Decision ID: 9b965e11-1c7e-472f-b2ab-ce8e7e7ff823
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1964,
absolvierte eine Lehre als
Maschinen
mechani
ker (vgl.
Urk.
5
/33/3)
und arbeitete zuletzt als technischer Leiter bei der
Y._
, einer
Wohnbaugenossenschaft (
Urk.
5/8
/5). Ab dem
17./
18. Oktober 2007 war er wegen einer Depression zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
5/8/7, 5/13
/37
) und
er
befand sich wiederholt in der
Z._
in stationärer Behandlung (vgl.
Urk.
5/32/1
, 5/94/1-14
).
Am 3
0. November 2008 meldete er sic
h
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, für die berufliche Integration und für eine Rente an
(
Urk.
5/8
).
Nach Einholen insbesondere des Berichts von
Dr.
med.
A._
, Fach
arzt für Psychiatri
e, vom 21. April 2009 (
Urk.
5/26
)
sowie
der
von der Pensions
kasse der
B._
in Auftrag gegebenen Be
urteilung
von
Dr.
med.
C._
, Psychiater und Psychotherapeut, vom 27. Juli 2009 (
Urk.
5/33) sp
rach ihm die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
, IV-Stelle, mit Verfügung vom 18. Februar 2010 ab 1. Juni 2009 eine ganze Invalidenrente sowie Kinderrenten zu (
Urk.
5/46
,
5/49).
Im Revisionsverfahren vom November 2012
wurde der Bericht von
Dr.
A._
vom
7. Januar 2013 eingeholt (
Urk.
5/57).
Dr.
A._
gab auch an, dass der Versicherte sich bei einem Sturz von Ende
2010 (richtig
: vom
4. Januar 2011
,
Urk.
5/102/14
)
eine Luxation im
Acromioclaviculargelenk
(AC)
rechts zugezo
gen habe (
Urk.
5/57/2).
Es
blieb bei der ganzen Invalidenrente (vgl. Mitteilung vom 5. Februar 2013,
Urk.
5/63).
Im Rahmen des erneuten Revisionsverfahrens vom Februar 2014
holte die IV-Stelle insbesondere auch
die Berichte der
in den Jahren 2007 bis 2011 notwen
dig gewordenen
Hospitalisationen
in der
Z._
sowie im
D._
, Privatklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
,
ein (vgl.
Urk.
5/91, 5/94/15-17) sowie d
ie Unterlagen der Behandlung der
Folgen des Sturzes vom 4. Januar 2011 (
Urk.
5/101, 5/102/1-19).
Sodann holte sie bei der Krankenkasse des Ver
sicherten eine Übersicht der abgerechneten Behandlungen und der Medikamen
tenbezüge ein (
Urk.
5/106).
Mit Schreiben vom 3. Juli 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, zur Klärung der Leistungsansprüche sei eine umfassende polydisziplinäre Untersuchung (in den Disziplinen: Allgemeine Innere Medizin, Orthopädie, Psychiatrie, Neuropsychologie) erforderlich
,
und sandte dem
Ver
sicherten die vorgesehenen Fragen zu (
Urk.
5/110, 5/108-109
). Am
2
2.
September 2015
teilte sie dem Versicherten sodann die Gutachterstelle
, die
E._
,
und die Namen der untersuchenden G
utachter mit (
Urk.
5/114
).
Aufgrund der Rückmeldung der
E._
wurde auch eine neurologische Untersuchung vorgesehen
(vgl.
Urk.
5/113). Nachdem von S
eiten des Ver
sicherten
Einwendungen gegen die vorgesehene Begutachtung erhoben worden waren (vgl.
Urk.
5/123)
,
hielt die
IV-Stelle mit Verfügung vom 21. Dezember 2015 (Urk.
2) an der polydisziplinären Abklärung durch die
E._
und an den vorgesehenen Fachärzten und Fachdisziplinen
fest.
2.
Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 29. Januar 2016 mit dem Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben (
Urk.
1 S. 2). Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom 1. März 2016 auf Abwei
sung (
Urk.
4). Mit Replik vom 2
2.
Juni 2016 (
Urk.
10) liess der Versicherte
an seinen Anträgen festhalten. Die IV-Stelle verzichtete auf
das
Einreichen einer Duplik (
Urk.
13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
.1
Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) hat in seinem Kreisschreiben
über das Verfahren in der Invalidenversicherung (KSVI) festgehalten, wie bei der
Auftragsvergabe für eine Begutachtung vorzugehen ist. Da neue Verfah
rens
vor
schriften – vorbehältlich
anders lautender
Übergangsbestimmung
en – gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung mit dem Tag des Inkrafttretens so
fort und
in vollem Umfang anwendbar sind (vgl. BGE 132 V 368 E. 2.1) und die einzeln
en
Verfahrensschritte im Hinblick auf die hier in Frage stehende Begut
ach
tung zwischen dem
3. Juli und dem 2
2.
September
2015
erfolgten, ist das KSVI in der ab dem 1.
Januar
2015 geltenden Fassung massgebend.
1.
1.
2
Bei einer Zwischenverfügung betreffend die Anordnung einer polydisziplinären Begutachtung hat das Gericht vorab zu prüfen, ob das im KSVI be
schriebene Verfahren für die Auftragsvergabe von polydisziplinären Gutachten korrekt durchgeführt worden ist, was sich ohne Weiteres aus den Akten ergeben muss. Stellt das Gericht fest, dass das Verfahren noch nicht abgeschlossen ist, weil noch nicht alle vorgesehenen Verfahrensschritte vollzogen sind, so liegt keine an
fechtbare Verfügung vor mit der Folge, dass auf die Beschwerde nicht einzu
tre
ten ist.
Wurde das Verfahren vollständig durchgeführt, prüft das Gericht, ob mit der an
gefochtenen Verfügung sämtliche noch offenen Punkte geregelt beziehungs
weise sämtliche Einwendungen, denen nicht vollumfänglich stattgegeben wurde,
behandelt werden, was sich aus der Verfügung selbst ergeben muss. Trifft dies zu, prüft das Gericht die Verfügung materiell auf Vollständigkeit und Korrekt
heit und bestätigt sie oder hebt sie auf, was zur Abweisung oder Gut
heissung
der Beschwerde führt (vgl. zum Ganzen das Urteil des Sozialversicherungsge
richts IV.2014.00665 vom 23. März 2015).
1.1.3
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Par
teien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten, das heisst eine Dar
stellung des vom Versicherungsträger als relevant erachteten Sachverhaltes und der rechtlichen Erwä
gungen (Art. 49
Abs.
3 Satz 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Begründung eines Entscheides muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person ihn gegebenen
falls anfechten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwaltung ausdrücklich mit jeder
tatbeständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Ein
wand
auseinander setzen
muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/
dd
mit Hinweis, 118 V 56 E. 5b).
Der Mangel eines nicht oder nur ungenügend begründeten Entscheides kann gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung im Rechtsmittelverfahren geheilt werden, sofern die fehlende Begründung in der Vernehmlassung der entschei
denden Behörde zum Rechtsmittel enthalten ist oder den
beschwerdeführenden
Parteien auf andere Weise zur Kenntnis gebracht wird, diese dazu Stellung nehmen können und der Rechtsmittelinstanz volle Kognition zukommt (BGE 107
Ia
1).
1.2
1.2.1
Dem Beschwerdeführer wurde durch die
Beschwerdegegnerin
mit Schreiben vom 3. Juli 2015 mitgeteilt, dass eine polydisziplinäre Untersuchung angeord
net werde
. Gleichzeitig wurden ihm
die beteiligten Fachdiszipli
nen bekannt gegeben, der Fragenkatalog zugestellt und die Möglichkeit einge
räumt, Zusatz
fragen zu stellen oder gegen die Begutachtung und die vorgesehe
nen Fachdis
ziplinen Einwände zu erheben (Urk. 5/110; KSVI, Stand 1. Januar 2015,
[Rand
ziffer]
Rz
2076). Der Auftrag wurde danach korrekt bei
SuisseMED@P
deponiert (Urk. 5/
112
; vgl. KSVI, Stand 1. Januar 2015,
Rz
2077). An
schliessend wurden dem
Beschwer
deführer
am 2
2.
September 2015
die Gutachterstelle
, die vorgese
henen Fachdisziplinen
und die Namen der mit dem Gutachten betrauten Perso
nen mit entsprechendem Facharzttitel durch die Beschwerdegegnerin mit
geteilt. Überdies wurde
er
d
arauf hingewiesen, dass die Gut
achterstelle den Ort und den Termin mitteilen werde, und es wurde
ihm
Frist an
gesetzt für allfällige Einwen
dungen gegen die Gutachter (Urk.
5/114
; vgl. KSVI, Stand 1. Januar 2015,
Rz
2081). Die
Beschwerdegegnerin
führte das Verfahren
bis zum Verfügungserlass
somit vollständig und korrekt durch.
Dass
die IV-Stelle
bereits
in der Mitteilung vom 2
2.
September 2015
(
Urk.
5/114; wie auch in der Verfügung vom 21. Dezember 2015,
Urk.
2)
als Arzt der Inneren Medizin
Dr.
med.
F._
anstelle von Dr. med.
G._
anführte, ändert an der grundsätzlich korrekten Durchführung des Verfahrens nichts. Denn
es er
gab
sich ohne Weiteres aus den Akten
– näm
lich aus dem Vergleich mit der Mitteilung der
SuisseMED@P
vom 21. Septem
ber 2015
(vgl.
Urk.
5/113)
,
dass es sich
dabei
um
ein Versehen
handelt
e
. D
ie Akten waren
dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer nach dem entspre
chenden
Beizug
(vgl.
Urk.
5/115)
sodann
bekannt
gewesen und
hatten
ihm
bereits für die
anschliessende
Stellungnahme vom
27.
Oktober 2015
(
Urk.
5/123)
zur Verfügung
gestanden
.
1.2.2
In der
vorliegend angefochtenen
Zwischenver
fügung vom
21. Dezember
2015 wurden sämtliche s
trittigen Punkte geregelt (
Urk.
5/123 S. 3,
2
S. 3
).
Namentlich hielt die Beschwerdegegnerin an der polydisziplinären Begutachtung sowie am Gutachter
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neurologie, fest (
Urk.
2 S. 3).
Die Beschwerdegegnerin führte in der Verfügung
sbegründung
aus, die Prüfung der Einwände habe ergeben, dass kein schützenswerter Ausstands- oder Ableh
nungsgrund gegen die begutachtende Person vorliege
(
Urk.
2 S. 2)
. Sie legte jedoch nicht dar,
weshalb sie die polydisziplinäre
B
egutachtung weiterhin als notwendig erachtete (vgl.
Urk.
2)
.
Erst
in der Beschwerdeantwort vom 1.
März 2016 führte sie
die Gründe
dafür
an, weshalb
sie an der polydis
ziplinären Begutachtung festhalte
(
Urk.
4). Da
der Beschwerdeführer sich zu dieser Begründung
im Rahmen
des
zweiten Schriftenwechsels äussern konnte und da im vorliegenden Verfahren Sachverhalts- und Rechtsfragen frei überprüft wer
den können, ist diese
vom Beschwerdeführer beanstandete
Gehörsverletzung
(vgl.
Urk.
1 S. 7 f.)
als geheilt zu betrachten.
1.3
1.3.1
Wie in der Mitteilung vom 2
2.
September 2015 führte die Beschwerdegegnerin auch in der Verfügung vom 21. Dezember 2015 als begutachtenden Arzt der Allgemeinen Inneren Medizin
Dr.
F._
anstelle von
Dr.
G._
an (
Urk.
2).
Der Beschwerdeführer liess insoweit ausführen, über
Dr.
med.
F._
seien keine Informationen vorhanden, weshalb er ihn ablehne (
Urk.
1 S. 7). In der Beschwerdeantwort vom 1. März 2016 erklärte die Beschwerdegegnerin, der zuständige Gutachter sei versehentlich falsch bezeichnet worden. Der korrekte Name ergebe sich sowohl aus der Mitteilung der
SuisseMED@P
vom 21. Sep
tember 2015 als auch aus dem Schreiben der
E._
vom 29. Oktober 2015 (
Urk.
4). Der Beschwerdeführer l
iess daraufhin
geltend machen, es sei eine neue Verfügung zu erlassen. Eine wie auch immer geartete Heilung im Sinne einer Umbenennung ein
es Gutachters während laufendem
Gerichtsverfahren sei nicht zulässig. Es stelle sich die Frage der Nichtigkeit der angefochtenen Verfügung (
Urk.
10 S. 3).
1.3.2
Wie erwähnt ist aufgrund der Akten
offensichtlich, dass die Bezeichnung des Gutachters als
Dr.
F._
anstelle von
Dr.
G._
im Sinne eines redaktionellen Fehlers versehentlich erfolgt war. Von der „Umbenennung“ eines Gutachters kann damit nicht ausgegangen werden und es liegt kein Um
stand vor, der die Annahme der Nichtigkeit der Verfügung rech
t
fertigte.
Nich
tigkeit einer Verfügung liegt nur vor, wenn der ihr anhaftende Fehler besonders schwer ist (vgl. Urteil des Bun
desgerichts 9C_357/2015 vom 10.
September 2015 E. 3.2).
Die angefochtene Verfügung ist damit grundsätzlich insoweit zu korrigieren beziehungsweise abzuändern, dass als Arzt der Allgemeinen Inneren Medizin
Dr.
med.
G._
amtet.
Die angefochtene Verfügung vom 21. Dezember 2015 ist nachfolgend materiell zu prüfen.
2.
2.1
Die Verwaltung ist von Amtes wegen verpflichtet, die notwendigen Abklärun
gen vorzunehmen (Art. 43
Abs.
1
ATSG).
Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind, hat sich die versicherte Person diesen zu unterziehen (Art. 43
Abs.
2 ATSG).
Die Verfah
rensleitung liegt dabei beim Versicherungsträ
ger, dessen Ermessensspielraum in Bezug auf Notwendigkeit, Umfang und Zweckmässigkeit von medizinischen Erhebungen gross ist (
in BGE 139 V 585 nicht veröffentlichte E. 3.1 und E. 3.4 des
Urteil
s
des Bundesge
richts 8C_481/2013 vom 7. November 2013).
Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Untersuchungs
grundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsan
spruch zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinl
ichkeit entschieden werden kann (Urteil des Bundesgerichts U 571/06
vom 29. Mai 2007
E. 4.1).
Dies umfasst die Verpflich
tung und das Recht, die Untersuchungen anzuordnen, welche zur Klärung des Sachverhalts erforderlich sind, nicht jedoch das Recht, eine „
second
opinion
“ zu einem be
reits in einem Gutachten festgestellten Sachverhalt ein
zuholen, wenn dem Versicherungsträger dieser n
icht gefällt (vgl. BGE 138 V 275
E. 1.1; Urteil des Bundesger
ichts
U 571/06 vom 29. Mai 2007
E. 4.2). Entscheidend dafür, ob weitere Ab
klärungen angeordnet werden können und müssen, ist, ob die bereits vorliegenden Gut
achten die pra
xisgemässen inhaltlichen und beweismässigen Anforderungen an eine zu erstattende ärzt
liche Expertise erfüllen (Urteil des Bundesger
ichts U 571/06 vom 29. Mai 2007
E. 4.2).
2.2
Aus triftigen Gründen kann eine Partei einen Gutachter ablehnen (Art. 44 Satz 2 ATSG).
Gemäss KSVI können die folgenden personenbezogenen formellen und materi
ellen Einwände gegen eine
s
achverständige
Person
erhoben werden (KSVI in der ab 1. Januar 2015 und weiterhin geltenden Fassung
,
Rz
2081.2
):
-
Die begutachtende Person hat in der Sache ein persönliches Interesse;
-
Die begutachtende Person ist mit einer Partei in gerader Linie oder in der Seitenlinie bis zum dritten Grade verwandt oder verschwägert oder durch Ehe, Verlobung oder Kindesannahme verbunden;
-
Die begutachtende Person ist aus anderen Gründen in der Sache befan
gen;
-
Der begutachtenden Person fehlt es an der nötigen Fachkompetenz.
2.3
Wir
d eine Begutachtung
verfügungsweise angeordnet, so kann die versicherte Person mit Beschwerde an das kantonale Versicherungsge
richt
formelle
Aus
standsgründe
und
gewisse materielle Einwendungen geltend machen, nämlich den Einwand, es handl
e sich um eine unnötige
„
second
opinion
“
sowie Einwen
dungen gegen Art oder Umfang der Begutachtung (beispielsweise betreffend die Auswahl der me
dizinischen Disziplinen) oder gegen einzelne Sachverständige (etwa betreffend deren
Sachkompetenz, BGE 138 V 274 f.
E.
1.1
und E. 1.2.3
).
3.
3.1
Zur Frage der Notwendigkeit
der Begutachtung
führte die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort (
Urk.
4) aus,
der medizinische Sachverhalt sei nicht hinreichend abgeklärt. Sowohl die längeren Auslandaufenthalte als auch die Freizeitgestaltung des Beschwerdeführers (Joggen, Billard spielen, Snowboar
den, Klettern, Tauchen, Fotografieren, Spazierengehen, Malen und Lesen
)
wür
den zumindest Fragen bezüglich der gestellten Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, mittelgradige bis schwere Episode, und der daraus abge
leiteten vollständigen Arbeitsunfähigkeit aufwerfen. Diese Fragen gelte es im Rahmen der angeordneten Begutachtung zu klären.
Da vorliegend
auch Ein
schränkungen in somatischer Hinsicht vorlägen, rechtfertige sich eine polydis
ziplinäre Abklärung (
Urk.
4). Inwiefern eine 90-Tage-Dienstleister-Regelung gegen eine charakterliche Eignung von
Dr.
I._
als Gutachter sprechen solle, sei nicht ersichtlich (
Urk.
5 S. 2).
3.2
Der Beschwerdeführer liess in der Beschwerde geltend machen, um im Rahmen eines Revisionsverfahrens eine Begutachtung in die Wege zu leiten, müssten widersprechende Arztberichte oder berechtigte Zweifel an den vorhandenen Arztberichten vorliegen. Ansonsten handle es sich um eine reine
„
second
opinion
“
, welche unzulässig sei. Beides liege nicht vor. Die vorhandenen Berichte belegten einen stationären Gesundheitszustand, nämlich das Vorliegen einer schweren depressiven Störung. Sodann stehe fest, dass der Versicherte viele Psychopharmaka einnehme, um die Krankheit zu überwinden. Die Einho
lung eines Gutachtens sei weder notwendig noch zumutbar (
Urk.
1 S. 5).
Bei der rein psychischen Krankheit des Versicherten bestehe keine Veranlassung für eine polydisziplinäre Begutachtung. Die Folgen des nach der Rentenzuspre
chung erlittenen Unfalles hätten auf die angestammte Tätigkeit des Beschwer
deführers keinen Einfluss. Eine Untersuchung durch sechs Ärzte sei weder not
wendig noch zumutbar (
Urk.
1 S. 6)
. Gegen Psychiater
Dr.
H._
erhebe er zudem einen personenbezogenen
Ausstandsgrund
. Dieser Arzt habe seine Praxis in Deutschland und biete für 90 Tage pro Jahr seine Begutachtungs
dienste an. Ein solcher Arzt sei charakterlich nicht geeignet, eine Begutachtung durchzuführen (
Urk.
1 S. 7).
In der Replik liess er ausführen, auch wenn kein förmlicher Anspruch auf eine öffentliche Verh
andlung bestehe
, ersuche er
darum
, ihn zur persönlichen Befragung aufzubieten (
Urk.
1 S. 2).
Der Ver
sicherte liess durch seinen Vertreter zudem ein Schreiben
seiner
Fa
milie
einrei
ch
en, worin diese
sein
en Gesundheitsz
ustan
d
schilderte
.
Namentlich gaben die Ehefrau und die Kinder an, die Tätigkeiten des Versicherten würden im falschen Licht dargestellt. Namentlich sei er von den Ärzten angehalten worden, sich mit
Malen, Lesen oder Spazierengehen inklusive Joggen zu betätigen, was ihm bis heute geholfen habe, seine Aggressionen und seine Wut im Zaum zu halten. Das eine Mal,
das
er m
it ihnen auf ihre Einladung hin im Schnee gewesen sei
, sei die erste und letzte Snowboarderfahrung gewesen, die er gemacht habe. Seine depressive Erkrankung nötige ihn, sich mit Tätigkeiten abzulenken um nicht noch tiefer zu fallen und seine wirren Gedankengänge im Zaum zu halten
(
Urk.
11).
4
.
4
.1
Dr.
A._
diagnostizierte im Bericht vom 21. April 2009 rezidivierende depres
sive Episoden, aktuell
eine
schwere Episode ohne
psychotische Symptome (ICD-10 F
33.2) sowie eine akzentuierte Persönlichkeit (
anankastisch
, narzis
s
tisch). Der Versicherte sei im Oktober 2007 erkrankt und sei seither, bis auf eine kurze Phase vom 21. April 2008 bis Ende Juli 2008, während der er in einem Maler
betrieb mit verminderten Anforderungen zu 50
%
ausgeholfen habe, zu 100
%
arbeitsunfähig. Vom 4. September 2008
bis 6. Februar 2009
sei er in der
Z._
hospitalisiert gewesen. Seine depressive Symptomatik sei dort schwierig zu beeinflussen gewesen, jedoch habe sich die seit langem bestehende schwere Sui
zidalität zurückgebildet und seine rastlose Unruhe habe sich deutlich vermindert (
Urk.
5/26/6). Zur Arbeitsunfähigk
eit auf längere Sicht hielt Dr.
A._
fest, eine forcierte Ausrichtung auf die Arbeitsrehabilitation
sei nicht zu empfehlen, da
davon eine
e
rneute
Überforderung und ein erneutes Einbrechen zu erwarten sei
. Erfolgsversprechender sei es, vorerst „sinnlose“ Tätigkeiten (wie Malen, etwas Geniessen) auf- und auszubauen und so ein solideres Fundament, das nicht nur auf Leistung gründe, zu legen. Dann erst würde er die Arbeitsrehabi
litation vornehmen (
Urk.
5/26/7, 5/26/8). Aufgrund der fremdanamnestischen Angaben habe es in der Vergangenheit immer wieder depressive Phasen gege
ben, ohne dass jedoch Fremdhilfe
in Anspruch genommen worden sei. Erstmals im Frühjahr 2006 sei
d
er
Versicherte
wegen einer depressiven Episode krank
geschrieben worden
(
Urk.
5/26/8
; vgl. auch
Urk.
5/13/37, 5/13/28
).
Nach den Angaben der Ärzte der
Z._
vom 1. Juli 2009
war
der Versicherte vom 7. Mai bis
2.
Juni 2009 erneut hospitalisiert gewesen.
Dabei sei es vor allem darum gegangen, die medikamentöse Therapie anzupassen. Dies
e Anpas
sung
habe zu einem vollständigen Abklingen der stark einschränkenden Nebenwirkungen sowie zu einer deutlichen Verbesserung von Affekt und Antrieb geführt. Mit der Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit könne gerechnet werden, jedoch sei der zeitliche Rahmen einer Wiederaufnahme nicht absehbar
(
Urk.
5/32/2-4). Wichtig dabei schienen die schrittweise Steigerung der
Arbeitsfähigkeit, die ambulante Begleitung durch den Psychotherapeuten sowie die sorgsame Wahl des zukünftigen Betätigungsfeldes
(
Urk.
5/32/4)
.
Dr.
C._
hielt im Bericht vom 27. Juli 2009 (
Urk.
5/33) fest, es stehe wohl die von den Ärzten der
Z._
diagnostizierte depressive Symptomatik im Vorder
grund. Werde jedoch das Krankheitsbild
unter dem
Aspekt der Entstehung betrachtet, komme er zum Schluss, dass beim Versicherten ursächlich eine kom
plexe posttraumatische Belastungsstörung vorliege und eine sehr auffällige Persönlichkeitsstruktur.
Er ste
lle deshalb die Diagnosen einer
komplexen
post
traumatischen Belastungsstörung bei einer auffälligen Primärpersönlichkeit und als Folge davon diejenige von rezidivierenden schweren Depressionen. Am bes
ten werde die B
elastungsstörung unter ICD-10 F
61.1 codiert. Ferner seien die Ziffern Z 73.1 und F 33.2 aufzuführen (
Urk.
5/33/1). Sinnvoll beim Störungsbild des Versicherten sei der Erhalt der Arbeitsfähigkeit und die berufliche Rein
tegration. Aktuell sei der Zustand des
Versicherten dafür zu schlecht (
Urk.
5/33/5-6; vgl. auch die Beurteilung des Regionalen Ärztlichen Dienstes der IV-Stelle [RAD]
vom 19. Oktober 2009
,
Urk.
5/39/3).
Aufgrund dieser Beurtei
lungen erfolgte mit Verfügung vom 18. Februar 20
1
0 die Zusprechung der gan
zen Invali
denrente
.
4
.2
Gemäss dem (erst
im aktuellen Revisionsverfahren eingeholten
)
Bericht des
J._
vom
2.
März 2011
war
der Versicherte am 4. Januar 2011 beim Skifahren
(
beziehungsweise
: Snowboardfahren,
Urk.
5/102/14)
mit seinen Kindern ausgerutscht und auf die rechte Schulter gefallen, wobei die Diagnose einer
AC
-
G
elenkluxation
rechts zu stellen war
. Der Versicherte arbeite als Immobilienmakler und betreibe viel Sport wie Klettern oder Tauchen (
Urk.
5/101).
Am 1. März 2011
sei ein
operative
r Eingriff
erfolgt
(
Urk.
5/101).
Gemäss den
(ebenfalls
im aktuellen Revisionsverfahren eingeholten
)
Berichten der
Z._
war der Versicherte vom 30. März bis 21. April 2011 zum vierten Mal hospitalisiert gewesen (
Urk.
5/94/15; vgl. auch
Urk.
5/94/1-14). Die Zuweisung sei per fürsorgerischem Freiheitsentzug (FFE) erfolgt.
In geschütztem Rahmen habe sich die Suizidalität rasch zurückgebildet. Nach einem
Konsil
in der
K._
hinsichtlich seiner Schulterverletzung sei es dem Versicherten gelungen, Hoffnung zu schöpfen. Die Dauerschmerzen im Bereich der Schulter seien zurückgegangen
,
dem Versicherten sei es gelungen, seine Aktivitäten (vor allem Sport)
wieder aufzunehmen
und es sei zu einer allgemeinen Stimmungs
aufhellung gekommen
(
Urk.
5/94/15-16). Die Ärzte diagnostizierten eine rezidi
vierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F 32.2), einen Status nach Unfall am 4. Januar 2011 mit
Clavicula-Fraktur mit AC-Gelenk
luxation rechts
mit aktuell
Tossy
III
sowie
einen Status nach Meningitis vor circa einem Jahr (
Urk.
5/94/1
5). Am 4.
Juli 2011 erfolgte erneut eine Klinike
inweisung per FFE
(
Aufenthalt vom 4. bis
13. Juli 2011,
Urk.
5/91/1)
.
Die Ärzte
des
D._
diagnostizierten eine mittelgradige bis schwere depressive Episode (IC
D-10 F 32.10) bei anam
nestisch
rezidivierender depressiver Störung. Der Versicherte habe am Einwei
sungstag
mehr
mals versucht, seinen Psychiater
Dr.
A._
anzurufen. Da dieser nur wenig Zeit für den Versicherten habe aufbringen können und ihn um einen erneuten Rückruf gebeten habe, habe der Versicherte ausgeführt, er habe nun keine Lust mehr und wolle nur noch schlafen. Daraufhin seien die Polizei und die Notfallpsychiaterin bei ihm vorbeig
e
schickt worden
(
Urk.
5/91/1). Während des Aufenthalts habe
der Versicherte an
gegeben
, dass für ihn das Spazierenge
hen, wie auch das regelmässige Fotografieren wichtige Ressourcen seien. Seiner wichtigsten Ressource, dem Sport könne er aufgrund seiner Schulterverletzung nicht mehr nachgehen
(
Urk.
5/91/2)
.
Die Aufhebung des FFE
am Folgetag habe dem Versicherten eine spürbare Entlastung verschafft. Er
habe
während des Aufenthalts
regelmässig und gerne an tagesstrukturierenden Programmen teil
genommen und habe für sich selbst ein Sportprogramm aufgestellt. Es seien Strategien entwickelt worden, um Anzeichen einer drohenden Exazerbation der depressiven Symptomatik früh zu erkennen und um dementsprechend handeln zu können (
Urk.
5/91/3).
Die
Ärzte
der
K._
diagnostizierten im
(ebenfalls im aktuellen Revisi
onsverfahren eingeholten)
Bericht
vom 17. Januar 2012 (
Urk.
5/102/1)
eine postoperative
Re-Dislokation mit
Coracoid
-Spitzenfraktur bei einem Status nach Revision des AC-Gelenks rechts
vom 15. Juli 2011
(
Urk.
5/102/1). Es seien weiterhin muskuläre Verspannungsschmerzen im Bereich der
Trapeziusmusku
lat
ur
vorhanden (
Urk.
5/102/1).
Am 7. Januar 2013 gab
Dr.
A._
an, in den Jahren 2010 und 2011 seien wie
derholte psychiatrische
Hospitalisationen
notwendig geworden, einmalig per
FFE
. Diese hätten bis zu zwei Monate gedauert. Sodann habe der Versicherte Ende 2010
(richtig:
am
4. Januar 2011)
eine unfallbedingte (Sturz im Stehen) Luxation
des
AC-Gelenk
s
rechts erlitten, die zunächst konservativ behandelt worden sei und im Anschluss operativ. Diese Verletzung schränke den Ver
sicherten, da es sein dominanter Arm sei, stark ein und wirke sich dement
spre
chend auch psychisch aus (
Urk.
5
/57/2).
Das Jahr 2012 sei das erste Jahr gewesen, in welchem zum Teil trotz schweren depressiven Zuständen, während derer der Versicherte praktisch handlungsunfähig und bettlägerig
gewesen sei
, keine psychiatrische
Hospitalisation
nötig geworden sei. Im Umgang mit seinen Einschränkungen sei er weniger aggressiv, was auch sein Umfeld stark entlaste. Die Ehefrau habe ihre Teilzeitanstellung gekündigt, da sich ihre Abwesenheit
jeweils depressionsverstärkend ausgewirkt habe. Der Versicherte überfordere sich noch häufig, was er mehrheitlich selbst nicht merke. Die Umgebung müsse jeweils einschreiten, um eine Erschöpfungskrise abzuwenden. Der Zugang zu Aktivitäten sei ihm zustandsbedingt sehr unterschiedlich möglich. Auch in guten Momenten müsse er häufig Pausen einlegen. Im Herbst 2012 sei ein län
gerer Aufenthalt in Griechenland mit seiner Ehefrau möglich gewesen. Durch den äusseren Abstand und die dadurch erlebte Entlastung von Alltagspflichten, habe sich sein Zustandsbild etwas gebessert. Seit er wieder zu Hause sei, sei sein Zustandsbild wieder verschlechtert (
Urk.
5/57/3).
Dr.
A._
diagnostizierte eine chronische depressive Erkrankung mit oszillierender depressiver Symptomatik einer mittelschweren bis schweren depressiven Episode entsprechend
im Rah
men rezidivierender depressiver Episoden (ICD-10 F 33.1 beziehungsweise F 33.2) sowie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit
anankastischen
und narzisstischen Anteilen (ICD-10 F 61). 2012 sei erstmals eine Zustandsverbes
serung eingetreten. Die Symptomatik sei jedoch stark schwankend und eine zusätzliche äussere Belastung, wie es gegenwärtig für den Versicherten eine äussere Tätigkeit wäre, würde das Zustandsbild mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erneut verschlechtern. Bei einer äusseren Anforderung würde
d
er
Versicherte
sich bis zum Zusammenbruch belasten, dies unter ande
rem wegen der mit dem Eingestehen der Grenzen verbundenen narziss
tischen Kränkung (
Urk.
5/57/4).
Gestützt auf diesen Bericht ging die IV-Stelle von einem unveränderten Rentenanspruch aus (vgl.
Urk.
5/62, 5/63).
4
.3
Nach den Angaben von
Dr.
A._
im aktuellen Bericht vom 24. November 2014 (
Urk.
5/80) habe sich seit 2013 keine Verbesserung des Gesundheitszu
standes ergeben, viel
mehr sei seit einem halben Jahr
eine Verschlechterung ein
getreten.
Unverändert liege ein chronisches depressives Syndrom von mittelgra
dig bis schwerer Ausprägung vor; im letzten Jahr sei das depressive Zustands
bild überwiegend schwer ausgeprägt gewesen, mit teilweise akuter Suizidalität. Mittelfristig sei keine Änderung zu erwarten. Es sei unverändert keine Erwerbs
tätigkeit möglich. In der Berichtsperiode seien beide Elternteile vorerst erkrankt und im Mai 2014 die Mutter und im Oktober 2014 der Vater verstorben. Dadurch sei es wiederholt zu zusätzlichen Verschlechterungen der gesundheit
lichen Situation
und zu einer Destabilisierung gekommen (
Urk.
5/80/2-3, 5/80/5). Erwähnenswert erscheine ihm, dass trotz krisenhaftem Verlauf mit star
ken äusseren Belastungen keine
Hospitalisationen
nötig geworden seien. Das zeige, dass gewisse Bewältigungsmechanismen besser ange
wandt
werden könnten. In solchen Zeiten sei jedoch eine intensive Betreuung durch die Um
gebung (insbesondere die Ehefrau) und den behandelnden Arzt mit guter Erreichbarkeit und zusätzlicher medikamentöser Unterstützung nötig
(
Urk.
5/80/4
; vgl. auch die persönlichen Angaben des Beschwerdeführers vom 2
2.
Juni 2014,
Urk.
5/70
).
5
.
5
.1
Zu p
rüfen ist vorab
die Notwendigkeit ergänz
ender Untersuchungen überhaupt.
Die Rentenzusprechung ab
1. Juni 2009
erfolgte gestützt auf die Angab
en von
Dr.
A._
vom 21. April 2009
sowie gestützt auf
den von der Pensionskasse der
B._
in Auftrag gegebenen
Bericht
von
Dr.
C._
vom 27. Juli 2009
. D
ie Ärzte gingen davon aus, dass
aktuell keine verwertbare Arbeitsfähig
keit vorliege, dass sich dies in Zukunft aber ändern könnte. Im Rahmen der ersten Rentenrevision
vom November 2012
war einzig
auf den B
ericht des behandelnden
Dr.
A._
abgestellt worden. Auch im aktuellen Revisionsver
fahren gibt einzig der
Bericht
des behandelnden
Dr.
A._
vom 24. November 2014 Auskunft zum aktuellen
psychischen
Gesundheitszustand
des Versicherten
sowie zur Arbeitsfähigkeit.
Da
die Prüfung
,
ob
,
und
der Beweis dafür, dass eine rentenrelevante Änderung des Invaliditätsgrads eingetreten ist, der IV-Stelle obliegt
(Urteil des Bundesge
richts 8C_733/2010 vom 10. Dezember 2010 E. 3.2 mit Hinweis)
, kommt ihr bei der Entscheidung, ob weitere
und wenn ja, welche
Beweismittel beizuziehen sind, ein
grosser
Ermessensspielraum zu
(vgl. E.
2.
1)
. Diesen
Ermessensspiel
raum
hat sie im vorliegenden
Fall
mit der Anordnung einer Begutachtung
nicht überschritten. Denn b
is anhin liegt zum aktuellen Gesundheitszustand kein
e
gutachterliche Beurteilung, sondern einzig die Einschätzung des behandelnden Arztes vor.
Die einzige gutachterliche Beurteilung im Verlauf hatte
Dr.
C._
im Jahr 2009 vorgenommen.
Damit kann auch nicht angenommen werden, die angeordnete Begutachtung diene der Einholung einer gutachterlichen „
second
opinion
“. Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang
sodann auch die Erfahrungstatsache
,
dass behandelnde Arztpersonen beziehungsweise Therapie
kräfte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc)
und es ist auf den Unterschied zwischen Behandlungs- und Begutachtungsauftrag hinzuweisen
(vgl. dazu etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_564/2016 vom 24.
November 2016 E. 3.1 mit Hinweisen).
Dr.
A._
ging
im Bericht vom 24. November 2014
davon aus, dass
auch
mittel
fristig keine V
erbesserung des Gesundheitszustands und der
Arbeitsfähig
keit zu erwarten sei
(
vgl.
Urk.
5/80 S. 5-6)
.
Im Rahmen der ersten Rentenzuspre
chung demgegenüber hatte
Dr.
C._
die Wiederaufnahme einer
Arbeitstä
tigkeit
als
wichtig gewertet
und
die Ärzte waren
für die Zukunft
zumindest von einer möglichen
Wiederherstellung
der
Arbeitsfähigkeit
ausgegangen
(vgl.
E. 4.1)
.
Es ist mit der IV-Stelle
deshalb
als notwendig zu betrachten, die
Einschät
zung
von
Dr.
A._
im Bericht vom 24. November 2014
gutachterlich zu überprüfen.
Den
Eindruck
, den das Gericht
im Rahmen einer mündlichen Befragung
vom Beschwerdeführer erhalten kann, ist
für die Frage der Notwendigkeit der Begut
achtung nicht en
tscheidend
(
Urk.
10 S. 2).
Von einer persönlichen Befragung sind damit keine
für den Entscheid
relevanten Erkenntnisse zu erwarten und der entsprechende Antrag ist
demzufolge
abzuweisen (
vgl.
Urk.
1 S. 2).
Zudem bestehen
weder
Hinweise
für die Unzumutbarkeit einer Begutachtung noch wurden konkrete Gründe genannt,
weswegen
dem Versicherten die Teil
nahme an einer Begutachtung unzumutbar wäre.
5
.2
Der Beschwerdeführer liess
weiter
geltend machen, falls überhaupt
,
so sei er einzig psychiatrisch abzuklären. Eine Untersuchung durch insgesamt sechs Ärzte sei weder notwendig noch zumutbar (
Urk.
1 S. 6).
Der Versicherte hatte sich am 4. Januar 2011
eine Verletzung des rechten Schul
tergelenkes zugezogen, die
gemäss den Angaben von
Dr.
A._
bis heute zu
einer Einschränkung
der Belastbarkeit führt
(vgl.
Urk.
5/80/5)
.
Wie sich aus den
ärztlichen
Berichten
ergibt, war es
sodann
auch zu Wechselwirkungen zwischen
dem
psychischem Gesundheitszustand
und
den
somatischen Ein
schränkungen gekommen
(vgl. E. 4
.2)
. Auch die somatische
n
Einschränkungen sind
somit
–
namentlich
auch
im Hinblick auf eine
allenfalls
eingetretene Ver
besserung des psychischen Gesundheitszustands - ergänzend zu beurteilen.
Au
ch bei der Auswahl der
Fachdisziplinen
kommt der Beschwerdegegnerin ein grosser Ermessensspielraum zu
.
Die Allgemeine Innere Medizin ist
bei polydis
ziplinären Begutachtungen
stets
vertreten (vgl. KSVI, Stand 1. Januar 2015,
Rz
2075)
.
Die
Notwendigkeit der
psychiatrischen und orthopädischen Beurteilung ist
aufgrund der Leiden des Versicherten ohne
W
eiteres nachvoll
zieh
bar.
Die
Einholung
der
neuropsychologischen Beurteilung
erscheint
aufgrund der gel
tend gemachten (
psychisch bedingten
)
Konzentrations
störungen, der
geltend gemachten
Einschränkung des Auffassungsvermögens und der Einschränkun
gen bei der Anpassungsfähigkeit und der Belastbarkeit
gerechtfertigt
(vgl.
Urk.
5/80/6).
Was sodann die neurologische Beurteilung betrifft, so ist
festzu
halten, dass im Nachgang zur Schulterverletzung eine
Allodynie
am Mittel-, Ring- und kleinen Finger rechts aufgetreten war
(vgl.
Urk.
5/102/9)
, Symptome, die
eine neurologische Beurt
eilung zumindest
als vertretbar erscheinen lassen
. Diese allesamt üblichen Untersuchungen sind nach der Rechtsprechung, sofern wie vorliegend keine konkreten Umstände
dagegen sprechen
, a
ls zumutbar zu betrachten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_481/2013 vom 7. November 2014 E. 3.4
). Festzuha
lten bleibt, dass es den begutachtenden
Fachärzten bezie
hungsweise Fachä
rztinnen
obliegt
,
die
Untersuchungen
hinsichtlich Umfang und Dauer
so auszugestalten, dass die gesundheitlichen Einschränkungen beur
teilt werden können
; damit können sie auch
von Untersuchungen
absehen
, die sich
aufgrund der gesamten Umstände
letztlich als unnötig erweisen
(vgl. U
rteile des Bundesgerichts 8C_780/2014 vom 25. März 2015 E. 5.1 sowie 8C_277/2014 vom 30. Januar 2015 E. 5.2).
Zusammenfassend ist die von der IV-Stelle angeordnete polydisziplinäre Begut
achtung
notwendig und zumutbar.
5
.3
Der Beschwerdeführer liess sodann Einwendungen gegen zw
ei der Gutachter geltend machen.
Soweit
diese
Einwendungen
einen
Dr.
med.
F._
betrafen, sind
sie
dahingefal
len (vgl.
E
.
1
.3
).
Gegenüber
Dr.
G._
liess der Versicherte mit der Replik vom 2
2.
Juni 2016 keine Ablehnungsgründe erheben (
vgl.
Urk.
10).
Dr.
med.
H._
verfügt in der Schweiz über eine Berufsausübungsbewilli
gung und über eine eigene Praxis in
L._
(
vgl.
Urk.
1 S.
7; vgl. auch www.medregom.admin.ch
). Weshalb und inwiefern die in den Staats
verträgen und Gesetzen vorgesehene Möglichkeit einer gerade auch in den
Medizinalberufen
zulässigen, zeitlich begrenzten Tätigkeit in der Schweiz
(vgl. etwa
Merkblatt zur Meldung der beabsichtigten Aufnahme einer zeitlich begrenzten selbständigen ärztlichen Tätigkeit [90-Tage-Dienstleistung]; unter
www.gd.zh.ch
)
bei objektiver Betrachtung auf eine charakterliche Nichteignung schliessen
l
ässt
, ist nicht nachvollziehbar (vgl.
Urk.
1 S. 7).
Auch dass
der Arzt, der in Deutschland über eine Praxis verfügt, angesichts der
offenbar
begrenzten
und insbesondere gutachterlichen
Tätigkeit in der Schweiz nicht über eigene Räumlichkeiten und entsprechende Anschrift
, sondern über
ein Anschrift
bei einem Gutachter-Kollegen verfügt,
vermag seine Unabhängigkeit
bei objektiver Betrachtung
nicht in Frage zu stellen
.
Ein
Ablehnungsgrund
ist nicht ersicht
lich.
5
.4
Zusammenfassend ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und
die
Verfügung vom 21. Dezember 2015 dahingehend abzuändern
beziehungsweise zu berichti
gen
,
dass als Facharzt für Allgemeine Innere Medizin
Dr.
med.
G._
mitwirkt.
6
.
6
.1
Da es vorliegend nicht um die Bewilligung oder Verweigerung von Versiche
rungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenlos (Art. 61
lit
. a ATSG in Ver
bindung mit Art. 69
Abs.
1
bis
IVG).
6
.2
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person An
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Da nur von einem Obsiegen in sehr geringem Umfang auszugehen ist, ist keine Prozessentschädigung zuzusprechen.