Decision ID: 8e1baa03-916c-4af9-8499-2ec5e1e01db9
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Am 1. Juni 2003 meldete sich der damals als Hilfsverchromer tätige A._,
angelernter Restaurationsangestellter/Küche (vgl. IV-act. 31), erstmals zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Dr. med. B._, Spezialarzt für
Ohren-, Nasen- und Halsheilkunde, hatte am 16. Dezember 2002 eine vasomotorische
Rhinopathie diagnostiziert (IV-act. 13-7 f.). Dr. med. C._, Abteilung Arbeitsmedizin
der Suva, hatte am 14. April 2003 festgehalten, die vasomotorische Rhinopathie werde
durch die berufliche Tätigkeit bzw. die beruflichen Einflüsse in Form von Chromsäure
und Tensiden richtungsgebend verschlimmert (Fremd¬akten 1-14). Mit Verfügung vom
2. Juni 2003 erklärte die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) den
Versicherten ab sofort als nicht geeignet für alle Arbeiten mit Exposition zu Chromsäure
und Tensiden (IV-act. 3, vgl. IV-act. 7). Die IV-Stelle wies das Leistungsbegehren um
berufliche Massnahmen mit Verfügung vom 17. September 2003 bzw.
Einspracheentscheid vom 11. Dezember 2003 ab (IV-act. 17, 26). Auf das erneute
Gesuch um berufliche Massnahmen trat die IV-Stelle am 15. März 2006 nicht ein (IV-
act. 46). Die dagegen erhobene Einsprache (IV-act. 50) wies sie mit Entscheid vom 23.
November 2006 ab (IV-act. 63).
A.b Im Mai 2011 (Posteingang IV-Stelle 1. Juni 2011) meldete sich der Versicherte
erneut bei der Invalidenversicherung an (IV-act. 77, vgl. IV-act. 68). Mit Vorbescheid
vom 22. September 2011 stellte die IV-Stelle dem Versicherten ein Nichteintreten auf
das Leistungsbegehren in Aussicht (IV-act. 90). Die Suva erklärte den Versicherten mit
Verfügung vom 14. November 2011 rückwirkend auf den 17. August 2011 als nicht
geeignet für die Tätigkeit als Koch (Fremdakten 8). Am 5. Januar 2012 verfügte die IV-
Stelle entsprechend dem Vorbescheid (IV-act. 105). Die vom Versicherten dagegen
erhobene Beschwerde (IV-act. 106) hiess das Versicherungsgericht St. Gallen mit
Entscheid vom 21. Januar 2013 dahingehend gut, dass es die
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Nichteintretensverfügung vom 5. Januar 2012 aufhob und durch einen
Eintretensentscheid ersetzte. Es wies die IV-Stelle an, die berufliche Eingliederung des
Versicherten zu prüfen und gegebenenfalls durchzuführen (IV-act. 118).
A.c Am 20. März 2013 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten Berufsberatung und
Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten (IV-act. 124). Die IV-Stelle
übernahm die Kosten der beruflichen Abklärung vom 12. August bis 10. November
2013 sowie des Arbeitstrainings vom 11. November 2013 bis 10. Mai 2014 im D._
und entrichtete Taggelder (IV-act. 137, 150 f.). Danach übernahm die IV-Stelle die
Kosten für eine Umschulung zum Logistiker mit eidgenössischem Berufsattest (EBA)
mit einer Vorbereitung vom 1. Mai bis 31. Juli 2014 und der Ausbildung vom 1. August
2014 bis 31. Juli 2016 bei der E._ AG. Sie entrichtete ein Taggeld für die Dauer der
Massnahme (IV-act. 159, 163).
A.d Am 19. November 2014 teilte der Versicherte der IV-Stelle mit, aufgrund der
Trockenheit im Lager seines Lehrbetriebs habe er ernsthafte Probleme mit der Nase
und den Augen. Er nehme dagegen viele Medikamente und hoffe, dass er die Anlehre
trotzdem abschliessen könne (IV-act. 168). Dr. med. F._, Assistenzarzt der zentralen
Notfallaufnahme des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG), diagnostizierte am 28.
November 2014 eine akute Lumbago bei chronisch rezidivierenden lumbalen
Rückenschmerzen. Er attestierte dem Versicherten vom 28. November bis 1. Dezember
2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% (IV-act. 169-1 f.). Dr. med. G._, Facharzt
FMH für Allgemeinmedizin, berichtete am 20. Februar 2015 über ein schweres
Lumbovertebralsyndrom bei Diskushernie L4/L5. Er erachtete den Versicherten vom
28. November bis 21. Dezember 2014 als zu 100%, vom 12. Januar bis 22. Februar
2015 als zu 50%, vom 23. Februar bis 6. April 2015 als zu 40% und ab 7. April 2015 als
zu 25% arbeitsunfähig (IV-act. 194, vgl. Fremdakten 14-6 ff., 14-13).
A.e Dr. med. H._, Allgemeine Medizin FMH, hatte am 16. Februar 2015 berichtet, er
befürworte die Absicht des Versicherten, seine Lehre weiterzuführen. Es könne davon
ausgegangen werden, dass er nun jeden Monat mehr arbeiten könne (IV-act. 190). Dr.
G._ befand am 17. Dezember 2015, der Versicherte arbeite sehr engagiert in seiner
Umschulung mit. Wenn er schliesslich in einer passenden Arbeit sei und nicht mehr
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sehr streng körperlich arbeiten müsse, werde die 100%ige Integration möglich werden
(IV-act. 195).
A.f Am 31. Juli 2016 schloss der Versicherte die Ausbildung zum Logistiker EBA
erfolgreich ab (IV-act. 231). Dr. G._ befand am 17. August 2016, der Versicherte sei
für leichtere wechselbelastende Tätigkeiten voll arbeitsfähig (IV-act. 232). Er berichtete
über ein massives und zeitweise schwierig therapierbares Lumbovertebralsyndrom,
welches sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Ab 11. Juli 2016 habe er dem
Versicherten versuchsweise eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert (IV-act. 233-1 ff.). Dr.
H._ stimmte dieser Arbeitsfähigkeitsschätzung zu. Es gehe darum, einen
rückenschonenden Arbeitsplatz zu finden, wo eine gute Ausstattung mit Hilfsmitteln
vorhanden sei (IV-act. 235).
A.g Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 30. November 2016 mit, seit dem
erfolgreichen Abschluss der Umschulung werde er vom RAV bei der Stellensuche
unterstützt. Weitere berufliche Massnahmen seien nicht angezeigt, er sei
rentenausschliessend eingegliedert (IV-act. 240). Der Versicherte liess am 21.
Dezember 2016 vorbringen, er könne nur noch leichte Tätigkeiten ausführen, was als
Logistiker nicht gehe. Er habe die Lehre nur dank des Entgegenkommens seines
Lehrbetriebs abschliessen können. Als Logistiker sei er bereits seit längerem
arbeitsunfähig und somit nicht rentenausschliessend eingegliedert (IV-act. 242). Die IV-
Stelle widerrief darauf ihre Mitteilung (IV-act. 245).
A.h Die Ärzte der Klinik für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates des KSSG berichteten am 13. Januar 2017 über eine
Diskusprotrusion C4 bis C6 rechtsbetont ohne Neurokompression sowie eine mediale
Diskusprotrusion L4/5 (black disc) ohne Neurokompression (IV-act. 248). Im Auftrag der
IV-Stelle (IV-act. 259) wurde der Versicherte am 10. Juli 2017 durch Ärzte der ABI
Begutachtungsinstitut GmbH polydisziplinär (internistisch, orthopädisch, psychiatrisch)
abgeklärt. In ihrem Gutachten vom 31. August 2017 listeten diese als Diagnosen mit
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches zervikal und lumbal betontes
panvertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik (ICD-10: M54.80) und
eine vasomotorische, hyperreflektorische Rhinopathie auf. Die Arbeitsunfähigkeit als
Hilfsgalvaniker und Koch sei zu bestätigen. Körperlich leichte bis mittelschwere,
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wechselbelastende Tätigkeiten ohne dauernde Zwangshaltungen von Rumpf und
Nacken und unter Vermeidung der irritativen Substanzen seien ganztags ohne
Leistungseinschränkung zumutbar. Die Tätigkeit als Logistiker erscheine zumutbar, aus
medizinischer Sicht seien dem Belastungsprofil entsprechende Arbeitsplätze
vorhanden (IV-act. 263).
A.i Mit Vorbescheid vom 25. Oktober 2017 stellte die IV-Stelle dem Versicherten erneut
die Abweisung des Begehrens um berufliche Massnahmen in Aussicht (IV-act. 268).
Dagegen erhob der Versicherte am 27. November 2017 Einwand (IV-act. 269). IV-
Berufsberater I._ führte am 11. Dezember 2017 aus, es gebe zahlreiche Firmen in der
Dienstleistungs- oder Handelsbranche, bei welchen der Versicherte die
Adaptionskriterien als Logistiker einhalten könne. Einem Logistiker stünden bei der
Arbeit verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung, welche ein rückenschonendes Arbeiten
ermöglichten. In einer grösser gefassten Region beurteile er die Arbeitsmarktsituation
als gut (IV-act. 270). Am 11. Dezember 2017 verfügte die IV-Stelle entsprechend dem
Vorbescheid (IV-act. 272).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 11. Dezember 2017 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 29. Januar 2018. Der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer)
beantragte darin deren Aufhebung. Es seien ihm weitere berufliche Massnahmen
(Umschulung zum Speditionskaufmann mit Fachrichtung Zolldeklarant) zu gewähren;
unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Weiter sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege
zu gewähren. Er brachte vor, er habe eine Arbeitsstelle gefunden, bei der ein Kurs als
Zolldeklarant Voraussetzung sei. Diesen habe er auf eigene Kosten begonnen, er (wie
auch die Probezeit bei der neuen Arbeitgeberin) dauere bis März 2018. Die dauerhafte
Einkommenssituation sei jedoch im Moment ungewiss und es lägen viele Monate ohne
entsprechende Verdienste im Jahr 2017 vor. Mit der Umschulung zum Logistiker EBA
sei er nicht genügend und rentenausschliessend eingegliedert. Die körperlich strenge
Tätigkeit könne er aufgrund seiner seit 2014 bestehenden Rückenbeschwerden nicht
mehr ausüben (act. G1).
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B.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 16. März 2018 beantragte die IV-Stelle
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Sie machte
geltend, das Berufsbild des Logistikers EBA sei sehr vielseitig und es gebe zahlreiche
Firmen, die Tätigkeiten anböten, bei denen die Adaptionskriterien des
Beschwerdeführers eingehalten würden. Es sei dem Beschwerdeführer möglich und
zumutbar, im Rahmen der ihm obliegenden Selbsteingliederung eine entsprechende
Stelle als Logistiker EBA zu finden. Ein Anspruch auf berufliche Massnahmen im Sinne
einer erneuten Umschulung sei zu verneinen. In Frage komme lediglich eine
Unterstützung bei der Stellensuche. Diesbezüglich habe der Beschwerdeführer jedoch
ein separates Gesuch zu stellen (act. G4).
B.c Der Beschwerdeführer zog seinen Antrag um unentgeltliche Rechtspflege am 20.
März 2018 telefonisch zurück (act. G5). Mit Replik vom 7. Juni 2018 hielt er an seinen
weiteren Anträgen fest. Er führte aus, es seien immer Nischenarbeitsplätze denkbar. In
der Realität gebe es aber keine Stellen als Logistiker EBA, die mit seinen
Einschränkungen möglich seien. Auch wenn teilweise Hilfsmittel zur Verfügung
stünden, bleibe die körperliche Robustheit das primäre Anforderungsprofil (act. G11).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G13).

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist der Anspruch des
Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen. Neben einer Umschulung käme
grundsätzlich auch ein Anspruch auf Arbeitsvermittlung in Betracht. Mit der
angefochtenen Verfügung vom 11. Dezember 2017 wies die Beschwerdegegnerin zwar
das Leistungsbegehren um (sämtliche) berufliche Massnahmen ab, die Begründung
bezog sich entsprechend den Anträgen des Beschwerdeführers jedoch lediglich auf
den Anspruch auf eine Umschulung (vgl. IV-act. 272). Auch in der vorliegenden
Beschwerde beantragte der Beschwerdeführer lediglich berufliche Massnahmen in
Form einer finanziellen Unterstützung seiner bereits begonnenen Umschulung zum
Speditionskaufmann mit Fachrichtung Zolldeklarant (act. G1). Wie die
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Beschwerdegegnerin zu Recht geltend macht (act. G4), ist ein allfälliger Anspruch auf
Arbeitsvermittlung damit vorliegend nicht Streitgegenstand. Einzig zu prüfen ist der
Anspruch auf Umschulung.
1.1 Die versicherte Person hat Anspruch auf Umschulung auf eine neue
Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch
die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Art. 17 Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Der Anspruch
auf Umschulung setzt voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere
des Gesundheitsschadens in den bisher ausgeübten und in den für sie ohne
zusätzliche berufliche Ausbildung offenstehenden zumutbaren Erwerbstätigkeiten bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage eine bleibende oder längere Zeit dauernde
Erwerbseinbusse von etwa 20% erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert
handelt (BGE 139 V 403 E. 5.3; BGE 130 V 489 f., E. 4.2; Urteile des Bundesgerichts
vom 10. August 2009, 9C_341/2009, E. 3, und vom 15. Oktober 2015, 9C_511/2015, E.
3).
1.2 Besteht im Grundsatz ein Anspruch auf Umschulung, richtet sich die Bestimmung
der konkreten Umschulungsmassnahmen nach dem Erfordernis der annähernden
Gleichwertigkeit (SILVIA BUCHER, Eingliederungsrecht der Invalidenversicherung, Bern
2011, N 728). Die konkrete Umschulungsmassnahme muss notwendig und geeignet
sein, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen versicherten Person
eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmöglichkeit zu vermitteln. Dabei
bezieht sich der Begriff der "annähernden Gleichwertigkeit" nicht in erster Linie auf das
Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu
erwartende Verdienstmöglichkeit (BGE 130 V 489 f. E. 4.2). Die Umschulung hat die
versicherte Person in die Lage zu versetzen, eine ihrer früheren Tätigkeit möglichst
gleichwertige Erwerbstätigkeit auszuüben (BUCHER, a.a.O., N 729).
2.
Vorerst ist zu prüfen, welche Erwerbsmöglichkeiten dem Beschwerdeführer ohne
zusätzliche berufliche Ausbildung (weitere Umschulung) auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt offenstehen.
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2.1 Der Beschwerdeführer ist unbestritten in seinen angestammten Tätigkeiten als
Koch sowie als Hilfsverchromer bzw. in sämtlichen Arbeiten mit Exposition zu
Chromsäure und Tensiden nicht mehr arbeitsfähig. Die Suva hatte am 2. Juni 2003 und
14. November 2011 entsprechende Nichteignungsverfügungen erlassen (vgl. IV-act. 3,
Fremdakten 8).
2.2 Zu Beginn der Umschulung zum Logistiker EBA bestanden keine ernsthaften
Bedenken bezüglich der Vereinbarkeit dieses Berufs mit den gesundheitlichen
Einschränkungen des Beschwerdeführers. Am 19. November 2014 teilte der
Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin mit, bei der Tätigkeit im Lager des
Lehrbetriebs habe er Probleme mit Nase und Augen bekommen. Im Lager sei es zu
trocken. Er nehme viele Medikamente, um die Zeit durchzustehen, und hoffe, dass er
die Anlehre trotzdem abschliessen könne (IV-act. 168). Im weiteren Verlauf standen
jedoch die Rückenbeschwerden im Vordergrund. Der Beschwerdeführer zweifelte in
seinem Einwand und der Beschwerde auch nicht substantiiert an, dass auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend Stellen als Logistiker EBA vorhanden sind,
welche seiner vasomotorischen, hyperreflektorischen Rhinopathie Rechnung tragen,
mithin keinen Kontakt mit irritativen Substanzen erfordern (vgl. bzgl. Diagnosen und
Adaptionskriterien IV-act. 263, bzgl. Vereinbarkeit mit dem Beruf als Logistiker IV-act.
185).
2.3 Während der Ausbildung zum Logistiker EBA kam es beim Beschwerdeführer
indessen zu Rückenproblemen (vgl. Bericht von Dr. F._ vom 28. November 2014; IV-
act. 169). Die ABI-Gutachter hielten diesbezüglich als Diagnose mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit ein chronisches zervikal und lumbal betontes panvertebrales
Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik (ICD-10: M54.80) bei MR-
tomographisch als leichtgradig zu beurteilenden Diskusveränderungen HWK4-7 und
LWK4/5 ohne Kompromittierung neuraler Strukturen (ICD-10: M51.2) fest (IV-act. 263,
S. 22). Sie erachteten den Beschwerdeführer für eine körperlich leichte bis
mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit ohne Zwangshaltung als zu 100% arbeits-
und leistungsfähig. Der orthopädische Teilgutachter führte ergänzend aus, die Hebe-
und Traglimite von 10kg solle nur ausnahmsweise und von 15kg gar nicht überschritten
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werden. Länger dauernde Zwangshaltungen von Rumpf und Nacken sowie repetitive
Überkopfbewegungen der Arme sollten vermieden werden. Er befand zwar, inwieweit
dieses Belastungsprofil bei der Arbeit als Logistiker eingehalten werden könne, müsse
wahrscheinlich am individuellen Arbeitsplatz überprüft werden. In ihrer
Konsensbeurteilung befanden die ABI-Gutachter jedoch, die Tätigkeit als Logistiker
erscheine zumutbar, aus medizinischer Sicht seien dem Belastungsprofil
entsprechende Arbeitsplätze vorhanden (IV-act. 263, S. 20, 23). Die vom
orthopädischen Teilgutachter als notwendig erachtete Überprüfung des individuellen
Arbeitsplatzes ist damit nicht als grundsätzlicher Zweifel an der Geeignetheit des
Berufs des Logistikers EBA zu verstehen. Vielmehr waren die ABI-Gutachter der
Ansicht, dass es sowohl Arbeitsstellen gibt, welche den Adaptionskriterien des
Beschwerdeführers entsprechen, als auch andere, für ihn nicht geeignete. Folglich
muss die Einhaltung der Kriterien jeweils individuell geprüft werden. Wie die
Beschwerdegegnerin korrekt ausführt, trägt ein medizinisches Anforderungsprofil
zudem naturgemäss nur den funktionellen Beeinträchtigungen Rechnung und berührt
die weiterführende Frage nach der berufspraktischen Umsetzbarkeit nicht (act. G4).
Auch frühere aktenkundige Einschätzungen sprechen dafür, dass genügend Stellen als
Logistiker EBA vorhanden sind, welche der Beschwerdeführer trotz seiner
Einschränkungen ausüben kann. Dr. G._ attestierte dem Beschwerdeführer vom 28.
November bis 21. Dezember 2014 eine Arbeitsunfähigkeit von 100%, senkte diese aber
schrittweise, bis sie ab 7. April 2015 noch 25% betrug (IV-act. 194, vgl. Fremdakten
14-6 ff., 14-13). Ab 11. Juli 2016 attestierte Dr. G._ versuchsweise eine volle
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 233-1 ff.). Er ging damit selbst in der damals offenbar nicht
ideal adaptierten Tätigkeit bei der E._ AG von einer nicht bzw. kaum eingeschränkten
Arbeitsfähigkeit aus. Am 17. Dezember 2015 hatte Dr. G._ berichtet, der
Beschwerdeführer sei hochmotiviert und mache sehr engagiert in seiner Umschulung
mit. Wenn er schliesslich eine passende Arbeit gefunden habe und nicht mehr sehr
streng körperlich arbeiten müsse, werde die 100%ige Integration möglich werden (IV-
act. 195). Dr. H._ hatte am 16. Februar 2015 die Weiterführung der Umschulung
befürwortet. Es dürfe davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer nun
jeden Monat mehr arbeiten könne (IV-act. 190). Im Oktober 2016 erklärte er sich mit
der Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. G._ einverstanden und hielt fest, es gehe
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darum, dass der Beschwerdeführer einen Arbeitsplatz finde, bei dem eine gute
Ausstattung mit Hilfsmitteln vorhanden sei (IV-act. 235).
2.4 Der von der Beschwerdegegnerin befragte Berufsberater I._ führte am 11.
Dezember 2017 aus, das Berufsfeld des Logistikers EBA sei sehr vielseitig und lasse
verschiedene Tätigkeiten zu. Es sei deshalb nicht korrekt, nur den Bereich eines
Produktionsbetriebs für den Beschwerdeführer in Betracht zu ziehen. Vielmehr gebe es
zahlreiche Firmen in der Dienstleistungs- oder Handelsbranche, bei welchen der
Beschwerdeführer die Adaptionskriterien einhalten könne. Das Gewicht von Waren in
der Medizin-, Gesundheits-, Elektro- und Kleinteilbranche sei im Vergleich zu einem
reinen Produktionsbetrieb viel kleiner. Bei der täglichen Arbeit stünden einem Logistiker
verschiedene Hilfsmittel, wie z.B. Handhubwagen, Deichselgeräte und Stapler zur
Verfügung, um ein rückenschonendes Arbeiten zu ermöglichen. In sämtlichen
Arbeitsbereichen sei eine wechselbelastende Tätigkeit möglich. Beim Erfassen und
Verbuchen von Waren sei eine Arbeit am Computer vorgesehen und der Logistiker
arbeite überwiegend in einem Arbeitsteam, das sich gegenseitig helfe. In einem voll
automatisierten Lager fielen weniger Handarbeiten an und die Tätigkeiten seien
überwiegend mechanisiert. In einer grösser gefassten Region (Thurgau, St. Gallen,
Appenzellerland) sei die Arbeitsmarktsituation als gut zu beurteilen (IV-act. 270). Wie
der Beschwerdeführer zu Recht geltend macht, ist der Beruf des Logistikers EBA
gemäss Bildungsplan zur Verordnung des SBFI über die berufliche Grundbildung für
Logistikerin/Logistiker EBA vom 16. November 2015 ideal für Menschen, die gerne
anpacken (vgl. https://www.svbl.ch/wp-content/uploads/Logistiker-EBA_BiPla-V2.0-M
%C3%A4rz-2016.pdf, S. 8, zuletzt abgerufen am 30. November 2018). Diese
Beschreibung ist aber nicht zwingend wörtlich zu verstehen. Jedenfalls bedeutet es
nicht, dass sämtliche Arbeitsstellen als Logistiker das Heben und Tragen von Lasten
über den vom orthopädischen ABI-Teilgutachter spezifizierten Gewichtslimiten
erfordern oder generell nicht mit den Einschränkungen des Beschwerdeführers zu
vereinbaren wären. Dies insbesondere auch dank des Einsatzes der vom Berufsberater
genannten und auch im Bildungsplan erwähnten Hilfsmittel (vgl. Bildungsplan, a.a.O.,
S. 9). Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, ihm sei vom Lehrbetrieb das Lenken
eines Gabelstaplers aus gesundheitlichen Gründen untersagt worden (vgl. act. G1) ist
darauf hinzuweisen, dass sich gemäss ABI-Gutachten eine solche Limitation für die
Tätigkeit als Staplerfahrer aufgrund der Situation am Bewegungsapparat nicht
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begründen lässt (IV-act. 263, S. 22). Das Heben und Tragen von schwereren Lasten
von Hand kann damit weitgehend vermieden werden. Schliesslich ist darauf
hinzuweisen, dass es dem Beschwerdeführer möglich war, die Ausbildung zum
Logistiker EBA erfolgreich abzuschliessen (IV-act. 231). Dies war ihm gemäss eigenen
Angaben zwar nur dank des Entgegenkommens seines Lehrbetriebs möglich. Er sei
von körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten dispensiert worden (IV-act. 242, 269). Im
konkreten Lehrbetrieb kann das nur als zeitlich begrenzte Lösung betrachtet werden.
Dies veranschaulicht jedoch die vom Berufsberater erwähnte Teamarbeit, die es an
einer besser adaptierten Arbeitsstelle ermöglichen würde, dass allenfalls gelegentlich
anfallende, für den Beschwerdeführer körperlich zu belastende Tätigkeiten durch
andere Mitarbeiter erledigt würden.
2.5 Zusammenfassend sind auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt für Logistiker EBA
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit genügend Arbeitsstellen vorhanden, welche den
Adaptionskriterien des Beschwerdeführers entsprechen. Daran ändert auch der
Umstand nichts, dass der Beschwerdeführer im Zeitraum vom August 2016 bis Januar
2017 zahlreiche erfolglose Bewerbungen geschrieben hat (vgl. IV-act. 269, act. G1).
3.
Die Beschwerdegegnerin ging davon aus, dass der Beschwerdeführer als Logistiker
EBA in der Lage wäre, einen Lohn in der Höhe von Fr. 4'200.-- bis Fr. 4'500.-- x 13,
entsprechend Fr. 54'600.-- bis Fr. 58'500.-- pro Jahr zu erzielen (vgl. IV-act. 230).
Dieser potentielle Verdienst liegt, abgesehen von dem im Jahr 2002 erzielten
Einkommen als Hilfsverchromer von Fr. 72'737.--, deutlich über den vor dem Eintritt
der gesundheitlichen Beschwerden generierten jährlichen Einkünften (vgl. IV-act. 122).
Dies wurde sodann vom Beschwerdeführer auch nicht substantiiert bestritten. Er ist
damit rentenausschliessend eingegliedert.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 11. Dezember 2017 nicht
zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.
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4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des
Verfahrens entsprechend ist sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm anzurechnen.
4.3 Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.