Decision ID: af9946fb-e1a2-5bce-acfd-eb1ce5d4dd5e
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge sein Heimatland am 1. Oktober 2008 verliess, am gleichen Tag in die Schweiz einreiste und um Asyl nachsuchte,
dass er an der summarischen Befragung vom 13. Oktober 2008 und an der Direktanhörung vom 10. Juni 2009 zur Begründung des  im Wesentlichen geltend machte, er habe am 18. September 2008 in einer Disco im (...) Hotel in B._ einen Mann getroffen, der ihn und seinen Bruder bzw. Cousin eingeladen habe, bei ihm zu übernachten,
dass sie zusammen getrunken hätten und er fast eingeschlafen sei,
dass er in der Nacht mit heruntergelassenen Hosen aufgewacht sei und den Gastgeber nackt vor sich habe stehen sehen,
dass er geschrien habe, worauf sein Cousin und die Nachbarn ins Zimmer gerannt seien und letztere den Gastgeber und auch ihn  hätten,
dass er habe flüchten können und nach Hause gefahren sei,
dass seine Mutter ihm von einer Anzeige bei der Polizei abgeraten und ihn nach Lagos zu einem Onkel geschickt habe, welcher seine  organisiert habe,
dass das BFM mit Verfügung vom 17. Juni 2009 – eröffnet am 18. Juni 2009 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 24. Juni 2009 gegen  Verfügung Beschwerde erheben und unter anderem beantragen liess, die Verfügung des BFM sei aufzuheben, das Verfahren sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen und es sei ihm Asyl zu gewähren, eventuell sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen,
dass die vorinstanzlichen Akten am 29. Juni 2009 beim  eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),
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und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden  Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) des BFM  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des  vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung  berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  Änderung hat und daher zur Einreichung der  legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde – unter nachfolgend aufgeführter Einschränkung – einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 32-35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der  grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,
dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den  als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen  Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl.  und Mitteilungen der Schweizerischen  [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),
dass deshalb auf die Beschwerde nicht einzutreten ist, soweit der  beantragt, es sei ihm Asyl zu gewähren,
dass indessen im Falle des Nichteintretens auf ein Asylgesuch  Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist,
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soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. Entscheide des Schweizerischen Bundesverwaltungsgerichts [BVGE] 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),
dass dementsprechend in einem diesbezüglichen  ungeachtet der vorzunehmenden Überprüfung eines formellen Nichteintretensentscheides auch die Flüchtlingseigenschaft  bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),
dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs  prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt,
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen  verzichtet wurde,
dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG),
dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn  glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die  festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) oder sich auf Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur  der Flüchtlingseigenschaft oder eines  nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),
dass der Beschwerdeführer es unterliess, im Moment der Einreichung des Asylgesuches im Empfangs- und Verfahrenszentrum Chiasso bzw. in den 48 Stunden nach der diesbezüglichen Aufklärung durch Vorhalt eines Informationsblattes ein Dokument zu seiner zweifelsfreien  abzugeben,
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dass damit die in Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG statuierte  für ein Nichteintreten wegen fehlender Papiere vorliegend  ist,
dass der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang angab, mit  gefälschten Pass eines unbekannten Staates auf dem Luftweg von Lagos in die Schweiz gereist zu sein, ohne zu wissen, in welche Stadt und mit welcher Fluggesellschaft er geflogen sei (A1 S. 5),
dass er, obwohl er den Pass nicht habe öffnen dürfen, gesehen habe, dass nicht sein Foto eingeklebt gewesen sei (A1 S. 5),
dass er nicht wisse, wer die Reise bezahlt und wieviel sie gekostet habe (A1 S. 5),
dass der Beschwerdeführer ferner angab, in seiner Heimat niemanden zu haben, mit dem er zur Beschaffung von Reise- oder  Kontakt aufnehmen könne, obwohl in Nigeria nach eigenen Angaben seine Mutter, deren Vater und ein Onkel leben (A1 S. 3, A9 S. 3 f.),
dass er nach der Ausreise Kontakt zu seiner Mutter gehabt habe, ihr Telefon aber "ab einem gewissen Zeitpunkt" nicht mehr funktioniert habe (A9 S. 3),
dass das BFM diese Ausführungen zu Recht als nicht nachvollziehbar und unglaubhaft bezeichnete,
dass der Beschwerdeführer sodann seit dem 1. Oktober 2008 Zeit  hätte, sich Reise- oder Identitätspapiere zu beschaffen und  auch in Kontakt mit der nigerianischen Botschaft in Bern gewesen sein will (vgl. das mit der Beschwerde eingereichte Beweismittel " of Citizenship" vom 18. Juni 2009),
dass in der Beschwerde hinsichtlich der Frage der Identitätspapiere  eingewendet wird, die Ausreise mit gefälschten  sei nachvollziehbar gewesen, da der Beschwerdeführer mit  bei der Polizei und mit einer landesweiten Ausschreibung zur  habe rechnen müssen,
dass diese Ausführungen aufgrund der als unglaubhaft zu  Asylvorbringen und des vorerwähnten "Certificate of Citizenship"
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der nigerianischen Botschaft in keiner Weise zu überzeugen ,
dass es sich bei dem zu den Akten gereichten, angeblich am 18. Juni 2009 von der nigerianischen Botschaft in Bern ausgestellten " of Citizenship" nicht um ein Reise- oder Identitätspapier i.S.v. Art. 1a Bstn. b und c der Asylverordnung 1 über Asylfragen (AsylV 1) handelt (vgl. auch BVGE 2007/7),
dass zudem die Vornamen der Eltern des Beschwerdeführers im " of Citizenship" (Donatus und Stella) nicht mit denjenigen , welche dieser in der Erstbefragung angab (James und , vgl. A1 S. 1),
dass deshalb davon auszugehen ist, der Beschwerdeführer habe ein gültiges Reisepapier mit sich geführt, das er den Asylbehörden  vorenthält und demnach für das Nichteinreichen von Reise- oder Identitätspapieren innerhalb der Frist von 48 Stunden nach Einreichen des Asylgesuchs keine entschuldbaren Gründe vorliegen,
dass das BFM in der angefochtenen Verfügung sodann zutreffend  hat, weshalb die weiteren Voraussetzungen für einen  gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG  sind und weshalb die Wegweisung zu verfügen und deren Vollzug anzuordnen ist,
dass die in der Beschwerde aufgestellte Behauptung, der  müsse damit rechnen, wegen der Strafbarkeit homosexueller Handlungen in Nigeria landesweit zur Verhaftung ausgeschrieben zu sein und vom Staat gezielt verfolgt zu werden, in keiner Weise  und dargelegt wird,
dass die in der Beschwerde behauptete staatliche Verfolgung zudem den Aussagen des Beschwerdeführers in der direkten Anhörung , wonach er in Nigeria nie Probleme mit Polizei, Militär oder sonstigen Behörden gehabt habe (A9 S. 9 Frage 82), niemals direkt bedroht worden sei (A9 S. 8 Frage 72), gar nie im Sinn gehabt habe, seine Heimat zu verlassen und nicht einmal wisse, wie er Nigeria  und sich in der Schweiz wiedergefunden habe (A9 S. 8 Fragen 73 ff.),
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dass in der Beschwerde nicht dargetan wird, inwiefern die  des BFM, die Vorbringen hielten den Anforderungen an die  nicht stand, unzutreffend sein sollen,
dass sich die vorinstanzlichen Erwägungen aufgrund der Akten als  erweisen,
dass die Aussagen des Beschwerdeführers zur behaupteten sexuellen Belästigung, zu den anschliessenden Ereignissen und der Ausreise in der Tat widersprüchlich, realitätsfremd und unsubstanziiert ausgefallen sind (z.B. Unfähigkeit, anzugeben, ob es zum Geschlechtsverkehr  ist oder nicht, vgl. A9 S. 5; Unfähigkeit, das Haus des  zu beschreiben, vgl. A9 S. 5; Flucht durch die Türe, obwohl dort Leute gestanden seien, A9 S. 6; Ausreise einmal durch den Onkel der Mutter, ein andermal durch seinen eigenen Onkel organisiert, A9 S. 4),
dass unter diesen Umständen ohne weitere Erörterungen festgestellt werden kann, dass das Bestehen der Flüchtlingseigenschaft des  offensichtlich ausgeschlossen werden kann und auch zusätzliche Abklärungen im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG nicht notwendig sind,
dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht  ist,
dass die in der Beschwerde behauptete Gehörsverletzung angesichts der vorliegenden klaren Sachlage jeglicher Grundlage entbehrt,
dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine  erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer  besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und  vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,
dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den  Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern , wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
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desgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]),
dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn  Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),
dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),
dass in der Beschwerde diesbezüglich geltend gemacht wird, der Strafvollzug für homosexuelle Vergehen in Nigeria sei als  Behandlung zu bezeichnen, und mit der "notorischen " in diesem Staat bestünden "mindestens konkrete Hinweise für eine konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers" in seiner Heimat,
dass diese unsubstanziierten pauschalen Ausführungen offensichtlich nichts an der Schlussfolgerung der Zulässigkeit des  zu ändern vermögen,
dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung der  völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich  Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung  sind, die dem Beschwerdeführer im Heimat- oder  droht,
dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als  erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),
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dass weder die allgemeine Lage in Nigeria noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen ,
dass der Beschwerdeführer jung sowie den Akten zufolge gesund ist und in seinem Heimatstaat als Plattenleger gearbeitet hat, weshalb es ihm möglich sein wird, sich im Falle der Rückkehr eine wirtschaftliche Existenzgrundlage aufzubauen,
dass der Vollzug der Wegweisung somit nicht unzumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG ist,
dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den  schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse  (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),
dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist,
dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde  ist, soweit darauf einzutreten ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
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