Decision ID: 5e154616-5099-4978-b9d4-3fc7f95c5e6e
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1966, war
zuletzt
vom 2
7.
Juni bis 3
1.
August 2007 als Chauffeur
bei der
Y._
in
Z._
angestellt (
Urk.
12/9/1). Am
6.
März 2009 meldete er sich bei der Invalidenversicherung zu
m Leistungsbezug an (
Urk.
12/10).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte ein polydisziplin
äres Gutachten (
A._
-Gutachten vom 3
1.
Januar 2012,
Urk.
12/72) ein. Mit
Verfügung vom 28.
Januar 2014 (
Urk.
12/112)
verneinte sie einen Rentenanspruch.
1.2
Am
2
4.
November 2016
meldete sich der Versicherte
erneut bei der Invaliden
ver
sicherung an (
Urk.
12/119). Die IV-Stelle trat auf die Neuanmeldung ein und holte ein polydisziplinäres Gutachten (
B._
-Gutachten vom 2
1.
August 2017,
Urk.
12/153) ein. Am 1
1.
Oktober 2017 (
Urk.
12/16
0) erliess sie den Vorbescheid, wogegen der Versicherte Einwände (
Urk.
12/174) vorbrachte.
Mit Verfügung vom 2
4.
Januar 2018 (
Urk.
12/177 =
Urk.
2) verneinte die IV
Stelle erneut einen Rentenanspruch.
2.
Der Versicherte erhob am 2
1.
Februar 2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
4.
Januar 2018 (
Urk.
2)
und beantragte, es seien ihm die gesetzlich geschuldeten Leistungen zuzusprechen. Eventuell sei ein neues versicherungsexternes psychiatri
sches Gutachten einzuholen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-2 oben).
Am
9.
März 2018 (
Urk.
6) reic
hte der Versicherte dem
Gericht einen
Arztbericht (
Urk.
7) ein.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
3.
März 2018 (
Urk.
11) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 2
9.
März 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
13).
Mit Gerichtsverfügung vom 2
8.
Mai 2018
wurde
dem Beschwerdeführer in Be
willigung des Gesuchs vom 2
1.
Februar 2018 (vgl.
Urk.
1
S. 2
Ziff.
3) die unent
geltliche Prozessführung und die unentgeltliche Rechtsvertretung
gewährt
(
Urk.
14 Dispositiv
Ziff.
1).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
tei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
meldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invali
di
tätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie
fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchs
be
grün
dende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerde
fall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Renten
anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesent
lichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
li
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
hielt
im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) fest,
nach der
Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom 2
8.
November 2016 habe
sie
ein medi
zinisches Gutachten in Auftrag gege
ben.
Nach den medizinischen Abklä
rungen sei
ihm
eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt
seit dem
1.
Januar 2016 wieder zu 70
%
zumutbar (S. 1). Di
e Beschwerdegegnerin ermittelte
gestützt auf die medizinische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
einen
Invaliditätsgrad von 33
%
und verneinte
erneut
einen Rentenanspruch (S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte vor,
das Gutachten vom 2
1.
August 2017 enthalte diverse Fehler. So sei die im Gutachten aufgeführte Medikamentenliste nicht voll
ständig. Die Heirat mit seiner ersten Frau habe nicht 1981, sondern 1986 stattge
funden und der Sohn aus erster Ehe sei erst 1989 zur Welt gekommen (
Urk.
1 S.
4
Ziff.
2.1.2).
Die
Untersuchung
habe
zirka 30 und nicht 50 Minuten gedauert, wie auf S. 16 des Gutachtens fälschlicherweise behauptet werde
. Der zeitliche Auf
wand für die psychiatrische Begutachtung sei unangemessen
(S. 5
Ziff.
2.1.3 oben). Nach den Angaben der behandelnden Ärzte sei es im letzten Jahr nicht zu einer
Reduktion der Symptome
gekommen. Die Symptomatik zeige sich bei einem grösseren Vertrauen des Beschwerdeführers immer deutlicher (S. 7 unten). Das Gutachten sei insgesamt geprägt von einer fast vollständig fehlenden Beschwer
de
aufnahme und damit einer ungenügenden Diagnosestellung (S. 8 Ziff.
2.1.7).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verglichen mit dem Zeitpunkt der Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 28.
Januar 2014
(
Urk.
12/112)
massgeblich verändert hat und ob gegebenenfalls neu ein Renten
anspruch besteht.
3.
3.1
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte im Bericht vom 1
8.
März 2009 (
Urk.
12/19/2-5) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte depressive Episode mit somatischen Beschwerden (ICD-10 F32.01) bei einem Status nach
Epiglottitis
mit Intubation. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine familiäre Belastungs
si
tuation und eine Schmerzverarbeitungsstörung nach einem Unfall vom 4.
Okto
ber 2008 (S. 1
Ziff.
1.1).
Dr.
C._
attestierte aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
(S. 2
Ziff.
1.6).
3.2
Dr.
med.
D._
, praktischer Arzt, nannte im Bericht vom 1
3.
Juni 2009 (
Urk.
12/
24/
2-5) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 Ziff.
1.1):
-
massive Belastungsreaktion mit starken Ängsten, Schlafstörungen, Flashbacks und Depression bei
-
Status nach intubationspflichtiger
Epiglottitis
, 2007
-
Status nach Pankreatitis
-
Morbus Crohn
Dr.
D._
führte weiter aus, a
us
psychischer Sicht
sei die Belastbarkeit
massiv eingeschränkt
.
Daher bestehe für jegliche Tätigkeit
eine volle Arbeitsunfähigkeit
(S. 2
Ziff.
1.6 und 1.7).
3.3
Die Ärzte der
E._
, stellten
im
Gutachten
vom 11.
Novem
ber 2009 (
Urk.
12/32) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (S. 3
Ziff.
5.1):
-
Morbus Crohn, Erstdiagnose
im
Juni 2005
-
Status nach
erosiver
Ileitis
im September 2008, partielle Remission unter
Imurek
und Steroiden
-
Status nach möglicherweise
Imurek
-induzierter Pankreatitis im Februar 2009
-
Status nach akuter
biliärer
Pankreatitis im Juli 2009, Dur
chführung einer
laparoskopischen
Cho
lezystektomie
-
psychiatrische Erkrankung:
-
Differentialdiagnose: massive Belastungsreaktion mit Ängsten, Flash
back und Depression nach intubationspflichtiger
Epi
glottitis
2007 (gemäss Hausarzt) und leichte depressive Episode mit somatischen Beschwerden bei Status nach
Epiglottitis
mit Intubation (gemäss behandelnde
m
Psychiater)
-
a
namnestisch verminderte Kraft und Beweglichkeit im linken Arm und im Schultergelenk
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Ärzte eine idiopathische
Tickstörung
mit wiederholten, ru
ckartigen Kopfbewegungen zu Beginn der Anamnese, arterielle Hypertonie, Asthma bronchiale und eine
gastro
ösophageale
Refluxerkrankung
(S. 3
Ziff.
5.2).
Die aktuellen Beschwerden
des Exploranden mit imperativem
Stuhldrang und rezidivierenden Durchfällen seien nachvollziehbar. Unter diesen Bedingungen werde
er,
insbesondere für die Tätigkeit als Lastwagenchauffeur
,
als nicht mehr arbeitsfähig erachtet (S. 4 oben). In einer angepassten, körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit, welche die Möglichkeit beinhalte, jederzeit und un
g
e
hindert eine Toilette aufzusuchen, bestehe momentan eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
entsprechend einer Arbeitsdauer
von 5 3/4 Stunden pro Tag
. Die Reduktion gegenüber einem Vollpensum ergebe sich aus einer verminderten körperlichen Belastbarkeit
bei Morbus Crohn mit imperativem
Stuhldrang und rezidivierenden Durchfällen (S. 4 f.
Ziff.
6.3).
Ab September 2008 sei es zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gekommen sowohl für den angestammten Beruf als
auch
für eine angepasste Verweistätigkeit. In einer
solchen Tätigkeit
habe maximal eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 % bestanden (S.
5
Ziff.
6.4).
3.4
3.4
.1
Die Beschwerdegegnerin gab
beim
A._
ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag, das am 3
1.
Januar 2012 (Urk.
12/72) erstattet wurde. Die Untersuchungen erfolgten
in der Zeit
vom 28.
November bis
2.
Dezember 2011 (S. 1).
Das Gutachten ist von
Dr.
med. F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Allergologie und
klinische
Immunologie, und
Dr.
med
. G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, unterzeichnet (S. 39).
Dr.
F._
führte
zur Anamnese
aus, der Beschwerdeführer
habe
zuletzt
als LKW-Chauffeur gearbeitet
(S. 15
Ziff.
3.2 oben).
Nach den Angaben des Explo
randen habe sich seine gesundheitliche Situation im Oktober 2007 schlagartig geändert, als er wegen einer akuten
Epiglottitis
hospitalisiert worden sei.
Er sei damals intubiert worden.
Anschliessend sei er mehrfach
, vor allem wegen infek
tiöser Erkrankungen, behandelt und hospitalisiert worden (S. 15 Ziff.
3.3 unten). Der Explorand habe über eine Anstrengungsdyspnoe
,
über eine erhöhte Erm
üd
barkeit
,
über
Bauchschmerzen mit Durchfällen Tag und Nacht,
über
Prostatabe
schwerden mit Dysurie, obstruktive
n
Zeichen und
Pollakisurie
,
über
Nykturie sowie über rezidivierende Ängste und eine Depression
geklagt
(S.
17
Ziff.
3.6). Die Erhebung der Anamnese sei mit Hilfe einer Dolmetscherin erfolgt (S. 18
Ziff.
4.1 oben).
3.4
.2
Zur orthopädischen Untersuchung
durch
Dr.
H._
wurde
ausgeführt, im Vordergrund stünden Schulterschmerzen links. Der Beschwerdeführer habe
geklagt, dass er mit
dem
Arm keine Arbeiten durchführen könne, vor all
em nicht über Kopfhöhe. E
r habe keine Kraft (S. 22
Ziff.
4.2.2). Während des Untersu
chungsgespräches habe er die
linke
Schulter allerdings recht gut und offenbar weitgehend frei bewegen können (S. 22
Ziff.
4.2.3 Mitte).
Die Schmerzen
in diesem Bereich
seien stark subjektiv geprägt. Die Bewegungseinschränkung der Schulter sei nicht konstant und beruhe in erster Linie auf einer starken Abwehr
spa
nnung (S. 24
Ziff.
4.2.5 oben). Im Bereich der Halswirbelsäule liessen sich nur leichtgradige degenerative Veränderungen objektivieren, die keinen Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit haben dürften,
die
die
Beschwerden aber teilweise erklärten
. Aus orthopädischer Sicht bestehe keine wesentliche Einschränkung der
Arbeits
fähigkeit für die Tätigkeit als Chauffeur oder
für
eine Alternativtätigkeit. Ledig
lich andauernde Arbeiten über Schulterhöhe seien nicht zumutbar
(S. 24
Ziff.
4.2.5 Mitte).
3.4
.3
Dr.
G._
führte zur psychiatrischen Untersuchung aus
, der Beschwerdeführer sei
einmal in drei Wochen
bei
Dr.
C._
in psychiatrischer Behandlung. Die Gespräche
dauerten jeweils etwa eine halbe Stunde
.
Er habe
sich
2007
in psychiatri
sche Behandlung
begeben
. Er erhalte
dadurch
Trost. Die Ängste hätten sich aber nicht gebessert
(S. 29
Ziff.
4.4.1 oben).
Er sei 2007 intubiert worden, wobei er Angst gehabt habe
, sterben zu müssen.
Wegen der Angst leide er unter Schlafstörungen
(S. 29
Ziff.
4.4.2 unten).
Bei der Behandlung im Spital 2007 sei er zweimal aus dem Bett gefallen. Dabei habe er sich die linke Schulter gebrochen (S. 30 oben).
Dr.
G._
nannte als Diagnosen Angst und depressive Störung gemischt (ICD
10 F41.2) und
eine
Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.1; S. 31
Ziff.
4.4.4).
Anamnestisch liessen sich
Symptome
eine
r
Durchschlafstörung
eruieren sowie
Gedankenkre
isen, eine verminderte Energie und
zeitweilige Müdigkeit und die manchmal auftretende Angst vor einer Wiederholung des Ereignisses vom Okto
ber 200
7.
Weiter bestünden eine oft nervöse, manchmal traurige und selten fröhliche Stimmung,
die
verminderte Fähigkeit, sich freuen zu können, Vergess
lichkeit, ein vermindertes Selbstvertrauen und das Gefühl allgemeiner Sinnlosig
keit. Die Symptome erfüllten die Diagnose
von
Angst und depressive
r
Stimmung gemischt.
Jedoch liessen sich
keine andauernde, depressive respek
tive bedrückt-traurige Stimmung,
keine
Lustlosigkeit und keine absolute Freudlosigkeit nach
weisen
. Anamnestisch lasse sich zudem keine andauernde Angst eruieren
(S. 31
Ziff.
4.4.5 unten).
Der Beschwerdeführer habe sich mit zunehmender Dauer des Gesprächs zusehends entspannen können. Die subjektiv geklagte Müdigkeit und
eine
verminderte Energie
liessen sich
k
linisch nicht feststellen. Die
Befunde sprä
chen für einen leichten Schweregrad der Angst und depressiven Symptomatik
. Hinweise auf die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung
bestünden nicht
. Insbesondere liessen sich keine spezifischen Nachhallerinnerungen und keine Intrusionen nachweisen
(S. 32 oben).
In de
r aktuellen Untersuchung hätten
zudem
zu keinem Zeitpunkt
Hinweise
auf
eine Impulskontrollstörung
bestanden
(S. 32 Mitte).
Anamnestisch liessen sich Symptome von inguinalen Schmerzen beidseits, einer Dysurie und Nykturie, einer Diarrhoe und
ein Husten
nachweisen. Die
se
Beschwerden liessen sich aus somatischer Sicht nicht alle objektivieren. Aus psychiatrischer Sicht liessen sich Belastungen nachweisen, die schwerwiegend genug seien, um in einem ursächlichen Zusammenhang mit den Beschwerden zu stehen. Diesbezüglich sei das Ereignis vom Oktober 2007 zu nennen
sowie
der fehlende Kontakt
zum Sohn des Beschwerdeführers
. Der Explorand habe das Ereignis vom Oktober 2007 bis heute nicht adäquat verarbeitet
. Aus psychiatri
scher Sicht lasse sich die Diagnose einer Somatisierungsstörung begründen. Differentialdiagnostisch müsse
indes
eine
bewusstseinsnahe Aus
gestaltung der Beschwerden in Betracht
gezogen werden. In diesem Kontext sei festzuhalten, dass die psychosoziale Funktionsfähigkeit des Exploranden durch die genannten Beschwerden nicht eingeschränkt sei. Ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens lasse sich nicht feststellen
(S. 33 oben).
Eine schwere psychiatrische Komorbidität könne nicht diagnostiziert werden (S. 33 Mitte).
3.4
.4
Die Gutachter nannten als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit Asthma bronchiale (S. 35
Ziff.
7). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie (S. 35
f.
Ziff.
8):
-
Status nach möglicher linksseitiger Schulterkontusion 2007 mit anam
nestisch
intramuraler Rissbildung der
Supraspinatussehne
-
Status nach leichtem Beschleunigungstrauma der Halswirbelsäule (HWS) 2008 mit noch persistierenden unspezifischen
cervicalen
Beschwerden
-
radiologisch nachgewiesene
Spondylarthrose
und
Uncovertebralarthrose
der HWS auf Höhe von C3/4
-
anamnestisch rezidivierende
Ileitis
mit Durchfällen
-
anamnestisch chronische Prostatitis
-
Status nach Pankreatitis
-
Status nach
Cholezystektomie
bei
Cholelithiasis
-
arterielle Hypertonie
-
Adipositas (BMI 35)
-
Angst und depressive Reaktion gemischt
-
Somatisierungsstörung
Der Explorand habe im Jahr 2007 eine akute
Epiglottitis
erlitten. Er
sei
deswegen auf der Intensivstation intubiert und
tracheotomiert
worden
. Danach sei es zu diversen entzündlichen Erkrankungen gekommen.
Bei
einem
Verkehrsunfall im Oktober 2008
habe er sich
eine Distorsion der HWS zugezogen (S. 36
Ziff.
9 oben). Im Vordergrund der somatischen Befunde
stünden
ein Asthma bronchiale und eine aktive chronische Prostatitis
. Der Explorand habe zudem über rezidivierende Durchfälle geklagt, wobei eine spezifische entzündliche Darmerkrankung ausge
schlossen worden sei
(S. 36
Ziff.
9 Mitte). Radiologisch bestehe lediglich eine leichte
Spondylarthrose
bei C3/4
ohne klinische Korrelation (S. 37
Ziff.
9 oben).
Aus neurologischer Sicht sei keine Pathologie festgestellt worden. Aus psychiatri
scher Sicht sei seit 2007
eine Angst und depressive
Störung gemischt bekannt. Die 2009
festgestellte Impulskontrollstörung müsse unter die Diagnose Angst und depressive Störung gemischt subsumiert werden (S. 37 oben).
Das Asthma bronchiale bewirke
eine theoretische Arbeitsunfähigkeit für Arbeiten in belasteter Atmosphäre. Abgesehen
davon
liessen sich
aber
keine Erkrankungen diagnostizieren,
die
die Arbeitsfähigkeit
einschränkten
. Der Explorand sei für die Tätigkeit als LKW-Chauffeur
daher
vollschichtig arbeitsfähig (S. 37
Ziff.
10).
Für weitere adaptierte Tätigkeiten bestehe ebenfalls eine normale Arbeitsfähigkeit. Aufgrund der Schulterpathologie seien andauernde Arbeiten über Schulterhöhe nicht zumutbar (S. 37
Ziff.
11).
Der Explorand sei
indes
davon überzeugt, dass er an schweren Erkrankungen leide und nicht in der Lage sei, einer Arbeit nachzu
gehen (S. 38
Ziff.
13).
3.5
Dr.
G._
und
Dr.
F._
,
A._
, antworteten am 1
8.
Dezember 2012 (Urk.
12/94) auf eine Rückfrage der Beschwerdegegnerin
zum Gutachten der Ärzte des
E._
vom 1
1.
November 200
9.
Sie
gaben an
, beim Exploranden
sei etwa im Jahr 2005
eine entzündliche Darmerkrankung diagnostiziert worden, welche
nosologisch
als
Morbus Crohn beurteilt worden sei. Danach habe er diverse ent
zündliche Erkrankungen
an anderen Organen
erlitten. Die Behandlung der ent
zündlichen Darmerkrankung habe sich als etwas schwierig gestaltet. Insgesamt habe sich die Situation in den letzten Jahren
aber
stabilisiert (S. 1).
Anlässlich der Untersuchung im
A._
hätten sich sowohl der klinische Zustand sowie die Laborbefunde im Normbereich befunden. Der Explorand habe anlässlich der
Begutachtung
auch nie über einen imperativen Stuhldrang geklagt. Dazu befragt habe er angegeben, dass er im Durchschnitt drei- bis fünfmal pro Tag eine Stuhl
entleerung habe, dies ohne jegliche medikamentöse Therapie (S. 2 oben).
Die Gutachter des
A._
könnten
für die Tätigkeit als Lastwagenchauffeur
keine
Arbeitsunfähigkeit von 100
%
attestieren. Sie seien der Ansicht, dass
der Beschwerdeführer
auch als Lastwagenchauffeur drei- bis viermal pro Tag eine Toilet
te aufsuchen könne. Weiter könn
e er bei Bedarf Medikamente zu sich nehmen, um die Stuhlfrequenz zu reduzieren. Zu unterstreichen sei, dass die Ärzte des
E._
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sowohl eine psychiatrische Erkrankung sowie eine verminderte Kraft und Beweglichkeit im linken Arm und Schultergelenk angegeben hätten.
Dagegen hätten die Gutachter
des
A._
weder aus psychiatrischer noch aus orthopädischer Sicht eine Erkran
kung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizieren können (S.
2 unten).
3.6
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie und Hämatologie, Regionalärztlicher Dienst der Beschwerdegegnerin (RAD), führte in der Stellungnahme vom 2
4.
August
20
13 (
Urk.
12/111
S. 9 f.
) aus, gemäss den
verkehrsmedizinischen Gutachten
(vgl.
Urk.
12/90,
Urk.
12/106)
bestehe für die bisherige Tätigkeit als Lastwagenchauffeur keine Fahreignung. Für eine angepasste Tätigkeit gemäss Belastungsprofil
liege
seit der Eröffnung der Wartezeit keine Arbeitsunfähigkeit
vor
, mit Ausnahme kurzfristiger und vor
über
gehender Krankheitsphasen
. Ausgenommen vom Belastungsprofil seien Arbeiten in schadstoffbelasteter Luft und andauernde Arbeiten über Schulter
höhe. Weiter sei
dem Beschwerdeführer
das Führen von Fahrzeugen der 2.
medizinischen Gruppe (Kategorie C, C1 und Taxi) nicht möglich. Das Führen von Fahrzeugen der
3.
medizinischen Gruppe sei seit dem 3
1.
Januar 2013 wieder möglich
(S. 10 Mitte).
3.7
Mit
Verfügung vom 2
8.
Januar 2014 (
Urk.
12/112)
verneinte die Beschwerde
gegnerin
gestützt auf das Gutachten des
A._
vom 3
1.
Januar 2012
einen Ren
tenanspruch.
4.
4.1
Nach der Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom 2
4.
November 2016 (Urk.
12/119) erstatteten die Ärzte des
J._
am 3
0.
Dezember 2016 (
Urk.
12/123)
einen Bericht
über eine inter
diszipli
näre
Schmerzbehandlung.
Sie stellten folgende
Diagnosen (S. 1 f.):
-
Partialruptur
Supraspinatus
- und
Subscapularissehne
links
-
Status nach Schulterarthroskopie,
Débridement
,
Bursektomie
,
Acromio
plastik
arthroskopisch
links am 1
8.
März 2010
-
Hinweise auf eine
frozen
shoulder
, interstitielle Partialruptur der
Supraspinatussehne
-
chronisches
cervicospondylogenes
Syndrom
mit/bei
-
Status nach Selbstunfall vom
1.
Mai 2015
-
Fraktur des
Processus
articularis
superior
C7 rechts
-
Fraktur des
Processus
transversus
C7 rechts
-
Fraktur Lamina C7 rechts
-
Fraktur des
Processus
articularis
inferior C6 rechts
-
Rissquetschwunde Stirn fron
tal links von zirka 4 cm
-
Status nach ventraler
Spondylodese
mit Beckenkamm- und Platte bei Fraktur C6/7 vom 1
7.
Juni 2015
-
lumbovertebrales
Syndrom
mit/bei
-
tieflumbal betonte
n
osteochondrotische
n
und
spondylarthrotische
n
Veränderungen
,
nebenbefundlich
kleine
Inguinalhernie
beidseits
-
Lumboischialgie
bei L4/5
-
Status nach Sturz auf die rechte Hand
vom
2
7.
September 2016
-
Status nach distaler,
undislozierter
Radiusfraktur der rechten Hand
-
Ellenbogenkontusion
-
i
nkomplette periphere
Fa
cialis
parese
links
-
Morbus Crohn, Erstdiagnose Juni 2005
-
Status nach
biliärer
Pankreatitis,
Colonwandverdickung
beginnend
im
Colon
descendens
bis ins Sigma reichend ohne Divertikel
, wohl im Rahmen des Morbus Crohn und Wandverdickung auch im terminalen Ileum
-
gastroösophageale
Refluxerkrankung
-
Torticollis
-
Asthma bronchiale
-
Differentialdiagnose: COPD
-
arterielle Hypertonie
-
Status nach
Epiglottitis
2007 mit Intubationspflicht
-
infizierte
folikulläre
Zyste 38
-
Perimandibularabszess
in Unterkiefer links
-
Status nach posttraumatischer Belastungsstörung seit
Epiglottits
2007
(ICD-10 F43.1)
-
Angst und depressive Störung
,
gemischt (ICD-10 F41.2)
-
Onychotillomanie
-
anamnestisch chronische Prostatitis
-
Status nach Tonsillektomie
-
Status nach Appendektomie
-
Status nach
Cholezystektomie
bei
Cholelithiasis
-
Diabetes mellitus
Zur Untersuchung durch
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Chirurgie,
wurde ausgeführt
, der Beschwerdeführer habe bei einem Autounfall
2015
eine HWS-Distorsion mit einer frontalen Rissquetschwunde, einer Distorsion der Lendenwirbelsäule
(LWS)
und eine
r
Commotio cerebri erlitten.
S
eit dem Unfall
leide er
an einem
cervicocephalen
Syndrom mit Begleitschwindel sowie an neu
ro
psychologischen Defiziten mit
erhöhter
Ermüdbarkeit,
einer
Kon
zentrations
schwäche, Vergesslichkeit, Wortfindungsstörungen
und an
einer verminderten
Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit.
Nach dem Unfall
sei eine
Spondylodese
durchgeführt worden
.
Der
Beschwerdeführer leide weiter an einem chronischen
,
rezidivierenden
cerval
und lu
mbal betonte
n
Panvertebralsyndrom
.
Abklärungen der L
WS
und des Beckens vom 1
0.
Oktober 2014 hätten den Befund von distal betonten
spondylarthrotischen
Veränderungen mit
breitbasigen
Diskusvor
wöl
bungen beziehungsweise
Protrusionen
bei L4-5 ergeben. Es handle sich um mit
telgradige degenerative Veränderungen der LWS, was zu einem chronischen
lumbovertebralen
Syndrom mit Ausstrahlung rechtsbetont beidseits führe. Der Beschwerdeführer habe sich
zudem
im Jahr 2007 an der linken Schulter verletzt, worauf er operiert worden sei
. Seither bestehe eine diffuse Hypästhesie im Bereich des linken Armes
(S. 2 unten).
Aus psychosomatischer Sicht klage
der Patient
seit dem Ereignis von 2007 über Atemnot, Ohnmachtsgefühle, Existenzängste, Konzentrationsstörungen, Ver
gess
lich
keit und einen sozialen Rückzug. Weiter bestünden multiple Ver
lust
erfahrungen, Einsamkeits- und Schuldgefühle, Schlafrhythmusstörungen
, eine innere Nervosität
etc. (S. 3 Mitte).
Der
Anästhesist und Schmerztherapeut
Dr.
med
.
L._
, Facharzt
für Anästhesiologie, attestiere
aus schmerztherapeutischer Sicht wegen
chroni
fizier
ter
Schmerzen, die bei körperlicher und psychischer Belastung zunehmen würden, generell eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
.
Dr.
med.
M._
, praktischer Arzt,
Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation und
für Orthopädi
sche Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, attestiere aus schmerztherapeutischer Sicht unter Berücksichtigung aller Facetten der Persön
lichkeit des Patienten ebenfalls eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Gemäss
Dr.
K._
könne dem Beschwerdeführer zurzeit und bis auf Weiteres keine Tätigkeit zugemutet werden. Die Einschätzung gelte vor allem aufgrund von belastungsabhängigen Beschwerden bei
cervikal
und lumbal betontem
Panver
tebralsyndrom
und
einem
Status nach multiplen Operationen am Bewegungs
apparat einerseits sowie komplexen internistischen Problemen ander
er
seits.
Aus orthopädisch-chirurgischer Sicht sei aus akutem Anlass mit einem Bruch des
rechten
Handgelenkes zurzeit keine Arbeitsfähigkeit gegeben. Der
fest
gestellte
Schwindel müsse bei der Wahl des Arbeitsplatzes
beziehungs
weise
bei der frühe
ren
Tätigkeit als LKW-Chauffeur wahrscheinlich berücksichtigt werden. Aufgrund der psychiatrischen Diagnosen mit einer ständigen Unruhe und den Folgen eines Morbus Crohn bestehe aus psychiatri
scher Sicht auch für eine angepasste Tätig
keit eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(S. 8 unten).
Die Ärzte des
J._
att
estierten
gesamthaft sowohl für die Tätigkeit als Last
wagen
chauffeur als auch für eine angepasste Tätigkeit eine Arbeitsun
fähigkeit von 100
% (S. 9
oben
).
4.2
Dr.
phil.
N._
,
k
linischer Psychologe und Supervisor,
Dr.
med. O._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
med.
P._
, Facharzt für Neurologie,
J._
, berichteten am 2
7.
Januar 2017 (
Urk.
12/131) über eine Verschlechterung des Zustandes des Patienten seit 201
2.
Die Ärzte des
J._
führten aus, 2012 seien als Pro
bleme eine Anstrengungs
dyspnoe, eine
Ermüdbarkeit, Bauchschmerzen und Prostatabe
schwe
rden beschrieben worden. Der Beschwerdeführer habe
zudem
Ängste, eine Depression, Schulterschmerzen links, Schmerzen im Bereich der HWS,
der Brustwirbelsäule (BWS)
und
der
LWS sowie
Atemnot
, Schwindel, eine Schlafstörung, Panik
attacken, Müdigkeit und Freudlosigkeit beschrieben (S. 1 f.). 2017 klage der Patient seit dem
Ereignis von 2007
über persistierende Atemnot, O
hnmachts
ge
fühle, Existenzängste und Konzentrationsstörungen. Weiter bestünden
Ein
sam
keits
- und Schuldgefühle, Schlafrhythmusstörungen, ei
ne innere Nervosität, Herz
rasen, starke Kopfschmerzen, eine geringe Frustrations
toleranz und starke Sinn
losigkeitsgedanken.
Die Diagnose Angst und depressive Störung, gemischt (ICD-10 F41.2), welche im Gutachten des
A._
vom 3
1.
Januar 2012 beschrieben, aber nicht diagnostiziert worden sei, sei nun eindeutig erfüllt. Zudem bestünden eine Diarrhoe, Blasenprobleme,
eine
Inkontinenz und Rückenschmerzen.
Der
beste Kollege des Beschwerdeführers
sei
zudem
2013
an einem Herzinfarkt gestorben.
K
örperlich
fühle er sich sehr krank und geschwächt
.
Anamnestisch bestünden konkrete Suizidgedanken und -wünsche
(S. 2 oben).
Die Ärzte gaben zum psychopathologischen Befund an, der Pati
ent
erscheine
äusserlich verwahrlost sowie
altersentsprechend, bewusstseinsklar und allseits orientiert. In der emotionellen Kontaktaufnahme sei er zurückhaltend und gehemmt. Er sei vollständig mit den Themen Wasserlösen, Bauchschmerzen, Koma und Fingernägel beschäftigt
. Die Stimmung sei deutlich depressiv-resigniert sowie ängstlich bis hin zum Impuls, sich umbringen zu wollen. Weiter bestehe eine deutliche Störung des Vitalgefühls
. Kognitiv sei der Beschwerde
führer in der Aufmerksamkeit, der Konzentration und Merkfähigkeit und
im Hin
blick auf das
Gedächtnis verlangsamt beziehungsweise deutlich eingeschränkt. Die Krankheitseinsicht sei erhalten
(S. 2 unten).
Aufgrund der neuropsychologisch bestätigten Depression, des negativen und positiven Leistungsbildes sowie der Fremdanamnese sei der Patient auch für angepassten Tätigkeiten zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 4
Ziff.
6).
4.3
Dr.
K._
stellte
im Bericht vom 1
7.
März 2017 (
Urk.
12/136
/2
-7
)
neu fol
gende Diagnosen mit Auswi
rkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1.1):
-
cervicocephales
Syndrom mit Begleitschwindel und Verdacht auf neu
ropsychologische Defizite bei Status nach Trauma mit HWS-Distorsion und Commotio cerebri
-
Status nach
cervicaler
Spondylodese
wegen Fraktur bei C6/7 vom 1
7.
Juni 2015
-
Status nach Weichteil-Operation am Hals links, 2016
-
generalisiertes Schmerzsyndrom mit Schwerpunkt
cervicocephal
mit wahrscheinlich
cervical
bedingtem Begleitschwindel und Tinnitus bei Sta
tus nach Polytrauma vom
1.
Mai 2015
-
Meralgia
parästhetika
rechts
-
Lumboischialgie
L4/5
Dr.
K._
führte weiter aus,
die Anamnese sei sehr komplex. Neben diversen internistischen Problemen leide der Patient auch an einem chronischen rezi
di
vieren
den
cervical
und lumbal betonten
Panvertebralsyndrom
. Die Ab
klärungen
vom Oktober 2014
hätten distal betonte
spondylarthrotische
Ver
änderungen mit
breitbasigen
Diskusvorwölbungen beziehungsweise
Protrusionen
bei L4-5 erge
ben. Dies führe zu einer leichtgradigen konzentrischen Spina
l
kanaleinengung sowie zu bilateralen
foraminalen
,
rezessalen
Einengungen mit einer möglichen Reizung der Nerve
n
wurzel L4
foraminal
und L5
rezessal
beidseits (S. 2 f.
Ziff.
1.4). Es handle sich um mittelgradige degenerative Veränderungen der LWS, was zu einem chronischen
lumbovertebralen
Syndrom mit Ausstrahlung rechtsbetont beidseits führe (S.
3
Ziff.
1.4 oben).
Der
Patient leide an den Folgen des Autounfalles vom
1.
Mai 2015 und der im Jahr 2007 erlittenen
Epiglottits
mit int
ubationspflichtiger Bronchitis
(S. 4 Mitte).
Dr.
K._
attestierte für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit seit 2007 bis auf Wei
teres eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (S. 5
Ziff.
1.6). Dem Patienten könne zurzeit und bis auf Weiteres keine Tätigkeit zugemutet werden (S. 6
Ziff.
1.7).
4.4
4.4.1
Die Beschwerdegegnerin holte beim
B._, Basel
,
ein polydisziplinäres Gutachten ein. Das Gutachten vom 2
1.
August 2017 (
Urk.
12/153/2-36)
beruht auf den Untersuchungen vom
3.
Juli 2017 und den IV
Akten (S. 1). Es
ist von
Dr.
med. Q._
, Facharz
t für Rheumatologie,
Dr.
med.
R._
,
Facharzt für Neurologie,
Dr.
med.
S._
, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie, und
Dr.
med. T._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, unterzeichnet (S. 36).
Die Gutachter führten zur Anamnese aus, der Explorand habe angegeben, dass er viele gesundheitliche Probleme habe. Im Jahr 2007 sei er wegen einer Hepatitis ins
Koma gefallen. Seither habe er
Angst, er würde ersticken. Es bestünden Depressionen und schlechte Träume und beim Atmen komme es zu Panik
reaktionen. Sein Zustand habe sich immer
weiter
verschlimmert.
Weiter bestün
den ein Schwindel und
Kopfschmerzen und er habe Schmerzen und Blockaden in den Muskeln und Gefühlsstörungen im rechten Bein
. Zu Durchfällen komme es sieben bis acht Mal pro Tag und es bestünden Schwierigkeiten beim Wasser lösen
(S. 11
Ziff.
3.1.1).
Gemäss dem Polizeirapport zum Unfall vom
1.
Mai 2015 habe der Beschwerde
führer zu diesem Zeitpunkt als Pizzakurier gearbeitet (S. 11
Ziff.
3.1.2 unten).
Aus allgemeininternistischer Sicht stehe ein metabolisches Syndrom mit arte
rieller Hypertonie, einem Diabetes mellitus und Adipositas im Vordergrund. Der Blutdruck sei bei der Untersuchung trotz Medikamenten noch erhöht gewesen. Der Diabetes mellitus sei
im Normbereich ideal eingestellt. Die angegebenen täg
lichen Durchfälle seien bei unauffälligen Laborwerten ohne Entzündungsreaktion und
kolonoskopisch
nachgewiesener Remission des Morbus Crohn nicht erklär
bar. Eine Laktoseintoleranz könne abhängig vom Essen Bauchkrämpfe verursa
chen. Dies könne aber medikamentös behandelt werden. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit entstehe dadurch nicht. Lediglich eine Toilette sollte
bei Bedarf erreichbar sein. Für eine körperlich leichte bis zumindest mittelschwere Tätigkeit bestehe aus allgemeininternistischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähig
keit (S. 13
Ziff.
3.4 unten).
4.4.2
Dr.
S._
führte zur psychiatrischen Untersuchung aus
,
der Beschwerdeführer leide nach seinen Angaben
unter Angst und Panikattacken, auch zu Haus
e
.
Dazu komme es
, wenn er etwas denke, d
as ihn beunruhige. Weiter leide er unter Depressionen und habe schlechte Träume (S. 14
Ziff.
4.1.1.2 Mitte). Er
sei
alle zwei Wochen
bei
Dr.
N._
,
J._
,
in psychiatrischer Behandlung
(S. 14 Ziff.
4.1.1.2 unten).
Ab
1981
sei er
mit einer
Landsfrau
verheiratet gewesen. Wie lange könne er nicht sagen. Aus
dieser Ehe habe er einen Sohn, der heute
über
20 Jahre alt sei. Den Sohn, der in der Türkei lebe, habe er schon lange nicht mehr gesehen. In zweiter Ehe sei er von 1994 bis 2013 mit einer Schweizerin verheiratet gewesen (S. 15 unten).
Der Beschwerdeführer habe Kontakte
zu Kollegen und zu einem Bruder. Letztmals sei er im letzten Jahr
mit dem Flugzeug
zusammen
mit einem Kollegen
in die Türkei verreist
(S. 16 oben).
D
er Explorand sei vor der Untersuchung ruhig in der Wartezone gesessen. Gleich im Gesprä
ch habe er zu zittern begonnen und schwer geamtet. Er habe
ängstlich gewirkt und immer wieder auffäl
lig an den Fingernägeln gekaut
(S. 16
Ziff.
4.1.2 Mitte).
Der affektive Kontakt habe gut hergestellt werden können. Die Stimmung sei depressiv gewesen. Der Beschwerdeführer habe nervös und ängstlich gewirkt (S. 16
Ziff.
4.1.2 unten).
Diagnostisch bestehe e
ine leichte depressive Episode. Diese sei
gekennzeichnet durch depressive Verstimmungen, eine erhöhte Ermüdbarkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen mit Albträumen und einem verminderten Appetit.
Weiter bestehe
eine Panikstörung mit häufig auftretender
,
anfallsartiger Angst mit vegeta
tiven Symptomen als Ausdruck der Angst, die auch unabhä
ngig von der Situ
ation auftrete
n würden
.
Schliesslich bestehe eine Somatisierungsstörung. Diese sei gekennzeichnet
durch multiple, wechselnde somatische Beschwerden, vor allem mit Schmerzen, deren Ausmass mit der Überzeugung
,
aus gesund
heit
li
chen Gründen nicht mehr arbeiten zu können, anhand der soma
tischen Befunde nicht hinreic
hend objektiviert werden könne
. Weiter bestehe ein Migrations
hin
tergrund. Als somatische Probleme bestünden unter anderem
ein
Morbus Crohn,
Epiglottitis
im Jahr 2007,
Prostatitis, Asthma bronchiale und eine
Spondylodese
bei C7 bis Th1 bei Frakturen bei C7 (S.
16 f.
).
Bei
der
Arbeit könne es auch aufgrund der somatischen Probleme zu einer erhöhten Ermüdbarkeit kommen. Panikattacken würden nicht allzu häufig auf
treten. Während des Untersuchungsgespräche
s habe er sitzen bleiben können
.
Es könne dem Exploranden zugemutet werden, in einer somatisch angepassten Tätigkeit zu arbeiten. Er
leide nicht unter einer schweren Krankheit, die nicht behandelt oder geheilt werden könne (S. 17
Ziff.
4.1.4 unten).
Für
in somatischer Hinsicht
an
die
Fähigkeiten
des Beschwerdeführers
angepasste Tätigkeiten bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
ohne Leistungsein
schränkung. Auch im Verlauf lasse sich eine psychiatrische Arbeitsunfähigkeit nicht bestätigen. Ansonsten könne auf das Gutachten des
A._
vom 3
1.
Januar 2012 abgestellt werden
(S. 17 f.
Ziff.
4.1.5). Nach der Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers könne er nicht mehr arbeiten.
Eine Arbeitsunfähigkeit lasse
sich mit den objektiv zu erhebenden Befunden aber nicht begründen (S. 18 Ziff.
4.1.6). Die Ärzte des
J._
hätten die
im
A._
-Gutachten
gestellte Diagnose
Angst und depressive Störung
gemischt übernom
men. Sie hätten aber eine 100%
ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Unter Berücksichtigung der diagnostischen Kriterien nach ICD-10 bestünden mittlerweile eine depressive Episode und eine Angststörung mit einer Panikstörung. Dies gelte auch unter den zunehmenden psychosozialen Belastungsfaktoren, die zu einer gewissen Verschlechterung bei
getragen hätten mit einer nun schon langen finanziellen Abhängigkeit vom Sozialamt. Eine Arbeitsunfähigkeit lasse sich
dadurch
aber nicht begründen, da es sich nicht um schwere psychische Störungen handle
. Diese könnten
therapeu
tisch günstig beeinflusst oder geheilt werden
(S. 18
Ziff.
4.1.7 oben).
4.4.3
Dr.
S._
äusserte sich im Weiteren
zu den Standardindikatoren. Z
um Gesund
heitsschaden
gab er
an,
als objektive
psychopathologische
Befunde hätten
sich depressive Verstimmungen, eine gewisse psychomotorische Unruhe mit
einer
Ängstlich
keit und leichte Konzentrationsstörungen ergeben. Der Explorand habe vor allem über eine erhöhte Ermüdbarkeit geklagt und über Konzentrations
stö
rungen mit Vergesslichkeit, Schlafstörungen
mit Albträumen, Panikattacken und über
Ängste unter Menschen und multiple und wechselnde somatische Beschwer
den,
vor allem mit Schmerzen
(S. 18
Ziff.
4.1.10
.1
unten). Der Explorand habe seine Medikamente am Untersuchungstag nicht bei sich gehabt. Er könne also durchaus eine Zeitlang auf
die Einnahme von Benzodiazepine
n
verzichten. Schwere Konzentrationsstörungen lägen nicht vor.
Es bestünden akzentuierte ängstl
iche Persönlichkeitszüge, was für
die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung
nicht ausreiche
. Dagegen spreche vor allem der Längsverlauf mit einer normalen Sozialisation vor der Erkrankung und einer vollen Leistungsfähigkeit.
Ressourcen bestünden
vor allem bezüglich angelernter Arbeiten.
Der
Beschwerdeführer
besitze vor allem
Berufserfahrung als Lastwagenchauffeur (S. 19 oben).
Die gesundheitlichen Probleme und das Unfallereignis führten psychisch zu einer Verunsicherung. Die bisher nicht eingetretene Beschwerdefreiheit führe auch zu einer Enttäuschung. Dadurch könne es zu regressiven Tendenzen bezüglich einer Erwerbstätigkeit kommen. Der Explorand habe angegeben, dass er durchaus gute Kontakte in seinem Umfeld habe (S. 19
Ziff.
4.1.10.2 unten). Es bestehe eine
ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung mit psychopharma
ko
logischer Medikation
. Die Medikamentenspiegel hätten sich alle an der unteren Grenze des therapeutischen Bereichs befunden. Dies sei ein Hinweis auf eine schlechte Compliance. Die regelmässige Einnahme von Benzodiazepinen erweise sich
zudem
als nicht gut. Dies könne die psychiatrische Problematik ver
schlech
tern. Benzodiazepin
e
sollte
n
als Reservemedikation beibehalten werden und nur in Notfallsituationen bei Panikattacken eingenommen werden (S. 19 f.
Ziff.
4.1.10.3).
Der psychiatrische Gutachter gab zur Konsistenz an,
dem Exploranden sei es nach wie vor möglich, selber Auto zu fahren, auch wenn er kein eigenes Auto besitze. Flugreisen in seine Heimat Türkei seien ihm
ebenfalls
weiterhin möglich, trotz subjektiv starker Beschwerden mit Ängsten und Schmerzen. Da er sich am Tag hinlege, könnten sich die Schlafstörungen in der Nacht noch verstärken. Die Reisefähigkeit sei nicht beeinträchtigt. Der Beschwerdeführer könne öffentliche Verkehrsmittel alleine benützen und
habe auch
alleine mit dem Zug zur Unter
suchung nach Basel fahren
können
. Er könne sich also durchaus unter vielen Menschen bewegen. Eine zusätzliche Agoraphobie bestehe daher nicht.
Weiter
habe er gute Kontakte zu Kollegen und innerhalb der Herkunftsfamilie zu den Geschwistern und zur betagten Mutter (
S. 20
Ziff.
4.1.10.4).
4.4.4
Zur rheumatologischen Untersuchung durch
Dr.
Q._
wurde ausgeführt, der Explorand habe primär chronische und
s
eit Jahren persistierende, therapie
re
sistente lumbale Rückenbeschwerden mit Ausstrahlung in den Beckengürtel angegeben. Die Beschwerden akzentuierten sich bei praktisch allen Bewegungen
. Der Schmerz
sei als
messerstichartig beschrieben
worden
(S. 21 oben).
Im Weite
ren habe
er
über chronische zervikale Beschwerden geklagt, welche sich nach dem Unfallereignis vom Mai 2015 mit
einer Fraktur im Bereich der HWS und einer ventralen
Spondylodese
des Segments C6/7
im Vergleich zu den bereits vor
bestehenden Beschwerden ganz klar akzentuiert hätten. Jegliche Bewegungen der HWS führten sofort zu massiven Schmerzen im gesamten Nackenschulter
gür
tel. Auch mit
tels
Physiotherapie habe kein positiver schmerzlindernder Effekt erzielt werden können. Der Explorand habe weiter über zum Teil blockierende Beschwerden an beiden Schultergelenken rechts mehr als links geklagt (S. 21 unten).
Der Explorand habe bei der halbstündigen Anamneseer
hebung ruhig sitzen können und
nicht das Bedürfnis gehabt, die Position zu wechseln
(S. 22
Ziff.
4.2.2 oben). Die spontan geklagten Beschwerden lokalisierten sich h
auptsächlich im Bereich der LWS,
des Beckengürtels und zervikal sowie an beiden Schulter
ge
lenken
. Die Untersuchung
sei bei knapp genügender bis guter Compliance durch
geführt worden
(S. 25
Ziff.
4.2.4 Mitte). Die spontane Bewegungsfähigkeit beim An- und Abziehen der Kleidungsstücke vor und nach dem Status habe ein unauffälliges Bild ergeben.
Insbesondere hätten keine spezifischen Bewegungs
einschränkungen bestanden und es sei zu keiner Schmerzartikulation gekommen
. Im gezielten Status bestehe eine Wirbelsäulenfehlhaltung und -
fehlform
, negativ begünstigt durch eine allgemeine muskuläre
Dysbalance
(S. 25
Ziff.
4.2.4 unten).
Es fänden sich degenerative Veränderungen lumbal sowie zervikal, wo im Seg
ment C6/7 ein Status nach einer Osteosynthese vorliege. Das gesamte präsen
tierte Ausmass der Bewegungseinschränkung lumbal und insbesondere zervikal könne durch die lokalisierten degenerativen Veränderungen
aber
nicht adäquat erklärt werden. Diesbezüglich sei von einer aktiven Gegeninnervation des Explo
randen auszugehen, auf der Basis einer ausgeprägten subjektiven
Krank
heits
- und Behinderungsüberzeugung mit sekundärer Selbstlimitierung (S.
25 f.).
Dr.
K._
habe im Bericht vom 3
0.
Dezember 2016 eine Rotation der HWS bis 45° und eine Seitneigung
bis 10° objektivieren können. Die im Dezember 2016 festgestellte Rotationsfähigkeit erweise sich damit als massiv besser als die aktuell festgestellte, weitgehend eingeschränkte
cervikale
Rotationsfähigkeit. Dies sei somatisch orientiert nicht zu erklären und lasse dementsprechend auf ein bewusstseinsnahes Verhalten des Exploranden schliessen (S. 26 oben).
Aus rheumatologischer Sicht bestehe für eine körperlich regelmässig mittel bis schwer belastende berufliche Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Der Explorand
müsse
als Lastenwagenchauffeur regelmässig das Ladegut
b
e
- und
e
nt
laden. Eine diesbezügliche Tätigkeit werde daher als nicht mehr möglich erachtet. In Bezug auf körperlich leicht belastende Verweistätigkeiten bestehe insgesamt eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 70
%
. Die um 30
%
reduzierte Leistungs
fähigkeit werde
für die
Gewährung von regelmässigen Pausen berück
sichtigt (S.
27
Ziff.
4.2.5 oben).
4.4.5
Die
B._
-Gutachter stellten folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeits
fähig
keit (S. 32 f.
Ziff.
5.1):
-
chronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
Status nach posttraumatischer Fraktur bei Unfall vom
1.
Mai 2015
des
Processus
artikularis
superior
C7 rechts, des
Processus
transversus
C7 rechts, der Lamina von C7 rechts und Fraktur des
Processus
artikularis
inferia
von C6 rechts mit Status nach ventraler
Spondylodes
e
mit Beckenkammplatte bei Fraktur C6/7
-
ausgeprägte reaktive
Myogelose
der Subokzip
i
tal-,
Trapezius
- sowie der
interskapulären
Muskelgruppen
-
radiomorphologisch
im Röntgen der
HWS vom
3.
Juli 2017 bei Status nach ventraler
Spondylodese
-
ohne
radikuläre
oder
pseudoradikuläre
Beteiligung
-
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
-
thorakolumbal
s-förmige gut kompensierte Skoliose
-
radiomorphologisch
im Röntgen der
LWS vom
3.
Juli 2017: Im Seiten
bild normales Alignement der dargestellten LWS
,
chondrotische
Ver
änderungen zwischen LWK 3/4
-
aktenanamnestisch im MRT
der
LWS
vom
Oktober 2014 tieflumbal
osteochon
dro
tische
und
spondylarthrotische
Veränderungen mit sekundärer Spinal
kanaleinengung LWK 4/5 und bilateralen
fora
mina
len
und
rezessalen
Einengungen
-
anamnestisch aktuell keine Hinweise für sensomotorische Defizite an den unteren Extremitäten
Als Diagnosen ohne
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter (S.
33
Ziff.
5.2):
-
leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0)
-
Panikstörung (ICD-10 F41.0)
-
Somatisierungsstörung (ICD-10 F54.0)
-
Status nach chronischem Schulter-
Impingementsyndrom
links
-
Status nach
posttraumatischer,
konservativ behandelter distaler
undislo
zierter
Radiusfraktur rechts vom 2
7.
September 2016
-
Zustand nach inkompletter peripherer
Fazialisparese
links 2012
-
metabolisches Syndrom
-
anamnestisch Morbus Crohn
-
Kolonoskopie
vom 1
6.
Juni 2017: vollständige Remission
-
Asthma bronchiale
Der Explorand habe verschiedenste gesundheitliche Probleme
angegeben
, vor allem mit Schmerzen an verschiedenen Körperstellen und Depressionen (S. 34
Ziff.
6.2 oben). Aus polydisziplinärer Sicht bestehe für eine körperlich leichte bis inter
mittierend mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit ohne Zwangs
haltungen der HWS eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 70
%
. Diese sei in einem ganztägigen Pensum mit vermehrten Pausen verwertbar. Körperlich schwere und andauernd mittelschwere Tätigkeiten seien nicht mehr zumutbar (S.
34
Ziff.
6.2 unten). Die Arbeitsfähigkeit sei seit dem Unfall vom
1.
Mai 2015 ein
geschränkt. Von Mai bis Ende
2015 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für jegliche Tätigkeiten bestanden. Danach könne eine Arbeitsfähigkeit gemäss der Beurteilung der
B._
-Gutachter angenommen werden (S. 35
Ziff.
6.3). Die Diagnosen der Ärzte des
J._
stützten sich auf die subjektiven Angaben des Exploranden und nicht auf objektive Befunde (S. 35
Ziff.
6.
5
).
4.5
Dr.
med. U._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tolo
gie des Bewegungsapparates,
RAD
,
nahm am 1
1.
September 2017 (Urk.
12/159 S.
5 ff.) Stellung zum
B._
-Gutachten
. Er führte aus,
es
beantworte die gestellten Fragen umfassend und berücksichtige die geklagten Beschwerden.
Es sei sodann in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstellt worden und leuchte in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein (S.
5).
In einer angepassten Tätigkeit bestehe seit Januar 2017 auf Dauer eine Arbeits
unfähigkeit von 30
%
. Neu seien degenerative Veränderungen der LWS dazuge
kommen sowie eine Verschlechterung der HWS-Problematik, die eine dauerhafte Leistungsminderung bewirke (S. 7 oben).
4.6
Dr.
O._
und
Dr.
phil.
N._
,
J._
nahmen am
8.
Januar 2018 (
Urk.
12/173) Stellung zum
B._
-Gutachten.
Sie führten aus
, beim behandelnden Psychiater handle es sich um
Dr.
C._
. Die Medikamentenliste von
Dr.
T._
sei sodann nicht vollständig. Die Heirat mit der ersten Ehefrau sei nicht 1981, sondern 1986 erfolgt. Der Sohn aus dieser Ehe sei 1989 geboren. Die Beschwerden seien ober
flächlich aufgenommen worden (S. 2 oben).
Gemäss
der Behandlung im
J._
bestünden die Symptomkreise Depression, posttraumatische Belastungsstörung sowie Panikstörung
. Die diagnostischen Kriterien für eine Depression seien klar erfüllt
(S. 2 Mitte).
Die Symptome hätten sich im letzten Jahr nicht reduziert. Die Symptomatik habe sich im Gegenteil bei einem grösseren Vertrauen immer deut
licher gezeigt (S. 3 Mitte). Aufgrund der neuropsychologisch bestätigten Depression, des negativen und positiven Leistungsbildes sow
ie der Fremdanam
nese bestehe auch
für angepasste Tätigkeiten eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(S. 5).
4.7
Dr.
U._
führte in der Stellungnahme vom 2
2.
Januar 2018 (
Urk.
12/176 S. 3) aus, gemäss den Berichten der Ärzte des
J._
liege seit 2009 derselbe medizini
sche Sachverhalt vor.
Daher müsse
davon ausgegangen werden, dass
Dr.
O._
lediglich eine andere Beurteilung der Befunde und der Arbeitsfähigkeit vorge
nommen habe im Vergleich mit dem Gutachten des
A._
vom 3
1.
Januar 201
2.
Neue,
unberücksichtigte medizinische Tatsachen und Fakten seien nicht vorgebracht worden.
4.8
Dr.
K._
,
Dr.
med. V._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
Dr.
L._
,
Dr.
med.
W._
, F
achärztin
für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
phil.
N._
,
J._
, erstatteten am
1.
Februar 2018 (
Urk.
7) einen Verlaufsbericht über die inter
dis
ziplinäre Schmerzbehandlung des Beschwerdeführers.
Sie führten aus
,
a
uf
grund der Intensität der Symptome sei der Patient auch in einer leichten, ange
passten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig. Eine Arbeitstätigkeit könne ihm keinesfalls zugemutet werden (S. 10 oben)
.
5.
5.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
5.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderer
seits
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundes
ge
richts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines ren
tenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs
grund
lage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete
versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Jan
uar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
5
.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2
017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
6.
6.1
Die Gutachter des
A._
nannten
im Gutachten vom 3
1.
Januar 2012 als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit Asthma bronchiale. Als Diagnosen
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie im Wesentlichen einen Status nach möglicher linksseitiger Schulterkontusion 2007
mit anamnestisch intra
muraler Rissbildung der
Supraspinatussehne
, einen Status nach leichtem Beschleunigungstrauma der HWS 2008 mit noch persi
stierenden unspezifischen
cervik
alen
Beschwerden,
eine
Spondylarthrose
und
eine
Uncovertebralarthrose
der HWS bei C3/4,
anamnestisch eine rezidivierende
Ileitis
,
eine
chronische Prostatitis,
einen
Status nach Pankreatitis,
Angst und depressive Reaktion gemischt und eine Somatisierungsstörung. Die Gutachter attestierten für die angestammte Tätigkeit als LKW-Chauffeur und für eine adaptierte Tätigkeit eine
volle Arbeitsf
ähigkeit (vorstehend E. 3.4.4).
Die
B._
-Gutachter nannten
im Gutachten vom 2
1.
August 2017 als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom und ein chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom.
Die Gutachter führten die Folgen des Unfalles vom
1.
Mai 2015 in der Diagnose
liste auf.
Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannten
sie
eine leichte depressive Episode, eine Panik- und eine Somatisierungsstörung, einen Status nach chronischem Sch
ulter-
Impingementsyndrom
links,
einen Status nach distaler
undislozierter
Radiusfraktur rechts
, einen Zustand nach inkompletter peripherer
Fazialisparese
links
sowie
ein
metabolisches Syndro
m, Morbus Crohn und Asthma bron
chiale.
Die
B._
-Gutachte
r
kamen zur Ein
schätzung, dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als LKW
Chauffeur ni
cht mehr zugemutet werden könne
. Für eine angepasste Tätig
keit attestierten sie
jedoch
eine zumutbare Arb
eitsfähigkeit von 70
%
(E.
4.4.5).
Demgegenüber attestierten
die behandelnden Ärzte des
J._
auch für eine ange
passte Tätigkeit konstant ei
ne Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(vorstehend E.
4.1
4.3, 4.6 und 4.8).
6.2
Das
B._
-Gutachten
vom 2
1.
August 2017 beruht auf umfassenden, polydiszi
pli
nären
Unters
uchungen
.
Das Gutachten wurde sodann in Kenntnis und in Aus
einander
setzung mit den
Vorakten
erstellt.
Der Beschwerdeführer machte geltend, dass das Gutachten Fehler enthalte. So habe er seine
erste Frau erst 1986 geheiratet und der Sohn aus erster Ehe
sei
1989 geboren
. Weiter sei die
aufgeführte
Medikamentenliste nicht vollständig
(
Urk.
1 S. 4
Ziff.
2.1.2).
Dabei handelt es sich jedoch um kleinere Versehen wie die
nicht
korrekte Schreibweise des früheren behandelnden Psychiaters
Dr.
C._
im Gut
achten
. Die psychiatrischen Medikamente
wurden
auf S. 14 des Gutachtens zusätzlich aufgeführt.
Mit diesen ergänzenden Angaben erweist sich die Medika
menten
liste als vollständig.
Dass die Beschwerden oberflächlich aufgenommen worden wären, lässt sich trotz der vom Beschwerdeführer
aufge
führten
Fehler nicht sagen.
Zum Einwand,
die
Dauer der Begutachtung sei mit circa 30 Minuten unange
messen kurz gewesen (
Urk.
1 S. 5
Ziff.
2.1.3),
ist vorab zu bemerken, dass im Gutachten ein
e
Begutachtungsdauer
von immerhin
50
Minuten aufgeführt wurde (Urk.
12
/1
53 S. 16 Mitte
). Weshalb diese Angabe nicht zutreffen soll, wurde weder dargelegt noch ist dies sonst ersichtlich. Insbesondere ist zu diesem Punkt generell festzuhalten, dass ein Gutachter eine
n
Explorand
e
n in der Regel nur für eine beschränkte Zeit sieht und sich aus der Anzahl und der Dauer der geführten Gespräche keine Rückschlüsse auf die Wertigkeit eines Gutachtens ziehen lassen. Eine Mindestdauer ist dabei nicht zwingend einzuhalten. Vorliegend kommt hinzu, dass Dr.
S._
eine umfangreiche Krankengeschichte zur Verfügung stand, mit der er sich vorbereiten und die er in seine Beurteilung miteinbeziehen konnte. Aus seinem Gutachten geht sodann hervor, dass d
er
Versicherte
seine
aktuellen Beschwerden und deren Behandlung,
seine
sozialen Verhältnisse,
seinen
Tagesablauf
/Freizeitgestaltung/Alltag
etc. eingehend schil
derte. Es fand eine ausführliche Anamnese und Befunderhebung statt (vgl.
Urk.
12
/1
53
/1
4
-20). Unter diesen Umständen kann
offen bleiben
, wie lange die fragliche Exploration tatsächlich gedauert hat, da
keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der zeitli
che Aufwand der Fragestellung und der zu beurteilenden Pathologie nicht ange
messen gewesen war (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_953/2010 vom 2
9.
April 2011, E. 5.4 mit Hinweis).
Die Gutachter kamen zur Einschätzung,
dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwer
de
führers seit dem Unfall vom
1.
Mai 2015 massgeblich eingeschränkt
sei
.
RAD
Arzt
Dr.
U._
fasste das Ergebnis des Gutachtens dahingehend zusammen, dass degenerative Veränderungen der LWS hinzugekommen seien und es zu einer Verschlechterung der HWS-Problematik gekommen sei (vorste
hend E. 4.5). Die
B._
-Gutachter legten sodann nachvollziehbar dar
, dass
dem Beschwerdeführer
trotz der psychischen und somatischen Beschwerden
eine angepasste Tätigkeit
noch
zu 70
% zugemutet werden könne
.
Die Gutachter setzten sich weiter mit der abweichenden Beurteilung durch die Ärzte des
J._
auseinander.
Das Gutachten vermag
demzufolge
auch
in der Beurteilung der medizinischen Situation und in den Schlussfolgerungen zu überzeugen.
Es
erfüllt daher die Anforderungen an den Beweiswert
eines medizinischen Gutachtens (E.
5.1 hiervor)
. Entgegen der Kritik des Beschwerdeführers kann auf das
B._
Gutachten abgestellt werden.
Auf das Einholen eines weiteren Gutachtens
ist
– in antizipierender Beweiswürdigung (BGE 136 I 299 E. 5.3) -
daher zu verzich
ten
(
Urk.
1 S. 2
Ziff.
2 oben).
Nachfolgend sind die sogenannten Standardindikatoren zu prüfen.
6.3
Gutachter
Dr.
S._
gab
als Gesundheitsschaden
depressive Verstimmungen und eine gewisse psychomotorische Unruhe mit Ängstlichkeit und leichten Kon
zentrationsstörungen
an
. Schwere Konzentrationsstörungen
verneinte
er
ebenso wie das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung
(vorstehend E. 4.4.3).
Die diagno
serele
vanten Befunde
erweisen sich
folglich
als
nicht schwerwiegend
ausgeprägt
. Der Beschwerdeführer befindet sich
seit Jahren
in ambula
n
ter psychiatrischer Behandlung, die
bislang
zu keiner
Verbesserung des psychischen Gesundheitszu
standes geführt
hat.
Dr.
S._
bezeichnete
die festgestellten psychischen
Beschwerden jedoch als heilbar
(E. 4.4.2).
Eine
eigentliche
Behandlungs
resistenz
besteht daher nicht
.
Zu Gunsten des Beschwerdeführers ist zu berücksichtigen, dass
mehrere
somatische und psychische Einschränkungen im Sin
ne von Komor
biditäten
bestehen
,
welche
sich gegenseitig
negativ
beein
flussen.
Gemäss
Dr.
S._
bestehen Ressourcen für angelernte Arbeiten und der Beschwerdeführer besitzt Berufserfahrung als LKW-Chauffeur
. Weiter ist zu berücksichtigen, dass
er soziale Kontakt
e
pflegt und nicht sozial isoliert ist
(E.
4.4.3).
Bei der Prüfung der Konsistenz
ergibt sich
, dass es dem Beschwerde
führer trotz
der geklagten
Beschwerden möglich
ist
, in die Türkei zu verreisen
und
er Auto fahren kann
. Gegen einen hohen Leidensdruck spricht sodann die
festgestellte
ungenügende Medikamenteneinnahme.
Nach Prüfung der Standard
indikatoren kann aus psychiatrischer Sicht für eine angepasste Tätigkeit auf
die vom psychiatrischen Gutachter attestierte (
Urk.
12/152 S. 17 unten)
volle Arbeits
fähigkeit abgestellt werden.
Gesamthaft ist, wie im
B._
-Gutachten attestiert,
für eine behinderungsangepasste Tätigkeit von einer zumutbaren Arbeits
fähigkeit von 70 % auszugehen.
6.4
Die Ärzte des
J._
attestierten gesamthaft auch für eine angepasste Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
.
Die
B._
-Gutachter legten
hierzu
dar, dass die von den Ärzten des
J._
gestellten Diagnosen massgeblich auf den subjektiven Angaben des Beschwerdeführers beruhten
(vorstehend E. 4.4.5).
Bereits aus diesem Grund kann der Beurteilung durch die Ärzte des
J._
nicht gefolgt wer
den
.
Beispielsweise begründete der
Rheumatologe
Dr.
M._
im Bericht vom 3
0.
Dezember 2016 eine volle Arbeitsunfähigkeit unter Hinweis auf
die
Facetten der Persönlichkeit des Beschwerdeführers (E. 4.1). Dabei handelt
es sich nicht um eine objektive
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
aus somatischer Sicht
. Die psychiatrische Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit
wurde im Bericht vom 3
0.
Dezember 2016 sodann mit den Folgen
eines
Morbus Crohn ver
mischt.
Weiter ist darauf
hinzuweisen, dass die Ärzte des
J._
aus psychiatrischer Sicht konstant eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
attestierten. Dies spricht dafür, dass es sich bei den
betreffenden
Berichten um eine andere Beurteilung des im
B._
-Gutachten geprüften Sachverhaltes handelt. In diesem Zusammenhang ist zudem auf den Grundsatz hinzuweisen, wonach Berichte der behandelnden Ärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbe
halt zu würdigen sind (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Dies gilt für einen allgemein praktizierenden Hausarzt wie auch für einen behandelnden Spezialarzt (Urteil des Bundesgerichts I 803/05 vom
6.
April 2005 E. 5.5).
Es ist daher auf die Ein
schätzung im
B._
-Gutachten
und jene von
RAD-Arzt
Dr.
U._
abzustellen.
6.5
Nach dem Gesagten erweist sich der medizinische Sachverhalt als
dahingehend erstellt, dass gestützt auf das
B._
-Gutachten vom 2
1.
August 2017 in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
im zu berücksichtigenden Zeitraum ab Mai 2017 (vgl. d
ie
Neuanmeldung vom 2
4.
November 2016,
Urk.
12/119;
Art.
29 Abs. 1 IVG)
eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 70
%
besteht.
7.
7.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
7.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt
erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Ein
kommens
entwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt s
ein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1;
134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen
sind (BGE
139 V 28 E. 3.3.2;
128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
7.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) heran
gezo
gen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten ver
öffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Ver
wendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl.
BGE
143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Inva
lideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz
über die Invalidenversi
cherung
,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
7.4
Für die Bestimmung des
Valideneinkommens
ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer ohne gesundheitliche Einschränkungen weiterhin als Chauffeur oder in einer vergleichbaren Tätigkeit erwerbstätig wäre.
Da
die
letzte
Anstellung des Beschwerdeführers
im Verfügungszeitpunkt bereits mehr als 10
Jahre zurückliegt
(vgl.
Urk.
12/137-138)
, sind Tabellenlöhne zu verwenden.
Gemäss LSE 201
6
Tabelle TA
1
tirage
skill
level
ist für eine
einfache
Tätigkeit
körperlicher oder handwerklicher Art
im Landverkehr, Ziff. 49-52,
für Männer von einem Tabellenlohn von
Fr.
5'
504
.-- auszugehen. Bei einer Nominal
lohnentwicklung
von 0.4
%
im Jahr
2017
(Tabelle
T39
Nominallohnentwicklung, 201
0
-201
8
) und einer wöchentli
chen Arbeitszeit im Jahr 201
7
von
42.9
Stunden
(Tabelle T03.0
2
.03
.
01.04.01)
resultiert ein Einkommen von
Fr.
71
'
120
.-- (Fr.
5'504
.-- x
12 :
40 x 4
2
.
9 x 1.004
). Als
Valideneinkommen
sind daher
Fr.
7
1
'
120
.-- zu veranschlagen.
7.5
Aus medizinischer Sicht kann dem Beschwerdeführer eine behinderungs
ange
passte Tätigkeit zu 70
%
zugemutet werden. Für die Bestimmung des Invaliden
einkommens ist
aufgrund der noch möglichen körperlich leichten Verweistätig
keiten vom Totalwert von
Fr.
5'340.-- (LSE 2016) beziehungsweise angepasst an die Nominallohnentwicklung (0,4
%
) und eine wöchentliche Arbeitszeit von 41.7
Stunden von
Fr.
67'071.-- bei 100
%
und von
Fr.
46’949.
- bei 70
%
aus
zugehen.
Den gesund
heitlichen Einschränkungen des Beschwerdeführers wurde bereits mit einer reduzierten Arbeitsfähigkeit von 70
%
entsprechend einer Arbeitsun
fähig
keit von 30
%
Rechnung getragen. Ein zusätzlicher Abzug vom Tabellenlohn
kann daher nicht gewährt werden
. Daraus resultiert bei einer Erwerbseinbusse von
Fr.
24'171.-- ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 34
%
.
Verglichen mit dem Zeitpunkt der Verfügung vom 2
8.
Januar 2014 hat sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers zwar verschlechtert. Bei einem Inva
liditätsgrad von 3
4
%
besteht jedoch unverändert kein Rentenanspruch.
Die Beschwerdegegnerin hat einen Rentenanspruch demzufolge zu Recht ver
neint. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
8.
8.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Die Gerichtskosten sind vorliegend auf
Fr.
900.-- festzusetzen und dem unterliegen
den Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Infolge
Gewährung der unentgeltlichen Pro
zessführung sind
sie je
d
och
einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
8.2
Die Entschädigung von Rechtsanwalt Dominik Frey, Baden, ist bei einem gerichtsüblichen Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) mit Fr.
2'500.-- (inklusive Barauslagen un
d Mehrwertsteuer) festzusetzen, und eben
falls einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.