Decision ID: f611ddc4-44e1-5e19-9b20-2851cfff95e2
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 2. März 2020 in der Schweiz um Asyl nach-
suchte und ihm am 6. März 2020 eine unentgeltliche Rechtsvertretung ge-
mäss Art. 102f ff. AsylG (SR 142.31) mandatiert wurde,
dass er am 9. März 2020 zu seiner Person und zu seinem Reiseweg be-
fragt wurde,
dass er am 11. Mai 2020 im Rahmen von Art. 26 Abs. 3 AsylG und am
8. Juni 2020 vertieft zu seinem Asylgesuch angehört wurde,
dass er zu seinem persönlichen Hintergrund angab, er sei alevitischer
Kurde und stamme aus einem Dorf, das zu B._ gehöre, und habe
dort mit seinen Eltern und (...) Schwestern gelebt,
dass er im Jahre (...) die Matura abgeschlossen habe und in der Folge
immer wieder nach Istanbul zu seiner Tante väterlicherseits gegangen sei,
um dort zu arbeiten, wobei er in der (...) Arbeit gefunden habe und teilweise
auch als (...) tätig gewesen sei,
dass er aber immer wieder nach B._ zurückgekehrt sei,
dass er als Begründung seines Asylgesuches im Wesentlichen vorbrachte,
ab dem Jahre 2015 habe er B._ nicht mehr verlassen und geholfen,
die Tiere zu sömmern, wobei er auf den Weiden immer wieder Angehörigen
der Guerilla begegnet sei,
dass diese auch in seinem Zelt zu Besuch gekommen seien und er diese
auf deren Wunsch mit Nahrungsmitteln und Material versorgt habe,
dass er Ende November 2019 auf einem Spaziergang von vier Zivilpolizis-
ten angehalten und aufgefordert worden sei, in ihr Auto einzusteigen,
dass die Zivilpolizisten mit ihm weggefahren seien und von ihm verlangt
hätten, für sie Spitzeltätigkeiten auszuführen,
dass er das Angebot abgelehnt habe und zirka 20 Minuten später freige-
lassen worden sei, worauf er nach Hause gegangen sei,
dass die Zivilpolizisten keine physische Gewalt angewendet hätten, dieses
Ereignis ihm jedoch Angst gemacht habe, weshalb er ein paar Tage später
zu einem Onkel gegangen sei, wo er sicher gewesen sei,
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dass er von dort aus Anfang Februar 2020 dennoch nach Istanbul weiter-
gereist, in einem Lastwagen illegal aus der Türkei ausgereist und über ihm
unbekannte Länder in die Schweiz gelangt sei,
dass ihn das SEM am 15. Juni 2020 dem erweiterten Verfahren zugewie-
sen hat,
dass das SEM mit Verfügung vom 30. Juli 2020 feststellte, der Beschwer-
deführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, sein Asylgesuch ablehnte
und die Wegweisung aus der Schweiz und aus dem Schengen-Raum so-
wie den Vollzug der Wegweisung anordnete,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 28. August 2020 durch seine
Rechtsvertreterin gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht
Beschwerde erhob und beantragt, die Verfügung des SEM vom 30. Juli
2020 sei im Wegweisungspunkt (recte: im Punkt des Vollzuges der Weg-
weisung) aufzuheben,
dass seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen sei,
dass eventualiter festzustellen sei, dass seine Wegweisung nach Eritrea
(recte: Türkei) unzulässig beziehungsweise unzumutbar sei,
dass subeventualiter der Sachverhalt zur Neuabklärung (recte: die ange-
fochtene Verfügung zur Neuabklärung des Sachverhaltes) an die
Vorinstanz zurückzuweisen sei,
dass die unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2
VwVG i.V.m. Art. 110a AsylG (recte: Art. 102m AsylG) zu gewähren und
ihm der Unterzeichnete (recte: die Unterzeichnete) als amtlicher Rechts-
beistand beizuordnen sei,
dass die Rechtsvertreterin in einem Nachtragsschreiben vom 28. August
2020 mitteilte, es werde ein Arztbericht bezüglich des Beschwerdeführers
eingefordert und nachträglich eingereicht werden,
dass die Instruktionsrichterin mit Schreiben vom 1. September 2020 den
Eingang der Beschwerde bestätigte und festhielt, der Beschwerdeführer
könne den Ausgang des Verfahrens in der Schweiz abwarten (Art. 42
AsylG),
dass die Instruktionsrichterin mit Zwischenverfügung vom 10. September
2020 feststellte, in antizipierter Würdigung der gesamten Aktenlage dürfte
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nicht auf eine gesundheitliche Beeinträchtigung des Beschwerdeführers in
einem derart gelagerten Schweregrad geschlossen werden, als in diesem
Zusammenhang ein Vollzugshindernis gegeben sein könnte, weshalb da-
rauf verzichtet werden könne, eine Frist zur Einreichung des in Aussicht
gestellten Arztberichtes anzusetzen,
dass mit derselben Zwischenverfügung die Gesuche um Gewährung der
unentgeltlichen Prozessführung, um Beigabe einer amtlichen Rechtsbei-
ständin und um Befreiung von der Kostenvorschusspflicht abgewiesen
wurden und dem Beschwerdeführer Frist zur Bezahlung eines Kostenvor-
schusses angesetzt wurde,
dass der Beschwerdeführer mit persönlich unterzeichnetem Schreiben
vom 25. September 2020 mitteilte, er habe den Kostenvorschuss einbe-
zahlt, und erneut darum ersuchte, ihm sei eine angemessene Frist zur
Nachreichung eines aktuellen Arztberichtes anzusetzen,
dass er dabei geltend machte, er leide psychisch extrem und eine Rück-
kehr in die Türkei sei für ihn nicht zumutbar,
dass der eingeforderte Kostenvorschuss innert Frist geleistet wurde,

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht unter anderem für die Behandlung
von Beschwerden gegen Verfügungen des SEM zuständig ist, wobei das
Gericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig entscheidet, ausser – was vor-
liegend nicht der Fall ist – bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des
Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht
(vgl. Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG),
dass die Beschwerde frist- und formgerecht eingereicht worden ist und der
Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen hat,
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein schutzwürdi-
ges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung hat und da-
her zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 und Art. 108
Abs. 6 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG),
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dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen
Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Auslän-
derrechts nach Art. 49 VwVG richten (vgl. BVGE 2014/26 E. 5),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich,
wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt,
dass auf einen Schriftenwechsel zu verzichten und der Beschwerdeent-
scheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG),
dass das mit der Beschwerde erhobene Eventualbegehren, die angefoch-
tene Verfügung sei zur Neuabklärung des Sachverhaltes an die Vorinstanz
zurückzuweisen, in der Beschwerdeschrift nicht begründet wird,
dass vorliegend aufgrund der Aktenlage und der Anhörungen des Be-
schwerdeführers auch nicht ersichtlich ist, inwiefern der rechtserhebliche
Sachverhalt nicht hinreichend erstellt sein soll,
dass demzufolge das Eventualbegehren auf Rückweisung der Sache an
die Vorinstanz als offensichtlich unbegründet abzuweisen ist und das Ge-
richt in der Sache zu entscheiden hat (vgl. Art. 61 Abs. 1 VwVG),
dass gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich
Asyl gewährt und Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder
im Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Natio-
nalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ih-
rer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder
begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3
Abs. 1 AsylG), wobei als ernsthafte Nachteile namentlich die Gefährdung
des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen
unerträglichen psychischen Druck bewirken, gelten (Art. 3 Abs. 2 AsylG),
dass gemäss Art. 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder
zumindest glaubhaft zu machen ist und diese glaubhaft gemacht ist, wenn
die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für
gegeben hält,
dass Vorbringen grundsätzlich dann glaubhaft gemacht sind, wenn sie ge-
nügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind und entschei-
dend ist, ob die Gründe, welche für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstel-
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lung sprechen, überwiegen oder nicht, wobei auf eine objektivierte Sicht-
weise abzustellen ist (vgl. BVGE 2012/5 E. 2.2, BVGE 2010/57 E. 2.2 und
2.3; Entscheidungen und Mitteilungen der vormaligen Schweizerischen
Asylrekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f.),
dass unglaubhaft insbesondere Vorbringen sind, die in wesentlichen Punk-
ten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen
nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Be-
weismittel abgestützt werden,
dass mit der vorliegenden Beschwerde kein Begehren auf Gewährung des
Asyls gestellt und nicht geltend gemacht wird, der Beschwerdeführer sei
im Zeitpunkt seiner Ausreise aus dem Heimatland bereits ernsthaften
Nachteilen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG ausgesetzt gewesen,
dass er vielmehr vorbringt, er sei bei einer allfälligen Rückkehr in die Türkei
einem erhöhten Gefährdungsmoment ausgesetzt, da er sich durch die Aus-
reise aus der Türkei den behördlichen Anwerbungen zur Spitzeltätigkeit
entzogen habe,
dass der Beschwerdeführer demnach im Sinne subjektiver Nachflucht-
gründe die Flüchtlingseigenschaft erfülle und gemäss Art. 54 AsylG vorläu-
fig aufzunehmen sei,
dass somit zu prüfen ist, ob aufgrund des vom Beschwerdeführer vorge-
brachten Sachverhalt glaubhaft ist, er müsse in Berücksichtigung des län-
derspezifischen Kontextes begründeterweise befürchten, bei einer Rück-
kehr in die Türkei namentlich durch die türkischen Behörden ernsthaften
Nachteilen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG ausgesetzt zu werden,
dass die Feststellung der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung, wo-
nach die Schilderungen des Beschwerdeführers in Bezug auf die Entfüh-
rung durch zivile Polizisten vage und oberflächlich ausgefallen und nicht
von Details geprägt seien, die den Eindruck erwecken würden, dass er die
Ereignisse tatsächlich erlebt hätte, zu bestätigen ist,
dass dem SEM beizupflichten ist, dass angesichts der ausserordentlichen
Situation, in der er sich in diesem Zeitpunkt angeblich befunden habe, zu
erwarten gewesen wäre, dass er seine Darstellungen nachvollziehbarer
und erlebnisgeprägter hätte darlegen können,
dass mit der Beschwerde dieser Einschätzung nichts Stichhaltiges entge-
gengesetzt wird,
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dass demnach aufgrund der Aktenlage und des Aussageverhaltens des
Beschwerdeführers im Sinne der zu bestätigenden Ausführungen in der
angefochtenen Verfügung namentlich nicht glaubhaft gemacht ist, der Be-
schwerdeführer wäre in der von ihm geltend gemachten Form von Zivilpo-
lizisten angehalten, für zirka 20 Minuten entführt und zur verräterischen
Tätigkeit gegenüber Angehörigen von Guerilla-Kampftruppen als Spitzel
angeworben worden,
dass im Weiteren die Feststellung der Vorinstanz nicht zu beanstanden ist,
aufgrund der eigenen Angaben des Beschwerdeführers sei davon auszu-
gehen, dass die Polizei von seinen jeweils im Sommer über vier bis fünf
Jahre dauernden Tätigkeiten in den Bergen zugunsten der Guerilla hätte
wissen müssen,
dass die Polizei ihn dennoch in all diesen Jahren hat gewähren lassen, kein
Verfahren gegen ihn eingeleitet und auch keinen Haftbefehl gegen ihn aus-
gestellt hat, jedenfalls zu Recht gegen ein ernsthaftes Interesse der türki-
schen Sicherheitsbehörden an seiner Person spricht,
dass die Argumentationslinie in der vorinstanzlichen Verfügung ausgewo-
gen und deren rechtliche Folgerungen sachgerecht erscheinen und auf die
entsprechenden Ausführungen im Einzelnen zu verweisen ist,
dass das SEM in seiner Verfügung mit überzeugender Begründung zur Er-
kenntnis gelangt ist, die diesbezüglichen Vorbringen würden den Anforde-
rungen von Art. 7 AsylG an das Glaubhaftmachen nicht genügen,
dass das SEM im Weiteren zutreffend ausführte, insoweit der Beschwer-
deführer geltend mache, die kurdisch-alevitische Bevölkerung werde von
den Behörden schikaniert und benachteiligt, ihre Religion würde als unre-
ligiös bezeichnet und die Leute würden ins Elend getrieben, wovon er als
Angehöriger der kurdisch-alevitischen Bevölkerung ebenfalls betroffen sei,
handle es sich nicht um ernsthafte Nachteile im Sinne des Asylgesetzes,
dass die allgemeine Situation, in der sich die kurdische Bevölkerung in der
Türkei befindet, gemäss gefestigter Praxis für sich allein nicht zur Anerken-
nung der Flüchtlingseigenschaft führt,
dass der Beschwerdeführer aufgrund der Aktenlage auch aus der geltend
gemachten Verwandtschaft zu Mitgliedern der HDP (Demokratische Partei
der Völker; Halklarrn Demokratik Partisi) keine begründete Furcht abzulei-
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ten vermag, bei einer Rückkehr in sein Heimatland mit beachtlicher Wahr-
scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft ernsthaften Nachteilen im Sinne
von Art. 3 Abs. 2 AsylG ausgesetzt zu werden,
dass auch keine hinreichenden Anhaltspunkte ersichtlich sind, die ander-
weitige Gründe zur Annahme bieten könnten, der Beschwerdeführer würde
in flüchtlingsrechtlich relevanter Hinsicht in den Fokus der türkischen Be-
hörden geraten und von diesen aus den vom Gesetz genannten Beweg-
gründen und mit vom Gesetz verlangten ernsthaften Nachteilen überzo-
gen,
dass nach Prüfung der Akten die Einwände in der Beschwerde nicht taug-
lich erscheinen, die Einschätzungen des SEM in der angefochtenen Verfü-
gung in entscheidwesentlicher Hinsicht als nicht rechtskonform zu erken-
nen,
dass aus diesen Erwägungen folgt, dass die Vorinstanz die Flüchtlingsei-
genschaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint und sein Asylgesuch
abgelehnt hat,
dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat
(Art. 44 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt
hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen besteht
(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4, 2009/50 E. 9, je m.w.H.), weshalb die verfügte
Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und
demnach vom SEM zu Recht angeordnet wurde,
dass das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim-
mungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Weg-
weisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44
AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]),
dass bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungsvollzugshindernis-
sen gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweis-
standard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft gilt; das heisst, sie
sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls we-
nigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.),
dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtliche
Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des
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Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AIG),
dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-
gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem
Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft,
zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1
AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über
die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),
dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass-
geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da der
Beschwerdeführer keine asylrechtlich erhebliche Gefährdung nachweisen
oder glaubhaft machen kann, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prin-
zip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement im vorliegenden Verfahren
keine Anwendung findet,
dass das SEM zu Recht davon ausgehen durfte, dass keine hinreichenden
Anhaltspunkte gegeben sind, der Beschwerdeführer müsste begründeter-
weise befürchten, im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat mit beacht-
licher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK respektive Art. 3 des
Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK,
SR 0.105) verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt zu werden,
dass demnach keine hinreichenden Anhaltspunkte für eine im Heimat- oder
Herkunftsstaat drohende menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne
von Art. 25 Abs. 3 BV, von Art. 3 FoK und der Praxis zu Art. 3 EMRK er-
sichtlich sind,
dass sich weitere Gründe für die Annahme der Unzulässigkeit des Weg-
weisungsvollzugs weder aus den Akten noch aus der Beschwerdeschrift
ergeben und der Wegweisungsvollzug auch unter dem Aspekt der gesund-
heitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers im Einklang mit der
geltenden völkerrechtlichen Rechtsprechung offenkundig zulässig ist,
dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar
erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen
wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage kon-
kret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AIG),
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dass gemäss aktueller Rechtsprechung in der Türkei nicht von einem
Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situation allgemeiner Gewalt beziehungs-
weise einer generellen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ausge-
gangen werden kann,
dass der Beschwerdeführer nicht aus einer Provinz stammt und nicht in
eine Provinz zurückzukehren hätte, bei der die geltende Rechtsprechung
des Bundesverwaltungsgerichts von der generellen Unzumutbarkeit des
Vollzugs von Wegweisungen ausgeht (vgl. BVGE 2013/2 E. 9.6),
dass das SEM im Weiteren in Berücksichtigung aller wesentlichen Aspekte
zu Recht darauf geschlossen hat, es sprächen insgesamt keine individuel-
len Gründe gegen die Zumutbarkeit des Vollzuges der Wegweisung in das
Heimatland des Beschwerdeführers,
dass, wie das SEM zu Recht ausführte, der Beschwerdeführer über eine
Matura (und somit über eine solide Schulausbildung), über langjährige Be-
rufserfahrung in (...), der (...) und der (...) sowie in der Türkei über ein
funktionierendes Beziehungsnetz verfügt,
dass das SEM in der angefochtenen Verfügung die Zumutbarkeit des Weg-
weisungsvollzuges im Einklang mit der geltenden landesrechtlichen Recht-
sprechung und in Mitberücksichtigung der persönlichen Verhältnisse des
Beschwerdeführers und des von ihm geltend gemachten psychischen Be-
lastungsbildes geprüft und bejaht hat,
dass keine ernsthaften Hinweise ersichtlich sind, der Beschwerdeführer
könnte bei einer Rückkehr in eine existenzielle Notlage geraten, weshalb
aufgrund der persönlichen Verhältnisse nicht von einer konkreten Gefähr-
dung des Beschwerdeführers im Sinne des Gesetzes und der Rechtspre-
chung bei einer Rückkehr in den Heimatstaat auszugehen ist,
dass das SEM in der angefochtenen Verfügung zutreffend feststellte, der
Beschwerdeführer gebe an, dass es seiner Psyche zur Zeit nicht gut gehe,
und er dies auf die hiesigen Unterkünfte zurückführe, die sich im Unter-
grund befinden würden, und ihm auch seine instabile Situation hier in der
Schweiz zu schaffen mache (vgl. Akten SEM 16/17 F56-F59),
dass aufgrund dieser Umstände nicht auf eine gesundheitliche Beeinträch-
tigung des Beschwerdeführers in einem derart gelagerten Schweregrad
geschlossen werden kann, als in diesem Zusammenhang ein Vollzugshin-
http://links.weblaw.ch/BVGE-2013/2
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dernis gegeben sein könnte, weshalb – wie bereits in der Zwischenverfü-
gung vom 10. September 2020 festgehalten – in antizipierter Würdigung
der gesamten Aktenlage darauf verzichtet werden kann, eine Frist zur Ein-
reichung des in Aussicht gestellten Arztberichtes anzusetzen und der ent-
sprechende Antrag abgewiesen wird,
dass das SEM den Wegweisungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar
und möglich bezeichnet hat, weshalb eine Anordnung der vorläufigen Auf-
nahme ausser Betracht fällt (Art. 83 Abs. 1–4 AIG),
dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechts-
erheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1
AsylG) und – soweit überprüfbar – angemessen ist, und die Beschwerde
als offensichtlich unbegründet abzuweisen ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.–
(Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2])
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und der
in diesem Betrag geleistete Kostenvorschuss zur Begleichung der Verfah-
renskosten zu verwenden ist.
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