Decision ID: acc13736-5899-55b2-a201-18bf298d88f1
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._.
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Michael Schöbi, Erlenweg 15, Postfach 538,
9450 Altstätten SG,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ war seit 1984 bei B._ AG als Maurer tätig (IV-act. 14 und 16). Am 2.
September 2009 meldete er sich wegen Rückenproblemen bei der IV-Stelle des
Kantons St. Gallen zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 1).
A.b Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) hielt nach Rücksprache mit dem Hausarzt
des Versicherten, Dr. med. C._, Allgemeinmedizin FMH, fest, dass es sich beim
Versicherten um einen grundsätzlich sehr arbeitswilligen Mann handle, der vor seinem
Rückenleiden nur sporadisch ärztliche Hilfe in Anspruch genommen habe. Im März
2009 sei er wegen einer Diskushernie L4/5 operiert worden. Deswegen sei er in seiner
Tätigkeit als Maurer seit dem 18. März 2009 und für immer voll arbeitsunfähig. Für
adaptierte Tätigkeiten schätze Dr. C._ die Arbeitsfähigkeit auf höchstens 50% ein.
Diese Beurteilung sei jedoch nicht nachvollziehbar. Aus versicherungsmedizinischer
Sicht verfüge der Versicherte in einer adaptierten Tätigkeit ab sofort über eine volle
Arbeitsfähigkeit (vgl. RAD FI-Gesprächsprotokoll vom 21. September 2009 [IV-act. 20]
und RAD Aktennotiz vom 21. September 2009 [IV-act. 12]).
A.c Im Oktober 2009 kündigte die Arbeitgeberin dem Versicherten das
Arbeitsverhältnis per 31. Januar 2010, weil dieser im Baugewerbe nicht mehr
einsatzfähig sei (IV-act. 21). Die IV-Stelle führte daraufhin mit dem Versicherten ein
Eingliederungsgespräch durch (vgl. Assessmentprotokoll vom 22. Oktober 2009; IV-
act. 23). Gestützt auf das Eingliederungsgespräch, worin der Versicherte erklärt habe,
er fühle sich nicht in der Lage, einer geregelten Tätigkeit nachzugehen, schloss die IV-
Stelle die Arbeitsvermittlung ab (Mitteilung vom 29. Dezember 2009; IV-act. 25).
B.
B.a Die IV-Stelle holte weitere Arztberichte ein (vgl. IV-act. 26, 27, 29, 35, 41 und
Fremdakten act. G 3.2) und stellte mit Vorbescheid vom 10. Januar 2011 fest, dass der
Versicherte gemäss Ergebnis der medizinischen Abklärungen in seiner bisherigen
Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig sei. In adaptierter Tätigkeit sei er indes zu 80%
arbeitsfähig. Daraus ermittelte die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 31% und zeigte
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dem Versicherten an, dass sein Begehren um eine Invalidenrente abgewiesen werde
(IV-act. 46).
B.b Gegen den Vorbescheid erhob der Versicherte Einwand (11. Februar 2011) und
verlangte ein rheumatologisch-orthopädisches Gutachten (IV-act. 50). Er stützte sich
dabei auf einen Untersuchungsbericht von Dr. med. D._, FMH Rheumatologie, vom
2. Februar 2011. Darin attestierte ihm Dr. D._ für mittelschwere Tätigkeiten eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50% (IV-act. 53). Die IV-Stelle holte daraufhin
bei Dr. D._ zwei weitere Berichte ein (Berichte vom 17. August 2011 [IV-act. 63-1 ff.]
und vom 24. August 2011 [IV-act. 62-1 f.]) und veranlasste bei der MEDAS Ostschweiz
ein polydisziplinäres Gutachten. Das Gutachten wurde am 26. März 2012 erstellt. Darin
befanden die untersuchenden Ärzte, dass der Versicherte für adaptierte Tätigkeiten zu
80% arbeitsfähig sei (IV-act. 76).
B.c Gestützt auf das MEDAS Gutachten stellte die IV-Stelle dem Versicherte erneut
einen Vorbescheid (2. Mai 2012) zu, worin sie die Abweisung des Rentengesuchs
vorsah (IV-act. 80). Der Versicherte erhob auch dagegen Einwand (IV-act. 81). Die
MEDAS Ostschweiz nahm zu den Einwendungen des Versicherten Stellung (11.
Oktober 2012; IV-act. 87). Der Versicherte entgegnete auf die MEDAS-Stellungnahme
wiederum mit weiteren Rügen (7. Dezember 2012; IV-act. 92), woraufhin die MEDAS
abermals eine Stellungnahme einreichte und an ihren Ausführungen festhielt (10.
Januar 2013; IV-act. 95). Mit Verfügung vom 19. Februar 2013 wies die IV-Stelle
schliesslich den Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente ab (IV-act. 99).
C.
C.a Mit Eingabe vom 21. März 2013 erhebt der Beschwerdeführer gegen die
Verfügung vom 19. Februar 2013 Beschwerde und beantragt, die Verfügung sei
aufzuheben und es sei ihm eine ganze Invalidenrente ab 2. März 2010 zuzusprechen,
unter Rückweisung der Sache zur Festlegung der Rentenbeträge an die
Beschwerdegegnerin. Eventualiter sei die Verfügung aufzuheben und die Angelegenheit
zur Sachverhaltsabklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter Kosten-
und Entschädigungsfolge. Ferner ersucht der Beschwerdeführer um unentgeltliche
Rechtspflege mit Rechtsverbeiständung (act. G 1).
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C.b Mit Beschwerdeantwort vom 16. Mai 2013 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
C.c Mit Präsidialentscheid vom 17. Mai 2013 gewährt das Versicherungsgericht dem
Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von Gerichtskosten und
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das vorliegende Verfahren
(act. G 4).
C.d Mit Replik vom 17. Juni 2013 hält der Beschwerdeführer an seinen
Rechtsbegehren fest (act. G 6). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine weitere
Stellungnahme (vgl. act. G 8).

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente.
1.1 Nach Ausführung des Beschwerdeführers sei es unbestritten, dass er seine
bisherige Tätigkeit als Maurer seit März 2009 behinderungsbedingt nicht mehr ausüben
könne. Unterschiedlich seien dagegen die Auffassungen, ob und welche angepassten
Tätigkeiten ihm noch zumutbar seien und welche Folgen seine gesundheitliche
Beeinträchtigung auf die Leistungsfähigkeit habe. Hierzu verweist der
Beschwerdeführer auf Dr. D._, der nebst einer sensiblen Polyneuropathie weitere
Leiden anführe, namentlich Beschwerden im Bewegungsapparat und eine bestehende
Tagesmüdigkeit wegen eines Schlafapnoesyndroms, die seine Leistungsfähigkeit
ebenfalls einschränkten. Im MEDAS-Gutachten würden diese (zusätzlichen)
Beschwerden jedoch ausser Acht gelassen. Die angenommene adaptierte Tätigkeit
fusse daher auf einem medizinisch ungenügend abgeklärten Sachverhalt. Im Weiteren
beanstandet der Beschwerdeführer, dass bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades der
Einkommensvergleich falsch vorgenommen worden sei. Bei vollständiger
Berücksichtigung der quantitativen und qualitativen Einschränkungen stehe ihm eine
ganze Invalidenrente zu. Allenfalls seien zusätzliche medizinische Abklärungen
vorzunehmen.
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1.2 Die Beschwerdegegnerin stützt ihren Entscheid massgeblich auf das MEDAS-
Gutachten vom 26. März 2012 (IV-act. 76). Danach sei der Beschwerdeführer in seiner
bisherigen Tätigkeit als Maurer seit März 2009 behinderungsbedingt nicht mehr
arbeitsfähig. In einer leidensangepassten Tätigkeit bestehe dagegen eine
Arbeitsfähigkeit von 80%. Im Ergebnis ermittelt sie in der angefochtenen Verfügung
durch Einkommensvergleich einen Invaliditätsgrad von 31% und weist das
Leistungsbegehren ab (IV-act. 99). In der Beschwerdeantwort hält die
Beschwerdegegnerin weiterhin dafür, dass auf das MEDAS-Gutachten abgestellt
werden könne. Sie weist auf die weiteren Stellungnahmen der (MEDAS-) Gutachter hin,
worin die Beanstandungen des Beschwerdeführers widerlegt würden. Abschliessend
nimmt die Beschwerdegegnerin einen neuen Einkommensvergleich vor, worin sie unter
anderem einen Leidensabzug von 10% gewährt und neu einen Invaliditätsgrad von
38% ermittelt (act. G 3).
2.
2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Sie kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]).
2.2 Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die a.) ihre Erwerbsfähigkeit oder die
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können; b.)
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) sind; und c.) nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens
40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht ein
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente,
wenn sie mindestens zu 50%, oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40%
invalid ist.
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2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung bzw. das Gericht
auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute
zur Verfügung stellen. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeit die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren
sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können
(BGE 125 V 256 E. 4).
2.4 Der Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt die notwendigen Abklärungen
von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein (Art. 43 Abs. 1 ATSG).
Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren gilt dabei der Grundsatz der
freien Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das Gericht die
Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das
Gericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches
gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen
Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen
und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere
medizinische These abstellt.
2.5 Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind
(BGE 125 V 351 E. 3a). Ein diesen Beweisanforderungen genügendes Gutachten, das
im Verwaltungsverfahren eingeholt wurde, kann nicht in Frage gestellt werden, wenn
und sobald die behandelnden Ärzte nachher zu einer unterschiedlichen Beurteilung
gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten.
Anders verhält es sich, wenn objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht
werden, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben waren und die geeignet
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sind, zu einer anderen Beurteilung zu führen (Urteil des Bundesgerichtes vom 29. Juli
2008, 9C_830/2007 E. 4.3 mit Hinweisen).
3.
Zu prüfen ist zunächst, ob die vorliegende medizinische Aktenlage eine hinreichende
Grundlage für die Beurteilung eines allfälligen Rentenanspruches bietet.
3.1
3.1.1 Ausschlaggebende medizinische Grundlage für die Beurteilung des vorliegenden
Rentengesuchs ist das MEDAS-Gutachten vom 26. März 2012 (IV-act. 76). Das
Gutachten basiert auf Untersuchungen in den Fachgebieten Psychiatrie, Neurologie
und Orthopädie. Die psychiatrische Prüfung ergab, dass der Beschwerdeführer an
keiner Erkrankung (mit oder ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) leide. In somatischer
Hinsicht ermittelten die Gutachter folgende Diagnosen mit Einschränkung der
zumutbaren Arbeitsfähigkeit:
- Radikulopathie L5 links mit leichtem sensomotorischem Ausfallsyndrom bei
Discusprolaps auf Höhe L5 (ICD-10: M51.2);
- Spondylose Th12 bis L2 (M47.8);
- Osteochondrose L5/S1 (M51.9); und
- Mediale Gonarthrose linksbetont (M17).
Des Weiteren ermittelten die Gutachter folgende Diagnosen ohne wesentliche
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit:
- Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom mit/bei Apnoe-/Hyperpnoe-Index von 22,5h, Ent-
sättigungsindex von 18,3h, minimale Sättigung 87,4%;
- Beginnende, leichtestgradige Polyneuropathie bei Diabetes mellitus Typ 2 (ICD-10:
63.2) ohne funktionelle Ausfälle; und
- Ruptur der langen Bicepssehne links (S46.1).
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3.1.2 Zusammengefasst stellten die Gutachter sodann fest, dass der Beschwerdeführer
nach orthopädischer Einschätzung aufgrund der Rückenbeschwerden sowie des
leichtgradigen sensomotorischen Ausfallsyndroms infolge der lumbalen Radikulopathie
L5 seit dem Operationsdatum vom März 2009 in der angestammten Tätigkeit als
Maurer arbeitsunfähig sei. In einer adaptierten Tätigkeit mit qualitativen
Einschränkungen bestehe dagegen volle Arbeitsfähigkeit. Aus neurologischer Seite
bestehe ein objektivierbares leichtgradiges sensomotorisches Ausfallsyndrom L5 links.
Aus diesem Grunde bestehe eine leichte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20%,
die sich durch einen erhöhten Pausenbedarf rechtfertige.
3.2
3.2.1 Dem MEDAS-Gutachten hält der Beschwerdeführer die Arztberichte von Dr.
D._ entgegen. Dr. D._ hat den Beschwerdeführer mehrmals aus rheumatologischer
Sicht untersucht. In seinem ersten Bericht vom 2. Februar 2011 diagnostizierte er ein
chronisches lumboradikuläres Restsyndrom L5 links bei tiefgezogener Brustkyphose,
degenerativen Veränderungen, muskulärer Dysbalance und Status nach Fenestration
L4/5 li mit Sequestrektomie und Nukleotomie März 2009; eine beginnende Coxarthrose
re mit Periarthropathia coxae; ein retropatelläres Schmerzsyndrom bds. rechtsbetont;
ein Cervicalsyndrom; eine Ruptur der langen Bicepssehne li; ein Diabetes mellitus Typ
II; ein leichtes bis mittelschweres Schlafapnoesyndrom sowie Adipositas (BMI: 32). Er
hielt dazu fest, dass das chronische lumboradikuläre Restsyndrom L5 links nach
Fenestration L4/L5 und Sequestrektomie im Vordergrund der Beschwerden stünde.
Dabei liessen sich als objektive Befunde ein positiver Lasègue bei 60°, eine leichte
Fussheberparese sowie eine Quadricepshypotrophie links als Hinweis für eine
Minderbelastung des linken Beines nachweisen und kernspintomographisch bestünden
narbige Veränderungen im Bereich der Nervenwurzel L5. Diese Befunde genügten,
dass der Beschwerdeführer nicht mehr für die schwere Tätigkeit auf dem Bau
arbeitsfähig sei. Die übrigen Diagnosen (Coxarthrose rechts, retropatelläre Schmerzen
beidseits, Cervicalsyndrom sowie Diabetes mellitus Typ II mit sensibler
Polyneuropathie) führten zwar einzeln nicht zu einer wesentlichen Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit für mittelschwere Tätigkeiten. Alle zusammen aber mit zusätzlich der
Leistungseinbusse wegen des Schlafapnoe-Syndroms führten zu einer Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit für mittelschwere Tätigkeiten von sicher 50% (IV-act. 53). Nach
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einer weiteren Untersuchung im Mai 2011 hielt Dr. D._ an seiner Beurteilung fest
(Bericht vom 17. August 2011; IV-act. 63-1 ff.).
3.2.2 Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin nahm Dr. D._ zu seinen Unter
suchungsberichten mit Schreiben vom 24. August 2011 Stellung. Darin erklärte er, dass
das Schlafapnoe-Syndrom im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) diagnostiziert worden
sei (vgl. KSSG-Bericht vom 3. Mai 2007; IV-act. 62-14 f.). Der Beschwerdeführer
berichte über eine mässige Tagesmüdigkeit und Einschlafstörungen. Auch die sensible
Polyneuropathie sei vom KSSG diagnostiziert worden (vgl. KSSG-Bericht vom 30.
August 2007; IV-act. 62-12 f.). Diese führe zu nicht belastungsabhängigen Schmerzen
in beiden Füssen und Unterschenkeln, verbunden mit Dysästhesien. Für sich allein
genommen führe sie nur zu einer leichten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für leichte
bis mittelschwere Tätigkeiten im Rahmen von etwa 20%, weil der Beschwerdeführer
vermehrt Pausen brauche, in denen er umhergehen könne. Im Übrigen hielt er daran
fest, dass das lumboradikuläre Syndrom L5 bzw. die Schmerzen zusammen mit den
übrigen Beschwerden von Seiten des Bewegungsapparates und der bestehenden
Tagesmüdigkeit von Seiten des Schlafapnoesyndroms zu einer allgemeinen
Einschränkung der Leistungsfähigkeit führten (IV-act. 62-2).
4.
4.1 Bei der Würdigung des MEDAS-Gutachtens fällt ins Gewicht, dass es auf
eigenständigen Abklärungen beruht und für die streitigen Belange umfassend ist. Die
vom Beschwerdeführer geklagten Leiden werden in den somatischen und
psychiatrischen Teilgutachten sowie im Gesamtgutachten berücksichtigt. Dabei
werden die Anamnese und die Vorakten verwertet und die vom Beschwerdeführer
geklagten Beschwerden eingehend gewürdigt. So werden relevante Verfahrensakten
einzeln aufgelistet und zusammengefasst. Die widersprechenden Arztberichte bzw.
Beurteilungen werden sodann eingehend diskutiert. Insgesamt erscheint das
Gutachten nachvollziehbar und schlüssig, sodass grundsätzlich darauf abgestellt
werden kann.
4.2
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4.2.1 Haupteinwand des Beschwerdeführers gegen das MEDAS-Gutachten ist, dass
die Gutachter in ihrer Beurteilung die ergänzenden Erkrankungen, namentlich die
Beschwerden im Bewegungsapparat sowie die Schlafapnoe, nicht berücksichtigt
hätten, obwohl nach Ausführungen von Dr. D._ diese Beschwerden ebenfalls
leistungseinschränkende Wirkungen entfalteten (act. G 1 und 6).
4.2.2 Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers werden die Ausführungen von Dr.
D._, insbesondere hinsichtlich der ergänzenden Beschwerden, im MEDAS-Gutachten
ausdrücklich erwähnt, berücksichtigt und auch diskutiert. So halten die Gutachter fest,
dass Dr. D._ unter Einbezug aller Diagnosen von einer Arbeitsunfähigkeit von 50%
ausgehe. Seine unterschiedliche Einschätzung entstehe zum Teil dadurch, dass damals
auch das Schlafapnoe-Syndrom und die Coxarthrose miteinbezogen worden seien. Die
Coxarthrose könne aber zumindest klinisch nicht bestätigt werden. Das leichtgradige
obstruktive Schlafapnoe-Syndrom, welches vom Beschwerdeführer in der Exploration
nicht (einmal) erwähnt worden sei, habe ebenso keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit.
Zudem hätte die Untersuchung auch keinen Hinweis auf eine funktionell wirksame
ausgeprägte Polyneuropathie ergeben, welche gemäss der Aktenlage bisher auch
elektro-physiologisch nicht verifiziert worden sei. Schliesslich weisen die Gutachter
darauf hin, dass ihre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit (für adaptierte Tätigkeiten) nur
gering von derjenigen von Dr. D._ abweiche. Während Dr. D._ seine Einschätzung
von 50% Arbeitsfähigkeit auf mittelschwere Tätigkeiten beziehe, richte sich ihre
(MEDAS) Einschätzung von 80% Arbeitsfähigkeit auf leichte Tätigkeiten (IV-act. 76).
4.2.3 In ihrer Stellungnahme vom 11. Oktober 2012 erklären die Gutachter sodann,
dass im Gutachten zu den Beschwerden Polyneuropathie und Schlafapnoe-Syndrom
nur knapp Stellung genommen worden sei, weil vom Beschwerdeführer kein schwerer
Leidensdruck geäussert worden sei, die Symptome für diese Krankheiten in der
klinischen Untersuchung nur geringgradig ausgeprägt gewesen seien und diese
Krankheiten letztlich nicht zu Fähigkeitsstörungen geführt hätten. Sie weisen ferner
darauf hin, dass in den Berichten des KSSG (vgl. IV-act. 62-12 f. und 62-14 ff.) eine
erhöhte Tagesschläfrigkeit im Rahmen des obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms
verneint worden sei (IV-act. 87). In ihrer letzten Stellungnahme vom 10. Januar 2013
weisen die (MEDAS-) Gutachter schliesslich erneut darauf hin, dass Dr. D._ die
Arbeitsfähigkeit von 50% auf mittelschwere Tätigkeiten beziehe, während sie für
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mittelschwere und schwere Tätigkeiten eine Arbeitsunfähigkeit von 100% attestierten
(IV-act. 95).
4.3 Zusammenfassend steht damit fest, dass die MEDAS-Gutachter einerseits die vom
Beschwerdeführer vorgebrachten ergänzenden Beschwerden des
Bewegungsapparates und das Schlafapnoe-Syndrom in ihrer Beurteilung
berücksichtigt haben und das Gutachten andererseits im Grunde nicht im Widerspruch
zur Einschätzung von Dr. D._ steht, zumal dessen Einschätzung einer
Arbeitsfähigkeit von 50% sich (nur) auf mittelschwere Tätigkeiten und nicht auf leichte
Tätigkeiten bezieht. Die Beanstandungen des Beschwerdeführers vermögen den
Beweiswert des MEDAS-Gutachtens somit nicht zu entkräften. Im Ergebnis besteht
kein Anlass, vom MEDAS-Gutachten und der darin enthaltenen Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit abzuweichen. Aus dem Gutachten ergibt sich, dass der
Beschwerdeführer in einer leidensadaptierten Tätigkeiten zu 80% arbeitsfähig ist.
5.
Zu prüfen bleibt die erwerbliche Auswirkung der festgestellten Einschränkung auf die
Arbeitsfähigkeit bzw. der Invaliditätsgrad.
5.1 Die Ermittlung des Invaliditätsgrades erfolgt vorliegend aufgrund eines
Einkommensvergleichs (vgl. Art. 16 ATSG). Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der
Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden
hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und
einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs;
BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2 Zu ermitteln ist demnach zunächst das Valideneinkommen.
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5.2.1 Für die Ermittlung des ohne invalidisierenden Gesundheitsschadens erzielbaren
Einkommens (Valideneinkommen) ist entscheidend, was die versicherte Person
aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit ohne den Gesundheitsschaden, aber sonst bei unveränderten
Verhältnissen verdienen würde (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 E. 3b). Dabei ist in der
Regel vom zuletzt - das heisst grundsätzlich vor dem Beginn der ganzen oder
teilweisen Arbeitsunfähigkeit - erzielten (Brutto-) Verdienst auszugehen (Urteil des
Bundesgerichts vom 22. September 2009, 8C_143/2009, E. 2.2.1).
5.2.2 Der Beschwerdeführer war letztmals im Jahr 2008 ganzjährig und ohne
wesentlichen krankheitsbedingten Unterbruch arbeitstätig. Auszugehen (Vergleichsjahr)
ist deshalb vom Verdienstjahr 2008, wie das auch die Beschwerdegegnerin in ihrer
Beschwerdeantwort (act. G 3) richtigerweise getan hat. Dies wird vom
Beschwerdeführer nicht beanstandet. Das Einkommen des Beschwerdeführers betrug
im Jahr 2008 Fr. 69'756.-- (IV-act. 14).
5.3 Zu prüfen ist als Nächstes das Invalideneinkommen.
5.3.1 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist
kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75
E. 3b/aa f.; BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
5.3.2 Der Beschwerdeführer geht seit der Kündigung seiner letzten Anstellung bzw. seit
18. März 2009 keiner Erwerbstätigkeit mehr nach, sodass für die Ermittlung des
Invalideneinkommens vom Tabellenlohn auszugehen ist. Die Beschwerdegegnerin hat -
ausgehend vom statistischen Jahreslohn 2008 für Tätigkeiten des Anforderungsniveaus
4, Männer (vgl. Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe der
Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2015) - ein Invalideneinkommen von Fr. 59'979.--
(bei 100%) ermittelt (act. G 3). Dieser Betrag ist zutreffend.
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5.3.3 Der Bestimmung des Invalideneinkommens ist die gutachterlich bescheinigte
Arbeitsfähigkeit von 80% zugrunde zu legen. Somit ergibt das Einkommen des
Beschwerdeführers - angepasst an die Restarbeitsfähigkeit von 80% - Fr. 47'983.-- (Fr.
59'979.-- x 0.8).
5.4 Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens zusätzlich zu berücksichtigen ist, dass
versicherte Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen selbst bei zumutbaren
Verweisungstätigkeiten oft das Lohnniveau gesunder Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer nicht erreichen. Nebst gesundheitlichen Problemen können sich
persönliche Merkmale der versicherten Person wie Art und Ausmass der Behinderung,
Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad auf das hypothetische Invalideneinkommen auswirken (BGE 124 V
321 E. 3b). Je nach Ausprägung kann die versicherte Person deswegen die
verbleibende (Rest-) Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur
mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b). Es
handelt sich um einen allgemeinen behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 75 E.
5a/bb). Dabei ist der Abzug unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens
25% zu begrenzen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
5.4.1 Als Abzugsgründe macht der Beschwerdeführer seine Teilzeiterwerbsfähigkeit,
sein hohes Alter (Jahrgang 1952), seine langjährige Betriebszugehörigkeit (seit 1984 im
selben Unternehmen) sowie seine Nationalität (E._- Staatsangehöriger, Nicht-EU-
Mitglied) und Aufenthaltskategorie (Aufenthaltsbewilligung C) geltend. Insgesamt sei
daher ein Abzug von 30% zu gewähren.
5.4.2 Die MEDAS-Gutachter umschreiben die leidensangepasste Tätigkeit
folgendermassen: rückenschonende Arbeiten, Wechselbelastung, Vermeiden von
Heben von mehr als 10kg sowie von Rotationsbewegungen, keine rein stehende Arbeit,
keine Zwangshaltungen in Inklination des Oberkörpers, kein Knien, Positionswechsel
zwischen Sitzen, Stehen und Gehen müssten möglich sein. Hinzukommend zu
berücksichtigen sind das fortgeschrittene Alter des Beschwerdeführers (Jahrgang
1952, d.h. im Zeitpunkt des angefochtenen Verfügung bald 61 Jahre alt) bzw. die ihm
lediglich noch zur Verfügung stehende Aktivitätsdauer von wenigen Jahren (zum
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fortgeschrittenen Alter als von der Rechtsprechung anerkannter Abzugsgrund siehe
Urteile des Bundesgerichts vom 2. April 2013, 8C_154/2013, E. 3.3.2, und vom 24. Juli
2013, 9C_334/2013, E. 3, sowie die Rechtsprechungsübersicht bei Philipp Geertsen,
Der Tabellenlohnabzug, in: Ueli Kieser/Miriam Lendfers [Hrsg.], JaSo 2012, St. Gallen
2012, S. 144, Fn 26 und 28) und der Wechsel in ein neues Tätigkeitsgebiet, in dem der
Beschwerdeführer keinerlei Erfahrungen hat (Urteil des Bundesgerichts vom 4. August
2008, 8C_404/2007, E. 4.2.2).
5.4.3 Den zahlreichen Einschränkungen wird der von der Beschwerdegegnerin
vorgeschlagene Abzug von 10% nicht vollumfänglich gerecht. In ähnlichen
Konstellationen hat das Versicherungsgericht bisher stets einen Abzug von mindestens
15% gewährt (vgl. Urteile des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23.
September 2014, IV 2012/267, E. 4.3; vom 26. Juni 2014, IV 2012/411, E. 3.3; und vom
13. Dezember 2011, IV 2009/324, E. 3). Auch im vorliegenden Fall erscheint ein Abzug
von 15% als gerechtfertigt. Nachdem der Beschwerdeführer über eine
Niederlassungsbewilligung verfügt, rechtfertigen weder seine Nationalität noch sein
Aufenthaltsstatus einen höheren Tabellenlohnabzug (vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 20. Oktober 2011, 8C_594/211, E. 5). Ob ein höherer Abzug (wegen den weiteren
geltend gemachten Einschränkungen) angebracht wäre, kann zudem offenbleiben, da
es im Ergebnis ohne Bedeutung ist, ob vorliegend ein Abzug von 15% oder (maximal)
25% gewährt wird. In beiden Fällen resultiert derselbe Rentenanspruch, wie
nachfolgend aufgezeigt wird. Bei einem Tabellenlohnabzug von 15% resultiert ein
Invalideneinkommen von Fr. 40'786.-- (Fr. 47'983.-- x 0.85).
5.5 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 69'756.-- (vgl. vorstehende E. 5.2.2) und
einem Invalideneinkommen von Fr. 40'786.-- (vgl. vorstehende E. 5.4.3) beträgt die
Erwerbseinbusse Fr. 28'970.-- (Fr. 69'756.-- - Fr. 40'786.--). Der Invaliditätsgrad ergibt
demnach 42% ([Fr. 28'970.-- / Fr. 69'756.--] x 100). Bei einem Tabellenlohnabzug von
maximal 25% würde der Invaliditätsgrad 48% betragen. Damit hat der Beschwerde
führer Anspruch auf eine Viertelsrente.
6. Abschliessend ist zu prüfen, ab wann der ermittelte Anspruch auf eine Viertelsrente
besteht.
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6.1 Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach
Geltendmachung des Leistungsanspruchs (Art. 29 Abs. 1 ATSG), jedoch frühestens im
Monat, der auf die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (Art. 29 Abs. 1 IVG). Zu
berücksichtigen ist ferner, dass Versicherte während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig sein müssen (sog.
Wartejahr; vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG).
6.2 Der Beschwerdeführer meldete sich am 2. September 2009 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Unter Berücksichtigung der
sechsmonatigen Frist (Art. 29 Abs. 1 IVG) ist der Zeitpunkt des frühestmöglichen
Rentenbeginns der 1. März 2010.
6.3 Das Wartejahr beginnt mit der (andauernden) Arbeitsunfähigkeit im angestammten
Beruf. Gemäss MEDAS-Gutachten hat die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers
mit dem Datum der Operation im März 2009 begonnen (IV-act. 76-27). Das Wartejahr
begann damit im März 2009 und endete im März 2010. Damit besteht der Anspruch
des Beschwerdeführers auf eine Viertelsrente ab 1. März 2010.
7.
7.1 Damit ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und die angefochtene Verfügung
vom 19. Februar 2013 aufzuheben. Dem Beschwerdeführer ist ab 1. März 2010 eine
Viertelsrente zuzusprechen. Die Sache ist zur Festsetzung und Ausrichtung der
geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
7.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Praxisgemäss ist die Gerichtsgebühr für das
vorliegende Verfahren auf Fr. 600.-- festzulegen. Obwohl der Beschwerdeführer
mindestens eine halbe Rente beantragt hat, liegt keine Überklagung vor (Urteil des
Bundesgerichts vom 3. Dezember 2010, 8C_568/2010, E. 4.1). Es ist von einem
Obsiegen des Beschwerdeführers auszugehen. Die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- ist
deshalb vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
bis
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7.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Kostennote eingereicht. Aufgrund
der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand ist dem Beschwerdeführer eine
Parteientschädigung von praxisgemäss Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) zuzusprechen. Bei diesem Ergebnis erübrigt sich die Festsetzung
einer Entschädigung aus der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP