Decision ID: 01fdb093-c1fb-560a-9079-dd49971002c8
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Bernhard Reeb, Hauptstrasse 11a,
8280 Kreuzlingen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 20. Februar 2003 unter Hinweis auf wiederkehrende
Rückenschmerzen zum Bezug beruflicher Massnahmen bei der IV-Stelle des Kantons
St. Gallen an (IV-act. 1-1 ff.).
A.b Am 22. April 2003 erstattet der behandelnde Arzt Dr. med. B._, Facharzt für
Allgemeine Medizin sowie Tropenmedizin FMH, Wil, einen Arztbericht. Er diagnos
tizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit rezidivierende lumbale Rücken
schmerzen bei Zustand nach diversen Unfällen sowie Randleisten im Röntgenbild der
lumbalen Wirbelkörper und empfahl die Prüfung von beruflichen Massnahmen (IV-
act. 9-1 ff.).
A.c Am 7. September 2003 erstattete die Firma C._ einen Arbeitgeberbericht (IV-
act. 13-1 ff.). Darin wird ausgeführt, dass der seit Januar 2003 auf ihren Baustellen
tätige Versicherte zu 100 % im Betrieb arbeite.
A.d Mit Schreiben vom 9. Juni 2004 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie
die Kosten für die berufliche Abklärung vom 1. Mai 2004 bis 31. Juli 2004 beim Verein
K._ übernehme (IV-act. 28-1 f.). Im Zwischenbericht vom 30. Juni 2004 empfahl der
Verein K._ die Umschulung des Versicherten zum Metallbearbeiter an
Werkzeugmaschinen für die Dauer von zwei Jahren (IV-act. 32-1 ff.). Mit Verfügung der
IV-Stelle vom 29. Juli 2004 erfolgte die diesbezügliche Kostengutsprache der IV-Stelle
für die Zeit vom 1. August 2004 bis 31. Juli 2006 (IV-act. 38-1 f.).
A.e Am 7. Februar 2006 erstattete Dr. B._ einen Verlaufsbericht (IV-act. 46-1 f.). Der
Gesundheitszustand des Versicherten habe sich verschlechtert. Er nannte mit Einfluss
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auf die Arbeitsfähigkeit eine Operation eines sequestrierten Bandscheibenvorfalls
HW6/7 mit ventraler Spondylodese am 15. Dezember 2005, anhaltende Beschwerden
im Bereich des Nackens und Ausstrahlungen sowie stabile Beschwerden im Bereich
eines chronischen Lumbovertebralsyndroms. Im Weiteren führte Dr. B._ aus, es seien
immer noch Schmerzen nun mehr rechts als links im Bereich des Schultergürtels vor
handen, welche den Versicherten in seiner Umschulung störten und ihn erst bedingt die
Arbeitstätigkeit wieder hätten aufnahmen lassen (IV-act. 46-1).
A.f Mit Verfügung der IV-Stelle vom 24. April 2006 wurde die Verfügung vom 29. Juli
2004 (Kostengutsprache für berufliche Massnahmen) per 21. April 2006 aufgehoben
(IV-act. 55-1 f.).
A.g Am 10. Mai 2006 erstattete Dr. B._ erneut einen Verlaufsbericht. Er diagnos
tizierte mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit anhaltende Schmerzen im Bereich des
Nackens mit Ausstrahlung zum Teil in den linken Arm bei Zustand nach HWS-
Diskushernienoperation im Dezember 2005, ein rezidivierendes lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom und deswegen IV-Umschulung und diagnostizierte eine seit Novem
ber 2005 bestehende Einschränkung seiner Umschulungstätigkeit von mehr als 20 %
(IV-act. 60-1 ff.).
A.h Am 31. Mai 2006 erstattete Dr. med. D._, Oberärztin der Klinik für
Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG), einen Arztbericht. Sie diagnos
tizierte einen Bandscheibenvorfall HW6/7 links, Operation mit ventraler Spondylodese
am 15. Dezember 2005, eine arterielle Hypertonie, ein chronisches lumbospondylo
genes Schmerzsyndrom sowie seit ca. Juli 2005 bestehende Cervicobrachialgien links
und attestierte eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit während des stationären Aufenthalts
vom 2. bis 19. Dezember 2005 sowie bis zur Nachuntersuchung vom 4. Januar 2006
(IV-act. 62-1 ff.).
A.i Dr. med. E._ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) Ostschweiz schlug am
13. Juni 2006 in einer internen Stellungnahme eine rheumatologische Begutachtung vor
(IV-act. 63-1 f.). Mit Schreiben vom 16. Juni 2006 teilte die IV-Stelle daher dem
Versicherten mit, dass sie die Kosten für eine ambulante rheumatologische Abklärung
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bei Dr. med. F._, Facharzt physikalische Medizin und Rehabilitation sowie
Rheumatologie, übernehme (IV-act. 67-1 f.).
A.j Am 27. Juli 2006 erstatteten die behandelnden Ärzte des Rheuma/Rehabilita
tionszentrums der Klinik Valens einen Arztbericht. Sie diagnostizierten mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit ein cervicobrachiales Syndrom links sowie eine arterielle
Hypertonie und attestierten eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit für die Umschulung als
Metallarbeiter, welche als mittelschwer eingestuft werde (IV-act. 75-1 ff.).
A.k Am 29. September 2006 erstatteten Dr. med. G._, Facharzt für Rheumatologie,
und Dr. F._, vom Ärztehaus J._, im Auftrag der IV-Stelle ein medizinisches
Gutachten. Die Gutachter diagnostizierten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
chronisches cervicospondylogenes Syndrom linksbetont sowie ein chronisch
rezidivierendes lumbospondylogenes Syndrom rechtsbetont. Sie führten aus, der
Versicherte werde für schwere körperliche Tätigkeiten als arbeitsunfähig beurteilt, für
mittelschwere Tätigkeiten bestehe eine reduzierte Arbeitsfähigkeit von 50 % halbtags.
Die angestammte Tätigkeit als Bauarbeiter bzw. Maurer und Schaler sei dem
Versicherten nicht mehr zumutbar. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Metallver
arbeiter attestierten die Gutachter eine Arbeitsfähigkeit von etwa 70 %. Für eine
optimierte leichte körperliche Tätigkeit sei der Versicherte als voll arbeitsfähig zu be
urteilen (IV-act.78-1 ff.).
A.l Der RAD hielt am 16. Oktober 2006 in einer internen Stellungnahme fest, dass
auf das Gutachten vom 29. September 2006 abgestellt werden könne. Adaptiert
bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100 % für eine leichte Wechselbelastung. Es
liege im Kompetenzbereich der Berufsberatung zu entscheiden, ob der Versicherte
die attestierte Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten aufgrund der mentalen u.a.
Ressourcen verwerten könne oder nicht (IV-act. 79-1 f.). Im Schlussbericht vom
20. Juni 2007 schloss der zuständige Berufsberater den Auftrag ab und übertrug den
Fall der Eingliederungsberatung (IV-act. 87-1).
A.m Mit Schreiben vom 10. Januar 2008 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass
sie die Kosten für die Umschulung zum Speditionsfacharbeiter inkl. Lastwagenführer
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schein im L._ vom 1. Dezember 2007 bis 30. November 2009 übernehme (IV-act.
107-1 f.).
A.n Mit Schreiben vom 14. April 2009 teilte der Versicherte der IV-Stelle mit, aufgrund
seines verschlechterten Gesundheitszustands sei die berufliche Massnahme im L._
am 23. März 2009 abgebrochen worden; er sei seit längerem in psychiatrischer
Behandlung in der Klinik Teufen und beantrage aufgrund der Verschlechterung seines
Gesundheitszustands eine Rente der Invalidenversicherung (IV-act. 123-1).
A.o Im Auftrag der IV-Stelle erstattete Dr. med. H._, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, am 3. Juni 2009 einen Bericht. Er führte aus, der Versicherte sei seit
dem 30. April 2007 in seiner ambulanten Behandlung und diagnostizierte mit Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine seit Januar 2006 bestehende rezidivierende de
pressive Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere Episode ohne psychotische
Symptome, eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, schleichend entwickelnd
seit 2003, sowie eine seit 2003 bestehende Akzentuierung der emotional-instabilen
Persönlichkeitszüge bis zum Übergang in eine emotionale instabile Persönlichkeits
störung, impulsiver Typus. Dr. H._ attestierte eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit ab
23. März 2009 bis auf Weiteres (IV-act. 130-1 ff.).
A.p Im Schlussbericht des L._ vom 5. Juni 2009 wurde im Wesentlichen
festgehalten, die Umschulung sei per 4. Mai 2009 vorzeitig abgebrochen worden. Der
Versicherte habe eine Präsenzzeit von ca. 90 % erbracht; eine Leistungsfähigkeit im
erwähnten Tätigkeitsfeld von ca. 70 % sei möglich (IV-act. 131-1 ff.).
A.q Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Medizinische Abklärungsstelle (MEDAS)
Ostschweiz am 26. Februar 2010 ein polydisziplinäres Gutachten mit ambulanter
Untersuchung am 7. Dezember 2009. Die Gutachter diagnostizierten mit
Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Störung
mit somatischem Syndrom sowie ein chronisches cervikocephales Syndrom mit vielen
vegetativen Begleitbeschwerden bei Status nach Bandscheibenoperation mit ventraler
Spondylodese C6/7 vom Dezember 2005. Sie attestierten eine 50 %ige
Arbeitsunfähigkeit (ganztags, halbe Leistung) für körperlich leichte bis mittelschwere
Erwerbstätigkeiten ohne ausschliessliches Stehen, mit der Möglichkeit zum
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Haltungswechsel, dies seit Beendigung der zweiten Umschulungsmassnahme im L._
(IV-act. 146-1 ff.).
A.r Der RAD hielt am 3. März 2010 in einer internen Stellungnahme fest, dass infolge
guter Qualität auf das Gutachten abgestellt werden könne. Die Begutachtung sei
korrekt durchgeführt worden. In einer adaptierten Tätigkeit bestehe aus
polydisziplinärer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 50 % ab April 2007 bis auf Weiteres
(IV-act. 147-1 f.).
A.s Mit Vorbescheid vom 28. Juni 2010 stellte die IV-Stelle bei einem Invaliditätsgrad
von 21 % die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht. Aus somatischer Sicht
bestehe weiterhin eine volle Arbeitsfähigkeit. Die Diagnosen und Befunde aus psychi
atrischer Sicht seien gemäss der aktuellen Rechtsprechung nicht invalidisierend, da die
Willensanstrengung zur vollumfänglichen Überwindung der subjektiven Arbeitsunfähig
keitsüberzeugung zumutbar sei (IV-act. 152-1 f.).
A.t Dagegen erhob der Versicherte am 27. Juli 2010 Einwand. Er beantragte eine
Dreiviertelsrente mit Wirkung ab Mai 2009 und machte geltend, es sei gemäss MEDAS-
Gutachten von einer 50 %igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Bei Anrechnung eines
Leidensabzugs von 10 % bei der Berechnung des Invalideneinkommens ergäbe sich
ein Invaliditätsgrad über 60 %, was einer Dreiviertelsrente entspreche (IV-act. 159-1 ff.).
A.u Mit Verfügung vom 13. September 2010 lehnte die IV-Stelle den Antrag des Ver
sicherten auf eine Invalidenrente ab (IV-act. 161-1 ff.).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die am 8. Oktober 2010 erhobene
Beschwerde, in der beantragt wird, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es
sei dem Beschwerdeführer ab 1. März 2009 eine Rente zuzusprechen. Eventualiter sei
die Sache zur weiteren Abklärung und anschliessender Neuverfügung an die
Verwaltung zurückzuweisen. Zur Begründung wird im Wesentlichen ausgeführt, der
RAD habe das MEDAS-Gutachten als vollumfänglich beweiswertig beurteilt und die
Arbeitsunfähigkeit von 50 % bestätigt. Damit könne darauf abgestellt werden, dass
auch die Frage der zumutbaren willentlichen Überwindbarkeit der gesundheitlichen
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Störung durch den Gutachter hinreichend berücksichtigt und die Überwindung im
Ergebnis nur zu 50 % zumutbar sei. Aus dem im Gutachten geschilderten Verlauf gehe
hervor, dass die Störung gerade nicht vollumfänglich überwindbar sei, obwohl schon
wiederholt medizinische und berufliche Massnahmen sogar im geschützten Rahmen
erfolgt seien. Die Beantwortung der drei Zusatzfragen auf den Seiten 17-18 des
Gutachtens zeige, dass sich die Gutachter mit den Vorakten auseinandergesetzt
hätten, aber teils zu anderen Einschätzungen gelangt seien. Es sei somit nicht
ersichtlich, weshalb die Zumutbarkeit für die vollständige willentliche Überwindbarkeit
des Leidens a priori gegeben sein solle, wie dies im angefochtenen Entscheid
behauptet werde. Ausserdem könne bei näherer Betrachtung nicht ohne Weiteres
davon ausgegangen werden, dass keine Komorbidität zur anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung vorliege. Der Beschwerdeführer versuche zudem alles ihm Mögliche,
um sich wieder einzugliedern, aber vergeblich. Es sei nicht nachvollziehbar, dass ihm
nach diesem deprimierenden Verlauf nun die willentliche Überwindung seiner
gesundheitlichen Beeinträchtigung vollumfänglich zugemutet werde. Die nachträgliche
"Korrektur" der gutachterlichen Schätzung von 50 % auf nunmehr 100 %
Arbeitsfähigkeit durch die Verwaltung sei unbegründet und grenze an Willkür. Vom
Invalideneinkommen wäre unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls ein
Leidensabzug von 15-20 % gerechtfertigt, so dass der Einkommensvergleich bei
zusätzlicher Berücksichtigung einer Leistungsfähigkeit von 70 % und einer Präsenzzeit
von 90 % einen Rentenanspruch ergäbe. Im Weiteren habe die IV-Stelle ohne
Rückfrage bei der MEDAS und beim RAD die Korrektur von 50 % auf 100 %
Arbeitsfähigkeit vorgenommen. Dieses Vorgehen sei mit dem Untersuchungsgrundsatz
und dem Gebot von Treu und Glauben nicht vereinbar. Wenn die Gutachter im Übrigen
der Meinung gewesen wären, dass die gesundheitliche Beeinträchtigung des Be
schwerdeführers vollumfänglich willentlich überwindbar sei, hätten sie bei der Arbeits
fähigkeitsschätzung zweifellos entsprechende Ausführungen gemacht und die Arbeits
fähigkeitsschätzung in Anbetracht der vollumfänglichen Überwindbarkeit letztlich mit
100 % angegeben, was gerade nicht der Fall sei. Aufgrund der vollumfänglichen
Arbeitsunfähigkeitsschreibung durch Dr. H._ ab 28. März 2009 und dem gemäss
Art. 28 Abs. 1 IVG und Art. 6 ATSG zu diesem Zeitpunkt bestrittenen Wartejahr beginne
der Rentenanspruch ab 1. März 2009 (act. G 1).
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B.b Mit Beschwerdeantwort vom 22. November 2010 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie aus,
es sei nicht ersichtlich, inwiefern das MEDAS-Gutachten bezüglich der erhobenen
Befunde und gestellten Diagnosen rechtsfehlerhaft sein sollte. In diesem Umfang gehe
sie mit dem Beschwerdeführer einig, dass dem MEDAS-Gutachten volle Beweiskraft
zukomme. Jedoch stehe die psychiatrisch festgesetzte Arbeitsfähigkeit von lediglich
50 % nicht im Einklang mit der Rechtsprechung des Bundesgerichts. Als einzige die
Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende Diagnose habe die MEDAS eine mittelgradige
depressive Störung mit somatischem Syndrom genannt. Allerdings handle es sich
hierbei um eine reaktive Begleiterscheinung zur Schmerzstörung des
Beschwerdeführers. Eine solche Depression stelle von vornherein keine Komorbidität
dar, weil kein von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbarer
verselbständigter und pathologischer Gesundheitsschaden vorliege. Auch andere
Faktoren, welche die ansonsten zumutbare Willensanstrengung für die Aufnahme einer
Erwerbstätigkeit behindern könnten, lägen beim Beschwerdeführer nicht in der
notwenigen Intensität vor. Dies räume die MEDAS selbst ein. Entgegen der Ansicht des
Beschwerdeführers sei es mit der Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht vereinbar,
einerseits eine Komorbidität und auch andere mit einer Komorbidität vergleichbare
Faktoren zu verneinen und andererseits trotzdem nur von einer teilweisen
Überwindbarkeit der vom Beschwerdeführe geltend gemachten Überzeugung, nicht
arbeitsfähig zu sein, auszugehen. Insofern könne vom MEDAS-Gutachten abgewichen
werden, ohne dass diesem deshalb im restlichen Teil der Beweiswert abgesprochen
werden müsse. Das invalidisierende Ereignis sei im Februar 2002 eingetreten.
Demnach könne das vom Beschwerdeführer im Jahr 2001 erzielte Erwerbseinkommen
genommen werden, somit Fr. 70'962.--. Da er nicht mehr arbeite, könne sein
Invalideneinkommen anhand der Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für
Statistik berechnet werden. Der entsprechende Wert für 2001 betrage Fr. 56'883.--. Da
der Beschwerdeführer auch körperlich mittelschwere Tätigkeiten ausüben könne, sei
entgegen dessen Ansicht keine Reduktion vom Invalideneinkommen vorzunehmen.
Das Invalideneinkommen betrage somit Fr. 56'883.--, woraus ein Invaliditätsgrad von
20 % resultiere, was keinen Anspruch auf eine IV-Rente ergebe (act. G 4).
B.c Am 13. Dezember 2010 lässt der Beschwerdeführer Replik erstatten. In dieser
wird im Wesentlichen ausgeführt, die Auffassung in der Beschwerdeantwort halte einer
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kritischen Würdigung nicht stand. Die im MEDAS-Gutachten diagnostizierte Persönlich
keitsstörung wirke sich direkt auf die Arbeits- und Eingliederungsfähigkeit aus. So hätte
die zweite Umschulungsmassnahme vornehmlich aus diesem Grund vorzeitig abge
brochen werden müssen. Der Beschwerdeführer würde bereits seit längerer Zeit durch
Dr. H._ psychiatrisch/psychotherapeutisch behandelt. Dieser habe in seinem Bericht
vom 3. Juni 2009 darauf hingewiesen, dass eine emotional-instabile Persönlichkeits
störung vom impulsiven Typus vorliege. Obwohl daher die vom psychiatrischen Gut
achter als Differential-/Verdachtsdiagnose geäusserte Persönlichkeitsstörung
tatsächlich vorzuliegen scheine, habe die Beschwerdegegnerin es unterlassen,
entsprechende Abklärungen vorzunehmen bzw. Rückfragen an Dr. H._ zu stellen.
Falls das Gericht zur Auffassung gelangen sollte, die entsprechenden Angaben in den
Akten seien nicht hinreichend klar, werde die Rückweisung an die Verwaltung zwecks
weiterer Abklärung beantragt. Sodann könne gemäss den Ausführungen des
psychiatrischen Gutachters klar und eindeutig der Schluss gezogen werden, dass es
sich bei der diagnostizierten mittelgradigen depressiven Störung um eine
eigenständige, von der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung losgelöste Störung
handle. Zudem werde im gesamten Consiliargutachten kein Zusammenhang,
insbesondere kein kausaler Zusammenhang, zwischen den beiden Krankheitsbildern
hergestellt. Da die Frage, ob es sich bei der depressive Störung um eine reaktive
Begleiterscheinung zur Schmerzstörung handle, eine Tatfrage darstelle, stehe die
Auffassung der Beschwerdegegnerin zudem im klaren Widerspruch zum Gutachten der
MEDAS. Selbstverständlich sei aber diesem bezüglich Tatfrage den Vorzug zu geben,
zumal sowohl die Beschwerdegegnerin als auch der RAD dem Gutachten Beweiswert
zusprächen. Daran änderten auch die zahlreichen Hinweise der Beschwerdegegnerin
auf Entscheide des Eidgenössischen Versicherungsgerichts bzw. des Bundesgerichts
nichts. Schliesslich sei bei der Festlegung des Leidensabzugs die
Persönlichkeitsstörung, welche gemäss Gutachten erheblichen Einfluss auf die
Verwertung der medizinisch-theoretischen Restarbeitsfähigkeit habe, angemessen zu
berücksichtigen. Angemessen wäre daher ein Leidensabzug von 15-20 % (act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 8).

Erwägungen:
1.
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Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die Beschwerdegegnerin hat
die angefochtene Verfügung am 13. September 2010, also unter der Geltung des
Rechts dieser Revision, erlassen. Die späteren Rechtsänderungen (erster Teil der 6. IV-
Revision, in Kraft seit 1. Januar 2012) sind nicht massgebend. Zu beurteilen ist der
Sachverhalt, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der erwähnten Verfügung ent
wickelt hat. Dieser Sachverhalt reicht in eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision zu
rück. Die 5. IV-Revision enthält keine die Rente betreffende übergangsrechtliche
Bestimmung. Das Bundesamt für Sozialversicherungen unterstellt aber (in Bezug auf
den Rentenbeginn) zu Recht eine ausfüllungsbedürftige Lücke (vgl. das Rundschreiben
Nr. 253 vom 12. Dezember 2007). Bezüglich des Rentenbeginns sind deshalb vor
liegend angesichts der IV-Anmeldung im Jahr 2003 und des Eintritts der
Arbeitsunfähigkeit spätestens im Jahr 2006 die bis zum 31. Dezember 2007 gültig
gewesenen Bestimmungen anzuwenden. Bezüglich der Invaliditätsbemessung und
Anspruchsprüfung sind indessen keine materiellen Änderungen eingetreten gegenüber
der bis 31. Dezember 2007 bzw. 31. Dezember 2011 gültig gewesenen Rechtslage
eingetreten, und die zur altrechtlichen Regelung ergangene Rechtsprechung ist
weiterhin massgebend. Daher werden hiezu nachfolgend die aktuell geltenden
Gesetzesbestimmungen wiedergegeben.
2.
2.1 Als Invalidität gilt gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder
länger dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat
die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70 %,
auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn
sie mindestens zu 50 % oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 %
invalid ist.
2.2 Grundlage der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens ist die
Arbeitsfähigkeitsschätzung. Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und
somit den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
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zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die
Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar
erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten
Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im
Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten,
die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in
die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen
Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V
351 E. 3b/bb).
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin stützt sich auf die Begutachtung durch die MEDAS
Ostschweiz. Diese hat nach der Untersuchung des Beschwerdeführers im Dezember
2009 am 26. Februar 2010 als Hauptdiagnosen mit Einschränkung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit eine mittelgradige depressive Störung mit somatischem Syndrom
sowie ein chronisches cervikocephales Syndrom mit vielen vegetativen
Begleitbeschwerden mit/bei Status nach Bandscheibenoperation mit ventraler
Spondylodese C6/7 im Dezember 2005 genannt. Als Nebendiagnosen ohne
wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung, eine akzentuierte Persönlichkeit mit narzisstischen und
passiv-aggressiven Zügen (DD: dissoziale Anteile), rezidivierende lumbale
Beschwerden, einen Tinnitus bei Hochtonsenke links mehr als rechts sowie eine
Adipositas (BMI 29 kg/m2). Aus rheumatologischer Sicht bestehe für schwere
körperliche Tätigkeiten keine Arbeitsfähigkeit, für mittelschwere Tätigkeiten eine
reduzierte Arbeitsfähigkeit von 50 % halbtags und für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit
als Metallarbeiter eine etwa 70 %ige Arbeitsfähigkeit. Ungünstig seien ausschliesslich
stehend ausgeübte Arbeiten, günstiger seien wechselbelastete Tätigkeiten (IV-act.
146-23). Rein somatisch könne von einer weitgehend vollen Arbeitsfähigkeit für
adaptierte Tätigkeiten ausgegangen werden (IV-act. 146-26). Einschränkungen
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bezüglich einer adaptierten Tätigkeit würden vorwiegend psychiatrischerseits
bestehen. Aus psychiatrischer Sicht hielten die Gutachter den Beschwerdeführer vor
allem wegen der mittelgradigen depressiven Störung zu 50 % in der Arbeitsfähigkeit
eingeschränkt, sowohl in der bisherigen wie auch in einer adaptierten Tätigkeit; dies
seit Beendigung der beruflichen Massnahme der IV (IV-act. 146-26). Polydisziplinär
(rheumatologisch, neurologisch, psychiatrisch) gingen die Gutachter von einer
50 %igen Arbeitsunfähigkeit (ganztags, halbe Leistung) für körperlich leichte bis
mittelschwere Erwerbstätigkeiten ohne ausschliessliches Stehen und mit der
Möglichkeit zum Haltungswechsel aus, dies seit Beendigung der zweiten
Umschulungsmassnahme im L._ (IV-act. 146-25).
3.1.1 In psychiatrischer Hinsicht erfolgte die Begutachtung durch I._, eidg.
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (IV-act. 146-1 ff.). Dieser diagnostizierte in
seinem psychiatrischen Consiliargutachten vom 22. Dezember 2009 eine mittelgradige
depressive Störung mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11), eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) sowie eine akzentuierte Persönlichkeit
mit narzisstischen und passiv-aggressiven Zügen, DD: dissoziale Anteile (ICD-10:
Z73.1). Er führte aus, dass sich die mittelgradige depressive Störung mit somatischem
Syndrom in einer herabgesetzten Grundstimmung, verminderten Lebensfreude und
Lebenslust, Schlafstörungen und vor allem auch in Störungen im Antrieb und
Psychomotorik zeige. Daneben stelle sich die Frage, inwieweit eine Persönlichkeits
störung vorhanden sei. Aufgrund der Akten und des Explorationsgesprächs lasse sich
nicht genau klären, ob bereits eine Störung in Kindheit und/oder Adoleszenz bestanden
habe oder ob beim Beschwerdeführer seit 2003 eine Persönlichkeitsänderung ein
getreten sei. Zudem habe sich bei ihm im Explorationsgespräch eine deutliche narziss
tische Komponente gezeigt, die sich in einem passiv-aggressiven Verhalten äussere
und auch im Bericht des L._ zum Vorschein komme. Differentialdiagnostisch müsste
man an eine dissoziale Persönlichkeit denken, welche Diagnose aber aufgrund der
Akten und der Exploration aktuell nicht möglich sei und was eine längere
Beobachtungszeit sowie unabhängige fremdanamnestische Angaben bedingen würde.
Zusätzlich stellte der psychiatrische Gutachter die Diagnose einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung; die körperliche Schmerzproblematik könne weder
physiologisch noch körperlich genügend erklärt werden, aus psychiatrischer Sicht be
stünden zudem verschiedene emotionale Konflikte und psychosoziale Belastungen (IV-
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act. 146-6). Aufgrund der vorhandenen Befunde gehe er (der psychiatrische Gutachter)
zur Zeit davon aus, dass der Beschwerdeführer aufgrund der IV-relevanten Erkrankung
der mittelgradigen depressiven Störung in der Arbeitsfähigkeit zu 50 % eingeschränkt
sei. Diese Einschränkung beziehe sich auf die bisherige wie auch auf eine adaptierte
Tätigkeit (IV-act. 146-7).
3.1.2 Die neurologischen Untersuchungen (im Rahmen der MEDAS-
Begutachtung) vom 9. Dezember 2009 ergaben keine Hinwiese auf
Einklemmungsneuropathien, Neuritiden, eine Polyneuropathie, Brachial- und
Cervikalnervenwurzelläsionen, eine Algodystrophie (CRPS I und II) oder einen
zentralnervösen Ursprung der Beschwerden. Die linksseitige Cervikobrachialgie sei
also am ehesten tendomyogen bzw. cervikospondylogen (IV-act. 146-17).
3.1.3 Die rheumatologische Untersuchung ergab, dass entsprechend den
Schmerzangaben die Halswirbelsäule nur knapp zur Hälfte eingeschränkt bewegt
worden sei, mit sofortigem Gegenspannen bei passiver Prüfung. Sämtliche
Dornfortsätze bis zur Rückenmitte seien als druckempfindlich angegeben worden.
Radikuläre Zeichen oder Ausfälle seien nie beschrieben worden und auch nicht
feststellbar gewesen. Somatischerseits seien viele Zeichen für nichtorganisches
Krankheitsverhalten festzustellen, so nebst der diffusen Schmerzbeschreibung die
weitgehende Unwirksamkeit irgendwelcher Behandlungen sowie das geschilderte und
wenig nachvollziehbare Schmerzverhalten mit massiv eingeschränkt ausgeführten
Bewegungen der Halswirbelsäule (IV-act. 146-21).
3.2 Soweit die Beschwerdegegnerin geltend macht, es rechtfertige sich, von der von
den Sachverständigen im MEDAS-Gutachten vom 26. Februar 2010 bescheinigten
Arbeitsfähigkeit von 50 % in dem Sinn abzuweichen, dass dem Beschwerdeführer eine
volle Arbeitsfähigkeit zuzumuten sei, kann dem nicht beigepflichtet werden. Zwar
genügt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts die (rein) psychiatrische
Erklärbarkeit einer Schmerzsymptomatik allein - bei weitgehendem Fehlen eines
somatischen Befundes – für eine sozialversicherungsrechtliche Leistungsbegründung
nicht (BGE 130 V 352 E. 2.2.4). Eine depressive Störung stellt indessen keinen
pathogenetisch (ätiologisch) unklaren syndromalen Zustand dar, bei welchem die
Rechtsprechung zu den somatoformen Schmerzstörungen zur Anwendung gelangen
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würde (vgl. BGE 136 V 279 E. 3.2.1, BGE 137 V 64 E. 4.2; Bundesgerichtsentscheid i/
S M. vom 20. September 2011, 8C_302/2011 E. 2.4). Aus dem Gutachten geht hervor,
dass der Beschwerdeführer an einer mittelgradigen depressiven Störung mit
somatischem Syndrom leidet (Hauptdiagnose), welche die Arbeitsfähigkeit "IV-
relevant" einschränkt. Aufgrund der ebenfalls festgestellten narzisstischen und passiv-
aggressiven Persönlichkeitszüge mit dissozialen Anteilen (bei Verdacht auf
Persönlichkeitsstörung oder -änderung) erachtet der psychiatrische Gutachter eine
adäquate psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung für schwierig und er stellt
eine ungünstige Prognose. Die Depression steht als leistungsbeeinträchtigende
Erkrankung somit im Vordergrund und wird gerade nicht als (reaktive)
Begleiterscheinung der somatoformen Schmerzstörung beschrieben, welche der
psychiatrische Gutachter zwar ebenfalls diagnostiziert hat, die jedoch als ohne Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit bezeichnet wird. Die Gutachter haben sich schliesslich mit dem
Einfluss sozialer Faktoren auseinandergesetzt und zwischen diesem und den (aufgrund
der gestellten Diagnosen) als krankheitsbedingt erkannten Einschränkungen der
Arbeitsfähigkeit unterschieden. Die ärztliche Arbeitsfähigkeitsschätzung ist daher auch
im Licht der diesbezüglichen Vorgaben der Rechtsprechung begründet.
3.3 Es ist somit zusammenfassend davon auszugehen, dass eine 50 %ige Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit ausgewiesen ist. Die Frage nach den zumutbaren
Tätigkeiten wurde im MEDAS-Gutachten vom 26. Februar 2010 hinreichend beant
wortet, wird doch ausgeführt, dass der Beschwerdeführer körperlich leichte bis mittel
schwere Erwerbstätigkeiten ohne ausschliessliches Stehen und mit der Möglichkeit
zum Haltungswechsel ganztags mit halber Leistung ausauszuführen vermöge (IV-
act. 146-25). In der psychiatrischen Beurteilung wird ausgeführt, dass sich die
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf die bisherige als auch auf eine adaptierte
Tätigkeit beziehe (IV-act. 146-25). Es wird auf den Schlussbericht des L._ vom
5. Juni 2009 verwiesen, welchem sich entnehmen lässt, dass der Beschwerdeführer für
einfache Fahr- und Speditionsaufträge eingesetzt werden könne. Dies in einem
verständnisvollen Umfeld, mit genauen und klaren Anweisungen. Zudem sei es
möglich, dass er körperlich leichte Hilfsarbeiten im Lagerbereich ausführen könne (IV-
act. 146-26, 131-4). Auszugehen ist gemäss dem MEDAS-Gutachten und dem RAD
somit insgesamt von einer Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von 50 % in einer
adaptierten körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit.
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4.
4.1 Auf der Basis des gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeitsgrades für eine
leidensadaptierte Tätigkeit ist im Folgenden der Invaliditätsgrad zu bemessen.
Rechtsprechungsgemäss ist bei der Ermittlung des Valideneinkommens entscheidend,
was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Da nach
empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weiter
geführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des
Valideneinkommens grundsätzlich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung
erzielte, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepasste
Verdienst (vgl. Bundesgerichtsentscheid i/S. K. vom 23. März 2009, 8C_515/2008). Es
rechtfertigt sich daher, von den Einkommensverhältnissen im letzten Jahr vor Eintritt
der gesundheitlichen Beeinträchtigung, nämlich 2002, auszugehen. Der
Beschwerdeführer erzielte im Jahr 2002 ein Einkommen von Fr. 75'773.-- (IV-act. 21-1,
vgl. auch Lohnausweis für die Steuererklärung, IV-act. 20-3, Bruttolohn abzüglich
Kinderzulagen), das als Valideneinkommen bezeichnet werden kann.
4.2 Nach Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung stehen dem
Beschwerdeführer gemäss dem Begutachtungsergebnis noch verschiedene
Hilfstätigkeiten offen. Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret
steht. Hat sie nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an
sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen (vgl. IV-act. 146-21), so können
nach der Rechtsprechung statistische Werte (Tabellenlöhne) beigezogen werden (BGE
129 V 472 E. 4.2.1, Bundesgerichtsentscheid i/S C. vom 19. Juni 2008, 9C_81/2008).
Im Jahr 2002 machte der statistische Durchschnittslohn für einfache und repetitive
Tätigkeiten von Männern Fr. 57'008.-- aus (Anhang 2 der vom Bundesamt für
Sozialversicherungen herausgegebenen Textausgabe 2006 IVG und ATSG).
4.3 Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre
gesundheitlich bedingte (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur
mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist ein Abzug von den
Tabellenlöhnen zu machen. Mit dem behinderungsbedingten Abzug wird in der Praxis
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dem Umstand Rechnung getragen, dass versicherte Personen, die in ihrer letzten
Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten, nach Eintritt des Gesundheitsschadens
auch für leichtere Arbeiten nur beschränkt einsatzfähig sind, dass sie - unabhängig von
der früher ausgeübten Tätigkeit - als gesundheitlich Beeinträchtigte im Rahmen leichter
Hilfsarbeitertätigkeiten nicht mehr voll leistungsfähig sind oder dass weitere
persönliche und berufliche Merkmale wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit,
Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die
Höhe des Lohnes haben können. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzugs ist der
Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter
Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf
höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen. (vgl. zum Ganzen: BGE 134 V 322
E. 5.2 und BGE 126 V 75). - Die medizinisch bedingten Einschränkungen des
Beschwerdeführers sind bei der Festsetzung der (ganztägig zu verwertenden)
Arbeitsfähigkeit bereits berücksichtigt worden. Alter, Migrationshintergrund und
Ausbildungsstand bieten ebenfalls nicht Grund für einen Abzug, weil sie sich auf das
Validen- wie auf das Invalideneinkommen gleichermassen auswirken. Vorliegend ist
allerdings zu beachten, dass der Beschwerdeführer als Hilfsarbeiter nur noch für
körperliche Tätigkeiten ohne ausschliessliches Stehen und mit der Möglichkeit zum
Haltungswechsel arbeitsfähig ist. Überdies ist er aufgrund seiner narzisstischen, schnell
kränkbaren und passiv-aggressiv reagierenden Persönlichkeit auf besonderes
Verständnis seitens des Arbeitgebers und der Arbeitskollegen angewiesen. Es ist
deshalb damit zu rechnen, dass der Beschwerdeführer in Konkurrenz mit gesunden
Mitbewerbern um eine entsprechende Stelle auf dem Arbeitsmarkt ein geringeres
Einkommen erzielen wird. Tabellenlöhne werden bei gesunden Arbeitnehmern erhoben.
In Würdigung der hier konkreten Umstände erscheint ein Tabellenlohnabzug von 10 %
angemessen. - Das Durchschnittseinkommen ist somit auf Fr. 51'307.20
herabzusetzen. Bei einer Arbeitsfähigkeit von 50 % ergibt sich ein zumutbares
Invalideneinkommen von Fr. 25'653.60.
4.4 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 75'773.-- und einem zumutbaren
Invalideneinkommen von Fr. 25'653.60 stellt sich der Invaliditätsgrad auf rund 66.15 %.
Damit hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Dreiviertelsrente der
Invalidenversicherung.
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4.5 Ist eine versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
zu durchschnittlich 40 % arbeitsunfähig gewesen, so entsteht ein Rentenanspruch (Art.
29 Abs. 1 lit. b IVG, in der vorliegend massgebenden, bis Ende 2007 gültig gewesenen
Fassung). Diese Bestimmung verweist auf Art. 6 ATSG. Demgemäss ist Arbeitsunfähig
keit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgaben
bereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare
Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 Satz 2
ATSG). Bei Hilfsarbeitern wird für die Ermittlung des Invaliditätsgrades bei
längerdauernder Arbeitsunfähigkeit auf die Leistungsfähigkeit in einer
leidensadaptierten Tätigkeit abgestellt. Für die Festlegung des Rentenbeginns (und
Erfüllung des Wartejahrs) ist gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung jedoch
die Arbeitsunfähigkeit im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich relevant (BGE 130 V
99 E. 3.2). Dies gilt auch für Hilfsarbeiter, auch wenn ihnen eine leichtere Arbeit als die
bisher ausgeübte Tätigkeit weiterhin zumutbar wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 23. Oktober 2003 i/S. S. [I 392/02] E. 4; vgl. auch die Entscheide des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. April 2010 [IV 2009/134] E. 4
und vom 16. August 2010 [IV 2008/482] E. 6.3.4). Die einjährige Wartezeit gilt als
eröffnet, sobald in der bisherigen Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20
% vorliegt (AHI 1998 S. 124 E. 3c). Für die Erfüllung des Wartejahrs genügt eine
durchschnittlich 40 %ige Arbeitsunfähigkeit. Bei längerdauernder Arbeitsunfähigkeit in
der bisherigen Tätigkeit entsteht ein Rentenanspruch nach Ablauf des Wartejahrs
jedoch erst bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % bezogen auf eine
adaptierte Tätigkeit (Art. 6 Satz 2 ATSG). Gemäss Einschätzung der begutachtenden
Ärzte, welche auf das rheumatologische Gutachten des Ärztehauses J._ vom
29. September 2006 verwiesen (IV-act. 146-23, 78-1 ff.), ist dem Beschwerdeführer in
rein somatischer Hinsicht die bisherige Tätigkeit als Akkord-Facharbeiter auf dem Bau
spätestens seit 2006 (möglicherweise bereits seit 2003, vgl. interne RAD-
Stellungnahme vom 12. November 2003, IV-act. 14-1) nicht mehr zumutbar. Jedoch
war ihm damals der Wechsel in eine wechselbelastende Tätigkeit mit der Möglichkeit,
die Körperposition öfters zu wechseln und auch Ruhepausen einzulegen, eine Tätigkeit
ohne repetitive Gewichtshebepflichten über 10-15 kg, ohne gebückte bzw.
vornübergebeugte Oberkörperposition und Überkopfarbeiten sowie ohne repetitive
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Halswirbelsäulenrotationen, zu 100 % zumutbar (vgl. IV-act. 78-5), weshalb damals
kein Rentenanspruch entstehen konnte. Bei der nun spätestens seit Mai 2009 ausge
wiesenen rentenrelevanten Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes
(IV-act. 146-25, 131-2) ist das Wartejahr jedoch nicht erneut zu erfüllen, da dieses auf
grund der Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit berechnet wird. Das Wartejahr
war somit bei einer nach wie vor vollen Arbeitsunfähigkeit als Akkord-Facharbeiter auf
dem Bau seit 2006 im Mai 2009 bereits erfüllt. Es ist nach der Rechtsprechung hin
reichend, dass die versicherte Person im Zeitpunkt der rechtsgenüglich erwiesenen
Verschlechterung des Gesundheitszustands bzw. des festzusetzenden Rentenbeginns
das Wartejahr bestanden hat (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/
S S. vom 20. Juni 2003, I 285/02; vgl. auch 9C_684/07; eine Änderung war mit der An
passung des IVG an das ATSG wohl nicht beabsichtigt). Der Beschwerdeführer hat
deshalb ab 1. Mai 2009 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente der Invalidenversicherung.
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 13. September 2010 gutzuheissen. Dem
Beschwerdeführer ist mit Wirkung ab 1. Mai 2009 eine Dreiviertelsrente zuzusprechen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- er
scheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt, sodass ihr die gesamte
Gerichtsgebühr aufzuerlegen ist. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvor
schuss von Fr. 600.-- ist ihm zurückzuerstatten.
5.3 Der Beschwerdeführer hat bei Obsiegen Anspruch auf eine Parteientschädigung,
die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache
und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird (Art. 61 lit. g ATSG; vgl.
auch Art. 98 ff. VRP). Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand angemessen
erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
bis
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP