Decision ID: d5cb86cd-5809-4906-96cf-04a28b724463
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1985
,
stellte sich am 2
8.
Juli 2014
beim Regio
n
alen Arbeitsvermittlungszentrum
(RAV) der Arbeitsvermittlung im Umfang
eines Arbeitspensums von 100 %
für die Zeit ab
1.
September 2014
zur Ver
fü
gung
(
Urk.
10/95)
und meldete sich
am 2
9.
Juli
bei der
Unia
Arbeitslosenkasse zum
Leistungsbezug ab diesem Zeitpunkt an (
Urk.
10/91).
Mit Verfügung vom
3
0.
September 2014
(Urk.
10/57-59
) stellte die Arbeitslosenkasse
Unia
fest, dass
der
Versicherte in der massge
benden Rahmenfrist für die Beitragszeit vom
1.
September 2012 bis 3
1.
August 2014
wäh
rend insgesamt
11.793
Monaten eine
beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt habe,
und verneinte einen Anspruch
des
Versicherten auf
Arbeitslo
senent
schä
digung
für die Zeit ab 1.
September 2014
wegen Nichterfüllung der
Anspruchs
vo
raus
setzung
der genügenden
Bei
trags
zeit
. Die
vom
Versicherten am
3.
Oktober 2014
dagegen erhobene Ein
spra
che (Urk.
10/47
) wies die Arbeitslo
sen
kasse
Unia
mit Entscheid vom
4.
Novem
ber 2014 (
Urk.
10/43 =
Urk. 2) ab.
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom
4.
November 2014
(Urk. 2) erhob
der
Ver
si
cherte am
2
2.
November 2014 (Poststempel;
Urk.
1)
Beschwerde und be
an
tragte
sinngemäss
, dieser sei aufzuheben und es sei
ihm
ab
1
8.
September 2014
,
eventuell ab
1.
September 2014
Arbeitslosenentschädigung auszurichten. Mit Be
schwerde
antwort vom
1
5.
Dezember 2014 (
Urk.
9)
beantragte die Arbeits
lo
sen
kasse
Unia
die Abweisung der Beschwerde. Eine Kopie dieser Eingabe wurde dem
Beschwerdeführer am
6. Januar 2015
zugestellt (Urk.
13
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 8 Abs. 1
lit
. e des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeits
lo
sen
v
ersicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) hat Anspruch auf
Ar
beits
losenentschädigung
, wer die Beitragszeit erfüllt hat oder von der Er
fül
lung der Beitragszeit befreit ist. Die Beitragszeit hat laut Art. 13 Abs. 1 AVIG erfüllt, wer
innerhalb der dafür vorgesehenen Rahmenfrist während mindestens zwölf Mona
ten eine beitragspflichtige Beschäftigung ausge
übt hat, wobei ge
mäss Abs. 2 dieser Bestimmung unter anderem Zeiten angerechnet werden, in denen die ver
sicherte Person zwar in einem Arbeitsverhältnis steht, aber wegen Krankheit oder
Unfalls keinen Lohn erhält und daher keine Beiträge bezahlt (
lit
. c; BGE 131 V 444 E. 1.2 und E. 3.3; ARV 2004 S. 115, C 127/02).
1.2
Gemäss Art. 11 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversiche
rung
und die
In
solvenz
entschädigung
(AVIV) zählt als Beitragsmonat jeder volle Ka
lendermonat, in dem die versicherte Person beitragspflichtig ist (Abs. 1).
Bei
trags
zeiten
, die nicht einen vollen Kalendermonat umfassen, werden zusam
men
ge
zählt. Je 30 Kalendertage gelten als ein Beitragsmonat (Abs. 2). Die den
Bei
trags
zeiten
gleichgesetzten Zeiten (Art. 13 Abs. 2 AVIG) und Zeiten, für die der Ver
sicherte einen Ferienlohn bezogen hat, zählen in gleicher Weise (Abs. 3). Die
Bei
tragszeit
von Teilzeitbeschäftigten wird nach den gleichen Regeln ermit
telt wie bei Arbeitnehmern mit Vollzeitbeschäftigung. Übt die versicherte Per
son gleichzeitig mehrere Teilzeitbeschäftigungen aus, so wird die Beitragszeit nur ein
mal gezählt (Abs. 4).
1.3
Gemäss Art. 9 AVIG gelten für den
Leis
tungsbezug
und für die Beitragszeit, sofern dieses Gesetz nichts anderes vor
sieht, zweijährige Rahmenfristen (Abs. 1). Die Rahmenfrist für den
Leistungsbe
zug
beginnt mit dem ersten Tag, für den sämtliche Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind (Abs. 2). Die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor diesem Tag (Abs. 3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Einspracheentscheid vom
4.
November 2014 (Urk. 2) davon aus, dass der Beschwerdeführer in der
Rah
men
frist
für die Beitragszeit vom
1.
September 2012 bis 3
1.
August 2014
wäh
rend
der Zeit vom 1
5.
August bis
6.
Dezember 2013 bei der
Firma Y._
und
während der Zeit
vom
1.
Januar bis 3
1.
August 2014 bei der
Firma Z._
und somit während insgesamt 11.793 Monaten beitragspflichtige Beschäftigungen ausgeübt habe (S. 2), und dass er damit
die für den
Leistungs
an
spruch
vorausgesetzte
Mindestb
eitragszeit von 12 Monaten nicht erfülle,
wes
halb ein
Leis
tungsanspruch
zu verneinen sei
.
2.2
Der Beschwerdeführer bringt
hiegegen
vor, dass
er auf Grund eines im Rahmen
eines Personalverleiharbeitsverhältnisses mit der
Firma Y._
abge
schloss
enen Einsatzvertrages bis
6.
Dezember 2013 bei der
Firma Y._
gearbeitet habe
, dass er ab
7.
Dez
ember 2013 von der
Firma Z._
als Arbeitnehmer übernommen worden
sei
, weshalb ihm die Zeit vom
7.
bis 3
1.
Dezember 2013 als Beitragszeit anzurechnen sei (
Urk.
10/22,
Urk.
10/47).
Beschwerdeweise (
Urk.
1) macht der Beschwerdeführer
zusätzlich
geltend, dass er
in der Zeit vom
2.
bis 1
7.
September 2014 eine beitragspflichtige Beschäfti
gung
ausgeübt habe, weshalb eine Anspruchsberechtigung jedenfalls ab 1
8.
Septem
ber
2014 ausgewiesen sei. Dazu reichte der Beschwerdeführer ein von der
Firma A._
, unterzeichnetes Formular „Bescheinigung
über den Zwischenverdienst“ vom 2
5.
September 2014 (Urk. 3/6) ein, wonach der
Beschwerdeführer für diese in der Zeit vom
2.
bis 1
7.
September 2014
Arbeits
ein
sätze
ausführte.
3.
3.1
Für die Umschreibung des Prozessthemas ist nach den Regeln über den
Anfech
tungs
- und Streitgegenstand zu verfahren. Streitgegenstand im System der nach
träglichen
Verwal
tungsrechtspflege
ist das Rechtsverhältnis, welches - im Rah
men des durch die Verfügung bestimmten
Anfechtungsgegen
standes
- den
auf
grund der Beschwerdebegehren effektiv angefochtenen
Verfügungsgegen
stand
bildet. Anfechtungsgegenstand und Streit
gegenstand sind identisch, wenn die
Ver
fügung ins
gesamt angefochten wird. Bezieht sich demgegenüber die Be
schwer
de nur auf einzelne der durch die Verfügung be
stimmten Rechtsverhält
nisse, gehören die nicht beanstan
deten Rechts
verhältnisse zwar wohl zum
An
fech
tungs
-, nicht aber zum Streitgegenstand.
Die Frage nach der Festlegung des Anfechtungsgegenstandes beurteilt sich nicht ausschliesslich auf Grund des effektiven Inhalts der Verfügung. Wohl bilden zu
nächst diejenigen Rechtsverhältnisse Teil des Anfechtungsgegenstandes, über welche die Verwaltung in der Verfügung tatsächlich eine Anordnung getroffen
hat. Zum beschwerdeweise anfechtbaren Verfügungsgegenstand gehören aber - in
zweiter Linie - auch jene Rechtsverhältnisse, hinsichtlich deren es die Ver
wal
tung zu Unrecht unterlassen hat, verfügungsweise zu befinden. Dies ergibt sich aus dem Untersuchungsgrundsatz und dem Prinzip der Rechtsanwendung von Amtes wegen (
Art.
43 und
Art.
61
lit
. c ATSG Verbindung mit
§
23
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgerichts; Urteil des Bundesgerichts I 3/03
vom 2
3.
September 2003 E. 1.2).
3.2
Der Beschwerdeführer hat sich am 2
8.
Juli (
Urk.
10/95) beziehungsweise am
2
9.
Juli 2014 (
Urk.
10/91) für einen Leistungsbezug ab
1.
September 2014 bei den
Organen der Arbeitslosenversicherung angemel
det, weshalb die
Beschwerde
geg
nerin
mit der Verfügung vom 3
0.
September 2014 (
Urk.
10/57-59) und dem
diese bestätigenden Einspracheentscheid vom
4.
November 2014 (
Urk.
2) über den
Leistungsanspruch des Beschwerdeführers ab
1.
September 2014 befand. Die
Be
schwerdegegnerin
hatte
bis zum Erlass des angefochtenen
Einsprache
entscheids
keine Kenntnis der vom Beschwerdeführer bei der
Firma A._
ausgeübten Tätigkeit. Den Akten ist vielmehr zu entnehmen, dass die Beschwerdegegnerin erst in vorliegendem
Beschwerde
ver
fahren
davon Kenntnis
erhielt
(vgl.
Urk
.
10/19-20,
Urk.
10/28). Einen Anspruch auf
Arbeitslosen
ent
schä
digung
für die Zeit ab 1
8.
September 2014
erhob
der Beschwerdeführer sodann erstmals mit seiner Beschwerde vom 2
1.
November 2014 (
Urk.
1).
3.3
Die
Frage nach einem Leistungsanspruch des Beschwerdeführers ab 1
8.
Septem
ber 2014
gehört daher nicht zum Gegenstand
des angefochtenen
Einsprache
ent
scheid
es
vom
4.
November 201
4.
Da die Beschwerdegegnerin auch nicht ver
pflich
tet
war
darüber zu befinden,
gehört diese Frage nicht zum
An
fechtungs
gegenstand
des vorliegenden Verfahrens. Letzterer umfasst vielmehr aus
schliess
lich den Anspruch des Beschwerdeführers auf
Arbeitslosentschädi
gung
ab
1.
September 2014 innerhalb einer Rahmenfrist für den Leistungsbezug vom
1.
September 2014 bis 3
1.
September 2016 sowie
im Rahmen
einer
Rah
menfrist
für die Beitragszeit vom
1.
September 2012 bis 3
1.
August 201
4.
Insoweit der Beschwerdeführer einen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung mit Beginn ab 1
8.
September 2014 geltend machen will (
Urk.
1)
,
ist auf seine Beschwerde daher nicht einzutreten.
4.
4.1
Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer innerhalb einer Rahmenfrist für die Beitragszeit vom
1.
September 2012 bis 3
1.
August 2014
während min
des
tens zwölf Monaten eine beitragspflichtige Beschäftigung ausge
übt hat
(vor
stehende E. 1.1).
4.2
Für die Bestimmung des Beitragsmonats
im Hinblick auf
die Ermittlung der
Bei
tragszeit
kommt es auf die formale Dauer des Arbeitsverhältnisses an. Dies be
deutet, dass jeder Monat, in wel
chem
die versicherte Person
aufgrund eines während dieses ganzen Monats dauernden Arbeitsverhältnisses eine beitrags
pflichtige Beschäftigung ausgeübt hat, als voller Kalendermonat angerechnet wird.
Ausser Betracht fallen jene Kalendermonate innerhalb des Arbeitsverhält
nisses, in denen die versicherte Person an gar keinem Tag gearbeitet hat (BGE
130 V 492 E
. 2
).
Beitragszeiten, die nicht einen vollen Kalendermonat u
mfassen, werden zusammengezählt, wobei je
30 Kalendertage als ein
Bei
tragsmonat
gel
ten (
Art.
11
Abs.
2 AVIV
). Massgebend ist daher, wann eine ver
sicherte Person im Verlaufe der zweijährigen
Rah
menfrist
für die Beitragszeit in einem oder mehreren Arbeitsverhältnissen stand. Innerhalb der rechtlichen Dauer dieser Arbeitsverhältnisse ist von den Werktagen auszugehen, unabhän
gig davon, ob und wie viel die versicherte Person an ihnen tatsächlich gearbei
tet hat; die Zahl dieser Werktage ist mit dem Faktor 1.4 in Kalendertage umzu
wandeln.
Als Werktage gelten nur die Tage von Montag bis Freitag. Es werden auch dieje
ni
gen Werktage innerhalb eines Arbeitsverhältnisses in Beitragszeit umgerechnet, an denen nicht
gearbeitet worden ist. Arbeits
tage, die auf einen Samstag oder Sonntag fallen, werden Werktagen gleichgestellt, wenn diese wö
chentlich deren 5 nicht übersteigen.
Solchermassen ermittelte
Kalender
tage
entsprechen einem vollen Beitragsmonat, wenn sie die Zahl 30 erreichen (BGE 122 V 249, 256).
Bei
Teil
zeitbeschäftigten
muss die Beitragszeit
in Bezug auf den Teil der Zeit erfüllt sein, für den ein Arbeitsausfall geltend gemacht wird (BGE 121 V 336 E. 4).
4
.3
Die Ausübung einer an sich beitragspflichtigen Beschäftigung bildet
Beitrags
zeiten
, wenn und soweit
hiefür
effektiv ein Lohn ausbezahlt wird. Mit dem Er
fordernis des Nachweises effektiver Lohnzahlung sollen und können Missbräu
che im Sinne fiktiver Lohnvereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeit
nehmer verhindert werden. Dem Nachweis tatsächlicher Lohnzahlung kommt dabei nicht der Sinn einer selbstständigen Anspruchsvoraussetzung zu, wohl aber
jener eines bedeutsamen und in kritischen Fällen unter Umständen aus
schlaggebenden Indizes
für die Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäfti
gung
. Soweit eine solche Beschäftigung nachgewiesen, der exakte ausbezahlte Lohn jedoch unklar geblieben ist, hat eine Korrektur über den versicherten Ver
dienst zu erfolgen (BGE 131 V 444 E.
3.2.3; ARV 2008 S.
314, 2007 S.
46 E. 2.1).
4.4
Gemäss der Rechtsprechung
gelten
jene Tage,
an denen die versicherte Person zwar nicht mehr gearbeitet hat, die aber vom Arbeitgeber im Falle der unge
rechtfertigten Entlassung bis zum Ablauf der massgebenden Kündigungsfrist noch zu
entlöhnen
sind, als Beitragszeit, sofern die strittigen Lohn- und Ent
schä
digungsansprüche mit rechtskräftigem Urteil zugesprochen worden sind. Gleich zu behandeln ist eine im Konkursverfahren rechtskräftig kollozierte For
derung für Kündigungslohn, eine Einstellung des Konkurses mangels Aktiven sowie der Abschluss eines Vergleichs (Urteil des Bundesgerichts BGE 8C_226/2007 vom
16.5.2008 E.
5.1; BGE 126 V 368 E.
3c/
aa
, BGE 119 V 491 E
.
3c; vgl. Staat
s
sek
re
tariat für Wirtschaft,
seco
,
AVIG-Praxis ALE
,
Ziff.
B158).
5.
5.1
Den Akten ist zu entnehmen,
dass der Beschwerdeführer mit der
Firma Y._
im Rahmen eines Personalarbeitsverleihvertragsverhältnisses ei
nen
Einsatz
vertrag
für einen Arbeitseinsatz bei der
Firma Z._
bei einem
Ein
satzbeginn
am 1
5.
August 2013 vereinbarte (
Urk.
10/33-34). Gemäss der
Arbeit
geber
bescheinigung
vom 1
3.
August 2014 (
Urk.
10/73-74) hat das Arbeitsver
hält
nis
zwischen dem Beschwerdeführer und der
Firma Y._
beziehungs
weise der Arbeitseinsatz für diese bei der
Firma Z._
vom 1
5.
Augu
st bis
6.
Dezember 2013 gedauert, wobei der
6.
Dezember 2013 der letzte Arbeitstag des
Beschwerdeführers gewesen sei und die Lohnzahlung bis zu diesem Datum erfolgt
sei
. Die Beendigung des Arbeitsverhältnisses umschrieb die
Firma Y._
folgendermassen: „Übernahme durch unse
ren Kunden, bei welchem er den
Temp
.-Einsatz hatte“ (
Ziff.
13).
Mit Arbeits
zeugnis vom 1
5.
August 2014 (
Urk.
10/75) gab die
Firma Y._
an, dass das Arbeits
verhältnis mit dem Beschwerdeführer geendet habe, weil dieser auf Grund
seiner guten Arbeitsleistungen von einem ihrer Kunden übernommen worden sei.
Damit übereinstimmend führte die
Firma Y._
mit Mail vom
2.
Oktober 2014 (
Urk.
10/48) aus, dass der Beschwerdeführer am
6.
Dezember 2014 seinen letzten Arbeitstag bei ihr gehabt habe und anschlies
send ab
7.
Dezember 2014 von ihrer Kundin, der
Firma Z._
, als Arbeitnehmer übernommen worden sei.
5.2
Gemäss dem vom Beschwerdeführer mitunterzeichneten Arbeitsvertrag vom 2
0.
Dezember 2013 beziehungsweise vom 1
2.
März 2014
(
Urk.
10/79-81) hat der Beschwerdeführer
mit der
Firma Z._
ein Arbeitsverhältnis mit Be
ginn am
1.
Januar 2014 vereinbart. Damit übereinstimmend gab die
Firma Z._
in der Arbeitgeberbescheinigung vom 3
1.
Juli 2014
(Urk. 10/76-77) eine Dauer des Arbeitsverhältnisses vom
1.
Januar bis 3
1.
August
2014 (
Ziff.
2) an.
In den Akten befinden sich sodann Lohnabrech
nungen der
Firma Z._
für die Zeit vom
1.
Januar bis 3
1.
Juli 2014 (Urk. 10/60-66).
5.3
Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass
das Arbeitsverhältnis mit der
Firma Y._
durch Übernahme beziehungsweise durch eine Neuanstellung durch die
Firma Z._
geendet habe
. Er macht indes geltend, dass er von der
Firma Z._
bereits per
7.
Dezember 2013 und nicht erst per
1.
Januar 2014 als Mitarbeiter übernommen worden sei (
Urk.
10/47, Urk. 10/36-37).
5.4
In Anbetracht des vom Beschwerdeführer mitunterzeichneten Arbeitsvertrags mit der
Firma Z._
vom 2
0.
Dezember 2013 beziehungsweise vom 1
2.
März 2014, worin ein Beginn des Arbeitsverhältnisses per
1.
Januar 2014 ver
einbart wurde, sowie auf Grund des Umstandes, dass Lohnabrechnungen der
Firma Z._
erst für die Zeit ab
1.
Januar 2014
vorliegen
, erscheint das Bestehen eines Arbeitsverhältnisses mit der
Firma Z._
für die Zeit vor dem
1.
Januar 2014 jedenfalls nicht mit dem massgebenden
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als ausgewiesen. In Würdigung der gesamten Umstände ist vorliegend vielmehr von einem Beginn
des
Arbeitsver
hältnisses zwischen dem Beschwerde
führer und der
Firma Z._
am
1.
Januar 2014 auszugehen.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt der Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit der
Firma Y._
.
6.2
Gemäss
Art.
335c Abs. 1 des Obligationenrechts (OR) kann das Arbeitsverhältnis nach Ablauf der Probezeit im ersten Dienstjahr mit einer Kündigungsfrist von einem Monat auf das Ende eines Monats gekündigt werden.
Für
Temporärange
stellte
sieht
Art.
19
Abs.
4 des
Bundesgesetzes über die Arbeitsvermittlung und
den Personalverleih (Arbeitsvermittlungsgesetz, AVG) für die ersten sechs Mo
nate
verkürzte Kündigungsfristen vor, nämlich mindestens zwei Tage während der ersten drei Monate ununterbrochener Anstellung und sieben Tage vom vierten bis und mit dem sechsten Monat. Es handelt sich dabei um Arbeits- und nicht um Kalendertage
(
Ullin
Streiff
/Adrian von
Kaenel
/Roger Rudolph, Ar
beitsver
trag, 7. Aufl., Zürich 2012,
Art.
335c OR N 7).
Davon abweichend vereinbarten der Beschwerdeführer und die
Firma Y._
eine Kündigungsfrist von 7 Kalendertagen
zwischen dem vierten und sieb
ten Monat eines Arbeitseinsatzes
(
Urk.
10/34).
6.3
Anhaltspunkte für eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses mit dem
Beschwer
deführer
durch die
Firma Y._
lassen sich den Akten nicht entnehmen. Eine Kündi
gung des Arbeitsvertrages wird von den Parteien auch nicht gelten
d
gemacht.
Der Beschwerdeführer vertritt vielmehr die Meinung, dass das Arbeits
verhältnis mit der
Firma Y._
durch Übernahme beziehungsweise
durch eine Neuanstellung durch die
Firma Z._
am
6.
Dezember 2013
geendet habe (vorstehende E. 5.3).
6.4
Ein Arbeitsverhältnis endet nicht nur bei Fristablauf oder durch Kündigung.
Auf Grund der Vertragsfreiheit sind die Parteien des Arbeitsvertrages frei, das Ar
beitsverhältnis jederzeit
im gegenseitigen Einverständnis
durch vertragliche Ei
ni
gung formlos
,
sogar durch konkludentes Verhalten, zu beenden. Allerdings darf
das Vorliegen eines solchen Vertrages nicht leichthin angenommen wer
den, weil damit der Kündigungsschutz für den Arbeitnehmer entfällt
(Urteil des Bun
desgerichts 4C
_
62/2001
vom 8. Juni 2001
E. 3b)
.
6.5
Nach Art. 341 Abs. 1 OR kann der
Arbeitnehmende
während des Arbeitsverhält
nisses und einen Monat danach nicht auf Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis
verzichten, die sich aus unabdingbaren Gesetzes
bestimmungen ergeben. Des
halb
ist ein Aufhebungsvertrag ohne Einhaltung der Kündigungsfrist nur zu
läs
sig, sofern damit nicht nur der Arbeitnehmer auf die Lohnfortzahlung verzich
tet, sondern auch der Arbeitgeber auf die während der Kündigungsfrist geschul
dete Arbeitsleistung.
Diesfalls
liegt kein einseitiger Verzicht, sondern ein zuläs
siger
Vergleich vor (Urteil des Bundesgerichts 4C.22/2000 vom 27. Juni 2000 E.
3b; BGE
118 II 58 E. 2b).
6.6
In Würdigung der
Akten ist vorliegend davon auszugehen
, dass der
Beschwer
deführer nach dem
6.
Dezember 2013 der
Firma Y._
weder seine Ar
beitskraft offeriert noch sich bei dieser entsprechend gemeldet hat, weshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer konkludenten Auflösung des Ar
beitsverhältnisses zwischen der
Firma Y._
und dem Kläger im
gegen
sei
tigen Einverständnis
per
6.
Dezember 2013
auszugehen ist. Mit diesem
Auf
he
b
ungsvertrag
hat der Kläger nicht einseitig auf eine Lohnfortzahlung ver
zich
tet, sondern es hat auch die
Firma Y._
auf die während der Kün
di
gungsfrist geschuldete Arbeitsleistung verzichtet.
Es handelt
sich
dabei daher
nicht um einen einseitigen Lohnver
zicht, son
dern um einen zulässigen Ver
gleich.
6.7
Nach Gesagtem steht fest, dass die Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäf
tigung durch den Beschwerdeführer in der Zeit vom
7.
bis 3
1.
Dezember 2013 nicht erstellt ist.
7.
7.1
In der Rahmenfrist für die Beitragszeit vom
1.
September 2012 bis 3
1.
August 2014
hat der Beschwerdeführer einerseits
während der Zeit vom 1
5.
August bis
6.
Dezember 2013 bei der
Firma Y._
eine beitragspflichtige Beschäfti
gung
ausgeübt. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass der Zeitraum vom 1
5.
bis 3
1.
August 2013 12 Werktage und umgerechnet mit dem Faktor 1.4 (
vgl.
vor
stehende E.
4.2
) 16.8 Kalendertage und der Zeitraum vom
1.
bis
6.
Dezember 2013
fünf
Werktage und umgerechnet mit dem Faktor 1.4 sieben Kalendertage umfasst.
Für
die
Dauer der Beschäftigung vom 1
5.
August bis
6.
Dezember 2013
resultiert daher eine
Beitragszeit von 3.7
93 Monaten (16.8 ÷ 30 Tage + 3 Mo
nate
+ 7 ÷ 30 Tage).
7.2
Andererseits hat der Beschwerdeführer während der Zeit vom
1.
Januar bis
3
1.
August 2014 und somit während 8 Monaten bei der
Firma Z._
eine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt.
Insgesamt hat der Be
schwer
de
führer in der Rahmenfrist für die Beitragszeit vom
1.
September 2012 bis 3
1.
August 2014
daher
lediglich eine Beitragszeit von 11.793 Monate nach
ge
wiesen
. Damit hat er die
Mindestbeitragszeit von 12 Monaten nicht erfüllt.
8.
Demzufolge ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin mit dem an
gefochtenen Einspracheentscheid vom
4.
November 2014 (
Urk.
2) einen An
spruch
des Beschwerdeführers auf
Arbeitslosenent
schä
digung
für die Zeit ab 1. Septem
ber 2014 wegen Nichterfüllung der
Anspruchs
vo
raus
setzung
der ge
nügenden
Bei
tragszeit
verneinte, so dass die Beschwerde abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist.