Decision ID: 0af03f3a-c849-4ef6-8ee2-0d9016839935
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X besitzt den Führerausweis der Fahrzeugkategorien A1, B, D1, BE und D1E seit
12. April 2001. Zudem ist er seit 23. November 2006 für die Kategorie C und seit
16. Februar 2007 für die Kategorie CE fahrberechtigt. Am 1. April 2014 entzog das
Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen ihm den Führerausweis
wegen einer mittelschweren Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften für
die Dauer eines Monats (Vollzug vom 31. Mai bis 30. Juni 2014), nachdem er am
14. Dezember 2013 in Gossau einen Personenwagen mit vereisten und beschlagenen
Front- und Seitenscheiben gelenkt hatte.
B.- Am Montag, 2. Mai 2016, lenkte X einen Lastwagen mit Sachentransportanhänger
von Gossau nach Frauenfeld. Weil sich während der Fahrt eine Hecktüre des
Sachentransportanhängers unbemerkt geöffnet hatte, verlor er beim Eichenkreisel in
Gossau einen Teil der Ladung. Es fielen zahlreiche Pakete auf die Strasse und Speiseöl
lief auf die Fahrbahn aus. Um 12.00 Uhr entdeckte die Polizei die verlorene Ladung; sie
räumte die Pakete von der Strasse und bot aufgrund des ausgelaufenen Speiseöls die
Feuerwehr auf. X bemerkte die fehlende Ladung nach eigenen Aussagen erst, als er auf
der Autobahn von einer Fahrzeuglenkerin auf die geöffnete Hecktüre seines Anhängers
aufmerksam gemacht worden war und er seine Fracht auf dem nächsten Rastplatz
kontrolliert hatte.
C.- Mit Strafbefehl vom 25. Mai 2016 wurde X vom Untersuchungsamt Gossau der
einfachen Verletzung von Verkehrsregeln (ungenügende Ladungssicherung) schuldig
gesprochen und zu einer Busse von Fr. 300.– verurteilt. Der Strafbefehl erwuchs
unangefochten in Rechtskraft.
D.- Am 19. Juli 2016 eröffnete das Strassenverkehrsamt wegen des Vorfalls vom 2. Mai
2016 ein Administrativmassnahmeverfahren gegen X und gewährte ihm das rechtliche
Gehör. Es entzog ihm in der Folge mit Verfügung vom 10. August 2016 den
Führerausweis wegen einer mittelschweren Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften für die Dauer von vier Monaten.
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E.- Gegen die Verfügung des Strassenverkehrsamtes vom 10. August 2016 (zugestellt
am 15. August 2016) erhob X durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom
29. August 2016 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission. Er beantragte, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge sei von einer leichten Widerhandlung auszugehen
und die Dauer des Führerausweisentzuges auf einen Monat zu begrenzen. Weiter
ersuchte er darum, den Entzug des Führerausweises frühestens zu Beginn 2017
anzuordnen. Die Vorinstanz verzichtete am 9. September 2016 auf eine
Vernehmlassung.

Auf die Ausführungen des Rekurrenten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rechtsmittelerhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 29. August 2016 gegen die
Verfügung des Strassenverkehrsamtes vom 10. August 2016 (zugestellt am 15. August
2016) ist rechtzeitig eingereicht worden und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht
die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , Art. 45, 47 und 48 des Gesetzes über
die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs gegen den
Führerausweisentzug ist deshalb einzutreten. Nicht einzutreten ist hingegen auf den
Antrag, der Entzug des Führerausweises sei frühestens zu Beginn des Jahres 2017
anzuordnen. Hierbei handelt es sich um eine vollstreckungsrechtliche Anweisung, die
vom Strassenverkehrsamt separat angeordnet werden müsste und nicht im
vorliegenden Rekursverfahren verfügt werden kann (vgl. E. 6).
2.- a) Gemäss Art. 16 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt:
SVG) wird nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen
das Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 ausgeschlossen
ist, der Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen.
Das Gesetz unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b
bis
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SVG) und schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine leichte Widerhandlung
begeht, wer durch Verletzung der Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit
anderer hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a
SVG). Ist die Verletzung der Verkehrsregel grob und wird dadurch eine ernstliche
Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen, ist die
Widerhandlung schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Eine mittelschwere Widerhandlung
begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer
hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Von einer mittelschweren
Widerhandlung ist immer dann auszugehen, wenn nicht alle privilegierenden Elemente
einer leichten und nicht alle qualifizierenden Bestandteile einer schweren
Widerhandlung erfüllt sind (vgl. Botschaft, in: BBl 1999 S. 4487).
b) Es ist unbestritten, dass sich am 2. Mai 2016 während der Fahrt des Rekurrenten
von Gossau nach Frauenfeld eine Hecktüre seines Sachentransportanhängers öffnete,
er deswegen beim Eichenkreisel in Gossau einen Teil der Ladung verlor und dabei
zahlreiche Pakete auf die Strasse fielen sowie Speiseöl auf die Fahrbahn auslief. Nach
Art. 29 SVG dürfen Fahrzeuge nur in betriebssicherem und vorschriftsgemässem
Zustand verkehren. Namentlich dürfen Fahrzeuge nicht überladen werden und die
Ladung muss so angebracht werden, dass sie niemanden gefährdet oder belästigt und
nicht herunterfallen kann (Art. 30 Abs. 2 SVG). Aus dieser Bestimmung werden in der
Rechtsprechung mit Blick auf die Dichte des Verkehrs und die Häufung der
Zwischenfälle und Unfälle jeder Art und Schwere einigermassen strenge Anforderungen
abgeleitet. So genügt es nach der Rechtsprechung nicht, die Stabilität der Ladung nur
im Hinblick auf den normalen Verkehr, zu dem plötzliches Bremsen gehört,
sicherzustellen. Sie muss auch bei leichten Unfällen gewährleistet sein. Diese ziehen
das Fahrzeug oft nicht weiter in Mitleidenschaft. Die Instabilität der Ladung, die
herunterfallen und andere Verkehrsteilnehmer treffen kann, kann jedoch schwere
Folgen haben (Urteil des Bundesgerichts [BGer] 1C_223/2008 vom 8. Januar 2009
E. 2.3 mit Hinweis auf BGE 97 II 238 E. 3c). Art. 57 Abs. 1 der
Verkehrsregelnverordnung (SR 741.11, abgekürzt: VRV) verpflichtet den Führer, sich zu
vergewissern, dass Fahrzeug und Ladung in vorschriftsgemässem Zustand sind. Weil
der Fahrzeugführer die oben genannten Möglichkeiten in Betracht zu ziehen hat, muss
er auch die entsprechenden Massnahmen treffen.
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c) Mit Strafbefehl vom 25. Mai 2016 wurde der Rekurrent wegen ungenügender
Sicherung der Ladung gemäss Art. 57 Abs. 1 VRV sowie Art. 30 Abs. 2 und Art. 90
Abs. 1 SVG zu einer Busse von Fr. 300.– verurteilt (act. 2/3). Er liess den Strafbefehl
unangefochten in Rechtskraft erwachsen und bestreitet auch im vorliegenden
Verfahren nicht, die Verantwortung für die ungenügend gesicherte Ladung zu tragen
und eine Verkehrsregelverletzung begangen zu haben (act. 1, S. 4). Strittig und zu
prüfen ist hingegen die rechtliche Qualifikation des Verhaltens des Rekurrenten.
3.- a) Die Vorinstanz stufte das Verhalten des Rekurrenten als mittelschwere
Widerhandlung im Sinn von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG ein. Zur Begründung wurde
vorgebacht, der Rekurrent habe einen Teil seiner ungenügend gesicherten Ladung
verloren und dadurch die übrigen Verkehrsteilnehmer erhöht abstrakt gefährdet. Damit
liege eine mittelschwere Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften vor.
Weil ihm in den vergangenen zwei Jahren der Führerausweis bereits einmal wegen
einer mittelschweren Widerhandlung entzogen worden sei, müsse sein Führerausweis
gestützt auf Art. 16b Abs. 2 lit. b SVG für mindestens vier Monate entzogen werden.
Diese Mindestentzugsdauer dürfe nicht unterschritten werden. In Anbetracht aller
Beurteilungskriterien könne die Entzugsdauer auf das gesetzliche Minimum von vier
Monaten beschränkt werden (act. 2/3).
b) Der Rekurrent hält dem im Wesentlichen entgegen, der Sachentransportanhänger
sei gut zwei Monate vor dem Ereignis vom 2. Mai 2016 gewartet und Mitte Februar
2016 von der Motorfahrzeugkontrolle geprüft worden. Er habe deshalb von der
Verkehrstauglichkeit des Sachentransportanhängers ausgehen dürfen. Es sei später
jedoch festgestellt worden, dass der Verschlussnocken der Hecktüre stark abgenutzt
und die Verschlusssicherheit des Anhängers dadurch nicht zu 100 Prozent
gewährleistet gewesen sei. Neben seiner Verantwortlichkeit als Frachtführer trete damit
eine Fehlerquelle, die ihm nicht angelastet werden könne. Die Strafbehörde habe ihn
wegen einfacher Verletzung der Verkehrsregeln schuldig gesprochen. Die Vorinstanz
habe jedoch auf eine mittelschwere Verkehrsregelverletzung erkannt und ihm den
Führerausweis für vier Monate entzogen. Der angeordnete viermonatige
Führerausweisentzug sei sehr hart für ihn und die zweijährige ʺProbefristʺ gemäss
Art. 16b Abs. 2 lit. b SVG sei nur knapp nicht erreicht worden. Die vorinstanzliche
Massnahme treffe ihn umso empfindlicher, als ihm sein Arbeitsgeber bei einem
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Führerausweisentzug von mehr als zwei Monaten die Auflösung seines
Arbeitsverhältnisses als Chauffeur in Aussicht gestellt habe. Es hätten sich insgesamt
alle Faktoren (Beurteilung Staatsanwaltschaft versus Administrativbehörde, kurz vor
Ablauf der Probezeit, technische Mängel) zu seinen Ungunsten ausgewirkt. Diese Härte
sei im Rekursverfahren zu korrigieren. Es sei von einer leichten Widerhandlung
auszugehen und der Führerausweis für einen Monat zu entziehen (act. 1).
4.- a) Strafrechtlich wurde der Rekurrent rechtskräftig wegen einfacher
Verkehrsregelverletzung im Sinn von Art. 90 Abs. 1 SVG verurteilt (act. 2/6). Diese
Bestimmung umfasst administrativrechtlich sowohl die leichte (Art. 16a SVG) als auch
die mittelschwere Widerhandlung (Art. 16b SVG). Das straf- und das
administrativrechtliche Sanktionensystem sind insoweit nicht deckungsgleich (BGer
1C_259/2011 vom 27. September 2011 E. 3.4, 1C_282/2011 vom 27. September 2011
E. 2.4). Dass die Strafverfolgungsbehörde von einer einfachen Verkehrsregelverletzung
ausging, steht der Annahme einer mittelschweren Widerhandlung im
Administrativmassnahmeverfahren somit nicht entgegen.
b) Eine Verkehrsgefährdung liegt vor, wenn die körperliche Integrität einer Person
entweder konkret oder zumindest abstrakt gefährdet wurde. Im Recht der
Administrativmassnahmen wird dabei zwischen der einfachen und der erhöhten
abstrakten Gefährdung unterschieden. Erstere zieht keine Administrativmassnahme
nach sich (Art. 16 Abs. 2 SVG). Von einem solchen Fall ist jedoch nur dann
auszugehen, wenn keine anderen Verkehrsteilnehmer vom Fehlverhalten hätten
betroffen werden können. Führte dieses hingegen zu einer Verletzung eines Rechtsguts
oder einer konkreten bzw. erhöhten abstrakten Gefährdung der körperlichen Integrität,
hat dies eine Administrativmassnahme zur Folge (R. Schaffhauser, Die neuen
Administrativmassnahmen des Strassenverkehrsgesetzes, in: Jahrbuch zum
Strassenverkehrsrecht 2003, St. Gallen 2003, S. 181, Rz. 43 ff.). Innerhalb der erhöhten
abstrakten Gefährdung ist auf die Nähe der Verwirklichung der Gefahr abzustellen. Je
näher die Möglichkeit einer konkreten Gefährdung oder Verletzung liegt, umso
schwerer wiegt die erhöhte abstrakte Gefahr (vgl. BGE 118 IV 285 E. 3a). Eine konkrete
Gefahr liegt vor, wenn für einen bestimmten, tatsächlich daherkommenden
Verkehrsteilnehmer oder einen Mitfahrer des Täters die Gefahr einer Körperverletzung
oder gar Tötung bestand (J. Boll, Grobe Verkehrsregelverletzung, Davos 1999, S. 12).
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Zudem ist das Ausmass der üblicherweise entstehenden Schädigung bei Eintritt der
Rechtsgutverletzung zu berücksichtigen (vgl. Entscheid der
Verwaltungsrekurskommission IV-2011/113 vom 24. November 2011 E. 3b, abrufbar
unter www.gerichte.sg.ch). Der Gefährdung der Sicherheit kommt durch die seit
1. Januar 2005 geltenden Art. 16a bis 16c SVG eine wesentliche und eigenständige
Bedeutung zu. Der Gesetzgeber hat bewusst dem Gesichtspunkt der
Verkehrsgefährdung ein höheres Gewicht beigemessen (BGer 1C_267/2010 vom
14. September 2010 E. 3.4).
Während der Fahrt des Rekurrenten von Gossau nach Frauenfeld öffnete sich die
Hecktüre des Sachentransportanhängers unbemerkt. Beim Kreisverkehr in Gossau
fielen dadurch zahlreiche Pakete (gemäss Angaben des Rekurrenten ein ʺRollcombiʺ,
vgl. act. 1 S. 2) unvermittelt auf die Strasse. Dazu lief eine nicht geringfügige Menge
Speiseöl auf die Fahrbahn aus und die Feuerwehr musste aufgeboten werden, um das
Öl von der Strasse zu entfernen (act. 9/7 f.). Auch wenn sich deshalb kein Unfall
ereignete, setzte der Rekurrent durch die von ihm ungenügend gesicherte Ladung
allfällige übrige Fahrzeuglenker der Gefahr einer Körperverletzung aus. Wie lange die
Pakete und das Speiseöl auf der Strasse lagen oder wie die konkreten
Verkehrsumstände waren, lässt sich den Akten zwar nicht entnehmen. Doch selbst
wenn die Hindernisse nur für kurze Zeit auf der Fahrbahn gelegen hätten und nur ein
mässiges Verkehrsaufkommen geherrscht haben sollte – was angesichts der
Mittagszeit und des allgemein vielbefahrenen Eichenkreisels in Gossau
unwahrscheinlich erscheint –, vermöchte dies an der geschaffenen Gefährdung nichts
Wesentliches zu ändern. Denn so oder anders bestand die ernsthafte Möglichkeit, dass
andere Fahrzeuglenker angesichts der vom Sachentransportanhänger
heruntergefallenen Pakete und des ausgelaufenen Speiseöls abrupte Brems- oder
Ausweichmanöver machen, dadurch ins Schleudern geraten und mit anderen
Fahrzeugen oder sonstigen Hindernissen kollidieren. Dabei ist insbesondere auch zu
berücksichtigen, dass die Pakete und das glitschige Speiseöl nicht auf einer geraden
übersichtlichen Strasse, sondern unmittelbar nach einer Kreisverkehrsausfahrt auf der
Fahrbahn lagen. Im Übrigen bemerkte der Rekurrent die fehlende Ladung nach eigenen
Aussagen erst, als er von einer Fahrzeuglenkerin auf der Autobahn auf die offene
Hecktüre aufmerksam gemacht worden war und die Fracht auf dem nächsten
Rastplatz kontrolliert hatte (act. 9/7). Welche Strecke der Rekurrent mit offener
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Hecktüre fuhr, geht aus den Akten zwar nicht hervor. Seinen Aussagen zufolge muss er
aber mindestens bis zur Raststätte Thurau – und damit nach Verlust der Ladung beim
Eichenkreisel in Gossau noch rund 13 Kilometer (vgl. www.google.ch/maps) – mit
offener Heckklappe gefahren sein, wodurch ebenfalls eine erhebliche
Verkehrsgefährdung geschaffen wurde. Dass sich unter den gegebenen Umständen
kein Verkehrsunfall ereignete, ist wohl nur glücklichen Umständen zu verdanken. Die
vom Rekurrenten verursachte Gefahr kann mithin nicht mehr als gering eingestuft
werden. Die Annahme einer leichten Widerhandlung nach Art. 16a SVG ist damit
ausgeschlossen (vgl. E. 2 lit. a; BGE 135 II 138 E. 2.2.3).
Selbst wenn den Rekurrenten nur ein leichtes Verschulden treffen würde – wovon er
angesichts seiner Anträge selbst auszugehen scheint –, bliebe es demnach dabei, dass
er sich der mittelschweren Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften
strafbar gemacht hat. Der Grad seines Verschuldens kann daher offen bleiben.
Immerhin sei dazu bemerkt, dass der Rekurrent aus seinen Vorbringen, wonach der
Sachentransportanhänger gut zwei Monate vor dem Ereignis vom 2. Mai 2016 gewartet
und im Februar 2016 von der Motorfahrzeugkontrolle geprüft worden sei, nicht ohne
weiteres etwas zu seinen Gunsten abzuleiten vermöchte. Denn der Fahrzeugführer hat
sich vor der Fahrt vollumfänglich zu vergewissern, dass sich Fahrzeug und Ladung in
betriebssicherem Zustand befinden (Art. 57 Abs. 1 VRV; vgl. BGer 1C_588/2015 vom
14. April 2016 E. 2.7). Dies gilt vorliegend umso mehr, als der Rekurrent den Anhänger
selbst belud (act. 9/7) und von ihm als Berufschauffeur erwartet werden kann, dass er
in besonderem Masse auf die fachgerechte Sicherung seiner Ladung achtet und den
Verschluss seines Anhängers sorgfältig prüft. In Ausübung der erforderlichen
Aufmerksamkeit und seiner Kontrollpflicht hätte er – ungeachtet der Wartung und der
Prüfung des Sachentransportanhängers – demnach wohl erkennen müssen, dass die
Verschlusssicherheit seines Sachentransportanhängers nicht vollumfänglich
gewährleistet war. Abgesehen davon muss aufgrund der Tatsache, dass der Rekurrent
während der Fahrt einen Teil seiner Ladung verlor, angenommen werden, dass er seine
Fracht auf der Ladefläche ungenügend sicherte. Insofern könnte sein Verschulden wohl
auch nicht mehr als bloss leicht beurteilt werden.
c) Dementsprechend ergibt sich, dass die Vorinstanz die ungenügende Sicherung der
Ladung zu Recht als mittelschwere Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz
qualifizierte und den Führerausweis gestützt auf Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG entzog.
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5.- a) Bei der Festsetzung der Dauer des Führerausweisentzuges sind die Umstände
des Einzelfalls zu berücksichtigen, namentlich die Gefährdung der Verkehrssicherheit,
das Verschulden, der Leumund als Motorfahrzeugführer sowie die berufliche
Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen (Art. 16 Abs. 3 SVG). Die Mindestdauer
darf jedoch nicht unterschritten werden. Diese beträgt gemäss Art. 16b Abs. 2 lit. b
SVG nach einer mittelschweren Widerhandlung mindestens vier Monate, wenn in den
vorangegangenen zwei Jahren der Ausweis einmal wegen einer schweren oder
mittelschweren Widerhandlung entzogen oder aberkannt worden war. Für die
Berechnung der zweijährigen Rückfallfrist ist bei einem früheren Ausweisentzug der
Tag massgebend, an dem der Entzug endete (Philippe Weissenberger, Kommentar
SVG und OBG, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2015, Art. 16a N 29 mit Hinweis auf BGE 136
II 447 E. 5.3 sowie BGer 1C_180/2010 vom 22. September 2010 E. 2).
b) Aus dem Administrativmassnahmenregister ergibt sich, dass der Führerausweis des
Rekurrenten mit Verfügung der Vorinstanz vom 1. April 2014 wegen einer
mittelschweren Widerhandlung (Fahren mit vereisten sowie beschlagenen Front- und
Seitenscheiben) für einen Monat entzogen wurde (Vollzug vom 31. Mai bis 30. Juni
2014; act. 9/9). Im Zeitpunkt des Vorfalls vom 2. Mai 2016 waren somit noch nicht zwei
Jahre seit Ablauf des letzten Führerausweisentzugs verstrichen, weshalb die
Mindestentzugsdauer vier Monate beträgt. Daran vermag die Tatsache, dass die
neuerliche Verkehrsregelverletzung gegen Ende der zweijährigen Rückfallfrist stattfand,
nichts zu ändern. Weil die Mindestentzugsdauer auch bei einem Berufschauffeur nicht
unterschritten werden darf (vgl. BGE 132 II 234 E. 3.2 für einen selbständig
erwerbenden Taxichauffeur), können ausserdem weder die vom Rekurrenten geltend
gemachte berufliche Angewiesenheit auf den Führerausweis noch die vom Arbeitgeber
im Falle eines Führerausweisentzuges von über zwei Monaten in Aussicht gestellte
Kündigung (act. 2/5) zusätzlich berücksichtigt werden. Der Rekurs ist folglich
abzuweisen.
6.- Die Vorinstanz ordnete in Ziffer 2 der angefochtenen Verfügung an, dass der
Rekurrent den Führerausweis und allfällig vorhandene weitere Ausweise bis spätestens
am 10. November 2016 abzugeben habe. Hierbei handelt es sich um eine
vollstreckungsrechtliche Anordnung, die separat verfügt werden müsste. Darauf ist
indessen nicht weiter einzugehen, denn der Abgabetermin (10. November 2016) ist
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schon vorüber, weshalb Ziffer 2 zufolge Gegenstandslosigkeit aufzuheben ist. Die
Vorinstanz wird einen neuen Abgabetermin festlegen müssen. Allerdings hätte Ziffer 2
der angefochtenen Verfügung aufgehoben werden müssen, wenn die Abgabefrist nicht
bereits abgelaufen wäre; dies ist bei der Kostenverlegung zu berücksichtigen.
7.- Die Kosen des Rekursverfahrens sind dem Rekurrenten zu fünf Sechsteln und dem
Staat zu einem Sechstel aufzuerlegen. Denn einerseits unterliegt der Rekurrent in der
Hauptsache und andererseits hat die Vorinstanz die materielle Verfügung
(Führerausweisentzug) in unzulässiger Weise mit der Vollzugsanordnung (Abgabetermin
des Führerausweises) kombiniert. Eine Entscheidgebühr von Fr. 1‘200.– erscheint
angemessen (Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 1‘200.– ist zu verrechnen und dem Rekurrenten im
Restbetrag von Fr. 200.– zurückzuerstatten.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine ausseramtliche
Entschädigung (Art. 98 VRP).