Decision ID: e4456304-62f5-43c2-8081-9e69896a00f9
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1962,
war
seit 1996
als selbständiger Markthändler
für Schmuck, Accessoires und Esswaren
erwerbstätig
(Urk. 10
/5/5
und
10/10
).
Während der letzten Jahre
weilte er seinen
eigenen
Angaben zufolge
jeweils
von Mitte Januar bis Anfang April
in den Ferien (Urk. 10/10
/1
).
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabili
tation, attestierte dem Versicherten
wegen eines chronischen
my
ofaszialen
Schmerz
syndroms
thorakoscapulär
links bei Status nach verschie
denen Hernien
- und Zwerchfelloperationen
ab dem 1
9.
Mai 201
4 eine 100%ige und ab dem 1
7.
Juni 2014 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 10/6/1
,
10/9
und 10/18/7
).
Am 8.
Juli
20
14
meldete
sich der Versicherte bei der
Sozial
versicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk.
10
/
5
). Diese
zog die Akten des Krankentaggeldversicherers bei (
Urk.
10/6) und tätigte weitere medizinische
(
Urk.
10/9, 10/15, 10/16, 10/18
, 10/22, 10/23, 10/30 und 10/34
)
und erwerbliche
(
Urk.
10/11, 10/13, 10/14
und 10/29)
Ab
klärungen.
Mit Schreiben vom 1
8.
Dezember 2014 teilte
sie
dem Versicherten den Abschluss der Arbeitsplatzerhaltung mit, da er mitgeteilt habe, er
benö
tige
keine Unterstützung, und stellte
ihm
eine separate Verfügung betreffend den Rentenanspruch in Aussicht (
Urk.
10/25).
Mit Vorbescheid vom
12
.
Mai
201
5
kündigte
die IV-Stelle dem Versicherten die Abweisung des Leistungsbegehrens
an
(Urk.
10/37
).
Es wurde darauf ein Arztbericht vom 2
9.
Januar 2015 eingereicht (
Urk.
10/38)
. Die IV-Stelle ver
neinte mit Verfügung vom
25
. J
uni
2015 einen Leistungsanspruch (Urk. 2 =
10/39
).
2.
Gegen die Verfügung vom
25. Juni 2015
liess der Versicherte, vertreten
durch Rechtsanwalt
David Husmann
, mit Ein
gabe vom
27
.
August
2015 (U
rk. 1) Beschwerde erheben mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei
en
ihm
die gesetzlichen Leistungen
zuzusprechen, namentlich
sei ihm
eine halbe Invalidenrente
auszurichten
. Eventualiter sei das Verfahren zur Einholung eines medizinischen interdisziplinären Gutach
tens an die Vorinstanz zurückzuweisen. Alles
unter
Entschädigungs
folge
zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1 S.
2). Die IV-Stelle schloss am
26
.
November
2015 auf
Abweisung der Beschwerde (Urk. 9
). Mit Verfügung
vom 2
7
.
November 2015
wurde
dem Beschwerdeführer
die
Beschwerdeant
wort
zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 11
).
Er liess m
it Eingabe vom 1
4.
August 2016 (
Urk.
12) drei weitere Arztberichte aus dem Jahr 2016
einreichen (
Urk.
13/1-3)
. Gleichzeitig
liess er den
Eventualantrag bezüglich einer Begut
achtung insofern modifizier
en
, als
aus verfahrensökonomischen Gründen nich
t
ein polydisziplinäres, sondern
lediglich ein
bidisziplinäres
Gutachten be
treffend
die Fachbereiche Gastroenterologie und Psychiatrie
einzuholen sei (
Urk.
12 S. 4).
Am 8.
September 2016 verzichtete die
Be
schwerdegegnerin
auf das Einreichen einer Stellungnahme
(
Urk.
15).
Davon wurde
dem Beschwer
de
führer
mit
schriftlicher Mitteilung vom 12
.
September
2016 Kenntnis gege
ben (Urk. 16
).
Auf die einzelnen Ausführungen in den Rechtsschriften und die im
Be
schwer
deverfahren
neu eingereichten Unterlagen (Urk.
13/1-3
) wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und ge
ge
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be
urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechts
anspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Be
weismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlic
h des
Be
weiswertes
eines Arztbe
richtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die
streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch
die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anam
nese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Si
tuation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Aus
schlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweis
mittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
In der angefochtenen Verfügung zog die Beschwerdegegnerin in Betracht, die medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass der Beschwerdeführer an einem
myofaszialen
Schmerzsyndrom leide.
Hierbei handle es sich
um keinen
invalidenversicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschaden,
weshalb
kein
Leistungsanspruch bestehe (
Urk.
2).
Demgegenüber liess der Beschwerdeführer im Wesentlichen den Standpunkt vertreten, es treffe nicht zu, dass ein
myofasziales
Schmerzsyndrom per se keine leistungspflichtige Erkrankung sei.
Er leide darüber hinaus
an
gastro
enterologischen
und psychischen Beschwerden, welche interdisziplinär abge
klärt hätten werden müssen (
Urk.
1).
Mit den im Verlauf des
Beschwerdever
fahrens
beigebrachten neuen Arztberichten (
Urk.
13/1-3) sei zudem belegt, dass bereits bei Erlass der angefochtenen Verfügung am 25. Juni 2015 ein
Hiatush
ernien
-Rezidiv und der Verdacht auf eine
Fistulierung
bestanden hätten. Die geklagten Schmerzen seien daher somatisch erklärbar (
Urk.
12).
3.
3.1
Die Anmeldung zum Leistungsbezug erfolgte
im
Juli
20
14
(
Urk. 1
0
/
5
)
. Es steht somit ein Rentenanspruch ab dem 1.
Januar
201
5
zur Diskussion (Art. 29 Abs. 1 IVG).
Es ist folglich zu prüfen
, wie sich die medizinischen Verhältnisse, namentlich die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit, zwischen dem 1.
Januar
20
14
(vgl. Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG) und der ange
fochtenen Verfü
gung vom
25. Juni 2015
präsentierten. Diesbezüglich lässt sich den vo
rin
stanz
lichen Akten Folgendes entnehmen:
3.2
Wie bereits einleitend festgehalten, attestierte Dr.
Y._
wegen des chroni
schen
myofaszialen
Schmerzsyndroms ab dem 1
9.
Mai 2014 eine 100%ige und ab dem 1
7.
Juni 2014 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 10/6/1, 10/9 und 10/18/7). Ab dem 2
1.
Juli 2014 beurteilte
Dr.
Y._
den Versicherten wieder als zu 100
%
arbeitsunfähig (Urk. 10/18/7)
.
3.3
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, hielt in seinem Bericht vom 2
8.
August 2014 fest, er
behandle
den
Versicherten
seit Juli 2011 und
habe ihn
im August 2014 letztmals untersucht.
Dr.
Z._
stellte die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 10/16/1):
-
Status nach
laparoskopischer
Fundoplicatio
-Operation Re
-Oper
a
t
ion bei
paraesophagealem
Rezidiv einer
Hiatushernie
-
Chronische
Abdominalbeschwerden
-
Chronische Rückenschmerzen
-
Reaktive Depression durch chronische Schmerzen.
Aktuell bestehe sowohl in der bisherigen als auch in einer
behinderungs
ange
passten
Tätigkeit eine 50%ige Arbeits
un
fähigkeit
(Urk.
10/
16/
2-3).
Seinem Bericht legte
Dr.
Z._
diverse Vorberichte
(vgl.
Urk.
10/16/5-1
9)
,
unter anderem einen Verlaufsbericht des
A._
vom 17.
Dezember
2012 bei (Urk.
10/16/5-7). Demnach habe man nach zwei Konsultationen
vom
9.
November und
5.
Dezember 2012 eine chronische Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) und eine kombi
nierte
Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen und paranoiden Anteilen (ICD-10: F61) diagnostiziert (
Urk.
10/16/5).
Auf der Grundlage einer real vorhandenen somatischen Pathologie (Status
nach Operation bei Zwerchfelldurchbruch) habe sich eine funktionelle
Sch
merz
störung
entwickelt, die dem Versicherten einerseits einen inhärenten Leidensdruck verursache, andererseits als Konversion intrapsychischer Kon
flikte (hier vor allem Zukunftsängste, Entscheidungsambivalenzen, massive
Beziehungskonflikte, nicht integrierte narzisstische Kränkungen in der Lebens
geschichte) auf die somatische Ebene einen deutlichen sekundären
K
rank
heits
gewinn
in Form einer Legitimation von Blockade und
Bearbei
tungs
auf
schub
psychosozialer Belastungsfaktoren beinhalte. Die Störung schütze
ihn vor der sonst anzunehmenden massiven narzisstischen Kränkung in Form
von Entmachtungs-, Enttäuschungs- und
Abhängigkeits
erleben
(
Urk.
10/
16/6)
.
Ermöglicht, verstärkt und gefördert werde diese Störung wesentlich durch die Ängste, die Selbstwertproblematik, die Inkonstanz der Selbstwahrnehmung und durch das grundsätzliche Misstrauen gegenüber Konstanz, Sicherheit und Wohlwollen von Bindungsstrukturen, die dem Versicherten als Ausdruck seiner Persönlichkeitsstörung innewohnten und welche somit die dem aktu
ellen Leiden massgeblich zugrundeliegende Störung darstelle (Urk. 10/16/6). Man empfehle die Aufnahme einer multimodalen psychiatrischen Behand
lung mit psychopharmakologischer Medikation und die Aufnahme einer psy
chotherapeutischen Behandlung, wozu man auch dem Versicherten bei der nächsten Konsultation am 1
4.
Januar 2013 raten werde (
Urk.
10/16/7).
3.4
I
n seinem Bericht
zu
Handen
der IV-Stelle
diagnostizierte
Dr.
Y._
am
11. September 2014
erneut ein
myofasziales
Schmerzsyndrom,
schulter
gür
tel
betont
bei einem
Rezidiv einer
Hiatushernie
mit Status nach
laparos
kopi
sch
er
Fund
oplicatio
(Urk. 10/18/6).
Überdies führte
Dr.
Y._
aus,
der
Versicherte
befinde sich seit
dem 3.
A
pril 2006
in seiner
ambulant
en Behandlung
. Es bestünden belastungs- und
be
wegungsabhängige
myofasziale
Beschwerden und Schmerzen im Be
reich des Schultergürtels, akzentuiert bei der linken
Scapula
und der betei
ligten Mus
ku
latur. Durch physiotherapeutische Massnahmen und Analgetika sei es je
we
ils zu einer Besserung gekommen (
Urk.
10/18/6).
Dr.
Y._
bestätigte die
in der Vergangenheit
attestierten Arbeitsunfähig
keiten und hielt fest, vo
m 2
1.
Juli bis zum 3
0.
September 2014 bestehe wie
der eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Es bestünden belastungsabhängige muskuläre Schmerzen, die bei mittelschweren manuellen körperlichen Tätig
keiten aufträten (Urk. 10/18/7).
Zur
Beurteilung und Zusammenfassung
legte
Dr.
Y._
ferner
dar
, der Ver
si
cherte habe mehrere Eingriffe wegen einer
Hiatushernie
(
Fundoplicatio
) hinter sich, die sich negativ auf die Muskulatur ausgewirkt hätten. Bei schon leichten und mittleren körperlichen Tätigkeiten komme es zu muskulären Be
schwerden im Rahmen einer massiven Muskelverspannung und
zu
schmerz
ha
fte
n
Triggerpunkte
n
, die eine längere vorübergehende Arbeitsun
fähigkeit als Marktfahrer notwendig machten.
Dr.
Y._
regte an, z
ur Be
urteilung der Arbeitsfähigkeit
den
Magen-Darm-Spezialist
en
Prof.
Dr.
med.
B._
von der
C._
beizuziehen (
Urk.
10/18/7).
3.5
Prof.
Dr.
B._
, Facharzt FMH für Gastroenterologie,
führte in seinem Be
richt vom 2
2.
Oktober 2014 die folgenden Diagnosen auf (
Urk.
10/23/1-2):
1.
Gastroösophageale
Refluxerkrankung
bei axialer
Hiatushernie
mit
Kardi
ainsuffizienz
:
-
Gastroskopie 2000: Grosse axiale
Hiatushernie
, offene
Kardia
, leichte Gastritis, normale
Duodenalbiopsien
-
pH-Manometrie Dezember 2001: ausgeprägter saurer
gastroöso
phagealer
Reflux, leicht verminderte propulsive Peristaltik im distalen Ösophagus
-
Status nach
Fundoplicatio
nach Nissen (2002)
-
Gastroskopie Juni 2003: normal, regelrechte
Fundoplicatio
-
Gastroskopie März 2005: grosse
par
ö
sophageale
Rezidivhernie
-
Status nach Verschluss der
Rezidivhernie
mit
Prolen
-Netz,
Crurorrhaphie
, Korrektur der Manschettendislokation und Re-
Fundoplicatio
nach Nissen (2006)
-
Ga
s
troskopie Juni 2010 und Juli 2012: normal bei Status nach
Fundoplicatio
, milde,
Helicobacter
-negative
Antrumgastritis
:
-
Essensreste im Magen bei 10hr
Nahrungskarenz (2012)
-
Ö
sophaguspassage
August 2012: normal, mögliche Essensreste im Magen?
-
Ga
s
troskopie 12.08.2014:
Fundoplicatio
regelrecht, wenig gal
lige Flüssigkeit im Magen, minimale
Helicobacter
-negative
An
trumgastritis
-
Duodenalbiopsien
: leichte
intraepitheliale
Lymphozytose ohne Zottenatrophie (Marsh 1)
-
Magenentleerungsszintigraphie 14.08.2014: normal
Ö
sophaguspassage
09.09.2014: normal, leicht verzögerter gastro
duodenaler Übertritt
-
High-Resolution-
Ö
sophagus-Manometrie 01.10.2014: leichte
hy
poton
e
Motilitätsstörung des Ö
sophagus, vorwiegend propulsive Kontraktionen und zeitgerechte Relaxation des un
teren
Ö
sophagussp
h
inkter
2.
Status nach milder Soor-
Ö
sophagitis
(2008 und 2010)
3.
Normale
Ileokoloskop
i
e
(12.08.2014)
4.
Status nach Operation einer indirekten
Inguinalhernie
rechts (Oktober 2012)
5.
Chronisches
myofasziales
Schmerzsyndrom
6.
Status nach
Tympanoplastik
und
Incus
-Interposition rechts 1995
7.
Status nach Tonsi
l
lektomie.
Der Versicherte habe sich wegen Schmerzen im linken Oberbauch (Druck), zum Teil verstärkt beim Bücken u
nd nach dem Essen
,
gemeldet. Er könne
we
der Aufstossen noch Erbrechen. Im Vordergrund stünden Schmerzen hinter
dem Brustbein distal beim Essen, so dass er nachtrinken müsse
(Urk. 10/23
/2)
.
Die ausgedehnten Abklärungen hätten keine wesentliche Pathologie ergeben, welche die klinischen Symptome eindeutig erklären könnte. Der Versicherte sei Veganer und esse viel Rohkost. Möglicherweise blieben
Speiseboli
kurz
fristig am
gastroösophagealen
Übergang stecken und es entstünden
Ö
sop
h
a
gusspasmen
. Prof.
Dr.
B._
habe ihm empfohlen, möglichst häufig kleine Mahlzeiten einzunehmen und sehr gut zu kauen. Beim Auft
reten von akuten Schmerzen könn
e er einen Nitrospray verwenden. Zusätzlich
sollte
er
Motilium
lingual
regelmässig 30 Minuten vor den Mahlzeiten einnehmen, um eine mögliche leicht verzögerte Magenen
tleerung zu beschleunigen (Urk.
10/23/2).
3.6
Am 1
9.
Januar 2015 stellte sich der Versicherte notfallmässig bei
Dr.
med.
D._
in
Lattes
(Frankreich)
vor, da
er an sehr schmerzhaften
gast
ro
enterologischen
Problemen leide
(
Urk.
10/30/1)
.
Am 2
0.
Januar 2015 wur
den in der
E._
bildgebende Untersuchungen durchgeführt, die keine auffälligen Befunde ergaben (Urk. 10/30/4-9).
Dr.
D._
überwies den Versicherten darauf
für weiterführende Untersu
chungen
i
ns
F._
(
Urk.
10/30/1).
Dort
wurde gemäss
Prof.
G._
endoskopisch
eine
einfache Gastritis
festgestellt. Bei
der radiologischen Untersuchung mittels TOGD
ergaben sich überdies
Anhalts
punkte für eine
Hiatushernie
.
Dr.
G._
habe
dem Versicherten
anlässlich der Untersuchung am 26. Januar 2015
die Risiken eines erneuten chirurgischen Eingriffes erklärt und eine konservative Behandlung empfohlen. Er habe dem Versicherten geraten, keine schweren G
ewichte zu tragen und eine stri
kte Diät einzuhalten (
Urk.
10/30/2).
3.7
In einem weiteren Bericht der
C._
vom 2
9.
Januar 2015 (Urk. 10/38) wiederholte
Dr.
med. H._
, Fachärztin F
M
H für Gastroenterologie, die bereits von Prof.
Dr.
B._
gestellten Diagnosen.
Zur Anamnese hielt sie fest, der Versicherte habe seit sieben bis acht Monaten einen trockenen Husten und rezidivierende Schmerzen am
g
a
stroösopha
gealen
Übergang. Er habe sich in einem
F._
vorgestellt, als die Beschwerden sehr stark gewesen seien. Dort seien eine
Röntgenkontrast
mittel-Untersuchung
in Trendelenburg-Position und eine MRI-Untersuchung durchgeführt worden, worauf der Verdacht auf eine kleine
Rezidivhernie
ge
äussert worden sei. Aus der Vorgeschichte seien ein Status nach
Fundoplica
tio
nach Nissen (2002) und ein Status nach Re-Operation wegen einer
Re
zidivhernie
(2006) bekannt. Zurzeit nehme der Versicherte
Pantozol
2 x 40 mg und bei Bedarf
Dafalgan
ein (
Urk.
10/38/2).
In der aktuellen Kontroll-Gastroskopie
zeige
sich ein normaler
gastroösopha
gealer
Übergang mit regelrechter Manschettenlage bei Stat
us nach
Fundopli
catio
. Fraglich sei eine minimale
paraösophageale
Hernie, die aber klinisch kaum relevant sein dürfte. Der Versicherte habe am
5.
Februar 2015 einen Besprechungstermin bei Prof.
I._
und werde dann die Befunde aus Frank
reich mitbringen. Nach der Beurteilung sämtlicher Befunde werde über das weiter
e
Prozedere entschieden werden können (Urk. 10/38/2).
3.
8
Am
2
2.
April 2015
wurde
i
n der Klinik für Gastroenterologie und Hepatolo
gie des
J._
eine
Gastroskopie
durchgeführt
(Urk.
10/34
/1
und
10/34/2).
Gemäss dem
dazu verfassten Bericht vom 30.
April
2015 (
Urk.
3
= 10/34/2-3)
wurden eine
chronifizierte
Hemithorakal
gie
links nach zwei
maliger
Fundoplicatio
,
ein
myo
f
asziale
s
Schmerzsyndrom zervikal links
und eine kleine
Rezidiv
h
erniation
durch die Manschette bei Status nach zwei
maliger
Fundopli
c
atio
diagnostiziert (
Urk.
10/34/2).
Analog zur Zweitmeinung
der Gastroenterologie
in
Montpellier habe man eine kleine
Herniation
durch die Manschette gefunden, die endoskopisch und mittels Kontrastmittelabgabe in der gleichen Sitzung habe nachgewiesen werden können. Dieser Befund möge zu einem gewissen Teil eine
Dys
- und
Odynophagie
erklären. Aufgrund der Endoskopie sei aber aktuell von einer Re
vision abzuraten. Das
chronifizierte
Schmerzsyndrom links möge mit den Operationen zusammenhängen, es werde aber durch eine erneute Re-Opera
tion oder aber die Manschettenkorrektur kaum positiv beeinflusst werden können. Die kleine
Herniation
, welche nicht einem vollständigen
Sl
ipping
entspreche, erkläre aus der
Sicht
des beurteilenden Arztes
die geklagten
Thoraxschmerzen
nicht (
Urk.
10/34/3).
4.
Aus den
im Beschwerdeverfahren neu eingereichten
medizinischen Un
t
erla
gen
geht hervor, dass am 15. Juni 2016 in
der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie des
J._
eine weitere Gastroskopie
durch
geführt wurde
, welche
zusammengefasst
dieselben Befunde ergab wie
die letzte
am 2
2.
April 2015
(Urk.
13/1).
Wegen des
geklagten Leidensdruck
s
wurde der
Beschwerdeführer
zur erneuten
chirurgischen
Beurteilung an Prof.
Dr.
med.
K._
, Facharzt FMH für
Viszeralchirurgie
, überwiesen
mit der Frage, ob eine Lösung der Manschette bei der kleinen
Herniation
über
der Manschette mit einem nicht entfernbaren Fadenrest indiziert sei
(Urk.
13/2).
Dem
Bericht
von
Dr.
K._
vom 28. Juni 2016 zufolge wurde der Verdacht auf ein Rezidiv der axialen Hernie bestätigt. Eine
Fistulierung
an der Fadenreststelle konnte nicht mit Sicherheit
ausgeschlossen
werden. Man habe mit dem Versicherten verschiedene chirurgische
Therapiemöglich
keiten
mit den jeweiligen Risiken besprochen. Er habe sich zunächst gegen ein operatives Prozedere entschieden und werde sich erneut melden, sobald der Leidensdruck grösser werde (
Urk.
13/3).
5.
Aufgrund der geschilderten medizinischen Aktenlage steht fest, dass
spätes
tens
seit Januar 2015 wieder eine
Hiatushernie
vorlag (
Urk.
13/1-3, 10/30/2, 10/34/2 und 10/38/2).
Mit den im Beschwerdeverfahren neu eingereichten Unterlagen ist darüber hinaus belegt, dass sich in der Nähe ein Fadenrest be
findet und eine
Fistulierung
an der Fadenreststelle
zumindest
nicht ausge
schlossen werden konnte (
Urk.
13/1-3). Ob und inwieweit diese Befunde eine objektiv begründbare Arbeits
un
fähigkeit bewirken, lässt sich mit den vor
handenen Unterlagen nicht beantworten und bedarf der Abklärung. Es wird
insbesondere
fachärztlich zu erörtern sein, ob die beschriebenen muskul
ä
ren Beschwerden und Schmerzen
(vgl.
Urk.
10/18/6-7)
auf die erwähnten Be
funde oder auf eine andere Ursache zurückzuführen sind. Als
mögliche
andere Ursache
sind
nicht nur psychische Leiden (vgl.
Urk. 10/16/5-7
), son
der
n auch somatische Gründe in Betracht zu ziehen, weshalb sich
–
entgegen der
von Seiten des
Rechtsvertreter
s
des Beschwerdeführers vertretenen Auf
fassung
(
Urk.
12 S.
4) –
nicht nur eine bi-, sondern
eine polydisziplinäre Begut
achtung aufdrängt.
Mit derselben sind
zusätzliche medizinische Abklä
rungen grundsätzlicher Natur erforderlich, welche die Beschwerdegegnerin vorzu
nehmen haben wird. Der angefochtene Entscheid ist daher aufzuheben die Sache ist zur Durchführung der not
wendigen Abklärungen und zu neuer Entscheidung an die
Beschwerde
gegnerin
zurückzuweisen (§ 26 des Gesetzes über das Sozial
versicherungsgericht;
GSVGer
). In diesem Sinne ist die Be
schwerde gutzuheissen.
6.
6.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.--
bis 1‘000.-- festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.
--
festzu
setzen. Nach ständi
ger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als voll
ständiges Obsiegen der
beschwerdeführenden
Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 mit Hinweisen). Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
6.2
Überdies hat der obsiegende Beschwerdeführer Anspruch auf den Ersatz der Parteikosten (§ 34 Abs. 1
GSVGer
). Die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung wird ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens
be
messen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
). Vorliegend erscheint eine
Prozess
entschädi
gung
von Fr. 1‘800.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als ange
mes
sen.