Decision ID: a18c7e76-6be9-4608-be4e-4ee9d293b4fa
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1953,
Inhaber der Einzelfirma
Y._
, ist
der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Züric
h, Ausgleichskasse, seit dem 1.
Dezember 2015 als
Selbständigerwerbender
angeschlossen (
Urk.
7/6).
A
m 7.
und 1
9.
April
2021
(Eingangsdatum) meldete sich der V
ersicherte bei der
Ausgle
ichskasse
zum Bezug einer Erwerbsausfallentschädigung
(
Selbständiger
wer
bende
r
mit erheblicher Umsatzeinbusse)
gestützt auf die Verordnung über Mass
nahmen bei Erwerbsausfall im Zusammenhang mit dem
Coronavirus
(Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall) an (
Urk.
7/54
-58
). Mit V
erfügung vom 2
8.
April 2021
verneinte die Ausgleichskasse einen Anspruch des Versicherten auf eine Corona-Erwerbsausfallentschädigung
für die
Zeit vom
1.
Dezember 2020 bis
zum 3
1.
März 2021
(
Urk.
7/59
). Die dagegen vom V
ersicherten mit Eingabe vom
6.
Mai 2021
erhobene Einsprache (
Urk.
7/65
) wies die Ausgleichskasse mit E
ntscheid vom
6.
Juli 2021
(
Urk.
2) ab.
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 2
4.
Augu
st 2021 Beschwerde mit folgendem Rechtsbegehren
(
Urk.
1 S. 2):
Es sei der Einsprache-E
ntscheid der Beschwerdegegnerin vom
6.
Juli 2021 und
damit auch deren Sachentscheid vom 2
8.
April 2021 aufzuheben,
und es sei dem Beschwerdeführer ein
e
Covid-19-Erwerbsersatzentschädigung im
Ausmass von mindestens
Fr.
8'804.-- entsprechend 59 Taggeldern zuzusprechen;
eventualiter sei die Beschwerdegegnerin anzuhalten, das Gesuch des
Beschwerde
-
führers
für Covid-19-Erwerbsersatz auf der Grundlage der massgeblichen
aktu
ellsten Verfügungen wie Beitragsverfügung und S
teuerrechnungen
/-ein
-
schätzungen
neu zu prüfen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.
u
nd dem Antrag
Es sei das Beschwerdeverfahren solange zu sistieren, bis die Beschwerdegegnerin
über den vom Beschwerdeführer mit Datum vom 2
3.
August 2021 auf der Grund
lage
der aktuellsten Verfügungen (Beitragsverfügung und Steuerrechnung
en
)
ein
gereichten neuen Antrag befunden hat.
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
7.
September 2021 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6).
Mit Verfügung vom 2
0.
September 2021 stellte das Gericht dem Beschwerdeführer die Beschwerdeantwor
t zu. Gleichzeitig teilte es
mit, dass über das Sistierungsbegehren zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werde (
Urk.
8). Am 2
4.
u
nd 3
0.
September 2021 reichte
der Beschwerdeführer weitere Eingaben ein (
Urk.
9 und
Urk.
11), welche der Beschwerdegegnerin am 2
8.
September respektive
6.
Oktober 2021 zur Kenntnis gebracht wurde
n
(
Urk.
10 und
Urk.
13).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 185 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV) kann der Bundesrat Verordnun
gen und Verfügungen erlassen, um eingetretenen oder unmittelbar drohenden schweren Störungen der öffentlichen Ordnung oder der inneren oder äusseren Sicherheit zu begegnen. Solche Verordnungen sind zu befristen (und zwar auf [maximal] sechs Monate, vgl. Art. 7d Abs. 2
lit
. a des Regierungs- und Verwal
tungsorganisationsgesetzes, RVOG).
Gestützt auf dieses Notverordnungsrecht erliess der Bundesrat - nebst anderen Verordnungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie, die sich teilweise (auch) auf das Bundesgesetz über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen (
Epidemiengesetz
,
EpG
) stützten - am 20. März 2020 die Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall. Die Verordnung wurde rückwirkend per 17. März 2020 in Kraft gesetzt (Art. 11 Abs. 1 und 2 der Covid-19-Verordnung Erwerb
sausfall vom 20. März 2020). Mit dem Bundesgesetz über die gesetzlichen Grund
lagen für Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19-Epi
demie vom 25. September 2020 (Covid-19-Gesetz) wurde rückwirkend per 17. September 2020 eine gesetzliche Grundlage für die Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall geschaffen (Art. 15 in Verbindung mit Art. 21 Abs. 3 Covid-19-Gesetz). Seit ihrem Inkrafttreten per 17. März 2020 wurde die Covid-19-Verord
nung Erwerbsausfall vom Bundesrat mehrfach geändert.
1.2
1.2.1
In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 130 V 445 E. 1.2.1). Weiter stellt das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Abschlusses
des Verwaltungsverfahrens eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b).
1.2.2
Vorliegend streitig ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Corona-Erwerbs
ersatz
entschädigung für die Monate Januar und Februar 2021 (vgl. E. 2.2
nachfolgend
). Entsprechend sind die in
diesen beiden Monaten
gültigen Bestim
mungen anwendbar.
1.3
1.3.1
Nach dem (rückwirkend) seit dem 17. September 2020 gültigen Art. 2 Abs. 3
bis
der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall (eingefügt mit der Änderung vom 4. November 2020) sind
Selbständigerwerbende
im Sinne von Art. 12
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
, die nicht zur Schliessung des Betriebs verpflichtet oder direkt vom Veranstal
tungsverbot betroffen waren, anspruchsberechtigt wenn:
a.
ihre Erwerbstätigkeit aufgrund von behördlich angeordneten Massnahmen
zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie massgeblich eingeschränkt ist;
b.
sie einen Erwerbs- oder Lohnausfall erleiden; und
c.
sie im Jahr
2019 für diese Tätigkeit ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen
von mindestens Fr. 10'
000.-- erzielt haben;
diese Voraussetzung gilt
sinn
gemäss, wenn die Tätigkeit nach dem Jahr 2019 aufgenommen wurde;
wurde die Tätigkeit nicht während eines vollen Jahres ausgeübt, so gilt diese
Voraussetzung proportional zu deren Dauer.
1.3.2
Nach
Art.
2
Abs.
3
ter
Satz
1 Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall
(in der vom
19.
Dezember 2020 bis zum 3
1.
März 2021
gültigen Fassung)
gilt die Erwerbs
tätigkeit als massgeblich eingeschränkt, wenn pro Monat eine U
msatzeinbusse von min
destens 40
Prozent
im Vergleich zum durchschnittlichen monatlichen Umsat
z der Jahre 2015-2019 vorliegt.
1.3.3
Art. 5 Abs. 2
Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall
verweist für die Ermittlung
des massgebenden Einkommens
auf Art. 11 Abs. 1 des Erwerbsersatzgesetzes (EOG)
, wonach
Grundlage für die Ermittlung des durchschnittlichen vordienst
lichen Erwerbseinkommens das Einkommen bildet, von dem die Beiträge nach dem AHVG erhoben werden.
Für die Bemessung der Entschädigung anspruchsberechtigter
Selbständigerwer
bender
nach Art. 2 Abs. 1
bis
lit
. b Ziff. 2, Abs. 3
,
3
bis
oder 3
quinquies
ist das AHV-pflichtige Erwerbseinkommen des Jahres 2019 massgebend. Sobald die Höhe der Entschä
digung festgesetzt wurde, kann sie nicht aufgrund einer aktuelleren
Berech
nungs
grundlage neu festgesetzt werden (Art. 5 Abs. 2
ter
der Covid-19-Ver
ordnung Erwerbsausfall). Für anspruchsberechtigte
Selbständigerwerbende
nach Art. 2 Abs. 1
bis
lit
. b Ziff. 2, Abs. 3 oder 3
bis
, die bereits eine Entschädigung gemäss dieser Verordnung in der bis zum 16. September 2020 geltenden Fassung bezogen haben, bleibt die Berechnungsgrundlage die gleiche (Art. 5 Abs. 2
bis
der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall).
1.4
1.4.1
Gemäss
Rz
.
1065 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) über die Entschädigung bei Massnahmen zur Bekämpfung des
Coronavirus
- Corona-Erwerbsersatz (KS CE,
in der
ab 17. Septem
ber 2020 gültigen Version
)
bildet
Grundlage für die Bemessung der Entschädigung für
Selbstständiger
werbende
grundsätzlich das Erwerbseinkommen, welches im Jahr 2019 erzielt wurde. Als Basis ist das Einkommen zu verwenden, welches für die Festsetzung der Beitragsrechnungen für das Jahr 2019 (
Akontorechnungen
) herangezogen wurde. Liegt im Zeitpunkt der Festsetzung der Entschädigung die definitive Steu
erveranlagung für das Jahr 2019 bereits vor, ist auf diese abzustellen
.
1.4.2
Verwaltungsweisungen richten sich an die Durchführungsstellen und sind für das Sozialversicherungsgericht nicht verbindlich. Dieses soll sie bei seiner Entschei
dung aber berücksichtigen, sofern sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen zulassen. Das Gericht weicht also nicht ohne triftigen Grund von Verwaltungsweisungen ab, wenn diese eine überzeugende Konkretisierung der rechtlichen Vorgaben dar
stellen. Insofern wird dem Bestreben der Verwaltung, durch interne Weisungen eine rechtsgleiche Gesetzesanwendung zu gewährleisten, Rechnung getragen (BGE 133 V 587 E. 6.1; 133 V 257 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. BGE 133 II 305 E. 8.1).
1.5
Im zur
Publikation vorgesehenen
Urteil 9C_53/2021 vom 3
0.
Juni 2021
hat
das Bundesgericht
- unter Hinweis auf die zu den Art. 11 Abs. 1 EOG und Art. 7 Abs. 1
der Verordnung über das Erwerbsersatzgesetz
ergangene Recht
spre
chung
-
entschieden, dass die Ausgleichskasse bei der Prüfung eines Anspruchs
gemäss
Art.
2
Abs.
3
bis
Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall
(
in der vom 2
3.
April bis
5. Juli 2020 geltenden Fassung)
auf die im Verfügungszeit
punkt aktuellste ihr vorliegende Beitragsverfügung für das Jahr 2019 abzustellen hat.
Dabei kann es sich um die definitive Beitragsverfügung oder
eine
Akonto
verfü
gung
handeln
.
Zu weiteren, eigenen Abklärungen bezüglich des 2019 erziel
ten
Einkommens ist
die Ausgleichskasse
g
rundsätzlich nicht verpflichtet
(E. 5.2 bis E. 5.4).
1.6
Gemäss
Art. 24
der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenver
sicherung
(
AHVV
)
haben
die Beitragspflichtigen
i
m laufenden Beitragsjahr
periodisch
Akontobeiträge
zu leisten
(
Abs. 1
)
. Die Ausgleichskas
sen bestimmen die
Akonto
beiträge
auf Grund des voraussichtlichen Einkommens des Beitragsjahres. Sie können dabei vom Einkommen ausgehen, das der letzten Beitragsverfügun
g zu Grunde lag, es sei denn die b
eitragspflichtige
Person
mache glaubhaft, dieses entspreche offensichtlich nicht dem voraussichtlichen Einkommen
(Abs. 2)
.
Zeigt sich während oder nach Ablauf des Beitragsjahres, dass das Einkommen wesent
lich vom voraussichtli
chen Einkommen abweicht, so pas
sen die Ausgleich
skas
sen die
Akontobeiträge
an (Abs. 3
; vgl. dazu auch
Rz
. 1155 der Wegleitung über die Beiträge der
Selbständigerwerbenden
und Nichterwerbstätigen in der AHV, IV und EO, WSN
).
Die Beitragspflichtigen haben den Ausgleichskassen die für die Festsetzung der
Akontobeiträge
erforderlichen Auskünfte zu erteile
n, Unterlagen auf Verlangen einzu
reichen und wesentliche Abweichungen vom voraus
sicht
lichen Einkommen zu melden (Abs. 4).
Werden innert Frist die erforderlichen Auskünfte nicht erteilt, die Unterlagen nicht eingereicht o
der die
Akontobeiträge
nicht be
zahlt, so setzen die Ausgleichskassen die geschuldeten
Akontob
eiträge
in einer Verfügung fest (Abs. 5).
1.
7
Das Gericht kann das Verfahren sistieren, wenn die Zweckmässigkeit dies ver
langt. Das Verfahren kann namentlich sistiert werden, wenn der Entscheid vom Ausgang eines anderen Verfahrens abhängig ist (
§
28
lit
. a des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
,
GSVGer
,
in Verbindung mit
Art.
126
Abs.
1 der Zivilprozessordnung, ZPO
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit, dass
für die Berechnung der Entschädigung die Angaben zum Zeitpunkt der Anmel
dung massgebend seien. Eine später erfol
gte Anpassung der Lohnsumme 2019
bewirke keine Änderung. Das vom Beschwer
deführer gemeldete
AHV-pflichtige
Einkommen
des Jahres 2019
habe
zum Zeitpunkt der Anmeldung unter
Fr.
10'000.--
gelegen.
Eine w
eitere Anspruchsvoraussetzung bilde das Vorliegen einer erheblichen Umsatzeinbusse von mindestens 40
%
im Vergleich zum durch
schnittlichen Umsatz der Jahre 2015 bis 201
9.
In den Monaten Dezember 2020 und März 2021 habe der Beschwerdeführer diese Umsatzei
nbusse von 40
%
nicht erreicht
(
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, dass
er
mit seiner Ein
zelfirma
in den Jahren 2015 bis 2019 Jahre
sumsätze von
Fr.
65'935.--, Fr.
123'699.-
,
Fr.
70'742.--,
Fr.
103'702.-- und
Fr.
55'799.-- erzielt habe. Der monatliche Durchschnittsumsatz habe demgemäss
Fr.
6'997.-- betragen. Gemäss den Melde
formularen habe er im Januar 2021 keinen Umsatz und im Februar 2021 einen solchen von
Fr.
140.
--
erzielt
und damit Umsatzeinbussen
von 100
%
respektive 98
%
erlitten.
Im Dezember 2020 habe die Umsatzeinbusse 38,3
%
und im März 2021 29,77
%
betragen, weshalb für diesen Zeitraum kein Anspruch auf Erwerbs
ersatz bestehe. Die aktuellste Beitragsverfügung für das massgebliche
Jahr 2019 datiere vom 3
0.
April 2021 und weise
nach Abzug des Alter
s
-F
reibetrags
ein
Ein
kommen
von
Fr.
22'400.-- aus. Gemäss Schlussrechnung der Gemeinde
Z._
für die Staats- und Gemeindesteuern
des Jahres 2019
habe
er inkl. AHV-Rente über ein Gesamteinkommen von
Fr.
80'200.
-- verfügt. Laut Bundessteuer
rechnung habe das Gesamteinkommen
Fr.
81'500.-- betragen.
Die Beschwerde
gegnerin habe in der Verfügung vom 2
8.
April 2021 und im
Einspracheentscheid
vom
6.
Juli 2021 nicht erklärt
,
von welchem
angeblich
zu geringen
Abrech
nungsbetrag
sie ausgegangen sei. Die betreffenden
Begründun
g
en
sei
en
deshalb nicht
rechtsgenügend.
Nachdem der Beschwerdeführer
gegen
über der Beschwer
degegnerin
für das Jahr 2019 zunächst ein Einkommen von
Fr.
60'500.--
dekla
riert habe, sei er davon ausgegangen, dass er seinen Beruf nur noch beschränkt ausüben werde, da
er den Wohnsitz nach der
Pensionierung ins Ausland habe verlegen wollen.
Aus diesem Grund sei es zur
neuen provisorischen Beitragsver
fügung vom
2.
April 2019 gekommen,
welcher ein beitragspflichtiges Einkom
men von
Fr.
8'600.-- zugrunde gelegen habe und welche die
Beschwerdegegnerin wohl ins Feld führen dürfte.
Der Auswanderungsplan habe sich dann aber zerschlagen.
Dem Faktum, dass der Beschwerdeführer in den Jahren zuvor stets ein beitragspflichtiges Einkommen von deutlich über
Fr.
10'000.-- deklariert habe, habe die Beschwerdegegnerin in ungerechtfertigter Weise nicht Rechnung getragen.
Hinzu komme, dass der tatsächliche Erwerbsum
satz im Jahr 2019
klar
über d
er
Grenze von
Fr.
10'000.-- gelegen habe, wie die Beitragsverfügung vom 3
0.
April 2021 und die Steuerrechnungen belegen würden.
Das Vorgehen gemäss
KS CE
befreie die Beschwerdegegnerin nicht davon, im Einzelfall
besondere Gegebenheiten
zu
berücksichtigen, was sie
vorliegend
rechtswidrig
unterla
ssen
habe
.
Das Sozialversicherungsgericht sei
sodann
ohnehin nicht
an
Kreisschreiben gebunden. Massgeblich für die Beurtei
lung des Anspruchs auf
C
ovid-19-Erwerbsersatz sei
die aktuellste Beitragsver
fügung vom 3
0.
April 2021 zusammen mit der Beitragsverfügung vom 2
9.
Januar 201
9.
Der angefochtene
Einsprache
entscheid
sei mit dem Gebot
rechtsgleicher Behandlung nicht vereinbar.
Sollte die Beschwerdegegnerin nach Auffassung
des Gerichts gehalten sein,
detaillier
tere Abklärungen zu tätigen,
hätte sie
das Steueramt des Kantons Zürich insbe
sondere wegen der Einschätzung der Bundessteuer zu ko
ntaktieren. Die Steuer
meldungen würden für die
Aus
gleichskassen grundsätzlich als verbindlich gelten. Würde man der Logik der Beschwerdegegnerin folgen,
hiesse dies, dass jene
Selb
ständigerwerbenden
, die für 201
9 zu optimistisch budgetiert hätten
, einen
Anspruch auf Corona-Erwerbs
ausfallentschädigung
hätten, jene wie der Beschwerdeführer, die vorsichtig und korrigierend
budgetiert hätten
, hingegen nicht. Dies
widerspreche dem S
inn
und Zweck der Covid-19-Verordnung und
wäre äusserst störend. Was die stets provi
sorische, weil jederzeit anpassbare Ver
anlagungsmeldung betreffe, sei daran zu erinnern, dass im Zeitpunkt des Erlasses derselben die Ende Jahr zu tätigenden ertrags- und damit AHV-wirksamen Bilanzanpassungen wie Abbau von Rück
stellungen nicht
vorhersehbar seien. Dies streiche
den Stellenwert dieser Meldun
gen als äusserst provisori
sch
noch heraus. Massgeblich müsse das tatsäch
lich erreichte Erwerbseinkommen sein,
nicht
irgendein virtueller Betrag
.
Mit Blick auf den
monatlichen
Durch
schnittsumsatz von
Fr.
6'997.-- seien dem Beschwerde
führer für Januar 2021 31 Taggelder à
Fr.
124.-- (=
Fr.
3'844.--) und für Februar 2021 28 Taggelder à
Fr.
124.-- (=
Fr.
3'472.--
) auszurichten. Hinzu kämen
die Zusatztage laut
Art.
4 der Covid-19-Veror
d
nung Erwerbsausfall, weshalb
ein Anspruch auf zwölf
weitere Taggelder à
Fr.
124.-- (=
Fr.
1'488.--) bestehe. Insgesamt
resultiere
somit ein Anspruch von mindestens
Fr.
8'804.-- (
Urk.
1).
3.
3.1
St
r
eitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer, dessen
Einzelunter
nehmen
Dienstleistungen im Bereich
der
Informationstechnologie
erbringt (vgl.
www.zefix.ch
),
gestützt auf
Art. 2 Abs. 3
bis
der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall
in den Monaten Januar und Februar 2021
Anspruch auf eine Corona-Erwerbsausfallentschädigung hat.
3.2
Aktenkundig ist, dass die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer a
m 29. Januar 2019
mitteilte
, dass die
Akontobeiträge
für
Selbständigerwerbende
für das Jahr 2019 gestützt auf ein beitragspflichtiges Einkommen von
Fr.
60'500.-- fe
stgelegt würden (
Urk.
7/27). Mit
Meldeformular
vom 2
6.
Februar 2019
erklärte
der Beschwerdeführer, das
s das voraussichtliche Erwerbseinkommen
für das Jahr 2019
Fr.
25'000.-- b
etrage (
Urk.
7/29). Mit Mitteilung vom
2.
April 2019 setzte die Beschwerdegegnerin die
Akontobeiträge
für
Selbständigerwerbende
für das Jahr 2019 gestützt auf ein beitragspflichtiges Einkommen von
Fr.
8'600.--
(Fr.
25'000.
-- -
Fr.
16'800.-- [Freibetrag für Personen im AHV-Alter]
+
Fr.
449.40 [aufzurechnende persönliche Beiträge])
fest (
Urk.
7/32).
Am 2
9.
Januar 2020
respektive 3
0.
Januar 2021
teilte die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer mit, dass die
Akontobeiträge
für
Selbständigerwerbende
für das J
ahr 2020
res
pektive
2021
erneut
gestützt auf ein beitra
gspflichtiges Einkommen von Fr.
8'600.-- festgelegt würden (
Urk.
7/41
und
Urk.
7/49
).
Nachdem sich der Beschwerdeführer am
7.
und 1
9.
April
2021 (Eingangsdatum) bei der Beschwer
degegnerin zum Bezug einer Corona-Erwerbsausfallentschädigung an
gemeldet hatte
(
Urk.
7/54
-58
), verneinte diese
m
it Verfügung vom 2
8.
April 2021
einen
entsprechenden
Anspruch
für die Monate Dezember 2020 bis März 2021 (
Urk.
7/59).
Mit Meldeformular
vom 1
5.
April 2021 (Eingangsdatum: 30.
April 2021)
erklärte
der Beschwerdeführer
,
dass
sein
Erwerbseinkommen
im Jahr
2019
Fr.
55'799.15 betrage
n habe
(
Urk.
7/60). Am 3
0.
April 2021 teilte
ihm
die Beschwerdegegnerin mit, dass die
Akontobeiträge
für
Selbständigerwerbende
für das Jahr 2019 gestützt auf ein beitra
gspflichtiges Einkommen von Fr.
41'800.
--
(
Fr.
55'799.15 –
Fr.
16'800.
--
[Freibetrag für Personen im AHV-Alter]
+
Fr.
2'847.25 [aufzurechnende persönliche Beiträge])
festgelegt würden (
Urk.
7/61).
Mit Einsprache vom
6.
Mai 2021 machte der Beschwerdeführer geltend, dass die definitive Abrechnung aufgrund der rechtskräftigen Steuerrech
nung erfolge. Demzufolge sei für die Beurteilung des Anspruchs auf Corona-Erwerbsersatzentschädigung das Jahreseinkommen gemäss Steuerrechnung 2019 massgebend (
Urk.
7/65).
3.3
Die in E.
1.5
dargelegte Rechtsprechung gilt zweifellos auch für die Beurteilung des Anspruchs gemäss Art. 2 Abs. 3
bis
der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall in der vorliegend anwendbaren
, seit dem 17. September 2020 geltenden
Fassung.
Demnach hatte die Beschwerdegegnerin bei
Erlass der
(
das Leistungsbegehren abweisenden
)
Verfügung vom 28. April 2021 auf die
zu diesem
Zeitpunkt
aktu
ellste AHV-B
eitragsverfügung respektive
Mitteilung
betreffend Erhebung der
Akontobeiträge
(vgl. E. 1.6)
abzustellen.
Eine Berücksichtigung der
nach Verfü
gungserlass
,
am
30. April 2021 (gestützt auf das am gleichen Tag eingegangene Meldeformular)
ergangene
n
Mitteilung betreffend
Akontobeiträge
für das Jahr 2019
basierend auf einem beitragspflichtigen Einkommen von Fr. 41'800.--
fällt
daher
ausser Betracht.
Massgebend war die Mitteilung vom 2.
April 2019, gemäss welcher die
Akontobeiträge
für
Selbständigerwerbende
für das Jahr 2019 gestützt auf ein beitragspflichtiges Einkommen von
Fr.
8'600.-- festgelegt wurden (
Urk.
7/32).
Damit
ist die Anspruchsvoraussetzung von Art. 2 Abs. 3
bis
lit
. c der Covid-19-Verordnung Erwerbsausfall, wonach der Beschwerdeführer
im Jahr 2019
ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen
von
mindestens Fr. 10'000.--
erzielt haben muss, nicht erfüllt.
Nichts
zu seinen Gunsten ableiten kann der Beschwerdeführer aus der Schluss
rechnung der Staats- und Gemeindesteuern 2019 vom 1
1.
Juni 2021 (
Urk.
3/8).
Abgesehen davon, dass er diese erst im Beschwerdeverfahren eingereicht hat,
handelt es sich
dabei
nicht
um eine AHV-Beitragsverfügung
und das
AHV-pflichtige Erwerbseinkommen des Jahres 2019 ist nicht mit dem durch die selb
ständige Erwerbstätigkeit im Jahr 2019 erzielten (reinen) Einkommen gleich
zusetzen
(vgl. Urteil
des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich
EE.2021.00014 vom
30. Juni 2021
E.
3.1.2).
Anzufügen bleibt, dass bereits im Anmeldeformular der Beschwerdegegnerin
zum Bezug einer Corona-Erwerbsausfallentschädigung
darauf hingewiesen wurde, dass die aktuellste Beitragsverfügung des Jahres 2019 als Basis für die Entschä
digung diene (Urk. 7/58/6).
Dennoch hat
der Beschwerdeführer davon abgesehen, vor der Anmeldung
zum Leistungsbezug
(im April 2021)
das von ihm
im Jahr 2019 erzielte
höhere
Erwerbseinkommen zu melden.
4.
4.1
Der angefochtene Entscheid
, mit welchem ein Anspruch auf Corona-Erwerbs
ausfallentschädigung mangels Erreichens des Mindesteinkommens von
Fr.
10'000.-
verneint wurde,
er
weist sich demnach als rechtens.
Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen.
4.2
Ein Grund
fü
r eine Verfahrenssistierung ist
nicht gegeben.
Das Gesuch des Beschwerdeführers vom 2
3.
August 2021 (
Urk.
3/4), mit we
lchem
er
die Wieder
erwägung des angefochtenen
Einspracheentscheids
beantragte, wurde von der Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 2
7.
September 2021 abschlägig beant
wortet (
Urk.
12
). Zudem ist
das vorliegende Beschwerdeverfahren nicht davon abhängig, wie die Beschwerdegegnerin über
das
gleichzeitig gestellte
Gesuch des
Beschwerdeführers um
Ausrichtung von
Corona-Erwe
rbsersatzentschädigung für die Zeit
ab April 2021
entscheidet.
4.3
Entgegen
der Annahme des Beschwerd
eführers in der Eingabe vom 24.
Septem
ber 2021 (
Urk.
9)
reichte die Beschwerdegegnerin dem Gericht
mit der Beschwer
deantwort
die Verfahrensakten
ein
(vgl.
Urk.
6 und
Urk.
7/1-76). Eine allfällige Verletzung des rechtlichen Gehörs ist
deshalb
zu verneinen.