Decision ID: dc877269-217f-456d-9f2a-d40de4eea21f
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X ist seit dem 7. März 1978 im Besitz des Führerausweises der Kategorien B, D1,
BE und D1E und seit dem 20. März 1985 bzw. 19. August 1985 zusätzlich der
Kategorien C und CE sowie seit dem 30. Juni 1987 der Kategorie A. Am Donnerstag, 3.
Oktober 2013, um 11.57 Uhr, lenkte er einen Lastwagen auf der Romanshornerstrasse
in Egnach in Fahrtrichtung Salmsach. Da der Fahrzeugkran nicht ordnungsgemäss
eingefahren war, kam es in der Folge zu einer Kollision zwischen dem Kran und der
Decke einer viereinhalb Meter hohen Eisenbahnüberführung.
B.- Wegen des Vorfalls vom 3. Oktober 2013 wurde X mit Strafbefehl der
Staatsanwaltschaft Bischofszell vom 11. Februar 2014 des Führens eines nicht
betriebssicheren Fahrzeuges schuldig gesprochen und zu einer Busse von Fr. 400.–
verurteilt. Der Strafbefehl erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Das
Strassenverkehrsamt entzog X in der Folge den Führerausweis mit Verfügung vom
25. April 2014 für die Dauer von drei Monaten zufolge schwerer Widerhandlung gegen
die Strassenverkehrsvorschriften.
C.- Gegen die Verfügung des Strassenverkehrsamtes vom 25. April 2014 erhob X
durch seine Rechtsvertreterin mit Eingabe vom 13. Mai 2014 Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei
vollumfänglich aufzuheben und der Führerausweis sei für höchstens einen Monat zu
entziehen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Auf die Ausführungen im Rekurs

zur Begründung des Antrages wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 13. Mai 2014 ist rechtzeitig eingereicht
worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen
(Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS
951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
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2.- Gemäss Art. 16 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG)
wird nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das
Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 ausgeschlossen ist,
der Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das
Gesetz unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG)
und schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine leichte Widerhandlung begeht,
wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer
hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG).
Ist die Verletzung der Verkehrsregeln grob und wird dadurch eine ernstliche Gefahr für
die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen, ist die Widerhandlung
schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer
durch Verletzung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft
oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Von einer mittelschweren
Widerhandlung ist immer dann auszugehen, wenn nicht alle privilegierenden Elemente
einer leichten und nicht alle qualifizierenden einer schweren Widerhandlung erfüllt sind
(vgl. Botschaft, in: BBl 1999 S. 4487).
3.- In tatsächlicher Hinsicht ist unbestritten, dass der Rekurrent am Donnerstag, 3.
Oktober 2013, um 11.57 Uhr, als Lenker eines Lastwagens auf der
Romanshornerstrasse in Egnach in Fahrtrichtung Salmsach fuhr und aufgrund des
nicht vollständig eingezogenen Fahrzeugkrans mit der Decke der viereinhalb Meter
hohen Eisenbahnüberführung kollidierte.
4.- Fahrzeuge dürfen nur in betriebssicherem und vorschriftsgemässem Zustand
verkehren. Sie müssen so beschaffen und unterhalten sein, dass die Verkehrsregeln
befolgt werden können und dass Führer, Mitfahrende und andere Strassenbenützer
nicht gefährdet und die Strassen nicht beschädigt werden (Art. 29 SVG). Der Führer hat
sich zu vergewissern, dass Fahrzeug und Ladung in vorschriftsgemässem Zustand sind
(Art. 57 Abs. 1 der Verkehrsregelnverordnung, SR 741.11, abgekürzt: VRV). Die Höhe
eines Fahrzeugs darf mit der Ladung höchstens vier Meter betragen (Art. 66 VRV).
Indem der Rekurrent einen Lastwagen mit nicht vollständig eingefahrenem
Fahrzeugkran lenkte und so mit einer viereinhalb Meter hohen Eisenbahnüberführung
kollidierte, verletzte er diese Verkehrsvorschriften. Zu prüfen ist, ob die
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Verkehrsregelverletzung eine mittelschwere Widerhandlung gemäss Art. 16b Abs. 1 lit.
a SVG oder eine schwere Widerhandlung gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG war. Nach
einer mittelschweren Widerhandlung wird der Lernfahr- oder Führerausweis für
mindestens einen Monat entzogen (Art. 16b Abs. 2 lit. a SVG). Nach einer schweren
Widerhandlung wird der Lernfahr- oder Führerausweis für mindestens drei Monate
entzogen (Art. 16c Abs. 2 lit. a SVG).
5.- a) Die Vorinstanz stufte die Kollision als schwere Widerhandlung im Sinn von Art.
16c Abs. 1 lit. a SVG ein. Zur Begründung wird in der angefochtenen Verfügung
ausgeführt, dass der Rekurrent durch sein Fehlverhalten grob schuldhaft einen
Selbstunfall verursacht und dabei eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer
hervorgerufen oder in Kauf genommen habe. Zudem habe er den Beifahrer konkret
gefährdet. Damit liege eine schwere Widerhandlung gegen die Verkehrsvorschriften
vor.
b) Gegen die Qualifikation des Verhaltens des Rekurrenten als schwere Widerhandlung
wird im Rekurs im Wesentlichen vorgebracht, dass der Rekurrent keinesfalls eine
ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer geschaffen habe. Durch die Kollision seines
Fahrzeugs mit der Brücke und anschliessend dem Geländer sei die Gegenfahrbahn
nicht beeinträchtigt worden. Es habe deshalb zu keiner Zeit eine Gefahr für
entgegenkommende Fahrzeuge bestanden. Auch der Verkehr auf der eigenen
Fahrbahn sei durch die Kollision mit der Brücke nicht gefährdet gewesen. Folglich
seien keine anderen Verkehrsteilnehmer gefährdet worden. Zudem habe wenig
Verkehrsaufkommen geherrscht und die Situation sei übersichtlich gewesen. Der
Beifahrer des Rekurrenten sei zwar durch die Kollision leicht verletzt worden; es habe
sich dabei aber um keine gravierende Verletzung gehandelt. Das Verschulden des
Rekurrenten sei als gering einzustufen. Die Kollision des Ladekrans mit der Brücke
habe sich ereignet, weil der Rekurrent vergessen habe, den Ladekran ordnungsgemäss
zu sichern und einzufahren. Der Ladekran sei zwar eingefahren worden, allerdings nicht
genügend. Nachdem der Rekurrent losgefahren sei, sei das für ihn nicht mehr
erkennbar gewesen. Dass er es aus reiner Vergesslichkeit unterlassen habe, den
Ladekran vollständig einzufahren, könne nicht als grobes Verschulden betrachtet
werden. Es sei dem Rekurrenten nicht bewusst gewesen, dass der Ladekran nicht
genügend eingefahren gewesen sei und es dadurch zu einer Kollision hätte kommen
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können. Keinesfalls könne davon ausgegangen werden, der Rekurrent habe
rücksichtslos gehandelt. Sein Verhalten sei unter den gegebenen Umständen
nachvollziehbar. Der an der Brücke und dem Geländer sowie der Strassenbeleuchtung
entstandene Schaden von Fr. 10'000.– sei zudem nur gering. Auch der Staatsanwalt
sei nicht von einer groben Verkehrsregelverletzung ausgegangen. Der Strafbefehl sei
zwar für die Vorinstanz nicht bindend, er sei aber dennoch als Indiz für das leichte oder
höchstens mittelschwere Verschulden des Rekurrenten zu werten.
6.- a) Im Strafbefehl wurde der Rekurrent wegen Führens eines nicht betriebssicheren
Fahrzeuges gemäss Art. 93 Abs. 2 lit. a SVG verurteilt. Art. 93 Ziff. 2 SVG geht als lex
specialis Art. 90 SVG vor. Innerhalb von Art. 90 SVG hat Ziffer 2 als qualifizierte
Bestimmung gegenüber Ziffer 1 Vorrang. Art. 90 Ziff. 2 SVG geht deshalb Art. 93 Ziff. 2
SVG vor, wenn der Täter durch den Gebrauch eines nicht den Vorschriften
entsprechenden Fahrzeugs in grobfahrlässiger Weise eine erhöhte abstrakte Gefahr für
andere Verkehrsteilnehmer geschaffen hat. Andernfalls würde es sich trotz Vorliegens
einer erhöhten abstrakten Gefährdung um eine Übertretung anstelle eines Vergehens
handeln (Philippe Weissenberger, Kommentar Strassenverkehrsgesetz, Zürich/
St. Gallen 2011, Art. 93 N 11). Indem der Strafrichter den Rekurrenten nach Art. 93 Ziff.
2 lit. a SVG und somit wegen einer Übertretung verurteilte, ging er nicht von einer
groben Verkehrsregelverletzung aus.
b) An die rechtliche Würdigung durch den Strafrichter ist die Verwaltungsbehörde nicht
gebunden, es sei denn, diese Würdigung hänge von Tatsachen ab, welche der
Strafrichter besser kennt, insbesondere weil er den Täter persönlich einvernommen hat
(vgl. BGE 120 Ib 312 E. 4b, 119 Ib 158 E. 3c/bb, 104 Ib 359). Da das Strafverfahren
zum Vorfall vom 3. Oktober 2013 mit einem Strafbefehl abgeschlossen wurde, der
Rekurrent keine gerichtliche Überprüfung verlangt und der Strafrichter den Rekurrenten
nicht persönlich einvernommen hat, ist die Verwaltungsbehörde in der rechtlichen
Beurteilung frei.
7.- Eine schwere Widerhandlung in Sinn von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG setzt voraus,
dass der Lenker durch eine grobe Verkehrsregelverletzung eine ernstliche Gefahr für
die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt.
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a) Eine Verkehrsgefährdung liegt vor, wenn die körperliche Integrität einer Person
entweder konkret oder zumindest abstrakt gefährdet wurde. Im Recht der
Administrativmassnahmen wird dabei zwischen der einfachen und der erhöhten
abstrakten Gefährdung unterschieden. Erstere zieht keine Administrativmassnahmen
nach sich (vgl. Art. 16 Abs. 2 SVG). Von einem solchen Fall ist jedoch nur dann
auszugehen, wenn keine anderen Verkehrsteilnehmer vom Fehlverhalten hätten
betroffen werden können. Führte dieses hingegen zu einer Verletzung eines Rechtsguts
oder einer konkreten bzw. einer erhöhten abstrakten Gefährdung der körperlichen
Integrität, hat dies eine Administrativmassnahme zur Folge (R. Schaffhauser, Die neuen
Administrativmassnahmen des Strassenverkehrsgesetzes, in: Jahrbuch zum
Strassenverkehrsrecht 2003, St. Gallen 2003, S. 181, Rz. 43 ff.). Innerhalb der erhöhten
abstrakten Gefährdung ist auf die Nähe der Verwirklichung der Gefahr abzustellen. Je
näher die Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder Verletzung liegt, umso
schwerer wiegt die erhöhte abstrakte Gefahr (vgl. BGE 118 IV 285 E. 3a). Eine konkrete
Gefahr liegt vor, wenn für einen bestimmten, tatsächlich daherkommenden
Verkehrsteilnehmer oder einen Mitfahrer des Täters die Gefahr einer Körperverletzung
oder gar Tötung bestand (J. Boll, Grobe Verkehrsregelverletzung, Davos 1999, S. 12).
Zudem ist das Ausmass der üblicherweise entstehenden Schädigung bei Eintritt der
Rechtsgutverletzung zu berücksichtigen (vgl. VRKE IV-2011/113 vom 24. November
2011 E. 3.b, in: www.gerichte.sg.ch). Der Gefährdung der Sicherheit kommt durch die
seit 1. Januar 2005 geltenden Art. 16a bis 16c SVG eine wesentliche und eigenständige
Bedeutung zu. Der Gesetzgeber hat bewusst dem Gesichtspunkt der
Verkehrsgefährdung ein höheres Gewicht beigemessen. Insbesondere hat er das Recht
des Warnungsentzugs verselbständigt und im Hinblick auf die Erhöhung der
Verkehrssicherheit verschärft (Urteil des Bundesgerichts 1C_267/2010 vom
14. September 2010 E. 3.4).
Gemäss Polizeirapport vom 14. Januar 2014 klagte der Beifahrer des Rekurrenten nach
dem Unfall über Schmerzen in der linken Schulter. Bei der ärztlichen Untersuchung
wurde festgestellt, dass sein linkes Schultergelenk ausgekugelt war. Da die
Strassenverkehrsgesetzgebung die körperliche Integrität und die Gesundheit anderer
Personen schützt, genügt jede Gefährdung, welche eine Beeinträchtigung der
Gesundheit nach sich ziehen kann. Eine Verletzung dieser Rechtsgüter muss deshalb
nicht die Schwelle einer Körperverletzung im Sinn des Strafrechts erreichen (vgl. GVP
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2006 Nr. 29). Durch die Verkehrsregelverletzung des Rekurrenten blieb es nicht bei
einer abstrakten Gefährdung. Mit der Kollision konkretisierte sich die Gefahr, und es
zeigte sich, dass das Verhalten des Rekurrenten jedenfalls geeignet war, andere
Personen zu verletzen. Aus den äusserlich erkennbaren Folgen der Kollision ergibt sich
zudem, dass sie hinsichtlich der Gefährdung keine Bagatelle darstellte. Es blieb nicht –
wie der Rekurrent geltend macht – bei einem minimalen Sachschaden. Im Strafbefehl
vom 11. Februar 2014 wird der Sachschaden mit Fr. 170'000.– beziffert. Der
Lastwagen, der Ladekran, die Eisenbahnbrücke, das Geländer und die
Strassenbeleuchtung wurden durch die Kollision beschädigt.
b) Subjektiv erfordert Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG ein rücksichtsloses oder sonst
schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei
fahrlässigem Handeln mindestens grobe Fahrlässigkeit. Diese ist zu bejahen, wenn sich
der Täter der allgemeinen Gefährlichkeit seiner verkehrswidrigen Fahrweise bewusst
ist. Grobe Fahrlässigkeit kann aber auch vorliegen, wenn der Täter die Gefährdung
anderer Verkehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht gezogen, also unbewusst
fahrlässig gehandelt hat. In solchen Fällen ist grobe Fahrlässigkeit zu bejahen, wenn
das Nichtbedenken der Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf
Rücksichtslosigkeit beruht. Rücksichtslos ist unter anderem ein bedenkenloses
Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern. Dieses kann auch in einem blossen
(momentanen) Nichtbedenken der Gefährdung fremder Interessen bestehen (BGE 131
IV 133 E. 3.2, mit weiteren Hinweisen).
Der Rekurrent führte gegenüber der Polizei aus, dass er das Einfahren des Krans wohl
vergessen haben müsse (act. 9/20). Der Beifahrer des Rekurrenten wurde als
Auskunftsperson am 8. November 2013 polizeilich einvernommen. Dabei gab er an,
dass er zusammen mit dem Rekurrenten den Lastwagen entladen habe. Der Rekurrent
habe dabei den Lastwagenkran bedient. Nach dem Entladen habe dieser den Kran
eingefahren, aber nicht vollständig, sondern sozusagen über die Ladefläche gelegt. Er
habe ihn noch gefragt, ob er wisse, was er tue. Der Rekurrent habe geantwortet, dass
dies so schon passen würde (act. 9/34). Er habe bemerkt, dass der Lastwagenkran
nicht eingefahren war, und habe den Rekurrenten sogar darauf aufmerksam gemacht
(act. 9/35).
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Der Rekurrent macht im Rekurs geltend, dass er schlicht vergessen habe, den
Ladekran vollständig einzuziehen. Offensichtlich habe er den Hinweis seines
Beifahrers, dass der Ladekran nicht ordnungsgemäss gesichert und eingezogen sei,
nicht gehört oder diesen falsch verstanden. Er habe seinen Beifahrer denn auch kaum
gekannt. Er fahre beinahe täglich mit dem Lastwagen und sei sich der Konsequenzen
eines ungenügend eingezogenen Ladekrans durchaus bewusst. Keinesfalls wäre er
losgefahren, wenn er realisiert hätte, dass der Ladekran nicht vollständig eingezogen
war.
Verantwortlich für die in Art. 29 SVG vorgeschriebene Betriebssicherheit eines
Fahrzeuges ist in erster Linie der Führer, der sich gemäss Art. 57 Abs. 1 VRV darüber
Gewissheit zu verschaffen hat (Giger, OFK-SVG, SVG 29 N 8). Die maximale Höhe
eines Fahrzeugs mit Ladung von vier Metern (Art. 66 VRV) ist in jedem Fall einzuhalten
und zu überprüfen. Denn es ist nicht ausgeschlossen, dass aufgrund von Umleitungen
plötzlich eine andere als die beabsichtigte Strecke gefahren werden muss, wo vielleicht
Unterführungen zu passieren sind. Indem der Rekurrent sich vor der Fahrt nicht
vergewisserte, ob der Ladekran ordnungsgemäss eingefahren war, verletzte er seine
Sorgfaltspflicht. Er hat dadurch eine elementare Sorgfaltsregel missachtet, was
aufgrund der dadurch hervorgerufenen Gefahr an sich schon grobfahrlässig ist. Hinzu
kommt, dass er von seinem Beifahrer auf den nicht ordnungsgemäss eingefahrenen
Ladekran ausdrücklich aufmerksam gemacht worden war. Selbst wenn er den Hinweis
seines Beifahrers tatsächlich nicht gehört oder verstanden haben sollte – wovon indes
nicht auszugehen ist, weil ihm der Rekurrent auf entsprechendes Nachfragen hin erklärt
habe, dass das so schon passe – reicht dies nicht aus, um sein Fehlverhalten bloss als
leichte Fahrlässigkeit einzustufen. Eine Vielzahl von Fällen unbewusster Fahrlässigkeit
bei Verkehrsregelverstössen beruht darauf, dass der Handelnde unaufmerksam ist oder
eine Situation falsch einschätzt. Dass der fehlbare Verkehrsteilnehmer die erhöhte
Gefahr oder die aufgrund der Umstände gebotene Verhaltensalternative nicht bedacht
hat, ist typisch für die unbewusste Fahrlässigkeit und schliesst den Schuldvorwurf
rücksichtslosen Verhaltens und damit grober Fahrlässigkeit nicht von vornherein aus.
Vielmehr müssten weitere, in der Person der handelnden Person liegende besondere
Umstände hinzukommen, die den Grund des momentanen Versagens erkennen und in
einem milderen Licht erscheinen liessen (vgl. BGE 123 IV 88 E. 4c). Solche Umstände
sind hier nicht erkennbar und werden vom Rekurrenten auch nicht geltend gemacht. Er
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führte selber aus, dass er für die Sicherheit des Fahrzeuges zuständig gewesen sei,
sein Beifahrer sei lediglich Abladehelfer gewesen (act. 9/20). Wäre er seiner Pflicht, die
Betriebssicherheit des Fahrzeuges vor der Fahrt zu kontrollieren, nachgekommen, wäre
es nicht zu einer Kollision mit der Eisenbahnüberführung gekommen. Für die Annahme
einer groben Fahrlässigkeit genügt es, dass der Rekurrent in einer momentanen
Unachtsamkeit nicht bedachte, dass er mit seiner Unaufmerksamkeit andere
Verkehrsteilnehmer erheblich gefährden könnte. Es liegt somit grobe Fahrlässigkeit vor.
c) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Rekurrent eine konkrete Gefährdung für
andere Verkehrsteilnehmer geschaffen hat. Gleichzeitig ist ihm grobe Fahrlässigkeit
anzulasten. Es handelt sich somit um eine schwere Widerhandlung gemäss Art. 16c
Abs. 1 lit. a SVG.
8.- Bei der Festsetzung der Dauer des Lernfahr- oder Führerausweisentzugs sind
gemäss Art. 16 Abs. 3 SVG die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen,
namentlich die Gefährdung der Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als
Motorfahrzeugführer sowie die berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen.
Die Mindestentzugsdauer darf jedoch nicht unterschritten werden. Nach einer
schweren Widerhandlung wird der Führerausweis für mindestens drei Monate entzogen
(Art. 16c Abs. 2 lit. a SVG).
Die Vorinstanz hat die Dauer der Massnahme auf drei Monate festgesetzt. Dies
entspricht der Mindestentzugsdauer gemäss Art. 16c Abs. 2 lit. a SVG. Da das Gesetz
eine Unterschreitung dieser Mindestentzugsdauer ausschliesst (Art. 16 Abs. 3 SVG),
können massnahmemindernde Umstände, wie insbesondere der ungetrübte
automobilistische Leumund oder die berufliche Angewiesenheit des Betroffenen auf
den Führerausweis eine Unterschreitung der Mindestentzugsdauer nicht rechtfertigen.
Angesichts der zwingenden Natur der gesetzlichen Mindestentzugsdauer verbleibt der
rechtsanwendenden Behörde auch kein Ermessensspielraum, innerhalb dessen sie
Überlegungen zur Verhältnismässigkeit der Massnahme im Sinn der Erforderlichkeit zur
Besserung des Betroffenen anstellen könnte (vgl. Botschaft, in BBl 1999 S. 4462 ff.).
Daraus folgt, dass die Mindestentzugsdauer selbst in Ausnahmesituationen nicht
unterschritten werden kann. Die dreimonatige Entzugsdauer ist deshalb zu bestätigen.
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9.- Der Rekurs ist somit abzuweisen. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die
amtlichen Kosten dem Rekurrenten aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 1'200.– erscheint angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist zu
verrechnen.