Decision ID: 0b52bfe3-6010-4de2-b5a0-4b4989cacbfb
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
91
, gelernte
kaufmännische Angestellte
(
Urk.
8/10
Ziff.
5.3
)
, war
seit dem
1.
April
201
4
bei der
Y._
AG
,
in
Z._
,
als
Junior
Process
Engineer
angestellt
(
Urk.
8/19/1-8
Ziff.
2.1-2)
,
als
sie sich am
2
8.
November 2017
unter Hinweis auf
seit dem 2
1.
Januar 2016 bestehende täg
liche Kopfschmerzen, Migräne, Übelkeitsgefühl, Schwindel und Müdigkeit
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldete (Urk.
8/10
Ziff.
6.1
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizi
nische und erw
erbliche Situation ab und holte die Akten der
Kr
ankentag
geld
ver
sicherung
ein.
Vom
2
3.
Mai bis 2
2.
August 2019
gewährte sie
Eingliederungs
mass
nahmen in Form einer
Arbeitsvermittlung (
Urk.
8/39) und erteilte
Kosten
gut
sprache für ein
sehbehindertentechnisches Assessment (
Urk.
8/45
, vgl.
Urk.
8/52-53
)
sowie
für eine Grundschulung Sehbehinderung bei der
A._
vom
1
2.
August
2019
bis
1
7.
April
20
20
(
Urk.
8/54,
Urk.
8/
84
,
Urk.
8/93)
. Am 3
0.
April 2020
erteilte die IV-Stelle
Kostengutsprache für eine berufspraktische Vorbe
reitung (
Urk.
8/97
).
Sodann übernahm die IV-Stelle
die
Kosten für die technische Abklärung gemäss Offerte von der
A._
und die Installation der Hilfsmittel (
Urk.
8/102).
Am 1
9.
August 2020 wurden die Eingliederungsmassnahmen abge
schlossen (
Urk.
8/116).
Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/132
,
Urk.
8/136
)
verneinte die
IV-Stelle mi
t Verfügung vom 1
2.
April 2021
einen Ansp
ruch auf
Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 2).
2.
Die Versicherte erhob am 1
4.
Mai 2021 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
2.
April 2021 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei au
f
zuheben und es sei ihr eine Rente zuzusprechen oder es seien ergänzende Abklärungen vorzunehmen. In for
meller Hinsicht beantragte sie
die Durchführung eines zweiten
Schriftenwechsel
s
und die
Gewährung der
unentgeltliche
n
Prozessführung (
Urk.
1 S. 1)
. Mit Be
schwerdeantwort vom 1
7.
Juni 2021 (
Urk.
7) beantragte die IV-Stelle die Abwei
sung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am 3
0.
Juni 2021 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9
). Mit
ergänzender
Stellungnahme vom 2
0.
Juli 2021
hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest und reichte bereits bekannte Unterlagen sowie verschiedene Arbeitsunfähigkeitszeugnisse ein (
Urk.
10,
Urk.
11/1-2).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.
4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2) damit,
dass
die
gewährten Eingliederungsmassnahmen am 1
9.
August 2020 abgeschlossen worden
seien.
Die medizinischen Abklärungen hätten ergeben,
dass keine gesundheitliche Beeinträchtigung mit objektivierbarerer Funktionseinschränkung vorliege, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit
auswirke.
Daher bestehe kein Anspruch auf eine Invalidenrente.
D
en im Rahmen des
Einwandverfahrens
vorgelegten Arztbe
richten liessen sich keine neuen medizinischen Erkenntnisse entnehmen. Die Beschwerdeführerin befinde sich weder in einer fachpsychiatrischen Behandlung noch in fachärztlicher Behandlung wegen der M
igräne (S. 1 f.).
2.2
Dagegen machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) geltend, dass sie unter einer schweren chronischen Migräne, welche im Jahr 2016 dia
gnostiziert worden sei, und an einem konsekutivem Strabismus
divergens
links leide. Sie habe in der Vergangenheit di
verse Behandlungen wegen
der
Migrän
e gehabt, und sei wegen ihrer gesundheitlichen Beschwerden weder in der ange
stammten noch in einer angepassten Tätigkeit in der Lage, ein rentenaus
schliessendes Einkommen zu erzielen (S. 1
Ziff.
1-2). Die Beschwerdegegnerin sei auf ihre vorgebrachten Einwände nur ungenügend eingegangen (S. 1
Ziff.
4).
Die Arbeitsunfähigkeitszeugnisse und Berichte des betreuenden Hausarztes seien nicht berücksichtigt worden (
Urk.
10).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Inva
lidenrente.
3.
3.
1
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psycho
therapie, stellte in seinem Bericht vom 2
2.
August 2018 (
Urk.
8/22/2-4) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1
Ziff.
1
):
-
chronische Migräne
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
-
Anisohyperopie
und Astigmatismus links mehr als rechts
-
Status nach erster Augenmuskeloperation am Kantonsspital
C._,
vermutlich 1997
-
akkommodativer
Konvergenzexzess
-
kongenitaler, konsekutiver Mikr
ostrabismus links für die Nähe
-
kongenitaler, konsekutiver Strabismus
divergens
links für die Ferne
Dr.
B._
führte
zur Anamnese und zum medizinischen Befund
aus, dass die Zuweisung der Patientin bei chronischer Migräne erfolgt sei.
Di
e
Berichte der Voruntersuchungen im Reha Center
D._
und im Neurozentrum
E._
zeigten bis auf den Strabismus
einen unauffälligen Neurostatus
.
Das
cMRT
aus dem Jahr 2016 sei unauffällig und im Juli 2017 habe sich ein normaler Blink
reflex/ENG gezeigt. Verschiedene Versuche einer Prophylaxe bei chronischer Migräne hätten nicht geholfen.
Aktuell habe die Beschwerdeführerin an zwei Tagen pro Monat kein Kopfweh. Es bestehe eine typische Migränecharakteristik. Seit neun Monaten habe
die Beschwerdeführerin
alle zwei Monate Nervenzu
sammenbrüche.
Es sei ihr alles zu
viel. Es bestehe ein deutlicher sozialer Rückzug.
Seit mehr als zwei Jahren sei es
immer wieder zu Teilkrankschreibungen gekom
men. Seit Mitte Juli 2018 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
(S. 1
Ziff.
2)
.
Der Affekt sei depressiv und die Beschwerdeführerin sei vermindert schwin
gungs
fähig. Die Psychomotorik sei reduziert (S. 2 oben).
Dr.
B._
führte aus, dass die zur Zuweisung
führende Symptomatik einer mittelgradigen Depression entspreche
. Die medikamentösen Therapieoptionen
seien besprochen worden. Bei gleichzeitig vorliegender chronischer Migräne habe er
Duloxetin
empfohlen, da eine gewisse Distanzierung zur Schmerzproblematik erwartet werden dürfe. Es sei auch das
Angebot einer begleitenden Psycho
the
ra
pie thematisiert worden, jedoch habe die Patientin einige Tage nach der Erst
kon
sultation berichtet, dass sie die weitere Behandlung beim Hausarzt durch
führen wolle (
S. 2
Ziff.
3). Er könne sich nicht zur Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit respektive in einer angepassten Tätigkeit äussern, da bei ihm nur eine
einzige
Konsultation durchgeführt worden sei, und die Beschwerdeführerin an
sons
ten vom Hausarzt behandelt werde (
S. 2 f.
Ziff.
3.2,
Ziff.
6.1,
Ziff.
7.2).
3.
2
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für Ophthalmologie und
Ophthalmochirurgie
, stellte in ihrem undatierten Bericht (
Urk.
8/24
/1-3
), eingegangen am 1
7.
Oktober 2018, folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.2):
-
Cephalgie
-
Anisohyperopie
und Astigmatismus
, links mehr als rechts
-
Strabismus
divergens
links für die Ferne
-
Mikrostrabismus links für die Nähe
-
Status nach Strabismus-Operation vermutlich 1997
Dr.
F._
führte aus, dass die Beschwerdeführerin seit dem
4.
Oktober 2018 bei ihr in Behandlung sei, und die letzte Kontrolle am 1
6.
Oktober 2018 erfolgt sei (
Ziff.
3.1).
Die bisherige Tätigkeit als Prozessingenieurin könne noch im Pen
sum von 50
%
entsprechend vier Stunden am Tag ausgeübt werden. Eine ange
passte Tätigkeit mit deutlich reduzierter PC-Arbeit sei im Umfang von 100
%
und damit während 8 Stunden am Tag möglich.
Die angepasste Tätigkeit sollte nach Möglichkeit nur maximal 50
%
Bildschirmarbeit
beinhalten. Allenfalls sollte eine Umschulung in Erwägung gezogen werden (
Ziff.
2.1).
3.
3
Dr.
phil.
G._
, psychologische Psychotherapeutin,
stellte in ihrem Bericht vom 1
8.
Dezember 2018 (
Urk.
8/29) keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit (
Ziff.
2.5). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit nannte sie einen Verdacht auf eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Rea
ktion gemischt (ICD-10 F43.22;
Ziff.
2.6).
Dr.
G._
führte aus, dass die Beschwerdeführerin seit dem 1
2.
Oktober
2018 bei ihr in Behandlung sei
und die letzte Kontrolle am
6.
Dezember 2018 stattgefunden h
abe (
Ziff.
1.1). Es
sei keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden, dies sei durch den Hausarzt erfolgt (
Ziff.
1.3). Die Patientin sei ihr im Oktober 2018 zur psychologischen Unterstützung aufgrund der somatischen Beschwerden
(starke Kopfschmerzen mit einem Augenleiden) sowie zur psychologischen Be
gleitung während
d
er IV-Abklärung zugewiesen worden (
Ziff.
2.1). Gemäss Aus
sagen der Patientin habe sie die Kündigung von ihrem Arbeitgeber per Ende März 2019 bekommen (
Ziff.
3.1).
Die Patientin habe berichtet, dass sie aufgrund der Kopfschmerzen bereits bei der Alltagsbewältigung stark reduziert sei. Bei der beruflichen Tätigkeit sei es ihr kaum möglich, sich zu konzentrieren, weder auf den Bildschirm noch in Gesprächen und Sitzungen mit Mitarbeitenden. Sie leide an starken Schmerzen und könne häufig nur liegen oder leichten Alltagsaufgaben nachkommen (
Ziff.
3.3-4). Ob ein Wechsel der beruflichen Tätigkeit (Umschu
lung) die Arbeitsfähigkeit der Patientin erhöhen könnte, sei aus psychologischer Sicht nicht beurteilbar (
Ziff.
3.5).
3.
4
Dr.
med.
H._
, Oberärztin Augenklinik,
Universitätsspital
I._
, stellte in ihrem Bericht vom
8.
April 2019 (
Urk.
8/38) folgende Diagnosen (
Ziff.
2.6):
-
konsekutiver Strabismus
divergens
für die Ferne
-
konsekutiver Mikrostrabismus links für die Nähe bei
-
hyperkinetischem Konvergenzexzess
-
ohne kongenitale Zeichen
-
Restamblyopie
, Status nach Okklusionstherapie
-
Status nach erster Augenmuskeloperation am
Kantonsspital C._
, 1998 (Innenschielen
)
-
Anisohyperopie
und Astigmatismus links mehr als
rechts
Dr.
H._
führte aus, dass die Beschwerdeführerin vom
4.
Februar bis 2
9.
März 2019 zwei Mal bei ih
r
in Behandlung gewesen sei (
Ziff.
1.1-2). Durch die Augen
klinik des
Universitätsspitals I._
sei keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden (
Ziff.
1.3). Die Pati
entin leide seit langer Zeit an Kopfschmerzen und Schwindel (
Ziff.
2.1-2). Zu den bestehenden Funktionseinschränkungen führte
Dr.
H._
aus, dass die Patientin über
eine normale Sehschärfe am rechten Auge und eine leicht reduzierte Seh
schärfe am linken Auge
(
A
m
blyopie
) verfüge. Da das Schi
elen schon sehr lange bestehe, supprimiere das linke Auge, und es seien keine
Binokularfunktionen
nachweisbar.
Subjektiv empfinde die Beschwerdeführerin das Lesen und die Arbeit am Bildschirm als sehr anstrengend
(
Ziff.
3.4).
Die objektiven Befunde würden per se eine normale alltagsrelevante visuelle Funktion zulassen.
Die Patie
ntin berichte unter
anderem subjektiv über
asthenop
ische
Beschwerden, welche das Lesen etc. erschweren würden. Insgesamt seien die geschilderten Beschwerden multifunktioneller Natur, da gleichzeitig auch unabhängig von den visuellen Anforderungen Kopfschmerzen und Schwindel angegeben würden (S. 7 Zusatzfragen).
Dr.
H._
führte aus, sie könne nicht beantworten, wieviel Lesezeit der Beschwerdeführerin zumutbar sei. In einer angepassten Tätigkeit sei ihr ein
Arbeitspensum von 100
%
möglich. Eine angepasste Tätigkeit beinhalte eine Reduktion der visuellen Anforderungen (Zusatzfragen S. 7).
3.
5
Dr.
J._
stellte in seinem Bericht vom
7.
Juli 2020 (
Urk.
8/111) folgende Dia
gnosen (
Ziff.
1.2):
-
kongenitaler
Strabismus
divergens
für die Ferne
-
kongenitaler Strabismus links für die Nähe
Dr.
J._
führte aus,
dass die Beschwerdeführerin seit dem Jahr 2015 bei ihm in Behandlung sei. Die letzte Kontrolle habe am 3
0.
Juni 2020 stattgefunden (
Ziff.
3.1).
In der
zuletzt ausgeübten Tät
igkeit im Büro
bestehe eine
70%ige Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
2.2).
3.
6
Dr.
J._
nannte in seinem Bericht vom 2
7.
August 2020 (
Urk.
8/120/1-3) die gleichen Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
wie in seinem
Vorbericht vom
7.
Juli 2020 (
Ziff.
1.2, vorstehend E. 3.
5
).
Dr.
J._
führte aus, d
ass die letzte Kontrolle der Beschwerdeführerin am 2
8.
Juli 2020 erfolgt sei (
Ziff.
3.1). Es bestehe insgesamt eine verschlechterte Adaptionsfähigkeit der Augenmus
ku
latur, die zusehends schneller manifest werde (
Ziff.
1.3). In der zuletzt ausgeübten Bürotätigkeit bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von etwa 70
%
(
Ziff.
2.1-2). Die Prognose sei unveränder
t
bis sich verschlechternd. Eine Aussicht auf Verbesse
rung bestehe nicht (
Ziff.
3.
3
).
3.
7
Dr.
H._
, Augenklinik,
Universitätsspital I._
,
stellte in ihrem Bericht vom
3
1.
Dezember 2020 (
Urk.
8/126) keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
2.5). Als
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigk
eit nannte sie einen kon
sekutiven Strabismus
divergens
links, einen Status nach Augenmuskeloperation links,
Kantonsspital C._
1998, sowie eine
Restamblyopie
links bei Status nach Okklu
sions
therapie (
Ziff.
2.6).
Dr.
H._
führte aus, dass die Beschwerdeführerin seit dem
4.
Februar 2019 bei ihr in Behandlung sei, und dass die letzte Kontrolle am 2
2.
Oktober 2020 erfolgt sei (
Ziff.
1.1).
Es sei keine Arbeitsunfähigkeit attestiert worden (
Ziff.
1.3). Aus ophthalmologischer Sicht best
ehe
keine objektivierbare Funktionseinschränkung, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Es be
stehe ein
Visus
von 1.0 rechts und von 0.8 links.
Dr.
H._
hielt fest,
dass keine Kausalität zwischen den ophthalmologischen
orthoptischen
Befunden und den angegebenen Kopfschmerzen gesehen werd
e
(
Ziff.
3.4). Seitens der Ophthal
mo
logie bestünden aktuell keine therapeutischen Möglichkeiten zur Verbesserung der Beschwerden (Kopfschmerzen;
Ziff.
2.8).
3.
8
Pract
. med.
K._
,
Facharzt für Arbeitsmedizin, Regionaler Ärztlicher Dienst
(
RAD
)
, führte in seiner Stellungnahme vom
1.
Februar 2021 (
Urk.
8/131/8-9) aus,
dass aus versicherungsmedizinischer Sicht aufgrund der vorliegenden Arztbe
richte folgender Gesundheitsschaden vorliege:
-
konsekutiver Strabismus
divergens
links
-
Status nach Augenmuskeloperation links,
Kantonsspital C._
1998
-
Restamblyopie
links bei Status nach Okklusionstherapie
-
Visus
rechts 1.0
/ links 0.8
Pract
. med.
K._
führte aus, dass laut Arztbericht der Augenklinik,
U
niversitätsspital
I._
,
vom
8.
Januar 2021 keine objektivierbaren Funkt
i
onseinschränkungen bestünden, wel
che sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten. Es werde kein Zusammenhang zwischen den Befunden und den von der Beschwerdeführerin subjektiv ange
g
ebenen Kopfschmerzen gesehen. Eine fachpsychiatrische Behandlung finde nicht statt und sei nach Angabe des Hausarztes auch nicht notwendig. Eine fach
ärzt
liche Behandlung der Kopfschmerzen/Migräne erfolge ebenfalls nicht. Zusammen
fassend liege aus versicherungsmedizinischer Sicht aufgrund der Berichter
stat
tung kein Gesundheitsschaden
mit objektivierbarer Funktionseinschränkung vor,
welcher sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Somit seien aktuell keine weiteren medizinischen Abklärungen angezeigt.
Unabhängig vom beschriebenen Gesund
heits
zustand sei die Beschwerdeführerin aktuell schwanger mit Entbindungs
termin im Juli 2021.
3.
9
Pract
. med.
K._
, RAD, führte in seiner Stellungnahme vom
6.
April 2021 (
Urk.
8/139/3) aus, dass
sich dem im Rahmen des
Einwandverfahrens
vorgelegten Bericht des Reha Center
D._
vom 2
2.
Juni 2016 entnehmen lasse, dass sich die Beschwerdeführerin wegen chronischer Migräne in Behandlung befunden
habe. Zum damaligen Zeitpunkt habe ihre Arbeitsfähigkeit auf fast 80
%
ge
stei
gert werden können. Somit ergebe sich kein Hinweis auf eine länger an
dau
ernde oder dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.
Zudem sei die Be
schwer
defüh
rerin lediglich einmalig in der Kopfwehsprechstunde am
Universitätsspital I._
gewe
sen. Es sei so
mit aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht von einem wesentlichen Leidens
druck auszugehen. Was den Bericht der Neuropsychiatrie vom 2
0.
August 2018 anbelange, werde die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10 F32.1) gestellt bei gleichzeitig c
hronischer Migräne. Ob die zum d
amaligen Zeit
punkt empfohlene medikamentöse Therapie jemals umgesetzt worden sei, könne nicht beurteilt werden. Zudem habe der Hausarzt
Dr.
J._
in Kenntnis dieses Berichtes darauf hingewiesen, dass die Augenmuskelproblematik essentiell sei und eine Umschulung empfohlen. Damit ergäben sich aus den im Rahmen des Einwandes vorgelegten Arztberichten keine neuen medizinischen Erkenntnisse. Die Beschwerdeführerin befinde sich weder in einer fachpsychiatrischen Behand
lung noch
in einer fachärztlichen Behandlung wegen der Migräne. Auch in der Vergangenheit sei diesbezüglich keine reguläre Behandlung ausgewiesen. Es könnten daher aus versicherungsmedizinischer Sicht aktuell keine ergänzenden medizinischen Abklärungen empfohlen werden.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin ging gestützt auf die Stellungnahme
n
von RAD-Arzt
pract
. med.
K._
vom
1.
Februar 2021 (vorstehend E. 3.
8)
sowie vom
6.
April 2021 (vorstehend E.
3.
9
)
davon aus, dass aus versicherungsmedizin
ischer
Sicht
bei der Beschwerdefüh
r
erin
keine gesundheitliche Beeinträchtigung mit objekti
vier
barer Funktionseinschränkung vorliege, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke (vorstehend E. 2.1).
4.2
Aus den nachfolgend dargelegten Gründen kann auf die Einschätzung des RAD-Arztes
pract
. med.
K._
nicht abgestellt werden.
4.2.1
Aus ophthalmologischer Sicht ging
Dr.
F._
in ihrem Bericht vom Oktober 2018 (vorstehend E. 3.2) ohne weitere Begründung davon aus, dass bei einer Reduktion der Bildschirmarbeit unter 50
%
wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit erlangt werden
könne
, wobei eine Umschulung in Betracht gezogen werden sollte.
Dr.
H._
hielt bereits in ihrem Bericht vom
8.
April 2019 (vorstehend E. 3.4) fest, dass die
objektiven Befunde per se eine normale alltagsrelevante visuelle Funk
tion zul
iessen
.
Eine angepasste Tätigkeit sei in einem Pensum von 100
%
möglich und beinhalte eine Reduktion der visuellen Anforderungen.
In ihrem Bericht vom 3
1.
Dezember 2020 (vorstehend E. 3.
7
) stellte
Dr.
H._
dann keine ophthalmolo
gische Diagnose mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit und hielt klar fest, dass keine objektivierbare Funktionseinschränkung bestehe, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Es werde keine Kausalität zwischen den ophthalmo
logischen/
orthoptischen
Befunden und den angegebenen Kopfschmerzen gesehen
(vgl. auch
Urk.
8/127 S. 3 Mitte)
.
Diese Aussagen fanden sodann ihre Bestätigung in den durchgeführten
,
auf eine Entlastung der Augen gerichteten Eingliederungsmassnahmen. Einerseits bestä
tig
ten die Fachpersonen der
A._
bereits nach
d
em
sehbehindertentechnische
n
Assessement
vom 1
1.
Juni 2019
,
dass es sich bei der visuellen Einschränkung
der Beschwerdeführerin
nicht um eine Sehbehinderung im eigentlichen Sinne handle,
weshalb diese auch nicht einem Schwe
regrad zugeordnet werden könne
(
Urk.
8/52 S. 2 Mitte, S. 3 unten), andererseits persistierten i
n
der Folge
die Migränebe
schwerden
sowohl
während der vom 1
2.
August 2019 b
is
1
7.
April
2020 durch
geführten
sehbehindertentechnischen Grundschulung
(
Urk.
8/96 S. 2)
als auch während der
vom 1
8.
Mai bis 1
7.
August 2020
erfolgten
berufspraktischen Vor
bereitung
an
d
er
L._
-Stiftung
trotz augenentlastender Massnahmen
.
Die durch die Kopfschmerzattacken eingeschränkte
Leistungsfähigkeit
der Beschwerdeführerin wurde von den Fachpersonen der
A._
auf etwa 50
%
geschätzt
(
Urk.
8/96 S. 3 unten)
, und die Fachpersonen der
L._
-Stiftung hielten in
ihrem Abschlussbericht vom 1
4.
August 2020 fest, dass aufgrund der starken und anhaltenden Kopf
schmer
zen eine Integration im ersten Arbeitsmarkt nicht möglich sei. Eine kon
stante Präsenz von 30
%
habe nicht erreicht werden können. Eine medizin
isch-therapeutische Abklärung we
rde empfohlen (
Urk.
8/115
Ziff.
5-6,
Ziff.
8-9).
Hinweise, dass die nicht erfolgte Steigerung des Arbeitspensums in der mangeln
den Motivation der Beschwerdeführerin begründet wäre, erg
aben
sich keine, viel
mehr wurde festgehalten, dass sich die Beschwerdeführerin spürbar sehr bemühe, jedoch sei auch der grosse Leidensdruck, unter dem sie stehe, klar erkennbar (
Urk.
8/117/17 unten).
4.
2.2
Die Migräneproblematik scheint das Beschwerdebild zu dominieren. Diesbezüg
lich
erweist sich die vorhandene Akt
enlage
aber
als wenig aussagekräftig. So erschöpfen sich die Berichte
des Reha Centers
D._
vom 2
2.
Juni 2016 (
Urk.
8/135/3-4)
und
v
om 1
2.
Mai 2017 (
Urk.
8/11/6-7)
sowie der
Klinik für Neu
rologie
,
U
niversitätsspital
I._
,
vom 2
1.
September 2016 (
Urk.
8/
32
)
im Wesentlichen
in der Ab
hand
lung der verschiedenen
Therapiemöglichkeiten
der chronischen Migräne
und
geben die
subjektiven Beschwerden der Beschwerdeführerin
wieder
, ohne dass eine Aussage zur Arbeitsfähigkeit getätigt wurde. Gleiches gilt es zum Bericht von
Dr.
med.
M._
, Facharzt für Neurologie, Neurozentrum
E._
, vom 2
5.
Juli 2017 (
Urk.
8/11/8-9)
zu sagen, wobei dieser darauf hinwies, dass der
detailliert geprüfte
Neurostatus wie auch ein MRI des Kopfes vom Februar 201
6
normal gewesen seien.
4.2.3
Der Neurologe und Psychiater
Dr.
B._
führte in seinem Bericht vom
2
2.
August
2018 (vorstehend E.
3.1) nach einmaliger Untersuchung der Be
schwer
deführerin aus, dass das Beschwerdebild einer
mittelgradigen Depression
ent
spre
che bei gleichzeitig vorliegender chronischer Migräne. Zur Arbeitsfähig
keit der Beschwerdeführerin äusserte er sich nicht und verwies auf den behandelnden Haus
arzt.
In der Folge begab sich die Beschwerdeführerin lediglich vorüberge
hend bei
Dr.
phil.
G._
(vorstehend E. 3.3) in eine psychologische Be
handlung, o
hne dass diese die von
Dr.
B._
gestellte Diagnose bestätigte.
4.
3
Damit zeigt sich bei der Beschwer
d
eführerin eine
mehrschichtige gesundheitliche Problematik, welche, wie anlässlich
der
Eingliederungsmassnahmen ersichtlich wurde, durchaus Auswirkung auf
ihr
Leistungsvermögen zeitigt
.
Die
von der Be
schwerdegegnerin übernommene Feststellung von
pract
. med.
K._
, wonach kein Gesundheitsschaden mit objektivierbarer Funktionseinschränkung vorliege, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirke,
wird
der Situation der Beschwer
deführerin
folglich
nicht gerecht. Abgesehen von den konkreten Auswirkungen der Migräne erweist sich der Sachverhalt auch hinsichtlich des psychischen Ge
sundheitszustandes als unklar. So liegt einzig eine fachärztliche Einschätzung
von
Dr.
B._
vom August 2018 (vorstehend E. 3.1) vor, welcher ein de
pres
sives L
eiden für gegeben erachtete.
Dass in der Folge keine zureichende Be
hand
lung erfolgte, respektive der Hausarzt
Dr.
J._
gemäss Aussagen der Be
schwer
deführerin
(
Urk.
8/122
)
eine solche für nicht nötig erachtete,
schliesst das Vor
liegen eines psychischen Gesundheitsschadens, welcher Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zeitigt
,
nicht aus.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
(vorstehend E. 2.2)
kann jedoch auch nicht auf die sehr rudimentär gehaltenen Ausführungen des behandelnden Hausarztes
Dr.
J._
(vorstehend E. 3.5-6)
abgestellt werden. So führte er lediglich die Augenproblematik als Ursache für die Arbeitsunfähigkeit auf, während dies
bezüglich aber von fachärztlicher Seite durch
Dr.
H._
keine derartige
Ein
schrän
kung
attestiert
und ein Zusammenhang mit den Kopfschmerzen verneint
worden
ist. Damit erweist sich die durch
Dr.
J._
durchgehend seit dem Jahr 2016 atte
stierte Arbeitsunfähigkeit (vgl.
Urk.
8/3,
Urk.
11/2) als nicht nachvollziehbar, zumal es auch an einer hinreichenden Begründung hierfür mangelt.
Zudem
hat
das Gericht in Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten der Erfah
rungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patien
tinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
4.
4
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen,
besonders
wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwie
rige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
ent
scheidrele
vante
Sach
verhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
4.
5
Aufgrund des Gesagten erweist sich die medizinische Aktenlage in Anbetracht der vorliegenden mehrschichtigen
gesundheitlichen
Problematik
der Beschwerde
führerin
als unzureichend, um daraus verlässlich das Ausmass des Gesundheits
schadens und die noch mögliche Arbeitsfähigkeit festzulegen. Es bedarf daher
zur Beurteilung ihrer invalidenversicherungsrechtlichen Ansprüche
einer polydiszi
pli
nären Begutachtung
unter anderem
mit
den
Disziplinen
Psychiatrie,
Neurolo
gie sowie Ophthalmologie
und gegebenenfalls weitere
r
Fachrichtungen,
welche
s
sich zu den offenen Fragen äusser
t
und den rechtsprechungsgemässen Anforde
rungen genüg
t
.
Die
angefochtene Verfügung
(
Urk.
2)
ist folglich aufzuheben und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu erneutem Ent
scheid über den Anspruch de
r
Beschwerdeführer
in
auf Leistungen der Invaliden
versicherung an die Bes
chwerdegegnerin zurückzuweisen.
5
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Unter diesen Umständen erweist sich das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Prozessführung
(
Urk.
1
S. 1
)
als gegenstandslos.