Decision ID: 487371b6-00c2-463e-b741-33a960e9fdc2
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1960, erlitt 1982 und 2005 Unfälle, gegen deren Folgen er bei der Suva versichert war (vgl.
Urk.
9/177 S. 1 unten).
Mit Verfü
gung vom 1
3.
Dezember 1983 sprach ihm
die
Suva eine Invalidenrente ent
sprechend einer Erwerbseinbusse von 15
%
zu (vgl.
Urk.
2 S. 3
lit
. B).
Mit Verfügung vom 2
3.
September 2010 sprach ihm die Suva eine Invalidenrente entsprechend einer Erwerbseinbusse von 21
%
zu (
Urk.
9/177 S. 2 oben).
1.2
Mit Verfügung vom
6.
Mai 2015 erhöhte die Suva die zugesprochene Invali
denrente von 21
%
auf 33
%
(
Urk.
9/289 =
Urk.
8/136). Dagegen erhob der Versicherte am
3.
Juni 2015 Einsprache (
Urk.
9/282), welche die Suva mit
Ein
spracheentscheid
vom 1
0.
September 2015 abwies (
Urk.
9/287 =
Urk.
8/140
=
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 1
0.
September 2015 (
Urk.
2) erhob der Versicherte am
7.
Oktober 2015 Beschwerde
mit dem Antrag, dieser sei auf
zuheben und es sei ihm eine Invalidenrente von mindestens 45
%
auszurich
ten (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
I.1).
Die Suva beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
3.
November 2015 (Urk
. 7)
die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 2
5.
Novem
b
er 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10).
3.
Das invalidenversicherungsrechtliche Verfahren Nr. IV.2015.01213
des Be
schwerdeführers
wurde mit Urteil vom heutigen Tag entschieden.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
inva
lid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 des
Bundes
gesetz
es
ü
ber die Unfallversicherung, UVG). Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähig
keit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts, ATSG).
1.2
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut
bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens
können, wenn
die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, nach der Recht
sprechung
Tabellen
löhne
gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1
sowie, die Invalidenversicherung und die LSE 2012 betreffend, BGE 142 V 178
). Für die
Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Brutto
löh
ne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei je
weils vom soge
nannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwen
dung der
Ta
bellengruppe
A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb
der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche
Wochen
arbeitszeit
auf
zurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E
. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
1.4
Fällt im Rahmen der Invaliditätsbemessung der
Beizug
von Tabellenlöhnen wie jenen der LSE in Betracht, hat der jeweils zuständige Sozialversicherer bei der Auswahl der im konkreten Anwendungsfall in Frage kommenden Tabellenwerte zahlreiche Einzelentscheide zu fällen, bei welchen er jeweils über einen grossen Ermessensspielraum verfügt (BGE 131 V 120 E. 3.3.3)
.
1.5
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksich
tigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht er
reichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwi
ckelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter,
Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie so
w
ie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben kön
nen. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Ar
beitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unter
durch
schnitt
li
chem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzu
ges
ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das
Invalidenein
kommen
unter Würdigung der Umstände im Einzelfall ge
samthaft zu schät
zen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei
der Parallelisierung der Vergleichseinkommen mitver
antwortliche
invalidi
täts
fremde
Faktoren im Rahmen des sogenannten
Lei
densabzuges
nicht noch
mals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merk
mal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berück
sich
tigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser angemessen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr.
31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
Die Höhe des Abzugs beschlägt eine typi
sche Ermessensfrage (134 V 322 E.
5.3).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) davon aus, ausgehend vom kreisärztlich festgelegten Zumutbarkeitsprofil sei das hypo
thetische Invalideneinkommen gestützt auf Tabellenlöhne der LSE,
Kom
pe
tenzniveau
2, festzulegen, womit
bei einem leidensbedingten Abzug vom Tabellenlohn von 15
%
und beim
Valideneinkommen
von
Fr.
9
1‘
096
.-- ein Invaliditätsgrad von 32.72
%
resultiere (
Urk.
2 S. 7
lit
. c-d).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), da er über keinerlei Ausbildung verfüge und seine Deutschkenntnisse in Wort und Schrift mangelhaft seien, könne zur Bestimmung des
Invalidenein
kommens
nicht auf Kompetenzniveau
2
abgestellt werden, und es sei ein Leidensabzug von 25
%
vorzunehmen (S. 2 f.
Ziff.
3).
Das 2010 eingesetzte
Va
lideneinkommen
sei entsprechend der seitherigen
Nominallohnentwick
lung
mit
Fr.
91‘292.45 einzusetzen (S. 6
Ziff.
7).
2.3
Strittig und zu prüfen ist die Invaliditätsbemessung.
3.
3.1
Die kreisärztliche Untersuchung vom 1
6.
Januar 2009 (
Urk.
9/104) ergab, dass langfristig eine Tätigkeit als Gipser eher ungünstig sei und nicht im früheren Umfang von 80
%
ausgeübt werden könne; längerfristig müsste diesbezüglich eine Arbeitsfähigkeit von 30-60
%
möglich sein (S. 3 f.).
Die zumutbare Arbeitsfähigkeit am allgemeinen Arbeitsmarkt wurde wie folgt
umschrieben (S.
4 oben): Wechselbelastende mittelschwere Tätigkeit ganz
tags, wobei wechselbelastend in diesem Fall bedeutet, dass zirka die Hälfte der Arbeitszeit im Gehen und Stehen und die andere Hälfte sitzend und die Kniegelenke entlastend erfolgen sollte; kein andauerndes Gehen auf unebe
nem Gelände, kein repetitives Einnehmen einer Hockstellung, keine länger
an
dauernde Tätigkeiten kniend; kein Tragen von Lasten über 10 kg über Tr
eppen.
3.2
Die Beschwerdegegnerin stellte auf dieses Zumutbarkeitsprofil ab und ermit
telte
im September 2010
anhand von Daten
der Dokumentation von Arbeits
plätzen
(
DAP;
vgl.
Urk.
9/184,
Urk.
9/190)
ein Invalideneinkommen von
Fr.
69‘065.--, womit bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
87‘640.-- ein Invaliditätsgrad von 21
%
resultierte (
Urk.
9/177 S. 3).
4.
4.1
Kreisarzt
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für
Orthopädische Chirur
gie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, berichtete am 1
8.
Oktober 2013 über seine gleichentags erfolgte Untersuchung (
Urk.
9/254). In seiner Beurteilung hielt er ein erhebliche
s unfallbedingtes
mechanisches und
schmerz
bedingtes
Funktionsdefizit beider Kniegelenke fest, dies nach opera
tiver Behandlung beider Kniegelenke wegen eines Unfallereignisses 1982 mit dem rechten und im Mai 2005 mit dem linken Kniegelenk (S. 7 unten). Der Versicherte habe einen Termin im Januar 2014 für die Implantation von Knieprothesen (TEP); eine Zumutbarkeitsbeurteilung könne erst danach ab
gegeben werden (S. 8).
Für den angestammten Beruf als Gipser sei der Be
schwerdeführer nicht körperlich einsatzfähig, lediglich der administrative Anteil seiner bis 2005
ausgeübten Tätigkeit von zirka 20
%
könne entspre
chend als Arbeitsunfähigkeit von 80
%
ausgewiesen werden (S. 8 unten).
4.2
Kreisarzt Prof.
Dr.
Z._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates
, berichtete am 2
9.
Januar 2015 über seine Untersuchung vom 2
2.
Januar 2015 (
Urk.
9/271). In seiner Beurteilung hielt er eine
mässiggradig
ausgeprägte Bewegungseinschränkung beider Kniegelenke und eine
mässiggradig
ausgeprägte Belastungsintoleranz beider Kniegelenke und einen Zustand nach Implantation einer
Knietotalendopro
these
rechts vom 1
5.
Januar 2014 (S. 6 unten).
Dem Versicherten könnten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt leichte Tätig
keiten ganztags, überwiegend sitzend, zugemutet werden, keine ausschliess
lich überwiegende Arbeiten im Gehen und Stehen, keine Arbeiten in unebe
nem Gelände mit häufigem Treppensteigen sowie auf Leitern und Gerüsten (S
. 7
).
4.3
Gemäss Verfügung vom
6.
Mai 2015 (
Urk.
9/279) ging die
Beschwerdegegne
rin
vom eben genannten Zumutbarkeitsprofil aus (S. 2 Mitte) und ermittelte das Invalideneinkommen gestützt auf die Tabellenlöhne der LSE 2012,
wobei sie das Kompetenzniveau 2
, eine Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden und eine Nominallohnentwicklung von 0.7
%
im Jahr 2013, von 0.8
%
im Jahr 2014 und von 0.8
%
im Jahr 2015
berücksichtigte (S. 2).
Aufgrund leidensbedingter Einschränkungen nahm sie einen Abzug von 15
%
vor und das
Valideneinkommen
bezifferte sie mit
Fr.
91‘096.-- im Jahr 2015, womit ein Invaliditätsgrad von gerundet 33
%
resultierte (S. 3 oben).
5.
5.1
Im Rahmen einer Besprechung vom 1
2.
Januar 2006 (
Urk.
9/11) gab der Be
schwerdeführer an, dass er keine eigentliche Berufsausbildung absolviert habe. Seit 1991 betreibe er ein eigenes
Gipsergeschäft
und beschäftige zwei Mitarbeiter (S. 2 oben). Rund 20
%
seiner Tätigkeit entfielen auf administra
tive Tätigkeiten wie
Offertwesen
, Berechnung
en
erstellen, Rechnungen stellen wie auch Besprechungen vor Ort und Ausmessungen (S. 2 unten).
Aufgrund seines Gesundheitszustandes, aber auch wegen der Wirtschaftslage (fehlende Aufträge)
,
stellte der Beschwerdeführer seinen Betrieb per Ende September 2009 ein (
Urk.
9/139 S. 2 oben).
Im Bericht über die berufliche Standortbestimmung vom 1
4.
Januar 2010 (
Urk.
9/154) wurde unter anderem ausgeführt, der Beschwerdeführer habe seit seiner Einreise 1981 als praktisch angelernter Gipser gearbeitet und habe seit rund zehn Jahren im eigenen Betrieb drei Mitarbeiter gehabt (S. 1 Mitte).
5.2
Gemäss Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) vom
2.
Mai 2013 (
Urk.
9/235/2-8) erzielte der Beschwerdeführer als
Selbständigerwerbender
ab 2001 folgende Einkommen:
Jahr
Franken
2001
74‘000
2002
66‘300
2003
99‘100
2004
79‘100
2005
111‘700
2006
115‘500
2007
108‘100
2008
127‘600
5.3
Im Jahr 2008 betrug das mittlere
Einkommen
von Männern im Baugewerbe auf
Anforde
rungsniveau
1+2 (höchst anspruchsvolle und schwierigste / selb
stän
dige und qualifizierte Arbeiten) gemäss LSE pro Monat
Fr.
6‘381.-- (LSE 2008 S. 26 Tab. TA1
Ziff.
45). Auf ein Jahr umgerechnet und angepasst an die durch
schnittliche Wochenarbeitszeit von 41.6 Stunden (Die Volkswirt
schaft 3/4-2015 S. 88 Tab. B9.2
lit
. F) ergibt dies rund
Fr.
79‘634.-- im Jahr (
Fr.
6‘381.-- x
12 :
40.0 x 41.6).
Innerhalb der Tätigkeiten im Baugewerbe erzielten Männer mit höchst an
spruchsvollen und schwierigsten Arbeiten 2008 pro Monat
Fr.
7‘550.-- (LSE 2008 S. 29 Tab. TA7
Ziff.
11 Niveau 1), was
Fr.
94‘224.-- im Jahr entspricht (
Fr.
7‘550.-- x 12 : 40.0 x 41.6).
5.4
Die Beschwerdegegnerin
stellte
zur Ermittlung des
Invalideinkommens
auf Tabellenlöhne der LSE 2012 ab und
verwendete
dabei die
Daten des
Kompe
tenzniveaus
2
(vorstehend E. 4.3).
Der Beschwerdeführer machte geltend, es seien aus den von ihm angeführten Gründen die Daten des
Kompetenz
niveaus
1 zu verwenden (vorstehend E. 2.2).
Die beiden Kompetenzniveaus sind wie folgt umschrieben:
Kompetenzniveau 1: einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art.
Kompetenzniveau
2:
praktische Tätigkeiten wie Verkauf / Pflege / Daten
ver
ar
beitung und Administration / Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten / Sicherheitsdienst / Fahrdienst
.
5.5
Die Kompetenzniveaus 1 und 2 unterscheiden sich (nebst der resultierenden Lohnhöhe) darin, dass das tiefste Niveau lediglich „einfache“, das zweittiefste hingegen „praktische“ Tätigkeiten
erfasst
. Die einfachen Tätigkeiten sind zu
dem körperlicher oder handwerklicher Art, während die praktischen Tätig
keiten ein Spektrum umfassen, das von Dienstleistung
en
(Verkauf, Pflege) über Maschinenbedienung bis
zu
Kontroll- und Transportaufgaben reicht. Die unterschiedlichen Umschreibungen lassen erkennen, dass es sich beim Kompetenzniveau 1 um rein ausführende, eigentliche Hilf
s
arbeitertätigkeiten
handelt
, während bei den Tätigkeiten auf Kompetenzniv
eau 2 ein
gewisses Mass an intellektuellem Aufnahmevermögen vorausgesetzt ist. Dessen Ge
wicht darf allerdings nicht überschätzt werden, gibt es doch auch
die
noch anspruchsvolleren Kompetenzniveaus 3 und 4;
die quasi intellektuelle Kom
ponente
dient in erster Linie
der Abgrenz
ung
zum
Kompetenzniveau 1, wo
sie
gerade nicht vorausgesetzt ist.
5.6
Aus dem (unbestrittenen) ärztlichen Anforderungsprofil (vorstehend E. 4.2) ergibt sich, dass der Beschwerdeführer infolge seiner Knieleiden auf mehr
heitlich
sitzende Tätigkeiten angewiesen ist, was die bisher ausgeübte Tätig
keit als Gipser ausscheiden lässt. Andere Restriktionen als die sich aus den Knieleiden ergebenden sind nicht ersichtlich.
Aus der branchenmässig weiten Umschreibung der Tätigkeiten auf
Kompe
tenz
niveau
2 ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu schliessen, dass
sich darunter auch solche befinden, welche dem für den Beschwerde
führer geltenden Anforderungsprofil entsprechen. Umgekehrt ist auch davon auszu
gehen, dass er seinerseits den Anforderungen, welche sich auf diesem Niveau stellen, gewachsen ist. Namentlich in intellektueller Hinsicht sind diese An
forderungen nicht mit denen auf den höheren Kompetenzniveaus zu ver
gleichen, sondern bezeichnen lediglich den Unterschied zu den diesbe
züglich anspruchslosen reinen Hilfsarbeitertätigkeiten. Der Beschwerdeführer hat
wäh
rend rund zehn Jahren ein Unternehmen mit mehreren Angestellten erfol
g
reich geführt, so erfolgreich, dass er - mit seinem handwerklichen Hintergrund -
Einkommen erzielte (vorstehend E. 5.2
)
, die denjenigen des obersten Kompetenzniveau
s
in der Branche (vorstehend E. 5.3) entsprachen und diese in einzelnen Jahren sogar deutlich übertrafen.
Vor diesem Hintergrund ist das Abstellen auf Kompetenzniveau 2 als pflicht
gemässe Ermessensbetätigung
(vorstehend E. 1.4)
der Beschwerdegegnerin zu würdigen und nicht zu beanstanden. Dies gilt umso mehr, als auch das Bun
desgericht bei einem
Bauspengler
und Geschäftsführer seiner eigenen GmbH zur Ermittlung des Invalideneinkommens anhand der LSE auf das - dem heu
tigen Kompetenzniveau 2 entsprechende - Anforderungsniveau 3 abge
stellt hat (Urteil des Bundesgerichts 8C_922/2010 vom 2
2.
August 2011 E. 6.3).
5.7
Die Beschwerdegegnerin nahm vom statistischen Tabellenlohn einen Abzug von 15
%
vor. Der Beschwerdeführer
machte einen solchen von 25
%
geltend, dies mit der Begründung, es sei notorisch, dass Leute aus dem
West
bal
kan
rund 20
%
weniger als die hiesige Bevölkerung verdienten (S. 5 unten
), und als 55-Jähriger werde er keinen Arbeitgeber finden, der ihn trotz seiner Einschränkungen anstellen werde, zumal auch seine Deutschkenntnisse man
gelhaft seien (S. 5 f.).
Dass die
se
vom Beschwerdeführer angeführten Umstände zur Folge haben sollten, dass er mit einem im Vergleich zum mittleren Einkommen auf dem
Kompetenzniveau 2 unterdurchschnittlichen Einkommen würde rechnen müssen
(vorstehend E. 1.5), ist weder ersichtlich noch von ihm näher darge
tan worden.
Insbesondere gibt es keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdegegnerin das ihr in dieser Frage zustehende Ermessen
(vorstehend E. 1.5)
fehlerhaft ausgeübt hätte.
Aus diesen Gründen hat es mit dem erfolgten Abzug sein Bewenden.
5.8
Der vom Beschwerdeführer angeführte Unterschied beim
Valideneinkommen
(
Urk.
1 S. 6
Ziff.
7) ist dadurch entstanden, dass die Beschwerdegegnerin zur Aktualisierung des 2010 eingesetzten Betrags auf die branchenspezifische Nominallohnentwicklung abstellte, der Beschwerdeführer hingegen auf die allgemeine (vgl.
Urk.
7 S. 4 f.
Ziff.
5.3). Die Berechnungsweise der
Beschwer
degegnerin
ist die richtige.
5.9
Es bleibt zusammenfassend festzuhalten, dass der von der
Beschwerdegegne
rin
ermittelte Invaliditätsgrad von
33
%
korrekt ist.
Somit erweist sich der angefochtene Entscheid als rechtens und die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.