Decision ID: b5aeb887-b03c-5620-a21d-cb38b65a242e
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich im Dezember 2004 erstmals bei der
IV-Stelle des Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) für berufliche Massnahmen
und Rentenleistungen an (IV-act. 1). Sie gab an, seit Februar 2004 an einer Depression
zu leiden (vgl. IV-act. 1-6). Zuletzt hatte sie als ._ bei der B._ AG, B._, gearbeitet,
jedoch hatte ihr die Arbeitgeberin aufgrund vieler Absenzen per ._ 2004 gekündigt
(vgl. IV-act. 8-1 und 8-4). In einem Bericht vom Januar 2005 nannte Dr. med. C._,
Facharzt für Innere Medizin FMH, als Diagnosen eine schwere depressive Episode, teils
reaktiv, sowie eine chronische Cephalea. Weiter hielt er fest, dass bei der Versicherten
seit Februar 2004, als ihr Ehemann habe hospitalisiert werden müssen, eine schwere
therapieresistente Symptomatik im Sinne eines depressiven Zustandsbildes bestehe.
Trotz psychiatrischer Behandlung und medikamentöser Intervention sei es im
Anschluss zu einer Lumboischialgie links und einer weiteren Symptomausweitung
gekommen. Bei therapieresistenten Beschwerden sei ein stationärer Aufenthalt in der
Klinik D._ durchgeführt worden. Seit dem Austritt aus der Klinik klage die Versicherte
weiterhin über massive, fast unerträgliche Kopfschmerzen, eine allgemeine
Kraftlosigkeit und Müdigkeit, Schwindel, Oberbauchbeschwerden, unruhige Beine und
ein Stauungsgefühl in den Beinen. Von somatischer Seite ergäben sich bei stark
überlagerten Symptomen wenig Interventionsmöglichkeiten. Die Kommunikation mit
der Versicherten sei aus sprachlichen Gründen schwierig. Die Prognose sei unsicher,
wobei auch die subjektive Einschätzung des Erkrankungsgrades eine Rolle spiele.
A.a.
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Gesamthaft schätze er die zumutbare Arbeitsfähigkeit aktuell auf 50 % (IV-act. 7). In
einem Bericht vom 4. April 2005 nannte Dr. med. E._, Spezialärztin für Psychiatrie
und Psychotherapie FMH, als Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung mit
somatischem Syndrom (DD: Dysthymie bestehend seit ca. 2000) sowie ein chronisches
lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit pseudoradikulärer Schmerzausstrahlung ins
linke Bein. Weiter hielt sie fest, dass die Versicherte während drei Jahren in einer
Tätigkeit gearbeitet habe, bei der sie neun Stunden täglich habe stehen müssen.
Anschliessend habe sie wegen der Geburt ihrer Kinder zwei Jahre nicht gearbeitet,
bevor sie die Arbeit für ein Jahr erneut aufgenommen habe, bis sie anfangs 2004
arbeitsunfähig geworden sei. Die Versicherte sei überfordert und kraftlos. Sie habe
Kopfschmerzen und leide an Müdigkeit, Schwindel, Angst und Schlafstörungen. Die
Verständigung sei mühsam. Die Versicherte wirke bei den Gesprächen demonstrativ,
seufze, stöhne und zeige, wie schlecht es ihr gehe. Nach einer Infusionsbehandlung mit
Antidepressiva im Frühsommer 2004 sei es ihr vorübergehend besser gegangen. Auch
ein Aufenthalt in der Klinik D._ habe ihr gut getan. Allerdings sei die Versicherte nicht
dazu bereit, etwas zu ihrer Genesung beizutragen. Sie gebe an, Geld zu brauchen und
dass es ihr besser gehen würde, wenn sie Geld hätte. Gesamthaft sei die Versicherte in
der Behandlung wenig kooperativ, wirke desinteressiert und ihr Verhalten sei aggressiv.
Aus therapeutischen Gründen wäre eine Arbeit in einem Pensum von 50 % äusserst
wichtig, da die Versicherte starke regressive Tendenzen zeige. Sie fühle sich ausser
Stande, die bisherige Arbeit auszuführen, jedoch sollte die Tätigkeit zu 50 % möglich
sein. Der Versicherten seien einfache Arbeiten (z.B. Putzen, Einsortieren, einfache
Montagearbeiten) für ca. vier bis fünf Stunden pro Tag zumutbar (IV-act. 12). In einer
Stellungnahme vom 18. Mai 2005 kam der regionale ärztliche Dienst (RAD) zum
Schluss, die vorliegenden Arztzeugnisse würden belegen, dass sowohl die körperliche
als auch die psychische Belastbarkeit der Versicherten deutlich reduziert seien. Aus
medizinischer Sicht sei davon auszugehen, dass in einer einfachen, körperlich nicht
allzu belastenden Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 % gegeben sei (IV-act. 13 f.).
Im Schlussbericht vom 4. Juli 2005 hielt die IV-Eingliederungsberaterin fest, dass sie
die Versicherte am 14. Juni 2005 zu Hause angetroffen habe. Diese habe sich kaum
oder stark verlangsamt bewegt, keine Mimik gezeigt und die Lippen beim Sprechen nur
leicht bewegt. Sie habe teilnahmslos gewirkt und den Eindruck erweckt, dass nichts
mehr gehe. In den weiteren Abklärungen habe sich der Eindruck bestätigt, dass die
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Versicherte ihre schlechte Befindlichkeit zum Teil auch demonstriere. In einem
Telefongespräch vom 30. Juni 2005 sei von der zuständigen RAV-Betreuerin in
Erfahrung gebracht worden, dass die Versicherte alles könne, wenn sie Geld wolle. In
einem Telefonat vom 1. Juli 2005 habe auch Dr. E._ ein wechselndes Verhalten der
Versicherten bestätigt. Dr. E._ habe betont, dass die Versicherte arbeiten könne und
eine Arbeit auch wichtig wäre. Die IV-Eingliederungsberaterin kam zum Schluss, dass
seitens der IV-Stelle keine Eingliederungsmassnahmen angezeigt seien, da sich die
Versicherte subjektiv nicht arbeitsfähig fühle und vom RAV betreut werde (IV-act. 19).
Mit Verfügung vom 23. August 2005 schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung ab, da
sich die Versicherte nach eigenen Angaben nicht arbeitsfähig fühle und bei der
Stellensuche durch das RAV betreut werde (IV-act. 23). Mit einer gleichentags
erlassenen Mitteilung informierte die IV-Stelle die Versicherte über den Beschluss zur
Ausrichtung einer halben Rente ab 1. Februar 2005 (IV-act. 24). Mit Verfügung vom 18.
Januar 2007 sprach die zuständige Ausgleichskasse der Versicherten die halbe Rente
ab 1. Februar 2005 zu (IV-act. 34).
Im Rahmen einer im August 2007 eingeleiteten Überprüfung der Rente gab die
Versicherte an, dass sich ihr Gesundheitszustand seit anfangs des Jahres
verschlechtert habe. Der Kopf schmerze und sie leide an Müdigkeit, Schmerzen und
Schwindelanfällen (IV-act. 39). Demgegenüber berichtete Dr. E._ am 23. Oktober
2007, dass sich der psychische Gesundheitszustand der Versicherten nicht wesentlich
verändert habe. Im Gegenteil sei es eher zu einer leichten Besserung gekommen. Die
Versicherte fühle sich aber weiterhin überfordert und kraftlos. Sie klage über Müdigkeit,
Kopfweh und Schlafstörungen. Es fänden weiterhin in regelmässigen Abständen
Gespräche statt und Antidepressiva würden verordnet. Die Compliance sei aber
fraglich (IV-act. 40). Dr. C._ gab am 26. November 2007 an, dass sich der
Gesundheitszustand verschlechtert und die Diagnosen geändert hätten. Als Diagnosen
nannte er eine somatoforme Schmerzstörung mit leicht progressiven Beschwerden und
eine therapieresistente Depression. Die Versicherte klage über erhebliche zervikale
Schmerzen mit Cephalea. Daneben verspüre sie verstärkte Ischialgien links mehr als
rechts. Objektivierbar sei eine Hypästhesie Vorfuss links bei beidseitigem Lasègue 80
Grad und normaler übriger Neurologie. Des Weiteren klage sie über diffuse
Gelenksschmerzen in den Fingern und es sei ein therapieresistenter anhaltender
A.b.
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depressiver und dysphorischer Gemütszustand vorhanden (IV-act. 43). In seiner
Beurteilung vom 17. Dezember 2007 kam der RAD zum Schluss, dass sich gestützt auf
die vorliegenden medizinischen Unterlagen keine Hinweise auf eine erhebliche,
objektivierbare Veränderung des Gesundheitszustandes ergäben. Medizinische
Revisionsgründe lägen nicht vor (IV-act. 44). Mit Mitteilung vom 29. Januar 2008
informierte die IV-Stelle die Versicherte darüber, dass bei der Überprüfung des
Invaliditätsgrades keine Änderung festgestellt worden sei, die sich auf den
Rentenanspruch auswirke (IV-act. 46).
Am 24. März 2010 teilte der Ehemann der Versicherten der IV-Stelle mit, dass
seine Ehefrau seit ._ 2010 eine Anstellung als ._ auf Stundenbasis bei der F._ AG
habe, die jedoch bis ._ 2010 befristet sei (vgl. IV-act. 49 f.). Im Rahmen einer im
August 2011 eingeleiteten Überprüfung der Rente gab die Versicherte an, dass ihr
Gesundheitszustand seit ca. einem Jahr gleich geblieben sei und dass sie seit ._
2010 zwei bis acht Stunden pro Woche einer Arbeit nachgehe (vgl. IV-act. 52; zum
eingereichten Arbeitsvertrag mit der F._ AG mit einer wöchentlichen Arbeitszeit
zwischen zwei bis acht Stunden vgl. IV-act. 54; vgl. ferner IV-act. 58). Am 17.
