Decision ID: 00f3c557-1c16-4eae-ad94-2f3e39388bf2
Year: 2011
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die I. Beschwerdekammer hält fest, dass:
- die Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern mit einem Gesuch,  unter anderem die MROS-Meldung Nr. 8250-67 ff. zugrunde lag, zur Klärung des Gerichtsstandes zwischen dem Kanton Bern, dem Kanton -Stadt und dem Kanton Basel-Landschaft am 29. November 2010 an die I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts gelangte ( 1);
- die I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts mit Beschluss vom
30. März 2011 festlegte, die Strafbehörden des Kantons Bern seien  und verpflichtet, die A. zur Last gelegten Straftaten zu verfolgen und zu beurteilen (Ziff. 1 des Dispositivs BG.2010.21); hingegen seien die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Basel-Stadt berechtigt und , die B. zur Last gelegten Straftaten zu verfolgen und zu beurteilen (Ziff. 2 des Dispositivs);
- der Gesuchsgegner mit Eingabe vom 10. Juni 2011 an die I. Beschwerde-
kammer des Bundesstrafgerichts gelangte, mit dem Begehren um  des Beschlusses vom 30. März 2011, da diesem nicht zu entnehmen sei, welcher Kanton für die Ermittlung der Sachverhalte zuständig sei, die der MROS-Meldung Nr. 8250-67 ff. zugrunde lägen;
- die I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts dieses Gesuch mit Be-
schluss vom 17. Juni 2011 (BB.2011.66) mit der Begründung abwies, die Begründung des Beschlusses behandle die Sachverhalte, welche aus der vorgenannten MROS-Meldung zu entnehmen seien; das Dispositiv enthalte keine Einschränkungen und habe deshalb für sämtliche Sachverhalte , welche sich aus dessen Begründung ergäben;
- der Gesuchsgegner mit Schreiben vom 22. Juni 2011 die Akten der ge-
nannten MROS-Meldung mit der Begründung, diese richte sich  gegen A., dem Gesuchsteller zukommen liess (act. 1 und  4);
- die Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern mit Gesuch vom
28. Juni 2011 an die I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts , es seien die Behörden des Kantons Basel-Stadt zur Verfolgung und Beurteilung des Angeschuldigten B. bezüglich der ihm im Zusammenhang mit der MROS-Meldung vom 21. September 2010 ( Nr. 8250-67 & ff.) vorgeworfenen Taten für berechtigt und verpflichtet zu erklären; eventualiter sei festzustellen, dass Ziff. 2 des
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Dispositivs des Beschlusses des Bundesstrafgerichts vom 30. März 2011 die Abtretungserklärung der Bundesanwaltschaft vom 4. Oktober 2010 betreffend die vorgenannte MROS-Meldung mitumfasse (act. 1).

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- das Gesuch sich auf einen Sachverhalt bezieht, für welchen der  mit Beschluss der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts vom 30. März 2011 abschliessend festgestellt wurde;
- im vorgenannten Beschluss verständlich und eindeutig festgehalten wurde,
dass die Strafverfolgungsbehörden des Kantons Bern für die Verfolgung und Beurteilung von A., diejenigen des Kantons Basel-Stadt für die  und Beurteilung von B. zuständig sind;
- dieses Dispositiv und die dazugehörige Begründung, wie bereits im Be-
schluss der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts vom 17.  2011 festgehalten, keiner weiteren Ausführungen bedürfen oder Raum für Interpretationen lassen;
- gegen den Beschluss der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts
vom 30. März 2011 kein Rechtsmittel gegeben ist, weswegen dieser sofort in Rechtskraft erwuchs (Art. 437 Abs. 3 StPO);
- es sich hiermit um eine res iudicata handelt, weswegen auf das Gesuch
nicht eingetreten wird;
- abschliessend festgehalten wird, dass eine MROS-Meldung keine  darstellt und ihr keine Umgrenzungsfunktion bezüglich der Person des darin Beschuldigten zukommt, was auch hinsichtlich des Betrefftextes Gültigkeit hat;
- die vorgenannte MROS-Meldung sich auf B. wie auch auf A. bezieht und
nach dem Gesagten der Kanton Basel-Stadt für den Sachverhalt  B., der Kanton Bern für denjenigen betreffend A. zuständig ist;
- keine Kosten erhoben werden, jedoch darauf hingewiesen wird, dass bei
weiteren Eingaben die Möglichkeit der Kostenauflage in Betracht gezogen wird (vgl. Art. 423 Abs. 1 StPO);
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