Decision ID: 78647615-7847-4e7c-aaae-d93103992331
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1966, meldete sich am 7. Oktober 2002
unter Hinweis auf
Depressionen
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
6/4
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr mit Verfügung
en
vom
25. November 2003
bei einem Invaliditätsgrad von
100 %
eine
ganze
Rente ab
1. Mai 2002
zu (Urk.
6/35-36
).
Am
7. Juni 2005 (Urk. 6/45),
29. August 2008 (Urk. 6/51), 28. Dezember 2010 (Urk. 6/61) sowie am 8. Oktober 2012 (Urk. 6/66)
teilte die IV-Stelle der Versi
cherten mit, der Rente
nanspruch sei unverändert
.
1.2
Nach Eingang eines am
7. November 2013
ausgefüllten Revisionsfragebogens (Urk.
6/69
) holte
die IV-Stelle unter anderem beim
Y._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am
6. August 2014
erstattet wurde (Urk.
6/80)
. Nach
durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Urk. 6/84
; Urk.
6/89, Urk. 6/92
)
hob die IV-Stelle mit Verfügung vom
4. Mai 2015
die bisher ausgerichtete Rente auf (Urk.
6/101
= Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am
1. Juni 2015
Beschwerde gegen die Verfügung vom
4. Mai 2015
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
ihr weiter
hin die bisherige Rente auszurichten (
Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
29. Juni 2015
(Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
25. August 2015
zur Kenntnis geb
racht (Urk. 7
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die den Invaliditätsgrad und dessen Bemessung betreffenden rechtlichen Grundla
gen (Art. 28 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG; Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungs
rechts
, ATSG) sowie die Voraussetzungen zur Herabsetzung oder Aufhebung ei
ner Rente (Art. 88a Abs. 1 und Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. a der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV, sowie Art. 31 IVG) sind im angefochtenen Ent
scheid zutreffend wiedergegeben (Urk. 2 S. 1 f.). Darauf kann, mit den nachfol
genden Ergänzungen, verwiesen werden.
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.3
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon aus,
g
estützt auf das
Y._
-Gutachten
vom 6. August 2014
sei eine Verbesse
rung des Gesundheitszustandes ausgewiesen. Als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
seien von den Gutachtern
eine rezidivierende depressive Störung (mittelschwere depressive Episode) sowie eine generalisierte
Angststö
rung
genannt
worden
. Aus rein psychiatrischer Sicht sei der
Beschwerdeführerin
ab August 2012 eine Arbeitsfähigkeit von 30 % attestiert worden, wobei unter fortgesetzter psychiatrischer Fachbehandlung innert ein bis zwei Jahren eine Steigerung auf 50 bis 60 % erreicht werden könne. Es seien
jedoch
genügend Ressourcen vorhanden, die darauf schliessen lassen würden, dass das Leiden aus objektiver Sicht als überwindbar gewertet werden könne. Daher könne zusam
mengefasst kein invalidisierender Gesundheitsschaden mehr festgestellt werden (S. 2).
Bei der
Beschwerdeführerin
liege zwar kein
pathogenetisch
-ätiologisch unklares Beschwerdebild vor. Die Frage der Überwindbarkeit sei jedoch in Art. 7
Abs.
2 ATSG verankert und gelte demnach nicht nur für
pathogenetisch
-ätiologisch unklare
syndromale
Beschwerdebilder ohne nachweisbare organische Grundlage (S. 3 oben).
2.2
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdeführerin im Wesentlichen auf den Standpunkt (Urk. 1),
der psychische Gesundheitsschaden sei vorliegend gut
achterlich nachgewiesen (S. 4 Ziff. II.1.a). Die sinngemässe Anwendung der ge
sonderten Beweisregeln für unklare
syndromale
Beschwerdebilder ohne nach
weisbare organische Grundlage sei nicht gerechtfertigt (Ziff. II.1.b). Die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Auslegung von Art. 7
Abs.
2 IVG (richtig: ATSG) sei sodann unzulässig (S. 5
lit
. c). Aufgrund des gutachterlich erhobenen Gesundheitszustandes sei nach wie vor ein Anspruch auf eine ganze Rente aus
gewiesen. Eine rentenerhebliche Verbesserung liege nicht vor, so dass die
Ren
teneinstellung
unzulässig sei (S. 9 Ziff. 6).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin
die Rente der
Be
-
schwerde
führerin
zu Recht eingestellt hat
.
Ob
eine revisionsrelevante Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetre
ten ist, beurteilt sich durch einen Vergleich der Verhältnisse im Zeitpunkt der renten
zusprechenden
Verfügung vom
25. November 2003
mit den Verhältnissen im Zei
tpunkt der strittigen Verfügung
.
3.
3.1
Die
Rentenzusprache
erfolgte im Wesentlichen aufgrund einer mittelgradigen depressiven Episode
(ICD-10 F 32.1)
, einer generalisierten Angststörung (ICD-10 F41.1)
sowie einer sozialen Phobie (ICD-10 F40.1).
Der Beschwerdeführerin wurde aufgrund ihrer psychischen Beschwerden eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert (Berichte von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychi
atrie und Psychotherapie, vom 11. Februar 2003, Urk. 6/22/2-4, vom 19. März 2003, Urk. 6/23, und vom 8. Juli 2003, Urk. 6/26/1-5; vgl. auch Bericht von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 11. Dezember 2002, Urk. 6/13).
3.2
Die Verbesserung des Gesundheitszustandes erachtete die Beschwerdegegnerin gestützt auf das
Y._
-Gutachten
vom 6. August 2014 (Urk. 6/80) als ausge
wiesen.
Die Gutachter hielten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Ar
beitsfähigkeit fest (S. 13
lit
. F.1):
rezidivierende depressive Störung, mittelschwere depressive Episode (ICD-10 F33.1)
generalisierte Angststörung (ICD-10 F41)
Die Gutachter führten aus, die Beschwerdeführerin leide seit über 10 Jahren an den genannten
Erkrankungen, welche zu einer erheblichen Einschränkung der Ressourcen führen würden. Aus psychiatrischer und gesamtgutachterlicher Sicht
sei die Beschwerdeführerin in einer leichten Tätigkeit einfacher geistiger Natur mit geringen Verantwortungsgraden zu 30 % arbeitsfähig (S. 14
lit
. G).
Der Gesundheitszustand habe sich seit August 2012 insofern verbessert, als die Beeinträchtigung von Affektregulation und Interaktionsfähigkeit zwar noch vor
liege, diese aber geringer sei
als zum Zeitpunkt der letzten Entscheidung vom 8. Oktober 2012 (S. 16 Mitte).
Seit August 2012 besuche die Beschwerde
führerin dreimal wöchentlich den „
StartPunkt
“ für zweieinhalb bis drei Stun
den. Mithin seien zum damaligen Zeitpunkt bereits Ressourcen erkennbar
ge
wesen
, welche auch für die genannten einfachen Tätigkeiten auf dem allgemei
nen Arbeitsmarkt genutzt werden könnten. Unter fortgesetzter Fachbehandlung würde eine weitere Steigerung des Arbeitspensums auf 50 bis 60 % innert ein bis zwei Jahren durchaus erlangt werden können (S. 28 Mitte).
4.
4.1
Das
Y._
-
Gutachten beruht auf für die strittigen Belange umfassenden Untersu
ch
ungen und berücksichtigt die von der
Beschwerdeführer
in
geklagten Beschwerden in angemessener Weise. Sodann wurde es in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet und trägt der konkreten medizi
nischen Situation Rechnung. Das Gutachten leuchtet in der Darlegung der me
dizinischen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden a
usführlich begründet. Es
ist für die Beantwortung der Fragen umfassend und erfüllt die
praxisgemässen
K
riterien (vgl. vorstehend E. 1.5
) vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfin
dung
darauf abgestellt werden kann.
Im Übrigen zweifeln weder
die Beschwerdeführerin noch die
Beschwerdegegne
rin
den Beweiswert des
Y._
-Gutachtens an. Insbesondere empfahl auch der Regionale Ärztliche Dienst (RAD), es sei auf das Gutachten abzustellen und ab August 2012 von
einem verbesserten Gesundheitszustand und
einer 30%igen Arbeitsfähigkeit in der bisherigen sowie in angepasster Tätigkeit auszugehen (vgl. Urk. 6/81/4 unten).
4.2
Die Beschwerdegegnerin hat die medizinische Beurteilung durch die von ihr beauftragten Gutachter und durch den RAD-Arzt verworfen, indem sie
das
- auch ihrer Ansicht nach
(vorstehend E. 4.1)
-
ausgewiesene Leiden aufgrund genügender Ressou
rcen als überwindbar einstufte
(vgl.
Urk.
6/81/5)
.
Die Frage der Überwindbarkeit beurteilte sie nach Art. 7 Abs. 2 ATSG (
vorstehend E. 2.1
).
4.3
Für die Annahme eines invalidisierenden Gesundheitsschadens bedarf es grund
sätzlich einer fachärztlichen Diagnose, die sich lege
artis
auf die Vorgaben eines
anerkannten Klassifikationssystems abstützt (BGE 130 V 396 E. 6, Urteil des Bundesgerichts 9C_510/2009 vom 30. August 2010 E. 3.2.3). Im Rahmen der freien Beweiswürdigung (Art. 61
lit
. c ATSG) darf sich dabei die Verwaltung
-
und im Streitfall das Gericht - weder über die den beweisrechtlichen Anforde
rungen (BGE 125 V 351 E. 3a) genügenden medizinischen Tatsachenfeststellun
gen hinwegsetzen noch sich die ärztlichen Einschätzungen und Schlussfolge
rungen zur (Rest-)Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten
sozialversiche
rungsrechtlichen
Relevanz und Tragweite zu eigen machen.
F
ür
die Frage, ob es der versicherten Person zuzumuten ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen,
ist
insofern eine objektivierte Betrachtungsweise massgeblich, als es nicht auf ihr subjektives Empfinden ankommen kann.
So sind m
edizinisch-psychiatrisch nicht begründbare Selbsteinschätzungen und
-limitierungen, wie sie
ärztlicherse
its sehr oft unterstützt werden,
nicht als invalidisierende
Gesund
heitsbeeinträchtigung
anzuerkennen
(
vgl.
zur Publikation bestimmte
s
Urteil
des Bundesgerichts
9C_492/2014 vom 3. Juni 2015
E. 3.7.1)
.
4.4
Vorliegend führte der psychiatrische Gutachter aus, bei der Beschwerdeführerin seien deutliche Beeinträchtigungen in den psychischen Grundfunktionen des Erlebens, Handelns, Gestaltens und Wollens festzustellen. Ihre Ressourcen in den komplexen Ich-Funktionen wie Intentionalität, Interaktionsgestaltung, Psychomotorik und Affektregulation seien gering. Sie verfüge aber über ausrei
chend Ressourcen, sich in einem Arbeitsteam einzugliedern, wobei die Tätig
keitsbereiche lediglich einfache Pack-, Montier-, Sortier- oder
Etikettierarbeiten
umfassen würden. Es müssten aber die eingeschränkte Ausdauer, die vorzeitige Erschöpfung, die Antriebsminderung und das eingeschränkte allgemeine psychoenergetische Potential Berücksichtigung finden. Vor diesem Hintergrund sei die Beschwerdeführerin in der Lage, derartige einfache Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt entsprechend einem Pensum von 30 % zu verrichten (Urk. 6/80/27 Mitte).
Folglich nahm der psychiatrische Gutachter u
nter Berücksichtigung der
vor
-
hande
nen
Ressourcen
bereits eine objektive Beurteilung
vor
, welche auf das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens
schliessen
lässt
. Es sind
- unter
sozialversicherungsrechtlichen
Aspekten -
keine Gründe
ersichtlich, sich
über diese Feststellungen
hinwegzusetzen.
Die Überprüfung der
sozialversiche
rungsrechtlichen
Relevanz und Tragweite nahm die Beschwerdegegnerin in übermotivierter Weise vor:
So
vermögen
die von ihr
unter anderem genannten
„persönlichen Ressourcen“
wie gelegentliches Treffen der Nichte, telefonieren mit der Schwester oder dass die Beschwerdeführerin manchmal spazieren gehe
, die B
eurteilung der
Y._
-Gutachter nicht in Frage zu stellen.
Dies insbeson
dere
vor dem Hintergrund, als dass deren Einschätzung
nicht
durch die
Selbst
einschätzung
oder
-limitierung
(vgl. dazu Urk. 6/80/
24 oben)
geprägt war.
4.5
Zusammenfassend ist der medizinische Sachverhalt dahingehend erstellt, als
dass
gestützt auf das
Y._
-Gutachten aufgrund psychischer Beschwerden die Arbeitsfähigkeit um 70 %
eingeschränkt
ist.
Sowohl in der angestammten als
auch
in einer
angepasste
n
Tätigkeit
ist
von Hilfstätigkeiten auszugehen.
Da d
ie
Beschwer
deführerin
in
Hilfstätigkeiten aktu
ell zu 7
0 %
eingeschränkt ist
,
der Invaliditätsgrad folglich ebenfalls 70 % be
trägt (sogenannter Prozentvergleich;
Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E.
10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E.
3a
),
ergibt sich
keine
revisionsrelevante Veränderung.
Dementsprechend
ist die Beschwerde
gutzuheissen
und die Beschwerdeführerin hat weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind
sie der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
5.2
Nach
§
34
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
In Anwendung dieser Kriterien
und unter Berück
sichtigung der eingereichten Honorarnote vom 28. August 2015 (Urk. 8/2)
ist die Parteientschädigung vorliegen
d
auf Fr.
1‘529.55
(inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen.