Decision ID: e86ffc23-4a95-5e23-ae54-2947338e3fbd
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Mauro Lardi, Reichsgasse 65, Postfach 474,
7002 Chur,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Invalidenrente (Nichteintreten)
Sachverhalt:
A.
A.a Die 1978 geborene B._ meldete sich im September 2004 erstmals zum Bezug
von Leistungen der Invalidenversicherung an. Betreffend die Art der Behinderung
machte die Versicherte keine Angaben. Von 1995 bis 1997 hatte die Versicherte eine
zweijährige Lehre als Betriebsangestellte bei der Bahn A._ absolviert. Zuletzt war sie
im Winter 2003/2004 bei der Luftseilbahn C._ AG als Liftangestellte tätig gewesen
(IV-act. 1/1-7). Im Arztbericht vom 4. Oktober 2004 stellte Dr. med. D._, Allgemeine
Medizin FMH, folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
rezidivierende depressive Episoden; Status nach akuter schizophrenieformer
psychotischer Störung 1998; Suizidalität und Verfolgungswahn. Er attestierte der
Versicherten eine verminderte Belastbarkeit sowohl im beruflichen, als auch im sozialen
Bereich (IV-act. 8). Bezüglich einer leidensadaptierten Tätigkeit ging er von einer
Arbeitsfähigkeit von 100% aus (IV-act. 10).
A.b Am 27. Januar 2005 führte der regionale ärztliche Dienst der Invalidenversicherung
(RAD) eine psychiatrische Untersuchung durch. In seinem Bericht vom 28. Januar 2005
diagnostizierte Dr. med. E._, Neurologie und Psychiatrie, RAD Ostschweiz, eine
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD 10 F 33.1)
und eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD 10 F 61). Bezüglich der
Arbeitsfähigkeit in der angestammten und in einer adaptierten Tätigkeit hielt er fest,
dass die Arbeitsfähigkeit sowohl im erlernten Beruf als Betriebsangestellte bei der
Bahn, als auch in den zuletzt ausgeübten Hilfstätigkeiten 100% betrage. In
Abhängigkeit von spezifischen Belastungen und der Kapazität des sozialen Umfeldes
sei dabei aber von einer durchschnittlichen Leistungsverminderung bis 30%
auszugehen (IV-act. 15).
A.c Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 21. Februar 2005 mit, aufgrund der
Schadenminderungspflicht könne ein Auftrag an den Eingliederungsberater erst erteilt
werden, wenn die Versicherte sich in fachärztliche psychiatrische Behandlung begebe
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(IV-act. 17). Die Versicherte gab daraufhin bekannt, sie befinde sich seit ca. September
2004 bei Dr. med. F._, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, in Behandlung (IV-
act. 18). Im Schlussbericht vom 7. Oktober 2005 hielt der Eingliederungsberater fest,
die Versicherte sei während rund sechs Monaten bei der Stellensuche durch die IV-
Stelle betreut worden, jedoch konnte keine geeignete Anstellung vermittelt werden. Im
Einvernehmen mit der Versicherten sei deshalb die Arbeitsvermittlung abzuschliessen
(IV-act. 33). Mit Bericht vom 13. November 2005 attestierte Dr. F._ der Versicherten
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode. Er führte aus,
dass aufgrund der verminderten Konzentrationsfähigkeit die bisherige Tätigkeit als
Rangierarbeiterin bei der Bahn A._ nicht mehr zumutbar sei. Bezüglich einer
adaptierten Tätigkeit sollte es sich um eine einfachere, manuelle Tätigkeit handeln,
wobei ein gewisser Kundenkontakt möglich sei, hingegen grosse
Menschenansammlungen vermieden werden sollten. Die Arbeitsfähigkeit sei ganztags
realisierbar mit einer reduzierten Leistung von 30% bis 50% (IV-act. 38). Der RAD hielt
am 28. November 2005 fest, da eine mittelgradige Episode bei der Versicherten
fachärztlich ausgewiesen eine maximale Arbeitsunfähigkeit von 30% bedinge, sei auch
weiterhin davon auszugehen. Dr. F._ habe nämlich keine Verschlechterung, eher
sogar eine Verbesserung, der aktuell vorliegenden Ausprägung der Depression
dokumentiert (IV-act. 40).
A.d Mit den Verfügungen vom 2. Dezember 2005 wies die Invalidenversicherung
sowohl das Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen wie auch einen
Rentenanspruch ab (IV-act. 43, 44). Beide Verfügungen sind unangefochten in
Rechtskraft erwachsen.
B.
B.a Am 15. November 2006 beantragte die Versicherte eine Rentenneubeurteilung
aufgrund einer veränderten Situation nach zwei Arbeitsversuchen (IV-act. 48). Dem
Begehren legte sie den Arztbericht von Dr. F._ vom 8. November 2006 sowie
sämtliche Lohnabrechnungen und Arbeitsverträge der letzten beiden Arbeitsstellen bei
(IV-act. 50-52). Dr. F._ hielt darin fest, die Versicherte sei bei den zuletzt ausgeübten
Arbeitsstellen in eine Überforderungssituation geraten, weshalb sie sich jeweils in
erneute Behandlung habe begeben müssen. Er diagnostizierte neben einer
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rezidivierenden depressiven Störung auch eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit
unreifen, schizoiden und impulsiven Anteilen. Er führte weiter aus, dass er die
Versicherte langfristig zu 50% arbeitsunfähig erachte (IV-act. 49).
B.b Mit Schreiben vom 18. Dezember 2006 an Dr. E._, RAD, teilte Dr. med. G._,
Vertrauensärztlicher Dienst der X._ mit, dass die Versicherte ab 13. Februar 2006
partiell, kurzfristig sogar zu 100%, von Dr. F._ arbeitsunfähig geschrieben worden
sei, dies basierend auf einer rezidivierenden depressiven Störung und einer
kombinierten Persönlichkeitsstörung. Danach habe die Versicherte eine Anstellung bei
der H._ gefunden, wo sie zeitweise sogar zu 70% habe arbeiten können. Seit
Oktober 2006 bestehe erneut eine Arbeitsunfähigkeit von 50%. Es stelle sich somit die
Frage, ob sich am Zustand der Versicherten seit Januar 2005 etwas geändert haben
könnte. Er erachte es als von grossem Interesse, wenn die Versicherte erneut beurteilt
würde. Weiter bat Dr. G._ um eine Rückmeldung seitens der IV, um die neusten
Akten zustellen zu können (IV-act. 53). Am 27. Dezember 2006 verlangte die IV-Stelle
die erwähnten Akten ein (IV-act. 54). In der Stellungnahme des RAD vom 20. April 2007
hielt Dr. I._ fest, dass mit dem Bericht von Dr. F._ lediglich eine andere Beurteilung
des im Wesentlichen gleichen und, gegenüber dem Beurteilungszeitpunkt der RAD-
Untersuchung vom 27. Januar 2005, unveränderten medizinischen Sachverhalts bzw.
Gesundheitsschadens vorliege (IV-act. 56).
B.c Mit Vorbescheid vom 10. Mai 2007 kündigte die IV-Stelle an, dass sie auf das neue
Leistungsbegehren nicht eintreten werde. Die Versicherte habe darin nämlich keine
neuen Tatsachen geltend gemacht (IV-act. 63). Dagegen wandte die Versicherte am
30. Mai 2007 schriftlich ein, sie verlange eine erneute unabhängige medizinische
Beurteilung. Zur Begründung führte sie aus, dass eine Arbeitsbelastung von derzeit
50% für sie gerade noch machbar sei. Jedoch müsse sie auch mit einem solchen
Pensum Medikamente zur Beruhigung einnehmen (IV-act. 64). Mit Verfügung vom
21. Juni 2007 trat die IV-Stelle nicht auf die Neuanmeldung ein. Sie begründete dies
damit, dass in der Stellungnahme vom 30. Mai 2007 keine konkreten Einwände
vorgebracht worden seien (IV-act. 66).
C.
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C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die von K._, L._-Treuhand, für die
Versicherte erhobene Beschwerde vom 13. Juli 2007. Er beantragt das Eintreten auf
das Gesuch um Rentenleistungen. Des Weiteren teilt er mit, die ergänzende
Beschwerdebegründung werde durch den beauftragten Rechtsanwalt erfolgen (IV-act.
72). Mit innert Nachfrist eingereichter Beschwerdebegründung vom 28. September
2007 beantragt Rechtsanwalt, lic. iur. Mauro Lardi, LL.M, Chur, die Aufhebung der
Verfügung vom 21. Juni 2007 und das Eintreten auf das Leistungsbegehren der
Beschwerdeführerin. Der Rechtsvertreter macht insbesondere geltend, die aus den
beiden Arbeitsverhältnissen erlangte Erkenntnis der Leistungsgrenze der
Beschwerdeführerin sei 2006 erheblich niedriger, als dies im Jahr 2005 von Dr. med.
E._ festgestellt worden sei. Insoweit handle es sich nicht um eine einfache
Neubeurteilung der bisherigen Situation, sondern um eine neue Tatsache, welche
berücksichtigt werden müsse (IV-act. 74/7). Der Rechtsvertreter stellt gleichentags das
Gesuch um unentgeltliche Prozessführung (act. G 6).
C.b In ihrer Beschwerdeantwort vom 25. Oktober 2007 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Es sei unbestritten, dass der
Bericht von Dr. F._ gegenüber dem RAD-Gutachten keine neuen Diagnosen enthalte.
Zudem weise der RAD in seiner Stellungnahme vom 20. April 2007 daraufhin, dass der
genannte Bericht auch keine neuen Symptome oder Befunde beschreibe, die eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes bei der Beschwerdeführerin seit dem
RAD-Gutachten glaubhaft machen würde (act. G 9/4).
C.c Mit Schreiben vom 26. Oktober 2007 wurde dem Gesuch um die Bewilligung der
unentgeltlichen Prozessführung durch Herrn Rechtsanwalt lic. iur. Mauro Lardi
entsprochen (act. G 11).
C.d Mit innert Nachfrist eingereichter Replik vom 5. Dezember 2007 hält der
Rechtsvertreter an den Anträgen in der Beschwerdebegründung vom 28. September
2007 fest. Des Weiteren führt er aus, es sei zumindest glaubhaft gemacht worden, dass
eine für den Anspruch erhebliche Veränderung der Invalidität eingetreten sei. Aus
medizinischer Sicht sei die Beschwerdeführerin nicht in der Lage, den im RAD-
Gutachten festgestellten "Leistungsumfang" zu erbringen (act. G 14/4).
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C.e Mit Schreiben vom 11. Dezember 2007 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf
die Einreichung einer Duplik (act. G 16).

Erwägungen:
1.
1.1 Bevor die Vorgehensweise der Beschwerdegegnerin beurteilt werden kann, ist
festzustellen, um welche Art von Begehren es sich beim Schreiben der
Beschwerdeführerin vom 15. November 2006 handelt. Die Beschwerdeführerin führte
darin aus, sie beantrage eine Rentenneubeurteilung aufgrund einer veränderten
Situation nach zwei Arbeitsversuchen (IV-act. 48). Aus dem Wortlaut dieses Begehrens
folgt, dass der Wille der Beschwerdeführerin auf eine Abklärung ihrer veränderten
Situation zielte. Es liegen hingegen keine Ansatzpunkte dafür vor, dass die
Beschwerdeführerin die formell rechtskräftige Verfügung vom 2. Dezember 2005 als
falsch betrachtet hätte. Beim Schreiben vom 15. November 2006 handelt es sich somit
nicht um ein Wiedererwägungsgesuch. Vielmehr liegt eine Neuanmeldung nach einer
vorausgegangenen rechtskräftigen Abweisung vor.
1.2 Gemäss Art. 87 Abs. 4 IVV wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die
Voraussetzungen des Art. 87 Abs. 3 IVV erfüllt sind. Danach ist von der versicherten
Person glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den
Anspruch erheblichen Weise geändert habe (BGE 109 V 108 Erw. 2a). Diese
Eintretensvoraussetzung soll verhindern, dass sich die Verwaltung immer wieder mit
gleichlautenden und nicht näher begründeten Rentengesuchen befassen muss (BGE
130 V 76 Erw. 3.2.3). Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung daher
zunächst zur Prüfung verpflichtet, ob die Vorbringen des Versicherten überhaupt
glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen
durch Nichteintreten. Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das
Gericht zu respektieren hat. Dieses prüft die Behandlung der Eintretensfrage durch die
Verwaltung daher nur, wenn das Eintreten streitig ist, d.h. wenn die Verwaltung gestützt
auf Art. 87 Abs. 4 IVV Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person
Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der
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Eintretensfrage, wenn die Verwaltung auf die Neuanmeldung eingetreten ist (BGE 109 V
262 Erw. 3).
1.3 Entsprechend dem eindeutigen Wortlaut des Dispositivs der angefochtenen
Verfügung ist die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung der Beschwerdeführerin
vom 15. November 2006 nicht eingetreten (IV-act. 66). Wie bereits oben erwähnt, ist
die erhebliche Sachverhaltsänderung schon bei der Neuanmeldung geltend zu machen
und zwar durch die versicherte Person selbst. Nun pflegt die Beschwerdegegnerin aber
regelmässig die sich neu anmeldende Person bei der Glaubhaftmachung zu
unterstützen, indem sie die naheliegendsten Beweismittel, welche die sich neu
anmeldende Person an sich ihrem Gesuch hätte beilegen müssen, selbst einholt. Im
vorliegenden Fall hat die Beschwerdegegnerin aufgrund des Schreibens von Dr. G._
vom 18. Dezember 2006 (IV-act. 55) die vertrauensärztlichen Berichte der
Taggeldversicherung der X._ eingeholt. Nach der langjährigen, konstanten Praxis des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen (vgl. als ein Beispiel von vielen das Urteil
vom 30. Juni 2003, IV 2002/102 Erw. 2) bewegte sich die Beschwerdegegnerin mit
dieser Hilfestellung noch im Rahmen der Eintretensprüfung. Am 10. Januar 2007 fragte
die Beschwerdegegnerin den RAD an, ob aufgrund der Unterlagen eine wesentliche
Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit der Abweisungsverfügung respektive
der RAD-Untersuchung objektiviert werden könne (IV-act. 56/1). Was diese interne
Anfrage betrifft, ist davon auszugehen, dass sie nicht effektiv auf eine materielle
Sachverhaltsabklärung zielte. Vielmehr muss diese Fragestellung als Versuch, die
Glaubhaftmachung der Veränderung des Gesundheitszustandes zu bejahen oder
verneinen, interpretiert werden. Dasselbe gilt für die Stellungnahme von Dr. I._ vom
20. April 2007. Darin führte er nämlich aus, dass die behauptete Verschlechterung nicht
glaubhaft plausibel nachvollzogen werden könne (IV-act. 56/2). Die
Beschwerdegegnerin hat sich demnach auf die Prüfung der Eintretensvoraussetzung
der Glaubhaftmachung einer erheblichen Veränderung beschränkt und hat sich nicht
formlos (vgl. BGE 109 V 262 Erw. 2a) auf die materielle Behandlung der Neuanmeldung
eingelassen. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren gilt es deshalb zu prüfen, ob die
Beschwerdegegnerin zu Recht nicht auf das Leistungsgesuch vom 15. November 2006
eingetreten ist.
2.
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2.1 Nach der Rechtsprechung ist unter Glaubhaftmachung im Sinn von Art. 87 Abs. 3
IVV kein Beweis nach dem im Sozialversicherungsrecht allgemein massgebenden Grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 121 V 47 Erw. 2a, 208 Erw. 6b) zu
verstehen. Dem Zweck dieser Eintretenshürde gemäss muss es sich bei der
Glaubhaftmachung um eine deutlich reduzierte Beweisanforderung handeln. Es genügt,
dass für den geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstand wenigstens gewisse
Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist,
dass eine eingehende Sachverhaltsabklärung die behauptete Veränderung nicht
bestätigen wird (SVR 2003 IV Nr. 25 Erw. 2.2. mit Hinweisen).
2.2 Mit Schreiben vom 8. November 2006 berichtete Dr. F._ darüber, dass die
Beschwerdeführerin nach dem rentenabweisenden Entscheid vom 2. Dezember 2005,
welcher ihr eine Arbeitsfähigkeit von 70% attestierte, ein neues Anstellungsverhältnis
eingegangen sei und anfänglich diese Leistung gut habe erbringen können. Sie sei
jedoch zunehmend in eine Überforderung geraten, die wieder zu depressiven
Verstimmungen geführt und eine erneute Behandlung notwendig gemacht hätten.
Weiter führte er aus, dass auch nach einem zweiten Arbeitsversuch bei der H._ im
Verkehrsdienst, in welchem sie pro Monat bis zu 70% erwerbstätig gewesen sei, eine
Überforderungssituation resultiert habe. Es habe sich aber auch gezeigt, dass die
Beschwerdeführerin weiterhin Mühe bekunde, sich an Arbeitsplätzen zu integrieren. Er
erachte die Beschwerdeführerin längerfristig zu 50% arbeitsunfähig (IV-act. 49).
Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin hat Dr. F._ mit diesen Ausführungen
die Möglichkeit einer gesundheitlichen Verschlechterung der Beschwerdeführerin
zumindest ansatzweise aufgezeigt. Ob eine solche Veränderung tatsächlich eingetreten
ist, hat das materielle Abklärungsverfahren der Neuanmeldung zu zeigen. Der Einwand
der Beschwerdegegnerin, es sei nicht zulässig, die Arbeitsfähigkeit einer versicherten
Person aufgrund des tatsächlich an einem Arbeitsplatz ausgeübten Pensums zu
bestimmen (act. G 9/4), ist anzumerken, dass die Ausführungen von Dr. F._
keineswegs diesen Sinn haben. Es ist offen, ob die zuletzt ausgeübten Tätigkeiten der
Beschwerdeführerin als ideal adaptierte Tätigkeiten zu qualifizieren sind. Eine
Abklärung diesbezüglich ist bis heute ausstehend und muss im Rahmen der materiellen
Sachverhaltsabklärung des Neuanmeldeverfahrens nachgeholt werden. - Damit ist
vorliegend davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin eine Veränderung ihres
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Gesundheitszustandes glaubhaft gemacht hat und die Beschwerdegegnerin auf die
Neuanmeldung hätte eintreten müssen.
3.
3.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Nichteintretensverfügung vom 21. Juni 2007 gutzuheissen, und die
Sache ist zur materiellen Behandlung der Neuanmeldung vom 15. November 2006 an
die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt vollumfänglich. Da sie gemäss
Art. 3 Abs. 1 lit. b des st. gallischen Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung
über die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (sGS 350.1) Teil der
Sozialversicherungsanstalt und damit Teil einer selbständigen öffentlich-rechtlichen
Anstalt ist, kommt Art. 95 Abs. 3 VRP (Befreiung von der Pflicht zur Übernahme
amtlicher Kosten) nicht zur Anwendung (vgl. Urs Peter Cavelti/Thomas Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., 2003, Rz. 792). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb
die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.
3.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird
(Art. 61 lit. g ATSG i.V.m. Art. 98 ff. VRP). Der Bedeutung der Streitsache und dem
Aufwand angemessen erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer). Demzufolge erweist sich die mit
Schreiben vom 26. Oktober 2007 zugesprochene, unentgeltliche Prozessführung als
gegenstandslos.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG
bis
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