Decision ID: af8e9278-be1c-4e0b-b8ff-aa04ebb82134
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war als Inhaber und Geschäftsführer der B._
AG bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) gegen die
Folgen von Unfällen versichert, als er dieser am 3. Februar 2016 einen Skiunfall vom
26. Januar 2016 mit Sturz auf die linke Schulter meldete (Suva-act. 1, 18). Eine
Erstbehandlung hatte am 27. Januar 2016 im Spital C._ stattgefunden, wo die
behandelnde Ärztin nach einer klinischen, röntgenologischen sowie sonographischen
Untersuchung eine Ruptur einer Sehne der Rotatorenmanschette verneint, eine
Prellung der Schulter und des Oberarms diagnostiziert und bis 29. Januar 2016 eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hatte (Suva-act. 12-2, 18). Die Suva übernahm
die Heilbehandlungskosten. Eine Taggeldzahlung entfiel infolge einer weniger als drei
Tage andauernden Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 4 f.).
A.b Wegen Persistenz der Beschwerden wurde der Versicherte am 16. März 2016 bei
seinem Hausarzt, Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeine Medizin FMH, vorstellig
(Suva-act. 19). Am 5. April 2016 teilte der Versicherte auch der Suva mit, dass er immer
noch Beschwerden an der rechten (richtig: linken) Schulter habe und keine Besserung
eintrete, weshalb er wieder zum Arzt gehe. Eine Arbeitsunfähigkeit bestehe indessen
nicht (Suva-act. 7). Auf Zuweisung von Dr. D._ wurde am 21. April 2016 in der Klinik
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für Radiologie und Nuklearmedizin des Kantonsspitals St. Gallen (nachfolgend: KSSG)
eine MRI-Untersuchung des linken Schultergelenks durchgeführt, welche eine
längerstreckige gelenksseitige Partialruptur der Supraspinatussehne (PASTA-Läsion)
zur Darstellung brachte (Suva-act. 14). Dr. D._ wies den Versicherten daraufhin Dr.
med. E._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Sportmedizin, zu, der
anlässlich seiner Untersuchung vom 3. Mai 2016 eine posttraumatische Subtotalläsion
Supraspinatus links nach Trauma im Januar 2016 diagnostizierte und eine
arthroskopische Operation mit subacromialer Dekompression und Rekonstruktion der
Supraspinatussehne links empfahl (Suva-act. 9). Am 26. Mai 2016 trat der Versicherte
stationär in Klinik F._, ein, wo Dr. E._ am 27. Mai 2016 den vorgenannten Eingriff
durchführte, nachdem sich in der Arthroskopie diagnostisch im Supraspinatus ventral
eine fingerkuppengrosse Subtotalläsion gezeigt hatte (Suva-act. 17). Ab
Operationsdatum bestand beim Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-
act. 19).
A.c Am 10. Juni 2016 gelangte die Suva an ihren Kreisarzt Dr. med. G._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, mit der Frage,
ob es sich beim operativen Eingriff vom 27. Mai 2016 noch um eine Unfallfolge handle.
Auf dessen Ersuchen wurde der Versicherte am 21. Juni 2016 zum Unfallhergang und
Heilverlauf befragt (Suva-act. 20 f., 24).
A.d Am 1. Juli 2016 ersuchte die Suva Dr. G._ erneut um eine Kausalitätsbeurteilung
der Operation vom 27. Mai 2016 (Suva-act. 25). Gestützt auf dessen Auskunft vom 12.
Juli 2016 stellte sie mit Verfügung vom 13. Juli 2016 ihre Versicherungsleistungen per
25. Mai 2015 (einen Tag vor Eintritt in die Klinik F._) ein und hielt fest, dass zwischen
dem Ereignis vom 26. Januar 2016 und dem durchgeführten Eingriff vom 27. Mai 2016
kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang bestehe (Suva-act. 26).
A.e Mit Schreiben vom 20. Juli 2016 äusserte sich Dr. E._ zur Leistungseinstellung
der Suva. Er stellte sich auf den Standpunkt, dass es sich bei der
Supraspinatussehnenruptur des Versicherten um eine traumatisch bedingte
Schädigung, nicht um eine degenerative Veränderung gehandelt habe (Suva-act. 28).
Dr. G._, der darauf von der Suva angefragt wurde, ob er an seiner Stellungnahme
vom 12. Juli 2016 festhalte, verlangte die Anforderung der Videoprintdokumentation,
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weil im Operationsbericht eine fingerkuppengrosse transmurale Läsion beschrieben
sei, die sich im MRT nicht darstelle (Suva-act. 29).
B.
B.a Mit Schreiben vom 5. August 2016 erhob die AXA-ARAG Rechtsschutz AG für den
Versicherten gegen die Verfügung vom 13. Juli 2016 vorsorglich Einsprache (Suva-
act. 30).
B.b Nach Einsicht in die Videoprintbilder erklärte Dr. G._ am 13. September 2016,
dass die von Dr. E._ beschriebene transmurale Rissbildung auf der
Videoprintdokumentation nicht nachweisbar sei (Suva-act. 39). Am 14. September
2016 verfasste er eine umfassende ärztliche Beurteilung, in welcher er der Suva
empfahl, an der ablehnenden Verfügung vom 20. Juli 2016 festzuhalten (Suva-act. 40).
B.c Inzwischen hatte Dr. E._ Dr. D._ am 13. September 2016 darüber informiert,
dass er den Versicherten am 30. August 2016 in seiner Sprechstunde gesehen habe.
Angeblich gehe es ihm drei Monate nach der Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion
gut und er habe keine Beschwerden mehr. Der Verlauf der Rehabilitation und der
aktuelle Zustand zeigten ebenfalls, dass das Unfallereignis vom 26. Januar 2016 für die
Rupturierung der Sehne verantwortlich gewesen sei (Suva-act. 43).
B.d Am 15. Dezember 2016 reichte Rechtsanwalt lic. rer. pupl. M. Graf, St. Gallen, für
den Versicherten eine Einspracheergänzung ein (Suva-act. 50).
B.e Am 10. Mai 2017 legte die Suva den Schadenfall unter Hinweis auf den laut
Bericht von Dr. E._ vom 13. September 2016 für eine Unfallkausalität sprechenden
postoperativen Verlauf nochmals Dr. G._ vor (Suva-act. 59). In seiner ärztlichen
Beurteilung vom 16. Mai 2017 hielt dieser fest, eine versicherungsmedizinische
Neubewertung des Sachverhalts sei auch in Berücksichtigung des Berichts von Dr.
E._ nicht möglich (Suva-act. 60).
B.f Mit Einspracheentscheid vom 17. Mai 2017 wurde die Einsprache des Versicherten
abgewiesen (Suva-act. 61).
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C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid vom 17. Mai 2017 erhob Rechtsanwalt Graf für
den Versicherten (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 8. Juni 2017
Beschwerde. Er beantragte, dessen sowie die Aufhebung der zugrunde liegenden
Verfügung vom 13. Juli 2016 und die Verpflichtung der Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin), dem Beschwerdeführer für das Ereignis vom 25. Januar 2016
die gesetzlichen Leistungen zu erbringen, insbesondere Heilbehandlung, Kosten und
Taggeld, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 21. Juli 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des Einspracheentscheids (act. G 3).
C.c Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers verzichtete auf die Einreichung einer
Replik (act. G 4 f.).

Erwägungen
1.
Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht bezüglich des
Unfalls vom 26. Januar 2016 und erbrachte Leistungen für Heilbehandlung. Streitig und
zu prüfen ist, ob sie zu Recht die Versicherungsleistungen per 25. Mai 2016 und damit
vor der Hospitalisation in der Klinik F._ ab 26. Mai 2016 bzw. vor der
arthroskopischen Operation mit subacromialer Dekompression und Rekonstruktion der
Subpraspinatussehne links durch Dr. E._ eingestellt hat. Die Beschwerdegegnerin
wäre für eine operative Behandlung und sodann bis zur Heilung der unmittelbaren
Operationsfolgen (Wundheilung, postoperative Schmerzphase, Einnahme von
Medikamenten, Schonungsphase mit möglicher Arbeitsunfähigkeit usw.)
leistungspflichtig, sofern die operative Behandlung einem unfallkausalen
Gesundheitsschaden gegolten hätte. Während eine entsprechende Unfallkausalität von
der Beschwerdegegnerin vor allem gestützt auf die Beurteilungen von Dr. G._ vom
14. September 2016 (Suva-act. 40) und 16. Mai 2017 (Suva-act. 60) verneint wird,
vertritt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers insbesondere unter Hinweis auf die
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Stellungnahmen von Dr. E._ vom 20. Juli 2016 (Suva-act. 28) und 13. September
2016 (Suva-act. 43) den gegenteiligen Standpunkt.
2.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden
daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2016 zur Diskussion steht, die bis 31.
Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
3.
3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz
nichts anderes bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der
Unfallversicherung bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des
Unfallversicherers besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und
adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (ALEXANDRA
RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher
Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf
Angaben ärztlicher Experten und Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht
nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181
E. 3.1; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 55). Bei physischen Unfallfolgen hat
indessen die Adäquanz gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch
keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E. 3a, 117 V 365; SVR 2000 UV Nr. 14
S. 45). Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach dem
im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
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Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen;
THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4.
Aufl. Bern 2014, § 70 N. 58 f.). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche
Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von
unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Da es sich bei der Einstellung
von Versicherungsleistungen um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die
Beweislast für den Wegfall der vom Unfallversicherer zunächst anerkannten natürlichen
Kausalität - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender
Kausalzusammenhang überhaupt je gegeben war - nicht bei der versicherten Person,
sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen; BGE
117 V 263 f. E. 3b; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 54 f.). Dieser Grundsatz gilt
aber nur für Verletzungen, welche damals thematisiert worden waren und somit
Gegenstand der Anerkennung bildeten (Urteil des Bundesgerichts [bis 31. Dezember
2006 Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG] vom 20. August 2009,
8C_363/2009, E. 1; Urteil des EVG vom 27. April 2005, U 6/05, auszugsweise publiziert
in: AJP 2006 S. 1290 ff.). Allerdings tragen die Parteien im Sozialversicherungsrecht in
der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid
zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt
Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift indessen erst Platz, wenn es sich als
unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer
Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit
für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 222 E. 6 mit Hinweisen;
RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 4, 55).
3.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss, zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
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Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweis). Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kann
rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, solange nicht konkrete
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Auf das Ergebnis
versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen - zu denen die Beurteilungen der Suva-
Kreisärzte gehören - kann nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an
ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 139 V 229 E. 5.2, 135 V 469 f. E.
4.4 und 471 E. 4.7; Urteil des Bundesgerichts vom 16. September 2014, 8C_385/2014,
E. 4.2.2; SVR 2018 IV Nr. 4 S. 12 E. 3.2). Die Erfahrungstatsache, dass behandelnde
Ärzte und Ärztinnen aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Stellung im Zweifelsfall eher zu
Gunsten ihrer Patienten und Patientinnen aussagen, steht in denjenigen Fällen nicht im
Vordergrund, in denen ein Arzt oder eine Ärztin einen Patienten oder eine Patientin
nicht als Hausarzt oder Hausärztin, sondern als Facharzt bzw. Fachärztin behandelte.
Im Übrigen sind Anhaltspunkte, die die medizinischen Feststellungen der
versicherungsinternen Fachpersonen als nicht schlüssig erscheinen lassen, zu
beachten, auch wenn sie von behandelnden Ärztinnen oder Ärzten stammen (vgl. BGE
135 V 470 E. 4.5 f.; Urteil des Bundesgerichts vom 12. Februar 2010, 8C_907/2009, E.
1.1). Die Rechtsprechung erachtet sodann Aktengutachten als zulässig, wenn die Akten
ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und
diese Daten unbestritten sind. Voraussetzung ist ein lückenloser Untersuchungsbefund,
damit der Experte bzw. die Expertin imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen
Unterlagen ein lückenloses Bild zu verschaffen (vgl. PVG 1996 Nr. 89 265 E. 3b; RKUV
1993 Nr. U 167 S. 95). Angesichts der obigen Darlegungen sprechen keine
formellrechtlichen Gründe gegen den Einbezug der kreisärztlichen Aktenbeurteilungen
von Dr. G._ vom 14. September 2016 (Suva-act. 40) und 16. Mai 2017 (Suva-act. 60).
Ob letztlich auf die Aktenbeurteilungen abgestellt werden kann, ist im Rahmen der
nachfolgenden materiellrechtlichen Beurteilung zu prüfen.
4.
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4.1 Im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (25. Mai 2016) litt der Beschwerdeführer
unbestrittenermassen unter Schulterbeschwerden links. Ein natürlicher
Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlichen Beschwerden hat in der
Regel als gegeben zu gelten, wenn sich mittels apparativer Untersuchungsmethoden
(wie Röntgen, Sonographie, Computertomogramm, Arthroskopie) ein unfallkausaler
organischer Befund im Sinn eines strukturellen Gesundheitsschadens erheben lässt
(vgl. BGE 134 V 121 E. 9, 134 V 232 E. 5.1 mit Hinweisen, 117 V 363 E. 5d/aa; SVR
2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 7. August
2008, 8C_806/2007, E.8.2 mit zahlreichen Hinweisen).
4.2 Beim Beschwerdeführer wurden einen Tag nach dem Unfall, am 27. Januar 2016,
im Spital C._ eine röntgenologische sowie sonographische Untersuchung der linken
Schulter durchgeführt. Röntgenologisch zeigte sich eine schöne Stellung ohne
erkennbare Fraktur. Sonographisch fand sich lediglich ein Bluterguss über dem
Gelenkskopf gelenkseitig vom Supraspinatus ausgehend. Ansonsten war jedoch kein
Erguss sichtbar. Der Musculus Infraspinatus, der Musculus Deltoideus, das Glenoid
und die Bicepssehne waren ohne Pathologien, die Subscapularissehne kräftig und gut.
Gestützt auf dieses Untersuchungsergebnis sowie die Angabe des Beschwerdeführers
- er sei neben der Piste in ein "Loch" gefallen und auf der linken Schulter gelandet -
diagnostizierte die behandelnde Ärztin eine Prellung der rechten Schulter und des
Oberarms (Suva-act. 18). Die Beschwerdegegnerin sicherte dem Beschwerdeführer mit
Schreiben vom 5. Februar 2016 basierend auf der in der Schadenmeldung UVG vom 3.
Februar 2016 angegebenen Unfallbeschreibung - beim Skifahren in ein Loch gefahren
und auf die Schulter gestürzt - und gestützt auf die darin als Schädigung angeführte
Entzündung Versicherungsleistungen zu (Suva-act. 2). Bei einer Schulterprellung, die
nicht von einer strukturellen Läsion begleitet ist, handelt es sich um eine
Weichteilverletzung. Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass eine
solche Verletzung innert kurzer Zeit folgenlos ausheilt und sich die damit verbundenen
Beschwerden gänzlich zurückbilden (ALFRED M. DEBRUNNER, Orthopädie,
Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 412). Auch bei einer Entzündung
handelt es sich im Regelfall um eine ausheilende Gesundheitsstörung (vgl. ROCHE
LEXIKON, Medizin, 5. Aufl. München 2003, S. 536; PSCHYREMBEL, Klinisches
Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin 2017, S. 506 f.).
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4.3 Eine am 21. April 2016 wegen anhaltender Beschwerden an der linken Schulter
durchgeführte MRI-Untersuchung in der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin des
KSSG brachte sodann eine längerstreckige gelenksseitige Partialruptur der
Supraspinatussehne (PASTA-Läsion) zur Darstellung. Dr. E._ sprach im
Untersuchungsbericht vom 6. Mai 2016 von einer Subtotalläsion im Supraspinatus links
(Suva-act. 9). Die Supraspinatussehnenläsion bestätigte sich anlässlich der von ihm am
27. Mai 2016 durchgeführten Arthroskopie. Konkret erhob Dr. E._ eine
fingerkuppengrosse Subtotalläsion im Supraspinatus ventral, worauf er eine
subacromiale Dekompression und sowie eine Supraspinatussehnenrekonstruktion
doppelreihig durch Miniinzision durchführte (Suva-act. 17). Unstreitig war mit der
Supraspinatussehnenläsion eine strukturelle Gesundheitsschädigung objektiviert.
Angesichts der Ausführungen in Erwägung 4.2 ist aber offensichtlich, dass die
Anerkennung der Leistungspflicht im Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 5.
Februar 2016 (Suva-act. 2) die Supraspinatussehnenläsion nicht umfasste. Die
Beweislast hinsichtlich der Frage, ob es sich bei dieser um eine beim Unfall vom 26.
Januar 2016 erlittene Verletzung gehandelt hat, liegt somit beim Beschwerdeführer (vgl.
Erwägung 3.1).
5.
5.1 In Bezug auf die Rotatorenmanschette, insbesondere deren Supraspinatussehne,
gilt es zu beachten, dass sie zur Degeneration neigt. Allerdings kann die
Rotatorenmanschette auch als Folge eines Traumas ein- oder abreissen (vgl. dazu
DEBRUNNER, a.a.O., S. 628, 724 f., 728 ff.; ROCHE LEXIKON, a.a.O., S. 1681;
PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1576, 1646). Grundsätzlich sind mithin beide Kausalitäten
(Krankheits- und Unfallkausalität) denkbar. Im Folgenden ist zu prüfen, ob es sich
vorliegend bei der Rotatorenmanschetten- bzw. Supraspinatussehnenläsion mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit um eine direkte Unfallverletzung
oder um eine degenerative Gesundheitsschädigung gehandelt hat.
5.2
5.2.1 Dr. G._ verneint, wie bereits erwähnt, eine überwiegend wahrscheinlich
durch den Unfall vom 26. Januar 2016 verursachte Supraspinatussehnenläsion. Er
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nimmt zunächst Bezug auf den für eine Kausalitätsbeurteilung massgebenden
Unfallmechanismus bzw. auf die beim Sturz erfolgte Krafteinwirkung auf den
betroffenen Körperteil und führt in seiner Beurteilung vom 14. September 2016 die
auch in medizinischen Fachartikeln konkret beschriebenen Verletzungsmechanismen
auf, welche zu einer traumatischen Sehnenruptur führen können: eine passiv forcierte
Aussen- oder Innenrotation bei anliegendem oder abgespreiztem Arm; eine passive
Traktion nach unten, vorne oder innen; eine starke Zugbelastung beim Abspreizen des
Arms oder als Begleitverletzung einer Ausrenkung (Luxation) des Schultergelenks.
Allgemeiner, aber dennoch mit dem ersten der vorgenannten Verletzungsmechanismen
übereinstimmend formuliert, findet sich sodann in der medizinischen Literatur als
Ursache für eine Supraspinatussehnenläsion ein abruptes Abstützen bei Sturz bzw. ein
Sturz auf den ausgestreckten Arm oder Ellbogen (<http://www.gaertner-servatius.de/
krankheiten/rotatorenmanschettenruptur_leit¬linien.pdf>; <https://gelenk-klinik.de/
orthopaedische-erkrankung/schulter/ruptur-rotatoren¬manschette.html>; <http://
orthopaedie-unfallchirurgie.universimed.com/artikel/die-rotato-renmanschettenruptur-
verletzung>; <http://www.orthozentrum.ch/de/Schulter-Ellbogen-Hand/
Rotatorenmanschettenruptur-und-Impingementsyndrom>; http://www.orthozentrum.
ch/de/ Schulter-Ellbogen-Hand/ Rotatorenmanschettenruptur-und-
Impingementsyndrom, alle abgerufen am 17. Oktober 2018; vgl. auch PSCHYREMBEL,
a.a.O., S. 1576). Eine traumatische Ruptur der Rotatorenmanschette erfolgt also dann,
wenn durch indirekte Gewalt, selten durch ein direktes Anpralltrauma bzw. durch eine
plötzliche körpereigene Kraftanstrengung, die mechanische Belastbarkeit des
Sehnengewebes überschritten wird. Beim Beschwerdeführer geht Dr. G._ jedoch von
einem Sturz beim Skifahren mit direktem Anprall des linken Schultergelenks und damit
von einem für eine Sehnenruptur inadäquaten Trauma aus.
5.2.2 In der Schadenmeldung vom 3. Februar 2016 (Suva-act. 1) wie auch im
Bericht vom 27. Januar 2016 des Spitals C._ betreffend die Erstbehandlung vom 26.
Januar 2016 (Suva-act. 18) wird der Unfall des Beschwerdeführers als Sturz und
Landung auf der linken Schulter beschrieben. Angesichts dieser Unfallschilderung
erscheint die Annahme eines direkten Anpralltraumas der linken Schulter grundsätzlich
folgerichtig. Der Beschwerdeführer wurde allerdings durch die Beschwerdegegnerin
erstmals anlässlich einer Besprechung vom 21. Juni 2016 zum genauen Unfallhergang
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befragt. Für eine ausführlichere Sachverhaltsabklärung bestand bis dahin kein Anlass.
Offensichtlich wurde dem Beschwerdeführer nun die Frage gestellt, ob er vor dem
Sturz versucht habe, sich aufzufangen. Gemäss handgeschriebenem
Besprechungsprotokoll verneinte er dies, fügte jedoch hinzu, er wisse nicht genau, wie
er seinen Arm gehalten habe (Suva-act. 21). Laut computergeschriebenem
Besprechungsprotokoll ist der Beschwerdeführer direkt seitlich auf seine linke Schulter
gefallen. Weiter findet sich im Protokoll die konkrete Aussage des Beschwerdeführers,
er könne nicht sagen, ob er sich vorgängig noch habe auffangen wollen (Suva-act. 24).
Die genaue Ermittlung des Bewegungsablaufs bei einem Sturz stellt sich
erfahrungsgemäss schwierig dar. Es ist naheliegend, dass ein im Regelfall plötzlich und
unerwartet eintretender bzw. sich schnell abspielender Sturz vom Stürzenden am
ehesten als Kontusion bzw. stumpfer Aufprall des Körpers auf den Boden
wahrgenommen wird. Insofern erscheint es absolut nachvollziehbar, dass sich der
Beschwerdeführer nicht mehr genau daran erinnern kann, wie er beim Sturz seinen Arm
gehalten hat bzw. ob er sich vorgängig noch auffangen wollte. Er begründete seine
fehlende Erinnerung auch damit, dass sich der Sturz sehr schnell ereignet habe (Suva-
act. 24). So wies auch Dr. E._ in seinem Schreiben vom 20. Juli 2016 darauf hin, dass
anamnestisch klar ein Sturz stattgefunden habe. Wie genau der Arm beim Sturz
gehalten worden sei bzw. ob eine Kontusion oder Distorsion stattgefunden habe,
könne verständlicherweise jetzt niemand mehr genau sagen (Suva-act. 28). Ein
Verletzungsmechanismus mit dem Potential für eine Schädigung der
Rotatorenmanschette erscheint damit angesichts des Gesagten nicht zum Vornherein
unwahrscheinlicher, als ein ungeeigneter Verletzungsmechanismus. Die ersten
Unfallbeschreibungen waren derart allgemein, dass andere oder zusätzlich mit dem
Sturz verbundene Einwirkungen auf die Schulter bzw. Bewegungen derselben nicht
ausgeschlossen werden können.
5.3 Dr. G._ sieht sodann eine traumatische Ursächlichkeit der
Supraspinatussehnenläsion links insofern als nicht überwiegend wahrscheinlich
erwiesen an, als die Dokumente, die unmittelbar nach dem Unfall erstellt wurden, die
Intaktheit der Rotatorenmanschette belegen würden (Suva-act. 40). Jedenfalls geht Dr.
G._ damit von einer zeitlich dem Unfall nachfolgenden, nicht vorbestehenden
Rotatorenmanschettenläsion aus. Tatsächlich wurde im Bericht des Spitals C._
betreffend die Erstbehandlung vom 26. Januar 2016 eine Ruptur einer Sehne der
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Rotatorenmanschette ausdrücklich verneint und lediglich eine Prellung der Schulter
und des Oberarms - eine im Regelfall folgenlos ausheilende Verletzung (vgl.
DEBRUNNER, a.a.O., S. 412) - diagnostiziert. Die röntgenologische Untersuchung
hatte keine auffälligen Befunde hervorgebracht (Suva-act. 18), doch dient die
Röntgenuntersuchung laut medizinischer Literatur hauptsächlich der Feststellung
ossärer Verletzungen. Entsprechend wurde im Bericht des Spitals C._ festgehalten,
dass keine Fraktur erkennbar sei. Die Rotatorenmanschette selbst, als
Weichteilstruktur, ist in der Röntgenuntersuchung nicht direkt darstellbar
(DEBRUNNER, a.a.O., S. 203 ff., 225, 726). Eine Sehnenläsion lässt sich demnach mit
einer solchen nicht verlässlich ausschliessen. Das ideale Diagnostikinstrument für die
Feststellung einer Rotatorenmanschettenruptur ist das MRI (DEBRUNNER, a.a.O., S.
225 f., 725 f., 729; PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1576). Vor diesem Hintergrund muss es
also auch bei einer allenfalls beim Skiunfall vom 26. Januar 2016 erlittenen
Rotatorenmanschettenläsion nicht erstaunen, wenn erstmals in der MRI-Untersuchung
vom 21. April 2016 eine Supraspinatussehnenläsion festgestellt worden ist. Ausserdem
hatte sich in der im Spital C._ zusätzlich durchgeführten Sonographie zumindest ein
leichter Bluterguss über dem Gelenkskopf gelenkseitig vom Supraspinatus ausgehend
präsentiert (Suva-act. 18). Dr. H._ nimmt in seiner Beurteilung vom 14. September
2016 keine Stellung zu diesem Sonographiebefund. Stattdessen erwähnt er, dass zwei
Monate nach dem Unfall auf den kernspintomographischen Bildern des linken
Schultergelenks keinerlei Hinweise auf eine schwere Kontusion vorliegen würden; so
zeigten sich keine spongiösen Mikrofrakturen im Sinne eines Knochenödems (Bone
bruise), die in der Regel drei bis vier Monate nach einem schweren Kontusionsereignis
aufzufinden seien. Da davon auszugehen ist, dass ein Ödem einem Heilungsprozess
unterliegt, bedeutet diese ärztliche Feststellung nicht, dass das echtzeitliche Ödem
kein Hinweis auf eine Rotatorenmanschettenruptur sein konnte, dafür aber derartige
spätere Befunde erwartet werden. Wie in Erwägung 5.2 dargelegt, stellt ausserdem der
direkte Anprall bzw. die blosse Kontusion keinen geeigneten Verletzungsmechanismus
für eine Rotatorenmanschettenläsion dar. Nicht nachvollziehbar ist deshalb auch,
weshalb aus solchen - von Dr. G._ als kontusionstypisch dargestellten
Begleiterscheinungen - zwingende Schlussfolgerungen für oder gegen das Vorliegen
einer Rotatorenmanschettenläsion gezogen werden.
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5.4 Unklar ist weiter die Bedeutung der Feststellung von Dr. G._ in seiner
Beurteilung vom 14. September 2016 (Suva-act. 40), die einen Tag nach dem Unfall
erhobenen Untersuchungsergebnisse vom 26. Januar 2016 würden die Intaktheit der
Rotatorenmanschette beweisen. Im Rahmen der klinischen Untersuchung im Spital
C._ (Suva-act. 18) wurden beim Beschwerdeführer verschiedene Tests zur
Beurteilung der Schulter durchgeführt, eine Bewegungsprüfung mit Nacken- und
Schürzengriff, ein Lift-Off-Painful-arc-, Jobe- sowie Palm-Up-Test. Ausserdem wurde
das Vorliegen einer Druckdolenz über dem AC-Gelenk geprüft. Während diejenigen
Tests, mit denen nicht spezifisch die Funktion der Supraspinatussehne überprüft wird
(Palm-up-Test, Lift-Off-Test), sowie der Schürzengriff als globaler, unspezifischer
Bewegungstest zur Überprüfung der Gelenkbeweglichkeit keine Auffälligkeiten zeigten,
war gerade der Jobe-Test nicht durchführbar und zeigte der Painful-arc-Test
Schmerzen ab ca. 40°. Zudem war der Nackengriff nicht möglich. Damit lagen
echtzeitlich durchaus positive klinische Testergebnisse für ein Impingement-Syndrom
mit Beteiligung des Musculus supraspinatus sowie der im Subakromialraum liegenden
Supraspinatussehne vor. Hinzu kam die Druckdolenz über dem AC-Gelenk (vgl. dazu
DEBRUNNER, a.a.O., S. 726 f.; PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 1576; https://
schulterinfo.de/lexikon_schulter.html, abgerufen am 17. Oktober 2018). Dr. E._ führte
zwar am 3. Mai 2016 eine gegenüber dem Spital C._ nochmals erweiterte klinische
Untersuchung mit positiven Ergebnissen für eine Supraspinatussehnenruptur durch
und stellte nun - insbesondere auch aufgrund des MRI-Untersuchungsergebnisses
vom 21. April 2016 - die Diagnose einer Subtotalläsion der Supraspinatussehne links.
Dieser Umstand bedeutet jedoch nicht, dass die echtzeitlichen positiven Befunde nicht
auch bereits auf eine solche Verletzung hindeuteten. Der Hinweis von Dr. G._ auf
degenerative Vorzustände vermag das Gesagte insofern nicht überzeugend in Frage zu
stellen, als die Sehnendegenerationen - wie von Dr. E._ in seinem Schreiben vom 20.
Juli 2016 festgehalten (Suva-act. 28) - nicht ausgeprägt waren. So zeigte sich im MRI
nebst der Subtotalläsion lediglich eine geringe Tendinose bzw. Auffaserung der
kranialseitigen Fasern der Subscapularissehne ansatznahe. Ansonsten war die
Bizepssehne altersentsprechend und die übrige Rotatorenmanschette intakt (Suva-act.
9, 13).
5.5 Die Feststellung von Dr. G._ in der ärztlichen Beurteilung vom 14. September
2016 (Suva-act. 40), im MRI habe sich kein Hinweis auf eine vollständige, d.h.
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transmurale Ruptur der Supraspinatussehne finden lassen, stimmt zwar mit dem
Untersuchungsbericht überein. Auch Dr. E._ bestätigt keine solche. Er diagnostizierte
im Rahmen der Arthroskopie lediglich eine Subtotalläsion im Supraspinatus ventral
(Suva-act. 17), so wie sich im MRI nur eine Partialläsion der Supraspinatussehne
gezeigt hatte (Suva-act. 14). Dass eine Partialläsion nie traumatisch bedingt sein kann,
wird jedoch von Dr. G._ weder dargelegt noch explizit geäussert. Ebenfalls unerklärt
bleibt, inwiefern seine Feststellung - der gelenkseitige Teil der Supraspinatussehne
werde bezüglich der mechanischen Stabilität schwächer eingeschätzt als der dem
Schleimbeutel zugewandte Teil - eine traumatische Ätiologie ausschliesst. So ist nicht
nachzuvollziehen, weshalb besagter Umstand einer degenerativen Ruptur, nicht aber
auch einer traumatischen Ruptur förderlich sein kann. Die Aussagen von Dr. G._,
wonach Defekte der Rotatorenmanschette als Folge eines multifaktoriellen Geschehens
angesehen würden, die degenerativen Veränderungen im Mittelpunkt stünden,
ansatznahe Kontinuitätsunterbrechungen der Rotatorenmanschette mit zunehmendem
Alter häufig Folge von Verschleissvorgängen seien und auch ohne ursächliches
Unfallereignis vorkommen könnten, überzeugen im Regelfall (vgl. Erwägung 5.1).
Erleidet jedoch eine versicherte Person einen Unfall mit Beteiligung der Schulter, liegt
der zentrale Ausgangspunkt für einen Ausnahmefall bzw. eine traumatische
Rotatorenmanschettenruptur vor und es gilt zu prüfen, ob der Unfall tatsächlich eine
solche Verletzung bewirkt hat.
5.6 Im konkreten Fall erweist sich schliesslich der Hinweis der Beschwerdegegnerin im
angefochtenen Einspracheentscheid (Suva-act. 61) wie auch in der
Beschwerdeantwort vom 21. Juli 2017 (act. G 3) auf die ungenügende Erklärungskraft
des zeitlichen Aspekts als Beweis für eine Unfallkausalität bzw. auf die Beweisregel
"post hoc ergo propter hoc" als untauglich. Allgemein vermag letztere juristisch
gesehen zwar nichts über eine allfällige Unfallkausalität auszusagen (vgl. dazu ALFRED
MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Berlin 1989, S. 460 Fn
1205; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015, N 69 zu Art. 4;
BGE 119 V 341 f. E. 2b/bb,; SVR 2009 UV Nr. 13 [8C_590/2007], S. 52, E. 7.2.4, sowie
SVR 2008 UV Nr. 11 [U 290/06], S. 34, E. 4.2.3, je mit Hinweisen). Die blosse zeitliche
Abfolge stellt jedoch nur in solchen Fällen einen ungenügenden Beweis dar, in denen
das Vorliegen einer strukturellen Verletzung mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit verneint werden kann. Eine Gesamtbetrachtung lässt jedoch nicht
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die Schlussfolgerung zu, dass die am 21. April 2016 radiologisch erhobene (Suva-act.
14) und am 27. Mai 2016 arthroskopisch bestätigte und behandelte
Supraspinatussehnenläsion (Suva-act. 17) überwiegend wahrscheinlich unfallfremd
war. So ist in Bezug auf den vorliegenden Fall zu berücksichtigen, dass eine
Unfallanamnese ohne einen typischen Bewegungsablauf für eine
Rotatorenmanschettenruptur nicht überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen ist.
Weiter ist zu berücksichtigen, dass keinerlei Hinweise gegen eine Beschwerdefreiheit
des Beschwerdeführers im Bereich der linken Schulter vor dem Unfall aktenkundig
sind. Dagegen trat beim Beschwerdeführer unmittelbar nach dem Skiunfall eine
Schmerzproblematik bzw. - wie von Dr. E._ im Bericht vom 20. Juli 2016 formuliert
(Suva-act. 28) - ein Leidensdruck im Bereich der linken Schulter auf, aufgrund dessen
er sich einen Tag nach dem Unfall veranlasst sah, sich ins Spital C._ zu begeben, wo
eine umfassende Untersuchung als indiziert betrachtet worden ist (vgl. Suva-act. 18).
Im Spital C._ wurde dem Beschwerdeführer eine konservative Therapie (Schonung,
Sportkarenz, Analgesie, Sportiumgel) verordnet und laut dessen Angaben mitgeteilt,
dass es durchaus drei bis vier Wochen bis zur Besserung dauern könne. Der
Beschwerdeführer beschrieb am 21. Juni 2016 gegenüber der Beschwerdegegnerin
eine zwischenzeitliche Besserung der Beweglichkeit, anschliessend jedoch ein
Andauern der Beschwerden, weswegen er am 16. März 2016 Dr. D._ aufgesucht
habe. Die Schmerzen seien vor allem in der Nacht am schlimmsten gewesen. Dr. D._
habe ihm eine Salbe verschrieben und mit ihm einen weiteren Termin 14 Tage später
vereinbart. Nachdem auch bis dahin keine Besserung eingetreten sei, habe er sich
selbst bei Dr. E._ angemeldet. Vorgängig habe er über Dr. D._ eine MRI-Abklärung
veranlasst (Suva-act. 24). Die Schilderungen des Beschwerdeführers zeigen eine seit
dem Skiunfall andauernde - mit den Nachtschmerzen typische (vgl. DEBRUNNER,
a.a.O., S. 726) - Schmerzproblematik mit Bewegungseinschränkung im Bereich der
linken Schulter auf, bezüglich welcher er zunächst nachvollziehbar abwartete, die im
Spital C._ verschriebene konservative Therapie durchführte und auf eine Heilung
vertraute. Die konkrete Sachverhaltsschilderung über einen Zeitraum von rund sechs
Wochen erscheint nicht abwegig. Dass der Beschwerdeführer laut Angaben in der
Beschwerde (act. G 1) nach der Rückkehr aus den Ferien wieder arbeiten ging und
seine überwiegend aus Büroarbeit bestehende selbständige Erwerbstätigkeit trotz
Schmerzen auszuführen vermochte, erscheint ebenfalls überzeugend. Vor diesem
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Hintergrund lässt sich mithin eine traumatisch bedingte Rotatorenmanschettenläsion
ebenfalls mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit bejahen.
5.7 Zusammengefasst hat Dr. G._ nicht überzeugend und schlüssig darzutun
vermögen, dass die am 27. Mai 2016 arthroskopisch operierte
Supraspinatussehnenruptur überwiegend wahrscheinlich unfallfremd gewesen ist.
Seiner Schlussfolgerung steht sodann die Beurteilung von Dr. E._ vom 20. Juli 2016
entgegen (Suva-act. 28), worin dieser ebenfalls den in Erwägung 5.6 skizzierten
zeitlichen Ablauf darlegt, daraus jedoch ein traumatisches Geschehen ableitet. Als
Anhaltspunkt dafür nennt er zudem schlüssig die wenig ausgeprägte
Sehnendegeneration (vgl. dazu Erwägung 5.4). Wie die geringe Retraktion sowie die
interoperativ problemlose Mobilisierung und das Ziehen der Sehne an den
ursprünglichen Ansatz bei einer unvollständigen Sehnenschädigung zu werten ist, kann
dabei offen bleiben. Selbst wenn ihnen - wie von Dr. G._ dargelegt (vgl. dazu Suva-
act. 41, 60) - hinsichtlich der Unfallkausalität keine Aussagekraft zukäme, könnte diese
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit verneint werden.
6.
Nach dem Gesagten ist anhand der vorliegenden Akten davon auszugehen, dass die
am 27. Mai 2016 arthroskopisch behandelte Supraspinatussehnenläsion mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit durch den Unfall vom 26. Januar
2016 verursacht worden ist, womit die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen zu
Unrecht per 25. Mai 2016 eingestellt hat.
7.
7.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 17. Mai 2017 (Suva-act. 61) gutzuheissen und die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer über den 25. Mai 2016
hinaus die gesetzlichen Leistungen für die Folgen des Unfalls vom 26. Januar 2016 zu
erbringen.
7.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
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7.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei
Anspruch auf eine Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise
festzusetzen, wobei insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand
Rechnung zu tragen ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. Art. 98 ff. des sankt-gallischen
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]). Der Bedeutung und
dem Aufwand der Streitsache (nur einfacher Schriftenwechsel) angemessen erscheint
vorliegend eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen
und Mehrwertsteuer).