Decision ID: 2309009e-c64b-4d2e-be3d-ddb44f1a9130
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin Nathalie Glaus, MLaw, Glaus & Partner, Obergasse 28,
Postfach 133, 8730 Uznach,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ ist gelernter Käser und arbeitete seit seinem Lehrabschluss in der
Milchwirtschaft. Am 30. November 2005 meldete er sich wegen eines
Bandscheibenvorfalls bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Wegen seiner Rückenschmerzen
ersuchte er um eine Umschulung zum Kaufmann, damit er in einem Büro arbeiten
könne. Allerdings, so der Hinweis des Versicherten in einem Ergänzungsblatt, werde
auch die Arbeit im Büro schwierig sein, da er Sitzprobleme habe. Nach circa ein bis
zwei Stunden müsse er aufstehen, weil er grosse Rückenschmerzen bekomme (IV-act.
11).
A.b Das Kantonsspital St. Gallen (ehemals Spitalregion St. Gallen; nachfolgend KSSG),
namentlich Chefarzt Prof. Dr. med. B._ und Oberassistenzarzt Dr. med.
C._, stellten mit Bericht vom 3. März 2006 beim Versicherten persistierende be
lastungsabhängige Kreuzschmerzen fest und erachteten ihn in seiner bisherigen
Tätigkeit seit Mai 2005 zu 100% arbeitsunfähig. Seine Arbeitsfähigkeit am alten
Arbeitsplatz könne wahrscheinlich auch nicht verbessert werden (IV-act. 15; bestätigt
in einem weiteren Schreiben vom 30. März 2006, IV-act. 17). Vom 18. April bis 12. Mai
2006 wurde der Versicherte in der Klinik Valens behandelt. Die Klinik diagnostizierte
beim Versicherten mit Bericht vom 17. Mai 2007 ein therapierefraktäres
lumbovertebrales Schmerzsyndrom. Als Käser sei der Versicherte seit Mai 2005 zu
mindestens 70% nicht mehr arbeitsfähig, eine angepasste Tätigkeit könne zeitlich im
Rahmen von mindestens vier Stunden erbracht werden (IV-act. 21).
A.c Gestützt auf diese Arztberichte gewährte die IV-Stelle dem Versicherten eine
Umschulung zum Technischen Kaufmann (siehe Mitteilungen vom 4. Oktober 2006 [IV-
act. 32] und 22. März 2007 [IV-act. 42]). Der Versicherte besuchte ab Oktober 2006
zunächst den Vorbereitungskurs und ab März 2007 den Umschulungskurs, welcher bis
Oktober 2008 dauern sollte.
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A.d Mit Verlaufsbericht vom 1. Oktober 2008 zeigte das KSSG der IV-Stelle an, dass
die Kernspintomographie beim Versicherten einen neuen Bandscheibenvorfall gezeigt
habe. Der Versicherte sei daher am 24. Juli 2008 operiert worden. Die Diagnose habe
sich zu einer kaudal sequestrierten Diskushernie L2/3 rechts mit [insbesondere]
interlaminärer Fensterung und Persistieren von belastungsabhängigen Kreuzschmerzen
geändert. Der Versicherte habe weiterhin Probleme, mehr als 2 Stunden zu sitzen (IV-
act. 53).
A.e Der erneute Bandscheibenvorfall und die notfallmässig anberaumte
Rückenoperation kurz vor der Abschlussprüfung zum Technischen Kaufmann wirkten
sich auf das Prüfungsergebnis negativ aus. In der Folge gewährte die IV-Stelle dem
Versicherten mit Mitteilung vom 27. November 2008 eine Verlängerung der
Umschulung um ein Jahr. Zudem wurde ab 1. Dezember 2008 ein berufsbegleitendes
Praktikum bei der D._ GmbH vorgesehen (IV-act. 60). Im Oktober 2009 schloss der
Versicherte die Berufsprüfung zum Technischen Kaufmann mit eidgenössischem
Fachausweis erfolgreich ab (IV-act. 67, 84).
A.f Am 25. November 2009 hielt die Berufsberaterin der IV-Stelle fest, der Versicherte
sei seit 4. Oktober 2009 bei der Regionalen Arbeitsvermittlung (RAV) angemeldet,
nachdem er die Umschulung erfolgreich absolviert habe. Die D._ GmbH sei bereit,
den Versicherten längerfristig zu beschäftigen, sofern die IV-Stelle die Teilkosten für die
notwendige Einarbeitung übernehme. Der Versicherte habe sich zudem "auf eigenes
Risiko" für einen Kurs zum Sachbearbeiter Rechnungswesen angemeldet, um seine
Aussichten auf eine Anstellung zu verbessern. Die D._ GmbH bestehe auf diesem
Kursbesuch, da sie den Versicherten vielseitig einsetzen wolle (IV-act. 71). Mit
Mitteilung vom 13. Januar 2010 bewilligte die IV-Stelle die Kostenübernahme für die
praktische Einarbeitung, stellte aber zugleich fest, dass die Umschulung zum
Technischen Kaufmann definitiv abgeschlossen sei (IV-act. 74).
B.
B.a Am 28. Februar 2010 meldete sich der Versicherte wegen seiner
Rückenschmerzen erneut bei der IV-Stelle und ersuchte um eine Rente (IV-act. 77). Er
reichte einen Untersuchungsbericht der Neurochirurgie des KSSG, namentlich vom
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leitenden Arzt Dr. med. E._ und von Oberarzt Dr. C._, vom 8. Februar 2010 ein. Die
Ärzte erklärten darin, dass der Versicherte sie wegen rezidivierend auftretender
Kreuzschmerzen, welche zeitweise von rechtsseitigen Ausstrahlungen ins Bein
begleitet würden, aufgesucht habe. Die Schmerzen machten ihm auch psychisch sehr
zu schaffen. Es stelle sich - trotz der Umschulung - die Frage nach einer allfälligen
Berentung von 50%. Die Ärzte diagnostizierten ein lumbovertebragenes
Schmerzsyndrom bei/mit zeitweise auftretenden Beinschmerzen, Status nach
interlaminärer Fensterung und Status nach Operation einer extraforaminalen
Diskushernie (IV-act. 78).
B.b Mit Bericht vom 29. Mai 2010 teilte der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. F._,
FMH Allgemeine Medizin, dem KSSG mit, dass sich die Schmerzen des Versicherten
an Arbeitstagen sowie durch die lange Autofahrt (Arbeitsweg) verstärkten. Er habe den
Versicherten deswegen für zwei bis drei Wochen zu 100% aus dem Arbeitsplatz
nehmen müssen. Man werde versuchen, mit schmerzlindernden Massnahmen den
Rücken wieder "etwas in den Griff zu kriegen" (IV-act. 87).
B.c Die Berufsberaterin der IV-Stelle hielt nach einem Telefongespräch mit dem Ver
sicherten im Schlussbericht vom 3. Juni 2010 fest, dass sich das Rückenleiden
inzwischen sehr verschlechtert hätte. Der Versicherte sehe sich daher ausserstande,
seine Tätigkeit bei der D._ GmbH weiterhin auszuüben. Er beantrage daher die
Rentenprüfung. Im Weiteren hielt die Berufsberaterin ein Telefongespräch mit der D._
GmbH fest. Die Arbeitgeberin habe erklärt, dass sich der Versicherte bei der Arbeit sehr
bemüht habe. Er sei trotz seiner Schmerzen immer zur Arbeit erschienen und habe sich
nicht von sich aus krankschreiben lassen. Es sei unwahrscheinlich, dass der
Versicherte bei ihnen jemals wieder zu 50% einsetzbar sein werde (IV-act. 88).
B.d Mit Mitteilung vom 8. Juni 2010 stellte die IV-Stelle fest, dass die beruflichen
Massnahmen abgeschlossen seien. Betreffend Rente werde später eine separate
Verfügung erlassen (IV-act. 90). Danach holte die IV-Stelle weitere Arztberichte ein. Dr.
F._ erklärte in seinem Bericht vom 8. September 2010, dass der Versicherte wegen
lumboischialgieformen Schmerzen zu 100% arbeitsunfähig sei. Er hoffe aber, dass der
Versicherte seiner neuen Tätigkeit wieder zu 50% nachgehen könne (IV-act. 94). Dr.
B._ und Dr. C._ vom KSSG erklärten, dass sie in Anbetracht der Beschwerden
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nicht davon ausgingen, dass der Versicherte in seiner neuen Tätigkeit, trotz der leichten
Arbeit, mehr als zu 20-30% arbeitsfähig sei. Daran werde sich weder durch
medikamentöse noch durch chirurgische Massnahmen etwas wesentlich ändern
(Bericht vom 20. September 2010; IV-act. 98).
B.e Alsdann wurde der Versicherte vom Zentrum für Medizinische Begutachtung ZMB
vom 12. bis 16. September 2011 stationär allgemeinmedizinisch/internistisch,
rheumatologisch und psychiatrisch untersucht. Im Gutachten vom 24. November 2011
hielt das ZMB dafür, dass für den Versicherten eine Tätigkeit als Käser nicht mehr
möglich sei. Generell seien sie jedoch der Ansicht, dass eine rückenadaptierte leichte
Tätigkeit zu 50% noch zumutbar sei (IV-act. 102). Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD)
kam zum Schluss, dass auf das ZMB-Gutachten vollständig abgestellt werden könne
(IV-act. 103).
B.f Die IV-Stelle teilte dem Versicherten mit Vorbescheid vom 8. Juni 2012 mit, dass er
gemäss den Abklärungen seit 21. Oktober 2004 in erheblichem Ausmass in seiner
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Die Erwerbstätigkeit als Kaufmann sei ihm deshalb
nicht mehr zumutbar. Leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne nach vorn
gebeugte Körperhaltung und ohne lumbale Drehbewegungen seien ihm hingegen im
Rahmen von 50% zumutbar. Gestützt darauf errechnete die IV-Stelle einen
Invaliditätsgrad von 54% und stellte ab 1. Mai 2011 eine halbe Invalidenrente in
Aussicht (IV-act. 110).
B.g Mit Einwand vom 16. August 2012 beantragte der Versicherte mindestens eine
Dreiviertelsrente ab 1. Mai 2010. Er verwies insbesondere auf den Arztbericht von Dr.
F._ vom 12. Juni 2012, wonach die starken belastungsabhängigen
Rückenschmerzen einen Einsatz an einem Arbeitsplatz verunmöglichen würden. Der
Versicherte müsse immer wieder eine Pause machen und er (Dr. F._) kenne keinen
Arbeitsplatz, der diese Situation zulassen würde (IV-act. 115-1 ff.).
B.h Der RAD hielt mit Stellungnahme vom 26. Oktober 2012 fest, dass im Einwand
gegen das ZMB-Gutachten inhaltlich keine nachvollziehbaren Ausführungen gemacht
würden. Dass behandelnde Ärzte gelegentlich ärztlichen Gutachten widersprächen, sei
dagegen gerichtsnotorisch (IV-act. 120). Gestützt auf diese Stellungnahme hielt die IV-
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Stelle an ihren Ausführungen gemäss Vorbescheid fest. Das Datum des
Rentenanspruchs sei dagegen fälschlicherweise auf den 1. Mai 2011 festgesetzt
worden. Der Anspruch auf eine halbe Rente bestehe ab 1. Mai 2010. Mit Verfügung
vom 8. März 2013 sprach sie dem Versicherten daher eine halbe Invalidenrente zu (IV-
act. 126 f.).
C.
C.a Mit Eingabe vom 26. April 2013 erhebt der Beschwerdeführer gegen die Verfügung
vom 8. März 2013 Beschwerde und beantragt, die Verfügung sei aufzuheben und die
Sache zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; der
Invaliditätsgrad sei auf mindestens 60% festzulegen und es sei mindestens eine
Dreiviertelsrente zu bezahlen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Er bringt im
Wesentlichen vor, dass im ZMB-Gutachten der Sachverhalt unrichtig festgestellt
worden sei. Die gutachterlich festgehaltene zumutbare Arbeitsfähigkeit weiche von
seinem tatsächlichen Leiden ab; es sei ihm lediglich möglich, zwei bis drei Stunden pro
Tag zu arbeiten. Das ZMB-Gutachten stünde im Widerspruch zu den Arztberichten des
KSSG und von Dr. F._. Zudem sei in der Zwischenzeit ein beidseitiges Schulterleiden
hinzugekommen, welches ebenfalls einer Begutachtung bedürfe (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 3. Juli 2013 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Dem Gutachten komme volle Beweiskraft zu. Der sehr
knapp gehaltene Bericht von Dr. F._ vermöge daran keine Zweifel zu wecken. Die
Schulterleiden seien ihr zum Verfügungszeitpunkt nicht bekannt gewesen, weshalb
diese Beschwerden nicht im Rahmen des vorliegenden Verfahrens beurteilt werden
könnten (act. G 4).
C.c Mit Replik vom 3. September 2013 ändert der Beschwerdeführer sein
Rechtsbegehren ab und verlangt, die Verfügung sei aufzuheben und es sei ein
Invaliditätsgrad von mindestens 60% festzulegen sowie mindestens eine
Dreiviertelsrente zu bezahlen; eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Er hält
daran fest, dass am ZMB-Gutachten erhebliche Zweifel bestünden, weshalb eine
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erneute unabhängige Begutachtung erforderlich sei (act. G 6). Die Beschwerdegegnerin
verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 8).

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente.
1.1 Die Beschwerdegegnerin stützt die von ihr zu Grunde gelegte Arbeitsfähigkeit auf
das ZMB-Gutachten vom 24. November 2011. Die Abklärungen hätten ergeben, dass
dem Beschwerdeführer eine adaptierte Tätigkeit von 50% zumutbar sei. Dem im
Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezial
ärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie
nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu
schlüssigen Ergebnissen gelangen, sei bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange keine konkreten Indizien gegen dessen Zuverlässigkeit
vorlägen. Eine medizinische Administrativexpertise könne dagegen nicht allein durch
eine andere Ansicht von behandelnden Ärzten in Frage gestellt werden. Die Berichte
des behandelnden Hausarztes oder Spezialarztes seien zudem aufgrund der
auftragsrechtlichen Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen. Der
Beschwerdeführer mache gegen das Gutachten schliesslich keine inhaltlichen
Ausführungen (siehe insbesondere Verfügung vom 6. November 2011 [IV-act. 121]
sowie Beschwerdeantwort vom 3. Juli 2013 [act. G 4]).
1.2 Der Beschwerdeführer wendet ein, die im ZMB-Gutachten festgehaltene zumutbare
Arbeitsfähigkeit weiche aufgrund seines Leidens von der tatsächlichen Arbeitsfähigkeit
ab. Wegen seines ausgewiesenen Rückenleidens sei es ihm nur möglich, zwei bis drei
Stunden pro Tag zu arbeiten. Dabei müsse er abwechslungsweise stehend und sitzend
arbeiten können, da es ihm nicht möglich sei, länger als eine Viertelstunde zu stehen
bzw. eine Stunde zu sitzen. Dies werde auch im Arztbericht vom 20. September 2010
durch zwei Fachpersonen (Dr. C._ und Dr. B._) festgehalten und vom betreuenden
Hausarzt bestätigt. Auch sei der Sachverhalt im Gutachten unrichtig festgestellt
worden. Die ZMB-Ärzte seien fälschlicherweise davon ausgegangen, dass die
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Arbeitstätigkeit bei der D._ GmbH allenfalls eine Zwangshandlung der Wirbelsäule
zur Folge gehabt hätte. Dies treffe nicht zu. Der Schaltkasten befinde sich auf
Beckenhöhe. Daher sei es zu keinem Zeitpunkt zu einer Zwangshaltung gekommen.
Das Gutachten treffe damit eine Annahme, ohne den Sachverhalt umfassend abgeklärt
zu haben. Es würden damit mehrere Indizien vorliegen, die erhebliche Zweifel am ZMB-
Gutachten weckten (act. G 1 und 6).
2.
2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Sie kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]).
2.2 Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die a.) ihre Erwerbsfähigkeit oder die
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können; b.)
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) sind; und c.) nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens
40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht ein
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%, auf eine halbe Rente,
wenn sie mindestens zu 50%, oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40%
invalid ist.
2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung bzw. das Gericht
auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute
zur Verfügung stellen. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeit die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren
sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können
(BGE 125 V 256 E. 4).
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2.4 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind
(BGE 125 V 351 E. 3a).
3.
Zu prüfen ist zunächst, ob die vorliegende medizinische Aktenlage eine hinreichende
Grundlage für die Beurteilung eines allfälligen Rentenanspruches bietet und ob sich
daraus ein Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung ergibt.
3.1 Hausarzt Dr. F._ stellt in seinem Bericht vom 29. Mai 2010 ein chronisches
Lumbalgieschmerzsyndrom mit Reduzierung des allgemeinen Zustands fest und
erklärt, dass mittelfristig von einer Leistungsfähigkeit von 50% auszugehen sei (IV-act.
87). In seinem Bericht vom 8. September 2010 bestätigt er diese Diagnose und betont,
dass eine halbe IV-Rente dringend angezeigt sei. Der Beschwerdeführer bekomme
schon nach zehn Minuten stehen oder nach einer halben Stunde sitzen zunehmende
Schmerzen im rechten Bein (IV-act. 94). Mit Schreiben vom 12. Juni 2012 weist er
schliesslich erneut auf die belastungsabhängigen Rückenschmerzen hin, die einen
Einsatz an einem Arbeitsplatz verunmöglichten. Er kenne keinen Arbeitsplatz, der diese
Situation zulasse (IV-act. 115-4).
3.2 Die Neurochirurgie des KSSG, namentlich Dr. E._ und Dr. C._, stellen sich im
Bericht vom 8. Februar 2010 ebenfalls die Frage einer Berentung von 50%, in
Anbetracht der progredienten und intermittierend auftretenden Kreuzschmerzen,
welche den Beschwerdeführer massiv beeinträchtigten. Die Berentung könne dem
Beschwerdeführer die notwendige Verschnaufpause verschaffen (IV-act. 78).
3.3 Im Bericht vom 20. September 2010, worin die Neurochirurgie des KSSG, diesmal
Dr. B._ und Dr. C._, den ganzen Behandlungszeitraum vom 22. Februar 2005 bis
17. Juni 2010 würdigen, weisen die Ärzte auf die starken, belastungsabhängigen
Kreuzschmerzen hin, welche seit Mai 2005 bestünden. Die Schmerzen hätten trotz
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intensiver Physiotherapie zugenommen. Der Versicherte könne eine Viertel- bis
maximal eine Stunde sitzen. Im Stehen sei es ähnlich, wobei er maximal fünf bis zehn
Minuten an Ort und Stelle stehen bleiben könne, bis die Kreuzschmerzen
exazerbierten. Seit seiner Umschulung arbeite der Beschwerdeführer bei der D._
GmbH. Obwohl er da keine körperlich schwere Tätigkeit ausüben müsse, könne er
kaum eine Viertelstunde stehen und maximal eine Stunde sitzen. In Anbetracht der
Beschwerden gingen die behandelnden Ärzte nicht davon aus, dass der
Beschwerdeführer an seinem Arbeitsplatz bei der D._ GmbH mehr als zu 20-30%,
trotz leichter Tätigkeit, arbeitsfähig sei. An dieser Situation werde sich weder durch
medikamentöse noch durch chirurgische Massnahmen etwas ändern (IV-act. 98).
3.4
3.4.1 Das ZMB untersuchte den Beschwerdeführer während eines stationären
Aufenthalts vom 12. bis 16. September 2011 interdisziplinär in den Bereichen
Allgemeinmedizin/Innere Medizin, Rheumatologie und Psychiatrie. Die Untersuchung
ergab folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: "Chronisches
rechtsbetontes Lumbovertebralsyndrom mit pseudoradikulärer Ausstrahlung rechts bei
ausgeprägten panlumbalen degenerativen LWS-Veränderungen und progredienter
Intervertebralraumverschmälerung L2/3 und L4/5 bei St. n. interlaminärer Fenestrierung
L2/3 rechts mit Nukleotomie 07/2008 [und] St. n. Operation einer extraforaminalen
Diskushernie L4/5 rechts 05/2005". Sowohl aus allgemeinmedizinischer und
internistischer Sicht als auch aus psychiatrischer Sicht stellte das ZMB keine
Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest. Aus rheumatologischer Sicht
seien die Befunde und die Beurteilung der Situation weitgehend übereinstimmend mit
der Beurteilung der Neurochirurgie des KSSG. Die vom Beschwerdeführer
angegebenen Beschwerden seien weitgehend nachvollziehbar; die Prognose sei
ungünstig. Medizinische und berufliche Massnahmen würden sich vermutlich nicht
relevant auf die Arbeitsfähigkeit auswirken. Wegen der verminderten Belastbarkeit des
Achsenskelettes seien insbesondere längere stehende oder sitzende Tätigkeiten nicht
zumutbar. Am geeignetsten seien leichte wechselbelastende, rückenadaptierte
Tätigkeiten. Das repetitive Heben von Lasten bis 5 kg, intermittierend auch bis 10 kg,
sei noch zumutbar. Generell waren die Gutachter der Ansicht, dass der
Beschwerdeführer rückenadaptierte wechselbelastende Tätigkeiten zu 50% ausführen
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könne. Die Neurochirurgie des KSSG gehe dagegen von einer Restarbeitsfähigkeit von
20-30% aus. Sie stütze sich dabei auf die Angaben des Beschwerdeführers, die im
Rahmen der Bildgebung auch plausibel erschienen. Dennoch seien sie (die
beurteilenden ZMB-Ärzte) der Ansicht, dass unter Aufbietung allen guten Willens eine
Arbeitsfähigkeit von 50% erreicht werden könne. Diesbezüglich sei zu erwähnen, dass
der Beschwerdeführer beispielsweise angegeben habe, im Rahmen des Nordic
Walking eine deutliche Verminderung seiner Beschwerden zu erleben (IV-act. 102-28
f.).
3.5 Der RAD hält zum ZMB-Gutachten fest, dass es ausführlich, konsistent und
nachvollziehbar sei. Auf das Gutachten könne vollständig abgestellt werden; eine
Arbeitsfähigkeit von 50% in einer ideal leidensadaptierten Tätigkeit sei ausgewiesen.
Betreffend die Tätigkeit bei der D._ GmbH hätten die ZMB-Gutachter darauf
hingewiesen, dass gemäss Aussage des Beschwerdeführers möglicherweise eine
Wirbelsäulen-Zwangshaltung eingenommen würde, was den üblichen Kriterien einer
ideal wirbelsäulenadaptierten Tätigkeit widerspräche. Es müsse daher angenommen
werden, dass dieses Belastungsprofil vermutlich nicht als ideal leidensadaptiert gelten
und folglich keine Arbeitsfähigkeit von 50% erreicht werden könne (RAD-
Stellungnahme vom 18. April 2012; IV-act. 103).
4.
4.1 Ausschlaggebend sind einerseits die Berichte der Neurochirurgie des KSSG und
andererseits das ZMB-Gutachten. Der Auffassung des Beschwerdeführers, wonach
mehrere Indizien bestünden, die erhebliche Zweifel am ZMB-Gutachten weckten, kann
nicht gefolgt werden - stimmen doch die Befunde im Gutachten mit jenen der
Neurochirurgie überein. Einzige Diskrepanz ist die Folgerung bzw. Beurteilung der
Restarbeitsfähigkeit. Die Gutachter gingen auch nicht von einem falschen Sachverhalt
aus, indem sie eine allfällige Zwangshaltung des Beschwerdeführers an seinem
Arbeitsplatz bei der D._ GmbH vermuteten. Mit dieser Vermutung versuchten die
ZMB-Ärzte bloss die abweichende Einschätzung der Neurochirurgie zu erklären. Ob die
Arbeit bei der D._ GmbH letztlich dem Belastungsprofil entspräche, liessen die Ärzte
offen (IV-act. 102-27). Der Bericht der Neurochirurgie vom 20. September 2010 bezog
sich bei der Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit hingegen ausdrücklich allein auf die
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Tätigkeit des Beschwerdeführers bei der D._ GmbH. "Hier" sei der Beschwerdeführer
nicht mehr als zu 20-30% arbeitsfähig (IV-act. 98). Eine generelle Arbeitsfähigkeit von
20-30% (für jegliche Art von Tätigkeit) wird von der Neurochirurgie dagegen nicht
attestiert. Demgegenüber attestiert das ZMB-Gutachten generell in leidensadaptierter
Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50%.
4.2 Das ZMB-Gutachten, worauf die Beschwerdegegnerin ihre Verfügung vom 8. März
2013 massgeblich stützt, beruht auf umfassenden Untersuchungen, einschliesslich
einer rheumatologischen sowie einer psychiatrischen Untersuchung, und wurde in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) erstellt. Zu den vom Beschwerdeführer geklagten
Beschwerden wird sowohl im rheumatologischen und psychiatrischen Teilgutachten
als auch im Gesamtgutachten Stellung genommen.
4.3 Aus psychiatrischer Sicht geht dabei hervor, dass keine invaliditätsrelevanten
Erkrankungen vorliegen - was insoweit auch unbestritten blieb. Die Ausführungen von
Dr. F._ widersprechen den Befunden und der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit im
ZMB-Gutachten, entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers, nicht. Dr. F._
attestiert in keinem Bericht eine höhere Arbeitsunfähigkeit als 50%. Er macht auch
keine Ausführungen dazu, wie die verbleibende Restarbeitsfähigkeit zu gestalten sei. Er
hinterfragt lediglich, ob sich für die Leidenssituation des Beschwerdeführers überhaupt
eine Arbeitsstelle finden lasse. Deswegen schlägt er eine Eingliederungsberatung vor.
Danach sei die Invalidität erneut zu beurteilen.
4.4 Im Ergebnis erfüllt das ZMB-Gutachten sämtliche rechtsprechungsgemässen
Kriterien, denen ein beweistaugliches Gutachten zu genügen hat (vgl. E. 2.4). Es stellt
eine zuverlässige Beurteilungsgrundlage dar. Für weitere medizinische Abklärungen
besteht insoweit kein Anlass. Gestützt auf das Gutachten ist davon auszugehen, dass
dem Beschwerdeführer schwere und mittelschwere Tätigkeiten nicht zugemutet
werden können. Auch längere stehende oder sitzende Tätigkeiten sind nicht zumutbar.
Hingegen besteht danach für leichte, wechselbelastende, rückenadaptierte Tätigkeiten
eine Arbeitsfähigkeit von 50%.
5.
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Ausgehend von der bescheinigten Arbeitsfähigkeit von 50% ist nachfolgend die
erwerbliche Auswirkung der festgestellten Einschränkung auf die Arbeitsfähigkeit bzw.
der Invaliditätsgrad zu ermitteln.
5.1 Die Ermittlung des Invaliditätsgrades erfolgt aufgrund eines Einkommensvergleichs
(vgl. Art. 16 ATSG). Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person
nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in
Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht
invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der
Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden,
worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog.
allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit
Hinweisen).
5.2
Zu ermitteln ist demnach zunächst das Valideneinkommen.
5.2.1 Für die Ermittlung des ohne invalidisierenden Gesundheitsschadens erzielbaren
Einkommens (Valideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person
aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit ohne den Gesundheitsschaden, aber sonst bei unveränderten
Verhältnissen verdienen würde (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 E. 3b). Dabei ist in der
Regel vom zuletzt - das heisst grundsätzlich vor dem Beginn der ganzen oder
teilweisen Arbeitsunfähigkeit - erzielten (Brutto-) Verdienst auszugehen (Urteil des
Bundesgerichts vom 22. September 2009, 8C_143/2009, E. 2.2.1).
5.2.2 Die Beschwerdegegnerin geht bei der Ermittlung des Valideneinkommens davon
aus, dass der Beschwerdeführer bei Gesundheit nach wie vor als Käser bei der G._
AG tätig wäre (IV-act. 108). Gemäss den Angaben der damaligen Arbeitgeberin hätte
der Beschwerdeführer bei voller Gesundheit im Jahr 2005 brutto Fr. 5'725.-- im Monat
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bzw. Fr. 74'425.-- im Jahr (inkl. 13. Monatslohn) verdient (IV-act. 12). Der Nominalwert
dieses Einkommens auf der Grundlage des Jahres 2010 (Vergleichsjahr) beträgt
sodann Fr. 80'366.-- ([Fr. 74'425.-- / 1992] x 2151).
5.3
Zu prüfen ist als Nächstes das Invalideneinkommen.
5.3.1 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist
kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75
E. 3b/aa f.; BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
5.3.2 Seit der Beschwerdeführer seine (neue) Tätigkeit als Technischer Kaufmann bei
der D._ GmbH wegen Rückenschmerzen aufgeben musste, ist er nicht mehr
erwerbstätig. Für die Ermittlung des Invalideneinkommens ist daher vom Tabellenlohn
auszugehen, und zwar im Bereich Dienstleistungen, nachdem der Beschwerdeführer
die Umschulung zum technischen Kaufmann erfolgreich abgeschlossen hat. Dieser
betrug im Jahr 2010 Fr. 72'434.- (LSE 2010, Tabelle TA1, Sektor 3 Dienstleistungen,
Anforderungsniveau 3 Männer: 5'804.--:40x41.6x12; vgl. IV-act. 108). Angepasst an die
Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von 50% resultiert damit ein
hypothetisches Invalideneinkommen von Fr. 36'217.- (Fr. 72'434.- x 0.5).
5.4
5.4.1 Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens hinzukommend zu berücksichtigen
ist, dass versicherte Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen selbst bei
zumutbaren Verweisungstätigkeiten oft das Lohnniveau gesunder Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer nicht erreichen. Nebst gesundheitlichen Problemen können sich
persönliche Merkmale der versicherten Person wie Art und Ausmass der Behinderung,
Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und
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Beschäftigungsgrad auf das hypothetische Invalideneinkommen auswirken (BGE 124 V
321 E. 3b). Je nach Ausprägung kann die versicherte Person deswegen die
verbleibende (Rest-) Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur
mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b). Es
handelt sich um einen allgemeinen behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 75 E.
5a/bb). Dabei ist der Abzug unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens
25% zu begrenzen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
5.4.2 Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang, dass der Beschwerdeführer
aus verschiedenen Gründen auf dem Arbeitsmarkt in Konkurrenz mit einem gesunden
Mitbewerber benachteiligt ist, was sich erfahrungsgemäss auf das Lohnniveau
auswirkt. Der Beschwerdeführer vermag seine Restarbeitsfähigkeit lediglich noch in
einem eingeengten Spektrum möglicher Bereiche zu verwerten. So kann er nur noch
einer leichten, wechselbelastenden, rückenadaptierten Teilzeit-Tätigkeit nachgehen,
dies zudem in einem Tätigkeitsgebiet, in welchem er noch kaum über berufliche
Erfahrung verfügt. Er kann zudem während der Arbeit weder längere Zeit stehen noch
sitzen. Zumutbar ist schliesslich nur noch das repetitive Heben von Lasten bis 5 kg,
intermittierend auch bis 10 kg. Insgesamt erscheint unter den gegebenen Umständen
ein Abzug von 15% angemessen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. August 2008,
8C_404/2007, E. 4.2.2). Damit resultiert - bei einem Tabellenlohnabzug von 15% - ein
hypothetisches Invalideneinkommen von Fr. 30'784.-- (Fr. 36'217.- x 0.85).
5.5 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 80'366.-- (vgl. vorstehende E. 5.2.2) und
einem Invalideneinkommen von Fr. 30'784.-- (vgl. vorstehende E. 5.4.2) beträgt die
Erwerbseinbusse Fr. 49'582.-- (Fr. 80'366.-- - Fr. 30'784.--). Der Invaliditätsgrad ergibt
demnach 62% ([Fr. 49'582.-- / Fr. 80'366.--] x 100). Damit hat der Beschwerdeführer
einen Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, anerkanntermassen ab 1. Mai 2010.
6.
6.1 Der Beschwerdeführer macht ferner geltend, dass in der Zwischenzeit ein
beidseitiges Schulterleiden hinzugekommen sei. Er sei deswegen im Herbst 2012 und
im April 2013 in der Klinik H._ operiert worden. Dabei handelt es sich, wie der
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Beschwerdeführer einräumt, um ein echtes Novum. In dieser Hinsicht ist der
Sachverhalt noch nicht ausreichend abgeklärt. Ob und wieweit durch die geltend
gemachten Schulterleiden die Arbeitsfähigkeit rentenrelevant eingeschränkt ist, bedarf
der weiteren Abklärung.
6.2 Gegenstand von Beschwerdeverfahren in sachverhaltlicher Hinsicht sind
grundsätzlich einzig die bis zum Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung
vorgelegenen Verhältnisse (BGE 131 V 407 E. 2.1.2.1). Der Umstand, dass die
Schulterleiden des Beschwerdeführers noch vor der angefochtenen Verfügung vom 8.
März 2013 hinzukamen, führt nicht dazu, dass diese erstmals im Beschwerdeverfahren
näher zu prüfen sind. Vielmehr ist in dieser Hinsicht die Sache an die
Beschwerdegegnerin zu überweisen, damit sie den Sachverhalt in dieser Hinsicht
ergänzend abkläre.
7.
7.1 Damit ist in Gutheissung der Beschwerde die Verfügung vom 8. März 2013
aufzuheben und dem Beschwerdeführer ab 1. Mai 2010 eine Dreiviertelsrente
zuzusprechen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe ist die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zugleich ist die Sache zur ergänzenden
Abklärung der im Herbst 2012 aufgetretenen Schulterleiden an die
Beschwerdegegnerin zu überweisen.
7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Praxisgemäss ist die Gerichtsgebühr für das
vorliegende Verfahren auf Fr. 600.-- festzulegen und der vollständig unterliegenden
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der vom Beschwerdeführer geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm zurückzuerstatten.
7.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
bis
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der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Die
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin verzichtete auf das Einreichen einer
Kostennote. Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand erscheint eine
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP