Decision ID: d2addb28-f934-552c-85d6-74936f2eab3c
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
M._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Advokat lic. iur. Daniel Ordás, Advokatur & Rechtsberatung TRIAS,
Bahnhofstrasse 11, Postfach, 4133 Pratteln 1,
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gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision (Einstellung)
Sachverhalt:
A.
A.a M._ meldete sich am 21. März 2002 zum Bezug von IV-Leistungen an. Dr. med.
A._ berichtete der IV-Stelle am 19. April 2002, der Versicherte leide an einer
koronaren Herzkrankheit bei St. n. infero-postero-lateralem Infarkt mit mittelschwerer
Mitralinsuffizienz bei Papillarmuskeldysfunktion, an einem St. n. Sequestromie L5/S1
rechts bei grossvolumiger Diskushernie L5/S1 rechts mit erneuter LWS-Kontusion mit
persistierenden invalidisierenden Lumbovertebralbeschwerden sowie an einer
Anpassungsstörung bei konflikthafter äusserer Lebensgestaltung mit chronischer
depressiver Entwicklung. Als Geschäftsführer sei der Versicherte zu 100%
arbeitsunfähig. Sowohl von Seiten der kardialen Problematik als auch von Seiten der
chronischen Rückenschmerzen sei der Versicherte stark in seiner körperlichen
Leistungsfähigkeit behindert. Das depressive Zustandsbild sei seit der Erstdiagnose im
Sommer 2001 trotz Antidepressiva praktisch unbeeinflusst geblieben. Der Versicherte
sei aufgrund der depressiven Erkrankung in seiner Konzentrationsfähigkeit
eingeschränkt. Dies führe zusammen mit den chronischen rezidivierenden lumbalen
Beschwerden dazu, dass der Versicherte als Geschäftsführer keine Leistung mehr
erbringen könne. Gemäss einem Konsiliarbericht von Dr. med. B._ vom 27.
September 2000 hatte der Versicherte eine auffällige Symptomatik geschildert, die für
eine Angina pectoris untypisch gewesen war. Dr. med. B._ hatte diese Symptomatik
als Hyperventilationssyndrom qualifiziert. Die Klinik Valens hatte am 14. November
2001 über eine mehrwöchige stationäre Rehabilitation nach der Fenestration und
Sequestrektomie am 12. September 2001 berichtet. Sie hatte ausgeführt, der
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Versicherte habe eingangs eine deutliche psychosoziale Belastungssituation mit
dissimulierendem Krankheitsverhalten, mangelndem Realitätsbezug und
Selbstüberschätzung gezeigt. Der Psychiater habe eine Anpassungsstörung bei
mehrfach konflikthafter äusserer Lebensbelastung mit Selbstwertkrise und unsicher
vermeidendem, teils unsicher desorganisiertem Bindungsverhalten diagnostiziert. Der
anxiolytischen Therapie habe der Versicherte anfangs sehr skeptisch
gegenübergestanden, er habe sich ihr dann aber doch unterzogen. Neben der bereits
aufgrund der chirurgischen Intervention bestehenden vollständigen Arbeitsunfähigkeit
lasse sich auch aus psychiatrischer Sicht eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
feststellen.
A.b Der Versicherte gab als Geschäftsführer und Inhaber der C._ am 30. April 2002
an, er habe bis August 2000 einen Lohn von Fr. 4400.- bezogen. In einem
Verlaufsbericht gab Dr. med. A._ am 23. August 2002 an, der Versicherte sei trotz der
Rehabilitation in Valens nicht in der Lage, seine bisherige Arbeit aufzunehmen. Es
bestehe eine zunehmende Mitralinsuffizienz. Die Erfolgsrechnung 2001 der C._ wies
einen Verlust aus. Die IV-Stelle nahm am 31. Oktober 2002 eine Abklärung an Ort und
Stelle vor. Dabei gab der Versicherte an, die Firma sei noch im Aufbau gewesen. Er
könne nicht sagen, wie sie sich ohne die Verschlechterung seines
Gesundheitszustandes entwickelt hätte. Der abklärende Sachbearbeiter der IV-Stelle
hielt in seinem Bericht fest, es müsse angenommen werden, dass der Versicherte seit
dem 11. Januar 2001 vollständig arbeitsunfähig sei. Er schlage deshalb vor, dem
Versicherten ab Januar 2002 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Der Fall müsse
in zwei Jahren wieder überprüft werden. Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am 16.
Dezember 2002 mit, dass seit dem 11. Januar 2001 eine Arbeitsunfähigkeit in
rentenbegründendem Rahmen bestehe. Deshalb liege mit dem Ablauf der Einjahresfrist
eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor. Ab Januar 2002 bestehe ein Anspruch auf
eine ganze Invalidenrente. Mit einer Verfügung vom 13. Februar/6. März 2003 sprach
die IV-Stelle dem Versicherten mit Wirkung ab Januar 2002 eine ganze Invalidenrente
zu. Diese Verfügung wurde am 15. Mai 2003 durch eine Rentenzusprache für April bis
Dezember 2001 ergänzt.
B.
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B.a Am 6. Dezember 2004 forderte die IV-Stelle den Versicherten auf, den Fragebogen
für die Rentenrevision auszufüllen. Der Versicherte gab am 2. Januar 2005 an, sein
Gesundheitszustand habe sich nicht verändert. Dr. med. A._ berichtete am 12.
Januar 2005, der Versicherte sei als Selbständigerwerbender starken Stresssituationen
ausgesetzt gewesen. Eine entsprechende Zusatzbelastung dürfte sich von kardialer
Seite ungünstig auswirken. Es seien genaue medizinische Abklärungen notwendig. Die
IV-Stelle gab eine polydisziplinäre Abklärung in Auftrag, wobei sie Zusatzfragen
insbesondere zur Sachverhaltsentwicklung und zur medizinischen Eingliederung stellte.
Das ZMB berichtete in seinem Gutachten vom 30. Januar 2007, es habe u.a. einen
Bericht der Klinik für Kardiologie des Universitätsspitals Zürich vom 7. Juni 2006
eingeholt. Laut den Angaben in diesem Bericht sei der Versicherte jährlich
nachkontrolliert worden. Seit der letzten Untersuchung im Jahr 2005 habe sich ein sehr
stabiler Verlauf gezeigt. Im täglichen Leben habe der Versicherte keinerlei kardiale
Beschwerden. Zwar seien ein rekonstruktiver Eingriff der Mitralinsuffizienz und ein
Ersatz der Mitralklappe diskutiert worden. Der Versicherte sei aber sehr skeptisch bis
ablehnend gewesen. Er habe auf seine Beschwerdefreiheit im täglichen Leben
hingewiesen. Die objektiven Befunde hätten sich seit drei Jahren nicht verändert.
Gestützt auf die eigenen Abklärungen führten die Sachverständigen des ZMB aus, der
Versicherte beklage keine Beschwerden, die auf eine Herzkrankheit zurückzuführen
wären. Aus internistischer Sicht könnte er vollumfänglich einer körperlich leichten
Erwerbstätigkeit nachgehen. Der rheumatologische Sachverständige des ZMB
berichtete, die vom Versicherten beschriebenen Beschwerden imponierten im Sinne
von diskogenen Kreuzschmerzen mit positivem Husten- und Niessschmerz und
Ventralisationsschmerz distal/lumbal sowie positivem Fersenfallschmerz. Trotz
gewisser Überlagerungszeichen bestehe eine Arbeitsunfähigkeit für alle mittelschweren
und schweren Tätigkeiten und für alle nicht rückenadaptierten leichten Tätigkeiten.
Wegen der periarthropathischen Beschwerden an der linken Schulter könnten keine
repetitiven Arbeiten über der Schulterhorizontalen ausgeführt werden. Für eine
rückenadaptierte leichte Arbeit bestehe aus rheumatologischer Sicht nur eine geringe
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Durch eine epidurale lumbale Depotsteroidgabe
könnten die diskogenen Schmerzen möglicherweise relevant und andauernd bessern.
Der neurologische Sachverständige des ZMB gab an, es persistiere ein leichtes
sensomotorisches Ausfallsyndrom im Dermatom L5/S1 bei intakter Motorik.
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B.b Der psychiatrische Sachverständige des ZMB berichtete, Mimik und Gestik des
Versicherten hätten zu keinem Zeitpunkt der Untersuchung ein Schmerzerleben
angedeutet. Während des Gesprächs habe der Versicherte immer wieder lächeln,
manchmal auch lachen können. Er sei zu Spässen aufgelegt gewesen. Beim Gespräch
über seine Familie und die Kinder habe der Versicherte wässrige Augen gehabt. Seine
Beschwerdeschilderungen seien zum Teil logisch und kohärent, zum Teil diffus und
unkritisch gewesen. Die Angaben seien nicht immer konsistent gewesen, eigentliche
Dramatisierungstendenzen hätten nicht bestanden. Auffallend sei gewesen, dass der
Versicherte nicht immer genaue Jahreszahlen habe angeben können. Ansonsten hätten
sich aber keine kognitiven Störungen erkennen lassen. Anamnestisch hätten sich die
Symptome der Einschlafstörung, der Müdigkeit tagsüber, der zeitweiligen Kraft- und
Energielosigkeit, der wechselhaften Stimmung, der zeitweiligen Vergesslichkeit, der
unterschiedlichen Konzentrationsfähigkeit und des manchmal auftretenden Gefühls
allgemeiner Sinnlosigkeit eruieren lassen. Diese Symptome erfüllten die Kriterien der
Diagnose einer depressiven Episode oder einer depressiven Reaktion im Rahmen einer
Anpassungsstörung nicht mehr. Eine solche lasse sich für den Zeitpunkt nach der
gerichtlichen Trennung im November 2003 sowie der Scheidung im März 2004
nachweisen. Eine Angststörung liege nicht vor. Die Angst vor einem neuen
Myokardinfarkt sei nämlich nachvollziehbar und adäquat. Der Versicherte habe eine
Gesprächspsychotherapie abgebrochen. Er habe angegeben, er könne besser mit
einem Freund sprechen. Bis heute habe der Versicherte keine neue Psychotherapie
begonnen. An Psychopharmaka nehme der Versicherte wegen der Schlafstörungen
unregelmässig Surmontil ein. Die von der Klinik Valens im Jahr 2001 auf die Diagnose
einer Anpassungsstörung gestützte Annahme einer Arbeitsunfähigkeit von 100% lasse
sich aus aktueller Sicht nicht nachvollziehen. Beim Versicherten sei ab November 2003
aus rein psychiatrischer Sicht von einer leichtgradigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
Bezüglich der depressiven Symptomatik sei es zu einer wesentlichen Besserung
gekommen. Es könne keine Depression mehr diagnostiziert werden. Wann es zu dieser
Besserung gekommen sei, lasse sich nicht ermitteln. Da die Schmerzen nur zeitweise
vorhanden seien, könne keine anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert
werden. Eine psychische Überlagerung im Sinne einer Schmerzfehlverarbeitung sei
nicht ausgeschlossen, habe aber keinen Krankheitswert.
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B.c Die Gesamtdiagnose des ZMB lautete: St. n. Myokardinfarkt 1996 mit schwerer
Mitralinsuffizienz und Entwicklung eines postero-lateralen Herzwandaneurysmas und
chronisches Lumbovertebralsyndrom mit (pseudo?)radikulärem Reizsyndrom rechts bei
St. n. Diskushernienoperation L5/S1 und Sequesterektomie 2001 und Diskusprotrusion
LWK 4/5 linksbetont, sowie - ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit - Ansatztendinose
am Beckenkamm rechts, Periarthropathia humeroscapularis links
(Supraspinatustendinose) mit Schulterimpingement, muskuläre Dysbalance im
Schultergürtelbereich beidseits, persistierendem Nikotinabusus und St. n. depressiver
Episode. Die Kommission für medizinische Begutachtung des ZMB ging davon aus,
dass der Versicherte in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei. Eine
Arbeitsunfähigkeit bestehe nur bei körperlich mittelschweren bis schweren Arbeiten
und bei rückeninadaptierten Tätigkeiten. Bezüglich des Zustandes des Versicherten in
den Jahren 2002 und 2003 fehle eine ausreichende Dokumentation. Sowohl aus
kardiologischer wie aus rheumatologischer Sicht habe sich die Diagnose nicht
geändert. Der Versicherte beklage jedoch eher eine Zunahme der Rückenschmerzen.
Aus psychiatrischer Sicht habe sich der Gesundheitsschaden eher gebessert. Die
damals diagnostizierte Anpassungsstörung sei nicht mehr feststellbar. Die depressive
Episode, die 2003 aufgetreten sei, habe sich weitgehend zurückgebildet. In einer
körperlich leichten, rückenadaptierten Erwerbstätigkeit mit einem Gewichtslimit von 5
kg könne der Versicherte ein volles Pensum mit normaler Leistung verrichten.
C.
Zur Interpretation des ZMB-Gutachtens erkundigte sich die IV-Stelle beim RAD
Ostschweiz, ob von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes ausgegangen
werden könne, wenn ja seit wann und ob allenfalls weitere Abklärungen erforderlich
seien. Dr. med. D._ antwortete am 6. Februar 2007, gemäss dem Gutachten habe
der Versicherte damals in seiner Tätigkeit als Geschäftsführer aufgrund der
depressiven Erkrankung und der chronischen lumbalen Beschwerden keine Leistung
mehr erbringen können. Dies stimme mit dem Bericht von Dr. med. A._ vom 19. April
2002 überein, in dem eine vollständige Arbeitsunfähigkeit auch für eine angepasste
Tätigkeit angegeben worden sei. Aus medizinischer Sicht könne vor allem aufgrund der
gebesserten psychischen Situation eine wesentliche und anhaltende Verbesserung seit
2002/2003 angenommen werden. Da der Zeitpunkt der Verbesserung unklar sei, sollte
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auf das Datum des Gutachtens abgestellt werden. Die IV-Stelle ermittelte das Validen-
und das Invalideneinkommen anhand desselben statistischen Durchschnittslohns,
wobei sie beim Invalideneinkommen einen Abzug von 10% vornahm. Mit einem
Vorbescheid vom 19. Februar 2007 teilte sie dem Versicherten mit, dass sie die Rente
aufheben werde. Der Versicherte wandte am 16. März 2007 ein, er habe vor kurzem
erfahren, dass sein Herzleiden irreversibel und irreparabel sei. Es sei damit zu rechnen,
dass er in zwei bis drei Jahren zum Zwecke einer Herztransplantation hospitalisiert
werden müsse. Ausserdem sei das Valideneinkommen wohl irrtümlicherweise zu tief
angesetzt worden. Am 4. Mai 2007 machte der Versicherte ergänzend geltend, aus
kardiologischer Sicht sei nicht festgestellt worden, inwiefern sich der Zustand
gebessert haben sollte. Es seien keine Belastungstests durchgeführt worden. Es
empfehle sich eine Begutachtung durch den Kardiologen Prof. Dr. med. E._ vom
Universitätsspital Zürich. Aus rheumatologischer Sicht könne nicht von einem
gebesserten Zustand ausgegangen werden, zumal ein neues Krankheitsbild, die
periarthropathischen Schulterschmerzen, aufgetreten sei. Der Psychiater des ZMB
habe die Prognose zurückhaltend gestellt. Das könne nur bedeuten, dass grosse
Zweifel an der Aussagekraft der psychiatrischen Untersuchung bestünden. Dr. med.
D._ gab dazu am 9. Mai 2007 an, im Jahr 2006 seien aus kardiologischer Sicht ein
stabiler Verlauf und die Beschwerdefreiheit ausgewiesen. Aus rheumatologischer Sicht
hätten sich die ausstrahlenden Schmerzen nach der Operation im Jahr 2001
zurückgebildet. Der Versicherte habe angegeben, die Schmerzen seien wellenförmig
immer etwa gleich geblieben. Aus psychiatrischer Sicht sei die depressive Erkrankung,
die im Bericht der Klinik Valens vom 19. November 2001 noch angegeben worden sei,
weggefallen. Bei einer im wesentlichen unveränderten somatischen Situation sei die
gesamthafte Verbesserung mit dem wesentlich verbesserten psychischen
Gesundheitszustand nachvollziehbar begründet. Am 12. Mai 2007 verfügte die IV-Stelle
die Aufhebung der Invalidenrente. Im Begründungsteil der Verfügung gab sie die
Ausführungen von Dr. med. D._ sinngemäss wieder. Ausserdem führte sie aus, der
Versicherte habe mit seiner GmbH keine wesentlichen Gewinne erzielt. Deshalb wäre
es ihm zumutbar gewesen, die selbständige Erwerbstätigkeit aufzugeben und einer
unselbständigen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Aus diesem Grund sei auch für das
Valideneinkommen auf statistische Durchschnittslöhne abzustellen. Die IV-Stelle
entzog einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung.
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D.
Der Versicherte erhob am 21. Juni 2007 Beschwerde gegen diese
Aufhebungsverfügung. Er beantragte eine kardiologische Untersuchung durch Prof. Dr.
med. E._, die Vornahme weiterer Abklärungen rheumatologischer Art, die
Neuberechnung von Validen- und Invalideneinkommen und eventualiter die Anordnung
geeigneter schulischer und beruflicher Massnahmen. Ausserdem verlangte er die
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde. Schliesslich ersuchte
er um die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Zur Begründung seiner
materiellen Anträge führte er aus, die IV-Stelle habe bei der Rentenzusprache im Jahr
2002 nur auf seine psychische Gesundheit abgestellt. Die kardiologischen und
rheumatologischen Schäden seien damals zu wenig berücksichtigt worden. Da das
Gutachten der MEDAS eine Verbesserung der psychischen Gesundheit festgestellt
habe, sei fälschlicherweise von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes
ausgegangen worden. Wieder seien die anderen Gesundheitsschäden zu wenig
berücksichtigt worden. Er habe vor dem Herzinfarkt durchaus Gewinne erzielt. Die IV-
Stelle sei in einer Verfügung vom 15. Mai 2003 von einem durchschnittlichen
Einkommen 1992 bis 1995 von Fr. 61'213.- ausgegangen. Nach dem Herzinfarkt 1996
habe er nur noch zu 50% arbeiten können. Dadurch sei das Durchschnittseinkommen
1996 bis 2001 auf Fr. 31'051.60 gesunken. Bei einem Valideneinkommen von Fr.
61'213.- und einem Invalideneinkommen von Fr. 27'946.50 (Abzug 10%) resultiere eine
Einbusse von Fr. 33'266.50, was einem Invaliditätsgrad von 54,35% entspreche. Prof.
Dr. med. E._ empfehle einen kardiologischen Eingriff, da sonst Lebensgefahr drohe.
Deshalb werde in Kürze wieder eine Arbeitsunfähigkeit von 100% bestehen. Eine
Eingliederung in den Arbeitsmarkt sei so unmöglich. Einem Gutachten von Prof. Dr.
med. E._ wäre ein höherer Stellenwert beizumessen als dem MEDAS-Gutachten. Da
die Schulterbeschwerden nicht abgeklärt seien, könne der genaue Invaliditätsgrad
noch gar nicht festgestellt werden. In bezug auf den psychiatrischen Teil des MEDAS-
Gutachtens sei festzustellen, dass an verschiedenen Stellen keine eindeutige Prognose
gewagt, die Fragen der IV-Stelle dann aber klar beantwortet worden seien. Wenn der
Sachverständige Zweifel hege, müsse er das in der Antwort kundtun. Sollte das Gericht
den Begehren nicht Folge geben, so seien die nötigen schulischen und beruflichen
Massnahmen zu treffen.
E.
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Die IV-Stelle beantragte am 9. Juli 2007 die Abweisung der Beschwerde und des
Gesuchs um die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung. Sie führte aus, die
ursprüngliche Rentenverfügung habe sich auf den Bericht von Dr. med. A._ vom
19. April 2002 gestützt. Darin sei angegeben worden, der Versicherte sei aus
kardiologischer und rheumatologischer Sicht für alle Tätigkeiten vollständig
arbeitsunfähig; zudem sei das im Sommer 2001 erstmals diagnostizierte depressive
Zustandsbild praktisch unbeeinflusst geblieben. Die IV-Stelle machte weiter geltend, im
Gutachten des ZMB sei für eine adaptierte leichte Tätigkeit eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit angegeben worden. Das leuchte ein und sei überzeugend begründet.
