Decision ID: 7585bb7f-e89c-5828-bd7c-a643c09a588c
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X erwarb am 17. April 1996 den Führerausweis für die Kategorien A1, B, D1, BE und
D1E. Seit 26. August 1997 ist er ausserdem für die Fahrzeugkategorien C und CE
fahrberechtigt. Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen
entzog ihm am 15. Dezember 2016 den Führerausweis für einen Monat, nachdem er
am 7. März 2014 wegen ungenügenden Sicherheitsabstands beim
Hintereinanderfahren eine Auffahrkollision verursacht hatte. Die Massnahme wurde
vom 27. Februar bis 26. März 2017 vollzogen.
B.- Am 31. März 2017 um 21.36 Uhr fuhr X mit einem schweren Sattelmotorfahrzeug
auf der Autobahn A1 bei Bern in Fahrtrichtung Wankdorf-Neufeld auf dem zweiten
Überholstreifen an einem Polizeiauto auf der ersten Überholspur vorbei. Nachdem er
auf die erste Überholspur gewechselt hatte, stellten die Polizisten beim Überholen fest,
dass hinter der Frontscheibe über die gesamte Kabinenbreite ein blauer LED-Streifen
nach aussen gerichtet war und der Vorhang der rechten Seitenscheibe die Sicht
teilweise verdeckte. Zudem waren die Nebellichter eingeschaltet, obwohl kein Nebel
die Sicht einschränkte. In der Folge wurde er von der Polizei auf der Höhe von Bern-
Brünnen von der Autobahn auf den Lastwagenparkplatz weggeleitet. Während der
anschliessenden Kontrolle ergab sich zusätzlich, dass die Vorhänge an beiden
Seitenfenstern etwa einen Drittel der Sichtfläche verdeckten und eine
Sicherungsstange im Anhänger ungesichert am Boden lag. Gemäss den Ausführungen
im Polizeirapport vom 25. Mai 2017 habe sich X während der Kontrolle aufbrausend,
ausfallend und aggressiv verhalten. Nach einer verbalen Zurückweisung seitens der
Polizei sei er regelrecht explodiert, die Arme hätten gezittert und der Kopf sei komplett
rot angelaufen. Schliesslich habe er gegenüber dem rapportierenden Polizisten gesagt,
wenn er ihm alleine begegnet wäre, hätte er ihn niedergeschlagen.
Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Bern-Mittelland, vom
16. Juni 2017 wurde X aufgrund des Vorfalls vom 31. März 2017 wegen diverser
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Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz (missbräuchliche Verwendung
von Nebellichtern, rechtswidriges Benützen des äussersten Streifens auf Autobahnen,
mangelhafte Betriebssicherheit) sowie unanständigen Benehmens schuldig gesprochen
und zu einer Busse von Fr. 400.– verurteilt.
C.- Nach Eingang des Anzeigerapports der Regionalpolizei Mittelland-Emmental-
Oberaargau vom 25. Mai 2017 eröffnete das Strassenverkehrsamt am 28. Juli 2017
gegenüber X ein Verfahren zur Abklärung der Fahreignung und kündigte die Anordnung
einer verkehrspsychologischen Untersuchung an. Dazu nahm X mit Schreiben seines
Rechtsvertreters vom 1. September 2017 Stellung. Mit Verfügung vom 7. September
2017 (zugestellt am 11. September 2017) ordnete das Strassenverkehrsamt eine
verkehrspsychologische Untersuchung an.
D.- Dagegen erhob X mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 25. September 2017
Rekurs. Er beantragte, unter Kosten- und Entschädigungsfolge sei die Verfügung des
Strassenverkehrsamtes vom 7. September 2017 vollumfänglich aufzuheben und von
der Anordnung einer verkehrspsychologischen Untersuchung abzusehen. Die
Vorinstanz verzichtete mit Schreiben vom 12. Oktober 2017 auf eine Vernehmlassung.
Auf die Ausführungen des Rekurrenten zur Begründung seines Antrags wird, soweit
erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 25. September 2017 ist rechtzeitig
eingereicht worden und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Im Rekurs ist umstritten, ob die Vorinstanz zu Recht an der Fahreignung des
Rekurrenten zweifelte und eine verkehrspsychologische Untersuchung anordnete.
bis
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a) aa) Eine Grundvoraussetzung für die Erteilung und die Belassung des
Führerausweises ist die Fahreignung. Dieser Begriff umschreibt die körperlichen und
geistigen Voraussetzungen, um ein Fahrzeug im Strassenverkehr sicher lenken zu
können. Die Fahreignung muss grundsätzlich dauernd vorliegen (BGE 133 II 384
E. 3.1). Über Fahreignung verfügt, wer das Mindestalter erreicht hat (Art. 14 Abs. 2 lit. a
des Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01; abgekürzt: SVG), die erforderliche
körperliche und psychische Leistungsfähigkeit zum sicheren Führen von
Motorfahrzeugen hat (lit. b), frei von einer Sucht ist, die das sichere Führen von
Motorfahrzeugen beeinträchtigt (lit. c), und nach seinem bisherigen Verhalten Gewähr
bietet, als Motorfahrzeugführer die Vorschriften zu beachten und auf die Mitmenschen
Rücksicht zu nehmen (charakterliche Eignung, lit. d). Fehlt es etwa an der
charakterlichen Eignung, wird der Führerausweis dem Betroffenen auf unbestimmte
Zeit entzogen (Art. 16d Abs. 1 lit. c SVG).
bb) Bestehen Zweifel an der Fahreignung einer Person, so wird diese einer
Fahreignungsuntersuchung unterzogen. Absatz 1 von Art. 15d SVG nennt in den lit. a
bis e beispielhaft die fünf wichtigsten Fälle, die Zweifel an der Fahreignung begründen
und deren Abklärung erforderlich machen, und zwar bei Fahren in angetrunkenem
Zustand mit einer Blutalkoholkonzentration von 1,6 Gewichtspromille oder mehr oder
mit einer Atemalkoholkonzentration von 0,8 mg Alkohol oder mehr (lit. a) oder Fahren
unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln oder bei Mitführen von Betäubungsmitteln,
welche die Fahrfähigkeit stark beeinträchtigen oder ein hohes Abhängigkeitspotenzial
aufweisen (lit. b), Verkehrsregelverletzungen, die auf Rücksichtslosigkeit schliessen
lassen (lit. c), der Meldung einer IV-Stelle nach Art. 66c des Bundesgesetzes vom 19.
Juni 1959 über die Invalidenversicherung (SR 831.20; lit. d) oder der Meldung eines
Arztes, dass eine Krankheit vorliege, die das sichere Führen von Motorfahrzeugen
ausschliesst (lit. e). Die Liste in Art. 15d Abs. 1 SVG ist nicht abschliessend (Urteil des
Bundesgerichts [BGer] 1C_445/2012 vom 26. April 2013 E. 3.2; BBl 2010 S. 8500).
Sofern kein Sondertatbestand nach Art. 15d Abs. 1 lit. a bis e SVG vorliegt, kann eine
Fahreignungsuntersuchung auch gestützt auf die Generalklausel in Abs. 1 angeordnet
werden. Namentlich kann auch die charakterliche Eignung zum Führen von
Motorfahrzeugen von Personen überprüft werden, die zu Aggressivität neigen, Konflikte
nicht adäquat verarbeiten können und gegen Stress nicht resistent sind (Philippe
Weissenberger, Kommentar SVG und OBG, 2. Aufl. 2015, Art. 15d SVG N 4 und 84;
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BGer 6A.38/2003 vom 12. August 2003 E. 5.2). Die Anordnung einer
verkehrspsychologischen Untersuchung setzt konkrete Anhaltspunkte dafür voraus,
dass der fragliche Inhaber des Führerausweises mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr als
jede andere Person der Gefahr ausgesetzt ist, sich in einem Zustand ans Steuer eines
Fahrzeuges zu setzen, der das sichere Führen nicht mehr gewährleistet (vgl. BGE 127 II
122 E. 3c; 124 II 559 E. 3d, je mit Hinweisen; BSK SVG-Bickel, Art. 14 N 43).
b) Die Vorinstanz stützt sich auf den Polizeirapport vom 25. Mai 2017. Darin zweifelte
der rapportierende Polizist aufgrund des Verhaltens des Rekurrenten während der
Kontrolle an dessen charakterlichen Eignung, um ein schweres Sattelmotorfahrzeug im
Strassenverkehr zu führen (act. 8/9). Die Vorinstanz erachtet die Anordnung einer
verkehrspsychologischen Untersuchung deshalb als angezeigt, weil sich der Rekurrent
während der Polizeikontrolle vom 31. März 2017 von Beginn an aggressiv und
aufbrausend verhalten habe. Als Berufschauffeur sei er im Besitz des Führerausweises
der zweiten medizinischen Gruppe. Sein Benehmen gegenüber den Polizisten habe
definitiv nicht nur eine geringe Impulsivität oder Aggressionsneigung offenbart
(act. 2/1).
Der Rekurrent bringt dagegen im Wesentlichen vor, der Polizist und er hätten nicht den
besten Tag gehabt. Er habe tatsächlich nicht sehr anständig auf die Anhaltung wegen
des unerlaubten Fahrens auf dem zweiten Überholstreifen reagiert. Seine Reaktion
habe wiederum zu eher kleinlichen Beanstandungen seitens des Polizisten geführt und
sie hätten sich beide gegenseitig hochgeschaukelt. Wegen dieses einzelnen, vom
rollenden Verkehr weitgehend isolierten Ereignisses könne aber nicht auf fehlende
charakterliche Fahreignung geschlossen werden. Er habe sich nach dem Vorfall kein
weiteres Mal bei der Polizei gemeldet und habe den Strafbefehl, in welchem er unter
anderem auch für sein Benehmen gegenüber dem Polizeibeamten verurteilt worden
sei, akzeptiert (act. 1).
c) Auch wenn die Auseinandersetzung zwischen dem Polizisten und dem Rekurrenten
hochemotional war, gibt es keinen Grund von den tatsächlichen Feststellungen des
Polizisten im Rapport abzuweichen. Es gibt keinerlei Hinweise, dass er den
Rekurrenten bewusst falsch belastet hat. Zu berücksichtigen ist auch, dass der
Rekurrent die einzelnen Vorhalte nicht bestritten hat und letztlich auch die
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strafrechtliche Verurteilung, unter anderem wegen seines ungebührlichen Verhaltens,
akzeptierte. In tatsächlicher Hinsicht ist demnach von folgendem Sachverhalt
auszugehen: Am 31. März 2017 fuhr der Rekurrent mit einem schweren
Sattelmotorfahrzeug – entgegen der Vorschrift, wonach auf Autobahnen mit
mindestens drei Fahrstreifen in der gleichen Richtung der äusserste Streifen links nur
von Motorfahrzeugen benützt werden darf, die eine Geschwindigkeit von mehr als
100 km/h erreichen dürfen (vgl. Art. 36 Abs. 6 der Verkehrsregelnverordnung,
SR 741.11, abgekürzt: VRV) – auf dem zweiten Überholstreifen. Er überholte ein
Polizeiauto, das sich auf dem ersten Überholstreifen befand. In der Folge wurde der
Rekurrent angehalten und darauf hingewiesen, dass eine Polizeikontrolle durchgeführt
werde, worauf er aufbrausend reagierte und mitteilte, hierfür keine Zeit zu haben; er sei
heute sehr aufgebracht und habe schlechte Laune. Auf die einzelnen Vorhalte
antwortete er sehr laut und aggressiv. Auch bei der weiteren Kontrolle verhielt er sich
aggressiv. Als er entgegen der Aufforderung, beim Sattelmotorfahrzeug zu warten, zum
Patrouillenfahrzeug ging, wurde er wiederum sehr laut und ausfällig. Er schrie die
Polizisten an, dass er genug von der Kontrolle habe, und es sich dabei um eine
Schikane handle; dabei stand er sehr nahe beim rapportierenden Polizisten und schrie
diesen weiterhin an. Nachdem er verbal zurückgewiesen und der Polizist ihn mit der
Hand am Brustbein etwas zurückgeschoben hatte, eskalierte die Situation. Der
Rekurrent schrie unverständlich, die Arme zitterten und der Kopf lief komplett rot an.
Die Wutausbrüche richteten sich gegen den rapportierenden Polizisten. Schliesslich
drohte er diesem, wenn er ihm alleine begegnet wäre, hätte er ihn niedergeschlagen. Er
drohte wiederholt, den Polizisten anzuzeigen (vgl. act. 8/7 f.).
Vorinstanz und Rekurrent beziehen sich – wenn auch mit unterschiedlicher Auslegung –
auf den Leitfaden "Verdachtsgründe fehlender Fahreignung" der Expertengruppe
Verkehrssicherheit des Eidgenössischen Departementes für Umwelt, Verkehr, Energie
und Kommunikation vom 26. April 2000 (publiziert in: Jusletter 11. September 2000).
Diese Richtlinien sind für die Verwaltungs- und Gerichtsbehörden nicht verbindlich. Sie
geben nur Hinweise auf auffällige Verhaltensweisen, die im Hinblick auf die
Fahreignungsprüfung dienlich sein können (vgl. BGer 1C_146/2010 vom 10. August
2010 E. 3.2.2). In Ziffer II/6 des Leitfadens werden einleitend mehrere Eigenschaften
aufgeführt, über die ein Fahrzeuglenker verfügen muss, und zwar sind dies
Risikobewusstsein, Tendenz zur Vermeidung hoher Risiken, geringe Impulsivität,
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geringe Aggressionsneigung, reife Konfliktverarbeitung, Stressresistenz, soziales
Verantwortungsbewusstsein, soziale Anpassungsbereitschaft, Flexibilität im Denken
und psychische Ausgeglichenheit. Aggressivität kann einen Verdacht auf mangelnde
Fahreignung begründen. Insbesondere wenn diese wiederholt und überdurchschnittlich
stark ist und sich in einem dauernden, feindseligen Verhalten gegenüber Dritten oder in
einem Verlust der Selbstkontrolle äussert (Leitfaden S. 6). Der Rekurrent anerkennt,
dass er am 31. März 2017 durchaus nicht sehr anständig auf die Anhaltung wegen des
unerlaubten Fahrens auf dem zweiten Überholstreifen reagierte (act. 1 S. 8), was eine
beschönigende Beschreibung des furienhaften Auftretens ist. Für sein Verhalten wurde
er mit Strafbefehl vom 16. Juni 2017 wegen unanständigen Benehmens schuldig
gesprochen (act. 8/26 f.). Dass er den Strafbefehl nicht angefochten hat, lässt darauf
schliessen, dass er sein Verhalten selber als unangemessen einstufte.
Aus den Akten ergeben sich keine Hinweise, dass er bereits einmal wegen aggressiven
und renitenten Verhaltens auffiel. Am Kontrolltag war er erst wenige Tage wieder
fahrberechtigt, nachdem ihm wegen eines selbst verschuldeten Auffahrunfalls im Jahr
2014 der Führerausweis vom 27. Februar bis 26. März 2017 entzogen worden war. Er
hatte damals den Sicherheitsabstand beim Hintereinanderfahren nicht eingehalten. Da
die Vorinstanz jenes Fehlverhalten mit einem einmonatigen Führerausweisentzug
ahndete und auf eine mittelschwere Widerhandlung gemäss Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG
erkannte, spricht Einiges dafür, dass ihm damals kein allzu grosses Verschulden
vorgeworfen wurde. Es ist deshalb davon auszugehen, dass es sich um einen
Fahrfehler handelte, der auch anderen passieren kann. Jedenfalls ergeben sich daraus
keine Schlüsse auf eine erhöhte Aggressionsneigung oder Rücksichtslosigkeit
gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern. Dass er damals aggressiv und impulsiv
reagiert hätte, geht aus den Akten nicht hervor. Hinzu kommt, dass der Rekurrent am
31. März 2017 hauptsächlich gegenüber dem rapportierenden Polizisten feindselig
reagierte. Bereits zu Beginn der Kontrolle gab er an, schlecht gelaunt zu sein. Dies gab
ihm freilich keinen Freipass, sich derart unangebracht zu verhalten, lässt auf der
anderen Seite aber darauf schliessen, dass er sich seiner Dünnhäutigkeit und der zu
geringen Stressresistenz zu jener Zeit durchaus bewusst war. Der zu beurteilende
Vorfall unterscheidet sich damit von BGer 6A.38/2003 vom 12. August 2003, in
welchem das Bundesgericht die verkehrspsychologische Untersuchung des
Betroffenen, der innerhalb eines Monats drei Widerhandlungen gegen die
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Strassenverkehrsvorschriften (Parkschaden, Auffahrunfall sowie
Geschwindigkeitsüberschreitung ausserorts um 25 km/h) begangen und sich beim
ersten Vorfall gegenüber der Polizei wiederholt aggressiv verhalten hatte, und zwar
auch noch einen Tag später, bestätigte. Hier kam es nach dem 31. März 2017 zu
keinen weiteren Aggressionen gegenüber Polizeiorgangen mehr. Zu berücksichtigen ist
auch, dass sich der Rekurrent am Schluss der Kontrolle wieder einigermassen
gefangen hatte und der polizeilichen Aufforderung, die Nebellichter auszuschalten,
wortlos nachkam. Unter den gegebenen Umständen kann von einer
verkehrspsychologischen Untersuchung noch abgesehen werden. Sollte sich indessen
nochmals ein ähnlicher Vorfall ereignen, käme der Rekurrent um eine Abklärung der
Fahreignung kaum mehr umhin.
d) Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurs gutzuheissen und die Verfügung der
Vorinstanz vom 7. September 2017 aufzuheben ist. Die Voraussetzungen für eine
verkehrspsychologische Untersuchung sind nicht erfüllt.
3.- a) Bei diesem Verfahrensausgang sind die amtlichen Kosten dem Staat
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.– erscheint
angemessen (Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist dem Rekurrenten zurückzuerstatten.
b) Zufolge Obsiegens hat der Rekurrent Anspruch auf volle Entschädigung der
ausseramtlichen Kosten (Art. 98 und Art. 98 VRP), soweit diese aufgrund der
Rechts- und Sachlage als notwendig und angemessen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP).
Im Rekursverfahren war der Beizug eines Rechtsbeistandes geboten. Der
Rechtsvertreter reichte keine Kostennote ein, weshalb die Entschädigung für die
Anwaltskosten ermessensweise festzulegen ist. Im Verfahren vor der
Verwaltungsrekurskommission wird das Honorar als Pauschale ausgerichtet; der
Rahmen liegt zwischen Fr. 1'000.– und Fr. 12'000.– (Art. 22 Abs. 1 lit. b der
Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75; abgekürzt:
HonO). Innerhalb dieses Rahmens wird das Grundhonorar nach den besonderen
Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des
Falles und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten, bemessen (Art. 19 HonO).
Umstritten war die Frage, ob die Anordnung einer verkehrspsychologischen
bis ter
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Untersuchung zulässig war. Angesichts des durchschnittlichen Aktenumfangs und des
eingeschränkten Prozessthemas erscheint ein Honorar von Fr. 1'700.– als
angemessen. Hinzuzuzählen sind die Barauslagen von Fr. 68.– und die Mehrwertsteuer
von Fr. 141.45 (Art. 22 Abs. 1 lit. b, Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 HonO). Die
ausseramtliche Entschädigung beträgt damit insgesamt Fr. 1'909.45; kostenpflichtig ist
der Staat (Strassenverkehrsamt).