Decision ID: b1425d6a-50d7-4ff2-91c0-274b524d8cec
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
Die B._ AG meldete den bei ihr als Elektroinstallateur (IV-act. 19-2) angestellten
A._ bei der IV-Stelle zur Früherfassung an. Sie führte in der Meldung vom 28. Juni
2017 aus, der Versicherte leide an Rückenbeschwerden und sei seit 24. Mai 2017
100% arbeitsunfähig (IV-act. 1). Auf Aufforderung der IV-Stelle vom 28. Juli 2017 (IV-
act. 6) hin meldete sich der Versicherte am 31. Juli 2017 zum Bezug von IV-Leistungen
an (IV-act. 7). Die IV-Stelle holte in der Folge verschiedene medizinische Berichte ein
und führte verschiedene Frühinterventions- und Eingliederungsmassnahmen durch (vgl.
etwa den Schlussbericht Coaching vom 28. November 2018, IV-act. 96).
A.a.
Am 6. September 2019 teilte die IV-Stelle dem Versicherten die Anordnung einer
polydisziplinären Begutachtung mit (IV-act. 124). Der Versicherte ersuchte mit
Schreiben vom 7. November 2019 um Berücksichtigung der von ihm darin formulierten
Zusatzfragen (IV-act. 129). Im Rahmen der Verteilplattform SuisseMED@P wurde der
Auftrag für die polydisziplinäre Begutachtung der GA eins GmbH zugeteilt (siehe E-Mail
vom 16. November 2019, IV-act. 130). Die IV-Stelle teilte dem Versicherten am
4. Dezember 2019 mit, dass die GA eins GmbH mit der polydisziplinären Begutachtung
beauftragt werde. Des Weiteren führte sie in der Mitteilung die Namen der mit den
einzelnen Begutachtungen zu betrauenden medizinischen Fachpersonen der GA eins
GmbH auf (IV-act. 135). In der Stellungnahme vom 16. Dezember 2019 lehnte der
Versicherte die Gutachter und die Gutachterin ab, da diese alle auch für die ABI
Aerztliches Begutachtungsinstitut GmbH (nachfolgend: ABI) tätig seien und die
Auftragsvergabe folglich das Zufallsprinzip verletze (IV-act. 136). Mit
Zwischenverfügung vom 7. Januar 2020 ordnete die IV-Stelle eine polydisziplinäre
Begutachtung durch die GA eins GmbH an. Sie bestimmte ausserdem, dass die im
A.b.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
B.
Schreiben vom 4. Dezember 2019 erwähnten medizinischen Fachpersonen die
Begutachtungen durchzuführen hätten (IV-act. 138).
Gegen die Zwischenverfügung vom 7. Januar 2020 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 6. Februar 2020. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter
Kosten- und Entschädigungsfolge, dass die angefochtene Zwischenverfügung
aufzuheben und eine andere Gutachtenstelle mit der polydisziplinären Begutachtung zu
betrauen sei. Zur Begründung bringt er vor, dass die angeordnete Gutachtensvergabe
den Anspruch auf ein faires Verfahren verletze. Die GA eins GmbH sei ein Ableger der
ABI. Es handle sich um dieselben Ärzte und nahestehende Personen, so dass davon
auszugehen sei, dass über ein «undurchsichtiges Spinn-Off-Konstrukt von
Holdingfirmen» die Zufallsplattform umgangen werde. Bei der GA eins GmbH handle es
sich nicht um eine unabhängige Gutachtenstelle. Sie sei ein Ableger der ABI. Die
Besitzerin der GA eins GmbH sei die C._ AG, die von D._ geführt werde. Dieser sei
mit E._, dem Inhaber der ABI, eng verbunden. Öffne man dessen Homepage, so
treffe man auf den Namen D._. Werde das Foto von ihm mit dem Cursor berührt, so
werde folgender Text ersichtlich: «Als Treuhänder habe ich E._ seit seiner
Praxisgründung bei allen Tätigkeiten begleitet und als Unternehmer in- und auswendig
kennengelernt. Die Zusammenarbeit war geprägt von klaren Analysen, vorsichtiger
Weitsicht, einer unglaublichen Energie und Schaffenskraft, dazu ist er ehrlich bis auf
den letzten Rappen». Durch die geschäftliche und persönliche Verstrickung sei zu
befürchten, dass auch die GA eins GmbH - wie die ABI - nicht ergebnisoffen und
unabhängig begutachte, sei doch das gleiche Geschäftsmodell zu vermuten. Es falle
weiter auf, dass bei der ABI die Aufträge 2018/2019 zurückgegangen seien (um 32%),
jedoch verschiedene kleinere Gutachtenstellen als Abspaltungen der ABI gegründet
worden seien - unter anderem eben die GA eins GmbH. Es müsse davon ausgegangen
werden, dass das Zufallsprinzip für die Vergabe von lukrativen Gutachtenaufträgen
durch ein Netz von Unternehmensabspaltungen umgangen werde (act. G 1).
B.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 3. März 2020
die Abweisung der Beschwerde. Aus ihrer Sicht sei nicht ersichtlich, weshalb die GA
eins GmbH nicht eine unabhängige und ergebnisoffene Begutachtung durchführen
B.b.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte

Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Rechtmässigkeit
der Gutachtensvergabe sowohl an die GA eins GmbH als auch an deren von der
Beschwerdegegnerin angeordneten medizinischen Fachpersonen. Demgegenüber ist
unbestritten, dass zur Herstellung der Spruchreife eine polydisziplinäre Begutachtung
des Beschwerdeführers erforderlich ist.
könnte. Mit der auf dem Zufallsprinzip beruhenden Auftragsvergabe werde gerade
garantiert, dass die IV-Stellen nicht aufgrund der Gutachtensergebnisse ihre Aufträge
an «bevorzugte» Gutachtenstellen vergeben könnten (act. G 3).
Bei der Anordnung eines Gutachtens handelt es sich um eine Zwischenverfügung
(Art. 55 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG] in Verbindung mit Art. 5 Abs. 2 und Art. 46 des
Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021]). Eine solche
kann unter anderem dann angefochten werden, wenn ein nicht wieder gutzumachender
Nachteil droht (Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. April
2010, B 2009/197, E. 2.5; vgl. auch BGE 138 V 275 E. 1.2.1). Für die Beurteilung des
nicht wieder gutzumachenden Nachteils im Kontext des sozialversicherungsrechtlichen
Abklärungsverfahrens mit seinen spezifischen Gegebenheiten ist zu beachten, dass
das medizinische Administrativgutachten in der Regel die wichtigste medizinische
Entscheidgrundlage im Beschwerdeverfahren bildet. Die Mitwirkungsrechte der
versicherten Personen müssen daher bereits vor der Begutachtung durchgesetzt
werden können, bevor präjudizierende Effekte eintreten. Mit Blick auf das begrenzte
Überprüfungsvermögen der rechtsanwendenden Behörden genügt es daher nicht, die
Mitwirkungsrechte erst nachträglich, bei der Beweiswürdigung im Verwaltungs- und
Beschwerdeverfahren, einzuräumen (vgl. BGE 138 V 276 E. 1.2.2). Des Weiteren darf
auch nicht ausser Acht gelassen werden, dass die Anordnung medizinischer
Untersuchungen an einer Person «zweifellos» einen Eingriff in das Grundrecht der
persönlichen Freiheit (Art. 10 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft [BV; SR 101]) darstellt (BGE 136 V 126 E. 4.2.2.1 mit Hinweisen).
Als solcher muss die Anordnung einer Begutachtung die Voraussetzungen von Art. 36
BV erfüllen, was im Bestreitungsfall gerichtlich überprüfbar sein muss. Auf die
Beschwerde ist daher einzutreten, was von den Parteien auch nicht bestritten wird.
1.1.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Medizinische Gutachten, an denen drei und mehr Fachdisziplinen beteiligt sind,
haben bei einer Gutachtenstelle zu erfolgen, mit der das Bundesamt für
Sozialversicherung eine Vereinbarung getroffen hat (Art. 72 der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Die Vergabe der Aufträge erfolgt nach dem
Zufallsprinzip (Art. 72 Abs. 2 IVV). Im Vordergrund dieses Vergabeverfahrens steht
die Gewährleistung einer von den IV-Stellen nicht beeinflussbaren, ergebnisoffenen
Auftragszuteilung an die Gutachtenstellen. Die Vergabe nach dem Zufallsprinzip erfolgt
konkret über die elektronische Plattform «Suisse-MED@P». Dieses Verfahren kann mit
der Ziehung aus einem virtuellen Lotterietopf verglichen werden, der für jede Ziehung
mit Bällen gefüllt wird, die anschliessend nach dem Zufallsprinzip verteilt werden. Je
nachdem, ob das Angebot an Gutachtenstellen oder die Nachfrage nach Gutachten
grösser ist, repräsentieren die Bälle entweder eine Gutachtenstelle oder einen
Gutachtensauftrag mit einer bestimmten Kombination an Fachdisziplinen. Dabei
kommen jeweils alle geeigneten Gutachtenstellen oder alle geeigneten
Gutachtensaufträge in den Lotterietopf: Gutachtenstellen kommen immer dann, wenn
sie Kapazitäten in den medizinischen Fachdisziplinen, die der Gutachtensauftrag
erfordert, freigeschaltet haben und auch die Dossiersprache übereinstimmt. Im
umgekehrten Fall landen Gutachtensaufträge immer dann im Lotterietopf, wenn sie
einige oder alle der von einer Gutachtenstelle aktuell angebotenen Fachdisziplinen
benötigen und die Dossiersprache übereinstimmt. Anschliessend wird aus dem
Lotterietopf ein Ball gezogen. SuisseMED@P nutzt hierfür den Microsoft-Net-
Framework-Zufallsgenerator. Um den Ansprüchen einer wirklich ergebnisneutralen
Auftragsverteilung gerecht zu werden, werden die Befüllung des Topfs und die Ziehung
der Kugeln unter Ausschluss menschlichen Zutuns bzw. äusserlicher Einflussnahme
durchgeführt. Damit weiss niemand, wie viele Bälle sich zum Zeitpunkt der Vergabe im
Lotterietopf befanden. Nach der Zuteilung werden sowohl die Gutachtenstelle als auch
die auftraggebende IV-Stelle von SuisseMED@P per E-Mail darüber informiert (siehe
zum Ganzen Michela Messi und Ralph Leuenberger, SuisseMED@P: Massnahmen
gegen begrenzte Gutachterkapazitäten, in: Soziale Sicherheit, 4/2016, S. 36; siehe
auch Rechtsdienst des Geschäftsfelds Invalidenversicherung beim BSV,
Auftragsvergabe und Zufallsprinzip, SuisseMED@P, S. 3 und 5, Download unter:
<https://www.google.ch/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=
web&cd=&ved=2ahUKEwjdtei_p97qAhWai1wKHbfMCswQFjAAegQIBRAB&url=https
%3A%2F%2Fwww.bsv.admin.ch%2Fdam%2Fbsv%2Fde%2Fdokumente%2Fiv
%2Fuebersichten%2FSuisseMEDAP%2520-%2520medizinische
%2520Gutachterstellen%2Fauftragsver
gabe_undzufallsprinzipsuissemedp.pdf.download.pdf
%2Fauftragsvergabe_undzufallsprin
1.2.
bis
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
zipsuissemedp.pdf&usg=AOvVaw0JW0-2I3oH7rd_vLZFq3w4>, eingesehen am
6. August 2020).
Das Bundesgericht vertritt den Standpunkt, dass die Auftragsvergabe nach dem
«Zufallsprinzip» bzw. im Rahmen der Zuteilungsplattform SuisseMED@P zusammen mit
den weiteren Vorgaben nach BGE 137 V 210 generelle, aus den Rahmenbedingungen
des Gutachterwesens fliessende Abhängigkeitsbefürchtungen «neutralisiert» (BGE 139
V 349). Das Versicherungsgericht hat sich demgegenüber wiederholt kritisch zum
bestehenden Gutachtenwesen, den systemimmanenten Gefahren - insbesondere unter
dem Aspekt der wirtschaftlichen Abhängigkeit der Sachverständigen von den
Aufträgen der Sozialversicherungsträger - geäussert und versucht, mit einer
differenzierten Rechtsprechung Verfahrensfairnessdefizite zu reduzieren (siehe etwa
bezüglich einvernehmlicher Bestimmung der Sachverständigen bei polydisziplinären
Begutachtungen den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 5. Juli 2013,
IV 2012/412, oder bezüglich wirtschaftlicher Abhängigkeit von Sachverständigen den
Entscheid vom 17. September 2019, IV 2018/9; für eine einlässliche Kritik zum
sozialversicherungsrechtlichen Gutachtenwesen, insbesondere zur Verteilplattform
SuisseMED@P siehe etwa Soluna Giron, Art. 44 E-ATSG - die Chance nutzen!, in:
Jusletter vom 16. September 2019, sowie Roger Peter, Die Vergabe der
polydisziplinären Gutachteraufträge in der IV, in: Jusletter vom 16. September 2019).
Das Bundesgericht hat die Verfahrensfairness erhöhenden Rechtsanwendungen des
Versicherungsgerichts jeweils verworfen (siehe etwa BGE 140 V 507 und Urteil des
Bundesgerichts vom 14. Januar 2020, 9C_824/2019).
1.3.
Das Vorbringen des Beschwerdeführers, die Gutachtenstellen stünden in einem
Abhängigkeitsverhältnis zu den «IV-Auftraggebern» (act. G 1, Rz 10) ist insoweit
unzutreffend, als die Zulosung der Aufträge über die Plattform SuisseMED@P
ausschliesst, dass die Beschwerdegegnerin einen Einfluss auf die Wahl der
Gutachtenstelle und der dort beschäftigten medizinischen Sachverständigen nehmen
kann. Folglich verhindert die losbasierte Vergabe der Gutachtensaufträge, dass die
einzelnen Gutachtenstellen - insbesondere, wenn sie gewinnorientiert organisiert sind, -
einen finanziellen Anreiz haben, Gutachten zu erstellen, die im Sinn der Auftrag
gebenden IV-Stelle ausfallen. Zudem müssen Gutachtenstellen, die eine Vereinbarung
mit dem Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) betreffend die Durchführung von
polydisziplinären Gutachten zur Beurteilung von Leistungsansprüchen in der
Invalidenversicherung abschliessen, ihre Unabhängigkeit bei der Ausübung ihres
Sachverständigenermessens garantieren. In der Vereinbarung wird ausdrücklich
festgelegt, dass die Gutachtenstelle gegenüber dem Bundesamt für Sozialversicherung
1.4.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
(BSV) und den IV-Stellen nicht weisungsgebunden ist. Sie hat ein Gutachten nach
bestem ärztlichen Wissen und Gewissen entsprechend dem anerkannten
Wissensstand der Medizin zu erstellen. Sie garantiert, dass die Unabhängigkeit und
Unparteilichkeit als Gutachtenstelle gewährleistet ist (siehe hierzu Ziffer 1 des
Anhangs 1 zur Mustervereinbarung, Kriterien für die Durchführung von polydisziplinären
medizinischen Gutachten zur Beurteilung von Leistungsansprüchen in der IV;
Download unter: <http://www.news.admin.ch/NSBSubscriber/message/attachments/
26524.pdf>, abgerufen am 29. September 2020). Die vereinbarte Unparteilichkeit und
Unabhängigkeit gilt zwangsläufig nicht nur für die Gutachtenstelle an sich, sondern vor
allem auch für die dort tätigen Sachverständigen, die in ihrem medizinischen
Sachentscheid im Einzelfall unabhängig sein müssen.
Zur Stärkung des Zufallsprinzips bzw. zur Vermeidung systemwidriger
Beeinflussungsmöglichkeiten durch wirtschaftliche Verflechtungen von
Gutachtenstellen auf die Verteilplattform SuisseMED@P ordnete das BSV zudem auf
der Stufe der medizinischen Sachverständigen an, dass pro Gutachtensauftrag
höchstens eine der begutachtenden Personen auch noch für andere polydisziplinäre
Gutachtenstellen tätig sein dürfe (siehe hierzu die Stellungnahme des Bundesrates vom
26. Februar 2020 zur Interpellationen der Nationalrätin Lilian Studer vom 20. Dezember
2019, 19.4592). Dadurch sind mit dem Zufallsprinzip im Sinn von Art. 72 Abs. 2 IVV
zu vereinbarende Verlosungsmodalitäten im Fall von wirtschaftlich miteinander
verflochtenen Gutachtenstellen gewährleistet (siehe auch das Urteil der 3. Abteilung
des Kantonsgerichts Luzern vom 25. Mai 2020, 5V 19 326). Vorliegend ist weder
substanziiert geltend gemacht worden noch erkennbar, dass mehr als eine der
angeordneten medizinischen Sachverständigen aktuell für die ZIMB und/oder die ABI
tätig wäre. Es ist auch nicht erkennbar, inwiefern - selbst bei allfälliger Bejahung der
vom Beschwerdeführer geltend gemachten wirtschaftlichen Verflechtung - die
Gutachtensvergabe nicht mehr ergebnisoffen gewesen wäre. Im hier zu beurteilenden
Fall geht es auch nicht darum, dass eine der genannten Gutachtenstellen ein
Obergutachten zu einem Erstgutachten einer der beiden anderen Gutachtenstellen
erstellen müsste, was in der Tat bei allfälligem Vorliegen wirtschaftlicher Verflechtungen
bzw. «konzernähnlichen Verbindungen» Bedenken bezüglich der
Unvoreingenommenheit hervorrufen würde. Da die GA eins GmbH bzw. deren
Sachverständige sich nicht zu einer Vorbeurteilung der ABI oder der ZIMB zu äussern
haben, kann letztlich offenbleiben, ob und mit welcher Intensität eine wirtschaftliche
Verflechtung zwischen diesen Gutachtenstellen besteht, da so oder anders keine
Umstände vorliegen, welche die Unabhängigkeit der GA eins GmbH und der konkret
mit der Gutachtenserstellung beauftragten medizinischen Sachverständigen in Frage
1.5.
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
2.