Decision ID: 9786643b-16cd-531d-b336-f5f157cca959
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X und Y sind Eigentümer eines Grundstücks in der Gemeinde A, das mit einem
Wohnhaus, einer Scheune und weiteren Kleinbauten bebaut ist. Anlässlich von
Umbauarbeiten am Wohnhaus forderten die Technischen Betriebe A, dass die
Elektrizitätswerk-Zuleitung (bisher Freileitung) in den Boden verlegt werde. Zudem sei
die Messstelle (Stromzähler) in einem Aussenzählerkasten unterzubringen. Mit
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Rechnung vom 21. November 2008 veranlagten die Technischen Betriebe A X und Y
mit einem Anschlussbeitrag von Fr. 1'940.05 (1 % von Fr. 180'300.-- zuzüglich
Mehrwertsteuer von Fr. 130.05).
B.- Gegen diese Rechnung erhoben X und Y mit Schreiben vom 1. Dezember 2008
Einsprache beim Gemeinderat A und beantragten sinngemäss die Annullierung der
Rechnung. Die technischen Betriebe A liessen sich mit Eingabe vom 26. Mai 2009
vernehmen und beantragten, die Einsprache sei abzuweisen. Am 30. Juni 2009 setzte
der Gemeindepräsident der Gemeinde A X und Y über die Stellungnahme der
Technischen Betriebe in Kenntnis und gab ihnen die Möglichkeit, die Einsprache
zurückzuziehen. Nachdem X und Y an ihrem Rekurs festhielten, wurden die
Technischen Betriebe A angewiesen, insbesondere die Anschlusswerte zu überprüfen.
Mit Eingabe vom 14. September 2009 liessen sich die Technischen Betriebe A erneut
vernehmen und beantragten wiederum, die Einsprache sei abzuweisen. Mit Entscheid
vom 15. September 2009 wies der Gemeinderat die Einsprache ab. Zur Begründung
wurde im Wesentlichen vorgebracht, im Rahmen des Umbaus sei die
Hausanschlusssicherung von 25 auf 40 Ampere erhöht worden, weshalb die Rechnung
von Fr. 1'940.05 zu Recht veranlagt worden sei.
C.- Gegen diesen Einspracheentscheid legten X und Y mit undatierter Eingabe
(Poststempel: 18. Oktober 2009) Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission ein und
beantragten sinngemäss, der angefochtene Einspracheentscheid und die Rechnung
betreffend Anschlusstaxe seien aufzuheben.
Der Gemeinderat A beantragte in seiner Vernehmlassung vom 30. November 2009 die
kostenfällige Abweisung des Rekurses.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen.
Gemäss Art. 41 lit. h Ziff. 5 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1,
abgekürzt: VRP) können bei der Verwaltungsrekurskommission selbständige
Verfügungen und Entscheide der obersten Verwaltungsbehörde einer öffentlich-
rechtlichen Körperschaft oder einer selbständigen öffentlich-rechtlichen Anstalt über
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Gebühren, Taxen, Beiträge und andere öffentlich-rechtliche Geldleistungen Privater
sowie über öffentlich-rechtliche Sicherheitsleistungen und Rückerstattungen Privater
mit Rekurs angefochten werden. Das Kantonsgericht kam mit Urteil vom 17. Februar
2010 zum Schluss, der Anschlussbeitrag an das Stromnetz eines
gemischtwirtschaftlichen Elektrizitätswerks sei grundsätzlich privatrechtlicher Natur (III.
Zivilkammer, BZ.2009.86). Nicht entscheidend sei, dass eine öffentlich-rechtliche
Leistungsvereinbarung bestehe, der Anschlussbeitrag nach dem Vorbild einer
Vorzugslast ausgestaltet sei, das Elektrizitätswerk ein faktisches Monopol habe und
ans Kostendeckungs- und Äquivalenzprinzip gebunden sei. Die Rechtsbeziehungen
zwischen einem nicht-staatlichen Elektrizitätswerk und dessen Kunden seien nur dann
öffentlich-rechtlicher Natur, wenn dem Elektrizitätswerk hoheitliche Befugnisse
übertragen worden seien (Subordinationstheorie).
Bei der Elektrizitätsversorgung A (abgekürzt: Elektra) handelt es sich um ein
organisatorisch selbständiges Unternehmen ohne Rechtspersönlichkeit der politischen
Gemeinde A (Art. 18 der Gemeindeordnung der politischen Gemeinde A vom 9. Mai
1983, abgekürzt: Gemeindeordnung, und Art. 1 des Reglementes über die Abgabe
elektrischer Energie vom 10. September 1996, abgekürzt: Elektra-Reglement). Der
Gemeinderat leitet das Gemeindeunternehmen. Er kann die Leitung einer
Betriebskommission übertragen. Der Gemeinderat erlässt die erforderlichen
Reglemente und Gebührentarife (Art. 19 und 20 Gemeindeordnung). Der Gemeinderat
wählt eine Betriebskommission, welche die Elektra leitet und aus mindestens drei
Mitgliedern, wovon mindestens zwei Mitglieder des Gemeinderates, besteht (Art. 2
Elektra-Reglement). Die Tarife werden vom Gemeinderat auf Antrag der
Betriebskommission festgelegt (Art. 51 Elektra-Reglement). Die Elektra tritt im Rahmen
dieser Regelung gegenüber den Strombezügern als öffentlich-rechtliches
Gemeindeunternehmen in hoheitlicher Funktion auf. Anfechtungsobjekt ist deshalb eine
öffentlich-rechtliche Abgabe. Die Verwaltungsrekurskommission ist gemäss Art. 41 lit. h
Ziff. 5 VRP zum Sachentscheid zuständig.
Die Befugnis zur Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs richtet sich gegen den
Einspracheentscheid des Gemeinderates A vom 15. September 2009, mit welchem die
Einsprache vom 1. Dezember 2008 gegen die Rechnung vom 21. November 2008
betreffend Nachbelastung des Anschlussbeitrages in der Höhe von Fr. 1'940.05
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abgewiesen wurde. Der undatierte Rekurs (Poststempel: 18. Oktober 2009) ist
rechtzeitig eingereicht worden und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 45, 47 und 48 VRP). Auf den Rekurs ist grundsätzlich
einzutreten.
Soweit die Rekurrenten beantragen, die Installationen zur Verlegung des Telefonkabels
seien durch die Elektra bzw. durch die Gemeindeverwaltung zu bezahlen, ist
festzuhalten, dass allfällige Kosten der Verlegung des Telefonkabels nicht Gegenstand
der angefochtenen Rechnung und somit auch nicht Gegenstand dieses Verfahrens
sind. Darauf ist nicht einzutreten.
2.- Die Rekurrenten machen geltend, es sei festzustellen, wer für die Behandlung der
Einsprache zuständig sei. Zudem machen sie insofern einen Interessenskonflikt
geltend, als der Gemeindepräsident gleichzeitig Präsident der Betriebskommission der
Elektra und Mitglied der Einspracheinstanz sei. Schliesslich rügen sie, sie hätten trotz
Einspracheerhebung eine Mahnung für die angefochtene Rechnung erhalten.
Die Einsprache ist das vom Gesetz besonders vorgesehene förmliche Rechtsmittel, mit
dem eine Verfügung bei der verfügenden Verwaltungsbehörde zwecks Neuüberprüfung
angefochten wird. Die Einsprache ist also kein devolutives Rechtsmittel, das die
Entscheidungszuständigkeit an eine Rechtsmittelinstanz übergehen lässt (U. Häfelin/
G. Müller/F. Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, Zürich 2010, 6. Auflage, N 1815).
Gemäss Art. 63 Abs. 1 Elektra-Reglement sind Einsprachen gegen Verfügungen des
Werkes an den Gemeinderat zu richten. Aufgrund der dargelegten Struktur der Elektra
als Gemeindeunternehmen (vgl. E. 1) lässt es sich nicht vermeiden, dass es zu
personellen Überschneidungen zwischen der verfügenden Behörde und der Instanz,
welche die Einsprache behandelt, kommt. Wie dargelegt, ist die Einsprache
regelmässig bei der verfügenden Behörde anhängig zu machen. Ein unzulässiger
Interessenskonflikt besteht deswegen nicht. Zudem haben die Rechtssuchenden die
Möglichkeit, einen Einspracheentscheid bei einem unabhängigen Gericht anzufechten;
der Rechtsweg ist damit garantiert.
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Im Schreiben des Gemeindepräsidenten vom 30. Juni 2009 wurden die Rekurrenten
über die Stellungnahme der Technischen Betriebe A vom 26. Mai 2009 orientiert. Den
Rekurrenten wurde darin sinngemäss die Möglichkeit gegeben, die Einsprache
zurückzuziehen und die offene Rechnung zu begleichen. Auch in diesem Vorgehen
kann kein unzulässiger Interessenskonflikt oder gar das Vorliegen einer Vorbefassung
erblickt werden.
Die Rekurrenten erhoben am 1. Dezember 2008 Einsprache gegen die Rechnung vom
21. November 2008. Trotzdem wurden sie am 14. Januar 2009 von der
Finanzverwaltung der Gemeinde A wegen der nicht beglichenen Rechnung gemahnt.
Diese Mahnung hätte nicht während des hängigen Einspracheverfahrens erfolgen
dürfen und ist als Versehen zu betrachten. Sie hat jedoch keinen Einfluss auf die
Beurteilung der Streitsache.
Die Vorinstanz war somit zur Behandlung der Einsprache zuständig.
3.- Gegenstand des Rekurses ist die Veranlagung eines Stromanschlussbeitrags
infolge eines Umbaus.
a) Beiträge stellen Vorzugslasten dar. Unter einer Vorzugslast verstehen Lehre und
Rechtsprechung eine Abgabe, die als Beitrag an die Kosten einer öffentlichen
Einrichtung denjenigen Personen auferlegt wird, denen hieraus wirtschaftliche
Sondervorteile erwachsen, so dass ein gewisser Ausgleich in Form eines besonderen
Kostenbeitrages als gerechtfertigt erscheint (Imboden/Rhinow, Schweizerische
Verwaltungsrechtsprechung, Bd. II, 5. Aufl. 1976, Nr. 111, S. 784).
Als öffentliche Abgabe (Beitrag) bedarf die Vorzugslast der Grundlage in einem Gesetz
im formellen Sinn, also in einem dem Referendum unterstehenden generell-abstrakten
Erlass. Dies gilt nicht nur für ihre erstmalige Erhebung, sondern auch für eine allfällige
Nachbelastung. Die in der Kantonsverfassung gewährleistete Gewaltentrennung
zwischen gesetzgebender und vollziehender Behörde sowie der Grundsatz der
Gesetzmässigkeit aller Abgaben sind daher verletzt, wenn wesentliche Elemente einer
Abgabe nicht durch den Gesetzgeber festgelegt werden. Nach ständiger
Rechtsprechung des Bundesgerichts kann der vollziehenden Behörde indessen die
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Kompetenz übertragen werden, nach hinreichend im Gesetz bestimmten Kriterien die
absolute Höhe der Abgabe festzulegen, sofern Subjekt, Objekt und
Bemessungsgrundlage in einem formellen Gesetz umschrieben sind (BGE 112 Ia 43 f.
mit Hinweisen). An die gesetzliche Grundlage eines Beitrages stellt das st. gallische
Recht hingegen strengere Anforderungen. Demnach sind die Beiträge im Gegensatz zu
den Gebühren umfassend in der formell-gesetzlichen Grundlage zu regeln, d.h. eine
Delegation der Bestimmung der absoluten Höhe der Abgabe bzw. der für deren
Berechnung massgebenden Ansätze an die vollziehende Behörde ist nicht zulässig
(Art. 23 lit. a des Gemeindegesetzes, sGS 151.2, abgekürzt: GG; H. Arta, Die
Zuständigkeitsordnung nach dem st. gallischen Gemeindegesetz in der politischen
Gemeinde mit Bürgerversammlung, Diss. St. Gallen 1990, S. 82 ff., insbesondere S. 87
f.). Die erhöhten Anforderungen an die gesetzliche Grundlage bei den Beiträgen sind
damit zu begründen, dass die individuelle Beitragsleistung dem individuellen
Sondervorteil zu entsprechen hat und der Wert dieses Vorteils nach objektiven,
sachlichen Gesichtspunkten messbar erscheinen muss. Für den Pflichtigen muss der
zu entrichtende Kostenbeitrag deshalb anhand der Angaben im rechtsetzenden Erlass
bestimmbar sein (GVP 1981 Nr. 49, S. 84; Imboden/Rhinow, a.a.O., Bd. II, Nr. 111, S.
786 f.; L. Widmer, Das Legalitätsprinzip im Abgaberecht, Zürich 1988, S. 46).
Als formelle gesetzliche Grundlage kommt auch ein unter dem Vorbehalt des
fakultativen Referendums stehender Gemeindeerlass in Betracht. Dem Legalitätsprinzip
ist Genüge getan, wenn der die Abgabe regelnde kommunale Erlass in einem
demokratischen Rechtsetzungsverfahren ergeht und auf einer klaren, durch Verfassung
oder Gesetz erteilten Ermächtigung an den Gemeindegesetzgeber zur Einführung der
betreffenden Abgabe beruht (BGE 97 I 804; GVP 1990 Nr. 21).
Für die Erhebung von Strom- und Wasseranschlussbeiträgen liegt eine Ermächtigung
an den Gemeindegesetzgeber zum Erlass der entsprechenden Vorschriften in Art. 51
des Baugesetzes (sGS 731.1, abgekürzt: BauG). Danach erheben die Gemeinden vom
Grundeigentümer im Rahmen des ihm zukommenden Sondervorteils Beiträge an die
Erschliessung (Art. 51 Abs. 1 BauG). Zur Erschliessung gehört auch die Versorgung mit
elektrischer Energie (Art. 49 Abs. 2 lit. b BauG). Beitragspflicht, Bemessung und
Verteilung der Beiträge sowie das Verfahren der Einschätzung und der Erhebung
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werden in Reglementen, Überbauungs- und Gestaltungsplänen geregelt (Art. 51 Abs. 3
BauG).
Gestützt auf diese Ermächtigung hat der Gemeinderat A am 10. September 1996 das
Elektra-Reglement erlassen. Es war vom 23. September bis 22. Oktober 1996 dem
fakultativen Referendum unterstellt und wurde vom Baudepartement am 21. Januar
1997 genehmigt. Gestützt auf Art. 61 Abs. 1 lit. b Elektra-Reglement hat der
Liegenschaftseigentümer dem Werk für Netzverstärkungen infolge Vergrösserung der
Anschlusswerte bei bestehenden Gebäuden eine einmalige Anschlusstaxe zu
entrichten. Nach Art. 61 Abs. 2 Elektra-Reglement erlässt der Gemeinderat über die zu
erhebenden Anschlusstaxen einen Tarif. Der Gemeinderat A erliess gestützt auf diese
Bestimmung am 10. September 1996 den Tarif betreffend Anschlusstaxen. Darin wird
unter Ziff. 1 festgelegt, dass sich die Anschlusstaxe aus einer festen Grundquote von
Fr. 500.-- und einem Gebäudezuschlag von einem Prozent des amtlich geschätzten
und aufgewerteten Neuwerts der Baute zusammensetzt. Wenn bei Um-, Aus- und
Erweiterungsbauten eine Erhöhung der Anschlusswerte erfolgt, wird gemäss Ziff. 3 des
Tarifs betreffend Anschlusstaxen der dadurch bedingte Mehrwert nach den
Grundsätzen für Neubauten taxpflichtig. Eine Taxe wird jedoch nur für den den Betrag
von Fr. 60'000.-- übersteigenden Teil der Erhöhung verrechnet; auf die Verrechnung
der Grundquote wird zudem verzichtet. Der Tarif betreffend Anschlusstaxen wurde vom
23. September bis 22. Oktober 1996 dem fakultativen Referendum unterstellt.
Wie eingangs dargelegt, sind Beiträge umfassend in einer formell-gesetzlichen
Grundlage zu regeln, d.h. eine Delegation der Bestimmung der absoluten Höhe der
Abgabe bzw. der für deren Berechnung massgebenden Ansätze an die vollziehende
Behörde ist nicht zulässig. Sowohl das Elektra-Reglement als auch der Tarif betreffend
Anschlusstaxen wurden vom Gemeinderat A erlassen und anschliessend dem
fakultativen Referendum unterstellt. Im Elektra-Reglement werden das Abgabeobjekt
und in groben Zügen die Art der Bemessung des Anschlussbeitrages geregelt. Letztere
findet ihre Konkretisierung im Tarif betreffend Anschlusstaxen. Als Abgabesubjekt wird
der Liegenschaftseigentümer bzw. der Strombezüger definiert. Vor diesem Hintergrund
stützt sich die Erhebung des Stromanschlussbeitrages in der Politischen Gemeinde A
auf eine hinreichende gesetzliche Grundlage.
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b) Gemäss Ziff. 3 des Tarifs betreffend Anschlusstaxen ist der durch den Umbau
erzielte Mehrwert zu ermitteln. Laut amtlicher Schätzung vom 28. August 1997 betrug
der Neuwert des Wohnhauses Vers. Nr. 929 Fr. 534'000.--. Am 27. August 2008 wurde
das Gebäude mit einem Neuwert von Fr. 801'000 amtlich neu geschätzt. Nach Art. 16
Abs. 1 des Gesetzes über die Gebäudeversicherung (sGS 873.1, abgekürzt GVG) passt
die Gebäudeversicherungsanstalt (GVA) den Neuwert ohne neue Schätzung für alle
Gebäude dem Stand der Baukosten an. Dies geschieht, wenn sich die Baukosten seit
der letzten Anpassung um rund 5 % verändert haben (vgl. Art. 27 Abs. 2 der
Vollzugsverordnung zum Gesetz über die Gebäudeversicherung, sGS 873.11,
abgekürzt VV zum GVG). Im für die Ermittlung des Mehrwerts relevanten Zeitraum
erfolgte lediglich eine Wertanpassung um 5 % (vgl. ABl 2006 S. 3432 und
Jahresbericht GVA/AFS 2009 S. 9). Folglich ist der alte Neuwert mit 5 % (Fr. 26'700.--)
aufzuwerten, was einen aufgewerteten alten Neuwert von Fr. 560'700.-- ergibt. Der
Umbau verursachte demzufolge einen Mehrwert von Fr. 240'300.-- (Fr. 801'000.--
abzüglich Fr. 560'700.--). Nach Abzug des Freibetrags von Fr. 60'000.-- beträgt der für
die Ermittlung des Anschlussbeitrags massgebende Mehrwert noch Fr. 180'300.--.
Gestützt auf diesen Mehrwert ergibt sich ein Anschlussbeitrag von Fr. 1'940.05 (1 %
des Mehrwerts zuzüglich 7,6 % Mehrwertsteuer). Der massgebende Mehrwert sowie
die Berechnung des Anschlussbeitrags werden nicht bestritten.
c) Umstritten ist jedoch die grundsätzliche Frage, ob es durch den Umbau überhaupt
zu einer Erhöhung der Anschlusswerte gekommen ist.
Die Rekurrenten stellen sich auf den Standpunkt, die Anschlusswerte seien durch den
Umbau nicht erhöht worden. Nachweislich seien bereits im Jahr 1958 25 Ampere für
das Wohnhaus sowie 25 Ampere für das Ökonomiegebäude installiert gewesen. In der
Rechnung aus dem Jahr 1958 würden zudem die in einer separaten Box
untergebrachten Eingangssicherungen zum Haus erwähnt. Der Nennwert dieser
Sicherungen sei zwar nicht angegeben, jedoch müsse davon ausgegangen werden,
dass mehr als 25 Ampere vorhanden gewesen seien. Schliesslich seien die am
1. Februar 2007 wegen der Benützung einer Betonpumpe beim Umbau angeforderten
63 Ampere nur provisorisch installiert worden.
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Die Vorinstanz macht geltend, bei der letzten ordentlichen Hausinstallationskontrolle
am 19. Oktober 1984 sei im entsprechenden Bericht eine Anschlusssicherung von
lediglich 25 Ampere festgehalten worden. Die vom Rekurrenten geltend gemachte
separate Absicherung für das Wohnhaus und Ökonomiegebäude mit je 25 Ampere sei
im Bericht nicht vermerkt und hätte den geltenden Vorschriften gar nicht entsprochen.
Gemäss der Installationsanzeige vom 26. August 2009 sei die Anschlusssicherung
schliesslich auf 40 Ampere erhöht worden.
Gemäss Installationsanzeige vom 26. August 2009 beträgt die Anschlusssicherung
aktuell 40 Ampere (act. 8/10). Laut Installationskontrolle verfügte die betroffene
Liegenschaft am 19. Oktober 1984 über eine Anschlusssicherung von 25 Ampere (act.
8/9). Die Rekurrenten machen geltend, schon im Jahre 1958 seien mehr als nur
25 Ampere installiert gewesen. Zur Untermauerung dieser Behauptung berufen sie sich
auf eine Rechnung einer Elektrofirma vom 17. November 1958 (act. 3/6). Aus dieser
Rechnung ist die Verrechnung der Installation eines Tableaus mit zwei Elementen
(25 Ampere) ersichtlich. Wie die Rekurrenten jedoch selber ausführen, ist der Nennwert
der Sicherungen in der Rechnung nicht ausgewiesen. Wie hoch die
Anschlusssicherung tatsächlich war, geht aus der eingereichten Rechnung nicht hervor
und beruht somit auf Mutmassungen. Zudem ist es durchaus denkbar, dass es
zwischen 1958 und 1984 zu weiteren Änderungen an der Anschlusssicherung kam,
weshalb zur Feststelllung der vor dem Umbau installierten Anschlusssicherung nicht
auf die genannte Rechnung abgestellt werden kann. Daher sind die Angaben der
Installations-Kontrolle vom 19. Oktober 1984 massgebend, und es ist davon
auszugehen, dass die Liegenschaft vor dem Umbau über eine Anschlusssicherung von
lediglich 25 Ampere verfügte.
Daraus folgt, dass die Anschlusssicherung durch den Umbau um 15 Ampere von 25
auf 40 Ampere erhöht wurde.
d) Schliesslich vertreten die Rekurrenten die Meinung, damit die Elektra berechtigt
gewesen wäre, einen Anschluss zu erstellen, hätte eine schriftliche Installationsanzeige
und eine Anschlussbewilligung vorliegen müssen. Auch eine Rechnung hätte erst bei
Vorliegen einer Anschlussbewilligung, jedoch noch vor Änderung des Anschlusses
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gestellt werden dürfen. Zudem machen sie geltend, auf diese Weise hätten die
tatsächlichen, vor dem Umbau herrschenden Verhältnisse, festgestellt werden können.
Wie die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung vom 30. November 2009 nachvollziehbar
darlegt, entspricht es der gängigen Praxis, die Installationsanzeigen nachträglich
einzureichen. Zudem ist den Rekurrenten entgegenzuhalten, dass die Höhe der
Anschlusssicherung vor dem Umbau gestützt auf die Angaben der
Installationskontrolle vom 19. Oktober 1984 eindeutig festgestellt werden konnte.
e) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Rekurrenten gestützt auf Art. 61 Abs. 1 lit. b
Elektra-Reglement und Ziff. 3 des Tarifs betreffend Anschlusstaxen eine einmalige
Anschlusstaxe in der Höhe von Fr. 1'940.05 (bestehend aus 1 % des den Betrag von
Fr. 60'000.-- übertreffenden Mehrwertes zuzüglich Mehrwertsteuer) zu entrichten
haben. Der Rekurs ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
4.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten den Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 900.-- ist angemessen
(vgl. Art. 7 Ziff. 122 Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von
Fr. 600.-- ist zu verrechnen.