Decision ID: 1ed13dad-08cb-4814-bdb1-b03a2e67fb85
Year: 2020
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

Einspracheentscheids am 21. November 2018 gegebene Sachverhalt
massgebend sei. Dass D._ offenbar per 1. Dezember 2018 in eine
andere Gemeinde gezogen sei, betreffe daher nicht den Zeitpunkt bis zum
Erlass des angefochtenen Einspracheentscheids.
7. Mit Schreiben vom 30. Januar 2019 verzichtete der Beschwerdeführer auf
die Einreichung einer Replik. Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers
reichte dem Gericht mit Schreiben vom 30. Januar 2019 bzw. 5.
Februar 2019 ihre Honorarnote ein.
- 4 -
8. Am 8. Februar 2019 (Eingang) nahm die Beschwerdegegnerin Stellung zur
Honorarnote der beschwerdeführerischen Rechtsvertreterin. Sie hielt fest,
dass die Honorarnote Positionen enthalte, die nicht im Zusammenhang mit
dem vorliegenden Verfahren stünden; sie beantragte eine entsprechende
Kürzung der Honorarnote.
9. Mit Datum vom 1. April 2019 (Eingang) reichte der Beschwerdeführer
unaufgefordert ein Schreiben ein. Darin hielt er im Wesentlichen fest, dass
die C._ in X._ lediglich die Postzustelladresse und nicht die
Wohnadresse von D._ gewesen sei. Er wiederum habe D._ nur
als Kontaktperson für den medizinischen Notfall auf dem (im Rahmen der
periodischen Überprüfung der Ergänzungsleistungen auszufüllenden)
Anmeldeformular angegeben.
10. Am 5. April 2019 reichte der Beschwerdeführer unaufgefordert ein weiteres
Schreiben ein.
11. Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Eingabe vom 11. April 2019
(Eingang) auf die Einreichung einer Stellungnahme zu den Schreiben des
Beschwerdeführers.
12. Im Zeitraum vom 2. April 2019 bis 25. Oktober 2019 liess der
Beschwerdeführer dem Gericht zudem verschiedene E-Mails zukommen,
welche der Beschwerdegegnerin am 29. Oktober 2019 zur Kenntnisnahme
zugestellt wurden. Der Beschwerdeführer wurde mehrmals darauf
hingewiesen, dass das Gericht nur Korrespondenz per Briefpost
entgegengennimmt.
Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen
Einspracheentscheid sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in
den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
- 5 -

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid
der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, AHV-
Ausgleichskasse, vom 21. November 2018. Gegen solche Entscheide
kann beim Versicherungsgericht desjenigen Kantons Beschwerde erhoben
werden, in dem der Versicherte zur Zeit der Beschwerdeerhebung seinen
Wohnsitz hat (Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung [ELG; SR 831.30] i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58
Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Der Beschwerdeführer
wohnt im Kanton Graubünden, womit die örtliche Zuständigkeit des
Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden gegeben ist. Dessen
sachliche und funktionelle Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m.
Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG;
BR 370.100), wonach das Verwaltungsgericht als kantonales
Versicherungsgericht Beschwerden gegen Einspracheentscheide und
Verfügungen in Sozialversicherungssachen beurteilt, die gemäss
Bundesrecht der Beschwerde unterliegen (vgl. auch Art. 19 des Gesetzes
über kantonale Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung [KELG; BR 544.300]). Damit fällt die Beurteilung der
vorliegenden Beschwerde in die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts.
Als formeller und materieller Adressat des angefochtenen
Einspracheentscheids ist der Beschwerdeführer davon überdies berührt
und er weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder
Änderung auf (Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht
eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 1 Abs. 1 ELG i.V.m.
Art. 60 und Art. 61 ATSG).
- 6 -
2. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer bei der Berechnung der Ergänzungsleistungen zu Recht
nur zwei Drittel der Wohnkosten zugesprochen hat bzw. ob sie zu Recht
die Ergänzungsleistungen rückwirkend ab dem 1. September 2014
reduziert und die zu viel bezogenen Ergänzungsleistungen zurückgefordert
hat.
3.1.1. Gemäss Art. 9 Abs. 1 ELG entspricht die jährliche Ergänzungsleistung dem
Betrag, um den die anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen
übersteigen. Bei Personen, die zu Hause leben, werden unter anderem der
Mietzins einer Wohnung und die damit zusammenhängenden
Nebenkosten als Ausgaben anerkannt; bei alleinstehenden Personen
jedoch höchstens Fr. 13'200.-- pro Jahr (Art. 10 Abs. 1 lit. b Ziff. 1 ELG).
Werden Wohnungen oder Einfamilienhäuser auch von Personen bewohnt,
welche nicht in die EL-Berechnung eingeschlossen sind, ist der Mietzins
auf die einzelnen Personen aufzuteilen (Art. 16c Abs. 1 Satz 1 der
Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen-
und Invalidenversicherung [ELV; SR 831.301]). Dabei setzt die Aufteilung
des Mietzinses gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht voraus,
dass die Wohnung oder das Einfamilienhaus gemeinsam gemietet werden;
es genügt das gemeinsame Wohnen (BGE 142 V 299 E.3.2 und Urteil des
Bundesgerichts 9C_242/2018 vom 21. Februar 2019 E.4.1). Die
Mietzinsanteile der Personen, welche nicht in die EL-Berechnung
eingeschlossen sind, werden bei der Berechnung der jährlichen
Ergänzungsleistung ausser Betracht gelassen (Art. 16c Abs. 1 Satz 2
ELV).
3.1.2. Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das
Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie
von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht gilt,
- 7 -
soweit das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, der Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Bei sich widersprechenden Angaben
der versicherten Person ist auf die Beweismaxime hinzuweisen, wonach
die sogenannten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel
unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die
bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen
versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können. Der
Grundsatz, wonach die "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel
unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, stellt eine
im Rahmen der freien Beweiswürdigung zu berücksichtigende
Entscheidungshilfe dar. Sie kann nur zur Anwendung gelangen, wenn von
zusätzlichen Abklärungen keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 8C_723/2019 vom 10. März 2020 E.5.1).
3.2. Die Beschwerdegegnerin gelangte im Rahmen ihrer Abklärungen zum
Schluss, dass D._ teilweise an der C._ in X._ wohne bzw.
die Wohnung des Beschwerdeführers teilweise benutze. Demgegenüber
macht der Beschwerdeführer Folgendes geltend: Er habe D._ auf dem
(im Rahmen der periodischen Überprüfung der Ergänzungsleistungen
auszufüllenden) Anmeldeformular lediglich als Kontaktperson angegeben
– für den medizinischen Notfall. Die Sozialversicherungsanstalt des
Kantons Graubünden habe D._ unter dem Vorwand der
Prämienverbilligung (zum Evaluationsgespräch vom 18. September 2018)
aufgeboten und sie ausführlich und teilweise suggestiv zu ihren beiden
angeblichen Wohnsitzen (C._ / E._) befragt; dies sei stossend,
zumal aus Sicht der Prämienverbilligung gar nicht relevant sei, an welcher
der beiden Adressen D._ effektiv Wohnsitz gehabt habe, da beide
Adressen in der gleichen Gemeinde seien. Die Antworten von D._
(anlässlich des Evaluationsgesprächs vom 18. September 2018) seien am
15. November 2018 berichtigt worden. Es sei auf diese Antworten
abzustellen. D._ habe seine Adresse lediglich als Zustelladresse
- 8 -
angegeben. Sie habe von September 2014 bis Juli 2016 einen kostenlosen
Bürostandort an seiner Adresse gehabt. Dies sei zwecks Einarbeitung in
die Kundenübernahme notwendig gewesen. Es sei kein Entgelt vereinbart
worden und es habe auch keine schriftliche Vereinbarung gegeben.
D._ habe all ihre persönlichen Gegenstände (Kleider, Zahnbürste,
Dokumente) ab dem 1. August 2016 an der E._ in X._ gelagert.
Auch bestätige der dortige Vermieter, dass D._ vom 1. August 2016
bis 30. November 2018 dort wohnhaft gewesen sei. Per 1. Dezember 2018
sei D._ in eine andere Gemeinde gezogen. Zudem habe D._ von
Januar 2015 bis kurz vor Weihnachten 2015 ihre persönlichen Affekte bei
F._ gehabt. Aufgrund der sehr knappen Platzverhältnisse in der
Wohnung des Beschwerdeführers habe gar keine Möglichkeit bestanden,
dass eine zweite Person – wenn auch nur teilweise – dort hätte wohnhaft
sein können. Zusammenfassend könne festgehalten werden, dass
D._ seine Wohnung nicht mitbenutzt habe.
3.3.1. Zunächst gilt es festzuhalten, dass die Neuberechnung der
Ergänzungsleistungen wie folgt ins Rollen kam: Der Beschwerdeführer
füllte im November 2017, im Rahmen der periodischen Überprüfung der
Ergänzungsleistungen, ein Formular für die Anmeldung der
Ergänzungsleistungen aus. Dabei nannte er in der Antwort auf die Frage,
wie viele Personen im Haushalt wohnen, sich selbst und D._ (vgl.
Beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 36 S. 5). Dass er D._
lediglich als Kontaktperson angeben wollte, ist dem Anmeldeformular nicht
zu entnehmen. Gemäss Auskunft der Gemeinde X._ wohnt D._
seit dem 1. September 2014 an der C._ (vgl. Bg-act. 61). Im
September 2014 reichte D._ bei der Sozialversicherungsanstalt des
Kantons Graubünden eine "Anmeldung für Selbständigerwerbende und
Arbeitnehmer/in ohne beitragspflichtige/n Arbeitgeber/in" ein. Als
Geschäfts- und Wohnsitzadresse gab sie "Casa G._" in X._ an,
was übereinstimmt mit der C._ (vgl. Bg-act. 84 S. 1 und Bg-act. 88 S.
- 9 -
2). Im Dezember 2015 meldete sich D._ zum Bezug der
Prämienverbilligung für das Jahr 2015 an, wobei sie als Zustell- und
Wohnsitzadresse wiederum die C._ angab; gleiches gilt für die Jahre
2016 und 2017. In der Anmeldung zum Bezug der Prämienverbilligung für
das Jahr 2017 hielt D._ zudem fest, dass ihre Tochter nicht bei ihnen
wohne (vgl. Bg-act. 81 ff.). Auch der Fahrzeugausweis von D._ gibt
als Wohnort die Adresse des Beschwerdeführers an (vgl. Bg-act. 53 S. 4).
In ihren "Aussagen der ersten Stunde" (vgl. das Evaluationsgespräch am
18. September 2018 mit zwei Vertretern der Sozialversicherungsanstalt
des Kantons Graubünden, Bg-act. 79) hielt D._ (zwar) fest, es handle
sich bei der Adresse des Beschwerdeführers um eine Postzustelladresse.
Gleichzeitig führte sie aus, sie könne "dort auch immer rein und raus und
auch schlafen dort". Sie habe aber auch eine andere Adresse (E._) im
gleichen Ort. Auf die Frage, ob es zutreffe, dass sie gemäss
Einwohnerregister seit dem 1. September 2014 an der C._ in X._
angemeldet sei, antwortete sie: "Ja. Das ist richtig." Sie habe "einen
Wohnungsschlüssel für die C._ in X._ und gehe dort auch ein und
aus". Sie wohne "an beiden Adressen"; "zur Hälfte bei Herrn A._ und
die andere Hälfte an der E._". Auf die Frage, ob sie seit dem
1. September 2014 beim Beschwerdeführer wohne und mit ihm eine enge
Freundschaft pflege, antwortete sie: "Das ist korrekt so." Sie habe noch
eine zweite Adresse an der E._, weil sie es "die ganze Zeit mit Herrn
A._ nicht aushalte". Sie brauche einfach einen Rückzugsort. Ihr Auto
stehe hauptsächlich an der C._. Auf die Frage, ob sie weiterhin beim
Beschwerdeführer wohnen werde, antwortete sie: "Es wird sich nichts
ändern. Ich gehe täglich bei Herrn A._ ein und aus, werde aber auch
noch zusätzlich das Zimmer an der E._ in der nächsten Zeit
beibehalten."
- 10 -
Die Ergänzungen und Berichtigungen des Protokolls vom 18.
September 2018 (vgl. Beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 4, datierend
vom 15. November 2018) muten als reine Schutzbehauptungen an; sie
sollen aus versicherungsrechtlichen Überlegungen heraus korrigieren, was
D._ in ihren "Aussagen der ersten Stunde" gesagt hat, weshalb sie
diese nicht zu erschüttern vermögen (vgl. vorstehende Erwägung 3.1.2).
Auch angeblich sprachliche (Verständigungs-)Schwierigkeiten anlässlich
des Evaluationsgesprächs können nicht glaubhaft geltend gemacht
werden, da D._ als Deutsche im Zeitpunkt des Evaluationsgesprächs
bereits seit rund acht Jahren in der H._ wohnte (vgl. Bg-act. 88 S. 4).
Ebenso wenig überzeugt der Einwand des Beschwerdeführers, wonach
D._ teilweise suggestiv befragt worden sein soll, zumal sie das
Protokoll betreffend das Evaluationsgespräch vom 18. September 2018
ohne Ergänzungen und Berichtigungen mithin vorbehaltlos unterzeichnete
(vgl. Bg-act. 79 S. 4).
Auch die Bestätigung von F._, wonach D._ von Januar 2015 bis
kurz vor Weihnachten 2015 dessen Ferienwohnung benutzt habe (vgl. Bf-
act. 6), und die Bestätigung von I._, wonach D._ vom
1. August 2016 bis 30. November 2018 in dessen Wohnung an der
E._ in X._ gewohnt und immer die Miete entrichtet habe (vgl. Bf-
act. 5), sind nicht entscheidwesentlich. So bezeichnete D._ die
Wohnung an der E._ (lediglich) als "Rückzugsort" (vgl. Bg-act. 79 S. 3
Antwort auf Frage 14), was das prinzipielle Wohnen an der C._
unterstreicht. Im Übrigen sind auch die vom Beschwerdeführer ins Recht
gelegten Fotos unbehelflich (Bf-act. 7a-l): Der Umstand, dass die auf den
Fotos abgebildeten Räumlichkeiten mit zahlreichen Gegenständen verstellt
sind, schliesst nicht aus, dass zwei Personen in diesen Räumlichkeiten
wohnen. Schliesslich ist auch das vom Beschwerdeführer eingereichte
Schreiben eines Bekannten als mögliches Gefälligkeitsschreiben nur von
geringem Beweiswert (Bf-act. 8).
- 11 -
3.3.2. Nach dem Gesagten gelangt das streitberufene Gericht zum Schluss, dass
D._ aufgrund der im Recht liegenden Akten überwiegend
wahrscheinlich seit 1. September 2014 bis zum Erlass des
Einspracheentscheids vom 21. November 2018 ununterbrochen (auch)
beim Beschwerdeführer an der C._ in X._ wohnte. Da von einer
Befragung des Beschwerdeführers oder von D._ keine
entscheidrelevanten Erkenntnisse zu erwarten sind, kann in antizipierter
Beweiswürdigung darauf verzichtet werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_831/2019 vom 13. Februar 2020 E.3.2.1). Bei der Berechnung der
Ergänzungsleistungen ist der Mietzins somit auf den Beschwerdeführer
und auf D._ aufzuteilen (vgl. Art. 16c Abs. 1 Satz 1 ELV; vorstehende
Erwägung 3.1.1). Die Aufteilung hat grundsätzlich zu gleichen Teilen zu
erfolgen (Art. 16c Abs. 2 ELV). Der Umstand, dass eine Person den
grössten Teil der Wohnung für sich in Anspruch nimmt, kann allerdings zu
einer anderen Aufteilung des Mietzinsabzuges Anlass geben (vgl. BGE 142
V 299 E.3.2.1; Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV
[WEL] Rz. 3231.03 und 04). Im angefochtenen Einspracheentscheid vom
21. November 2018 sprach die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer zwei Drittel der Wohnkosten zu, was vor dem
Hintergrund der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht zu
beanstanden ist.
4. Streitig und zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin die
Ergänzungsleistungen rückwirkend ab dem 1. September 2014 reduzieren
und die zu viel bezogenen Ergänzungsleistungen zurückfordern durfte.
4.1. Die jährliche Ergänzungsleistung ist insbesondere dann zu erhöhen,
herabzusetzen oder aufzuheben, wenn bei der periodischen Überprüfung
eine Änderung der vom ELG anerkannten Ausgaben und anrechenbaren
Einnahmen sowie des Vermögens festgestellt wird; macht die Änderung
- 12 -
weniger als Fr. 120.-- aus, so kann auf eine Anpassung verzichtet werden
(Art. 25 Abs. 1 lit. d ELV). Im Fall von Art. 25 Abs. 1 lit. d ELV ist die
jährliche Ergänzungsleistung auf den Beginn des Monats, in dem die
Änderung gemeldet wurde, frühestens aber des Monats, in dem diese
eingetreten ist, und spätestens auf den Beginn des Monats, der auf die
neue Verfügung folgt, neu zu verfügen. Vorbehalten bleibt die
Rückforderung bei Verletzung der Meldepflicht (Art. 25 Abs. 2 lit. d ELV).
4.2. Vorliegend enthalten sämtliche EL-Verfügungen seit 2013 (vgl. Bg-act. 4,
18, 22, 26, 29 und 63) den Hinweis darauf, dass jede Änderung in den
persönlichen und/oder wirtschaftlichen Verhältnissen unverzüglich der
AHV-Ausgleichskasse zu melden sind/ist (vgl. Art. 24 ELV; vgl. auch Art. 31
ATSG). Dabei wird insbesondere darauf hingewiesen, dass die
Meldepflicht auch für die "Veränderung der Anzahl von Mitbewohnern" gilt
und die Verletzung der Meldepflicht zur Folge haben kann, dass die
Leistungen nicht rechtzeitig ausgerichtet werden oder zu Unrecht
bezogene Leistungen zurückerstattet werden müssen. Der Umstand, dass
der Beschwerdeführer D._ erst im November 2017 als Mitbewohnerin
auf dem Formular für die Anmeldung der Ergänzungsleistungen aufführte
und nicht bereits nach ihrem Einzug im September 2014, stellt eine
Meldepflichtverletzung i.S.v. Art. 24 ELV dar. Die Beschwerdegegnerin
durfte somit die Ergänzungsleistungen rückwirkend ab dem
1. September 2014 reduzieren und die zu viel bezogenen
Ergänzungsleistungen zurückfordern.
5. Der angefochtene Einspracheentscheid vom 21. November 2018 erging
somit rechtskonform, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. Es bleibt
allerdings darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer die Möglichkeit
hat, bis spätestens 30 Tage nach Eintritt der Rechtskraft der
Rückforderungsverfügung (bei der AHV-Ausgleichskasse) ein begründetes
Erlassgesuch einzureichen. Dieses kann bewilligt werden, wenn der zu viel
- 13 -
ausbezahlte Betrag in gutem Glauben bezogen wurde und die
Rückerstattung eine grosse Härte bedeuten würde (vgl. Art. 3 ff. der
Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSV; SR 830.11]).
6. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in
Sozialversicherungssachen – ausser bei leichtsinniger oder mutwilliger
Prozessführung – kostenlos, weshalb vorliegend keine Kosten erhoben
werden. Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat keinen Anspruch auf
eine Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).