Decision ID: 9d331abf-3df5-5006-b043-73999437109c
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Stephan Jau, M.A. HSG, Advokatur Hubatka & Partner,
Obere Bahnhofstrasse 24, 9500 Wil SG,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich erstmals am 28. April 2001 bei der IV-Stelle des Kantons St.
Gallen zum Bezug von IV-Leistungen an. Er gab an, aufgrund einer Mehlstauballergie
seine Tätigkeit als Bäcker nicht mehr ausüben zu können und ersuchte deshalb um
berufliche Massnahmen (IV-act. 1). Im Rahmen der medizinischen Abklärungen konnte
beim Versicherten eine Bäckerrhinitis und ein Bäckerasthma nachgewiesen werden (IV-
act. 7). Die für Berufskrankheiten zuständige SUVA erliess daraufhin am 27. März 2001
eine Nichteignungsverfügung und erklärte den Versicherten für alle Arbeiten mit
Exposition zu Weizen-, Roggen- und Gerstenmehlstaub als ungeeignet (IV-act. 7-5).
Mit Verfügung vom 30. April 2001 lehnte die IV-Stelle das Gesuch um berufliche
Massnahmen ab mit der Begründung, dass abgesehen von Tätigkeiten mit
Mehlstaubexposition sämtliche Tätigkeiten voll zumutbar seien. Da keine
invaliditätsbedingte Einschränkung bei der Stellensuche bestehe, sei die Regionale
Arbeitsvermittlung zuständig (IV-act. 12).
A.b Am 10. Januar 2008 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-
Leistungen an. Gemäss seinen Angaben litt er seit anfangs 2005 an Schmerzen im
Bereich der Halswirbelsäule, an Rücken-, Muskel-, Schulter- und Kopfschmerzen
sowie an einer Depression (IV-act. 14).
A.c Der Arbeitgeber des Versicherten, Z._, berichtete am 5. Februar 2008
(Eingangsdatum), dass er den Versicherten seit dem 14. Juni 2001 als Bauarbeiter
beschäftige. Die Tätigkeit beinhalte vorwiegend Transporte, Abbruch- und
Grabarbeiten. Die Arbeiten seien meistens sehr schwer und anstrengend. Nach Eintritt
des Gesundheitsschadens, seit dem 19. März 2007, könne der Versicherte nur noch für
leichte Bauarbeiten eingesetzt werden (IV-act. 23).
A.d Gemäss einer Aktennotiz des IV-internen Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
vom 20. März 2008 hatte der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. B._, Facharzt für
Allgemeine Medizin FMH, angegeben, dass der Gesundheitszustand des Versicherten
instabil sei und dieser sich für drei Wochen einer psychosomatischen Reha
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bilitationsbehandlung in der Klinik Teufen unterziehe. Erst nach dieser Therapie
könnten verbindlichere Angaben betreffend die Restarbeitsfähigkeit gemacht werden.
Am 13. März 2008 hatte der behandelnde Arzt in der Klinik Teufen, Dr. med. C._,
gemäss der Aktennotiz des RAD berichtet, dass der Versicherte die Behandlung für 2 -
3 Wochen absolviert habe. Jedoch habe er wenig Motivation gezeigt und habe sich
nicht auf die Behandlung einlassen wollen. Psychiatrisch bestünden nur wenige
Befunde, höchstens eine leichte Depression, welche eine Arbeitsunfähigkeit von
höchstens ca. 20% - 30% begründen könne. Da jedoch zusätzlich somatische
Beschwerden vorlägen, sei eine Gesamtbeurteilung notwendig. Dieser Ansicht schloss
sich der RAD an und veranlasste ein polydisziplinäres Gutachten bei der MEDAS
Ostschweiz (IV-act. 28).
A.e Dr. B._ erstattete der IV-Stelle am 6. Mai 2008 einen Arztbericht. Gemäss diesem
hatte er beim Versicherten ein chronisches Schmerzsyndrom im Bereich der
Wirbelsäule, ein depressives Syndrom, ein Carpaltunnelsyndrom links, Status nach
Operation eines Carpaltunnelsyndrom rechts, Bäckerasthma sowie Status nach
Tonsillektomie mit Nachblutung 08/07 diagnostiziert. Zur Arbeitsfähigkeit des
Versicherten hielt er fest, dass die bisherige Tätigkeit als Bauarbeiter nicht mehr
zumutbar sei. In einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit bestehe eine
zunächst 50%-ige Arbeitsfähigkeit, welche nach einer Eingewöhnungszeit auf 100%
gesteigert werden könne (IV-act. 34).
A.f Am 11. und 12. August 2008 wurde der Versicherte bei der MEDAS Ostschweiz
von Dr. med. D._, Allgemeine Medizin FMH, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und
Psychotherapie FMH, Dr. med. E._, Innere Medizin/Rheumatologie FMH sowie
Dr. med. F._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, begutachtet. Gemäss deren
polydisziplinärem Gutachten vom 23. September 2008 nannten sie folgende Diagnosen
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten: Chronisches
lumbospondylogenes und cervicobrachiales Schmerzsyndrom beidseits,
thorakovertebrales und anamnestisch cervicocephales Schmerzsyndrom,
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit
somatischem Syndrom. Zur Beurteilung führten die Gutachter aus, dass der
Versicherte aus somatischer Sicht keine schweren körperlichen Tätigkeiten mehr
ausüben könne. Die zuletzt ausgeführte berufliche Tätigkeit als Bauarbeiter, welche
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gemäss Arbeitgeberbericht als mittelschwer bis schwer einzustufen sei, könne dem
Versicherten aktuell und voraussichtlich dauerhaft nicht mehr zugemutet werden. Die
vom Hausarzt attestierten Arbeitsunfähigkeiten (rezidivierend seit Februar 2006,
anhaltend ab September 2007) seien nachvollziehbar. Körperlich leichte bis
mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeiten in einem zeitlich eingeschränkten
Rahmen seien hingegen möglich. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine 50%-ige
Arbeitsunfähigkeit seit anfangs November 2007. Körperlich adaptierte Tätigkeiten
sollten vorzugsweise während ca. 2 x 3 Stunden täglich mit 25% vermindertem
Rendement abverlangt werden. Betreffend medizinische Massnahmen zur
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit werde aus somatischer Sicht die konsequente
Durchführung eines muskulären Aufbautrainings empfohlen sowie aus psychiatrischer
Sicht ein mehrwöchiger Aufenthalt in einer Tagesklinik. Aufgrund der theoretisch zur
Verfügung stehenden Behandlungsoptionen sei die Prognose offen (IV-act. 45). Der
RAD stellte gemäss seiner Stellungnahme vom 13. November 2008 uneingeschränkt
auf die gutachterliche Beurteilung ab (IV-act. 51).
A.g Gemäss einem Verlaufsbericht der Psychiatrischen Klinik G._ vom 15. Juli 2009
war der Versicherte seit dem 30. Oktober 2007 bis auf weiteres in ambulanter
Behandlung im Ambulatorium G._ sowie seit dem 25. Mai 2009 in teilstationärer
Behandlung in der Tagesklinik G._. Der behandelnde Oberarzt, Dr. med. H._, führte
als psychiatrische Diagnosen eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung sowie
eine mittelgradige depressive Episode auf. Er hielt fest, beim Versicherten bestehe ein
über viele Jahre chronifiziertes progredient zunehmendes Schmerzsyndrom im Sinne
einer chronischen somatoformen Schmerzstörung mit zuletzt zusätzlicher
zunehmender depressiver Entwicklung. Die tagesklinische Behandlung sei vor allem
darauf ausgerichtet, zu beurteilen, ob ein Patient in der Lage sei, im minimalen Umfang
von 2 Stunden pro Tag im geschützten klinikinternen Rahmen eine Tätigkeit in der
wenig Anforderungen stellenden Gartengruppe durchzuhalten. Trotz des unbedingten
Willens und der starken Motivation des Versicherten sei es ihm aufgrund der sehr rasch
exazerbierenden Schmerzsymptomatik nicht möglich gewesen, seinen in diesem
Rahmen bestehenden Verpflichtungen nachzukommen. Eine Fortführung des Versuchs
erscheine daher ebenso wie die Überlegung nachfolgender beruflich integrativer
Massnahmen nicht sinnvoll. Die teilstationäre Behandlung werde deshalb beendet. Es
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sei seit dem 25. Mai 2009 und bis auf Weiteres von einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit
des Beschwerdeführers auszugehen (IV-act. 61).
A.h Am 21. August 2009 berichtete der Hausarzt Dr. B._ von einer Verschlechterung
des Gesundheitszustandes des Versicherten. Die Depression habe zugenommen. Die
Beschwerden in Form von generalisierten Schmerzen seien weitgehend
therapieresistent und hätten eher zugenommen. Angesichts der zurzeit bestehenden
Depression sowie der ausgeprägten chronischen Schmerzen sei der Versicherte
vollständig arbeitsunfähig (IV-act. 63).
A.i Gemäss einem Verlaufsbericht des Ambulatoriums der Psychiatrischen Klinik G._
vom 16. November 2009 war der Gesundheitszustand des Versicherten seit dem
15. Juli 2009 unverändert. Es wurden die psychiatrischen Diagnosen einer mittel
gradigen depressiven Episode und einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung
genannt. Die behandelnde Ärztin, Dr. med. I._, führte aus, es habe sich beim
Versicherten im Vergleich zum Vorbericht der Tagesklinik G._ vom 15. Juli 2009 keine
Änderung der Symptomatik gezeigt. Trotz einer hohen Dosierung der Antidepressiva
sei die depressive Symptomatik noch immer vorhanden. Eine therapeutische
Beschäftigung im geschützten Rahmen sei dem Versicherten für 2 - 3 Stunden pro Tag
mit einer langsamen Steigerung auf fünf halbe Tage in der Woche zumutbar (IV-
act. 78).
A.j Auf Veranlassung des RAD (vgl. Stellungnahme vom 2. September 2009, IV-act. 64)
wurde der Versicherte am 16. und 17. November 2009 erneut in der MEDAS
Ostschweiz untersucht und begutachtet. Am 4. Februar 2010 erstatteten die Gutachter
Dr. D._, E._ und Dr. F._ ein polydisziplinäres Verlaufsgutachten. Als
Hauptdiagnosen führten sie ein chronifiziertes, diffuses, generalisiertes
Schmerzsyndrom sowie eine schwere depressive Episode ohne psychotische
Symptome auf. Zur Beurteilung hielten sie fest, dass es zwischenzeitlich zu einer
Ausweitung der körperlichen Schmerzen im Sinne eines chronifizierten, diffusen,
generalisierten Schmerzsyndroms ohne adäquates organisches Korrelat und bei
deutlichen Zeichen eines nichtorganischen Krankheitsverhaltens gekommen sei. Die
dabei aus psychiatrischer Sicht diagnostizierte schwere depressive Episode ohne
psychotische Symptome führe zu einer praktisch 100%-igen Arbeitsunfähigkeit für
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jegliche berufliche Tätigkeiten spätestens seit 25. Mai 2009. Weder aus somatischer
noch psychiatrischer Sicht könnten Therapien empfohlen werden, von welchen eine
Verbesserung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden könne. Die Prognose sei schlecht.
Der Versicherte habe im Übrigen ohne Vorankündigung einer Kontrolle einen
suffizienten Medikamentenspiegel aufgewiesen im Gegensatz zur früheren
Begutachtung. Die Prognose wäre auch mit dem Erzwingen von hohen Dauerpegeln
der Antidepressiva nicht besser (IV-act. 81). Der RAD erachtete das Gutachten gemäss
seiner Stellungnahme vom 3. Juni 2010 als ausführlich, in sich widerspruchsfrei und
nachvollziehbar. Trotz der seit der Erstbegutachtung erfolgten tagestationären sowie
medikamentösen Behandlung habe sich der psychiatrische Gesundheitszustand des
Versicherten verschlechtert (IV-act. 82).
A.k Am 8. Februar 2011 führte die IV-Stelle ein Standortgespräch mit dem Versicherten
durch. Gemäss dem erstellten Gesprächsprotokoll gab der Versicherte auf die Frage
nach dem gesundheitlichen Verlauf seit der letzten Untersuchung im November 2009
an, dass die Schmerzen unverändert seien. Hingegen sei die Depression wieder etwas
besser. Die Angaben wurden vom Versicherten unterschriftlich bestätigt (IV-act. 91). In
einer medizinischen Stellungnahme des RAD vom 8. April 2011 wurde festgehalten,
dass eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Versicherten bzw. eine
100%-ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 25. Mai 2009 nicht nachvollziehbar sei. Dr. H._
von der Psychiatrischen Tagesklinik G._ habe aufgrund der Beobachtung, dass es
beim Versicherten bei der leichten Gartenarbeit zu einer sehr raschen
Schmerzexazerbation gekommen sei, eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert. Seine
Diagnosen lauteten jedoch weiterhin somatoforme Schmerzstörung und mittelgradige
depressive Episode, also der gleiche Schweregrad wie er anlässlich der
Erstbegutachtung durch die MEDAS Ostschweiz im Jahr 2008 festgestellt worden sei.
Im Verlaufsgutachten von 2010 sei von einer schweren depressiven Episode
ausgegangen worden, wobei jedoch deutlich auf die Aggravation des Versicherten
hingewiesen worden sei. Die Einschätzung des Gutachters einer vollen
Arbeitsunfähigkeit könne angesichts der Präsentation des Versicherten nicht anders als
resignativ bezeichnet werden. Betreffend die aktuelle Arbeitsfähigkeit hielt der RAD
weiter fest, dass auf die Aussagen des MEDAS-Gutachtens von 2008, wonach der
Versicherte in einer angepassten Tätigkeit zu 50% arbeitsfähig sei, abzustellen sei. Die
Gutachter seien damals von einem verbesserungsfähigen Zustand ausgegangen,
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womit allein die Frage zu beantworten gewesen sei, ob eine Steigerung der
Arbeitsfähigkeit ab diesem Niveau möglich sei. Nachdem dies nicht der Fall gewesen
sei, habe der Gutachter aus diesem Umstand irrtümlicherweise auf eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes geschlossen bzw. die Arbeitsfähigkeit
neu und schlechter beurteilt. Es hätte schon 2008 ein stabiler Gesundheitszustand
angenommen werden können, denn schon damals sei der Schmerzzustand chronisch
und die Depression rezidivierend mittelgradig stark gewesen. Neu sei von einer
schweren Depression die Rede. Der Versicherte habe jedoch anlässlich des
Standortgesprächs vom 8. Februar 2011 angegeben, dass sich die Depression
gebessert habe. Somit sei überwiegend wahrscheinlich von der chronischen
mittelgradigen Depressionsstärke von 2008 auszugehen, welche dem Versicherten
heute auch noch zulasse, ein Auto zu lenken. Im Weiteren sei noch darauf hinzuweisen,
dass der Versicherte trotz der in der Tagesklinik Wil beobachteten
Schmerzexazerbation bei Bewegungen während der Gartenarbeit regelmässig
Hometraining mache (IV-act. 92).
A.l Ausgehend von einer 50%-igen Arbeitsfähigkeit des Versicherten in einer ange
passten Tätigkeit nahm die IV-Stelle am 25. Mai 2011 einen Einkommensvergleich vor,
woraus ein Invaliditätsgrad von rund 48% resultierte. Mit einem Vorbescheid vom
31. Mai 2011 wurde dem Versicherten entsprechend dem errechneten Invaliditätsgrad
die Ausrichtung einer Viertelsrente ab dem 1. Juni 2008 in Aussicht gestellt. Zur Be
gründung hielt die IV-Stelle fest, dass aufgrund der Angaben anlässlich des Standort
gesprächs vom 8. Februar 2011 und der medizinischen Stellungnahme des RAD be
treffend den Grad der Arbeitsfähigkeit weiterhin die Aussagen des MEDAS-Gutachtens
von 2008, wonach eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit bestätigt worden sei, gelten würden
(IV-act. 97).
A.m Am 4. Juli 2011 wendete der Rechtsvertreter des Versicherten, Rechtsanwalt
Stephan Jau, ein, es sei beim Versicherten von einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit
auszugehen. Der Auffassung des RAD-Arztes könne nicht gefolgt werden. Bei den
beiden MEDAS-Gutachten sei der Versicherte vom gleichen Psychiater beurteilt
worden. Dieser habe eine massive Verschlechterung des Gesundheitszustandes und
damit eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit feststellen können. Es handle sich daher nicht
– wie von der IV-Stelle geltend gemacht – um eine Neubegutachtung, bei der irrtümlich
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eine falsche Arbeitsfähigkeitsschätzung vorgenommen worden sei. Die Angaben des
Versicherten anlässlich des Standortgesprächs vom 8. Februar 2011 seien nicht
geeignet, diesen Befund umzustossen. Das Gespräch habe nicht in einem
psychiatrischen Rahmen mit einer psychiatrisch geschulten Person stattgefunden.
Auch liessen die Angaben des Versicherten nicht auf eine Besserung des
Gesundheitszustandes schliessen. Betreffend den Einkommensvergleich machte der
Rechtsvertreter geltend, es seien verschiedene Abzüge beim Invalideneinkommen nicht
vorgenommen worden, namentlich aufgrund der erforderlichen Teilzeittätigkeit, dem
Ausfallrisiko sowie dem Aufenthaltsstatus. Es sei ein Tabellenlohnabzug im Umfang
von 25% vorzunehmen (IV-act. 99). Am 30. August 2011 verfügte die IV-Stelle
entsprechend dem Vorbescheid und sprach dem Versicherten eine Viertelsrente zu. Zu
den Einwänden gegen den Vorbescheid hielt sie fest, es sei korrekt, dass die beiden
MEDAS-Gutachten von demselben Psychiater verfasst worden seien. Dieser habe auch
eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes erwähnt und eine Arbeitsunfähigkeit
von neu über 70% attestiert. Er weise in seinem Gutachten jedoch deutlich auf eine
Aggravation hin. Dass das Standortgespräch vom 8. Februar 2011 nicht in einem
psychiatrischen Rahmen stattgefunden habe, sei nicht von Bedeutung. Der zur
wahrheitsgetreuen Auskunft verpflichtete Versicherte habe angegeben, dass sich die
Depression gebessert habe. Auch pflege er wieder soziale Kontakte, was im Zeitpunkt
der zweiten Begutachtung durch die MEDAS Ostschweiz nicht der Fall gewesen sei.
Weiter habe er angegeben, dass die Schmerzen nicht mehr so stark seien, seit er die
Physiotherapie besuche. Gemäss der medizinischen Stellungnahme vom 8. April 2011
sei somit eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit ab Mai 2009 nicht nachvollziehbar. Zum
geforderten Tabellenlohnabzug führte die IV-Stelle aus, dass kein Teilzeitabzug
vorzunehmen sei, wenn – wie vorliegend – eine versicherte Person ihre
Restarbeitsfähigkeit in einer Ganztagesstelle verwerten könne. Dass der Versicherte
über eine Aufenthaltsbewilligung B verfüge, sei nicht relevant (IV-act. 102, 110).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 4. Oktober
2011. Darin beantragt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers die Aufhebung der
Verfügung und die Zusprache einer ganzen IV-Rente, eventualiter sei eine
Dreiviertelsrente zuzusprechen. Im Weiteren beantragt er die Gewährung der
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unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung, die Durchführung einer
mündlichen Verhandlung, die Befragung des psychiatrischen Gutachters Dr. F._
bezüglich der Einwendungen der Beschwerdegegnerin zum zweiten MEDAS-Gutachten
sowie eventualiter die Anordnung eines psychiatrischen Gerichtsgutachtens. Zur
Begründung führt er im Wesentlichen an, dass die Angabe des Beschwerdeführers
anlässlich des Standortgesprächs vom 8. Februar 2011, wonach sich die Depression
wieder gebessert habe, nur eine Momentaufnahme innerhalb eines bei einer
Depression naturgemäss schwankenden Krankheitsverlaufs sei. Um anlässlich des
Gesprächs überhaupt zu einer relevanten Aussage zu kommen, wäre eine
weitergehende Befragung angezeigt gewesen. Ohne eine tiefgehende psychiatrische
Begutachtung könne und dürfe nicht vom zweiten MEDAS-Gutachten abgewichen
werden. Auch die interne medizinische Stellungnahme sei nicht dazu geeignet, das
MEDAS-Gutachten umzustossen. Sollte das Gericht zum Schluss kommen, nicht auf
das Gutachten abstellen zu können, so sei der Gutachter Dr. F._ zu den
Einwendungen der Beschwerdegegnerin zu befragen. Eventualtiter sei eine gerichtliche
Expertise bezüglich des psychiatrischen Zustandes des Beschwerdeführers zu
veranlassen. Betreffend den Einkommensvergleich beanstandet der Rechtsvertreter
den massgeblichen Tabellenlohn. Es sei ein Teilzeitabzug von 10% vorzunehmen, da
der Beschwerdeführer selbst bei ganztägiger Präsenz nur 50% Leistung erbringen
könne. Zudem sei entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin der
Aufenthaltsstatus des Beschwerdeführers zu berücksichtigen. Weiter habe der
Beschwerdeführer in seiner letzten Tätigkeit als Bauarbeiter deutlich
unterdurchschnittlich verdient, was im Sinne der Parallelisierung mit einer
Herabsetzung des Tabellenlohns im Umfang von 26.06% auszugleichen sei. Falls kein
Abzug für die Parallelisierung aufgrund von Nationalität und Aufenthaltsstatus gewährt
werde, so werde eventualiter beantragt, für die Bestimmung des Valideneinkommens
auf die Tabelle TA 12 abzustellen, wo die statistischen Löhne explizit auch nach
Aufenthaltsstatus erhoben würden (act. G 1).
B.b Am 21. November 2011 beantragt die Beschwerdegegnerin die Abweisung der
Beschwerde. Zur Arbeitsfähigkeit des Versicherten führt sie aus, dass bereits beim
ersten MEDAS-Gutachten Zweifel an der Arbeitsfähigkeitsschätzung hätten
angemeldet werden müssen. Die aus psychiatrischer Sicht beschriebene
Einschränkung sei nicht nachvollziehbar gewesen. Die im Verlaufsgutachten
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festgestellte vollständige Arbeitsunfähigkeit müsse überwiegend wahrscheinlich als zu
pessimistisch betrachtet werden und überzeuge nicht. Insbesondere sei die Herleitung
einer Verschlechterung seit dem ersten Gutachten nicht überzeugend. Damit könne
allenfalls eine Einschränkung von 50% anerkannt werden. Dies gelte umso mehr, als
der Beschwerdeführer am 8. Februar 2011 eine Besserung seines
Gesundheitszustandes beschrieben habe. Im Weiteren werde am vorgenommenen
Einkommensvergleich mit einem Invaliditätsgrad von 48% festgehalten. Eine
Parallelisierung bei einer Differenz von vorliegend weniger als 5% komme nach der
bundesgerichtlichen Praxis nicht in Betracht. Ein Teilzeitabzug sei bei einer
ganztägigen Präsenz nicht vorzunehmen. Schliesslich lägen auch sonst keine
Umstände vor, die einen Tabellenlohnabzug rechtfertigen würden (act. G 7).
B.c Der Beschwerdeführer hat auf die Einreichung einer Replik verzichtet (act. G 11).
B.d Mit einem Schreiben vom 15. November 2013 hat der Beschwerdeführer den
Antrag auf eine mündliche Verhandlung zurückgezogen (act. G 14).

Erwägungen:
1.
Angefochten ist eine Verfügung, die nach Inkrafttreten der 5. IV-Revision am 1. Januar
2008 ergangen ist, nämlich am 30. August 2011. Der Sachverhalt reicht indessen in
eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision zurück. Für den Rentenbeginn anwendbar
ist eine vom Bundesamt für Sozialversicherungen lückenfüllend geschaffene (vgl. IV-
Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007) und vom Gericht als rechtmässig
anerkannte (vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S F.
vom 25. März 2011, IV 2009/425) übergangsrechtliche Norm, wonach altes Recht für
Fälle gilt, in denen der Versicherungsfall spätestens im Jahr 2008 eintritt (d.h. das
Wartejahr vor dem 1. Januar 2008 zu laufen beginnt und im Jahr 2008 erfüllt wird) und
die Anmeldung spätestens im Jahr 2008 erfolgte. Bezüglich eines allfälligen
Rentenbeginns sind deshalb vorliegend angesichts der IV-Anmeldung von Januar 2008
und des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2007 die bis zum 31. Dezember 2007
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gültig gewesenen Bestimmungen anzuwenden. Für die Invaliditätsbemessung hat sich
keine Änderung der Rechtslage ergeben.
2.
2.1 Umstritten und zu prüfen ist vorliegend die Höhe des Rentenanspruchs des
Beschwerdeführers. Insbesondere sind der Grad der Arbeitsfähigkeit sowie die
massgebenden Vergleichseinkommen bei der Bemessung des Invaliditätsgrades
anhand des Einkommensvergleichs umstritten.
2.2 Die Höhe der Rente richtet sich nach der Abstufung in Art. 28 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20). Danach besteht der
Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die Person mindestens zu 70%, derjenige auf
eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
Gemäss Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ist zur Bemessung des Invaliditätsgrades
das Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach
der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen).
2.3 Das ausschlaggebende Element der Bemessung des zumutbaren
Invalideneinkommens – und damit indirekt des Invaliditätsgrades – ist grundsätzlich der
Grad der verbliebenen Arbeitsfähigkeit, so dass dessen Ermittlung normalerweise den
ersten Schritt bei der Erhebung des massgebenden Sachverhalts bildet. Um den
Arbeitsfähigkeitsgrad festlegen zu können, sind Verwaltung und Gericht auf Unterlagen
angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu
stellen haben. Aufgabe der ärztlichen Sachverständigen ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
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261 E. 4 mit Hinweisen). In beweisrechtlicher Hinsicht gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).
3.
3.1 Zu klären ist die Frage, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche
Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt.
3.2 In somatischer Hinsicht liegt unbestritten eine volle Arbeitsunfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit als Hilfsbäcker aufgrund der festgestellten Bäckerrhinitis
sowie dem Bäckerasthma vor (vgl. IV-act. 1 - 13). Aus dem MEDAS-Gutachten vom
23. September 2008 geht hervor, dass auch in der zuletzt ausgeübten mittelschweren
bis schweren Tätigkeit als Bauarbeiter aufgrund eines chronischen
lumbospondylogenen und cervicobrachialen Schmerzsyndroms beidseits sowie eines
thorakovertebralen und anamnestisch cervicocephalen Schmerzsyndroms von einer
vollen und voraussichtlich dauerhaften Arbeitsunfähigkeit auszugehen ist. Aus
somatischer Sicht sei der Beschwerdeführer jedoch in der Lage, körperlich leichte bis
mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten in einem zeitlich uneingeschränkten
Rahmen ausüben (vgl. IV-act. 45-17). Gemäss dem MEDAS-Verlaufsgutachten vom
4. Februar 2010 haben trotz der zwischenzeitlichen Schmerzausweitung somatisch
keine veränderten objektivierbaren klinischen Befunde gegenüber der
Erstbegutachtung erhoben werden können. Die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers ist daher massgeblich aus psychischen Gründen eingeschränkt
(vgl. IV-act. 81-10).
3.3 Aus psychiatrischer Sicht hat Dr. F._ anlässlich der ersten MEDAS-
Begutachtung eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige
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Episode mit somatischem Syndrom, diagnostiziert. Gemäss seinem psychiatrischen
Fachgutachten vom 26. August 2008 hat er folgende Befunde erhoben: Mimik müde,
traurig und schlaff, Hände unruhig, Tonfall monoton und kraftlos, Affektlage
durchgehend depressiv, Affektmodulation eingeengt, wenig ablenkbar, ohne
Aufhellungen. Dr. F._ hat ausgeführt, dass aufgrund des Zustandsbildes und der
Einschätzung mittels Fremdbeurteilungsskalen aktuell ein mittelschweres bis schweres
depressives Syndrom mit somatischen Symptomen vorliege. Die anamnestischen
Schilderungen des Beschwerdeführers wirkten glaubhaft und konsistent, weshalb auf
seine Angaben einer markanten Verschlechterung im Oktober/November 2007
abgestellt werden könne. Zur ambulanten psychosomatischen Behandlung des
Beschwerdeführers durch Dr. C._ in der Klinik J._ vom 11. Februar bis 7. März
2008 hat er festgehalten, es sei nachvollziehbar und krankheitsbedingt erklärbar, dass
der Beschwerdeführer die Behandlung vorzeitig abgebrochen habe. Infolge des
depressiven Syndroms sei er durch das umfassende Programm wohl überfordert
gewesen. Die mangelhafte Motivation sei vermutlich ebenfalls depressiv bedingt
gewesen. Aus diesem Grund schätze er den Beschwerdeführer rückwirkend als stärker
eingeschränkt ein als Dr. C._, welcher von einer leichten depressiven Störung und
einer 20 - 30%-igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen sei. Dessen Einschätzung dürfe
aber relativiert werden, da er aufgrund der erfolglosen ambulanten Behandlung eine
stationäre psychiatrische Behandlung empfohlen habe, was nicht zum Zustandsbild
einer leichten depressiven Störung passe. Dr. F._ hat weiter festgehalten, dass der
Beschwerdeführer angesichts der Laborwerte die Medikamente nicht in der richtigen
Dosierung eingenommen habe, womit seine anamnestischen Angaben relativiert
werden müssten. Ein exakter Verlauf des Schweregrades der depressiven Störung sei
aus diesem Grund nicht nachzuzeichnen und die Einschätzung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit tendenziell tief zu halten. Aus psychiatrischer Sicht dürfte der
Beschwerdeführer seit November 2007 in somatisch adaptierten Tätigkeiten zu 50%
arbeitsunfähig sein. Diese sollte er vorzugsweise während ca. 2 x 3 Stunden täglich mit
25% vermindertem Rendement ausüben können. Die Prognose sei offen, da
theoretisch Behandlungsoptionen in Form einer tagesstationären und medikamentösen
Behandlung zur Verfügung stünden. Die Integration in den freien Arbeitsmarkt dürfte
jedoch trotz Besserung aus versicherungsfremden Gründen schwierig sein. Es sei
wegen der dadurch anhaltenden psychosozialen Belastungssituation und
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Dekonditionierung mit einer Ausweitung und Chronifizierung im Sinne einer
somatoformen Schmerzstörung zu rechnen (IV-act. 50-1 ff.).
3.4 Dr. F._ hat die vorhandenen relevanten medizinischen Akten umfassend
wiedergegeben und sich insbesondere ausführlich mit der abweichenden Einschätzung
von Dr. C._ auseinandergesetzt. Seine Begründungen und Ausführungen sind
nachvollziehbar und schlüssig. Es kann daher auf seine Beurteilung einer zu diesem
Zeitpunkt 50%-igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus psychiatrischer Sicht
abgestellt werden.
3.5 In Nachachtung der gutachterlichen Empfehlung hat sich der Beschwerdeführer ab
dem 25. Mai 2009 in eine teilstationäre Behandlung in der Psychiatrischen Tagesklinik
G._ begeben. Der behandelnde Arzt, Dr. H._, hat gemäss seinem Bericht vom
15. Juli 2009 die psychiatrischen Diagnosen einer mittelgradigen depressiven Episode
und einer somatoformen Schmerzstörung gestellt. Bei der Befunderhebung hat er
angegeben, das Denken des Beschwerdeführers sei formal völlig auf die
Schmerzproblematik und die daraus resultierenden Probleme eingeengt. Im Affekt
präsentiere sich der Beschwerdeführer niedergeschlagen, hoffnungslos, gereizt und
angespannt, bei völlig aufgehobener Schwingungsfähigkeit. Es bestünden deutliche
Ängste betreffend die eigene Zukunft, ausgeprägte Spannungen in der Ehe, eine
Belastung durch die schwierige finanzielle Situation sowie eine deutliche soziale
Isolation. Dr. H._ hat festgehalten, dass die Prognose vor dem Hintergrund des
langjährigen, chronifizierten und progredienten Krankheitsverlaufs insgesamt als
ungünstig zu bewerten sei. Die derzeitige tagesklinische Behandlung sei vor allem auf
die Beurteilung ausgerichtet, ob der Beschwerdeführer in der Lage sei, in minimalem
Umfang von wenigstens zwei Stunden pro Tag im geschützten klinikinternen Rahmen
eine Tätigkeit in der wenige Anforderungen stellenden Gartengruppe durchzuhalten.
Dies sei ihm aufgrund der sehr rasch exazerbierenden Schmerzen nicht gelungen. Das
Erscheinen und Durchhalten des Beschwerdeführers sei sehr wechselhaft gewesen.
Eine Fortführung des Versuches erscheine daher nicht sinnvoll, womit die teilstationäre
Behandlung beendet werde. Vor diesem Hintergrund hat Dr. H._ ab Beginn der
teilstationären Behandlung am 25. Mai 2009 bis auf Weiteres eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit attestiert (vgl. IV-act. 61).
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3.6 Gemäss dem Bericht von Dr. I._ vom Ambulatorium der Psychiatrischen Klinik
G._ vom 16. November 2009 sind aus psychiatrischer Sicht weiterhin die Diagnosen
einer mittelgradigen depressiven Episode und einer anhaltend somatoformen
Schmerzstörung aufgeführt worden. Dr. I._ hat festgehalten, dass der Be
schwerdeführer seit dem 30. Oktober 2007 in ambulanter psychiatrisch/psychothera
peutischer Behandlung sei. Bezüglich der Befunde hätten sich im Vergleich zum
Bericht der Tagesklinik G._ vom 15. Juli 2009 trotz hoher Dosierung der
Antidepressiva keine Änderungen der depressiven Symptomatik gezeigt. Der
Beschwerdeführer leide unter einer mittelgradig gedrückten Stimmung, erhöhter
Reizbarkeit mit verbaler Aggressivität, sozialem Rückzug, einer Antriebslosigkeit, stark
vermindertem Selbstwert und mittelgradigen Konzentrationsstörungen. Gemäss
eigenen Angaben des Beschwerdeführers leide er zusätzlich unter Schmerzen in
verschiedenen Körperregionen, welche sich bei körperlicher Arbeit, besonders beim
Bücken und Heben von schweren Lasten, verschlechterten. Zum gescheiterten
Versuch, den Beschwerdeführer in der Tagesklinik zu beschäftigen, hat Dr. I._
ausgeführt, eine therapeutische Beschäftigung im geschützten Rahmen für 2 bis 3
Stunden pro Tag sei ihres Erachtens zumutbar. Die Gartengruppe sei vielleicht durch
die vorwiegend handwerkliche Tätigkeit im Freien nicht der ideale Bereich für den
Beschwerdeführer gewesen. Weiter sei der Einstieg mit fünf halben Tagen in der
Woche wohl zu anspruchsvoll gewesen. Sie empfehle eine langsame Steigerung bis
auf fünf halbe Tage pro Woche (vgl. IV-act. 78).
3.7 Im Rahmen der MEDAS-Verlaufsbegutachtung ist Dr. F._ gemäss seinem
Fachgutachten vom 16. Januar 2010 von einer schweren depressiven Episode ohne
psychotische Symptome ausgegangen. Er hat beim Beschwerdeführer folgende
Befunde erhoben: Im Gespräch resigniert, teilnahmslos, indifferent zustimmend, Gang
steif, deutlich adynamisch, schwankende Aufmerksamkeit, Mimik schlaff, regressiv
aggravierend, lasse sich gehen ("lasse die Ohren hängen"), keine
Beziehungsaufnahme; scheine ihm nicht der Mühe wert. Zur Beurteilung hat er
festgehalten, dass der Bericht von Dr. H._ von der Psychiatrischen Tagesklink G._
vom 15. Juli 2009 aufgrund des aktuellen Zustandsbildes, des Labors und der
Vorkenntnisse nachvollziehbar sei. Trotz offenbar eigener Motivation, engmaschiger
Betreuung und zeitweiser Beschäftigung in der Tagesklinik habe sich der Zustand des
Beschwerdeführers sogar noch verschlechtert. In dem aktuell angetroffenen
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Zustandsbild sei eine Arbeitsunfähigkeit von neu über 70% begründet. Es gebe keine
Hinweise auf nennenswerte Schwankungen, so dass ab dem Eintritt in die Tagesklinik
am 25. Mai 2009 keine wirtschaftlich verwertbare Arbeit auf dem freien Arbeitsmarkt
mehr denkbar sei. Der Beschwerdeführer sei daher ab diesem Zeitpunkt aus
psychiatrischen Gründen praktisch zu 100% arbeitsunfähig. Beim Beschwerdeführer
habe anlässlich der Begutachtung ohne Vorankündigung ein suffizienter
Medikamentenspiegel nachgewiesen werden können. In praktischer Hinsicht erscheine
das Mögliche an psychiatrischen Interventionen getan. Die Prognose sei schlecht und
wäre selbst mit dem Erzwingen von hohen Dauerpegeln der Antidepressiva nicht
besser (vgl. IV-act. 81 ff.).
3.8 Gemäss der medizinischen Stellungnahme des RAD vom 8. April 2011 ist die
im Verlaufsgutachten aus psychiatrischer Sicht geltend gemachte Verschlechterung
und die 100%-ige Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollziehbar gewesen (vgl. IV-act. 92).
Dr. F._ hat sich bei der festgestellten Verschlechterung nebst seiner Untersuchung
insbesondere auf den Bericht von Dr. H._ von der Psychiatrischen Tagesklinik G._
vom 15. Juli 2009 abgestützt. Dazu ist festzustellen, dass Dr. H._ entsprechend dem
ersten MEDAS-Gutachten vom 23. September 2009 eine depressive Episode von
lediglich mittlerem Schweregrad diagnostiziert hat. Auch die Befunde sind vergleichbar
mit denjenigen anlässlich der Erstbegutachtung. Die erhobenen Diagnosen und
Befunde sind im Weiteren auch im Verlaufsbericht des Ambulatoriums der
Psychiatrischen Klinik G._ vom 16. November 2009 übernommen und bestätigt
worden. Dr. I._ hat festgehalten, dass sich im Vergleich zum Bericht von Dr. H._
beim Beschwerdeführer keine Änderungen der depressiven Symptomatik gezeigt
hätten. Eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes gegenüber dem
Zeitpunkt der ersten Begutachtung lässt sich aus den späteren medizinischen
Erhebungen somit nicht ableiten. Im Gegensatz dazu hat sich aber die Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit verschlechtert. Dr. H._ ist insbesondere aufgrund des gescheiterten
Versuchs, den Beschwerdeführer mindestens 2 Stunden pro Tag klinikintern in der
Gartengruppe zu beschäftigen, von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit seit dem
Beginn der Behandlung am 25. Mai 2009 und bis auf Weiteres ausgegangen (vgl. IV-
act. 61-4). Zu dieser Einschätzung hat Dr. I._ vom Ambulatorium der Psychiatrischen
Klinik G._ festgehalten, dass die Gartengruppe durch die vorwiegend handwerkliche
Tätigkeit im Freien vielleicht nicht der ideale Bereich für den Beschwerdeführer
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gewesen sei. Der Beschwerdeführer selbst habe angegeben, dass er sich bei dieser
Tätigkeit zu viel habe bücken und schwer heben müssen, was seine Schmerzen
verstärkt habe (vgl. IV-act. 78-2). Auch sei der Einstieg mit der Beschäftigung an gleich
fünf halben Tagen wohl zu anspruchsvoll gewesen. Eine therapeutische Beschäftigung
im geschützten Rahmen für 2 bis 3 Stunden pro Tag halte sie für zumutbar (vgl. IV-
act. 78-4). Angesichts des in medizinischer Hinsicht gegenüber der ersten
Begutachtung im August 2008 im Wesentlichen unveränderten psychischen
Gesundheitszustandes mit einer mittelgradigen depressiven Episode erscheint die
Einschätzung einer über 50% liegenden Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollziehbar.
Dr. H._ hat bei der Festlegung der Arbeitsfähigkeit wohl zu viel Gewicht auf den
gescheiterten Beschäftigungsversuch in der Gartengruppe gelegt, zumal diese
Tätigkeit gemäss den Ausführungen von Dr. I._ wohl ohnehin nicht ideal für den
Beschwerdeführer gewesen ist. Im Weiteren ist auch nicht auszuschliessen, dass
Dr. H._ die bei der Befunderhebung erwähnten psychosozialen Belastungsfaktoren in
seine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit hat einfliessen lassen (vgl. IV-act. 61-3). Auf seine
Einschätzung einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit lässt sich jedenfalls nicht abstellen.
Folglich kann auch den Ausführungen von Dr. F._ im Verlaufsgutachten nicht gefolgt
werden, wonach er gestützt auf die Einschätzung von Dr. H._ eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers seit dem 25. Mai 2009 und bis auf Weiteres
attestiert hat. Dr. F._ hat ausgeführt, dass es keine Hinweise auf nennenswerte
Schwankungen seit dem 25. Mai 2009 gebe (vgl. IV-act. 81-18). Da Dr. H._ die
gleichen Diagnosen und Befunde wie im ersten MEDAS-Gutachten erhoben hat, ist
davon auszugehen, dass das psychische Zustandsbild seit der Erstbegutachtung
grundsätzlich stabil geblieben ist. Aufgrund des naturgemäss schwankenden Verlaufs
von depressiven Störungen ist es zwar möglich, dass im Zeitpunkt der Begutachtung
durch Dr. F._ ein depressives Zustandsbild gegeben war, welches einer schweren
depressiven Episode entsprochen hat. Jedoch ist aufgrund des seit der ersten MEDAS-
Begutachtung in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen unveränderten
Gesundheitszustands mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer chronischen
mittelgradigen depressiven Störung und einer 50%-igen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
Dass eine allfällige Verschlechterung lediglich vorübergehender Natur gewesen ist,
zeigt sich auch anhand der Angaben, welche der Beschwerdeführer anlässlich des
Standortgesprächs vom 8. Februar 2011 gemacht hat. Auf die Frage nach dem
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gesundheitlichen Verlauf seit der letzten Untersuchung im November 2009 hat der
Beschwerdeführer geantwortet, die Depression sei wieder etwas besser (vgl. IV-
act. 91-4). Gemäss dem Gesprächsprotokoll hat er weiter angegeben, dass er jeweils
am Morgen und am Nachmittag draussen laufen gehe sowie ein bis zweimal pro
Woche Velo fahre. Zu Hause mache er Sport mit dem Hometrainer. Mit den beiden
jüngeren Töchtern gehe er an deren schulfreien Mittwochnachmittagen in die Stadt
G._. Zu Hause spiele oder male er mit den Kindern. Ab und zu gehe er mit seinem
Bruder etwas trinken. Die Familie seiner Frau komme ein bis dreimal Mal pro Monat
vorbei. Auch er und seine Familie gingen dort ein Mal in 2 oder 3 Monaten auf Besuch.
Im Haushalt helfe er seiner Frau, indem er ein bis zweimal Mal pro Woche Staub sauge.
Einkäufe erledigten sie als Familie immer zusammen. Kleinere Sachen könne er auch
selbst einkaufen. Er sei in der Lage Auto zu fahren, aber nicht länger als eine halbe
oder eine Stunde (vgl. IV-act. 91). Die Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers,
wonach sich die Depression wieder gebessert habe, findet in seinen weiteren Angaben
ihre Bestätigung. Aus diesen geht nämlich hervor, dass er täglich draussen in
Bewegung gewesen ist und sich regelmässig sportlich betätigt hat. Er hat sich mit
seinen Kindern beschäftigt und, zwar wenige, aber doch regelmässig soziale Kontakte
wahrgenommen. Im Weiteren ist er in der Lage gewesen, im Haushalt zu helfen und
Auto zu fahren. Das psychische Zustandsbild des Beschwerdeführers anlässlich des
Standortgesprächs entspricht damit nicht den erhobenen Befunden im psychiatrischen
Verlaufsfachgutachten vom 16. Januar 2010 (vgl. IV-act. 81-17), weshalb mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit und entsprechend der Stellungnahme des RAD vom
8. April 2011 (vgl. IV-act. 92) keine schwere, sondern eine mittelgradige depressive
Störung vorgelegen hat.
3.9 Zusammengefasst ist unter Berücksichtigung der vorliegenden medizinischen
Akten sowie des Standortgesprächs davon auszugehen, dass der psychische
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nach der ersten MEDAS-Begutachtung
im August 2008 im Wesentlichen unverändert geblieben ist. Deshalb ist bis zum Erlass
der angefochtenen Verfügung am 30. August 2011 mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit von einer chronifizierten mittelgradigen depressiven Störung
auszugehen, welche gestützt auf das Erstgutachten nachvollziehbar eine 50%-ige
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer somatisch leidensangepassten Tätigkeit
begründet.
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4.
4.1 Im Folgenden ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu
Recht nur eine Viertelsrente zugesprochen hat.
4.2 Nach dem hier anwendbaren altrechtlichen Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG entsteht ein
Rentenanspruch frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person während
eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40%
arbeitsunfähig gewesen ist. Im Rahmen des Art. 29 Abs. 1 IVG nicht anwendbar ist
nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts der Grundsatz, dass bei langdauernder
Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf – oder sobald klar wird, dass die
Wiederaufnahme der bisher ausgeübten Tätigkeit nicht mehr in Frage kommt – nach
Ablauf einer gewissen Übergangsfrist auch zumutbare Tätigkeiten in einem anderen
Beruf zu berücksichtigen sind. Bei der Anwendung dieser Bestimmung ist
ausschliesslich die Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit zu betrachten
(Entscheid des EVG vom 23. Oktober 2003, I 392/02; vgl. BGE 130 V 99 E. 3.2, bereits
unter Hinweis auf den künftigen Art. 6 ATSG). Die einjährige Wartezeit gilt als eröffnet,
sobald eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20% vorliegt (AHI 1998 S. 124 E. 3c).
Die Beschwerdegegnerin hat den Beginn des Wartejahres auf den 29. Juni 2007
festgelegt und sich dabei auf den Arbeitgeberbericht vom 5. Februar 2008 abgestützt
(vgl. IV-act. 93, 23-4). Dass ab dem 29. Juni 2007 eine ununterbrochene
Arbeitsunfähigkeit bestanden hat, geht auch aus einem Schreiben der
Krankentaggeldversicherung vom 21. Januar 2008 hervor (vgl. IV-act. 17). Aufgrund
dieser Arbeitsunfähigkeit sind ab Juli 2007 Krankentaggelder geleistet worden (vgl. IV-
act. 23-8). Somit ist ab Juni 2007 von einer dauernden Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerdeführers in der bisherigen Tätigkeit auszugehen, womit das Wartejahr im
Juni 2008 erfüllt worden ist. Der frühestmögliche Beginn des Rentenanspruchs ist
daher – unabhängig vom Zeitpunkt der Anmeldung – der 1. Juni 2008.
4.3 Bezüglich der Bestimmung des Valideneinkommens kann vorliegend das
Einkommen des Beschwerdeführers bei seiner letzten Arbeitsstelle herangezogen
werden, da es keine Hinweise auf eine bevorstehende Änderung seiner Validenkarriere
gegeben hat. Gemäss dem Arbeitgeberbericht des K._ Baugeschäfts vom 5. Februar
2008 sowie den Lohnblättern hat der Beschwerdeführer im Jahr 2007 ein monatliches
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Einkommen von Fr. 4'400.-- zuzüglich eines 13. Monatslohnes verdient (vgl. IV-act.
23-3, 23-8). Dies ergibt ein Jahreseinkommen von Fr. 57'200.--. Rechnet man die
Nominallohnerhöhung entsprechend dem Zeitpunkt des frühestmöglichen Beginns des
Rentenanspruchs bis ins Jahr 2008 auf, so ergibt sich ein Jahreseinkommen von
Fr. 58'458.40 (Fr. 57'200.-- + 2,2% [vgl. Tabelle 39, Entwicklung der Nominallöhne, des
Bundesamtes für Statistik]). Im Vergleich zu den statistischen durchschnittlichen
Löhnen gemäss den Lohnstrukturerhebungen des Bundes (LSE), wonach Männer im
tiefsten Lohnniveau im Jahr 2008 Fr. 59'979.-- verdient haben (vgl. Anhang 2 zu der
von der Informationsstelle AHV/IV herausgegebenen Gesetzestextausgabe 2012), liegt
der Beschwerdeführer mit seinem Einkommen leicht unter dem Durchschnitt. Da keine
Hinweise darauf bestehen, dass er sich aus freien Stücken mit einem
unterdurchschnittlichen Einkommen begnügt hat, ist grundsätzlich eine Korrektur in
Form einer Heraufsetzung des Valideneinkommens oder einer Herabsetzung des
Invalideneinkommens vorzunehmen (BGE 134 V 322 E. 4.1). Gemäss
bundesgerichtlicher Rechtsprechung hat eine sogenannte Parallelisierung der
Vergleichseinkommen nur dann zu erfolgen, wenn die prozentuale Abweichung den
Erheblichkeitsgrenzwert von 5% übersteigt (BGE 135 V 297 E. 6.1.2 und E. 6.1.3).
Vorliegend beträgt die Abweichung des tatsächlichen Einkommens vom statistischen
Durchschnittseinkommen weniger als 5% und ist somit rechtsprechungsgemäss nicht
zu berücksichtigen. Es ist daher vom tatsächlich erzielten unterdurchschnittlichen
Einkommen in Höhe von Fr. 58'458.40 als Valideneinkommen auszugehen.
4.4 Da der Beschwerdeführer seit Eintritt der dauernden Arbeitsunfähigkeit in der
bisherigen Tätigkeit im Juni 2007 nicht mehr arbeitstätig gewesen ist, ist zur
Bestimmung des Invalideneinkommens auf die statistischen durchschnittlichen Löhne
gemäss den LSE des Bundes zurückzugreifen. Der Beschwerdeführer hat keine
Berufsbildung absolviert und war immer als Hilfsarbeiter mit entsprechend tiefem
Einkommen erwerbstätig. Der durchschnittliche Jahresverdienst von Männern im
tiefsten Lohnniveau hat im Jahr 2008 Fr. 59'979.-- betragen. Bei einer 50%-igen
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ergibt sich als Basis ein vorläufiges
Invalideneinkommen von Fr. 29'989.50 (Fr. 59'979.-- x 0.5).
4.4.1 Die für die Bestimmung des Invalideneinkommens herangezogenen statistischen
Löhne können gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung um bis zu 25%
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gekürzt werden, wenn absehbare Schwierigkeiten bei der erwerblichen Umsetzung des
verbliebenen Leistungsvermögens bestehen bzw. damit einhergehende
Verminderungen des zu erwartenden Entgelts bei der Anwendung des genannten
Tabellenlohns bestehen. Mit dem Tabellenlohnabzug wird namentlich berücksichtigt,
dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten
Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und
entsprechend einsetzbaren Arbeitskräften lohnmässig benachteiligt sind und deshalb
mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird damit dem
Umstand Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer
Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder
Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben
können (BGE 129 V 472 E. 4.2.3).
4.4.2 Gemäss dem ersten MEDAS-Gutachten vom 23. September 2008 sind dem
Beschwerdeführer aus somatischer Sicht körperlich leichte bis mittelschwere,
wechselbelastende Tätigkeiten in einem zeitlich uneingeschränkten Rahmen zumutbar
(vgl. IV-act. 45-17). Bezüglich des ihm somatisch noch möglichen Tätigkeitsprofils kann
der Beschwerdeführer somit keinen Lohnnachteil gegenüber gesunden Hilfsarbeitern
geltend machen. Jedoch ist beim Beschwerdeführer aufgrund seiner psychischen
Erkrankung von einem erhöhten Nachteil auszugehen, denn bei depressiven
Arbeitnehmern besteht ein grosses Risiko überproportionaler Krankheitsabsenzen.
Weiter ist auch mit kurzfristigen Leistungsschwankungen zu rechnen, was die
Einsatzplanung erschwert. Zudem benötigen depressive Personen grössere
Rücksichtnahme seitens der Vorgesetzten und der Arbeitskollegen. Unter dem Titel
Beschäftigungsgrad wird praxisgemäss bei Männern, welche aus gesundheitlichen
Gründen nur noch teilzeitlich erwerbstätig sein können, ein Abzug vom Tabellenlohn
vorgenommen. Hingegen verneint das Bundesgericht in ständiger Rechtsprechung
einen Abzug bei grundsätzlich vollzeitlich arbeitsfähigen Personen, welche
behinderungsbedingt lediglich reduziert leistungsfähig sind (vgl. Urteile des
Bundesgerichts vom 16. August 2012, 8C_344/2012; vom 4. April 2012, 8C_20/2012).
Der Beschwerdeführer ist zu 50% arbeitsfähig, wobei er das Pensum gemäss MEDAS-
Gutachten vorzugsweise während ca. 2 x 3 Stunden täglich mit 25% vermindertem
Rendement erfüllen sollte (vgl. IV-act. 45-17). Somit ist dem Beschwerdeführer
behinderungsbedingt keine ganztägige Präsenz zumutbar, weshalb ihm ein
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Teilzeitabzug vom Tabellenlohn zu gewähren ist. Die Nationalität bzw. der
Aufenthaltsstatus des Beschwerdeführers ist zu vernachlässigen, zumal er über eine
Niederlassungsbewilligung der Kategorie C verfügt (vgl. IV-act. 19-2) und daher nicht
mit Lohnnachteilen zu rechnen hat (Urteil des EVG vom 25. Juli 2005, I 420/04,
E. 2.5.2). Auch die fehlenden Sprachkenntnisse fallen nicht ins Gewicht. Bei den
einfachen und repetitiven Tätigkeiten, welche für den Beschwerdeführer in Frage
kommen, sind die sprachlichen Anforderungen nicht allzu hoch.
4.4.3 Zusammengefasst rechtfertigt sich vorliegend ein Abzug vom Tabellenlohn
wegen zu erwartender Lohnnachteile gegenüber gesunden Hilfsarbeitern aufgrund der
psychischen Erkrankung des Beschwerdeführers sowie dem Umstand, dass er seine
Restarbeitsfähigkeit behinderungsbedingt nur in einer Teilzeittätigkeit umsetzen kann.
Ein Abzug in Höhe von 10% erscheint aus diesen Gründen angemessen.
4.5 Auf der Grundlage einer medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von 50% und
unter Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzugs von 10% beläuft sich das zumutbare
Invalideneinkommen auf Fr. 26'990.55 (Fr. 59'979.-- x 0.5 - 10%). Stellt man dieses
dem Valideneinkommen von Fr. 58'458.40 gegenüber, so resultiert eine
Erwerbseinbusse von Fr. 31'467.85. Diese entspricht einem Invaliditätsgrad von rund
54%.
4.6 Damit hat im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns, am 1. Juni 2008,
eine rentenbegründende Erwerbsunfähigkeit vorgelegen. Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG
hat der Beschwerdeführer ab 1. Juni 2008 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 54%
Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung. Die angefochtene Verfügung
vom 30. August 2011 ist folglich aufzuheben.
5.
5.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 30. August 2011 in
teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit
Wirkung ab 1. Juni 2008 eine halbe Rente zuzusprechen. Der Beschwerdeführer hat die
Zusprache einer höheren Rente als die nun zuerkannte halbe Rente beantragt. Da
die quantitative Überklagung den Prozessaufwand nicht beeinflusst hat, ist nach der
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bundesgerichtlichen Rechtsprechung bezüglich der Auferlegung von Gerichts- und
Parteikosten von einem vollen Obsiegen des Beschwerdeführers auszugehen (Urteil
des Bundesgerichts vom 17. Januar 2013, 9C_995/2012, mit Hinweisen).
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit angemessen. Der unter
liegenden Beschwerdegegnerin sind die Gerichtskosten von Fr. 600.-- aufzuerlegen.
5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verzichtete auf das
Einreichen einer Kostennote. Im vorliegenden Fall erscheint mit Blick auf vergleichbare
Fälle eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'000.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer) angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP entschieden:
1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 30. August 2011
aufgehoben und dem Beschwerdeführer wird mit Wirkung ab dem 1. Juni 2008 ein
halbe Rente zugesprochen; die Sache wird zur Festsetzung des Rentenbetrags an die
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.
2. Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtsgebühr in Höhe von Fr. 600.-- zu bezahlen.
3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung
von Fr. 3'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
bis
Publikationsplattform St.Galler Gerichte Entscheid Versicherungsgericht, 03.12.2013 Art. 28 IVG; Art. 16 ATSG. Beweiswürdigung von zwei MEDAS-Gutachten und der übrigen medizinischen Akten. Einkommensvergleich. Tabellenlohnabzug. Anspruch auf eine halbe Rente (Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. Dezember 2013, IV 2011/311).
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