Decision ID: a224d703-b4e7-510d-9ada-02f438b0752c
Year: 2010
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
T._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Bruno Bauer, LL.M., Pestalozzistrasse 2,
9000 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Invalidenrente
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A.a T._ war bei der A._ als Giesser tätig und dadurch bei der Suva für die Folgen
von Unfällen und Berufskrankheiten versichert, als er der Suva mit Unfallmeldung vom
2. April 1996 (UV-act. 1) mitteilte, seit dem 19. März 1996 an beiden Händen
Schmerzen zu verspüren. Nach Durchführung von ärztlichen Abklärungen erklärte die
Suva den Versicherten mit Verfügung vom 20. November 1997 für Arbeiten mit Kontakt
zu Mineralölen als nicht geeignet (UV-act. 59). Nach Ausrichtung einer
Übergangsentschädigung, und nachdem weitere Untersuchungen vorgenommen
worden waren, teilte die Suva dem Versicherten mit Verfügung vom 20. September
2005 mit, dass im Rahmen der Nichteignungsverfügung weder eine wesentliche
Behinderung noch eine berufskrankheitsbedingte Erwerbseinbusse bestehe, weshalb
die Voraussetzungen für eine Invaliditätsentschädigung nicht erfüllt seien. Es lasse sich
auch keine Integritätsentschädigung gemäss Art. 24 des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) begründen, da keine erhebliche Schädigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität entstanden sei. Ab dem 2. Februar
2004 könnten daher keine weiteren Geldleistungen erbracht werden. Gegen diese
Verfügung liess der Versicherte am 24. Oktober 2005 Einsprache erheben (UV-act.
456), welche die Suva mit Einspracheentscheid vom 8. November 2006 abwies (UV-
act. 472).
A.b Die gegen diesen Einspracheentscheid erhobene Beschwerde vom 8. Februar
2007 hiess das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 27.
November 2007 in dem Sinn teilweise gut, dass der Einspracheentscheid vom 8.
November 2006 mit Bezug auf die Invaliditätsleistungen aufgehoben und die Sache zu
ergänzender Abklärung des Valideneinkommens und anschliessender Neubeurteilung
des Rentenanspruchs an die Suva zurückgewiesen wurde. Dieser Entscheid erwuchs in
Rechtskraft. Nach Durchführung von weiteren Abklärungen eröffnete die Suva dem
damaligen Rechtsvertreter des Versicherten mit Verfügung vom 26. September 2008,
der Versicherte habe ab 1. Februar 2004 Anspruch auf eine Invalidenrente auf der Basis
eines IV-Grades von 11 % (Valideneinkommen von Fr. 64'250.-- und
Invalideneinkommen von Fr. 57'258.--) und eines versicherten Verdienstes von Fr.
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77'837.-- (UV-act. 510). Die gegen diese Verfügung von Rechtsanwalt lic. iur. Bruno
Bauer, LL.M, St. Gallen, für den Versicherten erhobene Einsprache (UV-act. 513, 535)
wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 9. April 2009 ab (UV-act. 538).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Rechtsvertreter des Versicherten
mit Eingabe vom 19. Mai 2009 Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid sei
aufzuheben, soweit eine Erwerbsunfähigkeit von mehr als 11 % verweigert werde. Dem
Beschwerdeführer sei eine weit höhere Invalidenrente anzuerkennen und zur
Auszahlung zu bringen; die derzeitige Arbeitsfähigkeit/Erwerbsfähigkeit sei erneut
fachärztlich abzuklären. Es sei die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu bewilligen.
Zur Begründung legte der Rechtsvertreter dar, der Beschwerdeführer habe gerade im
Hinblick auf die weiteren Krankheiten und Leiden, welche ärztlich bestätigt seien, einen
Anspruch auf einen massiven Leidensabzug. Hinzu komme die Tatsache, dass er auch
wegen seinen mangelnden Deutschkenntnissen und seines Alters auf dem
Arbeitsmarkt praktisch kaum mehr vermittelt werden könne. Die Leidenssituation des
Beschwerdeführers habe sich noch mehr verstärkt, weshalb durchaus eine ergänzende
fachärztliche Abklärung der effektiven Arbeitsfähigkeit berechtigt wäre im Hinblick auf
eine Totalkorrektur bezüglich Berechnung des Invalideneinkommens. Sollte die neue
Abklärung abgelehnt werden, so sei der maximale Leidensabzug von 25 % zu
gewähren.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 17. Juni 2009 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die
Ausführungen im angefochtenen Entscheid und legte unter anderem dar, die beim
Beschwerdeführer neben dem berufsbedingten Handekzem vorliegenden weiteren
Gesundheitsschäden, insbesondere die Dermatitis artefacta, die psychischen
Probleme und nicht berufsbedingten Leiden, seien bei der Invaliditätsbemessung
unbeachtlich. Für einen leidensbedingten Abzug bestehe kein Raum, da das
Handekzem nicht mehr aktiv sei und den Beschwerdeführer (bei Einhaltung der
Nichteignungsverfügung; UV-act. 59) in seiner beruflichen Tätigkeit nicht einschränke.
Auch das Alter des Beschwerdeführers rechtfertige keinen Abzug vom Tabellenlohn, da
Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt altersunabhängig
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nachgefragt würden und sich das Alter in diesen Tätigkeiten auch nicht lohnsenkend
auswirke. Desgleichen könne auch die Nationalität vernachlässigt werden, da die
statistischen Löhne aufgrund der Einkommen der schweizerischen und ausländischen
Wohnbevölkerung erfasst würden. Schliesslich stosse auch die Behauptung
mangelhafter Deutschkenntnisse ins Leere, da der Beschwerdeführer bereits seit 1975
in der Schweiz berufstätig und sehr wohl der deutschen Sprache mächtig sei, er eine
Einschränkung seiner Vermittlungsfähigkeit aus sprachlichen Gründen in keiner Weise
zu erstellen vermöge und für Hilfsarbeiten ohnehin keine besonderen Sprachkenntnisse
erforderlich seien.
B.c Mit Replik vom 2. Juli 2009 und Duplik vom 13. Juli 2009 bestätigten die Parteien
ihre Standpunkte.
B.d Am 10. Juli 2009 bewilligte der Gerichtspräsident die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung des Beschwerdeführers für das vorliegende Verfahren.

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig ist im hier zu beurteilenden Fall, welcher Invaliditätsgrad der ab 1. Februar
2004 laufenden Rente des Beschwerdeführers zugrunde zu legen ist. Die
Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Entscheid die rechtlichen
Voraussetzungen der Zusprechung einer Invalidenrente gemäss UVG zutreffend dar;
darauf kann verwiesen werden. Im Entscheid vom 27. November 2007 (UV 2007/17)
legte das Versicherungsgericht unter anderem dar, es sei nicht anzunehmen, dass
weitere medizinische Abklärungen für die Beurteilung der Streitsache neue
Erkenntnisse bringen würden. Unter Beachtung der Nichteignungsverfügung und bei
entsprechender Mitwirkung des Beschwerdeführers in Bezug auf die Behandlung
seiner Hautprobleme sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen, nachdem weder
eine physische noch psychische berufskrankheitsbedingte Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit auszumachen sei. Trotz 100%iger Arbeitsfähigkeit sei der
Beschwerdeführer aufgrund der Nichteignungsverfügung für gewisse Tätigkeiten
eingeschränkt. Gemäss Gutachten des Universitätsspitals Bern vom 8. April 2005
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werde eine Arbeit in einem trockenen Milieu (z.B. Überwachungstätigkeiten) empfohlen.
Das dabei erzielbare Invalideneinkommen sei anhand der Lohnstrukturerhebung (LSE)
des Bundesamtes für Statistik zu ermitteln und dabei auf Tabelle 1 (Privater Sektor)
Niveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) abzustellen. Aufgrund der Akten sei nicht
anzunehmen, dass Anlass für einen speziellen Leidensabzug bestehe, wobei diese
Frage vorliegend nicht abschliessend zu entscheiden sei, da die Streitsache ohnehin
zur Neubeurteilung des Anspruchs auf Invaliditätsleistungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen sei und dabei auch die Frage des Leidensabzugs
noch zu prüfen sein werde. Aufgrund der vorliegenden Akten sei nämlich das für die
Berechnung des Invaliditätsgrads im Zeitpunkt eines allfälligen Rentenbeginns
erforderliche Valideneinkommen nicht ausreichend bestimmbar. Die letzte Nachfrage
bezüglich des mutmasslichen Lohns bei der ehemaligen Arbeitgeberin des
Beschwerdeführers sei im Jahr 2001 erfolgt (UV-act. 192). Bei der Festlegung des IV-
Taggelds für die Dauer von medizinischen Massnahmen vom 2. März 2005 sei die IV-
Stelle des Kantons St. Gallen von einem Einkommen von Fr. 60'900.-- ausgegangen.
Ob dieses Einkommen auch als Valideneinkommen für die Ermittlung des
Erwerbsunfähigkeitsgrades verwendet werden könne, sei aufgrund der vorhandenen
Akten nicht klar. Entsprechend seien diesbezüglich zusätzliche Abklärungen
erforderlich. Mit Verfügung vom 20. September 2005 (UV-act. 455) habe die
Beschwerdegegnerin die Ausrichtung von Invaliditätsleistungen ausschliesslich
deswegen abgelehnt, weil im Rahmen der Nichteignungsverfügung weder eine
wesentliche Behinderung noch eine berufskrankheitsbedingte Erwerbseinbusse
vorliege. Einen konkreten Einkommensvergleich zur Bestimmung des Invaliditätsgrads
habe sie allerdings nicht vorgenommen. Die Streitsache sei daher zur Nachholung des
Einkommensvergleichs und zu neuer Verfügung über allfällige Invaliditätsansprüche
des Beschwerdeführers an die Suva zurückzuweisen (Entscheid, a.a.O., Erw. 4c, 4d
und 5).
1.2 Dr. med. B._, Facharzt FMH Dermatologie und Venerologie, berichtete am 11.
Januar 2009 zuhanden der Beschwerdegegnerin, anlässlich der Konsultation vom 16.
April 2008 habe ihm der Beschwerdeführer mitgeteilt, dass er seit 12 Jahren nicht mehr
arbeite und seit März 2006 von Dr. med. C._, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
als 100 % arbeitsunfähig geschrieben werde. Als Hautbefund habe er (Dr. B._) die
Handrücken beidseits mit Rötung, Schuppung, Erosions- und Krustenbildung,
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vereinzelte erosive Herde am linken Unterschenkel gefunden. Der Befund entspreche
einem chronisch rezidivierenden Handekzem mit vereinzelten Streuherden am linken
Unterschenkel. Es sei eine Kontrolle Mitte Mai 2008 vorgesehen gewesen. Jedoch
habe der Beschwerdeführer mitgeteilt, dass er sich von einer Dermatologin in
Niederuzwil weiterbehandeln lasse (act. G
1.2.1; UV-act. 527). Dr. med. D._, FMH für Allgemeinmedizin, hatte im Bericht vom
16. Juni 2008 eine volle Arbeitsunfähigkeit bis auf weiteres bestätigt; dies mit Hinweis
auf das chronische Ekzem sowie einen Diabetes mellitus Typ II, eine Polyarthrose und
eine arterielle Hypertension (Bluthochdruck; act. G 1.2.2; vgl. auch UV-act. 497).
Anlässlich einer Vorsprache eines Suva-Aussendienstmitarbeiters schilderten die
Familienmitglieder die gesundheitliche und soziale Situation des Beschwerdeführers
(UV-act. 505; vgl. auch UV-act. 530). Suva-Arzt Dr. med. E._, Facharzt FMH für
Allgemeinmedizin und Arbeitsmedizin, legte in der Stellungnahme vom 27. April 2009
dar, der Bericht von Dr. B._ sei nicht von aktuellem Wert, da dieser Arzt den
Beschwerdeführer am 16. April 2008 nach sieben Jahren einmalig gesehen habe. Die
vereinbarten Termine habe der Beschwerdeführer nicht mehr eingehalten. Gemäss
Bericht von Dr. D._ vom 16. Juni 2008 persistiere bis zu diesem Zeitpunkt das
chronische Ekzem, dass aufgrund der Fotodokumentation auf dem lateralen
Handrücken lokalisiert sei. Aktuelle Befunde würden fehlen. Die fotodokumentierten
Befunde würden denjenigen entsprechen, wie sie beim Entscheid des
Versicherungsgerichts vom Dezember 2007 bestanden hätten. Es hätten sich schon
damals an den Unterschenkeln Herde befunden. Die weitere dermatologische
Behandlung gehe (mangels natürlichem Kausalzusammenhang zwischen den ab 2.
April 2004 persistierenden Hautveränderungen und dem ursprünglich berufsbedingten
Handekzem) nicht mehr zulasten des Berufsleidens (UV-act. 540).
2.
2.1 Für die hier streitige Invaliditätsbemessung ist ausschliesslich das berufsbedingte
Handekzem zu berücksichtigen. Die Auswirkungen der unfall- bzw. berufsfremden
gesundheitlichen Probleme (Gelenksschwellungen, beginnende Polyarthritis, Diabetes
mellitus Typ II, Verdacht auf orthostatischen Schwindel, Bluthochdruck; vgl. UV-act.
56, 348, 439; act. G 1.2.2) haben ausser Betracht zu bleiben. Dies gilt auch für die
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dermatitis artefacta sowie die bei Dr. C._ behandelten psychischen Probleme, deren
Adäquanz das Versicherungsgericht im Entscheid vom 27. November 2007 (Erw. 3a,
3b, 4a, 4b) verneinte. Die von Dr. B._ im Bericht vom 11. Januar 2009 erwähnten
Befunde an beiden Handrücken mit vereinzelten Herden am linken Unterschenkel (UV-
act. 527), bzw. die aus den vom Beschwerdeführer eingereichten Bildern (act. G 1.2.4,
G 9.1) ersichtlichen Umstände, bildeten bereits Gegenstand der Berichte von Dr. E._
vom 31. März 2005 (mit Fotodokumentation; UV-act. 431-433) und der
Dermatologischen Universitäts-Klinik und -Poliklinik des Inselspitals aus dem gleichen
Jahr (UV-act. 439). Nachdem der Beschwerdeführer den mit Dr. B._ vereinbarten
Termin im Mai 2009 nicht mehr wahrgenommen hatte (UV-act. 527), begab er sich
nicht mehr in spezialärztliche (dermatologische) Behandlung, sondern suchte den
Allgemeinmediziner Dr. D._ auf. Bei dieser Aktenlage fehlt es an Anhaltspunkten für
eine veränderte medizinische Situation beim berufsbezogenen dermatologischen
Leiden, weshalb diesbezügliche weitere Abklärungen überwiegend wahrscheinlich
keine neuen Erkenntnisse zu liefern vermöchten. Nachstehend ist deshalb unter
Beachtung der Nichteignungsverfügung bzw. der berufsbezogenen Hautprobleme von
einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für den hier zur Diskussion stehenden
Zeitraum von Februar 2004 (Rentenbeginn) bis 9. April 2009 (Datum des
Einspracheentscheids) auszugehen.
2.2 Gestützt auf weitere Abklärungen (vgl. UV-act. 487) legte die
Beschwerdegegnerin das Valideneinkommen 2004 auf Fr. 64'250.-- (13 mal Fr. 4'350.--
zuzüglich Fr. 7'700.-- Nacht- und Leistungszulagen [Fr. 700.-- mal 11]; UV-act. 510)
fest. Dieser Wert blieb unbestritten, und es ergeben sich aus den Akten auch keine
Anhaltspunkte für eine unrichtige Bemessung. Bei der Festlegung des
Invalideneinkommens ging die Beschwerdegegnerin vom allgemeinen
Durchschnittslohn aller Branchen gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) des
Bundesamtes für Statistik aus. Aus der LSE 2004 TA 1 Niveau 4 ist für Männer ein
Monatssalär von Fr. 4'588.-- ersichtlich. Das hieraus errechnete Jahressalär von
Fr. 55'056.-- (2004) basiert auf 40 Wochenstunden und ist auf die betriebsübliche
durchschnittliche Arbeitszeit 2004, d.h. auf 41.6 Stunden, aufzurechnen, woraus sich
ein Betrag von Fr. 57'258.-- ergibt.
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2.3 Der Beschwerdeführer lässt beanstanden, dass durch die Beschwerdegegnerin
kein leidensbedingter Abzug gewährt wurde. Nach der Rechtsprechung ist ein Abzug
vom Invalideneinkommen gerechtfertigt, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür
bestehen, dass ein Versicherter, der gesundheitsbedingt lediglich noch leichtere
Hilfsarbeiten ausführen kann, seine Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu verwerten in der
Lage ist. Zudem können weitere persönliche und berufliche Merkmale (Alter, Dauer der
Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie
Beschäftigungsgrad) Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben. Hingegen ist zu
beachten, dass nicht immer sämtliche Ausländer weniger Einkommen als der Totalwert
aller Schweizer und Ausländer erzielen; vielmehr können sich je nach
Aufenthaltskategorie und Anforderungsniveau weitgehende Unterschiede ergeben,
insbesondere bei Inhabern einer Niederlassungsbewilligung C, bei welchen der
Durchschnittslohn für einfache und repetitive Tätigkeiten darüber liegen kann (vgl. BGE
126 V 75 Erw. 5a mit Hinweisen). Bei der Überprüfung des Abzugs, der eine Schätzung
darstellt und von der Verwaltung kurz zu begründen ist, darf das
Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle
desjenigen der Verwaltung setzen (BGE 126 V 75 Erw. 6).
Der Beschwerdeführer kann lediglich noch Tätigkeiten ausüben, bei welchen ein
Kontakt zu den Substanzen mit nachgewiesener Sensibilisierung sowie Feuchtkontakte
und andere Kontakte mit einem Potential zur chronischen Irritation vermieden werden
können. Ärztlicherseits wurde eine Arbeit in trockenem Milieu, z.B.
Überwachungstätigkeiten, empfohlen (UV-act. 439). Ob es sinnvoll ist, dass der
Beschwerdeführer seine Hände "zur Behandlung" in heisses Wasser hält (vgl. dazu act.
G 1 S. 3), erscheint vor dem erwähnten Hintergrund eher fraglich, ändert aber
grundsätzlich nichts an der hier zu beantwortenden Frage des Leidensabzugs. In einem
Urteil des Bundesgerichts vom 22. September 2009 i/S A. (8C_350/2009, Erw. 2.3)
wurde bei einem Versicherten, der aufgrund einer berufsbedingten Nichteignung
lediglich noch trockene, saubere und mechanisch wenig belastende Tätigkeiten
ganztags ausüben konnte, ein Leidensabzug von 15 % gewährt. Das Bundesgericht
erachtete den Leidensabzug zwar mit Hinweis auf die in jenem Fall zur Diskussion
stehende Einkommensparallelisierung als in Frage gestellt, bestätigte die
Invaliditätsbemessung aber dennoch. Konkret steht keine Einkommensparallelisierung
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zur Diskussion (zu den Folgen derselben für den Leidensabzug vgl. Urteil 8C_350/2009
Erw. 1.3). Vom medizinischen Sachverhalt her sind die vorliegend zur prüfenden
Umstände durchaus mit jenen des erwähnten Bundesgerichtsurteils vergleichbar; eine
Abweichung lässt sich lediglich insofern bejahen, als konkret eine Einschränkung
hinsichtlich der mechanischen Belastung nicht explizit vermerkt wurde. Dem
Beschwerdeführer, der ohne berufliche Ausbildung während seines Erwerbslebens
schwere oder gesundheitlich belastende manuelle Arbeit verrichtete (vgl. UV-act. 439
"Arbeitsanamnese"), ist eine Tätigkeit lediglich noch unter den erwähnten
Voraussetzungen, d.h. in trockenem Milieu und mit eingeschränktem Metallkontakt,
zumutbar. Arbeitsplätze mit Wasserkontakt kommen im gesamten Industrie- und
Dienstleistungssektor vor. Möglicherweise hat der Beschwerdeführer einen tieferen
Lohn in Kauf zu nehmen, weil ihm bestimmte Arbeiten in einem Betrieb, z.B.
Reinigungsarbeiten, nicht zugewiesen werden können. Unter diesen Umständen
rechtfertigt sich ein Abzug von 10%. Der Beschwerdeführer war im Zeitpunkt des
Rentenbeginns 53 Jahre alt. Dieser Umstand und die weiteren Merkmale (Dienstjahre,
Nationalität/Aufenthaltskategorie) dürften sich nicht wesentlich auf den Lohn auswirken
(vgl. dazu auch BGE 129 V 472 Erw. 4.3.2). Mit dem von der Beschwerdegegnerin
angeführten Urteil vom 20. Juli 2004 i/S D. [I 39/04] lässt sich die Nichtgewährung
eines Leidensabzugs konkret nicht begründen. Auch der Umstand, dass beim
Beschwerdeführer beträchtliche unfall- bzw. berufskrankheitsfremde gesundheitliche
und soziale Probleme vorliegen, bildet keinen Grund für die Verweigerung eines (durch
die Berufskrankheit bedingten) Leidensabzugs. Einem Valideneinkommen von
Fr. 64'250.-- steht demgemäss ein Invalideneinkommen von Fr. 51'532.-- gegenüber,
woraus sich ein Erwerbsunfähigkeitsgrad von 20% errechnet (zur Prozentgenauigkeit
der Berechnung vgl. BGE 127 V 129).
3.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 9. April 2009 in dem Sinn gutzuheissen, dass die
Beschwerdegegnerin angewiesen wird, dem Beschwerdeführer ab 1. Februar 2004
eine Rente auf der Basis eines IV-Grades von 20 % auszurichten. Gerichtskosten sind
keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Bei diesem Verfahrensausgang wird die
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bewilligte unentgeltliche Rechtsverbeiständung gegenstandslos. Der Beschwerdeführer
hat Anspruch auf Parteientschädigung gegenüber der Beschwerdegegnerin (Art. 61 lit.
g ATSG). Es rechtfertigt sich, diese auf pauschal Fr. 4'000.-- festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG