Decision ID: c199a98a-ca09-5fe8-927d-3f76e940f8d3
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y., geboren am 13. Juni 1984, legte im Frühjahrssemester 2011 an der Universität
St. Gallen in einem zweiten Versuch die Fachprüfung Informations-, Medien- und
Technologiemanagement auf der Bachelorstufe ab. Mit Verfügung vom 1. September
2011 wurde ihm mitgeteilt, dass die Prüfung mit der Note 3.0 bewertet worden sei, was
6.00 Minuskreditnotenpunkte ergebe. Mit diesem Ergebnis wurde die höchstmögliche
Anzahl von Minuskreditnotenpunkten von 18.00 im Wiederholungsfall überschritten,
was zur Folge hat, dass die Ausbildung im gleichen Studienschwerpunkt nicht mehr
fortgesetzt werden kann (Art. 23 lit. c in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 der
Prüfungsordnung für die Bachelor-Ausbildung der Universität St. Gallen, abgekürzt PO
BA, abrufbar unter www.unisg.ch).
Gegen die Notenverfügung erhob X.Y., vertreten durch Rechtsanwalt Burkard J. Wolf,
Zürich, Rekurs bei der Rekurskommission der Universität St. Gallen. Er beantragte, die
Note in Informations-, Medien- und Technologiemanagement sei um mindestens eine
halbe Note anzuheben und eventuell sei ihm ein Wiederholen der Prüfung in einer um
30 Minuten verlängerten Prüfungszeit in einem ungestörten Raum zu gestatten. Die
Rekurskommission wies den Rekurs am 12. März 2012 ab und bestätigte die Note 3.0
(schlecht).
http://www.unisg.ch
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B./ Am 11. April 2012 erhob X.Y. gegen den Entscheid der Rekurskommission vom
12. März 2012 Rekurs beim Universitätsrat. Er stellte die Rechtsbegehren, der
angefochtene Entscheid und die Verfügung vom 1. September 2011 seien aufzuheben
und es sei ihm Gelegenheit zu geben, die Prüfung im Fach Informations-, Medien- und
Technologiemanagement zu wiederholen. Dabei seien die Prüfungsbedingungen unter
dem Aspekt seiner Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS-Störung)
adäquat und rechtsgleich im Verhältnis zu anderen entsprechend betroffenen
Studierenden auszugestalten, indem ihm für die nämliche Prüfung ein Zeitzuschlag von
30 Minuten zu gewähren und zum ablenkungsfreien Arbeiten ein eigener Raum
zuzuweisen sei. Der Universitätsrat wies den Rekurs am 1. Oktober 2012 ab. Der
Entscheid wird im Wesentlichen damit begründet, wer aufgrund einer Beeinträchtigung
in seiner Leistungsfähigkeit darauf angewiesen sei, dass bei Prüfungen auf seine
spezielle Situation Rücksicht genommen werde, habe die Prüfungsbehörden
entsprechend zu informieren. Vom Rekurrenten als einem Studierenden der Universität
St. Gallen hätte erwartet werden dürfen, dass er von der Möglichkeit von
Prüfungserleichterungen Kenntnis nehme und sich darauf berufe. Weil er erst nach der
Prüfung auf seine Behinderung hingewiesen habe, bestehe kein Anspruch auf
Annullation der Prüfung.
C./ Am 23. Oktober 2012 erhob X.Y. gegen den Entscheid des Universitätsrats vom 1.
Oktober 2012 Beschwerde beim Verwaltungsgericht. Innert erstreckter Frist stellte er,
vertreten durch Rechtsanwalt Prof. Dr. Tomas Poledna, Zürich, am 26. November 2012
folgende Rechtsbegehren: der angefochtene Entscheid sei aufzuheben (Ziff. 1), es sei
ihm zu gestatten, die Fachprüfung Informations-, Medien- und
Technologiemanagement am nächstmöglichen Prüfungstermin in einem ungestörten
Raum und mit einer um 30 Minuten verlängerten Prüfungszeit zu wiederholen (Ziff. 2),
die Vorinstanz sei zu verpflichten, die Voraussetzungen und das Verfahren betreffend
Nachteilsausgleiche für behinderte Studierende in zureichender Form zu veröffentlichen
(Ziff. 3), alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (Ziff. 4).
Der Universitätsrat, vertreten durch den Dienst für Recht und Personal des
Bildungsdepartements, nahm am 18. Dezember 2012 Stellung und beantragte, die
Beschwerde sei unter Kostenfolge zu Lasten des Beschwerdeführers abzuweisen. X.Y.
machte innert erstreckter Frist am 21. Januar 2013 durch seinen Rechtsvertreter von
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der Möglichkeit, eine zusätzliche Vernehmlassung einzureichen, Gebrauch. Am 22.
