Decision ID: d239212c-5fda-437b-8061-28b9726e5f73
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1970 geborene
X._
, ohne
Berufsabschluss und
nach seiner Einreise in die Schweiz im November 1995 (
Urk.
8/2) –
unterbrochen dur
ch Phasen der Arbeitslosigkeit –
im Rahmen von verschiedenen kürzeren
Arbeitsverhältnis
sen
insbesondere im Baugewerbe tätig
gewesen
(
Urk.
8/23,
Urk.
8/33
),
war
zuletzt ab 21. September 2009
vollzeitlich
als Kundenmaurer bei der
Y._
AG
angestellt
(
letzter Arbeitstag: 29. Juli 2011;
Urk. 8/9
,
Urk.
8/26/1
).
Am 8.
Februar 2012 meldete er sich unter Hinweis auf eine
seit 2. August 2011 bestehende Diskushernie
nproblematik
zum Bezug von Leistungen der Invali
denversicherung an (
Urk.
8/12). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Z
ü
rich, IV-Stelle, führte am 25.
September 2012 ein Eingliederungsgespräch durch (
Urk.
8/35) und
schloss die Arbeitsvermittlung mit Mitteilung vom 17. Dezember 2012 (Urk. 8/36) ab
.
Auf Empfehlung ihres regionalen ärztlichen Dienstes (RAD; Stellungnahme vom 12. Februar 2013 [Urk. 8/76 S. 5])
gab sie beim
Z._
ein polydisziplinäres Gut
ac
hten in Auf
trag, welches am 22.
Oktober 2013 (
Urk.
8/54) erstattet un
d
a
m 24.
Februar 2014 (
Urk.
8/69) ergänzt wurde.
Gestützt darauf sprach
die IV-Stelle
dem Versi
cherten
nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 8/78)
m
it Verfügun
gen vom 28. August 2014 (Urk. 2)
auf der Basis eines Invaliditätsgra
des von 100 %
eine
befristete ganze Rente für die Zeit
vom 1. August 2012 bis 30. September 2013 zu.
2.
Hiergegen erhoben die
Stadt
P._
und
X._
, beide vertreten durch
Rechtsanwältin Maria-Luisa Fuentes
,
a
m 29. September 2014 Beschwerde mit dem folgenden Rechtsbegehren (Urk. 1 S. 2):
"1.
Es sei[en] die Verfügung[en] vom 28.08.2014 aufzuheben.
2.
Es seien dem Besch
werdeführer 2 ab dem 01.09.2013
die gesetzlichen Leistungen, insbesondere eine angemessene Rente, zuzusprechen.
3.
Es seien dem Beschwerdeführer 2 berufliche Massnahmen, insbesondere Umschulung oder eventualiter Arbeitsvermittlung zuzusprechen.
4.
U
nter Kosten und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegeg
ne
rin."
In prozessualer Hinsicht ersuchten die Beschwerdeführenden um Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels (Urk. 1 S. 2 und S. 3 Ziff. 6).
Mit Beschwerdeantwort vom 8. Dezember 2014 (Urk. 7) beantragte die IV-Stelle, die Sache sei betreffend Invalidenrente zu weiteren Abklärungen an sie zurück
zuweisen; dagegen sei auf d
ie Beschwerde
nicht einzutreten
, soweit
damit
die Zusprache beruflicher Massnahmen verlangt
werde.
Mit Beschluss vom 9.
Januar 2015
(Urk.
9) gab das Gericht den Beschwerde
führenden unter Hinweis auf die Möglichkeit eines Beschwerderückzugs Gele
genheit, die Prozesschancen und -risiken noch einmal abzuwägen und eine et
waige nachteilige Änderung der angefochtenen Verfügungen
(reformatio in peius)
in Betracht zu ziehen.
Daraufhin
hielten
diese
mit Eingabe vom
16. März 2015 (Urk.
13) an
der
B
e
schwerde
fest und
modifizierten
Ziff.
2 ih
res Rechtsbegehrens dahingehend
, da
ss die gesetzlichen Leistungen
ab 1.
Okto
ber 2013 zuzusprechen seien
(S. 2 Ziff. 33)
.
Ausserdem
ersuchten sie um Anordnung eines Gerichtsgutachtens
für den Fall, dass das Gericht zur Auffassung gelangen sollte, es könne nicht auf das
Z._
-Gutachten abgestellt werden
(S.
2 Ziff.
3
4 und S. 3 Ziff. 41
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe
Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
n
-
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
mensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) herangezogen werden (BGE
126 V 75
E. 3b/aa und bb, vgl. auch BGE
129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr g
enerell eine Arbeitszeit von 40
Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende be
triebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/bb, 124 V 321 E. 3b/aa; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) um maximal 25
%
zu kürzen, wenn persönliche und berufliche Merkmale wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität bezie
hungsweise Aufenthaltskategorie oder Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben und die versicherte Person deswegen die verbliebene Ar
beitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unter
durchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 135 V 297 E. 5.2; 126 V 75 E. 5b/aa-cc).
1.
5
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen) Art. 88a
der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
festzusetzen ist (vgl. BGE 121
V 264 E. 6b/dd mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des Renten
beginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung beziehungsweise Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d
am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E.
1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben (BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfü
gungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen
, vgl. auch BGE 131 V 164
).
1.
6
Nach
§
25 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) ist das Gericht an die Begehren der Parteien nicht gebunden. Es kann eine Verfügung zum Nachteil einer Partei ändern (reformatio in peius) oder dieser mehr zuspre
chen, als sie verlangt hat, wobei den Parteien vorher Gelegenheit zur Stellung
nahme zu geben ist (BGE 122 V 166).
2.
2.1
Vorwegzuschicken ist, dass im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beur
teilen sind, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung beziehungsweise eines Einspracheentscheids – Stel
lung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der Einspracheentscheid den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegen
stand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein Einspracheentscheid ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
D
ie angefochtenen Verfügungen
vom 28. August 2014 (Urk. 2) beschlagen
ein
zig den geltend gemachten Rentenansp
ruch
.
In Bezug auf die beantragten be
ruflichen Eingliederungsmassnahmen
(Urk.
1 S.
2
und S.
5,
Urk.
13 S.
5
f. Ziff.
55-62) fehlt es
demnach
an einem Anfechtungsgegenstand, weshalb dies
bezüglich auf die Beschwerde nicht eingetreten werden kann.
2.2
Hinsichtlich der Kritik der Beschwerdeführenden (Urk. 13 S. 2 Ziff. 31) an der Aktenführung der Beschwerdegegnerin ist
sodann
festzustellen, dass sowohl deren Schreiben vom 20. Dezember 2003 an Dr. med.
A._
(Urk. 14/5 S.
5
) als auch dessen Bericht vom 2./4. Dezember 2003 (Urk. 14/5 S.
1-4
) offensicht
lich nicht
X._
, sondern eine andere, an besagten Stellen namentlich aufgeführte versicherte Person betreffen.
Aus dem Umstand, dass
– wie eine Gegenüberstellung des Aktenverzeichnisses vom 14. Mai 2014 (Urk. 14/4, vgl. dort Nr. 0005) mit demjenigen vom 3. Dezember 2014 (Verzeichnis zu Urk. 8/1-127) zeigt – die
fraglichen
Aktenstücke aus
seinem
IV-Dossier
entfernt wurden, vermag
X._
daher nichts zu seinen Gunsten abzuleiten.
Bei der auf Seite 3 des
Z._
-Gutachtens (Urk. 8/54) unter dem Titel „Anlass zur Begutachtung“ erwähnte
n
und von den Beschwerdeführenden (Urk. 13 S. 2 Ziff. 32) in den IV-Akten vermisste
n
RAD-Stellungnahme
dürfte es sich sodann um die
diejenige
von Dr. med.
B._
, Allgemeine Innere Medizin FMH, vom 12. Februar 2013 (vgl. Feststellungsblatt vom 15. April 2014 [Urk. 8/76 S. 5]) handeln. Darin hatte sich die RAD-Ärztin für eine polydisziplinäre medizinische Begutachtung ausgesprochen, welche kurze Zeit später über die Zuteilplattform SuisseMED@P nach dem Zufallsprinzip (Art. 72
bis
IVV) beim
Z._
in Auftrag gegeben wurde (vgl.
dazu
Mitteilungen der Beschwerdegegnerin vom 27. März und 27. Mai 2013 [Urk. 8/40, Urk. 8/47] sowie E-Mail-Systemnachrichten von Suisse-MED@P vom 13. April und 24. Mai 2013 [Urk. 8/41, Urk. 8/46]).
Der von den Beschwerdeführenden erhobene Vorwurf der fragwürdigen oder gar manipulativen Aktenführung der Beschwerdegegnerin erweist sich deshalb als unbegründ
et.
3
.
3.1
Gemäss dem von der Beschwerdegegnerin eingeholten
Z._
-Gutachten vom 22. Oktober 2013 (Urk. 8/54), beruhend auf Untersuchungen in den Bereichen Innere Medizin, Rheumatologie, Neurologie und Psychiatrie vom 8. bis 12. Juli 2013, besteht beim Versicherten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches Lumbovertebralsyndrom mit radikulärer Reiz- und sensibler Aus
fallsymptomatik der Wurzel S1 rechts bei Diskushernie LWK5/S1 (MRI Septem
ber 2011; vgl. S. 39), aufgrund dessen ihm die angestammte Tätigkeit als Bau
arbeiter
beziehungsweise
Maurer seit
A
nfang August 2011 und andauernd nicht mehr zumutbar
sei
. Dagegen
könne
er eine
adaptierte
,
mithin
körperlich leichte Tätigkeit
, welche weder ein
Heben und Tragen
von Lasten über fünf Ki
logramm noch
Zwangshaltungen (
wie
zum Beispiel B
ücken) erfordere und die
Möglich
keit eines Positionswechsels
biete
, vollzeitlich ausüben, wobei das Ren
dement
aus rheumatologischer/
neurologischer Sicht wegen Schmerzen und eine
s
etwas erhöhten Pausenbedarf
es
um 20
% reduziert
sei
(S. 43).
Auf entsprechende Rückfrage der Beschwerdegegnerin vom 28. Oktober 2013 (Urk. 8/56)
hin
hielten die Gutachter des
Z._
am 24. Februar 2014 (Urk. 8/69)
er
gänzend fest, eine retrospektive Beurteilung des Beginn
s
der Arbeitsfähigkeit in einer
adaptierten Tätigkeit könne auf
grund der Aktenlage mangels eindeuti
ger Beschreibung
der klinischen Untersuchungsbe
funde nicht vorgenommen wer
den. Es gelte
deshalb
der Untersuchungszeitpunkt
A
nfang Juli 2013.
Gestützt darauf sprach die Beschwerdegegnerin dem Versicherten ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 100 %
per
August 2012 (Ablauf
des Wartejahres
gemäss Art.
28 Abs.
1
lit. b IVG
; vgl. E.
1.2
hiervor
) und einem solchen von 36 %
per
Juli 2013
(Begutachtung im
Z._
)
eine vo
m
1.
August 2012 bis
30.
September 2013 (Verbesserung des Gesundheitszustandes plus drei Monate
, vgl. Art. 88a Abs. 1 IVV
) befristete ganze Rente zu.
3.2
Die Parteien sind sich darin einig, dass
der Expertise des
Z._
grundsätzlich voller Beweiswert (vgl. dazu BGE
125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E.
1c) zukommt
und der Versicherte
jedenfalls ab dem Begutachtungszeitpunkt im Juli 2013
in
einer dem Rückenleiden angepassten Tätigkeit
entsprechend dem gutachterlich formulierten Zumutbarkeitsprofil
ein
Leistungs
vermögen
von
(
mindestens
)
80 %
–
umsetzbar in einem vollschichtigen Pensum bei
um 20 %
reduziertem Rende
ment
–
aufweist.
3.3
3.3.1
Umstritten
und zu prüfen ist
hingegen
, wie es sich
in der Zeit
von
August 2012 bis zur Begutachtung im
Z._
(Juli 2013)
unter Berücksichtigung der Rücken
problematik
mit der Arbeitsfähigkeit
hinsichtlich einer
adaptierten T
ätigkeit verhält.
3.3.2
Während die Beschwerdegegnerin in ihrer Beschwerdeantwort vom
8. Dezember 2014 (Urk. 7)
diesbezüglich noch
Abklärungsbedarf
erblickte
,
hielten
die Be
schwerdeführenden
in ihrer Eingabe vom 16. März 2015 (Urk. 13 S. 4 f. Ziff. 47-54
)
dafür
,
der Umstand, dass
keine
(beweiskräftige)
Einschätzung der behandelnden Ärzte
zu einer Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
aktenkundig sei, lege die Vermutung nahe, die gesundheitliche Situation sei im Herbst 2012 und auch mittelfristig noch nicht soweit stabilisiert gewesen, als dass Äusserungen hierzu möglich gewesen seien
(Ziff. 53)
.
3.3.3
Die
Z._
-Gutachter sahen sich in Ermangelung einer für den
fraglichen Zeitab
schnitt echtzeitlichen
Dokumentation der medizinischen Befunde nicht im Stande, eine retrospektive Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in einer Verwei
sungstätigkeit abzugeben
,
und schlugen auch keine weiteren Abklärungsmass
nahmen zur Eruierung des Leistungsvermögens vor der Begutachtung vor,
was angesichts der Schwierigkeiten, die mit solchen Beurteilungen zusammenhän
gen (
vgl. dazu auch
Urteil
des Bundesgerichts 8C_861/2011 vom 8. Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweis auf Urteil 8C_810/2010 [gemeint wohl: 9C_810/2010] vom 16. September 2011
),
nachvollzogen werden kann
. Dementsprechend lassen zusätzliche
medizinische
Abklärungen
, namentlich die von den Beschwerde
führenden beantragte Anordnung eines Gerichtsgutachtens (Urk. 13 S. 2 Ziff. 34 und S. 3 Ziff. 41)
,
keinen entscheidrelevanten Aufschluss erwarten, weshalb da
rauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 157 E. 1d).
Damit aber ist nicht
rechtsgenüglich
erstellt, dass im fraglichen Zeitraum eine massgebliche Einbusse der Arbeitsfähigkeit vorlag, da das schweizerische So
zi
alversicherungsrecht keinen Grundsatz kennt, wonach die Versicherungsor
gane im Zweifel zu Gunsten der versicher
ten Person zu entscheiden haben
. Ein An
spruch auf Leistungen besteht nur, wenn die Voraussetzungen dafür mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit erfüllt sind. Bleiben für den Leistungsan
spruch erhebliche Tatsachen unbewiesen, so hat nach den Regeln der Beweis
lastvertei
lung die versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen, welche aus
den unbewiesen gebliebenen Tatsachen Rechte ableiten wollte (Meyer
/Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts
zum
IVG
,
3
.
Auflage
201
4
,
Art
. 28a N 261,
N
278 und
N
280).
Zum Verlauf der
Rückenproblematik
von August 2012 bis zur Begutachtung im
Z._
A
nfang Juli 2013
ergibt sich Folgendes:
Ge
gen eine massgebliche Verän
derung
der gesundheitlichen Verhältnisse
im fraglichen Zeitraum
spricht der Umstand, dass sich die
Z._
-Gutachter auf ein MRI vom September 2011 (vgl. Urk. 8/27/7) stützten und keine Veranlassung für eine neue Bildge
bung sahen.
Entsprechend ist davon auszugehen, dass der Versicherte bereits ab August 2012 (zumindest) im gutachterlich festgestellten
Ausmass
einsatzfähig war
(vgl. dazu auch
Urk.
8/38/3
Ziff.
1.7-8)
, zumal er selbst erklärte, seit der Rehabilita
tion in
C._
im Jahr 2011 (
Urk.
8/24/5-6) sei es trotz Physiotherapie und Behandlung durch den Chiropraktor zu keiner Schmerzlinderung mehr gekom
men; seit April 2013 hätten die Schmerzen noch zugenommen (
Urk.
8/54/12), was jedoch die später gutachterlich geschätzte Restarbeitsfähigkeit nicht zu vermindern vermochte.
Die Vorbringen der Beschwerdeführenden vermögen diese Betrachtungs
weise nicht in Frage zu stellen. Insbesondere ist
der Umstand, dass sich die be
handelnden Ärzte einer zuverlässigen Einschätzung der Ar
beitsfähigkeit in einer rückenadaptierten Tätigkeit enthielten,
nicht geeignet, eine
diesbezügliche
Ein
schränkung
mit
dem
massgebenden Beweisgrad der
überwiegenden Wahr
scheinlichkeit zu belegen
.
Auch anderweitig liegen keine greifbaren Anhalts
punkte vor, welche
die von den
Beschwerdeführenden
postu
lierte
volle Arbeits
unfähigkeit in jeglicher Tätigkeit
stützen würden
.
3.3.4
Ob die vom Versicherten zuletzt bei der
Y._
AG ausgeübte Tä
tigkeit als Kundenmaurer – nach Angaben der Arbeitgeberin soll diese im Sinne von „Kosmetik am Haus“ nur die „schönste“ und „leichteste“ Arbeit auf dem Bau umfasst haben (Urk. 8/26 S. 5) – dem von den
Z._
-Gutachtern
– ohne Auseinandersetzung mit der konkret ausgeübten Tätigkeit (vgl. das von der
Y._
AG beschriebene Profil in Urk. 8/26 S. 6) und ausgehend vom Beruf eines Bauarbeiters respektive Maurers mit zu leistender körperlicher Schwerarbeit (vgl. Gutachten S. 18 unten
, S. 24 unten und S. 43 oben) formu
lierten Zumutbarkeitsprofil entspricht, kann – wie aus den nachfolgenden Er
wägungen folgt – mangels Entscheidrelevanz offengelassen werden.
4.
4.1
Z
u prüfen bleibt
anhand der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs (vgl. E. 1.3 hiervor)
, wie sich die Ausübung einer
rückenadaptierten
Tätigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
Dabei ist
auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des
potentiellen
Rentenbeginns
(
BGE
129 V
222 E.
4.2, 128 V 174)
–
vorliegend
auf das Jahr
2012
–
abzustellen
.
4.2
4.2.1
Es steht ausser Frage, dass der Versicherte
seine
Restarbeitsfähigkeit in einer
rückenadaptierten Tätigkeit
nicht in zumutbarer Weise verwertet
und angesichts des Fehlens von zuverlässigen tatsächlichen Einkommensangaben das
Invali
deneinkommen gestützt auf die LSE-Tabellenlöhne zu ermitteln ist (vgl. E. 1.4 hiervor)
, wobei der statistische Durchschnittslohn für Männer im Anforderungs
niveau 4 (einfache und
repetitive Tätigkeiten) bei 40
Wochenarbeitsstunden von Fr. 4'901.-- pro Monat gemäss LSE 2010, Tabelle TA1
,
Total,
heranzuziehen ist.
Dieser Wert ist an die im Jahr 201
2
betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stun
den (abrufbar unter http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/03/02/
blank/data/07.html) und die bis dahin eingetretene geschlechterspezifische No
minallohnentwicklung (Index 2010: 2151; Index 201
2
:
2188
; abrufbar unter http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/03/04/blank/data/02.html) anzupassen, was einen Betrag von Fr. 62‘
366.--
(Fr. 4‘901.-
- x 12 : 40 x 41.7 : 2151 x 2188
) für ein Vollzeitpensum
und einen solchen
von Fr.
49‘893.--
für eine zumutbare Leistungsfähigkeit von 80 % (ganztägiger Einsatz mit um 20 % reduziertem Rendement) ergibt.
4.2.2
Soweit die Beschwerdeführenden
unter Hinweis auf die vom Versicherten bei der
Y._
AG geleistete Wochenarbeitszeit
(vgl. dazu Urk. 8/26 S. 2 Ziff. 2.9)
eine Hochrechnung des
LSE-Tabellenlohns
auf
bloss
40.5
Stunden pro Woche
fordern
, verkennen sie, dass die auf 40
Wochenstunden vereinheit
lichten Tabellenlöhne praxisgemäss auf die statistische Durchschnittsarbeitszeit hochzurechnen sind, und zwar unabhängig davon, ob das (Voll-)Pensum vor Invaliditätseintritt genau diesem Durchschnitt entsprach (Urteil des Bundesge
richts 8C_1030/2009 vom 2. März 2010 E. 7.1).
4.2.3
Ebenso wenig
verfängt die Rüge der Beschwerdeführenden, die Beschwerde
gegnerin habe vom Tabellenlohn zu Unrecht keinen
leidensbedingten Abzug
gewährt (Urk. 1 S. 4 f. Ziff. 16-22).
Der Umstand, dass eine grundsätzlich vollzeitlich arbeitsfähige versicherte Per
son gesundheitlich bedingt lediglich reduziert leistungsfähig ist, rechtfertigt nach ständiger Praxis des Bundesgerichts keinen Abzug vom Tabellenlohn unter dem Titel „Beschäftigungsgrad" (Urteil des Bundesgerichts 8C_7/2014 vom 10. Juli 2014 E. 9.2 mit Hinweisen).
Der
Besorgnis
der Beschwerdeführenden, der Versicherte habe aufgrund man
geln
der feinmotorischer Fähigkeiten eine
lohnmässige Benachteiligung
zu ge
wärtigen, ist entgegenzuhalten, dass nach Lage der Akten von dieser Seite keine g
esundheitliche Beeinträchtigung
besteht. Im Übrigen
dürfte der Versicherte
mit Blick auf die
zuletzt ausgeübte
Tätigkeit als Kundenmaurer durchaus über ent
sprechende Fertigkeiten verfügen.
Sodann sind im Totalwert über alle Branchen
im
Anforderungsniveau 4 genü
gend Stellen enthalten, welche
körperlich
leichte, wechselbelastende Tätigkeiten beinhalten und dem Versicherten trotz
seines Rückenleidens
zumutbar sind.
Folglich drängt sich
wegen leidensbedingten Einschränkungen
ebenfalls kein Abzug auf. Dass das in Frage kommende Tätigkeitsspektrum typische Frauen
berufe umfasst, trifft nicht zu.
Soweit
die Beschwerdeführenden
eine Konkur
renzierung durch weibliche Arbeitskräfte befürchte
n
, ist in Erinnerung zu rufen, dass die LSE nach dem Geschlecht differenziert, sodass sich diesbezüglich kein Lohnnachteil ergeben kann.
Schliesslich
sind auch die übrigen Merkmale,
welche
nach der Rechtsprechung
einen Abzug rechtfertigen könnten
(vgl. E. 1.4 hiervor)
, nicht erfüllt
.
Insgesamt ist deshalb zu erwarten
, dass der Versicherte
bei Ausschöpfung seiner Leistungsfähigkeit von 80 %
in einer zumutbaren (Verweisungs-)Tätigkeit des niedrigsten Anforderungsprofils den Jahreslohn von Fr. 49‘893.--
erwirtschaften kann. Dies gilt umso mehr, als
er
offenbar
vor Eintritt des Gesundheitsschadens eine
n
im Vergleich zum branchenüblichen Verdienst leicht überdurchschnittli
chen Lohn zu erzielen vermochte,
beläuft sich
doch das
statistische
Durch
schnittseinkommen im Hochbau (LSE 2010, Tabelle TA1, Ziff. 41, Anforde
rungsniveau 4, Männer) im Jahr 2012
auf
Fr. 68‘971.-- (Fr. 5‘420.-- x 12 : 40 x 41.7 : 2151 x 2188).
Demzufolge
gibt es zu keiner Kritik Anlass
, dass die Be
schwerdegegnerin
von einem
Abzug vom Tabellenlohn
abgesehen
hat.
4.
3
Bei
Gegenüberstellung
des
Invalideneinkommen
s
von Fr. 49‘893.--
mit dem un
bestritten gebli
ebenen Validen
einkommen
von Fr. 77‘729.60 (Fr. 5‘979.20 x 1
3
; vgl.
Urk.
8/26/2
)
beträgt die
Erwerbsein
busse Fr.
27‘836.60
, was einem
renten
ausschliessenden
Invaliditätsgrad von
36 %
(zur Rundung vgl. BGE 130 V 121 E.
3.2
) entspricht
.
4.
4
Bei diesem Ergebnis
erübrigen sich Weiterungen
hinsichtlich
de
s
Validenein
kom
men
s
.
Insbesondere
kann offenbleiben, ob
tatsächlich 13 Monatslöhne (in Höhe von
Fr.
5‘979.20)
angerechnet werden können
, wie dies die Beschwerde
gegnerin (Urk. 8/75)
– ohne entsprechende Bestätigung der
Y._
AG (vgl.
Arbeitgeberfragebogen vom 2. April 2012
[
Urk. 8/26
S. 3 Ziff. 2.11]
) und ohne sich mit der doch
erheblichen
Differenz zu dem im individuellen Konto (IK; Urk. 8/23, vgl. auch Urk. 8/45) für das Jahr 2010 verbuchten Ein
kommen von Fr. 68‘349.--
zu befassen
–
getan hat
.
5.
Folglich sind die angefochtenen Verfügungen vom
28. August 2014
(Urk.
2)
aufzuheben mit der Feststellung
, dass der Versicherte keinen Anspruch auf eine Invalidenrente hat.
Damit ist die
Beschwerde
abzuweisen, soweit darauf einge
treten werden kann (vgl. E. 2.1 hiervor)
.
6
.
Nach
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von
IV-
Leistungen vor dem kantonalen Ve
rsicherung
sgericht in Abweichung von Art. 61 lit.
a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig v
om Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt.
Vorliegend erweist si
ch eine Kostenpauschale von Fr. 7
00.-- als angemessen. Ausgangsgemäss ist diese den Beschwerdeführ
enden
je zur Hälfte
unter
sol
ida
rischer Haf
tung aufzuerlegen
(§ 28 lit. a GSVGer in Verbindung mit Art. 106 Abs. 3 der Zivilprozessordnung [ZPO])
.