Decision ID: 3deeb8f3-7a0b-41da-b827-c413894f157b
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1961, Maschinenbau-Ingenieur HTL und Be
triebsökonom,
war von Mai 2005 bis Juli 2010
in einem Teilzei
tpensum bei der
Y._
angestellt. Nebenbei war er s
eit Januar 2006
teilzeitlich
als Inhaber und Geschäftsführer
bei der
Z._
tätig (
Urk.
5/7
und
Urk.
5/15
).
Am
9.
Oktober 2017
(Eingangsdatum)
meldete
sich der Versicherte
unter Hinweis auf
eine
sehr hohe Lichtempfindlichkeit,
bedingt durch eine sehr hohe Kurzsichtigkeit bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle,
zum Leistungsbezug an (
Urk.
5/4
; vgl. auch Früherfassungsmeldung
vom 2
6.
September 2017,
Urk.
5/2
)
. Die IV-Stelle holte den Arbeitgeberbericht
der
Z._
vom 1
7.
Oktober
2017 (
Urk.
5/7), einen Auszug aus dem individuel
len Konto (IK-Au
szug vom 1
9.
Oktober 2017, Urk.
5/8),
den Bericht von
Dr.
med. A._
, FMH Innere Medizin, vom
6.
November 2017 (
Urk.
5/10) und den Bericht der
B._
vom 1
0.
November 2017 (
Urk.
5/13) ein. Am
7.
Dezember 2017 fand bei der IV-Stelle ein Gespräch mit d
em Versicherten betreffend
seine
berufliche Situation statt (
Urk.
5/20). Am 1
6.
Mai 2018 reichte
er
der IV-Stelle auf entsprechende Aufforderung hin die Buchhaltungsabschlüsse der
Z._
ein (
Urk.
5/23).
A
m 2
1.
Juni 2018 wurde
beim Versicherten
in
der Augenklinik des
C._
eine Kataraktoperation rechts durchgeführt (
Urk.
5/50/3-4
).
Am 2
4.
Juli 2018 nahm die IV-Stelle
eine Abklärung vor Ort
im Betrieb des
Versicherten vor (vgl. Abklä
rungsbericht f
ür
Selbständigerwerbende
vom 3.
August 2018,
Urk.
5/36).
Am
6.
August 2018 teilte
sie
dem Versicherten mit, dass im Sinne einer Frühinter
ventionsmassnahme die Kosten für ein sehbehindertentechnisches Assessment b
ei der
D._
übernommen würde
n
(
Urk.
5/33).
Dieses Assess
ment wurde am 2
1.
August 2018
durchgeführt
(vgl.
Bericht
vom 2
8.
August 2018,
Urk.
5/35). Am
5.
Oktober 2018 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie im Sinne einer Frühinterventionsmassnahme die Kosten für die Anferti
gung/den Kauf
von
Spezialbrille
n oder
von
anderen zweckdienlichen Sehhilfen
i
m Betrag von maximal
Fr.
1'600.--
übernehme (
Urk.
5/37).
Am
9.
Oktober 2018 teilte
sie
mit,
dass keine Eingliederungsmassnahmen angezeigt seien
(
Urk.
5/43). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 2
2.
November 2018,
Urk.
5/48, und Einwand des Versicherten vom 2
0.
Dezember 2018,
Urk.
5/51) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
2.
Februar 2019 (
Urk.
2) einen Anspruch des Versicherten auf IV-Leistungen.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am
1
8.
März 2019 Beschwerde und beantragte sinngemäss, es sei
en
die angefochtene Verfügung
aufzuheben und die gesetzli
chen
Leistungen zu gewähren
(
Urk.
1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Be
schwerdeantwort vom
2.
Mai 2019 auf Abweis
ung der Beschwerde (Urk.
4), was dem Beschwerdeführer am
6.
Mai 2019 angezeigt wurde (
Urk.
6).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
o
der teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche
rung (
IVG
)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Ar
beitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid gewor
den wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen zif
fernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.3
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte haben ge
mäss Art. 8 Abs. 1 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
wieder herzustellen
, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen
für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Eingliederung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2
lit
. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbs
fähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen gemäss Abs. 3 in medizinischen Mass
nahmen (
lit
. a), Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung (
lit
.
a
bis
), Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
. d).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
UV170510
Beweiswert eines Arztberichts
08.2018
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass der Beschwerdeführer
jahrzehntelang mit den bekannten Diagnosen erwerbstätig
ge
wesen sei. Die Verschlechterung seiner
Visuswerte
habe eine Unsicherheit ausge
löst.
Der
Katarakt sei
aber
operiert
worden
,
womit gleichzeitig
die Kurzsichtigkeit weitestgehend
habe
behoben werden
könne
n
. Einzig die
Blendempfindlichkeit
sei
nicht behandelbar. Zur Verminderung der
Blendwirkung
der Sonne
sei im Aus
senbereich das Tragen einer Sonnenbrille und im Innenbereich
das Tragen
einer getönten Brille zu empfehlen
. Eine
langandauernde Gesundheitsbeeinträchti
gung, welche den Beschwerdeführer in der bisherigen Tätigkeit einschränken würde
, sei nicht ausgewiesen
(
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, dass
er in den vergange
nen
15 Jahren mit über 30 Ärzten gesprochen habe und keiner ihm habe helfen können.
Die Beschwerdegegnerin habe die
Auswirkungen der
bei ihm bestehen
de
n
Makuladegeneration
nicht
h
inreichend berücksichtigt
. Aufgrund der
Maku
ladegeneration
sei ihm das Scharfsehen im Nahbereich ledig
lich
noch kurzzeitig möglich.
Im Weiteren
leide er unter einer
massive
n
Lich
tempfindlichkeit. Die
Kurzsichtigkeit, welche schon immer auf 100
%
habe
korrigiert werden können
, sei nicht das Problem
. Die Empfehlung
der
D._
, im Innenbereich eine getönte Brille aufzusetzen, sei
nicht
sinnvoll. Aufgrund der Hautablösung über der
Ma
kula
und des Kontrastes brauche er eher mehr als wen
iger Licht. Schliesslich sei
darauf hinzuweisen, dass
er seine GmbH
wegen der Einschränkungen im Zusam
menhang mit dem Augenleiden
habe verkaufen müssen
(
Urk.
1).
3.
3.1
Die Ärzte der
B._
nannten im an
Dr.
A._
gerich
teten Bericht vom 2
6.
September 2017 folgende Diagnosen
(
Urk.
5/11/6
):
(1)
Myopia
per
magna
(beide Augen)
(2)
M
yopie-
bedingte
Makuladegeneration
(beide Augen)
(3
)
epir
e
tinale
Fibroplasie
(beide Augen)
(4)
Photophobie multifaktorieller Ätiologie
(beide Augen)
(5
)
Katar
akta
präsenilis
(rechtes Auge)
Die Ärzte der
B._
gaben an, dass sie die vom Beschwer
deführer geklagte, sehr ausgeprägte
, zum Teil invalidisierende
Lichtempfindlich
keit auf verschiedene Faktoren zurückführen würden. Die Katarakt am rechten Auge, die auch
myopisierend
wirke, führe zu einer Streuung des Lichts und könne einen Teil der Lichtempfindlichkeit erklären. Diese Komponente könne mittels Katar
a
ktoperation rückgängig gemacht werden. Eine zw
eite Komponente bestehe in der M
yopie
-
bedi
ngten
Makuladegeneration
, welche nicht
behandelbar
sei
. Die dritte Kom
ponente bestehe
in einer zentral bedingten Lichtempfindlichkeit. Diese könne mit grösster Wahrscheinlichkeit im Verlauf mittels Anpassung von ver
schiedenen
Filtern verbessert werden (Urk.
5/11/6-7).
3.2
Dr.
A._
erklärte
im Bericht vom
6.
November 2017, dass
eine massive Lichtempfindlichkeit mit Blendungsgefühl
vorliege
, welche
S
chmerzen im Kopf-/Augenbereich auslöse
.
Der Beschwerdeführer könne s
owohl bei künstlichem
als auch bei normalem Licht
nicht die volle Leistung erbringen. Die bisherige Tätig
keit könne
er
nicht mehr
weiterführen.
In einer behinderun
gsangepassten Tätig
keit sei er
teilzeitlich, evtl
. auch vollzeitig
einsetzbar. Dies sei
insbesondere von den Lichtverhältnissen
abhängig
(
Urk.
5/10/2).
3.3
Die Ärzte der Augenklinik des
C._
führten im Bericht vom 2.
Au
gust 2018 zuhanden des Beschwerdeführers aus, dass sich i
m Rahmen der heuti
gen klinischen Untersuchung am re
chten Auge regelrechte postoperative Befunde bei Status nach
Phakoe
mulsifikation
und
Hinterkammerlinsen-lmplantation
vom 2
1.
Juni 2018 zeigen würden. Postoperativ sei
es kurz
zeitig zu einem Intraoku
lardruck
-Anstieg gekommen bei Verdacht auf Steroidresponse, so
dass die
Tobra
dex
-
Augentropfen gestoppt worden seien.
Heute zeige sich
ein erfreulicher
normotoner
Intraokulardruck
bei im übrigen re
izfreien
Pseudophakie
-Verhältnis
sen
.
Der Beschwerdeführer wünsche nun das gleiche
Vorgehen am linken Auge
(
Urk.
5/50/3-4)
.
3.4
Dem Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
vom
3.
August 2018 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer in seinem Betrieb Hochspannungseinhei
ten entwickelt
, hergestellt und vertrieben
habe
. Die Entwicklung habe am Com
puter (CAD usw.) und die Herstellung in der Werkstatt stattgefunden. Beim Zu
sammenfügen und Schweissen von Kleinstteilen sei Präzision gefragt gew
esen, da die
Wi
cklungen, Gusskonstruktionen etc
. ganz genau hätten passen müssen
.
I
m
Arbeitspensum von 50
%
habe er
rund 20
%
für
die
Konstruktion und Ent
wicklung
(Computer, CAD), rund 20
%
für die Herstellung in der Werkstatt und rund 10
%
für den Handel (Kundenpflege, Besprechu
ngen, Akquisition, Offerten
) aufgewendet. Das Führen der Buchhaltung habe er extern einem Treuhänder übergeben. Er habe sich
immer den gleichen Lohn von
Fr.
65'000.-
- pro Jahr bezahlt.
Angestellte habe er nie beschäftigt.
N
eben seine
r Tätigkeit im eigenen Betrieb habe er
immer
auch noch im Ausmass von 50
%
oder 80
%
in einem Anstellungsverhältnis gearbeitet.
Den
Aufwand für seine selbständige Tätigkeit
habe er
stets angepasst. Er habe also in seinem Be
trieb jeweils im Ausmass von 20
%
oder 50
%
tätig sein können.
Nach dem Verlust der Arbeitsste
lle bei
der
Y._
im Jahr
2010 habe er sich wieder um eine Anstellung bemüht.
Er habe aber nichts mehr gefunden.
Seine gesundheitlichen Beeinträch
tigungen seien
schon
damals erheblich gewesen.
Schliesslich
sei ihm nur noch seine eige
ne Firma geblieben, die er im
Umfang von rund 50
%
habe weiterführen können
. Er habe versucht
,
seine Se
hschwierig
keiten zu beheben, indem er
spezi
elle
Brillen angeschafft habe.
Doch auch mit
grossen Lupenbrillen sei keine Ver
besserung eingetreten. Er habe de
shalb oft Ausschuss produziert. Im
vergangenen Jahr 2017
habe dieser
rund
Fr.
40'000.-- bis
Fr.
50'000.-- betragen.
2017
habe er auch eine wesentliche Verschlechterung der Sehfähigkeit festgestellt.
Zudem habe er auf
grund der Lichtverhältnisse
bei
Besuchen oder Be
sprechungen mit Kunden
Prob
leme bekundet.
Das
Akquirieren von Neukunden
sei
nicht
mehr
möglich gewesen.
Schliesslich habe
er sich zu
r Betriebsaufgabe entschlossen.
Seine Firma
sei
seit Janua
r/Februar
2018 nicht mehr aktiv
. Das Inventar habe er verkauft
(Urk.
5/36/2-3
).
3.5
Die Fachfrau der
D._
erklärte im Low Vision Bericht vom 2
7.
August 2018, dass
auf dem rechten Auge ohne Korrektur ein
Fernvisus
von 0,8 sowie
mit Lesebrille
ein Vergrösserungsbedarf von
0,45fach (= kein Vergrösserungsbedarf) und lin
ks ein
Fernvisus
mit Kontaktlin
se von 0,63 sowie
mit Lesebrille
ein Vergrösserungs
bedarf von
0,5fach (= kein Vergrösserungsbedarf) bestünden. Der
Nahvisus
m
it einer Korrektur von +3.0 Dioptrie
über der linken Kontaktlinse betrage binokular 1,0 in 22 cm Lesedistanz.
D
ie Sehbehinderung des Beschwerdeführers
sei
auf
grund der
Messresultate
zur
zeit als leicht einzustufen.
Je nach Entwicklung der Sehbehinderung sei längerfristig eine
visuelle
Verschlechterung möglich
. Sie empfehle eine etwas hellere Filter- bzw. Sonnenbrille für den Innenbereich an
zuschaffen und diese konsequent zu tragen sowie für die Arbeit am PC eine ge
tönte und passend korrigierte Arbeitsbrille anzufertigen (nach der Katarakt-Ope
ration des zweiten Auges). Zudem werde eine kompensatorische Arbeitsweise (wie z.B. die Benutzung des PCs mit Tastaturbefehlen und mit auditiver Entlas
tung) empfohlen
(Urk.
5/35/
6-
7
).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung in medizi
nischer Hinsicht im Wes
entlichen auf die Stellungnahme
von
dipl.-med.
E._
, Fac
härztin für Innere Medizin, des
Regionalen Ärztlichen Dienst
es
(RAD) vom 2
1.
September 2018
(
Urk.
5/45
/2
).
4.2
RAD-Ärztin
E._
erklärte
in dieser Stellungnahme,
dass der Beschwerdefüh
rer
über viele Jahre unter einer ausgeprägten
Blendempfindlichkeit
gelitten
habe
, welche auf eine hohe Myop
ie (Kurzsichtigkeit),
eine M
yopie
-
bedingte
Makulade
generation
und eine Katarakt (grauer Star) zurückgefü
hrt worden sei
. Die Kata
rakt sei
operiert
worden
,
womit
zugleich auch die Kurzsichtigkeit weitestgehend
habe
behoben werden
können
. Der
Visus
betrage
in der Ferne nach der Operation rechts ohne Korrektur 0,8, links mit Korrektur (Kontakt
linse) 0,63 (vor der Kata
rakt-Operation
g
emessen). Der
Nahvisus
sei
beidseits 1,0 (volles Sehvermögen). Von einer Verbesserung des
Visus
des linken Auges sei
nach d
er Operation eben
falls auszugehe
n. E
inzig die
Makuladegeneration
sei
nicht behandelbar. Dem
Be
schwerdeführer sei
geraten
worden
, zur Verminderung der
Blendwirkung
der Sonne im Aussenbereich
konsequent
eine Sonnenbrille zu tragen und auch im Innenbereich eine getönte Brille aufzusetzen.
Durch die
D._
werde
die Sehbe
hinderung als leicht eingestuft. Die bi
sherige berufliche Tätigkeit sei
mit dieser Sehbehinderung laut
D._
vereinbar. Aus dermatologischer Sicht
habe
eine
Porphyrie
ausgeschlossen werden
könne
n
. Aus versi
cherungsmedizinischer Sicht könne
damit festgehalten werden, dass die bisherige Tätigkei
t weiterhin ausgeübt werden könne
. Ein Gesundheitsschaden, welcher sich längerfristig auf
die
Ar
beitsfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit auswirke, habe nicht festges
tellt werden können (Urk.
5/45/2
).
4.3
Diese Beurteilung von RAD-Ärztin
E._
ist
plausibel
.
Im Rahmen des sehbe
hindertentechnischen Assessments
der
D._
vom 2
1.
August 2018 wurde die
Sehleistung des Beschwerdeführers (
Fernvisus
, LCS/Kontrastsehen, Vergrösse
rungsbedarf,
Nahvisus
, Gesichtsfeld
, Farbsehen, Adaption, Blendung,
Lichtbedarf
und Schwankungen
)
eingehend abgeklärt.
Vonseiten der
D._
wurde
dabei
aus
drücklich verneint,
dass sich die
ophtalmologischen
Diagnosen (
epiretinale
Fib
roplasie
und
myopiebedingte
Makuladegeneration
) negativ auf die Messresultate ausgewirkt hätten (
Urk.
5/35/7).
Auch im
nach der Kataraktoperation vom 2
1.
Juni 2018 erstel
lten Bericht der Augenklinik des
C._
vom
2.
August 2018
finden sich diesbezüglich keine
anderslautenden
Hinweise
(
Urk.
5/50/3
-4
).
Die
geklagte Lichtempfindlichkeit war im Rahmen des Assess
ments
sodann
ni
cht objektivierbar (
Urk.
5/35/7
).
Dass dem Beschwerdeführer die
angestammte
Tätigkeit
im Bereich Entwicklung, Herstellung und Vert
rieb von Hochspannungseinheiten
- oder eine ähnliche
Tätigkeit
mit vergleichbarem Lohniveau
–
unter Verwendung der von der
D._
empfohlenen Spezialbrillen gemäss Einschätzung von RAD-Ärztin
E._
aus medizinischer Sicht
nach wie vor zumutbar ist,
erscheint vor diesem Hintergrund nachvollziehbar
. Aus invali
denversiche
rungsrechtlicher Sicht ist
grundsätzlich
nicht von Belang, d
ass der Beschwerdeführer seine
Firma
zwischenzeitlich verkauft hat.
4.4
Mangels eines invalidisierenden bzw. drohenden invalidisierenden Gesundheits
schadens hat die Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf berufliche Massnah
men oder auf eine Rente
damit
zu Recht verneint (vgl. E. 1.3-4).
5.
Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
Sollte sich
in
Zukunft
namentlich
im Zusammenhang mit der
beim B
eschwerde
führer
festgestellten
Makuladegeneration
eine Verschlechterung ergeben, steht
es ihm
selbstverständlich offen, sich erneut bei der Beschwerdegegnerin zum Leis
tungsbezug anzumelden.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem
u
nterliegenden Beschwerdeführer
aufzuerlegen.