Decision ID: 8025f1f7-056a-51c1-9cec-e6d5e8045625
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Stephan Jau, M.A. HSG, Advokatur Hubatka & Partner,
Obere Bahnhofstrasse 24, 9500 Wil SG,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
und
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Kanton St. Gallen (Versicherungskasse für das Staatspersonal), Davidstrasse 35, 9001
St. Gallen,
Beigeladene,
vertreten durch Finanzdepartement des Kantons St. Gallen, Personalamt,
Davidstrasse 35, 9001 St. Gallen,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich im Dezember 2007 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung (IV) an. Im Anmeldeformular gab sie an, sie leide seit ca. 2005 an
einem "Schulter- sowie Halswirbel-Schmerzsyndrom" und sei daher seit Mai 2007
arbeitsunfähig (IV-act. 2). Der Hausarzt der Versicherten, Dr. med. B._, Allgemeinarzt
und FMH Chirurgie, Wald-Schönengrund, nannte am 31. März 2008 auf Anfrage der IV-
Stelle der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: somatoforme Schmerzstörung mit linksseitigen
Nacken-, Rücken- und Beinschmerzen; Tendinitis calcarea links mit Impingement;
Depressionen. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe eine akute
Cholezystitis bei Cholelytiasis Zustand nach OP sowie eine Nabelhernie Zustand nach
OP. Die Versicherte sei in ihrer zuletzt mit einem Pensum von 60% ausgeübten
Tätigkeit als Mitarbeiterin im Reinigungsdienst bei den Heimstätten I._ seit 22. Juni
2007 und bis auf weiteres zu 100% arbeitsunfähig. Sie habe sehr starke Rücken- und
Schulterschmerzen. Den Gesundheitszustand erachte er als sich verschlechternd. Die
Prognose sei sehr schlecht. Seinem Arztbericht legte er diverse Berichte
spezialärztlicher Untersuchungen betreffend die somatischen Beeinträchtigungen bei
(IV-act. 15-1 ff.).
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A.b In der Folge liess die IV-Stelle weitere Abklärungen tätigen. Am 30. Oktober 2008
fand eine Abklärung der Verhältnisse an Ort und Stelle statt (IV-act. 26-1). Zudem
wurde auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) eine polidisziplinäre
Begutachtung beim Begutachtungszentrum in Binningen BL (BEGAZ GmbH) veranlasst
(IV-act. 16-2 f.; 28).
A.c Im Rahmen der Abklärung an Ort und Stelle gab die Versicherte an, sie sei in
psychiatrischer Behandlung (IV-act. 26-1.). Auf Anfrage der IV-Stelle erstatte die
behandelnde Psychiaterin, Dr. med. C._, FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
am 14. Dezember 2008 Bericht und stellte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit: schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10
F32.3); posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) sowie Tendintis calcarea
linke Schulter. Die Versicherte sei seit 8. Februar 2008 bei ihr in Behandlung. Seit
Behandlungsbeginn bis 5. Februar 2009 bestehe in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit
eine Arbeitsunfähigkeit von 100% (IV-act. 31-2 ff.).
A.d Anlässlich der polidisziplinären Begutachtung durch das BEGAZ wurde die
Versicherte am 10. Februar 2009 von Dr. med. D._, FMH für Allgemeinmedizin, am
20. Februar von Dr. med. E._, FHM für Psychiatrie und Psychotherapie, und am 16.
März von Dr. med. F._, FHM für Rheumatologie, untersucht. Mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit diagnostizierten die Gutachter eine redzidivierende depressive Störung
mit gegenwärtig leichtgradiger Episode (ICD-10 F33.0). Ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit bestünden folgende Diagnosen: akzentuierte (histrionische)
Persönlichkeitszüge (ICD-10 Z73.1); progredientes Schmerzsyndrom lumbal mit
pseudoradikulärer Ausstrahlung ins linke Bein, in die Nackenregion und in den Bereich
der linken Schulter verbunden mit Hemihypästhesie links, diffus abgeschwächter Kraft
und positiven psychosomatischen Überlagerungszeichen, nicht einem
rheumatologischen Krankheitsbild entsprechend; geringradige degenerative
Veränderungen an der Lendenwirbelsäule; geringradige degenerative
Halswirbelsäulenveränderung, Periathropathia humero-scapularis links (radiologisch
kleine Verkalkung im Bereich der Supraspinatussehne links sowie Spreizfüsse; IV-act.
34-21). Aus rheumatologischer Sicht bestehe bei der Versicherten weder in ihrer
angestammten Tätigkeit noch in einer alternativen vergleichbaren Tätigkeit eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht bestehe aufgrund der
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leichtgradigen depressiven Episode seit Mitte Dezember 2008 eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten sowie auch in einer alternativen
vergleichbaren Tätigkeit von 20%. Von Oktober 2007 bis November 2008 müsse
gesamtmedizinisch eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 80% attestiert werden.
Für die Zeit ab Arbeitsniederlegung bis Oktober 2007 könne jedoch keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit retrospektiv nachvollzogen werden (IV-act. 34-22
f.).
A.e Am 2. März 2010 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass gemäss ihren
Abklärungen keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien. Die
Versicherte fühle sich nicht in der Lage, an Eingliederungsbemühungen aktiv
mitzuwirken und wünsche die Rentenprüfung. Unter diesen Voraussetzungen könnten
keine erfolgsversprechenden Massnahmen durchgeführt werden, sodass die
beruflichen Massnahmen abgeschlossen würden (IV-act. 42).
A.f Mit Vorbescheid vom 19. März 2010 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Ablehnung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 45-2). Dagegen liess die
Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Stephan Jau, Advokatur Hubatka &
Partner, Wil, am 4. Mai 2010 Einwand erheben (IV-act. 51).
A.g Mit Verfügung vom 6. August 2010 lehnte die IV-Stelle das Rentengesuch wie
angekündigt ab. Die Versicherte sei seit Dezember 2008 in der bisherigen sowie in
einer leidensangepassten Tätigkeit zu 80% arbeitsfähig. Bei einem Invaliditätsgrad von
20% bestehe kein Anspruch auf eine Rente (IV-act. 54-1 ff.).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde der Versicherten vom 10.
September 2010. Sie lässt unter Kosten- und Entschädigungsfolgen die Aufhebung der
Verfügung und Rückweisung zu weiteren Abklärungen beantragen. Zudem sei eine
mündliche Verhandlung mit Dolmetscher durchzuführen. Es sei klar ersichtlich, dass
das polidisziplinäre Gutachten an schwerwiegenden Mängeln leide. (act. G 1).
B.b Am 29. September 2010 ersuchte die Beschwerdeführerin um Sistierung des
Verfahrens, damit sie dem Gericht ein von ihrer Rechtsschutzversicherung in Auftrag
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gegebenes privates Gutachten betreffend ihre Arbeitsfähigkeit einreichen könne (act. G
5, 11.1). Das Sistierungsgesuch wurde von der Gerichtsleitung mehrmals verlängert
(act. G 7 ff.). Am 31. März 2011 reichte die Beschwerdeführerin dem Gericht ein
Gutachten des Externen Psychiatrischen Dienstes Sirnach (Murg-Stiftung) ein und
verwies im Übrigen auf ihre Anträge in der Beschwerde (act. G 13). Am 1. April 2011
liess die Gerichtsleitung das Gutachten der Beschwerdegegnerin zukommen und
ersuchte um Zustellung der Verfahrensakten sowie der Beschwerdeantwort (act. G 14).
B.c Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 2. Mai 2011
die Abweisung der Beschwerde. Dem Gutachten des BEGAZ sei in Bezug auf die
medizinische Tatsachenfeststellung voller Beweiswert beizumessen. Sodann seien die
rechtlichen Kriterien für eine Unüberwindbarkeit der im psychiatrischen Teil des
Gutachtens festgestellten Arbeitsunfähigkeit von 20% nicht erfüllt, sodass kein Raum
für die Annahme einer mit dem psychischen Leiden begründeten Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit bestehe. Für die Invaliditätsbemessung sei somit von einer 100%-igen
Arbeitsfähigkeit für eine adäquate Erwerbstätigkeit als Hilfsarbeiterin auszugehen. Nach
der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs resultiere ein
rentenausschliessender Invaliditätsgrad von rund 17% (act. G 15).
B.d Mit Replik vom 25. Mai 2011 lässt die Beschwerdeführerin ergänzend beantragen,
die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, darüber Auskunft zu geben, bei welchen
Begutachtungszentren sie in den letzten fünf Jahren Begutachtungsaufträge zur
Abklärung des Invaliditätsgrades in Auftrag gegeben habe und wie viele Aufträge in den
letzten drei Jahren auf jedes einzelne Begutachtungszentrum entfallen seien. In Bezug
auf das BEGAZ sei eine detaillierte Liste zu edieren, welche den von den Parteien
geltend gemachte IV-Grad dem vom BEGAZ attestierten IV-Grad gegenüberstelle. Es
müsse davon ausgegangen werden, dass die Begutachtungszentren ein finanzielles
Interesse daran hätten, die Gutachten nach Gefälligkeit der Auftraggeberin (der
Beschwerdegegnerin) zu verfassen. Zudem habe die behandelnde Psychiaterin eine
neue Zustandsbegutachtung vorgenommen. Danach habe sich der psychische
Zustand der Beschwerdeführerin deutlich verschlechtert (act. G 17).
B.e Die Beschwerdegegnerin hielt am 3. Juni 2011 an ihren Anträgen fest und
verzichtete auf eine Duplik (act. G 19).
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B.f Da der Beschwerdeführerin von der Versicherungskasse des Staatspersonals des
Kantons St. Gallen eine Invalidenrente sowie eine Zusatzrente zugesprochen worden
waren (IV-act. 60-7), wurde die Versicherungskasse am 7. Juni 2011 zum Prozess
beigeladen. Diese verzichtete am 10. Juni 2011 auf eine Stellungnahme (act. G 20; 21).
C.
C.a Am 20. September 2011 teilte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit, es
werde an der beantragten mündlichen Verhandlung festgehalten (act. G 26).
C.b Die Parteien sowie die beigeladene Versicherungskasse wurden am 19. Oktober
2011 zur mündlichen Verhandlung geladen (act. G 27 ff.). Sowohl die
Beschwerdegegnerin als auch die Versicherungskasse verzichteten auf die Teilnahme
an der mündlichen Verhandlung (act. G 31 f.).
C.c Die mündliche Verhandlung fand am 24. November 2011 statt. Daran nahmen die
Beschwerdeführerin sowie ihr Rechtsvertreter teil. Die Verhandlung erfolgte im Beisein
einer Dolmetscherin (act. G 30).
C.d Die Beschwerdeführerin lässt anlässlich der Verhandlung vom 24. November
2011 folgende Rechtsbegehren stellen (act. G 34):
Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 6. August 2010 sei aufzuheben und der
Beschwerdeführerin eine ganze, eventualiter eine halbe IV-Rente zuzusprechen
Allenfalls sei die Sache zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen; alles unter Kosten und Entschädigungsfolgen.
Zur Begründung hält die Beschwerdeführerin im Wesentlichen an ihren Vorbringen der
Beschwerde fest. Das BEGAZ-Gutachten leide an zahlreichen Mängeln und
Diskrepanzen. Demgegenüber sei das private Gutachten des Externen Psychiatrischen
Dienstes Sirnach in sich selbst kohärent und widerspruchsfrei. Es könne vollumfänglich
darauf abgestellt werden, sodass von einer 50%-igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen
sei. Ergänzend wird ausgeführt, das private Gutachten des Externen Psychiatrischen
Dienstes Sirnach sei entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin im
Beschwerdeverfahren sehr wohl zu berücksichtigen. Neue Tatsachen und Beweismittel
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könnten gemäss Art. 19 VRP SG bis zum Abschluss des Verfahrens vollumfänglich
vorgebracht werden. Ausgehend von einem Valideneinkommen von Fr. 61'810.-- und
einem Invalideneinkommen gemäss der LSE 2008 von Fr. 49'392.-- ergebe sich bei
einer Arbeitsunfähigkeit von 50% ein Invaliditätsgrad von 60.5%. Bei zusätzlicher
Gewährung eines Leidensabzugs von 15% ergebe sich ein Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente. Selbst wenn von einer Arbeitsunfähigkeit von 20% auszugehen wäre,
würde nach Gewährung des Leidensabzugs von 15% ein Invaliditätsgrad von 51%
erreicht. Im Eventualstandpunkt werde somit eine halbe Invalidenrente beantragt (act.
G 34, S. 2 ff.).
Sollte das Gericht die Auffassung vertreten, dass das Gutachten des Externen
Psychiatrischen Dienstes Sirnach nicht zu beachten und auch keine Rückweisung
aufgrund eines unvollständig abgeklärten Sachverhalts angezeigt sei, müsse die
Verfügung trotzdem aufgehoben werden. Die Beschwerdegegnerin habe in der
angefochtenen Verfügung ausser Acht gelassen, dass gemäss BEGAZ-Gutachten von
Oktober 2007 bis November 2008 eine 80%-ige Arbeitsfähigkeit vorgelegen habe (act.
G 34, S. 8 f.).
Sodann sei zu beachten, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
massiv verschlechtert habe, sodass sie aktuell in der Tagesklinik des Psychiatrischen
Zentrums Wattwil behandelt werde. Aufgrund des Novenrechts sei auch dies zu
berücksichtigen (act. G 34, S. 7 f.).

Erwägungen:
1.
1.1 Die Beschwerdeführerin beantragt in diesem Verfahren einzig Rentenleistungen.
Gegen die Verfügung vom 13. April 2010 betreffend Abschluss der beruflichen
Eingliederung hat die Beschwerdeführerin kein Rechtsmittel ergriffen (IV-act. 49-1; act.
G 1).
1.2 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung
über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
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Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den
materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467
Erw. 1, 126 V 136 Erw. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging am
6. August 2010 (act. G 1.2), wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem
Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008
begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung
betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den
allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die
damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der
5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, Erw. 1). Diese übergangsrechtliche Lage
zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des
Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber
der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die
seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben.
1.3 Unter Invalidität wird bei als Gesunden voll erwerbstätigen Personen die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist dabei der
durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit verursachte
und nach zumut-barer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder
teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen
Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
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1.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Rente, die ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstelle, erhalten oder verbessern
können (lit. a); während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b); und nach Ablauf
dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c).
1.5 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrund von mindestens 50% vor,
so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
1.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeits-unfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Das Versicherungsgericht hat die
Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass es alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei
einander sich widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des
Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder
die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in
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Auftrag gegebenen Stellungnahmen als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352
Erw. 3a).
2.
2.1 Umstritten und zu prüfen ist, ob die medizinische Aktenlage die
gesetzeskonforme Beurteilung des Leistungsanspruchs der Beschwerdeführerin
zulässt.
2.2 Der Vertreter der Beschwerdeführerin macht sinngemäss geltend, das BEGAZ sei
befangen. Es müsse davon ausgegangen werden, dass die Begutachtungszentren ein
finanzielles Interesse daran hätten, die Gutachten nach Gefälligkeit der Auftraggeberin
(der Beschwerdegegnerin) zu verfassen (act. G 17).
2.3 In BGE 137 V 210 wurde die Stellung der medizinischen Abklärungsinstitute
(MEDAS) rechtlich genauer beleuchtet. Insbesondere prüfte das Bundesgericht, ob die
von der Bundesverfassung (Art. 29 Abs. 1 und 2, Art. 30 Abs. 1 BV) und der
Europäischen Konvention für Menschenrechte (Art. 6 Ziff. 1 EMRK) gestellten
Anforderungen an ein faires Verfahren eingehalten sind und kam zum Schluss, dass der
Einsatz von MEDAS grundsätzlich verfassungs- und EMRK-konform sei. Gleichzeitig
stellte das Bundesgericht im Zusammenhang mit Administrativgutachten der MEDAS
jedoch auch Defizite fest, welche auf verfahrensrechtlichem Weg zu korrigieren seien
(Erw. 2; 3). Im Verwaltungsverfahren sei in Anlehnung an Art. 93 MVG die
einvernehmliche Gutachtenseinholung verstärkt in den Vordergrund zu stellen. Die bei
fehlendem Konsens zu treffende Anordnung, eine Expertise einzuholen, sei in
Verfügungsform zu kleiden (Erw. 3.4.2.6). Dabei handle sich um eine
Zwischenverfügung; der nicht wieder gutzumachende Nachteil sei zumindest für das
kantonale Verfahren zu bejahen (Erw. 3.4.2.7). Die Anordnung habe direkt in
Verfügungsform zu erfolgen, ohne Vorbescheid und nicht (zunächst) formlos, und zwar
jedes Mal, wenn eine Festlegung getroffen werde, welche die Verfahrensrechte der
versicherten Person zu berühren geeignet sei (insbesondere bei späterer Nennung der
Gutachter; Erw. 3.4.2.8). Der versicherten Person sei ein Anspruch einzuräumen, sich
vorgängig zu den Gutachterfragen zu äussern (Erw. 3.4.2.9). Sodann zeitigen die
verfahrensrechtlichen Korrektive auch Auswirkungen auf der Ebene der gerichtlichen
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Beurteilung streitiger Rentenansprüche. Gelangten die Gerichte bei der Würdigung
eines Administrativgutachtens zum Schluss, weitere Abklärungen seien notwendig,
hätten sie diese in der Regel selbst vorzunehmen (Erw. 4.2). Die Angelegenheit dürfe
diesfalls nicht ohne Not an die Verwaltung zurückgewiesen werden (Erw. 4.4.1.1). Eine
Rückweisung bleibe hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung
einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet sei. Ausserdem bleibe es dem
kantonalen Gericht unbenommen, eine Sache zurückzuweisen, wenn lediglich eine
Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich
sei (Erw. 4.4.1.3). Es bestehe demnach ein Anspruch auf ein Gerichtsgutachten, wenn
die Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren in rechtserheblichen Punkten
nicht ausreichend beweiswertig seien (Erw. 4.4.1.5). Der Umstand alleine, dass ein
Administrativgutachtung aus Mitteln der Invalidenversicherung finanziert werde, bilde
indessen kein genügendes Motiv, in jedem Beschwerdefall auf der Grundlage eines
Gerichtsgutachtens zu urteilen (Erw. 4.4.1.4).
2.4 Die vom Bundesgericht in vorstehender Erw. 2.3 erwähnten Anpassungen des
Verfahrens wirken sich auf den vorliegend zu beurteilenden Fall insoweit aus, dass
gegebenenfalls die Veranlassung eines Gerichtsgutachtens in Betracht zu ziehen ist,
sollte sich nach Prüfung der spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen
herausstellen, dass der relevante Sachverhalt nicht rechtsgenüglich erhoben wurde.
Indessen bedeutet die Anwendbarkeit justiziabler Korrektive auf laufende Verfahren
nicht, dass nach altem Verfahrensrecht eingeholte Gutachten ihren Beweiswert per se
verlören (BGE 137 V 210 Erw. 6).
2.5 Somit ist insbesondere zu prüfen, ob das BEGAZ-Gutachten vor Bundesrecht
standhält. Die Beschwerdeführerin rügt die Befangenheit des BEGAZ aufgrund der
wirtschaftlichen Abhängigkeit von der Beschwerdegegnerin. Hinsichtlich einer
allfälligen Befangenheit der MEDAS unter dem Gesichtspunkt der wirtschaftlichen
Abhängigkeit hielt das Bundesgericht an seiner bisherigen Rechtsprechung fest, dass
der regelmässige Beizug eines Gutachters oder einer Begutachtungsinstitution durch
den Versicherungsträger, die Anzahl der beim selben Arzt in Auftrag gegebenen
Gutachten und Berichte sowie das daraus resultierende Honorarvolumen für sich allein
genommen nicht zum Ausstand führten (BGE 137 V 210 Erw. 1.3.3 m. H. auf SVR 2009
UV Nr. 32 S. 111 Erw. 6, 8C_509/2008; SVR 2008 IV Nr. 22 S. 69 Erw. 2, 9C_67/2007;
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RKUV 1999 Nr. U 332 S. 193 Erw. 2a/bb, U 212/97). Ein Ausstandsbegehren könne
sich ohnehin stets nur gegen Personen und nicht gegen Behörden richten; nur die für
eine Behörde tätigen Personen, nicht die Behörde als solche, könnten befangen sein
(SVR 2010 IV Nr. 2 S. 3 Erw. 2.1, 9C_500/2009; Urteil 9C_603/2010 vom 6. Oktober
2010 Erw. 5.2). Nach dem Gesagten ist der pauschale Vorwurf der Befangenheit des
BEGAZ als Institution nicht zu hören. Die persönliche Befangenheit einer der BEGAZ-
Gutachter hat die Beschwerdeführerin nicht geltend gemacht. In den Akten finden sich
auch keine Hinweise, die für eine Befangenheit der Gutachter sprechen würden. Somit
erfüllt das Gutachten die formellen Anforderungen. Es besteht demnach im Rahmen
des vorliegenden Beschwerdeverfahrens kein Anlass, die vom Rechtsvertreter
beantragten statistischen Werte über die Abklärungsergebnisse des BEGAZ einzuholen
(für eine Zusammenfassung der Auftraggeberschaft der MEDAS vgl. BGE 137 V 210
Erw. 1.2.3).
3.
Sodann stellt sich die Frage nach dem in zeitlicher Hinsicht für die gerichtliche
Beurteilung massgebenden Sachverhalt. Rechtsprechungsgemäss hat das
Sozialversicherungsgericht auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen
Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen (BGE 132 V 220 Erw. 3.1.1 mit
Hinweisen). Neue Tatsachen, die sich vor Erlass der streitigen Verfügung verwirklicht
haben, die der Vorinstanz aber nicht bekannt waren oder von ihr nicht berücksichtigt
wurden (unechte Noven), können im Verfahren vor Versicherungsgericht vorgebracht
werden und sind zu würdigen. Später eingetretene Tatsachen, die zu einer Änderung
des Sachverhalts geführt haben, sind grundsätzlich nicht im Rahmen des hängigen,
sondern gegebenenfalls im Rahmen eines weiteren Verfahrens zu berücksichtigen
(BGE 121 V 366 Erw. 1b mit Hinweisen). Indes sind Tatsachen, die sich erst später
verwirklichen, im hängigen Verfahren soweit zu berücksichtigen, als sie mit dem
Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die
Beurteilung im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung zu beeinflussen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 Erw. 2.3.1). Sofern das Gutachten des
Externen Psychiatrischen Dienstes Sirnach Tatsachen in vorstehendem Sinn zu Tage
zu bringen vermag, kann es in vorliegendem Verfahren berücksichtigt werden.
4.
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4.1 Die Beschwerdeführerin lässt geltend machen, das polidisziplinäre Gutachten des
BEGAZ leide an schwerwiegenden Mängeln. In keinem der Teilgutachten sei der
aktuelle Medikamenteneinfluss berücksichtigt worden. Die Beschwerdeführerin habe -
um die Reise nach Binningen überhaupt antreten zu können - einiges mehr an
Schmerzmitteln als üblich zu sich nehmen müssen. Die Feststellungen der Gutachter
könnten daher nicht zutreffen, denn die Schmerzen seien mehr als üblich betäubt
gewesen. Dementsprechend habe die Beschwerdeführerin die Schmerzen anlässlich
der psychiatrischen Untersuchung auch erst auf Nachfrage hin und nicht spontan
gezeigt. Sodann habe es bei der psychiatrischen Abklärung trotz Anwesenheit einer
Dolmetscherin Verständigungsprobleme gegeben. Entgegen den Ausführungen im
Gutachten werde die Beschwerdeführerin nicht von ihrem Lebenspartner geschlagen.
Richtig sei, dass sie von ihrem ehemaligen Ehemann geschlagen worden sei. Zudem
sei falsch festgehalten worden, dass der Lebenspartner nicht bei der
Beschwerdeführerin wohne, sondern nur zweimal die Woche bei ihr vorbeikomme.
Ebenfalls sei die Beschwerdeführerin entgegen dem Gutachten nicht mehr in der Lage,
spazieren zu gehen. Sie treffe sich auch nicht mehr mit ihren Freundinnen zum Kaffee.
Am deutlichsten seien die Verständigungsprobleme bei der Gesamtbewertung. Selbst
die Gutachter hätten festgehalten, die Daten betreffend die Arbeitsniederlegung seien
widersprüchlich. Gerade bei der psychiatrischen Beurteilung sei die Sprache
entscheidend. Aufgrund von Verständigungsproblemen müsse davon ausgegangen
werden, dass die Beurteilungen des behandelnden Psychiaters auf falschen Annahmen
beruhten und dadurch falsche Schlüsse gezogen worden seien. Zudem sei
unverständlich, dass die jahrelange häusliche Misshandlung nicht weiter thematisiert
worden sei. Es werde lediglich erwähnt, dass die Beschwerdeführerin in den Jahren
1986/87 zwei Suizidversuche unternommen habe. Betreffend die häusliche Gewalt
seien weitere Abklärungen notwendig, denn solche Erlebnisse könnten zu
posttraumatischen Belastungsstörungen führen (act. G 1).
4.2 Das BEGAZ-Gutachten stützt seine Beurteilung auf sämtliche Vorakten, die
eigenen persönlichen Befragungen der Beschwerdeführerin und die eigenen
internistischen, psychiatrischen und rheumatologischen Untersuchungen vom 10./20.
Februar und 16. März 2009 (IV-act. 34-2 ff.). Die Begutachtungen erfolgten im Beisein
professioneller Dolmetscher (IV-act. 34-8; 34-25; 34-38).
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4.2.1 Betreffend die somatischen Beschwerden kam der Gutachter im
rheumatologischen Teilgutachten des BEGAZ zum Schluss, dass aus
rheumatologischer Sicht keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
bestünden. Bei der Beschwerdeführerin seien anamnetisch schon seit über zehn
Jahren Kreuzschmerzen bekannt, die einerseits in das linke Bein ausstrahlten, wobei
diese Ausstrahlung aktuell durch Druck auf den medialen Beckenkamm links und nicht
durch eine Irritationszone oder einen segmentalen Befund im Bereich der
Lendenwirbelsäule habe ausgelöst werden können. Im Verlauf der Untersuchung
hätten wiederholt Diskrepanzen zwischen den eingeschränkten Bewegungen unter
Untersuchungsbedingungen im Vergleich zu den Spontanbewegungen beobachtet
werden können. Zudem seien die sogenannten psycho-somatischen
Überlagerungszeichen positiv gewesen (3 von 5 Waddell-Zeichen und 14 von 18
Fibromyalgie Tender points in Kombination mit 2 von 3 Kontrollpunkten). Es handle
sich also um ein diffuses Schmerzsyndrom (nicht um ein Fibromyalgie-Syndrom), das
aufgrund der Untersuchungsbefunde nicht einem rheumatologischen Krankheitsbild
zugeordnet werden könne. Typisch dafür seien auch die Therapieresistenz auf
sämtliche durchgeführten Massnahmen und die progrediente Zunahme der Schmerzen
trotz Arbeitsaufgabe, was zeige, dass nicht eine eigentliche Belastung zu einer
Zunahme der Beschwerden geführt habe. Auch die neurologischen Symptome mit
diffuser Abschwächung der Kraft resp. verminderter Sensibilität im Bereich der linken
Körperhälfte entsprächen nicht den anatomischen Gegebenheiten. Schliesslich seien
bildgebend nur geringgradige, nicht über das altersübliche Mass hinausgehende
Veränderungen an der Hals- und Lendenwirbelsäule dargestellt worden. Auch die
Befunde im Bereich der linken Schulter könnten die funktionellen Einschränkungen in
der klinischen Untersuchung nicht erklären. Es sei insbesondere auch darauf
hinzuweisen, dass trotz erheblicher Beschwerden und deutlicher
Funktionseinschränkung keine Seitendifferenz bezüglich der Armmuskulatur habe
gefunden werden können. Dies zeige, dass die Arme im Alltag offensichtlich
symmetrisch gebraucht würden. Zusammenfassend seien weder aufgrund der
klinischen Untersuchungsbefunde noch der radiologischen Daten Gründe aus dem
rheumatologischen Fachbereich vorhanden, die eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit im Reinigungsdienst rechtfertigen
würden (IV-act. 34-31 f.).
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4.2.2 Aus dem rheumatologischen Teilgutachten ergibt sich, dass der Gutachter
keine organischen Ursachen für die geklagten Schmerzen der Beschwerdeführerin
feststellen konnte. Er führt die Beschwerden im Wesentlichen auf ein progredientes
Schmerzsyndrom lumbal mit pseudoradikulärer Ausstrahlung ins linke Bein, in die
Nackenregion und in den Bereich der linken Schulter zurück. Er berücksichtigte dabei
zu Recht auch Befunde, welche er unter Ablenkung der Beschwerdeführerin erhoben
hatte, sowie die festgestellten psychosomatischen Überlagerungszeichen. Sodann
stimmt das Ergebnis der Untersuchung mit den vorangegangen spezialärztlichen
Untersuchungen überein. Den Vorakten ist zu entnehmen, dass die geklagten
Schmerzen sich auch neurologisch bzw. neurochirurgisch nicht erklären liessen und
das Arthro-MRI der linken Schulter vom 26. Juli 2007 eine normale Darstellung des AC-
Gelenks ergab (IV-act. 15-10; 15-15 ff.). Dass der Gutachter sich nicht zu der vom
Hausarzt attestierten 100%-igen Arbeitsunfähigkeit geäussert hat, vermag den
Beweiswert des rheumatologischen Teilgutachtens nicht zu erschüttern, zumal der
Hausarzt ebenfalls keine organische Ursache für die Schmerzen bescheinigen und er
seine Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit - abgesehen von der Angabe, die
Beschwerdeführerin habe starke Schmerzen - nicht substantiiert darlegen konnte (IV-
act. 15-1). In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass in Bezug auf
Schmerzen mit den sich dabei naturgemäss ergebenden Beweisschwierigkeiten die
subjektiven Schmerzangaben der versicherten Person für die Begründung einer
(teilweisen) Arbeitsunfähigkeit allein nicht genügen; vielmehr muss im Rahmen der
sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung verlangt werden, dass die
Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare
Befunde hinreichend erklärbar sind. Die Schmerzangaben müssen also zuverlässiger
medizinischer Feststellung und Überprüfung zugänglich sein (BGE 130 V 396 Erw.
5.3.2). Dass die Feststellungen des Gutachters aufgrund einer erhöhten Dosierung der
Schmerzmedikation am Tag der Begutachtung unzutreffend sein könnten, erscheint
unwahrscheinlich. Anlässlich der Begutachtung hatte die Beschwerdeführerin trotz
Befragung zur Medikation keine erhöhte Einnahme von Schmerzmitteln angegeben.
Zudem äusserte sie, die medikamentöse Therapie habe ihre Schmerzen nicht
wesentlich beeinflussen können (IV-act. 34-28). Sodann konnten anlässlich der
Begutachtung wiederholt Diskrepanzen zwischen eingeschränkten Bewegungen unter
Untersuchungsbedingungen im Vergleich zu Spontanbewegungen beobachtet werden
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(IV-act. 34-31). Wären die Schmerzen mehr als üblich betäubt gewesen, wie dies der
Vertreter der Beschwerdeführerin geltend macht, wären die Bewegungen unter
Untersuchungsbedingungen wohl auch nicht eingeschränkt gewesen, was jedoch bei
der Begutachtung gerade nicht der Fall war. Überdies würde die Behauptung des
Rechtsvertreters bedeuten, dass die Schmerzen der Beschwerdeführerin
möglicherweise mittels medikamentöser Therapie wirksam gelindert werden könnten,
was die Beschwerdeführerin selbst jedoch verneint hat. Doch selbst die Kenntnis der
geltend gemachten erhöhten Schmerzmitteleinnahme würde überwiegend
wahrscheinlich nicht zu einer anderen Beurteilung der Gutachter führen, zumal dadurch
die Objektivierbarkeit der Schmerzen nicht beeinflusst wird. Insgesamt sind keine
Gründe ersichtlich, weshalb nicht auf das rheumatologische Teilgutachten des BEGAZ
abgestellt werden könnte.
4.3
4.3.1 Betreffend die psychischen Beschwerden liegen neben dem
psychiatrischen Teilgutachten des BEGAZ der Bericht der behandelnden Psychiaterin
vom 14. Dezember 2008 sowie das im Auftrag der Rechtsschutzversicherung der
Beschwerdeführerin veranlasste psychiatrische Gutachten des Externen
Psychiatrischen Dienstes Sirnach vom 9. Dezember 2010 im Recht (IV-act. 31; act. G
13.1.1). Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführt, ist letzteres nach Erlass der
angefochtenen Verfügung vom 6. August 2010 ergangen und daher in vorliegendem
Verfahren nur dann zu berücksichtigen, sofern es später eingetretene, mit dem
Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehende Tatsachen zu Tage bringt,
die geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung zu
beeinflussen (Urteil des Bundesgerichts 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 Erw. 2.3.1).
4.3.2 Die behandelnde Psychiaterin diagnostizierte eine schwere depressive
Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F32.3), bestehend seit Februar 2008,
sowie eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1), bestehend seit zehn
Jahren. Die Beschwerdeführerin sei seit 8. Februar 2008 bis 5. Februar 2009 zu 100%
arbeitsunfähig. Sie sei nicht mehr imstande, als Raumpflegerin in einer psychiatrischen
Klinik zu arbeiten (IV-act. 31). Die Beschwerdeführerin sei mit einem Landsmann
verheiratet gewesen. Diese Ehe sei unglücklich verlaufen. Sie sei vom alkoholkranken
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Ehemann oft geschlagen und ständig gedemütigt worden. Da sie keinen Ausweg
gesehen habe, habe sie zweimal in suizidaler Absicht Tabletten zu sich genommen. Mit
ihrem jetzigen Partner habe sie anfänglich ein paar glückliche Jahre verbracht,
besonders nach der Geburt ihres Sohnes (1999). Der Lebenspartner habe jedoch nach
dem Tod seines Sohnes aus erster Ehe angefangen, sie zu tyrannisieren, sodass sie die
Beziehung nur wegen ihres Sohnes aufrecht erhalte. Die Beschwerdeführerin habe
massive Schlafstörungen und Albträume entwickelt. Sie träume häufig, dass sie von
ihrem jetzigen Lebenspartner ebenfalls geschlagen werde. Aufgrund ihrer
Arbeitslosigkeit und der körperlichen Beschwerden linksseitig mit ständigen
Schmerzen habe sie massive Zukunftsängste um ihren Sohn entwickelt. Sie sei mit der
jetzigen Beziehung vollkommen unzufrieden und habe deswegen und aufgrund der
starken körperlichen Beschwerden eine schwere depressive Episode entwickelt. Es sei
dabei zu ungewöhnlichen Wahrnehmungserlebnissen mit Körpergefühlsstörungen und
anderen Illusionen (illusionäre Verkennung, Depersonalisations- und
Derealisationsphänomene) gekommen. Die aktuelle Situation im Zeitpunkt der
Berichterstattung beschrieb die behandelnde Psychiaterin dahingehend, dass
inhaltliche Denkstörungen im Sinn von Beziehungs- und Beeinträchtigungsideen sowie
die optischen und akustischen Halluzinationen bzw. Pseudohalluzinationen (illusionäre
Verkennungen) langsam in den Hintergrund getreten seien. Es bestünden weiterhin
fragliche Ich-Störungen im Sinn von Ich-Schwäche mit Depersonalisations- und
Derealisationsphänomenen. Die Beschwerdeführerin sei in der Stimmung depressiv,
nicht affizierbar, ängstlich, antriebsarm, psychomotorisch ruhig. Es bestehe keine
Suizidalität oder Fremdgefährdung. Unter antidepressiver und antipsychotischer
Medikation habe sich das depressive Zustandsbild stabilisiert. Die Prognose sei jedoch
ungünstig. Es sei mit einer Chronifizierung bzw. Arbeitsinvalidisierung zu rechnen (IV-
act. 31-3).
4.3.3 Im psychiatrischen Teilgutachten des BEGAZ wurde demgegenüber eine
rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig leichtgradiger Episode (ICD-10
F33.0) diagnostiziert (IV-act. 34-40 f.). Bei der Beschwerdeführerin könnten
anamnestisch die Symptome der schmerzbedingten Durchschlafstörung, der Müdigkeit
und der verminderten Energie tagsüber, der zeitweise gereizt-aggressiven und
hintergründig traurigen Stimmung, der Vergesslichkeit, der Konzentrationsstörung, des
verminderten Selbstvertrauens sowie des zeitweiligen Gefühls der allgemeinen
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Sinnlosigkeit festgestellt werden. Diese Symptome würden die zur Diagnosestellung
einer depressiven Episode notwendigen Kriterien erfüllen. In der direkten
Untersuchungssituation sei die Stimmung ernst, jedoch nicht bedrückt gewesen, beim
Gespräch über den Tod der Familienangehörigen werde indes eine Trauer spürbar.
Während der Untersuchung seien keine kognitiven Störungen zu erkennen gewesen.
Zudem habe die Beschwerdeführerin über einen nahezu unauffälligen Tagesablauf
berichtet. Eine Freudlosigkeit bestehe nicht. Offenbar sei auch die Beziehung zu ihrem
Sohn ungetrübt. Als Ursache für die aktuelle Depression kämen die andauernden
Schmerzen sowie Beziehungskonflikte mit ihrem Lebenspartner in Betracht. Sodann
konnte die von der behandelnden Psychiaterin diagnostizierte posttraumatische
Belastungsstörung vom Gutachter nicht bestätigt werden. Bei der Beschwerdeführerin
hätten sich auch auf gezielte und direkte Befragung keine Intrusionen im Sinn von
Nachhallerinnerungen oder Flashbacks nachweisen lassen. Ebenfalls wurde die
Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung verneint. Bei der
Untersuchung habe die Beschwerdeführerin die Schmerzen nicht spontan, sondern
erst auf gezielte Befragung erwähnt. Zudem habe sie ruhig im Stuhl sitzen können,
Mimik und Gestik hätten nur marginal ein Schmerzerleben angedeutet. Insgesamt habe
die Beschwerdeführerin nicht den Eindruck hinterlassen, unter schweren und
quälenden Schmerzen zu leiden (IV-act. 34-39 ff.). Die abweichende Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht im BEGAZ-Gutachten im Vergleich zur
Einschätzung der behandelnden Psychiaterin wird mit einer deutlichen Verbesserung
der depressiven Symptomatik ab Dezember 2008 begründet. Die behandelnde
Psychiaterin habe im Bericht vom 14. Dezember 2008 eine schwere depressive
Episode mit psychotischen Symptomen diagnostiziert. Sie habe weiter ausgeführt,
dass anfängliche inhaltliche Denkstörungen im Sinn von Beziehungs- und
Beeinträchtigungsideen ebenso wie die optischen und akustischen Halluzinationen,
welche sie als Pseudohalluzinationen beurteilt habe, langsam in den Hintergrund
getreten seien. Anlässlich der psychiatrischen BEGAZ-Begutachtung vom 20. Februar
2009 hätten sich anamnestisch lediglich optische und nicht akustische
Pseudohalluzinationen sowie fragliche Beziehungs- und Beeinträchtigungsideen
feststellen lassen. Diese Beschwerden seien aktuell als pseudopsychotisch zu
beurteilen. Hinweise für eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis könnten
nicht nachgewiesen werden. Es sei am ehesten davon auszugehen, dass die
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Beschwerden im Rahmen der von der behandelnden Psychiaterin anfänglich als
schwer beurteilten Depression zu erklären gewesen seien. Im Vergleich zu den
Befunden des Berichts der behandelnden Psychiaterin seien die Aufmerksamkeit und
Konzentration nicht mehr stark herabgesetzt, sondern unauffällig, die Stimmung sei
nicht mehr depressiv und es hätten sich auch keine ausgeprägten Antriebsstörungen
ausmachen lassen. Die Tatsache, dass im Dezember 2008 die Sitzungsfrequenz wie
auch die Psychopharmaka reduziert worden seien, sei als weiterer Hinweis für einen
aktuell lediglich noch leichtgradigen Schweregrad der Depression zu betrachten.
Sodann seien die nach wie vor geklagten pseudopsychotischen Symptome wohl am
ehesten Ausdruck von akzentuierten histrionischen Persönlichkeitszügen (ICD-10
Z37.1; IV-act. 34-40 f.).
4.3.4 Die Begutachtung durch den Externen Psychiatrischen Dienst Sirnach
erfolgte am 23. November 2010 sowie am 13. Dezember 2010 und wurde in der
Muttersprache der Beschwerdeführerin, durchgeführt (act. G 13.1.1). Im Gutachten
vom 9. Dezember 2010 konnten Dr. med. G._, Oberarzt, und Dr. med. H._,
Assistenzärztin, die Befunde, die Diagnosen und die Beurteilung des psychiatrischen
Teilgutachtens des BEGAZ im Wesentlichen bestätigen (act. G 13.1.1, S. 6). Die
Beschwerdeführerin leide an einer depressiven Störung mit gegenwärtig leichtgradiger
Episode (ICD-10 F33.0). Sie zeige eine leicht gedrückte Stimmung und leicht
verminderten Antrieb, Angst, Müdigkeit sowie Schlafstörungen. Aus der Anamnese
gehe hervor, dass die Beschwerdeführerin immer wieder unter länger andauernden
depressiven Verstimmungen gelitten und 1986/87 zwei Suizidversuche gemacht habe.
Die Kriterien für eine Persönlichkeitsstörung seien nicht erfüllt, es bestehe aber eine
akzentuierte Persönlichkeit mit histrionischen und emotional instabilen Anteilen (ICD-10
Z73.1). Hinweise für eine Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis ergäben
sich nicht. Die Beschwerdeführerin hätte wohl in der Vergangenheit psychotische
Symptome im Rahmen der depressiven Episode gezeigt. Die aktuell noch von der
Beschwerdeführerin beschriebenen, sporadisch auftretenden taktilen Halluzinationen
seien im Rahmen der akzentuierten Persönlichkeit und der psychotischen Erfahrungen
in der Vergangenheit anzusehen. Da anlässlich der Begutachtung die Schmerzen nicht
im Vordergrund gestanden hätten, die Beschwerdeführerin ruhig im Stuhl gesessen
und ihre Mimik sowie Gestik nicht auf Schmerzen hingedeutet hätten, seien die
anamnetisch vorhandenen Schmerzen im Rahmen einer
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Schmerzwahrnehmungsstörung bei einer Depression anzusehen und damit sei die
Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung auszuschliessen (act. G
13.1.1, S. 5).
4.4 Was die Beschwerdeführerin gegen das psychiatrische Teilgutachten vorbringt,
vermag nicht zu überzeugen.
4.4.1 Es ist der Beschwerdeführerin zwar zuzustimmen, dass insbesondere bei
psychiatrischen Begutachtungen der bestmöglichen Verständigung zwischen
Gutachter und Exploranden grosses Gewicht zukommt (Urteil des Bundesgerichtes I
77/07 vom 4. Januar 2008, Erw. 5.1.1). Dass es anlässlich der psychiatrischen
Begutachtung beim BEGAZ indessen zu relevanten Verständigungsproblemen
zwischen der Beschwerdeführerin und dem Gutachter bzw. der Dolmetscherin
gekommen sein sollte, geht aus dem psychiatrischen Gutachten nicht hervor. Die
Beschwerdeführerin hatte keine Schwierigkeiten, sich mit der Dolmetscherin zu
verständigen (IV-act. 51-3). Aus dem psychiatrischen Gutachten gehen die geklagten
Beschwerden und Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin mit hinreichender
Genauigkeit hervor. Gegen Verständigungsschwierigkeiten spricht zudem, dass die
Sachverhaltsschilderung der Beschwerdeführerin, wie sie im BEGAZ-Teilgutachten
wiedergegeben wurde, im Wesentlichen mit jener des Gutachtens des Externen
Psychiatrischen Dienstes Sirnach übereinstimmt. Auch die Befunde und Diagnosen
sind identisch. Es ist zudem fraglich, ob die in der Beschwerde exemplarisch
aufgeführten Punkte, welche der Gutachter aufgrund von Verständigungsproblemen
nicht richtig verstanden haben soll, überhaupt auf Missverständnisse zurückzuführen
sind. So dürften beispielsweise die unterschiedlichen Angaben betreffend die
Arbeitsniederlegung damit zu erklären sein, dass der Hausarzt der Beschwerdeführerin
die Arbeitsunfähigkeit erst ab 22. Juni 2007 attestierte (IV-act. 15-3), währenddem
sowohl die Beschwerdeführerin als auch die Arbeitgeberin angaben, die
Arbeitsniederlegung sei im Mai 2007 erfolgt (IV-act. 2-5; 11-3; 26-2). Nach
mehrwöchiger krankheitsbedingter Absenz ab dem 8. Mai 2007 hatte die
Beschwerdeführerin gemäss Jahresdienstplan der Arbeitgeberin ab 18. Juni 2007
nochmals für fünf Tage gearbeitet, bevor sie definitiv ausgefallen war (IV-act. 11-9).
Sodann hat die Beschwerdeführerin betreffend ihre Wohnsituation - möglicherweise
wegen der insgesamt unklaren Situation aufgrund von Beziehungsproblemen mit ihrem
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Lebenspartner - mehrfach unterschiedliche Angaben gemacht. Anlässlich der
Haushaltabklärung vom 30. Oktober 2008 gab sie an, der Vater ihres Sohnes wohne
zur Zeit bei ihr, weil ihr Sohn Probleme in der Schule habe und es ihr nicht gut gehe.
Manchmal sei er da und manchmal nicht (IV-act. 26-1). Die behandelnde Psychiaterin
führte im Bericht vom 14. Dezember 2008 aus, die Beschwerdeführerin wohne mit
ihrem Lebenspartner in der gleichen Wohnung, habe zu diesem in letzter Zeit jedoch
kaum Kontakte gehabt (IV-act. 31-2). Anlässlich der Begutachtung durch den Externen
Psychiatrischen Dienst Sirnach gab sie wiederum an, sie lebe seit 2001 ohne ihren
Lebenspartner in Bronschhofen. Dieser lebe seit Jahren mit einer anderen Frau
zusammen und komme wegen seines Sohnes sporadisch zu Besuch (act. G 13.1.1,
Seite 2). Im Übrigen wären die vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
exemplarisch aufgeführten angeblichen Missverständnisse wohl nicht geeignet, den
Beweiswert des psychiatrischen Teilgutachtens des BEGAZ zu beeinträchtigen. Es ist
mithin nicht davon auszugehen, dass der Gutachter zu einer anderen Beurteilung
gelangt wäre.
4.4.2 Sodann war dem psychiatrischen Gutachter des BEGAZ bekannt, dass die
Beschwerdeführerin während der 1995 geschiedenen Ehe offenbar Opfer häuslicher
Gewalt war und 1986/87 zwei medikamentöse Suizidversuche stattfanden (IV-act.
34-35; 34-40). Wenn geltend gemacht wird, dies erfordere hinsichtlich einer
posttraumatischen Belastungsstörung weitere Abklärungen, so ist darauf hinzuweisen,
dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Untersuchung keine typischen Merkmale
einer posttraumatischen Belastungsstörung wie Nachhallerinnerungen und Flashbacks
gezeigt hatte (IV-act. 34-41). Auch im Gutachten des Externen Psychiatrischen
Dienstes Sirnach wurde die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung
verneint. Die Beschwerdeführerin zeige zwar einige Symptome einer posttraumatischen
Belastungsstörung, erfülle die ICD-10 Kriterien im Zeitpunkt der Untersuchung aber
nicht vollständig (act. G 13, S. 5). Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass
Belastungsstörungen, welche erst nach Jahren nach einem traumatisierenden Ereignis
diagnostiziert werden, von der Rechtsprechung nicht als invalidisierend anerkannt
werden (Ulrich Meyer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 2. Aufl., Zürich/
Basel/Genf 2010, S. 30 f. m. H. auf Urteil 9C_955/2008 vom 8. Mai 2009 Erw. 4.31 und
4.3.2).
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4.5 Insgesamt sind keine Gründe ersichtlich, die gegen den Beweiswert des
psychiatrischen Teilgutachtens sprechen würden. Es ist für die strittigen Belange
umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die beklagten
Beschwerden und ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden. Zudem sind die
Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der
medizinischen Situation einleuchtend und beinhalten begründete Schlussfolgerungen.
Schliesslich setzt sich das Gutachten auch mit den abweichenden Diagnosen und
Einschätzung der behandelnden Psychiaterin in Bezug auf die Auswirkungen der
gesundheitlichen Einschränkungen auf die Arbeitsfähigkeit auseinander. Die offenbar
zu Beginn im Vordergrund gestandenen psychotischen Symptome scheinen im Verlauf
der psychiatrischen Behandlung in den Hintergrund getreten zu sein. Im Zeitpunkt der
Begutachtung werden die Symptome noch als pseudopsychotisch beurteilt (IV-act.
34-40). Dass damit auch eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit eingetreten ist,
erscheint plausibel, zumal die behandelnde Psychiaterin die 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit im Reinigungsdienst der psychiatrischen Klinik im
Bericht vom 12. Dezember 2009 insbesondere damit begründete, dass die
Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Ängste und illusionären Verkennungen nicht mehr
im Stande sei, mit psychisch kranken Menschen in Kontakt zu kommen (IV-act. 31-4).
Insgesamt konnte nachvollziehbar aufgezeigt werden, dass bei der Beschwerdeführerin
keine krankheitswertige psychische Störung mehr vorliegt. Sodann konnte auch das
Gutachten des Externen Psychiatrischen Dienstes Sirnach keine objektiv feststellbaren
Gesichtspunkte vorbringen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben
sind und sich eignen, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen. Vielmehr wird
explizit Stellung zur Begutachtung des BEGAZ genommen, wobei die Befunde, die
Diagnosen und die Beurteilung des psychiatrischen Teilgutachtens des BEGAZ im
Wesentlichen bestätigt wurden. Einzig in der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit weicht
das Gutachten des Externen Psychiatrischen Dienstes Sirnach vom BEGAZ-Gutachten
ab. Die Beschwerdeführerin sei ab Mitte Januar 2009 in ihrem angestammten Beruf zu
50% arbeitsfähig. Bei einem beruflichen Wiedereinstieg mit höherer Belastung
bestünde die Gefahr einer Überforderung und damit die Gefahr der
Zustandsverschlechterung. Nach erfolgreichem beruflichem Wiedereinstieg sei eine
behutsame weitere Steigerung des Arbeitspensums denkbar (act. G 13.1.1, S. 6). Diese
Überlegungen beruhen auf dem Gedanken eines optimalen Wiedereinstiegs in den
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angestammten Beruf mit der Gewährung einer Anpassungsphase und kontinuierlicher
Steigerung des Arbeitspensums. Somit handelt es sich bei der Einschätzung des
Externen Psychiatrischen Dienstes Sirnach nicht um die massgebende tatsächliche
Unfähigkeit, die zuletzt ausgeübte Tätigkeit bzw. eine andere Arbeit auszuführen.
Massgebend für die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bleibt die vom BEGAZ attestierte
80%-ige Arbeitsfähigkeit für jegliche Tätigkeit.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist der Sachverhalt als ausreichend abgeklärt zu betrachten.
Für eine ergänzende Begutachtung besteht kein Anlass.
5.2 Die Beschwerdegegnerin ist unter Verweis auf die Rechtsprechung von einer
vollständigen Überwindbarkeit der 20%-igen Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit
ausgegangen. Vorliegend resultiert jedoch selbst ohne Beantwortung der Frage, ob die
psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit von 20% nach Massgabe der für anhaltende
somatoforme Schmerzstörungen geltenden Rechtsprechung willensmässig
überwindbar ist (vgl. statt vieler Urteil des Bundesgerichts 9C_1040/2010 vom 6. Juni
2011 Erw. 3.3 ff.), ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von weniger als 40%,
sodass sich weitere Ausführungen diesbezüglich erübrigen. Die Invaliditätsbemessung
hat unbestritten nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs zu
erfolgen.
5.2.1 Sowohl die Beschwerdegegnerin (vgl. die Beschwerdeantwort; act. G 15)
als auch die Beschwerdeführerin gehen bei der Invaliditätsbemessung von einem
Valideneinkommen von Fr. 61'810.- aus (Hochrechnung Bruttojahreseinkommen 2006
von Fr. 35'766.- von einem Pensum von 60% auf 100% zuzügl. der
Nominallohnentwicklung 2006-2008; IV-act. 11-5; act. G 34). Gemäss den Angaben der
Arbeitgeberin, hat die Beschwerdeführerin in den Jahren 2005 bis 2007 jedoch
teilweise Überstunden geleistet. Die Überstunden wurden offenbar nicht mit Freizeit
kompensiert. Insbesondere im Jahr 2006 konnte sie daher ein Bruttojahreseinkommen
erzielen, welches über dem vertraglich vereinbarten Bruttojahreseinkommen für ein
60% Pensum lag (IV-act. 11-5). Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
bei einem 100%-igen Arbeitspensum mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr
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in der Lage wäre, die gleiche Anzahl Überstunden wie bei einem 60%-igen
Arbeitspensum zu leisten, bzw. dass Überstunden weitgehend mit Freizeit kompensiert
würden. Die Beschwerdeführerin hätte gemäss den Angaben ihrer Arbeitgeberin ab 1.
Januar 2008 bei einer Arbeitszeit von 5.04 Stunden pro Tag (entspricht bei einer
allgemeinen Arbeitszeit von 42 Stunden pro Woche einem Pensum von 60%) ein
monatliches Bruttoeinkommen von Fr. 2'438.70 bzw. ein Bruttojahreseinkommen von
Fr. 31'703.10 (inkl. 13. Monatslohn) erzielt (IV-act. 11-4). Hochgerechnet auf ein 100%
Pensum ergibt sich somit ein Bruttojahreseinkommen Fr. 52'838.50.
5.2.2 Beim Invalideneinkommen ist auf auf die Tabellenlöhne der LSE
abzustellen. Im Jahr 2008 lag der monatliche Durchschnittslohn für eine Hilfsarbeiterin
(TA 1, Frauen im Anforderungsniveau 4) bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40
Stunden bei Fr. 4'116.-- monatlich bzw. Fr. 49'392.-- jährlich. Dieses Einkommen kann
jedoch entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nicht unbesehen
übernommen werden. Vielmehr ist vom Durchschnittseinkommen bei einer
durchschnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.6 Wochenstunden und somit
von Fr. 51'368.-- auszugehen. Die Beschwerdegegnerin macht einen Leidensabzug
von 15% geltend. Gründe für einen Leidensabzug in dieser Höhe sind nicht ersichtlich.
Einen gewissen sogenannten Konkurrenznachteil weist sie zwar sicherlich auf. Ein
Teilzeitnachteil liegt statistisch gesehen aber eher nicht vor. Auch das Alter fällt nicht
relevant ins Gewicht. Insgesamt erscheint ein Abzug von 10% gerechtfertigt. Das
Invalideneinkommen beläuft sich daher auf Fr. 36'985.-- (Fr. 51'368.-- x 0.8 x 0.9).
5.2.3 Bei einem Valideneinkommen von gerundet Fr. 52'839.-- und einem
Invalideneinkommen von Fr. 36'985.-- beläuft sich der Invaliditätsgrad auf 30%. Selbst
wenn man das Valideneinkommen um den Lohn für eine hypothetische Anzahl
Überstunden erhöhen würde (wobei wie erwähnt nicht wahrscheinlich ist, das beim
hypothetischen Vollpensum eine beträchtliche Anzahl an Überstunden geleistet würde),
wird doch keine rentenbegründende Invalidität erreicht.
5.3 Zu prüfen bleibt ein allfälliger Anspruch auf eine befristete Rente. Versicherte
haben Anspruch auf eine Rente, wenn sie u.a. während eines Jahres ohne
wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen
sind (Art. 6 ATSG) und nach Ablauf des Wartejahres eine Arbeitsunfähigkeit von
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mindestens 40% verbleibt (Art. 28 Abs. 1 lit. b und c IVG). Die Beschwerdeführerin hat
ihre Arbeitstätigkeit im Mai 2007 (IV-act. 2-5; 11-3) niedergelegt. Der Hausarzt der
Beschwerdeführerin attestierte im Bericht vom 31. März 2008 ab 22. Juni 2007 und bis
auf weiteres eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer somatoformen
Schmerzstörung mit linksseitigen Nacken-, Rücken- und Beinschmerzen; Tendinitis
calcarea links mit Impingement sowie Depressionen (IV-act. 15-1). Das BEGAZ-
Gutachten kam zum Schluss, dass eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor
Oktober 2007 retrospektiv nicht nachvollziehbar sei (IV-act. 34-23). Der Bericht des
Hausarztes ist äusserst knapp und beinhaltet ausserhalb seines Fachgebiets liegende
psychiatrische Diagnosen. Sodann konnte die diagnostizierte somatoforme
Schmerzstörung weder von der behandelnden Psychiaterin noch von den Gutachtern
bestätigt werden. Überdies ergeben sich aus dem Bericht auch keine Hinweise auf die
im Zusammenhang mit der psychischen Beeinträchtigung zunächst im Vordergrund
stehenden ungewöhnlichen Wahrnehmungserlebnisse. Die hausärztlich attestierte
Arbeitsunfähigkeit von 100% kann somit nicht nachvollzogen werden. Eine
Arbeitsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit von durchschnittlich 40% seit
Mai/Juni 2007 ist aufgrund der Aktenlage - insbesondere dem Umstand, dass für die
geklagten Schmerzen keine organische Ursache festgestellt werden konnte sowie der
Tatsache, dass die Beschwerdeführerin sich erst im Februar 2008 in psychiatrische
Behandlung begab - mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu verneinen. Im BEGAZ-
Gutachten wurde angenommen, die Arbeitsunfähigkeit habe ab Oktober 2007 bis
Dezember 2008 im Umfang von 80% bestanden. Diese Annahme für den Beginn der
Arbeitsunfähigkeit dürfte auf den Schilderungen der Beschwerdeführerin beruhen, sie
hätte im Oktober 2007 am Flughafen erstmals das Gefühl gehabt, sie werde
beobachtet (IV-act. 34-34). Andererseits konnte sie auf die anlässlich der
neurochirurgischen Untersuchung vom 5. November 2007 gestellte Frage, ob sie an
Depressionen leide, keine adäquate Antwort geben. Eine antidepressive Medikation
erfolgte zu diesem Zeitpunkt offenbar noch nicht. Von dem Erlebnis auf dem Flughafen
berichtete sie in jenem Zeitpunkt nicht (IV-act. 15-6). Die behandelnde Psychiaterin hat
in ihrem Bericht vom 14. Dezember 2008 indessen das Datum des
Behandlungsbeginns, also den 8. Februar 2008 als Beginn der Arbeitsunfähigkeit
festgehalten (IV-act. 31-3). Mangels echtzeitlicher psychiatrischer Berichte über die Zeit
vor Februar 2008 gelingt der Beschwerdeführerin der Nachweis nicht, dass sie bereits
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vor dem Beginn der Behandlung bei Dr. C._ aus psychischen Gründen relevant in der
Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen wäre. Es ist nicht zu erwarten, dass weitere
Abklärungen zu anderen Erkenntnissen führen würde, weshalb darauf verzichtet
werden kann (antizipierter Beweiswürdigung vgl. BGE 124 V 90, Erw. 4b; Urteil
9C_108/2010 vom 15. Juni 2010, Erw. 4.2.2). Die Folgen der Beweislosigkeit hat die
Beschwerdeführerin zu tragen. Daher ist vom Beginn der Arbeitsunfähigkeit im Februar
2008 auszugehen. Ob sich der Gesundheitszustand bereits im Dezember 2008
verbessert hat, kann somit offen gelassen werden, denn spätestens ab Februar 2009
(Zeitpunkt der psychiatrischen Begutachtung des BEGAZ) konnte eine Verbesserung
des Gesundheitszustands festgestellt werden. Damit wäre im Februar 2009 zwar die für
einen Rentenanspruch erforderliche durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von
mindestens 40% während eines Jahres im Sinn von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG (sog.
Wartejahr) gegeben, mangels Invalidität von mindestens 40% nach Ablauf des
Wartejahres (Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG), ist jedoch auch ein Anspruch auf eine befristete
Rente zu verneinen.
5.4 Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Beschwerdegegnerin den
Rentenanspruch im Ergebnis zu Recht verneint hat.
5.5 Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Verschlechterung des
Gesundheitszustandes seit Januar 2011 (act. G 17.1.1; act. G 34) vermag die
Beurteilung im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung nicht zu beeinflussen und ist
daher für das vorliegende Beschwerdeverfahren unbeachtlich. Sollte in der
Zwischenzeit jedoch eine erhebliche und dauerhafte Verschlechterung des
Gesundheitszustandes eingetreten sein, bleibt es der Beschwerdeführerin
unbenommen, sich bei der IV-Stelle erneut anzumelden und die Verschlechterung
glaubhaft zu machen.
6.
6.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
6.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
bis
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Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt.
Als unter-liegende Partei hat die Beschwerdeführerin die Gerichtskosten zu bezahlen
(vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP). Diese sind unter Berücksichtigung, dass eine mündliche
Verhandlung durchgeführt wurde, auf Fr. 1'000.-- zu veranschlagen. Der geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird an die Gerichtskosten angerechnet.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht