Decision ID: 635d3f2b-c761-4a69-a6ea-30da2affaf7c
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1970, teilzeitlich als selbständige Physiothera
peutin tätig, erlitt am 27. Juli 2008 als Lenkerin
eines Personenwagens
eine Frontalkollision (
Urk.
7/16/4). Am 25. Mai 2009 meldete sie sich unter Hinweis auf ein
Schleudertrauma der Halswirbelsäule bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2).
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zü
rich,
IV-Stelle
,
holte Berichte der behandelnden Ärzte ein (
Urk.
7/8, 7/12, 7/20, 7/24, 7/33), zog die Akten des Haftpflichtversicherers
sowie
Buchhaltungsun
terlagen
der Versicherten
bei (
Urk.
7/16/1-24
, 7/29, 7/37
), führte eine erwerbli
che Abklärung für
Selbständ
ig
erwerb
ende
(Bericht vom 20. April 2011,
Urk.
7/39)
und
eine Haushaltabklärung (Bericht vom 20. April 2011,
Urk.
7/40) durch und liess die Versicherte durch das Begutachtungszentrum
Y._
, polydisziplinär begutachten (Gutachten vom 10. Juli 2012,
Urk.
7/76). Mit Vorbescheid vom 11. September 2012 stellte die IV-Stelle aufgrund des er
rechneten Invaliditätsgrades von 32,14
%
die Verneinung des Anspruchs auf eine Invalidenrente in Aussicht (
Urk.
7/91). Nachdem die Versicherte dazu mit Einwand vom 8. Oktober 2012 Stellung genommen hatte (
Urk.
7/93), erliess die IV-Stelle am 8. November 201
3
einen erneuten Vorbescheid, mit welchem sie das Vorliegen eines invalidenversicherungsrechtlich relevanten Gesundheits
schadens vernei
nte (
Urk.
7
/106). In diesem Sinne wies sie mit Verfügung vom 13. Februar 2014 das Rentenbegehren ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess die Versicherte am 18. März 2014 Beschwerde erheben und beantra
gen, in Aufhebung des angefochtenen Entscheids seien ihr die gesetzli
chen Leistungen zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle schloss in der Be
schwerdeantwort vom 8. Mai 2014 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6), wo
von der Versicherten Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von
Ge
burtsgebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
Die Beschwerdeführerin leidet an einem persistierenden
Zervikalsyndrom
und einem posttraumatischen Kopfschmerz nach
kraniozervikalem
Beschleuni
gungstrauma
(
Urk.
7/76/38).
Es ist unbestritten
, dass die Beschwerdeführerin
ohne gesundheitliche Beeinträchtigung zu 73
%
im Erwerb und zu 27
%
i
m Haushalt tätig wäre (
Urk.
7/40/6-7,
7/91, 7/93/1
). Die Haushaltsabklärung ergab, dass die Beschwerdeführerin im Haushalt zu 32,5
%
eingeschränkt ist (
Urk.
7/40). Im
Y._
-Gutachten vom 10. Juli 2012 wird der Beschwerdefüh
rerin
- unter Berücksichtigung der Belastung im Haushalt -
eine Arbeitsfähig
keit als Physiotherapeutin von 50
%
und in einer leidensangepassten Tätigkeit von 70
%
(beides bezogen auf ein Vollzeitpensum) attestiert
(
Urk.
7/76/39-43).
3.
Die
Y._
-Gutachter diagnostizierten in ihrer Expertise vom 10. Juli 2012 (
Urk.
7/76) ein persistierendes
Zervikalsyndrom
bei HWS-Distorsion Grad II nach Auffahrunfall am 27. Juli 2008 (Frontalkollision) mit wechselnd stark aus
geprägtem
myofaszialem
Bild im Bereich der HWS und der
schulterstabilisie
renden
Muskulatur sowie bei diskreter thorakal rechtskonvexer Skoliose, thora
kalem Flachrücken (klinisch) und zervikaler Streckhaltung. Weiter diagnosti
zierten sie einen chronischen posttraumatischen Kopfschmerz nach
kraniozervi
kalem
Beschleunigungstrauma mit HWS-Distorsion bei Status nach Verkehrs
unfall vom 27. Juli 2008 (Frontalkollision im PKW) mit
zervikogenem
Kopf
schmerz mit teils
migräniformen
Exazerbationen ohne
radikuläre
und/oder spi
nale Funktionsstörung (S. 38 f.).
Die Ärzte schilderten aus psychiatrischer Sicht eine leistungsorientierte, psy
chisch gesunde, unauffällige Beschwerdeführerin, welche aus diesem Fachgebiet betrachtet vollschichtig arbeitsfähig sei (S. 39 f.).
In neurologischer Hinsicht verwiesen sie auf die gestellte Diagnose eines chroni
schen posttraumatischen Kopfschmerzsyndroms nach HWS-Distorsion mit im Vordergrund stehendem
zervikogenem
Schmerz sowie intermittierenden
migräniformen
Exazerbationen. Sie führten aus, die Entwicklung des Schmerzsyndroms sei unter Berücksichtigung der gesamten Datenlage mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall vom 27. Juli 2008 zurückzu
führen. Es sei nachvollziehbar, dass aufgrund der chronischen posttraumati
schen Kopf- und Nackenschmerzen mit jeweils belastungsabhängiger Akzentu
ierung eine vollständige Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit nicht möglich gewesen sei, dies trotz zweckmässiger Ausschöpfung vorhandener
Therapie
möglichkeiten
. In der angestammten und zuletzt während Jahren selbständig erwerbend ausgeübten Tätigkeit als Physiotherapeutin bestehe nachvollziehbar eine Limitierung
,
insbesondere für Arbeiten in vorgeneigter Kopfstellung sowie für Arbeiten mit gröberer körperlicher Belastung und in vorwiegend einseitiger Körperhaltung. Bezüglich der subjektiv im Vordergrund stehenden
Kopf
schmerzproblematik
sei aus neurologischer Sicht eine Einschränkung der Ar
beitsfähigkeit um 40
%
gegeben. Der in den Akten verzeichnete Verlauf der Ar
beitsunfähigkeit, wie er durch die behandelnden Ärzte dokumentiert worden sei, sei nachvollziehbar, wobei die seit dem 15. Juni 2009 bescheinigte Arbeitsunfä
higkeit von 50
%
auch das
Zervikalsyndrom
berücksichtige. In einer angepass
ten Tätigkeit mit Limitierung auf eine körperlich leichte Arbeit (Trage- und He
belimit 5-10 kg) ohne vorwiegend einseitige Kopf- und Körperhaltung, insbe
sondere Vermeiden einer repetitiven Kopfinklination sowie Vermeiden einer re
petitiven Überkopfstellung der Arme, im Wechsel von Stehen, Gehen und Sit
zen, wäre aus rein neurologischer Sicht – unter Berücksichtigung des chroni
schen posttraumatischen Kopfschmerzsyndroms – mit einer Arbeits- und Leis
tungsfähigkeit von 70
%
zu rechnen, entsprechend einer Arbeitsunfähigkeit von 30
%
. Die von der Beschwerdegegnerin im Rahmen einer Haushaltsabklärung ermittelte Einschränkung von 32.5
%
sei aus neurologischer Sicht nachvollzieh
bar (S. 40 f.).
Im Rahmen der rheumatologischen Beurteilung verwiesen die Experten auf ein variables
myofasziales
Bild im Bereich des Nackens. Sie führten aus, bei frühe
ren Untersuchungen seien vor allem eine Dysfunktion auf den Höhen der
Hals
wirbelkörper
(HWK) 2/3 und
3
/4 rechtsbetont festgestellt worden, radiologisch habe sich in den Funktionsaufnahmen bei Flexion auf den entsprechenden Hö
hen eine leichte
Lordosierung
anstatt wie zu erwarten
Kyphosierung
gezeigt. Radiologisch zeigten sich im Vergleich zu den früheren Aufnahmen keinerlei Veränderungen, nach wie vor liessen sich keine wesentlichen degenerativen Veränderungen nachweisen, im Bereich der HWS finde sich als einziger patho
logischer Befund eine Streckhaltung. Diese könne schon allein durch die mus
kuläre Verspannung erklärt werden. Zudem fänden sich in der aktuellen rheu
matologischen Untersuchung ausgeprägte Irritationszonen, Verspannungen der
Scaleni
und des
Levator
scapulae
rechtsbetont, Druckschmerzhaftigkeit auch des
scapularen
Ansatzes der
Rhomboidei
sowie der paravertebralen
Zervikalmusku
latur
. Auch sei der gesamte Ansatz des
Erector
trunci
an der
Linea
nuchae
su
perior
druckdolent
, wie auch die
Suboccipitalmuskulatur
. Die Beweglichkeit der HWS sei nur sehr unwesentlich eingeschränkt. Sämtliche Bewegungsausmasse lägen aber noch im Normbereich, es zeige sich jedoch eine Seitendifferenz.
Myo
fasziale
Bilder zeigten häufig eine wechselnde Ausprägung, so könne auch ein Wechsel von rechts nach links oder zumindest ein Wechsel der Akzentuie
rung von der einen auf die andere Seite festgestellt werden. Die Schmerzen wahrscheinlich etwas unterstützend, jedoch nicht alleine dafür verantwortlich, sei die
Fehlform
der Brustwirbelsäule (BWS)
;
hier finde sich zumindest klinisch eine leichte rechtskonvexe Skoliose, letztere sei auch bereits 2008 radiologisch festgestellt worden, zudem ein Flachrücken, was zu einer etwas veränderten statischen Belastung führe, was die Nackenproblematik unterstützen, jedoch nicht alleine auslösen könne. Eine exakte Bemessung der Arbeitsfähigkeit bei einem vorwiegend muskulär beziehungsweise
myofaszial
bedingten Schmerz
-
syndrom
mit entsprechenden variablen Befunden sei sehr schwierig. Wesentliche strukturelle Veränderungen im Bereich der HWS und BWS bestün
den nicht. Es sei jedoch durchaus nachvollziehbar, dass die zum Teil körperlich
belastende mit länger einzunehmenden Zwangshaltungen verbundene Arbeit als Physiotherapeutin durchaus zu
Schmerzexazerbationen
führen könne. Die Be
lastungsgrenzen würden von der Beschwerdeführerin adäquat geschildert. Die aktuell 50%ige Arbeitsfähigkeit scheine realistisch. Theoretisch wäre sie in einer optimal angepassten Tätigkeit unter Vermeidung sämtlicher Zwangshaltungen, repetitiver Rotationen mit dem Oberkörper und der HWS sowie
Überkopfarbei
ten
zu 90
%
arbeitsfähig (erhöhter Pausenbedarf, S. 41 f.).
Gesamtmedizinisch attestierten die Ärzte eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit für die angestammte Tätigkeit als Physiotherapeutin sowie eine 30%ige in einer opti
mal angepassten (S. 43).
4.
4.1
Grundsätzlich bedarf es für die Annahme eines invalidisierenden Gesundheitsscha
dens einer fachärztlichen, lege
artis
auf die Vorgaben eines an
erkannten Klassifikationssystems abgestützten Diagnose (
BGE 130 V 396
E. 6). Somatoforme Schmerzstörungen und ähnliche Leidenszustände vermögen in der Regel keine lang dauernde, zu einer Invalidität im Sinne von Art. 4
Abs.
1 IVG führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu bewirken (BGE
130 V 352
E. 2.2.2 und 2.2.3). Die
praxisgemässen
Grundsätze gelten auch für die Beurteilung der invalidisierenden Wirkung einer spezifischen Verletzung der HWS ohne or
ganisch nachweisbare Funktionsausfälle (
BGE 136 V 279
E. 3.2.3). Die Praxis fasst auch ein chronisches zervikales und
zervikozephales
Schmerzsyndrom nach HWS-Distorsionstrauma, ein
thoracovertebrales
Schmerzsyndrom sowie einen chronische
n
Kopfschmerz darunter (Urteil des Bundesgerichts 9C_681/2010 vom 14. Dezember 2010 E. 3.2.2).
4.2
Aus dem erwähnten Gutachten (E. 3) erhellt, dass die im Vordergrund stehende Kopfschmerzproblematik - für welche in der klinisch-neurologischen Untersu
chung kein organisches Substrat festgestellt werden konnte - zwar als selbstän
dige Diagnose ausgewiesen wurde. Indes ist bei der Würdigung von ärztlichen Berichten nicht allein die Diagnose
massgebend
, sondern unter welchen Be
schwerden die versicherte Person leidet, ob diese objektiviert werden können und welche Tätigkeiten der versicherten Person trotz ihrer gesundheitlichen Einschränkungen noch zumutbar sind (
BGE 136 V 279
E. 3.2.1).
Gemäss
den übereinstimmenden Ausführungen der Experten handelt es sich hier um eine Schmerzproblematik. Mithin sind die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sowohl der dominierenden Kopfschmerzen als auch der übrigen Beschwerden nach der Rechtsprechung zum Symptomenkomplex der
somatoformen
Störun
gen beziehungsweise den unklaren Beschwerden zu beurteilen, wonach ein in
validisierender Charakter nur unter spezifischen Voraussetzungen angenommen wird (Urteil des Bundesgerichts 9C_75/2014 vom 10. Juli 2014 E. 4.2.2).
4.3
Die Vorbringen der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 4 ff.) vermögen an diesen Folgerungen nichts zu ändern. So weisen namentlich die in rheumatologischer Hinsicht gestellten Diagnosen (
Urk.
1 S. 7) keine organische Schädigung aus, fallen doch Verspannungen und
Druckdolenzen
nicht darunter und wurde ein Zusammenhang der Kopfschmerzen mit der (diskreten)
Fehlform
der BWS sowie des Flachrückens nicht dargelegt. Auch die weiteren Diagnosen sind anhand der gutachterlich-klinischen Untersuchungen wohl dargelegt, nicht aber im Sinne einer Grunderkrankung ausserhalb der unklaren Beschwerden (BGE 139 V 547 E. 9.1.2). Denn die im Vordergrund stehende Kopfschmerzproblematik erschöpft sich gerade in den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin, welche sich nicht in objektivierter Form zur Darstellung bringen lassen.
5.
5.1
Auf der Ebene der Arbeitsunfähigkeit bezweckte BGE 130 V 352 die Sicherstel
lung eines gesetzmässigen Versicherungsvollzuges mittels der Regel/Ausnahme-Vorgabe beziehungsweise (seit E. 7.3 von BGE 130 V 396 und BGE 131 V 49) der Überwindbarkeitsvermutung. Gemäss BGE 141 V 281 ist die
Überwindbar
keitspraxis
in Änderung der Rechtsprechung aufzugeben (E. 3.5). In
methodi
scher Hinsicht ergibt sich Folgendes: Die Frage, ob die diagnostizierte Schmerz
störung zu einer ganzen oder teilweisen Arbeitsunfähigkeit führe, stellt sich nicht mehr im Hinblick auf die Widerlegung einer Ausgangsvermutung. Das bisherige Regel/
Ausnahme-Modell wird durch ein strukturiertes
, normative
s
Prüfungsraster ersetzt. Anhand eines Kataloges von Indikatoren erfolgt eine
er
gebnisoffene
symmetrische Beurteilung des – unter Berücksichtigung
leistungs
hindernder
äusserer Belastungsfaktoren einerseits und
Kompensationspotentia
len
(Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens (E. 3.6). Betont wird, dass die Aufgabe der Überwindbarkeitsvermutung an den Regeln betreffend die Zumutbarkeit nichts ändert, namentlich nicht am Erfor
dernis einer objektivierten Beurteilungsgrundlage. Nach Art. 7 Abs. 2 zweiter Satz ATSG liegt eine Erwerbsunfähigkeit nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist. Medizinisch-psychiatrisch nicht begründbare Selbstein
schätzungen und -limitierungen, wie sie gerichtsnotorisch ärztlicherseits sehr oft unterstützt werden – wobei erst noch häufig gar keine konsequente Be
handlung stattfindet –, sind auch künftig nicht als invalidisierende
Gesund
heitsbeeinträchtigung
anzuerkennen (E. 3.7.1).
Nach Aufgabe des Konzepts der Überwindbarkeitsvermutung, welche durch eine ergebnisoffene Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens als zentralem Beweisgegenstand abgelöst wird, scheint der Begriff des Kriteriums nicht mehr geeignet. Das Bundesgericht spricht fortan von Indikatoren, einem Begriff, der massgebliche Beweisthemen bezeichnet, anhand welcher ein bestimmter Sach
verhalt ermittelt wird (vgl. dazu auch Peter
Z._
, Probleme und offene Fragen in der Beurteilung der Erwerbsfähigkeit bei Probanden mit funktionellen Körperbeschwerdesyndromen, in: SZS 2014 S. 533 und 541 [Gutachten des Prof.
Dr.
Z._
, Klinik
A._
vom Mai 2014 zu Fragen der Schweizer Praxis zur Invaliditätsfeststellung bei
somatoformen
und ver
wandten Störungen]; BGE 141 V 281 E. 4.1.1 und E. 4.1.2).
Die im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren, welche nach gemeinsamen Eigenschaften systematisiert werden können, umschreibt das Bundesgericht in BGE 141 V 281 wie folgt:
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resistenz
(E. 4.3.1.2)
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen; E. 4.3.2)
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens; E. 4.4)
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener
Lei
dens
druck
(E. 4.4.2)
Die Antworten, welche die medizinischen Sachverständigen anhand der (im Einzelfall relevanten) Indikatoren geben, verschaffen den Rechtsanwendern In
dizien, wie sie erforderlich sind, um den Beweisnotstand im Zusammenhang mit der Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit bei psychosomatischen Störungen zu überbrücken (E. 4.1.3).
5.2
5.2.1
Nach neuer Praxis ist zunächst die Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde näher zu prüfen. Die Schwere des Krankheitsgeschehens ist anhand aller ver
fügbaren Elemente aus der Ätiologie und Pathogenese zu plausibilisieren.
Die Beschwerdeführerin klagt über erhebliche Schmerzen: Seit dem Unfall persis
tierten Nackenbeschwerden, welche chronische Kopfschmerzen auslösten
teilweise
mit
Übelkeit (
Urk.
7/76 S. 14) bei einem Wert von 6 auf einer Skala von 0 bis 10 (
Urk.
7/76 S. 20). Schmerzfreie Intervalle gebe es keine, morgens gehe es jeweils etwas besser. Am wohlsten sei es ihr bei leichten Bewegungen ohne Anstrengung und Monotonie, der Schmerzcharakter sei vorwiegend pul
sierend. Schmerzspitzen (bis Wert 10) gebe es bis zu drei Mal pro Monat (
Urk.
7/76 S. 25 f.). Die Ärzte hielten hierzu fest, die Beschwerden würden nüchtern und adäquat vorgetragen, die Angaben zu den Beschwerden und Ein
schränkungen seien sehr präzise (
Urk.
7/76 S. 33 f.).
Insgesamt erweisen sich die diagnoserelevanten Befunde – bei bestehendem
,
aber nicht über Gebühr beschriebenem Leidensdruck und kohärenter Schilde
rung - als mittelgradig ausge
prägt.
5.2.2
Zu beurteilen sind Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder
resistenz
. Zu diesem Indikator hielt das Bundesgericht fest, das definitive Scheitern einer in
dizierten, lege
artis
und mit optimaler Kooperation der versicherten Person durchgeführten Therapie weise auf eine negative Prognose hin. Rückschlüsse auf den Schweregrad einer Gesundheitsschädigung ergäben sich nicht nur aus der medizinischen Behandlung, sondern auch aus der Eingliederung im
Rechts
sinne
(BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2).
Dokumentiert ist, dass die Beschwerdeführerin nach der Wiederaufnahme der Arbeit innert einer Woche ihre Tätigkeit wieder niederlegen musste und auf Anraten des Hausarztes ihre Physiotherapiearbeit auf sechs Stunden pro Woche reduzierte. Hernach versuchte sie verschiedene Therapien (
Craniosakral
-Thera
pie, Osteopathie, Physiotherapie), was zum Weggang des aufgetretenen Tinnitus sowie zur Besserung der Konzentration und der Müdigkeit führte.
N
ach ein paar Monaten stagnierten indes
auch
die Nacken- und Kopfschmerzen.
Weiter
liess sie anfangs 2009 aufgetretene Blockierungen im HWS-Bereich durch einen Rheumatologen durch Manipulation und
Triggerpunkttherapie
behandeln, da
neben bekam sie Infiltrationen, was jedoch nicht geholfen habe.
Ferner
nahm sie Analgetika ein. Eine Besserung der Schulterschmerzen konnte in der Folge durch eine
Triggerpunktbehandlung
mit Nadeln erzielt werden. Im Januar 2010 stellte die Beschwerdeführerin sämtliche Therapien ein, seit welchem Zeitpunkt die Schmerzen stagnieren (
Urk.
7/76 S. 18 f.).
Diese Behandlungsgeschichte zeigt ein recht konsequentes Angehen der
Schmerz
problematik
mittels verschiedenen Therapieformen. Dass die Therapien indes anfangs 2010 sistiert wurden, lässt die Konsequenz nicht als vollumfäng
lich erscheinen und die Frage aufkommen, ob nicht eine weitere Verbesserung möglich gewesen wäre. Allerdings gingen die begutachtenden Ärzte (Mitte 2012) knapp vier Jahre nach dem Unfall sowie unter Hinweis auf den stattge
habten Verlauf von einem Residualzustand aus und verwiesen lediglich noch auf medikamentöse
Behandlungsv
arianten sowie Akupunktur (
Urk.
7/76 S. 46).
Damit ist – nach anfänglicher Besserung in verschiedener Hinsicht – in Bezug auf die verbleibende Schmerzproblematik eine gewisse Behandlungsresistenz zu erkennen.
5.2.3
Das Vorliegen einer Komorbidität ist ebenfalls ein zu prüfender Indikator im Zusammenhang mit der Frage der Überwindbarkeit gesundheitlicher Folgen von unklaren Beschwerdebildern (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3).
Ein gravierendes körperliches Leiden besteht nicht. Objektivierbar sind – nebst klinisch erhobenen
Druckdolenzen
und Verspannungen - einzig eine leichte thorakal rechtskonvexe Skoliose, ein thorakaler Flachrücken sowie eine zervi
kale Streckhaltung. Die Ärzte beschrieben die degenerativen Veränderungen als nicht wesentlich (E. 3).
In psychischer Hinsicht ist die Sachlage noch eindeutiger, besteht doch diesbezüg
lich gar keine Pathologie.
5.2.4
Was die persönlichen und sozialen Ressourcen der Beschwerdeführerin betrifft (vgl. dazu BGE 141 V 281 E. 4.3.2 und E. 4.3.3), stammt die Beschwerdeführerin aus gehobenen Einwander
er
kreisen aus Südafrika, ihre Eltern wanderten aus und ihr Vater ist dort Tierarzt. Auch das Physiotherapiestudium absolvierte sie in Südafrika (
Urk.
7/76 S. 21). Die seit 1998 mit einem
Polizeiinstruktor
verhei
ratete Beschwerdeführerin hat zwei Kinder (2002 und 2005) und bewohnt ein eigenes Einfamilienhaus, in dem sie ihre Physiotherapiepraxis betreibt (
Urk.
7/76 S. 13). Das Familienleben beschrieb die Beschwerdeführerin als un
auffällig mit konstruktiver und ausgewogener Aufgabenteilung (
Urk.
7/76
S. 20). Auch den sonstigen Akten sind keine Hinweise auf diesbezügliche psycho
soziale Belastungen zu entnehmen. Im Rahmen der psychiatrischen Begutach
tung wurde sie als leistungsorientiert, psychisch gesund und unauffällig be
schrieben (E. 3). Die Beschwerdeführerin selber beschreibt sich als grundsätzlich positiven Menschen, wobei es ihr „stinke“, sie aber gelernt habe, damit (mit den Schmerzen) umzugehen.
Damit verfügt die Beschwerdeführerin über intakte persönliche und soziale Res
sourcen.
5.2.5
Für eine Invalidität bei unklaren Beschwerdebildern spricht eine gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleichbaren Lebensbereichen. Zu prüfen ist, ob die diskutierte Einschränkung in Beruf und Erwerb einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Freizeitgestaltung) anderseits gleich ausgeprägt ist (BGE 141 V 281 E. 4.4.1).
Die Beschwerdeführerin schränkte ihre Arbeitstätigkeit von ca. 70
%
auf ca. 50
%
ein und bedarf im Haushalt vermehrt der Hilfe der Familienangehörigen. In den übrigen Lebensbereichen erscheint sie indes nicht als wesentlich einge
schränkt: Sie steht um 05.30 Uhr auf, versorgt die Hunde, nimmt um 07.00 Uhr das Morgenessen mit den Kindern
ein
und beginnt ab 08.00 Uhr mit der
Er
werbsarbeit
oder dem Haushalt. Die Kinder habe
n
ein gefülltes Sportprogramm. Fast jeden Tag muss sie ein Kind irgendwohin fahren. Der Sohn spielt Tennis und besucht einen Selbstverteidigungskurs, die Tochter reitet
und
macht Ballett. Am Samstag gehen bei
de
in den Skiclub, wo sie hingebracht werden müssen. Manchmal holt der Ehemann die Kinder ab, da er schon um 16.00 Uhr die Arbeit beenden kann (
Urk.
7/76 S. 20). Die Beschwerdeführerin selber ist sportlich aktiv, allerdings nicht mehr im gleichen Ausmass wie früher. Das Joggen hat sie durch
Crosstraining
ersetzt; sie fährt weiterhin Auto und Ski (
Urk.
7/76 S. 23). Nach wie vor geht sie mit den Hunden spazieren, indes nicht mehr mit allen drei auf einmal (
Urk.
7/40/6
Ziff.
6.7).
Damit zeigen sich in der Alltagsgestaltung inklusive Freizeit nur rudimentäre Einschränkungen.
5.2.6
Die Inanspruchnahme von therapeutischen Optionen, das heisst das Ausmass, in welchem Behandlungen wahrgenommen oder eben vernachlässigt werden, weist auf den tatsächlichen Leidensdruck hin (BGE 141 V 281 E. 4.4.2).
Die Beschwerdeführerin hat sämtliche Behandlungen sistiert, nachdem sich keine wesentliche Besserung mehr eingestellt hatte. Es erfolgt auch keine medi
kamentöse oder physiotherapeutische Basisbehandlung mehr, die Therapie be
schränkt sich auf die bedarfsgerechte Einnahme eines Schmerz- und eines Migränemittels (
Urk.
7/76 S. 29).
Dies deutet an sich auf einen nicht besonders ausgeprägten Leidensdruck hin, kann indes auch die nachvollziehbare Folge von zuletzt nicht mehr erfolgrei
chen Therapiebemühungen sein.
5.3
Die Prüfung der verschiedenen Indikatoren ergibt, dass diese nicht als in ausge
prägtem Umfang gegeben erachtet werden können. Wohl erfüllt die Beschwer
deführerin einige Kriterien, das faktische Aktivitätsniveau mit praktisch inexis
tenter Anpassung der Alltagsaktivitäten
spricht jedoch
dafür, dass ins
gesamt
eine Unüberwindbarkeit der Auswirkungen der Schmerzproblematik zu vernei
nen ist.
Damit ist der Beschwerde
gegnerin
zu folgen, welche nicht etwa am
Schmerzge
schehen
zweifelten, sondern – nach der überholten bisherigen Praxis – zum Er
gebnis kam, dass die vorliegende Pathologie invalidenversicherungsrechtlich nicht zu einer Leistungspflicht führt. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
6.1
Anzufügen bleibt, dass sich selbst bei Annahme von
invalidenversiche
-
rungsrecht
lich
relevanten Einschränkungen in der Arbeitsfä
higkeit und im Haushalt kein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversiche
rung ergibt.
6.2
Gemäss Auszug aus dem individuellen Konto erzielte die Beschwerdeführerin in den letzten vier Jahren vor Eintritt des Gesundheitsschadens ein durchschnittli
ches Einkommen von
Fr.
52‘925.-- (2004:
Fr.
60‘900.--, 2005:
Fr.
39‘900.--, 2006:
Fr.
53‘100.--, 2007:
Fr.
57‘800.--;
Urk.
7/6). Darauf stell
t
e die IV-Stelle im Vorbescheid vom 11. September 2012 ab (
Urk.
7/91). Das Einkommen von
Fr.
52‘925.-- indexierte sie auf, wobei aus den Akten nicht hervorgeht, auf wel
ches Jahr die Indexierung erfolgt
e
(angesichts der Berechnungen im Jahr 2011 wahrscheinlich 2010), und kam so auf ein
Valideneinkommen
von
Fr.
57‘182.-- (
Urk.
7/39/6 und
Urk.
7/88). Dieses blieb unbestritten (
Urk.
7/93/2) und gibt zu keinen Bemerkungen Anlass.
6.3
6.3.1
Nach der Rechtsprechung gilt im Gebiet der Invalidenversicherung ganz allge
mein der Grundsatz, dass die versicherte Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern. Als Richtschnur bei der Interessenabwägung kann gel
ten, dass die Anforderungen an die Schadenminderungspflicht zulässigerweise dort strenger sind, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Invalidenversicherung in Frage steht. Dies trifft beispielsweise zu, wenn der Verzicht auf
schadenmin
dernde
Vorkehren Rentenleistungen auslösen würde (Urteil des Bundesgerichts I 365/03 vom 8. Juli 2004 E. 4.2 mit Hinweisen; BGE 113 V 32). Ein Rentenan
spruch ist dann zu verneinen, wenn die versicherte Person selbst ohne
Einglie
derungsmassnahmen
, nötigenfalls mit einem Berufswechsel,
zumutbarerweise
in der Lage ist, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Urteil des Bundesgerichts 8C_460/2011 vom 22. September 2011 E. 2 mit Hinweisen).
Für die Auslegung des unbestimmten Rechtsbegriffs der zumutbaren Tätigkeit nach Art. 28 Abs. 2 IVG im Allgemeinen, wie bei der Aufgabe der selbständigen Erwerbstätigkeit im Besonderen, sind die gesamten subjektiven und objektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zu berücksichtigen. Im Vordergrund stehen bei den subjektiven Umständen die verbliebene Leistungsfähigkeit sowie die weite
ren persönlichen Verhältnisse, wie Alter, berufliche Stellung, Verwurzelung am Wohnort usw. Bei den objektiven Umständen sind insbesondere der ausgegli
chene Arbeitsmarkt und die noch zu erwartende Aktivitätsdauer
massgeblich
(Urteile des Bundesgerichts 8C_460/2011 vom 22. September 2011 E. 2 und I 365/03 vom 8. Juli 2004 E. 4.2, beide mit Hinweisen).
Rechtsprechungsgemäss
ist eine Betriebsaufgabe nur unter strenger Voraussetzung unzumutbar und es kann ein Betrieb selbst dann nicht auf Kosten der Invalidenversicherung auf
recht erhalten werden, wenn die versicherte Person darin Arbeit von einer ge
wissen erwerblichen Bedeutung leistet (Urteil des Bundesgerichts 9C_834/2011 vom 2. April 2012 E. 4).
6.3.2
Vorliegend fällt ins Gewicht, dass die Beschwerdeführerin in ihrer selbständigen Arbeitstätigkeit als Physiotherapeutin lediglich im Umfang von 50
%
arbeitsfä
hig ist, in einer angepassten Tätigkeit indes im Umfang von 70
%
. Das von ihr hypothetisch ausgeübte Pensum von 73
%
könnte sie
demgemäss
in einer
lei
densangepasste
n
Arbeit fast vollständig ausfüllen. Die hierbei zu erwartende
Einkommenseinbusse
ist dabei wesentlich kleiner, als wenn sie ihren Betrieb aufrechterhält. Zu berücksichtigen ist sodann, dass die mit Jahrgang 1970 noch junge Beschwerdeführerin eine verbleibende Erwerbsdauer von gut zwei Jahr
zehnten vor sich hat, was die Betriebsaufgabe umso mehr als
zweckmässig
er
scheinen lässt. Die Verwurzelung am Arbeitsort ist insofern irrelevant, als die Beschwerdeführerin am Betriebsort wohnt.
Schliesslich
ist die Betriebsaufgabe mit nur rudimentären wirtschaftlichen Nachteilen verbunden. Das Anlagever
mögen belief sich per 31. Dezember 2007 auf
Fr.
5‘101.-- (
Urk.
7/92/1).
Problematisch bei einer Erwerbstätigkeit
ausser
Haus ist zweifellos die er
schwerte Kinderbetreuung (
Urk.
7/39/3
Ziff.
3.2). Allerdings ist die Beschwer
deführerin bereits entsprechend organisiert und verfügt über eine Tagesmutter (
Urk.
7/40/6
Ziff.
6.6).
Nach dem Gesagten überwiegen die Gesichtspunkte, die für eine
Betriebsauf
gabe
und die Annahme einer unselbständigen Erwerbstätigkeit sprechen bei weitem, weshalb sich die Beschwerdeführerin ein entsprechendes Einkommen anrechnen lassen muss.
6.3.3
Ausgehend von einem statistischen Einkommen (LSE) von monatlich
Fr.
4‘225.-- für einfache und repetitive Tätigkeiten im Jahr 2010 (wobei sich allenfalls auch ein höheres Lohnniveau aufdrängen würde) ergibt sich bei einer durch
schnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden ein hypo
-
thetisch er
zielbarer Lohn von
Fr.
52‘855.-- und für das noch zumutbare Pensum von
Fr.
36‘998.--. Ein Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigt sich bei den für die Be
schwerdeführerin in Frage kommenden Tätigkeiten lediglich diskreten Ein
schränkungen nicht.
6.4
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
57‘182.-- und einem
Invalideneinkom
men
von
Fr.
36‘998.-- resultiert ein Invaliditätsgrad von 35
%
im
Erwerbsbe
reich
.
6.5
Damit erleidet die Beschwerdeführerin weder im Erwerbs- noch im
Haushaltbe
reich
(
unbestrittenermassen
32.5
%
) eine Einschränkung von mindestens 40
%
, weshalb ein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung
ausser
Betracht fällt und die Beschwerde auch unter diesem Titel abzuweisen ist.
7.
Die
Kosten
des
Verfahrens
(Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) sind auf Fr. 800.-- festzulegen und
ausgangsgemäss
der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.