Decision ID: c12d1f95-34c5-5740-bb96-ea71a760ea1a
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Mit neun gewässerschutzrechtlichen Verfügungen vom 8. März 2018 bewilligte das
Amt für Wasser und Energie (AWE) der Generalunternehmerin C._, auf den
Grundstücken Nrn. 0000, 0001und 0002, Grundbuch E. _, neun
Wärmepumpenanlagen (insgesamt 47 Erdwärmesonden mit einer Bohrtiefe von 150 m)
zu errichten und zu betreiben (vgl. act. 8/14/A1 [unvollständig]). Die Gesuche waren im
Rahmen des Baugesuchsverfahrens für die Wohnüberbauung "P._" (neun
Mehrfamilienhäuser mit je einer Heizungsanlage) gestellt worden. Die Grundstücke
liegen im Gewässerschutzbereich A . In ca. 900 m Entfernung befindet sich die K._
(Eigentümerin: Politische Gemeinde E. _). Nach Absicht der Konzessionärin, der E. _
AG, sollte das Mineralwasser dieser Quelle ab Mai 2018 abgefüllt werden. Die
Mineralquelle dient der Gemeinde E. _ zudem als Wasser-Notversorgung.
Das AWE hielt in den erwähnten Bewilligungen fest, es sei unklar, ob zwischen dem
Untergrund der Überbauung "P._" und dem Quellgebiet "K._" eine hydrogeologische
Verbindung bestehe. Zumindest sei anhand von Erfahrungen bei nahegelegenen
Bohrungen von einem erhöhten Risiko für starke Wasserzutritte auszugehen, welche
den Bohrfortschritt verlangsamten und nach einer angepassten Hinterfüllung
verlangten. Stark artesisch gespannte Wasserzutritte könnten ebenso auftreten. Der
begleitende Geologe sei unbedingt aufzubieten, falls bei den Bohrarbeiten stark
wasserführender Fels angetroffen werde. Diesfalls sei die Hinterfüllung mit einem
Strumpf zu sichern oder so anzupassen, dass deren Wegfliessen verhindert werde. Die
beauftragte Bohrfirma müsse auch im Stande sein, einen starken Arteser zu
beherrschen. Auch in diesem Fall sei der begleitende Geologe zu benachrichtigen und
das weitere Vorgehen mit diesem abzusprechen.
B.
u
Im Zeitraum vom 13. März bis 2. Mai 2018 führte die F._ AG – gestützt auf einen
Werkvertrag mit der C._ – 27 Erdsondenbohrungen aus. Am 10. April 2018 bohrte sie
bei der Sonde Nr. 00 in einer Tiefe von 142 bis 150 m einen unter artesischem Druck
stehenden Grundwasserleiter an. Auch bei anderen Bohrungen war es in dieser Tiefe
zu (subartesisch gespannten) Wasserzutritten gekommen. Die F._ AG informierte den
begleitenden Geologen T._ und am 18. April 2018 auch das AWE, welches die von
den Beteiligten bereits beschlossene Reduktion der Bohrtiefe von 150 m auf 130 m
B.a.
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1. Bohrungen, deren Hinterfüllungen undicht sind, sind so zu sanieren, dass in diesen
keine erhebliche Wasserzirkulation stattfindet.
2. Spätestens bis zum 15. Juni 2018 hat die C._ beim AWE ein Konzept mit Zeitplan
einzureichen, aus dem ersichtlich ist, wie die undichten Bohrungen saniert werden.
3. Die Sanierung der ungenügend hinterfüllten Erdwärmesonden ist nach der
Genehmigung des Sanierungskonzeptes umgehend umzusetzen.
bestätigte. Bei Testläufen am 11. April 2018 hatte die E. _ AG einen Druckabfall auf
letztlich bis unter 1.5 bar festgestellt und ihrerseits den Geologen I._ beigezogen.
In einem Schreiben an die C._ vom 3. Mai 2018 hielt das AWE unter anderem fest,
angesichts der bisherigen Erkenntnisse und des Druckabfalls an der
Mineralwasserquelle sei zu vermuten, dass mindestens eine Bohrung nicht lückenlos
hinterfüllt sei. Es sei nachzuweisen, dass die Erdwärmesonden fachgerecht hinterfüllt
und die wasserführenden Horizonte gut abgedichtet seien. Sobald sich der Druck in
der Mineralwasserquelle normalisiert habe und keine negativen Auswirkungen mehr
erkennbar seien, könne auf weitere Abklärungen verzichtet werden. Ferner dürften
keine Baumassnahmen getroffen werden, die die erforderlichen Abklärungen oder
allfällige Sanierungsmassnahmen erschwerten (act. 8/14/A12). Am 14. Mai 2018 hielt
die F._ AG zuhanden der C._ fest, sie habe nur bei der Erdwärmebohrung 13 einen
Arteser angebohrt (act. 8/14/A14). Ferner habe sie zur Eruierung allfälliger
Undichtigkeiten die S._ GmbH, Q._, mit der Erstellung eines Temperaturprofils
(Nimo-T) beauftragt. Weil nun aber von Seiten des AWE und der Mineralquellen E. _
AG bereits die R._ AG mit einer derartigen Messung beauftragt worden sei, habe man
vereinbart, dass die S._ GmbH lediglich mit den Messresultaten bedient werde, damit
man eine Zweitmeinung einholen könne. Die R._ AG hatte nämlich bereits am 7. Mai
2018 Temperaturprofile von drei Erdwärmesonden mit dem Verfahren "Nimo-T" erstellt.
Sie hielt fest, bei Sonde Nr. 00 ströme am tiefsten Sondenpunkt (155 m) kühles Wasser
in die Bohrung ein und steige bis 15 m hoch. Bei der Erdwärmesonde Nr. 01 fänden
sich keine Hinweise auf eine Zirkulation. Anders bei der Erdwärmesonde Nr. 02, wo in
einer Tiefe von 80 m Wasser einströme und bis 20 – 15 m hochsteige (vgl. act. 8/14/
A13). In der Folge nahm I._ für die E. _ AG an den übrigen Bohrlöchern mit einem
Lichtlot Temperaturmessungen vor (vgl. 8/14/A15).
B.b.
Am 16. Mai 2018 verfügte das AWE gegenüber der C._, was folgt:
B.c.
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4. Die C._ wird angewiesen den Nachweis zu erbringen, dass alle für die
Erdwärmesonden erstellten Bohrungen entsprechend den gesetzlichen Anforderungen
hinterfüllt sind. Nach der Sanierung der Erdwärmesonden ist die Dichtigkeit der
Bohrungen durch ein spezialisiertes Büro überprüfen zu lassen. Der Bericht ist dem
AWE einzureichen.
5. (Beschränkung der Bohrtiefe der noch nicht ausgeführten Bohrungen auf maximal
130 m)
6. (Gebühr)
Das AWE begründete die Verfügung mit Art. 41 Abs. 1 und 3 des
Gewässerschutzgesetzes (SR 814.20, GSchG), wonach einem
Grundwasservorkommen längerfristig nicht mehr Wasser entnommen werden darf, als
ihm zufliesst, und Grundwasservorkommen nicht dauerhaft miteinander verbunden
werden dürfen, wenn dadurch die Menge oder Qualität des Grundwassers
beeinträchtigt werden. Gestützt auf die Messungen der R._ AG und von I._
klassifizierte das AWE die Bohrungen nach Hinweisen auf grössere, mittlere, lokale und
fehlende Wasserflüsse (act. 8/14/A16).
An einer Sitzung vom 29. Mai 2018, an der Vertreter der Grundeigentümerin, der C._,
der F._ AG, der Mineralquellen E. _ AG (einschliesslich des beauftragten Geologen
I._), der Gemeinde E. _ und des AWE sowie der S._ GmbH und der B._ GmbH
teilnahmen, einigte man sich darauf, dass die S._ GmbH dem AWE im Auftrag der
F._ AG ein überarbeitetes Sanierungskonzept zur Genehmigung einreiche (act. 8/14/
A20). Das Konzept lag wie vereinbart am 1. Juni 2018 vor (act. 8/14/A21). Mit
Schreiben vom 18. Juni 2018 an die C._ genehmigte das AWE eine überarbeitete
Variante dieses Sanierungskonzepts (act. 8/14/K). In der Folge trieb die C._ – in
Absprache mit dem AWE – die Sanierungen voran (vgl. z.B. act. 8/14/E und act. 8/14/
C). Bis zum 15. August 2018 hatte die B._ GmbH für die C._ neun von 21 als
sanierungsbedürftig bezeichneten Sonden abgedichtet. Am 20. Juni 2019 teilte das
AWE der Gemeinde E. _, der C._ und der Mineralquellen E. _ AG gestützt auf einen
dem Gericht nicht vorliegenden Schlussbericht mit, es seien alle zur Sanierung
geeigneten und mit verhältnismässigem Aufwand durchführbaren Massnahmen
getroffen worden. Diese hätten sich mit grosser Wahrscheinlichkeit positiv auf die
Abdichtungen ausgewirkt und die Wasserflüsse genügend unterbunden.
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Demensprechend würden keine weiteren Sanierungsmassnahmen angeordnet (vgl. act.
23).
C.
Bereits am 28. Mai 2018 hatte die F._ AG gegen die zitierte Verfügung des AWE vom
16. Mai 2018 Rekurs beim Baudepartement erhoben (act. 8/1 und 5). Sie hatte im
Wesentlichen deren Aufhebung beantragt; ferner sei das weitere Vorgehen –
insbesondere die Sanierungsmassnahmen – anhand einer Expertise über die Ursache
des Druckabfalls der Mineralquelle K._ und über die erforderlichen
Sanierungsmassnahmen anzuordnen. Zur Begründung hatte sie geltend gemacht, die
angefochtene Verfügung basiere lediglich auf Mutmassungen. Es sei weder erstellt,
dass dem Grundwasservorkommen durch die Bohrungen mehr Wasser entnommen
werde als ihm zufliesse und der Druckabfall an der Mineralquelle darauf zurückzuführen
sei, noch dass verschiedene Grundwasservorkommen dauerhaft miteinander
verbunden worden seien. Weiter stehe keinesfalls fest, dass die Hinterfüllungen vertikal
nicht genügend dicht seien. Vielmehr entsprächen die Bohrungen den Bewilligungen
und den Regeln der Baukunde.
Mit Entscheid vom 19. Dezember 2018 trat das Baudepartement auf den Rekurs der
F._ AG nicht ein. Diese sei nicht zur Erhebung eines Rechtsmittels der nicht an sie,
sondern an die C._ – letztere hatte sich im Rekursverfahren nicht einmal geäussert –
adressierten Verfügung legitimiert. Im Übrigen sei der Rekurs bereits mehrheitlich
gegenstandslos, weil zwischenzeitlich bis auf deren vier sämtliche Sonden saniert
worden seien. In der Sache wäre der Rekurs ohnehin abzuweisen gewesen.
D.
Gegen den Nichteintretensentscheid des Baudepartements erhob die F._ AG
(Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 16. Januar 2019 und Ergänzung vom
19. Februar 2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht (act. 1 und 5). Sie beantragte,
der angefochtene Entscheid sei aufzuheben; das weitere Vorgehen (insbesondere die
Sanierungsmassnahmen) sei aufgrund der noch einzuholenden Expertise über allfällige
Mängel der Erdwärmesonden, die Ursache des Druckabfalls in der Mineralquelle K._
und die erforderlichen Sanierungsmassnahmen anzuordnen; eventualiter sei die Sache
zur Neubeurteilung an eine der Vorinstanzen zurückzuweisen; unter Kosten- und
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Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerinnen und des Kantons
St. Gallen.
Das Baudepartement des Kantons St. Gallen (Vorinstanz) beantragte mit
Vernehmlassung vom 12. März 2019 Abweisung der Beschwerde (act. 7). Die Politische
Gemeinde E. _ (Beschwerdebeteiligte) und die Mineralquellen E. _ AG
(Beschwerdegegnerin 2) taten es ihr gleich (vgl. die Stellungnahmen vom 27. und 28.
März 2019, act. 10 und 11). Die C._ (Beschwerdegegnerin 1) verzichtete
stillschweigend auf eine Stellungnahme. Die Beschwerdeführerin replizierte am 31. Mai
2019 und hielt an ihren Anträgen fest (act. 15). Die Beschwerdebeteiligte und die
Beschwerdegegnerin 2 äusserten sich in ihren Eingaben vom 19. bzw. 20. Juni 2019
inhaltlich nicht mehr.
Nachdem das Verwaltungsgericht Kenntnis vom Schreiben des AWE vom 20. Juni
2019 (act. 23) erhalten hatte, wonach die Sanierungsmassnahmen abgeschlossen
seien, zeigte es der Beschwerdeführerin die Absicht an, das Verfahren wegen
Gegenstandslosigkeit abzuschreiben. Dies, weil die streitgegenständliche Verfügung
inzwischen vollstreckt sei (act. 24). In ihrer Stellungnahme vom 13. September 2019
entgegnete die Beschwerdeführerin, das AWE habe – in Missachtung des Suspensiv-
und Devolutiveffekts – sowohl die Feststellung der Ursachen der eingetretenen
Probleme als auch deren Behebung massiv erschwert. Dieses rechtswidrige Vorgehen
bilde Grundlage für einen von der Beschwerdegegnerin 1 bereits eingeleiteten
Zivilprozess betreffend Schadenersatz gegen die Beschwerdeführerin. Sie habe
deshalb weiterhin ein aktuelles schutzwürdiges Interesse an der Fortführung des
Beschwerdeverfahrens (act. 27). Die Beschwerdebeteiligte hielt an ihrem Antrag
(Abweisung der Beschwerde) fest (Schreiben vom 20. September 2019 in act. 31). Die
Beschwerdegegnerin 2 verlangte am 21. Oktober 2019 Einsicht in die Akten, liess aber
die auf den 11. November 2019 terminierte Frist zu Einreichung einer (erneuten)
Stellungnahme ungenutzt.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten, den angefochtenen Entscheid und die
Akten wird – soweit wesentlich und erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die Beschwerdeeingabe
vom 16. Januar 2019 (act. 1) erfolgte rechtzeitig und erfüllt zusammen mit der
Ergänzung vom 19. Februar 2019 (act. 5) formal und inhaltlich die gesetzlichen
Anforderungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP).
bis
Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP verlangt, dass die Beschwerdeführerin an
der Änderung oder Aufhebung der Verfügung oder des Entscheids ein eigenes
schutzwürdiges Interesse dartut (Rechtsschutzinteresse bzw. materielle Beschwer).
Das Interesse an der Überprüfung hat aktuell zu sein, d.h. die rechtliche und
tatsächliche Situation der Beschwerdeführerin muss durch den Ausgang des
Verfahrens beeinflusst werden können (GVP 2014 Nr. 6; Geisser/Zogg, in: Rizvi/
Schindler/Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar,
Zürich / St. Gallen 2020, N 15 zu Art. 45 VRP mit Hinweisen u.a. auf Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 400 ff. und
B. Waldmann, in: Niggli/Uebersax/Wipprächtiger/Kneubühler [Hrsg.], Basler
Kommentar Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl. 2018, N 17 zu Art. 89 BGG). Vor dem
Hintergrund, dass die im vorinstanzlichen Verfahren angefochtene Verfügung des AWE
gemäss Mitteilung vom 20. Juni 2019 vollstreckt ist (vgl. act. 23 und 24), ist die
Aktualität des Rechtsschutzinteresses näher zu prüfen.
Ein aktuelles Interesse ist zu bejahen, wenn der erlittene Nachteil im Zeitpunkt der
gerichtlichen Beurteilung noch besteht und durch die beantragte Aufhebung des
angefochtenen Hoheitsakts beseitigt würde. Davon kann nur abgewichen werden,
wenn sich die mit der Beschwerde aufgeworfenen grundsätzlichen Fragen unter
ähnlichen Umständen wieder stellen können, ohne dass im Einzelfall rechtzeitig eine
richterliche Prüfung möglich wäre, und deren Beantwortung im öffentlichen Interesse
liegt (vgl. GVP 2014 Nr. 6; VerwGE B 2014/229 vom 7. April 2017 E. 3.2; B 2016/2 vom
20. Januar 2017 E. 1.2.2; B 2014/247 vom 30. Juni 2015 E. 1.2 je mit Hinweisen auf die
bundesgerichtliche Rechtsprechung; vgl. dazu BGE 139 I 206 E. 1.1 und 135 I 79
E. 1.1).
1.1.
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Gemäss Art. 64 in Verbindung mit Art. 57 Abs. 1 VRP wird die Beschwerde
abgeschrieben, wenn sie zurückgezogen oder sonst gegenstandslos geworden ist.
Gegenstandslosigkeit ist weit zu verstehen. Sie liegt vor, wenn die Grundlagen der
Streitigkeit im Lauf des Verfahrens dahinfallen oder wenn die Beteiligten jedes
rechtliche Interesse an einer Entscheidung verloren haben (T. Kamber, in: Rizvi/
Schindler/Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 8 zu Art. 57 VRP). Gleiches gilt, wenn die
streitgegenständliche Verfügung ihre zugedachte Wirkung bereits vollumfänglich
entfaltet hat (vgl. z.B. BGE 123 II 285 E. 4 und 136 II 101 E. 1.1). Fällt das
Rechtsschutzinteresse während der Hängigkeit des Verfahrens aufgrund einer
nachträglichen Änderung des Sachverhalts dahin und beharrt eine Partei dennoch auf
einem Entscheid in der Sache, kann das Verfahren nicht in Anwendung von Art. 57
Abs. 1 VRP abgeschrieben werden. Es stellt sich dann eine Eintretensfrage – jene nach
dem aktuellen Rechtsschutzinteresse –, die im Hinblick auf die Legitimation des
Rechtsmittelklägers zu beantworten ist (Kamber, a.a.O., N 9 zu Art. 57 VRP mit Hinweis
auf VerwGE B 2018/23 vom 25. Februar 2019 E. 1.4).
In seinem Schreiben an die Parteien vom 31. Juli 2019 hielt der Abteilungspräsident
fest, die von der Beschwerdeführerin mit Rekurs angefochtene Sanierungsverfügung
des AWE sei von der Adressatin befolgt worden. Das AWE habe dieser bestätigt, dass
alle geeigneten und verhältnismässigen Sanierungsmassnahmen getroffen worden
seien, diese sich mit grosser Wahrscheinlichkeit positiv auf die Abdichtungen
ausgewirkt hätten und seitens des AWE keine weiteren Massnahmen angeordnet
würden. Damit erscheine die Streitsache gegenstandslos (act. 24).
Die Beschwerdeführerin hielt dagegen, Verfahrensgegenstand sei die Frage, ob die
Sachverhaltsfeststellung des AWE, wonach die in den gewässerschutzrechtlichen
Bewilligungen gestellten Anforderungen an die Erdwärmesondenbohrungen bei
mehreren Bohrungen nicht eingehalten worden seien, richtig sei. Weiter Gegenstand
sei die unzutreffende Behauptung, die Beschwerdeführerin habe sich nicht an die
Bewilligungen gehalten und die Erdsonden nicht nach den massgeblichen Regeln der
Baukunde erstellt. Die Annahme des AWE im Schreiben vom 20. Juni 2019 sei in
Unkenntnis der Ursachen der eingetretenen Probleme geäussert worden; sie basiere
auf falschen Annahmen zum Sachverhalt. Dass im vorliegenden Fall Massnahmen
getroffen werden müssten, sei unbestritten. In hohem Mass strittig sei hingegen, um
welche Massnahmen es sich dabei handle. Diese könnten erst festgelegt werden,
nachdem die Ursachen durch einen Gutachter ermittelt worden seien. Gestützt auf die
Verfügung mache die Beschwerdegegnerin 1 eine Schadenersatzforderung gegen die
1.2.
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Beschwerdeführerin geltend. Weil das AWE und die Vorinstanz durch die Missachtung
von Suspensiv- und Devolutiveffekt des Rekursverfahrens sowohl die Feststellung der
Ursachen als auch ihre fachgerechte Behebung massiv erschwert hätten und weil
dieses rechtswidrige Vorgehen die Grundlage für die besagte Schadenersatzforderung
sei, habe die Beschwerdeführerin ein aktuelles und schutzwürdiges Interesse an der
Fortführung des Beschwerdeverfahrens (act. 25).
Das schutzwürdige Interesse an der Anfechtung einer Verfügung (bzw. eines diese
bestätigenden Rechtsmittelentscheids oder einer anderweitigen prozessualen
Erledigung eines Rechtsmittels) erlischt in der Regel, wenn die angefochtene Verfügung
ihre zugedachte Wirkung entfaltet hat. Dies ist konkret der Fall, weil ihr die Adressatin
(Beschwerdegegnerin 1) ohne weiteres Folge geleistet hat. Die
Wiederherstellungsverfügung wurde freiwillig erfüllt, und ein Streit über die
Notwendigkeit der verfügten Massnahmen kann nicht mehr aktuell sein. Die Verfügung
hatte sodann nicht Sachverhaltsfeststellungen über einen Zivilprozess zum
Gegenstand, sondern die Einhaltung der zuvor erteilten Bewilligungen. Hinzu kommt,
dass die Beschwerdeführerin selbst davon ausgeht, aufgrund der "angeordneten und
widerrechtlich vollzogenen Sanierungsmassnahmen" könne nicht mehr untersucht
werden, ob sie die Erdwärmesondenbohrungen korrekt ausgeführt habe, was die
effektive Ursache für die Probleme bei den Bohrungen und im Zusammenhang mit der
K._ quelle gewesen seien und wer diese zu vertreten habe (act. 5 S. 16). Auch an
anderer Stelle führt die Beschwerdeführerin aus, durch die "voreiligen
Sanierungsmassnahmen" könnten der Sachverhalt und insbesondere die Ursachen der
Mängel nicht mehr – auch nicht mehr durch einen unabhängigen Sachverständigen –
untersucht werden (act. 5 S. 17). Diese Gegebenheiten sprechen zusätzlich gegen ein
aktuelles schutzwürdiges Interesse an der materiellen Behandlung der Beschwerde.
Die Beschwerdeführerin verstrickt sich in unlösbare Widersprüche, wenn sie einerseits
betont, wie entscheidend es sei, über diese Sachverhaltsfragen ein Gutachten erstellen
zu lassen und daraus ihr schutzwürdiges Interesse an der Behandlung der Beschwerde
ableitet und andererseits geltend macht, der Sachverhalt lasse sich nicht mehr
eruieren. Auf das Rechtsmittel ist demensprechend nicht einzutreten. Im Übrigen lässt
sich der Beschwerde kein Antrag über die (nunmehr nachträgliche) Feststellung
allfälliger Verfahrensfehler (Verletzung von Suspensiv- und Devolutiveffekt des Rekurs-
und Beschwerdeverfahrens) entnehmen. Inwiefern daran ein Rechtsschutzinteresse
bestünde, kann offenbleiben. Immerhin sei darauf hingewiesen, dass sich die
Beschwerdeführerin auch nach Erhebung des Rekurses an der Erstellung des
Sanierungskonzepts beteiligt hat und dazu insbesondere jene Nimo-T-Messungen
1.3.
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2.
Die Beschwerde wäre im Übrigen ohnehin abzuweisen.
2.1.
Die Beschwerdeführerin stellt zunächst verschiedene Verfahrens- und Beweisanträge:
Es seien eine öffentliche mündliche Verhandlung und ein Augenschein durchzuführen;
es sei ein Gutachten einzuholen über die Mängel der Erdwärmesonden, die Ursachen
des Druckabfalls der Mineralquelle K._ und die erforderlichen
Sanierungsmassnahmen; sodann seien seitens der Beschwerdeführerin M._ und A._
zu befragen.
2.1.1.
Gemäss Art. 64 in Verbindung mit Art. 55 Abs. 1 und 2 VRP ordnet das
Verwaltungsgericht eine öffentliche mündliche Verhandlung an, wenn sie zur Wahrung
der Parteirechte notwendig ist oder zweckmässig erscheint (vgl. dazu auch Art. 29
Abs. 2 und Art. 30 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen
Eidgenossenschaft; SR 101, BV, sowie BGE 128 I 288 E. 2.3 und 2.6 je mit Hinweisen,
in: Pra 92/2003 Nr. 80, und BGE 130 II 425 E. 2.1 mit Hinweisen, in: Pra 94/2005
Nr. 71). Nach Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Konvention zum Schutze der
Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 0.101, EMRK) besteht ein solcher Anspruch
insbesondere in Streitigkeiten über zivilrechtliche Ansprüche und Verpflichtungen (vgl.
VerwGE B 2018/73 vom 26. Februar 2019 E. 2.4, VerwGE B 2018/99 vom
13. Januar 2019 E. 2, VerwGE B 2014/182 vom 27. April 2016/25. Mai 2016 E. 3.1
sowie VerwGE B 2012/91; B 2013/132 vom 8. November 2013 E. 3.2 je mit Hinweisen).
Entgegen den Darlegungen der Beschwerdeführerin kommt Art. 30 Abs. 3 BV
gegenüber Art. 6 Ziff. 1 EMRK kein selbständiger Gehalt zu. Diese Verfassungsgarantie
greift nur, wenn ein gesetzlich oder völkerrechtlich – bspw. durch Art. 6 Ziff. 1 EMRK –
garantierter Anspruch auf eine öffentliche Gerichtsverhandlung besteht (vgl. BGE 128 I
288 E. 2.6, in: Pra 92/2003 Nr. 80; J. Reich, in: Waldmann/Belser/Epiney [Hrsg.], Basler
Kommentar Bundesverfassung, Basel 2015, N 45 zu Art. 30 BV). Unabhängig vom
betroffenen Sachbereich ist ein Anspruch auf mündliche Verhandlung jedenfalls dann
zu verneinen, wenn ausschliesslich prozessuale Fragen zu behandeln sind (vgl.
vornehmen lassen wollte, von denen sie nunmehr behauptet, sie seien untauglich (vgl.
Bst. B.c hiervor).
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M. Donatsch, in: A. Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des
Kantons Zürich, 3. Aufl. 2014, N 17 zu § 59 VRG-ZH; zum Ganzen vgl. VerwGE B
2019/6 vom 1. Juli 2019 E. 2.1).
2.1.2.
Als ausschliesslicher Verfahrensgegenstand wäre zu klären, ob die Vorinstanz zu Recht
auf den Rekurs der Beschwerdeführerin nicht eingetreten ist. Diese Frage ist
prozessualer Natur, weshalb kein Anspruch auf eine mündliche Verhandlung besteht.
Bei diesem Ergebnis kann dahingestellt bleiben, ob es sich bei der streitigen Verfügung
zum Vollzug der Gewässerschutzgesetzgebung um einen "zivilrechtlichen Anspruch"
nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK handelt. Sodann konnten die Inhalte der beantragten
mündlichen Parteibefragung und Beweisaussagen der Vertreter der
Beschwerdeführerin auch schriftlich vorgetragen werden, weshalb die Durchführung
einer mündlichen Verhandlung auch unter dem Blickwinkel von Art. 55 VRP nicht als
zweckmässig und geboten erschiene. Der Antrag der Beschwerdeführerin auf
Durchführung einer öffentlichen mündlichen Verhandlung wäre dementsprechend
ebenso abzuweisen wie ihre Begehren um persönliche Anhörung. Auch auf die
weiteren beantragten prozessualen Vorkehren könnte verzichtet werden, da sich die
entscheidrelevanten tatsächlichen Verhältnisse aus den Verfahrensakten ergeben (vgl.
dazu BGer 1C_13/2018 vom 13. März 2019 E. 3 mit Hinweisen) und von den
beantragten Beweisvorkehren keine entscheidrelevanten neuen Erkenntnisse über die
Frage der hauptsächlich streitigen Rechtsmittellegitimation zu erwarten wären. Das –
wie schon im Rekursverfahren – beantragte Gutachten ist für die zu beantwortende
Eintretensfrage irrelevant. Die entsprechenden Fragen lassen sich nach den
einleuchtenden Aussagen der Beschwerdeführerin ohnehin nicht mehr klären (vgl. die
entsprechenden Zitate in E. 1.3 hiervor).
2.2.
Materiell zu prüfen bliebe damit einzig, ob die Vorinstanz zu Recht nicht auf den Rekurs
eingetreten ist.
2.2.1.
Gemäss Art. 45 Abs. 1 VRP ist zur Erhebung eines Rekurses berechtigt, wer an der
Änderung oder Aufhebung der Verfügung oder des Entscheids ein eigenes
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schutzwürdiges Interesse dartut. Gleiches gilt für die Beschwerdelegitimation im
verwaltungsgerichtlichen Verfahren (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP).
Gleich wie Art. 89 Abs. 1 des Bundesgerichtsgesetzes (SR 173.110, BGG), dessen
Mindestanforderungen nach dem Grundsatz der "Einheit des Verfahrens" (vgl. Art. 111
Abs. 1 BGG) im kantonalen Verfahren sowieso einzuhalten sind, setzt Art. 45 Abs. 1
VRP eine formelle und eine materielle Beschwer voraus (vgl. bereits E. 1.3 hiervor;
sodann: Geisser/Zogg, a.a.O., N 4 zu Art. 45 VRP). Formell beschwert ist, wer als
rechtsuchende Partei am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen hat und mit seinen
Anträgen nicht oder nicht vollständig durchgedrungen ist (Geisser/Zogg, a.a.O., N 6 zu
Art. 45 VRP; Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 403 f.). Das Erfordernis der materiellen
Beschwer bzw. des Rechtsschutzinteresses setzt voraus, dass die betreffende Person
über eine spezifische Beziehungsnähe zur Streitsache verfügt ("besonderes
Berührtsein") und einen praktischen Nutzen aus der Aufhebung oder Änderung des
angefochtenen Entscheids ziehen kann ("aktuelles schutzwürdiges Interesse"). Das
Verwaltungsgericht stützt sich bei der Auslegung von Art. 45 Abs. 1 VRP im
Wesentlichen auf die bundesgerichtliche Praxis zu Art. 89 Abs. 1 lit. b und c BGG. Ein
schutzwürdiges Interesse besteht, wenn die tatsächliche oder rechtliche Situation des
Betroffenen durch den Ausgang des Verfahrens beeinflusst werden kann (vgl. z. B.
Geisser/Zogg, a.a.O., N 8 ff. zu Art. 45 VRP; Waldmann, a.a.O., N 17 zu Art. 89 BGG
mit Hinweisen).
2.2.2.
Der materielle (primäre) Verfügungsadressat erfüllt die Anforderungen an die materielle
Beschwer ohne weiteres, wenn er eine ihn direkt belastende Verfügung anficht. Jedoch
kann auch ein Dritter (d.h. ein Nichtadressat) von einer für ihn nachteiligen Verfügung
stärker als ein beliebiger Dritter betroffen sein und in einer besonderen,
beachtenswerten, nahen Beziehung zur Streitsache stehen und damit zum Rechtsmittel
berechtigt sein. Verfolgt er aber bloss ein mittelbares oder ausschliesslich allgemeines
öffentliches Interesse, ist er nicht legitimiert zu verlangen, dass das Rechtsverhältnis
gegenüber dem primären Verfügungsadressaten anders geregelt wird (vgl. BGE 123 II
376 E. 2; Marantelli/Huber, in: Waldmann/Weissenberger, Praxiskommentar
Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, N 10 zu Art. 48 VwVG mit Hinweisen;
F. Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. 1983, S. 158 mit Hinweisen; VerwGE
B 2007/117 vom 12. Februar 2008 E. 1.3 mit Hinweisen auf I. Häner, Die Beteiligten im
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2020&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=135+ii+172&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F123-II-376%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page376 https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2020&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=135+ii+172&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F123-II-376%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page376
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Verwaltungsverfahren und Verwaltungsprozess, Zürich 2000, S. 253, mit weiteren
Hinweisen, sowie auf Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum Gesetz über die
Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, Bern 1997, N 8 f. zu Art. 65; vgl. sodann die
VerwGE B 2019/58 und 88 vom 29. Juni 2019, je E. 2 mit Hinweisen).
2.2.2.1.
Beim primären Verfügungsadressaten lassen sich das "Berührtsein" und das
"schutzwürdige Interesse" nicht schlüssig auseinanderhalten. Bei Drittbeschwerden ist
das schutzwürdige Interesse – verstanden als der "aus Sicht der Rechtspflege
gewürdigt ausreichende Anlass dafür, dass die Gerichte der Verwaltungsrechtspflege
sich mit der Sache befassen" (BGE 139 II 279 E. 2.3 mit Hinweis auf Gygi, a.a.O., S.
153) – eine selbständige und damit kumulativ zum "besonderen Berührtsein" bzw. der
"spezifischen Beziehungsnähe" zu prüfende Legitimationsvoraussetzung. Da eine
rechtslogisch stringente, begrifflich fassbare Eingrenzung der Anforderungen an die
Beziehungsnähe zum Streitgegenstand nicht existiert, sondern nur eine praktisch
vernünftige, für jedes Rechtsgebiet gesondert zu beurteilende Abgrenzung zur
unzulässigen Popularbeschwerde möglich ist, ist die Praxis bemüht, diese Grenze
bereichsspezifisch und mit Blick auf die betroffenen Interessengruppen anhand
objektiver Kriterien zu ziehen (grundlegend: BGE 139 II 279 E. 2.2 und 2.3 mit
Hinweisen und Marantelli/Huber, a.a.O., N 12 zu Art. 48 VwVG mit Hinweisen auf die
Rechtsprechung). Gegen die Anerkennung der Parteistellung spricht etwa die
Möglichkeit, den angestrebten Erfolg auf anderem Weg zu erreichen (BGE 132 II 497 E.
5.5; 139 II 328 E. 4.4; 139 II 279 E. 2.3 ff. und 4.2 f.; vgl. aber auch BGE 135 II 172 E.
2.3 für den Fall, dass ein Zivilgericht an das Ergebnis eines verwaltungsrechtlichen
Verfahrens gebunden ist), das bloss mittelbare Betroffensein (BGE 127 II 323 E. 3; 123
II 376 E. 5b; BGer 2C_762/2010 vom 2. Februar 2011 E. 4.3.2 und 2C_1158/2012 vom
27. August 2013 E. 2.3.3, dieser in: ASA 82 S. 229; zuletzt bestätigt in BGE 140 II 80 E.
2.4.4) sowie Aspekte der Praktikabilität (kein übermässiges Erschweren der
Verwaltungstätigkeit; BGE 139 II 279 E. 2.3; 139 II 328 E. 4.4).
2.2.2.2
Dritte, die gleichgerichtete Interessen wie der Verfügungsadressat haben, können
daran interessiert sein, eine den materiellen Adressaten belastende Verfügung
anzufechten (Drittbeschwerde pro Adressat). Dazu bedürfen sie – wie gesagt – eines
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eigenen schutzwürdigen Interesses an der Aufhebung oder Änderung der Verfügung
und einer besonderen Beziehungsnähe. Das ist der Fall, wenn dem Dritten aus der
streitigen Verfügung ein unmittelbarer Nachteil erwächst. Dieses Erfordernis wird in der
Praxis strikt angewendet (I. Häner, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar
Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, 2. Aufl. 2019, N 18 zu Art. 48 VwVG mit
Hinweisen; Wiederkehr/Eggenschwiler, Die allgemeine Beschwerdebefugnis Dritter,
Bern 2017, Rz. 276). Die Rechtsmittellegitimation bedarf mit anderen Worten einer
"besonderen Rechtfertigung" (Gygi, a.a.O., S. 161). Bloss mittelbare, faktische und
wirtschaftliche Interessen reichen nicht aus (vgl. z.B. BGer 1C_260/2009 vom 6.
Oktober 2009 E. 4.2 zur fehlenden Legitimation des Architekten, gegen den teilweisen
Abbruchbefehl eines von ihm nicht entsprechend der Baubewilligung projektierten und
von den Grundeigentümern ausgeführten Bauvorhabens vorzugehen). Wenn der
belastete Verfügungsadressat auf eine Anfechtung verzichtet, ist eine Drittbeschwerde
zugunsten des Adressaten jedenfalls dann nicht zulässig, wenn der Dritte etwas
anstrebt, was seiner Dispositionsbefugnis entzogen ist und nur dem
Verfügungsadressaten selbst zusteht (vgl. Wiederkehr/Eggenschwiler, a.a.O., Rz. 284
und 286). Der Drittbeschwerde pro Adressat kommt die Funktion zu, einen drohenden
Nachteil abzuwenden, nicht aber zu ermöglichen, dass ein Drittbeschwerdeführer
durch die autonome Weiterführung des Prozesses, den der Verfügungsadressat selbst
nicht führen will, einen Vorteil für sich erstreitet (BVGer A-5646/2008 vom 13. August
2009 E. 4.5, in: ZBl 112/2011 S. 94; BGer 9C_918/2009 vom 24. Dezember 2009
E. 4.3.2; a.M. M. Bertschi, in: A. Griffel [Hrsg.], a.a.O., N 90 zu § 21 VRG-ZH und BGer
8C_147/2016 vom 13. Juli 2016 E. 5.5). Nach konstanter Rechtsprechung ist der bloss
vertraglich mit dem Verfügungsadressaten verbundene Dritte in der Regel nicht
beschwerdeberechtigt. Die Reflexwirkungen, welche die an den Adressaten gerichtete
Verfügung auf ein Vertragsverhältnis zwischen ihm und einem Dritten zeitigen können,
indem der Dritte z. B. als Garant oder Versicherer zahlungspflichtig werden könnte,
begründen regelmässig kein schutzwürdiges Anfechtungsinteresse des Dritten (BGE
130 V 560 E. 3.5; Marantelli/Huber, a.a.O., N 35 zu Art. 48 VwVG; Wiederkehr/
Eggenschwiler, a.a.O., Rz. 291 ff.; je mit Hinweisen). Es fehlt am "unmittelbaren
Nachteil", den der Dritte erleiden würde bzw. an einer unmittelbaren Betroffenheit in
seinen vermögensrechtlichen Interessen. Nur weil die Wahrscheinlichkeit einer
späteren Leistungs- oder Haftpflicht erhöht wird, besteht kein unmittelbarer Nachteil
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(ebd.). Einem Dritten ist es deshalb verwehrt, zur Absicherung gegen eine allfällige
Haftpflichtforderung Rekurs bzw. Beschwerde zu führen (vgl. BGE 133 II 400 E. 2.4.2;
zustimmend u.a. Bertschi, a.a.O., N 88 zu § 21 VRG-ZH; vgl. aber BGE 116 II 136 E. 5
und den Kommentar dazu [Ausnahme bei einer "gesetzlich vorgesehenen
Sonderverbindung"] in: Wiederkehr/Plüss, Praxis des öffentlichen Verfahrensrechts,
Bern 2020, Rz. 2223; vgl. aber auch den allgemeinen Vorbehalt gegenüber älteren
Entscheiden zu dieser Thematik in: Bertschi, a.a.O., N 77 zu § 21 VRG-ZH).
Unmittelbare Betroffenheit der Vertragspartner wird hingegen bejaht bei der
Solidarhaftung oder bei bestimmten Leistungsansprüchen des
Sozialversicherungsrechts (Bertschi, a.a.O., N 88 zu § 21 VRG-ZH; Wiederkehr/
Eggenschwiler, a.a.O., Rz. 295).
2.2.3.
2.2.3.1.
Die Vorinstanz hielt in E. 2.4 des angefochtenen Entscheids fest, die Verfügung des
AWE stehe in direktem Zusammenhang mit den zuvor erteilten
gewässerschutzrechtlichen Bewilligungen. Diese seien an die grundsätzliche
Bedingung geknüpft worden, dass die Anlagen so erstellt, betrieben und unterhalten
würden, dass keine Verunreinigung oder Beeinträchtigung der Gewässer, der Luft oder
des Untergrunds entstehen könnten. Einleitend sei auf das erhöhte Risiko für starke,
mitunter artesisch gespannte Wasserzutritte hingewiesen worden. Entsprechend sei
der Beschwerdegegnerin 1 auferlegt worden, im Fall einer stark wasserführenden
Felsstrecke die Hinterfüllung mit einem Strumpf vor dem Wegfliessen zu sichern. Eine
weitere Auflage betreffe die Bohrfirma; diese müsse nach der Bewilligung fähig sein,
auch einen starken Arteser zu beherrschen, zudem sei eine Protokollierungs- und
Rapportpflicht Bestandteil der Bewilligung. Unbestrittenermassen seien nun
mindestens ein Arteser angebohrt und weitere Wasserzutritte registriert worden.
Zeitgleich sei an der nahen Mineralwasserquelle der artesische Überdruck gesunken.
Bereits im Schreiben vom 3. Mai 2018 habe das AWE auf fehlende Angaben zu den
erfolgten Bohrungen hingewiesen und die Vermutung geäussert, dass mindestens eine
der Bohrungen nicht lückenlos hinterfüllt sei. Schliesslich habe es am 16. Mai 2018 die
angefochtene Verfügung erlassen.
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In deren Ziff. 1 habe das AWE lediglich festgehalten, was sich aus der
Gewässerschutzgesetzgebung sowie aus den Auflagen und Bedingungen seiner
Bewilligungen ergebe. Unter anderem dürften Grundwasservorkommen nicht dauerhaft
miteinander verbunden werden, wenn dadurch Menge oder Qualität des Grundwassers
beeinträchtigt würden (Art. 43 Abs. 3 GSchG). Weil bei undichten Bohrungen Wasser
aus tiefer gelegenen Klüften bis ins Lockergestein hochfliesse, seien sie zu hinterfüllen
und abzudichten. Eine entsprechende Pflicht ergebe sich auch aus der SIA-Norm
384/6; diese sei integrierender Bestandteil der Bewilligung. Hinsichtlich dieser
(deklaratorischen) Dispositivziffer sei kein Anfechtungsinteresse auszumachen. Mit den
Ziff. 2, 3 und 4 verlange das AWE nebst der Wiederherstellung bzw. dem Nachweis des
gesetzmässigen Zustands nichts anderes als die Einhaltung der in den zuvor erteilten
Bewilligungen enthaltenen Auflagen und Bedingungen. Dass sie die
Beschwerdeführerin als Verhaltensstörerin nicht ins Recht gefasst habe, ändere nichts
daran, dass es lediglich an der Bewilligungsnehmerin (Beschwerdegegnerin 1) sei, den
korrekten Vollzug der Bewilligungen und die Einhaltung der gewässerschutzrechtlichen
Vorgaben nachzuweisen.
Bei dieser Konstellation sei nicht ersichtlich, inwiefern die Beschwerdeführerin von der
Verfügung des AWE unmittelbar betroffen sei. Sie habe zwar als Unternehmerin und
Erstellerin der Sonden ein tatsächliches Interesse am Verlauf der Sanierung. Dieses sei
aber in ihrem privatrechtlich begründeten internen Verhältnis zur Bestellerin und
Bewilligungsnehmerin begründet. Aus der im öffentlich-rechtlichen Verfahren
ergangenen Verpflichtung, ein Sanierungskonzept einzureichen, dieses nach der
Genehmigung umgehend umzusetzen und den Nachweis der fachgerechten
Hinterfüllung der Bohrungen zu erbringen, entstehe für die Beschwerdeführerin kein
unmittelbarer Nachteil. Der Beschwerdegegnerin 1 sei überlassen, inwiefern sie die
Beschwerdeführerin bei der Ausarbeitung und Umsetzung des Sanierungskonzepts
beiziehen wolle und ob sie ihre Abklärungen über den aus öffentlich-rechtlicher Sicht
für die Sanierung notwendigen Rahmen ausdehnen wolle. Für die Durchsetzung
allfälliger sich aus dem Vertragsverhältnis mit der Beschwerdegegnerin 1 ergebender
Forderungen bzw. zur Abwehr von Schadenersatzansprüchen sei sie – wie auch zur
Geltendmachung von Einwänden gegen das von der Beschwerdegegnerin 1
vorgeschlagene weitere Vorgehen zur Sanierung – auf den Zivilrechtsweg zu verweisen.
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Die Verfügung ziele sodann auf die Einhaltung der Gewässerschutzgesetzgebung ab
und nicht auf die Ursachen- und Beweisermittlung im Hinblick auf die Durchsetzung
allfälliger zivilrechtlicher Verantwortlichkeiten zwischen den Vertragsparteien. Die
Ermittlung des Sachverhalts beschränke sich darauf, die konkreten
Wiederherstellungs- und Sanierungsmassnahmen festzulegen. Soweit die
Beschwerdeführerin moniere, der Zusammenhang zwischen der Bohrtätigkeit und dem
Druckabfall in der Mineralquelle sei genauso wenig erwiesen wie eine dauerhaft
geschaffene Verbindung von Grundwasservorkommen, so mache sie ein über den für
die Sanierung notwendigen Rahmen hinausgehendes, nurmehr privatrechtlich
motiviertes Interesse geltend, das vom Regelungsziel und -inhalt der angefochtenen
Verfügung nicht gedeckt sei. Auch hinsichtlich der Beweisaufnahme und -sicherung
bestehe demnach kein unmittelbares schutzwürdiges Interesse. Die Beweissicherung
hätte ebenfalls auf dem Zivilrechtsweg erfolgen müssen.
2.2.3.2.
Die Beschwerdeführerin macht demgegenüber geltend, Art. 45 Abs. 1 VRP fasse den
Kreis der möglichen Rekurrenten bewusst weit; dieser sei nicht auf die eigentlichen
Verfügungsadressaten beschränkt. Sie sei durch die Verfügung des AWE in ihrer
Interessenlage objektiv und stärker als jedermann betroffen und stehe in einer
besonderen, beachtenswerten und nahen Beziehung zum Streitgegenstand. Die
Voraussetzung für eine Drittbeschwerde seien erfüllt: Insbesondere würden ihr durch
die Verfügung des AWE Fehler bei der von ihr ausgeführten Arbeit angelastet, so etwa,
sie habe gesetzliche Vorschriften und Auflagen der Bewilligungen nicht eingehalten.
Wenn dies zutreffe, hafte sie gegenüber der Verfügungsadressatin. Zudem könne
wegen der vom AWE angeordneten und widerrechtlich vollzogenen
Sanierungsmassnahmen nicht mehr untersucht werden, ob die
Erdwärmesondenbohrungen von ihr korrekt ausgeführt worden seien, was die effektive
Ursache für die Probleme bei den Bohrungen und im Zusammenhang mit der
Mineralquelle gewesen sei und wer diese zu vertreten habe. Auch dadurch wirkten sich
sowohl die Verfügung als auch das Vorgehen des AWE zu ihrem Nachteil aus und
verschafften ihr die Rechtsmittellegitimation. Sie bestreite, gesetzliche Bestimmungen,
Auflagen oder die SIA-Norm 384/6 missachtet zu haben. Genau dies werde ihr jedoch
unterstellt. Mit der geforderten Expertise wolle sie den Gegenbeweis zu diesen
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unwahren Behauptungen führen, auf die sich sämtliche weitere Anordnungen des AWE
stützten. Sie habe ein sehr grosses Interesse zu beweisen, dass diese Behauptungen
unrichtig seien. Sie sei daher persönlich und mehr als jeder andere daran interessiert,
das Rechtsverhältnis zwischen AWE und Beschwerdegegnerin 1 anders zu regeln (act.
5 S. 14 ff.).
2.2.4.
Die Beschwerdeführerin leitet ihre Rechtsmittelbefugnis nach dem Gesagten aus einem
vertraglichen Verhältnis (Werkvertrag) ab, das sie als Unternehmerin mit der
Beschwerdegegnerin 1 als Bestellerin über die Erstellung der Erdwärmesonden
eingegangen ist. Der geltend gemachte Nachteil besteht aus einer
Schadenersatzforderung der Beschwerdegegnerin 1 ihr gegenüber, die sich auf die im
Rekursverfahren angefochtene Verfügung des AWE – vor allem die darin getroffenen
Sachverhaltsfeststellungen – stütze (vgl. act. 27 Ziff. 5 und act. 28). Eine unmittelbare
Leistungspflicht der Beschwerdeführerin ergibt sich aus der Verfügung jedoch nicht.
Ob diese wegen Schlechterfüllung des Werkvertrags gegenüber der
Beschwerdegegnerin 1 ersatzpflichtig wird, muss (im Streitfall) der Zivilrichter
beurteilen. Das Gericht verkennt nicht, dass die streitgegenständliche Verfügung die
Wahrscheinlichkeit einer späteren Leistungs- oder Haftpflicht erhöht. Insbesondere
stützt sich die Beschwerdegegnerin 1 in ihrer Widerklage vom 3. Juli 2019 direkt auf
die in der Verfügung festgestellten Sachverhalte (vgl. act. 28 S. 19 ff.). Darin allein
besteht jedoch nach Rechtsprechung und Lehre kein unmittelbarer Nachteil. Es bleibt
dabei, dass es einer Drittperson verwehrt ist, zur Absicherung gegen eine allfällige
Haftpflichtforderung Rekurs gegen eine Verfügung zu erheben, die sie nicht unmittelbar
verpflichtet bzw. belastet.
Im Übrigen ist der geltend gemachte Nachteil eine Folge des der Adressatin durch die
Verfügung gebotenen Handelns. Die Beschwerdeführerin hätte einen für sie günstigen
Entscheid gegenüber der Beschwerdegegnerin 1 nicht durchsetzen können, weil diese
von Anfang an gewillt war, die Verfügung zu befolgen und den rechtmässigen Zustand
wiederherzustellen. Es fehlt der Beschwerdeführerin mit anderen Worten an der
Verfügungsmacht über den Streitgegenstand. Weil sich die Beschwerdegegnerin 1 mit
der sie unmittelbar belastenden Verfügung längst abgefunden hat und die
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Beschwerdeführerin den Prozess nicht parallel zur Adressatin, sondern statt dieser
führen will, erscheint fraglich, welcher konkrete Vorteil oder praktische Nutzen sich für
die Beschwerdeführerin beim Obsiegen im Rechtsmittelverfahren ergäbe (vgl. dazu
Bertschi, a.a.O., N 78 zu § 21 VRG-ZH mit Hinweis auf BVGer A-5646/2008 vom 13.
August 2009).
2.3.
Im Ergebnis wäre deshalb der angefochtene Nichteintretensentscheid zu bestätigen.
3.
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des
Beschwerdeverfahrens von der Beschwerdeführerin zu bezahlen (Art. 95 Abs. 1 VRP).
Eine Entscheidgebühr von CHF 3'000 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Diese ist mit dem in gleicher Höhe geleisteten
Kostenvorschuss zu verrechnen.
Das Begehren der Beschwerdeführerin um Ersatz ihrer ausseramtlichen Kosten wird –
dem Verfahrensausgang entsprechend – abgewiesen (Art. 98 VRP). Die
Beschwerdegegnerin 1 hat sich nicht am Verfahren beteiligt und die
Beschwerdegegnerin 2 sowie die Vor-
instanz und die Beschwerdebeteiligte – letztere beide hätten praxisgemäss auch keinen
Anspruch – haben keinen Entschädigungsantrag gestellt.