Decision ID: a09ac656-7b24-47aa-870a-7f62079fe1f6
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
RAV Rapperswil-Jona, Neue Jonastrasse 59, Postfach, 8640 Rapperswil,
Beschwerdegegner,
vertreten durch Amt für Arbeit, Unterstrasse 22, 9001 St. Gallen,
betreffend
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 2/10
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Vermittlungsfähigkeit
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 5. März 2008 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum
Rapperswil-Jona (nachfolgend: RAV) zur Arbeitsvermittlung an (act. G 5.1.C1). Am 25.
März 2008 stellte er Antrag auf Arbeitslosenentschädigung per 1. März 2008 (act. G
5.1.C9). Am 10. April 2008 überwies die Kantonale Arbeitslosenkasse die
Angelegenheit dem RAV zur Prüfung der Vermittlungsfähigkeit des Versicherten ab
Antragstellung. Der zuständige Personalberater des RAV habe mit Meldung vom 31.
März 2008 mitgeteilt, der Versicherte habe eine Anstellung als Versicherungsberater bei
der B._ gefunden. Diese würde als selbstständiger Zwischenverdienst abgerechnet.
Ebenfalls habe sie (die Kantonale Arbeitslosenkasse) am 3. April 2008 eine Kopie des
Mietvertrags für Geschäftsräume, lautend auf den Versicherten, erhalten. Auch der
Versicherte habe am 8. April 2008 mitgeteilt, er sei seit anfangs November 2007 als
selbstständigerwerbender Versicherungsberater tätig. Bereits vor der Arbeitslosigkeit
habe er sich dieser selbstständigen Erwerbstätigkeit im Umfang von 100% gewidmet
und würde dies auch weiterhin machen, sicher bis zum Finden einer neuen Stelle (act.
G 5.1.C21). Mit Schreiben vom 30. April 2008 teilte das RAV dem Versicherten mit, es
gehe davon aus, dass er ab Antragstellung nicht vermittlungsfähig sei, und gewährte
ihm das rechtliche Gehör (act. G 5.1.C51). Mit Verfügung vom 27. Mai 2008 verneinte
das RAV die Vermittlungsfähigkeit des Versicherten ab Antragstellung vom 5. März
2008 (act. G 5.1.C52).
A.b Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 25. Juni 2008 Einsprache,
welche er am 29. August 2008 durch die Fortuna Rechtsschutz-Versicherungs-
Gesellschaft begründen liess (act. G 1.3), und beantragte, die Verfügung vom 27. Mai
2008 sei aufzuheben. Es sei die Vermittlungsfähigkeit ab 5. März 2008 anzuerkennen
und es sei ab diesem Datum Arbeitslosenentschädigung zu bezahlen. Die Tätigkeit bei
der B._ sei ab 5. März 2008 als Zwischenverdienst anzurechnen.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/10
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
A.c Mit neuerlicher Verfügung vom 9. September 2008 bejahte das RAV die
Vermittlungsfähigkeit des Versicherten ab 1. Juli 2008. Der Vermittlervertrag mit der
B._ sei per 30. Juni 2008 aufgehoben worden. Damit könne nicht mehr von der
Ausübung einer selbstständigen Tätigkeit ausgegangen werden. Über die
Vermittlungsfähigkeit im Zeitraum 5. März bis 30. Juni 2008 werde mit
Einspracheentscheid zu befinden sein (act. G 5.1.B33). Diese Verfügung erwuchs in der
Folge unangefochten in Rechtskraft.
B.
Mit Entscheid vom 8. Oktober 2008 wies das RAV die Einsprache ab und verneinte die
Vermittlungsfähigkeit des Versicherten für die Zeit vom 5. März bis 30. Juni 2008.
Dieser habe gemäss Vermittlervertrag mit der B._ eine selbstständige Tätigkeit
aufgenommen. Um Kunden zu empfangen, habe er Geschäftsräumlichkeiten gemietet,
die auf sechs Monate kündbar seien und deren Kosten sich auf monatlich Fr. 520.--
beliefen. Aufgrund dessen habe es (das RAV) annehmen müssen, dass es sich dabei
um eine auf Dauer ausgerichtete, wirtschaftliche Selbstständigkeit gehandelt habe (act.
G 5.1.B36).
C.
C.a Mit Eingabe vom 10. November 2008 erhebt der Versicherte Beschwerde und
beantragt, der Einspracheentscheid vom 8. Oktober 2008 sei aufzuheben. Seine
Vermittlungsfähigkeit sei ab 5. März 2008 anzuerkennen. Es sei ihm ab 5. März 2008
Arbeitslosenentschädigung zu bezahlen. Es sei seine Erwerbstätigkeit bei der B._ ab
5. März 2008 als Zwischenverdienst anzurechnen. Zur Begründung bringt er im
Wesentlichen vor, für die Beurteilung der Vermittlungsfähigkeit sei nicht die
selbstständige Erwerbstätigkeit massgebend. Vielmehr müsse die Vermittlungsfähigkeit
gesondert geprüft werden. Bei seiner Tätigkeit bei der B._ habe es sich um eine
unselbstständige Erwerbstätigkeit gehandelt. Im Rahmen seines Antrags auf
Arbeitslosenentschädigung sowie im späteren Abklärungsverfahren habe er immer
wieder zu verstehen gegeben, dass er in der Lage und berechtigt sei, ab 5. März 2008
eine Arbeit anzunehmen und an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen. Er sei auch
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/10
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
jederzeit bereit gewesen, die Tätigkeit bei der B._ für einen neuen Arbeitgeber
aufzugeben (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 16. Januar 2009 beantragt der Beschwerdegegner
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung macht er im Wesentlichen geltend,
wie mittlerweile bekannt sei, übe der Beschwerdeführer auch heute noch eine
selbstständige Erwerbstätigkeit aus, die er gegenüber der Arbeitslosenkasse und ihm
(dem Beschwerdegegner) allerdings nicht mehr deklariert habe. Mit der Fortführung
seiner Tätigkeit bekräftige er sein Vorhaben, primär selbstständig erwerbstätig sein zu
wollen. Die dafür getroffenen Dispositionen habe er nie rückgängig gemacht. Er
schrecke auch nicht davor zurück, unwahre oder unvollständige Angaben zu machen,
um trotz ausgeübter selbstständiger Tätigkeit die ungekürzte
Arbeitslosenentschädigung zu erhalten. So habe er ihm (dem Beschwerdegegner)
neben unwahren Angaben in den Formularen "Angaben der versicherten Person"
beispielsweise eine Kopie eines Bewerbungsschreibens abgegeben, dessen
Abfassungsdatum nicht mit dem im Bemühungsnachweis angegebenen
Bewerbungsdatum übereinstimme. Dass er mittlerweile auch wegen ungenügender
Arbeitsbemühungen in der Anspruchsberechtigung habe eingestellt werden müssen,
vervollständige das Bild. Es sei nach wie vor davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer seit Antragstellung eine auf Dauer angelegte selbstständige Tätigkeit
ausübe, womit die Vermittlungsfähigkeit für den zu beurteilenden Zeitraum zu Recht
verneint worden sei (act. G 5).
C.c Mit Replik vom 14. Februar 2009 hält der Beschwerdeführer an seinen Anträgen
fest. Als ihm die B._ gekündigt habe, habe er noch pendente Arbeiten gehabt. Um
diese nicht zu verlieren, habe er eine andere Firma gesucht. So sei er zur C._
gekommen. Er habe lediglich Anträge abgegeben, die er bei der B._ getätigt habe. Er
sei nie selbstständig gewesen und habe nie gearbeitet. Das Büro könne er nicht
bezahlen. Sein Sohn habe das Büro zusammen mit einem Kollegen übernommen, um
diverse Arbeiten zu tätigen. Das Büro habe man "auf seinen (des Beschwerdeführers)
Namen gelassen", da es dafür mehrere Interessenten gegeben habe und es sein Sohn
eventuell nicht erhalten hätte. Den Eintrag im Telefonbuch habe ein Mitarbeiter der
C._ gemacht. Bezüglich der Arbeitsbemühungen könne es sein, dass er einen Fehler
gemacht habe (act. G 7).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/10
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
C.d Der Beschwerdegegner verzichtet auf das Einreichen einer Duplik (act. G 9).

Erwägungen:
1.
Eine der Voraussetzungen für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung ist die
Vermittlungsfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 lit. f des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0]). Die
arbeitslose Person ist vermittlungsfähig, wenn sie bereit, in der Lage und berechtigt ist,
eine zumutbare Arbeit anzunehmen und an Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen
(Art. 15 Abs. 1 AVIG). Vermittlungsfähigkeit verlangt objektiv die Arbeitsberechtigung
und Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person und subjektiv ihre Bereitschaft, die
Arbeitskraft entsprechend den persönlichen Verhältnissen während der üblichen
Arbeitszeit einzusetzen (BGE 120 V 388 E. 3a mit Hinweisen). Wesentliches Merkmal
der Vermittlungsbereitschaft ist die Bereitschaft zur Annahme einer Dauerstelle (ARV
2004 Nr. 13 S. 126 E. 2.3 mit Hinweis = Urteil des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts [EVG; ab 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 17. Juni 2003, C 272/02). Der Wille allein oder die bloss verbal
erklärte Vermittlungsbereitschaft genügen nicht. Bei fehlenden Aktivitäten oder bei
Dispositionen, die der Annahme der Vermittlungsbereitschaft entgegenstehen, kann
sich die versicherte Person nicht darauf berufen, sie habe die Vermittlung und Suche
einer Arbeit gewollt (BGE 122 V 266 f. E. 4). Fortdauernd ungenügende Bemühungen
um eine neue Stelle können ein wesentlicher Hinweis darauf sein, dass die versicherte
Person während einer bestimmten Zeitdauer nicht gewillt ist, ihre Arbeitskraft
anzubieten. Im Allgemeinen ist aber eine unzureichende Stellensuche nur Ausdruck
davon, dass die versicherte Person ihrer Schadenminderungspflicht ungenügend
nachkommt (BGE 112 V 218 E. 1b; ARV 1996/97 Nr. 19 S. 98, Nr. 8 S. 31 E. 3, mit
Hinweisen).
2.
Zunächst ist umstritten, ob es sich bei der Tätigkeit des Beschwerdeführers bei der
B._ um eine selbstständige oder um eine unselbstständige Tätigkeit gehandelt hat.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/10
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Diese Frage braucht jedoch nicht beantwortet zu werden, ist vorliegend doch einzig die
Vermittlungsfähigkeit des Beschwerdeführers zu prüfen. Diesbezüglich ist
entscheidend, ob der Beschwerdeführer trotz seiner Tätigkeit bei der B._
vermittlungsbereit war. Ausschlaggebend hierfür ist, wie oben erwähnt (E. 1), die
Bereitschaft zur Annahme einer Dauerstellte. Diese kann unabhängig von der Frage
beurteilt werden, ob die Tätigkeit bei der B._ selbstständiger oder unselbstständiger
Natur gewesen ist. In zeitlicher Hinsicht ist dabei die Vermittlungsfähigkeit vom 5. März
bis 30. Juni 2008 zu prüfen, ist doch lediglich dieser Zeitraum Gegenstand des
angefochtenen Einspracheentscheids.
3.
3.1 Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer vom 1. Februar bis 30.
Juni 2008 bei der B._ tätig war, wobei der Vermittlervertrag am 30. Juni 2008 durch
die B._ per sofort gekündigt wurde (act. G 5.1.B3 und 5.1.B26). Gegenüber der
Kantonalen Arbeitslosenkasse gab der Beschwerdeführer am 8. April 2008 an, dieser
Tätigkeit bereits seit Anfang November 2007 nachzugehen und zwar im Umfang von
100% bzw. 45 Stunden pro Woche. Er wolle diese Tätigkeit weiterhin im Umfang von
100% ausüben, bis er eine neue Stelle gefunden habe (act. G 5.1.C19). Offenbar
konnte er mit dieser Tätigkeit kein Einkommen erzielen, gab er doch in den
Bescheinigungen über Zwischenverdienst für die vorliegend interessierenden Monate
März bis und mit Juni 2008 an, ein Bruttoeinkommen von Fr. 0.-- erzielt und Material-
bzw. Warenkosten in Höhe von Fr. 520.-- gehabt zu haben (act. G 5.1.C18, 5.1.C41,
5.1.C54, 5.1.C56), wobei es sich bei den deklarierten Kosten um den Mietzins für vom
Beschwerdeführer gemietete Büroräumlichkeiten handelt (act. G 5.1.C14). Nachdem
die B._ dem Beschwerdeführer gekündigt hatte, schloss er mit der C._ am 30. Juni
2008 per 1. Juli 2008 einen Vermittler-/Zuführervertrag ab, wovon der
Beschwerdegegner jedoch erst im Dezember 2008/Januar 2009 erfuhr (vgl. act. G
5.1.B63 ff.).
Aus den Protokollen der Beratungsgespräche vom 5. und 26. März 2008 geht hervor,
dass der Anspruch des Beschwerdeführers auf Arbeitslosenentschädigung von Anfang
an als fraglich angesehen und dem Beschwerdeführer dies auch so mitgeteilt wurde
(act. G 5.1.B2, 5.1.B10). Mit Schreiben vom 26. März 2008 wies der
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/10
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Beschwerdegegner den Beschwerdeführer darauf hin, dass er nicht früh genug mit der
Stellensuche begonnen habe und die Anzahl seiner Bemühungen klar ungenügend sei;
das RAV verlange normalerweise mindestens zwei Bemühungen pro Woche (act. G
5.1.B11); im Beratungsgespräch vom 31. März 2008 wurden dann offenbar sechs
Arbeitsbemühungen pro Monat vereinbart (act. G 5.1.B13). Der Beschwerdeführer hielt
dem entgegen, er habe sofort mit der Stellensuche begonnen. Er sei bei der D._, bei
E._ und auch bei F._ gewesen. Weil er momentan jedoch keinen Fahrzeugausweis
(wohl: Führerausweis) habe, hätten sie abwarten wollen, bis er diesen wieder
zurückerhalte. Er habe sich direkt mit einigen Maklerfirmen in Verbindung gesetzt und
sei zuletzt auf die B._ gestossen. Dort arbeite er auf selbstständiger Basis, bis er
seinen Führerausweis zurückerhalte und somit eine neue Stelle in der
Versicherungsbranche antreten dürfe. Er habe mit der Stellensuche aufgehört, weil er
bei der B._ tätig sei und bei anderen Versicherungen keine Chance habe ohne
Führerausweis (act. G 5.1.B11).
Für die Zeit vor der Anmeldung zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung weist der
Beschwerdeführer vier Stellenbewerbungen aus, davon eine im November 2007, zwei
im Dezember 2007 und eine im Januar 2008 (act. G 5.1.B12). Für Februar und März
2008 vermag er demgegenüber keine Arbeitsbemühungen nachzuweisen. In der Folge
belief sich die Zahl seiner Arbeitsbemühungen für April 2008 auf fünf (act. G 5.1.B19),
für Mai 2008 auf sieben (act. G 5.1.B23) und für Juni 2008 auf fünf (act. G 5.1.B25). Bei
den Arbeitsbemühungen von April bis und mit Juni 2008 handelte es sich ausnahmslos
um telefonische bzw. persönliche Bewerbungen; eine schriftliche Bewerbung ist nicht
erfolgt. Zudem hat sich der Beschwerdeführer grösstenteils um Stellen in der
Versicherungsbranche beworben. Auch fällt auf, dass die Bewerbungen bei der G._
sowie bei der H._ doppelt aufgeführt sind; einmal im Mai 2008 mit dem Vermerk
"Termin am 2. Juni 2008" bzw. "Test am 3. Juni 2008" und dann nochmals im Juni
2008, jeweils mit dem Vermerk "Absage, Betreibungen". Ebenso wird zweimal eine
Bewerbung bei I._ angegeben, wobei unklar ist, ob es sich dabei um dieselbe
Gesellschaft handelt, wird sie doch einmal als "I._ I._" mit einer Stelle als
Immobilienberater und einmal als "I._ Z._" mit einer Stelle als "Immobilien Verk."
bezeichnet. Bei vielen Absagen gab der Beschwerdeführer als Grund "ohne Ausweis
keine Anstellung" an.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/10
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
3.2 Die Arbeitsbemühungen des Beschwerdeführers sind ungenügend. Obwohl er
sich per 1. März 2008 zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung anmeldete, kann er
für den betreffenden Monat und den Monat davor keine Arbeitsbemühungen
vorweisen. Dieses Verhalten steht im Gegensatz zur Behauptung, die im Februar 2008
aufgenommene Vermittlertätigkeit bei der B._ nur vorübergehend bis zum Finden
einer neuen Stelle ausüben zu wollen. Nur im Mai 2008 kann der Beschwerdeführer
sieben Bewerbungen, und damit eine mehr als vereinbart, belegen. In qualitativer
Hinsicht ist zu bemängeln, dass sich der Beschwerdeführer von März bis und mit Juni
2008 nirgends schriftlich beworben hat. Der Stellungnahme vom 31. März 2008 an den
Beschwerdegegner ist zu entnehmen, dass sich der Beschwerdeführer keine Chancen
ausrechnete, ohne Führerausweis eine Stelle in der Versicherungsbranche zu finden
(act. G 5.1.B11). Dennoch beschränkte er seine Stellensuche in der Folge
hauptsächlich auf diese Branche und erhielt offenbar mehrere Absagen mit der
Begründung, er habe derzeit keinen Führerschein. Um seine Arbeitslosigkeit beenden
zu können, hätte sich der Beschwerdeführer (auch) um andere Stellen bewerben
müssen, was er nicht bzw. nur unzureichend getan hat. So geht aus seiner
Stellungnahme vom 31. März 2008 denn auch hervor, dass er sich einzig für Stellen in
der Versicherungsbranche interessierte (act. G 5.1.B11).
Neben den ungenügenden Arbeitsbemühungen deuten auch andere Umstände darauf
hin, dass der Beschwerdeführer nicht vermittlungsbereit - und damit auch nicht
vermittlungsfähig - war. So gab er am 31. März 2008 gegenüber dem
Beschwerdegegner an, mit der Stellensuche aufgehört zu haben, weil er eine Stelle bei
der B._ gefunden habe (act. G 5.1.B11). Offenbar war der Beschwerdeführer davon
überzeugt, mit dieser Tätigkeit ein angemessenes Einkommen erzielen zu können, ist
doch davon auszugehen, dass er sich andernfalls weiterhin um Stellen bemüht und
sich früher zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung angemeldet hätte. Für eine
längerfristige Tätigkeit bei der B._ spricht auch der Umstand, dass der
Beschwerdeführer am 31. Januar 2008 einen Mietvertrag über Büroräumlichkeiten mit
einer Kündigungsfrist von sechs Monaten abgeschlossen hat (act. G 5.1.C41). Zwar
dauerte das Vertragsverhältnis mit der B._ in der Folge nur bis 30. Juni 2008, doch
ging die Kündigung nicht vom Beschwerdeführer, sondern von der B._ aus (act. G
5.1.B26). Anstatt sich spätestens in jenem Zeitpunkt umso intensiver der Stellensuche
zu widmen (Juli bis und mit September 2008: je sechs Arbeitsbemühungen [act. G
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/10
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
5.1.B30 f., 5.1.B34], Oktober 2008: fünf Arbeitsbemühungen [act. G 5.1.B42]), schloss
der Beschwerdeführer noch am 30. Juni 2008 einen Vertrag mit der C._ per 1. Juli
2008 ab, gemäss welchem er - wie zuvor bei der B._ - auf Provisionsbasis tätig war.
Für die Tätigkeit bei der C._ war der Beschwerdeführer im Telefonbuch verzeichnet
(act. G 5.1.B63), wobei die dort angegebene Adresse mit der Adresse der vom
Beschwerdeführer gemieteten Büroräumlichkeiten für die Tätigkeit bei der B._
übereinstimmt. Es erübrigt sich, in diesem Zusammenhang auf die Vorbringen des
Beschwerdeführers einzugehen, wonach er den Vertrag mit der C._ nur eingegangen
sei, um pendente Aufträge zu Ende zu führen, und der Mietvertrag über die
Büroräumlichkeiten zwar auf seinen Namen laute, diese aber von seinem Sohn und
einem Kollegen genutzt würden. Die Tätigkeit des Beschwerdeführers bei der C._ ist
nicht Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens. Dennoch lässt das diesbezügliche
Verhalten des Beschwerdeführers Rückschlüsse auf den vorliegend zu prüfenden
Zeitraum und seine damaligen (längerfristigen) Absichten zu. In Würdigung der
gesamten Umstände ist davon auszugehen, dass die Tätigkeit des Beschwerdeführers
bei der B._ auf Dauer angelegt war und er nicht bereit war, im fraglichen Zeitraum
eine Dauerstelle (welche infolge des damals fehlenden Führerausweises wohl in einer
anderen Branche hätte gesucht werden müssen) anzutreten. Vielmehr macht das
Verhalten des Beschwerdeführers den Anschein, dass er die (in der Anfangsphase)
ausbleibenden Einkünfte durch den Bezug von Arbeitslosenentschädigung
kompensieren, die Tätigkeit bei der B._ jedoch weiterführen wollte. Daran ändern
auch die Beteuerungen des Beschwerdeführers, wonach er die Tätigkeit bei der B._
sofort zugunsten einer Dauerstelle aufgegeben hätte, nichts, spricht doch das effektiv
an den Tag gelegte Verhalten für das Gegenteil. Folglich war der Beschwerdeführer
vom 5. März bis 30. Juni 2008 nicht vermittlungsbereit, weshalb ihm der
Beschwerdegegner für diesen Zeitraum zu Recht die Vermittlungsfähigkeit
abgesprochen hat.
4.
Im Sinne der obigen Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind
keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/10
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG