Decision ID: b21dd777-58d8-402b-85fe-7b45647a7249
Year: 2019
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Mit Verfügung vom 23. Oktober 2003 wurde A._ mit Wirkung ab dem 1. Juni
2002 eine ganze Rente zugesprochen (IV-act. 31). Die Rentenzusprache erfolgte
gestützt auf die von Dr. med. B._, Facharzt für Rheumatologie, gestellten Diagnosen
(Exazerbation eines chronischen Panvertebralsyndroms mit lumbospondylogener
Komponente beidseits, cervico-brachialer und thorako-spondylogener Komponente
links bei Spondylitis ankylosans seit 1992, segmentale Dysfunktionen und muskuläre
Dysbalancen, psychische Belastungssituation, Verdacht auf Depression seit dem
Frühjahr 2001 [IV-act. 13-3]).
A.b Im Rahmen der Rentenüberprüfung bestätigte der Hausarzt der Versicherten Dr.
med. C._, Facharzt für Allgemeine Medizin, in seinem Bericht vom 10. Juli 2006, die
Schmerzen der Versicherten seien so erheblich, dass eine Berufsausübung nicht
denkbar sei. Die Belastbarkeit der Wirbelsäule sei deutlich eingeschränkt (IV-act. 36-1
ff.). In der Folge wurde der Versicherten am 17. Juli 2006 mitgeteilt, dass sie weiterhin
Anspruch auf eine ganze Rente habe (IV-act. 37).
A.c Im Fragebogen zur Rentenrevision berichtete Dr. med. D._, Facharzt für
Physikalische Medizin und Rehabilitation und Allgemeine Innere Medizin, am 18.
August 2011, die Versicherte leide neu neben dem Morbus Bechterew an
rezidivierenden mittel- bis schwergradigen depressiven Episoden (IV-act. 44-5). Am 30.
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August 2011 wurde der Versicherten mitgeteilt, dass sie weiterhin unverändert
Anspruch auf eine Rente habe (IV-act. 46).
A.d Infolge eines Hinweises des Amtes für Wirtschaft, Kontrollorgan Schwarzarbeit,
dass die Versicherte arbeitstätig sei (IV-act. 58f.), wurde sie im Auftrag der IV-Stelle am
17. und 18. April 2015 überwacht. An diesen beiden Tagen konnte die Versicherte
dabei beobachtet werden, wie sie im Restaurant E._ an der F._ zwei
Toilettenanlagen sauber hielt. Dabei habe sich die Versicherte absolut „normal“
verhalten und die anfallenden Arbeiten ohne augenscheinliche Beeinträchtigungen oder
Zeichen einer gesundheitlichen Einschränkung zügig erledigt. Sie habe am Freitag und
Samstag von 16.00 Uhr bis 00.00 Uhr gearbeitet und sei dabei sozial sehr aktiv und
kontaktfreudig gewesen (IV-act. 62-2). Die Versicherte habe alleine gearbeitet und alle
anfallenden Arbeiten (Toiletten und Vorraum sauber halten, WC-Rollen wechseln,
Abfalleimer leeren, Handpapier nachfüllen, Trinkgläser abräumen) ausgeführt. Dabei
habe sie mit den Gästen geredet und gescherzt (IV-act. 62-7).
A.e Am 28. April 2015 nahm Dr. med. G._, Fachärztin für Neurologie, Mitarbeiterin
IV-Stelle, zum Observationsmaterial Stellung. Sie führte aus, äusserlich erkennbare
Anhaltspunkte für ein invalidisierendes Rückenleiden liessen sich bei fliessenden
Bewegungsabläufen - auch bei repetitivem Bücken und Wiederaufrichten - nicht
beobachten. Die Versicherte weise einen normalen Antrieb auf und scheine
aufmerksam und zielorientiert ihre Aufgaben wahrzunehmen. Auf Grund der
Erkenntnisse aus dem Observationsmaterial könnten die geltend gemachten
invalidisierenden Einschränkungen nicht bestätigt werden (IV-act. 65).
A.f Mit Unterschrift vom 26. Mai 2015 füllte die Versicherte mit Hilfe ihrer Ärztin, Dr.
med. H._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, den Fragebogen zur Revision
der Invalidenrente aus (IV-act. 68, 71). Sie gab an, Schmerzen im Rücken- und
Beinbereich mit starken Bewegungseinschränkungen zu haben. Zudem habe sie
wegen Arterienverschlusses Schmerzen im rechten Fuss. Weiter leide sie an einer
Depression. Während der F._ und I._ 20_ habe sie jeweils fünf Tage lang, drei
Stunden pro Tag, WC-Papier aufgefüllt. Am 15. Juni 2015 berichtete Dr. H._, die
Versicherte sei auf Grund der physischen und psychischen Erkrankung nicht mehr in
der Lage, irgendeine Tätigkeit auszuüben (IV-act. 76-30).
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A.g Die Genossenschaft J._ hielt im Fragebogen für Arbeitgebende am 23. Juli 2015
fest, die Versicherte sei von Oktober 2011 bis April 2015 aushilfsweise (temporär) bei
Bedarf bei der Reinigung von WC-Anlagen beschäftigt worden, da sie bereits früher
einmal bei den I._ im Reinigungsdienst tätig gewesen sei. Seit Mai 2015 habe die
Versicherte keine Einsätze mehr geleistet, weil die Reinigung neu durch ein
Reinigungsinstitut ausgeführt werde (IV-act. 86).
A.h Vom 11. bis 26./27. August 2015 wurde die Versicherte erneut observiert. Dabei
wurde sie unter anderem beobachtet, wie sie sich bückte und einen Apfel vom Boden
aufhob, wie sie ein Kleinkind auf dem Arm trug und gleichzeitig einen Container an den
Strassenrand zog oder über längere Strecken Auto fuhr. Zudem wurde sie dabei
gesehen, wie sie nach dem Einkauf eine Sechser-Packung 1.5 L Fanta Flaschen mit
der rechten Hand zum Auto trug (IV-act. 91). Am 16. September 2015 wurde die
Versicherte im Rahmen eines Standortgesprächs bei der IV-Stelle über die Observation
und die geplante vorsorgliche Einstellung der Rente informiert. Ausserdem wurde sie
eingehend zu ihrer Situation befragt (IV-act. 92 f.).
A.i Mit Stellungnahme vom 25. September 2015 hielt Dr. G._ fest, die Ergebnisse der
Observation zeigten eine Versicherte, welche trotz der gestellten Diagnosen ein hohes
Funktionsniveau sowohl physisch als auch psychisch aufweise. Insgesamt dränge sich
der Verdacht einer bewusstseinsnahen Symptomausweitung/Aggravation auf. Auf
Grund des dokumentierten hohen Funktionsniveaus sei eine höhergradige
Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollziehbar (IV-act. 102-3 f.).
A.j Am 5. Oktober 2015 führte Rechtsanwalt lic. iur. A. Fiechter im Namen der
Versicherten zur vorsorglichen Renteneinstellung aus, es sei jener trotz der von Dr.
H._ aufgeführten Diagnosen möglich gewesen, einfachste Arbeiten bei der F._ und
I._ durchzuführen. Die Versicherte habe nicht verschwiegen, dass sie an der F._
20_ gearbeitet habe, sondern es sei beim Ausfüllen des Fragebogens durch die Ärztin
zu diesem Missverständnis gekommen. Aus der ausgeführten leichten Tätigkeit lasse
sich ausserdem nichts zu ihren Lasten ableiten. Als sie am 11. August 2015 ein
Kleinkind und zwei Taschen getragen habe, habe es sich um einen einmaligen Vorfall
gehandelt, da die Schwiegertochter zu diesem Zeitpunkt im Spital gewesen sei. Die
Strasse, auf der die Versicherte den Container gezogen habe, sei leicht abschüssig und
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der Container leer gewesen. Nach Injektion des starken Schmerzmedikamentes trete
jeweils eine Schmerzlinderung ein, so dass für eine kurze Periode allenfalls gewisse
Tätigkeiten ausführbar seien (IV-act. 106). Mit Schreiben vom 12. Oktober 2015 gab der
Rechtsvertreter an, die Versicherte bedauere es, dass sie die „Kontrollarbeit“ für die
Mietliegenschaft nicht angegeben habe. Es handle sich dabei um ein Missverständnis
im Rahmen des Ausfüllens des Formulars durch die Hausärztin. Die schweren Arbeiten
führe ihre Tochter aus, sie selbst wische lediglich den Boden. Auch habe sie
zugegeben, dass sie an sehr guten Tagen in Schuhen mit Absätzen laufen könne. Die
an der F._ 20_ ausgeführten Tätigkeiten würden die Arbeitsfähigkeit der
Versicherten nicht belegen, da sie einerseits entsprechend mehr Medikamente
eingenommen habe und andererseits für das Aufnehmen des Bodens jeweils die Hilfe
des Vorgesetzten in Anspruch genommen habe (IV-act. 108).
A.k Am 20. Oktober 2015 wurde der Versicherten mitgeteilt, dass zur Klärung ihrer
Leistungsansprüche eine bidisziplinäre medizinische Untersuchung notwendig sei (IV-
act. 110). Mit gleichem Datum verfügte die IV-Stelle per sofort vorsorglich die
Einstellung der Rente. Einer allfälligen Beschwerde entzog sie die aufschiebende
Wirkung (IV-act. 112).
A.l Die gegen die vorsorgliche Renteneinstellung erhobene Beschwerde der
Versicherten vom 30. Oktober 2015 (IV-act. 118) wies das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen mit Urteil vom 15. Januar 2016 (IV 2015/363) ab (IV-act. 132).
A.m Am 29. und 31. März 2016 wurde die Versicherte in rheumatologischer und
psychiatrischer Hinsicht begutachtet. Gemäss der konsiliarischen Stellungnahme der
beiden Gutachter des Neurologicums K._, Dr. med. L._, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie FMH, zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, und Dr. med.
M._, Facharzt für Rheumatologie FMH, war aus psychiatrischer Sicht keine Diagnose
einer krankheitswertigen Störung zu stellen. Aus rheumatologischer Sicht bestünden
bei der Versicherten allenfalls gewisse Einschränkungen hinsichtlich der Belastbarkeit
der Lendenwirbelsäule. Andere funktionelle Einschränkungen seien aus
rheumatologischer Sicht nicht nachvollziehbar (Gutachten vom 18. April und 18. Juli
2016, IV-act. 141). Dr. G._ stellte gestützt auf diese Gutachten in ihrer Stellungnahme
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vom 20. September 2016 fest, dass seit der Rentenzusprache von einer signifikanten
Veränderung des Gesundheitszustands ausgegangen werden könne (IV-act. 143-3).
A.n Mit Vorbescheid vom 9. Dezember 2016 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit,
sie sehe vor, die bisherige ganze Rente rückwirkend per 31. Dezember 2011
einzustellen und die zu Unrecht bezogenen Leistungen zurückzufordern. Bei der
Festsetzung des Anpassungszeitpunktes sei die Erwerbsaufnahme im Oktober 2011
massgebend. Da die Versicherte die Erwerbsaufnahme gegenüber der IV-Stelle selbst
im Mai 2015 noch schriftlich verneint habe, rechtfertige die Meldepflichtverletzung eine
rückwirkende Renteneinstellung (IV-act. 145).
A.o Gegen diesen Vorbescheid reichte ihr Rechtsvertreter am 25. Januar 2017
Einwand ein. Er beantragte die Weiterausrichtung der ganzen Invalidenrente, den
Verzicht auf eine Rückforderung, die Vernichtung der Observationsaufnahmen und die
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung (IV-act. 147). Die IV-Stelle
ersuchte darauf mit Schreiben vom 6. Februar 2017 vom Rechtsvertreter um weitere
Auskünfte zur finanziellen Situation (IV-act. 149). Diese teilte ihr der Rechtsvertreter mit
Schreiben vom 24. Februar 2017 mit (IV-act. 154).
A.p Mit Bezug auf weitere vom Rechtsvertreter der Versicherten eingereichte
Arztberichte (IV-act. 156-6, 152) hielt Dr. G._ fest, den eingegangenen Berichten
lasse sich keine Verschlechterung des Gesundheitszustands seit der Begutachtung
entnehmen. Die psychiatrische Problematik werde von der behandelnden Fachärztin
anders beurteilt als durch den Gutachter. Es handle sich um eine andere Einschätzung
desselben Sachverhalts (IV-act. 161).
A.q Mit Verfügung vom 18. Mai 2017 stellte die IV-Stelle die bisherige ganze Rente
lediglich noch rückwirkend per 28. Februar 2015 ein, da für diesen Zeitpunkt von einer
medizinisch bestätigten gesundheitlichen Verbesserung auszugehen sei. Die zu
Unrecht bezogenen Leistungen seien zurückzuerstatten (IV-act. 163).
A.r Am 24. Mai 2017 verfügte die IV-Stelle eine Rückforderung in Höhe von Fr.
17'241.--. Ein Teil der Rückforderung werde mit der Nachzahlung der entplafonierten
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Kinderrente zum Vater für den Zeitraum vom März 2015 bis September 2015 von Total
Fr. 1'197.-- verrechnet (IV-act. 164).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 18. Mai 2017 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 19. Juni 2017 mit dem Antrag auf deren Aufhebung. Die Rente sei nicht, auch
nicht rückwirkend per 28. August 2015, einzustellen und es sei der Beschwerdeführerin
weiterhin unbefristet eine ganze IV-Rente auszurichten ab dem 28. August 2015. Auch
sei der Beschwerdeführerin keine Rückerstattungspflicht von bezogenen Leistungen
aufzuerlegen. Das rheumatologische und psychiatrische Gutachten vom 18. April 2016
und 18. Juli 2016 sowie die Stellungnahme von Dr. G._ vom 20. September 2016
seien aus den Akten zu verweisen und es sei ein neutrales rheumatologisches sowie
psychiatrisches Gutachten zu erstellen. Sämtliche Observationsaufnahmen von der
Beschwerdeführerin seien zu vernichten und bei der Entscheidfällung nicht zu
berücksichtigen. Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung zu bewilligen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur
Begründung führt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus,
die Beschwerdeführerin habe lediglich aushilfsweise während wenigen Stunden
während Veranstaltungen oder Messen im Reinigungsdienst gearbeitet. Dabei hätten
ihre Aufgaben das Instandhalten der Toiletten beinhaltet, was nicht als schwere,
stressige Tätigkeit bezeichnet werden könne. Auch habe es sich lediglich um 180
Stunden pro Jahr bzw. 15 Stunden pro Monat gehandelt. Schliesslich könne auch die
kurzfristige Arbeit als Hauswartin, welche ihr zwischenzeitlich wieder gekündigt worden
sei, nicht als angeblich wiedererlangte Arbeitsfähigkeit gewertet werden, zumal die
Tochter die wesentlichen Tätigkeiten erledigt habe. Des Weiteren macht der
Rechtsvertreter geltend, dass es an einer gesetzlichen Grundlage für eine Observation
fehle, weshalb diejenige der Beschwerdeführerin unrechtmässig erfolgt und daher aus
dem Recht zu weisen sei. Die Tatsache, dass sie länger als während drei Monaten
observiert worden sei, belege einmal mehr die Unrechtmässigkeit der getätigten
Observation. Aus der Nichtverwertbarkeit der Observation ergebe sich ferner, dass das
erstellte rheumatologische und psychiatrische Gutachten des Neurologicums K._
ebenfalls im vorliegenden Verfahren nicht verwendet werden dürfe. Schliesslich seien
die Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung
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erfüllt, da sowohl die finanzielle Bedürftigkeit bei der Beschwerdeführerin, die fehlende
Aussichtslosigkeit des Verfahrens als auch die Notwendigkeit einer anwaltlichen
Vertretung gegeben seien (IV 2017/234: act. G 1).
B.b Am 28. Juni 2017 lässt die Versicherte durch ihren Rechtsvertreter auch gegen die
Verfügung vom 24. Mai 2017 Beschwerde erheben und deren Aufhebung beantragen.
Der Beschwerdeführerin sei keine Rückerstattungspflicht von bezogenen IV-Leistungen
aufzuerlegen. Eventualiter sei von jeglicher Verrechnung der Rückforderung mit der
Nachzahlung der entplafonierten Kinderrente zum Vater für den Zeitraum vom März
2015 bis September 2015 abzusehen. Zudem sei das vorliegende Verfahren mit
demjenigen betreffend die Beschwerde gegen die Verfügung vom 18. Mai 2017 zu
vereinigen und der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (IV 2017/246: act. G 1).
B.c Mit Schreiben vom 14. Juli 2017 vereinigt die Verfahrensleitung die beiden
Beschwerdeverfahren IV 2017/234 und IV 2017/246 (IV 2017/246: act. G 2).
B.d Mit Beschwerdeantwort vom 7. September 2017 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerden. Sie begründet dies damit, dass
die gesamten Akten verwertbar seien, weil die Beschwerdeführerin vorliegend weder
einer systematischen noch ständigen Überwachung ausgesetzt gewesen sei und sie
lediglich einen relativ bescheidenen Eingriff in ihre grundrechtliche Position erlitten
habe. Es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin falsche Angaben
gemacht habe. Es sei von einer bewusstseinsnahen Symptomausweitung/Aggravation
auszugehen. Da bei den Arbeitseinsätzen für die F._- und I._ nicht von einer
Durchschnittsberechnung ausgegangen werden dürfe, sondern sie während mehreren
Tagen jeweils längere Einsätze habe leisten können, dürfe ihre Arbeitsleistung nicht
verzerrt dargestellt werden. Zwar treffe es zu, dass sie aktuell nicht mehr im Besitz
eines Fahrzeugs sei, aber dies sei unbeachtlich, weil ihr wieder die Fahrzeuge ihres Ex-
Ehemannes zur Verfügung stünden. Auch diesbezüglich habe sie wiederum
unzutreffende Auskünfte erteilt, um eine erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigung
glaubhaft erscheinen zu lassen (IV 2017/234: act. G 3).
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B.e Mit Schreiben vom 21. September 2017 bewilligt die Verfahrensleitung das
Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege für die
Beschwerdeverfahren IV 2017/234 und IV 2017/246 (IV 2017/234: act. G 4).
B.f Mit Replik vom 23. Oktober 2017 hält der Rechtsvertreter an seinen Anträgen fest.
Im Weiteren führt er aus, dass sich der Ex-Mann der Beschwerdeführerin ab dem 1.
September 2017 wieder aus der Gemeinde N._ abgemeldet habe und daher nicht
mehr mit ihr zusammenlebe. Somit stehe ihr auch kein Auto mehr zur Verfügung (IV
2017/234: act. G 6).
B.g Mit Duplik vom 13. November 2017 hält auch die Beschwerdegegnerin an ihren
Anträgen fest (IV 2017/234: act. G 8). Am 16. Juli 2018 setzt sie das Gericht davon in
Kenntnis, dass gegen die Beschwerdeführerin ein Strafverfahren eröffnet worden sei.
Gleichzeitig ersucht sie um eine vorläufige Verfahrenssistierung (IV 2017/234: act. G
10). Mit Schreiben vom 20. Juli 2018 lässt die Beschwerdegegnerin dem Gericht das
Protokoll der Einvernahme der Beschwerdeführerin durch das Untersuchungsamt
O._ vom 11. April 2018 samt Beilagen zukommen. Sie ersucht um Prüfung der Frage,
ob auf Grund der Zusammenstellung der bei den J._ geleisteten Arbeitseinsätze der
Anpassungszeitpunkt der Rentenleistungen vorzuverlegen sei (IV 2017/234; act, G 11,
11.1, 11.2).
B.h In der Stellungnahme vom 4. September 2018 beantragt der Rechtsvertreter für
die Beschwerdeführerin, es sei der Antrag auf Sistierung vollumfänglich abzuweisen
und sowohl das Protokoll der Einvernahme als auch die übrigen mit den genannten
Eingaben eingereichten Beilagen aus dem Recht zu weisen. Da der Schriftenwechsel
im vorliegenden Verfahren längst abgeschlossen sei, dürften keine neuen Beweismittel
mehr vorgebracht werden (IV 2017/234: act. G 13).
C.
C.a Mit Verfügung vom 30. Juni 2017 hatte die IV-Stelle das im Einwand vom 25.
Januar 2017 gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung im
Vorbescheidverfahren wegen fehlender Notwendigkeit und gegebener
Aussichtslosigkeit abgelehnt (IV-act. 171).
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C.b Am 1. September 2017 lässt die Versicherte durch ihren Rechtsvertreter gegen
diese Verfügung Beschwerde erheben und die Aufhebung der angefochtenen
Verfügung vom 30. Juni 2017 sowie die Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung im Vorbescheidverfahren sowie im Beschwerdeverfahren
beantragen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung führt der
Rechtsvertreter aus, dass es sich auf Grund der Observationen und der vorsorglichen
Renteneinstellung um einen schwerwiegenden Eingriff in die Privatsphäre der
Beschwerdeführerin gehandelt habe, was den Beizug eines Rechtsvertreters zur
Wahrung der Rechte notwendig gemacht habe. Des Weiteren sei die Behauptung der
Beschwerdegegnerin, der Sohn P._ wäre in der Lage gewesen, die Mutter im
Vorbescheidverfahren zu unterstützen, völlig haltlos, nachdem die Beschwerdeführerin
keinen Kontakt mehr zu ihrem Sohn habe. Selbst wenn von einer intakten familiären
Beziehung auszugehen wäre, wäre es ihm, der eine eigene Familie habe, auch nicht
zumutbar gewesen, die Interessen der Mutter fachlich korrekt vor der
Beschwerdegegnerin zu vertreten (IV 2017/342: act. G 1). Am 12. September 2017
reicht der Rechtsvertreter weitere Unterlagen zur Beschwerde nach (IV 2017/342: act.
G 2).
C.c Mit Beschwerdeantwort vom 13. November 2017 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (IV 2017/342: act. G 6).
C.d Am 3. Januar 2018 bewilligt die Verfahrensleitung das Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung für das Verfahren vor dem Versicherungsgericht (IV 2017/342:
act. G 7).
C.e Mit Stellungnahme vom 30. Januar 2018 macht der Rechtsvertreter geltend, dass
die Beschwerdeführerin mit ihrem Sohn P._ derart zerstritten sei, dass sie ihn im
vorliegenden Verwaltungsverfahren nicht um Hilfe hätte bitten können. Gemäss einem
Antrag an die Q._ hätten die Beschwerdeführerin und ihr Ex-Mann der Tochter sogar
jeglichen Kontakt mit dem Sohn verboten (IV 2017/342: act. G 12).
C.f Mit Eingaben vom 8. und 9. Oktober 2018 reicht der Rechtsvertreter eine
Honorarnote für die drei Beschwerdeverfahren ein (IV 2017/234: 15f.).

Erwägungen
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1.
Streitgegenstand im Verfahren IV 2017/234 bildet die Frage der Rechtmässigkeit der
Einstellung der Invalidenrente (Verfügung vom 18. Mai 2017) und im Verfahren IV
2017/246 die Frage der Rechtmässigkeit der Rückforderung von Invalidenleistungen
rückwirkend bis 28. Februar 2015 (Verfügung vom 24. Mai 2017). Im Verfahren IV
2017/342 bildet die unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Vorbescheidverfahren des
Leistungsverfahrens sowie des Rückforderungsverfahrens den Streitgegenstand
(Verfügung vom 30. Juni 2017). Da die drei Streitgegenstände eng zusammenhängen
und sich dieselben Parteien gegenüberstehen, rechtfertigt es sich, die Verfahren IV
2017/234, IV 2017/246 und IV 2017/342 zu vereinigen.
2.
2.1 Vorab ist zu prüfen, ob auf das vorhandene Aktenmaterial vollständig abgestellt
werden kann. Vorliegend wurde anlässlich einer Verkehrsunfallaufnahme durch die
Polizei am 12. April 2015 festgestellt, dass die Beschwerdeführerin einerseits angab,
sie beziehe eine IV-Rente, und andererseits, dass sie unbedingt auf ihr Fahrzeug
angewiesen sei, weil sie während der F._ in der E._ als Reinigungskraft arbeiten
werde. Zudem habe sie während der ganzen Unfallaufnahme einen sehr gesunden
Eindruck gemacht und die 45-minütige Einvernahme problemlos im Stehen bewältigen
können (IV-act. 58). Gestützt auf diese zufälligen Feststellungen und die Meldung durch
das Amt für Schwarzarbeit erteilte die Beschwerdegegnerin auf Grund der Dringlichkeit
einen mündlichen Auftrag zur Observation der Beschwerdeführerin (IV-act. 59, vgl.
auch Ermittlungsbericht vom 23. April 2015). In einer zweiten Phase wurde die
Beschwerdeführerin vom 11. bis 26. August 2015 erneut überwacht (vgl.
Ermittlungsbericht vom 2. September 2015, IV-act. 91). Die Beschwerdeführerin macht
nun geltend, die Observationsunterlagen seien widerrechtlich erlangt worden und für
die Sozialversicherung damit unverwertbar (u.a. IV 2017/234: act. G 1). Die
Beschwerdegegnerin ist hingegen der Ansicht, die Observation sei rechtmässig erfolgt
und die Verwertbarkeit zu bejahen (u.a. IV 2017/234: act. G 3).
2.2 Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) entschied am 18.
Oktober 2016 (Urteil 61838/10 i. S. Vukota-Bojic gegen Schweiz) betreffend einer
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Observation im Anwendungsbereich des Unfallversicherungsgesetzes (UVG; SR
832.20), auch wenn es sich um Observierungen auf öffentlichem Grund handelte, habe
der Unfallversicherer in das Recht auf Achtung des Privatlebens eingegriffen, weil er
Daten in systematischer Weise und für konkrete Zwecke erhoben habe. Es fehle eine
hinsichtlich des Rechts- und Missbrauchsschutzes ausreichend bestimmte gesetzliche
Grundlage, aus welcher hervorgehe, wann und für welche Dauer Observierungen
vorgenommen oder wie die so erhobenen Daten aufbewahrt und verwendet werden
dürften. Das Bundesgericht erkannte das Fehlen einer ausreichenden gesetzlichen
Grundlage auch im Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20).
Mithin sei die Observation an und für sich rechtswidrig, das heisse in Verletzung von
Art. 8 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK;
SR 0.101) bzw. Art. 13 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
(BV; SR 101) erfolgt (BGE 143 I 384, E. 4; vgl. auch Urteil vom 18. August 2017,
8C_69/2017, E. 4.1). Es stelle sich daher die von der Rechtswidrigkeit zu
unterscheidende und nach schweizerischem Recht zu beurteilende Frage nach deren
beweismässiger Verwertbarkeit (vgl. BGE 143 I 384, E. 5). Dafür sei hauptsächlich die
Interessenabwägung zwischen privaten und öffentlichen Interessen massgebend (BGE
143 I 385 f., E. 5.1.1). Das öffentliche Interesse an der Überwachung liege in der
Verhinderung des Versicherungsmissbrauchs (Urteil des Bundesgerichts vom 14.
November 2017, 9C_261/2017, E. 4.1 f. mit Verweisen) bzw. daran, dass keine nicht
geschuldeten Leistungen erbracht würden, um die Gemeinschaft der Versicherten nicht
zu schädigen (BGE 135 I 169, E. 5.5; BGE 137 I 327, E. 5.3). Die Verwertung der
Observationsergebnisse sei - in Anbetracht auch der bald zu schaffenden
ausreichenden gesetzlichen Grundlage - grundsätzlich zulässig, es sei denn, die
privaten Interessen würden überwiegen (Urteile vom 14. Mai 2018, 9C_462/2017, E.
2.3, vom 9. Mai 2018, 8C_605/2017, E. 6.3, vom 18. Februar 2018, 8C_2/2018, E. 4.2,
vom 25. April 2018, 9C_347/2017, E. 4.3, vom 26. Juli 2017, 8C_45/2017, E. 4.3.2 f.).
Als auch aus dem Gebot der Verfahrensfairness abgeleitete Voraussetzungen der
Verwertbarkeit ist gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu prüfen, ob die
versicherte Person im öffentlichen Raum überwacht und nicht beeinflusst wurde, ein
hinreichender Anfangsverdacht bestand und die versicherte Person nicht systematisch
oder ständig überwacht wurde (BGE 143 I 385 E. 5.1.1). Einem absoluten
Verwertungsverbot unterliegt Beweismaterial, das im nicht öffentlich frei einsehbaren
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Raum zusammengetragen wurde (BGE 143 I 386, E. 5.1.3; Urteile vom 14. Mai 2018,
9C_462/2017, E.
2.3, vom 9. Mai 2018, 8C_605/2017, E. 6.3, vom 18. Februar 2018, 8C_2/2018, E. 4.2,
vom 25. April 2018, 9C_347/2017, E. 4.3, vom 26. Juli 2017, 8C_45/2017, E. 4.3.2).
2.3 Hinsichtlich des ausreichenden Anfangsverdachts führte das Bundesgericht in
BGE 137 I 327, E. 5.4.2.1 aus, die objektive Gebotenheit der Überwachung erfordere
das Vorliegen konkreter Anhaltspunkte, die Zweifel an den geäusserten
gesundheitlichen Beschwerden oder der geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit
aufkommen liessen. Solche Anhaltspunkte könnten beispielsweise gegeben sein bei
widersprüchlichem Verhalten, bei Zweifel an der Redlichkeit (eventuell durch Angaben
und Beobachtungen Dritter), bei Inkonsistenzen anlässlich der medizinischen
Untersuchung, sowie bei Aggravation, Simulation und Selbstschädigung. Diese
Elemente können einzeln oder in Kombination zureichende Hinweise liefern, die zur
objektiven Gebotenheit der Observation führen.
2.4 Anlass für die Observation der Beschwerdeführerin gaben ihre im Rahmen der
Verkehrsunfallaufnahme vom 12. April 2015 in R._ gemachten Angaben. Da sie
gegenüber dem polizeilichen Sachbearbeiter auf Anfrage angab, eine IV-Rente zu
beziehen, später aber auch aussagte, während der F._ als Reinigungskraft zu
arbeiten, sie zudem während der ganzen 45-minütigen Einvernahme problemlos im
Stehen befragt werden konnte und sie grundsätzlich einen sehr gesunden Eindruck
hinterliess, leitete dieser seine Feststellungen dem Amt für Schwarzarbeit zur
Überprüfung weiter (vgl. IV-act. 58). Sodann war bereits am 4. November 2010 ein
erster anonymer Hinweis auf einen möglichen Versicherungsmissbrauch bei der IV
eingegangen. Da er jedoch einen Missbrauch nicht mit grösster Wahrscheinlichkeit zu
bestätigen vermochte, waren keine weiteren Abklärungen getroffen worden. Durch das
Sozialamt war weiter mitgeteilt worden, dass der Beschwerdeführerin keinerlei
Einschränkungen anzusehen seien und man sich nicht vorstellen könne, weshalb sie
eine Rente beziehe (IV-act. 61). Nachdem die Beschwerdeführerin die IV-Stelle sodann
auch nicht über die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit informiert hatte, ist ein
ausreichender Anfangsverdacht vorliegend zu bejahen.
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2.5 Die Beschwerdeführerin wurde am 17. und 18. April 2015 sowie im Zeitraum vom
11. bis 26. August 2015 und am 16. September 2015 observiert, wobei sie nur an
sieben Tagen bei rückschlussfähigen Handlungen beobachtet werden konnte (IV-act.
62, 91-3, 98-2). Am Freitag und Samstag von 16.00 Uhr bis 00.00 Uhr konnte
beobachtet werden, wie sie ihre Arbeit an der F._ (die Herren- und Damentoiletten
sowie den Vorraum sauber halten, WC-Rollen wechseln, Abfalleimer leeren,
Handpapier auffüllen und Trinkgläser im WC abräumen) zügig, gezielt und ohne grosse
Pausen erledigte und sie sich mit den Leuten unterhielt, mit ihnen lachte und scherzte
und sogar mit ihnen kurz tanzte (vgl. IV-act. 62-2). Dr. G._ hielt in der Stellungnahme
vom 28. April 2015 mit Bezug auf die Ergebnisse aus der Überwachung an der F._
fest, es liessen sich keine äusserlich erkennbaren Anhaltspunkte für ein
invalidisierendes Rückenleiden - bei flüssigen Bewegungsabläufen und auch bei
repetitivem Bücken und Wiederaufrichten - beobachten. Psychisch seien keine
Hinweise für eine höhergradige Depression erkennbar. Die Beschwerdeführerin weise
einen normalen Antrieb auf und scheine sehr aufmerksam und zielorientiert ihre
Aufgaben wahrzunehmen. Sie sei kommunikativ und kontaktfreudig. Während der
ganzen Observationsphase wirke sie gut gelaunt und scherze auch mit den Gästen der
E._. Ein sozialer Rückzug bestehe nicht. Zu keiner Zeit mache die
Beschwerdeführerin einen überforderten Eindruck. Vielmehr scheine sie Freude an den
Kontakten mit den Menschen und an der Arbeit zu haben (IV-act. 65-2). Damit bewegt
sich die Observation im Rahmen eines nicht schweren Grundrechtseingriffs. Es wurden
keine Beobachtungen in einem ausschliesslich privat zugänglichen Raum erhoben oder
der Privatsphäre zugehörige Tätigkeiten observiert. Weder eine Beeinflussung noch
eine systematische, ständige Beobachtung liegen vor. Nachdem die
Beschwerdeführerin im Rahmen des Standortgesprächs vom 16. September 2015
offensichtlich unwahre Angaben über ihren Gesundheitszustand, ihr
Leistungsvermögen und ihre gesamten Lebensumstände machte und sie selbst
anlässlich der Konfrontation mit den Ermittlungsergebnissen nicht bereit war, korrekte
Angaben zu machen, obwohl sie mehrfach dahingehend ermahnt worden war, musste
ihre Glaubwürdigkeit und Redlichkeit in Zweifel gezogen werden (IV-act. 99). Folglich
erweist sich die Observation als geeignet und erforderlich, mit Bezug auf die geltend
gemachten Einschränkungen weitere Erkenntnisse zu gewinnen, und die Verwertung
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von deren Ergebnissen trotz mangelhafter gesetzlicher Grundlage als insgesamt
verhältnismässig.
3.
3.1 Weiter macht der Rechtsvertreter geltend, dass das Einvernahmeprotokoll im
Zusammenhang mit einem Strafverfahren gegen die Beschwerdeführerin durch das
Untersuchungsamt O._ vom 11. April 2018 aus dem Recht zu weisen sei (IV
2017/234: act. G 13).
3.2 Somit stellt sich die Frage nach dem in zeitlicher Hinsicht für die gerichtliche
Beurteilung massgebenden Sachverhalt. Rechtsprechungsgemäss hat das
Sozialversicherungsgericht auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen
Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen (BGE 132 V 220 E. 3.1.1 mit
Hinweisen). Neue Tatsachen, die sich vor Erlass der streitigen Verfügung verwirklicht
haben, die der Vorinstanz aber nicht bekannt waren oder von ihr nicht berücksichtigt
wurden (unechte Noven), können im Verfahren vor Versicherungsgericht vorgebracht
werden und sind zu würdigen. Später eingetretene Tatsachen, die zu einer Änderung
des Sachverhalts geführt haben, sind grundsätzlich nicht im Rahmen des hängigen,
sondern gegebenenfalls im Rahmen eines weiteren Verfahrens zu berücksichtigen
(BGE 121 V 366 E. 1b mit Hinweisen). Indes sind Tatsachen, die sich erst später
verwirklichen, im hängigen Verfahren soweit zu berücksichtigen, als sie mit dem
Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die
Beurteilung im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung zu beeinflussen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 27. Mai 2008, 9C_24/2008, E. 2.3.1). Sofern das
Einvernahmeprotokoll des Untersuchungsamts Gossau vom 11. April 2018 Tatsachen
in vorstehendem Sinne zu Tage zu bringen vermag, kann es in vorliegendem Verfahren
berücksichtigt werden.
4.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen sind die Fragen, ob die
Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu Recht per 28.
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Februar 2015 aufgehoben (IV 2017/234) und allenfalls zu viel ausgerichtete Leistungen
zurückgefordert hat (IV 2017/246).
4.1 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte
Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens
zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein
Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein
Anspruch auf eine Viertelsrente.
4.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit
ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen
Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
4.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
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Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
4.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist
somit nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustands, sondern
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich
gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. E.
3.5). Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung
bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht; vorbehalten bleibt die
Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E.
5.4). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im
Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustands auf die Arbeitsfähigkeit
für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar
(Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2008, 9C_562/08, E. 2.1).
4.5 Unrechtmässig bezogene Leistungen sind zurückzuerstatten (Art. 25 Abs. 1 Satz 1
ATSG). Der Rückforderungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem
die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem
Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung. Wird der
Rückerstattungsanspruch aus einer strafbaren Handlung hergeleitet, für welche das
Strafrecht eine längere Verjährungsfrist vorsieht, so ist diese Frist massgebend (Art. 25
Abs. 2 ATSG).
5.
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5.1 Zunächst ist nachfolgend zu prüfen, ob der Sachverhalt in medizinischer Hinsicht
spruchreif abgeklärt worden ist. Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der
angefochtenen rentenaufhebenden Verfügung vom 18. Mai 2017 auf die Gutachten von
Dr. M._ und Dr. L._ vom 18. April und 18. Juli 2016 (IV-act. 141f.). Die
Beschwerdeführerin bestreitet demgegenüber die Beweiskraft dieser Gutachten (IV
2017/234: act. G 1).
5.2 Im rheumatologischen Gutachten hält Dr. M._ fest, die klinische Untersuchung
des Bewegungsapparates ergebe eine schmerzhafte Einschränkung lediglich der
Lendenwirbelsäule, die übrigen Wirbelsäulenabschnitte seien frei beweglich. Auch der
periphere Gelenkstatus sei unauffällig ohne Nachweis von Synovitiden oder
Tenosynovitiden und mit allseits freier Gelenkbeweglichkeit. An der LWS finde sich eine
leichte bis höchstens mässiggradige Einschränkung der Beweglichkeit vor allem in
Extension mit zum Teil demonstrativ anmutender Komponente (beim Vorneigen würden
mit den Händen knapp die Knie erreicht bei gleichzeitig fast normalem Schober-Mass).
Druckdolenzen fänden sich vor allem im untersten LWS-Bereich vorwiegend
paravertebral, jedoch ohne begleitenden paravertebralen muskulären Hypertonus.
Daneben gebe die Beschwerdeführerin myotendinotische Druckdolenzen im
Schultergürtel und am Beckenkamm jeweils linksbetont an, auch hier wieder ohne
palpablen muskulären Hypertonus oder lokale Myogelosen. Entsprechend den
radiologischen Befunden sei die Beweglichkeit beider Iliosakralgelenke deutlich
eingeschränkt, die entsprechenden Tests (Patrick, Mennell) seien allerdings schmerzfrei
durchführbar. Einziger klinischer Hinweis für eine gewisse Aktivität der Spondylitis
ankylosans seien Enthesopathien der Plantarfaszie beidseits. Die aktuellen
Laborabklärungen zeigten normale Entzündungswerte (BSR, CRP). Die
Röntgenabklärungen des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) hätten bereits in einer
Beckenaufnahme vom November 2012 weitgehend durchgebaute Iliosakralgelenke als
Folge des Morbus Bechterew gezeigt. Eine MRI-Abklärung der LWS und der ISG vom
10. Juli 2015 bestätige diesen Befund ohne wesentliche Entzündungszeichen im
Bereich des noch geringfügig vorhandenen Restgelenkspaltes im mittleren ISG-
Bereich; an der LWS finde sich ein unauffälliger MRI-Befund ohne entzündliche oder
auch degenerative Veränderungen der Wirbelkörper oder der Bandscheiben. Auch ein
MRI der HWS vom 24.09.2015 zeige einen weitgehend unauffälligen Befund mit
lediglich geringfügiger Protrusion C5/6 ohne Tangierung der neurogenen Strukturen.
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Auf Grund dieser Befunde könne die Diagnose einer Spondylitis ankylosans (Morbus
Bechterew) ohne Zweifel bestätigt werden. Differentialdiagnostisch im Raum stehe eine
Spondylarthritis im Rahmen einer chronischen entzündlichen Darmerkrankung (Morbus
Crohn), was allerdings für die Beurteilung der Funktionalität bzw. der Arbeitsfähigkeit
nicht von Relevanz sei, jedoch gewisse therapeutische Konsequenzen habe. Anlässlich
der aktuellen klinischen Befunde könne keine relevante Krankheitsaktivität der
seronegativen Spondarthropathie gefunden werden. Die Schmerzbeschreibung der
Beschwerdeführerin sei weitgehend diffus, ein eindeutiger entzündlicher
Rückenschmerz könne anamnestisch nicht eruiert werden, neben nächtlichen
Schmerzen gebe die Beschwerdeführerin vor allem auch mechanische und
insbesondere psychische Belastungsfaktoren zur Schmerzverstärkung an. Die
Untersuchung des Bewegungsapparates zeige bis auf die als mögliche Enthesopathie
zu interpretierenden Druckdolenzen im Bereich der Plantarfaszie keine Hinweise für
eine wesentliche Aktivität der entzündlich-rheumatischen Erkrankung. Aus somatischer
Sicht stehe diagnostisch deshalb ein chronisches, fixiertes, vorwiegend lumbal
lokalisiertes Schmerzbild mit Ausbreitungstendenz klar im Vordergrund, ohne dass
dafür ein klares somatisch-organisches Korrelat gefunden werden könne. Insbesondere
die auch deutlich demonstrativ wirkende schmerzhafte Bewegungseinschränkung der
Lendenwirbelsäule stehe in deutlichem Kontrast zur weitgehend unauffälligen MRI-
Untersuchung vom 10.07.2015. Sehr auffällig sei die Diskrepanz im Verhalten und den
Bewegungen der Beschwerdeführerin zwischen der aktuellen gutachterlichen
Untersuchungssituation und den Beobachtungen an den Observationstagen. Während
sie sich in den unbeobachteten Momenten völlig frei bewege, bücke und flüssig und
zügig gehe, zeige sie während der aktuellen gutachterlichen Untersuchung ein sehr
leidendes Verhalten mit ausgesprochen langsamem Gangbild und langsamem,
umständlichem Auskleiden. Bei Vorneigen könne sie mit den Händen kaum die Knie
erreichen, was klar in Diskrepanz zu den Beobachtungen während der Observation
stehe. Auch wenn in gutachterlichen Untersuchungssituationen eine gewisse
Verdeutlichungstendenz häufig sei und nicht überbewertet werden sollte, so seien die
Diskrepanzen im Verhalten zu den Observationsbeobachtungen doch sehr ausgeprägt
und würden aus somatischer Sicht auf eine erhebliche Verdeutlichung hinweisen (IV-
act. 142-20f.)
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5.3 Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit führt Dr. M._ aus, aus rein rheumatologischer
Sicht bestünden allenfalls gewisse Einschränkungen hinsichtlich der Belastbarkeit der
Lendenwirbelsäule. Andere funktionelle Einschränkungen von Seiten des
Bewegungsapparates seien auf Grund der klinischen Befunde und der zur Verfügung
stehenden Röntgenabklärungen somatisch-organisch nicht nachvollziehbar. Einzige
mögliche Manifestation der entzündlichen rheumatischen Erkrankung könnten die
Enthesopathien im Bereich beider Fersen sein, welche allenfalls die Gehfähigkeit der
Beschwerdeführerin zusätzlich etwas einschränkten. Auf Grund der von der
Beschwerdeführerin beschriebenen Schmerzen im Bereich der unteren LWS und des
Beckens könne wohl eine weitere Arbeitsunfähigkeit für körperlich schwere und für
vorwiegend mittelschwere Tätigkeiten abgeleitet werden. Dagegen sei aus rein
rheumatologischer Sicht auf Grund der objektivierbaren Befunde keine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar für jegliche körperlich leichte bis gelegentlich
mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten ohne repetitives Heben oder Tragen von
Lasten über 5kg bzw. gelegentlichen Einzellasten über 15kg, ohne häufige
Zwangshaltungen der Wirbelsäule (insbesondere Tätigkeiten in gebückter oder
kauernder Stellung) und ohne stehende oder gehende Tätigkeiten länger als 30
Minuten ohne Unterbrechung. Die Beurteilung anlässlich der Hospitalisation im KSSG
vom Dezember 2015 einer maximal 50%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
sei nicht mit den somatisch zu erhebenden Befunden am Bewegungsapparat
vereinbar. Im zeitlichen Verlauf sei auf Grund der Aktenlage davon auszugehen, dass
sicher ab Februar 2015 (Bericht Rheumaklinik KSSG vom 16.02.2015) mit Bestätigung
einer niedrigen Krankheitsaktivität der seronegativen Spondarthropathie aus
rheumatologischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit im oben genannten Ausmass bestehe
(IV-act. 142-22).
5.4 Dr. L._ führte im Rahmen seiner psychiatrischen Beurteilung aus, auf Grund der
ausgeprägten Diskrepanz zwischen dem Verhalten der Beschwerdeführerin in der
Untersuchungssituation, ihrem Verhalten, wie es auf den Observationsvideos
dokumentiert sei und dem hochpathologischen Ausfall des SFSS-Testes, welcher die
Annahme einer Beschwerdeverdeutlichung sehr nahe lege, könne hier keine Diagnose
nach den Kriterien der ICD-10 gestellt werden, insbesondere nicht die einer
depressiven Verstimmung nach den Kriterien der ICD-10. Gerade bei depressiver
Verstimmung bestehe ein wesentlicher Teil der diagnostischen Einschätzung aus der
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Beschwerdeangabe der Betroffenen; die Beschwerdeführerin habe sich streckenweise
in einem desolaten seelischen Zustand präsentiert und über ein schwerstes seelisches
Leiden berichtet mit Verstimmung und grossem Unglück sowie Antriebslosigkeit und
Schlafstörungen. Ihr dokumentiertes Verhalten in den Observationsvideos habe
hingegen weitestgehend einen Normalbefund gezeigt. Darüber hinaus würden sowohl
die klinische Beurteilung wie auch der SFSS-Test anzeigen, dass sie offenbar zur
Beschwerdeverdeutlichung möglicherweise auch in einem erheblichen Umfang neige.
Da Diagnosen nur gestellt werden könnten, wenn eine Kongruenz bestehe zwischen
der Beschwerdeschilderung und dem objektiven Befund und die Symptome nach den
Kriterien der ICD-10 belegbar erscheinen würden, könne hier eine Diagnose auf
psychiatrischem Fachgebiet, das heisse aus dem Kapitel F der ICD-10, nicht gestellt
werden und damit auch keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act.
141-23f.). Hinsichtlich der gesundheitlichen Entwicklung in psychiatrischer Hinsicht
führte Dr. L._ aus, es ergebe sich, dass die Beschwerdeführerin offenbar nur eine
geringe Therapieadhärenz gezeigt und mehrfach psychiatrische Behandlungen als für
sie nicht notwendig oder nicht akzeptabel abgelehnt habe. Auf der anderen Seite
werde eine parasuizidale Handlung durch Einnahme unter anderem mit Antidepressiva
beschrieben. Darüber hinaus werde ein seelischer Ausnahmezustand berichtet,
nachdem angegeben worden sei, ihr Mann habe ihren ersten Sohn aus dem Haus
geworfen und dieser sei daraufhin im Strassenverkehr verunglückt. Diese Ereignisse
liessen für die damalige Zeit an eine depressive Anpassungsstörung oder eine akute
Belastungsreaktion denken, zu einer auch etwas chronifizierten depressiven
Entwicklung sei es offenbar nicht gekommen, jedenfalls nicht in der Zeit, die seit der
Erstellung der Observationsvideos verstrichen sei (IV-act. 141-24). Zudem sei der
Beschwerdeführerin über Jahre hinweg neben dem Morbus Bechterew (Spondylitis
ankylosans) auch eine Depression bescheinigt worden. Dazu lägen nur wenige Berichte
vor, so z.B. der Verlaufsbericht der IV vom 2.08.2011 (Versanddatum, IV-act. 44-1), der
Bericht der Dedimed Allgemein- und Sportmedizin, Dr. med. D._, vom 18.08.11 (IV-
act. 44-5) oder der Austrittsbericht der Psychiatrischen Klinik S._ vom 5.11.10 (IV-
act. 44-9). Wahrscheinlich habe damals also eine depressive Episode erheblichen
Ausmasses vorgelegen (IV-act. 141-27). Da sich (aktuell) wegen der fehlenden
Kongruenz zwischen Beschwerdedarstellung, Verhaltensbeobachtung und objektivem
klinischem Befund sowie Zusatzuntersuchungen keine Diagnose nach den ICD-10-
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Kriterien stellen lasse, könne aus psychiatrischer Sicht auch keine Arbeitsunfähigkeit
angenommen werden (IV-act. 141-26).
5.5 Aus polydisziplinärer Sicht befanden die Gutachter, es sei keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit für jegliche körperlich leichte bis gelegentlich mittelschwere
wechselbelastende Tätigkeiten ohne repetitives Heben oder Tragen von Lasten über 5
kg beziehungsweise gelegentlichen Einzellasten über 15 kg, ohne häufige
Zwangshaltungen der Wirbelsäule und ohne stehende oder gehende Tätigkeiten länger
als 30 Minuten ohne Unterbrechung nachvollziehbar. Die Beurteilung anlässlich der
Hospitalisation im Kantonsspital St. Gallen vom Dezember 2015 mit einer maximal
50%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit sei nicht mit den zu erhebenden
Befunden am Bewegungsapparat vereinbar. Sicher ab Februar 2015 bestehe aus
rheumatologischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit im oben genannten Ausmass. Aus
somatischer rheumatologischer Sicht würden die Observationsbefunde diagnostisch
und insbesondere zur Beurteilung der theoretischen Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin wenig Zusätzliches beitragen. Auch ohne Observation wäre
gutachterlich auf Grund der zur Verfügung stehenden objektiven Befunde keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten mehr bestätigt
worden (IV-act. 141-34).
5.6 Dr. G._ befand in der Stellungnahme vom 20. September 2016 das Gutachten
als umfassend und in formeller Hinsicht mängelfrei. Die Aktenlage sei sorgfältig
aufgearbeitet. Die Ableitung der Diagnosen und die sich daraus ergebenden
Rückschlüsse auf die Arbeitsfähigkeit - auch im gesamten Verlauf - seien
widerspruchsfrei, schlüssig und nachvollziehbar begründet. Die Auseinandersetzung
mit den früheren ärztlichen Einschätzungen sei differenziert und unter sorgfältiger
Prüfung der Informationen und Einbezug der Erkenntnisse aus der gesamten Aktenlage
respektive aller Informationsquellen erfolgt. Die für die Rechtsanwendung wichtige
Auseinandersetzung mit den "Indikatoren" sei schlüssig und umfassend gemacht.
Somit könne auf das Gutachten abgestellt werden (IV-act. 143-2).
5.7 Dagegen vermögen die von der Beschwerdeführerin eingereichten Arztberichte
keine Verschlechterung ihres Gesundheitszustands zu belegen, wie dies von ihr
geltend gemacht wird. So führte Dr. G._ mit Bezug auf die vom Rechtsvertreter der
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Beschwerdeführerin eingereichten Berichte in ihrer Stellungnahme vom 29. März 2017
nachvollziehbar aus, das Arztzeugnis von Dr. H._ vom 29. Dezember 2016 enthalte
zwar v.a. betreffend die urologischen und kardialen Diagnosen therapiebedürftige
Erkrankungen. Ein versicherungsmedizinisch relevantes Leiden, welches eine
längerdauernde Erwerbsunfähigkeit nach sich ziehen würde, lasse sich zum heutigen
Zeitpunkt daraus aber nicht ableiten. In den Berichten vom 22. Dezember 2016 habe
Dr. T._, Kardiologie FMH, nach umfangreichen Abklärungen der neu aufgetretenen
Brustschmerzen die Diagnose eines atypischen Thoraxschmerzes gestellt,
wahrscheinlich costovertebral. Somit seien die Schmerzen auf eine skelettale und nicht
eine kardiale Ursache zurückzuführen. Auf Grund der im Coro-CT festgestellten
symptomatischen Plaque im Bereich des prox. RIVA empfehle der Kardiologe nebst
einer Zigarettenkarenz eine Primärprophylaxe mit einem
Thrombocytenaggregationshemmer und Lipidsenker. Der Befund ziehe ansonsten
keine weiteren Konsequenzen nach sich. Insbesondere liege kein invalidisierendes
kardiales Leiden vor. Zum Bericht von Dr. med. U._, Fachärztin für Psychiatrie und
Psychotherapie, hielt Dr. G._ fest, jene stelle die Diagnose einer rezidivierenden
depressiven Störung, ggw. mittelgradige Episode. Diese Diagnose stehe in
Übereinstimmung mit den früheren Berichten der behandelnden Psychiater (2010
Kurzhospitalisation im PZ, Krisenintervention, und der Klinik V._ und 2014 stationärer
Aufenthalt in der PK S._). Die psychiatrische Diagnose sei also schon zum Zeitpunkt
der Begutachtung bekannt gewesen und bei der gutachterlichen Beurteilung
mitberücksichtigt worden. Die behandelnde Psychiaterin könne die gutachterliche
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht nachvollziehen. Dabei handle es sich um eine
andere Beurteilung desselben Sachverhalts. Die unterschiedliche Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit sei darauf zurückzuführen, dass einem behandelnden Arzt
grundsätzlich eine andere Rolle zukomme als einem Gutachter. Um den Patienten eine
optimale Therapie anbieten zu können, müsse der Behandler vom biopsychosozialen
Modell ausgehen. Ein Gutachter sei demgegenüber dazu angehalten,
versicherungsmedizinische Aspekte zu berücksichtigen und in diesem Rahmen die
psychosozialen Belastungsfaktoren ("IV-fremd") entsprechend zu werten. Anlässlich
der gutachterlichen Exploration habe die Versicherte selbst über nicht unbeträchtliche
psychosoziale Belastungsfaktoren berichtet. Auch aus den früheren Berichten
betreffend die psychiatrischen Hospitalisationen gehe hervor, dass es jeweils im
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Rahmen psychosozialer Belastungen zu den Klinikaufenthalten gekommen sei. Zudem
weise das Bundesgericht nun explizit darauf hin, dass der Konsistenzprüfung zwischen
den medizinisch geltend gemachten Einschränkungen und Aktivitäten ausserhalb der
beruflichen Tätigkeiten ein hoher Stellenwert zukomme. Deshalb stehe anlässlich der
Begutachtung die fehlende Konsistenz zwischen der Beschwerdedarstellung, der
Verhaltensbeobachtung und dem objektiven klinischen Befund inklusive
Validierungstest mit deutlichen Hinweisen für eine Beschwerdeverdeutlichung im
Vordergrund der gutachterlichen Argumentation. Auf Grund dieser erheblichen
Diskrepanzen habe der Gutachter zum Zeitpunkt der Begutachtung keine ICD-10-
konforme Diagnose stellen können, insbesondere nicht diejenige der Depression. Auf
Grund der Aktenlage habe er aber die Möglichkeit eingeräumt, dass früher eine
depressive Episode respektive eine depressive Anpassungsstörung oder akute
Belastungsreaktion vorgelegen haben könnte. Eine chronifizierte depressive
Entwicklung habe er aber nicht feststellen können. Hierzu passe auch die anhin
suboptimale Therapieadhärenz, wie sie aus der Aktenlage hervorgehe. In allen früheren
Berichten werde jeweils festgehalten, dass die Beschwerdeführerin die Klinik auf
eigenen Wunsch verlassen habe. Auch die Hospitalisation in der PK S._ 2014 sei
"aus therapeutischer Sicht verfrüht" beendet worden. Zwischen den Hospitalisationen
habe sich die Beschwerdeführerin gemäss Aktenlage sicher bis 2014 nicht in einer
regelmässigen psychiatrischen Behandlung befunden. Diese finde gemäss der
behandelnden Fachärztin "aktuell" in wöchentlichen Abständen statt. Diesbezüglich sei
von einer Intensivierung der (- bis anhin ausschliesslich ambulanten und nicht wie
früher auch stationären -) Therapie auszu-gehen. Als Grund werde im Schreiben eine
"phasenweise Verschlechterung des Gesamtzustandes mit u.a. schwerer depressiver
Entwicklung" aufgeführt. Dem Schreiben liessen sich keine präzisen zeitlichen Angaben
entnehmen, so dass aus den Angaben kein Krankheitsverlauf hervorgehe. Zudem sei
unklar, ob nun "phasenweise Verschlechterung" oder die im Bericht an anderer Stelle
erwähnte "Chronifizierung" vorliege. Die Formulierung "Verschlechterung" des
Gesamtzustandes werde nicht durch neue medizinische Befunde begründet.
Zusammenfassend lasse sich dem Bericht nicht entnehmen, dass und konkret in
welcher Form seit der Begutachtung eine signifikante Verschlechterung eingetreten sei.
Zusammenfassend belegten die Angaben in den neu eingereichten Berichten (vgl. auch
Austrittsbericht der Klinik für Urologie des KSSG vom 2.02.2017) zwar das Vorliegen
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therapiebedürftiger Erkrankungen, aber nicht eines versicherungsmedizinisch
relevanten Leidens mit länger dauernder Erwerbsunfähigkeit. Insgesamt lasse sich
ihnen daher keine Verschlechterung des Gesundheitszustands seit der Begutachtung
entnehmen (IV-act. 161-3f). Diese Ausführungen erscheinen schlüssig und
nachvollziehbar, weshalb ihnen gefolgt werden kann.
6.
6.1 Gestützt auf die gutachterliche Beurteilung ist daher mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sich der Gesundheitszustand und die
Ressourcen der Beschwerdeführerin ab Februar 2015 verbessert haben und die
Beschwerdeführerin seither in leidensadaptierten Tätigkeiten über eine Arbeitsfähigkeit
von 100% verfügt.
6.2 Hinsichtlich der Ermittlung des Invaliditätsgrads (Art. 16 ATSG) kann die konkrete
Bestimmung der Vergleichseinkommen offen bleiben. Die Beschwerdegegnerin ging
bei der Berechnung des Invaliditätsgrads in der Verfügung vom 23. Oktober 2003 von
einem zumutbaren Erwerbseinkommen ohne Behinderung (Valideneinkommen) von Fr.
42'000.-- pro Jahr aus (vgl. IV-act. 20). Vergleicht man dieses - wie auch dasjenige
gemäss IK-Auszug für das Jahr 2000 von Fr. 44'940.-- (vgl. IV-act. 5-1) - mit den
statistischen Medianlöhnen für Hilfsarbeiterinnen im Jahr 2000 von Fr. 45'981.-- (vgl.
Die Schweizerische Lohnstrukturerhebung 2000, Bundesamt für Statistik: Wird der
monatliche Durchschnittslohn für Frauen mit Anforderungsniveau 4 von Fr. 3'658.--
umgerechnet auf ein Jahr, ergibt dies ein Einkommen von Fr. 43'896.-- [Fr. 3'658.-- x
12] bzw. angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit im Jahr 2000 von 41.9 Stunden
ein Jahreseinkommen von Fr. 45'981.-- [Fr. 43'896.-- : 40 x 41.9]), erzielte die
Beschwerdeführerin vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit ein eher unterdurchschnittliches
Einkommen. Selbst wenn somit zu ihren Gunsten ein Prozentvergleich vorgenommen
würde (siehe zum Prozentvergleich etwa Urteil des Bundesgerichts vom 6. April 2016,
8C_628/2015, E. 5.3.1 mit Hinweisen), resultierte kein rentenbegründender
Invaliditätsgrad mehr. Zu beurteilen bleibt die Vornahme eines Tabellenlohnabzugs
(BGE 126 V 75). Mit Blick darauf, dass der Beschwerdeführerin die Restarbeitsfähigkeit
gemäss gutachterlicher Beurteilung in körperlich leichten bis gelegentlich
mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeiten noch zumutbar ist (vgl. IV-act. 141-34),
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sind lohnwirksame Nachteile bei der Verwertung der Arbeitsfähigkeit auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt infolge der verbliebenen gesundheitlichen
Beeinträchtigungen nicht ersichtlich. Da die Beschwerdeführerin zwischenzeitlich
wieder teilweise erwerbstätig war, dürfte auch die zuvor längere Zeit bestehende
Abwesenheit vom Arbeitsmarkt nicht lohnwirksam ins Gewicht fallen. Damit sind keine
Gründe für die Gewährung eines sogenannten Leidensabzugs ersichtlich und ein
rentenbegründender Invaliditätsgrad ist zu verneinen.
7.
7.1 Bezüglich des Einstellungszeitpunkts bestreitet die Beschwerdeführerin, die ihr
obliegende Meldepflicht verletzt zu haben (IV 2017/234: act. G 6). Dagegen beantragt
die Beschwerdegegnerin sogar die Prüfung der Frage, ob der Anpassungszeitpunkt
vorzuverlegen sei, da aus den neuen Akten hervorgehe, welche Arbeitseinsätze die
Beschwerdeführerin bei den J._ geleistet habe und dass sie regelmässig W._
aufsuche (IV 2017/234: act. G 11).
7.2 Die berechtigte Person oder ihr gesetzlicher Vertreter sowie Behörden und Dritte,
denen die Leistung zukommt, haben jede für den Leistungsanspruch wesentliche
Änderung, namentlich u.a. eine solche des Gesundheitszustands, der Arbeits- oder
Erwerbsfähigkeit sowie der persönlichen und gegebenenfalls der wirtschaftlichen
Verhältnisse der versicherten Person unverzüglich der IV-Stelle anzuzeigen (Art. 77 der
Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Während die
Rechtsprechung des Bundesgerichts während längerer Zeit für eine rückwirkende
Rentenaufhebung oder -herabsetzung verlangt hatte, dass die Verletzung der
Meldepflicht für den unrechtmässigen Leistungsbezug kausal war (BGE 142 V 261 E.
3.2.1), ist diese Voraussetzung mit der Änderung von Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV am 1.
Januar 2015 dahingefallen. Die Frage, ob diese neue Bestimmung nach
intertemporalrechtlichen Grundsätzen auch auf vor dem 1. Januar 2015 begangene
Meldepflichtverletzungen Anwendung findet, hat das Bundesgericht im Urteil vom 10.
März 2017, 8C_813/2016, E. 5, offen gelassen. Auch im vorliegend zu beurteilenden
Fall kann diese Frage unbeantwortet bleiben.
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7.3 Vorliegend wurde erst im Rahmen des gegen die Beschwerdeführerin erhobenen
Strafverfahrens eine Zusammenstellung der von ihr für die J._ geleisteten
Arbeitszeiten zur Kenntnis gebracht. Daraus geht hervor, dass die Beschwerdeführerin
bereits seit Oktober 2011 für verschiedene Messen während mehreren aufeinander
folgenden Tagen und Wochen Arbeitseinsätze leistete und dafür folgende Bruttolöhne
verdiente: im Jahr 2011 Fr. 2'599.--, im 2012 Fr. 4'557.80, im 2013 Fr. 5'556.50, im
2014 Fr. 6'487.50 und im Jahr 2015 Fr. 2'499.-- (IV 2017/234: act. G 11.2). Damit
bewegte sich der unbestritten nicht gemeldete neu erzielte Verdienst in einer Höhe
zwischen Fr. 2'499.-und Fr. 6'487.50 im Jahr, was von vornherein nicht irrelevant
gewesen war. Nach Art. 31 Abs. 1 IVG wird die Rente revidiert, wenn eine
rentenberechtigte Person neu ein Erwerbseinkommen erzielen oder ein bestehendes
Erwerbseinkommen erhöhen kann, sofern die Einkommensverbesserung jährlich mehr
als Fr. 1'500.-- beträgt. War die versicherte Person in der Lage, eine entsprechende
Erwerbstätigkeit auszuüben, konnte damit auch eine Verbesserung des
Gesundheitszustandes als ausgewiesen gelten. Die Tatsache, dass die
Beschwerdeführerin ab Oktober 2011 einer mehrtägigen Tätigkeit im Reinigungsdienst
nachgehen konnte, wofür ihr ein marktgerechter Stundenlohn ausbezahlt wurde, gilt als
gewichtiges Indiz für eine leistungsrelevant verbesserte Erwerbsfähigkeit. Vor diesem
Hintergrund kann ihr der Vorwurf, die Meldepflicht verletzt zu haben, nicht erspart
bleiben (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 10. März 2017, 8C_813/2016, E. 5). Zwar
erreichen die erzielten Einkommen die Erheblichkeitsschwelle von Art. 31 Abs. 1 IVG,
für sich allein führen sie aber noch nicht dazu, dass kein rentenbegründender IV-Grad
mehr vorhanden wäre. Gleichzeitig ist auch der medizinische Sachverhalt relevant. Die
medizinischen Akten belegen für den Zeitraum ab Oktober 2011 zumindest
phasenweise nachvollziehbare Arbeitsunfähigkeiten. So bestätigte der psychiatrische
Gutachter, dass zwischen Oktober 2010 bis August 2011 wahrscheinlich eine
depressive Episode erheblichen Ausmasses vorgelegen habe (IV-act. 141-27,
Erwägung 5.4 vorstehend). Im Jahr 2014 fand ein weiterer stationärer Aufenthalt in der
Psychiatrischen Klinik S._ statt (vgl. Stellungnahme von Dr. G._, IV-act. 161-4). Die
massgebliche Verbesserung ist gemäss den medizinischen Akten bzw. den
gutachterlichen Angaben im Februar 2015 ausgewiesen, weswegen die
Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch zu Recht per Ende Februar 2015
aufgehoben hat.
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8.
8.1 Zu prüfen bleibt die am 24. Mai 2017 verfügte Rückerstattung für die ab 1. März
2015 bis 30. September 2015 ausgerichteten Rentenleistungen im Betrag von
insgesamt Fr. 17'241.-- (IV-act. 164). Die Beschwerdeführerin hat gegen die
Rückerstattung und den Rückerstattungsbetrag an sich keine Rügen erhoben.
8.2 Gemäss Art. 25 Abs. 1 Satz 1 ATSG sind unrechtmässig bezogene Leistungen
zurückzuerstatten. Der Rückforderungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jahres,
nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber
mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung. Wird der
Rückerstattungsanspruch aus einer strafbaren Handlung hergeleitet, für welche das
Strafrecht eine längere Verjährungsfrist vorsieht, so ist diese Frist massgebend (Art. 25
Abs. 3 ATSG).
8.3 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist unter der Wendung "nachdem
die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat" (Art. 25 Abs. 2 ATSG) der
Zeitpunkt zu verstehen, in dem die Verwaltung bei Beachtung der ihr zumutbaren
Aufmerksamkeit hätte erkennen müssen, dass die Voraussetzungen für eine
Rückerstattung bestehen, oder mit anderen Worten, in dem sich der
Versicherungsträger hätte Rechenschaft geben müssen über Grundsatz, Ausmass und
Adressat des Rückforderungsanspruchs. Die Voraussetzungen für eine Rückforderung
müssen demnach gegeben sein und der Rückforderungsanspruch muss feststehen.
Das setzt nach der Praxis des Bundesgerichts u.a. voraus, dass über die
"Unrechtmässigkeit des Leistungsbezugs rechtmässig" verfügt bzw. - im
Beschwerdefall - gerichtlich entschieden worden ist. Das Bundesgericht hat wiederholt
entschieden, es sei nicht bundesrechtswidrig, zuverlässige Kenntnis von der
Rechtswidrigkeit des Leistungsbezugs erst nach Eintritt der Rechtskraft der
Rentenaufhebung anzunehmen (siehe zum Ganzen das Urteil des Bundesgerichts vom
23. März 2015, 8C_642/2014, E. 3.2 mit zahlreichen Hinweisen).
8.4 Im vorliegenden Fall ist die relative Verwirkungsfrist nach der Praxis des
Bundesgerichts offensichtlich gewahrt, nachdem sie auf Grund der noch nicht
rechtskräftigen Aufhebungsverfügung noch gar nicht zu laufen begonnen hat. Selbst
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wenn davon abweichend betreffend den Fristenbeginn auf die Kenntnisnahme des
bidisziplinären Gutachtens abgestellt würde (Datum Posteingang IV-Stelle: 26. August
2016, IV-act. 142), ist die einjährige Frist vorliegend gewahrt worden. Mit Blick auf die
(absolute) Verwirkungsfrist kann offen bleiben, ob vorliegend strafrechtliche
Verjährungsfristen von Bedeutung sind (siehe hierzu Art. 25 Abs. 2 Satz 2 ATSG), da
bereits die kürzere fünfjährige (absolute) Verwirkungsfrist gemäss Art. 25 Abs. 2 Satz 1
ATSG gewahrt wurde.
8.5 Demnach hat die Beschwerdeführerin die im Zeitraum vom 1. März 2015 bis 30.
September 2015 unrechtmässig bezogenen Rentenleistungen im Betrag von insgesamt
Fr. 17'241.-- der Beschwerdegegnerin zurückzuerstatten.
9.
9.1 Schliesslich ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Vorbescheidverfahren zu prüfen.
9.2 Gemäss Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV; SR 101) hat jede Person, die
nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und deren Rechtsbegehren nicht
aussichtslos erscheint, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege. Falls es zur Wahrung
ihrer Rechte notwendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf unentgeltlichen
Rechtsbeistand. Beim Anspruch gemäss Art. 29 Abs. 3 BV handelt es sich um einen
"eigentlichen Pfeiler des Rechtsstaates" (BGE 132 I 214 E. 8.2).
9.3 Der gesuchstellenden Person wird im Sozialversicherungsverfahren ein
unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt, wo die Verhältnisse es erfordern (Art. 37 Abs.
4 ATSG). Voraussetzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung sind (in Analogie zum gerichtlichen Verfahren) die finanzielle
Bedürftigkeit, die fehlende Aussichtslosigkeit und die Erforderlichkeit der Vertretung
(vgl. BBl 1999 4595). Den höheren Anforderungen im Verwaltungsverfahren soll
insofern Rechnung getragen werden, als die Erforderlichkeit der Vertretung eingehend
zu prüfen ist. Dabei wird auf die Schwierigkeit des Falles und auf die Verfahrensphase
abgestellt (BBl 1999 4595; vgl. auch BGE 132 V 201; Urteil des Bundesgerichts vom
12. März 2009, 9C_816/2008, E. 4.1). Die Beschwerdegegnerin wies das Gesuch
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wegen fehlender Notwendigkeit und gegebener Aussichtslosigkeit ab (IV-act. 171).
Demgegenüber unbestrittenermassen erfüllt ist die Voraussetzung der finanziellen
Bedürftigkeit (vgl. IV 2017/342: act. G 2).
9.4 Ob eine unentgeltliche Rechtsverbeiständung sachlich notwendig ist, beurteilt sich
nach den konkreten Umständen des Einzelfalls. Die Rechtsnatur des Verfahrens ist
ohne Belang. Grundsätzlich fällt die unentgeltliche Rechtsverbeiständung für jedes
staatliche Verfahren in Betracht, in das die gesuchstellende Person einbezogen wird
oder das zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist (BGE 128 I 227 E. 2.3 mit Hinweisen).
9.5 Die Notwendigkeit einer anwaltlichen Vertretung im Vorbescheidverfahren wird in
der neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung namentlich mit Blick darauf, dass
die Versicherungsträger und Durchführungsorgane der einzelnen Sozialversicherungen
den rechtserheblichen Sachverhalt unter Mitwirkung der Parteien nach den
rechtsstaatlichen Grundsätzen der Objektivität, Neutralität und Gesetzesgebundenheit
(BGE 136 V 376) zu ermitteln haben (Art. 43 ATSG), nur zurückhaltend bejaht. Es
müssen sich danach schwierige rechtliche oder tatsächliche Fragen stellen, und eine
Interessenwahrung durch Dritte (Verbandsvertreter, Fürsorgestellen oder andere Fach-
und Vertrauensleute sozialer Institutionen) muss ausser Betracht fallen (BGE 132 V 201
E. 4.1 in fine; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 26. November 2012,
9C_878/2012, E. 3.6 und vom 22. Februar 2013, 9C_908/2012, E. 2.2, je mit Hinweis
darauf, dass die IV-Stellen unter Umständen auf soziale Einrichtungen hinzuweisen
haben, die fachkundige Unterstützung im Verwaltungsverfahren bieten [würden], und
darauf aufmerksam zu machen haben, bei diesen ein entsprechendes Gesuch zu
stellen). Insbesondere vermag nach dieser bundesgerichtlichen Rechtsprechung selbst
die hohe Bedeutung medizinischer Gutachten für sich allein genommen die
Notwendigkeit einer anwaltlichen Vertretung nicht zu begründen. Es bedarf vielmehr
weiterer Umstände, welche die Sache als nicht (mehr) einfach und eine anwaltliche
Vertretung als notwendig erscheinen lassen (Urteile des Bundesgerichts vom 16.
Dezember 2013, 9C_692/2013, E. 4.2 und vom 22. Februar 2013, 9C_908/2012, E. 5.2
mit Hinweisen). Von Bedeutung ist auch die Fähigkeit der versicherten Person, sich im
Verfahren zurechtzufinden (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2013,
9C_908/2012, E. 2.2 mit weiteren Hinweisen).
10.
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10.1 Somit ist zu prüfen, ob eine unentgeltliche Rechtsverbeiständung im zu
beurteilenden Verwaltungsverfahren auf Grund der Verhältnisse erforderlich war.
Unbestritten blieb, dass die Beschwerdeführerin über keine Rechtskenntnisse verfügt.
10.2 Vorliegend fällt ins Gewicht, dass es im fraglichen Verwaltungsverfahren um ein
Revisionsverfahren ging, bei dem eine Aufhebung der bisherigen Rentenleistungen der
Invalidenversicherung und damit ein Verlust der (formell rechtskräftig zugesprochenen)
finanziellen Existenzgrundlage drohte. Das angehobene Revisionsverfahren greift damit
besonders stark in die Rechtsposition der Beschwerdeführerin ein. Zu beurteilen ist
kein Gesuch um die Ausrichtung einer Versicherungsleistung. Im Vergleich zum
gesamten sozialversicherungsrechtlichen Leistungsspektrum geht es zudem vorliegend
um die wohl bedeutendste Leistung, nämlich die langfristige finanzielle Ersatzleistung
für einen krankheitsbedingten Verlust der Erwerbsfähigkeit. Ein weniger schwerer
Eingriff in die Rechtsposition einer versicherten Person als die Herabsetzung bzw.
Aufhebung einer Rentenleistung und der damit verbundene Entzug der finanziellen
Existenzgrundlage tritt im Sozialversicherungsrecht kaum auf. Allein schon angesichts
der besonderen Schwere des drohenden Eingriffs in die Rechtsposition ist die
sachliche Notwendigkeit gemäss Art. 37 Abs. 4 ATSG vorliegend zu bejahen, ohne
dass es darauf ankommt, ob der Fall besondere tatsächliche oder rechtliche
Schwierigkeiten stellt (vgl. JÖRG PAUL MÜLLER/MARKUS SCHEFER, Grundrechte in
der Schweiz, 4. Auflage, Bern 2008, aufgeführte Rechtsprechung auf S. 904 mit
Hinweisen; siehe auch der Art. 37 Abs. 4 ATSG zugrunde liegende BGE 125 V 36 E. 4b
sowie BGE 130 I 180 E. 2.2).
10.3 Selbst wenn im Übrigen nicht von einem besonders starken, sondern einem
weniger schweren Eingriff ausgegangen würde, so wäre zu beachten, dass vorliegend
besondere tatsächliche und rechtliche Schwierigkeiten bestehen, die eine
Rechtsverbeiständung erforderlich machten.
10.3.1 Aus medizinischer Sicht war ein mehrjähriges Geschehen mit psychiatrischen
Hospitalisationen und früheren z.T. schweren bzw. mittelschweren depressiven
Episoden zu beurteilen.
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10.3.2 Schliesslich stellen sich schwierige rechtliche Fragen insofern, als die gemäss
dem neuen Gutachten nicht mehr bestehenden psychiatrischen Diagnosen
offensichtliches Potential für eine juristisch anspruchsvolle Auseinandersetzung
darüber ergeben, ob auf das Gutachten abgestellt werden kann oder die früher
diagnostizierte Krankheit nicht auch weiterhin eine relevante Arbeitsunfähigkeit
begründet. Hier ist eine differenzierte Betrachtungsweise jedenfalls erforderlich (vgl.
auch Urteil des Versicherungsgerichts vom 12. Januar 2012, IV 2010/363). Ferner
bedurfte es vorliegend einer anforderungsreichen Prüfung der Observationsergebnisse
bzw. deren Aussagekraft und ihrem Verhältnis zu den medizinischen Grundlagen.
10.3.3 Im Licht dieser Umstände ist von einer medizinisch sowie rechtlich
anspruchsvollen Angelegenheit auszugehen, die eine rechtliche Vertretung als
erforderlich erscheinen lässt. Im Übrigen ist die Erforderlichkeit vorliegend umso mehr
zu bejahen, als sich die Beschwerdeführerin auf Grund der Observation mit dem
schweren Vorwurf eines strafrechtlich relevanten Verhaltens konfrontiert sah. Die
Beschwerdeführerin muss im Rahmen eines fairen Verfahrens die Möglichkeit haben,
den von der Beschwerdegegnerin im sozialversicherungsrechtlichen Verfahren
erhobenen Verdacht in seiner Tragweite erfassen, überprüfen und dagegen wirksam
Stellung nehmen zu können (vgl. IV 2010/363 E. 5.4.3).
10.4 Zusammenfassend ist mit Blick auf die Erforderlichkeit der Vertretung
festzuhalten, dass der zu beurteilende Sachverhalt sowohl in medizinischer wie auch
rechtlicher Hinsicht eine erhebliche Komplexität aufweist.
10.5
10.5.1 Damit verbleibt die Prüfung der Voraussetzung der fehlenden
Aussichtslosigkeit. Prozessbegehren sind als aussichtslos anzusehen, wenn die
Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren, so dass eine
Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, bei vernünftiger Überlegung von
einem Prozess absehen würde (BGE 129 I 135 E. 2.3.1). Im Sozialversicherungsrecht
wird angesichts der Komplexität der Fragestellungen eine solche Aussichtslosigkeit nur
zurückhaltend anzunehmen sein (vgl. UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich
2015, Art. 61 N 182).
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10.5.2 Im vorliegenden Verwaltungsverfahren wurde durch die Observation bzw. das
Gesprächsprotokoll mit der Beschwerdegegnerin vom 16. September 2015 zwar ein
täuschendes Verhalten nachgewiesen. Dennoch war unklar, wie die
Observationsergebnisse bei allfälliger Verwertung zu würdigen waren und v.a. auch,
wie die medizinischen Berichte zu würdigen waren. Angesichts dieser offenen
Fragestellung kann nicht von Aussichtslosigkeit ausgegangen werden.
10.6 Nachdem es sich auf Grund des Gesagten nicht um einen einfachen
Durchschnittsfall handelt und weder der Sohn P._ noch der Ex-Ehemann der
Beschwerdeführerin über ausgewiesene juristische Kenntnisse verfügen, kann
dahingestellt bleiben, ob die Beschwerdeführerin mit den besagten Familienmitgliedern
weiterhin in Kontakt steht oder nicht - wie es der Rechtsvertreter geltend macht (vgl. IV
2017/342; act. G 1). Vielmehr erschien bei den hier vorhandenen Umständen eine
juristische Unterstützung bereits im Verwaltungsverfahren notwendig.
10.7 Damit ist festzuhalten, dass auf Grund der medizinischen und rechtlichen
Würdigung der ärztlichen Berichte und des Observationsmaterials besondere
tatsächliche und rechtliche Schwierigkeiten bestehen, welche das hängige
Vorbescheidverfahren vom "normalen Durchschnittsfall" unterscheidet und eine
Rechtsverbeiständung erforderlich machten. Insgesamt waren deshalb die
Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im
Verwaltungsverfahren erfüllt.
11.
11.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung vom 18.
Mai 2017 (IV 2017/234) abzuweisen.
11.2 Die Beschwerde gegen die Rückforderungsverfügung vom 24. Mai 2017 (IV
2017/246) ist ebenfalls abzuweisen.
11.3 Demgegenüber ist die Beschwerde gegen die Verfügung betreffend unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren vom 30. Juni 2017 (IV 2017/342)
gutzuheissen. Der Beschwerdeführerin ist die unentgeltliche Rechtsverbeiständung für
das Verwaltungsverfahren ab Datum des Vorbescheids zu bewilligen und Rechtsanwalt
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lic. iur. Adrian Fiechter ist zum unentgeltlichen Vertreter zu ernennen. Zur Festsetzung
und Ausrichtung der Entschädigung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
11.4 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 800.-- erscheint
für die beiden Beschwerdeverfahren IV 2017/234 und IV 2017/246 als angemessen.
Der unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten dieser beiden
Verfahren in der Höhe von Fr. 800.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher
Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu befreien.
11.5 Im Beschwerdeverfahren IV 2017/342 betreffend unentgeltliche Verbeiständung
im Verwaltungsverfahren sind keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Da
es sich vorliegend nicht um eine Streitigkeit betreffend "IV-Leistungen" handelt, findet
die Kostenregelung von Art. 69 Abs. 1bis IVG keine Anwendung (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 12. Januar 2012, IV 2010/270, E. 6.4).
11.6 Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der
Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin für die Verfahren IV 2017/234 und IV
2017/246. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22
Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (HonO; sGS
963.75; in der vorliegend anwendbaren, seit 1. Januar 2019 gültigen Fassung, siehe
Art. 30bis HonO) pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin reichte am 9. Oktober 2018 eine Kostennote für alle drei
Beschwerdeverfahren (IV 2017/234, IV 2017/246 und IV 2017/342) in Höhe von
insgesamt Fr. 8‘494.25 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) ein (IV 2017/234:
act. G 16). Eine Zuteilung auf die insgesamt drei Beschwerdeverfahren für die
Unterteilung nach Obsiegen und Unterliegen geht daraus allerdings nicht hervor. Mit
Blick auf die in vergleichbaren einzelnen Rentenfällen üblicherweise bezahlte
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- erscheint der geltend gemachte Aufwand als
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übersetzt. In der Verwaltungsrechtspflege sind sodann keine Entschädigung nach
Stunden, sondern Pauschalen vorgesehen. Der Bedeutung und der Schwierigkeit der
Streitsache angemessen erscheint unter Berücksichtigung des zu beurteilenden
mehrjährigen Verlaufs, des Observationsmaterials und der zwei Beschwerdeverfahren -
bei denen es sich jedoch um dasselbe Aktenmaterial und einen engen gegenseitigen
Bezug handelt - eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 5'000.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu
kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der Staat den
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin pauschal mit Fr. 4'000.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
11.7 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).
11.8 Dem Prozessausgang entsprechend steht der Beschwerdeführerin im Verfahren IV
2017/342 eine Parteientschädigung zu. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint mit Blick
auf die eingeschränkte Streitfrage und die Bemühungen des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 1'200.-- (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.