Decision ID: d2ea5c12-dbf4-40af-b87d-d01fd821af8b
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Ehescheidung
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 8. Abteilung, vom 15. August 2014 (FE071230-L)
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Urteil des Bezirksgerichts Zürich:
1. Die Ehe der Parteien wird geschieden. 2. Das Kind C._, geboren am tt.mm.1996, wird unter die elterliche Sorge
der Gesuchstellerin gestellt. 3. Auf die ausdrückliche Regelung des Besuchsrechtes wird in Anbetracht des
Alters des Kindes verzichtet.
4. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, ab Rechtskraft des Scheidungsurteils an die Kosten des Unterhalts und der Erziehung der noch nicht mündigen  C._ sowie an die Kosten des Unterhalts des bereits mündigen  D._ monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden  zahlbare Unterhaltsbeiträge von je Fr. 1'000.– zuzüglich allfälliger  oder vertraglicher Kinder- bzw. Ausbildungszulagen zu bezahlen. Diese Unterhaltsbeiträge sind zahlbar bis zum ordentlichen Abschluss einer angemessenen Ausbildung der Kinder, auch über die Mündigkeit hinaus, zahlbar an die Gesuchstellerin, solange die Kinder in deren Haushalt leben oder keine eigenen Ansprüche stellen bzw. keinen anderen  bezeichnen.
5. Der Antrag der Gesuchstellerin um Zusprechung nachehelicher  wird abgewiesen.
6. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 4 hievor basieren auf dem  der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende Juli 2014 mit 99.0 Punkten (Basis Dezember 2010 = 100 Punkte). Sie sind  auf den 1. Januar eines jeden neuen Jahres, erstmals per 1. Januar 2015, dem Stand des Indexes per Ende November des Vorjahres . Die Anpassung erfolgt gemäss folgender Formel: [...]
7. Die E._ für Berufliche Vorsorge, ... [Adresse], wird angewiesen, vom Freizügigkeitskonto des Gesuchstellers (Vertrag Nr. ...; Versicherten Nr. ...) den Betrag von Fr. 101'008.40 auf das Freizügigkeitskonto der  (Policen-Nr. ...; Versicherten-Nr. ...) bei der Pensionskasse F._, ... [Adresse], zu übertragen.
8. a) Es wird die öffentliche Versteigerung der Liegenschaft der Parteien an der ...strasse ... in ... G._ (Grundbuch Blatt ..., Kataster Nr. ...) angeordnet.
Das Recht der Grundeigentümer gemäss § 12 Abs. 3 der Verordnung des Obergerichtes über das Verfahren bei freiwilligen öffentlichen  in Verbindung mit Art. 229 Abs. 3 OR, die Zustimmung zum Zuschlag zu verweigern, kann nicht ausgeübt werden.
b) Mit der Versteigerung der Liegenschaft ...strasse ... in ... G._ (Grundbuch Blatt ..., Kataster Nr. ...) wird der Gemeindeammann der Gemeinde G._ beauftragt.
Der Gemeindeammann der Gemeinde G._ wird beauftragt, in  auf das zu versteigernde Grundstück einen aktuellen Grundbuch-
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auszug und Katasterplan einzuholen sowie nach pflichtgemässem  eine Beschreibung des Grundstückes anzufertigen.
c) Die Art der Bekanntmachung, die Art und Weise, der Ort und das  der Steigerung werden vom Gemeindeammann der Gemeinde G._ so bestimmt, dass dadurch die Interessen der Beteiligten bestmögliche Berücksichtigung finden.
d) Der Gemeindeammann der Gemeinde G._ wird im Hinblick auf Art. 261 OR beauftragt, allfällige bezüglich des Steigerungsobjektes bestehende Mietverhältnisse in Erfahrung zu bringen und  in den Steigerungsbedingungen – durch entsprechende  von deren Ziffer 9 – darüber zu informieren.
e) Für die Versteigerung werden folgende Steigerungsbedingungen :
[Steigerungsbedingungen] 9. a) Der Gemeindeammann der Gemeinde G._ wird angewiesen, den
Nettoerlös der Versteigerung der Liegenschaft ...strasse ... in ... G._ (Grundbuch Blatt ..., Kataster Nr. ...) – d.h. der  abzüglich allfällige dem Ersteigerer überbundene , abzüglich Grundstückgewinnsteuer, abzüglich  sowie abzüglich der Hälfte der Kosten der  im Grundbuch – in den nachstehenden Beträgen in folgender Rangfolge an die Parteien auszubezahlen:
1. Fr. 40'000.– an den Gesuchsteller und Fr. 76'564.– an die  (Rückerstattung der investierten Mittel aus ); falls kein die Auszahlung dieser Beträge deckender  erzielt wird, erfolgt dessen Auszahlung an die Parteien  zur Höhe der soeben genannten Beträge,
2. von einem allfälligen Mehrerlös Fr. 60'000.– an den Gesuchsteller und Fr. 80'000.– an die Gesuchstellerin (Rückerstattung der  Mittel aus Errungenschaft); falls kein die Auszahlung dieser Beträge deckender Nettoerlös erzielt wird, erfolgt dessen Auszahlung an die Parteien proportional zur Höhe der soeben genannten Beträge,
3. ein allfälliger verbleibender Mehrerlös ist den Parteien je zur  auszubezahlen.
b) Die Parteien werden verpflichtet, die Abrechnung über allfällige  bis zum Antrittstag zu erstellen und einen allfälligen dem Ersteigerer ab Antrittstag zustehenden Pro-rata-Anspruch dem Gemeindeammann der Gemeinde G._ innert 30 Tagen seit Antritt zuzustellen bzw. zu überweisen.
Allfällige den Parteien bis zum Antrittstag zustehende  werden den Parteien je zur Hälfte zugewiesen.
10. Der Stammanteil der Gesuchstellerin an der H._ GmbH, ... [Adresse], (Firmennummer CHE-...), im Nennwert von Fr. 5'000.– wird mit Rechtskraft
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des vorliegenden Urteils auf den Gesuchsteller übertragen und die im  des Kantons Zürich eingetragene Zeichnungsberechtigung der Gesuchstellerin (Kollektivunterschrift zu zweien) gelöscht.
11. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsteller zur Abgeltung  übrigen güterrechtlichen Ansprüche den Betrag von Fr. 3'413.– zu , zahlbar innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Urteils.
12. Im Übrigen behält jede Partei zu Eigentum, was sie derzeit besitzt oder auf ihren Namen lautet.
13. Die Gerichtsgebühr (Pauschalgebühr) wird festgesetzt auf: Fr. 13'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: Fr. 8'505.– Gutachten/Expertise Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 14. Die Kosten werden dem Gesuchsteller zu zwei Fünfteln und der Gesuchstel-
lerin zu drei Fünfteln auferlegt. Die von den Parteien gestützt auf § 83 ZPO/ZH geleisteten Barvorschüsse (Gesuchsteller Fr. 11'000.–,  Fr. 1'000.–) werden je an den von ihnen zu tragenden Anteil der  angerechnet. Übersteigt der von einer Partei geleistete  den von ihr zu tragenden Anteil der Gerichtskosten, wird ihr der Überschuss zurückbezahlt.
15. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsteller eine auf einen  reduzierte Prozessentschädigung von Fr. 6'400.– zu bezahlen.
16. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, je als Gerichtsurkunde, sowie nach Eintritt der Rechtskraft im Dispositiv an das für G._/ZH zuständige , an die für die Gemeinde G._ zuständige , gemäss Dispositiv-Auszug Ziffern 1 und 7 an die Pensionskasse E._ für Berufliche Vorsorge, ... [Adresse], gemäss Dispositiv-Auszug Ziffern 1, 8 und 9 und unter Beilage einer Kopie von act. 269 A an den  der Gemeinde G._ sowie gemäss Dispositiv-Auszug Ziffern 1 und 10 und unter Beilage einer Kopie von act. 269 A an das  des Kantons Zürich, je gegen Empfangsschein.
17. [Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist 30 Tage]
Berufungsanträge beider Parteien (sinngemäss):
Dispositiv Ziffern 8 und 9 des vorinstanzlichen Urteils seien , der von den Parteien am 26./27. September 2014 geschlossene Vergleich sei vorzumerken und das Berufungsverfahren sei als durch diesen Vergleich erledigt abzuschreiben.
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Erwägungen:
1. a) Die Parteien standen seit dem 7. September 2007 vor dem Be-
zirksgericht Zürich (Vorinstanz) im Scheidungsverfahren auf gemeinsames Be-
gehren (ohne Einigung über die Scheidungsfolgen). Für den erstinstanzlichen
Prozessverlauf kann auf das angefochtene Urteil verwiesen werden (Urk. 366
S. 5-12). Mit Urteil vom 15. August 2014 sprach die Vorinstanz die Scheidung aus
und regelte die Nebenfolgen (Urk. 366; Entscheid eingangs wiedergegeben), wo-
bei sie namentlich die öffentliche Versteigerung der ehelichen Liegenschaft an-
ordnete (Dispositiv-Ziffern 8 und 9).
b) Am 26. bzw. 27. September 2014 schlossen die Parteien eine Verein-
barung, gemäss welcher sie beide Berufung gegen die Anordung der Versteige-
rung der ehelichen Liegenschaft erheben (Urk. 367). Diese Vereinbarung wurde
am 29. September 2014 vom Rechtsvertreter des Gesuchstellers innert laufender
Berufungsfrist (Urk. 362 f.) eingereicht (Urk. 365). Die Gesuchstellerin hat auf Ge-
genbemerkungen verzichtet (Prot. II S. 5).
c) Beide Parteien haben den ihnen mit Verfügung vom 10. Oktober 2014
auferlegten Gerichtskostenvorschuss von je Fr. 1'500.-- (Urk. 368) innert Frist
bzw. Nachfrist geleistet (Urk. 369-371).
2. Beide Parteien haben ihren ausdrücklichen Verzicht auf Anfechtung
der Dispositiv-Ziffern 1 bis 7 und 10 bis 16 des vorinstanzlichen Urteils erklärt
(Urk. 367 S. 3 Ziff. 3). Mit Eingang dieser Erklärung am Obergericht (30. Septem-
ber 2014; Urk. 365) sind diese Punkte des angefochtenen Entscheids demnach
rechtskräftig geworden, was hinsichtlich der Dispositiv-Ziffern 1 bis 7 und 10 bis
15 vorzumerken ist; Dispositiv-Ziffer 16 ist insoweit anzupassen, als die Mitteilung
an den Gemeindeamman G._ infolge des Wegfalls der Versteigerung hinfäl-
lig ist (unten Erwägung 3.c).
3. a) Die von den Parteien eingereichte Vereinbarung betreffend die
eheliche Liegenschaft (Urk. 367) ist klar und vollständig (nachdem die Parteien im
Berufungsverfahren nichts anderes verlauten liessen, ist davon auszugehen, dass
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die Schuldübernahme gemäss Ziffer III.1. c. und d. der Vereinbarung keine Prob-
leme verursacht hat). Die Vereinbarung ist sodann angesichts der vorinstanzli-
chen Regelung der Teilung des Verkaufserlöses (Urk. 366 Dispositiv-Ziffer 10.a)
auch nicht offensichtlich unangemessen. Da beide Parteien anwaltlich vertreten
sind, ist ohne weiteres auch davon auszugehen, dass die Parteien die Vereinba-
rung aus freiem Willen und nach reiflicher Überlegung geschlossen haben. Die
Vereinbarung der Parteien ist daher zu genehmigen und deren Wortlaut ins Ent-
scheiddispositiv aufzunehmen (Art. 279 Abs. 1 und 2 ZPO).
b) Die Parteien haben sodann um entsprechende Anweisung des Grund-
buchamts G._ ersucht (Urk. 367 S. 3 lit. f). Dem ist zu entsprechen.
c) Bei dieser Sachlage ist die schriftliche Mitteilung an den Gemeinde-
ammann der Gemeinde G._ (für die öffentliche Versteigerung der ehelichen
Liegenschaft) hinfällig. Dagegen ist dem Grundbuchamt G._ eine entspre-
chende Mitteilung zu machen.
4. a) Die Kosten des Berufungsverfahrens sind vereinbarungsgemäss
beiden Parteien je hälftig aufzuerlegen (Art. 109 Abs.1 ZPO; Urk. 367 S. 3 Ziff. 4)
und mit ihren Vorschüssen zu verrechnen (Art. 111 Abs. 1 ZPO).
b) Für das Berufungsverfahren sind vereinbarungsgemäss (Urk. 367 S. 3
Ziff. 4) keine Parteientschädigungen zuzusprechen.