Decision ID: 74f76efc-856b-4d13-a7c1-76936d3a3505
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1978 geborene
X._
war als Zeichnerin tätig und
in
dieser Eigen
schaft
bei der
AXA Versicherungen AG
(AXA) gegen die Folgen von Unfällen ver
sichert, als sie am 10. Februar 2012 zuhause auf der Treppe ausrutschte
(
Scha
denmeldung
vom 21. Februar 2012, Urk. 10/A1).
Am 21. Februar 2012
kon
sultierte die Versicherte ihre Hausärztin
,
Dr. med.
Z._
, Praktische Ärztin FMH,
welche eine
Sakrumprellung
diagnostizierte und Physiotherapie
und Aku
punk
tur
verordnete
(Urk. 10/M1
, Urk. 10/M5
).
Eine Arbeitsunfähigkeit bestand keine (Urk. 10/A1).
Dr.
Z._
schloss die Behandlung am 18. April 2012
ab
(Urk. 10/M5).
Am 11. Mai 2012 trat die Versicherte b
ei starken Schmerzen
im Be
re
ich
der Lendenwirbelsäule
in den Spital
A._
ein, wo sie
bei
ei
ner diag
n
ostizierten Diskushernie
am 18. Mai 2012
operiert wurde
und bis am 23. Mai 2012 stationär hospitalisiert war
(Urk. 10/M3).
Bei gutem postoperati
vem Ver
lauf
(Urk. 10/M3, Urk. 10/M6)
war die Versicherte a
b dem 18. Juni 2012 wieder vollständig arbeitsfähig (Urk. 10/A4).
Mit Schreiben vom 12. November 2012 (Urk. 10/A12) teilte
die AXA
der Versicherten mit, mangels Unfallkausalität
bestehe
nach Abschluss der Behandlung vom 18. April 2012 kein Anspr
uch auf Leistungen
der Unfallversicherung
mehr
. Die Versicherte
, vertreten durch die
Protekta
Rechtsschutz-Versicherung AG,
erklärte sich damit nicht einverstanden (
Urk. 10/A13)
und
reichte
e
ine ärztliche Beurteilung des beratenden Vertrauens
arztes der
Protekta
Rechtsschutz-Versicherung AG, Dr. med.
B._
, Fach
arzt für Chirurgie,
zu den Akten
(
Urk. 10/A18,
Urk. 10/M11)
.
Nach Stellung
nah
me
durch
Dr. med.
C._
, Facharzt FMH Innere Medizin, Physikalische Medizin und Rehabilitation,
Medizinischer Dienst der AXA
(Urk. 10/M15)
,
ver
neinte die AXA m
it Verfügung vom 15. April 2013 (Urk. 10/A19)
wie angekün
digt
den
Kausalzusammenhang
. Die hiergegen
von der Versicherten
erhobene Einsprache (Urk. 10/A20, unter Beilage
eines weitere
n
Berichtes
von Dr.
B._
[
Urk. 10/M16
]
) wies die AXA am 16. Juli 2013 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen
erhob
X._
am 12. September 2013 Beschwerde (Urk. 1) und be
antragte die Aufhebung des angefochtenen Entscheides sowie die Ausrich
tung de
r gesetzlichen Leistungen. Im
Weiteren
ersuchte sie um Auf
erlegung der Kosten
der
bei Dr.
B._
eingeholte
n
Gutachten auf die
Beschwer
degegnerin
beziehungsweise
um
Berücksichtigung dieser Kosten bei der Be
messung der
Par
teientschädigung
(Urk.
1 S.
2).
Nach
ärztlicher Beurteilung durch
Dr. med.
D._
, Physikalische Medizin und Rehabilitation, spez.
Rheumaer
kran
kungen
FMH
, beratender Arzt der Beschwerdegegnerin
(Urk. 10/M17),
schloss
die Beschwerdegegnerin m
it Beschwerdeantwort vom 6. Januar 2014 (Urk. 9)
auf
Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin hielt mit Replik vom 9. Januar 2014 (Urk. 13)
an ihren Anträgen fest. Mit Ein
gabe vom 13. Februar 2014 (Urk. 16) teilte die Beschwerdegegnerin mit, dass sie auf die Einreichung einer Duplik verzichte, was der Beschwerdeführerin am 17. Februar 2014 mit
geteilt wurde (Urk. 17).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Während die Beschwerdegegnerin
gestützt auf die medizinischen Beurteilungen der
Dres
.
C._
und
D._
erwog, die
fragliche
Diskushernie
nproblematik
sei nicht traumatisch bedingt und
die Leistungseinstellung ab
18. April 2012
rech
tens
(Urk. 2, Urk. 9), brac
hte die Be
schwerdeführerin unter Verweis auf
die Berichte
von Dr.
B._
vor,
der
Ein
schätzung
der Beschwerdegegnerin
könne nicht gefolgt werden (Urk. 1, Urk. 13).
2.
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss
des Bundesgesetzes
über die Unfallversicherung (
UVG
)
setzt zunächst voraus, dass zwischen dem
Unfall
ereignis
und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natür
licher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kau
salzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der einge
tretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bezie
hungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sam
menhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereig
nis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
wal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm
oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
3.
3.1
Die Hausärztin Dr.
Z._
, welche die Beschwerdeführerin nach dem Unfall vom 10. Februar 2012
(
A
usrutschen auf der Treppe)
erstmals am 21. Februar 2012 konsulti
ert hatte
,
notierte in ihrem Bericht vom 12. Juni 2012 zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk. 10/M5), es habe ein Druck über dem Kreuzbein be
standen. Sie habe
bei ei
ner diagnostizierten
Sakrumprellung
Physiotherapie und Akupunktur veranlasst
und
d
ie Behandlung am 18. April 2012 abgeschlossen.
3.2
Aus den Akten ergibt sich im
Weiteren
, dass Dr. med.
E._
, Allge
meine
Medizin FMH, die Versicherte
am 16. März 2012
in Vertretung vo
n Dr.
Z._
einmalig gesehen und anlässlich dieser Konsultation ein
lumboradiku
läres
Syn
drom rechts diagnostiziert hatte (Bericht vom
19. November 2012, Urk. 10/M10)
. Auf Verlangen der Beschwerdeführerin hatte
Dr.
E._
damals
eine Bestä
ti
gung für eine Therapie bei einem Vitalpraktiker ausgestellt.
3.3
Am 11. Mai 2012 trat die Beschwerdeführerin mit starken Schmerzen im Be
reich der Lendenwirbelsäule über den Notfall in den Spital
A._
ein (Urk. 10/M3). In einer am selben Tag gemachten
Computertomographie der
Len
denwirbelsäule
zeigte
sich ein massiver Bands
cheibenprolaps im Segment L5/S1 (Urk.
10/M
2
).
In der
anschliessend im Spital
A._
durchgeführten MRI
-Un
tersuchung
vom 15. Mai 2012 war
sodann
eine deutliche
Wurzelkom
pression
sichtbar
(Urk.
10/M3). Daraufhin erfolgte am 18
. Mai 2012 die opera
tive Dekom
pression der Nervenwurze
l L5/S
1.
Im Operationsbericht wurde ver
merkt
, unter der
Nervenwurzel sei ein grosser Sequester zum Vorschein ge
kommen, ebenso habe sich ein altes Hämatom im
Rahmen der Extrusion
b
efun
den (Urk. 10/M7). Die Ärzte des Spitals
A._
berichteten
, p
ostoperativ
habe die Beschwerde
führerin sofort eine deutliche Schmerzbesserung empfun
den. Bei sehr guter post
ope
rativer Entwicklung habe
sie
am 23. Mai 2012 nach Hause entlassen werden können. Eine Arbeitsunfähigkeit wurde bis
am
30. Mai 2012 attestiert
(Urk. 10/M3)
.
3.
4
Dr.
B._
hielt in seiner ärztlichen Beurteilung der Aktenlage
vom 7. Feb
ruar 2013
(Urk. 10/M11)
dafür
,
e
s stelle sich die Frage, ob die
initial
festgestellte
Sa
krum
kontusion
diagnostisch korrekt gewesen sei. Immerhin habe Dr.
E._
be
reits gut einen Monat nach dem Ereignis klinisch eine
lumboradikuläre
Symp
tomatik rechts diagnostiziert. Mit zu berücksichtigen sei auch, dass intra
ope
ra
tiv
nicht nur ein grosser Sequester, sondern
auch ein altes Hämatom im Rahmen der Extrusion zu sehen gewesen sei. Degenerativ bedingte Bandschei
benvorfälle
gingen
nicht mit einem Hämatom einher. Vorliegend müsse auf
grund des intra
operativ nachgewiesenen Hämatoms von einer unfallbedingten Diskushernie aus
gegangen werden.
Dr.
B._
bezeichnete zwar den
vorliegen
de
n
Verlauf
als nicht klassisch und hielt fest, b
ei einer unfallbedingten
Dis
kushernie
wäre zu er
warten gewesen, dass eine entsprechende klinische Symp
tomatik im Sinne eines
neuralgiformen
Reizsyndroms sofort
aufgetreten wäre
, was jedoch vorliegend nicht der Fall gewesen sei. Aufgrund des komprimierend einwirkenden
unfall
be
dingten
Hämatoms sei es vorerst
jedoch
nicht zur
initia
len
Symptomatik
des Bandscheibenvorfalls L5/S1
gekommen. Aufgrund der
Gefügelockerung
und der
Resorption des Hämatoms
sei die verzögerte Ent
wicklung
erklärbar. Die Tatsache
,
dass
der operierende Arzt
ein altes Hämatom beschrieben habe, spreche ein
deu
tig
für eine traumatische Genese und gegen eine degenerativ beding
te Entsteh
ung der Diskushernie
(Urk. 10/M11 S. 3-4)
.
3.5
Dr.
C._
nahm am 27. März 2013 eingehend
zur Kausalität
der
Diskus
hernie
mit dem Ereignis vom 10. Februar 2012
Stellung (Urk. 10/M15). Er hielt fest,
die
Einschätzung
von Dr.
B._
, wonach durch ein komprimierend ein
wirkendes, unfallbedingtes Hä
matom
die
initiale
Sy
mptomatik gelindert worden sei
,
sei nicht nachvoll
ziehbar
.
Ein zusätzlich auftreten
des Hämatom bei einem
Bandscheibenvorfall würde wegen des Volumeneffekts durch Druck auf die
Nerven
strukturen
eher
zu einem rascheren Auftreten eine
lumboradikulären
Schmerz
problematik
führen (Urk. 10/M15 S. 2).
Aufgrund der
Aktenlage
sei es
überwiegend wahrscheinlich
, dass die Diskushernie nicht durch den Unfall ver
ursacht worden sei.
Eine durch einen Unfall verursachte
D
is
kushernie
bewirke ein
sofortige
s
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom
. Da bei der Beschwerde
füh
rerin noch weitere degenerative Veränderungen der
Lendenwir
belsäule
bestün
den
– im MRI seien nebst der Diskushernie auch
Diskusprotrusi
onen
bei L2/3 bis L4/5 sichtbar gewesen – sei
mit überwiegender Wahrschein
lichkeit
davon auszugehen, dass bereits vor dem Unfallereignis ein degenerati
ves
Bandschei
ben
leiden
vorgelegen habe. Degenerativ veränderte Bandscheiben kämen bei einem grossen Teil der Bevölkerung ohne Symptome vor. Unge
wöhnliche Be
wegungen oder ein ungewohntes Lastenheben etc. würden häufig als Auslöser
von plötzlich auftretenden Beschwerden angegeben.
Dabei
trete die
lumbo
radi
kuläre
Schmerzsymptomatik
typischerweise
jeweils sofort nach dem Aus
löser auf und nicht erst nach Tagen oder gar Wochen. Dr.
C._
hielt daher
abschliessend dafür
,
dass es
ungewöhnlich
wäre
, wenn das Sturzereignis vom
10. Februar 2012 erst anlässlich der Konsultation vom 16. März 2012 bei
Dr.
E._
zu einer erstmaligen akuten
lumboradikulären
Schmerzsymptomatik geführt
hätte. Es sei insgesamt wahrscheinlicher, dass bei der Beschwerdeführe
rin vor dem Ereignis eine degenerative
Diskusherniensymptomatik
vorgelegen habe und es entweder spontan oder durch einen anderen Auslöser am 16. März 2012 zu einem
lumboradikulären
Schmerzschub gekommen sei
, als dass dieser Schmerzschub mit einer einmonatigen Latenz auf das Sturzereignis vom 10. Februar 2012 zurückzuführen sei (Urk. 10/M15 S. 3).
3.6
Dr.
B._
nahm am 30. April 2013 erneut zur Kausalität Stellung (Urk. 10/M16). Er hielt fest, unfallbedingte Diskushernien
träten
extrem selten auf
. Hierzu müssten ein
b
iomechanisch adäquates Ereignis und
eine sofortige
radikuläre
Schmerzsymptomatik
vorliegen, die zu einer sofortigen ärztlichen Konsultation führ
t
e
n
. Diese Kausalkette liege nicht vor
(Urk. 10/M16 S. 2)
. Ausschlaggebend
für seine Beurteilung vom 7. Februar 2012 (E. 3.4) sei gewesen, dass der Ope
ra
teur
an der Austrittsstelle des Bandscheibenvorfalls ein altes Hämatom gefun
den habe.
E
in Hämat
om müsse sich zuerst entwickeln und
dessen
Ausbildung
könne im Rahmen einer Sickerblutung längere Zeit dauern. Das Hämatom könne
bei einer unfallvorbestehenden asymptomatischen Diskushernie sozusagen als zu
nehmender Tampon wirken, der aber erst ab einer bestimmten Grösse zur
radi
kulären
Kompression führen könne
,
jedoch
nicht
dazu führen
müsse
. Ins
be
son
dere führe das Hämatom nicht zu einer
radikulären
Kompression, wenn es
ext
raforaminal
liege, wie dies vorliegend der Fall gewesen sei
. Nach der reak
tiven Phagozytose komme es aufgrund der damit verbundenen Dekompression zur
Gefügelockerung
und zum
definitiven
Austritt der vorbestehenden
Diskus
hernie
(Urk. 10/M16 S. 2)
.
D
urch den Aufprall am 10. Februar 2012 sei es zu einer Schädigung des lumbalen
Bewegungssegments
gekommen, wobei dieser Scha
den langsam zu einem Hämatom geführt habe. Nach dessen weitgehender Pha
gozytose und der damit verbundenen Dekompression sei die vorbestehende Diskushernie ausgelöst worden. Auszugehen sei deshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer unfallbedingten Aktivierung der vorbestehenden asymptomatischen Diskushernie (Urk. 10/M16 S. 2-3).
3.7
Dr.
D._
hielt in Beurteilung der Aktenlage
am
31. Oktober 2013
fest
(Urk. 10/M17)
,
es seien zweifelsfrei vorbestehende degenerative Veränderungen
,
insbesondere im Segment L5/S1, aber auch in den darüber liegenden Segmenten
im Sinne von
Osteochondrosen
,
Spondylarthrosen
,
Diskusprotrusionen
und ei
ne
r
erheblichen
, rechtskonvexen
lumbo
-thorakalen Skoliose nachgewiesen.
Bei der Be
schwerdeführerin seien
un
mittelbar
nach dem Sturz
keine
für eine
Dis
kushernie
typischen Ausstrahlungsschmerzen
aufgetreten und
eine Arbeitsun
fähigkeit
sei nicht
festgestellt
worden
. Ausser
dem sprächen die Umstände des
Er
eignisses
gegen die für eine traumatische Diskushernie geforderte besondere
Schwere. Dies zeige, dass der Vorzustand
die
hauptsächliche und eigentliche Ur
sache der später festgestellten Diskushernie L5/S1 sei
(Urk. 10/M17 S. 2-3)
.
Hin
sichtlich
des gefundenen Hämatoms
hielt
Dr.
D._
dafür
, die Formulierung im Operationsbericht lasse keine andere In
terpretation zu, als dass das
Diskus
mate
rial
ein älteres Hämatom enthalten habe. Die Blutung sei mit anderen Worten in den Diskus hinein erfolgt; es handle sich
also
nicht um ein separates Hämatom im Spinalkanal, welches neben der Extrusion entfernt worden sei. Dies bedeute aber, dass es vor dem
Massen
prolaps
zu einer Blutung in die degenerativ
vorge
schädigte
Bandscheibe hinein
gekommen sei
. Die Blutungsquelle müsse ausser
halb
der Bandscheibe gelegen haben, da die Bandscheibe
selber
a
vaskulär
sei.
Da die Strukturveränderungen der Bandscheibe L5/S1 nicht durch das Trauma
habe
ver
ursacht
werden können
und das Hämatom nicht primär aus der Bandscheibe stammen könne, müsse der Bandscheibenvorfall demnach in erster Linie durch den Vorzustand verursacht worden sein und das zuvor eingesickerte Hämatom nach aussen getragen
ha
ben
. Die Chronologie des Verlaufes weise darauf hin, dass der das Hämatom enthaltende Vorfall sich
nach
dem
10.
Februar 2012
er
eignet
habe, nämlich frü
hestens
, als Dr.
E._
Mitte
März 2012 die
Ausstrah
lungssymptomatik
in das rechte Bein festgestellt habe. Die von Dr.
B._
ge
äusserte These der Tampon-Wirkung des Hämatoms überzeuge nicht. Davon aus
gehe
nd, dass es sich um eine venöse
Blutung handle, sei es nicht vorstellbar, wie
der geringe
Venen
druck
dem massiven Druck einer extrudierenden Band
schei
be hätte
wiederste
hen
können. Zudem fliesse Blut überall dahin, wo ein Weg offen sei, sei es im Spinalkanal nach oben oder
nach
unten. Der Druck eines droh
en
den Bandschei
benvorfalls hätte das Hämatom jederzeit verdrängen können, ohne
davon auf
gehalten zu werden
(Urk. 10/M17 S.
3)
.
Dr.
D._
kam
zum Schluss,
dass
es
bei erheblichem Vorzustand,
i
nadäquatem Trauma
, fehlender sofortiger
Ausstrahlungssymptomatik sowie fehlender eindeutiger Brückensymptomatik
nicht
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen sei, dass die Diskushernie durch den Unfall verursacht oder symptomatisch
ge
worden sei. D
as Hämatom sei
zwar
überwiegend wahrscheinlich eine Folge des
Sturzes, allerdings spiele dieses Hämatom bezüglich der Ursache des Bandschei
ben
vorfalls keine Rolle
(Urk. 10/M17 S. 4)
.
4.
4.1
Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallver
sicherungsrechts, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer
Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur ausnahms
weise
, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann eine Diskushernie betrachtet werden,
wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und geeignet war, eine Schä
di
gung der Bandscheibe herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie (ver
tebrales oder
radikuläres
Syndrom) unverzüglich und mit sofortig
er Arbeits
un
fähigkeit auftreten (Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_151/2012 vom 12. Juli 2012 E. 4; U 441/04 vom 13. Juni 2005, E. 1 und 3.1).
4.2
Sowohl Dr.
C._
, Dr.
D._
als auch Dr.
B._
gingen übereinstimmend
davon aus, dass das Unfallgeschehen vorliegend nicht geeignet gewesen war,
die
Bandscheibe zu verletzen
(E.
3.5, E.
3.6, E.
3.7), was
angesichts
des von der Be
schwerdeführerin umschriebenen Un
fallereignisses (Ausrutschen auf
der Treppe; Urk.
10/A1)
zu keinerlei Bemerkungen Anlass gibt.
Während Dr.
B._
jedoch der Ansicht war,
es sei durch den Sturz
im Februar 2012
zu einer Aktivierung
einer
vorbestehen
den
asymptomatischen Diskushernie gekommen (E. 3.6)
,
kamen
Dr.
D._
und
C._
zum Schluss, die
lumboradikuläre
n
Schmerzen
sei
en
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf das
Stur
zereignis
zu
rückzuführen
(E. 3.5, E. 3.7)
.
Gemäss vorliegenden Arztberichten traten bei der Beschwerdeführerin
- diese hatte ihre Hausärztin, welche lediglich Kontusionen im Kreuzbereich feststellte (E. 3.1), erst elf Tage nach dem Sturz aufgesucht -
erstmals am 16. März 2012
radikuläre
Sc
hmerzen
auf (E. 3.2)
; eine
Hospitalisation
erfolgte
am 11. Mai 2012
(E. 3.3).
Dr.
B._
er
klärte sich
das späte
Auftreten
dieser
Beschwerden dadurch
, das
s
durch den Sturz
ausserhalb
der Bandscheibe
langsam
ein Hämatom
entstand
en sei und
es
erst
bei der
reaktiven Phagozytose aufgrund der damit verbundenen Dekom
pression zur
Gefügelocke
rung
und zum definitiven Austritt der vorbestehenden Diskushernie
gekommen sei
(E.
3.6)
. Dr.
D._
setzte sich
eingehend
mit
diesen
Ausführungen
auseinan
der und legte schlüssig
dar, weshalb
diese nicht nach
vollziehbar seien (E. 3.7)
, worauf
verwiesen werden
kann
. Mit Blick
auf diese Aktenlage
so
wie angesichts dessen, dass die Beschwerden
erst mehr als einen Monat nach dem Sturz
auf
tra
ten,
kann
nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
davon ausgegangen wer
den,
dass
der Bandscheibenvorfall
durch
den
Unfall
verursacht beziehungsweise
aktiviert wurde
, weshalb die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht zu Recht spätes
tens ab dem 18. April 2014 verneint hat.
Fehlte es nicht bloss dem Unfallereignis vom 10. Februar 2012 an der beson
de
ren Schwere, sondern
sind
auch weder ein sofortiges Auftreten entsprechender Symptome noch eine Arbeitsunfähigkeit nach dem Unfallereignis (E.
4.1) akten
kundig, so vermochten auch weitere, über die von der Beschwerdegegnerin ge
tä
tigte ärztliche Abklärungen hinaus zu keinem anderen Resultat zu führen, wes
halb
diese Kosten nicht von der Beschwerdegegnerin zu tragen sind (Art. 45 Abs. 1 ATSG).
5
.
Der
Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 16. Juli 2013 erweist sich damit
als rechtens, weshalb die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen ist.