Decision ID: 87fce9a1-d3f5-4979-815e-ca362ea0f0a8
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1963 geborene
X._
war seit
1.
Juli 2008 als Küchenhilfe und Office-Mitarbeiterin bei der
Y._
GmbH angestellt und in dieser Funktion bei der GENERALI Allgemeine Versicherungen AG (nachfolgend:
Generali
) im Rahmen des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) obli
gatorisch versichert (
Urk.
8/1). Daneben war sie als Reinigungskraft bei
ihrer Hausärztin
Dr. med.
Z._
, Fachärztin FMH für Allgemeine Innere Medi
zin,
tätig (Unfallversicherung: Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG
[nachfol
gend: Zürich]
; Urk.
8/57/2). Am 1
3.
Juli 2012 rutschte sie
an ihrem Arbeitsplatz im Gasthof
A._
auf dem Kel
lerboden, auf dem Seife ausgelaufen war, aus und schlug sich den Kopf an (Urk. 8/1-2). Die erstbehandelnde Ärztin
Dr.
Z._
diagnostizierte eine Commotio cerebri und multiple Prellungen an der Schulter, am Rücken, Nacken und dem Gesäss
(
Urk.
8
/2). In der Folge erbrachte die
Generali
die gesetzlichen Leistungen.
Mit Verfügung vom 1
5.
Mai 2013 stellte sie diese – unter Hinweis auf das Fehlen eines natürlichen und adä
quaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und den geklagten Beschwerden – per 31. Dezember 2012 ein (
Urk.
8/48). Zur
Fristwahrung
erhob die Versicher
te am 1
4.
Juni 2013 Einsprache
(
Urk.
8/5
2/2).
Gleichzeitig zeigte der bei de
r
Assista
Rechtsschutz AG tätig
e Rechtsanwalt Tamas Willi an, dass ihn
X._
mit der Interessenwahrung
beauftragt habe (Urk.
8/52/1).
Einen Tag später erhob
B._
, Beratungsstelle für Auslände
r, im Namen der Versicherten
Einsprache (Urk.
8/53).
Am 28.
August 2013 gab dann Recht
s
anwalt
Kreso
Glavas
die Interessenvertretung von
X._
bekannt (
Urk.
8/58
). Am 23.
September 2013 reichte er – un
ter Hinweis auf die bereits vorliegende Einsprache
schrift
von
B._
– eine ergänzende Einsprache ein
(
Urk.
8/62).
Die
Generali
und die Zürich schlossen a
m 1
4.
beziehungsweise 18.
Oktober 2013 eine Vereinbarung ab, wonach erstere sowohl für die Tätigkeit bei der
Y._
GmbH im Hotel
A._
als auch bei
Dr.
Z._
UVG-Leistungen erbringen werde. Die Zürich werde sich
dann
an den Leistungen der
Generali
im Verhältnis der bei beiden Gesellschaften versicherten Lohnsummen beteiligen
(
Urk.
8/67/2). Mit Ein
sprache
entscheid vom
5.
Dezember 2013 hiess die
Generali
die Einsprache teilweise gut, erhöhte das Unfalltaggeld für die Tätigkeit bei der
Y._ GmbH
von
Fr.
101.25 auf Fr. 109.70 pro Tag
, gewährte Taggelder vom 1
6.
Juli 2012 bis 2
8.
Februar 2013
für die
Arbeit bei
Dr.
Z._
und stellte die
UVG-
Leistungen mit Wirkung per 28. Februar 2013 ein
(
Urk.
8/77 =
Urk.
2)
.
2.
Gegen den Einspracheentscheid
vom
5.
Dezember 2013 erhob die Versicherte am 17. Januar 2014 Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei
aufzuheben, es sei nach Durchführung einer medizinischen Begutachtung unter Einschluss eines Neurochirurgen neu zu entscheiden und die
Generali
habe
für die Kosten des Einsprache- und Beschwerdeverfahrens aufzukommen (
Urk.
1 S.
2). Mit Beschwerdeantwort vom 2
4.
Februar 2014 schloss die
Generali
auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Mit Replik vom
6.
März 2014 (
Urk.
11)
und Duplik vom
7.
April 2014 (
Urk.
15) hielten die Parteien an ihren Anträgen fest, wobei die
Beschwerdeführerin
zusätzlich eine Entschädigung
für die entstande
nen Anwaltskosten unabhängig vom Ausgang des Verfahrens
verlangte
(
Urk.
11 S. 2 f.)
.
Am 2
7.
Mai 2014 nahm die
Versicherte
aufforderungsgemäss zur Duplik Stellung (
Urk.
20)
, was der
Generali
am 1
3.
Juni 2014
(Urk. 21)
zur Kenntnis gebracht wurde
.
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht über den 2
8.
Februar 2013 hinaus zu Recht verneinte
.
1
.2
Nach
Art.
10
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Unfall
folgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
(
Art.
8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]) invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invali
denrente (
Art.
18
Abs.
1
UVG
). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fort
setzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund
heitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (
Art.
19
Abs.
1 UVG).
1
.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren
Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die allei
nige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E.
4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118
V 286 E. 1b, je mit Hinweisen
)
.
1
.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
2
.
2
.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte eine über den 2
8.
Februar 2013 hinaus beste
hende Leistungspflicht unter Hinweis auf das
bidisziplinäre
Gutachten d
er
Klinik
L._
vom
1
8.
Februar 2013 mit der Begründung,
die angege
be
nen Beschwerden könnten nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis zurückgeführt werden. Ausserdem sei auch der adäquate Kausalzusammenhang zu verneinen
(
Urk.
2 S. 3 ff. und
Urk.
7 S. 2 ff.). Da die Beschwerdeführerin im Rahmen des Einspracheverfahrens kein
en
Antrag
auf
Gewährung einer Parteientschädigung gestellt habe, sei eine solche nicht geschuldet. Die
Zusprache
von Parteikosten sei ausserdem mangels überdurchschnittlicher Aufwendungen
und erheblicher Schwierigkeiten sowie
aufgrund des Umstands, dass die Beschwerdeführerin rechtsschutzversichert
sei,
abzulehnen (
Urk.
7 S. 8 f.).
2
.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Stand
punkt,
ihr seien im
Einspracheverfahren
besondere Aufwände und Mehr
ar
beit erwachsen, die den üblichen Rahmen übersteigen würden. Aus diesem Grund sei ihr ausnahmsweise eine Parteientschädigung für das
Verwaltungsver
fahren
zu entrichten. Auf die von
Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Neurologie, mitverfasste Expertise könne nicht abgestellt werden, da dieser eine exponierte Position vertrete
, die im Widerspruch zu den Beurteilungen der behandelnden Ärzte stehe
. Es rechtfertige sich deshalb, eine neutrale und objektive
Begutach
tung unter Einschluss eines Neurochirurgen in Auftrag zu geben. Da gemäss Be
ur
teilung erfahrener Neurochirurgen Kopfverletzu
ngen der erlittenen Art bis zu
zwei Jahren dauern könnten, sei
der Fallabschluss zu früh erfolgt (
Urk.
1 S. 2 ff.).
In der Replik vom
6.
März 2014 legte sie dar, die somatischen Problematik der Rückenschmerzen und der Ruptur der
Bizepssehne
seien im Gutachten nicht thematisiert worden, was nachzuholen sei.
Es sei ihr auch nicht korrekt ange
kündigt worden, welche Experten beigezogen würden. Es
sei
zudem
ersichtlich, dass sie eine mehrfach deformierte Wirbelsäule aufweise. Vor diesem Hinter
grund habe es die Beschwerdegegnerin unterlassen, die Anwendung von
Art.
36 UVG zu prüfen
(
Urk.
11 S. 4
ff.).
3
.
3
.1
Auf dem
am Unfalltag im
Institut D._
angefertigten Röntgenbild
des Schädels
waren
keine Hinweise auf eine Fraktur bei unauffälli
gen
ossären
Verhältnissen
ersichtlich
(
Urk.
8/5/2).
Die gleichenorts am 2
0.
Juli 2012 durchgeführte MRI-Untersuchung des Schädels zeigte ein
altersentspre
c
hend
normales Bild
(
Urk.
8/5/1).
3
.2
Die erstbehandelnde
Dr.
Z._
stellte im Arztzeugnis UVG vom 2
0.
Juli 2012 die Diagnosen einer
Commotio cerebri und von multiplen Prellungen an Schulter, Rücken, Nacken und Gesäss (
Urk.
8/2).
3
.3
Dr.
med.
E._
, Fachärztin FMH für Neurologie und Psychiatrie, diagnosti
zierte am
9.
November 2012 einen Status nach Co
mmotio cerebri am 1
3.
Juli 2012
, einen posttraumatischen Lagerungsschwindel und eine
Zervikozephalgie
. Sie berichtete, im Verlauf der Behandlung sei es zunächst zu einer Zunahme der Beschwerden in Form eines starken Schwindels mit Gangunsicherheit und einer schmerzhaft verspannten Schulter- sowie Nacken- und
Hinterkopfmuskulatur
gekommen. Seit der Intensivierung der Physiotherapie mit Balancetraining sei
eine leichte Besserung erkennbar. Sie attestierte eine seit dem Unfalltag beste
hende vollständige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
8/8).
3
.4
Dr.
Z._
bat in ihrem Bericht vom
9.
Nove
m
ber 2012
Dr.
med.
F._
, Fachärztin FMH für Ohren-Hals-Nasenkrankheiten,
um Abklärung des seit dem Unfallereignis persistierenden Schwindels und der starken Ver
spannung im Schulter- und Nackenbereich. Zudem sei nun ein Rauschen in den Ohren dazugekommen (
Urk.
8/15). Letztgenannte Ärztin führte
in ihrem Bericht vom
5.
Dezember 2012 unter den Diagnosen ein
en posttraumatischen
Schwindel und ein
en
chronisch kompensierten
Tinnitus beidseits auf.
Sie be
rich
tete, es finde sich kein eindeutiger Hinweis für eine periphere
Vestibulo
pa
thie
, jedoch – soweit sie dies beurteilen könne – für ein
Zervikalsyndrom
. Aus
oto-rhino-laryngologischer
Sicht sei die Kausalität der bestehenden Beschwer
den mit dem Unfallereignis unwahrscheinlich und es bestehe keine Arbeitsunfä
higkeit (
Urk.
8/14).
Am 1
3.
November 2012
führte sie ergänzend aus
,
muskuläre Ver
spannungen
könnten
als ausstrahlendes Phänomen Ohrgeräusche und auch Schwindel verursachen (
Urk.
8/17 S. 2).
3
.5
Dr.
med.
G._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte in sei
nem Bericht vom 1
2.
Dezember 2012 als Diagnose ein organisches
Psycho
syndrom
nach Schädelhirntrauma (ICD-10 F07.2) bei Status nach Unfall am 1
3.
Juli 2012 mit Commotio cerebri und multiplen Prellungen. Er berichtete, das Syndrom folge einem Schädelhirntrauma, das schwer genug gewesen sei, um zu einer erheblichen Hirnerschütterung zu führen. Das Trauma gehe dem Beginn der Symptome bis vier Wochen voraus. Die festgestellte Diagnose habe die Beschwerdeführerin vor dem Unfall nicht gehabt. Die Weiterführung der
Einzel
psy
chotherapie
in der Muttersprache der
Versicherten
sowie die Behandlung mit Psychopharmaka sei
en
erforderlich, um einer Zustandsverschlechterung entge
gen
zuwirken beziehungsweise um eine weitere Stabilisierung des Gesundheits
zu
stands im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit zu erreichen. Gemäss medi
zini
scher
Gesamtbeurteilung (psychiatrisch und
somatisch) sei die Beschwerdeführerin
bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig (Urk.
8/
23).
3
.6
Nachdem er die Beschwerdeführerin am 2
1.
Januar 2013 untersucht hatte,
führte
Dr.
C._
im Gutachten vom 1
8.
Februar 2013 (
Urk.
8/32/3-21) als Diag
nose eine möglicherweise stattgehabte Commotio cerebri auf (S. 12).
Die Untersuchung
habe
keinen Anhalt für eine behindernde Läsion am zentralen oder peripheren Nervensystem, der Wirbelsäule sowie der paravertebralen Strukturen
ergeben
. Auffällig
sei
vor allem eine deutliche Diskrepanz zwischen der anamnestisch angegebenen aktuellen Schmerzstärke und dem unbeein
trächtigten klinischen Eindruck
gewesen
. Es bestehe ebenfalls
eine deutliche
Diskrepanz zwischen der guten spontanen Beweglichkeit des Kopfes und der in der formalen Prüfung demonstrierten Ei
nschränkung. Dementsprechend sei
eine bewusstseinsnahe demonstrative Darbietung von Einschränkungen und Be
schwer
den als wahrscheinlich anzusehen.
Eine zumindest
fortdauernde
ves
ti
bu
läre
Störung
sei aufgrund des Umstandes, dass in den Lagerungsproben kein Nystagmus habe ausgelöst werden können, n
icht mehr wahrscheinlich
.
Ange
sichts des g
eschilderten Unfallhergangs könne
differentialdiagnostisch
grund
sätzlich eine möglicherweise initial bestehende
Contusio
lab
yrinthi
erwogen werden.
Die bek
lagte Kopfschmerzsymptomatik sei
angesichts der anamnesti
schen Angaben mit migräne-typischen Begleitsymptomen
differentialdiagnos
tisch
am ehesten als Migräne einzuordne
n. Differentialdiagnostisch könne
angesichts der Schmerzmittelanamnese (
Analgetikafehlgebrauch
) auch ein zumindest anteiliger
Analgetikakopfschmerz
erwogen werden. Diesbezüglich
sei
eine Entgiftung
und Entwöhnung unter
Führung eines Kopfschmerzkale
nders anzuraten. Die Migräne sei
eine eigenständige biologische Entität ohne
Kausal
bezug
zu Verletzungsereignissen
. Der Gutachter führte wei
ter aus, d
a
s stattge
habte Unfallereignis kö
nn
e
allenfalls ein
leichtgradiges
Schädel-Hirn-Trauma (
Commotio cerebri) bewirkt haben
. Nach schulmedizin
i
scher
Evidenzlage bestehe
kein Anhalt für eine hieraus biologisch plausibel ableitb
are chronische Folgesymptomatik;
insbesondere würden
sich
mit einem derartigen Ereignis
eine chronische Kopfschmerzsymptomatik
und
dauerhafte kognitive oder anderweitige Störungen
nicht begründen lassen (S. 12 ff
.
).
Eine Abweichung vom gesundheitlichen Status
prae
ante
durch den Unfall
– so der Gutachter weiter
–
könne allenfalls für wenige Tage nach dem Unfallereignis als möglich angenommen werden (mögliche
Contusio
labyrinthi
). Die Beschwerdeführerin sei per sofort zu 100
%
als Küchenhilfe
arbeitsfähig
(S. 16).
Gestützt auf die Ergebnisse der psy
chiatrischen
Untersuchung
vom 2
1.
Januar
2013
stellte
Dr.
med.
H._
, Facharzt
FMH für Psychiatrie und Psychoth
erapie, i
m
Gutachten vom 1
8.
Februar 2013
(
Urk.
8/32/22-
34)
folgende Diagnosen (S.
8):
Leichtgradige
depressive Episode (ICD-10 F32.0)
Sedativa-Missbrauch (ICD-10 F13.1)
Mögliche
Somatisierungsstörung
(ICD-10 F45.4)
Dem Gutachten kann entnommen werden, dass in der psychiatrischen Anam
nese
vor allem Beschwerden der vegetativen
Imbalance
, Muskelverspannungen mit entsprechenden Kopf- und Rückenschmerzen sowie unspezifische gastroin
testinale
Symptome, Ü
belkeit und Erbrechen beschrieben
worden
sind
. Zusätz
lich zu dieser differentialdiagnostisch als
Somatisierungsstörung
diskutierbaren Symptomatik
habe sich ein
als
leichtgradig
zu klassifizierendes depressives
Syndrom mit affektiver Beeinträchtigung und Antriebsminderung eingestellt. Eine antidepressive Behandlung mit
Cipralex
sei
zeitnah begonnen
worden. D
azu
sei
bei Bedarf
Oxazepam
zur Schlafregulierung eingesetzt
worden, das die Beschwerdeführerin
seitdem kontinuier
lich
und
unkontrolliert einnehme, so
dass wahrscheinlich ein Sedativa-Missbrauch
vorliege
. Depressive Verstimmung und Antriebsminderung könn
t
en in diesem Zusammenhang differentialätiologisch auch auf den Sedativa-Konsum zurückzuführen sein. Sowohl aus diagnosti
schen als auch aus therapeutischen Gründen
– so der Experte weiter –
sollte die missbräuchliche Einnahme von
Oxazepam
ausschleichend beendet werden (Ent
giftung und
Entwöhnung). Darüber hinaus sei
eine Optimierung der
antidepres
siven
Behandlung dringend anzuraten. Eine rein psy
chotherapeutische Behand
lung sei
in der gegebenen klinischen Konstellation nicht den psychiat
rischen Leitlinien entsprechend. Der ge
samte klinische Eindruck enthalte
auch Anhalts
punkte für eine bewusstseinsnahe demonstrative Darbietung von
Ein
schränkun
gen und Beschwerden, weshalb
bei einer nicht erheblich ausgeprägten Depressi
vität keine die Arbeitsfähigkeit wesentlich beeinträchtigende Störung auf psy
chiatrischem Gebiet zu attestieren
sei
. Die notwendige Benzodiazepin-Entgif
tung und -Entw
öhnung könne
durchaus neben einer Arbeitstätigkeit erfolgen.
Dr.
H._
führte zusammenfassend aus, d
er bagatellartige Charakter des Unfalls, namentlich der fehlende Nachweis einer namhaften unfallbedingten strukturel
len Verletzung sowie die insgesamt vagen Angaben zum
Zeitgang
der psychi
schen Beschwerden
u
nterstütze
nicht die Annahme eines sicheren oder wahr
scheinlichen Kausalbezuges zwischen Unfall und psychischer
Störung. E
in derartiger
ursächlicher Zusammenhang könne
allenfalls als möglich erwogen werden. Für einen Unfall mit katastrophalen oder lebens
bedrohlichen Implikati
onen fehle die Evidenz (S. 8 ff.). Aus psychiatrischer Sicht liege spätestens ab
1.
März 2013 eine vollständige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen und einer
lei
densangepassten
Tätigkeit vor (S. 12).
3
.7
In seinem audio-
neurootologischen
Bericht vom
1
1.
März 2013 (
Urk.
8/41/1-11) nannte
Dr.
med.
I._
, Facharzt FMH für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie, nachste
hende Diagnosen (S. 7):
Status nach
Contusio
capitis
regio
occipitalis
mit
Commotio cerebri et
labyrinthi
und passivem HWS-Abknicktrauma im Rahmen des Sturzunfalls vom 1
3.
Juli 2012
Posttraumatisches
cervico-encephales
Syndrom mit
Cranio
-mandibulärer Dysfunktion (CMD) und Funktionsstörung des
posturalen
Kontrollsystems
mit
Tinnitus
aurium
utq
pp links,
cochleo
-motorischen Ursprungs
p
eripher-zentraler
vestibulärer
Funktionsstörung
linksbetont
visuo-visuo-oculomotorischer
Funktionsstörung und
cervico-proprio-nocicep
tiver
Funktionsstörung mit Funktionsstö
rung der oberen
cervicalen
Bewegungssegmente pp der
cervicalen
Facettengelenke linksbetont
Der betreffende Arzt führte aus, aufgrund
des Unfallherganges und der darauf mit sehr kurzen „Delay"-
lntervallen
ausgelö
sten klinischen Symptomatik müsse
, vor allem gestützt auf die jetzt erhobenen neuro-
otometrischen
Befunde
,
mit grosser W
ahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden
, dass die
Beschwerde
führerin
neben einer
Contusio
capitis
auch eine Commotio cerebri et
labyrinthi
und ei
n HWS-Abknicktrauma erlitten habe
. Denn
das jetzt erhobene neuro-
otometrische
Muster
stehe
in guter Korrelation mit der persistierenden post
traumatischen Symptomatik der
Beschwerdeführerin.
Anhand des audio-neuro-
otometrischen
und
aequi
libriometrischen
Musters handle
es sich vordergründig und aus neuro-
otologischer
Sicht um eine posttraumatische Funktionsstörung innerhalb des komplexen
posturalen
Kontrollsystems. A
ufgrund
der
audiomet
risch
erhobenen
Befunde und der Tinnitus-Charakteristika k
önne
mit grosser Wahrscheinlichkeit von einem posttraumatischen
cochleo
-motorisch
en Tinnitus linksbetont ausgegangen werden
. Bei der Registrierung der
vestibulär
evozierten Potentiale fehl
e
die Registrierbarkeit der Wellen n-13 und p-23 links, was für eine Funktionsstörung entlang des
sacculo-
collischen
Reflexes
und somit für eine Otolithen-Funktionsstörung des linken Labyrinthes
spreche
.
Dr.
I._
berichtete weiter, k
linisch und
elektronystagmographisch
könne ein
P
rovokati
onsnystagmus
nach links beziehungsweise eine
Nystagmuspräponderanz
nach
links
mit
Hyperreaktivität
des
vestibulo-oculären
Reflexes
festgestellt werden,
was zusammen mit der sensorischen Analyse der computerisierten dynamischen
Posturographie
für eine linksbetonte peripher-zentrale
vestibuläre
Funktions
störung
spreche.
Die Registrierung der
visuo-oculär
en
Kontrolle im ENG-Test
stehe
für eine Funktionsstörung in allen drei Subsystemen der
visuo-oculomo
torischen
Kontrolle
. A
nhand der Registrierung der visuel
l evozierten Potentiale könne
eine mittelgradig verlängerte Latenz
zeit der Welle P-
II
registriert werden
, was
Indiz
für eine
visuo-visuo-oculomotorische
Funktionsstörung und ei
ne redu
zierte visuelle Dominanz beziehungsweise
reduzierte
Antizipierung
der
Posturo-Locomotorik
s
ei
. Die
zervik
o-oculomotorischen
Testverfahren und die computerisierte dynamische
Posturographie
mit Reduzierung der
so
mato
-sen
sorischen Afferenz würden
auf ein
e Funktionsstörung entlang des
zerviko-oculären
,
zervik
o-collischen
und
zervik
o
-spinalen Reflexes hin
weisen
und
sprä
chen
für einen Reizzust
and des zervik
alen
proprio
- und
nociceptiven
Pools und eine Funktion
sstörung im Bereich der oberen zervik
alen Bewegungssegmente. Diese Befunde
würden
zusammen mit der mittelgradig reduzierten neuro-mus
kulären Leistung der unteren Extremitäten die
Schwankschwindelsymptomatik
und
die
posturale
Unsicherheit der Patientin
erklären
.
Da die Patientin
– so
Dr.
I._
abschliessend –
vor dem Unfall
ereignis
nie an diesen Beschwerden gelitten ha
be, da die
Beschwerden unmittelbar nach dem Unfall ausgelöst
wor
den seien
, da keine interkurrenten Erkrankungen, welche eine ähnliche Symp
tomatik hätten auslösen können, in Erfahrung
hätten gebracht werden können und da sich die
posttraumatischen Beschwerden durch die
sophistizierte
neuro-
otometrische
Diagnostik
hätten objektivieren lassen, stünden die Beschwerden im
natürlichen kausalen Zusammenhang mit dem Unfall vom 1
3.
Juli 2012 (S.
8
ff.).
3
.8
I
m Bericht von
Dr.
med.
J._
, Facharzt FMH für Neurologie, vom 1
3.
März 2013
wurden
ein Status nach Sturz auf den Hinterkopf am 1
3.
Juli 2012 mit
Contusio
capitis
rechts
parieto-occipital
und eine Commotio cerebri mit Symp
tomenkomplex, vor allem Schwindel und Kopfschmerzen, sowie ein
Zervikal
syndrom
geschildert
. Das
durchgeführte Kopfgelenk-CT habe Zeichen der muskulären
suboccipitalen
Dysbalance
mit
D
ensdezentrierung
nach links,
rotatorische
Fehlstellungen
C2 bis C5 nach rechts,
Spondylarthrosen
C3/4 links, weniger ausgeprägt auch rechts, sowie
C5/6 links und eine schmächtige autochthone Nackenmuskulatur im
zerviko
-kranialen Abschnitt mit viel Fett
gewebe in den Faszien gezeigt. Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(
Urk.
8/45/15
S. 2).
3
.9
Die am
Zentrum K._
tätigen Ärzte diagnostizier
ten am 2
1.
März 2013 nebst einer Bursitis
subdeltoidea
links ein
zervikozepha
les
und ein
zervikobrachiales
Syndrom. Sie berichteten, die Symptome als Kom
plex seien suggestiv für eine Verletzung von zervikalen
zygapophysialen
Gelenken. Die Muskelschmerzen würden Zeichen der
myofaszialen
Symptom
ausweitung
darstellen. Da die einzelnen Gelenke wegen der schmerzhaften Muskulatur nicht
palpierbar
seien, sollten diagnostische Blockaden nach ISIS-Richtlinien durchgeführt werden (
Urk.
8/45/18-19).
3
.10
In seiner Stellungnahme zum Bericht von
Dr.
I._
führte
Dr.
C._
am 5. April 2013 aus,
insbesondere die
als auffällig beschriebenen apparativen Untersuchungen
seien
nicht geeignet, klinisch nicht evidente Läsionen des
ves
tibulären
Systems zu belegen. V
on der wissenschaftlichen Medizin anerkannte Studien, die die
gemachten
Behauptungen unterstützen
würden
,
würden
nicht vor
liegen
.
Dr.
I._
habe
vielmehr Untersuchungen mit hohem Artefakt-Potential durchgeführt und deren Ergebnisse in spekulativer
Weise interpretiert. Dabei werde
versucht, dem unkundigen Leser durch pseudowissenschaftliche Wortbildungen und pleonastische Formulierungen („
sophistizierte
") sowie unter Aus
nutzung des Laie
nmissverständnisses eine
gründliche Abklärung zu sugge
rie
ren.
E
ine gravierende Kopfverletzung, die geeignet
sei
, dauerhafte Beschwer
den zu begründen,
seien
bei der
Beschwerdeführerin nicht
dokumentiert
wor
den. I
nsbesondere
sei
in den echtzeitlichen Erstuntersuchung
en keine
traumaty
pische
vestibul
äre
oder
cochleäre
Läsion belegt.
D
ie von
Dr.
I._
als auffäl
lig beschriebenen apparativen Untersuchungen
seien
ohne Indikation und ohne schulmedizinisch in diesem Kontext belegten Nutzen. In seinem eige
nen klini
schen Befund
könne er
dementsprechend keine wesentliche Auffällig
keit nach
weisen. Seine
vage beschriebene
Befunderhebu
ng in der
Lagerungs
probe
sei
darüber hinaus fals
ch
.
Die durchgeführte
neurologische Unt
ersuchung der Koordination weise
keine gerichtete ataktische Störung aus, was jedoch für eine
vestibuläre
Störun
g zu
fordern sei
.
Seine Hörprüfung belege alsdann
keine rele
vante
cochleäre
Beeinträc
htigung (auch keinen Tinnitus [
Urk.
8/44]).
3
.11
Dr.
G._
äusserte sich am 1
0.
April 2013 zum psychiatrischen Gutachten von
Dr.
H._
. Er führte aus, in der Regel benötige
man einen längeren Zeitraum,
um ein
objektives Urteil
zu fällen. Er habe die Beschwerdeführerin
in
einem
Zeitraum von etwa neun Monaten
gesehen und dürfe
daher
behaupten,
dass er
bezüglich
der psychischen Störungen der Beschwerdeführerin und deren
Folgen
Bescheid wisse
.
Demnach könne die Beurteilung durch
Dr.
H._
nicht im glei
chen
Mass aussagekräfti
g sein
. Vorliegend gehe es sowohl
diagnostisch
als auch therapeuti
sch
um einen sogenannten
Komplexfall. Das Zusammenspiel zwi
schen verschiedenen ps
ychischen Beschwerden entspreche
dem ho
listischen
Prin
zip
. Es gehe
um ein Spektrum verschiedener
behandlungsbedürftiger
Syn
drome, die sich von Angst und
depressiver Symptomatik
bis zur
Persönlich
keits
änderung
bei chronisc
hem Schmerzsyndrom erstrecken würden
.
Im Gut
ach
ten sei
die Schwere der Symptomatik he
runter
gespielt
beziehungsweise
ver
harmlost
worden. Der vermeintliche Medikamentenmissbrauch sei
nicht ent
scheidend für den jetzigen Zustand.
Die
Chronifizierung
der somati
sch
beding
ten Beschwerden erschwere
den psychiatrischen Behandlungsverlauf
. Für die Beschwerdeführerin sei
es immer schwieriger
,
die chronischen Beschwerden und die immer wieder auftretenden Schmerzen im Alltag zu ertragen. Auf die
se belastende Situation reagiere
sie ver
stärkt mit Angst und Depression. Auch
ihr Verhalten g
egenüber Angehörigen habe
wiederholt Probleme
verursacht. E
ine dauerhafte Stabilisierung der Stimmung
habe
bisher nicht erreicht werden
kön
nen. Die Beschwerdeführerin sei
gemäss medizinischer Gesamtbeurteilung (soma
tisch/
psychiatrisch
)
bis auf weiteres zu 100
%
arbeitsunfähig
(
Urk.
8/45/9
11).
3
.12
Die Gutachter
Dres
.
H._
und
C._
nahmen am
6.
Mai 2013 ein weiteres Mal Stellung und äusserten sich insbesondere zu den zwischenzeitlich eingereichten Berichten
der
Dres
.
G._
und
J._
und des
Zentrums K._
. Sie führten aus,
der Neurologe
Dr.
J._
könne
in seinem klinischen neurolo
gi
schen Befund
keine sichere neurogene oder
vestibuläre
Pathologie erheben und habe es versäumt
, die bei
der Beschwerdeführerin bestehende
Diskrepanz zwi
schen der in der formalen Prüfung dargebotenen Bewegungseinschränkung und der freien spontanen Beweglichkeit des Kopfes kritisch zu erkennen und zu berücksichtigen. Die von
ihm
durchgeführte
Computertomographie werde
darüber hinaus als auffällig und die Attestierung einer Arbeitsunfähigkeit begrün
dend fehlinterpretiert, obwohl die beschriebenen Befunde in d
er
Normal
popula
tion
bekannt seien
und eine Assoziation mit den von
der Versicherten
reklamierten Beschwerden
epidemiologisch nicht belegt seien
.
Das Schreiben des
Zentrums K._
sei mangelhaft und
ungeeignet, eine Arbeits
unfähigkeit oder eine namhafte Gesundheitsstörung zu begründen. Die unter der Überschrift „Befund" beschriebenen Daten
würden
eine Vermischung von anamnestisch vorgetragenen Klagen und kursorischen körperlichen Befun
den
repräsentieren
, die im Kern nicht über subjektive Schmerzangaben und
Ba
gatellbefunde
hinausg
ing
en.
Dr.
G._
– so die Gutachter weiter – suggeriere
,
dass
eine Beurteilung des Störungsbildes
der Beschwerdeführerin nur durch eine längere und
mehrmalige Beobachtung möglich
sei. Dies sei
schulmedizinisch abwegig und falsch, da nach gängiger psychiatrischer Praxis eine Vielzahl von korrekten Diagnosen und Therapie-Entscheidungen bereits nach einem
Erst
kontakt
gestellt werden
könnten. D
ie Notwendigkeit mehrmaliger oder sich über längere Beobachtungszeiträume
hinziehender Untersuchungen könne
allenfalls fallbezogen
bestehen;
namentlich dann, wenn das Stör
ungsbild unklar oder komplex sei. Dies sei bei der Beschwerdeführerin
nicht gegeben,
da
das klini
sche Bild einfach und schlüssig zu verstehen
sei
. Die Behaupt
ung seitens
Dr.
G._
s
, es hand
le sich um einen „
Komplexfall", könne aufgrund der ICD-10-Kriterien für eine komplexe Erkrankung nicht bestätigt werden.
Dass
Dr.
G._
die gegebene, eigentlich einfach verstehbare klinische Konstellation durch den Verweis auf ein „holistisc
hes Prinzip" aufzuladen versuche, konstituiere
keine Komplexität, sondern
möge
ebenso gut einem unzureichenden Verständnis auf Seiten der Behandler entspringen.
Ebenfalls abwegig sei
die diagnostische Ver
mischung eines angeblichen
postcommotionellen
Syndroms mit einem depressi
ven Syndrom, da die definierende Symptomatik in wese
ntlichen Teilen überlap
pend beziehungsweise nicht hinreichend trennbar sei
. Zuletzt dokumentiere
Dr.
G._
keinen AMDP-konformen psychiatrischen Befund, so dass
bereits
aus diesem formalen Grund eine Attestierung einer Arbeitsunfähigkeit ausscheide
(
Urk.
8/47).
4
.
4
.1
Dass den noch geklagten Gesundheitsstörungen ein – unfallbedingtes – (hinrei
chend) objektivierbares Substrat zugrunde läge, ist im Lichte der medizinischen
Unterlagen nicht anzunehmen. So zeigte weder die am Unfalltag angefertigte Röntgenaufnahme des Schädels noch die am 2
0.
Juli 2012 durchgeführte MRI-Untersuchung des Schädels traumatisch bedingte Läsionen. Vielmehr wurde von unauffälligen
ossären
Verhältnissen beziehungsweise von einem
altersentspre
chend
normalen MRI des Schädels berichtet (
Urk.
8/5/1-2).
Auch die von
Dr.
J._
erhobenen Befunde – er beschrieb eine muskuläre
Dysbalance
mit
Densdezentrierung
,
rotatorische
Fehlstellungen,
Spondylarthrosen
und eine schmächtige autochthone Nackenmuskulatur (Urk.
8/45/15
17 S
.
3) – sind im Sinne der Rechtsprechung keinem organisch nachweisbaren Unfallschaden zuzuordnen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_427/2009 vom 2
9.
Oktober 2009 E. 3.1 und E. 3.3).
Auch die von Dr.
I._
gewonnen Ergebnisse weisen keine Unfallfolge organisch objektiv aus (vgl. Bericht vom 1
1.
März 2013 [
Urk.
8/41]). Denn gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung vermag die vom betreffenden Arzt praktizierte Untersuchungsmethode keine Informationen zur Ätiologie eines Leidens und damit zur allfälligen Unfallkausalität zu liefern und insbesondere keine Unfallfolg
e organisch objektiv nachzuweisen (Urteile
des Bundesgerichts
8C_614/2007
vom 1
0.
Juli 2008 E
. 4.3 mit weiteren Hinweisen und 8C_75/2010 vom
1.
April 2010 E. 4). Eine Unfallkausalität erscheint aus
serdem aufgrund der zeitlichen Gegebenheiten als unwahrscheinlich
und die Begründung von
Dr.
I._
erschöpft sich im Wesentlichen in der Figur
„
post
hoc ergo
propter
hoc“, was rechtsprechungsgemäss nicht für die Annahme einer natürlichen Kausalität genügt (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
).
In Übereinstimmung damit konnte der Gutachter
Dr.
C._
keinen Anhalt für eine behindernde Läsion am zentralen oder peripheren Nervensystem, der Wir
belsäule sowie der paravertebralen Strukturen erkennen (
Urk.
8/32/3-21 S.
12) und
Dr.
Z._
hielt sogar explizit fest, dass die anhaltenden Beschwerden nicht objektiviert werden könnten (
Urk.
8/57/3-4).
Ein organisches Substrat der geklagten gesundheitlichen Störungen im Sinne einer bildgebend oder sonst wie nachweisbaren strukturellen Veränderung ist mithin klar auszuschliessen, was auch für
die klinischen Befunde wie
Verhär
tungen und
Verspannungen der Muskulatur, eine
Druckdolenz
im Nacken oder eine Einschränkung der HWS-Beweglichkeit
gilt (Urteil des Bundesgerichts 8C_369/2007 vom
6.
Mai 2008 E. 3).
4
.2
Hinweise dafür, dass die beim Sturzereignis erlittenen Prellungen zwischenzeit
lich nicht ohne weiteres abgeheilt sind, sind keine aktenkundig. Dass sich die Beschwerdeführerin beim fraglichen Sturz zusätzlich eine Halswirbelsäulen
(HWS)-Distorsion zugezogen hätte, ist aufgrund der vorhandenen Arztbericht
e
nicht zu schliessen. Eine entsprechende Diagnose wurde von keinem Arzt – ins
besondere nicht von der erstbehandelnden Hausärztin
Dr.
Z._
– ge
stellt. Daran ändert nichts, dass
Dr.
I._
in seinem Bericht vom 1
1.
März 2013 – und damit knapp neun Monate nach dem Unfallereignis – von einem passiven HWS-Abknicktrauma berichtete (Urk. 8/41/1-11 S. 7). In Übereinstim
mung damit verneinte auch die Beschwerdeführerin selbst das Vorliegen eines Schleudertraumas und berichtete einzig von einem erlittenen
Schädelhirn
trauma
(
Urk.
1 S. 6).
4
.3
Was die vom Gutachter
Dr.
C._
in Frage
gestellte, beim Sturz vom 1
3.
Juli 2012 zugezogene Diagnose einer Commotio cerebri anbelangt, ist festzuhalten, dass bereits die die Beschwerdeführerin am Unfalltag behandelnde Ärztin Dr.
Z._
im Arztzeugnis UVG vom 2
0.
Juli 2012 (
Urk.
8/2) eine Com
motio cerebri als vorläufige Diagnose erwähn
te. In den nachfo
lgenden Berich
ten führte
sie jeweils an, dass die Versicherte eine Commotio cerebri erlitten
habe (
Urk.
8/7 und 8/15).
Dr.
E._
berichtete am 9. November 2012 von einem Status nach Commotio Cerebri (
Urk.
8/8 S. 1) wie auch
Dr.
J._
am 1
3.
März 2013 (
Urk.
8/15-17 S. 3). In Anbetracht
dieser übereinstimmenden Aussagen verdichten sich die Anzeichen dafür, dass sich die Beschwerdeführe
rin anlässlich ihres Sturzes vom 1
3.
Juli 2012 ein leichtes Schädel-Hirnt
rauma zugezogen hat, auch wenn s
ie
einzig eine nach dem Vorfall eingetretene Bewusstlosigkeit vermutet
e
(
Urk.
8/16 S. 14; vgl. auch
Urk.
8/32/3-21 S. 4)
. Ausserdem ist
auch das für diese Verletzung charakteristische „bunte
Beschwer
debild
“
(Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit,
Visusstörung
, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. [BGE 117 V 359 E. 4b und BGE 117 V 369 E 4b
]
) dok
umentiert.
4
.
4
Ob die Beschwerdeführerin
indes
anlässlich ihres Sturzes vom 1
3.
Juli 2012 eine leichte traumatische Hirnverletzung erlitten hat – wie es die behandelnden Ärzte einhellig diagnostiziert hatten – oder zur Hauptsache psychische Fehlent
wicklungen für die noch bestehenden Einschränkungen verantwortlich sind, kann letztlich aber offen bleiben,
falls zu Gunsten der Beschwerdeführerin eine Commotio cerebri mit entsprechenden Symptomen angenommen wird und fer
ner die Adäquanz nach der in BGE 117 V 359 begründeten und in BGE 134 V 109 präzisierten, auch auf die Folgen v
on äquivalenten Verletzungsbild
ern der HWS sowie Schädel-Hirntraumen Anwendung findende Schleudertrauma-Praxis (Urteil des Bundesgerichts 8C_795/2012 vom 2
8.
November 2012 E. 5.1) zu ver
neinen ist.
Diesfalls
bräuchte auch nicht abschliessend geprüft zu werden, ob
das versicherte Ereignis vom 1
3.
Juli 2012 nebst den unfallfremden, degenerati
ven Veränderungen der Wirbelsäule nicht zumindest als Mitauslöser der über Ende Februar 2013 hinaus vorhandenen Beschwerden zu betrachten ist (zur rechtsprechungsgemäss grundsätzlich genügenden Teilursächlichkeit für die Bejahung der natürlichen Kausalität: BGE 134 V 109 E. 9.5)
.
Hiezu
ergibt sich Folgendes
:
4.5
Was die von der Beschwerdeführerin erst
replicando
thematisierte Ruptur der
Bizepssehne
betrifft (
Urk.
11 S. 4), ergibt sich aus den Akten, dass diese erst mittels MR-
Arthrographie
vom
1.
November 2013 erhoben wurde, nachdem die Beschwerdeführerin während zwei bis drei Wochen unter Schmerzen gelitten hatte (
Urk.
8/71). Ein Zusammenhang zum über ein Jahr zuvor erlittenen Unfall ist mangels entsprechender echtzeitlicher Klagen nicht überwiegend wahr
scheinlich.
5
.
5
.1
Vorab ist der Rüge der Beschwerdeführerin
nachzugehen, wonach die Terminie
rung der Leistungen zu früh erfolgt sei (
Urk.
1 S. 5).
5
.2
Zum Zeitpunkt des Fallabschlusses ist festzuhalten, dass ein Versicherer – so
fern allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abge
schlossen sind – die Heilbehandlung (und das Taggeld) nur so lange zu gewäh
ren hat, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (BGE 134 V 109 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen).
Ob damit zu rechnen ist, dass mittels weiterer therapeutischer
Massnahmen
noch eine namhafte Besserung der gesundheitlichen Situation im Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG erzielt werden kann, bestimmt sich namentlich nach
Mass
gabe
der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähig
keit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Dabei muss die durch weitere Heilbehandlungen zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 mit weiteren Hinweisen).
5
.3
Den medizinischen Akten kann diesbezüglich entnommen werden, dass
aus soma
tischer Hinsicht
die
von den Fachärzten empfohlenen therapeutischen Massnahmen primär dazu dienen sollten, die Schmerzen zu lindern und eine Stabilisierung des Erreichten zu bewirken.
So verwies
Dr.
I._
die Be
schwer
deführerin zur weiteren Behandlung an die Ärzte des
Zentrums K._
(
Urk.
8/41 S. 10)
, wobei der Fokus der dort
vorgeschlagene
n
invasiven Intervention wiederum auf der Schmerzreduktion lag
(
Urk.
8/45/1
8
-1
9
S. 2)
.
Dr.
J._
verschrieb der Beschwerdeführerin eine Salbe zur Schmerzlinderung und
empfahl für die Behandlung des Schwindels das Medikament „
Arlevert
“.
Dr.
Z._
führte als Behandlungsmassnahme einzig eine Schmerztherapie an und hielt die Weiterführung dieser nur allenfalls für nötig (
Urk.
8/57/3). Die Beschwerdeführerin berichtete
sodann
trotz der durchgeführten Behandlung
en
von keiner Verbesserung ihres Gesundheitszustands und von weiterhin beste
henden Schmerzen
(
Urk.
8/16 S. 8, 10 und 14
; vgl. auch
Urk.
8/45/15-17 S. 1
).
Unter diesen Umständen ist eine ins Gewicht fallende Besserung des somati
schen Gesundheitszustands nicht mehr zu erwarten.
Damit steht auch die Beur
teilung des vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beigezogenen Neu
ro
chi
rurgen, wonach Kopfaufschläge bis zu zwei Jahren Folgen aufweisen könn
ten (
Urk.
1 S. 4), nicht in Widerspruch. Denn
für die Leistungseinstellung
ist
nicht entscheidend, dass die Beschwerde
n
(
vollständig) abgek
lungen sind (vgl. BGE 134 V 109 E. 4.1).
Auch i
n psych
ischer Hinsicht
lag der Schwerpunkt der Behandlung auf der Stabilisierung respektive Verhinderung einer Ver
schlechte
rung des Gesundheitszustands (
Urk.
8/23 S. 4).
Dr.
G._
begründete sodann
die vollständige Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin insbeson
dere mit einer anhaltenden Depressivität und den Schmerzen (
Urk.
8/23 S. 3).
Vor dem Hintergrund
, dass die betreffenden Diagnosen das Leistungsvermögen grund
sätzlich nicht aufheben (vgl.
hiezu
etwa Urteile des Bundesgerichts I 510/06 vom 2
6.
Januar 2007 E. 6.3, I 994/06 vom 29. August 2007 E. 3.3 mit Hinwei
sen und 8C_213/2012 vom 1
3.
April 2012 E. 3.2), erscheint diese Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit nicht schlüssig. Vielmehr ist gestützt auf die nach
vollzieh
bare gutachterliche Beurteilung von
Dr.
H._
von einer uneinge
schränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen
. Im Übrigen unterscheidet
Dr.
G._
auch nicht zwischen somatischen und psychischen Einschr
änkungen. Damit ist auch aus psychischer Sicht kein als namhaft im Sinne von
Art.
19
Abs.
1 UVG zu taxie
render Erfolg mehr zu erwarten, wobei auch die Beschwerdeführerin – die vom 1
7.
August bis
4.
November 2012 gar keine Behandlung bei
Dr.
G._
wahr
nahm (
Urk.
8/72/6) – von keinen erzielten Fortschritten berichtete (
Urk.
8/16 S.
13).
6
.
6
.1
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer ge
wissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigun
gen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zurückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtspre
chung des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen,
wie sie für psychische Störun
gen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeu
tung für die Entstehung der Arbeits- bezie
hungsweise der Erwerbsunfähigkeit zu
kommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit ande
ren Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adä
quate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträch
tigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne Weiteres zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittle
ren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
erhebliche Beschwerden;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bundes
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psy
chischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Beschwerden auf eine Dif
ferenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht ent
scheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psy
chischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
6.
2
6
.2.1
Bei der Adäquanzprüfung ist die Schwere des Unfalls aufgrund des augenfälli
gen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen (BGE 134 V 109 E. 10.1).
Unter Berücksichtigung des objektiv erfassbaren Unfallhergangs ist der Sturz vom 1
3.
Juli 2012 – entsprechend
der Praxis in vergleichbaren Fällen (vgl. etwa Urteile des
damaligen Eidgenössischen Ver
sicherungsgerichts U 232/02 vom
5.
August 2003 und U 173/03 vom 1
5.
November 2004 E. 4.2.2 und Urteil
e
des
Bundesgerichts
8C_798/2007 vom
3.
Juli 2008 E. 4.1 und 8C_402/2007 vom 2
3.
April 2008 E. 5.2)
–
als mittel
schweres Ereignis im Grenzbereich zu den leichten Unfällen einzustufen
. Die Adäquanz wäre daher zu bejahen, wenn ein einzelnes der in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt wäre oder mindestens vier der zu berücksichtigenden Kriterien gegeben wären (Urteil des Bundesgerichts 8C_487/2009 vom
7.
Dezember 2009 E. 5)
.
6
.2.2
Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls kann ohne weiteres verneint werden.
6
.2.3
Für die Bejahung des Kriteriums der Schwere oder besonderen Arzt der erlitte
nen Verletzung genügt die Diagnose eines Schädel-Hirntraumas für sich allein nicht. Es bedarf dazu einer besonderen Schwere der dafür typischen Beschwer
den oder besondere
r
Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen können (
BGE 134 V 109 E. 10.2.2).
Davon kann vorliegend nicht ausgegangen werden, da die für ein leichtes Schädel-Hirn- beziehungsweise HWS-Distorsionstrauma charakteristischen Beschwerden nicht in akzentuierter Form vorliegen, sondern im Wesentlichen auf Kopfschmerzen und Schwindel beschränkt sind. Ebenfalls nicht ausgewiesen sind in diesem Kontext schliesslich erhebliche Verletzungen, die sich die Beschwerdeführerin neben dem Schädel-Hirntrauma zugezogen hat.
6
.2.4
Zu prüfen ist weiter das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztli
chen Behandlung bis zum Fallabschluss.
Dieses Krite
rium bedingt, gesamt
haft betrachtet, eine kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf
die Ver
bes
serung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztli
che Behandlung von unge
wöhn
lich langer Dauer. Blosse ärztliche Verlaufskontrollen und
Abklä
rungs
mass
nahmen
sowie
manualtherapeutische
und medika
mentöse Behand
lun
gen vermö
gen
das Kriterium nicht zu erfüllen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_62/2013 vom 11. September 2013 E. 8.3). Die Beschwerdeführerin unterzog sich zwar physi
otherapeutischen Massnahmen
und Verlaufskontrollen
, suchte ver
schie
de
ne Ärzte und Institutionen insbesondere zur Linderung der Schmer
zen und des Schwindels auf und begann aufgrund der psychischen Beschwer
den eine Psy
chotherapie. Gestützt darauf rechtfertigt sich jedoch noch nicht die Bejahung des zu prüfenden Kriteriums, resultiert daraus doch keine erhebliche – im Sinne
einer sich allein daraus ergebenden zusätzlichen – Mehrbelastung, zumal eine Behandlungsbedürftigkeit (in Form medikamentöser Schmerz- und Physiothera
pie) während zwei bis drei Jahren nach einem Schleudertrauma der HWS res
pektive äquivalenten Verletzungen mit ähnlichem Beschwerdebild durchaus üblich ist (
Urteile des Bundesgerichts 8C_402/2007 vom 2
3.
April 2008 E. 5.2.3 und
8C_910/2009 vom 13. Januar 2010 E. 4.4
, jeweils
mit weite
ren Hinweisen).
Ausserdem unterzog sich die Beschwerdeführerin vom 2
7.
August bis
2.
Oktober 2012 keiner physiotherapeutischen Behandlung (
Urk.
8/72/3) und verzichtete gar vom 17. August bis am
4.
November 2012
offenkundig
auf psychothera
peu
tische Hilfe (Urk. 8/72/6), ist doch anzunehmen, dass sie für alle wahrge
nom
menen Termine eine Entschädigung für die ange
fallen
en
Zugkosten ver
lang
te
,
für diese Zeit jedoch kein Gesuch um
Kostenüber
nahme
bei den Akten liegt
.
6
.2.5
Adäquanzrelevant können nur in der Zeit zwischen dem Unfall und dem
Fallab
schluss
ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erhebliche Beschwerden sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (Urteil des Bundesgerichts 8C_62/2013 vom 11. September 2013 E. 8.4). Die Beschwerdeführerin leidet hauptsächlich an Kopfschmerzen
und einem diffusen Schwindel (
Urk.
8/32/3-21 S. 2). Daneben berichtet sie über diverse andere Leiden. Folglich kann das Kriterium der erheblichen Beschwer
den bejaht werden.
Die Beschwerden übersteigen das bei HWS-Distorsionen respektive äquivalenten Verletzungen übliche Mass aber nicht derart, dass sie in
besonders ausgeprägter Weise erfüllt
wären (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_580/2010 vom 3
0.
August 2010 E. 5.3.2). Im Übrigen verwies
der Gutachter
Dr.
C._
auf Diskrepanzen zwischen der anamnestisch angegebenen aktuellen Schmerzstärke und dem unbeeinträchtigten klinischen Eindruck sowie der guten spontanen Beweglichkeit des Kopfes und der in der formalen Prüfung demon
s
trierten Einschränkung
(
Urk.
8/32/3-21 S. 12).
6
.2.6
Mangels entsprechender Anhaltspunkte in den Akten kann nicht von einer ärztli
chen Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, gesprochen werden.
6
.2.7
Ohne Weiteres zu verneinen ist sodann das Kriterium des schwierigen
Heilungs
verlaufs
und der erheblichen Komplikationen.
Hiefür
bedürfte es besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben. Dass Beschwerden trotz der durchgeführten Behandlungen persistieren, genügt ebenso wenig (Urteil des Bundesgerichts 8C_1015/2008 vom 6. April 2009 E. 5.4.3) wie der Umstand, dass die versicherte Person unter verschiedenartigen Symptomen leidet, die sich im Rahmen umfassender medizinischer Untersuchungen keinem organisch
nachweisbaren Substrat zuordnen lassen, handelt es sich dabei doch gerade um ein für eine Schleudertrauma-
beziehungsweise vergleichbare
Verletzung cha
rakteristisches Phänomen (vgl. BGE 117 V 359 E. 4b).
6
.2.8
Was schliesslich das Kriterium der
erheblichen
Arbeitsunfähigkeit
trotz ausge
wiesener Anstrengungen
anbelangt, ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis mittelschweren Schleudertraumen der HWS
(und punkto
Adä
quanzbeurteilung
gleich zu behandelnden Verletzungen)
ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher massgebend, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Darin liegt der Anreiz für die versicherte Person, alles daran zu setzen, wieder ganz oder teilweise arbeitsfähig zu werden. Gelingt es ihr trotz solcher Anstrengun
gen nicht, ist ihr dies durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein, sich durch aktive Mitwirkung
schnellst
möglich
wieder optimal in den Arbeitsprozess einzugliedern. Solche Anstren
gungen der versicherten Person können sich insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher Unannehmlichkeiten manifestieren. Dabei ist auch der persönliche Einsatz im Rahmen von medizinischen Therapiemassnahmen zu berücksichtigen. Sodann können Bemühungen um alternative, der gesundheitli
chen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach
Art.
19
Abs.
1 UVG in erhebli
chem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen (
BGE 134 V 109
E. 10.2.7 mit Hinweisen).
Vor dem Hintergrund, dass die Beschwerdeführerin – soweit aktenkundig – keinen Arbeitsversuch und keine weiteren beruflichen Anstrengungen zur Wiederein
gliederung unternommen hat (
Urk.
8/16 S. 12), kann das Kriterium der erhebli
chen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen nicht bejaht wer
den. Im Übrigen ist in diesem Zusammenhang zu erwäh
nen, dass Schmerzen das funktionelle Leistungsvermögen grundsätzlich nicht aufheben (Urteil des Bundesgerichts I 994/06 vom 29. August 2007 E. 3.3 mit Hinweisen).
6
.3
Von den sieben relevanten Kriterien ist demnach höchstens eines in nicht beson
ders ausgeprägter Weise erfüllt. Das genügt beim gegebenen Schweregrad des Unfalls nicht für die Bejahung der Adäquanz.
Ob der Expertise der
Dres
.
C._
und
H._
vom 1
8.
Februar 2013 die Beweistauglichkeit hinsichtlich der Schlussfolgerung zu
r
natürlichen Kausalität der Beschwerden und zur Frage, ob die Beschwerdeführerin anlässlich des Sturzes vom 1
3.
Juli 2012 eine Commotio cerebri erlitten hat, abzusprechen ist – wie von der Beschwerdeführerin geltend gemacht (
Urk.
1 S. 4 f.) –, bedarf angesichts dieses Ergebnisses keiner weiteren
Ausführungen. Ebenso erübrigt sich vor diesem Hintergrund eine zusätzliche medizinische Begutachtung unter Einbezug der Fachrichtung der Neurochirurgie (vgl.
Urk.
1 S. 2).
7
.
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die von der Beschwerdeführerin weiterhin beklagten Gesundheitsstörungen in keinem überwiegend wahrscheinlichen Kausalzusammenhang zum Sturzereignis vom 1
3.
Juli 2012 stehen. Es ist des
halb nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen per 2
8.
Februar 2013 einstellte.
8
.
8
.1
Zu prüfen bleibt der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Entschädigung im Verwaltungs
- und Gerichts
verfahren
(
Urk.
1 S. 2 und
Urk.
11 S. 2 f.)
8
.2
Nach
Art.
52
Abs.
3 Satz 2 ATSG werden Parteientschädigungen im
Einsprache
verfahren
in der Regel nicht ausgerichtet. Nach der Rechtsprechung soll jedoch die
Einsprecherin
, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, um die Anwalts
kosten selbst zu tragen, und die
im Fall des Unterliegens die unentgelt
liche Rechtsvertretung (
Art.
37
Abs.
4 ATSG) hätte beanspruchen können, bei Obsiegen vom unterliegenden Versicherungsträger entschädigt
werden
(BGE 130 V 572 E. 2.2)
8
.3
Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV) räumt jeder Person, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, soweit es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint, einen Anspruch auf unent
geltlichen Rechtsbeistand ein. Die Notwendigkeit einer anwaltlichen Vertretung im Besonderen ist auch Voraussetzung des Anspruchs auf unentgeltliche
Rechts
verbeiständung
im sozialversicherungsrechtlichen Verwaltungsverfahren nach Art. 37 Abs. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG; Urteil des Bundesgerichts 9C_908/2012 vom 22. Februar 2013 E. 2.1-2).
Die hinsichtlich der im Rahmen von Art. 4
altBV
(vgl. Art. 29 Abs. 3 BV) zu den Voraussetzungen der unentgeltl
ichen
Verbeiständung
im
Einsprache
verfahren
ergangene Rechtsprechung (Bedürftigkeit der Partei, feh
lende Aus
sichtslosigkeit der Rechtsbegehren, sachliche Gebotenheit im konkreten Fall
)
bleibt weiterhin anwendbar (
BGE 132 V 200 E. 4.1
).
8
.4
Vorliegend
obsiegte die Beschwerdeführerin im
Einspracheverfahren
teilweise. Der Tatbestand der Entschädigung der prozessarmen Partei ist hier aber nicht
gegeben, da nach der Rechtsprechung
selbst
bei Bedürftigkeit kein Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege besteht, soweit eine Rechtsschutzversicherung für die Gerichts- und Anwaltskosten tatsächlich aufkommt
, zumal aufgrund der Ausführungen der Beschwerdeführerin davon auszugehen ist, dass diese die entsprechenden Leistungen zugesichert hat (vgl.
Urk.
11 S. 7)
. Dies gilt auch dann, wenn die Kostenübernahme seitens der
Rechtsschutzv
ersicherung
als nur subsidiär bezeichnet wird (
vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_347/2007 vom
6.
März 2008 E. 6).
8
.5
Ob der Wortlaut von
Art.
52
Abs.
3 ATSG die Zusprechung einer
Parteient
schä
digung
auch bei Vorliegen besonderer Umstände, etwa besonderer Aufwen
dun
gen oder besonderer Schwierigkeiten zulässt,
wie Ueli
Kieser
(ATSG-Kom
men
tar,
2.
Auflage, Zürich 2009,
Art.
52 N 42 ff.) annimmt und wie dies in BGE 130 V 571 offengelassen wurde, braucht nicht beantwortet zu werden. Wenn vorlie
gend auch eine gewisse Komplexität gegeben ist, bewegt sich der
Streit
um
fang
nicht merklich ausserhalb des Rahmens, der bei der gegebenen
Sach
ver
halts
kons
tellation
üblich ist. Insbesondere umfasst die gewissenhafte
Rechtsver
tretung
in einem unfallversicherungsrechtlichen Verfahren auch die Über
prüfung
der
Tag
geldleistungen
. Der Umstand, dass der Rechtsvertreter diesbezüglich bei der Verwaltung intervenieren musste und diese in der Folge eine Korrektur vor
nahm, zeigt zudem wohl die Nützlichkeit des Einspracheverfahrens und dessen Zweck, Irrtümer des Versicherungsträgers zu korrigieren, ohne dass der Betroffene ein Gerichtsverfahren anstrengen muss, belegt aber – wie soeben ausgeführt – keine besondere Komplexität des Verwaltungsverfahrens. Damit verbleibt kein Raum für eine Ausnahme von Art. 52
Abs.
3 Satz 2 ATSG
(vgl. auch
BGE 130 V 570 E. 2.3.2 und
Urteil des
Bundesgerichts 9C_396/2013
,
9C_397/2013
,
9C_398/2013 vom 1
5.
Oktober 2013 E. 12.1).
8
.6
Im Beschwerdeverfahren hat n
ach
Art.
61
lit
. g ATSG
die
obsiegende Beschwer
de führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten
. Ausgangsgemäss
steht der Beschwerdeführerin
keine Parteientschädigung für das
Beschwerde
verfahren
zu
. Besondere Umstände, die zu einem anderen Entscheid Anlass geben, sind für das Beschwerdeverfahren nicht zu ersehen.
8
.7
Zusammenfassend ist die Beschwerde auch insoweit abzuweisen.