Decision ID: 26b57ea8-6db0-5372-9442-71132735f77a
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1967 geborene
X._
war vom
1.
Juli 2011 bis 3
0.
Juni 2014 als
Kisten
macher bei der Y._
angestellt und im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses bei der
Suva
gegen die Folgen von Unfällen versichert. Mit Schadenmeldung UVG
vom 7. August 2013
liess er der
Suva
mitteilen, dass er am
3. August 2013
einen Fahrradunfall erlitten und sich dabei einen Bruch am Thorax (Rippen, Brustkorb) zugezogen habe
(Urk.
9/2 und Urk. 9/91/3
).
Die den Versicherten am Unfalltag behandelnden Ärzte des
Z._
stellten die Diagnose
einer wenig dislozierten Sternumfraktur im mittle
ren Drittel des Corpus sterni
(Bericht vom
13. August
2013
;
Urk.
9
/15).
Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld). Mit Mitteilung vom 1
1.
September 2014 schloss sie den Fall per 30. September 2014 ab, stellte die Taggeldleistungen auf denselben Zeitpunkt ein und die Kostenübernahme der inskünftig unfallbedingt benötigten Schmerzmittel
sowie
die zu deren Rezeptierung notwendigen Arztbesuche in Aussicht (Urk. 9/146). Mit Verfügung vom 29. September 2014 verneinte sie den Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen mit der Begründung, bei einem IV-Grad von
1.7 %
sei
keine Rente der Unfallversicherung auszurichten
. Mangels
erheblicher Restfol
gen des Unfalles sei zudem der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung zu verneinen (
Urk.
9/149). Die vom Versicherten gegen diesen Entscheid erhobene Einsprache vom 1
6.
Oktober 2014 (Urk. 9/159; ergänzt am 1
9.
November 2014 [
Urk.
9/166]) wies die Suva am 1
7.
Dezember 2015 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 3
0.
Januar 2016 Beschwerde (
Urk.
1) und
beantragte, der Einspracheentscheid vom 17. Dezember 2015 sei aufzuheben und
es sei die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie den unfallkausalen medizinischen Sachverhalt und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit lege artis abkläre, eventualiter sei ihm mit Wirkung ab 1. Oktober 2014 bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 11 % eine Rente zuzusprechen. Am 6. April
2016 (Urk. 8) beantragte die Suva die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 1
1.
April 2016 zur Kenntnis ge
bracht wurde (Urk. 10).
3.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, verneinte mit
Ver
fügung vom 11. Dezember 2015
einen Rentenanspruch des Versicherten (Urk. 9/192
)
. Die dagegen erhobene Beschwerde wurde mit Urteil des hiesigen Gerichts vom heutigen Datum abgewiesen (Prozess Nr. IV.2016.00142).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
setzes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfall
versicherung (UVV) in Kraft getre
ten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen,
die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sach
verhalt ver
wirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Än
derung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufs
krankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Ab
satz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
3.
August 2013 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorüber
gehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschl
ossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2
UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2.
Oktober 2013 E. 7.2 mit Hin
weis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeits
fähig
keit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist
. Die Verwendung des
Begriffes „namhaft" in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die du
rch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art.
10 Abs.
1 UVG er
hoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen
–
wie etwa einer Badekur
–
zu erwartender ge
ringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchfüh
rung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt
werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hi
n
weisen, insbes. auf BGE
134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_6
39/2014 vom 2. Dezember 2014 E.
3).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.
5
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch
keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
Objektivierbar
sind Unter
suchungsergebnisse, die reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Von organisch objektiv aus
gewiesenen Unfallfolgen kann erst dann gesprochen werden, wenn die erho
be
nen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (BGE 138 V 248 E. 5.1 S. 251 mit Hinweis). Ob eine organisch objektiv ausgewiesene Unfallfolge vorliegt, beurteilt sich nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 188).
1.
6
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuver
lässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick
auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversi
che
rungs
recht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/ee, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Einspracheentscheid (Urk. 2) damit,
dass die angefochtene Verfügung bezüglich der Integritätsentschädigung in Teil
rechtskraft erwachsen sei (S. 3). Der Beschwerdeführer sei aufgrund der ver
bliebenen Schädigungen am Sternum nicht mehr in der Lage, seiner ange
stammten Tätigkeit nachzugehen. In einer angepassten Tätigkeit sei er jedoch voll arbeitsfähig (S. 6). Das Invalideneinkommen sei anhand der DAP-Methode zu ermitteln, es bestehe ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von gerun
det 2 % (S. 17-19).
In ihrer
Beschwerdeantwort (
Urk. 8
) hielt sie ergänzend fest,
dass der Kreisarzt die Rücken- und Nackenbeschwerden nachvollziehbar als nicht unfallkausal qualifiziert habe. Im vom Beschwerdeführer genannten anderslautenden Arzt
be
richt werde im Wesentlichen mit der in beweisrechtlicher Sicht unbeacht
lichen Folgerung „post hoc, ergo propter hoc“ argumentiert (S. 5). Das Bundesgericht gestehe zu, dass es bei der DAP-Abfrage statistische Ausreisser geben könne, ohne dass damit das Suchresultat in Frage gestellt werde. Die konkret ausge
wählten DAP-Blätter entsprächen dem Zumutbarkeitsprofil, weshalb für die Ermittlung des Invalideneinkommens auf diese abgestellt werden könne (S. 6 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
die Unfallkausalität der Rücken- und Nackenbeschwerden und deren Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit seien nicht rechtsgenüglich abgeklärt worden (S. 4 f.). 26 % der von der Beschwerdegegnerin eruierten 387 DAPs seien Tätig
keiten, welche ihm aufgrund fehlender Ausbildung beziehungsweise Sprach
kennt
nisse nicht offen ständen. Zwei der fünf zur Ermittlung des Invalidenein
kommens herangezogenen Arbeitsplätze kämen zudem für ihn nicht in Frage, da sie eine nicht vorhandene Anlehre voraussetzen würden. Da die Repräsen
tativität der verwendeten DAP-Profile wegen des mangelhaft ausgeübten Auswahl
ermessens in Frage stehe und zudem nicht fünf zumutbare DAP-Arbeits
plätze ausgewählt worden seien, dürfe nicht auf den DAP-Lohnvergleich abge
stellt werden. Vielmehr sei der Einkommensvergleich gestützt auf die LSE vorzu
nehmen. Dieser ergebe unter Berücksichtigung eines 10%igen Leidensab
zugs einen IV-Grad von 11 % und damit Anspruch auf eine entsprechende Rente der Unfallversicherung ab 1. Oktober 2014 (S. 5-10).
2.3
Unbestritten geblieben ist der fehlende Anspruch des Beschwerdeführers auf eine
Integritätsentschädigung. Diesbezüglich ist der angefochtene Einsprache
ent
scheid
in Rechtskraft erwachsen. Zu prüfen bleibt der Anspruch des Beschwer
deführers auf Rentenleistungen der Beschwerdegegnerin.
3.
3.1
Die Erstbehandlung fand am Unfalltag im Z._ statt. Die Ärzte des Z._ diag
nostizierten eine wenig dislozierte Sternumfraktur im mittleren Drittel des Corpus
sterni vom 3. August 2013 (Bericht vom 13. August 2013; Urk. 9/15).
3.2
Die Thorax-CT vom Unfalltag zeigte eine um eine Corticalisbreite dislozierte Sternumfraktur im mittleren Drittel des Corpus sterni. Der Radiologe hielt fest, es seien keine weiteren Frakturen abgrenzbar, hingegen beständen eine Spondy
lose der Brustwirbelsäule und eine degenerative Veränderung des costoverte
bralen Gelenkes Th12 rechts
(
Urk.
9/14).
3.3
Oberarzt
Dr.
med.
A._
vom Z._,
Klinik für Rheumatologie,
stellte in seinem Bericht vom 1
9.
Dezember 2013 (
Urk.
9/58) folgende Diagnosen:
-
Wenig dislozierte Sternumfraktur im mittleren Drittel des Corpus sterni nach
Kollision mit einem Auto am 3. August 2013
-
Am ehesten reaktiv bedingtes muskuloskelettales Schmerzsyndrom der HWS sowie Schulterregion beidseits linksbetont
-
Hypertensive Kardiopathie
-
Status nach Pneumonie Oberlappen rechts 10/2013
-
Histologisch Malignomausschluss, aktuell radiologisch gute Befundre
gre
dienz im Röntgen Thorax vom 18. November 2013
-
Anamnestisch ausgeprägte chronische Rhinitis mit Polypen
Dazu führte er aus, auf den Verlaufsbildgebungen vom Oktober zeige sich weiterhin kein vollständiger Frakturdurchbau im Bereich des Sternums. Seit dem Tag des Unfalls klage der Beschwerdeführer über Schmerzen im Bereich des Sternums, Schultergürtels sowie des Nackens. Die Symptome vor allem des Sternums seien aktuell noch gut vereinbar mit dem Status nach Sternumfraktur und nicht vorhandener Konsolidierung. Die Schmerzen im Bereich der Hals- sowie oberen Brustwirbelsäule und reaktiv auch im Bereich der Schulter
mus
kulatur seien ebenfalls noch gut vereinbar mit reaktiven Verspannungen in Folge von Schonhaltung und Mindergebrauch der oberen Extremitäten. Da der Beschwerdeführer vor dem Unfall keinerlei Schmerzen gehabt habe und der Zeithorizont aktuell erst fünf Monate betrage, seien die Beschwerden aktuell noch zu 100 % im Zusammenhang mit dem Unfall zu sehen. Im Bereich der Halswirbelsäule ergäben sich zurzeit klinisch wenig Hinweise für ein facetto
genes Schmerzproblem als mehr für ein muskuloskelettales reaktiv-bedingtes Schmerzsyndrom.
3.4
Chefarzt Dr. med. B._ und Dr. A._ vom Z._, Rheumatologie und mus
ku
loskelettale Rehabilitation, berichteten am 8. August 2014 (Urk. 9/128), der Beschwerdeführer sei am 4. Februar 2014 mit einer Reposition sowie Platten
osteosynthese versorgt worden. Offensichtlich sei die Operation erfolgreich ver
laufen und es sei in der Folge radiologisch zu einer guten Konsolidierung der Fraktur gekommen. Das Osteosynthesematerial sei weiterhin in situ. Nichts
destotrotz habe der Beschwerdeführer weiterhin Schmerzen, wobei sie aktuell davon überzeugt seien, dass nur ein relativ geringer Teil der Beschwerden (lokal thorakal am Sternum) tatsächlich von der konsolidierten Fraktur respektive vom Plattenosteosynthesematerial her stamme. Im Wesentlichen sei es zu einer Schmerzausweitung gekommen nun auch auf den rechten Arm. Um eine weitere Ausweitung zu verhindern, sei eine stationäre psychosomatische Rehabilitation der sinnvollste Schritt.
3.
5
Kreisarzt
Dr.
med.
C._
, Facharzt für Chirurgie FMH, diagnostizierte in seinem Bericht zur Untersuchung vom
1.
September 2014 (
Urk.
9/140) eine Kollision als Fahrradfahrer mit Personenwagen am
3.
August
2013 mit dislozierter Stern
um
fraktur im mittleren Drittel des Corpus sterni, Status nach konservativer Be
hand
lung sowie Status nach offener Pseudarthrosenresektion, Reposition und Platten
osteosynthese am
4.
Februar 201
4.
Dazu führte er aus, die jetzt noch vor
han
denen Beschwerden im Bereich des Sternums seien unfallkausal. Nicht un
fall
kausal seien hingegen die
beklagten Rücken- und Nackenbeschwerden
. Der Be
schwerdeführer sei in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit nicht mehr arbeits
fähig. Eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe hingegen für folgendes Zumutbar
keitsprofil: mittelschwere Tätigkeiten ohne längere vornüber geneigte Arbeiten unter Last, ohne repetitive und länger andauernde Arbeiten in gebückter Stel
lung. Das entschädigungspflichtige Ausmass eines Integritätsschadens sei nicht erreicht worden (S. 6). Unfallbedingt sei ein Endzustand erreicht. Von wei
teren
Behandlungen könne keine Verbesserung mehr erwartet werden. Von der Metal
l
entfernung werde keine wesentliche Besserung erwartet, insbesondere auch nicht wegen der bekannten psychischen und sozio-ökonomischen Probleme des Beschwerdeführers. Weiterhin leistungspflichtig sei die Beschwerdegegnerin für
die benötigten Schmerzmittel und für die zur Rezeptierung notwendigen Arzt
be
suche. Bis zur Metallentfernung sei sie zudem für zwei Vorstellungen pro Jahr im
Z._
leistungspflichtig, ebenso wie dann für die Metallentfernung (S. 7).
3.6
Oberarzt Dr. med. D._ und Assistenzarzt E._ vom Z._, Klinik für Orthopädie und Traumatologie, berichteten am 28. Oktober 2015 (Urk. 9/187)
über die am Vortag durchgeführte Osteosynthesematerialentfernung und führ
ten
aus, präoperativ habe sich computertomographisch eine komplette Konsolida
tion der ehemaligen Sternumfraktur ohne hypertrophe Kallusbildung bei in situ
liegendem Osteosynthesematerial gezeigt. Trotz schmerztherapeutisch umfassen
der Betreuung hätten Schmerzen im Bereich des Sternums persistiert, so dass die Möglichkeit einer allfälligen Schmerzlinderung durch eine Osteosynthe
se
materialentfernung bestehe. Aus diesem Grund sei die Indikation zur Metall
entfernung gestellt worden. Bei der Operation seien sämtliche Schrauben sowie die Platte problemlos entfernt worden.
3.7
Kreisarzt Dr.
C._
hielt in seinem Bericht vom 24. November 2015 (Urk. 9/188
) fest, beim operativen Eingriff vom 27. Oktober 2015 habe es sich lediglich um
eine Metallentfernung gehandelt. Am Zumutbarkeitsprofil gemäss seinem Bericht
vom 1. September 2014 ändere sich nichts.
4.
Die Beschwerdegegnerin nahm den Fallabschluss per
30. September 2014
vor. Dr. B._ und Dr. A._ berichteten am 8. August 2014 (E. 3.4 hievor) von einer nach Durchführung einer
Plattenosteosynthese
guten Konsolidierung der Fraktur. Die weiterhin beklagten Schmerzen würden nur zu einem geringen Teil von der konsolidierten Fraktur her stammen. Kreisarzt Dr. C._ führte darauf
hin zu Recht aus, dass unfallbedingt ein Endzustand erreicht worden sei. Von weiteren Behandlungen, insbesondere der Metallentfernung, war e
ine ins Ge
wicht fallende Besserung des Gesundheitszustands nicht mehr zu erwarten,
zu
mal für die Leistungseinstellung nicht entscheidend ist, dass die Beschwerden (vollständig) abgeklungen sind (vgl. BGE 134 V 109 E. 4.1). Dies wird vom Be
schwerdeführer denn auch nicht bestritten.
Der
Fallabschluss per 30. Septem
ber 2014 ist damit nicht zu beanstanden.
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte in ihrem Einspracheentscheid vom 17. Dezem
ber
2015
einen adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den geklagten psy
chischen Beschwerden und dem Fahrradunfall (Urk. 2 S. 11-16). Ihre ausführ
liche und zutreffende Begründung wird vom Beschwerdeführer zu Recht nicht bestritten. Hingegen bestreitet der Beschwerdeführer, dass zwischen dem Unfall und den geklagten Rücken- und Nackenbeschwerden keine Adäquanz bestehe.
5.2
Die Thorax-CT vom Unfalltag zeigte nebst der Sternumfraktur keine weiteren Frakturen (E. 3.1 hievor)
.
Das Röntgen der Brustwirbelsäule ergab keinen Hin
weis auf eine Fraktur im Bereich der Brustwirbelsäule, die degenerativen Ver
änderungen seien altersentsprechend (Urk. 9/46/2). Eine organisch nachweisbare Verletzung im Rücken- beziehungsweise Nackenbereich ist den Akten nicht zu entnehmen. Dass der Beschwerdeführer unter Rücken- und Nackenbeschwerden
leide, wurde erstmals mit Bericht vom 17. September 2013 vorgebracht (Urk. 9/37
), dass diese seit dem Unfalltag bestünden, machte erstmals Dr. A._ im Bericht vom 19. Dezember 2013 (E. 3.3 hievor) geltend. Den Berichten des Z._ vom 21. Januar (Urk. 9/66/1) sowie 18. Februar 2014 (Urk. 9/76/3) ist hin
gegen zu entnehmen, dass die HWS- und Schulterschmerzen erst im Verlauf hin
zugekommen sind. Weder der Schadenmeldung UVG vom 7. August 2013 (Urk. 9/2) noch dem Austrittsbericht vom 13. August 2013 (E. 3.1 hievor) oder dem Unfallrapport vom 27. August 2013 (Urk. 9/98) sind Hinweise auf Rücken- oder Nackenbeschwerden zu entnehmen. Auch Kreisarzt Dr. C._ hielt in seiner Kurzbeurteilung vom 20. Dezember 2013 (Urk. 9/49)
fest, dass nach dem Unfallereignis keine diesbezüglichen Beschwerden beklagt worden seien.
Die Unfallkausalität der
Rücken- und Nackenbeschwerden ist damit
nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt
, zumal sie sich in Verspannungen (reaktiv wegen Schonhaltung) erschöpfen, welche nicht einer relevanten Pathologie gleichkommen (Urteil des Bundesgerichts 8C_721/2008 vom 24. April 2008 E. 4.2)
.
5.3
In Bezug auf die Ausführungen von Dr. A._, der Beschwerdeführer habe vor dem Unfall keinerlei Schmerzen gehabt, weshalb die Rücken- und Nacken
beschwerden unfallkausal seien (E. 3.3 hievor),
ist darauf hinzuweisen, dass die Argumentation nach der Formel „post hoc ergo propter hoc“, nach deren Be
deutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als durch den Unfall ver
ursacht gilt, weil sie nach diesem aufgetreten ist, beweisrechtlich nicht zulässig
ist (BGE 119 V 335 E. 2b/bb, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25.
Juli 2013 E. 5.1).
Weitere Gründe, welche für eine Unfallkausalität sprächen, wurden von ihm nicht vorgebracht. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass sich Kreis
arzt Dr. C._ in seinem Bericht vom 1. September 2014 (E. 3.5 hievor) diesbezüglich nicht ausführlicher mit dem Bericht von Dr. A._ auseinander
setzte, zumal Dr. C._ die Unfallkausalität der Rücken- und Nackenbe
schwer
den bereits am
20. Dezember 2013 begründet verneint hatte (Urk. 9/49). Von einem Mangel am kreisärztlichen Bericht vom 1. September 2014 kann damit nicht gesprochen werden. Auch sonst bestehen
keine Indizien gegen
die
Zuver
lässigkeit
des Berichts, weshalb diesem voller Beweiswert zukommt. Anzufügen bleibt, dass betreffend Rücken und Nacken (abgesehen von altersent
sprechen
den degenerativen Veränderungen) gar keine Pathologie ausgewiesen ist. Von weiteren Abklärungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung, BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 157 E. 1d).
6.
6.1
Vorliegend ist unbestritten und erstellt, dass der Beschwerdeführer aufgrund
seines Fahrradunfalls vom 3. August 2013 weiterhin an Beschwerden im Be
reich
des Sternums leidet und deswegen
in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig
ist
.
In einer angepassten mittelschweren Tätigkeit
ohne län
gere vornüber geneigte Arbeiten unter Last
und
ohne repetitive und länger an
dauernde
Arbeiten in gebückter Stellung besteht hingegen eine Arbeitsfähigkeit von 100 %. Die entsprechende Einschätzung Dr. C._s erweist sich als nach
vollziehbar und schlüssig.
Zu prüfen
ist
, wie sich die
verbleibenden Unfall
folgen im Bereich des Sternums
in erwerblicher Hinsicht
auswirken
.
6.2
Das Valideneinkommen ist per 2014
entsprechend den Angaben der Arbeit
geberin
auf
Fr.
66‘650.-- festzusetzen (vgl. Urk. 9/142 und
Urk.
9/147), was von den Parteien nicht bestritten wird.
6.3
6.3.1
Die Beschwerdegegnerin hat zur Berechnung des Invalideneinkommens per 2014
auf die DAP abgestellt. Der Beschwerdeführer ist hingegen der Ansicht, dass das Invalideneinkommen anhand der LSE festzusetzen sei.
6.3.2
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der
–
kumulativ
–
besonders stabile Arbeitsverhältnisse gege
ben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zu
mutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Recht
sprechung entweder Tabellenlöhne
gemäss
den vom Bundesamt für Statistik
perio
disch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die DAP-Zahlen
herangezoge
n werden (BGE 139 V 592 E. 2.3
mit Hinweisen).
Die DAP ist eine Sammlung von Beschreibungen in der Schweiz tatsächlich existierender Arbeitsplätze. Damit unterscheidet sie sich von der tabellarischen
Darstellung von Durchschnittslöhnen, die im Rahmen der Schweizerischen Lohn
strukturerhebung (LSE) vom Bundesamt für Statistik
regelmässig
erhoben werden.
Neben allgemeinen Angaben und Verdienstmöglichkeiten werden in der DAP die physischen Anforderungen an die Stelleninhaber oder Stelleninhaberinnen festgehalten. Der Raster der körperlichen Anforderungskriterien basiert auf dem internationalen medizinischen Standard EFL nach Isernhagen (ergonomische Funktions- und Leistungsprüfung). Die
Suva
entschloss sich 1995 zum Aufbau der DAP mit dem Zweck, das Invalideneinkommen entsprechend den gericht
lichen Anforderungen so konkret wie möglich ermitteln zu können (BGE 139 V 592 E. 6.1 mit Hinweisen).
Bei Heranziehen der DAP hat sich die Ermittlung des Invalideneinkommens auf mindestens fünf zumutbare Arbeitsplätze zu stützen. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den Tiefst
lohn sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Be
hinderungsprofil entsprechenden Gruppe. Damit soll die Überprüfung des Aus
wahlermessens ermöglicht werden, und zwar in dem Sinne, dass die Kenntnis
der Gesamtzahl der dem verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Arbeit
s
plätze sowie des Höchst-, Tiefst- und Durchschnittslohnes im Bereich des Suchergebnisses eine zuverlässige Beurteilung der von der
Suva
verwendeten DAP-Löhne hinsichtlich ihrer Repräsentativität erlaubt. Das rechtliche Gehör ist dadurch zu wahren, dass die
Suva
die für die Invaliditätsbemessung im kon
kreten Fall herangezogenen DAP-Profile mit den erwähnten zusätzlichen Anga
ben auflegt und die versicherte Person Gelegenheit hat, sich dazu zu
äussern
. Allfällige Einwendungen der versicherten Person bezüglich des Auswahler
messens und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall sind grund
sätzlich im Einspracheverfahren zu erheben, damit sich die
Suva
im Ein
spra
che
entscheid damit auseinandersetzen kann. Ist die
Suva
nicht in der Lage, im Einzelfall den erwähnten Anforderungen zu genügen, kann im Bestreitungsfall nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt werden; die
Suva
hat diesfalls im Ein
spracheentscheid die Invalidität aufgrund der LSE-Löhne zu ermitteln. Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des angerufenen Gerichts, die Rechtskon
formität der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE
vorzunehmen (BGE
139 V 592 E. 6.3, 129 V 472 E.
4.7.2).
Rechtsprechungsgemäss
sind im Rahmen des DAP-Systems, bei dem aufgrund d
er ärztlichen Zumutbarkeitsbeurteilung anhand von Arbeitsplatzbe
schreibung
en konkrete Verweisungstätigkeiten ermittelt werden, Abzüge grundsätzlich nicht
sachgerecht. Abzüge sind nur vorzunehmen, wenn zeitliche oder
leistungs
mässige
Reduktionen medizinisch begründet sind. Im Übrigen wird spezifischen Beeinträchtigungen in der Leistungsfähigkeit bei der Auswahl der zumutbaren DAP-Profile Rechnung getragen. Bezüglich der weiteren persönlichen und beruf
lichen Merkmale (Teilzeitarbeit, Alter, Anzahl Dienstjahre, Aufenthalts
sta
tus), die bei der Anwendung der LSE zu einem Abzug führen können, ist darauf hinzuweisen, dass auf den DAP-Blättern in der Regel nicht nur ein Durch
schnittslohn, sondern ein Minimum und ein Maximum angegeben sind, inner
halb deren Spannbreite auf die konkreten Umstände Rück
sicht genommen werden kann (BGE
139 V 592 E. 7
.3, 129 V 472
E.
4.2.3).
6.
3.3
Der Beschwerdeführer monierte einerseits, bei zwei der fünf von der Be
schwer
degegnerin beigezogenen DAP-Blättern sei eine Anlehre erforderlich (Urk. 1 S. 9
)
. Über eine solche verfüge er nicht, weshalb diese beiden Tätigkeiten für ihn nicht in Frage kämen.
Mit „Anlehre“ ist eine in der Regel kurz dauernde Einarbeitung in den neuen Arbeitsbereich gemeint (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_430/2014 vom 21. Dezember 2015 E.
4.4). Entsprechend ist dem DAP-Profil der
F._ (Produktionsmitarbeiter)
zu entnehmen, dass die Anlehre intern durchgeführt wird und lediglich eine Woche dauert (
Urk.
9/150/18). Für die Tätigkeit bei der
G._ (Prüfer)
wird eine sechswöchige interne Anlehre voraus
gesetzt (
Urk.
9/150/34). Eine solche Anlehre ist dem Beschwerdeführer trotz fehlender Berufsausbildung und geringer Sprachkenntnisse zumutbar. Die
fünf
vorgeschlagenen Tätigkeiten
entsprechen
im Übrigen dem Zumutbarkeitsprofil, weshalb auf die ausgewählten DAP-Blätter abgestellt werden kann.
6.
3.4
Der Beschwerdeführer brachte andererseits vor, 26
%
der von der Beschwer
degegnerin eruierten 387 DAPs kämen für ihn aufgrund seiner
fehlenden
Berufsausbildung beziehungsweise geringen Sprachkenntnisse nicht in Frage. D
ie
Beschwerdegegnerin habe damit ihr Auswahlermessen nicht korrekt gehand
habt
. Der Durchschnittslohn der fünf ausgewählten DAPs liege zudem höher als der
jenige aller 387 DAPs, was
„
fraglich
”
erscheine
(Urk. 1 S. 9)
.
Auf der zusammenfassenden Darstellung (
Urk.
9/150/1) werden die Minimal-, Maximal- sowie Durchschnittslöhne der fünf ausgewählten DAP-Stellen einzeln und im Total aller dem Profil entsprechenden fünf Suchresultate gegenüber
ge
stellt. Auf derselben Zusammenfassung finden sich Angaben über die Gesamt
zahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden doku
men
tierten Arbeitsplätze (387), über den Minimal- und den Maximallohn sowie über den Durchschnittslohn der dem Behinderungsprofil entsprechenden verwende
ten Gruppe. Mit diesen Angaben wurden die höchstrichterlichen Anforderungen an auf die DAP gestützte Einkommensvergleiche erfüllt.
Da das DAP-Resultat
zudem
im konkreten Fall immerhin 387 Stellen mit dem Zumutbarkeitsprofil des Beschwerdeführers nachweist, vermag das Vorhanden
sein einzelner aufgrund der erforderlichen Sprachkenntnisse ungeeigneter Täti
g
keiten noch keine Zweifel an der korrekten Erfassung der DAP-Stellen oder am Funktionieren der Filterung bei der Abfrage zu erwecken. Anzumerken bleibt, dass - weil solche statistische
n
Ausreisser bei einer Abfrage der Datenbank stets zu erwarten sind - bei der Berechnung des Durchschnitts der Durch
schnitts
löhne das unterste und das oberste Dezil ausser Acht gelassen
werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_215/2015 vom 1
7.
November 2015 E. 4.7.2). Der Durchschnitt der Durchschnittslöhne liegt zudem nahe beim Durchschnittslohn der fünf aufgelegten DAPs. Es sind damit keine Anhaltspunkte ersichtlich, dass die Beschwerdegegnerin ihr Auswahlermessen unsachgemäss ausgeübt hätte.
Die fünf konkret ausgewählten DAP (zwei Mal Produktionsmitarbeiter, Hilfs
schlosser, Hilfsmaschinist, Prüfer, Urk. 9/150/1) sind dem Beschwerdeführer allesamt zumutbar und die Erzielung eines entsprechenden Einkommens ist möglich.
Ergänzend ist festzuhalten, dass der Durchschnitt der
Gesamtresultate aller dem Behinderungsprofil entsprechenden Arbeitsplätze - was mangels detaillierter Angaben ohnehin nicht überprüft werden kann - von untergeordneter Bedeu
tung ist. Das Bundesgericht hat hierzu (in Bezug auf die Zumutbarkeit der ein
zelnen Stellen) beispielsweise entschieden, dass sich aus Praktikabilitätsgründen verbiete, einen entsprechenden Nachweis für die Gesamtheit aller dem Behin
de
rungsprofil entsprechenden Arbeitsplätze zu verlangen; die rechtsanwendenden Behörden wären offensichtlich überfordert, wenn in jedem Einzel
fall abgeklärt werden müsste, ob alle diese Stellen in jeder Hinsicht der versi
cherten Person zu
mutbar wären (Urteil des Bundesgerichts 8C_107/2014 vom 24. Juli 2014 E.
5.3).
Damit steht fest, dass - sofern die Auswahl der DAP-Blätter (wie vorliegend) dem Behinderungsprofil entspricht - grundsätzlich auf die darin ausgewiesenen Werte abzustellen ist. Die Angabe des Höchst-, Tiefst- und Durchschnittslohnes aller in Frage kommenden Tätigkeiten - deren Zumutbarkeit im Einzelfall eben gerade nicht detailliert überprüft werden kann - hat zum Zweck, die Überprü
fung des Auswahlermessens zu ermöglichen in dem Sinne, dass die Kenntnis dieser Zahlen im Bereich des Suchergebnisses eine zuverlässige Beurteilung der verwendeten DAP-Löhne hinsichtlich ihrer Repräsentativität erlaubt (BGE 129 V 272 E. 4.2.2 in fine).
6.3.5
Zusammenfassend ist nicht zu beanstanden, d
ass die Beschwerdegegnerin zur Ermittlung des hypothetischen Invalideneinkommens auf DAP-Zahlen abstellte. Diesen ist ein
Invalideneinkommen von
Fr.
65‘514.20
(Durchschnitt der Löhne der fünf DAP-Unterlagen; Urk. 9/150/1)
zu entnehmen, was bei einem Validen
einkommen von
Fr.
66‘650.-- einen Invaliditätsgrad von gerundet 2
%
ergibt. Die Beschwerdegegnerin verneinte damit den Anspruch auf Ausrichtung einer
Rente der Unfallversicherung zu Recht, was zur Abweisung der Beschwerde führt
.