Decision ID: 588d1084-36f6-41ac-9fac-25d847b1629c
Year: 2006
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1. O._, geboren 1958, meldete sich im Oktober 2005 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 2 S. 1, Urk. 6 S. 1). Mit Verfügung vom 19. April 2006 verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, einen Rentenanspruch. Die dagegen am 2. Mai 2006 erhobene Einsprache wies sie am 16. Juni 2006 ab (Urk. 2 S. 1).
2. Gegen den Einspracheentscheid vom 16. Juni 2006 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 17. Juli 2006 Beschwerde unter anderem mit dem Antrag, das angerufene Sozialversicherungsgericht habe in Form eines Vorentscheides zunächst über seine örtliche Zuständigkeit zu befinden (Urk. 1 S. 2).
Mit Verfügung vom 20. Juli 2006 trat das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich auf die Beschwerde vom 16. Juni 2006 ein und forderte die IV-Stelle auf, zur Frage der örtlichen Zuständigkeit Stellung zu nehmen (Urk. 4). Im Rahmen der Vernehmlassung gelangte die IV-Stelle zum Ergebnis, dass die örtliche Zuständigkeit gegeben sei und beantragte die Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels (Urk. 6).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Unter Hinweis auf die rechtlichen Ausführungen in der Verfügung vom 20. Juli 2006 (Urk. 4) betreffend die örtliche Zuständigkeit der Beschwerdegegnerin und deren Stellungnahme im Rahmen der Vernehmlassung vom 27. Juli 2006 (Urk. 6), wonach der Beschwerdeführer bereits im Zeitpunkt der Anmeldung zum Leistungsbezug im Oktober 2005 in A._ Wohnsitz hatte, war die Beschwerdegegnerin zur Beurteilung des Anspruchs des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversicherung örtlich unzuständig (Art. 55 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit Art. 40 Abs. 1 lit. a der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV). Daran vermag auch das Argument der Beschwerdegegnerin, die Gemeinde A._ gehöre politisch zum Kanton Zürich, nichts zu ändern. Dass die IV-Stelle des Kantons B._ dies insofern bestätigt habe, indem solche Fälle jeweils an die IV-Stelle des Kantons Zürich weitergeleitet oder Aktenabtretungen wieder zurückgeschickt worden seien (Urk. 6), ist vor diesem Hintergrund unbeachtlich.
Der Vollständigkeit halber sei noch bemerkt, dass das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich in einem ähnlichen Fall gleich entschieden hat (Urteil vom 23. November 2005 in Sachen R., IV.2005.00984).
Die Beschwerde ist dementsprechend in dem Sinne gutzuheissen, als der Einspracheentscheid vom 16. Juni 2006 (Urk. 2) wegen örtlicher Unzuständigkeit der Beschwerdegegnerin aufzuheben ist und die Akten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils an die zuständige IV-Stelle des Kantons B._ zu überweisen sind.
2. Das Begehren der Beschwerdegegnerin auf Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels ist gestützt auf die obigen Ausführungen abzuweisen (vgl. Urk. 6 S. 2).
3. Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG in der seit dem 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Fassung) und auf Fr. 200.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
4. Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem vertretenen Beschwerdeführer eine angemessene Prozessentschädigung auszurichten (Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Diese wird unter Berücksichtigung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses beim praxisgemässen Ansatz von Fr. 200.-- pro Stunde auf Fr. 1'000.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) festgesetzt.