Decision ID: d2314000-099a-5d34-9e2c-8bd9b2a83b27
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._, meldete sich am 17. September 2012 zum Bezug von
Ergänzungsleistungen zu seiner halben IV-Rente an (act. G 3.1/78, vgl. auch act. G
3.1/79). Der Versicherte lebte mit seiner Ehefrau und seinen beiden Söhnen B._
(Jahrgang 19_) und C._ (Jahrgang 19_) in einem Haushalt (act. G 3.1/78-2).
Gemäss einer Verfügung der Liechtensteinischen Alters- und
Hinterlassenenversicherung vom 14. Dezember 2011 und einer Verfügung der IV-Stelle
St. Gallen vom 11. Juli 2012 hatten die Söhne des Versicherten einen Anspruch auf
eine Kinderrente zur IV-Rente des Vaters (act. G 3.1/79-4 f.). Die Ehefrau des
Versicherten hatte im Jahr 2011 Fr. 17'351.-- netto und B._, der bereits eine
Lehrausbildung als F._ abgeschlossen und am 1. August 2009 eine vierjährige Lehre
als G._ bei der D._ AG begonnen hatte, Fr. 11'860.-- netto verdient (act. G 3.1/83,
86). C._ beendete seine Lehre bei der E._ AG am 31. Juli 2012 (act. G 3.1/71-9,
73-89). Der Beschwerdeführer lebte mit seiner Familie zu einem Bruttomietzins von
monatlich Fr. 1'235.-- in einem Einfamilienhaus in Z._, wobei die Garage Fr. 80.-- und
die Nebenkosten für den Kehricht monatlich Fr. 25.-- betrugen (act. G 3.1/81). Per 1.
Oktober 2012 zogen der Versicherte und seine Familie in eine 8-Zimmerwohnung in
einer Fabrik an der _strasse in Y._. Der Nettomietzins, der die Kosten für je eine
Garage und einen Abstellplatz sowie die Nebenkosten für Wasser und Abwasser,
Hauswart und Umgebung und allgemeinen Strom beinhaltete, betrug monatlich Fr.
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1'600.--. Zusätzlich wurden Fr. 50.-- Nebenkosten für Heizung und Warmwasser
berechnet. Von dem sich so ergebenden Bruttomietzins von Fr. 1'650.-- wurden
gemäss Mietvertrag Fr. 500.-- für die Wartung der Fabrik abgezogen, sodass der
Versicherte monatlich im Voraus Fr. 1'150.-- zu überweisen hatte (act. G 3.1/76). Auf
Anfrage der EL-Durchführungsstelle reichte die Gemeinde Z._ im Januar 2013
weitere Akten ein, dabei u.a. ein Schreiben der Pensionskasse Sozialfonds in
Liechtenstein vom 26. Oktober 2012, gemäss welchem der Versicherte ab dem 1.
Dezember 2008 einen Anspruch auf eine halbe Rente in Höhe von jährlich Fr. 6'253.20
hatte (act. G 3.1/73-86 f.).
A.b Am 8. März 2013 berechnete die EL-Durchführungsstelle den EL-Anspruch des
Versicherten rückwirkend ab dem 1. Mai 2009 (act. G 3.1/61). Dabei berücksichtigte sie
ab dem 1. Mai 2009 neben dem Versicherten und dessen Ehefrau auch die beiden
Söhne B._ und C._ und rechnete dem Versicherten u.a. ein hypothetisches
Erwerbseinkommen und seine IV-Rente an (act. G 3.1/58). Ab dem 1. Juni 2009
berücksichtigte sie ausserdem die Liechtensteinische IV-Rente des Versicherten (act. G
3.1/63). Ab dem 1. Januar 2011 passte sie das Erwerbseinkommen der Ehefrau auf Fr.
17'112.-- an (act. G 3.1/66). Aufgrund des mit dem Lehrabschluss verbundenen
Wegfalls des Kinderrentenanspruchs von C._ nahm die EL-Durchführungsstelle ihn
ab dem 1. August 2012 aus der EL-Berechnung (act. G 3.1/55, vgl. act. G 3.1/71-9)
und rechnete u.a. die IV-Rente des Versicherten sowie dessen liechtensteinische IV-
Rente in Höhe von jeweils Fr. 9'480.-- an (act. G 3.1/55, vgl. auch act. G 3.1/54, 65). Ab
dem 1. Oktober 2012 berücksichtigte sie infolge des Umzugs des Beschwerdeführers
einen Mietzins in Höhe von Fr. 12'360.--, indem sie vom monatlichen Nettomietzins von
Fr. 1'650.-, Fr. 80.-- für die Garage, Fr. 40.-- für den Abstellplatz sowie Fr. 500.-- für die
Vergütung der Fabrikwartung abzog (act. G 3.1/54, 76).
A.c Mit der Verfügung vom 7. Juli 2013 nahm die EL-Durchführungsstelle B._ ab
dem 1. August 2013 aus der Berechnung, weil er am 31. Juli 2013 seine Lehre bei der
D._ AG beendet hatte (act. G 3.1/44, 47). Mit der Verfügung vom 27. Dezember 2013
passte die EL-Durchführungsstelle einzig die IPV-Pauschale und den Vermögensertrag
per 1. Januar 2014 an (act. G 3.1/41). Ab dem 1. Januar 2015 rechnete die EL-
Durchführungsstelle dem Versicherten ein um Fr. 80.-- erhöhtes hypothetisches
Erwerbseinkommen sowie eine um Fr. 36.-- erhöhte IV-Rente an (act. G 3.1/38).
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A.d Im Rahmen der periodischen Überprüfung der Ergänzungsleistungen im November
2015 reichte der Versicherte u.a. einen aktualisierten Mietvertrag ein, gemäss welchem
er ab dem 1. Mai 2013 aufgrund einer Erhöhung des Abzugs für die Fabrikwartung auf
Fr. 800.-- monatlich einen Mietzins von Fr. 1'150.-- bezahlt hatte (act. G 3.1/34).
Gemäss einer internen Notiz fanden zwei Telefonate eines Mitarbeiters der EL-
Durchführungsstelle mit der H._ Treuhand statt, aus denen hervorgegangen sein soll,
dass seit März 2014 die volle Miete geschuldet sei und dafür der gesamte Lohn für die
Fabrikwartung ausgezahlt werde (act. G 3.1/17). Eingereichte Lohnausweise der
Ehefrau des Versicherten zeigten auf, dass diese im Jahr 2012 bei verschiedenen
Arbeitgebern Fr. 25'340.05, im Jahr 2013 Fr. 41'020.30, im Jahr 2014 Fr. 41'025.10, im
Jahr 2015 Fr. 37'709.80 brutto verdient hatte (act. G 3.1/20-7 ff., 22-12 ff., 24-12 ff.,
33). Gemäss den Steuerbescheinigungen der Liechtensteinischen Alters- und
Hinterlassenenversicherung hatte der Versicherte in den Jahren 2013, 2014 und 2015
eine jährliche IV-Rente in Höhe von Fr. 5'408.-- bezogen (act. G 3.1/24-6, 24-11, 30-1).
Zudem reichte der Versicherte erneut die Verfügung der Pensionskasse Sozialfonds in
Liechtenstein vom 26. Oktober 2012 ein, gemäss welcher er seit dem 1. Dezember
2008 einen Anspruch auf eine halbe Rente von monatlich Fr. 521.-- hatte (act. G
3.1/22-8, vgl. auch act. G 3.1/22-10, 24-7, 24-10).
A.e Am 27. Juli 2016 passte die EL-Durchführungsstelle die Ergänzungsleistungen den
Ergebnissen der periodischen Überprüfung an und erklärte, sie habe den Mietzins, das
Erwerbseinkommen und die Renten aus Liechtenstein angepasst, sodass rückwirkend
ab dem 1. August 2012 kein Anspruch mehr auf Ergänzungsleistungen bestehe und
eine Rückforderung von Fr. 15'390.-- entstanden sei (act. G 3.1/13). Rückwirkend ab
dem 1. August 2012 nahm die EL-Durchführungsstelle B._ aus der Berechnung, da
sie davon ausging, dass dieser keinen Kinderrentenanspruch gehabt und sich
irrtümlich in der EL-Berechnung befunden hatte (vgl. act. G 3.1/17-1, 20-1, 83).
Ausserdem rechnete sie bereits ab dem 1. August 2012 den Mietzins für die Wohnung
an der _strasse inY._ an, obwohl der Versicherte mit seiner Familie erst per 1.
Oktober 2012 dort eingezogen war (vgl. act. G 3.1/34). Gemäss den eingereichten
Lohnabrechnungen für das Jahr 2012 berücksichtigte die EL-Durchführungsstelle neu
ein Erwerbseinkommen der Ehefrau von Fr. 23'915.-- sowie Sozialversicherungsabzüge
von Fr. 633.-- und Berufsauslagen von Fr. 3'864.--. Zudem rechnete sie neben der IV-
Rente des Versicherten von Fr. 9'480.-- neu die Rente der Pensionskasse Sozialfonds
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in Liechtenstein von Fr. 6'253.-- sowie die liechtensteinische IV-Rente von Fr. 5'616.--
an (act. G 3.1/15). Ab dem 1. Januar 2013 rechnete die EL-Durchführungsstelle u.a. ein
Erwerbseinkommen der Ehefrau von Fr. 38'020.-- und Sozialversicherungsabzüge von
Fr. 1'731.-- an (act. G 3.1/12). Per 1. Mai 2013 korrigierte sie den Mietzins auf jährlich
Fr. 8'760.--, indem sie vom monatlichen Mietzins in Höhe von Fr. 1'650.-- wie bisher Fr.
80.-- für die Garage und Fr. 40.-- für den Abstellplatz sowie Fr. 800.-- für die
Fabrikwartung abzog (act. G 3.1/14). Ab dem 1. August 2013 erhöhte die EL-
Durchführungsstelle bei gleichbleibenden Sozialversicherungsabzügen und
Berufsauslagen das jährliche Erwerbseinkommen der Ehefrau auf Fr. 41'025.-- (act. G
3.1/9). Ab dem 1. März 2014 berücksichtigte sie einen Mietzins von Fr. 18'360.-- ([Fr.
1'650.-- - Fr. 120.--] × 12), da sie aufgrund eines angeblichen Telefonats mit der H._
Treuhand davon ausging, dass der Versicherte ab dem 1. März 2014 den gesamten
Mietzins bezahlte (act. G 3.1/11, vgl. act. G 3.1/17). Ab dem 1. Januar 2015 wurden ein
Erwerbseinkommen der Ehefrau von Fr. 35'315.--, Sozialversicherungsabzüge von Fr.
1'696.-- sowie Barauslagen von Fr. 840.-- berücksichtigt (act. G 3.1/16) und ab dem 1.
August 2015 ein Erwerbseinkommen der Ehefrau von Fr. 37'710.-- sowie Sozialabzüge
von Fr. 1'845.-- (act. G 3.1/10).
A.f Am 28. September 2016 stellte der Versicherte ein Erlassgesuch und erklärte, er sei
mit seiner Familie bis Ende August ferienhalber abwesend gewesen und habe die
Verfügung erst nach Ablauf der Einsprachefrist eingesehen. Er führte aus, dass er die
EL-Rückforderung von Fr. 10'716.-- und die Rückforderung der I._ von Fr. 7'780.--
bereits beglichen habe. Die finanziellen Mittel reichten jedoch nicht aus, um die noch
offene Rückforderung der J._ Krankenkasse über Fr. 17'520.-- zu begleichen. Die
Lebens- und Einkommenssituation seiner Familie habe sich seit 2012 nicht gravierend
verändert, weshalb es nicht nachvollziehbar sei, dass die Ergänzungsleistungen
rückwirkend ab 2012 angepasst und zurückbezahlt werden müssten. Er habe alle
eingereichten Formulare wahrheitsgetreu ausgefüllt. Weil er keine Rechtskenntnisse
habe, sei er überfordert und es habe ihn auch niemand auf die Meldepflicht
aufmerksam gemacht. Die bisherigen Ergänzungsleistungen habe er gutgläubig
bezogen und den Leistungsbezug nicht kritisch hinterfragt. Weil seine finanziellen Mittel
aufgebraucht seien, ersuche er um den Erlass der Rückforderung der J._
Krankenkasse von Fr. 17'520.-- (act. G 3.1/5). Am 14. Oktober 2016 ergänzte der
Versicherte, dass er mit der Verfügung vom 27. Juli 2016 nicht einverstanden sei und
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die bisherige Begleichung der Rückforderungssummen von Fr. 10'716.-- und Fr.
7'780.-- nicht mit einem Akzept gleichzusetzen sei. Die neue EL-Berechnung sei nicht
nachvollziehbar. Er habe abgesehen von den Renteneinnahmen keine Einkünfte und
verstehe nicht, weshalb ihm ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet
werde (act. G 3.1/4).
A.g Mit einer Verfügung vom 14. November 2016 wies die EL-Durchführungsstelle das
Erlassgesuch des Versicherten ab. Zur Begründung führte sie aus, bislang sei stets das
sich aus dem Lohnausweis 2011 der Ehefrau ergebende Erwerbseinkommen
angerechnet worden. Zudem sei eine Anrechnung der Rente der Pensionskasse
Sozialfonds in Liechtenstein irrtümlicherweise ausgeblieben, obwohl die betreffende
Verfügung im Januar 2013 eingereicht worden sei. Das Fehlen der
Pensionskassenrente sowie die Differenzen in Bezug auf das Erwerbseinkommen der
Ehefrau hätten dem Versicherten aufgrund der Höhe bei sorgfältiger Durchsicht des
Berechnungsblattes jedoch auffallen müssen, weshalb ein gutgläubiger
Leistungsbezug nicht bejaht werden könne. Fälschlicherweise sei die Verrechnung der
Rückforderung mit der IPV-Nachzahlung für die Jahre 2012 sowie 2013 im Totalbetrag
von Fr. 4'673.40 nicht vorgenommen worden, weshalb dieser Teil noch zu begleichen
sei (act. G 3.1/2).
A.h Gegen diese Verfügung liess der Versicherte am 14. Dezember 2016 Einsprache
erheben und die Bewilligung seines Erlassgesuchs sowie den Erlass der Rückforderung
im Betrag von Fr. 4'673.60 beantragen. Zur Begründung liess er anführen, er habe der
EL-Durchführungsstelle im Januar 2013 sämtliche Unterlagen zur Pensionskassenrente
übermittelt. Deshalb habe er davon ausgehen können, dass diese entsprechend
berücksichtigt würden. Selbst wenn er - trotz seiner Fremdsprachigkeit - hätte
feststellen können, dass die Pensionskassenrente nicht berücksichtigt worden sei,
wäre dieser Fehler für ihn nicht erkennbar gewesen, da er mangels
sozialversicherungsrechtlicher Kenntnisse den Inhalt der Berechnungsblätter nicht
nachvollziehen könne. Er hätte das Berechnungsblatt denn auch nicht unter Beizug
eines Dolmetschers auf entsprechende Fehler hin kontrollieren müssen, da dies den
Bogen der Zumutbarkeit für einen EL-Empfänger bei Weitem überspanne. Weil es ihm
also weder möglich noch zumutbar gewesen sei, den Fehler der EL-
Durchführungsstelle zu erkennen, sei der gute Glaube zu bejahen. Für das
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Einspracheverfahren beantrage er die unentgeltliche Rechtsverbeiständung. Diese sei
zu gewähren, weil er aufgrund seiner aktuellen wirtschaftlichen Situation die Kosten
des gegenständlichen Verfahrens nicht tragen könne, weil er zwar eine
Rechtsschutzversicherung habe, diese eine Kostendeckung jedoch im vorliegenden
Fall ablehne, da sich das für den EL-Bezug verantwortliche Leiden vor Abschluss der
Versicherung eingestellt habe und weil die Einsprache nicht aussichtslos sei (act. G
3.2/10).
A.i Mit einem Einspracheentscheid vom 21. April 2017 wies die EL-
Durchführungsstelle die Einsprache des Versicherten ab. Zur Begründung führte sie
aus, es seien weder Deutschkenntnisse noch Kenntnisse des
Sozialversicherungsrechts, sondern lediglich ein Mindestmass an Sorgfalt nötig
gewesen, um zu erkennen, dass die liechtensteinische Pensionskassenrente von
jährlich Fr. 6'253.-- nicht angerechnet und dass das in der Vergangenheit gestützt auf
die Steuerveranlagung 2011 angerechnete Brutto-Erwerbseinkommen der Ehefrau von
Fr. 17'112.-- nicht den tatsächlichen Gegebenheiten angepasst worden sei. Die
Ehefrau habe nämlich seit 2011 mit verschiedenen Tätigkeiten wesentlich höhere
Jahreseinkommen erzielt. Der Versicherte hätte wissen müssen, dass Veränderungen
der Einkommenssituation zu Anpassungen der Ergänzungsleistungen hätten führen
müssen, zumal sich auf sämtlichen Leistungsverfügungen ein entsprechender Hinweis
auf die Meldepflicht finde. In Bezug auf die erhebliche Erhöhung des
Erwerbseinkommens der Ehefrau habe der Versicherte die Meldepflicht grobfahrlässig
verletzt, weshalb kein guter Glaube vorliegen könne. Ob die zeitweilig fehlerhaft
angerechnete Miete für den Versicherten bei zumutbarer Sorgfalt erkennbar gewesen
sei, könne bei diesem Ergebnis offen bleiben. Auch die Abklärung der grossen Härte
erübrige sich, da die Voraussetzungen für einen Erlass kumulativ erfüllt sein müssten.
Weil die grobfahrlässigen Meldepflichtverletzungen hinsichtlich die
Einkommenssteigerungen der Ehefrau eine Berufung auf den guten Glauben eindeutig
ausschlössen, sei die Einsprache aussichtslos gewesen. Das Gesuch um
unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das Verwaltungsverfahren sei deshalb
abzuweisen (act. G 3.2/7).
B.
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B.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtete sich die Beschwerde des Versicherten
(nachfolgend Beschwerdeführer) vom 23. Mai 2017. Darin liess er die Bewilligung
seines Erlassgesuchs sowie des Gesuchs um unentgeltliche Rechtsverbeiständung,
eventualiter die Rückweisung der Sache an die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend
Beschwerdegegnerin) zur erneuten Beurteilung beantragen. Zur Begründung liess der
Beschwerdeführer ergänzend zu seinen Ausführungen im Einspracheverfahren
erklären, dass der Beschwerdegegnerin vorzuwerfen sei, trotz der Kenntnis der
tatsächlichen Umstände eine unrichtige Berechnung angestellt bzw. die ihr möglichen
und zumutbaren Abklärungen nicht vorgenommen zu haben. Weil selbst die
fachkundigen Mitarbeiter der Beschwerdegegnerin ihren Fehler nicht erkannt hätten
und es sich somit nicht um einen augenscheinlichen Fehler gehandelt haben könne,
könne ihm erst Recht kein entsprechender Vorwurf gemacht werden. Ausserdem
ergäben sich aus den Veranlagungsberechnungen andere Einkommen als die von der
Beschwerdegegnerin angerechneten. Deshalb sei die Beschwerdegegnerin durch das
Gericht aufzufordern, die Rückforderungsverfügung vom 27. Juli 2016 in
Wiedererwägung zu ziehen und erneut zu überprüfen, ob und inwieweit die
Rückforderung überhaupt rechtens sei. Auch in Bezug auf die Pensionskassenrente sei
der gute Glaube zu bejahen. Es habe sich dabei um eine Jahresrente von knapp Fr.
6'200.-- gehandelt habe, weshalb ihm nicht vorgeworfen werden könne, dass er den
entsprechenden Fehler der Beschwerdegegnerin hätte erkennen müssen. Zudem habe
er sich darauf verlassen dürfen, dass die Beschwerdegegnerin auf dem Wege der
Amtshilfe die Veranlagungsverfügungen beiziehe. Ein aussichtsloses
Einspracheverfahren liege nicht vor, weil er davon habe ausgehen können, dass ihm
trotz des Fehlers der Beschwerdegegnerin, die die Meldung betreffend seine
Pensionskassenrente übersehen habe, der gute Glaube nicht aberkannt werde. Dies
gelte auch für die Einkommenszahlen der Ehegattin (act. G 1). Dazu reichte der
Beschwerdeführer u.a. die Veranlagungsberechnungen der Jahre 2012 bis 2015,
gemäss welchen die Ehefrau im Jahr 2012 Fr. 17'122.--, im Jahr 2013 Fr. 27'680.--, im
Jahr 2014 Fr. 25'156.-- und im Jahr 2015 Fr. 24'975.-- verdient hatte (act. G 1.3), sowie
ein Schreiben datiert vom 26. Juli 2013 ein, mit welchem er der Beschwerdegegnerin
mitgeteilt hatte, dass der Mietzins per Mai 2013 neu aufgrund einer Lohnerhöhung für
die Fabrikwartung um Fr. 300.-- Fr. 850.-- statt Fr. 1'150.-- betrage (act. G 1.4).
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B.b Am 9. Juni 2017 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen im Einspracheentscheid
(act. G3).
B.c Am 11. Juli 2017 wurde das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung im
Beschwerdeverfahren bewilligt (act. G 7).

Erwägungen
1.
1.1 Nachdem die Beschwerdegegnerin die Verfügung vom 27. Juli 2016 erlassen
hatte, hat sich der Beschwerdeführer am 28. September 2016 an die
Beschwerdegegnerin gewandt und erklärt, ferienhalber bis Ende August abwesend
gewesen zu sein und die Verfügung vom 27. Juli 2016 deshalb erst nach Ablauf der
Einsprachefrist eingesehen zu haben (act. G 3.1/5). Weil die Verfügung innerhalb der
Gerichtsferien erlassen worden ist, hat die Einsprachefrist jedoch erst mit deren Ende,
also am 16. August 2016, zu laufen begonnen und sie hat erst am 14. September 2016
geendet. Wenn der Beschwerdeführer die Verfügung also Ende August 2016
eingesehen hat, hat er ohne weiteres noch innerhalb der laufenden Frist Einsprache
erheben können. Er hat sich jedoch nicht nur erst am 28. September 2016 - und somit
nach Ablauf der Einsprachefrist - an die Beschwerdegegnerin gewandt, sondern er hat
es zudem unterlassen, in seinem Schreiben die Korrektheit der Verfügung vom 27. Juli
2016 in Frage zu stellen. Stattdessen hat er das Schreiben mit der Überschrift
"Erlassgesuch" versehen und einzig erklärt, die Ergänzungsleistungen gutgläubig
bezogen zu haben (act. G 3.1/5). Die Beschwerdegegnerin hat das Schreiben vom 28.
September 2016 deshalb korrekterweise als Erlassgesuch betrachtet. Ein konkreter
Einsprachewille kann erst dem Schreiben vom 14. Oktober 2016 entnommen werden,
in welchem der Beschwerdeführer sich insbesondere gegen die Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens gewehrt hat (act. G 3.1/4). Abgesehen davon,
dass dem Beschwerdeführer bereits mit der erstmaligen leistungszusprechenden
Verfügung ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet worden ist, weil er
seine verbliebene Arbeitsfähigkeit nicht ausnutzt, um seinen Lebensunterhalt aus
eigener Kraft zu bestreiten und somit auf ein Einkommen verzichtet, ist das Schreiben
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vom 14. Oktober 2016 deutlich nach Ablauf der Einsprachefrist und somit nach Eintritt
der Rechtskraft der Verfügung vom 27. Juli 2016 verfasst worden. Die
Beschwerdegegnerin ist deshalb zu Recht nicht auf die Einsprache vom 14. Oktober
2016 eingetreten.
1.2 In seiner Beschwerde hat der Beschwerdeführer geltend machen lassen, die im
Rahmen der Verfügung vom 27. Juli 2016 angerechneten Erwerbseinkommen der
Ehefrau stimmten nicht mit den Zahlen auf den Veranlagungsberechnungen überein,
weshalb das Gericht die Beschwerdegegnerin dazu anzuhalten habe, die Verfügung
vom 27. Juli 2016 in Wiedererwägung zu ziehen (act. G 1). Gemäss Art. 53 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (SR 830.1;
ATSG) liegt es im Ermessen des Versicherungsträgers, eine Wiedererwägung
vorzunehmen. Es besteht also kein gerichtlich durchsetzbarer Anspruch auf eine
Wiedererwägung (vgl. UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Auflage 2015, Rz 61 zu Art.
53 mit Hinweisen). Auf den entsprechenden Antrag des Beschwerdeführers kann das
Gericht deshalb nicht eintreten.
2.
2.1 Der Art. 25 Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (SR 830.1; ATSG) sieht als Grundsatz vor, dass
unrechtmässig bezogene Leistungen zurückerstattet werden müssen. Eine
entsprechende Rückforderungsverfügung dient der Verwirklichung des
Legalitätsprinzips und des Gleichbehandlungsgebotes, indem sie die Grundlage dafür
bildet, dass eine versicherte Person, die ihr von Gesetzes wegen nicht zustehende
Leistungen bezogen hat, jene zu viel bezogenen Leistungen zurückerstatten muss. Von
diesem Grundsatz sieht der Art. 25 Abs. 1 Satz 2 ATSG eine Ausnahme vor:
Unrechtmässig bezogene Leistungen, die in gutem Glauben empfangen worden sind,
müssen nicht zurückerstattet werden, wenn eine grosse Härte vorliegt. Die Berufung
auf den guten Glauben ist ausgeschlossen, wenn der unrechtmässige Leistungsbezug
auf einer grobfahrlässigen Verletzung der in Art. 24 der Verordnung über die
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (SR
831.301; ELV) statuierten Melde- und Auskunftspflicht beruht (BGE 110 V 180). Eine
solche die Gutgläubigkeit ausschliessende Meldepflichtverletzung liegt etwa dann vor,
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wenn eine versicherte Person eine EL-relevante Veränderung nicht meldet, obwohl sie
genau weiss, dass sie dazu im konkreten Fall verpflichtet ist. Ebenso kann kein guter
Glaube angenommen werden, wenn eine versicherte Person ihre Meldepflicht nicht
erfüllt, weil sie von deren Existenz nichts wusste, obwohl sie bei durchschnittlicher
Sorgfalt darum hätte wissen müssen, oder wenn eine versicherte Person zwar vom
Bestehen einer Meldepflicht im konkreten Fall wusste, diese aber versehentlich -
beispielsweise aus Vergesslichkeit - nicht erfüllt hat. Eine grobfahrlässige und damit
den guten Glauben ausschliessende Meldepflichtverletzung kann jedoch dann nicht
angenommen werden, wenn die Existenz einer Meldepflicht im konkreten Fall für einen
sozialversicherungsrechtlichen Laien selbst bei der Anwendung der zumutbaren
Sorgfalt nicht erkennbar gewesen ist. Der gute Glaube und somit auch der Erlass ist
ausserdem ausgeschlossen, wenn die versicherte Person das EL-Berechnungsblatt
nicht oder nur unsorgfältig kontrolliert und deshalb einen darin enthaltenen, für sie
erkennbaren Fehler nicht gemeldet hat (Urteil des Bundesgerichts 9C_53/2014 vom 20.
August 2014 E. 4.2.1). Die versicherte Person hat in einem solchen Fall nämlich nur
deshalb nicht um die Unrechtmässigkeit des Leistungsbezuges gewusst, weil sie die
Anspruchsberechnung pflichtwidrig nicht auf deren Richtigkeit geprüft hat. Mit einem
Erlass der Rückforderung würde die versicherte Person also für die Verletzung ihrer
Sorgfaltspflicht noch „belohnt“, was offensichtlich nicht der Sinn und Zweck des Art.
25 Abs. 1 Satz 2 ATSG sein kann, weswegen auch eine Verletzung der zumutbaren
Kontroll- und Hinweispflicht einen Erlass einer Rückforderung ausschliesst.
2.2 Idealtypisch hat eine Rückforderung ihre Grundlage in der Korrektur eines
spezifischen Fehlers, an dem eine formell rechtskräftige Leistungsverfügung gelitten
hatte. Das ist der Fall, wenn eine EL-Durchführungsstelle eine formell rechtskräftige
Verfügung rückwirkend revidiert (Art. 17 Abs. 2 ATSG) oder in Wiedererwägung zieht
(Art. 53 Abs. 2 ATSG) und dabei eine einzelne Einnahmen- oder Ausgabenposition auf
einen bestimmten Zeitpunkt (in der Vergangenheit) hin korrigiert. Die aus einer solchen
Korrektur resultierende Rückforderung kann dann jener Einnahmen- oder
Ausgabenposition zugeordnet werden. Wird später ein weiterer – eine andere
Einnahmen- oder Ausgabenposition betreffender – Fehler korrigiert und daraufhin eine
zweite Rückforderungsverfügung erlassen, ist für jedermann ersichtlich, dass diese
zweite Rückforderung von der ersten Rückforderung unabhängig ist. Die versicherte
Person kann in einem solchen Fall zwei Erlassgesuche stellen, die je für sich zu prüfen
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sind. Nun kommt es in der Praxis nicht selten vor, dass im Zuge einer rückwirkenden
Korrektur gleich mehrere Fehler entdeckt und behoben werden. Eine entsprechende
„Mehrfachkorrektur“ setzt sich aus verschiedenen „Teilkorrekturen“ zusammen, die je
zu einer eigenen (Teil-) Rückforderung führen. Der Betrag der letztlich verfügten
Rückforderung ist in einem solchen Fall bei genauer Betrachtung die Summe
sämtlicher Teilrückforderungen, die zusammen eine Art "Rückforderungskonglomerat"
bilden. Ein solcher Fall kann aus Gleichbehandlungsgründen nicht anders als ein Fall
behandelt werden, in dem die einzelnen Korrekturen und die daraus jeweils
resultierenden Rückforderungen getrennt verfügt worden sind. Führen also
verschiedene Korrekturen zu entsprechenden Teilrückforderungen, muss für jede
einzelne Teilrückforderung geprüft werden, ob diese erlassen werden kann.
3.
3.1 Angesichts der formell rechtskräftigen und damit verbindlichen
Rückforderungsverfügung vom 27. Juli 2016 steht fest, dass der Beschwerdeführer
infolge nicht berücksichtigter Rentenzahlungen, Erwerbseinkommenserhöhungen und
Mietzinssenkungen mindestens seit dem 1. August 2012 Ergänzungsleistungen in Höhe
von Fr. 15'390.-- bezogen hat, die ihm von Gesetzes wegen nicht zugestanden haben
(act. G 3.1/13).
3.2 Der Beschwerdeführer hat in seinem Erlassgesuch geltend gemacht, niemand
habe ihn auf die Meldepflicht aufmerksam gemacht (act. G 3.1/5). Abgesehen davon,
dass jede dem Beschwerdeführer zugesandte EL-Verfügung einen entsprechenden
Hinweis ent¬halten hat (vgl. beispielsweise act. G 3.1/28, 40, 44, 48), hat der
Beschwerdeführer seine Meldepflicht in der Vergangenheit beispielsweise bereits damit
erfüllt, dass er der Beschwerdegegnerin am 21. Mai 2013 mitgeteilt hat, sein Sohn
werde per 31. Juli 2013 seine Lehrausbildung beenden, weshalb die
Beschwerdegegnerin die Ergänzungsleistungen per 1. August 2013 anzupassen habe
(act. G 3.1/47). Es kann also ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass der
Beschwerdeführer grundsätzlich über die ihm obliegende generelle Meldepflicht
informiert gewesen ist.
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3.3 Der Beschwerdeführer ist mit der Verfügung vom 26. Oktober 2012 darüber in
Kenntnis gesetzt worden, dass er rückwirkend ab dem 1. Dezember 2008 einen
Anspruch auf eine Rente der Pensionskasse Sozialfonds Liechtenstein in Höhe von
jährlich Fr. 6'253.20 hat (act. G 3.1/73-86). Dieses Dokument ist am 17. Januar 2013
bei der Beschwerdegegnerin eingegangen (vgl. act. G 3.1/73-1). Weil der
Beschwerdeführer die Beschwerdegegnerin zeitnah über die Pensionskassenrente
informiert hat, kann keine Meldepflichtverletzung vorliegen. Allerdings hat die
Beschwerdegegnerin die Rente fälschlicherweise im Rahmen der erstmaligen
Leistungszusprache und aller darauffolgenden Verfügungen nicht berücksichtigt. Da
der gute Glaube nicht nur die Erfüllung der Meldepflicht, sondern auch die Erfüllung der
Kontroll- und Hinweispflicht voraussetzt, stellt sich die Frage, ob der Beschwerdeführer
diesen Fehler bei gebührender Sorgfalt hätte erkennen können und die
Beschwerdegegnerin somit darauf hätte aufmerksam machen müssen. Der
Beschwerdeführer hat geltend machen lassen, dass er nicht gut Deutsch könne und
zudem ein sozialversicherungsrechtlicher Laie sei, weshalb er die EL-Berechnungen
nicht nachvollziehen könne. Ausserdem sei der Fehler in Bezug auf die
Pensionskassenrente selbst der Beschwerdegegnerin nicht aufgefallen, weshalb es
sich dabei nicht um einen augenscheinlichen Fehler gehandelt habe und er diesen
daher erst Recht nicht habe erkennen können (act. G 1, G 3.1/10). Der Grossteil des
Inhalts der EL-Berechnungsblätter besteht aus Zahlen, die durchaus auch von einer
fremdsprachigen Person gelesen und miteinander verglichen werden können.
Ausserdem können die meisten Begriffe, die in den Berechnungsblättern aufgeführt
werden, auch mit rudimentären Deutschkenntnissen verstanden werden (z.B. Rente,
Mietzins, Vermögen). Der im konkreten Fall massgebliche Berechnungsposten wird auf
den EL-Berechnungsblättern mit dem Wort "Rente" bezeichnet. Dieses Wort muss dem
Beschwerdeführer geläufig sein. Der Beschwerdeführer ist nämlich beispielsweise am
5. April 2016 aufgefordert worden, die Steuerbelege der Jahre 2011 und 2012 der
Rente von der Pensionskasse Sozialfonds einzureichen. Er hat diese Aufforderung
offenbar korrekt verstanden, denn er hat der Beschwerdegegnerin am 25. April 2016
die Rentenbescheinigung der Pensionskasse Sozialfonds in Liechtenstein des Jahres
2012 sowie abermals das Schreiben vom 26. Oktober 2012 eingereicht, um u.a. den
Rentenbezug für die Jahre 2011 und 2012 zu belegen (act. G 3.1/22-7 f.). Auch ist der
Beschwerdeführer IV-Rentner, weshalb er wissen muss, wie er den Begriff "Rente"
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einzuordnen hat. Sozialversicherungsrechtliche Kenntnisse sind zudem nicht nötig, um
die ausbezahlten Rentenbeträge mit den im EL-Berechnungsblatt aufgeführten
Beträgen zu vergleichen. Sollte der Beschwerdeführer wider Erwarten dennoch
Schwierigkeiten mit den EL-Berechnungsblättern gehabt haben, wäre darauf
hinzuweisen, dass von EL-Bezügern verlangt werden muss, dass sie sich, um ihrer
Prüfungspflicht ausreichend nachkommen zu können, zu Beginn des Leistungsbezugs,
oder bei allfälligen Unregelmässigkeiten auch zwischendurch, den Aufbau und Inhalt
eines EL-Berechnungsblattes (beispielsweise von einem Dolmetscher) erklären lassen.
Im Ergebnis kann also auch von durchschnittlichen Versicherten ohne Kenntnisse in
den Bereichen Ergänzungsleistungen und/oder Buchhaltung erwartet werden, dass sie
in Erfüllung ihrer Prüfungspflicht dazu imstande sind, die Höhe der jährlichen
Renteneingänge mit den in den EL-Berechnungsblättern aufgeführten Beträgen zu
vergleichen. Wenn der Beschwerdeführer seiner Kontrollpflicht nachgekommen wäre,
hätte ihm bei Erhalt der Verfügung vom 8. März 2013 und allen darauffolgenden
Verfügungen auffallen müssen, dass nur zwei Renten angerechnet worden waren,
obwohl er insgesamt drei Renten bezog. Ausserdem ist auf den EL-
Berechnungsblättern explizit ein Berechnungsposten für BVG-/ Pensionskassenrenten
vorgesehen, weshalb der Beschwerdeführer durchaus hätte wissen können und sogar
müssen, dass dieser Berechnungsposten zu Unrecht nicht ausgefüllt gewesen war.
Das Wort "Pensionskasse" steht nämlich in dem Schreiben der Pensionskasse
Sozialfonds vom 26. Oktober 2012 unter dem Namen "Sozialfonds", sodass der
Beschwerdeführer hat wissen müssen, dass die jährlich ausgestellte
Rentenbescheinigung der "Stiftung Sozialfonds" eine Pensionskassenrente betrifft.
Insbesondere kann nicht geltend gemacht werden, dass der jährliche Betrag in Höhe
von Fr. 6'253.20 so niedrig sei, dass der Beschwerdeführer ihn im Berechnungsblatt
hätte übersehen können. Der Beschwerdeführer hätte also ohne Weiteres erkennen
müssen, dass ihm im Umfang der Rente der Pensionskasse Sozialfonds zu wenig
Einnahmen angerechnet wurden und dass er deshalb zu hohe Ergänzungsleistungen
bezog. Er muss sich deshalb vorwerfen lassen, dass er seine Kontroll- und
Hinweispflichten in Bezug auf die Pensionskassenrente grobfahrlässig verletzt hat. Der
Erlass der aufgrund der nachträglichen Anrechnung der Pensionskassenrente
entstandenen Rückforderung ist deshalb ausgeschlossen.
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3.4 Ab dem 1. Januar 2012 hat die Beschwerdegegnerin ein Erwerbseinkommen der
Ehefrau in Höhe von Fr. 17'112.-- angerechnet und dieses im Laufe der Jahre nicht
angepasst. Das jährliche Einkommen der Ehefrau des Beschwerdeführers hat stets
geschwankt, da sie auf Stundenbasis bei unterschiedlichen Arbeitgebern tätig gewesen
ist. Gemäss den eingereichten Lohnausweisen, die dem Beschwerdeführer jeweils
Anfang des Folgejahres vorgelegen haben, hat die Beschwerdeführerin im Jahr 2012
insgesamt Fr. 25'340.05, im Jahr 2013 Fr. 41'020.30, im Jahr 2014 Fr. 41'025.10, im
Jahr 2015 Fr. 37'709.80 brutto verdient (act. G 3.1/20-7 ff., 22-12 ff., 24-12 ff., 33).
Gemäss den Steuerveranlagungsberechnungen hat die Ehefrau im Jahr 2012 Fr.
17'122.--, im Jahr 2013 Fr. 27'680.--, im Jahr 2014 Fr. 25'156.-- und im Jahr 2015 Fr.
24'975.-- verdient (act. G 1.3). Wie diese Differenzen zustande gekommen sind, ist
aufgrund der Tatsache, dass nicht bekannt ist, welche Angaben der Beschwerdeführer
und seine Ehefrau der Steuerbehörde gegenüber gemacht bzw. welche Dokumente sie
eingereicht haben, nicht nachvollziehbar. Fest steht jedoch, dass der
Beschwerdeführer sowohl über die Lohnausweise der Ehefrau der Jahre 2012 bis 2015
als auch über die Veranlagungsberechnungen verfügt hat. Deshalb hätte er erkennen
müssen, dass die Ehefrau seit dem Jahr 2012 nicht mehr nur jährlich Fr. 17'122.--
verdient hatte. Zudem hat er anhand der EL-Berechnungsblätter zur Verfügung vom 8.
März 2013 erkennen müssen, dass die Erwerbseinkommen der Ehefrau bereits in den
Jahren 2009, 2010 und 2011 jährlich der tatsächlichen Einkommenssituation angepasst
worden waren. Der Beschwerdeführer hätte somit die tatsächlich ausbezahlten Löhne
melden müssen. Weil bei schwankenden Einkommen eine monatliche Anpassung der
Ergänzungsleistungen nötig ist, hätte der Beschwerdeführer die Lohnabrechnungen
seiner Ehefrau sogar monatlich einreichen müssen (vgl. dazu den Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. Mai 2016, EL 2014/51, E. 3.4 f.).
Da er dies unterlassen bzw. da er nicht einmal die jährlichen Lohnausweise eingereicht
hat, obwohl es ihm zumutbar gewesen wäre, hat er seine Meldepflicht verletzt. In
Bezug auf die Ergänzungsleistungen, die ihm infolge der Anrechnung eines zu tiefen
Erwerbseinkommens seiner Ehefrau ausbezahlt worden sind, muss ihm deshalb der
gute Glaube abgesprochen werden, sodass auch der Erlass der entsprechenden
Rückforderung ausgeschlossen ist.
3.5 Die Beschwerdegegnerin hat den Mietzins des Beschwerdeführers per 1. August
2012, per 1. Mai 2013 und per 1. März 2014 angepasst. Im Rahmen der Verfügung vom
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27. Juli 2016 ist die Beschwerdegegnerin davon ausgegangen, dass der
Beschwerdeführer einen jährlichen Mietzins von Fr. 12'360.-- ([Fr. 1'650.-- - Fr. 120.--
für Garage und Abstellplatz - Fr. 500.-- für Fabrikwartung] × 12) schulde und hat
daraufhin nach der Vornahme einer Mietzinsaufteilung Fr. 6'180.-- angerechnet (act. G
3.1/15). Tatsächlich hat der Beschwerdeführer jedoch bis zum 30. September 2012
einen jährlichen Mietzins in Höhe von Fr. 13'860.-- ([Fr. 1'235.-- - Fr. 80.-- für die
Garage] × 12) bezahlt (vgl. act. G 3.1/76, 81). Weil per 1. August 2012 also gar keine
Meldepflicht in Bezug auf den Mietzins bestanden hat, kann auch keine Verletzung
derselben stattgefunden haben. Die Beschwerdegegnerin hat vielmehr für August und
September 2012 einen um Fr. 750.-- zu niedrigen Mietzins angerechnet. Weiter ist die
Beschwerdegegnerin im Rahmen der Verfügung vom 27. Juli 2016 davon
ausgegangen, dass der Beschwerdeführer ab dem 1. Mai 2013 einen jährlichen
Mietzins von Fr. 8'760.-- bezahlt habe. Deshalb hat sie unter der Berücksichtigung der
Mietzinsaufteilung Fr. 4'380.-- angerechnet (act. G 3.1/14). Seit der Beschwerdeführer
in der Wohnung an der _strasse in Y._ lebt, also seit dem 1. Oktober 2012, hat die
Beschwerdegegnerin den im Mietvertrag vereinbarten Betrag für die Fabrikwartung
direkt vom Mietzins abgezogen. Bei dem ursprünglich Fr. 500.-- und ab dem 1. Mai
2013 Fr. 800.-- umfassenden monatlichen Abzug handelt es sich jedoch um einen
Naturallohn der Ehefrau für die Wartung der Fabrik, in welcher sich die
Familienwohnung befindet (vgl. act. G 3.2/12-4). Dieser Naturallohn hätte gemäss Art.
11 Abs. 1 lit. a ELG im Rahmen des privilegierten Erwerbseinkommens der Ehefrau
berücksichtigt werden müssen. Die Beschwerdegegnerin hätte also vielmehr ab dem 1.
Oktober 2012 durchgehend einen jährlichen Mietzins von Fr. 18'360.-- ([Fr. 1'650.-- -
Fr. 80.-- - Fr. 40.--] × 12) berücksichtigen und die Hälfte, also Fr. 9'180.-- (4 Personen
im Haushalt, nur 2 in der EL-Anspruchsberechnung), als jährliche Ausgabe anrechnen
müssen. Dies hat sie jedoch erst ab dem 1. März 2015 getan, als sie davon
ausgegangen ist, dass der Beschwerdeführer ab diesem Zeitpunkt den ungekürzten
Mietzins bezahle (vgl. act. G 3.1/11, 17-1). Die Rückforderungsverfügung ist also,
unabhängig von ihrer Rechtskraft, diesbezüglich für den Zeitraum vom 1. August 2012
bis 28. Februar 2014 inhaltlich fehlerhaft gewesen. Der Beschwerdeführer hat also zwar
tatsächlich die Erhöhung des Naturallohnes für die Fabrikwartung von Fr. 500.-- auf Fr.
800.-- per 1. Mai 2013 nicht gemeldet, doch handelt es sich dabei nicht um eine den
Ausgabenposten "Mietzins" betreffende Meldepflichtverletzung. Deshalb kann auch
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keine entsprechende Hinweis- und Kontrollpflicht vorgelegen haben (vgl. dazu den
Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. Juli 2017, EL
2016/10 E. 3.5). Der Beschwerdeführer hat deshalb die mit der Verfügung vom 8. März
2013 in Bezug auf den Mietzins zugesprochenen Ergänzungsleistungen gutgläubig
bezogen. Die Gutgläubigkeit vermag jedoch nichts an der Höhe der Rückforderung zu
ändern, da der Einnahmenüberschuss trotz des ursprünglich berücksichtigten
Mietzinses bestehen bleibt.
4.
Der Beschwerdeführer hat ein Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung im
Einspracheverfahren gestellt (act. G 3.1/10). Dieses Gesuch hat die
Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid mit der Begründung
abgewiesen, die Einsprache sei aussichtslos gewesen, da der Beschwerdeführer seine
Meldepflicht verletzt habe, was die Berufung auf den guten Glauben ausschliesse (act.
G 3.2/7). Weil der Beschwerdeführer diesen Einspracheentscheid angefochten hat, ist
unter der Berücksichtigung der Anträge im Rahmen der Beschwerde, mit welchen der
Beschwerdeführer um die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im
Einspracheverfahren ersucht hat, davon auszugehen, dass er den Einspracheentscheid
auch hinsichtlich die Ablehnung seines Gesuchs um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Einspracheverfahren beanstandet hat. Nach Art. 37 Abs. 4
ATSG wird der gesuchstellenden Person ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt,
wo es die Verhältnisse erfordern (vgl. Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV; SR 101]). Der Anspruch
auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung setzt die Bedürftigkeit der gesuchstellenden
Person, die fehlende Aussichtslosigkeit der Rechts¬begehren sowie die sachliche
Gebotenheit des Beizugs eines Anwalts voraus (KIESER, a.a.O., Art. 37 Rz 37 mit
Hinweisen). Dabei ist das Erfordernis der sachlichen Gebotenheit einer
Rechtsverbeiständung im sozialversicherungsrechtlichen Verwaltungsverfahren nur in
Ausnahmefällen zu bejahen. Es müssen sich schwierige rechtliche oder tatsächliche
Fragen stellen und eine Interessenwahrung durch Verbandsvertreter, Fürsorgestellen
oder andere Fach- und Vertrauensleute sozialer Institutionen ausser Betracht fallen
(BGE 132 V 200 E. 4.1). Von Bedeutung ist auch die Fähigkeit der versicherten Person,
sich im Verfahren zurecht zu finden (BGE 125 V 32 E. 4b). Mit Blick darauf, dass das
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sozialversicherungsrechtlichen Verwaltungsverfahren vom Untersuchungsgrundsatz
beherrscht wird, die Versicherungsträger und Durchführungsorgane der einzelnen
Sozialversicherungen (u.a. EL-Durchführungsstellen) also den rechtserheblichen
Sachverhalt unter Mitwirkung der Parteien zu ermitteln haben (Art. 43 ATSG), drängt
sich eine Verbeiständung nur ausnahmsweise auf (BGE 132 V 200 E. 4.1). Im konkreten
Fall hat der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter im Einspracheverfahren
geltend machen lassen, dass er in Bezug auf den aus dem zu hoch angerechneten
Mietzins, dem zu niedrig angerechneten Erwerbseinkommen der Ehefrau und der nicht
angerechneten Pensionskassenrente hervorgehenden Leistungsbezug gutgläubig
gewesen sei (act. G 3.2/10). Dabei handelt es sich nicht um komplizierte Anträge, deren
Begründung eines fundierten juristischen Fachwissens bedürfte. Vom
Beschwerdeführer hat deshalb erwartet werden können, dass er sein Anliegen ohne
eine Rechtsvertretung formuliert und begründet, weshalb die Unterstützung durch eine
juristisch versierte Person im konkreten Fall nicht notwendig gewesen ist. Ein Anspruch
auf die unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Einspracheverfahren kann aufgrund
der fehlenden Erforderlichkeit des Beizugs einer juristisch versierten Person nicht
bestehen.
5.
Demnach ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art.
61 lit. a ATSG). Der unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Zufolge der Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung für das Beschwerdeverfahren hat der Staat aber dem
Rechtsbeistand eine Entschädigung auszurichten, die 80% des notwendigen
Vertretungsaufwandes entspricht (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes [sGS 963.70,
AnwG]). Der Rechtsbeistand hat keine Honorarnote eingereicht. Weil diesem Entscheid
zwei Streitgegenstände - der Erlass der Rückforderung und die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Einspracheverfahren - zugrunde liegen, ist die
Parteientschädigung dem jeweiligen Aufwand entsprechend aufzuteilen. Der
Vertretungsaufwand ist aufgrund des verhältnismässig geringen massgeblichen EL-
Aktenumfangs, der einfachen Rechtsfragen sowie des einfachen Schriftenwechsels
unterdurchschnittlich gewesen. In der Beschwerde hat sich der Rechtsvertreter
hauptsächlich zur Erlassproblematik geäussert. Für die Begründung des Anspruchs auf
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eine unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Einspracheverfahren hat er
demgegenüber verhältnismässig wenig Aufwand betrieben. Insgesamt erscheint eine
pauschale Parteientschädigung von Fr. 2'500.-- als angemessen. Diese ist um einen
Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 2 des Anwaltsgesetztes, sGS 963.70). Unter
Berücksichtigung des jeweiligen ungefähren Aufwands hat der Staat den
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin somit pauschal mit Fr. 2'000.--, für den die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Einspracheverfahren betreffenden Teil also im
Umfang von Fr. 500.-- und für den den Erlass der Ergänzungsleistungen betreffenden
Teil im Umfang von Fr. 1'500.-- (jeweils inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer), zu
entschädigen. Der Beschwerdeführer kann zur Rückerstattung der Parteientschädigung
verpflichtet werden, sobald er dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]). Da die referierende Gerichtsschreiberin
verhindert ist, unterzeichnet gemäss Art. 39ter Abs. 2 VRP/SG stellvertretend eine am
Entscheid beteiligte Richterin das Urteil.