Decision ID: c1d07d2e-bb36-4260-b3ee-2512fd77c0c8
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1980, war vom 12. September 2001 bis 13. Dezember 2002 als Hilfsarbeiter im Straussenbau tätig. Der an
Früh
coxarthrose
mit
residueller
Hüftdysplasie leidende Versicherte meldete sich am 6. November 2003 zum Leistungsbezug in Form beruflicher Massnahmen und einer Rente bei der Invalidenversicherung an.
Nach Abklärung der medizinischen und beruflichen Verhältnisse verneinte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit unangefochten in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 13. August 2004 einen Anspruch auf berufliche Massnahmen.
Mit Verfügung vom
26. November 2004 sprach sie dem Versicherten eine vom 1. Oktober 2003 bis 31. Mai 2004 befristete ganze Invalidenrente zu. Die Ein
sprache dagegen mit dem Antrag auf Zusprechung einer ganzen Invalidenrente bis Mitte Oktober 2004 und anschliessend einer halben Invalidenrente wies die IV-Stelle am 17. März 2005 ab. Dem unangefochten in Rechtskraft erwach
senen
Einspracheentscheid
lag die Annahme einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit ab Mitte Mai 2004 zugrunde.
1.2
Am 10. Juni 2013 meldete sich der Versicherte, welcher zwischenzeitlich in einer Reinigungsfirma und in einem Restaurant gearbeitet hatte, neuerlich zur beruflichen Integration und zum Rentenbezug bei der Invalidenversicherung an und machte eine Verschlechterung des gesund
heitlichen Zustandes ge
ltend. Die IV-Stelle lehnte
mit Verfügung vom 10. April 2014 sowohl
berufliche Mass
nahmen als auch
die Zusprechung einer Invalidenrente
ab. Mit unangefochten in Rechtskraft erwachsenem Urteil IV.2014.00463 vom 30. September 2014 hiess das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich die Beschwerde in dem Sinne gut, als es die Sache zur Einholung zusätzlicher orthopädischer Auskünfte bei der Klinik
Y._
,
Z._
, und gegebenenfalls zur Einholung eines orthopädischen Gutachtens sowie
zu
neuem Entscheid an die Verwaltung zurückwies (vgl. zum ganzen Sachverhalt und Erwägungen im Urteil IV.2014.00463).
1.3
Die
IV-Stelle
erachtete, nach Einholung eines
zusätzlichen Bericht
s der Klinik
Y._
(Urk. 6/99, 6/101-102, 6/107),
eine weitere Begutachtung als notwendig, welche
sie
bei
Dr.
med.
A._
, Fachärztin für Innere Medizin FMH, speziell Rheumaerkrankungen, in Auftrag gab (Urk. 6/110-111). Gestützt auf das Gutachten von
Dr.
A._
vom 24. Oktober 2015 (Urk. 6/113
, 6/117/3) teilte sie
dem Versicherten
mit Vorbescheid vom 19. November 2015
mit, dass kein Rentenanspruch bestehe
, da er
weiterhin
über eine volle Arbeits
fähigkeit in sämtlichen leichten bis mittelschweren Tätigkeiten verfüge
,
und entsprechend dem durchgeführten Einkommensvergleich
kein Invaliditätsgrad bestehe
(Urk. 6/119). Hieran hielt sie nach Durchführung des
Vorbescheidver
fahrens
(6/132, 6/138
, 6/148
)
mit Verfügung vom 21. März 2016 fest (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 19. April 2016
Beschwerde
mit dem Antrag auf Zusprechung einer Rente sowie Umschulung auf eine andere Tätigkeit. Die Beschwerdegegnerin schloss in der Vernehmlassung vom 19. Mai 2016 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5).
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Im Urteil IV.2014.00463
vom 30. September 2014
wurden die massgeblichen Rechtsgrundlagen zum Invaliditätsbegriff (Art. 7 und 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) und zur Neuanmel
dung (Art. 87 der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV, Art. 17
Abs.
1 ATSG), zur Würdigung von medizinischen Gutachten und zur Arbeits
vermittlung (Art. 18
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG) bereits dargelegt. Darauf wird verwiesen.
1.2
Zu ergänzen ist, dass
die versicherte Person
g
emäss Art. 17 IVG Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit
hat
, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (
Abs.
1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichge
stellt (
Abs.
2). Als Umschulung gelten gemäss Art. 6
Abs.
1
IVV
Ausbildungs
massnahmen
, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ohne vorgängige beruf
liche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
1.3
Die materielle Rechtskraft eines gerichtlichen Entscheides erstreckt sich auf das, was Streitgegenstand des Verfahrens gebildet hat und materiell gewürdigt und entschieden worden ist. Inwieweit ein (erster) Rückweisungsentscheid die Ver
waltungsbehörde bindet, ergibt sich aus dem Urteilsdispositiv (BGE 121 III 474 E. 4a) und den erklärenden Erwägungen (
Grisel
,
Traité
de
droit
administratif
,
S. 882;
Guldener
, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 3. Aufl., S. 247
N.
36 in
fine
;
Gygi
, Bundesverwaltungsrechtspflege, S. 323;
Kölz
, Kommentar zum
Verwal
tungsrechtspflegegesetz
des Kantons Zürich, S. 242). Folglich sind auch die Motive, auf welche sich das Dispositiv seinem rechtlichen Gehalt nach abstützt, für die Behörde, an welche die Sache zurückgeht, verbindlich (Urteil des Bun
desgerichts 9C_350/2011 vom 3. Januar 2012 E. 4.1). Solange jedoch über den Streitgegenstand als solchen nicht formell rechtskräftig entschieden worden ist, verbietet sich grundsätzlich die Annahme, einzelne Elemente der streitigen Sache seien bereits formell und materiell rechtskräftig erledigt (Urteil des Bun
desgerichts I 157/00 vom 8. November 2001 E. 1b; ZAK 1986 S. 60
E. 1c mit Hinweisen).
2.
2.1
Die gerichtliche Würdigung im Urteil IV.2014.000463 führte beim Vergleich der im Neuanmeldeverfahren eingegangenen medizinischen Unterlagen (zitiert in Erwägung 3 im Urteil IV.2014.00463) mit den unter Erwägung 2.2 im
Rück
weisungsentscheid
dargelegten medizinischen Berichte
n
, welche der ursprüngli
chen, vom 1. Oktober 2003 bis 31. Mai 2004 befristeten
Rentenzusprache
zugrunde lagen, zum Schluss, dass sich der Gesundhei
tszustand des Beschwer
deführers
in diagnostischer und befundmässiger Hinsicht hinsichtlich der Hüf
ten wesentlich verschlechtert hat.
Dass er in seiner vor der IV-Anmeldung aus
übten Tätigkeit als Hilfsarbeiter im Bau nicht mehr arbeitsfähig ist, war unbe
stritten und aktenmässig erstellt.
Jedoch liess sich gestützt auf die da
malige
Aktenlage die Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tätigkeit
nicht abschlies
send beurteilen.
Die Sache wurde unter Erwägung 4.2 an die
Beschwerdegeg
nerin
zu ergänzenden medizinischen Abklärungen zurückge
wiesen, um
„zunächst einen Bericht der Orthopädie der Klinik
Y._
zu den durchge
führten Behandlungen und deren Ergebnis sowie der Einschätzung der Arbeits
fähigkeit einzuholen. Je nach Aussagekraft dieses Berichts wird sie gegebenen
falls gehalten sein, eine zusätzliche orthopä
dische Begutachtung in Auftrag zu geben, um anschliessend über den Anspruch des Beschwerdeführers auf berufli
che Massnahmen und eine Invalidenrente neu zu verfügen.
“
Mit Blick auf das junge Alter des Beschwerdeführers wurde die Beschwerde
-
gegne
rin
zudem angehalten, dem Grundsatz „Einglie
derung vor Rente“ beim neuerlichen Entscheid besonders Rechnung zu tragen.
2.2
Streitgegenstan
d des ersten Verfahrens bildete
entsprechend der angefochtenen Verfügung vom 10. April 2014
der Anspruch auf Leistungen d
er Invalidenversi
cherung
, mithin
der Anspruch auf
eine Invalidenrente und
auf
berufliche Mass
nahmen, wobei der Beschwerdeführer
in seiner Beschwerde vom 14. April 2014
sinngemäss
insbesondere
die Zusprechung von Arbeitsvermittlung und eine M
EDAS
-Abklärung beantragte (vgl.
Urk.
6/90, 6/91).
Die
bei der
Ermittlung des Invaliditätsgrades
relevante Frage nach der Arbeitsfä
higkeit in einer zumutbaren Tätigkeit macht
e
als solche nicht den Streitgegenstand aus, sondern bildet
e
einen Teilfaktor im Rahmen der Festset
zung der streitigen Ansprüche. Da im Urteil IV.2014.00463 nicht
über den Streitgegenstand als solchen entschied
en worden ist, erwuchsen die Urteils
-
a
nweisungen
an die Beschwerdegegnerin
nicht in materielle Rechtskraft. Trotzdem ist als verfahrensrechtlicher Grundsatz unbestritten, dass sich Parteien eines Gerichtsverfahrens an den ergangenen Entscheid halten müssen, sofern sie - wie hier der Fall - von seiner Anfechtung abgesehen haben und er infolge dessen in formelle Rechtskraft erwachsen ist. Dies gilt namentlich, wenn eine Amtsstelle im verwaltungsinternen Verfahren als
Entscheidbehörde
aufgetreten und im nachfolgenden Rechtsmittelverfahren Partei geworden ist (vgl. Urteil
e
des Bu
ndesgerichts 9C_548/2010
vom 10. August 2010
E. 4.1 sowie
9C_522/2007 vom 17. Juni 2008 E. 3.3.1).
2.3
Die IV-Stelle hatte als Beschwerdegegnerin im Verfahren IV.2014.00463
Partei
stellung
, weshalb die Anweisungen im Dispositiv und in
den
Erwägungen, auf welche unter Dispositiv Ziffer 1 verwiesen wurde,
für sie
verbindlich waren.
In Nachachtung der gerichtl
ichen Anordnung gelangt
e
sie zwar am 27. Novem
ber 2014 an die Klinik
Y._
und bat um Angaben zu den durchgeführten Behandlungen, den Ergebnissen und zum Verlauf der Arbeitsfähigkeit in der angestammten und
in
ein
er a
ngepassten Tätigkeit (
Urk.
6/99
). Auch kam die Beschwerdegegnerin, nachdem
Dr.
med.
B._
, Oberarzt der
Othopädie
der Klinik
Y._
, mit Schreiben vom 3. Dezember 2014 mitgeteilt hatte, dass er den Beschwerdeführer lediglich zweimal im Laufe eines Jahres gesehen habe (
Urk.
6/101), und sich darauf besch
ränkt hatte
,
zwei Berichte vom 5. und 26. September 2013 einzureichen (
Urk.
6/101-102
), welchen jedoch keine
Beurtei
lung der
Arbeitsfähigkeit zu entnehmen ist
, richtigerweise zum Schluss, dass eine weitere medi
zinische Abklärung notwendig sei
(vgl. Stellungnahme des
RAD-Arztes
Dr.
med.
C._
, Facharzt Orthopä
d
i
sche Chirurgie und Traumato
logie
,
vom 23. April 2015, in:
Urk.
6/117/3).
Gemäss der
gerichtlichen Anordnung
wäre
diesfalls
eine orthopädische Abklä
rung
zur Feststellung insbesondere der Auswirkungen der angeborenen
Hüft
dysplasie
und der dadurch verursachten
Coxarthrose
beidseits
auf die Arbeitsfä
higkeit
in einer angepassten Tätigkeit
anzuordnen gewesen, befasst sich
die Ortho
p
ädie
doch typischerweise mit Gelenkfehlbildungen und verschleiss
-
bedingten
(degenerativen) Gelenkerkrankungen
.
Die Beschwerdegegnerin
beauftragte
jedoch keine orthopädische Fachperson mit der Begutachtung, sondern
-
wie häufig
-
Dr.
A._
, eine Fachärztin für Innere Medizin, speziell Rheumaerkrankungen
.
Dr.
A._
erstellte denn
auch entsprechend ihrer Fachkompetenz nicht ein orthopädisch-rheum
atologisches
,
sondern ein internistisch-rheumatologisches Gutachten (vgl.
Urk.
6/113
)
. Damit kam die Beschwerdegegnerin
der gerichtlichen Anweisung
nur
unvollständig nach
. Eine Verwaltungsbehörde darf indessen die Anweisungen des Gerichts nur unbeachtet lassen, wenn das Ziel der verlangten Instruktion bereits auf andere Weise erreicht werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_1027/2012 vom
30. April 2013 E. 4.2).
2.4
Zu prüfen ist damit, ob gestützt auf das Gutachten von
Dr.
A._
oder andere
,
seit
dem
Entscheid
IV.2014.00463
vom 30. September 2014
zu den Akten genommene ärztliche Berichte
rechtsgenügliche
Erkenntnisse bezüglich der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer gesundheitlich zumutbaren Tätigkeit im massgeblichen Zeitraum seit der Neuanmeldung im Juni 2013
(analog Art. 88
bis
Abs.
1
lit
. a
IVV)
bis zum hier angefochtenen Entscheid vom 2
1.
März 2016
, welcher rechtsprechungsgemäss
die zeitliche Grenze der richter
lichen Überprüfungsbefugnis
bildet (BGE 129 V 167 E. 1
mit Hinwei
s auf BGE 121 V 362 E. 1b),
gewonnen werden können.
3.
3.1
Dr.
A._
stützte ihre Begutachtung auf die bisherigen Akten, ihre rheumatolo
gisch
e
und internistische Untersuchung
vom 1
2.
Oktober 2015, Laboruntersuchungen und eine von ihr in Auftrag gege
bene Haaranalyse des Instituts für Rechtsmedizin des
D._
vom 2
2.
Oktober 201
5.
Ihre Diagnosen lauteten wie folgt (
Urk.
6/113/52):
Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfäh
igkeit:
Verminderte Belastbarkeit und Beschwerden beider Hüftgelenke bei
kongenitaler Hüftdysplasie beidseits mit fortgeschrittener sekundärer
Coxarthrose
rechts und jedoch nicht links
bildgebend
seit Jahren im We
sentlichen unverändert
,
Röntgen 08
.2015 gegenüber Röntgen 04.2013
,
Röntgen 11.2011 und Röntgen 06.
2005 bei
Status nach zahlreichen Hüft-Operationen rechts:
etwa 1983,
1986,
1989 und 1992 in Portugal mit Becken-Osteotomie und
int
ertrochanterer
Osteotomie sowie
15.08.2003:
Periacetabuläre
Osteotomie (PAO) mit
postoperativer passagerer Teilläsion des
Nervus
ischiadicus
mit
passagerem
Fallfuss
rechts
,
aktuell ohne motorisches Defizit mit
sekundärem
Lumbovertebral
syndrom
bei
altersentsprechenden bild
gebenden Befunden (MRI 02/2013)
ohne
radikuläre
Zeichen
Diagnosen
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
Nikotin
-Abusus
Konsum von Drogen
Cocain
: Nachweis eines mittelstarken bis starken Konsum
s
von
Cocain
in der
Periode von Ende 04.2015 bis Ende 09.
2015 durch die Haaranalyse mit
wahrscheinlich zusätzlicher
Cocain
-Kontamination von aussen
z.B.
durch Hantieren von
Cocain
Cannabi
s: Nachweis im Urin
Vitamin D-Mangel (32
nmol
/l)
.
Einschränkend wirkten sich gemäss ihrer Beurteilung die angeborenen strukturel
len Veränd
erungen beider Hüftgelenke aus.
Entgegen
den Schlussfolgerungen im Urteil IV.2014.0043, wonach das Gericht entsprechend den diesbezüglich
überstim
menden Beurteilungen von
Dr.
B._
von
der Klinik
Y._
, der
Hausärzin
Dr.
E._
, Fachärztin FMH für Allge
meinmedizin, und von
Dr.
med.
F._
, Facharzt FMH für Innere Medizin und Rheumatologie
,
unter Erwägung 4
.1 und 4.2
es
als erstellt era
chtete, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in diagnostischer und befundmässiger Hinsicht seit der Einstellung der befristeten Rente Ende Mai 2004 wesentlich verschlechtert hat, beurteilte
Dr.
A._
den Gesundheitszu
stand seit 2004 als im Wesentlichen unverändert (vgl.
Urk.
6/113/63)
.
Gestützt auf eine Röntgenuntersuchung
des Beckens sowie der linken Hüfte im
G._
vom 2
4.
August 2015
, gemäss welcher zwar eine beidseitige Hüftgelenksdysplasie sowie ein beidseitiger Zustand nach
Hüftkopf
nekrose
, jedoch keine Zeichen für eine sekundäre Arthrose links vorlägen (
Urk.
6/113/79), stellte sie sich auf den Standpunkt, der Vergleich zu den früheren Röntgenuntersuchungen der Jahre 2005, 2006, 2011 und 2013 zeige ein im Wesentlichen unverändertes Bild.
Dabei setzte sie sich weder mit den
hiervon
abweichenden Schlussfolgerungen im Rückweisungsentscheid IV.2014.00463 noch mit den in diesem Zusammen
hang
vom Gericht
als beweiskräftig erachteten Beurteilungen des Verlaufs von
Dr.
B._
,
Dr.
F._
oder
Dr.
E._
auseinander. Diese gingen
allesamt von einer Verschlechterung im Sinne einer pr
ogredienten zunehmend sympto
mat
ischen
Coxarthrose
zunächst rechts, seit einigen Jahren auch links aus
und erkannten anders als
Dr.
A._
und das
G._
eine beginnende
Coxarthrose
links
aufgrund der bildgebenden Verfahren
(vgl. z. B.
Urk.
6/70/8 oben; 6/104/2 oben). Bereits die fehlende Auseinandersetzung mit der abweichenden Aktenlage schränkt die Beweiskraft der Beurteilung von
Dr.
A._
massgeblich ein
. Zudem überzeugt
ihre Einschätzung der Arbeits
fähigkeit
von 100
%
in einer angepassten Tätigkeit nicht, begründet
e
sie diese doch einzig gestützt auf die Empfehlung
en der Swiss Insurance
Medicine
, ohne auf den konkreten Fall Bezug zu nehmen (vgl.
Urk.
6/113/55). Gänzlich unbe
rücksichtigt blieb in ihrer Beurteilung
auch
die Schmerzhaftigkeit des Gesche
hens und dies, obwohl sie die vorhandenen Befunde als weitgehend erklärend für die Beschwerden erachtete (
Urk.
6/113/54).
Hieraus folgt, dass das Gutach
ten von
Dr.
A._
die im Urteil IV.2014.00463 erkannte Notwendigkeit einer orthopädischen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht entfallen lässt.
Keine verwertbaren Angaben zur Arbeitsfähigkeit sind sodann einem neu in den Akten liegenden Zeugnis von
Dr.
med.
H._
, Fachärztin FMH für Physikali
sche Medizin, vom 1
1.
Dezember 2015 (
Urk.
6/131/3 f.) und
den
Bericht
en
der Klinik
Y._
vom
2
9.
Oktober 2015
und 1
8.
Januar 2016
zu entnehmen (
Urk.
6/131/4 f.
,
Urk.
3/16
).
3.2
Zusammenfassend folgt aus dem oben Gesagten, dass die im Urteil IV.2014
.00463 für notwendig erachtete
orthopädische Beurteilung der Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit für die Beurteilung des Anspruchs sowohl auf eine Rente als auch auf berufliche Massnahmen weiterhin besteht. Die Sache ist daher neuerlich an die IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie ihrer Abklärungspflicht nachkommt und eine externe orthopädische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer
zumutbaren Tätigkeit einholt
und hernach
über den Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche
Massnahmen und eine Invali
denrente entscheidet.
Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen.
Wie bereits in Erwägung 4.2 im Urteil IV.2014.00463 vom 3
0.
September 2014 erwähnt
, ist beim weiteren Vorgehen mit Blick auf das junge Alter der Beschwerdeführers dem Grundsatz „Eingliederung vor Rente“ besonders Rech
nung zu tragen. Auch wenn bei diesem Ausgang des Verfahrens eine Überprü
fung des im angefochtenen Entscheid durchgeführten Einkommensvergleichs
(noch)
nicht angezeigt ist, ist
die Beschwerdegegnerin dennoch darauf hinzu
weisen, dass sie
trotz gerichtlich festgestellter Verschle
chterung des Gesund
heitszustands im hier angefochtenen Entscheid abweichend von
ihren früheren
Invali
di
tätsbemessungen (vgl.
Urk.
6/21/2, 6/90/2) von einem deutlich höheren hypothetischen Invalidenein
kommen ausging
und
zudem
als hypothet
isches
Valideneinkommen
ein Durchschnittseinko
mmen aus dem Gastgewerbe beizog
anstatt ein solches aus dem Baugewerbe (vgl.
Urk.
2 S. 2)
, was zumindest auf den ersten Blick Fragen aufwirft
und
im Rahmen der
neuen
Entschei
dfindung
ein Augenmerk verdient.
4.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.