Decision ID: c5148a62-b93e-5394-8c53-ea1f777d1c71
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die im Jahre 1962 geborene
X._
be
suchte in Portugal die Grundschule und erwarb in der Folge keine berufliche Ausbildung. Nach ihrer Einreise in die Schweiz im Jahre 1992 war sie als Raum
pflegerin erwerbstätig, wobei aufgrund der erzielten Einkommen stets auf ein Teilzeitpensum geschlossen werden muss (
Urk.
7/9,
Urk.
7/17,
Urk.
7/20, Urk.7/21,
Urk.
7/1); sie ist Mutter einer Tochter (1996,
Urk.
7/1 S. 3).
Im Zusammenhang mit einer seit 1999 bestehenden
schizoaffektiven
Störung meldete sich die Versicherte
a
m
5.
Oktober 2015 bei der Sozialversicherungs
an
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1 S. 6 f.). Diese holte in der Folge bei den behandelnden Fachärzten aktuelle Berichte ein und führte eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haus
halt durch (Haushaltsabklärung vom
1
4.
September 2016,
Urk.
7/19). Mit Vorbe
scheid vom 1
7.
Februar 2017 stellte sie der Versicherten ab
1.
April 2016 die Ausrichtung einer
Viertelsrente
in Aussicht (
Urk.
7/25) und hielt an dieser Ein
schätzung mit Verfügung vom
2.
November 2018 fest (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Vertreter der Versicherten am
6.
Dezember 2018 Beschwerde und beantragte, es sei der Beschwerdeführerin ab
1.
April 2016 eine Invaliden
rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von mindestens 50
%
zuzusprechen. Weiter sei vom Gericht ein medizinis
ches polydisziplinäres G
utachten einzuho
len, eventualiter sei die Sache
dazu an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zuletzt sei eine öffentliche Verhandlung mit persönlicher Befragung durchzufüh
ren (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
7.
Februar 2019 beantragte die Beschwerdegegne
rin die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Mit Beschluss vom 2
5.
März 2019 wurde der Beschwerdeführerin eine Frist von 20 Tagen angesetzt, um zu der vom Gericht in Aussicht gestellten Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu wei
teren Abklärung und des damit verbundenen Risikos einer möglichen Schlech
terstellung Stellung zu nehmen (
Urk.
8). Mit Schreiben vom 3
0.
April 2019 hielt der Vertreter der Beschwerdeführerin an der Beschwerde fest (
Urk.
10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Tei
l des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung; IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und
E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In je
dem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit un
abhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausge
wiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Ren
tenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditätsbe
messung (
Art.
28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungsvergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umstän
den täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hy
pothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonde
ren sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Verhält
nisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Be
urteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 60
%
erwerblich und zu 40
%
im Haushalt tätig wäre. Im erwerblichen Bereich sei dabei von einer Arbeitsfähigkeit von 29
%
auszugehen, was in diesem Bereich zu einer Einschränkung von 52
%
führe. Im Bereich Haushalt sei von einer Einschränkung von 38.8
%
auszugehen, was insgesamt zu einem Invaliditätsgrad von 47
%
führe (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte der Vertreter
der Beschwerdeführerin geltend, dass die Beschwerdegegnerin lediglich die Berichte von
Dr.
med.
Y._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie jene von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, beigezogen habe. Aus dem Bericht von
Dr.
Z._
vom 2
6.
Mai 2018 sei dabei ersichtlich, dass auch in einer angepassten Tätigkeit von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei; zudem werde die Einholung eines fachärztlichen Gutachtens gefordert (
Urk.
1 S. 5).
Da neben den psychiatri
schen
Problemen
auch somatische Beschwerden vorliegen würden, sei eine poly
disziplinäre Abklärung angezeigt (S. 6).
Im Rahmen der Haushaltsabklärung sei zu Unrecht auf den
Beizug
eines Dolmetschers verzichtet worden, weiter sei nicht nachvollziehbar, wieso im Gesundheitsfall lediglich von einer 60%igen erwerbli
chen Tätigkeit ausgegangen werde (S. 7). Bestritten werde zudem die im Haushalt ermittelte Einschränkung
von 38.8
%
(S.
8).
3.
3.1
Dr.
Z._
ging in seinem Bericht vom 1
6.
Oktober 2015 von den folgenden Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aus:
-
Schizoaffektive
Störung
-
Paranoide Schizophrenie (Stimmenhören)
-
Depressive Episoden, chronisch
-
Unklare
Abdominalschmerzen
, DD: IBS,
Cholezystolithiasis
, funktionell
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei von den folgenden Diagnosen aus
zugehen: Diabetes mellitus Typ 2 (ED 02
/
2014), Hypothyreose, substituiert, Struma
multinodosa
, chronisches
Lumbovertebralsyndrom
(ED 1996), Psoriasis,
Cholezystolithiasis
,
hypotone
Blutdruckwerte sowie Adipositas.
Die Beschwerde
führerin stehe bei ihm seit November 2013 in Behandlung. In der bisherigen Tä
tigkeit als Raumpflegerin und Hausfrau sei der Beschwerdeführerin eine Tätigkeit von einigen Stunden pro Woche möglich (
Urk.
7/5/7-10).
3.2
Dr.
Y._
diagnostizierte in seinem Bericht vom 2
8.
März 2016 eine chronische
schizoaffektive
Störung (ICD-10 F25.1) sowie eine Hypothyreose. Seines Wissens könne die Beschwerdeführerin nur aushilfsweise einer Arbeit nachgehen. Insbe
sondere die Diagnose 1 verringere die Arbeitsfähigkeit, zudem führe die Komor
bidität mit Diagnose 2 zu einer erhöhten Ermüdbarkeit. Die Arbeitsunfähigkeit sei auf 66.6 – 75
%
zu schätzen (
Urk.
7/15/1).
3.3
Die für die Haushaltsabklärung vom 1
4.
September 2016 verantwortliche Fach
person hielt fest, dass die Beschwerdeführe
rin in körperlicher Hinsic
ht an Rü
ckenschmerzen, Schulter- und Knieproblemen rechts (Arthrose) leide, zudem sei sie vor vier Jahren am rechten K
nie operiert worden. Psychisch habe sich die Situation seit zwei Jahren verschlechtert; die psychischen Einschränkungen seien sei
t
sicher 17 Jahren vorhanden, wobei die Beschwerdeführerin im Haushalt im
mer auf Hilfe angewiesen gewesen sei
(
Urk.
7/19 S. 2). Im Gesundheitsfall würde die Beschwerdeführerin nicht zu 100
%
arbeiten, aber mindestens ca. 60 % (S. 4). Im Haushalt sei von einer Einschränkung von 38.8
%
auszugehen
(
S.
8).
3.4
In seinem Bericht vom
8.
September 2017 hielt
Dr.
Y._
bei unveränderter diag
nostischer Einschätzung fest, dass die Arbeitsfähigkeit, je nach Prävalenz des je
weiligen Zustandes durchaus beeinträchtigt werden könne. Bei ausgeprägten schizophrenen Episoden und mittleren/schweren depressiven Episoden liege sicherlich eine
höhergradige
Beeinträchtigung vor, in relativ remittierten Phasen sei die Arbeitsunfähigkeit geringer. Der Verlauf sei seit Jahren stationär, wobei der Grundmorbus nicht kausal behandelbar sei. Die Beschwerdeführerin stehe bei ihm seit Jahren in Behandlung, wobei die Termine nach Bedarf erfolgen würden (
Urk.
7/54).
3.5
In seinem Bericht vom 2
6.
Mai 2018 hielt
Dr.
Z._
fest, dass er in der bisherigen wie auch einer angepassten Tätigkeit von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus
gehen würde. Für weitere Fragen verwies er auf den behandelnden Psychiater respektive auf die Einholung eines fachärztlichen Gutachtens (
Urk.
7/57 S. 7).
4.
4.1
Aus somatischer Sicht ist der Haushaltsabklärung
zu entneh
men
, dass die Be
schwerdeführerin – neben den von
Dr.
Z._
erwähnten Rückenbeschwerden – auch an Schulter- und Kniebeschwerden leidet, wobei am rechten Knie vor vier Jahren auch ein operativer Eingriff stattgefunden haben soll. Vor diesem Hinter
grund erscheint es fraglich, ob
Dr.
Z._
bei seiner Einschätzung die vorhandenen gesundheitlichen Probl
eme vollumfänglich erfasst hat, werden doch die Schulter- und Kniebeschwerden im vorliegenden Bericht nicht genannt.
Zudem geht
Dr.
Z._
davon aus, dass die Arbeitsfähigkeit vor allem durch die psychiatrischen Diagnosen beeinträchtigt ist; bei einer solchen Konstellation ist die Einschätzung der verbleibenden Leistungsfähigkeit aber
in erster Linie
vom spezialisierten Facharzt vorzunehmen. Unbegründet bleibt auch die Abnahme der Leistungsfä
higkeit in der Zeit zwischen
dem Bericht vom 1
6.
Oktober 2015 und jenem vom 2
6.
Mai 2018.
Nicht nachzuvollziehen ist dabei auch die Einschätzung von
Dr.
Y._
. Während er in seinem Bericht vom 2
8.
März 2016 noch von einer klar
bezifferbaren
Ein
schränkung
der Arbeitsfähigkeit
in der Höhe von rund 70
%
ausging, äussert
e
er sich in seinem Bericht vom
8.
September 2017 nur noch vage unter Hinweis auf die schwank
ende Ausprägung der Erkrankung.
Damit erscheint der medizinische Sachverhalt weder in somatischer noch in psy
chischer Hinsicht schlüssig abgeklärt, sodass
eine umfassende polydisziplinäre Abklärung der
Beschwerdeführerin unumgänglich erscheint; dazu ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2
Eine solche drängt sich
im Übrigen
auch im Hinblick auf die Würdigung des Haushaltsberichts auf. Ein solcher
Abklärungsbericht ist seiner Natur nach in ers
ter Linie auf die Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigun
gen zugeschnitten, weshalb seine grundsätzliche Massgeblichkeit unter Umstän
den Einschränkungen erfahren kann, wenn die versicherte Person an psychi
schen Beschwerden leidet. Grund
sätzlich jedoch stellt er auch dann eine beweistaugli
che Grundlage dar, wenn es um die Bemessung einer psychisch bedingten Inva
lidität geht, das heisst wenn die Beurteilung psychischer Erkrankungen im Vor
d
ergrund steht (AHI 2004
S. 137 E. 5.3). Widersprechen sich die Ergebnisse der Abklärung vor Ort und die fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit d
er versicherten Person, ihre ge
wohnten Aufgaben zu erfüllen, ist aber in der R
egel den ärztlichen Stellungnah
men mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung, weil es der Abklärungsperson regelmässig nur
be
schränkt möglich ist, das Aus
mass des psychischen Leidens und der damit ver
bundenen Einschränkungen zu erkennen (Urteile des Bundesgerichts 8C_817/2013 vom 2
8.
Mai 2014 E. 5.1, 9C_986/2009 vom 1
1.
November 2010
E. 7.2 und 9C_631/2009 vom
2.
Dezember 2
009 E. 5.1.2, je mit Hinweisen).
Aufgrund des gegenwärtigen Aktenstandes ist davon auszugehen, dass die Leis
tungsfähigkeit überwiegend durch die psychischen Probleme eingeschränkt ist. Bei der Beurteilung der Abklärung vor Ort kommt dabei
der
fundierten psychiat
rischen Abklärung
eine Überprüfungsfunktion zu. Auch vor diesem Hintergrund ist der vorliegende Sachverhalt ergänzend abzuklären.
4.3
Zuletzt
ist anzumerken, dass die Bemessung der Teilinvalidität im erwerblichen Bereich bei der
gemischte
n Methode per
1.
Januar 2018 eine Änderung erfahren hat. Die in der angefochtenen Verfügung vom
2.
November 2018 enthaltene Be
rechnungsweise orientiert sich dabei noch an jener des Vorbescheids vom 1
7.
Februar 2017 unter Berücksichtigung der bis zum 3
1.
Dezember 2017 gültig gewesenen Praxis.
4.4
Zusammenfassend führt dies zur Rückweisung der Sache an die Beschwerdegeg
nerin zur polydisziplinären Abklärung der Beschwerde
führe
rin.
Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen, was zur Aufhebung der angefochtenen Verfü
gung vom
2.
November 2018 führt. Bei diesem Ausgang des Verfahrens
erübrigen sich Ausführungen zur beantragten öffentlichen Verhandlung.
5.
5.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Die Rückweisung einer Sache kommt einem Obsiegen der Beschwerdeführerin gleich. Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin demnach zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, wel
che in Anwendung von
Art.
61
lit
. g ATSG, namentlich unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwi
erigkeit des Prozesses auf
Fr.
2'2
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.