Decision ID: d871000e-9760-4c4a-921f-eb1454a2808e
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1957, war seit dem
1.
Oktober 2009 als Geschäfts
führer bei der
Y._
GmbH
angestellt und damit bei der VAUDOISE ALLGEMEINE Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: VAUDOISE) für Berufs- und Nichtberufsunfälle
sowie Berufskrankheiten
versichert, als er am
3
0.
Dezember 2017
beim Snowboarden stürzte (vgl.
Unfallmeldung vom
7.
März 2018,
Urk.
8/18).
Die Erstbehandlung erfolgte am
5.
Januar 2018
, wobei eine Kontusion der Brust- und Lendenwirbelsäule (BWS und LWS) diagnostiziert wurde. Eine Arbeitsunfähigkeit wurde nicht attestiert
(vgl.
Urk.
8/16).
Die VAUDOISE
erbrachte die gesetzlichen Leistungen
(vgl.
Urk.
8/15).
Mit Verfügung vom 1
3.
Dezember 2018 (
Urk.
8/6) lehnte die VAUDOISE eine Leistungspflicht
über Mai 2018 hinaus ab, da
die Schulterbeschwerden links
nicht unfallkausal seien
. Die dagegen vom Versicherten erhobene Einsprache (
Urk.
8/3) wies die VAUDOISE mit Einspracheentscheid vom 1
8.
Februar 2019 (
Urk.
8/1 =
Urk.
2) ab.
2.
Der Versicherte erhob am 2
1.
März 2019 Beschwerde gegen den Einspracheent
scheid vom 1
8.
Februar 2019
(
Urk.
2)
und beantragte, dieser sei aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin – allenfalls nach der Vornahme ergänzender Abklärungen – zu verpflichten, die Leistungen für die Folgen des Unfalles vom 3
0.
Dezember 2017, welche in der Form der auch ab Mai 2018 anhaltenden Beschwerden an der linken Schulter vorliegen, zu erbringen (
Urk.
1 S. 2).
Die VAUDOISE beantragte mit Beschwerdeantwort vom
4.
Juni 2019 (
Urk.
7) die Abweisung der Beschwerde. Am 2
1.
Juni 2019 erstattete der Beschwerdeführer die Replik (
Urk.
11). Mit Schreiben vom 2
3.
Juli 2019 (
Urk.
14) verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die Duplik, was dem Beschwerdeführer am
3
0.
Juli 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
15).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind
(Abs. 2): Knochenbrüche (lit. a), Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskus
risse (lit. c), Muskelrisse (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Band
läsionen (lit. g) und Trommelfellverletzungen (lit. h). Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die
alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen
ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Beding
ungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohn
e dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/aa). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine vel ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1
UVG
in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V
177 E. 3.2, 402 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, das heisst rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang prak
tisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
begründete die Ablehnung
einer
Leistungspflicht
über Mai 2018 hinaus
damit, dass der Beschwerdeführer am 3
0.
Dezember 2017 beim Snowboarden auf den Rücken gestürzt sei. Ein direkter Schulteraufprall werde durch die Akten nicht bestätigt. Der erstbehandelnde Arzt habe eine Rücken
kontusion diagnostiziert, Analgesie verschrieben und die Behandlung gleichen
tags abgeschlossen. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers werde der Unfallbegriff nicht verneint. Erst vier Monate später habe
er
sich erneut
in ärztliche Behandlung begeben, wobei
Physiotherapie empfohlen
worden sei
. Im September 2018 sei ein protrahiertes Impingemen
tsyndrom diagnostiziert wor
den, welches
als unfallfremd
gelte. E
s habe ein schmerzfreies Intervall von vier Monaten vorgelegen.
Gestützt auf die beweiskräftige Beurteilung des beratenden Arztes sei erwiesen, dass die
Schulterbeschwerden links
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Sturz vom 3
0.
Dezember 2017 zurückzuführen
seien
.
Es bestünden keine Indizien gegen die Zuverlässigkeit dieser Beurteilung.
Die Leistungseinstellung sei daher zu Recht erfolgt (vgl.
Urk.
2 S. 3
;
Urk.
7 S. 2
).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer
im Wesentlichen
auf den Stand
punkt,
er sei beim Snowboardfahren wuchtig auf die linke Schulter gestürzt
.
Es sei
ein direkter Schulteraufprall erfolgt
,
und
er sei
sodann mit dem ganzen Rücken auf der harten Piste aufgeprallt. In den nachfolgenden Wochen hätten die Rückenbeschwerden gebessert, während die Schmerzen an der linken Schulter trotz Selbstbehandlung persistiert hätten, weshalb er am
3.
Mai 2018 den Haus
arzt konsultiert habe. Die Beschwerden hätten ununterbrochen seit dem Unfall bestanden, wobei diese aufgrund des Ganzkörpersyndroms
im
Zeitpunkt des
ersten Arztbesuches nicht im Vordergrund gestanden hätten und deshalb im Arzt
bericht nicht erwähnt worden seien. Die Schulterverletzung sei durch die Krafteinwirkung des unfallbedingten Aufpralls auf die Schulter verursacht wor
den. An der versicherungsinternen Beurteilung bestünden
– aus näher genannten Gründen -
Zweifel. Angesichts der bis zum Unfall bestehenden Beschwerdefrei
heit an der linken Schulter würden sich die Schädigungen als Folge der unfallbe
dingten Einwirkung mit dem Aufprall der Schulter auf der harten Piste erweisen. Selbst wenn
im
Zeitpunkt des Unfalls ein beeinträchtigter Vorzustand am linken Schultergelenk vorgelegen hätte, so wäre die unfallbedingte Krafteinwirkung die Ursache für die Auslösung und das Anhalten der behandlungsbedürftigen Schmerzsymptomatik und somit die Unfallkausalität ebenfalls gegeben (vgl.
Urk.
1 S. 3 ff.
;
Urk.
11 S. 2 ff.
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist,
ob der Beschwerdeführer Anspruch auf Leistungen der Beschwerdegegnerin
über Mai 2018 hinaus
hat und dabei insb
e
sondere das Vor
liegen des natürlichen Kausalzusammenhangs betreffend die
Beschwerden an der linken Schulter.
3.
3.1
Am 3
0.
Dezember 2017 stürzte der Beschwerdeführer
laut Unfallmeldung vom
7.
März 2018 (
Urk.
8/18)
beim Snowboarden.
Eine Diagnose wurde nicht genannt.
Als Verletzung w
urde
ein Schleudertrauma und dadurch Muskelschmerzen am ganzen Rücken erwähnt
.
Als betroffenes Körperteil w
urde
«Rücken/Linke + Recht»
angegeben und e
ine Arbeitsunfähigkeit w
urde
verneint (S. 1
Ziff.
3-4).
3.2
Mit Arztzeugnis vom 1
8.
März 2018 (
Urk.
8/16)
erklärte
Dr.
med.
Z._
, Fach
arzt für Allgemeine Innere Medizin
,
dass die Erstbehandlung am
5.
Januar 2018 erfolgt sei (
Ziff.
1).
In teilweise
unleserliche
r Schrift betreffend die
«
Angaben des Patienten
»
erwähnte
Dr.
Z._
, dass d
er Beschwerdeführer am 3
0.
Dezember 2017 mit dem Snowboard
unter anderem
auf Rücken, Kopf
,
Schulterblatt
, LWS
und Beckenkamm
gestürzt
sei
(
Ziff.
2). Als Diagnose
nannte er
eine Kontusion der BWS und LWS
(
Ziff.
5). Es lägen ausschliesslich Unfallfolgen vor (
Ziff.
6). Als Therapie
sei
eine Analgesie
veranlasst worden
(
Ziff.
7). Eine Arbeitsunfähigkeit liege nicht vor (
Ziff.
8). Der Behandlungsabschluss sei am
5.
Januar 2018 erfolgt (
Ziff.
10).
3.3
Am
4.
September 2018 erfolgte im Stadtspital
A._
eine MR-Arthrographie der linken Schulter. Dabei zeigte sich nebst einer
mässigen hypertrophen A
rthrose
des Akromioklavikulargelenks (AC-Gelenk)
je ein kleiner artikularseitiger und ein kleiner bursaseitiger Partialriss der Supraspinatussehne sowie je ein kleiner Riss
am superioren und inferioren Glenoid-Labrum. Dagegen konnte kein transmura
ler Riss, keine Sehnenretraktion und keine Muskelatrophie festgestellt werden (vgl. Bericht vom
4.
September 2018,
Urk.
8/11 S. 1 f.).
3.4
Mit Schreiben vom 1
0.
September 2018 (
Urk.
8/12) diagnostizierte
Dr.
Z._
ein protrahiertes Impingementsyndrom der linken Schulter nach am 3
0.
Dezember 2017 erlittenem Snowboardsturz mit mässiger hypertropher AC-Gelenksarthrose, Partialriss der Supraspinatussehne und Labrumverletzung.
Der Beschwerdeführer habe einen schweren Sturz mit dem Snowboard auf den Rücken und Hinterkopf erlitten, wobei sich unmittelbar darauf auch Schmerzen in beiden Schultern ein
gestellt hätten. Die Beschwerden seien initial abgeklungen, weshalb sich der Beschwerdeführer erst am
3.
Mai 2018 wegen nun persistierenden Schmerzen in der linken Schulter gemeldet habe.
Im gleichentags erstellten ärztlichen Zwischenbericht (
Urk.
8/13) zuhanden der Beschwerdegegnerin
bestätigte
Dr.
Z._
die
Diagnose und erklärte, dass keine Arbeitsunfähigkeit vorgelegen habe (
Ziff.
1,
Ziff.
4).
3.5
Dem Bericht von
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Chirurgie, Spital
C._
,
vom 1
5.
Oktober 2018 (
Urk.
8/8) ist als Diagnose ein Impingementsyn
drom der linken Schulter nach
am 3
0.
Dezember 2017 erlittenem
Snowboardsturz mit mässiger hypertropher AC-Gelenksarthrose und kleiner Partialruptur der Supraspinatussehne zu entnehmen. Am 3
0.
Dezember 2017 sei der Beschwerde
führer auf den Rücken gestürzt, wobei ein Schulteraufprall oder eine Hyper
extension der Schulter nicht auszuschliessen sei.
We
nige Tage da
nach sei ein Ganzkörperschmerz
aufgetreten, welcher sich
nach
wenigen Tagen symptomati
scher analgetischer Therapie schnell gebessert habe. Die Schmerzen in der
linken Schulter seien jedoch ge
blieben
. Die klinische Situation des Beschwerdeführers sei derzeit sehr günstig. Er fühle sich im Alltag kaum durch die Problematik der Schulter eingeschränkt, benötige keine Schmerzmittel und wache nachts nicht auf. Nur bei äusserst anspruchsvollen sportlichen Tätigkeiten sowie bei Provoka
tion wie maximaler Abduktion, Elevation und Aussenrotation komme es gele
gentlich zu kurzzeitigen einschiessenden Schmerzen. Aufgrund der klinischen Situation und der nur sehr geringen strukturellen Schäden
rate er
zu einer kon
servativen Behandlung (S. 1 f.).
3.6
Eine erste versicherungsinterne Beurteilung durch
Dr.
med.
D._
, Fach
arzt für Chirurgie, erfolgte am 1
4.
November 2018 (
Urk.
8/7). Dieser nannte fol
gende Diagnosen (S. 2
Ziff.
1):
-
Impingementsyndrom der linken Schulter bei mässig hypertropher AC-Arthrose und partieller Läsionen der Supraspinatussehne, Tendinopathie der
Subscapularissehne (
SSC-Sehne
)
-
Status nach Kontusion der
BWS und LWS
nach Snowboardsturz
Die Diagnose bezüglich der linken Schulter sei unfallfremd (S. 2
Ziff.
2).
Diese sei entscheidend für die jetzigen Beschwerden und die Behandlung ab Mai 2018 (S.
2
Ziff.
3).
Die jetzigen Beschwerden stünden nicht im Zusammenhang
mit de
m Unfall vom 3
0.
Dezember 201
7.
Initial habe eine Kontusion mit einmaliger Arzt
behandlung
bestanden
. Danach
habe
ein freies Intervall von vier Monaten bis zur erneuten Arztkonsultation wegen den Schulterbeschwerden
vorgelegen
(S. 2
Ziff.
4).
3.7
Mit ausführlicher versicherungsinterner Beurteilung vom 2
7.
Ma
i 2019 (
Urk.
7/4-8
) führte
Dr.
D._
aus, dass der Beschwerdeführer bei seinem Snowboardsturz vom 3
0.
Dezember 2017 gemäss der am
5.
Januar 2018 erfolgten Erstuntersu
chung unbestritten eine Rückenkontusion erlitten habe. Demgegenüber seien die MRI-Befunde und das klinische Impingementsyndrom nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 3
0.
Dezember 2017 zurückzuführen (S.
2). Beim Beschwerdeführer bestehe eine hypertrophe Arthrose im AC-Gelenk und ein nach aussen unten geneigtes
knöchernes Schulterdach, welche
als äussere Faktoren zu einem Impingement führen würden.
Dieses anlagebedingte Schulter
dach drücke auf die darunterliegende Sehne des Musculus supraspinatus. Es könne nicht durch das Ereignis vom 3
0.
Dezember 2017 entstanden sein, ansons
ten hätte sich beim Ereignis eine F
r
aktur
dieses Knochens ereignen müssen
. Ein posttraumatisches Impingement könne sich nach einem Sturz entwickeln
, wobei
die Beschwerden sofort auf
träten
und nach 4 bis 6 Wochen wieder verschwinden
würden
. Dies sei nicht der Fall gewesen. Ein weiterer unfallbedingter Grund für ein Impingement wäre eine fehlverheilte F
r
aktur im Bereich des Schultergelenks oder eine Verletzung des AC-Gelenks mit Entwicklung einer AC-Arthrose nach Jahren. Dies sei ebenfalls nicht der Fall gewesen. Somit sei
ein
posttraumatische
s
Impingementsyndrom nicht belegt. Es habe keine strukturelle Verletzung des lin
ken Schultergelenks stattgefunden, die das verursachen würde. Auch die anderen MRI-Befunde seien nicht auf das Ereignis vom 3
0.
Dezember 2017 zurückzufüh
ren. Ein akuter Sehnenriss
führe
unmittelbar nach dem Ereignis zu sofortigen sehr starken Schmerzen und einer schmerzbedingten Einschränkung der Beweg
lichkeit. Solche Angaben
lägen nicht vor
.
I
n der Erstbeurteilung vom
5.
Januar 2018
würden keine Schultergelenksbeschwerden
erwähnt und die Behandlung sei gleichentags abgeschlossen worden. Die Schulterbeschwerden seien erstmals am
3.
Mai 2018 aktenkund
ig
erwähnt worden. Dies entspreche einer Latenz von mehr als
vier Monaten nach dem Ereignis, was
nicht dem Verlauf nach einer akuten Verletzung
der
Rotatorenmanschette oder des Labrums
entspreche
.
Partielle Läsionen der Rotatorenmanschette träten nach dem 4
0.
Lebensjahr gehäuft auf. Sie entsprächen einem normalen, altersbedingten Abnützungsprozess und seien
in der Literatur hinlänglich bekannt. Der Beschwerdeführer sei zum Zeitpunkt des Unfalles 60-jährig gewesen.
Zusammenfassend bestehe kein überwiegend wahr
scheinlicher, kausaler Zusammenhang zwischen den Schulterbeschwerden links und dem Unfallereignis vom 3
0.
Dezember 2017 (S. 3 ff.).
4.
4
.1
Anhand
der zum Unfallereignis zeitnahen Unterlagen ergeben sich keinerlei
kon
krete
n
Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer anlässlich des Snowboard
sturzes
mit der linken Schulter auf der Piste aufgeprallt wäre und
dadurch
eine Schulterverletzung erlitten hätte
.
Soweit in der Unfallmeldung als betroffenes Körperteil «Rücken/Linke + Recht» angegeben wird (vgl.
Urk.
8/18 S. 1
Ziff.
4), kann daraus – entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
11 S. 2) – nicht
ohne Weiteres
geschlossen werden, dass damit die linke und rechte Schulter gemeint war. Als Verletzung wird denn auch einzig ein Schleudertrauma und dadurch Muskelschmerzen am ganzen Rücken erwähnt
.
Die linke Schulter wird dabei nicht genannt
(vgl.
Urk.
8/18 S. 1
Ziff.
4). Auch in dem durch
Dr.
Z._
am 1
8.
März 2018 erstellten Arztzeugnis (
vorstehend E. 3.2
) zur Erstbehandlung vom
5.
Januar 2018 lässt sich nichts Gegenteiliges erkennen. So wird in den teilweise unleserlichen
«
Angaben des Patienten
»
zu Unfallhergang und Beschwerden
zwar ein Sturz mit dem Snowboard unter anderem auf Rücken, Kopf
,
Schulterblatt
, LWS
und Beckenkamm
angegeben
(
Ziff.
2). In diagnostischer Hinsicht wird dagegen einzig eine Kontusion der BWS und LWS
erwähnt
(
Ziff.
5). Ein Befund betreffend die linke Schulter
wurde nicht erhoben
(
Ziff.
4; vgl. hierzu auch
Urk.
7/4-8 S. 2)
. Die Behandlung wurde gleichentags abgeschlossen und das Unfallereignis hatte keine ärztlich attestierte Arbeitsunfähigkeit zur Folge (
Ziff.
8,
Ziff.
10).
Erst am
3.
Mai 2018 und damit vier Monate später
erfolgte eine Kon
sultation bei
Dr.
Z._
aufgrund
von
Schmerzen an der linken Schulter
(vgl.
Urk.
8/12)
.
4.2
G
estützt auf die schlüssige, nachvollziehbare und überzeugende versicherungsin
terne Beurteilung durch
Dr.
D._
(vorstehend E. 3.7)
ist das Unfallereignis vom 3
0.
Dezember 2017
– selbst wenn davon ausgegangen würde, dass anlässlich des Sturzes ein Schulteraufprall stattgefunden hätte -
nicht
mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit
ursächlich für das
diagnostizierte
Impingementsyndrom der linken Schulter bei mässig hypertropher AC-Arthrose und partieller Läsionen der Supraspinatussehne
sowie
Tendinopathie der SSC-Sehne.
So
legte
Dr.
D._
ins
besondere
anhand des bildgebenden Materials schlüssig dar, dass
beim
Beschwer
deführer anlagebedingte
und vorbestehende unfallfremde Faktoren vorlagen,
insbesondere
eine strukturelle Verletzung des linken Schultergelenks nicht
erfolgte und
in den
zeitnah
en Unterlagen
zum Unfallereignis
– wie zuvor erwähnt (vor
stehend E. 4.1) -
weder
sofortige
Schulterschmerzen
erwähnt
wurden
noch ein schulterspezifischer Befund - etwa eine eingeschränkte Beweglichkeit
–
er
hoben
wurde
.
Die im Januar 2018 erhobenen Befunde reichten demnach – trotz möglicherweise geklagter Beschwerden – nicht aus, um eine schulterspezifische Diagnose zu rechtfertigen
,
und der Beschwerdeführer musste bis Mai 2018 auch keinen Arzt aufsuchen oder weitere Abklärungen tätigen. Selbst im Oktober 2018 zeigten sich die Befunde schliesslich als diskret, wobei ausdrücklich festgehalten wurde, dass der Beschwerdeführer im Alltag kaum eingeschränkt sei (vgl.
Urk.
8/8 S. 1 f.).
Der Beurteilung von
Dr.
D._
schadet nicht, dass dieser den Beschwer
deführer nicht selbst untersucht hat, da auch reinen Aktengutachten voller Beweiswert zukommt, sofern – wie im konkreten Fall – ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die Beurteilung eines an sich feststehen
den medizinischen Sachverhalts geht (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_46/2019 vom 1
0.
Mai 2019 E. 3.2.1 und 8C_641/2011 vom 2
2.
Dezember 2011 E. 3.2.2).
Indizien gegen die Zuverlässigkeit dieser Beurteilung bestehen entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
11 S. 4 f.
) nicht.
Soweit
Dr.
Z._
und
Dr.
B._
von einer Diagnose
nach am 3
0.
Dezember 2017 erlittenem Snow
boardsturz s
prechen (vgl.
Urk.
8/8 S. 1;
Urk.
8/12-13
), so kann dies nicht eindeu
tig die Kausalitätsfrage betreffend interpretiert werden, sondern ist lediglich auf die zeitliche Reihenfolge bezogen zu verstehen (vgl. etwa Urteil des Bundesge
richts 8C_524/2014 vom 2
0.
August 2014 E. 4.3.3
betreffend «posttraumatisch»
).
Nichts
Stichhaltiges zur Kausalitätsbeurteilung
ergibt sich
– entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl.
Urk.
1 S. 5) -
aus der Telefonnotiz vom
7.
Mai 2018, wonach er immer noch Schmerzen in der linken Sch
ulter habe (vgl.
Urk.
8/7 S.
1)
.
So erfolgte das Telefongespräch einige Tage nachdem sich der Beschwerde
führer aufgrund der Schulterbeschwerd
en bereits in ärztliche Behandlung bege
ben hatte
. Dass die Beschwerden
anhaltend
schon
seit dem Unfallereignis vorla
gen, ergibt sich dadurch nicht.
Auch der geltend gemachte Umstand, wonach er vor dem Unfall an keinerlei Schulterbeschwerden gelitten habe (vgl.
Urk.
1 S. 5 f.;
Urk.
11 S. 3), vermag nichts Gegenteiliges zu beweisen.
Die Argumentation nach der Formel «post hoc ergo propter hoc», nach deren Bedeutung eine gesund
heitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall verursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, ist beweisrechtlich nicht zulässig und vermag zum Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen (BGE 119 V 335 E. 2b/bb, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1).
Gesamthaft besteht somit kein Anlass, an der überzeugenden versicherungsinternen Beurteilung zu zweifeln. Davon ausgehend war die Beschwerdegegnerin befugt, eine Leistungs
pflicht über Mai 2018 hinaus zu verneinen. Auf weitere medizinische Abklärun
gen kann in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 122 V 157 E. 1d) verzichtet werden.
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Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die geltend gemachten Beschwerden an der linken Schulter des Beschwerdeführers nicht überwiegend wahrscheinlich kausal auf das Unfallereignis vom 3
0.
Dezember 2017 zurückzuführen sind. Es ist des
halb nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin eine Leistungspflicht
über Mai 2018 hinaus
verneinte.
Der angefochtene Einspracheentscheid erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.