Decision ID: db4c02b4-4da6-5ed9-99e1-e66f42bbf4c0
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
H._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Jean-Pierre Menge, Quaderstrasse 5, Postfach
26, 7002 Chur,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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St.Galler Gerichte
Sachverhalt:
A.
A.a H._ (Jahrgang 1958) meldete sich am 5. Oktober 2005 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an. Sie gab dabei an, Hausfrau zu sein und keine
Berufsausbildung zu besitzen. Sie habe drei Söhne, die 1987, 1988 und 1992 geboren
worden seien. Der Ehemann beziehe bereits Leistungen der Invalidenversicherung (IV-
act. 1). Aus dem IK-Auszug ist ersichtlich, dass die Versicherte ab Dezember 1997
Arbeitslosenentschädigung bezogen und an einem Einsatzprogramm KIGA in A._
teilgenommen hatte. Sodann hatte sie ab 2000 den Beitrag für Nichterwerbstätige
geleistet (IV-act. 3). Dr. med. B._, FMH Allgemeine Medizin, berichtete der IV-Stelle
des Kantons St. Gallen am 26. Oktober 2005, die Versicherte leide an einem cerviko-
brachialen Schmerzsyndrom beidseits, einer Hypertonie sowie einer
Medikamentenallergie (auf sämtliche Analgetika). Seit Dezember 2004 sei die
Versicherte deshalb vollumfänglich arbeitsunfähig. Dr. B._ gab an, die Versicherte sei
Hausfrau und fühle sich auf Grund der schmerzbedingten
Beweglichkeitseinschränkung von Nacken und Schulter für jegliche Arbeit unfähig (IV-
act. 8). Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) Ostschweiz erachtete am 24. November
2005 eine Begutachtung als erforderlich (IV-act. 11). Am 30. November 2005
beauftragte die IV-Stelle Dr. med. C._, Rheumatologie FMH, mit der Begutachtung.
Neben den Standardfragen ersuchte die IV-Stelle um Plausibilisierung der Vor-Ort-
Abklärung aus medizinischer Sicht (IV-act. 13).
A.b Am 10. März 2006 fand die Abklärung im Haushalt der Versicherten vor Ort statt.
Die Abklärungsperson hielt fest, die Versicherte spreche kein Deutsch, weshalb der
Ehemann übersetze. Die Versicherte habe angegeben, sie leide seit zwei bis drei
Jahren täglich an Nacken- und Brustbeschwerden. Seit sie Allergien bekommen habe,
könne sie die Medikamente nicht mehr nehmen. Physiotherapie habe ihr gar nicht
geholfen. Im November und Dezember 1998 sei sie einer 100%igen Tätigkeit in einem
Einsatzprogramm nachgegangen. Wenn sie gesund wäre, würde sie einer 50%
Tätigkeit zum Beispiel als Raumpflegerin nachgehen, einerseits aus finanziellen
Gründen, andererseits als Beschäftigung und Ausgleich, da die Kinder nun schon
grösser seien. Die Versicherte führte aus, sie könne nur noch kleine Arbeiten im
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Haushalt verrichten, die Kinder übernähmen sämtliche Reinigungsarbeiten. Einkaufen
gehe sie nicht. Die Abklärungsperson ermittelte bei einem Gesamtaufwand von 3.37
Stunden pro Tag eine Einschränkung im Haushalt von 45.17%. Den
Familienmitgliedern wurde eine Mithilfe von eineinhalb Stunden pro Tag im Bereich
Ernährung und einer halben Stunde im Bereich Wohnungspflege als
Schadenminderungspflicht zugemutet. Der Ehemann beziehe eine ganze Invalidenrente
inklusive BVG-Rente von Fr. 4'600.-- pro Monat. Er sei mehr oder weniger den ganzen
Tag zu Hause, so dass ihm eine Mithilfe zugemutet werden könne. Der älteste Sohn sei
in der Lehre, die übrigen beiden Söhne gingen noch zu Schule. Die Versicherte wurde
zu 50% als im Erwerb Tätige und zu 50% im Haushalt Tätige qualifiziert (IV-act. 19).
