Decision ID: 9c40862b-5abf-428c-85fd-38a870e902c9
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1957 geborene
X._
arbeitete
ab
1. Januar 2012
in einem 60%-Pensum als Pflege
fachmann
Anästhesie im Spital
Z._
(Urk. 6/2 S. 4 und 15 S. 2). Daneben war er
seit dem 1.
Oktober 2006
in einem
20%-
Pensum als selbständiger Masseur und Berater tätig (Urk. 6/2 S.
4). Seit dem 13.
Sep
tember 2012 war der Versicherte aufgrund
von Gedächtnisstörungen
zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 6/2 S. 3 f.).
Deshalb gab er per Ende Januar 2013 seine Stelle auf (Urk. 1).
Am 16. November 2012 meldete sich der Versicherte bei der Sozialversiche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (Urk. 6/2). Die IV-Stelle nahm medizinische
Berichte zu den Akten
(Urk. 6/6, 8, 12) und erwerbliche (Urk. 6/7
-
9
,
Urk.
6/
15
) Abklärungen vor. Mit Vorbescheid vom 6.
Dezember 2012 stellte
sie
dem Versicherten die Abweisung des Leis
tungs
begehrens aufgrund
einer
fehlende
n
gesicherte
n
Diagnose und somit
des
Fehlen
s
eine
s
invalidenversicherungsrechtlich
relevante
n
Gesundheitsschaden
s
in Aussicht
(Urk. 6/17). Nach Eingang
eines
Einwandes des Versicherten (Urk.
6/20)
,
einer Ergänzung
desselben (Urk. 6/25) und der Einreichung von Arztbe
richten (Urk. 6/24), erliess die IV-Stelle am 15. April 2013 die Verfügung wie im Vorbescheid angekündigt. Am
16
. April 2013 reichte die Personal
vorsorge des Kantons Zürich (BVK) ihr
bei
Dr. med.
A._
, Facharzt für Allge
meine Medi
zin
,
in Auftrag gegebene
s
und am 11.
April 2013 erstattete
s
vertrauensärztliche Gutachten ein (Urk. 6/29).
2.
Dagegen liess der Versicherte am 6. Mai 2013 Beschwerde erheben (Urk. 1). Er liess beantragen, die Verfügung sei aufzuheben und
die Sache
für ergänzende Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen.
Die IV-Stelle schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 5. Juni 2013 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Für die Umschreibung des Prozessthemas ist nach den Regeln über den Anfech
tungs- und Streitgegenstand zu verfahren. Streitgegenstand im System der nach
träglichen Verwal
tungsrechtspflege ist das Rechtsverhältnis, welches
im Rahmen des durch die Verfügung bestimmten Anfechtungsgegen
standes
den
aufgrund der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegen
stand bildet. Anfechtungsgegenstand und Streit
gegenstand sind identisch, wenn die Verfügung ins
gesamt angefochten wird. Bezieht sich demgegenüber die Beschwerde nur auf einzelne der durch die Verfügung be
stimmten Rechtsver
hältnisse, gehören die nicht beanstan
deten Rechts
verhältnisse zwar wohl zum Anfechtungs-, nicht aber zum Streitgegenstand.
1.2
Aus dem Anmeldeformular des Beschwerdeführers geht nicht hervor um welche Leistungen er bei seiner Anmeldung ersuchte (Urk. 6/
2
)
.
Die angefochtene Verfü
gung vom 15. April 2013 trägt die Überschrift „Verfügung: Kein Anspruch auf IV-Leistungen“. In den Erwägungen wurde dargelegt, dass die Einwände des Beschwerdeführers, es seien berufliche Massnahmen zu gewähren und der Anspruch auf eine Invalidenrente erneut zu prüfen
, untersucht
worden seien. Da kein invalidenversicherungsrecht
lich
relevanter Gesundheitsschaden vorliege, sei der Anspruch auf berufliche Massnahmen ebenfalls zu verneinen. Der Ent
scheid selbst
lautet:
„Das Leistungsbegehren wird abgewiesen“ (Urk. 2).
Da der Beschwerdeführer die
se
Verfügung insgesamt angefochten hat
indem er
beantragen liess, die Angelegenheit sei zur Vornahme ergänzender Abklärungen und anschliessendem Entscheid über berufliche Massnahmen und/oder Rente an die IV-Stelle zurückzuweisen (Urk. 1
S. 1
), bilden sowohl der Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen als auch jener auf eine Invali
denrente Prozessthema dieser Beschwerde.
2.
2.
1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8
ATSG) sind.
2.
2
Invalide oder von einer Invalidität unmittelbar bedrohte Versicherte haben nach Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese not
wendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im (nicht erwerblichen) Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu ver
bessern, zu erhalten oder ihre Verwertung zu fördern. Zu diesen Massnahmen gehören die in Art. 15 ff. IVG geregelten Massnahmen beruflicher Art (Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG)
, darunter Berufsberatung (Art. 15 IVG), Umschulung (Art. 17 IVG) und Arbeitsvermittlung (Art. 18 IVG).
2.3
Aus Art. 4 Abs. 2 IVG ergibt sich, dass der Eintritt der Invalidität für die einzel
nen Leistungen der Invalidenversicherung autonom zu bestimmen ist (soge
nannte leistungsspezifische Invalidität). Dabei sind die rechtlichen Vorgaben zu berücksichtigen, die sich aus Art. 4 Abs. 1 IVG ergeben. Während Art. 10 Abs. 1 Satz 1 IVG entsprechend die Entstehung des Anspruchs auf Eingliederungs
massnahmen regelt, genügt für die Anspruchsbegründung nach Art. 18 IVG (Arbeitsvermittlung) praxisgemäss bereits ein relativ geringes Mass an gesund
heitlich bedingten Schwierigkeiten bei der Suche einer neuen Arbeitsstelle (BGE 116 V 81 E. 6a). Der Anspruch auf Leistungen nach Art. 15 IVG (Berufsbera
tung) setzt seinerseits voraus, dass die versicherte Person an sich zur Berufswahl oder zur beruflichen Neuorientierung fähig ist, infolge ihres Gesundheitszustan
des aber darin behindert ist, weil die Kenntnisse über Neigungen, berufliche Fähigkeiten und Möglichkeiten nicht ausreichen, um einen der Behinderung angepassten Beruf wählen zu können. Der Anspruch auf eine Rente schliesslich bedingt, dass eine versicherte Person nach einem Jahr mit einer durchschnittli
chen Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf von 40 % zu mindestens 40 % erwerbsunfähig ist (Art. 28 Abs. 1 IVG; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts I
431/99 vom 15. Februar 2000 E. 1a).
2.4
Nach Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG sowie Art. 7 ATSG gehen Eingliederungsmassnahmen den Rentenleistungen vor. Diese werden nur erbracht, wenn die versicherte Person nicht oder bloss in ungenügendem Masse eingegliedert werden kann.
Die
Verwaltung
hat
von Amtes wegen abzuklären, ob vorgängig der Gewährung einer Rente Eingliederungsmassnahmen durch
zuführen sind. Der Rentenanspruch kann daher nicht entstehen, solange Ein
gliederungsmassnahmen durchgeführt werden (BGE 126 V 241 E. 5, 121 V 190).
2.
5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
3
.
3.1
Der Versicherte stand in Behandlung in der
O._
des
B._
. Im
Bericht vom 10. Oktober 2012
(Urk. 6/6)
führt
e
n
die Ärzte
die Diagnose eines Mild Cognitive Impairment
(MCI)
bei hohem Verdacht auf eine beginnende Alzheimererkrankung auf.
Die Diagnose stütze sich auf Teilleis
tungsstörungen in den mnestischen Funktionen bei der neuropsychologischen Untersuchung, auf eine hippocampale Atrophie Scheltens Grad 1 links und auf die anamnestischen Angaben, laut denen der Versicherte in seinem häuslichen Umfeld gut zurecht käme, jedoch deutliche Schwierigkeiten im Arbeitsumfeld aufträten, sodass ein hoher Verdacht auf eine beginnende Alzheimer-Erkran
kung bestehe.
Die Ärzte empf
a
hlen
,
bei diesem noch jungen Patienten
seien eine Lumbalpunktion und ein SPECT-CT
als zusätzliche Abklärungen
vorzu
nehmen
. Bis zu einem zweiten Gespräch werde der Beschwerdeführer aufgrund der Schwierigkeiten in seinem beruflichen Umfeld arbeitsunfähig geschrieben.
Die anschliessend getätigte SPECT-Untersuchung und Lumbalpunktion waren unauffällig und brachten gemäss Bericht vom 29. November 2012 keine neuen Informationen über die Herkunft der Störungen (Urk. 6/24).
3.2
Im Bericht vom 9. November 2012
(Urk. 6/12)
zuhanden de
s
Krankentag
geld
versi
cherer
s,
führte
die gleiche Klinik
bezüglich der Arbeitsfä
higkeit des Beschwer
deführers
als Krankenpfleger
aus, dass
dieser
mindestens bis zum Abschluss der noch ausstehenden Untersuchungen ca. Ende N
ovember 2012 arbeitsunfähig sei.
Die Ärzte
hielten
sodann
i
m Bericht vom 12. Februar 2013 (Urk. 6/24 S. 3 ff.) an die Vertreterin des Beschwerdeführers fest,
der
Beschwerdeführer
könne
auf
grund der Störungen der mnestischen Funktionen
zum Schutz der Patienten
sowie des Beschwerdeführers
selber
s
eine
r
Tätigkeit als Pflegefachmann Anäs
thesie
nicht mehr nachgehen
. Das Risiko von Fehlleistungen sei zu hoch. Die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit könne als gegeben angesehen werden. Sie solle zu Beginn in einem Rahmen von ca. 50 % beginnen und je nach Verlauf neu beurteilt werden.
Eine angepasste Tätigkeit sollte aufgrund der Teilleistungsstörungen des Beschwerdeführers in den mnestischen Funktionen von einer anderen Person kontrolliert werden. Es sollte weiter eine Tätigkeit sein, bei der Fehlleistungen keine weiterführenden Konsequenzen hätten.
Die Ärzte erachteten berufliche Massnahmen zur Evaluation einer angepassten Tätigkeit als angezeigt, da es sich noch um einen jungen Versicherten handle.
Sie hielten abschliessend erneut fest, die Diagnose Demenz könne im damaligen Zeitpunkt nicht gestellt werden. Es bestehe jedoch ein Mild Cognitive Impair
ment. Es stünden zur Zeit keine Untersuchungen zur Verfügung, die eine Demenz im frühen Stadium beweisen könnten. Es werde sich jedoch im Verlauf mit hoher Wahrscheinlichkeit das Bild einer Alzheimererkrankung zeigen (Urk.
6/24 S. 4).
3.
3
Dr.
A._
stellte in seinem Gutachten vom 11. April 2013
die schon bekann
ten Diagnosen (Urk. 6/29).
Bezüglich der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hielt er fest, dieser
sei
in seiner angestammten Tä
tigkeit nicht mehr arbeitsfähig
. Eine Verbesserung sei nicht zu erwarten
, es bestehe eine 100%ige Berufsunfähigkeit
.
4.
4.1
Die IV-Stelle begründete die Ablehnung
jeglicher Leistungen
damit
(Urk. 2)
, dass aufgrund der vorliegenden medizinischen Akten beim Beschwerdeführer ein Verdacht auf kognitive Defizite bei b
eginnender Demenz bestehe. Der
vor
gelegte MRI
-
Befund des Kopfes werde als unauffällig für die Fragestellung einer beginnenden Demenz beurteilt
. Als alleinige Absicherung der Diagn
os
e sei der Test für das Lernen von Informationen
,
welcher von der Kooperation des Untersuchten abhänge,
unzureichend.
Damit
l
ä
gen
aus medizinischer Sicht keine gesicherte Diagnose und somit auch kein invaliden
versicherungs
rechtlich relevanter Gesundheitsschaden vor.
4.2
Dem lässt der Beschwerdeführer entgegen halten
(Urk. 1)
, dass
nicht bloss ein Verdacht auf kognitive Defizite bestehe, sondern dass diese eine gefestigte Diagnose darstellten. Die Verdachtsdiagnose betreffe die beginnende Alzheimer
erkrankung. Gemäss medizinischen Unterlagen sei eine 100%ige Arbeits
un
fä
hig
keit in der angestammten Tätigkeit gegeben.
Die Abklärungen der IV-Stelle
hätten
sich für die Prüfung des Leistungsanspruchs als ungenügend
erwiesen
.
4.3
Wie der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) in seiner Stellungnahme
zur Feststel
lung
kam, einzig von einem Verdacht auf kognitive Defizite
auszugehen
, ist
nicht
nachvollziehbar
. Die
Berichte der
O._
des
B._
, welche für solche Fragestellungen als Fachklinik gilt,
stellten
solche
einwandfrei
fest (Urk. 6/6, 12 und 24). Gemäss
Bericht
wurde
eine Teilleis
tungsstörung der mnestischen Funktionen,
im visuellen Gedächtnis,
insbeson
dere im Abru
fen neu gelernter Informationen
festgestellt
(Urk. 6/6 S.
1)
.
Die Diagnose
stellten die Ärzte der
O._
aufgrund einer Gesamtbeurteilung aus der Anamnese,
bei der der Versicherte
über Wortfindungsstörungen und Vergesslichkeit vor allem auch bei Stress berichtete,
der Neuropsychologie und der Bild
gebung.
Dabei war ihnen
der MRI-Befund vom 21. September 2012 (Urk. 6/
6 S.
4
), welcher abgesehen von leichtgradigen Hirnatrophien
keine Auffälligkeiten zeigte
, bei der Diagnosestellung bekannt und
wurde in die Beurteilung mitein
bezogen
(Urk.
6/6 S. 1).
Ein
leichter
Widerspruch ergibt sich
allerdings
aus dem MRI-
Bericht
insofern,
als
in den Berichten der
O._
von einem Schel
tens Grad 1, welcher sich im MRI gezeigt habe, gesprochen w
ird, während
dem im MRI
-
Bericht
vom 21. September 2012
(Urk. 6/6 S. 4) von einem Scheltens Grad 0
die Rede ist
.
Diese Ungenauigkeit erweist sich jedoch als nicht sehr rele
vant. Denn die getroffene Diagnose eines MCI basiert vor allem auf der klini
schen Untersuchung mittels einer Testbatterie mit den entsprechenden Resulta
ten und auf den anamnestischen Erhebungen und typischen Beobachtungen des Versicherten.
Dass die Diagnose durch die
O._
aufgrund eines einzelnen Tests erstellt worden
sei
, wie vom RAD festgehalten (Urk. 6/16 S. 2), geht aus den medizinischen Akten nicht hervor (Urk. 6/6, 12 und 24).
Dr.
A._
wiederholt
e
weitgehend
,
was den Berichten der
O._
zu entnehmen ist
.
Die Berichte
stimmen bezüglich der Diagnosestellung und der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit
überein
und ihre Beur
t
eilung
en sind
nachvollziehbar.
Der Beschwerdeführer arbeitete
vor seiner Arbeitsunfähigkeit
als Anästhesiepfleger im Aufwachraum. Dies ist eine ver
antwortungsvolle Tätigkeit, bei der Anordnungen zuverlässig und pünktlich ausgeführt werden müssen.
Aufgrund der Berichte
der
O._
ist
über
zeugend
, dass der Beschwerdeführer aufgrund der
objektivierten kognitiven Defizite
, diese Arbeit
nicht mehr
aus
führen kann
.
Diese objektivierten Befunde einer leichten kognitiven Leistungsschwäche, die zu einer eindeutigen und anhaltenden Arbeitsunfähigkeit im gelernten, angestammten und qualifizierten
Beruf als Anästhesiepfleger führen, sind hinreichend dafür, dass es sich um eine invalidenversicherungsrechtlich relevante Gesundheitsschädigung handelt, die geeignet ist, einen Anspruch auf berufliche Massnahmen, im Besondern einen solchen auf Arbeitsvermittlung oder Berufsberatung auszulösen. Auch wenn sich die Ätiologie dieser Störung im Moment nach Ansicht der Ärzte mit keinen Methoden weiter erhärten lässt, wurde diese relevante gesundheitsbedingte Einschränkung durch die massgebenden Fachärzte erhoben. Sie führt auch dazu, dass sich der Versicherte gesundheitlich bedingt beruflich
neu
orientieren und eine seinen kognitiven Restfähigkeiten angepasste Arbeit finden muss. Dies ist für die Leistungspflicht der Invalidenversicherung entscheidend und nicht die (noch) unklare Verdachtsdiagnose (Urteil des Bundesgerichts I 699/05
vom
16. März 2006
E. 4.2.2). Welche Tätigkeiten dies sein könnten und in welchem Ausmass sie dem Versicherten zumutbar sind, mithin welches eine behinderungsangepasste Restarbeitsfähigkeit ist, bedarf zunächst näherer Abklärung in medizinischer Hinsicht. Die erwähnten Ausführungen der
O._
im Bericht vo
m 12. Februar 2013 (Urk. 6/24 S. 3) sind sowohl hinsichtlich des zumutbaren gesundheitlichen Profils als auch hinsichtlich des zumutbaren Pensums zu vage. Der getroffene Entscheid der IV-Stelle jedoch, dass sich mangels eines relevan
ten Gesundheitsschadens keinerlei Leistungen ergeben, ist so auf alle Fälle nicht richtig, da die bereits vorliegenden gesundheitlichen Einschränkungen durchaus für berufliche Massnahmen
sprechen
. Der Anspruch auf berufliche Massnahmen ist somit weiter abzuklären; in diesem Punkt ist die Beschwerde gutzuheissen.
4.4
Die Beschwerdegegnerin verneinte in der angefochtenen Verfügung auch einen Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk. 2). Dies ist nicht zu beanstanden, war doch im relevanten Zeitpunkt von deren Erlass am 15. April 2013 das Wartejahr im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG nicht abgelaufen, eine Aufhebung der Verfügung in diesem Punkt ist somit nicht statthaft und die Beschwerde
ist
in diesem Punkt abzuweisen. Ob der Anspruch auf eine Invalidenrente in einem späteren Zeitpunkt erfüllt sein wird, wird die Beschwerdegegnerin nach den erfolgten Eingliederungsabklärungen zu entscheiden haben.
5
.
5
.1
Abweichend von Art. 61 lit. a ATSG ist das Beschwerdeverfahren um die Bewilli
gung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Gericht kostenpflichtig. Die Gerichtskosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Die Kosten sind auf Fr. 600.--
anzusetzen und entsprechend dem Verfahrensausgang
mit der praktisch gänz
lich unterliegenden
Beschwerdegegnerin
, dieser
aufzuerlegen.
5
.2
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (Urteil des Bundesgerichts U 199/02 vom 10. Februar 2004 E. 6 mit Hinweis auf BGE 110 V 57 E. 3a; SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 E. 3), weshalb die vertretene Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Prozessentschädigung hat. Diese wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsrecht, GSVGer). Vorliegend erscheint nach diesen Kriterien eine Prozessentschädigung von
Fr.
9
00
.--
(inkl. Mehr
wertsteuer und Barauslagen) als angemessen.