Das Gutachten erfülle alle Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische
Entscheidgrundlage. Die Behauptung, die kardiologische Situation sei
lebensbedrohend, stehe im Widerspruch zum Bericht des Universitätsspitals Zürich
vom 7. Juni 2006. Den Schulterbeschwerden sei dadurch Rechnung getragen worden,
dass eine adaptierte Tätigkeit keine repetitiven Arbeiten über Schulterhöhe beinhalten
dürfe. Diesbezüglich sei von weiteren Abklärungen nichts relevant Neues zu erwarten.
Die zurückhaltende Prognose des psychiatrischen Sachverständigen sei vor dem
Hintergrund der Tatsache zu sehen, dass der Versicherte sich keiner Therapie mehr
unterziehe. Somit sei davon auszugehen, dass sich der psychische Zustand so
gebessert habe, dass in einer den körperlichen Behinderungen angepassten Tätigkeit
keine Arbeitsunfähigkeit mehr bestehe. Damit erübrige sich ein Einkommensvergleich,
da eine Invalidität eine Arbeitsunfähigkeit voraussetze. In bezug auf die aufschiebende
Wirkung der Beschwerde sei das Interesse am sofortigen Vollzug der
Leistungseinstellung höher zu gewichten als eine allfällige Sozialhilfebedürftigkeit des
Versicherten.
F.
Am 18. Juli 2007 wies das Gericht das Gesuch um die Wiederherstellung der
aufschiebenden Wirkung ab. Gleichzeitig gewährte es dem Versicherten die
unentgeltliche Rechtspflege. Es erhob keine Gerichtskosten für diesen
Zwischenentscheid. Über die Parteikosten sollte erst im Endurteil befunden werden.
Der Zwischenentscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
G.
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Mit seiner Replik vom 4. Oktober 2007 reichte der Versicherte verschiedene
medizinische Berichte ein. Prof. Dr. med. E._ hatte am 29. August 2007 ausgeführt,
trotz einer hämodynamisch schweren Mitralinsuffizienz und einem deutlich
vergrösserten linken Ventrikel sei die Situation einigermassen stabil geblieben. Die
Gesamtkontraktionen hätten keine wesentlichen Verschlechterungen gezeigt. Die
objektivierbare Einschränkung der Leistungsfähigkeit beim Belastungstest sei nicht
kardial, sondern durch die Rückenbeschwerden bedingt. Angesichts der Entwicklung
sei eine Operation nötig, um einer Verschlechterung vorzubeugen. Zum jetzigen
Zeitpunkt bestehe eine Arbeitsfähigkeit für leichte Arbeiten ohne jede körperliche
Belastung. Dr. med. F._ hatte den Versicherten zu 100% arbeitsunfähig geschrieben.
Der Versicherte war für eine rheumatologische Abklärung in der Schulthess Klinik
angemeldet. Gemäss einem Bericht von Dr. med. G._ vom 2. Juli 2007 litt der
Versicherte an einer Acromiclaviculargelenksarthrose und an einer ausgedehnten
Teilruptur der Supraspinatussehne. Schmerzen hatte der Versicherte nur bei Arbeiten
über der Horizontalen. In der Replik wurde ausgeführt, es sei eine erneute
polydisziplinäre Begutachtung notwendig. Das ZMB-Gutachten sei nämlich nicht mehr
aktuell und zudem unpräzise in Bezug auf die psychischen Probleme. Die
Gesamtschau zeige, dass seit Januar 2002 keine Besserung der Gesundheitssituation
eingetreten sei. Selbst wenn für eine kurze Zeit eine teilweise Arbeitsfähigkeit
bestanden haben sollte, hätte auch auf dem allgemeinen und ausgeglichenen
Arbeitsmarkt keine Chance auf eine Stelle bestanden.
H.
In ihrer Duplik hielt die IV-Stelle dem entgegen, Prof. Dr. med. E._ habe die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des ZMB bestätigt. Die Einschätzung von Dr. med. F._
vermöge die Beweiskraft des ZMB-Gutachtens nicht zu erschüttern. Da der
Sachverhalt bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung massgebend sei, müssten
neue Erkenntnisse aus der Untersuchung in der Schulthess Klinik im Rahmen einer
Neuanmeldung eingebracht werden. Die Schulterbeschwerden seien im ZMB-
Gutachten beschrieben und gewürdigt worden. Die Angaben von Dr. med. G._
liessen nicht auf eine Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit schliessen.
I.
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Am 22. Oktober 2007 reichte der Versicherte einen Bericht des Psychiaters Dr. med.
H._ vom 18. Oktober 2007 ein, laut dem er alle wesentlichen Symptome einer
mindestens mittelschweren Depression aufwies. Eine medikamentöse Behandlung sei
eingeleitet worden. Das psychische Leiden sei eine Folge der langdauernden schweren
körperlichen Erkrankungen und der beruflichen, finanziellen und privaten Probleme. Es
sei davon auszugehen, dass sich der psychische Zustand bessern würde, wenn die
körperlichen Leiden gemildert und/oder die finanziellen und privaten Probleme gelöst
wären. Gemäss den Angaben von Dr. med. H._ war der Versicherte bereits von Mai
bis September 2002 behandelt worden. Neu hatten zwei Konsultationen stattgefunden.
Dabei hatte sich der Versicherte in einem deutlich schlechteren psychischen Zustand
präsentiert als im Jahr 2002. Dr. med. I._ von der Schulthess Klinik hatte am 19.
Oktober 2007 berichtet, der Versicherte leide an einer chronischen Lumbalgie mit
pseudoradikulärer Ausstrahlung rechts bei beginnender Osteochondrose L5/S1, St. n.
Diskushernienoperation 09/01 mit Diskopathie L4/5 mit mediolinkslateraler
Diskusprotrusion bis -hernie und Anulusriss L2/3 rechts. Zur Arbeitsfähigkeit des
Versicherten hatte sie sich nicht geäussert.

Erwägungen:
1.
1.1 Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG ist eine Invalidenrente für die Zukunft zu erhöhen,
herabzusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad erheblich verändert
hat. Dass es nicht genügt, wenn der Einkommensvergleich zur Ermittlung des
Invaliditätsgrades (Art. 16 ATSG) im Revisionsverfahren - aus welchen Gründen auch
immer - ein anderes Ergebnis liefert als der Einkommensvergleich bei der
ursprünglichen Rentenzusprache oder bei der letzten Rentenrevision, zeigt Art. 17 Abs.
2 ATSG. Hier wird ausdrücklich eine nachträgliche erhebliche Veränderung des der
Dauerleistung zugrunde liegenden Sachverhalts vorausgesetzt. Da das
Revisionsverfahren gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG in diesem Punkt nicht anders sein
kann als dasjenige gemäss Art. 17 Abs. 2 ATSG, muss auch bei der Anwendung von
Art. 17 Abs. 1 ATSG eine nachträgliche Veränderung des der Invalidenrente zugrunde
liegenden Sachverhalts nachgewiesen sein. Nur jene Veränderung im Invaliditätsgrad,
die auf eine nachträgliche Veränderung des leistungsrelevanten Sachverhalts
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zurückzuführen ist, erlaubt also eine Erhöhung, Herabsetzung oder Aufhebung der
laufenden Invalidenrente. Ist die Abweichung im Invaliditätsgrad also beispielsweise
darauf zurückzuführen, dass das Ermessen bei der Bestimmung des Abzuges vom
statistischen Erwerbseinkommen im Revisionsverfahren grosszügiger ausgeübt worden
ist als bei der ursprünglichen Rentenzusprache, so fehlt die notwendige nachträgliche
Veränderung des der Invalidenrente zugrunde liegenden Sachverhalts, d.h. die laufende
Invalidenrente darf - trotz des abweichenden Invaliditätsgrades - nicht revidiert werden.
Die Beantwortung der Frage nach einer nachträglichen erheblichen Veränderung des
der Invalidenrente zugrunde liegenden Sachverhalts setzt voraus, dass dieser
Sachverhalt bei der ursprünglichen Rentenzusprache oder bei der letzten
Rentenrevision mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit ermittelt worden ist. Andernfalls fehlt nämlich die Vergleichsbasis,
ohne die der Nachweis einer nachträglichen erheblichen Veränderung des der
Invalidenrente zugrunde liegenden Sachverhalts nicht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit geführt werden kann. Jedes
Rentenrevisionsverfahren erfordert also eine Prüfung der ursprünglichen
Rentenzusprache oder der letzten Rentenrevision darauf, ob der dem
Einkommensvergleich gemäss Art. 16 ATSG zugrunde liegende Sachverhalt mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ermittelt worden ist und
gegebenenfalls ob dieser Sachverhalt im Lichte der neuen Abklärungen immer noch als
richtig zu betrachten ist. Nur so kann der Nachweis einer erheblichen nachträglichen
Sachverhaltsveränderung geführt werden. Fehlte es in der Vergangenheit an einer
ausreichenden Sachverhaltsermittlung, muss versucht werden, dies im Rahmen des
Rentenrevisionsverfahrens nachzuholen. Entsteht im Rahmen der Abklärung des im
Revisionszeitpunkt aktuellen Sachverhalts also der Verdacht, dass sich die frühere
Invaliditätsbemessung auf einen unvollständig oder falsch erhobenen Sachverhalt
gestützt haben könnte, muss diese Invaliditätsbemessung überprüft und nötigenfalls
korrigiert werden, um so die notwendige verlässliche Vergleichsbasis für das laufenden
Rentenrevisionsverfahren zu schaffen. Das erfordert weder eine prozessuale Revision
noch eine Wiedererwägung der ursprünglichen Rentenzusprache oder der letzten
Revisionsverfügung, denn es geht im laufenden Rentenrevisionsverfahren ja nur darum,
eine verlässliche Vergleichsbasis in der Form eines korrekt ermittelten damaligen
Invaliditätsgrades zu schaffen, um so mit dem Beweisgrad der überwiegenden
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Wahrscheinlichkeit den allfälligen Eintritt einer erheblichen nachträglichen
Sachverhaltsveränderung belegen zu können. Der neu ermittelte damalige
Invaliditätsgrad dient also nur der Durchführung eines korrekten
Rentenrevisionsverfahrens (vgl. zum Ganzen das Urteil des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 6. August 2008 i.S. H.R.S., IV 2007/119).
1.2 Im vorliegenden Fall ist vorweg zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin am 13.
Februar/6. März/15. Mai 2003 zu Recht auf der Grundlage eines Invaliditätsgrades von
100% eine Invalidenrente zugesprochen hat. Die Beschwerdegegnerin ist damals
davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer für sämtliche Tätigkeiten zu 100%
arbeitsunfähig sei. Das ergibt sich aus dem Bericht vom 10. Dezember 2002 über die
Abklärung an Ort und Stelle vom 31. Oktober 2002, in welchem die Abklärungsperson
ausgehend von einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von 100% die rückwirkende Zusprache
einer ganzen Invalidenrente empfohlen hatte. Die Abklärungsperson hatte sich dabei
auf den Bericht von Dr. med. A._ vom 19. April 2002 gestützt, laut dem der
Beschwerdeführer als Geschäftsführer nicht mehr arbeitsfähig war, weil er wegen einer
depressiven Erkrankung seine Konzentrationsfähigkeit eingebüsst hatte und weil er
wegen der chronischen rezidivierenden lumbalen Beschwerden keine Leistung mehr
erbringen konnte. Dabei hatte die Abklärungsperson also angenommen, dass es sich
bei der bisherigen Tätigkeit als Geschäftsführer des eigenen Kleinunternehmens um
eine grundsätzlich behinderungsangepasste Arbeit handle. Effektiv hatte Dr. med.
A._ nicht nur aus psychiatrischer und rheumatologischer, sondern auch aus
kardiologischer Sicht eine vollständige Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers
bestätigt. Der Bericht des Kardiologen Dr. med. B._ vom 27. September 2000 hatte
diese Einschätzung des Hausarztes allerdings nicht gestützt, denn die Beschwerden
waren dort hauptsächlich auf ein therapierbares chronisches Hyperventilationssyndrom
zurückgeführt worden. Auch in rheumatologischer Hinsicht hatte Dr. med. A._ keine
eindeutige fachärztliche Grundlage für seine Einschätzung gehabt, denn im Bericht der
Klinik Valens vom 19. November 2001 war keine dauernde vollständige
Arbeitsunfähigkeit als Folge des Rückenleidens angegeben worden. Die Klinik Valens
war davon ausgegangen, dass eine somatisch bedingte vollständige Arbeitsunfähigkeit
nur für Dauer der Genesung nach der Rückenoperation anhalten werde. Einzig in
psychiatrischer Hinsicht hatte Dr. med. A._ für seine Arbeitsfähigkeitsschätzung eine
ausreichende Aussage eines Facharztes gehabt. Im Bericht der Klinik Valens vom 19.
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November 2001 war nämlich die Diagnose einer Anpassungsstörung angegeben
worden. Der Psychiater der Klinik Valens hatte allein daraus schon eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit abgeleitet. Er hatte allerdings eine baldige psychiatrische Abklärung
empfohlen. Zumindest aus rheumatologischer und psychiatrischer Sicht befand sich
der Beschwerdeführer damals in einer Phase, in der durchaus noch mit einer
erheblichen Besserung gerechnet werden konnte. In dieser Situation hätte eine
polydisziplinäre Begutachtung noch wenig Sinn gemacht, denn es war ja damit zu
rechnen, dass sich der Gesundheitszustand - und damit die Arbeitsfähigkeit - des
Beschwerdeführers kurzfristig verändern würde. Damit wäre das Ergebnis der
Begutachtung wertlos geworden. Der Entscheid, auf eine polydisziplinäre
Begutachtung zu verzichten und gestützt auf die bei Dr. med. A._ vorhandenen
medizinischen Akten von einer Arbeitsunfähigkeit von 100% auszugehen, war in dieser
Situation richtig, d.h. der Untersuchungsgrundsatz wurde dadurch nicht verletzt. Es
bestand keine Veranlassung, mit der Behandlung des Rentengesuchs zuzuwarten, bis
sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers endgültig stabilisiert hatte. Aus
dem Ganzen folgt, dass die Arbeitsunfähigkeit von 100% im Zeitpunkt des Erlasses der
Rentenverfügung anfangs 2003 mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit erstellt war. Daran ändert auch die Äusserung des psychiatrischen
Sachverständigen des ZMB nichts, laut der die vom Psychiater der Klinik Valens
angegebene vollständige Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers aus aktueller Sicht
nicht nachvollziehbar sei. Der psychiatrische Sachverständige des ZMB hat nämlich
auch angegeben, bezüglich der depressiven Symptomatik sei es bis zur Begutachtung
zu einer wesentlichen Verbesserung gekommen, es könne keine Depression mehr
diagnostiziert werden. Er hat also nicht nur eine Einschätzung des aktuellen
Gesundheitszustandes gestützt auf das Ergebnis seiner Exploration des
Beschwerdeführers vorgenommen, sondern er hat auch eine Aussage über den
mehrere Jahre zurückliegenden Gesundheitszustand des Beschwerdeführers gemacht.
Dabei hat er sich natürlich nicht auf das Ergebnis der Exploration, sondern nur auf die
ihm zur Verfügung stehenden medizinischen Akten aus jener Zeit und auf die Angaben
des Beschwerdeführers über die Vergangenheit stützen können. Da sich der
Beschwerdeführer in der Vergangenheit nur ganz kurz in psychiatrischer Behandlung
befunden hatte, müssen die entsprechenden medizinischen Akten notwendigerweise
rudimentär sein. Die Schilderungen des Beschwerdeführers hätten mit grosser
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Zurückhaltung gewürdigt werden müssen, da es sich dabei nicht um eine objektive
Wiedergabe der Entwicklung des psychischen Gesundheitszustandes handelte,
insbesondere weil der Beschwerdeführer bereits in der Vergangenheit Mühe bekundet
hatte zu akzeptieren, dass ein Teil seiner körperlich empfundenen Beschwerden auf
eine psychische Erkrankung zurückzuführen war. Daraus folgt, dass die Angaben des
psychiatrischen Sachverständigen des ZMB über den Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers bis anfangs 2003 nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit eine psychisch begründete Arbeitsunfähigkeit auszuschliessen
vermögen. Diese Angaben sind aber auch nicht geeignet, so starke Zweifel an der
Richtigkeit der Angaben des Psychiaters der Klinik Valens und des Hausarztes zu
wecken, dass die damals angenommene Arbeitsunfähigkeit von 100% nicht mehr als
überwiegend wahrscheinlich qualifiziert werden könnte. Es steht also weiterhin fest,
dass der Beschwerdeführer bis zum Erlass der Rentenverfügungen anfangs 2003 zu
100% arbeitsunfähig gewesen ist. Damit liegt eine Vergleichsgrundlage vor, die es
erlaubt, eine allfällige erhebliche nachträgliche Sachverhaltsveränderung mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen.
2.
2.1 Im Gutachten des ZMB sind zwar durch das Rückenleiden bedingte Beschwerden
und Einschränkungen in der körperlichen Leistungsfähigkeit angegeben worden, aber
dies hat nach der Auffassung des rheumatologischen Sachverständigen nur eine
qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zur Folge, d.h. der Beschwerdeführer
kann nicht mehr alle Arbeiten ausführen, er ist beschränkt auf leichte,
rückenschonende Arbeiten. In einer solchen adaptierten Arbeit besteht nach der
Auffassung des rheumatologischen Sachverständigen eine volle Arbeitsfähigkeit. Der
neurologische Sachverständige des ZMB hat keine Beeinträchtigung festgestellt, die
gegen eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in einer leichten, rückenschonenden
Arbeit sprechen würde. Der Beschwerdeführer hat gegen diese Einschätzung
eingewendet, das erst kurze Zeit vor der Abklärung durch das ZMB aufgetretene
Schulterleiden sei nicht ausreichend abgeklärt worden. Deshalb sei die
Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht stichhaltig. Tatsächlich hat der rheumatologische
Sachverständige diese zusätzliche Gesundheitsbeeinträchtigung aber in seine
Beurteilung einbezogen. Er hat daraus nur eine weitere qualitative Einschränkung
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abgeleitet: Die der Gesundheitsbeeinträchtigung angepasste Tätigkeit darf keine
repetitiven Arbeiten über der Schulterhorizontalen beinhalten. Dass der linke Arm, wie
der Beschwerdeführer anzudeuten scheint, bei der Arbeit überhaupt nicht mehr
einsetzbar wäre, ist nicht belegt. Dr. med. G._ hat am 2. Juli 2007 angegeben, der
Beschwerdeführer klage über Schmerzen bei der Arbeit über der Horizontalen. Er hat
diese Schmerzangaben als vereinbar mit der gestellten Diagnose betrachtet und er hat
eine konservative Therapie empfohlen. Dies spricht nicht für eine dauernde
Gebrauchsuntüchtigkeit des linken Arms für sämtliche Bewegungen. Die Einschätzung
von Dr. med. G._ stimmt also mit derjenigen des rheumatologischen
Sachverständigen des ZMB überein. Es ist davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer aus rein rheumatologischer Sicht in einer den
Gesundheitsbeeinträchtigungen angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig ist. Darin kann
aber kein Nachweis einer nachträglichen Veränderung des Arbeitsfähigkeitsgrades im
Sinne des Art. 17 Abs. 1 ATSG erblickt werden, denn bereits die Klinik Valens war ja
von einer nur vorübergehenden, operativ bedingten Arbeitsunfähigkeit ausgegangen,
die bald überwunden sein würde. Da die Beschwerdegegnerin sich bei der
ursprünglichen Rentenzusprache nicht auf diese vorübergehende Arbeitsunfähigkeit
gestützt, sondern von einer langfristig betrachtet rein rheumatologisch nicht
eingeschränkten Arbeitsfähigkeit ausgegangen ist, liegt diesbezüglich im
Revisionszeitpunkt kein veränderter Sachverhalt vor.
2.2 Anlässlich der Abklärung durch das ZMB ist auch festgestellt worden, dass der
Beschwerdeführer keine Beschwerden beklagt habe, die auf die Herzkrankheit
zurückzuführen wären; allerdings strenge sich der Beschwerdeführer auch nicht an. Der
Beschwerdeführer sei deshalb in der Lage, einer körperlich leichten Arbeit
vollumfänglich nachzugehen. Die Prognose sei aufgrund des bestehenden
Wandaneurysmas und aufgrund des persistierenden Nikotinabusus mit Reserve zu
stellen. Mit dieser Reserve bei der Prognosestellung hat der Sachverständige des ZMB
entgegen der vom Beschwerdeführer vertretenen Meinung nicht seine eigene
Arbeitsfähigkeitsschätzung in Frage gestellt, sondern er hat festgestellt, dass das
Risiko einer späteren Verschlimmerung des kardialen Leidens relativ hoch sei. Gegen
diese Arbeitsfähigkeitsschätzung aus rein kardiologischer Sicht hat der
Beschwerdeführer eingewendet, er müsse sich einer Operation unterziehen, da
ansonsten Lebensgefahr drohe. Gemäss dem Bericht von Prof. Dr. med. E._ vom 29.
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August 2007 war die Situation trotz einer erheblichen Beeinträchtigung des Herzens
einigermassen stabil und die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers bei dem
anlässlich der Untersuchung durchgeführten Belastungstests war nur durch die
Rückenbeschwerden eingeschränkt. Auch für Prof. Dr. med. E._ war der
Beschwerdeführer in einer leichten Tätigkeit ohne jede körperliche Belastung
uneingeschränkt arbeitsfähig. Allerdings war eine Operation notwendig, um eine
Verschlechterung der Situation zu verhindern. Damit ist sowohl die
Arbeitsfähigkeitsschätzung wie die Prognose des Sachverständigen des ZMB bestätigt
worden. Der Beschwerdeführer wird sich zwar tatsächlich einer Operation unterziehen
müssen, aber bis dahin ist er aus rein kardiologischer Sicht in einer adaptierten
Erwerbstätigkeit arbeitsfähig. Diese Arbeitsfähigkeit ist nicht als Folge der Operation
auf eine so kurze Dauer beschränkt, dass sie auch auf einem allgemeinen und
ausgeglichenen Arbeitsmarkt wirtschaftlich nicht mehr verwertbar wäre. Ob nach der
Operation eine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit bestehe wird, ist ungewiss und im
übrigen auch nicht relevant, denn der Gegenstand des vorliegenden
Beschwerdeverfahrens ist auf die Sachverhaltsentwicklung bis zum Erlass der
angefochtenen Aufhebungsverfügung beschränkt. Auch aus rein kardiologischer Sicht
ist also von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführer in einer
adaptierten Erwerbstätigkeit auszugehen. Die adaptierte Erwerbstätigkeit muss also
zusätzlich körperlich ganz leicht sein. Auch in kardiologischer Hinsicht liegt keine
erhebliche nachträgliche Sachverhaltsveränderung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG
vor, denn der behandelnde Kardiologe Dr. med. B._ ist bereits im Jahr 2000 von
einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten Tätigkeit
ausgegangen.
2.3 Der psychiatrische Sachverständige des ZMB hat nur noch die Nachwirkungen
einer depressiven Episode oder eine depressiven Reaktion im Rahmen einer
Anpassungsstörung festgestellt. Seiner Auffassung nach hat sich der psychische
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers deutlich verbessert. Auch wenn der
Beschwerdeführer die Scheidung von der ersten Ehefrau und die Trennung von seinen
Kindern noch nicht vollumfänglich verarbeitet habe, liege doch keine psychische
Erkrankung mehr vor, die eine Arbeitsunfähigkeit bewirken würde. Zwar sieht der
psychiatrische Sachverständige des ZMB die frühere, eine Arbeitsunfähigkeit
auslösende psychische Erkrankung nicht wie die Klinik Valens im Oktober 2001 in einer
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Anpassungsstörung, sondern in einer depressiven Episode oder einer depressiven
Reaktion Ende 2003/Anfang 2004. Das ändert aber nichts daran, dass er von einer
erheblichen Verbesserung des Gesundheitszustandes und damit auch der
Arbeitsfähigkeit ausgeht. Mit dem psychiatrischen Teil des ZMB-Gutachtens wäre also
eine erhebliche nachträgliche Sachverhaltsveränderung im Sinne des Art. 17 Abs. 1
ATSG ausgewiesen. Dagegen hat der Beschwerdeführer sinngemäss eingewendet, der
psychiatrische Sachverständige des ZMB habe die Prognose nur zurückhaltend
gestellt, womit er Zweifel an seiner eigenen Arbeitsfähigkeitsschätzung geäussert habe.
Dabei verwechselt der Beschwerdeführer die Prognose mit der Diagnose bzw. der
Arbeitsfähigkeitsschätzung. Die Prognose ist für die Zwecke der Invaliditätsbemessung
im Rahmen eines Revisionsverfahrens irrelevant, da sie sich zur mutmasslichen
Entwicklung des Gesundheitszustandes in der Zukunft äussert. Die eher pessimistische
Prognose des psychiatrischen Sachverständigen des ZMB beruhte wohl darauf, dass
der Beschwerdeführer ein Verhalten zeigte, das erfahrungsgemäss längerfristig zu einer
schwerwiegenden psychischen Erkrankung führt. Die im Untersuchungszeitpunkt
aktuelle Situation des Beschwerdeführers war dadurch aber nicht berührt. Der
psychiatrische Sachverständige des ZMB hat also eine klare Antwort auf die Frage
nach der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers gegeben. Dr. med. H._ hat am 18.
Oktober 2007 die gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers völlig anders
eingeschätzt. Er hat beim Beschwerdeführer alle Symptome einer mindestens
mittelschweren Depression festgestellt. Daraus hat er auf eine wesentlich verminderte
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers geschlossen. Er ist davon ausgegangen, dass
dieser Zustand seit einem ersten Behandlungsversuch im Jahr 2002 anhalte. Für seine
Diagnose hat er sich auf zwei Konsultationen am 22. September und am 17. Oktober
2007 gestützt. Die Symptomschilderungen erwecken den Eindruck, die Äusserungen
des Beschwerdeführers seien unkritisch ohne weiteres als objektiv zutreffend
akzeptiert worden. Der Beschwerdeführer hat gemäss den Angaben von Dr. med.
H._ grosse finanzielle Probleme, da die IV-Leistungen gestrichen worden sind. Dies
lässt vermuten, dass der Beschwerdeführer in - verständlicher - grosser Erregung
angesichts des Verlusts seines existenziell notwendigen Einkommens seine
Beschwerden besonders drastisch geschildert und dass Dr. med. H._ dies ohne
weiteres als objektive Darstellung eines seit Jahren unverändert anhaltenden
Zustandes gewertet hat. Dabei dürfte es sich aber um eine Einschätzung handeln, die
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Dr. med. H._ im weiteren Verlauf der Behandlung des Beschwerdeführers durch eine
objektivere ersetzen wird. Im übrigen beschlägt die Reaktion auf den Wegfall der
Invalidenrente nicht den hier massgebenden Sachverhalt bis zum Erlass der
angefochtenen Aufhebungsverfügung, sondern die spätere Sachverhaltsentwicklung.
Der Einschätzung von Dr. med. H._ ist somit eine deutlich geringere
Überzeugungskraft beizumessen als derjenigen des psychiatrischen Sachverständigen
des ZMB. Dr. med. H._ hat zudem nicht als unabhängiger Sachverständiger, sondern
als Therapeut die Fragen nach der Diagnose, der Schwere der Krankheit und der
Arbeitsfähigkeit beantwortet. In dieser Funktion war es für ihn naturgemäss wichtig,
dem Beschwerdeführer aus therapeutischen Gründen - zumindest vorderhand - eine
hohe Arbeitsunfähigkeit zu attestieren. Auch dies spricht gegen die Überzeugungskraft
seiner Arbeitsfähigkeitsschätzung für das Rentenrevisionsverfahren. Hinzu kommt,
dass Dr. med. H._ anscheinend keine Kenntnis vom ZMB-Gutachten hatte, sondern
sich ausschliesslich auf seine Aufzeichnungen aus dem Jahr 2002 und die aktuellen
Angaben des Beschwerdeführers stützte. Unter diesen Umständen kann seiner
Arbeitsfähigkeitsschätzung entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers keine
höhere Überzeugungskraft als derjenigen des psychiatrischen Sachverständigen des
ZMB zukommen. Die massiv abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. med.
H._ kann nicht einmal bewirken, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung im ZMB-
Gutachten als nicht mehr überwiegend wahrscheinlich richtig qualifiziert werden
müsste. Damit steht fest, dass gestützt auf das Gutachten des ZMB von einer
polydisziplinär ermittelten vollen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer seinen
körperlichen Beeinträchtigungen adaptierten Erwerbstätigkeit auszugehen ist. Damit ist
nachgewiesen, dass eine erhebliche nachträgliche Sachverhaltsveränderung im Sinne
von Art. 17 Abs. 1 ATSG eingetreten ist. Damit kann das Ergebnis der aktuellen
Invaliditätsbemessung zur Grundlage des Entscheids über die Herabsetzung oder
Aufhebung der laufenden ganzen Rente gemacht werden.
2.4 Die angefochtene Verfügung beruht auf einem regulären Einkommensvergleich,
wobei das Durchschnittseinkommen der Hilfsarbeiter (Zentralwert) als
Valideneinkommen mit dem um 10% reduzierten selben Durchschnittseinkommen als
Invalideneinkommen verglichen worden ist. In der Beschwerdeantwort vom 9. Juli 2007
hat die Beschwerdegegnerin dann die Auffassung vertreten, die Vornahme eines
Einkommensvergleichs erübrige sich, da eine Invalidität eine reale Arbeitsunfähigkeit
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voraussetze. Sie hat dabei übersehen, dass die Arbeitsfähigkeit nicht nur eine
quantitative, sondern auch eine qualitative Komponente aufweist. Auch eine durch eine
Gesundheitsbeeinträchtigung bewirkte Verengung des in Frage kommenden
Arbeitsmarktes kann trotz eines Arbeitsfähigkeitsgrades von weiterhin 100% eine
Erwerbseinbusse und damit eine Invalidität zur Folge haben. Ist beispielsweise ein
Bauhilfsarbeiter, der eine körperlich höchst anspruchsvolle Tätigkeit ausgeübt und
dementsprechend einen überdurchschnittlichen Lohn erzielt hat, als Folge einer
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht mehr in der Lage, diese Tätigkeit auszuüben, ist er
aber für eine normale Hilfsarbeit weiterhin zu 100% arbeitsfähig, so erleidet er eine
behinderungsbedingte Erwerbseinbusse, denn die normale Hilfsarbeit wird nicht
überdurchschnittlich entlöhnt. Da der Beschwerdeführer aufgrund seiner mehrfachen
körperlichen Einschränkungen nur noch auf einem engen Ausschnitt aus dem
Arbeitsmarkt einsatzfähig ist, wäre an sich ein regulärer Einkommensvergleich
notwendig. Nun erfüllt die bereits früher ausgeübte Tätigkeit des Graphikers aber
gemäss den Abklärungen an Ort und Stelle die Anforderungen, die der
Beschwerdeführer behinderungsbedingt an eine Erwerbstätigkeit stellen muss. Das
bedeutet, dass er in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit wieder die volle
Arbeitsfähigkeit erlangt hat. Unter diesen Umständen kann ein vereinfachter
Einkommensvergleich in der Form des sogenannten Prozentvergleichs erfolgen. Dieser
Prozentvergleich ergibt ausgehend von einer wiedererlangten Arbeitsfähigkeit von
100% einen Invaliditätsgrad, der jedenfalls unter der Grenze von 40% (Art. 28 Abs. 1
IVG) liegt. Der Zeitpunkt des Eintritts der Verbesserung der Arbeitsfähigkeit ist nicht
relevant, weil die Aufhebung der laufenden Invalidenrente gemäss Art. 88 Abs. 2 lit. a
IVV auf den zweiten auf die Verfügung folgenden Monat anzuordnen ist. Die
angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtmässig. Ein Anspruch auf eine
Berufsberatung (Art. 15 IVG) und eine Umschulung (Art. 17 IVG) besteht wohl nicht. In
Frage käme allenfalls eine Arbeitsvermittlung (Art. 18 Abs. 1 IVG) oder eine Kapitalhilfe
(Art. 18 Abs. 2 IVG). Da diese Leistungen aber nicht Gegenstand der angefochtenen
Verfügung gewesen sind, kann in diesem Punkt nicht auf die Beschwerde eingetreten
werden.
3.
bis
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Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die Beschwerde, soweit auf sie
eingetreten werden kann, abzuweisen. Der Staat ist zufolge der Gewährung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die Kosten der
Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen. Der Bedeutung der
Streitsache und dem Aufwand entsprechend (Art. 69 lit. g ATSG) erschiene an sich eine
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer)
als angemessen. Diese ist in Anwendung von Art. 31 Abs. 3 des st. gallischen
Anwaltsgesetzes (sGS 963.70) zur Ermittlung des Honorars des Rechtsbeistandes um
einen Fünftel auf Fr. 2'800.-- zu kürzen. Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das
Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von
IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten
werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
200 bis 1000 Franken festgelegt. Dem Beschwerdeführer ist am 18. Juli 2007 die
unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung bewilligt worden. Da er im
Beschwerdeverfahren vollumfänglich unterliegt, sind ihm zwar entsprechend dem
durchschnittlichen Verfahrensaufwand Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.--
aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er jedoch von der Bezahlung
dieser Gerichtskosten zu befreien. Wenn seine wirtschaftlichen Verhältnisse es ihm
später gestatten sollten, wird er die Gerichtskosten und die vom Staat entschädigten
Parteikosten zurückerstatten müssen (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2
VRP/SG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG