Decision ID: 3d64c5c0-5577-57a0-b3fc-08719df87f15
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Die Katholische Kirchgemeinde Andwil-Arnegg veranstaltete eine nicht-öffentliche
Ausschreibung über den Umbau und die Erweiterung des Pfarreizentrums Andwil
hinsichtlich der Heizungsanlage. Ausgewählte Firmen im Raum von Arbon bis Andwil
resp. Arnegg wurden am 12. Januar 2011 schriftlich zur Offertstellung eingeladen. Das
Einladungsverfahren zur Offertstellung erfolgte über die Bauleitung, B. AG, St. Gallen,
sowie über die Planer und Berater des Umbaus, die K. AG, St. Gallen. Die Einladung
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nannte als Kriterium für den Zuschlag das wirtschaftlich beste Angebot. Auf die
Erwähnung der einzelnen Zuschlagskriterien und ihre Gewichtung wurde verzichtet.
B./ Die R. AG schrieb am 14. Januar 2011 der K. AG u.a., dass die Zuschlagskriterien
sowie
deren Gewichtung gemäss Art. 34 der Verordnung über das öffentliche
Beschaffungswesen (sGS 841.11, abgekürzt VöB) bekanntzugeben seien. Am
15. Januar 2011 schrieb die K. AG der R. AG per E-Mail zurück und hielt darin fest,
dass die Katholische Kirchgemeinde Andwil-Arnegg nicht der öffentlichen
Submissionsverordnung unterstellt sei und die Zuschlagskriterien nicht weiter
angegeben würden. Die R. AG erwiderte darauf mit E-Mail vom 15. Januar 2011, dass
alle öffentlich-rechtlichen Körperschaften, die zu mehr als 51 % in öffentlicher Hand
seien, automatisch unter die VöB fallen würden. Auch die Katholische Kirchgemeinde
Andwil-Arnegg als eigenständige Gemeinde mit öffentlich-rechtlichem Charakter würde
in den Anwendungsbereich der VöB fallen.
Die R. AG reichte am 28. Januar 2011 ihre Offerte und am 3. Februar 2011 eine
revidierte Offerte ein und brachte mit den E-Mails vom 28. Januar 2011 und 4. Februar
2011 noch Präzisierungen an ihren jeweiligen Offerten an.
C./ Am 1. März 2011 teilte die Katholische Kirchgemeinde Andwil-Arnegg resp. die
Bauleitung den Bewerbern mit, dass der Zuschlag die C. AG erhält und die
Vergabesumme netto Fr. 147'368.75 beträgt.
D./ Mit Eingabe vom 8. März 2011 erhob die R. AG Beschwerde beim
Verwaltungsgericht mit dem Antrag, das Verfahren über die Vergabe der
Heizungsanlagen im geplanten Umbau des Pfarreizentrums in Andwil sei gemäss den
kantonalen Vorgaben über die Vergabepraxis nochmals im gewählten
Einladungsverfahren mit Bekanntgabe und Gewichtung der Zuschlagskriterien
auszuschreiben, zu bewerten sowie in der rechtlich gültigen Form neu aufzulegen und
durchzuführen. Die R. AG macht im wesentlich geltend, dass die Arbeitsvergabe der
Heizungsanlagen im geplanten Umbau des Pfarreizentrums Andwil den Vorschriften
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über das öffentliche Beschaffungsrecht unterliege, und es sei weder im ordentlichen
Verfahren noch im Abschluss des Verfahrens ein Rechtsmittel eingeräumt worden.
Der Kirchenverwaltungsrat der Katholischen Kirchgemeinde Andwil-Arnegg beantragt
in seiner Vernehmlassung vom 31. März 2011 die Abweisung der Beschwerde. Er
bringt dabei im wesentlichen vor, dass der Umbau des Pfarreizentrums Andwil eine
innerkirchliche Angelegenheit darstelle und der Subventionsanteil der öffentlichen Hand
durch die Gemeinde Andwil lediglich 20 % der Bausumme (bis maximal Fr. 400'000.--)
betrage. Das Bauvorhaben unterstehe daher nicht der Gesetzgebung über das
öffentliche Beschaffungswesen. Die C. AG reichte keine Vernehmlassung ein. Die R.
AG erhielt Gelegenheit, zur Vernehmlassung der Katholischen Kirchgemeinde Andwil-
Arnegg Stellung zu nehmen. Dies tat sie nach der Gewährung einer Fristverlängerung
mit der Eingabe vom 7. Juni 2011. Dabei bringt sie im wesentlichen vor, dass der
Umbau des Pfarreizentrums Andwil keine innerkirchliche Angelegenheit darstelle, da
dieses Gebäude zu einem grossen Teil als öffentlicher Gemeindesaal diene. Bei einem
finanziellen Anteil der öffentlichen Hand von 20 % an der Gesamtsumme des Umbaus
müsse von einem erheblichen Betrag gesprochen werden, welcher der öffentlichen
Submissionsverordnung unterliegen würde.
E./ Das Verwaltungsgericht forderte mit Schreiben vom 4. Juli 2011 die politische
Gemeinde Andwil auf, eine Kopie des Beschlusses über die Zusprechung von
Beiträgen an den Umbau und die Erweiterung des Pfarreizentrums Andwil
einzureichen. Auszüge aus dem Protokoll des Gemeinderats Andwil vom 14. Dezember
2009 und 22. März 2010, das Protokoll der Bürgerversammlung vom 22. März 2010
sowie der Entwurf des Benützungsreglements trafen am 14. und 19. Juli 2011 beim
Verwaltungsgericht ein. Den Parteien wurde die Möglichkeit einer Vernehmlassung zu
diesem Beschluss gewährt. Die Parteien machten davon keinen Gebrauch.
Die weiteren von den Verfahrensbeteiligten vorgebrachten Ausführungen werden,
soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen dargelegt und gewürdigt.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
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1. Das Verwaltungsgericht prüft seine Zuständigkeit von Amtes wegen (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 6 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [sGS
951.1, abgekürzt VRP]). (...).
1.1. Die Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, die Vergabe der
Heizungsanlage für den geplanten Umbau und die Erweiterung des Pfarreizentrums der
Katholischen Kirchgemeinde Andwil-Arnegg unterstehe den Vorschriften über das
öffentliche Beschaffungswesen. Es stellt sich daher die Frage, ob die interkantonale
Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen (sGS 841.31, abgekürzt IVöB),
das Einführungsgesetz zur Gesetzgebung über das öffentliche Beschaffungswesen
(sGS 841.1, abgekürzt EGöB) und damit auch die VöB Anwendung auf den Umbau und
die Erweiterung des Pfarreizentrums Andwil finden.
1.1.1. Das EGöB findet nach Art. 2 Abs. 1 Anwendung auf die Staatsverwaltung (lit. a),
auf Gemeinden und andere Träger von Gemeindeaufgaben (lit. b), sowie auf
Unternehmen und Organisationen, die in Wasser-, Energie- und Verkehrsversorgung
sowie in Telekommunikation tätig sind, soweit diese internationalen und
interkantonalen Vereinbarungen unterstehen (lit. c). Auf andere Personen,
Körperschaften und Organisationen wird das EGöB gemäss Art. 2 Abs. 2 angewendet,
wenn die öffentliche Hand erhebliche Beiträge ausrichtet und die Anwendung in der
Beitragszusicherung verfügt wird (Ziff. 1), oder Beiträge ausrichtet, die zusammen mehr
als die Hälfte der anrechenbaren Kosten betragen (Ziff. 2).
Der IVöB unterstehen nach Art. 8 Abs. 1 als Auftraggeber der Staat und seine
öffentlich-rechtlichen Anstalten und Regiebetriebe sowie die öffentlich-rechtlichen
Körperschaften, an denen er beteiligt ist (lit. a), sodann die Gemeinden, die
Gemeindeverbände und die anderen öffentlich-rechtlichen Körperschaften gegenüber
denjenigen Kantonen und Vertragsstaaten des GATT-Übereinkommens, die
Gegenrecht gewähren (lit. b), im weiteren Organisationen und Unternehmen, gleich
welcher Rechtsform, die in den Sektoren Wasser-, Energie- und Verkehrsversorgung
sowie im Telekommunikationsbereich tätig und durch einen oder mehrere in lit. a und b
unabhängig vom Gegenrecht genannte Auftraggeber mehrheitlich beherrscht sind
(lit. c), ferner andere Organisationen, die dem GATT-Übereinkommen oder anderen
entsprechenden völkerrechtlichen Verträgen unterstellt sind (lit. d). Der IVöB sind
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zudem Objekte und Leistungen unterstellt, die mit mehr als 50 Prozent der
Gesamtkosten vom Bund oder einer, bzw. einem oder mehreren in Art. 8 Abs. 1 lit. a
und b genannten Organisationen subventioniert werden (Art. 8 Abs. 2 IVöB).
1.1.2. Das EGöB und die IVöB enthalten keine Definition des Begriffs "Gemeinde". Eine
Begriffsbestimmung findet sich in Art. 88 der Verfassung des Kantons St. Gallen (sGS
111.1, abgekürzt KV) in Verbindung mit Art. 1 Abs. 2 des Gemeindegesetzes (sGS
151.2, abgekürzt GG). Danach sind die politischen Gemeinden, die Schulgemeinden,
die Ortsgemeinden und die ortsbürgerlichen Korporationen "Gemeinden", nicht aber
die Kirchgemeinden und die kirchlichen Korporationen. Diese unterstehen gemäss
Art. 1 Abs. 3 GG einer besonderen Gesetzgebung und die Bestimmungen über die
Spezialgemeinden kommen auch nicht sachgemäss zur Anwendung. Die
Kirchgemeinden unterliegen den besonderen Bestimmungen des Gesetzes über die
Besorgung der Angelegenheiten des katholischen und des evangelischen
Konfessionsteiles (sGS 171.1). Es lässt sich somit festhalten, dass die katholische
Kirchgemeinde keine "Gemeinde" im Sinne des EGöB und der IVöB darstellt.
1.1.3. Es stellt sich daher die Frage, ob die Vorinstanz eine öffentlich-rechtliche
Körperschaft darstellt und daher den Vorschriften des öffentlichen
Beschaffungswesens unterstellt ist. Zu diesem Fragenkomplex hat sich das
Verwaltungsgericht in GVP 2001 Nr. 16 ausführlich geäussert. Danach ist zwar der
katholische Konfessionsteil als Landeskirche gemäss Art. 1 Abs. 2 der Verfassung des
Katholischen Konfessionsteils des Kantons St. Gallen (sGS 173.5) eine öffentlich-
rechtliche Körperschaft, der Kanton St. Gallen hat indes nur diejenigen Gemeinden, die
keine eigene dem übergeordneten Recht entsprechende Ordnung haben, der IVöB
unterstellt, nicht aber die übrigen öffentlich-rechtlichen Körperschaften im Sinne von
Art. 8 Abs. 1 lit. b IVöB. Weiter hat das Verwaltungsgericht festgehalten, dass nach
dem Willen des Gesetzgebers zu Art. 2 EGöB die öffentlich-rechtlichen Körperschaften
nur unter den Voraussetzungen von Art. 2 Abs. 2 EGöB in den Geltungsbereich des
öffentlichen Beschaffungsrechts fallen. Anhaltspunkte, dass der Gesetzgeber die
Kirchgemeinden oder kirchlichen Körperschaften dem öffentlichen Beschaffungsrecht
unterstellen wollte, lassen sich keine finden.
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Zur Nichtanwendung des öffentlichen Beschaffungswesens auf eine Ausschreibung
einer katholischen Kirche gelangte das Verwaltungsgericht in GVP 2001 Nr. 16 sodann
unter Berücksichtigung des deutschen Schrifttums sowie des Wesens und der
Rechtsstellung der kirchlichen Körperschaften gemäss den Grundsätzen des
st. gallischen Staatskirchenrechts. Gemäss Art. 43 Abs. 1 Ziff. 1 des
Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch (sGS 911.1) gelten der
katholische wie auch der evangelische Konfessionsteil als öffentlich-rechtliche
juristische Personen. Die Stellung dieser Kirchen ist im Kanton St. Gallen im
öffentlichen Recht verankert. Diese öffentlich-rechtliche Stellung wurde den
Landeskirchen deswegen zuerkannt, weil sie nicht nur eine private Bedeutung als
Religionsgemeinschaft haben, sondern darüber hinaus aufgrund ihres Zwecks für die
Allgemeinheit und damit den Staat von grossem Interesse sind und weil ihre
Zweckverfolgung mit öffentlich-rechtlichen Mitteln erfolgt. Dabei ist der öffentliche
Zweck nicht einer staatlichen Zwecksetzung gleichzustellen; die Kirche als öffentlich-
rechtliche Körperschaft verfolgt nicht staatliche Zwecke und ist nicht Teil des Staates.
Die rechtliche Stellung der Landeskirchen ist geprägt von der öffentlich-rechtlichen
Anerkennung, der Respektierung der kirchlichen Autonomie durch den Staat und durch
die staatliche Förderung und Aufsicht. Die Anerkennung der kirchlichen Autonomie
durch den Staat stellt einen Kernpunkt des Systems der staatlichen Kirchenhoheit dar.
Er bedeutet, dass die kirchlichen Angelegenheiten der selbständigen Regelungsmacht
der Kirche unterstehen und der Staat nicht in innerkirchliche Belange eingreifen darf.
Dies kommt in Art. 110 Abs. 1 KV und Art. 1 Abs. 1 des Gesetzes über die Besorgung
der Angelegenheiten des katholischen und des evangelischen Konfessionsteiles (sGS
171.1) zum Ausdruck, wonach die öffentlich-rechtlich anerkannten
Religionsgemeinschaften autonom sind und die religiösen und rein kirchlichen
Angelegenheiten durch die kirchlichen Behörden besorgt werden. Gemäss Art. 111
Abs. 2 KV hat die Regierung den von der Religionsgemeinschaft unter Wahrung der
demokratischen Rechte erlassenen Organisationserlass zu genehmigen und nach Art. 1
Abs. 2 und 3 des Gesetzes über die Besorgung der Angelegenheiten des katholischen
und des evangelischen Konfessionsteiles sind die konfessionellen Angelegenheiten
gemischter Natur den durch die staatlichen Rechtsnormen statuierten Behörden
vorbehalten.
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An dieser Rechtsprechung in GVP 2001 Nr. 16 ist festzuhalten, und die Gesetzgebung
über das öffentliche Beschaffungswesen ist nicht anwendbar, soweit die öffentlich-
rechtlich anerkannten kirchlichen Körperschaften Aufgaben ausführen, die in den
Autonomiebereich fallen bzw. innerkirchliche Angelegenheiten darstellen. Im Gegensatz
zu anderen öffentlich-rechtlichen Körperschaften geht es im kirchlichen Bereich
zumeist nicht um die Erfüllung einer staatlichen Aufgabe. Zu den innerkirchlichen
Angelegenheiten werden sämtliche Bereiche gezählt, die der religiösen Betätigung
dienen, wie etwa Bau und Renovation einer Kirche. Religiöse Betätigungen sind alle
Belange, die kraft Religionsfreiheit nach Art und Umfang der bezüglichen
Religionsauffassung ihrem Wesen nach in diesen Bereich gehören und diesem Zweck
dienen. Als gemischte Angelegenheiten gelten demgegenüber Belange, die ihrer Natur
nach eine Zweckbeziehung sowohl zur Kirche als auch zum Staat aufweisen und für
deren Erledigung im st. gallischen Recht spezifisch konfessionelle Behörden zu
schaffen sind.
1.1.4. Aus dem Gesagten folgt, dass die öffentlich-rechtlich anerkannten kirchlichen
Körperschaften den Vorschriften über das öffentliche Beschaffungswesen nur
unterstehen, wenn und soweit sie kantonale oder kommunale Aufgaben wahrnehmen
oder Subventionen im Sinn von Art. 2 Abs. 2 EGöB oder Art. 8 Abs. 2 IVöB erhalten.
Kirchgemeinden sind auch nicht in genereller Weise andere Träger kantonaler oder
kommunaler Aufgaben gemäss Art. 5 BGBM, da sie wie gesagt primär (inner)kirchliche
Zwecke verfolgen, soweit die Kirchgemeinde nicht im konkreten Fall eine staatliche
Aufgabe wie z.B. den Betrieb einer Schule übernimmt.
1.2. Im Lichte der genannten Grundsätze über die Anwendbarkeit der Regeln über das
öffentliche Beschaffungswesen auf kirchliche Körperschaften muss der Entscheid über
den Umbau und die Erweiterung eines Pfarreizentrums als Angelegenheit betrachtet
werden, die in den autonomen Bereich der konfessionellen Behörden fällt. Dazu gehört
auch die Entscheidung, nur bestimmte Personen als Bewerber um den Projektauftrag
für den Umbau resp. die Heizungsanlage des Pfarreizentrums zuzulassen (sog.
Einladungsverfahren). Die bauliche Gestaltung des Pfarreizentrums ist dem von
Art. 110 Abs. 1 KV garantierten Autonomiebereich zuzuordnen. Der Entscheid über den
Umbau und die Erweiterung eines Pfarreizentrums wird von der Kirchgemeinde als
konfessioneller Behörde gefällt und ist vom Administrationsrat zu genehmigen (Art. 70
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Abs. 1 lit. c der Verfassung des Katholischen Konfessionsteils). Damit kennzeichnet
sich der Entscheid über den Umbau oder die Erweiterung des Pfarreizentrums Andwil
als eine Angelegenheit, die dem Einfluss des staatlichen Rechts entzogen ist und den
konfessionellen Behörden obliegt.
1.2.1. Daran ändert entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin auch nichts, dass im
Pfarreizentrum Andwil auch ausserkirchliche Anlässe stattfinden und das
Pfarreizentrum von der politischen Gemeinde als Räumlichkeit genutzt wird. Der
Umbau und die Erweiterung des Pfarreizentrums bezweckt, den zentralen Platz
gegenüber der katholischen Kirche Andwil aufzuwerten. Zudem befinden sich heute im
Pfarreizentrum Andwil die Wohnung des Pfarreileiters und Diakons der Katholischen
Kirchgemeinde Andwil-Arnegg sowie die Postanschrift des Pfarramts der Katholischen
Kirchgemeinde Andwil-Arnegg. Daran wird die innerkirchliche Zweckverfolgung des
Pfarreizentrums sichtbar. Gleichzeitig halten aber der Entwurf des
Benützungsreglements des neuen Pfarreizentrums Andwil, über welchen sich die
Katholische Kirchgemeinde Andwil-Arnegg und die politische Gemeinde Andwil bereits
mündlich geeinigt haben, sowie der Auszug aus dem Protokoll der Sitzung des
Gemeinderats Andwil vom 8. Februar 2010 und das Protokoll über die
Bürgerversammlung vom 22. März 2010 fest, dass das umgebaute und erweiterte
Pfarreizentrum auch ein neues resp. erweitertes Angebot für die gesamte Andwiler
Bevölkerung schafft, und zwar unabhängig von der Konfession. Durch das Überlassen
des Pfarreizentrums für ausserkirchliche Aktivitäten nimmt die Katholische
Kirchgemeinde Andwil-Arnegg indessen noch keine "gemischten" oder gar staatlichen
Angelegenheiten wahr, sondern sie überlässt lediglich zeitweilig das Pfarreizentrum der
politischen Gemeinde und vermietet den Vereinen (z.B. Männerchor oder
Mütterberatung) oder Privatpersonen das Pfarreizentrum zur Nutzung für
(ausser)kirchliche Zwecke. Auch selbst Kirchen können für ausserkirchliche Anlässe
vermietet werden, wie z.B. für ein klassisches Konzert. Es ist daher nicht die
Katholische Kirchgemeinde Andwil-Arnegg selbst, die im Pfarreizentrum zahlreiche
ausserkirchliche Anlässe durchführt, sondern Dritte. Ausserhalb des Überlassens und
der Vermietung des Pfarreizentrums für (ausser)kirchliche Zwecke dient dieses nach
wie vor in erster Linie kirchlichen Angelegenheiten, wie z.B. für den Religionsunterricht,
für besinnliche Zusammenkünfte, Bibelgruppen etc. Der primär innerkirchliche Zweck
des Pfarreizentrums Andwil zeigt sich sodann deutlich im Entwurf des
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Benützungsreglements. Dieser Entwurf hält fest, dass die Räumlichkeiten prioritär für
Anlässe und Veranstaltungen der Katholischen Kirchgemeinde Andwil-Arnegg zur
Verfügung stehen und erst in zweiter Priorität der politischen Gemeinde Andwil und in
letzter Priorität stehen die Räumlichkeiten des Pfarreizentrums für Vereinsaktivitäten
und Parteien sowie für weitere öffentliche Anlässe zur Verfügung. Diese
Benützungsordnung gilt insbesondere auch bei Terminkollisionen. Zudem statuieren
die Schlussbestimmungen des Entwurfs für das neue Benützungsreglement, dass
periodisch (wöchentlich, alle 14 Tage oder monatlich) wiederkehrende
Benützungszeiten von nicht kirchlichen Vereinen insgesamt sechs Stunden pro Woche
nicht überschreiten dürfen. Sodann dürfen im Pfarreizentrum keine Veranstaltungen mit
diskriminierendem, religions- oder staatsfeindlichem Inhalt durchgeführt werden.
1.2.2. Anders wäre allenfalls zu entscheiden, wenn die Katholische Kirchgemeinde
Andwil-Arnegg im Pfarreizentrum zur Hauptsache eine staatliche Aufgabe erfüllt, z.B.
im Pfarreizentrum selber eine Schule betreibt und nicht nur Religionsunterricht erteilt
(Art. 46 Abs. 1 lit. d der Verfassung des Katholischen Konfessionsteils betreffend die
Kath. Kantonssekundarschule St. Gallen). Diese Frage kann vorliegend offenbleiben, da
das Pfarreizentrum seiner Zweckbestimmung nach in erster Linie innerkirchliche
Zwecke verfolgt und sekundär zur Raumauslastung Dritten für (ausser)kirchliche
Veranstaltungen überlassen resp. vermietet wird.
1.3. Wie bereits ausgeführt, unterstehen die Kirchgemeinden bei der Verfolgung von
innerkirchlichen Zwecken nicht dem öffentlichen Beschaffungsrecht, es sei denn, der
Staat leistet erhebliche Beiträge im Sinne von Art. 2 Abs. 2 EGöB und die
Anwendbarkeit des staatlichen Beschaffungsrechts wird in der Beitragszusicherung
verfügt (Ziff. 1), oder die öffentliche Hand richtet Beiträge aus, die zusammen mehr als
die Hälfte der anrechenbaren Kosten betragen (Ziff. 2 in Verbindung mit Art. 8 Abs. 2
IVöB). Die politische Gemeinde Andwil unterstützt den Umbau und die bauliche
Erweiterung des Pfarreizentrums Andwil gemäss dem Protokoll über die
Bürgerversammlung vom 22. März 2010 mit einem Anteil von 20 Prozent der
Gesamtbaukosten von ca. 2,1 Mio Franken, maximal aber mit Fr. 400'000.--. Damit
beträgt der Anteil der Gemeinde Andwil auf jeden Fall weniger als die Hälfte der
Gesamtbaukosten und dementsprechend greift Art. 2 Abs. 2 Ziff. 2 EGöB in
Verbindung mit Art. 8 Abs. 2 IVöB nicht. Nach dem Willen des Gesetzgebers sollen
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Beiträge der öffentlichen Hand, die weniger als 50 Prozent der anrechenbaren Kosten
betragen, Art. 2 Abs. 2 Ziff. 1 EGöB unterstehen, soweit sie erheblich sind.
Erheblichkeit liegt vor, wenn die Beiträge der öffentlichen Hand absolut oder prozentual
eine gewisse Schwelle überschreiben, wobei der Entscheid darüber grundsätzlich im
pflichtgemässen Ermessen der Behörde liegen soll, welche über die Beiträge verfügt
(Botschaft Nachtragsgesetz zum EGöB, ABl 2001, S. 13). Die politische Gemeinde
Andwil erachtet zwar gemäss dem Protokoll der Bürgerversammlung vom 22. März
2010 sowie dem Auszug aus dem Protokoll des Gemeinderats Andwil vom 8. Februar
2010 ihre finanzielle Unterstützung an den Umbau und die Erweiterung des
Pfarreizentrums als substanziell, aber nicht als erheblichen Beitrag im Sinne von Art. 2
Abs. 2 Ziff. 1 EGöB und dementsprechend verfügte sie in der Beitragszusicherung
zuhanden der katholischen Kirchgemeinde Andwil-Arnegg nicht die Anwendbarkeit der
Regeln des öffentlichen Beschaffungswesens. Das Verwaltungsgericht hat den
Ermessensspielraum der politischen Gemeinde Andwil zu respektieren und sich nach
Art. 61 Abs. 1 VRP auf eine Rechtskontrolle zu beschränken. Eine Überprüfung der
Ermessensbetätigung steht dem Verwaltungsgericht nicht zu (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 739 f.). Das
Verwaltungsgericht kann daher nur prüfen, ob die politische Gemeinde Andwil ihr
Ermessen im Rahmen von Art. 2 Abs. 2 Ziff. 1 EGöB unter- resp. überschritten oder
missbraucht hat. Anhaltspunkte für eine unrechtmässige Ermessensausübung bei der
Frage der Unterstellung der Beitragszusicherung an die Katholische Kirchgemeinde
Andwil-Arnegg unter das EGöB sind in den Akten keine ersichtlich, insbesondere da
der Anteil der politischen Gemeinde Andwil nicht zwingend 20 Prozent der
Gesamtkosten des Umbaus und der Erweiterung des Pfarreizentrums beträgt, sondern
höchstens Fr. 400'000.--, was weniger als 20 Prozent der veranschlagten
Gesamtbaukosten von 2,1 Mio Franken ist. Art. 2 Abs. 2 Ziff. 1 EGöB findet daher auf
den Umbau und die Erweiterung des Pfarreizentrums Andwil keine Anwendung.
1.4. Zusammengefasst ergibt sich, dass die Katholische Kirchgemeinde Andwil-Arnegg
für den Umbau und die Erweiterung des Pfarreizentrums Andwil nicht den
Bestimmungen über das öffentliche Beschaffungswesen unterstand. Deshalb besteht
keine Möglichkeit der Ergreifung eines Rechtsmittels gegen den Zuschlag an die C. AG.
Auf die vorliegende Beschwerde kann daher mangels Anfechtungsobjekt nicht
eingetreten werden.
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2. Schliesslich macht die Beschwerdeführerin noch geltend, dass sie aufgrund der
Arbeitsausschreibung davon ausgegangen sei, dass je ein Entscheid über die
Arbeitsgattung "Heizung" und einer über "Lüftung" gefällt werde und nicht ein
Zuschlag über beide Arbeitsgattungen zusammen. Sie sei von der Katholischen
Kirchgemeinde Andwil-Arnegg bewusst getäuscht worden, da weder in der Einladung,
der Offerte noch in sonstigen Schreiben auf die gemeinsame Vergabe hingewiesen
worden sei. Der Vorwurf der Täuschung der Beschwerdeführerin durch die Katholische
Kirchgemeinde Andwil-Arnegg kann im Rahmen des vorliegenden
Beschwerdeverfahren nicht geklärt werden, da die Bestimmungen des öffentlichen
Beschaffungswesens auf die erfolgte Ausschreibung keine Anwendung finden und
dementsprechend auch kein Rechtsmittel existiert. Auch wenn auf die vorliegende
Beschwerde eingetreten werden könnte, wären aufgrund der Akten keine
Täuschungshandlungen von Seiten der Katholischen Kirchgemeinde Andwil-Arnegg
ersichtlich; insbesondere lässt sich entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin aus
der Einladung zur Offertstellung nicht entnehmen, dass anschliessend noch eine
separate Ausschreibung für die Lüftung stattfinden werde. Hinzu kommt, dass die von
der Bauleitung erstellten Unterlagen für die Submissionsangaben des Unternehmers
unter Ziff. 2.2 "Belegschaft Regieansätze" je eine Spaltung für Heizung, Sanitär und
Lüftung enthält. Zudem hat nicht nur die C. AG ein Angebot mit Heizung und Lüftung
unterbreitet, sondern auch andere Teilnehmer des Einladungsverfahrens. Es erscheint
daher nicht als treuwidrig resp. als ein die Teilnehmer des Einladungsverfahrens
täuschendes Vorgehen, wenn die Katholische Kirchgemeinde Andwil-Arnegg beim
Vorliegen mehrerer Angebote dasjenige auswählt, das zu vorteilhaften finanziellen
Konditionen nicht nur eine neue Heizungsanlage erstellt, sondern zugleich auch eine
Lüftung. Aus den weiteren Ausführungen der Beschwerdeführerin lassen sich sodann
keine Anhaltspunkte entnehmen, inwiefern die Katholische Kirchgemeinde Andwil-
Arnegg die Beschwerdeführerin getäuscht haben soll.
3. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht
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