Decision ID: 482d4c1a-55da-5883-bfcf-59e7bec5f9e7
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Die Beschwerdeführenden verliessen ihren Heimatstaat eigenen An-
gaben zufolge am (...) und gelangten zunächst via die Türkei nach Grie-
chenland. Dort wurde A._ (Beschwerdeführer) von seiner damali-
gen Ehefrau B._ (Beschwerdeführerin) und dem gemeinsamen
Kind C._ getrennt. Diese reisten daraufhin am 1. November 2017
in die Schweiz ein und suchten gleichentags im Empfangs- und Verfahren-
szentrum (EVZ) D._ um Asyl nach. Am 15. November 2017 wurde
die Beschwerdeführerin zu ihrer Identität, zum Reiseweg sowie summa-
risch zu den Gesuchsgründen befragt (Befragung zur Person; BzP) und
am 1. Dezember 2017 hörte das SEM sie ausführlich zu den Asylgründen
an. Der Beschwerdeführer reiste am 3. Oktober 2018 im Rahmen eines
sogenannten Dublin In-Verfahrens mit Bewilligung des SEM in die Schweiz
ein und ersuchte gleichentags im EVZ D._ um Asyl. Am 11. Oktober
2018 fand die BzP statt, und am 2. November 2018 erfolgte seine Anhö-
rung zu den Asylgründen.
A.b Zur Begründung ihrer Asylgesuche machten die Beschwerdeführen-
den im Wesentlichen geltend, sie seien ethnische Kurden und stammten
aus E._. Der Beschwerdeführer sei (...) und habe seit dem Jahr
2014 für «(...)» gearbeitet. Er habe (...). (...) gehöre zwar der (...), er selber
sei jedoch politisch unabhängig und nie Mitglied dieser (oder einer ande-
ren) Partei gewesen. Vor (...) 2017 habe er keine ernsthaften Schwierig-
keiten gehabt. Ab (...) 2017 sei er plötzlich mehrfach telefonisch bedroht
worden. Er sei beleidigt, als Ungläubiger beschimpft und aufgefordert wor-
den, seine Arbeit einzustellen. Man habe ihm gedroht, falls er nicht aufhöre,
werde ihm Schlimmes widerfahren. Da er mehrere Sendungen moderiert
habe, in welchen der Einfluss der Religion auf die Gesellschaft thematisiert
worden sei, und auch auf seinem Facebook-Kanal islamkritische Kommen-
tare gepostet habe, gehe er davon aus, dass er von Anhängern einer radi-
kalen islamistischen Gruppierung bedroht worden sei. Anfang (...) 2017
habe er seinen Arbeitgeber über die Drohungen informiert und zudem mit
Hilfe eines befreundeten Anwalts Strafanzeige erhoben. Die Polizei habe
zwar zunächst ermittelt, aber keine Beweise gefunden und nichts gegen
die unbekannten Täter unternehmen können. Man habe ihm lediglich ge-
raten, vorsichtig zu sein. Ab (...) 2017 hätten die Drohungen zugenommen,
dies wohl deshalb, weil er damals zwei weitere Sendungen moderiert habe,
in welchen der Einfluss des Islam kritisch diskutiert worden sei. Die Anrufer
hätten ihm unter anderem gedroht, sein Gesicht mit Säure zu bespritzen.
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Er habe auch auf Facebook Drohungen erhalten, ausserdem seien unbe-
kannte Personen – dabei habe es sich mutmasslich um die Anrufer gehan-
delt – ständig vor seinem Haus hin- und hergefahren. Aufgrund der Äusse-
rungen seiner Verfolger habe er auch Angst um die Sicherheit seiner Frau
und seines Kindes gehabt.
Die Beschwerdeführerin brachte ihrerseits vor, sie sei seit dem Jahr 2014
ab und zu ehrenamtlich für eine Nichtregierungsorganisation (NGO) tätig
gewesen, welche (...). Am (...) 2017, als sie sich mit ihrem Team in
F._ aufgehalten habe, um im Rahmen ihres Projekts Bücher zum
Thema Gesundheit an die Bevölkerung zu verkaufen, sei sie von der loka-
len Polizei respektive vom Asayish (Geheimdienst) behelligt worden; dies,
obwohl sie im Vorfeld eine offizielle Genehmigung für ihre Tätigkeit in die-
ser Ortschaft eingeholt habe. Die Asayish-Leute hätten ihr unterstellt, den
Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen, und sie aufgefordert, die Ort-
schaft zu verlassen, was sie dann auch gemacht habe. Rückblickend sei
sie davon ausgegangen, dass die Asayish-Leute, welche sie in F._
behelligt hätten, zur selben Gruppierung gehörten wie diejenigen (unbe-
kannten) Personen, welche ihren Ehemann bedroht hätten, da diese ihm
am Telefon gesagt hätten, sie wüssten, dass sie (die Beschwerdeführerin)
arbeite.
Am (...) 2017 habe der Beschwerdeführer auf Facebook eine Drohnach-
richt mit dem angehängten Foto des Sohnes erhalten. Dieses Ereignis
habe den Ausreiseentschluss ausgelöst. Sie seien beide nicht mehr zur
Arbeit gegangen und hätten ihren Sohn aus (...) genommen. Die Verfolger
hätten den Beschwerdeführer jedoch wissen lassen, dass sie ihn nicht in
Ruhe lassen würden. Aus diesen Gründen seien sie am (...) 2017 aus dem
Irak ausgereist. Nach der Ausreise habe der Beschwerdeführer von einer
Kollegin erfahren, dass sie sowie andere Kollegen ebenfalls bedroht wür-
den. Die Polizei kümmere sich nicht um Einzelpersonen, sondern interes-
siere sich nur für grosse Fälle. Im Falle einer Rückkehr wäre er seines Le-
bens nicht sicher, da die Drohungen andauerten. Die Beschwerdeführerin
gab an, sie wisse nicht genau, was sie bei einer Rückkehr erwarten würde,
aber sie wolle aus den dargelegten Gründen nicht mehr in den Irak zurück-
gehen.
A.c Die Beschwerdeführenden reichten im Rahmen des vorinstanzlichen
Verfahrens folgende Unterlagen zu den Akten: die Identitätskarten, eine
Kopie der Reisepässe, die Nationalitätenausweise, einen Ehevertrag vom
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(...) (Kopie), einen Ausweis der (...)gewerkschaft (Kopie), einen NGO-Aus-
weis (Kopie), ein Bestätigungsschreiben eines Anwalts vom 25. September
2018 (Kopie), ein Bestätigungsschreiben der (...)gewerkschaft vom 7. No-
vember 2017 (Kopie), Unterlagen aus Griechenland sowie mehrere ausge-
druckte SMS-Nachrichten.
B.
Mit Verfügung vom 21. Januar 2019 stellte die Vorinstanz fest, die Be-
schwerdeführenden erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte ihre
Asylgesuche ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz sowie den
Wegweisungsvollzug.
C.
Mit Eingabe an das Bundesverwaltungsgericht vom 22. Februar 2019 er-
hoben die Beschwerdeführenden Beschwerde gegen diesen Entscheid.
Sie beantragten, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, und es sei
ihnen Asyl zu gewähren, eventuell seien sie vorläufig aufzunehmen. In pro-
zessualer Hinsicht ersuchten sie um Gewährung der unentgeltlichen Pro-
zessführung inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses
sowie um unentgeltliche Verbeiständung. Ausserdem beantragten sie, es
sei ihnen eine dreissigtägige Nachfrist zur Nachreichung weiterer Beweis-
mittel aus dem Ausland einzuräumen.
Der Beschwerde lagen folgende Unterlagen bei: die angefochtene Verfü-
gung, ein Zustellungsbeleg, eine Vollmacht vom 8. Februar 2018, ein USB-
Stick mit drei (...)-Sendungen, zwei E-Mail des Beschwerdeführers an den
Rechtsvertreter, ein Schreiben des irakischen Anwalts S. A. S. vom
18. Februar 2019 (Kopie), ein Schreiben des (...) vom 18. Februar 2019
(Kopie), ein Schreiben des (...)verbandes Kurdistan vom 7. November
2017 (Kopie, inkl. Übersetzung) sowie mehrere Internetausdrucke und Me-
dienberichte zum Thema Verfolgung von (...) in Irakisch-Kurdistan. Ausser-
dem wurde in der Beschwerde auf mehrere Websites verwiesen, welche
Berichte über die Verfolgung von (...) im Irak enthalten (vgl. Ziff. III Art. 3 in
fine der materiellen Beschwerdebegründung).
D.
Mit Zwischenverfügung vom 1. März 2019 hiess die Instruktionsrichterin
das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung unter Vor-
behalt des fristgerechten Nachreichens einer Fürsorgebestätigung gut und
forderte die Beschwerdeführenden auf, innert Frist eine Fürsorgebestäti-
gung nachzureichen oder den Kostenvorschuss einzuzahlen, ansonsten
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auf die Beschwerde nicht eingetreten werde. Das Gesuch um unentgeltli-
che Verbeiständung (aArt. 110a Abs. 1 AsylG [SR 142.31]) wurde – unter
Vorbehalt des Nachreichens einer Fürsorgebestätigung – ebenfalls gutge-
heissen, und den Beschwerdeführenden wurde der rubrizierte Rechtsver-
treter als amtlicher Rechtsbeistand beigeordnet. Der Antrag auf Einräu-
mung einer Nachfrist zwecks Nachreichung weiterer Beweismittel wurde
abgewiesen.
E.
Mit Eingabe vom 4. März 2019 reichten die Beschwerdeführenden eine
Mittellosigkeitsbestätigung vom 27. Februar 2019 zu den Akten.
F.
Die Beschwerdeführenden teilten mit Eingabe vom 25. Juni 2019 mit, ihre
Ehe stehe vor dem Aus, da der Beschwerdeführer zwischenzeitlich seine
homosexuelle Neigung öffentlich bekannt gemacht habe. Seine Homose-
xualität sei bei der Beurteilung des Asylgesuchs als Nachfluchtgrund mit-
zuberücksichtigen, da homosexuelle Männer im Irak verfolgt würden.
G.
Das SEM hielt in seiner Vernehmlassung vom 5.Juli 2019 vollumfänglich
an seiner Verfügung fest.
H.
In der Replik vom 24. Juli 2019 bestätigten die Beschwerdeführenden zu-
nächst die in der Beschwerde gestellten Begehren und beantragten so-
dann ergänzend, die Sache sei zwecks Befragung des Beschwerdeführers
zu seiner Homosexualität und Beurteilung dieses Fluchtgrundes für beide
Ehepartner an die Vorinstanz zurückzuweisen. Ferner sei der Beschwer-
deführerin eine Frist zur Mandatierung einer neuen Rechtsvertretung sowie
dem Beschwerdeführer eine Nachfrist zur Nachreichung weiterer Beweis-
mittel betreffend seine sexuelle Orientierung einzuräumen.
Der Replik lagen folgende Unterlagen bei: eine E-Mail von M. B. vom
27. Februar 2019, ein Bestätigungsschreiben von «solidarité femmes»
vom 16. Juli 2019, eine Scheidungskonvention vom (...) (Kopie), eine Zwi-
schenverfügung des Regionalgerichts G._ vom (...) (Kopie) sowie
mehrere Berichte von internationalen Organisationen zum Irak, namentlich
zur allgemeinen Sicherheits- und Menschenrechtslage sowie zur Situation
von Journalisten und Homosexuellen.
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I.
Mit Eingaben vom 16. und 30. August 2019 reichten die Beschwerdefüh-
renden ein Schreiben von C. G. vom 8. August 2019 und ein ärztliches
Einweisungszeugnis der Privatklinik H._ vom 7. August 2019 (Ko-
pie) sowie eine provisorische Kostennote des Rechtsvertreters zu den Ak-
ten.
J.
Die Instruktionsrichterin wies das in der Replik gestellte Gesuch um Ent-
lassung und Wechsel der amtlichen Vertretung bezüglich der Beschwerde-
führerin mit Zwischenverfügung vom 3. September 2019 ab.
K.
Mit Eingaben vom 10. September 2019 und 12. März 2020 reichten die
Beschwerdeführenden weitere Unterlagen zu den Akten: einen Arztbericht
vom 9. September 2019, eine Kopie des Scheidungsurteils vom 29. Okto-
ber 2019 (inkl. Scheidungskonvention) sowie ein E-Mail von A. B., Quee-
ramnesty Schweiz, an den Rechtsvertreter vom 5. März 2020.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gestützt auf Art. 31 VGG Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer
Vorinstanz im Sinne von Art. 33 VGG erlassen wurden, sofern keine das
Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG vorliegt.
Demnach ist das Bundesverwaltungsgericht zuständig für die Beurteilung
von Beschwerden gegen Entscheide des SEM, welche in Anwendung des
Asylgesetzes ergangen sind, und entscheidet in diesem Bereich endgültig,
ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor wel-
chem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG;
Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme besteht vorliegend nicht.
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Am 1. März 2019 ist eine Teilrevision des AsylG in Kraft getreten
(AS 2016 3101); für das vorliegende Verfahren gilt das bisherige Recht
(vgl. Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom
25. September 2015).
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1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer-
deführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105
und aArt.108 Abs. 1 AsylG; Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52
Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
3.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung ihres Entscheids im Wesentli-
chen aus, es handle sich bei der geltend gemachten Bedrohung durch un-
bekannte Personen um eine Verfolgung durch Drittpersonen. Die Behör-
den im Nordirak seien grundsätzlich in der Lage, den Einwohnern Schutz
vor Übergriffen Dritter zu bieten; es bestehe eine funktionierende und effi-
ziente Schutzinfrastruktur (namentlich Polizeiorgane sowie ein Justizsys-
tem). Dem – im Irak anwaltlich vertretenen – Beschwerdeführer sei es zu-
dem offensichtlich möglich gewesen, diese in Anspruch zu nehmen. Sei-
tens der Behörden seien adäquate Massnahmen eingeleitet worden, na-
mentlich sei seine Anzeige entgegengenommen und umgehend ein Ge-
richtsverfahren eingeleitet worden. Es gelinge keinem Staat, die absolute
Sicherheit seiner Bürger jederzeit und überall sicherzustellen. Den Akten
sei zu entnehmen, dass die kurdische Regionalbehörde die ihr aufgrund
des Strafrechts obliegende Schutzpflicht erfüllt habe, und es sei davon aus-
zugehen, dass sie dieser im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch künftig
nachkommen werde. Die geltend gemachten Bedrohungen durch Drittper-
sonen seien daher als nicht asylrelevant zu erachten. Hinsichtlich der von
der Beschwerdeführerin geltend gemachten behördlichen Anhaltung in
F._ sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin dazu unbe-
stimmte und ungereimte Aussagen gemacht habe. Objektiv betrachtet lä-
gen jedenfalls keinerlei Hinweise dafür vor, dass der Vorfall in F._
einen Zusammenhang mit der Bedrohung des Beschwerdeführers auf-
weise. Insgesamt – namentlich auch unter Berücksichtigung der einge-
reichten Beweismittel – seien die Asylvorbringen nicht geeignet, die Flücht-
lingseigenschaft der Beschwerdeführenden zu begründen. Diese sei daher
zu verneinen, und die Asylgesuche seien abzulehnen. Der Vollzug der
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Wegweisung in die autonome Region Kurdistan (ARK) sei zulässig, zumut-
bar und möglich.
3.2 In der Beschwerde wird vorab darauf hingewiesen, die Beschwerde-
führenden seien aufgrund der Bedrohung des Beschwerdeführers, welche
sich später auch gegen die Beschwerdeführerin und das Kind gerichtet
habe, in die Schweiz geflüchtet. Die Asylgründe lägen beim Beschwerde-
führer; die Beschwerdeführerin führe nicht aufgrund eigener Asylgründe
Beschwerde. Sie und das gemeinsame Kind seien in das Asyl respektive
die vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers einzubeziehen. Nach ei-
ner Wiederholung des Sachverhalts wird sodann auf ein Schreiben des
Anwalts S. A. S. vom 18. Februar 2019 verwiesen und ausgeführt, darin
würden die Asylvorbringen des Beschwerdeführers bestätigt und festge-
halten, dass er objektiv und ernsthaft bedroht gewesen sei und alles unter-
nommen habe, um sich zu schützen. Die Täter hätten jedoch auf legalem
Weg nicht aufgefunden werden können, und die Justiz sei nicht in der Lage
gewesen, ihn vor weiterer Verfolgung zu bewahren. Journalisten hätten in
Kurdistan allgemein keine Sicherheit und würden in grosser Zahl terrorisiert
und umgebracht. Zwei weitere, als Beschwerdebeilagen eingereichte Be-
stätigungsschreiben stammten vom Direktor des (...) und vom Sekretär der
Kommission zur Verteidigung der (...)rechte der (...)-Gewerkschaft. Diese
Schreiben könnten nicht einfach als «Gefälligkeitsschreiben» bezeichnet
werden. Im Weiteren wird vorgebracht, das SEM unterschätze die Gefah-
rensituation im kurdischen Irak und schätze die Schutzfähigkeit der Behör-
den bezüglich der Verfolgung von Journalisten falsch ein. Der in der Verfü-
gung zitierte Entscheid (vgl. BVGE 2008/4) befasse sich mit der Situation
im Nordirak im Jahr 2007; seither habe sich die Lage verändert. Die Is-
lamisten hätten im Irak Zellen gebildet und versuchten auf diese Weise,
das Terrain für ihre Weltanschauung auszudehnen. Wer sich ideologiekri-
tisch und liberal äussere, müsse mit Verfolgungsmassnahmen (Drohung,
Einschüchterung, Ermordung) rechnen. Der Irak sei eines der gefährlichs-
ten Länder für Journalisten, und der kurdische Regionalstaat könne die be-
troffenen Personen weder schützen noch sei er in der Lage, die Verbre-
chen aufzuklären und die Täter vor Gericht zu bringen. Vor diesem Hinter-
grund wirkten die Ausführungen des SEM, wonach kein Staat seinen Bür-
gern vollumfänglichen Schutz bieten könne und es dem Beschwerdeführer
zuzumuten sei, sich bei weiterer Bedrohung an die Polizei und seinen An-
walt zu wenden, unsachlich. Sollte das Gericht an der objektiven Gefähr-
dung und Schutzlosigkeit des Beschwerdeführers zweifeln, werde es er-
sucht, ein Gutachten durch eine unabhängige NGO erstellen zu lassen.
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Der Beschwerdeführer habe alles ihm Zumutbare zur Gefahrenabwehr un-
ternommen. Die Polizei habe durchaus – letztlich erfolglose – ortsübliche
und verhältnismässige Massnahmen getroffen, um die Täter ausfindig zu
machen, aber der kurdische Staat sei in solchen Konstellationen schutzun-
fähig. Der Beschwerdeführer habe daher keine andere Wahl gehabt, als
mit seiner Familie ausser Landes zu fliehen. Demnach sei die Flüchtlings-
eigenschaft festzustellen und Asyl zu gewähren. Eventuell sei festzustel-
len, dass der Vollzug der Wegweisung in den Irak aufgrund der instabilen
Lage in den kurdischen Gebieten unzulässig und unzumutbar sei.
3.3 In seiner Vernehmlassung erklärt das SEM, die Beschwerde enthalte
keine neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel, die eine Änderung
des in der angefochtenen Verfügung dargelegten Standpunks rechtfertigen
könnten. Die nachträglich geltend gemachte Homosexualität des Be-
schwerdeführers (vgl. dazu vorstehend Bst. F) müsse aufgrund der Akten-
lage als nachgeschoben beurteilt werden.
3.4 In der Replik wird entgegnet, das SEM unterschätze offensichtlich die
Gefährdung von kritischen Journalisten im Irak. Es müsse asylrechtlich re-
levant sein, wenn jemand fliehe, bevor sich die befürchtete Verfolgung re-
alisiert habe. Die vom Beschwerdeführer dargelegten und belegten Dro-
hungen seien daher asylrelevant, und er benötige Schutz. Im Weiteren wird
ausgeführt, die Beschwerdeführerin habe stark unter der familiären Situa-
tion gelitten und sich bereits im Februar 2019 im Frauenhaus beraten las-
sen. Die Beschwerdeführenden hätten sich in der Folge getrennt und die
Scheidung eingeleitet. Aus den eingereichten Scheidungsdokumenten
gehe hervor, dass ein Interessenkonflikt bestehe, welcher die Vertretung
durch einen gemeinsamen Rechtsvertreter im Asylverfahren unzumutbar
mache. Insbesondere seien nach Bekanntwerden des Scheidungsverfah-
rens seitens der Familie der Beschwerdeführerin Drohungen gegen den
Beschwerdeführer ausgesprochen worden. Der Beschwerdeführerin sei
daher vom Gericht Gelegenheit zu geben, eine eigene Rechtsvertretung
für das Asylverfahren zu bestimmen und eine eigenständige Replik einzu-
reichen. Bezüglich des Coming-Outs des Beschwerdeführers wird geltend
gemacht, seine Homosexualität sei offensichtlich und nicht vorgetäuscht.
Homosexualität werde im Irak geächtet und gesellschaftlich verfolgt. Somit
müsse dieser Umstand im Sinne eines Nachfluchtgrundes berücksichtigt
werden. Der Beschwerdeführer sei somit eventuell aufgrund seiner Homo-
sexualität als Flüchtling anzuerkennen, und es sei ihm deswegen die vor-
läufige Aufnahme zu gewähren. Zumindest müsse der Vollzug der Weg-
weisung als unzulässig erachtet werden, da ihm eine private Verfolgung
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sowie eine grundrechtswidrige Bestrafung drohe. Der Beschwerdeführer
sei bisher nicht zu seiner Homosexualität befragt worden, daher sei die
Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, und es sei eine fachkundige Be-
fragung und Beweisabnahme durchzuführen.
3.5 In den Eingaben vom 30. August 2019, 10. September 2019 und
12. März 2020 wird schliesslich unter Hinweis auf die damit eingereichten
weiteren Beweismittel vorgebracht, der Beschwerdeführer sei in eine psy-
chiatrische Klinik eingewiesen worden, wo er nun aufgrund einer Art Le-
benskrise stationär behandelt werde. Seine Homosexualität sei nach Auf-
fassung des überweisenden Arztes offenkundig. Der Beschwerdeführer
habe Frau A. B. von Queeramnesty kontaktiert, welche eine Expertin auf
dem Gebiet der Verfolgung von Homosexuellen im Irak sei. Die Wegwei-
sung des Beschwerdeführers in den Irak sei namentlich gestützt auf den
Bericht des UNHCR («International Protection Considerations with Regard
to People Fleeinig the Republic of Iraq; Mai 2019») unzulässig oder zumin-
dest unzumutbar. Nach erfolgter Scheidung stelle sich zudem die Frage,
ob das Verfahren der (vormaligen) Eheleute nun getrennt oder gemeinsam
weiterzuführen sei. Bei der Scheidung sei das gemeinsame Sorgerecht für
das Kind vereinbart worden. Eine Wegweisung der Beschwerdeführerin,
welche die Obhut über das Kind innehabe, wäre gemäss Kinderrechtskon-
vention unzulässig, zumindest wäre dies infolge der damit verbundenen
Trennung von einem Elternteil unzumutbar. Falls die Sache nicht kassiert
werde, seien dem Beschwerdeführer und dem Sohn infolge politischer Ver-
folgung des Beschwerdeführers Asyl zu erteilen. Die Beschwerdeführerin
ihrerseits sei vorläufig aufzunehmen, damit die elterlichen Beziehungen
kinderrechtskonventionsgemäss gelebt werden könnten.
4.
Vorab ist an dieser Stelle festzuhalten, dass es sich mit Blick auf die nach-
folgenden Erwägungen entgegen der entsprechenden Anregung des
Rechtsvertreters (vgl. die Eingabe vom 12. März 2020) und trotz inzwi-
schen erfolgter Scheidung der Beschwerdeführenden nicht als sinnvoll er-
weist, das Beschwerdeverfahren aufzuteilen und zwei separate Beschwer-
deurteile zu fällen; denn es ist infolge der zweifellos nach wie vor beste-
henden familiären Beziehung beider Elternteile zum gemeinsamen Sohn
sowie mit Blick auf die in der Scheidungskonvention vereinbarte gemein-
same elterliche Sorge (wobei die Beschwerdeführerin die Obhut innehat)
unumgänglich, die Asylverfahren der Beschwerdeführenden koordiniert
und namentlich in Beachtung des Grundsatzes der Einheit der Familie so-
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Seite 11
wie des Kindeswohls zu behandeln. Durch die vorliegende einheitliche Er-
ledigung des Beschwerdeverfahrens bezüglich beider Beschwerdeführen-
den kann diesem Anspruch am besten Genüge getan werden.
5.
5.1 Gemäss Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG stellen die Asylbehörden den
Sachverhalt von Amtes wegen fest (Untersuchungsgrundsatz). Dabei
muss die Behörde die für das Verfahren erforderlichen Sachverhaltsunter-
lagen beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abklären und darüber
ordnungsgemäss Beweis führen (vgl. auch Art. 30–33 VwVG). Der Unter-
suchungsgrundsatz findet seine Grenze an der Mitwirkungspflicht der Asyl-
suchenden (Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG). Unrichtig ist die Sachverhaltsfest-
stellung dann, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger oder
nicht weiter belegbarer Sachverhalt zugrunde gelegt wurde. Unvollständig
ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn die Behörde trotz Untersuchungs-
maxime den Sachverhalt nicht von Amtes wegen abgeklärt hat, oder wenn
nicht alle für den Entscheid wesentlichen Sachumstände berücksichtigt
wurden (vgl. dazu BVGE 2016/2 E. 4.3). Aus dem Grundsatz des rechtli-
chen Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 29 VwVG) sowie Art. 35 Abs. 1 VwVG
folgt sodann, dass alle erheblichen Parteivorbringen zu prüfen und zu wür-
digen sind (vgl. dazu BVGE 2016/9 E. 5.1).
5.2 Im vorliegenden Fall hat sich der Beschwerdeführer erst im Verlauf des
Beschwerdeverfahrens zu seiner Homosexualität bekannt und dies den
Asylbehörden erstmals mit Eingabe vom 25. Juni 2019 mitgeteilt. Homose-
xualität kann – die Glaubhaftigkeit vorausgesetzt – im irakischen Kontext
in spezifischen Einzelfällen zur Bejahung der Flüchtlingseigenschaft führen
(vgl. dazu das Urteil des BVGer D-6539/2018 vom 2. April 2019) oder wäre
gegebenenfalls zumindest unter dem Aspekt eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses zu prüfen. Das SEM konnte sich in seiner Vernehmlassung
vom 5. Juli 2019 zu diesem neuen Sachverhaltselement äussern, hat es
allerdings ohne nähere Prüfung pauschal als nachgeschoben (und damit
sinngemäss als unglaubhaft) qualifiziert. In der Folge hat der Beschwerde-
führer weitere Unterlagen zu den Akten gereicht (namentlich das Schreiben
der Asylbetreuerin C. G. vom 8. August 2019, einen Arztbericht vom 9. Sep-
tember 2019 sowie eine E-Mail von A. B., Queeramnesty Schweiz, vom
5. März 2020), welche konkrete Indizien enthalten, die – jedenfalls auf den
ersten Blick – für die Glaubhaftigkeit der geltend gemachten Homosexua-
lität sprechen dürften. Der pauschalen Einschätzung des SEM, wonach die
Homosexualität nachgeschoben und damit unglaubhaft sei, kann bei die-
ser Aktenlage jedenfalls nicht gefolgt werden. Es ist vielmehr festzustellen,
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dass der rechtserhebliche Sachverhalt in diesem Punkt unvollständig er-
stellt ist und weiterer Abklärungen sowie einer erneuten Prüfung bedarf.
Abklärungsbedarf besteht nicht nur hinsichtlich der Frage, ob die Homose-
xualität an sich glaubhaft ist oder nicht, sondern bei Bejahung der Glaub-
haftigkeit auch betreffend die Folgefrage, mit welchen damit verbundenen
Nachteilen der Beschwerdeführer im Falle seiner Rückkehr ins Heimatland
rechnen müsste (den eingereichten Unterlagen zufolge hat er Angst vor
den Reaktionen seiner Familie, hat angeblich bereits Drohungen von der
Familie der Ehefrau erhalten, fürchtet sich vor einem Ehrenmord und leidet
aufgrund der ganzen Situation unter behandlungsbedürftigen psychischen
Problemen). Aufdrängen dürfte sich damit insbesondere eine erneute An-
hörung des Beschwerdeführers sowie allenfalls die Einholung weiterer, ge-
eigneter Beweismittel. Der Vollständigkeit halber ist an dieser Stelle anzu-
merken, dass der Umstand, dass der Beschwerdeführer im vorinstanzli-
chen Verfahren die dargelegte Homosexualität verschwiegen und damit
grundsätzlich gegen die ihm obliegende Mitwirkungspflicht (Art. 8 AsylG)
verstossen hat, aufgrund der Aktenlage entschuldbar erscheint und sich
demnach im Kostenpunkt nicht nachteilig auswirkt.
5.3 Wie bereits vorstehend erwähnt, leidet der Beschwerdeführer nach sei-
nem Coming-Out offenbar unter psychischen Problemen (Anpassungsstö-
rung, Panikstörung). Dem Einweisungszeugnis vom 7. August 2019 sowie
dem Arztbericht vom 9. September 2019 zufolge wurde er deswegen zu-
nächst stationär und ab dem 29. März 2019 ambulant psychiatrisch behan-
delt; seither wurden keine weiteren diesbezüglichen Unterlagen mehr ein-
gereicht. Das SEM hat sich zu diesem Punkt bisher nicht äussern können,
da die entsprechenden Vorbringen erst nach erfolgtem Schriftenwechsel
aktenkundig wurden. Die allenfalls weiterhin bestehenden medizinischen
Probleme, der damit einhergehende aktuelle respektive zukünftige Be-
handlungsbedarf des Beschwerdeführers sowie die Frage der Behandel-
barkeit im Heimatland sind grundsätzlich relevant für die Beurteilung der
Durchführbarkeit des Vollzugs der Wegweisung, namentlich für die Prüfung
der Frage, ob der Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr in den Irak
allenfalls infolge seiner medizinischen Probleme in eine existenzielle Not-
lage geraten würde. Das Verfahren ist daher auch in diesem Punkt nicht
spruchreif und bedarf einer Aktualisierung respektive Vervollständigung
des diesbezüglich rechtserheblichen Sachverhalts.
5.4 Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass der rechtserhebliche Sach-
verhalt im vorliegenden Fall nicht vollständig erstellt und das Verfahren da-
mit nicht spruchreif ist.
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Seite 13
6.
6.1 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsge-
richt in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen
Weisungen an die Vorinstanz zurück. Eine Kassation und Rückweisung an
die Vorinstanz ist insbesondere angezeigt, wenn weitere Tatsachen festge-
stellt werden müssen und ein umfassendes Beweisverfahren durchzufüh-
ren ist. Die in diesen Fällen fehlende Entscheidungsreife kann grundsätz-
lich zwar auch durch die Beschwerdeinstanz selbst hergestellt werden,
wenn dies im Einzelfall aus prozessökonomischen Gründen angebracht er-
scheint (vgl. dazu BVGE 2012/21 E. 5). Allerdings kann und soll sie die
Grundlagen des rechtserheblichen Sachverhalts nicht gleichsam an Stelle
der verfügenden Verwaltungsbehörde erheben, und es ist überdies nicht
ihre Aufgabe, erstmals über die Frage der Glaubhaftigkeit von Sachver-
haltsvorbringen zu entscheiden, zumal die Partei bei einem solchen Vor-
gehen eine Instanz verlieren würde.
6.2 Vorliegend ist aufgrund der vorstehenden Erwägungen nicht von einer
leicht herstellbaren Entscheidreife auszugehen, weshalb ein reformatori-
scher Entscheid nicht sachdienlich erscheint. Die angefochtene Verfügung
ist daher – entsprechend dem in der Replik gestellten Antrag – aufzuheben
und die Sache zwecks vollständiger Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das SEM ist – unter Hin-
weis auf die vorstehenden Ausführungen unter E. 5.2 und 5.3 – anzuwei-
sen, weitere sachdienliche Abklärungen (namentlich Durchführung einer
erneuten Anhörung des Beschwerdeführers und bei Bedarf auch der Be-
schwerdeführerin) zu tätigen und einen aktuellen Arztbericht betreffend
den Beschwerdeführer sowie allfällige weitere Beweismittel einzuholen. Es
ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer in der
Vergangenheit möglicherweise Opfer geschlechtsspezifischer Verfolgung
geworden ist (vgl. die diesbezügliche Bemerkung im Einweisungszeugnis
vom 7. August 2019), weshalb bei einer erneuten Anhörung Art. 6 der Asyl-
verordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) zu beachten
wäre. Das SEM ist ferner darauf aufmerksam zu machen, dass die Be-
schwerdeführenden inzwischen geschieden sind, weshalb eine getrennte
(aber gleichwohl koordinierte) Weiterführung der Asylverfahren der Be-
schwerdeführenden angezeigt sein könnte (vgl. dazu auch die vorstehen-
den Bemerkungen unter E. 4).
7.
Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen, soweit die Aufhebung der an-
gefochtenen Verfügung beantragt wird. Die angefochtene Verfügung ist
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aufzuheben, und die Sache ist zur vollständigen Feststellung des Sachver-
halts im Sinne der vorstehenden Erwägungen sowie zur neuen Prüfung
und Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Bei diesem Verfah-
rensausgang erübrigt es sich, auf die übrigen Ausführungen, Rügen und
Anträge in der Beschwerde näher einzugehen.
8.
8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben
(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG).
8.2 Den vertretenen Beschwerdeführenden ist angesichts ihres Obsiegens
in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die
ihnen notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Mass-
geblich sind die in Art. 8 ff. VGKE genannten Bemessungsfaktoren. Der
Rechtsvertreter reichte eine Kostennote vom 16. August 2019 zu den Ak-
ten. Der darin ausgewiesene Stundenansatz von Fr. 200.– bewegt sich im
Rahmen von Art. 10 Abs. 2 VGKE, und der geltend gemachte Aufwand von
14 Stunden sowie die Auslagen von total Fr. 49.10.– sind als angemessen
zu erachten. Da die erwähnte Kostennote lediglich die Aufwendungen des
Rechtsvertreters bis und mit 16. August 2019 abdeckt, er danach jedoch
noch weitere aktenkundige Eingaben zuhanden der Beschwerdeführenden
verfasst hat, ist auf dem in der Kostennote ausgewiesenen Saldo ein Zu-
schlag von pauschal Fr. 500.– zu gewähren. Im Ergebnis ist den Beschwer-
deführenden zulasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung von
Fr. 3’569.– (inkl. Mehrwertsteuerzuschlag) zuzusprechen.
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