September 2011 beurteilte Dr. C._ den Gesundheitszustand als stationär. Als
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nannte er den Verdacht auf ein CTS
beidseits und eine akzentuierte chronische Depression. Die Versicherte leide weiterhin
an starken depressiven Verstimmungen und sei deshalb auch weiterhin in
psychiatrischer Behandlung. Wegen zunehmender Schwierigkeiten beim Spüren der
Finger bei der Arbeit werde nun eine neurologische Austestung veranlasst (IV-act. 60).
Am 20. September 2011 berichtete Dr. E._, dass sie die Versicherte ca. drei- bis
viermal pro Jahr für eine kurze Besprechung sehe. Die Versicherte klage jeweils
darüber, dass alles mühsam und ermüdend sei, dass sie zwei Kinder habe, für die sie
arbeiten müsse, und dass ihr Ehemann ebenfalls krank sei. Die Versicherte sei jeweils
in dysphorischer Stimmung, wirke ablehnend und unzugänglich. Sie klage über alles,
z.B. darüber, dass sie trockene Augen habe, eine Brille tragen müsse, Schmerzen in
den Muskeln und keine Gefühle in den Fingern habe, nervös sei, Sorgen habe,
Kältegefühle und Schwindelgefühle habe, nachts sehr schlecht schlafen könne, unter
Ängsten leide, Magenprobleme und Obstipation habe, an Kopfschmerzen und
Schmerzen in den Handgelenken leide und eine Ulnarisschiene tragen müsse. Sie sei
A.c.
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jeglicher Medikation gegenüber sehr ablehnend eingestellt, weshalb auch die
Compliance nicht eingeschätzt werden könne. Sie arbeite zwei Stunden täglich als
Reinigungskraft. Eine zusätzliche Vermittlung von Arbeit wäre sinnvoll (IV-act. 61-3 f.).
Mit Mitteilung vom 27. September 2011 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass
bei der Überprüfung des Invaliditätsgrades keine Änderung festgestellt worden sei, die
sich auf die Rente auswirke, sodass weiterhin ein Anspruch auf die bisherige
Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 50 % bestehe (IV-act. 63).
Im Rahmen einer im März 2013 eingeleiteten Überprüfung der Rente gab die
Versicherte am 14. März 2013 an, dass sich ihr Gesundheitszustand seit ca. sechs
Monaten verschlechtert habe. Auf die Frage, worin die allfällige Änderung bestehe, gab
sie an, dass ihre Kinder nun in der Pubertät seien (IV-act. 66). Demgegenüber erklärte
Dr. C._ in einem Bericht vom 25. März 2013, dass im Wesentlichen keine relevanten
Veränderungen eingetreten seien. Noch immer bestehe eine depressive dysphorische
Stimmung. Am 4. November 2011 sei ein CTS rechts operiert worden, jedoch bestehe
ein solches beidseitig. Im Vordergrund stünden die Symptome der gedrückten
Stimmungslage mit Nervosität, eine Schlafstörung sowie ein allgemeines
Überforderungsgefühl (IV-act. 69-3 f.; vgl. ferner IV-act. 70 ff.). Dr. E._ berichtete am
9. April 2013, dass sich seit 2005 bei der Versicherten nichts Wesentliches verändert
habe. Sie sei seit April 2004 in sehr grossen Abständen bei ihr in ambulanter
Behandlung (vgl. IV-act. 71-4). In einer Beurteilung vom 23. April 2013 erklärte der
RAD, dass Dr. E._ in ihrem Arztbericht vom 4. April 2005 die Diagnose einer
rezidivierenden Störung mit somatischem Syndrom mit F33.01 kodiert habe, was einer
gegenwärtig leichten depressiven Episode entspreche. Die leichte Ausprägung der
depressiven Episode erkläre die als Differentialdiagnose genannte Dysthymie. Dabei
handle es sich um eine chronische, wenigstens mehrere Jahre andauernde depressive
Verstimmung, bei der keine oder nur sehr wenige der einzelnen depressiven Episoden
so schwer seien oder lange andauerten, dass sie die Kriterien für eine rezidivierende
leichte depressive Störung erfüllten. Ein medizinischer Revisionsgrund bestehe aber
nicht, da sich der Gesundheitszustand seit der Rentenzusprache nicht wesentlich
verändert habe (vgl. IV-act. 73-2). Mit Mitteilung vom 25. April 2013 informierte die IV-
Stelle die Versicherte über den unveränderten Anspruch auf die bisherige
Invalidenrente (IV-act. 75).
A.d.
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B.
