Decision ID: 070a4eb1-57ed-44fe-969f-b1d6d823a6cd
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 19
59 geborene
X._
, ohne Berufsausbildung und Vater zweier 1986 und 1993 geborener Kinder,
war zuletzt bis
Ende
2013 als Hilfsarbeiter bei der
Y._
tätig
(vgl.
Urk.
6/93/256)
. Am 2
3.
August
2013
(Eingangs
datum)
meldete
er
sich unter Hinweis auf einen Unfall erstmals bei der Eid
genössi
schen Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/2
). Die Sozial
versi
cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog die Akten der Unfall
versiche
r
ung bei (
Urk.
6/5/1-157
) und tätigte
beruflich
-medizinische Ab
klärungen. Im November 2013 teilte sie dem V
ersicherten mit, aus motivatio
na
len
und gesund
heitlichen
Gründen seien derzeit keine beruflichen Mass
nah
men möglich (
Urk.
6/18).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/49 ff.) wies die IV-Stelle einen Rechtenanspruch des Versicherten mit Verfügung vom 2
5.
Juni
2014 ab (
Urk.
6/60).
Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechts
kraft.
1.2
Am 1
1.
Januar 2018
(Eingangsdatum)
meld
ete sich der Versicherte erneut
zum Leistungsbezug bei der IV-Stelle an (
Urk.
6/78).
Zur Glaubhaftmachung einer we
sentlichen Änderung
der tatsächlichen Verhältnisse
reichte
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin
,
die
Akten
der Unfallversicherung ein (
Urk.
6/80 ff.) Mit
Verfügung vom 1
8.
April 2018
trat
die IV-Stelle
auf das neue Leistu
ngsbegehren nicht ein (
Urk.
6/85
).
1.3
Mit Bericht vom 2
0.
Dezember 2018
machte
Dr.
Z._
unter
Hinweis auf den rheumatologischen Konsiliarbericht von
PD
Dr.
med. A._
, Facharzt FMH für Physikalische Medizin, Rehabilitation und Rheumatologie
,
vom
4.
Dezember 2018
(
sinngemäss
)
eine Verschlechterung geltend (
Urk.
6/86 f.); am 9.
Januar 2019 ging
die Neuanmeldung
des Versicherten ein (
Urk.
6/89 f.).
Die
IV-Stelle
tätigte medizinische Abklärungen und zog
erneut die
Akten der Unfallversiche
rung bei (
Urk.
6/
93/1-489). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/98,
Urk.
6/103,
Urk.
6/108) wies sie das Leistungsbegehren des Versicher
ten mit Verfügung vom 2
1.
Mai 2019 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
9.
Juni 2019 Beschwerde und beantragte, es sei in Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 2
1.
Mai
2019 eine poly
disziplinäre Begutachtung durchzuführen und über den Rentenanspruch neu zu ver
fü
gen (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 1
8.
Juli
2019 schloss die Beschwerdegegnerin auf
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), was dem Beschwer
de
führer am 1
9.
Juli 2019 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente
verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3 IVV eine neue Anmel
dung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erhebli
chen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung
durch die Verwaltung, dass
die
Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.2
Nach Eingang einer Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung ver
pflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind; verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dement
sprechend an die Glaubhaftmachung höhere oder weniger hohe Anforderungen stellen. Insofern steht ihr ein gewisser Beurteilungsspielraum zu, den das Gericht grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Behandlung der
Ein
tretensfrage
durch die Verwaltung nur zu überprüfen, wenn das Eintreten streitig ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf
Art.
87
Abs.
3 IVV
Nichteintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der
Eintretensfrage
, wenn die Verwal
tung auf die Neuanmeldung
eingetreten ist (BGE 109 V 108 E. 2b mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.3
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Da
bei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f IVV auf dem Weg der blossen Mit
tei
lung (Art. 51 ATSG), ist im darauffolgenden Revisionsverfahren zeitlich zu ver
gleichender Ausgangssachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E. 3.1.2 unter Hin
weis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E. 3.1.2).
1.4
UV170510
Beweiswert eines Arztberichts
08.2018
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung erwog die Beschwerdegeg
nerin, der Beschwer
deführer sei in seiner bisherigen Tätigkeit auf dem Bau nicht mehr arbeitsfähig. Demgegenüber könne er in einer angepassten Verweistätigkeit nach wie vor ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen erzielen; die seitens der behandeln
den Ärzte postulierte Arbeitsunfähigkeit in einer Verweistätigkeit sei auf psycho
soziale Gründe zurückzuführen und damit invaliditätsfremd. Mithin bestehe kein IV-Leistungsanspruch (
Urk.
2).
2.2
Dagegen wandte der Beschwerdeführer ein, seit der letzten Leistungsprüfung habe sich sein Gesundheitszustand verschlechtert. Es könne heute nicht mehr auf die kreisärztliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung 2017 abgestellt werden. Insbesondere seien auch die krankheitsbedingten Leistungseinschrän
kungen zu berücksichti
gen. Zudem bestehe eine
eigenständige Depression. Mithin sei eine polydiszipli
näre Begutachtung angezeigt (
Urk.
1).
3.
Die IV-Stelle ist auf die Neuanmeldung
vom
9.
Januar 2019 (
Urk.
6/
89)
eingetre
ten. Strittig und zu prüfen ist, ob
sich die Frage nach einer rentenwirksamen Ver
änderung seit der leistungsabweisenden Verfügung vom 2
5.
Juni 2014 (
Urk.
6/60; vgl. E. 1.3) aufgrund der vorhandenen Akten hinreichend beurteilen lässt und
be
jahendenfalls,
ob die Beschwerdegegnerin eine wesentliche Veränderung zu Recht verneint hat.
4.
Der Entscheid vom 2
5.
Juni 2014 stützte sich
auf die nachfolgende medizinische Sachlage:
4.1
Im Rahmen der fachärztlich-chirurgischen Untersuchung
vom 2
9.
Januar
2014
diagnostizierte
der beurteilende Kreisarzt
einen St
atus nach Verkehrsunfall am
3.
April
2013 mit/bei
(
Urk.
6/
36/5):
-
Status nach
Femurkopfluxation
rechts mit/bei:
-
Status nach
Versorgung in Italien mi
ttels
Kirschnerdrähten
am
3.
April
2013
-
Status nach Hüfttotalprothese-Implantation am 1
7.
April
2013
-
Ansatznahe,
transmurale
Supraspinatussehnenruptu
r
und Subluxation der langen
Biz
epssehne
rechts (dominant)
Der
Beschwerdeführer habe
einen Verkehrsunfall
erlitten und
sich
dabei unter anderem eine
Femur
kopfluxation
rechts zu
gezogen. Diese sei
nach einer provi
sorischen Versorgung in Italie
n mittels Hüftprothese am 1
7.
April
2013 definitiv revidiert wo
rde
n
.
Postoperativ hätten durchwegs
Hüftbeschwerden
bestanden; der Verlauf sei
protrahiert. Der Hüftorthopäde
habe
in der Sechsmonatskontrolle
bestätigt
, dass die Beschwerden nur partiell objektivie
rbar seien. Zudem habe
sich der
Beschwerdeführer
wahrscheinlich eine
Rotatorenmanschettenläsion
zu
ge
zo
gen.
Aufgrund der weitgehend freien Schulterfunktion sowie dem raschen Ausziehen der Oberbekleidung
anlässlich der aktuellen Untersuchung
bestehe dies
bezüglich keine Operationsindikation.
Subjektiv sei d
ie Hüfte deutlich schmerz
hafter als die Schulter,
wobei
d
er
Beschwerdeführer
nur ausnahmsweise
Dafalgan
500 mg benötige.
Die machbare
Gehstrecke
sei
nach Angaben des Beschwerde
führers
auf 20 - 30 Minuten limitiert; Trep
pensteigen sei nur mühsam möglich
(
Urk.
