Decision ID: 7c2e7d43-96bc-45f7-a217-9debcf0dbc77
Year: 2020
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

Logistik zuständig, basiere auf einer falschen Sachverhaltsdarstellung und
suggeriere einen unrichtigen Schluss. Die Beschwerdeführerin 2 betreibe
ausschliesslich die Logistik für die Vermittlung von Gleitschirm-
Passagierflügen und anderen Outdooraktivitäten, nämlich den Betrieb der
Webseite (_.ch), von Social-Media-Kanälen, Flyer, Banner,
Werbefahnen und einen Telefonanschluss. Die Logistik für die
Durchführung von Gleitschirm-Passagierflügen, insbesondere die gesamte
Ausrüstung, beschaffe und betreibe der Beschwerdeführer 1 selbst. Für die
Durchführung nutze er die Start- und Landeplatzinfrastruktur des
Gleitschirmclubs E._ sowie des SHV. Er kümmere sich also um die
gesamte Logistik, welche notwendig und hinreichend sei, um Gleitschirm-
Passagierflüge durchzuführen. Im Übrigen sei der Gesellschaftszweck
identisch mit demjenigen der F._ GmbH, Y._. Deren Piloten seien
zum Teil auch Gesellschafter der GmbH, seien jedoch von der AHV-
Ausgleichskasse des Kantons Bern durchwegs als Selbständigerwerbende
anerkannt worden. Der Beschwerdeführer 1 sei mit einer Gleitschirmpilotin
und vier Gleitschirmpiloten Gründungsgesellschafter der
Beschwerdeführerin 2. Diese sei gegründet worden, um gemeinsam
Werbung mit dem Wort-/Bild-Logo "B._" zu machen,
Gleitschirmpassagierfliegen als Gruppenangebot glaubwürdiger zu
kommunizieren, sich klar gegenüber anderen Gleitschirm-Tandempiloten
oder anderen Vermittlern von Gleitschirm-Passagierflügen abzugrenzen
sowie den Piloten mehr Gewicht in Verhandlungen mit Behörden und
anderen Leistungsträgern zu verschaffen. Der Beschwerdeführer 1 leiste
aber nicht Arbeit gegen Entgelt in einem Dauerschuldverhältnis, sondern
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nehme gegen Bezahlung einer Gebühr die Vermittlungsdienste der
Beschwerdeführerin 2 in Anspruch. Hinsichtlich der Geschäftsadresse
habe der Beschwerdeführer 1 als italienisch sprechender juristischer Laie
fälschlicherweise angenommen, er müsse im Feld "Geschäftsadresse"
eine Adresse ausfüllen. Aus dem gleichen Grund habe er die
Beschwerdeführerin 2 beim Ausfüllen des Formulars als Auftraggeberin
angegeben. Richtig wäre gewesen, die Beschwerdeführerin 2 als
Vermittlungsagentin anzugeben. Auftraggeber seien jeweils die Passagiere
bzw. deren gesetzliche Vertreter bei Minderjährigen gewesen. Dass der
Beschwerdeführer 1 keine eigene Homepage besitze bzw. eine solche
einsetze, sei kein valides, gegen die selbständige Erwerbstätigkeit des
Beschwerdeführers 1 sprechendes Argument. Als Digital Native nutze der
Beschwerdeführer 1 aber für den marketingmässigen Auftritt soziale
Medien wie Facebook, Instagram und sei auf der Website des SHV mit
seiner Wohnsitzadresse und persönlicher Mobilfunknummer publiziert.
Zusätzlich sei er verlinkt mit dem Logo der Beschwerdeführerin 2, was kein
valides, gegen die selbständige Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers 1
sprechendes Argument sei. Der Beschwerdeführer 1 trage zudem alle
Materialkosten, welche notwendig und hinreichend seien, um Gleitschirm-
Passagierflüge durchzuführen, ungeachtet dessen, ob die Gleitschirm-
Passagierflüge durch die Beschwerdeführerin 2 vermittelt würden oder
nicht. Der Beschwerdeführer 1 sei über zwei vom SHV abgeschlossene
Kollektivversicherungen obligatorisch gegen Haftpflichtansprüche von
Dritten sowie über eine vom SHV abgeschlossene
Rechtsschutzversicherung gedeckt. All diese Versicherungsdeckungen
seien für den Beschwerdeführer 1 weder unentgeltlich noch vergünstigt
und würden vom Beschwerdeführer 1 als Teil der SHV-Gebühren in Höhe
von jährlich Fr. 915.-- bezahlt. Schliesslich sei die Feststellungsverfügung
vom 27. Februar 2018 betreffend die sozialversicherungsrechtliche
Stellung der Tätigkeit von D._ nicht Gegenstand des vorliegenden
Beschwerdeverfahrens.
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7. Mit Duplik vom 18. September 2018 hielt die Beschwerdegegnerin
unverändert an ihrem Rechtsbegehren fest. Sie lehne die Anerkennung der
Selbständigkeit im Sinne der AHV beim Beschwerdeführer 1 weiterhin ab.
Daran vermöge auch die erwähnte Erfassung durch die AHV-
Ausgleichskasse des Kantons Bern nicht zu ändern, denn diese könne für
die AHV-Ausgleichskasse des Kantons Graubünden keine bindende
Wirkung entfalten. Weiter sei es nicht nachvollziehbar, dass die
Beschwerdeführerin 2 D._ nicht als Arbeitnehmer akzeptiere und
dennoch kein Rechtsmittel gegen die Feststellungsverfügung vom
27. Februar 2018 ergriffen habe.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie
auf den angefochtenen Entscheid wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einsprache-Entscheid
der kantonalen AHV-Ausgleichskasse vom 15. Mai 2018. Solche
Entscheide können mit Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons
Graubünden als zuständigem Versicherungsgericht angefochten werden
(Art. 84 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung [AHVG; SR 831.10] i.V.m. Art. 57 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG; SR 830.1] und Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Das angerufene Gericht ist
für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde folglich zuständig.
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1.2. Bezüglich der Frist ist festzuhalten, dass der Einsprache-Entscheid vom
15. Mai 2018 datiert und somit frühestens am 16. Mai 2018 per A-Post
zugestellt wurde. Die 30-tägige Einsprachefrist hätte somit frühestens am
17. Mai 2018 zu laufen begonnen (Art. 38 Abs. 1 ATSG) und wäre
frühestens am 15. Juni 2018 abgelaufen. Per elektronischer Eingabe (Inca-
Mail der Schweizerischen Post) reichte Rechtsanwalt Byland im Namen der
Beschwerdeführer am 15. Juni 2018 Beschwerde ein. Aus den beim
Verwaltungsgericht eingegangenen Quittungen der Schweizerischen Post
sind insgesamt zwei Sendungen bzw. ein Sendungsversuch ersichtlich,
nämlich am 15. Juni 2018 jeweils um 21:08 Uhr (fehlgeschlagener
Sendungsversuch), 21:39 Uhr (Abholquittung eingegangen beim Gericht
am 18. Juni 2018 um 7.23 Uhr) und 22:49 Uhr (Abholquittung eingegangen
beim Gericht am 18. Juni 2018 um 7.16 Uhr). Weil das
verwaltungsgerichtliche Verfahrensrecht im Sozialversicherungsbereich
den elektronischen Rechtsverkehr nicht kennt und die Beschwerdefrist am
18. Juni 2018 möglicherweise noch nicht abgelaufen war, setzte die
Instruktionsrichterin mit Schreiben vom 18. Juni 2018 Rechtsanwalt Byland
eine Frist, die Beschwerde samt Beilagen in Papierform per Post im Sinne
einer Nachbesserung einzureichen. Innert Frist reichte dieser mit
Postsendung vom 23. Juni 2018 die Beschwerde mit Originalunterschrift
sowie die Beilagen in Papierform ein. Mit Schreiben vom 6. Februar 2020
forderte die Instruktionsrichterin die Parteien auf, innert 10 Tagen bis zum
17. Februar 2020 Nachweise einzureichen, wann der Einsprache-
Entscheid vom 15. Mai 2018 dem Beschwerdeführer 1 zugestellt worden
sei. Gemäss Mitteilung der Beschwerdegegnerin vom 12. Februar 2020
wurde der Einsprache-Entscheid am 15. Mai 2018 per A-Post versandt,
sodass sie nicht in der Lage sei nachzuweisen, wann genau der Entscheid
beim Beschwerdeführer 1 eingegangen war. Gemäss Mitteilung von
Rechtsanwalt Byland vom 13. Februar 2020 (Inca-Mail)/25. Februar 2020
sei der Einsprache-Entscheid dem Beschwerdeführer 1 am 17. Mai 2018
zugestellt worden. Die ursprüngliche Beschwerdefrist wäre also frühestens
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am 15. Juni 2018, gemäss (verspäteter) Ausführungen der
Beschwerdeführer am 18. Juni 2018 (Art. 38 Abs. 3 ATSG) abgelaufen.
Seitens der Beschwerdegegnerin blieb die Frist unkommentiert. Die Frist
zur Einreichung der Beschwerde ist vorliegend gewahrt.
1.3. Der elektronische Rechtsverkehr (beispielsweise per Inca-Mail der
Schweizerischen Post) ist im sozialversicherungsgerichtlichen Verfahren
nicht vorgesehen (Art. 61 lit. b ATSG i.V.m. Art. 38 VRG). Rechtsanwalt
Byland hat nach Aufforderung durch die Instruktionsrichterin am 18. Juni
2018 die Beschwerde in Papierform mit Originalunterschrift eingereicht,
womit auch die Eintretensvoraussetzung der Form gewahrt ist.
1.4. Zur Beschwerde ist berechtigt, wer durch die angefochtene Verfügung oder
den Einspracheentscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an
deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 59 ATSG). Vorliegend ist der
Einsprache-Entscheid formell allein an den Beschwerdeführer 1 gerichtet.
Es geht darin um die Feststellung seiner sozialversicherungsrechtlich
selbständigen oder unselbständigen Erwerbstätigkeit. Sowohl die
zugrundliegende Feststellungsverfügung vom 5. April 2018 wie auch der
Einsprache-Entscheid vom 15. Mai 2018 wurden jeweils in Kopie der
Beschwerdeführerin 2 zugestellt. Je nach sozialversicherungsrechtlicher
Stellung des Beschwerdeführers 1 ist die Beschwerdeführerin 2 zur
Leistung von paritätischen Arbeitgeberbeiträgen verpflichtet. Beide
Beschwerdeführer haben Rechtsanwalt Byland mit je einer Vollmacht zur
Rechtsvertretung bestimmt. Da sowohl der Beschwerdeführer 1 wie auch
die Beschwerdeführerin 2 vom Einsprache-Entscheid berührt sind und ein
schutzwürdiges Interesse an dessen Überprüfung haben, ist die
Beschwerdelegitimation bei beiden Beschwerdeführern zu bejahen. Dies
wird im Übrigen von der Beschwerdegegnerin auch nicht bestritten.
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2. Gegenstand der vorliegenden Beschwerde ist die Frage, ob die
Beschwerdegegnerin die erwerbliche Tätigkeit des Beschwerdeführers 1
als Gleitschirmpilot zu Recht als unselbständige Tätigkeit eingestuft hat.
3.1 Die sozialversicherungsrechtliche Beitragspflicht Erwerbstätiger richtet sich
unter anderem danach, ob das in einem bestimmten Zeitraum erzielte
Erwerbseinkommen als solches aus selbständiger oder aus
unselbständiger Erwerbstätigkeit zu qualifizieren ist (Art. 5 und 9 AHVG
sowie Art. 6 ff. der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung [AHVV; SR 831.101]). Vom Einkommen aus
unselbständiger Erwerbstätigkeit, massgebender Lohn genannt, werden
paritätische Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge erhoben (Art. 5 Abs. 1
und Art. 13 AHVG). Vom Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit
wird demgegenüber ein Beitrag des Selbständigerwerbenden erhoben (Art.
8 AHVG). Nach Art. 5 Abs. 2 AHVG gilt als massgebender Lohn jedes
Entgelt für in unselbständiger Stellung auf bestimmte oder unbestimmte
Zeit geleistete Arbeit. Als Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit
gilt nach Art. 9 Abs. 1 AHVG jedes Einkommen, das nicht Entgelt für in
unselbständiger Stellung geleistete Arbeit darstellt.
3.2. Nach der Rechtsprechung beurteilt sich die Frage, ob im Einzelfall
selbständige oder unselbständige Erwerbstätigkeit vorliegt, nicht aufgrund
der Rechtsnatur des Vertragsverhältnisses zwischen den Parteien.
Entscheidend sind vielmehr die wirtschaftlichen Gegebenheiten. Die
zivilrechtlichen Verhältnisse vermögen dabei allenfalls gewisse
Anhaltspunkte für die AHV-rechtliche Qualifikation zu bieten, ohne jedoch
ausschlaggebend zu sein. Als unselbständig erwerbstätig ist im
Allgemeinen zu betrachten, wer von einem Arbeitgeber in
betriebswirtschaftlicher bzw. arbeitsorganisatorischer Hinsicht abhängig ist
und kein spezifisches Unternehmerrisiko trägt (vgl. auch Rz. 1013 ff. der
Wegleitung über den massgebenden Lohn in der AHV, IV und EO [WML],
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Stand 1. Januar 2018). Aus diesen Grundsätzen allein lassen sich indessen
noch keine einheitlichen, schematisch anwendbaren Lösungen ableiten.
Die Vielfalt der im wirtschaftlichen Leben anzutreffenden Sachverhalte
zwingt dazu, die beitragsrechtliche Stellung einer erwerbstätigen Person
jeweils unter Würdigung der gesamten Umstände des Einzelfalles zu
beurteilen. Weil dabei vielfach Merkmale beider Erwerbsarten zu Tage
treten, muss sich der Entscheid oft danach richten, welche dieser Merkmale
im konkreten Fall überwiegen (vgl. BGE 144 V 111 E.4.2, 123 V 161 E.1,
Urteil des Bundesgerichts 8C_218/2019 vom 15. Oktober 2019 E.2.2
m.w.H.).
3.3. Charakteristische Merkmale einer selbständigen Erwerbstätigkeit sind die
Tätigung erheblicher Investitionen, die Kostentragung (Verlusttragung,
Inkasso- und Delkredere-Risiko, Unkostentragung), das Handeln in
eigenem Namen und auf eigene Rechnung, das Beschaffen von Aufträgen,
die Beschäftigung von eigenem Personal sowie die Benützung eigener
Geschäftsräumlichkeiten. Das spezifische Unternehmerrisiko besteht
dabei darin, dass unabhängig vom Arbeitserfolg Kosten anfallen, die der
Versicherte selber zu tragen hat (vgl. BGE 122 V 169 E.3c m.w.H.; vgl.
auch Rz. 1014 ff. der WML).
3.4. Von unselbständiger Erwerbstätigkeit ist demgegenüber auszugehen,
wenn die für den Arbeitsvertrag typischen Merkmale vorliegen, d.h. wenn
der Versicherte Dienst auf Zeit zu leisten hat, wirtschaftlich vom
"Arbeitgeber" abhängig ist und während der Arbeitszeit auch in dessen
Betrieb eingeordnet ist, praktisch also keine andere Erwerbstätigkeit
ausüben kann. Indizien dafür sind das Vorliegen eines bestimmten
Arbeitsplans, die Notwendigkeit, über den Stand der Arbeiten Bericht zu
erstatten, sowie das Angewiesensein auf die Infrastruktur am Arbeitsort.
Das wirtschaftliche Risiko des Versicherten erschöpft sich diesfalls in der
(alleinigen) Abhängigkeit vom persönlichen Arbeitserfolg oder, bei einer
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regelmässig ausgeübten Tätigkeit, darin, dass bei Dahinfallen des
Erwerbsverhältnisses eine ähnliche Situation eintritt, wie dies beim
Stellenverlust eines Arbeitnehmers der Fall ist (BGE 122 V 169 E.3c
m.w.H.). Merkmale für das Vorhandensein einer wirtschaftlichen oder
arbeitsorganisatorischen Abhängigkeit sind unter anderem ein
Weisungsrecht, ein Unterordnungsverhältnis, die Pflicht zur persönlichen
Aufgabenerfüllung, das Konkurrenzverbot sowie die Präsenzpflicht (WML
Rz. 1015).
4. Vorab ist festzuhalten, dass bei der Prüfung, ob das aus der Durchführung
von Gleitschirm-Passagierflügen erzielte Einkommen aus selbständiger
oder unselbständiger Erwerbstätigkeit stammt, die zivilrechtlichen
Verhältnisse nicht massgebend sind (vgl. E.3.2 vorstehend). Ob die
Tätigkeit im Haupt- oder Nebenberuf ausgeübt wird, ist ebenfalls nicht
entscheidend. Bei einem Versicherten, der mehrere Tätigkeiten ausübt, ist
jedes Erwerbseinkommen dahingehend zu prüfen, ob es aus selbständiger
oder unselbständiger Erwerbstätigkeit stammt (BGE 104 V 126, E.3b.). Das
zu wertende Entgelt ist vielmehr für sich allein zu betrachten, also nach der
Stellung zu beurteilen, in welcher die versicherte Person gerade dieses
Entgelt erzielt (WML Rz. 1025).
5.1. Vorliegend sind nun die einzelnen Unterscheidungsmerkmale zwischen
selbständiger und unselbständiger Tätigkeit (vgl. E.3.4, 3.5. vorstehend) zu
analysieren, beginnend beim unternehmerischen Risiko.
5.1.1. Der Beschwerdeführer 1 ist für das gesamte Material zur Durchführung von
Gleitschirm-Passagierflügen allein verantwortlich. Das Material befindet
sich in seinem alleinigen Eigentum und hat unbestrittenermassen einen
Wert von Fr. 7'500 (Beschwerdegegnerische Akten [BG-]act.1). Inwiefern
diese Investitionen erheblich sein müssen, ist in der neueren Lehre
umstritten (vgl. RIEMER-KAFKA, Plattformarbeit oder andere Formen der
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Zusammenarbeit, SZS 62/2018, S. 584). Das Bundesgericht hat das
Vorliegen von erheblichen Investitionen auch dann verneint, wenn es sich
um "Ohnehinkosten" handelt, sprich die Anschaffung auch für private und
nicht gewerbliche Zwecke genutzt wird und dieses Kriterium deshalb zu
Gunsten der Unselbständigkeit ausgelegt (Urteil 8C_571/2017 vom
9. November 2017 E.4.1, RIEMER-KAFKA. a.a.O, S. 584). Inwieweit der
Beschwerdeführer 1 sein eigenes Material für private Zwecke benutzt, ist
vorliegend nicht ersichtlich. Vielmehr erscheint jedoch massgebend, ob
überhaupt eigene Investitionen vorliegen und ob davon auszugehen ist,
dass diese Investitionen entscheidend zur Ausübung der Erwerbstätigkeit
beitragen. Beides kann vorliegend bejaht werden. Zudem trägt der
Beschwerdeführer 1 die Versicherungsprämien für die
Haftpflichtversicherungen persönlich (Beschwerdeführerische Akten [BF-
]act. 5, 6, 7). Die Behauptungen der Beschwerdegegnerin, wonach dem
Beschwerdeführer 1 keine erheblichen Materialkosten anfallen würden und
er vergünstigt bzw. unentgeltlich versichert sei, sind somit nicht stichhaltig.
5.1.2. Bezüglich der Verlusttragung halten die Beschwerdeführer fest, dass der
Beschwerdeführer 1 das Durchführungsrisiko trägt. Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist von einer unselbständigen
Erwerbstätigkeit auszugehen, wenn sich das wirtschaftliche Risiko in der
(alleinigen) Abhängigkeit vom persönlichen Arbeitserfolg erschöpft oder,
bei einer regelmässig ausgeübten Tätigkeit, bei Dahinfallen des
Erwerbsverhältnisses eine ähnliche Situation eintritt, wie dies bei einem
Stellenverlust des Arbeitnehmers der Fall ist (BGE 122 V 169 E.3c m.w.H).
Da der Beschwerdeführer 1 vorliegend mehr Risiken trägt als bloss den
allenfalls ausbleibenden Arbeitserfolg (vgl. die Investitionen in Material und
Versicherungen, vorstehend E.5.1.), liegt die vom Bundesgericht soeben
umschriebene Konstellation nicht vor. Hinsichtlich des Inkasso- und
Delkredererisikos führen die Beschwerdeführer aus, dass dieses beim
Beschwerdeführer 1 liegt, wenn der Passagier den Flug nicht zahlen will
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oder kann. Schliesslich bezahlt der Beschwerdeführer 1 der
Beschwerdeführerin 2 eine Vermittlungsgebühr pro Gleitschirm-
Passagierflug, womit Unkosten der Beschwerdeführerin 2 abgegolten sein
dürften.
5.1.3. Hinsichtlich des Auftretens auf eigene Rechnung und in eigenem Namen
ist festzuhalten, dass sich ein Plattformbetreiber nur dann als reiner
Vermittler verstehen darf, wenn er lediglich die für die Vertragsabwicklung
nötigen Informationspflichten vorschreibt und als Voraussetzung zur
Aufnahme des Dienstleisters in die Plattform gewisse Kompetenz- und
Qualitätsanforderungen stellt (RIEMER-KAFKA. a.a.O, S. 590). Abzuklären ist
bei Dreiecksbeziehungen weiter, ob ein Kontrahierungszwang besteht, ob
der Dienstleister seinen Kunden frei auswählen kann oder zugewiesen
erhält, wer den Preis der Leistung bestimmt und wer in welchem Namen
Rechnung stellt und die Bezahlung entgegennimmt (RIEMER-KAFKA. a.a.O,
S. 589). Die Beschwerdeführerin 2 stellt über ihre Website einzig die für die
Vertragsabwicklung nötigen Informationen bereit und vermittelt den
Kontakt zum Gleitschirmpiloten, Hinweise auf einen Kontrahierungszwang
für den Beschwerdeführer 1 ergeben sich keine. Nach der
Kontaktaufnahme hat der Beschwerdeführer 1 als einziger direkten
Kundenkontakt, indem er sich mit dem Kunden über den Flug abspricht,
den Flug mit dem Kunden durchführt und am Ende den Flug bezahlt erhält.
Aktengemäss tritt der Beschwerdeführer 1 auf eigene Rechnung auf (BF-
act. 6). Es ist also der Beschwerdeführer 1, welcher sichtbar am
Wirtschaftsverkehr teilnimmt. Diese Umstände sprechen für die
Selbständigkeit des Beschwerdeführers 1 bei seiner Tätigkeit als
Gleitschirmpilot. Zwischen Kunden und der Beschwerdeführerin 2
entstehen keine finanziellen oder anderweitigen Verpflichtungen. Das
Vertragsverhältnis zwischen dem Beschwerdeführer 1 und dem Kunden
kommt erst mit der Unterzeichnung des Flugscheins am Tag des Fluges
zustande, wobei auch der Preis vom Beschwerdeführer 1 festgesetzt und
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in der Regel in bar vom Kunden dem Beschwerdeführer 1 bezahlt wird. Der
Beschwerdeführer 1 schuldet der Beschwerdeführerin 2 einzig eine
Vermittlungsgebühr von Fr. 40.--.
5.1.4. Die Beschwerdeführer machen im Weiteren geltend, dass der
Beschwerdeführer 1 auch persönlich Kunden für Gleitschirm-
Passagierflüge akquiriere und somit Aufträge selbständig beschaffe,
insbesondere im Rahmen seiner unselbständigen Tätigkeit bei der
C._ AG. Dieses Vorbringen erachtet das streitberufene Gericht als
nachvollziehbar und plausibel.
5.2. Nach Prüfung der charakteristischen Merkmale einer selbständigen
Tätigkeit sind nachfolgend diejenigen Merkmale zu überprüfen, welche für
eine unselbständige Tätigkeit des Beschwerdeführers 1 sprechen.
5.2.1. Bei typischen Dienstleistungstätigkeiten, zu welchen die vorliegende
sicherlich gehört und für deren Ausübung häufig weder besondere
Investitionen zu tätigen noch Angestellte zu entlöhnen sind, hat das
Unterscheidungsmerkmal des unternehmerischen Risikos gegenüber
demjenigen der betriebswirtschaftlich-arbeitsorganisatorischen
Abhängigkeit in den Hintergrund zu treten (BGE 144 V 111 E.6.2.2, Urteil
des Bundesgerichts 9C_930/2012 vom 6. Juni 2013 E.6.2). Im Weiteren
sind also die einzelnen Merkmale einer wirtschaftlichen oder
arbeitsorganisatorischen Abhängigkeit zu prüfen.
5.2.2. Hinsichtlich des Weisungsrechts ist gemäss den Beschwerdeführern der
Beschwerdeführer 1 an keine Weisungen der Beschwerdeführerin 2
gebunden, mit Ausnahme der impliziten, sachlichen Weisung,
Passagierflüge in einer höchst professionellen und verantwortungsvollen
Weise durchzuzuführen. Eine derartige Weisung ist zulässig, da
Plattformbetreiber und Vermittlungsdienste gewisse Qualitäts- und
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Kompetenzanforderungen stellen dürfen, haften sie doch als Vermittler
zumindest für die gehörige Auswahl und wollen die eigene Reputation nicht
aufs Spiel setzen (vgl. RIEMER-KAFKA, a.a.O, S. 590). Zudem liegt es in der
Natur gewisser Auftragsverhältnisse, dass die Auftraggebende der
beauftragten Person ausführliche Anordnungen erteilen kann. In solchen
Verhältnissen gewinnt das Element der Unterordnung seine Bedeutung
erst dann, wenn es den Rahmen des für die betreffenden Verhältnisse
üblichen Masses übersteigt (WML, Rz. 1019), was vorliegend aber nicht
der Fall ist. Ansonsten kann dem Beschwerdeführer 1 gefolgt werden, dass
er frei ist, nach eigenem Gutdünken und in eigener Verantwortung den
Startzeitpunkt, den Startplatz, das Fluggebiet und die Landezone zu
bestimmen sowie die vermittelten Passagiere abzulehnen. Die
Beschwerdegegnerin hält hingegen nur fest, dass der Beschwerdeführer 1
weisungsgebunden sei, ohne dies näher zu substantiieren.
5.2.3. Gemäss der Beschwerdegegnerin lasse die Homepage der
Beschwerdeführerin 2 nur den Schluss zu, dass der Beschwerdeführer 1
ein Mitarbeiter sei, was sie aber nicht näher begründet. Auch seine Stellung
als Gesellschafter der Beschwerdeführerin 2 spreche gegen eine
selbständige Tätigkeit, was sie wiederum nicht begründet. Inwieweit der
Beschwerdeführer 1 nebst der Vermittlung durch die Beschwerdeführerin 2
Gleitschirmflüge durchführt, ist nicht klar, kann aber letztlich offenbleiben.
Es erscheint überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin 2
eine Vermittlungsplattform ist, die nicht über eine Arbeitsorganisation
verfügt, in welche der Beschwerdeführer 1 eingegliedert ist und in die er
sich unterzuordnen hat. Zudem fehlt es auch an einem Konkurrenzverbot.
Im Gegenteil, der Beschwerdeführer 1 führt auch persönlich akquirierte
oder via andere Organisationen und Plattformen vermittelte
Gleitschirmflüge durch. Schliesslich hat der Beschwerdeführer 1 keine
Präsenzpflicht, sondern teilt sich die Arbeit frei ein, was gegen die
wirtschaftliche und arbeitsorganisatorische Abhängigkeit spricht. Was die
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Beschwerdegegnerin aus dem statuarischen Gesellschaftszweck punkto
Logistik, aus der Gesellschafterstellung des Beschwerdeführers 1 bei der
Beschwerdeführerin 2, der Angabe der Geschäftsadresse beim Ausfüllen
des AHV-Anmeldungsformulars sowie einer fehlenden eigenen Homepage
des Beschwerdeführers 1 abzuleiten versucht, erschliesst sich dem
streitberufenen Gericht nicht.
5.3. Zusammenfassend ist nach dem Gesagten festzuhalten, dass der
Beschwerdeführer 1 als selbständig erwerbend zu qualifizieren ist, weil er
in eigenem Namen, auf eigene Rechnung und nach aussen erkennbar am
Wirtschaftsleben teilnimmt, auch selber Kunden akquiriert und gegenüber
einer unbestimmten Vielzahl von Personen tätig ist bzw. sein kann, für das
Material und die erforderlichen Versicherungsdeckungen allein besorgt ist
und somit ein unternehmerisches Risiko trägt. Arbeitsorganisatorisch ist er
nicht fremdbestimmt bzw. er kann seine Arbeitstätigkeit (finanziell)
weitgehend frei einteilen und Weisungen bestehen nur mit Bezug auf das
qualitative Arbeitsergebnis, nicht aber mit Bezug auf die Art und Weise der
Arbeitstätigkeit. Auch die Prüfung, ob ein Kontrahierungszwang besteht, ob
der Dienstleister (Gleitschirmpilot) seinen Kunden frei auswählen kann
oder zugewiesen erhält, wer den Preis der Leistung bestimmt und wer in
welchem Namen Rechnung stellt und die Bezahlung entgegennimmt
ergibt, dass der Beschwerdeführer 1 als Selbständigerwerbender zu
qualifizieren ist. Die Vorbringen der Beschwerdegegnerin sind hingegen zu
wenig substantiiert und es sind aus den Akten auch keine weiteren
Hinweise ersichtlich, um von einer unselbständigen Erwerbstätigkeit des
Beschwerdeführers 1 auszugehen. Die Beschwerde ist daher gutzuheissen
unter Aufhebung des Einsprache-Entscheids und mit der Feststellung,
dass der Beschwerdeführer 1 als Gleitschirmpilot einer selbständigen
Erwerbstätigkeit nachgeht. Die Beschwerdeführerin 2 als
Plattformbetreiberin dient lediglich der Vermittlung von Gleitschirm-
Passagierflügen.
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6.1. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in
Sozialversicherungssachen für die Parteien grundsätzlich kostenlos.
Demnach werden für das vorliegende Beschwerdeverfahren keine Kosten
erhoben.
6.2. Gemäss Art. 61 lit. g ATSG haben die obsiegenden Beschwerdeführer
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert
nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). Vorliegend reichte der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführer 1 und 2 mit Schreiben vom 10.
September 2018 seine Honorarnote im Umfang von Fr. 2'940.20 ein.
Dieser Betrag setzt sich zusammen aus einem Honorar von Fr. 2'730.-- für
9.45 Arbeitsstunden à Fr. 280.-- sowie 7.7 % Mehrwertsteuer von
Fr. 210.20. Der geltend gemachte Arbeitsaufwand erscheint dem Gericht
als angemessen. Hingegen kann nicht von einem Stundenansatz von Fr.
280.-- ausgegangen werden, da dieser Ansatz ausserhalb des Rahmens
gemäss Art. 3 Abs. 1 der Verordnung über die Bemessung des Honorars
der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung [HV;
BR 310.250]) liegt, wonach ein Stundenansatz zwischen Fr. 210.-- und Fr.
270.-- als üblich gilt. Gemäss den Honorarvereinbarungen vom 3./7.
September 2018 bzw. 3./4. September 2018 ist im Stundenansatz von Fr.
280.-- der Auslagenersatz abgegolten. Es ist vorliegend praxisgemäss von
einem Stundenansatz von Fr. 270.-- auszugehen, zusätzlich wird eine
Spesenpauschale von 3 % veranschlagt. Folglich ergibt sich eine
aussergerichtliche Entschädigung von Fr. 2'920.30. Dieser Betrag setzt
sich zusammen aus einem Honorar von Fr. 2'632.50 für 9.45
Arbeitsstunden à Fr. 270.--, 3% Spesen von Fr. 79.-- sowie 7.7%
Mehrwertsteuer von Fr. 210.20. In diesem Umfang hat die
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Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführer je zur Hälfte aussergerichtlich
zu entschädigen.