Decision ID: 9fc4d671-ba4b-4a5a-beda-72b80bb13fbe
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1968, war nach der schulischen Grundausbildung ab dem
Jahr 1986 mit Unterbrüch
en als Mitarbeiter in verschiedenen Betrieben tätig, zuletzt in der Zeit ab 1
0.
April 2007 bis zum 1
4.
Juni 2012 als Industriemitarbei
ter (
Urk.
15/1,
Urk.
15/3).
Am
1.
Februar 2016 meldete er sich wegen psychischer und verschieden
er soma
tischer
Leiden bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
15/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizi
nischen und erwerblichen Verhältnisse ab und verneinte mit Verfügung vom 2
8.
Mai 2018 (
Urk.
2) nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
15/45) einen Rentenanspruch des Versicherten
, da sie nicht alle angeforderten medizi
nischen Unterlagen erhalten habe, und die vorliegenden Akten für die Prüfung des Anspruchs nicht ausreichten
.
2.
Dagegen liess der Versicherte am 2
8.
Juni 2018 Beschwerde erheben (
Urk.
1) mit mit dem Antrag, in Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei
en ihm die gesetzlichen Leistungen zu erbringen;
eventualiter sei die Sache zur
Einholung eines psychiatrischen Gutachtens an die
IV-Stelle zurückzuweisen.
Ausserdem liess er um die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege ersuchen (
Urk.
1).
Mit Eingaben vom 1
8.
Juli und
8.
August 2018 (
Urk.
7,
Urk.
11) reichte er einen Bericht von
PD
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychothera
pie, vom 1
8.
Juli 2018 ein (
Urk.
8,
Urk.
12/1).
In der Beschwerdeantwort vom
1
2.
September 2018 (
Urk.
14)
beantragte
die IV-Stelle
, in Aufhebung der ange
fochtenen Verfügung sei die Sache zu weiteren medizinischen Ab
klärungen an sie zurückzuweisen.
Am
9.
Janu
ar 2019 reichte der Versicherte
einen Bericht von
PD
Dr.
Y._
vom
9.
Januar 2019 ein (
Urk.
16-17).
Mit Verfügung vom
2
1.
März 2019
wurde das Gesuch des Beschwerdeführers um Gewährung der unentgelt
lichen Prozessfü
hrung bewilligt und Rechtsanwältin Fiona Carol Forrer
als unentgeltliche Rechtsvertreter
in bestellt (
Urk.
18
).
Am
5.
April 2019 reichte die Rechtsvertreterin die Honorarnote ein (
Urk.
20).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen
wird
, soweit erforde
rlich, in den Erwägungen eingegang
en.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über
das Sozialversicherungsgericht
[
GSVGer
]). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rück
weisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu
treffen sind, oder wenn der ent
scheidrelevante Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der Beschwerdeantwort
vom 1
2.
Sep
tember 2018 (
Urk.
14)
auf den Standpunkt,
gestützt auf den Bericht von
PD
Dr.
Y._
vom 1
8.
Juli 2018 (
Urk.
8) sei die Sache
in Aufhebung der ange
foch
tenen Verfügung
zu
weiteren medizinischen Abklärung
en
an sie
zurück
zuweisen.
2.2
Der Beschwerdeführer
hatte bereits in der Beschwerde eventualiter die
Rückwei
su
ng an die Beschwerdegegnerin zu
weiteren Abklärung
beantragt
(Urk.
1
).
2.3
In
Bezug auf die Rückweisung zu weiteren Abklärungen
liegen
übereinstimmende
Anträge vor, die
mit der Akten- und Rechtslage im Einklang stehen
.
Die Sache ist daher in Aufhebung
angefochtene
n
Verfügung vom 2
8.
Mai 2018 (
Urk.
2)
an die Beschwerdegegner
in
zurückzuweisen
zur Vornahme der notwendigen, insbe
sondere medizinische
n
Abklärungen
und zu
neuem
Entscheid über den
Renten
anspruch des Beschwerdeführers
.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheis
sen.
3.
3.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kos
ten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zule
gen (
Art.
69
Abs.
1
bis
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung,
IVG)
und auf Fr.
400
.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
3.2
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3 GSVGer).
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57
E. 2.2)
.
Vorliegend
war der medizinische Sachverhalt im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung unvollständig abgeklärt. Es fehlte
diesbezüglich
ein Sachverhaltsfun
dament. Die
Rechtsvertreterin
hat daher unter erheblichem Zeitdruck
weitere
Abklärungen
getätigt, unter anderem auch im Ausland,
und als Folge davon nach Einreichung der Beschwerdeschrift in drei weiteren Eingaben
die Berichte von
PD
Dr.
Y._
vom 1
8.
Juli 2018 und vom
9.
Januar 2019 sowie ein Schreiben der Justizvollzugsanstalt München vom
2.
August 2018
ein
gereicht (
mit
Eingaben
vom 1
8.
Juli und
8.
Augus
t 2018 sowie vom
9.
Januar 2019;
Urk.
7-8,
Urk.
11-12,
Urk.
16-17).
Aufgrund dieser Bemühungen wurde nachträglich ein gewisses Sachverhaltsfundament erstellt, weshalb die Beschwerdegegnerin
in
ihrer Beschwerdeantwort (
Urk.
14) weitere medizinische Abklärungen
als not
wendig erachtet
hat
. Unter Berücksichtigung dieses Aufwandes und de
s
jenigen im Zusammenhang m
it dem Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege erscheint der mit der Honorarnote der Rechtsvertreterin vom
5.
April 2019 geltend gemachten Zeitaufwand von 20 Stunden
dem
Umfang und der Schwierigkeit der Sache als angemessen. Die unentgeltliche Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ist daher mit
Fr.
4'856.40
(
inkl
.
Barauslagen und
Mehrwertsteuer)
zu Lasten der Beschwer
degegnerin zu entschädigen
.