Am 6. Juli 2017 teilte die Z._ AG der IV-Stelle mit, dass die Versicherte seit
dem ._ Januar 2017 arbeitsunfähig sei und Leistungen aus der Taggeldversicherung
beziehe (vgl. IV-act. 83). Sie stellte der IV-Stelle die von der Versicherten am 3. Juli
2017 ausgefüllte Anmeldung für berufliche Massnahmen und Rentenleistungen zu, in
welcher diese angegeben hatte, bereits eine IV-Rente für einen Invaliditätsgrad von 50
% zu beziehen, jedoch seit dem ._ März 2017 bis auf weiteres zu 100 %
arbeitsunfähig zu sein (vgl. IV-act. 80).
B.a.
In einem Bericht vom 12. August 2017 gab Dr. C._ an, dass die Versicherte
unter starken lumbalen Schmerzen leide. Diese hätten sich seit Februar 2017 derart
intensiviert, dass sie nicht mehr arbeitsfähig sei. Am 10. April und 27. Juni 2017
durchgeführte Infiltrationen hätten nur einen mässigen Erfolg erzielt. Die Lumbalgien
wirkten sich bei Bewegungen, beim Gehen und beim Tragen von Lasten limitierend
aus. Es handle sich um eine Versicherte mit langjährigen Leiden und auch
multifaktoriellen Belastungen. Eine ergänzende medizinische Abklärung sei
empfehlenswert (IV-act. 90). Dr. E._ beschrieb den Gesundheitszustand der
Versicherten am 6. September 2017 als stationär. Die Versicherte klage weiterhin über
depressive Beschwerden, Angstzustände, Schlafstörungen und körperliche
Beschwerden. Sie fühle sich überfordert. Eine umfassende medizinische Abklärung
wäre sicher nicht kontraindiziert. Falls nur psychische Einschränkungen vorhanden
wären, wären berufliche Massnahmen eventuell indiziert (IV-act. 92).
B.b.
Mit Verfügung vom 31. Oktober 2017 passte die IV-Stelle aufgrund nachträglich
korrigierter Einkommen bzw. der definitiven Steuermeldung die Höhe der monatlichen
Rentenauszahlungen ab September 2012 an (IV-act. 99).
B.c.
Am 26. Januar 2018 erstattete die Abklärungsstelle PMEDA im Auftrag der
Krankentaggeldversicherung ein psychiatrisch-rheumatologisches Gutachten. Die
Sachverständigen konnten bei der Versicherten keine Diagnosen mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit feststellen und attestierten ihr in der angestammten Tätigkeit eine
Arbeitsfähigkeit von 100 % (vgl. Fremdakten; act. G 4.2-2).
B.d.
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Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am 5. Februar 2018 orthopädisch
und am 14. Februar 2018 psychiatrisch von der SMAB AG untersucht (vgl. IV-act. 109).
In der Konsensbeurteilung ihres bidisziplinären Gutachtens vom 16. März 2018 (zum
Datum des Gutachtens vgl. IV-act. 109-1) nannten die Sachverständigen als Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung,
gegenwärtig leichte bis mittelgradige Episode (vgl. IV-act. 109-12). Sodann kamen sie
zum Schluss, dass sowohl in der bisherigen als auch in einer anderen
leidensangepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 60-70 % vorliege. Retrospektiv
erachteten die Gutachter es als plausibel, dass ab der Berentung im Jahr 2005 bis zum
Jahr 2010 eine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit von 50 % vorgelegen habe. Ab
2010 sei es dann aber zu einer Besserung gekommen mit einer Arbeitsunfähigkeit im
Bereich von 20-30 %. Aufgrund des Verlustes des Arbeitsplatzes habe sich die
Depression dann allerdings wieder verstärkt, sodass ab etwa Anfang 2017 wieder eine
mittelgradige depressive Symptomatik mit einer Arbeitsunfähigkeit von 50 %
vorgelegen haben dürfte und dies bis längstens zum Termin bei Dr. E._ vom 5. Juli
2017. Ab dem 5. Juli 2017 sei von einer leichten bis mittelgradigen depressiven
Symptomatik mit einer Arbeitsunfähigkeit von 30-40 % auszugehen (IV-act. 109-14 f.).
B.e.
Nach der Einholung einer RAD-Beurteilung (vgl. IV-act. 110) stellte die IV-Stelle der
Versicherten gestützt auf die Beurteilung der SMAB AG mit Vorbescheid vom 26. März
2018 die Einstellung der Invalidenrente auf das Ende des der Zustellung folgenden
Monats in Aussicht (vgl. IV-act. 113).
B.f.
Am 17. Mai 2018 ging bei der IV-Stelle ein Bericht von med. pract. G._, Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 14. Mai 2018 ein, in welchem dieser
erklärt hatte, dass die Versicherte sich seit dem 27. April 2018 bei ihm in ambulanter
Behandlung befinde und dass sich ihr Gesundheitszustand seit der Untersuchung
durch die SMAB AG vom 14. Februar 2018 wesentlich verschlechtert habe. Aktuell
bestehe keine leichte bis mittelgradige depressive Episode im Rahmen einer
rezidivierenden depressiven Störung mehr, sondern eine schwergradige depressive
Episode. Die Versicherte sei daher aus psychiatrischer Sicht für alle Arbeiten zu 100 %
arbeitsunfähig. Med. pract. G._ hatte weiter angemerkt, dass die Durchführung einer
stationären Behandlung eventuell noch sinnvoll sein könnte, die Versicherte aktuell
jedoch nicht in eine psychiatrische Klinik gehen möchte (vgl. IV-act. 124).
B.g.
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Am 6. Juni 2018 liess die Versicherte, vertreten durch Fürsprecher lic. iur. D. Küng,
St. Gallen, gegen den Vorbescheid vom 26. März 2018 Einwand erheben (vgl. IV-act.
129).
B.h.
In einer Beurteilung vom 10. Juli 2018 hielt der RAD fest, dass aktuell von einem
instabilen Gesundheitszustand auszugehen sei. Die Behandlungsmöglichkeiten seien
nicht ausgeschöpft. Vor einer erneuten psychiatrischen Begutachtung sollte sich die
Versicherte in eine stationäre oder zumindest tagesklinische psychiatrische
Behandlung begeben und eine Intensivierung der antidepressiven Therapie nach
Massgabe der Behandler durchgeführt werden (vgl. IV-act. 131).
B.i.
In Verlaufsberichten vom 29. August 2018 und 3. April 2019 ging med. pract. G._
weiterhin von einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwergradige
depressive Episode, sowie einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus (vgl. IV-act. 135 und
137). Seinem ersten Verlaufsbericht legte er einen Bericht zu einem Vorgespräch in der
Klinik D._ vom 20. Juli 2018 bei. Darin war in der Beurteilung festgehalten worden,
dass die Versicherte nach eigenen Angaben die Symptome einer mittel- bis
schwergradigen depressiven Episode sowie einer somatoformen Schmerzstörung
aufweise. Aufgrund der hohen Ausprägung der Depressivität, der geringen
Behandlungsmotivation und der eingeschränkten Sprachkenntnisse werde das
stationäre Behandlungsangebot der Klinik nicht als indiziert erachtet. Dies auch um
regressive Verhaltensweisen nicht zu fördern. Stattdessen würde ein
niederschwelligeres, nicht regressionsförderndes Behandlungsangebot empfohlen,
beispielsweise eine tagesklinische Behandlung, wo ein muttersprachiges Angebot
vorhanden sei, oder auch eine Anbindung an ein ambulantes sozial-psychiatrisches
Zentrum (vgl. IV-act. 135-8 f.). In einer Stellungnahme vom 26. August 2019 hielt der
RAD fest, dass der Gesundheitszustand der Versicherten laut med. pract. G._ stabil
sei, weshalb eine Verlaufsbegutachtung in Auftrag gegeben werden könne (IV-act.
143).
B.j.
Am 11. Februar 2020 erstattete die SMAB AG ein rheumatologisch-psychiatrisch-
neuropsychologisches Folgegutachten (vgl. IV-act. 156). In ihrer Gesamtbeurteilung
nannten die Sachverständigen als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (vgl. IV-act.
B.k.
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C.
156-8). Weiter kamen sie zum Schluss, dass sowohl in der bisherigen als auch in einer
anderen leidensangepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 90 % (8.5 Stunden
täglich; Leistungsminderung 10 %) vorliege. Die Arbeitsfähigkeit sei zum Zeitpunkt der
Erstbegutachtung nur aus psychischen Gründen vermindert gewesen. Dabei sei es
geblieben. Unter Berücksichtigung des aktuellen neuropsychologischen Gutachtens
und der deutlichen Hinweise auf eine Aggravationsproblematik werde eingeschätzt,
dass auch im Zeitpunkt der Erstbegutachtung bei der SMAB AG nur eine leichte
depressive Episode und keine leichte bis mittelgradige depressive Episode vorgelegen
habe. Auch sei vor diesem Hintergrund anzunehmen, dass zum Zeitpunkt der
Erstbegutachtung bereits eine Arbeitsfähigkeit von 90 % vorhanden gewesen sei, bei
der es bis zum aktuellen Zeitpunkt geblieben sei (vgl. IV-act. 156-10 f.). In seiner
Beurteilung vom 13. Februar 2020 kam der RAD zum Schluss, dass auf das
Verlaufsgutachten vollumfänglich abgestellt werden könne (vgl. IV-act. 157-5).
Mit Vorbescheid vom 10. März 2020 stellte die IV-Stelle der Versicherten unter
Verweis auf das Verlaufsgutachten der SMAB AG die Einstellung der Invalidenrente per
Ende des auf die Zustellung der Verfügung folgenden Monates in Aussicht (vgl. IV-act.
161).
B.l.
Gegen diesen Vorbescheid liess die Versicherte durch ihren Rechtsvertreter am
18. Mai 2020 einen Einwand erheben (vgl. IV-act. 167) und eine E-Mail von Dr. C._
vom 21. März 2020 (vgl. IV-act. 167-6) einreichen. Am 8. Juni 2020 ging bei der IV-
Stelle ein Bericht von med. pract. G._ vom 20. April 2020 ein (vgl. IV-act. 170). Am
12. Juni 2020 nahm der RAD zu den neu eingereichten Berichten Stellung (vgl. IV-act.
169)
B.m.
Mit Verfügung vom 22. Juni 2020 hob die IV-Stelle die IV-Rente auf das Ende des
der Verfügungszustellung folgenden Monats auf (IV-act. 171).
B.n.
Gegen diese Verfügung erhob die weiterhin durch Rechtsanwalt Küng vertretene
Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 14. Juli 2020 Beschwerde. Sie
beantragte, die Verfügung der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 22.
Juni 2020 sei vollumfänglich aufzuheben und ihr sei eine ganze Invalidenrente ab
C.a.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 11/16
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Erwägungen
1.
spätestens Juli 2017 zuzusprechen und zu entrichten. Allenfalls seien weitere
Abklärungen zu veranlassen und ihr alsdann die soeben erwähnte Rente zuzusprechen
und zu entrichten; unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Beschwerdegegnerin (vgl. act G 1). Ihrer Beschwerde legte sie einen neuen Bericht von
med. pract. G._ vom 30. Juni 2020 bei (vgl. act. G 1.2).
In ihrer Beschwerdeantwort vom 22. September 2020 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 4).
C.b.
In ihrer Replik vom 6. Januar 2021 hielt die Beschwerdeführerin an den in der
Beschwerde gestellten Rechtsbegehren fest (act. G 15).
C.c.
Mit Schreiben vom 12. Januar 2021 hielt die Beschwerdegegnerin an dem in der
Beschwerdeantwort gestellten Antrag vollumfänglich fest und verzichtete auf die
Erstattung einer ausführlichen Duplik (act. G 17).
C.d.
Vorliegend strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Invalidenrente
der Beschwerdeführerin zu Recht revisionsweise eingestellt hat.
1.1.
Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid
ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht ein Anspruch auf eine
halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein Anspruch auf eine
Viertelsrente. Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann
Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird grundsätzlich das Erwerbseinkommen, das
die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
1.2.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 12/16
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St.Galler Gerichte
2.
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG).
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist
somit nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes,
sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich
gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f.
E. 3.5 mit Hinweisen). Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer
anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, die auf einer
materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht; vorbehalten
bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 133 V
114 E. 5.4 mit Hinweisen). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der
Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes
auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteil des Bundesgerichts vom 3. November 2008,
9C_562/2008, E. 2.1 mit Hinweis).
1.3.
Nach dem Gesagten ist zunächst zu prüfen, ob seit der ursprünglichen Renten
zusprache (Verfügung vom 18. Januar 2007; vgl. IV-act. 25 f. und 34; die Verfügung
vom 31. Oktober 2017 beruht auf keiner Prüfung des Gesundheitszustandes; vgl. IV-
act. 99; die Mitteilungen vom 29. Januar 2008, 27. September 2011 und 25. April 2013
beruhen ebenfalls nicht auf einer umfassenden Abklärung des Sachverhalts; vgl. IV-act.
46, 63 und 75) eine potentiell anspruchsrelevante Veränderung des
Gesundheitszustandes eingetreten ist. Die Verfügung vom 18. Januar 2007 ist gestützt
auf den Bericht von Dr. C._ vom Januar 2005, denjenigen von Dr. E._ vom 4. April
2005 sowie die Beurteilung des RAD vom 18. Mai 2005 erlassen worden (vgl. IV-act. 7,
12 und 13 f.). Dr. E._ hatte damals eine rezidivierende depressive Störung mit
somatischem Syndrom sowie ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit
pseudoradikulärer Schmerzausstrahlung ins linke Bein beschrieben (vgl. IV-act. 12). Dr.
C._ hatte als Diagnosen eine schwere depressive Episode, teils reaktiv, sowie eine
2.1.
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chronische Cephalea angegeben (vgl. IV-act. 7). Beide hatten der Beschwerdeführerin
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (vgl. IV-act. 7 und 12), die vom RAD in seiner
Stellungnahme vom 18. Mai 2005 bestätigt worden ist (vgl. IV-act. 13 f.). Der Verfügung
vom 18. Januar 2007 liegt demnach eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit zugrunde (vgl. IV-
act. 25 f. und 34).
Die Beschwerdegegnerin hat zur Beurteilung der seitens der Beschwerdeführerin
im Juli 2017 geltend gemachten Veränderung des Gesundheitszustandes (vgl. IV-act.
80 und 83) zwei Gutachten bei der SMAB AG in Auftrag gegeben (vgl. IV-act. 109 und
156). Sie stützt sich für die Einstellung der Rentenleistungen in erster Linie auf das
Gutachten vom 11. Februar 2020 (vgl. IV-act. 171). Hinsichtlich der Beweiskraft des
Gutachtens der SMAB AG vom 11. Februar 2020 fällt ins Gewicht, dass es auf
eigenständigen Abklärungen beruht und für die streitigen Belange umfassend ist. Die
von der Beschwerdeführerin geklagten Leiden sind berücksichtigt worden. Die
Vorakten sind im Gutachten diskutiert worden. Die gestellten Diagnosen und die
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit haben die Gutachter ausführlich begründet. Die
sowohl für die angestammte als auch für leidensangepasste Tätigkeiten attestierte
Arbeitsunfähigkeit von 10 % leuchtet in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein (vgl. IV-act.
156). Nachvollziehbar haben die Sachverständigen ausgeführt, dass in der ersten
Begutachtung vom 16. März 2018 Hinweise für eine Beschwerdebetonung festgehalten
worden seien, eine Problematik im Sinne einer Aggravation oder Simulation damals
aber nicht angenommen worden sei. Allerdings sei im Rahmen der Erstbegutachtung
durch die SMAB AG auch keine neuropsychologische Zusatzbegutachtung erfolgt. Die
Möglichkeiten, Aggravation oder Simulation aufzudecken, seien in der
Neuropsychologie aufgrund diesbezüglicher spezifischer Untersuchungsmethoden
deutlich umfassender als in einer klinisch-psychiatrischen Untersuchung. In der
aktuellen neuropsychologischen Untersuchung habe sich die Beschwerdeführerin
hochgradig auffällig gezeigt. Aus neuropsychologischer Sicht sei von einer gezielten
Antwortmanipulation auszugehen. Es sei anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin
die richtigen Antworten auf die Fragen gewusst habe und bewusst die falschen
ausgewählt habe. Es liege also nicht nur eine zu geringe Anstrengungsbereitschaft vor,
sondern eine erhöhte Anstrengungsbereitschaft mit der Zielsetzung zu manipulieren.
Daraus müsse die Schlussfolgerung gezogen werden, dass die Problematik
authentischen Verhaltens deutlich grösser sei, als dies im Rahmen der
Erstbegutachtung aufgrund der klinisch-psychiatrischen Untersuchung angenommen
worden sei. Hinsichtlich des Ausprägungsgrades der Depression zeige sich aktuell ein
praktisch identisches Bild wie schon im Rahmen der Erstbegutachtung. Unter
2.2.
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Berücksichtigung der Aggravation hätte sich im Rahmen der Erstbegutachtung
allenfalls die Diagnose einer leichten depressiven Episode bei rezidivierender
depressiver Störung ergeben, da es seit dieser Begutachtung zu keiner Änderung
gekommen sei und sich diese Diagnose aktuell erheben lasse (vgl. IV-act. 156-6 f.).
Was die Schmerzsymptomatik angehe, so sei im Rahmen der Erstbegutachtung
eingeschätzt worden, dass es Hinweise für eine Beschwerdebetonung gebe. Unter
Berücksichtigung der aktuellen rheumatologischen Untersuchung werde hinsichtlich
der von der Beschwerdeführerin angegebenen Schmerzsymptomatik eingeschätzt,
dass mindestens von einer Beschwerdebetonung, wenn nicht gar von einer
Aggravation auszugehen sei. So habe die Seitenmessung im Rahmen der
rheumatologischen Untersuchung beispielsweise keine pathologische Differenz
ergeben, sodass eine längere Schonung eines Armes oder Beines mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden könne. Auch hätten sich die Werte für die
gemäss dem Medikamentenplan eingenommenen Präparate unterhalb des jeweiligen
therapeutischen Bereichs befunden (vgl. IV-act. 156-7). Insgesamt liessen sich die von
der Beschwerdeführerin demonstrierten und geschilderten Beschwerden aus
somatischer Sicht nicht ausreichend objektiveren. Es bestehe eine auffallende
Diskrepanz zwischen den subjektiv geklagten Beschwerden und den objektivierbaren
klinischen und radiologischen Befunden (vgl. IV-act. 156-10).
Angesichts der im Rahmen der Begutachtung erhobenen Aggravationstendenzen
erstaunt es denn auch nicht, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter
derjenigen von med. pract. G._, der von einer schweren depressiven Episode und
einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten ausgeht, fundamental
widerspricht. Vorliegend weisen aber nicht nur die SMAB-Gutachten, sondern auch die
übrigen medizinischen Akten auf eine suboptimale Anstrengungsbereitschaft bzw.
Aggravationstendenzen der Beschwerdeführerin hin, welche med. pract. G._ bei
seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit wohl unberücksichtigt gelassen hat (vgl. dazu
auch die Stellungnahme des RAD vom 12. Juni 2020; IV-act. 169). So liefert med.
pract. G._ beispielsweise in dem mit der Beschwerde eingereichten Bericht vom 30.
Juni 2020 keine Erklärung dafür, weshalb die Beschwerdeführerin bei dem von ihm
geschilderten schweren depressiven Zustandsbild lediglich einmal pro Monat zu ihm in
die Behandlung kommt (vgl. act. G 1.2 S. 6). Entsprechend fällt auf, dass er in seinen
Berichten zu grossen Teilen die subjektiven Empfindungen und Angaben der
Beschwerdeführerin wiedergibt, ohne sich kritisch mit diesen auseinanderzusetzen (vgl.
act. G 1.2; vgl. IV-act. 124, 135, 137 und 170). So ist es für ihn auch nicht erklärbar,
weshalb die Klinik D._ unter anderem wegen einer geringen Behandlungsmotivation
eine stationäre Therapie bei der Beschwerdeführerin als nicht indiziert erachtet hat (vgl.
2.3.
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IV-act. 135). Widersprechen Berichte behandelnder Ärzte dem von der Verwaltung bei
externen Spezialärzten eingeholten Gutachten, ist die unterschiedliche Natur von
Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Ärzte einerseits und
Begutachtungsauftrag der amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits zu
beachten (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 6. April 2006, I
803/05, E. 5.5, und vom 18. April 2006, I 783/05, E. 2.2). Daher ist es nicht zulässig, ein
medizinisches Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum
Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte später zu
anderslautenden Einschätzungen gelangen oder an vorgängig geäusserten
abweichenden Auffassungen festhalten. Vorbehalten bleiben aber Fälle, in denen sich
eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige - und
nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende - Aspekte benennen, die
im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des
Bundegerichts vom 27. Mai 2008, 9C_24/2008, E. 2.3.2 mit weiterem Hinweis). Solche
sind vorliegend auch aus den nach der Folgebegutachtung eingereichten Berichten von
med. pract. G._ vom 20. April (vgl. IV-act. 170) und 30. Juni 2020 (vgl. act. G 1.2)
nicht ersichtlich. Mit den Berichten von med. pract. G._ vom 29. August 2018 und 3.
April 2019 hat im psychiatrischen SMAB-Gutachten eine ausreichende
Auseinandersetzung stattgefunden (vgl. insbesondere IV-act. 156-14 und 156-28 ff.).
Ausserdem hat der RAD in seiner Stellungnahme vom 12. Juni 2020 zutreffend darauf
hingewiesen, dass sich med. pract. G._ häufig redundant geäussert habe. Weiter hat
der RAD schlüssig dargelegt, weshalb trotz des nachgereichten Berichts vom 20. April
2020 auf das SMAB-Gutachten vom 11. Februar 2020 abgestellt werden könne (vgl. IV-
act. 169). Im Übrigen hatte bereits Dr. E._ mehrfach auf eine fragliche Compliance
seitens der Beschwerdeführerin hingewiesen und am 20. September 2011 auf eine
Behandlungsfrequenz von lediglich ca. drei oder vier kurzen Besprechungen pro Jahr
aufmerksam gemacht (vgl. z.B. IV-act. 12 und 61-3 f.). Auch aus den E-Mails von Dr.
C._ vom 21. März 2020 (vgl. IV-act. 167-6) und 28. Juni 2020 (vgl. act. G 1.3)
ergeben sich keine Hinweise, die den Beweiswert des Gutachtens der SMAB AG vom
11. Februar 2020 entkräften könnten. Vielmehr hat Dr. C._ am 21. März 2020
bestätigt, dass aus somatischer Sicht keine relevanten Aspekte zu ergänzen seien. Für
die psychiatrische Einschätzung hat er im Wesentlichen auf med. pract. G._
verwiesen (vgl. IV-act. 167-6). Schliesslich spricht auch das psychiatrisch-
rheumatologische Gutachten der PMEDA vom 26. Januar 2018 dafür, dass bei der
Beschwerdeführerin Aggravationstendenzen vorhanden sind und keine 50%ige
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr vorliegt (vgl. Fremdakten; act. G 4.2-2).
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3.
Angesichts dessen, dass sich die 90%ige Arbeitsfähigkeit vorliegend auch auf den
angestammten Tätigkeitsbereich der Beschwerdeführerin bezieht (vgl. IV-act. 156-10
f.), resultiert offensichtlich kein rentenbegründender Invaliditätsgrad von 40 %, weshalb
sich weitere Ausführungen zum Einkommensvergleich erübrigen. Folglich hat die
Beschwerdegegnerin die bisher ausgerichtete halbe Invalidenrente zu Recht
revisionsweise eingestellt.
4.