Decision ID: 0f7d91fb-0aa1-4a5f-9164-1fd55afa5dc3
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
D._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Braun, Oberdorfstrasse 6, Postfach,
8887 Mels,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1956 geborene D._ beantragte am 4. Dezember 2006 (Eingangsstempel)
Leistungen der Invalidenversicherung, namentlich die Wiedereinschulung in die
bisherige Tätigkeit und eine Rente. Er gab an, acht Jahre lang die Volksschule in seiner
Heimat besucht zu haben. Er sei im September 1968 in die Schweiz eingereist, habe
als angelernter Maurer und Gipser gearbeitet und betreibe seit November 1987 als
Selbständigerwerbender ein Gipsergeschäft. Seit November 2004 leide er an
Schmerzen und Abnützung in den Schultern und Armen und einem Meniskusleiden. Ab
Ende Mai 2006 sei er zu 50 % arbeitsunfähig gewesen und seit 9. Oktober 2006 sei er
es vollständig (IV-act. 1). Auf Ergänzungsfragen teilte der Versicherte mit
Eingangsdatum vom 15. Dezember 2006 mit, er arbeite noch zu 50 % (IV-act. 9).
A.b Im IV-Arztbericht vom 12. Dezember 2006 gab die Klinik Valens (Dr. med. A._),
wo sich der Versicherte vom 31. Oktober bis 28. November 2006 stationär aufgehalten
hatte, als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit an: 1. eine Periarthropathia
genu sinistra bei Teilmeniskektomie am 16.10.2006, 2. ein chronisches
Panvertebralsyndrom bei degenerativen Veränderungen der LWS und HWS und
muskulärer Dysbalance, 3. eine Periarthropathia humeroscapularis tendinopathica
beidseits mit Impingementsymptomatik und Bizepstendinopathie, geringgradiger
Bursitis subacromialis linke Schulter und Überlastung bei der Arbeit, 4. ein
Enchondrom am proximalen Humerus links (MRI 06.06.06), DD niedriggradiges
Chondrosarkom, Verlaufskontrollen, 5. ein Sulcus nervi ulnaris-Syndrom beidseits und
6. eine Dupuytren Kontraktur beidseits. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien
eine arterielle Hypotonie mit Neigung zu hypotoner Kreislaufdysregulation und ein
Status nach Lipomentfernung an der rechten Schulter. In der zuletzt ausgeübten
Tätigkeit als Gipser sei der Versicherte vom 2. Mai bis 2. Oktober 2006 zu 50 % und
hernach bis 28. November 2006 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Der
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Gesundheitszustand sei besserungsfähig und berufliche Massnahmen seien angezeigt.
Durch die vorbestehende Rücken- und Schulterproblematik sei der Versicherte beim
Heben von schweren Lasten über 20 kg sowie beim übermässigen Arbeiten über Kopf,
speziell bei vorgeneigtem Stehen, stark beeinträchtigt. Dadurch ergäben sich
verstärkte Rücken- und Schulterschmerzen und bei Rotationsbewegungen zusätzlich
Schmerzen im Kniegelenk. Die bisherige Tätigkeit sei ganztägig bei Reduktion der
Tätigkeit um 50 % zumutbar. Möglicherweise könnte die Arbeitsfähigkeit am bisherigen
Arbeitsplatz verbessert werden, indem speziell Tätigkeiten über Kopf möglichst
gemieden würden und beim Ausführen von schweren Tätigkeiten und für schweres
Lastenheben eine Hilfsperson in Anspruch genommen werde. Dann könnte der
Versicherte anderweitigen Tätigkeiten nachgehen, die ihn nicht ans
Belastungsmaximum heranführen würden. Andere, leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten ohne Arbeiten über Kopf und ohne Heben von schweren Lasten über 20 kg
könnte der Versicherte möglicherweise an bis zu acht Stunden pro Tag mit bis zu
100 % Beschäftigungsgrad verrichten (IV-act. 13).
A.c Dr. med. B._, FMH Innere Medizin, spez. Rheumatologie, bezeichnete in ihrem
IV-Arztbericht vom 22. Dezember 2006 alle oben erwähnten Leiden als
Hauptdiagnosen und gab als solche ergänzend eine Periarthropathia auch des andern
Knies und eine Osteoporose an. Vom 2. Mai bis 8. Oktober 2006 sei der Versicherte zu
50 % und anschliessend bis 3. Dezember 2006 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen.
Seither betrage die Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit 50 % über den Tag
verteilt, wobei schwere Arbeiten nicht durchgeführt werden könnten und die
Belastungsreduktionen gemäss der Klinik Valens einzuhalten seien. Andere Tätigkeiten
seien dem Versicherten nicht zumutbar. Es wäre sinnvoll, wenn der Versicherte seine
bisherige Tätigkeit weiterführen könnte, sich jedoch die Arbeiten nach Schweregrad
aussuchte. Damit würde er in seiner Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig bleiben, so lange es
möglich sei (IV-act. 17).
A.d Das Kantonale Spital Walenstadt (Dr. med. C._, FMH Orthopädische Chirurgie),
gab im IV-Arztbericht vom 30. Januar 2007 als Diagnosen an: Mediale und laterale
Meniskusruptur Knie links, Varusüberlastung; Zustand nach Arthroskopie linkes
Kniegelenk mit medialer und lateraler Teilmeniskektomie; muskulostatische Insuffizienz
Schultergürtel beidseits, links mehr als rechts mit Myogelosen Trapezius und Levator
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scapulae; sowie Sulcus ulnaris Syndrom beidseits. Ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit seien das Lipom Schulter rechts, Zustand nach Lipom-Excision; das
Enchondrom proximaler Humerus links; und Dysästhesien der Kopfhaut, am ehesten
somatoform. Der Versicherte sei seit dem 1. November 2006 zu 50 % arbeitsunfähig.
Seit Mitte 2005 bestünden mediale Knieschmerzen links, teilweise stechend und
einschiessend mit Blockierungen. Ausserdem habe der Versicherte Schmerzen an der
linken Schulter mit Ausstrahlungen in den Arm, vor allem bei Überkopfarbeiten und
beim Heben von schweren Gegenständen, ferner seit zweieinhalb Jahren ein
brennendes Gefühl im Bereich der Kopfhaut und des Gesichts, schliesslich ein
Druckgefühl im Kopf, einen Schwankschwindel und Hörstörungen. Die statischen
Belastungsbeschwerden beidseits am Schultergürtel mit schmerzbedingter Schwäche
beider Arme verursache die eingeschränkte Belastbarkeit im Beruf als
selbständigerwerbender Gipser. Leichte Tätigkeiten ohne oder mit nur sehr selten
durchzuführenden Überkopfarbeiten wären dem Versicherten ganztags mit voller
Belastung zumutbar. Die Arthroskopie habe am 16. Oktober 2006 stattgefunden (IV-
act. 18).
A.e Gegenüber der Krankentaggeldversicherung hatte der Versicherte am 2. März 2007
erklärt (IV-act. 22), er wolle sein eigenes Geschäft beibehalten und darin weiterarbeiten.
In dieser Hinsicht sei er an einer fachlichen Unterstützung zur beruflichen Eingliederung
interessiert.
A.f Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung (Dr. med. D._)
erklärte am 23. April 2007, als selbständigerwerbender Gipser sei bei Beachtung der
Einschränkungen von einer Arbeitsfähigkeit des Versicherten von 50 % seit 2. Mai 2006
auszugehen. In leichten adaptierten Tätigkeiten bestünden keine relevanten
Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit. Es sei eine Abklärung an Ort und Stelle
durchzuführen (IV-act. 23).
A.g Am 18. Mai 2007 fand eine solche Abklärung statt. Der Versicherte habe
angegeben, früher 45 Arbeitsstunden pro Woche geleistet und bei Bedarf einen
Kollegen zugezogen zu haben. Bei der Arbeitsunfähigkeit von 50 % habe er versucht,
nur noch leichtere Arbeiten anzunehmen und habe die Arbeit auch stundenweise stark
reduzieren müssen. Teilweise habe er die Arbeit auch tageweise aussetzen oder
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dringende Arbeiten durch einen Kollegen erledigen lassen müssen. Dass durch eine
Verlagerung der Tätigkeiten im Betrieb oder durch eine berufliche Umstellung die
Erwerbsfähigkeit wesentlich verbessert werden könne, hielt der Versicherte für
teilweise zutreffend, erkundigte sich aber, worauf eine solche Umstellung zielen könnte.
Der Umsatz habe im Jahr 2003 Fr. 131'132.--, im Jahr 2004 Fr. 195'417.-- und im Jahr
2005 Fr. 173'794.-- betragen, das reine Betriebseinkommen 2003 Fr. 66'856.--, 2004
Fr. 107'699.-- und 2005 Fr. 81'562.--. Der Abklärungsbeauftragte berichtete, bei den
manuellen Tätigkeiten, die im Handwerksbetrieb (Werkstatt und Baustellen) zusammen
85 % ausmachten, mache der Versicherte eine volle Arbeitsunfähigkeit geltend. Das
widerspreche krass der medizinischen Einschätzung. Vermutlich sei damit die Frage,
ob die Beibehaltung der Tätigkeit als selbständigerwerbender Gipser adäquat sei,
deutlich zu verneinen. Der Versicherte habe keine Angestellten und verfüge daher auch
nicht über die Möglichkeit, die körperlich anstrengenden Arbeiten an Hilfskräfte zu
delegieren. Er weise darauf hin, dass er schon seit 1987 selbständig sei und ihm damit
eine Umstellung mindestens fragwürdig erscheine. In dem als massgeblich
bezeichneten Einkommensvergleich errechnete er (der Abklärungsbeauftragte) einen
Ausfall von 53 % bei einem Valideneinkommen von Fr. 125'640.- und einem
Invalideneinkommen von Fr. 59'028.--. Ein Betätigungsvergleich hatte eine
Einschränkung von 88 % ergeben (IV-act. 27).
A.h Die IV-Eingliederungsberaterin befürwortete am 25. Juni 2007 (IV-act. 33)
unbedingt eine Weiterführung der seit 20 Jahren betriebenen selbständigen
Erwerbstätigkeit. Das tue auch Dr. B._. Der Versicherte, dem sie eine realistische
Einschätzung zutraue, habe ihr erklärt, er sei nach einer Knieoperation seit 1. April 2007
zu 100 % arbeitsunfähig. Momentan könnte er sich eine Tätigkeit im eigenen Betrieb zu
50 % vorstellen. Er habe vor, eine Arbeitskraft einzustellen; das habe er auch in
früheren Jahren getan. Er selber würde dann vor allem Kunden akquirieren, Offerten
erstellen und noch leichtere Gipserarbeiten ausführen. Das Fakturieren übernähme
seine Frau und die Buchhaltung würde er wie bis anhin auswärts geben. Eine Tätigkeit
als Angestellter könne er sich überhaupt nicht vorstellen. Mit dem eigenen Geschäft
könnte er gleich viel Geld generieren wie mit einer Vollzeitstelle in einer Hilfsfunktion.
A.i Mit einem Vorbescheid vom 8. August 2008 setzte die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle des Kantons St. Gallen den Versicherten davon in Kenntnis, dass sein
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Leistungsgesuch abgewiesen werden solle. Er sei im Aufgabenbereich als
selbständigerwerbender Gipser seit 2. Mai 2006 in wesentlichem Ausmass
eingeschränkt und könne ohne berufliche oder innerbetriebliche Umstellung eine
wirtschaftlich Sinn machende Zukunft nicht mehr gewährleisten. In Berücksichtigung
der zumutbaren Leistungsfähigkeit bei einer leidensangepassten Tätigkeit bestehe
keine rentenbegründende Erwerbseinbusse. Bei einem Valideneinkommen von Fr.
85'372.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 59'028.-- ergebe sich ein
Invaliditätsgrad von 31 % (IV-act. 36 f.).
A.j Am 11. September 2007 liess der Versicherte dagegen einwenden, die
Eingliederungsberaterin und die behandelnde Ärztin seien der Auffassung, die
Weiterführung des Geschäfts sei unbedingt zu versuchen. Für das Valideneinkommen
könne nicht der durchschnittliche Aufwand (der Jahre 2003 bis 2005) von Fr. 85'372.--
herangezogen werden, sondern massgebend sei das durchschnittliche Einkommen.
Weil dieses naturgemäss Schwankungen unterliege, sei ein grösserer Zeitraum vor
Eintritt der gesundheitlichen Beschwerden zu betrachten. Mit den Jahren 2000 bis
2004 ergebe sich ein Durchschnitt von Fr. 125'640.--, mit 2001 bis 2005 ein solcher
von Fr. 127'620.--. Das Valideneinkommen liege damit bei rund Fr. 125'000.--. Es frage
sich, ob dem Versicherten Hilfsarbeiten in einem Anstellungsverhältnis zumutbar seien.
Selbst wenn das der Fall wäre, sei zur Ermittlung des Invalideneinkommens von den
Tabellenlöhnen ein Abzug von zehn bis 15 % zu machen. Das Invalideneinkommen
mache rund Fr. 52'000.-- aus, einen Betrag, den der Versicherte auch im eigenen
Betrieb erzielt habe. Mittlerweile habe ein Untersuch bei einem Neurologen
stattgefunden, der nun eine psychiatrische Untersuchung veranlasst habe. Insgesamt
resultiere eine Erwerbseinbusse von 50 bis 60 %. Allenfalls käme anstelle des
Einkommensvergleichs auch ein Betätigungsvergleich in Frage, der aber nochmals
detailliert durchgeführt werden müsste (IV-act. 44).
A.k Mit Verfügung vom 15. Oktober 2007 wies die IV-Stelle den Anspruch des
Versicherten ab. Anlässlich der Abklärung an Ort und Stelle habe er ausgeführt, er fühle
sich ausser Stande, auch nur ansatzweise noch etwas im eigenen Betrieb leisten zu
können. Unter diesem Gesichtspunkt sei es nicht nachvollziehbar, wie er nun doch ein
existenzsicherndes Einkommen im eigenen Betrieb erzielen wolle. Die
fachmedizinische Beurteilung habe ergeben, dass bei einer leidensangepassten
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Tätigkeit von einer vollen Leistungsfähigkeit ausgegangen werden könne und der
Versicherte deshalb aufgrund der anwendbaren Lohnstatistik eine Erwerbseinbusse
von Fr. 26'344.-- erleide. Bei der Berechnung des Valideneinkommens sei das
aussergewöhnliche Rechnungsjahr 2002 ausser Acht gelassen worden, und die
Durchschnittswerte der Jahre 2003 bis 2005 zeigten das nachvollziehbare Einkommen
ohne Behinderung von Fr. 85'372.-- auf. Der Invaliditätsgrad liege damit unter den
mindestens notwendigen 40 % (IV-act. 45).
B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Braun für den
Betroffenen am 30. Oktober 2007 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und dem
Beschwerdeführer sei ab Mai 2007 eine halbe Rente zuzusprechen. Als seit 1987
selbständigerwerbender Gipser sei der Beschwerdeführer seit Mai 2006 zwar in
wesentlichem Ausmass eingeschränkt, es treffe aber nicht zu, dass ohne berufliche
oder innerbetriebliche Umstellung eine wirtschaftlich Sinn machende Zukunft nicht
mehr gewährleistet sei. Insbesondere lasse sich dem Bericht über die Abklärung der
Verhältnisse an Ort und Stelle nicht entnehmen, dass er sich ausser Stande fühle, auch
nur ansatzweise etwas im Betrieb leisten zu können. Vor und nach dem missratenen
Betätigungsvergleich, der lediglich eine Momentaufnahme vom April/Mai 2007
dargestellt habe, habe der Beschwerdeführer denn auch - wenn auch nur teilweise -
durchaus Werkstattarbeiten und Baustellenarbeiten ausgeführt und sei in der Lage
gewesen, in seinem Betrieb eine reduzierte Leistung zu erbringen. Das bestätige die
Eingliederungsberatung. Die Klinik Valens, Dr. B._ und Dr. C._ hätten bestätigt,
dass der Beschwerdeführer noch eine Leistung von ungefähr 50 % erbringen könne.
Diese Leistung sei auch wirtschaftlich verwertbar. So habe der Beschwerdeführer im
Jahr 2006 einen Jahresgewinn von rund Fr. 52'800.-- erzielt. Die als Valideneinkommen
betrachtete Zahl habe sich aus dem Durchschnitt des Jahresgewinns 2003 und den
Betriebsaufwänden der Jahre 2004 und 2005 berechnet. Das sei auf keinen Fall richtig.
Die Einkommen Selbständigerwerbender unterlägen naturgemäss Schwankungen,
insbesondere bei kleinen Betrieben. Die Jahresergebnisse des Beschwerdeführers
hingen unter anderem von der Art der Aufträge ab, die im Übrigen nicht immer im
gleichen Jahr abgerechnet werden könnten, in welchem sie ausgeführt worden seien.
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Es sei deshalb nicht richtig, dass die Beschwerdegegnerin das gute Rechnungsjahr
2002 einfach ausklammern wolle. Genauso gut könnte man dann auch ein schlechtes
Jahr ausklammern. Für die möglichst genaue Abbildung des mutmasslichen
Einkommens ohne Gesundheitsschaden sollte ein zusammenhängender Zeitraum von
fünf Jahren berücksichtigt werden. Gemäss dem IK-Auszug habe der
Beschwerdeführer in den Jahren 2000 bis 2004 Einkünfte von durchschnittlich
Fr. 125'640.-- gehabt. Hierauf habe der Bericht über die Abklärung an Ort und Stelle
abgestellt. Nach den Jahresabschlüssen habe sich das durchschnittliche Einkommen
in den Jahren 2001 bis 2005 auf Fr. 119'160.-- belaufen. Das Valideneinkommen
betrage rund Fr. 125'000.--. Ob dem Beschwerdeführer eine leidensangepasste
Hilfstätigkeit zu 100 % in einem Anstellungsverhältnis zumutbar sei, sei nicht geprüft
worden. Selbst wenn das zuträfe, wäre mindestens ein Abzug vom Tabellenlohn im
Umfang von zehn bis 15 % angezeigt, da erhebliche körperliche
Belastungsreduktionen sowie Kopfschmerzen und Schwindel und damit
Konzentrationseinschränkungen bestünden. Diesbezüglich seien noch Abklärungen
pendent. Es ergebe sich auf diese Weise ein Invalideneinkommen von Fr. 52'000.--,
das der Beschwerdeführer im Jahr 2006 auch im eigenen Betrieb erzielt habe. Die
Erwerbseinbusse liege seit Mai 2006 zwischen 50 und 60 %, weshalb der
Beschwerdeführer Anspruch auf eine halbe Rente habe.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 14. Dezember 2007 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, eventualiter die Rückweisung
der Sache zur ergänzenden Abklärung. Was das Valideneinkommen betreffe, habe der
Beschwerdeführer stark schwankende Einkommen erzielt. In den drei Jahren vor
Eintritt des Gesundheitsschadens habe er im Durchschnitt einen Gewinn von
Fr. 83'208.-- erzielt. Die in den Jahren 2001 und 2002 deklarierten Gewinne von
Fr. 145'308.-- und von Fr. 201'385.-- würden sich nach einem Blick in den IK-Auszug
als singulär erweisen. Es sei nicht überwiegend wahrscheinlich, dass es dem
Beschwerdeführer als Gesundem gelingen würde, wieder solche Gewinne zu
erwirtschaften. Die Umstände dieser Einkommensspitzen lägen im Dunkeln. Es sei
denkbar, dass der Beschwerdeführer, der sich Mitte 2000 von seinem damaligen
Geschäftspartner getrennt habe, danach die für beide Partner angenommenen
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Aufträge allein erledigt und so vorübergehend ausserordentliche Gewinne erzielt habe.
Schon die Tatsache der Einkommensspitzen allein lasse vermuten, dass der
Beschwerdeführer in dieser Zeit in einem nicht mehr zumutbaren Umfang gearbeitet
habe. Diese Annahme werde auch noch gestützt durch die diagnostisch festgestellte
Überbelastung bei der Arbeit. Es liege somit nicht im Rahmen einer natürlichen
Vermutung, dass solche Einkommen mit einem normalen Pensum zu erzielen seien.
Ausserdem sei in den Gewinnzahlen auch die Arbeitsleistung der Ehefrau des
Beschwerdeführers abgebildet, was einen Abzug rechtfertigte. In medizinischer
Hinsicht sei zu bedenken, dass einzig Arbeitsfähigkeitsschätzungen von behandelnden
Ärzten vorlägen, denen erfahrungsgemäss mit einer gewissen Vorsicht zu begegnen
sei, weil sie oft von der pessimistischen Selbsteinschätzung der Patienten beeinflusst
seien. Der Beschwerdeführer neige dazu, die Situation viel zu negativ dazustellen, wie
die Abklärung gezeigt habe. Als Selbständigerwerbender bestehe eine Arbeitsfähigkeit
von 50 %. Bei einem Invalideneinkommen von Fr. 52'844.-- (Gewinn von 2006) ergebe
sich im Vergleich zum Valideneinkommen 2004 von Fr. 83'208.-- ein Invaliditätsgrad
von rund 37 %. Es wäre dem Beschwerdeführer aber auch zumutbar, eine
leidensadaptierte Stelle anzunehmen, wo er uneingeschränkt arbeitsfähig sei. Denn seit
Jahren habe er kein Personal mehr beschäftigt und müsste also niemanden entlassen.
Ausserdem habe er nur in bescheidenem Umfang Gerätschaften in den Betrieb
investiert. Die Freiheit und Unabhängigkeit als Selbständigerwerbender müsste daher
vor der Schadenminderungspflicht zurücktreten. Hilfsarbeiter hätten 2004
durchschnittlich Fr. 57'258.-- verdient. Der Invaliditätsgrad betrage so 31 %. Da
offensichtlich in beiden Fällen kein Anspruch auf eine Rente gegeben sei, habe darauf
verzichtet werden können, den wohlwollenden Schätzungen der behandelnden Ärzte
eine objektive Expertise entgegenzustellen, obwohl die medizinische Situation nicht
abschliessend abgeklärt sei. Sollte das Gericht allerdings ein deutlich höheres
Valideneinkommen annehmen, entfiele die Möglichkeit der antizipierten
Beweiswürdigung. In diesem Fall wäre eine gutachterliche Abklärung der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers unabdingbar.
D.
Mit Replik vom 17. Januar 2008 führt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers aus,
die Beschwerdegegnerin vermöge nicht stichhaltig zu begründen, weshalb für das
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Valideneinkommen lediglich die Durchschnittszahlen der Jahre 2002 bis 2004
massgebend sein sollten. Gerade weil das Einkommen des Beschwerdeführers stark
geschwankt habe, sei ein längerer Zeitraum zu berücksichtigen. Die durchschnittlichen
Einkommen der Jahre 2000 bis 2004 bzw. 2001 bis 2005 würden Spitzen und Tiefen
umfassen. Ein durchschnittliches Einkommen von rund Fr. 120'000.-- habe der
Beschwerdeführer in etwa auch in den Jahren 1994, 1995, 1998 und 1999 erzielt. In
den Jahren 2000 bis 2002 habe der Beschwerdeführer grosse Aufträge gehabt. Das
habe nichts mit dem Ausscheiden seines Geschäftspartners zu tun gehabt. Hingegen
sei im Jahr 2001 aufgrund der Auftragslage noch ein Angestellter beschäftigt worden,
was nachher nicht mehr der Fall gewesen sei. Die Jahresabschlüsse basierten auch
nicht auf einer wesentlichen Arbeitsleistung der Ehefrau des Beschwerdeführers; sie
habe lediglich die Rechnungen geschrieben und habe eine anderweitige
Teilzeitanstellung. Die Jahresabschlüsse umfassten im Übrigen auch die Möglichkeit
zur Steueroptimierung, weshalb mindestens auf die Abschlüsse abzustellen sei. Der
Beschwerdeführer habe zudem nicht nur im bescheidenen Umfang Gerätschaften in
den Betrieb investiert. Das Anlagevermögen sei für ihn nach wie vor von erheblichem
Wert, doch habe er Maschinen und Werkzeuge kontinuierlich abgeschrieben. Die
medizinische Situation sei geklärt, lägen doch übereinstimmende Beurteilungen vor.
E.
Duplicando merkt die Beschwerdegegnerin am 23. Januar 2008 an, der
Beschwerdeführer erkläre die Einkommensschwankungen mit dem Umstand, dass bei
grösseren Aufträgen die Zahlung nicht immer im gleichen Jahr erfolge. Gleichzeitig lege
er dar, er habe im Jahr 2001, also dem ersten der beiden ergiebigen Jahre, aufgrund
der günstigen Auftragslage einen Angestellten gehabt. Damit wäre eine Erklärung für
die Einkommensspitze greifbar. Es könne angenommen werden, dass der
Beschwerdeführer bei entsprechender Auftragslage auch gegenwärtig eine Hilfskraft
anstellen und dadurch deutlich höhere Gewinne erzielen könnte.

Erwägungen:
1.
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1.1 Da ein Sachverhalt zu beurteilen ist, wie er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses der
angefochtenen Verfügung am 15. Oktober 2007 entwickelt hat, sind die auf den
1. Januar 2008 in Kraft getretenen Rechtsänderungen nicht anwendbar.
1.2 Strittig ist die Abweisung des Leistungsgesuchs des Beschwerdeführers. Im
vorliegenden Verfahren sind allein Rentenleistungen beantragt worden.
Streitgegenstand bildet daher zunächst der allfällige Rentenanspruch. Ergibt sich
allerdings, dass ohne Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in Frage steht,
so gehört zum Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung
den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht des
Beschwerdeführers zu Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Wie dem IK-Auszug zu entnehmen ist, ist der Beschwerdeführer seit 1988 als
Selbständigerwerbender tätig. Nach den Angaben der Klinik Valens vom 12. Dezember
2006 bestehen die bei ihm diagnostizierten Leiden zwar seit längerem, führten aber
erstmals am 2. Mai 2006 zu einer Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit. Auch
Dr. B._ benannte diesen Zeitpunkt. Der Beschwerdeführer gibt ebenfalls an, eine
Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit bestehe seit Mai 2006. Es kann davon
ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer seinen Betrieb ohne Eintritt des
Gesundheitsschadens weitergeführt hätte. Nach der Aktenlage hat er dies offenbar
auch noch mit der gesundheitlichen Beeinträchtigung getan.
2.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist gemäss
Art. 28 Abs. 2 IVG Art. 16 ATSG anwendbar. Danach wird für die Bestimmung des
Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
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Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
2.4 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die
beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt
und einander gegenübergestellt werden; sie können aber auch nach Massgabe der im
Einzelfall bekannten Umstände geschätzt werden (AHI 1998 S. 119). Es kann ferner
auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen (Prozentvergleich; vgl.
BGE 114 V 312 E. 3a). Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen
nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische
Methode für Nichterwerbstätige (Art. 28 Abs. 2 IVG; Art. 27 IVV) ein
Betätigungsvergleich anzustellen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der
erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten
erwerblichen Situation zu bestimmen (vgl. BGE 128 V 30 f. E. 1; AHI 1998 S. 119).
3.
3.1 Für das Valideneinkommen ist entscheidend, was die versicherte Person im
massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde (Bundesgerichtsentscheid
i/S J. vom 15. Juni 2007, I 575/06; BGE 134 V 325 E. 4.1). Bei Selbständigerwerbenden
ist bei der Bestimmung des Valideneinkommens zu berücksichtigen, in welcher Weise
sich das Unternehmen der versicherten Person voraussichtlich entwickelt hätte, wenn
sie nicht invalid geworden wäre (vgl. ZAK 1963 S. 462; Rz 3029 des vom Bundesamt
für Sozialversicherung erlassenen Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit
in der Invalidenversicherung = KSIH). Es ist namentlich auf die beruflichen und
persönlichen Fähigkeiten, die Art der Tätigkeit der versicherten Person sowie die
Geschäftslage und den Geschäftsgang des Unternehmens (vgl. ZAK 1961 S. 367) vor
Eintritt der Invalidität abzustellen (vgl. ZAK 1962 S. 139; Rz 3030 KSIH). Das
Einkommen, das nicht auf die Tätigkeit der behinderten Person selbst zurückgeht (Zins
des investierten Kapitals, Einkommen aus der Mitarbeit von Angehörigen), ist in Abzug
zu bringen (vgl. ZAK 1962 S. 521; Rz 3031 KSIH). Angesichts der in Art. 25 Abs. 1 IVV
vorgeschriebenen Parallelisierung der IV-rechtlich massgebenden hypothetischen
bis
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Vergleichseinkommen mit den AHV-rechtlich beitragspflichtigen Einkommen kann das
Valideneinkommen von Selbstständigerwerbenden grundsätzlich auf Grund der IK-
Einträge bestimmt werden. Weist das bis Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen
starke und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist
dabei auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst
abzustellen (Entscheid des Bundesgerichts i/S B. vom 10. Februar 2009,
8C_576/2008).
3.2 Das Einkommen des Beschwerdeführers gemäss dem IK-Auszug zeigt erhebliche
Schwankungen auf. Danach erzielte er im ersten vollständigen Betriebsjahr
Fr. 92'100.--, im nächsten Fr. 107'200.--, dann Fr. 99'700.--, dann zweimal
Fr. 99'400.-- und hernach zweimal Fr. 120'300.--, worauf das Einkommen auf
Fr. 67'000.-- (zwei Jahre) sank und dann wieder auf Fr. 115'300.-- (ebenfalls zwei
Jahre) anstieg. Nach einem Jahr mit einem Einkommen von Fr. 91'100.-- (2000) folgten
zwei Spitzen mit Fr. 152'400.-- (2001) und mit Fr. 208'300.-- (2002). Im Jahr 2003 ging
das Einkommen auf Fr. 79'400.-- zurück und im letzten im IK-Auszug ersichtlichen Jahr
(2004) wurden Fr. 97'000.-- abgerechnet. Über die Geschäftsentwicklung ist bekannt,
dass im Juni 2000 die bis dahin vom Beschwerdeführer betriebene
Kollektivgesellschaft infolge Ausscheidens des andern Gesellschafters aufgelöst
wurde. Ferner beschäftigte der Beschwerdeführer nach Angaben seines
Rechtsvertreters im Jahr 2001 einen Angestellten. In der Erfolgsrechnung sind
allerdings diesbezüglich nur Taggelder verzeichnet. Der Umsatz des Betriebs gemäss
den Buchhaltungen lässt ebenfalls keine Kontinuität erkennen, sondern war in den
letzten Jahren sehr unterschiedlich. Er lag im Jahr 2001 bei rund Fr. 320'000.--, 2002
bei Fr. 325'000.--, 2003 bei Fr. 130'000.--, 2004 bei Fr. 195'000.--, 2005 bei
Fr. 175'000.--, 2006 bei Fr. 100'000.--. Es kann davon ausgegangen werden, dass das
Fortkommen stark von der konkreten Auftragslage abhängig war. Bei der Bestimmung
eines als Valideneinkommen tauglichen Einkommens sind solche Faktoren nicht von
Bedeutung; massgeblich ist vielmehr das Einkommen, das der wirtschaftlichen
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers (allein) als Gesunder entspricht. Ein solches
von der konjunkturellen Lage abstrahiertes Einkommen lässt sich vorliegend nur
schätzen.
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3.3 Nach der Rechtsprechung sind die fraglichen Erwerbseinkommen, sofern sie
ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, nach Massgabe der im Einzelfall
bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte
miteinander zu vergleichen (vgl. BGE 114 V 313 E. 3a). Die Bestimmung des
Invaliditätsgrades aufgrund von Schätzungen ist nicht nur zulässig, wenn die genaue
Ermittlung der Vergleichseinkommen nicht möglich ist, sondern auch, wenn deren
ziffernmässige Ermittlung zwar möglich wäre, aber einen unverhältnismässig grossen
Aufwand erforderte, und wenn zudem angenommen werden kann, dass die blosse
Schätzung der Einkommen ein ausreichend zuverlässiges Resultat ergibt. Von
letzterem darf insbesondere in "Extremfällen" ausgegangen werden, in welchen die
konkreten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen den beiden
hypothetischen Einkommen den für den Rentenanspruch massgebenden Grenzwert
eindeutig über- oder unterschreitet (vgl. BGE 104 V 136 E. 2b; Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S S. vom 28. September 2006, I 232/05).
3.4 Wird ein längerer Zeitraum überblickt und werden die als aussergewöhnlich
erscheinenden Tiefpunkte und Spitzen gleichermassen nivelliert, so lässt sich die
Annahme rechtfertigen, die erwerbliche Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers
ohne Gesundheitsschaden liege bei ungefähr Fr. 120'000.-- Einkommen.
4.
4.1 Was das Invalideneinkommen betrifft, kann bei Selbständigerwerbenden, die
weiterhin im Betrieb tätig sind und bei denen sich keine erhebliche invaliditätsbedingte
Verminderung des Betriebseinkommens feststellen lässt, eine Invalidität nur insoweit
angenommen werden, als für die Erfüllung bestimmter Aufgaben nach Eintritt des
Gesundheitsschadens eine oder mehrere Personen zusätzlich oder vermehrt in
massgeblicher Weise im Betrieb tätig sind (erhöhter Personalaufwand; vgl. Rz 3078
aKSIH). Aus der vorliegenden Aktenlage lässt sich schliessen, dass das mit der
selbständigerwerbenden Tätigkeit erwirtschaftete Einkommen des Beschwerdeführers
nach Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung (2006; vgl. Buchhaltung, IV-
act. 31-5/5) nicht das oben erwähnte, frühere durchschnittliche Niveau erreichte.
Angesichts der bisherigen Schwankungen ist aber nicht auch festzustellen, dass ein
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relevanter, gesundheitsbedingter Rückgang erfolgt wäre. Personalkosten sind im Jahr
2006 nicht verzeichnet worden.
4.2 Nach den übereinstimmenden Einschätzungen der Klinik Valens, von Dr. B._ und
des Kantonalen Spitals Walenstadt ist der Beschwerdeführer in seiner bisherigen
Tätigkeit medizinisch zu 50 % in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Beeinträchtigend
wirken sich Rücken-, Knie- und Schulterbeschwerden (eine schmerzbedingte
Schwäche beider Arme) aus, und zwar vor allem auf die Fähigkeit zum Heben von
schweren Lasten über 20 kg, zum Arbeiten über Kopf und speziell zum vorgeneigten
Stehen. Leichte Tätigkeiten ohne diesbezügliche Belastung werden dem
Beschwerdeführer vom Kantonalen Spital Walenstadt voll zugemutet, die Klinik Valens
hält eine leichte bis mittelschwere Erwerbstätigkeit unter diesen Voraussetzungen an
bis zu acht Stunden mit bis zu 100 % Beschäftigungsgrad für möglich. Die
medizinischen Beurteilungen sind nachvollziehbar und überzeugend begründet und
Basis der Einschätzung der Klinik Valens bildete eigens eine Evaluation der
funktionellen Leistungsfähigkeit. Es ist kein Grund ersichtlich, das Ergebnis der
ärztlichen Einschätzungen für nicht zuverlässig und ergänzende medizinische
Abklärungen für erforderlich zu halten. Bei diesen Gegebenheiten kann hingegen auf
die bei der Abklärung an Ort und Stelle festgehaltene Selbsteinschätzung des
Beschwerdeführers nicht abgestellt werden, wonach er manuell praktisch nichts mehr
arbeiten könne. Der Beschwerdeführer hat denn auch nachträglich eingeräumt, dass er
auch zu manuellen Arbeiten durchaus noch teilweise in der Lage sei. Dem
Abklärungsbericht lässt sich entnehmen, dass zum Betrieb des Beschwerdeführers
zum einen die Betriebsführung, das Offert- und Rechnungswesen/Akquisition sowie
das Verhandeln mit Kunden und Architekten/Planen (15 %) gehören, zum andern
Werkstattarbeiten (5 %) und drittens Baustellenarbeiten (80 %). Aufgrund der
medizinisch bedingten Einschränkungen kann davon ausgegangen werden, dass der
Beschwerdeführer selbst die bisherige Tätigkeit noch zur Hälfte leisten kann. In einer
ersten Annäherung kann festgehalten werden, dass damit erwerblich gesehen zu
erwarten ist, dass er trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung noch ein etwa der
Hälfte entsprechendes Einkommen werde erzielen können.
4.3 Bereits die Klinik Valens hat dafürgehalten, eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit
lasse sich wohl durch das Vermeiden der ungünstigen Arbeiten und die Zuhilfenahme
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eines Mitarbeiters erreichen. Es ist tatsächlich zu erwarten, dass sich durch solche
angezeigten und zumutbaren Massnahmen, wenn auch nicht die medizinische
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers, so doch die erwerbliche Umsetzung seiner
Restarbeitsfähigkeit wesentlich verbessern lässt. Wie dem Abklärungsbericht zu
entnehmen ist, hat der Beschwerdeführer denn auch bereits entsprechende Vorkehren
getroffen. Ein angestellter Mitarbeiter kann den Beschwerdeführer von den schweren
Arbeiten entlasten. Da dieser leichtere und mittelschwere, angepasste Tätigkeiten
medizinisch zumutbarerweise vollumfänglich zu leisten vermag, hat er keinen
Arbeitsausfall hinzunehmen, sondern kann seine eigene Arbeitskraft vollzeitlich
einsetzen. Eine unproduktive Zeit hat er nicht zu verzeichnen. Wird berücksichtigt, dass
für einen Betrieb die handwerklichen Fähigkeiten, aber auch die Fachkenntnisse und
die Fähigkeiten zur Akquisition und zur Geschäftsführung von grosser Bedeutung sind,
kann angenommen werden, dass die Teilerwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers
höher ist, als die medizinisch geschätzte körperliche Arbeitsfähigkeit. Dies ist im
Übrigen bei Selbständigerwerbenden regelmässig der Fall (ZAK 1971 S. 338; vgl. Ulrich
Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, S. 208). Unter diesem Aspekt
ergibt sich, dass der Beschwerdeführer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in der
Lage ist, mit seinem Betrieb ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen.
4.4 Es kann nämlich davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer seinen
Verlust der Fähigkeit, schwere Arbeiten selber zu verrichten, bzw. den Verlust der
halben Arbeitsfähigkeit als Gipser, umsatzmässig durch den zumutbaren Einsatz der
halben Kapazität eines Angestellten kompensieren kann. Hierfür tritt im Gewinn eine
Schmälerung um einen halben Hilfsarbeiterlohn von schätzungsweise Fr. 30'000.-- pro
Jahr (2006 betrug das durchschnittliche statistische Einkommen für einfache und
repetitive Tätigkeiten rund Fr. 59'000.--) ein. Selbst wenn das andere halbe Pensum
des angestellten Hilfsarbeiters lediglich selbsttragend ist und keinen zusätzlichen
Gewinn abwirft, ergibt sich bei dem oben erwähnten Valideneinkommen von
Fr. 120'000.-- ein behinderungsbedingter Erwerbsausfall des Beschwerdeführers von
25 %. Auch im Vergleich zu einem Valideneinkommen von Fr. 100'000.-- erreichte der
Ausfall mit 30 % keine rentenbegründende Höhe.
4.5 Es liesse sich auch annehmen, dass der Beschwerdeführer den Verlust der
Fähigkeit, schwere Arbeiten selber zu verrichten, zeitlich mit leichteren Arbeiten
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vollständig kompensieren kann, wenn er die schwere Arbeit durch einen Angestellten
ausführen lässt. Der vollzeitlich mitarbeitende Hilfsarbeiter wird wie erwähnt eine
Wertschöpfung von schätzungsweise Fr. 60'000.-- generieren können, welcher
entsprechende Lohnkosten gegenüberstehen. Von der gemeinsamen Wertschöpfung
von Fr. 180'000.-- sind daher Fr. 60'000.-- in Abzug zu bringen. Unter diesen
Bedingungen wird das erwähnte Einkommen als Gesunder von Fr. 120'000.-- wieder
erreicht.
4.6 Es lässt sich jedenfalls mit ausreichender Wahrscheinlichkeit festhalten, dass der
Beschwerdeführer mit seinem Betrieb ein rentenausschliessendes Einkommen wird
erwirtschaften können, wenn er einen Mitarbeiter beizieht, was ihm zumutbar ist. Der
Beschwerdeführer hat dies auch geplant und mindestens eingeräumt, dass er auf diese
Weise mit dem eigenen Geschäft so viel verdienen könnte, wie mit einer vollzeitlichen
Hilfsarbeit. Eine allfällige Limitierung durch eine wechselhafte Auftragslage wäre als
invaliditätsfremder Aspekt ausser Acht zu lassen. Ob es dem Beschwerdeführer als
jahrelang Selbständigerwerbendem zumutbar wäre, seinen Betrieb aufzugeben und als
Angestellter tätig zu sein, kann somit dahingestellt bleiben.
5.
5.1 Ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen, war dem Beschwerdeführer
allerdings erst bei Wiedererreichen einer hälftigen Arbeitsfähigkeit und einer beruflichen
Umstellung möglich, während früher eine höhere Invalidität vorlag, wie sich aus dem
Folgenden ergibt.
5.2 Nach dem hier anwendbaren Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG entsteht ein Rentenanspruch
(frühestens) in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres
ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig
gewesen war. Unter Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG ist die
durch den Gesundheitsschaden bedingte qualitative und/oder quantitative Einbusse an
funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu
verstehen (BGE 130 V 99 E. 3.2). Die einjährige Wartezeit gilt als eröffnet, sobald eine
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20 % vorliegt (AHI 1998 S. 124 E. 3c). Ein
wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person
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an mindestens dreissig aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war (Art. 29
IVV). Auch vor der Anmeldung liegende Zeiten von Arbeitsunfähigkeit sind zu
berücksichtigen (ZAK 1966 S. 58; BGE 117 V 26 E. 3b; BGE 121 V 264; Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S C. vom 2. März 2000 [I 307/99]).
5.3 Der Beschwerdeführer war in seiner angestammten Arbeit ab dem 2. Mai 2006 zu
50 %, anschliessend ab 3. Oktober 2006 zu 100 % und seit dem 29. November 2006
wiederum zu 50 % arbeitsunfähig, ohne dass ein Unterbruch von einem Monat
festzustellen gewesen wäre. Nach seinen Angaben vom 22. Juni 2007 (IV-act. 32) war
er seit dem 1. April 2007 nach einer Knieoperation erneut zu 100 % arbeitsunfähig. Im
Mai 2007 lief damit ein Wartejahr mit einer durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit von
62.5 % ab (bei 5x 50, 1x 100, 4x 50 und 1x 100 % Arbeitsunfähigkeit). Angesichts der
damals bestehenden Arbeitsunfähigkeit und somit Erwerbsunfähigkeit von 100 %
entstand damals (Mai 2007) ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Der
Beschwerdeführer gab im Juni 2007 an, er könne sich bereits eine Arbeitsunfähigkeit
von 50 % im eigenen Betrieb vorstellen. Gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV, nach welchem
sich auch der Zeitpunkt einer Rentenherabsetzung oder -aufhebung bei einer
rückwirkenden stufenweisen Rentenzusprechung richtet (während Art. 88 Abs. 2 IVV
dann keine Anwendung findet, BGE 106 V 16), ist eine anspruchsbeeinflussende
Änderung bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit von dem Zeitpunkt an zu
berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere
Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne
wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin
andauern wird. Ist davon auszugehen, dass nach der intermittierenden vollen
Arbeitsunfähigkeit wegen der Operation ab Juni 2007 die Arbeitsfähigkeit von 50 %
wieder aufgelebt war, und lässt sich bei diesem Arbeitsunfähigkeitsgrad nach dem
oben Dargelegten keine rentenbegründende Invalidität mehr ausmachen, fällt der
Rentenanspruch ab 1. September 2007 dahin.
6.
6.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 15. Oktober 2007 teilweise zu schützen und dem
ter
bis
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Beschwerdeführer ist für die Zeit vom 1. Mai 2007 bis 31. August 2007 eine
Dreiviertelsrente zuzusprechen.
6.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Nach
Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen
Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. Der Beschwerdeführer hat mit der
Aufhebung der angefochtenen Verfügung, im Übrigen aber nur zu einem Teil obsiegt,
so dass es sich rechtfertigt, den Parteien die Gerichtskosten je zur Hälfte aufzuerlegen.
Der Anteil des Beschwerdeführers an den Gerichtskosten von Fr. 300.-- ist durch
seinen geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- getilgt und der Restbetrag von
Fr. 300.-- ist ihm zurückzuerstatten.
6.3 Der Beschwerdeführer hat bei teilweisem Obsiegen Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61
lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Die Parteientschädigung ist vorliegend auf
pauschal Fr. 1'750.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG