Decision ID: cdd93351-5227-4e55-a897-b3e69b1f14f4
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Den Einträgen in der "Eurodac"-Datenbank zufolge stellten die Beschwer-
deführenden 1-3 am 23. August 2018 in Griechenland ein Asylgesuch (vgl.
Akten der Vorinstanz [SEM-act.] 18 ff.). Gemäss einer Auskunft der grie-
chischen Behörden vom 27. Mai 2022 wurde der Antrag auf internationalen
Schutz am 14. Februar 2022 durch die Rechtsmittelinstanz als unzulässig
zurückgewiesen ("rejected as inadmissible by the Appeals Authority" [vgl.
SEM-act. 29]). In der Folge suchten die Beschwerdeführenden 1-3 am
25. April 2022 in Kroatien und am 18. Mai 2022 in der Schweiz um Asyl
nach (vgl. SEM-act. 1 ff. und 18 ff.).
B.
Die Vorinstanz nahm am 25. Mai 2022 die Personalien der Beschwerde-
führenden 1-3 auf und am 31. Mai 2022 sowie am 7. Juni 2022 gewährte
sie den Beschwerdeführenden 1 und 2 für sich und die Beschwerdeführe-
rin 3 rechtliches Gehör, unter anderem zur Zuständigkeit Kroatiens für die
Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens, zum beabsichtigten
Nichteintretensentscheid, zur Wegweisung in diesen Dublin-Mitgliedstaat
sowie zu ihrem Gesundheitszustand (vgl. SEM-act. 23 f., 31 und 35).
C.
Dem Wiederaufnahmegesuch der Vorinstanz vom 10. Juni 2022 stimmten
die kroatischen Behörden gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b der Verordnung
(EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom
26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung
des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehö-
rigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-
nationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) am 24. Juni
2022 zu (SEM-act. 37 f. und 42).
D.
Mit Verfügung vom 5. September 2022 – gleichentags eröffnet– trat die
Vorinstanz in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf
die Asylgesuche nicht ein, ordnete die Wegweisung nach Kroatien an und
forderte die Beschwerdeführenden 1-3 auf, die Schweiz am Tag nach Ab-
lauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Gleichzeitig wies die Vorinstanz auf
die einer allfälligen Beschwerde von Gesetzes wegen fehlende aufschie-
bende Wirkung hin und beauftragte den Kanton Solothurn mit dem Vollzug
der Wegweisung (vgl. SEM-act. 55).
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E.
Gegen den vorinstanzlichen Entscheid erhoben die Beschwerdeführen-
den 1 und 2 für sich und die Beschwerdeführerin 3 am 12. September 2022
Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragten, die Verfü-
gung vom 5. September 2022 aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen,
auf ihr Asylgesuch einzutreten und in der Schweiz ein materielles Asylver-
fahren durchzuführen. Eventualiter sei die Verfügung vom 5. September
2022 zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung und Neubeurteilung an
die Vorinstanz zurückzuweisen. Im Sinne einer vorsorglichen Massnahme
sei der vorliegenden Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen
und die Vollzugsbehörde unverzüglich anzuweisen, von ihrer Überstellung
nach Kroatien abzusehen, bis das Bundesverwaltungsgericht über die Er-
teilung der aufschiebenden Wirkung entschieden habe. Zudem sei ihnen
die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und auf die Erhebung ei-
nes Kostenvorschusses zu verzichten; unter Kosten- und Entschädigungs-
folgen (inkl. MWSt) zu Lasten des Staates (vgl. Akten des Bundesverwal-
tungsgerichts [BVGer-act.] 1).
F.
Am 13. September 2022 lagen dem Bundesverwaltungsgericht die Akten
in elektronischer Form vor, und gleichentags setzte die Instruktionsrichterin
den Vollzug der Überstellung gestützt auf Art. 56 VwVG einstweilen aus
(vgl. BVGer-act. 2).

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.2. Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Die Be-
schwerdeführenden 1-3 sind zur Einreichung der Beschwerde legitimiert
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die im Übrigen frist- und
formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 3
AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
1.3. Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet.
2.
Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und
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unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3.
3.1. Die kroatischen Behörden haben dem Wiederaufnahmegesuch innert
Frist gemäss Art. 25 Abs. 1 Dublin-III-VO zugestimmt. Die grundsätzliche
Zuständigkeit Kroatiens zur Durchführung des Asyl- und Wegweisungsver-
fahrens ist daher gegeben (vgl. Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO und
Art. 23 Dublin-III-VO).
3.2.
3.2.1. Die Beschwerdeführenden 1-3 erkennen systemische Mängel im
kroatischen Asylverfahren. Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsge-
richts im Bereich der Wiederaufnahmeverfahren liegen derzeit jedoch
keine konkreten Gründe für die Annahme vor, das Asylverfahren und die
Aufnahmebedingungen für Antragstellende in Kroatien würden systemi-
sche Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 zweiter und dritter Satz
Dublin-III-VO aufweisen (vgl. statt vieler: Urteile des BVGer F-3903/2022
vom 16. September 2022 E. 4; F-1653/2022 vom 21. April 2022 E. 6.2;
D-1404/2022 vom 30. März 2022; D-735/2022 vom 28. Februar 2022
E. 6.5.2).
3.2.2. Für eine Änderung der Rechtsprechung besteht auch unter Berück-
sichtigung der Ausführungen der Beschwerdeführenden 1-3 sowie der von
ihnen angeführten Berichte (Are You Syrious?, Special from Croatia: A Re-
fugee must be Healthy!, 17. Juli 2022, < https://medium.com/are-you-syri-
ous/ays-special-from-croatia-hrvatska-a-refugee-must-be-healthy-
1312bac91041 >; United States Department of State, Croatia 2020 Human
Rights Report, < https://www.state.gov/wp-content/uplo-
ads/2021/03/CROATIA-2020-HUMAN-RIGHTS-REPORT.pdf >; Pro Asyl,
Menschenrechtsgerichtshof verurteilt Kroatien wegen illegaler Pushbacks,
27. November 2021, < https://www.proasyl.de/news/menschenrechtsge-
richtshof-verurteilt-kroatien-wegen-illegaler-pushbacks/ >; Asylum Infor-
mation Database, Country Report: Croatia, 2019 Update, < https://asylu-
mineurope.org/wp-content/uploads/2014/08/AIDA-HR_2019update.pdf. >;
Schweizerische Flüchtlingshilfe, Situation of asylum seekers and benefici-
aries of protection with mental health problems in Croatia, Dezember 2021,
< https://www.fluechtlingshilfe.ch/fileadmin/user_upload/Publikatio-
nen/Dublinlaenderberichte/211220_Croatia_final.pdf >, alle abgerufen am
18.10.22) keine Veranlassung. Überdies ist zu bemerken, dass Personen,
welche im Rahmen eines Dublin-Verfahrens nach Kroatien zurückgeführt
werden, von der Pushback-Praxis nicht betroffen sind (vgl. Urteile des
https://medium.com/are-you-syrious/ays-special-from-croatia-hrvatska-a-refugee-must-be-healthy-1312bac91041 https://medium.com/are-you-syrious/ays-special-from-croatia-hrvatska-a-refugee-must-be-healthy-1312bac91041 https://medium.com/are-you-syrious/ays-special-from-croatia-hrvatska-a-refugee-must-be-healthy-1312bac91041 https://www.state.gov/wp-content/uploads/2021/03/CROATIA-2020-HUMAN-RIGHTS-REPORT.pdf https://www.state.gov/wp-content/uploads/2021/03/CROATIA-2020-HUMAN-RIGHTS-REPORT.pdf https://www.proasyl.de/news/menschenrechtsgerichtshof-verurteilt-kroatien-wegen-illegaler-pushbacks/ https://www.proasyl.de/news/menschenrechtsgerichtshof-verurteilt-kroatien-wegen-illegaler-pushbacks/ https://www.fluechtlingshilfe.ch/fileadmin/user_upload/Publikationen/Dublinlaenderberichte/211220_Croatia_final.pdf https://www.fluechtlingshilfe.ch/fileadmin/user_upload/Publikationen/Dublinlaenderberichte/211220_Croatia_final.pdf
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BVGer E-4320/2022 vom 5. Oktober 2022 E. 6.3; D-4160/2022 vom
28. September 2022 E. 7.3.1). Bei dieser Ausgangslage ist die Anwendung
von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt.
3.2.3. Die Vorinstanz hat die vorgetragenen Erlebnisse der Beschwerde-
führenden 1-3 in die Entscheidfindung einfliessen lassen und eine Einzel-
fallprüfung vorgenommen. Die Rügen der unvollständigen und unrichtigen
Ermittlung des Sachverhalts sowie einer Verletzung der Begründungs-
pflicht im Zusammenhang mit den Aufnahmebedingungen und dem kroati-
schen Asylsystem zielen daher ins Leere. Auf die geltend gemachten Män-
gel betreffend die medizinische Versorgung in Kroatien wird sogleich zu-
rückzukommen sein (vgl. unten E. 4.3).
4.
4.1. Gegen ihre Überstellung bringen die Beschwerdeführenden 1-3 im
Wesentlichen vor, in Kroatien keinen Zugang zu angemessener, familien-
gerechter Unterbringung und Versorgung zu haben. Zudem werde dem
Wohle der Beschwerdeführerin 3 nicht Rechnung getragen. Sie habe in
Kroatien zwei Kilogramm Gewicht verloren, sei müde gewesen, habe Ein-
schlafstörungen und keinen Appetit gehabt. Die Überstellung setze sie –
die Beschwerdeführenden 1-3 – einer Gefahr für ihre Gesundheit aus. Ent-
sprechend fordern sie die Anwendung der Souveränitätsklausel von Art. 17
Abs. 1 Dublin-III-VO respektive der – das Selbsteintrittsrecht im Landes-
recht konkretisierenden – Bestimmung von Art. 29a Abs. 3 der Asylverord-
nung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311), gemäss welcher die
Vorinstanz das Asylgesuch "aus humanitären Gründen" auch dann behan-
deln kann, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig
wäre.
4.2. Vorliegend ist nicht zu erwarten, die Bedingungen in Kroatien seien
derart schlecht, dass eine Überstellung dorthin zu einer Verletzung von
Art. 3 EMRK oder des Kindeswohls, respektive von Art. 3 oder Art. 19 des
Übereinkommens vom 20. November 1989 über die Rechte des Kindes
(KRK, SR 0.107) führen könnten. Kroatien hat das KRK ratifiziert. Aus dem
von ihnen geäusserten Wunsch, zum Wohle der Beschwerdeführerin 3 von
einer Überstellung nach Kroatien abzusehen, vermögen die Beschwerde-
führenden 1-3 somit nichts für sich abzuleiten (vgl. Urteile des BVGer
E-4320/2022 E. 7.2; D-4160/2022 E. 7.4.4; F-3369/2022 vom 19. August
2022 E. 7.4; D-1418/2022 vom 4. April 2022 E. 5.3.4). Im Weiteren haben
die Beschwerdeführenden 1-3 kein konkretes und ernsthaftes Risiko dar-
getan, die kroatischen Behörden würden sich weigern, sie wieder aufzu-
nehmen und ihren Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung der
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Regeln der Verfahrensrichtlinie zu prüfen. Die kroatischen Behörden be-
stätigen im Rahmen ihrer Zustimmung zur Wiederaufnahme der Beschwer-
deführenden 1-3, dass ihre Asylverfahren noch pendent seien (vgl. SEM-
act. 42).
4.3.
4.3.1. Was die geltend gemachten medizinischen Überstellungshinder-
nisse anbetrifft, so kann ein Verstoss gegen Art. 3 EMRK vorliegen, wenn
eine schwer kranke Person durch die Abschiebung mit einem realen Risiko
konfrontiert würde, einer ernsten, raschen und unwiederbringlichen Ver-
schlechterung ihres Gesundheitszustands ausgesetzt zu werden, die zu
intensivem Leiden oder einer erheblichen Verkürzung der Lebenserwar-
tung führen würde (vgl. Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien vom
13. Dezember 2016, Grosse Kammer, 41738/10, §§ 180-193 m.w.H.).
4.3.2. Gemäss den ärztlichen Berichten vom 16. und vom 17. August 2022
leidet die Beschwerdeführerin 2 an einer chronischen Mittelohrentzündung
rechts, Dysphagie (Schluckstörung [vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörter-
buch, 264. Aufl. 2013, S. 526]) für Festes, Eisenmangel sowie einem Man-
gel an aktivem Vitamin B12. Zudem wurde ein Status nach unbekannter
Mittelohroperation in der Türkei sowie ein Verdacht auf chronische Oto-
mastoiditis (Entzündung eines Knochens hinter der Ohrmuschel [vgl.
Pschyrembel, S. 1292]) sowie auf eine Refluxlaryngitis (Kehlkopfentzün-
dung durch Reflux [vgl. Pschyrembel, S. 1165]) gestellt. Aus einem weite-
ren Arztbericht vom 25. August 2022 gehen sodann die Diagnosen einer
Dysmenorrhoe (schmerzhafte Menstruation [vgl. Pschyrembel, S. 524]), ei-
ner Zyklusunregelmässigkeit, Dyspareunie (Schmerzen während des Ge-
schlechtsverkehrs [vgl. Pschyrembel, S. 526]), eines Kinderwunsches so-
wie einer sekundären Sterilität seit 2017 hervor (vgl. SEM-act. 45, 47 f. und
53). Der Beschwerdeführer 1 seinerseits nimmt derzeit Antidiabetika (Jar-
diance) ein. Der Blutzucker ist einer Auskunft der Pflege im Bundesasyl-
zentrum vom 31. August 2022 zufolge jedoch normal, sodass er kein Insu-
lin benötigt (vgl. SEM-act. 51).
4.3.3. Die Ohren- und Menstruationsbeschwerden sowie die Schluckstö-
rung der Beschwerdeführerin 2 sind zwar nicht unerheblich, können aber
auch in Kroatien behandelt werden. Gleiches gilt für die Diabetes des Be-
schwerdeführers 1. Kroatien verfügt grundsätzlich über eine ausreichende
medizinische Infrastruktur (vgl. Urteile des BVGer E-4320/2022 E. 7.4.3; E-
3554/2022 vom 25. August 2022 E. 7.3.2; F-3448/2022 und F-3449/2022
vom 22. August 2022 E. 7.5). Medikamente können den Beschwerdefüh-
renden 1-3 auf Vorrat mitgegeben werden. Ein allfälliger operativer Eingriff
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zur Verbesserung der Ohrsituation oder eine Hörgeräteversorgung der Be-
schwerdeführerin 2 sind in Kroatien zu prüfen. Die beschwerdeweise gel-
tend gemachten psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen sind zum ei-
nen medizinisch nicht belegt. Zum andern lassen die Dublin-Gespräche
keine schwerwiegenden psychischen Beschwerden erkennen. Gegebe-
nenfalls könnte aber auch psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen in
Kroatien medizinisch Abhilfe geschaffen werden. Eine allfällig notwendige
psychiatrische Behandlung steht in Kroatien zur Verfügung.
4.3.4. Dass weitere medizinische Abklärungen neue, überstellungsrele-
vante Erkenntnisse zu Tage fördern würden, ist nicht zu erwarten. Darauf
durfte die Vorinstanz in antizipierter Beweiswürdigung verzichten (vgl. BGE
141 I 60 E. 3.3; 136 I 229 E. 5.3; Urteil F-3957/2022 E. 6.4). Der medizini-
sche Sachverhalt erweist sich mit Blick auf eine mögliche Verletzung von
Art. 3 EMRK somit als hinreichend abgeklärt. Eine Rückweisung der Sache
an die Vorinstanz ist auch in dieser Hinsicht nicht angezeigt.
5.
Eine die Schweiz bindende völkerrechtliche Bestimmung verletzt der an-
gefochtene Entscheid somit nicht. Das ihr im Übrigen bei der Anwendung
von Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1,
SR 142.311) in Verbindung mit Art. 17 Dublin-III-VO zustehende Ermessen
hat die Vorinstanz gesetzeskonform ausgeübt (vgl. BVGE 2015/9 E. 8). Es
ist nicht zu beanstanden, dass sie das Vorliegen humanitärer Gründe ver-
neint und vom Selbsteintrittsrecht keinen Gebrauch gemacht hat. Zu Recht
ist sie auf die Asylgesuche nicht eingetreten und hat die Überstellung der
Beschwerdeführenden 1-3 nach Kroatien verfügt. Die Beschwerde ist ab-
zuweisen. Das Gesuch um Gewährung der aufschiebenden Wirkung ist mit
Ausfällung des vorliegenden Endentscheids gegenstandslos geworden.
6.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist abzuwei-
sen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt
– als aussichtslos zu bezeichnen sind. Die Verfahrenskosten sind den Be-
schwerdeführenden 1-3 aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf ins-
gesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-
gericht [VGKE, SR 173.320.2]).
7.
Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
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