Decision ID: 23ef0800-9d61-5867-9caf-57335d17ea79
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Jean Baptiste Huber, Bundesplatz 6,
Postfach 4315, 6304 Zug,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (Jahrgang 1963) meldete sich am 28. April 2005 bei der IV-Stelle St. Gallen
zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Seit einem Verkehrsunfall (Auffahrkollision,
vgl. IV-act. 14) im Jahr 2001 bestehe als Behinderung ein Bandscheibenvorfall (5
Bandscheiben). Er sei seit dem 27. April 2004 zu 50% arbeitsunfähig (IV-act. 1).
A.b Der Versicherte war am 26. Mai 2004 in der Klinik Valens abgeklärt worden
(interdisziplinäre Schmerzsprechstunde). Als Diagnosen (Bericht vom 1. Juni 2004)
waren ein chronisches, zervikovertebrales, zervikocephales und zervikospondylogenes
Syndrom beidseits, leichte Fehlhaltung der Halswirbelsäule, diskrete degenerative
Veränderung der mittleren HWS, muskuläre Dysbalance (ICD-10 M50.9, M53.0, M53.1)
sowie eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0) genannt worden. Als
Nebendiagnosen hatte der Bericht ein Status nach Polytoxikomanie sowie nach HWS-
Distorsion (2001) erwähnt. Eine arbeitsbezogene und leistungsorientierte stationäre
Rehabilitationsbehandlung wurde angeregt. Aus psychiatrischer Sicht sei eine
sedierende antidepressive Behandlung neben einer längerfristigen ambulanten
psychotherapeutischen Behandlung zur verbesserten Anpassung an die aktuell
bestehenden ungünstigen psychosozialen Verhältnisse indiziert sowie eine Abklärung
eines fraglichen C7-Syndroms links. Für die vom Versicherten ausgeübte selbständige
Tätigkeit in der EDV-Branche seien keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit
ersichtlich (IV-act. 10-8 f.).
A.c Hausarzt Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH, bestätigte mit Bericht vom 9.
Mai 2005 die Diagnosen der Klinik Valens, hielt aber dafür, der Versicherte sei seit dem
27. April 2004 für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit zu 50% arbeitsunfähig. Die
Arbeitsfähigkeit könne durch eine stationäre Rehabilitationstherapie verbessert werden.
Berufliche Massnahmen seien angezeigt. Für den Versicherten sei es durchaus
vorstellbar, sich mit Hilfe von aussen wieder in eine zumindest teilweise selbständige
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Arbeit zu integrieren. Die 50%ige Arbeitsfähigkeit des Versicherten sollte mit voller
Leistung in Teilzeit angestrebt werden (IV-act. 10-3 ff.).
A.d Am 8. November 2005 nahm die IV-Stelle eine Abklärung für
Selbständigerwerbende vor. Gestützt auf die Angaben des Versicherten ergab der
Betätigungsvergleich eine Einschränkung von 54%. Eine Arbeitsvermittlung sei
angezeigt, der Versicherte brauche dringend neue berufliche Perspektiven (IV-act.
28-9).
A.e Im Verlaufsbericht des Hausarztes vom 6. Dezember 2005 zeigten sich keine
Diagnoseänderungen sowie im Wesentlichen ein stationärer Verlauf. Bis drei Monate
nach dem Unfall habe kein Arztbesuch stattgefunden. Danach sei es zu wechselnden
Arbeitsfähigkeiten von 0-100% ab Sommer 2003, dann höchstens noch zu 50%iger
abwechselnd mit 100%iger Arbeitsunfähigkeit gekommen (IV-act. 30-2).
A.f Der Regionale Ärztliche Dienst der Invalidenversicherung (nachfolgend RAD)
bestätigte am 23. Dezember 2005 eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20% im
zuletzt ausgeübten Beruf. Eine höhere Arbeitsunfähigkeit mit Rentenanspruch könne
nicht sicher bestätigt werden, auch weil die Klinik Valens von einer vollen
Arbeitsfähigkeit ausgehe. Aus medizinischer Sicht sei die Einleitung beruflicher
Massnahmen bereits möglich (IV-act. 35-2) bei einer Arbeitsfähigkeit von mindestens
50% (vgl. IV-act. 39-1). Ein bidisziplinäres Verlaufsgutachten (rheumatologisch/
psychiatrisch) sei angezeigt.
A.g Mit Bericht vom 17. Juli 2006 bestätigte Dr. med. C._, FMH Innere Medizin
spez. Rheumatologie, die Diagnosen der Klinik Valens. Der Versicherte sei ab April
2004 zu 50%, aber seit Juni 2004 zu 100% arbeitsunfähig. Die Arbeitsfähigkeit könne
möglicherweise durch physiotherapeutische Massnahmen verbessert werden (IV-act.
75-3 f.). Auch Dr. med. D._, Chiropraktor SCG/ECU, attestierte im Zwischenbericht
an die Krankenversicherung vom 25. Juli 2006 sowie im Arztbericht vom 1. September
2006 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 27. April 2004. Der Gesundheitszustand
sei besserungsfähig. Die Arbeitsfähigkeit könne durch medizinische Massnahmen
verbessert werden und berufliche Massnahmen seien angezeigt. Es bestehe ein
Verdacht auf Tramal-Abusus (IV-act. 121-3 und 80).
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A.h Im Rahmen beruflicher Massnahmen nahm der Versicherte von Mai 2006 bis
September 2006 (mit einmonatigem Unterbruch) an einem Arbeitsprogramm teil. Dem
Bericht vom 26. September 2006 ist zu entnehmen, die Integration in den ersten
Arbeitsmarkt im IT-Bereich werde kaum möglich sein, sofern der Versicherte seinen
Wissensstand nicht aktualisiere. Ebenfalls müssten seine Präsenzzeiten steigen. Die
Gründe lägen im sehr schlechten gesundheitlichen Zustand. Trotz positiver Einstellung
und Bemühungen verbessere sich der Gesundheitszustand nicht. Der Versicherte
könne sich maximal eine Stunde auf die Arbeit konzentrieren. Die Schmerzen würden
dabei immer stärker (IV-act. 83-1 ff.).
A.i In der Folge hielt sich der Versicherte vom 5. Oktober bis 2. November 2006
stationär in der Klinik Valens auf. Im Austrittsbericht vom 24. November 2006 wurden
folgende Diagnosen aufgeführt: (1) Chronisches zervikozephales und
zervikospondylogenes Syndrom beidseits seit 10/2001, Wirbelsäulenfehlhaltung,
diskrete degenerative Wirbelsäulenveränderungen, muskuläre Dysbalance,
kraniozervikales Beschleunigungsereignis 10/2001, psychosoziale Belastungsfaktoren,
(2) St. n. Polytoxikomanie (Methadonprogramm 01/2002 erfolgreich beendet). Dem
Versicherten sei medizinisch-theoretisch eine leichte wechselbelastende Arbeit zu
mindestens 50% zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit sollte - idealerweise mit begleitendem
rekonditionierendem Ausdauertraining im Sinne einer Medizinischen Trainingstherapie -
innert 3 Monaten auf 100% steigerbar sein. Der Versicherte sei mit dieser Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit, insbesondere mit der Steigerungsmöglichkeit innert 3 Monaten auf
100%, nicht einverstanden (IV-act. 101-23 ff.).
A.j In der Schmerzsprechstunde des Kantonsspitals St. Gallen (nachfolgend KSSG)
war die Schmerzsituation des Versicherten schwierig einzuschätzen. Dr. med. E._
führte am 26. Oktober 2007 aus, ohne Zweifel bestehe ein panvertebrales
Schmerzsyndrom mit einer vermehrten Schmerzsymptomatik im zervikalen Bereich
sowie im Bereich des Trapezius mit Ausstrahlung Richtung Schulter und Oberarme
beidseits sowie nach cephal. Dieses könnte durchaus mit dem HWS-
Beschleunigungstrauma zusammenhängen. Dass die Schmerzsymptomatik erst spät
gemeldet worden sei, schliesse die Kausalität nicht aus. Wahrscheinlich habe der
Schmerz mit dem damals eingenommenen Methadon recht gut unter Kontrolle
gehalten werden können. Nach Absetzen des Methadons sei es offensichtlich zu einer
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Exazerbation gekommen. Eine Radikulopathie habe er nicht gefunden, ebenso sei die
Hypästhesie am ventralen Oberschenkel rechts schwer zu erklären. Diese gesamte
Symptomatik sei am ehesten im Rahmen der Schmerzausdehnung bei langdauernden
Schmerzen zu sehen. Von emotionaler Seite her erscheine der Versicherte wenig
zugänglich, die gezeigte Gelassenheit bis fast hin zur emotionalen Unbeteiligtheit
erstaune angesichts der doch starken Schmerzen mit massiven Einschränkungen im
körperlichen, psychischen und sozialen Bereich. Eine interdisziplinäre Besprechung sei
angezeigt (IV-act. 121-7 bis 121-11).
A.k Am 3. Dezember 2007 verunfallte der Versicherte erneut. Der Versicherte gab an,
der Auffahrunfall sei nicht so wuchtig gewesen wie der erste. Er beklagte seither etwas
stärkere Beschwerden als üblich im linken Halsbereich und Auge (IV-act. 100-2 und
105-1).
A.l Im Rahmen der interdisziplinären Schmerzsprechstunde wurde der Versicherte
am KSSG an der Wirbelsäule (MRI C0-S3) untersucht. Als Befunde wurden im Bericht
vom 19. Januar 2008 hervorgehoben: C4/5 mit rechtsbetonter, nach neuroforaminal
rechts reichender Diskushernie mit Kompression der Nervenwurzel C5 rechts sowie
massive Elongation und Schleifenbildung der A. vertebralis bds auf Höhe C3/4 mit
potentieller Verlagerung und Kompression der NW C4 bds (IV-act. 101-21). Die
ambulante Untersuchung im KSSG vom 1. Februar 2008 ergab degenerative
Veränderungen, Diskusprotrusionen von HWK 2-7 mit jeweils erhaltenem Liquorsaum.
Für die vom Versicherten angegebene vor allem linksseitige Zervikobrachialgie bestehe
kein morphologisches Korrelat, auch nicht für die Schmerzen im Bereich der
Rippenbogen oder für die Ischialgie und Femoralgie. Das lumbale MRI zeige
degenerative Veränderungen im Sinne von Osteochondrosen und Spondylarthrosen
sowie Diskusprotrusionen ohne Nervenwurzelkompression (IV-act. 121-15). Eine
neurologische Untersuchung am 18. März 2008 ergab ein chronisches, generalisiertes
Schmerzsyndrom unklarer Genese. Aus den erhobenen Befunden liessen sich neben
der vom Versicherten geschilderten Schmerzsymptomatik noch Sensibilitätsstörungen
im Bereich des Nervus cutaneus femoris lateralis rechts eruieren. Die bisherigen
Therapieversuche mit Schmerzmitteln seien nicht erfolgreich gewesen. Empfohlen
würde aus neurologischer Sicht eine schmerzmodulierende Therapie mit einem
Antidepressivum oder mit Lyrica (IV-act. 116-11).
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A.mDer Versicherte wurde am 4. März 2008 beim Ärztlichen Begutachtungsinstitut in
Basel (ABI) polydisziplinär untersucht. Im Gutachten vom 15. April 2008 wurde als
Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches Zervikalsyndrom (ICD-10
M53.1), bei Zustand nach zwei HWS-Distorsionstraumata (ICD-10 S13.4) ohne
radikuläre oder medulläre Reiz- oder Ausfallerscheinungen bei degenerativen
Veränderungen der HWS (MRI) genannt. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
bestünden (1) eine Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F54), (2) eine Störung durch
multiplen Substanzkonsum, gegenwärtig regelmässige Einnahme von Opioidanalgetika
(ICD-10 F19.25), (3) ein Status nach intravenösem Drogenabusus 1981-1991 mit Heroin
und Kokain, (4) eine Tachykardie, Anamnese mit Schwitzen, morgendlicher Diarrhoe
mit Bauchkrämpfen, generalisierten Schmerzen, Tinnitus bei Verdacht auf
Entzugssymptomatik im Rahmen eines Opiat-Abusus (Tramal). Aus neurologischer
Sicht wirke sich das chronische Zervikalsyndrom limitierend auf die Arbeitsfähigkeit
aus. Dem Exploranden seien körperlich schwere Tätigkeiten und Tätigkeiten in
längeren Zwangshaltungen sowie mit repetitiven Überkopfarbeiten bleibend nicht mehr
zumutbar. Für sämtliche körperlich leichten bis intermittierend mittelschweren
Tätigkeiten bestehe aus medizinisch-theoretischer Sicht eine ganztägige
Arbeitsfähigkeit ohne Leistungseinbusse. Aus psychiatrischer Sicht lägen keine
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor. Weder aus internmedizinischer
noch aus anderweitiger somatischer Sicht lägen Befunde oder Diagnosen vor, welche
die Arbeitsfähigkeit einschränkten. Es sei jedoch festzuhalten, dass beim Exploranden
durch die Störung mittels multiplen Substanzkonsums (aktuell vorwiegend Tramadol
und Cannabis) zeitweise leichte kognitive Störungen vorliegen könnten (deshalb
fremdgefährdende Tätigkeiten ungeeignet, keine Fahrtauglichkeit). Es bestehe eine
Arbeitsfähigkeit von 100% für adaptierte, körperlich leichte bis intermittierend
mittelschwere Tätigkeiten. Die Prognose bezüglich Wiederaufnahme einer
Erwerbstätigkeit sei ungünstig (IV-act. 101-1 bis 101-20).
A.n Eine elektrophysiologische Abklärung in der Klinik für Neurologie am KSSG vom
5. Mai 2008 ergab keine Hinweise für eine periphere Neuropathie oder eine
Radikulopathie C5/C6 rechts, was eine rein sensible Radikulopathie nicht ausschliesse
(vgl. IV-act.121-20 ff.). Auch im Bericht vom 20. Mai 2008 betreffend Abklärung eines
sensibel afferenten Defizits waren beidseitig normale Latenzen und Amplituden sowie
eine unauffällige Potentialkonfiguration festgestellt worden (IV-act. 121-23 f.). Im
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Schreiben an den behandelnden Hausarzt vom 2. Juli 2008 diagnostizierten die Ärzte
des KSSG (Schmerzsprechstunde) weiterhin eine langdauernde Schmerzstörung,
zervikocephale und zerviko-brachiale Schmerzen, 10/01 HWS-Beschleunigungstrauma
bei Autounfall, kognitive Beeinträchtigung und Sehstörungen, sekundäre
Generalisierungstendenz mit lumboischialgieformen Schmerzen linkes Bein,
Beckenschmerzen und Schmerzen am Rippenbogen sowie unklare Hypästhesie und
Dysästhesie am rechten Oberschenkel. Es habe sich herausgestellt, dass eine kausale
Therapie der Beschwerden nicht möglich sei. Eine symptomatische Therapie sei
eingeleitet worden (inkl. Morphintropfen; IV-act. 121-26).
A.o Im Bericht vom 7. August 2008 attestierte Dr. med. F._, Facharzt für
Anästhesiologie FMH, Spezielle Schmerztherapie, dem Versicherten eine
Arbeitsunfähigkeit von 50% seit 24. April 2008 bis auf weiteres. Der Zustand des
Versicherten habe sich verschlechtert. Die Arbeitsfähigkeit könne durch Optimierung
des Arbeitsplatzes (ergonomisch) gesteigert werden. Berufliche Massnahmen seien
ebenfalls angezeigt. Langes Sitzen oder Stehen sollte vermieden werden, ebenso
monotone Bewegungen im Nacken-/Schulterbereich. Überkopfarbeiten seien nicht
möglich. Die zumutbare Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit sei zunächst in Teilzeit
mit reduzierter Leistung zu erbringen. Der Arzt beschrieb auffällige Verwachsungen der
Wurzelabgänge C4 beidseits und im Vordergrund stehende occipitale Kopfschmerzen.
Eine Infiltration der betroffenen zervikalen Facetten C3-7 links habe eine erfolgreiche
Schmerzlinderung über mehrere Wochen gebracht. Zwischenzeitlich habe der
Versicherte aber ein erneutes Sturzereignis gehabt (Handbruch links,
Gehirnerschütterung) und seither wieder Kopfschmerzen sowie radiculäre
Schmerzausbreitung im Dermatom C7 rechts und heftige Nackenschmerzen beidseitig.
Zur Behandlung der teils unerträglichen Kopfschmerzen sei eine kombinierte Infiltration
der beteiligten Nervi occipitalis beidseits am 3. Juli 2008 durchgeführt worden. Die
Kopfschmerzen hätten sich deutlich gebessert. Der Versicherte sei weiterhin stark
beeinträchtigt durch die Beschwerden. Es liege derzeit eine Arbeitsunfähigkeit von
mindestens 50% für den gelernten EDV-Techniker vor (vgl. IV-act. 116-5 f.). Im
Schlussbericht vom 26. August 2008 über die Behandlung des Versicherten in der
interdisziplinären Schmerzsprechstunde hielten die Ärzte des KSSG fest, dass sich
unter einer symptomatischen Schmerztherapie für den Versicherten eine akzeptable
Schmerzreduktion zeige (vgl. IV-act. 121-29).
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A.p Der RAD bezeichnete das psychiatrische Teilgutachten des ABI als nicht
genügend (vgl. IV-act. 108-2) und klärte den Versicherten am 30. September 2008
durch RAD-Ärztin Dr. med. G._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
selber ab. Sie stellte folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit: (1)
Somatoforme Schmerzstörung (F45.4), (2) Iatrogene Morphin-Abhängigkeit (F11.25), (3)
Cannabis-Missbrauch (F12.1) sowie (4) Verdacht auf akzentuierte Persönlichkeitszüge/
Probleme bei der Lebensbewältigung (Z73.1). Ausser der verstärkten Erschöpfbarkeit
bestünden keine anhaltenden schwerwiegenden Beeinträchtigungen. Eine ganztägige
angestammte oder adaptierte Tätigkeit mit 20% Leistungseinbusse erscheine (vgl. IV-
act. 140-2) durchgehend seit 04/04 zumutbar. Die abweichende Einschätzung im
Vergleich zum ABI-Gutachten beruhe auf der abweichenden Feststellung einer
somatoformen Schmerzstörung und Berücksichtigung der verstärkten multifaktoriellen
Ermüdbarkeit mit Einfluss auf Arbeitstempo und Pausenbedarf.
Eingliederungsmassnahmen zum jetzigen Zeitpunkt seien nicht erfolgversprechend
aufgrund der subjektiven Minderbelastbarkeit und Selbstlimitierung des Versicherten.
Für den weiteren Krankheitsverlauf wichtig sei die Aufnahme einer psychosomatisch
orientierten Psychotherapie. Für die aktuelle Schmerzbehandlung mit Opiaten liege aus
psychiatrischer Sicht keine ausreichende Indikation vor. Aus gutachterlicher Sicht sei
eine stationäre Umstellung auf Medikamente ohne Suchtpotential und alternative
Strategien zum Umgang mit den körperlichen Beschwerden unter
psychotherapeutischer Begleitung sinnvoll (vgl. IV-act. 125). Ergänzend hielt der RAD
am 30. Oktober 2008 fest, der Versicherte sei überzeugt, in seinem
Gesundheitszustand nicht belastbar zu sein. Deswegen bemühe er sich laufend um
medizinische Abklärungen und Behandlungen, nicht aber um einen Arbeitsplatz (IV-act.
126).
A.q Mit Vorbescheid am 5. November 2008 zeigte die IV-Stelle die Abweisung des
Leistungsbegehrens an. Es bestehe bei einer um 20% verminderten Arbeitsfähigkeit ein
Invaliditätsgrad von unter 40% und somit kein Rentenanspruch (vgl. IV-act. 131).
A.r Mit Schreiben vom 30. November 2008 bzw. 5. Dezember 2008 wandte der
Versicherte ein, es könne nicht angehen, dass relevante Tatsachen einfach
weggelassen und nicht berücksichtigt würden. Das ABI-Gutachten wie auch das RAD-
Gutachten seien fehlerhaft. Der Vorbescheid sei aufzuheben und es sei ihm eine
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angemessene Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen. Eventualiter sei der
Sachverhalt vorgängig näher abzuklären. Die Befunde von Dr. med. F._ vom 7.
August 2008 würden auf wesentlich eingehenderen Untersuchungen und insbesondere
einer diagnostischen Infiltration der Facettengelenke beruhen. Die Aussagekraft der
Stellungnahme von Dr. med. F._ sei deshalb wesentlich höher (vgl. IV-act. 138; 139).
A.s Zum Einwand führte der RAD am 9. Januar 2009 aus, an der Korrektheit und
Vorgehensweise der Begutachtung sei nicht zu zweifeln. Die Beanstandungen seien
haltlos. Der Versuch, das Gutachten zu demontieren, sei ungerechtfertigt. Der Bericht
von Dr. med. F._ vom 7. August 2008 besitze keine IV-Relevanz (IV-act. 140). Mit
Verfügung vom 9. Januar 2009 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren gemäss
Vorbescheid ab (kein Rentenanspruch, IV-act. 141).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 10. Februar 2009. Der
Beschwerdeführer beantragt Aufhebung der angefochtenen Verfügung und
Ausrichtung einer angemessenen Invalidenrente ab 1. Oktober 2002. Eventualiter sei
die Sache zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; alles
unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Wesentliche Befunde seien nicht ausreichend
abgeklärt bzw. im Rahmen der Begutachtung am ABI gar nicht bzw. ungenügend
gewürdigt worden. Der Umstand, dass keine "objektiven Ausfälle" festzustellen
gewesen seien, lasse den Schluss nicht zu, dass die bildgebend festgestellte
Kompression der Nervenwurzel C4/5 nicht bestehen würde. Auf die Beurteilung des
ABI könne deshalb nicht abgestützt werden. Vor allem stehe die Beurteilung des ABI
auch im Widerspruch zu den später erhobenen Befunden von Dr. med. F._ vom 7.
August 2008. Die Beschwerdegegnerin behaupte nur, die Befunde von Dr. med. F._
seien mit der falschen Methode erhoben worden, sie seien aber dennoch zu beachten.
Sodann könnten Nervenverwachsungen auch ohne festgestellte Verlangsamung der
Leitgeschwindigkeit bei normalen EMG-Werten neurogene Schmerzen bewirken, das
sei keineswegs selten. Auch seien bei der MRI-Untersuchung des KSSG mutmasslich
zu grobe Einstellungsparameter gewählt worden. In Würdigung aller Befunde beruhe
die angefochtene Verfügung auf einem ungenügend festgestellten Sachverhalt. Er
beantrage eine kombiniert bildgebende/neurologische Begutachtung bzw. eventualiter
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die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur weiteren Abklärung (act. G
1 Ziffer III/6 ff.).
B.b Am 27. April 2009 beantragt die Beschwerdegegnerin Abweisung der
Beschwerde. In der RAD-Stellungnahme vom 9. Januar 2009 hätten die Dres. med.
G._ und H._ zu den Einwänden, die in der Beschwerde erneut vorgebracht wurden,
Stellung genommen. Der RAD habe festgehalten, dass der Bericht von Dr. med. F._
für die IV keine Relevanz besitze. Wegen der auftragsrechtlichen Vertrauensstellung
zum Patienten sei der Bericht von Dr. med. F._ mit Vorbehalt zu würdigen.
Infolgedessen und aufgrund der in der RAD-Stellungnahme erläuterten Gründe
vermöge der Bericht nicht zu überzeugen und es sei auf das ABI- bzw. RAD-Gutachten
abzustellen (act. G 4 Ziffer III/2 f.).
C.
C.a Mit Replik vom 19. Oktober 2009 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
vollumfänglich fest. Die Befunde von Dr. med. F._ hätten zumindest Anlass sein
müssen, die Frage nach Verwachsungen der Nervenabgänge mit geeigneteren Mitteln
abzuklären. Auch sei die Diskussion der Befunde von Dr. med. F._ durch den
neurologischen Gutachter des ABI ungenügend und seine Schlussfolgerungen würden
auf falschen Prämissen beruhen. Die Auflösung der MRI-Bilder der HWS 1/08 sei
mutmasslich zu grob gewesen. Dass die gewählten Parameter im Bericht des KSSG
nicht genannt worden seien, sei unüblich und unwissenschaftlich und lasse eine
Überprüfung des Berichts nicht zu. Wenn sich die Beschwerdegegnerin auf diesen
Bericht stütze, komme das einer Verletzung des rechtlichen Gehörs gleich. Aus dem
Umstand, dass der RAD-Rheumatologe Dr. med. H._ spontan keine mögliche
Ursache für das Auftreten von Nervenverwachsungen habe erkennen können, schliesse
dieser auf das Nichtvorliegen von Verletzungen. Es wäre aber nicht das erste Mal, dass
ein Befund vorläge, dessen Herkunft sich die Ärzte nicht erklären könnten. Die
Beschwerdegegnerin wäre zu weiteren Abklärungen verpflichtet gewesen. Die
angefochtene Verfügung beruhe auf einem ungenügend festgestellten Sachverhalt.
(act. G 18 Ziffer III/3 ff.).
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C.b Mit Schreiben vom 12. November 2009 hält die Beschwerdegegnerin an ihren
Ausführungen fest und verzichtet sinngemäss auf das Einreichen einer Duplik (act. G
21).
C.c Mit zusätzlicher Eingabe vom 27. April 2010 reichte der Beschwerdeführer einen
ergänzenden Bericht von Dr. med. F._ ein (act. G 23, G 25.1).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
zeitlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der
Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
466 E. 1, 126 V 435 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging am 9.
Januar 2009, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der
revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat. Daher
und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über die noch
nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den allgemeinen
intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals
geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der 5. IV-
Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage
zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des
Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber
der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die
seit 1. Januar 2008 geltenden Bestimmungen wiedergegeben.
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1.1 Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können,
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40
Prozent arbeitsunfähig im Sinn von Art. 6 ATSG gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid im Sinn von Art. 8 ATSG sind (Art. 28 Abs. 1
IVG). Invalidität im Sinn von Art. 8 ATSG ist die voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Dabei ist die
Erwerbsunfähigkeit als der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 Abs. 1
ATSG).
1.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG richtet sich die Invalidenrente nach dem
Invaliditätsgrad. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent vor, besteht
Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent
auf eine halbe Rente, auf eine Dreiviertelsrente bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 60 Prozent und auf eine ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 70 Prozent. Der Invaliditätsgrad seinerseits wird bei Erwerbstätigen mittels
eines Einkommensvergleichs bestimmt. Dabei wird das Valideneinkommen in
Beziehung gesetzt mit dem Invalideneinkommen, also dem Erwerbseinkommen, das
nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung einer allfälligen medizinischen
Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen in zumutbarer Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielt werden könnte (Art. 16 ATSG).
1.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Entscheidend ist die nach einem
weitgehend objektivierten Massstab zu erfolgende Beurteilung, ob und inwiefern der
versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf
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dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch
sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar ist (BGE 127 V 294 E. 4c mit
Hinweisen). Einer versicherten Person ist die Ausübung entsprechend profilierter
Tätigkeiten in dem Umfang zumutbar, wie sie von funktionellem Leistungsvermögen
und Vorhandensein/Verfügbarkeit psychischer Ressourcen her eine
(Rest-)Arbeitsfähigkeit aufweist, es sei denn, andere als medizinische Gründe stünden
der Bejahung der Zumutbarkeit im Einzelfall in invalidenversicherungsrechtlich
erheblicher Weise entgegen (vgl. BGE 132 V 393 E. 3.2; vgl. BGE 114 V 286; Urteil des
Bundesgerichts I 216/04 vom 16. September 2004 E. 3.2). Das subjektive Empfinden
der versicherten Person kann demgegenüber, insbesondere wenn es sich nicht mit der
Auffassung der medizinischen Fachleute deckt, für sich allein nicht massgebend sein
(Urteil des Bundesgerichts I 677/03 vom 28. Mai 2004 E. 2.3.1 und I 803/05 vom 6.
April 2006 E. 4).
2.
Streitig und zu prüfen ist, ob die medizinische Aktenlage die Bemessung des
Invaliditätsgrades erlaubt und ob die Beschwerdegegnerin das Leistungsbegehren des
Beschwerdeführers zu Recht abgelehnt hat.
2.1 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei
einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum auf
die eine und nicht auf die andere medizinische These abgestellt worden ist. Hinsichtlich
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
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abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
der Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich
somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten
oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 122 V 160
f. E. 1c mit Hinweisen).
2.2 Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde
zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (vgl. BGE 104 V 212 E. c; RKUV 1993 Nr. U 167 E. 5a mit weiteren
Hinweisen). Widersprechen Berichte behandelnder Ärzte dem von der Verwaltung bei
externen Spezialärzten eingeholten Gutachten, ist die unterschiedliche Natur von
Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und
Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits
zu beachten (BGE 124 I 175 E. 4; Urteile I 783/05 vom 18. April 2006, und I 506/00 vom
13. Juni 2001). Diese Tatsache lässt es nicht zu, ein medizinisches Administrativ- oder
Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu
nehmen, wenn die behandelnden Ärzte später zu anderslautenden Einschätzungen
gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten.
Vorbehalten bleiben aber Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt,
weil die behandelnden Ärzte wichtige - und nicht rein subjektiver ärztlicher
Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteile des Bundesgerichts
9C_24/2008 vom 27. Mai 2008 E. 2.3.2, I 663/05 vom 27. November 2006 E. 2.2.2, U
58/06 vom 2. August 2006 E. 2.2 in fine, und I 676/05 vom 13. März 2006 E. 2.4).
3.
Zunächst ist zu prüfen, ob das ABI-Gutachten bzw. das psychiatrische Gutachten des
RAD die Kriterien der Beweistauglichkeit erfüllen und somit bei der Bemessung des
Invaliditätsgrades darauf abgestellt werden kann.
http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2011&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F122-V-157%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page160 http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2011&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F104-V-209%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page212 http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=soz&query_words=I+663%2F05&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F124-I-170%3Ade&number_of_ranks=0#page175
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3.1 Am 4. März 2008 wurde der Beschwerdeführer im Rahmen eines
polydisziplinären Gutachtens internistisch/allgemeinmedizinisch, psychiatrisch und
neurologisch im ABI Basel untersucht. Der psychiatrische Gutachter benannte keine
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
seien: Eine Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F54) sowie eine Störung durch
multiplen Substanzkonsum (ICD-10 F19.25). Dem Exploranden sei aus psychiatrischer
Sicht trotz der geklagten Beschwerden zuzumuten, ganztags in einer seinen
körperlichen Einschränkungen angepassten Tätigkeit zu arbeiten. Mit Bezug auf den
Bericht der Klinik Valens vom 1. Juni 2004 gab der Psychiater an, für die dort
geäusserte Vermutung einer Persönlichkeitsstörung hätten bei der Untersuchung
spezifische Merkmale gefehlt. Der Explorand habe keine pathologischen
Persönlichkeitsmerkmale gezeigt. Die früheren Konflikte mit dem Gesetz seien auf den
damaligen Konsum und Besitz illegaler Drogen zurückzuführen. Depressive
Verstimmungen kämen auch bei einer Schmerzverarbeitungsstörung vor. Bei der
Untersuchung seien depressive Symptome für die zusätzliche Diagnose einer
depressiven Störung nicht genügend ausgeprägt gewesen. Der Explorand sei nicht in
psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung und erhalte keine antidepressive
Medikation. Der soziale Rückzug sei durch den Rückzug seiner früheren Kollegen
bedingt. Innerhalb seiner Familie habe er gute Kontakte. Ein emotionaler Rückzug
bestehe nicht. Die regelmässige Einnahme von Benzodiazepinen als
Langzeitmedikation führe im Übrigen zu Konzentrationsstörungen, Verstimmungen und
Schlafstörungen (Nebenwirkungen). Allerdings liege eher ein schädlicher Gebrauch
solcher Substanzen und nicht eine Benzodiazepinabhängigkeit vor. Im
Untersuchungsgespräch habe sich der Explorand gut konzentrieren können. Schwere
Konzentrationsstörungen bestünden nicht (vgl. IV-act. 101-13 f.). Dazu führte der RAD
am 8. Juli 2008 aus, im psychiatrischen Teilgutachten seien differentialdiagnostische
Erhebungen hinsichtlich einer möglichen arbeitsfähigkeitsrelevanten
Persönlichkeitsstörung nicht ausreichend durchgeführt, vorliegende anamnestische
Informationen nicht verwendet, teilweise falsche Schlussfolgerungen gezogen und die
bekannte, angeblich zurückliegende Suchtproblematik bei auffälligen Beschwerden im
Sinn von Entzugserscheinung nicht erschöpfend abgeklärt und diskutiert worden. Die
vom RAD angeführten Mängel scheinen nachvollziehbar und begründet. Das
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psychiatrische Teilgutachten des ABI erscheint für sich allein als nicht beweistauglich
(vgl. IV-act. 108).
3.2 Die vom RAD durchgeführte eigene psychiatrische Begutachtung vom 30.
September 2008 (vgl. IV-act. 125) benannte - mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
- eine somatoforme Schmerzstörung (F45.4), iatrogene Morphin-Abhängigkeit (F11.25),
Cannabis-Missbrauch (F12.1) und einen Verdacht auf akzentuierte Persönlichkeitszüge/
Probleme bei der Lebensbewältigung (Z73.1). Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf
die Arbeitsfähigkeit wurden ein Status nach Polytoxikomanie (F19.2), ein Status nach
Methadon-Substitution 1992 bis 2003 und eine Spinnen- und Insektenphobie (F40.2)
erhoben sowie eine Neigung zu Sehstörungen, Tinnitus, Schwitzen/vegetative
Beschwerden (DD: Verdacht auf Somatisierungsstörung bzw. Nebenwirkungen der
Opiat-Behandlung bzw. zeitweise Entzugsbeschwerden). Die Schmerzsituation erfülle
die ICD-Kriterien einer somatoformen Schmerzstörung; die Beschwerden infolge des
HWS-Schleudertraumas hätten sich verselbstständigt, ausgeweitet, seien chronifiziert
auf dem Hintergrund der psychosozialen Belastungen und ungünstiger
Persönlichkeitszüge. Sie würden durch die körperlichen Befunde nur unzureichend
erklärt. Diese Diagnose gehe über die Einordnung der Störung als
Schmerzverarbeitungsstörung (Diagnose des psychiatrischen Gutachters des ABI)
hinaus. Grund sei die Berücksichtigung der vorhandenen psychosozialen Belastungen
und der anzunehmenden inneren Konflikte sowie des Krankheitsgewinns. Diese seien
vom ABI-Gutachter nicht in nachvollziehbarer Weise verneint worden. Ausserdem
könne eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit unter Dauerbehandlung mit Opiaten
vorliegen. Die vegetativen und systematischen Beschwerden würden am ehesten
überlappend aus den verschiedenen Ursachen resultieren: In Frage kämen sowohl
somatoforme autonome Funktionsstörungen der verschiedenen vegetativen Systeme,
Nebenwirkungen der Morphin-Behandlung und Entzugserscheinungen. Aktuell sei
keine leichte depressive Episode zusätzlich zu diagnostizieren. Es sei dennoch
denkbar, dass früher oder in Zukunft die Ausprägung der Symptome zeitweise die
Kriterien einer leichten depressiven Episode erfüllt habe oder erfülle. Im psychiatrischen
Bereich bestünden - ausgenommen eine verstärkte Erschöpfbarkeit - keine
anhaltenden schwerwiegenden Beeinträchtigungen. Die abweichende Einschätzung im
Vergleich zum ABI-Gutachten beruhe auf der abweichenden Feststellung einer
somatoformen Schmerzstörung und Berücksichtigung der verstärkten multifaktoriellen
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Ermüdbarkeit mit Einfluss auf Arbeitstempo und Pausenbedarf. Es liege eine
Arbeitsfähigkeit von 80% in bisheriger und adaptierter Tätigkeit seit 04/04 vor (vgl. IV-
act. 125). Die Beurteilung und Schlussfolgerungen der RAD-Ärztin erscheinen plausibel.
Das RAD-Gutachten ist umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen und wurde
in Kenntnis der Vorakten erstellt. Bezüglich der psychiatrischen Diagnosen und
Arbeitsfähigkeitseinschätzung ist darauf abzustellen.
3.3 Im neurologischen Teilgutachten des ABI wird festgehalten, 12/2007 habe der
Explorand (nach 2001) ein weiteres HWS-Distorsionstrauma erlitten. Ein danach
durchgeführtes MRI der gesamten Wirbelsäule habe mehrere breitbasige Diskushernien
auf verschiedenen Ebenen sowie eine Hernie auf Höhe C4/5 mit Kompression der
Wurzel C5 rechts gezeigt. Das letzte Trauma werde vom Explorand aber in seiner
Schwere als weniger gravierend eingeordnet. Bei der aktuellen neurologischen
Untersuchung ergäbe sich diesbezüglich kein Korrelat. Objektive Ausfälle seien nicht
feststellbar, insbesondere nicht im Hinblick auf eine eventuelle Beteiligung der Wurzel
C6. Das klinische Bild werde geprägt von einer Schonhaltung, wechselnder
Beweglichkeit der HWS sowie Verdeutlichungstendenzen. Die kognitiven Funktionen
seien intakt, Hinweise für eine hirnorganische Veränderung nach Polytoxikomanie
ergäben sich nicht. Überkopfarbeiten oder langdauernde Tätigkeiten in
Zwangshaltungen seien nicht zumutbar. Für alle übrigen, körperlich leichten bis
gelegentlich mittelschweren Tätigkeiten, z.B. Büroarbeiten oder Tätigkeiten als EDV-
Techniker, bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 100% (vgl. IV-act. 101-16).
3.3.1 Der Beschwerdeführer bemängelt das neurologische Teilgutachten, da
wesentliche Befunde im Rahmen der von der Beschwerdegegnerin veranlassten
Begutachtung am ABI Basel vom 15. April 2008 gar nicht bzw. ungenügend gewürdigt
worden seien (nämlich die Befunde gemäss Bericht des KSSG vom 19. Januar 2008).
Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im neurologischen Teilgutachten sei nicht
nachvollziehbar begründet. Es könne deshalb nicht auf die Beurteilung des ABI
abgestellt werden (act. G 1 Ziffer III/7 ff.). Entgegen der Auffassung des
Beschwerdeführers werden im neurologischen Teilgutachten die Befunde des KSSG
betr. MRI-Untersuchung (Bericht vom 19. Januar 2008) jedoch berücksichtigt (s. unter
Punkt "4.2.4 Neurologische Beurteilung"). Der Gutachter nimmt ausführlich Stellung zu
den MRI-Befunden (vgl. IV-act. 101-16). Das KSSG selbst kam in einer nach dem
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Gutachten (im Mai 2008) durchgeführten EMG-Untersuchung zum Ergebnis, dass keine
Hinweise für eine periphere Neuropathie oder Radikulopathie C5/C6 rechts vorlägen,
was eine rein sensible Radikulopathie nicht ausschliesse (vgl. IV-act. 121-22). Ebenso
zeigte die Abklärung des KSSG bezüglich eines sensibel afferenten Defizits keine
abnormen Befunde (vgl. IV-act. 121-24). Diese Berichte bestätigen die Einschätzung
des ABI, die auf den erhobenen Befunden sowie den Vorakten beruht. Sodann wird im
neurologischen Teilgutachten als Diagnose ein chronisches Zervikalsyndrom, Zustand
nach zwei HWS-Distorsionstraumata ohne radikuläre oder medulläre Reiz- oder
Ausfallerscheinungen, bei degenerativen Veränderungen der HWS (MRI) genannt (vgl.
IV-act. 101-16). Demzufolge geht der Gutachter davon aus, dass die Halswirbelsäule
degenerative Veränderungen aufweist. Diese somatischen Befunde sind in der
Diagnose des chronischen Zervikalsyndroms enthalten (vgl. IV-act. 101-16); sie werden
auch seitens des RAD nicht in Zweifel gezogen. So setzt die RAD-Ärztin im
psychiatrischen Gutachten voraus, dass in somatischer Hinsicht ein chronisches
Zervikalsyndrom nach zwei HWS-Beschleunigungstraumata mit Sehstörungen ohne
radikuläre oder medulläre Reiz- oder Ausfallserscheinungen, bei degenerativen
Veränderungen der Halswirbelsäule, leichter Fehlhaltung und muskulärer Dysbalance
sowie Diskushernien L3/4 und L5/S1 sowie C4/5-6/7 vorlägen (vgl. IV-act. 125-10).
Folglich ist davon auszugehen, dass die Gutachter die mittels MRI festgestellte
Kompression der Wurzel nicht bestreiten. Die Ergebnisse der MRI-Abklärung wurden
ausreichend berücksichtigt und in die Diagnosestellung mit einbezogen.
3.3.2 Der Beschwerdeführer bemängelt im Weiteren, die Beurteilung des ABI
stehe im Widerspruch zu den später erhobenen Befunden von Dr. med. F._. Seinem
Bericht sei zu entnehmen, dass in der Kontrastmitteldarstellung auffällige
Verwachsungen der Wurzelabgänge C4 beidseits festgestellt worden seien. Zudem
habe eine Infiltration der zervikalen Facetten C3-C7 eine erfolgreiche Schmerzlinderung
über mehrere Wochen erbracht. Damit sei bewiesen, dass die Schmerzen des
Beschwerdeführers ihren strukturell nachweisbaren Ursprung in diesem Gebiet hätten.
Dadurch werde die verharmlosende Beurteilung durch das ABI widerlegt (act. G 1 Ziffer
III/10 ff.). Dr. med. F._ diagnostizierte ein zervikospondylogenes Syndrom in
mehreren Etagen mit osteodiscären, degenerativen Veränderungen bei Zustand nach
HWS-Distorsionstrauma 01/2001 und lumbospondylogenes Syndrom, Discushernie
L3/4 und L5/S1 ohne Neurokompression (vgl. IV-act. 116-5 f.). Der wesentliche
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Unterschied zwischen dem Bericht von Dr. med. F._ und dem ABI-Gutachten findet
sich in der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Während das Gutachten von einer
100%igen Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit ausgeht, sieht Dr. med. F._ eine
mindestens um 50% eingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Es ist zu berücksichtigen, dass
die Beurteilung Dr. med. F._s aus therapeutischer Sicht erfolgte. Sein Bericht ist
daher mit einem gewissen Vorbehalt zu würdigen, denn die unterschiedliche Natur von
Behandlungsauftrag und Begutachtungsauftrag muss beachtet werden (vgl. BGE 124 I
175 E. 4; Urteile I 783/05 vom 18. April 2006, und I 506/00 vom 13. Juni 2001). Sodann
nennt er keine wichtigen (nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende)
Aspekte, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_24/2008 vom 27. Mai 2008, E.2.3.2). Zwar stellte Dr.
med. F._ u.a. auffällige Verwachsungen der Wurzelabgänge C4 beidseitig fest.
Bereits die Ärzte des KSSG haben eine Kompression der Nervenwurzel C4 beidseits
festgestellt, jedoch kein morphologisches Korrelat für die vom Beschwerdeführer
beschriebenen Leiden vorgefunden. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass der
Beschwerdeführer davon ausgeht, dass die Infiltration der zervikalen Facetten C3 bis
C7 eine erfolgreiche Schmerzlinderung gebracht habe. Dadurch sei bewiesen, dass die
Schmerzen ihren strukturell nachweisbaren Ursprung in diesem Gebiet hätten (act. G 1
Ziffer III/10). Dies ist zwar möglich, jedoch könnte der Grund für die Verbesserung
ebenso gut in der Umstellung auf die Therapie mit MST liegen, wovon die Ärzte des
KSSG im Bericht vom 26. August 2008 ausgehen (vgl. IV-act. 121-29). Dass dem
Beschwerdeführer aufgrund seiner Leiden Überkopfarbeiten oder langdauernde
Tätigkeiten in Zwangshaltungen nicht mehr zumutbar seien, erscheint angesichts der
Diagnose und der klinischen Befunde plausibel. Die Einschätzung, dass für alle
übrigen, körperlich leichten bis gelegentlich mittelschweren Tätigkeiten, z.B.
Büroarbeiten oder Tätigkeiten als EDV-Techniker, eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
bestehe (vgl. IV-act. 101-16), ist ebenfalls nachvollziehbar. Die Beurteilung des ABI-
Gutachters berücksichtigt die Leiden des Beschwerdeführers ausreichend. Das
neurologische Teilgutachten des ABI ist vollständig und nachvollziehbar. Der Bericht
Dr. med. F._s vermag das ABI-Gutachten nicht in Frage zu stellen.
3.4 Bezüglich dem vom Beschwerdeführer nachträglich eingereichten Bericht von Dr.
med. F._ ist festzuhalten, dass dieser nichts über eine allfällige verbleibende
Arbeitsfähigkeit bzw. Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers aussagt. Dr. med.
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F._ hielt darin lediglich fest, der Beschwerdeführer habe ausser dem traumatischen
Ereignis keine anderen pathologischen Befunde die zu narbigen Verwachsungen im
Bereich der Wurzeln C4 führen könnten. Nachdem der Beschwerdeführer nachweislich
vor seinem Unfall unter keinerlei cervicocephalen Beschwerden gelitten habe, bestehe
sowohl ein zeitlicher Zusammenhang als auch ein pathologischer Befund. Eine
Unfallkausalität mit den vorliegenden Beschwerden sei überwiegend wahrscheinlich
(act. G 25.1). Der RAD hingegen beurteilte nachvollziehbar die peridurale Behandlung
via Katheter durch Dr. F._ nicht als Methode der Wahl, um Verwachsungen von
Nervenabgängen abzuklären. Aufgrund der Ergebnisse der MRI-Untersuchung der
HWS 1/08 und der unauffälligen EMG-Untersuchung 5/08 sei die neurogene Auslösung
der Schmerzen unwahrscheinlich. Sodann lägen keine Ursachen vor, die das Auftreten
solcher Verwachsungen erklären könnten (z.B. eine Verletzung des Gewebes bei einer
HWS-Operation; IV-act. 140-3).
3.5 Zwar ist dem Beschwerdeführer darin beizupflichten, dass Nevenverwachsungen
neurogene Schmerzen verursachen können (vgl. act. G 1 Ziffer III/9 und III/11; 18 Ziffer
III/5), wie dies auch der RAD bestätigt, und dass Befunde auch dann zu
berücksichtigen sind, wenn sie nicht mit der "Methode der Wahl" erhoben worden sind.
Jedoch konnten im Rahmen der MRI- sowie der EMG-Untersuchungen keinerlei
Hinweise gefunden werden, die auf eine neurogene Schmerzauslösung schliessen
lassen. Auch die Untersuchungen des ABI-Gutachters führten zu keinem anderen
Resultat (vgl. IV-act. 101-16). Sodann ist davon auszugehen, dass die
Einstellparameter des MRI-Geräts entsprechend der Fragestellung bestimmt worden
sind. Dass die detaillierten Einstellparameter des MRI im Bericht nicht beschrieben
sind, entspricht gängiger Praxis. Es ist möglich, dass allfällige Nervenverwachsungen
auf den MRI-Bildern vom 18. Januar 2008 nicht erkennbar sind, doch haben die
Radiologen eine Kompression der Nervenwurzel C4 beidseits festgestellt (vgl. IV-act.
101-21) und dennoch daraus geschlossen, dass kein morphologisches Korrelat für die
Leiden des Beschwerdeführers vorliege. Demzufolge gehen die Ärzte davon aus, dass
die vom Beschwerdeführer beschriebenen Leiden nicht durch die Kompression der
Nervenwurzel C4 beidseits ausgelöst werden. Sowohl das EMG vom 5. Mai 2008 und
die Abklärung vom 19. Mai 2008 wie auch die neurologische Untersuchung des ABI-
Gutachters zeigten alle unauffällige Resultate. Gestützt auf die gesamten
Untersuchungsergebnisse sind die Schmerzen des Beschwerdeführers mit
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überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht auf eine neurogene Ursache zurückzuführen.
Aus dem Gesamtkontext der Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer
überwiegend wahrscheinlich (nur) aufgrund psychischer Einschränkungen in der
Arbeitsfähigkeit zu 20% limitiert ist.
3.6 Im Rahmen der Verfahrensleitung kommt dem Versicherungsträger ein grosser
Ermessensspielraum zu, Umfang und Zweckmässigkeit medizinischer Erhebungen zu
bestimmen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_163/2007 vom 6. Februar 2008, E. 3.2).
Die Beschwerdegegnerin hat im vorliegenden Fall diesen Ermessenspielraum in
angemessener Weise genutzt und die durchgeführten Untersuchungen und
medizinischen Abklärungen als ausreichend erachtet, um den Sachverhalt genügend
und entsprechend dem Grundsatz der überwiegenden Wahrscheinlichkeit festzustellen.
Auf weitere Abklärungen hat die Beschwerdegegnerin verzichten dürfen, sind davon
doch keine neuen Erkenntnisse zu erwarten.
3.7 Wie aus den Akten hervorgeht, wurde dem Beschwerdeführer das rechtliche
Gehör vollumfänglich gewährt. Er hatte Einsicht in die Akten, konnte sich zu den
tatsächlichen Fragen äussern und bei der Sachverhaltsfeststellung mitwirken.
4.
4.1 Abschliessend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin bei der Bemessung
des Invaliditätsgrades zu Recht auf das internistisch/allgemeinmedizinische und das
neurologische ABI-Gutachten sowie das psychiatrische RAD-Gutachten abgestellt hat.
Neurologisch besteht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer
Sicht ist die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers generell um 20% eingeschränkt.
Aus den Gutachten ergibt sich somit, dass beim Beschwerdeführer eine
Arbeitsfähigkeit von gesamthaft 80% besteht.
4.2 Da der Beschwerdeführer als Selbständigerwerbender tätig war, hat die
Beschwerdegegnerin einen Betätigungsvergleich vorgenommen. Dieser basiert jedoch
allein auf den Angaben des Versicherten und weicht zudem wesentlich von der in den
Gutachten festgestellten Arbeitsfähigkeit ab. Auch der Auszug aus dem individuellen
Konto (IV-act. 26) weist stark unterschiedliche Einkommen aus und lässt daher keine
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abschliessende, zuverlässige Beurteilung des hypothetischen Einkommensverlaufs zu
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_324/2008 vom 6. Januar 2009, E. 3.2.1). Ein
Durchschnittswert wäre somit nicht aussagekräftig. Es rechtfertigt sich überdies, in
casu einen Prozentvergleich vorzunehmen (vgl. BGE 114 V 310 E. 3a, 104 V 135 E. 2).
Gemäss dem neurologischen Teilgutachten sind dem Beschwerdeführer
Überkopfarbeiten oder langdauernde Tätigkeiten in Zwangshaltungen nicht zumutbar.
Für alle übrigen, körperlich leichten bis gelegentlich mittelschweren Tätigkeiten wie z.B.
auch Büroarbeiten oder Tätigkeiten als EDV-Techniker bestehe eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 101). Aus dem psychiatrischen Gutachten des RAD geht
hervor, dass der Beschwerdeführer in bisheriger und adaptierter Tätigkeit zu 80%
arbeitsfähig sei (vgl. IV-act. 125). Daraus folgt, dass der IV-Grad des
Beschwerdeführers sicherlich unter 40% liegt und daher keine Rente begründet (vgl.
Art. 28 Abs. 2 IVG). Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen.
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200.-- bis 1000.-- Franken festgelegt.
Als unterliegende Partei hat der Beschwerdeführer die Gerichtskosten zu bezahlen (vgl.
Art. 95 Abs. 1 VRP). Diese sind ermessensweise auf Fr. 600.-- zu veranschlagen. Mit
dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist die geschuldete Gerichtsgebühr
getilgt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP