Decision ID: df22bdb7-90c1-4512-bb78-5ff9e9267c47
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich im Juli 2010 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an (IV-act. 7). Er gab an, er habe in seinem Herkunftsland nach
dem Abbruch des Gymnasiums eine Anlehre zum Buchhalter absolviert. In den
vergangenen Jahren sei er als Mitarbeiter im Bereich der Montage von Büromöbeln
tätig gewesen. Die ehemalige Arbeitgeberin des Versicherten berichtete im August
2010 (IV-act. 17), dieser habe ab Mai 2007 als Montagemitarbeiter für sie gearbeitet.
Der Monatslohn habe 4’830 Franken betragen. Das Arbeitsverhältnis sei aus
disziplinarischen Gründen gekündigt worden. Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die
medizinische Abklärungsstelle (MEDAS) Ostschweiz im Mai 2011 ein polydisziplinäres
Gutachten (IV-act. 38). Die Sachverständigen hielten fest, der Versicherte leide an
einem chronifizierten panvertebralen und deutlich linksbetonten lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom ohne ein adäquates organisches Korrelat, an chronischen Gonalgien
links, an chronischen Arthralgien am rechten Handgelenk sowie – ohne wesentliche
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit – an einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung und an einer akzentuierten Persönlichkeit mit narzisstischen Zügen.
Eine berufliche Reintegration am bisherigen Arbeitsplatz sei nicht sinnvoll, da die letzte
Erwerbstätigkeit mindestens körperlich mittelschwer gewesen sei. Für Tätigkeiten ohne
monoton-repetitive beziehungsweise kraftfordernde Arbeiten mit der rechten Hand,
ohne Knien und ohne repetitive Knieflexionen, ohne Heben oder Tragen von Lasten
über 15 Kilogramm und ohne ausgesprochene Wirbelsäulenzwangshaltungen bestehe
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Nachdem Dr. med. B._ vom IV-internen
regionalen ärztlichen Dienst (RAD) im Januar 2013 notiert hatte, dass sich den
aktuellsten Berichten der behandelnden Ärzte kein Hinweis auf eine wesentliche
Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Versicherten seit der Begutachtung
entnehmen lasse (IV-act. 84), wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten
mit einer Verfügung vom 19. März 2013 ab (IV-act. 87).
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A.b Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hiess eine gegen diese
Verfügung erhobene Beschwerde mit einem Entscheid vom 31. März 2014 (IV
2013/173; vgl. IV-act. 97) teilweise gut. Es hielt fest, ein kurz vor der Eröffnung der
Verfügung angefertigtes MRI habe eine kleinvolumige mediane Discusprotrusion L4/5
ohne eine Nervenwurzelkompression und eine L5/S1 medio-lateral links gelegene
Discushernie, die die Nervenwurzel S1 links tangiere, ergeben. Die therapeutischen
Interventionen im Juni, Juli und September 2013 hätten offenbar keine relevante
Besserung ergeben, denn der behandelnde Facharzt habe als letzte
Behandlungsmöglichkeit nur noch eine operative dynamische Schutzstabilisation des
Segmentes L5/S1 transpediculär angeben können. Diesbezüglich scheine sich der
massgebende Sachverhalt seit der MEDAS-Begutachtung wesentlich verändert zu
haben, denn es sei anzunehmen, dass der behandelnde Facharzt angesichts der
offenkundigen Tendenz des Beschwerdeführers, weit stärkere Beschwerden
anzugeben, als objektiv vorhanden sein könnten, klinische Untersuchungen
vorgenommen habe, um die Auswirkungen der in der MRI-Untersuchung festgestellten
Symptomatik objektiv zu ermitteln. Diesbezüglich erweise sich der massgebende
medizinische Sachverhalt noch als ungenügend abgeklärt, weshalb die Sache zur
weiteren Abklärung und zur anschliessenden neuen Verfügung an die IV-Stelle
zurückgewiesen werden müsse.
A.c Die IV-Stelle holte in der Folge zunächst aktuelle Berichte der behandelnden Ärzte
ein. Die Handchirurgin Dr. med. C._ gab im Mai 2014 an (IV-act. 100), der Versicherte
leide an einem ulna impaction syndrome in beiden Handgelenken. Die Tätigkeit als
Koch sei deshalb auf lange Dauer ungeeignet. Tätigkeiten ohne eine repetitive
Belastung der ulnaren Handgelenke seien dagegen uneingeschränkt zumutbar. Der
Orthopäde Prof. Dr. D._ teilte im Juli 2014 mit (IV-act. 104), der Versicherte leide an
einem Instabilitätsschmerz bei einer degenerativen Discopathie L5/S1. Mittels einer
dynamischen Schutzstabilisation des Segments L5/S1 könnte möglicherweise eine
entscheidende Verbesserung erreicht werden. Ein Erfolg könne aber nicht garantiert
werden. Der Hausarzt Dr. med. E._ berichtete im September 2014 (IV-act. 108), dem
Versicherten seien wechsel¬belastende Tätigkeiten trotz des chronischen
Schmerzsyndroms mit einer vorwiegenden Betonung des ossären und ligamentären
Bewegungsapparates, des chronischen Beckenschmerzsyndroms, eines im Jahr 1997
erlittenen Arbeitsunfalls mit einem Schlag gegen das Bein, des chronischen
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lumbovertebralen Syndroms, einer im Jahr 2006 erlittenen Distorsion der
Halswirbelsäule, der diffusen Schmerzen im rechten oberen Sprunggelenk, des Ulna-
Impaktsyndroms an beiden Händen, einer chronisch erosiven Refluxkrankheit, einer
Laktoseintoleranz und einer akuten Otitis media rechts uneingeschränkt zumutbar. Im
Auftrag der IV-Stelle erstattete die medizinischen Gutachtenzentrum Region St. Gallen
(MGSG) GmbH am 22. April 2015 ein polydisziplinäres Gutachten (IV-act. 120). Die
Sach¬verständigen hielten fest, der Versicherte leide an einem ulna impaction
syndrome an beiden Handgelenken mit einem Ganglion auf der Höhe des
Radiocarpalgelenks rechts sowie – ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – an
einem Cervicovertebralsyndrom bei einer kleinen Discushernie C5/6, an einem
Lumbovertebralsyndrom, an einer Arthralgie des oberen rechten Sprunggelenks, an
depressiven Stimmungsschwankungen, an einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung, an einer arteriellen Hypertonie, an einer chronischen Otitis media
perforata rechts, an einer Refluxösophagitis und an einer Laktoseintoleranz. Spätestens
seit März 2009 sei er in der eine häufige Kraftanwendung der Hände erfordernden
Tätigkeit als Koch zu 30 Prozent arbeitsunfähig. Für körperlich leichte Tätigkeiten ohne
eine häufige Kraftanwendung der Hände bestehe dagegen „seit jeher“ eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Im Vergleich zum Jahr 2011 habe sich der
Gesundheitszustand des Versicherten nicht wesentlich verändert. Neu aufgetreten
seien nur die nicht objektivierbaren Schmerzen im rechten oberen Sprunggelenk und
die Schmerzen im linken Handgelenk, die mit einem ulna impaction syndrome
vereinbar seien. Das Vorliegen von Kniegelenksschmerzen sei vom Versicherten bei der
aktuellen Begutachtung explizit verneint worden. Die RAD-Ärztin Dr. B._ notierte am
28. April 2015 (IV-act. 121), das Gutachten der MGSG GmbH sei überzeugend.
A.d Mit einem Vorbescheid vom 4. Mai 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit,
dass sie die Abweisung seines Rentenbegehrens mangels eines rentenbegründenden
Invaliditätsgrades vorsehe (IV-act. 125). Dagegen liess der nun anwaltlich vertretene
Versicherte am 29. Juli 2015 einwenden (IV-act. 130), das Gutachten der MGSG GmbH
überzeuge nicht. Die Sachverständigen hätten sich nicht ausreichend mit den
Berichten der behandelnden Ärzte auseinandergesetzt. Zudem sei die Angabe, der
Beschwerdeführer habe bei der Begutachtung eine Selbstlimitierung gezeigt,
aktenwidrig. Der Versicherte befinde sich neu in einer Behandlung bei einem
Chiropraktor und bei einer Psychiaterin. Am 15. September 2015 berichtete der
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Chiropraktor Dr. F._ (IV-act. 138), er behandle den Versicherten bezüglich des
lumbovertebralen Syndroms. Objektiv habe er eine Haltungsschwäche mit muskulären
Dysbalancen, eine Druckdolenz L5/S1 und eine in allen Ebenen endständig
schmerzhafte Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule festgestellt. Von ihm sei nie ein
Arbeitsunfähigkeitszeugnis ausgestellt worden. Der orthopädische Sachverständige der
MGSG GmbH gab am 16. September 2015 in Bezug auf die Einwände des
Versicherten vom 29. Juli 2015 an (IV-act. 140), es liege im Ermessen der
Sachverständigen, auf welche medizinischen Berichte sie näher eingingen. Das
Gutachten stimme mit den Angaben von Prof. Dr. D._ weitgehend überein. Die
Berichte des Hausarztes sei zu wenig fundiert, um diskutiert zu werden. Bei der
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit habe sich eine erhebliche
Symptomausweitung gezeigt. Die Psychiaterin Dr. med. G._ berichtete am 12.
Oktober 2015 (IV-act. 147), der Versicherte leide an einer rezidivierenden depressiven
Störung mit einer gegenwärtig mittelgradigen Ausprägung und einem somatischen
Syndrom, wahrscheinlich auf dem Hintergrund einer narzisstischen
Persönlichkeitsstörung. Er sei ihr wegen nächtlichen Panikattacken vom Hausarzt
zugewiesen worden. Klinisch zeige sich eine depressive Grundstimmung auf dem
Hintergrund von chronischen Rückenbeschwerden. Subjektiv habe der Versicherte
weitere depressive Symptome geschildert. Eine leidensadaptierte Tätigkeit könne ihm
zu 50 Prozent zugemutet werden. Die RAD-Ärztin Dr. B._ notierte am 18. November
2015 (IV-act. 150), in den Berichten der behandelnden Ärzte würden keine objektiven
Befunde erwähnt, die Zweifel am Gutachten der MGSG GmbH wecken könnten.
Folglich sei nach wie vor auf das Gutachten abzustellen. Gleichentags räumte die IV-
Stelle dem Versicherten die Gelegenheit ein, Stellung zu den aktuellsten medizinischen
Berichten und zur Aktenwürdigung der RAD-Ärztin Dr. B._ zu nehmen (IV-act. 151).
Am 7. Januar 2016 liess der Versicherte geltend machen (IV-act. 154), die
Stellungnahme der MGSG GmbH vom 16. September 2015 sei nicht überzeugend. Die
behandelnde Psychiaterin habe eine Arbeitsunfähigkeit von 50 Prozent attestiert. Das
decke sich mit dem aktuell ausgeübten Pensum des Versicherten. Mit einer Verfügung
vom 15. Januar 2016 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten ab (IV-
act. 155).
B.
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B.a Am 17. Februar 2016 liess der Versicherte (nachfolgend: der Beschwerdeführer)
eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 15. Januar 2016 erheben (act. G 1). Seine
Rechtsvertreterin beantragte die Zusprache einer Rente bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 50 Prozent und eventualiter die Rückweisung der Sache an die IV-Stelle
(nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) zur Einholung eines polydisziplinären
Gutachtens. Zur Begründung führte sie aus, die MGSG GmbH habe sich nicht
ausreichend mit den Berichten der behandelnden Ärzte auseinandergesetzt. Selbst auf
eine entsprechende Aufforderung der Beschwerdegegnerin hin sei keine hinreichende
Aktenwürdigung erfolgt. Dem Bericht der behandelnden Psychiaterin Dr. G._ lasse
sich entnehmen, dass sich der psychische Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers nach der Begutachtung verschlechtert habe.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 10. März 2016 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 4). Zur Begründung führte sie an, das Gutachten der MGSG GmbH
sei überzeugend. Die abweichenden Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden
Ärzte seien nicht geeignet, Zweifel an der Zuverlässigkeit des Gutachtens zu wecken.
B.c Am 26. April 2016 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege
bewilligt (act. G 10).
B.d Am 26. Mai 2016 liess der Beschwerdeführer an seinen Anträgen festhalten (act. G
12). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 14).

Erwägungen
1.
Laut dem Art. 28 Abs. 1 IVG hat eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder
verbessern kann, die während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, einen Anspruch auf eine
Rente der Invalidenversicherung. Für die Bemessung der Invalidität wird gemäss dem
Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit dem Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das
die versicherte Person nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung und nach
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der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit erzielen könnte, in Beziehung zu jenem Erwerbseinkommen
gesetzt, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben wäre.
2.
2.1 Der Beschwerdeführer ist vor dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung als
Hilfsarbeiter tätig gewesen. In den Akten finden sich keine Hinweise auf eine deutlich
über- oder unterdurchschnittliche Leistungsfähigkeit. Das Valideneinkommen
entspricht folglich einem durchschnittlichen Hilfsarbeiterlohn respektive dem
statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne.
2.2 Für die Bestimmung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens
kommt in aller Regel der medizinischen Arbeitsfähigkeitsschätzung eine entscheidende
Bedeutung zu. Die Sachverständigen der MGSG GmbH haben angegeben, dass dem
Beschwerdeführer körperlich leichte Tätigkeiten ohne eine häufige Kraftanwendung der
Hände uneingeschränkt zumutbar seien. Das deckt sich mit der Aussage der
behandelnden Handchirurgin Dr. C._, das ulna impaction syndrome schränke nur die
Fähigkeit des Beschwerdeführers ein, Tätigkeiten mit erhöhten Kraftanforderungen an
die Hände zu verrichten; für eine leidensadaptierte Tätigkeit bestehe aber eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Inwiefern sich die Arbeitsfähigkeitsschätzung der
Sachverständigen der MGSG GmbH mit jener von Prof. Dr. D._ deckt, kann anhand
der Akten nicht beantwortet werden. Die Beschwerdegegnerin hat es nämlich
versäumt, Prof. Dr. D._ um eine detaillierte Stellungnahme zu seiner
Arbeitsfähigkeitsschätzung aufzufordern, die vom Versicherungsgericht als nicht
eindeutig qualifiziert worden war. Nach der Rückweisung zur weiteren Abklärung hat
Prof. Dr. D._ lediglich nochmals seine früheren (nicht ganz eindeutigen)
Ausführungen wiederholt. Allerdings haben der orthopädische Sachverständige der
MGSG GmbH und der behandelnde Chiropraktor Dr. F._ die (weiterhin bestehenden)
Unsicherheiten mit ihren detaillierten Angaben beseitigen können, weshalb dann doch
auf eine umfassende Stellungnahme von Prof. Dr. D._ hat verzichtet werden können.
Dem Bericht des behandelnden Chiropraktors Dr. F._ lässt sich nämlich entnehmen,
dass der massgebende objektive klinische Befund bezüglich der Lendenwirbelsäule
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weitgehend unauffällig gewesen ist: Dr. F._ hat nur eine Haltungsschwäche mit
muskulären Dysbalancen, eine Druckdolenz L5/S1 und eine in allen Ebenen endständig
schmerzhafte Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule festgestellt. Diese Angaben decken
sich vollständig mit jenen des orthopädischen Sachverständigen der MGSG GmbH, der
ebenfalls objektiv klinisch keine wesentlichen Einschränkungen in Bezug auf die
Lendenwirbelsäule hat feststellen können. Zudem hat der orthopädische
Sachverständige der MGSG GmbH überzeugend dargelegt, dass bei genauer
Betrachtung auch in den Berichten von Prof. Dr. D._ keine erheblichen objektiven
klinischen Befunde erwähnt sind, die eine relevante Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten begründen könnten. Selbst
der behandelnde Hausarzt Dr. E._, der eine Arbeitsunfähigkeit von 20 Prozent sogar
für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten attestiert hat, hat keine objektiven klinischen
Befunde angeführt, die eine Arbeitsunfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit
erklären könnten. Folglich steht trotz der fehlenden umfassenden Stellungnahme von
Prof. Dr. D._ mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit fest, dass der objektive klinische Befund aus orthopädischer Sicht
weitgehend unauffällig gewesen ist. Am Gutachten der MGSG GmbH ist zwar zu
bemängeln, dass die Würdigung der Berichte der behandelnden Ärzte eher knapp
ausgefallen ist, aber das ändert nichts am Umstand, dass sich in den Berichten der
behandelnden Ärzte keine objektiven klinischen Befunde finden, die ernsthafte Zweifel
an der sorgfältig begründeten und überzeugenden Arbeitsfähigkeitsschätzung der
MGSG GmbH wecken könnten. Das gilt auch für den Bericht von Dr. G._, die ihre
abweichende Arbeitsfähigkeitsschätzung nur mit subjektiven Angaben des
Beschwerdeführers und nicht mit fassbaren objektiven klinischen Befunden begründet
hat. In objektiver Hinsicht hat sie nämlich nur eine depressive Grundstimmung bei
Rückenschmerzen festgestellt, was für sich allein die Diagnose einer Depression nicht
begründen und auch nicht erklären kann, weshalb der Beschwerdeführer für jede
Tätigkeit zu 50 Prozent arbeitsunfähig sein sollte. Ausserdem hat Dr. G._ explizit
festgehalten, dass die Auffassung und die Konzentration des Beschwerdeführers
uneingeschränkt gewesen seien, was gegen eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit spricht.
Die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers zu angeblichen Symptomen einer
Depression vermögen für sich allein keine wesentlichen Zweifel an der
Arbeitsfähigkeitsschätzung der MGSG GmbH zu wecken. Diesbezüglich ist auch zu
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berücksichtigen, dass die Sachverständigen der MGSG GmbH mehrfach auf
Aggravationstendenzen des Beschwerdeführers hingewiesen und diese Hinweise mit
objektiven Befunden untermauert haben, die sie während der Begutachtung erhoben
hatten: Die standardisierte Bewertung der Bereiche „Beschreibung von Schmerz und
Einschränkungen“, „Schmerzverhalten“, „Leistungsverhalten“ und „Konsistenz“ im
Rahmen der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit hatte zusammenfassend
eine erhebliche Symptomausweitung ergeben; bei den physischen Leistungstests hatte
der Beschwerdeführer eine erhebliche Selbstlimitierung gezeigt; das Ausmass der
demonstrierten physischen Einschränkungen hatte sich mit den geringfügigen
objektivierbaren pathologischen Befunden aus somatischer Sicht nur zum Teil erklären
lassen. Diese Aussagen schwächen die Überzeugungskraft der subjektiven Angaben
des Beschwerdeführers, weshalb ein allein auf solchen subjektiven Angaben
beruhender medizinischer Bericht keine hohe Beweiskraft haben kann. Insgesamt
finden sich in den Akten jedenfalls keine Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit des
Gutachtens der MGSG GmbH sprechen würden. Die Sachverständigen haben den
Beschwerdeführer eingehend persönlich untersucht und die von ihnen erhobenen
objektiven klinischen Befunde detailliert und anschaulich festgehalten. Gestützt darauf
haben sie eine überzeugend begründete Diagnosestellung und
Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben. Sowohl die Diagnose als auch die
Arbeitsfähigkeitsschätzung stimmen (wie oben dargelegt) weitgehend mit den Angaben
der behandelnden Fachärzte überein. Folglich steht mit dem erforderlichen Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass dem Beschwerdeführer ideal
leidensadaptierte Tätigkeiten uneingeschränkt zumutbar sind.
2.3 Der allgemeine und ausgeglichene Arbeitsmarkt bietet diverse körperlich leichte
Hilfsarbeiten, die ohne eine übermässige Kraftanwendung der Hände verrichtet werden
können. Dem Beschwerdeführer ist eine entsprechende Tätigkeit zuzumuten, weshalb
der Ausgangswert des Invalideneinkommens dem statistischen Zentralwert der
Hilfsarbeiterlöhne und damit dem Valideneinkommen entspricht. Angesichts der
uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers für ideal leidensadaptierte
Tätigkeiten ist kein Tabellenlohnabzug zu berücksichtigen. Gesamthaft resultiert
folglich ein Invaliditätsgrad von null Prozent. Die angefochtene Verfügung erweist sich
damit im Ergebnis als rechtmässig.
3.
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Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. An sich müsste der unterliegende
Beschwerdeführer die Gerichtskosten von 600 Franken bezahlen. Zufolge der
Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung wird er von der Pflicht zur Bezahlung
der Gerichtskosten befreit. Da ihm auch die unentgeltliche Rechtsverbeiständung
bewilligt worden ist, hat der Staat seiner Rechtsvertreterin eine Entschädigung
auszurichten, die 80 Prozent des erforderlichen Vertretungsaufwandes entspricht (Art.
31 Abs. 3 AnwG). Angesichts des eher geringen Umfangs der entscheidrelevanten
Akten ist von einem leicht unterdurchschnittlichen Vertretungsaufwand auszugehen,
weshalb die Entschädigung auf vier Fünftel von 3’000 Franken, das heisst auf 2’400
Franken, festzusetzen ist. Sollten es seine wirtschaftlichen Verhältnisse dereinst
gestatten, wird der Beschwerdeführer zur Nachzahlung der Gerichtskosten und zur
Rückerstattung der Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsverbeiständung
verpflichtet werden können (Art. 99 Abs. 2 VRP i.V.m. Art. 123 ZPO).