Decision ID: bdbb740b-b7ec-497a-83d9-6272162b7526
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1961 geborene
und über keine Berufsausbildung verfügende
X._
arbeitet
e
seit Oktober 2007
als Hilfsko
ch im Res
taurant
Z._
, seit Oktober 2012 zu einem Pensum von 50
%
(
Urk.
6/10/
1
und
Urk.
6/11/
2 f.
). Am 1
2.
Dezember 2014 meldete er sich unter Angabe einer Nieren- und Zuckererkrankung, eingeschränkter Sehkraft und schwellenden Beinen bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/3). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte
einen Auszug aus dem individuellen Konto ein (IK-Auszug;
Urk.
6/17
; vgl. auch
Urk.
6/18-19
) und nahm medizinische Abklärungen vor (
Urk.
6/9,
Urk.
6/
13
,
Urk.
6/15
und
Urk.
6/21
). Mit Vorbescheid vom 30. April 2015 teilte die IV-Stelle mit, dass sie gedenke, das Leistungsbegehren abzuweisen (
Urk.
6/
22
).
Hiergegen erhob der
Versicherte
am 27. Mai 2015 Einwand und ersuchte um erneute Überprüfung und Einholung aktueller Arztberichte (
Urk.
6/24). Mit Schreiben vom 1. Juni 2015
berichtete
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Innere Medizin und Nephrologie,
der IV-Stelle
über den Gesundheitszustand
von
X._
(
Urk.
6/26).
Am 30. Juli 2015 verfügte die IV-Stelle
die Abweisung des Leistungsbegehrens (
Urk.
6/28 =
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 30. Juli 2015 liess der Versicherte, vertreten durch
lic
.
iur
.
Y._
,
Orion Rechtsschutz-Versicherung AG,
Beschwerde erheben und beantragen, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Angelegenheit zur Durchführung weiterer medizinischer Abklärungen bzw. zur Einholung eines polydisziplinären Gutachtens an die Vorinstanz zurückzuweisen. Alles unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1
S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 6. Oktober 2015
(
Urk.
5)
die Abweisung der Beschwerde, was dem
Versicherten
mit Verfügung vom 7. Oktober 2015 (
Urk.
7) zur Kenntnis gebracht wurde.
In der Folge hielt
jen
er in seiner Replik vom 15. Oktober 2015 (
Urk.
9) unter Bezug
nahme auf einen
weiteren
Bericht der behandelnden Ärztin
Dr.
A._
(
Urk.
10) an seinen Anträgen gemäss Beschwerdeschrift fest. Im Nachgang zur Verfügung vom 16. Oktober 2015 (
Urk.
11) verzichtete die
Beschwerde
gegnerin
mit Schreiben vom 23. Oktober 2015 auf das Einreichen einer Dup
lik (
Urk.
12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes
über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu kön
nen, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
un
fähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleis
tungen der versicherten Person
no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt
nis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begrün
det sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass dem Beschwer
deführer eine
körperlich leichte
Tä
tigkeit
in Wechselbelastung
,
unter Aus
schluss ungünst
iger Witterungsbedingungen,
mit gelegentlichem Heben, Tra
gen und Transportieren von Lasten bis
maximal 10 Kilogramm körpernah und
oh
ne Verharren in Zwangshaltungen
zu 100
%
zumutbar sei
.
Mit einer solchen angepassten Tätigkeit lasse sich ein rentenausschliessendes Einkom
men erzielen.
Aus diesem G
rund verneinte sie d
en Anspruch auf eine Invali
denrente (S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer
machte in der Beschwerdeschrift vom 10. September 2015 (
Urk.
1) geltend, dass eine versicherungsexterne Begutachtung anzu
ordnen sei, wenn auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen
ärztlichen Feststellungen bestünd
en. Soll
e
ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens ent
schieden werden, so seien an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.4
,
122 V 157 E. 1d).
Dr.
med.
B._
vom
Regionalen Ärztlichen Dienst (
RAD
)
sei entgegen der Ansicht sämtlicher behandelnder Fachärzte und ohne Begründung zum Schluss gekommen, dass
er
in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig sei
. Es liege eine Verletzung der Abklärungspflicht im Sinne von Art. 43 ATSG vor, da die IV-Stelle auf die Ausführungen von
Dr.
B._
abgestellt habe (S. 4 f.).
In seiner Replik hielt der Beschwerdeführer sodann fest, dass aufgrund zahlreicher schwerer Erkrankungen nicht von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
ausgega
n
gen werden könne (
Urk.
9 S. 2).
3.
3.1
Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers stellt sich
aufgrund der Akten
lage
wie folgt dar:
Aus dem
Austrittsbericht des
C._
, Klinik für Kardiolo
gie, vom 20. Februar 2014
(
Urk.
6/9) gehen folgende
, hier gekürzt angeführte
Diagnosen hervor:
Koronare und mögliche
hypertensive
Kardiopathie
;
Diabetes mellitus Typ 2
, Erstdiagnose (ED) 2009
;
Chronische Niereninsuffizienz CKD Stadium III
;
Verdacht auf Schlafapnoesyndrom
;
Vitamin-D-Mangel substituiert;
Status nach
cavernöser
bronchopulmonaler
Tuberkulose, ED 03/2009.
3.2
Dr.
med.
D._
,
E._
, Augenklinik,
nannte in sei
nem Beric
ht vom 25. Juli 2014 (
Urk.
6/13/
7) als Hauptdiagnose eine prolife
rative diabetische Retinopathie mit diabetischer
Makulopathie
sowie eine ischämische
Makulopathie
.
3.3
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Innere Medizin und Nephrologie,
stufte
in ihrem Bericht vom 14. Februar 2015 (
Urk.
6/13) im Wesentlichen den Diabetes Mellitus Typ 2, die beidseitige diabetische Retinopathie, die dia
betische
Nephropathie
, die chronische Niereninsuffizienz sowie die schwer einstellbare arterielle Hypertonie als Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit ein (
Urk.
6/13/
1). Die bisherige Tätigkeit als Hilfskoch sei noch bis maximal zu einem 50%-Pensum zumutbar.
Eine
behinderungsange
passte
Tätigkeit sei seit 2013 in einem Umfang von circa 4 Stu
nden pro Tag möglich (
Urk.
6/13/
3).
Dr.
A._
prognostizierte zudem eine fort
schreitend
e Niereninsuffizienz (
Urk.
6/13/
2).
3.4
Dem undatierte
n Bericht von
Dr.
med.
F._
,
E._
, Augenklinik,
ist als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit eine beidseitige proliferative diabetische
Retinopathie mit
visusmindern
den
diabetischem
Makulaödem
zu entnehmen
(
Urk.
6/15/
1).
Die bisherige Tätigkeit als Küchenangestellter sei aus medizinischer Sicht zu mindestens 50
%
zumutbar. Zur Frage, in welchem Umfang und ab wann eine
behinde
rungsangepasste
Tätigkeit mit welchem Belastungsprofil möglich sei, wurde hingegen kei
ne Stellung genommen (
Urk.
6/15/
3).
3.5
Dr.
med.
B._
vom RAD, Facharzt für Chirurgie,
benannte in seiner Stellungnahme vom 24. März 2015 (
Urk.
6/21
/
3) die chronische
Nie
reninsuffizienz
mit/bei Diabetes mellitus Typ 2 mit diabetischer proliferativer Retinopathie beidseits und diabetischer
Nephropathie
als Diagnosen mit dau
erhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne dauer
-
hafte Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei hingegen die koronare und mögliche
hyperten
sive
Kardiopathie. Theoretisch versicherungs
-
medizinisch könne von einer 50%igen Arbeitsfähigkei
t in der bisherigen und einer 100%igen Arbeitsfä
higkeit in angepasster Tätigkeit ausgegangen werden.
Eine wesentliche Ver
änderung des Gesundheitszustandes des Beschwerde
-
führers
sei nicht wahr
scheinlich
(
Urk.
6/21/3)
.
3.6
Mit Schrei
ben vom 1. Juni 2015 (
Urk.
6/26/
2) an die IV-Stelle wies
Dr.
A._
nochmals
auf die Erkrankungen des Beschwerdeführers hin. Namentlich sei die Nierenfunktion stark eingeschränkt
(aktuell Stadium 4 von 5). Die Progression der Niereninsuffizienz stehe nachgewiesenermassen mit der schlechten Blutdruck- und Blutzuckerkontrolle im Zusammenhang.
3.7
Mit Schreiben vom 19. August 2015 (
Urk.
6/29) wandte sich
Dr.
A._
erneut an die Beschwerdegegnerin. Dem Beschwerdeführer drohe eine baldige Dialyse
bedürftigkeit
und somit eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 50
%
, wenn nicht gar aufgrund ausgeprägter Spätfolgen von 80-100
%
.
4.
4.1
Im vorliegenden Fall ist unstreitig, dass der Beschwerdeführer an einer chro
nischen Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus Typ 2, diabetischer proliferati
ver Retinopathie beidseits sowie diabetischer
Nephropathie
leidet, w
as
sich dauerhaft a
uf die Arbeitsfähigkeit auswirkt
.
Einigkeit besteht auch hinsicht
lich der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit von 50
%
im bisherigen Tätig
keitsfeld (vgl. zum Ganzen oben E. 3.1-3.5). Streitig ist hingegen, wie es um die Arbeitsfähigkeit des Versicherten in angepasster Tätigkeit bestellt ist.
4.2
Die IV-Stelle stützte sich beim Erlass der angefochtenen Verfügung
massge
blich
auf die Stellungnahme von
Dr.
B._
vom RAD
, welcher von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in angepasster Tätig
keit ausgeht
und eine wesentliche Änderung
von
dessen Gesundheitszustand
für unwahrscheinlich hält
(
Urk.
6/21/3)
.
Die regionalen ärztlichen Dienste (RAD) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Vorausset
zungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invali
denversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfä
higkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen
Sachent
scheid
im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entschei
den haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu wür
digen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzu
nehmen sei. Sie würdigen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
RAD-Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG betreffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen Verfahrensregeln entfalten daher bei Einholung von RAD-Berichten keine Wirkung (Urteil des Bundesgerichts 8C_385/2014 vom 16. September 2014 E. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.4).
Praxisgemäss kommt einer reinen Aktenbeurteilung des RAD im Vergleich zu einer auf allseitigen Untersuchungen beruhenden Expertise, welche auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und die Schlussfolgerungen widerspruchsfrei begründet, nicht der gleiche Beweiswert zu (Urteil des Bundesgerichts
8C_971/2012 vom 11. Juni 2013 E. 3.4).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V
231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundes
gerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
4.3
Grundsätzlich setzt der Nachweis einer Invalidität im Rechtssinn eine gesund
heitlich bedingte, erhebliche und evidente, dauerhafte sowie objekti
vierbare Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit voraus. Dieser Massstab gilt für sämtliche Leiden gleichermassen (BGE 139 V 547 E. 9.4). Weiter ist zu berücksichtigen, dass die Beurteilung, ob ein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliegt, eine Rechtsfrage ist und damit nicht den Ärz
tinnen und Ärzten, sondern den rechtsanwendenden Behörden obliegt (BGE 140 V 193 E. 3.1 f., Urteil des Bundesgerichts 9C_636/2007 vom 28. Juli 2008 E. 3.3.1).
Unstreitig und nachvollziehbar ist, dass
X._
aufgrund seiner Erkrankungen in der bisherigen Tätigkeit als Hilfskoch nur noch zu 50
%
arbeitsfähig ist (
Urk.
6/13/3,
Urk.
6/15/3,
Urk.
6/21/3)
Die IV-Stelle
ging
beim Erlass der angefochtenen Verfügung
jedoch
davon aus, dass
bei
m Beschwerdeführer
-
unter Beachtung des persönlichen Belastungsprofils
-
eine
100%ige
Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
vorliege
,
und ver
neinte daher den Anspruch auf eine Rente
(
Urk.
2 S. 2).
Hiergegen wendet
der Beschwerdeführer ein, dass
ein Widerspruch zu
den
Ausführung
en der behandelnden Fachärzte
besteh
e und die Untersuchungspflicht im Sinne von Art. 43 ATSG ve
rletzt
worden sei (
Urk.
1 S. 4 f.)
. Beide Argumente gehen allerdings aus folgenden Gründen fehl:
Zwar
hielt
Dr.
A._
in ihrem Bericht vom 14. Februar 2015 fest, dass dem Beschwerdeführer nur noch im Umfang von vier Stunden eine
behin
derungsangepasste
Tätigkeit möglich sei (
Urk.
6/13/3). Es fehlt indessen an einer konkreten Begründung für diese Sichtweise. So beziehen sich
ihre Erläuterungen in Bezug auf die Auswirkungen
der
Erkrankungen
des Beschwerdeführers
auf
d
e
ssen
Arbeitsfähigkeit einzig auf
die
bisherige Tätig
keit als Hilfskoch (so etwa hinsichtlich des berufsbedingten langen Stehens, der Arbeitszeiten und des Abschmeckens des Essens; vgl.
Urk.
6/13/2 f.). Dies wiederholte
Dr.
A._
sodann auch in ihren weiteren Stellungnahmen (
Urk.
6/26/2,
Urk.
10), blieb allerdings weiterhin eine schlüssige Begründung
für die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit schuldig.
Sodann enthalten auch die vom Versicherten angeführten Berichte von
Dr.
F._
, Augenklinik
E._
, keine Hinweise darauf, weshalb eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in behinderungsangepasster Tätig
keit vorliegen sollte (vgl.
Urk.
6/13/7 und
Urk.
6/15/3).
Vor diesem Hintergrund
hat die IV-Stelle berechtigterweise auf den Bericht ihres RAD (
Urk.
6/21/3) abgestellt.
Aufgrund der
unumstrittenen medizi
nischen Befunde leuchtet es einerseits ohne
W
eiteres
ein, dass der Beschwer
deführer in seiner bisherigen Tätigkeit als Hilfskoch eingeschränkt ist. Andererseits ist es genauso nachvollziehbar, dass es ihm möglich ist, einer Tätigkeit gemäss individuellem Belastungsprofil zu einem
Beschäftigungs
grad von 100
%
nachzugehen.
Hierfür spricht
namentlich
, dass
der Beschwerdeführer
zum massgebenden Zeitpunkt des Erlasses der angefochte
nen Verfügung
nicht dialysepflichtig
war
und
es ihm in angepasster Tätigkeit zudem möglich sein sollte, den Blutzuckerspiegel
besser
einzustellen bezie
hungsweise genau zu kontrollieren
sowie
zu diesem Zweck, wie
auch
hin
sichtlich der Stressreduktion,
auf regelmässige Pausen zu achten.
In Bezug auf die vom Versicherten vorgebrachte Verletzung der gesetzlichen Untersuchungspflicht ist im Weiteren festzuhalten, dass vorliegend der
ent
scheidrelevante
medizinische Sachverhalt
rechtsgenüglich
erstellt wurde und es demzufolge nicht erforderlich ist, weitere Abklärungen zu treffen. Eine Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin kommt daher nicht in Betracht (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3). Ergänzend ist
in diesem Zusammenhang
darauf hinzuweisen, dass der RAD
im vorliegen
den Fall berechtigterweise auf eine Untersuchung des Versicherten verzichtet und eine Aktenbeurteilung vorgenommen hat, da es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts ging (Urteil des Bundesgerichts 9C_286/2014 vom 8. August 2014 E. 3.2 mit weiteren Hinweisen).
Zusammengefasst
hat die IV-Stelle entgegen der Ansicht des Beschwerde
führers ihre gesetzliche Untersuchungspflicht nicht verletzt
und zu Recht auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in behinderungsangepasster Tätigkeit geschlossen
.
Dem Beschwerdeführer steht es frei, bei der Beschwerdegegnerin um Hilfe in Form einer Berufsberatung oder Arbeitsvermittlung
(Art. 15 und 18 IVG)
zu ersuchen, auf welche er augenscheinlich
noch
anlässlich des Standortgespräches vom 16. Januar 2015 verzichtet hat (
Urk.
6/11/5).
Die angefochtene Verfügung erweist sich somit als rechtens,
weswegen
die Beschwerde abzuweisen ist.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
6
00.-- festzusetzen und
ausgangs
gemäss
dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen.