Decision ID: c53457e3-8a37-488a-b90b-000d87d2985e
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Rechtsschutz in klaren Fällen (Ausweisung)
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes Audienz des Bezirksgerichtes Zü-
rich vom 5. März 2021 (ER200222)
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Rechtsbegehren der Gesuchstellerin: (act. 1 S. 1)
Es sei dem Beklagten, unter Androhung der Zwangsvollstreckung im Unterlassungsfall, zu befehlen, die Liegenschaft Zürich-C._ (Kreis ...) GB-Blatt Nr. 1 Kat.-Nr. 2 (1 Wohnhaus mit Doppelgarage mit 692 m2 Gebäudegrundfläche, befestigte Fläche und Gartenanlage, D._-strasse Nr. 3 und Nr. 4, ... Zürich), sofort zu räumen und zu verlassen; alles unter den gesetzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen.
Urteil des Einzelgerichts: (act. 13)
1. Der Gesuchgegner wird verurteilt, die Liegenschaft Zürich-C._
(Kreis ...) GB-Blatt Nr. 1 Kat.-Nr. 2 (1 Wohnhaus mit Doppelgarage mit 692
m2 Gebäudegrundfläche, befestigte Fläche und Gartenanlage, D._-
strasse Nr. 3 und Nr. 4, ... Zürich) zu räumen, zu verlassen und der Ge-
suchstellerin ordnungsgemäss zu übergeben.
2. Das Stadtammannamt Zürich ... wird angewiesen, Dispositiv-Ziffer 1 des mit
einer Vollstreckbarkeitsbescheinigung versehenen Entscheids auf Verlangen
der Gesuchstellerin zu vollstrecken. Die Kosten der Vollstreckung sind von
der Gesuchstellerin vorzuschiessen. Sie sind ihr aber vom Gesuchgegner zu
ersetzen.
3. Die Entscheidgebühr von Fr. 5'000.– wird dem Gesuchgegner auferlegt. Sie
wird von der Gesuchstellerin bezogen, ist ihr aber vom Gesuchgegner zu er-
setzen.
4. Der Gesuchgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin eine Umtriebsent-
schädigung von Fr. 1'000.– zu bezahlen.
5./6. Schriftliche Mitteilung / Rechtsmittel
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Berufungsanträge:
1. Es sei das Ausweisungs-Gesuch der B._ AG, gegenüber Dr. med. A._ aus der Liegenschaft GB-Blatt Nr. 1 Kat.-Nr. 2 (1 Wohnhaus mit Doppelgarage mit 692 m2 Gebäudegrundfläche, befestigte Fläche und Gartenanlage, D._-strasse Nr. 3 und Nr. 4, ... Zürich) bis zur strafrechtlichen Klärung des  durch den die Versteigerung auslösenden E._, , eventualiter die Frist zur schriftlichen Stellungnahme des Gesuchgegners auf Basis der unter Verfahren namhaft  Umstände wiederherzustellen.
2. Die auf betrügerische Machenschaften durch E._ ausgelöste und erwirkte Versteigerung der Liegenschaft GB-Blatt Nr. 1 Kat.- Nr. 2 (1 Wohnhaus mit Doppelgarage mit 692 m2 , befestigte Fläche und Gartenanlage, D._-strasse Nr. 3 und Nr. 4, ... Zürich) sei an eine strafrechtliche Untersuchung zu verweisen.
3. Es sei die auf betrügerischer Grundlage durch E._,  Staatsbürger, F._-gasse 2, ... Zürich unrechtens  Versteigerung und die Grundbuchübertragung der  GB-Blatt Nr. 1 Kat.-Nr. Nr. 2 (1 Wohnhaus mit  mit 692 m2 Gebäudegrundfläche, befestigte Fläche und , D._-strasse Nr. 3 und Nr. 4, ... Zürich) bis zum  Entscheid der Strafrechtsbehörde zu sistieren, allenfalls gemäss strafrechtlicher Untersuchung aufzuheben, diese unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Handen des Verursachers E'._.
4. Es sei bis zur strafrechtlichen Urteilsfindung und deren Abschluss in causa E._, sei A._, Dr. med. geboren tt.10.1955, von G._ ZH und E._ AR, D._-strasse ..., ... Zürich, als auch seiner Hündin F._, tt.11.2014 das Wohn- &  im bisherigen Sinne in der oben genannten Liegenschaft zu gewähren, dies unter der Wahrung der Pflicht der  Pflege und des Unterhaltes der Liegenschaft im 25 Jahre gepflegten Ausmass und Stil.
5. Es sei die Erteilung des Rechtes auf Wahrung des Rechtlichen Gehörs durch Weisung der durch die Strafanzeige A._, die Rechtssache an die zuständige Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich zur gerichtlichen Untersuchung zu gewähren.

Erwägungen:
1.1. Die Liegenschaft an der D._-strasse Nr. 3 und Nr. 4 in ... Zürich, in
welcher der Gesuchsgegner und Berufungskläger (nachfolgend: Berufungskläger)
offenbar seit 25 Jahren lebt und welche ihm gehörte, wurde anlässlich einer
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Zwangsversteigerung von der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten (nachfol-
gend: Berufungsbeklagte) am 22. Oktober 2020 für Fr. 5'870'000.– ersteigert. Ei-
ne vom Berufungskläger gegen den Steigerungszuschlag erhobene Beschwerde
wurde vom Bezirksgericht Zürich, 1. Abteilung, als untere kantonale Aufsichtsbe-
hörde über Betreibungsämter, mit Zirkulationsbeschluss vom 6. November 2020
dem Berufungskläger zur Verbesserung zurückgeschickt und das Verfahren wur-
de hernach mit Zirkulationsbeschluss vom 4. Dezember 2020 abgeschrieben
(act. 3/3b und act. 3/3c). Die Berufungsbeklagte wurde aufgrund der Anmeldung
zur Eintragung des Eigentumsübergangs des Stadtammann- und Betreibungsam-
tes Zürich ... vom 18. Dezember 2020 als Eigentümerin der Liegenschaft ins
Grundbuch eingetragen (act. 3/6).
1.2. Mit Schreiben vom 10. Dezember 2020 setzte die Berufungsbeklagte dem
Berufungskläger bis zum 18. Dezember 2020, 15:00 Uhr, Frist an, um die Liegen-
schaft unter Rückgabe aller vorhandenen Schlüssel zu räumen (act. 1 S. 3 Ziff. 4
und act. 3/4a–f). Da der Berufungskläger die Liegenschaft nicht verliess, stellte
die Berufungsbeklagte mit Eingabe vom 28. Dezember 2020 das Ausweisungs-
begehren (act. 1). Mit Verfügung vom 29. Dezember 2020 gab das Einzelgericht
Audienz des Bezirksgerichtes Zürich (nachfolgend Vorinstanz) dem Berufungs-
kläger Gelegenheit zur schriftlichen Stellungnahme zum Ausweisungsbegehren
(act. 4). Nachdem die Verfügung der Vorinstanz mit dem Vermerk "Nicht abge-
holt" retourniert worden war (act. 5), konnte diese dem Berufungskläger durch das
Stadtammannamt Zürich ... am 13. Januar 2021 zugestellt werden (act. 7). In der
ihm angesetzten Frist liess sich der Berufungskläger nicht vernehmen. Mit Urteil
vom 5. März 2021 (act. 9 = act. 13 [Aktenexemplar] = act. 15) entschied die Vor-
instanz im eingangs wiedergegebenen Sinne.
1.3. Gegen dieses Urteil erhob der Berufungskläger mit Eingabe vom 28. März
2021 (Datum Poststempel) rechtzeitig (vgl. act. 11) Berufung mit den eingangs
wiedergegebenen Anträgen (act. 14).
1.4. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 1–11). In Anwendung
von Art. 312 Abs. 1 ZPO wurde davon abgesehen, der Berufungsbeklagten Frist
zur Beantwortung der Berufung anzusetzen. Das Verfahren erweist sich als
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spruchreif. Mit dem vorliegenden Entscheid ist der Berufungsbeklagten ein Dop-
pel der Berufungsschrift (act. 14) zuzustellen.
2.1. Mit der Berufung sind erstinstanzliche Endentscheide anfechtbar (vgl.
Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO), wobei in vermögensrechtlichen Angelegenheiten der
Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens Fr. 10'000.–
betragen muss (vgl. Art. 308 Abs. 2 ZPO). Dieser Streitwert ist vorliegend erreicht
(vgl. act. 13 E. 4).
2.2. Mit Berufung kann die unrichtige Rechtsanwendung und die unrichtige Fest-
stellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Berufung
ist innert der gesetzlichen Rechtsmittelfrist beim Berufungsgericht schriftlich und
abschliessend begründet einzureichen. Bei Rechtsmitteleingaben von Laien ge-
nügt als Antrag eine Formulierung, aus der sich mit gutem Willen herauslesen
lässt, wie das Obergericht entscheiden soll. Zur Begründung reicht aus, wenn
auch nur ganz rudimentär zum Ausdruck kommt, an welchen Mängeln der ange-
fochtene Entscheid leidet resp. weshalb der angefochtene Entscheid nach Auf-
fassung der Berufung führenden Partei unrichtig sein soll. Sind auch diese Vo-
raussetzungen nicht gegeben, ist auf die Berufung nicht einzutreten. Neue Tatsa-
chen und Beweismittel (Noven) werden im Berufungsverfahren nur noch berück-
sichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt
nicht schon vor erster Instanz hätten vorgebracht werden können (vgl. Art. 317
Abs. 1 ZPO).
3.1.1. Der Berufungskläger verlangt zunächst, das Ausweisungsgesuch der
Berufungsbeklagten sei abzuweisen (Berufungsantrag Ziff. 1). Zur Begründung
gibt der Berufungskläger in seiner Berufungsschrift die Prozessgeschichte wieder.
Dann schildert er Ereignisse, die sich seit dem 11. Oktober 2020 zugetragen ha-
ben sollen, namentlich einen Einbruchversuch in die Liegenschaft am 11. Oktober
2020, eine "Attacke" mit Sachbeschädigung am 26. Oktober 2020, einen "Vanda-
le-Akt" zu Lasten seines Fahrzeugs am 15. November 2020, eine Nötigung ihm
gegenüber am 18. November 2020, eine "Zerstörung" des Sensors der Aussen-
beleuchtung der Liegenschaft am 18. November 2020, einen Einbruchsversuch
am 13. Januar 2021, eine Ködervergiftung seines Hundes am 31. Januar 2021,
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einen Vergiftungsversuch eines weiteren Hundes am 28. Februar 2021, eine Ehr-
verletzung zu seinen Lasten am 9. März 2021 sowie schliesslich eine am 21. De-
zember 2020 bestätigte Coronainfektion seinerseits, wobei er bis heute an einem
"Post-Corona-Fatigue-Syndrom" leide. Weiter gibt er an, seine Angestellte habe
gekündigt. Es folgen Ausführungen zu seiner Geschäftsbeziehung mit E._,
welcher die Versteigerung der Liegenschaft auf dem Betreibungsweg eingeleitet
habe, sowie Betrugsvorwürfe diesem gegenüber. Sodann referiert der Berufungs-
kläger zu seiner familiären Situation und gibt an, im Juni 2020 seine Schwester
verloren zu haben. Ausserdem sei seine Mutter seit Beginn dieses Jahres an Dia-
betes erkrankt und sein Stiefvater habe einen Schlaganfall erlitten. Schliesslich
schildert er, wie er der Liegenschaft seit 25 Jahren Sorge getragen habe und bit-
tet um Würdigung der ins Recht gelegten Umstände (act. 14).
3.1.2. Die Vorinstanz führte zur Gutheissung des Ausweisungsbegehrens zu-
sammengefasst aus, gemäss Protokollierung des Zuschlags des Stadtammann-
und Betreibungsamtes Zürich ... habe die Berufungsbeklagte am 22. Oktober
2020 zum Höchstangebot von Fr. 5'870'000.– den Zuschlag für die streitgegen-
ständliche Liegenschaft erhalten (act. 3/3a). Der Berufungskläger habe dagegen
Beschwerde erhoben, mit Zirkulationsbeschluss des Bezirksgerichts Zürich vom
4. Dezember 2020 sei das Verfahren jedoch abgeschrieben worden (act. 3/3b u.
3/3c). Der erteilte Zuschlag sei somit rechtskräftig und der Eigentumsübergang im
Grundbuch sei vollzogen worden (act. 3/6). Damit sei die Berufungsbeklagte als
Eigentümerin zur Herausgabeklage nach Art. 641 Abs. 2 ZGB legitimiert. Aus den
Akten sei nicht ersichtlich, dass der Berufungskläger ein dem Eigentumsrecht der
Berufungsbeklagten vorgehendes Recht an der Liegenschaft beanspruchen kön-
ne, welches es rechtfertigen würde, sich weiterhin in der Liegenschaft aufzuhal-
ten. Der Berufungskläger befinde sich daher ohne Rechtsgrund in der streitge-
genständlichen Liegenschaft (act. 13 E. 2.2).
3.1.2. Mit diesen Erwägungen setzt sich der Berufungskläger nicht auseinan-
der. Er legt auch nicht in rudimentärer Weise dar, inwiefern die Vorinstanz seiner
Auffassung nach das Recht unrichtig angewendet oder den Sachverhalt unzutref-
fend festgestellt haben soll. Der Berufungskläger macht zwar Ausführungen dazu,
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dass die Versteigerung zu Unrecht erfolgt sein soll. Mit der Tatsache, dass sein
Rechtsmittel gegen den Zuschlag (und damit die Eigentumsübertragung) erfolglos
blieb, setzt er sich indes nicht auseinander und er macht auch nicht geltend, ein
dem Eigentumsrecht der Berufungsbeklagten vorgehendes Recht an der Liegen-
schaft zu haben. Die übrigen vom Berufungskläger geschilderten Umstände ha-
ben keinen ersichtlichen Bezug zu den von der Vorinstanz gemachten Erwägun-
gen und gehen damit an der Sache vorbei. Die Berufungsbegründung genügt
damit auch den für Laien herabgesetzten gesetzlichen Anforderungen nicht (Art.
311 Abs. 1 ZPO; s. oben, E. 2.2.). Auf die Berufung ist in diesem Punkt nicht ein-
zutreten.
3.2.1. Eventualiter beantragt der Berufungskläger, ihm sei die Frist zur Stel-
lungnahme wiederherzustellen (Berufungsantrag Ziff. 1).
3.2.2. Gemäss Art. 148 ZPO kann das Gericht auf Gesuch der säumigen Par-
tei eine Nachfrist gewähren oder zu einem Termin erneut vorladen, wenn die Par-
tei glaubhaft macht, dass sie kein oder nur ein leichtes Verschulden trifft. Dieses
Gesuch ist innert 10 Tagen seit Wegfall des Säumnisgrundes zu stellen und zwar
bei derjenigen Instanz, vor welcher eine Handlung resp. ein Termin versäumt
worden ist. Auf welche Frist sich das Gesuch des Berufungsklägers bezieht, lässt
sich den Ausführungen nicht entnehmen. Der Berufungskläger hat im vorliegen-
den Rechtsmittelverfahren zumindest keine Frist versäumt. Vermutungsweise be-
zieht sich sein Antrag auf die im erstinstanzlichen Verfahren mit Verfügung vom
29. Dezember 2020 angesetzte 10-tägige Frist zur Stellungnahme (act. 4). Die
Kammer ist daher zur Behandlung seines Wiederherstellungsgesuches nicht zu-
ständig. Insofern ist auf die Berufung nicht einzutreten.
Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass die vom Berufungs-
kläger geschilderten Umstände bzw. Schicksalsschläge (vgl. hiervor E. 3.1.1)
zwar bedauerlich sind, aber keinen Säumnisgrund darstellen würden. Der Beru-
fungskläger zeigt zwar auf, dass es in der Vergangenheit zu verschiedenen uner-
freulichen Zwischenfällen kam, weshalb diese ihn an der Einreichung
einer Stellungnahme gehindert hätten, zeigt er aber nicht auf und dies ist auch
nicht ersichtlich.
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3.3.1. Der Berufungskläger beantragt sodann, "die auf betrügerische Ma-
chenschaften durch E._ ausgelöste und erwirkte Versteigerung der Liegen-
schaft [...] sei an eine strafrechtliche Untersuchung zu verweisen" (Berufungsan-
trag Ziff. 2) und "es sei die Rechtssache an die zuständige Strafkammer des
Obergerichts des Kantons Zürich zur gerichtlichen Untersuchung" (sinngemäss
wohl) zu überweisen (Berufungsantrag Ziff. 5). Soweit der Berufungskläger damit
die strafrechtliche Verfolgung von E._ (wohl) wegen Betrugs zu erwirken ver-
sucht, ist darauf hinzuweisen, dass eine Strafanzeige bei den zuständigen Straf-
verfolgungsbehörden einzureichen wäre (Art. 301 Abs. 1 StPO). Dies hat der Be-
rufungskläger scheinbar bereits getan (vgl. act. 14 S. 5, act. 16/10). Vor diesem
Hintergrund und mangels eines Anfangsverdachts besteht kein Anlass, eine allfäl-
lige Strafanzeige von Amtes wegen an die zuständigen Strafuntersuchungsbe-
hörde weiterzuleiten (Art. 302 Abs. 2 StPO i.V.m. § 167 Abs. 1 GOG, OGer ZH
PS110010 vom 1. März 2011 E. 6.). Auf die Berufung ist auch in diesem Punkt
nicht einzutreten.
3.4. Der Berufungskläger verlangt sodann, die Versteigerung und die Grund-
buchübertragung bis zu einem Entscheid der Strafbehörden zu sistieren, allenfalls
aufzuheben (Berufungsantrag Ziff. 3). Soweit bekannt sind die Versteigerung der
Liegenschaft und die Grundbuchübertragung bereits erfolgt (vgl. act. 3/6). Sollte
dennoch ein Verfahren betreffend Versteigerung pendent sein, wäre ein Sistie-
rungsbegehren in jenem Verfahren zu stellen. Die Kammer ist für die Behandlung
des Sistierungsgesuchs nicht zuständig. Soweit die "Aufhebung der Versteige-
rung" beantragt wird, wäre dies mit einem Rechtsmittel gegen den Steigerungszu-
schlag geltend zu machen gewesen, was der Berufungskläger bereits (erfolglos)
getan hat (vgl. act. 3/3c). Auch für diesen Antrag des Berufungsklägers ist die
Kammer nicht zuständig. Auf die Berufung ist in diesen Punkten nicht einzutreten.
3.5. Schliesslich beantragt der Berufungskläger die Einräumung eines Wohn-
und Nutzungsrecht in der streitgegenständlichen Liegenschaft (Berufungsantrag
Ziff. 4). Dieses Vorbringen stellt einen neuen, im Berufungsverfahren unzulässi-
gen Antrag dar (Art. 317 ZPO). Ausserdem können im Rechtsmittelverfahren kei-
ne Anträge gestellt werden, welche sich nicht auf das Dispositiv des angefochte-
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nen Entscheids beziehen. Vorliegend wurde die Ausweisung des Berufungsklä-
gers aus der Liegenschaft angeordnet, nur dies bildet Gegenstand des Rechtsmit-
telverfahrens. Auf den Antrag auf Einräumung eines Wohn- & Nutzungsrecht ist
somit ebenfalls nicht einzutreten.
3.6. Nach dem Gesagten ist auf die Berufung des Berufungsklägers insgesamt
nicht einzutreten.
4.1. Ausgangsgemäss wird der Berufungskläger für das zweitinstanzliche Ver-
fahren kostenpflichtig (vgl. Art. 106 Abs. 1 ZPO). Ausgehend von einem Streitwert
von Fr. 5'877'000.– (vgl. act. 13 E. 4) ist die Entscheidgebühr für das Berufungs-
verfahren unter Berücksichtigung des Äquivalenzprinzips und in Anwendung von
§ 12 Abs. 1 und 2 i.V.m. § 4 Abs. 1 i.V.m. § 8 Abs. 1 GebV OG auf Fr. 1'000.–
festzusetzen.
4.2. Parteientschädigungen sind nicht zuzusprechen; dem Berufungskläger nicht,
weil er unterliegt, der Berufungsbeklagten nicht, da ihr keine Umtriebe entstanden
sind, die zu entschädigen wären.