Decision ID: 3361ceff-0afb-4fa5-a134-6d326485ed4f
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1972,
absolvierte
in den Jahren 1988 bis 1991
eine kaufmännische Lehre
(
Urk.
7/11/14-19 und 7/11/32-34)
.
In der Folge übte er
un
terschiedliche
Tätigkeiten aus
(
Urk.
7/11
/
5
und 7/11/8-13)
und bezog
ver
schiedentlich
Arbeitslosenentschädigung. Eine Weiterbildung
an der höheren Wirtschafts- und Verwaltungsschule (HWV)
brach er ab
(
Urk.
7/11/6 f.)
. Ab
Mitte der 1990er-Jahre w
idmete er sich der Fotografie und arbeitete schliesslich meh
rere Jahre als selbständiger Werbe- und Mode-Fotograf
auch im
Ausland
. Im Jahr 2010 eröffnete er
zudem
einen
Möbelladen
, über den im Jahr 2013 der Konkurs eröffnet wurde (
Urk.
7
/8/2;
zum Ganzen
:
Urk.
7/11
/1-2
, 7/85/6 f. und 7/87).
1.2
Im Oktober 2013 meldete sich der Versicherte wegen diverser psychischer Leiden zum Leistungsbezug bei der
Sozialversicherungsanstal
t des Kantons Zürich, IV
Stelle,
an (
Urk.
7/3). Diese holte insbesondere ein psychiatrisches Gutachten bei Prof. med.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neu
ro
logie, ein. Dieses datiert vom 2
0.
Januar 2015 (
Urk.
7/22). Prof.
Y._
stellte einen aus
mehreren
Gründen (
Urk.
7/22/24 f.) mittel- und langfristig nicht beur
teilbaren instabilen Gesundheitszustand fest und empfahl eine stationäre diag
nostische Abklärung sowie
eine
medikamentöse Neueinstellung des Ver
si
cher
ten (
Urk.
7/22/27). Infolgedessen auferlegte die IV-Stelle dem Ver
sicher
ten a
m 20.
Februar 2015 eine Mitwirkungspflicht im Sinne einer adäquaten fachpsy
chi
a
tri
schen und psychopharmakologischen Behandlung sowie einer
Tetrahydro
can
nabinol
(THC)-Abstinenz
während eines Jahres
(
Urk.
7/23; ferner
Urk.
7/31). Nachdem Prof.
Y._
eine
Ergänzung seines Gutachtens am 2
2.
September 2016
infolge Zeitablaufs
abgelehnt hatte (
Urk.
7/65),
einigten sich die Parteien auf neue Begutachtung durch
Dr.
med.
Z._
, ebenfalls Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
(
Urk.
7/71-73 und 7/96/9 f.). Sein Gutachten datiert vom
1
9.
Januar 2017 (
Urk.
7/85).
Hernach
zog
die IV-Stelle einen aktuellen Auszug aus dem individuellen Konto (IK) des Versicherten bei
(
Urk.
7/87)
und forderte diesen mit
Schreiben vom 14.
März 2017 auf, seine Buchhaltungsabschlüsse (Erfolgsrechnungen) für die letzten drei Jahre vor Eintritt des Gesundheitsschadens und
für die Zeit danach
einzureichen (
Urk.
7/88/1). Mit Begleitschreiben vom 3
1.
Mai 2017 (
Urk.
7/95) gab der Versicherte in
nert mehrfach erstreckter Frist (
Urk.
7/92 f.
)
seine
«Gewinn- und Verlustrechnungen» der Jahre 2007 bis 2015 zu den Akten (
Urk.
7/94)
.
Als
dann kündigte ihm die IV-Stelle mit Vorbescheid
vom 2
4.
August 2017 die Ver
neinung eines Anspruchs auf berufliche
M
assnahmen und eine Invalidenrente an (
Urk.
7/97). Dagegen erhob
er
Einwand (
Urk.
7/102
; ergänzt durch
Urk.
7/110
)
und gab weitere
Unterlagen zu den Akten (
Urk.
7/101 und 7/107-108)
.
Am 21.
März 2018 verfügte die IV-Stelle wie angekündigt (
Urk.
2).
2.
Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom
7.
Mai 2018 Beschwerde (
Urk.
1). Darin beantragte er, es sei ihm eine halbe Invaliden
rente zuzusprechen; eventualiter sei die Sache zwecks weiterer Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 17). Diese schloss in der Beschwerdeant
wort vom 1
5.
Juni 2018 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Die Beschwer
deantwort wurde dem Versicherten mit Verfügung vom 1
8.
Juni 2018 zur Kennt
nis gebracht (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog, der Beschwerdeführer sei der ihm (nach der ers
ten Begutachtung) auferlegten Schadenminderungspflicht vollumfänglich nach
gekommen. Das neue Gutachten von
Dr.
Z._
spreche gegen eine schwere Aus
prägung der psychischen Beschwerden. Die Arbeitsunfähigkeit gründe zudem vorwiegend in psychosozialen Faktoren, insbesondere der schlechten Auftrags
lage. Effektiv könne der Beschwerdeführer trotz seiner Beschwerden Aufträge als Fotograf annehmen/ausführen sowie sich um seinen Sohn kümmern und den Haushalt erledigen. Ein sozialer Rückzug liege nicht vor. Demnach verfüge er über genügend Ressourcen, um vollzeitig arbeiten zu können (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer hielt indes dafür, in den Arztberichten, einschliesslich der Gutachten, werde eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bis Januar 2015 und seither 50
%
bestätigt. Er erfahre seit Jahren eine regelmässige, intensive psychiatrische Behandlung. Der im Jahr 2014 ausgeführte Auftrag als Fotograf sei im Rahmen der medizinischen Restarbeitsfähigkeit erfolgt. Zudem stosse er bei der Kinderbe
treuung und im Haushalt oft an seine Grenzen, z.B. beim Einhalten von Struktu
ren und Zeitabläufen.
Dr.
Z._
habe eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
unter Ausschluss der belastenden Lebensumstände
attestiert
, womit er die abweichende Beurteilung des behandelnden Arztes erklärt habe
. Folglich bleibe kein Raum für eine rechtliche Parallelprüfung. Die Schulden und die Schwierigkeiten in der Part
nerschaft seien
eine Folge der jahrlangen psychischen Probleme mit einer ersten Dekompensation im Jahr 1995, einer Verschlechterung ab dem Jahr 2008 und einer regelmässigen Behandlung seit dem Jahr 201
0.
In Anbetracht dessen sei für das
Valideneinkommen
auf einen Tabellenlohn abzustellen (
Urk.
1 S. 8-14).
3.
3.1
Während die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer somit als
voll
arbeits
fä
hig beurteilte, machte dieser bei Ablauf des Wartejahres
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
und ab Februar 2015
eine solche von 50
%
geltend.
Beiden Argumen
tationen liegt das psychiatrischen Administrativgutachten von Dr.
Z._
vom 1
9.
Januar 2017 zugrunde.
3.2
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) ab
gegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag ge
gebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125
V
351 E. 3a).
3.3
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den obgenannten Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten ex
terner Spezialärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuer
kennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 9C_823/2018 vom 11. Juni 2019 E. 2 mit Hinweisen).
Dabei gilt es i
n Bezug auf Berichte von behandelnden Arztpersonen beziehungs
weise Therapiekräften
ergänzend
auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungs- und Begutachtungsauftrag (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die
Behandlungspersonen
zu an
derslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich
eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzun
gen wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
4.
4.1
Zur diagnostischen Einordnung erläuterte
Dr.
Z._
im Gutachten vom 19.
Janu
ar 2017, die früher diagnostizierte schwere depressive Episode sei aktuell und unter intensiver Behandlung nicht mehr vorhanden. Klinisch bestehe noch ein leichtes depressives Zustandsbild im Sinne einer Dysthymie. Von den Behand
lern sei zwar eine Bipolar-II-Störung diagnostiziert worden. Der Beschwerdefüh
rer berichte jedoch nicht über abgegrenzte depressive Phasen mit
hypomanen
Nachschwankungen. Nach seiner Schilderung habe die Symptomatik schleichend, ca. ab dem Jahr 2008, begonnen und sich ab dem Jahr 2011 verstärkt. Neu ge
genüber der Vorbegutachtung im Jahr 2015 (vgl. allerdings
Urk.
7/22/17) habe er Zwangssymptome (beim Bearbeiten der Fotos und beim Schliessen von Türen und Fenstern, vgl.
Urk.
7/85/11) angegeben. Die Kriterien einer Zwangsstörung ge
mäss ICD-10-Kodifikation seien nur teilweise erfüllt. Das in der Spätadoleszenz beschriebene Suchtverhalten mit nachfolgend noch sporadischem Cannabiskon
sum habe er glaubhaft sistiert (
Urk.
7/85/11 f.).
Durch Spezialabklärungen
(vgl. dazu
Urk.
7/44 und 7/13/6)
bestätigt sei eine Auf
merksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS;
Urk.
7/85/11). Im Längsver
lauf würden sich zudem emotional instabile, selbstunsichere und kompensato
rische narzisstische Persönlichkeitszüge beschreiben lassen (
Urk.
7/85/12). Die Per
sönlichkeitsentwicklung sei durch die soziale Isolation in der Kindheit/Jugend, die gemäss eigenen Angaben schwierige Persönlichkeit der Mutter und die ADHS beeinträchtigt gewesen. Der Beschwerdeführer habe jedoch erfolgreich eine Be
rufsausbildung absolviert und sich später als Fotograf selbständig gemacht, wobei
er gemäss eigenen Angaben phasenweise ein Einkommen von bis zu
Fr.
200'000.-- erzielt habe. Wegen fehlender Aufträge in Paris sei er in die Schweiz zurückge
kehrt, wo er psychisch dekompensiert sei. Zwischenzeitlich sei unter Behandlung eine teilweise Stabilisierung eingetreten. Der Beschwerdeführer sei seit fünf Jah
ren in einer stabilen Beziehung und Vater geworden (
Urk.
7/85/17). Die Sympto
matik der ADHS und der Persönlichkeitszüge überschneide sich teilweise. Es sei von einer primären ADHS (ICD-10: F90.0) mit sekundärer Persönlichkeitsakzen
tuierung (ICD-
10
: Z.73.1), differential
diagnos
tisch von einer
kombinierte
n
Per
sönlichkeitsstörung (ICD-10: F.61.0), auszugehen (
Urk.
7/85/12).
4.2
Zur Arbeitsfähigkeit hielt
Dr.
Z._
fest, der Beschwerdeführer sei bisher als selbständiger Fotograf tätig gewesen. Er führe einzelne Aufträge für einen befreundeten Architekten aus. Er fotografiere jeweils während eines Tages und bereite die Fotos anschliessend während ca. zwei Tagen nach. Zusätzlich bemühe er sich um Aufträge von Werbeagenturen, bisher aber mit wenig Erfolg (
Urk.
7/85/13 und 7/85/17). Die selbständige Tätigkeit erschwere die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zusätzlich zum Umstand, dass der Beschwerdeführer eine stationäre Behandlung beziehungsweise Abklärung ablehne. Diese könne daher nur annäherungsweise und medizinisch-theoretisch erfolgen (
Urk.
7/85/12).
Infolge der ADHS, der leichten depres
siven Verstimmung und der Zwang
haf
tigkeit sei in der bisherigen Tätigkeit von einer durchschnittlichen, medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von 50
%
auszugehen. Weite Teile der Arbeit könne der Beschwerdeführer selbständig einteilen. Im Prinzip handle es sich bei der Tätigkeit als Fotograf bereits um eine angepasste Tätigkeit. Auch bei anderen adaptierten Tätigkeiten – beispielsweise einer kontinuierlichen Tätigkeit auf dem erlernten Beruf als kaufmännischer Angestellter ohne intensive interpersonelle Kontakte und mit externer Strukturierung respektive Vorgabe der Arbeitszeiten – bestehe keine höhere Arbeitsfähigkeit als 50
%
(
Urk.
7/85/13 und 7/85/17). Be
rufliche Massnahmen seien theoretisch zumutbar, doch wolle der Beschwerde
führer seine Tätigkeit als Fotograf weiterführen (
Urk.
7/85/16).
Hinweise auf eine bewusste Aggravation hätten sich in der Untersuchung
nicht
gefunden. Allenfalls bestehe eine leichte
Verdeutlichungstendenz. Der Be
schwer
deführer sei sensitiv, selbstbeobachtend und Pathologie fokussiert. Unter allei
niger Berücksichtigung der medizinischen Faktoren sei wie dargelegt eine Stei
gerung der Arbeitstätigkeit auf 50
%
medizinisch-theoretisch
möglich. Als per
sön
liche Res
sour
cen seien die Ausbildung, die Lebenserfahrung und der Leistungs
wille zu nennen (
Urk.
7/85/15 f.)
4.3
In Auseinandersetzung mit den
Vorakten
fügte
Dr.
Z._
ergänzend zu den diagnostischen Überlegungen hinzu, die retrograde Beurteilung seit dem
5.
Juni 2013 sei nicht sicher möglich. Sollte damals die von Prof.
Dr.
A._
(vgl. dazu
Urk.
7/13 und 7/16) diagnostizierte schwere depressive Episode vorgelegen ha
be
n
, sei die vollständige Krankschreibung ab diesem Zeitpunkt nachvollziehbar. Wie lange diese gedauert habe, sei nicht sicher bestimmbar. Im Gutachten von Prof.
Y._
, basierend auf der Untersuchung vom 1
9.
Januar 2015, werde die Affektivität ähnlich wie aktuell beschrieben. Die damals festgestellte Antriebsstö
rung sei aktuell
jedoch kaum mehr vorhanden. Im Verlauf sei es zu einer weiteren Besserung gekommen. Prof.
Y._
habe zur Arbeitsfähigkeit nicht explizit Stellung genommen. Aufgrund des damaligen psychopathologischen Befundes (vgl. dazu
Urk.
7/22/20 f.) sei anzunehmen, dass bereits damals eine Arbeitsfä
higkeit von ca. 50
%
bestanden habe (
Urk.
7/85/13).
Wie bereits von Prof.
Y._
diskutiert (vgl. etwa
Urk.
7/22/24 f. und 7/22/27 unten), werde die Situation auch durch psychosoziale Belastungsfaktoren
(etwa durch
Schulden aufgrund eines beruflichen Misserfolges, vgl.
Urk.
7/87/9) mitbe
einflusst (
Urk.
7/85/12). Im Gegensatz zu
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
sei unter Abstraktion derselben (z.B. fehlenden Aufträgen) von der beschriebenen 50%igen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen. Im Bericht von Prof.
Dr.
phil.
C._
, Neuropsychologin, und
Dr.
med.
D._
, Neurologin, vom
3.
Juli 2013 (vgl.
Urk.
7/39/5 f.) werde die Arbeitsfähigkeit aus neuropsychologisch-kognitiver Sicht ebenfalls auf ca. 50
%
geschätzt. Die de
pressive Begleitsymptomatik, die leichte Zwangssymptomatik sowie die akzentu
ierten Persönlichkeitszüge würden diese aktuell nicht zusätzlich beeinträchtigen (
Urk.
7/85/14).
4.4
Im Gutachten beantwortete
Dr.
Z._
somit die entscheidenden Fragen nach den relevanten Diagnosen (vgl. E. 4.1), den sich daraus ergebenden gesundheitlichen Einschränkungen, den verfügbaren Ressourcen sowie der daraus resultierenden Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 4.2) umfassend. Dabei beruht das Gutachten auf einer eigenen Untersuchung (
Urk.
7/85/6 ff.), einschliesslich einer ausführlichen Aus
einandersetzung mit den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden (etwa
Urk.
7/85/10 f.) sowie den
Vorakten
(etwa
Urk.
7/85/14).
Insbesondere erörterte
Dr.
Z._
einlässlich und nachvollziehbar, weshalb die anamnestischen Angaben und die klinischen Befunde nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf eine gegenwärtig mittelgradige oder schwere depressive Episode respektive auf eine bipolare Störung oder eine Persönlichkeitsstörung im Längsverlauf schliessen lassen. Dabei räumte er auch Unsicherheiten ein, indem er darauf hinwies, dass sich die Symptomatik der einzelnen Diagnosen teilweise überschneide. Ebenso legte er offen, dass die selbständige Erwerbstätigkeit die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit erschwere, wobei er vorab die schlechte Auf
tragslage betonte (vgl.
Urk.
7/85/11 f.). Gleichzeitig legte er dar, dass eine statio
näre oder berufliche Abklärung nicht sinnvoll sei, zumal der Beschwerdeführer ersteres ablehne und weiterhin als Fotograf tätig sein wolle (v
gl.
Urk.
7/85/14 und 7/85/16).
Zutreffend wies
er
ferner
a
uf den mit seiner Einschätzung im Einklang stehenden Bericht der Verhaltensneurologie Neuropsychologie
E._
vom 1
3.
Juli 2013 hin.
Darin wurde dem Beschwerdeführer aus rein neuropsychologisch-kognitiver Sicht eine ca. 50%ige Einschränkung der Leistungsfähigkeit attestiert, die aus fachpsychiatrischer Sicht zu ergänzen sei (vgl.
Urk.
7/39/6).
Im Übrigen
ist
auch
der
Bericht von Prof.
Dr.
med.
F._
, Leitende Ärztin am Spezialambulato
rium ADHD der psychiatrischen
K
linik
G._
vom 2
8.
Dezember 201
5
zu erwähnen
. Sie verwies
hinsichtlich einer
früher attestierte
n
volle
n
Arbeitsunfähigkeit auf
die
behandelnden Kollegen und hielt selbst fest, de
r Be
schwerdeführer könne zeitwei
lig in seinem Beruf als Fotograf arbeiten. Zum
kon
kreten
Ausmass äusserte sie sich nicht (vgl.
Urk.
7/44/3 f.).
Gefolgt werden kann
darüber hinaus
den
Überlegungen
von
Dr.
Z._
zu
Dr.
B._
s Beurteilung.
Dieser
hatte
dem B
eschwerdeführer
im
Bericht vom 2
9.
Juni 2016 eine Arbeitsunfä
hig
keit von 80
%
ab Behandlungsbeginn Ende Oktober 2015
attestiert
(
Urk.
7/61/3), ohne dabei psychosoziale Belastungsfaktoren
(vgl. auch nachfolgend E. 5.2)
, wie sie von Dr.
Z._
und Prof.
Y._
festgestellt und vom Beschwerdeführer als belastend erlebt w
u
rden (etwa
Urk.
7/85/9 und 7/22/19 Mitte),
rechtsprechungs
gemäss
auszuklammern
(vgl. etwa BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2)
.
Das
im Verfahren nach
Art.
44 ATSG (vgl. Sachverhalt E. 1.2) zustande gekom
mene Gutachten von
Dr.
Z._
erfüllt
demnach
die vom Bundesgericht formu
lierten beweisrechtlich
en Anforderungen (vgl. E. 3.2).
5
.
5.1
In der Folge reichte der Beschwerdeführer
neue Unterlagen ein.
H._
, Psychotherapeut FSP, behandelte den Beschwerdeführer zwischen September 2013 und Juli 201
5.
Im Bericht vom 2
7.
September 2017 hielt er einleitend fest, er habe keine wesentlichen Ergänzungen zur Anamnese von
Dr.
Z._
zu ma
chen. Mitunter habe
es in der Schule oft geheissen
, der Beschwerdeführer störe die anderen Kinder. Seine Noten seien aber immer gut gewesen und er habe sich nie sehr gefordert gefühlt. In der Sekundarschule sei er Teil eines Dreierfreundes
kreises gewesen (
Urk.
7/108/1). Während des Zeitraums der Behandlung sei der Beschwerdeführer schlichtweg zu depressiv und unorganisiert gewesen, um sich eine Arbeitsstelle zu suchen, geschweige denn, in einem geregelten Arbeitsablauf zu bestehen. Eine wesentliche Verbesserung im Verlauf sei nicht zu verzeichnen gewesen. Gestärkt worden sei die Befähigung zu einer verbindlichen Beziehungs
zusage einschliesslich Familiengründung, was zu einer Heirat und Vaterschaft geführt habe (
Urk.
7/108/2).
5.2
Dr.
med.
B._
berichtete
am
7.
Februar 2018, er habe
die
Bipolar-II-Störung mit
tels HCL-32-R bestätigen können.
Deren funktionelle Folgen seien im Allgemei
nen
beträchtlich. Zwischen den Krankheitsperioden sei der Beschwerdeführer
etwa
durch kogni
tive Dysfunktionen und negative
Auswirkungen auf der Verhal
tens- und Handlungsebene beeinträchtigt. Es bestehe ein «rapid-
cy
cling
»-Muster, das zu schnellen und
sehr häufigen Stimmungswechseln auch innerhalb eines Tages sowie einer schlechten Prognose führe. Die depressiven Zustände hätten teilweise die Intensität einer schweren Depression, was
sich mittels B
eck Depres
sionsinventar,
der
Hamilton Depressionsskala und d
er
Montgomery-
Asberg
Depressions
Scale
habe bestätigen lassen
.
Ferner
habe er im SKID-II-Interview eine kombinierte Persönlichkeitsstörung erhoben. Auch die diesbezüglichen kli
nischen Kriterien seien erfüllt. Die ADHS sei klinisch stark ausgeprägt. Bipolar-II-Störung und ADHS würden
auch
seit Jahren psychopharmakologisch behan
delt. Wenn eine Person an einer symptomatischen affektiven Erkrankung, einer ADHS und einer Persönlichkeitsstörung leide, sei mit grosser Wahrscheinlichkeit keine volle Arbeitsfähigkeit gegeben. Psychosoziale Faktoren seien
–
wenn über
haupt
–
von geringer Bedeutung (
Urk.
7/107).
5.3
Die
beiden Stellungnahmen
richten sich gegen den Vorbescheid
, vorab die darin postulierte volle Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
7/97), und f
ördern keine
neuen Aspekte
zutage
, die ge
gen die Zuverlässigkeit von Dr.
Z._
s Beurteilung sprechen
wür
den
.
Dieser
hatte bereits im Gutachten darauf hingewiesen
,
dass
eine retrospektive Be
urteilung anhand der Berichte von Prof.
A._
schwierig sei,
aber
zumindest der von Prof.
Y._
im Januar 2015 erhobene psychopathologische Befund mit demjenigen in
seiner
Untersuchung übereinstimme.
Ergänzend berichtete die Hausärztin des Beschwerdeführers am
7.
August 2015, seine AHDS werde seit März 2015 durch Prof.
F._
medikamentös behandelt. In der Konsultation vom 1
6.
Juli 2015 scheine er nun im Vergleich zur Zeit von 2010 bis Ende 2014 in deutlicher Remission der ganzen Symptomatik. Es sei zu hoffen, dass die erst
mals eingetretene Besserung anhalte (
Urk.
7/39/2). Demnach beurteilten Prof.
A._
im Jahr 2014
und Prof.
Y._
im Januar 2015 me
hr oder weniger den gleichen me
d
i
zinischen
Sachverhalt. Dabei wies
Prof.
Y._
auf verschie
den
e Unzulänglichkeiten in Prof.
A._
s Berichten hin. So hatte er
etwa
bean
standet, dass die Medikamente ungewöhnlich hoch dosiert seien, aber dennoch kein Erfolg eingetreten sei, weshalb Diagnose und Therapie zu überdenken seien. Ebenso hatte er das Fehlen eines Psychostatus moniert, der eine objektive Über
prüfung erlaub
t hätte (vgl.
Urk.
7/22/23 f.). Im Übrigen
steht die von Prof
.
A._
attestierte volle Arbeitsunfähigkeit im klaren Widerspruch zu den aus
gewiesenen Einkünften des Beschwerdeführers (vgl. nachstehend E. 8.2).
Der
nachträglich und augenscheinlich im Hinblick auf
d
en abs
chlägigen Vorbescheid erstellte
Bericht des Psychotherapeuten,
an
d
en Prof.
A._
die Therapie dele
giert hatte und
der nicht über die fachliche Qualifikation
für eine
eigenständige
Beurteilung
verfügt, ist nicht geeignet, an dieser Beweislage etwas zu ändern.
Die
detaillierten
Testergebnisse
von
Dr.
B._
lagen
Dr.
Z._
mit dem
Bericht
vom 2
9.
Juni 2016
(
Urk.
7/61/3 f.)
vor (vgl.
Urk.
7/85/14)
.
Ebenso hatte der Be
schwerdeführer in der Begutachtung eine seit der Jugend bestehende emotionale Instabilität mit wechselnden Stimmungen im Tagesrhythmus geschildert (vgl.
Urk.
6/85/11).
Es bleibt anzufügen,
dass dem testmässigen Erfassen der Psycho
pathologien im Rahmen einer psychiatrischen Exploration generell nur ergän
zende Funktion beigemessen werden
kann
, während die klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung aus
schlaggebend ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_276/2016 vom 1
9.
August
2016 E. 3.2). Es liegt daher jeweils im Ermessen der medizinischen Fachperson, ob sie
psychologische Tests durchführen will (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_628/2014 vom 2
2.
Dezember 2014 E. 3.4; zum Ganzen: Urteil des Bu
ndesge
richts 8C_466/2017 vom 9.
November 2017 E. 5.1).
Eine Beurteilung, die z
um
Nachweis
einer bipolaren Störung oder Persönlichkeitsstörung vorderhand
auf
das subjektive Empfinden der versicherten Person
abstellt
(vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_302/2016 vom
8.
Juli 2016 E. 4 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E 3.7.1)
und
nicht weiter reflektierte
Testergebnisse
widergibt, begründet keine
n
Anlass für weitere Abklärungen
.
6.
6.1
Insgesamt
bestehen
also
keine Anhaltspunkte für eine Persönlichkeitsstörung, die gemäss den
diagnostischen Leitlinien der ICD-10-Kodierung
ein
t
ief verwurzeltes, anhaltende
s
Verhaltensmuster
voraussetzt
,
das sich als „starre Reaktion“ auf unterschiedliche persönliche und soziale Lebenslagen zeigt und bereits in der Kind
heit oder Jugend begann (vgl. im Detail
Dilling
/
Mombour
/Schmidt [Hrsg.],
Inter
nationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10, Kapitel V (F), Klinisch-diagnostische Leitlinien, 1
0.
Aufl. 2015, S. 274-277). Bis
die Aufträge ausblieben, ver
lief
das Berufsleben
des Beschwerdeführers ohne nennenswerte
n Zwischenfall
. Daran ändert nichts, dass er den
Schulunterricht stört
e
,
nachdem
er sich dort nicht gefordert fühlte, und
nach
abgeschlossener
Lehre kurze Zeit
Verschiedenes
ausprobierte, bevo
r er seine Berufung als Fotograf fand.
Zudem
vermochte er sein
soziales
Verhalten
soweit
anzupassen, da
ss es ihm möglich ist, seit mehreren Jah
ren
in einer stabilen Beziehung
zu
leben und
für sein
Kind
Verantwortung
zu tragen.
6.2
Die
D
iagnose der Bipolar-II-Störung ist in der ICD-10-Klassifikation nicht näher beschrieben (vgl. BGE 130 V 396 E. 5.3 und E. 6).
Das Bundesgericht
erörterte hierzu
in seinem
Urteil 8C_302/2016 vom
8.
Juli 2016
E. 4, dass die internatio
nale Akzeptanz
dieser Störung
noch nicht für die Aufnahme in die Klassifikation ausreiche und sich aus den im Anhang
aufgeführten
vorläufigen Kriterien
nichts hinsichtlich des Schweregrades der Störungen und der Auswirkungen auf die Ar
beitsfähigkeit ableiten
lasse.
Daraus ist zu schliessen, dass solche Auswirkungen im Einzelfall
sorgfältig konkretisiert und plausibilisiert werden
müssen
.
Der
all
gemeine
Hinweis von
Dr.
B._
, es handle sich um
eine schwerwiegende Erkran
kung mit im Allgemeinen beträchtlichen funktionellen Folgen
, vermag daher keine
Zweifel an der gutachterlichen Beurteilung
zu wecke
n. Dies muss umso meh
r
gelten, als
der Beschwerdeführer über einen
weitgehend
strukturierten
Ta
gesablauf
verfügt
(vgl.
Urk.
7/85/9 f.) und
sein Leidensdruck
bisher
offenbar
zu gering war, um
die
diskutierte
stationäre Abklärung
auch
zur
Optimierung der Behandlung
in Anspruch zu nehmen.
6.3
Schliesslich
muss
in jedem Einzelfall eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Er
werbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Dr.
Z._
schlussfolgerte vorab gestützt auf den
psychopathologische
n
Befund
(
vgl.
Urk.
7/85/10
f.
)
, Hauptproblem sei die A
D
H
S und der Beschwerdeführer be
nötige mehr Energie für die
Bewältigung von Aufgaben
(
vgl.
Urk.
7/85/15).
Als objektiv noch zumutbar erachtete er infolgedessen eine um 50
%
verminderte Arbeitsleistung in der
bisherige
n
Tätigkeit, welche dem Beschwerdeführer zusage und
dieser
weitgehend selbständig einteilen könne
, oder in einer
kontinuierliche
n
Arbeit ohne
intensive interpersonelle Kontakte
, dann jedoch
mit externer Struk
turierung respek
tive Vorgabe der Arbeitszeiten (vgl.
Urk.
7/85/13).
Es gibt in den Akten verschiedene Berichte, welche die
se
Überlegungen von
Dr.
Z._
stützen.
Wie bereits erwähnt erhob Prof.
Y._
im Januar 2015 einen ähnlich
en
Befund (vgl.
Urk.
7/22/20 ff.). Ferner legen der ärztliche Befund von Prof.
F._
vom Dezember 2015 (vgl.
Urk.
7/44/3) sowie das Ergebnis der Untersuchung der Verhaltensneurologie Neuropsychologie
E._
vom Juni 2013
(vgl.
Urk.
7/39/5 f.)
nahe, dass der Beschwerdeführer in einer strukturierten Situation
durchaus
bis zu
eine
m
gewissen Grad funktioniert (vgl. ferner
Urk.
7/22/18 oben).
Nichts Neues ergibt sich aus den
fremdanamnestischen An
gaben der
Partnerin des Beschwerdeführers,
di
e
ebenfalls
auf die
häufig benötigte Struktur von aussen
hinwies
(
Urk.
3/3 insbesondere Seite 2).
Schliesslich sprach der B
eschwerdeführe
r
selbst
von einem grossen Leistungswillen, wenn es ums Fotografieren gehe. Sowohl
früher in Paris (vgl.
Urk.
7/85/8)
als auch zuletzt
in der Schweiz (vgl.
Urk.
7/22/18)
fühlte er sich bei der Auftragserledigung – abge
sehen von den beschriebenen Zwangssymptomen - wenig beeinträchtigt.
6
.4
Es bleibt festzuhalten, dass
d
ie
medizinische Folgenabschätzung notgedrungen eine hohe Variabilität auf
weist
und unausweichlich Ermessenszüge
trägt
(BGE 140 V 193 E. 3.1; BGE 137 V 210 E. 3.4.2.3). Die psychiatrische Exploration er
öffnet dem begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpreta
tionen möglich, zulässig und rechtlich zu respektieren sind, sofern der Experte – wie vorl
iegend
- lege artis vorgegangen ist (Urteile 8C_629/2017 vom 2
9.
Dezember 2017 E. 4.3 und 9C_77/ 2015 vom 2
7.
März 2015 E. 5.4; je mit Hinweisen).
Dementsprechend
ist
ges
tützt auf das Gutachten von Dr.
Z._
da
von auszugehen, dass die
A
rbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers
in
der
Tätig
keit
als Fotograf oder
einer von aussen strukturierten Tätigkeit
bis
anhin
höchs
tens
50
% betrug.
Im Übrigen erachtete auch der
RAD-Arzt
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Innere Medizin
, das Gutachten
von
Dr.
Z._
in seiner Stellungnahme vom
8.
Februar 2017
(vgl.
Urk.
7/96/11)
als umfassend und schlüssig.
Soweit er unter dem Vor
behalt «den psychopathologischen Befund von Prof.
A._
vorausgesetzt»
volle Arbeitsunfähigkeit
zwischen Dezember 2013 und Dezember 2014
erwog
,
ist auf das in
E. 5.3
Ausgeführte zu verweisen.
7
.
7
.1
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7
).
E
in strukturiertes Beweisverfahren
ist
nach der Rechtsprechung
selbst dann
nicht entbehrlich, wenn aus medizinischer Sicht nur eine geringfügige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert wurde, die von vornherein keinen rentenrelevanten Invaliditätsgrad zu begründen vermag (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_309/20
18 vom
2.
August 2018 E.
5.3.2).
7
.2
Die erste Kategorie «funktioneller Schweregrad» umfasst die Komplexe «Gesund
heitsschädigung», «Persönlichkeit» und «sozialer Kontext» (BGE 141 V 281 E. 4.3).
Dr.
Z._
äusserte sich explizit zu den Standardindikatoren
. Er
erläuterte, dass insbesondere aufgrund der ADHS sowie der begleitenden depressiven Symptome
ein
mittelgradig ausgeprägter psyc
h
opathologischer Befund bestehe (
Urk.
7/85/15).
Es
bleibt mit Blick auf die Ausführungen zur diagnostischen Ein
ordnung
(vgl. E.
4.1 und 6)
einzig anzufügen, dass
Dr.
Z._
bei der Arbeitsfä
higkeitsein
schätzung
auch Zwangssymptome
erwähnte
,
auch wenn diese nicht das Ausmass einer Zwangsstörung haben
(vgl. E. 4.2)
.
Die gegenwärtige psycho
pharmako
logische und psychotherapeutische Behandlung
beurteilte
er
als lege artis (
Urk.
7/85/
16)
und kam zum Schluss, u
nter dieser sei
eine teilweise Stabili
sier
ung eingetreten (
Urk.
7/85/15). Es ist zu ergänzen, da
ss der Beschwerdeführer eine gesundheitliche
B
esserung seit der Einnahme von Depakine bestätigte (vgl.
Urk.
7/85/11) und seine Hausärztin eine solche
bereits nach Einnahme von
Lisdexamphetamin
festgestellt hatte
(vgl.
Urk.
7/39/2
).
Weiter
erklärte
Dr.
Z._
,
dass er von akzentuierten
Persönlichkeitszüge
n, nicht von einer
Persönlichkeitsstörung
ausgehe
.
Daneben erwähnte er
Ausbildung, Le
benserfahrung und Leistungswillen
als persönliche Ressourcen
des Beschwerde
führers
(
Urk.
7/85/15)
.
Zum
soziale
n
Kontext ist
gemäss BGE 141 V 281 E. 4.3.3
zweierlei festzuhalten: Soweit soziale Belastungen direkt negative funktionelle Folgen zeitigen, bleiben sie nach wie vor ausgeklammert (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a
).
Anderseits hält der Lebenskontext der versicherten Person auch (mobilisierbare) Ressourcen bereit, so die Unt
erstützung, die ihr im sozialen
Netzwerk
zuteil
wird
.
Der Beschwerde
führer
lebt
in einer stabilen Beziehung, erhält Aufträge von
einem befreundeten Architekten
und
trifft
sich
gelegentlich
mit einem Freund (vgl.
Urk.
7/85/8 und 7/85/9).
Sein s
oziales Umfeld ist somit intakt
und unterstützt ihn.
Die Krank
schreibung durch Prof.
A._
erfolgte
sodann
im gleichen Jahr wie über sein Möbelladen der Konkurs eröffnet wurde. Der Beschwerdeführer hat
seither
hohe Schulden (vgl.
Urk.
7/85/9
und 7/22/24
)
,
die Auftragslage ist schlecht (vgl.
Urk.
7/85/12
und 7/22/17
) und
der Druck, etwas an den Familienunterhalt beizu
tragen, wächst (vgl.
Urk.
3/3 S. 2).
7
.3
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Gesichtspunkt der «Kon
sistenz» (BGE 141 V 281 E. 4.4).
Ein sozialer Rückzug ist nach dem soeben zum sozialem Kontext Ausgeführten nur bedingt anzunehmen.
Zudem
verfügt der Be
schwerdeführer über einen einigermassen strukturierten Tagesablauf, wobei er sich auch allein um den Sohn kümmert, kleine Arbeitsaufträge erledigt und Dos
siers zusammenstellt, um sich bei Werbeagenturen zu bewerben. Aufgrund seiner psychischen Beschwerden läuft dabei
jedoch
nicht alles reibungslos und
er benö
tigt
hierfür übermässig viel Zeit (vgl.
Urk.
7/85/7-10
; ferner auch
Urk.
3/3
)
. Schliesslich
zeigt sich der Beschwerdeführer
gemäss
Dr.
Z._
im Rahmen der ambulanten
Behandlung seit Jahren
compliant
,
eine stationäre Behandlung lehnt
er
ab. Auch
will
er
in beruflicher Hinsicht
letztlich
nichts ändern
(vgl.
Urk.
7/85/16)
, obschon sich die Tätigkeit als Fotograf seit längerer Zeit als wenig lukrativ erweist
.
Ein gewisser Leidensdruck ist angesichts der Medikation und Therapiefrequenz (vgl.
Urk.
7/85/8 f.) sicher nicht von der Hand zu weisen. Ein hoher Leidensdruck ist aber weder be
handlungs- noch eingliederungsanamnes
tisch ausgewiesen.
7
.4
Demnach lässt sich anhand der Standardindikatoren gemäss BGE 141 V 281 – und damit auch aus der Optik des Rechtsanwenders, der die ärztlichen Einschät
zungen und Schlussfolgerungen auf ihre sozialversicherungsrechtliche Relevanz und Tragweite hin zu prüfen hat – eine
mittelgradig eingeschränkte Arbeitsfä
higkeit
bestätigen. Eine solche
ist
aufgrund der
von
Dr.
Z._
diagnostizierten Diagnosen und festgestellten Auswirkungen nachvollziehbar und erscheint in Anbetracht des Alltagsgeschehens sowie der konsequent
und langjährig wahrge
nommenen
Therapie soweit plausibel.
Nicht gefolgt werden kann der Auffassung der Beschwerdegegnerin, wonach die Befunde ihre hinreichende Erklärung in den psychosozialen Faktoren finden
sollen
.
Dr.
Z._
hat
deren Einfluss
nicht nur
explizit ausgeschieden
, sondern als Hauptbeeinträchtigung eine gut dokumen
tierte ADHS bestätigt sowie gewisse Zwangssymptome bei der Fotobearbeitung mitberücksichtigt. Die depressive Begleitsymptomatik spielt in seiner Beurteilung nur eine untergeordnete Rolle, was
wiederum
auch
die Diskrepanz zu
den Ar
beitsfähigkeitseinschätzungen der behandelnden Psychiater erklärt.
8
.
8
.1
F
ür die Ermittlung des Einkommens, welches die versicherte Person ohne Invali
dität erzielen könnte (
Valideneinkommen
), ist entscheidend, was sie im massge
benden Zeitpunkt aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Um
stände nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen.
Da nach
empirischer Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Be
stimmung des
Valideneinkommens
grundsätzlich der letzte vor Eintritt der Ge
sundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkom
mensentwicklung angepasste Verdienst (BGE 134 V 322 E. 4.1, 129 V 222 E. 4.3.1 mit Hinweisen). Das
Valideneinkommen
von Selbstständigerwerbenden kann grundsätzlich aufgrund der Einträge im individuellen Konto (IK) bestimmt werden (vgl. Urteile des Bundesgerichts U 32/04 vom
6.
August 2004 E. 3, I 84/06 vom 1
0.
Mai 2006 E. 4.1 und I 297/02 vom 2
8.
April 2003 E. 3.2.4). Weist das bis Eintritt
der Invalidität erzielte Einkommen starke und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen (Urteil des Bun
desgerichts I 316/04 vom 2
3.
Dezember 2004 E. 5.1.1; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 8C_196/2013 vom 2
1.
August 2013 E. 3.1).
8
.2 Gemäss IK-Auszug vom 1
7.
Februar 2017
ist
der Beschwerdeführer seit dem Jahr 2003 als selbständig Erwerbender bei der
Ausgleichskasse gemeldet.
Als solcher wies er folgende Einkommen aus: im Jahr 2003
Fr.
8'700.--, im
Jahr 2004 Fr.
21'500.--, im Jahr 2005
Fr.
13'300.--, im Jahr 2006
Fr.
12'300.-- (zuzüglich Fr.
9'910.-- bei zwei Arbeitgeber
n), im Jahr 2007
Fr.
16'000.--, im Jahr 2008 Fr.
20'600.--, im Jahr 2009
Fr.
15'700.--, im Jahr 2010
Fr.
14'800.--, im Jahr 2011
Fr.
9'094.--, im Jahr 201
2
Fr.
18'000.-- und im Jahr 2013
Fr.
14'800.--
.
Das erste Mal als selbständig Erwerbender gemeldet war er im Jahr 1997 mit einem Einkommen von
Fr.
5'000.-- (vgl.
Urk.
7/87/2).
Von der Beschwerdegegnerin dazu aufgefordert, seine Buchhaltungsunterlagen einzureichen, legte
der Beschwerdeführer ferner
die Gewinn- und Verlustrech
nung
en
der Jahre 2007 bis 2015 vor (
Urk.
7/94). Ergänzend zum IK-Auszug kann diesen ein Gewinn von
Fr.
17'685.-- für das Jahr 2014 und ein solcher von
Fr.
18'761.-- für das Jahr 2015 entnommen werden (
Urk.
7/94/8 f.).
8
.3
Es fällt somit auf, dass das Einkommen seit Aufnahme der selbständigen Erwerbs
tätigkeit konstant tief ist. Weder die Anfangsjahre noch die Zunahme der psy
chischen Beschwerden ab dem Jahr
2008 mit Bescheinigung einer vollen Ar
beitsun
fähigkeit ab dem Jahr
2013 haben
darin
ihren Niederschlag gefunden. Unab
hän
gig davon, welche drei Jahre für die Berechnung herangezogen werden, es resul
tiert ein
Valideneinkommen
von unter
Fr.
20'000.--.
Der Beschwerdeführer war über mehrere Jahre als selbständiger Fotograf tätig und es bestehen keinerlei Anzeichen dafür, dass er diese Tätigkeit ohne gesund
heitliche Beeinträchtigung zugunsten einer besser bezahlten Tätigkeit aufgegeben hätte. Auf weitere mögliche Gründe, warum eine versicherte Person nicht ein höheres Einkommen
verabgabt
hat, ist nicht näher einzugehen. Denn tiefe IK
Einkommen von selbstständig Erwerbenden können auch verschiedenste ande
re Ursachen haben, etwa weil sämtliche legalen Möglichkeiten zur Steuer
optimie
rung ausgeschöpft wurden – wofür vorliegend die immens hohen Aus
gaben spre
chen (vgl.
Urk.
7/94) - oder der Betriebsinhaber tatsächlich nicht sämtliche Ein
künfte und geldwerten Leistungen deklariert haben sollte (Urteile des Bundesge
richts 8C_626/2011 vom 2
9.
März 2012 E. 4.5, I 297/02 vom 2
8.
April 2003 E. 3.2.4 und I 305/02 vom 2
9.
Januar 2003 E. 2.2.1). Wenn sich die versicherte Per
son indessen,
auch als ihre Arbeitsfähigkeit noch nicht beein
trächtigt war, über mehrere Jahre hinweg mit einem bescheidenen Ein
kommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit begnügt hat, ist dieses für die Festlegung des
Valideneinkom
mens
massgebend (BGE 135 V 58 E. 3.4.6). Das Bundesgericht hat denn auch eine Parallelisierung der Einkommen bei selbstständig Erwerbenden in der Regel ab
gelehnt (vgl. BGE 135 V 58 E. 3.4.7; Urteile des Bundesgericht 8C_626/2011 vom 2
9.
März
2012 E. 4.4, 8C_508/2011 vom
6.
Oktober
2011 E.
4.2.2; 8C_486/2008 vom 2
2.
Dezember 2008 E. 3.2; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 8C_196/2013 vom 2
1.
August 2013 E. 3.3-4).
8
.4
Der
Beschwerdeführer
brachte indessen
vor, die ADHS bestehe schon seit der Kindheit. Bereits im Jahr 1995 sei er psychisch dekompensiert, habe die weiter
führende Schule abgebrochen und seine Anstellung bei der Firma
J._
ge
kündigt. Er habe sich in regelmässige psychiatrische Behandlung begeben und noch
mals für kurze Zeit eine 60%ige Anstellung bei seiner Lehrfirma angetreten, bevor er für 15 Jahre die Schweiz mehrheitlich
verlassen
und
in Paris als Fo
tograf gearbeitet habe. Wie sich sein Gesundheitszustand in dieser Zeit entwickelt habe, könne den Akten nicht entnommen werden. Es sei fraglich, ob er je wieder eine volle Leistungsfähigkeit erreicht habe. Im Jahr 2010 sei er definitiv in die Schweiz zurückgekehrt und habe sich umgehend in psychiatrische Behandlung begeben. Er habe letztmals in den Jahren 1995/1996 vollzeitig in der Schweiz gearbeitet. Anschliessend sei er psychisch dekompensiert und mehrheitlich ins Ausland geflüchtet. Da sich das konkrete Einkommen unmöglich ermitteln lasse, rechtfertige es sich, auf einen Tabellenlohn
abzustellen (vgl.
Urk.
1 S. 15).
8
.5
Nach der allgemeinen Beweisregel (
Art.
8
des
Schweizerische
n
Zivilgesetzbuch
es,
ZGB)
obliegt es bei erstmaliger Rentenprüfung der versicherten Person, die inva
lidisierenden Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Gelingt dieser Nachweis nicht, verfügt sie über keinen Leistungsanspruch. Mit anderen Worten wird bei Beweislosigkeit vermutet, dass sich der geklagte Gesundheitsschaden nicht inva
lidisierend auswirkt (BGE 139 V 547 E. 8.1). Bleiben die Auswirkungen eines objektivierbaren wie auch eines nicht bildgebend fassbaren Leidens auf die Arbeits
fähigkeit trotz in Nachachtung des Untersuchungsgrundsatzes sorgfältig durch
geführter Abklärungen vage und unbestimmt, ist der Beweis für die Anspruchs
grundlage nicht geleistet und nicht zu erbringen (
zum Ganzen: BGE
140 V 290 E. 4.1
).
Aktenkundig
sind intensive diagnostische Abklärungen sowie
psychiatrische Be
handlungen
ab
dem Jahr
2010 (etwa
Urk.
7/13/6, 7/39/1, 7/101 und 3/4). Eine
Arbeitsunfähigkeit wurde dem Beschwerdeführer
erstmals ab Juni 2013 beschei
nigt, nachdem die Krankheit gemäss Angaben der Hausärztin voll ausgebrochen und
sie ihn
zum zweiten Mal
einem
Psychiater
überwiesen hatte
(
vgl.
Urk.
7/39/1).
Für die Zeit davor legte der Beschwerdeführer dr
ei Rechnungen für 17
Psychotherapiesitzunge
n zwischen dem 2
7.
Juni und 28.
Dezember
1995 (
Urk.
7/101/5-7) und
zwei
weitere Sitzungen im August 2008 (
Urk.
3/4) vor.
Eine medikamentöse Behandlung erfolgte
damals
nach eigenen Angaben
nicht (vgl.
Urk.
7/85/6).
Für die Jahre zwischen 1995 und 2010 ist somit weder eine rele
vante
psychiatrische Behandlung, noch
eine Erwerbseinbusse
dargetan
. Vielmehr
noch gab der Beschwerdeführer
gegenüber
Dr.
Z._
an, in
diesem Zeitraum zwischen
Fr.
60'000.-- und
Fr.
200'000
.--
verdient zu haben (vgl.
Urk.
7/85/7).
Im Übrigen war
der Beschwerdeführer
angesichts des Lehrabschlusses durchaus in der Lage, zureichende berufliche Erkenntnisse zu erwerben (vgl.
Art.
26 IVV) und es
deutet
nichts darauf hin, dass
sein
Berufswechsel zum Fotograf ein
ge
sundheitlich bedingter
Wechsel in eine angepasste Tätigkeit war
(vgl. auch das Zumutbarkeitsprofil in E. 4.2)
.
Im Übrigen
wurde
der Beschwerdeführer
bereits
im Verwaltungsverfahren
aufge
fordert, sein Einkommen vor und
nach
Eintritt des Gesundheitsschadens zu bele
gen
(vgl. E. 1.2)
.
Zudem
machte
er
im
Rahmen
seiner Argumentation selbst Be
weislosigkeit geltend. Unter diesen Gesichtspunkten erübrigt
sich eine weitere
Fristansetzung zur Einreichung
allfällig noch vorhandener
berufliche
r und medi
zinischer Unterlagen.
Im Sinne der Invalidenversicherung relevante Auswirkun
gen auf die Arbeitsfähigkeit sind aufgrund der Akten somit frühestens ab dem Jahr 2010 zu erwägen und ab Juni 2013 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen.
8
.6
Für das Invalideneinkommen ist zu beachten, dass der Beschwerdeführer ver
pflichtet ist, seine Arbeitsfähigkeit voll auszuschöpfen.
Dabei kann auch
die Auf
nahme einer unselbständigen Erwerbstätigkeit als zumutbar erscheinen, wenn da
von eine bessere erwerbliche Verwertung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann und der berufliche Wechsel unter Berücksichtigung der gesamten Umstände (Alter, Aktivitätsdauer, Ausbildung, Art der bisherigen Tätigkeit, persönliche Le
bens
umstände) als zumutbar erscheint (Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 1
4.
November
2014 E. 3.1 mit Hinweisen auf Urteile I 116/03 vom 1
0.
November 2003 E. 3.1 und I 145/01 vom 1
2.
September 2001 E. 2b).
Dies ist vorliegend der Fall, zumal es dem Beschwerdeführer nunmehr seit meh
reren Jahren nicht gelingt, genügend Aufträge zu akquirieren
und ihm gemäss gutachterlichem Zumutbarkeitsprofil mitunter auch eine Tätigkeit im erlernten Beruf zumutbar wäre.
Gestützt auf die
Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE)
für das Jahr
2014,
herausgegeben vom Bundesamt für Statistik (BFS),
Tabelle T
17, Berufshauptgruppe 4 (Bürokräfte und verwandte Beruf)
,
Lebensalter 30-49 Jahre, Männer
(
Fr.
5'816.--
),
umgerechnet auf die bet
riebsübliche Wochen
arbeitszeit von 41,7 Stunden ist das Invalideneinkommen bei Ablauf des Wart
e
jahres im Oktober
2014 unter Berücksichtigung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
auf
Fr.
36'379.-- festzulegen.
Demnach würde das Invalideneinkommen selbst bei Gewährung eines maximalen leidensbedingten Abzugs von 25
%
das
Validenein
kommen
bei weitem übersteigen.
9
.
Zusammenfassend
ist der angefochtene Entscheid somit zumindest im Ergebnis nicht zu beanstanden. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
10
.
D
a es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1‘000.-- festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Diese sind auf
Fr.
800.-- festzusetzen und
dem unterliegenden Beschwerdeführe
r
aufzuerlegen
.