Decision ID: 211882fc-09d5-4014-b555-71108ab48eee
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der
im Jahre 1966
geborene
X._
war seit dem 1.
Januar
2007
als Kadermitarbeiter für die Y._ tätig und als solcher bei der AXA Versicherungen AG (AXA) obligatorisch gegen die Folgen von Be
triebs- und Nichtbetriebsunfällen versichert
. Am 20. März 2016 verletzte sich der Versicherte beim Freilegen eines eingewachsenen Drahtgitters an der linken Hand (Urk. 9/A1). Die Erstbehandlung erfolgte am 30. März 2016 bei Dr. med. Z._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, wobei eine Verletzung der volaren Gelenk
kapsel des PIP des linken Ringfingers diagnostiziert wurde (Urk. 10/M1). Nach Abklärung des medizinischen Sachverhalts lehnte die AXA ihre Leistungspflicht mit Schreiben vom 10. Juni 2016 ab (Urk. 9/A6) und hielt an dieser Einschätzung mit Verfügung vom 20. Juni 2016 (Urk. 9/A9) sowie Einspracheentscheid vom 21. Oktober 2016 fest (Urk. 9/A12 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 17. November 2016 Beschwerde und bean
tragte, es sei in Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids die Leis
tungspflicht des Unfallversicherers festzustellen (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 15. Februar 2017 beantragte die Beschwerdegeg
nerin die Abweisung der Beschwerde (Urk. 8), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 17. Februar 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
sicherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dementsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
20. März 2016
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Gemäss Art. 6 UVG werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs-krankheiten gewährt (Abs. 1). Der Bundesrat kann Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen (Abs. 2). Ausserdem erbringt die Versiche
rung ihre Leistungen bei Schädigungen, die den Verunfallten bei der Heilbe
handlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.3
Ein Unfall ist gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigen
de Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
Nach der Rechtsprechung bezieht sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlich
keit nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber. Ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit ist somit, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen nach sich zog. Der äusse
re Faktor ist ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbe
reich Alltäg
lichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Ungewöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.3.1 mit Hinweis).
1.4
Gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG kann der Bundesrat Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalles ähnlich sind, in die Versicherung einbeziehen. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 9 Abs. 2 UVV Gebrauch gemacht und fol
gende Körperschädigungen, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind, auch ohne ungewöhnliche äussere Ein
wirkung den Unfällen gleichgestellt:
a.
Knochenbrüche;
b.
Verrenkungen von Gelenken;
c.
Meniskusrisse;
d.
Muskelrisse;
e.
Muskelzerrungen;
f.
Sehnenrisse;
g.
Bandläsionen;
h.
Trommelfellverletzungen.
Diese Aufzählung der den Unfällen gleichgestellten Körperschädigungen ist abschliessend (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b, je mit Hinweisen; Maurer, Schweizerisches Unfall
versicherungsrecht, 2. Aufl., 1989, S. 202).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Einspracheentscheid damit, dass aufgrund der Sachverhaltsschilderung ein ungewöhnlicher äusserer Faktor im Sinne einer Programmwidrigkeit zu verneinen sei, so dass das Vorlie
gen eines Unfalles im Rechtssinne verneint werden müsse (Urk. 1 S. 4). Im Rahmen der Prüfung eines unfallähnlichen Geschehens sei anzumerken, dass aufgrund der medizinischen Aktenlage keine Listenverletzung vorliege (S. 6).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber im Wesentlichen geltend, dass er das eingewachsene Drahtgitter zunächst in Stücken von je ca. 20 cm habe lösen können. Bei gleichem Vorgehen an anderer Stelle habe dieses komplett uner
wartet nicht nachgegeben, wobei er eine Art Knall in der linken Hand wahrge
nommen und sofort einen starken Schmerz verspürt habe. Die Programmwid
rigkeit sei dabei darin zu sehen, dass sich das Gitter zunächst mehrmals habe lösen lassen und dann in der Folge dann unerwartet nicht mehr. Damit sei die Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors vorhanden, so dass von einem Unfall im Sinne des Gesetzes auszugehen sei (Urk. 1).
3.
3.1
Die Erstbehandlung erfolgte am 30. März 2016 bei Dr. Z._, welcher in sei
nem Bericht vom 23. Mai 2016 eine Verletzung der volaren Gelenkkapsel des PIP des linken Ringfingers diagnostizierte. Eine Anmeldung beim Handchirurgen sei durch den Patienten erfolgt (Urk. 10/M1).
3.2
PD Dr. med. A._, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie und Handchi
rurgie, diagnostizierte in seinem Bericht vom 25. Mai 2016 eine traumatisch aus
gelöste chronisch persistierende Tendovaginitis stenosans des linken Ringfinger
strahles nach Verhebetrauma am 20. März 2016 mit sekundärer Beugekontraktur im Ringfinger-Mittelgelenk links (Status nach Infiltration Beugerkanal Dig. IV links am 25. Mai 2016) sowie einen Status nach konservativ behandelter proxi
maler Metacarpale IV-Fraktur linke Hand im Alter von 16 Jahren (in diskreter Verkürzung verheilt, 1982).
Der Beschwerdeführer habe sich beim Verhebetrauma am 20. März 2016 eine Läsion im Bereich des A1-IV-Ringbandes in der linken distalen Hohlhand zuge
zogen. In der Folge sei es zu einer sekundären und chronisch persistierenden Tendovaginitis stenosans am Ringfingerstrahl sowie konsekutiv auch zu einer Beugekontraktur im PIP IV-Gelenk gekommen (Urk. 10/M2).
3.3
Im Auftrag der Beschwerdegegnerin beurteilte Dr. med. B._, Facharzt FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, speziell Rheumaerkrankungen, die medizinischen Akten, insbesondere die Einschätzung von Dr. A._, und bezog mit Bericht vom 14. Oktober 2016 Stellung.
Dr. B._ äussert sich dahingehend, dass der von Dr. A._ verwendete Begriff “Verhebetrauma“ die Annahme eines Unfalls ausschliesse. Weiter könne das
A1-Ringband durch einen Vorgang, wie er am 20. März 2016 aufgetreten sei, näm
lich eine axiale Zugbelastung des 4. Strahles, nicht beeinträchtigt werden, da es annulär die Beugesehne umfasse und somit nicht in der Belastungsachse liege. Die von Dr. A._ festgestellte Tendovaginitis stenosans könne an dieser Stelle auch ohne wesentliche Belastung entstehen. Im Bereich der A1-Ringbänder seien die Sehnenscheiden fibrös und es komme im Rahmen dieser Erkrankung zu einer angiofibroplastischen Hyperplasie. Dabei seien gemäss der Literatur bei deren Entstehung repetitive Bewegungen oder auch andere äussere Einflüsse unwesent
lich. Derartige Einflüsse könnten zwar zu vermehrten oder akut auftretenden Beschwerden oder auch zur Unterhaltung des Beschwerdebildes führen, seien aber nicht deren Ursache. Da es sich bei der Tendovaginitis stenosans um eine Dege
neration handle, müsse also ein stiller Vorzustand vorgelegen haben. Dass am 4. Strahl der linken Hand bereits eine Defektheilung nach Fraktur des Os metacarpale IV mit kaliöser Ausheilung und Verkürzung bestanden habe, mache diese Annahme noch wahrscheinlicher, indem die Kallusbildung die Beugesehnen an dieser Stelle beeinträchtigen könnten.
Zusammenfassend liege keine Listenverletzung vor, da weder von einem Sehnen
riss noch von einer Läsion des A1-Ringbandes auszugehen sei. Bei der stenosie
renden Tendovaginitis handle es sich um ein primär degeneratives Geschehen. Im vorliegenden Fall müsse überwiegend wahrscheinlich davon ausgegangen wer
den, dass die Erkrankung der Beugesehne des 4. Strahls links im Sinne eines stil
len Vorzustandes bereits vorgelegen habe und dass sie durch die Umstände vom 20. März 2016 spürbar geworden sei. Umstände, wie sie am 20. März 2016 aufge
treten seien, könnten keine stenosierende Tendovaginitis verursachen, seien aber als Auslöser von Beschwerden möglich (Urk. 10/M5 S. 2 f.).
3.4
Mit Bericht vom 8. November 2016 führte Dr. A._ aus, dass die ursächliche Tendovaginitis stenosans abgeheilt sei, zurückgeblieben sei eine schmerzfreie diskrete Restbeugekontraktur von 5°. Zum Gutachten von Dr. B._ vom 14. Oktober 2016 führte Dr. A._ aus, dass der Begriff “Verhebetrauma“ eine Unfallkausalität im juristischen Sinne nicht ausschliesse. Zudem sei das Trauma am A1-Ringband einer Beugesehne bei geschlossener Faust nicht axial, da es dabei zu einer Umlenkung der kräftigen Beugesehnen am proximalen Rand des A1-Ringbandes von fast 90° komme. Deshalb sei das Trauma am A1-Ringband sowohl für die Beugesehne wie für das Ringband selbst bei einer solchen Situa
tion erheblich. Dies könne ohne Weiteres zu Faserrupturen oder zu Überdeh
nungen führen mit anschliessender Schwellung (Urk. 3/5 S. 2 f.).
3.5
Mit Bericht vom 2. Februar 2017 äusserte sich Dr. B._ zu den Ausführungen von Dr. A._ in seinem Bericht vom 8. November 2016. Der erfahrene Hand
chirurg habe natürlich Recht, dass beim hier diskutierten Ereignis die Beugeseh
ne des 4. Strahles bei geschlossener Faust nicht axial verlaufe, sondern durch das A1-Ringband umgelenkt werde. Damit könne es in der Tat zu einer Struk
turveränderung im Bereich des A1-Ringbandes kommen. Dem sei entgegenzu
halten, dass es nicht gesichert sei, dass es vorliegend bei vollständig geschlos
sener Faust zur Aktion am Gitter gekommen sei. Die Stellung im MCP-Gelenk IV könne auch gestreckt oder nur halb in Beugestellung erfolgt sein, was man
gels gesicherter Erkenntnis offengelassen werden müsse. Nach seiner Einschät
zung stelle das Unfallereignis einen Auslöser für die festgestellten Beschwerden an der Beugesehne dar, in der überwiegend wahrscheinlichen Annahme, dass die primäre Läsion degenerativ im Sinne einer Tendovaginitis stenosans erfolgt sei. Diese Diagnose werde in der Literatur und insbesondere auch in der ein
schlägigen Literatur der Suva durchgehend als überwiegend degenerativ beschrieben. Dabei sei auch zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer 1982 eine Metacarpale-IV-Fraktur links erlitten habe und bereits in den darauffol
genden Jahren bei kräftigem Zupacken und kräftigem Faustschluss isoliert das Metacarpophalangealgelenk IV von palmar her verspürt habe (ohne eigentliche Schmerzen), was auf den Vorzustand hinweise (Urk. 11/1).
4.
4.1
Zu prüfen ist zunächst, ob das Geschehen vom 20. März 2016 als Unfall im Sinne des UVG zu qualifizieren ist. Der Beschwerdeführer führte diesbezüglich insbesondere aus, dass die Programmwidrigkeit im Geschehen darin zu sehen sei, dass sich das Gitter zunächst mehrmals habe lösen lassen und in der Folge dann unerwartet nicht mehr.
Der äussere Faktor ist
immer dann
ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet. Ausschlag
gebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normalmass an Umweltein
wirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Für Tatsachenfeststellungen bei der Beurteilung des Unfallcharakters eines Ereignisses gilt der im Sozialver
sicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit (Urteil 8C_282/2017 des Bundesgerichts vom 22. August 2017 E. 3.1.1).
Unbestritten ist, dass die Verletzung an der linken Hand beim Herausreissen von im Boden eingewachsenen Gittern erfolgte. Allein die Tatsache, dass sich das Gitter an einer Stelle unerwartet nicht löste, überschreitet den Rahmen des
All
täglichen oder Üblichen
bei der in Frage stehenden Tätigkeit aber nicht. So erfolgt das Einwachsen in einem Garten nicht nach vorhersehbaren Gesetzmäs
sigkeiten, sondern es muss jederzeit mit einer vollständig eingewachsenen Stelle gerechnet werden. So verneinte das Bundesgericht ein Unfallgeschehen auch in den folgenden Fällen: Stellt sich nach einer Fahrt auf einem Auto-Scooter (oder einer anderen Vergnügungsbahn) ein Zervikalsyndrom infolge Distorsion der Halswirbelsäule ein, so bedarf es - neben den üblichen auf den Körper ein
wirkenden Kräften - eines schadensspezifischen Zusatzgeschehens, damit ein Unfall angenommen werden kann. Entsprechendes gilt mit Bezug auf eine Hyperflexionsbewegung der Halswirbelsäule bei der Vollbremsung eines Autos ohne Kollision, weil es hier um einen im betreffenden Lebensbereich alltägli
chen und üblichen Vorgang geht, zu dem nichts Besonderes ("Programmwidri
ges" oder "Sinnfälliges") hinzugetreten ist (BGE 134 V 72 E. 4.3.2.1 mit weiteren Hinweisen). Bei dieser Ausgangslage ist damit ein Unfallgeschehen mangels Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors zu verneinen.
Zu den Ausführungen der involvierten Fachärzte zum Thema “Verhebetrauma“ ist anzumerken, dass b
ei Schädigungen, die sich auf das Körperinnere beschränken und die erfahrungsgemäss auch als alleinige Folge von Krankheit, insbesondere von vorbestandenen degenerativen Veränderungen eines Körper
teils, innerhalb eines durchaus normalen Geschehensablaufs auftreten können (z.B. Diskushernien), unterliegt der Nachweis eines Unfalls insofern strengen Anforderungen, als die unmittelbare Ursache der Schädigung unter besonders "sinnfälligen" Umständen gesetzt worden sein muss; denn ein Unfallereignis manifestiert sich in der Regel in einer äusseren wahrnehmbaren Schädigung, während bei deren Fehlen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit rein krankheitsbe
dingter Ursachen besteht (
Urteil (8C_783/2013 des Bundesgerichts vom 10. April 2014 E. 4.3 mit weiteren Hinweisen). Auch wenn damit grundsätzlich auch bei einer sich auf das Körperinnere beschränkenden Schädigung ein Unfall angenommen werden kann, muss dabei die Programmwidrigkeit in qualifizierter Weise zu Tage treten, was vorliegend nicht der Fall ist.
4.2
Weiter bleibt zu prüfen, ob vorliegend von einem unfallähnlichen Geschehen im Sinne von Art. 6 Abs. 2 UVG auszugehen ist, wobei eine Listenverletzung gemäss Art. 9 Abs. 2 UVV vorliegen müsste. Anzumerken ist dabei, dass sich Dr. B._ und Dr. A._ nicht einig sind, zu welchen Verletzungen es durch das Reissen am Gitter am A1-Ringband sowie an der Beugesehne gekommen sein könnte. Aus den nachfolgenden Ausführungen ergibt sich, dass die Frage nach den theoretisch möglichen Verletzungsmechanismen aber offengelassen werden kann.
In seinem Bericht vom 25. Mai 2016 ging Dr. A._ von einer Läsion im Bereich des A1-IV-Ringbandes in der linken distalen Hohlhand aus (Urk. 10/M2 S. 2). Dr. B._ interpretierte diese Angabe dahingehend, dass damit die Schä
digung der Beugesehne im Bereich dieses Bandes gemeint sei (Urk. 10/M5 S. 2). In seinem Bericht vom 8. November 2016 führte Dr. A._ weiter aus, dass es durch das Ziehen am Gitter ohne Weiteres zu Faserrupturen oder zu Überdeh
nungen am A1-Ringband sowie an der Beugesehne gekommen sein könnte (Urk. 3/5 S. 2 untern). Bei Würdigung der vorliegenden Berichte kann die von Dr. A._ zuerst erwähnte Läsion im Bereich des A1-IV-Ringbandes nicht als Läsion einer Beugesehne oder des A1-Ringbandes interpretiert werden. Dafür spricht sowohl seine diagnostische Einschätzung, welche keinen Sehnenriss und keine Bandläsion erwähnt, als auch der neuere Bericht vom 8. November 2016, welcher nun lediglich mögliche Faserrupturen und Überdehnungen nennt. Diese Verletzungen stellen aber keine Sehnenrisse oder Bandläsionen dar, wie dies im Rahmen von Art. 9 Abs. 2 UVV nötig wäre. Selbst wenn die Faserrupturen als Listenverletzung qualifizieren würden, ist darauf hinzuweisen, dass Dr. A._ diese beim vorliegenden Unfallgeschehen lediglich als möglich erachtete, was den nötigen Beweisgrad des überwiegend Wahrscheinlichen nicht zu erfüllen vermag.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass – selbst wenn man von der Einschät
zung von Dr. A._ ausginge – eine Listenverletzung nicht mit überwiegen
der Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann. Nachvollziehbar erscheinen dabei zudem die Ausführungen von Dr. B._ zum überwiegend degenerativen Charakter der Tendovaginitis stenosans sowie zum bestehenden Vorzustand (Urk. 11/1).
Der angefochtene Einspracheentscheid ist demnach in Abweisung der Beschwerde zu bestätigen.