Decision ID: 63cc1e0d-69e4-5c3b-bc1a-598b7b0f66b9
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Die Dorfkorporation X. stellte A.Y. am 30. November 2014 betreffend den Zeitraum
vom 1. Dezember 2013 bis 30. November 2014 für Stromnetznutzung Fr. 1‘306.45, für
Energielieferung (7‘144 kWh Hoch- und 12‘724 kWh Normaltarif) Fr. 1‘289.-- sowie für
Abgaben Fr. 357.60 (Abgaben Systemdienstleistungen [SDL] von Fr. 121’70, Abgaben
kostendeckende Einspeisevergütung [KEV] und Schutz der Gewässer und Fische von
Fr. 116.70 sowie Abgabe an die Gemeinde von Fr. 119.20 [0.6 Rp. pro kWh]) in
Rechnung. Den hiergegen von A.Y. erhobenen Rekurs vom 9. Dezember 2014 (act. G
10/12/1) wies der Verwaltungsrat der Dorfkorporation X. mit Entscheid vom 31.
Dezember 2014 ab (act. G 10/2/5). Den gegen diesen Entscheid erhobenen Rekurs
vom 8. Januar 2015 (act. G 10/1) wies die Verwaltungsrekurskommission des Kantons
St. Gallen mit Entscheid vom 21. Mai 2015 ab (act. G 10/21).
B.
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a. Gegen diesen Rekursentscheid erhob A.Y. mit Eingabe vom 2. Juni 2015
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der angefochtene Entscheid sei
unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben (act. G 1). Am 5. Juni 2015
ersuchte er um unentgeltliche Rechtspflege für das Beschwerdeverfahren (act. G 5).
Dieses Gesuch wies der Präsident des Verwaltungsgerichts mit Verfügung vom 19.
Juni 2015 ab (act. G 7).
b. In der Vernehmlassung vom 24. Juni 2015 beantragte die Vorinstanz Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids (act. G 9). Mit Eingabe vom 6. Juli 2015 teilte Rechtsanwalt lic. iur. Jürg
Bereuter, St. Gallen, für die Beschwerdegegnerin den Verzicht auf eine
Vernehmlassung mit und beantragte unter Verweis auf den angefochtenen Entscheid
Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 12).
c. Mit Eingabe vom 13. Juli 2015 bestätigte der Beschwerdeführer seinen Standpunkt
und reichte weitere Beweismittel ein (act. G 16 f.). Die Vorinstanz und die
Beschwerdegegnerin verzichteten auf eine Stellungnahme hierzu (act. G 19, 20). Am 3.
September 2015 teilte der Beschwerdeführer mit, dass die Beschwerdegegnerin die
Strompreise für 2016 reglementskonform ohne die Abgabe an die Gemeinde festgelegt
habe (act. G 22 f.). Hierzu äusserte sich die Beschwerdegegnerin mit Eingabe vom 18.
September 2015 (act. G 25 f.). Am 30. September 2015 reichte der Beschwerdeführer
ein weiteres Aktenstück („Informationen zu den Strompreisen 2016“) ein (act. G 28 f.).
d. Auf die Darlegungen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben des vorliegenden
Verfahrens wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
1.1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Der
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Beschwerdeführer ist zur Beschwerde legitimiert, und die Beschwerdeeingabe vom 2.
Juni 2015 entspricht zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen
(Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist grundsätzlich - mit den
nachstehend angeführten Vorbehalten - einzutreten.
1.2. Gegenstand des angefochtenen Entscheids sowie des vorangegangenen
Entscheids der Beschwerdegegnerin vom 31. Dezember 2014 und der
Gebührenrechnung vom 30. November 2014 bilden Gebühren für Energiebezug in der
Zeit vom 1. Dezember 2013 bis 30. November 2014. Zu Recht trat die Vorinstanz daher
auf Vorbringen des Beschwerdeführers betreffend die Abrechnungsperioden vom
1. Dezember 2008 bis 30. November 2013 mit Hinweis auf die Rechtskraft der
entsprechenden Gebührenrechnungen nicht ein. Ein Nichteintreten wegen fehlender
Legitimation des Beschwerdeführers (Art. 45 Abs. 1 VRP) erfolgte im vorinstanzlichen
Entscheid zu Recht auch mit Bezug auf den Antrag, eine geänderte Rechnung für alle
gebührenpflichtigen Bürger bis 4. Februar 2039 zu verrechnen (vgl. act. G 10/21 S. 3).
Das Thema des vorliegenden Beschwerdeverfahrens ist begrenzt durch den
Gegenstand des vorinstanzlichen Entscheids (vgl. Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. A. 2003, Rz. 579). In diesem
Verfahren kann daher nur überprüft werden, was bereits Gegenstand des
vorinstanzlichen Entscheids gebildet hatte. Auf die schon im vorin-stanzlichen
Entscheid mit Nichteintreten erledigten und vom Beschwerdeführer in der Beschwerde
erneut aufgeführten Anträge (vgl. act. G 1, Antrag 1 und S. 8) kann auch in diesem
Verfahren nicht eingetreten werden, soweit sie sachlich und zeitlich (Zeitraum ab 1.
Dezember 2008; vgl. act. G 1 S. 2) nicht den Verfahrensgegenstand betreffen. Wenn (in
Rechtskraft erwachsene) Gebührenrechnungen, welche nicht den streitigen Zeitraum
betreffen, vorliegend ausser Betracht zu bleiben haben, so stellen sich diesbezüglich
(entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers; vgl. act. G 1 S. 3 oben und S. 6
Mitte) auch keine Verjährungsfragen. Sodann liegen auch Enteignungen, wie sie der
Beschwerdeführer erwähnt (act. G 1 S. 3 unten), ausserhalb des hier zu prüfenden
Verfahrensgegenstandes. Dies gilt auch für die in der Verfügung der eidg.
Schätzungskommission vom 24. März 2014 abgehandelten Gegebenheiten (act. G 1 S.
4 und 7 f. oben sowie G 2/5).
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1.3. Mit Eingaben vom 3. und 18. September 2015 äusserten sich der
Beschwerdeführer und die Beschwerdegegnerin zur Festlegung der Strompreise für
2016 (act. G 22 f.; act. G 25 f.). Am 30. September 2015 reichte der Beschwerdeführer
ein weiteres Aktenstück („Informationen zu den Strompreisen 2016“) ein (act. G 28 f.).
Die Festlegung der Strompreise 2016 als solche tangiert den vorliegenden
Verfahrensgegenstand in zeitlicher Hinsicht nicht, weshalb darauf materiell nicht
eingetreten werden kann. Im Übrigen kann die Frage offenbleiben, ob bzw. inwiefern
die Eingaben vorliegend für die Prüfung der Energiebezugsabgaben im streitigen
Zeitraum Berücksichtigung finden können bzw. aus dem Recht zu weisen wären, da -
wie sich nachstehend ergeben wird - sich aus den nachträglich eingebrachten
Gegebenheiten keine den Entscheid verändernden Erkenntnisse ableiten lassen. Aus
demselben Grund braucht auch die Frage, ob es sich dabei um unzulässige neue
Begehren handelt (Art. 61 Abs. 3 VRP; vgl. dazu VerwGE B 2014/83 vom 27. Oktober
2015, E. 3.5.1), nicht untersucht zu werden.
1.4. Befangenheit im Sinn von Art. 7 Abs. 1 VRP ist gegeben, wenn Umstände
vorliegen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit einer Person zu
erwecken. Solche Umstände können in einem bestimmten subjektiven Verhalten der
Person oder in funktionellen oder organisatorischen (objektiven) Gegebenheiten
begründet sein. Befangenheit ist in der Regel zu bejahen, wenn eine ausgeprägte
Freundschaft oder Feindschaft besteht. Als befangen hat im Weiteren zu gelten, wer
ein unmittelbares persönliches Interesse am Ausgang des Verfahrens hat. Hinsichtlich
einer allfälligen Vorbefassung einer Person ist entscheidend, dass das Verfahren in
Bezug auf den konkreten Sachverhalt und die konkret zu entscheidenden Rechtsfragen
trotz der Vorbefassung als offen erscheinen muss und nicht der Anschein der
Vorbestimmtheit erweckt werden darf (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im
Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 192 f.). Der Beschwerdeführer macht eine
Befangenheit von Behördenmitgliedern geltend, indem er unter anderem ausführt, es
bestehe ein unmittelbares persönliches Interesse der Mitglieder der verantwortlichen
Organe (Mitglieder der Dorfkorporation X.) am Ausgang des Verfahrens, da ein
„Selbstverschulden“ vorliege (act. G 1 S. 8). Hinsichtlich dieser bereits im
Rekursverfahren vorgebrachten Rüge war der vorinstanzliche Entscheid zum Schluss
gekommen, es sei nicht nachvollziehbar, worauf sich die Rüge der Befangenheit genau
beziehe. Ausstandsgründe gegen einzelne Mitglieder der Dorfkorporation hätten zudem
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bereits im Rekurs an den Verwaltungsrat vorgebracht werden müssen. Ein
Ausstandsbegehren, das erst im Verfahren vor der VRK vorgebracht werde, sei
verspätet (act. G 10/21 S. 4 mit Hinweis auf BGE 132 I 485 E. 4.3 f.). Geprüft werden
könnte lediglich, ob der angefochtene Entscheid unter Verletzung der
Ausstandsvorschriften zustande gekommen sei. Beschlussfassungen über Voranschlag
und Jahresrechnung der Dorfkorporation seien nicht Anfechtungsobjekt. Eine
Befangenheit des Rechtsvertreters der Vorinstanz, wie sie der Beschwerdeführer
ebenfalls moniere, sei in der dem Verfahren zugrunde liegenden Konstellation gar nicht
möglich (act. G 10/21 S. 4).
Diese zutreffenden Darlegungen haben auch mit Bezug auf die im vorliegenden
Verfahren wiederholte Befangenheitsrüge Gültigkeit. Inwiefern der Rechtsvertreter der
Beschwerdegegnerin die Entscheidfindung im Zusammenhang mit den angefochtenen
Energiebezugskosten hätte beeinflussen können, ist nicht ersichtlich und wird vom
Beschwerdeführer auch nicht ausgeführt. Auf welche Person sich die „jahrelange
persönliche Unverträglichkeit“ (act. G 1 S. 8) bezieht und inwiefern diese eine konkrete
Person im Kontext der Festlegung von Energiebezugsabgaben als befangen
erscheinen lässt, legt der Beschwerdeführer nicht dar. Der blosse Hinweis auf ein
„Ausstandsverzeichnis“ (act. G 2) schafft hier keine Klärung. Sodann bewirken die vom
Beschwerdeführer (in act. G 1 auf S. 9 oben) in diesem Zusammenhang angeführte