Decision ID: 8a59f64c-24e7-4ce3-be22-4c9e66fc92b2
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X lebt in M. Im Jahr 2006 war er als Aussendienstmitarbeiter für die L Versicherung
unselbständig erwerbstätig. In der Steuererklärung 2006 deklarierte er ein steuerbares
Einkommen von Fr. 68'000.--. Für die direkte Bundessteuer 2006 wurde er mit einem
steuerbaren Einkommen von Fr. 102'300.-- veranlagt. Unter anderem waren
ermessensweise Provisionszahlungen von Fr. 20'000.-- aufgerechnet worden. Die
dagegen erhobene Einsprache vom 27. März 2008 wurde am 2. Februar 2009 teilweise
gutgeheissen und die Aufrechnung von Provisionszahlungen auf Fr. 2'300.-- reduziert.
Gleichzeitig wurden auf seinem Privatkonto bei der St. Galler Kantonalbank verbuchte
Bareingänge von Fr. 131'400.--, deren Steuerfreiheit X nicht nachweisen konnte,
abzüglich Fr. 19'410.-- (rund 15% Gewinnungskosten), als Einkünfte aus selbständiger
Tätigkeit aufgerechnet. Damit ergab sich für die direkte Bundessteuer 2006 ein
steuerbares Einkommen von Fr. 196'500.-- (Fr. 102'300.-- abzüglich
Provisionszahlungen Fr. 17'700.-- zuzüglich Nettoeinkünfte aus selbständiger
Erwerbstätigkeit Fr. 111'990.--). Die Verwaltungsrekurskommission hiess einen
dagegen erhobenen Rekurs am 20. Mai 2010 (VRKE I/1-2009/41) teilweise gut und
wies die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen und zu neuem Entscheid an das
kantonale Steueramt zurück.
B.- Das kantonale Steueramt forderte den Rechtvertreter von X am 2. September 2010
auf, "mittels schriftlicher Belege lückenlos" sämtliche "Barein- und -auszahlungen" auf
dem Privatkonto bei der St. Galler Kantonalbank "nachzuweisen" und das Sparkonto
bei der UBS, über welches die Hypothekarzinszahlungen abgewickelt wurden,
offenzulegen. Der Rechtsvertreter hielt dazu am 30. September 2010 fest, im
Rekursentscheid würden "die zu untersuchenden Unterlagen gerade nicht
abschliessend" definiert, und reichte den Auszug aus dem Sparkonto ein. Zu den Ein-
und Auszahlungen auf dem Privatkonto verwies er auf die früher eingereichten
Kontoauszüge. Das kantonale Steueramt wiederholte am 7. Oktober 2010 die
Aufforderung bezüglich des Bargeldverkehrs. Daraufhin wurden am 2. November 2010
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Kopien zahlreicher Ein- und Auszahlungsbelege eingereicht. Dazu hielt das kantonale
Steueramt am 4. November 2010 fest, die Belege bestätigten lediglich das, was bereits
aus den Kontoauszügen hervorgehe, und verlangte "geeignete Urbelege (Quittungen,
Bestätigungen), aus welchen bei den Einzahlungen die Mittelherkunft inkl. Name und
Adresse des Leistenden bzw. bei den Auszahlungen die Mittelverwendung inkl. Name
und Adresse des Zahlungsempfängers eindeutig hervorgeht". Der Rechtsvertreter
führte dazu am 18. November 2010 aus, das Privatkonto diene dem täglichen
Zahlungsverkehr und der Finanzierung des Lebensunterhaltes, weshalb X, der als
unselbständig Erwerbender nicht buchführungspflichtig sei, zu den einzelnen
Positionen keine Belege besitze; er habe sämtliche vorhandenen Unterlagen
beigebracht. Am 16. Februar 2011 erliess das kantonale Steueramt eine "letzte
Aufforderung und Mahnung" und setzte eine Frist von zehn Tagen an, um die Herkunft
und Verwendung der Barmittel nachzuweisen. Am 14. März 2011 teilte der
Rechtsvertreter mit, X könne in materieller Hinsicht keine Ergänzungen mehr machen;
er habe "die Anfrage bereits wiederholt beantwortet".
Am 16. März 2011 büsste das kantonale Steueramt X wegen Verletzung von
Verfahrenspflichten mit Fr. 500.-- und forderte ihn unter Androhung einer weiteren
Busse oder einer Veranlagung nach Ermessen auf, die erwähnten Unterlagen bis
29. April 2011 einzureichen. Gegen die Bussenverfügung erhob X Einsprache mit der
Begründung, er sei der Aufforderung vom 16. Februar 2011 nachgekommen, "soweit
dies zeitlich und inhaltlich realisierbar" gewesen sei. Am 27. Juni 2011 ergänzte der
Rechtsvertreter die Einsprache. Er wies darauf hin, X verfüge zum Zahlungsverkehr mit
seinen deutschen Kunden, die verstorben seien, und mit seiner Lebenspartnerin, die
als Zeugin zur Verfügung stehe, über keine Belege. Das kantonale Steueramt wies
schliesslich am 23. November 2011 die Einsprache im Wesentlichen mit der
Begründung, die Zahlungseingänge seien "nicht begründet", ab.
C.- Gegen den Einspracheentscheid vom 23. November 2011 erhob X durch seinen
Rechtsvertreter mit Eingabe vom 27. Dezember 2011 Beschwerde bei der
Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, der Einspracheentscheid, die
Veranlagungsverfügung und die Steuerrechnung seien unter Kosten- und
Entschädigungsfolge aufzuheben und das steuerbare Einkommen für die direkte
Bundessteuer 2006 auf Fr. 84'500.-- festzusetzen.
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Mit Vernehmlassung vom 9. Februar 2012 beantragte die Vorinstanz die Abweisung der
Beschwerde. Die Beschwerdebeteiligte verzichtete stillschweigend auf eine
Stellungnahme. Der Beschwerdeführer äusserte sich am 25. April 2012 zur
vorinstanzlichen Vernehmlassung. Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur
Begründung ihrer Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Beschwerdeerhebung ist gegeben. Die Beschwerde vom 27. Dezember 2011 ist unter
Berücksichtigung des Fristenlaufs über die Weihnachtsfeiertage rechtzeitig eingereicht
worden. Sie erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 3. April 2009 in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 140 Abs. 2 in Verbindung mit
Art. 133 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11,
abgekürzt: DBG; Art. 7 der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte
Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 41 lit. h Ziff. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf die Beschwerde ist
einzutreten.
2.- Zwischen den Verfahrensbeteiligten ist umstritten, ob es sich bei Bareinzahlungen
von insgesamt Fr. 131'400.-- auf das Privatkonto des Beschwerdeführers bei der
St. Galler Kantonalbank im Jahr 2006 um steuerbare Einkünfte handelt.
a) Gemäss Art. 16 Abs. 1 DBG unterliegen alle wiederkehrenden und einmaligen
Einkünfte der Einkommenssteuer. Das Recht der direkten Bundessteuer geht vom
Grundsatz der Gesamtreineinkommenssteuer aus (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,
Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, N 14 der Vorbemerkungen zu Art. 16-39
DBG). Ebenso wie einerseits die Schuldentilgung durch den Steuerpflichtigen eine
blosse Vermögensumschichtung darstellt und gemäss Art. 34 lit. c DBG bei der
Einkommenssteuer nicht abziehbar ist (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O.,
N 65 zu Art. 34 DBG), erhöhen anderseits Zuflüsse, mit denen bestehende
Forderungen getilgt werden, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Gläubigers
nicht; sie stellen deshalb weder finanzwissenschaftlich noch steuerrechtlich Einkünfte
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dar (vgl. Richner/Frei/ Kaufmann/Meuter, a.a.O., N 26 der Vorbemerkungen zu
Art. 16-39 DBG). Im Treuhandverhältnis werden das Treugut und die daraus
fliessenden Erträge dem Treugeber (und nicht dem Treuhänder) zugerechnet, da der
formal berechtigte Treuhänder seine diesbezüglichen Einnahmen aufgrund vertraglicher
Abmachungen dem Treugeber weiterzuleiten hat. Beim Treuhänder wird der Zufluss
von Anfang andurch die Ablieferungspflicht ausgeglichen (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/
Meuter, a.a.O., N 45 der Vorbemerkungen zu Art. 16-39 DBG).
Für das Steuerrecht gilt der gefestigte Grundsatz, dass die Steuerbehörde die
Beweislast für die steuerbegründenden Tatsachen trägt, während den Steuerpflichtigen
die Beweislast für Tatsachen trifft, welche die Steuerschuld aufheben oder mindern.
Macht der Steuerpflichtige geltend, ein Vermögenszufluss falle unter die steuerfreien
Einkünfte, so ist er hierfür beweisbelastet (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O.,
N 4 zu Art. 24 DBG). Er hat also – unabhängig davon, ob er nach Ermessen veranlagt
wurde – die steuerfreie Herkunft der Mittel nachzuweisen. Mit diesem Nachweis wäre
aber unmittelbar auch der Nachweis der offensichtlichen Unrichtigkeit der
Ermessensveranlagung verbunden. Macht der Steuerpflichtige geltend, er habe ein
Rechtsgeschäft auf fremde Rechnung als Treuhänder getätigt (weshalb ihm das
entsprechende Einkommen nicht zugerechnet werden könne), so hat er das Bestehen
des Treuhandverhältnisses einwandfrei nachzuweisen (vgl. Urteil des Bundesgerichts
2C_387/2007 vom 4. März 2008, veröffentlicht in: StE 2008 B 24.1 Nr. 5, E. 4.2 und 4.3;
Richner/Frei/Kaufmann/ Meuter, a.a.O., N 48 der Vorbemerkungen zu Art. 16-39 DBG
und N 22 zu Art. 126 DBG).
b) In tatsächlicher Hinsicht ist festzustellen, dass auf dem Privatkonto des
Beschwerdeführers im Jahr 2006 neben den Lohngutschriften in der Grössenordnung
von Fr. 145'000.-- auch Bareinzahlungen über Fr. 132'100.--, nämlich Fr. 4'200.-- am
6. Januar, Fr. 24'000.-- am 3. März, Fr. 4'400.-- am 9. März, Fr. 4'000.-- am 10. März,
Fr. 3'700.-- am 29. März, Fr. 14'600.-- am 19. April, Fr. 8'600.-- am 9. Mai, Fr. 14'000.--
am 2. Juni, Fr. 15'600.-- am 21. Juli, Fr. 1'200.-- am 28. August, Fr. 3'500.-- am
13. September, Fr. 2'000.-- am 20. September, Fr. 700.-- am 21. September,
Fr. 8'200.-- am 26. September, Fr. 14'300.-- am 6. Oktober, Fr. 4'200.-- am
24. Oktober, Fr. 500.-- am 8. November und Fr. 4'400.-- am 17. November, sowie
Barauszahlungen über Fr. 217'950.--, nämlich Fr. 10'300.-- am 17. Januar,
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Fr. 19'000.-- am 27. Februar, Fr. 16'100.-- am 27. März, Fr. 11'500.-- am 24. April,
Fr. 400.-- am 26. April, Fr. 18'300.-- am 28. April, Fr. 8'000.-- am 18. Mai, Fr. 9'500.--
am 30. Mai, Fr. 8'700.-- am 28. Juni, Fr. 14'600.-- am 29. Juni, Fr. 750.-- am 7. Juli,
Fr. 4'700.-- am 13. Juli, Fr. 700.-- am 26. Juli, Fr. 16'000.-- am 27. Juli, Fr. 8'500.-- am
30. August, Fr. 18'000.-- am 29. September, Fr. 4'000.-- am 19. Oktober, Fr. 16'200.--
am 6. November, Fr. 2'000.-- am 10. November, Fr. 1'200.-- am 24. November,
Fr. 11'200.-- am 29. November und Fr. 18'300.-- am 21. Dezember, zu verzeichnen
waren.
Der Beschwerdeführer wurde – entsprechend der Rückweisung der Angelegenheit
durch die Verwaltungsrekurskommission am 20. Mai 2010 an die Vorinstanz zu
weiteren Abklärungen und zu neuem Entscheid – aufgefordert, Angaben zur Herkunft
der Barmittel und deren Verwendung zu machen. Er machte – wie auch im
vorliegenden Beschwerdeverfahren – geltend, er habe das Bargeld von zwei
mittlerweile verstorbenen deutschen Kunden erhalten, denen er später das Geld wieder
ausbezahlt habe. Von den Bareinzahlungen ordnet er Fr. 55'400.--, nämlich
Fr. 24'000.-- am 3. März, Fr. 14'600.-- am 19. April, Fr. 8'600.-- am 9. Mai und
Fr. 8'200.-- am 26. September, dem Kunden F und Fr. 43'900.--, nämlich Fr. 14'000.--
am 2. Juni, Fr. 15'600.-- am 21. Juli und Fr. 14'300.-- am 6. Oktober, dem Kunden V
zu. Solche treuhänderischen Aufgaben würden ohne Belege abgewickelt.
Nachträgliche Bescheinigungen seien regelmässig kaum erwirkbar. Den
Zahlungseingängen von Fr. 1'200.-- am 28. August und von Fr. 3'500.-- am
13. September liege der Verkauf von zwei Uhren zugrunde. Die restlichen
Zahlungseingänge beträfen Unterhaltsleistungen der Lebenspartnerin des
Beschwerdeführers, die als Zeugin einvernommen werden könne, zur Deckung ihrer
Lebenshaltungskosten und derjenigen ihrer Kinder, für welche der Beschwerdeführer
aufkomme. Die Bareingänge könnten nicht ohne Berücksichtigung der Barausgänge
beurteilt werden. Im Rekursentscheid vom 20. Mai 2010 werde festgehalten, die
Darstellung des Beschwerdeführers erscheine inhaltlich und chronologisch plausibel.
Stammten die Bareinzahlungen einzig aus Provisionen, lägen unweigerlich
Steuermeldungen der ausschüttenden Unternehmen vor. Die Vorinstanz tue keine
andere Einkommensquelle dar. Sein Lebensstil entspreche nicht dem, was er sich mit
diesem zusätzlichen Einkommen leisten könnte.
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Die Vorinstanz beurteilte Bareingänge von Fr. 131'400.-- als Einkünfte aus
selbständiger Erwerbstätigkeit. Trotz wiederholter Aufforderungen sei "die
Mittelherkunft ... nicht beigebracht" worden. Für allfällige Auslagen (für
Unterprovisionen) würden ermessenweise Kosten von Fr. 19'710.-- (15%) abgezogen.
Ob es F und V überhaupt gebe oder gegeben habe, sei nicht einmal ansatzweise
nachgewiesen. Von den Steuerbehörden sei nie ein Treuhandverhältnis anerkannt
worden. Ein solches würde nur berücksichtigt, wenn ein schriftlicher Treuhandvertrag
vorliege. Bevor er einen Teil der Zugänge mit dem Verkauf von Uhren begründete habe,
sei von der Rückzahlung eines kurzfristigen Darlehens oder einem Vorschuss für
Hypothekarablösung die Rede gewesen. Zahlungen der Lebenspartnerin liessen sich
mit den spiegelbildlichen Belastungen ihres Kontos belegen. Die inhaltliche und
chronologische Plausibilität von Ein- und Auszahlungen werde lediglich behauptet. Es
sei nicht Aufgabe der Steuerbehörde, "die ungeklärten Zahlungseingänge mit
Steuermeldungen nachzuweisen", sondern Pflicht des Beschwerdeführers, den
Zahlungsgrund zu beweisen. Schliesslich werde der Beschwerdeführer nicht nach dem
Lebensaufwand besteuert. Ob er seinen Lebensstandard diesen Einnahmen angepasst
habe, spiele keine Rolle. Er wolle auch nicht beweisen, wohin die hohen
Bargeldabgänge geflossen seien.
c) aa) Der Beschwerdeführer macht verschiedene Quellen der auf sein Privatkonto
einbezahlten Bargelder von rund Fr. 130'000.-- geltend. Für rund Fr. 100'000.--
anerkennt er zwar, dass sie nicht aus eigenem Vermögen stammten, beruft sich aber
darauf, die Mittel seien ihm treuhänderisch übergeben worden (vgl. dazu nachfolgend
E. 3c/bb). Zu den restlichen rund Fr. 30'000.-- bringt er vor, sie stammten aus seinem
eigenen Vermögen, nämlich aus dem Verkauf zweier Uhren (vgl. dazu nachfolgend
E. 3c/cc) und der Begleichung von Forderungen, die seiner Lebenspartnerin gegenüber
bestanden hätten (vgl. dazu nachfolgend E. 3c/dd).
bb) Zur Behauptung, bei rund Fr. 100'000.-- habe es sich um Vermögen zweier
deutscher Kunden gehandelt, welches der Beschwerdeführer treuhänderisch
entgegengenommen habe und weitergeleitet bzw. zurückbezahlt habe, liegen keinerlei
Belege vor. Insbesondere liegen keine schriftlichen Abmachungen aus der Zeit der
Begründung der Treuhand vor, in welcher das Treugut genau umschrieben wird
(vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 2C_387/2007 vom 4. März 2008, veröffentlicht in:
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StE 2008 B 24.1 Nr. 5, E. 4.3). Abgesehen davon deuten auch die konkreten
Umstände, wie sie sich aus den Akten und den Ausführungen des Beschwerdeführers
ergeben, nicht auf Treuhandverhältnisse hin.
Die Grössenordnung der dem Beschwerdeführer angeblich anvertrauten
Vermögenswerte und die Staffelung der Ein- und Auszahlungen, wie sie sich aus dem
Auszug des Privatkontos ergeben, liessen erwarten, dass der Beschwerdeführer
zumindest für sich – aber auch zur Rechenschaftsablegung gegenüber seinen Kunden
– Aufschriebe tätigte, die den Überblick über den aktuellen Stand der Kundenguthaben
gewährleisteten und die Abrechnung eines Entgelts für seine Tätigkeit – er bringt nicht
vor, dass er die Treuhandfunktion unentgeltlich erbrachte – ermöglichten. Aus den
Darlegungen des Beschwerdeführers wird auch nicht klar, worin seine Aufgabe als
Treuhänder bestand. Hat er das Geld in bar von seinen Kunden entgegen genommen
und ihnen bar wieder ausgehändigt, ist der Zweck seines treuhänderischen Handelns
nicht nachvollziehbar. Hat er das, seinen angeblichen Kunden gehörende Geld von
Dritten entgegen genommen, ist davon auszugehen, dass er Doppel über Quittungen,
auf denen er den Empfang des Bargeldes bestätigte, vorlegen könnte. Hätte er das in
bar von seinem Privatkonto bezogene Geld bei einer anderen Bank auf ein Konto des
Kunden wiederum bar einbezahlt, müsste auch dazu ein Beleg vorhanden sein. Eine
Aushändigung an Dritte hätte er sich mit Blick auf seine Rechenschaftspflicht als
Treuhänder schliesslich wohl quittieren lassen.
Gegen eine treuhänderische Übernahme von Barmitteln deutscher Kunden spricht
auch der Umstand, dass die Barbezüge – zu deren angeblicher Rückzahlung – die
Einzahlungen deutlich, nämlich um rund Fr. 85'000.-- übersteigen. Dies gilt umso mehr
als der Beschwerdeführer keine Angaben darüber macht, wo und in welcher Form er
die Mittel für die Kunden anlegte und für sie Erträge erwirtschaftete. Ein- und
Auszahlungen sind hinsichtlich der Höhe der Beträge nicht kongruent. Insbesondere
gehen die Abflüsse vom Konto, das bereits zu Beginn des Jahres einen Saldo zulasten
des Beschwerdeführers aufwies, den Zuflüssen zeitlich voraus. So stehen einer ersten
Einzahlung vom 6. Januar 2006 über Fr. 4'200.-- Auszahlungen von Fr. 10'300.-- am
17. Januar und Fr. 19'000.-- und am 27. Februar 2006 gegenüber. Dies steht im
Widerspruch zur Darstellung des Beschwerdeführers, er habe Barmittel von Dritten
entgegen genommen und später wieder zurückgegeben.
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cc) Vom Erlös aus dem Verkauf einer Uhr über eBay war erstmals in einer Besprechung
zwischen dem Beschwerdeführer und dem Steuerkommissär am 3. Dezember 2008 die
Rede. Danach hat der Beschwerdeführer das Geld bar in Rorschach entgegen
genommen und dann einbezahlt (act. 6-I/w). In der Beschwerde wird demgegenüber
die Veräusserung zweier Uhren erwähnt, nämlich einer "TagHeuer Formula 1" am
28. August 2006 zum Preis von Fr. 1'200.-- und einer "Chronoswiss" am
13. September 2006 zum Preis von Fr. 3'500.--. Dass der Beschwerdeführer zum einen
erst im Beschwerdeverfahren eine weitere vergleichbare Quelle angibt und es zum
andern unterlässt, Belege – insbesondere zur eBay-Versteigerung - einzureichen,
lassen die Behauptungen als wenig glaubwürdig erscheinen.
dd) Zu den Barmitteln, welche der Beschwerdeführer von seiner Lebenspartnerin
erhalten haben soll, bringt er im Rekurs vor, es habe sich um ihre Beiträge an den von
ihm finanzierten Lebensunterhalt gehandelt. In der bereits erwähnten Besprechung gab
der Beschwerdeführer am 3. Dezember 2008 an, seine Partnerin habe ihm im Casino
verspielte Beträge zurückbezahlt. Der Beschwerdeführer rügt in diesem
Zusammenhang, seine Partnerin sei zu Unrecht nicht als Zeugin einvernommen
worden. Dazu bestand indessen kein Anlass, da die entsprechende Behauptung von
der Lebenspartnerin ohne Weiteres auch urkundenmässig hätte belegt werden können.
Im Übrigen kennt das Steuerverfahrensrecht keine Zeugnispflicht, ja nicht einmal die
Möglichkeit der freiwilligen Zeugenaussage. An die Stelle der fehlenden
Zeugenaussagen treten die mündlichen oder schriftlichen Auskünfte von Drittpersonen
und Behörden (vgl. M. Zweifel, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band
I/2b, 2. Aufl. 2008, N 26/27 zu Art. 115 DBG). Nach der st. gallischen Rechtsprechung
ist der Zeugenbeweis im Steuerverfahren deshalb nicht zulässig, und dessen
Nichtabnahme stellt keine Gehörsverweigerung dar (vgl. GVP 1993 Nr. 19).
d) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf den Kopien der Auszüge aus dem
Privatkonto des Beschwerdeführers im Jahr 2006 Bareingänge in der Höhe von
Fr. 131'400.-- verzeichnet sind, die grundsätzlich geeignet sind, seine für die Ermittlung
des steuerbaren Einkommens massgebende wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu
erhöhen. Dem Beschwerdeführer gelingt es nicht nachzuweisen, dass die Mittel aus
Treuhandverhältnissen oder aus Umschichtungen seines Vermögens, insbesondere
aus der Begleichung von Forderungen, stammen. Die Vorinstanz hat die Zuflüsse
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deshalb zu Recht als steuerbare Einkünfte aufgerechnet und – ausgehend von einer
selbständigen Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers – ermessensweise pauschale
Gewinnungskosten in der Höhe von rund 15% der Einkünfte, nämlich Fr. 19'410.--
abgezogen. Dementsprechend ist der Rekurs abzuweisen.
3.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Kosten des Verfahrens dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG). Eine Entscheidgebühr von
Fr. 800.-- ist angemessen (Art. 144 Abs. 5 DBG in Verbindung mit Ziff. 122 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 800.-- ist zu
verrechnen.