Decision ID: 0915fd4e-1fc7-4bfb-8d82-dbe57782e996
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1965, absolvierte nach der Sekundarschule eine Handelsschule und anschliessend eine kaufmännische Lehre bei einer Bank und war danach mehrere Jahre als Anlageberater tätig. In den Jahren 1996 bis 2000 schloss er auf dem zweiten Bildungsweg die Matura und die Ausbildung zum Primarlehrer ab. In der Folge war er als Mittelstufenlehrer tätig (vgl. Le
benslauf, Urk. 10/59/4). Am 14. Mai 2010 meldete er sich unter Hinweis auf Depressionen und Herz-/Lungenprobleme erstmals bei der Sozialversicherungs
anstalt des Kantons St. Gallen, IV-Stelle,
zum Bezug von Leistungen der Invali
denversicherung an
(Urk. 10/13). Die zuständige IV-Stelle tätigte Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht und gewährte Eingliederungsmass
nahmen im Sinne von Arbeitsplatzerhalt und Arbeitsvermittlung (Urk. 10/41 ff.). Mit Mitteilung vom 2. November 2011 hielt die IV-Stelle den erfolgreichen Abschluss der Arbeitsvermittlung sowie die rentenausschliessende Eingliederung fest (Urk. 10/54).
1.2
Am 30. November 2012 ersuchte X._, welcher seinen Wohn
sitz zwischenzeitlich nach Y._ verlegt hatte, unter Angabe einer Depression erneut
um Leistungen der Invalidenversicherung
(Urk. 10/61 Ziff. 1.4 und Ziff. 6.2). Die nunmehr zuständige Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog die Akten der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen bei und forderte den Versicherten auf, in Bezug auf die ver
änderten Verhältnisse seit letztmaliger „Verfügung“ neue Beweismittel einzu
reichen (Urk. 10/66 ff.). In der Folge wurden medizinische Berichte der Z._ vom 28. Dezember 2012 (Urk. 10/74) und vom 6. Februar 2013 (Urk. 10/85) sowie ein im Auftrag der Personalvorsorge A._ erstelltes psychiatrisches Gutachten vom 19. Juni 2013 (Urk. 10/90) eingereicht. Mit Mitteilung vom 21. Oktober 2013 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für eine Potentialabklärung vom 28. Oktober bis 22. November 2013 bei B._, zuzüglich Reise-, Verpflegungskosten sowie Taggeld (Urk. 10/103 f.; vgl. auch Schlussbericht Potenzialerhebung Urk. 10/111). Am 21. Mai 2014 teilte die IV-Stelle mit, dass keine Erfolg ver
sprechenden beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien, weshalb nun der Anspruch auf eine Rente geprüft werde (Urk. 10/126).
Nachdem auf einen Wechsel zu einem anderen behandelnden Psychiater hingewiesen worden (Urk. 10/135) und ein Bericht dieses Arztes eingegangen war (Urk. 10/145), veranlasste die IV-Stelle eine psychiatrische Abklärung (Urk. 10/160, Gutachten vom 20. Juli 2015). Am 23. März 2016 reichte das De
partement Soziales
der Stadt Y._ ein in ihrem Auftrag erstelltes psy
chiatrisches und neuropsychologisches Gutachten der Z._ ein (Urk. 10/173 und Urk. 10/174, Gutachten vom 7. März 2016). Nachdem die IV-Stelle am 20. April 2016 vorerst mitgeteilt hatte, dass sie eine
bidisziplinäre
Abklärung für notwen
dig erachte (Urk. 10/177), hierauf Einwendungen des Versicherten eingegangen waren (Urk. 10/178), eröffnete sie am 9. Mai 2016, da die medizinische Akten
lage aufgrund der Gutachten des Z._ ausreiche, werde auf eine weitere Begut
achtung verzichtet (Urk. 10/181). Mit Vorbescheid vom 13. Mai 2016 (Urk. 10/183) stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Nach Einwendungen des Versicherten (Urk. 10/191 und Urk. 10/194) hielt die IV-Stelle hieran mit Verfügung vom 12. August 2016 (Urk. 2) fest.
2.
Hiergegen erhob X._ am 15. September 2016 Beschwerde und beantragte (Urk. 1 S. 2), die Verfügung vom 12. August 2016 sei aufzuhe
ben und ihm sei rückwirkend bei einem Invaliditätsgrad von 100 % mit Wir
kung ab 1. Juli 2013 bis am 31. Mai 2016 eine ganze Rente zuzusprechen. So
dann sei die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie den IV-Grad ab 1. Juni 2016 ermittle und verfüge.
In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Be
willigung der unentgeltlichen Prozessführung und Bestellung von
Rechtsanwalt Stephan Kübler
als unentgeltliche
n Rechtsvertreter
. Die IV-Stelle schloss i
n ihrer Beschwerdeantwort vom 17. Oktober 2016 (Urk. 9
) auf Abweisung der Be
schwerde
, was dem Beschwerdeführer am 18. Oktober 2016 (Urk. 11
) mitgeteilt wurde.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krank
heitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen gu
ten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu er
zielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Er
werbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versi
cherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundes
gerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40
% besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50
%
auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindes
tens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70
%
auf eine g
anze Rente
(
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.5
Für die Bejahung eines Rentenanspruches im Rahmen einer Neuanmeldung nach vorausgegangener rechtskräftiger Verneinung wird analog zur Rentenre
vision gemäss
Art.
17
Abs.
1 ATSG eine erhebliche Änderung des Invaliditäts
grades verlangt (BGE 130 V 71, 117 V 198 E. 3a mit Hi
nweis; vgl. auch BGE 133
V 108 E. 5.2 mit Hinweisen). Die Frage, ob eine solche Änderung eingetre
ten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalte
s im Zeitpunkt der letzten mate
riellen rentenverweigernden rechtskräftigen Verfügung mit demjenigen zur Zeit des auf die Neuanmeldung hin ergangenen Entscheids (BGE 130 V 64 E. 2 mit Hinweis, 130 V 71 E. 3.1 mit Hinweisen). Dabei ist zu beachten, dass Anlass zur Rentenrevision jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnis
sen gibt, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Dagegen stellt eine bloss unterschiedliche Beurteilung eines im Wesen
tlichen gleich gebliebenen Sach
verhaltes keine revisionsbegründende Tatsachenänderung im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar (BGE 112 V 371 E. 2b; vgl. a
uch BGE 133 V 545 E. 6.1, 130
V 343 E. 3.5 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründet ihre Leistungsabweisung damit (Urk. 2), dass sich die medizinischen Gutachter in der Diagnosestellung einer rezidivierenden depressiven Störung, leichter bis mittelgradiger Ausprägung einig seien. Auf die aus medizinischer Sicht attestierte Arbeitsunfähigkeit könne jedoch nicht abge
stellt werden, da leichte bis mittelschwere psychische Störungen als therapeu
tisch behandelbar gälten und in der Regel keine dauerhafte und erhebliche Ar
beitsunfähigkeit zur Folge hätten. Beim Beschwerdeführer habe sich gezeigt, dass die Unterstützung des behandelnden Arztes und der psychiatrischen Spitex zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes geführt hätten. Somit sei von einer Behandelbarkeit des Leidens auszugehen. Den Akten sei auch zu entneh
men, dass
schwierige Lebensumstände (zum Beispiel die Trennung von der Ehe
frau) zur Entwicklung der psychischen Problematik beigetragen hätten und ak
tuell die Erkrankung noch von mehreren psychosozialen Belastungsfaktoren aufrechterhalten werde. Ausserdem hätten sich Hinweise auf eine Symptom
ausweitung ergeben.
2.2
D
er Beschwerdeführer
stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1 S. 6 f.), er leide seit Jahren an rezidivierenden depressiven Episoden und stehe deswegen seit Jahren in fachärztlicher Behandlung. Der von der Beschwerde
gegnerin beauftragte Psychiater habe festgehalten, dass er in der Regel mittel
gradig depressiv sei und nicht ausgeschlossen werden könne, dass es phasen
weise sogar mittel- bis
schwergradig
depressive Episoden gegeben habe. Es habe sich eine verselbständigte psychische Störung herausgebildet und neben allfällig vorhandenen psychosozialen Belastungen komme ihr eine eigenständige Be
deutung zu. Die krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit durch die depressive Symptomatik sei auch durch die ungünstige Konstellation einer akzentuierten Persönlichkeit mit narzisstischen Zügen unterhalten.
Nach ersten depressiven Episoden in den Jahren 2005/06 und 2010 stehe er seit dem Jahr 2012 ununterbrochen in fachärztlicher psychiatrischer Behandlung, habe die ihm offenstehenden Therapieangebote angenommen und werde auch medikamentös behandelt. Trotz der konsequenten Depressions-
therapie
mit Ausschöpfung der therapeutischen und medikamentösen
Behand
-
lungsmöglich
keiten
habe sich das psychische Leiden jedoch als resistent erwiesen. Der rezidi
vierenden depressiven Störung komme damit
invalidi
-
sierende
Wirkung zu (S. 8 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversicherung nach der Neuanmeldung vom 30.
November 2012
(Urk.
10/61
). In revisionsrechtlicher Hinsicht ist damit vorab zu untersuchen, ob sich seit dem Entscheid vom 2.
November 2011 (
Urk.
10/54
) eine
revisionsbe
gründende Tatsachenänderung
zugetragen hat (vgl. E. 1.5 hiervor).
Der Entscheid vom 2.
November 2011
(Urk. 10/54) war damit begründet, dass der Beschwerdeführer ab 1. August 2011 selber eine Anstellung als Primarlehrer gefunden hatte und ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen konnte. Diese Anstellung hat er bereits per Juli 2012 wegen Zeichen der Erschöpfung (Urk. 1 S. 3 unten), mithin aus gesundheitlichen Gründen, wieder aufgegeben (Urk. 10/96/2-3, vgl. Urk. 10/52). Damit liegt in erwerblicher Hinsicht eine
revi
sionsbegründende Tatsachenänderung
vor und es steht u
nabhängig davon, ob es zusätzlich auch zu einer Veränderung des Ge
sundheitszustandes gekommen ist,
eine
r
umfassende
n
Neu
überprüfung des Rentenanspruchs nichts im Wege
(BGE 141 V 9 E. 2.3).
3.
3.1
Im Bericht der C._
vom 1
4.
Mai 2010
über die stationäre Be
handlung vom 17. Januar bis 9. April 2010 diagnostizierte die zuständige Ärz
tin eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode, ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2) und eine akzentuierte Persönlichkeit mit narzisstischen Zügen (ICD-10 Z73.1). Der Beschwerdeführer sei aufgrund eines depressiven Zustandsbildes bei akzentuierten Persönlichkeitszügen freiwillig auf die Psychotherapiestation der Klinik eingetreten. Bei Eintritt habe er im Affekt deutlich niedergestimmt gewirkt, wobei positive Einzelaffekte auslenkbar ge
wesen seien. Er habe vor allem eine starke Antriebsstörung angegeben, beglei
tend durch das Gefühl „einfach nicht mehr zu mögen". Die depressive Sympto
matik sei bei Austritt weitestgehend zurückgegangen und es habe einzig eine leichte Antriebsstörung mit schneller Erschöpfbarkeit weiter bestanden (Urk. 10/33/5-8).
3.2
Dem Bericht von Dr. med. D._, Fachärztin Psychiatrie und Psychothera
pie, Oberärztin am E._, vom 8. November 2010 (Urk. 10/39) können folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit entnommen werden (S. 1): Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradig Episode (ICD-10 F33.1), zuvor schwere Episode (ICD-10 F33.2) und ein Status nach zentralen Lungenembolien. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähig
keit sei eine narzisstische Persönlichkeitsakzentuierung. Der Beschwerdeführer sei am Anfang der ambulanten Behandlung mit
Paroxelin
eingestellt worden. Er habe sich weiterhin über sehr starke Stimmungsschwankungen und Versagens
ängste, was seine Tätigkeit als Lehrer anbelangt, beklagt. Da das ambulante Setting nicht mehr als ausreichend erschienen sei, sei er in die Psychiatrische C._ eingewiesen worden. Beim Beschwerdeführer bestünden eine depressive Grundstimmung, eine reduzierte affektive Schwingungsfähig
keit, Insuffizienzerleben und Zukunfts- und Existenzängste und je nach Befin
den ein variierendes Sinnlosigkeitsgefühl. Insgesamt sei die Prognose als positiv zu beurteilen, die Genesung könne sich jedoch verzögern. Die gegenwärtige Be
handlung bestehe in ärztlichen Gesprächen ca. einmal pro Monat und psycho
logisch, psychotherapeutischen Gesprächen alle zwei Wochen (S. 2).
3.3
Gemäss nicht aktenkundigem
, aber im Gutachten vom 19. Juni 2013 (vgl. E. 3.4
hienach
) auszugsweise wiedergegebenem
Austrittsbericht vom 16. Oktober 2012 war der Beschwerdeführer vom 27. August bis 11. Oktober 2012 in der Z._, F._, hospitalisiert. Bei Be
handlungsbeginn stand ein deutlich depressives Zustandsbild im Vordergrund. Die depressive Symptomatik war unter der Therapie rückläufig und der Be
schwerdeführer konnte in deutlich stabilerem Zustand aus-
beziehungsweise in die tagesklinische Betreuung übertreten (Urk. 10/90 S. 3-4). Am 6.
Februar 2013
berichtete die zuständige Assistenzärztin der Z._ über die teilstationäre Be
handlung vom 15. Oktober 2012 bis 18. Januar 2013 in der Tagesklinik. Der Beschwerdeführer habe im August 2011 eine neue Anstellung zu 80 % als Leh
rer aufgenommen. Nach deutlicher Überforderung und wiederholten Krank
heitstagen, vor allem im Frühjahr 2012 mit Zunahme der depressiven Sympto
matik, habe er selber gekündigt und sich in stationäre psychiatrische Behand
lung in die F._ begeben, mit
nachfolgender teilst
ationären Be
handlung in der Tagesklinik. Grob orientierend sei von einer aktuellen Arbeits
fähigkeit im geschützten Rahmen und in angepasster Tätigkeit von 20 - 40 % auszugehen, die bei weiterer therapeutischer Unterstützung und schrittweise in den nächsten sechs Monaten auf 60 bis 80 % gesteigert werden könne (Urk. 10/85; vgl. auch Urk. 10/74).
3.4
Dr. med. G._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, welcher im Auf
trag der Personalvorsorge A._ am 19. Juni 2013 ein Gut
achten verfasste, stellte folgende Diagnosen (Urk. 10/90 S. 16): Rezidivierende depressive Episoden, gegenwärtig mittelgradig bis schwer (ICD-10 F32.1), bei narzisstisch akzentuierter Persönlichkeit (ICD-10 Z73.1).
Der Gutachter hielt fest, der Beschwerdeführer habe über Müdigkeit, Antriebslosig
keit und Freudlosigkeit und Appetitlosigkeit berichtet. Auch die Fähigkeit, sich zu konzentrieren, sei herabgesetzt. Aktuell sei er auf Freiwilli
genbasis bei der Suchthilfe Y._ für jeweils zwei Stunden an vier Tagen die Woche arbeitstätig. In der psychiatrischen Untersuchung sei eine deutlich herabgesetzte Stimmungslage bei einer eingeschränkten affektiven Schwin
gungsfähigkeit aufgefallen. Gestik und Mimik seien verarmt. Der Beschwerde
führer habe mit leiser Stimme gesprochen und der Antrieb sei im Sinne einer psychomotorischen Verlangsamung reduziert gewesen. Aufgrund des langjähri
gen Verlaufes, zweier stationärer
Hospitalisationen
ohne wesentliche Zustands
verbesserung, bei einem vom behandelnden Psychiater als stagnierend um
schriebenen Verlauf, müsse die Prognose eher pessimistisch eingeschätzt werden (S. 17 f.).
Zu den spezifischen Fragen erläuterte der Gutachter (S. 18 Ziff. 7), eine grundsätzliche Berufsunfähigkeit sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gege
ben. Dies sei davon abhängig, ob sich der Beschwerdeführer im weiteren Ver
lauf auffangen könne. Die aktuelle Arbeitsunfähigkeit könne bis zum Ende die
ses Schuljahres bestätigt werden, d
ie bisherigen Massnahmen
seien
adäquat und medizinisch indiziert
und es liege ein Leiden mit Krankheitswert vor. Psychoso
ziale Faktoren seien nicht ursächlich an der Ausbildung des Krankheitsgesche
hens
beteiligt und der Beschwerdeführer habe alle ihm zumutbaren Massnah
men zur Schadenminderung ergriffen (S. 19 f.).
In der Folge fand vom 28. Oktober bis 22. November 2013 die Potentialerhe
bung bei B._ statt. Diese ergab aufgrund der
Symptomatiken
eine stark beeinträchtigte beziehungsweise nicht gegebene Arbeits- und Leistungsfä
higkeit (vgl. Schlussbericht vom 3. Dezember 2013, Urk. 10/111).
3.5
Dr. med. H._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, wies im Formularbericht vom 2. Juni 2014 an die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass der Beschwerde
führer bei ihm vom 5. Januar 2013 bis zum 10. April 2014 in zunächst wö
chentlicher (Urk. 10/90/10) ambulanter Behandlung gewesen war. Als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit führte er eine rezidivierende depressive Epi
sode, aktuell mittelgradig, bestehend seit dem ersten Halbjahr 2012 und eine narzisstische Persönlichkeitsstörung mit unklarem Beginn, möglicherweise im Erwachsenenalter, auf und beschrieb den Beschwerdeführer als antriebsarm und in sich versunken. Die Stimmung sei bedrückt niedergestimmt ohne Freude und Interesse, er reagiere aber noch erstaunlich positiv auf Freunde und zum Teil auf Kinder. Die Prognose sei schlecht. Die Symptomatik habe sich im Behand
lungszeitraum nach vorübergehender leichter Verbesserung wieder zunehmend verschlechtert. Es wurde eine Arbeitsunfähigkeit vom 5. Januar 2013 bis 10. April 2014 in der Tätigkeit als Lehre attestiert und festgehalten, in einer be
hinderungsangepassten Tätigkeit, zum Beispiel Nachhilfeunterricht oder Ähnli
ches, sei ein Pensum von maximal drei Stunden täglich möglich (Urk. 10/130).
3.6
Dr. med. I._, Facharzt Psychiatrie, diagnostizierte im Bericht vom 18. November 2014 (Urk. 10/145/6) eine
rezidivierende depressive
Störung, ge
genwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F33.3) und
eine
Persönlichkeitsstörung mit
narzisstische
n und passiv-aggressiven Zügen (ICD-10 F61). Der Beschwerdeführer stehe seit dem 30. Mai 2014 bei ihm in re
gelmässiger ambulanter Behandlung. Zuvor sei er bis Ende März 2014 bei Dr. H._ gewesen. Wegen starken Beeinträchtigungsideen habe sich der Be
schwerdeführer gegenüber Dr. H._ verbal aggressiv verhalten, so dass die Be
handlung habe abgeschlossen werden müssen. Das psychische Zustandsbild habe sich von Mai bis November 2014 trotz intensiver Behandlung weiter ver
schlechtert und krankheitsbedingt sei es dem Beschwerdeführer zunehmend nicht mehr möglich, den alltäglichen, administrativen und finanziellen Angele
genheiten nachzukommen. Aktuell leide er unter einer schweren depressiven Episode mit einem stark verminderten Antrieb, Hemmung, Angstzuständen und einem starken Verlust des Selbstwertgefühls. Zeitweise komme es auch zu einer Agitiertheit. Es sei ihm zwischenzeitlich kaum mehr möglich, emotional zu rea
gieren und Interesse
an sozialen Kontakten zu entwickeln. Die weitere Ver
schlechterung des psychischen Zustandsbilds habe sich auch auf die Betreuung seiner Kinder am Wochenende ausgewirkt, bei der er zunehmend überfordert sei, so dass die Besuche wiederholt vorzeitig hätten abgebrochen oder abgesagt werden müssen. Aktuell seien auch ein ausgeprägtes Misstrauen und Beein
trächtigungsideen gegenüber seinem sozialen Umfeld, insbesondere gegenüber den Behörden, zu beobachten. Bedingt durch die pathologische Persönlichkeit mit narzisstischen und passiv-aggressiven Zügen seien die Behandlung und die Integration deutlich erschwert und die depressive Episode werde dadurch ver
stärkt und chronifiziert. Wegen der schweren therapieresistenten psychiatri
schen Erkrankung sei zum Ausschluss einer hirnorganischen Erkrankung ein Schädel-MRI durchgeführt worden, welches jedoch unauffällig gewesen sei. Er habe einen weiteren Klinikaufenthalt, eine therapeutische Wohnform und eine Meldung an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde empfohlen, was der Beschwerdeführer bis anhin jedoch abgelehnt habe (Urk. 10/145/8).
3.7
Dr. med. J._
, Psy
chiatrie und Psychotherapie FMH, welcher im Auftrag der Beschwerdegegnerin am 30. Juni 2015 eine Begutachtung durchführte, hielt in der Expertise vom 20. Juli 2015 die folgenden Diagnosen fest (Urk. 10/160 S. 8):
Mit anhaltender Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Epi
sode, phasenweise leichtgradige depressive Episode (ICD-10 F33.01)
Ohne anhaltende Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Akzentuierte Persönlichkeitszüge mit gehemmten und narzisstischen Anteilen (Z73.1)
-
Schwierige finanzielle Situation (Z59)
-
Schwierige Wohnsituation (Z73)
Der Gutachter berichtete (S. 9), der Beschwerdeführer habe sich beruflich positiv entwickelt und sei im zweiten Anlauf — nachdem er zuvor als Banker tätig ge
wesen sei — Primarlehrer geworden und habe während vielen Jahren Erfolg ge
habt. Vermutlich habe er sich im Laufe der Jahre verausgabt und sei zufolge Überforderung im Jahr 2009 in ein Burnout geraten. Bereits vorgängig habe er an somatischen Beschwerden gelitten, welche eventuell mit der beruflichen Überforderung im Zusammenhang gestanden seien. Der Eintritt in eine psy
chiatrische Klinik sei durch eine Lungenembolie überschattet worden. Der Be
schwerdeführer habe den Arbeitseinsatz bald wieder steigern können. Seit Sommer 2012 arbeite er nicht mehr als Lehrer. Zur prekären Entwicklung auf psychischem Gebiet hätten Lebensprobleme, insbesondere die im August 2010 erfolgte Trennung von der Ehefrau mitgeholfen. Im Vordergrund scheine aber doch die Überforderung im Lehrerberuf gestanden zu sein.
Beim Beschwerdeführer seien mehrmals stärkere Verstimmungen aufgetreten, wobei sogar schwere depressive Episoden diagnostiziert worden seien. Nach dem Sommer 2012 sei er nie mehr aus der Depression herausgekommen und es sei immer wieder zu depressiven Episoden gekommen. Es lasse sich damit eine rezidivierende depressive Störung diagnostizieren, wobei in der aktuellen Un
tersuchung die Symptomatik bei einer mittelgradigen depressiven Episode liege. Der Beschwerdeführer sei nicht suizidal, aber doch phasenweise deutlich ver
stimmt. Die Konzentration sei gut, er zeige keine Gedächtnisstörungen. Anam
nestisch falle auf, dass er in der Stimmungslage schwankend sei, soll es doch gute Tage geben, während denen er aktiv sein könne. Dazwischen finde er sich auch in schlechten Phasen, während denen er kaum etwas tue. Die mittelgradige Ausprägung der depressiven Episode könne seit Sommer 2012 als Durch
schnittswert angenommen werden, wobei es auch zu leichtgradigen depressiven Episoden gekommen sei. Der Beschwerdeführer werde regelmässig ambulant psychiatrisch behandelt und erhalte antidepressiv wirkende Medikamente
(S. 9).
Die durchgeführten therapeutischen Massnahmen erachtete der Gutachter als genügend (S. 12 und S. 16), genauso wie die entsprechende Mitarbeit des Be
schwerdeführers (S. 15).
Die Lebensumstände seien ungünstig, da der Beschwerdeführer nicht mehr in seinem ursprünglichen Wohngebiet in St. Gallen und wegen seiner Lehrertätig
keit nach Y._ gezogen sei. Hier beklage er, vom Sozialdienst zu wenig Geld zu erhalten, sich keine Wohnung leisten zu können und in einem Zimmer in Untermiete zu leben, was ihn sehr belaste, zumal er den Kindern während den Besuchstagen nur wenig bieten könne. Er halte sich deshalb oft bei seinem Freund in St. Gallen auf. Dort könne er in den Ausgang gehen, da er sich in dieser
Umgebung wohl fühle und er gedenke nach St. Gallen zurückzukehren. Aus Sicht des Gutachters sei dies eine gute Idee, da dadurch eine positive Wir
kung auf die Psyche erfolgen sollte S. 9 f.).
Da der Beschwerdeführer während der Ausübung seines Lehrerberufs beziehungsweise teilweise deswegen psychisch erkrankt sei, könne nachvollzogen werden, dass er nicht mehr in einem Schulbetrieb eingespannt sein wolle. Es sei ihm aber zumutbar, alternative Tätigkeiten auszuüben, zum Beispiel als Stellvertreter oder im Nachhilfeunterricht. Der psychische Zustand sollte es ihm er
lauben, derartige Arbeiten zu ca. 60 % auszuüben (vgl. auch Urk. 10/170). In diesem Zusammenhang könne darauf hingewiesen werden, dass er eine regel
mässige Tagesgestaltung habe und während den guten Phasen aktiv lebe, indem er Auto fahre, mit den Kindern Fussballspiele besuche, mit dem Freund in den Ausgang gehe, usw. Er sei auch aktiv am Malen. Dies alles lasse den Schluss ziehen, dass noch diverse Lebensaktivitäten vorhanden seien (S. 10).
Ungünstige krankheitsfremde Faktoren führten dazu, dass er nicht arbeitstätig sei (lange Phase von Arbeitsuntätigkeit, aggressive Stimmung gegenüber den Behörden, finanzielle Probleme, ungünstige Lebenssituation, Wunsch nach Be
rentung). Die Prognose sei unklar und die ambulante psychiatrische Behandlung sollte weitergeführt werden (S. 10 f.).
3.8
Im Gutachten der Z._ vom 7. März 2016, welches im Auftrag des
Departement
s
Soziales der Stadt
Y._
in den Fachdisziplinen Psychiatrie, Neuropsy
chologie erstellt wurde (Urk. 10/173
)
, berichtete der zuständige Arzt (S. 8 f.), in der aktuellen Untersuchung seien beim 50-jährigen Beschwerdeführer rezidi
vierende depressive Zustandsbilder von leicht bis mittelgradigem Ausmass (ICD-10 F32.1) und eine Persönlichkeit mit akzentuierten Persönlichkeitszügen mit vor allem narzisstischen, gehemmten und passiv aggressiven Anteilen
zu diag
nostizieren. Bei mittelgradigen Depressionen sei von einer deutlichen Ein
schränkung der Leistungsfähigkeit auszugehen und in diesen Zuständen könn
ten sie eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit „diagnostizieren“. Beim Beschwerde
führer sei das Zustandsbild schwankend. Im Zustand leichter Depression sei er durchaus fähig, Arbeiten ohne grosse Konzentrationsanforderungen zu leisten. In Zuständen mittelschwerer Depression sei seine Fähigkeit, sich zu konzentrie
ren, Ängste zu neutralisieren und mit anderen Menschen zusammen zu arbei
ten, deutlich eingeschränkt. Die Persönlichkeitsakzentuierung mit narzissti
schen, gehemmten, passiv-aggressiven Persönlichkeitsanteilen habe keine di
rekte Auswirkung auf die Arbeits- oder Leistungsfähigkeit.
Der Beschwerdeführer sei zum jetzigen Zeitpunkt in seinem bisherigen Beruf als Lehrer zu 100 % arbeitsunfähig. Er sei nicht fähig, Spannungen auszuhalten,
Herausforderungen zu meistern oder flexibel mit neuen oder sich verändernden Situationen umzugehen. In einer weniger anforderungsreichen Aufgabe, wo er allein an einem Arbeitsplatz Routinetätigkeiten ausüben könne, sei er jedoch zum jetzigen Zeitpunkt zu 50 % arbeitsfähig. Der psychische Zustand sei seit längerer Zeit stabil und Verbesserungen hätten sich durch die Unterstützung der Psychiatrischen Spitex und der psychiatrisch-psychotherapeutischen Arbeit durch Dr. I._ gezeigt. Eine adäquate und gute Behandlung sowie die Ar
beit am Gesundungsprozess erachtete der Gutachter sowohl für den Beschwer
deführer als auch für den Therapeuten für herausfordernd (S. 8 f.).
Die Expertise von
Dr. J._ hielt der Gutachter der Z._ für differenziert und kompetent. Er schloss sich der Beurteilung von Dr. J._ in Bezug auf die Diagnose, die bescheinigte Arbeitsunfähigkeit von 100 % als Lehrer und die Zumutbarkeit von administrativen Tätigkeiten an (S. 9).
Im neuropsychologischen Teilgutachten hielt die zuständige Fachperson fest Urk. 10/173/11-19), auf Nachfrage zur subjektiven Genesungsperspektive gebe der Beschwerdeführer an, dass er der Auffassung sei, dass es ihm am meisten helfen würde, „wenn er in Ruhe gelassen würde", so würden sich seine Ängste verbessern. Er würde gerne seine Belastbarkeit steigern mit einer Zunahme von Wahrnehmen von Sozialkontakten, dies müsste sich jedoch in seinem Tempo entwickeln. Die Schwierigkeit sei, dass er Angst habe, sich zu verabreden, er müsse dann Termine einhalten, was ihn unter Stress setze. Derzeit müsse er mit sehr wenigen finanziellen Mitteln auskommen, was erhebliche Belastungen und Einschränkungen mit sich bringe. Deshalb hoffe er auf eine Rente von der Inva
lidenversicherung, da er dann finanziell etwas besser gestellt sei (S. 2).
Im Rahmen der Testabklärung zeige sich vordergründig eine ausreichend gute Kooperation, Fokussierung und angegebene Leistungsbereitschaft. Im Symp
tomvalidierungsverfahren hätten sich Hinweise auf nicht ausreichenden
Effort
gezeigt. Die überaus starke Angabe von verbaler und visuomotorischer Ver
langsamung und hoher Fehlerzahl sei in diesem Ausmass mit einer leichten bis mittelschweren Depression nicht zu begründen und nicht ausreichend plausibel. Die Testbefunde seien mit dem klinischen Testverhalten nicht ausreichend kon
sistent, da beim angegebenen Ausmass weitere Auffälligkeiten im Testverhalten zu erwarten wären. Die Werte im Symptomvalidierungsverfahren hätten den Cut-off für den Verdacht bewusster Simulation hingegen nicht erreicht, so dass vorliegend, ohne anderweitige somatische Ätiologie der Störung, am ehesten von einer Symptomausweitung bei allfällig bestehenden kognitiven Symptomen der Depression auszugehen sei (S. 7).
4.
4.1
Aus den medizinischen Akten
(E. 3.1 bis E. 3.9;
vgl
auch Urk. 10/152/3) ergibt sich
, dass
der
Beschwerdeführer
nunmehr an
psychischen Beschwerden
leidet.
D
ie
im Rahmen der Erstanmeldung noch erwähnten Lungenprobleme (
Erw
. 3.2) ziehen unbestrittenermassen
keine Einschränkung der Leistungsfähigkeit nach sich.
In psychiatrischer Hinsicht sind sich die Ärzte einig, dass eine depressive Symptomatik die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers einschränkt, wobei das Ausmass der Depression im Verlauf phasenweise als schwer (E. 3.1), mittel
gradig (E. 3.2 und 3.7) und zuletzt als leicht bis mittelgradig (E. 3.8) bezeichnet wurde. Daneben diagnostizierten einzig die beiden behandelnden Psychiater, Dr. H._ und Dr. I._, eine
Persönlichkeitsstörung
(E. 3.5 und E. 3.6), was sowohl im Gutachten der Beschwerdegegnerin mit nachvollziehbarer Begrün
dung (vgl. Urk. 10/160/10 und Urk. 10/160/15) als auch im Parteigutachten des Z._ verneint wurde; Dr. I._ hat im Übrigen die Diagnose selber relativiert (vgl. Urk. 10/173/7). Dr. H._ begründete sodann nicht, weshalb das vorgängig von allen Ärzten beschriebene Störungsbild einer narzisstisch akzentuierten Persönlichkeit gemäss ICD-10 Z73.1 nunmehr einer Persönlichkeitsstörung
nach ICD-10 F 60.8
entsprechen soll (vgl. Urk. 10/130). Auf eine Persönlichkeitsstö
rung ist damit nicht zu schliessen, sondern weiterhin von akzentuierten Persön
lichkeitszügen auszugehen. Etwas anderes wird denn auch vom
Beschwerde
führer
, welcher insbesondere auf das Gutachten der Z._ abstellen will,
nicht
geltend gemacht (vgl. Urk. 1 S. 6 und S. 12).
4.2
Dem Vorbringen des Beschwerdeführers ist
insoweit zuzustimmen, dass eine invalidisierende Wirkung einer leichten respektive mittelschweren depressiven Störung nicht schlechthin auszuschliessen ist. Deren Annahme bedingt jedoch, dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist. Fehlt es daran, ist in der Regel keine invalidisie
rende Wirkung des Gesundheitsschadens anzunehmen (vgl. etwa Urteile des Bundesgerichts 8C_303/2015 vom
8.
Oktober 2015 E. 4.4 mit weiteren Hinwei
sen und 9C_369/2014 vom 1
9.
November 2014). Es sind daher die Umstände des konkreten Falls zu berücksichtigen.
4.3
Vorliegend kann
nicht
von einer Ausschöpfung der therapeutischen und medika
mentösen Behandlungsmöglichkeiten gesprochen werden.
So ergibt sich aufgrund der Akten, dass sich nach einer ersten stationären Behandlung vom 17. Januar bis 9. April 2010 die depressive Symptomatik weitestgehend zurück
gebildet hatte (E. 3.1). Auch anlässlich einer weiteren stationären Behandlung vom 27. Juli bis 11. Oktober 2012 konnte bei Austritt ein stabilerer Zustand und eine rückläufige depressive Symptomatik verzeichnet werden (E. 3.3). Der be
handelnde Dr. I._
empfahl, nachdem sich die Symptomatik wieder ver
schlechterte, einen weiteren Klinikaufenthalt sowie eine therapeutische Wohn
form, was der Beschwerdeführer jedoch ablehnte (vgl. E. 3.6) mit der Begrün
dung, er gedenke nach St. Gallen zurückzukehren, da dort die Wohnungen günstiger seien und er noch viele Leute kenne. Dabei befürchte er jedoch, von der dortigen IV-Stelle abgeklärt zu werden und dass bei einem Klinikeintritt die Invalidenversicherung den Fall noch mehr verzögere (Urk. 10/160/76). Es ist auch festzustellen, dass die seit Mai 2014 bei Dr. I._ durchgeführte am
bulante psychiatrische Behandlung lediglich einmal alle drei Wochen stattfindet (vgl. Urk. 10/160/8), was Dr. J._ zwar als genügend, aber nicht als gut be
zeichnete; der Gutachter der Z._ erkannte zudem die grosse Herausforderung der Therapie (E. 3.8), weshalb eine solch niedrige Behandlungsfrequenz unzu
reichend ist. Sowohl die Beweggründe, sich aufgrund des laufenden IV-Verfah
rens nicht der empfohlenen Therapie im stationären Rahmen zu unterziehen, als auch die niedrige Behandlungsfrequenz im Rahmen der ambulanten psychiatri
schen Behandlung, sprechen nicht für
einen
erheblichen Leidensdruck. Überdies musste selbst im Parteigutachten des Z._ aufgrund der neuropsychologischen Testung auf eine ungenügende Leistungsbereitschaft und eine Symptomaus
weitung hingewiesen werden, wenn auch der
cut
-off für eine bewusste Simula
tion nicht erreicht wurde. Ebenso trat der Wunsch des Beschwerdeführers her
vor, in Ruhe gelassen und mittels Rente versorgt zu werden, wie dies bereits anlässlich der Begutachtung durch Dr. J._ festgehalten werden konnte (E. 3.8).
Zudem liegen verschiedene psychosoziale Belastungsfaktoren vor, die massgeblich zur Aufrechterhaltung des Beschwerdebildes beitragen und die rechtspre
chungsgemäss von vornherein gegen die Leistungspflicht der Invalidenversi
cherung sprechen (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a). Bereits anlässlich der
Hospitali
sation
in der Z._ im Jahr 2012 wurde erwähnt, dass die damals aktuelle de
pressive Episode im Zusammenhang mit mehreren psychosozialen Faktoren wie Umzug in eine neue Stadt ohne soziales Umfeld, Überforderung bei der Arbeit, Kündigung, Arbeitslosigkeit und finanzielle Schwierigkeiten stehe (vgl. Urk. 10/90/5). Dr. J._ sprach in diesem Zusammenhang von ungünstigen Lebensumständen, welche er zu Recht als krankheitsfremde Faktoren bezeich
nete (Urk. 10/160/10 unten und Urk. 10/160/13).
4.4
Daraus erhellt, dass einerseits die stationären Behandlungen stets zu einer mass
geblichen Besserung der Symptomatik geführt haben und anderseits die seit Mai 2014 bei Dr. I._ durchgeführte ambulante psychiatrische Behandlung
auf
grund der Behandlungsfrequenz als niederschwellig zu be
trachten ist. Eine von letzterem empfohlene stationärer Behandlung lehnt der Beschwerdeführer aus invaliditätsfremden Gründen ab. Es kann daher weder von einer konsequenten
Depressionstherapie gesprochen noch gesagt werden, das Leiden könne thera
peutisch nicht angegangen werden (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 9C_418/2010 vom 20. August 2011 E. 5.3.4), weshalb ihm keine invalidisie
rende Wirkung zuerkannt werden kann.
4.5
Ferner bleibt zu bemerken, dass der Beschwerdeführer aufgrund seiner Angaben zum Tagesablauf (Urk. 10/160/6 f.) eine regelmässige Tagesgestaltung aufweist und während guten Phasen aktiv lebt, indem er Auto fährt, spazieren geht, im Migros-Restaurant die Zeitung liest, mit den Kindern Fussballspiele besucht und selbst regelmässig Fussball spielt (Urk. 10/160/4), mit dem Freund in den Aus
gang geht und sich intensiv mit seinen Malarbeiten beschäftigt.
Auch mit Blick auf diese Tagesaktivitäten und die hierfür aufgewendeten Ressourcen ist nicht davon auszugehen, dass die diagnostizierte Depression – unabhängig davon, ob sie als leicht oder mittelschwer gefasst wird – eine er
hebliche Beeinträchtigung der Gesundheit nach sich zieht.
4.6
Nach dem Gesagten ist erstellt, dass kein invalidisierender Gesundheitsschaden mit Krankheitswert vorliegt.
Angesichts der klaren Aktenlage sind
auch
von weiteren Beweismassnahmen (etwa der Einholung eines
weiteren
Gutachtens
, vgl. Urk. 1 S. 12
) keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu ver
zichten ist (antizipierte Beweiswürdigung (BGE 124 V 90 E. 4b).
Zusammenfassend ist damit die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.
5.1
Die Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ge
mäss § 16 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) sind vorliegend erfüllt (vgl. insbesondere Urk. 3 und Urk. 8). Demzu
folge ist dem Beschwerdeführer antragsgemäss (Urk. 1 S. 2) die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen und Rechtsanwalt Stephan Kübler als unentgeltli
chen Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren zu bestellen.
5.2
Die Kosten des Verfahrens (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) sind auf Fr. 900.-- festzuset
zen und entsprechend dessen Ausgang dem Beschwerdeführer aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5.3
Bei di
esem Verfahrensausgang steht dem
u
nentgeltlichen Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers, Rechtsanw
alt Stephan Kübler,
eine Entschädigung aus der Gerichtskasse zu. Diese bemisst sich nach der Bedeutung der Streitsache und d
er
Schwierigkeit des Prozesses
(
§
34
Abs.
3
GSVGer
in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 und
§
8 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht,
GebV
SVGer
).
Der mit heutigem Beschluss bestellte unentgeltliche Rechtsbeistand des Beschwer
deführers macht mit seiner Honorarnote vom 18. Juli 2017 (Urk. 12) einen Aufwand von 9 Stunden sowie Auslagen in der Höhe von Fr. 52.30 gel
tend, was angemessen erscheint.
Rechtsanwalt Stephan Kübler
ist damit eine Entschädigung von Fr. 2‘194.90
(inklusive Mehrwertsteuer)
aus der Gerichts
kasse zuzusprechen.
5.4
Der Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Auslagen für die
unentgeltliche Rechtspflege
verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist.