Decision ID: 8e347efd-d858-5de8-8aca-e35f10f7ad65
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ war bei der B._ AG als Berater und Verkäufer von G._s tätig und
dadurch bei der Vaudoise Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend:
Vaudoise) gegen die Folgen von Unfällen obligatorisch versichert, als er am 8. Oktober
2011 einen Autounfall mit Frontalkollision erlitt (UV-act. 236, 239-3, 249). Die
erstbehandelnden Ärzte des Kantonsspitals St. Gallen (nachfolgend: KSSG), wo sich
der Versicherte vom 8. bis 13. Oktober 2011 stationär befand, diagnostizierten einen
ossären Syndesmosen-Ausriss mit Malleolengabelsprengung des oberen
Sprunggelenks (OSG) links, eine zweitgradig offene Patellafraktur links mit
traumatischer Gelenkseröffnung und Quadriceps-Längsruptur sowie eine intraartikuläre
Köpfchenfraktur des Os metatarsale III Fuss links (UV-act. 241). Am Unfalltag wurden
im KSSG eine offene Kniegelenksspülung und ein Débridement, eine transossäre
Refixation des Retinaculums und der Quadriceps-Sehne links, eine geschlossene
Reposition und Stellschraubenosteosynthese des OSG links sowie eine OSG-
Arthroskopie links mit Débridement und Entfernung ossärer Fragmente durchgeführt
(UV-act. 246, 253, 256). Die behandelnden Ärzte attestierten dem Versicherten ab 8.
Oktober 2011 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (UV-act. 224, 240 f., 250, 252). Am
15. Dezember 2011 unterzog sich der Versicherte im KSSG einer
A.a.
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Stellschraubenentfernung (UV-act. 231). Die Vaudoise übernahm die Kosten für die
Heilbehandlung und entrichtete Taggelder basierend auf einem Jahreslohn von Fr.
120'000.-- (vgl. UV-act. 211, 247-4).
Am 9. März 2012 berichtete Dr. med. C._, Leiter Fusschirurgie des KSSG, der
Versicherte sei bei längeren Gehstrecken weiterhin an Gehstöcken unterwegs. Es
bestehe der Verdacht auf eine mögliche Syndesmoseinstabilität (UV-act. 204). Am 20.
April 2012 hielten die behandelnden Ärzte des KSSG sodann fest, der Versicherte
könne nun ohne Gehstöcke voll belasten und die Schmerzen seien deutlich besser
geworden. Mehr störend sei für den Versicherten das Instabilitätsgefühl im Bereich des
linken OSG mit Einknicken und mehreren Stürzen (UV-act. 195).
A.b.
Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, berichtete am 22. Juni
2012, die Situation am linken Bein sei leicht besser geworden, der Versicherte zeige
jedoch immer noch grosse Probleme in der Propriozeption. Aktuell sei er zu 100 %
arbeitsunfähig (UV-act. 190). Ab 1. August 2012 attestierte Dr. D._ dem Versicherten
eine Arbeitsunfähigkeit von 80 % (UV-act. 248, 255).
A.c.
Im Auftrag der Vaudoise (vgl. UV-act. 181, 188) wurde der Versicherte am 28.
November 2012 durch Dr. med. E._, Orthopädie F._, konsiliarisch untersucht.
Dieser beurteilte am 11. Dezember 2012, die Arbeitsunfähigkeit von 80 % für die vom
Versicherten ausgeübte Tätigkeit sei nachvollziehbar (UV-act. 176). Dr. C._ berichtete
am 13. Dezember 2012, die rezidivierenden Stürze stünden im Vordergrund. Aufgrund
der deutlich eingeschränkten OSG-Beweglichkeit schlage er eine OSG-Arthroskopie
mit Talushalsplastik und Débridement vor (UV-act. 172). Nachdem Dr. E._ den
Eingriff ebenfalls für indiziert gehalten hatte (vgl. UV-act. 169), führte Dr. C._ diesen
am 5. März 2013 durch (UV-act. 167). Er attestierte dem Versicherten vom 5. bis 24.
März 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (UV-act. 165).
A.d.
Am 24. Mai 2013 berichtete Dr. C._ über noch verbleibende Einschränkungen,
unter anderem beim Treppensteigen. Auch das in seinem Beruf auf der Baustelle oft
nötige Auf- und Absteigen von Leitern gelinge dem Versicherten noch nicht (UV-act.
161). Am 31. Mai 2013 teilte der Versicherte der Vaudoise mit, er absolviere vom 28.
Juni bis Ende Oktober 2013 eine Weiterbildung in Sachen G._-Technik in H._. Da
A.e.
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die Weiterbildung von der durchführenden Firma finanziert werde, seien während
dieser Zeit keine Taggelder geschuldet (UV-act. 160).
Dr. med. I._, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie, Vertrauensarzt der
Vaudoise, befand am 20. Juni 2013, drei Monate nach dem Eingriff vom 5. März 2013
sollte der Versicherte wieder voll arbeitsfähig sein (UV-act. 159). Mit Schreiben vom 1.
Juli 2013 teilte die Vaudoise dem Versicherten mit, die IV-Akten gäben Anlass dazu,
den versicherten Verdienst zu überprüfen. Sie erkläre sich bereit, auf der Basis des
seinerzeit von der IV-Stelle ermittelten Valideneinkommens von Fr. 100'773.-- sowie
einer Arbeitsunfähigkeit von 80 % bis 4. März 2013 und vom 20. April bis 27. Juni 2013
bzw. von 100 % vom 5. März bis 19. April 2013 Taggelder zu leisten. Dies jedoch
ausdrücklich ohne Präjudiz, da Abklärungsbedarf bestehe. Sie gehe davon aus, dass
nach der Rückkehr vom Ausbildungsaufenthalt keine weitere Arbeitsunfähigkeit mehr
resultiere (UV-act. 158).
A.f.
Nach einem Kontrolluntersuch vom 4. Dezember 2013 berichtete Dr. C._, es
zeige sich eine diskrete Fibulaverschiebung im Sinne einer chronischen
Syndesmoseinstabilität. Der Versicherte sei insbesondere durch die Schmerzen über
der Aussenknöchelseite deutlich eingeschränkt. Bei Mobilisation mit einem Stabilschuh
seien die Beschwerden im Sinne der Instabilität nicht vorhanden (UV-act. 154). Am 9.
Januar 2014 teilte der Versicherte der Vaudoise mit, die Ausbildung habe leider nicht
dazu geführt, dass er eine neue Anstellung gefunden habe oder ein neues
Aufgabenfeld betreuen könnte. Er werde auf seinem bisherigen Tätigkeitsfeld
weiterarbeiten. Dr. D._ gehe seit 1. Juli 2013 von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % aus
(UV-act. 152; vgl. Zeugnis von Dr. D._ vom 8. Januar 2014; UV-act. 152-5).
A.g.
Dr. C._ berichtete am 4. März 2014, das Beschwerdebild des Versicherten sei
durch eine gewisse Restinstabilität charakterisiert, was ihn im alltäglichen Leben sowie
in der Arbeitssituation deutlich einschränke. Er empfehle eine
sprunggelenkstabilisierende Mobilisation, operative Interventionen seien nicht indiziert.
Langfristig bestehe die Gefahr, dass sich eine Sprunggelenksarthrose ausbilde (UV-act.
146).
A.h.
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Mit Schreiben vom 5. März 2014 teilte die Vaudoise dem Versicherten mit, es sei
kein Taggeld mehr geschuldet und der Anspruch auf eine Rente sei zu verneinen. Zur
Prüfung eines allfälligen Anspruchs auf eine Integritätsentschädigung sei sie bereit, den
Versicherten begutachten zu lassen (UV-act. 143).
A.i.
Dr. I._ befand am 31. Juli 2014, in der körperlich wenig anspruchsvollen Tätigkeit
des Versicherten als Fachverkäufer ohne Montage-Arbeiten sei ihm sicher eine volle
Arbeitsfähigkeit zumutbar, wie schon am 20. Juni 2013 festgesetzt. Die Restinstabilität
könne mittels Stabilschuh beseitigt werden (UV-act. 131).
A.j.
Mit Verfügung vom 8. Oktober 2014 stellte die Vaudoise die Taggelder per 27. Juni
2013 ein und legte den versicherten Verdienst auf Fr. 44'700.-- fest. Die zu viel
erbrachten Taggeldleistungen in der Höhe von Fr. 88'439.50 würden einer allfällig
auszurichtenden Integritätsentschädigung angerechnet und in der entsprechenden
Prämienabrechnung berücksichtigt (UV-act. 127). Dagegen erhob der Versicherte am
10. November 2014 Einsprache (UV-act. 126, vgl. Zusatzbegründung vom 12. Januar
2015; UV-act. 122).
A.k.
Im Auftrag der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: Zürich),
Haftpflichtversicherer bezüglich des erlittenen Verkehrsunfalls, wurde der Versicherte
am 13. November 2014 konsiliarisch durch Prof. Dr. med. J._, Fusschirurgie M._,
untersucht. Am 19. Dezember 2014 hielt dieser eine posttraumatische Arthrose des
linken OSG mit schmerzhafter Läsion der vorderen Syndesmose (posttraumatisch)
sowie diverse Statusdiagnosen (abgeheilt) fest. Als Folge des Unfalls bestünden
weiterhin Einknick-Phänomene und belastungsabhängige Schmerzen im OSG.
Mittelfristig sei eine OSG-Arthrodese links vorzuschlagen. Die aktuell festgelegte
50%ige Arbeitsunfähigkeit in der schweren körperlichen Tätigkeit des Versicherten sei
ausgewiesen und könne derzeit nicht erhöht werden (UV-act. 124). Dr. D._ berichtete
am 26. März 2015 über eine sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkende chronische
Sprunggelenksinstabilität links. Als Verkäufer von G._ sei der Versicherte zu 50 %
arbeitsunfähig (UV-act. 114-5 ff.).
A.l.
Mit Entscheid vom 4. Februar 2016 wies die Vaudoise die Einsprache gegen ihre
Verfügung vom 8. Oktober 2014 ab (UV-act. 102). Dagegen erhob der Versicherte am
A.m.
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8. März 2016 Beschwerde beim Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen (UV-act.
101, vgl. UV-act. 97-9 ff.). In seiner Replik räumte der Versicherte ein, dass er im Jahr
2013 nicht wie angegeben eine Weiterbildung absolviert habe, sondern im Gefängnis
gewesen sei (UV-act. 87-1 ff., 87-23 f.). Mit Entscheid vom 9. März 2018 hob das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen den Einspracheentscheid vom 4. Februar
2016 in teilweiser Gutheissung der Beschwerde auf. Es sprach dem Versicherten für
den Zeitraum vom 9. Oktober 2011 bis 31. Mai 2012 und vom 5. März bis 19. April
2013 Taggelder bei einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % sowie vom 1. Juni 2012 bis 4.
März 2013 und vom 20. April bis 27. Juni 2013 bei einer Arbeitsunfähigkeit von 80 %,
jeweils basierend auf einem versicherten Jahresverdienst von Fr. 68'156.--, zu. Zur
Ausrichtung der Leistungen, neuen Berechnung der Rückforderung und
abschliessender Beurteilung der Verrechenbarkeit derselben mit der
Integritätsentschädigung wies es die Sache an die Vaudoise zurück (UV 2016/13, UV-
act. 44). Auf die vom Versicherten am 30. April 2018 dagegen erhobene Beschwerde
(UV-act. 43) trat das Bundesgericht mit Urteil vom 14. August 2018 nicht ein (UV-act.
42).
Mit Verfügung vom 6. September 2016 hatte die Vaudoise dem Versicherten
gestützt auf eine Beurteilung von Dr. I._ (vgl. UV-act. 89) eine
Integritätsentschädigung basierend auf einem Integritätsschaden von 10 %
zugesprochen (UV-act. 88). Dagegen hatte der Versicherte am 3. Oktober 2016
Einsprache erhoben (UV-act. 77).
A.n.
In einer Verfügung vom 27. Februar 2017 hatte die Vaudoise präzisiert, sie
verrechne den Anspruch auf die Integritätsentschädigung im Betrag von Fr. 12'600.--
mit den zu viel bezahlten Taggeldern in der Höhe von Fr. 88'439.50. Ihr
Rückforderungsanspruch belaufe sich somit auf Fr. 75'839.50 (UV-act. 55). Dagegen
hatte der Versicherte am 30. März 2017 Einsprache erhoben (UV-act. 49).
A.o.
Im Auftrag der Vaudoise (vgl. UV-act. 31) wurde der Versicherte im März 2019
durch medizinische Fachpersonen der Klinik K._ abgeklärt (rheumatologisch-
rehabilitative und fussorthopädische Untersuchungen, Ganganalyse, Evaluation der
funktionellen Leistungsfähigkeit [EFL]). In ihrem Gutachten vom 29. Mai 2019 hielten
diese unfallkausale Restbeschwerden am Sprunggelenk links mit subjektivem
A.p.
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B.
koordinativem Instabilitätsgefühl und leicht eingeschränkter Beweglichkeit fest. Das
Knie links sei bezüglich der Patella asymptomatisch. Es sei von einer
richtungsgebenden Verschlechterung einer vorbestehenden OSG-Arthrose durch den
Unfall vom 8. Oktober 2011 auszugehen. Die Knieproblematik mit fortgeschrittener
medialer Arthrose sei nicht in kausalem Zusammenhang mit dem Autounfall im Jahr
2011 zu sehen. Sie beurteilten, die Tätigkeit als Fachmann G._-Verkauf sei ganztags
zumutbar. Falls längeres Gehen in unebenem Gelände erforderlich wäre, wäre am
Nachmittag eine zusätzliche Pause von einer Stunde gerechtfertigt. Eine adaptierte
Tätigkeit sei ganztags möglich. Derzeit sei von einem Integritätsschaden von 10 %
auszugehen. Falls man bereits eine langfristig mögliche Zunahme der
Arthroseentwicklung bzw. die Option einer Arthrodese einbeziehen möchte, wäre der
Integritätsschaden mit 15 % zu beziffern (UV-act. 25).
Mit Verfügung vom 16. August 2019 legte die Vaudoise den Endzustand auf den 4.
Dezember 2013 fest, verneinte den Anspruch auf eine Rente, verneinte einen Anspruch
auf Übernahme allfälliger weiterer Heilungskosten und sprach dem Versicherten eine
Integritätsentschädigung basierend auf einem Integritätsschaden von 10 % zu. Letztere
werde jedoch nicht ausbezahlt, da sie diese mit den zu viel bezahlten Taggeldern
verrechne (UV-act. 19, vgl. auch Schreiben vom 14. Juni 2019; UV-act. 23).
A.q.
Dagegen erhob der Versicherte am 20. September 2019 Einsprache (UV-act. 17).
Am 31. Oktober 2019 ergänzte er seine Einsprache und beantragte unter anderem die
Sistierung des Einspracheverfahrens, bis die unfallbedingte Behandlung bei Dr. med.
L._, Orthopädie F._, abgeschlossen sei (UV-act. 13-1 f.). Dieser hatte am 7.
Oktober 2019 beurteilt, Ursache für die noch vorhandenen Schmerzen sei eine
posttraumatische Narbenbildung am OSG und im Sinus tarsi. Er führe eine gestufte
Infiltration durch. Je nach Wirkung der Infiltration wäre dann eine zweite OSG-
Arthroskopie indiziert, um die Narben endgültig "weg zu kriegen". Das Sprunggelenk
brauche unbedingt eine gute Beweglichkeit, da sonst die Abnützungsgefahr zu gross
sei, weil schon eine beginnende Degeneration sichtbar sei. Diese Problematik sei
eindeutig noch Folge des Unfalls (UV-act. 13-3 f.).
B.a.
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C.
Mit Entscheid vom 3. Dezember 2019 erhöhte die Vaudoise die
Integritätsenschädigung auf eine solche basierend auf einem Integritätsschaden von
15 %, verrechnete jedoch auch den erhöhten Betrag mit den zu viel bezahlten
Taggeldern. Im Übrigen wies sie die Einsprache ab (UV-act. 11).
B.b.
Gegen den Einspracheentscheid vom 3. Dezember 2019 erhob der Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführer) am 20. Januar 2020 die vorliegende Beschwerde. Er
beantragte darin dessen Aufhebung und es seien ihm ab dem 4. Dezember 2013 eine
Invalidenrente bei einer Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50 %, eventualiter
Taggelder auf der Basis einer Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50 % bei einem
Taggeldansatz von mindestens Fr. 149.40 (bei einer Arbeitsunfähigkeit von 100 %),
zuzusprechen. Weiter seien die Heilungskosten von der Vaudoise (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) zu übernehmen, soweit sie auf den Unfall vom 8. Oktober 2011
zurückzuführen seien. Es sei ihm eine Integritätsentschädigung von mindestens 25 %
auszurichten. Vor einer Verrechnung der Integritätsentschädigung mit einer allfälligen
Taggeldrückforderung sei ihm das Recht auf Stellungnahme zu gewähren. Es sei
festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin auf jegliche Rückforderung von
Taggeldern oder anderweitigen Leistungen verzichte. Es sei ein neutrales
orthopädisches Gutachten zu erstellen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge
(act. G1).
C.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragte am 28. Mai 2020 die Abweisung der
Beschwerde und es seien keine Kosten zu vergüten. Sie verwies für die Begründung
auf ihren Einspracheentscheid. Zusätzlich führte sie unter anderem aus, sie fordere den
Betrag von Fr. 36'116.-- ausdrücklich zurück. Es bestünden keine Hinweise darauf,
dass das Existenzminimum des Beschwerdeführers durch die Verrechnung
beeinträchtigt wäre (act. G11).
C.b.
Mit Replik vom 16. Juli 2020 hielt der Beschwerdeführer grundsätzlich an seinem
Rechtsbegehren fest. Zusätzlich beantragte er, die geschuldete
Integritätsentschädigung sei ab 8. Oktober 2011, eventualiter ab 4. Dezember 2013,
jährlich mit 5 % zu verzinsen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G15).
C.c.
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Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zu
dieser Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle,
die sich vor dem Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor
diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend
finden daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2011 zur Diskussion steht,
grundsätzlich die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
2.
Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend primär zu prüfen ist der Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Rente sowie eine höhere Integritätsentschädigung als
bereits zugesprochen. Ausserdem beanstandet der Beschwerdeführer (eventualiter)
den Zeitpunkt der Leistungseinstellung (act. G1). Dieser ist insofern zu prüfen, als sich
die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 16. August 2019 und dem
Einspracheentscheid vom 3. Dezember 2019 dazu äusserte (vgl. UV-act. 11, 19).
Ebenfalls in der genannten Verfügung und im Einspracheentscheid thematisiert wurden
die umstrittene Rückforderung von Taggeldern sowie die Verrechnung derselben mit
dem Anspruch auf eine Integritätsentschädigung. Folglich bildet auch diese Thematik
Streitgegenstand (vgl. dazu im Detail E. 8).
Am 3. September 2020 reichte der Beschwerdeführer eine Zusatzbegründung zu seiner
Replik ein (act. G19).
Die Beschwerdegegnerin liess die Frist zur Einreichung einer Duplik unbenützt
ablaufen (act. G20 f.).
C.d.
Ist die versicherte Person infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art.
6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG; SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). Sie hat
zudem Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Art. 10 UVG). Ist
die versicherte Person infolge des Unfalls mindestens zu 10 Prozent invalid, so hat sie
Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet die versicherte Person
durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder
2.1.
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psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene
Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Die vorübergehenden Leistungen
(Heilbehandlung, Taggeld) sind einzustellen und der Anspruch auf eine Invalidenrente
zu prüfen, wenn allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV)
abgeschlossen sind und von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine
namhafte Besserung des Gesundheitszustands der versicherten Person mehr erwartet
werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG). Die Integritätsentschädigung wird mit der
Invalidenrente festgesetzt oder, falls kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung
der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 Abs. 2 UVG). Das Erreichen des
medizinischen Endzustands bildet demgemäss in Nachachtung des
Eingliederungsgrundsatzes die Voraussetzung für die Prüfung der Rentenfrage und der
Integritätsentschädigung.
Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht nur für Gesundheitsschäden,
die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis
zusammenhängen (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG; BGE 129 V 181, E. 3; Alexandra Rumo-
Jungo/André Pierre Holzer, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in Erwin Murer/
Hans-Ulrich Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, S. 53 ff.).
2.2.
Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet und
nachvollziehbar sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Den Berichten und
Gutachten, welche die Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren
eigenen bzw. beratenden Ärzten und Ärztinnen einholen, kann rechtsprechungsgemäss
ebenfalls Beweiswert beigemessen werden (BGE 135 V 467 ff. E. 4 und BGE 125 V 353
f. E. 3b/ee, je mit Hinweisen). In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung jedoch
strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der
2.3.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 11/25
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3.
Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen erwog in seinem Entscheid vom 9.
März 2018 (UV 2016/13), der Fallabschluss per 4. Dezember 2013 und die Einstellung
der Taggelder per 27. Juni 2013 (Beginn des bis zum 10. Dezember 2013 dauernden
Strafvollzugs) seien nicht zu beanstanden (UV-act. 44, E. 3). Diese Beurteilung erfolgte
im Wesentlichen gestützt auf den Bericht von Dr. C._ bezüglich einer
Kontrolluntersuchung vom 4. Dezember 2013 (vgl. UV-act. 154). Grundsätzlich besteht
kein Anlass, von diesem Entscheid abzuweichen. Dennoch ist kurz auf die nach diesem
Gerichtsentscheid erstellten relevanten medizinischen Berichte einzugehen. Die
abklärenden medizinischen Fachpersonen der Klinik K._ hielten in ihrem Gutachten
vom 29. Mai 2019 fest, der Zeitpunkt des Fallabschlusses sei nachvollziehbar. Die
derzeit geäusserten Beschwerden entsprächen denjenigen vom Dezember 2013, die
Beschwerden seien über die letzten Jahre konstant geblieben. Aktuell drängten sich
keine invasiven Behandlungsmassnahmen auf. Somit könne am Datum des
Fallabschlusses festgehalten werden. Die Progredienz der Arthrose sei langfristig
durchaus möglich. Sollte zu einem späteren Zeitpunkt doch ein chirurgisches Vorgehen
(Arthrodese) zur Diskussion stehen, wäre ein entsprechender Rückfall geltend zu
machen (UV-act. 24-78). Während des Einspracheverfahrens reichte der
Beschwerdeführer einen Bericht von Dr. L._ über eine Untersuchung vom 2. Oktober
2019 ein. Dieser führte aus, er werde aufgrund einer posttraumatischen Narbenbildung,
welche Schmerzen verursache, eine gestufte Infiltration durchführen. Je nach Wirkung
der Infiltration wäre dann eine zweite OSG-Arthroskopie, eventuell kombiniert mit einer
Arthroskopie des unteren Sprunggelenks (USG), indiziert, um die Narben endgültig
"weg zu kriegen" (UV-act. 13-3 f.). Dr. L._ berichtete nicht über eine massgebliche
Veränderung der Beschwerden seit dem Fallabschluss im Dezember 2013. Wie die
Beschwerdegegnerin zudem zu Recht geltend macht (vgl. UV-act. 11-7), steht eine
Infiltration dem Fallabschluss nicht entgegen, da diese keine namhafte und dauerhafte
Verbesserung der Beschwerden bewirken könnte. Eine allfällige blosse Verbesserung
allein des Leidens an sich, eine nur kurzfristige Linderung oder eine blosse
Verbesserung der Befindlichkeit genügen nicht. Für den Abschluss der medizinischen
Behandlung ist ein Dahinfallen jeglichen Bedarfs an Heilbehandlung somit nicht
vorausgesetzt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 22. September 2016, 8C_306/2016,
E. 5.3, mit weiteren Hinweisen; Philipp Geertsen, N 7 ff. zu Art. 19, in: Marc Hürzeler/
Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Kommentar zum
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen,
sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 471 E. 4.7; RKUV 1997 Nr. U
281, S. 281 f., E. 1a).
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 12/25
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schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018, [nachfolgend zitiert: KOSS UVG]). Bei
einem allfälligen operativen Eingriff könnte der Beschwerdeführer gegebenenfalls einen
Rückfall geltend machen. Zusammengefasst ist damit der Fallabschluss per 4.
Dezember 2013 nicht zu beanstanden. Ein Anspruch auf Taggelder über dieses Datum
hinaus - wie vom Beschwerdeführer eventualiter beantragt (act. G1) - fällt ausser
Betracht. Mit dem Fallabschluss endete auch der Anspruch auf Übernahme der Kosten
der Heilbehandlung (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG). Da der Beschwerdeführer - wie
nachfolgend ausgeführt - keinen Rentenanspruch hat und auch die weiteren
Voraussetzungen von Art. 21 Abs. 1 UVG (insbesondere Vorliegen eines Rückfalls bzw.
Spätfolgen und Möglichkeit der wesentlichen Verbesserung der Erwerbsfähigkeit durch
weitere Behandlung oder Behandlungsbedarf zur Erhaltung der Erwerbsfähigkeit) nicht
erfüllt sind, besteht auch unter diesem Titel kein ausnahmsweiser Anspruch auf
Vergütung der Kosten der Heilbehandlung nach Fallabschluss.
4.
Im Zeitpunkt des Fallabschlusses per 4. Dezember 2013 lagen beim Beschwerdeführer
unbestritten noch organisch objektivierbare Unfallfolgen vor. Die medizinischen
Fachpersonen der Klinik K._ hielten in ihrem Gutachten vom 29. Mai 2019 fest,
unfallkausal lägen noch Restbeschwerden am Sprunggelenk links mit subjektivem
koordinativem Instabilitätsgefühl und leicht eingeschränkter Beweglichkeit vor (UV-act.
24-74). Im Folgenden ist jedoch zu prüfen, ob beim Fallabschluss noch weitere
organisch objektivierbare Unfallfolgen vorlagen.
Der Beschwerdeführer macht geltend, die bestehende OSG-Arthrose sei
vollständig auf den Unfall zurückzuführen (act. G1). Die abklärenden Ärzte der Klinik
K._ gingen hingegen von einer richtungsgebenden Verschlechterung eines
Vorzustandes durch den Unfall aus. Wie diese ausführten, wurde bereits im Bericht
über die am Unfalltag durchgeführte OSG-Arthroskopie links festgehalten, es seien
degenerative Veränderungen im Bereich des Tibia-Plafonds, im Sinne einer
Chondropathie Grad III bis zum Teil vereinzelt Grad IV, ersichtlich. Auch im Bereich des
Talus sei eine Chondropathie Grad II ersichtlich. Zusätzlich seien im Bereich der
distalen Tibia anterior Osteophyten sichtbar (UV-act. 256). Die Ärzte der Klinik K._
schlossen daraus nachvollziehbar, dass eine Arthrose im OSG vorbestehend gewesen
sei und ein früherer Unfall die Biomechanik des Sprunggelenks bereits habe
beeinträchtigen müssen. "Narbige Veränderungen" seien am Unfalltag auf ein früheres
Ereignis zurückzuführen gewesen. In den ihnen zur Verfügung stehenden Akten seien
zwar bis zum Unfall vom 8. Oktober 2011 keine Sprunggelenksbeschwerden erwähnt,
4.1.
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dies schliesse jedoch eine frühere Traumatisierung nicht aus. Der Beschwerdeführer
habe über einen Sturz beim Reitsport in der Jugend berichtet, ohne jedoch angeben zu
können, was er dort verletzt habe. Auch seien durchgemachte Distorsionen beim früher
ausgeübten Badmintonsport (bzw. Squash [UV-act. 24-40]) durchaus denkbar. Die
derzeitigen Beschwerden und der radiologische Verlauf seien im Sinne einer
richtungsgebenden Verschlechterung durch das Unfallereignis vom 8. Oktober 2011 zu
werten. Der Vorzustand sei mit 20 bis 30 % zu gewichten und der Einfluss des Unfalls
vom 8. Oktober 2011 mit 70 bis 80 %; dies im Sinne einer Beschleunigung des
Arthroseprozesses (UV-act. 24-83 f.). Diese Bewertung ist angesichts der
dokumentierten degenerativen Veränderungen am Unfalltag überzeugend. Die
Beurteilung von Dr. L._ vom 7. Oktober 2019 vermag diese nicht in Zweifel zu ziehen.
Soweit ersichtlich hatte Dr. L._ weder Kenntnis vom Gutachten der Klinik K._, noch
vom Bericht über die am Unfalltag durchgeführte Arthroskopie. Er stützte sich bei
seiner Beurteilung neben seiner Untersuchung und den anamnestischen Angaben des
Beschwerdeführers lediglich auf die von der Klinik K._ im März 2019 veranlassten
Röntgenbilder. Diese zeigten laut Dr. L._ eine gute Kongruenz und eine wesentliche
Gelenkspaltverschmälerung, aber mit subchondraler Zystenbildung im Bereich des
Tibiaplateaus und vor allem eine ausgesprochene Narbenbildung ventral im OSG. Er
befand, die Problematik der Narbenbildung sei eindeutig noch eine Unfallfolge, da
immer Symptome vorhanden gewesen seien und der Beschwerdeführer nie eine
schmerzfreie Phase gehabt habe (UV-act. 13-3 f.). Dies beweist jedoch nicht, dass
nicht vor dem Unfall schon degenerative Veränderungen und Narben vorhanden waren.
Im Gegenteil widerspricht dies dem genannten Bericht über die am Unfalltag
durchgeführte Arthroskopie. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass Dr. L._ den
Beschwerdeführer erst am 2. Oktober 2019 erstmals untersuchte und sich beim
vorherigen Beschwerdeverlauf einzig auf die Angaben des Beschwerdeführers stützte.
Schliesslich hielt auch Dr. L._ fest, es seien beginnende Degenerationen sichtbar
(UV-act. 13-3 f.). Insgesamt ist damit davon auszugehen, dass die OSG-Arthrose und
die Vernarbungen am OSG teilweise auf den Unfall vom 8. Oktober 2011
zurückzuführen sind.
Weiter bringt der Beschwerdeführer vor, er leide nach wie vor unter einer
persistierenden Syndesmoseinsuffizienz. Die Instabilität sei nicht auf koordinative
Einschränkungen zurückzuführen, sondern stelle eine Unfallfolge dar (act. G1). Dr.
C._ hatte am 12. Dezember 2013 berichtet, im Bereich des Aussenknöchels zeige
sich eine diskrete Fibulaverschiebung im Sinne einer chronischen
Syndesmoseninstabilität. Bei der Beschreibung des Röntgenbefunds des OSG hielt er
fest, es zeige sich ossär eine unauffällige Situation mit einer diskreten Erweiterung der
4.2.
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fibulo-tibialen Inzision bei Verdacht auf eine chronische Bandinstabilität bzw. eine
Syndesmoseninstabilität (UV-act. 154). Dementsprechend war bereits damals die
Diagnose einer Syndesmoseninstabilität nicht gesichert, sondern wurde von Dr. C._
lediglich als Verdacht geäussert. Weiter führte Dr. C._ aus, das Beschwerdebild
werde durch die Instabilität ausgelöst, weshalb er dem Beschwerdeführer eine
entsprechende sprunggelenksüberbrückende Stabilisation in einem Schuh empfohlen
habe. Bei Mobilisation in einem Stabilschuh seien die Beschwerden im Sinne der
Instabilität nicht vorhanden (UV-act. 154). Die Gutachter der Klinik K._ befanden, es
seien keine Hinweise für eine persistierende Syndesmoseninsuffizienz mehr
feststellbar. Sie führten aus, das subjektiv empfundene Instabilitätsgefühl könne
anhand der Klinik und der Röntgendiagnostik nicht objektiviert werden. Es bestehe
keine vermehrte laterale Aufklappbarkeit des OSG links gegenüber rechts, kein
vermehrter Talusvorschub und der Fricktest zeige ebenfalls keinen Hinweis für eine
Instabilität der Syndesmose. Radiologisch zeige die belastete Aufnahme des OSG
beidseits eine normale Breite des Syndesmosenspaltes bei regelrechter Stellung der
Malleolargabel beidseits, was ebenfalls gegen eine relevante Insuffizienz der
Syndesmose spreche. In der MRI-Aufnahme vom 3. April 2019 zeigten sich alte
posttraumatische Veränderungen im Bereich der Syndesmose mit Verdickung
derselben, aber insgesamt eine intakte Darstellung der Syndesmose. Der
Seitenbandapparat des OSG werde deutlich vernarbt, aber intakt dargestellt. Das
Instabilitätsgefühl könne durchaus auf koordinative Probleme der Unterschenkel-
Fussmuskulatur zurückgeführt werden. Beim Gehen auf unebenem Gelände wäre ein
knöchelhohes Schuhwerk mit guten Abrolleigenschaften, zum Beispiel gute
Wanderschuhe, zu empfehlen (UV-act. 24-64 f.). Wie die Gutachter zudem ausführten,
kann auch die (nicht unfallkausale, siehe E. 4.3) Arthrose im Knie zum Instabilitätsgefühl
beitragen (UV-act. 24-67). Dr. L._ berichtete am 7. Oktober 2019 ebenfalls nicht über
eine Syndesmoseninsuffizienz, sondern über die bereits erwähnten Vernarbungen,
welche nur teilweise auf den Unfall zurückzuführen sind (UV-act. 13-3 f.). Insgesamt ist
damit davon auszugehen, dass keine Syndesmoseninsuffizienz mehr vorliegt. Eine
solche könnte ausserdem, wie von Dr. C._ bereits am 12. Dezember 2013
empfohlen, mit dem Tragen eines Stabilschuhs kompensiert werden (vgl. UV-act. 154).
Der Beschwerdeführer erlitt beim Unfall vom 8. Oktober 2011 unter anderem eine
offene Patellafraktur links mit traumatischer Gelenkseröffnung und Quadriceps-
Längsruptur. Gleichentags wurden deshalb im KSSG eine offene Kniegelenksspülung
und ein Débridement sowie eine transossäre Refixation des Retinaculum und der
Quadriceps-Sehne Knie links durchgeführt. Der zuständige Arzt hielt im
Operationsbericht fest, es zeige sich im Bereich des medialen Pols der Patella ein
4.3.
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5.
Unter Berücksichtigung der unfallkausalen Beschwerden ist nachfolgend die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu prüfen.
Fragment sowie zusätzlich noch vorhandene Osteophyten. Das gesamte Retinaculum
sei vom Patellaoberpol abgerissen und es zeige sich eine Längsspaltung der
Quadricepssehne mit kompletter Eröffnung des Gelenks. Inspektorisch seien zusätzlich
degenerative Knorpelveränderungen im Bereich der Trochlea sowie auch retropatellär
sichtbar (UV-act. 246). Die Gutachter der Klinik K._ führten aus, das
Femoropatellargelenk links stehe nicht mehr im Vordergrund. Der postoperative Verlauf
sei diesbezüglich günstig gewesen. Im Bereich der Kniescheibe sei es im Verlauf nicht
zu einer weiteren Gelenksspaltverschmälerung gekommen und es bestünden im
Bereich der Kniescheibe keine Beschwerden. Es bestehe beidseits eine
fortgeschrittene mediale Gonarthrose, links weiter fortgeschritten, mit aufgehobenem
medialem Gelenksspalt. Dies nach früheren arthroskopischen Eingriffen vor
wahrscheinlich über 25 Jahren. Die Knieproblematik sei nicht in unfallkausalem
Zusammenhang zum Autounfall im Jahr 2011 zu sehen. Auf den Röntgenbildern des
Knies links vom 8. Oktober 2011 habe bereits eine fortgeschrittene Arthrose mit
deutlicher Verschmälerung des medialen Gelenkspalts bestanden, womit diese
Arthrose vorbestehend sei. Auch bestehe auf der Gegenseite eine ähnlich ausgeprägte
Arthrose, wie sie typisch sei für eine primäre Arthrose bzw. eine Arthrose nach
Meniskuseingriffen (UV-act. 24-67). Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen,
dass die noch vorhandenen Kniebeschwerden links nicht unfallkausal sind. Bezüglich
des rechten Knies ist dies ohnehin unbestritten.
Unbestritten nicht unfallkausal sind sodann die degenerativen Veränderungen der
Lendenwirbelsäule, die transienten Beschwerden der Schulter rechts im Mai 2012, die
Adipositas per magna mit den damit zusammenhängenden Beschwerden, der Diabetes
mellitus Typ II sowie der Zustand nach Carpaltunnel-Operationen beidseits (UV-act.
24-67, 24-74 f.).
4.4.
Da vorliegend auch umstritten ist, ob die angestammte Tätigkeit des
Beschwerdeführers als adaptiert betrachtet werden kann, ist vorerst festzuhalten,
welche Arbeiten seine Tätigkeit bei der von seiner Ehefrau geführten B._ AG
beinhaltet (vgl. UV-act. 218, 236). Anlässlich eines Gesprächs mit der
Beschwerdegegnerin vom 28. März 2012 führte der Beschwerdeführer aus, er sei vor
allem für den Verkauf der G._ zuständig und verantwortlich. Die meisten Modelle
würden "vergraben". Der Verkauf eines G._ sei mit einem grösseren Aufwand und vor
5.1.
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allem mit Abklärungen und Arbeiten vor Ort verbunden. Es müsse mit den Kunden vor
Ort die genaue Lage der Wasser-, und Abflussleitungen sowie Stromanschluss,
Technikschacht etc. besprochen und schliesslich die Montage ausgeführt sowie
überwacht werden. Diese Arbeiten erforderten häufiges Autofahren, längeres Stehen
und Begehen der Umgebung sowie teilweise auch Arbeiten im Knien. Präzisierend
führte er aus, er müsse nur den G._ bzw. die G._-komponenten liefern und
montieren sowie eine Art Bauleitungsfunktion übernehmen. Die ganze benötigte
Infrastruktur müsse bauseits organisiert und zur Verfügung gestellt werden. In diesem
Bereich sei er weitgehend nur beratend tätig. Zudem nehme er pro Jahr an ca. 10-12
Messen teil. Die Messen dauerten zwischen fünf bis zehn Tagen plus Auf- und Abbau
des Standes. Während der Messen sei er ständig am Stand präsent, immer stehend
(UV-act. 95-440 f.). Gegenüber einem Schadenexperten der Zürich hatte der
Beschwerdeführer am 18. November 2011 ausgeführt, es handle sich um eine
körperlich eher geringfügig anstrengende Tätigkeit (vgl. UV-act. 37-5). Anlässlich der
EFL bei der Klinik K._ vom 25./26. März 2019 gab der Beschwerdeführer an, seine
Aufgaben bestünden in Beratung/Verkauf, Bestellung und Lieferung von G._s,
kleinen Servicearbeiten an den G._ im Inland und Servicearbeiten an den G._ im
Ausland. Für die Büroarbeiten habe er einen höhenverstellbaren Tisch, einen
festinstallierten PC und einen Sitzball mit Ring. Des Weiteren machte er detaillierte
Angaben zu den jeweils notwendigen Aufgaben in den einzelnen Arbeitsbereichen (UV-
act. 24-93 ff.). Der Besuch von Messen habe durch das veränderte Kauf-Verhalten der
Kundschaft an Bedeutung verloren (vgl. UV-act. 24-89).
Die Gutachter der Klinik K._ befanden, bei der EFL seien die Lendenwirbelsäule
und die Kniegelenke bei der Leistungsfähigkeit stärker limitierend gewesen als das
linke Sprunggelenk. Die adaptierte Tätigkeit als G._-Verkäufer/Berater mit
Ausführung kleinerer Servicearbeiten könne ganztags zugemutet werden. Falls
längeres Gehen in unebenem Gelände erforderlich wäre, wäre am Nachmittag eine
zusätzliche Pause von einer Stunde gerechtfertigt. Dies begründeten sie mit der
fortgeschrittenen Kniegelenksarthrose und der Sprunggelenksarthrose links (UV-act.
24-69, UV-act. 24-80). Weiter führten die rheumatologische Teilgutachterin aus, kurze
Gehstrecken seien zumutbar und würden vom Beschwerdeführer auch für 20 bis 30
Minuten toleriert. Aufgrund des Belastungsprofils bestehe eine Zumutbarkeit für leichte
bis mittelschwere Arbeit ganztags, wenn diese wechselpositioniert durchgeführt
werden könne. Hebeleistungen und Tragen von Gewichten seien limitiert bei
10-12.5kg, bedingt durch die unzureichende muskuläre Stabilisierung der
Lendenwirbelsäule und das ausladende Abdomen. Tätigkeiten in Hockstellung seien
nicht möglich, bedingt durch die Kniegelenke. Das linke Sprunggelenk beeinträchtige
5.2.
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Tätigkeiten die das Leitersteigen oder kniende Tätigkeiten bedingten. In Anbetracht der
Gesamtkonstellation (Körpergewicht, Arthrosen an mehreren Gelenken der unteren
Extremitäten, verminderte koordinative Fähigkeiten) dürften keine hohen
Anforderungen an das Gleichgewicht gestellt werden (UV-act. 24-69). Es ist darauf
hinzuweisen, dass diese Adaptionskriterien wie auch die anlässlich der EFL zusätzlich
festgestellten Einschränkungen (vgl. Auflistung in UV-act. 24-81, 24-91) zwar
nachvollziehbar sind, vorliegend jedoch lediglich die unfallkausalen Beeinträchtigungen
des Sprunggelenks berücksichtigt werden können. Eine adaptierte Tätigkeit sollte
demnach wechselbelastend sein, keine hohen Anforderungen an das Gleichgewicht
stellen, nur seltenes Leitersteigen erfordern und kein (häufiges) Knien beinhalten. In
einer solchen Tätigkeit besteht gemäss der überzeugenden Beurteilung der K._-
Gutachter eine volle Arbeitsfähigkeit. Die Adaptionskriterien werden auch in der
angestammten Tätigkeit des Beschwerdeführers erfüllt. Seine Gehfähigkeit ist für seine
ausgeübte Tätigkeit ausreichend, beträgt seine freie Ganggeschwindigkeit doch
gemäss der von der Klinik K._ durchgeführten Ganganalyse 76 % eines
durchschnittlichen Normwertes für Erwachsene. Der klinisch gemessene
Bewegungsumfang sei dynamisch absolut ausreichend für das ebene Gehen (UV-act.
24-139). Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, er könne nicht - wie von den
K._-Gutachtern vorgeschlagen - bei Messen auf einem Hochstuhl sitzen (vgl. act.
G1), ist darauf hinzuweisen, dass gemäss seinen eigenen Angaben Messen ohnehin an
Bedeutung verloren haben (UV-act. 24-89) und damit keinen erheblichen Anteil an
seiner Tätigkeit mehr ausmachen. Die Arbeitsfähigkeitsschätzung gilt gemäss den
Gutachtern der Klinik K._ nachvollziehbar seit dem Fallabschluss im Dezember 2013
(UV-act. 24-78).
Bereits Dr. I._ hatte am 20. Juni 2013 und 31. Juli 2014 gestützt auf die Akten
befunden, es sei wieder von einer vollen Arbeitsfähigkeit für die Tätigkeit des
Beschwerdeführers auszugehen. Die Restinstabilität könne mittels Stabilschuhs
beseitigt werden (UV-act. 159). Der Beschwerdeführer brachte dagegen vor, er habe
sich nach Vorlage des Berichts von Dr. I._ unter einem Fantasienamen bei diesem
untersuchen lassen. Er habe diesem erklärt, dass er G._s verkaufe und selbst
installiere und dass er sich mit einem Gehstock auf unebenem Gelände fortbewege. Er
müsse Leitern hinabsteigen und körperliche Tätigkeiten verrichten, während sich seine
Ehefrau um alle administrativen Arbeiten in seinem Betrieb kümmere. Er habe Dr. I._
mitgeteilt, ihm sei eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert worden und habe diesen
gefragt, ob dieselbe nicht über 50 % liegen müsste. Dr. I._ habe ihm darauf eine
Arbeitsunfähigkeit von 50 % attestiert, was seiner vorherigen Einschätzung einer
Arbeitsfähigkeit von 100 % widerspreche (act. G15). In den Akten liegt ein Bericht von
5.3.
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Dr. I._ über die Untersuchung des Beschwerdeführers vom 12. Mai 2016 unter
falschem Namen (UV-act. 87-19 f.). Dieser ist insofern als nicht beweiskräftig zu
betrachten, als Dr. I._ keinerlei Vorakten vorlagen und er sich bei diesem Bericht
nebst eigenen Untersuchungen im Wesentlichen auf die Angaben des
Beschwerdeführers stützen musste, welcher relativ umfangreiche Einschränkungen
schilderte (vgl. auch UV-act. 81). Zudem äusserte Dr. I._ sich nicht zur theoretisch
möglichen Arbeitsfähigkeit in der angestammten und insbesondere nicht in einer
anderen adaptierten Tätigkeit. Er hielt lediglich fest, die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers bei seiner Tätigkeit im Verkauf und der Installation von G._s sei
sicher 50 % ("Son activité actuellement de vente et d'installation de G._ est
certainement de 50 %"). Er orientierte sich dabei offensichtlich an der Fragestellung
des Beschwerdeführers, der wissen wollte, ob seine Arbeitsunfähigkeit nicht über 50 %
liegen sollte. In einer Stellungnahme vom 29. September 2016 führte Dr. I._ aus, er
habe dem Beschwerdeführer gesagt, 50 % erschienen ihm angesichts der
geschilderten Tätigkeit gerechtfertigt und er gehe kein Risiko ein, wenn er seine
Tätigkeit fortsetze. Er habe dabei aber auch die nicht unfallkausalen Rückenschmerzen,
die Plattfüsse und das Übergewicht berücksichtigt. Der Beschwerdeführer habe ihm
zudem - entgegen den aktenkundigen Berichten - angegeben, er habe einen sehr
schwerwiegenden Knöchelbruch erlitten (UV-act. 81). Insgesamt schmälert damit die
Beurteilung von Dr. I._ vom 12. Mai 2016 weder die Beweiskraft seiner früheren
Einschätzungen, noch derjenigen der Klinik K._.
Im November 2014 war der Beschwerdeführer durch Prof. J._ untersucht
worden. Dieser beurteilte am 19. Dezember 2014, die aktuell festgelegte 50%ige
Arbeitsunfähigkeit in seiner schweren körperlichen Tätigkeit sei durch die klinischen
und radiologischen Befunde ausgewiesen und könne im Augenblick nicht erhöht
werden (UV-act. 124). Entgegen der Annahme von Prof. J._ handelt es sich bei der
Tätigkeit des Beschwerdeführers jedoch nicht um eine schwere körperliche Tätigkeit
(vgl. E. 5.1). Seine Beurteilung ist damit nicht nachvollziehbar. Sodann äusserte er sich
nicht zu Adaptionskriterien und der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit.
Zudem ist mit den K._-Gutachtern nicht erklärbar, weshalb Prof. J._ als
unfallbedingte Läsion unter anderem eine mehrfragmentäre dislozierte
Humeruskopffraktur rechts auflistete (UV-act. 24-63, 124). Eine solche hatte der
Beschwerdeführer anlässlich des Unfalls vom 8. Oktober 2011 unbestritten nicht
erlitten. Die Beurteilung von Prof. J._ ist damit nicht geeignet, das Gutachten der
Klinik K._ in Frage zu stellen. Auch die IV-Stelle wich in ihrem Vorbescheid vom 15.
März 2016 ausdrücklich von der Beurteilung von Prof. J._ ab und ging gestützt auf
5.4.
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6.
Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als
Verkäufer von G._s sowohl im Validen- als auch im Invalidenfall erübrigt sich die
Vornahme eines konkreten Einkommensvergleichs, da ohnehin kein
rentenbegründender Mindestinvaliditätsgrad von 10 % resultiert.
die Einschätzung ihres RAD-Arztes von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in einer
adaptierten Tätigkeit aus (UV-act. 95-449 ff.).
Dr. D._ hatte am 16. März 2015 beurteilt, der Beschwerdeführer sei in seiner
Tätigkeit als G._-verkäufer seit 1. Juli 2013 zu 50 % arbeitsunfähig. Er hatte
ausgeführt, der Beschwerdeführer habe Mühe, auf der Baustelle die Vermessung der
G._s auf unebenem Gelände zu machen und auf Leitern zu steigen. Wegen der
Instabilität im OSG könne er den Aussendienst nur eingeschränkt wahrnehmen. Es
bestehe Sturzgefahr und bei Ausstellungen/Messen müsse der Beschwerdeführer den
ganzen Tag stehen (UV-act. 114-5 ff.). Wie vorstehend ausgeführt, betreffen diese
Arbeiten jedoch nur einen kleinen Teil der Tätigkeit des Beschwerdeführers. Es ist nicht
nachvollziehbar, weshalb die Beschwerden eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um
50 % verursachen sollten. Es ist denn auch nicht bekannt, von welchem Tätigkeitsprofil
Dr. D._ genau ausging.
5.5.
Bei der Würdigung der medizinischen Situation fällt weiter ins Gewicht, dass das
Gutachten der Klinik K._ vom 29. Mai 2019 (UV-act. 24) auf umfassender
Aktenkenntnis sowie polydisziplinären eigenen Untersuchungen beruht, das gesamte
Leidensbild des Beschwerdeführers berücksichtigt und die auf dieser Grundlage
gezogenen Schlüsse nachvollziehbar sind. Aus den vom Beschwerdeführer
vorgebrachten medizinischen Einschätzungen ergeben sich zudem keine objektiven
Gesichtspunkte, welche im genannten Gutachten ausser Acht gelassen worden wären.
Weitere medizinische Abklärungen erübrigen sich damit. Gestützt auf das Gutachten ist
von einer Arbeitsfähigkeit von 100 % in der angestammten sowie einer adaptierten
Tätigkeit seit Dezember 2013 auszugehen.
5.6.
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7.
Weiter ist die Höhe des Anspruchs des Beschwerdeführers auf eine
Integritätsentschädigung zu beurteilen. Die Beschwerdegegnerin sprach ihm eine
solche basierend auf einem Integritätsschaden von 15 % zu (UV-act. 11).
Die Integritätsentschädigung wird gemäss Art. 25 Abs. 1 UVG entsprechend der
Schwere des Integritätsschadens abgestuft. Bei einem gleichen medizinischen Befund
ist der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär
bemessen. Spezielle Behinderungen der betroffenen Person bleiben dabei
unberücksichtigt (BGE 124 V 35 E. 3c, 113 V 221 E. 4b). Die Bemessung des
Integritätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalls
ab; es geht vielmehr um die medizinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung
der körperlichen und/oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht
zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1). Nach Art. 36 Abs. 2 UVV wird die
Integritätsentschädigung gemäss den Richtlinien des Anhangs 3 zur UVV bemessen.
Dieser Anhang enthält eine als gesetzmässig und nicht abschliessend anerkannte
Skala. Die medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundesrätlichen Skala zusätzliche Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form
(sogenannte Feinraster) erarbeitet. Diese Tabellen enthalten Richtwerte, mit denen die
Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll; sie sind mit dem
Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 E. 1c mit Hinweis).
7.1.
Die Gutachter der Klinik K._ führten aus, gemäss Suva-Tabelle 5
"Integritätsschaden bei Arthrosen" sei eine mässige OSG-Arthrose mit 5 bis 15 %, eine
Arthrodese mit 15 % gelistet. Da insgesamt eine ausreichende Beweglichkeit bestehe
für das freie Gehen und radiologisch die Arthrose als mässig einzustufen sei, gingen sie
von einem Integritätsschaden von 10 % aus. Falls man bereits eine langfristig mögliche
Zunahme der Arthroseentwicklung bzw. die Option einer Arthrodese einbeziehen
möchte, wäre der Integritätsschaden mit 15 % zu beziffern. Gemäss Suva-Tabelle 2
"Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den unteren Extremitäten" ergäbe ein
im rechten Winkel versteiftes OSG einen Integritätsschaden von 15 %. Bei der
vorliegend noch erhaltenen Beweglichkeit von 5 bis 10 Grad Dorsalflexion und 40 Grad
Plantarflexion liege die funktionelle Einschränkung klar darunter. Ein Integritätsschaden
von 10 % sei auch aufgrund der Suva-Tabelle 2 plausibel. Gemäss Anhang 3 zur UVV
ergäbe der Verlust eines Fusses einen Integritätsschaden von 30 %. Beim
Beschwerdeführer sei der Fuss aber in seiner Funktion nur leicht eingeschränkt, er
erlaube ein normales Abrollen beim ebenen Gehen mit etwas reduziertem Krafteinsatz.
7.2.
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8.
Der Beschwerdeführer beantragt weiter, es sei festzustellen, dass die
Beschwerdegegnerin auf jegliche Rückforderung von Taggeldern oder anderweitigen
Leistungen verzichte. Vor einer beabsichtigten Verrechnung des Anspruchs auf eine
Integritätsentschädigung mit einer allfälligen Taggeldrückforderung sei ihm das Recht
auf Stellungnahme zu gewähren.
Ein Integritätsschaden von 10 % sei also auch aufgrund des Anhangs 3 zur UVV
gerechtfertigt. Zusammengefasst gingen sie von einem aktuellen Integritätsschaden
von 10 % aus. Sollte es in weiterer Zukunft zu einer Arthrosenprogredienz bzw. zu einer
Arthrodese kommen, wäre der Integritätsschaden mit 15 % zu beziffern (UV-act. 24-82
f.). Dr. I._ hatte am 1. November 2016 auf die gleichen Suva-Tabellen verwiesen und
war zum Schluss gekommen, es liege ein Integritätsschaden von 10 % vor (UV-act. 65,
vgl. auch UV-act. 89).
Insgesamt besteht kein Anspruch auf eine höhere Integritätsentschädigung als die
bereits zugesprochene. Der Beschwerdeführer macht geltend, es liege eine
mittelschwere Arthrose vor und es sei mit einer weiteren Progredienz zu rechnen,
weshalb ein Integritätsschaden von mindestens 25 % ausgewiesen sei (act. G1).
Gemäss Suva-Tabelle 5 ist jedoch für eine mässige OSG-Arthrose ein
Integritätsschaden von 5 bis 15 % und für eine schwere OSG-Arthrose eine solche von
15 bis 30 % vorgesehen. Ein Integritätsschaden von 15 %, wie er von der
Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid schliesslich anerkannt wurde, liegt damit
an der oberen Grenze für eine mässige, bzw. an der unteren Grenze für eine schwere
OSG-Arthrose. Die Beschwerdegegnerin hat damit einer möglichen Verschlechterung
der derzeit mässigen Arthrose oder einer allenfalls später nötigen Arthrodese bereits
genügend Rechnung getragen. Eine Integritätsentschädigung wird mit der
Invalidenrente festgesetzt (Art. 24 Abs. 1 UVG). Da der Entscheid über eine
Integritätsentschädigung vorliegend nicht verspätet erfolgte, fällt ein Verzinsung - wie
sie der Beschwerdeführer beantragt (act. G15) - ausser Betracht (vgl. BGE 127 V 456,
E. 4b).
7.3.
Die Beschwerdegegnerin entrichtete dem Beschwerdeführer im Zeitraum vom 11.
Oktober 2011 bis 27. Juni 2013 Taggelder im Betrag von insgesamt Fr. 142'104.30 (vgl.
UV-act. 19, 23). Diese Summe basierte jedoch auf einem zu hohen versicherten
Verdienst. Mit Entscheid vom 9. März 2018 legte das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen den versicherten Verdienst für das Jahr 2011 auf Fr. 68'156.-- fest
(UV-act. 44, E. 5). Das Bundesgericht trat auf die vom Beschwerdeführer dagegen
8.1.
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erhobene Beschwerde nicht ein (vgl. Urteil vom 14. August 2018; UV-act. 42). Die Höhe
des versicherten Verdiensts ist damit vorliegend nicht mehr Streitgegenstand. Bei einer
Arbeitsunfähigkeit von 100 % resultiert unbestritten ein Taggeld von Fr. 149.40, bei
einer Arbeitsunfähigkeit von 80 % ein solches von Fr. 119.60. Die Beschwerdegegnerin
schuldet dem Beschwerdeführer insgesamt für 410 Tage ein Taggeld basierend auf
einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % und für 216 Tage ein solches basierend auf einer
Arbeitsunfähigkeit von 80 % (vgl. UV-act. 19, 23). Sie hätte dem Beschwerdeführer
damit ein Taggeld von total Fr. 87'087.60 (410 x Fr. 149.40 + 216 x Fr. 119.60)
ausrichten müssen. Grundsätzlich resultiert damit ein Anspruch auf eine
Rückerstattung von Fr. 55'016.70 (Fr. 142'104.30 - Fr. 87'087.60). Wie das
Versicherungsgericht in seinem Entscheid vom 9. März 2018 ausgeführt hat, ist der
Rückforderungsanspruch nicht verjährt (UV-act. 44, E. 6.2).
Das Versicherungsgericht hielt im genannten Entscheid weiter fest, die
Verrechnung der Rückforderung von Taggeldleistungen mit der geschuldeten
Integritätsentschädigung sei grundsätzlich zulässig. Es wies die Sache jedoch unter
anderem zur abschliessenden Beurteilung der Verrechenbarkeit an die
Beschwerdegegnerin zurück. Diese habe zu prüfen, ob die Verrechnung das
Existenzminimum des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 93 des Bundesgesetzes
über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG; SR 281.1) nicht beeinträchtige, und sie
habe dem Beschwerdeführer Gelegenheit zu geben, zu diesem Punkt Stellung zu
nehmen (UV-act. 44, E. 7, insb. E. 7.3). Die Beschwerdegegnerin ist dieser Anweisung
nicht nachgekommen und hat ohne Prüfung dieser Voraussetzung sowie ohne
diesbezügliche Stellungnahme des Beschwerdeführers die Verrechnung als zulässig
erachtet (UV-act. 11, 19). Dies ist jedoch insofern nicht zu beanstanden, als die
Verrechnungsschranke nur bei Leistungen besteht, die den Zweck haben, den
Existenzbedarf einer versicherten Person zu decken. Dies trifft auf Renten, Taggelder
und Hilflosenentschädigungen, nicht jedoch auf Integritätsentschädigungen zu (vgl.
KOSS UVG-Gehring, N 5 zu Art. 50 [im Kontext zu Art. 20 ATSG]). Das Bundesgericht
führte in BGE 138 V 402, E. 4.3 f., zudem aus, die Frage der Verrechnung könne sich
gegenüber Beitragsforderungen, Leistungen und Leistungsrückforderungen stellen. Im
Hinblick auf die Verrechnung von Nachzahlungen sei von Bedeutung, ob diese mit
offenen Beitragsforderungen oder mit Leistungsrückforderungen erfolgen solle. Die
Frage der Wahrung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums könne sich nur in
ersterem Fall stellen. Da die vorliegend geschuldete Integritätsentschädigung nicht den
Zweck hat, den Existenzbedarf einer versicherten Person zu decken und zufolge der zu
viel bezahlten Taggelder zudem eine Leistungsrückforderung entstanden ist, stellt sich
die Frage der Beeinträchtigung des Existenzminimums gar nicht. Dem
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Beschwerdeführer konnte deshalb dadurch, dass die Beschwerdegegnerin die im
Ergebnis letztlich unnötige versicherungsgerichtliche Auflage im Entscheid vom 9. März
2018 nicht umgesetzt hat, kein Rechtsnachteil entstehen.
Im vorliegend angefochtenen Einspracheentscheid vom 3. Dezember 2019 sowie
der diesem zugrunde liegenden Verfügung vom 16. August 2019 entschied die
Beschwerdegegnerin, die geschuldete Integritätsentschädigung werde nicht
ausbezahlt, da eine Verrechnung mit den zu viel bezahlten Taggeldern zulässig sei.
Eine Auszahlung der Integritätsentschädigung entfalle deshalb. Über die
Rückforderung des Differenzbetrages von Fr. 36'116.70 (Fr. 55'016.70 abzüglich
Integritätsentschädigung von Fr. 18'900.--) entschied sie nicht konkret. Sie hielt in
ihrem Einspracheentscheid zwar fest, der Beschwerdeführer schulde ihr diesen Betrag
weiterhin, weshalb keine Auszahlung der Integritätsentschädigung erfolge. Im
Dispositiv äusserte sie sich jedoch nicht dazu (UV-act. 11, 19). In ihrer
Beschwerdeantwort hielt die Beschwerdegegnerin sodann fest, sie fordere den Betrag
von Fr. 36'116.-- ausdrücklich zurück, und verwies auf ihre Verfügung vom 16. August
2019 (act. G11). Dieser ist aber - wie ausgeführt - kein konkreter Entscheid über die
Rückforderung zu entnehmen. Die Beschwerdegegnerin wird folglich über die
Rückforderung im Betrag von Fr. 36'116.-- verfügen müssen. Es ist darauf
hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin am 27. Februar 2017 ausdrücklich über die
Rückforderung des Betrags von Fr. 75'839.50 verfügte. Dieser Betrag basierte jedoch
noch auf einer Integritätsentschädigung bei einem Integritätsschaden von 10 % statt
der später zugesprochenen 15 % (UV-act. 55). Der Rückforderungsbetrag war damit
nicht korrekt. Zudem erwuchs diese Verfügung nicht in Rechtskraft, zumal der
Beschwerdeführer dagegen Einsprache erhoben hatte (vgl. UV-act. 49), jedoch kein
Einspracheentscheid aktenkundig ist.
8.3.
Bezüglich der grundsätzlichen Rechtmässigkeit einer Rückforderung der zu viel
bezahlten Taggelder ist festzuhalten, dass gemäss Art. 25 Abs. 1 ATSG unrechtmässig
bezogene Leistungen zurückzuerstatten sind. Die Beschwerdegegnerin ist damit (unter
Verweis auf die Möglichkeit eines Erlasses; vgl. Art. 25 Abs. 2 ATSG und Art. 4 der
Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSV; SR.
830.11]) dazu verpflichtet, die zu viel geleisteten Taggelder zurückzufordern. Der Antrag
des Beschwerdeführers (act. G1), es sei festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin
auf jegliche Rückforderung von Taggeldern verzichte, ist damit abzuweisen. Soweit er
den Verzicht auf die Rückforderung "anderweitiger Leistungen" beantragt, ist darauf
nicht einzutreten, da ein Verzicht auf Rückforderung von nicht weiter bestimmten,
allenfalls zukünftigen Leistungen nicht möglich ist. Es ist darauf hinzuweisen, dass sich
8.4.
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