April 2013 gab er eine neue Publikation "Der hindernisfreie Zugang zu Bildung -
Pflichten der Hochschule" von Dr. Eylem Copur und Prof. Dr. Kurt Pärli, Jusletter vom
15. April 2013, abrufbar unter www.jusletter.ch, zu den Akten und ersuchte darum, es
sei dem Postulat, wonach der Nachteilsausgleich durch die Hochschule
rechtsverbindlich zu regeln, transparent zu kommunizieren und rechtsgleich
umzusetzen sei, Nachachtung zu verschaffen. Der Universitätsrat erhielt Kenntnis von
den neuerlichen Eingaben vom 21. Januar und 22. April 2013.

in Erwägung gezogen:
1. Die Sachurteilsvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen:
1.1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist unter Vorbehalt von
Ziff. 1.2 hiernach gegeben (Art. 59bis Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Sodann ist X.Y. zur Beschwerde
legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP), und die Beschwerdeeingabe
vom 23. Oktober 2012 und ihre Ergänzung vom 26. November 2012 erfüllen die
gesetzlichen Anforderungen in zeitlicher, sachlicher und inhaltlicher Hinsicht (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP).
1.2. Nach Art. 59bis Abs. 1 VRP beurteilt das Verwaltungsgericht Beschwerden u.a.
gegen Entscheide des Universitätsrates, sofern kein ordentliches Rechtsmittel an eine
Verwaltungsbehörde oder eine verwaltungsunabhängige Kommission des Bundes oder
an das Bundesverwaltungsgericht offensteht. Zur Beschwerde berechtigt ist, wer an
der Änderung oder Aufhebung der Verfügung oder des Entscheides ein eigenes
schutzwürdiges Interesse dartut (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die
Aufsicht über den Universitätsrat obliegt dagegen dem Kantonsrat und der Regierung
(Art. 6 und 7 des Gesetzes über die Universität St. Gallen, sGS 217.11, abgekürzt UG).
Soweit der Beschwerdeführer beantragt, die Vorinstanz sei zu verpflichten, die
Voraussetzungen und das Verfahren betreffend Nachteilsausgleiche für behinderte
Studierende in zureichender Form zu veröffentlichen (vgl. dazu Art. 9 Abs. 1 lit. a UG),
kann auf die Beschwerde somit mangels Zuständigkeit nicht eingetreten werden.
1.3. Auf die Beschwerde ist im Übrigen im Sinn der Erwägungen einzutreten.
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2. (...).
3. Der Beschwerdeführer stellt nicht in Abrede, dass er sich seit Beginn seines
Studiums der Betriebswirtschaftslehre im Jahr 2005 gegenüber den zuständigen
Stellen der Universität St. Gallen nie darauf berufen hat, er leide an einer ADHS-
Störung, an Legasthenie und an Dyslexie bzw. er beanspruche krankheitsbedingte
Nachteilsausgleiche. Unbestritten ist sodann, dass bei Beeinträchtigungen wie ADHS-
Störungen oder Dyslexie gestützt auf Art. 8 Abs. 2 der Bundesverfassung (SR 101,
abgekürzt BV) und auf die Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes
(SR 151.3, abgekürzt BehiG) unter Umständen ein Anspruch auf Anpassung der
Prüfungsbedingungen besteht (E. 3 des angefochtenen Entscheids). Die Vorinstanz
stellt sich aber auf den Standpunkt, wer aufgrund einer Beeinträchtigung in seiner
Leistungsfähigkeit darauf angewiesen sei, dass diesem Umstand bei Prüfungen
Rechnung getragen werde, habe die Prüfungsbehörden vorgängig zu informieren.
Umstände, die der Prüfungskandidat erst nach der Prüfung geltend mache, obschon er
sie bereits vor der Prüfung gekannt habe, würden unberücksichtigt bleiben. Der
Beschwerdeführer stellt nicht in Abrede, dass er darauf verzichtet hat, sich vor der zur
Diskussion stehenden Prüfung bei den zuständigen Stellen auf Beeinträchtigungen in
seiner Leistungsfähigkeit zu berufen, hält aber dafür, die Universität St. Gallen habe
das Diskriminierungsverbot verletzt und sie sei ihrer Informationspflicht bezüglich
Prüfungserleichterungen für Studierende mit Behinderungen nicht nachgekommen.
4. Der Beschwerdeführer macht geltend, der angefochtene Entscheid verletze das
Diskriminierungsverbot von Art. 8 Abs. 2 BV, weil er ohne Nachteilsausgleich
gegenüber gesunden Studierenden nicht in der Lage gewesen sei, sein Können und
Wissen anlässlich der zur Diskussion stehenden Prüfung wiederzugeben.
4.1. Nach Art. 8 Abs. 1 BV sind alle Menschen vor dem Gesetz gleich. Nach Art. 8 Abs.
2 BV darf niemand diskriminiert werden, namentlich nicht wegen der Herkunft, der
Rasse, des Geschlechts, des Alters, der Sprache, der sozialen Stellung, der
Lebensform, der religiösen, weltanschaulichen oder politischen Überzeugung oder
wegen einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung. Durch Art. 8 Abs. 2
BV soll namentlich einer Stigmatisierung und einem gesellschaftlichen Ausschluss
wegen körperlicher oder geistiger Auffälligkeit entgegengetreten werden (R.J.
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Schweizer, in: Ehrenzeller/Mastronardi/Schweizer/Vallender (Hrsg.), St. Galler
Kommentar BV, 2. Aufl., St. Gallen/Zürich 2008, N 70 zu Art. 8 BV, BGE 134 II 252
E. 3.1). Nach Art. 8 Abs. 4 BV sieht das Gesetz Massnahmen zur Beseitigung von
Benachteiligungen der Behinderten vor. Art. 8 Abs. 4 BV beinhaltet kein individuelles,
justitiables Grundrecht, sondern einen Gesetzgebungsauftrag. Gegen
Diskriminierungen haben sich Behinderte auf Art. 8 Abs. 1 und 2 BV zu berufen (M.
Bigler-Eggenberger, in: Ehrenzeller/Mastronardi/Schweizer/Vallender, a.a.O., N 101
und N 111 zu Art. 8 BV). Als Benachteiligung im Sinn von Art. 8 Abs. 4 BV und Art. 2
Abs. 2-5 BehiG gilt eine grundlose rechtliche oder tatsächliche Schlechterstellung und
eine fehlende unterschiedliche Behandlung, obwohl eine solche zur tatsächlichen
Gleichstellung notwendig wäre. Eine unzulässige Benachteiligung kann vorliegen, wenn
Behinderten der Zugang zur Aus- oder Weiterbildung erschwert oder verunmöglicht
wird (M. Bigler-Eggenberger, in: Ehrenzeller/Mastronardi/Schweizer/Vallender, a.a.O.,
N 104 zu Art. 8 BV).
Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass das BehiG auf kantonale
Bildungsangebote nicht direkt anwendbar ist, dass es aber als Leitlinie herangezogen
werden kann und dass seine Bedeutung im Kompetenzbereich der Kantone primär
darin liegt, dass die kantonalen Vorschriften den Gehalt des Diskriminierungsverbots
von Art. 8 Abs. 2 BV konkretisieren (Ziff. B.3.47 der Beschwerdeschrift; vgl. VerwGE ZH
VB.2010.00696 vom 6. April 2011 E. 4.2 mit Hinweis auf BGE 132 I 82 E. 2.3.2,
abrufbar unter vgrzh.ch, und Copur/Pärli, a.a.O., Ziff. 3.2). Zudem sind kantonale
Erlasse mit Blick auf allfällige Förderungs- und Ausgleichsmassnahmen im Licht von
Art. 8 Abs. 4 BV auszulegen (M. Bigler-Eggenberger, in: Ehrenzeller/Mastronardi/
Schweizer/Vallender, a.a.O., N 101 zu Art. 8 BV).
Nach Art. 2 lit. b der Kantonsverfassung (sGS 111.1, abgekürzt KV) sind namentlich
Rechtsgleichheit, Schutz vor jeder Diskriminierung sowie Gleichstellung von Mann und
Frau nach Massgabe der BV gewährleistet.
4.2. Der Beschwerdeführer begründet seinen Standpunkt vorab damit, das
Diskriminierungsverbot nach Art. 8 Abs.2 BV und nach Art. 2 lit. b KV bedeute
insbesondere, dass bei behinderten Prüfungskandidaten spezielle formelle
Prüfungserleichterungen bzw. spezielle Nachteilsausgleiche zu gewähren seien.
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Der Beschwerdeführer beruft sich selber darauf, an der Universität St. Gallen existiere
nachweisbar eine Praxis, wonach Studierenden mit Krankheiten oder Behinderungen
Prüfungsbedingungen im Sinn eines Nachteilsausgleichs gewährt würden (Rz. B.2.44
der Beschwerdeschrift). Dementsprechend hat die Leiterin des Servicezentrums
Studium/Prozesse Planung Prüfungen der Universität St. Gallen, B.C., dem
Beschwerdeführer am 21. Februar 2012 per e-mail bestätigt, dass Studierende
aufgrund verschiedener Krankheiten und Behinderungen wie Dyslexie und Dyskalkulie
besondere Prüfungsbedingungen erhalten haben und erhalten. Zu den
Prüfungserleichterungen gehöre ein Zeitzuschlag und/oder die Benützung von
technischen Hilfsmitteln (act. 22 des Beschwerdeführers). Sodann macht der
Beschwerdeführer selber geltend, der Mitstudentin D.H. und anderen behinderten
Studierenden seien Nachteilsausgleiche gewährt worden, weshalb er Anspruch auf
rechtsgleiche Behandlung habe. Der Vorwurf, der angefochtene Entscheid verletze
Art. 8 Abs. 2 BV und Art. 2 lit. b KV, weil die Universität St. Gallen zwecks Wahrung der
Chancengleichheit von behinderten Studierenden keine Prüfungserleichterungen
vorsehe und im konkreten Fall bei Vorliegen eines entsprechenden begründeten
Antrags auch keine solchen gewährt habe und gewähre, erweist sich deshalb als
unbegründet.
4.3. Der Beschwerdeführer hält weiter dafür, es sei grundsätzlich richtig, dass ein
Nachteilsausgleich davon abhängig gemacht werde, dass die zuständige Stelle über
die Behinderung des Prüfungskandidaten rechtzeitig informiert werde. Die
formalistische Praxis, wonach die verspätete Geltendmachung von Beeinträchtigungen
Verwirkungsfolgen nach sich ziehe, vermöge aber insbesondere dann nicht zu
überzeugen, wenn der behinderte Prüfungskandidat, so wie er selber, nicht bloss an
einer vorübergehenden gesundheitlichen Beeinträchtigung leide. In derartigen Fällen
sei es bei Vorliegen verspäteter Gesuche angezeigt, eine Nachkontrolle oder eine
Wiederholung der Prüfung anzuordnen. In der Lehre (Monika Lichtsteiner Müller (Hrsg.),
Dyslexie, Dyskalkulie, Chanchengleichheit in Berufsbildung, Mittelschule und
Hochschule, Bern 2011, S. 87 ff.) werde sogar die Frage aufgeworfen, ob eine Dyslexie
nicht von Amtes wegen zu berücksichtigen sei, mit der Folge, dass eine Nachkorrektur
der Prüfung oder allenfalls eine Prüfungswiederholung zu erfolgen habe. In diesem Sinn
habe das Erziehungsdepartement (heute: Bildungsdepartement) des Kantons St. Gallen
denn auch entschieden (GVP 2003 Nr. 101). Zu berücksichtigen sei weiter, dass an der
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Universität St. Gallen kein Leitfaden existiere, der behinderten Studenten aufzeige, wie
Nachteilsausgleiche geltend zu machen seien.
4.3.1. Der Prüfungsbehörde kommt beim Entscheid darüber, ob und in welcher Form
Prüfungserleichterungen gewährt werden, grundsätzlich ein weiter Ermessenspielraum
zu, und sie werden in der Praxis regelmässig nur auf rechtzeitiges Gesuch hin und
nachdem der Nachweis der Behinderung oder einer Leistungsstörung aufgrund eines
aktuellen Fachgutachtens erbracht wurde, gewährt (Lichtsteiner Müller, a.a.O., S. 87
mit Hinweis auf BVGer 2008/26 E. 5.1, VerwGE ZH VB.2007.00564 vom 25. Juni 2008
E. 3.2; vgl. auch BVGer B-2597/2010 vom 24. Februar 2011 E. 2.6.1, abrufbar unter
www.bvger.ch, und VerwGE ZH VB.2010.00696 vom 6. April 2011 E. 4.5 mit Hinweis
auf VerwGE ZH VB.2010.00525 vom 12. Januar 2011 E. 2.8 und 3.3, abrufbar unter
www.vgrzh.ch).
4.3.2. Der angefochtene Entscheid beruht auf der Annahme, dass die
Prüfungsbehörden entsprechend zu informieren hat, wer aufgrund einer
Beeinträchtigung in seiner Leistungsfähigkeit darauf angewiesen ist, dass bei
Prüfungen auf seine spezifische Situation Rücksicht genommen wird. Unter Berufung
auf H. Plotke, Schweizerisches Schulrecht, 2. Aufl., Bern 2003, S. 452 f., BVGer
B-2597/2010 vom 24. Februar 2011, E. 2.6.1) hat die Vorinstanz entschieden, solche
Umstände, welche die Prüfungskandidatin oder der Prüfungskandidat bereits vor der
Prüfung gekannt habe, würden unberücksichtigt bleiben, wenn sie erst nach der
Prüfung geltend gemacht würden.
Dieses Vorgehen ist sachgerecht. Damit wird verhindert, dass jemand in Kenntnis
seiner Beeinträchtigung eine Prüfung ablegt und nachträglich - im Fall eines Scheiterns
- die Annullation der Prüfung verlangt. Eine Anordnung, wonach die Prüfung (im
vorliegenden Fall ein zweites Mal) wiederholt werden darf, würde die Chancengleichheit
unter allen Kandidaten verletzen und widerspräche dem Gebot der rechtsgleichen
Behandlung, zumal immer wieder damit gerechnet werden müsste, dass nachträglich
Gründe vorgebracht würden, um ungenügende Leistungen zu rechtfertigen (vgl.
VerwGE ZH VB.2010.00696 vom 6. April 2011 E. 4.5, GVP 2003 Nr. 101 E. 4a mit
Hinweis auf GVP 1997 Nr. 63 E. 4 b). Auch wenn die Beeinträchtigung des
Prüfungskandidaten nicht nur vorübergehender Natur ist, darf die Universität St. Gallen
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deshalb ohne Verletzung des Diskriminierungsverbots verlangen, dass diese nicht erst
geltend gemacht wird, wenn die Prüfung bereits absolviert und das (negative) Resultat
bekanntgegeben worden ist. Von Absolventen eines universitären Studienlehrgangs,
die seit Jahren an bestimmten gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie einer ADHS-
Störung, Legasthenie und Dyslexie leiden, darf nach Treu und Glauben erwartet
werden, dass sie sich über die Modalitäten für Prüfungserleichterungen ins Bild setzen
und die zuständigen Stellen vor der Prüfung von sich aus darüber informieren,
aufgrund welcher Krankheit oder Behinderung sie besondere Prüfungsbedingungen
beanspruchen. Dieses Vorgehen wäre dem Beschwerdeführer ohne weiteres möglich
und zumutbar gewesen, zumal er sein Studium an der Universität St. Gallen im Jahr
2005, somit lange bevor die zur Diskussion stehende Prüfung stattfand, aufgenommen
hat und zudem geltend macht, er leide seit vielen Jahren an einer ADHS-Störung, an
Legasthenie und an Dyslexie. In einem solchen Fall besteht kein Anspruch darauf, dass
ein verspätetes Gesuch um Korrektur des Prüfungsergebnisses bzw. um Wiederholung
der Prüfung mit verlängerter Prüfungszeit in einem ungestörten Raum geprüft wird oder
dass bestimmte Behinderungen wie Dyslexie sogar von Amtes wegen berücksichtigt
werden müssten. An dieser Beurteilung ändert nichts, dass das Bildungsdepartement
am 17. Dezember 2003 entschieden hat, einer erwiesenen Legasthenie müsse bei der
Prüfungsbewertung von Amtes wegen, d.h. auch ohne entsprechenden Antrag,
Rechnung getragen werden (GVP 2003 Nr. 101). Abgesehen davon, dass dieser
Entscheid für das Verwaltungsgericht nicht bindend ist, stand eine Abschlussprüfung
als Landschaftsgärtner und nicht eine universitäre Prüfung im Studienbereich
Betriebswirtschaftslehre auf Bachelorstufe zur Diskussion. Sodann hatte es nicht der
Lehrling selber, sondern das für ihn zuständige Berufs- und Weiterbildungszentrum
versäumt, die Prüfungskommission von der Legasthenie des Prüfungskandidaten in
Kenntnis zu setzen. Schliesslich fällt in Betracht, dass der Entscheid auch damit
begründet wird, Legasthenie sei für die Ausübung des zur Diskussion stehenden Berufs
(Landschaftsgärtner) kein Hinderungsgrund. Offen bleiben kann, ob und, wenn ja,
inwieweit die Behinderungen, unter denen der Beschwerdeführer gemäss eigenen
Angaben leidet, geeignet sind, die Ausübung des Berufs eines Betriebswirtschafters zu
behindern.
4.4. Der Beschwerdeführer wendet weiter ein, der angefochtene Entscheid verstosse
gegen das Diskriminierungsverbot, weil es ihm nicht möglich gewesen sei, sich auf die
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Rechtspraxis der Universität St. Gallen betreffend Nachteilsausgleiche für behinderte
Studierende zu berufen. Er habe diese Praxis nicht gekannt und habe sie auch nicht
kennen können, weil die Universität St. Gallen ihrer Informationspflicht nicht
nachgekommen sei. Man könne ihm nicht vorwerfen, er habe sich nicht zureichend
informiert, zumal weder der Rektor und der Prorektor noch der Studiensekretär diese
Rechtspraxis gekannt hätten. Auch wenn Prüfungserleichterungen für behinderte
Prüfungskandidaten und deren Geltendmachung in den Kantonen meist nur in Form
von Weisungen geregelt seien, müsse aus rechtsstaatlichen Gründen zudem verlangt
werden, dass Rechtsverordnungen zu erlassen seien.
4.4.1. Dem angefochtenen Entscheid (E. 5 b) kann entnommen werden, dass die
Universität St. Gallen die Studierenden auf verschiedene Art und Weise darüber
informiert, wie vorzugehen ist, wenn krankheits- und behinderungsbedingten
Einschränkungen im Zusammenhang mit Prüfungen Rechnung getragen werden soll.
Unbestritten geblieben ist, dass das Vorlesungsverzeichnis des Wintersemesters
2005/2006, zu dessen Beginn der Beschwerdeführer sein Studium aufgenommen hat,
unter dem Titel "5.5 Prüfungsberatung für kranke und behinderte Studierende"
folgenden Hinweis enthielt: "Kranke und behinderte Studierende können sich im
Zusammenhang mit Prüfungen bei B.C., Büro A101, beraten lassen. E-Mail ...
@unisg.ch." Nicht in Frage gestellt wird weiter, dass das Vorlesungsverzeichnis samt
Hinweis bereits damals im Internet veröffentlicht worden war und den Studierenden
zudem vor Beginn der Vorlesungszeit verkauft worden ist. Die Vorinstanz hält in ihrer
Stellungnahme vom 18. Dezember 2012 unter Hinweis auf ein E-Mail des Leiters
Studium der Universität St. Gallen vom 10. Dezember 2012 glaubhaft fest, dass das
Vorlesungsverzeichnis für die Studierenden damals die zentrale schriftliche
Informationsquelle gewesen sei, weil es nicht nur alle Vorlesungen beinhaltete, sondern
auch die Vorlesungszeiten und die Räume, in denen die Veranstaltungen stattfanden. In
Betracht fällt weiter, dass von Seiten des Beschwerdeführers unwidersprochen
geblieben ist, dass auf einer den Studierenden zugänglichen Website auf die
Beratungsangebote und -stellen der Universität St. Gallen hingewiesen wird. Unter
dem Titel "Planung und Organisation (PLOG) Leiterin: B.C." wird u.a. vermerkt, es
handle sich um die Anlaufstelle u.a. für "Administrative Fragen und Prüfungen,
Schwangerschaft, Krankheitsfälle/medizinische Probleme/Behindertenfragen".
Schliesslich wird im angefochtenen Entscheid auf den seit dem Wintersemester
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2006/2007 veröffentlichten StudentGuide verwiesen und der Beschwerdeführer stellt
nicht in Frage, dass dieser Publikation entnommen werden kann, dass sich
Studierende mit einer Behinderung bei spezifischen Fragen entweder an den
Studiensekretär oder aber an die Leiterin der PLOG wenden sollen.
4.4.2. Diese Informationen und Hinweise der Universität St. Gallen versetzen kranke
und behinderte Studierende ohne weiteres in die Lage, sich bei den zuständigen
Stellen der Institution über Prüfungserleichterungen zu informieren. Betroffene werden
darüber ins Bild gesetzt, wie sie vorzugehen haben. Die Behauptung des
Beschwerdeführers, die Universität St. Gallen habe ihre Praxis betreffend
Nachteilsausgleiche verschwiegen, weshalb er seinen Standpunkt nicht wirksam habe
vertreten können, trifft deshalb nicht zu. Es wäre ihm möglich und zumutbar gewesen,
sich darüber in Kenntnis zu setzen, ob und wenn ja welche Prüfungserleichterungen
ihm aufgrund der gesundheitlichen Beeinträchtigungen, auf die er sich beruft, hätten
gewährt werden können. Sodann bestehen keine Anhaltspunkte, wonach Gesuche um
Prüfungserleichterungen, die jeweils vor Prüfungen gestellt worden sind oder gestellt
werden, nicht oder rechtsungleich behandelt worden sein könnten. Somit liegt kein
Verstoss gegen das Diskriminierungsverbot vor, auch wenn aus den allgemeinen
Informationen und Hinweisen der Universität St. Gallen nicht ersichtlich ist, wer unter
welchen Voraussetzungen Anspruch auf Nachteilsausgleiche für Prüfungen hat und
welcher Art diese im Einzelfall sein können.
Mit diesem Vorgehen ist zudem weder das Öffentlichkeitsprinzip nach Art. 60 Abs. 1
KV, wonach die Behörden von sich aus oder auf Anfrage über ihre Tätigkeit
informieren, soweit keine öffentlichen oder schützenswerten privaten Interessen
entgegenstehen, noch Art. 34 Abs. 1 des Universitätsstatuts (sGS 217.15, abgekürzt
US) verletzt worden, wonach Universitätsangehörige das Recht haben, über die
Tätigkeit der Universität und ihrer Organe informiert zu werden. Das Verwaltungsgericht
hat zwar im Zusammenhang mit einem Begehren um Einsicht in einen
Umweltverträglichkeitsbericht erwogen, bezüglich der Informationstätigkeit von
Behörden bedürfe es einer gesetzlichen Regelung einiger Eckpunkte, um im
Verwaltungsalltag eine Entscheidhilfe dafür zu bieten, ob und inwieweit ein Dokument
der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden könne (VerwGE B 2010/123 vom
16. Dezember 2010 E. 2.4, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch; vgl. auch Botschaft und
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Entwurf zu einem Informationsgesetz, ABl Nr. 25 vom 17. Juni 2013). Abgesehen
davon, dass hier nicht die Herausgabe von Dokumenten zur Diskussion steht, wie dies
ein Umweltverträglichkeitsbericht über eine Kantonsstrasse ist, hat das
Verwaltungsgericht die Behörden angehalten, Einsichtsbegehren bis dahin im Lichte
konkreter Grundsätze zu behandeln (E. 2.5). Dazu gehört, dass Interessenten von sich
aus, ohne den Nachweis eines schutzwürdigen Interesses, um Informationen
nachsuchen können (E. 2.3 mit Hinweisen). Wie ausgeführt, ist diese Voraussetzung
vorliegend erfüllt.
Bezüglich des Standpunkts des Beschwerdeführers, der sich auf Lichtsteiner Müller,
a.a.O., S. 92 und Copur/Pärli, a.a.O., Ziff. IV, beruft, aus verfassungsrechtlichen und
rechtsstaatlichen Gründen sei es erforderlich, Nachteilsausgleiche für kranke und
behinderte Studierende in einer Rechtsverordnung festzuschreiben (zur
Rechtsverordnung vgl. Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht,
6. Auflage, Zürich 2010, Rz. 120-22), ergibt sich, dass unter dem Gesichtspunkt des
Diskriminierungsverbots und des Öffentlichkeitsprinzips entscheidend ist, dass
Bildungseinrichtungen Betroffene transparent darüber aufklären, wie sie vorzugehen
haben, wenn sie Prüfungserleichterungen beanspruchen möchten. Unerheblich ist, ob
und wenn ja welche rechtliche Form diese Informationen aufweisen. Hinzu kommt,
dass auch mittels Rechtsverordnung festgelegt werden kann, dass die Berufung auf
Prüfungserleichterungen unbeachtlich ist, wenn sie, wie im vorliegenden Fall, nach der
Prüfung erfolgt. So wird in Art. 20 Abs. 3 PO BA unter der Marginalie "Nichtantritt zur
Prüfung und Verspätung" festgehalten, (entschuldbare Gründe) seien mit einem
ärztlichen Zeugnis oder Attest zu belegen und der Universität vor Antritt der Prüfung zu
melden. Eine nachträgliche Meldung werde nur berücksichtigt, wenn diese vor Anritt
der Prüfung objektiv nicht möglich gewesen sei. Auch kann aus der Tatsache, dass die
Universitäten Basel, Bern und Zürich und das Bundesamt für Berufsbildung und
Technologie (BBT) in Zusammenhang mit ihrer Informationstätigkeit über Merkblätter
und Richtlinien verfügen und dass die Universität Zürich eine "Beratungsstelle Studium
und Behinderung" eingerichtet hat (act. 14 bis 19 des Beschwerdeführers), nicht
geschlossen werden, die Universität St. Gallen habe dem Diskriminierungsverbot und
Informationsgebot nicht oder in ungenügender Weise Rechnung getragen. In Betracht
fällt in diesem Zusammenhang auch, dass dem Merkblatt "Nachteilsausgleich für
Menschen mit Behinderungen bei Berufsprüfungen und höheren Fachprüfungen" des
bis
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BBT, auf das sich der Beschwerdeführer beruft (act. 19 des Beschwerdeführers),
entnommen werden kann, ein Antrag müsse spätestens zusammen mit der Anmeldung
für die entsprechende Prüfung eingereicht werden. Festgehalten wird zudem, die
Prüfungskommission sei nicht verpflichtet, sämtliche behindertenbedingten Nachteile
zu beheben. Der blosse Umstand, dass einzelne Personen ohne persönliches
Verschulden gewisse Fähigkeiten nicht besitzen würden, könne nicht dazu führen, dass
die Anforderungen der Prüfung reduziert werden müssten. Nicht ersichtlich ist sodann,
warum es behinderten Studierenden nicht zumutbar sein sollte, sich mit ihren Anliegen
an eine Prüfungsberatungsstelle zu wenden bzw. warum es zufolge der
Hemmschwelle, gesundheitliche Probleme zu schildern, aus Sicht des
Beschwerdeführers erforderlich ist, dass die betreffende Institution jeweils eine
spezialisierte Beratungsstelle für Behinderte mit besonders geschultem Personal
einrichtet. Abgesehen davon, dass nicht bekannt ist, über welche Ausbildungen und
Fachkenntnisse der Studiensekretär und B.C. verfügen, darf ohne weiteres davon
ausgegangen werden, dass die an der Universität St. Gallen mit dieser Aufgabe
betrauten Personen in der Lage sind, behinderten Studierenden mit dem nötigen
Feingefühl zu begegnen und ihre Anliegen nicht in Anwesenheit von Dritten, so auch
von gesunden Studierenden, entgegenzunehmen. Dementsprechend wurden D.H. und
anderen behinderten Studierenden Prüfungserleichterungen zugestanden, und es ist
nicht anzunehmen, dass diese Personen durch Zufall von der Rechtspraxis der
Universität St. Gallen bezüglich des Ausgleichs von Nachteilen erfahren haben, wie der
Beschwerdeführer behauptet. Vielmehr ist davon auszugehen, dass sie von sich aus
eigenverantwortlich vor den jeweiligen Prüfungen bei den zuständigen Stellen vorstellig
geworden sind.
Auch aus dem Umstand, dass die Universität St. Gallen ihren Internetauftritt
überarbeitet hat und zudem in der Zwischenzeit ein Merkblatt betreffend
Nachteilsausgleich bei Prüfungen geschaffen worden ist, kann der Beschwerdeführer
nichts zu seinen Gunsten ableiten. Es ist üblich bzw. nichts Aussergewöhnliches, dass
Homepages regelmässig erneuert werden und dass in diesem Zusammenhang jeweils
eine Verbesserung des Internetauftritts angestrebt wird. Im Gegensatz zur Auffassung
des Beschwerdeführers kann daraus nicht geschlossen werden, die Universität
St. Gallen habe ihre Homepage überarbeitet, weil ihre Informationspolitik zuvor gegen
das Diskriminierungsverbot und das Öffentlichkeitsgebot verstossen habe, zumal die
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Beratung für Studierende mit Behinderung nach wie vor durch B.C., Leiterin Prozesse,
Planung, Prüfungen, gewährleistet wird. Unerheblich ist schliesslich, inwieweit die
Leitung der Universität St. Gallen im Detail über die Praxis bezüglich
Prüfungserleichterungen informiert ist. Unzutreffend ist aber die Behauptung des
Beschwerdeführers, aus einem Schreiben des Studiensekretärs vom 23. November
2011 (act. 20 des Beschwerdeführers) gehe hervor, dass Dr. A.G. trotz seiner Funktion
von der Prüfungspraxis für Studierende mit Behinderung nichts gewusst habe. In
besagtem Schreiben wird ausgeführt, aufgrund der Vorgaben des BehiG suche die
Universität St. Gallen mit behinderten Studierenden individuelle Lösungen. Weil die
Erkrankungen und Behinderungen aber verschieden seien, gebe es keine generell
abstrakte "HSG-spezifische Norm". Voraussetzung für eine konkrete Lösung sei aber,
dass sich der Betroffene rechtzeitig melde, was vorliegend nicht der Fall gewesen sei.
4.5. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde abzuweisen ist, soweit
geltend gemacht wird, der angefochtene Entscheid verstosse gegen das in Art. 8 Abs.
2 BV statuierte Diskriminierungsverbot.
5. Der Beschwerdeführer beruft sich weiter darauf, der angefochtene Entscheid
verletze das Gleichbehandlungsgebot nach Art. 8 Abs. 1 BV und Art. 2 lit. b KV. Er
begründet dies damit, die Universität St. Gallen habe zwei gleiche tatsächliche
Situationen ohne sachlichen Grund unterschiedlich beurteilt, weil seiner Kommilitonin
D.H. und anderen behinderten Mitstudierenden, die zufälligerweise von der
Rechtspraxis Kenntnis gehabt hätten, bei Prüfungen Nachteilsausgleiche gewährt
worden seien. Deshalb habe er Anspruch darauf, dass ihm dieselben
Prüfungsmodifikationen gewährt würden wie anderen Kandidaten mit denselben
Handicaps.
Wie ausgeführt (E. 4.3.2. hiervor) ist es sachgerecht zu verlangen, dass Umstände,
welche der Prüfungskandidat oder die Prüfungskandidatin bereits vor der Prüfung
gekannt haben, auch vor der Prüfung geltend gemacht werden müssen. Sodann wäre
es dem Beschwerdeführer ohne weiteres möglich und zumutbar gewesen, vor der zur
Diskussion stehenden Prüfung auf Beeinträchtigungen seiner Leistungsfähigkeit
hinzuweisen (E. 4.4. hiervor). Zudem stellt er nicht in Frage, dass sich die
Mitstudierenden, auf die er sich beruft, im Gegensatz zu ihm, mit ihren Anliegen jeweils
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vor den anstehenden Prüfungen an die zuständigen Stellen gewandt haben. Die Rüge,
der angefochtene Entscheid verletze das Gleichbehandlungsgebot, erweist sich
deshalb als unbegründet.
6. Der Beschwerdeführer vertritt weiter den Standpunkt, der angefochtene Entscheid
verstosse gegen Treu und Glauben (Art. 9 BV) und gegen Art. 34 US. Er begründet dies
damit, das Fairnessgebot beinhalte eine Aufklärungs-, Hinweis- und Belehrungspflicht,
der die Universität St. Gallen nicht nachgekommen sei. Sie habe eine bestehende
Rechtspraxis betreffend Prüfungsmodifikationen bei Behinderten geheimgehalten und
damit verhindert, dass er seine Ansprüche habe geltend machen können. Wie sich aus
E. 4.4.2. hiervor ergibt, stösst auch dieser Vorwurf ins Leere.
7. Schliesslich hält der Beschwerdeführer dafür, der angefochtene Entscheid verstosse
gegen das Verhältnismässigkeitsprinzip (Art. 5 Abs. 2 BV, Art. 8 Abs. 2 KV). Zur
Begründung führt er aus, der angefochtene Entscheid habe zur Folge, dass sein
grosser zeitlicher Aufwand über mehrere Studienjahre, die Doppelbelastung von Beruf
und Weiterbildung, sein behindertenbedingter Mehraufwand sowie die finanzielle
Investition in Form der Bezahlung von Studiengebühren unbelohnt bleiben würden,
obschon er sich korrekt verhalten habe. Dies stelle eine massive Beeinträchtigung
seines beruflichen Fortkommens dar.
Wie ausgeführt (E. 4.4.2. hiervor), wäre es dem Beschwerdeführer anhand der
Informationen, die ihm von Seiten der Universität St. Gallen zur Verfügung standen, im
6. Studienjahr möglich und zumutbar gewesen, sich vor der zur Diskussion stehenden
Prüfung auf gesundheitliche Beeinträchtigungen zu berufen und sich darüber in
Kenntnis zu setzen, welche Prüfungserleichterungen ihm gewährt werden. Er kann sich
deshalb nicht mit Erfolg darauf berufen, der angefochtene Entscheid müsse
aufgehoben werden, weil er sich als unverhältnismässig erweise, und es sei ihm zu
gestatten, die Fachprüfung in einem ungestörten Raum und mit einer um 30 Minuten
verlängerten Prüfungszeit zu wiederholen.
8. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht
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