Decision ID: 5d6acd42-5dfa-4539-84e3-aeb8f29658eb
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Michael Bührer, St. Leonhard-
Strasse 20,Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Postfach, 8085 Zürich,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war als Hauswart im B._ tätig und dadurch bei der
Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: Zürich) unfallversichert, als er am
9. November 2010 als Velofahrer auf der Fahrt zum Arbeitsplatz beim Überqueren einer
Strasse von einem Auto erfasst und dabei verletzt wurde (UV-act. Z2, ZM1). Die Zürich
anerkannte ihre Leistungspflicht. Mit Verfügung vom 4. April 2011 gab sie dem
Versicherten eine Kürzung der Taggeldleistungen um 10% bekannt. Er habe den
vortrittsberechtigten, auf der Linksabbiegespur fahrenden Personenwagen übersehen.
Ihn treffe am Unfall eine Teilschuld. Nach Lehre und Praxis gelte eine Missachtung des
Vortrittsrechts als grobfahrlässig. Einer allfälligen Einsprache gegen diese Verfügung
entzog die Zürich die aufschiebende Wirkung (UV-act. Z22). Die gegen diese Verfügung
von der AXA-ARAG Rechtsschutz erhobene Einsprache (UV-act. Z27) wies die Zürich
mit Einspracheentscheid vom 23. Mai 2011 ab (act. G 1.1/1).
B.
B.a Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Rechtsanwalt lic. iur. M. Bührer,
St. Gallen, für den Versicherten mit Eingabe vom 21. Juni 2011 Beschwerde mit den
Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer seien die
Taggelder ungekürzt auszurichten. Der von der Beschwerdegegnerin angeordnete
Entzug der aufschiebenden Wirkung von Rechtsmitteln sei aufzuheben. Zur
Begründung führte der Rechtsvertreter unter anderem aus, es gebe keine Gründe, zu
Ungunsten des Beschwerdeführers von der strafrechtlichen Würdigung (geringes
Verschulden des Beschwerdeführers, grösseres Verschulden des Kollisionsgegners)
abzuweichen. Wenn doch, wäre die strafrechtliche Beurteilung zu Gunsten des
Beschwerdeführers zu modifizieren. Denn die vom Kollisionsgegner E. verletzte Regel,
wonach vor Fussgängerstreifen nicht überholt werden dürfe, wenn ein anderer
Fahrzeuglenker anhalte, um einem Fussgänger den Vortritt zu lassen (Art. 31 Abs. 5
SVG), diene offensichtlich dem Schutz des Fussgängers bzw. hier des Velofahrers, der
auf dem parallel zum Fussgängerstreifen verlaufenden Velostreifen die Rorschacher
Strasse habe überqueren wollen. Der Beschwerdeführer sei erst losgefahren, als M.
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(Lenker des Fahrzeugs auf der mittleren Spur) ihm ein Handzeichen gegeben und ihm
signalisiert habe, die Strasse zu überqueren. Er habe es zwar unterlassen, sich
nachdrücklich zu vergewissern, ob auf der hinter dem Fahrzeug von M. liegenden
Fahrspur ein Auto herannahe. Darin liege aber keine elementare
Sorgfaltspflichtverletzung.
B.b In der Eingabe vom 8. Juli 2011 beantragte die Beschwerdegegnerin, die
aufschiebende Wirkung sei als entzogen zu belassen (act. G 3). Mit Präsidial-Entscheid
vom 13. Juli 2011 wurde das Begehren um Wiederherstellung der aufschiebenden
Wirkung abgewiesen (act. G 5).
B.c In der Beschwerdeantwort vom 19. September 2011 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die
Darlegungen im angefochtenen Entscheid und führte unter anderem aus, der
Beschwerdeführer habe sich nach der Zeichengebung des Fahrzeuglenkers M. nach
rechts konzentriert, da er davon ausgegangen sei, dass alle Autos von links warten
würden. Er sei wegen Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Ziff. 1 SVG
gebüsst worden, namentlich wegen Nichtbeachten des Vortrittsrechts. Der Vortritt sei
auch zu gewähren, wenn die nähere Kolonne stillstehe. Strafrechtlich sei ein
erheblicheres Verschulden des Autolenkers (im Vergleich zu demjenigen des
Beschwerdeführers) in keiner Weise erstellt. Der Beschwerdeführer habe sich nicht auf
dem Fussgängerstreifen befunden, sondern auf dem nicht vortrittsberechtigten
Veloweg. Die Verkehrsregelverletzung eines anderen rechtfertige das verkehrswidrige
Verhalten des Beschwerdeführers nicht. Sein Verhalten sei als grobfahrlässig zu
bewerten. Jeder vernünftige und verständige Verkehrsteilnehmer würde sich in der
konkreten Situation zuerst versichern, dass alle Fahrzeuge tatsächlich anhalten. Der
Beschwerdeführer habe gewusst, dass er keinen Vortritt habe und sei nach der
Zeichengebung von M. einfach losgefahren, ohne die dritte Spur zu beachten.
B.d Mit Replik vom 3. November 2011 (act. G 12) und Duplik vom 23. November 2011
(act. G 14) bestätigten die Parteien ihre Standpunkte.

Erwägungen:
1.
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1.1 Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig
(Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG), so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch
auf Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er erlischt mit der
Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem
Tod der versicherten Person (Art. 16 Abs. 2 UVG). In Abweichung der allgemeinen
Kürzungsbestimmung von Art. 21 Abs. 1 ATSG werden gemäss Art. 37 Abs. 2 Satz 1
UVG in der Versicherung der Nichtberufsunfälle die Taggelder, die während der ersten
zwei Jahre nach dem Unfall ausgerichtet werden, gekürzt, wenn die versicherte Person
den Unfall grobfahrlässig herbeigeführt hat. Mit dieser seit dem Inkrafttreten des ATSG
per 1. Januar 2003 geltenden Kürzungsregelung ergaben sich in materiell-rechtlicher
Hinsicht keine Änderungen (Urteil des Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006:
Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] vom 2. Februar 2005, U 233/04, E. 1 mit
Hinweisen).
1.2 Nach ständiger Rechtsprechung handelt grobfahrlässig, wer jene elementaren
Vorsichtsgebote ausser Acht lässt, die jeder verständige Mensch in der gleichen Lage
und unter den gleichen Umständen befolgt hätte, um eine nach dem natürlichen Lauf
der Dinge voraussehbare Schädigung zu vermeiden (BGE 118 V 306 f. E. 2a mit
Hinweisen). Im Zusammenhang mit Verkehrsunfällen nach Art. 37 Abs. 2 UVG ist der
Begriff der groben Fahrlässigkeit nach der Rechtsprechung weiter zu fassen als
derjenige der groben Verletzung von Verkehrsregeln nach Art. 90 Ziff. 2 des
Strassenverkehrsgesetzes (SVG), welcher ein rücksichtsloses oder sonst
schwerwiegend regelwidriges Verhalten voraussetzt. Das Sozialversicherungsgericht ist
deshalb weder hinsichtlich der Angaben der verletzten Verkehrsvorschriften noch
hinsichtlich der Beurteilung des Verschuldens an die Feststellung und die Würdigung
des Strafrichters gebunden. Es weicht jedoch von den einschlägigen tatbeständlichen
Feststellungen des Strafrichters nur dann ab, wenn der im Strafverfahren ermittelte
Tatbestand und dessen rechtliche Subsumtion nicht zu überzeugen vermögen oder auf
Grundsätzen beruhen, die zwar im Strafrecht gelten, im Sozialversicherungsrecht aber
unerheblich sind. Bei Fehlverhalten im Strassenverkehr ist grobe Fahrlässigkeit in der
Regel dann anzunehmen, wenn in ursächlichem Zusammenhang mit dem Unfall eine
elementare Verkehrsvorschrift - was darunter fällt, hängt nicht von der Akzeptanz einer
Verkehrsvorschrift ab, sondern von deren Begründetheit (BGE 118 V 307f E. 3a) - oder
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mehrere wichtige Verkehrsregeln schwerwiegend verletzt wurden. Nicht jede
pflichtwidrige und unfallkausale Missachtung einer Verkehrsvorschrift bedeutet
demgemäss eine grobe Fahrlässigkeit, ansonsten die Abgrenzung gegenüber der
leichten Fahrlässigkeit entfiele. Auch die Verletzung einer elementaren
Verkehrsvorschrift führt nicht notwendigerweise zur Annahme einer groben
Fahrlässigkeit, da nicht allein auf den Tatbestand der verletzten Vorschrift abzustellen
ist. Vielmehr sind die gesamten Umstände des konkreten Falles zu würdigen, und es ist
zu prüfen, ob subjektiv und objektiv bedeutsame Entlastungsgründe vorliegen, die das
Verschulden in einem milderen Licht, somit die Verkehrsregelverletzung nicht als
schwerwiegend erscheinen lassen (BGE 118 V 307 E. 2b mit Hinweisen).
2.
2.1 Im Polizeibericht vom 10. November 2010 wurde der Hergang des Unfalls vom
9. November 2010 aufgrund von Angaben der Beteiligten und einer Auskunftsperson
dahingehend geschildert, dass der Beschwerdeführer sein Fahrrad von der
Scheibenackerstrasse kommend zur Rorschacher Strasse gelenkt und auf dem
Veloweg bei der Bodenmarkierung (Kein Vortritt) vor der Rorschacher Strasse
angehalten habe. Diese werde an dieser Stelle dreispurig stadtauswärts geführt. Die
Busspur sei leer gewesen und auf der mittleren Fahrspur habe M. (Auskunftsperson)
seinen Personenwagen angehalten. In der Folge habe er den Vortritt an den
Beschwerdeführer abgetreten. Letzterer sei mit seinem Fahrrad angefahren und habe
die Strasse gequert. Zur gleichen Zeit habe E. seinen Personenwagen auf der
Linksabbiegespur stadtauswärts gelenkt. Als er den Velofahrer gesehen habe, habe er
unverzüglich eine Vollbremsung eingeleitet. In der Folge sei der Velofahrer
(Beschwerdeführer) frontal gegen die rechte Seite des Personenwagens von E. geprallt
(act. G 1.1/3 S. 2). Der Beschwerdeführer gab bei der polizeilichen Einvernahme unter
anderem an, er sei auf der Scheibenackerstrasse (Radweg) in Richtung Rorschacher
Strasse gefahren und habe vor der letzteren angehalten. Auf der Busspur sei kein
Fahrzeug gekommen. Auf der zweiten (mittleren) Fahrspur habe ein Fahrzeug
angehalten, dessen Lenker ihm ein Handzeichen gegeben habe, dass er ihm den
Vortritt überlasse. Er sei hierauf mit dem Velo angefahren und habe die Rorschacher
Strasse überquert. Weil er davon ausgegangen sei, dass stadtauswärts die Autos
gewartet hätten, habe er nach rechts geblickt, um auf den stadteinwärts fahrenden
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Verkehr zu achten. Er habe festgestellt, dass er freie Fahrt habe. Als er sich auf der
Höhe des (auf der mittleren Spur) wartenden Fahrzeugs befunden habe, habe er das
Quitschen von blockierenden Rädern gehört und sei in diesem Moment gegen die
rechte Seite eines auf der dritten Fahrspur (Linksabbiegespur) stadtauswärts fahrenden
Personenwagens geprallt. Weil der Lenker des Fahrzeugs (auf der mittleren Spur)
angehalten und ihm ein Handzeichen gegeben habe, habe er angenommen, nun
ungehindert zur Fussgängerschutzinsel fahren zu können. Deshalb habe er seine
Aufmerksamkeit nach rechts auf den stadteinwärts fahrenden Verkehr gerichtet. Seit
ca. zwei Monaten sei der Radweg neben dem Fussgängerstreifen angelegt und die
Rorschacher Strasse dreispurig stadtauswärts geführt. Er sei davon ausgegangen,
dass alle stadtauswärts fahrenden Autos warten würden. Er habe sich auf das
Handzeichen des Personenwagenlenkers auf der mittleren Fahrspur verlassen (act. G
1.1/5).
2.2 Die bisherige Rechtsprechung (zitiert aus A. Rumo-Jungo, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 3. A., 204-209) ging von Grobfahrlässigkeit im Sinn von Art. 37 Abs.
2 UVG beispielsweise bei einem Fussgänger aus, der die Vortrittsregel missachtete
(nicht publiziertes, in BGE 121 V 45 E. 3b zitiertes Urteil des EVG vom 6. Februar 1976),
bei einem Radfahrer, der beim Einbiegen in eine Hauptstrasse das Vortrittsrecht eines
Personenwagens missachtete (Rumo-Jungo, a.a.O., 205 mit Hinweis; BGE 121 V 45 E.
3b) und bei Personen, welche durch eine kurze Unaufmerksamkeit bzw.
Fehlbeurteilung der Verkehrssituation einen Unfall verursachten bzw. beim
Linksabbiegen den Vortritt nicht gewährten (nicht publizierte, in BGE 114 V 317 zitierte
Urteile des EVG vom 5. Oktober 1978, vom 24. Juni 1981 und vom 1. Februar 1983).
Der Kürzungssatz betrug bei den erwähnten Beispielen jeweils 10%.
Gemäss Strafbefehl vom 21. Februar 2011 wurde E. wegen Verletzung der
Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Ziff. 1 SVG mit einer Busse von Fr. 200.-- bestraft. Zur
Begründung wurde festgehalten, E. habe den (nicht vortrittsberechtigten) Fahrradlenker
zufolge eines vor dem Fussgängerstreifen stehenden Personenwagens zu spät
gesehen. Ihn treffe am Unfall eine Teilschuld (act. G 1.1/8). Die dem Beschwerdeführer
mit Strafbefehl vom selben Datum auferlegte Busse von Fr. 100.-- wurde ebenfalls mit
der Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Ziff. 1 SVG begründet. Nachdem ihm
ein Personenwagenlenker den Vortritt gewährt habe, sei er losgefahren und habe den
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auf der Linksabbiegespur fahrenden und vortrittsberechtigten Personenwagen von E.
übersehen. Ihn treffe eine Teilschuld am Unfall (act. G 1.1/9).
Die Beschwerdegegnerin beruft sich für die Begründung ihres Kürzungsentscheids im
Wesentlichen auf die Umstände, welche im Strafverfahren zur Ausfällung einer Busse
gegenüber dem Beschwerdeführer führten. Die Frage, ob sein Verhalten unter den
gegebenen Umständen als grobfahrlässig qualifiziert werden kann, ist damit noch nicht
abschliessend beantwortet. Der Unfall ereignete sich auf der dreispurig (eine Busspur,
zwei Fahrspuren) stadtauswärts geführten Rorschacher Strasse. Angesichts der
Tatsache, dass der Fahrzeuglenker auf der mittleren der drei Fahrspuren dem nicht
vortrittsberechtigten, auf dem Veloweg unmittelbar neben einem Fussgängerstreifen
wartenden Beschwerdeführer den Vortritt einräumte, könnte dem Beschwerdeführer
einzig vorgeworfen werden, dass er die Fahrbahn auf das Zeichen des wartenden
Fahrzeuglenkers hin mit seinem Velo befahren und überquert hat, ohne auf allfällige
weitere Verkehrsteilnehmer auf der zweiten Fahrspur zu achten. Der zu beurteilende
Unfallablauf ist überwiegend wahrscheinlich auf eine momentane Unaufmerksamkeit
zurückzuführen, welche zum einen durch die Konzentration des Beschwerdeführers auf
den aus der Gegenrichtung kommenden (stadteinwärts fahrenden) Verkehr bedingt
war. Zum anderen dürfte auch die Zeichengebung durch den haltenden Fahrzeuglenker
beim Beschwerdeführer die Unaufmerksamkeit bezogen auf die stadtauswärts
führende Linksabbiegespur begünstigt haben. Bei der gegebenen Verkehrsführung
kann dem Beschwerdeführer nicht als Grobfahrlässigkeit vorgehalten werden, dass er
nicht mit einem zweiten Fahrzeug rechnete, welches das stehende Auto, dessen
Lenker ihm den Vortritt einräumte, links passieren würde. Sein Verhalten kann nicht als
grob, sondern bloss als leicht fahrlässig qualifiziert werden (vgl. Urteil U 233/04, a.a.O.,
E. 2.3 mit Hinweis auf RKUV 1987 Nr. U 20 S. 322). Die Kürzung der Taggeldleistungen
wegen grobfahrlässigen Verhaltens ist daher zu Unrecht erfolgt.
3.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 23. Mai 2011 gutzuheissen und die Beschwerdegegnerin
anzuweisen, die Taggeldleistungen ungekürzt auszurichten. Gerichtskosten sind keine
zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Der Beschwerdeführer hat bei diesem
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Verfahrensausgang Anspruch auf Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Es
rechtfertigt sich, diese - wie in vergleichbaren, unterdurchschnittlich aufwändigen
Verfahren üblich - auf pauschal Fr. 3'000.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP