Decision ID: 77a34705-7d3f-48cb-974f-c3124f0cf6f8
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1991 geborene
X._
war
seit
August 2010
als
Dental
assisten
tin
in der
Firma Y._
angestellt
(
Urk.
7/10 S. 2)
und
im Rahmen diese
s
Arbeitsverhältnisses
bei der
Groupe
Mutuel
Assurances
GMA SA
(GMA AG)
gegen Unfälle
versichert
. A
m 1
2.
Juli 2012
wurde sie
als Beifahrerin i
n
einem
Fahrzeug
,
das
auf ein vorausfahrendes
Fahrzeug
auffuhr,
in eine
n
Unfall verwickelt
(
Urk.
7/
1
).
Die Erst
behandlung
erfolgte am Unfalltag
im
Spital
Z._
. Die Spitalä
rzte diagnostizierten
eine
Distorsion der
Hals
wirbelsäule
(HWS)
und eine
Thoraxkontusion
und attestierten eine Arbeits
un
f
ähigkeit von 100
%
vom 1
2.
bis 1
5.
Juli
2012
(Urk.
7/3).
Die GMA AG
gewährte Heilbehandlung und Taggeld.
1.2
Mit Formularbericht vom
2
6.
Juni 2013
meldete
der behandelnde Arzt
Dr.
med.
A._
, Allgemeine Medizin,
d
ie Ver
s
i
cherte
habe
seit 1
4.
Juni 2013
einen Rückfall
und Manual- und Neuraltherapie mit voraussichtlichem Abschluss in
einem
bis
zwei
Monaten
seien veranlasst worden
(
Urk.
7/13
).
Die GMA AG
unterbreitete die Unterlagen ihrem Vertrauensarzt
, welcher am 3
0.
Juli 2013
(
Urk.
7/16)
Stellung nahm
.
Mit
Verfügung vom 11.
Oktober 2013 (Urk.
7/14) verneinte
sie
einen
Rückfall
und einen
Anspruch auf we
itere Leistungen
.
Die dagegen erhobene Einsprache
vom
2
4.
Oktober 2013
(
Urk.
7/15)
wies
die GMA AG
mit Entscheid vom
4.
Juni 2014 ab (
Urk.
2).
2.
G
egen
den Einspracheentscheid
erhob die Versicherte
am
3.
Juli 2014
Beschwerde und beantragte
sinngemäs
s
, der angefochtene Entscheid sei aufzu
heben und der Unfall
versicherer sei zu verpflichten,
die Heilbehandlungskosten für den Rückfall zu übernehmen (
Urk.
1).
Die auf Abweisung schliessende
Beschwerdeantwort vom
3
0.
September 2014
(
Urk.
6)
wurde der Versicherten
am
1.
Oktober 2014 zugestellt (
Urk.
8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
dem
Bundesgesetz
über die Unfallversicherung (UVG)
setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausal
zusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammen
hangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg
nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheit
licher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht wer
den kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
–
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Die Versicherungsleistungen werden auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt (
Art.
11
der Verordnung über die Unfallversicherung, UVV
). Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krank
heit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychische Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können (BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen).
1.3
Rückfälle und Spätfolgen schliessen sich begrifflich an ein bestehendes
Unfaller
eignis
an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht der Unfallver
sicherung nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen
Gesund
heitsschädigung
ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 E. 2c in
fine
).
1.
4
Ist ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnis
stör
ungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reizbarkeit,
Affekt
labi
lität
, Depression, Wesensveränderung und so weiter vor, so ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen
Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen. Es ist zu betonen, dass es gemäss obiger Begriffsumschreibung für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt, wenn der Unfall für eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt (BGE 117 V 359 E. 4b).
2.
2.1
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf
Leistungen (Heilbehandlungen)
aus der obligatorischen Unfallversicherung
aus dem gemel
deten Rückfall vom 1
4.
Juni 2013 zum Unfallereignis
vom
1
2.
Juli 201
2.
2.2
Die Beschwerdegegnerin
hielt
unter Hinweis auf
die Beurteilung ihre
s
Versiche
rungsmediziners
Dr.
med.
B._
, Facharzt FMH Chirurgie
,
vom 30.
Juli 2013 (
Urk.
7/16)
d
afür
, dass zwischen d
em Behandlungsabschluss vom 12.
Dezember 2012 und dem 1
4.
Juni 2013 kein
e
Behandlungsakten vorhanden
seien
und die Beschwerdeführerin arbeitsfähig
gewesen
sei
.
Die Kausalität der Beschwerden ab 1
4.
Juni
2013 zum Unfallereignis vom 1
2.
Juli 2012
sei
nicht mit
über
wiegen
d
er
Wahrscheinlichkeit erstellt
(
Urk.
6
Ziff.
17)
.
2.3
Dagegen brachte die Beschwerdeführerin vor,
die Schmerzen seien seit Mitte Dezember 2012 nicht verschwunden und die Behandlung sei auf Zusehen hin abgeschlossen worden. Weil die Schmerzen immer wieder zurückgekommen seien, seien schon ab 3
1.
Januar 2013 bis heute Behandlungen durchgeführt worden
(
Urk.
1
).
3.
3.1
Die Oberärztin
Dr.
med.
C._
und der Assistenzarzt
Dr.
D._
vom Spital
Z._
wiesen im Behandlungsb
ericht
vom 1
2.
Juli 2012
(
Urk.
7/3)
auf
die
Selbstzuweisung der
Beschwerdeführerin am Unfalltag
hin. Sie vermerkten
,
die
Beschwerdeführerin
habe
angegeben
,
sie sei an diesem Morgen als Beifahrerin in einen
PKW
Auffahrunfall verwickelt gewesen
. Sie
habe
gerade geschlafen
,
als ihr Vater als Fahrer auf der Autobahn unterwegs gew
esen sei. Sie sei plötzlich erwacht und
habe
nur noch weiss (Airbag) vor Augen gesehen. Sie sei ange
gurtet gewesen. Ihr Vater sei auf ein voranfahrendes Auto aufgefahren. Sie
h
abe
selbständig aussteigen können. Im Verlauf des Tages h
abe
sie zunehmend Schmerzen im Bereich der
HWS
sowie im unteren
Sternumbereich
verspürt. Zudem h
abe
sie eine Prellmarke im Bereich der rechten Brust bemerkt.
Die Spitalärzte hielten fest,
Kopfsch
merzen, Übelkeit und Schwindel
seien von der
Beschwerdeführerin
verneint worden
. Im
Untersuchungsbefund
wiesen sie
auf
einen g
uten
Allgemeinzustand
mit einem
Glasgow
Coma
Scale
(GCS)
15
(maximal mögliche Punktzahl)
hin
.
Sie verneinten
Druckdo
lenzen
über der Schädelkalotte und über dem Gesichtsschädel und
stellten
eine intakte Haut
am Kopf
,
isokor
e
Pupillen, mittelweit mit
prompte
r
direkt
e
r
und indirekte
r
Lichtre
aktion
beidseits
fest
.
In Bezug auf die HWS
wiesen
sie
auf
eine
intakt
e Haut, keine Schwellung
und eine
l
eichte
Druckdolenz
im unteren HWS-Bereich über dem
P
rocessus
spinosus
und paravertebrale
r Muskulatur
hin und erhoben Fle
xion/Extension
Werte
von
45°-0°-
45° und
Rotation
swerte
rechts/links
von
90°-
0
°-
90°
. Bei
der
Flexion
wiesen
die Ärzte
auf
eine
Schmerzzunahme im unteren HWS Bereich
hin
.
Die p
eriphere Durchblutung, Motorik, Sensibilität
(
pDMS
) der oberen Extremität
bezeichneten sie als
intakt
und in
Bezug auf den Thorax wiesen sie auf
eine
d
ezente Prellmarke ca. 4
x
4 cm kranial der Mamma
hin
.
Eine
Druckdolenz
verzeichneten sie
im kaudalen
Sternumbereich
. I
m
Rönt
gen
befund
der HWS und des Thorax wurden
Hinw
e
i
se auf frische
ossäre
Läsio
nen
verneint
.
3.2
Dr.
med.
E._
,
Kaderarzt
Radiologie am Spital
Z._
,
beschrieb
aufgrund einer
Mehrschichtcomputertomographie
(CT)
vom 2
0.
Juli 2012 (
Urk.
7/
4)
eine
normale Artikulat
ion in den Facettengelenken,
ein korrektes vorderes und hin
teres Alignement, ein regelrechtes Sternum
und keine Hinweise auf eine frische dislozierte Rippenfraktur und hielt in der Beurteilung eine normale C
omputer
tomografie des Thorax,
insbesondere kein Hinweis auf eine frische
ossäre
Läsion
,
fest.
3.3
Dr.
med.
F._
, leitende Ärztin
Radiologie am Spital
Z._
,
beurteilte auf
grund eines Ultraschalls der Mamm
a
e beidseits vom
1
7.
August 2012 (Urk.
7/
6) ein
e
regelrechte Weichteilsonograf
ie der Brustdrüsen
beidseits
ohne Anhalts
punkte für eine
tumorös
e
Raumforderung und
keine
Hämatombildung
, insbe
sondere
links
.
Sie wies darauf hin
, es seien a
uch keine
Serombildungen
und keine pathologisch vergrösserte
n
Lymphknotenforma
tionen
axill
är
objektivier
bar
.
3.4
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Allgemeinmedizin, diagnosti
zierte im Bericht an die Beschwerdegegnerin vom
2
8.
August
2012 (
Urk.
7/7) ein
en
Status nach HWS-Distorsion und
Thor
axkontusion
am 1
2.
Juli 2012 sowie
eine posttraumatische Belastungsstörung.
Als Behandlungsmassnahmen
wurde
Analgesie
und Psychotherapie aufgefüh
rt. Die Arbeitsfähigkeit beurteilte sie v
om
6.
bis 1
2.
August 2012
mit
50
%
und ab 13.
August 2012
mit
80
%
.
3.5
Dr.
A._
wies im B
ericht vom 1
3.
Februar 2013 (
Urk.
7/12 S. 3)
an die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass er die Beschwerdeführerin wegen des Unfalls am
7.
November und 1
4.
November 2012
gesehen habe. Er berichtet
e
,
die rezidivierenden Sc
hmerzen im
Sternumbereich
bestünden
seit dem Unfall
und
seien
nach manueller Therapie der Brustwirbelsäule
(BWS)
sowie
Neural
therapie
zweier
Costosternalgelenke
mit
Lidoca
in
deutlich besser. Weiter berichtete
Dr.
A._
,
die Beschwerdeführerin
sei
am
5.
De
zember 2012 noch
mals erschienen
,
nachdem sie nach dem Umschlagen ihrer Bettdecke morgens plötzlich wieder sternale Schmerzen empfunden habe.
Er führte aus, e
s sei eine nochmalige
manuelle Therapie der BWS
(Th5 und Th7)
sowie im linken
Costos
ternalgelenk
und
Xipho
-
Manu
brium
-Gelenk des Sternums
erfolgt
,
nebst
Medi
kation mit
nichtsteroidalen
Antirheumatika
(
NSAR
)
.
Er führte aus, bei der Kon
trolle am
1
2.
Dezember 2012
sei
die Beschwerdeführerin
beschwerdefrei
gewe
sen und seither nicht mehr erschienen. Die Frage zur gegenwärtigen Behand
lung beantwortete
Dr.
A._
mit
:
„Bei uns abgeschlossen mit
Beschwerdefrei
heit
am 1
2.
Dezember 2012
“ (
Ziff.
3a)
.
Unter
Bemerkungen
hielt
er ergänzend
fest
,
eine
erste Konsultation
habe
bereits am 1
7.
August 2012 stattgefunden
, wobei
Beschwerden am Übergang der BWS zur LWS
,
kaum aber des Sternum
s
,
beklagt worden seien
.
Damals sei die Therapie mit NSAR
syste
misch und
topisch
sowie die manuelle
Lösung
von L1
mit
relative
r Besserung
erfolgt
.
Daraufhin sei
die Beschwerdeführerin erst wieder am 7.
November 2012 erschienen.
3.6
Im Formularbericht „Arztzeugnis UVG Rückfall“ vom 2
6.
Juni 2013 (
Urk.
7/13)
berichtete
Dr.
A._
über Blockierungen von BWS-Segmenten und ein
zelner Rippen mit Irritation der
entsprechenden
Sternokostalgelenk
e
.
3.7
Am 3
0.
Juli 2013 (
Urk.
7/1
6
)
wies der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin
Dr.
B._
darauf hin, dass zwischen dem Behandlungsabschluss vom 12.
Dezember 2012 bis 1
4.
Juni 2013 keine Behandlungsakten vorliegen wür
den. Es fehle somit an Brückensymptomen während einem halben Jahr.
Ent
sprechend den Unterlagen habe die Beschwerdeführerin
sechs
Monate keine Beschwerden gehabt und sei arbei
tsfähig gewesen, so dass die
jetzigen Beschwerden lediglich möglich auf das Unfallgeschehen zurückzuführen seien. Es sei an und für sich schwer nachvollziehbar, dass die Beschwerden nach einer
sechs
monatigen Karenzzeit ohne adäquate anamnestische Angaben in dieser Zeit auf den Unfall zurückzuführen
seien
und eine bis
zwei
monatige Arbeits
u
nfähigkeit bewirken könn
ten
.
4.
4.1
4.1.1
Vorwegzuschicken ist, dass den medizinischen Akten
keine Anhaltspunkte für erlittene organische Schädigungen zu entnehme
n sind. Bildgebend (Röntgen, Computertomographie
und Ultraschall
) zeigten
sich
ausschliesslich normale Befunde. Insbesond
ere konnten frische
ossäre
Läsionen
aufgrund des
Unfall
er
eignisses
vom 1
2.
Juli 2012
ausgeschlossen werden.
Echtzeitlich fanden sich lediglich
dezente Prellmarken von 4 x 4 cm
kranial der Mamma (vgl. E.
3.1) und
eine schmerzhafte HWS-Beweglichkeit sowie
Druckdolenzen
, was nicht als organische Schädigung zu fassen ist.
4.1.2
Aufgrund der Akten ist auch erstellt, dass das im Zusammenhang mit der
Kau
salitätspr
üfung
bei einem diagnostizierten
Schleudertraum
a
der Halswirbelsäule geforderte typische Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörungen
, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensver
änderung (E. 1.4
)
vorliegend
nicht ausgewiesen ist (vgl. Berichterstattung vom Unfalltag des Spitals
Z._
, E. 3.1).
4.1.3
I
m Weiteren
ist festzuhalten
, dass zwischen dem von
Dr.
A._
berichteten Behandlungsabschluss vom 1
2.
Dezember 2012 und dem von ihm gemeldeten Rückfall
vom
1
4.
Juni 2013, mithin während mehr als
sechs
Monaten
, keine Behandlungen im Zusammenhang mit dem Unfallereignis aktenkundig sind.
Es findet sich einzig ein Hinweis auf nicht nähe
r
beschriebene Konsultationen bei
Dr.
G._
ab 3
1.
Januar 2013 (
Urk.
7/15).
4.2
4.2.1
Können im Rahmen der Kausalitätsprüfung keine unfallspezifischen Verletzun
gen zugeordnet werden, gilt das Unfallereignis im Hinblick auf die zeitlich unmittelbar folgenden Beschwerdesymptome nicht als eigentliche Ursache, auf
grund welcher der Unfallversicherer grundsätzlich auch für Rezidive (d.h. - me
dizinisch gesprochen - das Neuauftreten einer Krankheit nach deren Abheilung) aufzukommen hätte, sondern als (blosser) auslösender Faktor. Die Unfallversi
cherung übernimmt alsdann den durch das Ereignis ausgelösten
Beschwerde
schub
, spätere Rezidive dagegen nur, wenn eindeutige Brückensymptome gege
ben sind (vgl. in RKUV 2001 Nr. U 419 S. 101 nicht veröffentlichte E. 3b des Urteils
U 170/00,
vom 2
9.
Dezember 2000, mit zahlreichen Hinweisen). Würde auf dieses Erfordernis verzichtet, so wäre die Abgrenzung zum alternativ ver
ursachten Leiden kaum je zu bewerkstelligen, sobald einmal ein entsprechendes Unfallereignis eingetreten ist.
4.
2.2
Nach der Rechtsprechung (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
[EVG]
U 344/03,
vom
9.
Dezember 2004, E. 3.2.1 f.) erhält sich bei Symptomen, die gleich oder ähnlich geartet sind wie ein früheres, zwischenzeitlich weitge
hend abgeklungenes oder verschwundenes Beschwerdebild, die kausale Signifi
kanz des Unfallereignisses beim Fehlen einer erkennbaren unfallspezifischen Schädigung nur solange, als potentiell konkurrierenden Ursachen vernünftiger
weise keine vorrangige Bedeutung zugewiesen werden kann. Nachdem eine längerdauernde Beschwerdefreiheit eingetreten ist, entfällt die Massgeblichkeit des Unfalls mit Bezug auf das Vorhandensein der gesundheitlichen Beeinträch
tigung regelmässig.
4.
3
Die
Beschwerdeführerin macht zwar geltend, weiter an
sterno
c
ostalen
Be
schwer
den gelitten zu haben. Nach Abschluss der Erstbehandlung vergingen je
doch mehr als
sechs
Monate bis sie erneut
ihren
Hausa
rzt aufsuchte. Eine ärztli
che Behandlung wegen de
n
angeblich unfallkausalen Beschwerden während diesem Zeitraum
ist
nicht
detailliert
nachgewiesen.
Es finden sich keine Angaben über Therapieform und Häufigkeit der ab 3
1.
Januar 2013 er
folgten Konsultationen bei
Dr.
G._
(
Urk.
7/15).
Die Beschwer
den haben damit zwischen Abschluss der Behandlung und der Rückfallmeldung zu keine
r
nachgewiesenen
anhaltenden
Behandlungsbedürftigkeit und aufgrund der Aktenlage auch nicht zu einer Arbeitsunfähigkeit gefüh
rt.
Sie können daher
auch
nicht als für das Bestehen der Kausalität beweiskräftige Brückensymptome gelten (vgl. Urteil
des EVG
U 458/00
,
vom 2
4.
Oktober 2001 E. 4b). Somit hat die Rechtsprechung des
Bundesgerichts
Anwendung zu finden, die für die
Leis
tungspflicht
des Unfallversicherers bei einem Rückfall entwickelt wurde
(E.
4.2
hie
r
vor).
Hieran ändern
auch die
Kausalitäts
überlegungen
in der von
Dr.
A._
mit
unter
zeichneten Einsprache und
der
Beschwerdeschrift (
Urk.
7/15 u
nd
Urk.
1)
nichts
,
ist
doch
festzuhalten, dass sich diese im Wesentlichen auf die Figur "
post
hoc ergo
propter
hoc“ reduzieren
, bei der eine Schädigung bereits deshalb als durch einen Unfall verursacht erachtet wird, weil
sie nach diesem aufgetreten ist
. Dies genügt indes rechtsprechungsgemäss nicht für die Annahme eines Kausal
zusammenhangs (BGE 119 V 341 f. E. 2b/
bb
). Damit sind die Angaben, wonach
die Beschwerdeführerin erst seit dem
Unfallereignis
unter
sterno
c
osta
len
Beschwerden leid
e, für sich nicht von Relevanz.
Somit
kann vor
liegend auch nicht gesagt werden, dass der kausalen Signifikanz des
Unfaller
eignisses
beim Fehlen einer erkennbaren unfallspezifischen Schädigung - eine vor
rangige Bedeutung zugewiesen werden kann. Damit aber entfällt grundsätz
lich die Massgeblichkeit des Unfalls mit Bezug auf das Vorhandensein der gesund
heitli
chen Beeinträchtigung.
4.4
Hinzuweisen ist schliesslich auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts wonach auf den medizinischen Erfahrungssatz abzustellen ist, dass der organische Zustand des Rückens nach Verletzungen wie Prellung, Verstauchung oder Zer
rung in der Regel sechs Monate bzw. spätestens nach einem Jahr (bei dege
nera
tiven Veränderungen) nach dem Unfall wieder soweit hergestellt ist, wie er es auch dann wäre, wenn sich der Unfall niemals ereignet hätte (
status
quo sine, vgl. Urteil des EVG U 207/06, vom 2
9.
November 2006, E. 2.2).
Demgemäss
war
vorliegend - bei fehlenden
ossären
Verletzungen aus dem
Unfall
ereig
nis
vom 1
2.
Juli 2012 - spätestens ab Januar 2013 (sechs Monate nach Unfallereignis) von der Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes auszu
gehen. In diesen Zeitraum fügt sich auch der Bericht von
Dr.
A._
vom 1
3.
Februar 2013 (E 3.5) ein, welcher einen Behandlungsabschluss am 12. De
zember 2012 festgehalten hat.
5.
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdeführerin das Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall vom 1
2.
Juli 2012 und den mit Rückfallmeldung geltend gemachten Beschwerden nicht
mit
überwiegend
er
W
ahrscheinlich
keit
nachgewiesen.
Von weiteren medizinischen Erhebungen sind keine neuen Erk
enntnisse zu erwarten, zumal die
Beschwerdeführer
in
bereits umfassend radiologisch
und mit weiteren bildgebenden Verfahren
abge
klärt wurde und die echtzeitlichen Behandlungen dargelegt wurden (antizipierte Beweiswürdigung, vgl. BGE 1
31 I 153 E
. 3 mit Hinweisen).
Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht demgemäss zu Recht verneint, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.