Decision ID: d4b4f066-bbaa-42ee-8498-0c1b7cf2ff14
Year: 2021
Language: de
Court: AG_SVWG
Chamber: AG_SVWG_002
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Das Gericht entnimmt den Akten:
1.
1.1.
Mit Verfügung vom 14. April 2020 wurde die A. GmbH vom Kantonalen
Steueramt (KStA), Sektion juristische Personen (JP), für die Kantons- und
Gemeindesteuern 2019 zu einem steuerbaren Reingewinn von
CHF 19'851.00 (Anteil Kanton Aargau 100 %) und zu einem steuerbaren
Eigenkapital von CHF 20'000.00 (Anteil Kanton Aargau 100 %) veranlagt.
1.2.
Mit Verfügung vom 14. April 2020 wurde die A. GmbH vom KStA JP für die
direkte Bundessteuer 2019 zu einem steuerbaren Reingewinn von
CHF 19'851.00 veranlagt.
1.3.
Sowohl bei der Veranlagung der Kantons- und Gemeindesteuern 2019 als
auch der direkten Bundessteuer 2019 wurden ein Privatanteil Fahrzeug von
CHF 2'784.00 zum steuerbaren Gewinn hinzugerechnet und gleichzeitig
der geltend gemachte Verlustvortrag von CHF 6'304.00 gestrichen.
2.
2.1.
Gegen die Verfügungen vom 14. April 2020 betreffend Kantons- und Ge-
meindesteuern 2019 sowie direkte Bundessteuer 2019 erhob die A. GmbH
mit Schreiben vom 18. März 2020 (Postaufgabe am 17. April 2020)
Einsprache. Sie stellte den Antrag, es sei eine Veranlagung gemäss Selbst-
deklaration vorzunehmen.
3.
Mit Entscheid vom 12. Mai 2020 hiess das KStA JP die Einsprachen be-
treffend Kantons- und Gemeindesteuern 2019 sowie direkte Bundessteuer
2019 teilweise gut. Auf die Aufrechnung eines Privatanteils Fahrzeug
wurde verzichtet. Hingegen wurde der geltend gemachte Verlustvortrag un-
verändert nicht zum Abzug zugelassen.
4.
Den Einspracheentscheid vom 12. Mai 2020 (Zustellung nicht bekannt;
Versand am 12. Mai 2020) hat die A. GmbH mit "Einsprache gegen den
Einsprache-Entscheid betreffend Kantons- und Gemeindesteuern und di-
rekte Bundessteuer Geschäftsjahr 2019" (recte Rekurs/Beschwerde) vom
29. Mai 2020 (Postaufgabe am gleichen Tag) an das Spezialverwaltungs-
gericht weitergezogen mit dem Antrag,
die Veranlagung sei gemäss Selbstdeklaration vorzunehmen.
- 3 -
Auf die Begründung wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den Er-
wägungen eingegangen.
5.
Das KStA beantragt die kostenfällige Abweisung des Rekurses und der Be-
schwerde.
6.
Die A. GmbH hat keine Replik erstattet.
- 4 -

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1.
Das KStA JP hat die Rekurrentin/Beschwerdeführerin je mit separater Ver-
fügung vom 14. April 2020 für die Kantons- und Gemeindesteuern 2019
und für die direkte Bundessteuer 2019 veranlagt. Die Rekurrentin/Be-
schwerdeführerin hat gegen die genannten Verfügungen im gleichen
Schreiben Einsprache erhoben. Das KStA JP hat die Einsprache in einem
Entscheid behandelt und beurteilt. Dementsprechend wurde mit einer
Rechtsschrift Rekurs bzw. Beschwerde erhoben.
1.2.
Der Rekurs betrifft die Kantons- und Gemeindesteuern 2019. Massgebend
für die Beurteilung sind das Steuergesetz vom 15. Dezember 1998 (StG)
und die Verordnung zum Steuergesetz vom 11. September 2000 (StGV).
1.3.
Die Beschwerde betrifft die direkte Bundessteuer 2019. Massgebend für
die Beurteilung ist das Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer vom
14. Dezember 1990 (DBG).
1.4.
Vorliegend können Rekurs und Beschwerde in einem Entscheid beurteilt
werden, da sich die hier zu entscheidende Frage in gleicher Weise für die
Kantons- und Gemeindesteuern sowie die direkte Bundessteuer stellt. Da-
ran ändert für einmal nichts, dass im Dispositiv des Einspracheentscheides
nicht – wie zu erwarten wäre – klar zwischen dem Entscheid betreffend
Kantons- und Gemeindesteuern sowie betreffend direkte Bundessteuer un-
terschieden wird.
2.
2.1.
In Rekurs und Beschwerde wird ausgeführt, die Steuererklärung hätte al-
lenfalls mit einer "normalen Einsprache-Möglichkeit an die Steuerbehörde"
geändert werden können. Die Weiterleitung des Einspracheentscheides an
das Spezialverwaltungsgericht sei eine reine Schikane.
2.2.
Das KStA JP unterbreitete der Rekurrentin/Beschwerdeführerin mit Schrei-
ben vom 14. Februar 2020 einen Veranlagungsvorschlag. Innert der ge-
setzten Frist von 20 Tagen ging keine Stellungnahme ein. In der Folge wur-
den die Veranlagungen betreffend Kantons- und Gemeindesteuern 2019
und betreffend direkte Bundessteuer 2019 – inhaltlich dem Veranlagungs-
vorschlag entsprechend – eröffnet.
- 5 -
Die Rekurrentin/Beschwerdeführerin hat innert der 30-tägigen Rechtsmit-
telfrist (§ 187 Abs. 1 StG/Art. 132 Abs. 1 DBG) gegen die Veranlagungs-
verfügungen vom 14. April 2020 Einsprache erhoben (§ 192 ff. StG/Art. 132
Abs. 1 DBG). Das KStA JP hat zu Recht ein Einspracheverfahren durchge-
führt und dieses mit einem anfechtbaren Einspracheentscheid mit korrekter