Decision ID: 122cc2a1-657f-486b-b4d2-94f6178d16fe
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Aberkennung
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung, im ordentlichen Verfahren vom 25. Juni 2021 (CG200003-L)
Rechtsbegehren: (Urk. 1 S. 2)
"1. Es sei festzustellen, dass die Forderung, für welche der beklagten Partei mit Entscheid des Einzelgerichts im summarischen Verfah-
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ren vom 21. November 2019 provisorische Rechtsöffnung erteilt wurde, nicht bzw. nicht mehr besteht.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt) zulasten der beklagten Partei."
Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom 25. Juni 2021: (Urk. 81 = Urk. 87)
1. Die Aberkennungsklage wird abgewiesen. Die in Betreibung Nr. ... des Be-
treibungsamtes Zürich 6 (Zahlungsbefehl vom 30. April 2019) erteilte provi-
sorische Rechtsöffnung ist damit definitiv.
2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 12'750.– festgesetzt.
3. Die Gerichtskosten werden dem Aberkennungskläger auferlegt und mit dem
von ihm geleisteten Vorschuss verrechnet.
4. Der Aberkennungskläger wird verpflichtet, dem Aberkennungsbeklagten ei-
ne Parteientschädigung von Fr. 18'836.75 zu bezahlen.
5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie nach Eintritt der Rechtskraft an
das Betreibungsamt Zürich 6.
6. Eine Berufung gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der  an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Ober-
gericht des Kantons Zürich, Zivilkammer, Postfach, 8021 Zürich, erklärt
werden. In der Berufungsschrift sind die Anträge zu stellen und zu begrün-
den. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen.
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Berufungsantrag:
des Aberkennungsklägers und Berufungsklägers (Urk. 86 S. 2):
"Das Urteil vom 25. Juni 2021 /Geschäfts-Nr.: CG200003-L des Bezirksgerichts Zürich, Zivil- und Strafsachenkanzlei an der Badenerstrasse 90, Postfach, in 8036 Zürich sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass die vom Berufungsbeklagten in der provisorischen Rechtsöffnung geltend gemachte Forderung in Höhe von Schweizer Franken 200'000.-- nebst Zins zu 10% seit 23. Juli 2013 nicht besteht.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Berufungsbeklagten"

Erwägungen:
I.
1. In einem Darlehensvertrag vom 22. Juli 2013 verpflichtete sich der Aber-
kennungskläger und Berufungskläger (fortan Kläger), dem Aberkennungsbeklag-
ten und Berufungsbeklagten (fortan Beklagter) den Darlehensbetrag von
Fr. 200'000.– inkl. Zins bis spätestens 22. November 2013 zurückzuzahlen
(Urk. 3/2). Mit Urteil vom 21. November 2019 erteilte das Bezirksgericht Zürich,
Einzelgericht Audienz, dem Beklagten gestützt auf den Darlehensvertrag vom 22.
Juli 2013 in der gegen den Kläger geführten Betreibung Nr. ... des Betreibungs-
amts Zürich 6 (Zahlungsbefehl vom 30. April 2019) provisorische Rechtsöffnung
für Fr. 200'000.– nebst Zins zu 10 % seit 23. Juli 2013; die Kosten- und Entschä-
digungsfolgen wurden zu Lasten des Klägers geregelt (Urk. 3/1).
2. Mit Eingabe vom 6. Januar 2020 klagte der Kläger mit obgenanntem
Rechtsbegehren auf Aberkennung der Forderung (Urk. 1). Die Klageantwort da-
tiert vom 22. Juni 2020 (Urk. 37). Nach Durchführung eines zweiten Schriften-
wechsels (Urk. 52, Urk. 69) fand am 25. Juni 2021 die Hauptverhandlung statt
(Prot. I S. 14 ff.). Im Anschluss daran fällte die Vorinstanz das eingangs im Dispo-
sitiv aufgeführte Urteil (Urk. 81 = Urk. 87).
3. Gegen das ihm am 27. Juli 2021 (Urk. 82) zugestellte Urteil erhob der
Kläger mit Eingabe vom 13. September 2021, zur Post gegeben am 14. Septem-
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ber 2021 und hierorts eingegangen am 15. September 2021, Berufung mit dem
obgenannten Antrag (Urk. 86). Der mit Verfügung vom 27. September 2021 ver-
langte Kostenvorschuss von Fr. 12'750.– wurde rechtzeitig geleistet (Urk. 92, Urk.
96, Urk. 97). Die erstinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-85). Da sich
die Berufung als offensichtlich unbegründet erweist, kann von der Einholung einer
Berufungsantwort abgesehen werden (Art. 312 Abs. 1 ZPO).
II.
1.1 Die Berufung wurde form- und fristgerecht erhoben. Sie richtet sich ge-
gen einen erstinstanzlichen Endentscheid. Da die Streitwertgrenze erreicht wird,
ist auf die Berufung – unter Vorbehalt hinreichender Begründung – einzutreten
(Art. 308 Abs. 1 und Art. 311 ZPO).
1.2 Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine un-
richtige Sachverhaltsfeststellung geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO), wobei
die Berufung zu begründen ist (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Das Berufungsverfahren ist
als eigenständiges Verfahren ausgestaltet. Es dient nicht der Vervollständigung
des vorinstanzlichen Verfahrens, sondern der Überprüfung und Korrektur des
erstinstanzlichen Entscheides im Lichte konkret dagegen vorgebrachter Bean-
standungen. In der Begründung ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der
erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu be-
trachten ist. Dies setzt voraus, dass der Berufungskläger im Einzelnen die vo-
rinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er anficht, und die Aktenstücke nennt,
auf denen seine Kritik beruht. Allgemeine Kritik oder ein blosser Verweis auf die
erstinstanzlichen Vorbringen genügen den Begründungsanforderungen nicht
(BGE 142 III 413 E. 2.2.2 mit Hinweisen, 141 III 569 E 2.3.3, 138 III 374 E. 4.3.1;
BGer 4A_72/2021 vom 28. September 2021, E. 7.3.2 mit Hinweisen). Soweit in
der Berufungsbegründung Tatsachen vorgebracht oder Sachverhaltsrügen erho-
ben werden, ist mittels klarer und sauberer Verweisungen auf die Ausführungen
vor Vorinstanz zu zeigen, wo die entsprechenden Behauptungen oder Bestreitun-
gen vorgetragen wurden (ZPO-Rechtsmittel-Kunz, Art. 311 N 95 und N 97; Hun-
gerbühler/Bucher, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivil-
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prozessordnung, 2. Aufl. 2016, Art. 311 N 37). Denn im Berufungsverfahren kön-
nen neue Tatsachen und Beweismittel – von gewissen Ausnahmen abgesehen –
nicht mehr berücksichtigt werden (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Abgesehen von offen-
sichtlichen Mängeln hat sich das Berufungsgericht auf die Beurteilung der in der
Berufung und Berufungsantwort gegen das erstinstanzliche Urteil erhobenen Be-
anstandungen zu beschränken (BGE 144 III 394 E. 4.1.4 mit Hinweis auf BGE
142 III 413 E. 2.2.4 und weitere Entscheide).
2. Die Vorinstanz prüfte einzig den Einwand des Klägers, die Darlehensfor-
derung des Beklagten sei durch Verrechnung mit Gegenforderungen getilgt wor-
den.
2.1 Sie erwog zunächst, der Kläger habe sich in der Klagebegründung auf
ein Exklusivverkaufsmandat (Urk. 3/3) berufen, worin ihm der Beklagte im Zu-
sammenhang mit einem Bauprojekt in C._ ein Honorar für Projektbegleitung,
Mitentwicklung und Verkauf in der Höhe von 4% des Verkaufsertrags von ca. Fr.
35 Mio. zugesichert habe und woraus sich ein vereinbartes Gesamthonorar von
ca. Fr. 1.4 Mio. ergebe, das aufgrund der 2'000 von ihm und seinen Mitarbeiten-
den geleisteten Arbeitsstunden und eines üblichen Stundenansatzes von mindes-
tens Fr. 300.– auch gerechtfertigt sei und die streitgegenständliche Forderung um
ein Mehrfaches übersteige. Der Kläger führe an anderer Stelle aus, der Beklagte
werde schadenersatzpflichtig, weil er in der Zwischenzeit ein anderes Unterneh-
men mit dem Verkauf der Liegenschaft beauftragt habe, der (verlängerte) Exklu-
sivmaklervertrag aber nie gekündigt und auch die entsprechende Verkaufsprovi-
sion nie bezahlt worden sei. Allerdings müsse – so die Vorinstanz weiter – "auf
diesen Punkt" nicht weiter eingegangen werden, da sich der Kläger in der Replik
nicht mehr auf das Maklermandat berufen und zur angeblichen Verletzung des
Exklusiv-Verkaufsauftrages weitere Abklärungen in Aussicht gestellt habe. Mit
den entsprechenden Ausführungen des Beklagten in der Klageantwort setze er
sich nicht auseinander (Urk. 87 S. 4 f.).
2.2 Die Vorinstanz befasste sich sodann mit dem vom Kläger in der Replik
vorgetragenen Argument, das Darlehen vom 22. August 2013 sei inkl. Zinsen
durch Gegenverrechnung mit seinen Leistungserbringungen zugunsten des Be-
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klagten komplett abgegolten worden. Der Kläger habe dabei ausgeführt, dass der
Beklagte weitere Zahlungen für erbrachte Immobilien-Dienstleistungen bis zum
Erlangen der Baubewilligung geleistet habe, und geltend gemacht, die Entgegen-
nahme von weiteren Zahlungen durch ihn ergebe keinen Sinn, wenn das mit 10%
zu verzinsende Darlehen nicht bereits getilgt gewesen wäre. Allerdings habe sich
der Kläger bei seinen Vorbringen zu einem angeblich geschuldeten Zeithonorar
mit einer äusserst rudimentären, teilweise stichwortartigen Darstellung begnügt.
Soweit darin überhaupt ein schlüssiger Tatsachenvortrag gesehen werden könne,
habe den Kläger nach den umfassenden Bestreitungen der Gegenpartei jeden-
falls eine Substantiierungslast getroffen. Diesen Anforderungen genüge der
Sachvortrag des Klägers nicht. In der Klagebegründung fänden sich eher stich-
wortartige Behauptungen zur angeblich intensiven, beinahe fünfjährigen Ge-
schäftstätigkeit, obwohl sich der Kläger damals noch auf einen Anspruch aus
Maklervertrag und nicht auf ein Zeithonorar berufen habe. Die Behauptung, man
habe für ein bestimmtes Projekt 250 Stunden aufgewendet oder sei während
sechs Monaten zu "ca. 35%" exklusiv für einen Mandanten tätig gewesen, reiche
(ohne Angaben zu den konkreten Daten der Leistungserbringung und einen prä-
zisen Ausweis einzelner Bemühungen und des dafür geltend gemachten Zeitauf-
wandes) nicht aus. Hinsichtlich des Stundenrapportes der Architektin D._
(Urk. 3/20) fehle es an Behauptungen zum Stundenansatz und zu den Gründen,
weshalb und unter welchem Titel der Beklagte diese Tätigkeit entschädigen müs-
se. In der Replik sei eine kurze, tabellarische Leistungsübersicht über die angebli-
chen "Aufträge mit Gegenverrechnung" erfolgt. Neben einer stichwortartigen Be-
schreibung folge gemäss Überschriftenzeile der angebliche Gesamtaufwand in
Stunden, wobei statt eines Zeitaufwandes jeweils ein Geldbetrag ausgewiesen
werde und der Kläger auf ein ihm angeblich zustehendes Total "ohne entgange-
nes Verkaufshonorar" von Fr. 290'000.– gekommen sei. Mangels hinreichender
Substantiierung sei über die angeblichen Leistungserbringungen des Klägers
auch nicht Beweis abzunehmen. Ein unzureichender Tatsachenvortrag könne im
Übrigen auch nicht durch Zeugenbefragung vervollständigt werden, wobei die
Auflistungen von Zeugen in einem Verzeichnis am Ende der Rechtsschrift keine
formgerechte Beweisofferte darstelle. Auch seien die sechs Ordner, die gemäss
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Replik per Kurier hätten geliefert werden sollen, nie beim Gericht eingegangen.
Damit gelinge es dem Kläger nicht, die Tilgung des Darlehens rechtsgenügend
darzutun, geschweige denn zu beweisen (Urk. 8 S. 5 ff.).
3.1 Der Beklagte macht mit der Berufung geltend, die Vorinstanz sei in tat-
sächlicher Hinsicht zu Unrecht davon ausgegangen, dass das Darlehen nicht
durch Verrechnung mit seiner Gegenforderung von Fr. 1.4 Mio. getilgt worden sei
(Urk. 86 S. 3). Zudem rügt der Beklagte eine Verletzung des Rechts auf Beweis
und des rechtlichen Gehörs (Urk. 86 S. 13).
3.2 Die Vorinstanz ging auf das Maklermandat vom 27. Februar 2014 bzw.
die Verletzung des Exklusiv-Verkaufsauftrags nicht mehr ein, nachdem sich der
Kläger in der Replik weitere Abklärungen dazu vorbehalten und mit den diesbe-
züglichen Einwendungen in der Klageantwort nicht auseinandergesetzt hatte (Urk.
87 S. 5). Der Kläger stimmt dieser Erwägung in seiner Berufung explizit zu und
fügt an, mit Rücksicht auf die erbrachten Gegenleistungen bei drei verschiedenen
Bauprojekten und die – bereits am 7. November 2013 vereinbarte – Gegenver-
rechnung sei dies auch gar nicht nötig gewesen (Urk. 86 S. 12, S. 3). Ungeachtet
dessen beruft er sich an anderen Stellen der Berufung auf das Maklermandat vom
27. Februar 2014 und leitet daraus eine Gegenforderung von Fr. 1'401'363.60 ab
(Urk. 86 S. 4, S. 5 f., mit Verweis auf Urk. 3/3 und Urk. 3/13). Damit argumentiert
der Kläger widersprüchlich. Auch zeigt er damit keinen Fehler der Vorinstanz auf,
zumal er keinerlei Bezug auf seine vorinstanzlichen Vorbringen nimmt. Mit seinen
Ausführungen vor zweiter Instanz könnte er das in der Replik Versäumte auch gar
nicht nachholen. Hinsichtlich Maklermandat hat es damit sein Bewenden.
3.3 Der Kläger kommt mehrmals auf die von der Vorinstanz festgestellte
"angeblich fehlende Substantiierung der Aufwände beziehungsweise der Gegen-
forderung" (Urk. 86 S. 2) zu sprechen. Allerdings sind seine Ausführungen nicht
geeignet, einen Fehler der Vorinstanz darzutun:
3.3.1 Der Kläger vertritt im Wesentlichen die Auffassung, er habe seine Leis-
tungen mit den angerufenen Beweismitteln (Beilagen, Zeugenaussagen, involvier-
te Personen) hinreichend substantiiert (Urk. 86 S. 5, S. 11, S. 13 f.). Dem kann
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nicht gefolgt werden. Die Parteien haben die Tatsachen, auf die sie ihre Begehren
stützen, zu behaupten und die Beweismittel zu bezeichnen (Art. 55 Abs. 1 ZPO).
Dabei kann sich eine Partei nicht mit allgemeinen Behauptungen begnügen, in
der Meinung, die Begründung ihres Prozessstandpunktes werde sich aus dem
Beweisverfahren ergeben (Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar zur zürcherischen
Zivilprozessordnung, § 113 N 5; BGE 127 III 365 E. 2c, S. 368 f.). Darauf hat be-
reits die Vorinstanz hingewiesen (Urk. 87 S. 8 E. 5 letzter Satz). Fehlen hinrei-
chend substantiierte Vorbringen, hat darüber auch kein Beweisverfahren stattzu-
finden (BGer 4A_252/2016 vom 17. Oktober 2016, E. 2.2 m.w.H.). Daran ändert
nichts, dass der Kläger Laie und nicht rechtskundig vertreten ist (vgl. Urk. 86 S.
13). Der Verhandlungsgrundsatz gilt auch für Laien. Davon abgesehen wurde die
Klageschrift von seinem damaligen Rechtsvertreter verfasst. Fehl geht daher
auch der Vorwurf, sein Recht auf Beweis oder das rechtliche Gehör seien verletzt
worden (Urk. 86 S. 13).
3.3.2 Darüber hinaus vertritt der Kläger den Standpunkt, er habe seine Ge-
genforderungen einerseits mit einem Maklermandat und andererseits auch "mit
dem Versprechen der Entschädigung für den Aufwand der Projektbegleitung in
der Höhe der Hälfte der vereinbarten Gesamtentschädigung" (Gesamtvolumen
von Fr. 35'034'090.–) substantiiert (Urk. 86 S. 4 f.). Auf das Maklermandat wurde
bereits eingegangen (E. II/3.2). Mit dem Hinweis, ihm sei eine Entschädigung für
den Aufwand der Projektbegleitung versprochen worden, vermag der Kläger die
entscheidende Erwägung der Vorinstanz, er habe seinen Aufwand bzw. sein Zeit-
honorar nicht hinreichend substantiiert dargelegt, nicht umzustossen. Auch leuch-
tet in keiner Weise ein, weshalb sich eine hinreichende Substantiierung des Auf-
wands des Klägers aus einer eine Verdoppelung der im Stundenrapport der Archi-
tektin D._ aufgeführten 167.45 Arbeitsstunden ergeben soll (Urk. 86 S. 7).
Daran ändern auch die pauschalen Hinweise auf "Prüfungen, Vorabklärungen
und Koordination der Anpassungen des 1. Bauprojektes", mit denen der Kläger
befasst gewesen sein will, und auf einen Minimalstundenansatz von Fr. 150.–,
den der Kläger aufgrund seiner Berufserfahrung nunmehr beansprucht, nichts
(Urk. 86 S. 7), zumal er sich darüber ausschweigt, wo er vor Vorinstanz entspre-
chende Behauptungen aufstellte. Insgesamt zeigt der Kläger mit seiner Berufung
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nicht ansatzweise auf, dass bzw. wo er vor Vorinstanz entgegen deren Dafürhal-
ten (Urk. 87 S. 6 f.) seine Tätigkeiten und Leistungen in seinem Sachvortrag so
konkret und ausführlich beschrieben hat, dass darüber Beweis abgenommen oder
dagegen der Gegenbeweis angetreten werden kann.
3.3.3 Die Vorinstanz führte aus, Stundenrapporte des Klägers schienen nicht
vorzuliegen, zumindest würden solche nirgends erwähnt (Urk. 87 S. 13). Wenn
der Kläger ohne näheren Angaben dies einfach mit der nicht weiter belegten Be-
hauptung bestreitet, in der Aberkennungsklage und in der Replik werde darauf
eingegangen (Urk. 86 S. 13), genügt er den Begründungsanforderungen nicht.
3.3.4 Die Vorinstanz hielt zum Stundenrapport der Architektin D._ fest,
der Kläger habe nicht erläutert, weshalb und unter welchem Titel ("zulässige Sub-
stitution?") der Beklagte diese Tätigkeit zu welchem Stundenansatz zu entschädi-
gen habe (Urk. 87 S. 7). Dagegen trägt der Kläger einerseits vor, es gebe genug
Informationen zu einem mittleren Stundenansatz einer ETH-Architektin (Urk. 86 S.
14).
Andererseits macht er geltend, bei einem Minimalstundenansatz von Fr. 150.– für
eine ETH-Architektin seien bereits Fr. 25'117.50 (167.45 Stunden x Fr. 150.–) zu-
züglich Mehrwertsteuer klar zulasten des Beklagten substantiiert (Urk. 86 S. 7).
Abgesehen davon, dass der Kläger den Minimalstundenansatz bereits vor Vor-
instanz hätte nennen müssen, geht er mit keinem Wort darauf ein, dass die Vor-
instanz Angaben dazu vermisste, weshalb bzw. unter welchem Titel der Beklagte
die Tätigkeit der Architektin D._ entschädigen müsste. Daher kann entgegen
der Meinung des Klägers auch nicht angenommen werden, bis Februar 2014 sei
eine Gegenverrechnung von Fr. 75'351.– (Fr. 25'117.50 für die Architektin
D._ und doppelt so viel für den Kläger) erfolgt (Urk. 86 S. 7).
3.4 Im Übrigen trägt der Kläger der Berufungsinstanz lediglich einen Sach-
verhalt vor, ohne darauf einzugehen, was er vor Vorinstanz in tatbestandsmässi-
ger Hinsicht behauptet hat. Die Berufungsbegründung enthält keine einzige kon-
krete Bezugnahme auf das, was vor Vorinstanz vorgebracht oder von der Vo-
rinstanz festgestellt wurde. Das Berufungsverfahren stellt keine Fortsetzung des
erstinstanzlichen Verfahrens dar. Mit der losgelöst vom vorinstanzlichen Prozess-
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stoff und den Erwägungen der Vorinstanz unterbreiteten Sicht der Ereignisse
vermag der Kläger keine unrichtige Sachverhaltsfeststellung oder einen Rechts-
fehler aufzuzeigen. Seine umfassenden Verweise auf die vor Vorinstanz angeru-
fenen Beweismittel stellen keine Auseinandersetzung mit dem angefochtenen
Entscheid dar. Weitere Rügen, welche den Berufungsanforderungen genügen,
lassen sich der Berufung nicht entnehmen. Die Vorinstanz ist daher zu Recht zum
Ergebnis gelangt, eine Tilgung des Darlehens durch Verrechnung sei nicht
rechtsgenügend dargetan worden.
4.1 Die Vorinstanz setzte die Entscheidgebühr auf Fr. 12'750.– und die Par-
teientschädigung auf Fr. 17'490.– (110% der Grundgebühr von Fr. 15'900.– zu-
züglich Mehrwertsteuer) fest (Urk. 87 S. 8). Nach Auffassung des Klägers hat die
Vor-instanz die Gerichtskosten und die Parteientschädigung zu hoch angesetzt.
Im Falle der Abweisung der Berufung seien die Gerichtskosten mit maximal Fr.
7'500.– und die Parteientschädigung tiefer festzulegen. Es sei unverständlich, die
magere Replik des Klägers zu erwähnen und zugleich einen Zuschlag von 10%
(für die Duplik) zu erheben (Urk. 86 S. 15).
4.2 Der Kläger empfindet die Entscheidgebühr als zu hoch, wobei er bei der
Festlegung der Kosten eine gewisse Willkür zugunsten des Beklagten erkannt
haben will (Urk. 86 S. 15). Damit lässt sich eine rechtsfehlerhafte Ausübung des
Ermessens bei der Festsetzung der Entscheidgebühr nicht dartun. Ein Fehler bei
der Gebührenbemessung ist auch nicht ersichtlich. Die Grundgebühr im Sinne
von § 4 Abs. 1 GebV OG beträgt bei einem Streitwert von Fr. 200'000.– Fr.
12'750.–. Gemäss § 4 Abs. 2 GebV OG kann die Grundgebühr unter Berücksich-
tigung des Zeitaufwandes des Gerichts und der Schwierigkeit des Falls ermässigt
oder bis zu einem Drittel, in Ausnahmefällen bis auf das Doppelte, erhöht werden.
Die Vorinstanz führte einen doppelten Schriftenwechsel und eine Hauptverhand-
lung durch. Zudem musste über die Sicherstellung der Parteientschädigung be-
funden werden (Urk. 29). Der Kläger reichte ein 19-seitige Klageschrift und 30
Beilagen ein (Urk. 1, Urk.). Die Klageantwort hat einen ähnlichen Umfang (Urk.
37). Auch wenn die schriftliche Replik und Duplik sowie das Urteil kurz ausfielen,
kann nicht von einem Bagatellfall gesprochen werden.
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4.3 Eine Korrektur der beanstandeten Parteientschädigung von Fr.
18'836.75 scheitert bereits daran, dass sich der Kläger darüber ausschweigt, wel-
chen Betrag er stattdessen bzw. als Zuschlag für die Duplik als gerechtfertigt er-
achtet. Im Übrigen kann ein Zuschlag im Sinne § 11 Abs. 2 AnwGebV von 10%
nicht bereits deswegen als übersetzt bezeichnet werden, weil die Vorinstanz die
Replik als "mager" bezeichnete.
5. Nach dem Gesagten ist die Berufung abzuweisen und das Urteil der Vor-
instanz vom 25. Juni 2021 zu bestätigen.
III.
Ausgangsgemäss wird der Kläger auch für das Berufungsverfahren kosten-
pflichtig (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Für das Berufungsverfahren sind keine Parteient-
schädigungen zuzusprechen, dem Kläger zufolge seines Unterliegens, dem Be-
klagten mangels relevanter Umtriebe (Art. 106 Abs. 1, Art. 95 Abs. 3 ZPO).