Decision ID: 2ad9656b-3142-47fd-b9eb-0135c97169c0
Year: 2005
Language: de
Court: ZH_VG
Chamber: ZH_VG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

I. Mit Schreiben vom 16. Dezember 2003 kündigte die Schulpflege X As Anstellungsverhältnis per 31. Juli 2004. Auf Ersuchen As hin begründete die Schulpflege X am 9. Juni 2004 die Kündigung und hielt gleichzeitig berichtigend fest, das Anstellungsverhältnis dauere bis 15. August 2004.
Mit Klage vom 14. Februar 2005 liess A beim Verwaltungsgericht beantragen, die Schulgemeinde X sei unter Entschädigungsfolge zu verpflichten, ihm wegen ungerechtfertigter Kündigung sowie als Dienstaltersabfindung insgesamt Fr. 33'500.- zu bezahlen. Mit Beschluss vom 28. Februar 2005 trat das Verwaltungsgericht auf die Klage nicht ein und leitete sie zur Behandlung als Rekurs an den Bezirksrat Y weiter.
II.
In der Folge trat der Bezirksrat Y mit Beschluss vom 21. April 2005 auf den Rekurs As wegen Nichteinhaltung der Rechtsmittelfrist nicht ein.
III.
Dagegen liess A am 24. Mai 2005 Beschwerde an das Verwaltungsgericht erheben und beantragen, den Beschluss des Bezirksrates Y vom 21. April 2005 aufzuheben und die Angelegenheit zur materiellen Behandlung an diesen zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Gemeinde X.
Der Bezirksrat Y verzichtete ausdrücklich auf Vernehmlassung; die Gemeinde X liess Abweisung der Beschwerde beantragen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten As.

Die Kammer zieht in Erwägung:
Die Kammer zieht in Erwägung:
1. Das Verwaltungsgericht ist gemäss § 74 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 (VRG) für die Behandlung von Beschwerden gegen personalrechtliche Rekursentscheide des Bezirksrats zuständig. Die Vorinstanz ist auf den Rekurs des Beschwerdeführers wegen Fristversäumnis (fehlende Prozessvoraussetzung) nicht eingetreten; der formell unterlegene Beschwerdeführer ist folglich zur Beschwerdeerhebung an das Verwaltungsgericht legitimiert (vgl. Alfred Kölz/Jürg Bosshart/Martin Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 2. A., Zürich 1999, Vorbem. zu §§ 19-28 N. 98, § 64 N. 2). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist demnach einzutreten.
Dem vorinstanzlichen Nichteintretensentscheid liegt in der Sache ein Streitwert von über Fr. 20'000.- zu Grunde, sodass die Beschwerde in Dreierbesetzung zu erledigen ist (vgl. § 38 Abs. 1 und 2 VRG).
Dem vorinstanzlichen Nichteintretensentscheid liegt in der Sache ein Streitwert von über Fr. 20'000.- zu Grunde, sodass die Beschwerde in Dreierbesetzung zu erledigen ist (vgl. § 38 Abs. 1 und 2 VRG).
2. 2.1 Der Beschluss des Verwaltungsgerichts vom 28. Februar 2005 hält fest, dass die Streitigkeit aus dem Dienstverhältnis zwischen dem Beschwerdeführer und der Beschwerdegegnerin gemäss verwaltungsgerichtlicher Praxis im Beschwerde- und nicht im Klageverfahren auszutragen sei, da die anwendbare kommunale Personalverordnung (PVO) auf den Anfechtungsweg verweise (PK.2005.00001, E. 3).
Steht dem Gekündigten mithin nur das Beschwerdeverfahren offen, so muss er betreffend seine Ansinnen beim kündigenden Gemeinwesen zunächst regelmässig eine Verfügung erwirken. Diese Verfügung ist alsdann mit Rekurs anfechtbar. Die Klage des Beschwerdeführers vom 14. Februar 2005 hätte daher gemäss § 80c in Verbindung §§ 70 und 5 Abs. 2 Satz 1 VRG in diesem Sinne an die Beschwerdegegnerin weitergeleitet werden können. Das hätte jedoch angesichts der offenbar ablehnenden Haltung der Beschwerdegegnerin einen formellen Leerlauf bedeutet, sodass die Kammer aus prozessökonomischen Gründen die Klage zur Behandlung als Rekurs an den dafür zuständigen Bezirksrat weiterleitete.
Schliesslich verwies die Kammer auf § 5 Abs. 2 Satz 2 VRG, wonach für die Einhaltung der Fristen der Zeitpunkt der Einreichung bei der unzuständigen Behörde massgebend ist. Der Zeitpunkt der Klageeinreichung beim Verwaltungsgericht ist demnach entscheidend zur Festlegung, ob der Beschwerdeführer seine Ansinnen (Entschädigungs- und Abfindungsanspruch) rechtzeitig bei der Beschwerdegegnerin anhängig gemacht habe, es sei denn, diese habe bereits darüber verfügt (VGr, 28. Februar 2005, PK.2005.00001, E. 4).
2.2 Die Vorinstanz trat alsdann auf die zur Behandlung als Rekurs an sie weitergeleitete Klage vom 14. Februar 2005 wegen Fristversäumnis nicht ein: Sollte man dem Beschwerdeführer auch nicht anlasten wollen, dass er direkt Klage an das Verwaltungsgericht eingereicht habe, anstatt bei der Beschwerdegegnerin nach erfolgter Begründung der Kündigung (9. Juni 2004) eine anfechtbare Verfügung zu verlangen bzw. innert 30-tägiger Frist zur Geltendmachung seiner Forderungen Rekurs gegen die sinngemässe Verfügung über die Auflösung des Dienstverhältnisses zu erheben, so müsse sich der Beschwerdeführer mindestens anlasten lassen, dass auch die Klage ans Verwaltungsgericht nicht fristgerecht eingereicht worden sei.
Der Beschwerdeführer wendet dagegen im Wesentlichen ein, dass mit der Klageeinreichung am 14. Februar 2005 die 180-tägige Frist nach Art. 336b Abs. 2 des Obligationenrechts (OR), der gemäss dem Verweis in Art. 22 Abs. 3 PVO zur Anwendung gelange, eingehalten sei. Auch bezüglich des Abfindungsanspruches seien allfällige Fristen gewahrt, da gemäss dem Beschluss des Verwaltungsgerichts die vorgängige Erwirkung einer anfechtbaren Verfügung im vorliegenden Verfahren nicht notwendig gewesen sei und somit eine nicht einzuholende Verfügung auch keine Fristen auslösen könne. Sodann stelle die Kündigungsbegründung vom 9. Juni 2004 keine Verfügung dar, und es sei letztlich absolut stossend, würde der Beschwerdeführer seiner Rechte betreffend die Folgen der Kündigung verlustig gehen, nur weil die Beschwerdegegnerin die korrekten Formalien einer ordnungsgemässen Kündigung nicht eingehalten habe.
Die Beschwerdegegnerin bringt schliesslich vor, die Frist gemäss Art. 336b Abs. 2 OR komme vorliegend nicht zur Anwendung. Das Verwaltungsgericht habe sich zudem zur Frage der Fristwahrung richtigerweise gar nicht geäussert. Hierfür seien gemäss Art. 75 PVO die Bestimmungen des Verwaltungsrechtspflegegesetzes anwendbar. Da der Kündigungsbegründung vom 9. Juni 2004 Verfügungscharakter zukomme, habe diese den Fristenlauf ausgelöst.
Die Beschwerdegegnerin bringt schliesslich vor, die Frist gemäss Art. 336b Abs. 2 OR komme vorliegend nicht zur Anwendung. Das Verwaltungsgericht habe sich zudem zur Frage der Fristwahrung richtigerweise gar nicht geäussert. Hierfür seien gemäss Art. 75 PVO die Bestimmungen des Verwaltungsrechtspflegegesetzes anwendbar. Da der Kündigungsbegründung vom 9. Juni 2004 Verfügungscharakter zukomme, habe diese den Fristenlauf ausgelöst.