Decision ID: 93200c81-7a0d-53b8-9718-04a66895b106
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
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A./ Die O. I. AG, S., ist Eigentümerin der rund 35'536 m2 grossen Parzelle Nr. X1111,
Grundbuch S. Das unmittelbar an der Grenze zur Gemeinde M. liegende Grundstück
befindet sich nach dem Zonenplan der Stadt S. vom 1. November 1980 in der Zone für
öffentliche Bauten und Anlagen.
B./ a) Die Baubewilligungskommission der Stadt S. bewilligte am 14. November 2008
den kompletten Abbruch der Gebäude des bisherigen Kurhauses O., dessen Ursprung
ins Jahr 1845 zurückgeht. Am 19. Dezember 2008 liess die Grundeigentümerin
stattdessen ein Baugesuch für einen dreischenkligen Neubau mit drei
Untergeschossen und vier Obergeschossen bzw. ein Hotel mit 150 Zimmern,
Restaurants (Gesundheitsrestaurant mit 85 Plätzen, Passanten-Restaurant mit 95
Plätzen, Stübli mit 30 bis 40 Plätzen, Lobby-Bar mit 50 Plätzen), Seminar-, Spa-, Ärzte-
und Therapieräumen sowie einer Tiefgarage mit 141 Parkplätzen einreichen. Laut
Umgebungsplan war auf der Nordseite ein Parkplatz mit 50 Abstellplätzen vorgesehen.
Innert Anzeige- und Auflagefrist vom 7. Januar 2009 bis 20. Januar 2009 gingen keine
Einsprachen ein. Die Baubewilligungskommission bewilligte das Baugesuch am
20. Februar 2009 unter Vorbehalt der Bedingungen und Auflagen. Da sie die Lage des
Baches als peripher erachtete, entschied sie, das Bachöffnungsprojekt in einem
separaten Verfahren zu prüfen. Unter Hinweis auf Art. 38 Abs. 1 des
Gewässerschutzgesetzes (SR 814.20, abgekürzt GschG) hielt sie aber gleichwohl fest,
dass der Bach im Rahmen dieses Baugesuchs offen und naturnah gestaltet werden
müsse. Das Gesuch um Bachoffenlegung sei dem Amt für Baubewilligungen vor
Baubeginn einzureichen und müsse spätestens mit Erstellung des Rohbaus des
Hauptgebäudes abgeschlossen sein.
b) Am 10. Februar 2010 reichte die Grundeigentümerin ein Korrekturgesuch ein, das
verschiedene Auflagen der genannten Hauptbaubewilligung zum Inhalt hatte, unter
anderem die Bachoffenlegung. Diesbezüglich teilte das Amt für Baubewilligungen der
Gesuchstellerin am 24. Februar 2010 mit, dass auf Grund des neuen
Wasserbaugesetzes (sGS 734.1, abgekürzt WBG) dafür kein Baubewilligungsverfahren
mehr möglich, sondern ein Planverfahren durchzuführen sei. Das Korrekturgesuch
betreffend Technikräume, hindernisfreies Bauen, Reduktion Parkplätze,
Beleuchtungskonzept, Energienachweis, Kurzzeitparkierung, Zweiradabstellplätze,
Signalisation und sickerfähige Beläge bewilligte es am 13. April 2010 unter Vorbehalt
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der Bedingungen und Auflagen, ohne das Gesuch aufgelegt oder angezeigt zu haben.
Das Farb- und Materialkonzept und die Bachoffenlegung wurden ausdrücklich von der
Bewilligung ausgenommen. Am 21. Mai 2010 erfolgte der Spatenstich.
C./ a) Am 25. Juni 2010 reichte die Grundeigentümerin dem Tiefbaumt S. das
Bachöffnungsprojekt ein. Während der Auflagefrist vom 23. August 2010 bis
22. September 2010 bzw. am 21. September 2011 erhoben J. und C. G., M.,
Eigentümer des nördlich angrenzenden Nachbargrundstücks Nr. 222, Grundbuch M.,
bei der Direktion Bau und Planung der Stadt S. mit folgenden Anträgen Einsprache
gegen das Projekt:
1. Das Wasserbauprojekt R-hofbach sei abzulehnen, allenfalls zur Überarbeitung und
Neuauflage an die Bauherrschaft zurückzuweisen.
2. Die Baubewilligungen vom 20. Februar 2009 mit den Bewilligungen gemäss
Korrekturplänen vom 19. Februar 2010 sowie dem Umgebungsplan vom 10. März 2010
seien aufzuheben, soweit sie die Zufahrten und Erschliessungsanlagen inkl.
Anlieferung, die Anzahl, Lage und Lärmabschirmung der offenen Parkplätze sowie die
Bachoffenlegung und Umgebungsgestaltung im Bereich S-strasse - Grundstückgrenze
222 und 333 GB M. (Westgrenze des Baugrundstücks X1111) betreffen.
3. Es sei der Bauherrschaft unter Androhung der Bestrafung nach StGB Art. 292 zu
verbieten, im Bereich gemäss Ziff. 2 vorstehend präjudizierende Bauarbeiten (auch
Vorbereitungsarbeiten) in die Wege zu leiten oder durchführen zu lassen, bevor die
Rechtsverfahren betreffend Baubewilligung und Wasserbauprojekt R-hofbach
rechtskräftig erledigt sind.
4. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Die Einsprecher störten sich insbesondere daran, dass das Wasserbauprojekt nicht im
Zusammenhang mit dem Gesamtprojekt beurteilt worden war.
b) Mit Schreiben vom 20. Oktober 2010 ersuchten die Nachbarn bezüglich des ihnen
nicht angezeigten Korrekturgesuchs um Eröffnung der Einsprachefrist, wobei sie
vorsorglich privatrechtliche und öffentlich-rechtliche Einsprache erhoben.
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c) Das Amt für Baubewilligungen wies das Gesuch um Erlass einer partiellen
Baueinstellungsverfügung mit Beschluss vom 8. März 2011 mit der Begründung ab,
dass die Bewilligung für den Neubau rechtskräftig sei, weshalb ein Baustopp nicht in
Frage komme. Selbst wenn sich die Bewilligung als formell falsch erweisen würde,
käme eine Baueinstellungsverfügung aus Gründen der Verhältnismässigkeit nicht in
Frage. Das Bachprojekt sei Gegenstand eines separaten Verfahrens, das derzeit noch
hängig sei. Die weiteren Umgebungsarbeiten würden erst später, nach Abschluss der
noch laufenden Hauptarbeiten ausgeführt. Bereits heute präventiv ein entsprechendes
Bauverbot auszusprechen, würde sowieso (noch) keine Wirkung entfalten. Den
Einsprechern wurden für diesen Beschluss weder Kosten auferlegt noch eine
Entschädigung zugesprochen.
d) Gegen den abschlägigen Beschluss des Amtsleiters erhoben die Einsprecher am
14. März 2011 Rekurs beim Baudepartement des Kantons St. Gallen und stellten
folgende Anträge:
1. Es sei der Bauherrschaft O. I. AG unter Androhung der Bestrafung ihrer Organe nach
StGB Art. 292 zu verbieten, im Bereich S-strasse - Grundstückgrenze 222 und 333 GB
M. (Westgrenze des Baugrundstücks X1111 S.) präjudizierende Bauarbeiten (auch
Vorbereitungsarbeiten) in die Wege zu leiten, weiterzuführen, durchzuführen und/oder
weiter- oder durchführen zu lassen, soweit diese die Zufahrten und
Erschliessungsanlagen inkl. Anlieferung, die Anzahl, Lage und Lärmabschirmung der
offenen Parkplätze sowie die Bachoffenlegung und Umgebungsgestaltung in diesem
Bereich betreffen, dies bis die Rechtsverfahren betreffend Baubewilligung und
Wasserbauprojekt R-hofbach rechtskräftig erledigt sind;
2. alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Zur Begründung machten sie im Wesentlichen eine Verletzung der Koordinationspflicht
und der Verfahrensrechte geltend und dass die Baubehörde die verlangte partielle
Baueinstellung zu Unrecht abgewiesen habe.
e) Das Baudepartement wies den Rekurs am 22. September 2011 kostenpflichtig ab.
Die Abweisung begründete es damit, dass die Rekurrenten mit der beantragten
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Baueinstellung Bauarbeiten verhindern wollten, die mit der Hauptbewilligung vom
20. Februar 2009 bereits rechtskräftig sanktioniert worden seien. Ein Widerruf dieser
Bewilligung rechtfertige sich vorliegend nicht. Bezüglich des Korrekturgesuchs vom 10.
bzw. 19. Februar 2010 sei es zwar tatsächlich fraglich, ob dessen Bewilligung im
Meldeverfahren korrekt gewesen sei. Auch in diesem Fall müssten aber die
Voraussetzungen für den Widerruf der formell falsch erteilten Bewilligung erfüllt sein.
Die Rekurrenten hätten jedoch nicht dargelegt, inwiefern sie durch das
Korrekturgesuch betroffen seien. Ihr Interesse an der Durchführung eines korrekten
Verfahrens sei somit lediglich formaler Natur, was kein schützenswertes Interesse
darstelle. Ob der Erlass eines Baustopps darüber hinaus auch unverhältnismässig
wäre, wie die Bewilligungsbehörde festgehalten hat, könne somit offengelassen
werden. Immerhin könne auf die Auflage IV./54 der Hauptbewilligung verwiesen
werden, womit sichergestellt sei, dass der Gewässerausbau spätestens mit der
Erstellung des Rohbaus des Hauptgebäudes abgeschlossen sein müsse.
D./ Gegen den Rekursentscheid vom 22. September 2011 erhoben die unterlegenen
Nachbarn am 10. Oktober 2011 beim Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen
Beschwerde. Mit Beschwerdeergänzung vom 11. November 2011 stellen sie folgende
Anträge:
Der Entscheid des Baudepartements vom 22. September 2011 sei aufzuheben, und es
sei die Streitsache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
Eventuell sei der Bauherrschaft O. I. AG unter Androhung der Bestrafung ihrer Organe
nach StGB Art. 292 zu verbieten, im Bereich S-strasse- Grundstückgrenze 222 und 333
GB M. (Westgrenze des Baugrundstücks X1111 S.) präjudizierende Bauarbeiten (auch
Vorbereitungsarbeiten) in die Wege zu leiten, weiterzuführen, durchzuführen und/oder
weiter- oder durchführen zu lassen, soweit diese die Zufahrten und
Erschliessungsanlagen inkl. Anlieferung, die Anzahl, Lage und Lärmabschirmung der
offenen Parkplätze sowie die Bachoffenlegung und Umgebungsgestaltung in diesem
Bereich betreffen, dies bis die Rechtsverfahren betreffend Baubewilligung und
Wasserbauprojekt R-hofbach rechtskräftig erledigt sind.
Subeventuell seien Ziff. 2 und 3 [Kosten und Entschädigung] des vorinstanzlichen
Entscheids aufzuheben.
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Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Die Beschwerdeführer machen unter anderem geltend, das Baugesuch bzw. die
Baubewilligung seien unzulässig aufgeteilt worden, weshalb die Bewilligung für den
Hauptbau nicht rechtskräftig werden könne, bis das Wasserbauprojekt und die übrigen
nachträglichen Änderungen ebenfalls in Rechtskraft erwachsen seien. Auch habe sich
erst im Laufe des Verfahrens gezeigt, dass sich der ursprüngliche Zweck des
Kurhauses O. in Richtung einer privaten Hotelanlage mit privaten Arztpraxen
verschiebe, womit das Bauvorhaben in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen
nicht mehr zulässig sei. Die schleichende Zweckänderung müsse deshalb neu
aufgelegt werden. Die nachträglich im falschen Verfahren und somit noch nicht
rechtskräftig bewilligten Aussenparkplätze wie auch die Zulieferung seien genauso
rechtswidrig wie die nun offenbar geplante Terrasse für das Gartenrestaurant auf dem
gedeckten Anlieferungsraum beim Nordwestflügel.
E./ a) Das Baudepartement beantragt mit Vernehmlassung vom 5. Dezember 2011, die
Beschwerde abzuweisen und wiederholt, dass die gerügte Verletzung der
Koordinationspflicht im Rahmen der Hauptbewilligung hätte geltend gemacht werden
müssen. Es sei widersprüchlich, wenn die Beschwerdeführer zum Einen behaupten,
dass die Ursprungsbewilligung noch nicht rechtskräftig sei und zum Anderen verlangen
würden, dass eine Auflage dieser Bewilligung umgesetzt werden müsse. Der Hinweis
auf die entsprechende Auflage im Entscheid sei bloss eine Bemerkung gewesen und
nicht etwa Bestandteil der Argumentation, weshalb der Rekurs habe abgewiesen
werden müssen.
b) Das Amt für Baubewilligungen beantragt mit Eingabe vom 19. Dezember 2011 die
Abweisung der Beschwerde und nahm ansonsten nicht weiter Stellung.
c) Die Beschwerdeantwort der Bauherrschaft datiert vom 26. Januar 2012, womit diese
beantragt, die Beschwerde kostenpflichtig abzuweisen. Sie macht unter anderem
geltend, dass nicht das Baugesuch aufgesplittert worden sei, sondern dass
verschiedene Bauvorhaben zu beurteilen gewesen seien, deren Beurteilung nicht habe
koordiniert werden müssen. Zwar sei ein gewisser örtlicher Zusammenhang durchaus
zu bejahen, eine sachlich notwendige Verknüpfung bestehe aber nicht. Die
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Beschwerdeführer hätten es sodann unterlassen aufzuzeigen, inwiefern die
Koordination der beiden Verfahren für sie zu einem günstigeren Ergebnis geführt hätte.
F./ a) Die Beschwerdeführer replizieren mit Eingabe vom 10. Februar 2012, dass
sowohl die Bauherrschaft als auch die Bewilligungsbehörde auf Grund der zahlreichen
Stellungnahmen der kantonalen Fachstellen darüber im Bild gewesen seien, dass das
Bauprojekt und die Bachoffenlegung hätten koordiniert werden müssen. Die
entsprechende Unterlassung habe nun zur Folge, dass die Bauarbeiten, die im
südlichen Bereich der Bauparzelle ungeachtet der laufenden Verfahren weitergeführt
würden, widerrechtlich seien.
b) Mit Schreiben vom 11. April 2012 reichen die Beschwerdeführer weitere Unterlagen
nach, woraus sich ergebe, dass die Baubewilligungsbehörde mittlerweile ebenfalls
einräumen müsse, dass für bereits im Bau befindliche Anlagen die Baubewilligung
fehle. Damit sei erstellt, dass es vorliegend nicht um den Widerruf rechtskräftiger
Bewilligungen gehe, wie die Vorinstanz argumentiere. Vielmehr müsse mit dem
verlangten Baustopp verhindert werden, dass unbewilligte Tatsachen geschaffen
würden.
c) Die Beschwerdegegnerin antwortet mit Schreiben vom 13. April 2012, dass mit dem
angesprochenen unbewilligten Bauvorhaben der Wendehammer gemeint sei, wofür
tatsächlich kein Baugesuch vorliege. Während mit dem ursprünglichen
Umgebungsplan vom 19. Dezember 2008 gar keine Wendemöglichkeit geplant
gewesen sei, habe der Korrekturplan vom 10. Februar 2010 eine solche beinhaltet.
Dabei handle es sich aber um keinen eigentlichen Wendehammer, sondern um einen
blossen Wendeplatz. Dieser sei mit Bewilligung vom 13. April 2010 genehmigt worden.
Ein Wendehammer sei in der Folge zwar ebenfalls geplant gewesen, wegen der
Opposition der Nachbarn werde darauf nun aber verzichtet und der Wendeplatz wie
bewilligt realisiert.
G./ Auf die weiteren Vorbringen der Beteiligten wird, soweit wesentlich, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Die Beschwerdeführer rügen, die Rekurssachbearbeiterin sei befangen gewesen und
hätte in den Ausstand treten müssen, weil sie vorab die Erfolgsaussichten des
Rekurses "mit seltener Offenheit" als aussichtslos beurteilt bzw. in Aussicht gestellt
habe und dass sie dem Departementsvorsteher die Abweisung des Rekurses
beantragen werde.
2.1. Nach Art. 7 Abs. 1 lit. c VRP haben öffentliche Angestellte in den Ausstand zu
treten, wenn sie als befangen erscheinen. Befangenheit ist gegeben, wenn Umstände
vorliegen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit zu erwecken. Solche
Umstände können in einem bestimmten subjektiven Verhalten der betroffenen Person
oder in funktionellen oder organisatorischen, das heisst objektiven Gegebenheiten
begründet sein. Befangenheit ist in der Regel zu bejahen, wenn eine ausgeprägte
Freundschaft oder Feindschaft besteht. Als befangen hat im Weiteren zu gelten, wer
ein unmittelbares persönliches Interesse am Ausgang des Verfahrens hat.
Massgebendes Kriterium hinsichtlich der Frage der Vorbefassung ist, dass das
Verfahren in Bezug auf den konkreten Sachverhalt und die konkret zu entscheidenden
Rechtsfragen trotz der Vorbefassung als offen erscheinen muss und nicht der Anschein
der Vorbestimmtheit erweckt werden darf (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit
im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 192 f.).
2.2. Konkret besteht kein Grund zur Annahme, die Rekurssachbearbeiterin hätte den
angefochtenen Entscheid nicht zu Handen des Departementsvorstehers redaktionell
vorbereiten dürfen. Der Vorwurf der Befangenheit ist grundsätzlich unbegründet, wenn
im Verfahren seitens der Behörde die Erfolgsaussichten erörtert werden. Abgesehen
davon, dass es sich bei der Mitarbeiterin um kein Behördenmitglied und damit um
keine Entscheidungsträgerin handelt, hat sie anders als in AJP 5/2011 Nr. 1.14.
S. 682 f. mit keiner Äusserung über den Verfahrensausgang den Eindruck erweckt, sie
habe sich vorzeitig eine feste und abschliessende bzw. definitive Meinung über den
Ausgang des Rekursverfahrens gebildet. Sie hat den Beschwerdeführern vielmehr
mitgeteilt, dass sie den Rekurs auf Grund ihrer vorläufigen Beurteilung als aussichtslos
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beurteile. Dass die Behörde bzw. der verfahrensleitende Sachbearbeiter ihre Ansicht
zum Verfahren bzw. zu dessen Aussichten kundtut, ist speziell in Bausachen durchaus
üblich und wird von den Parteien sogar vielfach gewünscht. Gerade bei Verfahren, an
denen mehrere Betroffene teilnehmen, kann es sinnvoll sein, dass die Behörde oder
Verwaltung im Rahmen von Art. 54 VRP ihre Rechtsauffassung darlegt, um so eine
gütliche Einigung zwischen den Beteiligten zu erzielen oder dem Einsprecher bzw.
Rekurrenten Gelegenheit zu geben, seine Einsprache oder den Rekurs zurückzuziehen,
um so die Verfahrenskosten tief zu halten das Verfahren zu beschleunigen. Geradezu
unvermeidlich ist eine Prognose über Sachverhalt und Rechtslage dann, wenn wie
vorliegend über vorsorgliche Massnahmen zu entscheiden ist, Beweise erhoben,
Gutachten in Auftrag gegeben oder Zeugen befragt werden müssen (B. Schindler, Die
Befangenheit der Verwaltung, Diss., Bern 2002, S. 131). Im Übrigen ist eine Verletzung
des materiellen Rechts oder die Missachtung von Verfahrensvorschriften durch eine
Amtsperson im Regelfall ungeeignet, deren Befangenheit zu bewirken. Solche Fehler
sind im dafür vorgesehenen Verfahren, das heisst in der Regel mit einem Rechtsmittel
gegen den Entscheid selber, geltend zu machen (VerwGE B 2011/17 vom 12. April
2012 E. 3.3. mit Hinweisen, abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch).
2.3. Im vorliegenden Fall bestehen somit keine Anhaltspunkte dafür, dass der
juristischen Mitarbeiterin der Vorinstanz im Zusammenhang mit der Leitung des
Rekursverfahrens Voreingenommenheit vorgeworfen werden müsste. Ein persönliches
Interesse am Ausgang des Verfahrens machen die Beschwerdeführer nicht geltend und
ist auch sonst nicht ersichtlich.
3. Anfechtungsgegenstand ist der Rekursentscheid vom 22. September 2011, womit
die Vorinstanz den Beschluss des Amtes für Baubewilligungen vom 8. März 2011
bestätigt hat. Damit wurde im Rahmen des Bachöffnungsprojekts R-hofbach das
Gesuch um Erlass einer teilweisen Baueinstellungsverfügung (Verbot von
präjudizierenden Bau- und Vorbereitungsarbeiten für die Zufahrten,
Erschliessungsanlagen zusammen mit der Anlieferung, den Aussenparkplätzen mit
Lärmabschirmung sowie die Bachoffenlegung und die Umgebungsarbeiten)
abgewiesen.
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3.1. Eine Baueinstellungsverfügung kann erlassen werden, wenn unberechtigerweise
mit der Errichtung von Bauten und Anlagen begonnen wird (Art. 130 Abs. 1 des
Baugesetzes, sGS 731.1, abgekürzt BauG). Die Beschwerdeführer sehen die
Unrechtmässigkeit der laufenden Bauarbeiten darin begründet, dass die
Baubewilligungen vom 20. Februar 2009 und 13. April 2010 wegen Verfahrensfehlern
nicht rechtskräftig geworden seien. Sie bemängeln namentlich, dass die
Hauptbewilligung für den Neubau des Kurhauses und des Medical Centers O. bzw. die
damit zusammenhängende Bachverlegung und -öffnung nicht als Ganzes beurteilt und
bewilligt worden sind und dass die nachträgliche Korrekturbewilligung im falschen
Verfahren erteilt worden sei.
3.2. Die Bewilligungsbehörde erteilt eine Baubewilligung nach einer Gesamtbeurteilung
des Bauvorhabens auf Grund des Baugesuchs, der Pläne, der Einsprachen und der
Vernehmlassung des Gesuchstellers als Gesamtentscheid. Eine Aufteilung in
"Teilbewilligungen" ist dabei unzulässig, da die nachträgliche Aufteilung des
ursprünglichen Gesuchs gegen das Prinzip der Einheit des baurechtlichen Entscheids
verstossen würde (B. Heer, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 852
mit Hinweisen; VerwGE B 2011/122 vom 1. Mai 2012 E. 2.3., VerwGE B 2009/71 und
72 vom 18. März 2010 E. 2.3.2., abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch). Sind für die
Verwirklichung eines Bauprojekts verschiedene materiellrechtliche Vorschriften
anzuwenden und besteht zwischen diesen Vorschriften ein derart enger
Sachzusammenhang, dass sie nicht getrennt und unabhängig voneinander
angewendet werden können, muss die Rechtsanwendung materiell gleichzeitig und
widerspruchsfrei koordiniert erfolgen. Dies gilt insbesondere, wenn für die Errichtung
oder Änderung einer Baute oder Anlage Verfügungen mehrerer Behörden nötig sind
(Art. 25a Abs. 2 lit. d sowie Abs. 3 und 4 des Raumplanungsgesetzes, SR 700,
abgekürzt RPG). Art. 25a RPG kommt auch dann zur Anwendung, wenn für die
verschiedenen Bewilligungen (Verfügungen) nur eine Behörde zuständig ist (Waldmann/
Hänni, Handkommentar zum Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Rz. 23 zu Art. 25a
RPG). Das Koordinationsgebot gilt in verfahrensmässiger Hinsicht in dem Sinn, dass
ein Bauvorhaben als Ganzes in einem einheitlichen Rechtsmittelverfahren angefochten
werden können muss (GVP 2000 Nr. 79 S. 202 mit Hinweisen). Ein einheitliches
Rechtsmittelverfahren fällt nur dahin, wenn die zur Bewilligung eines Vorhabens
massgeblichen Rechtsfragen teils durch Bundes- und teils durch kantonale Behörden
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zu beurteilen sind bzw. das projektierte Bauvorhaben nach der gesetzlichen Regelung
aus einem dem kantonalen und einem dem eidgenössischen Recht unterliegenden Teil
besteht und eine Ausdehnung der einen oder anderen Kompetenz nicht möglich ist. In
diesen Fällen beschränkt sich die Koordination auf eine inhaltlich abgestimmte
Rechtsanwendung (BGer 1A.141/2006 vom 27. September 2006 E. 5.1).
3.2.1. Der R-hofbach befand sich teilweise unter dem abgebrochenen
Gebäudekomplex und verläuft nach wie vor eingedolt im Bereich des Neubaus. Von
einer "peripheren Lage" des Gewässers kann somit keine Rede sein, auch wenn der
Bach gemäss den Gesuchunterlagen an die Parzellengrenze verlegt werden soll. Der
überdeckte Bach ist im Rahmen der Neuüberbauung des Grundstücks nach Art. 38
Abs. 1 GschG offenzulegen, worauf das kantonale Tiefbauamt bereits im Rahmen der
Vorprüfung zu Recht mehrfach hingewiesen und was die Bewilligungsbehörde
ihrerseits im Beschluss vom 20. Februar 2009 ausdrücklich aufgenommen hat. An der
gesetzlichen Pflicht, den Bach im Rahmen der Neuüberbauung O. zu öffnen, ändert
auch nichts, dass der eingedolte Teil des R-hofbaches entgegen der Baubewilligung
vom 20. Februar 2009 bis heute nicht offengelegt wurde. Auf den verlangten
Augenschein zur Tatsache, dass der Bach nach wie vor unterirdisch fliesst, kann daher
verzichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung, BGer 1C_9/2011 vom 7. April 2011 E.
2). Sodann hat sich die Annahme der Baubehörde, dass sich für den offen und
naturnah zu gestaltenden Bach auch nachträglich noch genug Platz finden würde, als
falsch erwiesen. Die unterlassene Verfahrenskoordination jedenfalls hat zur Folge, dass
in Anwendung von Art. 36a GschG in Verbindung mit Art. 41a der
Gewässerschutzverordnung (SR 814.201) die vorgeschriebene Bachöffnung bloss noch
mit gewässerabstandsvermindernden Baulinien möglich ist. Dabei war die
entsprechende Änderung des Gewässerschutzgesetzes schon im Zeitpunkt der
Hauptbewilligung absehbar gewesen.
3.2.2. Mit Blick auf den engen Sachzusammenhang und die daraus folgende
Koordinationspflicht hätte die Bewilligungsbehörde somit bereits im Rahmen des
Bewilligungsverfahrens ein konkretes Bachöffnungsprojekt verlangen und dieses in
Anwendung von Art. 50 des alten Wasserbaugesetzes (nGS 18-58) im Rahmen einer
Gesamtbeurteilung prüfen müssen, wie die Beschwerdeführer zu Recht geltend
machen. Ab 1. Januar 2010 ist dafür ein Planverfahren durchzuführen, welches das
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Baubewilligungsverfahren ersetzt (Art. 21 des Wasserbaugesetzes, sGS 734.1,
abgekürzt WBG). Die unterlassene Abstimmung der Verfahren hat zum unerwünschten
Widerspruch geführt, dass das Bachprojekt noch immer nicht in Angriff genommen
worden ist - das entsprechende Plan- bzw. Rekursverfahren ist gemäss Schreiben des
kantonalen Tiefbauamtes vom 4. April 2012 derzeit wegen verschiedener Mängel der
Gesuchunterlagen bzw. Pläne sistiert -, obwohl der Gewässerausbau gemäss Auflage
Nr. 54 der Baubewilligung vom 20. Februar 2009 spätestens mit der Erstellung des
Rohbaus des Hauptgebäudes hätte abgeschlossen sein müssen, was gemäss der
Homepage www.o.ch im November 2011 der Fall war.
3.3. Ist eine Verfügung fehlerhaft, ist sie entweder nichtig, anfechtbar oder widerrufbar
(Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Auflage, Zürich 2010,
Rz. 949).
3.3.1. Nichtigkeit ist von Amtes wegen zu beachten und kann von jedermann jederzeit
geltend gemacht werden. Der Mangel muss aber besonders schwer, offensichtlich und
leicht erkennbar sein. Zudem darf die Aufhebung der Verfügung die Rechtssicherheit
nicht gefährden. Die Erteilung einer Bewilligung muss ausserdem wegen klarer
Rechtswidrigkeit des Vorhabens ausser Betracht fallen.
3.3.1.1. In Bezug auf die Baubewilligung vom 20. Februar 2009 liegen keine Fehler vor,
bei deren Vorliegen die Bewilligung als nichtig betrachtet wird. Insbesondere liegt kein
besonders schwerer Mangel vor, der offensichtlich oder zumindest leicht erkennbar
wäre. Das Interesse der Bauherrin am Fortbestand der Rechtskraft der Baubewilligung
aus dem Jahr 2009 für den weitgehend realisierten Kurhauskomplex überwiegt das
Interesse an der richtigen Rechtsanwendung, konkret der Koordination der Bewilligung
des Neubaus mit dem Wasserbauprojekt. Auch wenn wegen der gestaffelten
Beurteilung der gesetzliche Gewässerabstand bzw. Gewässerraum nicht mehr
eingehalten werden kann, konnte gemäss der wasserbaulichen Stellungnahme vom
11. Mai 2011 die Genehmigung des Projektes gleichwohl in Aussicht gestellt werden,
da es im vorliegenden Fall hinsichtlich des Hochwasserschutzes sachlich vertretbar ist,
die gesetzlichen Abstandsvorschriften zu verkürzen.
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3.3.1.2. Anders verhält es sich mit der Bewilligung des Amtes für Baubewilligungen für
die Korrekturpläne vom 19. Februar 2010 sowie dem Umgebungsplan vom 10. März
2010, die unter Vorbehalt der Bedingungen und Auflagen am 13. April 2010 im
Meldeverfahren gemäss Art. 82ter BauG erteilt und mit der gleichzeitig eine Beurteilung
einer kantonalen Instanz vom 23. März 2010 als Bestandteil der Bewilligung im Sinn
eines Gesamtentscheids nach dem Gesetz über die Verfahrenskoordination in
Bausachen (sGS 731.2) eröffnet wurde. Davon abgesehen, dass die Bauherrin
ausdrücklich die Bewilligung im ordentlichen Verfahren nach Art. 81 f. BauG verlangt
hatte und das Meldeverfahren damit von Vornherein nicht in Frage gekommen wäre,
findet das verkürzte Vefahren grundsätzlich keine Anwendung, wenn damit wesentliche
öffentliche Interessen berührt sind. Demnach ist das Meldeverfahren ausgeschlossen,
wenn wie vorliegend neben der Bewilligung eine Verfügung einer kantonalen Instanz im
koordinierten Verfahren nötig ist. Dabei sind wesentliche öffentliche Interessen zu
prüfen, was im Meldeverfahren ausgeschlossen ist (Heer, a.a.O., Rz. 903). Sind mit der
Bewilligung Auflagen und Bedingungen verbunden, die wie vorliegend in einer
förmlichen Baubewilligung festgelegt werden müssen, kommt das Meldeverfahren
ebenfalls nicht in Frage (Heer, a.a.O., Rz. 900).
3.3.1.3. Mit der Bewilligung durch das Amt für Baubewilligungen ist auch die sachliche
Zuständigkeitsregelung gemäss Art. 64 ff. der Bauordnung der Stadt S. vom 1. Oktober
2006 (sRS 731.1., abgekürzt BO) verletzt. Demnach kann der Amtsleiter bloss in jenen
Fällen eine Baubewilligung erteilen, die keine wichtigen öffentlichen Interessen
berühren und wenn die Rechtslage klar ist (Art. 67 Abs. 1 BO). Alle anderen Fälle fallen
in den Zuständigkeitsbereich der Baubewilligungskommission (Art. 65 lit. b BO). Da
dies vorliegend nicht der Fall ist und dem städtischen Amtsleiter im Bereich der
Baubewilligungen keine allgemeine Entscheidungsgewalt zusteht, erweist sich die
vorliegende Bewilligung im Meldeverfahren gemäss Art. 67 BO zufolge sachlicher und
funktioneller Unzuständigkeit als ungültig (Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 961).
3.3.1.4. Mit der falschen Verfahrenswahl liegt gegenüber den einspracheberechtigten
Dritten sodann ein schwer wiegender Eröffnungsfehler vor, womit die erteilte
Bewilligung den Anstössern gegenüber keine Rechtswirkung entfaltet. Daran ändert
nichts, dass die Beschwerdeführerin die Durchführung des ordentlichen Verfahrens
beantragt hat. Der professionell vertretenen Bauherrin muss in diesem Zusammenhang
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zumindest vorgeworfen werden, dass sie sich dagegen hätte wehren müssen, dass
statt des beantragten ordentlichen Baubewilligungsverfahrens lediglich das stark
verkürzte Meldeverfahren durchgeführt wurde. Immerhin könnte der daraus
resultierende Mangel, die so genannte hinkende Rechtskraft der Baubewilligung, im
Nachhinein noch geheilt werden, indem die Bewilligung den Einspracheberechtigten
nachträglich noch eröffnet wird, so dass diese die Wiederherstellung der
Einsprachefrist verlangen bzw. Rekurs ergreifen können, sobald sie vom Baugesuch
bzw. der Baubewilligung Kenntnis erhalten haben (Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O.,
Rz. 977; VerwGE B 2009/71 und 72 vom 18. März 2010 E. 2.4., abrufbar unter:
www.gerichte.sg.ch; Juristische Mitteilungen 2006/I Nr. 4, abrufbar unter:
www.jumi.sg.ch).
3.3.1.5. Nachdem vorliegend bereits feststeht, dass die Korrekturbewilligung von
unzuständiger Stelle erteilt und damit nichtig ist, muss nicht mehr geprüft werden, ob
die Beschwerdeführer mit ihrer vorsorglichen privatrechtlichen und öffentlich-
rechtlichen Einsprache vom 20. Oktober 2010 nach erstmaliger Kenntnisnahme des
Korrekturgesuchs bzw. der entsprechenden Bewilligung nachträglich rechtzeitig
Einspruch erhoben haben und ob ihnen dabei ein Rechtsschutzinteresse zukommt
bzw. ob die Korrekturbewilligung sogar hätte widerrufen werden müssen. Hinsichtlich
der Legitimation der Beschwerdeführer kann zwar ohne weitere Prüfung gesagt
werden, dass etwa die blosse Reduktion der Aussenparkplätze grundsätzlich kein
Rechtsschutzinteresse für eine Einsprache begründen würde. Die Befugnis zur
Anfechtung des Baugesuchs fehlt grundsätzlich dann, wenn die Nachbarn durch das
Baugesuch bzw. die Projektänderung eher begünstigt als behindert werden (BR 1/2012
S. 16 Nr. 40). Gemäss eigenen Ausführungen der Beschwerdegegnerin vom 13. April
2012 wurden mit der Korrekturbewilligung aber nicht bloss Parkplätze aufgehoben,
sondern auch ein Wendeplatz geschaffen, der den Unterlagen im Planverfahren des
Wasserbauprojektes zufolge als Wendehammer hätte ausgebaut werden sollen. Dazu
kommt unter anderem die nachträgliche Bewilligung neuer Kurzzeitpark- und
Veloabstellplätze. Ohne genauere Prüfung der entsprechenden Einsprache kann somit
nicht vorweg beantwortet werden, ob den Beschwerdeführern bezüglich des
Korrekturgesuchs jegliches Rechtschutzinteresse abgeht oder nicht.
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3.3.2. Während die Nichtigkeit einer Verfügung wie gesagt jederzeit gerügt werden
kann und von Amtes wegen zu beachten ist, muss deren Anfechtbarkeit von den
Betroffenen während einer bestimmten Frist in einem förmlichen Verfahren geltend
gemacht werden, worauf die fehlerhafte Verfügung aufgehoben oder geändert wird.
Während die Fehlerhaftigkeit einer Verfügung nur ausnahmsweise zur Nichtigkeit führt,
ist deren Anfechtbarkeit die Regel (Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 951).
3.3.2.1. Das Baugesuch vom 19. Dezember 2008 wurde öffentlich aufgelegt und den
Anstössern korrekt angezeigt. Die Beschwerdeführer hatten demnach Gelegenheit, die
Gesuchunterlagen einzusehen. Dabei hätten sie anhand des Freianlagenkonzepts/
Umgebungsplans feststellen können, dass der R-hofbach verlegt und im Bereich bzw.
entlang ihres Grundstücks geöffnet werde. Aus dem - ebenfalls aufgelegten -
Erläuterungstext zur Freiraumgestaltung geht hervor, dass ein kleiner offener Bach
entlang eines Weges fliessen soll. Daran ändert nichts, dass die Bauherrin nachträglich
behaupten liess, der Bach sei in den Gesuchunterlagen irrtümlich offengelegt
dargestellt. Davon abgesehen, dass sich ein Gesuchsteller bei seinem
unmissverständlichen Baugesuch behaften lassen muss bzw. ein neues Gesuch
einreichen müsste, wenn er abweichend von den bewilligten Plänen bauen will,
entspricht die nachgesuchte Bachöffnung im Grundsatz eben gerade der gesetzlichen
Verpflichtung, den überdeckten Bach im Rahmen des Bauvorhabens auszudolen.
3.3.2.2. Nachdem die Beschwerdeführer innert Auflagefrist keine Einsprache gegen das
samt Umgebungsgestaltung aufgelegte und angezeigte Bauprojekt erhoben haben,
sind sie vom anschliessenden Verfahren ausgeschlossen (Heer, a.a.O., Rz. 928). Dass
keine Möglichkeit für ihre Teilnahme am Einspracheverfahren bestanden habe, weil
ihnen zum Beispiel das Baugesuch nicht eröffnet worden sei, machen sie zu Recht
nicht geltend. Sie haben vielmehr freiwillig darauf verzichtet, am Bewilligungs- bzw.
Einspracheverfahren teilzunehmen, weshalb sie ihr Beteiligungsrecht zu einem
späteren Zeitpunkt verwirkt haben (I. Häner in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.],
Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/St. Gallen 2008,
N 8 zu Art. 48 VwVG). Daran ändert auch nichts, dass das Wasserbauprojekt
nachträglich in Verletzung der Koordinationspflicht in ein separates Verfahren
verwiesen worden ist.
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3.3.2.3. Im nachfolgenden Planverfahren wurde zwar der Verlauf des Baches geändert.
Das entsprechende Projekt wurde aber in Anwendung von Art. 24 WBG wiederum
öffentlich aufgelegt und den Beschwerdeführern darüber hinaus auch angezeigt. Damit
erhielten sie erneut Gelegenheit, gegen das Wasserbauprojekt Einsprache zu erheben.
Demgegenüber hat die blosse Projektänderung, vorliegend der gegenüber dem
aufgelegten Freianlagenkonzept/Umgebungsplan veränderte Bachlauf, nicht zur Folge,
dass das ansonsten rechtskräftig bewilligte Bauprojekt von Grund auf neu geprüft und
wiederum als Gesamtes bewilligt werden müsste (VerwGE B 2011/106 vom 20. März
2012 E. 1.5., abrufbar unter www.gerichte.sg.ch). Soll nachträglich ein Teil eines
Bauvorhabens anders als bewilligt ausgeführt werden, ist lediglich noch diese
Änderung anfechtbar. Damit liegt auch keine Gehörsverletzung vor, weil im
Planverfahren ein anderer Bachverlauf zur Diskussion steht als noch im ursprünglichen
unstrittigen Baubewilligungsverfahren.
3.3.2.4. Die Beschwerdeführer leiten ihre nachträgliche Einspracheberechtigung gegen
das Gesamtprojekt insbesondere aus dem Urteil VerwGE B 2009/71 und 72 vom
18. März 2010 E. 2.3.2., abrufbar unter www.gerichte.sg.ch, ab. Diesem Entscheid lag
jedoch insofern ein anderer Sachverhalt zu Grunde, als dort das Baugesuch - anders
als vorliegend - den Anstössern fälschlicherweise nicht angezeigt worden war und
überdies dem Anwohner, der das Bauprojekt bzw. die Nutzungsänderung nach
Kenntnisnahme der Bewilligung unverzüglich gerügt hatte, die Legitimation für einen
Teil des in sich zusammenhängenden Bauvorhabens zu Unrecht aberkannt wurde.
Demgegenüber ist hier das Baugesuch korrekt angezeigt und aufgelegt worden. Die
Einspracheberechtigten hätten den aufgelegten Unterlagen demnach entnehmen
können, dass der überdeckte Bach geöffnet und an die westliche Grundstücksgrenze
verlegt werde, was sie innerhalb der Einsprachefrist hätten rügen können bzw. müssen.
Die verpasste Einsprachefrist gegen den Hauptbau lebt auch nicht deshalb nochmals
auf, weil die Bewilligungsbehörde in der Folge einen Koordinationsfehler begangen hat.
Diesen Fehler hätten die Nachbarn wie gesagt mit Rekurs gegen die erteilte
Baubewilligung rügen müssen.
3.3.2.5. Denkbar wäre schliesslich, dass erst der angefochtene Entscheid die
Parteistellung begründet hätte, da nicht verlangt werden kann, dass potentielle
Parteien von sich aus begehren, beigeladen zu werden (Häner, a.a.O., N 8 zu Art. 48
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VwVG). Eine solche Konstellation wird vorliegend aber zu Recht nicht geltend gemacht.
Die Koordinationsverletzung ist zwar erst im Verlauf bzw. mit dem Beschluss passiert,
in welchem das Bachprojekt in ein selbstständiges Verfahren verwiesen wurde. In
jenem Zeitpunkt hatten die Beschwerdeführer aber ihre Möglichkeit, rechtzeitig
Einsprache zu erheben, schon längst verwirkt. Somit können sie nachträglich auch
nicht mehr rügen, dass ihr rechtliches Gehör im Verlauf des Verfahrens verletzt worden
wäre, wenn sie sich am Verfahren rechtzeitig beteiligt hätten. Wie die Rüge an
inhaltlichen Mängeln des Baugesuchs setzt auch die Kritik an der Verfahrensführung
bzw. am Beschluss, ein Baugesuch nicht koordiniert zu beurteilen, die Teilnahme am
vorinstanzlichen Verfahren voraus (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 404).
3.3.2.6. Schliesslich kann auch der Einwand, der zwischenzeitlich geänderte Zweck
einer privaten Hotelanlage stimme nicht mehr mit der rechtskräftig erteilten Bewilligung
für einen Kurbetrieb überein, womit das Bauvorhaben nicht mehr zonenkonform sei, im
vorliegenden Verfahren betreffend die verlangten vorsorglichen Massnahmen für das
Planverfahren der Bachöffnung nicht überprüft werden. Sollte die künftige Nutzung des
Kurhauses tatsächlich nicht mehr der rechtskräftigen Baubewilligung entsprechen,
stünde es den Beschwerdeführern zur gegebenen Zeit frei, von der
Bewilligungsbehörde ein Nutzungsverbot nach Art. 130 Abs. 1 BauG zu erwirken (GVP
1980 Nr. 49 S. 91), was im Unterlassungsfall mit Rechtsverweigerungsbeschwerde
gemäss Art. 88 lit. a VRP geltend gemacht werden könnte.
Das Gleiche gilt bezüglich der künftigen Nutzung des gedeckten Anlieferungsraums im
Nordwestflügel als Gartenterrasse des Restaurants. Zu dieser Aussenanlage ist
allerdings zu sagen, dass das gerügte Gartenrestaurant im aufgelegten
Freianlagenkonzept/Umgebungsplan der bewilligten Baubewilligung vom 20. Februar
2009 an Hand von Tischen, Stühlen und Sonnenschirmen bereits eingezeichnet bzw.
abgebildet war, wogegen die Beschwerdeführer innert Frist ebenfalls keine Einsprache
erhoben haben. Allerdings fragt es sich nun, weshalb die Beschwerdegegnerin mit
Beschwerdeantwort vom 26. Januar 2012 - entgegen der Projektvisualisierungen in
den Akten und der aufgestellten Bautafel - behaupten lässt, dass auf der
Gartenterrasse gar kein Gartenrestaurant, sondern lediglich ein Kräutergarten geplant
sei. Dieser Widerspruch ist aber wie gesagt nicht im vorliegenden Verfahren zu klären.
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3.3.3. Da die Baubewilligung vom 20. Februar 2009 unangefochten formell in
Rechtskraft erwachsen ist, bleibt zu prüfen, ob sie unter den Voraussetzungen des
Widerrufs gemäss Art. 28 VRP aufgehoben werden muss. Ein Widerruf käme demnach
in Frage, wenn damit die Betroffenen, der Bauherr also, nicht belastet würde oder aber
die Aufhebung der Bewilligung aus wichtigen öffentlichen Interessen geboten wäre.
Dabei sind die Interessen an der richtigen Durchsetzung der Rechtsordnung, der
Schutz allfälliger Drittbetroffener und das Interesse der Betroffenen zu gewichten und
gegeneinander abzuwägen (VerwGE B 2010/106 vom 26. Januar 2011 E. 2.2. mit
Hinweis, abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch).
Vorliegend ist das Kurhaus O. bereits weitgehend erstellt, weshalb der Widerruf der
Baubewilligung aus dem Jahr 2009 für den Bauherrn offensichtlich einen Nachteil
bedeuten würde. Sodann steht fest, dass das nachträglich aufgelegte Bachprojekt
grundsätzlich genehmigungsfähig ist, womit lediglich die Berichtigung eines formellen
Koordinationsfehlers zur Debatte steht. Auch wenn die ordentlichen
Gewässerabstände bzw. der gesetzliche Gewässerraum nicht mehr eingehalten
werden können, kann der Bach nach Ausführung der zuständigen kantonalen
Fachstelle ohne jegliches Risiko bei einem allfälligen Hochwasser verlegt und geöffnet
werden. Dazu kommt, dass die Frage der Koordination bereits ein Thema im
Bewilligungsverfahren war, das zwischen der Bewilligungsbehörde und der kantonalen
Fachstelle konträr diskutiert wurde. Die Abstimmung der Bewilligungsverfahren für den
Neubau, die Umgebungsarbeiten und das Wasserbauprojekt war somit schon im
Bewilligungsverfahren Gegenstand eingehender Ermittlungen und wäre es auch im
Einspracheverfahren gewesen, wenn die Beschwerdeführer rechtzeitig Einsprache
erhoben und sich am Erkenntnisverfahren beteiligt hätten. Damit kommt ein
(Teil-)Widerruf der Hauptbewilligung vom 20. Februar 2009 schon grundsätzlich nicht
mehr in Frage, worauf die Vorinstanz bereits zu Recht hingewiesen hat (Häfelin/Müller/
Uhlmann, a.a.O., R. 1013 f.).
3.4. Aus dem Gesagten folgt, dass die Bauarbeiten gestützt auf die Baubewilligung
vom 20. Februar 2009 formal legal sind, weshalb diesbezüglich kein (partieller)
Baustopp zu erlassen ist, sofern sich die Beschwerdegegnerin bei der Bauausführung
an die bewilligten Pläne hält (M. Ruoss Fierz, Massnahmen gegen illegales Bauen,
Zürich 1999, Kap. 7 Ziff. 4.1.3). Dass von diesen Bauplänen abgewichen oder eine
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rechtswidrige Nutzung aufgenommen worden sei, machen die Beschwerdeführer nicht
geltend. Das Wasserbauprojekt befindet sich derzeit noch im Rekursverfahren und ist
gemäss Schreiben des Verfahrensleiters des Tiefbauamtes des Kantons St. Gallen vom
4. April 2012 vorerst sistiert. Dass bereits Vorarbeiten für das noch nicht bewilligte
Bachöffnungsprojekt aufgenommen worden seien, wird ebenfalls nicht geltend
gemacht. Das gleiche gilt für den Wendehammer und den Lüftungsschacht, die in den
Plänen des Wasserbauprojekts eingezeichnet, aber offensichtlich (noch) nicht bewilligt
sind. Ohne nachfolgende Bewilligung dürfen die entsprechenden Bauarbeiten
selbstredend nicht in Angriff genommen werden. Die Beschwerdeführer behaupten
aber auch diesbezüglich nicht, dass mit den entsprechenden Bauarbeiten bereits
angefangen worden sei, dass diese wegen den bereits ausgeführten Arbeiten
unumgänglich geworden seien oder dass bereits Anstalten getroffen worden seien,
diese Arbeiten in Angriff zu nehmen.
3.5. Damit bleibt zu prüfen, ob hinsichtlich der nachgesuchten Änderungen, die auf
Grund der Bewilligung durch die unzuständige Stelle nichtig sind, vorsorgliche
Massnahmen nötig werden. Soweit damit das interne hindernisfreie Bauen und die
Signalisation innerhalb der Tiefgarage betroffen sind, kann die Einsprachebefugnis der
Beschwerdeführer ohne weiteres verneint werden. Das Gleiche gilt für die Bewilligung
der rein internen Technikräume und des Beleuchtungskonzepts. Die damit
verbundenden Abweichungen von der rechtskräftigen Hauptbewilligung wirken sich
rechtlich oder tatsächlich nicht in dem Sinn auf ihre Stellung aus, dass für sie damit im
Fall ihres Obsiegens ein faktischer Nutzen entstehen würde (VerwGE B 2010/233 vom
15. November 2011 E. 3.2. mit Hinweis, abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch).
Aufsichtsrechtliche Anordnungen fallen aber nicht in den Zuständigkeitsbereich des
Verwaltungsgerichts (VerwGE B 2010/233 vom 15. Dezember 2011 E. 4.1., abrufbar
unter: www.gerichte.sg.ch). Bezüglich der Anlagen im Freien, wie zum Beispiel der
Abstellplätze und des Wendeplatzes, sind die Beschwerdeführer klarerweise legitimiert,
ein Baustopp zum heutigen Zeitpunkt ist aber deshalb nicht notwendig bzw.
erforderlich, weil die Umgebungs- und Schlussarbeiten sowie Parkplatzmarkierungen
noch nicht in Angriff genommen worden sind (vgl. www.o.ch -> webcam). Ein
vorsorglicher Baustopp bereits im heutigen Zeitpunkt würde sich somit als
unverhältnismässig erweisen (Ruoss Fierz, a.a.O., Kap. 7. Ziff. 4.3). Die
Bewilligungsbehörde wird die Prüfung der beantragten Änderungen gemäss
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Baugesuch vom 10. bzw. 19. Februar 2010 aber noch nachholen müssen, ansonsten
die Bauherrin Gefahr läuft, dass die Beschwerdeführer - dieses Mal erfolgreich - die
Einstellung der entsprechenden Bauarbeiten verlangen werden.
4. Zusammengefasst ergibt sich damit, dass die Vorinstanz im Ergebnis zu Recht
bestätigt hat, dass keine partielle Baueinstellung anzuordnen sei. Der Rekursentscheid
erweist sich auch bezüglich der Auferlegung der Kosten als korrekt. Die
Beschwerdeführerin hat zwar Verfahrensfehler aufgezeigt, zu ihren Gunsten konnte sie
daraus aber nichts ableiten. Die Beschwerde erweist sich damit als unbegründet,
weshalb sie abzuweisen ist.
5. (...).
Die Beschwerdegegnerin hat obsiegt, weshalb die unterlegenen Beschwerdeführer sie
ausseramtlich zu entschädigen haben (Art. 98 Abs. 1 VRP in Verbindung mit Art. 98bis
VRP). Ohne Kostennote wird die Entschädigung ermessensweise festgesetzt (Art. 6
und 19 der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75,
abgekürzt HonO). Angemessen erscheinen Fr. 2'500.-- (Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO). Die
Mehrwertsteuer wird grundsätzlich dazu gerechnet (Art. 29 HonO). Da die
Beschwerdeführerin aber selber mehrwertsteuerpflichtig ist, kann sie die der
Honorarrechnung ihres Anwalts belastete Mehrwertsteuer als Vorsteuer in Abzug
bringen. Daher muss die Mehrwertsteuer bei der Bemessung der ausseramtlichen
Entschädigung nicht zusätzlich berücksichtigt werden (R. Hirt, Die Regelung der
Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss., St. Gallen 2004, S.
194). Die Beschwerdebeteiligte hat grundsätzlich keinen Entschädigungsanspruch
(Hirt, a.a.O., S. 176).
Demnach hat das Verwaltungsgericht