Decision ID: a60f2134-8f24-47c1-b5bd-0b2fab3eee90
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
,
geboren 1972, arbeitete zuletzt von 1995 bis Ende 1998 als Sachbearbeiterin (Urk. 8/5 Ziff.
1 und
6
) und meldete sich am 30. März 2001 wegen
psychische
r
Beschwerden
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/4 Ziff. 7.2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach der Versicherten mit Verfügung vom 5. November 2001 mit Wirkung ab 1. Mai 2000 eine ganze Rente (Urk. 8/16) sowie mit Verfügung vom 8. März 2002 eine
ab
1. Juni 2000 bis 30. September 2001 befristete Entschädigung für Hilflosigkeit mittleren Grades
zu
(Urk. 8/25).
1.2
Die in den Jahren 2003, 2004
/
2005
, 2006
sowie
2009/2010
durchgeführten
Ren
tenrevisionen
ergaben
einen unveränderten Rentenanspruch der Versicher
ten (Urk. 8/31, Urk. 8/50,
Urk. 8/70, Urk.
8/82
)
.
Mit Verfügungen vom 7. November 2003 (Urk. 8/35) bzw. 20. Januar 2005 (Urk. 8/51) lehnte die IV-Stelle
sodann
die Gesuche
um
berufliche Massnahmen
vom 29. Oktober 2003 (Urk. 8/33)
bzw. 23. November 2004 (Urk. 8/36) ab
.
1.3
Im Rahmen der am 29. März 2011 eingeleiteten Rentenrevision (Urk. 8/91)
holte die IV-Stelle einen aktuellen Auszug aus dem individuellen Konto der Versi
cherten (IK-
Auszug
, Urk. 8/92) sowie einen Arztbericht (Urk. 8/93) ein und ver
anlasste eine Haushaltabklärung (Urk. 8/96
)
. Nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
(Urk. 8/99-101, Urk. 8/106) setzte die IV-Stelle mit Verfügung vom 12. Dezember 2011 die bisherige ganze Rente mit Wirkung per 1.
Februar
2012 auf eine halbe Rente herab (Urk. 8/110 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 12. Dezember 2011 (Urk. 2) erhob die Versicherte am 30. Januar 2012 Beschwerde und beantragte die Ausrichtung einer
Dreivier
telsrente
per 1. Februar 2012 (Urk. 1 S. 2). Die IV-Stelle verzichtete mit Schrei
ben vom 18. April 2012 auf eine Stellungnahme (Urk. 6), reichte jedoch gleich
zeitig eine Stellungnahme des
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD)
ein (Urk. 7). Mit Replik vom 6. Juni 2012 hielt die Versicherte an ihren Anträgen fest (Urk. 11), worauf die IV-Stelle am 26. Juni 2012 auf eine weitere Stellung
nahme verzichtete (Urk.
14)
,
wovon der Versicherten Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
15).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Verwaltung hat die massgeblichen Ges
etzesbestimmungen über die Voraus
setzungen für den Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 28 Abs. 1 des Bun
des
ge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG), die Bemessung der Invalidität
bei Teilerwerbstätigen
(Art. 16 des Bundesgesetzes über den All
ge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, in Verbindung mit Art. 28a Abs. 3 IVG) sowie die Voraussetzungen zur Herabsetzung oder Auf
he
bung einer Rente (Art. 88a Abs. 1 und Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. a der Verordnung über die In
va
lidenversiche
rung, IVV, sowie Art. 31 Abs. 1 IVG) zutreffend dar
gelegt, weshalb mit nachste
henden Ergänzungen darauf verwiesen werden kann.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge
von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Er
werbs
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten
auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).
Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sich
tigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht
überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG
.
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zu
kunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).
Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
säch
lichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Ge
sundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349 mit Hinweisen). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Aus
wirkungen eines im
Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustan
des auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im
Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung
einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechts
kräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Einspracheent
scheid
, wel
ch
e oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechts
konformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditäts
be
messung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3 S. 75 ff; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26.
März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwer
defall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Gestützt auf einen Bericht des
damals behandelnden
Psychiaters
Dr.
med
.
Y._
,
Psychiatrie
und
Psychotherapie
FMH
, vom 12. Juni 2001 (Urk. 8/11) sprach die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit Verfü
gung vom 5. November 2001 mit Wirkung ab 1. Mai 2000 bei einem
Invalidi
tätsgrad
von 100 % eine ganze Rente zu (Urk. 8/16).
In der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) hielt die Beschwerdegegnerin fest, ohne Gesundheitsschaden würde die Beschwerdeführerin heute einer Erwerbstä
tigkeit von
60 % nachgehen
(Verfügungsteil 2 S. 1)
. Es sei davon auszugehen, dass mit einer adäquaten Behandlung weiterhin eine 15%ige
Restarbeitsfähig
keit
bestehe, wie sich dies aus der medizinischen Beurteilung ergeben habe
(Verfügungsteil 2 S. 2)
. Die Einschränkung von 21.9 % im Haushaltbereich sei sodann
unbestritten
. Insgesamt ergebe sich ein Invaliditätsgrad von 57 %
, was zur Herabsetzung auf eine halbe Rente führe (Verfügungsteil 2 S. 3)
.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerde
führerin
geltend,
d
ie vom behandelnden Arzt
Dr.
med.
Z._
erwähnte relative psychische Stabilisierung habe sich als bloss kurzfristig erwiesen. Die Annahme einer auch bloss bescheidenen
,
aber immerhin durchgehenden
,
Restarbeitsfähigkeit sei deshalb nicht zulässig. Die selbständige Erwerbstätigkeit entspreche vielmehr einem Arbeitsversuch, wel
cher leider gescheitert sei (
Urk. 1
S. 8 Ziff. 1). Hinzu komme, dass eine Zusam
menarbeit mit anderen Personen und in anderen Räumen ausgeschlossen sei. Dies führe dazu, dass die Restarbeitsfähigkeit praktisch nicht verwertbar sei und nur einen minimalsten Verdienst ermögliche. Die von der Beschwerdegegnerin getroffene Annahme mit 15 % eines normalen Einkommens
werde dieser be
sonderen Situation nicht gerecht (S. 9 Ziff. 2). Wenn ein Invalideneinkommen angenommen werden könnte, dann nur aus der bescheidensten Beratungstätig
keit. Im Jahre 2010 habe ein Reingewinn von Fr. 4‘602.80 resultiert. Ein solcher Gewinn habe im Jahre 2011 nicht mehr erzielt werden können, der Umsatz habe knapp Fr. 4‘000.-- betragen, womit ein Gewinn - wenn überhaupt - nur in mar
ginalem Umfang habe anfallen können (S. 9 Ziff. 4).
Unter diesen Umständen müsse davon ausgegangen werden, dass die Verwertung einer phasenweise be
stehenden Restarbeitsfähigkeit kaum möglich sei (S. 10 Ziff. 5). Insgesamt re
sultiere ein Invaliditätsgrad von 68 %, was einen Anspruch auf eine
Dreivier
telsrente
begründe (S. 11).
In ihrer Replik (Urk. 11) führte die Beschwerdeführerin ergänzend dazu aus, ein Pensum von 15 % sei selbst ohne massive weitere Einschränkungen wirtschaft
lich nicht verwertbar.
Es sei i
llusorisch, unter den vom
RAD
genannten Bedin
gungen (zeitlich flexible Tätigkeit, ohne permanenten Zeit- und Termindruck, bei nur geringem Publikumsverkehr, ohne besondere Anforderungen an das Umstellungs- und Anpassungsvermögen, in einer wohlwollenden und
konflikt
armen
Arbeitsatmosphäre)
eine Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
anzu
nehmen. Eine Restarbeitsfähigkeit von etwa 10 % sei in der Lehre schon seit längerem als nicht mehr verwertbar angenommen. Der Bundesrat gehe im er
läuternden Bericht zur IV-Revision 6b sodann davon aus, dass eine
Rester
werbsfähigkeit
von unter 20 % nicht
mehr verwertbar sei (S. 2 f. Ziff. 2). Selbst wenn von einer verwertbaren Restarbeitsfähigkeit ausgegangen werden dürfte, müsste von einem wesentlich tieferen Invalideneinkommen ausgegangen wer
den
, nachdem für sie auf dem freien Arbeitsmarkt nur einfachste Hilfsarbeiten ohne Zeit- und Termindruck in Frage kämen (S. 3 Ziff. 3). Es resultiere in jedem Fall ein Invaliditätsgrad von über 60 % und damit ein Anspruch auf eine
Drei
viertelsrente
(S. 4 Ziff. 4).
2.3
Strittig und zu prüfen ist damit
, ob sich der Gesundheitszustand und die Arbeits
fähigkeit der Beschwerdeführerin und damit der Invaliditätsgrad seit der letzten Rentenrevision im Jahre 2010 verändert haben
.
Unbestritten und auf
grund der Akten auch ausgewiesen ist hingegen, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall in einem Pensum von 60 % einer Erwerbstätigkeit nachge
hen und sich im Umfang der restlichen 40 % im Haushalt betätigen würde.
3.
3.
1
Der
damals behandelnde
Psychiater
Dr.
Y._
diagnostizierte in seinem Bericht vom 12. Juni 2001 (Urk. 8/11) eine seit dem Jahre 1998 bestehende bipolare
affektive Störung,
zur Zeit
depressiv-paranoid (ICD-10 F31.3) sowie einen Ver
dacht auf eine
schizoaffektive
Psychose (ICD-10 F25.1
;
Urk. 8/11/4 ad. A
) und beschrieb den Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin
als sehr labil (
lit
. C.1). Sie habe noch nie überzeugt werden können, dass sie mit ihrem Grundleiden ein ruhiges Umfeld mit Ordnungsstrukturen nötig habe, und sich bislang beruflich nichts Bleibendes aufbauen können, was einigermassen Chan
cen auf ein längerfristig existenzsicherndes Einkommen haben könnte. Die
Be
schwerdeführerin
brauche kontrollierende Führung „an kurzer Leine
“
, mehr Be
ständigkeit und Durchhaltevermögen. Solange sie sich diesen Prinzipien wider
setze,
solange sie durch manisch-depressives Agieren und Intrigieren, durch Selbstüberschätzung, durch Versagen der Selbstkontrolle und Selbstbehauptung abträgliche Milieubedingungen mitgestalte und jeweils eben Begonnenes aus krankhaften Motiven hinwerfe und abbreche, könne nichts Dauerhaftes gelin
gen. Im Durchschnitt der letzten zwei Jahre seit März 1999 bis zum jetzigen Zeitpunkt sei die
Beschwerdeführerin
mindestens 70 % arbeitsunfähig und werde es höchstwahrscheinlich wegen langdauernder Krankheit bleiben (Urk. 8/11/5).
3.
2
Vom 4. März bis 20. Juli 1999 war die
Beschwerdeführerin
in der Psychiatri
schen Privatklinik
A._
hospitalisiert
,
nachdem
sie wegen Selbstgefährdung bei einem
depressiven Zustandsbild mit Suizidideen
notfall
mässig
per Fürsorgerischem Freiheitsentzug (FFE) eingewiesen worden war
. Im Austrittsbericht vom 20. Juli 1999 (Urk. 8/19/5-7) diagnostizierten die verant
wortlichen Ärzte eine bipolare affektive Störung
, bei Eintritt schwere depressive Episode mit Suizidalität (ICD-10 F31.4
;
S. 1) und führten aus, die
Beschwerde
führerin
habe bereits seit längerer Zeit an einem subdepressiven Zustand gelit
ten, den sie selber mit einem zunehmenden Cannabis-Konsum therapiert habe. Bei Eintritt habe ein schwer depressives Zustandsbild mit latenter Suizidalität bestanden, wobei auch manische Zustände aufgetreten seien. Die
Beschwerde
führerin
habe in einem deutlich gebesserten Zustand entlassen werden können (S. 3).
3.3
Vom 25. Juni bis 20. Juli 2009 wurde die Beschwerdeführerin zum dritten Mal per FFE
in der
A._
hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 27. Juli 2009 (Urk. 8/79) diagnostizierten die Ärzte unverändert eine bipolar-affektive Störung, bei gegenwärtig manischer Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F31.3; S. 1). Bei Eintritt sei die Beschwerdeführerin sehr angetrieben,
logorrhoisch
und sexuell distanzgemindert gewesen. Das Zustandsbild sei trotz medikamentöser Behandlung weiterhin angetrieben, distanzgemindert, leicht wahnhaft im Sinne von starkem Misstrauen und Beobachtungsgefühl geblieben. Am 13. Juli 2009 habe die Beschwerdeführerin aufgrund eines
Aggressionser
eignisses
isoliert werden müssen und es sei eine
Medikamentation
mit
Risperdal
angesetzt worden. Kurz darauf habe die Beschwerdeführerin eine deutliche
Zu
standsverbesserung
gezeigt, sei kooperativ, freundlich, zugewandt und
krank
heitseinsichtig
geworden. Am 20. Juli 2009 sei sie auf eigenen Wunsch gegen ärztlichen Rat entlassen worden (S. 2).
3.
4
Der aktuell behandelnde Psychiater
Dr.
med. Z._
, Psychiatrie
und
Psychotherapie FMH,
bestätigte in seinem Bericht vom 25. Januar 2010 (Urk. 8/77/
6-7)
die früher genannte Diagnose
einer bipolaren affektiven Störung (Ziff. 1.1) und beschrieb rezidivierende manische und depressive Phasen im Lauf der letzten zehn Jahre. Akut bestünden teilweise psychotische Symptome. Ins
gesamt hätten sich keine wesentlichen Veränderungen im Verlauf ergeben
. O
b sich soziale oder medizinische Veränderungen mittelfristig für den Verlauf po
sitiv auswirken könnten, sei ungewiss. Im Jahre 2006 sei ein 50%iger Arbeits
versuch gescheitert, auch in störungsfreien Phasen sei die Arbeitsfähigkeit in der Zwischenzeit nie in rentenrelevantem Masse gestiegen. Ob sich bei weiterer Stabilisierung zu einem späteren Zeitpunkt die selbständige oder eine anfangs wohl zum Teil geschützte
Tätigkeit als Angestellte in kleinen Schritten steigern lasse, hänge vom weiteren Verlauf ab un
d
sei zum jetzigen Zeitpunkt ungewiss (Ziff. 1.4).
Die medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit betrage seit dem Jahre 2006 80
%
bis 100 % (Ziff. 1.6). Es bestünden psychische Einschränkungen im emo
tionalen Bereich wie Stimmungsinstabilität, instabiles Durchhaltevermögen, verminderte Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit sowie geringe Flexibilität
. Zuletzt habe die
Beschwerdeführerin
keine IV-relevante Tätigkeit ausgeübt, die selbständige Tätigkeit im bisherigen Rahmen von 0-5 Stunden pro Woche sei zumutbar (Ziff. 1.7).
Mit psychiatrisch-psychosozialen Massnahmen liessen sich die Einschränkun
gen im bisherigen Mass vermindern, ob noch mehr positive Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit möglich seien, sei ungewiss (Ziff. 1.8).
Ebenso ungewiss sei
eine Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit bzw. eine Erhöhung der Ein
satzfähigkeit, es könne nicht damit gerechnet werden (Ziff.
1.9).
3.
5
Dr.
med.
B._
, Facharzt
Psychiatrie und Psychotherapie FMH
, RAD,
führte am 11. Februar 2010 aus, aufgrund der vorliegenden Arztberichte könne plausibel nachgewiesen werden, dass sich die Arbeitsfähigkeit der Be
schwerdeführerin wegen einer bipolar-affektiven Störung auch in störungs
freien Phasen nie in rentenrelevantem Mass verändert habe. Es sei daher wei
terhin von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (Urk. 8/81 S. 2).
3.
6
In seinem Bericht vom
14. April 2011 (Urk. 8/93/5-6) führte Dr
.
Z._
bei unveränderter Diagnose (Ziff. 1.1) aus, seit dem letzten Bericht sei die Be
schwerdeführerin psychisch relativ stabiler. Mit der Schwangerschaft im Früh
jahr 2010 habe die Beschwerdeführerin die Neuroleptika abgesetzt und sei auch seit der Geburt
ihrer Tochter
am 24. Januar 2011 weiterhin relativ stabil. Ins
gesamt bestehe ein erfreulicher Verlauf mit relativer psychosozialer Stabilisie
rung. Die eigene Firma stelle eine Art von privatem geschütztem Arbeitsplatz dar, in welchem Rahmen sie ihre Schwankungen ohne Bedrohung der Stelle besser auffangen und die Arbeitsfähigkeit im Jahre 2010 im Durchschnitt etwas habe steigern können auf zirka 10
%
bis 20 %, wobei die Einkünfte tiefer ge
wesen seien. Wo derzeit die theoretische Belastungsgrenze liege
,
sei schwierig zu beurteilen. Die Umsetzung der psychosozialen Stabilisierung in eine höhere Arbeitsfähigkeit und ein besseres Einkommen sei aktuell weder prüf- noch be
weisbar. Sicher sei, dass auch die „geschützte“ behinderungsangepasste Ar
beitsfähigkeit weiterhin maximal 20
%
bis 25 % betrage. Das daraus erzielbare Einkommen dürfte relativ gering sein, in der
freien Wirtschaft wäre die Be
schwerdeführerin kaum in diesem Mass belastbar (Ziff. 1.4). Die medizinisch be
gründete Arbeitsunfähigkeit betrage 80
%
bis 90 % seit dem Frühjahr 2010, zu
vor 80
%
bis 100 % (Ziff. 1.6). Die bisherige Tätigkeit sei im geschützten Rah
men zumutbar. Im Rahmen der eigenen geschützten Firma seien theoretisch null bis zwei, allenfalls drei Stunden täglich zumutbar, maximal zirka zehn Stunden pro Woche, bei Instabilität und Belastungen auch deutlich weniger (Ziff. 1.7).
Mit psychiatrisch-psychosozialen Massnahmen liessen sich die bestehenden Einschränkungen im bisherigen Mass vermindern (Ziff. 1.8). Ob mit einer Erhö
hung der Einsatzfähigkeit gerechnet werden könne sei ungewiss, mittelfristig sei eventuell eine allmähliche Steigerung möglich (Ziff. 1.9).
3.
7
Am 16. Mai 2011
konstatierte
RAD-
Arzt
Dr.
B._
das Erreichen einer relati
ven psychischen Stabilität bei Heirat im Frühjahr
2010
und Geburt eines Kindes am 24. Januar 201
1.
Trotz Absetzen der Neuroleptika in der Schwangerschaft und über die Geburt hinaus habe die relative Stabilität bisher durch klassische Homöopathie aufrechterhalten werden können. Im geschützten Rahmen der ei
genen Firma seien maximal zehn Stunden Arbeit pro Woche möglich. Ein
schränkend bestünden eine verminderte Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit, eine geringe Flexibilität, ein instabiles Durchhaltevermögen und eine
Stim
mungsinstabilität
. Gemäss Aktenlage sei seit Frühjahr 2010 bis auf weiteres eine 85%ige Arbeitsunfähigkeit bisherig und
angepasst
mit folgendem zumutbaren Ressourcen- und Belastungsprofil ausgewiesen
: zeitlich flexible Tätigkeiten ohne permanenten Zeit- und Termindruck, bei nur geringem Publikumsverkehr, ohne besondere Anforderungen an das Umstellungs- und Anpassungsvermögen in einer wohlwollenden und konfliktarmen Arbeitsatmosphäre. Trotz insgesamt positivem Verlauf mit relativer psychosozialer Stabilisierung sei die Prognose ungewiss, eventuell könne mittelfristig mit einer allmählichen Verbesserung der Arbeitsfähigkeit gerechnet werden (Urk. 8/98 S. 2).
3.
8
Nach
Hospitalisationen
im Oktober 2003 sowie Februar 2007 befand sich die Beschwerdeführerin vom 25. Juni bis 20. Juli 2011 zum dritten Mal in der Psy
chiatrischen
Klinik C._
im Fürsorgerischen Freiheitsentzug. Im Austrittsbericht vom 8. August 2011 (Urk. 8/104) diagnostizierten die Ärzte die bipolar affektive Störung, gegenwärtig manische Episode
,
mit psychotischen Symptomen
(ICD-10 F31.3)
.
Aufgrund der Schwangerschaft und
der
Geburt fünf Monate zuvor
sei die Beschwerdeführerin in letzter Zeit medikamentös nicht behandelt gewesen. Bis vor drei Tagen sei sie aber in psychisch stabilem Zu
stand gewesen (S. 1).
Zu Beginn des stationären Aufenthaltes habe die Be
schwerdeführerin ein
maniformes
Zustandsbild
mit Agitation und Affektlabilität gezeigt
.
In Gesprächen habe sie sprunghaft, psychomotorisch gesteigert und
dysphorisch
imponiert. Sie sei verbal zum Teil nicht erreichbar gewesen, habe auf der Station laut geschrien und kaum Krankheitseinsicht gezeigt (S. 2). Psy
chopathologisch habe sich unter der medikamentösen Therapie mit
Invega
eine langsame Verbesserung des Zustandsbildes gezeigt. Die Beschwerdeführerin habe sich zunehmend absprachefähig gezeigt, eine Belastungserprobung mit zwei Übernachtungen sei problemlos verlaufen (S. 3).
3.
9
RAD
-Arzt
Dr
.
B._
bezeichnete
diesen Verlauf bei der vorliegenden Störung und Krankheitsanamnese in seiner Stellungnahme vom 14. März 2012 als nicht überraschend, da die Beschwerdeführerin im Rahmen der Schwangerschaft während 17 Monaten keine stimmungsstabilisierenden Medikamente mehr ein
genommen habe.
Laut Austrittsbericht der
Klinik C._
habe sich unter medikamentöser Therapie eine langsame Verbesserung des psychopathologischen Befundes ein
gestellt und eine Belastungserprobung mit zwei Übernachtungen sei problemlos verlaufen
. Es sei gut möglich, dass es im weiteren Verlauf unter regelmässiger psychopharmakologischer und ambulanter psychiatrischer Behandlung zu einer weiteren Verbesserung des Zustandsbildes der Beschwerdeführerin gekommen sei, wodurch es in der Haushaltabklärung, die etwa anderthalb Monate
nach Klinikaustritt durchgeführt worden sei, zu einer gut nachvollziehbaren Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit im Haushalt gekommen sei. Gestützt werde die Besserungsfähigkeit des Gesundheitszustandes auch durch den relativ stabilen Vorzustand seit dem 25. Januar 2010 (Urk. 7 S. 2 Ziff. 1).
Es könne deshalb weiterhin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer medizinisch-theoretischen Restarbeitsfähigkeit
von 15 % bisherig und angepasst ausgegangen werden (Ziff. 2).
Die RAD-
Stellungnahme vom 16. Mai 2011 sei auf der Grundlage des psychiatrischen Arztberichts von Dr.
Z._
vom 14. April 2011 erstellt worden. Damals habe die Beschwerdeführerin keine Psychopharmaka eingenommen, wohingegen sich zum Zeitpunkt der
Haus
haltabklärung
der Gesundheitszustand nach stationärer Behandlung in der
Klinik C._
und unter kontinuierlicher
Psychopharmakaeinnahme
gebessert haben könne. Auch dürfte davon ausgegangen werden, dass sich die Beschwerdeführerin im häuslichen Umfeld stabilisiert habe. Von einer höheren Ei
ns
chränkung im Haushaltbereich sei deshalb mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht auszu
gehen (Ziff. 3).
4.
4.
1
Die Beschwerdeführerin erhält seit Mai 2000 bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Invalidenrente. Ursache dafür ist eine seit dem Jahre 1998 bestehende bipolare affektive Störung. Im Jahre 2010 wurde letztmals eine Rentenrevision durchgeführt
und dabei insbesondere gestützt auf den Bericht
des behandelnden Psychiaters
Dr.
Z._
vom 25. Januar 2010
(vorstehend E.
3.
4
) weiterhin ein Anspruch auf eine ganze Rente bestätigt.
Dr
.
Z._
hatte
dannzumal die medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit seit dem Jahre 2006 auf 80
%
bis 100 % beziffert und erklärt, es hätten sich im Verlauf keine wesentlichen Veränderungen ergeben, auch in störungsfreien Phasen sei die Arbeitsfähigkeit nie in rentenrelevantem Masse gestiegen
.
Die selbständige Arbeit sei im Rahmen von bis zu fünf Stunden pro Woche zumut
bar. Ob sich bei einer weiteren Stabilisierung
zu einem späteren Zeitpunkt die selbständige oder eine anfangs wohl zum Teil geschützte Tätigkeit als Ange
stellte in kleinen Schritten steigern lasse,
sei ungewiss (vorstehend E.
3.
4
).
Ins
besondere gestützt auf diesen Bericht ging der RAD-Arzt Dr.
B._
in
der Folge von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit
aus, was zur Bestätigung der bisherigen ganzen Rente führte
(vorstehend E.
3.5
).
4.2
Im Vergleich dazu ergibt sich nun a
us dem aktuellen Bericht von Dr
.
Z._
vom 14. April 2011 eine psychosoziale Stabilisierung, welche zu einer leichten Steigerung
sowohl
der Arbeitsfähigkeit
als auch der effektiven Arbeitsleistung
auf 10
%
bis 20 % geführt ha
t
.
Dabei ist allerdings zu beachten, dass Dr.
Z._
die eigene Firma der Beschwerdeführerin
bisher stets
als „privaten geschützten Arbeitsplatz“ bezeichnete und ausdrücklich festhielt, die Grenze der theoretischen Belastbarkeit sei schwierig zu beurteilen und die Umsetzung der psychosozialen Stabilisierung in eine höhere Arbeitsfähigkeit und ein besseres Einkommen sei weder
über
prüf- noch beweisbar. Zudem bezeichnete
Dr.
Z._
die Beschwerdeführerin als in der freien Wirtschaft kaum in diesem Mass belastbar und die bisherige Tätigkeit als lediglich im geschützten Rahmen zumutbar. Hinzu kommt, dass gemäss der Beurteilung durch Dr.
Z._
die zumutbare Arbeitsleistung von null bis zwei, allenfalls drei Stunden täglich bei Instabilität und Belastungen auch deutlich weniger betragen kann (vorstehend E.
3.6
).
Im Übrigen
hatte Dr.
Z._
die Arbeitsfähigkeit bereits im Jahre
2010 auf maximal 20 % geschätzt (vorstehend E. 3.
4
), so dass es diesbezüglich zu keiner Verbesserung gekommen ist.
Entgegen der Ansicht
von
RAD-Arzt
Dr.
B._
kann
somit
aus dem Bericht von Dr
.
Z._
nicht auf eine 15%ige Arbeitsfähigkeit geschlossen werden. Vielmehr ist davon auszugehen, dass sich die von Dr.
Z._
als zumutbar be
zeichnete Arbeitsleistung
ausschliesslich in der eigenen Firma als „geschützte
m
Arbeitsplatz“ verwirklichen lässt
. Es erscheint denn auch als sehr fraglich, ob eine Arbeitsstelle mit dem von Dr.
B._
am 16.
Mai 2011 genannten Res
sourcen- und Belastungsprofil (vorstehend E.
3.7
) auf dem freien Arbeitsmarkt überhaupt verfügbar ist.
Die Einschätzung, wonach
sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nicht längerfristig stabilisiert hat, sondern es nur zu einer bloss vorübergehen
den Besserung gekommen ist,
wird denn auch dadurch gestützt, dass
sich
die
Beschwerdeführerin bereits im Sommer 2011 erneut während knapp vier Wo
chen im Fürsorgerischen Freiheitsentzug befand (vorstehend E.
3.8
). Ebenso wies Dr.
Z._
ausdrücklich darauf
hin, dass das von ihm als maximal zu
mutbar eingestufte Pensum von drei Arbeitsstunden täglich in Phasen von In
stabilität und Belastungen auch deutlich geringer
ausfallen könne
(vorstehend E. 3.6)
.
4.3
Zusammenfassend ist somit davon auszugehen, dass es sich bei der Verbesse
rung des Gesundheitszustandes ab dem Frühjahr 2010 um eine lediglich vo
rübergehende Stabilisierung gehandelt hat, welche sich zwar auf die Arbeitsfä
higkeit im geschützten Rahmen der eigenen Firma ausgewirkt hat, nicht jedoch auf die Leistungsfähigkeit in der freien Wirtschaft. Der medizinische Sachver
halt ist damit als dahingehend erstellt zu betrachten, dass
nach wie vor
keine verwertbare Restarbeitsfähigkeit d
er
Beschwerdeführerin auf dem freien Ar
beitsmarkt
vorliegt
.
5.
Bei der Prüfung der erwerblichen Auswirkungen dieser Einschränkung kann vorliegend ein Prozentvergleich durchgeführt werden, da die Beschwerdeführe
rin aufgrund der bestehenden psychischen Einschränkungen auf dem freien Ar
beitsmarkt zu 100 % arbeitsunfähig ist. Auf einen Einkommensvergleich mittels Tabellenlöhnen ist daher zu verzichten (BGE 114 V 310 E. 3a S. 313; Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom
5.
Juli 2011 E. 10.2.1 mit Hinweis). Damit ist im Erwerbsbereich von einem Invaliditätsgrad von 100 % auszugehen. Bei ei
nem Anteil des Erwerbsbereiches von 60 % entspricht dies einem gewichteten Teilinvaliditätsgrad von 60 % (100 % x 0.6).
6
.
6
.1
Es ist im Weiteren der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin im
Haushaltsbe
reich
zu ermitteln.
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind - analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, be
gründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61
E. 6.2 und 128 V 93 f. E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil ei
nes Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der erwerblichen Tä
tigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts I 2
36/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2).
6
.2
Zur Beurteilung der Beeinträchtigungen im Haushaltsbereich wurde die Beschwer
deführerin am 7. September 2011 zu Hause besucht. Der
Haushaltab
klärungsbericht
vom 9. September 2011 (
Urk.
8/96) enthält eine eingehende Abklärung der Wohnverhältnisse sowie der im Haushalt der Beschwerdeführerin anfallenden Tätigkeiten. In Übereinstimmung mit der Verwaltungspraxis (Kreisschreiben für Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH],
Rz
3095) wurden darin die Haushaltstätigkeiten in sieben Aufgaben ein
geteilt und anschliessend nach deren prozentualen Gewichtung im Vergleich zu sämtlichen anfallenden Tätigkeiten bewertet. In der Folge machte sich die
Ab
klärungsperson
ein Bild über die örtlichen und räumlichen Wohnverhältnisse der Beschwerdeführerin und klärte für jeden der sieben Tätigkeitsbereiche die konkrete Behinderung ab. Die Berichtstexte sind
nachvollziehbar begründet so
wie angemessen detailliert und die Aussagen der Beschwerdeführerin wurden dabei erwähnt und berücksichtigt. Der Abklärungsbericht erfüllt demnach die genannten Kriterien vollumfänglich, so dass darauf abgestellt werden kann
. Zu Recht hat die Beschwerdeführerin denn auch nichts gegen den Bericht vorge
bracht (vgl.
Urk.
1).
Gemäss dem Abklärungsbericht kann die Beschwerdeführerin bei der Erledigung des Haushaltarbeiten auf die Hilfe
ihres Ehemannes
zurückgreifen,
welcher
sie
insbesondere beim Kochen sowie Staubsaugen unterstützt
(Urk.
8/
96
Ziff.
6.2, 6.3
)
. Zudem werden die Bügelarbeiten nun auswärts gegeben (Urk. 8/96 Ziff. 6.5). Insgesamt ergibt
sich im Haushaltsbereich ein Invaliditätsgrad von
21.9
% (Urk.
8/
96
Ziff.
6.8). Bei einem Anteil des Haushaltsbereiches von
4
0
% entspricht dies einem gewichteten Teilinvaliditätsgrad von
8.76
% (
21.9
% x 0.
4
).
7
.
Der Gesamtinvaliditätsgrad berechnet sich mittels Addition der
Teilinvaliditäts
grade
. Demnach resultiert bei einem Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsbereich von 60
%
(vgl. vorstehend E.
5
) und einem solchen von 8.76 % im Haushaltsbereich (vgl. vorstehend E.
6.2
) ein Gesamtinvaliditätsgrad von 68.76 %, was einen Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
begründet.
Die angefochtene Verfügung vom 12. Dezember 2011 ist somit dahin
gehend
abzuändern, dass die Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1.
Februar
2012 An
spruch auf eine
Dreiviertelsrente
hat.
Dies führt zur Gutheissung der Be
schwer
-
de.
8.
8.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
8.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Vorliegend erscheint
eine Prozessentschädigung von Fr. 2‘600.-- (inkl. Mehrwertsteuer und Barauslagen) als angemessen.