Decision ID: acbdf10d-9e2d-4022-ae0f-37bc62420c64
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1961, war bei der Y._ AG tätig und in dieser Eigenschaft bei der Helsana Unfall AG (Helsana) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als er mit seinem Auto am 15. Dezember 2015 bei einem Verkehrsunfall mit insgesamt vier Fahrzeugen kollidierte (Polizeirapport vom 14. Februar 2016, Urk. 8/K9, vgl. auch Urk. 8/K1). Der Versicherte wurde gleichentags ins Kantonsspital Z._ gebracht, wo er bei der Diagnose Lendenwirbelkörper (LWK)1- und LWK2-Fraktur am 16. Dezember 2015 operiert wurde (Urk. 8/M1-2). Die Helsana trat auf den Schaden ein, übernahm die Kosten der Heilbehandlung und richtete Taggelder aus.
1.2
Am 24. März 2016 berichteten die behandelnden Ärzte des Kantonsspitals Z._, dass beim Ver
sicherten neben den lokalen Restbeschwerden vor allem Schulterbeschwer
den bei Status nach Schulteroperation vor 14 Jahren im Vordergrund stünden (Urk. 8/M5). Die daraufhin veranlasste Arthro-MRI-Untersuchung vom 20. Mai 2016 ergab eine Re-Ruptur der Supraspinatussehne (Urk. 8/M11). In der Folge holte die Helsana eine Stellungnahme ihres beratenden Arztes A._, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, ein und lehnte gestützt auf dessen Beurteilung, dass der Rotatorenmanschetten-Schaden überwiegend wahrscheinlich bereits vor dem Unfallereignis bestanden habe (Urk. 8/M16), eine Leistungspflicht für die Schulterbeschwerden mit Verfügung vom 7. Juni 2016 ab (Urk. 8/K23). Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 21. Juni 2016 (Urk. 8/K25) und ergän
zender Begründung vom 18. Juli 2016 Einsprache (Urk. 8/K30). Mit Entscheid vom 6. September 2016 wies die Helsana die Einsprache des Versicherten ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 4. Oktober 2016 Beschwerde und beantragte, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und es seien ihm die gesetzlich geschuldeten Leistungen zuzusprechen. Eventualiter sei der Einspracheentscheid aufzuheben und zwecks Klärung der Kausalität ein unabhängiges Gutachten in Auftrag zu geben (Urk. 1). Mit Beschwerdeantwort vom 1. November 2016 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 8/K1-K37, Urk. 8/M1-M26), was dem Beschwerdefüh
rer am 2. November 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechts
verhältnisse zu überprüfen
und
zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung
bezie
hungsweise
eines Einspracheentscheid
e
s – Stellung genommen hat. Die Verfü
gung bestimmt den beschwerdeweise weiterziehbaren
Anfechtungsgegenstand
. Umgekehrt fehlt es an einem
Anfechtungsgegenstand
und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 125 V 413 E. 1a, mit weiteren Hinweisen).
Streitig und vorliegend zu prüfen ist deshalb einzig die Frage der Unfallkausalität der vom Beschwerde
führer geltend gemachten Schulterbeschwerden respektive der Re-Ruptur der Supraspinatussehne rechts (vgl. Urk. 2).
1.2
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Einspracheentscheid, in den medizinischen Unterlagen, die dem Unfall zeitnah am nächsten stünden, wür
den keine Schulterbeschwerden erwähnt. Solche würden erst drei Monate nach dem Ereignis angegeben. Damit sei nicht überwiegend wahrscheinlich erstellt, dass die Re-Ruptur auf das Ereignis vom 15. Dezember 2015 zurückzuführen sei. Auch gemäss der nachvollziehbaren Beurteilung des beratenden Arztes sei die Re-Ruptur der Suprasinatussehne nur möglicherweise unfallkausal. Dieser sei als Facharzt für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates für eine Beurteilung der vorliegenden Problematik kompetent (Urk. 2 S. 7 ff.).
1.3
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber im Wesentlichen geltend, dass begründete Zweifel an der Schlüssigkeit der Beurteilung des beratenden Arztes der Beschwerdegegnerin bestünden. Dessen Berichten komme hinsichtlich der Kausalitätsfrage kein Beweiswert zu. Es sei folglich auf die aktuellen Kausali
tätsbeurteilungen der behandelnden Ärzte abzustellen (Urk. 1 S. 9).
2.
2.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
sicherung (UVV) in Kraft getreten. Gemäss den allgemeinen übergangsrecht
lichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbe
stimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Ver
sicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbe
stimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
15. Dezember 2015
ereignet, wes
halb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in
dieser Fassung zitiert werden
.
2.2
Gemäss Art.
6
UVG
werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen
, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt (Abs. 1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Abs. 2). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
2.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversiche
rungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/ee, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
3.
3.1
Im Austrittsbericht vom 29. Dezember 2015 über die Erstbehandlung mit Hospita
lisation vom 15. bis 24. Dezember 2015 (Urk. 8/M2) nannten die behan
delnden Ärzte der Klinik für Neurochirurgie des Kantonsspitals Z._ folgende Diagnosen: 1) LWK1- und LWK2-Fraktur, Stauchungsfraktur des Corpus sterni im proximalen Drittel bei Autounfall am 15. Dezember 2015, 2) unklare Synkope am 15. Dezember 2015, am ehesten vasovagal, 3) lumbovertebrales Schmerzsyn
drom links betont bei bilateraler Spondylolyse im lumbosakralen Übergang mit Anterolisthesis von 1.3 cm, 4) chronische Schmerzen Knie links mit muskulärer Instabilität, sowie 5) Psoriasis Unterschenkel beidseits. Am 16. Dezember 2015 sei eine geschlossene Reposition und dorsale perkutane Spondylodese und eine Thorakotomie links mit Implantation eines Titan Wirbelkörperersatzes L1/L2 durchgeführt worden. Es bestehe ein komplikationsloser intra- und postoperati
ver Verlauf. Neue fokal-neurologische Defizite seien nicht hinzugetreten.
3.2
A._ hielt in seiner Stellungnahme vom 7. Januar 2016 (Urk. 8/M3) fest, dass die Diagnosen LWK1- und LWK2-Fraktur überwiegend wahrscheinlich in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Autounfall vom 15. Dezember 2015 stünden. Ein degeneratives LWS-Leiden L5/S1 beur
teilte A._ als unfallfremd. Die medizinische Prognose sei noch offen.
3.3
Am 24. März 2016 hielt B._, Facharzt für Neurochirur
gie, Kantonsspital Z._, fest, der Beschwerdeführer berichte über vermehrt auftretende lokale Rückenschmerzen rechts lumbal. Eine radikuläre Ausstrahlung finde sich nicht. Die Schmerzen über dem Brustbein seien stärker als die ebenfalls noch vorhan
denen thorakalen Rückenschmerzen. Es bestehe ein erfreulicher postoperativer Verlauf. Im Vordergrund stünden neben den lokalen Restbeschwerden nun vor allem Schulterbeschwerden bei Status nach Schulteroperation vor 14 Jahren. Inwieweit die lumbalen Rückenschmerzen auf die vermehrte Belastung der bestehenden Spondylolisthese L5/S1 zurückzuführen sei, sei schwer abzuschät
zen (Urk. 8/M5). Die von B._ veranlasste MRI-Untersuchung der Len
denwirbelsäule vom 11. April 2016 ergab die bekannte Spondylolyse LWK5 beidseits mit foraminaler Enge der L5 Wurzel beidseits sowie eine schwere akti
vierte Facettengelenksarthrose der unteren LWS. Anhaltspunkte für einen Infekt, eine sonstige Nervenwurzelkompression oder eine relevante Anschluss
segmentdegeneration fanden sich nicht (Urk. 8/M6).
3.4
C._, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Kantonsspital Z._, diagnostizierte am 12. Mai 2016 (Urk. 8/M10) im Wesentlichen einen Verdacht auf partielle Re-Ruptur Rotatorenmanschette rechts (Supraspinatus) bei Status nach offener Rotatorenmanschetten-Rekon
struktion rechts am 20. September 2002 und hielt fest, der Beschwerdeführer zeige eine schmerzhafte rechte Schulter bei allenfalls umschriebener kleiner Re-Ruptur der rekonstruierten Manschette.
3.5
Die zur weiteren Abklärung veranlasste MR-Arthrographie der rechten Schulter vom 20. Mai 2016 (Urk. 8/M11) ergab eine vollständige
Re
-R
uptur des ante
rioren Anteils der Supraspinatussehne nach
Rotatorenmanschetten-R
eko
nstruk
tion mit nach anterior um
geschlagenem Sehnenanteil. Der posteriore Anteil
sei
in seiner Kontinuität erhalten, ebenso die Sehnen der übrigen Rotatorenman
schette.
Es hätten sich
Zeichen eines subakromialen Impingements
gezeigt und d
ie fettige Atrophie des Musculus teres minor
spreche
für eine chronische Denervation des Muskels, am ehesten im Rahmen der (früheren) Rotatoren
manschetten
-R
uptur. Bei fehlender fettige
r
Atrophie des Musculus deltoideus und fehlender Raumforderung im Foramenaxillare laterale
sei
ein Quadrila
teralsyndrom unwahrscheinlich.
Gestützt darauf berichtete C._ am 24. Mai 2016, es bestehe
eine partielle Re-Ruptur der Supraspinatussehne bei Status nach Rekonstruktion derselben vor Jahren. Die restlichen Sehnen der Man
schette
seien
intakt, anderweitige Pathologien l
ie
ssen sich nicht nachweisen. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit hand
le
es sich um eine frische Re-Ruptur, da der Muskelbauch des Supraspinatus keinerlei Atrophie oder fettige Degeneration zeig
e (Urk. 8/M12).
3.6
A._ führte am 26. Mai 2016 aus, es lägen ein Komplex an Unfallfolgen sowie ein namhaftes LWS-Leiden, ferner vorbestehende Schulter
probleme und schliesslich Kniegelenksschmerzen vor. Nur die Beschwerden im Bereich der BWS und der oberen LWS seien unfallkausal bei Status nach Spon
dylodese TH12-L3. Die Schulter sei noch offen (Urk. 8/M13).
3.7
In seiner Stellungnahme vom 2. Juni 2016 (Urk. 8/M16) hielt A._ fest, dass die Re-Ruptur der Supraspinatussehne möglicherweise in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 15. Dezember 2015
stehe. Dies begründete er insbesondere damit, dass ein Sta
tus nach Rotatoren
manschetten-Rekonstruktion 14 Jahre zuvor vorliege. Im MRI der rechten Schulter vom 20. Mai 2016 werde eine Re-Ruptur von ante
rioren Anteilen der Supraspinatussehne notiert. Zusätzlich hätten sich ausge
prägte degenerative Veränderungen im AC-Gelenk und Acromiom gezeigt. Der Subacromialraum sei auf 5-6mm eingeengt. Das Verletzungsmuster mit Frak
turen des Brustbeins und an der LWS mache eine erhebliche traumatische Ein
wirkung auf das rechte Schultergelenk unwahrscheinlich. Überwiegend wahr
scheinlich habe der Rotatorenmanschetten-Schaden bereits vor dem Ereignis vom 15. Dezember 2015 bestanden. Dies eventuell auch klinisch stumm, da grosse Teile der Rota
toren
manschette erhalten seien. An der rechten Schulter seien nur unfallfremde Faktoren zu erkennen.
3.8
Am 8. Juni 2016 berichtete B._, dass zunehmende Schmerzen im Bereich der rechten Schulter bestünden, wo die Re-Ruptur der Supraspinatus
sehne die Beweglichkeit des rechten Armes deutlich einschränke. Es sei für den 6. Juli 2016 eine Rekonstruktion der Rotatorenmanschette geplant. Die vorbe
stehenden lumbalen Beschwerden, welche vor dem Unfall recht gut hätten kompensiert werden können, hätten sich nun durch die langstreckige Spondy
lodese nochmals deutlich verschlechtert (Urk. 8/M17).
3.9
C._ notierte in seinem ärztlichen Attest vom 4. Juli 2016 (Urk. 8/M20), es handle sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um eine frische Re-Ruptur im Zusammenhang mit dem Unfall im Dezember 2015, da der Muskelbauch des Supraspinatus keinerlei Atrophie oder fettige Degeneration zeige.
3.10
B._ hielt in seinem zuhanden des Beschwerdeführers erstellten Bericht vom 11. Juli 2016 (Urk. 8/M23) fest, die LWK1- und LWK2-Fraktur könne dem Unfall vom 15. Dezember 2015 nahezu sicher zugeordnet werden. Es handle sich hierbei um eine frische Wirbelkörperfraktur, die bei dem beschrie
benen Unfallhergang nicht selten auftrete. Zudem zeigten sich direkt nach dem Unfall typische neue Beschwerden, die deutlich von länger bestehenden tief lumbalen Schmerzen abzugrenzen gewesen seien.
Auch eine Zunahme der bekannten Lumbalgien im Rahmen de
r Diagnose Spondylolisthese L5/S
1
sei
durch die notwendig gewordene langstreckige Spondylodese zumindest über
wiegend wahrscheinlich wieder verstärkt in den Vordergrund getreten, da hier
von einer vermehrten Belastung ausgegangen werden
müsse
. Dies zeig
e
sich zum Beis
piel im Neuauftreten von radikul
ären Schmerzen durch die Foramen
einengung L5/S1
beidseits
. Hinsichtlich der
Wirbelkörperfrakturen besteh
e
also ein direkter adäquater Kausal
zusammenhang. D
ie Lumboischialgien durch Wur
zelkompression L5
beidseits
zeig
t
en einen indirekten Zusammenhang
.
3.11
C._ beantwortete die Fragen des Beschwerdeführers am 13. Juli 2016 hin
sichtlich der Verletzung und Behandlung des rechten Schultergelenks dahinge
hend, dass der Beschwerdeführer
zwar vor 13 Jahren bereits im Bereich
der
rechten Schulter (Rotatorenm
anschette) operiert worden sei.
Der damalige post
operative Heilungsverlauf
habe
sich erfreulich
gestaltet
und
der Beschwerde
führer
habe
eine weitgehende Restitutio ad integrum
erreicht.
Im
Ansch
l
uss an den Verkehrsunfal
l
vom 1
5. Dezember 2015
habe er
erneut starke Schu
l
ter
schmerzen rechts
bemerkt
. Die weitergehende Abklärung mittels Arthro
-
MR
I
habe
die Diagnose einer Re-Ruptur der Supraspinatussehne
ergeben.
Da keine zusätzlichen chron
ischen Veränderungen der Muskulatur hätten
nachgewiesen werden
können
,
müsse
von einer erneuten frischen Läsion ausgegangen werden. In diesem Sinne
sei davon auszugehen,
dass ein überwiegend wahrscheinlicher Kausa
l
zu
sammenhang mit dem Ereignis vom Dezember
2015 besteh
e (Urk. 8/M24).
3.12
In seiner Stellungnahme vom 23. September 2016 (Urk. 8/M26) bezeichnete A._ die Spondylolisthesis L5/S1 sowie die Schulter rechts als unfallfremd.
4.
4.1
Streitig und zu prüfen ist die Frage der Unfallkausalität der Schulterbeschwer
den rechts respektive der Re-Ruptur der Supraspinatusssehne (vgl. vorstehend E. 1.1).
4.2
4.2.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspracheentscheid in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die versicherungsinternen Beurtei
lungen von A._ und insbesondere auf dessen Stellungnahme vom 2. Juni 2016 (E. 3.7).
4.2.2
A._ hielt fest, dass das Verletzungsmuster mit Frakturen des Brustbeins und an der LWS eine erhebliche traumatische Einwirkung auf das rechte Schultergelenk unwahrscheinlich mache. Es liege ein Status nach Rota
torenmanschetten-Rekonstruktion vor 14 Jahren vor und der Rotatorenman
schetten-Schaden habe überwiegend wahrscheinlich bereits vor dem Unfaller
eignis vom Dezember 2015 bestanden. Es bestehe lediglich möglicherweise ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen der Re-Ruptur der Supraspinatus
sehne rechts und dem Unfallereignis (vgl. vorstehend E. 3.7).
4.2.3
Die Beurteilung
von A._
wurde
in Kenntnis der und in Auseinan
dersetzung mit den Vorakten erstattet und
ist für die vorliegend zu
beantwortende Frage der Unfallkausalität der Schulterbeschwerden umfassend. Die medizinischen Zusammenhänge
wurden
einleuchtend dargelegt und die
Schlussfolgerungen
nachvollziehbar begründet. Auch verfügt
A._
als Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
über eine für die Beurteilung des streitigen Leidens ange
zeigte medizinische Weiterbildung. Dabei schadet
entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (E. 1.3)
nicht, dass es sich
bei der Beurteilung
um ein
en Aktenbericht handelt, denn auch einem solchen kann
voller Beweiswert zukommen, sofern
– wie vorliegend -
ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil des Bundesgerichts 8C_641/2011 vom 22. Dezember 2011 E. 3.2.2
mit Hinweisen)
. Was das Vorbringen des Beschwer
deführers, A._ beurteile die Kausalität trotz gleichbleibendem Sachverhalt unterschiedlich, weshalb dessen Beurteilungen nicht nachvollzieh
bar seien, betrifft, ist mit der Beschwerdegegnerin (vgl. Urk. 2 S. 8) darauf hin
zuweisen, dass sich die verschiedenen Stellungnahmen jeweils auf unterschied
liche Beschwerden respektive Diagnosen beziehen (vgl. E. 3.2, E. 3.6, E. 3.7, E. 3.12).
Die Beurteilung
von A._
erfüllt
damit
die
recht
sprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Ent
scheidungsgrundlagen
(vgl. E.
2
.
4
).
Sie überzeugt sodann auch mit Blick auf den aktenmässig dokumentierten Verlauf, wie nachfolgend (E. 4.3) zu zeigen ist.
4.3
4.3.1
Dem Polizeirapport vom 14. Februar 2016 ist zu entnehmen, dass der Beschwer
deführer mit seinem Personenwagen
von der Fahrbahn abgekommen und auf dem Trottoir rechts vom Kolonnenverkehr weitergefahren sei. Dabei habe er
ein
vorausfahrendes Fahrzeug seitlich
touchiert
und
sei
danach mit vier weiteren Fahrzeugen kollidiert. Als Verletzungen wurden zwei gebrochene Rückenwirbel und ein gebrochenes Brustbein angegeben (Urk. 8/K9 S. 1
, S. 8
und S. 16). Zum genauen Unfallhergang gab der Beschwerdeführer anlässlich der polizeilichen Befragung vom 6. Januar 2016 an, dass ihm plötzlich schwarz vor Augen geworden sei. Er habe zwar gemerkt, dass ein Unfall passiere, habe die Kollisio
nen aber nicht einzeln wahrgenommen.
Über den Hergang könne er nichts Genaueres sagen.
Er habe beim Unfall zwei Rückenwirbel sowie das Brustbein gebrochen (Urk. 8/K22 S. 3).
4.3.2
Festzuhalten ist, dass der Beschwerdeführer
nach dem Unfallereignis
vom 15.
Dezember 2015
zunächst nicht über Schulterbeschwerden geklagt hatte. In den Unterlagen zum Unfallereignis werden keine Verletzungen oder Beschwer
den der Schultern erwähnt (vgl. E. 4.3.1). Auch dem Austrittsbericht des Kantonsspitals Z._ vom 29. Dezember 2015 über die Hospitalisation des Beschwerdeführers sind keine die Schultern betreffenden Befunde oder Diagnosen zu entnehmen (vgl.
E. 3.1, vgl. auch Urk. 8/M11). Erst im Bericht von
B._
vom 24. März 2016 – und damit mehr als drei Monate nach dem Unfallereignis vom 15. Dezember 2015 - werden von ärztlicher Seite erstmals Schulterbeschwerden rechts festgehalten (vgl. E. 3.3). Der Beschwerdeführer selbst erwähnte solche Beschwerden gegenüber der Beschwerdegegnerin weder im Gespräch vom 4. Februar 2016, anlässlich welchem er über Schmerzen im Brustbein, im Rücken sowie im linken Knie klagte (vgl. Urk. 8/K7 S. 2), noch in den darauf
folgenden Gesprächen vom 15. März und 11. April 2016 (vgl. Urk. 8/K10, Urk. 8/K12). Erst am 12. Mai 2016 teilte er der Beschwerdegegnerin mit, dass er Schmerzen in der Schulter habe, seit er weniger Schmerzmittel nehme. Er führte diesbezüglich aus, dass er nicht wisse, ob er beim Unfall die Schulter oder die Brustwirbelsäule angeschlagen habe. Er könne sich nicht erinnern, da er ein Blackout gehabt habe und alles sehr schnell gegangen sei. Vor dem Unfall habe er keine Rückenschmerzen, sondern Probleme mit dem Knie gehabt (Urk. 8/K15).
4.3.3
Nach dem Gesagten
ist somit nicht erstellt, dass es beim Unfall vom 15. Dezember 2015 zu einer erheblichen Einwirkung auf die rechte Schulter gekommen ist. Dies umso weniger, als t
raumatische Rupturen, die im Übrigen im Vergleich zu degenerativ bedingten Rupturen gerade bei älteren Menschen weitaus seltener sind, in der Regel unmittelbar starke Beschwerden und Beein
trächtigungen der Beweglichkeit zur Folge
haben, was vorliegend nicht der Fall war
(vgl. Niethard/Pfeil, Orthopädie, 2. Auflage, Stuttgart 1992, S. 369;
vgl.
Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 2
66
. Auflage, Berlin/
Boston
, S.
1870
).
Damit erscheint eine Unfallkausalität der Schultersymptomatik
auch angesichts des dokumentierten Verlaufs
lediglich als möglich, nicht aber als überwiegend wahrscheinlich.
4.
4
4.4.1
E
ntgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 8 f.)
belegen auch die
Berichte der behandelnden Ärzte
C._
und
B._
keine überwie
gend wahrscheinliche Kausalität.
4.4.2
Die Einschätzung von C._, dass die Re-Ruptur der Supraspinatussehne überwiegend wahrscheinlich auf den Unfall vom 15. Dezember 2015
zurückzu
führen
sei (vgl. E. 3.11, vgl. auch E. 3.5 und E. 3.9), vermag nicht zu überzeu
gen. Zum einen befasste sich C._ weder mit dem Unfallhergang noch mit der zeitlichen Verzögerung des Auftretens der Schulterbeschwerden (vgl. E. 4.3). Zum anderen bejahte C._ die Unfallkausalität in erster Linie aufgrund der zeitlichen Verhältnisse. So erklärte er, dass nach der Operation vor rund 14 Jahren eine weitgehende Wiederherstellung der Schulter erreicht worden sei, der Beschwerdeführer erst im Anschluss an den Verkehrsunfall erneut Schulterbe
schwerden bemerkt habe und zudem von einer frischen Ruptur auszugehen sei (E. 3.11). Diesbezüglich ist auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung hinzu
weisen, wonach
die Argumentation nach der Formel „post hoc ergo propter hoc", nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den
Unfall
verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, beweis
rechtlich nicht zulässig
ist
und zum Beweis natürlicher Kausalzusammenhänge nicht zu genügen vermag (BGE 119 V 335 E. 2b/bb., Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2
013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
4.4.3
B._
äusserte sich seinerseits
nicht explizit zur Frage der Unfallkausali
tät
der Schulterbeschwerden
, sondern
bezeichnete lediglich die LWK-Frakturen als unfallkausal und ging im Weiteren von einer unfallbeding
ten Verschlechterung der lumbalen Beschwerden aus
(E. 3.10, vgl. auch E. 3.8).
Bezüglich der Schulter hielt er einzig fest,
dass
die
Re-Ruptur
der Supraspi
natussehne
die Beweglichkeit des rechten Armes deutlich einschränke (E. 3.8).
Damit kann der Beschwerdeführer auch aus den Beurteilungen von B._ hinsichtlich der vorliegend zu klärenden Kausalitätsfrage nichts zu seinen Gunsten ableiten.
4.4.4
Insgesamt v
ermögen die Ausführungen der behandelnden Ärzte die
nachvoll
zieh
baren
Beurteilungen und Schlussfolgerungen von
A._ damit
nicht
umzustossen.
4.
5
Zusammenfassend ergibt sich aus den vorhandenen Akten und deren Würdi
gung, dass die Schulterbeschwerden des Beschwerdeführers respektive die Re-Ruptur der Supraspinatussehne nicht überwiegend wahrscheinlich kausal zum Unfallereignis vom
15.
Dezember 2015 sind. Der Beschwerdeführer hat die Fol
gen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 115 V 133 E. 8a mit Hinweisen). Von zusätzlichen medizinischen
Abklärungen
beziehungsweise
der Einholung eines unabhängigen Gutachtens
sind keine weiteren Aufschlüsse hinsichtlich
der
Unfall
kausalität zu erwarten, weshalb
- entgegen dem diesbezüglichen Eventu
alvorbringen des Be
schwerdeführers (Urk. 1 S. 2) - davon abzusehen ist
(antizi
pierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b).
5.
Nach dem Gesagten erweist sich de
r angefochtene Einspracheentscheid als rech
tens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
Das Verfahren ist kostenlos
(Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialver
sicherungsrechts, ATSG).