Decision ID: e2d91383-7806-44a9-a10c-3a250d6053ab
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
W._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Peter Rösler, Aeplistrasse 7, Postfach,
9008 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a W._, Jahrgang 1954, meldete sich im August 2004 zum Bezug von Leistungen
der Invalidenversicherung (IV) an und beantragte Berufsberatung sowie die Ausrichtung
einer Rente. Sie leide an Muskelschmerzen, Muskelkrämpfen, Muskelzittern, enormer
Müdigkeit und Schlafstörungen (IV-act. 1). Dr. med. A._, Facharzt FMH für
Allgemeine Medizin, diagnostizierte im Arztbericht vom 20. August 2004 ein
Muskelschmerzen-Faszikulationen-Syndrom seit ca. August 2001 und bescheinigte
eine Arbeitsunfähigkeit von 70% ab September 2004 (IV-act. 8-5). Im
Arbeitgeberfragebogen vom 11. September 2004 gab Dr. med. B._ an, die
Versicherte sei bis Ende August 2004 als medizinische Praxisassistentin bei ihr
angestellt gewesen. Sie habe das Arbeitsverhältnis aus gesundheitlichen Gründen
aufgelöst (IV-act. 9). Im Bericht vom 14. Oktober 2005 wies Dr. A._ darauf hin, er
denke wie die Versicherte, dass eine ruhige Arbeit mit geringer körperlicher Belastung
bis zu ca. 50% eines normalen Arbeitspensums bewältigt werden könne (IV-act. 23-4).
A.b Am 20. September 2005 führte die IV-Stelle eine Abklärung im Haushalt der
Versicherten durch. Im Bericht vom 15. November 2005 qualifizierte sie die Versicherte
je hälftig als Erwerbstätige und als Hausfrau. Im Haushalt ermittelte sie eine
Einschränkung von 24.5%, woraus sich ein Behinderungsgrad von 12.25% ergab (IV-
act. 25-7). Bei einer von der IV-Stelle bei der Klinik Valens in Auftrag gegebenen
neurologischen Begutachtung vom 15. Februar 2006 stellten Dr. Dr. C._, Oberärztin
Neurologie, und Dr. med. D._, Chefarzt-Stv. Neurologie, die Diagnosen des
möglichen Myalgie-Adynamie-Syndroms und differentialdiagnostisch des Stiff-Person-
Syndroms u.a. bei aktueller prominenter Müdigkeit, Gefühl der Steifheit,
Muskelschmerzen, gelegentlich Faszikulationen und Muskelkrämpfen. Die
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Arbeitsunfähigkeit habe auf 70% zugenommen und sei seit einem Jahr etwa stabil (IV-
act. 31).
A.c Mit zwei Vorbescheiden vom 13. Juni 2006 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit,
sie gedenke, die Berufsberatung abzuschliessen und einen IV-Rentenanspruch zu
verneinen (IV-act. 38 f.). Am 4. September protestierte Rechtsanwalt Peter Rösler in
Vertretung der Versicherten gegen die geplante Rentenverweigerung (IV-act. 44). Mit
Verfügung vom 16. Oktober 2006 wies die IV-Stelle das Rentengesuch ab. Die
Versicherte sei zu 50% als Hausfrau und zu 50% als Erwerbstätige zu klassifizieren;
aus den Einschränkungen in beiden Bereichen resultiere ein Invaliditätsgrad von 32%
(IV-act. 46). Am 18. Oktober 2006 verfügte sie den Abschluss der Berufsberatung (IV-
act. 48).
B.
B.a Der Rechtsvertreter der Versicherten erhob gegen die ablehnende
Rentenverfügung am 20. November 2006 Beschwerde. Ab September 2004 sei der
Beschwerdeführerin eine ganze IV-Rente zuzusprechen. Die Beschwerdeführerin habe
im Sommer 2002 ihr Arbeitspensum gesundheitsbedingt von 60% auf 50% reduzieren
müssen. Im Sommer 2003 sei sie mit ihrem Mann aus gesundheitlichen Gründen vom
Einfamilienhaus in Herisau in eine praktisch eingerichtete Stadtwohnung gezogen. Weil
sie die strenge Arbeit als medizinische Praxisassistentin schliesslich nicht mehr habe
bewältigen können, habe sie ihre Arbeitsstelle im Sommer 2004 ganz kündigen
müssen. Der Rechtsvertreter bemängelt die Qualifikation der Beschwerdeführerin als
teilerwerbstätige Hausfrau. Seit der Haushaltabklärung sei auch das letzte Kind aus
dem elterlichen Haushalt ausgezogen, und das habe bei der Beschwerdeführerin eine
grosse Leere hinterlassen. Diese habe festgestellt, dass sie das Alleinsein in einer
leeren Wohnung nicht ertrage, dass ihr die Decke auf den Kopf falle. Daher würde sie
wieder so viel arbeiten, als dies neben den familiären Verpflichtungen möglich sei. Sie
wäre deshalb – neben einem Tag in der Woche, den sie für den Besuch und die
Betreuung der betagten Mutter reserviert habe – durchaus willens, wieder ihre volle
Arbeitskraft in die Erwerbstätigkeit einzubringen. Die Einschränkung im Haushalt sei im
Übrigen deutlich grösser als die festgestellten 24.5%. Der Rechtsvertreter kritisiert
insbesondere das Ausmass, in dem die Schadenminderungspflicht des Ehemanns
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berücksichtigt wurde. Die Einschränkung im Haushalt sei zudem nicht dadurch kleiner,
dass der Beschwerdeführerin für diesen Bereich nur die halbe Zeit zur Verfügung stehe.
Die Beschwerdegegnerin habe den Einwand der Beschwerdeführerin, sie sei als
vollerwerbstätig einzustufen, weder zur Kenntnis genommen noch beurteilt. Dies stelle
eine klare Verletzung des rechtlichen Gehörs und des Rechts selber dar. Die Invalidität
einer teilerwerbstätigen Person sei wie bei einer nichterwerbstätigen Person nicht nach
der Frage zu bemessen, in welchem Mass sie arbeiten würde, sondern danach, in
welchem Mass ihr eine Erwerbstätigkeit zuzumuten wäre. Mit dem Auszug der Kinder
seien die Betreuungsaufgaben der Beschwerdeführerin ganz weggefallen. Eine
Steigerung der Erwerbstätigkeit auf 100% wäre ihr ohne weiteres zumutbar gewesen,
wenn die gesundheitliche Beeinträchtigung nicht eingetreten wäre. Bei der
Haushaltabklärung habe die Beschwerdeführerin eine hälftige Erwerbstätigkeit
angegeben, weil sie sich nach vier Jahren Krankheit eine volle Erwerbstätigkeit gar
nicht mehr realistisch habe vorstellen können. Weiter macht der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin geltend, diese könne die attestierte verbleibende
Restarbeitsfähigkeit von 30% nicht verwerten. Sie sei weder für die Arbeit am Patienten
noch für die administrativen Aufgaben geeignet. Obwohl die Ärzte der MEDAS und des
Regionalen Ärztlichen Diensts (RAD) täglich mit Arztassistentinnen arbeiteten,
vermöchten sie deren Arbeitsprofil offenbar nicht realistisch einzuschätzen. Daher
werde beantragt, von einem unabhängigen Experten beurteilen zu lassen, ob die bei
der Beschwerdeführerin festgestellten Einschränkungen auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt noch eine Tätigkeit als Arztassistentin zuliessen. Selbst wenn die
Beschwerdeführerin noch eine Stelle als Praxisassistentin fände, würde sie keinen
höheren Lohn erzielen als eine ungelernte Hilfskraft, weil sie ihre berufliche Qualifikation
gerade nicht mehr in den zentralen Aufgabenbereichen verwerten und nur in
bescheidenem Tempo arbeiten könne. Abgestützt auf die Tabellenlöhne der
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnete der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin eine Einschränkung von 81.4%.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 22. Januar 2007 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Die Rechtsauffassung der
Beschwerdeführerin, wonach die Invalidität einer nichterwerbstätigen Person nur dann
nach der Einschränkung im Aufgabenbereich zu bemessen sei, wenn ihr die Aufnahme
einer Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden könne, entspreche weder der
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herrschenden Lehre noch der höchstrichterlichen Rechtsprechung. Sie sei daher zu
verwerfen. Zwar werde sie gerne zitiert, um die vermeintlich ungerechte gemischte
Methode nicht zur Anwendung bringen zu müssen. Eine ergebnisorientierte
Rechtsanwendung sei aber von Vornherein abzulehnen. Überdies passe der zitierte
Gesetzeswortlaut nicht auf den vorliegenden Sachverhalt. Denn das Gesetz spreche
von Nichterwerbstätigen, während die Beschwerdeführerin teilerwerbstätig gewesen
sei. Die Beschwerdeführerin habe bei der Haushaltabklärung unterschriftlich bestätigt,
dass sie als Gesunde zu 50% erwerbstätig wäre. Auf dieser Aussage sei sie zu
behaften, zumal sie angesichts der konkreten Lebensumstände plausibel sei. Wäre die
Beschwerdeführerin grundsätzlich geneigt, ihre Arbeitsfähigkeit bis zur Grenze der
Zumutbarkeit erwerblich zu nutzen, hätte sie dies schon vor Jahren getan, als die
Kinder noch in Ausbildung gewesen seien. Bereits der Umstand, dass die
Beschwerdeführerin pro Woche einen Tag für die Betreuung ihrer Mutter in E._
investiere, erschwere die Ausübung einer vollen Erwerbstätigkeit. Schliesslich falle ins
Gewicht, dass alle Kinder selbstständig seien. Ein finanzieller Druck zur Steigerung des
Arbeitspensums bestehe nicht. Es widerspreche der allgemeinen Lebenserfahrung,
dass Frauen im Alter der Beschwerdeführerin in einer vergleichbaren Situation wieder
vollzeitlich ins Erwerbsleben zurückkehren würden. Zur Arbeitsfähigkeit im
Erwerbsbereich führt die Beschwerdegegnerin aus, die bisherige Tätigkeit der
Beschwerdeführerin erscheine entgegen der Beschwerde als nahezu vollständig
adaptiert, da weder ausschliesslich Schreibarbeiten hätten verrichtet werden müssen,
noch von der Beschwerdeführerin ein konstanter direkter Patientenkontakt verlangt
gewesen sei. Beim Einkommensvergleich seien zu Recht keine weiteren Abzüge vom
30%-Lohn getätigt worden (act. G 4).
B.c Die Beschwerdeführerin lässt in der Replik vom 22. Februar 2007 an ihren Anträgen
festhalten. Sie habe sich während langer Jahre weitgehend in die Arbeit einer Hausfrau
und Mutter geschickt und ihren Wunsch nach beruflicher Verwirklichung auf die Zeit
"danach" verlegt. In dem Moment, in dem sie wieder voll erwerbstätig hätte werden
können, sei eine Krankheit aufgetreten, die die Umsetzung dieses Wunsches verhindert
habe. Da die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann die Kinder noch im Ausmass von
Fr. 2'000.- monatlich unterstützen würden, würde durchaus auch ein finanzieller Aspekt
für die vollumfängliche Rückkehr ins Erwerbsleben sprechen. Die Reduktion der
Arbeitszeit sei im Sommer 2002 nicht freiwillig, sondern im Zuge der Erkrankung und
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auf Wunsch der Arbeitgeberin erfolgt. Der Begründung ist weiter zu entnehmen, dass
aufgrund der gerügten Gehörsverletzung die ordentlichen und ausserordentlichen
Kosten des vorliegenden Verfahrens unter dem Blickwinkel zu verlegen seien, dass die
Beschwerdeführerin durch die Gehörsverletzung gezwungen worden sei, die obere
Instanz anzurufen (act. G 8).
B.d In der Duplik vom 2. März 2007 hält die Beschwerdegegnerin an ihrem
Abweisungsantrag fest. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin versuche, den
Sachverhalt zu emotionalisieren. Er unterstelle faktisch eine voreingenommene
Haltung, die der Beschwerdeführerin ihre Laufbahn zum Vorwurf mache. Die
Beschwerdegegnerin distanziere sich von solchen Schlüssen. Bei Unterzeichnung des
Berichts der Haushaltabklärung hätte der Beschwerdeführerin die behauptete
Diskrepanz zwischen der in fetter Schrift gehaltenen Feststellung der
Teilerwerbstätigkeit als Gesunde und ihrem angeblichen Wunsch der
Vollerwerbstätigkeit auffallen müssen. Eine bloss spontane, unbedachte Erklärung sei
also nicht anzunehmen. Gegen den angeblich stets gehegten Wunsch der
Beschwerdeführerin, nach Eintritt der Kinder ins Erwachsenenalter wieder voll
erwerbstätig zu sein, spreche, dass die Beschwerdeführerin nach vier Jahren Krankheit
nicht mehr in der Lage gewesen sein solle, sich über diese seit Jahren gehegten
Karrierepläne Rechenschaft zu leisten. Diese Darstellung des Rechtsvertreters sei
widersprüchlich und daher nicht glaubhaft (act. G 10).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 Erw. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung vom 16. Oktober 2006 eingetretenen Sachverhalt abzustellen
ist (BGE 121 V 366 Erw. 1b), sind auf die angefochtene Verfügungdie bis zum
31. Dezember 2007 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.
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2.
Streitig und im vorliegenden Verfahren zu überprüfen ist insbesondere, ob die
Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin zu Recht zu je hälftig als Erwerbstätige
und als Hausfrau eingestuft hat. Gegebenenfalls sind die Ermittlung der Einschränkung
im Haushalt und der durchgeführte Einkommensvergleich zu überprüfen. Eine
Arbeitsunfähigkeit von 70% für jegliche Erwerbstätigkeit ist medizinisch
nachvollziehbar belegt und wird von den Parteien auch nicht bestritten.
3.
Die Beschwerdeführerin lässt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs rügen. Die
Beschwerdegegnerin habe die Einwände zur Statusfrage nicht geprüft. Die
Begründung einer Verfügung entspricht den Anforderungen an das rechtliche Gehör
(Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung; SR 101), wenn die betroffene Person dadurch in
die Lage versetzt wird, die Tragweite der Entscheidung zu beurteilen und sie in
Kenntnis der Umstände an eine höhere Instanz weiterzuziehen. Die Behörde ist aber
nicht verpflichtet, sich zu allen Rechtsvorbringen der Parteien zu äussern. Es genügt,
wenn ersichtlich ist, von welchen Überlegungen sich die Behörde leiten liess (vgl. Ulrich
Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich
2006, Rz 1706). Die IV steht unter einer grossen Pendenzenlast, weshalb im
Verfügungsverfahren keine hohen Anforderungen an die Begründungsdichte gestellt
werden dürfen. Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen
Verfügung an der im Vorbescheid angekündigten Einteilung der Beschwerdegegnerin
zu je 50% als Hausfrau und Erwerbstätige festgehalten. Auch wenn sie sich nicht zur
vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin vertretenen Auslegung von Art. 8 Abs. 3
ATSG äusserte, nannte sie dennoch die Gründe für ihre Qualifikation der
Beschwerdeführerin. Damit war die Beschwerdeführerin bzw. ihr Rechtsvertreter in die
Lage versetzt, die Sache in Kenntnis der entscheidrelevanten Umstände ans
Versicherungsgericht weiterzuziehen. Das rechtliche Gehör der Beschwerdeführerin
wurde nicht verletzt.
4.
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4.1 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht
zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt
gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
als Invalidität. Die Invalidität gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen
Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der
konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht
geregelt. Diese Lücke füllt aArt. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20; Fassung bis 31. Dezember 2007): Es ist darauf
abzustellen, in welchem Mass die betreffende Person behindert ist, sich im
Aufgabenbereich zu betätigen. Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person
gelten insbesondere die übliche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie
gemeinnützige und künstlerische Tätigkeiten (Art. 27 der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). aArt. 28 Abs. 2 IVG regelt die so genannte
gemischte Methode der Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil erwerbstätig
und zum Teil im Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen "gemischten" Fall sind
der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich
festzulegen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden
Bereichen zu bemessen. Ist bei einer Person, die nur zum Teil erwerbstätig ist,
anzunehmen, dass sie im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne den
Gesundheitsschaden vollzeitlich erwerbstätig wäre, so ist die Invaliditätsbemessung
ausschliesslich nach den Grundsätzen für Erwerbstätige zu bemessen (Art. 27 IVV).
Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente (aArt. 28 Abs. 1 IVG).
4.2 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als
nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen
unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung
bestünde (BGE 125 V 150 Erw. 2c). Bei im Haushalt tätigen Versicherten im
bis
ter
bis
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Besonderen sind nach der Rechtsprechung die persönlichen, familiären, sozialen und
erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben
gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die
persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Die Statusfrage beurteilt
sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung
entwickelt hätten, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall
ausgeübten (Teil-) Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 150
Erw. 2c; BGE 117 V 194 f. Erw. 3b; AHI 1997 S. 288 ff. Erw. 2b je mit Hinweisen).
Abgestellt wird nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts bei der Beurteilung des
Status auf den Beweis der Erwerbsverhältnisse im Gesundheitsfall (Entscheid I 715/00
vom 4. Januar 2002), ohne die Zumutbarkeit als zusätzliches Kriterium zu betrachten
(entgegen Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 ATSG; kritisch zur Rechtsprechung Franz
Schlauri, Das Rechnen mit der Arbeitsunfähigkeit in Beruf und Haushalt in der
gemischten Methode der Invaliditätsbemessung in: René Schaffhauser/Franz Schlauri,
Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 343 f.; vgl. auch den im Internet
publizierten, noch nicht rechtskräftigen Entscheid IV 2006/175 des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 30. November 2007, Erw. 1a-c).
Nebst dem früheren Arbeitsverhalten sind im Wesentlichen die Absicht der versicherten
Person und ihre Vorstellungen und Pläne zum Alltag ohne Gesundheitsschaden zu
berücksichtigen (vgl. den Entscheid I 635/02 des Bundesgerichts vom 20. Juni 2003).
Von Bedeutung sind insbesondere auch die Sicherstellung der Kinderbetreuung und
die Verdienstverhältnisse (I 715/00). Die konkrete Situation und die Vorbringen der
Versicherten sind nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen
(I 116/06). Zu beachten ist allerdings, dass der Entscheid über die Statusfrage immer
ein solcher über eine Hypothese bleibt, da sie sich immer stellt, wenn in Wirklichkeit
eine gesundheitliche Beeinträchtigung (schon seit längerer oder kürzerer Zeit)
eingetreten ist. Die Arbeitseinteilung in der Vergangenheit kann für die massgebliche
Hypothese nur ein Indiz darstellen; die spätere reale Einteilung ist andererseits meist
bereits durch die Invalidität beeinflusst (nicht veröffentlichter Entscheid IV 2005/53 des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. Februar 2006).
4.3 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie wäre als Gesunde durchaus willens,
neben dem einen Tag in der Woche, den sie für den Besuch ihrer Mutter reserviert
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habe, wieder ihre volle Arbeitskraft in die Erwerbstätigkeit einzubringen. Zugunsten von
Kindern und Haushalt habe sie ihre Erwerbstätigkeit vorübergehend reduziert, aber
stets geplant, ihre berufliche Verwirklichung nach Abschluss der Familienphase
wiederaufzunehmen. Diese Darstellung ist durchaus glaubhaft. Die
Beschwerdegegnerin beruft sich jedoch darauf, dass die Beschwerdeführerin bei der
Haushaltabklärung ausgesagt habe, als Gesunde würde sie weiterhin im bisherigen
Rahmen von 50% tätig sein. Diesbezüglich ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass
es für bereits seit längerem gesundheitlich beeinträchtigte Personen schwierig ist, die
hypothetischen Verhältnisse realistisch einschätzen zu können (Entscheid IV 2006/114
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. Juni 2007, Erw. 2d). Zu
beachten ist, dass die Antwort auf die Frage, ob und gegebenenfalls in welchem
Ausmass eine versicherte Person ohne ihren Gesundheitsschaden einer
Erwerbstätigkeit nachginge, meist eine hohe Abstraktions- und Analyseleistung
voraussetzt. Zur zuverlässigen Erbringung dieser Leistung muss die versicherte Person
von der IV-Abklärungsperson durch entsprechende Fragen und Erläuterungen intensiv
unterstützt werden. Begnügt sich die Abklärungsperson aber damit, einzig die Frage zu
stellen, in welchem Umfang die versicherte Person einer Erwerbstätigkeit nachginge,
wenn sie gesund wäre, so vermag die Antwort kaum je so weit zu überzeugen, dass sie
eine verlässliche Sachverhaltsgrundlage für den Entscheid über die Methode der
Invaliditätsbemessung bildet (vgl. den Entscheid IV 2006/175 des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 30. November 2007, Erw. 1d). Die
Abklärung dieses äusserst relevanten Punktes hat mit einer sorgfältigen, der
Verständnismöglichkeit der versicherten Person angepassten Fragestellung zu
erfolgen, bei der sie auch in die Lage versetzt wird, ihre Situation im fiktiven
Gesundheitsfall umfassend zu analysieren, die verschiedenen Varianten
durchzudenken und entsprechend ihrer Wahrscheinlichkeit zu werten.
4.4 Im vorliegenden Fall lässt sich dem Bericht über die Haushaltabklärung vom
20. September 2005 nicht entnehmen, dass die Abklärungsperson bei der Befragung
der Beschwerdeführerin eine ausreichende Unterstützung geboten hätte. Sowohl
Fragestellung als auch Antwort sind im Protokoll äusserst knapp gehalten (IV-
act. 25-3). Bei dieser Sachlage ist überwiegend wahrscheinlich, dass die
Beschwerdeführerin bei der Haushaltabklärung – die klar erkennbar andere
Schwerpunkte setzte – die nötige Abstraktionsleistung für eine zuverlässige
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Beantwortung der Frage nach ihrem Verhalten als Gesunde nicht erbringen konnte.
Ohne Vorbereitung und ohne entsprechende Unterstützung durch die
Abklärungsperson machte sie sich etwa keine Gedanken darüber, wie sie ihre
berufliche Situation und insbesondere ihre berufliche Weiterentwicklung als Gesunde
sehen würde; dass sie, die bereits seit vier Jahren an sehr einschränkenden
Beschwerden litt, auf diese Frage nicht von sich aus spontan detailliert und zuverlässig
zu antworten vermochte, ist offensichtlich. Kaum eine seit längerem an umfassenden
gesundheitlichen Problemen leidende Person wird sich ihr hypothetisches Leben als
Gesunde im Detail ausmalen, um sofort auf eine entsprechende, sie unvorbereitet
treffende und für sie in der Bedeutung nicht abschätzbare Frage tauglich zu antworten.
Ihre unbedachte Antwort bei der Haushaltabklärung kann der Beschwerdeführerin also
nicht zum Nachteil gereichen.
4.5 Im Zeitpunkt der Haushaltabklärung wohnte eine Tochter der Beschwerdeführerin
noch zuhause. Wie der IV-Berufsberater am 1. Dezember 2004 festhielt, koche die
Beschwerdeführerin ab und zu für ihre jüngste Tochter am Mittag. Die ältere Tochter
wohne gegenüber; die Beschwerdeführerin wasche noch für sie. Auch der Sohn, der in
Winterthur in Ausbildung sei, bringe regelmässig seine Wäsche (IV-act. 15-2).
Zumindest für den Zeitpunkt der Haushaltabklärung ist offensichtlich, dass sich ihre
Kinder noch nicht oder zumindest nicht stark von zuhause gelöst hatten und ihre
Mutter weiterhin beanspruchten. Durch die Kinder hatte die Beschwerdeführerin noch
immer eine Aufgabe, die ihr wohl auch Lebensinhalt vermittelte. Mit zunehmendem
Alter stieg auch der Grad der Selbstständigkeit der Kinder; auch die jüngste Tochter
zog schliesslich aus. Die Beschwerdeführerin schildert nachvollziehbar, dass ihr
zunehmend "die Decke auf den Kopf fiel" und sie mit der Leere der Wohnung Mühe
bekundete. Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin hat dies kaum etwas mit
der Wohnung als solcher zu tun, in der sie unterdessen lebt; auch im ehemaligen
Einfamilienhaus in Herisau hätte sich die Beschwerdeführerin wohl nicht weniger
einsam gefühlt und darunter gelitten, keine wirkliche Aufgabe mehr zu haben.
4.6 Die Beschwerdegegnerin stellt sich auf den Standpunkt, dass die
Beschwerdeführerin schon früher wieder Kapazitäten gehabt hätte, ihre angeblichen
beruflichen Vorstellungen zu verwirklichen und eine volle Erwerbstätigkeit
aufzunehmen, zumal sie mit der Betreuung der Kinder schon länger nicht mehr voll
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absorbiert gewesen sei. Die gesundheitlichen Einschränkungen der
Beschwerdeführerin begannen jedoch bereits im Sommer 2000 (vgl. IV-act. 31-2);
damals war die jüngste Tochter gerade 16 Jahre alt (IV-act. 20-2). Dass die
Beschwerdeführerin nicht schon vor diesem Zeitpunkt wieder voll erwerbstätig war,
lässt also keine Rückschlüsse darauf zu, dass sie ihr Teilpensum ohne Eintritt der
Gesundheitsschädigung nicht später noch aufgestockt hätte. Ebenfalls nicht zu
überzeugen vermag der Hinweis der Beschwerdegegnerin, die Lebenserfahrung
spreche dafür, dass die Beschwerdeführerin nach der Familienphase keine volle
Erwerbstätigkeit mehr aufgenommen hätte. Derartige Vorstellungen erscheinen in der
heutigen Gesellschaft als überholt. Die Lebenskonzepte sind vielfältig, die berufliche
Selbstverwirklichung der Frau hat an Bedeutung gewonnen. Dass eine Frau in der
heutigen Zeit nach dem Auszug der Kinder nur noch eine Teilerwerbstätigkeit mit eher
kleinem Pensum aufnehmen würde, ist nicht überwiegend wahrscheinlich und lässt
sich erst recht nicht belegen. Die Beschwerdegegnerin hält in der Beschwerdeantwort
weiter fest, ein finanzieller Druck zur Steigerung des Arbeitspensums bestehe nicht.
Diese Aussage ist durch die Akten nicht ausgewiesen. Weder das Einkommen des
Ehemanns noch der konkrete Lebensbedarf des Ehepaars, das offenbar noch zwei
Töchter finanziell bei der höheren Ausbildung unterstützt, wurden abgeklärt. Relevant
wäre auch, welche konkreten Einkommenswünsche das Ehepaar hegt. Da die
Beschwerdegegnerin nichts dergleichen geprüft hat, ist ihre pauschale
Schlussfolgerung, finanzieller Druck bestehe nicht, verfehlt.
4.7 Die Beschwerdeführerin macht geltend, einen Tag pro Woche nach E._ zu ihrer
betagten Mutter zu fahren. Dies würde sie auch als Gesunde machen. Als Gesunde
würde sie wieder so viel arbeiten, wie dies neben den familiären Verpflichtungen
möglich sei. Es wäre ihr wohl nicht zuzumuten, an fünf Tagen wöchentlich zu arbeiten
und stets an einem der beiden verbleibenden freien Tage zu ihrer Mutter zu fahren.
Derartiges macht die Beschwerdeführerin denn auch nicht geltend. Gesamthaft
erscheint es demnach als überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin
als Gesunde wegen des Besuchs bei der Mutter mit einem Pensum von 80% arbeiten
würde. Sie ist also zu 80% als Erwerbstätige zu qualifizieren.
4.8 Die Beschwerdegegnerin anerkennt, dass die Beschwerdeführerin noch zu 30%
arbeitsfähig ist (act. G 1.1.3). Im Jahr 2004 hätte die Beschwerdeführerin als
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Vollerwerbstätige Fr. 59'800.- verdient (Fr. 4'600.- x 13; vgl. IV-act.9-2). Auf das Jahr
2005 erhöhten sich die Nominallöhne um 0.9% und auf das Jahr 2006 um 1%. Im Jahr
2006 hätte die Beschwerdeführerin damit Fr. 60'942.- bzw. 80% davon, also
Fr. 48'754.- verdient.
4.9 Bei einer Arbeitsfähigkeit von 30% läge das Invalideneinkommen demnach bei
Fr. 18'280.- (Fr. 60'942.- x 0.3). Von diesem Einkommen muss ein zusätzlicher Abzug
getätigt werden.
4.9.1 Der oftmals als "Leidensabzug" bezeichnete Abzug hat nichts mit dem Leiden zu
tun. Vielmehr sollen damit jene Nachteile ausgeglichen werden, die der versicherten
Person – neben der Arbeitsunfähigkeit – auf dem Arbeitsmarkt aufgrund ihrer
Behinderteneigenschaft eine zusätzliche Lohneinbusse verursachen. In BGE 126 V 75
neues Fenster ff. hat das Bundesgericht festgestellt, dass die Frage, ob und in
welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen
und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalls (leidensbedingte Einschränkung,
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) abhängig
ist. Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, d.h. dass nicht für jedes Merkmal
der entsprechende Abzug zu quantifizieren ist und die einzelnen Abzüge
zusammenzuzählen sind. Schliesslich ist der Abzug auf höchstens 25% zu begrenzen.
Bei der Überprüfung des gesamthaft vorzunehmenden Abzugs darf das
Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle
desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen
können, die seine abweichende Ermessensausübung als nahe liegender erscheinen
lassen.
4.9.2 Die Beschwerdegegnerin betont zu Recht, ein "Teilzeitabzug" komme nicht in
Frage. Vorliegend fällt aber ins Gewicht, dass die Beschwerdeführerin gegenüber
einem gesunden Konkurrenten für einen bestimmten Arbeitsplatz ein deutlich höheres
Krankheitsrisiko hat. Aus der Sicht eines ökonomisch denkenden Arbeitgebers senkt
dieses Risiko, dessen Verwirklichung die Gesamtlohnkosten des Betriebes erhöhen
würde, den "Wert" der Beschwerdeführerin als Arbeitnehmerin. Um dies zu
kompensieren und konkurrenzfähig zu bleiben, müsste die Beschwerdeführerin mit
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einem entsprechend tieferen Lohn rechnen. Die Beschwerdeführerin ist gemäss
Gutachten der Klinik Valens in der Ausführung von feinmotorisch anspruchsvollen
Tätigkeiten deutlich eingeschränkt. Dazu zählen die Gutachter auch etwa die Arbeit an
der Schreibmaschine bzw. am Computer. Eingeschränkt ist sie weiter im Bereich des
raschen, koordinierten Handelns und Entscheidens. Sie ist im Übrigen auf körperlich
wenig belastende Tätigkeiten angewiesen, die sie in ihrem eigenen Tempo und ohne
extern vorgegebenen Zeitdruck ausführen kann. Sie muss flexibel Pausen einlegen
können (IV-act. 31-15). Zwar sind entgegen der Ansicht des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin noch gewisse Tätigkeiten denkbar, die diese Anforderungen
erfüllen. So kämen etwa leichte Kontroll- und Überwachungsaufgaben, Telefondienst,
gewisse Arbeiten im sozialen Dienstleistungsbereich etc. in Frage. Gemäss Gutachten
Valens ist der Beschwerdeführerin auch die Tätigkeit als Praxisassistentin noch
zumutbar. Einen Grossteil der Aufgabengebiete dieses Berufs kann die
Beschwerdeführerin offenbar tatsächlich noch erfüllen. Wenngleich es also
gerechtfertigt erscheint, betreffend Invalideneinkommen grundsätzlich auf das als
Praxisassistentin erzielbare Einkommen abzustellen, ist davon nach dem Gesagten
aber jedenfalls ein Abzug vorzunehmen. Da die Beschwerdeführerin nicht nur
betreffend körperliche Arbeit, sondern auch am Computer eingeschränkt ist und zudem
ein weitgehend stressfreies Umfeld benötigt, erscheint insgesamt ein Abzug von
mindestens 15% als gerechtfertigt. Das massgebende Invalideneinkommen beläuft
sich demnach auf Fr. 15'538.- (Fr. 18'280.- x 0.85).
4.10 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 48'754.- und einem Invalideneinkommen
von Fr. 15'538.- ergibt sich eine Einschränkung von 68.1%. Dies entspricht einem
Invaliditätsgrad von 54.5% (68.1% x 0.8).
5.
5.1 Zu prüfen bleibt die Einschränkung der Beschwerdeführerin im Haushalt. Dieser
Bereich ist gemäss den obenstehenden Erwägungen mit 20% zu gewichten. Die
Haushaltabklärung vom 20. September 2005 vermag in verschiedenen Punkten nicht
zu überzeugen.
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5.1.1 Zu kritisieren ist die Berücksichtigung der Mithilfe des Ehemanns im Haushalt, die
die Beschwerdegegnerin unter die Schadenminderungspflicht subsumiert. Unter dem
Titel der Schadenminderungspflicht kann keinesfalls die Bewältigung der
Haushaltstätigkeit in einzelnen Funktionen oder insgesamt auf die übrigen
Familienmitglieder überwälzt werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder
festgestellten Einschränkung danach gefragt werden müsste, ob sich ein
Familienmitglied finden lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Ausführung der
entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt (EVGE I 681/02 vom 11. August 2003,
Erw. 4.4). Ginge man davon aus, dass es zur Schadenminderungspflicht gehört, die
behinderungsbedingt fehlende Leistungsfähigkeit im Haushalt soweit als möglich durch
die Mithilfe von Familienangehörigen zu kompensieren, würde dies im Ergebnis dazu
führen, dass nicht die Invalidität der behinderten Person, sondern die
Leistungsfähigkeit der Familie, zu der die behinderte Person gehört, gemessen wird. Im
Extremfall könnte die Mithilfe einer vielköpfigen Familie im Haushalt so gross sein, dass
selbst eine bettlägerige Person im Haushalt als nicht invalid betrachtet werden müsste.
Eine solche Praxis zur Schadenminderungspflicht in der Form der Mithilfe von
Familienangehörigen im Haushalt wird dem – in Anlehnung an das Haftpflichtrecht (vgl.
etwa Heinz Rey, Ausservertragliches Haftpflichtrecht, 3. Aufl., Rz 263) als normativ zu
betrachtenden – Invaliditätsbegriff nicht gerecht. Die Invalidität besteht in der
behinderungsbedingten Einbusse an persönlicher Leistungsfähigkeit. Sie muss deshalb
ganz unabhängig von der Verfügbarkeit mithelfender Familienangehöriger bemessen
werden. Die Schadenminderungspflicht hat sich also auf jene Vorkehren zu
beschränken, die die persönliche Leistungsfähigkeit der behinderten Person erhalten
oder verbessern (vgl. auch Hardy Landolt, Hauswirtschaftliche
Schadenminderungspflicht von Angehörigen bei der Invaliditätsbemessung, in:
Schaffhauser/Schlauri [Hg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2007, St. Gallen 2007,
S. 143; Entscheid IV 2006/282 der Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom
31. Mai 2007, Erw. 5b).
5.1.2 Die Beschwerdeführerin wies bereits bei der Abklärung darauf hin, ihr Ehemann
unterstütze sie während fünf Stunden pro Woche. Sämtliche Angaben machte sie also
bereits unter Berücksichtigung der vom Ehemann effektiv geleisteten Mithilfe von fünf
Stunden wöchentlich. Eine darüber hinausgehende Mithilfe kann ihm auch unter dem
Titel der Schadenminderungspflicht nicht zugemutet werden. Die Abklärungsperson
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hielt fest, dem Ehemann sei eine Mithilfe von 30 bis 45 Minuten pro Tag zumutbar.
Selbst nach der Praxis der Beschwerdegegnerin müsste der Ehemann also nicht mehr
als die deklarierten fünf Stunden pro Woche im Haushalt mitarbeiten. Sagte die
Beschwerdeführerin also aus, trotz dieser Mithilfe z.B. zu 50% eingeschränkt zu sein,
so geht es klarerweise nicht an, diese 50% noch auf 30% oder gar weniger zu
reduzieren mit dem Hinweis, der Ehemann könne ja helfen. Die Beschwerdeführerin
kann bereits die von ihr angegebene Leistung nur mit der Mithilfe des Ehemanns
erreichen; eine weitergehende Kürzung der Einschränkung der Beschwerdeführerin ist
vor diesem Hintergrund keinesfalls gerechtfertigt, da die dem Ehemann zugemutete
Mithilfe dadurch auf über fünf Stunden wöchentlich ausgedehnt würde, was nicht
einmal nach der Praxis der Beschwerdegegnerin zumutbar ist. Im Folgenden ist die
Einschränkung der Beschwerdeführerin in den einzelnen Bereichen der
Haushaltabklärung also ohne doppelte Berücksichtigung der
Schadenminderungspflicht des Ehemanns zu berechnen.
5.2 Im Bereich Ernährung gab die Beschwerdeführerin an, sie benötige heute die
Hälfte länger als früher fürs Kochen, sei beim Backen eingeschränkt und könne heute
weder Gemüse und Früchte eingefrieren noch Konfitüre kochen. Betrug die
Zubereitungszeit für eine Mahlzeit früher beispielsweise eine Stunde, so beträgt sie
heute also anderthalb Stunden; früher konnte die Beschwerdeführerin demnach in 67%
der heutigen Zeit kochen. Dies entspricht bereits einer Einschränkung von 33%. Da sie
gewisse früher ausgeübte Tätigkeiten in der Küche wie das Vorbereiten und
Eingefrieren von Gemüse und Früchten und das Kochen von Konfitüre
behinderungsbedingt ganz aufgeben musste, ist die Einschränkung im Bereich der
Ernährung auf mindestens 40% festzulegen. Bei einer Gewichtung von 23.9% beträgt
die Behinderung also 9.56%.
5.3 Im Bereich der Wohnungspflege gab die Beschwerdeführerin an, sie könne noch
etwa 50% der anfallenden Arbeiten selbst erledigen. Bei einer Gewichtung dieses
Bereichs von 12% und einer Einschränkung von 50% beträgt die Behinderung
demnach 6%.
5.4 Im Bereich Einkauf und weitere Besorgungen ist es der Beschwerdeführerin nicht
mehr möglich, den Grosseinkauf zu erledigen und schwere Taschen zu tragen. Diese
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Einschränkung ist erheblich, wird doch der Grossteil der Lebensmittel und
Gegenstände des täglichen Bedarfs beim Grosseinkauf angeschafft. Somit ist davon
auszugehen, dass sich die Einschränkung der Beschwerdeführerin auf mindestens
50% beläuft, was bei einer Gewichtung von 6% einer Behinderung von 3% entspricht.
5.5 Im Bereich Verschiedenes ermittelte die Beschwerdegegnerin grundsätzlich eine
Einschränkung von 50%. Auch hier rechnete sie eine über das Zumutbare
hinausgehende Mithilfe des Ehemanns an und reduzierte die Einschränkung der
Beschwerdeführerin deswegen unzulässigerweise auf 30%. In diesem Bereich
berücksichtigte die Beschwerdegegnerin die Pflanzenpflege, die der
Beschwerdeführerin keine Mühe bereite, die Pflege des Hundes und die Besuche bei
der Mutter. Fälschlicherweise stellte die Beschwerdegegnerin damit in diesem Bereich
auf die neue Wohnung der Beschwerdeführerin ab. Diese war unbestrittenermassen
behinderungsbedingt vom Einfamilienhaus in Herisau in eine Wohnung ohne Garten
nach St. Gallen gezogen. In Herisau hatte die Beschwerdeführerin einen Garten zu
besorgen gehabt. Der Umzug lag nicht zuletzt daran, dass sie sich aufgrund ihrer
Behinderung nicht mehr um jenen Garten kümmern konnte. Dies hat die
Beschwerdegegnerin im Bereich Verschiedenes zu Unrecht nicht berücksichtigt. Vor
diesem Hintergrund ist die von der Beschwerdegegnerin grundsätzlich anerkannte
Einschränkung von 50% auf mindestens 70% zu erhöhen. Bei einer Gewichtung des
Bereichs Verschiedenes von 40.1% und einer Einschränkung von 70% beträgt die
Behinderung in diesem Bereich also 28%.
5.6 Insgesamt ergibt sich also eine Behinderung von 51.26%. Bei einem Pensum von
20% beträgt der Anteil am Invaliditätsgrad demnach 10.25%.
6.
6.1 Der Gesamtinvaliditätsgrad beläuft sich bei einem Teilinvaliditätsgrad von 54.5%
im Bereich Erwerb und einem solchen von 10.25% im Bereich Haushalt folglich auf
64.75% bzw. gerundet auf 65%. Die Beschwerdeführerin hat somit Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente.
6.2
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6.2.1 Nach Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens in dem
Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40% arbeitsunfähig gewesen war. Die
Beschwerdeführerin meldete sich im August 2004 zum Leistungsbezug an. Gemäss
Gutachten der Klinik Valens vom 15. Februar 2006 besteht seit ca. 2001 eine
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20% oder mehr. Die Entwicklung der
Arbeitsunfähigkeit könne retrospektiv nicht mit Sicherheit beurteilt werden.
Zwischenzeitlich sei es zu einer Zunahme der Arbeitsunfähigkeit auf 70% gekommen.
Seit einem Jahr sei dieser Prozentsatz etwa stabil (IV-act. 31-16). Im Arztbericht vom
20. August 2004 hatte Dr. A._ von einer deutlichen Verstärkung der Symptome,
insbesondere der Muskelkrämpfe und der raschen Ermüdbarkeit, seit Mai 2004
berichtet. Die Patientin sei überzeugt, dass sie eine ruhige Arbeit mit geringer
körperlicher Belastung ohne weiteres und gerne bis zu ca. 50% eines normalen
Arbeitspensums bewältigen könnte (IV-act. 8-6). Dr. A._ selbst attestierte eine
Arbeitsunfähigkeit von 70% ab September 2004 (IV-act. 8-5). Aufgrund dieser
Aktenlage ist demnach eine Arbeitsunfähigkeit von über 40% ab September 2004
überwiegend wahrscheinlich. Ob bereits vor diesem Datum eine ununterbrochene
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 40% bestand, ist medizinisch nicht belegt und lässt
sich retrospektiv offenbar nicht mehr feststellen (vgl. IV-act. 31-16). Somit muss davon
ausgegangen werden, dass das Wartejahr Ende August 2005 auslief. Die
Beschwerdeführerin hat demnach ab 1. September 2005 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente.
6.3 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis
Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint
als angemessen. Hieran hat die Beschwerdeführerin, die mit ihrem Rechtsbegehren
nicht vollständig durchgedrungen ist, einen Anteil von 20%, d.h. Fr. 120.-, zu tragen.
Den Restbetrag von Fr. 480.- hat die Beschwerdegegnerin zu bezahlen, und der
Beschwerdeführerin ist in diesem Umfang der geleistete Kostenvorschuss
zurückzuerstatten.
6.4 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
bis
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Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird
(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Angemessen ist eine
Parteientschädigung von Fr. 3'500.- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Entsprechend dem teilweisen Obsiegen der Beschwerdeführerin ist die
Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dieser eine Parteientschädigung von Fr. 2'800.-
(80% von Fr. 3'500.-) zu bezahlen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG