Decision ID: a9493aea-a129-42bd-919d-d84e3de8051c
Year: 2007
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
Dr. med. vet. R._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Eugen Koller, LL.M., St. Jakob Strasse 37, 9000
St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
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Sachverhalt:
A.
A.a Dr. med. vet. R._, Jahrgang 1957, meldete sich im Januar 2005 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an und beantragte eine Rente. Er leide an
multiplen undifferenzierten Gelenkbeschwerden/Arthralgien wegen einer chronischen
Borreliose im Stadium III (IV-act. 1). Im Arztbericht vom 16. Februar 2005
diagnostizierte Dr. med. A._, Facharzt FMH für Rheumatologie und Innere Medizin,
insbesondere eine chronic-fatigue-analoge Symptomatik bei Status nach Borrelien-
Infekt (wahrscheinlich) sowie eine Gonarthrose. Die bisherige Tätigkeit als Tierarzt sei
dem Versicherten noch zumutbar mit reduzierter Arbeitszeit und Anpassungen mit
Delegation von körperlich schweren Arbeiten an Mitarbeiter und vermehrt Büroarbeiten.
Die Festlegung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit erachtete der Arzt von seinem
Leistungsgebiet her als kaum möglich. Aktuell werde eine Arbeitsfähigkeit von 30%
attestiert, was gemäss dem Versicherten seinen effektiven Leistungen etwa entspreche
(IV-act. 16-9 ff.). Dr. med. B._, Facharzt FMH für Innere Medizin, äusserte in einem
Schreiben vom 11. Mai 2005 gegenüber der Winterthur Leben seine Einschätzung, der
Versicherte sei seit dem 20. April 2004 zu ca. 70% arbeitsunfähig (IV-act. 33-7 f.). Am
29. November 2005 führte die IV-Stelle eine Abklärung vor Ort betreffend die
selbstständige Erwerbstätigkeit des Versicherten durch. Die Abklärungsperson
ermittelte im Bericht vom 16. Dezember 2005 eine Arbeitsfähigkeit in der
selbstständigen Tätigkeit als Tierarzt von 31.7%, resp. nach Rücksprache mit dem
Versicherten von 26.9% (IV-act. 28). Dr. med. C._ vom IV-internen Regionalen
Ärztlichen Dienst (RAD) erachtete am 9. bzw. 15. und 22. Februar 2006 eine
polydisziplinäre Begutachtung des Versicherten als notwendig (IV-act. 31, 32, 34). Am
13. April 2006 wandte sich Dr. med. D._ vom Rehazentrum Leukerbad an den
Vertrauensarzt der IV-Stelle und berichtete über eine teilstationäre pyhsikalisch-
balneologische Behandlung des Versicherten vom 1. bis 19. Dezember 2003. Er stellte
insbesondere die Diagnose der Borreliose Stadium III mit Polyarthralgien der Hand-
und Fingergelenke, Kniegelenke und oberen Sprunggelenke nach Infektion im August
2000 (IV-act. 49).
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A.b Das von der IV-Stelle in Auftrag gegebene polydisziplinäre Gutachten der
medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS) Ostschweiz datiert vom 19. Juni 2006. Es
beinhaltet die Diagnosen des polysymptomatischen, medizinisch unspezifischen
Beschwerdebilds (ICD-10 A69.2) sowie neurologisch einer möglichen Borreliose im
Herbst 2000. Aus neurologischer und psychiatrischer Sicht sei der Versicherte in der
bisherigen Tätigkeit als Tierarzt in der Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt. Auch aus
rheuma-orthopädischer Sicht bestehe keine nachweisbare Einschränkung in der
Arbeitsfähigkeit als Tierarzt (IV-act. 50).
A.c Die IV-Stelle kündigte mit Vorbescheid vom 18. Juli 2006 die Abweisung des
Leistungsbegehrens an und gewährte dem Versicherten das rechtliche Gehör (IV-act.
55). Rechtsanwalt lic. iur. Eugen Koller, LL.M., nahm in Vertretung des Versicherten am
2. Oktober 2006 zum Vorbescheid Stellung. Er warf den MEDAS-Gutachtern vor,
massgebliche Befunde nicht berücksichtigt zu haben, und kritisierte verschiedene
Punkte des Gutachtens. Der Versicherte leide an einer Lyme-Borreliose und sei in
seiner angestammten Tätigkeit zu mindestens 70% arbeitsunfähig. Er versuche nun,
sich mit einer Ausbildung eine neue Existenz aufzubauen. In diesem Zusammenhang
werde der Antrag auf Eingliederungsmassnahmen gestellt und rückwirkend ab 1.
August 2005 die Übernahme der Ausbildungskosten und die Ausrichtung eines
Taggelds beantragt (IV-act. 63). Die IV-Stelle forderte die MEDAS-Gutachter am 20.
Oktober zur Stellungnahme zu den Einwänden des Versicherten auf (IV-act. 65). Diese
wurde am 21. November 2006 erstattet, wobei die Gutachter unter Bezugnahme auf
die einzelnen gerügten Punkte an ihrer Einschätzung festhielten (IV-act. 67).
A.d Mit Verfügung vom 28. November 2006 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren
ab. Zur Begründung führte sie die MEDAS-Stellungnahme vom 21. November 2006 an
(IV-act. 69).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde des Rechtsvertreters des
Versicherten vom 15. Januar 2007 (act. G 1). Er beantragt die Aufhebung der
Verfügung. Dem Beschwerdeführer sei spätestens ab 1. Oktober 2004 eine volle IV-
Rente zuzusprechen. Im Rahmen von beruflichen Eingliederungsmassnahmen sei ihm
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die Umschulung zu gewähren, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Das
MEDAS-Gutachten stehe in krassem Widerspruch zu den Beurteilungen anderer Ärzte.
Sowohl Dr. med. E._ als auch Dr. med. B.::: gingen von einer Arbeitsunfähigkeit von
70% aus. Im MEDAS-Gutachten sei u.a. nicht berücksichtigt worden, dass bei einer
körperlichen Belastung die Gelenke des Beschwerdeführers anschwellen würden. Dass
der Beschwerdeführer nicht mehr regelmässig an solchen Schwellungen leide, sei
allein darauf zurückzuführen, dass er seit längerer Zeit lediglich zu 20-30% in seiner
Praxis tätig sei und keine Grosstiere mehr behandle. Der Rechtsvertreter äussert den
Verdacht, das Vorliegen einer Lyme-Borreliose werde im MEDAS-Gutachten nur
deshalb bestritten, weil dann auch ein Korrelat zu den Beschwerden des
Beschwerdeführers fehlen würde, wie dies im Gutachten behauptet werde. Die
wissenschaftlichen Ergebnisse zum Post-Lyme-Syndrom seien von den MEDAS-
Gutachtern in keiner Weise beachtet worden, weshalb eine erneute Abklärung zu
veranlassen sei. Unverständlicherweise sei bisher auf die Einholung eines
neuropsychologischen Gutachtens verzichtet worden. Ohne ein solches Gutachten
könne die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht abschliessend beurteilt
werden. Betreffend Umschulung erläutert der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers,
dieser habe einen einjährigen Grundkurs in Traditioneller Chinesischer Medizin an der
Universität Zürich absolviert. Die Abschlussprüfung habe er wegen der Gedächtnis-
und Konzentrationsstörungen nicht bestanden. Die MEDAS-Gutachter führten in ihrer
Stellungnahme vom 21. November 2006 aus, es sei nicht nachvollziehbar, dass beim
Vorliegen von neurofunktionellen Defiziten eine Umschulung durchgeführt werde. Diese
Bemerkung – so der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers – sei völlig deplaziert und
gehe vollends an der Sache vorbei, sei der Beschwerdeführer mit dem
Umschulungsversuch doch nur seiner Schadenminderungspflicht nachgekommen.
B.b Mit der Beschwerde reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine
Stellungnahme von Dr. med. E._ vom 15. Dezember 2006 ein, in der dieser seine
Ansicht äusserte, beim Beschwerdeführer liege ein invalidisierendes Post-Lyme-
Syndrom vor (act. G 1.2.1).
B.c Mit Beschwerdeantwort vom 2. März 2007 beantragt der Rechtsdienst der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen in Vertretung der IV-Stelle die
Abweisung der Beschwerde (act. G 4). Gemäss RAD sei das MEDAS-Gutachten vom
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19. Juni 2006 von hervorragender Qualität. Der Rentenanspruch sei zu Recht verneint
worden. Der Beschwerdeführer mache Beschwerden wie Müdigkeit, Kopfschmerzen,
fehlende Stresstoleranz geltend. Diese Beschwerden seien subjektiv und hätten
Merkmale einer Fibromyalgie oder eines somatoformen Schmerzsyndroms. Diese
gesundheitliche Beeinträchtigung oder ihre Folgen seien gemäss der Rechtsprechung
des Bundesgerichts mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar. Auch unter
diesem Blickwinkel habe der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Rente.
Mangels Einschränkung in der bisherigen Tätigkeit als Tierarzt entfalle die Prüfung von
Eingliederungsmassnahmen. Da sich der Beschwerdeführer in allen Tätigkeiten für
70% arbeitsunfähig halte, würden Eingliederungsmassnahmen im Übrigen keinen Sinn
machen.
B.d Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hält mit Replik vom 26. März 2007 an
seinen Anträgen gemäss Beschwerde fest (IV-act. 6). Er präzisiert, es werde primär
eine Rente beantragt. Die Übernahme von Eingliederungsmassnahmen werde allein für
den Fall beantragt, dass der Anspruch auf eine Rente verneint oder die Höhe der Rente
reduziert werden sollte. Den MEDAS-Gutachtern wirft er vor, die Augen davor zu
verschliessen, dass tatsächlich von einer Lyme-Borreliose auszugehen sei. Anstatt zu
den medizinischen Fragen Stellung zu nehmen, würden sich die MEDAS-Ärzte in ihrer
Stellungnahme vom 21. November 2006 darauf beschränken, Unwahrheiten und
ehrverletzende Behauptungen zu verbreiten. Aus der Tatsache, dass der
Beschwerdeführer die Umschulung gemacht habe, werde der Schluss gezogen, er
habe keine Beschwerden. Nicht berücksichtigt werde zudem, dass der
Beschwerdeführer die Abschlussprüfung gerade wegen dieser Beschwerden nicht
bestanden habe. Die unqualifizierten Bemerkungen der MEDAS-Ärzte würden zeigen,
dass es ihnen nicht möglich sei, den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers mit
der dafür notwendigen Professionalität und Objektivität zu beurteilen. Die
Rechtsprechung des Bundesgerichts zur somatoformen Schmerzstörung und zur
Fibromyalgie könne vorliegend nicht herangezogen werden, da diese Krankheiten
nichts mit den Beschwerden im Zusammenhang mit einer Lyme-Borreliose zu tun
hätten. Würde der Anspruch auf eine Rente wegen der Umschulung wider Erwarten
abgelehnt oder reduziert, sei nicht einzusehen, weshalb der Beschwerdeführer diese
Eingliederungskosten selbst zu tragen hätte. In diesem Fall müssten die
Umschulungskosten, die sich auf Fr. 3'324.- beliefen, auf jeden Fall übernommen
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werden. Hinzu kämen noch die entsprechenden Taggelder der IV bis zum Abschluss
der Umschulung im Juli 2006.
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 2. April 2007 auf die Einreichung einer
Duplik (act. G 8).

Erwägungen:
1.
1.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht der
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn der Versicherte mindestens zu 70%,
derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn er wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente (Art. 28 Abs. 1 IVG).
1.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
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ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt
der Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in
das Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert (ZAK 1986 S. 189
Erw. 2a in fine, BGE 122 V 161 Erw. 1c).
2.
2.1 Vorliegend lässt der Beschwerdeführer verschiedene Punkte des MEDAS-
Gutachtens vom 19. Juli 2006 kritisieren. An jenem polydisziplinären Gutachten waren
Dr. med. F._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie und
Allgemeine Medizin, Dr. med. G._, Facharzt FMH für Innere Medizin und
Rheumatologie sowie als Teilgutachter Dr. med. H._, Facharzt FMH für Psychiatrie
und Psychotherapie, und Dr. med. I._, Fachärztin FMH für Neurologie, beteiligt. Dr.
I._ diagnostizierte im Teilgutachten vom 19. Mai 2006 eine mögliche Borreliose im
Herbst 2000 und schubweise Schmerzen, Sensibilitätsstörungen und
Belastungsintoleranz ohne Hinweise auf eine organ-neurologische Ursache. Die
Neurologin berichtete von geklagten Schmerzen im Gesicht, Kreuz, linken Knie und
beiden Handgelenken und wies auf Parästhesien im Bereich von Händen und Füssen
hin. Klinisch-neurologisch hätte kein objektivierbarer pathologischer Befund erhoben
werden können. Die initiale Symptomatik im Herbst 2000 sei zusammen mit einer
positiven Serologie verdächtig gewesen für eine Borreliose im Stadium I und sei in der
Folge korrekt antibiotisch behandelt worden. Im weiteren Verlauf seien immer wieder
Gelenkschmerzen und Symptome einer allgemeinen Belastungsintoleranz aufgetreten,
die ein Rezidiv hätten vermuten lassen. Typische Symptome eines Befalls des zentralen
Nervensystems seien allerdings nie dokumentiert worden und eine zur
Diagnosestellung einer allfälligen Neuroborreliose obligate Liquor-Untersuchung sei
von keinem der untersuchenden und behandelnden Ärzte für nötig befunden worden.
Die aktuell vorgetragenen Symptome seien völlig unspezifisch und würden offenbar vor
allem unter Belastung auftreten. Zusammenfassend fehlten jedwelche Hinweise für eine
(chronische) Neuroborreliose. Sollte eine solche überhaupt jemals vorgelegen haben,
wäre diese im Vorfeld adäquat mit Rocephin behandelt worden. Da die Borrelien-
Serologie auch bei unkompliziertem Krankheitsverlauf in der Regel postitiv bleibe,
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fehlten aus neurologischer Sicht aktuell Argumente, die eine organische Genese der
vorgetragenen Symptome belegen könnten, und aufgrund der Gesamtpräsentation sei
es sehr wahrscheinlich, dass psychologische Faktoren einen nicht unerheblichen
Einfluss auf das Beschwerdebild hätten (IV-act. 50.38 ff.). Diese Mutmassung der
Neurologin konnte der begutachtende Psychiater jedoch nicht bestätigen. Dr. H._
fand nämlich gemäss seinem Konsi¬liar¬gutachten vom 24. April 2006 keine
Anhaltspunkte für eine psychische Störung oder für eine psychosomatische Genese
der geklagten Körpersymptome (IV-act. 50-36). Das neurologische Teilgutachten ist
zudem insofern nicht aussagekräftig, als offenbar die Diagnose der Neuroborreliose zur
Erklärung der neuropsychologischen Defizite des Beschwerdeführers nicht notwendig
ist. Gemäss Stellungnahme von Dr. E._ vom 15. Dezember 2006 sei diese
Symptomatik im Rahmen des Post-Lyme-Syndroms auch ohne direkte Beteiligung des
Zentralen Nervensystems dokumentiert (IV-act. 74-3). Das Teilgutachten von Dr. I._
ist insoweit unpräzise (wenn nicht gar aktenwidrig), als die Gutachterin festhält, die
initiale Symptomatik im Herbst 2000 sei in der Folge korrekt antibiotisch behandelt
worden, und sollte überhaupt je eine Neuroborreliose vorgelegen haben, so sei diese
im Vorfeld adäquat mit Rocephin behandelt worden. Die adäquate Therapie mit
Rocephin wurde gemäss Dr. E._ nicht etwa bereits im Herbst 2000, sondern erst
Ende 2003 durchgeführt, was nach schon dreijähriger Erkrankung natürlich viel zu spät
gewesen sei und die Heilungssaussichten stark geschmälert habe. Die anfängliche
Behandlung mit peroralem Antibiotika sei inadäquat gewesen und habe wohl zur
Verschleierung der Symptome und serologischen Werte geführt, aber keine Heilung
bewirkt und chronische Verläufe provoziert (IV-act. 74-2). Diese Problematik ist Dr.
I._ offenbar entgangen; jedenfalls ging sie nicht darauf ein und betrachtete den
Beschwerdeführer als von Beginn weg adäquat behandelt, sodass ihr Teilgutachten in
diesem Punkt unsorgfältig erscheint.
2.2 Gemäss MEDAS-Gesamtgutachten liegen von Seiten des Bewegungsapparates
rein klinisch-funktionell beschrieben pathogenetisch verschieden bedingte
Funktionsstörungen vor, die ihrerseits Beschwerden auslösen könnten. In
Übereinstimmung mit den aktuellen Laborresultaten und Röntgenbildern ergäben sich
keine Hinweise auf eine dahinter stehende Systemkrankheit aus dem entzündlich-
rheuma¬tischen Formenkreis. Im Gutachten wird differentialdiagnostisch ein Post-
Lyme-Syndrom erwähnt. Da die Symptome des Post-Lyme-Syndroms sehr
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unspezifisch und in der Allgemeinbevölkerung häufig seien und da die Prävalenz einer
positiven Lyme-Serologie in der Bevölkerung recht hoch sei, sei zu erwarten, dass
gewisse Personen mit positiver Serologie an solchen Beschwerden litten, ohne dass
ein kausaler Zusammenhang zwischen den geklagten Beschwerden und den
serologischen Resultaten bestehe. Um im vorliegenden Fall positiv ein Post-Lyme-
Syndrom zu diagnostizieren, fehle die Evidenz einer früheren Lyme-Borreliose aufgrund
klinischer und labormässiger Dokumentation. Somit sei das Vorliegen einer Lyme-
Borreliose nicht überwiegend wahrscheinlich, sondern lediglich als möglich
einzuschätzen. Im Gutachten wird aus neurologischer und psychiatrischer Sicht keine
Arbeitsunfähigkeit als Tierarzt attestiert. Aus internistischer und rheuma-orthopädischer
Sicht sei diese Frage schwieriger zu beantworten. Es gehe letztlich um subjektiv
geklagte, vorwiegend belastungs- (zum Teil wetter-) abhängige Gelenkbeschwerden
mit phasenweiser Einschränkung der Belastbarkeit, für deren Erklärung kein
somatisches Korrelat gefunden werden könne, was deren mögliche subjektiv
empfundene Existenz aber nicht absolut ausschliesse. Unter Berücksichtigung der
Funktionsuntersuchungen des Bewegungsapparates, der Palpationsbefunde und der
Röntgenbilder der Hände bestehe somit auch aus rheuma-orthopädischer Sicht keine
nachweisbare Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der Tätigkeit als Tierarzt. Die
MEDAS-Ärzte verdeutlichten in ihrer Stellungnahme vom 21. No¬vember 2006, die
angegebenen Gelenkschwellungen würden wegen fehlender Nachweisbarkeit (klinisch,
röntgenologisch als mögliche Folgeschäden) in der Beurteilung nicht mitberücksichtigt.
Der aktenmässig einzig dokumentierte Gelenkserguss betreffe das rechte Knie, das
auch als einziges Gelenk mit einer Analyse des Ergusses weiter abgeklärt worden sei.
Entgegen der Behauptung des Rechtsvertreters werde auch im beanstandeten
Gutachten ein somatisches Korrelat nicht nur dieses Gelenks aufgeführt und bewertet,
nur begründe dies keine Arbeitsunfähigkeit von 70% als Tierarzt (IV-act. 67-3).
2.3 Der erwähnte belastungsabhängig nach einer Wanderung aufgetretene
Kniegelenkserguss rechts wurde von Dr. A._ am 24. Januar 2005 einer
mechanischen Ursache zugeschrieben (IV-act. 44-1 f.). Dr. E._ hatte am 25.
September 2001 festgehalten, alle Gelenke seien frei beweglich ohne Hinweis auf
Arthrosen oder Synovitiden (IV-act. 43-10). Einige Jahre später wurde im MEDAS-
Gutachten vom 19. Juni 2006 am linken Daumen jedoch eine beginnende
Rhiz¬arthrose erkannt (IV-act. 50-19). Am 15. Dezember 2006 hielt Dr. E._
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schliesslich fest, den Beschwerdeführer mehrmals mit geschwollenen Handgelenken
und einmal auch mit einem geschwollenen Fussgelenk links gesehen zu haben (IV-act.
74-2). Den MEDAS-Gutachtern wurde die Stellungnahme von Dr. E._ vom 15.
Dezember 2006 nicht vorgelegt, sodass im Zeitpunkt ihrer Beurteilungen lediglich der
Gelenkserguss im rechten Knie aktenmässig dokumentiert war. Dr. E._ beobachtete
gemäss seinem Schreiben vom 15. Dezember 2006 (IV-act. 74-2) jedoch wiederholt
weitere Schwellungen an verschiedenen Gelenken, für die es – im Gegensatz zum
Gelenkserguss im rechten Knie nach einer Wanderung – anscheinend keine
mechanische Ursache gab. Dies war den MEDAS-Gutachtern offenbar nicht bekannt.
Bei den Gelenkschmerzen des Beschwerdeführers handelt es sich also nicht nur um
subjektive Klagen des Beschwerdeführers. Es fragt sich, ob die vom Beschwerdeführer
beschriebenen Symptome, die Dr. E._ klarerweise als klinisch ausreichend
dokumentiertes Post-Lyme-Syndrom erkennen will (IV-act. 74-2), zusammen mit den
auch objektiv beobachtbaren Schwellungen der Gelenke die Diagnose eines sich auf
die Arbeitsfähigkeit auswirkenden Post-Lyme-Syndroms ermöglichen.
2.4 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hält der Arbeitsfähigkeitsschätzung der
MEDAS die Äusserungen von Dr. E._ und Dr. B._ entgegen, die von einer
Arbeitsunfähigkeit von 70% ausgegangen seien. Dr. B._ schrieb am 11. Mai 2005,
die Beschwerden würden den Beschwerdeführer weiterhin ausgeprägt in seiner
Tätigkeit als Tierarzt einschränken. Die Arbeitsunfähigkeit betrage sicher im Moment
ca. 70% (seit 20. April 2004). Eine andere zumutbare Arbeit komme nicht in Frage, da
der Beschwerdeführer immer noch in einer eigenen Praxis als Chef zu 30% arbeiten
könne (IV-act. 33-8). Am 18. September 2006 wiederholte Dr. B._ diese Einschätzung
und wies darauf hin, bei wenig Belastung bestünden auch wenig Schmerzen. Bei
grösserer Belastung, die an und für sich eine gemischte Tierarztpraxis (Gross- und
Kleintiere) mit sich bringe, bestünden sofort wieder Schmerzen in den Händen, vor
allem in den Fingern und auch in den Handgelenken, die einen längeren Einsatz absolut
verunmöglichen würden. Zudem träten bei längerer Beanspruchung auch Schmerzen in
den Sprunggelenken und in den Kniegelenken auf, die einen längeren Einsatz als vier
bis fünf Stunden täglich überhaupt nicht zuliessen. Auch der während dieser Zeit
geleistete Einsatz nehme mit fortdauernder Zeit deutlich ab (IV-act. 63-7). Dr. E._
hatte am 5. August 2004 festgehalten, die Arbeitsunfähigkeit habe aufgrund einer
leichten Besserung ab 20. April 2004 auf 70% gesenkt werden können (IV-act. 43-9).
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Am 28. Januar 2005 bezog er sich auf jenen Bericht und hielt fest, seither hätten sich
die Myotendinitiden weiter leicht zurückgebildet, sodass die Arbeitsunfähigkeit auf
70% habe reduziert werden können. Eine weitere Reduktion sei aufgrund des
bisherigen Verlaufs frühestens in einigen Monaten möglich. Konkretere Angaben
könnten leider nicht gemacht werden (IV-act. 43-12). Diese beiden Berichte sind
insofern nicht schlüssig, als dass Dr. E._ am 28. Januar 2005 zwar von einer
Besserung sprach, die die Arbeitsunfähigkeit habe senken können, diese aber dennoch
unverändert mit 70% angab. Im Schreiben vom 15. Dezember 2006 schloss Dr. E._
auf ein invalidisierendes Post-Lyme-Syndrom. Durch die anfänglich inadäquate
Behandlung der Lyme-Borreliose hätten sich die Heilungsaussichten stark
geschmälert. Eine konkrete Arbeitsfähigkeitsschätzung enthält das Schreiben nicht
(act. G 1.2.1). Weder Dr. E._ noch Dr. B._ äusserten sich also je überzeugend zur
Arbeitsfähigkeit in einer optimal adaptierten Tätigkeit, z.B. ohne die durch die
Behandlung von Gross¬tieren entstehende körperliche Belastung. Auch die von ihnen
geschätzte Einschränkung in der angestammten Tätigkeit begründen sie nicht
einlässlich. Ohne weitere Abklärungen kann auf ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung
jedenfalls nicht abgestellt werden.
2.5 Der Beschwerdeführer hatte gegenüber den MEDAS-Gutachtern offenbar erklärt,
seine sportlichen Ambitionen und regelmässigen intensiven Aktivitäten
zurückgeschraubt und das Klettern wegen der verminderten Belastbarkeit der Hände
und Knie ganz aufgegeben zu haben. Er gehe jetzt noch Reiten, Velofahren und mache
leichtere Wanderungen oder Skitouren (IV-act. 50-18). Weiter macht er geltend, er habe
insbesondere zur körperlich anstrengenden Behandlung der Grosstiere das Pensum
seiner Assistentin von etwa 25% auf 75% erhöhen müssen, was er mit
Erfolgsrechnungen seiner Praxis belegt (IV-act. 28-9; 21-4; 12-4; 11-3; 10-3). Zudem
weist er einen deutlichen Rückgang seines eigenen Einkommens nach (IV-act. 28-6;
14-1).
2.6 Vor dem Hintergrund der Beobachtungen und Einschätzungen von Dr. E._ und
Dr. B._ sowie der Zahlen betreffend die Tierarztpraxis wirkt es glaubhaft, dass dem
Beschwerdeführer offenbar insbesondere körperlich anstrengende Tätigkeit
schmerzbedingt nicht mehr möglich ist. Bei der Behandlung von Grosstieren können
körperlich grosse Belastungen jedoch kaum durchgehend vermieden werden. Insofern
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erscheint der Beschwerdeführer zumindest in der (teilweise) angestammten Tätigkeit
als Tierarzt von Grosstieren in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt zu sein. Bei der
Arbeitsfähigkeitsschätzung wiesen die MEDAS-Gutachter darauf hin, der
Beschwerdeführer habe eine Zusatzausbildung für traditionelle Chinesische Medizin
begonnen und besuche Kurse für Geopathologie mit dem Ziel Haus- und
Stallsanierungen, alles Erweiterungen im Spektrum eines Tierarztes mit weniger
körperlicher Belastung als z.B. Geburten bei Grossvieh (IV-act. 50-23 f.). Unklar ist, ob
dies als Hinweis darauf zu verstehen ist, dass die Gutachter selbst körperlich schwere
tierärztliche Arbeit als ungeeignet betrachteten. Die Beschwerdegegnerin hat nicht
abgeklärt, ob es dem Beschwerdeführer möglich ist, im Rahmen seiner Arbeit als
Tierzart völlig auf körperlich wenig belastende Tätigkeiten umzustellen. Offen ist auch,
ob er in seiner Tierarztpraxis mit der konventionellen Behandlung von Kleintieren nicht
ein ausreichendes Einkommen erzielen könnte. Kämen für den Beschwerdeführer nur
noch körperlich eher leichte Tätigkeiten in Frage, so ist denkbar, dass er Anspruch auf
eine durch die Beschwerdegegnerin finanzierte Umschulung bzw. Weiterbildung hat,
wenn er dadurch ein rentenausschliessendes oder rentenverminderndes Einkommen
sollte erzielen können.
2.7 Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist der Erfahrungstatsache
Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter wegen ihrer auftragsrechtlichen
Vertrauensstellung im Zweifel eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen. Im Hinblick
auf einen möglichen Ziel- und Interessenkonflikt (Behandlung versus Begutachtung) gilt
das auch für Spezialärzte. Namentlich in umstrittenen Fällen kann nicht ohne weiteres
auf die Angaben eines behandelnden Spezialarztes abgestellt werden (EVGE I 814/03
vom 5. April 2004, Erw. 2.4.2; vgl. auch ULRICH MEYER-BLASER, Der Rechtsbegriff
der Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, namentlich für
den Einkommensvergleich in der Invaliditätsbemessung, in: Schaffhauser/ Schlauri
[Hrsg.], Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 51). Solche Überlegungen
sind bei Kontroversen zwischen Gutachter und behandelndem Arzt oder Spezialarzt
geeignet, beim richterlichen Entscheid über die Überzeugungskraft eines Gutachtens
den Ausschlag zu geben. Dass deswegen im Sinne einer starren Beweisregel die
Infragestellung einer angezweifelten Expertise ausgeschlossen und die freie
Beweiswürdigung eingeschränkt wäre, ist daraus nicht zu schliessen (vgl. das Urteil IV
2006/162 des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. Oktober 2007,
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Erw. 3f.). Es ist gerichtsnotorisch, dass im heutigen Begutachtungswesen kein
generelles fachliches Kompetenzgefälle zwischen Gutachtern und behandelnden
Ärzten vorhanden ist. Daher sind Gutachten nicht per se beweisend, gleichgültig, ob
sie angefochten sind oder nicht. Auch wo ein behandelnder Arzt keine neuen objektiv
feststellbaren Gesichtspunkte vorbringt, kann seine abweichende Beurteilung beim
Gericht derartige Zweifel an der Schlüssigkeit eines Gutachtens aufkommen lassen,
dass es nicht ohne weiteres darauf abstellen darf.
2.8 Dies hat im vorliegenden Fall für das MEDAS-Gutachten zu gelten. Dr. E._ ging in
seinem Schreiben vom 15. Dezember 2006 entgegen den MEDAS-Gutachtern von
einer invalidisierenden Post-Lyme-Borreliose aus (act. G 1.2.1); er gewichtet das
Beschwerdebild also anders. Dr. E._ ist ein Spezialist für Zeckenerkrankungen, der
sich zu diesem Thema u.a. mit wissenschaftlichen Publikationen und Vorträgen einen
Namen gemacht hat. Von einem Kompetenzgefälle zwischen den MEDAS-Gutachtern
und Dr. E._ auf dem Gebiet der Lyme-Borreliose kann nicht ausgegangen werden.
Die Einschätzung von Dr. E._ sowie die Unstimmigkeiten im MEDAS-Gutachten
lassen Zweifel an der Schlüssigkeit des letzteren aufkommen, sodass in der
gerichtlichen Beurteilung nicht ohne weiteres darauf abgestellt werden kann. Die
Stellungnahme von Dr. E._ vom 15. Dezember 2006 bildet jedoch ebenfalls keine
beweiskräftige Grundlage für die Beurteilung der Rentenfrage. Weder das MEDAS-
Gutachten noch die übrigen medizinischen Unterlagen erlauben dem Gericht also eine
zuverlässige Beurteilung des Anspruchs des Beschwerdeführers auf IV-Leistungen.
Das MEDAS-Gutachten setzte den Schwerpunkt auf die Frage, ob eine
Neuroborreliose vorliege. Da jedoch die Lyme-Borreliose nicht zwingend nur in der
Ausprägung der Neuroborreliose invalidisierende Konsequenzen haben kann, sondern
offenbar auch eine andere Form der Borreliose ohne Beteiligung des Zentralen
Nervensystems die Schmerzen des Beschwerdeführers erklären könnte, ist die Sache
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese bei einem unabhängigen
ausgewiesenen Borreliose-Spezialisten ein Ergänzungsgutachten in Auftrag gebe. Der
Gutachter ist insbesondere zu befragen, in welchen Arbeiten der Beschwerdeführer aus
medizinischer Sicht eingeschränkt ist. Es ist zu evaluieren, ob und in welchem Umfang
er in der Behandlung von Grosstieren einerseits und von Kleintieren andererseits
eingeschränkt ist. Dabei sind die Häufigkeit der Schübe und deren konkrete
Auswirkungen möglichst genau zu erfassen. So ist beispielsweise zu klären, ob der
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Beschwerdeführer durchschnittlich zwei Tage wöchentlich vollständig oder nur in
Bezug auf einzelne Tätigkeiten ausfällt oder ob er in der Regel durchgehend mit
reduzierter Leistungsfähigkeit arbeiten kann. Je nach Ergebnis des
Ergänzungsgutachtens erweist es sich allenfalls als angezeigt, dieses dem RAD zur
Stellungnahme und zur Einordnung in den medizinischen Gesamtkontext zukommen zu
lassen. Möglicherweise führen diese Abkärungen zur Notwendigkeit der Einholung
weiterer Gutachten aus anderen medizinischen Fachbereichen, so der
(Neuro-)Psychiatrie oder Rheumatologie. Sollten die Abklärungen schliesslich ergeben,
dass der Beschwerdeführer nicht oder nur eingeschränkt körperlich schwere Arbeit
ausführen kann, so hätte die Beschwerdegegnerin abzuklären, in welchem Ausmass er
in seiner Tierarztpraxis auf körperlich nur wenig belastende Tätigkeiten umsteigen
könnte. Wäre zur Akquisition eines grösseren Kleintier-Kundenkreises etc. eine
Weiterbildungen nötig, so hätte die Beschwerdegegnerin eine Kostenübernahme im
Rahmen der beruflichen Eingliederung zu prüfen.
3.
3.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
Verfügung vom 28. November 2006 teilweise gutzuheissen und die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese gemäss der obenstehenden
Erwägung 2.8 eine Ergänzungsbegutachtung bei einem ausgewiesenen Borreliose-
Spezialisten in Auftrag gibt, nötigenfalls im Anschluss daran weitere Abklärungen
vornehme und schliesslich neu über den Leistungsanspruch des Beschwerdeführers
verfügt.
3.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis Fr.
1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint
als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles
Obsiegen (ZAK 1987 S. 268 Erw. 5a). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin
vollumfänglich. Da sie gemäss Art. 3 Abs. 1 lit. b des st. gallischen
Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über die Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung (sGS 350.1) Teil der Sozialversicherungsanstalt und damit Teil
einer selbständigen öffentlich-rechtlichen Anstalt ist, kommt Art. 95 Abs. 3 VRP
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(Befreiung von der Pflicht zur Übernahme amtlicher Kosten) nicht zur Anwendung (vgl.
URS PETER CAVELTI/THOMAS VÖGELI, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St.
Gallen – dargestellt an den Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., 2003, Rz.
792). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-
zu bezahlen. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- wird
diesem zurückerstattet.
3.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird
(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung der
Streitsache und dem Aufwand angemessen erscheint eine Parteientschädigung von Fr.
3'500.- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht