Decision ID: 582cf9a7-9973-4e9d-baf9-a8b89e65012e
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1982
, war
zuletzt vom
1.
Septem
ber 2015
bis
3
0.
April 2018
bei
der
Y._
,
Z._
,
als
Chauffeur
für Fahrzeugtransporte angestellt
, wobei der letzte Arbeitstag am
2
1.
Februar 2018
war (
Urk.
8/22
Ziff.
2.1-2
). Unter Hinweis auf
einen seit etwa neun Jahren bestehenden Bandscheibenvorfall, Ischias und Diskushernie
meldete sich der Ver
sicherte am
2
0.
Juni 2018
bei der Invalidenversicherun
g zum Leistungsbezug an (
Urk.
8/3
Ziff.
6.1
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisch
e und erwerbliche Situation ab
und
verneinte nach
durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/26
;
Urk.
8/29,
Urk.
8/32
) mit Verfügung vom
1
5.
April 2019
einen
Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung
(
Urk.
8/35
=
Urk.
2
/1
).
2.
Der Versicherte erhob am
2
5.
Mai 2019
Beschwerde gegen die Verfügung vom
1
5.
April 2019
(
Urk.
2
/1
) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm
eine Umschulung zuzusprechen
(
Urk.
1 S. 1
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
4.
Juli 2019
(
Urk.
7
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
1
5.
Juli 2019
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
9
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Drohende Invalidität liegt gemäss
Art.
1
novies
der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) vor, wenn der Eintritt einer Erwerbsunfähigkeit überwiegend wahrscheinlich ist. Der Zeitpunkt des Eintritts der Erwerbsunfähigkeit ist uner
heblich.
1
.3
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben ge
mäss Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
An
spruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2
lit
. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Ein
gliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige be
rufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2/1) damit, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit s
eit jeher voll arbeitsfähig sei
.
Der Einkommensvergleich ergebe keine Erwerbseinbusse und somit kein
en
An
spruch auf Leistungen der Invalidenversicherung. Ebenso bestehe kein Anspruch auf eine Umschulung. Für die Stellenvermittlung sei die Regionale Arbeitsver
mittlung (RAV) zuständig. Es sei nicht belegt, dass der Beschwerdeführer bereits aus gesundheitlichen Gründen
bei der Firma
A._
einen Ni
schenarbeitsplatz gehabt habe
. Ebenso lägen keine ärztlichen Berichte vor, die gesundheitliche Einschränkungen in den Jahren 2011 bis 2015 ausw
iesen
. Da die letzte ausgeführte Tätigkeit nicht im gelernten Beruf gewesen und aufgrund von zwischenmenschlichen Problemen beendet worden sei, bestehe kein Anspruch auf Umschulung. Beim
Valideneinkommen
sei auf das zuletzt erzielte Einkommen abzustellen (S. 1 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer machte dagegen in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend, er habe einen Bandscheibenvorfall und könne aus diesem Grund seinen erlernten Beruf nicht mehr ausüben, weshalb er berufliche Massnahmen beantragt habe. Die Beschwerdegegnerin habe es abgelehnt, ihm eine Umschulung zuzusprec
hen. Er bit
te
darum, dass ihm eine angepasste
berufliche Massnahme zugesprochen w
erde, damit sich seine Situation nicht verschlechtere (S. 1
, Begründung
Ziff.
1-2
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf
berufli
che Eingliederungsmassnahmen
,
namentlich auf
eine Umschulung
,
hat.
3
.
3
.1
In medizinischer Hinsicht präsentiert sich der Sachverhalt wie folgt:
3
.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Endokrinologie und Diabetologie, führte in seinem Schreiben vom 1
0.
Oktober 2018 (
Urk.
8/17) aus, er sehe den Beschwerdef
ührer nur ausgesprochen selten.
Er wisse, dass
er
finanzielle Probleme habe und aufgrund seiner Rückenschmerzen im ursprün
g
lichen Beruf nicht mehr arbeiten könne.
Allerdings lägen keine ge
nauen Untersuchung
sergebnisse
des Rückens vor. Der Antrag des
Beschwerde
führer
s
auf Umschulung s
ei auf jeden Fall zu unterstütz
en.
3
.3
Dr.
C._
,
Chiropraktor
, stellte in seinem Bericht vom 1
8.
Oktober 2018 (
Urk.
8/19/4-5) folgende Diagnose (
Ziff.
1.2):
-
persistierende Lumbalgien/linksbetonte
Lumboischialgien
, bei
-
Segmentdegeneration L3 bis S1
-
Status nach Diskushernie L5/S1 links mit Kompression der Nervenwur
zel S1
-
Status nach kleiner Diskushernie L4/5 ohne klare Wurzelkompression
Dr.
C._
führte aus, es würden jeweils in einer akuten Episode einige Termine
mit dem Beschwerdeführer
in seiner Sprechstunde vereinbart, ansonsten stelle sich
dieser
nach Bedarf vor. Die letzt
e
Kontrolle sei am 1
6.
Oktober 2018 erfolgt (
Ziff.
3.1)
.
Der Patient sei als Chauffeur im Pannendienst angestellt.
Dort habe er
regelmässig schweres Material heben
und
ziehen, Ladungen aufladen, Spanngurte festzurren
und
Arbeiten in
Bückpositionen
sowie
in
unergonomischen Lagen durchführen
müssen
. Dies sei dem Beschwerdeführer nicht möglich.
In einer wechselbelastenden Arbeitstätigkeit ohne Arbeiten in Bodenhöhe sowie ohne He
ben und Tragen von schweren Lasten sei er voll arbeitsfähig (
Ziff.
2.1).
Dr.
C._
führte aus, es bestehe eine gute Korrelation zwischen der Bildgebung und den beklagten
Beschwerden. Er denke, dass dem
Beschwerdeführer die Arbeit körperlicher Natur im Rahmen des Metallbaus respektive
im
Pannendienst nicht mehr zuzumuten sei und sich bei weiterer strenger körperlicher Arbeit in un
glücklichen Positionen durchaus eine Verschlechterung einstellen könnte. Es habe sich in den letzten Jahren eine deutliche Abhängigkeit der Beschwerden vom Arbeitsalltag des Patienten gezeigt (
Ziff.
3.3).
3
.4
Dr.
med. D._
, Facharzt für Psychia
trie und Psychotherapie, und M.
Sc.
E._
, Psychotherapeutin,
nannten
in ihrem
Bericht vom 2
6.
No
vember 2018 (
Urk.
8/23)
als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion (ICD-10 F43.20,
Ziff.
2.5).
Die Fachpersonen führte
n
aus, dass der Patient von ihnen nie krankgeschrieben wor
den und von psychiatrisch-psychologischer Seite her zu 100
%
arbeitsfähig sei (
Ziff.
1.
3). Er sei psychisch stabil, so
dass er einer 100%igen Tätigkeit nachgehen könnte, solange die Arbeit körperlich nicht belastend sei und er bei der Arbeit nicht länger sitzen müsse (
Ziff.
2.2).
Eine Eingliederung sei aus ihrer Sicht sinnvoll, da beim Beschwerdeführer zum jetzigen Zeitpunkt die körperlichen Beschwerden zu Einschränkungen der Ar
beitsfähigkeit führten un
d nicht die psychischen Leiden
(
Ziff.
4.3).
3
.5
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Chirurgie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD)
,
nannte in seiner Stellungnahme vom
3.
Dezember 2018 (
Urk.
8/25/3-4) als Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit persistierende Lumbalgien/linksbetonte
Lumboischialgien
bei Segmentdegeneration L3-S1 und
einen
Zustand nach Diskushernie L5/S1 links mit Kompression der Nervenwurzel S1 sowie
einen
Zustand nach kleiner Diskushernie L4/5 ohne klare Wurzelkom
pression. Als Diagnose ohne dauerhafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion (ICD-10 F43.20).
In der bisherigen Tätigkeit als Chauffeur habe vom
9.
bis 1
8.
September 2016, vom 1
9.
bis 2
9.
April 2017 sowie vom
3.
bis
7.
Januar 2018 eine 100%ige Ar
beitsunfähigkeit bestanden. Schweres Heben, Tragen und Transportieren von Las
ten sowie das Verharren in Zwangshaltungen sollten vermieden werden. In
einer angepassten Tätigkeit be
stehe seit jeher eine Arbeitsunfähigkeit von 0
%
. Leichte angepasste Tätigkeiten in Wechselbelastung ohne Heben, Tragen und Transpor
tieren von Lasten über 5 kg und ohne Verharren in Zwangshaltungen, wären dem Versicherten medizinisch-theoretisch zu 100
%
zumutbar.
4
.
4
.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte gestützt auf
die Stellungnahme des RAD-Arztes
Dr.
F._
vom
3.
Dezember 2018
(vgl. vorstehend E. 3
.5)
das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens und ging davon aus, dass dem Be
schwerdeführer sämtliche behinderungsangepassten Tätigkeiten vollumfänglich zumutbar seien (vgl. vorstehend E. 2.1).
4
.2
Dr.
F._
äusserte sich nicht
explizit
zu einer Einschränkung der Arbeitsfähig
keit in der angestammten Tätigkeit
als Industrieschmied (vgl.
Urk.
8/10 S. 3
Ziff.
3)
respektive in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Chauffeur im Pannen
dienst,
hielt jedoch fest, dass in
einer
leichten angepassten Tätigkeit in Wechsel
belastung ohne Heben, Tragen und Transportieren von Lasten über 5 kg und ohne Verharren in Zwangshaltungen eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben sei.
Auch
der behandelnde
Chiropraktor
Dr.
C._
bestätigte in seinem Bericht
vom 1
8.
Oktober
2018 (vgl. vorstehen
d E. 3
.3) in einer behinderungsangepassten Tä
tigkeit eine vollständige Arbeitsfähigkeit.
Dr.
B._
gab seinerseits ledig
lich die Angaben des Beschwerdeführers wieder und be
fürwortete eine
Umschu
lung (vgl. vorstehend E. 3.1).
Aus psychischer Sicht
wurde von
Dr.
D._
und M.
Sc.
E._
in ihrem Bericht vom 2
6.
November 2018 (vgl. vorstehend E. 3.4) eine vollständige Arbeitsfähigkeit attestiert.
Was die Einschränkungen des Beschwerdeführers in der angestammten Tätigkeit
als Industrieschmied
respektive in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
als Chauffeur im Pannendienst
anbelangt,
liegen
keinerlei fachärztliche Berichte vor, die eine
dauerhafte
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestätigen würden. So handelt es sich bei
Dr.
C._
um einen
Chiroprak
t
or
und
Dr.
B._
konnte sich auch nicht fundiert äussern, zumal er den Beschwerdeführer lediglich selten sah und ihm die Untersuchungs
ergebnisse
hinsichtlich des Rückenleidens nicht
be
kannt
waren
.
Zudem geht aus den von
Dr.
C._
ausgestellten Arbeitsunfähigkeitszeugnissen hervor, dass diese lediglich das vom
1.
September 2015 bis 3
0.
April 2018 dau
ernde Arbeitsverhältnis bei der
Y._
(vgl.
Urk.
8/22
Ziff.
2.1)
be
trafen und lediglich einmal
ab
dem
9.
September 2016 eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit für die Dauer von zehn Tagen
(vgl.
Urk.
8/2/3)
und ab dem 1
9.
April 2017
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
für die Dauer von sechs Tagen
(vgl.
Urk.
8/2/2)
a
ttestiert
wurde. Was die ab dem
2
3.
Mai 2018
attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit von
39
Tagen
(vgl.
Urk.
8/2/1)
anbelangt, ist zu berücksichti
gen, dass der Beschwerdeführer bereit
s
am 2
1.
Februar 2018 seinen letzten Ar
beitstag
bei der
Y._
hatte und das Arbeitsunfähigkeitszeugnis damit nicht im Zusammenhang mit der dort verrichteten Arbeit
als Chauffeur beim
Pannendienst
gesehen werden kann.
Wie die Beschwerdegegnerin zu Recht
bemerkte (vgl. vorstehend E. 2.1)
, liegen
,
was die
bis ins Jahr 2015 ausgeübte angestammte
Tätigkeit
des Beschwerdeführers als Industrieschmied
bei der
A._
(vgl. Auszug aus dem individuellen Konto; IK-Auszug,
Urk.
8/7)
betrifft,
weder fachärztliche Berichte vor, die eine rückenbedingte Prob
lematik
in diesem Zeitraum
ausweisen würden, noch Arbeitsunfähigkeitszeug
nisse, die eine Arbeitsunfähigkeit bestätigen würde
n
.
Weiter führte der Beschwerdeführer
anlässlich des Standortgespräches vom 2
2.
August 2018 aus, dass es bei der
Y._
«
menschlich nicht mehr funktioniert
»
habe und
dass
das vorherige Arbeitsverhältnis im angestammten Beruf bei der
A._
beendet worden sei, weil er dem neuen Chef nicht mehr gepasst habe (
Urk.
8/10
Ziff.
2). Die Frage, ob er eine Arbeits
stelle bereits gesundheitsbedingt habe aufgeben müssen,
verneinte
der Beschwer
deführer (
Urk.
8/10 S. 3 oben).
Auch im Arbeitgeberfragebo
gen der
Y._
wurden
als Kündigungsgrund zwischenmenschliche Differenzen und nicht gesundheitliche Probleme genannt (vgl.
Urk.
8/22
Ziff.
2.1
).
Es erscheint damit als
nicht
überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer in der ange
stammten Tätigkeit
als Industrieschmied
oder in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Chauffeur für Fahrzeugtransporte in einem relevanten Ausmass eingeschränkt gewesen w
ar
.
4
.3
Aufgrund des Gesagten ist
eine
relevante, dauerhafte Einsch
ränkung in der
an
gestammten
Tätigkeit als Industrieschmied
respektive
als Chauffeur für Fahrzeug
transporte mangels
eine solche
bestätigenden
fachärztlichen
Berichten
und
Ar
beitsunfähigkeitszeugnissen als nicht überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen zu betrachten.
Der Beschwerdeführer ist somit weder im engeren Sinn
e
invalid noch von Invali
dität bedroht (
vgl.
vorstehend E. 1.1
-2
), weshalb die Beschwerde
gegnerin nicht gehalten ist, Eingliederungsmassnahmen zu gewähren.
Die angefochtene Verfügung (
Urk.
2
/1
) erweist sich als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
5
.
5
.1
Zu prüfen bleibt das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unent
geltlichen
Prozessführung
für das vorli
egende Verfahren (Urk. 1 S. 1
).
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos und die Partei bedürftig ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
5
.2
Den Beschwerdeführer trifft im Verfahren betreffend die unentgeltliche Rechts
pflege eine umfassende Mitwirkungsobliegenheit (vgl. Urteile des Bundesgerichts 4A_264/2014 vom 17. Oktober 2014 E. 3.2 und 4A_403/2013 vom 11. Oktober 2013 E. 3.2.2). An die klare und gründliche Darstellung der finanziellen Situation durch die gesuchstellende Person dürfen umso höhere Anforderungen gestellt werden, je komplexer die Verhältnisse sind (BGE 120
Ia
179 E. 3a). Das Gericht hat weder den Sachverhalt von sich aus nach jeder Richtung hin abzuklären, noch unbesehen alles, was behauptet wird, von Amtes wegen zu überprüfen (Urteil des Bundesgerichts 4A_114/2013 vom 20. Juni 2013 E. 4.3.1). Schliesslich steht es dem Gericht frei, für die Abklärung der finanziellen Voraussetzungen einen Fra
gebogen einzuverlangen (Urteil des Bundesgerichts 9C_606/2013 vom 7. März 2014 E. 2.1.3).
5
.3
Mit Verfügung vom
3
.
Juni
2019
(Urk.
3
) wurde der Beschwerdeführer aufgefor
dert, das Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit vollständig aus
zufüllen und dieses dem Gericht unter Beilage sämtlicher Belege zur finanziellen Situation einzureichen. Damit verbunden war die Androhung, dass bei ungenü
gender Substantiierung oder fehlenden respektive ungenügenden Belegen zur fi
nanziellen Situation davon ausgegangen wird, dass keine prozessuale Bedürftig
keit besteht.
Am 3.
Juli 2019
übermittelte der Beschwerdeführer das ausgefüllte Formular (Urk.
5
). Darin vermerkte er als monatliche Einkünfte Leistungen der Arbeitslo
senkasse an ihn selber von Fr.
2'693.--
. Als monatlichen Ausgaben wurde geltend gemacht: Miete inklusive Nebenkosten
von
Fr. 1’
395
.--
und Heizungskosten für Wohnräume von
Fr.
360.-- pro Jahr.
Das Vermögen bestehend aus
einem
Bank
konto
wurde mit Fr.
42.--
angegeben.
Nebst dem ausgefüllten Formular r
eichte der
Beschwerdeführer
einen Kontostand vom
3.
Juli 2019 (
Urk.
6/1) sowie eine Abrechnung der
UNIA Arbeitslosenkasse ein (Urk.
6/2
).
Damit ist
lediglich
dargetan, dass der Beschwerdeführer über monatliche Ein
künfte von Fr.
2'693.
-- verfügt
und am
3.
Juli 2019 einen Kontostand von
Fr.
42.-- hatte.
Weder die Monatsmiete noch anderweitige Ausgaben wurden hin
reichend belegt. Weiter liegen keinerlei Angaben zu Krankenkassenprämien vor.
Im Formular wurde sodann unter
dem Titel «
Hinweise und Säumnisfolgen
»
darauf hingewiesen, dass fehlende Belege ohne weitere Nachfrage zur Abweisung des Gesuchs führen können. Zudem bestätigte der Beschwerdeführer mit seiner Un
terschrift, unter anderem die Hinweise und Säumnisfolgen zur Kenntnis genom
men zu haben.
Zusammengefasst hat der Beschwerdeführer in Missachtung seiner Mitwir
kungsobliegenheiten die massgebenden finanziellen Verhältnisse nicht hinrei
chend belegt. Bei dieser Sachlage ist – wie mit Verfügung vom
3
.
Juni 2019
(Urk.
3
)
und im Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (
Urk.
5)
angedroht – ohne weiteres davon auszugehen, dass keine prozessuale Bedürftig
keit besteht. Unter diesen Umständen kann dem Gesuch um unentgelt
liche
Pro
zessführung
mangels hinreichender Substantiierung der Bedürftigkeit nicht statt
gegeben werden (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_173/2016 vom 17. Mai 2016 E. 5).
6
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
5
00.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegende
n Beschwerdefüh
rer aufzuerlegen.