Decision ID: c02d2be2-c239-4abe-ba8f-6a7e8c1b6749
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 24.04.2014 Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG. Ein Verzicht im Sinne des Ergänzungsleistungsrechts kann nicht in einem Verzicht auf erzielbare Einnahmen oder vorhandene Vermögenswerte, sondern auch in einer nicht notwendigen Verpflichtung, die zu einer unangemessenen Erhöhung der anerkannten Ausgaben führt, bestehen. Liegt eine solche Verzichtshandlung vor, ist für die Rechtsanwendung diesbezüglich vom tatsächlichen Sachverhalt zu abstrahieren und ihr ein fiktiver Sachverhalt (ohne Verzichtskomponente) zugrunde zu legen. (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St Gallen vom 24. April 2014, EL 2013/16).
Der Vizepräsident
hat
am 24. April 2014
in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons
St. Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Ergänzungsleistung zur IV

in Erwägung gezogen:
Sachverhalt
A.
A.a A._ bezieht seit geraumer Zeit Ergänzungsleistungen zu einer ganzen Rente der
Invalidenversicherung. Die Ausgleichskasse des Kantons St. Gallen als EL-
Durchführungsstelle hatte bei der Ermittlung des EL-Anspruchs ab dem 1. Januar 2010
unter anderem Mietkosten von 12’000 Franken angerechnet. Aufgrund eines
Wohnungswechsels wurde der Kanton Zürich ab dem 1. September 2010 für die Fest
legung und Ausrichtung der Ergänzungsleistungen zuständig. Per 1. Januar 2013
wechselte der Versicherte erneut die Wohnung; er zog zurück in die Wohnung seiner
Mutter und seines Stiefvaters. Am 27. Dezember 2012 meldete er sich im Kanton
St. Gallen zum Bezug von Ergänzungsleistungen an (EL-act. 15–1). Er reichte einen mit
seinem Stiefvater abgeschlossenen Mietvertrag ein, mit welchem die Vermietung von
zwei Zimmern, einer Küche, eines Bades, eines Estrichabteils, eines Kellerabteils und
eines Gartensitzplatzes für monatlich 1’100 Franken vereinbart worden war (EL-
act. 16).
A.b Der Sachbearbeiter der EL-Durchführungsstelle notierte (EL-act. 10), gemäss einer
Auskunft des Einwohneramtes handle es sich bei der vermieteten Wohnung um ein
Einfamilienhaus mit sechs Zimmern, das über keine separate Einliegerwohnung
verfüge. Der Eigentümer des Grundstücks sei der Stiefvater des Versicherten. Das
Haus werde von vier Personen bewohnt, nämlich vom Stiefvater, der Mutter, dem
Versicherten und dem Bruder des Stiefvaters. Gemäss einer Auskunft des Steueramtes
belaufe sich der Eigenmietwert des Hauses auf 22’890 Franken (wovon 1’440 Franken
für die Garage). Gemäss der Steuerschätzung verfüge das Haus über keine separate
Wohnung. Der Sachbearbeiter folgerte aus diesen Angaben, dass der vereinbarte
Mietzins nicht berücksichtigt werden könne, da er in keinem Verhältnis zum
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Eigenmietwert stehe. Für die Ermittlung des EL-Anspruchs sei daher ein Viertel des
Eigenmietwertes und der Nebenkostenpauschale gemäss der Verordnung zu
berücksichtigen. Abschliessend notierte der Sachbearbeiter in Klammern, bei der
„alten EL-Anmeldung“ habe man keine Abklärungen vorgenommen und den
Mietvertrag akzeptiert. Mit einer Verfügung vom 8. Februar 2013 sprach die EL-
Durchführungsstelle dem Versicherten eine Ergänzungsleistung von 840 Franken pro
Monat mit Wirkung ab dem 1. Januar 2013 zu (EL-act. 8). Bei der Berechnung des EL-
Anspruchs hatte sie unter anderem eine Pauschale für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung von 3’804 Franken und Mietkosten von 5’783 Franken
berücksichtigt (EL-act. 7).
A.c Dagegen erhob der Versicherte am 21. Februar 2013 eine Einsprache (EL-act. 3).
Er beantragte die Zusprache einer höheren Ergänzungsleistung unter Berücksichtigung
einer Krankenkassenpauschale von 4’128 Franken, des Mindestbeitrages für
Nichterwerbstätige von 480 Franken und der Mietkosten von 13’200 Franken gemäss
Mietvertrag. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, die Durchschnittsprämien
für die obligatorische Krankenpflegeversicherung lägen bei 4’128 Franken. Als
Nichterwerbstätiger müsse er entsprechende Beiträge an die AHV, die
Invalidenversicherung und für die Erwerbsersatzordnung leisten, die als Ausgaben zu
berücksichtigen seien. Die Anrechnung des anteiligen Eigenmietwertes sei falsch, weil
er weder der Eigentümer der Liegenschaft sei noch einen Anteil daran besitze. Der
Vermieter habe keine Unterhaltspflichten ihm gegenüber und sei nicht sein Vater. Wenn
ein Mietvertrag vorliege, müsse auf diesen abgestellt werden. Der effektiv vereinbarte
Mietzins sei keineswegs übersetzt. Bei einem Grundstückswert von einer Million
Franken und einer Bruttorendite von sechs Prozent resultiere bereits ein (anteiliger)
Mietzins von 15’000 Franken. Der vereinbarte Mietzins von 1’100 Franken pro Monat
sei vor diesem Hintergrund sogar eher zu tief. Mit der Nebenkostenpauschale könne
ein Sechszimmerhaus unmöglich beheizt werden. Die Heizkosten seien um ein
Vielfaches höher. Mit einem Entscheid vom 27. März 2013 wies die EL-
Durchführungsstelle die Einsprache ab (EL-act. 17). Zur Begründung führte sie aus,
solange die Beiträge für Nichterwerbstätige noch nicht bezahlt seien, könnten sie auch
nicht als Ausgabe berücksichtigt werden. Für so genannte junge Versicherte, die das
25. Altersjahr noch nicht vollendet hätten, gelangten sodann tiefere Pauschalansätze
betreffend die obligatorische Krankenpflegeversicherung zur Anwendung. Der
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angerechnete Betrag sei korrekt. Der vereinbarte Mietzins sei offensichtlich übersetzt,
weil der Eigenmietwert für das gesamte Haus bloss 21’450 Franken betrage und sich
der Versicherte das Haus mit drei weiteren Erwachsenen teilen müsse. Dem
Versicherten stehe weder ein eigenes Badezimmer noch eine eigene Küche oder ein
eigenes Wohnzimmer zur Verfügung.
B.
B.a Mit einer Beschwerde vom 13. April 2013 beantragte der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) die Aufhebung des Einspracheentscheides vom 27. März 2013 und
die Zusprache einer Ergänzungsleistung ausgehend von einem Mietzins von 13’200
Franken pro Jahr (act. G 1). Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, es müsse
auf den Mietvertrag abgestellt werden, da er nicht der Eigentümer der Liegenschaft
und der Mietzins nicht übersetzt sei. Der Mietzins entspreche den regionalen Ansätzen.
Er könne und wolle nicht alleine wohnen und habe sich deshalb für eine
Wohngemeinschaft entschieden. Ohnehin wäre es wohl schwierig gewesen, eine
andere Wohnung zu finden. Den vereinbarten Mietzins bezahle er regelmässig.
Selbstverständlich könne der Eigenmietwert nicht als maximaler Mietzins
herangezogen werden.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 19. April 2013 unter Hinweis auf die
Erwägungen des angefochtenen Einspracheentscheides die Abweisung der
Beschwerde (act. G 3).
Erwägungen:
1.
1.1 Hinsichtlich der zwischen den Parteien streitigen Höhe der Mietkosten ist zunächst
darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer mit seinem Stiefvater einen schrift
lichen Mietvertrag abgeschlossen hat. Es ist davon auszugehen, dass der Beschwer
deführer den vertraglich vereinbarten Mietzins von 1’100 Franken pro Monat effektiv
bezahlt. Die Pflicht, einen monatlichen Mietzins von 1’100 Franken bezahlen zu
müssen, ist also als Tatsache anzusehen. Da der Rechtsanwendung in der Regel der
tatsächliche relevante Sachverhalt zugrunde zu legen und entsprechend für die
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Berechnung des EL-Anspruchs auf die tatsächlichen Ausgaben und Einnahmen
abzustellen ist, müsste vorliegend bei der Anspruchsberechnung an sich ein Mietzins
von 1’100 Franken pro Monat angerechnet werden. Die Tatsache, dass sich der
Beschwerdeführer verpflichtet hat, für seinen Teil der Wohngemeinschaft monatlich
1’100 Franken an den Eigentümer des Hauses zu bezahlen, kann nicht ohne Weiteres
ignoriert werden.
1.2 Allerdings erscheinen die geltend gemachten tatsächlichen Verhältnisse nicht allzu
plausibel. In einem Einfamilienhaus mit sechs Zimmern, das nicht in mehrere
Wohnungen unterteilt ist, können kaum einem von vier Erwachsenen nicht nur zwei
Zimmer, sondern auch noch ein Badezimmer und die Küche allein zur Verfügung
stehen. Im Mietvertrag scheinen dem Beschwerdeführer also mehr Rechte eingeräumt
worden zu sein, als ihm tatsächlich zustehen. Auffällig ist auch, dass sich der Mietzins
auf 1’100 Franken pro Monat und damit auf 13’200 Franken pro Jahr beläuft, denn dies
entspricht genau dem maximal anerkannten Mietzins gemäss Art. 10 Abs. 1 lit. b Ziff. 1
ELG. Da es sich beim Eigentümer des Hauses und Vermieter zudem um den Stiefvater
des Beschwerdeführers handelt, ist die Beschwerdegegnerin zu Recht der Frage
nachgegangen, ob allenfalls ein Verzicht in der Form eines übersetzten Mietzinses
vorliege.
1.3 Gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG sind Einkünfte und Vermögenswerte, auf die ver
zichtet worden ist, als Einnahmen anzurechnen. Diese Bestimmung erlaubt es unter
gegebenen Voraussetzungen, vom tatsächlichen Sachverhalt abzuweichen und der
Rechtsanwendung einen fiktiven Sachverhalt zugrunde zu legen. Hat beispielsweise
eine versicherte Person kurz vor der Anmeldung zum EL-Bezug ein Vermögen an eine
ihr nahestehende Person verschenkt, kann bei der Berechnung des EL-Anspruchs
nicht vom tatsächlichen Sachverhalt und damit vom noch vorhandenen (bzw.
grösstenteils nicht mehr vorhandenen) Vermögen ausgegangen werden. Vielmehr muss
fingiert werden, die eine Ergänzungsleistung beantragende Person habe das Vermögen
nicht verschenkt. Der Zweck des Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG ist es, rechtsmissbräuchliche
Leistungsgesuche zu verhindern. Die eine Ergänzungsleistung beantragenden
Personen sollen keine Ergänzungsleistungen für einen Bedarf erhalten, wenn sie diesen
hätten verhindern können. Sowohl von diesem Normzweck als auch vom
„Mechanismus“, der Rechtsanwendung statt des tatsächlichen einen fiktiven
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Sachverhalt zugrunde zu legen, her erweist sich der Wortlaut von Art. 11 Abs. 1 lit. g
ELG als zu eng. Um den rechtsmissbräuchlichen Bezug von Ergänzungsleistungen zu
verhindern, muss nicht nur „zu tiefen“ anrechenbaren Einkommen und
Vermögenswerten, sondern auch „zu hohen“ anerkannten Ausgaben korrigierend
begegnet werden. Rechtsmissbräuchlich ist es nämlich auch, unnötige finanzielle
Verpflichtungen einzugehen und die entsprechenden Ausgaben dann die Allgemeinheit
tragen zu lassen. Die Korrektur von solchen „zu hohen“ anerkannten Ausgaben muss
genau gleich wie die Korrektur von „zu tiefen“ anrechenbaren Einkommen oder
Vermögenswerten erfolgen, nämlich mittels des Abstellens auf einen fiktiven statt auf
den tatsächlichen Sachverhalt. In jedem Fall erfordert das Abstellen auf einen fiktiven
Sachverhalt (in Anwendung von Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG) aber den Nachweis, dass ein
entsprechender Verzichtstatbestand erfüllt ist. In Bezug auf Mietkosten muss etwa
nachgewiesen werden, dass der tatsächlich vereinbarte Mietzins offensichtlich
übersetzt ist. Ein Mietzins, der der Verwaltung zwar als eher hoch erscheint, aber noch
innerhalb des üblichen Rahmens liegt, erlaubt noch keine Anwendung von Art. 11
Abs. 1 lit. g ELG i.V.m. Art. 10 Abs. 1 lit. b ELG. Übersteigt der Mietzins aber den
ortsüblichen Rahmen deutlich, ist bei der Berechnung des EL-Anspruchs nicht dieser
tatsächliche, sondern ein fiktiver, ortsüblicher Mietzins zu berücksichtigen. Für den
Nachweis eines Verzichts muss der relevante tatsächliche Sachverhalt also mit einem
fiktiven Sachverhalt, nämlich mit einer im üblichen Rahmen liegenden Höhe der
entsprechenden Ausgaben- oder Einnahmenposition, verglichen werden. Im Umfang
der Differenz zwischen diesen beiden Vergleichsgrössen (die freilich erheblich sein
muss) liegt ein Verzicht vor, der es erlaubt, der Rechtsanwendung statt des
tatsächlichen Sachverhaltes den fiktiven Sachverhalt zugrunde zu legen.
1.4 Ausgehend von den Akten und den Behauptungen des Beschwerdeführers ist
vorliegend davon auszugehen, dass er in einer Wohngemeinschaft mit drei anderen
Erwachsenen lebt. Diese Wohngemeinschaft teilt sich ein Einfamilienhaus mit sechs
Zimmern. Kein Verzicht seitens des Beschwerdeführers läge vor, wenn er dem Eigen
tümer des Hauses einen marktüblichen Mietzins für seinen Anteil bezahlen würde.
Dabei kann es selbstverständlich keine Rolle spielen, dass es sich beim Vermieter um
den Stiefvater des Beschwerdeführers handelt, denn der Beschwerdeführer hat keine
rechtliche Handhabe, von seinem Stiefvater die Vermietung eines Wohnanteils zu
einem unter dem Marktwert liegenden Mietzins zu verlangen. Entscheidend ist also, wie
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hoch der marktübliche Mietzins für den vom Beschwerdeführer genutzten Wohnanteil
ist. Dies lässt sich den Akten nicht entnehmen, weshalb nicht hinreichend bewiesen ist,
dass eine Verzichtshandlung vorliegt. Der angefochtene Einspracheentscheid erweist
sich insofern als rechtswidrig, weshalb er aufzuheben ist. Die Sache ist zur
Durchführung ergänzender Abklärungen im Sinne der folgenden Erwägungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Sollte der Nachweis, dass der vereinbarte
Mietzins deutlich übersetzt ist, wider Erwarten nicht erbracht werden können, läge
diesbezüglich eine Beweislosigkeit vor, deren Nachteil die Beschwerdegegnerin zu
tragen hätte. Diesfalls müsste für die Berechnung des EL-Anspruchs also auf den
Mietvertrag abgestellt werden. Allerdings wäre vom vertraglich vereinbarten Mietzins
diesfalls ein Anteil von 20 Franken für Radio- und Fernsehempfangsgebühren in Abzug
zu bringen, da es sich dabei nicht um Mietkosten, sondern um Ausgaben des
allgemeinen Lebensbedarfs handelt.
1.5 Für die Ermittlung des marktüblichen Mietzinses muss zuerst in Erfahrung gebracht
werden, welcher Teil des Hauses dem Beschwerdeführer effektiv zur Verfügung
steht. Es kann zwar davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer über ein
eigenes Zimmer verfügt und das Badezimmer, die Küche und den Wohnbereich (inkl.
Sitzplatz) mitbenützen kann. Allerdings ist aufgrund der Akten nicht überwiegend
wahrscheinlich, dass es sich so verhält. Der Beschwerdeführer hat nämlich unter
Hinweis auf den Mietvertrag behauptet, ihm stünden ein zweites Zimmer sowie ein
Badezimmer und die Küche zur Verfügung, was zwar nicht plausibel erscheint, aber
ohne weitere Beweise nicht widerlegt werden kann. Wie es sich bezüglich des
Wohnanteils des Beschwerdeführers effektiv verhält, muss anhand weiterer
Beweismassnahmen festgestellt werden. Hierfür bietet sich die Durchführung eines
Augenscheins an, mit der allenfalls die örtlich zuständige Zweigstelle beauftragt werden
kann. Anschliessend ist zu schätzen oder anhand geeigneter Vergleichswerte
festzustellen, wie hoch der marktübliche Mietzins für den ermittelten (oder einen
vergleichbaren) Wohnanteil ist. Sollte sich eine erhebliche Diskrepanz zum vereinbarten
Mietzins ergeben, läge im Umfang der Differenz ein Verzicht vor bzw. wäre der EL-
Anspruchsberechnung nicht der vereinbarte, sondern der ermittelte marktübliche
Mietzins zugrunde zu legen.
2.
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2.1 In seiner Beschwerdeschrift hat sich der Beschwerdeführer zwar – anders als noch
in seiner Einsprache – nicht mehr gegen die Nichtanrechnung der Beiträge an die AHV,
die Invalidenversicherung und die Erwerbsersatzordnung für Nichterwerbstätige ge
wendet. Weil die Aufgabe des Versicherungsgerichtes in sozialversicherungs-
rechtlichen Beschwerdeverfahren aber darin besteht, im Einzelfall gesetzmässige
Anordnungen zu treffen, kann diese „Nichtrüge“ kein Vorwand sein, auf diese Frage
nicht einzugehen. Dem Sozialversicherungsverfahren ist ein irgendwie geartetes
Rügeprinzip fremd, da damit eine unzulässige Beschränkung des
Beschwerdegegenstandes und damit die Gefahr rechtswidriger Entscheide einher
ginge. Die Beschwerdeentscheide der kantonalen Versicherungsgerichte haben
vielmehr umfassend der gesetzlichen Regelung zu entsprechen, weshalb auf sämtliche
Aspekte der Rechtsanwendung eingegangen werden muss, ob diesbezüglich eine
Rüge vorgebracht worden ist oder nicht (ausführlicher hierzu: Entscheid IV 2011/133
vom 22. Oktober 2013, E. 2.2).
2.2 Selbstverständlich kann es hinsichtlich der Anrechnung der AHV/IV/EO-Beiträge
keine Rolle spielen, wann diese bezahlt worden sind oder bezahlt werden müssen.
Dabei handelt es sich nämlich um in jedem Fall und für jedes Jahr unbedingt
geschuldete Sozialversicherungsbeiträge, die folglich in Anwendung von Art. 10 Abs. 3
lit. c ELG bei der EL-Anspruchsberechnung unabhängig vom Zeitpunkt, in dem sie
effektiv bezahlt werden, als anerkannte Ausgaben zu berücksichtigen sind. Diesen
Umstand wird die Beschwerdegegnerin beim Erlass einer neuen Verfügung zu
berücksichtigen haben.
2.3 Sowohl hinsichtlich der anerkannten Pauschale für die obligatorische Kranken
pflegeversicherung als auch hinsichtlich der übrigen Ausgaben- und Einnahmen
positionen erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid hingegen als korrekt.
3. Zusammenfassend ist der angefochtene Einspracheentscheid aufzuheben und die
Sache an die Beschwerdegegnerin zur Durchführung der notwendigen Abklärungen
und zur anschliessenden neuen Verfügung zurückzuweisen. Angesichts des klaren
Sachverhalts und der eindeutigen Rechtslage ist von einem einfachen Fall gemäss Art.
17 Abs. 2 des st. gallischen Gerichtsgesetzes (GerG, sGS 941.1) auszugehen, der
einzelrichterlich beurteilt werden kann (Art. 19 der Verordnung über die Organisation
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und den Geschäftsgang des Versicherungsgerichts [OrgV], sGS 941.114).
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat der Vizepräsident als Einzelrichter im Verfahren gemäss Art. 19 OrgV