Decision ID: ab5b7b0f-be83-5e08-b194-f8b9292dc762
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- C. ist die gemeinsame Tochter von A., geb. 1997, und B., geb. 1997. Sie wurde
2016 geboren und steht unter gemeinsamer elterlicher Sorge. Die Eltern leben seit
Dezember 2016 getrennt.
B.- Nach Eingang einer Gefährdungsmeldung und Durchführung von Gesprächen mit
den Eltern von C. und weiteren Personen entzog die KESB den sorgeberechtigten
Eltern mit superprovisorischer Verfügung vom 17. Januar 2017 das
Aufenthaltsbestimmungsrecht. Sie platzierte C. für die Dauer weiterer Abklärungen
über die Kinder- und Jugendhilfe St. Gallen (abgekürzt: KJH) in einer SOS-
Pflegefamilie. Dieser Entscheid wurde mit vorsorglicher Verfügung vom 26. Januar
2017 bestätigt.
Nach der Fremdplatzierung fanden verschiedentlich Gespräche mit den Eltern sowie
Abklärungen mit involvierten Behörden, Fachstellen, den Pflegeltern und auch den
Grosseltern väterlicherseits, F. und G., statt. Letztere waren bereits vor der
Fremdplatzierung regelmässig in die Betreuung von C. involviert. Auch während der
Fremdplatzierung wurde ihnen in Absprache mit der KJH ein regelmässiges
Kontaktrecht eingeräumt. Dieses Kontraktrecht wurde im Verlauf der Platzierung soweit
ausgeweitet, dass C. seit dem 22. April 2017 jedes zweite Wochenende zwischen
Samstagvormittag und Montagabend bei ihren Grosseltern väterlicherseits verbrachte.
C.- Nach Beizug ihrer Rechtsvertreterin stellte die Kindsmutter, A., im Rahmen eines
persönlichen Gesprächs bei der KESB am 23. Mai 2017 den Antrag auf
Rückplatzierung von C. zu ihr. An der persönlichen Anhörung vom 22. August 2017
brachte A. zudem vor, dass sie eine Anpassung des Besuchsrhythmus von C. bei den
Grosseltern väterlicherseits wünsche. Die Besuche sollten fortan jeweils alle zwei
Wochen von Freitag bis Sonntag stattfinden, damit sie mit ihrer Tochter einen
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geregelten Wochenanfang haben könne. Die Grossmutter, F., erklärte am 28. August
2017 telefonisch, die Besuche von C. wie bis anhin von Samstag bis Montag
beibehalten zu wollen; sie sei freitags und samstags arbeitstätig.
Mit Verfügung vom 21. September 2017 hob die KESB den Entzug des
Aufenthaltsbestimmungsrechts auf und erteilte dieses den Eltern zurück. Ausserdem
wurde für C. eine Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB errichtet und
N., Berufsbeistand, als Beistand eingesetzt. Dieser wurde unter anderem damit
beauftragt, die Ausübung der Besuchsrechte zu überwachen und zu regeln. Auf die
Regelung des persönlichen Verkehrs mit dem Vater wurde aufgrund seiner aktuellen
Situation verzichtet. Weiter wurde den Grosseltern väterlicherseits ein Besuchsrecht
nach Art. 274a ZGB gewährt, wonach sie C. alle 14 Tage von Samstag 10.00 Uhr bis
Montag 18.00 Uhr in Y. zu Besuch nehmen dürfen. Die KESB entzog der
Rückplatzierung, der Errichtung der Beistandschaft, der Ernennung des Beistandes
sowie der Festsetzung des Besuchsrechts der Grosseltern die aufschiebende Wirkung.
D.- Durch Eingabe ihrer Rechtsvertreterin vom 12. Oktober 2017 liess A. gegen die
Verfügung der KESB vom 21. September 2017 Beschwerde bei der
Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen erheben. Sie beantragte, den
Grosseltern väterlicherseits sei kein Besuchsrecht einzuräumen, eventualiter sei die
Besuchszeiten in 14-tägigem Rhythmus jeweils von Samstagvormittag 10:00 Uhr bis
Sonntagabend 18:00 Uhr festzulegen. Zudem stellte sie einen Antrag um unentgeltliche
Rechtspflege und Rechtsverbeiständung. Am 20. November 2017 reichte die
Rechtsvertreterin die Begründung zu ihren Anträgen ein. Am 12. Dezember 2017
gewährte der Abteilungspräsident die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung. Die Vorinstanz sowie die übrigen Verfahrensbeteiligten
verzichteten stillschweigend auf eine Vernehmlassung zur Beschwerde.
Am 26. Juni 2018 fand die mündliche Verhandlung statt, an der die Kindsmutter, A.,
zusammen mit ihrer Rechtsvertreterin, Rechtsanwältin MLaw S., der Kindsvater, B., die
Grosseltern väterlicherseits, F. und G., der Beistand von C., N., und das Mitglied der
KESB, R., teilnahmen und angehört wurden (vgl. Verhandlungsprotokoll). Die
Rechtsvertreterin stellte anlässlich der Verhandlung die folgenden neuen Anträge:
1. Ziffer 6 des KESB-Beschlusses vom 21. September 2017 sei aufzuheben. Den
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Grosseltern väterlicherseits sei kein Besuchsrecht einzuräumen;
Eventualiter seien die Besuchszeiten der Grosseltern väterlicherseits wie folgt
festzulegen:
Die Grosseltern väterlicherseits, F. und G., nehmen C. in 14-tägigem Rhythmus
jeweils
von Freitagabend 18:00 Uhr bis Sonntagabend 18:00 Uhr zu sich auf Besuch. Dies
gilt solange, wie der Kindsvater kein Besuchsrecht ausüben kann;
Subeventualiter seien die Besuchszeiten der Grosseltern väterlicherseits wie folgt
festzulegen: Die Grosseltern väterlicherseits, F. und G., nehmen C. in 14-tägigem
Rhythmus jeweils von Samstagvormittag 10:00 Uhr bis Sonntagabend 18:00 Uhr zu
sich
auf Besuch. Dies gilt solange, wie der Kindsvater kein Besuchsrecht ausüben kann;
2. Es sei A. die unentgeltliche Rechtspflege durch die anwesende Rechtsanwältin im
Verfahren vor der VRK zu gewähren;
3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Die übrigen Verfahrensbeteiligten beantragten sinngemäss, an der Besuchsregelung
gemäss der Verfügung der KESB vom 21. September 2017 sei festzuhalten. Alle
Beteiligten erhielten Gelegenheit, sich zum Ergebnis der Anhörung zu äussern und eine
Stellungnahme abzugeben.
Auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin zur Begründung ihrer Anträge und der
übrigen Verfahrensbeteiligten sowie die Akten wird, soweit erforderlich, in den
Erwägungen eingegangen.
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Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die KESB am
Wohnsitz des Kindes ist für die Regelung des persönlichen Verkehrs zuständig (Art.
275 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, SR 210, abgekürzt: ZGB). Gegen
Entscheide der KESB kann Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission
erhoben werden (Art. 314 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 450 Abs. 1 ZGB und Art. 27 Abs. 1
des Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über das Kindes- und
Erwachsenenschutzrecht, sGS 912.5, abgekürzt: EG-KES). Die Beschwerde vom 12.
Oktober 2017 ist rechtzeitig eingereicht worden und deren Ergänzung vom 20.
November 2017 erfolgte innert angesetzter Nachfrist. Die Beschwerdebefugnis ist
gegeben. Die Bestimmungen des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege zum
Rekursverfahren (sGS 951.1, abgekürzt: VRP) sind sinngemäss anwendbar (Art. 11 lit. a
EG-KES). Die Beschwerde erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 314 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 450 ff. ZGB, Art. 48 VRP). Auf die
Beschwerde ist daher einzutreten.
2.- Umstritten ist im vorliegenden Verfahren, ob die Vorinstanz mit Verfügung vom
21. September 2017 den Grosseltern väterlicherseits zu Recht ein Besuchsrecht in 14-
tägigem Rhythmus in der Zeit von Samstag 10:00 Uhr bis Montag 18:00 Uhr erteilte.
a) Nach Art. 274a Abs. 1 ZGB kann ein Anspruch auf persönlichen Verkehr auch andern
Personen als den Eltern eingeräumt werden, wenn ausserordentliche Umstände
vorliegen und dies dem Wohl des Kindes dient. In Betracht kommen in erster Linie
Personen, mit denen das Kind eine soziale Eltern-Kind-Beziehung verbindet (BSK ZGB
I-Schwenzer/Cottier, 5. Aufl. 2014, Art. 274a ZGB N 3). In Art. 274a Abs. 1 ZGB explizit
erwähnt werden Verwandte, wobei der Gesetzgeber primär an die Grosseltern dachte
(BK-Hegnauer, Bern 1997, Art. 274a ZGB N 4 ff.). Bei der Einführung von Art. 274a
Abs. 1 ZGB wurde allerdings explizit auf ein gesetzliches Besuchsrecht der Grosseltern
verzichtet. Es wurde argumentiert, dass der persönliche Verkehr der Grosseltern mit
ihren Enkeln dem Ermessen der Eltern anheimgestellt sei. Ein Besuchsrecht der
Grosseltern, das bei Weigerung der Eltern klag- und vollstreckbar wäre, müsse dem
Verhältnis zwischen Eltern und Kindern Abbruch tun und wäre mit dem Interesse des
Kindes und der Familie kaum vereinbar. Als Alternative wurde deshalb ein
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Besuchsrecht für Dritte bei Vorliegen ausserordentlicher Umstände aufgenommen. Als
Beispiele für solch ausserordentliche Umstände wurden etwa ein Wohnort des Vaters
in Übersee, ein Vorversterben eines Elternteils oder eine starke Bindung zu Pflegeeltern
genannt (Botschaft über die Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches
[Kindesverhältnis], BBl 1974 II S. 53). Zu beachten ist, dass ein allfälliges Besuchsrecht
von Drittpersonen anders als der persönliche Verkehr zwischen Eltern und Kind seine
Rechtfertigung allein aus dem Interesse des Kindes ableitet. Von Vornherein fehlt es an
dieser Voraussetzung, wenn nachteilige Wirkungen auf das Kind oder unzumutbare
Belastungen für den Inhaber der Obhut zu befürchten sind (Urteil des Bundesgerichts
[BGer] 5A_100/2009 vom 25. Mai 2009 E. 2.3).
b) Die Vorinstanz führte in ihrer Verfügung aus, dass C. seit ihrer Geburt regelmässig
Zeit bei ihren Grosseltern väterlicherseits verbracht habe und eine gewachsene
Beziehung zwischen ihnen eindeutig zu bejahen sei. Dies werde durch Aussagen der
Pflegefamilie bestätigt, wonach sich C. merklich freue, wenn sie von ihren Grosseltern
abgeholt werde. Die Grosseltern hätten während der Dauer der Fremdplatzierung ihre
Zuverlässigkeit und Fähigkeit, konstante Besuchspersonen zu sein, bewiesen. Die
Kindsmutter stelle sich zwar nicht gegen Besuche von C. bei ihren Grosseltern,
wünsche aber, die Besuchszeiten selber bestimmen bzw. wenigstens mit ihrer Tochter
von Beginn der Woche an einen festen Wochenrhythmus einhalten zu können, weshalb
die Besuche bei den Grosseltern von Freitag bis Sonntag standfinden sollten. Dem
gewohnten Besuchsrhythmus von C. bei ihren Grosseltern von Samstag bis Montag sei
im Sinne des Kindeswohls jedoch ein höheres Gewicht beizumessen. Die Vorinstanz
sehe in dem Besuchsrecht der Grosseltern zudem eine Möglichkeit, das nach wie vor
zwischen den Eltern bestehende Konfliktpotential zu minimieren. Mit dem
Besuchsrecht bei den Grosseltern könne auch dem Recht von C. auf persönlichen
Kontakt zur Herkunftsfamilie des Vaters Rechnung getragen werden, zumal es diesem
aufgrund seiner unklaren und instabilen Situation derzeit unmöglich sei, den
persönlichen Verkehr mit C. zu regeln. Anlässlich der Hauptverhandlung ergänzte die
Vertreterin der Vorinstanz, dass es insbesondere auch um den Schutz der
gewachsenen Beziehung von C. zu ihren Grosseltern gehe. Eine angeordnete
Besuchsrechtsregelung der Grosseltern sei im vorliegenden Fall wichtig gewesen; man
könne nicht darauf vertrauen, dass die Besuche auch ohne eine solche stattfinden
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würden. Sobald der Vater ein eigenes Besuchsrecht geltend mache, werde man im
Übrigen umgehend darauf reagieren.
c) Die Beschwerdeführerin hält in ihrer Beschwerde fest, dass sie dazu bereit sei, mit
dem Kindsvater und dem Beistand alles einvernehmlich zu regeln, was die
gemeinsame Elternschaft betreffe. Der Kindsvater solle sich um die Tochter kümmern
und Verantwortung tragen; sie sei hingegen nicht gewillt, mit den Grosseltern über C.
zu diskutieren. Es gebe kein Recht auf Kontakt zur väterlichen Herkunftsfamilie. Wenn
der Vater das Besuchsrecht nicht allein ausüben könne, sei richtigerweise ein
begleitetes Besuchsrecht anzuordnen. Es gehe nicht an, dass die Grosseltern das
Besuchsrecht als Stellvertreter des Vaters ausübten. Es lägen überdies keine
aussergewöhnlichen Umstände vor. C. habe zu ihren Grosseltern eine Bindung, wie sie
sehr viele Enkelkinder zu ihren Grosseltern hätten. Die Kindsmutter habe sich nie gegen
einen Kontakt von C. zu ihren Grosseltern gewendet und tue das auch jetzt nicht. Die
getroffene Regelung sei auch deswegen unverhältnismässig und greife unzulässig in
ihre Stellung als Obhutsinhaberin ein. Das gewährte Besuchsrecht bringe zudem
Konflikte zwischen ihr und den Grosseltern mit sich, etwa wegen deren mangelnder
Akzeptanz ihr als Kindsmutter gegenüber oder aufgrund von sprachlichen
Verständigungsschwierigkeiten. An der mündlichen Verhandlung führte die
Rechtsvertreterin aus, die Voraussetzungen für die Anordnung eines Besuchsrechts der
Grosseltern nach Art. 274a ZGB lägen nicht vor. Es beständen weder
ausserordentliche Umstände im Sinne des Gesetzes, noch habe eine soziale Eltern-
Kind-Beziehung zwischen C. und den Grosseltern väterlicherseits je bestanden, noch
sei ein Besuchsrecht aufgrund des Kindeswohls angezeigt. Die aktuelle
Besuchsregelung sei unverhältnismässig und schränke die Kindsmutter zu sehr ein; ein
Besuchsrecht mit drei Tagen alle 14 Tage sei viel zu extensiv.
d) Der Vater und die Grosseltern väterlicherseits erklärten an der mündlichen
Verhandlung, die Besuche von C. verliefen seit zwei Jahren problemlos und sie
könnten nicht verstehen, warum der Besuchsrhythmus plötzlich geändert werden solle.
Der Kindsvater wohne zwischenzeitlich wieder bei seinen Eltern und kümmere sich
auch um C., wenn sie bei den Grosseltern sei. Das habe er im Übrigen schon früher
gemacht. Da sowohl der Kindsvater und die Grossmutter jeweils am Samstag
arbeiteten und am Montag Zeit mit C. verbringen würden, könnten sie eine Änderung
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der Besuche von Freitag oder Samstag bis Sonntag nicht befürworten. Der Kindsvater
erklärte zudem, sein Besuchsrecht ausüben zu können, wenn sich seine Tochter bei
den Grosseltern aufhalte; er sei sich aber bewusst, dass er einen eigenen Anspruch
habe, und wolle ein eigenes Besuchsrecht auch selber beantragen, wenn er nicht mehr
bei seinen Eltern wohne.
e) Der Beistand von C. erklärte an der mündlichen Verhandlung, dass mit dem
Besuchsrecht der Grosseltern väterlicherseits dem Umstand Rechnung getragen
werde, dass der Kindsvater die Besuche seiner Tochter in geschütztem Rahmen
ausleben könne. Angesichts der familiären Situation und der Umstände sei diese
Lösung sehr begrüssenswert. Er glaube, dass die Besuche von C. beim Vater und den
Grosseltern väterlicherseits ohne eine angeordnete Regelung noch nicht gelingen
würden. Jedes kleinste Vorkommnis führe noch immer zu Konflikten und es sei
schwierig, wenn die Grosseltern als Bittsteller auftreten müssten. Im Übrigen
befürworte er auch bei einem allfälligen eigenen Besuchsrecht des Kindsvaters, dass
dieses im geschützten Rahmen bei den Grosseltern väterlicherseits stattfinde.
f) Ein Recht auf persönlichen Verkehr besteht grundsätzlich nur zwischen einem Kind
und seinen Eltern (vgl. Art. 273 f. ZGB). Die Eltern haben dieses Recht persönlich
auszuüben, was jedoch nicht heisst, dass ein Elternteil sich nicht durch Drittpersonen –
z.B. durch seine neue Partnerin oder seine Eltern – unterstützt lassen darf (vgl. BK-
Hegnauer, a.a.O., Art. 273 ZGB N 142 f.; BSK ZGB I-Schwenzer/Cottier, a.a.O., Art.
273 ZGB N 19). Daraus ergibt sich aber kein Rechtsanspruch dieser Drittpersonen auf
Betreuung. In erster Linie sollen die Eltern im Rahmen ihrer elterlichen Rechte und
Pflichten den Kontakt ihres Kindes zu den Grosseltern bestimmen (vgl. Stellungnahme
des Bundesrats vom 17. November 2010 zur Motion 10.3860 "Persönlicher Verkehr
zwischen Grosseltern und Kindern" vom 1. Oktober 2010, abrufbar im Internet unter:
https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?
AffairId=20103860). Die Begründung der Vorinstanz und des Beistandes, mit dem
grosselterlichen Besuchsrecht werde – mangels geregelten persönlichen Verkehrs des
Vaters – dem Kontakt der Tochter zur väterlichen Familie Rechnung getragen, vermag
deshalb nicht zu überzeugen. Nur der Kindsvater hat – ausserhalb von Art. 274a ZGB –
einen eigenen Anspruch auf persönlichen Verkehr mit seiner Tochter. Es ist gesetzlich
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nicht vorgesehen, das Besuchsrecht des Vaters aus Opportunitätsüberlegungen
rechtlich den Grosseltern zu erteilen.
Das Gesetz sieht für Drittpersonen und somit auch Grosseltern in Art. 274a ZGB nur
ausnahmsweise, nämlich bei Vorliegen ausserordentlicher Umstände ein eigenes
Besuchsrecht vor. Sinn und Zweck dieser Bestimmung ist der Schutz gewachsener
sozialpsychischer Beziehungen; als oberste Richtschnur gilt immer das Kindeswohl
(BK-Hegnauer, a.a.O., Art. 274a ZGB N 8; BSK ZGB I-Schwenzer/Cottier, a.a.O., Art.
274a ZGB N 2). Mit Blick auf die in der Botschaft genannten Beispiele und die
bundesgerichtliche Rechtsprechung (siehe oben E. 2.a) sind ausserordentliche
Umstände nicht leichthin anzunehmen. Vielmehr weisen diese darauf hin, dass
ausserordentliche Umstände nur dann anzunehmen sind, wenn ein schützenswerter
Kontakt ohne ein angeordnetes und damit vollstreckbares Besuchsrecht nicht
stattfinden und die gewachsene soziale Bindung aufgelöst würde. Dies ist hier aber
gerade nicht der Fall. Die Kindsmutter hat sich nie gegen den Kontakt ihrer Tochter zu
den Grosseltern väterlicherseits gewendet, sondern begrüsst diesen explizit. Es ist
daher davon auszugehen, dass die Grosseltern ihre Enkelin auch inskünftig zu Besuch
nehmen dürfen; zu gegenteiligen Befürchtungen hat die Kindsmutter jedenfalls noch
keinen Anlass gegeben. Des Weiteren darf mit Blick auf die Ausführungen an der
mündlichen Verhandlung angenommen werden, dass der Vater selbständig ein
Besuchsrecht geltend machen wird. Er kann mit Hilfe des Beistandes rasch eine
Regelung suchen. Im Konfliktfall wird die KESB – sofern beantragt und bei
entsprechenden Voraussetzungen auch sofort mittels (super-)provisorischer
Massnahme – eine Regelung anordnen und dabei die besonderen Umstände des
Einzelfalles (Wunsch der Mutter nach einem geregelten Wochenbeginn; Umstand, dass
der Vater und die Grossmutter mütterlicherseits am Samstag berufstätig sind;
Bedenken des Beistandes, dass Besuche des Vaters in geschütztem Rahmen bei den
Grosseltern stattfinden sollen; etc.) berücksichtigen. Im Rahmen seines eigenen
Besuchsrechts ist der Vater – unter Vorbehalt allfälliger besonderer Anordnungen – für
die Betreuung der Tochter selbst verantwortlich und kann ohne weiteres die
Unterstützung seiner Eltern beanspruchen. Daher kann im vorliegenden Fall nicht von
ausserordentlichen Umständen im gesetzlichen Sinne gesprochen werden, die ein
selbständiges Besuchsrecht der Grosseltern väterlicherseits rechtfertigen würden.
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g) Zusammengefasst sind die Voraussetzungen für das von der Vorinstanz
angeordnete Besuchsrecht der Grosseltern väterlicherseits gemäss Art. 274a ZGB
nicht erfüllt. Die Beschwerde ist gutzuheissen und Ziff. 6 (angeordnetes Besuchsrecht
der Grosseltern) sowie Ziff. 4 lit. g (entsprechende Beauftragung des Beistandes) der
Verfügung der Vorinstanz vom 21. September 2017 sind ersatzlos aufzuheben.
3.- a) Nach Art. 11 lit. a EG-KES in Verbindung mit Art. 95 Abs. 1 VRP hat in
Streitigkeiten jene Beteiligte die Kosten zu tragen, deren Begehren ganz oder teilweise
abgewiesen werden. Es gilt der Grundsatz der Kostentragung nach Massgabe des
Obsiegens oder Unterliegens. Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die
amtlichen Kosten der Vorinstanz aufzuerlegen. Angemessen erscheint eine
Entscheidgebühr von Fr. 1'500.– (Art. 7 Ziff. 112 der Gerichtskostenverordnung; sGS
941.12). Gestützt auf Art. 95 Abs. 3 VRP ist auf die Erhebung der Kosten bei der
Vorinstanz zu verzichten.
b) Zufolge Obsiegens hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf volle Entschädigung
der ausseramtlichen Kosten (Art. 98 VRP und Art. 98 VRP), soweit diese aufgrund
der Rechts- und Sachlage als notwendig und angemessen erscheinen (Art. 98 Abs. 2
VRP). Die Rechtsvertreterin reichte eine Kostennote über Fr. 5'410.30 (inkl.
Barauslagen und Mehrwertsteuer) ein. Im Verfahren vor der
Verwaltungsrekurskommission wird das Honorar als Pauschale ausgerichtet; der
Rahmen liegt zwischen Fr. 1'000.– und Fr. 12'000.– (Art. 22 Abs. 1 lit. b der
Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, abgekürzt:
HonO). Innerhalb dieses Rahmens wird das Grundhonorar nach den besonderen
Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des
Falles und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten bemessen (Art. 19 HonO).
Umstritten war im vorliegenden Fall ausschliesslich die Frage, ob die Anordnung eines
Besuchsrechts der Grosseltern zulässig war. Angesichts des eingeschränkten
Prozessthemas und dessen, dass die Rechtsvertreterin die Verfahrensgeschichte
bereits aus dem vorinstanzlichen Verfahren einlässlich kannte, erscheint das geltend
gemachte Honorar als zu hoch. Namentlich erweist sich der Aufwand für das
Aktenstudium und die rechtlichen Recherchen (rund 4.5 Stunden) sowie für die
Begründung der Beschwerde und das Erstellen des Plädoyers (rund 15 Stunden) als zu
hoch, zumal sich die relevante Rechtsfrage auf Art. 274a ZGB beschränkte und die
bis ter
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wesentlichen Sachverhaltsfeststellungen in der Verfügung der Vorinstanz nicht in Frage
gestellt bzw. nicht umfangreich ergänzt wurden. Insgesamt erscheint im vorliegenden
Fall eine pauschale Entschädigung von Fr. 3'500.00 als angemessen (entspricht einem
Aufwand von rund 14 Stunden à Fr. 250.– [mittleres Honorar gemäss Art. 24 Abs. 1
HonO]). Hinzuzurechnen sind die effektiven Barauslagen von Fr. 215.10 (Art. 28 Abs. 1
HonO) und die Mehrwertsteuer von Fr. 297.95 (8% auf einem Anteil von 74.4% [= Fr.
3'729.80 / Fr. 5'013.10 gemäss Honorarrechnung vom 26. Juni 2018] von Fr. 3'760.25
und 7.7% auf einem Anteil von 25.6% [= Fr. 1'283.30 / Fr. 5'013.10 gemäss
Honorarrechnung vom 26. Juni 2018] von Fr. 3'760.25; Art. 29 HonO). Die
ausseramtliche Entschädigung beträgt damit insgesamt Fr. 4'058.20;
entschädigungspflichtig ist die
Vorinstanz (KESB).