Decision ID: 8e36d915-4c06-442c-a2ae-5bbf49aaccea
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962, war zuletzt in einem Teilzeitpensum von zirka 24 % als Hilfskraft (Aufräumen und Auffüllen der Waren in der
Mercerie
-Abteilung) bei der
Y._
angestellt (Urk. 6/8). Daneben war sie Hausfrau und Mutter (Urk. 6/2/5 Ziff. 6.4.1). Am 19. Juli 2005 meldete sie sich erstmals unter Hinweis auf Probleme beim Gehen, Sitzen, Stehen, Liegen, Bücken, Treppenstei
gen und Gewichtheben bei der Invalidenversicherung zum Bezug einer Rente an (Urk. 6/2). Mit
Einspracheentscheid
vom 5. März 2007 (Urk. 6/35) wies die
Sozi
alversicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, das Leistungsbegehren gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 13 % ab.
Am 1. Mai 2007 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 6/44). Die IV-Stelle veranlasste ein polydisziplinäres Gutachten bei der
Z._
am
A._
, wel
ches am 16. März 2009 (Urk. 6/76) erstattet wurde, sowie eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (Urk. 6/81). Mit Verfü
gung vom 7. Juni 2010 (Urk. 6/114; Verfügungsteil 2 Urk. 6/113) sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Wirkung ab 1. Juli 2008 eine
Dreiviertelsrente
zu.
1.2
Am 13. November 2010 beantragte die Versicherte eine
Hilflosenentschädigung
(Urk. 6/124). Mit
Verfügung vom 11
.
April
2011 (Urk. 6/1
4
7
; Verfügungsteil 2,
Urk.
6/145)
stellte
die IV-Stelle
fest, dass
die
Versicherte
rückwirkend ab 1. August
2009 ei
nen
Anspruch auf eine Entschädigung wegen leichter Hilflo
sigkeit
hat
. Die dagegen erhobene Beschwerde vom 3
0.
Mai 2011 (
Urk.
6/149/3-8) hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 2
5.
April 2012 gut und stellte fest, dass die Versicherte ab 1. August 2009 Anspruch auf eine
Hilflosenentschä
di
gung
mittleren Grades ha
t
(
Urk.
6/
152)
.
1.3
Nach Eingang eines
Revisionsgesuchs der Versicherten vom 1
6.
Mai 2012
(
Urk.
6/153)
holte d
ie IV-Stelle im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
(
Urk.
6/176,
Urk.
6/178,
Urk.
6/180,
Urk.
6/183)
beim
B._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am
1
5.
August 2013
erstattet wurde (Urk.
6/204
). Mit Verfügung vom
7.
Februar 2014 (
Urk.
6/222 =
Urk.
2) verneinte die IV-Stelle einen Anspruch der Versi
cherten auf eine höhere Rente.
2.
Die Versicherte erhob am 1
3.
März 2014
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfü
gung
v
om
7.
Februar 2014
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben (S. 2
Ziff.
1) und es sei ihr rückwirkend ab dem
1.
Mai 2009 eine volle IV-Rente zu
zusprechen
(
S. 2
Ziff.
2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
8.
April 2014
(
Urk.
5
) die Abweisung
der Beschwerde. Dies wurde
der Beschwerdeführerin am
1
6.
Juli 2014
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversi
cherung; IVG
in der seit 1. Januar 2004 geltenden Fassung
).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revi
si
onsgrund
im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.4
Gemäss Art. 88a Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) is
t b
ei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Au
f
gabenbereich zu betätigen oder bei einer Zunahme der Hilflosigkeit oder Er
höh
ung des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes
oder Hilfebedarfs die
anspruchs
beeinflussende
Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wes
ent
liche Unterbrechung drei Monate angedauert hat. Art. 29
bis
IVV ist sinn
ge
mäs
s anwendbar.
1.
5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
ging in der angefochtenen Verfügung vom 7. Februar 2014 (Urk. 2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen
, insbesondere den Untersuchung
s
b
e
richt ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
,
von einem unveränderten Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin aus (S. 2). Sie sei
in einer angepassten Tätigkeit
nach wie vor
zu 50
%
arbeitsfähig (S. 3).
Der Schlussfolgerung der
B._
-Gutachter, wonach die Beschwerdeführerin ab September 2012 auch in einer angepassten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig sei, könne nicht gefolgt werden (S. 2 f.).
2.2
Die Beschwerdeführer
in machte demgegenüber geltend, dass sich ihr Gesund
heitszustand seit Februar 2009 massiv verschlechtert habe. Sie gehe an Krücken, könne sämtliche Tätigkeiten und auch kurze Gehstrecken nur verlangsamt bewältigen. Auch kurze Treppen von zwei oder mehr Stufen seien von ihr kaum noch zu überwinden. Unter diesen Voraussetzungen könne auch bei grösster Motivation nicht mehr von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer leichten Tätigkeit gesprochen werden (
Urk.
1 S. 4).
Dies würde von den
B._
-Gutach
tern bestätigt, indem diese
ihr eine
vollständige Arbeitsunfähigkeit seit Septem
ber 2012
attestieren
würden (S. 5
oben
).
Ausserdem stelle sich die Frage, ob ihre Arbeitsfähigkeit nicht bereits im Jahre 2009 durch die
Z._
-Gutachter zu opti
mistisch beurteilt worden sei, zumal damals kein stabiler Gesundheitszustand vorgelegen habe. Die Wahrscheinlichkeit liege nahe, dass bereits im März 200
9 ein Invaliditätsgrad von 70
%
und mehr
bestanden habe (S. 5).
Die Vorausset
zungen für eine Wiedererwägung und Abänderung der Rente zu ihren Gunsten seien gegeben (S. 7).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Voraussetzungen für eine revisionsweise Anpas
sung der Rente gegeben sind.
Zu vergleichen ist dabei der Sachverhalt im Zeitpunkt der
Ren
tenzusprache
mit Verfügung vom 7
.
Juni
201
0
(
Urk. 6/114; Verfügungsteil 2 Urk. 6/113
) mit demjenigen, welcher der hier ange
fochtenen Verfü
gung zugrunde liegt.
3.
3.1
Nach Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozial
ver
sicherungsrechts
(ATSG) kann der Versicherungsträger auf formell rechts
kräftige Verfü
gungen oder
Einspracheentscheide
zurückkommen, wenn diese zwei
fellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Be
deu
tung ist. Nach der Rechtsprechung des Bundesge
richts kann der Versiche
rungs
träger allerdings weder von der betroffenen Person noch vom Gericht zu einer Wiedererwägung verhalten werden (BGE 119 V 180 E. 3a). Es besteht da
rum kein gerichtlich durchsetzbarer Anspruch auf
(BGE 117 V 8 E. 2a).
3.
2
Mit Verfügung vom 7. Juni 2010 (Urk. 6/114) war der Beschwerdeführerin im Wesentlichen gestützt auf das
Z._
-Gutachten vom 1
6.
März 2009 (Urk. 6/76), welches ihr eine Arbeitsunfähig
keit von 50 % attestiert hatte, ab 1. Juli 2008 eine
Dreiviertelsrente
zugesprochen worden. Diese Verfügung erwuchs unange
fochten in Rechtskraft.
Soweit die Beschwerdeführerin die wiedererwägungsweise Aufhebung dieser Verfügung beantragte (Urk. 1 S. 1 Ziff. 2, S. 5
Rz
9), ist festzuhalten, dass das Zurück
kommen auf formell rechtskräftige Verfügungen oder
Einspracheent
schei
de
beim Fehlen eigentlicher Revisionsgründe in das Ermessen des Versi
che
rungs
trägers gestellt ist und dass kein gerichtlich durchsetzbarer Anspruch auf
Wie
dererwägung
besteht (Art. 53 Abs. 2 ATSG, BGE 133 V 50 E.
4.1 sowie vorste
hend E. 1.2), weshalb sich die Prüfung der Frage, ob
Wieder
er
wägungs
gründe
vorliegen, erübrigt.
Es ist demnach
festzuhalten, dass für eine wiedererwägungsweise Aufhebung der ursprünglichen Verfügung
vom 7
. Juni 20
10
von vornherein
kein Raum
besteht.
4
.
Der Verfügung vom 7
.
Juni
201
0
(Urk.
6
/
114
) lag
im Wesent
li
chen das
Gutach
ten
der
Z._
des
A._
vom 1
6.
März 2009 (
Urk.
6/76)
zu Grunde.
G
estützt auf die Akten sowie die internistische, rheumatologische, neurologische und psychosomatische Untersuchung der Beschwerdeführeri
n nannten
die Gut
achter
folgende Diagnosen mit
Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit (S. 20 Ziff
.
6.1):
chronisches
Lumbovertebralsyndrom
Status nach
Spondylodese
LWK5/SWK1 bei Diskushernie im August 2007
Status nach
Laminektomie
LWK1 total, BWK12 und LWK 2 partiell bei
Ependymom
der
Cauda
equina
BWK12/LWK1 im April 2008
Diskusprotrusion
L4/5,
Spondylarthrosen
a
ktuell klinisch neurologisch keine sicheren Hinweise auf ein
rad
iku
läres
sensomotorisches Reizau
sfallsyndrom
Residualbeschwerden linkes Knie
Status nach Implantation Knietotalprothese links im Februar 2005
Status nach
Patellaprothesen
-Einsatz links im April 2004
Status nach zweimaliger Kniearthroskopie links 2001 und 2002
Status nach therapeutischer Schulterarthroskopie rechts am
8.
Dezember 2008
aktuell schmerzhaft
e Funktionseinschränkung rechte Schulter
residuelle
Beschwerden linke Schulter, im Sinne einer
Tendinose
der
Subscapularissehne
anamnestisch Status nach
Rotatorenmanschettennaht
im September 2008
Verdacht auf
Rhiz
- und
Interphalangeal
-Arthrose
Dig
. I rechts
Status nach mikrochirurgischer ventraler Dekompression C5/6 und ve
n
t
raler Diskusprothese C5/6 bei Diskushernie C5/6 im Juni 2008
aktuell diesbezüglich asymptomatisch
Status nach Implantation Knietotalprothese rechts und Entfernung des Patella-Gleitlagerersatzes 2003
nach multiplen vorgängigen offenen Eingriffen am rechten Knie, unter anderem Status nach
Tibiakopf
-
Valgisation
-Osteotomie rechts 2000
D
ie
Gutachter
nannten folgende Diagnosen ohne
Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit (S. 20
Ziff.
6.2):
Hepatopathie unklarer Ätiologie (Differentialdiagnose am ehesten medi
ka
mentös-toxisch, chronisch viral)
multiple Allergien (unter anderem auf Penicillin, Nickel und Formal
de
hyd)
Sie führten aus,
dass d
i
e multiplen
muskuloskelettalen
Probleme mit eindeutig verminderter Belastbarkeit der Lendenwirbelsäule (LWS) und unteren
Hals
wir
bel
säule
(HWS) sowie der Arthrose im Bereich der rechten Hand zu einer Unzumutbarkeit für sämtliche körperlich schweren und mittelschweren Tätig
keiten führten. Aus somatischer Sicht sei
der Beschwerdeführerin
einzig eine körperlich sehr leichte, mehrheitlich sitzende Tätigkeit unter Vermeidung eines Handeinsatzes rechts mit Kraft und der Möglichkeit zu Positionswechsel zu 50
%
zumutbar. (S. 21 f.).
Aus psychosomatischer Sicht könne keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden. Die Diskrepanz zwischen der Selbsteinschätzung der Beschwerd
eführerin und der gutachterlich
einge
stuften Arbeitsfähigkeit könne nicht auf eine psychosomatische oder psychische Diagnose zurückgeführt werden. Allenfalls könnte im Rahmen der
chronifizier
ten
Schmerzen mit
vermehrter Wahrnehmungsfokussierung auf die Rücken
schmer
zen von einer Schmerzwahrnehm
ungsstörung gesprochen werden, wel
che jedoch nicht die Kriterien einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung erfülle
(S. 22 oben)
.
Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit decke sich weitgehend mit derjenigen des behandelnden Rheumatologen, der noch im Juli 2008 von einer damals vollen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen sei, mittelfristig jedoch eine zu 60
%
zumut
bare Restarbeitsfähigkeit für umsetzbar gehalten habe.
Aktuell l
asse
sich die
vom behandelnden Orthopäden genannte Schwäche der unteren Extremitäten in der neurologischen Untersuchung nicht objektivieren. Die Beinschmerzen stün
den im Vergleich zu de
n
lumbalen Rückenschmerzen eher im Hintergrund.
Aus objektiver Sicht könne der Beschwerdeführerin demnach eine körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeit vorwiegend im Sitzen zu 5
0
%
zugemutet werden
.
Im Haushalt bestehe eine zumutbare Arbeitsfähigkeit von 30
%
. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Mitarbeiterin bei der
Y._
, wo sie Regale mit Waren aufgefüllt habe, bestehe aus rheumatologischer Sicht bei verminderter Belastbarkeit des Achsenskelettes keine zumutbare Arbeitsfähigkeit mehr, da diese Arbeit längeres Stehen, repetitives Bücken und Heben über Schulterhöhe verlangen würde
(S. 22 Mitte).
Aufgrund der anamnestischen Angaben und der zur Verfügung stehenden Doku
mentation müsse davon ausgegangen werden, dass die angestammten Tätigkeiten
der Beschwerdeführerin als Dentalassistentin und Mitarbeiterin bei der
Y._
spätestens seit dem Jahre 2005 nicht mehr zumutbar seien. Die aktu
ell attestierte Einschränkung im Haushalt sowie für eine körperlich leichte
, vor
wiegend sitzende Tätigkeit mit Einnahme von Wechselpositionen
gelte mit Sicherheit ab Gutachtenszeitpunkt. Es müsse davon ausgegangen werden, dass zumindest vom Zeitpunkt der
Spondylodeseoperation
im August 2007 bis zum Gutachtenszeitpunkt aufgrund der multiplen durchgeführten Operationen am Bewegungsapparat keine Restarbeitsfähigkeit in einer körperlichen
Verweistä
tigkeit
sowie im Haushalt bestanden habe (S. 22 unten).
5
.
5
.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich beim Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung im Wesentlichen auf die nachfolgenden Berichte.
5
.2
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurochirurgie, berichtete am 1
3.
September 2012 (
Urk.
6/164)
und führte aus, der Zustand der Beschwerde
führerin habe sich in den letzten Monaten verschlechtert. Bei Status nach meh
reren Rückenoperationen, an der LWS und der HWS zeige sich neu eine Insta
bilität L4/5 nach
Spondylodese
L5/S1 im Jahre 200
7.
Die Beschwerdeführerin sei längerfristig ganz klar weniger belastungsfähig als aktuell und es sei aus medizinischen Gründen eine Erhöhung der IV-Rente um 25
%
indiziert.
5
.3
Med.
pract
.
D._
, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Be
wegungsapparates,
Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin,
berichtete am
6.
Dezember 2012 (
Urk.
6/172) über die
orthopädische Untersuchung der Beschwerdeführ
erin vom 2
7.
November 2012 und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
8):
chronisches
Lumbovertebralsyndrom
bei Status nach mehrfachen Operatio
nen
Bewegungseinschränkung des linken Kniegelenkes nach Totalprothese
Bewegungseinschränkung rechte Schulter
Status nach
Spondylodese
im Bereich der Halswirbelsäule (HWS)
Status nach Knie-Totalprothese rechts
Sie führte aus,
dass im Vergleich zum
Z._
-Gutachten von 2009 keine wesentli
che Veränderung des Gesundheitszustandes eingetreten sei. Die zum Zeitpunkt der damaligen Untersuchung bestehende Einschränkung der Beweglichkeit der rechten Schulter bestehe weiterhin fort. Durch die in der Zwischenzeit durch
geführten Operationen habe keine wesentliche Verbesserung des Gesundheits
zustandes erreicht werden können. Die damals geklagten Leistenschmerzen im Bereich des linken Beines bestünden ebenfalls weiterhin fort (S. 8 unten). Eine wesentliche Funktionsminderung des Hüftgelenks habe weiterhin nicht nach
gewiesen werden können. Es hätten sich jedoch Hinweise auf Inkonsistenzen hin
sichtlich der geklagten Schmerzzustände gegeben.
Die im Rahmen der Untersuchung veranlasste Bestimmung des Medikamentenspiegels für die von der Beschwerdeführerin angegebenen Präparate
habe keinen wirksamen
Plas
ma
spiegel
ergeben
(S. 9)
.
Bei der Beschwerdeführerin sei anhand der vorliegenden medizinischen Bericht
erstattung und der körperlichen Untersuchung ein somatischer
Gesundheits
scha
den
ausgewiesen, der die Arbeitsfähigkeit einschränke. In ihrer bisherigen Tätigkeit als Dentalassistentin/Verkäuferin bestehe keine Arbeitsfähigkeit mehr seit August 200
7.
In einer angepassten Tätigkeit mit körperlich leichter
wech
selbelastender
Tätigkeit ohne regelmässige Hebe- und Tragebelastungen über 10
kg, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufige
wirbelsäulen-,
hüft
gelenks
- und kniegelenksbelastende Zwangshaltungen und Tätigkeiten, ohne häufiges Gehen auf unebenem Gelände, ohne andauernde
Vibrationsbelas
tungen
und Nässe sei weiterhin eine 50%ige Arbeitsfähigkeit gegeben seit Feb
ruar 2009 (S. 9).
Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich seit der Gutachten
s
erstellung nicht wesentlich verändert. Insbesondere hätten an
lässlich der Untersuchung im RAD k
eine Befunde oder anamnestische
Angaben erhoben werden können, die eine Hilflosigkeit der Beschwerdeführerin anneh
men liessen (S. 9 unten).
5
.4
Die Gutachter des
B._
erstat
teten ihr polydisziplinäres Gutachten am 1
5.
August 2013 (
Urk.
6/204) gestützt auf
die Akten, die Befragung und die internistische, psychiatrische und neurologische Untersuchung der Beschwerdeführerin. Sie nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
34):
panvertebrales Schmerzsyndrom mit/bei
Status nach Diskushernien-Operation C5/6 im Juni 2008 und im August 2010 Explantation der Prestige-Prothese auf Höhe C5/6,
inter
corporelle
Cage-Einlage C5/6 und C4/5 mit ventraler
Plattenosteo
synthese
C4-6 sowie Diskektomie und Implantation einer Bryan-Pro
these C6/7
Status nach Diskektomie und
transforaminale
, lumbale
intersomati
sche
Fusion L5/S1 im August 2007, im Januar 2013
Spondylodese
L4/5 sowie Status nach Versorgung mit
Rückenmarks-Neurostimula
tor
im Februar 2013 ohne Erfolg
Rumpfmuskulärem Globaldefizit als Folge einer
Langzeitdekonditio
nie
rung
chronische Arthralgie der rechten Schulter bei Status nach operativen Behandlungen einer
Rotatorenmanschettenruptur
und einer
Supraspina
tussehnenruptur
im Dezember 2008, im August 2009 und im Mai 2012 und Status nach Schulter
arthroskopie links,
Bizepstenotomie
,
Reinser
tion
Supraspinatus
-/
Subscapularissehne
, AC-Gelenksresektion, minimale vordere
Acromioplastik
im September 200
8.
Deutlich verbliebene
Funk
tionsminderung
der rechten Schulter
Status nach TEP-Versorgung
einbezüglich
Patellaersatz
rechtes Kniege
lenk 2003
Status nach TEP-Versorgung linkes Kniegelenk 2005 und zusätzlichem
Patellaersatz
2006
Dosralextensionsparese
von Fuss und Zehen links nach Operation eines
Ependymoms
der
cauda
equina
im März
2008, Versorgung mit
Peroneus
feder
Sie nannten ausserdem die folgenden Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 35):
anamnestisch Status nach
arthroskopischer
Hüftimpingementrevision
links im Mai 2011 und Januar 2012, derzeit klinisch asymptomatisch
allergische Reaktion auf verschiedene Medikamente, Pollenallergie, Mückenstick- und Wespenstichallergie
komplikationslose
Varicosis
beider Beine
Sie führten aus, dass
in der orthopädischen Anamnese sehr umfangreiche ope
rative Behandlungen dokumentiert seien. Der aktuelle Röntgenbefund der
Len
denwirbelsäule
(LWS) sei unauffällig. Während die Beweglichkeit der HWS
aktuell unauffällig sei, bestünden deutliche Funktionsdefizite der LWS und des Rumpfes insgesamt. Die Rumpfmuskulatur sei weitgehend
dekonditioniert
. Rumpfbelastende Tätigkeiten würden somit dauerhaft ausscheiden
(S. 30 unten).
Die rechte Schulter sei im Dezember 2008 und zuletzt im Mai 2012 umfangreich operativ behandelt worden. Es habe sich sowohl rechts wie auch links um Rupturen der
Rotatorenmanschette
und der
Supraspinatussehne
gehandelt. Die Beweglichkeit der rechten Schulter sei dezimiert. Schultergelenkbelastende Arbeiten beziehungsweise statisch belastende Arbeiten für den gesamten rech
ten Arm seien nicht mehr möglich. Am rechten Arm handle es sich zusätzlich um eine Polyarthrose im Daumensattelgelenk und im Grundgelenk sowie im DIP des Zeigefingers (S. 30 unten).
Im Funktionssystem des Beckens und der unteren Extremitäten bestehe eine ver
mehrte Innendrehfähigkeit bis jeweils 80°, ansonsten gälten beide Hüftgelen
ke als klinisch unauffällig. Radiologisch sei der Status nach einer Offset-Korrek
tur bestätigt worden. Es handle sich dabei um neue periostale Auflage
rungen, welche
klinisch symptomatisch zumindest gegenwärtig nicht in Erschei
nung träten.
Im Gelenkknorpel bestünden keine tiefen Defekte. Die 2011 und 2012 durchgeführte
arthroskopische
Revision eines linksseitigen
Hüftim
pingements
habe nur teilweise zu einer Besserung beitragen können
(S. 31 oben)
.
Im aktuellen Röntgen beider Kniegelenke sei ein jeweils regelrechter Befund nach den rechts und links durchgeführten TEP-Versorgungen beschrieben wor
den (S. 31 Mitte).
Im
Z._
-
Gutachen
von 2009 sei noch davon ausgegangen worden, dass die Beschwerdeführerin auf einem 50%igen Niveau sehr leichte und mehrheitlich sitzende Tätigkeiten mit der Möglichkeit zum Positionswechsel und ohne Krafteinsatz der rechten Hand verrichten könne. Inzwischen habe sich die orthopädische Gesamtkonstellation verschlechtert. Im Januar 2013 sei
en
eine weitere lumbale Diskusoperation
und eine
Spondylodese
L4/5 sowie am
6.
Februar 2013 die Einlage eines Neurostimulators erforderlich gewesen. Im Mai 2011 und im Januar 2012 sei eine
arthroskopische
Revision eines schmerz
haften
Hüftimpingements
links erforderlich gewesen
. Die rechte Schulter habe ebenfalls im Mai 2012
erneut operativ per
Arthrotomie
revidiert werden müs
sen. Die Beweglichkeit der rechten Schulter sei auch aktuell noch deutlich dezi
miert, was zu einer Mindereinsatzfähigkeit des gesamten rechten Arms bei
trage (S. 31 unten).
Aufgrund der Anamnese und des aktuellen neurologischen Untersuchungsbe
fundes
sei einzig de
r
Fallfuss
links als Ausfall relevant und führe – auch mit der
guten Versorgung durch eine
Peronäusschiene
– zu
Beeinträchtigungen (S. 34 oben).
Der Beschwerdeführerin seien hypothetisch nur noch sehr leichte,
rückenscho
nende
Tätigkeiten zumutbar. Zu meiden seien Arbeiten in Zwangshaltungen für den Rücken und für den Rumpf wie vornüber gebeugt, stehend, kniend, hockend, kauernd und einhergehend mit repetitiven Bewegungsanforderungen an den Rumpf. Die Befunde im Bereich der rechten Schulter würden mit dem rechten Arm nur noch ein
H
eben, Tragen und Bewegen von Lasten von maxi
mal 2 kg gestatten. Tätigkeiten mit dem rechten Arm in Überschulterhöhe seien nicht mehr möglich
. Tätigkeiten stehend, kniend, hockend oder kauernd oder in sonstigen Zwangshaltungen seien bezugnehmend auf den Knie-TEP-Status dau
erhaft nicht mehr möglich. Die Beschwerdeführerin empfinde nachvollziehbar bei jedem Schritt auch innerhalb der Wohnung Hüft- und Kniebeschwerden. Sie könne nachvollziehbar ihre Wohnung zumindest alleine und ohne Begleitperson nicht mehr verlassen. Mit fremder Hilfe sei eine Gehstrecke von 100 bis maxi
mal 200 m möglich. Aus rein orthopädisch somatischer Sicht scheine das sehr dezimierte Restbelastungsprofil in einer erwerbseinbringenden Tätigkeit nicht mehr real verwertbar. Rein orthopädisch werde von einer aufgehobenen Ar
beits
fähigkeit auch in angepasster Tätigkeit ausgegangen. Eine Besserung könne langfristig nicht mehr erwartet werden
(S. 31 f.
, S. 35 f.
).
Dies gelte seit September 2012 (S. 37 Mitte).
5
.5
Med.
pract
.
D._
, RAD, nahm am 2
3.
August 2013 Stellung (
Urk.
6/221/3-4) zum
B._
-Gutachten und führte aus,
dass
der orthopädische Teilgutachter im Wesentliche die gleichen Bewegungsausmasse erhoben habe, die auch zum Zeitpunkt der Untersuchung im RAD erhoben worden seien. Lediglich für die Beweglichkeit der Brust- und Lendenwirbelsäule werde eine gegenüber dem Befund im RAD verminderte Beweglichkeit dokumentiert. Diese gegenüber der Untersuchung im RAD vermehrte Bewegungseinschränkung der LWS sei durch die kurz zurückliegenden Operationen der LWS mit Teilversteifung zu erklären und weiche nur gering von der im
Z._
-Gutachten dokumentierten Beweglich
keit ab.
Entgegen den Ausführungen im
B._
-Gutachten sei bezüglich der Bew
eglichkeit der rechten Schulter
aus
orthopädischer Sicht eine wesentliche Verschlechterung nicht objektiv zu begründen.
Zusammenfassend handle es sich aus medizinischer Sicht bei der Beurteilung im Gutachten des
B._
um eine abweichende Beurteilung des gleichen Sachverhalts.
6
.
6
.1
Die Beschwerdegegnerin stellte zum Zeitpunkt der
Rentenzusprache
im
Juni
201
0
betreffend die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Besch
werdeführerin auf das
Z._
-Gutachten
vom
März 2009
(vgl. vorstehend E.
4
.
2
, vgl. auch Urk.
6
/7
6
) ab.
Die Beschwerdeführerin machte
geltend, ihr Gesundheitszustand habe
sich dauer
haft verschlechtert, was insbesondere
dem
B._
-Gutachten
(vgl. vorstehend E.
5.4)
von August 2013
zu entnehmen sei.
Demgegenüber stützte sich die Beschwerdegegnerin auf den RAD-Untersuchungsbericht
von November 2012
(vgl. vorstehend E. 5.3) und verneinte eine Verschlechterung des Gesundheits
zustandes.
6
.2
Hinsichtlich der gestellten Diagnosen sind zwischen den Beurteilungen, welche der Verfügung von 201
0
zugrunde lagen, und den neueren Beurteilungen keine wesentlichen Unterschiede ersichtlich. Von Bedeutung waren und sind nament
lich die seit langer Zeit bestehende
n Rücken-, Schulter-,
Arm-,
Knie- und
Hüft
beschwerden
.
Selbst wenn jedoch exakt dieselben Diagnosen gestellt werden wie bei der ur
sprüng
lichen
Rentenzusprache
, würde dies eine Rentenrevision nicht grund
sätz
lich
ausschliessen
, da jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Ver
hält
nissen, welche geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenan
spruch zu beeinflussen, Anlass zur Rentenrevision gibt (BGE 125 V 368 E. 2, BGE 105 V
29 mit weiteren Hinweisen).
Invalidenversicherungs
rechtlich
erheb
lich ist ein
zig,
ob und in welchem
Mass
eine Beeinträchtigung der Erwerbs
fähigkeit - und zwar
unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbese
hen der Ätiologie – aus
gewiesen ist (Urteil des Bundesgerichts I 815/05 vom 5. Februar 2007 E. 7.2.2 mit
weiteren Hinweisen). Unabhängig von den gestell
ten Diagnosen ist somit zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der letzt
ma
ligen Prüfung im Jahre 201
0
verschlechtert hat.
6.3
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass das
B._
-Gutachten von August 2013 (vgl. vorstehend E. 5.4) auf allseitigen Untersuchungen der Be
schwerdeführerin beruht, die von ihr geklagten Beschwerden in a
n
gemessener Weise berücksichtigt,
in Kenntnis der und in Auseinan
dersetzung mit den
Vorakten
erstatt
et
wurde und der konkreten medi
zinischen Situation Rechnung
trägt
.
So machte der orthopädische Teilgutachter darauf aufmerksam, dass
sich die orthopädische Gesamtkonstellation seit dem
Z._
-Gutachten im Jahre 2009 verschlechtert habe und im Januar 2013 eine weitere lumbale Diskusoperation sowie eine
Spondylodese
L4/5 erfolgt seien und im Februar 2013 sodann die Einlage eines Neurostimulators erforderlich geworden sei
(
Urk.
6/204 S.
31 Mitte
)
.
Er zeigte zudem in nachvollziehbarer Weise auf, dass die im Mai 2011 und Januar 2012 durchgeführten
arthroskopischen
Revisionen des
Hüftimpingements
nicht zu einer nachhaltigen
Hüftbeschwerde
n
besserung
beigetragen hätten (S. 31 unten). Weiter bezog der orthopädische Teilgutachter ausdrücklich Stellung
zur erneuten operativen Revision der rechten Schulter vo
m
Mai 2012 und der aktuell
noch deutlichen Dezimierung deren
Beweglichkeit
(S. 31 unten). Weiter machten sowohl der internistische als auch der psychiatrische Teilgutachter ausdrücklich darauf aufmerksam, dass
auf ihren Fachgebieten keinerlei fachspezifische Befunde und Diagnosen auszumachen seien (S. 32 f.).
Das
B._
-Gutachten
leuchte
t
in der Darlegung der
medizinischen Zusammen
hänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerun
gen
zu Gesund
heitszustand und Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin wer
den aus
führlich und nachvoll
ziehbar be
gründet. So zeigte
n die Gutachter
in nachvollziehbarer Weise das
Rest
arbeitsfähigkeitsprofil
der Beschwerdeführerin auf (S. 35 f.) und begründeten überdies einlässlich und sorgfältig, dass
dieses sehr dezimierte
Restbelastungs
profil
in einer erwerbsbringenden Tätigkeit nicht mehr real verwertbar sei, wes
halb rein orthopädisch von einer aufgehobenen Arbeitsfähigkeit auch in ange
passten Tätigkeiten ausgegangen werde (S. 36 oben). Schliesslich führten sie in nachvollziehbarer Weise aus, dass eine Besserung langfristig nicht mehr erwartet werden könne
und nahmen Stellung zu früheren Arztberichten
(S. 36 Mitte).
Das
B._
-Gutachten ist
demnach für die Beantwor
tung der gestellten Fragen um
fassend und erfüllt
damit
entgegen den Ausführungen der
Beschwerdegegne
rin
die praxisgemässen Kriterien an den Beweiswert eines ärztlichen
Berichts (vgl. vorstehend E. 1.6
) vollumfäng
lich, so dass betreff
end
den
Gesundheitszustand
und die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
darauf abgestellt werden
kann.
6.4
Der Beschwerdegegnerin kann vorliegend nicht gefolgt werden, wenn sie sich i
m Rahmen der vorliegenden durch das Rentenerhöhungsgesuch der Beschwer
deführerin
(
Urk.
6/153)
eingeleiteten Rentenrevision
auf den Untersuchungsbe
richt von
RAD-Ärztin med.
pract
.
D._
(vgl. vorstehend E.
5.3)
stützt und
von einem unveränder
ten Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der
Renten
zusprache
aus
g
eht
.
So
ist nicht nachvollziehbar, aus welchem Grund sie
sich auf die
eher kurz
erscheinende und pauschal formulierte
RAD-
Beurteilung
abstützt, obwohl ein
von ihr in Auftrag gegebenes,
danac
h erstattetes, umfang
reiches,
polydisziplinäres
und mit dem RAD-Untersuchungsbericht in Wide
r
spruch
stehendes
Gutachten vorliegt.
M
ed.
pract
.
D._
führte
lediglich aus, dass keine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustandes seit 2009 einge
treten sei
, begründete dies jedoch nicht weiter.
In Bezug auf die
zum Zeitpunkt der damaligen Untersuchung bestehende Einschränkung der Beweglichkeit der
rechten Schulter
machte sie geltend
, dass diese
weiterhin fort
bestehe
und die in der Zwischenzeit (im Mai 2012) erfolgte Operation der rechten Schulter keine Verbesserung gebracht habe.
Ob diese erneute Operation jedoch negative Aus
wirkungen auf den Gesundheitszustand oder das Belastungsprofil der Beschwer
d
eführerin haben könnte, würdigte
med.
pract
.
D._
mit keinem Wort,
obwohl bereits der
Z._
-Gutachter im Jahre 2009 ausführte, dass sich allenfalls noch Einschränkungen für längerdauerndes Arbeiten über Schulterhöhe oder mir Kraftanwendung ergeben würden, sollten die Schul
t
erbeschwerden persis
tieren (
Urk.
6/76 S. 17 unten).
Auch konnten e
ntgegen den Ausführungen von med.
pract
.
D._
bezüglich der Hüftgelenksbeschwerden
am
9.
März 2012 radiologisch neue periostale Auflagerungen am Schenkelhals bei Status nach Offset-Korrektur festgestellt werden
(vgl.
Urk.
6/204 S. 31)
, wobei sich der Gelenkknorpel z
um Zeitpunkt der
Z._
-Begutachtung im Jahre 2009 noch unauffällig
dar
ge
stellt
hatt
e
(
Urk.
6/76 S. 17 Mitte).
Auch d
ass die im Januar 2013 durchgeführte lumbale Diskusoperation und
Spondylodese
sowie die Ein
lage
des
Neurostimulators im Februar 2013
nichts am
Gesundheitszustan
d und der
Arbeitsfähigkeit
zu ändern vermöchten
, erscheint
vorliegend als
nicht nach
vollziehbar.
Die Aussage von med.
pract
.
D._
, wonach insbesondere keine Befunde vorlägen, welche eine Hilflosigkeit annehmen liessen, stehen s
chliess
lich
in Widerspruch mit dem
unter der
Verfahren
snummer
IV.2011.00
599 am 2
5.
April 2012 ergangenen
Urteil des hiesigen Gerichts, wonach die Beschwer
deführerin Anspruch auf lebenspraktische Begleitung und damit auf eine
Hilf
losenentschädigung
mittleren Grades hat.
Der RAD-Untersuchungsbericht ver
mag jedenfalls das nachvollziehbar begründete
B._
-Gutachten, auf welches abgestellt werden kann, nicht umzustossen.
6.5
Eine objektive Verschlechterung
des Gesundheitszustandes
sowie der Arbeits
fähigkeit geht somit aus dem beweistauglichen
B._
-Gutachten von August 2013 klar hervor.
Beschrieben wurden deutlich beeinträchtigende Befunde im Bereich des Bewegungsapparates, welche insgesamt
nur
ein derart dezimiertes Restbelastungsprofil
zulie
ssen, das in einer erwerbsbringenden Tätigkeit nicht mehr real verwertbar sei (
Urk.
6/204 S. 36). Zusammenfassend
ist somit gestützt auf die Einschätzung und Beurteilung der
B._
-Gutachter von einer Ver
schlech
terung des Gesundheitszustandes und davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin in sämtlichen Tätigkeiten seit September 2012 zu 100
%
arbeitsunfähig ist.
Demnach besteht
ab
1.
Dezember
201
2
(1.
September 2012
zuzüglich 3 Monate; vgl.
Art.
88a
Abs.
1 der Verordnung über die Invalidenversicherung; IVV) ein Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine ganze Rente.
7
.
I
n
teilweiser
Gutheissung der Beschwerde
ist de
mnach
die angefochtene Verfü
gung vom
7.
Februar
2014
(
Urk.
2
) auf
zu
h
e
ben, dies mit der Feststellung
, dass
ab 1.
Dezember
201
2
ein
Anspruch
der Beschwerdeführerin
auf eine ganze Rente der Invalidenversiche
rung besteht.
8
.
8
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf Fr. 8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
8
.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens steht der Beschwerdeführerin eine
Prozess
ent
schädigung
zu, welche gemäss § 34 Abs. 3 des Gesetzes über das
Sozialver
siche
rungsgericht
(
GSVGer
) ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeu
tung
der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen wird. In Anwendung dieser Kriterien ist der Beschwerde
führerin beim
für das Jahr 2014
praxisgemässen Stundenansatz von
Fr.
200
.-- (zuzüg
lich Mehr
wertsteuer) eine
Prozessentschädigung von Fr. 1‘
9
00.-- (inklusive
Bar
auslagen
und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.