Decision ID: 5485cbc3-5a94-4085-bd5a-e81e72517135
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Marcel Köppel, Grossfeldstrasse 45,
7320 Sargans,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 18. August 2008 wegen Knieproblemen mit
Knorpelschädigung und Arthrose bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
(act. G 4.1.1). Der selbständige Autoverkäufer war nach mehreren Operationen zuletzt
am 11. Dezember 2007 auf Grund eines degenerativen, rupturierten Scheibenmeniskus
lateral am linken Knie und einer Osteochondrosis dissecans medialer Femurkondylus
im Spital B._ operiert worden (act. G 10-18f.). RAD-Arzt
Dr. med. C._ hielt in einer Aktennotiz vom 23. September 2008 fest, es hätten sich in
der Folge bei verzögertem Verlauf Restbeschwerden eingestellt, so dass bis
29. Februar 2008 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% und ab 1. März 2008 bis auf
weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 80% attestiert worden sei (act. G 4.1.7).
A.b Am 4. September 2008 wurde beim Versicherten erneut eine Kniearthroskopie
links, eine Teilresektion medialer Meniskus und offene OATS (osteochondrale
Zylindertransplantation) durchgeführt (act. G 4.1.10-3ff.). Gemäss ärztlichem Bericht
des Spitals B._ vom 16. September 2008 stellte sich danach am Knie eine
Wundinfektion ein (act. G 4.1.10-1). RAD-Arzt Dr. C._ erachtete den Versicherten ab
4. September 2008 wieder zu 100% arbeitsunfähig (act. G 4.1.20-2). Am 29.
September 2008 notierte Dr. C._, auf Grund der Akten des Hausarztes sei ein
Gesundheitsschaden ausgewiesen. Der Zustand des Versicherten sei jedoch instabil,
da er aktuell durch einen Infekt belastet sei. Gesamthaft bestehe ein Status nach
mehrfachen Operationen an beiden Kniegelenken mit bereits eingetretenem
Verschleiss. Die Kniegelenke seien somit dauerhaft reduziert belastbar für überwiegend
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stehende und gehende Tätigkeiten, häufiges Treppen-/Leiter-Steigen, tiefes Abhocken
und Gehen auf unebenen Untergründen. Mit einer Stabilisierung des
Gesundheitszustands sei nicht vor Mitte November 2008 zu rechnen (act. G 4.1.9).
A.c Am 6. Februar 2009 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass auf Grund des
Gesundheitszustands zurzeit keine beruflichen Massnahmen möglich seien (act.
G 4.1.19).
A.d Gestützt auf die Untersuchung vom 18. August 2009 kamen die Ärzte der
Uniklinik Balgrist im Bericht vom 28. August 2009 zum Schluss, es sei schwierig zu
unterscheiden, ob primär eine laterale Gonarthrose oder eine Meniskuspathologie
vorliege. Weitere operative Therapiemassnahmen seien schwierig; es müsste eine
Totalprothese implantiert werden. Auf Grund des jungen Alters des Versicherten und
der schlechten Erfahrungen durch die Voroperationen sei hierzu aber eher ein
expektatives Vorgehen gewünscht (act. G 4.1.56-6f.).
A.e Am 27. Oktober 2009 nahm die IV-Stelle am Arbeitsort, auf dem Autostandplatz
des Versicherten, eine Abklärung an Ort und Stelle vor. Im Bericht vom 16. November
2009 hielt die Abklärungsperson fest, der Geschäftsumsatz habe sich laufend
verschlechtert. Der Versicherte wolle jedoch den Fahrzeughandel beibehalten, doch sei
er für den Fahrzeugunterhalt auf eine Teilzeit-Aushilfe angewiesen. Er stelle sich vor,
diese mit einer Teilrente finanzieren zu können. Gestützt auf einen Betätigungsvergleich
wurde eine Einschränkung von 70% eruiert (act. G 4.1.36).
A.f Im Arztbericht vom 14. Januar 2010 diagnostizierte Dr. med. D._, Spital B._,
eine lateralbetonte Pangonarthrose beidseits, bestehend seit 2001. Weiter berichtete er
über die Hospitalisation des Versicherten vom 28. Oktober bis 8. November 2009 auf
Grund einer Arthroskopie rechts. Während der Hospitalisation habe die
Arbeitsunfähigkeit 100% und ab 9. November 2009 80% betragen. Die Prognose
schätzte er als ungünstig ein, da der Versicherte mittelfristig unter Umständen links
eine Knie-Totalprothese benötige, später wahrscheinlich auch rechts (act. G 4.1.40).
A.g Am 10. Juni 2010 fand eine monodisziplinäre RAD-Untersuchung durch Dr. med.
E._, Facharzt für Rheumatologie, statt. Der RAD-Arzt hielt im Bericht vom 18. Juni
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2010 fest, der Versicherte leide weiterhin unter andauernden Kniegelenkschmerzen
beidseits. Als letzte therapeutische Möglichkeit sei die Implantation einer Totalprothese
vorerst des linken Knies diskutiert worden. Vom Eingriff sei dann allerdings auf Grund
des noch jungen Alters des Versicherten und der schlechten Erfahrungen durch die
Voroperationen Abstand genommen worden. Gemäss dem Betätigungsvergleich be
stehe beim Selbständigerwerbenden eine Einschränkung von 70%. Eine adaptierte
Tätigkeit sei ihm ganztags mit vermehrten Pausen zumutbar (act. G 4.1.58).
A.h RAD-Arzt Dr. med. F._, hielt dazu in der Stellungnahme vom 23. Juni 2010 fest,
in Absprache mit Dr. E._ könne bei der Vielzahl von Operationen und Komplikationen
nur ausgeführt werden, dass ab dem Zeitpunkt der RAD-Untersuchung eine adaptierte
Arbeitsfähigkeit ganztags mit vermehrten Pausen (zweimal 30min/Tag) bestehe. Die
Akten seien übersichtlich dargestellt und aus den Befunden würden sich die
Schlussfolgerungen auf die Arbeitsfähigkeit direkt ableiten. Sie seien nachvollziehbar
(act. G 4.1.59).
A.i Mit Schlussbericht der beruflichen Eingliederung vom 4. Januar 2011 schloss die
Eingliederungsverantwortliche den Fall ab, da weitere Eingliederungsbemühungen auf
Grund der Aussagen des Versicherten nicht angezeigt seien (act. G 4.1.69).
A.j Im Vorbescheid vom 23. Februar 2011 stellte die IV-Stelle dem Versicherten
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 20% eine Rentenabweisung in Aussicht (act.
G 4.1.77). Dagegen erhob der Versicherte am 22. März 2011 Einwand (act. G 4.1.79).
A.k Mit Verfügung vom 16. Mai 2011 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren im Sinne
des Vorbescheids ab (act. G 4.1.80).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde des Versicherten vom
16. Juni 2011 mit dem Begehren um Aufhebung der angefochtenen Verfügung und
Zusprache einer mindestens halben Invalidenrente; unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Zur Begründung hielt er fest, dass einerseits das
Valideneinkommen zu tief und andererseits das Invalideneinkommen zu hoch
bemessen worden sei. So sei u.a. beim Valideneinkommen zu berücksichtigen, dass
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die gesundheitlichen Probleme und damit die Einschränkungen in der Arbeitsleistung
nicht erst im Dezember 2007, sondern bereits zwei bis drei Jahre früher eingetreten
seien. Zudem sei bei der Festlegung des Invalideneinkommens primär von der
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher er konkret stehe. Danach sei
von einer beschwerdebedingten Einkommenseinbusse von 70% mit Bezug auf die
Tätigkeit als Autoverkäufer auszugehen. Es sei ihm auf Grund seines Alters von
51 Jahren nicht zuzumuten, in eine andere Tätigkeit einzusteigen, nachdem er seit
Jahren in der Autobranche tätig sei und eine erzwungene Liquidation des Betriebs
einen enormen finanziellen Verlust zur Folge hätte (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 5. September 2011 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie begründete dies im
Wesentlichen damit, dass die medizinische Arbeitsfähigkeitsschätzung unbestritten
und eine bereits zwei bis drei Jahre vor dem Dezember 2007 vorliegende
gesundheitliche Einschränkung nicht ausgewiesen sei. Zudem sei im Rahmen der
Schadenminderungspflicht zu erwarten, dass eine nicht existenzsichernde selbständige
Tätigkeit zu Gunsten eines rentenausschliessenden Einkommens aus einer anderen
zumutbaren Tätigkeit aufgegeben werde (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 8. November 2011 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
fest (act. G 10).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 15. Dezember 2011 auf
die Einreichung einer Duplik (act. G 12).
B.e Am 11. September 2013 reichte der Beschwerdeführer einen Bericht seines
Hausarztes vom 30. August 2012 ein (act. G 14).

Erwägungen:
1.
1.1 Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob die Abweisung des Rentenbegehrens des
Beschwerdeführers zu Recht erfolgte.
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1.2 Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der
Beurteilung einer Streitsache auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen
Verfügung (hier: 16. Mai 2011) eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 4 E. 1.2 mit
Hinweis). Der am 11. September 2012 eingereichte Arztbericht (act. G 14) betrifft
hingegen den gesundheitlichen Zustand des Beschwerdeführers nach diesem
Zeitpunkt, weshalb im vorliegenden Verfahren nicht weiter auf ihn abzustellen ist.
2.
2.1 Invalidität wird definiert als die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit
dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Unter
Erwerbsunfähigkeit versteht man dabei den durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachten und nach
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibenden ganzen oder teilweisen
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Anspruch auf eine Rente haben versicherte
Personen, die während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40% invalid sind (Art. 28 Abs. 1 lit. b und c des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]).
2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat eine versicherte Person Anspruch auf eine ganze IV-
Rente, wenn sie mindestens zu 70% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 60% besteht ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50% auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.3 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad in der Regel auf Grund
eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das
die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). Der
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Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden
hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und
einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen
ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im
Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und sind die so gewonnenen
Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Lassen sich die beiden hypothetischen
Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an
die spezifische Methode für Nichterwerbstätige (Art. 27 IVV) bei selbstständig
Erwerbenden ein Betätigungsvergleich anzustellen (ausserordentliches
Bemessungsverfahren) und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerblichen
Auswirkungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen
Situation zu bestimmen (vgl. BGE 128 V 30 f. E. 1 mit Hinweisen). Der grundsätzliche
Unterschied des ausserordentlichen Bemessungsverfahrens zur spezifischen Methode
besteht darin, dass die Invalidität nicht unmittelbar nach Massgabe des
Betätigungsvergleichs als solchem bemessen wird. Vielmehr ist zunächst anhand des
Betätigungsvergleichs die leidensbedingte Behinderung festzustellen; sodann ist diese
im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung zu gewichten. Eine bestimmte
Einschränkung im funktionellen Leistungsvermögen eines Erwerbstätigen kann zwar,
braucht aber nicht notwendigerweise eine Erwerbseinbusse gleichen Umfanges zur
Folge zu haben (vgl. Art. 4 Abs. 1 IVG; BGE 104 V 135; AHI 1998, 119; BGE 128 V 29).
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei ihrem Entscheid auf den RAD-Bericht
von Dr. E._ über die Untersuchung vom 10. Juni 2010 (act. G 4.1.8) sowie die
Stellungnahme von Dr. F._ vom 23. Juni 2010 (act. G 4.1.59). Der Beschwerdeführer
hat die medizinischen Beurteilungen zu Recht nicht bestritten. Die RAD-Ärzte stützten
sich auf die vorhandenen ärztlichen Unterlagen und die Untersuchung des
Beschwerdeführers durch Dr. E._. Ihre Darlegungen und Beurteilungen sind schlüssig
und nachvollziehbar, weshalb darauf abzustellen ist. Aus den im RAD-Bericht vom 18.
Juni 2010 detailliert aufgelisteten Akten geht hervor, dass Kniebeschwerden erstmals
im August 1989 dokumentiert sind; demgegenüber wird eine Arbeitsunfähigkeit
erstmals ab 9. Dezember 2007 attestiert (act. G 4.1.58-4). Weder Dr. E._ noch Dr.
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F._ haben hinsichtlich der konkreten Höhe der Arbeitsfähigkeit in adaptierten
Tätigkeiten eine Prozentzahl angegeben. Dr. E._ hielt jedoch fest, eine adaptierte
Tätigkeit sei dem Beschwerdeführer ganztags mit vermehrten Pausen zumutbar. Er
müsse die Möglichkeit haben, die sitzende Tätigkeit zwischendurch zu unterbrechen,
um die Beine kurz zu bewegen. Das führe zur Notwendigkeit einer vermehrten
Arbeitspause von zweimal einer halben Stunde pro Tag (act. G 4.1.58-8). Auch
Dr. F._ fasste gestützt darauf zusammen, dass eine adaptierte Arbeitstätigkeit
ganztags mit vermehrten Pausen von zweimal 30min/Tag zumutbar sei (act. G 4.1.59).
In Anbetracht dessen ist damit beim Beschwerdeführer eine Leistungseinbusse von 1h
pro Tag bzw. von 5h pro Woche zu berücksichtigen. Geht man von der gemäss den
LSE-Tabellen 2008 üblichen wöchentlichen Arbeitszeit für Hilfsarbeitertätigkeiten von
41.6 Arbeitsstunden aus (vgl. unten Erwägung 4.4), bedeutet dies eine Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit um 12% bzw. eine Restarbeitsfähigkeit von 88%. Diese wird von
Dr. E._ und Dr. F._ auf Grund der Vielzahl der Operationen und Komplikationen
jedoch erst ab dem Zeitpunkt der RAD-Untersuchung vom 10. Juni 2010 bestätigt (act.
G 4.1.58, 4.1.59).
3.2 Der Beschwerdeführer verlangt, dass für die Festlegung des
Invalideneinkommens primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen sei,
in welcher er konkret stehe. Gestützt auf den anlässlich der Arbeitsortabklärung
durchgeführten Betätigungsvergleich kam die Abklärungsperson zum Schluss, dass
der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit noch zu 30% arbeitsfähig sei.
Der Beschwerdeführer würde den Fahrzeughandel gerne beibehalten, doch wäre er für
den Fahrzeugunterhalt auf eine Teilzeit-Aushilfe angewiesen. Er stelle sich vor, diese
mit einer Teilrente finanzieren zu können. Falls er von Seiten der IV keine
Rentenleistungen zu erwarten habe, würde sich für ihn die berufliche Perspektive völlig
anders präsentieren. Bei dieser Vorgabe würde er sich etwas befreiter auf berufliche
Veränderungen einlassen (act. G 4.1.36).
3.3 Zu prüfen ist somit vorweg, ob dem Beschwerdeführer gegebenenfalls die
Aufgabe seiner selbständigen Tätigkeit als Autohändler zugemutet werden kann. Die
Rechtsprechung leitet die Pflicht der versicherten Person zur beruflichen
Neueingliederung aus dem Gebot der Schadenminderung ab. Die versicherte Person
soll alles ihr Zumutbare unternehmen, um die erwerblichen Folgen ihres
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Gesundheitsschadens bestmöglich zu mindern. Die Frage, ob und gegebenenfalls
welche berufliche Neueingliederung von einer versicherten Person im Rahmen ihrer
Pflicht zur Schadenminderung verlangt werden kann, beantwortet sich nach dem
Grundsatz der Zumutbarkeit, der als Teilgehalt im verfassungsmässigen Grundsatz der
Verhältnismässigkeit (Art. 5 Abs. 2 BV) enthalten ist (Thomas Locher, Grundriss des
Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl. Bern 2003, § 4 Rz 26 ff.). Von der versicherten
Person kann daher nur eine berufliche Umstellung verlangt werden, die ihr unter
Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des
Einzelfalls zumutbar ist, d.h. es darf sich nicht um realitätsfremde und in diesem Sinn
unmögliche oder unverhältnismässige Vorkehren handeln. Für die Beurteilung der
Zumutbarkeit eines Berufswechsels sind insbesondere das Alter der versicherten
Person, die Art und Dauer ihrer bisherigen Berufstätigkeit, deren selbständige oder
unselbständige Ausübung, die mit einer beruflichen Neueingliederung verbundene
Veränderung der sozialen Stellung der versicherten Person, ihre persönlichen und
familiären Verhältnisse sowie die entsprechend grössere oder geringere Flexibilität
hinsichtlich ihres Wohn- und Arbeitsortes massgebend. Ins Gewicht fällt auch die Art
und Dauer der beanspruchten Versicherungsleistungen sowie deren Kosten. Denn die
Anforderungen an die Schadenminderungspflicht sind zulässigerweise dort strenger,
wo eine erhöhte Inanspruchnahme der Sozialversicherung in Frage steht, wie dies
beispielsweise bei Rentenleistungen an relativ junge Versicherte der Fall ist, denen in
einer neuen beruflichen Tätigkeit noch eine lange Aktivitätsperiode verbleibt (vgl.
m.w.H. das Urteil des EVG vom 23. Dezember 2004, I 316/04, E. 2.2).
3.4 Der Beschwerdeführer gründete die G._ GmbH 2004. Gemäss den Angaben
bei der Abklärung der Verhältnisse an Ort und Stelle hatte der Beschwerdeführer nach
der Realschule - ohne eine Berufslehre zu absolvieren - die Tätigkeit als Monteur
aufgenommen, war danach zwei Jahre selbständig im Autohandel gewesen und 1987
ins Geschäft seines Onkels eingestiegen. Hier wurde er 'on the Job' für den
Aussendienst und die Büroarbeit ausgebildet und konnte in diesem Zusammenhang
eine Handelsschule absolvieren. Nach Verkauf des Betriebs 1995 wurde er 1998/1999
bei der H._ zum Aussendienstmitarbeiter ausgebildet, 1999 stieg er wieder in die
Tätigkeit als Autoverkäufer im Angestelltenverhältnis ein; im Jahr 2004 machte er sich
selbständig (act. G 4.1.36-2). Gestützt auf diesen Lebenslauf kann nicht von einer
besonders langen Dauer der Selbständigkeit ausgegangen werden und es ist
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offensichtlich, dass der Beschwerdeführer nicht über spezifische berufliche
Qualifikationen verfügt, die ihn einzig in seinen zuletzt ausgeübten Tätigkeitsbereich
verweisen würden. Auch war der Beschwerdeführer in einem Alter, in dem er sich
durchaus nochmals in eine neue Tätigkeit im Angestelltenverhältnis einarbeiten konnte.
Da es sich bei seinem Geschäft zudem um einen Einmannbetrieb handelt, wäre die
Geschäftsaufgabe auch nicht mit Verantwortungen gegenüber weiteren Mitarbeitern
verbunden. Zudem ist auch das geltend gemachte Verlustrisiko beim Verkauf der
Unternehmung nicht belegt, geht doch aus der Jahresrechnung 2008 ein Eigenkapital
von rund Fr. 11'000.-- hervor (act. G 4.1.28-3). Der Beschwerdeführer benötigt in
seinem Betrieb auch keine hohen Eigenmittel, nimmt er doch gemäss seinen Angaben
in der Abklärung an Ort und Stelle einen grossen Teil der Fahrzeuge von den örtlichen
Garagen in Kommission. Ein erhebliches Verlustrisiko bei einer Geschäftsaufgabe ist
daher weder belegt noch wahrscheinlich. Zu beachten ist schliesslich, dass der
Grundsatz "Eingliederung vor Rente" verletzt würde, wenn für die
Invaliditätsbemessung auf das Einkommen als Selbständigerwerbender mit einer
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 70% abgestellt würde anstelle auf jenes im
Angestelltenverhältnis mit einer Arbeitsunfähigkeit von lediglich 12%. Somit kann
insgesamt nicht von einer Unzumutbarkeit des Berufswechsels ausgegangen werden.
3.5 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass der ihm zugängliche Arbeitsmarkt
derart eingeschränkte Tätigkeiten, wie er sie noch ausüben könnte, gar nicht anbiete.
Es ist deshalb zu prüfen, ob der Beschwerdeführer seine Restarbeitsfähigkeit
erwerblich umzusetzen vermöchte. Referenzpunkt für diese Verwertung ist der
hypothetische ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach der
Rechtsprechung handelt es sich dabei um einen theoretischen und abstrakten Begriff,
der dazu dient, den Leistungsbereich der Invalidenversicherung von demjenigen der
Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der Begriff umschliesst einerseits ein
bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach
Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen
Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält und zwar sowohl bezüglich der dafür
verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des
körperlichen Einsatzes; letzteres gilt auch im Bereich der un- und angelernten
Arbeitnehmer. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob die
invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten und ob
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sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 110 V
276 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b). Daraus folgt, dass für die Invaliditätsbemessung
nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide Person unter den konkreten
Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr
verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren
Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 291).
Für den Beschwerdeführer stehen - trotz seinen gesundheitlichen Einschränkungen -
auf diesem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend leichte Hilfs-,
Kontroll- und Überwachungstätigkeiten offen, sodass nicht von realitätsfremden und in
diesem Sinn unmöglichen oder unzumutbaren Einsatzmöglichkeiten auszugehen ist.
Denn die zumutbare Tätigkeit ist vorliegend nicht nur in so eingeschränkter Form
möglich, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder nur unter
nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers ausgeübt
werden kann (ZAK 1989 S. 322 E. 4a). Die Ausführungen in der Beschwerde und der
Replik verkennen den hypothetischen Charakter des ausgeglichenen Arbeitsmarktes.
So geht es beim als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt nicht um reale Stellen,
sondern um (gesundheitlich zumutbare) Beschäftigungsmöglichkeiten, welche der
Arbeitsmarkt von seiner Struktur her, jedoch abstrahiert von den konjunkturellen
Verhältnissen, umfasst (nicht veröffentlichtes EVG-Urteil vom 16. Juli 2003, I 758/02).
4.
4.1 Damit sind ausgehend von einer 88%igen Arbeitsfähigkeit in leidensadaptierten
Tätigkeiten deren erwerbliche Auswirkungen zu prüfen.
4.2 Das Valideneinkommen ist dasjenige Einkommen, das die versicherte Person er
zielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG, Art. 28a Abs. 1
IVG). Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen
Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als
Gesunde tatsächlich verdienen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte
(BGE 131 V 53 E. 5.1.2; Urteil des Bundesgerichts vom 5. September 2008,
9C_488/2008, E. 6.4). Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der
Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft,
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da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt
worden wäre. Ausnahmen von diesem Erfahrungssatz müssen mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 135 V 59 E. 3.1).
4.3 Gemäss dem Auszug aus den Steuerakten wurde der Beschwerdeführer in den
Jahren 2004 mit einem Einkommen von Fr. 51'765.-- und im Jahr 2005 mit einem
solchen von Fr. 62'187.-- veranlagt. Im Jahr 2007 betrug das steuerbare Einkommen
nach Ermessen Fr. 70'000.-- (act. G 4.1.5). Hinsichtlich der Buchhaltungsunterlagen
der Jahre 2004 bis 2008 (act. G 4.1.28 - 4.1.32) hielt die Abklärungsperson fest, dass in
der Betriebsrechnung die Nettolöhne angegeben würden und nicht die Bruttolöhne. Die
Erfolgsrechnung schliesse im Durchschnitt ausgeglichen. Da gemäss IK-Auszug in den
Jahren 2005 bis 2007 jeweils ein Einkommen von Fr. 67'500.-- (vgl. act. G 4.1.6-1)
gemeldet worden sei, sei auf dieses abzustellen (act. G 4.1.36-8). Dem ist - entgegen
der Argumentation des Beschwerdeführers - zu folgen. Weder liegen Anhaltspunkte
vor, welche überwiegend wahrscheinlich auf einen ohne die gesundheitlichen
Beschwerden erfolgten Gewinnanstieg hindeuten würden, noch geht aus den Akten
hervor, dass der Beschwerdeführer bereits in den Jahren 2004 bis 2006 aus
gesundheitlichen Gründen nicht mehr Gewinn erwirtschaften konnte. Laut dem
Geschäftsbericht 2004 waren für das Geschäftsergebnis vielmehr eine verhaltene
Käuferstimmung sowie Anfangsschwierigkeiten der neuen Unternehmung in einem
umkämpften Markt verantwortlich (act. G 4.1.32-3). Auch dem Geschäftsbericht 2005
ist zu entnehmen, dass die Erwartungen nicht erfüllt werden konnten. Gründe dafür
werden allerdings nicht genannt. Auch sei der Start ins 2006 sehr zögerlich verlaufen,
jedoch hoffe man fürs 2006 dank allgemein guter Konsumentenstimmung auf ein recht
gutes Geschäftsjahr (act. G 4.1.31-1). Wie dem Abklärungsbericht vom 13. November
2009 zu entnehmen ist, befindet sich der Ausstellplatz erst seit ca. Frühjahr 2008 beim
Autobahnanschluss. Vorher habe er sich zwischenzeitlich an ungünstiger Lage
befunden (act. G 4.1.36-3). Dies zeigt, dass sowohl die Wirtschaftslage als auch der
Standort des Geschäfts und allfällige weitere externe Einflüsse weit grössere
Auswirkungen auf den Geschäftserfolg bewirkten als die erstmals im Jahr 1989
dokumentierten Knieprobleme (vgl. act. G 4.1.9, 4.1.10-34), welche erst im Dezember
2007 medizinisch dokumentierte Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit mit sich
brachten. Auch betreffend der vom Beschwerdeführer verlangten Anpassung des
Einkommens an die Teuerung sowie die reale Einkommensentwicklung ist mit der
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Beschwerdegegnerin darin übereinzustimmen, dass die Nominallohnentwicklung
bereits beides berücksichtigt. So wird zur Berechnung des Reallohnindexes der
Nominallohnindex mit dem Jahresdurchschnitt des Landesindexes der
Konsumentenpreise deflationiert, d.h. um den Einfluss der Inflation bereinigt. Wachsen
die Nominallöhne schneller als die Konsumentenpreise, bedeutet dies für die
Arbeitskräfte höhere Reallöhne. Steigen die Preise dagegen stärker als die
Nominallöhne, führt dies zu tieferen Reallöhnen (BFS, Lohnentwicklung 2007, S. 7).
Vorliegend resultiert damit für das Jahr 2008 unter Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung von 2.2% ein Valideneinkommen von Fr. 68'985.--.
4.4 Für die Ermittlung des Invalideneinkommens ist praxisgemäss auf die
Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für Statistik abzustellen, wenn eine
zumutbare Tätigkeit im Invaliditätsfall nicht ausgeübt wird (BGE 135 V 297 E. 5.2). Der
Beschwerdeführer arbeitet weiterhin als Autohändler, wobei ihn seine
Kniebeschwerden stark einschränken. In einer adaptierten, d.h. in körperlich leichten
wechselbelastenden Tätigkeiten, ohne Zwangshaltungen der Knie, in vorwiegend
sitzenden Tätigkeiten, ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten, ohne Tätigkeiten in
kauernder, knieender und längerer Zeit stehender Position, wäre der Beschwerdeführer
jedoch zu 88% arbeitsfähig. Es ist deshalb auf das Lohnniveau für einfache und
repetitive Arbeiten, Niveau 4, abzustellen. Derartige adaptierte Tätigkeiten sind
grundsätzlich in allen Wirtschaftszweigen vorhanden, weshalb für das Jahr 2008 auf ein
Jahreseinkommen von Fr. 59'979.-- abgestellt werden kann. Unter Berücksichtigung
der Arbeitsfähigkeit von 88% resultiert somit ein Betrag von Fr. 52'782.--.
4.5 Praxisgemäss können persönliche und berufliche Merkmale der versicherten
Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad einen auf höchstens 25% begrenzten
Leidensabzug von dem nach den LSE-Tabellenlöhnen zu ermittelnden
Invalideneinkommen rechtfertigen, soweit anzunehmen ist, dass die trotz des
Gesundheitsschadens verbleibende Leistungsfähigkeit infolge eines oder mehrerer
dieser Merkmale auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem
Einkommen verwertet werden kann (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327 mit Hinweis auf BGE
126 V 75, ferner BGE 129 V 472 E. 4.2.3).
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4.6 Die Beschwerdegegnerin gestand dem Beschwerdeführer unter Berücksichtigung
des vermehrten Pausenbedarfs einen Abzug vom Tabellenlohn von 10% zu. Vorliegend
wurde dieser Pausenbedarf im Rahmen der Arbeitsfähigkeitsschätzung bereits
berücksichtigt. Dennoch ist auf Grund des verbleibenden eingeschränkten
Tätigkeitsspektrums von lediglich noch körperlich leichten wechselbelastenden
Tätigkeiten ein zusätzlicher Abzug von 10% gerechtfertigt. Bei Gewährung dieses
Abzugs beläuft sich das Invalideneinkommen unter Berücksichtigung der
Restarbeitsfähigkeit von 88% auf Fr. 47'504.-- (Fr. 52'782.-- - 10%) und die
Erwerbseinbusse bei einem Valideneinkommen von Fr. 68'985.-- auf Fr. 21'481.--, was
einem Invaliditätsgrad von rund 31% entspricht. Damit resultiert kein Anspruch auf eine
Invalidenrente ab dem Zeitpunkt, ab dem von einer leidensadaptierten Arbeitsfähigkeit
von 88% auszugehen ist. Das ist auf Grund der RAD-Abklärung spätestens ab Juni
2010 der Fall. Fraglich ist, ob nach Ablauf des Wartejahres ein vorübergehender
Rentenanspruch gegeben ist.
5.
Wie der Aktenzusammenfassung im RAD-Bericht vom 18. Juni 2010 zu entnehmen ist,
war der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit bereits ab 9. Dezember 2007
zu 100% (act. G 4.1.58-4) arbeitsunfähig. Ab 1. März 2008 wurde ihm eine
Arbeitsunfähigkeit von 80% (act. G 4.1.7) und ab 4. September 2008 wieder eine von
100% attestiert (4.1.20-2). Laut dem "Abklärungsbericht Selbständigerwerbende" vom
16. November 2009 wurde die Arbeitsfähigkeit im Betätigungsvergleich der
angestammten Tätigkeit auf 30% geschätzt (act. G 4.1.36) und gemäss Dr. D._ war
der Beschwerdeführer ab 9. November 2009 angestammt zu 80% arbeitsunfähig (act.
G 4.1.40). Damit ist das Wartejahr im Dezember 2008 abgelaufen. Zu prüfen ist, ab
wann von einer adaptierten Arbeitsfähigkeit von 88% auszugehen ist. Dazu bemerkte
RAD-Arzt Dr. F._ am 23. Juni 2010, dass sich hierzu keine Angaben fänden. In
Absprache mit Dr. E._ könne bei der Vielzahl der Operationen und Komplikationen
nur ausgesagt werden, dass ab dem Zeitpunkt der RAD-Untersuchung vom 10. Juni
2010 eine adaptierte Arbeitsfähigkeit im erwähnten Ausmass bestehe (act. G 4.1.59).
Soweit diese Auskunft so zu verstehen ist, dass auf Grund der medizinischen
Unterlagen ein früherer Zeitpunkt nicht anzunehmen ist, wäre ein Rentenanspruch ab
Dezember 2008 bis Ende September 2010 (Art. 88a IVV) zu bejahen. Zur Klärung dieser
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Frage ist allenfalls eine Rückfrage bei den behandelnden Ärzten angezeigt, sofern die
RAD-Ärzte die aufgeworfene Frage nicht im vorerwähnten Sinn bestätigen.
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde unter Aufhebung der angefochtenen
Verfügung vom 16. Mai 2011 teilweise gutzuheissen. Die Sache ist zur weiteren
Abklärung und zu neuer Verfügung im Sinn der Erwägungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Die gemäss Art. 69 Abs. 1 IVG zu erhebenden und angesichts des
durchschnittlichen Aufwands auf Fr. 600.-- festzusetzenden Gerichtskosten haben die
Parteien je hälftig zu tragen, nachdem der Beschwerdeführer sich veranlasst sah, die
Verfügung als rechtswidrig zu beanstanden und er lediglich insofern mit seinem
Anliegen durchgedrungen ist, als die Angelegenheit zur Prüfung einer befristeten Rente
zurückgewiesen wird, während der Beschwerdeführer die Zusprache einer
(unbefristeten) halben Rente beantragte. Der vom Beschwerdeführer geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-wird ihm an seinen Anteil angerechnet und im
Restbetrag zurückerstattet.
6.3 Entsprechend hat die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer mit einer
Pauschale von Fr. 1’750.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu
entschädigen, was der Hälfte der praxisgemäss jeweils zugesprochenen Pauschale
entspricht.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP