Decision ID: d2bd32c8-5883-4483-9878-25d1dd76a75c
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren
1956
(Urk.
7
/
3
), arbeitete
zuletzt ab
Februar 2000 als Pflegehelferin in einem 100%igen Pensum
für d
ie
Y._
in
Z._
(Urk.
7
/
13
/
1
).
Infolge einer seit Februar 2003 bestehenden
Diskushernie L3/4
(Urk. 7/34
/
2 Ziff. 1)
konnte sie
ab dem 19.
November 2003
ihre
Arbeitstä
tigkeit
nicht me
hr ausüben, weshalb das Arbeits
verhältnis durch d
ie
Arbeitge
ber
in
per Ende
März 2004
aufgelöst wurde (
Urk.
7/13/
1
).
Am
1
.
Dezember
200
3
hatte sich die Versicherte bei der Invalidenversicherung
zum Leistungsbezug
angemeldet (Urk.
7
/
8
). Die Sozialversicherung
sanstalt des Kantons Zürich, IV-
Stelle,
klärte die persönlichen (Urk. 7
/
9
und
Urk.
7/18
), er
werblichen (Urk.
7
/
10 und
Urk.
7/12
)
,
beruflichen (Urk. 7/13
und
Urk.
7/25-29
) und
medizinischen (Urk.
7/14
-
15
und
Urk.
7/21-
24
) Verhältnisse der Versicher
ten ab
und sprach ihr m
it Verfügung vom
13
.
Januar
200
5
(Urk. 7
/
36
)
ab
1. November
2004
aufgrund eines 57%igen Invaliditätsgrads
eine halbe Invali
denrente
zu
. Anlässlich
von
i
n
den
Jahr
en
20
05
(
Urk.
7/43 ff.)
und 2006
(
Urk.
7/55 ff.)
erfolgten Revisions
verfahren
wurde die Rente
m
it Mitteilung vom
2
2.
März 2006
(Urk.
7/50
)
bzw. Verfügung vom 23. Oktober 2007 (
Urk.
7/66)
bestätigt.
1.2
Infolge eines am
2
2.
September 2009 gestellten Rentenerhöhungsgesuchs (Urk. 7/67)
liess die IV-Stelle die Versicherte
am 11. Mai 2011
durch
das
A._
internistisch
, rheu
matologisch
und neurologisch begutach
ten (Gutachten vom 11. Mai 2011
[
Urk.
7/89
] samt Ergänzung vom 7. Juli 2011 [
Urk.
7/91]
)
. Nach erfolgtem
Vor
bescheidverfahren
(
Urk.
7/96 ff.)
hob die IV-Stelle
mit Verfügung vom
30.
April 2012
die Invalidenrente der Versicherten
mit der Begründung
auf
, ihr
Invalidi
tätsgrad
betrage nur noch 26
%
(
Urk.
2
/
2
).
2.
Gegen die Verfügung vom
30. April 2012
(Urk. 2)
liess
die Versicherte, vertreten durch
die Orion
Rechtsschutz-Versicherung AG
(Urk. 4), am
30
.
Mai
201
2
Beschwerde
erheben und beantragen, es sei
ihr weiterhin eine halbe Inva
liden
rente
auszu
richten (Urk. 1).
In der Beschwerdeantwort vom
22
. J
uni
2012 (Urk.
6
) beantragte die IV-Stelle die Abweisung der Beschwerde.
Am 6. September 2012 (
Urk.
9)
liess
die Beschwerdeführerin einen Arztbericht
vom 23. August 2012
von
Dr.
med.
B._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
(
Urk.
10), einreichen, welche
r
mit Verfügung vom 7. September 2012
(
Urk.
11)
der Beschwerdegegnerin zur Stellungnahme zuge
stellt wurde.
Am 1. Oktober 2012
verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die Einreichung einer Duplik
(
Urk.
12)
.
Auf die einzelnen Ausführungen der Parteien und die weiteren Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Renten
bezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustan
des, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar.
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E
. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM
1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Streitgegenstand bildet die verfügte Aufhebung der halben Rente. Zu prüfen ist daher, ob aufgrund der getroffenen Abklärungen eine revisionsrechtlich bedeutsame Änderung in den medizinischen Verhältnissen angenommen wer
den kann, welche eine Rentenaufhebung rechtfertigt.
2.2
Im Rahmen de
s
i
m Jahr
2005
(
Urk.
7/43 ff.
) durchgeführten Revisionsverfahren
s
holte die IV-Stelle
zwar Arbeitgeberfragebogen (
Urk.
7/44 und
Urk.
7/48), einen Auszug aus dem individuellen Konto der Versicherten (
Urk.
7/45) und
Arztbe
richte
(
Urk.
7/46-47)
ein
. Sie hielt jedoch ohne Vornahme einer konkreten Prü
fung fest, dass sich der Invaliditätsgrad der Versicherten nicht
ge
ändert habe (
Urk.
7/49)
.
Anlässlich der im Jahr 2006 infolge eines von der Versicherten gestellten Rentenerhöhungsgesuchs erfolgten Abklärungen holte die IV-Stelle erneut Auszüge aus dem individuellen Konto der Versicherten (
Urk.
7/59 und
Urk.
7/61) und Arztberichte (
Urk.
7/62)
ein
, beschränkte sich jedoch
darauf, eine Verschlechterung des
Gesundheitszustand
s
zu verneinen (Urk. 7/63)
.
2.3
Aufgrund der fehlenden materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit einer rechtskonformen
erneuten
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und allfäl
ligen Durchführung eines Einkommensvergleichs bilden somit die im Rahmen der
2005 und
2006 durchgeführten Revisionsve
rfahren ergangene Mitteilung vom 2
2.
März 2006 (
Urk.
7/50)
und
die
am 23. Oktober 2007
erlassene
Verfü
gung (Urk. 7/66
), mit welchen die de
r
Versicherten im Jahr
2005
zugesprochene
halb
e Invalidenrente bestätigt wurde, keinen zeitlichen Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung.
Somit kann nur die erste, am
13. Januar 2005
ergangene Verfü
gung (Urk. 7/36
),
als zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Ände
rung dienen. Dementsprechend ist abzuklären, inwieweit sich der Gesundheits
zustand de
r
Beschwerdeführer
in
seit dem Erlass der Verfügung vom 13. Januar 2005 bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 30. April 2012
ver
ändert hat.
3.
3.1
Massgeblich für die
mit Verfügung vom 13. Januar 2005
(
Urk.
7/36) ab dem 1.
November 2004 zugesprochene
halbe
Invalidenrente
war
eine
seit Februar 2003 bestehende
foraminal
gelegene
Diksushernie
L3/4 recht
s mit akuter und chronischer neurogener Schädigung
und
radikulärem
Reiz- und sensomotori
schem Ausfallsyndrom L4 rechts
,
die
im Mai 2004
eine
Spondylodese
L3/4
erforderlich gemacht hatte
(
Urk.
7/34
/
2
Ziff.
1).
Bei der
Zusprache
der halben Rente
ging
die IV-Stelle von
einer 50%igen Arbeits
fähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
aus
und
ermittelte
einen 57%igen Invaliditätsgrad
(
Urk.
7/33
/1
).
3.2
Das
A._
stellte im
von der IV-Stelle
aufgrund
des Rentenerhöhungsgesuchs eingeholten
Gutachten vom 11. Mai 2011 folgende Diagnosen (Urk. 7/89/17):
A.
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(in der letzten Tätigkeit)
:
1.
chronifiziertes
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
-
zum Teil statisch
myalgisch
bedingt
-
bei muskulärer
Dysbalance
und insuffizienter Bauch- und Rückenmuskulatur
-
zum Teil degenerativ
-
mit kernspintomographisch nachweisbaren
Discopathien
und
fo
raminalen
Einengungen, insbesondere L2/3 links
-
aktuell ohne
radikuläre
neurologische Reiz- und Defizit
-
sympto
matik
-
Zustand
nach Operation am 24. Mai 2004
-
Implantation eines Fixateur interne L3/4 beidseits
-
offene Segmentaufrichtung mit Lordose- und
Skoliosekorrek
tur
L3/4
-
Interlaminatomie
L3/4
-
Bandscheibenresektion durchgehend nach links L3/4
2.
Supraspinatussyndrom
rechts
3.
Jaccoud
-Syndrom rechts
,
bei Zustand nach
Oligoarthritis
MCP rechts
/
Tenosynovitis
der zugehörigen Sehnen
-
klinisch aktuell ohne Nachweis von
Teno
-
/
Synovitiden
-
radiologisch ohne destruktive Veränderungen
;
B.
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(in der letzten Tätigkeit)
:
1.
Epicondylopathie
beidseits, ohne Funktionseinschränkungen
2.
Gonalgie
beidseits, ohne Funktionseinschränkungen
3.
Pseudoischialgie bei ISG-Blockierung rechts
4.
Tendovaginitis
stenosans
am
2.
Fingerstrahl rechts
5.
rezidivierendes
Thorakalsyndrom
ohne Funktionseinschränkung
6.
Hepathopathie
, am ehesten nutritiv-toxisch
7.
Hypertonie
8.
Nikotinabusus
.
Der Versicherten sei aus rheumatologischer Sicht eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit, in Wechselhaltung, ohne längere Zwangshaltungen, ohne
längeres
Überkopfarbeiten sowie Heben und Tragen von Lasten über 15 kg
zuzumuten
.
Die Arbeit
als Pflegehelferin sei mit dem Umlagern und Heben von Patienten verbunden, weshalb die Versicherte in diesem Beruf nicht mehr einsetzbar sei. Bezüglich der Fingergelenke rechtsseitig seien länger durchzuführende
feinmo
torische
Arbeiten sowie Tätigkeiten, die längeres Halten und Tragen rechtsseitig erfordern, nicht geeignet (
Urk.
7/89/19).
Neurologischerseits
ergäben sich darüber hinaus keine weiteren Einschränkun
gen der Arbeitsfähigkeit.
Internistischerseits
ergäben sich keine Erkrankungen, die zu einer Funktions- oder Belastungseinschränkung
führ
ten
. Die Hypertonie sei gut eingestellt, die Hepatopathie könne von der Versicherten durch Alkoholabstinenz selbständig gebessert werden. Risikofaktoren, insbesondere das Rauchen, sollten minimiert werden.
Zusammenfassend bestehe aus polydisziplinärer Sicht keine Arbeitsfähigkeit im bisherigen Beruf als Pflegehelferin, während optimal angepasste Tätigkeiten ohne Einschränkungen zumutbar seien (
Urk.
7/89/20).
Es sei aufgrund der vorhandenen
Arztberichte
, insbesondere des neurologischen Berichts von
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Neurologie, vom 4. Januar 2006 (Urk. 7/62/13-14), davon auszugehen, dass es zwischen Januar 2006 und April
2010
zu einer weitgehenden Erholung der
2004 noch vorhandenen
sensiblen
residuellen
Läsion L4 gekommen sei
, wobei im April 2010 durch eine erneute Diskushernie L2/3 eine vorübergehende Verschlechterung
eingetreten
sei (
Urk.
7/91
/
1). Im Übrigen sei e
ine genauere retrospektive Beurteilung des Ver
laufs anhand der Akten und der anamnestischen Angaben sowie der erfolgten Untersuchung nicht möglich, weshalb die 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit ab dem Gutachten
szeitpunkt und somit ab Mai 2011 zu gelten habe (Urk.
7/91/2).
3.3
In seinem Bericht vom 9. November 2011 (
Urk.
3/4)
stellte
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie, die Diagnose einer
Lumboischialgie
und eines rezidivierenden
radikulären
Reizsyndroms L5 rechts.
Seit der letzten neurologischen Untersuchung vom 21. April 2010 habe tendenziell eine Rückbildung der Schmerzausstrahlung in das linke Bein statt
gefunden, dafür bestünden seit etwa Frühjahr 2011 zunehmend Schmerzen
lumbogluteal
rechts mit Ausstrahlung entlang der Aussenseite des rechten Oberschenkels und des
dorsolateralen
Unterschenkels bis in den rechten Fussrü
cken. Eine schmerzbedingte Bewegungseinschränkung sei insbesondere beim Treppensteigen bemerkbar. Hingegen bestehe weder eine eindeutige
Kraftmin
derung
der Beinmuskulatur noch eine Blasen- oder Darmfunktionsstörung (
Urk.
3/4
/
1).
Klinisch-neurologisch sei aktuell kein eindeutiges permanentes
motorisches oder sensibles Defizit nachweisbar, die anamnestisch berichtete Schmerzausstrahlung
und
die intermittierend auftretenden
Sensibilitätsstörun
gen
am rechten Bein würden aber für eine rezidivierend auftretende
radikuläre
Irritation im Bereich der Nervenwurzel L5 rechts sprechen. Die
kernspintomo
graphisch
dargestellte
subfusionelle
Segmentdegeneration in Höhe LWK4/5 mit
Neuroforamenstenose
sei als Ursache dafür plausibel. Elektromyographisch
fän
den
sich
in der Kennmuskulatur von L4 und L5 rechts keine akuten
Denervati
onszeichen
und die
Tibialis
-SEP-Untersuchung zeige ein unverändertes Ergebnis im Vergleich zur letzten Voruntersuchung von April 2010.
3.4
In seinem Arztbericht vom 6. Dezember 2011 (
Urk.
3/6) führte
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappa
rates, aus,
eine am 23. November 2011 vorgenommene Infiltration L4/5 rechts habe lediglich für ein bis zwei Tage
Wirkung gezeigt, da
nach
sei
der Vorzustand
rasch
wieder
eingetreten
. Unter d
en
gegebenen Voraussetzungen könne gefol
gert
werden, dass die im
Kernspint
omogramm
ausgewiesene Stenose die struk
turelle Ursache für die Befunde sei. Eine konservative Behandlung sei mit Blick auf die bisher durchgeführten Massn
ahmen nicht erfolgsversprechend
. Falls eine Veränderung gewünscht sei, müsste wahrscheinlich eine
Anschluss-Spon
dylodese
L4/5 erwogen werden
,
wobei
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, als Operat
eur
in Frage käme
.
3.5
In seinem Arztbericht vom 25. April 2012 (
Urk.
3/7) stellte
Dr.
B._
die Diagnose eines therapieresistenten, invalidisierenden
lumboradikulären
Syndroms L5 rechts bei Status nach
Spondylodese
L3/4 im Jahr 2004 mit
Schrauben in situ. Gemäss MRI der Lendenwirbelsäule vom 18. März 2011 habe im Verlauf eine
suprafusionelle
oligosymptomatische
Diskushernie L2/3 links mit
Osteochondrose
und im Vordergrund eine
infrafusionelle
Segment
ie
rung mit
Osteochondrose
L4/5 und engem Spinalkanal rechts betont bestanden, was die Beschwerdesymptomatik er
kläre
.
Bei den erwähnten Beschwerden mit korrelierendem MRI-Befund sei
die Durch
führung einer
Osteosynthesematerial
entfernung
und einer mindestens
intrafusi
onellen
Verlängerungs-
Spondylodese
mit
Hemi
-PLIF L4/5 rechts und gleichzei
tiger Dekompression zu empfehlen (
Urk.
3/7
/
1).
4.
4.1
Das
A._
-Gutachten vom 11. Mai 2011 (
Urk.
7/89) und dessen Ergä
nzung vom 7. Jul
i 2011 (
Urk.
7/91
) bildeten die wesentlichen Grundlagen für die
an
gefochtene
Verfügung
. Aufgrund der Einschätzung des
A._
,
dass
sich der Gesundheitszustand der Versicherten seit dem Jahr 200
4
ge
bessert habe und
in
einer leidensangepassten Tätigkeit keine
Arbeitsunfähigkeit
mehr
bestehe, wurde die
halbe
Invalidenrente mit Verfügung vom
30. April 2012
(
Urk.
2) auf
gehoben.
4.2
Die Begutachtung des
A._
(
Urk.
7/89
) beruht auf den erforderlichen fach
-
ärztli
chen Untersuchungen internistischer
, rheumatologischer und
neurolo
gischer
Art, die in einer internen Konsensbesprechung ausgewertet wurden (
Urk.
7/89
/
15 ff.). Damit darf ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass das Gutachten in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben wurde, auf all
seitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und für die streitigen Belange - auch angesichts des Umfangs von
41
Seiten - um
fassend ist. Die medizinischen Zusammenhänge und die medizinische Situation werden eingehend erörtert und die Schlussfolgerungen sind begründet.
Damit genügt das Gutachten den von der Rechtsprechung entwickelten formellen An
forderungen (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 352 E.
3a, 122 V 160 E.
1c).
4.3
4.3.1
Die Versicherte wendet
ein, es könne der Beurteilung des
A._
, wonach
sie
ab dem Zeitpunkt der Begutachtung in einer leidensangepassten Tätigkeit nicht eingeschränkt sei, nicht gefolgt werden. Es sei vielmehr entsprechend
ihrer subjektiven
Empfindungen, der von ihr
geklagten Beschwerden
sowie
der Be
urteilung
en
von
Dr.
E._
vom 23. März (
Urk.
3/3), 2
2.
November (
Urk.
3/5) und 6. Dezember 2011 (Urk. 3/
6)
,
von
Dr.
D._
vom 9.
November 2011 (Urk. 3/4)
und
von
Dr.
B._
vom 25
. April (Urk.
3/7), 23. M
ai (Urk.
3/8) und 23. August 2012 (
Urk.
10)
davon auszugehen, dass sie weiterhin
zu 50
%
arbeitsunfähig sei
(
Urk.
1
/
4
Ziff.
8 und
Urk.
1/5-6
Ziff.
11-16).
Zudem sei
zu berücksichtigen, dass im August 2012 die Vornahme eines
Revisionsein
griffs
an der Wirbelsäule
geplant sei (
Urk.
1/6
Ziff.
16).
4.3.2
Weder
die Aussagen der Versicherten noch
die im Beschwerdeverfahren einge
reichten Berichte
von
Dr.
E._
,
Dr.
D._
und Dr.
B._
vermögen die Ergebnisse der Begutachtung durch das
A._
in Frage zu stellen.
Zunächst ist festzuhalten, dass de
r Umstand allein
,
dass die Gutachter des
A._
bei ihrer Beurteilung von de
n
subjektiven Empfindung
en
der Versicher
ten abwichen, die Ergebnisse der Begutachtung nicht in Frage zu stellen ver
mag. Denn die
Beurteilung hat primär aufgrund der objektiven Befunde und nicht
aufgrund
der subjektiven Angaben der Versicherten zu erfolgen.
Die Gut
achter der
A._
gingen aufgrund der vorgenommenen Untersuchungen und der vorhandenen Arztberichte
– insbesondere desjenigen von
Dr.
C._
vom
4.
Januar 2006
(Urk. 7/62/13-14)
–
davon aus, dass sich eine Verbesserung des
radikulären
Reiz- und sensomotorischen Ausfallsyndroms
L4 rechts ein
gestellt
ha
b
e
und im weiteren Verlauf keine objektivierbaren
ra
dikulären
Reizsyndrome mehr aufgetreten
seien
, weshalb
auch
keine neurologische Abklärung mehr dokumentiert
gewesen sei
(
Urk.
7/89/20)
.
Die Aussagen der
A._
-Gutachter werden
durch die von der
Versicherte
n
im Beschwerdeverfahren eingereichten Berichte nicht in Frage gestellt. So bestä
tigte
Dr.
D._
, dass klinisch-neurologisch kein eindeutiges permanentes motorisches oder sensibles Defizit nachweisbar sei
und sich aus neurologischer Sicht keine dringliche Indikation für eine Dekompressionsoperation ergebe (
Urk.
3/4 S. 2 am Anfang).
Zudem wurde
ausser
von
Dr.
B._
von keinem der behandelnden Ärzte eine Arbeitsunfähigkeit attestiert.
Dr.
B._
attestierte der Ver
sicherten erst in seinem nach dem Erla
ss der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) verfassten Arztbericht vom 2
3.
Mai 2012 (
Urk.
3/8) eine 50- bis 100%ige Arbeitsunfähigkeit, ohne jedoch
ausdrücklich
zu spezifizieren,
inwiefern
sich diese
Angabe auf die angestammte
bzw.
auf eine leidensangepasste Tätigkeit bezieht. Die von Dr.
B._
beschriebenen Einschränkungen, wonach
eine eindeutig verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule bestehe, monotones Stehen und Sitzen und das Tragen von Gewichten über 10 kg
zu meiden seien, stimmen zudem im Wesentlichen mit den vom
A._
genannten überein, wo
mit die durch den behandelnden Arzt abgegebene und von derjenigen des
A._
abweichende Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit lediglich als eine ab
weichende Beurteilung des gleichen Sachverhalts anzusehen ist.
In diesem Zu
sammenhang zu beachten ist zudem, dass
Dr.
B._
als behandelnder Hausarzt seiner Patientin verpflichtet ist (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
4.3.3
In Bezug auf die von der Beschwerdeführerin im Laufe des
Beschwerdeverfah
rens
eingereichten und nach dem Zeitpunkt des Verfügungserlasses ergangenen Berichte von
Dr.
B._
vom 2
3.
Mai (
Urk.
3/8) und 2
3.
August 2012
(
Urk.
10)
ist zudem auf die ständige Rechtsprechung des Bundesgerichts hinzu
weisen, wonach der angefochtene Entscheid die Grenze der gerichtlichen
Über
prüfungsbefugnis
bildet (BGE 129 V 256 E. 1, 129 V 169 E. 1, je mit weiteren Hinweisen). Eine allfällige Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes der Beschwerdeführerin nach Erlass der Verfügung vom 3
0.
April 2012 (
Urk.
2) ist für die Beurteilung des vorliegenden Falles somit unerheblich.
4.
4
Das
A._
-Gutachten erweist sich somit als überzeugend und wird durch die Berichte der behandelnden Ärzte nicht in Frage gestellt. Es genügt damit in jeder Hinsicht den für ein derartiges Beweismittel geltenden Anforderungen, weshalb darauf abgestellt werden kann
und ab Mai 2011 von einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit der Versicherten in einer leidensangepassten Tätigkeit auszuge
hen ist.
4.
5
Die von der IV-Stelle zur Vornahme des Einkommensvergleichs herangezogenen Zahlen
(
Urk.
7/94)
erweisen sich als richtig und werden vo
n der
Beschwerde
führer
in
nicht bestritten, weshalb darauf abzustellen und von einer nicht
ren
tenbegrü
ndenden
, 26
%igen Invalidität auszugehen ist.
5.
Im Ergebnis ist somit festzuhalten, dass sich der Gesundheitszustand der Versi
cherten
spätestens
ab
Mai
2011 verbessert und ab dann keine
invaliden
versi
cherungs
rechtlich
relevante Invalidität mehr vorgelegen hat, weshalb die
mit Verfüg
ung vom 30.
April 2012
angeordnete
Rentenaufhebung richtig war
und die Beschwerde abzuweisen ist
.
6
.
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren um die Bewilligung oder die Verweigerung von Invaliditätsleistungen vor dem kantonalen
Versi
cherungsgericht
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrens
auf
wand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Die Kosten für das vorliegende Verfahren sind
ermes
sensweise
auf Fr. 600.--
festzulegen und der Beschwerdeführerin
als unterlie
gen
der Partei auf
zuerlegen.