Decision ID: f717401b-e76e-5449-9782-21427f1056d3
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, g
eboren
1955, meldete sich im
Mai 2003 zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an (Urk. 7/5). Nachdem die
Sozialversicherungsan
stalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, Informationen zur beruflichen und medizi
nischen Situation des
Versicherten
eingeholt hatte
, übernahm
s
ie die Kosten für eine berufliche Abklärung (Mitteilung vom 13. Juli 2005, Urk. 7/33)
sowie für eine Umschulung (
Verfügung
vom 28. Februar 2006, Urk. 7/71; Mitteilung vom 29. August 2006, Urk. 7/97)
, welche
der Versicherte
im August 2007 erfolgreich mit dem Bürofachdiplom abschloss (Urk. 7/155). Eine Weiterführung der
Han
delsausbildung
lehnte die IV-Stelle ab (Verfügung vom 6. September 2007, Urk. 7/154).
1.2
Im August 2011 meldete sich der Versicherte erneut
bei der IV-Stelle
an (Urk. 7/164)
.
Diese
holte Arztberichte (Urk. 7/188/1-21) ein und
stellte
mit Vor
bescheid vom 24. September 2012
die Abweisung des
Renten
gesuchs
in Aus
sicht
(Urk. 7/192).
Aufgrund der i
m Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
einge
gangenen Einwände und Arztberichte (vgl. Urk. 7/193, Urk. 7/198, Urk. 7/203, Urk. 7/207-208)
veranlasste die IV-Stelle ein psychiatrisches Gutachten, welches am 6. Juni 2013 von
Dr
.
med.
Y._
, Facharzt
FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Chefarzt
Z._
, erstattet wurde (Urk. 7/216).
Mit Verfügung vom 16. Juli 2013 hielt die IV-Stelle an ihrem Vorbescheid fest und wies das Leistungsgesuch des Versicherten ab (Urk. 7/223 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 16. Juli 2013 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 16. September 2013 Beschwerde und beantragte, diese sei aufzuheben und ihm sei eine ganze Rente zuzusprechen, eventuell seien ergänzende orthopädische und/oder rheumatologische Abklärungen vorzunehmen (Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 17. Oktober 2013
beantragte die IV-Stelle die teilweise Gutheissung der Beschwerde und Rückweisung der Sache zur weiteren medizi
nischen Abklärung (Urk. 6). Damit erklärte sich der Beschwerdeführer am 20. November 2013 einverstanden (Urk. 10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 1 Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in
Verbindung mit Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) prüft der Versicherungsträger die Be
gehren der versicherten Person, nimmt die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein. Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind, hat sich die versicherte Person diesen zu unterziehen (Art. 43 Abs. 2 ATSG).
In Ergänzung und Präzisierung zu Art. 43 Abs. 1 ATSG hält Art. 57 IVG in
Ver
bindung mit Art. 69 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
fest, dass die IV-Stellen, wenn die versicherungsmässigen Voraussetzungen er
füllt sind, die erforderlichen Unterlage
n, insbesondere über den Gesund
heitszu
stand, die Tätigkeit, die Arbeits- und Ei
ngliederungsfähigkeit der versi
cherten Per
son sowie die Zweckmässigkeit bestimmter Eingliederungsmassnahmen be
schaffen und zu diesem Zwecke Berichte und Auskünfte verlangen, Gutachten einholen, Abklärungen an Ort und Stelle vornehmen sowie Spezialisten der öf
fentlichen oder privaten Invalidenhilfe beiziehen können.
1.2
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zu
rückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den
Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt ei
ne
Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Be
gehren über
haupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abge
lehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheid
re
le
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
2.
2.1
Der Beschwerdeführer stellte sich in seiner Beschwerde auf den Standpunkt (Urk. 1)
, zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin nicht auf das Gutachten von
Dr
.
Y._
abzustellen
, son
dern auf die Beurteilung von
Dr.
med.
PhD
A._
, Facharzt
FMH für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Kinder- und Jugendpsychiatrie und
Psychotherapie
(S. 6 ff. Ziff. II.1). Gestützt auf die Einschätzung von
Dr
.
A._
sei aus psychiatrischer
Sicht
von einer maximalen Arbeitsfähig
keit von 40 % in einer angepassten Tätigkeit auszugehen (S. 9 unten f.). Der Unfallversicherer sei sodann im März 2005 von einer vollzeitigen Arbeitsfähig
keit in einer körperlich leichten Tätigkeit ausgegangen. Es sei jedoch nicht aus
zuschliessen, dass nun Jahre später die körperlichen Einschränkungen höher seien als im Zeitpunkt des Entscheides des Unfallversicherers,
habe
Dr.
A._
doch
neu auf Rücken- und Schulterbeschwerden hin
gewiesen
. Es seien daher ergänzende orthopädische und
/oder
rheumatologische Abklärungen durchzuführen, sofern nicht bereits
davon auszugehen sei, dass
aus psychiatri
scher Sicht eine volle Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen sei (S. 10 Mitte).
Die Beschwerdegegnerin hielt in ihrer Beschwerdeantwort fest, es l
ä
gen bezüg
lich der somatischen Beschwerden des Beschwerdeführers weder aktuelle
Arzt
berichte
vor, noch habe sich der
Regionale Ärztliche Dienst mit den Ein
schränkungen aus somatischer Sicht beziehungsweise dem Belastungsprofil in angepasster Tätigkeit hinreichend auseinandergesetzt. Daher sei die Sache zur weiteren medizinischen Abklärung zurückzuweisen (Urk. 6).
Der Beschwerdeführer erklärte sich mit einer Rückweisung an die
Beschwerde
geg
nerin
einverstanden. Er hielt ergänzend fest, nachdem er in ver
schiedenen Bereichen
Einschränkungen aufweise, sei er der Ansicht, es sei eine
poly
dis
zi
plinäre
Begutachtung durchzuführen (Urk. 10).
2.2
Nachdem in Bezug auf den Antrag des Beschwerdeführers auf Durchführung
ergänzender
medizinischer
Abklärungen
übereinstimmende Anträge vorliegen und diese
mit der Akten- und Rechtslage im Einklang stehen, ist die Beschwerde in dem Sinne
gutzuheissen,
dass
die angefochtene Verfügung vom
16
.
Juli 2013
auf
zuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zur Vornahme der not
wendigen medizinischen Abklärungen und zum neuen Entscheid zurückzuweisen ist
.
3.
3.1
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend erweist sich der Antrag des Beschwer
deführers auf Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (vgl. Urk. 1 S. 2) als gegenstandslos.
3.2
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zu
legen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
3
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen.
3.3
Nach
§
34
Abs.
1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
In Anwendung dieser Kriterien ist die
Parteient
schädigung
vorliegen
d
auf
Fr.
1‘800
.-- (
inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.