Decision ID: 1d9676a6-68fe-4e50-88ef-fec747054ded
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X erwarb den Führerausweis für Personenwagen im Jahr 1968. Er ist im
Administrativmassnahme-Register nicht verzeichnet. Am Samstag, 2. Februar 2013,
um 4.50 Uhr, lenkte er einen Personenwagen auf der Bahnhofstrasse in A in Richtung
Bahnhof. Auf der Höhe des Haues Nr. 00 beim dortigen Fussgängerstreifen kollidierte X
mit dem auf der Schutzinsel montierten Inselpfosten. Am Fahrzeug und an der
Strassenanlage entstand Sachschaden. Nachdem der Atemlufttest positiv ausgefallen
war, wurde eine Blutprobe angeordnet. Deren Auswertung ergab für den Zeitpunkt des
Ereignisses eine Blutalkoholkonzentration von mindestens 2,32 Gew.-‰ und
höchstens 3,07 Gew.-‰. Der Führerausweis wurde X auf der Stelle abgenommen.
B.- Mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes vom 27. März 2013 wurde X wegen
Führens eines Motorfahrzeuges in fahrunfähigem Zustand (FiaZ; mindestens
2,32 Gew.-‰) zu einer bedingten Geldstrafe von 65 Tagessätzen zu je Fr. 180.-- und
zu einer Busse von Fr. 2'500.-- verurteilt. Der Strafbefehl erwuchs unangefochten in
Rechtskraft.
C.- Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen (nachfolgend:
Strassenverkehrsamt) eröffnete am 15. Februar 2013 ein Verfahren zur Abklärung der
Fahreignung und entzog X vorsorglich den Führerausweis. Die am 12. März 2013
angeordnete spezialärztliche Untersuchung wurde am 15. April 2013 an der
verkehrsmedizinischen Abteilung des Instituts für Rechtsmedizin des Kantonsspitals St.
Gallen (nachfolgend: IRM) durchgeführt. Im Gutachten vom 7. Mai 2013 wird
festgestellt, für eine Alkoholabhängigkeit gemäss ICD-10 lägen nicht genügend
Anhaltpunkte vor, eine derartige Problematik könne aber auch nicht ausgeschlossen
werden. Aus verkehrsmedizinischer Sicht könne die Fahreignung wegen eines
verkehrsrelevanten Alkoholmissbrauchs nicht befürwortet werden. Gestützt darauf
entzog das Strassenverkehrsamt X den Führerausweis mit Verfügung vom 14. Juni
2013 wegen einer Alkoholproblematik gestützt auf Art. 16d Abs. 2 lit. b SVG auf
unbestimmte Zeit mit einer Sperrfrist von drei Monaten. Als Bedingungen für die
Aufhebung des Entzugs wurden eine kontrollierte und fachlich betreute
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Alkoholabstinenz (Arzt und Beratungsstelle) von mindestens sechs Monaten (gemäss
Info-Blatt), das Einreichen eines hausärztlichen Zeugnisses über regelmässige ärztliche
Kontrollen (Behandlung des Diabetes mellitus und des Bluthochdrucks), das Einreichen
eines augenärztlichen Zeugnisses mit Beurteilung des Gesichtsfeldes, das Einreichen
eines schlafmedizinischen Zeugnisses zur Frage erhöhter Tagesmüdigkeit bei
Schlafapnoe-Syndrom sowie eine verkehrsmedizinische Untersuchung genannt. Einem
allfälligen Rekurs wurde die aufschiebende Wirkung entzogen.
D.- Gegen diese Verfügung erhob X mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 1. Juli
2013 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge seien die entzogene aufschiebende Wirkung des Rekurses
wiederherzustellen und die angefochtene Verfügung ersatzlos aufzuheben, eventualiter
sei anstelle des Sicherungsentzugs ein Warnungsentzug auszusprechen. Mit
Vernehmlassung vom 19. Juli 2013 beantragte die Vorinstanz die vollumfängliche
Abweisung des Rekurses. Auf die Ausführungen zur Begründung der Anträge wird,

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Mit Verfügung vom 6. August 2013 wies der Abteilungspräsident das Gesuch um
Erteilung der aufschiebenden Wirkung ab. Die Kosten dieser Zwischenverfügung
wurden bei der Hauptsache belassen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 1. Juli 2013 ist rechtzeitig eingereicht
worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen
(Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS
951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Im Rekurs wird geltend gemacht, aus dem verkehrsmedizinischen Gutachten vom
7. Mai 2013 könne nicht auf eine mangelnde Fahreignung geschlossen werden.
bis
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a) Der Rekurrent bringt zur Hauptsache vor, sämtliche Untersuchungsergebnisse
würden gegen eine verkehrsrelevante Alkoholproblematik sprechen. Davon seien auch
die Gutachter ausgegangen, indem sie lediglich festhielten, eine Suchtproblematik
könne nicht ausgeschlossen werden. Urin- und Blutanalysen hätten keine Hinweise auf
einen vermehrten Alkoholkonsum ergeben. Zudem hebe die Vorinstanz als positiv
hervor, dass das Haaruntersuchungsergebnis eine Reduktion des Alkoholkonsums
belege. Eine Bagatellisierungstendenz sei sodann nicht ersichtlich und werde von der
Vorinstanz auch nicht nachvollziehbar begründet. Der Rekurrent habe sein eigenes
verkehrsgefährdendes Verhalten offensichtlich erkannt. Gemäss Gutachten sei das
Absinken der EtG-Konzentration mit der angegebenen Konsumreduktion vereinbar. Die
Blutalkoholkonzentration anlässlich des Ereignisses könne für die Begründung der
fehlenden Fahreignung ebenfalls nicht genügen. Sie sei zwar Anlass für die
Untersuchung; für einen Sicherungsentzug müsse sich das Gutachten jedoch vielmehr
schlüssig und nachvollziehbar dazu äussern, ob der Rekurrent fähig sei, den
Alkoholkonsum und die Teilnahme am Strassenverkehr zu trennen. Damit setzten sich
weder das Gutachten noch die Vorinstanz auseinander. Nach bundesgerichtlicher
Rechtsprechung erlaube schliesslich auch das Ergebnis einer Haaranalyse für sich
allein noch keinen zweifelsfreien objektiven Befund einer Alkoholsucht und damit eines
verkehrsrelevanten Alkoholmissbrauchs. Jenem Resultat komme nur Indizcharakter zu.
Vielmehr müsse darüber hinaus dargetan sein, dass der Proband seine Neigung zum
übermässigen Alkoholgenuss durch den eigenen Willen nicht zu überwinden und zu
kontrollieren vermöge. Er müsse in einem Masse abhängig sein, dass er mehr als jede
andere Person der Gefahr ausgesetzt sei, sich in einem Zustand an das Steuer eines
Fahrzeugs zu setzen, der das sichere Führen nicht mehr gewährleiste. Dafür gebe es
beim Rekurrenten keine Hinweise, insbesondere keine körperlichen. Auch der Hausarzt
habe ausgeführt, dass keine Suchtmittelproblematik bestehe. Zudem verfüge der
Rekurrent seit 45 Jahren über den Führerausweis, ohne jemals negativ aufgefallen zu
sein. Es sei offensichtlich, dass er zwischen Alkoholkonsum und verantwortungsvollem
Verhalten im Strassenverkehr differenzieren könne. Die Wissenschaft sei sodann noch
nicht in der Lage, Schwellenwerte von biochemischen Analyseergebnissen zu
benennen, bei denen auf eine Alkoholsucht bzw. auf einen verkehrsrelevanten
Alkoholmissbrauch mit Suchtgefährdung im Sinne der Rechtsprechung geschlossen
werden könne.
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Dem hält die Vorinstanz entgegen, der Rekurrent habe massiv alkoholisiert ein
Fahrzeug gelenkt, obschon ihm bewusst gewesen sei, dass er zu viel getrunken habe.
Anlässlich der polizeilichen Befragung habe er zudem zugegeben, schon öfters in
angetrunkenem Zustand gefahren zu sein. Das zu Recht angeordnete
verkehrsmedizinische Gutachten sei nachvollziehbar, schlüssig und widerspruchsfrei.
Es falle auf, dass der Rekurrent versuche, sein Trinkverhalten zu beschönigen. Seine
Angaben ständen in krassem Widerspruch zum Ergebnis der Haaranalyse. Die
körperliche Untersuchung habe ebenfalls diskrete Hinweise für einen überhöhten
Alkoholkonsum ergeben. Die Bagatellisierung sei als fehlende Einsicht zu werten, die
den Rekurrenten letztlich daran hindere, seine Einstellung und sein Verhalten
nachhaltig zu ändern. Damit sei er mehr als jede andere Person der Gefahr ausgesetzt,
sich in nicht fahrfähigem Zustand ans Steuer eines Fahrzeugs zu setzen. Die
Fahreignung sei ihm daher abzusprechen.
b) Der Führerausweis wird einer Person auf unbestimmte Zeit entzogen, wenn sie an
einer Sucht leidet, welche die Fahreignung ausschliesst (sog. Sicherungsentzug;
Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG), wie beispielsweise Alkohol-, Betäubungs- und
Arzneimittelabhängigkeit (Botschaft zur Änderung des Strassenverkehrsgesetzes vom
31. März 1999, in: BBl 1999 S. 4491). Die Rechtsprechung bejaht eine Trunksucht,
wenn die betroffene Person regelmässig so viel Alkohol konsumiert, dass ihre
Fahrfähigkeit vermindert wird und sie diese Neigung zum übermässigen Alkoholgenuss
durch den eigenen Willen nicht zu überwinden oder zu kontrollieren vermag. Auf eine
fehlende Fahreignung darf geschlossen werden, wenn die Person nicht mehr in der
Lage ist, Alkoholkonsum und Strassenverkehr ausreichend zu trennen, oder wenn die
nahe liegende Gefahr besteht, dass sie im akuten Rauschzustand am motorisierten
Strassenverkehr teilnimmt. Der Suchtbegriff des Verkehrsrechts deckt sich somit nicht
mit dem medizinischen Begriff der Alkoholabhängigkeit. Auch bloss suchtgefährdete
Personen, bei denen aber jedenfalls ein Alkoholmissbrauch vorliegt, können demnach
vom Führen eines Motorfahrzeugs ferngehalten werden (BGE 129 II 82 E. 4.1 mit
Hinweis; vgl. auch Urteil 6A.8/2007 vom 1. Mai 2007 E. 2.1). Der auf unbestimmte Zeit
entzogene Führerausweis kann bedingt und unter Auflagen wiedererteilt werden, wenn
eine allfällige gesetzliche oder verfügte Sperrfrist abgelaufen ist und die betroffene
Person die Behebung des Mangels nachweist, der die Fahreignung ausgeschlossen
hat (Art. 17 Abs. 3 SVG). Für den Nachweis der Heilung wird in der Regel eine
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mindestens einjährige kontrollierte Abstinenz verlangt. Der Sicherungsentzug greift tief
in den Persönlichkeitsbereich des Betroffenen ein. Nach der Rechtsprechung ist daher
in jedem Fall und von Amtes wegen eine genaue Abklärung der persönlichen
Verhältnisse und insbesondere der Trinkgewohnheiten des Betroffenen vorzunehmen.
Das Ausmass der notwendigen behördlichen Nachforschungen, namentlich die Frage,
ob ein medizinisches Gutachten eingeholt werden soll, richtet sich nach den
Umständen des Einzelfalles und liegt im pflichtgemässen Ermessen der
Entzugsbehörde (BGE 129 II 82 E. 2.2 mit Hinweisen; vgl. Urteil 1C_98/2007 vom
13. September 2007 E. 2.1-3).
c) Das verkehrsmedizinische Gutachten vom 7. Mai 2013 (act. 10/43 ff.) stützt sich
einerseits auf die Vorgeschichte und den Untersuchungsgrund sowie die Angaben des
Rekurrenten, insbesondere zu seinem Alkoholkonsum und zum Ereignis vom 2. Februar
2013, anderseits auf die Befunde der körperlichen Untersuchung, die Resultate der
Laboruntersuchungen (Analysen von Blut-, Urin- und Haarproben) sowie die
eingeholten Fremdauskünfte. Im Gutachten wird ausgeführt, bei der
verkehrsmedizinischen Untersuchung habe der Rekurrent über einen Alkoholkonsum
von ein bis zwei Stangen Bier jeweils freitags sowie von vier bis fünf Stangen zwei- bis
dreimal pro Monat bei besonderen Anlässen berichtet. Seit dem FiaZ-Ereignis habe er
den Konsum leicht reduziert und trinke häufiger alkoholfreies Bier. Der bei der
körperlichen Untersuchung festgestellte ausgeprägte Intentions- und Ruhetremor bei
Koordinations- und Gleichgewichtsversuchen sowie der unsichere Strich- und
Blindgang könnten als Folgen eines langfristigen Alkoholüberkonsums interpretiert
werden, alternativ könnten diese Veränderungen auch Folgen der
Blutzuckererkrankung darstellen. Ferner zeige sich am linken Bein isoliert verminderte
Vibrationsempfindlichkeit. Die Blutuntersuchungen der alkoholrelevanten Parameter
hätten keine Hinweise auf einen derzeit konstant vermehrten Alkoholkonsum ergeben.
Unauffällige Laborwerte würden aber einen episodenhaften Alkoholüberkonsum nicht
ausschliessen, da ein solches Trinkverhalten nicht zwingend in Laborauffälligkeiten
resultieren müsse oder sich solche in der Zwischenzeit wieder normalisiert haben
könnten. Die immunologische Urinuntersuchung sei negativ verlaufen auf das
Alkoholstoffwechselprodukt Ethylglucuronid (nachfolgend: EtG). Da EtG im Urin nur
wenige Tage erfasst werde, erlaube der negative Befund lediglich die Aussage, dass
aktuell kein Alkoholkonsum vorgelegen habe. Aufgrund der zur Analyse gelangten
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Haarprobe sei ein Zeitraum von rund sechs Monaten erfasst worden. Das Segment mit
einer Länge ab Kopfhaut von 0-2 cm habe einen EtG-Gehalt von 65 pg/mg, jenes mit
einer Länge von 2-5 cm ab Kopfhaut einen solchen von mehr als 100 pg/mg ergeben.
Das Ergebnis spreche in beiden Teilabschnitten jeweils für einen regelmässigen
übermässigen Alkoholkonsum im untersuchten Zeitraum, wobei ein Absinken der EtG-
Konzentration im kopfhautnahen Segment mit einer angegebenen Konsumreduktion
vereinbar sei. Der Rekurrent habe sich der verkehrsmedizinischen Untersuchung stellen
müssen, nachdem er am 2. Februar 2013 mit sehr hoher Blutalkoholkonzentration ein
Fahrzeug im Verkehr geführt und einen Unfall verursacht habe. Aufgrund der Höhe der
gemessen Blutalkoholkonzentration und der beim Rekurrenten trotzdem erhaltenen
Fähigkeit, ein Fahrzeug im Verkehr zu führen, sei auf eine besondere
Alkoholgewöhnung zu schliessen, welche auf ein normabweichendes Trinkverhalten
zurückzuführen sei. Der vom Rekurrenten angegebene mässige Alkoholkonsum sei
nicht geeignet, eine derartige Alkoholtoleranz zu erklären. Auch das Ergebnis der
Haaranalyse spreche für einen regelmässigen übermässigen Alkoholkonsum. Somit sei
zu folgern, dass die tatsächlich getrunkenen Mengen deutlich höher lägen als vom
Rekurrenten angegeben, weshalb von einem Bagatellisieren der Trinkgewohnheiten
auszugehen sei. Ebenso würden die bei der körperlichen Untersuchung erhobenen
Befunde auf ein derartiges normabweichendes Alkoholkonsumverhalten hinweisen.
Gesamthaft betrachtet liege damit zumindest ein verkehrsrelevanter Alkoholmissbrauch
mit Gefährdung vor, wobei eine Alkoholabhängigkeit nach ICD-10 weder nachgewiesen
noch ausgeschlossen werden könne.
d) aa) Nach der Rechtsprechung gehören zu den für den Nachweis der Trunksucht
erforderlichen Abklärungen in der Regel eine gründliche Prüfung der persönlichen
Verhältnisse, welche namentlich die Einholung von Fremdberichten von Hausarzt,
Arbeitgeber und Familienangehörigen usw. umfasst, eine einlässliche Aufarbeitung der
konkreten Trunkenheitsfahrten, eine Alkoholanamnese, d.h. die Erforschung des
Trinkverhaltens (Trinkgewohnheiten und Trinkmuster) des Betroffenen und seine
subjektive Einstellung dazu sowie eine umfassende, eigens vorzunehmende körperliche
Untersuchung mit besonderer Berücksichtigung von alkoholbedingten
Hautveränderungen usw. (BGE 129 II 82 E. 6.2.2). Nachdem sich der direkte Nachweis
des Alkoholkonsums durch die Haaranalyse durchgesetzt hat, erübrigen sich
weitergehende und teils durchaus heikle Abklärungen im Umfeld in der Regel, um zu
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einem sicheren Befund zu gelangen. Indessen richtet sich der Umfang der
Nachforschungen nach den Umständen des Einzelfalls und liegt im pflichtgemässen
Ermessen der Entzugsbehörde. Beweiserhebungen sind nach den allgemeinen
Grundsätzen nur soweit durchzuführen, als sie erforderlich sind (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 6A.8/2007 vom 1. Mai 2007 E. 2.5).
bb) Anders als bei der Laboranalytik anhand der aus dem Blut ermittelten Parameter
CDT, GGT, GOT, GPT und MCV (vgl. BGE 129 II 82 E. 6.2.1.), mit welcher
Alkoholkonsum nicht direkt nachgewiesen werden kann, handelt es sich bei der
forensisch-toxikologischen Haaranalyse auf EtG um eine direkte, beweiskräftige
Analysemethode. Das EtG ist ein nicht oxidatives Nebenprodukt des Stoffwechsels von
Trinkalkohol (B. Liniger, Die forensisch-toxikologische Haaranalyse auf Ethylglucuronid
– eine beweiskräftige Untersuchungsmethode zur Überprüfung des Alkoholkonsums in
der verkehrsmedizinischen Begutachtung, in: Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht
2006, St. Gallen 2006, S. 41 ff.). Weil EtG ein Abbauprodukt von Alkohol ist, belegt
dessen Nachweis direkt den Konsum von Alkohol. Aufgrund des Kopfhaar-
Längenwachstums von ca. 1 cm pro Monat lassen sich Aussagen über den
Alkoholkonsum während der entsprechenden Zeit vor der Haarentnahme machen. Die
dem Rekurrenten anlässlich der Untersuchung am 15. April 2013 abgenommene
Haarprobe wies einen EtG-Gehalt von 65 pg/mg (Segment 0-2 cm ab Kopfhaut) bzw.
über 100 pg/mg (Segment 2-5 cm ab Kopfhaut) auf. Wie im verkehrsmedizinischen
Gutachten vom 7. Mai 2013 dazu korrekt ausgeführt wird, weisen diese hohen
Konzentrationen auf einen regelmässigen und übermässigen Alkoholkonsum in den
rund sechs Monaten vor der Probenentnahme hin. Nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung ist dies bereits bei EtG-Werten von 45 und 66 pg/mg der Fall (vgl.
Urteil 1C_150/2010 vom 25. November 2010 E. 5.3). Ein EtG-Wert von 94 pg/mg
begründet nach der Praxis des Bundesgerichtes sogar ein schwerwiegendes Indiz für
einen verkehrsrelevanten Alkoholmissbrauch mit Suchtgefährdung im Sinne von
Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG (vgl. Urteil 1C_243/2010 vom 10. Dezember 2010 E. 2.7). Die
beim Rekurrenten festgestellten EtG-Werte entsprechen dem Zwei- bzw. mehr als dem
Dreifachen des Wertes von 30 pg/mg EtG, wo die Medizin die Grenze zum chronisch-
exzessiven Alkoholkonsum lokalisiert (Konsens der Internationalen Gesellschaft für
Haaranalytik vom Juni 2009; vgl. www.soht.org, Consensus on Alcohol Markers).
Gemäss der Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin sprechen Ergebnisse von
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über 30 pg/mg für einen risikoreichen Alkoholkonsum im Sinn eines starken bis
chronisch-exzessiven Alkoholkonsums (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_243/2010
vom 10. Dezember 2010 E. 2.7 mit Hinweis). Selbst unter Berücksichtigung einer
Messunsicherheit von +/- 25 Prozent (vgl. VerwGE B 2010/247 vom 9. November 2010
E. 2.2, publiziert in: www.gerichte.sg.ch/Rechtsprechung) beträgt der geringere Wert
immer noch mehr als das Eineinhalbfache dieses Grenzwertes. Dass die Ergebnisse
der Blut- und Urinuntersuchung in Bezug auf Alkoholkonsum unauffällig sind, stellt
nicht zwingend einen Widerspruch dar. Im Urin kann der Konsum von Alkohol nur
wenige Tage lang nachgewiesen werden. Zudem vermögen unauffällige Werte bei der
Analyse der Blutproben einen übermässigen Alkoholkonsum nicht auszuschliessen.
Dies gilt angesichts des erheblichen Anteils von sogenannten Non-Respondern
(20-40%) insbesondere für den CDT-Wert, dessen Erhöhung regelmässig im
Zusammenhang mit einem erhöhten Alkoholkonsum steht. Bei den Non-Respondern
handelt es sich um Personen, bei denen trotz bekannten Alkoholüberkonsums kein
erhöhter CDT-Wert nachgewiesen werden kann (vgl. U. Grimm, Beurteilung der
Fahreignung [Alkohol, Drogen] und Aussagemöglichkeit der Laborparameter, publiziert
auf www.fosumos.ch Referate; ders., Verkehrsmedizinische Beurteilung bei
Suchtmittel-Problematik, publiziert auf www.fosumis.ch Referate).
cc) Nach der Rechtsprechung ermöglichen biochemische Analyseresultate von Blut-
und Haarproben objektive Rückschlüsse zum Alkoholkonsum eines Probanden
während einer bestimmten Zeit. Ein deutlich überhöhter Wert kann dabei ein Indiz
darstellen für einen verkehrsrelevanten Alkoholmissbrauch mit Suchtgefährdung.
Hingegen erlauben auch signifikant erhöhte biochemische Werte in der Regel noch
keinen zweifelsfreien Schluss auf eine den Sicherungsentzug rechtfertigende fehlende
Fahreignung im Sinn von Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG. Dies gilt sowohl für Analysen von
Blut- und Urinproben, insbesondere für den CDT-Marker, als auch für die Haaranalyse
auf EtG. Zwar können deutlich erhöhte EtG-Werte ein wichtiges Indiz für mangelnde
Fahrtüchtigkeit darstellen. Sie vermögen jedoch eine ausreichende
verkehrsmedizinische Abklärung als Voraussetzung für den Sicherungsentzug nicht
vollständig zu ersetzen. Es muss hinreichend dargetan sein, dass der Betroffene seine
Neigung zum übermässigen Alkoholgenuss durch den eigenen Willen nicht zu
überwinden oder zu kontrollieren vermag (Urteil des Bundesgerichts 1C_150/2010 vom
25. November 2010 E. 5.1 mit Hinweisen und E. 5.3).
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Im verkehrsmedizinischen Gutachten vom 7. Mai 2013 wird zwar keine
Alkoholabhängigkeit im medizinischen Sinn festgestellt; eine solche wird aber auch
nicht ausgeschlossen. Kann, wie beim Rekurrenten, eine Alkoholabhängigkeit im Sinn
von ICD-10 nicht diagnostiziert werden, stellt sich die Frage nach der Verkehrsrelevanz
eines Alkoholmissbrauchs, namentlich nach der Fähigkeit der betroffenen Person,
Alkoholüberkonsum und Fahren hinreichend konsequent trennen zu können. Obwohl
eine Trunkenheitsfahrt als solche schon den Bezug zum Strassenverkehr und somit die
verkehrsrelevante Bedeutung des im Einzelfall zu beurteilenden Alkoholproblems
hinreichend belegt, kommt den detaillierten FiaZ-Umständen sowie dem FiaZ-
Problembewusstsein zusätzlich sehr grosse Bedeutung zu (vgl. B. Liniger,
Verkehrsmedizin: Fahreignungsbegutachtung und Auflagen, in: Jahrbuch zum
Strassenverkehrsrecht 2004, St. Gallen 2004 S. 94).
dd) Der Alkoholkonsum des Rekurrenten wurde am 2. Februar 2013 verkehrsrelevant.
Er lenkte damals ein Fahrzeug mit einer sehr hohen Blutalkoholkonzentration von
mindestens 2,32 Gew.-‰ und maximal 3,07 Gew.-‰. Die festgestellte
Blutalkoholkonzentration und die Tatsache, dass der Rekurrent trotzdem in der Lage
war, ein Fahrzeug zu lenken, deuten nicht nur auf eine allgemeine Alkoholgewöhnung,
sondern auch auf eine Gewöhnung des Lenkens eines Motorfahrzeuges unter
Alkoholeinfluss hin. Für Personen, welche nur selten Alkohol trinken, ist es gar nicht
möglich, eine Blutalkoholkonzentration von 2,0 Gew.-‰ überhaupt zu erreichen, zumal
sie – aufgrund der alkoholtoxischen Wirkung – schon vorher mit zunehmender Übelkeit,
Bewusstseinstrübung und beispielsweise Erbrechen reagieren. Derart beeinträchtigte
Personen sind nicht mehr in der Lage, nur noch halbwegs zielgerichtete Handlungen
auszuführen, geschweige denn das Fahrzeug zu finden bzw. dieses nur einigermassen
korrekt bedienen und führen zu können (vgl. B. Liniger, a.a.O., Jahrbuch 2004, S. 92).
In der Fachliteratur wird zudem darauf hingewiesen, dass von der durchschnittlich
alkoholgewohnten Bevölkerung Werte von über 1,6 Gew.-‰ nicht erreicht werden und
das einmalige Erreichen resp. Überschreiten dieses Wertes auch ohne aktive
Verkehrsteilnahme bereits ein Beleg eines gesundheitsschädigenden bzw.
missbräuchlichen Umgangs mit Alkohol ist, welcher mit einer Suchtgefährdung
einhergeht (vgl. Liniger, a.a.O., Jahrbuch 2004, S. 93). Allein aufgrund dieses hohen
Alkoholisierungsgrads muss von einer erheblichen Toleranzentwicklung ausgegangen
werden, welche sich nur durch ein längerfristiges normabweichendes Trinkverhalten
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entwickeln kann. Dass es sich beim fraglichen Ereignis um einen einmaligen
Alkoholüberkonsum in diesem Ausmass gehandelt haben soll, kann daher nicht
nachvollzogen werden. Der übermässige Alkoholkonsum des Rekurrenten an jenem
Abend stand im Zusammenhang mit einem Fastnachtsfest. Gemäss eigenen Angaben
habe er das Auto eigentlich stehen lassen wollen. Er sei dann aber trotzdem
eingestiegen und losgefahren, obschon er bemerkt habe, dass er eingeschränkt
gewesen sei. Eine ähnliche Aussage machte der Rekurrent gegenüber der Polizei
unmittelbar nach dem Vorfall. Er habe gewusst, dass er zu viel getrunken habe und er
nicht mehr hätte fahren sollen. Auf die Frage, ob er sich keine Gedanken über einen
möglichen Unfall gemacht habe, antwortete er, er habe schon lange gedacht, dass
irgendwann einmal etwas passieren könne. Er sei schon öfters angetrunken gefahren.
Es sei nicht das erste Mal gewesen (act. 10/14). Diese Ausführungen zeigen deutlich,
dass der Rekurrent Trinken und Fahren nicht trennen kann. Indem der Rekurrent
zugegebenermassen schon öfters angetrunken gefahren ist und sogar selbst mit einem
Vorfall, wie er sich am 2. Februar 2013 ereignet hat, gerechnet hat, ist der Bezug des
Alkoholkonsums zum Strassenverkehr zweifellos gegeben. Obwohl der Fahrweg des
Rekurrenten vom Restaurant zu seinem Wohnort nur kurz war und er die
Alkoholwirkung bemerkt hatte, erachtete er es nicht als angezeigt, sein Motorfahrzeug
stehen zu lassen und den Heimweg zu Fuss zurückzulegen. Trotzdem schätzt der
Rekurrent das Risiko einer künftigen Trunkenheitsfahrt als nicht vorhanden ein. Er
werde nun gar keinen Alkohol mehr trinken, wenn er mit dem Auto unterwegs sei.
Freitags werde er sich fahren lassen oder den Bus nehmen. Übermässiger
Alkoholkonsum sei bei ihm noch nie vorgekommen, er sei nie vollbesoffen und wenn,
dann fahre er nicht. Das Ereignis vom 2. Februar 2013 belegt allerdings das Gegenteil.
Auch den Alkoholkonsum hat der Rekurrent zumindest bis zum verkehrsmedizinischen
Untersuch nicht eingestellt. Das Haarsegment von 2 cm ab Kopfhaut, das in etwa den
Zeitraum zwischen dem Vorfall am 2. Februar 2013 und der Entnahme am 15. April
2013 abdeckt, weist zwar einen geringeren Wert als der Abschnitt 3-5 cm ab Kopfhaut
auf, was tatsächlich auf eine Reduktion des Alkoholkonsums hindeutet. Der EtG-Wert
von 65 mg/pg lässt jedoch nach wie vor auf eine hohe Trinkmenge schliessen. Ein
ausreichendes Problembewusstsein ist beim Rekurrenten daher nicht zu erkennen (vgl.
B. Liniger, Verkehrsmedizin: Bericht über den Stand der Wissenschaft, in: Jahrbuch
zum Strassenverkehrsrecht 2003, St. Gallen 2003, S. 112).
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Der Gutachter stellte zudem fest, dass die Trinkangaben des Rekurrenten eine
derartige Alkoholtoleranz und die vorliegenden Resultate der Laboranalysen nicht
erklären könnten, weshalb von einer Bagatellisierung der Trinkgewohnheiten
auszugehen sei. Der Rekurrent gab bei der verkehrsmedizinischen Untersuchung an, er
trinke "praktisch nichts". Lediglich freitags trinke er am Abend in der Firma eine bis
zwei Stangen Bier. Unter der Woche oder am Wochenende gehe er sonst nie fort. Er
trinke keine drei bis vier Stangen Bier, keinen Wein und keinen Schnaps. Wenn eine
Feier sei, komme es zwei- bis dreimal pro Monat zu einem höheren Konsum mit vier bis
fünf Stangen. Zeiten vermehrten Alkoholkonsums gebe es zur Fastnacht, wo er aber
auch nicht viel mehr und nicht häufig trinke. Er habe kein Problem mit Alkohol. Da
sowohl die am 2. Februar 2013 festgestellte durchschnittliche Blutalkoholkonzentration
von 2,45 Gew.-‰ als auch die EtG-Werte in den Haaren im Widerspruch zu den
geschilderten moderaten Trinkgewohnheiten stehen, wird im Gutachten
nachvollziehbar auf eine Bagatellisierung des Trinkverhaltens durch den Rekurrenten
und auf eine nicht erkennbare vertiefte Auseinandersetzung mit dem FiaZ-Ereignis und
der zugrunde liegenden Alkoholproblematik geschlossen. Auch wenn der Gutachter
keine Alkoholabhängigkeit im Sinn von ICD-10 diagnostizierte, erscheint der Rekurrent
trotzdem erhöht suchtgefährdet. In dieses Bild könnten auch die vom
Verkehrsmediziner bei der körperlichen Untersuchung erhobenen Befunde, namentlich
der ausgeprägte Intentions- und Ruhetremor bei Koordinations- und
Gleichgewichtsversuchen, der unsichere Strich- und Blindgang sowie die am linken
Bein isoliert verminderte Vibrationsempfindlichkeit, passen.
Dass der Gutachter unter diesen Umständen darauf verzichtete, eigene Erkundigungen
im familiären und beruflichen Umfeld des Rekurrenten einzuholen, ist angesichts des
klaren Ergebnisses der Analyse der Haarproben, der körperlichen Veränderungen, der
konkreten Umstände der Trunkenheitsfahrt vom 2. Februar 2013 und der eigenen
Angaben des Rekurrenten zu seinem Alkoholkonsum nicht zu beanstanden (vgl. Urteil
des Bundesgerichts 6A.8/2007 vom 1. Mai 2007 E. 2.5). Insgesamt erweist sich damit
die Schlussfolgerung eines verkehrsrelevanten Alkoholmissbrauchs mit Gefährdung im
Gutachten vom 7. Mai 2013 als widerspruchsfrei, nachvollziehbar und schlüssig. Daran
vermag die Tatsache, dass dem Hausarzt des Rekurrenten keine
Suchtmittelproblematik bekannt ist, nichts zu ändern.
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e) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz zu Recht auf das schlüssige
verkehrsmedizinische Gutachten vom 7. Juni 2013 abgestellt, die Fahreignung des
Rekurrenten gestützt auf Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG verneint und den Führerausweis auf
unbestimmte Zeit entzogen hat.
3.- Die Vorinstanz hat die Wiedererteilung des Führerausweises praxisgemäss von
einer kontrollierten und betreuten Alkoholabstinenz von mindestens sechs Monaten
Dauer und einer erneuten verkehrsmedizinischen Untersuchung abhängig gemacht hat.
Zudem muss der Rekurrent für die Aufhebung des Entzugs ein hausärztliches Zeugnis
über die Behandlung des Diabetes mellitus und des Bluthochdrucks, ein
augenärztliches Zeugnis zum Gesichtsfeld (Goldmann-Periemetrie) sowie ein
schlafmedizinisches Zeugnis zur Frage der erhöhten Tagesmüdigkeit bei Schlafapnoe-
Syndrom einreichen.
a) Gemäss Bericht des Hausarztes leidet der Rekurrent an Bluthochdruck, Erhöhung
der Blutfettwerte, Diabetes mellitus Typ 2, Harnsäureerhöhung sowie am obstruktiven
Schlafapnoe-Syndrom und nimmt deswegen diverse Medikamente ein. Der Gutachter
führte dazu aus, dass die Einnahme des Medikaments Diamicron wie auch der Konsum
von Alkohol das Risiko von Unterzuckerungen begünstige und die Wahrnehmung der
Unterzuckerung durch den Alkoholkonsum verschlechtert werden könne.
Unterzuckerungen könnten mit Kontrollverlust, Verhaltens- oder
Bewusstseinsstörungen einhergehen. Gewissenhafte Stoffwechselkontrollen seien
Voraussetzung für eine rechtzeitige Erkennung und erfolgreiche Behandlung von
Stoffwechselproblemen. Auch der medikamentös eingestellte Bluthochdruck spiele in
diesem Zusammenhang eine Rolle. Bisher hätten keine regelmässigen Messungen
stattgefunden. Vor einer Neubeurteilung der Fahreignung solle daher eine regelmässige
ärztliche Kontrolle und Behandlung sowie eine adäquate Selbstkontrolle des
Blutzuckerwertes erfolgen. Wegen der möglichen Folgeschäden der Zuckererkrankung
und aufgrund der bekannten Augeninnendruckerhöhung sei zudem ein Zeugnis eines
Augenarztes (inkl. Gesichtsfeldmessung) einzureichen. Es sei bekannt, dass Personen
mit einem ungenügend oder nicht behandelten Schlafapnoe-Syndrom ein deutlich
erhöhtes Unfallrisiko aufwiesen. Beim Rekurrenten müsse daher eine
schlafmedizinische Untersuchung durchgeführt werden um abzuklären, ob eine
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
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St.Galler Gerichte
verkehrsrelevante Tagesmüdigkeit und demzufolge eine Therapiebedürftigkeit
beständen.
b) Auch wenn die erwähnten Erkrankungen des Rekurrenten nicht Grund für den
verfügten Sicherungsentzug waren, können sie aus medizinischer Sicht doch einen
Einfluss auf die Fahrfähigkeit haben. Die vom Verkehrsmediziner verlangten
medizinischen Untersuchungen, die von der Vorinstanz als Bedingungen für eine
Aufhebung des Entzugs verfügt wurden, erweisen sich daher als angemessen und
gerechtfertigt.
4.- Dementsprechend ist der Rekurs abzuweisen. Mit dem Sicherungsentzug soll
sichergestellt werden, dass der Rekurrent zum Schutz der Sicherheit der übrigen
Verkehrsteilnehmer vom Strassenverkehr ferngehalten wird. Dieser Zweck wäre
gefährdet, wenn der Rekurrent während des Beschwerdeverfahrens als
Motorfahrzeugführer zum Strassenverkehr zugelassen würde. Einer allfälligen
Beschwerde ist deshalb die vom Gesetz vorgesehene aufschiebende Wirkung zu
entziehen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 51 VRP).
5.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'500.-- (vgl. Art. 7
Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12) erscheint angemessen. Die
Kosten der Verfügung zur aufschiebenden Wirkung vom 6. August 2013 in der Höhe
von Fr. 200.-- sind ebenfalls dem Rekurrenten aufzuerlegen (vgl. Art. 7 Ziff. 111 der
Gerichtskostenverordnung). Der Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- ist zu verrechnen.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist keine ausseramtliche Entschädigung
zuzusprechen (Art. 98 VRP).