Decision ID: 59b5934d-6fc6-42dc-9e82-06477937b798
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1958,
zuletzt
in einem Teilzeitpensum als Raum
pflegerin
in Privathaushalten und einer Arztpraxis
tätig
,
meldete sich am
8.
Juli 2011 unter Hi
nweis auf
seit einem Jahr bestehende
starke Schmerzen, Krib
beln und Zittern in beiden Händen zum Bezug von Leistungen der Invalidenversi
cherung an (
Urk.
6/2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-
Ste
lle, holte Arbeitgeberauskünfte
(
Urk.
6/5,
Urk.
6/6
,
Urk.
6/10,
Urk.
6/11 und
Urk.
6/12)
und Arztberichte (
Urk.
6/7 und
Urk.
6/31
)
ein. Im Weiteren veran
las
s
te
sie ein polydisziplinäres Gutachten bei der
Medas
Y._
, das am 3
1.
Mai 2013 erstattet wurde
(
Urk.
6/42/1-35)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
6/45) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom
9.
September 2013 ab (
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom
9.
September 2013 (
Urk.
2) erhob die Versicherte am 2
1.
September 2013 Beschwerde (
Urk.
1) mit dem sinngemässen Antrag, die Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr eine Invalidenrente zuzusprechen. In ihrer Vernehmlassung vom 2
3.
Oktober 2013 beantragte die
Beschwerdegegne
rin
, die Beschwerde sei abzuweisen (vgl. Beschwerdean
twort,
Urk.
5), was der Beschwerdeführerin am 2
8.
Oktober 2013 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Massgebend ist zudem, ob der
Arzt über die notwendi
gen fachlichen Qualifikationen verfügt (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_736/2009 vom 2
6.
Januar 2010 E. 2.1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die
Abweisung des Leistungsbegehrens
damit, ihre medizinischen Abklärungen hätten
ergeben
, dass keine längerdau
ernde Arbeitsunfähigkeit von durchschnittlich 40
%
vorgelegen habe. Lediglich für acht bis zwölf Wochen habe
wegen der Operation der
Retina
culum
-Spaltung eine vollständige Arb
eitsfähigkeit
bestanden
(
Urk.
2 und
Urk.
5
).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte geltend, ihre Beschwerden
hätten zugenommen. Sie sei in umfassender Abklärung im
Spital Z._
(Neurologie, Radiologie, Neurochirurgie, Schmerzzentrum).
Die
in der Verfügung aufgeführ
ten Befunde und Schlussfolgerungen
seien nicht mehr zutreffend
. Obwohl die IV-Stelle darüber informiert worden sei, sei dem nicht Rechnung getragen wor
den.
Mit den vorliegenden Störungen könne sie nicht mehr arbeiten und diese seien auch nicht überwindbar.
Entsprechende Arztberichte würden der Be
schwerde nachgereicht werden (
Urk.
1).
3.
3.1
Am 2
5.
Juli 2011 berichtete der Hausarzt
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für innere Medizin, speziell Onkologie und Hämatolo
gie, der IV-Stelle (
Urk.
6/7/6)
,
die Beschwerdeführerin beklage massivste Unterarmschmerzen auf beiden Sei
ten. Klinisch habe ein Karpaltunnelsyndrom vermutet werden müssen, was aber elektrophysiologisch nicht habe bestätigt werden können. Schliesslich sei die Beschwerdeführerin von
Dr.
med.
B._
, Handchirurgie FMH, beurteilt worden, der die Verdachtsdiagnose eines
Sublimis
-Syndroms beidseits gestellt habe.
Inter
operativ
habe er jedoch eine schwere
Synovialitis
gefunden. Eine
Kortison
in
filtration
habe keine Besserung ergeben.
Dr.
A._
berichtete, insgesamt sei er mit diesem Krankheitsbild zu wenig vertraut, als dass er Aussagen zu einer dauernden IV-Berentung machen könne. Genauere Informationen könnten die involvierten Neurologen
Dr.
med.
C._
, Neurologie FMH, und Dr.
B._
geben, deren Berichte er beilege.
Dr.
B._
hatte im Bericht vom 2
2.
Juni 2011 an
Dr.
C._
angegeben, an eine
Wiederaufnahme der Arbeit sei in dieser Situation nicht zu denken (Urk. 6/7/10).
3.2
Am 3
0.
März 2012 erstattete die Klinik für Rheumatologie des
Z._
dem Hausarzt
Dr.
A._
einen Bericht (
Urk.
6/42/80-81).
Dr.
A._
hatte um eine rheumatologische
Beurteilung
der
therapieresisten
ten
beid
seitigen Handgelenks- und Unterarmschmerzen rechtsbetont
bei einem Status nach
Retina
c
ulu
mspaltung
durch
Dr.
B._
am 2
6.
J
anuar 2011 und anschlies
sender
C
ortisoninfiltration
ohne Beschwerdelinderung
gebeten
. Die Ärzte gaben an, die MRI-Untersuchung beider Hände habe Zeichen einer
Rhiz
arthrose
und STT-Arthrose linksseitig sowie ein Ganglion der Sehnenscheide des
Musculus
Flexor
digitorum
superficialis
Dig
. III
rechtsseitig
ergeben. Bei der kli
nischen Verlaufskontrolle vom 2
6.
März 2012 habe die Beschwerdeführerin spontan über ein Schmerzmaximum in der rechten Hand geklagt und dabei mit
einem Finger auf des MCP-Gelenk
Dig
. III der rechten Hand gezeigt. Klinisch bestehe an dieser Stelle eine isolierte starke
Druckdolenz
, so dass von einem symptoma
tischen Ganglion in diesem Bereich ausgegangen werde. Aus rheu
matologischer Sicht liege keine begründbare Arbeitsunfähigkeit vor.
Die Ärzte gaben an, sie hätten der Beschwerdeführerin eine erneute Beurteilung beim Handchirurgen empfohlen.
3.
3
Im Bericht zu einer vom Hausarzt
Dr.
A._
veranlassten funktionellen
Ultra
schalluntersuchung
vom 1
3.
Juli 2012 (
Urk.
6/42/77-78) gab
Dr.
med.
D._
, Rheumatologie und Physikalische Medizin FMH, an, es bestehe ein
Flexorsehnenscheidenganglion
dritter Strahl rechts
auf der
Höhe
des
MCP-Ge
lenk
s mit einem Durchmesser von
zirka 4
Mil
l
imetern
. Ansonsten liege ein
sonomorphologischer
Normalbefund vor. Es gelinge auch ihm nicht, die Be
schwer
den somatisch zu erklären. Er denke, dass eine
somatoforme
Schmerz
stö
rung
vorliege. Dies insbesondere bei deutlicher Diskrepanz in den
Spontan
be
we
gungen
– so habe die Beschwerdeführerin sich etwa mühelos an- und aus
ziehen sowie mit kräftigem Griff die Ringe an beiden Händen, die satt sässen, entfernen können.
3.
4
3.4.1
In den medizinischen Unterlagen finden sich sodann
zwei Berichte von Dr.
E._
, FMH für Psychiatrie und Ps
ychotherapie (
Urk.
6/42/61-68).
3.4.2
In der
Anmeldung für einen Rehabilitationsaufenthalt in der
Klinik F._
/
Anfrage für eine Kostengutsprache
zuhanden des
Krankenversicherer
s
vom 27.
September 2011 (
Urk.
6/42/61-64) führte Dr.
E._
die folgenden Diagnosen auf
(
Urk.
6/42/64)
:
m
ittelgradige depressive Störung (ICD-10 F33.11)
a
nhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
Angststörung unspezifisch (ICD-10 F41.9)
Schlafstörungen emotional bedingt (ICD-10 F51.9)
Dr.
E._
berichtete, die Beschwerdeführerin sei ihr
im November 2006
vom Hausarzt nach einer Unterleibsoperation mit
Hospitalisation
zugewiesen worden, in deren Folge sie Ängste,
somatoforme
Schmerzen (Kopf und Schul
tern) und eine depressive Sympt
omatik entwickelt hatte
. Die Beschwerdeführe
rin habe gut auf eine
antidepressive Therapie (
Sarote
ntropfen
und kurzzeitig
Trittico
, zusammen mit
Seropram
und in Reserve
Tranxilium
) kombiniert mit einer psychotherapeutischen Behandlung angesprochen
. Sie sei d
ann ein bis zweimal jährlich zu
einer Konsultation erschienen. Am 1
2.
September 2011 habe sie die Beschwerdeführerin erneut gesehen.
Die Versicherte
habe
nach einer Operation an der rech
ten Hand (Karpaltunnelsyndrom
) mit Ruhigstellung während sechs Wochen
ein Rezidiv der depressiven und
somatoformen
Störung erlit
ten
.
Die Depression sei mittelgradig
, was auch
für
die
Störungen durch d
ie Schmerzen gelten würde,
die seit sieben Monaten anhielten und sich auf b
eide Arme und die Schultern ausgebreitet hätten
(Urk.
6/42/61-62).
3.4.3
Laut den Angaben
von
Dr.
E._
in
der
Anmeldung
für einen
Betreu
ungsplatz
in der
Tagesklinik der
G._
vom
28.
Februar 2012
bewirkte
der stationäre Aufenthalt in
F._
zwar eine Reduktion der Sympt
ome und ein
en
Aufbau neuer Kräfte
. Es gelinge
der Beschwerdeführerin aber – nun zurückgekehrt –
trotz verschiedenen
Therapie
n
nicht,
ihre Stabilität
zu
finden. Sie sei aktuell mittelgradig depressiv und belastet durch die Situation zu Hause mit einem depressiven Ehemann (
Urk.
6/42/66).
Dr.
E._
stellte
am 2
8.
Februar 2012
dieselben Diag
nosen wie im Bericht vom 2
7.
September 2011 (Urk. 6/42/63).
3.
5
Im Austrittsbericht der
Klinik F._
vom 3
0.
November 2011 nach einem Aufenthalt vom 30. Oktober bis zum 2
6.
November 2011 (
Urk.
6/42
/69-74) stellten die unterzeichnenden Ärzte die folgenden Diagnosen (S. 1):
1.
chronische
somatoforme
Schmerzstörung
Lendenwirbelsäule
(LWS)
/ Carpaltunnelsyndrom beidseits
2.
mittelgradige depressive Störung
aktuell
Benzodiazepineinnahme
reduziert
HADS bei Eintritt: A/D 14/17 von 21 Punkten (eine Frage nicht beantwortet)
3.
Angststörung
4.
Schlafstörung
5.
LWS-Syndrom
6.
Carpaltunnelsyndrom beidseits rechts stärker als links
Status nach
einer
Operation rechts am 2
6.
Januar 2011: ohne Besserung der Beschwerden
7.
Status nach Nierensteinabgang
Die Ärzte berichteten
,
in den ärztlichen Gesprächen sei die depressive Sympto
matik in Verbindung mit dem bevorstehenden Austritt in die noch bestehende
,
für die Beschwerdeführerin sehr belastende
,
soziale Situation immer mehr in den Vordergrund gerückt. Die Schmerzen der rechten Hand habe sie zunehmend weniger thematisiert
(S. 2)
.
Während des stationären Aufenthaltes habe sich die Schmerzsituation zunächst im positiven Sinne verändert, auch psychophysisch habe sich die Beschwerdeführerin zunehmend
rekonditionieren
können. Aller
dings sei es in Anbetracht des bevorstehenden Austrittes zu einer erneuten Ver
schlechterung vorwiegend der depressiven Symptomatik gekommen, so dass ein
adäquates ambulantes Anschlussprogramm habe organisiert werden müssen, das mit der Beschwerdeführerin besprochen und von ihr begrüsst worden sei (S. 3).
3.
6
Am
7.
November 2012 stellte die
G._
der IV-Stelle den Austrittsbericht
vom 31. Juli 2012
(Urk.
6/30 und
Urk.
6/31)
nach einem Aufenthalt in der
Tageskli
nik
vom
7.
Mai bis 2
7.
Juli 2012 zu
. Es werden darin folgende
Austrittsdiagno
sen
aufgeführt:
1.
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1)
2.
Verdacht auf anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
3.
Störung durch Benzodiazepine, Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig
Substanzge
brauch
(ICD-10 F13.24)
4.
Hyperthyreose, nicht näher bezeichnet
Die unterzeichnenden Ärzte
gaben an, die Beschwerdeführerin sei im Alltag durch Schmerzen und
ein
rezidivierende
s Taubheitsgefühl
in den
Hände
n
und Unterarme
n
(bei bekanntem Karpaltunnelsyndrom) eingeschränkt, wobei die Schmerzproblematik während
d
es Aufenthaltes zunehmend in den Hintergrund getreten sei. Die Beschwerdeführerin habe in der Schmerzgruppe
diverse „
Skills
“
im Um
gang mit ihren Symptomen erlernen
und anwenden können. Es habe sich im Verlauf der Therapie ein erhöhter Widerstand gegen Veränderungen im sozi
alen Aktionsradius
gezeigt
(Schnuppern in einem Kommunikationskurs für Frauen, „
H._
Deutschkurs“, und in der kreativen Werkstatt
I._
)
,
wohin
gegen sich die Belastbarkeit im häuslichen Umfeld und hier vor allem im Um
gang mit den Enkeln deutlich gebessert
darstelle
.
3.
7
3.
7
.1
Am 3
1.
Mai 2013 erstattete
die
Y._
der IV-Stelle ein polydiszipl
inäres Gutachten (
Urk.
6/42/1-35
)
, das von
Dr.
med.
J._
, FMH für Allgemeine innere Medizin,
fallführender Arzt
,
Dr.
med.
K._
, Facharzt FMH für Psy
chiatrie und Psychotherapie und
Dr.
med.
L._
, FMH für Rheumatologe, erar
beitet und unterzeichnet wurde
. Die Gutachter gaben die folgenden Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit an
(S. 32)
:
1.
c
hronische Schmerzen rechte Nacken- und Halspartie, rechte Schulter und rechter Arm mit/bei
kongenitaler
Hemivertebra
Halswirbelkörper 5
links mit nur rudimentärem Dorn
fortsatz, leichte
n
Spondylarthrosen
mitt
lere und untere Halswirbelsäule
beginnende
r
R
h
izarthrose
und STT-Arthrose links
Ganglion ausgehend von der Sehnenscheide des
Musculus
flexor
digitorum
super
ficialis
III auf Höhe MCP III
l
ateral le
icht abgesenktem
Akromio
m
und ansatznaher Ruptur der
Supra
spinatus
sehne
sowie sehr wahrscheinlich Miteinbezug der
Subscapularis
- und
Infraspinatussehnen
Status nach
Retinaculum
-Spaltung rechts 26.01.2011
2.
i
ntermittierendes
Lumbovertebralsyndrom
Keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit massen die Gutachter den folgenden Diagnosen zu:
3.
Schmerzen und
Kribbelmissempfindungen
der linken Hand und des linken Armes
d
iskretes Karpaltunnelsyndrom
4.
beginnende mediale
Gonarthrose
rechts
5.
leichte depressive Episode (ICD-10 F33.00)
6.
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
3.
7
.2
Die
Rheumatologin
Dr.
L._
führte
aus,
bei der Durchsicht der Akten fall
e
auf, dass im Verlauf der Jahre nicht nur die Ausdehnung der Schmerzen, sondern auch die der Sensibilitätsstörungen zugenommen hätten. Das Vorhandensein von vier
Waddell
-Kriterien spreche für eine wesentliche nichtorganische Schmerzkomponente. Die aktuelle klinische Untersuchung sei vor allem durch die Schmerzen im Bereich der rechten Schulter nur eingeschränkt möglich gewesen, auch die Halswirbelsäule sei nicht wirklich untersuchbar, da von der
Beschwerdeführerin
starke Schmerzen angegeben würden und muskulär gegen die Untersuchung blockiert werde. Die
von der Mitarbeit der
Beschwerdeführe
rin
unabhängigen somatischen Untersuchungen
hätten
keine wesentlichen pathologischen Befunde
ergeben
,
mit
der
Ausnahme, dass sich Knoten in den Beugesehnen beider Da
u
men, des linken Zeigfing
ers, beider Mittelfinger und des
rechten Ringfingers palpieren liessen. Sowohl
sonographisch
wie auch im MRT sei ein Ganglion ausgehend von der Sehnensc
heide des
Musculus
flexor
digi
t
o
rum
superficialis
II
I
auf der Höhe des MCP III rechts beschrieben. Ein Be
fund jedoch, der alleine das umfangreiche Beschwerdeausmass der Versi
cherten nicht zu erklären vermöge. Inwieweit eine
Kompromit
t
ierung
des
Nervus
medi
anus
im Bereich des Karpaltunnels vorliege, könne aufgrund der aktuellen kli
nischen Untersuchung nicht sicher entschieden werden. Aber auch eine noch vorhandene
Komprimittierung
des
Nervus
medianus
würde die umfangreichen Beschwerden der Versicher
ten nicht ausreichend erklären
. Dasselbe gelte für
die beginnende
Rhiz
- und STT-Arthrose im Bereich der linken Hand.
Dass die
Beschwerdeführerin
an Nackenschmerzen leide, sei aufgrund des Vorliegens einer Wirbelkörperdysplasie durchaus nachvollziehbar. Die radiologische und
sonographische
Untersuchung der rechten Schulter beziehungsweise der
Rota
torenmanschette
habe keinerlei pathologischen Befund im Schultergelenk
gezeigt, jedoch einen ansatznah
en Riss in der
Supraspinatussehne
, der wahr
scheinlich auch auf de
n
Oberrand
de
r
Subscapularisseh
ne
und
Infraspinatus
sehne
übergreife.
Diese Läsionen in der
Rotatorenmanschette
erklä
rten
gut die von der
Beschwerdeführerin
geschilderten Schwierigkeiten und Schmerzen beim Heben des rechten Arms und die beobachteten, zum Teil jedoch gleichwohl inkonstanten Einschränkungen beim Heben des rechten Arms (S. 20 f.).
Aus rheumatologischer Sicht könnten der
Beschwerdeführerin
körperlich schwere Arbeiten nicht mehr zugemutet werden. Leichte bis maximal intermit
tierend mittelschwere, wechselbelastende und rückenadaptierte Tätigkeiten, bei denen Zwan
gshaltungen der Halswirbelsäule
beziehungsweise des Oberkörpers sowie dauerndes oder wiederholtes Arbeiten mit den Armen in oder über der Horizontalen (Belastung Halswirbelsäule und Schultergürtel)
vermieden w
ü
rden,
könne die Beschwerdeführerin jedoch vollschichtig ausüben.
Mit diesen Ein
schränkungen sei der lumbalen Schmerzproblematik ausreichend Rechnung getragen. Die Beschwerden in der linken Hand und die radiologischen Verän
derungen des rechten Kniegelenkes seien zu gering, um sich auf die Arbeitsfä
higkeit auszuwirken (S.
2
2 f.
)
. Diese Arbeitsfähigkeit gelte sicher seit dem Jahr 2010, wobei jedoch nach der operativen
Retinaculum
-Spaltung eine vorüberge
hende vollständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Arbeiten während wahr
scheinlich acht bis zwölf Wochen bestanden habe (S.
2
4).
Aufgrund der Einschränkungen könne
die Beschwerdeführerin
Arbeiten im Ser
vice nicht mehr ausüben (zu starke Belastung der Halswirbelsäule und des Schultergürtels). Im Reinigungsdienst seien je nach Einsatzort sehr unterschied
liche Belastungen vorhanden (Büroreinigung, Haushaltreinigung versus
Baurei
nigung
), so dass hier eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nur anhand eines konkreten Arbeitspla
tzprofils möglich wäre (S.
2
3).
3.
7
.3
Der Psychiater
Dr.
K._
berichtet
e
in seinem
Fachgutachten
vom 2
0.
Mai 2013
(
Urk.
6/42/36-44)
, zum aktuellen Zeitpunkt würden sich keine
Symptome finden, die auf eine mittelgradige oder gar schwere depressive Störung hinwei
sen würden.
Hingegen werde ein starkes, zum Teil übertrieben wirkendes Klagen deutlich.
Ein realer Leidensdruck sei im Zusammenhang mit den psychosozialen Belastungsfaktoren erkennbar. Hervorzuheben sei dabei die belastende
Paarsitu
ation
, die offenbar nicht
angehbar
sei, sowie die äusserst magere Tagesstruktur der Beschwerdeführerin. Diese erinnere sich gerne an die Zeiten der
Arbeitstä
tigkeit
zurück und habe angegeben, im Grunde gerne wieder arbeiten zu wollen. Die – durch bewusstseinsnahe,
aggravatorische
Effekte überlagerte – Sympto
matik entspreche einer mittlerweile noch leichten depressiven Episode (ICD-10 F33.00).
Dr.
K._
führte unter Hinweis auf den Bericht der
G._
vom 3
1.
Juli 2012 aus,
die psychiatrische und psychopharmakologische Behandlung
habe
offenbar
wie bereits zwischen den Jahren 2006 bis 2010
zu deutlichen Verbes
serungen des Zustandsbildes geführt. Im Gegensatz zu
den
in den Berichten von
Dr.
E._
vom 2
8.
Februar 2012 und der
Klinik F._
vom 3
0.
Novemb
er 2011 festgehaltenen Diagnose
einer Angststörung würden sich aktuell keine erfassbaren Symptome oder Angaben der Beschwerdeführerin
fin
den
, die eine entsprechende
Diagnose rechtfertigen würden
. Jedoch bestehe weiterhin ein chronischer Benzodiazepin-Konsum, der das Risiko einer Low-Dose-Benzodiazepin-Abhängigkeit beinhalte. Die Schmerzsymptomatik könne im Rahmen einer
somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) verstanden werden, wobei berücksichtigt werden müsse, dass auch hier
aggravatorische
Verzerrungen zum Eindruck eines schweren Zustandsbildes führten (S. 7 f.).
Grundsätzlich sei der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht eine leichte
bis mittelschwere Tätigkeit in vollem Umfang zuzumuten, wobei eine Unterstüt
zung bei d
er beruflichen Reintegration zu
empfehlen sei (S. 8 f.).
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin leidet
hauptsächlich an
chronische
n
Schmerzen
und
psychischen Beschwerden.
Die
IV-Stelle
veranlasste, nachdem sie
bei den be
han
delnden Ärzten
keine aktuellen Berichte zur handchirurgischen Problematik
hatte
erhältlich machen
können
und sich weder die behandelnde Psychiaterin noch die Ärzte des
G._
zur Auswirkung der Beschwerden auf die
Arbeitsfähig
keit ausgesprochen hatten
,
ein polydisziplinäres Gutachten in den Fachgebieten innere Medizin, Psychiatrie und Rheumatologie (
Urk.
6/43 S. 2 f.).
Das für die
Beurteilung
der Beschwerden
sowie
deren Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit
umfassende Gutachten
der
Y._
vom 3
1.
Mai 2013 (vgl. E. 3.7)
erging nach fach
ärztlichen Untersuchungen
unter
Beizug
einer Dolmet
scherin
,
bildgebenden Abklärungen (
Urk.
6/42/86-87) und in Kenntnis der medi
zinischen
Vorakten
.
Es erfüllt nicht nur die formalen praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert einer medizinischen Expertise
,
sondern leuchtet
auch
in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
und
die Sc
hlussfolgerungen
erscheinen
als begründet.
Dabei stimm
en die von den Gutachtern gestellten Diagnosen mit denjenigen der behandelnden Ärzte weitgehend überein. Abweichungen – etwa hinsichtlich der im Gutachten verneinten Diagnose einer Angststörung –
wurden
fundiert
dar
gelegt. Dass aus rheumatologischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit nicht begrün
det werden könne, gaben auch die Ärzte des
Z._
in ihrem Bericht vom
3
0.
März 2012
an
(vgl. E. 3.2).
4.2
Die
Gutachter
wiesen auf
ausgeprägte
Schmerzangaben
der Versicherten hin und legten dar
, dass
nur ein Teil
der
Beschwerden aufgrund
der Befunde erklärt werden könn
e
,
und dass Hinweise für eine zusätzliche nichtorganische
Schmerz
komponente
vorhanden seien (
Urk.
6/42/1-35 S. 22), was sich mit den Einschätzungen in den aktenkundigen medizinischen Unterlagen deckt
(vgl. etwa E. 3.2 und E. 3.3)
. Die vorhandenen rheumatologischen Einschränkungen werden im Gutachten im Einzelnen und nachvollziehbar begründet. Auf das Belastungsprofil, wonach die Beschwerdeführer leichte bis maximal intermit
tierend mittelschwere, wechselbelastende und rückenadaptierte Tätigkeiten, bei denen Zwangshaltungen der Halswirbelsäule, beziehungsweise des Oberkörpers sowie dauerndes oder wiederholtes Arbeiten mit den Armen in oder über der
Horizontalen (Belastung Halswirbelsäule und Schultergürtel) vermieden werden, vollschichtig ausüben könne, kann abgestellt werden.
4.3
Nachvollziehbar begründet sind auch die Einschätzungen des psychiatrischen Gutachters mit Hinweisen auf
aggravatorische
Verzerrungen und das
belastende Zusammenleben mit
dem
depressiven Ehemann
.
Auf die
Einschätzung des psy
chiatrischen Gutachters
, wonach
aus psychiatrischer Sicht eine
leichte
bis mit
telschwere
Tätigkeit
in vollem Umfang zumutbar sei, kann
ebenfalls
abgestellt werden
.
Was
die Diagnose der
somatoformen
Schmerzstörung
betrifft
würde
eine Prüfung der invalidenversicherungsrechtlichen Relevanz nach den vom Bundesgericht entwickelten Kr
iterien zu keinem anderen Ergeb
nis
führen
(vgl. nachfolgende E. 4.4)
.
4.
4
4.
4
.1
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung
einer psychischen
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprä
gung und Dauer.
Massgebend sein können auch weitere mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllte Faktoren, so: chronische körperliche
Begleiterkrankun
gen
; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progre
dienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung; ein ausgewiese
ner sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeu
tisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; „Flucht in die Krankheit"); ein
unbefriedigendes Behandlungsergebnis
trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte
Rehabilitati
onsmassnahmen
bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung (koopera
tive Haltung) der versicherten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - aus
nahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3).
Umgekehrt sprechen
unter anderem
eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten
Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese, die Angabe inten
siver in der Umschreibung vager Schmerzen oder behauptete schwere Einschrän
kungen im Alltag bei weitgehend intaktem psychosozialen Umfeld gegen das Vorliegen eines invalidisierenden Gesundheitsschadens (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_620/2013 vom 2
6.
März 2014 E. 3.1 mit Hinweisen).
4.
4
.2
Eine
schwerwiegende
psychische
Störung
liegt mit der diagnostizierten leichten depressiven Episode nicht vor.
Der psychiatrische Gutachter w
ies zudem auf die bisher
erfolgreichen Behandlungen hin, die
etwa im Jahr 2006
zu einer Remis
sion des Zustandsbildes mit Fortsetzung der Arbeitstätigkeit bis ins Jahr 2011 geführt
haben
.
Mit d
en im
Gutachten
aufgeführten rheumatologischen
Befunden
ist e
ine chroni
sche körperliche Begleiterkrankung von gewisser Intensität und Konstanz ebenfalls nicht ausgewiesen. Es besteht ein begrenzter sozialer Rückzug, der allerdings die
Intensität und Konstanz
eines
ausgewiesenen sozialen
Rückzug
s
in allen Belangen des Lebens
nicht
erreicht. So g
elingt es der Beschwerdefüh
rerin doch noch,
mit Verwandten zu
s
kypen
,
spazieren zu gehen, gemeinsam mit ihrem Ehemann das Mittagessen zuzubereiten (
Urk.
6/42/1-35 S.
3 und
11) und sich an ihren
Enke
l
kinder
n zu erfreuen (S. 24).
Ein weiterer Grund, der gegen eine versicherte Gesundheitsschädigung spricht,
sind die
wiederholte
n
Hinweis
e
in den medizinischen Unterlagen auf Diskrepanzen zwischen den Schmerzangaben und dem spontanen Gebrauch der Hände sowie auf
aggrava
torische
Verzerrungen und Selbstlimi
tierung
.
4.5
Was die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Zunahme der Beschwer
den und
die
umfassende
n
Abklärungen im
Z._
betrifft (Beschwerde vom 2
1.
September 2013,
Urk.
1),
reichte
sie
die
in Aussicht ge
stellten
neuen
ärztlichen Berichte
bis heute nicht
ins Recht
.
Aus den
medizini
schen Akten
ersichtlich ist einzig
der Bescheid von
Dr.
E._
vom
1
5.
März 2013
,
wonach
wegen eines
Knoten
s
in der Schilddrüse eine Biopsie stattfinde
n
werde
(
Urk.
6/39).
Gegenüber der rheumatologischen Gutachterin berichtete die Beschwerdeführerin
in diesem Zusammenhang am 1
3.
Mai 2013
, sie werde wegen einer Schilddrüsenfunktionsstörung behandelt, dank der Medi
kamente sei diese nun gut eingestellt (
Urk.
6/42/1-35 S. 18).
Von diesen Anga
ben abweichende
Berichte,
etwa über invalidenversicherungsrechtlich relevant
e
Biops
iebefunde
,
wurden nicht aufgelegt
.
4.6
Zusammenfassend steht fest, dass auf
die Einschätzung der
Y._
-Gutachter abgestellt werden kann, wonach die Beschwerdeführerin in angepassten Tätig
keiten vollumfänglich arbeitsfähig ist. Das im Gutachten formulierte
Belas
tungsprofil
gilt seit dem Jahr 201
0.
Nach der operativen
Retinaculum
-Spaltung
im Januar 2011 bestand
zudem
während
zirka
acht bis zwölf Wochen
eine vorübergehende vollständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Arbeiten.
5.
5.1
Was die erwerblichen Einbussen betrifft ist mit Blick auf die
limitierte
Zumut
barkeit, mit
den Armen in oder über der Horizontalen
zu arbeiten,
und der Ein
schränkung auf leichte bis intermittierend mittelschwere Tätigkeiten
fraglich
,
ob die Beschwerdeführerin die bisherigen Reinigungstätigkeiten in
Privathaushal
ten
und in einer Arztpraxis ohne weiteres
weiterhin
(bis zur Handoperation im Januar 2011
führte
sie diese Tätigkeiten noch aus)
ausüben kann
.
So m
erkten die Gutachter
diesbezüglich
an, im Reinigungsdienst seien je nach Einsatzort sehr unterschiedliche Belastungen vorhanden (Büroreinigung,
Haushaltreini
gung
versus Baureinigung), so dass hier eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit nur anhand eines konkreten Arbeitsplatzprofils möglich wäre. Wie die nachfol
genden Ausführungen zeigen, kann diese Frage allerdings offen gelassen wer
den.
5.2
5.2.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mens
vergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2.2
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufga
benbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG; gemischte Methode der Invaliditätsbemessung).
Nach der Gerichts- und Verwaltungspraxis wird zunächst der Anteil der Erwerbs
tätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (so unter an
de
rem im Haushalt) ermittelt; die Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, beurteilt sich mit Rücksicht auf die gesamten Umstände, so die persönlichen, familiären, sozi
alen und erwerblichen Verhältnisse. Im Rahmen der gemischten Methode be
stimmt sich die Invalidität dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgabenbereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei sich die Gesamtinvalidität aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittel
ten und gewichteten
Teilinvaliditäten
ergibt (BGE 130 V 393 E. 3.3 mit Hin
weisen; vgl. BGE 134 V 9).
5.2.
3
Laut den von der Beschwerdeführerin eingereichten Lohnausweisen war
sie
im
Jahr
2010 an
fünf
verschiedenen Orten als Raumpflegerin tätig (vgl.
Urk.
6/1).
Im Durchschnitt arbeitete sie
gemäss den Auskünften der Arbeitgeber
bis zu Beginn des Jahres 2011
bei
Dr.
med.
M._
2.6 Stunden (137.16 / 52;
Urk.
6/
11/9
)
, bei der Familie
N._
3-4 Stunden
(
Urk.
6/10)
, bei
O._
und
P._
2.3
Stunden
(120 / 52;
Urk.
6/5)
, bei
Q._
5
Stunden (
Urk.
6/6) und
bei
R._
3 Stunden
pro Woche
(
Urk.
6/12). Dies entspricht einem Pensum von 16.4 Stunden und verglichen mit den im Jahr 2010 im Total
statistisch
durchschnittlich geleisteten 41.6
Wo
chenstunden
(vgl. Die Volkswirtschaft 12-2014, S. 92 Tabelle B9.2) einem Pen
sum von gerundet 39
%
.
5.2.
4
Es
kann davon ausgegangen werden, dass die
Beschwerdeführerin dieses
Arbeits
pensum
im Gesundheitsfall
weiterhin
ausüben würde. Entsprechend ist von einer Aufgabenaufteilung von 39
%
Erwerbstätigkeit ausser Haus sowie 61
% Tätigkeit im Haushalt auszugehen
, wobei bereits an dieser Stelle festge
halten werden kann, dass
selbst
unter der Annahme einer
100%igen Erwerbstä
tigkeit
kein anderes Ergebnis resultieren würde
.
5.2.
5
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkommensent
wicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt wor
den wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
Laut den Lohnausweisen verdiente die Beschwerdeführerin im Jahr 2010 insge
samt
Fr.
20‘805.70
(vgl.
Urk.
6/1/1-5: Fr.
3‘907.70 +
Fr.
4‘043.-- + Fr.
3‘480.-- + Fr.
6‘465.-- +
Fr.
2‘910.--
; im IK-Auszug
sind für die letzten Jahre
erheblich
tiefere Beträge verzeichnet
).
Es gab
gemäss den
Auskünften der Arbeitgeber im Jahr 2011 keine Anpassungen
bei den
Stundenlöhne
n
(vgl.
Urk.
6/5,
Urk.
6/6,
Urk.
6/10,
Urk.
6/11 und
Urk.
6/12)
, so dass
von einem
Valideneinkommen
von
Fr.
20‘805.70
auszugehen ist
.
5.2.6
Würde nun
darauf
a
bgestellt
, dass
der
nicht mehr erwerbstätigen
Beschwerde
führerin ihre angestammten Tätigkeiten nicht mehr
zumutbar
sind
, dann wäre
n
f
ür die Bemessung
des Invalideneinkommens
die
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE)
heranzuziehen
(BGE
126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
Dabei wird
praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwen
dung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche
Wochenar
beitszeit
aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Konkret wäre f
ür die Bemessung des Invalideneinkommens auf
die
standardi
sierten
Löhne
für einfache und repetitive
Tätigkeiten
in sämtlichen Wirtschafts
zweigen des privaten Sektors abzustellen. Gemäss LSE belief sich der
standardi
sierte Lohn
von Frauen für alle einfachen und repetitiven Tätigkeiten
im Jahr 2010
auf
Fr.
4‘225.-- (LSE 2010, S. 26 Tabelle TA1, Total, Niveau 4). Dies ergibt bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2011 unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung
bei
Frauen
bis ins Jahr
2011 (Die Volkswirtschaft 12-2014,
S. 92 Tabelle B
9.2 und
S. 93 Tabelle B 10.3) und eines Arbeitspensums von 39
%
ein Invalideneinkommen von rund Fr.
20‘813.-- (
Fr.
4‘225.-- x 12 /
40 x 41.7 /2579 x 2604 x 0.39)
, was ziemlich genau dem
Valideneinkommen
von
Fr.
20‘805.70
entspricht
.
Eine
Erwerbsein
busse
würde somit im Ergebnis einem allfälligen Abzug vom Tabellenlohn gemä
ss BGE 126 V 75 entsprechen
(vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_215/2010 vom 2
0.
April 2010 E. 5.2 mit Hinweisen; ferner Urteil des Bun
desgerichts 9C_311/2013 vom 1
2.
November 2013 E. 6.3). Wollte man wegen der
rücken- und schulterbedingten
Einschränkungen – wenn überhaupt (Ein
schränkung auf leichte bis mittelschwere Tätigkeiten begründet
rechtspre
chungsgemäss
keinen Abzug, Urteil des Bundesgerichts 8C_384/2014 vom
3.
Juli 2014 E. 4.2) – eine Lohneinbusse bejahen, wäre ein Abzug von 5
%
vor
zunehmen
.
Im Haushalt
bereich sind mit dem erstellten Belastungsprofil und
unter Berück
sichtigung der von der
Rechtsprechung weit gefasste
n
Schaden
minderungs
pflicht
und zumutbare
n
Mithilfe der Familienangehörige
n
(vgl. BGE 133
V 504 E. 4.2
; vgl. auch die Hinwe
ise auf Mithilfe vom
Ehemann und der erwachsenen in einem eigenen Haushalt lebenden Tochter
im rheumatologischen
Fachgut
achten
Urk.
6/42/45-60 S. 6 f.
)
keine erhebliche
n Einschränkungen zu begrün
den.
Ein rentenbegründend
er Invaliditätsgrad von 40
%
kann nach dem Gesagten folglich ausgeschlossen werden, womit sich d
ie angefochtene Verfügung im Ergebnis als rechtens
erweist
.
Dies
führt
zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert auf
Fr.
700.-- festzulegen (Art. 69
Abs.
1
bis
IVG) und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.