Decision ID: 620d6fab-73b6-41be-a321-03834c2a94b5
Year: 2011
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die I. Beschwerdekammer hält fest, dass:
- die Bundesanwaltschaft gegen A. und Mitbeschuldigte eine  führt, in deren Rahmen sie diesen aufforderte, allfällige - und Genugtuungsansprüche im Sinne des Art. 429 StPO ;
- A. dieser Aufforderung mit Eingabe vom 15. April 2011 nachkam (act. 1);
- er im Rahmen dieser Eingabe in prozessualer Hinsicht beantragte, die Mit-
glieder der Bundesanwaltschaft seien in der vorliegenden Sache wegen des Anscheins von Befangenheit in den Ausstand zu versetzen (act. 1, S. 2);
- die Bundesanwaltschaft am 27. April 2011 diese Eingabe zusammen mit ih-
rer Stellungnahme zur Beurteilung des Ausstandsbegehrens der I.  des Bundesstrafgerichts übermittelte (act. 2);
- A. die Stellungnahme der Bundesanwaltschaft am 29. April 2011 zur Kennt-
nis gebracht wurde (act. 3).

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- eine Partei, die den Ausstand einer in einer Strafbehörde tätigen Person verlangen will, der Verfahrensleitung ohne Verzug ein entsprechendes  zu stellen hat, sobald sie vom Ausstandsgrund Kenntnis hat, wobei die den Ausstand begründenden Tatsachen glaubhaft zu machen sind (Art. 58 Abs. 1 StPO);
- die I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts ohne weiteres Beweis-
verfahren und endgültig entscheidet, wenn ein Ausstandsgrund nach Art. 56 lit. a oder f StPO geltend gemacht wird oder sich eine in einer  tätige Person einem Ausstandsgesuch einer Partei widersetzt, das sich auf Art. 56 lit. b – e StPO abstützt und die Bundesanwaltschaft  ist (Art. 59 Abs. 1 lit. b StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG und Art. 19 Abs. 1 des Organisationsreglements vom 31. August 2010 für das  [Organisationsreglement BStGer, BStGerOR; SR 173.713.161);
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- die im prozessualen Antrag ohne weitere Spezifikation erfolgte , es seien „die Mitglieder der Bundesanwaltschaft“ in den Ausstand zu versetzen, nur so verstanden werden kann, dass die Bundesanwaltschaft als Gesamtbehörde in den Ausstand treten soll;
- Ausstandsgesuche nur gegen einzelne Personen, nicht jedoch gegen Ge-
samtbehörden gerichtet werden können (BGE 105 Ib 301 E. 1a S. 302 f. zu Art. 22 f. aOG);
- dieser Grundsatz vom Bundesgericht unlängst auch im Bereich der nun-
mehr in Kraft getretenen StPO für anwendbar erklärt wurde (Urteil des Bundesgerichts 1B_86/2011 vom 14. April 2011, E. 3.3.1);
- daher auf das Ausstandsgesuch nicht einzutreten ist;
- im Gesuch lediglich generelle Polemik, jedoch keine bezüglich bestimmter
Personen spezifizierte Ausstandsgründe im Sinne von Art. 56 StPO  sind, und auch im Übrigen nicht aus den vorliegenden Akten , weshalb das Gesuch abgewiesen werden müsste, falls darauf einzutreten wäre;
- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten vom Gesuchsteller zu tra-
gen sind (Art. 59 Abs. 4 StPO);
- die Kosten dieses Verfahrens auf Fr. 500.-- festgesetzt werden (Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 2 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren, BStKR; SR 173.713.162);
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