Decision ID: fcc878e8-3ebb-4068-afbd-683d68e36bf9
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1955, war als Betriebsmitarbeiterin bei der
Y._
in
K._
tätig und damit durch die Schweizerische
Unfallversiche
rungsanstalt
(S
UVA
) gegen Unfälle versichert, als ihr bei der Arbeit
am
9.
August 2011
eine
Schachtel
aus Kunststoff
auf den Kopf f
iel
(
Schadenmel
dung
vom 1
8.
August 2011;
Urk.
10/3)
.
Als die Versicherte a
m
1
2.
August 2011 ihren Kopf in den Nacken legte
,
um den Angehörigen zu zeigen, welche Bewe
gung schmerzhaft sei, bemerkte sie ein Augenflimmern und synkopierte
. Die
nach Rettungsdienstzuweisung
erstbehandel
nden Ärzte
des
Z._
di
agnostizieren eine
Subarachnoidalblutung
(SAB)
bei
ruptu
riertem
Aneurysma de
r
Arteria
communicans
anterior
(
Urk.
10/
17
)
.
In der Folge wurde die Versicherte auf die Neurochirurgie des
A._
ver
legt, wo am 1
8.
August 2011 ein
Coiling
des Aneurysmas der
Arteria
communi
cans
anterior
durchgeführt wurde (
Urk.
10/15).
Mit Verfügung vom 2
3.
Mai 2012 (
Urk.
10/35) verneinte die S
UVA
einen Anspruch der Versicher
ten auf Versicherungsleistungen
. Die dagegen von der Versicherte
n
am 1
8.
Juni
erhobene
(
Urk.
10/40)
und
am
7.
August 2012
ergänzte
(
Urk.
10/52)
Einsprache wies die
S
UVA
mit
Einspracheentscheid
vom
3.
Oktober 2012 (
Urk.
10/59
=
Urk.
2) ab.
2.
Die Versicherte erhob gegen den
Einspracheentscheid
vom
3.
Oktober 2012 (
Urk.
2) am 2
9.
Oktober 2012
Beschwerde (
Urk.
1)
und beantragte, die S
UVA
sei zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen auszurichten (S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 2
1.
Dezember 2012 (
Urk.
8) beantragte die
Beschwer
degegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Am
4.
März 2013 reichte die Beschwerdeführerin die Replik (
Urk.
13) und am 2
1.
März 2013 die
Beschwerde
gegnerin
die Duplik (
Urk.
16)
ein,
welche der Beschwerdeführerin am 2
5.
März 2013 zur Kenntnisnahme zugestellt wurde (
Urk.
1
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
)
werden
soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (
Abs.
1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen,
die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (
Abs.
2). Ausserdem erbringt die Versi
cherung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (
Abs.
3).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend
dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürli
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
nige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (
BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E.
4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage,
worüber die Verwaltung beziehungsweise im
Be
schwerdefall
das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden
Be
weis
würdigung
nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht
(BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
(
Urk.
2) davon aus,
dass
zwischen dem Unfallereignis vom
9.
August 2011 und den am 1
2.
August 2011 aufgetretenen Beschwerden nicht mindestens mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit ein Kausalzusammenhang bestehe (S. 6
Ziff.
5)
.
So lägen keine medizinischen Beurteilungen vor, welche mindestens mit überwiegender Wahrscheinlichkeit einen Kausalzusammenhang zwischen dem Ereignis vom
9.
August 2011 und den 3 Tage später aufgetretenen Beschwerden postulier
ten
(S. 5 f.
Ziff.
4)
.
Sodann machte die Beschwerdegegnerin geltend,
dass es für
die Annahme, die Blutung sei Folge
eine
r
schmerzbedingte
n
reaktive
n
vorüberge
hende
n
Hypertension
gewesen, keine Anhaltspunkte gebe und diese Annahme rein spekulativ sei (
Urk.
8
S. 3
Ziff.
5.2-3
,
Urk.
16 S. 1 f.
Ziff.
2
)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin machte in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
zwischen der
SAB
und dem Unfallereignis sei die Unfallkausalität gegeben, weshalb die Beschwerdegegnerin weiterhin das Taggeld auszurichten und die
Heilbehand
lungskosten
zu übernehmen habe (S.
7 f.
Ziff.
10). Die Behauptung
, dass es sich mit Wahrscheinlichkeit um eine spontane, das heisst nicht unfallbedingte Blu
tung
ge
handel
t haben
solle, sei in keiner Weise begründet. So hätten die Neu
roradiologen, welche die Blutung mit einer schmerzbedingten re
aktiven Hyper
tension begründeten,
ein solches Geschehen als wahrscheinli
cher erachtet, als ein von allem
unabhängiges spontanes Auftreten (S. 7
Ziff.
9.2).
Ergänzend brachte die Beschwerdeführerin in ihrer Replik (
Urk.
13) vor, es sei vom Gericht ein unabhängiges Gutachten in Auftrag zu geben, in welchem die Kausalität der S
AB mit dem
Unfall vom
9.
August 2011 geprüft
werde
(S. 2).
Sie habe bis zum Unfall unter eher zu tiefem Blutdruck gelitten
,
und den
Spitalbe
richten
könne entnommen werden, dass sich das rapide geändert habe (S. 4
Ziff.
5.5).
Es werde daran festgehalten, dass aus dem Gutachten, welches sie eingereicht habe, klar hervorgehe, dass es mit überwiegender Wahrscheinlich
keit aufgrund einer schmerzbedingten Hypertension zu einer Hirnblutung gekommen sei (S. 4
Ziff.
6.2-3).
2.3
Strittig und zu prüfen
ist, ob die S
AB
mit dem Unfallereignis vom
9.
August 2011
in einem kausalen Zusammenhang steht, mithin ob die
Beschwerdegegne
rin
hierfür leistungspflichtig ist.
3.
3.1
Die Ärzte des
Z._
nannten im nach
Hospitalisation
der Beschwerdeführerin vom 1
3.
bis 1
5.
August 2011 verfassen Austrittsbericht vom 2
2.
August 2011 (
Urk.
10/17) als Diagnose eine S
AB
bei
rupturiertem
Aneurysma der
Arteria
communicans
anterior
(S. 1).
Die Beschwerdeführerin sei auf der Unfallchirurgie aufgenommen worden. Auf
grund des Verteilungsmusters der Blutung habe ein
Verdacht auf
eine trauma
tische SAB
sowie ein
inzidentelle
s, nicht
rupturiertes
Aneurysma der
Arteria
communicans
bestanden
(vgl.
Urk.
10/22/5-6)
. Es sei eine MR-Angiographie mit Gradienten-Echo Sequenz zur genauen Dokumentation der Blutverteilung
und
des
Ru
p
turausschlusses
erstellt worden
(
vgl.
Urk.
10/22/2-3)
.
Dabei habe sich eine für die Ruptur des
A
rteria
com
municans
-Aneurysmas typische
Blutvertei
lung
dargestellt. Symptomatisch habe ei
n ausgeprägter
Meningismus
, sowie intermittierend Nausea und
Vomitus
bestanden.
Bezüglich der Blutdruckwerte habe sich die Beschwerdeführerin im Verlauf des Aufenthaltes stets
normo
- bis leicht
hypertensiv
gezeigt.
Retrospektiv sei das Blutungsereignis
sowohl aufgrund des am
9.
August 2011
erlittenen Traumas als auch aufgrund des am 1
2.
August 2011
erlittenen Kollapses denkbar
. Darüber hinaus bestehe gemäss der
von den Kollegen der Unfallchirurgie
dokumentierten Anamnese auch die Möglichkeit einer epilepti
schen Entäusserung am 1
2.
August
2011
(Kollaps mit Streckkrämpfen). Im Ver
lauf der
Hospitalisation
hätten sich jedoch keine Anhaltspunkte für ein epilep
tisches Geschehen gezeigt
,
und die Aufnahme einer antiepileptischen Sekundär-Prophylaxe sei unterblieben (S.
2.
unten).
3.
2
Nach Überweisung der Beschwerdeführerin am 1
5.
August 2011 ans
A._
und anschliessender
Hospitalisation
bis
zum
2
9.
August 2011 nannten d
ie Ärzte in ihrem Bericht vom 2
9.
August 2011 (
Urk.
10/15
=
Urk.
10/21
) als Diagnose eine S
AB
bei
rupturiertem
Aneurysma der
Arteria
communicans
anterior
und als Nebendiagnose ein kleines
, nicht
rupturiertes
Aneurysma der Media
bifurkation links
.
Am 1
8.
August 2011
sei ein
Coiling
des Aneurysmas der
Arteria
communicans
anterior
durchgeführt worden (S. 1).
Der Blutdruck
habe sich
systolisch zwischen 160 und 180 mm
H
g
bewegt
(S. 2 oben).
Initial habe differentialdiagnostisch an eine traumatische S
AB
bei ein
em leichten Schädelh
irntrauma gedacht werden müssen. In der genaueren Anam
nese habe sich allerdings ein deutliches Kopfschmerzereignis gezeigt.
Die Befundkonstellation sei der Beschwerdeführerin erläutert worden und sie habe sich zur
interventionellen
Versorgung des Aneurysmas per
Coiling
ent
schi
e
den, was komplikationslos durchg
eführt worden sei (S. 2 Mitte). Zur wei
teren Rekonvaleszenz sei eine Rehabilitationsbehandlung in der Klinik
B._
organisiert worden, welche sie am 2
9.
August 2011 antrete
n werde
(S.
2 unten).
3.3
Dr.
med.
C._
, Facharzt
FMH
für Neurologie und für Psychiatrie und Psychotherapie, führte in seiner
Beurteilung vom 1
0.
Januar 2012 (
Urk.
10/24
=
Urk.
10/56
) zuhanden der Beschwerdegegnerin aus,
die vorliegenden Beschrei
bungen zum Kopftrauma während der Arbeitstätigkeit der Beschwerdeführerin am
9.
August 2011 wiesen darauf
hin, dass sie eine Schädelprellung erlitten habe.
Nach der aktuell international
verwendeten klinischen Klassifikation von Kopftraumata entsprechend der Europäischen Vereinigung der neurologischen Gesellschafen EFNS könnte höchstens die leichteste Form einer traumatischen Hirnverletzung im Zusammenhang mit dem leichten äusseren Kopftrauma
vom
9.
August 2011 angenommen werden. Die von der Beschwerdeführerin retro
spektiv für
die Zeit
nach dem
9.
August 2011 angegebenen Symptome eines Pfeifens im rechten Ohr, von Nackenschmerzen und dumpfen Kopfschmerzen stellten unspezifische Symptome dar, wie sie nach einer leichten
Schädelprel
lung
durchaus nicht unüblich seien (S. 3 Mitte). Die Symptome
, welche
die
Beschwerdeführerin
nach dem
9.
August 2011 vorliegend angegeben habe, wiesen nicht darauf hin, dass bei
ihr
zum Unfallzeitpunkt eine SAB (Blutung unter die weiche Hirnhaut) aufgetreten sei. Im Allgemeinen seien die Symptome einer
akuten SAB ein plötzlich spontan einsetzender und sehr heftiger Kopf
schmerz, eine vegetative Reaktion (z. B. Kreislaufkollaps) und/oder eine plötzli
che Veränderung der qualitativen oder quantitativen Bewusstseinslage. Derartig ausgeprägte Symptome hätten bei der Beschwerdeführerin aber am
9.
August 2011 nicht vorgelegen (S. 3 unten).
Sie
sei in der Lage gewesen
,
nach dem leichten Kopftrauma ihre Arbeit fortzusetzen und sei an den beiden Folgetagen nicht arbeitsunfähig gewesen.
Die etwas untypische Verteilung von Blut unter den weichen Hirnhäuten, wie sie im
Z._
am 1
2.
August 2011
bildgebend
besch
rieb
en worden sei
, könne nicht als Hinweis auf eine durch
ein
Kopftrauma bedingte SAB gewertet werden
(S. 4 oben).
Traumatisch bedingte intrakranielle
Aneurysmata
würden in der Regel nach sehr heftigen
Kopftraumata, meistens im Zusammenhang mit eng benachbarten Schädelfrakturen entstehen, was vorliegend nicht der Fall sei (S. 4 Mitte). Bezüglich des eher als banal einzuschätzenden leichten äusseren Kopftraumas vom
9.
August 2011 seien bei der Beschwerdeführerin keine resultierenden
neurologischen Ausfälle und keine dauerhaften Symptome anzunehmen. Zur Abklärung von Folgen des Unfalls seien keine weiteren Untersuchungen erfor
derlich; sie liessen keinen Nachweis einer relevanten organischen Schädigung als Folge der wahrscheinlichen Schädelprellung vom
9.
August 2011 erwarten. Es
sei
daher die Einschätzung der Ärzte des
A._
zu bestä
tigen, dass bei der Beschwerdeführerin am 1
2.
August 2011 mit Wahrschein
lichkeit eine spontane, das heisst nicht unfallbedingte Blutung aus einem wohl länger vorbestehenden Aneurysma der
Arteria
communicans
anterior
links auf
getreten sei (S. 4 unten). Demnach stelle die Rehabilitationsbehandlung in der Klinik
B._
eine Behandlung einer wahrscheinlich krankheitsbedingten Gesundheitsstörung dar (S. 5
oben
).
3.
4
Prof
.
Dr.
D._
, Klinikdirektor
,
und Prof.
Dr.
E._
,
L
ei
tender Arzt, Klinik für Neuroradiologie,
F._
, führten in ihrem neuroradiologischen Gutachten vom
9.
Oktober
2012 (
Urk.
10/60
=
Urk.
3/4
)
aus,
das Muster der beschriebenen
subarachnoidalen
Blutung, die erstmals vier Tage nach einem traumatischen Ereignis
bildgebend
dargestellt worden sei, habe nicht den Aspekt einer Aneurysma-unabhän
g
igen posttrau
matischen Blutung. Ausserdem seien keine
rlei posttraumatische Läsionen e
rkennbar
.
Es sei mit grösster Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Blutung durch das nachgewiesene Aneurysma der
Arteria
communicans
anterior
verur
sacht worden sei.
Dass durch den Aufschlag der Plastikkiste auf den Kopf konsekutiv durch mecha
nische Einwirkung auf das Aneurysma die Blutung ausgelöst worden sein könnte, sei bei einem
Arteria
communicans
-
anterior
-Aneurysma als wenig wahrscheinlich anzunehmen, da dieses keine entsprechend dafür disponierende Nachbarschaftsbeziehungen aufweise, wie zum Beispie
l ein
Arteria
pericallosa
-Aneur
ysma zum
Falxrand
, wo ein solcher Mechanismus eher denkbar sei.
Die Blutung könnte aber mög
licherweise im Rahmen einer schmerzbedingten reaktiven vorübergehenden Hypertension entstanden sein. Dies scheine bei dem zwar verzögerten, aber doch zeitlich inzidenten Auftreten nach dem traumati
schen Ereignis etwas wahrscheinlicher als ein von allem unabhängiges sponta
nes Auftreten (S. 4).
3
.5
Dr.
med.
G._
,
Facharzt FMH für Neurologie
und für Physikalische Medizin und Rehabilitation
,
führte
in seinem von der Beschwerdeführerin ver
anlassten
neurologische
n
Gutachten vom 1
9.
Oktober 2012 (
Urk.
10/61 =
Urk.
3/
3
)
aus, die
Reevalu
ation
der Bilddaten durch
Prof.
E._
und
Prof.
D._
hab
e
ergeben, dass es wahrscheinlicher sei, dass die
Aneu
rysmablutung
durch den Unfall ausgelöst worden sei, als dass diese zufällig direkt nach diesem Ereignis spontan
aufgetreten sei. Es bestehe für den Unfall zumindest eine erhebliche Teilkausalität an der
subarachnoidalen
Aneurysma
blutung
mit ihren schwerwiegend
en
funktionellen Folgen. Zu berücksichtigen sei hier, dass bei rund 2
%
der erwachsenen Bevölkerung
Aneurysmata
an den Gehirnarterien vorlägen, es aber erwiesenermassen bei vielen
Aneurysmata
nie zu Blutungen komme
(S. 4)
.
Dr.
G._
führte weiter aus,
er habe den Fall auch noch telefonisch mit dem früheren stellvertretenden Chefarzt der neurochirurgischen
H._
, Prof.
Dr.
I._
,
eingehend diskutiert.
Auch er habe die Meinung von
Prof.
E._
und
Prof.
D._
geteilt
,
und auch für ihn sei es wahr
scheinlicher, dass diese Blutung durch den Unfall ausgelöst worden sei
,
als dass es just zu diesem Zeitpunkt zu einer Spontanblutung des Aneurysmas gekom
men sei
(S. 4 unten f.)
. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit habe die Beschwerdeführerin beim Sturz der offenbar doch harten Kiste von knapp 2 kg Gewicht und einer Fallhö
he von einem Meter zudem ein
Halswirbelsäulen
-Dis
torsionstrauma
erlitten (S. 5 oben)
.
3.6
Dr.
med.
J._
, Facharzt FMH für Neurologie,
Versicherungsmedizini
sche
Abteilung der Beschwerdegegnerin,
führte in seiner Stellungnahme vom
5.
Dezember 2012 (
Urk.
9) zum neurologischen Gutachten vo
n
Dr.
G._
(vorstehend E. 3.5
) und dem neuroradiologischen Gutachten von
Prof.
D._
und
Prof.
E._
(vorstehend E. 3.4
) aus,
es
sei
unstrittig, dass die bilddiagnostisch nachgewiesenen
Aneurysmata
nicht kausal mit dem Unfall vom
9.
August
2011
zusammenhängen würden. Zur Diskussion stehe, ob die Ruptur des Aneurysma der
Arteria
communicans
anterior
in einem Kausal
zusammenhang zu diesem Unfall stehe oder nicht. Die Neuroradiolog
en
Prof.
D._
und
Prof.
E._
hätten argumentiert, dass die Blutung möglicherweise im Rahmen einer schmerzbedingten reaktiven vorübergehenden Hypertension entstanden sein könnte. Diesbezüglich sei anzumerken, dass hypertone Blutdruckwerte in der vorliegenden medizinischen Dokumentation nicht vermerkt worden seien und diese Aussage dementsprechend von rein hypothetischem Charakter sei. Einerseits sei zu berücksichtigen, dass ein regel
hafter Zusammenhang zwischen Schmerzen und hypertonen Blutdruckwerten nicht bestehe. Andererseits müsse berücksichtigt werden, dass aufgrund der
ze
rebrovaskulären
Autoregulation in einem Bereich von 60 bis 160 mm
Hg
die
zerebrovaskuläre
Durchblutung konstant bleibe
(S. 3 f. unten)
. Insofern könne mit einer Hypertonie-bedingten Ruptur eines vorbestehenden Aneurysmas erst ab Blutdruckwerten deutlich über 160 mm
Hg
mit der erforderlichen überwie
genden Wahrscheinlichkeit gerechnet werden. Ob ein entsprechend hoher
Blut
druckwert
bei der Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der Synkope am 1
2.
August 2011 vorgelegen habe
,
sei letztlich ungewiss. Sowohl
Prof.
D._
und
Prof
.
E._
als auch der Neurologe
Dr.
G._
argu
mentierten demgemäss ausschliesslich gemäss dem „
post
hoc ergo
prop
t
e
r
hoc“
-
Prinzip (S. 4 oben
). So hätten sie der Kausalitätsbeurteilung die Hypothese eines relevant erhöhten arteriellen Blutdrucks zu Grunde gelegt. Ausreichend zuver
lässige Hinweise für eine hypertone Blutdruckkrise am 1
2.
August 2011 lägen aufgrund der medizinischen Dokumentation nicht vor. Die Unfallkausalität sei, allein abgestützt auf eine Hypothese, nicht mit dem Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit gegeben. Neben einer spontanen oder einer Hypertonie-bedingten Blutung aus dem
rupturierten
Aneurysma der
Arteria
communicans
a
nterior
komme keine andere Ursach
e in Betracht.
Dr.
J._
führte aus,
d
ie Wahrscheinlichkeit für eine schmerzbedingte Hypertonie oder eine andere Ursache (spontan, koinzident) der Blutung sei seinem Erachten nach gleich gross. Eine überwiegende Wahrscheinlichkeit für eine der beiden in Frage kommenden Ursachen zu postulieren
,
sei abgestützt auf die vorliegende Dokumentation aus neurologischer Perspektive nicht möglich (S. 4
Mitte
).
3.7
Mit Stellungnahme
vom 1
8.
März 2013 (
Urk.
17
/2
) führte
Dr.
J._
ergän
zend aus,
es lägen keine medizinische Berichte mit dokumentierten hypotonen Blutdruckwerten vor dem Unfall vom
9.
August 2011, respektive vor dem Ereignis vom 1
2.
August 2011, vor. Die Relevanz
hypotoner
Blutdruckwerte bleibe deshalb offen. Eine arterielle Hypertonie sei in den zur Verfügung stehenden ärztlichen Berichten als Diagnose nicht aufgeführt. Im
Austrittsbe
richt
des
A._
vom 2
9.
August 2011 über die
Hospitalisa
tion
vom 1
5.
bis 2
9.
August 2011 seien im Befund Blutdruckwerte systolisch zwischen 160 und 180 mm
Hg
dokumentiert, ohne eine arterielle Hypertonie zu diagnostizieren. Diese Blutdruckwerte seien gemessen worden, nachdem am 1
3.
und am 1
4.
August 2011 mittels kranialer Computertomographie eine SAB nachgewiesen worden sei. Ein erhöhter arterieller Blutdruck in den ersten Stun
den bis Tagen nach einer SAB sei ein häufiges medizinisches Problem.
Demzufolge sei ein Blutdruck der Beschwerdeführerin am dritten Tag nach der SAB zwischen 160 und 180 mm
Hg
nicht ungewöhnlich
,
und diese Werte seien wahrscheinlich auf die SAB zurückzuführen. Eine auf den Unfall vom
9.
August 2011 zu beziehende schmerzbedingte reaktive arterielle Hypertonie als Ursache der
Aneu
r
ysmaruptur
könne mit diesen Werten zu diesem Zeitpunkt definitiv nicht belegt werden (S. 2 Mitte). Auch die Tatsache, dass die Beschwerdeführe
rin vor dem Unfall unter einem eher zu tiefen Blutdruck gelitten habe, ändere an dieser Beurteilung nichts (S. 3 oben).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte in i
hrem
Einspracheentscheid
(
Urk.
2
) die Kausalität zwischen dem Unfallereignis und der drei Tage später aufgetretenen SAB gestützt auf die Einschätzung von
Dr.
C._
(vorstehend E. 3
.3), welcher davon ausging, dass es sich bei der am 1
2.
August 2011 erlittenen Blutung mit Wahrscheinlichkeit um eine spontane, das heisst nicht unfallbedingte Blutung aus einem länger vorbestehenden Aneurysma der
Arteria
communicans
anterior
gehandelt habe. Die Annahme, die Blutung sei durch eine schmerzbedingte reaktive vorübergehende Hypertension entstanden
,
verneinte die
Beschwerde
gegnerin
gestützt auf die Einschätzung von
Dr.
J._
(vorstehend E. 3.6-7).
4.2
In Bezug auf die Kausalität der SAB zum Unfallereignis kann auf die neurologi
sche
n
Beurteilung
en
von
Dr.
C._
vo
m Januar 2012 (vorstehend E.
3.3
) und jene von
Dr.
J._
vom
Dezember 2012 (vorstehend E. 3.6
)
und vom März 2013 (v
orstehend E. 3.7
) abgestellt werden
, welche die Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise (vorstehend E. 1.4) vollständig erfüllen
.
So trifft es nicht zu, wie die Beschwerdeführerin geltend machte (vorstehend E.
2.2), dass dem von ihr eingereichten Gutachten von
Dr.
G._
vom Oktober 2012
(vorstehend E. 3.
5
)
zu entnehmen sei,
dass es mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit aufgrund einer schmerzbedingten Hypertension zu einer Hirn
blutung gekommen sei.
Dr.
G._
berief sich
diesbezüglich auf die von
Prof
.
D._
und
Prof
.
E._
(vorstehend E.3.4)
getätigte Äusserung, die Blutung könnte möglicherweise im Rahmen einer schmerzbedingten reaktiven Hypertension entstanden sein
, was etwas wahrscheinlicher erscheine
, als ein spontanes Auftreten. Diese Aussage ist
sehr vage formuliert und
keineswegs der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gleichzusetzen.
Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt nicht für die Begründung eines Leistungsanspruches (vgl. vorstehend E. 1.2).
Dr.
J._
begründete sodann in sein
en
Stellung
nahme
n
eingehend
, weshalb die drei Tage nach der Synkope vom 1
2.
August 2011 festgestellten hypertonen Blutdruckwerte keine Rückschlüsse betreffend die Unfallkausalität der Ruptur des Aneurysmas der
Arteri
a
communicans
ante
rior
zulassen.
Auch den übrigen medizinischen Berichten lässt sich nichts Gegenteiliges ent
nehmen. De
n
von den
erstbehandelnden
Ärzte des
Z._
zunächst
geäusserte
n
Verdacht, es handle sich um eine traumatische SAB
,
konnte
n
Prof.
D._
und
Prof
.
E._
, einhergehend mit den Ärzten des
A._
(vorstehend E. 3.2), nicht
bestätigen
. Auch ein epileptisches Gesche
hen
wurde
verneint
.
4.3
Aufgrund des Gesagten
ist davon auszugehen, dass zwischen dem
Unfallereig
nis
vom
9.
August 2011
und der am
1
2.
August 2011
eingetretenen S
AB
keine
natürliche
Kausalität gegeben ist
.
Weitere Abklärungen, insbesondere die Ein
holung eines Gerichtsgutachtens, sind nicht notwendig.
5.
Der angefochtene
Einspracheentscheid
ist somit nicht zu beanstanden, weshalb die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.