A.c Dr. C._ erstattete am 26. April 2006 das Gutachten. Der Untersuch der
Versicherte hatte am 18. Januar 2006 stattgefunden, wobei der Ehemann übersetzt
hatte. Als Hauptdiagnosen (mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) führte Dr. C._ ein
chronifiziertes panvertebrales und im Bereich des oberen Stamms und der Oberarme
beidseits diffuses Schmerzsyndrom bei Hohlrundrücken, diskreter Skoliose, (Osteo-)
Chondrose C5/6, beginnend C6/7, mit begleitender ventraler Spondylose,
Spondylarthrose und initialer Unkovertebralspondylose auf den entsprechenden
Niveaus, ventraler Spondylose der mittleren BWS, Th8/9 rechts lateral überbrückend
sowie Schmerzverarbeitungsstörung auf. Ohne wesentliche Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit bestehe eine Adipositas, eine anamnestische Polyallergie auf diverse
Analgetika, ein St. n. Tubensterilisation, eine arterielle Hypertonie, ein Eisenmangel
sowie Senk-/Spreizfüsse beidseitig. Der Rheumatologe führte aus, die Versicherte habe
acht Jahre lang in Mazedonien die Grundschule besucht und verfüge über keine
Berufsausbildung. Der 19-jährige Sohn stehe in einer Berufsausbildung als Elektriker,
die 13- und 18-jährigen Söhne stünden im 7. beziehungsweise im 10. Schuljahr. Alle
Kinder seien noch im Haushalt ihrer Eltern wohnhaft. Ein vierter Sohn, welcher aktuell
10 jährig sei, habe das Ehepaar einem Bruder des Ehemannes zur Adoption
freigegeben. Erste muskuloskelettalen Beschwerden im Schulter-/Nackenbereich seien
2002 aufgetreten. Die Versicherte habe mit der Konsultation des Hausarztes bis 2004
zugewartet. Sie leide an Dauerschmerzen im Schulter-/Nackenbereich, in beiden
Armen und Handgelenken sowie im Bereich der oberen Thoraxapertur. Diese
Schmerzen seien vor allem in der Nacht ausgeprägt. Seit 2004 leide sie sodann an
Drehschwindelgefühlen, die fünf- bis sechsmal pro Tag aufträten, sowie drei- bis
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viermal wöchentlich an Kopfschmerzen. Sie sei häufig müde und schnell erschöpft.
Wegen den chronischen Schmerzen sei sie "traurig" geworden. Im Haushalt könne sie
weder leichte noch schwere Tätigkeiten ausführen. Der Rheumatologe gab an, er habe
bei der körperlichen Untersuchung ein panvertebrales und im Bereich des oberen
Stamms und der Oberarme beidseits ein diffuses, generalisiertes Schmerzsyndrom
gefunden, das sich nicht auf organisch fassbare Strukturen lokalisieren lasse. Sodann
bestehe eine deutliche Diskrepanz zwischen den von der Versicherten geschilderten
Beschwerden und den objektivierbaren objektiven Befunden. Die im PACT-Test
ermittelte Selbsteinschätzung sei mit 8 von 200 möglichen Punkten ausgesprochen
tief. Zusammenfassend lasse sich die durch den Hausarzt attestierte 100%ige
Arbeitsunfähigkeit der Versicherten aus internistisch-rheumatologischer Sicht nicht
nachvollziehen. Es bestehe keine Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit für
wechselbelastende, leichte bis höchstens mittelschwere Tätigkeiten unter Vermeidung
repetitiven Lastenhebens über 10 bis 12.5 kg. Auch die im nachträglich zugestellten
Abklärungsbericht Haushalt ermittelte Einschränkung von rund 48% könne aus
internistisch-rheumatologischer Sicht nicht nachvollzogen werden und beruhe auf den
Angaben der Versicherten, die sich subjektiv schwer krank fühle. Eine allfällig
psychiatrisch begründete Arbeitsunfähigkeit könne er nicht beurteilen, dazu müsste ein
psychiatrisches Gutachten eingeholt werden (IV-act. 20). Der RAD-Arzt Dr. D._
erachtete in seiner Stellungnahme vom 26. Mai 2006 das Gutachten von Dr. C._ als
sorgfältig und umfassend und empfahl eine psychiatrische Begutachtung beim
Externen Psychiatrischen Dienst (EPD) E._ (IV-act. 21).
A.d Dr. med. F._ vom EPD erstattete am 9. November 2006 das Gutachten. Der
Psychiater hat die Versicherte in ihrer Muttersprache untersucht. Er hielt zur Anamnese
fest, die Versicherte habe keinen Beruf erlernt, sich aber durch Kurse das Schneidern
von Kleidern angeeignet. Dr. F._ führte aus, die Versicherte leide seit Mitte 2002 an
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.5) sowie einer
mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11). Die
Versicherte habe von einem andauernden, schweren und quälenden Schmerz
berichtet, der durch einen physiologischen Prozess oder eine körperliche Störung nicht
vollständig erklärt werden könne. Die Beschwerden erfüllten die Kriterien für eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Obwohl der Schmerz in Verbindung mit
emotionalen Konflikten oder psychosozialen Problemen auftrete, seien diese während
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des Gesprächs vom 7. Juli 2006 vehement von der Versicherten verneint worden. Auf
Grund einer einmaligen Untersuchung sei es für sie aus kultureller Sicht mit
Schamgefühlen verbunden, über die familiäre Problematik zu sprechen. Aus
psychiatrischer Sicht sei die Versicherte auf Grund der anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung und mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom
zu 50% arbeitsunfähig. Ausserhalb des Haushaltes seien zum aktuellen Zeitpunkt keine
adaptierten Tätigkeiten zumutbar. Die Versicherte könne höchstens zwei bis drei
Stunden pro Tag im Haushalt leisten. Die ermittelte Einschränkung von 45% bei der
Haushaltsabklärung vom 10. März 2006 sei aus psychiatrischer Sicht gut zu begründen
und auf 50% zu erhöhen (IV-act. 25). Auf Nachfragen der IV-Stelle präzisierte Dr. F._,
auf Grund der mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom sowie
der daraus entwickelten anhaltenden somatoformen Schmerzstörung sei die
Versicherte aus psychiatrischer Sicht zu 50% arbeitsunfähig. Die festgelegte
Arbeitsfähigkeit von 50% sei nur mittels Heimarbeit zu verwerten (IV-act. 32). Der RAD-
Arzt Dr. G._ nahm darauf mit dem Psychiater erneut Rücksprache. In seiner
Stellungnahme vom 19. März 2007 hielt Dr. G._ fest, die Restarbeitsfähigkeit könne
auf Grund der mittelgradig ausgeprägten Depression mit Auftreten von deutlich
vermehrten Angstzuständen, insbesondere mit Sterbensängsten ausserhalb der
Wohnung, nur mit einer Heimarbeit verwertet werden (IV-act. 33). Gemäss einer
weiteren Rücksprache mit Dr. G._ gab Dr. F._ am 22. August 2007 an, aus
psychiatrischen Gründen bestehe eine (generelle) Leistungsverminderung von 50%,
betreffend Zeitpensum bestehe keine Einschränkung (IV-act. 35).
A.e Gemäss der internen Aktennotiz vom 24. August 2007 ging die IV-Stelle von einer
Qualifikation 50% Erwerb und 50% Tätigkeit im Haushalt aus. Den Invaliditätsgrad
bemass sie an Hand eines Einkommensvergleichs im Erwerb gemäss den Tabellen der
schweizerischen Lohnstrukturerhebungen (LSE) und gestützt auf die psychiatrisch
attestierte Arbeitsfähigkeit im Haushalt. Dabei ermittelte sie eine Einschränkung im
Erwerb von 57% und im Haushalt von 50%, woraus ein Teilinvaliditätsgrad im Erwerb
von 28.5% und im Haushalt von 25%, beziehungsweise ein Invaliditätsgrad von 53.5%
resultierte (IV-act. 36). Die IV-Stelle erklärte diese Aktennotiz für ungültig und hielt in
ihrer Korrektur vom 12. September 2007 fest, die Qualifizierung der Versicherten als
Teilerwerbstätige sei nicht nachvollziehbar, nachdem die Versicherte zeitlebens nie
erwerbstätig gewesen sei. Die Versicherte hätte auch im gesunden Zustand keine reelle
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Chance auf einen Arbeitsplatz. Aus somatischer Sicht sei die Versicherte weiterhin zu
100% arbeitsfähig. Die Einschränkung der Leistungsfähigkeit beziehe sich
ausschliesslich auf die psychiatrische Erhebung. Mit Blick auf das Gutachten von Dr.
F._ sei der Versicherten die Tätigkeit im Haushalt zwei bis drei Stunden pro Tag
zumutbar. Die Haushaltsabklärung habe einen Haushaltsaufwand von 3.37 Stunden
pro Tag ermittelt. Diese Zahl sei objektiv gesehen für einen fünf Personen Haushalt
vergleichbar tief. Im Vergleich zu den medizinisch attestierten 2.5 Stunden pro Tag
resultiere eine zeitliche Leistungseinbusse von 26%, weshalb das IV-Gesuch mit
diesem IV-Grad abzuweisen sei (IV-act. 37).
A.f Mit Vorbescheid vom 13. September 2007 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht. Sie führte dazu aus, gemäss ihren
Unterlagen sei die Versicherte weder in Mazedonien noch in der Schweiz je
erwerbstätig gewesen. Sie gehe deshalb davon aus, dass die Versicherte auch bei
voller Gesundheit keiner Erwerbstätigkeit nachgehen würde, sondern wie bis anhin als
Hausfrau tätig wäre. Ihre Abklärungen hätten ergeben, dass die Versicherte in ihrem
Aufgabenbereich als Hausfrau im Rahmen von 26% eingeschränkt sei. Da der
Invaliditätsgrad unter 40% liege, bestehe kein Rentenanspruch (IV-act. 41). Am
28. September 2007 teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, sie beantrage eine
Fristverlängerung von drei Monaten für den Einwand gegen den Vorbescheid vom
13. September 2007. Sie begründete ihr Gesuch damit, dass ihr Hausarzt ein MRI der
HWS habe anfertigen lassen, deren Befund sie beilege. Sie werde zu einem weiteren
Arzt gehen, dessen Befund sie wiederum einreichen werde (IV-act. 46). Dr. med. I._,
Radiologie FMH, hielt in seinem Bericht vom 26. September 2007 fest, das MRI der
HWS zeige eine multisegmentäre Diskusdegeneration mit Osteochondrose und
ventraler sowie auch dorsaler Spondylose mit Schwerpunkt C5/6 und C6/7. Sodann
bestehe eine breitbasige Diskusprotrusion C3 bis C7 und deutliche
Spinalkanalstenosen C4/5 und weniger ausgeprägt auch C5/6 sowie wiederum
leichtgradig C6/7. Im Segment C4/5 und C5/6 zeige sich eine leichte Dekonfiguration
des Myelons und ein praktisch aufgehobener Liquorraum auf Grund der Stenose.
Schliesslich seien minimale Signalinhomogenitäten im Myelon auf Höhe C4/5 fraglich,
wobei allerdings Artefakte nicht ganz sicher auszuschliessen seien (IV-act. 47). Innert
Frist reichte die Versicherte keine Stellungnahme zum Vorbescheid ein. Mit Verfügung
vom 28. November 2007 wies die IV-Stelle das Rentengesuch der Versicherten gemäss
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ihrem Vorbescheid ab und ergänzte, die zusätzlichen medizinischen Unterlagen von Dr.
I._ ergäben keine neuen, rentenbegründenden Tatsachen (IV-act. 53).
B.
B.a Gegen diese Verfügung lässt die Versicherten am 7. Januar 2008 Beschwerde
erheben und beantragt die Aufhebung der Verfügung vom 28. November 2007 und die
Zusprache einer ganzen unbefristeten Invalidenrente. Weiter beantragt die Versicherte
die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Letztere wurde der Versicherten mit
Zwischenverfügung vom 18. Februar 2008 gewährt (G act. 5). Die Beschwerdeführerin
führt in ihrer Begründung aus, sie sei zu Unrecht nur als im Haushalt Tätige qualifiziert
worden. Ihre Kinder seien nicht mehr auf eine Betreuung angewiesen, weshalb für die
Invaliditätsbemessung eine mögliche ausserhäusliche Erwerbstätigkeit
mitzuberücksichtigen sei. Ohne Behinderung wäre sie im Normalfall zu 100% ausser
Haus tätig, weshalb nicht alleine auf eine 50%ige Einschränkung im Haushalt abgestellt
werden könne. Sie habe bereits Arbeitslosentaggelder bezogen. Sodann erachte sie
der Psychiater im Erwerb zu 50% arbeitsfähig, wobei diese Leistungsfähigkeit lediglich
mittels Heimarbeit verwertbar sei. Im Erwerb sei deshalb von einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen, weshalb die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
ganze Rente habe. Sollte die Einschränkung im Haushalt dennoch relevant sein, so sei
darauf hinzuweisen, dass die ermittelten 3.37 Stunden Haushaltsarbeit bei einem fünf
Personen Haushalt zu tief seien. Schliesslich sei die Mithilfe des Ehemannes, welcher
selbst eine ganze Rente auf Grund eines Rückenleidens beziehe, zu hoch eingesetzt
worden. Die Kinder würden bald ausziehen und für die Mithilfe im Haushalt nicht mehr
zu Verfügung stehen, weshalb sich die Einschränkung der Beschwerdeführerin im
Haushalt noch vergrössern würde (G act. 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 18. Februar
2008 die Abweisung der Beschwerde. Sie gibt an, die Beschwerdeführerin sei bisher in
ihrem ganzen Leben noch nie erwerbstätig gewesen. Sie verfüge über keine
Berufserfahrung und spreche überhaupt kein Deutsch. Anzunehmen, dass diese
schlecht integrierte Ausländerin erstmals im Alter von 50 Jahren einem Erwerb
nachgehen würde, widerspreche der allgemeinen Lebenserfahrung. Die
Beschwerdeführerin sei somit als 100% Hausfrau zu betrachten. Die anhaltende
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somatoforme Schmerzstörung sei auf Grund der fehlenden psychischen Komorbidität
bei der Bewältigung des Haushalts nicht zu berücksichtigen, da sie nach der
bundesgerichtlichen Praxis mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sei.
Die bloss mittelschwere Depression sei sodann nicht dauerhaft, sondern nur
vorübergehend. Die Angstzustände wirkten sich bei Haushaltsarbeiten nur beim
Einkaufen aus. Auf Grund der Schadenminderungspflicht sei dem Ehemann oder den
Familienangehörigen zumutbar, das Einkaufen zu übernehmen. Zusammenfassend
würden allfällige Einschränkungen der Versicherten durch die Mithilfe der
Familienangehörigen wettgemacht, weshalb keine anrechenbare Einschränkung im
Haushalt resultiere. Die Beschwerdeführerin habe deshalb keinen Rentenanspruch (G
act. 3).
B.c In der Replik vom 7. April 2008 hält die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest.
Auf die weiteren Ausführungen wird, soweit entscheidrelevant, in den Erwägungen
eingegangen (G act. 8).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 14. April 2008 auf eine Duplik (G act. 10).

Erwägungen:
1.
Vorliegend ist die Verfügung vom 28. November 2007 der Beschwerdegegnerin zu
beurteilen, weshalb die auf den 1. Januar 2008 mit der 5. IV-Revision in Kraft
getretenen Änderungen nicht anwendbar sind.
2.
2.1 Nach aArt. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch
auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch
auf eine Viertelsrente. Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 16 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist die
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Invalidität grundsätzlich durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und
nach der Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre. Bei nicht erwerbstätigen Versicherten im Sinne von Art. 5 Abs. 1 IVG–
so namentlich bei im Haushalt tätigen Personen – wird hingegen für die Bemessung
der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Mass eine Behinderung besteht, sich im
bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (aArt. 28 Abs. 2 i.V.m. Art. 27 IVV). Als
Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Personen gilt unter anderem die übliche
Tätigkeit im Haushalt sowie die Erziehung der Kinder (Art. 27 IVV). Bei versicherten
Personen, die nur zum Teil erwerbstätig wären, wird die Invalidität diesbezüglich nach
Art. 16 ATSG festgelegt. Wären sie daneben in einem Aufgabenbereich tätig, so wird
die Invalidität für diese Tätigkeit nach aArt. 28 Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem Fall
sind die Anteile der Erwerbstätigkeit und der Tätigkeit im anderen Aufgabenbereich
festzustellen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden
Bereichen zu bemessen (aArt. 28 Abs. 2 Abs. 1 IVG). Diese Art der
Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss als gemischte Methode bezeichnet.
2.2 Gemäss aArt. 27 Abs. 2 IVV ist nur der Einkommensvergleich vorzunehmen,
wenn anzunehmen ist, dass die versicherte Person im Zeitpunkt der Prüfung des
Rentenanspruchs ohne den Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wäre. In
ständiger Praxis prüft das Bundesgericht die Frage, ob und gegebenenfalls in welchem
Ausmass eine versicherte Person auch ohne den Gesundheitsschaden im
Aufgabenbereich tätig wäre, anhand der hypothetischen Verhaltensweise der
versicherten Person. Nach Ansicht des Bundesgerichts ist dazu abzuklären, ob die
versicherte Person ohne den Gesundheitsschaden mit Rücksicht auf die gesamten
Umstände (persönlicher, familiärer, sozialer und erwerblicher Art) erwerbstätig oder im
Aufgabenbereich tätig wäre. Dabei sollen die finanzielle Notwendigkeit der Aufnahme
oder der Ausdehnung einer Erwerbstätigkeit, allfällige Erziehungs- und
Betreuungsaufgaben, das Alter der versicherten Person, deren berufliche Fähigkeiten,
Neigungen und Begabungen massgebend sein. Abzustellen sei auf die hypothetischen
Verhältnisse in tatsächlicher Hinsicht, wie sie sich bis zum Erlass der
bis
bis
ter
bis
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Verwaltungsverfügung entwickelt haben würden (vgl. BGE 130 V 393 E. 3.3; BGE 125 V
146 E. 2c).
2.3 Entsprechend ist somit zu prüfen, wie die Verhältnisse im hypothetischen
"Gesundheitsfall" aussähen. Die Beschwerdegegnerin gab dazu an, die
Beschwerdeführerin sei noch nie erwerbstätig gewesen und spreche überhaupt kein
Deutsch. Es widerspreche der allgemeinen Lebenserfahrung, dass eine schlecht
integrierte Ausländerin im Alter von 50 Jahren erstmals einem Erwerb nachgehen
würde. Die Beschwerdeführerin macht hingegen in ihrer Beschwerde geltend, sie sei
als vollzeitig Erwerbstätige zu qualifizieren. Dabei hat sie gemäss der
Haushaltsabklärung angegeben, sie würde im Gesundheitsfall aus finanziellen Gründen
und als Beschäftigung einer 50%igen Tätigkeit als Raumpflegerin nachgehen. Im
Bericht über die Haushaltabklärung fehlt hiezu aber nicht nur die genaue Fragestellung,
sondern auch eine ausreichend präzis protokollierte Antwort. Hinzu kommt, dass die
Beschwerdeführerin kein Deutsch spricht. Die Übersetzung hat nicht etwa ein
unabhängiger Dolmetscher, sondern ihr Ehemann übernommen. Ob dieser die
entsprechende Frage richtig verstanden und korrekt übersetzt hat, ist von der
Abklärungsperson damals nicht überprüft worden. Die Antwort der Beschwerdeführerin
mag zwar durchaus eine korrekte Wiedergabe ihrer Aussage sein, aber es kann darauf
nicht ohne Weiteres abgestellt werden. Dagegen sprechen namentlich auch die
Angaben, die im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit und
Haushalt gemacht wurden (IV-act. 19 - 13/22). Diese lassen Zweifel aufkommen, ob die
Beschwerdeführerin die Fragen nach ihrer Erwerbstätigkeit und dem zeitlichen
Aufwand im Haushalt tatsächlich unter der hypothetischen Situation beantwortet hat,
dass sie gesund wäre. Deshalb kann daraus nicht der Schluss gezogen werden, dass
die Beschwerdeführerin im hypothetischen "Gesundheitsfall" genau zu 50%
erwerbstätig wäre. Die Abklärungsperson hätte nachfragen und die
Beschwerdeführerin dazu veranlassen müssen, sich detailliert und sorgfältig mit der
Situation im hypothetischen "Gesundheitsfall" auseinanderzusetzen und dann eine
präzise Aussage zum hypothetischen Erwerbsgrad zu machen. All diese Umstände
setzen die Überzeugungskraft des entsprechenden Teils des Berichts über die
Haushaltabklärung vom 10. März 2006 so weit herab, dass die Aussage der ersten
Stunde nicht geeignet ist, einen Erwerbsanteil von 50% im hypothetischen
"Gesundheitsfall" mit ausreichender Wahrscheinlichkeit zu belegen. Die
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Beschwerdeführerin hat unterdessen Kenntnis von der für Teilerwerbstätige
nachteiligen Anwendung der gemischten Methode gemäss der bundesgerichtlichen
Praxis. Von ihr wäre bei einer erneuten Befragung keine verwertbare Antwort zu
erwarten, so dass eine solche unterbleiben muss.
2.4 Die Frage, in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin im hypothetischen
"Gesundheitsfall" einer Erwerbstätigkeit nachginge, ist deshalb an Hand der realen
äusseren Umstände des hypothetischen "Gesundheitsfalls" zu beantworten, wobei zu
unterstellen ist, dass sich die Beschwerdeführerin rational verhalten würde. Die
familiäre Situation stünde einer vollzeitigen Tätigkeit nicht entgegen, sind doch zwei der
drei Söhne volljährig und der jüngste Sohn 15-jährig und deshalb also nicht mehr auf
Betreuung angewiesen. Gemäss Haushaltsabklärung war es der Beschwerdeführerin
während des knapp zweijährigen Leistungsbezugs der ALV bereits im
Einsatzprogramm der KIGA 1998 möglich gewesen, zwei Monate lang 100% tätig zu
sein. Der Ehemann der Beschwerdeführerin bezieht seit 1998 eine ganze Invalidenrente
inklusive BVG-Rente von netto Fr. 4'600.--. Selbst bei diesem recht hohen
Renteneinkommen ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin einer
vollzeitigen Erwerbstätigkeit nachgehen würde, weil dieses Einkommen einerseits tiefer
als das Einkommen vor Eintritt der Invalidität liegt und zweitens damit der
Lebensunterhalt einer fünfköpfigen Familie mit in Ausbildung stehenden Kindern zu
bestreiten ist. Die Beschwerdeführerin ist erst 51 Jahre alt. Bis zur Pensionierung
verbleiben ihr noch über 10 Jahre einer möglichen Erwerbstätigkeit. Weil der Ehemann
mehrheitlich zu Hause ist und bereits jetzt im Haushalt mithilft, kann ihm dies weiterhin
zugemutet werden. Insbesondere würde eine vollzeitige Tätigkeit der
Beschwerdeführerin sie aus ihrer Isolation führen, indem sie bei einer Tätigkeit zum
Beispiel als Raumpflegerin oder als Schneiderin Landsleute treffen würde. Die Tätigkeit
von Hilfsarbeiterinnen wird beispielsweise in der Industrie mehrheitlich von Frauen mit
ähnlichen Integrationshintergründen ausgeübt. Eine Berufsbildung oder ausreichende
Deutschkenntnisse sind bei diesen Tätigkeiten gerade nicht massgeblich (vgl. Urteil
des Bundesgericht vom 20. Juli 2004 i/S. D. [I 39/04] E. 2.4 im Zusammenhang zum
sog. Leidensabzug). Das Argument der Beschwerdegegnerin, die fehlende Integration
sowie mangelnden Deutschkenntnisse würden einer Erwerbstätigkeit entgegenstehen,
überzeugt daher nicht. Da die Beschwerdeführerin im hypothetischen "Gesundheitsfall"
weder durch familiäre Pflichten noch durch andere Umstände daran gehindert gewesen
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wäre, einer vollzeitigen Erwerbstätigkeit nachzugehen um an den Familienunterhalt
mitzuverdienen, erscheint ein Beschäftigungsgrad von 100% als die wahrscheinlichste
Variante des hypothetischen Verhaltens. Die Beschwerdeführerin ist deshalb als
vollzeitig Erwerbstätige zu qualifizieren, d.h. ihr Invaliditätsgrad ist ausschliesslich
anhand eines Einkommensvergleiches zu ermitteln.
3.
3.1 Die Höhe der behinderungsbedingten Erwerbseinbusse hängt vor allem von der
ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung ab, d.h. davon, in welchem Umfang für die
versicherte Person noch eine Tätigkeit in Betracht fällt (BGE 125 V 261 E. 4). Aus
somatischer Sicht ist - gestützt auf das umfassende und überzeugende internistisch-
rheumatologische Gutachten von Dr. C._ aus dem Jahr 2006 - die
Beschwerdeführerin in einer Erwerbstätigkeit nicht eingeschränkt, soweit sie eine
leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit ausübt und dabei das Heben
von Gewichten über 10 kg vermeidet (IV-act. 20). Dieser Einschätzung steht der Bericht
des Hausarztes Dr. B._ vom 26. Oktober 2005 nicht entgegen, hatte er doch darin
ausgeführt, die vollständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit entspreche den
subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin. Der Hausarzt enthielt sich indessen
einer eigenen Arbeitsfähigkeitsschätzung und empfahl eine weitere Abklärung (IV-act.
8). Auf Grund des Berichts über die MRI-Untersuchung der HWS der
Beschwerdeführerin durch Dr. I._ vom 26. September 2007 ist eine gewisse
Verschlechterung des somatischen Befundes zwar nicht auszuschliessen; über die
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit lässt sich dem Bericht aber nichts entnehmen.
Die im Verwaltungsverfahren festgestellte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wird
ausschliesslich mit den psychischen Beschwerden begründet. Gemäss dem
psychiatrischen Gutachter Dr. F._ leidet die Beschwerdeführerin sowohl an einer
somatoformen Schmerzstörung als auch an einer mittelgradig depressiven Episode mit
somatischem Syndrom. Auf Grund dieser psychiatrischen Diagnosen resultiere eine
Arbeitsunfähigkeit von 50%. Die eingeschränkte Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin beziehe sich aktuell auf die Arbeit im Haushaltbereich bzw.
Heimarbeit; eine andere (ausserhäusliche) Tätigkeit sei ihr nicht zumutbar (IV-act. 33
und 35).
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3.2 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie
körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in
Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant
gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei
Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten,
abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv
bestimmt (BGE 102 V 165; AHI 2001 S. 228 E. 2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE
127 V 298 E. 4c in fine). Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so
auch einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, setzt zunächst eine
fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich
anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 130 V 398 ff. E. 5.3 und E. 6). Wie jede
andere psychische Beeinträchtigung begründet indes auch eine diagnostizierte
anhaltende somatoforme Schmerzstörung als solche noch keine Invalidität. Vielmehr
besteht eine Vermutung, dass die somatoforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit
einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche
die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg
in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht
über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein
solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener
Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von
erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere
Faktoren, so: chronische körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger,
chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik
ohne längerdauernde Rückbildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens;
ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer
an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer
Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent
durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem
therapeutischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person
(BGE 130 V 352). Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die
entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind – ausnahmsweise – die
Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (Ulrich Meyer-
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Blaser, Der Rechtsbegriff der Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeutung in der
Sozialversicherung, in: Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 77; vgl.
auch das Urteil des Bundesgerichts vom 5. Juli 2006 i/S N. [I 100/2006], E. 1.).
3.3 Vorliegend liesse die neben der somatoformen Schmerzstörung zusätzlich
diagnostizierte mittelgradige depressive Episode grundsätzlich auf eine psychische
Komorbidität schliessen. Bei der Diagnose einer depressiven Episode leidet die
versicherte Person typischerweise unter einer gedrückten Stimmung und einer
Verminderung von Antrieb und Aktivität. Die Fähigkeit zu Freude, das Interesse und die
Konzentration sind vermindert. Ausgeprägte Müdigkeit kann nach jeder kleinsten
Anstrengung auftreten. Der Schlaf ist meist gestört, der Appetit vermindert.
Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen sind fast immer beeinträchtigt. Sogar bei der
leichten Form einer depressiven Episode manifestieren sich Schuldgefühle oder
Gedanken über die eigene Wertlosigkeit. Die gedrückte Stimmung verändert sich von
Tag zu Tag wenig, reagiert nicht auf Lebensumstände und kann von so genannten
"somatischen" Symptomen begleitet werden, wie Interessenverlust oder Verlust der
Freude, Früherwachen, Morgentief, deutliche psychomotorische Hemmung,
Agitiertheit, Appetitverlust, Gewichtsverlust und Libidoverlust. Abhängig von Anzahl
und Schwere der Symptome ist eine depressive Episode als leicht, mittelgradig oder
schwer zu bezeichnen (ICD-10-GM 2009, Systematisches Verzeichnis, Internationale
statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme,
Ausgabe 2009: Kapitel V (F), psychischer Störungen S. 181). Dem Gutachten von Dr.
F._ kann nicht mit ausreichender Deutlichkeit entnommen werden, dass die
Beschwerdeführerin neben dem ausgeprägten und geklagten Schmerzsyndrom
typische Symptome einer mittelgradigen Depression gezeigt hat. Mit Ausnahme der
Angst vor Schmerzexazerbation bei körperlicher Anstrengung bzw. Angst vor
Medikamenteneinnahme wegen Unverträglichkeit sind auch keine psychiatrisch
auffälligen Angstzustände beschrieben worden. Zwar schreibt der RAD-Arzt Dr. G._
auf Grund des telefonischen Gesprächs mit Dr. F._ in der Stellungnahme vom 19.
März 2007 von Angstzuständen, ja Sterbensängsten, welche die Beschwerdeführerin
empfinden soll, wenn sie sich ausserhalb der Wohnung aufhalte (IV-act. 33). Dieser
knappe Hinweis vermag indessen das Vorliegen einer relevanten Angsterkrankung
nicht ausreichend zu belegen. Schliesslich findet sich im Gutachten von Dr. F._ keine
überzeugende Begründung, weshalb es der Beschwerdeführerin nicht möglich ist, mit
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einer zumutbaren Willensanstrengung die somatoforme Schmerzstörung und deren
(leistungseinschränkende) Folgen zu überwinden.
3.4 Zusammenfassend vermag das psychiatrische Gutachten von Dr. F._, das der
Beschwerdeführerin eine Arbeitsfähigkeit von 50%, verwertbar ausschliesslich im
Haushalt oder durch Heimarbeit, attestiert, nicht zu überzeugen. Die
Beschwerdegegnerin wird daher ergänzende medizinische Abklärungen vornehmen
müssen. Diese haben sich insbesondere auf den psychischen Gesundheitszustand zu
fokussieren. Da auch rein somatisch eine Veränderung nicht auszuschliessen ist (vgl. E.
3.1), sind ergänzende rheumatologische Abklärungen ebenfalls angezeigt. Angesichts
des (psychosomatischen) Beschwerdebildes sollte für die abschliessende Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit erneut eine psychiatrische und rheumatologische Einschätzung
vorliegen. Da die Beschwerdeführerin im hypothetischen "Gesundheitsfall" als
Vollerwerbstätige zu betrachten ist (vgl. E. 2.4), ist der Invaliditätsgrad als dann nach
der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs zu ermitteln.
4.
4.1 Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die angefochtene Verfügung vom
28. November 2007 in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Die Sache
ist zur weiteren Abklärung des Sachverhalts im Sinn der Erwägungen und zur neuen
Entscheidung über das Rentengesuch an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt. Da sie gemäss Art. 3
Abs. 1 lit. b des st. gallischen Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über die
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (sGS 350.1) Teil der
Sozialversicherungsanstalt und damit Teil einer selbständigen öffentlich-rechtlichen
Anstalt ist, kommt Art. 95 Abs. 3 VRP (Befreiung von der Pflicht zur Übernahme
amtlicher Kosten) nicht zur Anwendung (vgl. Urs Peter Cavelti/Thomas Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren vor
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dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., 2003, Rz 792). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb
die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.
4.3 Bei diesem Verfahrensausgang ist praxisgemäss von einem vollen Obsiegen
auszugehen (vgl. etwa ZAK 1987 S. 266 E. 5a), weshalb die Beschwerdeführerin einen
Anspruch auf eine Parteientschädigung hat. Die Parteientschädigung bemisst sich
gemäss Art. 61 lit. g ATSG nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit
des Prozesses. Der Rechtsanwalt der Beschwerdeführerin reichte am 21. April 2008
eine Honorarnote in der Höhe von Fr. 2'754.55 (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) ein (G act. 12). Diese Parteientschädigung erweist sich als
angemessen. Bei diesem Verfahrensausgang wird die bereits bewilligte unentgeltliche
Prozessführung gegenstandslos.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG