Decision ID: 48e45d3a-1a03-5569-8384-588abe4db718
Year: 2013
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y. (geb. 1983) stammt aus dem Kosovo. Einem im Dezember 2002 gestellten
Gesuch, ihm die Einreise in die Schweiz zu Besuchszwecken zu erlauben, wurde nicht
entsprochen, weil die fristgerechte Wiederausreise nicht gesichert erschien. Er
heiratete am 12. Mai 2005 im Kosovo seine 1994 im Familiennachzug in die Schweiz
eingereiste und hier niedergelassene Landsfrau R.Q. (geb. 1982), reiste am 23.
November 2005 in die Schweiz ein und erhielt eine Aufenthaltsbewilligung. Die drei
gemeinsamen Kinder A. (geb. 2007), B. (geb. 2009) und C. (geb. 2011) sind in der
Schweiz niederlassungsberechtigt.
B./ Im Frühjahr 2006 arbeitete X.Y. während kurzer Zeit bei einer
Gartenbauunternehmung. Am 16. Juni 2006 zog seine – mit der Erwerbstätigkeit der
Ehefrau, welche sie seit 1999 in einem Textilreinigungsunternehmen, seit 2005 als
Teamleiterin ausübte, zusammenhängende - Eifersucht eine polizeiliche Intervention im
häuslichen Bereich nach sich. Seit August 2006 ist R.Q. arbeitslos. X.Y. wurde für die
Dauer von zehn Tagen aus der ehelichen Wohnung weggewiesen und mit
Strafbescheid vom 9. Oktober 2006 wegen mehrfacher Tätlichkeiten und mehrfacher
Drohungen gegenüber der Ehefrau sowie Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung
zu einer vierwöchigen Gefängnisstrafe, bedingt erlassen bei einer Probezeit von zwei
Jahren, verurteilt. Zudem wurde er am 5. Dezember 2006 ausländerrechtlich verwarnt.
Am 1. Mai 2007 trat X.Y. erneut eine Stelle bei einem Gartenbauunternehmen an.
Nach einem Verkehrsunfall, den X.Y. am 19. Juni 2007 erlitt, war er arbeitsunfähig und
beantragte eine IV-Rente. Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen wies
das Gesuch am 24. August 2010 ab mit der Begründung, nach einer Observation sei
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von medizinischen Fachpersonen (Rheumatologie und Psychiatrie) eine deutliche und
offensichtliche Diskrepanz zwischen den in den medizinischen Untersuchungen
geltend gemachten Einschränkungen und dem tatsächlichen Funktionsniveau im Alltag
bestätigt worden, so dass aus medizinischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit nicht
nachvollzogen werden könne. Die Verfügung wurde unangefochten rechtskräftig. Unter
Hinweis einerseits auf seine offenen Verlustscheine über 14'402 Franken und den
Schuldsaldo der Familie beim Sozialamt von 60'347 Franken und anderseits auf die
Manipulation und Verfälschung der medizinischen Abklärungen im IV-Verfahren wurde
X.Y. am 10. Januar 2011 erneut ausländerrechtlich verwarnt und angehalten,
insbesondere eine geregelte Erwerbstätigkeit aufzunehmen, bestehende Schulden
zurückzuzahlen und keine neuen zu verursachen, den finanziellen Verpflichtungen
nachzukommen sowie keine weitere Sozialhilfe zu beziehen. Gleichzeitig wurde seine
Aufenthaltsbewilligung um ein Jahr verlängert.
Im Juni und August 2011 unterzog sich X.Y. operativen Eingriffen zur
Schmerzbehandlung, wobei der zweite Eingriff misslang. Der behandelnde
Neurochirurg schrieb ihn ab 16. August 2011 dauernd zu hundert Prozent
arbeitsunfähig. Nach der Darstellung des Hausarztes verschlechterte sich sein Zustand
nach einem weiteren im November 2011 durchgeführten Eingriff. Am 1. März 2012 wies
das kantonale Migrationsamt das Gesuch vom 21. November 2011 um eine weitere
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung ab. Der Hausarzt schätzte die Arbeitsfähigkeit
von X.Y. ab diesem Zeitpunkt auf dreissig Prozent. Am 19. März 2012 begab sich X.Y.
in tagesklinische Behandlung. In der Psychiatrischen Klinik W. war er an fünf Tagen der
Woche an einem geschützten Arbeitsplatz beschäftigt, nahm an den wöchentlichen
Visitengesprächen teil und führte eine im Juli 2008 aufgenommene Gruppentherapie
weiter.
C./ Den gegen die Verfügung des kantonalen Migrationsamts vom 1. März 2012
erhobenen Rekurs vom 12. März 2012 wies das Sicherheits- und Justizdepartement
am 24. Januar 2013 ab, soweit es darauf eintrat. Zur Begründung wurde im
Wesentlichen ausgeführt, der Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung
sei erloschen. Zwar seien die offenen Verlustscheine nicht angestiegen und X.Y. an
einem geschützten Arbeitsplatz in der Tagesklinik W. beschäftigt. Er habe jedoch keine
geregelte Erwerbstätigkeit aufgenommen und auch keine ernsthaften Anstrengungen
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unternommen, sich von der Sozialhilfe, wo der Ausstand der Familie nach viereinhalb
Jahren 80'927 Franken betrage, zu lösen. Beim Betreibungsamt sei er mit Ausständen
von 14'403 Franken verzeichnet. Damit seien die Schulden beträchtlich und die
Zukunftsprognosen ungünstig, zumal auch die Ehefrau nicht arbeite und Schulden
habe. Gemäss Strafbescheid vom 9. Oktober 2006 habe X.Y. seine Ehegattin während
Monaten zwei- bis dreimal wöchentlich tätlich angegriffen und - mitunter auch mit
einem Messer – bedroht. Nur wenige Stunden nach der polizeilichen Wegweisung aus
der ehelichen Wohnung habe er seine Frau wieder zuhause aufgesucht. Mangels
günstiger Prognose sei das öffentliche Interesse an seiner Fernhaltung erheblich. Trotz
der rechtskräftigen Feststellung der IV-Stelle in der Verfügung vom 24. August 2010,
X.Y. sei aus medizinischer Sicht nicht arbeitsunfähig, habe er nicht zum
Lebensunterhalt der Familie beigetragen. Es sei von einer selbstverschuldeten
Sozialhilfeabhängigkeit auszugehen. Die gesundheitlichen Probleme und die zeitweilige
Arbeitsunfähigkeit änderten nichts daran, dass er nichts Ernsthaftes und Zumutbares
unternommen habe, um seine Einkommenssituation nachhaltig zu verbessern. Eine
Rückkehr in seine Heimat, wo er bis zum 22. Altersjahr gelebt habe, den
sozialversicherungsrechtlichen Entscheid abwarten könne und die medizinische
Versorgung gewährleistet sei, sei zumutbar. Wirtschaftliche Schwierigkeiten habe er
sich selbst zuzuschreiben. Seine beruflichen Aussichten seien in der Schweiz kaum
günstiger. Seiner Ehefrau, welche im Alter von zwölf Jahren in die Schweiz gekommen
sei, und den drei Kindern, welche sich noch in einem anpassungsfähigen Alter
befänden, sei es zuzumuten, ihm in die gemeinsame Heimat zu folgen. Ansonsten
könne der Kontakt über gegenseitige Besuche, Telefon und Internet aufrechterhalten
werden. Auf den verspäteten Antrag, es sei ein Härtefall anzunehmen, sei nicht
einzutreten. Auf eine Sistierung des ausländerrechtlichen Verfahrens werde mangels
Zusammenhangs mit dem sozialversicherungsrechtlichen Verfahren verzichtet. Es sei
nicht erstellt, dass IV-Leistungen etwas an der finanziellen Situation zu verändern
vermöchten. Die sozialversicherungsrechtlichen Akten seien nicht beizuziehen, da die
massgebenden Unterlagen über die ärztliche Beurteilung des Gesundheitszustandes in
den Akten lägen.
D./ X.Y. (nachfolgend Beschwerdeführer) erhob gegen den am 25. Januar 2013
versandten Rekursentscheid des Sicherheits- und Justizdepartements (nachfolgend
Vorinstanz) durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 29. Januar 2013 und
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Ergänzung vom 4. Februar 2013 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den
Anträgen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge seien der angefochtene Entscheid
und die ihm zugrunde liegende Verfügung des kantonalen Migrationsamts vom 1. März
2012 aufzuheben und dem Beschwerdeführer die Aufenthaltsbewilligung, eventuell mit
Bedingungen und Auflagen bzw. auf Zusehen und Wohlverhalten hin, zu verlängern.
Zudem sei festzustellen, dass dem Beschwerdeführer zufolge der Beschwerde der
weitere Aufenthalt in der Schweiz gestattet sei. Auf die Ausführungen zur Begründung
der Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. Dem Gesuch
um unentgeltliche Rechtspflege und –verbeiständung entsprach der Präsident des
Verwaltungsgerichts am 20. Februar 2013.
Die Vorinstanz beantragte am 1. März 2013 unter Verzicht auf ergänzende
Bemerkungen die Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolge. Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen widerrief am 17. April 2013 ihre
Verfügung vom 5. Februar 2013, mit welcher sie auf das erneute Gesuch des
Beschwerdeführers um Ausrichtung einer IV-Rente nicht eingetreten war, und kündigte
die Durchführung der notwendigen Abklärungen an.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Umstritten ist die Verweigerung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, welche
dem Beschwerdeführer zufolge Nachzugs zu seiner in der Schweiz
niederlassungsberechtigten Ehefrau erteilt und letztmals bis 22. November 2011
verlängert wurde. Da das Aufenthaltsrecht abgelaufen ist, kann sich die Berechtigung
des Beschwerdeführers zur weiteren Anwesenheit in der Schweiz nicht aus dem
Grundsatz der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde ergeben. Hingegen durfte und
darf er sich mangels abweichender Verfügung entsprechend Art. 59 Abs. 2 der
Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (SR 142.201, abgekürzt
VZAE) während des Verfahrens zur Verlängerung seiner Aufenthaltsbewilligung in der
Schweiz aufhalten. Da angesichts des bisherigen Verfahrens und der klaren
Rechtsgrundlage nicht einmal geringfügige Zweifel am verfahrensrechtlich begründeten
Anwesenheitsrecht des Beschwerdeführers bestehen, fehlt es an einem
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schutzwürdigen Interesse, diesen Umstand im Dispositiv festzustellen (vgl. Cavelti/
Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 560).
3. Zu klären ist, ob der Anspruch des Beschwerdeführers auf die Verlängerung seiner
Aufenthaltsbewilligung (vgl. dazu nachfolgend E. 3.1.) zufolge eines Widerrufsgrundes
untergegangen ist (vgl. dazu nachfolgend E. 3.2.) und ob die Nichtverlängerung
verhältnismässig ist (vgl. dazu nachfolgend E. 3.3.).
3.1. Ausländische Ehegatten von Personen mit Niederlassungsbewilligung haben
gemäss Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer
(Ausländergesetz; SR 142.20, abgekürzt AuG) Anspruch auf Erteilung und Verlängerung
der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Da unbestritten ist,
dass die im Jahr 1982 geborene Ehefrau des Beschwerdeführers ebenso wie die
gemeinsamen in den Jahren 2007, 2009 und 2011 geborenen Kinder über eine
Niederlassungsbewilligung in der Schweiz verfügt und der Beschwerdeführer mit ihnen
zusammenwohnt, hat er grundsätzlich einen Anspruch auf die Verlängerung seiner
Aufenthaltsbewilligung.
3.2. Nach Art. 33 Abs. 3 AuG ist die Aufenthaltsbewilligung befristet und kann
verlängert werden, wenn keine Widerrufsgründe nach Artikel 62 vorliegen. Nach Art. 62
AuG kann die zuständige Behörde Bewilligungen, ausgenommen die
Niederlassungsbewilligung, und andere Verfügungen nach dem Ausländergesetz unter
anderem dann widerrufen, wenn die Ausländerin oder der Ausländer erheblich oder
wiederholt gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im
Ausland verstossen hat oder diese gefährdet (lit. c; vgl. dazu nachfolgend E. 3.2.1.),
eine mit der Verfügung verbundene Bedingung nicht einhält (lit. d; vgl. dazu
nachfolgend E. 3.2.2.) oder auf Sozialhilfe angewiesen ist (lit. e; vgl. dazu nachfolgend
E. 3.2.3.).
3.2.1. Ein Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinn von Art. 62
Ingress und lit. c AuG liegt gemäss Art. 80 Abs. 1 Ingress und lit. a VZAE unter
anderem bei einer Missachtung von gesetzlichen Vorschriften und behördlichen
Verfügungen vor. Im Sozialversicherungsverfahren sind Personen, welche Leistungen
beanspruchen, zur Auskunft und Mitwirkung verpflichtet (vgl. Art. 1 Abs. 1 des
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Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, SR 831.20, abgekürzt IVG, in
Verbindung mit Art. 43 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, SR 830.1, abgekürzt ATSG). Wer im
Invalidenversicherungsverfahren unwahre oder unvollständige Angaben macht, verhält
sich strafbar (vgl. Art. 70 IVG in Verbindung mit Art. 87 al. 1 des Bundesgesetzes über
die Alters- und Hinterlassenenversicherung; SR 831.10, abgekürzt AHVG). Art. 62
Ingress und lit. c AuG setzt nicht zwingend eine strafrechtliche Verurteilung voraus. Ein
strafbares Verhalten kann unabhängig von einer Verurteilung durch ein Gericht zum
Widerruf einer Bewilligung oder einer anderen Verfügung führen, sofern es unbestritten
ist oder aufgrund der Akten keine Zweifel bestehen, dass es der betroffenen Person zur
Last zu legen ist (vgl. S. Hunziker, in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Stämpflis
Handkommentar, Bern 2010, N 35 zu Art. 62 AuG mit Hinweis auf BBl 2002 S. 3809).
Die Sozialversicherungsanstalt hat im Rahmen der Prüfung des Anspruchs des
Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente in ihrer rechtskräftigen Verfügung vom 24.
August 2010 festgehalten, gemäss Berichten vom 10. September und 9. November
2009 hätten Observationen ergeben, dass die von ihm angegebenen und
demonstrierten Einschränkungen seiner Funktionsfähigkeit nicht den Tatsachen
entsprächen. Über strafrechtliche Schritte werde noch entschieden (vgl. act. 12/Akten
des Migrationsamtes, Dossier des Beschwerdeführers, 156-162). Wegen eines Vorfalls
vom 25. Juli 2009 wurde gegen den Beschwerdeführer Anzeige und Strafantrag wegen
Drohung erstattet (vgl. act. 12/Akten des Migrationsamtes, Dossier des
Beschwerdeführers, 111-135). Zur Erledigung des Verfahrens lassen sich den Akten
keine Hinweise entnehmen. Immerhin war der Beschwerdeführer aber auch nach seiner
eigenen Darstellung in der Lage, sich mit einem Personenwagen nach einem Anruf
seines Bruders umgehend von seinem Wohnort an den Bahnhof U. zu begeben. Diese
Reaktion bestätigt, dass die damals vom Beschwerdeführer behaupteten
Einschränkungen – im Mai 2009 machte er in der Eingliederungsberatung geltend, er
könne nicht mehr alleine spazieren gehen, da er ohnmächtig werde, gehe nur in
Begleitung seiner Ehefrau aus dem Haus, leide unter Schwindel, falle oft um und
schlage sich dabei den Kopf an - nicht mit seinem Verhalten im Alltag übereinstimmten.
Unter diesen Umständen hat der Beschwerdeführer zweifellos seine Mitwirkungspflicht
im Sozialversicherungsverfahren verletzt und damit gegen die öffentliche Ordnung im
Sinn von Art. 62 Ingress und lit. c AuG verstossen.
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Ein Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung liegt gemäss Art. 80 Abs. 1
Ingress und lit. b VZAE zudem bei mutwilliger Nichterfüllung der öffentlich-rechtlichen
oder privatrechtlichen Verpflichtungen vor. Nach einer durch eine Verschuldung
begründeten ausländerrechtlichen Verwarnung ist ein Widerruf tunlich, wenn keine
wesentliche Verbesserung eingetreten ist und das vom Gesetz als unerwünscht
bezeichnete Verhalten fortgesetzt wurde (vgl. VerwGE B 2011/150 vom 15. Dezember
2011 E. 2.2., veröffentlicht auf www.gerichte.sg.ch). Allein der Umstand, dass es dem
Betroffenen bislang nicht gelungen ist, aus der Schuldenwirtschaft herauszukommen,
reicht zur Annahme von Mutwilligkeit allerdings nicht aus (vgl. BGer 2C_273/2010 vom
6. Oktober 2010 E. 4.3).
Der Beschwerdeführer reiste im November 2005 in die Schweiz ein. Im März 2006 war
er während kurzer Zeit bei einer Gartenbauunternehmung erwerbstätig. Aus welchen
Gründen er diese – auf zwei Monate befristete - Stelle nach wenigen Tagen wieder
aufgab, ist unklar. Welcher Art die in der Beschwerde in diesem Zusammenhang
erwähnten familiären Probleme waren, wird nicht weiter ausgeführt. Soweit sie in der
Eifersucht des Beschwerdeführers begründet waren, rechtfertigten sie allerdings nicht
die Aufgabe der Erwerbstätigkeit. Im Juni 2006 wurde eine polizeiliche Intervention im
häuslichen Bereich erforderlich, nachdem er seine Ehefrau am Morgen - bevor sie sich
zur Arbeit begab - zuhause und im Laufe des Vormittags – während ihrer Arbeit - an
ihrem Arbeitsplatz mit einem Messer bedrohte hatte. Im Lauf der Befragung ergab sich,
dass der Beschwerdeführer seine Ehefrau aus Eifersucht über längere Zeit hinweg
zwei- bis dreimal wöchentlich schlug. Er wurde deswegen zu einer bedingten
Gefängnisstrafe von vier Wochen und einer Busse von 600 Franken verurteilt (vgl. act.
12/Akten des Migrationsamtes, Dossier des Beschwerdeführers, 82-84). In der Folge
gab die Ehefrau im August 2006 ihre langjährige Erwerbstätigkeit auf. Trotz der
ausländerrechtlichen Verwarnungen vom 5. Dezember 2006 und vom 10. Januar 2011
war der Beschwerdeführer am 22. September 2011 beim Betreibungsamt mit offenen
Verlustscheinen von 14'403 Franken (act. 12/Akten des Migrationsamts, Dossier des
Beschwerdeführers, 177 und 178) und seine Familie per 1. Dezember 2011 beim
Sozialamt mit Ausständen von 80'927 Franken (act. 12/Akten des Migrationsamtes,
Dossier des Beschwerdeführers, 187) verzeichnet, so dass sich Schulden von 95'330
Franken ergaben. Trotz der mindestens teilweisen Arbeitsfähigkeit hat der
Beschwerdeführer keine sichtbaren Anstrengungen im Hinblick auf die Aufnahme einer
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regelmässigen Erwerbstätigkeit unternommen. Ein beträchtlicher Teil der Verschuldung
ist zudem auf die Zeit zurückzuführen, in welcher gemäss der rechtskräftigen
Verfügung der Sozialversicherungsanstalt vom 24. August 2010 nicht von einer
Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers auszugehen war.
Ob der Widerrufsgrund von Art. 62 Ingress und lit. c AuG unter den dargelegten
Umständen auch wegen deliktischen Verhaltens und mutwilliger Schuldenmacherei
erfüllt ist, obwohl das strafbare Verhalten mittlerweile einige Jahre zurück liegt und seit
August 2011 ärztlich eine - teilweise - Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers, die
im März 2012 zu einer Behandlung in einer psychiatrischen Tagesklinik geführt hat,
attestiert wird, kann offen bleiben.
3.2.2. Die Aufenthaltsbewilligung kann gemäss Art. 62 Ingress und lit. d AuG widerrufen
werden, wenn eine damit verbundene Bedingung nicht eingehalten worden ist. Gemäss
Art. 33 Abs. 2 AuG wird die Aufenthaltsbewilligung für einen bestimmten Zweck erteilt
und kann mit weiteren Bedingungen, beispielsweise mit dem Besuch eines Sprach-
und Integrationskurses (vgl. Art. 54 Abs. 1 AuG) verbunden werden.
Mit der Verwarnung vom 5. Dezember 2006 (vgl. act. 12/Akten des Migrationsamtes,
Dossier des Beschwerdeführers, 85 und 86) wurde der Beschwerdeführer im Sinn einer
Bedingung für die Bewilligungserteilung angehalten, "sich künftig in jeder Beziehung
klaglos zu verhalten". Ob und allenfalls unter welchen Umständen die Verletzung einer
solchen sehr allgemein formulierten Bedingung zur Nichtverlängerung der
Aufenthaltsbewilligung führen darf, kann offen bleiben.
Mit der Verwarnung vom 10. Januar 2011 (vgl. act. 12/Akten des Migrationsamtes,
Dossier des Beschwerdeführers, 170-173) wurde der Beschwerdeführer angewiesen,
insbesondere nicht weiter Sozialhilfe zu beziehen, den finanziellen Verpflichtungen
nachzukommen, keine neuen Schulden zu verursachen und bestehende Schulden zu
tilgen sowie eine geregelte Erwerbstätigkeit aufzunehmen. In der rechtskräftigen
Verfügung vom 24. August 2010 hat die Sozialversicherungsanstalt wegen der
erheblichen Diskrepanz zwischen den geschilderten Beeinträchtigungen und dem
Verhalten des Beschwerdeführers im Alltag festgestellt, aus medizinischer Sicht könne
eine Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollzogen werden. Angesichts der Akten muss davon
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ausgegangen werden, dass sich sein Gesundheitszustand wenn überhaupt erst nach
einem Eingriff zur Behandlung der behaupteten Schmerzen im August 2011
verschlechterte. Die Ausführungen in der rechtskräftigen Verfügung sind ohne weiteres
nachvollziehbar und werden auch durch das in den Akten dokumentierte Verhalten des
Beschwerdeführers am 25. Juli 2009 (vgl. oben E. 3.2.1.) bestätigt. Die Behauptung in
der Beschwerde, die Feststellungen der Sozialversicherungsanstalt seien unzutreffend,
vermögen deshalb an der Schlussfolgerung, dass der Beschwerdeführer die
Bedingungen jedenfalls zwischen der mit Auflagen verbundenen Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung am 11. Januar 2011 und dem Eingriff im August 2011 nicht
erfüllte, nichts zu ändern. Deshalb erübrigt sich auch der Beizug der Akten des im Jahr
2010 abgeschlossenen Sozialversicherungsverfahrens. Inwieweit dem
Beschwerdeführer der Bezug von Sozialhilfeleistungen und fehlende geregelte
Erwerbstätigkeit ab diesem Zeitpunkt als Erfüllung des Widerrufsgrundes von Art. 62
Ingress und lit. d AuG vorgehalten werden kann, kann im Übrigen offen bleiben.
2.2.3. Der Widerrufsgrund von Art. 62 Ingress und lit. e AuG setzt eine erhebliche und
dauernde Abhängigkeit von der Sozialhilfe voraus (vgl. Hunziker, a.a.O., N 48/49 zu Art.
62 AuG). Blosse finanzielle Bedenken genügen nicht. Neben den bisherigen und den
aktuellen Verhältnissen ist auch die wahrscheinliche finanzielle Entwicklung auf längere
Sicht abzuwägen. Ein Widerruf soll in Betracht kommen, wenn eine Person hohe
finanzielle Unterstützungsleistungen erhalten hat und nicht damit gerechnet werden
kann, dass sie in Zukunft für ihren Lebensunterhalt sorgen wird. Dabei sind die
finanziellen Möglichkeiten aller Familienmitglieder über eine längere Sicht abzuwägen
(vgl. BGer 2C_685/2010 vom 30. Mai 2011 E. 2.3.1 mit Hinweis auf BGE 122 II 1 E. 3c).
Nach gefestigter Rechtsprechung stellen Sozialversicherungsleistungen unter
Einschluss der Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung keine Sozialhilfe im Sinne von Art. 62 lit. e AuG dar. Ob und
inwieweit den Betroffenen ein Verschulden an der Sozialhilfeabhängigkeit trifft, bildet
nicht eine Frage des Widerrufsgrundes, sondern der Verhältnismässigkeitsprüfung (vgl.
BGer 2C_958/2011 vom 18. Februar 2013 E. 2.3).
Nachdem die Ehefrau des Beschwerdeführers im August 2006 ihre Erwerbstätigkeit
aufgegeben hat und die Arbeitslosenversicherung keine Leistungen mehr erbringt, sind
der Beschwerdeführer und seine Familie seit Juli 2008 durchgehend von der Sozialhilfe
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abhängig. Der Ausstand von rund 81'000 Franken per 1. Dezember 2011 ist erheblich
und unbestritten. Die Aussichten, dass der Beschwerdeführer oder aber seine Ehefrau
in die Lage kommen werden, diese Rückstände zu decken, sind ungünstig. Es
bestehen keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass sich der Beschwerdeführer in
absehbarer Zeit von der Sozialhilfebedürftigkeit lösen wird. Die rechtskräftig
gewordene Abweisung seines Gesuchs um eine IV-Rente am 24. August 2010, in
welcher davon ausgegangen wurde, der Beschwerdeführer sei nicht arbeitsunfähig,
führte nicht dazu, dass der Beschwerdeführer sich um eine regelmässige
Erwerbstätigkeit bemühte, sondern zu einem neuen Rentengesuch. Wie darüber
entschieden werden wird, ist nicht absehbar. Auch wenn dem Beschwerdeführer – bei
einer allenfalls reduzierten - Arbeitsfähigkeit von dreissig Prozent eine Rente
ausgerichtet würde, kann aufgrund seines bisherigen Verhaltens nicht geschlossen
werden, dass er die bestehende Lücke zum Bedarf der Familie mit Erwerbseinkommen
decken wird. Für die Bemessung der Leistungen kann auch ins Gewicht fallen, dass
der Beschwerdeführer die Invalidität möglicherweise durch unnötige Eingriffe
verursacht hat (vgl. Art. 21 Abs. 1 ATSG; dazu E. 3.3.4.). Der Beschwerdeführer ist
nach weiterer, teilweise ungünstig verlaufener medizinischer Behandlung – wie sich aus
ärztlichen Zeugnissen ergibt – zumindest teilweise arbeitsunfähig. Nachdem unter
anderem ihre frühere Erwerbstätigkeit Anlass zu gewaltsamen Eifersuchtsausbrüchen
des Beschwerdeführers gab, kann auch nicht davon ausgegangen werden, dass die
Ehefrau des Beschwerdeführers in absehbarer Zukunft zum Familieneinkommen
beitragen wird. Unter diesen Umständen hat die Vorinstanz zu Recht auch den
Widerrufsgrund von Art. 62 Ingress und lit. e AuG als erfüllt betrachtet.
3.3. Zu prüfen ist die Verhältnismässigkeit der Massnahme. Entsprechend den
einschlägigen rechtlichen Vorgaben (vgl. dazu nachfolgend E. 3.3.1.) sind die
öffentlichen Interessen an der Fernhaltung des Beschwerdeführers (vgl. dazu
nachfolgend E. 3.3.2.) und dessen private Interessen am weiteren Aufenthalt in der
Schweiz (vgl. dazu nachfolgend E. 3.3.3.) gegeneinander abzuwägen (vgl. dazu
nachfolgend E. 3.3.4.). Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit kann allenfalls die
Anordnung einer milderen Massnahme gebieten (vgl. dazu nachfolgend E. 3.3.5.).
3.3.1. Art. 33 Abs. 3 AuG ist als "Kann"-Bestimmung formuliert und räumt der
zuständigen Behörde einen gewissen Ermessensspielraum ein. Gemäss Art. 96 Abs. 1
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AuG berücksichtigen die zuständigen Behörden bei der Ermessensausübung die
öffentlichen Interessen und die persönlichen Verhältnisse sowie den Grad der
Integration der Ausländerinnen und Ausländer. Dabei sind namentlich die Schwere des
Verschuldens bei Straftaten, die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die dem
Betroffenen und seiner Familie drohenden Nachteile zu berücksichtigen (vgl. BGE 135
II 377 E. 4.3 mit Hinweisen). Ist eine Massnahme zwar begründet, den Umständen aber
nicht angemessen, kann unter deren Androhung eine Verwarnung ausgesprochen
werden (vgl. Art. 96 Abs. 2 VRP).
Die Vorinstanz ist zudem mit Hinweis auf die Niederlassungsberechtigung der Ehefrau
des Beschwerdeführers und ihrer drei gemeinsamen Kinder in der Schweiz davon
ausgegangen, dass sich der Beschwerdeführer auch auf Art. 8 der Europäischen
Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101,
abgekürzt EMRK) berufen kann. Deshalb ist bei der Interessenabwägung auch Art. 8
Abs. 2 EMRK zu beachten. Danach darf eine Behörde in die Ausübung des Rechts auf
Achtung des Privat- und Familienlebens nur eingreifen, soweit der Eingriff gesetzlich
vorgesehen und in einer demokratischen Gesellschaft notwendig ist für die nationale
oder öffentliche Sicherheit, für das wirtschaftliche Wohl des Landes, zur
Aufrechterhaltung der Ordnung, zur Verhütung von Straftaten, zum Schutz der
Gesundheit oder der Moral oder zum Schutz der Rechte und Freiheiten anderer.
3.3.2. Da der Beschwerdeführer während seines rund achtjährigen Aufenthalts in der
Schweiz nur während kurzer Zeit erwerbstätig war, strafrechtlich auffiel, sich beim
Sozialamt und bei weiteren Gläubigern in beträchtlichem Mass verschuldete, die
Sozialversicherungsbehörden mit unzutreffenden Schilderungen seines
Gesundheitszustandes zu täuschen versuchte und die Prognose für eine stabile
wirtschaftliche Eingliederung ungünstig erscheint, erweist sich das öffentliche Interesse
an der Fernhaltung des Beschwerdeführers als erheblich.
3.3.3. Das private Interesse des Beschwerdeführers besteht in erster Linie darin, sich
und seine Familie in der Schweiz mittels Sozialversicherungsleistungen wirtschaftlich
abzusichern. Das erneute Gesuch um Ausrichtung einer IV-Rente ist zurzeit noch
hängig. Dieses private Interesse des Beschwerdeführers wird dadurch relativiert, dass
er die bisherige Sozialhilfeabhängigkeit durch seine Manipulation der Abklärungen der
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Sozialversicherungsbehörden mit verschuldete. Auch nach den Feststellungen in der
ablehnenden Verfügung vom 24. August 2010 hat der Beschwerdeführer offenbar
unbeirrt an den Schilderungen des Ausmasses seiner Einschränkungen festgehalten
und sich nicht ernsthaft um eine Erwerbstätigkeit bemüht. Während des
Beschwerdeverfahrens hat der Beschwerdeführer einzig die weiteren Bemühungen um
eine Berentung nachgewiesen, nicht aber den weiteren Verlauf und allfällige Erfolge der
Therapien geschildert. Soweit sich im sozialversicherungsrechtlichen Verfahren für den
Entscheid relevante Akten ergeben haben sollten, hätte der Beschwerdeführer, dessen
sozialversicherungsrechtliches und ausländerrechtliches Verfahren mittlerweile von
demselben Rechtsvertreter geführt werden, diese ohne Weiteres selbst einreichen
können und sich deshalb nicht auf einen entsprechenden Beweisantrag beschränken
dürfen. Zwar ist auch im Beschwerdeverfahren vom Untersuchungsgrundsatz
auszugehen (vgl. Art. 64 in Verbindung mit Art. 12 VRP). Indessen trifft den
Beschwerdeführer im Rechtsmittelverfahren eine Beweisführungslast, nach welcher der
Beschwerde Beweismittel soweit möglich beizulegen sind (Art. 64 in Verbindung mit
Art. 50 Abs. 1 VRP).
3.3.4. Bei der Abwägung der Interessen ist zu berücksichtigen, dass der
Beschwerdeführer am 19. Juni 2007 einen Verkehrsunfall erlitt. Den Verlauf des Unfalls,
bei welchem der Beschwerdeführer von einem langsam vorbeifahrenden Auto touchiert
worden war, schilderte der Beschwerdeführer – wie auch die Unfallfolgen –
dramatisierend und uneinheitlich (vgl. act. 12/Akten des Migrationsamtes, Dossier des
Beschwerdeführers, 156-162). Gestützt auf seine Angaben wurde er ärztlich bis
längstens 31. August 2008 zu hundert Prozent arbeitsunfähig, anschliessend zu fünfzig
Prozent (ganztags halbe Leistung) und später zu siebzig Prozent arbeitsfähig
eingeschätzt. Selbst wenn diese Beurteilungen den objektiven Gegebenheiten
entsprochen hätten, wäre es dem Beschwerdeführer zuzumuten gewesen, sich im
Rahmen dieser Einschätzung um eine Erwerbstätigkeit zu bemühen. Abgesehen davon
bestehen konkrete Hinweise dafür, dass der Beschwerdeführer die
Sozialversicherungsbehörde mit unzutreffenden Schilderungen der Unfallfolgen zu
täuschen versuchte. Weil er an seinen Behauptungen festhielt, wurden schliesslich
medizinische Eingriffe vorgenommen, welche offenbar zumindest teilweise zu
Gesundheitsschädigungen und zu erneuten ärztlichen Zeugnissen führten, welche ihn
ab August 2011 zunächst als ganz, später als teilweise arbeitsunfähig einschätzten.
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Inwieweit dem unzutreffenden Schildern der unfallbedingten und gegebenenfalls
therapeutisch bedingten Einschränkungen und der Idee, in keiner Weise arbeitsfähig zu
sein, Krankheitswert zugemessen werden kann, kann offen bleiben.
Der Beschwerdeführer hat bisher rund acht Jahre in der Schweiz gelebt. Bis zu seinem
22. Altersjahr hat er sich in seiner Heimat, wo auch noch seine Eltern leben,
aufgehalten und ist mit den dortigen Verhältnissen in jeder Hinsicht vertraut. Soweit aus
den Akten ersichtlich, war er dort auch in der Lage, einer Erwerbstätigkeit
nachzugehen. Demgegenüber hatte er bisher mit den schweizerischen Verhältnissen
Schwierigkeiten, die zunächst mit der Erwerbstätigkeit seiner Ehefrau, später mit der
Verpflichtung, sich im Rahmen der Möglichkeiten um ein Erwerbseinkommen – anstelle
oder in Ergänzung zu einer Rente – zu bemühen und schliesslich auch mit einer
Familienfehde zusammenhingen (vgl. insbesondere act. 12/Akten des Migrationsamtes,
Dossier des Beschwerdeführers 111-135). Unter diesen Umständen darf durchaus
davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer sich in seinem Heimatland
besser zurechtfinden wird und damit allfällige Defizite in der medizinischen Behandlung
im Vergleich zu den schweizerischen Möglichkeiten ausgeglichen werden. In der Folge
können auch die beruflichen Aussichten in seiner Heimat im Vergleich zu jenen in der
Schweiz, wo er sich bisher kaum um eine entsprechende Eingliederung bemühte, nicht
von vornherein als ungünstiger eingestuft werden.
Die Ehefrau ist 1994 im Alter von zwölf Jahren in die Schweiz eingereist. Die Kinder
befinden sich noch in einem anpassungsfähigen Alter, so dass ihnen zugemutet
werden kann, dem Beschwerdeführer ins gemeinsame Herkunftsland zu folgen.
Abgesehen davon, dass sich mit Blick auf die Rechtsprechung (vgl. VerwGE B
2012/236 vom 2. Juli 2013 E. 2.1.2. mit Hinweisen, veröffentlicht auf
www.gerichte.sg.ch) unter diesen Umständen fragt, ob sich der Beschwerdeführer auf
Art. 8 EMRK berufen kann, sind die Voraussetzungen von Art. 8 Abs. 2 EMRK, unter
denen Einschränkungen des Rechts auf Familienleben zulässig sind, erfüllt.
3.3.5. Angesichts der zweifachen Verwarnung des Beschwerdeführers erscheint es
nicht angezeigt, die Aufenthaltsbewilligung unter Bedingungen oder Auflagen,
insbesondere unter der Voraussetzung des Abschlusses einer
Integrationsvereinbarung, mit einer weiteren Verwarnung erneut zu verlängern.
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4. (...)
Demnach hat das Verwaltungsgericht