Decision ID: e52ed239-7f75-48f8-bd71-f290ea2cfad7
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1965, absolvierte nach Beendigung der obligatorischen Schulzeit eine Lehre als
Damencoiffeuse
, welche sie im Jahre 1986 erfolgreich abschliessen konnte (Urk. 12/4). Sie arbeitete in der Folge aber nicht in diesem Beruf, sondern verrichtete zwischen 1986 und 1992 diverse Hilfsarbeiter
tätig
keiten in der Industrie und in der Reinigungsbranche (Urk. 12/44). In den Jah
ren 1992/93 besuchte sie einen Vorkurs an der Schule für Gestaltung in Z._ (Urk. 12/10/4, Urk. 12/44), vom 18. Juli 1994 bis zum 30. September 1995 (letzter effektiver Arbeitstag: 23. Juni 1995) war sie in der Buchbinderei A._ AG in H._ als Mitarbeiterin Broschuren erwerbstätig (Urk. 12/14) und ab dem 1. Oktober 1995 arbeitete sie als
Löterin
/
Bestückerin
bei der B._ AG in H._ (Urk. 12/12). Wegen einer Endometriose meldete sie sich am 28. April 1997 bei der Invalidenversicherung zum Renten
bezug an (Urk. 12/10). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle, nahm diverse Abklärungen vor und sprach der Versicherten schliess
lich mit Verfügung vom 3. Dezember 1997 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 50 % mit Wirkung ab dem 1. März 1997 eine halbe Invalidenrente zu (Urk. 12/23).
1.2
Mit Schreiben vom 18. Juli 1999 teilte X._ der IV-Stelle mit, sie habe trotz grosser Konkurrenz die Aufnahmeprüfung für die Fachklasse für bildende Kunst an der Hochschule für Gestaltung und Kunst C._ bestanden und bewerbe sich im Moment für ein Stipendium. Sie möchte wissen, ob ihr trotz
dem weiterhin die halbe Invalidenrente ausgerichtet werde. Die Anzahl Schul
tage entspreche nur etwa der Hälfte der Arbeitstage für eine volle Erwerbs
tätig
keit und sie sei bei der Gestaltung der Präsenzzeit sehr flexibel, was ihr bei ihrer Krankheit (Endometriose) sehr entgegenkomme. Da sie leider sehr einseitig begabt sei, wäre sie nach vielen Leidensjahren in einer Fabrik ausserdem end
lich in der Lage, sich entsprechend ihrer Fähigkeiten und ihrer Begabung für eine Lebensaufgabe auszubilden. Dies würde sich sicher positiv auf ihre Psyche auswirken. An dieser Schule würden Arbeitsweisen und -techniken vermittelt, welche es ihr zweifelsohne ermöglichen würden, ihre Existenz besser zu sichern als bisher (Urk. 12/36/1-4). Nach diversen Abklärungen hielt die IV-Stelle mit Verfügung vom 20. September 1999 an der Ausrichtung der halben Rente fest (Urk. 12/40). Die Versicherte beendete ihr noch in einem 50%-Pensum beste
hendes Arbeitsverhältnis mit der B._ AG per 22. Oktober 1999 (Urk. 12/47/1) und nahm am 25. Oktober 1999 das Studium an der Hoch
schule für Kunst und Gestaltung
auf (Urk. 12/46/1). Die IV-Stelle klärte die berufliche Situation ab und sprach X._ mit Verfügung vom 10. August 2000 die Übernahme der Kosten einer zweijährigen Handelsschule an der Sprach- und Handelsschule in H._ im Umfang von Fr. 16‘768.-- (als eine der ursprünglichen Ausbildung als
Coiffeuse
gleichwertige Ausbildung) zu, wobei sie festhielt, dass die Versicherte austauschweise einen ent
sprechen
den Beitrag an ihre Ausbildung an der Schule für Kunst und Ge
staltung erhalte (Urk. 12/63). Mit Verfügung vom 25. September 2001 hob die IV-Stelle die berufliche Massnahme auf, da die Versicherte die Ausbildung an der Schule für Kunst und Gestaltung aus gesundheitlichen Gründen habe abbrechen müssen (Urk. 12/83). Mit Verfügungen vom 27. Juni 2002 sprach die IV-Stelle X._ basierend auf einem Invaliditätsgrad von 50 % für die Zeit vom 1. Juli bis zum 30. September 2001 eine halbe Invalidenrente (Wiederausrichtung der Rente vor Beginn der beruflichen Massnahme) und basierend auf einem Invali
ditätsgrad von 100 % mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2001 eine ganze Invali
denrente zu (Urk. 12/101; vgl. Urk. 12/92).
1.3
Nach einem von Amtes wegen durchgeführten Revisionsverfahren teilte die
IV-Stelle der Versicherten am 2. Juni 2005 mit, bei der Überprüfung habe keine Änderung festgestellt werden können, weshalb sie unverändert eine ganze Inva
lidenrente erhalte (Invaliditätsgrad: 100 %) (Urk. 12/113).
1.4
Im Juni 2008 leitete die IV-Stelle ein weiteres Revisionsverfahren ein (Urk. 12/116). Dabei holte sie die Arztberichte von Dr. med. D._, All
gemeine Medizin FMH, vom 20. Juli 2008 (Urk. 12/118) und von Prof. Dr. med. E._, Facharzt FMH Gynäkologie & Geburtshilfe, Kantonsspital F._, vom 25. Juli 2008 (Urk. 12/119/7-8) ein. Am 5. Februar 2009 teilte die Hochschule C._, Abteilung Design & Kunst, der IV-Stelle mit, erfreulicherweise könne die Zusammenarbeit mit der Versicherten fortgesetzt werden. Sie könne ihr Studium ohne erneute Prüfung wiederaufnehmen. Das Anliegen werde von der Schule unterstützt und die IV darum gebeten, der Ver
sicherten die nötige Unterstützung zukommen zu lassen. Sie habe darlegen können, dass sich ihr gesundheitlicher Zustand sehr positiv entwickelt habe, und es seien berechtigte Hoffnungen vorhanden, dass sie ihr Studium ohne wei
tere Unterbrüche zu Ende bringen könne. X._ sei eine Vollblut
künstlerin. Die Schule glaube, dass eine solche Persönlichkeit in der „konventio
nellen“ Arbeitswelt nicht wirklich gut aufgehoben sei. Die eigene Besetzung mit Auf
gaben und Projekten, die sie ihrem Rhythmus und ihren Kräften ent
spre
chend realisieren könne, erscheine erfolgsversprechend und könne ihr Selbst
vertrauen weiter stärken (Urk. 12/121). Die IV-Stelle liess das poly
disziplinäre Gutachten des G._ vom 20. März 2009 erstellen (Urk. 12/127/2-24). Mit Vorbescheid
vom 23. Juli 2009 teilte sie der Versicherten mit, die bisherige ganze Rente werde infolge Verbesserung des Gesundheitszustandes auf eine halbe Rente herabgesetzt (Urk. 12/140). X._ liess am 18. August 2009 durch den Sozialarbeiter Y._ mit
teilen, sie habe keinen Einwand gegen den Vorbescheid anzubringen, sie ersu
che aber um Stellungnahme zur Frage, warum die IV-Stelle nicht bereit sei, ihr die Ausbildung an der Hochschule C._ zu finanzieren (Urk. 12/142). Die
IV-Stelle holte die weiteren Arztberichte von Dr. D._ vom 2. November 2009 (Urk. 12/148/1-5), des Kantonsspitals H._ vom 18. November 2009 (Urk. 12/149) und von Prof. Dr. E._ vom 24. November 2009 (Urk. 12/150/5-6) ein. Mit Vorbescheid vom 13. Januar 2010 teilte sie der Versi
cherten erneut mit, die ganze Rente werde auf eine halbe herabgesetzt, da zwi
schen
zeitlich nur eine vorübergehende Ver
schlechterung vom 24. August bis zum 4. September 2009 stattgefunden habe (Urk. 12/155). Nachdem gegen die
sen Vor
bescheid keine Einwände erhoben worden waren, sprach die IV-Stelle X._ mit Verfügung vom 3. März 2010 mit Wirkung ab dem 1. Mai 2010 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 54 % eine halbe Invali
denrente zu (Urk. 12/158).
1.5
Mit Schreiben vom 14. November 2012 liess X._ den Antrag stellen, es sei ihr rückwirkend ab 1. März 2012 erneut eine ganze Invalidenrente auszu
richten (Urk. 12/161). Am 10. Dezember 2012 stellte Dr. D._ der IV-Stelle den Bericht über seine Einschätzung des aktuellen Gesundheitszustandes und des Verlaufs der Arbeitsfähigkeit zu (Urk. 12/165). Mit Schreiben vom 16. Dezember 2012 teilte med.
pract
. I._, Psychiatrie und Psycho
therapie FMH, mit, sie unterstütze den Antrag um Erhöhung der Invalidenrente voll und ganz (Urk. 12/166). Am 31. Januar 2013 beantwortete sie der IV-Stelle sodann zusätzliche Fragen (Urk. 12/167-168). Die IV-Stelle liess in der Folge das
bidis
ziplinäre
(psychiatrisch/rheumatologisch) Gutachten von Dr. med. J._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, und von Dr. med.
K._, Rheu
matologie FMH, vom 30. Juli 2013 erstellen (Urk. 12/185/1-18, Urk. 12/186/1-18, unter anderem unter Beilage des Berichts der psychiatrischen Privatklinik L._ vom 23. Mai 2013, Urk. 12/185/20-24). Mit Vorbescheid vom 28. November 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, in wieder
erwä
gungsweiser Aufhebung der Verfügung vom 3. März 2010 werde die bisher ausgerichtete Invalidenrente aufgehoben (Urk. 12/189). Gegen diesen Vorbe
scheid liess X._ am 17. Dezember 2013 Einwand erheben (Urk. 12/193). Die IV-Stelle hob mit Verfügung vom 17. Februar 2014 in Wie
dererwägung der Verfügung vom 3. März 2010 die Rente auf Ende des der Zustellung folgenden Monats auf (Urk. 12/197). In Gutheissung der
gegen diese Verfügung erhobenen Beschwerde, hob das Sozialversicherungsgericht des Kan
tons Zürich mit Urteil vom 29. Mai 2015 die angefochtene Verfügung auf, und es stellte fest, dass die Versicherte weiterhin Anspruch auf eine halbe Invaliden
rente hat (Urk. 12/209). Dieses Urteil setzte die IV-Stelle mit Verfügungen vom 3. August 2015 (Urk. 12/218) und vom 26. August 2015 (Urk. 12/229) um.
1.6
Mit Schreiben vom 30. September 2016 (Eingang bei der IV-Stelle am 3. Oktober 2016) ersuchte X._ die IV-Stelle um rückwirkende Gewäh
rung einer ganzen Invalidenrente spätestens ab dem 1. Januar 2016 (Urk. 12/234). Ihrem Rentenerhöhungsgesuch legte sie den Arztbericht von Dr. med. M._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 27. September 2016 bei (Urk. 12/233). Dr. med. N._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-Stelle nahm dazu am 18. Oktober 2016 Stellung (Urk. 12/236/3). Mit Vorbescheid vom 3. November 2016 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie auf das Revisionsgesuch nicht einzutreten gedenke (Urk. 12/237). Nachdem gegen den Vorbescheid kein Einwand erhoben worden war, trat die IV-Stelle mit Verfügung vom 13. Dezember 2016 auf das Renten
erhöhungsgesuch nicht ein (Urk. 2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob X._, vertreten durch Y._, am 12. Januar 2017 Beschwerde mit dem Antrag, die bisherige halbe Invaliden
rente sei rückwirkend ab dem 1. Januar 2016 auf eine ganze Invalidenrente zu erhöhen und es sei ihr die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren (Urk. 1). Der Beschwerde legte sie die weiteren Berichte von Dr. M._ vom 9. Januar 2017 (Urk. 3/3) sowie von Dr. D._ vom 27. Dezember 2016 (Urk. 3/4) bei. Die Beschwerdegegnerin ersuchte mit Beschwerdeantwort vom 22. Februar 2017 um Abweisung der Beschwerde (Urk. 11). Dies wurde der Beschwerdeführerin am 7. März 2017 mitgeteilt (Urk. 13). Am 2. April 2017 (Urk. 14) reichte die Beschwerdeführerin den Arztbericht von Dr. M._ vom 30. März 2017 (Urk. 15) ein. Dieser wurde der Beschwerdegegnerin am 30. Januar 2018 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 16).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisi
onsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1.2
Wird ein Gesuch
um
Erhöhung respektive
Revision
der Rente
eingereicht, so ist darin glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität de
r
versicherten Person
in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat
(Art. 87 Abs. 2 der
Verordnung über die Invalidenversicherung [
IVV]).
Der Unter
suchungsgrundsatz, wonach die Verwaltung
bzw.
das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen ha
ben (BGE 125 V 193 E.
2, 122 V
157 E. 1a, je mit Hinweisen), spielt insoweit nicht.
Wird im Revisionsgesuch kein
Eintretenstatbestand
glaubhaft gemacht, sondern bloss auf ergänzende Beweismittel, insbesondere Arztberichte, hingewiesen, die noch beigebracht würden oder von der Verwaltung beizuzie
hen seien, ist der versicherten Person eine angemessene Frist zur Einreichung der Beweismittel anzusetzen. Diese Massnahme setzt voraus, dass die
ergänzen
den Beweisvorkehren geeignet sind, den entsprechenden Beweis zu erbringen. Sie ist mit der Androhung zu verbinden, dass ansonsten gegebenenfalls auf
Nichteintreten zu erkennen sei (BGE 130 V 64 E. 5.2.5
).
1.3
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Tatsa
chenänderung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen (BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2 mit Hinweisen). Erheblich ist eine Sachverhaltsän
derung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Inva
lidenrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.3 mit Hinweisen auf 8C_1009/2010 vom
7.
April 2011 E. 2.2 und 9C_838/2011 vom 2
8.
Februar 2012 E. 3.3.2).
1.4
Streitgegenstand im System der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege ist das Rechtsverhältnis, welches – im Rahmen des durch die Verfügung beziehungs
weise den
Einspracheentscheid
bestimmten Anfechtungsgegenstandes – den aufgrund der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen Verfügungsgegen
stand bildet. Nach dieser Begriffsumschreibung sind Anfechtungsgegenstand und Streitgegenstand identisch, wenn die Verwaltungsverfügung beziehungs
weise der
Einspracheentscheid
insgesamt angefochten wird (BGE 125 V 413).
Richtet sich die Beschwerde gegen einen
Nichteintretensentscheid
, hat das Gericht, ungeachtet der Vorbringen der
beschwerdeführenden
Partei, zu prüfen und darüber zu entscheiden, ob die Verwaltung zu Recht nicht auf das
Leis
tungs
- oder Feststellungsbegehren eingetreten ist. Der richterliche Entscheid in der Sache (Sachentscheid) hat in dieser besonderen verfahrensmässigen Situati
on den formellen Gesichtspunkt des Nichteintretens durch die untere Instanz zum Gegenstand. Dagegen hat sich das Gericht mit den materiellen Anträgen nicht zu befassen (BGE 121 V 157 E. 2b, 116 V 265 E. 2a, SVR 1997, UV Nr. 66 S. 225 E. 1a).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist,
ob die Beschwerdegegnerin
mit der angefochtenen Verfügung vom 13. Dezember 2016 (Urk. 2)
auf das
Rentenerhöhungsgesuch der
Beschwerdeführerin
vom
3. Oktober 2016 (Urk. 12/234)
zu Recht nicht
ein
getreten ist. Prozessthema bildet demnach die Frage nach der Glaubhaftma
chung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrads (vgl. E. 1.2-1.3 hiervor).
Soweit
in der Beschwerde die
Zusprache
von
höheren Rentenl
eis
tungen beantragt
wird
(Urk. 1
S. 1
), ist
darauf
mangels Anfechtungsobjekt nicht ein
zutreten (BGE 131 V 164 E. 2.1; vgl. auch E. 1.4 hiervor
).
Anzumerken gilt es in diesem Zusammenhang jedoch, dass gemäss Art. 88
bis
Abs. 1
lit
. a IVV bei einem Revisionsgesuch der Versicherten die Erhöhung der Rente nicht rückwir
kend, sondern erst von dem Monat an erfolgt, in dem das Revisionsbegehren gestellt wurde. Warum die Beschwerdeführerin entgegen dieser Bestimmung eine rückwirkende Rentenerhöhung verlangt, hat sie nicht begründet.
2.2
Erlässt die Verwaltung – wie vorliegend – eine
rechtsgenügliche
Nichtein
tretens
verfügung
, legt das Gericht seiner Überprüfung auf Beschwerde hin den Sachverhalt zugrunde, wie er sich der
Verwaltung darbot (BGE 130 V 64 E.
5.2.5 mit weiteren Hinweisen). Die beschwerdeweise aufgelegten Berichte
von Dr. M._ vom 9. Januar 2017 (Urk. 3/3) sowie vom 30. März 2017 (Urk. 15) und von Dr. D._ vom 27. Dezember 2016 (Urk. 3/4)
sind daher für die vorlie
gend einzig zu beurteilende
Ein
tretensfrage
nicht zu berücksichtigen.
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin begründet die angefochtene Verfügung vom 13. Dezember 2016 damit, dass die Beschwerdeführerin mit ihrem Rentenerhö
hungsgesuch nicht glaubhaft dargelegt habe, dass sich die tatsächlichen Ver
hältnisse seit der letzten Verfügung wesentlich verändert hätten. Es liege ledig
lich eine andere Beurteilung desselben Sachverhalts vor (Urk. 2). In der Beschwerdeantwort vom 22. Februar 2017 bringt sie ausserdem vor, den von der Beschwerdeführerin zur Glaubhaftung einer Ver
schlechterung eingereichten medizinischen Berichten könne nicht ent
nommen werden, dass eine wesentliche Verschlechterung des Gesundheits
zustandes der Beschwerdeführerin erfolgt sei (Urk. 11).
3.2
Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin geltend, aus den Berichten der behandelnden Ärzte gehe klar hervor, dass sich ihr gesundheitlicher Zustand seit der Gewährung der halben Invalidenrente erheblich verschlechtert habe (Urk. 1).
4.
Vergleichszeitpunkt
für die Prüfung, ob eine Verschlechterung des Gesundheits
zustands glaubhaft erscheint,
bildet die Verfügung
der Beschwerde
gegnerin vom 17. Februar 2014 (Urk. 12/197), mit welcher die Beschwerde
gegnerin den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin letztmals umfassend geprüft hat. Das Sozialver
sicherungsgericht des Kantons Zürich ist mit Urteil vom 29. Mai 2015 (Urk. 12/209) zwar zum Ergebnis gelangt, dass die halbe Invalidenrente entge
gen der Verfügung vom 17. Februar 2014 nicht aufzuheben ist, was jedoch nichts am Vergleichszeitpunkt ändert. Im Zeitpunkt der Verfügung vom 17. Februar 2014 waren gemäss Urteil des Sozialver
sicherungsgerichts des Kan
tons Zürich vom 29. Mai 2015 (Urk. 12/209) folgende medizinischen Berichte massgeblich:
4.1
4.1.1
Laut dem Arztbericht von Dr. D._ vom 20. Juli 2008 (Urk. 12/118) bestehen bei der Beschwerdeführerin mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine Endometriose, Status nach mehrfacher
Lapa
raskopie
, Status nach Hysterektomie im April 2008, ein chronischer Er
schöpfungszustand und ein chronisches Schmerzsyndrom bei panvertebralem Syndrom bei
Fehlform
(Skoliose), genera
lisiertem
myofascialem
Schmerz
syndrom, abdominalen Schmerzen bei Endo
metriose, Migräne, eine rezidi
vierende Depression sowie eine Polyallergie. Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien ausserdem eine Hypertonie, eine rezidivierende
Nephrolithiasis
, Doppelniere links, sowie ein Status nach
Chole
cystektomie
vorhanden. In der Tätigkeit als
Coiffeuse
sei die Beschwerdeführe
rin seit mindestens 2002 zu 100 % arbeitsunfähig. Sie habe aus gesundheitli
chen Gründen nie auf diesem Beruf gearbeitet. Der Versuch einer künstlerischen Ausbildung sei an gesundheitlich bedingten Unterbrüchen und Abwesenheiten gescheitert. Bezüglich der Endometriose sei drei Monate nach Hysterektomie noch keine sichere Prognose möglich, der bisherige Verlauf sei günstig. Bezüg
lich der übrigen Diagnosen sei mit einem fluktuierenden Verlauf zu rechnen. Es sei aus diesem Grund zur Zeit keine Erwerbstätigkeit möglich. Eventuell könne die Beschwerdeführerin auf längere Sicht eine angepasste Tätigkeit von 20 bis 50 % ausüben.
4.1.2
An dieser Einschätzung hielt Dr. D._ im Bericht vom 2. November 2009 im Wesentlichen fest (Urk. 12/148/1-4).
4.1.3
Im Schreiben vom 1. Dezember 2013 (Urk. 12/192/18; vgl. Schreiben vom 10. Dezember 2012, Urk. 12/165) führte Dr. D._ aus, die somatischen Diagno
sen hätten sich nicht geändert, und es habe sich wiederholt gezeigt, dass eine normale
körperliche Belastung nicht möglich sei, da die Be
schwerden des Bewegungsapparates dadurch
exacerbier
ten
. Eine Beschäftigung als
Coiffeuse
sei somit nicht mehr denkbar, auch die teilzeitliche Tätigkeit im Museum habe eingestellt werden müssen. Die vom G._ bescheinigten Ein
schränkungen bestünden weiterhin, und die Renten
berechtigung der Beschwer
deführerin sei unverändert gegeben.
4.2
4.2.1
Gemäss dem Bericht von Prof. Dr. E._ vom 25. Juli 2008 (Urk. 15/119/7-8) liegt bei der Beschwerdeführerin zurzeit ein gutes anatomisches und funktio
nelles Resultat vor. Es bestünden eine auffallende Müdigkeit, ein
chronique
fatigue
-Syndrom sowie eine Fibromyalgie. Der Gesundheitszustand sei statio
när. Aktuell sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsunfähig. Ob eine Ver
besserung erreicht werden könne, sei nicht beurteilbar.
4.2.2
Im Bericht vom 24. November 2009 (Urk. 12/150/5-6) hielt Prof. Dr. E._ fest, die Beschwerdeführerin sei zwischenzeitlich vom 22. bis zum 28. August 2009 im Kantonsspital H._ wegen eines entzündlichen
Konglomerat
tumors
im Unterbauch hospitalisiert gewesen. Das Kantonsspital H._ habe für die Zeit vom 24. August bis zum 4. September 2009 eine Arbeitsun
fähigkeit bestätigt, und gemäss Aussagen der Beschwerdeführerin bestehe diese bis auf weiteres.
4.2.3
Im Schreiben an den Vertreter der Beschwerdeführerin vom 9. April 2014 (Urk. 12/204) führte Prof. Dr. E._ aus, die Beschwerdeführerin leide aktuell unter Darmblutungen mit entsprechenden Beschwerden, die möglicherweise eine
Endometrioseproblematik
beinhalteten. Auch wenn die Beschwerdeführerin nicht mehr menstruiere und
menopausal
wäre, könne sie trotzdem an den Fol
gen der Endometriose leiden wie Fibrose und Vernarbungen nebst Defektbil
dungen. Letztlich könne nur durch eine Bauchspiegelung erhärtet werden, ob die Beschwerdeführerin frei von
Endometrioseherden
und frei von
endometrio
seassoziierten
Pathologien sei.
4.3
Die Ärzte des G._ stellten im polydisziplinären Gutachten vom 20. März 2009 folgende Diagnosen (Urk. 12/127/20):
1.
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
1.
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
2.
Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
3.
Chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Ausfälle (ICD-10 M54.80)
-
freie Beweglichkeit sämtlicher Wirbelsäulenabschnitte
2.
Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
1.
Atopische Diathese (ICD-10 L20)
-
anamnestisch saisonale Rhinitis
allergica
(ICD-10 J30.1)
2.
Chronisch rezidivierende rechtsbetonte Unterbauchschmerzen
-
Beschwerderegredienz
seit Hysterektomie seit 04/08 im Rahmen einer
symptomischen
Endometriose
-
aktuell im Rahmen der Diagnose 1.2
3.
Anamnestisch rezidivierende Migräne (ICD-10 G43)
4.
Hypertoner Blutdruckwert
-
kontrollbedürftig
5.
Status nach
Nephrolithiasis
rechts 03/01
6.
Status nach Nikotinabusus bis 1999
Die Beschwerdeführerin habe den erlernten Beruf als
Coiffeuse
nie ausgeübt. Seit dem Abbruch ihres 1999 begonnenen Kunststudiums arbeite sie einzelne Stunden pro Tag als selbständige Künstlerin, erziele hierbei jedoch kein Ein
kommen. Es sei somit von dieser angestammten Tätigkeit auszugehen. Aus Sicht des Bewegungsapparates wirke sich das chronische panvertebrale Schmerz
syndrom nicht auf die angestammte oder andere körperlich leichte bis mittel
schwere Tätigkeiten aus. Lediglich für körperlich schwere Tätigkeiten bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht wirkten sich die rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig leichter bis mittel
gradi
ger Episode sowie die anhaltende somatoforme Schmerzstörung auf die Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin aus. In einer aus somatischer Sicht adaptierten Tätigkeit resultiere hierdurch bei ganztägigem Einsatz eine Leistungseinbusse von 40 %, entsprechend einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 60 %. Auf
grund der anamnestisch bekannten atopischen Diathese mit saisonaler
Rhino
konjunktivitis
seien Tätigkeiten mit erhöhter Staubbelastung und Pollen
exposi
tion ungeeignet. Aus polydisziplinärer Sicht resultiere für die ange
stammte Tätigkeit als Künstlerin sowie für andere körperlich leichte bis mittel
schwere Tätigkeiten eine ganztägige Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungs
einbusse von 40 %, entsprechend einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 60 %. Die fest
gestellte Arbeitsfähigkeit bestehe mit hoher Wahrscheinlichkeit seit Juli 2008, mit Sicherheit seit Februar 2009. Aufgrund der Angaben in den Akten und der zugesprochenen ganzen IV-Rente wegen einer sympto
matischen Endometriose sei davon auszugehen, dass zuvor eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit für sämtli
che Tätigkeiten vorgelegen habe. Die Selbstein
schätzung der Beschwerdeführe
rin, wonach eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für unqualifi
zierte Tätigkeiten ausserhalb des Kunstbetriebs bestehe, sei durch die Selbst
limitierung, wie sie oft im Rahmen somatoformer Schmerzstörungen beo
bachtet werden könne, durch regressive Tendenzen sowie durch die Ent
wöhnung von der Arbeit zu begrün
den. Ausserdem bestehe eine deutliche Diskrepanz zwi
schen den subjektiv geklagten Beschwerden und den klinisch nur geringen objektivierbaren Befun
den. Die antidepressive Medikation nehme die Be
schwerdeführerin entgegen ihren Angaben nur unregelmässig oder in deut
lich tieferer als der angegebenen Dosis ein. Berufliche Massnahmen seien auf
grund der langjährigen Entwöhnung von der Arbeit und der subjektiven Arbeitsun
fähigkeit für Tätigkeiten aus
serhalb des Kunstbetriebes nicht Erfolg versprechend und somit nicht zu emp
fehlen.
4.4
Med.
pract
. O._, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilita
tion, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin führte in der Stellungnahme vom 13. Mai 2009 (Urk. 12/137/4) aus, nach Aktenlage sei in Anlehnung an das G._-Gutachten seit Juli 2008 eine Ver
besserung des Gesundheitszustandes ausgewiesen. Es sei von der im Gut
achten festgelegten Arbeitsfähigkeit auszugehen und nach zwei Jahren eine Revision vorzunehmen.
4.5
4.5.1
Laut dem Schreiben der Psychiaterin med.
pract
. I._ vom 16. Dezember 2012 (Urk. 12/166) leidet die Beschwerdeführerin seit vielen Jahren an schwer
wie
genden psychischen Erkrankungen (rezidivierende depressive Störung, post
traumatische Belastungsstörung nach frühem Verlust der Mutter, Angststörung). Ihr Vater sei vor zwei Jahren an einer Karzinomerkrankung verstorben, was bei der Beschwerdeführerin zu einer
Retraumatisierung
geführt habe. Ihr Gesund
heitszustand habe sich seither destabilisiert und verschlechtert. Zudem hätten Arbeitsversuche und Schulbesuch gezeigt, dass sie nur sehr eingeschränkt belastbar sei und eine durchschnittliche Erwerbsfähigkeit von nur 20 % habe erreicht werden können. Seit etwa zwei Monaten leide die Beschwerdeführerin erneut an einer sehr ausgeprägten depressiven Sympto
matik mit starker depres
siver Stimmung, Rückzug, Konzentrationsstörungen und verstärkten Ängsten und sei deshalb mindestens bis Ende Jahr, voraussichtlich länger, zu 100 % arbeitsunfähig.
4.5.2
Auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin hielt med.
pract
. I._ am 31. Januar 2013 (Urk. 12/168) fest, die depressive Symptomatik sei aktuell so stark, dass eine stationäre
Therapie indiziert sei. Die Beschwerdeführerin studiere seit 1999 an der Hochschule für Design und Kunst. Ihre Seminarbelegungen hätten einer durchschnittlichen Arbeitsleistung von 20 % entsprochen. Im Moment könne sie nicht einmal für einige Stunden die Schule besuchen oder kreativ arbeiten. Dank ihrer Begabung und ihres Durchhaltewillens sei die Schule aber bereit, die Studienbedingungen und die Studiendauer ihrem Gesundheitszustand anzu
pas
sen. Auch nach Abklingen der aktuellen depressiven Episode könne in ab
seh
barer Zeit nicht mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit von durch
schnittlich 20 % gerechnet werden.
4.6
Dr. J._ und Dr. K._ hielten in der interdisziplinären Beurteilung
ihres psychiatrisch-rheumatologischen Gutachtens vom 30. Juli 2013 (Urk. 12/185/17) fest, es bestünden bei der Beschwerdeführerin aus rheuma
tolo
gischer Sicht Ganzkörperschmerzen ohne ein erkennbares somatisches Substrat. Angesichts von degenerativen Veränderungen an der distalen Lenden
wirbel
säule könne eine leichte organische Teilkomponente für die geklagten Rücken
schmerzen nicht ausgeschlossen werden, doch müssten die Rücken
beschwerden in erster Linie im Rahmen der extrasomatisch begründeten
Panal
gie
aufgefasst werden. Aus rheumatologischer Sicht sei die Beschwerde
führerin arbeitsfähig. Aus psychiatrischer Sicht wurden eine rezidivierende depressive Störung, leichte bis mittelgradige Episode (ICD-10 F33.0/1), eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) sowie negative Kindheitserlebnisse (ICD-10 Z61) diagnostiziert (Urk. 12/185/7). Es habe von März 2009 bis Ende 2012 eine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit in der bisher ausgeübten beruf
lichen Tätigkeit bzw. beim Studium von 30 % bestanden. Bis Mitte März 2013 habe sich die Arbeitsfähigkeit auf 50 % reduziert und sei dann wieder auf 70 % angestiegen (Urk. 12/185/17). Bezüglich des Verlaufs des Gesundheits
zustands hielt Dr. J._ fest (Urk. 12/185/13), es habe sich seit der letzten Revision keine andauernde Veränderung des Gesundheitszustands eingestellt. Es handle sich im Wesent
lichen um einen unveränderten Gesundheitszustand. Allerdings müsse die unge
nügende medikamentöse Compliance berücksichtigt werden. Eine genügende medikamentöse Therapie werde zu einer Stabilisierung der Arbeits
fähigkeit führen. Die Beschwerdeführerin sei auf die Schmerzen fixiert, sie äussere hypochondrische Befürchtungen und zeige eine Schmerz
aus
dehnung. Es lägen ungünstige krankheitsfremde Faktoren wie eine lange Phase von Arbeits
un
tätigkeit, eine vorerst unbefriedigende Berufswahl und ein langwieriges Hochschulstudium vor (Urk. 12/185/8-9). Es könne von einer psychi
schen Komorbidität im leichten bis selten mittelgradigen Bereich ausge
gangen wer
den. Eine chronische körperliche
Begleiterkrankung habe nicht diagnosti
ziert werden können. Die soziale Integration der Beschwerdeführerin sei nicht verlo
ren gegangen. Die prämorbide Persönlichkeitsstruktur sei eher auffällig, die Schmerzsymptomatik sei progredient und chronifiziert. Insgesamt würden somit zwar mehrere Kriterien, welche gegen die Überwindbarkeit der somatoformen Schmerzstörung sprechen würden, zutreffen, jedoch nicht in einem derartigen Ausmass, dass von einer über 30%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus
gegangen werden müsse (Urk. 12/185/9-10).
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin reichte zur Glaubhaftmachung der von ihr geltend gemachten Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes den Arztbericht des Psychiaters Dr. M._ vom 27. September 2016 (Urk. 12/233) ein. Laut diesem bestehen bei ihr mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (1.) eine generalisierte Angststörung (ICD-10 F.41.1), (2.) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leicht- bis mittelgradig ausgeprägt (ICD-10 F33.1), (3.) eine (kom
plexe)
Traumafolgestörung
(ohne Kodierung), (4.) ein Verdacht auf adultes Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ICD-10 F90.0), (5.) eine Endometriose mit schmerzhaften Verwachsungen im ganzen Bauchraum, (6.) ein belastungs
induziertes panvertebrales Schmerzsyndrom bei Skoliose sowie (7.) ein Verdacht auf Fibromyalgie. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden ausser
dem (8.) eine arterielle Hypertonie, (9.) eine Polyallergie, (10.) dyspep
tische Beschwerden sowie (11.) eine Osteopenie. Während frühere Behand
ler die Angstsymptome unter der rezidivierenden depressiven Störung gesehen hätten, sehe Dr. M._ diese als eigenständige Erkrankung. Die Beschwerde
führerin habe in verschiedenen Situationen Ängste und ein entsprechendes Vermei
dungsverhalten. Nur in ihrer Wohnung fühle sie sich sicher, reagiere aber dort auf Lärm und Geräusche schnell mit Angst. Es lägen Zeugnisse vor, wonach die Beschwerdeführerin bereits als kleines Kind psychisch auffällig gewesen sei. Als Teenager habe sie zwei Suizidversuche mit Tabletten begangen, einmal sei sie schwanger gewesen und habe ihr Kind verloren. Die psychischen Probleme sei
en nicht alleine die Folge der Endometriose, sondern seien schon davor als eigenständige Krankheit nachge
wiesen. In der Therapie hätten eine Vielzahl von Traumata und traumatisch erlebten Ereignissen herausgearbeitet werden kön
nen. Die Beschwerdeführerin habe in ihrer Kindheit seelische, körperliche und sexuelle Gewalt und in Beziehungen körperliche und sexuelle Gewalt erlebt. Eingriffe und Fehlbeurteilungen bis hin zur Leugnung ihrer Endometriose habe die Beschwerdeführerin als sehr kränkend und teils traumatisch erlebt. Es hätten sich auch
deutliche Hinweise eines adulten Auf
merksamkeits
defizitsyndroms gezeigt und die Beschwerdeführerin sei anam
nestisch schon einmal mit Ritalin behandelt worden, habe dies aber nicht vertragen. Die Endometriose sei im 12. Lebensjahr aufgetreten, aber erst im 16. Lebensjahr diagnostiziert worden. Die Beschwerdeführerin sei mit Unverstän
dnis für ihre Schmerzen konfrontiert und nicht ernst genommen worden. Sie stehe seit dem 30. April 2014 in Behandlung. Durch die ressourcenfördernde Therapie hätten anfangs Fortschrit
te erzielt werden können. Die Beschwerdeführerin habe, wenn auch mit grosser Anstrengung, ihr Studium in C._ abschliessen und einzelne Ausstellungen machen können. Verschiedene Psychopharmaka seien in der Vergangenheit eingesetzt worden, hätten aber alle aufgrund von Nebenwir
kungen wieder abge
setzt werden müssen. Für den Behandlungszeit
raum ab dem 30. April 2014 könne eine 60- bis 70%ige Arbeitsunfähigkeit festgestellt werden. Mit der ver
bleibenden Arbeitsfähigkeit von 30 bis 40 % sei die Beschwerde
führerin ledig
lich in der Lage, ihren Haushalt einigermassen zu führen, in ihrer Freizeit zu Hause Kunstgegenstände anzufertigen und über das Internet Kontakte zu pfle
gen und ihre Arbeiten darzustellen. Darüber hinaus betätige sich die Beschwer
deführerin im Bereich „
selfempowerment
” und Vernetzung von Men
schen mit psychischer Erkrankung. Was die Erwerbstätigkeit angehe, so sei diese zu 90 % eingeschränkt, zeitweise sogar zu 100 %. Die 10 % verbleibende Erwerbsfähig
keit bedeute, dass die Beschwerdeführerin einen halben Tag pro Woche oder auch gebündelt 1 bis 1 1⁄2 Tage pro Monat einer Arbeit in ihrem Beruf als Mas
ter
of
Fine Arts nachgehen könne, die zum Erwerbseinkommen beitrage. In einer anderen Tätigkeit als die von ihr gewählte künstlerische Arbeit sei es der Beschwerdeführerin aufgrund der komplexen psychischen Erkrankung nahezu unmöglich, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.
5.2
Laut der Stellungnahme von RAD-Arzt Dr. N._ vom 18. Oktober 2016 (Urk. 12/236/3) führt Dr. M._ im Bericht vom 27. September 2016 bisher schon bekannte Befunde und Diagnosen auf, erweitere diese noch, indem er aus bekannten Befunden neue Diagnosen kreiere und eine neue Bewertung des Gesundheitszustands und der Arbeitsunfähigkeit anbringe. Es handle sich jedoch um eine andere Bewertung des gleichen medizinischen Sachverhalts. Anhand dieses Arztberichts lasse sich keine Verschlechterung, aber auch keine Verbesserung des Gesundheitszustandes ableiten.
6.
6.1
Die Beschwerdeführerin leidet gemäss dem mit ihrem Rentenerhöhungsgesuch vom 30. September 2016 (Urk. 12/234) zur Glaubhaftmachung der wesentlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes eingereichten Bericht von Dr. M._ vom 27. September 2016 (Urk. 12/233) weiterhin unter einer rezidi
vierenden depressiven Störung, welche in jenem Zeitpunkt leicht bis mittel
gradig ausgeprägt war. Mithin stellte Dr. M._ in diesem Punkt dieselbe Diag
nose wie bereits die Ärzte des G._ im Gutachten vom 20. März 2009 (Urk. 12/127/20) und Dr. J._ im Gutachten vom 30. Juli 2013 (Urk. 12/185/7). Wohl stellte Dr. M._ zusätzlich die Diagnose einer generali
sierten Angststörung, dabei handelt es sich aber nicht um ein neues Leiden, sondern um eine andere Beurteilung des gleichen Gesundheitszustandes, hält doch Dr. M._ ausdrücklich fest, frühere Behandler hätten die Angstsympto
me unter der rezidivierenden depressiven Störung gesehen (Urk. 12/233/2). Die Angstsymptome sind im Vergleichszeitraum nicht neu hinzugetreten, sondern sie werden nunmehr von Dr. M._ nur anders bewertet. Ausserdem wird eine Angststörung bereits im Bericht von med.
pract
. I._ vom 16. Dezember 2012 (Urk. 12/166) erwähnt. Bezüglich des adulten Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms äusserte Dr. M._ sodann eine blosse Verdachtsdiagnose, ausserdem ergibt sich auch bei diesem nicht, dass es sich um ein Leiden handeln würde, welches neu hinzugetreten wäre. Nicht als neu erweist sich auch der Umstand, dass der behandelnde Psychiater die Arbeitsunfähigkeit als höher einstuft als die von der Beschwerdegegnerin eingesetzten Gutachter. So lag die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin gemäss der Einschätzung der damals behandelnden Psychi
aterin med.
pract
. I._ vom 31. Januar 2013 (Urk. 12/168) bei durchschnittlich 20 %. Es ergibt sich sodann auch aus der Beurteilung von Dr. M._ nicht, zu welchem Zeitpunkt nach dem 17. Februar 2014 sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verschlechtert haben soll. Dr. M._ attestiert der Beschwerdeführerin ab Behandlungsbeginn vom 30. April 2014 eine Arbeitsun
fähigkeit von 60 bis 70 % und – was gar nicht seine Aufgabe, sondern jene der Beschwerdegegnerin ist – eine Erwerbsunfähigkeit von 90 % bzw. zeit
weise 100 %. Inwiefern im
O._en
Zeitraum zwischen dem 17. Februar 2014 und dem 30. April 2014 sich am Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin etwas wesentlich verändert hat, ist nicht ersichtlich. Vielmehr ist Dr. M._ offen
sichtlich der Ansicht, dass die von ihm attestierte Arbeitsunfähigkeit schon lan
ge vor dem Behandlungsbeginn bestand.
6.2
Insgesamt vermag damit der Bericht von Dr. M._ vom 27. September 2016 eine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerde
führerin seit dem 17. Februar 2014 nicht glaubhaft zu machen.
Die erst im Beschwerdeverfahren
eingereichten Berichte (
Urk. 3/3, Urk. 3/4, Urk. 15
) wur
den verspätet beige
bracht und sind für die vorliegend einzig zu beurteilende
Eintretensfrage
nicht zu beachten.
Ausserdem vermögen auch sie keine Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin glaubhaft zu machen, sondern es wird lediglich eine andere Beurteilung des unverändert gleichen Gesundheits
zustandes vorgenommen.
6.3
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass
die
Beschwerdegegne
rin mangels glaubhaft gemachter erheblicher Veränderung der tatsächlichen Ver
hältnisse auf
das Rentenerhöhungsgesuch der Beschwerdeführerin zu Recht
nicht einge
treten ist.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig und sind die Gerichtskosten gemäss Art. 69
Abs. 1
bis
IVG ermessensweise auf Fr.
6
00.-- festzusetzen. Ausgangsgemäss sind
die Gerichtskosten de
r
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen
.
8.
8.1
Mit ihrer Beschwerde vom 12. Januar 2017 ersuchte die Beschwerdeführerin ausserdem um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1). Mit Eingabe vom 29. Januar 2017 (Urk. 7) reichte sie zur Substantiierung ihres Gesuchs das ausgefüllte Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (Urk. 8) und verschiedene Belege (Urk. 9/1-6) ein.
8.2
Gemäss § 16 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) wird einer Partei auf Gesuch hin in kostenpflichtigen Verfahren die Bezahlung der Verfahrenskosten erlassen, wenn ihr die dazu nötigen Mittel fehlen und der Prozess nicht als offensichtlich aussichtslos erscheint. Mittellosigkeit im Sinne des prozessualen Armenrechts setzt voraus, dass sämtliche eigenen Hilfsmittel zur Finanzierung des Prozesses erschöpft sind; eine Partei, die über eine Recht
schutzversicherungsdeckung verfügt, hat mithin zunächst bei ihrem Versicherer um Kostenübernahme nachzusuchen.
8.3
Nach eigener Angabe verfügt die Beschwerdeführerin über eine Rechtsschutz
versicherung, unterliess es allerdings, diese um Kostenübernahme zu ersuchen (Urk. 8 S. 2). Damit hat sie nicht sämtliche Mittel, die ihr zur Finanzierung des Prozesses zur
Verfügung stehen, ausgeschöpft. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist daher mangels Bedürftigkeit abzuweisen.