Decision ID: d75a1b4a-ad73-4d69-8b2d-e599a5bfca97
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1970, meldete sich u
nter Hinweis auf
Knie
beschwerden
erstmals am 28. Februar 2001 bei der Invalidenversicherung zum Leistungs
be
zug an (Urk. 7/2). Mit Verfügung vom 15. Oktober 2001 (Urk. 7/18) sprach die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, dem Versicherten be
rufliche Massnahmen vom 18. Februar 2002 bis Februar 2004 für eine Um
schu
lung in Form einer Ganztageshandelsschule an der Y._ in Zürich zu. Im Anschluss daran erteilte sie mit Verfügung vom 16. März 2004 (Urk. 7/45) Kos
tengutsprache für eine Umschulung auf den kaufmännischen Bereich, und mit Verfügung vom 10. August 2005 (Urk. 7/54) hielt sie den erfolgreichen Ab
schluss der beruflichen Massnahmen fest.
1.2
Vom 15. Juni 2011 bis zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeit
geber per 28. Februar 2013 (Urk. 7/68/1-5 Ziff. 2.1, Urk. 7/68/6) war der Versicherte als Sachbearbeiter bei der Firma Z._ (A._ AG) tätig.
Unter Hinweis auf
eine durch einen Konflikt am Arbeitsplatz ausge
löste Depression meldete sich
der Versicherte
am 27. April 2013 erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/59). Die IV-Stelle klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab. Mit Verfügung vom 3. März 2014 verneinte die IV-Stelle einen Rentenanspruch (Urk. 7/87). Die dagegen am 1. April 2014 erhobene Beschwerde hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 7. Januar 2015 in dem Sinne gut, dass es die angefochtene Verfügung aufhob und die Sache an die IV-Stelle zur Einholung eines psychiatrischen Gutachtens und erneutem Entscheid zurückwies (Urk. 7/106; Prozess Nr. IV.2014.00379).
1.3
In der Folge holte die IV-Stelle bei Dr. med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ein psychiatrisches Gutachten ein, das am 23. November 2015 erstattet und am 12. Februar 2016 ergänzt wurde (Urk. 7/124, Urk. 7/130). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 7/133; Urk. 7/134, Urk. 7/136) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 14. Juli 2016 einen Ren
tenanspruch des Versicherten (Urk. 7/143 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am
7. September 2016
Beschwerde
gegen die Verfügung vom 14. Juli 2016 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien die gesetzlichen Leistungen auszurichten, insbesondere seien Eingliederungs
massnahmen zu gewähren (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 16. November 2016 (Urk. 6) die teilweise Gutheissung der Beschwerde. Mit Stellungnahme vom 28. Februar 2017 hielt der Beschwerdeführer an den gestellten Anträgen fest (Urk. 13). Dies wurde der Beschwerdegegnerin am 14. März 2017 zur Kenntnis gebracht (Urk. 14).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes fallen leichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch, ein
zig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie erwiese
ner
mas
sen therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E.
3.3 mit Hinweis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung De
pres
sionen im Allgemeinen therapeutisch gut angehbar sind - gesetzlich ver
lang
ten Konstellation ist den no
rmativen Anforderungen des Art. 7 Abs.
2 zweiter Satz
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versiche
rungsrechts (
ATSG
)
für eine objektivierende Betrachtungs- und Prü
fungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3
). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht auszuschliessen sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konse
quent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumut
baren (ambulanten und stati
onären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nach
halti
g ausgeschöpft wurden (
BGE 140 V 193
E. 3.3
;
BGE
137 V 64
E.
5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E.
4.1).
Eine leichte depressive Episode ist grundsätzlich nicht geeignet, eine leistungs
spe
zifische Invalidität zu begründen (Urteil des Bundesgerichts 9C_337/2015 vom 7. April 2016 E. 4.4.1 mit weiteren Hinweisen).
Persönlichkeitsstörungen können aufgrund klinischer psychiatrischer Unter
su
chungen klar diagnostiziert werden (vgl. BGE 139 V 547 E. 7.1.4; vgl. Rz 1003 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] über die Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 2011 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) [KSSB] in der ab 1. Januar 2016 gültigen Fassung). Sie zählen rechtsprechungsgemäss nicht zu den pathogenetisch-ätio
logisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare orga
ni
sche Grundlage. Die Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 281 ist auf Persönlich
keitsstörungen nicht anwendbar (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_730/2015 vom 24. Februar 2016 E. 4.1 und 8C_6/2016 vom 3. Februar 2016 E. 4.2.3).
Die Diagnosen aus der Z-Kategorie (Kapitel XXI) des ICD-10 Systems sind für Fälle vorgesehen, in denen Sachverhalte als "Diagnosen" oder "Probleme" ange
geben sind, die nicht als Krankheit, Verletzung oder äussere Ursache unter den Kategorien A00-Y89 klassifizierbar sind. Diese Belastungen fallen als solche nicht unter den Begriff des rechtserheblichen Gesundheitsschadens (Urteil des Bundesgerichtes 9C_894/2015 vom 25. April
2016 E. 5.1 mit Hinweis auf 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.1 mit weiteren Hinweisen).
Akzentuierte
Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1) vermögen keinen rechts
erhebli
chen Gesundheitsschaden zu begründen (Urteil des Bundesgerichts 8C_558/2015 vom 22. Dezember 2015 E. 4.2.4 mit Hinweis auf 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.1). Dazu bedürfte es zumindest einer Persönlich
keits
störung (Urteil des Bundesgerichts 8C_880/2015 vom 30. März 2016 E. 4.2.5 mit Hinweisen)
.
1.2
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erle
di
gen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Un
tersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvoll
ziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicher
heiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozial
ver
siche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann Fredenhagen, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
1.3
Für die verlässliche Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes und sei
ner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind in der Regel psychiatrische Fach
ärzte beizuziehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.3; Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februar
2011 E. 4.4.2 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_880/2015 vom 30. März 2016 E. 4.2.4). Wichtigste Grundlage gutachterlicher Schlussfolgerungen bildet – gegebenenfalls neben standardisierten Tests – die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung (Urteil des Bundesgerichts 8C_47/2016 vom 15. März
2016 E. 3.2.2 mit Hinweis). Bezüglich der Wahl der Untersuchungsmethoden kommt der Expertin oder dem Experten ein weiter Er
mes
sensspielraum zu, und es ist nicht zwingend notwendig, dass fremd
anam
nestische Angaben eingeholt oder Zusatzuntersuchungen angeordnet wer
den (Urteile des Bundesgerichts 8C_660/2013 vom 15. Mai
2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom 9. April
2014 E. 3.2 und 9C_275/2014 vom 21. August 2014 E. 3). Rechtsprechungsgemäss gibt es keine verbindliche Mindestdauer für eine psychiatrische Exploration, sondern es wird lediglich verlangt, dass die Exper
tise inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist, wobei der für eine psy
chiatrische Untersuchung zu betreibende zeitliche Aufwand der Frage
stellung und der zu beurteilenden Psychopathologie angemessen sein muss (Urteile des Bundesgerichts 8C_660/2013 vom 15. Mai
2014 E. 4.2.3, 8C_602/2013 vom 9. April
2014 E. 3.2 und 8C_47/2016 vom 15. März2016 E. 3.2.2).
1.4
Invalide oder von einer Invalidität (Art. 8 ATSG) unmittelbar be
drohte Ver
sicherte haben Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
diese not
wendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Auf
gabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Dabei ist die gesamte noch zu erwartende Arbeitsdauer zu berücksichtigen.
Jede Massnahme muss zur Erreichung des von ihr bezweckten Einglie
derungs
ziels geeignet, notwendig und angemessen sein. Die Notwendigkeit beschränkt den Eingliederungsanspruch auf das Einfache und Zweckmässige. Die Mass
nahme muss im Weiteren angemessen (verhältnismässig im engeren Sinne) sein und in sachlicher Hinsicht insbesondere ein bestimmtes Mass an Eingliede
rungs
wirksamkeit aufweisen (Meyer/Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesge
richtszum IVG, Art. 8 N 17 ff.).
1.5
Gemäss Art. 17 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Er
werbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (Abs. 1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (Abs. 2). Als Umschulung gelten gemäss Art. 6 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) Ausbil
dungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruf
li
chen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ermittelte im angefochtenen Entscheid ausgehend von einer Arbeitsfähigkeit von 80 % als Elektroinstallateur (nach Abschluss der Aus
bildung) einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 24 %. Als Inva
li
deneinkommen gelte dabei das Erwerbseinkommen, das eine behinderte Person nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zu
mut
bare Tätigkeit noch erzielen könne. Hinsichtlich des Anspruchs auf Um
schulung hielt sie fest, dass der Beschwerdeführer sich in einer erneuten Lehre als Elektroinstallateur EFZ befinde und dieser Beruf vom Belastungsprofil als mit demjenigen eines Elektromechanikers vergleichbar anzusehen sei, bezüglich Kniebelastung noch leicht strenger. In dieser Arbeit werde eine Einschränkung von 30 % ausgewiesen. Die Arbeitsfähigkeit könne durch die aktuelle Um
schu
lung zum Elektromechaniker (richtig: Elektroinstallateur) nicht verbessert wer
den. Die abgeschlossene Ausbildung als kaufmännischer Angestellter ent
spreche zusätzlich einer besser angepassten Tätigkeit. Es bestehe deshalb kein Anspruch auf zusätzliche Umschulungsmassnahmen (Urk. 2 S. 2 f.).
Mit Beschwerdeantwort vom 16. November 2016 beantragte die Beschwerde
gegnerin die teilweise Gutheissung der Beschwerde im Sinne einer Rückweisung der Angelegenheit zur weiteren Abklärung (Urk. 6, Urk. 8). Sie begründete dies im Wesentlichen damit, dass gestützt auf die Aktenlage weder der Renten- noch der Umschulungsanspruch abschliessend geprüft werden könnten. Weiter führte sie aus, dass das von ihr eingeholte Gutachten von Dr. B._ die beweis
rechtlichen Anforderungen nicht erfülle, weshalb nicht darauf abgestellt werden könne.
2.2
Der Beschwerdeführer wandte ein, dass die Rentenprüfung verfrüht sei, weil zunächst über die Eingliederungsmassnahmen zu entscheiden und weil mangels abgeschlossener Ausbildung zum Elektroinstallateur auch das Invaliden
ein
kommen noch nicht feststellbar sei (Urk. 1 S. 5 ff.). Was den Anspruch auf Ein
gliederungsmassnahmen angehe, so sei gestützt auf das Gutachten von Dr. B._ von einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % sowohl in der Tätigkeit als Elektromechaniker als auch in einem kaufmännischen Beruf auszugehen. Demzufolge entspreche die abgeschlossene Ausbildung als kaufmännischer An
gestellter nicht einer besser angepassten Tätigkeit. Weiter werde der Be
schwer
deführer durch die Ausbildung zum Elektroinstallateur in die Lage ver
setzt, Berufstätigkeiten auszuüben, welche sich hinsichtlich Belastungsprofil körper
lich und psychisch stark von denjenigen eines Elektromechanikers unter
schei
den würden, womit die Erwerbsfähigkeit stark verbessert werde (Urk. 1 S. 7 ff.).
2.3
Strittig und zu prüfen sind der Rentenanspruch und der Anspruch auf Ein
glie
derungsmassnahmen.
3.
Mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 7. Januar 2015 (Urk. 7/106) wurde die Ange
legenheit an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie eine psy
chiatrische Expertise einhole zur Frage, ob ein massgeblicher psychischer Ge
sundheitsschaden vorliege. Dem Rückweisungsentscheid lag im Wesentlichen die Begründung zugrunde, dass
nicht ersichtlich
sei
, welchen Schweregrad die depressive Erkrankung unabhängig von ihrem Entstehungsgrund aufweis
e
, und ob es sich um ein verselbständigtes, von der psychosozialen Belastungssituation klar zu unterscheidendes Leiden hand
l
e.
Damit
lasse
sich gestützt auf die vor
handenen Akten nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit feststellen, ob die diagnostizierte depressive Episode
einen
Krank
heitswert aufweis
e
und eine massgebliche Arbeitsunfähigkeit begründe
(S. 9 E. 4)
.
4.
Nach erfolgter Rückweisung der Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin holte diese ein psychiatrisches Gutachten bei Dr. med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ein. Im Gutachten vom 23. Novem
ber 2015 (Urk. 7/124) nannte dieser folgende Diagnosen (S. 9 Ziff. 8.1):
-
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichtgradige Symptoma
tik (ICD-10 F33.0)
-
anankastische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.5)
In der Beurteilung führte Dr. B._ aus, dass beim Beschwerdeführer ein sehr ausgeprägtes Muster von Perfektionismus, Ordnungssinn sowie mentaler und interpersoneller
Kontrolle bestehe, wie es bei einer zwanghaften Persön
lichkeitsstruktur typisch sei. Flexibilität, Offenheit und Effizienz seien vermin
dert, was die Schwierigkeiten erkläre, die der Beschwerdeführer in seinem Be
rufs
leben immer wieder gehabt habe. Inwieweit durch die anankastischen Mus
ter die Beziehungsfähigkeit im privaten Bereich eingeschränkt sei, lasse sich nicht zweifelsfrei klären, weil unklar bleibe
, ob das beschränkte soziale Netz durch persönlichkeitsspezifische interaktionelle Schwierigkeiten oder durch so
zialen Rückzug aufgrund des depressiven Syndroms und der allgemeinen Er
schöpfung zurückzuführen sei. Die Beeinträchtigungen in beruflicher Hinsicht seien schwer
wiegend genug, damit die Diagnose einer zwanghaften Persönlich
keits
störung (ICD-10: F60.5) gestellt werden könne (S. 8).
Dr. B._ führte weiter aus, dass für die Arbeitsfähigkeit im angestamm
ten Bereich und in angepasster Tätigkeit in psychiatrischer Hinsicht zwei As
pekte zentral seien: Erstens die Einschränkungen der Leistungsfähigkeit, die sich aus dem depressiven Syndrom mit Antriebsproblemen, Grübeln, Schlafproble
men, Inappetenz und sozialem Rückzug ergäben; zweitens die Defizite, die aus den dysfunktionalen anankastischen Verhaltensmustern resultierten.
Seit August 2014 arbeite der Beschwerdeführer zwar mit einem vollen zeitlichen Pensum, er gebe aber an, sich bereits am Nachmittag erschöpft zu fühlen. Es fehle ihm an Energie für ausgleichende Aktivitäten, die Haushaltsarbeit müsse er auf das Wochenende verlagern. Es handle sich zudem um eine Ausbildungs
stelle, es sei also davon auszugehen, dass geringere Anforderungen an ihn ge
stellt würden, als wenn er als gelernter Facharbeiter tätig wäre. Eine genaue Quantifizierung der Arbeitsfähigkeit beziehungsweise der krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit sei unter diesen Voraussetzungen schwierig, es müsse aber davon ausgegangen werden, dass die erbrachte Arbeitsleistung 70 bis 90 % be
trage (S. 9 Ziff. 7).
Die Arbeitsbiographie des Beschwerdeführers zeige, dass bedingt durch die anan
kastischen Persönlichkeitsmuster die Fähigkeit zur Einteilung und Struktu
rierung der Arbeitszeit, die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, die Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routine sowie die Gruppenfähigkeit einge
schränkt seien. Somit werde es an jeder Stelle im angestammten Beruf als Elektromechaniker in der freien Wirtschaft auf mittlere bis längere Sicht zu er
heblichen psychosozialen Anpassungsproblemen kommen, sekundär zu einer Exazerbation des depressiven Syndroms. Es sei daher von einer Arbeitsunfähig
keit von 100 % im angestammten Beruf auszugehen (S. 9 Ziff. 8.2).
In einer angepassten Tätigkeit bestehe seit August 2014 eine um 10 bis 30 % reduzierte Arbeitsfähigkeit. Als eine solche sei die derzeitige Ausbildung bezie
hungsweise Tätigkeit bei der C._ in D._ anzusehen (S. 9 Ziff. 8.3-8.4). Sofern der Beschwerdeführer wie von ihm beabsichtigt auch nach Ende dieser Ausbildung weiterhin bei der C._ angestellt sein könnte, sei dies sicherlich die ideale Lösung (Urk. 7/124 S. 10 Ziff. 8.6). Wichtig sei, dass der Beschwerdeführer möglichst wenig Zeitdruck habe, dass sein Pflichtenheft vorhersehbar und überschaubar sei und dass er sich in Ruhe auf die einzelnen Arbeitsschritte vorbereiten könne (S. 10 Ziff. 8.9.2).
Mit ergänzender Stellungnahme vom 12. Februar 2016 führte Dr. B._ aus, dass die aufgrund der anankastischen Persönlichkeitsstörung genannten Einschränkungen - bei der Fähigkeit zur Einteilung und Strukturierung der Ar
beitszeit, Flexibilität und Umstellungsfähigkeit und Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen sowie die Gruppenfähigkeit - in beiden Berufen gäl
ten, in denen der Beschwerdeführer gearbeitet habe. In beiden Berufen sei damit zu rechnen, dass es auf mittlere bis längere Sicht zu erheblichen psychosozialen Anpassungsproblemen kommen werde und sekundär zu einer Exazerbation des depressiven Syndroms. Es sei von einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % in beiden angestammten Tätigkeiten, als Elektromechaniker wie auch als technischer Sachbearbeiter, auszugehen (Urk. 7/130).
5.
5.1
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass das von Dr. B._ er
stellte Gutachten 23. November 2015 (Urk. 7/124) mit ergänzender Stellung
nahme vom 12. Februar 2016 (Urk. 7/130) für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist. Es beruht auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen, berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden, und ist in
Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den Vorakten erstattet. Weiter leuchtet es in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein. Die vom Gutachter vorgenommenen Schlussfolgerungen sind ausführlich und nach
vollziehbar begründet. Das Gutachten genügt damit den praxisgemässen Anforderungen (vgl. vorstehend E. 1.2-1.3) grundsätzlich, weshalb - in Über
einstimmung mit der ursprünglichen Beurteilung
des RAD der Beschwerdegeg
nerin (Urk. 7/132 S. 2f.) - darauf abzustellen ist.
5.2
Gestützt darauf ist im Hinblick auf die im Rahmen der Rückweisung in erster Linie interessierende Frage des Schweregrads und der Eigenständigkeit der de
pressiven Erkrankung davon auszugehen, dass eine verselbständigte rezidivie
rende depressive Störung gegenwärtig leichten Grades vorliegt. Eine solche ist rechtsprechungsgemäss grundsätzlich nicht geeignet, eine leistungsspezifische Invalidität zu begründen. Im vorliegenden Fall ergeben sich zudem keinerlei Hinweise für eine Therapieresistenz (vorstehend E. 1.1) der medikamentös und an wöchentlichen Sitzungen psychotherapeutisch behandelten depressiven Störung.
5.3
Ob die diagnostizierte anankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörung für sich allein genommen einen invalidisierenden Gesundheitsschaden begründet, ob sie richtigerweise nur den anankastischen Persönlichkeits
zügen
und damit den nicht invalidisierenden Z-Diagnosen (vorstehend E. 1.1) zuzuordnen gewe
sen wäre und welchen Anteil sie gegebenenfalls an der attestierten vollen Ar
beitsunfähigkeit als Elektromechaniker und kaufmännischer Angestellter hat, kann - wie nachfolgend zu zeigen sein wird (nachstehend E. 6) - vorliegend of
fen bleiben.
6.
6.1
Zu prüfen ist zunächst der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, insbeson
dere auf Umschulung.
6.2
Zum beruflichen Verlauf ist aktenkundig, dass der Beschwerdeführer 1991 die Lehre als Elektromechaniker mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ; Urk. 7/139/5; heute:
Automatiker EFZ) abschloss und sich aufgrund von Knie
beschwerden von 2002 bis 2005 zum kaufmännischen Angestellten EFZ um
schulen liess, wobei die Beschwerdegegnerin die Umschulungskosten übernahm. Der Beschwerdeführer schloss diese Ausbildung 2005 erfolgreich ab (Urk. 7/139/4, Urk. 7/141/1).
Von Februar bis August 2014 arbeitete der Beschwerdeführer in einem Beschäf
ti
gungsprogramm des RAV in einer befristeten Anstellung als Betrieb
selektriker bei der C._ in D._, welche ihm aufgrund seiner sehr guten Leistung eine Lehrstelle anbot (Urk. 7/139/8, Urk. 7/141 S. 8). In der Folge nahm der Beschwerdeführer per 18. August 2014 dort die Lehre als Elektroin
stallateur auf (Urk. 7/103).
6.3
Mit Stellungnahme vom 15. Juni 2016 hielt die Berufsberaterin fest, dass sich die Berufe Elektromechaniker/Automatiker und Elektroinstallateur gemäss An
gaben in den Tätigkeitsprofilen kaum unterscheiden würden. Falls die Knie
problematik aktuell nicht mehr gegeben sei und eine kaufmännische Tätig
keit aus psychiatrischer Sicht als nicht mehr zumutbar erachtet werde, würde es sich um eine Wiedereingliederung in die ursprüngliche Tätigkeit handeln und nicht um eine Umschulung. Die vorliegenden psychischen Einschränkungen bestün
den in fast jeder beruflichen Tätigkeit, wenn volle Anforderungen zu er
füllen seien. Aus berufsberaterischer Sicht erscheine die Umschulung aufgrund von psychischen Einschränkungen als fraglich. Es sei nachvollziehbar, dass diese Einschränkungen während einer Ausbildung, in der keine volle Verant
wortung übernommen werden müsse, eine untergeordnete Rolle spielten (Urk. 7/141 S. 6).
Den Ausbildungsprofilen Elektroinstallateur EFZ und Automatiker EFZ ist so
dann zu entnehmen, dass sie bezüglich Anforderungen an die Teamfähigkeit, Arbeitsorganisation und Kundenkontakt im Wesentlichen vergleichbar sind (vgl. Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI):
www.bvz.admin.ch/bvz/grundbildung/index
; mit Verweis auf den Link be
rufs
beratung.ch).
6.4
Anlässlich des Erstgesprächs vom 22. Juni 2016 im Rahmen der Eingliederungs
beratung (Urk. 7/141 S. 8 f.) führte der Beschwerdeführer aus, dass die aktuelle Lehre ohne Einschränkungen in Bezug auf die anankastische Persönlichkeits
störung laufe, dass es keinerlei Probleme in der Fähigkeit zur Anpassung an Re
geln und Routinen sowie Einschränkungen in der Gruppenfähigkeit gebe. Er habe sehr gute Schulnoten (vgl. Urk. 7/139/3). Er komme im Team mit allen Kollegen und mit seinem Chef und Berufsbildner sehr gut aus und komme auch mit den erheblich jüngeren Klassenkollegen gut zurecht. Gesundheitlich gehe es ihm sehr gut, er könne die Arbeit sehr gut bewältigen, habe viel Bewegung und laufe täglich viele Kilometer in der Störungsbearbeitung. In der vorherigen, rein sitzenden Tätigkeit als Sachbearbeiter Innendienst habe er zu wenig Bewegung gehabt, was ihn gesundheitlich beeinträchtigt habe. Knieprobleme habe er keine mehr, und er sei diesbezüglich nicht in medizinischer Behandlung. Die Einglie
derungsberaterin hielt fest, dass der Beruf des Elektroinstallateurs mit demsel
ben eines Elektromechanikers vergleichbar, eventuell bezüglich Kniebelastung als noch leicht strenger anzusehen sei. Darauf angesprochen antwortete der Beschwerdeführer, dass dies seiner Einschätzung nach in rund 70 % der Ar
beitsstellen zutreffe. In 30 % der Arbeitsstellen sei dies jedoch nicht so, so auch bei seiner Stelle bei der C._. Weiter führte der Beschwerdeführer aus, dass seine finanzielle Situation prekär sei, und dass er Schulden habe machen müs
sen.
Am 30. Juni 2016 schloss die Beschwerdegegnerin die Eingliederungsberatung mit einer Kostengutsprache für Lehrmittel von maximal Fr. 600.-- ab (Urk. 7/140, Urk. 7/141 S. 9).
6.5
Aus medizinischer Sicht liegen folgende Belastungsprofile beziehungsweise Ein
schränkungen vor:
Dr. B._ nannte als sich aus der anankastischen Persönlichkeitsstörung ergebende Einschränkungen die verminderte Fähigkeit zur Einteilung und Strukturierung der Arbeitszeit, Flexibilität und Umstellungsfähigkeit und Fä
higkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen sowie die Gruppenfähigkeit. Diese seien sämtlich mittel- bis schwergradig beeinträchtigt. Das Belastungs
profil formulierte er dahingehend, dass es wichtig sei, dass der Beschwerdefüh
rer möglichst wenig Zeitdruck habe, sein Pflichtenheft vorhersehbar und über
schaubar sei und er sich in Ruhe auf die einzelnen Arbeitsschritte vorbereiten könne. Weiter ging Dr. B._ von einer um 10 - 30 % reduzierten Ar
beitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit aus (vorstehend E. 4; Urk. 7/124 S. 9 f. Ziff. 8.3, Ziff. 8.9.2, Urk. 7/130).
Was die Situation betreffend Kniebeschwerden angeht, so ging der Rheumato
loge Dr. E._ von einer bleibenden Einschränkung von 30 % in der Tätigkeit als Elektromechaniker aus, weshalb eine Umschulung auf eine kaufmännische Tätigkeit durchgeführt wurde (Urk. 7/141 S. 7).
6.6
Unter Berücksichtigung dieser Umstände erscheint nicht überwiegend wahr
schein
lich, dass die Umschulung zum Elektroinstallateur die Erwerbsfähig
keit des Beschwerdeführers zu verbessern vermag.
Zunächst ist zu bemerken, dass Dr. B._ nicht in genereller Weise dafür hielt, dass jede Stelle als Elektroinstallateur für den Beschwerdeführer aus psy
chi
scher Sicht geeignet sei. Vielmehr bezog er sich dabei auf die konkrete Aus
bil
dungsstelle bei der C._. Im Einzelnen hielt er fest, dass die
derzeitige
Be
rufsausbildung beziehungsweise Tätigkeit als Elektroinstallateur bei der C._ als eine angepasste Tätigkeit anzusehen sei, dass diese den krankheitsbedingten Einschränkungen des Beschwerdeführers Rechnung trage, und dass es sicherlich die ideale Lösung wäre, wenn der Beschwerdeführer wie beabsichtigt auch nach Ende dieser Ausbildung weiterhin bei der C._ angestellt sein könnte (vorste
hend E. 4). Damit hielt Dr. B._ lediglich beispielhaft für das formulierte Belastungsprofil beziehungsweise für die Einschränkungen fest, dass diese kon
krete Tätigkeit bei der C._, und nicht generell die Berufskategorie eines Elektroinstallateurs, eine angepasste Tätigkeit darstellt.
Dies wird auch dadurch gestützt, dass die Anforderungsprofile an die Ausbil
dung als Automatiker EFZ - für welche Tätigkeit Dr. B._ eine Arbeits
unfähigkeit von 100 % attestierte - und an die Ausbildung als Elektroinstalla
teur EFZ sich im Hinblick auf die genannten psychischen Einschränkungen nicht wesentlich voneinander unterscheiden (vorstehend 6.3). Auch unter die
sem Gesichtspunkt wäre nicht einzusehen, weshalb die Tätigkeit als Elektroin
stallateur in genereller Weise geeigneter sein sollte als jene eines Automatikers. Im Übrigen legte Dr. B._ nicht dar, inwiefern die in Frage stehenden Berufskategorien mit dem von ihm beschriebenen Belastungsprofil vereinbar oder unvereinbar sind. Weshalb die anankastische Persönlichkeitsstörung sich ausgerechnet im Beruf als Elektromechaniker und als kaufmännischer Ange
stellter auswirken sollte, in genereller Weise aber nicht in der Tätigkeit als Elektroinstallateur, bleibt damit offen und wurde auch seitens des Beschwerde
führers nicht weiter substantiiert. Auch stellt die als Einschränkung genannte verminderte Gruppenfähigkeit im Rahmen der Ausbildung in diesem Team laut den eigenen Ausführungen des Beschwerdeführers offenbar kein Problem dar. Dies weist wiederum auf die Abhängigkeit von der konkreten Ausgestaltung der Stelle, nicht von der Berufskategorie hin.
Dass in erster Linie der konkrete Stellenbeschrieb und nicht die Berufsbezeich
nung bestimmen, ob das Anforderungsprofil erfüllt und den psychischen Ein
schränkungen in angemessener Weise Rechnung getragen wird, wird auch durch die Berufsbiographie des Beschwerdeführers untermauert: So arbeitete er nach absolvierter Lehre als Elektromechaniker vier Jahre bei der F._ in seinem gelernten Beruf. Dabei sei er bereits bei der ersten Stelle wegen seiner genauen Arbeitsweise unter die Räder gekommen, weil er zu langsam gewesen sei. Nach der Versetzung ins Prüffeld, wo es darauf angekommen sei, die Fehler der an
deren zu finden, habe es sehr gut funktioniert. Diese Stelle sei sehr geeignet ge
wesen für ihn. Weil er ins Ausland habe gehen wollen, habe er gekündigt (Urk. 7/124 S. 5 Ziff. 5.1, S. 7 Ziff. 7). Dies zeigt, dass es auch im Beruf als Elektromechaniker Stellen gab, welche im Hinblick auf die aus psychischer Sicht bestehenden Einschränkungen als angepasst zu gelten haben.
Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer aufgrund von Knieproblemen vom Elektromechaniker zum Kaufmann umgeschult und ihm in der Tätigkeit als Elektromechaniker eine bleibende Einschränkung von 30 % attestiert wurde. Nach Einschätzung der Berufsberatung ist die Tätigkeit als Elektroinstallateur bezüglich Kniebelastung eher noch strenger als die Tätigkeit als Elektromecha
niker, wobei dies nach Auffassung des Beschwerdeführers für immerhin 70 % der Stellen in dieser Berufskategorie zutrifft (Urk. 7/141 S. 8). Bei einem ver
bleibenden Arbeitsmarkt von nur gerade knapp einem Drittel geeigneter Stellen innerhalb einer Berufskategorie sind indessen die Eignung und die Zweckmäs
sigkeit der verlangten Umschulung zu verneinen.
Was die Knieprobleme angeht, so ging Dr.
E._
von einer bleibenden Ein
schränkung von 30 % in der Tätigkeit als Elektromechaniker aus. Der Be
schwer
deführer führte jedoch aus, dass die Kniebeschwerden nicht mehr be
stünden und er diesbezüglich auch nicht in Behandlung sei. Wie weit die Be
schwerdefreiheit damit zusammenhängt, dass der Beschwerdeführer aktuell sein Knie nicht be
lastet, ist offen. Sollten
die Beschwerden entgegen der ursprüngli
chen Prognose gar nicht mehr bestehen, so wäre allenfalls eine Wiedereinglie
derung des Beschwerdeführers in diesen Beruf angezeigt, zumal es - wie oben darge
legt - in diesem Bereich offenbar Stellen gibt, die seinem Belastungsprofil ent
sprechen und seinen Einschränkungen angemessen Rechnung tragen.
Zusammenfassend erweist sich unter diesen Umständen die Umschulung zum Elektroinstallateur weder als geeignet noch als notwendig im Sinne von Art. 8 ATSG (vorstehend E. 1.4), weshalb ein Anspruch darauf zu verneinen ist. An
haltspunkte für den Bestand anderer Eingliederungsansprüche liegen nicht vor.
7.
Zu prüfen bleibt der Rentenanspruch.
Als Valideneinkommen ist das zuletzt erzielte Einkommen als kaufmännischer Sachbearbeiter bei der Z._ von Fr. 67‘600 im Jahr 2011 heranzuziehen (Urk.
7/68
). Der sich angepasst an die Nominallohnentwicklung von der Be
schwerdegegnerin errechnete Jahreslohn von Fr. 69‘651.-- im Jahr 2015 ist nicht zu beanstanden (Urk. 7/131).
Was das Invalideneinkommen angeht, so vertrat der Beschwerdeführer die Auf
fassung, dass dieses sich vor Abschluss seiner Ausbildung nicht festsetzen lasse (Urk. 1 S. 5 f. Ziff. 12). Indessen handelt es sich beim Invalideneinkommen um eine hypothetische Grösse. Die Beschwerdegegnerin legte den Durchschnittslohn einer Tätigkeit im Baugewerbe (Lohnstrukturerhebung TA 1 Ziff. 43, zitiert aus LSE 2012; Urk. 7/131) zugrunde. Ausgehend davon würde sich angepasst an die Nominallohnentwicklung und die durchschnittliche betriebsübliche Wochenar
beitszeit von 41.7 h im Jahr 2015 sowie das dem Beschwerdeführer zumutbare Pensum von 80 % ein Invalideneinkommen von gerundet Fr. 55‘548.-- ergeben (Zentralwert, Männer, Kompetenzniveau 1; Fr. 5‘430.-- : 40 x 41.7 x 12 x 1.008 x 1.007 x 1.007 x 0.8) beziehungsweise ein rentenausschliessender Invali
di
täts
grad von gerundet 20 %.
Ob das Abstellen auf einen Durchschnittswert dem Umstand der noch nicht abge
schlossenen Ausbildung genügend Rechnung trägt, kann vorliegend jedoch offen bleiben. Selbst wenn der dem Ausbildungsstand des Beschwerdeführers nicht entsprechende, deutlich tiefere Durchschnittswert von Fr. 4‘760.-- aus dem Sektor 3 Dienstleistungen herangezogen würde, resultierte noch ein Jah
reseinkommen von rund Fr. 48‘694.-- (TA 1 Ziff. 45 - 96, Zentralwert, Männer, Kompetenzniveau 1: Fr. 4‘760.-- x 12 : 40 x 41.7 x 1.008 x 1.007 x 1.007 x 0.8) und damit ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von gerun
det 30 %.
8.
Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Entscheid als rechtens, wes
halb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
9.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), auf Fr. 800.-- anzusetzen und ausgangsgemäss dem Be
schwerdeführer aufzuerlegen.