Decision ID: 163ef214-c17d-55d4-91c8-71cf3e67103b
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer suchte am 26. Oktober 2016 in der Schweiz um Asyl
nach. Am 2. November 2016 fand die Befragung zur Person und am
10. Juli 2017 die Anhörung statt. Hierbei machte er geltend, er sei iraki-
scher Staatsangehöriger kurdischer Ethnie. Er sei in der Region
B._, Provinz Erbil geboren und habe in der Provinz C._ wäh-
rend elf Jahren die Schule besucht. Vor seiner Ausreise habe er zusammen
mit seinen Eltern in der Stadt D._ gelebt, wo er auch gearbeitet
habe. Die letzten Monate vor seiner Ausreise habe er sich zuhause aufge-
halten und sei von seinen Eltern unterstützt worden. In der Schule sei er
mit Kollegen in Kontakt gekommen, die einen schlechten Einfluss auf ihn
gehabt hätten. Er habe begonnen zu spielen, zu trinken und er habe – et-
was weniger als einen Monat vor seiner Ausreise – zweimal Geschlechts-
verkehr gegen Bezahlung gehabt. Letzteres hätten sein Vater und die
Nachbarn erfahren, woraufhin sein Vater ihn zuhause in ein Zimmer ge-
sperrt und mit dem Tod bedroht habe. Zwei seiner Brüder hätten seinen
Vater dabei unterstützt. Seine Mutter habe ihm deshalb zur Flucht verhol-
fen.
B.
Mit Verfügung vom 9. Dezember 2019 kam das SEM zum Schluss, auf-
grund der Schutzwilligkeit und Schutzfähigkeit der irakischen Behörden
entfalte der vorgetragene Sachverhalt keine Asylrelevanz, und stellte fest,
der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das
Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete
deren Vollzug an.
C.
Mit Eingabe vom 13. Januar 2020 reichte der Beschwerdeführer hiergegen
Beschwerde ein. Mit Urteil E-206/2020 vom 10. Februar 2020 hob das Bun-
desverwaltungsgericht die angefochtene Verfügung auf und wies die Sa-
che zur vollständigen und richtigen Sachverhaltsermittlung sowie zur Neu-
beurteilung zurück.
D.
Am 13. Juli 2020 wurde der Beschwerdeführer vom SEM erneut zu seinen
Asylgründen angehört.
E-4442/2020
Seite 3
E.
Mit Verfügung vom 28. Juli 2020 stellte das SEM fest, der Beschwerdefüh-
rer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab, ver-
fügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete deren Vollzug an.
F.
Mit Eingabe vom 7. September 2020 reichte der Beschwerdeführer beim
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein und beantragte, es sei die Ver-
fügung des SEM vom 28. Juli 2020 aufzuheben und die Sache zur vollstän-
digen, richtigen Abklärung und Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts sowie zur Neubeurteilung zurückzuweisen. Eventualiter sei die
Flüchtlingseigenschaft festzustellen sowie Asyl zu gewähren. Eventualiter
sei er als Flüchtling anzuerkennen. Eventualiter sei die Unzulässigkeit,
eventualiter die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen
und er sei vorläufig aufzunehmen.
G.
Mit Instruktionsverfügung vom 10. September 2020 bestätigte der Instruk-
tionsrichter den Eingang der Beschwerde und stellte fest, der Beschwer-
deführer könne den Ausgang des Verfahrens einstweilen in der Schweiz
abwarten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Am 1. März 2019 ist die Teilrevision (AS 2016 3101) des Asylgesetzes
vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) in Kraft getreten. Für das vorlie-
gende Verfahren gilt das bisherige Recht (vgl. Abs. 1 der Übergangsbe-
stimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 2015).
1.2 Am 1. Januar 2019 wurde das Ausländergesetz vom 16. Dezember
2005 (AuG, SR 142.20) teilrevidiert (AS 2018 3171) und in Ausländer- und
Integrationsgesetz (AIG) umbenannt. Die vorliegend anzuwendenden
Gesetzesartikel (Art. 83 Abs. 1–7 und Art. 84) sind unverändert vom AuG
ins AIG übernommen worden.
2.
Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung
von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und
entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend
E-4442/2020
Seite 4
– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG, Art. 105 AsylG). Der Beschwerde-
führer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert
(Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist
einzutreten (aArt. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
3.
3.1 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-
gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des
Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh-
rung eines Schriftenwechsels verzichtet.
4.
Der Beschwerdeführer macht mehrere formelle Rügen geltend. Diese sind
vorab zu prüfen, da sie zu einer Kassation der angefochtenen Verfügung
führen können.
5.
5.1 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches
Gehör, der als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer Partei
einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam
zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 2009/35
E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die
Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheid-
findung angemessen zu berücksichtigen. Nicht erforderlich ist, dass sich
die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt
und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 143 III 65
E. 5.2). Aus dem Akteneinsichtsrecht als Teilgehalt des rechtlichen Gehörs
folgt, dass grundsätzlich sämtliche beweiserheblichen Akten den Beteilig-
ten offenzulegen sind, sofern in der sie unmittelbar betreffenden Verfügung
darauf abgestellt wird (BGE 132 V 387 E. 3.1 f.).
5.2 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes
wegen fest und bedient sich nötigenfalls der gesetzlichen Beweismittel (Ur-
kunden, Auskünfte der Parteien, Auskünfte oder Zeugnis von Drittperso-
nen, Augenschein und Gutachten von Sachverständigen). Unrichtig ist die
Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidri-
ger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt wor-
den sind. Die Sachverhaltsfeststellung ist demgegenüber unvollständig,
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/35
E-4442/2020
Seite 5
wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände be-
rücksichtigt werden (KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und
Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 630).
5.3 Der Grundsatz von Treu und Glauben in Art. 9 BV gebietet ein vertrau-
enswürdiges, widerspruchsfreies Verhalten der Behörden gegenüber den
Einzelnen im Rechtsverkehr. Das ebenfalls in Art. 9 BV verankerte Willkür-
verbot ist nur dann verletzt, wenn ein Entscheid offensichtlich unhaltbar ist,
mit der tatsächlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm
oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossen-
der Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderläuft (vgl. BGE 133 I 149
E. 3.1, m.w.H.).
6.
6.1 In der Beschwerde wird zunächst geltend gemacht, das SEM habe mit
seinem Vorgehen die Anweisungen des Bundesverwaltungsgerichts miss-
achtet und mittels Durchführung einer ergänzenden Anhörung Unglaubhaf-
tigkeiten konstruiert, was stossend sei, zumal es in seiner ersten Verfügung
vom 9. Dezember 2019 von der Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Be-
schwerdeführers ausgegangen sei. Hiermit habe es das rechtliche Gehör,
den Grundsatz von Treu und Glauben sowie das Willkürverbot verletzt. Der
Beschwerdeführer habe Prostituierte aufgesucht, womit sich vorliegend die
Frage gestellt hätte, ob Prostitution im Irak – insbesondere im Nordirak –
verboten sei. Dies hätte durch länderspezifische Abklärungen und eine in-
tensive Quellenanalyse abgeklärt werden müssen; eine ergänzende Anhö-
rung diene nicht als Grundlage hierfür. Bei der ergänzenden Anhörung sei
es auch nicht um die Abklärung der Frage des Schutzwillens und der
Schutzfähigkeit der nordirakischen Behörden gegangen.
6.2 Wie der Beschwerdeführer zutreffend festgestellt hat, hat das Bundes-
verwaltungsgericht die erste Verfügung der Vorinstanz vom 9. Dezember
2019 mit Urteil E-206/2020 vom 10. Februar 2020 zur Neubeurteilung kas-
siert (vgl. Beschwerde S. 4 Art. 2). In diesem Zusammenhang ist festzu-
stellen, dass sich die Vorinstanz in der ersten Verfügung nicht abschlies-
send zur Glaubhaftigkeit geäussert hat. Vielmehr hat sie in der ersten Ver-
fügung festgehalten, es könne bei offensichtlich fehlender Asylrelevanz da-
rauf verzichtet werden, auf vorhandene Unglaubhaftigkeitselemente in den
Vorbringen einzugehen (vgl. Verfügung SEM vom 9. Dezember 2019 S. 3
Ziff. II unten). Auch das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem Kassati-
onsurteil keine Glaubhaftigkeitsprüfung vorgenommen und namentlich
auch keine Motivsubstitution erwogen, zumal dem Beschwerdeführer mit
E-4442/2020
Seite 6
Blick auf die erste Verfügung dadurch eine Instanz verloren gegangen
wäre. Die Vorinstanz hat im Nachgang zum Urteil E-206/2020 eine ergän-
zende Anhörung durchgeführt und in der angefochtenen Verfügung die
Prüfung der Glaubhaftigkeit korrekt nachgeholt, wobei sie zum Schluss
kam, die Vorbringen des Beschwerdeführers seien unglaubhaft; zur Frage,
ob diese Einschätzung zutrifft, äussert sich das Gericht im materiellen Teil
(insb. E. 10). Dass die Vorinstanz hierbei zu einer anderen Würdigung der
Gesuchsvorbringen gelangt, als vom Beschwerdeführer verlangt, spricht
weder für eine ungenügende Sachverhaltsfeststellung noch stellt dies eine
Verletzung der Begründungs- beziehungsweise Beweiswürdigungspflicht
dar. Nach der gesetzlichen Konzeption sind die Gesuchsteller verpflichtet,
die Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu ma-
chen (vgl. Art. 7 Abs. 1 AsylG). Gelingt es jedoch nicht, auch nur die her-
abgesetzten Beweisanforderungen der Glaubhaftmachung der Flüchtlings-
eigenschaft zu erfüllen, ist die Vorinstanz nicht gehalten, die Vorbringen
zusätzlich auf ihre Asylrelevanz zu prüfen. Vor diesem Hintergrund ist das
Vorgehen der Vorinstanz – welche die Prüfung der Glaubhaftigkeit inzwi-
schen nachgeholt hat – nicht zu beanstanden. Die Vorinstanz hat hiermit
auch nicht gegen den Grundsatz von Treu und Glauben oder das Willkür-
verbot verstossen. Abklärungen namentlich zur Schutzwilligkeit und
Schutzfähigkeit der irakischen Behörden wären lediglich dann notwendig
geworden, wenn die Vorinstanz von der Glaubhaftigkeit der Vorbringen
ausgegangen wäre oder sich weiterhin – wie in der ersten Verfügung –
ausschliesslich auf dieses eine Argument gestützt hätte.
6.3 Weiter wird pauschal eine Verletzung des Rechts auf Akteneinsicht ge-
rügt. Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem Kassationsurteil festge-
stellt, die Akteneinsicht sei lediglich insoweit verletzt worden, als dem Be-
schwerdeführer keine Einsicht in die Aktenstücke A4/10 (Bericht GWK
Liechtenstein) und A5/8 (Bericht GWK Po Kt. TG) gewährt worden sei (Ur-
teil des BVGer E-206/2020 vom 10. Februar 2020 E. 5.3). Diesen Mangel
hat die Vorinstanz inzwischen behoben, indem sie dem Beschwerdeführer
mit Schreiben vom 21. Juni 2020 auch Akteneinsicht in diese Aktenstücke
gewährt hat (SEM-Akten A43–A45). Hiernach hat der Beschwerdeführer
bei der Vorinstanz weder weitere Gesuche um Akteneinsicht gestellt noch
moniert, letztere sei ihm nicht vollständig gewährt worden. Die Beschwer-
deausführungen zeigen zudem, dass dem Beschwerdeführer auch das
Protokoll der zweiten Anhörung vorliegen muss (SEM-Akten A41), womit
die Akteneinsicht vollständig gewährt wurde.
E-4442/2020
Seite 7
6.4 Weiter trifft es zwar zu, dass die Vorinstanz im Wegweisungspunkt
auch auf die Rechtsprechung aus dem Jahr 2015 verwies. Weil letztere
jedoch nach wie vor Gültigkeit hat, ist dies nicht zu beanstanden und stellt
nicht – wie vom Beschwerdeführer behauptet – eine Verletzung der Abklä-
rungs- sowie der Begründungspflicht dar.
6.5 In der Beschwerde wird weiter beanstandet, dass die Vorinstanz bis zur
ersten Anhörung beinahe ein Jahr, dann über zwei weitere Jahre bis zum
Asylentscheid und nach der Kassation erneut rund fünf Monate mit der er-
gänzenden Anhörung zugewartet habe. Nach nun beinahe vier Jahren
weise die Vorinstanz das Asylgesuch mit der Argumentation ab, die Aussa-
gen seien nicht detailliert genug. Es sei treuwidrig und verstosse gegen
den Grundsatz eines fairen Verfahrens, einerseits das Verfahren und die
Durchführung der Anhörung zu verschleppen und andererseits zu behaup-
ten, der Beschwerdeführer habe nicht ausführliche Aussagen gemacht.
Vorab ist hierzu festzustellen, dass die vorliegend zu beurteilenden Zeit-
spannen praxisgemäss weder eine Verletzung des rechtlichen Gehörs
noch der Abklärungspflicht darstellen (vgl. statt vieler Urteile E-5914/2017
vom 24. April 2018 E. 6.4, D-6926/2017 vom 30. April 2018 E. 3.2 oder
D-763/2017 vom 4. September 2017 E. 5.4). Darüber hinaus ist für das
Gericht kein Zusammenhang zwischen der Argumentation der Vorinstanz
und der Zeitspanne zwischen dem Asylgesuch und den Anhörungen er-
sichtlich, der auf ein willkürliches oder unfaires Vorgehen schliessen lassen
könnte, und es ist diesbezüglich auch keine Verletzung der Begründungs-
pflicht zu erkennen. Des Weiteren kann nach Art. 50 Abs. 2 VwVG grund-
sätzlich jederzeit Beschwerde gegen das unrechtmässige Verweigern oder
Verzögern einer Verfügung geführt werden. Die zeitliche Grenze bildet der
Grundsatz von Treu und Glauben. Bietet eine bestimmte behördliche
Handlung oder Äusserung oder das Unterlassen einer solchen objektiv be-
gründeten Anlass für eine Rechtsverzögerungsbeschwerde, darf hiermit
nicht beliebig lange zugewartet werden. Vielmehr muss die Beschwerde
innert angemessener Frist erhoben werden. Den Akten ist jedoch nicht zu
entnehmen, dass der Beschwerdeführer vor dem Ergehen der angefoch-
tenen Verfügung bei der Vorinstanz jemals eine Verzögerung des Verfah-
rens im genannten Sinne moniert hätte. Die einschlägigen Rügen sind da-
her ebenfalls als unbegründet zu qualifizieren.
6.6 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz das Asylver-
fahren gesetzeskonform durchgeführt hat. Die formellen Rügen erweisen
E-4442/2020
Seite 8
sich als unbegründet. Der Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzu-
heben und die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, ist demzufolge
abzuweisen.
7.
Die Flüchtlingseigenschaft muss nachweisen oder zumindest glaubhaft
machen, wer um Asyl nachsucht (Art. 7 Abs. 1 AsylG). Glaubhaft gemacht
ist die Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind ins-
besondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet
oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder
massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt wer-
den (Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG). Das Bundesverwaltungsgericht hat die An-
forderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in einem publizierten
Entscheid dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier ver-
wiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1, m.w.H.).
8.
Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, eine
Gesamtwürdigung ergebe, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers
nicht geglaubt werden könnten. Namentlich würden die Aussagen trotz ge-
zielter Vertiefungsfragen nicht die Qualität aufweisen, die zu erwarten
wäre, wenn die dargelegten Ereignisse tatsächlich erlebt worden wären.
So sei selbst die Wiedergabe des Wortlauts der Drohungen des Vaters
floskelhaft ausgefallen. Der Frage, wie der Beschwerdeführer der Situation
und den Drohungen seines Vaters begegnet sei, sei er wiederholt mit dem
Hinweis ausgewichen, dass er zu verängstigt gewesen sei, um zu reagie-
ren. Sodann fehle es den Ausführungen zu den Brüdern bereits an einer
raum-zeitlichen Verknüpfung. Auch die Angaben dazu, wie sein Vater von
der Sache erfahren habe, bleibe äusserst vage. Zudem würden Angaben
in der ersten Anhörung von denjenigen in der zweiten Anhörung voneinan-
der abweichen. So habe er namentlich in der zweiten Anhörung ausgeführt,
dass Freunde seines Vaters und Leute in der Nachbarschaft von der Sache
erfahren hätten, wohingegen er in der ersten Anhörung ausgeführt habe,
ein Nachbar, der gleichzeitig ein Verwandter sei, habe von der Sache er-
fahren und seinen Vater informiert. Auch die Ausführungen zur Fluchthilfe
seiner Mutter seien spärlich und widersprüchlich ausgefallen. Schliesslich
habe es an einer zu erwartenden Komplikationsschilderung zum Entscheid
gefehlt, den Irak schliesslich zu verlassen.
E-4442/2020
Seite 9
9.
9.1 Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist in Übereinstimmung mit
der Vorinstanz festzustellen, dass die Asylvorbringen des Beschwerdefüh-
rers den Anforderungen an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG
nicht standzuhalten vermögen, weshalb vorab auf die zutreffenden Erwä-
gungen der Vorinstanz zu verweisen ist.
Der Beschwerdeführer widerspricht sich bereits zu der zentralen Frage, wie
beziehungsweise von wem sein Vater von seinem Geschlechtsverkehr ge-
gen Entgelt erfahren haben soll (vgl. zur Unglaubhaftigkeit nachgeschobe-
ner oder diametral abweichender Asylvorbringen bereits EMARK 1993
Nr. 3 E. 3). So führte er in der Befragung zur Person aus, zuerst sei das
Thema lediglich bei ihnen zuhause und erst später nach draussen gedrun-
gen (SEM-Akten A8 S. 10 f. Ziff. 7.01). In der ersten Anhörung machte er
sodann geltend, sein Vater sei von einem Nachbarn, der gleichzeitig auch
Verwandter sei, hierüber in Kenntnis gesetzt worden (SEM-Akten A25
F35 f.). In der zweiten Anhörung soll sein Vater jedoch von Freunden und
anderen informiert worden sein (SEM-Akten A41 F65). Zudem ist aufgrund
der Schilderungen des Hergangs der beiden sexuellen Kontakte und der
den Beteiligten bereits damals bewussten hiermit verbundenen Gefahren
nicht davon auszugehen, dass Dritte hiervon mit Namen der Beteiligten
und im Wissen darum, dass es sich um Prostitution handelte, Kenntnis ge-
nommen haben könnten. Es ist auch nicht davon auszugehen, dass Betei-
ligte – im Wissen möglicher Nachteile auch gegen ihre eigene Person –
hierüber unter Nennung von Namen berichtet hätten. Wäre der Beschwer-
deführer sodann tatsächlich aus dem Zimmer, in dem er deshalb angeblich
eingesperrt worden war, geflohen, kann erwartet werden, dass er sich auch
heute noch an diesen wichtigen Hergang erinnert. Stattdessen machte er
in der ersten Anhörung geltend, seine Mutter habe die Tür zum Zimmer
geöffnet und ihm gesagt, er solle von zuhause weggehen, bis sich sein
Vater etwas beruhigt habe (SEM-Akten A25 F36), wohingegen er in der
zweiten Anhörung geltend machte, ein Bruder habe die Türe mit einem
Schraubenzieher aufgebrochen (SEM-Akten A41 F73). Vor diesem Hinter-
grund ist es nicht glaubhaft, dass der Vater vom Geschlechtsverkehr seines
Sohnes erfahren hat und letzteren deshalb eingesperrt sowie mit dem Tod
bedroht haben soll. Weitere Ausführungen des Beschwerdeführers – na-
mentlich zur finalen Ausreiseentscheidung oder zur Frage, weshalb er sich
stattdessen nicht an die Behörden gewendet habe (SEM-Akten A41
F80 ff.) – überzeugen ebenfalls nicht und untermauern diese Schlussfolge-
rung. Gänzlich unplausibel erscheint ferner die Angabe des Beschwerde-
führers, er habe das Geld für die Prostituierten von seiner Familie erhalten
E-4442/2020
Seite 10
(SEM-Akten A25 Anmerkung bei der Rückübersetzung zu F28). Schliess-
lich ist der Vorinstanz auch darin beizupflichten, dass die protokollierten
Vorbringen einen unsubstanziierten und stereotypen Eindruck hinterlas-
sen; ihnen ist auch aus diesem Grund die Glaubhaftigkeit abzusprechen.
Die weiteren Erklärungsversuche in der Rechtsmitteleingabe lassen eben-
falls keinen anderen Schluss zu. Es trifft zwar zu, dass der Beschwerde-
führer bei Frage 42 in der zweiten Anhörung unterbrochen wurde. Es trifft
aber auch zu, dass die klar gestellte Frage zu diesem Zeitpunkt beantwor-
tet war. Es ist auch nicht zu beanstanden, dass bei Frage 43 eine mit ja
oder nein zu beantwortende Frage gestellt wurde, beschränkte sich der
Befrager doch höchst selten auf geschlossene Fragen. Dass das Vorgehen
des Befragers widersprüchlich, treuwidrig und verwirrend gewesen sein
soll, lässt sich aus dem Anhörungsprotokoll nicht ableiten. Weder die An-
hörungstechnik noch die Argumentation der Vorinstanz sind zu beanstan-
den. Auch das Argument der Vorinstanz zur Schutzbehauptung lässt kei-
nen Schluss auf Befangenheit zu. Das Argument der raum-zeitlichen Ver-
knüpfung ist sodann ebenfalls nicht zu beanstanden. Ferner trifft es zwar
zu, dass die Schilderungen des Beschwerdeführers teilweise wortreich und
in direkter Rede vorgetragen wurden. Die protokollierten Vorbringen hinter-
lassen dennoch einen unsubstanziierten und stereotypen Eindruck. An die-
ser Feststellung vermögen schliesslich auch die weiteren Zitate aus dem
Anhörungsprotokoll und die hiervon abgeleiteten Schlussfolgerungen in
der Beschwerde nichts zu ändern.
9.2 Zusammenfassend ist festzustellen, dass es dem Beschwerdeführer
nicht gelungen ist, einen glaubhaften Sachverhalt darzulegen. Die Feststel-
lung der Vorinstanz, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigen-
schaft nicht, ist dementsprechend zu bestätigen. Die Vorinstanz hat das
Asylgesuch zu Recht abgelehnt.
10.
Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus
der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht eintritt.
Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent-
haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl.
BVGE 2009/50 E. 9). Die Wegweisung wurde zu Recht angeordnet.
11.
11.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder
nicht möglich, regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis
E-4442/2020
Seite 11
nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme
(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG). Beim Geltendmachen von Wegwei-
sungsvollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsge-
richts der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingsei-
genschaft; das heisst, sie sind wenigstens glaubhaft zu machen (vgl.
BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).
11.2 Nach Art. 83 Abs. 3 AIG ist der Vollzug nicht zulässig, wenn völker-
rechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-
gegenstehen. Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht
erfüllt, ist das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33
Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der
Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zu-
lässigkeit des Vollzuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen ver-
fassungs- und völkerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3
des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe
[FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK).
Weder aus den Akten noch aus der Beschwerde – auch nicht aus den Aus-
führungen in der Beschwerde auf Seite 19 Art. 63, da sich die Vorbringen
des Beschwerdeführers als unglaubhaft erwiesen haben – ergeben sich
konkrete Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer für den Fall ei-
ner Ausschaffung in den Irak dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer
nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung aus-
gesetzt wäre. Der Vollzug der Wegweisung ist zulässig.
11.3
11.3.1 Der Vollzug der Wegweisung kann nach Art. 83 Abs. 4 AIG unzu-
mutbar sein, wenn der Ausländer oder die Ausländerin im Heimat- oder
Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemei-
ner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet ist.
11.3.2 Die Vorinstanz stellt im Wesentlichen fest, die Konfliktlage im Irak
zeichne sich durch grosse Dynamik und Volatilität aus, womit allgemeine
Aussagen über die Sicherheits- und Menschenrechtslage rasch ihre Gül-
tigkeit verlieren könnten. Trotz grosser Flüchtlingswelle in die Autonome
Region Kurdistan (ARK) sei die Sicherheits- und Versorgungslage für Ein-
heimische nicht derart gravierend, dass generell von einer konkreten Ge-
fährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG gesprochen werden könne. Die
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Seite 12
Lage in den angrenzenden Distrikten in den Provinzen Ninawa, Salah ad-
Din und Diyala habe sich zudem dahingehend wesentlich verändert, dass
der Krieg gegen die Terrormiliz Islamischer Staat als Territorialmacht von
der irakischen Regierung als beendet erklärt worden sei. Auch wenn nach
wie vor das Risiko von terroristischen Anschlägen bestehe und sich die
wirtschaftliche Lage im Nachgang des Unabhängigkeitsreferendums vom
25. September 2017 sowie aufgrund der Ereignisse in der Region ver-
schärft und teilweise zu Protesten in der Bevölkerung geführt habe, herr-
sche in der Autonomen Region Kurdistan keine Situation allgemeiner Ge-
walt. Der Wegweisungsvollzug sei deshalb grundsätzlich zumutbar, was im
Einklang mit der aktuellen Wegweisungspraxis des Bundesverwaltungsge-
richts stehe. Zudem würden im vorliegenden Fall auch keine individuellen
Gründe gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs sprechen.
11.3.3 Diese Ausführungen sind nicht zu beanstanden. So hat sich das
Bundesverwaltungsgericht im Urteil BVGE 2008/5 einlässlich mit der Frage
der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in die drei damaligen kurdi-
schen Provinzen des Nordiraks (Dohuk, Erbil und Suleimania) auseinan-
dergesetzt. Es hielt diesbezüglich fest, dass sich sowohl die Sicherheits-
als auch die Menschenrechtslage in dieser Region im Verhältnis zum rest-
lichen Irak relativ gut darstelle. Gestützt auf die vorgenommene Lageana-
lyse kam das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass ein Wegwei-
sungsvollzug in die kurdischen Provinzen dann zumutbar ist, wenn die be-
treffende Person ursprünglich aus der Region stammt, oder eine längere
Zeit dort gelebt hat und über ein soziales Netz (Familie, Verwandtschaft
oder Bekanntenkreis) oder aber über Beziehungen zu den herrschenden
Parteien verfügt, wobei bei alleinstehenden Frauen, Familien mit Kindern,
Kranken sowie Betagten grosse Zurückhaltung angebracht sei (vgl. BVGE
2008/5 E. 7.5, insbesondere E. 7.5.1 und 7.5.8).
Diese Praxis wurde in den folgenden Jahren durch das Bundesverwal-
tungsgericht bekräftigt. Im Referenzurteil E-3737/2015 vom 14. Dezember
2015 wurde die Lage im Nordirak und die Zumutbarkeitspraxis neuerlich
überprüft. Festgestellt wurde, dass in den Provinzen der ARK aktuell nach
wie vor nicht von einer Situation allgemeiner Gewalt im Sinne von Art. 83
Abs. 4 AIG auszugehen ist. An dieser Einschätzung, welche jeweils auf die
aktuell herrschende Lage fokussiert, ändert auch das am 25. Septem-
ber 2017 in der ARK durchgeführte Referendum nichts, in dem offenbar
eine Mehrheit der Kurden für die Unabhängigkeit vom Irak votierte. Den
begünstigenden individuellen Faktoren – insbesondere denjenigen eines
tragfähigen familiären Beziehungsnetzes – ist angesichts der Belastung
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Seite 13
der behördlichen Infrastrukturen durch im Irak intern Vertriebene (Internally
Displaced Persons [IDPs]) gleichwohl ein besonderes Gewicht beizumes-
sen (vgl. dazu statt vieler Urteil des BVGer E-1524/2020 vom 28. Mai 2020
E.6.4.2).
Der Beschwerdeführer – ein junger, kurdischer Mann mit Schuldbildung
und Arbeitserfahrung vor Ort – ist in der Provinz Erbil geboren und lebte
vor seiner Ausreise in D._, Provinz C._ mit weiteren Ge-
schwistern bei seinen Eltern, die ihn finanziell unterstützten (z. B. SEM-
Akten A8 Ziff. 1 f.). Seine sechs Brüder sowie zwei Schwestern leben alle-
samt in D._. Zudem haben seine Eltern eine Vielzahl an Verwand-
ten im Irak (vgl. SEM-Akten A8 Ziff. 3.01). Der Beschwerdeführer verfügt
mithin über ein tragfähiges familiäres Beziehungsnetz, das ihn bereits un-
terstützt hat und das ihn – sofern notwendig – bei der Reintegration erneut
unterstützen kann. Die genannten begünstigenden Faktoren sprechen für
die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Im Übrigen leidet der Be-
schwerdeführer den Akten zufolge an keinen gesundheitlichen Problemen,
die einem Wegweisungsvollzug entgegenstehen könnten. Insgesamt ist
nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr
nach D._ aufgrund der allgemeinen Situation oder aus individuellen
Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine exis-
tenzbedrohende Lage geraten würde. Dieser Schlussfolgerung wird auf
Beschwerdeebene nichts Stichhaltiges entgegengestellt. Dass er Prob-
leme mit seinem Vater und zwei Brüdern gehabt haben soll, hat sich als
unglaubhaft erwiesen (E.10). Es ist deshalb – entgegen den Ausführungen
in der Beschwerde – auszuschliessen, dass er aufgrund dieser Probleme
vor seiner Ausreise obdachlos war oder stigmatisiert wurde. Vor diesem
Hintergrund war die Vorinstanz schliesslich auch nicht gehalten, die Stam-
mesgesetze von D._ zu prüfen. Der Vollzug der Wegweisung er-
weist sich nach dem Gesagten sowohl in genereller als auch individueller
Hinsicht als zumutbar.
11.4 Nach Art. 83 Abs. 2 AIG ist der Vollzug auch als möglich zu bezeich-
nen, weil es dem Beschwerdeführer obliegt, sich die für eine Rückkehr not-
wendigen Reisedokumente bei der zuständigen Vertretung seines Heimat-
staats zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu BVGE 2008/34 E. 12).
Der Vollzug der Wegweisung ist möglich.
11.5 Die Vorinstanz hat den Vollzug demnach zu Recht als zulässig, zu-
mutbar und möglich erachtet. Damit fällt die Anordnung einer vorläufigen
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Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). Die entsprechenden Be-
schwerdebegehren sind abzuweisen.
12.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist
(Art. 106 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen.
13.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerdefüh-
rer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– fest-
zusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]).
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