Decision ID: 2cddbf7e-a19f-58d4-b8ee-a46b13fb4adb
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 16. März 2002 bei der IV-Stelle zum Leistungsbezug an (IV-
act. 1). Er war seit 1. Februar 1994 für dieselbe Arbeitgeberin als Hilfsdrucker in der
Abteilung Musterdruck tätig, als ihm jene infolge Betriebsschliessung das
Arbeitsverhältnis per Ende April 2001 kündigte. Infolge Krankschreibung des
Versicherten verlängerte sich die Kündigungsfrist bis 31. August 2001 (IV-act. 5-1ff.).
Vom 17. Oktober bis 13. Dezember 2001 und vom 14. Januar bis 28. März 2002 wurde
er in der Psychiatrischen Klinik B._ stationär und vom 2. April bis 21. Mai 2002 in der
Tagesklinik ambulant behandelt. Die Ärzte diagnostizierten eine anhaltende
somatoforme Schmerzstörung ICD-10 F45.4 (Kopfschmerz verbunden mit Schwindel),
Carzinophobie (ICD-10 F40.2), eine Anpassungsstörung mit Angst und Depression bei
körperlicher Erkrankung (Alopezia areata) ICD-10 F43.21 und Arbeitsplatzverlust
ICD-10 Z56.0 (IV-act. 8).
A.b Mit Vorbescheid vom 16. Juli 2002 stellte die IV-Stelle dem Versicherten ab 1.
Dezember 2001 eine ganze Rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 76% in
Aussicht (IV-act. 12). Diesen Rentenanspruch eröffnete sie in der Verfügung vom 25.
Oktober 2002 (IV-act. 15).
A.c Am 13. Juli 2005 gab der Versicherte anlässlich des Revisionsverfahrens eine
Verschlimmerung seines Gesundheitszustands wegen täglicher Schmerzzunahme an
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(IV-act. 17). Sein Hausarzt Dr. med. C._, Allgemeine Medizin FMH, berichtete im Arzt
bericht vom 18. Juli 2005 von einem stationären Gesundheitszustand. Der Versicherte
sei in allen Lebensbereichen eingeschränkt. Alle Therapien könnten den Verlauf nicht
positiv beeinflussen. Der Versicherte sei zu einer Eingliederung ins Erwerbsleben nicht
in der Lage. Auch der Nachzug der Ehefrau in die Schweiz habe die Situation nicht
verbessern können (IV-act. 20). Mit Mitteilung vom 25. Juli 2005 blieb der Anspruch
des Versicherten auf eine ganze Rente unverändert (IV-act. 21). Auch im
Revisionsverfahren im Jahr 2010 ergaben sich hinsichtlich des Rentenanspruchs keine
Veränderungen (IV-act. 34).
A.d Im Februar 2013 fand die IV-Stelle im Rahmen der Leistungsprüfung der
Ansprüche der Ehefrau des Versicherten Hinweise, welche den Verdacht auf nicht
zielkonforme Leistungen an den Versicherten aufkommen liessen (IV-act. 35). Dr. med.
D._, Zertifizierter Medizinischer Gutachter SIM, hielt in der Stellungnahme vom 18.
März 2013 fest, der Hausarzt des Versicherten, welcher auch Hausarzt der
rentenersuchenden Ehefrau sei, scheine von Anfang an und anlässlich der Revisionen
vollends überzeugt vom funktionellen Darniederliegen des Versicherten. Er selber
bekomme den Eindruck einer stark überzeichnenden Schilderung, was ihn erst recht
skeptisch mache (IV-act. 36). Gemäss Auskunft des Strassenverkehrsamts vom 19.
März 2013 habe der Versicherte ein Fahrzeug immatrikuliert. Auf Grund der
medizinischen Aktenlage wäre das Lenken eines Fahrzeugs jedoch gar nicht möglich
(IV-act. 37).
A.e Infolge einer Observation der Ehefrau des Versicherten vom 16. bis 24. April 2013
und der dortigen Erkenntnisse dehnte die IV-Stelle die Observation mit
Überwachungsauftrag vom 15. Mai 2013 auf den Versicherten aus (IV-act. 40). Der
Versicherte wurde vom 14. bis 18. Mai 2013 überwacht (IV-act. 42). Mit Stellungnahme
vom 6. Juni 2013 führte Dr. D._ aus, auf Grund des Observationsmaterials sei
erwiesen, dass keine Einschränkungen im Alltag und kein sozialer Rückzug vorlägen.
Infolge der gegenüber dem Jahr 2001 gebesserten Lebensumstände sei von einer
verbesserten psychischen Gesundheit und dem Wiedererlangen einer Arbeitsfähigkeit
auszugehen (IV-act. 44).
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A.f Im Fragebogen zur Rentenrevision gab der Versicherte am 25. Juni 2013 an, er
habe ausser den Besuch seines Bruders (1 - 2 mal pro Woche) keine sozialen
Kontakte. Oft habe er keine Lust, mit Leuten zu sprechen und schäme sich wegen
seiner Krankheit, unter Leute zu gehen (IV-act. 46-8f.). Hausarzt Dr. C._ ging im
Verlaufsbericht vom 2. Juli 2013 von einem stationären Verlauf aus. Eine Reintegration
sei nur in einem geschützten Rahmen unter IV-Begleitung möglich (IV-act. 48).
A.g Dr. D._ hielt am 6. August 2013 fest, dass keine der monierten Klagen und
medizinisch populären Begriffe (Müdigkeit, Carzinophobie, depressive Entwicklung) per
se eine Arbeitsunfähigkeit begründe. Immerhin beschreibe der Versicherte sich nicht
mehr als vollkommen darniederliegend. Möglicherweise habe sich sein Zustand
verbessert (IV-act. 50-2).
A.h Am 11. September 2013 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass sie aus
einer Überwachung im Zeitraum vom 14. bis 18. Mai 2013 neue Erkenntnisse
gewonnen habe. Auf Grund dieser neuen Beweismittel werde er durch Dr. med. E._
psychiatrisch abgeklärt (IV-act. 51). Die Ergebnisse der am 28. Oktober 2013 erfolgten
Abklärung hielt Dr. E._ im Gutachten vom 13. Januar 2014 fest. Der Psychiater
konnte keine Krankheiten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit feststellen. Als
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielt er einen Status nach
Anpassungsstörung mit vorwiegend Anspannung und Ärger, Besorgnis,
Unzufriedenheit mit den Lebensumständen, Somatisierungen
(Spannungskopfschmerzen und Carzinophobie) ICD-10 F43.28 fest.
Differentialdiagnostisch befand er eine somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
als möglich (IV-act. 59). Dr. med. E. F._, Mitarbeiterin IV-Stelle, befand das
Gutachten in ihrer Stellungnahme vom 7. Februar 2014 als inhaltlich korrekt, schlüssig
und nachvollziehbar. Aus medizinischer Sicht könne auf das Gutachten abgestellt und
von einer Arbeitsfähigkeit sowohl in angestammter als auch adaptierter Tätigkeit von
100% ausgegangen werden (IV-act. 60).
A.i Im Vorbescheid vom 10. März 2014 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, die Rente einzustellen. Da auf Grund der neuen Erkenntnisse keine Krankheit
mehr nachgewiesen sei, welche die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten
Tätigkeit einschränken würde, sei der Invaliditätsgrad neu festzulegen. Nachdem es
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ihm möglich sei, weiterhin ein gleich hohes Einkommen zu erzielen wie bei der letzten
Arbeitgeberin, erleide er keine Erwerbseinbusse mehr (IV-act. 62). Gegen diesen
Vorbescheid liess der Versicherte durch Rechtsanwältin lic. iur. E. Kanavas, Meilen, mit
Schreiben vom 26. März 2014 Einwand erheben und die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren beantragen. Die Rechtsvertreterin
ersuchte um Zustellung der IV-Akten und des Observationsmaterials sowie um eine
neue Fristansetzung von 30 Tagen ab Zustellung der Akten zur Begründung des
Einwands (IV-act. 64). Die IV-Stelle verlängerte mit Schreiben vom 28. März 2014 die
Frist zur Stellungnahme bis zum 25. April 2014 einmalig (IV-act. 66). Gegen diese
(verkürzte) Fristansetzung opponierte die Rechtsvertreterin mit E-Mail vom 14. April
2014, indem sie um Berücksichtigung des gesetzlichen Fristenstillstands über Ostern
ersuchte (IV-act. 67). Mit Schreiben vom 15. und 16. April 2014 hielt die IV-Stelle an der
erteilten Frist fest (IV-act. 68, 70).
A.j In der Einwandergänzung vom 25. April 2014 beantragte die Rechtsvertreterin des
Versicherten die Übertragung der Fallbearbeitung wegen Befangenheit auf eine/n neue/
n Sachbearbeiter/in und die Bestätigung der bisherigen Invalidenrente. Eventualiter sei
eine polydisziplinäre Begutachtung bei einer neutralen Gutachterstelle durchzuführen.
Zudem sei dem Versicherten die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu gewähren.
Zum Beweis weiterhin bestehender gesundheitlicher Einschränkungen reichte die
Rechtsvertreterin vier Arztberichte ein (IV-act. 75). Mit Stellungnahme vom 29. April
2014 hielt Dr. F._ bezüglich der neu eingereichten medizinischen Berichte fest, es
fänden sich darin keine Anhaltspunkte für schwerwiegende pneumologische oder
kardiologische Erkrankungen oder radiologische Hinweise im Thorax CT für solche
Erkrankungen. Auch eine Therapie werde nirgends empfohlen. Da sich in den
Unterlagen eindeutig keine Diagnosen schwerwiegender oder gar invalidisierender
Erkrankungen finden liessen, könne keine relevante Änderung des
Gesundheitszustands angenommen werden. Ein weiterer Abklärungsbedarf sei
ebenfalls nicht indiziert (IV-act. 77).
A.k Mit Verfügung 29. April 2014 stellte die IV-Stelle die Rente im Sinne des
Vorbescheids nach Zustellung der Verfügung auf Ende des folgenden Monats ein (IV-
act. 78).
B.
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B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 30. Mai 2014
mit dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Zusprache der
bisherigen ganzen Rente; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zudem seien dem
Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung zu bewilligen (IV 2014/291, act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 8. September 2014 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Beschwerdeabweisung (act. G 7).
B.c Mit Replik vom 20. November 2014 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
fest (act. G 12). Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet
(act. G 14).
B.d Am 14. Januar 2015 verfügte die IV-Stelle, dass das Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Vorbescheidverfahren mangels Notwendigkeit und bei
gegebener Aussichtslosigkeit abgewiesen werde (IV 2015/48, act. G 7.95).
B.e Gegen diese Verfügung vom 14. Januar 2015 liess der Beschwerdeführer durch
seine Rechtsvertreterin am 16. Februar 2015 Beschwerde erheben und die Aufhebung
der angefochtenen Verfügung sowie die Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung beantragen; unter Entschädigungsfolge der Vorinstanz
(IV 2015/48, act. G 1). Mit Eingabe vom 6. März 2015 präzisierte die Rechtsvertreterin,
dass sich der Antrag auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung sowohl auf das
Vorbescheidverfahren als auch das Beschwerdeverfahren beziehe. Er schliesse zudem
den Antrag auf unentgeltliche Prozessführung mit ein (IV 2015/48, act. G 3).
B.f Mit Beschwerdeantwort vom 11. Mai 2015 beantragte die Beschwerdegegnerin
auch die Abweisung dieser Beschwerde (IV 2015/48, act. G 7).

Erwägungen:
1.
Streitgegenstand im Verfahren IV 2014/291 bildet die Frage der Zulässigkeit der
Renteneinstellung des Beschwerdeführers (Verfügung vom 29. April 2014). Im
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Verfahren IV 2015/48 bildet die unentgeltliche Rechtsverbeiständung im
Vorbescheidverfahren jenes Rentenrevisionsverfahrens den Streitgegenstand
(Verfügung vom 14. Januar 2015). Da die Streitgegenstände eng zusammenhängen
und sich dieselben Parteien gegenüberstehen, rechtfertigt es sich, die Verfahren
IV 2014/291 und IV 2015/48 zu vereinigen.
2.
2.1 Zunächst ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu prüfen. Die Parteien
streiten darüber, ob die Voraussetzungen für eine revisionsweise Renteneinstellung
erfüllt sind.
2.2 Vorab macht die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers in formeller Hinsicht
geltend, dass die Verfügung vom 29. April 2014 bereits aus verfahrensrechtlichen
Gründen aufzuheben sei. So sei einerseits der Entscheid der Beschwerdegegnerin, die
Frist für den Einwand während des Fristenstillstands über Ostern ablaufen zu lassen,
rechtlich unhaltbar. Indem zwar eine (verkürzte) Fristverlängerung gewährt worden sei,
der Einwand aber von vorneherein keine Beachtung erhalten habe, sei das rechtliche
Gehör verletzt worden. Zudem sei der Grundsatz des fairen Verfahrens verletzt worden,
indem die Beschwerdegegnerin bereits eine vorgefasste Meinung vertreten habe und
der Einwand von vorneherein unberücksichtigt geblieben wäre. Dies habe auch die
Proforma-Einsetzung eines anderen Sachbearbeiters wegen Befangenheit der
vorbefassten Person nicht geändert (act. G 1).
2.3 Was die Rüge des fairen Verfahrens auf Grund einer Verletzung durch
Befangenheit betrifft, so führt der Beschwerdeführer nicht aus, inwiefern eine
Befangenheit der den Vorbescheid erlassenden Person gegeben sein soll. Kein
allgemeiner Ausstandgrund stellt dar, wenn innerhalb des Verwaltungsverfahrens die
betreffende Person sich bereits mit der entsprechenden Sache befasst hat, weil
andernfalls eine Verwaltungstätigkeit nicht mehr möglich wäre. So ist es nicht nur
zulässig, sondern entspricht sogar im Einspracheverfahren der Regel, dass dieselbe
Person, welche die Verfügung erlassen hat, diese auf Einsprache hin erneut überprüft
(Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. Zürich 2009, Art. 36 N 12 mit Hinweis auf Art.
52 N 14). Nichts anderes kann im IV-Bereich für das Vorbescheid-Verfahren gelten.
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Einzig die Tatsache, dass eine mit dem Fall befasste Person auch den Einwand prüft,
lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen.
2.4 Nachdem der Einwand zudem rechtzeitig eingereicht und begründet wurde, ist auf
die Fristenfrage nicht weiter einzugehen. Demgegenüber ist die Rüge zu prüfen, ob die
Beschwerdegegnerin im Einwandverfahren das rechtliche Gehör verletzte, indem sie
nicht bzw. nicht unvoreingenommen auf die Einwände des Beschwerdeführers einging.
Ein Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör, wie er neben der expliziten
gesetzlichen Regelung in Art. 42 ATSG auch in Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung
(BV) garantiert wird (vgl. BGE 124 V 181 E. 1a), ist das Recht der betroffenen Person,
sich vor Erlass eines in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu
äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit
erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher
Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern,
wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen. Zudem gebietet der
Gehörsanspruch die ausreichende Begründung der gefällten Entscheide (vgl. BGE 124
V 181 E. 1a mit Hinweisen; Kieser, ATSG-Kommentar, a.a.O., Art. 42 N 11 ff.).
2.5 Die Beschwerdegegnerin führte in der Verfügung wie bereits im Vorbescheid die
Grundlagen aus, welche sie zur Verfügung bewogen. Sodann nahm sie zu den
Argumenten der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers ausführlich auf eineinhalb
Seiten Stellung. Sie nahm zur Frage der Gehörsverletzung, der Rechtmässigkeit der
Observation, der Beweistauglichkeit des Gutachtens Dr. E._ sowie der neu
eingereichten Arztberichte durch die Würdigung von Dr. F._ vom 29. April 2014
Stellung (vgl. IV-act. 78-4f.). Damit hat sie der Begründungspflicht Genüge getan. Wohl
ist die Beschwerdegegnerin den Einwänden nicht gefolgt. Allein daraus lässt sich nicht
schon folgern, die Beschwerdegegnerin sei von vorneherein nicht mehr für eine offene
Beurteilung bereit gewesen. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist insgesamt zu
verneinen.
3.
3.1 Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, dass sich die IV-Stelle durch die
Anordnung der Observation einen schweren Eingriff in seine Persönlichkeitsrechte
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habe zuschulden kommen lassen. Die Überwachung, die ohne Rechtsgrund erfolgt sei,
habe letztlich durch die Resultate begründet werden müssen, deren
Schlussfolgerungen abenteuerlicher nicht sein könnten. Daher sei der
Observationsbericht aus dem Recht zu weisen (act. G 1).
3.2 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist der Persönlichkeitsbereich
auch bei einer Observation im öffentlich einsehbaren, privaten Raum nur geringfügig
tangiert und wiegt der Eingriff in die Persönlichkeitsrechte nicht schwer, wenn konkrete
Anhaltspunkte bestehen, die Zweifel an der behaupteten Arbeitsunfähigkeit wecken
(objektive Gebotenheit der Observation), die Observation nur während einer
verhältnismässig kurzen, begrenzten Zeit stattfindet, und einzig Verrichtungen des
Alltags ohne engen Bezug zur Privatsphäre gefilmt werden. Umgekehrt hat die
Versicherung und die dahinter stehende Versichertengemeinschaft ein erhebliches
schutzwürdiges Interesse daran, dass nicht zu Unrecht Leistungen erbracht werden
(vgl. BGE 137 I 334 E. 5.6 mit Hinweisen).
3.3 Vorliegend ging die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Verlaufsberichte des
Hausarztes Dr. C._ davon aus, dass der Beschwerdeführer in allen Lebensbereichen
eingeschränkt sei (vgl. IV-act. 20, 32). Im Rahmen der Leistungsprüfung der Ansprüche
der Ehefrau des Beschwerdeführers kamen bei ihr jedoch Zweifel auf, da die Ehefrau
angab, den Grosseinkauf gemeinsam mit dem Ehemann mit dessen Personenwagen zu
erledigen (IV-act. 35). Damit waren Anhaltspunkte gegeben, dass der
Beschwerdeführer nicht in allen Lebensbereichen eingeschränkt war. Nachdem die
Observation auch die übrigen Voraussetzungen (verhältnismässig kurze
Überwachungsphase: am 14., 15. und 18. Mai 2013; bei Verrichtungen im Alltag: beim
Einkaufen, Spazieren, Auto fahren und dem Besuch einer Veranstaltung des Vereins
G._) erfüllte, wurde bei der erfolgten Observation kein Rechtsgut verletzt, welches
Vorrang vor dem öffentlichen Interesse der Missbrauchsbekämpfung hat. Unter
Einbezug sämtlicher Umstände sind die Interessen der Beschwerdegegnerin
gegenüber den privaten Interessen des Beschwerdeführers als höherwertig
einzustufen. Die durchgeführte Observation ist im Sinne der angeführten
bundesgerichtlichen Rechtsprechung als zumutbar und damit verhältnismässig im
engeren Sinn zu bezeichnen. Der Kerngehalt von Art. 13 BV (Schutz der Privatsphäre)
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wurde durch die Anordnung einer solchen Überwachung ebenfalls nicht angetastet.
Damit war die Beweiserhebung mittels der vorgenommenen Observation rechtmässig.
4.
4.1 Nachfolgend ist in materieller Hinsicht zu prüfen, ob die Renteneinstellung
rechtens war.
4.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349 f. E.
3.5). Ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des
Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten, der versicherten Person eröffneten
rechtskräftigen Verfügung vorlag, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs beruht, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung
(BGE 133 V 108 E. 5.4). Dabei stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der
Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustands
auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (BGE 112 V 372 E. 2b mit Hinweisen).
5.
5.1 Ausgangspunkt für die Beurteilung des gesundheitlichen Verlaufs bildet im
vorliegenden Revisionsverfahren die ursprüngliche Rentenzusprache vom 25. Oktober
2002 (IV-act. 15). Jene Verfügung basierte vorwiegend auf den ärztlichen Beurteilungen
der Psychiatrischen Klinik B._ vom 10. Juni 2002, wo der Beschwerdeführer vom 17.
Oktober bis 13. Dezember 2001 und vom 14. Januar bis 28. März 2002 hospitalisiert
war und vom 2. April bis 21. Mai 2002 in der Tagesklinik behandelt wurde. Die
Klinikärzte diagnostizierten eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung ICD-10
F45.4 (Kopfschmerzen verbunden mit Schwindel), eine Carzinophobie ICD-10 F40.2
sowie eine Anpassungsstörung mit Angst und Depression bei körperlicher Erkrankung
(Alopezia areata) ICD-10 F43.21 und Arbeitsplatzverlust ICD-10 Z56.0. Der
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Beschwerdeführer sei dem Vater im Alter von _ Jahren als Gastarbeiter in die Schweiz
gefolgt, wo er ohne Lehrabschluss als Hilfsarbeiter gearbeitet habe. Die anfängliche
Sozialisation unter Schweizern habe sich mit der zunehmenden Einwanderung von
ausländischen Arbeitern und der Wegwanderung von Schweizern aus dem Betrieb
verändert, so dass er sich nach einer primär ausgeglichenen Integration zunehmend in
die Ausländergruppe ausgegrenzt erlebt habe. Aus seiner enormen beruflichen
Leistungsfähigkeit als (Hilfs-)Drucker habe er seinen Stolz und Zufriedenheit gezogen.
Er habe Geld nach H._ geschickt, wo seine Frau mit den beiden Söhnen bei seinen
Eltern gewohnt habe. Auch als er 1999 Kopfschmerzen verspürt habe, habe er trotz der
Schmerzen weitergearbeitet. Er habe sich den strengen Anforderungen des Betriebs,
den Regeln und Geboten innerhalb der Firma und dem Leistungsdruck immer gebeugt;
als er eine Lohnerhöhung erhalten habe, sei er stolz gewesen. Eine Alopezia areata
habe im Frühjahr 2000 zu einer massiven Verunsicherung geführt, er habe sein
Selbstbild eines kräftigen, leistungsfähigen Mannes beeinträchtigt erlebt und habe
befürchtet, an Krebs zu sterben. Damit einhergehend habe er sich von seinen
Arbeitskollegen wegen der fehlenden Barthaare im Gesicht verlacht und ausgegrenzt
gefühlt, was zu zunehmender Depressivität, Rückzug und Isolation geführt habe. Er
habe von Dezember 2000 bis Februar 2001 nicht arbeiten können, im März 2001 die
Arbeit zu 50% nochmals aufgenommen, bis er sie im August 2001 wegen starker
Schmerzen und betrieblicher Probleme aufgegeben habe. In diese Zeit sei eine
drastische Redimensionierung des Betriebes gefallen, so dass er wegen seiner
Absenzen nicht mehr angestellt worden sei (IV-act. 8-1ff.). Der neurologische
Untersuchungsbefund vom 21. November 2001 zeigte keine Auffälligkeiten. Die
Neurologen des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) diagnostizierten ein chronifiziertes
Kopfschmerzsyndrom, am ehesten einem Spannungskopfschmerz entsprechend, bei
Verdacht auf ein depressives Syndrom (ICD-10 G44.2) und differentialdiagnostisch eine
Somatisierungsstörung (IV-act. 8-6ff). RAD-Arzt Dr. I._ hielt auf Grund dieser
medizinischen Akten den Vorschlag der Rentenzusprache für gerechtfertigt (IV-act. 11).
Anlässlich der Revision im Jahr 2005 hielt der Hausarzt Dr. C._ fest, die Situation sei
unverändert und der Beschwerdeführer in allen Lebensbereichen eingeschränkt. Alle
Therapien SPD (Sozialer Psychiatrischer Dienst), medikamentös und Hausarzt könnten
den Verlauf nicht positiv beeinflussen. Auch der Nachzug der Ehefrau in die Schweiz
habe die Situation des Beschwerdeführers nicht verbessern können (IV-act. 20). Im
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Verlaufsbericht vom 9. August 2010 gab Dr. C._ an, dass sich der Beschwerdeführer
in therapeutischer Hinsicht medikamentös behandeln lasse und sich ca. einmal
monatlich zu Gesprächen in seiner Hausarztpraxis einfinde. Auf eine Therapie durch die
Sozialen Psychiatrischen Dienste verzichte er angeblich aus finanziellen Gründen (IV-
act. 32-1).
5.2 Gemäss dem von Dr. D._ gestützt auf die Akten erstellten Leistungsprofil vom
18. März 2013 wäre zu erwarten gewesen, dass sich der Beschwerdeführer als
schmerzgeplagter Patient zeige, der sich körperlich weitgehend schone und nur noch
einen minimalen Aktivitätspegel aufrechterhalte. Auf Grund seines sozialen Rückzugs
sei zudem zu erwarten, dass er sich nur noch in der Umgebung seines Hauses zeige
und nicht ausserhalb des Wohnortes Auto fahre bzw. ansonsten auf öffentliche
Verkehrsmittel ausweiche (IV-act. 36). Auch im Fragebogen zur Rentenrevision gab der
Beschwerdeführer am 25. Juni 2013 an, sozial zurückgezogen zu leben und ausser den
Besuchen seines Bruders ein- bis zweimal pro Woche keine Kontakte zu pflegen. Oft
habe er keine Lust, mit Leuten zu sprechen. Zudem schäme er sich, unter Leute zu
gehen wegen seiner Krankheit. Mit dem Auto fahre er höchstens bis nach J._,
meistens fahre der Sohn seines Bruders. Hinsichtlich gesundheitlicher
Einschränkungen machte er geltend, vor drei bis vier Jahren Herzprobleme gehabt zu
haben. Seit ca. eineinhalb Monaten habe er blutigen Auswurf, was durch den Arzt
abgeklärt werde (IV-act. 46-8ff.).
5.3 Diese Angaben widersprechen teilweise dem anlässlich der Überwachung
erhaltenen Ausschnitt aus dem "üblichen" Tagesablauf des Beschwerdeführers. So
ging der Beschwerdeführer selbständig oder gemeinsam mit seiner Ehefrau einkaufen,
er besuchte alleine mehrmals innerhalb der drei Überwachungstage das G._ in K._
und zeigte sich uneingeschränkt fahrtauglich. Zudem verhielt er sich sowohl in den
sozialen Kontakten (Gespräche mit Drittpersonen, Besuch eines Anlasses des G._)
als auch durch seine Gestik, Mimik und in seinen Bewegungen unauffällig.
5.4 Sodann ist zu prüfen, ob das Gutachten von Dr. E._ vom 13. Januar 2014
beweistauglich ist. Dr. E._ stützte sich bei seiner Begutachtung auf eine
Untersuchung des Beschwerdeführers vom 28. Oktober 2013, die Akten der IV sowie
das Observationsvideomaterial. Die Begutachtung konnte auf Deutsch durchgeführt
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werden. Der Gutachter hielt fest, es könne aktuell keine psychiatrische Diagnose
gestellt werden. Der Beschwerdeführer erwähne nebst Kopfschmerzen, die ohne
Leidensdruck dargestellt würden, Herz- und Lungenprobleme. Doch es bestünden seit
der Einreise seiner zweiten Frau in die Schweiz (20_) keine identifizierbaren
psychosozialen Belastungen mehr, die die Diagnose einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung nach sich ziehen würden. Zur Zeit der stationären Behandlung vom
17. Oktober bis 13. Dezember 2001 und vom 14. Januar bis 28. März 2002 wie auch
der Tagesklinikbehandlung vom 2. April bis 21. Mai 2002 habe sich der
Beschwerdeführer in einer psychischen Krise befunden, nämlich einer
Anpassungsstörung gegenüber psychosozialen Belastungen. Er sei zu dieser Zeit nicht
in der Lage gewesen, diese adäquat zu bewältigen, was die intensive psychiatrisch-
psychotherapeutische Behandlung nötig gemacht habe. Schon auf Grund der
intensiven Behandlung sei der Beschwerdeführer nicht in der Lage gewesen, einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen. Zu jener Zeit seien die Kriterien zur Diagnosestellung
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung erfüllt gewesen. Dies seien
andauernde, schwere und quälende Schmerzen gewesen, welche durch einen
physiologischen Prozess oder eine körperliche Störung nicht vollständig hätten erklärt
werden können. Sie seien damals in Verbindung mit emotionalen Konflikten und
psychosozialen Problemen aufgetreten, die zu jener Zeit schwerwiegend genug
gewesen seien, um als entscheidender ursächlicher Faktor gelten zu können. Im
Verlauf, nämlich nach dem Erhalt der IV-Rente und nachdem die Ehefrau in die
Schweiz eingereist sei, seien aber die emotionalen Konflikte und psychosozialen
Belastungen weggefallen und somit die Kriterien zur Diagnosestellung einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nicht mehr erfüllt gewesen. Vorliegend
läge keine chronische körperliche Begleiterkrankung vor, welche die psychische
Befindlichkeit des Beschwerdeführers pathologisch beeinträchtigen würde. Der
Beschwerdeführer lebe sozial auch keinesfalls zurückgezogen, denn er habe ein
ausgefülltes Leben mit seiner zweiten Frau, halte Kontakte zur Heimat bzw. zu
Verwandten wie auch zu Kollegen. Verfestigte therapeutisch nicht mehr angehbare
innerseelische Verläufe einer an sich missglückten, psychisch aber entlasteten
Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn) könnten nicht eruiert werden. Zudem
sei eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung seit über zehn Jahren nicht
mehr nötig gewesen. Da eine Anpassungsstörung längstens zwei Jahre dauere, sei
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davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer rückblickend ab Januar 2003 (auf
Grund des Behandlungsbeginns im Januar 2001) zu 100% arbeitsfähig gewesen sei
(IV-act. 59-14ff.). Hinsichtlich der Medikation äusserte der Gutachter zwar
Widersprüche, da der Beschwerdeführer einerseits betone, nur Dafalgan 2-3 Tbl.
täglich einzunehmen, die aber nicht gegen die Schmerzen helfen würden, andererseits
gebe er an, seit einem Jahr sowohl Dalmadorm als auch Mirtazapin morgens und
abends jeweils 30mg einzunehmen (IV-act. 59-11). Anlässlich der Untersuchung sei der
Beschwerdeführer bewusstseinsklar und allseits orientiert gewesen. Er habe auch
keineswegs sediert gewirkt, was gegen die Einnahme von Mirtazapin oder andere
Psychopharmaka spreche. Da im Psychostatus auch keine Hinweise auf Depressivität
oder Suizidalität gegeben gewesen seien, verzichtete der Gutachter auf psychiatrische
Zusatzuntersuchungen (IV-act. 59-12).
5.5 Dr. F._ befand das Gutachten in der Stellungnahme vom 7. Februar 2014 als
formell korrekt, inhaltlich schlüssig und nachvollziehbar begründet. Indem zum
aktuellen Zeitpunkt keine psychiatrischen Diagnosen gestellt werden könnten,
bestünden auch keine Diskrepanzen zum Verhalten des Versicherten anlässlich der
Observation (IV-act. 60-2).
5.6 Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers bringt gegen das Gutachten vor,
dass der Gutachter weder komorbide somatische Erkrankungen noch komorbide
psychische Störungen untersucht und ganz auf den Einsatz der Hamilton
Depressionsskala verzichtet habe (act. G 1). Gegen diese Rüge argumentiert Dr. F._
in der Stellungnahme vom 29. April 2014 nachvollziehbar, dass ein ausgebildeter
Facharzt auf Grund klarer Befunde anhand festgelegter Kriterien eine ICD-10-Diagnose
stellen könne. Seien diese Kriterien jedoch nicht erfüllt, könne auch keine Diagnose
gestellt werden. Zudem liege es durchaus in der Kompetenz des Facharztes, die
Notwendigkeit von Zusatzuntersuchungen zu erkennen und solche auch entsprechend
anzuordnen, wenn sie medizinisch indiziert seien. Weiter ist mit Dr. F._ festzuhalten,
dass sich der Gutachter nicht mit zeitnahen Beurteilungen und Einschätzungen anderer
Fachärzte auseinandersetzen konnte, da solche fehlten. Diesbezügliche Behandlungen
habe der Beschwerdeführer (gemäss eigener Aussage) bereits 2006/2007
abgebrochen. In Bezug auf die sogenannten Erkenntnisse des Hausarztes führte Dr.
F._ aus, Dr. C._ habe im Bericht vom Jahr 2010 einen stationären
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Gesundheitszustand mit der näheren Spezifizierung der "zugespitzten finanziellen
Situation, der angeschlagenen Ehefrau" erwähnt. Dabei handle es sich um
psychosoziale IV-fremde Faktoren, wie in der gutachterlichen Beurteilung auch
entsprechend ausgeführt worden sei. Zudem sei zur Abklärung der Kopfschmerzen
bereits 2001 eine neurologische Untersuchung in der Klinik für Neurologie des KSSG
vorgenommen worden, worauf das Gutachten ebenfalls verwiesen habe. In diesem
Bericht seien am ehesten Spannungskopfschmerzen, differentialdiagnostisch eine
Somatisierungsstörung als Diagnose postuliert worden. Hinweise auf besonders
gefährliche oder invalidisierende Kopfschmerzen hätten nicht bestanden. Seither hätten
auch die behandelnden Ärzte inklusive dem Hausarzt weitere neurologische
Abklärungen oder Untersuchungen der Kopfschmerzen nicht für indiziert erachtet.
Ausserdem leide der Beschwerdeführer seit 1999 an diesen Kopfschmerzen und habe
bis zur Auflösung seines Arbeitsverhältnisses vonseiten des Arbeitgebers auf Grund
wirtschaftlicher Faktoren damit gearbeitet (IV-act. 77-2).
5.7 Schliesslich ist mit Dr. F._ auch der Argumentation des Beschwerdeführers
nicht zu folgen, es handle sich letztlich um ein Aktengutachten ohne seriöse
Exploration. So sind sowohl die Anamnese als auch der klinische Befund des
Beschwerdeführers eindeutig und klar beschrieben worden (vgl. auch IV-act. 77-2).
Nachdem auch den mit dem Einwand eingereichten Arztberichten von Dr. med. L._,
Facharzt für Pneumologie, vom 24. Oktober 2013, von Dr. med. M._, Kardiologische
Praxis, vom 26. Juli 2013 und dem Bericht über ein CT Thorax mit KM vom 30. Juli
2013 (IV-act. 75-7ff.) mit Dr. F._ keine Anhaltspunkte für schwerwiegende
pneumologische oder kardiologische Erkrankungen oder radiologische Hinweise für
diese entnommen werden können, ergibt sich kein weiterer Abklärungsbedarf (vgl. IV-
act. 77-3). Somit ist auf das Gutachten abzustellen, denn es erweist sich sowohl
formell als auch inhaltlich korrekt und in sich schlüssig. Zwar ist nicht ersichtlich, wie
lange die Untersuchung und Befragung des Beschwerdeführers tatsächlich gedauert
hat, jedoch erscheint auf Grund der ausführlichen Anamnese eine wie vom
Beschwerdeführer geltend gemachte Dauer von 30 Minuten eher knapp. Da jedoch
keine Fragen offen blieben, braucht diesem Punkt auch nicht weiter nachgegangen zu
werden. Insgesamt ist das Gutachten von Dr. E._ überzeugend und nachvollziehbar
begründet und daher als beweiskräftig zu qualifizieren. Folglich ist von veränderten
Verhältnissen bzw. beim Beschwerdeführer von einer Arbeitsfähigkeit sowohl
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angestammt als auch adaptiert von 100% auszugehen. Damit hat die
Beschwerdegegnerin die Rente zu Recht eingestellt.
6.
6.1 Zu prüfen bleibt die Frage der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im
Verwaltungsverfahren.
6.2 Gemäss Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV; SR 101) hat jede Person, die
nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und deren Rechtsbegehren nicht
aussichtslos erscheint, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege. Falls es zur Wahrung
ihrer Rechte notwendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf unentgeltlichen
Rechtsbeistand. Beim Anspruch gemäss Art. 29 Abs. 3 BV handelt es sich um einen
"eigentlichen Pfeiler des Rechtsstaates" (BGE 132 I 214 E. 8.2).
6.3 Der gesuchstellenden Person wird im Sozialversicherungsverfahren ein unentgel
tlicher Rechtsbeistand bewilligt, wo die Verhältnisse es erfordern (Art. 37 Abs. 4 ATSG).
Voraussetzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung sind (in
Analogie zum gerichtlichen Verfahren) die finanzielle Bedürftigkeit, die fehlende
Aussichtslosigkeit und die Erforderlichkeit der Vertretung (vgl. BBl 1999 4595). Den
höheren Anforderungen im Verwaltungsverfahren soll insofern Rechnung getragen
werden, als die Erforderlichkeit der Vertretung eingehend zu prüfen ist. Dabei wird auf
die Schwierigkeit des Falles und auf die Verfahrensphase abgestellt (BBl 1999 4595;
vgl. auch BGE 132 V 201; Urteil des Bundesgerichts vom 12. März 2009, 9C_816/2008,
E. 4.1). Die Beschwerdegegnerin wies das Gesuch wegen fehlender Notwendigkeit und
zufolge Aussichtslosigkeit ab (IV 2015/48 act. G1.1). Demgegenüber
unbestrittenermassen erfüllt ist die Voraussetzung der finanziellen Bedürftigkeit (vgl. IV
2015/48 act. G 6).
6.4 Vorliegend fällt ins Gewicht, dass es im fraglichen Verwaltungsverfahren um ein
Revisionsverfahren ging, bei dem eine Aufhebung der bisherigen Rentenleistungen der
Invalidenversicherung und damit ein Verlust der (formell rechtskräftig zugesprochenen)
finanziellen Existenzgrundlage drohte. Das angehobene Revisionsverfahren greift damit
besonders stark in die Rechtsposition des Beschwerdeführers ein. Zu beurteilen ist
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kein Gesuch um die Ausrichtung einer Versicherungsleistung. Im Vergleich zum
gesamten sozialversicherungsrechtlichen Leistungsspektrum geht es zudem vorliegend
um die wohl bedeutendste Leistung, nämlich die langfristige finanzielle Ersatzleistung
für einen krankheitsbedingten Verlust der Erwerbsfähigkeit. Ein weniger schwerer
Eingriff in die Rechtsposition des Beschwerdeführers als eine Herabsetzung bzw.
Aufhebung einer Rentenleistung und des damit verbundenen Entzugs der finanziellen
Existenzgrundlage tritt im Sozialversicherungsrecht kaum auf. Allein schon angesichts
der besonderen Schwere des drohenden Eingriffs in die Rechtsposition ist die
sachliche Notwendigkeit gemäss Art. 37 Abs. 4 ATSG vorliegend zu bejahen, ohne
dass es darauf ankommt, ob der Fall besondere tatsächliche oder rechtliche
Schwierigkeiten stellt (vgl. Jörg Paul Müller/Markus Schefer, Grundrechte in der
Schweiz, 4. Auflage, Bern 2008, aufgeführte Rechtsprechung auf S. 904 mit Hinweisen;
siehe auch der Art. 37 Abs. 4 ATSG zugrunde liegende BGE 125 V 36 E. 4b sowie BGE
130 I 180 E. 2.2).
6.5 Selbst wenn im Übrigen nicht von einem besonders starken, sondern einem
weniger schweren Eingriff ausgegangen würde, so wäre zu beachten, dass vorliegend
besondere tatsächliche und rechtliche Schwierigkeiten bestehen, die eine
Rechtsverbeiständung erforderlich machten.
6.5.1 Aus medizinischer Sicht war ein mehrjähriges Geschehen mit anfänglich
längeren psychiatrischen Hospitalisationen und objektiv nicht nachweisbaren
Kopfschmerzen zu beurteilen.
6.5.2 Schliesslich stellen sich schwierige rechtliche Fragen insofern, als die
gemäss dem neuen Gutachten nicht mehr bestehenden psychiatrischen Diagnosen
offensichtliches Potential für eine juristisch anspruchsvolle Auseinandersetzung
darüber ergeben, ob auf das Gutachten abgestellt werden kann oder die früher
diagnostizierte Krankheit nicht auch weiterhin eine relevante Arbeitsunfähigkeit
begründet. Hier ist eine differenzierte Betrachtungsweise jedenfalls erforderlich (vgl.
auch Urteil des Versicherungsgerichts vom 12. Januar 2012, IV 2010/363). Ferner
bedurfte es vorliegend einer anforderungsreichen Prüfung der Observationsergebnisse
bzw. deren Aussagekraft und ihrem Verhältnis zu den medizinischen Grundlagen.
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6.5.3 Im Licht dieser Umstände ist von einer medizinisch sowie rechtlich
anspruchsvollen Angelegenheit auszugehen, die eine rechtliche Vertretung als
erforderlich erscheinen lässt. Im Übrigen ist die Erforderlichkeit vorliegend umso mehr
zu bejahen, als sich der Beschwerdeführer auf Grund der Observation mit dem
schweren Vorwurf eines strafrechtlich relevanten Verhaltens konfrontiert sah. Der
Beschwerdeführer muss im Rahmen eines fairen Verfahrens die Möglichkeit haben, den
von der Beschwerdegegnerin im sozialversicherungsrechtlichen Verfahren erhobenen
Verdacht in seiner Tragweite erfassen, überprüfen und dagegen wirksam Stellung
nehmen zu können (vgl. IV 2010/363 E. 5.4.3).
6.5.4 Zusammenfassend ist mit Blick auf die Erforderlichkeit der Vertretung
festzuhalten, dass der zu beurteilende Sachverhalt sowohl in medizinischer wie auch
rechtlicher Hinsicht eine erhebliche Komplexität aufweist.
6.6
6.6.1 Damit verbleibt die Prüfung der Voraussetzung der fehlenden
Aussichtslosigkeit. Prozessbegehren sind als aussichtslos anzusehen, wenn die
Gewinnaussichten beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren, so dass eine
Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, bei vernünftiger Überlegung von
einem Prozess absehen würde (BGE 129 I 135 E. 2.3.1). Im Sozialversicherungsrecht
wird angesichts der Komplexität der Fragestellungen eine solche Aussichtslosigkeit nur
zurückhaltend anzunehmen sein (vgl. Kieser, a.a.O., Art. 61 N 107).
6.6.2 Im vorliegenden Verwaltungsverfahren wurde durch die Observation kein
geradezu täuschendes Verhalten nachgewiesen. Vielmehr war unklar, ob die
Observationsergebnisse verwertet werden konnten, wie sie bei allfälliger Verwertung zu
würdigen waren und v.a. auch, wie die medizinischen Berichte zu würdigen waren.
Angesichts dieser offenen Fragestellung kann nicht von Aussichtslosigkeit
ausgegangen werden.
6.7 Schliesslich wuchsen die Kinder des Beschwerdeführers - entgegen den
Ausführungen in der angefochtenen Verfügung - nicht in der Schweiz auf. Da daher
auch nicht davon auszugehen ist, dass sie der deutschen Sprache mächtig sind bzw.
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sie die Grundzüge des hiesigen Sozialversicherungsrechts kennen, kann nicht auf ihre
Unterstützung in IV-Fragen abgestellt werden. Nachdem auch die Ehefrau des
Beschwerdeführers erst 20_ in die Schweiz zuzog, ist von ihrer Seite her ebenso keine
diesbezügliche Hilfestellung zu erwarten. Im Übrigen ist festzuhalten, dass die
Beschwerdegegnerin nicht überzeugt, wenn sie in der angefochtenen Verfügung
geltend macht, der Beschwerdeführer habe nicht substantiiert dargetan, weshalb ihm
der Beizug von Fach- und Vertrauensleuten sozialer Institutionen/unentgeltlicher
Rechtsberatungen nicht möglich sei. Weder besteht allgemein eine Pflicht, die es jeder
gesuchstellenden Person aufträgt, vor Inanspruchnahme der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung zunächst sämtliche möglichen unentgeltlichen
Rechtsberatungen auszuschöpfen, zumal fraglich ist, ob entsprechende rechtskundige
Beratungen, geschweige denn rechtskundige Vertretungen, die den Beizug einer
anwaltlichen Vertretung entbehrlich machen würden, überhaupt voraussetzungslos und
jeder Person kostenlos zur Verfügung stehen. Aber schon gar nicht geht es an, der
gesuchstellenden Person bezüglich einer hypothetischen Beratungsmöglichkeit die
Beweislast aufzuerlegen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 26. November 2012,
9C_878/2012, E. 3.6.2; anders offenbar noch Urteile des Bundesgerichts vom
18. September 2009, 9C_315/2009, E. 2.2, sowie vom 28. Juni 2012, 8C_438/2012,
E. 2.2.1, worin indessen entsprechende Beratungsgelegenheiten nicht konkret benannt
werden und nicht mehr von einer Verbeiständungsmöglichkeit, sondern bloss noch von
Beizugsmöglichkeit die Rede ist).
6.8 Damit ist festzuhalten, dass auf Grund der medizinischen und rechtlichen
Würdigung der ärztlichen Berichte und des Observationsmaterials besondere
tatsächliche und rechtliche Schwierigkeiten bestehen, welche das hängige
Vorbescheidverfahren vom "normalen Durchschnittsfall" unterscheidet und eine
Rechtsverbeiständung erforderlich machten. Insgesamt waren deshalb die
Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im
Verwaltungsverfahren erfüllt.
7.
7.1 Auf Grund obiger Ausführungen ist die Beschwerde gegen die Revisionsverfügung
vom 29. April 2014 (IV 2014/291) abzuweisen.
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7.2 Die Beschwerde gegen die Verfügung betreffend unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren vom 14. Januar 2015 (IV 2015/48) ist
gutzuheissen. Dem Beschwerdeführer ist die unentgeltliche Rechtsverbeiständung für
das Verwaltungsverfahren ab Datum des Vorbescheids zu bewilligen und
Rechtsanwältin lic. iur. Elena Kanavas ist zur unentgeltlichen Vertreterin zu benennen.
Zur Festsetzung und Ausrichtung der Entschädigung ist die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
7.3 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
im Beschwerdeverfahren IV 2014/291 als angemessen. Dem unterliegenden
Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten des Verfahrens IV 2014/291 in der Höhe von
Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung
zu befreien.
7.4 Im Beschwerdeverfahren IV 2015/48 betreffend unentgeltliche Verbeiständung im
Verwaltungsverfahren sind keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Da es
sich vorliegend nicht um eine Streitigkeit betreffend "IV-Leistungen" handelt, findet die
Kostenregelung von Art. 69 Abs. 1 IVG keine Anwendung (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 12. Januar 2012, IV 2010/270, E. 6.4).
7.5 Im Verfahren IV 2014/291 bezahlt der Staat zufolge unentgeltlicher
Rechtsverbeiständung die Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers hat keine Kostennote
eingereicht. In der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit erscheint mit Blick auf
vergleichbare Fälle eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- angemessen.
Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70).
Somit hat der Staat die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers pauschal mit
Fr. 2'800.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
bis
bis
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7.6 Dem Prozessausgang entsprechend steht dem Beschwerdeführer im Verfahren IV
2015/48 eine Parteientschädigung zu. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint mit Blick
auf die eingeschränkte Streitfrage und die Bemühungen der Rechtsvertreterin des
Beschwerdeführers eine Parteientschädigung von Fr. 1'200.-- (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
7.7 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur
Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO/CH; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).