Decision ID: d481d496-863e-4f47-acc7-906bab00a411
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, g
eboren 1960, ist Bezügerin einer Invalidenrente und von Zu
satzleistungen.
Nachdem
ihre ab
1.
Februar 2006 ausgerichtete ganze Invalidenrente
mit Verfü
gung der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 1
0.
Novem
ber 2011
per
1.
Januar 2012
auf
eine halbe Invalidenrente herabge
setzt
worden war
,
rechnete das Amt für Zusatzleistungen zur AHV/IV der Stadt Zürich (nachfolgend AZL) der Versicherten bei der Ermittlung der Zusatzleis
tung
en für die Zeit ab
1.
Januar 2012 ein hypothetisches
Erwerbsein
kommen
von
Fr.
19‘050.-
-
pro Jahr an (Verfügung vom 2
3.
Dezember 2011,
Urk.
11/129/13). Diese Anrechnung machte e
s
jedoch auf Einsprache hin mit Blick auf das lau
fende Beschwerdeverfahren betreffend die Rentenherabsetzung wieder rückgän
gig (
mit Entscheid vom
2.
April 2012,
Urk.
3/3)
.
1.2
Mit der
unangefochten in Rechtskraft erwachsenen Verfügung
des
Sozialversi
cherungsgerichts
im Verfahren Nr.
IV.2011.01
2
15 vom
7.
Juni 2013
wurde
das
Beschwerdever
fahren
betreffend die Herabsetzung der Invalidenrente
infolge Rückzugs der
Beschwerde
als erledigt ab
geschrieben
(
Urk.
16).
Nach Kenntnis
nahme die
ser Verfügung sowie
infolge einer Mietzinsreduktion seit
1.
April 2011
setzte
das AZL
die Zusatzleistungen
rückwirkend ab
1.
April 2011
neu fest, unter er
neuter Anrechnung
ein
e
s
hypothetischen
Erwerbseinkommen
s
von
Fr.
19‘210.-
-
pro Jahr
für die Zeit ab
1.
Juli 2013; gleichzeitig forderte
es
von der Versi
cherten die für die Zeit vom
1.
April 2011 bis
zum
3
0
.
November 2013
zuviel
ausgerichteten Ergänzungsleistungen, Beihilfen und Gemeindezuschüsse von insgesamt
Fr.
7‘907.-
-
zurück, unter Verrechnung des
Rückerstattungs
an
spruchs
mit dem laufenden Anspruch auf Beihilfe in der Höhe von damals
Fr.
202.-
-
(Verfügungen vom 2
0.
November 2013,
Urk.
11/
129/
21-22
; gemäss dem Schreiben des AZL
vom 2
3.
Dezember 2013
wurde
die Verrechnung mit der Beih
ilfe
jedoch wieder gestoppt,
Urk.
11/114).
Mit Verfügung vom 1
2.
Dezember 2013 setzte das AZL die Zusatzleistungen für die Zeit ab
1.
Januar 2014 fest, ebenfalls unter Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens von
Fr.
19‘210.-
-
pro Jahr (
Urk.
11/
129/
23).
Gegen die Verfügungen vom 20. November und 12. Dezember 2013 liess die Versicherte Einsprache erheben (Urk. 11/111, Urk. 11/115, Urk. 11/117). Das AZL hielt im Einspracheentscheid vom 12. Februar 2014 (Urk. 2) grundsätzlich an der Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens von Fr. 19‘210.-
-
im Jahr fest, verzichtete aufgrund eines von der Versicherten erlittenen
Bein
bruchs
aber auf eine
Ein
kommensanrechnung
in den Monaten Oktober und November 2013, was zur
teil
weisen Gutheissung der Einsprachen und zu einer Reduktion der
Rückforde
rungssumme
um Fr. 2‘674.-
-
auf Fr. 5‘233.-
-
führte.
2.
Dagegen liess die Versicherte am 1
9.
März 2014 Beschwerde erh
e
ben (
Urk.
1) mit dem Antrag, in Aufhebung des angefochtenen Entscheids seien die Zusatz
leistungen neu ohne Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens zu
b
erechnen. Gleichzeitig stellt
e
s
i
e
ein Gesuch um Gewährung der unentgeltli
chen
Rechtsvertretung. Der Beschwerde und Beschwerdeergänzung vom 1
5.
April 2014
(
Urk.
5) legte sie Arztberichte von
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1
6.
Dezember 2013 (
Urk.
3/4) und
von
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothe
rapie, vom 1
3.
März 2014 (
Datum der Befunderhebung des ansonsten undatier
ten Berichts,
Urk.
6)
sowie ein ärztliches Zeugnis von med.
pract
.
A._
, Fachärztin für Innere Medizin, vom
5.
Dezember 2013 (
Urk.
3/5)
bei. In der Ver
nehmlassung vom 2
6.
Mai 2014 schloss das AZL auf Abweisung der Beschwer
de (
Urk.
10). Mit Eingabe vom 2
6.
Juni 2014 (
Urk.
12-14) substan
tiierte die Ver
sicherte ihren Antrag auf
unentgeltliche
Rechtsvertretung.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkann
ten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (
Art.
9
Abs.
1
des Bun
des
gesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen-
und In
vali
denversicherung,
ELG). Als Einnahmen angerechnet werden
unter anderem
Ein
künfte und Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist (
Art.
11
Abs.
1
lit
. g ELG). (Teil-)Invaliden unter 60 Jahren ist
bei einem Invaliditätsgrad von 5
0 bis unter 60
%
mindestens der Höchstbetrag für den Lebensbedarf von Allein
steh
enden nach Artikel 10 Absatz 1 Buchstabe a Ziffer 1 ELG anzurechnen (
Art.
14a
Abs.
2
lit
. b
der Verordnung über die
Ergänzungsleistungen zur Al
ters-, Hin
ter
lassenen- und Invalidenversicherung [
ELV
]
in Verbindung mit
Art.
9
Abs.
5
lit
. c
ELG).
Wird der Grenzbetrag in
Art.
14a
Abs.
2
lit
. b ELV nicht erreicht, insbesondere wenn keine Erwerbstätigkeit ausgeübt wird, gilt die Vermutung eines Verzichts auf Einkünfte im Sinne von
Art.
11
Abs.
1
lit
. g ELG. Diese Vermutung kann
durch den Nachweis, dass invaliditätsfremde Gründe wie Alter, mangelhafte Aus
bildung und Sprachkenntnisse, persönliche Umstände oder die
Arbeits
markt
situation
die Verwertung der Resterwerbsfähigkeit übermässig erschweren oder verunmöglichen, widerlegt werden. Dabei besteht eine v
erstärkte
Mitwir
kungs
pflicht
der Bezügerin
von Ergänzungsleistungen
bei der
Sachverhaltsab
klärung
durch
die Verwaltung
(
Art.
43
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) in dem Sinne, dass
sie
die Umstände geltend zu machen hat, welche nach
ihrer
Auffassung geeignet sind, die Ver
mutung eines Einkommensverzichts umzustossen. Werden solche Um
stände nich
t geltend gemacht und sind sie auch nicht ohne
Weiteres
ersichtlich, oder führen die Abklärungen zu kein
em schlüssigen Ergebnis, hat die
invalide Bezüger
in
die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen.
Sie
hat sich anrechnen zu lassen, was
sie
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit trotz der gesundheitlichen Beeinträchti
gung an Erwerbseinkommen tatsächlich noch erzielen könnte (Ur
teil des Bundes
gerichts 9C_321/2013 vom 1
9.
September 2013, E.
2.1-2
).
Mit Bezug auf die invaliditätsbedingte Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit haben sich EL-Organe und Sozialversicherungsgerichte grundsätzlich an die
In
validitätsbemessung
durch die Invalidenversicherung zu halten (Urteil des Bun
desgerichts 9C_12/2013 vom 1
9.
November 2013, E. 4.1). Diese Rechtsprechung bezieht sich auf Fälle, in denen sich die Invalidenversi
cherung mit der versi
cherten Person bereits befasst und diese rechtskräftig als teilinvalid qualifiziert hat. Davon ausgenommen ist eine nach dem rechtskräfti
gen IV-Entscheid ein
getretene
oder geltend gemachte
gesundheitliche Veränderung.
Diesfalls
haben die EL-Organe den Gesundheitszustand der versicherten Person im Rahmen des Beweisgrades der überwiegenden Wahrscheinlichkeit selbständig zu prüfen (Ur
teil des Bundesgerichts 8C_172/2007 vom
6.
Februar 2008, E. 7.1-2).
2.
2.1
Gegenstand
des angefochtenen Entscheids (
Urk.
2) sind die Festsetzung der Zu
satzleistungen für die Zeit ab
1.
April
2011
bis zum 1
2.
Februar 2014 (massge
bender Zeitpunkt des angefochtenen
Einspracheentscheids
) sowie die damit ver
bundene Rückerstattungsforderung für die Zeit vom
1.
April 2011 bis zum 3
0
.
Novem
ber 201
3.
Nicht Gegenstand des angefochtenen Entscheids ist die
Er
lass
frage
.
2.2
2.2.1
Die Beschwerdegegnerin
führt
im angefochtenen E
ntscheid im Wesentlichen aus
,
die Beschwerdeführerin mache bis auf den Beinbruch eine unverän
derte ge
sund
heitliche Beeinträchtigung geltend
,
und invaliditä
t
sfremde Gründe würden nicht geltend gemacht. Sie sei daher bezüglich der Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens an die Invaliditätsbemessung
der Invalidenversicherung
ge
bunden.
Aufgrund eines Beinbruchs
sei
für die Monate Oktober und November 2013 entgegenkommenderweise kein Mind
esterwerbseinkommen anzurechnen.
2.2.2
Demgegenüber bringt die Beschwerdeführerin in der Beschwerde hauptsächlich vor, gemäss
den
Berichte
n
von
Dr.
Y._
vom 1
6.
Dezember 2013 und
Dr.
Z._
vom 1
3.
März 2014
habe sich ihre gesundheitliche Situation nach der
Herabsetzung der Invalidenrente erheblich verschlechtert. So gehe aus dem Be
richt von
Dr.
Y._
vom 1
6.
Dezember 2013 klar hervor, dass ihre Ein
schrän
kungen sich verstärkt hätten und sie selbst bei einfach
en
Routin
e
tätig
keiten
aufgrund der Beein
trächtigung in der Auffassungs-
,
Aufmerksamkeits
-
, An
triebs- und Konzentrationsfähigke
it überfordert sei. Aufgrund des
sehr schlech
ten Gesundheitszustandes sei sie nicht in der Lage, Stellenbewerbungen vorzu
nehmen und einer Erwerbstätigkeit nachzugehen
.
Dementsprechend
habe sie bei der IV-Stelle ein Gesuch um Rentenerhöhung eingereicht. Auch müsse be
rücksichtigt werden, dass sie seit fast neun Jahren nicht mehr erwerbstätig gewesen
sei
.
3.
3.1
Der Herabsetzung der Invalidenrente auf eine halbe Rente per
1.
Januar 2012 lag im Wesentlichen das Gutachten
von
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für
Psychiatrie
und Psychotherapie, vom
3.
Juni
2011 zugrunde (
Urk.
11/79,
Urk.
11/81
)
.
Darin diagnostizierte
Dr.
B._
eine Neurasthenie (ICD-10: F48.0), eine rezi
divierende depressive Störung,
anamnestisch
depressive Episode etwa 2005 bis 2009, gegenwärtig remittiert (ICD-10: F33.4), differentialdiagnostisch ein neu
rasthe
nisches Zustandsbild als einzig
verbliebene Residualsymptomatik einer
somit anhaltenden depressiven Episode (ICD-10: F33.11), akzentuierte emotio
nal
instabile Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1) sowie einen Status nach einer
Poly
toxikomanie
bei Vollremission (ICD-10: F19.202). Bezüglich der Arbeitsfä
hig
keit sei aufgrund der Aktenlage zusammenfassend in der Zeit von März 2005 bis
Mai 2011 von einer 80 bis 100%igen
und ab
dem Datum der Untersuchung
(
1.
Juni 2011) von einer 50%ige Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
3.2
Im v
orliegend
en Verfahren
reichte die
Beschwerdeführerin – nebst dem
Arzt
zeugnis
von med.
pract
.
A._
vom
5.
Dezember 2013
im Zusammen
hang mit
ihrem
Beinbruch vom 1
1.
Oktober
2013
(
Urk.
3/5) –
Arztb
erichte von
Dr.
Y._
vom 1
6.
Dezember 2013 und
von
Dr.
Z._
vom 1
3.
März 2014
ein
(
Urk.
3/4,
Urk.
6)
:
Dr.
Y._
, welcher die Versicherte sei
t
Juli 2011 behandelt, diagnostizierte
eine
chronifizierte
emotio
nal instabile Persönlichkeitsstörung vom
Borderline
-Typ
(ICD-10: F60.31) und eine rezidivierende depressive Störung, zuletzt mittel
gra
dige Episode
(IDC-10: F33.1). Weiter führte
er aus, die Versi
cherte erscheine wäh
rend des gesamten Zeitraum
s
vollumfänglich arbeitsunfä
hig.
In ihrem Bericht vom 1
3.
März 2014 (
Urk.
6)
führte
Dr.
Z._
, welche die Ver
sicherte
seit
dem 1
2.
Dezember 2013
behandelt,
als Diagnose
einen Verdacht auf eine andauernde Persönlichkeitsänderung
nach Ext
r
embelastung (ICD-
10: F62.0) im Sinne einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung bei sek
un
dären rezidivierenden depressiven
Episoden, aktuell mittelgradig depressi
ves
Zustandsbild, und einem Status nach einem sekundären
Substanzabusus
(
Poly
toxikomanie
im 1
4.
b
is
zum
2
1.
Lebensjahr)
auf
. Weiter gab die
Psychiate
rin
an, seit Behandlungsbeginn im Dezember 2013 bestehe eine 100%ige Arbeitsun
fähigkeit sowohl für den ersten Arbeitsmarkt als auch für ei
nen geschützten Arbeitsplatz. Die Versicherte sei nicht in der Lage, die
nötigen Ämtergänge, die
nach Streichung ihrer halben Invalidenrente und der Zusatz
leistungen nötig seien, um das Existenzminimum zu sichern, alleine zu bewälti
gen. Aus Angst vor Rechnungen und Mahnungen, die sie nicht zahlen könne, öffne sie auch die Post nicht mehr, so dass eine psychiatrische Spitex durch die Referentin ver
ordnet worden sei, die der Versicherten helfe, die Post zu sortie
ren und die Un
ter
lage
n
für die Ämter bereitzulegen. Ausserdem habe die Versi
cherte, die durch die Situation auf
den Ämtern so st
ark
getriggert
werde, dass es regelmässig zu Intrusionen komme, jedes Mal von zwei
Spitexschwestern
be
gleitet werden müssen, um der Lage Herr zu werden.
Die Versicherte sei
in
s
ge
samt mit Planen und Strukt
urieren von Aufgaben überfordert und
ihre Kon
taktfähigkeit zu Dritten
sei massiv eingeschränkt.
4
.
4.1
4.1.1
Aufgrund der in den Akten liegenden medizinischen Unterlagen kann nicht ab
schliessend darüber befunden werden, ob sich der Gesundheitszustand seit der Verfügung der IV-Stelle vom
1
0.
November 2011
bis zum Erlass des angefoch
te
nen Entscheids vom 1
2.
Februar 2014 (
Urk.
2) in relevanter Weise ver
schlech
tert
hat:
Denn ungeachtet allfälliger Mängel in den
Berichte
n
der behandelnden Ärzte
-
für
deren Vorhandensein durchaus Anhaltspunkte
besteh
en, etwa
bezüg
lich
der
Diagnosen, die jeweils in wesentlichen Teilen
n
icht ausreichend fundiert
begrün
det
wurden
,
oder der
mangelnden
Berücksichtigung
der
übrigen medizinischen Ak
ten
-
e
rgeben sich insbesondere aus den
im
Bericht von
Dr.
Z._
darge
leg
ten Vorgänge
n
hinreichen
d
konkrete Anhaltspunkte für das Vorliegen einer
bereits im massgebenden Zeitraum eingetretenen
möglichen Verschlechterung des psy
chischen Gesundheitszustandes der Versicherten.
Ob diese
Vorgänge auf einer überwindbaren Reaktion der Versicherten auf die
im Bericht erwähnten
psy
chosoziale
n
Belastungen (wie
Rentenherabsetzung
, knappe finanzielle Mittel)
oder auf einer Verschlechterung ihr
es Gesundheitszustandes beruhen, kann
auf
grund der Akten
nicht a
bschliessend be
urteil
t werden
,
umso weniger als dem Bericht von
Dr.
Z._
keine
hinreichend
klare Trennung
von blossen
subjek
ti
v
en
Angaben
der
Beschwerdeführerin
oder
de
n
beschriebenen tatsächli
chen
Vor
gänge
n
einerseits
und
der
en
B
ewertung
aus
fachmed
izinischer Sicht
an
derer
seits
zu entnehmen ist
.
Dr.
B._
gab in ihrem Gutachten
vom
3.
Juni 2011
an, die Durchführung einer
Revision ihrer medizinischen Beurteilung
erscheine
in jährlichen Abstän
den
als
sinnvoll (
Urk.
11/79 S. 28).
Seit
Erlass der
Verfügung der IV-Stelle vom 1
0.
November 2011 bis
heute
(März 2015)
wurde zwar
noch
keine
Re
vi
sions
v
er
fügung
erlassen
,
j
edoch hat die IV-Stelle in diesem Zeitraum weitere medizi
ni
sche
Abklärungen getätigt und dabei insbesondere von
Dr.
B._
ein Gut
ach
ten vom
6.
Februar
2015 eingeholt (
Auskunft
der IV-Stelle vom 2
4.
März 2015
,
Urk.
17).
Unter diesen Umständen kann sich die
Beschwerde
gegnerin
bezüglich
des
Gesundheitszustandes der
Beschwerdeführerin
nicht auf die Verbindlichkeit der Invaliditätsbemessung gemäss der rechtskräftigen
Ver
fügung der IV-Stelle vom 1
0.
November
2011 berufen
.
Vielmehr
erweist
sich
der
Bei
zug
der Akten der Invaliden
v
ersicherung als unumgänglich.
4.1.2
Nach dem Gesagten ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen,
damit sie zur Abklärung des Gesundheitszustandes der Versicherten die Akten der
Invalidenversicherung einholt und gestützt darauf sowie gegebenenfalls weiterer
Abklärungen über die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens im
massgebenden Zeitraum neu entschei
det.
4.2
Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigt es sich
,
bereits im vorliegenden Ver
fahren zu weiteren Fragen
des angefochtenen Entscheids
Stellung zu neh
men.
Dieses Vorgehen ist auch aus verfahrensökonomischen
Gründen
ange
zeigt,
da
einerseits die Rückerstattungsforderung zum überwiegen
den Teil den Zeitraum
betrifft
,
in dem ein
hypothetische
s
Er
werbseinkommen
angerechnet
wurde
,
und
andererseits in
masslicher
Hins
icht unklar ist, inwieweit die
Forderung bereits durch Verrechnung getilgt worden ist.
Der angefochtene Entscheid ist daher als Ganzes aufzuheben und
die
Sache
ist
an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie
über die Zusatzleistungen
für die Zeit ab
1.
April 2011 und die streitige Rückerstattungsforderung neu ver
f
ügt.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
5.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2).
Bei diesem Ausgang des Verfahrens erweist sich das Ge
such der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechts
vertretung
vom
19. März 2014 (Urk. 1
) als gegenstandslos.
Die Prozessentschädigung
ist
gemäss
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34 des Gesetzes über das
Sozialversicherungs
gericht
ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Pro
zesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen zu bemessen und unter Berück
sichtigung dieser Grundsätze auf
Fr.
1‘900
.-- (inkl. Mehr
wertsteue
r und B
ar
auslagen) festzusetzen.