Decision ID: 1c31ff99-ba51-4176-987d-49791a2ce0c2
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Am 9. November 2009, um 00.10 Uhr, lenkte M.V., geboren 1951, seinen
Personenwagen Audi auf der Hauptstrasse von Dietfurt in Richtung Lichtensteig. Beim
Weiler Langensteig verlor M.V. nach einer Rechtskurve die Herrschaft über sein
Fahrzeug, rutschte rechts von der Strasse und prallte mit der rechten Fahrzeugfront
seitlich gegen ein parkiertes Fahrzeug, rutschte weiter über den Vorplatz der
Liegenschaft und kam an einem Beleuchtungskandelaber zum Stehen. An der
Strassenanlage sowie an den beteiligten Fahrzeugen entstand ein Sachschaden von
insgesamt rund Fr. 14'000.--. M.V. gab gegenüber der Polizei an, ein grösseres Tier,
mutmasslich ein Dachs, sei ihm vor das Fahrzeug gerannt, worauf er gebremst und die
Herrschaft über das Fahrzeug verloren habe.
Die Staatsanwaltschaft, Untersuchungsamt Gossau, büsste M.V. am 16. Dezember
2009 wegen Nichtbeherrschens des Fahrzeuges mit Fr. 400.--.
Am 18. Februar 2010 eröffnete das Strassenverkehrsamt ein
Administrativmassnahmeverfahren. Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 17. März
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2010 beantragte M.V., das Verfahren sei ohne Verfügung einer Massnahme
einzustellen, eventuell sei eine Verwarnung auszusprechen. Mit Verfügung vom
19. März 2010 entzog das Strassenverkehrsamt M.V. den Führerausweis wegen
Nichtbeherrschens des Fahrzeugs für die Dauer eines Monats.
B./ Mit Eingaben seines Rechtsvertreters vom 1. und 22. April 2010 erhob M.V. Rekurs.
Die Verwaltungsrekurskommission wies den Rekurs mit Entscheid vom 23. September
2010 ab. Sie erwog, das Strassenverkehrsamt sei auf die wesentlichen Vorbringen des
Betroffenen nicht eingegangen. Daher sei das rechtliche Gehör verletzt worden. Von
einer Rückweisung sei aber abzusehen, zumal sie als Rekursinstanz über volle
Kognition verfüge und im Rekursverfahren die Begründung nachgeholt werden könne.
Die Heilung der Gehörsverletzung dürfe aber für den Betroffenen keinen Nachteil zur
Folge haben, was im Rahmen der Kostenverlegung zu berücksichtigen sei. Weiter
erwog die Verwaltungsrekurskommission, nach ständiger Praxis dürfe die
Verwaltungsbehörde von den tatsächlichen Feststellungen im Strafurteil nur
abweichen, wenn sie Tatsachen feststelle und ihrem Entscheid zugrunde lege, die dem
Strafrichter unbekannt seien oder die er nicht beachtet habe, wenn sie zusätzliche
Beweise erhebe oder wenn der Strafrichter nicht sämtliche Rechtsfragen abgeklärt
habe. Die Verteidigungsrechte und allfällige Rechtsmittelmöglichkeiten müsse der
Beschuldigte bereits im Strafverfahren wahrnehmen, wenn er wisse oder annehmen
müsse, dass gegen ihn auch ein Ausweisentzugsverfahren durchgeführt werde. Der
Rekurrent sei im Strafverfahren wegen Nichtbeherrschens des Fahrzeugs zu einer
Busse von Fr. 400.-- verurteilt worden. Er habe mit der Eröffnung eines
Administrativmassnahmeverfahrens rechnen müssen. Dessen ungeachtet habe er die
Bussenverfügung in Rechtskraft erwachsen lassen, weshalb die Verwaltungsbehörde
an die tatsächlichen Feststellungen der Strafbehörde grundsätzlich gebunden sei. Die
Einwendungen, dass dem Rekurrenten kein Verschulden vorgeworfen werden könne,
hätten im Strafverfahren vorgebracht werden müssen. Aufgrund der Bindungswirkung
des Strafentscheids sei im Administrativmassnahmeverfahren nicht mehr darauf
einzugehen. Weiter kam die Verwaltungsrekurskommission zum Schluss, dass die
Verkehrsregelverletzung als mittelschwere Widerhandlung einzustufen und ein
Ausweisentzug von einem Monat gerechtfertigt sei. Die amtlichen Kosten wurden
aufgrund der Gehörsverletzung dem Staat auferlegt, welcher überdies verpflichtet
wurde, den Rekurrenten mit Fr. 1'678.60 ausseramtlich zu entschädigen.
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C./ Mit Eingaben seines Rechtsvertreters vom 6. Oktober und 16. Dezember 2010
erhob M.V. Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Rekursentscheid
sei aufzuheben und es sei von einer strassenverkehrsrechtlichen Massnahme
abzusehen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Die zur Begründung
vorgebrachten Ausführungen werden, soweit wesentlich, in den nachstehenden

Erwägungen dargelegt und gewürdigt.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 22. Dezember 2010 unter
Hinweis auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids die Abweisung der
Beschwerde.
Das Strassenverkehrsamt verzichtete auf eine Vernehmlassung.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (BGE 1C_346/2009
vom 6. November 2009). Der Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels
legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die Beschwerdeeingaben vom
6. Oktober und 16. Dezember 2010 wurden rechtzeitig eingereicht und entsprechen
formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit
Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2. Nach Art. 16 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt SVG) wird
nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das
Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz (SR 741.03) ausgeschlossen ist, der
Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das
Gesetz unterscheidet in Art. 16a bis 16c SVG zwischen leichten, mittelschweren und
schweren Widerhandlungen. Eine leichte Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung
von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft und ihn
dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG). Nach einer leichten
Widerhandlung wird der Führerausweis für mindestens einen Monat entzogen, wenn in
den vorangegangenen zwei Jahren der Ausweis entzogen war oder eine andere
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Administrativmassnahme verfügt wurde (Art. 16a Abs. 2 SVG). Die fehlbare Person wird
verwarnt, wenn in den vor-angegangenen zwei Jahren der Ausweis nicht entzogen war
und keine andere Administrativmassnahme verfügt wurde (Art. 16a Abs. 3 SVG). In
besonders leichten Fällen wird auf jegliche Massnahme verzichtet (Art. 16a Abs. 4
SVG).
Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln
eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1
lit. a SVG). Nach einer mittelschweren Widerhandlung wird der Führerausweis für
mindestens vier Monate entzogen, wenn in den vorangegangenen zwei Jahren der
Ausweis einmal wegen einer schweren oder mittelschweren Widerhandlung entzogen
war (Art. 16b Abs. 2 lit. b SVG).
2.1. Nach der Rechtsprechung ist die Administrativbehörde grundsätzlich an die
Feststellungen in einem Strafurteil gebunden. Die für den Führerausweisentzug
zuständige Behörde darf von den Sachverhaltsfeststellungen des Strafrichters nur
unter bestimmten, von der Rechtsprechung bezeichneten Umständen abweichen
(BGE 124 II 103 ff.). Eine Abweichung ist nur zulässig, wenn die Entzugsbehörde ihrem
Entscheid Tatsachen zugrunde legt, die dem Strafrichter unbekannt waren, wenn sie
zusätzliche Beweise erhebt oder wenn der Strafrichter nicht alle sich mit dem
Sachverhalt stellenden Rechtsfragen abgeklärt hat. Die Entzugsbehörde hat vor allem
dann auf die Tatsachen im Strafurteil abzustellen, wenn dieses im ordentlichen
Verfahren durch ein Gericht gefällt wurde (BGE 1C_135/2008 vom 13. August 2008).
Daher ist die Entzugsbehörde zu eigenen Sachverhaltsabklärungen nur dann
verpflichtet, wenn klare Anhaltspunkte bestehen, dass die Feststellungen im Strafurteil
unrichtig sind (BGE 119 Ib 158). Dabei ist nicht ausschlaggebend, ob diese ihre
Ursache in prozessualen Versäumnissen des Rechtsuchenden haben. Die
grundsätzliche Bindung der Verwaltungsbehörden an Strafurteile bezweckt,
voneinander abweichende Würdigungen des gleichen Beweismaterials durch Straf-
und Verwaltungsinstanzen zu vermeiden. Diese Zielsetzung bedingt nicht, den
Rechtsuchenden im Verwaltungsverfahren mit neuen tatsächlichen Einwendungen
gänzlich auszuschliessen. Allerdings sind die Entzugsbehörden wie erwähnt zu
zusätzlichen Beweiserhebungen nur verpflichtet, soweit hinreichende Anhaltspunkte für
einen Fehler bei den Sachverhaltsfeststellungen des Strafurteils bestehen. Im Regelfall
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müssen die Administrativbehörden daher nicht auf Punkte zurückkommen, über die im
Strafverfahren Beweise abgenommen wurden (BGE 6A.68/2002 vom 26. Mai 2003).
Diese Grundsätze gelten auch bei Entscheiden, die im Strafbefehlsverfahren gefällt
wurden (BGE 6A.86/2006 vom 28. März 2007 mit Hinweis auf BGE 123 II 97).
Anders verhält es sich bei der rechtlichen Würdigung des Sachverhalts. Dabei ist die
Verwaltungsbehörde grundsätzlich nicht an den Strafentscheid gebunden. Anders kann
es sich verhalten, wenn die rechtliche Würdigung sehr stark von der Würdigung von
Tatsachen abhängt, die das Strafgericht besser kennt als die Verwaltungsbehörde, was
der Fall sein kann, wenn es den Beschuldigten persönlich einvernommen hat. Diesfalls
kann die Verwaltungsbehörde auch an die rechtliche Qualifikation des Sachverhalts
gebunden sein (BGE 6A.64/2006 vom 20. März 2007 mit Hinweis auf BGE 124 II 103;
BGE 1C_7/2008 vom 24. Juli 2008). Dabei fällt in Betracht, dass die Strafnorm von
Art. 90 SVG das Schwergewicht auf das Verschulden des Fahrzeuglenkers legt und
eine Würdigung des Sachverhalts unter einem subjektiven Gesichtspunkt verlangt,
während die verwaltungsrechtlichen Bestimmungen von Art. 16 ff. SVG mehr auf die
objektive Gefährdung des Verkehrs abstellen. Der Entscheid über die Schwere einer
Verkehrsgefährdung ist eine Frage der rechtlichen Würdigung des Sachverhalts
(BGE 6A.64/2006 vom 20. März 2007 E. 2.1).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung muss derjenige, der weiss oder
annehmen muss, dass gegen ihn ein Führerausweisentzugsverfahren durchgeführt
wird, seine Verteidigungsrechte schon im (summarischen) Strafverfahren geltend
machen (BGE 1C_71/2007 vom 11. September 2007).
2.2. Die Abklärungen der Vorinstanz ergaben, dass das Untersuchungsamt Gossau
dem Beschwerdeführer die Bussenverfügung vom 16. Dezember 2009 mit
eingeschriebener Post zugestellt hat. Die Sendung wurde dem Untersuchungsamt
zurückgesandt, nachdem der eingeschriebene Brief auf der Post nicht abgeholt worden
war. In der Folge wurde die Bussenverfügung uneingeschrieben zugestellt, wobei der
Empfänger darauf hingewiesen wurde, dass die uneingeschriebene Zustellung keinen
neuen Beginn des Fristenlaufs zur Folge hat.
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Der Beschwerdeführer macht geltend, aufgrund der Art und Weise der Zustellung
rechtfertige es sich nicht, ohne weiteres auf die Bussenverfügung abzustellen. Zu
Recht behauptet der Beschwerdeführer aber nicht, die Zustellung der
Bussenverfügung sei rechtswidrig bzw. in Verletzung irgendwelcher
Verfahrensvorschriften oder -grundsätze erfolgt. Der Beschwerdeführer hatte eine
Wohnadresse in Lichtensteig und einen Schweizer Führerausweis. Er war am
9. November 2009 an einem Unfall beteiligt, bei dem die Polizei zugezogen wurde und
bei dem er von der Polizei befragt wurde. Die Polizei orientierte ihn ausdrücklich, dass
ein Rapport an das Untersuchungsamt Gossau gesandt und das Strassenverkehrsamt
mit einer Kopie bedient werde. Der Beschwerdeführer unterzeichnete ausdrücklich
seine Erklärung, er habe dies verstanden. Bei dieser Sachlage musste der
Beschwerdeführer damit rechnen, dass ihm in nächster Zeit allenfalls eine
Bussenverfügung eröffnet werden könnte. Spätestens nach dem erfolglosen
Zustellversuch und der Hinterlegung einer Abholungseinladung der Post musste der
Beschwerdeführer damit rechnen, dass ihm im Zusammenhang mit dem Unfall eine
amtliche Mitteilung bzw. Verfügung zugestellt werden könnte. Gleichwohl holte er die
eingeschriebene Sendung nicht auf der Post ab, worauf diese dem Untersuchungsamt
zurückgesandt wurde. Wohl hätte das Untersuchungsamt die uneingeschriebene
Zustellung unmittelbar nach dem erfolglosen Zustellversuch vornehmen können. Eine
Rechtspflicht bestand aber nicht. Zudem hielt die Vorinstanz zutreffend fest, dass der
Beschwerdeführer grundsätzlich ein Gesuch um Wiederherstellung der versäumten
Frist hätte stellen können. Dies hat er aber nicht getan. Jedenfalls wurde dem
Beschwerdeführer die Bussenverfügung korrekt eröffnet, und es ist nicht zutreffend,
dass ihm Verteidigungsrechte und allfällige Rechtsmittelmöglichkeiten "genommen
worden waren", wie in der Beschwerde behauptet wird. Der Beschwerdeführer vermag
denn auch keine gesetzliche Bestimmung bzw. keinen allgemeinen Rechtsgrundsatz
anzuführen, der nach seiner Auffassung im Rahmen der Zustellung der
Bussenverfügung verletzt worden sein soll.
2.3. Wurde die Bussenverfügung korrekt eröffnet, sind die oben (E. 2.1) dargelegten
Grundsätze massgebend. Die Verurteilung wegen schuldhafter Verkehrsregelverletzung
ist rechtskräftig. Zudem ist nicht entscheidend, dass die strafrechtliche Verurteilung im
Rahmen einer Bussenverfügung erfolgte. Der Beschwerdeführer wurde im Rahmen der
polizeilichen Ermittlung befragt, und er hat das entsprechende Befragungsprotokoll
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unterzeichnet. Zudem hing die rechtliche Würdigung seines Verhaltens eng mit den
tatsächlichen Feststellungen zusammen. Fest steht, dass der Beschwerdeführer die
Herrschaft über sein Fahrzeug verlor. Für seine Behauptung, ein grösseres Tier sei ihm
vor das Fahrzeug gerannt, ist der Beschwerdeführer beweisbelastet. Es ist nicht
ersichtlich, weshalb das Befahren der Strasse an jener Stelle nicht problemlos hätte
möglich sein sollen. Dass ein Tier den Beschwerdeführer zu einem Fahrfehler
veranlasste, ist an sich möglich. Es stellt sich die Frage, inwiefern die Darstellung des
Beschwerdeführers glaubhaft ist oder nicht. Die Rechtsfrage, ob der Beschwerdeführer
schuldhaft die Herrschaft über sein Fahrzeug verloren hat oder nicht, ist somit von der
Würdigung der Tatsachen abhängig, nämlich davon, ob tatsächlich ein Tier den
Beschwerdeführer in einer Art und Weise zu einem Fahrmanöver veranlasste, die es
verbietet, den Verlust der Herrschaft über das Fahrzeug als schuldhafte Handlung zu
qualifizieren. Der Beschwerdeführer hätte seine Sachdarstellung im Strafverfahren
vorbringen müssen. Dies hat er wie erwähnt nicht getan. Die Strafbehörde ging in der
Folge von einem schuldhaften Handeln des Beschwerdeführers aus. An diese eng mit
der Feststellung des Sachverhalts zusammenhängende rechtliche Würdigung der
Strafbehörde war die Administrativbehörde nach den dargelegten Grundsätzen
gebunden. Daran ändert der Umstand nichts, dass der rapportierende Polizist festhielt,
die Aussagen des Beschwerdeführers würden glaubhaft erscheinen. Zuständig zum
Entscheid über die Feststellung der Tatsachen und deren rechtliche Würdigung war
das Untersuchungsamt, nicht die Polizei.
2.4. Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, eine konkrete Gefährdung für andere
Personen habe effektiv nicht bestanden. Dies trifft grundsätzlich zu. Die Vorinstanz
äusserte sich unklar zur Verkehrsgefährdung. Sie hielt fest, der Selbstunfall habe sich in
einem bewohnten Gebiet kurz nach Mitternacht ereignet, weshalb nicht
ausgeschlossen werden könne, dass sich zu jener Zeit noch Personen am späteren
Unfallort hätten aufhalten können. Eine konkrete Gefährdung anderer Personen
bestand aber aufgrund der Akten nicht. Jedenfalls finden sich keine Anhaltspunkte,
dass sich Personen im abgestellten Auto oder auf dem Vorplatz der Liegenschaft
befanden. Vielmehr handelte es sich um eine abstrakte Gefährdung. Diese war, wie die
Vorinstanz zutreffend festhielt, nicht als geradezu geringfügig einzustufen. Dies ergibt
sich aus der heftigen Kollision sowie der erheblichen Beschädigung der beteiligten
Fahrzeuge. Offen bleiben kann, ob das Verschulden als leicht oder als mittelschwer zu
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qualifizieren ist. Nachdem die Gefährdung nicht mehr als leicht qualifiziert werden
kann, erweist sich die Annahme einer mittelschweren Verkehrsgefährdung als
rechtmässig (vgl. oben E. 2.1.). Bei Annahme eines leichten Falles müssten kumulativ
die Gefährdung wie auch das Verschulden als leicht eingestuft werden können. Dies ist
hinsichtlich der Gefährdung nicht der Fall.
Da das Strassenverkehrsamt die Mindestentzugsdauer von einem Monat angeordnet
hat, erübrigen sich weitere Ausführungen zur Dauer des Ausweisentzuges.
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
3. Dem Verfahrensausgang entsprechend gehen die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens zulasten des Beschwerdeführers (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss von
Fr. 2'000.-- ist zu verrechnen.
Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98 Abs. 1 und
Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht