Decision ID: a029e8e1-8d90-4e8c-bc53-bb569a633834
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1965
,
besuchte die 1.-12. Klasse im Kosovo und verfügt über keinen erlernten Beruf (Urk. 6/9
S. 1 und
S. 5).
Der Versicherte
ist seit 26
.
September
2007
einziger einzelunterschriftsberechtigter Gesellschafter und Geschäftsführer
der
Y._
GmbH
.
Seit
sein Bruder
Z._
am 27. März 2013 als Gesellschafter aus der
Y._
GmbH
ausgeschieden ist
, ist der
Versi
cherte einziger Gesellschafter
(vgl. Auszug aus dem Han
delsregister des Kantons Zürich,
Firmennummer
«...»
, Urk. 8
)
. Im Rahmen der
Y._
GmbH war der Versicherte
in erster Linie
als
Dachdecker
/
Isolateur
tätig
und
betrieb
ne
benbei
bis
zu dessen Verkauf
im Jahr 2013
einen Kiosk
, welcher vorwiegend von seiner Ehefrau geführt
wurde
(Urk. 6/104
S. 2
f.
).
Seinen vorerst
letzte
n
Arbeitstag
hatte
der Versicherte
nach eigenen Angaben
am
5. Oktober 201
5
(Urk. 6/15 S. 1
)
, wobei
er
die
Beschäftigung
in
seiner
GmbH
seither
zumindest teilweise
wieder
aufnahm
(Urk. 1 S. 6)
.
Davor
hätte
er nach einem am 27. Dezember 2013 erlitte
nen Treppensturz von der Unfallversicherung
bis
zum 30. Juni 2014
aufgrund seiner Arbeitsunfähigkeit
ein
Unfallt
aggeld
bezogen
(vgl. Urk. 6/20/19-20).
1.2
Unter
Hinweis auf
einen Morbus
Menière
und eine
Fussdistorsion
links
(27. De
zember 2013)
meldete sich
der
Versicherte am
1
7
. November 2015
bei der Inva
lidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
6/9
). Die Sozialversicherungsan
stalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situ
ation
ab, zog Akten der
Unfallversicherung
(Urk. 6/20
, Urk. 6/27
)
sowie der Kran
kentaggeldversicherung (
Urk. 6/87
) bei
und
führte eine Abklärung vor Ort durch (vgl. Abklärun
gsbericht für
Selbständigerwerb
e
n
de
vom 1. März 2017
[
Urk.
6
/
104
).
Am 14. Januar 2016
hatte
der Versicherte
aufgrund des
Morbus
Me
nière
als Hilfsmittel ein Hörgerät
beantragt
(Urk. 6/22), für welches
ihm
am
23. März 2016 (Urk. 6/39) eine Gutsprache für eine Hörgerätepauschale
und am 31. August 2017 (Urk. 6/94) für eine Mehrkosten-Hörgerätversorgung
mitgeteilt wurde. Eine Kostengutsprache für orthopädische Serienschuhe
lehnte die IV-Stelle am 14. Juli
2016
sowie am 26. September 2016
mit der Begründung
ab
, dass diese medizinisch nicht indiziert sei
en
(Urk. 6/65
, Urk. 6/75
).
Am 21. Sep
tember 2017 (Urk. 6/95) teilte ihm die IV-Stelle eine Kostengutsprache für eine Arbeitsvermittlung
bei der Firma
A._
,
B._
, für die Zeit vom 19. September 2017 bis 19. Februar 2018 mit. Am 20. Dezember 2017 (Urk. 6/102) wurde
n
die Eingliederungsmassnahmen abgeschlossen. Zur Begrün
dun
g führte die IV-Stelle aus, das
A._
habe mitgeteilt, dass der Ver
sicherte nicht mehr an
der Arbeitsvermittlung teiln
ehmen möchte, da er beab
sichtig
e
,
mit Unterstützung des Bruders als selbständiger Dachdecker weiterzuar
beiten.
Na
ch
durchgefüh
rtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 6/107
-108
, Urk. 6/114
) ver
neinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
19. November 2018
einen Rentenan
spruch
bei einem Invaliditätsgrad von 9 %
(
Urk.
2)
.
2.
Der Versicherte erhob am
7. Januar 2019 (Urk. 1)
Beschwerde gegen die Verfü
gung vom
19. November 2018
und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm
eine Teilinvalidenrente auszurichten
(
S.
2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
1. Februar 2019
(Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
4. Februar 2019
zur Kenntnis gebra
cht (Urk. 7)
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[
ATSG
]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.4
Der Einkommensvergleich hat auch bei
Selbständigerwerbenden
in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen zif
fernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu verglei
chen.
Nach der Rechtsprechung kann die Aufnahme einer unselbständigen Erwerbstä
tigkeit als zumutbar erscheinen, wenn davon eine bessere erwerbliche Verwer
tung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann und der berufliche Wechsel unter Berücksichtigung der gesamten Umstände (Alter, Aktivitätsdauer, Ausbildung, Art der bisherigen Tätigkeit, persönliche Lebensumstände) als zumutbar erscheint (Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.1 mit Hin
weisen auf
Urteile I 116/03 vom 10. November 2003 E. 3.1 und I 145/01 vom 12. September 2001 E. 2b).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in ihrer
renten
abweisenden Verfügung vom
19
.
November
2018 (Urk. 2) aus,
die beruflichen Massnahmen hätten abgebro
chen werden müssen, da der Beschwerdeführer
beabsichtige, seinen Bruder als selbständiger Dachdecker weiter zu unterstützen. Die gesundheitlichen Ein
schränkungen bestünden
seit dem 28.
Dezember
2013
. Mit diesem Datum habe auch das gesetzliche Wartejahr begonnen
.
Eine
leichte
wechselbelastende
Tätig
keit
,
primär sitzend
ohne Bedienung von Fahrzeugen oder Maschinen und ohne Arbeiten am Fliessband
, sei zu 100 %
zumutbar
.
Dabei soll
te
der Beschwerdefüh
rer darauf achten, eine Arbeit auszuführen, bei welcher nur sporadisch
das An
heben und Tragen von mittelschweren Gewichten von maximal 15 kg nötig sei.
Bei einem Einkommen ohne gesundheitliche Einschränkung von Fr. 7
2’000
.--
, welches er ihm Jahr 2013 erzielt habe,
und
einem
möglichen
Einkommen mit gesundheitlicher Einschränkung von Fr.
65’5698.50
resultiere eine Erwerbsein
busse von Fr.
6'301.50
. Dies entspreche einem rentenausschliessenden Invalidi
tätsgrad von
9
%.
Auf dem Arbeitsmarkt existierten durchaus Tätigkeiten, die dem Zumutbarkeitsprofil entsprächen. In Frage kämen Tätigkeiten wie Qualitäts
kontrolle in der Produktion, Verpackung
s
- und Konfektionierungsarbeiten in ei
nem Lager oder Tätigkeiten an einer Kasse
(S. 1 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich in seiner Beschwerde vom
7
.
Januar 2019
(Urk. 1) hingegen auf den Standpunkt,
aufgrund der fachspezifischen
Oto
-
Rhino
-Laryngologie(ORL)-
Problematik
könnten die relevanten Auswirkungen bloss von einem ORL-Spezialisten geprüft werden
.
D
ennoch sei kein solches Gutachten ein
geholt worden
(S. 4 f. Ziff. 3). D
ie Behauptung
der Beschwerdegegnerin
,
eine an
gepasste Tätigkeit sei vollumfänglich möglich, sei realitätsfern. Er erleide pro Wo
che
drei Anfälle, welche normalerweise zwei bis drei, manchmal vier Stunden andauerten. In dieser Zeit müsse er sich erholen und könne gar keine Tätigkeit ausüben.
Wegen der
Schwindelattacken sei
er
bei jeglichen Tätigkeiten einge
schränkt und könne sicherlich keine volle Leistungsfähigkeit erbringen (S. 5 Ziff. 4). Indem die Beschwerdegegnerin kein ORL-Gutachten
eingeholt habe, habe sie den Untersuchungsgrundsatz verletzt (S. 6 Ziff.
5
).
Zwar sei ihm die bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar, er habe
es
sich aufgrund seiner eigenen Firma einrichten können, dass er nur noch angepasste Tätigkeiten in seiner Unterneh
mung ausüben könne. Dabei liege seine Leistungsfähigkeit bei höchstens 50 %.
Somit betrage das Invalideneinkommen maximal die Hälfte des
Valideneinkom
mens
, weshalb er Anspruch auf mindestens eine halbe Invalidenrente habe (S. 6 Ziff.
6). Zudem sei ihm aufgrund seiner Schwerhörigkeit ein Leidensabzug von mindestens 25 % zu gewähren (S. 7 Ziff. 7).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer einen Anspruch auf eine In
validenrente hat.
3.
3.1
Nach am 27. Dezember 2013 erfolgtem Treppensturz
bescheinigte
Dr. med.
C._
, Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, dem Beschwerdeführer aufgrund einer starken Fusskontusion links mehr als rechts in seinem Bericht für die Un
fallversicherung vom 1
4
. Februar 2014 (Urk. 6/20/63; vgl.
auch
Urk. 6/20/66-67) ab 28. Dezember 2013 eine 100%ige und ab 17. Februar 2014 eine 50%ige Ar
beitsunfähigkeit.
In seinem Bericht vom 19. Mai 2014 (Urk. 6/20/55) zu Händen der Unfallversi
cherung attestierte Dr.
C._
dem Beschwerdeführer eine
seit dem 19. Februar 2014 bestehende 80%ige Arbeitsunfähigkeit
und in der Folge ab dem 1.
Mai 2014 eine 50%ige
sowie
ab dem 13. August 2014 eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 6/20/36).
3.
2
Dr. med.
D._
von der orthopädischen Klinik des
E._
nannte in seinem Bericht
vom 17. September 2015 (Urk. 6/20/8
-9)
, dem aktuells
ten vor der am 17. November 2015 erfolgten Anmeldung,
unter anderem
folgende Diagnosen
(S. 1)
:
-
Verdacht auf eine intermittierende Reizung der
posterioren
Facette des
unteren Sprunggelenks (USG) links bei beginnender Arthrose, umschrie
bener
osteochondraler
Läsion und
posterolateraler
Talusschulter
links
-
Status nach
Supinations
-/Distorsionstrauma bei Treppensturz am 27. De
zember 2013
Dr.
D._
hielt dazu fest, im Moment sei wahrscheinlich die Belastbarkeit des linken Fusses zwischen 50-80 % einzuschätzen.
Es
bestehe eine Arbeitsunfä
higkeit von 20-50 %, je nach körperlicher Belastung. Insbesondere das Tragen von zusätzlichen Gewichten
(Dachisolationsmatten/Rollen bis 50 kg
)
, Treppen
steigen, Leiternsteigen,
G
ehen auf unebenem Gelände verstärke immer wieder die Beschwerden und sei nur eingeschränkt möglich (S. 2).
Zuvor
hatte Dr.
D._
dem Beschwerdeführer aufgrund der
Fussproble
matik bereits am 15. August und 2. Oktober 2014 (Urk. 6/20/34-35
,
Urk. 6/2
0/29) eine 50%ige Arbeitsfähigkeit und nach einer ersten Infiltration
am
27. Februar 2015 (Urk. 6/20/15) ein
e
80%
ige
Arbeitsfähigkeit
attestiert. Letztere
Einschätzung
hatte
er am 22. Mai 2015 (Urk. 6/20/11)
noch
bestätigt.
3.
3
Dr. med.
F._
und Dr. med.
G._
vom
H._
des
I._
di
agnostizierten in ihrem Bericht vom
18
.
Dezember
2015 (Urk. 6/17/
6-9; vgl. Urk. 6/17/10-12
)
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen
Morbus
Menière
beidseits
(Ziff. 1.1) und attestierten
dem Beschwerdeführer
als Dachdecker eine ab 6. November 2015 bis auf weiteres bestehende 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 1.6). Zudem hielten sie fest, im Prinzip sei der Beschwerdeführer für eine Arbeit ohne Sturzgefahr
zu
100 % arbeitsfähig
und eine Umschulung sollte eva
luiert werden
(Ziff. 1.11).
3.
4
Am
19.
Februar 2016 (Urk. 6/27/6-7)
diagnostizierte
Dr.
D._
unter an
derem aktuelle intermittierende Beschwerden durch eine USG-Arthrose und be
richtete
, repetitive Infiltrationen des USG sprächen für 2-3 Monate gut an. Die Beschwerden würden anschliessend je nach Belastung
wieder
beginnen
.
Die ope
rative Möglichkeit einer USG-
Arthrodesierung
(
Versteifung des Fussgelenks
)
sei
m
ehrfach
diskutiert worden.
Der
Beschwerdeführer wünsche
jedoch keinen ope
rativen Eingriff.
Eine
Verbesserung der Beschwerden
könne nicht
garantier
t wer
den
, solange er in
einem kö
rperlich schweren Beruf arbeite
(S. 1).
Mit einer Ar
beitsbelastung von 50-80
% (
Arbeitsunfähigkeit:
20-50
%)
könne er
seiner Arbeit nachgehen.
Die bisherige Tätigkeit sei medizinisch zumutbar, jedoch in einem reduzierten Mass. Vor allem unebenes Gelände mit zusätzlicher Gewichtsbelas
tung verstärke die USG-Problematik (S. 2).
Zudem
führte
Dr.
D._
in einem dem Schreiben vom 19. Februar 2016 beigelegten Formularbericht
aus
, rein sitzende Tätigkeiten, Bücken und Über-Kopf-Arbeiten seien ganztags, wechselbelastende Tätigkeiten zu 80-100
%, ste
hende
und vorwiegend im
Gehen ausgeübte Tätigkeiten sowie Kauern, Knien, auf Leitern/Gerüsten und Treppen steigen zu 50 % zumutbar (Urk. 6/27/5).
3.
5
RAD-Arzt Dr. med.
J._
, Facharzt für Chirurgie, hielt - gestützt auf die Be
richte
des
I._
vom 18. Dezember 2015
und von Dr.
D._
vom 19. Feb
ruar 2016 (E. 3.3
-4
) - in seiner Stellungahme vom 9. März 2016 (Urk. 6/106 S. 4 f.) fest,
hinsichtlich funktioneller Einschränkungen in Bezug auf die bisherige Tätigkeit als selbständiger Dachdecker soll
t
en Tätigkeiten mit Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, mit Ersteigen von Treppen, Leitern und Gerüsten, Ar
beiten in der Höhe, überwiegende Geh- und Stehbelastung sowie Gehen auf un
ebenem Gelände vermieden werden. In angepasster Tätigkeit bestehe unter Be
achtung des
Belastungprofils
eine Arbeitsunfähigkeit von 0 % mindestens seit dem 19. Februar 2016. Der Beginn der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit sei überwiegend wahrscheinlich seit 17. Februar 2014. Bei angepasster Arbeit sei eine vollschichtige Tätigkeit im Rahmen einer beruflichen Aktivität zumutbar, welche wechselbelastend, teils sitzend, teils ebenerdig gehend oder stehend aus
geführt werden könne, wobei die
Sitzphase,
wenn möglich
,
c
irca
50
% ausmachen solle. Das sporadische Anheben und Tragen von mittelschweren Gewichten (10\15 kg) sei ebenfalls zumutbar.
In der bisherigen Tätigkeit als Dachdecker habe vom 28. Dezember 2013 bis 16. Februar 2014 eine 100%ige, vom 17. Februar bis 18. Februar 2014 eine 50%ige, vom 19. Februar bis 30. April eine 80%ige, vom 1. Mai bis 10. August 2014 eine 50%ige, vom 11. bis 12. August 2014 eine 20%ige, vom 13. August 2014 bis 30. September 2014 bis auf Weiteres eine 50%ige und gemäss Bericht von Dr.
D._
vom 19. Februar 2016 eine 20-50%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden.
3.
6
Dr. med.
K._
,
Oberarzt a
m
H._
des
I._
führte in seinem Bericht vom 26. Mai 2016 (Urk. 6/55) aus, vom Krankheitsbild her sei tendenziell langfristig eine
Regredienz
der Schwindelattacken zu erwarten. Der individuelle Verlauf sei jedoch sehr un
terschiedlich. Es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit für Arbeiten in der Höhe
über 1
Meter
mit Sturzgefahr. Somit sei der Beruf als
Flachdachisolateur
nicht mehr auszuüben. Es werde daher eine unterstützte Umschulung empfohlen. Gegen eine Arbeit ohne Sturzgefahr
sei
nichts einzuwenden,
wobei
zum einen
die Schwin
delattacken,
zum anderen
die Hörminderung einen limitierenden Faktor
darstell
t
en
. Zur Verbesserung der Gangstabilität und Minderung des
Dauerschwank
schwindels
empfählen sie eine physiotherapeutische Analyse und Therapie (S. 2)
.
3.
7
In ihrem
neurootologischen
Gutachten vom 30. Januar 2017 (Urk. 6/87/2-11) zu
handen des Krankentaggeldversicherers
bestätigte
Dr. med.
L._
von
der
M._
,
die
Diagnose eines Morbus
Menière
beidseits (S. 5 unten) und attes
tierte dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestamm
ten Tätigkeit
als
F
l
a
chdachisolateur
aufgrund der Schwindelattacken (S. 7 unten). Sie
berichtete
, es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit für Arbeiten in der Höhe über 1 Meter, mit Sturzgefahr
. Gegen eine Arbeit ohne Sturzgefahr sei grundsätzlich nichts einzuwenden. Da aber wöchentlich mehrmals und mehrstündig Schwin
delbeschwerden aufträten, seien Schwierigkeiten zu erwarten
,
eine adäquate be
rufliche Ausübung zu finden (S. 7 f.).
Der Beschwerdeführer befinde sich in einem bereits rasch fortgeschrittenen Stadium mit dem Vollbild des Morbus
Menière
und der individuelle Verlauf bleibe ungewiss. Eine 100%ige Arbeitsfähigkeit als
Flachdachisolateur
sei unwahrscheinlich (S. 9 oben).
3.
8
Nach Vorlage des Gutachtens von Dr.
L._
vom 30. Januar 2017 (E. 3.
7
) passte RAD-Arzt
Dr.
J._
seine
Stellungnahme vom 9. Juli 2018 (Urk. 6/120 S. 2) an und hielt fest, primär sitzend ausgeübte (angepasste) Tätigkeiten mit leichter Wechselbelastung ohne Bedienung von Fahrzeugen und Maschinen sowie
ohne
Arbeiten am Fliessband seien zu 100 % medizinisch-theoretisch zumutbar.
4.
4.1
Als
medizinische
Grundlage für ihre Verfügung vom
19
.
November
2018 (Urk. 2) dienten der Beschwerdegegnerin gemäss den versicherungsinternen Feststel
lungsblättern vom
29
.
Januar
und
21
.
November
2018
(Urk.
6
/
106
, Urk.
6
/
120
)
insbesondere
die
Berichte des
I._
(E. 3.
3
, E. 3.
6
),
die Berichte von Dr.
D._
(E. 3.
2
, E. 3.
4
),
das Gutachten von Dr.
L._
(E. 3.
7
) sowie die
aktenge
stützte
n
Stellungnahme
n
des RAD-Arztes Dr.
J._
(
E. 3.
5
,
E. 3.
8
). Die Be
schwerdegegnerin schloss aus den ihr vorliegenden Unterlagen, dass
dem
Be
schwerdeführer
eine leichte wechselbelastende, primär sitzende Tätigkeit ohne Bedienung von Fahrzeugen oder Maschinen und ohne
Arbeiten am Fliessband, zu 100
% zumutbar sei, wobei er dabei darauf achten sollte, eine Arbeit auszu
führen, bei welcher nur sporadisch das Anheben und Tragen von mittelschweren Gewichten von maximal 15
kg nötig sei (
E. 2.1).
4.2
RAD-Arzt
Dr.
J._
konnte in
seinen
Stellungnahme
n
gestützt auf
die
ihm vor
liegenden medizinischen Unterlagen nachvollziehbar darlegen, dass beim Be
schwerdeführer spätestens nach
der
orthopädischen Untersuchung durch Dr.
D._
vom 19. Februar 2016 wegen der USG-Problematik
von einer 100%i
gen Arbeitsfähigkeit in
ein
er
angepassten
Tätigkeit
unter Beachtung
des
definier
ten
Belastungsprofils
auszugehen ist
. Dabei ergänzte er dieses nach Vorlage des
neurootologischen
Gutachten
s
von Dr.
L._
vom 30. Januar 2017 in plausibler Weise
,
indem er
nur noch primär sitzend ausgeübte Tätigkeiten mit leichter Wechselbelastung ohne Bedienung von Fahrzeugen und Maschinen sowie Arbei
ten am Fliessband
als
zu 100 % zumutbar erachtete
(vgl. E. 3.
5
, E. 3.
8
)
.
Diese Schlussfolgerung ist schlüssig
und steht
in
Einklang
mit den vorliegenden
medizinischen Unterlagen
.
Betreffend
die im Vordergrund
stehende
neurootolo
gische
Problematik
wegen
des Morbus
Menière
(Schwindel
, Schwerhörigkeit
)
hielten
sowohl die Fachärzte des
I._
als auch Dr.
L._
den Beschwerdeführer
grundsätzlich
für
Arbeit
en
ohne Sturzgefahr
für
arbeitsfähig
(
E. 3.6
-7
)
. D
r.
L._
wies
hinsichtlich der
regelmässig auftretenden
Schwindelattacken
lediglich drauf hin, dass Schwierigkeiten zu erwarten seien, eine
adäquate berufliche
Tätigkeit
zu finden
. Aus ihrem Gutachten geht aber eindeutig hervor, dass sie aus prog
nostischer Sicht nur eine 100%ige Arbeitsfähigkeit als
Flachdachisolateur
als un
wahrscheinlich erachtete.
Ebenso
berücksichtigte Dr.
J._
in
seiner Beurtei
lung
in gebührender
W
eise die USG-Problematik, indem er das Belastungsprofil
unter Berücksichtigung und in Übereinstimmung mit
den Angaben von Dr.
D._
festlegte. Dr.
D._
erachtete
denn nur
gehende und stehende Belastungen
lediglich
bis zu einem Pensum von 50 % als zumutbar und
riet
vom Heben/Tragen schwerer Lasten
ab
(E. 3.
2
, E. 3.
4
)
.
4.3
D
er medizinische Sachverhalt
erweist sich
insbesondere mit Vorliegen des Gut
achtens von Dr.
L._
hinsichtlich der ORL-Problematik als genügend abgeklärt.
Weder behauptete der
Beschwerdeführer, noch zeigte er
auf
– etwa durch neue medizinische Unterlagen -
inwiefern
sich sein Gesundheitszustand seit der Un
tersuchung bei Dr.
L._
verschlechtert haben sollte. Anzeichen dafür bestehen keine. Vielmehr spricht seine
selbstdeklarierte
neuerliche Leistungsfähigkeit von maximal 50 %
in seiner Firma (E. 2.2
)
- wenn auch in angepasster Form -
gar
für eine
Verbesserung.
In Anbetracht dessen sind von zusätzlichen medizinischen Abklärungen keine
entscheidwesentlichen
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb da
rauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d). Eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes liegt nicht vor.
4.4
Ebenso wenig kann der Auffassung des Beschwerdeführers gefolgt werden, die Schlussfolgerung der Beschwerdegegnerin sei realitätsfremd
(
E. 2.2
)
.
Es ist zwar
zutreffend
, dass in den Zeitpunkten der
Schwindelanf
älle
nicht von einer Leis
tungsfähigkeit auszugehen ist, jedoch treten diese in unvorhersehbaren
und
un
regelmässigen Abständen auf
mit zeitweise besser
e
n und schlechteren Phasen; sprich
häufigeren und weniger häufigen Anfällen
. Darum ging
die
Beschwerde
gegnerin
zurecht – und in Übereinstimmung mit den fachärztlichen Meinungen – von einer
grundsätzlich
bestehenden
vollen Arbeitsfähigkeit
in angepasster Tä
tigkeit
aus
. Eine quantifizierbare regelmässig sich auf das Arbeitsrendement nie
derschlagende Einschränkung besteht nicht,
wenn auch wegen der nicht voraus
sehbaren Schwindelanfälle gewisse Limitierungen
bestehen
,
denen es
Rechnung zu trage
n
gilt
. Allfällig im Rahmen der Schwindelanfälle bestehende unvorher
sehbare Arbeitsausfälle sind
jedoch – bei einer grundsätzlich vorhandenen vollen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
–
allenfalls
beim
leidensbedingten Ab
zug
zu
berücksichtig
en
(vgl. dazu
nachstehend
E. 5.
2.3
).
Immerhin ist zu erwähnen, dass den medizinischen Akten nicht zu entnehmen ist, dass der Beschwerdeführer an Tagen mit Schwindelanfällen die Arbeit nach Abklingen nicht weiter- und zu Ende führen könnte. Dies auch über das übliche Arbeitsende hinaus. Damit ergibt sich keine zeitliche Einschränkung der Arbeits
fähigkeit.
Darüber hinaus ist zu beachten, dass im Gebiet der Invalidenversicherung ganz allgemein der Grundsatz
gilt
, dass der Versicherte, bevor er Leistungen verlangt
,
das
ihm Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen seines invalidisieren
den Gesundheitsschadens soweit als möglich zu lindern (vgl
. Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz übe
r die Invalidenversicherung, 3.
Auflage, Zürich 2014,
Rz
57 zu Art
.
4 mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung
).
Die Fachärzte des
I._
empfahlen dem Beschwerdeführer zur
Verbesserung der Gangstabilität und Minderung des
Dauerschwankschwindels
eine
ihm zumutbare
physiothera
peutische Analyse und Therapie
(E. 3.6
).
Es finden sich in
den Akten jedoch keine Hinweise, dass er sich tatsächlich einer solchen unterzogen hätte. Er bemühte sich einzig um ein Hörgerät, orthopädisches Schuhwerk und unterzog sich einer me
dikamentösen Behandlung (
Urk. 6/87/
2-11 S. 7
).
4.
5
Nach dem Gesagten kann auf die Beurteilung des RAD-Arztes
Dr.
J._
abge
stellt werden.
Die Vorbringen
des Beschwerdeführers
ver
mögen keine Zweifel an der Beurteilung des RAD sowie der Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bis
her getroffenen Tatsachenfeststellung durch
die Beschwerdegegnerin zu erwecken.
Nachdem der medizinische Sachverhalt erstellt ist, steht fest,
dass
der
Beschwer
deführer aufgrund
des
Morbus
M
e
nières
und des damit verbundenen Schwindels, welcher Arbeiten in der Höhe über 1 Meter mit Sturzgefahr grundsätzlich unzu
mutbar macht,
in seiner angestammten Tätigkeit als
selbständiger Dachdecker eigentlich
nicht mehr arbeitsfähig
ist, wenn er auch anscheinend die Arbeit in der Firma
zumindest zum Teil
wieder aufgenommen
hat
. Es besteht jedoch spä
testens seit
19. Februar 2016 (E. 3.
5
)
– somit bei am 11. November 2015 (Urk. 6/9) erfolgter Anmeldung noch vor Ablauf der Karenzfrist nach Art. 29 Abs. 1 IVG und damit verbundenem frühesten möglichen Beginn des Rentenanspruchs im Mai 2016 -
in einer
primär sitzend ausgeübten,
leichten, wechselbelastenden Ver
weistätigkeit ohne
Bedienung von Fahrzeugen und Maschinen sowie ohne Arbei
ten am Fliessband in einer Höhe von höchstens einem Meter, ohne Sturzgefahr,
und lediglich sporadischem Anheben und Tragen von mittelschweren Gewichten (10/15 kg)
eine
Arbeitsfähigkeit von 100
%.
In der Folge bleiben die die erwerblichen Auswirkungen dieser Einschränkungen zu prüfen.
5.
5.1
Bezüglich des Sta
t
u
s des Beschwerdeführers ist zu bemerken, dass a
uch wenn
es
sich nicht klar aus dem Wortlaut
der angefochtenen Verfügung
(Urk. 2) ergibt, doch u
nbestritten
ist
und in Übereinstimmung mit der vo
rliegenden Sach- und Rechtslage
fest
steht
, dass
er
als
Selbständig
erwerbender
zu qualifizieren
ist
(vgl. Urk.
1
S.
6, Urk. 6/104
S. 6 f., Urk. 6/106
, Urk. 6/120 S. 2 Mitte
).
So war er
s
eit 26.
November 2007 einziger einzelunterschriftsberechtigter Gesellschafter und Geschäftsführer
und zudem seit 27. März 2013 auch
überhaupt
einziger
Gesell
schafter der
Y._
GmbH
, womit
er
einen wesentlichen Einfluss auf
deren
Ge
schäftspolitik und -entwicklung nehmen
konnten bzw.
immer noch
kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_453/2014 vom
17.
Februar
2015
E. 4.1)
.
Dabei war der Beschwerdeführer
,
nachdem er den Kiosk im Jahr 2013 verkaufte hatte,
fak
tisch nur
noch als Dachdecker/
Isolateur
tätig (Urk. 6/104 S. 4 f.).
5.2
5.2.1
Für das
Valideneinkommen
stellte die Beschwerdegegnerin auf die vom Be
schwerdeführer
selbst
im «Fragebogen für
Arbeitgebende
» am 5. Dezember 2015 gemachten Angaben ab und setzte es auf Fr. 72'000.-- fest (
vgl. E. 2.1
, Urk. 6/105 S. 1).
D
ies erscheint äussert fraglich,
da
der Beschwerdeführer nach eigenen An
gaben
keinen festen Lohn
bezog
, sondern
sich
einen solchen
nur
aus
z
ahlte
, wenn sich ein Betriebsüberschuss
ergab
(
vgl.
Urk.
6/104 S.
2
).
Aus dem grundsätzlich auch für
Selbständigerwerbende
für die Festsetzung des
Valideneinkommens
massgeblichen IK-Auszug (vgl.
Urteile des Bundesgerichts
9C_771/2017 vom 29. Mai 2018 E.
3.6
und
8C_530/2013 vom 24. Januar 2014 E
.
5 )
lässt sich entnehmen, dass de
r Beschwerdeführer in den Jahren
2010
Fr. 21'450.--
, 2011
Fr.
20'400.--
, 2012
Fr. 20'180.-
-
,
2013
Fr. 18'700.--
und 2014
Fr. 21'000.--
Einkommen
erzielte
(Urk. 6/
13 S. 2 und S. 5
)
.
Diese
Beträge
erschei
nen
eher
den
tatsächlich
en Verhältnissen
zu entsprechen,
da sie
in der Grössen
ordnung mit der Buchhaltung der GmbH
übereinstimmen
(Urk. 6/32)
, wenn sich auch
der effektiv bezogene Lohn
daraus
nicht
gänzlich
im Detail
ableiten
lässt
.
Der Beschwerdeführer gab
selber
an, seinen Bruder monatlich mit ca.
Fr. 5'000.
--
entlö
hnt
und seine Ehefrau, welche den Kiosk
bis
zu dessen Verkauf im Jahr 2013
geführt
hatte
, mit jährlich Fr. 17'000.
--
bis Fr. 18'000.
-- entschädigt
zu ha
ben (Urk. 6/104 S. 2)
.
Gemäss der Buchhaltung wurde i
m Jahr 2010 ein Lohnauf
wand von Fr. 37'700.-- und ein Gewinn von Fr. 4'852.23 verbucht (Urk. 6/32/2-3)
,
im Jahr 2011 ein Lohnaufwand von Fr. 85'617.-- und ein Verlust von Fr. 2’545.42 (Urk. 6/
32/
8 und 12
),
im Jahr 2012 ein Lohnaufwand von Fr. 87'687.75 und ein Verlust von Fr. 6'886.56 (Urk. 6/
32/
17 und 21
)
,
im Jahr 2013 ein Lohnaufwand von Fr.
65'544.20 und ein Gewinn von Fr. 17'690.28
(Urk. 6/
32/
27 und 31
)
,
im Jahr 2014 ein Lohnaufwand von Fr.
38'040.-- und ein
Verlust von Fr. 58'402.71
(Urk. 6/32/
36 und 40
).
W
erden
jeweils vom verbuchten Lohnaufwand die Löhne des Bruders und der Ehefrau abgezogen und ein allfälli
ger Gewinn addiert, resultiert
in keinem Jahr
ein Lohn, welcher die
i
m IK-Auszug entsprechen
d
en Einkommen
übersteigt
.
Dies führt dazu, dass von einem
Valideneinkom
men
von höchstens
Fr. 21'450.--
,
dem im IK-Auszug maximal ausgewiesen Einkommen,
auszugehen ist.
Da sich der Beschwerdeführer a
uch
,
als seine Arbeitsfähigkeit noch nicht beeinträchtigt war, über mehrere Jahre hinweg mit einem bescheidenen Einkommen aus selb
ständiger Erwerbstätigkeit begnügt hat
te
,
ist
dieses für die Festlegung des
Vali
deneinkommens
massgebend (
Urteil des Bundesgerichts
8C_626/2011 vom
29.
März 2012
E.
4.4
)
.
5.2.2
Nachdem es dem Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar ist, seine angestammte Tätigkeit als selbständiger Dachdecker/
Is
o
lateur
auszu
üben
(E. 4)
,
ist von
einer unselbständigen Erwerbstätigkeit eine bessere erwerbli
che Verwertung
zu erwarten
. Dies gilt
selbst
für den Fall,
dass
der Ansicht des Beschwerdeführers folgend noch von einer 50%igen Leistungsfähigkeit in der GmbH ausgegangen würde (E. 2.2). Gründe, weshalb sich
der berufliche Wechsel unter Berücksichtigung der gesamten Umstände als
un
zumutbar
darstellen sollte, sind nicht ersichtlich und wurden auch nicht
vorgebracht
(vgl. Urk. 1
; E. 1.4
).
Demnach stellte die Beschwerdegegnerin
für das Invalideneinkommen
(Urk. 6/105)
zu
Recht
auf die Tabelle TA1
der Lohnstrukturerhebung (LSE)
2012
des Bundesamtes für Statistik
,
Hilfsarbeiten (Zentralwert Männer) respektive
Zeile
Total Privater Sektor
, Kompetenzniveau 1, Männer
ab
(Urteil des Bundesgerichts
8
C_458/2017
vom 6. August 2018 E. 6.2.3)
.
Dabei wäre jedoch nicht die LSE 2012, sondern die aktuellste LSE 2016 zu verwenden gewesen
(Urteil des Bun
desgerichts
9C_414/2017 vom 21.
September
2017 E. 4.2
). Damit hätte der Be
schwerdeführer - ausgehend von den Tabellenlöhnen
der LSE 2016
(TA1,
einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art
) von Fr.
5’340.-- angepasst an die durchschnittliche Arbeitszeit von 41.7
Wochenstunden im
massgeblich
en
Jahr 2016
(vgl. E. 4.4)
-
ein Einkommen von Fr.
6
6’803.40 erzielen können
(Fr.
5'340.-- x 12 : 40
x 41.7; Betriebsübliche Arbeits
zeit
T03.02.03.01.04.01).
5.2
.
3
Bereits aus der Gegenüberstellung des massgeblichen
Valideneinkommens
von Fr. 21'450.-- (E. 5.2.1) und dem zumutbaren Invalideneinkommen von Fr. 66'803.40 ist augenscheinlich, dass selbst bei Gewährung eines maximal lei
densbedingten Tabellenlohnabzuges von 25 %
(Urteil des Bundesgerichts 9C_600/2018 vom 7. Januar 2019 E. 5.2) keine zu berücksichtigende Erwerbsein
busse vorliegt
, zumal bei
Selbständigerwerbenden
grundsätzlich keine Paralleli
sierung erfolgt
(
Urteil des Bundesgerichts
8C_626/2011 vom
29.
März 2012
E.
4.4
)
.
Selbst
jedoch
bei
der Annahme eines nic
ht ausgewiesenen
Valideneinkomm
e
n
s
von
Fr. 72'000.
-- (E. 5.2.1)
und der Gewährung
eines maximalen
leidensbeding
ten Abzuges von 25 %
- ohne zu prüfen, ob ein solcher überhaupt angezeigt wäre –
resultierte
bei einem massgeblichen
Inval
ideneinkommen von Fr.
66’803.40
für das
wesentliche
Jahr 2016 (vgl. E. 4.4) immer noch ein
rentenausschli
essender Invaliditätsgrad von 30
.41
%
(100 - [(Fr. 66'803.40 x 0.75
) :
Fr. 72'000.-- x 100])
.
5.2.4
Anzufügen bleibt, dass selbst bei der Annahme einer lediglich eingeschränkten Arbeitsfähigkeit von 85 % (durchschnittlich zwei Schwindelattacken à drei Stun
den pro Arbeitswoche, Urk. 1 S. 2) kein rentenbegründender Invaliditätsgrad re
sultierte. Das mögliche Einkommen verringerte sich dabei auf 56'782.90, aller
dings wäre ein Abzug vom Tabellenlohn von 25 % ausgeschlossen, weil die ver
minderte Leistungsfähigkeit bereits im Arbeitspensum abgebildet wäre. Ange
sichts der Fussproblematik, der Schwerhörigkeit und der nötigen Flexibilität eines Arbeitgebers wäre ein Abzug von 20 % bereits über dem Wert, welcher praxisge
mäss anerkannt würde. Dabei ergäbe sich ein Invalideneinkommen von
Fr. 45'426.30 und - bei Annahme des nicht gerechtfertigten
Valideneinkommen
von Fr. 72'000.-- ein Invaliditätsgrad von 37 %.
Damit hat der Beschwerdeführer unter keinem denkbaren Titel Anspruch auf
eine
Rente der Invalidenversicherung, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Ausgangsgemäss gehe
n die Verfahrenskosten von Fr. 8
00.-- zulasten des unter
li
egenden Beschwerdeführers (Art.
69 Abs.
1
bis
IVG).