6/36/5)
.
Klinisch zeige sich
vor allem eine ventrale Schultersymp
tomatik als Folge eines
Impinge
ments
bzw. der
Bicepssehnen
-Subluxation
(
Urk.
6/36/6)
.
Der Beschwerdeführer sei hinsichtlich einer leichten Tätigkeit, ohne hüftgelenks-und schulterbelastende Arbeiten ganztags arbeitsfähig; im Detail werde das Be
lastbarkeitsprofil der
B._
übernommen (
Urk.
6/36/6).
4.2
Vom
4.
September bis
9.
Oktober 2013 weilte der Beschwerdeführer zur stationä
ren Rehabilitation in der
B._
. Bei Austritt hätten
regrediente
,
schmerzhafte Bewegungseinschränkungen in der rechten Hüfte, eine schme
rz
hafte Bewegungseinschränk
ung in der rechten Schulter und
ein
subacromiales
Impingement
bestanden. Bei Austritt
habe
der Beschwerdeführer keine Medi
kamente ein
genommen
und es wurde die Weiterführung der physikalischen The
ra
pien empfohlen. Die bisherige Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer nicht mehr zuzumuten. Hinsichtlich einer leichten, wechselbelastenden Arbeit, ohne Zwangs
haltungen der rechten Hüfte, ohne Tätigkeiten auf hohen Leitern, ohne andauernde Überkopfarbeiten, ohne Heben von schweren Lasten bestehe eine ganztägige Arbeitsfähigkeit (vgl. Austrittsbericht vom 1
0.
Oktober
2013,
Urk.
6/13/1 f.).
5.
Im Rahmen der Neuanmeldung vom
9.
Januar 2019 liegen im Wesentlichen
die nach
folgende
n
medizinischen Unterlagen
bei den Akten
:
5.1
Der Beschwerdeführer weilte zur stationären Reh
abilitation vom 2
6.
Mai bis 15.
Juni 2015 in der
C._
. Im
Austrittsbericht
vom 26. Mai 2015 wurden folgende Diagnosen festgehalten (
Urk.
6/93/191):
-
Restbeschwerden bzw. chronische Schmerzsymptomatik bei
-
c
hronischer Lumbago
-
Status nach Hüft-Totalprothese
rechts wegen
Femurkopfluxationsfrak
tur
am 1
7.
April
2013
-
Status nach
Kirschnerdraht
-Osteosynthese bei Verke
hrsunfall am 0
3.
April
2013
-
Gonar
throse links mehr als rechts
-
Hyperurikä
mie akuter Gichtanfall am 1
2.
Juni
2015 am
Malleolus
lateralis
rechts, Harnsäure 528umol/l, BSR: 63 mm/h
Im Zusammenhang mit den beklagten postoperativen
Schmerzen in der rechten Hüfte
habe
ein infektiöses Geschehen
ausgeschlossen werden können und sich radiologisch eine
regelrechte Prothesenlage
gezeigt
.
MR-tomographisch habe sich keine Erklärung
für die Schmerzproblematik
in der Hüfte finden lassen
.
Die
Abklärung de
r Lendenwirbelsäule habe sich ebenfalls als unauffällig erwiesen
.
Die subjektiv
chronisch intermittierende
n
Schmerzen in
der rechten Hüfte be
stünden sowohl
bei Belastung als auch in Ruhe. Aus diesem Grunde
sei der Beschwerdeführer
seit 2013
bis anhaltend
zu 100% arbeitsunfähig.
Im Juni 2015 habe
er
zudem
massive Schmerzen über dem
oberen Sprunggelenk (
OSG
)
rechts
berichtet. Klinisch habe sich eine Rötung sowie prall-
elastische Schwellung mit massiver Druckempfindlichkeit über dem
Malleolus
lateralis
rechts
gezeigt. Laborchemisch habe sich
eine erhöhte Harnsäure
ergeben
. Bei bekannten inter
mit
tierende
n Gelenksschwellungen, insbeson
dere
im Knie und OSG rechts
, sowie ei
nem Alkoholkonsum von 3-4 Bier täglich
sei von einem
akuten Gichtanfall aus
zugehen
. Eine medikamentöse Therapie
sei initiiert und der Beschwerdeführer
bezüglich des Zusammenhanges von Gichtanfall
,
gesunder Ernährung und Alko
holkonsum aufgeklärt
worden
.
Im
Rahmen des Klinikaufenthaltes sei
eine Verlängerung der
selbständig
en
(
ohne Hilfsmittel
)
Gehstrecke auf 500 Meter
erreicht worden; Treppensteigen und –ab
steigen sei machbar bis
50
Stufen
.
Die angegebene Schmerzintensität und Beweglichkeit sei
während des gesamten stationä
ren
Aufenthaltes sehr tages
abhän
gig gewesen. Für körperlich schwere Tätigkeiten
sei der Beschwer
deführer
nicht mehr arbeitsfähig.
Er
sei
nur noch geeignet für eine mittelschwere
, wech
sel
belas
tende
(mit Arbeiten stehend/
geh
end am Stück während maximal einer Stunde
)
Tätigkeit
en
,
ohne Lastenheben über 1
Ok
g, ohne Zwangshaltungen in der rechten Hüfte, ohne
andauernde
Überkopftätigkeiten
sowie aus Sicher
heits
gründen o
hne Tätigkeit auf hohen Mauern
.
Als Austrittsmedikation wurden
Targin
5/2.5 (1-0-0-1
),
Olfen 50 mg
(
1-0-1-0
),
Pantozol
20 mg genannt (0-0-1
0,
Urk.
6/93/191 ff.).
5.2
Vom 1
2.
Oktober bis
9.
November 2015 absolvierte der Beschwerdeführer ein
stationäres
interdisziplinäres Schmerzprogram
m
in
der
D._
. Grund dafür
seien die
bestehende
n
LWS-Beschwerden mit Ausstrahlungen in den rechten Oberschenkel sowie progrediente HWS- und Schmerzen in der rechten Schulter mit starken Mobilitätseinschränkungen
gewesen
. Im Austrittsbericht
vom
17.
November 2015 wurde
n
keine neuen Diagnosen genannt und
es wurde
dem Beschwerdeführer ab dem 1
6.
November 2015 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit mit Lastenheben bis 5kg, ohne h
äu
figes Bücken, ohne lange
Hebe
belastungen und ohne einseitig belastende Zwangshaltungen attestiert. Die Schulterproblematik rechts habe sich vor allem bei Überkopfarbeiten manifestiert. Die Schmerzsituation habe sich im Rahmen des Aufenthaltes leicht verbessert. Durch das intensive physikalische Training hätten auch die Alltagsaktivitäten wie Heben, Tragen und Bücken deutlich ver
bessert werden können. Allerdings habe der Beschwerdeführer während des Auf
enthaltes viel Anleitung und Zuspruch benötigt. Mit herannahendem Klinikaus
tritt habe er Bedenken an der eigenverantwortlichen Weiterführung des Trainings zu Hause geäussert; in der Vergangenheit habe er jeweils ca. drei Wochen nach Beendigung einer Therapie die Motivation verloren. Als Austrittsmedikation wur
den
Pantozol
20 mg (1-0-0-0-0),
Novalgin
500 mg (max. 4x täglich),
Stilnox
10
mg (zur Nacht),
Inflamac
50 mg (1-0-1-0) und
Allopurinal
300 mg aufgelistet (0
0-1-0,
Urk.
6/95/4 ff.).
5.3
Di
e radiologische Untersuchung des
Thorax, des Beckens und rechten Hüftge
lenks, der rechten Schulter sowie Knie beidseits vom 2
6.
September
2017 ergab ein intaktes, gut verankertes Fremdmaterial im rechten Hüftbereich,
eine mässig mediale Gonarthrose, ein beidseits medial etwas verschmälerter Gelenkspalt im
Femorotibialgelenk
, links führend
und ein
en
grenzwertig hoher
Su
b
akromial
raum
im rechten Schultergelenk
(
Urk.
6/93/81).
5.4
Am 2
6.
September 2017 wurde der Beschwerdeführer
zudem
erneut kreisärztlich
-chirurgisch
untersucht.
Der beurteilende Kreisarzt hielt
neu folgend
e
zusätzlichen
Diagnosen fest
(
Urk.
6/82/6 f.):
-
Arterielle Hypertoni
e, derzeit medikamentös unzureichend eingestellt.
-
Coxarthrose
links
-
Erhöhung der Transaminasen und der
yGT
im Serum als
Zeichen einer Leberschädigung
-
Morbus
Dupuytren
beider Hände
-
Verdacht auf periphere arterielle
Verschlusskrankheit
Im Rahmen der Untersuchung habe der Beschwerdeführer sein Hemd
im Stand über Kopf aus
gezogen, ohne a
uffällige Ausgleichsbewegunge
n
.
Die Hose habe er
angelehnt an die Unte
rsuchungsliege unter wechselndem
Gebrauch beider Hände aus
gezogen. Dabei habe er
beidseits den
Einbeinstand
eingenommen
. Die Socke am linken Fuss habe der Beschwerdeführer
mit der rechten Hand aus
gezogen; für das Ausz
iehen der rechten Socke (eben
falls mit der linken Hand) habe er
das rechte Bein gebeugt und dabei die rechte Hüfte deutlich über 90° gebeugt.
Im Barfus
sgang habe der
Beschwerdeführer eine
normale Schrittlänge und ein leich
tes Hinken rechtsseitig
gezeigt.
Am rechten Oberschenkel
im
Bereich des Trocha
nter
major
habe
er
einen deutlichen
Druckschmerz an
gegeben; dort vermute
d
er
Beschwerdeführer
die Schrauben der Implantate.
In Rückenlage auf der Untersu
chungsli
ege habe
er ausserdem
eine deutlich eingeschränkte Beugung d
es rechten Hüftgelenkes sowie
Schmerzen an
gegeben; zuvor habe er
im Sitzen
problemlos einen
rechte
n Winkel erreicht. Die Kniegelenke
zeigten
beidseits
keine Ergussbil
dung. Bei der aktiven und passive
n Bewegung im Kniegelenk links sei ein
de
ut
liches
Krepitieren
retropatell
ar tastbar
; rechts zeige
sich
ein retropatellares Rei
ben, geringer als auf der linken Seite.
Die
Beschwielung
der Handinnenflächen und der Fingerkuppen seien seitengleich ausgeprägt; auffällig seien schwärzli
che Partikel unter den Fingernä
geln beider Hände und im Bereich der Nagelfalze. Im Bereich der rechten Schulter bestehe
ventralseitig
ein Druckschmerz. Di
e Halte
kraft
in 90° Abduktion sei
weder in Innenrotation noch
in Aussenrotation abge
schwächt. Der Nackengriff gelinge beidseits vollständig, rechts etwas langsamer. M
it allen Fingerkuppen der Langfi
nger könnten die Daumenkuppen erreicht wer
den. Der Faustschluss sei auf beiden Seiten vollständig möglich. In der
Hohlhand
bestünden
auf beiden Seiten derbe und knotige Stränge mit Betonung im Bereich des
4.
Strahls. Diese Veränderungen entsprächen dem klinischen Befund eines Morbus
Dupuytren
.
Die Handkraft, gemessen mit dem
Jam
ar
betrage
rechts (3
Messungen)
20
, 14,
10 Kp,
und links
30,
22,
20 Kp; im Klemmgriff zwischen Dl und D2
figuriere die gemessene Kraft
rechts
bei
15 Kp und links
bei
17 Kp
.
Die Rumpfdrehung im Sitzen gelinge beidseits
bis 30-0-30°. Der Finger-Bodenab
stand be
i Rumpfneigung nach vorn betrage
0 cm.
Beim Ankleiden zum Ende der Untersuchung
habe der Beschwerdeführer Ausglei
chsbewegungen des rechen Ar
mes
gezeigt, welche auf eine Funktionseinschränkung im rechten Schultergelenk schli
esse
n lie
ssen.
Aufgrund der Laboruntersuchungen sei die Diag
nose einer Gicht zu bestätigen;
der Rheumafaktor
figuriere
im Normalbereic
h und
die als eingenommen angegebenen Medikamente
(Paracetamol,
Diclofenac
,
Tizanidin
)
seien
nicht im ausreichenden Mass nachweisbar
(
Urk.
6/93/60 ff.)
.
Zusammenfassend
stünden d
ie klinischen U
ntersuchungsbefunde
im Wider
spruch zu den beklagten Einschränkungen;
Unterschiede ergäben sich vor all
em bezüglich des Bewegungsausmasses der rechten Hüfte. Der
Beschwerdeführer sei
im Rahmen der
Befragung 2x30 Minuten mit ei
ner Hüftbeugung von mindestens 90° (die für das normale Sitzen erforde
rlich sei
)
gesessen. Dabei sei
ihm auch eine Rumpfbeugung nach vorne (beim Gestikulieren)
gelungen. Dies lasse vermuten,
dass die 90° Beugung
im rechten Hüftgelenk auch
überschritten werden könne. Unterstützt wer
d
e
diese Vermutung durch die Angabe
n des Beschwerdeführers, wonach
er ungefähr eine Stunde lang ein Auto lenken könne. Im Rahmen der klinischen Untersuch
ung
habe
er sodann eine Einschränkung der Beu
gung im Hüftgelenk bei 70° unter der Angabe starker Schmerzen
demonstriert
.
Mit einer Limitati
on auf
70° sei
ein normal
es Sitzen auf einem Stuhl oder in einem Auto auf dem Fah
rersitz ohne Anpassungen
indes nicht möglich. Weiter sei der Be
schwerdeführer
mit
einer rechts geführten Gehstüt
ze
zur Untersuchung
erschie
nen, deren Gummistopp
en
indes
fast keine Abnützung zeigt
en
. Die Sohlen se
iner Schuhe seien
seitengleich abgenutzt
und
am rechten Bein
sei
keine Minderung des Muskelmantels nachweisbar
gewesen
. Eine verminderte Gebrauchs
fähigkeit des rechten Beines sei
daraus nicht
abzuleiten. Das angegebene Taubhei
tsgefühl
im Bein sei alsdann
nicht konstant.
Im Rahmen mehrerer neurologischen Unter
suchungen seien keine Sensi
bilitätsstörung
en dokumentiert
worden
. Bei alle dem seien die subjektiven
Beschwerden und die gezeigten Einschränkungen nur par
tiell objektivierbar
.
Bezüglich der rechten Schulter
habe der Beschwerdeführer
eine Einschränkung der Abduktion und eine Einschränkung
der Rotationsfähig
keit gezeigt. Der Muskelmantel
des rechte
n Ober- und Unterarms sei
indes
deut
lich kräftiger als auf der linken Seite (Oberarm 1.5 c
m, Unterarm 1,1 cm), die
Beschwi
elung
der Hände
sei
seitengleich ausgeprägt und an beiden Händen
fän
den
sich G
ebrauchsspuren ohne Seitendiffe
renzen. Ein Druckschmerz
sei
ledig
lich ventral über der rechten Schulter
auslösbar
gewesen, eine Schwellung habe
nicht vor
gelegen
.
Die geringer
en Werte der Handkraft rechts lie
ssen sich
einer
seits
nicht ausreichend mit einem Schaden d
er
Supraspi
natussehne
begründen und sei andererseits
nicht kongruent zu der deutlich kräftiger ausgeprägten Mus
kulatur des recht
en Arms
.
Bei alle dem lasse sich e
ine Sch
wäche der rechten oberen Extremi
tät od
er eine verminderte
Gebrauc
hsfähigkelt
nicht objektivieren
(
Urk.
6/93/44 ff.).
5.5
Im Verlaufsbericht vom 2
8.
Januar 2018 diagnostizierte der seit August
2017
behandelnde
Dr.
Z._
ein chronisches
zervikolumbales
Schmerzsyndrom (ED
November
2015). Der Beschwerdeführer
leide an einem chronischen
Nacken
syn
drom, Schulter-
sowie Hüft- und Oberschenkelschmerzen rechts. Die aktuelle Me
dikation bestehe aus
Si
r
dalud
(0-0-1),
Ecofenac
75 mg (1-0-1) und
Venlafaxin
75 mg (1-0-0).
Es bestehe für sämtliche Tätigkeiten eine
100%
ige A
rbeitsunfä
hig
keit
.
Aufgrund der chronischen Schm
erzen und mangelnden Ressourcen
sei die Prognose für eine
berufliche
Wiedereingliederung
nicht gut
; der Beschwerde
führer spreche nur
Italienisch, verfüge über
k
eine Berufsausbildung und habe keine Computerkenntnisse (
Urk.
6/96).
5.6
Gemäss
Konsiliarbericht
von
PD
Dr.
A._
vom
4.
Dezember 2018 habe der Be
schwerdeführer HWS-Schmerzen mit Ausstrahlung bis in den rechten Oberarm, Beckenschmerzen rechts mit Ausstrahlung in den Oberschenkel
sowie
Schulter
schmerzen beidseits mit Blockade bis in die Brustwirbelsäule beklagt. Zudem könne
d
er
Beschwerdeführer
die rechte Hand nicht bew
egen. Er habe keine Kraft, vergesse viel, ha
be Angst, s
ich zu bewegen, weil er sich vor
Schmerzen fürchte.
Klinisch habe sich eine verminderte Beweglichkeit der HWS in alle Richtungen gezeigt, schmerzbedingt. Passiv seien die Gelenke der Arme und Beine frei be
weglich. Die Schultergelenke seien beidseits schmerzbedingt bei der Abduktion eingeschränkt. Die Motorik und Sensibilität im rechten Arm seien nicht beurteil
bar. U
nter Vorbehalt eines noch
mals
durchzuführenden Entzündungslabors
be
stehe
ein «Krankheitsbild im Sinne eines chronischen Schmerzpatien
ten bei Status nach Unfall»
. Als Therapie scheine nur noch eine symptomatische Behand
lung übrig zu bleiben; zur Schmerzbewältigung könnte eine psychiatrische Betreuung erfolgen. Es sei fünf Jahre nach dem Unfall nicht mehr mit einer relevanten Besserung zu rechnen. Für mittelschwere bis schwere körperliche Tätigkeiten bestehe aufgrund der Schmerzen keine Arbeitsfähigkeit; für leichte Arbeiten fehlten dem Beschwerdeführer die Ressourcen (Spra
che/Computer
kennt
nisse/Ausbildung,
Urk.
6/96/7 f.).
6.
Die Neuanmeldung vom
9.
Januar
2019
(Urk. 6/
89 ff.
)
erfolgte rund neun
Monate nach
dem
Nichteintretensentscheid
vom 1
8.
April 2018 (
Urk.
6/85)
.
6.1
In somatischer Hinsicht sind den eingereic
hten Unterlagen keine anspruchs
rele
vanten Veränderungen zu entnehmen.
Ins
besondere vermag weder eine höhere
Einschätzung der Arbeits
un
fähigkeit (Urteil
des Bundesgerichts
9C_955/2012
vom 1
3.
Februar 2013
E.
3.3.4)
noch
n
eu
hinzugetretene Diagnose (BGE 141 V 9 E. 5.2 S
. 12; 141 V 385 E. 4.2 S. 391)
für sich allein genommen eine wesentliche Veränderung zu begründen
. Zwar wurde
n 2015
neu
eine
degenerative Verände
rung in den Knien
,
ein Morbus
Dupuytren
sowie Gicht
diagnostiziert.
Daraus
ergaben sich
indes
keine klinisch relevanten Einschränkungen
, insbesondere
auch
kein Streckdefizit der Hände
(vgl. E. 5.4;
vgl. auch die
kreisärztliche Bilddoku
mentation
d
er Hand,
Urk.
6/93/67
; vgl. ausserdem den
Radiologiebericht
vom September 20
17, wonach es sich bei den Knie-Befunden
lediglich
um mässig degenerative Veränderungen handle, E. 5.3
)
. Die
verminderte Handkraft (rechts mehr als links) liess sich zudem nicht objektivieren
(vgl. E. 5.
4
)
.
Alsdann wur
den
i
n den zeitlich nachfolgenden Arztberichten
weder die Knie-Befunde
noch der
Mor
bus
Dupuytren
erwähnt; einzig im Bericht vom
4.
Dezember
2018
hielt
Dr.
A._
rudimentär fest, der
Beschwerdeführer
habe angegeben
, die Hand nicht richtig bewegen zu kön
nen. Objektive
Befunde
diesbezüglich
liess
Dr.
A._
indes vermissen. Offenbar bestand
in diesem Zusammenhang
weder seitens des Be
schwerdeführers noch aus ärztlicher Sicht e
in
weiterer Abklärungs- oder Behand
lungsbedarf; gegenteiliges ist den vorhandenen Akten
jedenfalls
nicht zu
entneh
men. Vielmehr standen im mas
s
geblichen Beurteilungszeitraum die vorbekannten HWS-/Becken- und Schulterschmerzen im Vordergrund.
Die
dies
bezüglich
doku
mentierte
Chronifizierung
ist
indes
per se
ungeeignet,
eine re
levante Gesundheits
ver
schlechterung darzustellen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_288/2008 vom 16. Mai
2008 E. 5)
.
Daran vermögen auch
die
stationäre
n
Rehabilitationsaufent
halte
2015
nichts zu ändern. Insbesondere liessen sich die
beklagten Schmerzen
dabei
nicht hinreichend objektivieren
. Zudem
erge
ben sich bei den
ärztlichen
Hinweisen auf Inkonsistenzen,
Motivationsschwierigkeiten zum eigenverant
wortlichen Traini
ng sowie
bei der
fraglichen
Medikamen
tencompliance
zumin
dest Hinweise darauf, dass die
beklagten
Beschwerden von invaliditätsfremden Faktoren (mit-)verursacht und/oder unterhalten werden (vgl. E. 5.2, E. 5.4)
. Die beschwerdeweise geltend gemachte «reaktive eigenständige Depression» (
Urk.
1 S. 16) ist medizinisch nicht ausgewiesen;
es liegt weder
eine fachärztlich festge
stellte Diagnose aus dem depressiven Formenkreis
noch eine anderweitige psy
chiatrische Störung mit Krankheitswert
vor.
6
.2
Zusammenfassend
besteht
aufgrund der insoweit hinreichend aufschlussreichen und aussagekräftigen Aktenlage
kein weiterer Abklärungsbedarf und ist die Be
schwerdegegnerin
unter zutreffender Würdigung der vorhandenen Akten
zum überzeugenden Schluss gelangt, dass sich die
gesundheitlichen
Verhältnisse des Beschwerdeführers
seit der rechtskräftigen
Verfügung vom 2
5.
Juni
2014 (
Urk.
6/60)
bis zum Erlass der vorliegend angefochtenen Verfügung vom
2
1.
Mai 2019
(Urk. 2) nicht anspruchsrelevant verändert haben.
Die angefochtene Verfügung erweist sich
als rechtens und die Be
schwerde ist entsprechend abzuweisen.
7
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
7
00.-- festzu
legen und ausgangsgemäss vom
Beschwerdeführer zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).