Decision ID: e77ece6b-323d-5e90-806a-106bc9bb954f
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
G._,
Rekurrentin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Fritz Heeb, Oberdorfstrasse 6, Postfach,
8887 Mels,
gegen
Politische Gemeinde Flawil, Bahnhofstrasse 6, 9230 Flawil,
Vorinstanz,
betreffend
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Mutterschaftsbeiträge
Sachverhalt:
A.
G._ gebar am 15. April 2006 eine Tochter (vgl. act. G 24.22). Sie meldete sich am
24. August 2006 bei der Politischen Gemeinde Flawil zum Bezug von
Mutterschaftsbeiträgen an, nachdem sie an ihrem letzten Wohnsitz in Vilters-Wangs
vom Juni bis August 2006 Mutterschaftsbeiträge von monatlich Fr. 1'688.-- bezogen
hatte (vgl. act. G 20.9). Mit Verfügung vom 7. September 2006 stellte das Sozialamt der
Politischen Gemeinde Flawil die grundsätzliche Anspruchsberechtigung für die Monate
September bis November 2006 fest und berechnete für den Monat September 2006
einen Anspruch von Fr. 1'069.50, zuzüglich der ungedeckten Krankheitskosten sowie
Kosten für ärztlich verordnete Hilfsmittel während der Bemessungsdauer (act. G 6.2,
act. G 8.1). Mit weiteren Verfügungen vom 5. Oktober und 3. November 2006 sprach
das Sozialamt Mutterschaftsbeiträge von Fr. 2'115.35 und von nochmals Fr. 1'069.50
zu (act. 17.1 und 17.3).
B.
Gegen die Verfügung vom 7. September 2006 rekurrierte G._ am 22. September
2006 beim Gemeinderat der Politischen Gemeinde Flawil (act. G 8.2). Mit
Rekursergänzung vom 6. Dezember 2006 beantragte sie eine Nachzahlung von
ausstehenden Mutterschaftsbeiträgen in der Höhe von Fr. 5'737.70. Sie machte eine
fehlerhafte Berechnung der Mutterschaftsbeiträge geltend, indem beim Lebensbedarf
statt der effektiven Wohnkosten in Flawil die durchschnittlichen Wohnkosten der
gesamten sechsmonatigen Bezugsperiode der Mutterschaftsbeiträge eingesetzt und
bei den Gesundheitskosten nicht sämtliche geltend gemachten Auslagen
berücksichtigt worden seien und auf der Einnahmenseite fälschlicherweise eine
Geburtszulage der liechtensteinischen Familienausgleichskasse eingerechnet worden
sei. Da die verfügten Mutterschaftsbeiträge zur Deckung des Lebensbedarfs nicht
ausreichten, sei ausserdem gestützt auf das Sozialhilfegesetz und die SKOS-Richtlinien
eine Integrationszulage von Fr. 300.-- auszurichten (act. G 8.6). Mit Entscheid vom
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1. Mai 2007 wies der Gemeinderat der politischen Gemeinde Flawil den Rekurs ab,
soweit er darauf eintrat. Er rechnete zwar die vollen Wohnkosten an, kam jedoch in
einer erneuten Berechnung des Anspruchs auf Mutterschaftsentschädigung zum
Schluss, dass keine höheren Mutterschaftsbeiträge auszurichten seien. Die
Geburtszulage berücksichtigte er weiterhin bei den Einnahmen und anerkannte nur
Fr. 1'157.35 der geltend gemachten Gesundheitskosten. Zur Begründung führte er aus,
die Geburtszulage der liechtensteinischen Familienausgleichskasse sei als
Sozialversicherungsleistung zu berücksichtigen. Als Gesundheitskosten könnten
sodann nur Kostenbeteiligungen im Rahmen der Grundversicherung nach KVG
berücksichtigt werden. Eine Integrationszulage nach SKOS-Richtlinien könne nicht
berücksichtigt werden (act. G 1.2).
C.
Gegen diesen Entscheid richtet sich der vom Departement des Innern dem
Versicherungsgericht zuständigkeitshalber überwiesene Rekurs vom 16. Mai 2007,
worin die Rekurrentin unter Kosten- und Entschädigungsfolge die Aufhebung des
angefochtenen Entscheides und die unentgeltliche Rechtsvertretung beantragt (act.
G 1). Mit Rekursergänzung vom 18. Juni 2007 beantragt die Rekurrentin ausserdem
eine Nachzahlung von Mutterschaftsbeiträgen in der Höhe von Fr. 6'583.70. Sie macht
wiederum geltend, die Berechnung der Mutterschaftsbeiträge sei bezüglich
Wohnkosten, der Anrechnung der Geburtszulage sowie der Berücksichtigung der
Gesundheitskosten fehlerhaft und es sei ausserdem eine Integrationszulage von Fr.
300.-- in den Lebensbedarf einzuberechnen (act. G 6). In der Vernehmlassung
beantragt die Vorinstanz sinngemäss die Abweisung des Rekurses. Sie verweist
angesichts der unveränderten Vorbringen der Rekurrentin auf die Erwägungen im
angefochtenen Rekursentscheid und fügt bezüglich des Vorwurfs, dass die Rekurrentin
mit den Mutterschaftsbeiträgen den Lebensunterhalt nicht habe decken können, an,
dass der Rekurrentin für den Oktober 2006 ein ausserordentlicher Beitrag der
Sozialhilfe von Fr. 661.-- und für den November 2006 ein solcher von Fr. 549.50
ausgerichtet worden sei. Sie führt auch aus, dass unklar und abzuklären sei, wie hoch
der vom Vater des Kindes geleistete Unterhaltsbeitrag sei (act. G 8). Mit Replik vom
30. August 2007 führt die Rekurrentin unter Beilage einer Urteilskopie aus, dass der
Unterhaltsbeitrag des Vaters ihres Kindes mit Entscheid des Kreisgerichts
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Untertoggenburg-Gossau vom 29. Mai 2007 ab dem 1. Oktober 2006 auf Fr. 650.--
festgelegt worden sei (act. G 13). Die Vorinstanz verzichtet auf eine Duplik (vgl. act.
G 15).

Erwägungen:
1.
Verfügungen und Entscheide des Gemeinderates über Mutterschaftsbeiträge und
Bevorschussung von Unterhaltsbeiträgen können gemäss Art. 42 Abs. 1 lit. ater des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRP, sGS 951.1) mit Rekurs beim
Versicherungsgericht angefochten werden, womit das Departement des Innern den
vorliegenden Rekurs zu Recht gemäss Art. 11 Abs. 3 VRP dem Versicherungsgericht
überwies. Die Rekurrentin ist im Sinne von Art. 45 Abs. 1 VRP rekursberechtigt und die
vierzehntägige Rekursfrist gemäss Art. 47 Abs. 1 VRP wurde mit der Eingabe beim
Departement des Inneren eingehalten, womit auf den Rekurs einzutreten ist.
2.
Mit der angefochtenen Verfügung vom 7. September 2006 wurde der Rekurrentin für
September 2006 ein Mutterschaftsbeitrag in der Höhe von Fr. 1'069.50 zugesprochen.
Diese Verfügung bildete allein Anfechtungsobjekt des vorinstanzlichen
Rekursverfahrens, da die Beschwerdeführerin gegen die Folgeverfügungen vom 5.
Oktober und 3. November 2006 kein Rechtsmittel ergriff. Die Vorinstanz prüfte denn
auch allein die Verfügung vom 7. September 2006 und trat im Übrigen auf den Rekurs
nicht ein. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet damit allein die Verfügung
vom 7. September 2006 bzw. der entsprechende materielle Rekursentscheid vom 1.
Mai 2007.
3.
Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Gesetzes über Mutterschaftsbeiträge (GMB; sGS 372.1) hat
die Mutter bei der Geburt eines Kindes Anspruch auf Mutterschaftsbeiträge ihrer
Wohnsitzgemeinde, wenn sie sich persönlich der Pflege und der Erziehung des Kindes
widmet (lit. a) und der Lebensbedarf das anrechenbare Einkommen übersteigt (lit. b).
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Die Mehrfachgeburt ist der Einzelgeburt gleichgestellt (Abs. 2). Die gesamten Beiträge
entsprechen dem Unterschied zwischen dem Lebensbedarf gemäss Art. 2 GMB und
dem anrechenbaren Einkommen gemäss Art. 3 GMB (Art. 6 Abs. 1 GMB). Massgebend
sind Lebensbedarf und anrechenbares Einkommen während der gesamten
Bemessungsperiode (Abs. 2). Die Beiträge werden monatlich ausbezahlt (Abs. 3), in der
Regel für die Dauer von sechs Monaten nach der Geburt (Art. 7 Abs. 1 GMB). In
Härtefällen können die Beiträge für den Monat vor und für höchstens ein Jahr nach der
Geburt ausgerichtet werden (Abs. 2).
4.
4.1 Nach Art. 4 GMB entspricht die Bemessungsperiode für die Ermittlung von
Lebensbedarf und anrechenbaren Einkommen der Beitragsdauer. Die Beiträge werden
von der Wohnsitzgemeinde ausgerichtet (Art. 8 Abs. 1 GMB). Ändert der zivilrechtliche
Wohnsitz der Mutter während der Beitragsdauer, so erlischt die Beitragspflicht der
bisherigen Wohnsitzgemeinde (Art. 5 Abs. 1 der Vollzugsverordnung zum Gesetz über
Mutterschaftsbeiträge [VV zum GMB; sGS 372.11]). In diesem Fall verfügt der
Gemeinderat der Wohnsitzgemeinde oder die von ihm bezeichnete Stelle die
Auszahlung für den Rest der Beitragsdauer (Art. 5 Abs. 2 VV zum GMB). Die neue
Wohnsitzgemeinde tritt in diesem Fall in die Beitragspflicht ein, wenn die
Voraussetzungen für die Bezugsberechtigung weiterhin gegeben sind. Die neue
Wohnsitzgemeinde hat also die Anspruchsberechtigung erneut zu klären. Die
Bemessungsperiode entspricht in diesem Fall nach Art. 4 GMB der verbleibenden
Beitragsdauer (vgl. zum Ganzen Entscheid MB 2/89 des Versicherungsgerichtes des
Kantons St. Gallen vom 2. Mai 1990, [auszugsweise publiziert in GVP 1990 Nr. 15],
Erw. II. C/a).
4.2 Nach Art. 7 Abs. 1 GMB werden die Beiträge für sechs Monate nach der Geburt
ausgerichtet. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hat dazu im soeben
zitierten Entscheid festgehalten, dass nach Sinn und Zweck der genannten
Bestimmung als Anspruchsbeginn und Eröffnung der Beitragsdauer der erste Tag des
Geburtsmonats zu gelten habe. Das Versicherungsgericht ermittelte den Sinn und
Zweck der Bestimmung insbesondere in Analogie zu den entsprechenden
Bestimmungen des Kinderzulagengesetzes, des Gesetzes über Familienzulagen in der
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Landwirtschaft, der Kinderrente nach IVG und der schaffhausischen Verordnung zum
Gesetz über die Familien- und Sozialzulagen. Die in jenem Entscheid begründete
Rechtsprechung kann nicht aufrechterhalten werden. Einerseits steht sie mit dem
Wortlaut von Art. 7 GMB, wonach die Beiträge für sechs Monate nach der Geburt und
nur in Härtefällen für einen Monat vor der Geburt ausgerichtet werden, in gewissem
Widerspruch. Andererseits ist in der Zwischenzeit auf Bundesebene die
Mutterschaftsentschädigung eingeführt worden. Die entsprechende, neue Bestimmung
des Erwerbsersatzgesetzes (EOG, SR 834.1) sieht vor, dass der
Entschädigungsanspruch der Mutter am Tag der Niederkunft beginnt (Art. 16c Abs. 1
EOG). Nachdem das Gesetz über Mutterschaftsbeiträge durch den III. Nachtrag vom
30. Mai 2006 an die eidgenössische Mutterschaftsversicherung angepasst wurde und
im Sinne der Koordination mit der Bundeslösung Art. 3 Abs. 2 lit. f GMB revidiert
wurde, entspricht es nunmehr Sinn und Zweck der Bestimmungen des GMB, dass der
Anspruch auf Mutterschaftsbeiträge parallel zum Anspruch auf
Mutterschaftsentschädigung zu laufen beginnt. In diesem Sinne ist in Änderung der
Rechtsprechung festzuhalten, dass die Beitragsdauer am Tag der Niederkunft beginnt.
Da der zitierte Entscheid eine lange Zeit zurückliegt und soweit ersichtlich in der
Zwischenzeit nicht mehr bestätigt wurde, steht der Vertrauensschutz dieser
Praxisänderung nicht entgegen.
4.3 Im vorliegenden Fall ist die Vorinstanz nach dem Wohnsitzwechsel der
Rekurrentin aufgrund der ursprünglichen Verfügung der Gemeinde Vilters-Wangs vom
13. Juni 2006 (act. G 20.9, act. G 22.1), der nach dem soeben Ausgeführten ein
falscher, zu später Anspruchsbeginn zugrunde gelegt wurde, von einer restlichen
Beitragsdauer von September bis November 2006 ausgegangen. Diese Grundlage ist
falsch. Die sechsmonatige Beitragsdauer gemäss Art. 7 Abs. 1 GMB begann
richtigerweise mit der Geburt des Kindes der Rekurrentin am 15. April 2006 zu laufen
und endete am 14. Oktober 2006. Berechnungsgrundlage ist daher im vorliegenden
Verfahren die restliche Anspruchsperiode vom 1. September bis 14. Oktober 2006, was
einer Zeitdauer von 1 / Monaten entspricht. Auf Grundlage dieser
Bemessungsperiode ist der vorliegend zu beurteilende Anspruch auf
Mutterschaftsbeiträge für den Monat September 2006 zu ermitteln.
5.
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5.1 Der Lebensbedarf entspricht bei der alleinstehenden Mutter dem Betrag des für
Alleinstehende massgebenden allgemeinen Lebensbedarfs für ordentliche
Ergänzungsleistungen. Leben Kinder, für die eine Unterhaltspflicht der Eltern besteht,
mit der Mutter im gleichen Haushalt, wird der Lebensbedarf für das erste Kind um
einen Viertel des Betrages des um einen Zwanzigstel erhöhten allgemeinen
Lebensbedarfs für Alleinstehende für ordentliche Ergänzungsleistungen erweitert. Dem
Lebensbedarf werden sodann unter anderem die Mietzinsausgaben für die Wohnung,
soweit sie den Höchstbetrag nach den Bestimmungen über die ausserordentlichen
Ergänzungsleistungen nicht übersteigen, die Prämien für die Kranken- und
Unfallversicherung in der allgemeinen Abteilung, die ungedeckten Kosten aus Krankheit
sowie für zahnmedizinische Behandlung und ärztlich verordnete Hilfsmittel, soweit die
zuständige Gemeindebehörde für die letzteren Kostengutsprache erteilt hat,
hinzugerechnet (Art. 2 GMB).
5.2 Der Betrag für den allgemeinen Lebensbedarf bei den ordentlichen
Ergänzungsleistungen bemisst sich nach einer vom Gesetzgeber vorgegebenen, vom
Bundesrat durch Verordnung periodisch angepassten Bandbreite, innerhalb derer die
Kantone den gültigen Pauschalbetrag festlegen können (Art. 3b Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 5
Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [ELG, SR 831.30), vgl. auch Art. 4 ELG). Der
Kanton St. Gallen hat den höchstzulässigen Ansatz als Pauschalbetrag für den
allgemeinen Lebensbedarf festgelegt (Art. 2 des kantonalen
Ergänzungsleistungsgesetzes [sGS 351.5]). Im Jahr 2006 betrug der Höchstbetrag für
Alleinstehende (jährlich) Fr. 17'640.--. Der von der Vorinstanz verwendete Betrag von
(monatlich) Fr. 1'470.-- ist damit korrekt. Ein Viertel des um einen Zwanzigstel erhöhten
Betrages ergibt gerundet Fr. 386.--, wie die Vorinstanz ebenfalls richtig ermittelt hat
(vgl. act. G 18.6).
5.3 Im vorliegenden Fall ergibt sich für die Rekurrentin folgender Lebensbedarf für die
Bemessungsperiode von 1. September bis 14. Oktober 2006:
5.3.1 Der Lebensbedarf für die Rekurrentin beträgt Fr. 1'470.-- pro Monat resp.
Fr. 2'134.-- (1 / * Fr. 1'470.--) für die Bemessungsperiode. Samt Zuschlag von 14 31
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Fr. 386.-- pro Monat für ein Kind ergibt dies einen Lebensbedarf von Fr. 1'856.-- pro
Monat resp. Fr. 2'694.-- für die Bemessungsperiode.
5.3.2 Als Mietkosten ist der volle Mietzins von Fr. 1'050.-- (vgl. act. G 21.1)
anzurechnen, zumal diese Kosten den monatlichen Höchstbetrag von Fr. 1'467.-- (Art.
6 Abs. 2 i.V.m. Art. 2 lit. b [kantonales] Ergänzungsleistungsgesetz i.V.m. Art. 5 Abs. 1
lit. b Ziff. 1 ELG i.V.m. Art. 2 lit. a der Verordnung 01 über Anpassungen bei den
Ergänzungsleistungen zur AHV/IV [SR 831.307]) nicht übersteigen. Für die
Bemessungsperiode betragen die Mietkosten damit Fr. 1'524.--.
5.3.3 Die Prämien der Rekurrentin für die Kranken- und Unfallversicherung
(Grundversicherung) hat offenbar die Gemeinde Vilters-Wangs übernommen (vgl. act.
G 24.20). Sie wurden von der Rekurrentin auch nicht als Lebensbedarf geltend
gemacht.
5.4 Die von der Rekurrentin geltend gemachten ungedeckten Krankheitskosten (act.
G 24.43 und act. G 24.72) sind Kosten, die allesamt vor der vorliegend zu
beurteilenden Bemessungsperiode entstanden sind (vgl. act. G 24.45-58). Da für die
Mutterschaftsbeiträge der Lebensbedarf während der Bemessungsperiode zu ermitteln
ist, können die geltend gemachten ungedeckten Krankheitskosten für den Anspruch
gegenüber der Vorinstanz nicht berücksichtigt werden. Das Gleiche gilt für die geltend
gemachten Ausgaben für Schwangerschaft, Geburt und Erstlingsausgaben (act. G
24.62-63).
5.5 Unbestritten und daher in die Berechnung des Lebensbedarfs zu übernehmen
sind die AHV-Beiträge für Selbstständigerwerbende. In den Akten findet sich eine
Akonto-Beitragsverfügung von Fr. 437.60 für das Beitragsjahr 2006 (vgl. act. G 20.4).
Auf die Bemessungsperiode umgerechnet sind dies Fr. 52.90.
5.6 Eine Anrechnung einer Integrationszulage nach den SKOS-Richtlinien, wie sie die
Rekurrentin geltend macht, findet im Gesetz über Mutterschaftsbeiträge keine
gesetzliche Grundlage und entfällt daher von vornherein. Ob die Rekurrentin neben der
Spezialfürsorge der Mutterschaftsbeiträge Anspruch auf Leistungen der allgemeinen
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Fürsorge hat, ist nicht Gegenstand dieses Verfahrens. Entsprechend ist auch aus jenen
Zahlungen (vgl. act. G 8.11) für das vorliegende Verfahren nichts abzuleiten.
5.7 Damit ergibt sich zusammengefasst für die Bemessungsperiode folgender
Lebensbedarf:
Pauschale Mutter und Kind Fr. 2'694.00
Mietkosten Fr. 1'524.00
AHV-Beitrag Fr. 52.90
Total Fr. 4'270.90
6.
6.1 Nach Art. 3 Abs. 1 GMB ist das Einkommen der Mutter und des mit ihr
verheirateten oder zusammenlebenden Vaters oder ihres Ehegatten oder ihrer
eingetragenen Partnerin anrechenbar. Zum anrechenbaren Einkommen gehören unter
anderem das Nettoerwerbseinkommen, Kinder- und Familienzulagen, Unterhalts- und
Unterstützungsbeiträge, Mutterschaftsentschädigung und andere
Sozialversicherungsleistungen (Art. 3 Abs. 2 GMB).
6.2 Für die Bemessungsperiode von 1. September bis 14. Oktober 2006 ergibt sich
für die Rekurrentin folgendes Einkommen:
6.2.1 Ein Erwerbseinkommen erzielt die Rekurrentin offenbar nicht. Sie lebt mit
ihrem Kind zudem alleine.
6.2.2 Als Einkommen angerechnet hat die Vorinstanz zu Recht die Kinder- und
Familienzulagen. Der Kinderzulagenanspruch der Rekurrentin wird von beiden Parteien
übereinstimmend mit Fr. 225.-- pro Monat eingesetzt und ist in dieser Höhe in die
Einkommensberechnung einzusetzen. Für die Bemessungsperiode vom 1. September
bis 14. Oktober 2006 ergibt sich ein Total von Fr. 326.60 (Fr. 225.-- + 1 / *
Fr. 225.---).
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6.2.3 Als Unterhaltsbeitrag bezahlte der Vater nach den Feststellungen des
Sozialamtes Flawil Fr. 500.-- (vgl. act. G 6.7). Dieser tatsächlich bezahlte Betrag ist in
die Einkommensberechnung zu übernehmen, zumal der Vater des Kindes erst
nachträglich mit Urteil vom 29. Mai 2007 und nur für die Zeit ab Oktober 2006 zu einem
Unterhaltsbeitrag von Fr. 650.-- verpflichtet wurde (act. G 13.1). Für die
Bemessungsperiode ergibt sich ein Total von Fr. 725.80 (1 / * Fr. 500.--).
6.2.4 Sodann ist die Mutterschaftsentschädigung nach dem Erwerbsersatzgesetz
von insgesamt Fr. 1'637.75 (vgl. act. G 20.8) anteilsmässig anzurechnen. Zwar ist diese
Ent-schädigung für eine Anspruchsperiode ausserhalb der (restlichen)
Bemessungsperiode zugesprochen worden, jedoch ist hier eine anteilsmässige
Berücksichtigung dieses Betrages aus Gleichbehandlungsgründen erforderlich. Die
Mutterschaftsentschädigung nach dem Erwerbsersatzgesetz wird nämlich in jedem Fall
nur für 98 Tage ab Anspruchsbeginn ausgerichtet (vgl. Art. 16c und 16d EOG). Bei der
erstmaligen Verfügung der Mutterschaftsbeiträge wird diese Entschädigung
angerechnet und damit im Ergebnis auf die gesamte Beitragsdauer von 6 Monaten
umgerechnet. Erfolgt wie im vorliegenden Fall nach Ablauf der
Mutterschaftsentschädigung ein Wohnsitzwechsel, so würde in der nach Art. 5 Abs. 2
VV zum GMB erforderlichen, neuen Verfügung eine höherer Mutterschaftsbeitrag
errechnet, ohne dass sich die wirtschaftlichen Verhältnisse der Mutter verändert hätten.
Die Mutterschaftsentschädigung würde in diesem Fall im Ergebnis nur teilweise als
Einkommen angerechnet, währenddem einer Anspruchsberechtigten ohne
Wohnsitzwechsel die Mutterschaftsentschädigung voll angerechnet würde. Damit ist
die Mutterschaftsentschädigung von Fr. 1'637.75 auf sechs Monate umzurechnen und
pro Monat Fr. 273.-- als Einkommen zu berücksichtigen. Für die restliche
Bemessungsperiode ergibt dies ein Total von Fr. 396.--.
6.2.5 Die Geburtszulage der Liechtensteinischen Familienausgleichskasse von
Fr. 2'100.-- hat die Rekurrentin nach ihren eigenen Angaben erhalten (vgl.
Ausführungen in der Rekursergänzung [act. G 6], S. 4). Die Geburtszulage hat zwar
zum Zweck, die Kosten der Erstausstattung (teilweise) abzugelten. Sie stellt jedoch
ihrem Charakter nach als Leistung der Familienausgleichskasse mit
Anspruchscharakter (vgl. act. G 6.4) eine Sozialversicherungsleistung dar, die nach
dem klaren Wortlaut von Art. 3 Abs. 2 lit. f GMB zum Einkommen hinzuzurechnen ist.
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Die Anrechnung ist analog der Mutterschaftsentschädigung auf 6 Monate umzurechnen
(vgl. vorstehende Erw. II. 6.b/dd). Somit ergibt sich ein monatlicher Beitrag von
Fr. 350.--. Für die restliche Bemessungsperiode entspricht dies einem Total von Fr.
508.--.
6.3 Damit ergibt sich zusammengefasst für die restliche Bemessungsperiode
folgendes Einkommen:
Kinderzulage Fr. 326.60
Unterhaltsbeitrag Fr. 725.80
Mutterschaftsentschädigung Fr. 396.00
Geburtszulage Fr. 508.00
Total Fr. 1'956.40
7.
Zwischen dem Lebensbedarf von Fr. 4'270.90 und dem Einkommen von Fr. 1'956.40
resultiert eine Differenz und damit ein Anspruch auf Mutterschaftsbeiträge in der Höhe
von Fr. 2'314.50 für die Beitragsdauer vom 1. September bis 14. Oktober 2006. Auf
den Monat September umgerechnet ergibt sich ein Anspruch Fr. 1'594.45
(Fr. 2'314.50 : / ).
8.
8.1 Im Sinne dieser Erwägungen ist der Rekurs, soweit darauf einzutreten ist,
teilweise gutzuheissen, der angefochtene Entscheid vom 1. Mai 2007 aufzuheben und
der Rekurrentin ein Mutterschaftsbeitrag für den Monat September 2006 in der Höhe
von Fr. 1'594.45 zuzusprechen.
8.2 Das Rekursverfahren ist grundsätzlich kostenpflichtig (Art. 95 Abs. 1 VRP). In
Anwendung von Art. 95 Abs. 3 resp. Art. 97 VRP ist jedoch auf die Erhebung von
Gerichtsgebühren bei der Vorinstanz resp. der Rekurrentin zu verzichten.
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8.3 Die Rekurrentin obsiegt zu rund einem Drittel. Der Rechtsvertreter hat keine
Kostennote eingereicht, so dass die Parteientschädigung ermessensweise festzusetzen
ist. Entsprechend vergleichbaren Fällen erscheint eine Parteientschädigung von
Fr. 3'000.-- angemessen. Der Rekurrentin ist daher ausgangsgemäss eine reduzierte
Parteientschädigung von Fr. 1'000.-- zulasten der Vorinstanz zuzusprechen. In diesem
Umfang muss die unentgeltliche Rechtsvertretung nicht beansprucht werden.
8.4 Im Umfang des Unterliegens ist der Rechtsvertreter der Rekurrentin zufolge
unentgeltlicher Rechtsvertretung durch den Staat zu entschädigen. Nach Art. 31 Abs. 3
des Anwaltsgesetzes (sGS 963.70) steht dem unentgeltlichen Vertreter ein um 20 %
reduziertes Honorar zu. Der Staat hat den Vertreter des Beschwerdeführers deshalb mit
Fr. 1'600.-- (80% von Fr. 2'000.--) zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht