk. 113).
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3. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-64). Das Verfahren
erweist sich als spruchreif.
B. Prozessuales
1. Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens sind die Dispositivzif-
fern 2-3, 6 und 10-11 des angefochtenen Urteils sowie die in Dispositivziffer 4
vorgenommene Zuweisung des Gartens, der Garage und des baulich abgetrenn-
ten Raums im Obergeschoss der Liegenschaft an der C._-Str. ... in D._
(Urk. 65 S. 2). Der übrige Teil von Dispositivziffern 4 sowie die Dispositivziffern 1,
5 und 7-9 blieben demnach unangefochten, weshalb sie in Rechtskraft erwachsen
sind (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Dies ist vorzumerken.
2. Mit der Berufung kann die unrichtige Rechtsanwendung und die unrichtige
Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-
fungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfra-
gen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheits-
prüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1).
3. In der schriftlichen Berufungsbegründung (Art. 311 ZPO) ist hinreichend ge-
nau aufzuzeigen, inwiefern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen
Punkten als fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Mängel lei-
det. Dies setzt die genügende Bezeichnung der angefochtenen vorinstanzlichen
Erwägungen sowie eine argumentative Auseinandersetzung mit diesen voraus
(vgl. BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013, E. 3.2;
BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai 2015, E. 2.1). Was nicht oder nicht in einer den
gesetzlichen Begründungsanforderungen entsprechenden Weise beanstandet
wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden; diese hat
sich – abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurtei-
lung der Beanstandungen zu beschränken, die in der schriftlichen Begründung
formgerecht gegen den erstinstanzlichen Entscheid erhoben werden (vgl.
BGer 5A_111/2016 vom 6. September 2016, E. 5.3). Insofern erfährt der Grund-
satz "iura novit curia" (Art. 57 ZPO) im Berufungsverfahren eine Relativierung (BK
ZPO-Hurni, Art. 57 N 21 und N 39 ff.; Glasl, DIKE-Komm-ZPO, Art. 57 N 22). Un-
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geachtet dessen ist die Berufungsinstanz bei der Rechtsanwendung weder an die
in den Parteieingaben geltend gemachten Argumente noch an die Erwägungen
der Vorinstanz gebunden (BGer 2C_124/2013 vom 25. November 2013, E. 2.2.2;
Reetz/Hilber, in: Sutter-Somm et al., ZPO-Komm., Art. 318 N 21; Seiler, Die Beru-
fung nach ZPO, 2013, N 1507). Die dargelegten Anforderungen an die Begrün-
dung einer Berufung gelten sinngemäss auch für die Berufungsantwort (BGer
4A_580/2015 vom 11. April 2016, E. 2.2, nicht publiziert in BGE 142 III 271).
4. Betreffend Kinderbelange gelten die Offizial- und Untersuchungsmaxime
(Art. 55 Abs. 2 ZPO; Art. 58 Abs. 2 ZPO; Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO). Das Gericht
ist demgemäss nicht an die Anträge und tatsächlichen Vorbringen der Parteien
gebunden (BGE 128 III 411 E. 3.2.1 und BGE 137 III 617 E. 4.5.2) und auch das
Verbot der reformatio in peius greift nicht (BSK ZPO-Mazan/Steck, Art. 296
N 30b). Diese Maximen wirkt umfassend, d.h. zugunsten sämtlicher Parteien
(BGer 5A_745/2014 vom 16. März 2015, E. 2.3 mit weiteren Hinweisen). Trotz
Untersuchungs- und Offizialmaxime haben die Parteien das Tatsächliche vorzu-
tragen und bei der Sammlung des massgebenden Prozessstoffs mitzuwirken.
Insbesondere obliegt es ihnen, dem Gericht das Tatsachenmaterial mit vollständi-
gen und bestimmten Behauptungen zu unterbreiten und die Beweismittel zu be-
zeichnen (Mitwirkungspflicht; BGer 5A_357/2015 vom 19. August 2015, E. 4.2).
Dies gilt verstärkt bei anwaltlicher Vertretung beider Parteien (OGer ZH LE190027
vom 18. Dezember 2019, E. B/3 mit weiteren Hinweisen).
5. Schliesslich können die Parteien bei Verfahren betreffend Kinderbelange im
Berufungsverfahren auch dann neue Tatsachen und Beweismittel vorbringen,
wenn die Voraussetzungen nach Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144
III 349 E. 4.2.1). Die von den Parteien erstmals im Berufungsverfahren einge-
reichten Urkunden sowie die daraus abgeleiteten Vorbringen können somit
grundsätzlich berücksichtigt werden.
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C. Obhut und Betreuungsanteile
1. Die Vorinstanz verwarf die Möglichkeit der Anordnung einer alternierenden
Obhut im Wesentlichen mit Verweis auf die komplett gegensätzlichen Sachver-
haltsdarstellungen der Parteien und die zahlreich vorgetragenen Anschuldigungen
sowie den Umstand, dass die Parteien der Gegenseite in finanziellen Belangen
wesentlich weniger zubilligen würden als sich selbst. Aus diesen Gründen sei da-
ran zu zweifeln, dass sie sich auch in den kleinen Fragen des Alltags laufend ei-
nig würden, was bei einer alternierenden Obhut jedoch erforderlich wäre (Urk. 66
S. 13 ff.).
2. Nach Ansicht des Gesuchsgegners habe die Vorinstanz bei der Zuteilung
der alleinigen Obhut an die Gesuchstellerin den Kriterien Kontinuität und Eigenbe-
treuungskapazität zu viel Gewicht beigemessen. Abgesehen vom Umstand, dass
die Parteien nie eine klassische Rollenteilung gelebt hätten und die Kinder ohne-
hin an mindestens zwei Tagen fremdbetreut würden, gebiete die Kommunikati-
onsstörung von F._ (selektiver Mutismus) die Anordnung einer alternieren-
den Obhut. Aufgrund der vorinstanzlichen Regelung würde das im Alltag ohnehin
bereits sehr begrenzte Umfeld von F._ abgesehen vom Dienstagabend fak-
tisch auf die Gesuchstellerin reduziert, was ihrer persönlichen und sprachlichen
Entwicklung abträglich sei, namentlich auch da die Gesuchstellerin mit den Kin-
dern ausschliesslich Portugiesisch spreche (Urk. 65 S. 9-14). Auch die weiteren
vom Bundesgericht genannten Kriterien würden für eine alternierende Obhut
sprechen, so insbesondere die Kommunikation und Kooperation der Parteien. Sie
würden die eheliche Wohnung nach wie vor als Familie bewohnen, was zumeist
gut funktioniere und nebst dem gemeinsamen Abendessen auch weitere gemein-
same Aktivitäten beinhalte. Darüber hinaus gestalte sich die Aufteilung der Be-
treuungszeiten sowie der Ferien und Feiertage problemlos und auch die Kommu-
nikation der Parteien sei einwandfrei. Mehrmals täglich würden sie die Kinder be-
treffende Themen telefonisch besprechen und sich diesbezüglich sämtliche In-
formationen weiterleiten (Urk. 65 S. 14-17). Auch nach dem Umzug des Ge-
suchsgegners in die Einliegerwohnung sei die Wohnsituation geradezu prädesti-
niert für eine alternierende Obhut (Urk. 65 S. 27). In Zusammenhang mit der Kon-
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tinuität merkt der Gesuchsgegner schliesslich an, dass er im Jahr 2016 gar nicht
und im Jahr 2017 zum grössten Teil nicht berufstätig gewesen sei und die Kinder
sich deshalb eine aufgeteilte Betreuungsverantwortung gewohnt seien. Dies sei
von der Vorinstanz unberücksichtigt geblieben (Urk. 65 S. 27 f.).
3. Die Gesuchstellerin stellt sich ihrerseits auf den Standpunkt, eine gesunde
Kommunikation zwischen den Parteien sei nicht möglich. Die vom Gesuchsgeg-
ner eingereichte WhatsApp-Kommunikation sei von diesem bewusst zu Prozess-
zwecken gestaltet worden und die einzelnen Nachrichten zudem aus dem Zu-
sammenhang gerissen (Urk. 76 S. 8, S. 10 und S. 29 f.). Der Gesuchsgegner ver-
suche, sie psychisch zu zermürben und aus dem Haus zu treiben (Urk. 76 S. 6 f.
und S. 10 ff.). Dies beabsichtige er auch mit seinem Umzug in die Einliegerwoh-
nung zu bewirken (Urk. 76 S. 14). Im Übrigen sei es dem Gesuchsgegner nicht
möglich, nebst seinem Vollzeitpensum und mit den ihm zustehenden fünf Ferien-
wochen die Kinder hälftig zu betreuen. Die Verlegung der Arbeitstätigkeit ins
Homeoffice vermöge an diesem Umstand nichts zu ändern, wobei die entspre-
chenden Anträge ohnehin darauf gerichtet seien, die Kinder durch die Grosseltern
betreuen lassen zu können (Urk. 76 S. 15 f. und S. 23). Die Kinder würden ge-
genwärtig durch die Grosseltern und im Hort nur an zwei Halbtagen fremdbetreut.
Die Parteien hätten nach der Arbeitslosigkeit des Gesuchsgegners zudem eine
klassische Zuverdienerehe gelebt (Urk. 76 S. 19 f.). Die Kommunikationsstörung
von F._ würde vom Gesuchsgegner aus prozesstaktischen Gründen drama-
tisiert. F._ sei ein fröhliches und glückliches Kind, benötige jedoch oft die
Mutter. Es treffe zu, dass sie mit den Kindern Portugiesisch spreche, diese wür-
den ihr allerdings auf Deutsch antworten. Im Übrigen seien die Kinder im Kinder-
garten bzw. in der Schule und in der Nachbarschaft gut integriert (Urk. 76 S. 20
f.). Die Gesuchstellerin erachtet sodann den Umzug des Gesuchsgegners in die
Einliegerwohnung unter Bezugnahme auf Dr. med. G._ als suboptimal. Es
zeige sich überdies, dass er entgegen seiner steten Behauptungen gar nie eine
Wohnung gesucht habe (Urk. 76 S. 24 f.). In gleicher Weise äussert sich die Ge-
suchstellerin auch nach dem Umzug des Gesuchsgegner in die Einliegerwohnung
(Urk.85, Urk. 87 und Urk. 102).
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4. Bei gemeinsamer elterlicher Sorge ist auf Begehren eines Elternteils oder
des Kindes die Anordnung einer alternierenden Obhut zu prüfen (Art. 298 Abs. 2ter
ZGB; BGE 142 III 612 E. 4.2 mit weiteren Hinweis). Das Gesetz definiert nicht, bei
welchen Betreuungsverhältnissen von einer alternierenden Obhut auszugehen ist.
Bezeichnenderweise hielt das Bundesgericht in diesem Zusammenhang fest,
Doktrin und Rechtsprechung seien einigermassen ratlos ob der Konfusion, die der
Gesetzgeber zumindest begrifflich verursacht habe. Die Bedeutung der "Obhut"
reduziere sich auf die "faktische Obhut", daher auf die Befugnis zur täglichen Be-
treuung des Kindes und auf die Ausübung der Rechte und Pflichten im Zusam-
menhang mit seiner Pflege und laufenden Erziehung (BGer 5A_418/2019 vom
29. August 2019, E. 3.5.2). In diesem Sinne wurde früher bereits klargestellt, dass
Art. 298 Abs. 2ter ZGB nicht nur bei einer hälftigen Betreuung zur Anwendung ge-
lange, sondern auch dann zum Tragen komme, wenn ein Elternteil sein Kind auch
unter der Woche betreuen wolle, anstatt es nur übers Wochenende zu sich auf
Besuch zu nehmen (BGer 5A_373/2018 vom 8. April 2019, E. 3.1). Letztlich ist
einzig die konkrete Ausgestaltung der Betreuungsanteile von tatsächlichem Inte-
resse und nicht deren Bezeichnung für sich genommen (vgl. BGer 5A_418/2019
vom 29. August 2019, E. 3.5.2). Die Erziehungsfähigkeit beider Eltern vorausge-
setzt, ist dabei der dem Kindeswohl am ehesten entsprechenden Lösung der Vor-
zug zu geben. Die Bedeutsamkeit der weiter in Betracht kommenden Beurtei-
lungskriterien ist anhand der konkreten Umstände zu bestimmen, wobei gemein-
hin die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit der Eltern, die geografischen
Gegebenheiten, die bisherige Betreuungssituation, das Alter des Kindes und die
von ihm geäusserten Wünsche, seine Beziehungen zu Geschwistern und seine
Einbettung in das weitere soziale Umfeld sowie die Möglichkeit der persönlichen
Betreuung durch die Eltern genannt werden (BGer 5A_312/2019 vom 17. Oktober
2019, E. 2.1.2, in: FamPra.ch 2020 S. 226 f.).
5. Zuteilung der Obhut
5.1 Die vorinstanzlich angenommene Erziehungsfähigkeit (Urk. 66 S. 15) wird
von den Parteien nicht substantiiert in Frage gestellt. Die vereinzelt anderslauten-
den Vorbringen der Gesuchstellerin (Urk. 76 S. 9 f. und S. 15 und Urk. 87 S. 2)
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bleiben von pauschaler Natur und erweisen sich damit als offensichtlich ungenü-
gend. Die Parteien sind folglich vorbehaltlos als erziehungsfähig zu erachten.
5.2 Rechtsprechungsgemäss ist der elterliche Konflikt in Zusammenhang mit
der Prüfung einer alternierenden Obhut grundsätzlich nur dann beachtlich, wenn
sich dieser, abgesehen von der Frage der Betreuungsregelung, auf andere Kin-
derbelange bezieht und aus diesem Grunde das Kindeswohl gefährdet wird
(BGer 5A_312/2019 vom 17. Oktober 2019, E. 2.3.1 ff.). Die Begründung der Vor-
instanz erweist sich unter diesem Aspekt als ungenügend. Nicht nur äussert sie
sich nicht zur konkreten Auswirkung des Elternkonflikts auf die Kinderbelange,
sondern begründet die einer alternierenden Obhut entgegenstehenden Differen-
zen der Parteien einzig gestützt auf deren Verhalten im Prozess. In welchem
Masse das Prozessverhalten Rückschlüsse auf den Alltag der Parteien zulässt,
kann dahingestellt bleiben, zumal sogleich zu zeigen sein wird, dass vorliegend
der Elternkonflikt trotz seiner Ausprägung einer alternierenden Obhut nicht entge-
gensteht.
5.2.1 Während der Gesuchsgegner unter anderem durch Vorlage und Kommen-
tierung unzähliger Email- und WhatsApp-Nachrichten sowie Fotos die hervorra-
gende Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit der Parteien aufzuzeigen ver-
sucht (Urk. 65 S. 17 ff.; Urk. 69/4-64; Urk. 80 S. 10 ff.; Urk. 83/1 und Urk. 83/4-
41), konzentriert sich die Gesuchstellerin auf die Darlegung der ihrer Ansicht nach
zwischen den Parteien bestehenden Kommunikations- und Kooperationsproble-
me (Urk. 76 S. 6 ff.).
5.2.2 In Zusammenhang mit der Kinderanhörung offenbarte sich der äusserst
sorgsame Umgang, den beide Parteien mit ihren Kindern pflegen. Sie zeigten sich
besorgt ob der belastenden Auswirkung der Anhörung (Urk.107B und Urk. 108A),
bereiteten die Kinder zusammen mit deren Psychologin auf diese vor (Urk. 121
S. 4) und begleiteten sie schliesslich gemeinsam ans Gericht (Prot. S. 15). Dieser
Eindruck wird durch die Akten zahlreich bestätigt. Offensichtlich gelingt es den
Parteien in einer bemerkenswerten Art und Weise, ihren durchaus intensiven
Konflikt ausschliesslich auf der Elternebene zu behalten und auszutragen und die
Kinder weitgehend davon fernzuhalten. Nicht nur organisierten sie den gemein-
- 18 -
samen Haushalt während dem laufenden Eheschutzverfahren so, dass sie beide
weiter darin leben konnten, ohne dass es vor den Kindern zu grösseren Eskalati-
onen gekommen ist, sondern sie hielten sogar das Scheitern ihrer Paarbeziehung
lange Zeit vor den Kindern fern (Prot. VI S. 42; Urk. 65 S. 16 f.; Urk. 66 S. 20; Urk.
76 S. 7 und S. 26 f.). Exemplarisch für diesen bemerkenswerten Umgang mit ih-
rem Konflikt sei die gemeinsame Weihnachtsfeier erwähnt (Urk. 65 S. 19 und Urk.
69/20 Urk. 69/36) und die Übereinkunft, dass der nicht betreuende Elternteil je-
weils das Haus verlassen würde (Urk. 69/5; Urk. 76 S. 9), genauso wie der Beizug
zahlreicher Fachpersonen zur Unterstützung bei der Konfliktbewältigung (Urk. 30
S. 13 f. und Urk. 33/2-5). Auch nachdem der Gesuchsgegner in die Einliegerwoh-
nung gezogen war, fanden die Parteien zum Wohle der Kinder funktionierende
Lösungen für das sicherlich oftmals herausfordernde gemeinsame Leben unter
einem Dach (Prot. S. 17; Urk. 96 S. 1 ff.). Schliesslich ist durch die zahlreich ein-
gereichten Belege der Kommunikation der lösungsorientierte Umgang der Partei-
en in Bezug auf die Kinder dokumentiert (u. a. Urk. 69/17-18, Urk. 69/20, Urk.
69/40, Urk. 69/45, Urk. 69/48 und Urk. 69/55 sowie Urk. 83/1, Urk. 83/12, Urk.
83/14 und Urk. 83/37). Wenngleich der eben geschilderte vorbildliche Umgang
von beiden Parteien mit ihrem Konflikt hervorgehoben sei, so versteht sich von
selbst, dass diese stetige Selbstbeherrschung sicherlich auch ein wahrer Kraftakt
war, zumal die Parteien über längere Zeit in unmittelbarer Nähe lebten. In diesem
Sinne ist die durch den Umzug der Gesuchstellerin bewirkte Vergrösserung der
räumliche Distanz zwischen den Parteien zu begrüssen.
5.2.3 Zusammenfassend sind die Parteien als genügend kooperations- und
kommunikationsfähig zu erachten, damit sich die mit einer unterwöchigen Betreu-
ung durch beide Parteien einhergehenden Kommunikationsschwierigkeiten nicht
zu Lasten der Kinder auswirken. Der Elternkonflikt steht einer alternierenden Ob-
hut folglich nicht entgegen, da die Parteien diesen bislang ausschliesslich auf der
Elternebene ausgetragen haben. Auch zukünftig sind sie gehalten, sich zum Wohl
der Kinder entsprechend zu verhalten.
5.3 Die Gesuchstellerin stellt die Ausführungen des Gesuchsgegners in Frage,
wonach er neben seiner Arbeit die Kinder im gewünschten Umfang persönlich be-
- 19 -
treuen könne (Urk. 76 S. 15 f. und S. 23), was der Gesuchsgegner seinerseits in-
des beteuert (Urk. 80 S. 21).
5.3.1 Die Möglichkeit der Eltern, das Kind persönlich zu betreuen, spielt haupt-
sächlich dann eine Rolle, wenn spezifische Bedürfnisse des Kindes eine persönli-
che Betreuung notwendig erscheinen lassen oder wenn ein Elternteil selbst in den
Randzeiten (morgens, abends und an den Wochenenden) nicht bzw. kaum zur
Verfügung stünde; ansonsten ist von der Gleichwertigkeit von Eigen- und Fremd-
betreuung auszugehen (Urteil 5A_241/2018 vom 18. März 2019, E. 5.1 f.; BGer
5A_312/2019 vom 17. Oktober 2019, E. 2.1.2; vgl. auch BGE 144 III 481 E. 4.6.3
und E. 4.7).
5.3.2 Aufgrund des Vollzeitpensums des Gesuchsgegners sind seine Betreu-
ungsmöglichkeiten sicherlich eingeschränkter als jene der Gesuchstellerin. Der
Gesuchsgegner äusserte indes stets den Willen, die Kinder persönlich betreuen
zu wollen, und zog hierfür auch eine Reduktion seines Arbeitspensums in Be-
tracht (Urk. 32 S. 27, Urk. 33/17 und Prot. VI S. 22 und S. 65). Auch vermehrte
Homeofficetätigkeit scheint möglich (Urk. 65 S. 28). Der Gesuchsgegner nahm die
ihm erstinstanzlich zugestandene Betreuungsverantwortung durchwegs persön-
lich wahr (vgl. Urk. 102 S. 2). Zudem stand er während des Lockdowns von Mitte
März 2020 bis Mitte Mai 2020 offenbar an zweieinhalb Tagen für die Betreuung
der Kinder persönlich zur Verfügung und erledigte nebenher seine Arbeit (Urk. 80
S. 6 ff.; vgl. auch Urk. 87 S. 2). Es trifft zu, dass bei F._ aufgrund ihrer Kom-
munikationsstörung die persönliche Betreuung zu bevorzugen ist, Fremdbetreu-
ung in beschränktem Umfang ist indes dennoch nicht als gefährdend zu erachten.
Im Übrigen kann eine allfällige Betreuung durch die Eltern des Gesuchsgegners
nicht mit einer institutionellen Fremdbetreuung gleichgesetzt werden, zumal die
Eltern des Gesuchsgegners während des Zusammenlebens der Parteien regel-
mässig Betreuungsaufgaben wahrnahmen und es sich bei ihnen insoweit auch
um Vertrauenspersonen der Kinder handelt (Urk. 66 S. 18; vgl. BGer
5A_888/2016 vom 20. April 2018, E. 3.3.3).
5.3.3 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass beide Parteien auch
unter der Woche persönlich für die Betreuung der Kinder zur Verfügung stehen,
- 20 -
wobei der Gesuchstellerin aufgrund ihres tieferen Arbeitspensums mehr Kapazitä-
ten zukommen, der Gesuchsgegner indes nötigenfalls die Unterstützung seiner
Eltern beanspruchen kann. Auch unter dem Aspekt der persönlichen Betreu-
ungsmöglichkeit ist eine unterwöchige mehrtätige Betreuung von beiden Elterntei-
len daher ohne weiteres möglich.
5.4 Gemäss den Erwägungen der Vorinstanz sei das Kriterium der Kontinuität
vorliegend besonders gewichtig (Urk. 66 S. 10 und S. 15). Nach detaillierter Dar-
legung eines gewöhnlichen Wochenablaufs der Parteien stellte sie fest, dass die
Kinder im Alltag weitgehend von der Gesuchstellerin betreut worden seien, wenn-
gleich auch der Gesuchsgegner gewisse Alltagsaufgaben wahrgenommen habe
(Urk. 66 S. 16 ff.). Der Gesuchsgegner wendet sich nicht grundsätzlich gegen
diese Erwägungen, gibt jedoch zu bedenken, dass er im Alltag der Kinder stets
ein verfügbarer und sehr präsenter Vater gewesen sei, nicht zuletzt da er in den
Jahren 2016 und 2017 keiner Arbeit nachgegangen und ausschliesslich zuhause
bei den Kindern gewesen sei (Urk. 65 S. 27 f.).
5.4.1 Trennen sich die Eltern, so ist nach bundesgerichtlicher Praxis das Konti-
nuitätsprinzip zu beachten. Dieses bezieht sich auf die von den Eltern vereinbarte
Rollen- und Lastenverteilung bzw. auf das von ihnen gewählte Betreuungskon-
zept und besagt, dass die konkret gelebte Aufgabenteilung nach der Trennung für
eine gewisse Zeit weiterzuführen ist. Gleichzeitig kann nicht darüber hinweggese-
hen werden, dass mit der Trennung neue Lebensverhältnisse einhergehen, die
zwangsläufig von denjenigen abweichen, unter denen sich die Eltern auf eine be-
stimmte Aufgabenteilung verständigt haben (BGer 5A_373/2018 vom 8. April
2019, E. 3.1).
5.4.2 Die vorinstanzlichen Erwägungen, wonach die Kinder in den letzten Jahren
des Zusammenlebens im Alltag überwiegend von der Gesuchstellerin betreut
worden seien, wurden vom Gesuchsgegner nicht in Zweifel gezogen. Mit der Vor-
instanz ist indes auch die engagierte Rolle des Gesuchsgegners bei der Kinder-
betreuung zu bedenken, so dass auch er das alltägliche Leben der Kinder prägte
(Urk. 66 S. 19). Nach einer Trennung steht der eine Elternteil während den Be-
treuungszeiten des anderen Elternteil auch in Randzeiten im Normalfall nicht
- 21 -
mehr zur verfügung. Diese Zäsur bedeutet eine grundlegende Veränderung der
bisherigen Verhältnisse, was die Bedeutung des Kontinuitätsprinzips entschei-
dend relativiert. Aufgrund des vorerwähnten Umstands droht der bislang im Alltag
weniger präsente Elternteil daraus gänzlich zu verschwinden, was in casu im
Lichte des Kindeswohls als äusserst bedauerlich zu erachten ist. Entgegen der
Vorinstanz ist das Kontinuitätsprinzip deshalb vorliegend von untergeordneter Be-
deutung, namentlich auch da sich durch den Schuleintritt von F._ und den
Wohnortwechsel der Mutter die vormalige Situation ohnehin nicht fortführen lässt.
Zudem wird eine rege Präsenz des Gesuchsgegners im Alltag der Kinder von po-
sitivem Einfluss sein.
5.5 Räumliche Nähe begünstigt grundsätzlich eine alternierende Obhut. Die vor
dem Umzug der Gesuchstellerin gegebenen Verhältnisse waren allerdings auf-
grund sich überschneidender Sphären sowie der kleinen Einliegerwohnung sub-
optimal. Es ist den Parteien offenbar gelungen, ihre Sphären und Verantwor-
tungsbereiche trotz der Nähe abzugrenzen (Prot. S. 17), was eine bemerkenswer-
te Leistung darstellt. Die nach dem Umzug (vgl. Urk. 111) bei beiden Parteien
grosszügig vorhandenen Platzverhältnisse kommen den Kindern indes sicherlich
zugute und auch die beruhigende Wirkung der räumlichen Distanz auf den Eltern-
konflikt wird sich für die Kinder als positiv erweisen. Die nunmehr rund fünf Fahr-
minuten auseinandergelegenen und auf der gleichen Rheinseite in D._ be-
findlichen Wohnorte der Parteien erweisen sich für eine alternierende Obhut als
sehr gut geeignet.
5.6 Anlässlich der Kinderanhörung äusserten sich die Kinder sinngemäss da-
hingehend, dass sie sowohl von der Gesuchstellerin als auch vom Gesuchsgeg-
ner gerne betreut werden würden. E._ ergänzte, er habe die Situation bevor-
zugt, als beide Eltern noch zusammen gewohnt hätten (Prot. S. 17). Auch da bei-
de Kinder noch nicht als urteilsfähig zu qualifizieren sind (vgl. BGer 5C.51/2005
vom 2. September 2005, E. 2.2), müssen ihre Aussagen nicht weiter gewürdigt
werden und es genügt die Feststellung, dass der Kinderwille einer alternierenden
Obhut nicht entgegensteht. Auch das Alter der Kinder spricht nicht gegen eine
entsprechende Regelung. Schliesslich erscheint der Zugang der Kinder zum bis-
- 22 -
herigen sozialen Umfeld aufgrund des Umstands, dass beide Parteien weiterhin in
D._ wohnhaft sind, sowohl während eines Aufenthalts beim Gesuchsgegner
als auch bei der Gesuchstellerin gewahrt.
5.7 Gemäss den Ausführungen der Vorinstanz wäre eine alternierende Obhut
aufgrund des selektiven Mutismus von F._ die zu bevorzugende Betreuungs-
form (Urk. 66 S. 19 f.). In gleicher Weise hält der Gesuchsgegner in seiner Be-
schwerde fest, insbesondere da die Gesuchstellerin mit den Kindern auf portugie-
sisch kommuniziere, bedinge die Kommunikationsstörung von F._ gleich
grosse Betreuungsanteile seinerseits (Urk. 65 S. 12). Diese Ansichten können
nicht vorbehaltlos geteilt werden. Zum einen hat der selektive Mutismus nichts mit
fehlenden Deutschkenntnissen von F._ zutun (vgl. ICD-10 F94.0), zum ande-
ren wird dem von der Vorinstanz erwähnten sozialen Rückzug (vgl. Urk. 66 S. 19
f.) alleine durch eine ausgedehnte Betreuung durch den Gesuchsgegner nicht be-
gegnet. Immerhin ist davon auszugehen, dass eine gewisse Präsenz beider El-
ternteile im Alltag von F._ ihrem Selbstvertrauen zuträglich sein wird.
5.8 Die vorstehenden Erwägungen resümierend ist festzuhalten, dass eine un-
terwöchige Betreuung durch beiden Parteien dem Kindeswohl vorliegend am
ehesten entspricht und hiergegen namentlich auch unter dem Aspekt der Kom-
munikations- und Kooperationsfähigkeit sowie der Kontinuität nichts einzuwenden
ist. In diesem Sinne sind die Kinder unter die alternierende Obhut der Parteien zu
stellen und es sind nachfolgend die konkreten Betreuungsanteile zuzuordnen.
5.8.1 Die Gesuchstellerin arbeitet an zweieinhalb Tagen pro Woche, wobei sie
nur jeweils am Mittwochmorgen im Geschäft anwesend zu sein braucht und an-
sonsten im Homeoffice tätig sein kann (Urk. 30 S. 23; Urk. 41 S. 19 und Prot. VI
S. 11 und S. 44 ff.). Der Gesuchsgegner gibt an, gegenwärtig jeweils einen Tag
pro Woche im Homeoffice zu arbeiten und ansonsten jeweils vom Geschäftssitz in
Zürich aus tätig zu sein. Er beteuert jedoch mehrfach seine Arbeitstätigkeit jeder-
zeit vermehrt ins Homeoffice verlegen und auch sein Arbeitspensum auf 80 % re-
duzieren zu können (Urk. 65 S. 28 f. und Urk. 80 S. 24). Eine Reduktion des Ar-
beitspensums scheint bislang nicht erfolgt zu sein. Ungeachtet dessen, betreut
der Gesuchsgegner die Kinder erwiesenermassen jeweils von Dienstag nach der
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Schule bis zum Schulbeginn am Mittwoch sowie jedes zweite Wochenende von
Freitag nach Schulschluss bis zum Schulbeginn am Montag persönlich (vgl. Urk.
102 S. 2). Zudem stand der Gesuchsgegner während des Lockdowns von Mitte
März 2020 bis Mitte Mai 2020 jeweils am Montag und Mittwoch sowie am Don-
nerstagmorgen für die persönliche Betreuung der Kinder zur Verfügung und erle-
digte nebenher seine Arbeit (Urk. 80 S. 6 ff.; vgl. auch Urk. 87 S. 2).
5.8.2 Es ist eine Betreuungsregelung festzulegen, die für alle Beteiligten faktisch
und im Grundsatz über längere Zeit gleichbleibend gelebt werden kann und im
Rahmen welcher die Kinder von den wertvollen Ressourcen beider Eltern gleich-
ermassen profitieren können. Dabei ist unerheblich, ob die Kinder neben der per-
sönlichen Betreuung durch die Eltern teilweise auch durch die Eltern des Ge-
suchsgegners oder im Mittagshort fremdbetreut werden. Wichtig ist dagegen eine
verlässliche Regelmässigkeit zur Gewährleistung der nötigen Stabilität. Die im
angefochtenen Entscheid vorgesehene Betreuungslösung erwies sich in der Um-
setzung als unproblematisch und scheint sich insgesamt bewährt zu haben. Hie-
rauf ist folglich aufzubauen, wobei der Betreuungsanteil des Gesuchsgegners un-
ter Würdigung aller relevanten Umstände um einen zusätzlichen Tag auszubauen
ist. Damit die Wechsel zwischen den Eltern möglichst gering gehalten werden
können und eine grösstmögliche Stabilität und Kontinuität geschaffen wird, sind
die Kinder immer von Montag nach der Schule bis zum Schulbeginn am Mittwoch
durch den Vater zu betreuen. Die bereits installierte Wochenendebetreuung ist
beizubehalten, sodass der Vater die Kinder nunmehr in ungeraden Kalenderwo-
chen von Montag nach der Schule bis zum Schulbeginn am Mittwoch und von
Freitag nach der Schule bis zum Schulbeginn am Mittwoch der darauffolgenden
geraden Kalenderwoche betreuen wird. In der übrigen Zeit werden die Kinder
durch die Gesuchstellerin betreut. Es resultiert folglich eine annähernd hälftige
Aufteilung der Betreuungsverantwortung.
D. Ferien und Feiertage
1. Die von der Vorinstanz vorgenommene Aufteilung der Oster- und Pfingstfei-
ertage wird vom Gesuchsgegner zu Recht nicht beanstandet. Die Kinder werden
deshalb auch künftig in Jahren mit gerader Jahreszahl Karfreitag, 12:00 Uhr, bis
- 24 -
Ostermontag, 20:00 Uhr, mit dem Gesuchsgegner und Pfingstsamstag, 12:00
Uhr, bis Pfingstmontag, 20:00 Uhr, mit der Gesuchsgegnerin und in Jahren mit
ungerader Jahreszahl den jeweils anderen Feiertag mit dem jeweils anderen El-
ternteil verbringen (Urk. 66 S. 47).
2. Der Antrag des Gesuchsgegners, wonach die Kinder Heiligabend und Weih-
nachten immer mit ihm verbringen sollen, wird nicht weiter begründet (Urk. 65
S. 3). Ohnehin erscheint eine derart einseitige Aufteilung ohne triftige Gründe als
unhaltbar. Vielmehr sind die Weihnachtsfeiertage so zu organisieren, dass die
Kinder in jedem Jahr entweder Heiligabend oder Weihnachten mit je einem El-
ternteil verbringen können. Dies scheint dem Kindeswohl auch eher zu entspre-
chen als die von der Gesuchstellerin gewünschte jährlich alternierende Zuteilung
der Weihnachtsfeiertage (Urk. 76 S. 16 und S. 28), zumal jährliche Weihnachts-
festivitäten mit den Eltern hoch zu gewichten sind. Der Kontakt zur Verwandt-
schaft der Gesuchstellerin in ... [Staat] scheint im Übrigen nicht derart eng mit
den Weihnachtsfeiertagen verknüpft und kann auch zu anderen Zeiten ohne wei-
teres erfolgen. In Jahren mit gerader Jahreszahl verbringen die Kinder demnach
Heiligabend (24. Dezember 10:00 Uhr bis 25. Dezember 13:00 Uhr) mit der Ge-
suchstellerin und Weihnachten sowie den Stephanstag (25. Dezember 13:00 Uhr
bis 26. Dezember 17:00 Uhr) mit dem Gesuchsgegner. Gerade umgekehrt wird es
in Jahren mit ungerader Jahreszahl sein.
3. Schliesslich sind konsequenterweise auch Silvester und die Neujahrsfeierta-
ge zwischen den Parteien aufzuteilen, wobei diese Tage gesamthaft ab Silvester,
17:00 Uhr, bis Berchtoldstag (2. Januar), 13:00 Uhr, jenem Elternteil zuzuteilen
sind, der Heiligabend mit den Kindern verbringt.
4. Die Kinder verbringen nach dem Gesagten in Jahren mit gerader Jahreszahl
Karfreitag, 12:00 Uhr, bis Ostermontag, 20:00 Uhr, und Weihnachten sowie den
Stephanstag (25. Dezember 13:00 Uhr bis 26. Dezember 17:00 Uhr) mit dem Ge-
suchsgegner und Pfingstsamstag, 12:00 Uhr, bis Pfingstmontag, 20:00 Uhr sowie
Heiligabend (24. Dezember, 10:00 Uhr, bis 25. Dezember, 13:00 Uhr) und Silves-
ter, 17:00 Uhr, bis Berchtoldstag (2. Januar des darauffolgenden Jahres), 13:00
Uhr, mit der Gesuchstellerin. In Jahren mit ungerader Jahreszahl verbringen die
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Kinder die jeweiligen Feiertage bei gleichbleibenden weiteren Modalitäten beim
jeweils anderen Elternteil.
5. Die Schulferien sind zwischen den Parteien hälftig aufzuteilen, weshalb die
Kinder mit jedem Elternteil je 6 Wochen und dreieinhalb Tage der Schulferien
verbringen. Dies wurde von den Parteien offenbar bereits seit der Trennung prak-
tiziert (Urk. 45 S. 10, Urk. 65 S. 17, S. 23 und S. 28, Urk. 69/5, Urk. 69/45 und
Urk. 69/48). Auch die dem Gesuchsgegner zustehenden fünf Ferienwochen ste-
hen dem nicht entgegen (Urk. 76 S. 16), zumal den Kindern während der restli-
chen Zeit eine Betreuung durch die Grosseltern oder im Ferienhort ohne weiteres
zugemutet werden kann. Die Parteien haben sich über die Aufteilung der Ferien
mindestens drei Monate vor Ferienbeginn abzusprechen. Können sie sich nicht
einigen, so kommt – wie bereits erstinstanzlich angeordnet (Urk. 66 S. 47) – dem
Gesuchsgegner in Jahren mit ungerader Jahreszahl das Entscheidungsrecht be-
züglich der Aufteilung der Ferien zu; in Jahren mit gerader Jahreszahl der Ge-
suchstellerin.
6. Der Vollständigkeit halber gilt es sodann festzuhalten, dass die vorstehende
Ferien- und Feiertagsregelung der Betreuungsregelung aus sachlogischen Grün-
den vorzugehen hat.
E. Wohnsitz
1. Die Regelung von Art. 25 Abs. 1 ZGB, wonach sich der Wohnsitz eines un-
ter der gemeinsamen elterlichen Sorge von getrenntlebenden Eltern stehenden
Kindes von der Zuteilung der Obhut ableite, versagt bei einer alternierenden Ob-
hut. Zur Bestimmung des Wohnsitzes ist daher unter diesen Umständen der Ort
massgebend, zu dem das Kind die engsten Beziehungen hat (BGE 144 V 299 E.
5.3.3.2).
2. Die Gesuchstellerin betreute die Kinder in den vergangenen Jahren zu ei-
nem überwiegenden Teil. Daran vermag die Arbeitslosigkeit des Gesuchsgegners
in den Jahren 2016 und 2017 nichts zu ändern (vgl. Urk. 65 S. 27 f.), konnte er in
den folgenden Jahren schliesslich zumindest zu Bürozeiten nicht zuhause anwe-
send sein (vgl. Urk. 66 S. 16 ff.). Der Ort der engsten Beziehung der Kinder ist
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demzufolge am Wohnsitz der Gesuchstellerin zu verorten, wenngleich auch die
Beziehung zum Gesuchsgegner sehr eng ist und dies mit der vorgesehenen Be-
treuungsregelung auch zukünftig so bleiben wird.
F. Unterhalt
1. Einkommen der Parteien
Hinsichtlich der den Parteien angerechneten Einkommen remonstriert der Ge-
suchsgegner einzig die Anrechnung von Mietzinseinnahmen aus der Vermietung
der Einliegerwohnung (Urk. 65 S. 32). Wie sich nachfolgend zeigen wird, ist der
Gesuchsgegner auch bei Nichtberücksichtigung der Mietzinseinnahmen als leis-
tungsfähig zu erachten. Auf die Unterhaltsbeiträge zeitigt der vorgetragene Ein-
wand mithin keinerlei Auswirkungen. Um Art. 301a lit. a ZPO Nachachtung zu
verschaffen, ist auf entsprechenden Einwand dennoch einzugehen und es sind
dem Gesuchsgegner, unter Einräumung einer angemessenen Frist bis Ende des
Jahres 2020 zur Veranlassung der notwendigen Vorkehrungen, erst ab Januar
2021 Mietzinseinnahmen aus der Vermietung der Einliegerwohnung in der vo-
rinstanzlich festgelegten Höhe von Fr. 1'000.– anzurechnen. Dementsprechend
beläuft sich sein monatliches Nettoeinkommen bis zum 31. Dezember 2020 auf
Fr. 12'183.80 und danach auf Fr. 13'183.80. Bei der Gesuchstellerin ist unverän-
dert von einem monatlichen Nettoeinkommmen von Fr. 3'349.25 auszugehen (vgl.
Urk. 66 S. 30 f.).
2. Bedarf der Gesuchstellerin und der Kinder
2.1 Vorab ist festzuhalten, dass die Vorinstanz der Gesuchstellerin keinen Ehe-
gattenunterhalt zugesprochen hat, was auch bei gegebenen Voraussetzungen im
Berufungsverfahren aufgrund des Verschlechterungsverbots nicht mehr korrigiert
werden könnte (vgl. BGE 129 III 417 E. 2.1.1 f.). Der Bedarf der Gesuchstellerin
ist folglich einzig unter dem Aspekt des Betreuungsunterhalts von Relevanz. Der
Gesuchsgegner wendet sich bei der Festsetzung des Betreuungsunterhalts ge-
gen die Berücksichtigung von das familienrechtliche Existenzminimum überstei-
gende Positionen (Urk. 65 S. 38 f.). Da sich die bundesgerichtlich vorgegebene
- 27 -
Lebenshaltungskosten-Methode am familienrechtlichen Existenzminimum orien-
tiert (BGE 144 III 377 E. 7.1.2 und E. 7.1.4; BGer 5A_727/2018 vom 22. August
2019, E. 2.3), haben die bei der Gesuchstellerin berücksichtigten Kosten für das
Auto, die Putzfrau, Hobbies und Ferien sowie Säule 3a ohne weiteres unbeacht-
lich zu bleiben. Es erübrigen sich unter diesen Umständen auch weitergehende
Ausführungen zu den entsprechenden Beanstandungen des Gesuchsgegners
(Urk. 65 S. 35 f.). Ebenso ist die von der Vorinstanz zur Anwendung gebrachte
einstufige Berechnungsmethode mangels Einwendungen (vgl. Urk. 76 S. 33 f.) bei
der Bedarfsberechnung der Kinder nicht mehr in Frage zu stellen. Im Einzelnen
sind nachfolgend deshalb nur noch die Wohn- und Gesundheitskosten der Ge-
suchstellerin, ihre Steuern sowie die Wohn- und Kommunikationskosten der Kin-
der abzuhandeln.
2.2 Wohnkosten
2.2.1 Soweit der Gesuchsgegners einwendet, bei der Gesuchstellerin seien keine
Wohnkosten zu berücksichtigen, da er die Kosten der ehelichen Liegenschaft
verpflichtungsgemäss direkt bezahle (Urk. 65 S. 33 f.), verkennt er, dass die im
angefochtenen Entscheid vorgesehene Reduktion seiner Unterhaltsbeiträge im
Umfang seiner Direktzahlungen unter der Prämisse steht, dass bei der Gesuch-
stellerin Wohnkosten in eben dieser Höhe berücksichtigt werden (vgl. Urk. 66
S. 48). Wären keine Wohnkosten einzusetzen, würde sich der Bedarf entspre-
chend reduzieren, der Gesuchsgegner könnte im Gegenzug seine Direktzahlun-
gen indes nicht in Abzug bringen. Der angefochtene Entscheid ist insoweit nicht
zu beanstanden.
2.2.2 Mit Eingabe vom 24. September 2020 informierte die Gesuchstellerin unter
Vorlage eines Mietvertrags über ihren bevorstehenden Umzug per 1. Oktober
2020 in eine 4.5-Zimmerwohnung in D._ und den dabei anfallenden Mietzins
von monatlich Fr. 2'990.– (Urk. 111-112). Entsprechende Kosten zuzüglich Fr.
150.– für die Miete eines Parkplatzes seien anteilsmässig in ihrem Bedarf und in
jenem der Kinder zu berücksichtigen (Urk. 121 S. 3). Der Gesuchsgegner hält den
geltend gemachten Mietzins für überrissen, wobei seiner Ansicht nach die neu
- 28 -
angemietete Wohnung ohnehin nicht dem ehelichen Lebensstandard entspreche
(Urk. 115 S. 2 ff.).
2.2.3 Üblicherweise werden die Kosten eines Parkplatzes einzig den Eltern zuge-
schlagen. Da dem Auto vorliegend kein Kompetenzcharakter zukommt, sind die
Parkplatzkosten bei der Ermittlung der Lebenshaltungskosten ausser Acht zu las-
sen (vgl. vorstehende Erwägung F/2.1). Weitergehende Ausführungen erübrigen
sich unter diesen Umständen.
2.2.4 Die Gesuchstellerin betonte zahlreich ihr Unbehagen mit der vormaligen
Wohnsituation (u. a. Urk. 30 S. 15, Urk. 76 S. 33, Urk. 85, Urk. 87 S. 1 f. und S.
5 f. und Urk. 102). Dies ist auch ohne weiteres nachvollziehbar, tangiert die An-
wesenheit des getrenntlebenden Ehepartners in einer Einliegerwohnung im glei-
chen Haus mit geteilter Waschküche, Garage und Garten die Privatsphäre und
damit das psychische Wohlbefinden unweigerlich. Vor erster Instanz äusserte
sich auch der Gesuchsgegner noch dergestalt (Prot. VI S. 19). Insbesondere da
der Bezug der Einliegerwohnung nie als vorübergehend kommuniziert wurde, ist
der Auszugswunsch der Gesuchstellerin verständlich. Glaubhaft erscheint im Wei-
teren, dass sich die Wohnungssuche in Anbetracht des Einkommens der Ge-
suchstellerin und der nicht in Rechtskraft erwachsenen Höhe der Unterhaltsbei-
träge schwierig gestaltete. Hinzu kommt, dass die Gesuchstellerin sich im Inte-
resse beider Parteien bzw. auch auf expliziten Wunsch des Gesuchsgegners hin
nur auf Wohnungen fokussierte, welche sich auf der gleichen Rheinseite wie die
eheliche Liegenschaft befinden (Urk. 122/1 und Prot. VI S. 66). Das unter diesen
Umständen zeitnah in dem entsprechenden Ortsteil eine preisgünstigere Alterna-
tive hätte gefunden werden können, bei welcher die Gesuchstellerin als Mieterin
akzeptiert worden wäre, erscheint unwahrscheinlich. Dies namentlich auch auf-
grund des Umstands, dass das hohe Mietzinsniveau in D._ durch das vom
Gesuchsgegner angeführte Beispiel (Urk. 115 S. 3) und die dokumentierte Such-
bemühung (Urk. 85) glaubhaft gemacht erscheint. Dass die Wohnung an der
H._-Str. über dem ehelichen Standard liege, überzeugt bereits deshalb nicht,
weil die Parteien während des Zusammenlebens ein Einfamilienhaus mit Einlie-
gerwohnung und Garten bewohnten (vgl. Urk. 1 S. 6 f., Urk. 30 S. 17, Urk. 32 S. 6
- 29 -
und Prot. VI S. 10, S. 40 f. und S. 54). Auf einen neueren Ausbaustandard kommt
es unter diesen Umständen nicht an.
2.2.5 Die der Gesuchstellerin im angefochtenen Entscheid angerechneten Wohn-
kosten sind nach dem vorstehend Gesagten bis zum 30. September 2020 unver-
ändert beizubehalten und für die Zeit danach entsprechend dem vorinstanzlich
angewandten und unbestritten gebliebenen Verteilschlüssel auf gerundet
Fr. 997.– (Fr. 2'990.– / 3) zu erhöhen.
2.3 Gesundheitskosten
2.3.1 Der Gesuchsgegner hält die unter diesem Titel berücksichtigten Kosten von
Fr. 200.– für nicht ausgewiesen. Die anerkannten Fr. 63.– für das Fitnessabon-
nement seien zudem nicht zu den Lebenshaltungskosten hinzuzurechnen, wes-
halb keine zusätzlichen Gesundheitskosten berücksichtigt werden könnten (Urk.
65 S. 34 und S. 39).
2.3.2 Wenngleich der Gesuchsgegner wohl zu Recht einwendet, die in Zusam-
menhang mit der Allergiebehandlung der Gesuchstellerin stehenden Kosten wür-
den von der Krankengrundversicherung übernommen (Urk. 65 S. 34, vgl. auch
Urk. 31/14/3 und Spezialitätenliste 2019 des Bundesamts für Gesundheit, S. 191
und S. 193 [abrufbar unter:
https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/versicherungen/krankenversicherung/kra
nkenversicherung-leistungen-tarife/Arzneimittel.html]), erscheinen die berücksich-
tigten monatlichen Gesundheitskosten aufgrund der von der Gesuchstellerin min-
destens einmal pro Monat wahrgenommenen psychologischen Beratung à
Fr. 120.– (Urk. 12/5, Urk. 30 S. 13 und Urk. 31/14/10 sowie Prot. VI S. 49 und S.
63), der Franchise (Urk. 12/4) und der von ihr zumindest im Umfang von 10 % zu
tragenden weiteren Gesundheitskosten (Urk. 31/14/3) als glaubhaft gemacht.
2.4 Steuern
Nachdem sich die Einkünfte der Gesuchstellerin aufgrund der nachfolgend er-
rechneten Reduktion der Unterhaltsbeiträge lediglich während vier Monaten ver-
ringern und alsdann infolge Erhöhung der vorinstanzlich angeordneten Unter-
- 30 -
haltsbeiträge erneut ansteigen werden, erweist sich die im angefochtenen Urteil
berücksichtigte Steuerpauschale von Fr. 700.– monatlich weiterhin als sachge-
recht (Urk. 66 S. 37).
2.5 Hinsichtlich der Wohnkosten der Kinder kann auf vorstehende Erwägung
F/2.2 verwiesen werden. Zu Recht stört sich der Gesuchsgegner an der Berück-
sichtigung von Kommunikationskosten bei den erst sieben und acht Jahre alten
Kindern (Urk. 65 S. 37). Diese der Höhe nach nicht substantiiert beanstandeten
Kosten von gesamthaft Fr. 150.– sind der Gesuchstellerin alleine zuzuschlagen
(vgl. Urk. 65 S. 35 und S. 37 sowie Urk. 66 S. 35). Schliesslich erscheint die vom
Gesuchsgegner geforderte hälftige Aufteilung des Grundbetrags der Kinder
(Urk. 65 S. 37) angesichts der mit vorliegendem Urteil anzuordnenden Betreu-
ungslösung folgerichtig, weshalb den Kindern in ihrem bei der Gesuchstellerin an-
fallenden Bedarf Fr. 200.– als Grundbetrag anzurechnen ist.
2.6 Die Lebenshaltungskosten der Gesuchstellerin und der Bedarf der Kinder
gestaltet sich im Lichte der gemachten Erwägungen wie folgt:
Lebenshaltungskosten der Gesuchstellerin Bedarf E._ Bedarf F._
ab 01.06.2020 ab 01.10.2020 ab 01.06.2020 ab 01.10.2020 ab 01.06.2020 ab 01.10.2020
Grundbetrag 1'350.– 1'350.– 200.00 200.00 200.00 200.00
Wohnkosten 198.– 997.– 198.– 997.– 198.– 997.–
Krankenkasse 360.– 360.– 109.– 109.– 109.– 109.–
Gesundheitskosten 200.– 200.– 79.– 79.– 79.– 79.–
Hausrat/Haftpflicht 40.– 40.–
- o/TV/Internet/Telefo n
150.– 150.–
Auswärtige Verpflegung
60.– 60.–
Mobilitätskosten 56.– 56.–
Steuern 700.– 700.–
Betreuung 292.– 292.– 292.– 292.–
Hobbies/Freizeit 200.– 200.– 200.– 200.–
Total 3'114.– 3'913.– 1'078.– 1'877.– 1'078.– 1'877.–
3. Unterhaltsberechnung
- 31 -
3.1 In der Phase vom 1. Juni 2020 (Auszug des Gesuchsgegners) bis zum Um-
zug der Gesuchstellerin in ihre neue Wohnung am 1. Oktober 2020 vermag diese
mit ihrem Einkommen ihre Lebenshaltungskosten selbst zu decken, weshalb der
Gesuchsgegner einzig zu verpflichten ist, den um die Kinderzulagen von je
Fr. 200.– reduzierten Barbedarf der Kinder von je Fr. 878.– zu decken. Eine Betei-
ligung der Gesuchstellerin am Barbedarf der Kinder ist mangels Leistungsfähig-
keit ausgeschlossen, vermag sie schliesslich selbst ihren um die vom Gesuchs-
gegner anerkannten Positionen erweiterten Bedarf (vgl. Urk. 65 S. 36) mit ihrem
Einkommen nicht zu tragen.
3.2 Nach dem 1. Oktober 2020 übersteigen die Lebenshaltungskosten der Ge-
suchstellerin ihr Einkommen um Fr. 563.75 (Fr. 3'913.– - Fr. 3'349.25). Nebst dem
nach Abzug der Kinderzulagen von je Fr. 200.– ebenfalls auf Fr. 1'677.– pro Kind
angestiegenen Barbedarf hat der Gesuchsgegner folglich in dieser Phase einen
hälftig auf die Kinder aufzuteilenden Betreuungsunterhalt von gerundet je
Fr. 282.– zu bezahlen.
3.3 Der Gesuchsgegner ist entsprechend den vorstehenden Erwägungen zu
verpflichten, in der Zeit vom 1. Juni 2020 bis zum 30. September 2020 für jedes
Kind nebst den Familienzulagen einen an die Gesuchstellerin monatlich im Vo-
raus auf den Ersten eines jeden Monats zahlbaren Unterhaltsbeitrag von Fr.
878.– zu bezahlen. Ab dem 1. Oktober 2020 erhöht sich der vom Gesuchsgegner
für die Kinder bei gleichbleibenden Modalitäten geschuldete Unterhaltsbeitrag auf
Fr. 1'677.– pro Kind, zuzüglich eines Betreuungsunterhalts von Fr. 282.–, mithin
auf Fr. 1'959.– pro Kind bzw. auf insgesamt Fr. 3'918.–.
3.4 Ohne das es einer expliziten Erwähnung im Dispositiv bedürfte, ist dem Er-
suchen des Gesuchsgegners (Urk. 65 S. 4) an dieser Stelle nachzukommen und
festzuhalten, dass die Kinderunterhaltsbeiträge und Familienzulagen zur Deckung
der im Barbedarf der Kinder aufgeführten Kosten (vgl. vorstehende Erwägung
F/2.6) geleistet werden und die Gesuchstellerin dementsprechend zu deren Be-
zahlung verpflichtet ist.
G. Weitere Anträge
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1. Der Antrag des Gesuchsgegners auf Zuweisung des Gartens, der Garage
und des baulich abgetrennten Raums im Obergeschoss der bisherigen ehelichen
Liegenschaft (Urk. 65 S. 4 und S. 30 f.) ist nach dem Auszug der Gesuchstellerin
per 1. Oktober 2020 (vgl. Urk. 121 S. 3) gegenstandslos geworden und das Ver-
fahren ist diesbezüglich abzuschreiben. Dem Gesuchsgegner steht nunmehr die
gesamte Liegenschaft an der C._-Str. ... in D._ zur Verfügung.
2. Aufgrund des unmittelbaren Eindrucks anlässlich der Kinderanhörung und
der ausführlichen Darlegungen der Parteien sowie den weiteren Akten können die
speziellen Bedürfnisse von F._ durch das Gericht in genügender Weise er-
fasst werden, weshalb ein Bericht von Dr. med. G._ nicht erforderlich er-
scheint (vgl. Urk. 65 S. 40).
H. Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Kosten- und Entschädigungsfolgen des erstinstanzlichen Verfahrens
Die Vorinstanz auferlegte die auf Fr. 4'000.– festgesetzte Entscheidgebühr sowie
die Dolmetscherkosten von Fr. 390.– den Parteien praxisgemäss je zur Hälfte
(Urk. 66 S. 46 f.). Dies ist insoweit zu relativieren, als dass nach ständiger Praxis
der urteilenden Kammer nur die in Zusammenhang mit Kinderbelange stehenden
Gerichtskosten beiden Parteien unabhängig vom Prozessausgang je zur Hälfte
auferlegt werden, sofern diese gute Gründe für ihre Rechtsposition hatten (vgl.
statt vieler OGer ZH LE180013 vom 19. März 2019, E. F/3; ZR 84/1985 Nr. 41;
vgl. auch Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO). Da der Gesuchsgegner hinsichtlich des Un-
terhalts nach vorliegendem Erkenntnis in einer ersten Phase zwar zu rund 75 %
obsiegt, in einer längeren zweiten Phase indes zu 60 % unterliegt, erweist sich ei-
ne hälftige Kostenauflage auch im Unterhaltspunkt als angemessen, weshalb das
erstinstanzliche Kostendispositiv zu bestätigen ist.
2. Kosten- und Entschädigungsfolgen des zweitinstanzlichen Verfahrens
2.1 Die Höhe der Entscheidgebühr richtet sich für das Berufungsverfahren nach
§ 12 Abs. 1 und 2 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 und § 6 Abs. 1 und Abs. 2 lit. b der
Gebührenverordnung des Obergerichts vom 8. September 2010 (GebV OG). Un-
- 33 -
ter Berücksichtigung des tatsächlichen Streitinteresses, des Zeitaufwands des
Gerichts und der Schwierigkeit des Falles erscheint eine Entscheidgebühr von
Fr. 7'000.– als angemessen.
2.2 Gegenstand des Berufungsverfahrens sind im Wesentlichen Kinderbelange
und Unterhaltsfragen. Letztere waren vorliegend mit einem deutlich geringeren
Aufwand verbunden, weshalb hierfür ein Fünftel der Gesamtkosten zu veran-
schlagen sind und die restlichen Kosten auf die Kinderbelange entfallen. In Abzug
zu bringen ist allerdings vorab eine Pauschale für den Beschluss über die super-
provisorisch anbegehrten vorsorglichen Massnamen (Urk. 84) von Fr. 1'000.–.
2.3 Entsprechend vorerwähnter Praxis zur Kostenliquidation bei Kinderbelange
(vgl. vorstehende Erwägung H/1) haben beiden Parteien je Fr. 2'400.–
([Fr. 7'000.– - Fr. 1'000.–] x 2/5) der Entscheidgebühr zu tragen. In den unterhalts-
rechtlichen Angelegenheiten obsiegt der Gesuchsgegner in der ersten Phase zu
rund 80 %, unterliegt in der zweiten Phase indes gänzlich. Das letztlich zu konsta-
tierende Unterliegen des Gesuchsgegners ist indes aufgrund des Umstands zu
relativieren, dass der höhere Unterhaltsbeitrag der zweiten Phase massgeblich
auf den Umzug der Gesuchstellerin zurückzuführen ist und die Anträgen des Ge-
suchsgegners daher nachvollziehbar erscheinen. Auch die auf Unterhaltsfragen
entfallende Entscheidgebühr ist demnach zwischen den Parteien hälftig aufzutei-
len und jeder zu verpflichten zusätzlich zum vorerwähnten Betrag Fr. 600.–
([Fr. 7'000.– - Fr. 1'000.–] x 1/10) zu bezahlen. Die für den Beschluss über vor-
sorgliche Massnahmen festgelegte Pauschale hat der Gesuchsgegner ausgangs-
gemäss (vgl. Urk. 84) alleine zu tragen. Die Entscheidgebühr des zweitinstanzli-
chen Verfahrens ist demzufolge im Betrag von Fr. 4'000.– dem Gesuchsgegner
und im Betrag von Fr. 3'000.– der Gesuchstellerin aufzuerlegen.
2.4 Da der Gesuchstellerin aus den die vorsorglichen Massnahmen betreffen-
den Anträgen des Gesuchsgegners keine Aufwendungen entstanden sind und die
Parteien hinsichtlich der übrigen Anträge zur hälftigen Kostentragung verpflichten
werden (vgl. vorstehende Erwägung H/2.3), sind vorliegend keine Parteientschä-
digungen zuzusprechen.
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