Decision ID: 489ec1f2-b03a-5ac4-b17d-3527d2177515
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben gemäss am 16. August 2020
illegal in die Schweiz einreiste und am Folgetag im B._ um Asyl
nachsuchte, wobei er im Personalienblatt das Geburtsdatum (...) eintrug,
wonach er zum Zeitpunkt der Asylgesuchstellung noch minderjährig wäre,
dass eine Datenbankabfrage des Visa-Informationssystems (CS-VIS) vom
19. August 2020 ergab, dass dem Beschwerdeführer in Teheran ein Schen-
gen-Visum der Kategorie C (touristische Zwecke) für Italien mit dem Gül-
tigkeitszeitraum (...) ausgestellt worden war,
dass er hierbei gemäss der Datenbankabfrage seinen am (...) ausgestell-
ten und bis (...) gültigen Reisepass vorgelegt hatte, wobei in diesem ge-
mäss der Datenbankabfrage das Geburtsdatum (...) eingetragen war,
dass er im Rahmen der Erstbefragung für unbegleitete minderjährige Asyl-
suchende (EB UMA) vom 1. September 2020 in Anwesenheit seiner
Rechtsvertretung vorbrachte, er sei am (...) geboren und wisse dies von
seinem älteren Bruder, der sein Geburtsdatum aufgeschrieben habe,
dass er zum Zeitpunkt seiner Einschulung und Ausstellung seiner Tazkara
von seinem Geburtsdatum erfahren habe, wobei er sich nicht mehr an das
Jahr erinnere und auch nicht mehr wisse, mit wie vielen Jahren er einge-
schult worden sei,
dass er nur wisse, dass er sehr jung gewesen sei und die Schule bis zur
achten Klasse besucht habe,
dass er vielleicht mit sieben Jahren eingeschult worden sei, was das nor-
male Alter für die Einschulung in Afghanistan sei, und bis im Februar/März
2019 die Schule besucht habe,
dass er die Schule acht Jahre lang besucht habe, wobei es wegen mehr-
facher Wohnortwechsel aufgrund der politischen Tätigkeit seines Vaters zu
Unterbrüchen der Schulbesuche gekommen sei, er den Unterricht dann je-
weils übersprungen, aber die Schulklassen erfolgreich beendet habe,
dass seine Eltern beide afghanische Staatsangehörige seien und er mit
seiner Mutter und seiner Grossmutter vorwiegend im Dorf C._,
D._, Provinz E._, zusammengelebt habe und der Bruder in
Kabul gelebt habe,
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dass sein Vater von Afghanistan nach Italien geflohen sei, als er (der Be-
schwerdeführer) etwa drei Jahre alt gewesen sei, und sich momentan wohl
in F._ aufhalte,
dass er im Sommer 2019 für einen Monat in Italien gewesen sei, da sein
Vater ihn habe sehen wollen, und danach wieder nach Afghanistan zurück-
gekehrt sei,
dass sein Vater nur ein oder zwei Tage in Italien gewesen sei und dann
nach F._ zurückgekehrt sei, der Beschwerdeführer aber kein Visum
für F._ gehabt habe,
dass sich sein Bruder für ihn um die Visums-Beschaffung für den Italien-
Aufenthalt gekümmert habe und auf den Dokumenten nicht sein richtiges
Alter gestanden habe, wobei auch in seinem Reisepass ein gefälschtes
Geburtsdatum eingetragen sei,
dass er sich als volljährig habe ausgeben müssen, um alleine nach Italien
reisen und wieder nach Afghanistan zurückkehren zu können,
dass er nach Ende des Gültigkeitszeitraums seines Visums von Italien aus
wieder nach Afghanistan zurückgekehrt sei und in seinem Pass ein Ausrei-
sestempel verzeichnet sei,
dass er zur Begründung seines Asylgesuches zusammengefasst vor-
brachte, aus einer politisch aktiven Familie zu stammen, die wegen ihrer
politischen Aktivitäten Probleme mit verschiedenen Personen gehabt habe,
wobei er persönlich keine eigenen Probleme gehabt habe,
dass er ausgereist sei aufgrund der Rede seines Bruders bei einer De-
monstration im April 2020 in D._, wobei er sich nicht mehr genau
an den Monat erinnere, und es hierbei einen Zwischenfall gegeben habe,
weshalb die Familie das Land habe verlassen müssen,
dass er im März 2020 illegal ohne seinen Reisepass ausgereist sei, obwohl
er legal hätte reisen können, weil sie schnell hätten ausreisen müssen,
dass er über Pakistan in den Iran ausgereist sei und an der Grenze zur
Türkei von seiner Mutter und Grossmutter getrennt worden sei und seitdem
den Kontakt zu ihnen verloren habe,
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dass er alleine weiter über die Türkei und Griechenland nach Italien und in
die Schweiz gereist sei,
dass dem Beschwerdeführer in der Erstbefragung das rechtliche Gehör zur
Altersabklärung gewährt wurde,
dass ihm mitgeteilt wurde, wegen der in der Befragung gemachten Aussa-
gen zum Alter, der Schullaufbahn und zu den Reisedokumenten und auf-
grund des gegen die Minderjährigkeit sprechenden Datenbank-Treffers so-
wie der Tatsache, dass er seine Minderjährigkeit nicht habe belegen oder
glaubhaft machen können, werde von der Volljährigkeit ausgegangen und
sein Geburtsdatum entsprechend der Angaben im «CS-VIS» auf den (...)
datiert,
dass er hierbei entgegnete, in Afghanistan sei alles möglich, auch das Aus-
stellen einer Tazkara oder eines Passes mit einem anderen Geburtsdatum,
dass er sein Alter älter angegeben habe, um aus Italien zurückkehren zu
können, und zugebe, einen Fehler gemacht zu haben,
dass sich seine Tazkara mit dem richtigen Geburtsdatum derzeit bei seiner
Grossmutter befinde, zu der er keinen Kontakt herstellen könne,
dass dem Beschwerdeführer auch das rechtliche Gehör zur Zuständigkeit
Italiens zur Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens gemäss
den Dublin-Bestimmungen sowie zur Wegweisung nach Italien gewährt
wurde,
dass er diesbezüglich vorbrachte, er sei nicht in Italien geblieben, hätte dort
auch keine Fingerabdrücke abgegeben und nur in der Schweiz ein Asylge-
such gestellt,
dass er bei der Erstbefragung zu seinem Gesundheitszustand angab, der
Reiseweg habe eine Art Schock bei ihm ausgelöst, der sich insofern auf
seine Psyche auswirke, als dass er von dem Erlebten träume,
dass die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers in einer Stellungnahme
vom 1. September 2020 an das SEM zum Alter des Beschwerdeführers
ausführte, er sehe sehr jung aus, was seine Aussagen zur Minderjährigkeit
bestätige,
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dass er aufgrund der plötzlichen Flucht keine Dokumente habe mitnehmen
können und daher Zeit brauche, um andere Dokumente wie Schulzeug-
nisse aus dem Heimatland zu beschaffen, um das richtige Alter nachwei-
sen zu können,
dass das SEM auch ein Altersgutachten veranlassen könne und vorliegend
im Sinne der korrekten und kompletten Sachverhaltsfeststellung ein sol-
ches dringend notwendig sei,
dass die Rechtsvertreterin die Durchführung eines Altersgutachtens und
die Gewährung einer angemessenen Frist für das Organisieren weiterer
Dokumente beim SEM beantragte,
dass das SEM mit Schreiben vom 3. September 2020 die Durchführung
eines Altersgutachtens ablehnte, da das Alter aufgrund des «CS-VIS»-
Treffers feststehe und nicht anzuzweifeln sei,
dass das SEM am 2. September 2020 die italienischen Behörden gemäss
Art. 34 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments
und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfah-
ren zur Bestimmung des Mitgliedstaates, der für die Prüfung eines von ei-
nem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat ge-
stellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend:
Dublin-III-VO; Abl. L 180/3 vom 29. Juni 2013) um Informationsaustausch
(Übermittlung personenbezogener Daten) ersuchte,
dass die italienischen Behörden dem SEM am 2. Oktober 2020 mitteilten,
der Beschwerdeführer sei Inhaber einer Aufenthaltserlaubnis aus familiä-
ren Gründen, da er Sohn eines italienischen Staatsbürgers sei, wobei seine
Aufenthaltserlaubnis bis zum (...) gültig sei,
dass das SEM daraufhin die italienischen Behörden am 8. Oktober 2020
um Übernahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 12 Abs. 1 Dublin-
III-VO ersuchte,
dass die italienischen Behörden das Ersuchen am 3. November 2020 vor-
erst ablehnten (keine Fingerabdrücke des Beschwerdeführers beigelegt)
und am 3. Dezember 2020 schliesslich das Ersuchen im Sinne von Art. 12
Abs. 4 Dublin-III-VO guthiessen,
dass das SEM mit Verfügung vom 8. Januar 2021 – eröffnet am 12. Januar
2021 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das
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Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Italien an-
ordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz spätestens
am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen,
dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-
scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung
der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Beschwer-
deführer verfügte,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom
19. Januar 2021 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht
Beschwerde erhob und dabei beantragte, es sei die Verfügung des SEM
vom 8. Januar 2021 vollständig aufzuheben und die Sache zur rechtsge-
nügenden Begründung sowie zur richtigen Sachverhaltsfeststellung an die
Vorinstanz zurückzuweisen,
dass eventualiter die Verfügung des SEM vom 8. Januar 2021 vollständig
aufzuheben und das SEM anzuweisen sei, das Geburtsdatum des Be-
schwerdeführers auf den (...) zu ändern, und auf das Asylgesuch einzutre-
ten und in der Schweiz ein materielles Asylverfahren durchzuführen,
dass der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen sei und im
Sinne einer superprovisorischen vorsorglichen Massnahme die Vollzugs-
behörden unverzüglich anzuweisen seien, von einer Überstellung des Be-
schwerdeführers nach Italien abzusehen, bis das Bundesverwaltungsge-
richt über die Erteilung der aufschiebenden Wirkung entschieden habe,
dass er zudem beantragte, ihm sei die unentgeltliche Rechtspflege zu ge-
währen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten,
dass der Beschwerde als Beweismittel beilagen: ein ausgefüllter Informa-
tionsbogen für eine Vorabklärung einer Suchanfrage beim Schweizeri-
schen Roten Kreuz vom 24. September 2020, das sich in den Vorakten
befindende Schreiben der Rechtsvertreterin an das SEM vom 1. Septem-
ber 2020 sowie (unübersetzte) Schuldokumente aus Afghanistan,
dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am 20. Ja-
nuar 2021 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG),
dass das Bundesverwaltungsgericht am 20. Januar 2021 gestützt auf
Art. 56 VwVG den Vollzug der Überstellung per sofort einstweilen aus-
setzte,
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und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-
gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33
VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 48
Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet wurde,
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass sich Asylsuchende in Beschwerdeverfahren gegen Überstellungsent-
scheidungen auf die richtige Anwendung sämtlicher objektiver Zuständig-
keitskriterien der Dublin-III-VO berufen können (vgl. BVGE 2017 VI/9 E. 5
[insb. E. 5.3.2] m.w.H.),
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 31a Abs. 1-3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerde-
instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1;
2012/4 E. 2.2, je m.w.H.),
dass der Eventualantrag, das SEM sei anzuweisen, das Geburtsdatum des
Beschwerdeführers auf den (...) zu ändern, nicht Gegenstand des Verfah-
rens ist, da das Geburtsdatum im Zusammenhang mit der Frage seiner
behaupteten Minderjährigkeit lediglich Bestandteil der Erwägungen ist und
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die angefochtene Verfügung insofern hinsichtlich des Alters des Beschwer-
deführers kein Rechtsverhältnis regelt, das Gegenstand einer Beschwerde
sein könnte, weshalb auf das entsprechende Begehren nicht einzutreten
ist,
dass der Beschwerdeführer zur Änderung seines Geburtsdatums im Zent-
ralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) vielmehr ein separates Ver-
fahren bei der Vorinstanz anstrengen müsste (vgl. etwa Urteile des BVGer
E-1630/2020 vom 3. April 2020 S. 5 m.H.; D-1619/2020 vom 24. März 2020
S. 4 f.),
dass in der Beschwerde eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes
durch eine unvollständige Sachverhaltsfeststellung wegen fehlender Ab-
klärung der Minderjährigkeit des Beschwerdeführers sowie eine Verletzung
der Begründungspflicht gerügt wird,
dass gemäss Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 29 VwVG die Parteien Anspruch
auf rechtliches Gehör haben, wozu insbesondere das Recht des Betroffe-
nen gehört, sich vor Erlass eines solchen Entscheides zur Sache zu äus-
sern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen,
mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung
wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Be-
weisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu be-
einflussen (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; BVGE 2009/35 E. 6.4.1 mit Hinwei-
sen),
dass mit dem Gehörsanspruch die Pflicht der Behörden korreliert, die Vor-
bringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfin-
dung angemessen zu berücksichtigen, woraus insbesondere die Verpflich-
tung der Behörde resultiert, ihren Entscheid ausreichend und nachvollzieh-
bar zu begründen (statt vieler BGE 145 IV 99 E. 3.1 m.H.),
dass gemäss Art. 12 VwVG die Behörde den Sachverhalt von Amtes we-
gen feststellt und sich nötigenfalls der unter Buchstaben a–e aufgelisteten
Beweismittel bedient,
dass die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen
Sachverhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht einen
Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG) bildet und der Untersu-
chungsgrundsatz seine Grenze an der Mitwirkungspflicht der Asylsuchen-
den (Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG) findet,
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dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG) und diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung
kommt,
dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-
gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III
(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch
Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-
geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt
wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge)
die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort
aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien;
vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden sind, und dabei von der Situ-
ation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen ist, in dem der Asylsuchende
erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Art. 7 Abs. 2 Dub-
lin-III-VO),
dass gemäss der Bestimmung von Art. 12 Abs. 1 Dublin-III-VO in dem Fall,
dass ein Antragsteller einen gültigen Aufenthaltstitel besitzt, der Mitglied-
staat für die Prüfung des Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist,
der den Aufenthaltstitel ausgestellt hat,
dass dem Beschwerdeführer von den italienischen Behörden ein vom (...)
gültiges Schengen-Visum sowie eine Aufenthaltserlaubnis aus familiären
Gründen, gültig bis zum (...), ausgestellt worden sind,
dass die italienischen Behörden das auf Art. 12 Abs. 1 Dublin-III-Verord-
nung gestützte Übernahmeersuchen des SEM aufgrund des ausgestellten
(abgelaufenen) Visums und der (noch gültigen) Aufenthaltserlaubnis für
Italien gutgeheissen haben (vgl. Art. 12 Abs. 4 i.V.m. Art 12. Abs. 1 Dublin-
III-VO),
dass somit die grundsätzliche Zuständigkeit Italiens gegeben ist,
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dass diese Zuständigkeit allerdings möglicherweise aufgrund der in Art. 6
und 8 Dublin-III-VO festgelegten Garantien zugunsten Minderjähriger zu-
rückzutreten hätte, wenn davon auszugehen wäre, dass der Beschwerde-
führer minderjährig war, als er seinen Antrag auf internationalen Schutz
zum ersten Mal in einem Mitgliedstaat stellte (vgl. Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-
VO),
dass in der Beschwerde vorgebracht wird, gemäss Art. 8 Abs. 4 Dublin-III-
VO sei die Schweiz für die Überprüfung des Asylantrages des minderjähri-
gen Beschwerdeführers vorrangig zuständig (vgl. Beschwerde, S. 7),
dass der Grundsatz gilt, dass im Falle eines unbegleiteten Minderjährigen
ohne familiäre Anknüpfungspunkte jener Staat zuständig ist, in dem er sei-
nen Antrag auf internationalen Schutz gestellt hat (vgl. Art. 8 Abs. 4 Dublin-
III-VO), wobei vorliegend diesfalls abzuklären wäre, ob sich der die italie-
nische Staatsbürgerschaft besitzende Vater in Italien aufhält (vgl. Art. 8
Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass unter Antrag auf internationalen Schutz gemäss Art. 2 Bst. b Dublin-
III-VO i.V.m. Art. 2 Bst. h der Richtlinie 2011/95/EU (Richtlinie des Europä-
ischen Parlaments und des Rates vom 13. Dezember 2011 über Normen
für die Anerkennung von Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen als
Personen mit Anspruch auf internationalen Schutz, für einen einheitlichen
Status für Flüchtlinge oder für Personen mit Anrecht auf subsidiären Schutz
und für den Inhalt des zu gewährenden Schutzes) das Ersuchen um die
Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft oder die Gewährung des subsidi-
ären Schutzstatus, mithin ein Antrag auf Schutzgewährung, zu verstehen
ist,
dass nach der Verordnung (EU) Nr. 603/2013 des Europäischen Parla-
ments und des Rates vom 26. Juni 2013 (Eurodac-Verordnung) sämtliche
Dublin-Mitgliedstaaten von Gesetzes wegen dazu verpflichtet sind, Perso-
nen, die internationalen Schutz beantragen, beziehungsweise Drittstaats-
angehörigen oder Staatenlosen, die beim illegalen Überschreiten einer
Aussengrenze aufgegriffen werden, den Abdruck aller Finger abzunehmen
(Art. 9 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 1 Eurodac-Verordnung),
dass vorliegend ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers
mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) vom 19. August
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2020 keinen Treffer ergab (vgl. act. A9), sondern sich nur im Visa-Informa-
tionssystem (CS-VIS), mit dem die betreffenden Staaten Visa-Daten aus-
tauschen, ein Treffer für ein Touristen-Visum für Italien fand,
dass auch die bis zum (...) gültige Aufenthaltserlaubnis für Italien gemäss
den italienischen Behörden aus familiären Gründen erteilt wurde, mithin
nicht im Zusammenhang mit einer Asylantragsstellung steht (vgl. act. A22),
dass demnach die erste Stellung eines Antrages auf internationalen Schutz
in der Schweiz erfolgt ist, weshalb für die Frage der Minderjährigkeit das
Datum der Asylgesuchstellung vom 17. August 2020 entscheidend ist,
dass somit vorab auf die Frage einzugehen ist, ob die Vorinstanz aufgrund
der Aktenlage zu Recht davon ausgegangen ist, dem Beschwerdeführer
sei es nicht gelungen, seine Minderjährigkeit glaubhaft zu machen, wobei
grundsätzlich die asylsuchende Person die Beweislast für die von ihr be-
hauptete Minderjährigkeit trägt,
dass im Rahmen einer Gesamtwürdigung eine Abwägung sämtlicher An-
haltspunkte, welche für oder gegen die Richtigkeit der betreffenden Alters-
angaben sprechen, vorzunehmen ist, wobei insbesondere an für echt be-
fundene Identitätspapiere oder an eigene Angaben zu denken ist (Urteil
des BVGer E-4931/2014 vom 21. Januar 2015 E. 5.1.1, mit Hinweis auf
Entscheidungen und Mitteilungen der vormaligen Schweizerischen Asylre-
kurskommission [EMARK] 2004 Nr. 30),
dass vorliegend der Eintrag im Visa-Informationssystem (CS-VIS) ein ein-
deutiges Indiz für die Volljährigkeit darstellt, wobei der Beschwerdeführer
zum Zwecke der Visumserteilung durch die italienischen Behörden seinen
Original-Reisepass mit dem Geburtsdatum (...) vorlegte,
dass es der Beschwerdeführer in der Erstanhörung und mittels der Be-
schwerde nicht vermochte, Zweifel an dem im Pass aufgeführten Geburts-
datum zu begründen,
dass er auch seinen Pass nicht vorzulegen vermochte, da er diesen an-
geblich bei seiner Rückkehr nach Afghanistan seiner Grossmutter überge-
ben habe,
dass es sich nur um eine Behauptung handelt, der Pass sei hinsichtlich der
Altersangabe gefälscht, er sei noch minderjährig,
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dass zwar die Erklärung des Beschwerdeführers, wonach er für seine
Reise nach Italien älter habe sein wollen, um wieder zurückzureisen, nicht
von vornherein abwegig erscheint,
dass es dann aber nicht logisch erscheint, dass er in der Erstbefragung
und Beschwerde darauf beharrt, er habe das Geburtsdatum extra auf das
Datum (...) geändert, da er nur als Volljähriger nach Italien habe reisen
können, um den Vater zu besuchen (vgl. Beschwerde, S. 6),
dass er mit einem Visum für den Gültigkeitszeitraum (...) nach Italien ge-
reist ist, somit nicht als Volljähriger eingereist sein kann, da er im Zeitraum
des Visums noch minderjährig gewesen ist und erst am (...) volljährig ge-
worden ist,
dass er mit seinen in der Erstbefragung und Beschwerde gemachten An-
gaben sein wahres Alter respektive seine Minderjährigkeit nicht glaubhaft
darzulegen vermochte,
dass sich der Beschwerdeführer in der Beschwerde erstaunlicherweise
nicht zu der Tatsache geäussert hat, dass er über eine aktuell noch gültige
Aufenthaltserlaubnis in Italien aus familiären Gründen aufgrund der italie-
nischen Staatsbürgerschaft seines Vaters verfügt,
dass der Beschwerdeführer auch die italienische Staatsbürgerschaft des
Vaters in der Erstbefragung oder Beschwerde nicht erwähnt hat, sondern
nur zu Protokoll gab, seine Eltern hätten beide die afghanische Staatsbür-
gerschaft (vgl. act. A13, S. 4),
dass das Verschweigen der Aufenthaltsgenehmigung für Italien und der
Umstände des Ausstellungsgrundes (familiäre Zwecke) auch die Zweifel
an den Schilderungen seines angeblich einmonatigen Italienaufenthaltes
sowie der angeblichen Abwesenheit des Vaters in Italien noch verstärken,
dass es ohnehin nicht logisch erscheint, der Beschwerdeführer wolle die
mühsame illegale Ausreise aus dem Heimatland mit der Einreise über Ita-
lien in die Schweiz auf sich genommen haben, wenn er etwa sieben oder
acht Monate vorher noch mit einem Visum legal in Italien und damit in der
Nähe der Schweiz gewesen sei,
dass angesichts der vorhandenen Aufenthaltsgenehmigung für Italien die
behauptete Rückreise im Sommer 2019 von Italien nach Afghanistan noch
unwahrscheinlicher erscheint,
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dass zudem summarisch Zweifel an dem plötzlichen Ausreisegrund der
Demonstrationsteilnahme und Rede des Bruders bestehen, da er zunächst
zu Protokoll gab, er habe im März plötzlich ausreisen müssen; das aus-
schlaggebende Ereignis der Rede des Bruders aber im April 2020 gewesen
sein soll, wobei er später korrigierte, er wisse es nicht mehr (vgl. act. A13,
S. 9, 11),
dass es sich dann auch fragt, warum der Bruder nicht mit ihnen ausgereist
ist (vgl. act. A13, S. 10), wenn dieser doch durch seine Rede die Aufmerk-
samkeit der Verfolger auf sich und die Familie gelenkt habe (vgl. act. A13,
S. 10, 11),
dass er insgesamt mit seinen in der Erstbefragung und Beschwerde ge-
machten Angaben sein wahres Alter respektive seine Minderjährigkeit nicht
glaubhaft darzulegen vermochte,
dass die auf Beschwerdeebene nachgereichten Schulzeugnisse nicht zum
Nachweis des Geburtsdatums (als Teil der Identität) geeignet sind, da sie
keinen eindeutigen Schluss auf die Identität zulassen und auch leicht zu
fälschen sind (vgl. Art. 1a Bst. a der der Asylverordnung 1 vom 11. August
1999 [AsylV 1, SR 142.311]; BVGE 2007/7 E. 4.2.3 und E.5.2), weshalb es
sich erübrigt, Übersetzungen der eingereichten Schuldokumente anzufor-
dern,
dass allein die gegenteiligen Behauptungen und das in der Beschwerde
hervorgehobene junge Aussehen des Beschwerdeführers (vgl. Be-
schwerde, S. 9) nicht die Minderjährigkeit glaubhaft machen,
dass zwar angesichts der inkonsistenten Angaben zu seinem vorherigen
Aufenthalt in Italien und der nicht erwähnten Aufenthaltserlaubnis für Italien
auch Zweifel bestehen, ob er seine Vorgeschichte und Identität offengelegt
hat und seiner Mitwirkungspflicht genügend nachgekommen ist, dies aber
dahingestellt bleiben kann,
dass die Vorinstanz angesichts des durch die Visums-Datenbankabfrage
belegten Passeintrages des Geburtsdatums von der in Italien geltend ge-
machten Volljährigkeit des Beschwerdeführers ausgehen konnte, ohne
weitere Abklärungen vorzunehmen,
dass die Rüge der Gehörsverletzung aufgrund einer ungenügenden Sach-
verhaltsabklärung demnach unbegründet ist, wobei das SEM sich im Übri-
gen in der angefochtenen Verfügung eingehend mit den Argumenten des
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Beschwerdeführers befasst und ihm die Gelegenheit zur Wahrnehmung
des rechtlichen Gehörs gewährt hat,
dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-
keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-
ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den
eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche
Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-
bedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische
Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder
entwürdigenden Behandlung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grund-
rechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000, nachfol-
gend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Regeln der
Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt werden
kann,
dass es keine wesentlichen Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfah-
ren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in Italien würden sys-
temische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschli-
chen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU–
Grundrechtecharta mit sich bringen,
dass Italien Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. De-
zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-
niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens
vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR
0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR
0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtun-
gen nachkommt,
dass vor diesem Hintergrund nach wie vor davon auszugehen ist, Italien
anerkenne und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den
Richtlinien des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom
26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aber-
kennung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie
2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Auf-
nahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnah-
merichtlinie) ergeben,
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dass diese Ansicht durch den Europäischen Gerichtshof für Menschen-
rechte (EGMR) bisher bestätigt wurde, indem dieser in seiner Rechtspre-
chung festhielt, in Italien bestehe kein systematischer Mangel an Unterstüt-
zung und Einrichtungen für Asylsuchende, obwohl die allgemeine Situation
und insbesondere die Lebensumstände von Asylsuchenden, anerkannten
Flüchtlingen und Personen mit einem subsidiären Schutzstatus in Italien
gewisse Mängel aufwiesen (vgl. Urteil des EGMR A.S. gegen die Schweiz
vom 30. Juni 2015 [Beschwerde Nr. 3950/13]),
dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2
Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt ist,
dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-
schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder
Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch
wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die
Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbstein-
trittsrecht),
dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a
Abs. 3 AsylV 1 konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss
dieser Bestimmung "aus humanitären Gründen" auch dann behandeln
kann, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre,
dass der Beschwerdeführer mit seinen Vorbringen implizit die Anwendung
von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO respektive Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 fordert,
dass der Beschwerdeführer kein konkretes und ernsthaftes Risiko darge-
tan hat, die italienischen Behörden würden sich weigern, ihn aufzunehmen
und seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der Regeln
der Verfahrensrichtlinie zu prüfen,
dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind,
Italien werde in seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement missach-
ten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein Leben
oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist
oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land ge-
zwungen zu werden,
dass der Beschwerdeführer keine konkreten Hinweise für die Annahme
dargetan hat, Italien würde ihm dauerhaft die ihm gemäss Aufnahmericht-
linie zustehenden minimalen Lebensbedingungen vorenthalten, und er sich
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bei einer vorübergehenden Einschränkung im Übrigen nötigenfalls an die
italienischen Behörden wenden und die ihm zustehenden Aufnahmebedin-
gungen auf dem Rechtsweg einfordern könnte (vgl. Art. 26 Aufnahmericht-
linie),
dass der Beschwerdeführer schliesslich auch nicht geltend gemacht hat,
sein Gesundheitszustand stehe einer Überstellung entgegen,
dass seine in der Erstbefragung geschilderten Schockzustände durch den
Reiseweg, die sich auf seine Träume ausgewirkt hätten, nicht eine derart
erhebliche psychische Belastung darzustellen scheinen, da er gemäss der
Aktenlage keinen Arztbesuch hat vornehmen müssen,
dass es gemäss fehlender entsprechender ärztlicher Berichte nicht ange-
zeigt ist, aus humanitären Gründen von einer Überstellung abzusehen,
dass der Beschwerdeführer für den Fall, dass er doch auf eine medizini-
sche Versorgung angewiesen sein sollte, sich an die italienischen Behör-
den wenden kann und diese gemäss Art. 19 Aufnahmerichtlinie anfordern
könnte,
dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen
zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine
gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG)
durch die Vorinstanz zu entnehmen sind,
dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer
Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält,
dass es nach dem Gesagten keinen Grund für eine Anwendung der Ermes-
sensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt und an dieser Stelle festzuhal-
ten bleibt, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht ein-
räumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch
BVGE 2010/45 E. 8.3),
dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und
– weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts-
oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die
Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),
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dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss
Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das
Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-
eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE
2015/18 E. 5.2 m.w.H.),
dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist, soweit darauf
einzutreten ist, und die Verfügung des SEM zu bestätigen ist,
dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist,
weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung als
gegenstandslos erweist,
dass der am 20. Januar 2021 angeordnete Vollzugsstopp mit vorliegendem
Urteil dahinfällt,
dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG vorliegend gutzu-
heissen ist, da die Bedürftigkeit aus den Akten hervorgeht und die Begeh-
ren als nicht aussichtlos im Sinne des Gesetztes zu bezeichnen sind,
dass demnach keine Verfahrenskosten zu erheben sind.
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