Decision ID: bd35af63-ee38-4a56-a622-516192530361
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1968 geborene
X._
, Mutter von drei Kindern (Jahrgänge 1986, 1989, 1993
; Urk. 10/8 Ziff. 3.1
)
,
war zuletzt
bei verschiedenen Firmen als Reinigungsfachfrau/Unterhaltsreinigerin tätig (vgl. Urk. 10/19/1-6, Urk. 10/20/
1-6,
Urk. 10/26
/1-10
)
. Am
1
9.
April 2016
meldete sie sich unter Hinweis auf
ein «Schwächegefühl, starke Schmerzen im ganzen Körper, vor allem Rücken und Beine, schlimmer bei körperlicher Belastung»,
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
10/8
).
Am
5.
August 2016 reichte sie eine weitere An
meldung ein (Urk. 10/30).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen,
und gewährte am
1
3.
September 2016
Frühinterventionsmassnahmen in Form von Arbeitsvermitt
lung
(Urk. 10/39).
Am
3
.
Februar 2017
teilte die IV-Stelle de
r
Versicherten den Abschluss
der Arbeitsvermittlung mit (Urk. 10/52
).
Im Rahmen der Rentenprü
fung holte die IV-Stelle
bei
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
med.
A._
, Facharzt
für
Allgemeine Innere Me
dizin und für Rheumatologie
, ein
bidisziplinäres
Gutachten ein, das am 2
3.
Juni 2017 erstattet wurde
(Urk. 10/65
/1-2
,
Urk. 10/65/3-18,
Urk. 10/66
/1-19
)
.
Nach durchgefüh
rtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 10/71,
Urk.
10/72
,
Urk. 10/74-78, Urk. 10/83, Urk. 10/86
) wies sie das Leistungsbegehren mit Verfügung vom
2
8.
Februar 2018 (Urk. 10/88
=
Urk.
2) ab.
2.
Die Versicherte erhob am
5.
April 2018
Beschwerde gegen die Verfügung vom
2
8.
Februar 2018
(
Urk.
2) und beantragte,
diese sei aufzuheben und ihr sei eine halbe Rente zu gewähren. Eventuell sei die Angelegenheit an die IV-Stelle zu
rückzuweisen, damit diese nach Anordnung erneuter medizinischer Abklärungen über den Anspruch auf Ausrichtung einer Rente neu entscheide (Urk. 1 S. 1).
Am
1
4.
Mai 2018
(Urk.
9
) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
2
9.
Mai 2018
zu
r Kenntnis ge
bracht wurde (Urk. 11
). Mit
derselben
Verfügung wurde antragsgemäss (vgl.
Urk.
1 S. 1 Ziff. 4
) die unentgeltliche Prozessführung bewilligt.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vo
raus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.
4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene leistungsabweisende Ver
fügung vom 2
8.
Februar 2018 (
Urk.
2) damit, dass aus medizinischer Sicht keine Diagnose mit einer dauerhaften Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit der Be
schwerdeführerin festgestellt werden könne
(S. 1)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber aus näher genannten Gründen
(Urk. 1
Rz
2 f.) auf den Standpunkt,
auf das Gutachten von
Dr.
Z._
könne nicht abgestellt werden
. Bei der Festsetzung der Arbeitsfähigkeit sei auf die Be
urteilung
durch
Dr.
med. B._
abzustellen, welche die Be
schwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig sehe (
Rz
3).
2.3
Strittig und zu prüfen ist ein Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
3.
3.
1
Die Ärzte des
C._
nannten mit Bericht vom
2.
Dezember
2015
(Urk.
10/27/12-13
) folgende, hier gekürzt aufge
führte Diagnosen (S. 1):
-
Fibromyalgie
-
Lymphabfluss-Störung
-
Vitamin D
-
Mangel
Die Beschwerdeführerin präsentiere sich sehr leidend mit diffusen
Dysästhesien
vor allem
an den oberen Extremitäten, allgemeine
n
Muskelschmerzen und Mü
digkeit. In der klinischen Untersuchung hätten sich keine deutlich objektivier
baren neurologischen Defizite gezeigt. Ein Röntgen der Lendenwirbelsäule habe
Spondylarthrosen
gezeigt. Ein Röntgen der Halswirbelsäule (HWS) und Brustwir
belsäule (BWS) sowie ein MRI der BWS inklusive
Scapula
(dortiges
Krepitieren
)
hätten ebenfalls keine Ursache für die angegebenen Beschwerden gezeigt. Auf
grund des Fibromyalgie-Syndroms sei eine stationäre Aufnahme mit gegebenen
falls multimodaler Schmerztherapie empfohlen worden. Es bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (S. 2).
3
.2
Die Ärzte des
C._
berichteten am 9. Februar 2016 (Urk. 10/27/24-25) über eine
Hospitalisation
der Beschwer
deführerin vom
1.
bis 1
0.
Februar 2016 und nannten dieselben Diagnosen
wie im Vorbericht.
Bildgebend und laborchemisch hätten sich keine deutlichen Auffäl
ligkeiten gezeigt, welche die Beschwerden erklärten, sodass die Beschwerdefüh
rerin in die multimodale Schmerzbehandlung aufgenommen worden sei. Auf
grund der ungünstigen sozialen Situation der Beschwerdeführerin sei zudem der Sozialdienst beigezogen worden, welcher als beratende Instanz die Beschwerde
führerin bezüglich Finanzen und allfälligen neuen Bewerbungen unterstützt habe. Im Rahmen der intensiven Betreuung sei es leider nur zu einer kleinen Besserung der Symptomatik gekommen. Der Wiedereinstieg in den Arbeitsalltag solle schrittweise erfolgen. Vom
1.
bis 1
4.
Februar 2016 habe eine 100%ige und vom 1
5.
bis 2
1.
Februar 2016 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden.
3.
3
Dr.
med.
D._
,
Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
,
E._
,
berichtete am
1.
Juli 2016 (Urk. 10/24)
über den stationären Auf
enthalt de
r
Beschwerdefüh
rerin
vom
2
2.
Mai bis
4.
Juni 2016
,
und nannte fol
gende Diagnosen (S. 1):
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
Lymphabfluss-Störung
-
Vitamin D-Mangel
-
Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung bei Gewalterfahrungen in beiden Ehen
Der Beschwerdeführerin werde vom 2
2.
Mai bis
5.
Juni 2016 eine 100%ige Ar
beitsunfähigkeit attestiert. Sie werde die Arbeit auf eigenen Wunsch ab dem 6. Juni 2016 im bisherigen Pensum von 60 % wieder aufnehmen - anamnestisch aus Angst
,
ihre Stelle zu verlieren (S. 3).
3.
4
Dr.
med. B._
,
Fachärztin
für
Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
,
und
lic
. phil
.
F._
,
eidgenössisch
anerkannte Psychotherapeutin,
führten mit Bericht vom
6.
Juli 2016 (Urk. 10/23) aus,
sie be
handelten die
Beschwerdeführerin seit Oktober 2012 (Ziff. 1.2)
,
und nannten fol
gende
, hier gekürzt aufgeführte
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (Ziff. 1.1):
-
chronische posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
Einmal pro Woche
f
i
nde eine delegierte Psychotherapie statt (Ziff. 1.5).
Als Rei
nigungsfachfrau habe vom 2
3.
Mai bis
5.
Juni 2016 eine 100%ige Arbeitsunfä
higkeit bestanden (Ziff.
1.6
). Die Leistungsfähigkeit sei aufgrund
der Schmerz
-
symptomatik,
Müdigkeit
, Angst und Konzentrationsminderung
einge
schränkt
. Über die letzten Jahre sei die
Beschwerdeführerin
oft zu mindestens 60 %
eingeschränkt
. Aus existentieller Not (
unvollständiger
Kranken-Taggeld-Versicherung) habe sie sich
über
ihre Grenzen hinaus
bemüht
,
zur Arbeit zu ge
hen
. Eine angepasste Tätigkeit in Form einer leichteren,
körperlichen
Tätigkeit
, nach
Möglichkeit
nicht allein (Reduktion der Angstproblematik)
,
sei maximal vier Stunden am Tag möglich (Ziff. 1.7). Medizinische Massnahmen
könnten
helfen, die noch vorhandene,
eingeschränkte
Leistungsfähigkeit
zu erhalten (Ziff. 1.8).
3.
5
Dr.
G._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
,
führte
mit Bericht vom 11. Juli 2016 (Urk. 10/27/1-5)
aus, er behandle die Beschwerdeführerin seit November 2012
(Ziff. 1.2),
und nannte
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.1):
-
chronische posttraumatische Belastungsstörung
bei Gewalterfahrung
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
-
Lymphabflusss
törung
-
Vitamin D-Mangel
,
substituiert
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Reinigungskraft habe vom 23. Mai bis 5. Juni 2016 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden (Ziff. 1.6). Es bestehe eine Einschränkung wegen der Schmerzsymptomatik, Müdigkeit, Angst und Kon
zentrationsstörungen. Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar. Eine be
hinderungsangepasste Tätigkeit in Form einer leichten, körperlichen Tätigkeit sei maximal vier Stunden pro Tag zumutbar (Ziff. 1.7).
3.
6
Die Ärzte des
E._
berichtete
n
am 1
2.
Januar 2017 (Urk. 10/55/4-7) über den stationären Aufenthalt der Beschwerdeführerin vom 1
3.
bis 2
9.
Dezember 2016
,
und nannte
n
folgende
, hier gekürzt aufgeführte
Di
agnosen (S. 1):
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) auch Fibromyalgie (Erstdiagnose November 2015) ge
nannt
-
Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung bei Gewalterfahrungen in beiden Ehen
-
Vitamin D-Mangel
-
Lymphabfluss-Störung
Bis zum 1
2.
Dezember 2016 habe die Beschwerdeführerin zu 60 % g
earbeitet (Putzfrau in der
H._
). Seit Eintritt in das
E._
sei sie vollständig arbeitsunfähig (S. 2). Sie leide an einer chronischen Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren. Während des Aufenthaltes sei es ihr gelungen, erste Schritte im Hinblick auf die Erweiterung ihres primär somatisch orientierten Krankheitsverständnisses zu machen und unter Anwendung nicht-medikamentöser
Schmerzcopingstrategien
die Schmerzsymptomatik zu reduzie
ren
(S. 3)
.
Die Beschwerdeführerin sei bis zum 3
0.
Dezember 2016 zu 100 % arbeitsunfähig. Im Anschluss werde sie wie bisher ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen (S. 4).
3.
7
Dr.
G._
führte
mit
Verlaufsb
ericht vom
1
3.
Februar 2017 (Urk. 10/55/1-3)
aus, für die bisherige Tätigkeit in der Reinigung bestehe eine Arbeitsfähigkeit von maximal 50 % (Ziff. 2.1). Trotz etlicher physiotherapeutischer und medikamen
töser Behandlung sowie zweimaliger stationärer Behandlung in
I._
habe die Situation nicht
ver
bessert werden können. Eine Besserung sei auch in Zukunft nicht zu erwarten (Ziff. 3.3).
3.
8
Dr.
B._
und
lic
. phil.
F._
nannten mit Verlaufsbericht vom 16.
März 2017 (Urk. 10/57
/3-5
)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit (Ziff. 1.2):
-
andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0) oder komplexe
posttraumatische
Belastungsstörung (ICD-10 F43
)
-
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
Die bisherige Tätigkeit Gebäudereinigung sei der Beschwerdeführerin durch
schnittlich vier Stunden pro Tag (50 %) zumutbar (Ziff. 2.1).
Die gegenwärtige Behandlung f
i
nde in einem Rhythmus von 14 Tagen statt (Ziff. 3
.1
). Die Be
schwerdeführerin arbeite zum jetzigen Zeitpunkt zu 50 % (Ziff. 4.2).
3.
9
Dr.
A._
stellte in seinem rheumatologischen Gutachten vom 2
3.
Juni 2017 (Urk. 10/65/3-18) keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
7).
Ferner nannte er folgende
, hier gekürzt aufgeführte
Diagnosen ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 7):
-
Dysthymie
-
chronisches, generalisiertes Schmerzsyndrom
-
diffuse idiopathische
skelettale
Hyperostose
-
Übergewicht mit Body-Mass-Index von 28.9 k
g
/m
2
-
anamnestisch Reizmagen-Syndrom
-
Verdacht auf subklinische Hypothyreose
I
nsgesamt
seien
die von der
Beschwerdeführerin
geschilderten Beschwerden be
züglich Umfang und Intensität höchstens partiell auf die objektivierbaren soma
tisch-pathologischen Befunde abstützbar. In einer derartigen Situation
seien
grundsätzlich zu diskutieren: Krankheitsfremde Gründe (diesbezüglich
werde
auf die weiter unten erwähnten Hinweise verwiesen), ein Aggravationsverhalten im Rahmen eines Rentenbegehrens und eine psychosomatisch-psychiatrische Affek
tion. Es
werde
Aufgabe des im Rahmen dieser interdisziplinären Begutachtung mitbegutachtenden Psychiaters sein, dies
bezüglich Stellung zu beziehen (S. 13).
Die Arbeitsfähigkeit
sei,
aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht beurteilt, für die von der
Beschwerdeführerin
bisher in der Schweiz ausgeübten beruflichen Tätigkeiten für keinen Zeitraum anhaltend eingeschränkt gewesen. Für Haus
haltsarbeiten mit einem leicht- bis mittelgradig körperlich belastenden Ar
beitsprofil
könne
, aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht beurteilt, keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit formuliert werden. Die Beschwerden könn
t
en, mit Umsetzung der weiter unten empfohlenen und zumutbaren medizini
schen Massnahmen, möglicherweise günstig beeinflusst werden
(S. 14)
.
Ungünstig auf eine erfolgreiche vollständige Eingliederung in den Arbeitsprozess könnten sich krankheitsfremde Faktoren, wie beispielsweise länger anhaltende partielle berufliche Arbeitsabstinenz, ärztlicherseits längerdauernd attestierte Ar
beitsunfähigkeiten, begrenzte Deutschsprachkenntnisse, Alter der
Beschwerde
führerin
, ungünstige Arbeitsmarktsituation und möglicherweise die limitierte Motivation, auswirken
(S. 15)
.
3.
10
Dr.
Z._
stellte
in seinem psychiatrischen Gutachten vom
2
3.
Juni 2017 (Urk. 10/66/1-19
) keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er
eine
Dysthymie
(ICD-10 F34.1), einen Status nach Ehescheidung (ICD-10 Z63) sowie einen Ver
dacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung, entstanden vor 1995, remit
tiert (S. 9).
Die Beschwerdeführerin habe ausgeführt, i
n der Schweiz stets im Reinigungsbe
reich gearbeitet
zu haben, z
u Beginn 100
%, später 60
%. Sie habe derzeit drei verschiedene Arbeitgeber und müsse von Arbeitsort zu Arbeitsort mit dem öf
fentlichen Verkehr oder mit dem Auto grössere Strecken zurücklegen. Dies führe dazu, dass sie
den ganzen Tag beschäftigt sei.
Sie erhalte 60
% Lohn durch die Reinigungsarbeiten, zusätzlich bis November 2017 Leistungen
des
Regionalen Ar
beitsvermittlungszentrums (RAV)
von 40
%. Finanzielle Probleme bestünden noch nicht, zumal die Wohnung relativ günstig sei und sie ein Zimmer unterver
miete
(S. 6)
.
Dr.
Z._
führte aus, d
ie Schilderung der Vorgesc
hichte sowie der Befund vom 19. Juni
2017
liessen
auf die Diagnose einer
Dysthymie
schliessen. Es
sei
dies eine
chronifizierte
, aber milde psychiatrische Störung. Hinweise für eine depres
sive Episode
seien
nicht vorhanden, die entsprechenden Kriterien der ICD-10
seien
nicht nachweisbar. So
habe die Beschwerdeführerin
einen guten Appetit, sie
habe
diverse Interessen behalten, empfinde Freude am Leben, zeig
e
eine re
g
elmässige und aktive Tagesgestal
tung. Sie
sei
zudem fähig, mehrmals pro Jahr Reisen ins Heimatland zu unternehmen. Es
könne
darauf hingewiesen werden, dass anlässlich der
stationären Therapien 2016 im
E._
keine Depressivität von Relevanz festgestellt worden
sei (S. 10 f.).
In den Akten
sei
der Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung
be
ziehungsweise
eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert
worden
.
Letztere Diagnose
sei
nicht mehr nachvollziehbar.
Die Beschwerdeführerin habe
in der ersten Ehe traumatisierende Erlebnisse durchgemacht, der Verdacht auf eine damalige posttraumatische Belastungsstörung
könne
nachvollzogen werden. Sie
habe
sich von dieser Störung lösen
können
, sie
sei
1995 in die Schweiz emi
griert,
sei hier arbeitstätig geworden. Die Beschwerdeführerin
habe
sich 2001 mit einem Schweizer verheiratet. Eine
Retraumatisierung
in der zweiten Ehe
könne
aber nicht postuliert werden. Der zweite Ehemann
sei
zwar von den Elte
rn ab
hängig und Drogenkonsument gewesen.
Dass sie aber
im Ausmass um eine
Ret
raumatisierung
zu bewirken,
von ihm gequält und misshandelt worden
sei
,
könne
nicht bestätigt werden. Sie bedauer
e
die Scheidung bis heute.
Die Beschwerde
führerin
zeig
e
heute kein Vermeidungsverhalten, sie ha
be
unter anderem keine Mühe, wenn sie mit Männern zusammenarbeiten
müsse
. Bei der heutigen Unter
suchung (19.
Juni
2017) zeig
e
sie eine angepasste emotionale Ausdrucksweise, wenn sie von den früheren Erlebnissen
spreche
. Es pass
e
auch nicht zu einer posttraumatischen Belastungsstörung, dass die
Beschwerdeführerin
unter ande
rem bei der Betreuung durch die
J._
ausführlich über die früheren traumatischen Erfahrungen gesprochen hatte. Gemäss
den Kriterien
der ICD-10
würden
posttraumatisierte Menschen das Sprechen über diese Ereignisse
vermei
den
, da sie dadurch aufgewühlt würden. Zusammenfassend
könne
eine posttrau
matische Belastungsstörung nicht nachgewiesen werden
(S. 11)
.
In der bisherigen beziehungsweise in einer angepassten Tätigkeit habe es nie eine anhaltende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht gegeben (S. 18).
3.
11
Dr.
A._
und
Dr.
Z._
führten in ihrer
interdisziplinäre
n
Beurteilung
vom 23. Juni 2017 (
Urk. 10/65/1-2 =
Urk. 10/66/20-21) aus, i
n der interdisziplinären Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, die sowohl die somatisch-rheumatologische Komponente als auch die psychosomatisch
-
psychiatrische Komponente mitbe
rücksichtig
e
,
könne
für die in der Schweiz bisher ausgeübten beruflichen Tätig
keiten für keinen Zeitraum eine anhaltende
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründet werden
(S. 1 f.)
.
3.
12
PD
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Neurologie, Regionaler Ärztlicher Dienst der Beschwerdegegnerin (RAD), führte in der Stellungnahme vom
6.
Juli 2017 (
Urk. 10/70/7)
aus, das psychiatrisch-rheumatologische Gutachten vom 2
3.
Juni 2017 gehe detailliert auf die Aktenlage ein und erhebe umfassend selbstständig Befunde. Darauf könne abgestützt werden.
3.
13
Dr.
B._
und
lic
. phil.
F._
reichten am
2
7.
Oktober 2017
eine Stellungnahme zum psychiatrischen Gutachten ein
(Urk. 10/77)
und führten aus, die Beschwerdeführerin habe in ihrer ersten Ehe in Kosovo (Zwangsheirat als Ju
gendliche, ein Kind vor ihrem 1
8.
Altersjahr) über längere Zeit schwerste körper
liche und sexuelle Gewalt erlebt. Die sexuelle Gewalt habe oft unter erzwungener Sedierung mit Benzodiazepinen stattgefunden. Zudem sei schwere sexuelle Be
lästigung durch ein weiteres Familienmitglied von ihrem Mann toleriert worden. Sie sei nach einer lebensbedrohlichen Gewaltanwendung durch ihren Ehemann in den Schutz ihrer Familie
geflohen
, wobei sie dabei die noch kleinen Kinder habe zurücklassen müssen. D
a
die psychiatrische Begutachtung durch einen ihr fremden männlichen Facharzt und einen männlichen Übersetzer stattgefunden habe, habe sich die Beschwerdeführerin sehr geschämt, konkret und im ganzen Ausmass über die schlimmen Erfahrungen zu sprechen. Vielmehr habe sie im Sinne eines Vermeidungsverhalten
s
versucht, die Inhalte zu neutralisieren und zu bagatellisieren. Die Strategie, sich stärker und kompetenter zu zeigen, als es der inneren Realität entspreche, sei ein bekanntes Schutzverhalten von traumatisier
ten Menschen und insbesondere der Beschwerdeführerin. Damit vermeide sie, sich erneut in einer hilflosen Opfer-Rolle zu erleben, was
ihr
bei der besagten Unter
suchung ganz offensichtlich passiert sei. Dazu sei die Befürchtung gekommen, dass über den anwesenden Übersetzer peinliche, stigmatisierende Informationen in albanische Bekanntenkreise sickern könnten (S. 1 f.).
Der Gesamtzustand der Beschwerdeführerin sei keineswegs so stabil, wie dargestellt (S. 2 Ziff. 1). Sie leide weiterhin am Vollbild einer posttraumatischen Belastungsstörung (S. 2 Ziff. 2). Die im Gutachten positiv erwähnte soziale Integration und die guten Familien-Kontakte entsprächen keineswegs der Realität (S. 3 Ziff. 3).
Die Tatsache, dass es der Beschwerdeführerin trotz Schmerzen, Stress, Angst und Trauer immer wieder gelinge, sich aufzuraffen und doch zu arbeiten (um ihren unmittelbaren Lebensunterhalt zu sichern), bedeute, dass sie immer wieder über ihre Belastungsgrenze hinausgehen müsse, was der weiteren Verbesserung der Symptomatik im Wege stehe. Ihr sei es wichtig, trotz all dem Erlebten nicht als «Opfer» wahrgenommen zu werden und nach aussen ihre Würde zu behalten (S. 3).
3.
14
Am
1
5.
Dezember 2017
nahm
Dr.
Z._
zur Kritik von
Dr.
B._
und
lic
. phil.
F._
vom 2
7.
Oktober 2017
(vgl. vorstehend E. 3.
13
)
Stellung
(Urk. 10/83/1-5)
und führte insbesondere aus,
er habe im Gutachten die Trauma
tisierung durch die erste Ehe angeführt. Er habe sich dabei auf die Akten gestützt. Es müsse darauf hingewiesen
werden, dass die Traumatisierung vor gut 20 Jahren stattgefunden hatte. Gemäss der ICD-10 sei es die Regel, dass posttraumatische Belastungsstörungen sich nach einigen Jahren zurückbildeten. Dies umso mehr, als die Beschwerdeführerin sich 2001 nochmals verheiratet habe. Dies wäre nicht möglich gewesen bei einer posttraumatischen Belastungsstörung. Anlässlich der Untersuchung vom 1
9.
Juni 2017 hätten keine sogenannten Flashbacks oder An
zeichen einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (F62.0) festgestellt werden können. Wie von der Beschwerdeführerin am 1
9.
Juni 2017 spontan berichtet
worden sei
, sei die zufällige Begegnung in Bern mit dem zweiten Ehemann harmonisch verlaufen. Sie habe von ihm auch Hilfestellungen erfahren. Es würde doch erstaunlich sein, angesichts dieses Verhaltens eine post
traumatische Belastungsstörung zu postulieren (S. 2
f.).
Die Beschwerdeführerin habe während der Begutachtung nicht die geringsten Zeichen gegeben, dass es ihr nicht wohl sein würde oder sie nicht frei hätte sprechen können (S. 3 Mitte). Die vorgebrachten Einwände führten nicht zu einer anderen Einschätzung des Gesundheitsschadens beziehungsweis
e der Arbeitsfähigkeit (S. 5).
3.
15
PD
Dr.
K._
, RAD,
führte mit Stellungnahme vom 20.
Februar 2018 (Urk. 10/87/4)
aus, es könne auf das Gutachten abgestellt werden.
4.
4.1
Was den somatischen Gesundheitszustand de
r
Beschwerdeführer
in
betrifft, so er
scheint die Beurteilung durch
den rheumatologischen Gutachter
Dr.
A._
vom 2
3.
Juni 2017 (vorstehend E. 3.9) als schlüssig und vollständig.
Dr.
A._
konnte die von der Beschwerdeführerin geschilderten Beschwerden bezüglich Umfang und Intensität höchstens partiell auf die objektivierbaren somatisch-pathologi
schen Befunde abstützen. Diese Einschätzung ist vereinbar mit derjenigen durch die Ärzte des
C._
(vorstehend E. 3.1 f.). Sie konnten in der klinischen Untersuchung keine deutlich objektivierbaren neurologischen Defizite feststellen und auch bildgebend und laborchemisch zeigten sich keine deutlichen Auffälligkeiten, welche die Beschwerden erklärten.
Gestützt auf die Beurteilung
durch
Dr.
A._
ist aus rein somatischer Sicht von einer
vollständigen
Arbeitsfä
higkeit
in der bisherigen Tätigkeit auszugehen. Dies wurde von der Beschwerde
führerin auch nicht bestritten.
4.2
Was den ps
ychischen Gesundheitszustand der
Beschwerdeführer
in
angeht,
liegt von
behandelnder Seite einzig von
Dr.
B._
und
lic
. phil.
F._
eine fachärztliche psychiatrische Einschätzung
vor. Sie
diagnostizierten im Juli 2016 eine chronische
posttraumatische Belastungsstörung, eine rezidivierende depressive Störung, sowie eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
. Sie gingen von einer mindestens 60%igen Arbeitsunfähig
keit in der bisherigen Tätigkeit als Reinigungsfachfrau und einer Arbeitsfähigkeit von 4 Stunden pro Tag in einer angepassten Tätigkeit aus (
vgl. vorstehend E. 3.4).
Im März 2017 diagnostizierten sie eine andauernde Persönlichkeitsve
ränderung nach Extrembelastung
oder komplexe posttraumatische Belastungsstörung und eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren und attestierten eine 50%ig
e
Arbeitsunfähigkeit für die bisherige Tätigkeit (vgl. vor
stehend E. 3.8).
Der psychiatrische Gutachter
Dr.
Z._
nannte keine Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit und
attestierte eine vollständige Arbeitsfähigkeit (vgl. vorstehend E. 3.10).
4.3
Aktenkundig ist, dass die Beschwerdeführerin vor einem stationären Aufenthalt
im
E._
im Mai/Juni
2016
zu 60 % erwerbstätig war
und diese Arbeit ab dem
6.
Juni 2016 im bisherigen Pensum von 60 % auch
wieder aufnehmen
wollte (vgl. vorstehend E. 3.3).
Vor dem stationären Aufenthalt
im
E._
im
Dezember 2016 hat die Beschwerdeführerin zu 60 % als Putzfrau gearbeitet (vgl. vorstehend E. 3.6).
Dr.
B._
und
lic
. phil.
F._
gaben im März 2017 an, die Beschwerdeführerin arbeite aktuell zu 50 % (vgl. vorstehend E. 3.8). Gegenüber dem rheumatologischen Gutachter
Dr.
A._
gab
die Beschwerdeführerin
an, derzeit in einem Arbeitspensum von 60 % zu arbeiten (vgl. Urk. 10/65/3-18 S. 3)
.
Gegenüber dem psychiatrischen Gutachter
Dr.
Z._
gab die Beschwerdeführerin im Juni 2017 an
,
sie erhalte 60
% Lohn durch die Reinigungsarbeiten, zusätzlich bis November 2017 Leistun
gen des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) von 40
%
(vgl. vorste
hend E. 3.10)
.
Die Einschätzung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit
durch
Dr.
B._
und
lic
. phil.
F._
steht in Widerspruch zur Tatsache, dass die Beschwerdefüh
rerin in einem Pensum von 60 % erwerbstätig ist.
Dies spricht gegen die Beurtei
lung der behandelnden psychiatrischen Fachpersonen.
Deren
Einschätzung findet ihre Begründung
wohl
in der Erfahrungstatsache, dass nicht nur allgemeinprak
tizierende Hausärzte, s
ondern auch behandelnde Spezial
ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pa
tienten aussagen (vgl. BGE 125 V 353 E. 3b/cc mit Hinweisen).
Die Beschwerdeführerin kritisiert das Gutachten von
Dr.
Z._
und macht ins
besondere geltend, es sei ihm
nicht möglich
gewesen
, die zu begutachtende Be
schwerdeführerin zu erfassen und ein schlüssiges Gutachten abzugeben
(vgl. Urk. 1
Rz
4).
Wie es sich mit der Qualität des psychiatrischen Gutachtens verhält, kann offenbleiben, da, wie nachfolgend zu zeigen ist, unabhängig von der Ein
schätzung des psychiatrischen Gutachters von einer vollständigen Arbeitsfähig
keit auszugehen ist. Soweit die Beschwerdeführerin i
m Zusammenhang mit der Durchführung der psychiatrischen Begutachtung unter anderem die Begutach
tung durch einen männlichen Psychiater und den
Beizug
eines männlichen Dol
metschers
rügte
(
Urk. 1 S. 2)
, bleibt
F
olgendes anzumerken:
Die Beschwerdegeg
nerin informierte die Beschwerdeführerin am 1
1.
April 2017 darüber, eine
bidis
ziplinäre
Begutachtung als notwendig zu erachten und für die Begutachtung Herrn
Dr.
A._
und Herrn
Dr.
Z._
vorzuschlagen (vgl. Urk. 10/60). Die Be
schwerdeführerin hätte zu diesem Zeitpunkt gegenüber den vorgesehenen männ
lichen Gutachtern einen Vorbehalt anbringen können. Auch hätte sie eine weib
liche Dolmetscherin verlangen können, oder sie hätte die Möglichkeit gehabt, den Dolmetscher anlässlich der psychiatrischen Begutachtung abzulehnen und eine Dolmetscherin zu verlangen.
Entscheidend ist
vorliegend die Tatsache
, dass die
Beschwerdeführerin in ver
schiedenen
Teilpensen
insgesamt
zwar
nur zu 60 % bezahlt ist, aber umstände
halber durch die Erwerbstätigkeit ganztags beansprucht ist. So muss sie
von Ar
beitsort zu Arbeitsort mit dem öffentlichen Verkehr oder mit dem Auto grössere Strecken zurücklegen
(vgl. vorstehend E. 3.10).
Bei diesem Aktivitätsniveau im Erwerbsbereich ist nicht ersichtlich, inwiefern
die
Arbeitsfähigkeit effektiv be
ein
trächtigt sein
sollte
.
Folglich ist
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig ist.
4.
4
Zusammenfassend ist somit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig ist.
Diese
vollständige
Ar
beitsfähigkeit vermag keinen Rentenanspruch zu begründen
.
Die angefochtene Verfügung erweist sich damit
im Ergebnis
als rechtens, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
5.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
I
VG sind ermessensweise auf Fr. 700.-- festzusetzen und
ausgangsgemäss de
r
unterliegenden
Beschwerdefüh
rer
in
aufzuerlegen
.
Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wer
den diese
jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse genommen, dies mit Hinweis auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
).