Decision ID: 82503c8d-6bf4-43d5-95a7-60987297b154
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
K._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Fürsprecher lic. iur. Daniel Küng, Rosenbergstrasse 51, Postfach 1121,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a Mit Verfügung vom 29. Dezember 2004 eröffnete die IV-Stelle St. Gallen dem 1943
geborenen K._, dass die Invalidenversicherung die Kosten für die Abgabe eines
Hörgerätes übernehme (IV-act. 41). Am 16. Mai 2006 meldete sich der Versicherte zum
Bezug einer Rente an (IV-act. 34). Gemäss Austrittsbericht der Klinik Valens vom 15.
November 2005 leidet der Versicherte an einem lumbospondylogenen Syndrom
rechtsseitig, an Diabetes, an einer Adipositas sowie an einer Hiatushernie. Die
Klinikärzte hielten fest, die bisherige Arbeit als Maschinenführer sei dem Versicherten
aktuell (seit 4. Oktober 2005) nicht mehr zumutbar. Eventuell könne mit
therapeutischen und medizinischen Massnahmen eine deutliche Verbesserung der
Beschwerden erreicht werden. Für andere berufliche Tätigkeiten sei dem Patienten eine
leicht bis mittelschwere wechselbelastende Arbeit ganztags zumutbar (IV-act.
30-16/30f). Der Beschwerdeführer hatte seit 1988 bei der A._ AG vollzeitlich als
Maschinenführer gearbeitet. Seit dem 1. September 2005 bestand an diesem
Arbeitsplatz eine volle Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 28). Bei der B._ AG war der
Beschwerdeführer seit 1991 teilzeitlich (Beschäftigungsgrad von ca. 36%; IV-act. 23)
als Hilfskäser beschäftigt (IV-act. 24).
A.b Nach Durchführung von weiteren Abklärungen eröffnete die IV-Stelle dem
Versicherten mit Vorbescheid vom 3. November 2006, es bestehe kein Anspruch auf
Leistungen der Invalidenversicherung. Er sei in den letzten Jahren als Fabrikarbeiter
und Aushilfskäser tätig gewesen. Letztere Beschäftigung übe er in gewohnter
Teilzeitarbeit weiterhin aus. Im Rahmen des Haupterwerbs wäre es ihm aus
medizinischer Sicht möglich, in einer körperlich leichten wechselbelastenden Tätigkeit
zu 100% zu arbeiten. Auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt könne er mindestens das
gleiche Einkommen erzielen wie zuletzt bei der A._ AG (Fr. 54'185.-- pro Jahr). Unter
den gegebenen Umständen liege keine Invalidität im Sinn des Gesetzes vor (IV-act. 21).
Nachdem Dr. med. C._, Innere Medizin Rheumatologie FMH, am 22. November 2006
eine Stellungnahme (IV-act. 18) eingereicht und diese in der Folge an den Versicherten
weitergeleitet worden war (IV-act. 19), verfügte die IV-Stelle am 13. Dezember 2006 im
Sinn des Vorbescheids (IV-act. 17).
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B.
B.a Gegen diese Verfügung erhob Rechtsanwalt Daniel Küng, St. Gallen, für den
Versicherten am 22. Januar 2007 Beschwerde. In der Beschwerdeergänzung vom 3.
Februar 2007 stellte der Rechtsvertreter die Anträge, die Verfügung sei aufzuheben,
und dem Beschwerdeführer sei eine Invalidenrente ab wann rechtens, allerdings
spätestens ab August 2006, zuzusprechen; eventuell sei die Angelegenheit zwecks
Vornahme weiterer Abklärungen und anschliessender Neuverfügung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung legte der Rechtsvertreter unter
anderem dar, die Beschwerdegegnerin stütze sich einzig auf den Bericht der Klinik
Valens und die Einschätzung des RAD ab und würdige die Ausführungen von Dr. C._
nicht rechtsgenüglich. Es sei zudem unverständlich, dass keine psychiatrische
Begutachtung veranlasst worden sei. Ausserdem handle es sich bei Dr. C._ um einen
fachlich anerkannten Arzt, der auf der Liste der für die MEDAS Ostschweiz tätigen
Gutachter figuriere (act. G 3.3), wohingegen nicht bekannt sei, über welche
Qualifikationen der RAD-Arzt Dr. D._ verfüge. Dieser stehe zudem in einem
Abhängigkeitsverhältnis zur Beschwerdegegnerin. Selbst der RAD-Arzt gehe davon
aus, dass dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei.
Ohne Begründung werde vermerkt, dass der Beschwerdeführer mindestens das
gleiche Einkommen erzielen könne wie zuletzt bei der A._ AG. Bei der Frage der
verwertbaren Restarbeitsfähigkeit dürfe nicht von realitätsfremden
Einsatzmöglichkeiten ausgegangen werden. Der Beschwerdeführer habe im Jahr 2005
bei der B._ AG ein Einkommen von Fr. 18'060.-- erzielt und seine
Restarbeitsfähigkeit damit mehr als optimal verwertet. Ausgehend von einem Validen
einkommen von Fr. 72'245.-- (er hätte als Gesunder weiterhin an zwei Stellen
gearbeitet) und von einem Invalideneinkommen von Fr. 18'060.-- ergebe sich ein IV-
Grad von 75%. Der Beginn der Arbeitsunfähigkeit sei gemäss Schreiben von Dr. C._
vom 6. Juni 2006 auf den August 2005 festzusetzen.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 28. März 2007 beantragte die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung legte sie unter anderem dar, Dr. D._
sei Facharzt für Neurologie und Psychiatrie. Zudem sei Art. 49 IVV massgebend, wo
festgehalten sei, dass der RAD im Rahmen der medizinischen Fachkompetenz von der
IV-Stelle unabhängig sei. Ausserdem könne davon ausgegangen werden, dass kein
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Anspruch auf Beizug von versicherungsexternen Gutachtern bestehe und ein Entscheid
deshalb allein auf versicherungsinterne Grundlagen abgestützt werden könne. Dr.
C._ sei Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie. Er selbst habe den Bericht
der Klinik Valens eingereicht und stütze seine Angaben in weiten Teilen darauf ab.
Insbesondere beschreibe er den Gesundheitszustand als unverändert seit dem
Aufenthalt im Oktober 2005. Eine angepasste Tätigkeit halte Dr. C._ aufgrund der
depressiven, ängstlichen und fatalistischen Symptomatik als nicht mehr möglich. Eine
eigentliche psychiatrische Diagnose sei nicht zu finden. Dr. C._ beschreibe nicht im
Einzelnen, weswegen der Beschwerdeführer aufgrund seiner Ängste und der
depressiven Veränderungen nicht mehr arbeiten können solle. Ganz allgemein würden
sich eher Probleme im psychosozialen Bereich abzeichnen, die nicht IV-relevant seien.
Auch dem Beschwerdeführer müsse es möglich sein, eine seinem Leiden angepasste
Tätigkeit zu finden. Auch könne er nicht geltend machen, dass ihm die Verwertung
seiner (noch vollen) Arbeitsfähigkeit unzumutbar sei. Gemäss Rechtsprechung müsse
es einer 61jährigen Versicherten, die in einer körperlich leichten bis mittelschweren
Tätigkeit noch zu 50% arbeitsfähig sei, noch möglich sein, auf dem hypothetischen
Arbeitsmarkt eine Arbeitsstelle zu finden. Der Beschwerdeführer sei zwar älter, könne
aber voll arbeiten, und zudem habe er aktuell noch eine Arbeitsstelle inne, die er
allenfalls ausbauen könnte. Dabei wäre er in der Lage, sicher rund Fr. 50'000.-- zu
verdienen. Im Vergleich mit den aus beiden Stellen zusammengerechneten Einkommen
resultiere so eine Erwerbseinbusse von 30%, welche keinen Anspruch auf eine
Rentenleistung begründe.
B.c Mit Replik vom 1. Juni 2007 bestätigte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
seinen Standpunkt. Am 11. Juni 2007 teilte die Beschwerdegegnerin mit, sie halte an
ihrem Antrag fest.

Erwägungen:
1.
1.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG in der ab 1. Januar 2004 gültigen Fassung besteht der
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei
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einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in Kraft
gewesen bis 31. Dezember 2002) bzw. 16 ATSG (in Kraft seit 1. Januar 2003) das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Die Invalidität des Beschwerdeführers ist unbestrittenermassen
nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs zu bemessen.
1.2 Die Ärzte der Klinik Valens bestätigten im Austrittsbericht vom 15. November 2005,
dass für andere berufliche Tätigkeiten (als die bisherige Arbeit als Maschinenführer)
dem Beschwerdeführer eine leichte bis mittelschwere wechselbelastende Arbeit
ganztags zumutbar sei. Weitere Einschränkungen bestünden darin, dass maximal
Gewichte bis 15 kg manchmal (6-33% eines Achtstunden-Arbeitstages) gehoben
werden könnten und Gehen und Sitzen nur manchmal (6-33% eines Achtstunden-
Arbeitstages) möglich sei (IV-act. 30-16/30f). Dr. C._ berichtete am 6. Juni 2006, der
Gesundheitszustand sei vorwiegend wegen psychischer Faktoren verschlechtert. Eine
psychiatrische Exploration sei nötig (IV-act. 30-5/30; vgl. auch IV-act. 26-1/1). Der
RAD-Arzt Dr. D._ stellte sich im Bericht vom 30. Oktober 2006 auf den Standpunkt,
dass sich angesichts der besonderen Fallumstände (individuelle Faktoren) eine
zusätzliche psychiatrische Abklärung erübrigen sollte (IV-act. 23). Dr. C._ legte in der
Stellungnahme vom 22. November 2006 dar, für eine beruflich unausgebildete Person
sei nur mit körperlich schweren Arbeiten - bei der Tätigkeit als Fabrikarbeiter und
Aushilfskäser handle es sich häufig um solche - ein Auskommen erzielbar. Dass er in
einer körperlich leichten unqualifizierten Tätigkeit ein ähnliches Einkommen erzielen
könne, sei unlogisch und nicht nachvollziehbar. Es bestünden (neben den körperlichen
Einschränkungen) auch erhebliche psychische Probleme im Sinn depressiver
Störungen (IV-act. 18). Zuhanden der Pensionskasse sowie des Rechtsvertreters des
Beschwerdeführers führte Dr. C._ am 29. Januar 2007 aus, seit 29. August 2005
bestehe in der Tätigkeit als Maschinenführer bei der A._ AG eine volle
Arbeitsunfähigkeit. Aufgrund des bisherigen Verlaufs komme kaum eine neue Tätigkeit
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in Frage; dies besonders auch unter Beachtung der psychischen Verschlechterung (IV-
act. 6). Ihm (dem Arzt) sei schleierhaft, wieso sich "angesichts der besonderen
Fallumstände (individuelle Faktoren)" eine psychiatrische Exploration erübrigen sollte
(IV-act. 5). Von Seiten des RAD (E._) wurde im Bericht vom 14. März 2007
festgehalten, dass bei einem zwei Jahre vor der Pension stehenden ungelernten
Arbeiter mit geringen intellektuellen und psychischen Ressourcen sowie fachlich
geringen Kenntnissen eine berufliche Massnahme (Umschulung) keinen Sinn mache
und eine erfolglose berufliche Eingliederung mehr als wahrscheinlich sei, sei sicherlich
auch aus nichtmedizinischer Sicht nachvollziehbar. Ebenso sei aber aus diesen
Gründen sehr wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer mit einer solchen
(psychischen) Stresssituation psychisch reagiere und mit einer weiteren Steigerung von
Somatisierungssymptomen und anderen depressiven Störungen zu rechnen sein
werde. Dafür spreche, dass der Hausarzt bereits psychische Auffälligkeiten schildere.
Sollte die für solche Fälle gedachte Regelung (Rz 3050-3052 des Kreisschreibens über
die Invalidität und Hilflosigkeit [KSIH]; Festlegung konkreter beruflicher Tätigkeiten)
nicht angewendet werden können, müsse eine nicht zwingend indizierte psychiatrische
Abklärung erfolgen mit der Konsequenz, dass bei einer theoretischen
Restarbeitsfähigkeit dem Beschwerdeführer zunächst berufliche Massnahmen
angeboten werden müssten, "bis nach erfolgten Bemühungen der dann für die
Rentenfestsetzung relevante Gesundheitsschaden abgeklärt werden" könne (IV-act. 1).
2.
2.1 Das Gericht hat seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes
vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die
blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen
nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen
möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 125 V 195 E. 2,
121 V 47 E. 2a, 208 E. 6b mit Hinweis). Der Sozialversicherungsprozess ist vom
Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Dieser schliesst die Beweislast im Sinn einer
Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Wenn es sich jedoch als unmöglich erweist,
im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes einen Sachverhalt zu ermitteln, der
zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen, greift
die Beweisregel Platz, dass die Parteien eine Beweislast insofern tragen, als im Fall der
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Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 117 V 264 E. 3b mit
Hinweis). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist nach der
höchstrichterlichen Rechtsprechung entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
medizinischen Fachperson begründet und nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a
mit Hinweis; RKUV 2000, 214). Auch den Berichten versicherungsinterner Ärztinnen
und Ärzte kann rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie
als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei
sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 353 f. E. 3b/ee
mit Hinweis). Art. 8 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK geben keinen formellen Anspruch auf
versicherungsexterne Begutachtung, wenn Leistungsansprüche streitig sind. Erachtet
das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen
Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den
Prozess ohne Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens -
abschliessen. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch strenge
Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit
und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (RKUV 1997, 281 E. 1a).
2.2 Grundlage der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens ist die
Arbeitsfähigkeitsschätzung. Diesbezüglich liegen sich widersprechende ärztliche
Meinungen vor. In der Klinik Valens wurde der Beschwerdeführer vom 4. bis 25.
Oktober 2005 ausschliesslich in somatischer Hinsicht therapiert und abgeklärt (IV-act.
30-15/30). Die Arbeitsfähigkeitsschätzung (ganztägige Zumutbarkeit einer leicht bis
mittelschweren wechselbelastenden Arbeit) bezieht sich somit einzig auf die
körperlichen Einschränkungen. Der Internist und Rheumatologe Dr. C._ bestätigte in
der Folge im Juni 2006 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes aus
psychischen Gründen, wobei er eine psychiatrische Exploration als nötig erachtete (IV-
act. 30-5/30, 26-1/1). Im November 2006 und Januar 2007 vermerkte Dr. C._ das
Vorliegen depressiver Störungen und erachtete die Möglichkeit, eine neue Tätigkeit
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aufzunehmen, insbesondere auch unter Beachtung der psychischen Verschlechterung
als in Frage gestellt (IV-act. 6, 18). Der RAD-Arzt Dr. D._, Facharzt für Neurologie und
Psychiatrie (act. G 6 S. 3), hatte im Bericht vom 30. Oktober 2006 besondere
Fallumstände (individuelle Faktoren) angeführt - ohne diese näher darzulegen -,
aufgrund welcher auf eine psychiatrische Abklärung verzichtet werden könne (IV-act.
23). Auch die zusätzliche RAD-Stellungnahme vom 14. März 2007 von E._ vermag
nicht zu verdeutlichen, wieso auf eine psychiatrische Abklärung zu verzichten sei.
Insbesondere hilft der Hinweis, dass berufliche Massnahmen wegen des Alters sowie
der intellektuellen und psychischen Ressourcen des Beschwerdeführers keinen Sinn
machen würden (IV-act. 1), in diesem Zusammenhang nicht weiter. Immerhin wurde
aber in dieser RAD-Stellungnahme anerkannt, dass beim Beschwerdeführer mit einer
Steigerung der psychischen Reaktion in Form von Somatisierungssymptomen und
depressiven Störungen zu rechnen sei (IV-act. 1).
Bei dem geschilderten medizinischen Sachverhalt blieb unklar, inwiefern die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers im Zeitpunkt der IV-Anmeldung (Mai 2006)
durch einen psychischen Befund eingeschränkt war. Auch wenn es sich bei Dr. C._
nicht um einen Facharzt auf diesem Gebiet handelt, so lassen seine Stellungnahmen
eine psychische Einschränkung doch als nicht ausgeschlossen erscheinen. Hiefür
musste der Arzt entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin nicht im Einzelnen
umschreiben, weshalb der Beschwerdeführer aufgrund seiner Ängste und der
depressiven Veränderungen nicht mehr arbeiten könne (vgl. auch act. G 12.1). Der von
der Beschwerdegegnerin angeführte Umstand, dass anlässlich des Aufenthalts des
Beschwerdeführers in Valens keine psychischen Befunde erhoben worden seien, wird
dadurch relativiert, dass Dr. C._ die psychischen Beschwerden als gesundheitliche
Verschlechterung rund sieben Monate nach dem Aufenthalt in Valens, im Juni 2006,
bestätigte (IV-act. 30-5/30) und dieser Aufenthalt im Zeitpunkt der angefochtenen
Verfügung rund 14 Monate zurücklag. In diesem Zeitraum konnten sich die
gesundheitlichen Verhältnisse durchaus ändern. Wenn die Beschwerdegegnerin
festhält, ganz allgemein würden sich eher Probleme im psychosozialen Bereich
abzeichnen, die nicht IV-relevant seien, ist festzuhalten, dass es sich bei dieser
Feststellung um eine blosse, durch die Akten nicht belegte Vermutung handelt. Aber
selbst bei Zutreffen derselben wäre die Frage nach einer allfälligen psychisch
bedingten Einschränkung noch nicht beantwortet. Auch der Hinweis der
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Beschwerdegegnerin, der Beschwerdeführer befinde sich nicht in psychiatrischer
Behandlung, obschon er aufgrund der Schadenminderungspflicht gehalten sei, aus
eigenem Antrieb alles Zumutbare zur Verbesserung der Erwerbsfähigkeit vorzukehren
(act. G 6 S. 4 mit Hinweis auf Art. 21 Abs. 4 ATSG), kann die Bemerkung des RAD-
Arztes nicht erklären, dass sich eine psychiatrische Abklärung angesichts der
besonderen Fallumstände erübrige. Der Hinweis auf Art. 21 Abs. 4 ATSG geht insofern
fehl, als die Anwendung dieser Bestimmung ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren
voraussetzt. Anhaltspunkte dafür, dass solche Vorkehren von Seiten der
Beschwerdegegnerin getroffen worden wären, sind aus den Akten nicht ersichtlich.
Hinzu kommt schliesslich, dass für psychiatrische Berichte in der Regel eine
persönliche Untersuchung durch den Bericht erstattenden Arzt vorausgesetzt ist und
ein blosses Aktengutachten - wie dasjenige von Dr. D._ - nicht genügt (Urteil des
EVG [Eidgenössisches Versicherungsgericht; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des bundesgerichts] vom 30. November 2004 i/S E.M., Erw. 3.2.4 [I
163/04]). Die RAD-Berichte vermögen daher nicht zu überzeugen, weshalb weitere
diesbezügliche Abklärungen nicht zu umgehen sind. Konkret sind die Verhältnisse bis
zum Erlass der angefochtenen Verfügung (13. Dezember 2006) zu prüfen (BGE 121 V
362 Erw. 1b). Die Beschwerdegegnerin wird die Frage des Vorliegens von psychischen
Einschränkungen ab Juni 2006 durch Veranlassung einer medizinisch-psychiatrischen
Abklärung noch zu prüfen haben.
3.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
Verfügung vom 13. Dezember 2006 teilweise gutzuheissen und die Angelegenheit zur
Durchführung einer medizinisch-psychiatrischen Abklärung und zu anschliessender
neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1 IVG). Unter Berücksichtigung
des Verfahrensaufwandes wird die der unterliegenden Beschwerdegegnerin zu
auferlegende Gerichtsgebühr auf Fr. 600.-- festgesetzt. Der geleistete Kostenvorschuss
von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten. Der Beschwerdeführer hat
bei diesem Verfahrensausgang Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g
ATSG). Es rechtfertigt sich, diese auf pauschal Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen
und Mehrwertsteuer) festzulegen.
bis
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG