Decision ID: 7439e1e4-aa8f-4310-9735-49847ab39f03
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1963, meldete sich am 3.
Oktober 2001 (damals als Bauarbei
ter
erwerbstätig) unter Hinweis auf dauernde Schmerzen und
Bewe
gungseinschränkungen
bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/31). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zü
rich, IV
Stelle, sprach ihm nach medizinischen und erwerblichen Abklärungen (vgl. etwa Urk. 7/34-36 und Urk. 7/92) mit Verfügungen vom 3. Februar 2005 (Urk. 7/106; vgl. auch Urk.
7/96 und
Urk.
7/112) mit Wirkung ab 1. September 2004 eine auf einem Invaliditätsgrad von 55 % basierende halbe Rente der Eid
genössischen Invalidenversicherung zu (samt Zusatzrenten für die Kinder).
1.2
Ein erstes Rentenrevisionsverfahren (vgl. Urk. 7/113-127), im Rahmen desselben Verlaufsberichte bei den behandelnden Ärzten eingeholt wurden, wurde mit der Mitteilung vom 5. März 2008 (Urk. 7/127), dass weiterhin Anspruch auf die bis
herigen Invalidenrente (Invaliditätsgrad 50 %) bestehe, abgeschlossen.
1.3
Am 10. März 2010 wurde der Versicherte von der IV
Stelle zu einer
Informations
veranstaltung
betreffend beruflichen Wiedereinstieg eingeladen (Urk. 7/130). Mitte 2011 wurde von Amtes wegen ein weiteres
Rentenrevisions
verfahren
eingeleitet (vgl. Urk. 7/134-138). Die IV
Stelle holte bei der Klinik
Y._
ein Gutachten ein (Gutachten vom 17. Dezember 2012 [Urk. 7/146]). Am 7. Februar 2012 stellte die IV-Stelle dem Versicherten den Vorbescheid,
mit welchem
sie ihm die Einstellung der Invalidenrente ankün
digte, zur Stellungnahme zu (Urk. 7/149-150). Dagegen liess der Versicherte mit Eingaben vom 7. März (Urk. 7/151) und 29. April 2013 (Urk. 7/155) Einwand erheben. Hierzu nahm der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der IV
Stelle Stel
lung (vgl. Urk. 7/160).
Mit Verfügung vom 14. Januar 2014 (Urk. 2 = Urk. 7/161) hob die IV
Stelle die Rente
auf Ende des
nach Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf, und zwar im Wesentlichen mit der Begründung, dass sich der Gesundheitszustand des Versicherten erheblich verbessert habe und nunmehr noch ein
rentenaus
schliessender
Invaliditätsgrad von 10 % vorliege.
2.
Dagegen liess der Versicherte mit Eingabe vom 13. Februar 2014 (Urk. 2) Be
schwerde erheben mit folgenden Anträgen:
1.
Die Verfügung vom 14. Januar 2014, womit die halbe IV
Rente mit Wirkung ab 01. März 2014 eingestellt wird, sei aufzuheben.
2.
Es sei dem Beschwerdeführer auch über diesen Zeitpunkt hinaus eine halbe IV
Rente zuzusprechen.
3.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der
Beschwerde
gegnerin
.
Die IV
Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 20. März 2014 (Urk. 6) auf Abweisung der Beschwerde, wovon dem Versicherten am 27. März 2014 Kenntnis gegeben wurde (Urk. 8).
Auf die Ausführungen der Parteien ist, soweit für die
Entscheidfindung
erforder
lich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar.
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
mensvergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E. 3 und 133 V 108 E. 5.4 mit Hinweis). Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre
chung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durch
geführten Revision keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (Art. 74
ter
lit
. f
der
Verordnung über die Invalidenversiche
rung
[
IVV
]
) und die bisherige Invalidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (Art. 74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer (ordentlichen) rechts
kräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) im Wesentlichen aus, dass gemäss Gutachten der Klinik
Y._
vom 17. Dezember 2012, das unter vollständiger Würdigung der vorhandenen medi
zinischen Akten, nach ausführlicher Anamneseerhebung, genauem Eingehen auf die geschilderten Beschwerden und umfassender Untersuchung erstellt wor
den sei, dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit weiterhin nicht mehr zumutbar sei. In einer angepassten, körperlich nicht belastenden Tätigkeit sei ihm jedoch eine Arbeitstätigkeit zu 100 % zuzumuten. Ausgehend von einem
Valideneinkommen
von Fr. 61'776.15 und einem statistisch ermittelten
Invali
deneinkommen
von Fr. 55'598.55 ergebe sich ein rentenausschliessende
r
Invali
ditätsgrad
von 10 %. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers liege in
sofern ein Revisionsgrund vor,
al
s sich sein psychischer Zustand verbessert habe (vgl. auch Urk. 6).
2.2
Demgegenüber liess der Beschwerdeführer im Wesentlichen vortragen, dass sich gestützt auf das Gutachten der Klinik
Y._
vom 17. Dezember 2012 - ent
gegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin - ergebe, dass sich der Gesund
heitszustand nicht verbessert, sondern vielmehr sogar verschlechtert habe. In der angefochtenen Verfügung werde als einziges neues Argument festgehalten, dass ein Revisionsgrund insofern vorliege, als sich der psychische Gesundheits
zustand des Beschwerdeführers verbessert habe. Damit werde indirekt aner
kannt, dass sich die somatischen Beschwerden nicht verändert hätten. Die
Be
schwerdegegnerin
könne den Beweis, dass sich der Gesundheitszustand verbes
sert habe, nicht erbringen. Die Voraussetzungen für eine Renteneinstellung seien nicht erfüllt. Die Frage, ob der unbestrittene Gesundheitsschaden körper
lich oder psychisch bedingt sei, sei irrelevant (Urk. 1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer über den 28. Februar 2014 hinaus Anspruch auf eine (halbe) Invalidenrente hat.
Dabei ist zu prüfen, ob im Zeitraum vom 3. Februar 2005, als dem Beschwerde
führer - nach fundierter Prüfung des medizinischen Sachverhalts (vgl. nachfol
gend E. 3.1) und Durchführung eines Einkommensvergleichs (vgl. Urk. 7/93-94) - eine auf einem Invaliditätsgrad von 55 % basierende halbe Rente zugespro
chen worden war (Verfügung vom 3. Februar 2005 [Urk. 7/106]), bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 14. Januar 2014 (Aufhebung der Rente; Urk. 2) eine für den Rentenanspruch wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist (vgl. zum zeitlichen Referenzpunkt E. 1.5
a.E
.). Mithin bleibt zu prüfen, ob sich im massgebenden Zei
traum der Gesundheitszu
stand des Beschwerdeführers
bzw. die erwerblichen Verhältnisse
entscheidend geändert beziehungsweise verbessert ha
ben
. Auf den Zeitpunkt der Mitteilung vom 5. März 2008 (Urk. 7/127), womit der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine unveränderte halbe Rente bestätigt wurde, ist vorliegend nicht abzustellen, da damals der Sachverhalt in materieller Hinsicht nicht grundlegend überprüft, sondern lediglich ein Verlaufsbericht des behandelnden Arztes (Urk. 7/125) ein
geholt worden war.
3.
3.1
Der
Rentenzusprache
vom 3. Februar 2005 (Urk. 7/106) lagen in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen folgende Akten zugrunde:
3.1.1
Der Leitende Arzt
Dr.
med.
Z._
von der
Klinik Z._
diagnostizierte in seinem Bericht vom 28. Dezember 2001 (Urk.
3/36
/
3-
5
; vgl. auch die früheren Berichte der genannten Klinik [Urk. 7/36/6-9 und 7/
36/
12-14]) ein chronisches
tendomyotisches
lumbal-betontes
Panvertebral
syndrom
bei intermittierender Fibromyalgie-Symptomatik, tendenzieller
Hy
perlordose
lumbal und verstärkter Brustkyphose sowie anamnestisch eine
Pfan
nendach-Dysplasie
beidseits, linksbetont.
3.1.2
Dr.
med.
B._
, Allgemeine Medizin FMH, nannte in seinem Bericht vom 3. Januar 2002 (Urk. 7/36/1-2) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit:
Panvertebralsyndrom
mit
Zervikovertebralsyndrom
,
Thorakover
tebralsyndrom
mit
lumbospondylogenem
Syndrom beidseits bei Fehlhaltung der Wirbelsäule mit Bogenschlussanomalie L5 rechts sowie belastungsabhängige Hüftgelenksschmerzen bei Pfannendach-Dysplasie beidseits. Der Beschwerde
führer sei seit 1996 zu 100 % arbeitsunfähig.
3.1.3
Aus dem Bericht der
C._
vom 19. November 2002 (Urk. 7/
57/
1-7), der vom Leiter der
C._
D._
,
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation, spe
ziell Rheumatologie, und der
dipl.
Psychologin
F._
verfasst wurde, geht hervor, dass dem Beschwerdeführer bei rückenadaptierten leichten bis maximal mittelschwer belastenden Tätigkeiten (wechselbelastend) eine 100%ige Arbeits
fähigkeit attestiert w
urde
. Im Rahmen der B
eobachtungszeit in der
C._
habe der Beschwerdeführer stets zeitlich unbeschränkt eingesetzt werden können. Es sei niemals zu Leistungseinschränkungen durch die
Rückenproble
matik
gekommen. Der Beschwerdeführer traue sich auch selbst eine 100%ige Arbeitstätigkeit bei körperlich leichten bis maximal mittelschwer belastenden
Tätigkeiten
zu. Bei der
testologisch
geprüften Selbstbeurteilung der körperlichen Fähigkeiten PACT habe er mit 153 von möglichen 200 Punkten ein entspre
chendes Resultat erzielt
(S. 6).
3.1.4
Oberärztin med.
pract
.
G._
und die Leitende Ärztin
Dr.
med.
H._
von der Klinik
I._
diagnostizierten in ihrem Bericht vom 29. September 2004 (Urk. 7/92) eine rezidivierende depressive Störung, gegen
wärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F33.1) bei akzentuierter Per
sönlichkeit mit
schizotypen
und narzisstischen Anteilen, welche die Kriterien für eine Persönlichkeitsstörung nicht erfülle (S. 4). Zudem bestehe eine
Somati
sierung
s
störung
. Der Beschwerdeführer weigere sich anzuerkennen, dass es für die Schmerzsymptome keine körperliche Erklärung gebe. Er sei durch die Schmerzstörung und dem daraus resultierenden Verhalten in seiner familiären und sozialen Funktion schwer beeinträchtigt. Der Beschwerdeführer habe ei
nerseits ahnungsvoll sensible Seiten, andererseits ehrgeizige Seiten mit einer Überempfindlichkeit für Kritik, die zu Exazerbationen der depressiven Störung führe
n
. Die depressiven Stimmungen verschlimmerten die Wahrnehmung des Schmerzerlebens. Aus psychiatrischer Sicht sei der Beschwerdeführer auf dem freien Arbeitsmarkt zu 50 % arbeitsunfähig (S. 5).
3.1.5
Aus den Erläuterungen von
Dr.
med.
J._
vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin vom 26. Oktober 2004 (Urk. 7/94/2-3) geht hervor, dass neben den somatischen Gesundheitsbeeinträchtigungen (
Pan
vertebralsyndrom
und Hüftgelenksschmerzen [vgl. Urk. 7/94/1]) die psychischen Störungen (rezidivierende depressive Störung und
Somati
si
erungsstörung
) die medizinische Grundlage der damaligen
Rentenzusprache
bildeten.
3.2
Aus neuerer Zeit liegen im Wesentlichen folgende Arztberichte bei den Akten:
3.2.1
Dr.
B._
berichtete am 20. Oktober 2011 über das Vorliegen eines
Panverteb
ralsyndroms
und progrediente Hüftgelenksschmerzen beidseits bei be
ginnender
Coxarthrose
wegen Hüftgelenksdysplasie. Der Beschwerdeführer sei weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig; er könne keine schweren Arbeiten ausfüh
ren. In einer angepassten Situation am Arbeitsplatz sollte er aber zu 50 % bis 100 % arbeitsfähig sein. Dafür wäre aber eine Umschulung (Büroarbeiten; PC-Support) notwendig (Urk. 7/138-139).
3.2.2
Der Leitende Arzt Prof.
Dr.
med.
K._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
med.
L._
, Facharzt FMH für Orthopädie und Traumatologie, von der Klinik
Y._
stellten in ihrem Gutachten vom 17. Dezember 2012 (Urk. 7/146) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 31):
-
Hüftdysplasie beidseits
-
Verdacht auf leichte Anpassungsstörung mit gemischter Beein
trächtigung von Emotionen
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien die - als Verdachtsdiagnosen aufgeführten - Carpaltunnelsyndrome (rechts mehr als links), die
Sulcus-Ulna
rissyndrome
(links mehr als rechts) und die Bogenschlussstörung L5. Auf der psychisch-geistigen Ebene
sei
zum Zeitpunkt der Untersuchung keine ins Ge
wicht fallende Beeinträchtigung der psychischen und geistigen Funktionen feststellbar gewesen. Aufgrund der beidseitigen Hüftdysplasie bestehe jedoch
eine Beeinträchtigung für schwere körperliche Arbeiten. In einer
leidensange
passten
Tätigkeit sei der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsfähig. Es gelte fol
gendes Belastungs- und Ressourcenprofil: leichte bis mittelschwere wechselbe
lastende Arbeit ohne Zw
an
gshaltungen für die unteren Extremitäten und die Lendenwirbelsäule; kein Heben und Tragen von mehr als 10 kg schweren Ge
genständen; kein dauerhaftes Knien oder Kauern; keine Arbeiten auf Leitern und Gerüsten (S. 34
f.
). Aufgrund der zurzeit fehlenden Hinweise auf relevante psychische Beeinträchtigungen seien dem Beschwerdeführer insoweit alle Tätig
keiten zumutbar (S. 3
6
).
3.2.3
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom RAD erklärte am 11. Januar 2013, dass aus psychiatrischer Sicht von einer Ver
besserung des Gesundheitszustandes auszugehen sei. Die
Rentenzusprache
habe nämlich auch auf einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit durch eine rezidi
vierende depressive
Störung, gegenwärtig mittelgrad
ige Episode (ICD-10 F33.1) bei akzentuierter Persönlichkeit mit
schizotypen
und narzisstischen Anteilen basiert; derzeit sei aber diese Diagnose nicht mehr zu stellen. Es liege lediglich eine leichte Anpassungsstörung vor. Insofern sei versicherungsmedizinisch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer wesentlichen Besserung des Ge
sundheitszustandes auszugehen. Die im Gutachten genannte Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer leidensangepassten Tätigkeit sei deshalb plausibel (Urk. 7/148/6).
4.
4.1
Aufgrund der oben wiederge
ge
benen Arztberichte ist erstellt, dass sich der Gesundheit
s
zustand des Beschwerdeführers im massgebenden Zeitraum, nämlich vom 3. Februar 2005, als dem Beschwerdeführer eine halbe Rente zu
gesprochen worden war
,
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 14. Januar 2014 in erheblichem Ausmass verbessert hat. Wie
Dr.
M._
(vgl. oben E. 3.2.3) zutreffend erkannte
, erfolgte die ursprüngliche
Rentenzusprache
nicht nur infolge der somatischen Gesundheitsbeeinträchtigungen, sondern insbeson
dere aufgrund der rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig
mittelgra
dige
Episode (ICD-10 F33.1) bei akzentuierter Persönlichkeit mit
schizotypen
und narzisstischen Anteilen. Diese Diagnose wurde seinerzeit in der Klinik
I._
von med.
pract
.
G._
und
Dr.
H._
gestellt (vgl. oben E. 3.1.4).
In den aktuellen Arztberichten ist diese Diagnose ni
cht mehr aufge
führt. Nach den
gutachterlichen
Untersuchungen und Erkenntnissen von Prof.
Dr.
K._
und
Dr.
L._
liegt nämlich auf der psychisch-geistigen Ebene keine ins Gewicht
fallende Beeinträchtigung mehr vor (vgl. oben E. 3.2.2). Diese Feststellung steht im Einklang mit dem Bericht von
Dr.
B._
vom 20. Oktober 2011; auch der Hausarzt des Beschwerdeführers diagnostiziert
e
keine Depression (vgl. oben E. 3.2.1). Daraus ist - mit
Dr.
M._
- der Schluss zu ziehen, dass es durch den Wegfall beziehungsweise die Abheilung der depressi
ven Erkrankung zu einer erheblichen Gesundheitsverbesserung gekommen ist.
Schliesslich bestätigte der Beschwerdeführer den geringen psychischen
Leidens
druck
durch den Umstand, dass er seit Jahren keine Psychotherapie besucht (
Urk.
7/132
Ziff.
1.3 und
Urk.
7/146 S. 5; vgl. hierzu
Urteil des Bundesgerichts 8C_283/2015 vom 2
4.
Juni 2015 E. 4.2.2
). Bei diesem Resultat und dem Fehlen der Diagnose einer
somatoformen
Schmerzstörung besteht kein Raum für die Prüfung der Relevanz der Störung (vgl. das Vorbringen des Beschwerdeführers,
Urk.
1 S. 5 f.) bzw. die Annahme einer Arbeitsunfähigkeit entgegen der Ein
schätzung der Fachärzte.
Daran vermag auch der Umstand, dass in somatischer Hinsicht von einer unveränderten Situation (allenfalls auch mit einer gewissen Progredienz) bei den organischen Gesundheitsstörungen auszugehen ist
,
nichts zu ändern.
Insgesamt ist der Gesundheitszustand nach Remission der Depression als verbessert zu qualifizieren.
4.2
Auch bezüglich der
Frage, welche Tätigkeiten dem Beschwerdeführer zumutbar sind, kann auf das überzeugende und nachvollziehbare Gutachten von Prof.
Dr.
K._
und
Dr.
L._
vom 17. Dezember 2012 (oben E. 3.2.2) abge
stellt werden. Es erfüllt sämtliche von der Praxis aufgestellten Kriterien (vgl. E. 1.6). Es ist umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und die
Vorakten
(Anamnese) und ist in der Darle
gung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtend. Die Schlüsse sind nachvollziehbar.
Demzufolge ist als erstellt zu betrachten, dass dem Beschwerdeführer, der in seiner angestammten Tätigkeit wie auch in jeder anderen schweren Arbeitstätigkeit nicht mehr einsetzbar ist, eine
leidensange
passte
leichte bis mittelschwere wechselbelastende
Tätigkeit zu 100 % zumutbar ist. Diese gutachterliche Einschätzung wird im Übrigen
implizit
auch durch den Bericht von
Dr.
B._
vom 20. Oktober 2011 (oben E. 3.2.1) gestützt, der dem Beschwerdeführer grundsätzlich eine Arbeitsfähigkeit in einer Bürotätigkeit von 50 bis 100 % attestierte. Auch
Dr.
M._
erachtete die gutachterliche Einschät
zung, wonach der Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei, als plausibel (oben E. 3.2.3).
4.3
Die Beschwerdegegnerin berechnete den Invaliditätsgrad in der angefochtenen Verfügung vom 14. Januar 2014 (Urk. 2)
gestützt auf statistisch ermittelte Werte: Sie ging dabei von einem
Valideneinkommen
von Fr. 61‘776.15 aus. Bei
der Berechnung des Invalideneinkommens ging sie grundsätzlich vom selben Wert aus (Fr. 61‘776.15), reduzierte diesen aber leidensbedingt um 10 % (
lei
densbedingter
Abzug) auf Fr. 55‘598.5
5.
Daraus errechnete sie einen
Invalidi
tätsgrad
von 10 %
mittels eines faktischen Prozentvergleichs.
Die Berechnung des Invaliditätsgrades wurde vom Beschwerdeführer zu Recht nicht in Zweifel gezogen.
Selbst wenn (was allenfalls diskutierbar wäre) ein
lei
densbedingter
Abzug von mehr als 10 % zur Anwendung käme, würde dies (angesichts eines praxisgemässen Maximalabzugs von 25 %
[vgl. BGE 126
V 75]
) nichts am Ausgang des vorliegenden Verfahrens ändern. Mithin liegt in je
dem Fall ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad vor. Demzufolge ist die Beschwerde abzuweisen.
5.
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige
rung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert innerhalb des gesetzlichen Rahmens (
Fr.
20
0.
bis Fr. 1'000.
) auf Fr. 600.
festzusetzen und dem
unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.