Decision ID: f2a79397-2bf0-4160-b51a-5f206b1132c4
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
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A.- X erwarb den Führerausweis für Personenwagen am 2. November 1990. Er ist im
Administrativmassnahme-Register nicht verzeichnet. Am Samstag, 26. Februar 2011,
um 3.40 Uhr, lenkte er einen Personenwagen in A. Dabei wurde er von der Polizei
angehalten und kontrolliert. Nachdem der Atemlufttest positiv ausgefallen war, wurde
eine Blutprobe angeordnet. Deren Auswertung ergab für den Zeitpunkt des Ereignisses
eine Blutalkoholkonzentration von mindestens 2,51 Gew.-‰ und höchstens 3,09 Gew.-
‰ (Mittelwert 2,8 Gew.-‰). Der Führerausweis wurde ihm auf der Stelle abgenommen.
B.- Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen (nachfolgend:
Strassenverkehrsamt) eröffnete am 11. März 2011 ein Verfahren zur Abklärung der
Fahreignung und entzog X vorsorglich den Führerausweis. Die am 12. April 2011
angeordnete spezialärztliche Untersuchung wurde am 10. Mai 2011 an der
verkehrsmedizinischen Abteilung des Instituts für Rechtsmedizin des Kantonsspitals St.
Gallen (nachfolgend: IRM) durchgeführt. Im Gutachten vom 9. Juni 2011 wird
festgestellt, eine Alkoholabhängigkeit gemäss ICD-10 könne nicht ausgeschlossen und
die Fahreignung wegen einer verkehrsrelevanten Alkoholmissbrauchsproblematik nicht
befürwortet werden. Gestützt darauf entzog das Strassenverkehrsamt X den
Führerausweis mit Verfügung vom 21. Juni 2011 nochmals vorsorglich. Mit Strafbefehl
des Untersuchungsamtes Gossau vom 25. Juli 2011 wurde X wegen Führens eines
Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand (FiaZ; mindestens 2,51 Gew.-‰) zu einer
bedingten Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je Fr. 160.-- und zu einer Busse von Fr.
2'500.-- verurteilt.
C.- Mit Verfügung vom 27. Oktober 2011 entzog das Strassenverkehrsamt X den
Führerausweis wegen einer Alkoholproblematik gestützt auf Art. 16d Abs. 2 lit. b SVG
auf unbestimmte Zeit. Als Bedingungen für die Aufhebung des Entzugs wurden eine
kontrollierte und fachlich betreute Alkoholabstinenz (Arzt und Beratungsstelle) von
mindestens sechs Monaten (gemäss Info-Blatt) und eine verkehrsmedizinische
Besprechung (inkl. Laborkontrollen) genannt. Einem allfälligen Rekurs wurde die
aufschiebende Wirkung entzogen.
D.- Gegen diese Verfügung erhob X mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 11.
November 2011 und Ergänzung vom 1. Dezember 2011 Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, unter Kosten- und
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Entschädigungsfolge seien die entzogene aufschiebende Wirkung des Rekurses
wiederherzustellen, die angefochtene Verfügung aufzuheben und der Führerausweis für
nicht mehr als fünf Monate zu entziehen. Auf die Ausführungen zur Begründung der

Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. Am 15. Dezember
2011 verzichtete die Vorinstanz auf eine Vernehmlassung.
Mit Verfügung vom 11. Januar 2012 wies der zuständige Abteilungspräsident der
Verwaltungsrekurskommission das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung
ab. Die Kosten dieser Zwischenverfügung wurden bei der Hauptsache belassen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 11. November 2011 ist rechtzeitig
eingereicht worden. Er erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 1. Dezember 2011 in
formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45,
47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt:
VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Der Rekurrent rügt in formeller Hinsicht, die Verfügung vom 27. Oktober 2011
verletze den Anspruch auf rechtliches Gehör.
a) Im Rekurs wird im Wesentlichen vorgebracht, im vorinstanzlichen Verfahren habe der
Rechtsvertreter des Rekurrenten Stellungnahmen mit insgesamt rund 12 Seiten
Umfang eingereicht und darin zahlreiche Zweifel und substantiierte Einwendungen
gegen das Gutachten geltend gemacht. Die Vorinstanz sei diesen Argumenten lapidar
mit folgenden Worten begegnet: Die Stellungnahme ihres Rechtsanwalts haben wir
geprüft, können aber dem Antrag nicht entsprechen. Weder die angeführten
Argumente noch die von Ihnen privat eingeholte Haaranalyse vermögen an der
gesamten Würdigung des vorliegenden Falles etwas zu ändern. Effektiv eingegangen
auf die Argumente sei die Vorinstanz mit keinem einzigen Wort, sondern sie stütze sich
auf das Ergebnis des Gutachtens, wie wenn gegen dieses nie irgendwelche
Einwendungen erhoben worden wären. Die Einholung eines Obergutachtens sei von
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ihm ausdrücklich beantragt, von der Vorinstanz jedoch stillschweigend abgelehnt
worden. Damit habe sie den Anspruch auf Begründung im Sinn von Art. 29 Abs. 2 der
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, abgekürzt: BV)
verletzt, weshalb die Verfügung bereits aus diesem Grund aufzuheben sei.
b) Art. 29 Abs. 2 BV gewährt den Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Daraus
leitet das Bundesgericht in ständiger Rechtsprechung die Pflicht der Behörde ab, ihre
Verfügungen und Entscheide zu begründen (vgl. BGE 133 III 439 E. 3.3; BGE 133 I 270
E. 3.1; BGE 129 I 236 E. 3.2; BGE 126 I 102 E. 2b). Als persönlichkeitsbezogenes
Mitwirkungsrecht verlangt dieser Grundsatz, dass die Behörde die Vorbringen des vom
Entscheid oder der Verfügung in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich
hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt (vgl.
G. Steinmann, in: St. Galler Kommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2008, N 27 zu Art.
29 BV). Der von einem Entscheid oder einer Verfügung Betroffene soll wissen, warum
die Behörde entgegen seinem Antrag entschieden hat; die Begründung muss deshalb
so abgefasst sein, dass er den Entscheid oder die Verfügung gegebenenfalls
sachgerecht anfechten kann (BGE 133 III 439 E. 3.3; BGE 129 I 232 E. 3.2; vgl. auch
Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 2010, Rz. 1706). Dies
ist nur möglich, wenn sowohl der Betroffene als auch die Rechtsmittelinstanz sich über
die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können; in diesem Sinne müssen
wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde leiten
liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt. Allerdings bedeutet dies nicht, dass sich
die Behörde ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem
rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den
Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 133 I 270 E. 3.1; Häfelin/
Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 1706). Umfang und Dichte der Begründung richten sich
generell nach den Umständen (Steinmann, a.a.O., N 27 zu Art. 29 BV). Ist die Sachlage
klar und sind die anwendbaren Normen bestimmt, kann ein Hinweis auf diese
Rechtsnormen genügen, während ein weiter Spielraum der Behörde – aufgrund von
Ermessen oder unbestimmten Rechtsbegriffen – und eine Vielzahl von in Betracht
fallenden Sachverhaltselementen eine ausführliche Begründung gebieten (BGE 112 Ia
110 E. 2b; BGE 104 Ia 213 E. 5g; Steinmann, a.a.O., N 27 zu Art. 29 BV; Tschannen/
Zimmerli, Allgemeines Verwaltungsrecht, 2. Aufl., Bern 2005, § 29 N 13). Die
Begründungspflicht, welche aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör im Sinne von Art.
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29 Abs. 2 BV fliesst, hat der st. gallische Gesetzgeber für Verfügungen in Art. 24 Abs. 1
lit. a VRP ausdrücklich festgehalten; nach dieser Bestimmung soll die Verfügung unter
anderem die Gründe enthalten, auf die sie sich stützt (vgl. zum Ganzen VerwGE B
2009/211 vom 18. März 2010 E. 2.1).
c) Die Verfügung des Strassenverkehrsamts vom 27. Oktober 2011 war wie folgt
begründet: "Gemäss verkehrsmedizinischem Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin
in St. Gallen vom 09.06.2011 besteht aufgrund einer verkehrsrelevanten
missbräuchlichen Alkoholproblematik mit Suchtgefährdung eine mangelnde
Fahreignung. ... Die Stellungnahmen Ihres Rechtsanwalts vom 15.07., 27.07. und
20.10.2011 haben wir geprüft, können aber dem Antrag nicht entsprechen. Weder die
aufgeführten Argumente noch die von Ihnen privat eingeholte Haaranalyse vom
Forensisch Toxikologischen Centrum in München vermögen an der gesamten
Würdigung des vorliegenden Falles etwas zu ändern. Da Ihre Fahreignung nicht mehr
befürwortet wird, bleibt kein Spielraum für andere Massnahmen." Danach wurden die
im Gutachten geschilderten Trinkgewohnheiten des Rekurrenten wiedergegeben und
auf das Ergebnis der Haarprobe wie die erhebliche Alkoholtoleranzentwicklung
verwiesen. Schliesslich gelangte die Vorinstanz zum Schluss, dass eine
verkehrsrelevante missbräuchliche Alkoholproblematik mit Suchtgefährdung im
Strassenverkehr ein hohes Risiko für einen Kontrollverlust darstelle. Aufgrund des
vorliegenden Gutachtens stehe fest, dass der Rekurrent zum heutigen Zeitpunkt ein
besonderes Risiko im Strassenverkehr darstelle, wenn er wieder zum Verkehr
zugelassen werde. Das gelte es im Interesse der Verkehrssicherheit zu vermeiden. Das
Gutachten zeige keine offenkundigen Mängel, welche die Richtigkeit und Schlüssigkeit
in Frage zu stellen vermöchten (act. 2).
Der Rekurrent hatte in seinen Stellungnahmen vom 15. und 27. Juli 2011 sowie
20. Oktober 2011 mehrere ausführlich begründete Einwände gegen das
verkehrsmedizinische Gutachten des IRM erhoben. Er bezweifelte insbesondere das
Ergebnis der EtG-Konzentration in den untersuchten Haaren. Es wurde bemängelt,
dass die Gutachterin den Rekurrenten zu Beginn des Untersuchs wegen der Haarlänge
getadelt und gesagt habe, damit sei eine verlässliche Haaranalyse gar nicht möglich.
Dazu, weshalb die Analyse dann doch möglich gewesen sei, äussere sich das
Gutachten nicht. Als der Rekurrent bekannt gegeben habe, dass er ein Haarwasser
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verwende, sei er erneut gerügt worden. Die Gutachterin habe ihm mitgeteilt, dass dies
das Resultat einer Haaranalyse verfälsche. Da sein Haar die Länge von 3 cm nie
überschreite, sei nicht erklärbar, weshalb im Gutachten von einer Haarlänge von 3,5
cm die Rede sei. Weiter rügte der Rekurrent falsche Sachverhaltswürdigungen. Unter
diesen Umständen genügt die Begründung der angefochtenen Verfügung, wonach das
Gutachten keine offenkundigen Mängel zeige, welche die Richtigkeit und Schlüssigkeit
in Frage zu stellen vermöchten, den Anforderungen an das rechtliche Gehör nicht. Die
Vorinstanz muss das Gutachten in der Entzugsverfügung würdigen, indem sie sich ihre
eigenen Überlegungen dazu macht und auf allfällige wesentliche Einwände des
Betroffenen zumindest kurz eingeht. Ein blosser Verweis auf das Gutachten genügt
nicht. Die Rüge, wonach der Antrag auf Einholung eines Obergutachtens
stillschweigend abgewiesen worden sei, ist demgegenüber unbegründet. Die
Vorinstanz teilte dem Rechtsvertreter des Rekurrenten mit Schreiben vom 5. August
2011 (Versand: 16. August 2011) unter Verweis auf die Stellungnahme des IRM zur
Frage, ob ein alkoholhaltiges Haarwasser den EtG-Gehalt im Haar beeinflussen könne,
mit, dass dem Antrag auf Einholung eines zweiten verkehrsmedizinischen Gutachtens
nicht entsprochen werden könne. In der abschliessenden Stellungnahme vom 20.
Oktober 2011 wurde von Seiten des Rekurrenten der Antrag auf Einholung eines
zweiten Gutachtens nicht erneuert.
Mit dem Rekurs können alle Mängel der angefochtenen Verfügung geltend gemacht
werden, besonders die Unzuständigkeit der erlassenden Behörde, der Verstoss gegen
wesentliche Form- und Verfahrensvorschriften, die unrichtige oder unvollständige
Feststellung des Sachverhalts sowie die Rechtswidrigkeit und die Unangemessenheit
des Verfügungsinhalts (Art. 46 Abs. 1 VRP). Aufgrund dieser umfassenden
Überprüfungsbefugnis (sog. volle Kognition) der Verwaltungsrekurskommission, kann
die Gehörsverletzung durch die Vorinstanz im Rekursverfahren geheilt werden (vgl.
statt vieler BGE 126 I 72). Die nicht hinreichende Begründung der angefochtenen
Verfügung wirkt sich indessen so aus, dass zumindest ein Teil der amtlichen Kosten
der Vorinstanz aufzuerlegen sind. Im Folgenden ist auf die einzelnen Rügen
einzugehen.
3.- Im Rekurs wird geltend gemacht, aus dem verkehrsmedizinischen Gutachten vom
9. Juni 2011 könne nicht auf eine mangelnde Fahreignung geschlossen werden.
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a) Der Führerausweis wird einer Person auf unbestimmte Zeit entzogen, wenn sie an
einer Sucht leidet, welche die Fahreignung ausschliesst (sog. Sicherungsentzug;
Art. 16d Abs. 1 lit. b des Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt: SVG), wie
beispielsweise Alkohol-, Betäubungs- und Arzneimittelabhängigkeit (Botschaft zur
Änderung des Strassenverkehrsgesetzes vom 31. März 1999, in: BBl 1999 S. 4491).
Die Rechtsprechung bejaht eine Trunksucht, wenn die betroffene Person regelmässig
so viel Alkohol konsumiert, dass ihre Fahrfähigkeit vermindert wird und sie diese
Neigung zum übermässigen Alkoholgenuss durch den eigenen Willen nicht zu
überwinden oder zu kontrollieren vermag. Auf eine fehlende Fahreignung darf
geschlossen werden, wenn die Person nicht mehr in der Lage ist, Alkoholkonsum und
Strassenverkehr ausreichend zu trennen, oder wenn die nahe liegende Gefahr besteht,
dass sie im akuten Rauschzustand am motorisierten Strassenverkehr teilnimmt. Der
Suchtbegriff des Verkehrsrechts deckt sich somit nicht mit dem medizinischen Begriff
der Alkoholabhängigkeit. Auch bloss suchtgefährdete Personen, bei denen aber
jedenfalls ein Alkoholmissbrauch vorliegt, können demnach vom Führen eines
Motorfahrzeugs ferngehalten werden (BGE 129 II 82 E. 4.1 mit Hinweis; vgl. auch Urteil
6A.8/2007 vom 1. Mai 2007 E. 2.1). Der auf unbestimmte Zeit entzogene Führerausweis
kann bedingt und unter Auflagen wiedererteilt werden, wenn eine allfällige gesetzliche
oder verfügte Sperrfrist abgelaufen ist und die betroffene Person die Behebung des
Mangels nachweist, der die Fahreignung ausgeschlossen hat (Art. 17 Abs. 3 SVG). Für
den Nachweis der Heilung wird in der Regel eine mindestens einjährige kontrollierte
Abstinenz verlangt. Der Sicherungsentzug greift tief in den Persönlichkeitsbereich des
Betroffenen ein. Nach der Rechtsprechung ist daher in jedem Fall und von Amtes
wegen eine genaue Abklärung der persönlichen Verhältnisse und insbesondere der
Trinkgewohnheiten des Betroffenen vorzunehmen. Das Ausmass der notwendigen
behördlichen Nachforschungen, namentlich die Frage, ob ein medizinisches Gutachten
eingeholt werden soll, richtet sich nach den Umständen des Einzelfalles und liegt im
pflichtgemässen Ermessen der Entzugsbehörde (BGE 129 II 82 E. 2.2 mit Hinweisen;
vgl. Urteil 1C_98/2007 vom 13. September 2007 E. 2.1-3).
b) Das verkehrsmedizinische Gutachten vom 9. Juni 2011 stützt sich einerseits auf die
Vorgeschichte und den Untersuchungsgrund sowie die Angaben des Rekurrenten,
insbesondere zu seinem Alkoholkonsum und zum Ereignis vom 26. Februar 2011,
anderseits auf die Befunde der körperlichen Untersuchung, das Ergebnis des
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Selbstbeurteilungsfragebogens AUDIT, die Ergebnisse der Analysen von Blut- und
Haarproben und die eingeholten Fremdauskünfte. Die körperliche Untersuchung verlief
aus verkehrsmedizinischer Sicht unauffällig. Die Laboruntersuchungen ergaben
demgegenüber einen leicht ausserhalb der Norm liegenden Wert für den GPT (60 U/l,
<55), und die Haarprobe von 3,5 cm Länge ab Kopfhaut wies einen
Ethylglucuronid(EtG-)-Gehalt von 81 pg/mg auf.
Im Gutachten wird ausgeführt, dass der Rekurrent am 26. Februar 2011 mit einer sehr
hohen Blutalkoholkonzentration von mindestens 2,51 Gew.-‰ ein Fahrzeug geführt
habe. Allein aufgrund dieses hohen Alkoholisierungsgrads müsse von einer erheblichen
Toleranzentwicklung ausgegangen werden, welche sich nur durch ein längerfristiges
normabweichendes Trinkverhalten entwickeln könne. Dass es sich beim fraglichen
Ereignis um einen einmaligen Alkoholüberkonsum in diesem Ausmass gehandelt habe,
könne nicht nachvollzogen werden, da bei einer Blutalkoholkonzentration von minimal
2,51 Gew.-‰ bei Nichtalkoholgewohnten Symptome einer erheblichen
Alkoholintoxikation zu erwarten gewesen wären; dies sei beim Rekurrenten jedoch
nicht der Fall gewesen. Ohne eine ausgeprägte Alkoholgewöhnung wäre er nicht in der
Lage gewesen, in derart alkoholisiertem Zustand ein Motorfahrzeug zu lenken, wie
unsicher auch immer. In der Fachliteratur werde darauf hingewiesen, dass von der
durchschnittlich alkoholgewohnten Bevölkerung Werte von über 1,6 Gew.-‰ nicht
erreicht würden und das einmalige Erreichen resp. Überschreiten dieses Wertes auch
ohne aktive Verkehrsteilnahme bereits ein Beleg eines gesundheitsschädigenden bzw.
missbräuchlichen Umgangs mit Alkohol sei, welcher mit einer Suchtgefährdung
einhergehe. Der durch äussere Belastungsfaktoren beeinflusste erhebliche
Alkoholüberkonsum des Rekurrenten beim Ereignis spreche zudem für ein psychisches
Verlangen. Die Resultate der Haaranalyse belegten darüber hinaus einen
regelmässigen und übermässigen Alkoholkonsum im Zeitraum der letzten drei bis vier
Monate vor der Probenentnahme. Der bei der Blutuntersuchung festgestellte erhöhte
GPT-Wert könne ebenfalls im Kontext mit chronischem Alkoholüberkonsum stehen; es
sei denn, die Medikation mit Esomep habe zur Erhöhung des Werts dieses
Leberenzyms geführt. Die Trinkangaben des Rekurrenten würden die hohe BAK im
Ereigniszeitpunkt und die Resultate der Laboranalysen nicht erklären, was auf eine
Bagatellisierung der Trinkgewohnheiten schliessen lasse. Offensichtlich habe der
Rekurrent seinen regelmässigen Alkoholkonsum auch gegenüber dem Hausarzt
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verschwiegen. Eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem FiaZ-Ereignis und der
zugrunde liegenden Alkoholproblematik seien anlässlich des Untersuchungsgesprächs
nicht erkennbar gewesen, so dass von einem erhöhten Risiko einer weiteren
Trunkenheitsfahrt auszugehen sei. Insgesamt könne daher die Fahreignung wegen
einer verkehrsrelevanten missbräuchlichen Alkoholproblematik mit Suchtgefährdung
derzeit nicht befürwortet werden. Das Vorliegen einer Alkoholabhängigkeit gemäss
ICD-10 wurde mangels genügend konkreter Hinweise verneint.
c) aa) Nach der Rechtsprechung gehören zu den für den Nachweis der Trunksucht
erforderlichen Abklärungen etwa eine gründliche Prüfung der persönlichen
Verhältnisse, welche namentlich die Einholung von Fremdberichten von Hausarzt,
Arbeitgeber und Familienangehörigen usw. umfasst, eine einlässliche Aufarbeitung der
konkreten Trunkenheitsfahrten, eine Alkoholanamnese, d.h. die Erforschung des
Trinkverhaltens (Trinkgewohnheiten und Trinkmuster) des Betroffenen und seine
subjektive Einstellung dazu sowie eine umfassende, eigens vorzunehmende körperliche
Untersuchung mit besonderer Berücksichtigung von alkoholbedingten
Hautveränderungen usw. (BGE 129 II 82 E. 6.2.2). Nachdem sich der direkte Nachweis
des Alkoholkonsums durch die Haaranalyse durchgesetzt hat, erübrigen sich
weitgehende und teils durchaus heikle Abklärungen im Umfeld in der Regel, um zu
einem sicheren Befund zu gelangen. Indessen richtet sich der Umfang der
Nachforschungen nach den Umständen des Einzelfalls und liegt im pflichtgemässen
Ermessen der Entzugsbehörde. Beweiserhebungen sind nach den allgemeinen
Grundsätzen nur soweit durchzuführen, als sie erforderlich sind (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 6A.8/2007 vom 1. Mai 2007 E. 2.5).
bb) Die dem Rekurrenten anlässlich der Untersuchung am 10. Mai 2011 abgenommene
Haarprobe wies einen EtG-Gehalt von 81 pg/mg auf. Wie im verkehrsmedizinischen
Gutachten vom 9. Juni 2011 dazu korrekt ausgeführt wird, weist diese Konzentration
auf einen regelmässigen und übermässigen Alkoholkonsum in den rund drei bis vier
Monaten vor der Probenentnahme hin.
Anders als bei der Laboranalytik anhand der in der Regel aus dem Blut ermittelten
Parameter CDT, GGT, GOT, GPT und MCV (vgl. BGE 129 II 82 E. 6.2.1.), mit der
Alkoholkonsum nicht direkt nachgewiesen werden kann, handelt es sich bei der
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forensisch-toxikologischen Haaranalyse auf EtG um eine direkte, beweiskräftige
Analysemethode. Das EtG ist ein nicht oxidatives Nebenprodukt des Stoffwechsels von
Trinkalkohol (B. Liniger, Die forensisch-toxikologische Haaranalyse auf Ethylglucuronid
– eine beweiskräftige Untersuchungsmethode zur Überprüfung des Alkoholkonsums in
der verkehrsmedizinischen Begutachtung, in: Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht
2006, St. Gallen 2006, S. 41 ff.). Weil EtG ein Abbauprodukt von Alkohol ist, belegt
dessen Nachweis direkt den Konsum von Alkohol. Aufgrund des Kopfhaar-
Längenwachstums von ca. 1 cm pro Monat lassen sich Aussagen über den
Alkoholkonsum während der entsprechenden Zeit vor der Haarentnahme machen. EtG-
Resultate über 30 bzw. 51 pg/mg werden nur bei Patienten mit Alkoholproblemen
beobachtet (Urteil des Bundesgerichts 6A.8/2007 vom 1. Mai 2007 E. 2.3). Mit einer
gemessenen EtG-Konzentration von 81 pg/mg wurden diese Werte erheblich
überschritten.
Der Rekurrent macht geltend, es bestünden Zweifel an der Verlässlichkeit des
Ergebnisses der Haaranalyse. Beim Eintreffen im IRM habe ihn die untersuchende
Assistenzärztin wegen seiner Haarlänge getadelt und ihm wörtlich mitgeteilt, dass eine
verlässliche Haaranalyse gar nicht möglich sei. Dazu, weshalb die Analyse dann
offenbar trotzdem möglich gewesen sei, äussere sich das Gutachten nicht. In der
Zwischenverfügung vom 12. April 2011 sei er nicht darauf hingewiesen worden, sich
die Haare nicht zu schneiden. Von einer Mindesthaarlänge sei nirgends die Rede. Er
lasse sich die Haare jeden Monat von seiner Lebenspartnerin mit einem Haarschneider,
der auf 1,5 cm eingestellt sei, schneiden. Bei einem monatlichen Wachstum von 1 cm
sei es daher ausgeschlossen, dass seine Haare je eine Länge von 3 cm übersteigen
würden. Folglich sei nicht erklärbar, wie das Gutachten eine Haarlänge von 3,5 cm
habe angeben können. Zudem sei er im Rahmen der Begutachtung gefragt worden, ob
er ein Haarwasser verwende, was er bejaht habe. Die Assistenzärztin habe ihm
daraufhin wörtlich mitgeteilt, dass dies das Resultat der Haaranalyse verfälsche. Er sei
jedoch vorgängig nicht darauf aufmerksam gemacht worden, kein Haarwasser zu
verwenden. Darüber, inwieweit dieser Umstand das Analysenergebnis beeinflusse,
schweige sich das Gutachten aus. Auf entsprechende Nachfrage hin habe das IRM
plötzlich mitgeteilt, dass ein Haarwasser generell keinen Einfluss auf das Ergebnis der
Haaranalyse habe. In der Rechtsmedizin werde beschrieben, dass ethanolhaltige
Haarwasser, wie der Rekurrent eines benutze, falsche Ergebnisse bewirken können,
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weshalb auf EtG-Analysen spezialisierte Institute die Patienten darüber informieren,
kein Haarwasser mit Alkohol zu verwenden. Es bestünden Widersprüche zwischen der
Aussage der Gutachterin, ein verlässliches Ergebnis sei nicht zu erwarten, der Meinung
des einen Sachbearbeiters der Vorinstanz, wonach es möglicherweise einen Einfluss
auf das Resultat habe, und der gegenteiligen Ansicht eines anderen Sachbearbeiters.
Nichtsdestotrotz habe die Vorinstanz empfohlen, künftig auf die Verwendung eines
Haarwassers zu verzichten, um auf diese Weise eine sichere Grundlage für die
Neubeurteilung der Fahreignung zu schaffen. Daraus sei zu schliessen, dass mit der
Verwendung eines Haarwassers gerade keine sichere Grundlage gegeben sei. Das
Gutachten sei in diesem Punkt daher nicht schlüssig. Vielmehr müsse angenommen
werden, dass das Ergebnis bezüglich der EtG-Konzentration von Fremdfaktoren
beeinflusst worden sei bzw. aufgrund der Haarlänge kein aussagekräftiges Resultat
habe erwartet werden können. Im Weiteren äussere sich das Gutachten nicht zum
möglichen Zusammenhang zwischen den gesundheitlichen Problemen (Anämie) des
Rekurrenten und dem erhöhten EtG-Wert. Dem Gutachten lasse sich zudem nicht
entnehmen, wer die Haaranalyse durchgeführt habe, zumal es bei dieser Analyse
entscheidend auf die Sachkenntnis und Erfahrung des chemisch-toxikologischen
Sachverständigen ankomme. Schliesslich sei nicht nachgewiesen, ob die
untersuchende Assistenzärztin, falls sie die Analyse gemacht habe, über die
erforderliche Qualifikation verfüge. Aufgrund der aufgezeigten Widersprüche sei nicht
auszuschliessen, dass es bei der Analyse zu einer Verwechslung der Haarprobe
gekommen sei. Anders seien die offensichtlichen Widersprüche nicht erklärbar. Dies
gelte umso mehr, als zwischen der Entnahme und der Analyse ganze sieben Tage
vergangen seien.
Für eine Verwechslung der Haarprobe bestehen keinerlei Anhaltspunkte. Das Vorgehen
bei der Haarasservierung ist klar geregelt und dem Gericht aus früheren Verfahren und
Besichtigungen bekannt. Das IRM hält sich an die entsprechenden Vorgaben der
Schweizerischen Gesellschaft für Rechtsmedizin SGRM (vgl. Die forensisch-
toxikologische Haaranalytik, Version 12/2009, und Bestimmung von Ethylglucuronid
(EtG) in Haarproben, Version 12/2009, beide zur Publikation freigegeben am 27. Januar
2010, zu finden unter www.sgrm.ch). Dort wird die Vorgehensweise bei der
Haarentnahme detailliert beschrieben. Die Identität des Probanden wird geprüft, die
Haare noch vor dem Abschneiden zusammengebunden, das kopfnahe Ende
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bezeichnet, die Proben eindeutig gekennzeichnet und die Haarprobe bezüglich Länge,
Farbe etc. beschrieben. Die Haare werden in ein Couvert verpackt und dieses
verschlossen. Dies alles geschieht unter der Aufsicht des Probanden, was dieser
unterschriftlich zu bestätigen hat. Ebenso ist nicht daran zu zweifeln, dass die
Haaranalyse nach den Vorgaben des SGRM von einer dafür ausgebildeten Person
durchgeführt wurde. Es ist auch nicht ersichtlich, was die Zeitspanne zwischen
Probenentnahme und Analyse mit einer angeblichen Verwechslung zu tun hat.
Hinsichtlich der Haarlänge ist nicht nachgewiesen, dass der Rekurrent im Zeitpunkt der
Probenentnahme eine Haarlänge von nicht mehr als 3 cm aufgewiesen hat, wie von
ihm behauptet wird. Seinen Angaben zufolge lässt er sich die Haare jeden Monat auf
1,5 cm kürzen. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass das Intervall auch einmal
etwas länger ausfallen kann. Zudem kann das Haarwachstum grössere Abweichungen
zur durchschnittlichen Annahme von 1 cm pro Monat aufweisen (vgl. Die forensisch-
toxikologische Haaranalytik, a.a.O., Ziff. 2.3.2). Vor dem Hintergrund, dass für die
Haaranalyse in der Regel Haare mit einer Länge von 5 – 6 cm entnommen werden,
erstaunt auch die Aussage der Gutachterin zur Haarlänge beim Rekurrenten nicht,
sofern sie denn so überhaupt gemacht wurde. Je kürzer die Haarprobe, desto kürzer
der Zeitraum, über welchen die Analyse ein Resultat liefert. Trotz anfänglicher
Bedenken konnten immerhin Haare mit einer Länge von 3,5 cm asserviert werden.
In einem früheren Verfahren (VRKE IV-2011/20 vom 12. Mai 2011, publiziert in:
www.gerichte.sg.ch/Rechtsprechung), wo ebenfalls geltend gemacht wurde, dass das
Ergebnis der Haaranalyse durch die Benützung eines alkoholhaltigen Haarwassers
verfälscht worden sei, hat das IRM dazu ausgeführt, dass ein äusserlicher Kontakt der
Haare mit Alkohol nicht geeignet sei, eine EtG-Einlagerung in die Haare zu erklären.
Das bei der Haaranalyse gemessene EtG entsteht als Alkoholabbauprodukt als so
genannter direkter Parameter des Alkoholkonsums in der Leber. Es widerspiegelt direkt
das Konsumverhalten (act. 9/27). Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft ist die
Frage nach dem Einfluss von alkoholhaltigem Haarwasser auf das Ergebnis der EtG-
Haaranalyse zu verneinen. Bis heute gilt der Konsum von Trinkalkohol als einzige
Quelle dafür, dass EtG in die Haare gelangen kann (vgl. Bestimmung von
Ethylglucuronid (EtG) in Haarproben, a.a.O., Ziff. 3.1). Das EtG wird in der Leber
gebildet und lagert sich danach über den Blutkreislauf und die Haarwurzel in das
wachsende Haar ein. Die vom Rekurrenten eingereichten Abhandlungen, welche das
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Gegenteil belegen sollen, sind entweder älteren Datums oder zeitlich nicht zuzuordnen.
Abgesehen davon sind Publikationen im Internet mit der gebotenen Zurückhaltung zu
würdigen. Selbst wenn sich die Gutachterin dahingehend geäussert haben sollte, dass
das Haarwasser das Ergebnis verfälschen könne, vermag dies letztlich keine Zweifel
am Ergebnis der Haarprobe aufkommen zu lassen. Nach der Verwendung von
Haarpflegemittel gefragt bzw. darauf hingewiesen, dass auf solche, wenn möglich, bis
zu einer nächsten Kontrolle zu verzichten sei, wird vielmehr deshalb, um eine
äusserliche Kontaminierung der Haare zu kennen bzw. künftig zu vermeiden. Liegt eine
solche Kontaminierung vor, müssen die Haare substanzspezifisch dekontaminiert
werden, wobei mit einem gewissen Substanzverlust gerechnet werden muss (vgl. Die
forensisch-toxikologische Haaranalytik, a.a.O., Ziff. 3.3.4). Dass der zuständige
Sachbearbeiter der Vorinstanz den Rekurrenten für die Nachfrage beim IRM nach dem
verwendeten Haarwasser fragte, erscheint zwar angesichts der Tatsache, dass
ethanolhaltige Haarwasser keinen Einfluss auf das Messergebnis haben, nicht leicht
nachvollziehbar, ändert jedoch ebenfalls nichts am heutigen Kenntnisstand der
Wissenschaft. Offenbar waren diese Tatsache und das Urteil der
Verwaltungsrekurskommission IV-2011/20 vom 12. Mai 2011 (vgl. oben) dem
Sachbearbeiter damals noch nicht bekannt. Da dem Gutachten keine entsprechenden
Ausführungen zu entnehmen sind, ist davon auszugehen, dass es zwischen der beim
Rekurrenten damals bestehenden Anämie und der EtG-Konzentration in den Haaren
keinen Zusammenhang gibt.
Der Rekurrent macht geltend, die festgestellte EtG-Konzentration stehe in frappantem
Widerspruch zu allen übrigen Ergebnissen. Es seien weder auffällige körperliche
Merkmale wie Hautrötungen vorhanden gewesen, noch die einschlägigen
Blutparameter – mit Ausnahme des GPT-Werts, was damals jedoch medikamentös
bedingt gewesen sei – erhöht gewesen. Nur gerade einen Tag vor der
Trunkenheitsfahrt vom 25. Februar 2011 sei das Blut des Rekurrenten vom Hausarzt
untersucht worden. Sämtliche Werte hätten sich innerhalb der Norm bewegt,
insbesondere auch der GPT. Die Behandlung der Eisenmangelanämie mit Esomep sei
erst am 23. März 2011 gestartet worden. Vor diesem Hintergrund müsse der erhöhte
EtG-Wert als nicht zu erklärender Ausreisser bezeichnet werden. Dem ist
entgegenzuhalten, dass auch unauffällige Werte bei der Analyse der Blutproben einen
übermässigen Alkoholkonsum nicht auszuschliessen vermögen. Dies gilt angesichts
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des erheblichen Anteils von sogenannten Non-Respondern (20-40%) insbesondere für
den CDT-Wert, dessen Erhöhung regelmässig im Zusammenhang mit einem erhöhten
Alkoholkonsum steht. Bei den Non-Respondern handelt es sich um Personen, bei
denen trotz bekannten Alkoholüberkonsums kein erhöhter CDT-Wert nachgewiesen
werden kann (vgl. U. Grimm, Beurteilung der Fahreignung [Alkohol, Drogen] und
Aussagemöglichkeit der Laborparameter, publiziert auf www.fosumos.ch Referate;
ders., Verkehrsmedizinische Beurteilung bei Suchtmittel-Problematik, publiziert auf
www.fosumis.ch Referate). Hinzu kommt, dass bei der Analyse des Hausarztes vom
25. Februar 2011 der für Alkoholmissbrauch spezifische CDT-Wert gerade nicht
bestimmt wurde. Zutreffend ist jedoch, dass der anlässlich der verkehrsmedizinischen
Untersuchung vom 10. Mai 2011 leicht erhöhte GPT-Wert von 60 U/l (<55) wohl eher im
Zusammenhang mit der damals aktuellen medikamentösen Behandlung einer
Refluxösophagitis steht. Die Einnahme des verordneten Protonenpumpenblockers
Esomep kann zu erhöhten Leberwerten führen. Dies hat auch die Gutachterin so
ausgeführt und berücksichtigt.
Der Rekurrent führt sodann aus, dass der Selbstbeurteilungsfragebogen AUDIT
ebenfalls keine Hinweise auf ein verkehrsrelevantes Alkoholproblem gegeben habe. Er
habe lediglich sechs Punkte erreicht, wobei eine Alkoholabhängigkeit erst bei mehr als
acht Punkten wahrscheinlich sei. Dazu ist festzuhalten, dass im Gutachten keine
genügend konkreten Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Alkoholabhängigkeit beim
Rekurrenten festgestellt werden konnten. Dies deckt sich mit dem Ergebnis des
AUDIT-Fragebogens. Hinzu kommt, dass das Testresultat sehr stark von der Offenheit
des Probanden abhängt und daher auch leicht zu manipulieren ist.
cc) Nach der Rechtsprechung ermöglichen biochemische Analyseresultate von Blut-
und Haarproben objektive Rückschlüsse zum Alkoholkonsum eines Probanden
während einer bestimmten Zeit. Ein deutlich überhöhter Wert kann dabei ein Indiz
darstellen für einen verkehrsrelevanten Alkoholmissbrauch mit Suchtgefährdung.
Hingegen erlauben auch signifikant erhöhte biochemische Werte in der Regel noch
keinen zweifelsfreien Schluss auf eine den Sicherungsentzug rechtfertigende fehlende
Fahreignung im Sinn von Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG. Dies gilt jedenfalls für Analysen von
Blut- und Urinproben, insbesondere für den CDT-Marker. Diese Praxis gilt
grundsätzlich auch für die Haaranalyse auf EtG. Zwar können deutlich erhöhte EtG-
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Werte ein wichtiges Indiz für mangelnde Fahrtüchtigkeit darstellen. Sie vermögen
jedoch eine ausreichende verkehrsmedizinische Abklärung als Voraussetzung für den
Sicherungsentzug nicht vollständig zu ersetzen. Es muss hinreichend dargetan sein,
dass der Betroffene seine Neigung zum übermässigen Alkoholgenuss durch den
eigenen Willen nicht zu überwinden oder zu kontrollieren vermag (Urteil des
Bundesgerichts 1C_150/2010 vom 25. November 2010 E. 5.1 mit Hinweisen und E.
5.3).
Im verkehrsmedizinischen Gutachten vom 9. Juni 2011 wird zwar keine
Alkoholabhängigkeit im medizinischen Sinn festgestellt; eine solche wird aber auch
nicht ausgeschlossen. Kann wie beim Rekurrenten eine Alkoholabhängigkeit im Sinn
von ICD-10 nicht diagnostiziert werden, stellt sich die Frage nach der Verkehrsrelevanz
eines Alkoholmissbrauchs, namentlich nach der Fähigkeit der betroffenen Person,
Alkoholüberkonsum und Fahren hinreichend konsequent trennen zu können. Obwohl
eine Trunkenheitsfahrt als solche schon den Bezug zum Strassenverkehr und somit die
verkehrsrelevante Bedeutung des im Einzelfall zu beurteilenden Alkoholproblems
hinreichend belegt, kommt den detaillierten FiaZ-Umständen sowie dem FiaZ-
Problembewusstsein zusätzlich sehr grosse Bedeutung zu (vgl. B. Liniger,
Verkehrsmedizin: Fahreignungsbegutachtung und Auflagen, in: Jahrbuch zum
Strassenverkehrsrecht 2004, St. Gallen 2004 S. 94).
Aus dem Ergebnis der Haaranalyse – in den am 10. Mai 2011 abgenommenen
Kopfhaaren wurde EtG-Gehalt von 81 pg/mg nachgewiesen – ist auf einen deutlich
erhöhten Alkoholkonsum in den der Probenentnahme vorangegangenen drei bis vier
Monaten zu schliessen. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung deuten bereits
EtG-Werte von 45 und 66 pg/mg auf einen übermässigen Alkoholkonsum hin (vgl. Urteil
1C_150/2010 vom 25. November 2010 E. 5.3). Der festgestellte EtG-Wert entspricht
beinahe dem Dreifachen der oberen Grenze von 30 pg/mg EtG, wo die Medizin die
Grenze zum chronisch-exzessiven Alkoholkonsum lokalisiert (Konsens der
Internationalen Gesellschaft für Haaranalytik vom Juni 2009; vgl. www.soht.org,
Consensus on Alcohol Markers). Gemäss der Schweizerischen Gesellschaft für
Rechtsmedizin sprechen Ergebnisse von über 30 pg/mg für einen risikoreichen
Alkoholkonsum im Sinn eines starken bis chronisch-exzessiven Alkoholkonsums (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 1C_243/2010 vom 10. Dezember 2010 E. 2.7 mit Hinweis).
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Selbst unter Berücksichtigung einer Messunsicherheit von +/- 25 Prozent (vgl. VerwGE
B 2010/247 vom 9. November 2010 E. 2.2, publiziert in: www.gerichte.sg.ch/
Rechtsprechung) beträgt er immer noch das Doppelte des Wertes zur Grenze zum
starken Alkoholkonsum.
Im Rekurs wird geltend gemacht, für einen Sicherungsentzug müsse der Betroffene
mehr als jede andere Person der Gefahr ausgesetzt sein, sich in einem Zustand ans
Steuer eines Fahrzeugs zu setzen, der das sichere Führen nicht mehr gewährleiste.
Dieses psychische Element könne nur durch eine psychologische Beurteilung abgeklärt
werden. Das Ergebnis des Gutachtens sei jedoch unklar bzw. teilweise
widersprüchlich. So werde dem Rekurrenten einerseits eine psychische Unauffälligkeit
bescheinigt. Dennoch spreche der einmalige Alkoholüberkonsum anlässlich eines
Firmenessens angeblich für ein psychisches Verlangen nach Alkohol. Weiter sei laut
Gutachten eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem FiaZ-Ereignis nicht erkennbar
gewesen, so dass von einem erhöhten Risiko einer weiteren Trunkenheitsfahrt
auszugehen sei. Die Gutachterin vermöge nicht darzulegen, worauf sie diese
Beurteilung stütze. Das Gutachten sei deshalb auch in diesem Punkt weder schlüssig
noch nachvollziehbar.
Der Alkoholkonsum des Rekurrenten wurde am 26. Februar 2011 verkehrsrelevant. Er
lenkte damals ein Fahrzeug mit einer sehr hohen Blutalkoholkonzentration von
mindestens 2,51 Gew.-‰ (Mittelwert 2,8 Gew.-‰). Die festgestellte
Blutalkoholkonzentration von durchschnittlich 2,8 Gew.-‰ und das unauffällige Führen
des Personenwagens im Polizeirapport fehlen Angaben zu einer allenfalls unsicheren
Fahrweise – deuten nicht nur auf eine allgemeine Alkoholgewöhnung, sondern auch auf
eine Gewöhnung des Lenkens eines Motorfahrzeuges unter Alkoholeinfluss hin.
Personen, welche nur selten Alkohol trinken, sind gar nicht in der Lage, eine
Blutalkoholkonzentration von 2,0 Gew.-‰ überhaupt zu erreichen, zumal sie –
aufgrund der alkoholtoxischen Wirkung – schon vorher mit zunehmender Übelkeit,
Bewusstseinstrübung und beispielsweise Erbrechen reagieren. Derart beeinträchtigte
Personen sind nicht mehr in der Lage, nur noch halbwegs zielgerichtete Handlungen
auszuführen, geschweige denn das Fahrzeug zu finden bzw. dieses nur einigermassen
korrekt bedienen und führen zu können (vgl. B. Liniger, Verkehrsmedizin:
Fahreignungsbegutachtung und Auflagen, in: Jahrbuch zum Strassenverkehrsrecht
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2004, S. 92). Der übermässige Alkoholkonsum des Rekurrenten an jenem Abend stand
im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Verkauf seiner Arbeitgeberfirma. Zudem
habe er kurz zuvor erfahren, dass er an Blutarmut leide, was ihn sehr beunruhigt habe,
da sein Vater innerhalb von kurzer Zeit an Lungenkrebs gestorben sei. Der
Kontrollverlust im Umgang mit Alkohol wurde folglich von äusseren Belastungsfaktoren
beeinflusst. Der Schluss auf ein psychisches Verlangen nach Alkohol liegt deshalb
nahe. Ein Widerspruch zur vorgängigen Beschreibung als "psychisch unauffällig" bei
den Befunden der körperlichen Untersuchung besteht nicht. Dort ging es um die
Beschreibung des Psychostatus, des aktuellen psychischen Zustands des
Rekurrenten. Obwohl der Fahrweg nach eigener Darstellung des Rekurrenten nur kurz
war und er die Alkoholwirkung bemerkt hatte, erachtete er es nicht als angezeigt, sein
Motorfahrzeug stehen zu lassen und den Heimweg zu Fuss zurückzulegen oder seine
nicht alkoholisierte Lebenspartnerin ans Steuer zu lassen. Er schätzt das Risiko einer
künftigen Trunkenheitsfahrt als nicht vorhanden ein. Er werde keinen Alkohol mehr
trinken, wenn er mit dem Auto unterwegs sei. Daraus kann allerdings angesichts des
erheblichen Alkoholüberkonsums und des damit verbundenen Kontrollverlustes noch
kein ausreichendes Problembewusstsein abgeleitet werden (vgl. B. Liniger,
Verkehrsmedizin: Bericht über den Stand der Wissenschaft, in: Jahrbuch zum
Strassenverkehrsrecht 2003, St. Gallen 2003, S. 112). Die Gutachterin stellte zudem
fest, dass die Trinkangaben die hohe Alkoholisierung und die vorliegenden Resultate
der Laboranalysen nicht erklären können, was auf eine Bagatellisierung der
Trinkgewohnheiten schliessen lasse. Der Rekurrent gab bei der verkehrsmedizinischen
Untersuchung an, er habe dreimal wöchentlich ein Feierabendbier (0,5 Liter) getrunken
und gelegentlich ein Glas Wein zusammen mit seiner Partnerin genossen. Ungefähr
ein- bis zweimal pro Jahr habe er vermehrt Alkohol konsumiert, letztmals an jenem
Abend vor der Trunkenheitsfahrt, wo er zwischen 19.00 und 04.00 Uhr etwa drei bis
vier Flaschen Bier à 0,5 Liter und drei bis vier Gläser à 1 Deziliter Wein getrunken habe.
Da die am 26. Februar 2011 festgestellte durchschnittliche Blutalkoholkonzentration
von 2,8 Gew.-‰ und die Alkoholgewöhnung im Widerspruch zu den geschilderten
moderaten Trinkgewohnheiten stehen, wird im Gutachten nachvollziehbar auf eine
Bagatellisierung des Trinkverhaltens durch den Rekurrenten und auf eine nicht
erkennbare vertiefte Auseinandersetzung mit dem FiaZ-Ereignis und der zugrunde
liegenden Alkoholproblematik geschlossen. Auch wenn die Gutachterin keine
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Alkoholabhängigkeit im Sinn von ICD-10 diagnostizierte, erscheint der Rekurrent
trotzdem erhöht suchtgefährdet. Eine hohe Blutalkoholkonzentration bei einer
Trunkenheitsfahrt ist ein erhebliches Indiz für eine Gefährdung in Richtung Entwicklung
eines chronischen Missbrauchs bzw. einer Sucht (vgl. Liniger, a.a.O., Jahrbuch 2004,
S. 93). Dies gilt vor allem für den Rekurrenten, der seinen massiven
Alkoholüberkonsum selbst in den Zusammenhang mit einer psychischen
Belastungssituation stellt. Dafür spricht auch, dass die Lebenspartnerin des
Rekurrenten nach dem FiaZ-Ereignis Ende März 2011 dessen Hausarzt über den
regelmässigen Alkoholkonsum informierte.
Dass die Gutachterin unter diesen Umständen darauf verzichtete, eigene
Erkundigungen im familiären und beruflichen Umfeld des Rekurrenten einzuholen, ist
angesichts des klaren Ergebnisses der Analyse der Haarprobe, der konkreten
Umstände der Trunkenheitsfahrt vom 26. Februar 2011 und der eigenen Angaben des
Rekurrenten zu seinem Alkoholkonsum nicht zu beanstanden (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 6A.8/2007 vom 1. Mai 2007 E. 2.5). Insgesamt erweist sich damit die
Schlussfolgerung einer verkehrsrelevanten Alkoholmissbrauchsproblematik im
Gutachten vom 9. Juni 2011 als widerspruchsfrei, nachvollziehbar und schlüssig. Die
Einholung eines zweiten Gutachtens sowie einer (verkehrs)psychologischen Beurteilung
erübrigt sich damit.
dd) Der Rekurrent bringt vor, ein von ihm eingeholtes Privatgutachten attestiere ihm
einen EtG-Wert von unter 30 pg/mg. Bei einer Unterschreitung dieses Grenzwertes
spreche das Bundesgericht von einem moderaten Alkoholkonsum. Die Haarprobe für
dieses Gutachten sei am 8. September 2011 abgegeben worden. Daraus könne
geschlossen werden, dass der Rekurrent in den Monaten Juni bis August 2011 in
einem völlig sozialverträglichen Rahmen Alkohol konsumiert habe. Dies zeige, dass bei
ihm kein psychisches Verlangen nach Alkohol vorhanden sei. Vielmehr habe er seine
Neigung zum übermässigen Alkoholkonsum durch eigenen Willen überwinden können.
Seit mindestens 24. August 2011 lebe er alkoholabstinent.
Die Haaranalyse der anlässlich der verkehrsmedizinischen Untersuchung vom 10. Mai
2011 entnommenen Probe deckt mit einer Länge von 3,5 cm in etwa den Zeitraum von
Anfang Februar bis Anfang Mai 2011 ab. Die am 8. September 2011 asservierte
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Haarprobe mit einer Länge von 3,5 bis 4 cm lässt Rückschlüsse zum Alkoholkonsum
seit ungefähr Mitte Mai 2011 zu, also nach dem verkehrsmedizinischen Untersuch. Seit
Ende August 2011 hält der Rekurrent gemäss eigenen Angaben eine Alkoholabstinenz
ein. Ob diese den Anforderungen an eine ärztlich kontrollierte und fachlich betreute
Totalabstinenz, die ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zur Überwindung des
diagnostizierten verkehrsrelevanten Alkoholmissbrauchs ist, genügt, wird die
Vorinstanz im Rahmen des Verfahrens um Wiedererteilung des Führerausweises zu
prüfen haben. Soweit der Rekurrent tatsächlich seit Juni 2011 weniger Alkohol
konsumierte, wie das Ergebnis der Haaranalyse gemäss Gutachten der Forensisch
Toxikologisches Zentrum GmbH belegt, (act. 9/10) und seit Ende August 2011
alkoholabstinent lebt, spricht dies zwar für eine gewisse Einsichtsfähigkeit, ändert
jedoch nichts an der Schlüssigkeit des Gutachtens, das sich auf die für den
Sicherungsentzug massgebenden, im Mai 2011 erhobenen Tatsachen stützt. Die
Verhaltensänderung erging allerdings erst unter dem Druck der Verfahren und der
erwarteten negativen Folgen, namentlich des drohenden Sicherungsentzugs. Nach
dem Ereignis selbst konnte er sich nicht aus freien Stücken zu einer merklichen
Einschränkung des Alkoholkonsums entschliessen, wie die erhebliche EtG-Konzentra
tion von 81pg/mg zeigt, die sich auf die letzten drei bis vier Monate vor der
Haarentnahme am 10. Mai 2011 bezieht. Im Übrigen liegt der EtG-Wert von 27 pg/mg
gemäss Gutachten des Forensisch Toxikologischen Centrums, München, vom 16.
September 2011 nahe an der Grenze von 30 pg/mg, wo die Medizin die Grenze zum
chronisch-exzessiven Alkoholkonsum lokalisiert. Schliesslich kommt dem bislang
ungetrübten automobilistischen Leumund im Verfahren des Sicherungsentzugs keine
entscheidende Bedeutung zu.
4.- Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz zu Recht auf das schlüssige
verkehrsmedizinische Gutachten vom 9. Juni 2011 abgestellt, die Fahreignung des
Rekurrenten gestützt auf Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG verneint, den Führerausweis auf
unbestimmte Zeit entzogen und die Wiedererteilung unter anderem von einer
kontrollierten und betreuten Alkoholabstinenz von mindestens sechs Monaten Dauer
abhängig gemacht hat. Dementsprechend ist der Rekurs abzuweisen.
5.- Mit dem Sicherungsentzug soll sichergestellt werden, dass der Rekurrent zum
Schutz der Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer vom Strassenverkehr
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ferngehalten wird. Dieser Zweck wäre gefährdet, wenn der Rekurrent während des
Beschwerdeverfahrens als Motorfahrzeugführer zum Strassenverkehr zugelassen
würde. Einer allfälligen Beschwerde ist deshalb die vom Gesetz vorgesehene
aufschiebende Wirkung zu entziehen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 51 VRP).
6.- Dem Verfahrensausgang entsprechend – Verletzung des rechtlichen Gehörs in
formeller
Hinsicht, Abweisung des Rekurses in materieller Hinsicht – sind die amtlichen Kosten
den Verfahrensbeteiligten je zur Hälfte aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 1'500.-- (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung,
sGS 941.12) erscheint angemessen. Die Kosten der Verfügung zur aufschiebenden
Wirkung vom 11. Januar 2012 in der Höhe von Fr. 200.-- sind dem Rekurrenten
aufzuerlegen (vgl. Art. 7 Ziff. 111 der Gerichtskostenverordnung). Der Kostenvorschuss
von Fr. 1'500.-- ist bis zum Betrag von Fr. 950.-- zu verrechnen. Die Finanzverwaltung
ist anzuweisen, dem Rekurrenten Fr. 550.-- zurückzuerstatten.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist keine ausseramtliche Entschädigung
zuzusprechen (Art. 98 VRP).