Decision ID: 4aa694db-0c31-42c3-98a9-c5f372984cbb
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. E. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21,
Postfach 27, 9004 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Am 28. Juli 2004 klemmte A._ die rechte Hand unter einer Palette ein. Er erlitt
eine Abrissfraktur des Processus styloideus ulnae rechts. Dr. med. B._, Au,
berichtete der SUVA am 12. Oktober 2004 (Fremdakten), sie habe den Versicherten mit
NSAR, einer Gipsschiene und Reizstrom behandelt. Die Arbeitsunfähigkeit habe
zunächst 100% betragen. Bis 17. Oktober 2004 werde sie sich noch auf 50% belaufen.
Gemäss dem von Dr. B._ ausgefüllten Unfallschein (Fremdakten) endete die 50%ige
Arbeitsunfähigkeit am 23. Oktober 2004. Bereits ab 29. November 2004 bestand aber
wieder eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, allerdings nur bis 19. Dezember 2004. Erst
am 2. Februar 2005 begann wieder eine Phase der Arbeitsunfähigkeit. In der Folge war
der Versicherte immer wieder bis zu 100% arbeitsunfähig. Dazwischen gab es aber
auch Phasen, in denen er nur zu 20% oder sogar überhaupt nicht arbeitsunfähig war.
Ab dem 6. März 2007 bestätigte Dr. B._ eine Arbeitsunfähigkeit von 25%. Das
Arbeitsverhältnis mit der C._ AG wurde per 31. Mai 2007 aufgelöst (Fremdakten). Der
Versicherte meldete sich am 20. August 2007 zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act.
1). Im Gesuchsformular gab er an, er sei gelernter Offsetdrucker. Gemäss einem
Arbeitszeugnis der C._ AG war er als Offsetdrucker/-helfer angestellt gewesen (IV-
act. 4-1). Die Orthopädie am Rosenberg berichtete der IV-Stelle am 6. September 2007
(IV-act. 11), der Versicherte leide nach einem Quetschtrauma an einem chronischen
Schmerzsyndrom im Bereich der rechten Hand. Ein posttraumatisches
Karpaltunnelsyndrom und eine posttraumatische Synovitis Dig. III rechts seien operiert
worden. Die rechte Hand sei frei beweglich. Es bestünden leichte Dysästhesien im
Bereich des III. Fingers. Die objektiven Befunde divergierten stark zu den subjektiven
Angaben. Der Versicherte könnte beispielsweise als Chauffeur oder an einer Maschine
arbeiten. Die SUVA teilte dem Versicherten am 20. September 2007 mit, dass sie bereit
sei, während seines beruflichen Abklärungsaufenthalts im D._ ein Taggeld bei einer
Arbeitsunfähigkeit von 25% auszurichten (Fremdakten). Gemäss einer Aktennotiz des
RAV vom 24. Oktober 2007 sollte der Versicherte im D._ CNC-Erfahrung sammeln.
Bei Arbeiten mit der rechten Hand hatte er keine Kraft. Seine Leistung lag bei 30% (IV-
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act. 18). Der Berufsberater der IV-Stelle hielt am 25. Januar 2008 in einem
Zwischenbericht fest (IV-act. 25), wegen ausgeprägten manuellen Defiziten und wegen
der psychischen Traumatisierung könne die Wiedereingliederung nicht in der
bisherigen Tätigkeit erfolgen. In Frage kämen: Druckvorstufe, Gestaltung,
Auftragsbearbeitung, Ausrüstung, Logistik, allenfalls Agogik. Im E._ sei eine vertiefte
Abklärung in diesen Gebieten möglich. Der SUVA-Kreisarzt Dr. med. F._, Facharzt
FMH für Chirurgie, speziell Allgemein- und Unfallchirurgie, berichtete am 3. April 2008
(Fremdakten), die Diagnose laute: Funktionell verbliebene Schmerzhaftigkeit rechts
mehr als links ohne objektivierbare Befunde bis auf ein leichtgradiges
Karpaltunnelsyndrom bds. Es seien (bis auf die kaum sichtbaren Narben) keine
wesentlichen pathologischen Befunde erhebbar. Die Schmerzhaftigkeit und die
Berührungsdolenzen seien medizinisch nicht objektivierbar und die Malcompliance sei
nicht erklärbar. Wiederholte bildgebende Verfahren (MRI) hätten keine Anhaltspunkte
für Schwellungen, Entzündungen, Flüssigkeitskollektionen oder ossäre Dystrophie
zeichen ergeben. Dies korreliere mit den unauffälligen klinischen Befunden, die keine
Anhaltspunkte für eine Dystrophie ergeben hätten. Die rechte Hand dürfe nicht
Vibrationen ausgesetzt werden und kräftige Greiffunktionen seien zu vermeiden.
A.b Der Berufsberater der IV-Stelle hielt in einem Zwischenbericht vom 6. Mai 2008
fest (IV-act. 34), die Einsätze im Druck- und im Lagerbereich seien wegen starker
Schmerzen abgebrochen worden. In der Druckvorstufe habe der Versicherte zum
ersten Mal schmerzfrei arbeiten können. Die Abklärung im E._ müsse verlängert
werden, um diese Möglichkeit vertieft abzuklären. Im Schlussbericht des E._ vom 25.
Juni 2008 wurde dann festgehalten (IV-act. 39), angefangen habe der Versicherte im
Druckbereich. Dort habe er immer mehr über Schmerzen in der rechten, aber auch in
der linken Hand geklagt. Er sei in dieser Schmerzproblematik gefangen gewesen. In
jedem Gespräch habe er an diesen Punkten in seiner Vorgeschichte gehaftet, was stets
mit grosser Erregung verbunden gewesen sei. Auch beim Druckausrüsten habe der
Versicherte über mehr oder weniger starke Schmerzen in den Händen geklagt. In der
Logistik habe er gleich zu Beginn seine gesamte Leidensgeschichte mehrmals erörtert.
Im Verlauf habe er sich immer mehr auf seine Schmerzen konzentriert. Selbst bei
Arbeiten, die nicht körperlich gewesen seien, habe er über Schmerzen in den Händen
geklagt. In der Druckvorstufe habe diese Konzentration auf die Schmerzen dann aber
schon nach wenigen Tagen abgenommen. Allerdings sei der Versicherte in diesem
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Bereich schnell an seine intellektuellen Grenzen gestossen. Es sei ihm schwer gefallen,
die erlernten Anwendungen flexibel in unterschiedlichen Zusammenhängen
einzubringen. Er habe Mühe gehabt, vernetzend zu denken, und er habe sich nur auf
eine Sache gleichzeitig konzentrieren können. Er habe sich keine methodischen
Arbeitsvorgaben aneignen können. Das Arbeiten unter Zeitvorgabe habe ihn unter
Druck gesetzt. Mit der Datenorganisation am Computer sei er nicht zurechtgekommen.
Zusammenfassend wurde im Schlussbericht festgehalten, es hätten keine tragfähigen
Perspektiven eröffnet werden können. Für eine Ausbildung zum Druckkaufmann oder
zum Agogen seien die Anforderungen zu hochstehend und zu umfangreich. Im Bereich
Electronic Publishing sei zwar die Schmerzproblematik in den Hintergrund getreten,
aber die fachliche Eignung habe nicht ausgereicht. Der Berufsberater der IV-Stelle hielt
am 22. Juli 2008 fest (IV-act. 40), es gebe keine verwertbaren Ressourcen für eine
Umschulung. Dr. med. G._, Spezialarzt FMH für Chirurgie, speziell Handchirurgie,
Arbon, berichtete der Suva am 30. Januar 2009 (Fremdakten), aus handchirurgischer
Sicht sei die rechte, dominante Hand in der gesamten Leistungsfähigkeit um etwa 25%
eingeschränkt; die ursprüngliche Tätigkeit als Offsetdrucker sei zu belastend und
könne nicht mehr ausgeübt werden.
A.c Der Versicherte unterzeichnete am 18. Mai 2009 einen Arbeitsvertrag mit der
Stiftung H._ (IV-act. 48). Er sollte als Assistent der Kursleitung tätig sein. Der
Beschäftigungsgrad betrug 50%, der Lohn Fr. 2'057.50. Am 8. Juni 2009 unterschrieb
der Versicherte einen zusammen mit der Eingliederungsberaterin der IV-Stelle und der
Arbeitgeberin vorbereiteten Eingliederungsplan (IV-act. 50). Ziel der Eingliederung sollte
eine Beschäftigung zu 100% im freien Arbeitsmarkt sein. Bei der Stiftung H._ sollte
der Beschäftigungsgrad nach den Möglichkeiten der Arbeitgeberin gesteigert werden.
Die Eingliederungsberaterin hielt dazu am 20. Juli 2009 fest (IV-act. 51), die
ursprüngliche Umschulung sei aufgrund der intellektuellen Fähigkeiten des
Versicherten nicht durchgeführt worden. Da der Versicherte sehr viel soziale
Kompetenz mit sich bringe und eine Möglichkeit zur Eingliederung bei der Stiftung
H._ bestehe, übernehme die IV-Stelle die Eingliederung/Umschulung (Kurskosten für
die Weiterbildung SVEB 1). Ausserdem werde ein Taggeld (50%) ausgerichtet werden.
Am 24. Juli 2009 verfügte die IV-Stelle die Übernahme der Kosten des Kurses SVEB
Zertifikat Modul 1 in der Stiftung H._ vom 19. Juni bis 28. November 2009 (IV-act.
54). In ihrem Schlussbericht vom 21. Dezember 2009 über die berufliche Eingliederung
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hielt die Eingliederungsberaterin fest (IV-act. 83), der Versicherte habe die Prüfung
SVEB 1 bestanden. Er werde von der Stiftung H._ weiterhin zu 50% beschäftigt.
Dank der Eingliederung sei der Versicherte als Assistent und Co-Leiter für
arbeitsmarktliche Massnahmen zu 100% arbeitsfähig. Er bemühe sich um eine weitere
Teilzeitstelle oder um eine Vollzeitstelle, da er für die zweiten 50% faktisch als
arbeitslos gelte. Der Leistungslohn bei der Stiftung H._ belaufe sich auf Fr. 2'057.50
(x13). Der Versicherte arbeite aber oft im Mehrpensum, so dass der Lohn entsprechend
angepasst werde. Da er bei der Stellensuche nicht eingeschränkt sei, werde die
Arbeitsvermittlung abgeschlossen. Am 4. Januar 2010 erliess die IV-Stelle eine mit
"Berufliche Massnahmen erfolgreich abgeschlossen" überschriebene Mitteilung (IV-act.
85), in der sie dem Versicherten zur Absolvierung des SVEB 1 Kurses gratulierte und
festhielt, dass er in der Stiftung H._ mit einem Pensum von 50% einer
Erwerbstätigkeit nachgehe, und in der sie darauf hinwies, dass sie noch über das
Rentenbegehren verfügen werde. Der Rechtsvertreter des Versicherten machte am 16.
April 2010 geltend (IV-act. 87), der SVEB 1 Kurs sei zwar erfolgreich absolviert worden,
aber die Zertifizierung setze den Nachweis von 155 Unterrichtsstunden voraus. Es sei
nicht klar, ob der Versicherte diesen Nachweis beim jetzigen Arbeitgeber abliefern
könne. Die Eingliederungsberatung sei deshalb zu beauftragen, die Eingliederung noch
zu vollenden. Ohne Zertifizierung sei die Massnahme nicht abgeschlossen. In einer
Mitteilung vom 12. Mai 2010 (IV-act. 91), die mit "Berufliche Massnahme erfolgreich
abgeschlossen - keine weitere Unterstützung durch die Invalidenversicherung"
überschrieben war, hielt die IV-Stelle fest, gemäss der Auffassung des
Eingliederungsberaters könne von einem erfolgreichen Absolventen des Kurses SVEB 1
erwartet werden, dass er die entsprechenden Rahmenbedingungen (wie den Erwerb
von Praxisstunden) selber erfüllen könne. Die berufliche Massnahme sei gemäss der
Mitteilung vom 24. Juli 2009 abgeschlossen. Es bestehe kein weiterer
Unterstützungsanspruch im Rahmen der beruflichen Massnahmen.
A.d Die IV-Stelle ging davon aus, dass der Versicherte nach dem 28. Juli 2004 nur mit
längeren Unterbrüchen zu wenigstens 40% arbeitsunfähig gewesen sei. Für die Zeit ab
dem 6. März 2007 bis zum Ende der Ausbildung ging sie von einer Arbeitsunfähigkeit
von 25% aus. Ab Mai 2010 betrachtete sie den Versicherten als im neuen Beruf
("Erwachsenenbilder") zu 100% arbeitsfähig. Sie ging ausserdem davon aus, dass der
Versicherte in diesem Beruf mindestens das gleiche Einkommen wie als Offsetdrucker
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erzielen könne. Sie stellte ein Valideneinkommen als Offsetdrucker von Fr. 72'863.--
einem zumutbaren Invalideneinkommen als "Erwachsenenbilder" von ebenfalls
Fr. 72'863.-- gegenüber (IV-act. 96). Mit einem Vorbescheid vom 27. Oktober 2010
kündigte sie dem Versicherten die Abweisung seines Rentengesuchs an (IV-act. 98).
Sie begründete dies damit, dass er nicht invalid sei. Der Versicherte liess durch seinen
Rechtsvertreter einwenden (IV-act. 100-1), er habe in den letzten Monaten vor dem
Unfall insgesamt Fr 88'787.-- verdient. Als "Erwachsenenbilder" könne er nicht
arbeiten, weil er den Nachweis von 155 Unterrichtsstunden noch nicht erbracht habe.
Er habe einen neuen Arbeitsplatz gefunden. Dort erziele er einen Monatslohn von Fr.
4'330.--. Mehr könne er auf dem Arbeitsmarkt ohne Ausbildung nicht finden. Der
Stellungnahme lag u.a. eine Lohnabrechnung der I._ AG für Oktober 2010 bei. Der
Bruttolohn hatte sich auf Fr. 4'330.-- (inklusive Kinder- und Ausbildungszulagen Fr.
650.-- und Fahrspesen Fr. 30.--) belaufen (IV-act. 100-15). Mit einer Verfügung vom 10.
Dezember 2010 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren ab (IV-act. 102). Sie machte zur
Begründung insbesondere geltend, es sei nicht richtig, dass der Versicherte vor dem
Unfallereignis vom 28. Juli 2004 ein beitragspflichtiges Einkommen von Fr. 88'787.--
erzielt habe. Vom Versicherten könne erwartet werden, dass er nach dem Abschluss
des SVEB 1 Kurses in der Lage sei, Lektionen zu finden und zu leisten. Dass der
Versicherte nun bei der I._ AG arbeite und einen Lohn von Fr. 3'650.-- erziele, sei
seine eigene Entscheidung. Nach der Absolvierung von 155 Unterrichtsstunden wäre er
in der Lage, Fr. 72'863.-- zu verdienen.
B.
B.a Der Versicherte liess am 31. Januar 2011 Beschwerde erheben und die Zusprache
einer Invalidenrente rückwirkend ab August 2008 beantragen (act. G 1). Zur
Begründung führte sein Rechtsvertreter aus, mit dem Vorweis von 155 Praxisstunden
sei die Grundstufe als Erwachsenenbildner erreicht (SVEB 1). Für eine Ausbildung mit
eidgenössischem Fachausweis brauche es wesentlich mehr, nämlich weitere Kurse
und Übungslektionen unter Supervision etc. Die Tätigkeit als Erwachsenenbildner habe
gar nie getestet werden können, weil die damalige Arbeitgeberin den
Beschwerdeführer offensichtlich als ungeeignet für diese Arbeit betrachtet habe.
Deshalb sei es unsinnig zu behaupten, der Beschwerdeführer könnte als
Erwachsenenbildner viel Geld verdienen, begnüge sich aber mit einer schlechter
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bezahlten Tätigkeit. Das Zertifikat SVEB 1 sei wegen mangelnder Praxisstunden gar nie
ausgestellt worden. Damit dürfte das jetzige Einkommen das Invalideneinkommen sein.
Das Valideneinkommen sei geprägt von der ausserordentlichen Leistungsfähigkeit und
-bereitschaft des Beschwerdeführers vor dem Unfall. Es habe nachgewiesenermassen
Fr. 88'786.72 (inklusive Kinderzulagen von Fr. 6'360.--) betragen. Es bestehe ein
Anspruch auf eine Viertelsrente.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 18. März 2011 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Sie wies darauf hin, dass das Kriterium der massgebenden
Wartefrist ohne wesentlichen Unterbruch nicht erfüllt sei und dass bei einem
Arbeitsfähigkeitsgrad von 75% in der angestammten Tätigkeit kein
rentenbegründender Invaliditätsgrad bestehen könne.
B.c Der Beschwerdeführer liess am 9. Mai 2011 einwenden (act. G 6), er sei in seinem
bisherigen Beruf als Offsetdrucker vollständig arbeitsunfähig. Es sei nicht möglich
nachzuvollziehen, was die C._ AG mit den Sozialversicherungen abgerechnet habe.
Es sei aber möglich, anhand der Lohnabrechnungen den Lohn der letzten zwölf
Monate nachzuvollziehen. Dieser betrage Fr. 88'786.72 bzw. Fr. 7'398.89 monatlich.
Aktuell verdiene er Fr. 3'650.-- monatlich, wobei unklar sei, ob ein 13. Monatslohn
ausgerichtet werde. Ziehe man vom früheren Einkommen die Kinderzulagen ab,
resultiere eine Differenz von 47%. Wenn man die Nominallohnentwicklung seit 2004
berücksichtige, betrage die Differenz gar über 50%. Demnach bestehe ein Anspruch
auf eine halbe, eventualiter auf eine Viertelsrente.
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 13. Mai 2011 auf eine Stellungnahme
(act. G 8).
B.e In einer Ergänzung zur Replik machte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
am 2. September 2011 geltend (act. G 10), nach einem heftigen Unfallereignis habe
sich die gesundheitliche Situation dramatisch verschlechtert. Bei der I._ AG sei das
Arbeitstempo als Folge der (verschwiegenen) Probleme mit der Hand zu langsam
gewesen. Nach dem Unfall seien Schwindel und HWS-Beschwerden hinzugekommen.
Unter der Einnahme von Schmerzmitteln habe der Beschwerdeführer ab 1. April 2011
wieder zu 100% gearbeitet. Das habe er aber nicht lange durchgehalten. Am 20. Juni
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2011 sei eine Infiltration versucht worden. Diese habe aber nur weitere Schmerzen
ausgelöst. Seither betrage die Arbeitsfähigkeit noch 50%. Der Arbeitgeber habe das
Arbeitsverhältnis gekündigt.

Erwägungen:
1.
1.1 Die angefochtene Verfügung datiert vom 10. Dezember 2010. Der Verkehrsunfall,
bei dem sich der Beschwerdeführer gemäss den Angaben des Kantonsspitals St.
Gallen eine HWS-Distorsion und eine Thoraxkontusion zugezogen hat, hat sich am 20.
Januar 2011 ereignet. Da praxisgemäss nur die Sachverhaltsentwicklung bis zum
Verfügungsdatum Gegenstand der gerichtlichen Beurteilung bilden kann, ist bei der
Überprüfung der angefochtenen Abweisung des Rentengesuchs bzw. bei der
Bemessung der Invalidität vom Gesundheitszustand auszugehen, wie er bis zum 10.
Dezember 2010 bestanden hat. Die spätere gesundheitliche Entwicklung muss
Gegenstand eines (neuen) Verwaltungsverfahrens bilden, das mit einer Verfügung
abzuschliessen sein wird.
1.2 Mit einer Mitteilung vom 4. Januar 2010 hat die Beschwerdegegnerin die
Umschulung des Beschwerdeführers zum Erwachsenenbildner beendet. Sie hat auf die
Möglichkeit hingewiesen, eine anfechtbare Verfügung zu verlangen (vgl. IV-act. 85). Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat nicht den Erlass einer Verfügung verlangt,
um dann dagegen Beschwerde zu führen. Er hat vielmehr am 16. April 2010 erneut
geltend gemacht, die Umschulung zum Erwachsenenbildner sei noch nicht
abgeschlossen (vgl. IV-act. 87). Die Beschwerdegegnerin hat nicht etwa eine
anfechtbare Verfügung erlassen, sondern sie hat die Bestätigung ihres Entscheids, die
Umschulung zum Erwachsenenbildner abzuschliessen, erneut in die Form einer
Mitteilung gepackt (vgl. IV-act. 91). In dieser Mitteilung hat sie zwar formal korrekt (Art.
51 Abs. 2 ATSG) auf die Möglichkeit hingewiesen, eine anfechtbare Verfügung zu
verlangen. Aber die Wahl der Mitteilung anstelle der Verfügung war rechtswidrig, denn
es war offensichtlich, dass der Beschwerdeführer mit der Bestätigung des Entscheids,
die Umschulung zum Erwachsenenbildner zu beenden, nicht einverstanden sein würde
(Art. 51 Abs. 1 i.V.m. Art. 49 Abs. 1 ATSG). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
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hat zunächst keine anfechtbare Verfügung verlangt. Erst in der Stellungnahme vom 9.
November 2010 zum Vorbescheid (vgl. IV-act. 100) hat er wieder darauf hingewiesen,
dass diese Umschulung noch nicht abgeschlossen sei. Zwar kann von einem
anwaltlich vertretenen Versicherten erwartet werden, dass er sich an formale Vorgaben
hält. Im vorliegenden Fall hätte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers also explizit
den Erlass einer anfechtbaren Verfügung verlangen müssen. Dem ist aber entgegen zu
halten, dass die Beschwerdegegnerin sich in der angefochtenen Verfügung vom 10.
Dezember 2010 (vgl. IV-act. 102), mit der sie - dem Dispositivwortlaut nach - das
Rentenbegehren abweisen wollte, auf eine Auseinandersetzung über den Abschluss
der Umschulung zum Erwachsenenbildner eingelassen hat. In dieser Situation hatte der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers nach Treu und Glauben keine Veranlassung
mehr, eine anfechtbare Verfügung zu verlangen, denn die Verfügung vom 10.
Dezember 2010 enthielt ja - wenn auch nur implizit - einen erneuten Entscheid, die
Umschulung zum Erwachsenenbildner zu beenden bzw. nicht weiterzuführen. Die
Mitteilung vom 12. Mai 2010 ist also im Ergebnis durch die anfechtbare Verfügung vom
10. Dezember 2010 ersetzt worden, so dass die berufliche Eingliederung des
Beschwerdeführers in jedweder Form im Licht des Grundsatzes "Eingliederung vor
Rente" (vgl. U. Kieser, ATSG-Kommentar, 2. A., Vorbemerkungen N. 47) Gegenstand
des Beschwerdeverfahrens bilden kann und muss.
2.
Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die nach Ablauf des Wartejahrs zu
mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG). Die Invalidität wird bei
Versicherten, die als Erwerbstätige zu qualifizieren sind, durch einen
Einkommensvergleich bestimmt (Art. 28a Abs. 1 IVG). Gemäss Art. 16 ATSG ist das
Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen). Bevor das Valideneinkommen und das zumutbare
Invalideneinkommen ermittelt werden können, müssen die erwerblichen Verhältnisse
feststehen, in denen das jeweilige Einkommen zu erzielen wäre. Die erwerblichen
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Verhältnisse, die der Ermittlung des Valideneinkommens zugrunde gelegt werden, sind
nicht real, denn es wird von der Fiktion ausgegangen, dass die versicherte Person noch
gesund und damit in der angestammten Erwerbstätigkeit voll arbeitsfähig sei (sog.
Validenkarriere). In vielen Fällen sind auch die erwerblichen Verhältnisse, anhand derer
das zumutbare Invalideneinkommen zu bemessen ist (sog. Invalidenkarriere),
zumindest teilweise fiktiv. Die real noch vorhandene Restarbeitsfähigkeit wird nämlich
oft nicht mehr zur Erzielung eines Erwerbseinkommens eingesetzt, weil die versicherte
Person sich für vollständig arbeitsunfähig hält oder weil sie arbeitslos ist. Es kann aber
auch sein, dass zwar noch eine Erwerbstätigkeit ausgeübt wird, die
Restarbeitsfähigkeit dabei aber nicht vollumfänglich oder in einer unterqualifizierten
Erwerbstätigkeit eingesetzt wird. In diesen Fällen wird die - quantitativ und qualitativ -
vollständige Ausnützung der Restarbeitsfähigkeit fingiert.
2.1 Die Validenkarriere des Beschwerdeführers ist diejenige eines Offsetdruckers, da
keine Veranlassung besteht anzunehmen, der Beschwerdeführer hätte diesen Beruf
nicht bis zur altersbedingten Pensionierung ausgeübt, wenn er gesund geblieben wäre.
Da er bei der C._ AG einen guten Lohn erzielt hat, d.h. seine beruflichen Fähigkeiten
angemessen entschädigt worden sind, und da keine Anzeichen dafür bestehen, dass er
mit dem Arbeitsverhältnis nicht zufrieden gewesen wäre und deshalb in absehbarer
Zeit gekündigt hätte, wenn er gesund geblieben wäre, bildet die fiktive Weiterführung
des konkreten Arbeitsverhältnisses mit der C._ AG die Validenkarriere. Das
Valideneinkommen bemisst sich deshalb nach dem Lohn, den der Beschwerdeführer
bei der fiktiven Weiterführung seines Arbeitsverhältnisses als Offsetdrucker/-helfer im
massgebenden Zeitraum erzielt hätte. Die Beschwerdegegnerin wird zu prüfen haben,
ob die vom Beschwerdeführer eingereichten Lohnabrechnungen aussagekräftig sind
und den Lohn ausweisen, welcher die erwerbliche Leistungsfähigkeit des
Beschwerdeführers richtig wiedergegeben hat.
2.2 Bei der Bestimmung einer Invalidenkarriere stehen drei Möglichkeiten zur Wahl,
nämlich eine weitere Ausübung der bisherigen Erwerbstätigkeit mit einem dem
Restarbeitsfähigkeitsgrad entsprechenden (reduzierten) Beschäftigungsgrad, die
Ausübung einer neuen, behinderungsadaptierten Erwerbstätigkeit, in welche eine
versicherte Person gegebenenfalls hat umgeschult werden müssen, oder die Ausübung
einer behinderungsangepassten Hilfsarbeit, weil keine Umschulung möglich ist. Im
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vorliegenden Fall ist zwar eine Umschulung in einen neuen Beruf (Erwachsenenbildner)
erfolgt, aber der Beschwerdeführer geht seither einer Hilfsarbeit nach. Die
Beschwerdegegnerin sieht in der Ausübung des neuen Berufs eines
Erwachsenenausbilders die Invalidenkarriere. Der Beschwerdeführer hingegen will die
effektiv ausgeübte Hilfsarbeit als Invalidenkarriere herangezogen sehen, offenbar weil
er die Umschulung als noch nicht abgeschlossen bzw. als seitens der
Beschwerdegegnerin vorzeitig abgebrochen betrachtet. Beide Parteien gehen also
implizit davon aus, dass die Ausübung des erlernten Berufs des Offsetdruckers wegen
der dort bestehenden Arbeitsunfähigkeit nicht mehr möglich bzw. dass der
Beschwerdeführer in diesem Beruf in einem erheblichen Ausmass arbeitsunfähig sei.
Allerdings hat die Beschwerdegegnerin es unterlassen, auch einen
Einkommensvergleich unter Berücksichtigung jenes Invalideneinkommens
vorzunehmen, das resultieren würde, wenn der bisherige Beruf weiterhin (mit einem
reduzierten Beschäftigungsgrad) ausgeübt würde. Es ist nicht klar, ob sie so
vorgegangen ist, weil sie angenommen hat, der Beschwerdeführer sei als Offsetdrucker
zu 100% arbeitsunfähig, so dass diese Variante auf jeden Fall die höhere Invalidität
liefere, oder weil sie davon ausgegangen ist, dass der Beschwerdeführer als
Erwachsenenbildner zu 100% arbeitsfähig sei und ausserdem in etwa dasselbe
Einkommen wie als (gesunder) Offsetdrucker erzielen könne, so dass bei einer
Bemessung des Invalideneinkommens anhand der Invalidenkarriere
"Erwachsenenbildner" auf jeden Fall eine tiefere bzw. gar keine Invalidität resultiere. Als
erstes ist zu prüfen, wie hoch die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers als
Offsetdrucker tatsächlich ist. In den ersten drei Jahren nach dem Unfall hat sich nur die
Suva mit dem Fall des Beschwerdeführers befasst. Solange dieser seine Stelle bei der
C._ AG behalten hat, sind wohl nur phasenweise UV-Taggelder ausgerichtet worden.
Erst mit der 2006 ausgesprochenen Kündigung, die schliesslich zur Auflösung des
Arbeitsverhältnisses Mitte 2007 geführt hat, dürfte die Suva die Gefahr gesehen haben,
dass der Beschwerdeführer invalid werden könnte. Sie hat deshalb einen
aussenstehenden Berufsberater damit beauftragt, die berufliche Wiedereingliederung
des Beschwerdeführers an die Hand zu nehmen. Offenbar ist dann bald schon davon
ausgegangen worden, dass der Beschwerdeführer als Offsetdrucker definitiv in einem
erheblichen Ausmass arbeitsunfähig sei, so dass eine Rückkehr in diesen Beruf nicht
mehr möglich sei. Deshalb hat sich die berufliche Eingliederung von der
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Arbeitsvermittlung zur Umschulung verlagert. Noch vor der Anmeldung bei der
Beschwerdegegnerin ist der Beschwerdeführer diesbezüglich in der Institution D._
abgeklärt worden. Gemäss dem Bericht des zuständigen Casemanagers der Suva vom
20. September 2007 (vgl. Fremdakten) sollte diese Abklärung Aufschluss darüber
geben, wie die berufliche Zukunft des Beschwerdeführers aussehen könnte. Bereits in
der Institution D._ dürfte es also darum gegangen sein, eine geeignete
Umschulungsmöglichkeit zu finden. Die anschliessende Abklärung in der Institution
E._ ist explizit auf die Ermittlung der erfolgversprechendsten Umschulung beschränkt
gewesen. Implizit ist also davon ausgegangen worden, dass die weitere Ausübung des
Offsetdruckerberufs nicht sinnvoll sei, weil das entsprechend reduzierte Einkommen als
Invalideneinkommen auf jeden Fall einen rentenbegründenden Invaliditätsgrad liefern
würde. Tatsächlich haben aber verschiedene Indizien im Schlussbericht der Institution
E._ darauf hingewiesen, dass die implizit unterstellte Arbeitsunfähigkeit nur in der
negativen Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers bestehen und deshalb objektiv
gar nicht vorhanden sein könnte. Der Umstand, dass die geklagten Schmerzen in den
Händen kurze Zeit nach dem Wechsel in eine Arbeit, die dem Beschwerdeführer gefiel,
nicht mehr oder nur noch in einer geringen Stärke vorhanden waren, weist nämlich
darauf hin, dass diese Schmerzen keine somatische Ursache hatten. Die von
verschiedenen Personen erwähnten, jeweils emotional vorgetragenen Beteuerungen
des Beschwerdeführers, er wolle etwas an seiner Situation ändern, könnten ein
(unreflektierter) Versuch gewesen sein, die geklagten Schmerzen in den Händen als
plausibles Hindernis einer nicht genehmen Arbeit darzustellen. Die Psychiatriedienste
Süd haben in ihrem Bericht vom 21. April 2008 an den Kreisarzt der SUVA (vgl.
Fremdakten) auf das dramatisierende und theatralische Verhalten des
Beschwerdeführers hingewiesen. Der Kreisarzt hat in seinem Bericht über die
Schlussuntersuchung vom 3. April 2008 (vgl. Fremdakten) festgehalten, dass die
geklagten Schmerzen in den Händen keine nachweisbare somatische Ursache hätten.
Dr. G._ hat am 30. Januar 2009 angegeben (vgl. Fremdakten), die dominante rechte
Hand könne im Rahmen der Beschwerden und der Einschränkungen weitreichend und
differenziert eingesetzt werden. Sie sei wesentlich mehr als nur eine Haltehand. Er hat
dies mit den Resultaten der bildgebenden Verfahren und mit dem Ergebnis seiner
klinischen Untersuchung begründet. Er hat diese mässiggradige funktionelle
Beeinträchtigung der rechten Hand dann aber zum Anlass genommen, den
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Beschwerdeführer als in dessen Beruf als Offsetdrucker vollständig arbeitsunfähig zu
bezeichnen. Diese Einschätzung steht in einem Missverhältnis zur Art und zum
Ausmass der festgestellten Beeinträchtigung und vermag deshalb nicht zu überzeugen,
zumal Dr. G._ nicht über detaillierte Kenntnisse betreffend die Arbeitsabläufe und
damit betreffend die Belastung der dominanten Hand eines Offsetdruckers verfügt
haben dürfte. Dr. G._ hat sich auch nicht mit dem Umstand auseinandergesetzt, dass
die geklagte Intensität der Schmerzen und der Beeinträchtigungen an der rechten Hand
nicht von den Anforderungen der konkreten Tätigkeit, sondern von der Einstellung des
Beschwerdeführers zur jeweiligen Tätigkeit abhängig gewesen ist. Die medizinische
Aktenlage vermag also keinen bestimmten Arbeitsunfähigkeitsgrad des
Beschwerdeführers in der Tätigkeit als Offsetdrucker mit dem erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen. Es muss sogar mit der
Möglichkeit gerechnet werden, dass der Beschwerdeführer trotz der gesundheitlichen
Beeinträchtigung in seinem Beruf als Offsetdrucker weiterhin uneingeschränkt
arbeitsfähig sein könnte. Damit scheitert der Einkommensvergleich nicht erst am
Fehlen eines überwiegend wahrscheinlich nachgewiesenen Arbeitsunfähigkeitsgrads in
einer bestimmten Invalidenkarriere, sondern bereits daran, dass die Invalidenkarriere
nicht bestimmt werden kann. Die Beschwerdegegnerin wird die erforderlichen
medizinischen Abklärungen (mit Vorteil mittels einer interdisziplinären, die psychische
Seite einbeziehenden Begutachtung) nachzuholen haben. Dabei wird sie den
Gutachtern eine detaillierte Beschreibung der Arbeitsvorgänge bei der Ausübung des
Berufs des Offsetdruckers unter besonderer Berücksichtigung des Einsatzes der
Hände zur Verfügung stellen.
2.3 Selbst wenn davon ausgegangen werden müsste, dass der Beschwerdeführer in
seinem Beruf als Offsetdrucker in einem erheblichen Ausmass objektiv arbeitsunfähig
sei, liessen die dem Gericht vorliegenden Akten noch keine Definition der Invaliden
karriere zu. Die Tatsache allein, dass der Beschwerdeführer einer Hilfsarbeit nachgeht,
machte diese Erwerbstätigkeit noch nicht zur massgebenden Invalidenkarriere, denn
die IV-spezifische Schadenminderungspflicht erfordert die bestmögliche Verwertung
der verbliebenen Arbeitsfähigkeit, d.h. die Ausübung jener möglichen und zumutbaren
Erwerbstätigkeit, die das höchstmögliche Einkommen liefert. Es besteht deshalb eine
Pflicht zur Umschulung, wenn die Arbeitsfähigkeit im erlernten Beruf so hoch ist, dass
eine rentenbegründende Erwerbseinbusse (40%) droht ("Eingliederung vor Rente"). Die
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Beschwerdegegnerin vertritt die Auffassung, dass es dem Beschwerdeführer möglich
und zumutbar sei, als Erwachsenenbildner ein Einkommen zu erzielen, das demjenigen
entspreche, das der Beschwerdeführer als gesunder Offsetdrucker bei der C._ AG
erzielen würde. Diese Auffassung beruht auf drei Sachverhaltskomponenten, nämlich
dass der Beschwerdeführer als Erwachsenenbildner ausreichend qualifiziert sei, dass
mit der Ausübung dieses Berufs ein Einkommen im Umfang des bei der C._ AG
erzielbaren Lohns möglich sei und dass der Beschwerdeführer als Erwachsenenbildner
zu 100% arbeitsfähig sei. Alle drei Komponenten beruhen bei genauer Betrachtung auf
einer Hypothese der Beschwerdegegnerin, sind also durch die vorliegenden Akten
nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt. Nicht diesen Akten, aber den Angaben des Beschwerdeführers lässt sich zwar
entnehmen, dass dieser den "theoretischen" Teil des Kurses SVEB 1 absolviert hat. Die
Akten belegen aber nicht, dass der Beschwerdeführer mit dem damit vermittelten
Berufswissen bereits als qualifizierter Erwachsenenbildner eingesetzt werden könnte.
Es ist nämlich durchaus möglich, dass dem Beschwerdeführer durch diesen Kurs nur
das didaktische Wissen vermittelt worden ist, dass ihm aber das Fachwissen fehlt, das
er eigentlich unter Einsatz des neu erworbenen didaktischen Wissens vermitteln sollte.
Es ist nirgends definiert worden, um welches Fachwissen es sich handelt. Es steht also
nicht fest, dass der Beschwerdeführer als Erwachsenenbildner tätig sein könnte, selbst
wenn er, wie die Beschwerdegegnerin unterstellt hat, den SVEB 1 Kurs vollständig, d.h.
bis zur Ausstellung eines entsprechenden Zertifikats, absolviert haben sollte. Die
Beschwerdegegnerin hat sich nicht um die Frage nach dem effektiven Abschluss
dieses Kurses gekümmert, da sich ihr Eingliederungsberater darauf beschränkt hat zu
behaupten, der Beschwerdeführer müsse in der Lage sein, sich die Möglichkeit zur
Absolvierung des praktischen Teils (offenbar die Erteilung von mindestens 155
Lektionen) selbst zu organisieren. Sie scheint also davon ausgegangen zu sein, dass
dieser Teil des SVEB 1 Kurses nicht mehr Teil der eigentlichen
Umschulungsmassnahme gewesen sei, so dass sie dafür keine Verantwortung mehr
getragen habe. Diese Auffassung war rechtswidrig, denn eine Umschulung endet erst
mit der definitiven Anerkennung als Berufsmann/Berufsfrau. Die Beschwerdegegnerin
hätte zumindest abklären müssen, welche Möglichkeiten bei der Stiftung H._
bestanden, um dem Beschwerdeführer die Erteilung der notwendigen Zahl von
Lektionen zu ermöglichen. Wenn, was anzunehmen ist, keine solche Möglichkeit
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bestanden haben sollte, hätte es zur Umschulungsmassnahme gehört, den
Beschwerdeführer bei der Suche nach einer Möglichkeit zur Erteilung von Lektionen zu
unterstützen. Das hätte auch für den Fall gegolten, dass die Stiftung H._ dem
Beschwerdeführer die Möglichkeit, die entsprechenden Lektionen zu erteilen,
verweigert hätte, weil er dazu nicht qualifiziert genug gewesen wäre. In diesem Fall
hätte die Beschwerdegegnerin sogar prüfen müssen, ob nicht eine Umschulung in
einen anderen Beruf als denjenigen des Erwachsenenbildners hätte ins Auge gefasst
werden müssen. Den Akten lässt sich nicht entnehmen, dass der Beruf des
Erwachsenenbildners auf der durch den SVEB 1 Kurs vermittelten Qualifikationsstufe
einkommensmässig der Tätigkeit des Beschwerdeführers bei der C._ AG
gleichwertig gewesen wäre. Die Beschwerdegegnerin hat diese Gleichwertigkeit nur
behauptet, ohne den entsprechenden Nachweis zu führen. Allenfalls wären zur
Erreichung der Gleichwertigkeit noch weitere, höher qualifizierende Kurse erforderlich
gewesen. Es ist deshalb nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad nachgewiesen, dass
der Beschwerdeführer nach dem SVEB 1 Kurs als Erwachsenenbildner grundsätzlich in
der Lage gewesen wäre, ein dem Lohn als Offsetdrucker entsprechendes Einkommen
zu erzielen. Der Beruf des Erwachsenenbildners nach der Absolvierung des SVEB 1
Kurses kann also nicht als Invalidenkarriere qualifiziert werden. Selbst wenn das
möglich wäre, könnte noch kein Einkommensvergleich erfolgen. Die Akten enthalten
nämlich keine auf die Tätigkeit als Erwachsenenbildner bezogene
Arbeitsfähigkeitsschätzung. Deshalb lässt sich das mögliche und zumutbare
Einkommen in einer solchen Tätigkeit nicht bestimmen. Zusammenfassend ist
festzuhalten, dass der massgebende Sachverhalt, auf den der Einkommensvergleich
abzustützen wäre, selbst dann nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad nachgewiesen
wäre, wenn feststünde, dass der Beschwerdeführer als Offsetdrucker in einem
erheblichen Ausmass arbeitsunfähig wäre, so dass diese Berufstätigkeit als
Invalidenkarriere ausscheiden würde. Wäre dies der Fall, müsste zunächst die
Sachverhaltsabklärung (insbesondere betreffend Arbeitsfähigkeit und mögliches
Lohnniveau als Erwachsenenbildner) vervollständigt und dann allenfalls die
Umschulung noch abgeschlossen werden. Allenfalls wäre sogar im Rahmen einer
Berufsberatung ein neues Umschulungsziel zu suchen und dann eine entsprechende
Berufsausbildung in Angriff zu nehmen. Die Sache wäre also auf jeden Fall an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
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3.
Demnach ist die Beschwerde gutzuheissen und die Sache ist zur Weiterführung des
Verwaltungsverfahrens entsprechend dem oben Ausgeführten und zur anschliessenden
neuen Verfügung über die Umschulung und über den Rentenanspruch an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Dieser Verfahrensausgang ist als vollständiges
Obsiegen des Beschwerdeführers zu qualifizieren, so dass ein Anspruch auf eine
Parteientschädigung besteht. Da der Vertretungsaufwand dem Durchschnitt entspricht,
ist die Parteientschädigung praxisgemäss auf Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) festzusetzen. Da auch der Verfahrensaufwand als durchschnittlich zu
werten ist, wird die Gerichtsgebühr praxisgemäss auf Fr. 600.-- festgesetzt. Die unter
liegende Beschwerdegegnerin hat für die Parteientschädigung und die Gerichtsgebühr
aufzukommen. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss wird
zurückerstattet.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP