Decision ID: 51704880-73c2-4cfa-a23e-0cf4c75e2aeb
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1953, arbeitete zuletzt ab
Januar
2003 als
Pflege
assistentin
im
Y._
in
Z._
in einem 40%-Pensum
sowie
seit
1995
als Katechetin bei der
A._
in
B._
in einem 20
%
-Pensum
(Urk. 6/3
, Urk. 6/16
, Urk. 6/18
).
Am 2
0
.
April
201
2
(Urk.
6
/
3
)
meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf
starke Rückenschmerzen
seit
Januar 2011
zum Leistungsbezug an. Die
Sozial
ver
siche
rungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
führte
ein St
andortgespräch
(Urk. 6/8) durch und holte einen Auszug aus dem individuellen Konto (Urk. 6/10
)
ein. Am 2
0.
Juli 2012 (Urk. 6/14) teilte
sie
der Versicherten mit, dass zurzeit
keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich seien. Ferner holte sie ve
r
schiedene medizinische Berichte (Urk. 6/15
, Urk. 6/17
, Urk. 6/21, Urk. 6/23-24
)
und
Aus
künfte der
Arbeitgebenden
(Urk. 6/16
, Urk. 6/18
)
ein
und
ver
an
lasste
eine
orthopädisch-psychiatrische
Untersuchung
durch med.
pract
.
C._
,
Fach
ärztin
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, und med.
pract
.
D._
, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
vom
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD
; psychiatrischer und orthopädischer Unter
suchungs
be
richt vom 2
3.
April 2013 [Urk. 6/36-37]
)
und
eine Abklärung der be
ein
trächtig
ten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (Bericht vom 2
5.
Juli 2013 [
Urk. 6/41]).
Nach durchge
führ
tem
Vor
be
scheid
ver
fahren
(Urk.
6
/
45, Urk. 6/51)
sprach
sie
der Versicherten
mit
Verfügung
vom
3. Februar 2014 ab November 2012 eine
Viertelsrente
zu
(Urk. 2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
5
. März 2014 (Urk. 1
S. 2
)
Beschwerde und be
an
tragte, es sei ihr eine ganze Invalidenrente basierend auf einem
In
validi
täts
grad
von mindestens 70
%
zuzusprechen. Ferner sei sie unabhängig vom medizinischen Grad der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als
zu
100
%
er
werbs
tätig zu
qualifizieren. Mit Beschwerdeantwort vom
1
.
April
2014 (Urk.
5
) schloss die IV-Stelle auf Ab
wei
sung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am
2
.
April
2014
(Urk. 7)
zur Kennt
nis ge
bracht wurde
.
3.
Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien und die Akten wird, sofern für die
Ent
scheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit ver
ur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
)
, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die
In
validität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
ben
bereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der un
ent
geltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entspre
chend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
derem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht
auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und er
werb
lichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode be
stimmt sich die In
va
lidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgaben
bereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die
Gesamtin
validität
aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9)
.
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351
E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der
angefochtenen Verfügung vom 3.
Februar 2014 (Urk. 2) auf den Standpunkt, dass
die Beschwerdeführerin seit
1.
November 2011 in ihrer Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt sei
.
Obwohl ihr aus ärztlicher Sicht eine körper
lich leichte, wechselbelastende Tätigkeit voll
umfänglich zumutbar sei, sei der Be
schwerdeführerin aufgrund ihres Alters und der langjährigen Erwerbs
tätigkeit im Pflegebereich eine berufliche Umstellung nicht zumutbar; die Arbeits
fähig
keit in einer angepassten Tätigkeit könne daher nicht verwertet wer
den. Weiter
hin zumutbar sei ihr jedoch ihre bisherige Tätigkeit als Katechetin. Mittels
ge
mischter Methode
ermittelte sie bei einem
60%igen Erwerbsanteil
einen rentenbegründenden
G
e
samt
invaliditäts
grad
von 41
%.
2.2
Demgegenüber
brachte
die Beschwerdeführerin
vor
(Urk. 1 S. 4 f.
Ziff.
5.1)
,
dass
sie im Gesundheitsfall zu 100
%
erwerbstätig gewesen wäre. Sie habe bereits vor
ihrer Erkrankung im November 2011 zumindest zeit
weise ein fast 100%iges
Pen
sum ausgeübt (S. 5
Ziff.
5.1
).
Ferner mo
nierte sie die Be
rech
nung des
Invali
ditätsgrades
.
V
on der Beschwerdegegnerin
sei ihr
in ihrer bis
herigen Tätigkeit al
s
Pflegefachfrau
(richtig:
Pflegeas
sistentin
)
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
sei
t November 2011 attestiert wor
den;
ein Verbleib im bisherigen Nebenamt als Ka
te
chetin
erscheine
nicht mehr zumut
bar
und
eine berufliche Umstellung zwecks Er
höhung ihr
es Pensums
von 20 auf 60
%
(beziehungs
weise nach ihrer Auf
fassung auf 100
%
)
erscheine
nicht me
hr
z
umutbar. Es
wäre – selbst bei einem lediglich 60%igen Anteil des Erwerbs – von einer 100%igen Ein
schränkung
auszugehen, was unter Berücksichtigung der zuletzt im Haus
halt erhobenen Ein
schränkung von 17
%
eine
n Gesamtinvaliditätsgrad von 67
% ergäbe.
Bei einem
100%igen Erwerbs
anteil
be
trage der Invaliditätsgrad gar 100
%
.
Schlies
s
lich machte sie sinn
gemäss geltend, dass auf den psychiatrischen RAD-Bericht von Dr.
D._
nicht abgestellt werden könne (S. 6 f.
Ziff.
5.2).
3.
3.
1
Im Bericht vom
3
0.
August 2012
(
Urk. 6/17/1-4
) nannte
Dr.
med.
E._
,
Ober
ärztin
, Ortho
pädi
e,
Klinik F._
,
folgende Diagnosen
mit Auswir
kun
g auf die Arbeitsfähigkeit
:
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom und
gluteale
Schmer
zen links, am ehesten multifaktoriell im Rahmen der Diagnose 2 bei
Adduk
torenzerrung
und Nervenwurzelreizung S1 links
myofasziale
Dysbalance
gluteal
und im Bereich der Adduktoren
randständiges
Muskeloe
dem
und
Enhancement
M
usculus
adductor
longus
links (Differentialdiagnose: post
t
raumatisch,
Perimyositis
? [M
agnetresonanztomographie Hüfte l
inks
vom
5.
März 2012])
diskrete degenerative Veränderungen (
Spondylarthrose
LWK5/SWK1), Röntgen LWS/Becken
vom
6.
Januar 2012
leichte Einengung der
Neuroforamina
L5 Höhe L5/S1 beidseits und leichte
rezessale
Enge L4/5 beidseits, Wurzeltaschenzyste S1 links, minimales
Oedem
und Hyperperfusion am
I
liosakralgelenk
links
ilial
(
Magnet
resonanz
tomographie
Lendenwirbelsäule vom
7.
Januar 2011 und Dezember 2011
)
kein
en
Hinweis auf Kompression der S1- oder L5-Wurzel links,
extra
foraminale
fokale
Diskusprotrusion
links Höhe L4/5 mit Kontakt zur L4-Wurzel links
S1-Radikulopathie links (neurophysiologische Unter
suchung vom 22. März 2012)
c
omputertomographisch gesteuerter Nervenwurzelblock
S1 links vom
8.
Juni 2012: Über einwöchige Schmerzreduktion
Symptomatische
Sakro
-
Il
i
a
kal
-Gelenk (
SIG
)
-Arthrose links mit/bei:
keinen
erosiven
Veränderungen des
SIG beidseits, rechtsbetonte
n
dege
nerative
n
Veränderungen mit
Osteophytenbildung
, Erstnachweis links angrenzend an das SIG Höhe Os Ileum
anterior
(Differential
diagnose: Vakuumphänomen
[
Co
mputertomographie Becken vom 3.
Feb
ruar 2012])
SIG-Infiltration links am 1
0.
Februar 2012 mit
Rapidocain
und
Triamcinolon
: etwa ein- bis zweitä
g
ige Schmerzreduktion
Ferner hielt sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest:
Transaminasen-Erhöhung (
[Januar 2012]
Differentialdiagnose: medika
men
tös)
h
yperechogenes Leberparenchym, vereinbar mit einer Lebersteatose (
Sono
-Abdomen vom 2
4.
Januar 2012)
Osteoporose mit/bei:
Osteodensitometrie
vom
4.
Januar 2012,
G._
: T-Score LWS (L1-4): -3,7 SD, Schenkelhals -2,7 SD
25-OH-Vitamin D3-Mangel von 57
nmol
bei Normwerten von 75-250
nmol
/l
Schliesslich attestierte sie der Beschwerdeführerin vom 2
7.
Februar bis 23. Juli 2012 (anamnestisch schmerzbedingt vom November 2011 bis 2
0.
Januar 2012 100%ig arbeitsunfähig, dann Wiederaufnahme der
Arbeits
tätigkeit
in der Pfarrei
zu 25 %
) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Weil die Be
schwerden nicht vollends durch die vorliegenden strukturellen Ver
ände
rungen erklärt werden könnten,
würde
sie zur Ein
schätzung der Belast
bar
keit/Arbeitstätigkeit allenfalls einen stationären Auf
ent
halt oder besser eine Evaluation der funktionellen Leistungs
fähigkeit
empfehlen
. Auf
grund der degenerativen Veränderungen der
L
enden
wir
be
l
säule
und des SIG und
e
iner mög
lichen inter
mi
ttierenden
Nervenwurzel
rei
zung
sollte auf „Langeinhalten“ von
Zwangs
hal
tungen
, vornübergebeugtes Arbei
t
en sowie schweres Heben ver
zichtet wer
den. Wechselbelastende leichte Tätig
keiten seien zu bevorzugen
, wofür sie am 1. März 2012 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % bescheinigt hatte (Urk. 6/2/8 unten)
. Die
Arbeits
tätig
keit
als
Kranken
pflegefachfrau
(richtig: Pflegeassi
s
tentin)
werde die Beschwerdefüh
rerin zu
min
dest in den nächsten Monaten nicht wieder aufnehmen können, wo
bei aktuell keine Gründe gegen das Ausüben der Tätigkeit
(leicht körperlich be
lastend) in der Pfarrei
B._
sprechen würden.
3.
2
Am 3
0.
Oktober 2012 (Urk. 6/21) nannten
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Psy
chi
atrie und Psychotherapie FMH, und
Dr.
phil.
klin
.
p
sych.
I._
, Klinischer
Psy
cho
loge und Supervisor,
vom
J._
, als Diag
no
sen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine an
haltende
somatoforme
Schmerz
störung
(ICD-10 F45.4), eine
An
passungs
störung
(ICD-10 F43.2) und eine
Osteoporose (
Dexa
-Messung, T-Wert=3.8
Patienten
an
gabe
) und attestierte
n
der Beschwerdeführerin
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit 1
8.
November 201
1
.
Auf
grund der zunehmenden Schmerzen und der bis
he
rigen
Therapie
resi
stenz
sei längerfristig
auch für angepasste Tätigkeiten
von einer 100%igen Arbeits
un
fähigkeit
auszugehen.
3.
3
Am 2
0.
November 2012 (Urk. 6/24/1-8) diagnostizierte
Dr.
med.
K._
,
Ober
ärz
tin
, Leiterin
OsteoporoseZentrum
,
L._
,
Rheuma
kli
nik
,
anamnestisch ein
lumboradikuläres
Syndrom und eine schwere Osteo
porose (
Erst
diagnose
am
4.
Januar 2012 [keine Arbeitsunfähigkeit bestätigt
]).
Dr.
K._
hielt
aus
rein
osteologischer Sicht
fest, aufgrund der Osteoporose sei
die
Arbeitsfähigkeit
bisher nicht eingeschränkt
. Anamnestisch bestehe auf
grund eines
lumboradikulären
Schmerzsyndroms S1 eine Arbeitsunfähigkeit. Auf
grund der Osteoporose bestehe aber für die bisher ausgeübte Tätigkeit ein erhöhtes
Risiko für Wirbelfrakturen. Die bisherige Tätigkeit
sei nicht mehr zu
mut
bar. Ein
e
behinderungsangepasste Tätigkeit im Umfang von 100
%
sei auf
grund der Osteo
porose indes möglich, vorausgesetzt, dass keine Lasten über 15 kg gehoben wer
den müssten.
3.
4
3.
4
.1
Im
Untersuchungsbericht
vom 2
3.
April 2013
(Urk. 6/36) nannte
RAD-Arzt med.
pract
.
D._
keine
psy
chi
atrischen Dia
gnose
n
und attestierte eine 100%ige
Arbeits
fähig
keit in bisheriger und angepasster Tätig
keit
. Ins
besondere führte med.
pract
.
D._
aus, dass die
dysphorische
Stim
mungs
lage
der somatischen und sozi
alen Situation entspreche
(S. 6 Ziff. 9-11)
.
3
.4
.2
RAD-Ärztin med.
pract
.
C._
nannte im
orthopädischen
Unter
suchungs
be
richt
vom 23. April 2013 (Urk. 6/37
S. 7
Ziff.
8
)
als Diagnosen mit Aus
wirkung
auf die Arbeits
fähig
keit eine
densitometrisch
nachgewiesene Osteo
porose ohne
Wirbel
körper
frakturen
und eine Lumbalgie.
In der versicherungsmedizinischen Beurteilung hielt med.
pract
.
C._
fest
(S. 8
Ziff.
10)
, dass aufgrund der vorliegenden medizinischen Berichte und der
körper
lichen Unter
suchung vom
9.
April 2013 ein somatischer
Gesund
heits
scha
den
aus
ge
wiesen sei, der die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige. In ihrer bis
he
rigen Tätigkeit als Pflege
fachfrau
(richtig: Pflegeassi
s
tentin)
bestehe seit Novem
ber 2011 eine 0%ige Arbeits
fähigkeit. In an
ge
passter Tätigkeit (mit körperlich leich
ter
wechsel
be
lastender
Tätigkeit ohne regel
mässige Hebe- und
Tragebelas
tungen
über zehn Kilo
gramm, ohne Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufiges Treppen
steigen, ohne häufige
wirbel
säulen
-, hüftgelenk- und
kniege
lenkbelas
tende
Zwangs
haltungen
und Tätig
keiten (Bücken, Hocken, Knien,
Überkopfar
bei
ten
, Arbeiten in Armvorhalte), ohne häufiges Gehen auf unebe
nem Gelände, ohne an
dauernde
Vibrations
be
lastungen
und Nässe-/Kälteexposition) sei seit
November 2012 (gestützt auf die An
gaben von
Dr.
K._
vom 20. November 2012)
eine 100%ige Ar
beitsfähigkeit gegeben.
4.
4.1
Für die Frage, ob beziehungs
weise in
wie
weit die Beschwerdeführerin in ihrem Leis
tungsvermögen einge
schränkt ist
, kann auf d
ie
RAD-Untersuchungsberichte vom 2
3.
April 2013 (E.
3.
4
.1-2
hievor
) von
med.
pract
.
D._
und med.
pract
.
C._
ab
gestellt wer
den.
Die Berichte ent
sprechen den
praxis
ge
mäs
sen
Anforderungen an
eine beweiskräftige medizi
nische
Ent
scheidungs
grund
lage
(E.
1.
5
hievor
).
Sie basieren
auf allseiti
gen Unter
su
chungen in orthopädischer
und psy
chi
atri
scher Hinsicht, be
rück
sichtigen
die ge
klagten Beschwerden und setz
en
sich mit diesen sowie
mit
dem Verhalten der Be
schwerde
führe
rin
und den
Vorakten
auseinander.
In diesen
Be
richt
en
führte
n
die Ärzte
in nachvoll
zieh
barer und über
zeugender Weise aus, dass die Be
schwerdeführerin
zwar auf
grund einer
densitometrisch
nachgewiesenen Osteo
porose ohne
Wirbelkörper
frakturen
und einer Lumbalgie
ab November 2011 in ihrer bisherigen Tätigkeit als
Pflegeassistentin
arbeitsunfähig
,
sie
indes
in einer angepassten Tätigkeit seit November 2012 zu 100
%
arbeitsfähig sei
.
Diese Einschätzung steht denn auch im Einklang mit de
m
Bericht de
s
be
han
delnden
Dr.
K._
(E.
3.3
hievor
),
der
aus rheuma
tologischer und osteologischer Sicht eine behinderungsangepasste Tätig
keit ebenfalls als
zumutbar
erachtete.
Die behandelnde Dr.
E._
attestierte zwar zunächst in einer Verweistätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von lediglich 50 %, doch wies sie später selbst darauf hin, dass die geklagten Beschwerden durch die strukturellen Veränderungen nicht
vollends zu erklären seien (E.
3.1), weshalb sie letztlich die Arbeitsfähigkeit nicht
mehr einzuschätzen vermochte. In Anbetracht dieser Zweifel sind ihre Berichte nicht geeignet, die abweichenden Beurteilungen umzustossen.
4.2
An den Schlussfolgerungen der RAD-Ärzte
vermag
auch der Bericht der psy
chia
trisch behandelnden
Dr.
H._
und
Dr.
phil.
klin
. psych.
I._
vom 3
0.
Okto
ber 2012 (E. 3.2
hievor
)
, wonach die Be
schwerdeführerin aufgrund einer an
hal
tenden
somatoformen
Schmerzstörung und einer Anpassungsstörung ge
nerell zu 100
%
arbeitsunfähig sein soll, nichts zu ändern,
da
die voll
ständige Arbeits
unfähigkeit aufgrund der dargelegten Be
funde nicht
zu
über
zeugen vermag
.
Selbst wenn man von den durch
Dr.
H._
und
Dr.
phil.
klin
. psych.
I._
ge
nannten Diagnosen einer
somatoforme
n
Schmerz
störung
und einer
An
pas
sungs
störung
ausginge,
vermöchten
diese
Diagnosen
keine Invali
dität
zu
begründen
(BGE 139 V 547 E. 3
,
BGE
131 V 49 E. 1.2, BGE 130 V 352,
Urteile des Bundes
gerichts 9C_408/2010 vom 2
2.
November 2010 E.
4.3, 8C_322/2010 vom
9.
Augus
t 2010 E.
5.2 und 9C_65/2007 vom 3
0.
November 2007 E.
2.3, je mit
Hin
weisen
).
Anhaltspunkte für eine aus
nahmsweise Unüber
wind
bar
keit der
soma
to
formen
Schmerzstörung respektive
An
passungsstörung
oder deren Folgen
sin
d ihrem Bericht nicht zu entnehmen
.
Insbesondere ist ein Rückzug in allen Be
langen des Lebens aufgrund des von der Beschwer
deführerin geschilderten Tages
ablaufes
und ihrer Teilnahme am Familienleben
(Urk. 6/36 S. 2
Ziff.
4, Urk. 6/37 S. 3) nicht ausgewiesen. Somit bliebe das
psychische Leiden
selbst
aufgrund der
ge
stellten Diagnose ohne
in
validen
versicherungs
rechtliche
Relevanz und
würde auch
keinen in
vali
disierenden
Ge
sund
heitsschaden
dar
stellen
.
4.3
Bei dieser Sachlage ist nicht ersichtlich, inwiefern weitere Abklärungen neue, für
die Beurteilung des vorliegenden Falls entscheidende Erkenntnisse liefern könnten, sodass darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V
162 E. 1d).
4.4
Nach dem Gesagten ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden
Be
weisgrad
der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit erstellt, dass die Be
schwer
de
führerin zwar in ihrer bisherigen Tätigkeit als
Pflegeassi
s
tentin
seit November 2011 einge
schränkt
, in behinderungsangepasster Tätigkeit indessen zu 100
%
arbeitsfähig ist
.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt
die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit.
5.2
Das
- in unselbständiger Tätigkeit – trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumut
barerweise
erzielbare Einkommen
ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeits
markt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von
Arbeits
gelegen
heiten
und Verdienstaussichten keine übermässige
n An
forderungen zu stellen sind
. Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit
weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die
einer versicherten Person verbliebene
Rest
erwerbs
fähig
keit
auf dem aus
ge
glich
enen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nach
gefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaftlich verwertbaren
Rest
erwerbs
fä
higkeit
,
liegt eine vollständige Erwerbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente begründet
.
Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungs
ver
mögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nac
h einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Um
ständen des Ein
zel
falls ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des
Ge
sund
heits
scha
dens
und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und
Ein
arbeitungs
auf
wand
und in diesem Zusammenhang auch Persön
lich
keits
struktur, vor
handene Bega
bungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werde
gang oder An
wend
bar
keit von Berufserfahrung au
s dem angestammten Bereich sein
. Somit hängt die
Verwertbarkeit nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der ver
si
cherten Per
son
für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen all
fäl
ligen Berufs
wechsel noch zur Verfügung steht
(Urteil des Bundesgerichts 9C_456/2014 vom 1
9.
Dezember 2014 E. 3
.
1.1
mit Hinweisen).
5.
3
Für den Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-) Arbeits
fähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, ist auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbstätigkeit abzustellen
(Urteil
des Bundesgerichts 9C_456/2014 vom 1
9.
Dezember 2014 E.
3.1.
2
mit Hin
wei
sen
)
.
Erst
die
RAD-
Untersuchung
sberichte
vom 2
3.
April 201
3
(E. 3.
4
.1-2
hievor
) ver
schafften Klarheit über die Arbeitsfähigkeit und bildeten die – den An
for
derun
gen an die Beweiskraft genügende – medizinische Grundlage für den
Renten
entscheid
. Im konkreten Fall ist somit die Verwertbarkeit der
Rest
arbeits
fähig
keit
am 2
3.
April 2013 entscheidend.
5.
4
Im April 2013 war die Versicherte 59 Jahre alt.
Aufgrund der Umstände, dass
d
ie verbleibende Aktivitätsdauer
noch
rund viereinhalb Jahre
betrug, die Be
schwer
deführerin
ihre
r
Tätigkeit als Katechetin aufgrund des evaluierten
Be
las
tungs
profils
noch immer
nachgehen könnte und
dannzumal
noch keine lang
an
dauernde Arbeitsabstinenz
vorlag
,
kann
– wenn auch unter er
schwerten Um
ständen –
in Gesamtwürdigung der individuellen Gegebenheiten
nicht auf eine Unverwertbarkeit
ihre
r
Arbeitskraft auf dem ausgeglichenen Ar
beitsmarkt
ge
schlossen werden
.
Vielmehr ist davon auszugehen, dass
sie an ihre bisherige Berufs
erfahrung
zumindest
aus dem angestammten Be
reich als Kate
chetin anknüp
fen kann.
6
.
6
.1
Zu prüfen bleibt die Festlegung des Invaliditätsgrades, wobei sich vorab die Frage
stellt,
in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin ohne gesund
heitliche Bee
inträchtigung erwerbstätig wäre.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als
nicht
erwerbstätig
einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer ande
ren Me
thode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungs
ver
gleich
, ge
misch
te Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im
Übri
gen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
träch
tigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbs
tätig
keit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch,
das heisst
ohne
Gesund
heitsscha
den
, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]
). Die gemischte Methode be
zweckt damit eine möglichst
wirklich
keits
gerechte
Bemessung des
In
validitäts
grades
(BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der
allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme ei
ner
im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbs
tätigkeit ist der im
Sozialversi
che
rungsrecht
übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erfor
der
lich (
BGE 137 V 334
E.
3.2,
130 V 393
E.
3.3,
125 V 146
E.
2c, je mit Hin
weisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie all
fällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die
beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen
und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom
1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Ist je
doch anzunehmen, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche Beei
n
trächtigung teilerwerbstätig
,
ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich nach
Art.
5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität
ausschliesslich
nach den Grundsätzen für Erwerbstätige, somit nach
Art.
16 ATSG zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3
e
contrario
IVG
). Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur Anwendung wie bei ohne Gesundheitsschaden voll Erwerbstätigen (
Art.
27
bis
IVV). Das
Valideneinkommen
ist nach
Massgabe
der ohne Gesundheitsschaden
ausgeübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist, was die versi
cher
t
e
Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie
bestenfalls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbs
tätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbe
son
dere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganzta
gestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invaliden
ver
sicherung einzustehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S.
92 E.
4a). Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzli
chen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger
Eingliederungsmassnahmen
durch eine
ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das - vom Arzt festzulegende - Arbeitspensum unter Um
ständen grösser
sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (vgl. BGE 131 V 51
E. 5.1.2).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall an
wendbaren
Invaliditätsbe
mess
ungs
methode
und damit der Beantwortung der entscheidenden Statusfrage handelt e
s sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische
Willensent
schei
dungen
der versicherten Person berück
sichtigen muss. Dies gilt auch für die
Frage,
in welchem
Ausmass
die versi
cherte Person ohne gesundheitliche Be
ein
trächtigung erwerbstätig wäre
.
Diese
inneren Tatsachen
sind indessen einer direk
ten Beweisführung nicht zu
gäng
lich und müssen in aller Regel aus
äuss
e
ren
Indizien erschlossen werden. Die Beur
teilung hypothetischer
Geschehens
abläufe
ist eine Tatfrage, soweit sie auf
Be
weiswürdigung
beruht, selbst wenn
darin auch Schlussfolgerungen aus der all
gemeinen Lebenserfahrung mitberück
sichtigt werden. Rechtsfragen sind hinge
gen Folgerungen, die
ausschliesslich
- losgelöst vom konkreten Sach
ver
halt - auf die allgemeine Lebenserfahrung gestützt werden oder die Frage, ob aus fest
gestellten Indizien mit Recht auf bestimmte Rechtsfolgen ge
schlos
sen wor
den ist (
vgl.
Urteil
e
des Bundesgerichts
9C_287/2013 vom
8.
November 2013 E.
3.5
und
8C_511/2013 vom 3
0.
Dezem
be
r 2013
,
je
mit Hinweisen).
6.2
Anlässlich der Haushaltabklärung vom 2
6.
Juli 2013 (Urk. 6/41 S. 4) gab die Beschwerdeführerin danach gefragt spontan an, dass sie bei guter Gesundheit einer Erwerbstätigkeit von 100
%
nachgehen würde und dies
auch
immer so
ge
plant gewesen
sei
,
da
der Sohn keine aufwändige Betreuung mehr be
nötig
e
. Sie müsste auch aus rein finanziellen Gründen bei guter Gesund
heit in einem
100%igen Arbeitspensum tätig sein, da ihr Mann sich aufgrund des
Prostata
kreb
s
habe früh pensionieren lassen, ihr Sohn studiere und der fi
nanzielle Unter
stützung bedürfe und sie auch noch die Hypothek abzahlen müsse.
Zudem habe
sich die Pflege des erkrankten Ehemanns weniger aufwändig als erwartet er
wiesen
.
Demgegenüber stellte sich die Beschwerdegegnerin auf den Standpunkt
(Urk. 1 S. 2-3)
,
die Beschwerdeführerin
sei
als Teilerwerbstätige
zu
qualifizieren, weil
sie
ihr Pensum auch nicht erhöht habe
,
als ihr Sohn mit Jahr
gang 1988 bereits viele Jahre vor der Erkrankung des Ehemannes keiner inten
siven Betreu
ung mehr bedurft habe
(Urk. 2, vgl. dazu auch Urk. 6/41 S. 4).
6.3
Im Bereich des Sozialversicherungsrechts wird praxisgemäss in der Regel auf die sogenannten spontanen „Aussagen der ersten Stunde“ abgestellt, denen in
be
weis
mässiger
Hinsicht grösseres Gewicht beigemessen wird als späteren Dar
stel
lungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen
ver
sicherungs
rechtlicher
oder anderer Art beeinflusst werden können (BGE 121 V 4
5
E. 2a mit Hinweisen).
6.4
Die Ausführungen der Beschwerdeführerin
anlässlich der
Haus
halt
ab
klä
rung
vom 2
6.
Juli 2013 (Urk. 6/41 S.
4)
belegen
ein
deutig, dass
sie
sich als Gesunde eine erwerbliche Vollzeit
erwerbstätigkeit
hätte vor
stellen kön
nen.
Nach der allgemeinen Lebenserfahrung ist auch nachvollziehbar, dass
aufgrund der Krebserkrankung des Ehemannes und
seiner
d
amit
im Zu
sam
menhang ste
henden
frühzeitigen Pensionierung, welche normalerweise mit einer finanziellen Einbusse
einhergeht
, ein
bislang gewähltes
Lebens
modell
in Frage ge
stel
lt und allenfalls ein neues gewählt werden muss
(vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 8C_812/2013 vom 10. April 2014 E.
3.2.1)
.
Im Rahmen einer
Gesamtbetrach
tung
ist somit aufgrund
der
spontanen
und plausiblen An
gaben anlässlich der Haushaltabklärung der Beschwerdeführerin davon aus
zu
gehen, dass sie im
Ge
sund
heitsfall
zu 100
%
erwerbstätig wäre, zumal sie aus finanziellen Gründen
(
Studiumfinanzierung
des Sohnes,
Hypothekar
schulden
) auf eine
Voll
zeiter
werbs
tätigkeit
angewiesen wäre
und ihr Mann den Haushalt
erledigen
könnte
.
Indem die Beschwerdegegnerin die Be
schwerdeführerin aufgrund des Umstandes, dass
sie vor der Erkrankung des Ehemannes
trotz des nicht mehr
betreuungs
be
dürftigen
Sohnes ihr
Er
werbspensum
nicht aufgestockt ha
t
, als Teilerwerbstätige qualifizierte, ver
kennt sie, dass sich die massgeblichen Umstände bis zum
ent
scheidrelevanten
Moment durch die Krebserkrankung und damit ver
bun
d
ene
Frühpensionierung des Ehemannes massgeblich verändert haben.
7.
7.1
Nachdem die Beschwerdeführerin als Vollerwerbstätige zu be
trachte
n ist, findet die allgemeine Methode
der Invaliditätsbemessung
Anwendung (E
.
1.3
hievor
).
Auf die Frage der gesundheitsbedingten Einschränkung im
Haus
halts
bereich
braucht daher nicht näher eingegangen zu werden.
7.2
D
ie bisherige Arbeitgeberin, das
Y._
in
Z._
,
bestätigte im Jahr 2012 (hypothetischer Rentenbeginn) einen mög
lichen Lohn
als Pflegeassistentin
bei intakter Gesundheit von
Fr.
2'
218
.-- pro Monat (bei einem Pensum von
4
0
%), was einem Jahreseinkommen v
on
Fr.
28‘834
.--
(inklusiv
e
1
3.
Monatslohn
) entspricht
(
Urk. 6/16 S.
2 f.
Ziff.
2.10-11)
.
Ferner hielt die
A._
für das Jahr 2011 ein Jahres
einkommen von
Fr.
22‘064.85 (bei einem Pensum von 20
%
) fest (Urk. 6/18 S. 9)
, wovon zu Gunsten der Beschwerdeführerin auszugehen ist, auch wenn die Regelmässigkeit der einmaligen Entschädigung von Fr. 4
‘
276.20 (Urk. 6/18/9) nicht vollends erstellt ist.
Unter Berücksichtigung der
Nominal
lohnentwicklung
ergäbe das für das Jahr 2012 ein Jahreseinkommen von
Fr.
22‘285.15 (
Fr.
22‘064.85 / 2604 x 2630;
Die
Volks
wirt
schaft 3/4-2015 S. 89 Tabelle B10.3, Index 2
604
auf 2630
). Aufgerechnet auf ein 100
%-Pensum ergäbe das ein hypothetisches
Vali
deneinkommen
für das Jahr 2012 von
rund
Fr.
85‘
198.60
(
Fr.
51‘119.15 / 60 x 100)
.
7.3
7.3
.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
ment
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen
hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bunde
s
amt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) heran
gezogen werden (BGE 126 V 75 E.
3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472
E.
4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standar
di
sier
ten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E.
4.2.1 mit Hin
weis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei
der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass
ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der
massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochenar
beits
zeit
aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E.
3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
7.3.2
Nachdem die Beschwerdeführerin ihre angestammte Tätigkeit als
Pflegeassi
stentin
aus gesundheitlichen Grün
den nicht mehr ausüben kann (E.
4.1
hievor
) und laut An
gaben im Haushaltabklärungsbericht vom 2
5.
Juli 2013 (Urk. 6/41 S.
4) auch das Arbeitsverhältnis mit der
A._
in
B._
zwischen
zeitlich
und
noch vor Erlass der Ver
fügung aufgelöst w
o
rde
n
ist
,
kann entgegen dem Standpunkt der Beschwerdegegnerin nicht mehr auf das tatsächlich erzielte Einkommen als Katechetin zurückgegriffen
werden. Vielmehr
ist zur
Ber
echnung des Invalideneinkommens
auf die Tabellenlöhne des Bundes
amtes für Statistik abzustellen, gemäss welchen sich das Einkommen (40
-
Stunden
woche) für eine einfache und repetitive Tätigkeit für Frauen
im privaten und öffentlichen Sektor, welche Tätigkeiten für die Beschwerdeführerin in Frage kommen,
im Jahr 2010 auf
Fr.
4'
319
.-- belief (LSE 2010 Tabelle T1). Unter Be
rücksichtigung der 100%igen Arbeitsfähigkeit, der durchschnittlichen Ar
beitszeit von 41.7 Stun
den im massgebenden Jahr 2012 und der
Lohnent
wick
lung
(Die Volks
wirt
schaft
3/4
-201
5
S.
88
Tabelle B9.2 und S.
89
Tabelle B10.3, Index 2579 auf 2630) resultiert ein Einkommen von rund
Fr.
5
5
‘
0
99
.
--
(
Fr.
4'
319
.
--
:
40 x 41.7 x 12
/
2579 x 2630).
7.3.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatz
fähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zuge
lassene Abzug entwickelte sich in der
Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
spre
chung dem Umstand Rech
nung trug, dass auch weitere persönliche und beruf
liche Merkmale der ver
sicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörig
keit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Aus
wir
kungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht
auto
matisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte da
für
bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merk
male ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen
Arbeits
markt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestim
mung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallen
den Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzel
fall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des
Tabellen
lohnes
zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
Aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen können der Be
schwerde
führerin nur noch leichte wechselbelastende (vgl. zum Belastungsprofil E.
3.4.2
hievor
) zugemutet wer
den. Mit Blick darauf sowie auf ihr bereits fortgeschritte
nes
Alter erscheint ein leidensbedingter Abzug von
10
% angemessen.
7.3.4
Unter Berücksichtigung eines
leidensbedingten
Abzuges von
10
% resultiert ein
Invaliden
ein
kom
men
von
Fr.
49
‘
589
.
--
.
7.4
Bei einem
Validenlohn
von
Fr.
85‘198.60
und einem Invalideneinkommen von
Fr.
49
'
589
.
--
resultiert
eine Erwerbseinbusse von Fr. 35
‘
609.60 und somit
ein
In
validitätsgrad
von
rund
4
2
%
(vgl. zur Run
dung BGE 130 V 121 E. 3.2
), womit
es bei der von d
er
Beschwerdegegnerin
gesprochenen
Viertelsrente
ab
1.
Novem
ber 2012
sein Bewenden hat.
8
.
Damit erweist sich die Verfügung der Beschwerdegegnerin
vom 3. Februar 2014
(Urk. 2) im Ergebnis als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
9
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von
Leistungen der Invalidenversicherung geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die
Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr.
9
00.
-- fest
zu
setzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
von der
unterlie
genden Beschwerdeführer
in
zu tragen.