Decision ID: dafea0cd-cb4c-4d29-847e-b7530aa20129
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1968, arbeitete zuletzt seit dem 1. Mai 2000 als Portier im Z._, wobei der letzte effektive Arbeitstag am 5. September 2001 war (vgl. Urk. 7/8 S. 1 Ziff. 4). Am 25. September 2002 mel
dete er sich unter Hinweis auf eine lumbale Diskushernie, eine Hypertonie bei Zystennieren, eine Depression sowie unklare Sehstörungen bei der Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/4 S. 5 Ziff. 7.2). Die Sozialversi
cherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation (Urk. 7/7-10) ab und sprach dem Versicherten daraufhin mit Verfügungen vom 21. Mai 2003 (Urk. 7/22-23) bei einem Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Invalidenrente mit Wirkung ab dem 1. September 2002 zu.
Mit Mitteilungen vom 10. Februar 2004 (Urk. 7/39) sowie 5. Mai 2008
(Urk. 7/49) wurde der Anspruch auf die bisherige Invalidenrente bestätigt.
1.2
Im Rahmen des ordentlichen Revisionsverfahrens und nach Eingang des Revisi
ons
fragebogens vom 10. Juni 2013 (Urk. 7/53) tätigte die IV-Stelle erneut Abklärungen der medizinischen und erwerblichen Situation (Urk. 7/54-55, Urk. 7/62-64, Urk. 7/66) und veranlasste eine polydisziplinäre Begutachtung beim A._, über welche am 27. Ja
nuar 2015 berichtet wurde (Urk. 7/77).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Urk. 7/83-84, Urk. 7/87) hob die IV-Stelle die bisherige ganze Invalidenrente mit Verfügung vom 19. Oktober 2015 (Urk. 7/89 = Urk. 2) auf.
2.
Der Versicherte erhob am 17. November 2015 Beschwerde gegen die Verfügung vom 19. Oktober 2015 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm weiterhin eine ganze Invalidenrente auszurichten. Eventuell seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen (Urk. 1 S. 2). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 23. Dezember 2015 (Urk. 6) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 4. Januar 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung, IVG
).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
bezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidier
bar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revi
sionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar.
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkom
mensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E. 3 und 133 V 108 E. 5.4 mit Hinweis). Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre
chung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durch
geführten Revision keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (
Art.
74
ter
lit. f
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung, IVV
) und die bisherige Invalidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (
Art.
74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer (ordentlichen) rechts
kräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
1.3
Gemäss
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen die anspruchsbeein
flussende Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berück
sichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedau
ert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird. Die hierzu notwendige Prognose unterliegt dabei dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweis
grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 7 E.
3c/aa mit Hin
weisen).
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu
Art.
88a
Abs.
1 IVV ist eine Rente bei Wegfall der Invalidität im Normalfall erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der anspruchserheblichen Veränderung aufzuheben (BGE 119 V 98 E. 4a, Urteil des Bundesgerichts I 569/06 vom 20. November 2006 E. 3.3).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen davon aus, dass dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als Portier weiterhin nicht zumutbar sei. Allerdings habe sich insbesondere der psychische Gesundheitszustand erheblich verbessert. Dies gelte auch unter Berücksichtigung der neuen Rechtsprechung bezüglich der Standar
dindikatoren. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei ihm nun zu 75 % zumutbar. Dabei sei von einer vollzeitlichen Erwerbstätigkeit mit einem er
höhten Pausenbedarf auszugehen. Nach Vornahme des Einkommensvergleichs und unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 10 % resultiere ein nicht mehr rentenbegründender Invaliditätsgrad von 7 % (S. 2 ff.).
2.2
Demgegenüber stellte sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt (Urk. 1), von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes könne gestützt auf den Bericht von Dr. med. B._ nicht ausgegangen werden. Vielmehr habe sich der Gesundheitszustand seit der Rentenzusprache sogar verschlechtert. Das Gut
achten des A._ sei nicht nachvollziehbar, weshalb darauf nicht abgestellt wer
den könne. Zudem berücksichtige es die neue Schmerzrechtsprechung nicht. Es stehe ihm daher weiterhin eine ganze Invalidenrente zu. Eventuell seien ergän
zende medizinische Abklärungen vorzunehmen (S. 4 f.).
2.3
Strittig und zu
prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerde
führers seit den rentenzusprechenden Verfügungen vom
21. Mai 2003 (Urk. 7/22-
23) verbessert hat
, und gestützt darauf die Frage, ob die
verfügte Aufhebung der Rente rechtens ist.
Als Vergleichszeitpunkt nicht massgebend sind die mit Mitteilungen vom 1
0.
Februar 2004 (
Urk.
7/39) sowie
5.
Mai 2008 (
Urk.
7/49) abgeschlossenen Revisionsverfahren, da in deren Rahmen keine materielle Prüfung des Renten
anspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung vorgenommen wurde (vorstehend E. 1.2).
3.
3.1
Den rentenzusprechenden Verfügungen vom 21. Mai 2003 (Urk. 7/22-23) lagen die nachfolgenden Arztberichte zugrunde.
3.2
Die Ärzte des C._ führten mit Bericht vom 4. November 2002 (Urk. 7/9) eine Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0) sowie eine chroni
sche gegenwärtig mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf. Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erachteten sie eine Hypertonie sowie polyzystische Nieren (S. 1 Ziff. 1 lit. A). Der Beschwerdeführer sei während der Hospitalisation vom 22. August bis 8. Oktober 2002 zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf längere Sicht sei schwierig und ihnen nicht möglich (S. 1 f. Ziff. 1 lit. C).
3.3
PD Dr. med. D._, praktischer Arzt, gab mit Bericht vom 10. November 2002 (Urk. 7/10) an, dass er den Beschwerdeführer seit dem 7. September 2001 behandle (S. 2 lit. D Ziff. 1), und folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellen könne (S. 1 lit. A):
Diskushernie L5/S1 operiert, postoperative epidurale Narbenbildung
Hypertonie bei Zystennieren
Depression
Demgegenüber erachtete er die funktionellen Sehstörungen als ohne Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 lit. A). Der Beschwerdeführer sei in der bis
herigen Tätigkeit seit dem 7. September 2001 zu 100 % arbeitsunfähig (S. 1 lit. B). Eine geeignete behinderungsangepasste Tätigkeit sei langfristig ganztags zumutbar (S. 4).
4.
4.1
Beim Erlass der vorliegend angefochtenen, rentenaufhebenden Verfügung vom 19. Oktober 2015 (Urk. 2) stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die nachfol
genden Berichte.
4.2
Die Ärzte der E._ führten mit Bericht vom 27. Juni 2013 (Urk. 7/55) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit eine Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0) sowie eine rezidi
vierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1), auf. Die Konsultationen würden alle vier Wochen stattfinden. Der Beschwerde
führer habe keinen Zugang zu einem psychosomatischen Krankheitsmodell, sondern gehe weiterhin von einer somatischen Ursache für seine Symptome aus. Die Prognose sei bei bereits langjährigem und chronifiziertem Krankheitsverlauf als ungünstig zu betrachten (S. 1 f.).
4.3
Mit Bericht vom 26. März 2014 (Urk. 7/62/5-10) führte Dr. med. F._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Nephrologie, G._, chronische Rückenbeschwerden mit einem sensiblen Ausfallsyndrom S1 links bei Status nach intralaminärer Fenestration L5/S1 links im Dezember 2001 sowie eine Depression mit Somatisierungsstörung als Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit auf. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er Folgendes (S. 1 Ziff. 1.1):
autosomal dominante polyzystische Nierenkrankheit wahrscheinlich Typ 2, Erstdiagnose (ED) 2002 mit/bei:
positiver Familienanamnese
arterieller Hypertonie
chronischer Niereninsuffizienz
asymptomatischer Nephrolithiasis links
keinem Nachweis von zerebralen Aneurysmata
Die chronische Niereninsuffizienz sei langsam progredient. Die arterielle Hyper
to
nie sei gut eingestellt. Eine terminale Niereninsuffizienz mit der Not
wendig
keit einer Dialyse sei bei einem Typ 2 nur bei einer Minderheit der Patienten zu erwarten (S. 3 Ziff. 1.4). Aus nephrologischer Sicht lägen keine Ein
schränkungen vor und es sei keine Arbeitsunfähigkeit zu attestieren (S. 3 Ziff. 1.6-1.7).
4.4
Die Ärzte der E._ bestätigten mit Bericht vom 8. April 2014 (Urk. 7/63) die bereits von ihnen gestellten Diagnosen, wobei sich sowohl bezüglich der Depression als auch der Somatisierungsstörung in den letzten Jahren ein unver
änderter chronischer Verlauf zeige (S. 2 Ziff. 1.1, Ziff. 1.4; S. 5 Ziff. 1.11). Eine Konsultation finde alle vier Wochen statt (S. 3 Ziff. 1.5). Der Beschwerdeführer sei reduziert belastbar und misstrauisch im Umgang mit anderen Menschen. Zudem habe er Konzentrations- und Auffassungsstörungen. In seinem aktuellen Zustandsbild sei er nicht in der Lage, die für eine Erwerbstätigkeit notwendigen Basisvariablen zu erbringen. Er sei bis auf weiteres in jeglicher Tätigkeit sowohl auf dem freien Arbeitsmarkt als auch im geschützten Rahmen zu 100 % arbeits
unfähig (S. 4 Ziff. 1.6-1.7, S. 7).
4.5
Dr. med. H._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, gab mit Bericht vom 10. April 2014 (Urk. 7/64) an, dass er den Beschwerdeführer seit April 2003 behandle (S. 1 Ziff. 1.2), und folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellen könne (S. 1 Ziff. 1.1):
chronisches Schmerzsyndrom nach Diskushernienoperation im Dezember 2001 mit postoperativer Narbenbildung
polyzystische Nierenkrankheit mit arterieller Hypertonie
somatoforme Störung
Depression
Hinsichtlich der Nierenfunktion bestehe eine langsame progrediente Verschlech
terung. Die Prognose bezüglich der Depression und der Schmerzsymptomatik sei stationär (S. 2 Ziff. 1.4). Der Beschwerdeführer sei in der bisherigen Tätigkeit seit dem 7. September 2001 dauerhaft zu 100 % arbeitsunfähig (S. 2 Ziff. 1.6).
4.6
Dem Bericht von Dr. med. I._, Facharzt für Neurologie, vom 7. Juli 2014 (Urk. 7/66/1-4) lässt sich entnehmen, dass dieser den Beschwerdeführer seit dem 28. Juni 2010 behandle (S. 1 Ziff. 1.2), und eine chronische Migräne sowie einen chronischen Schwindel als mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizieren könne (S. 1 Ziff. 1.1). In prognostischer Hinsicht sei mit einer bleibenden Chronifizierung der Migräne und des Schwindels zu rechnen (S. 2 Ziff. 1.4). Der Beschwerdeführer sei seit Juni 2010 in der bisherigen Tätigkeit zu 50 % arbeitsunfähig. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei ihm zu vier bis fünf Stunden pro Tag zumutbar. Dabei liege jeweils eine verminderte Leistungsfähigkeit von 10-20 % vor (S. 2 f. Ziff. 1.6-1.7).
4.7
Am 27. Januar 2015 erstatteten die Ärzte des A._ ihr polydisziplinäres Gutach
ten in den Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie, Neuro
logie, Nephrologie, Oto-Rhino-Laryngologie sowie Psychiatrie und Psychothe
rapie (Urk. 7/77). Dabei konnten sie folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellen (S. 29 f. Ziff. 5.1):
chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom und residuelles radiku
läres Syndrom S1 links mit/bei:
Status nach Diskushernienoperation L5/S1 links im Dezember 2001 bei therapieresistentem radikulärem Reiz- und Ausfallssyndrom L5/S1 links bei mediolateraler Diskushernie L5/S1 links
zerviko- und thorakolumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei Wirbel
säulenfehlform und –fehlhaltung sowie radiologisch Status nach thora
kalem Morbus Scheuermann
intermittierende Schwankschwindelsymptomatik, am ehesten zerviko
gen-propriozeptiv bedingt
Tinnitus rechts, mittelgradig kompensiert
Hochtonschallempfindungsschwerhörigkeit beidseits
Sodann nannten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (S. 30 Ziff. 5.2):
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F32.0)
chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) mit/bei:
Schwindel, Sehstörungen, Gefühlsstörungen am Kopf
chronischer Spannungstypkopfschmerz
autosomal dominante polyzystische Nierenkrankheit, ED 2002 mit/bei:
positiver Familienanamnese
arterieller Hypertonie
chronischer Niereninsuffizienz Stadium 2
asymptomatischer Nephrolithiasis
keinem Nachweis von zerebralen Aneurysmata
Aus internistischer Sicht stehe eine leichte Niereninsuffizienz Stadium 2 bei bekannter autosomal dominanter polyzystischer Nierenkrankheit im Vorder
grund. Ferner bestünden in anamnestischer Hinsicht Sehstörungen, wobei eine vor einem Jahr erfolgte ophthalmologische Abklärung kein objektivierbares Korrelat gezeigt habe. Aus internistischer Sicht bestehe demnach keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 9 Ziff. 3.4).
In der psychiatrischen Untersuchung sei der affektive Kontakt gut herstellbar, jedoch die Stimmung leicht depressiv gewesen. Der Beschwerdeführer habe eine erhöhte Ermüdbarkeit und einen vermehrten Schlaf angegeben. Er habe ferner ein gewisses Kontrollbedürfnis, so beim Verlassen der Wohnung, beklagt. Es bestünden keine Hinweise auf manifeste Ängste mit vegetativen Symptomen. Die Vigilanz sei nicht gestört. Der Beschwerdeführer sei bewusstseinsklar und allseits orientiert. Die Aufmerksamkeit sowie die Auffassung und das Gedächt
nis seien nicht beeinträchtigt. Das Denken sei formal geordnet und inhaltlich bestünden keine Wahnideen, Halluzinationen oder Ich-Störungen. Der Selbst
wert sei vermindert, wobei Insuffizienzgedanken vorlägen. Die Zirkadianität sei nicht ausgeprägt. Hinweise auf selbst- und fremdgefährliches Verhalten bestün
den nicht. Der Beschwerdeführer habe ausserhalb der Familie sehr wenig Kon
takt. Der Antrieb sei eher herabgesetzt mit erhöhter Ermüdbarkeit bei erhaltener Intentionalität (S. 12 Ziff. 4.1.2). Beim Beschwerdeführer könne daher eine leichte depressive Episode diagnostiziert werden. Insbesondere bestünden aller
dings ausgeweitete Beschwerden bezüglich des Bewegungsapparats. Das Aus
mass dieser Schmerzen und die Überzeugung, überhaupt nicht mehr arbeiten zu können, würden sich durch die somatischen Befunde nicht hinreichend objekti
vieren lassen. Es liege daher eine psychische Überlagerung vor, welche nicht nur mit einer Somatisierung im Rahmen der Depression erklärt werden könne. Ein primärer Krankheitsgewinn sei nicht erwiesen. Der Beschwerdeführer habe sich sozial deutlich zurückgezogen, wobei er innerhalb der Familie durchaus Kontakte pflege. Ein schwerer sozialer Rückzug in allen Bereichen des Lebens liege nicht vor. Es bestünden zudem zwanghafte Persönlichkeitszüge. Die Prog
nose sei aufgrund des chronischen Verlaufs und der deutlich ausgeprägten Krankheits- und Behinderungsüberzeugung ungünstig (S. 13 Ziff. 4.1.4). Dem Beschwerdeführer könne eine ganztägige Arbeitstätigkeit ohne Leistungsein
schränkung trotz der geklagten Beschwerden zugemutet werden. Die wiederholt beschriebene mittelgradige depressive Störung sei remittiert und es liege ledig
lich noch eine leichtgradige Episode vor, sodass keine Arbeitsunfähigkeit mehr begründbar sei (S. 14 Ziff. 4.1.5-4.1.6). Es bestehe eine Selbstlimitierung, wobei auch eine Dekonditionierung anzunehmen sei. Die psychosozialen Faktoren stünden allerdings deutlich im Vordergrund. Eine psychiatrisch-psychothera
peutische Behandlung mit antidepressiver Medikation werde wahrgenommen. Der Medikamentenspiegel sei allerdings kaum beziehungsweise nicht nachweis
bar, was als Hinweis für eine schlechte Medikamentencompliance zu deuten sei (S. 14 Ziff. 4.1.7). Die früher diagnostizierte volle Arbeitsunfähigkeit könne auf
grund der damals gestellten Diagnosen nicht nachvollzogen werden. Es handle sich somit bei der heutigen Beurteilung ebenfalls um eine andere Beurteilung eines möglicherweise ähnlichen Gesundheitszustandes. Es sei aber auch davon auszugehen, dass es zu Adaptionsvorgängen gekommen sei (S. 14 Ziff. 4.1.8).
Bei der klinischen rheumatologischen Untersuchung fänden sich noch gewisse Zeichen eines gesteigerten Schmerzverhaltens mit positiven Scheinmanövern und mit Schmerzprovokationen. An den Beinen seien keine Paresen nachweis
bar. Es liege eine Fehlhaltung und Fehlform der Wirbelsäule mit aufgehobener Lordose der Lendenwirbelsäule (LWS) vor. Zusätzlich finde sich eine leichte Inklinationshaltung des Oberkörpers. Die Beweglichkeit der LWS sei aufgrund sehr rascher Gegeninnervation nicht adäquat überprüfbar. Formal lägen allseitig deutliche Einschränkungen vor. An der Halswirbelsäule (HWS) sei die Beweg
lichkeit allseitig nicht relevant eingeschränkt. Die Untersuchung der Gelenke zeige keine relevante Pathologie. Die Symptomatik entspreche aus rheumatolo
gischer Sicht einem chronischen lumbospondylogenen Schmerzsyndrom mit zusätzlich residueller radikulärer Komponente S1 links. Die Beschwerden im Bereich der HWS und der Brustwirbelsäule (BWS) seien ohne Nachweis einer höhergradigen Pathologie unspezifisch. Funktionell liege aufgrund der lumbalen Pathologie an der unteren LWS eine deutlich eingeschränkte Belastbarkeit der Wirbelsäule vor (S. 18 Ziff. 4.2.4). Körperlich schwere und mittelschwere Tätig
keiten mit starker und mittelstarker Rückenbelastung seien dem Beschwerde
führer dauerhaft nicht mehr zumutbar. In einer körperlich leichten Tätigkeit mit leichter Rückenbelastung und mit der Möglichkeit zu Wechselpositionen, ohne monoton-repetitive Haltungen oder Bewegungen, ohne gehäufte Überkopf
arbeiten, ohne Benützen von Leitern oder Gerüsten und ohne repetitives Bücken sei die Arbeitsfähigkeit aus rheumatologischer Sicht aufgrund der mindestens partiell nachvollziehbaren Schmerzsymptomatik um 25 % vermindert. Diese Einschätzung gelte ab dem Zeitpunkt der aktuellen Untersuchung (S. 18 Ziff. 4.2.5-4.2.6).
In der neurologischen Untersuchung habe ein chronisches Lumbovertebralsyn
drom verbunden mit einer wahrscheinlich residuellen radikulären sensiblen Ausfallsymptomatik der Wurzel S1 links diagnostiziert werden können. Eine zusätzliche radikuläre Reizsymptomatik dieser Wurzel sei möglich. Die diesbe
zügliche Beurteilung sei aufgrund der fehlenden bildgebenden Untersuchungen der LWS sowie der deutlichen Somatisierungstendenz erschwert. Hinsichtlich des beklagten Schwindels sei auffallend, dass dieser völlig lageunabhängig – auch im Liegen - seit Jahren konstant vorhanden sei. Die klinische neurologi
sche Untersuchung ergebe diesbezüglich keine Auffälligkeit. Es bestünden keine Anhaltspunkte für eine zentrale oder peripher-vestibuläre Funktionsstörung. Der Befund der Magnetresonanztomographie (MRI) des Schädels vom Juli 2013 sei normal. Der Schwindel sei daher als psychosomatisches Symptom zu interpre
tieren. Dasselbe gelte aus neurologischer Sicht auch für die beklagten Sehstö
rungen und die Sensibilitätsverminderung im gesamten Kopfbereich. Es liege daher eine Somatisierungsproblematik mit multiplen psychosomatischen Symptomen vor. Aus neurologischer Sicht sei ein chronischer Spannungstyp
kopfschmerz abgrenzbar, wobei dieser ermessensweise als eigenständige Diag
nose aufgeführt oder unter die Somatisierungsproblematik subsumiert werden könne. Zum aktuellen Zeitpunkt sei keine Migräne abgrenzbar (S. 23 Ziff. 4.3.4). Aus neurologischer Sicht seien dem Beschwerdeführer körperlich schwere und überwiegend mittelschwere Tätigkeiten nicht zumutbar. Für eine leichte Tätig
keit ohne Heben und Tragen von Lasten von mehr als 10 kg, ohne Zwangshal
tungen und mit der Möglichkeit für Positionswechsel bestehe demgegenüber keine Einschränkung (S. 23 Ziff. 4.3.5).
Aus nephrologischer Sicht könne eine leichte Niereninsuffizienz Stadium 2 bei bekannter autosomal dominanter polyzystischer Nierenkrankheit bestätigt wer
den. Als Folge davon liege eine medikamentös derzeit knapp genügend einge
stellte arterielle Hypertonie vor. Weitere renale Folgeschäden hätten nicht objektiviert werden können (S. 25 Ziff. 4.4.4). Aufgrund der lediglich leichten Niereninsuffizienz bestehe derzeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 25 Ziff. 4.4.5). Mittel- bis längerfristig sei mit einer sich verschlechternden Nierenfunktion und somit möglicherweise auch mit einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen (S. 25 Ziff. 4.4.8).
Im Rahmen der otoneurologischen Untersuchung könne aktuell eine rechts
akzen
tuierte Schallempfindungsschwerhörigkeit beidseits objektiviert werden. Daher bestünden auditive Einschränkungen bei Gesprächen mit mehreren Per
sonen sowie unter gesteigertem Umgebungsgeräuschpegel. Der konstante Tinnitus könne noch als mittelgradig kompensiert bezeichnet werden. Hin
sichtlich der peripheren vestibulären Funktion seien aktuell unauffällige Befunde bei fehlenden pathologischen Nystagmen sowie symmetrischer kalori
scher Erregbarkeit festzuhalten. Eine zervikogen-propriozeptiv bedingte Ursache sei differentialdiagnostisch denkbar, auch wenn im Rahmen der aktuellen Untersuchung keine diesbezüglichen Befunde hätten provoziert werden können. Eine retrocochleäre und zentrale Pathologie habe mittels MRI des Neurocrani
ums ausgeschlossen werden können (S. 28 Ziff. 4.5.4). Tätigkeiten, welche hohe Anforderungen an das Gehör stellen würden, seien ebenso nicht geeignet wie Tätigkeiten unter erhöhtem Umgebungsgeräuschpegel. Ausserdem sollten sturz
gefährdende Tätigkeiten sowie Tätigkeiten mit häufigen Kopfrotationsbewe
gungen gemieden werden. In einer angepassten Tätigkeit unter Berücksichti
gung dieser qualitativen Einschränkungen bestehe keine Arbeitsunfähigkeit (S. 28 f. Ziff. 4.5.5).
Zusammenfassend seien dem Beschwerdeführer körperlich schwere und mittel
schwere Tätigkeiten und demzufolge auch die angestammte Tätigkeit als Portier nicht mehr zumutbar. In einer behinderungsangepassten körperlich leichten Tätigkeit ohne hohe Anforderungen an das Gehör, ohne Tätigkeiten unter erhöhtem Umgebungsgeräuschpegel und ohne sturzgefährdende Tätigkeiten sowie Tätigkeiten mit häufigen Kopfrotationsbewegungen bestehe dagegen spätestens seit der aktuellen Untersuchung eine Arbeitsfähigkeit von 75 %. Das Pensum könne dabei vollschichtig umgesetzt werden mit erhöhtem Pausenbe
darf von bis zu 15 Minuten pro Stunde (S. 31 f. Ziff. 6.2-6.3). Der psychiatrische Zustand habe sich seit dem Jahr 2002 gebessert. Die früher höhergradige depressive Störung sei weitgehend remittiert und nun ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Zudem sei es auch zu Adaptionsvorgängen gekommen (S. 33 Ziff. 7.1).
4.8
Mit Stellungnahme vom 9. Februar 2015 empfahl PD Dr. med. univ. J._, Facharzt für Neurologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), für die Beurteilung auf das umfassende Gutachten des A._ abzustellen. Die bisherige Tätigkeit als Portier sei dem Beschwerdeführer weiterhin nicht zumutbar. In einer körperlich leichten Tätigkeit ohne hohe Anforderungen an das Gehör, ohne erhöhten Umgebungsgeräuschpegel, ohne Sturzgefährdung und ohne häufige Kopfrotationen sei er hingegen spätestens seit der aktuellen Begutach
tung (Dezember 2014) zu 75 % arbeitsfähig (vgl. Urk. 7/82 S. 4 f.).
4.9
Dem im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichten Bericht vom 10. No
vember 2015 (Urk. 3) von Dr. med. B._, praktische Ärztin, E._, lässt sich entnehmen, dass aufgrund der Grunddiagnose und der bereits seit Jahren bestehenden Symptomatik von einer längerdauernden, womöglich chronischen Störung auszugehen sei. Die Prognose sei ungünstig. Eine Opti
mierung der Medikation sei nur schwer möglich, da der Beschwerdeführer auf jegliche Medikamente mit Nebenwirkungen reagiere. Die aktuelle Medikation mit Cymbalta und Seroquel vertrage er besser. Es bestehe weiterhin eine redu
zierte Belastbarkeit und Anpassungsfähigkeit, so dass ihm allenfalls eine Tätig
keit im geschützten Rahmen zugemutet werden könne. Für den Einsatz auf dem ersten Arbeitsmarkt fehle ihm die nötige Stabilität. Es sei aktuell und höchst
wahr
scheinlich auch längerfristig von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit aus
zu
gehen (S. 1).
5.
5.1
Zur Beurteilung der Frage, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerde
führers wesentlich verbessert hat und somit ein Revisionsgrund vorliegt, findet sich in den Akten insbesondere das polydisziplinäre Gutachten des A._ (vorste
hend E. 4.7), welches die praxisgemässen Kriterien an beweiskräftige Entschei
dungsgrundlagen (vorstehend E. 1.5) vollumfänglich erfüllt. So berücksichtigte das Gutachten die geklagten Beschwerden des Beschwerdeführers, wurde in Kenntnis sowie in differenzierter Auseinandersetzung mit den Vorakten erstattet und trägt der konkreten medizinischen Situation Rechnung. Die Beurteilung leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vor
genommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich begründet. Die Beurteilung durch die Gutachter des A._ ist nach dem Gesagten für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend, weshalb für die Entscheidfindung darauf abgestellt werden kann.
Dem Gutachten lässt sich sodann entnehmen, dass sich der psychische Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers insoweit verbessert habe, als die affektive Störung gegenwärtig soweit remittiert sei, dass nur noch eine leichtgradige depressive Episode im Rahmen der rezidivierenden depressiven Störung vorliege und sich dadurch keine relevante Arbeitsunfähigkeit mehr begründen lasse (vgl. Urk. 7/77 S. 14 Ziff. 4.1.6, S. 32 oben). Es wurde zwar ebenfalls darauf hinge
wiesen, dass die früher attestierte volle Arbeitsunfähigkeit aufgrund der damals gestellten Diagnosen nicht nachvollzogen werden könne, weshalb es sich bei der heutigen Beurteilung gegenüber den früheren fachärztlichen Einschätzun
gen auch um eine andere Beurteilung eines möglicherweise ähnlichen Gesund
heitszustandes handle (vgl. Urk. 7/77 S. 14 Ziff. 4.1.8). Eine Verbesserung des psychiatrischen Zustandes wird indessen ausdrücklich festgehalten (vgl. Urk. 7/77 S. 33 Ziff. 7.1). Im Übrigen erkannten die Gutachter des A._ auch Adaptionsvorgänge (vgl. Urk. 7/77 S. 14 Ziff. 4.1.8, S. 33 Ziff. 7.1), wobei ein Revisionsgrund bei einem an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustand auch dann vorliegt, wenn die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit mit einer Ange
wöhnung oder Anpassung an die Behinderung begründet wird (Meyer/Reich
muth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, IVG, 3. Auflage, Zürich/Ba
sel/Genf 2014, Rz 22 zu Art. 30-31; Urteile des Bundesge
richts 8C_269/2015 vom 18. August 2015 E. 3.2 und 8C_237/2014 vom 21. Januar 2015 E. 2.3). Damit besteht vorliegend in jedem Fall Anlass zur Rentenrevision im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG.
5.2
Aus somatischer Sicht leidet der Beschwerdeführer demnach - mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit - an einem chronischen lumbospondylogenen Schmerz
syndrom und einem residuellen radikulären Syndrom S1, an einem zer
viko- und thorakolumbospondylogenen Schmerzsyndrom, an einer inter
mittierenden Schwankschwindelsymptomatik sowie an einem mittelgradig kompensierten Tinnitus rechts und einer beidseitigen Hochtonschallempfin
dungs
schwer
hörig
keit (vgl. Urk. 7/77 S. 29 f. Ziff. 5.1). Als ohne Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit erachteten die Gutachter die chronischen Spannungs
typ
kopfschmerzen sowie die autosomal dominante polyzystische Nierenkrank
heit (Urk. 7/77 S. 30 Ziff. 5.2).
Die rheumatologischen Befunde waren weitestgehend unauffällig, wobei sich noch gewisse Zeichen eines gesteigerten Schmerzverhaltens mit positiven Schein
manövern und mit Schmerzprovokationen gezeigt hätten. An den Beinen waren insbesondere keine Paresen nachweisbar. Hinsichtlich der Beschwerden an der HWS und BWS war sodann keine Pathologie ersichtlich. Funktionell wurde aufgrund der lumbalen Pathologie an der unteren LWS eine deutlich ein
geschränkte Belastbarkeit der Wirbelsäule festgehalten (vgl. Urk. 7/77 S. 18 Ziff. 4.2.4). In der neurologischen Untersuchung ergab sich hinsichtlich des Schwindels, der beklagten Sehstörungen und der Sensibilitätsverminderung im gesamten Kopfbereich keine Auffälligkeit, weshalb diese als psychosomatische Symptome interpretiert wurden. Für eine zentrale oder peripher-vestibuläre Funktionsstörung ergaben sich keine Anhaltspunkte. Der chronische Span
nungskopfschmerz wurde ermessensweise als eigenständige Diagnose aufge
führt, wobei er ebenfalls unter die Somatisierungsproblematik subsumiert wer
den könne. Eine Migräne war jedenfalls nicht abgrenzbar (vgl. Urk. 7/77 S. 23 Ziff. 4.3.4). Hinsichtlich der aus nephrologischer Sicht diagnostizierten autoso
malen dominanten polyzystischen Nierenkrankheit konnten nebst der leichten Niereninsuffizienz und der knapp genügend eingestellten arteriellen Hypertonie keine weiteren renalen Folgeschäden objektiviert werden (vgl. Urk. 7/77 S. 25 Ziff. 4.4.4). In der otoneurologischen Untersuchung wurde schliesslich eine rechtsakzentuierte Schallempfindungsschwerhörigkeit beidseits sowie ein konstanter mittelgradig kompensierter Tinnitus rechts objektiviert, wogegen ins
be
sondere hinsichtlich der peripheren vestibulären Funktion bei fehlenden patho
logischen Nystagmen und symmetrischer kalorischer Erregbarkeit keine auf
fälligen Befunde festgehalten werden konnten. Eine retrocochleäre und
zent
rale Pathologie wurde mittels MRI ausgeschlossen (vgl. Urk. 7/77 S. 28
Ziff. 4.5.4).
Die Gutachter des A._ erachteten den Beschwerdeführer aufgrund der somati
schen Beschwerden in einer körperlich schweren und mittelschweren Tätigkeit, wozu auch die bisherige Tätigkeit gehöre, als dauerhaft vollständig arbeitsunfä
hig. In einer behinderungsangepassten körperlich leichten Tätigkeit ohne hohe Anforderungen an das Gehör, ohne erhöhten Umgebungsgeräuschpegel, ohne Sturz
gefährdung und ohne häufige Kopfrotationsbewegungen sei der Beschwer
deführer hingegen spätestens seit der aktuellen Untersuchung zu 75 % arbeits
fähig. Das Pensum könne dabei vollschichtig umgesetzt werden mit erhöhtem Pausen
bedarf von bis zu 15 Minuten pro Stunde (vgl. Urk. 7/77 S. 31 f. Ziff. 6.2-6.3).
5.3
In psychischer Hinsicht konnte dagegen keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit mehr gestellt werden. Als ohne Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit erachteten die Gutachter des A._ eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F32.0), sowie eine chronische Schmerz
störung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41; vgl. Urk. 7/77 S. 30 Ziff. 5.2).
Der psychiatrische Gutachter des A._ hat nach ausführlicher psychopathologi
scher Befundaufnahme (vgl. Urk. 7/77 S. 12 Ziff. 4.1.2) festgestellt, dass die affektive Störung insoweit remittierte, dass derzeit lediglich noch eine leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0) im Rahmen der rezidivierenden depressiven Störung diagnostiziert werden könne; dies aufgrund der verminderten Freude
empfindungsfähigkeit, der erhöhten Ermüdbarkeit, des verminderten Selbstwerts und des vermehrten Schlafbedürfnisses (vgl. Urk. 7/77 S. 13 Ziff. 4.1.4). Sodann wurde aufgrund der beklagten Schmerzen und Beschwerden, für welche sich kein objektivierbares Korrelat habe finden lassen, eine chronische Schmerzstö
rung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) diagnostiziert, welcher nach der Prüfung der bis anhin geltenden Foerster-Kriterien (vgl. BGE 130 V 352) keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen wurde. Der psychiatrische Gutachter des A._ kam zum Schluss, dass dem Beschwerdeführer trotz der geklagten Beschwerden eine ganztägige Arbeitstätigkeit ohne Leistungs
einschränkung zugemutet werden könne (vgl. Urk. 7/77 S. 13 f. Ziff. 4.1.4-4.1.5).
5.4
Die Tatsache, dass das Bundesgericht mit BGE 141 V 281 seine bisherige Recht
sprechung zur Invaliditätsbemessung bei psychosomatischen Störungen neu gefasst hat, ändert an der vorliegenden Beurteilung nichts. Insbesondere ver
lieren die gemäss altem Verfahrensstandard eingeholten Gutachten ihren Beweis
wert nicht per se. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls entscheidend, ob eine schlüssige Beurteilung im Lichte der mass
geblichen Indikatoren möglich ist oder nicht (BGE 141 V 281 E. 8). Dies trifft
entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. Urk. 1 S. 5) - auf das vor
liegende Gutachten des A._ zu. Die Standardindikatoren hat das Bundes
gericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.1.3):
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
Komplex „Gesundheitsschädigung"
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –resistenz
Komorbiditäten
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichk
eitsdiagnostik, persönliche Res
sour
cen)
Komplex „Sozialer Kontext"
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
gleichmässige Einschränkung des Aktivit
ätenniveaus in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
behandl
ungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck
Dabei gilt es insbesondere darauf hinzuweisen, dass rechtsprechungsgemäss einer – wie vorliegend diagnostiziert – chronischen Schmerzstörung mit soma
tischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) im Gegensatz zu einer somatoformen Schmerzstörung (ICD-10 F45.40), bei welcher ein andauernder, schwerer und quälender Schmerz im Vordergrund steht, ein Bezug zum Schwe
regrad fehlt (vgl. BGE 142 V 106 E. 4.2). Sodann hielten die Gutachter des A._ hinsichtlich der Beeinträchtigungen im Alltag fest, dass sich der Beschwerde
führer selbst limitiere und auch eine gewisse Dekonditionierung anzu
nehmen sei. Er könne selber mit dem Auto fahren, wenn auch selten und nur kurze Strecken. Ausserdem seien ihm Reisen in die Heimat trotz subjektiv starker Beschwerden möglich, dies auch mit dem Bus. Der Beschwerdeführer mache fast den ganzen Tag nichts, ausser kleine Spaziergänge und manchmal kleine Ein
käufe. Er habe keine seinem Leben einen Sinn gebende Arbeit, weshalb er sich nicht gut fühle. Deshalb komme es auch zu Spannungen in der Beziehung zur Ehefrau. Die psychosozialen Faktoren stünden deutlich im Vordergrund, wobei auch eine Selbstlimitierung mit Inkonsistenzen vorliege (vgl. Urk. 7/77 S. 14 Ziff. 4.1.7).
Die aufgrund der somatischen Komorbiditäten um 25 % verminderte Arbeits
fähigkeit erscheint nachvollziehbar, wogegen es an einer psychiatrischen Komor
bidität fehlt, mangelt es der derzeit lediglich leichten depressiven Episode im Rahmen der rezidivierenden depressiven Störung an einer invalidisierenden Wirkung (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_337/2015 vom 7. April 2016 E. 4.4.1 und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E. 7.2.1).
Hinsichtlich des Behandlungserfolgs und der Behandlungsresistenz gilt es zu erwähnen, dass zwar ein chronischer Verlauf und eine ungünstige Prognose fest
gehalten werden, wobei diese ebenfalls durch die deutlich ausgeprägte Krankheits- und Behinderungsüberzeugung beeinflusst werde (vgl. Urk. 7/77 S. 13 unten). Die psychiatrisch-psychotherapeutische Therapie erfolgt lediglich einmal pro Monat (vgl. Urk. 7/77 S. 8 Ziff. 3.1.3). Zudem konnte der Medika
menten
spiegel hinsichtlich der Antidepressiva nicht oder nur ungenügend nachgewiesen werden, was nach Ansicht der Gutachter des A._ auf eine Malcompliance hinweisen könne (vgl. Urk. 7/77 S. 14 Ziff. 4.1.7). Soweit die behan
delnde Ärztin, Dr. B._, angab, dass der Beschwerdeführer auf jegliche Medikation mit diversen Nebenwirkungen reagiere, nun allerdings Cymbalta und Seroquel besser vertrage (vgl. Urk. 3 S. 1), ändert dies an der im Raum stehenden Malcompliance nichts. Zumal der Beschwerdeführer bereits im Zeit
punkt der Begutachtung durch das A._ die besser verträglichen Medikamente Cymbalta und Seroquel zu sich nahm und die darin enthaltenden Wirkstoffe Quetiapin und Duloxetin
allerdings
gerade nicht im Blut nachweisbar waren respektive deutlich unterhalb des Referenzbereichs lagen (vgl. Urk. 7/77 S. 8 f. Ziff. 3.1.3, Ziff. 3.2.2.1). Entsprechend ist von einem eher geringen Leidensdruck des Beschwerdeführers auszugehen.
Zwar wurden etwas zwanghafte Persönlichkeitszüge erkannt, indem der Beschwer
deführer Angst habe, die Wohnung zu verlassen und jeweils zurück
komme, um zu kontrollieren, ob alles in Ordnung sei. Eine Persönlichkeitsstö
rung liege allerdings nicht vor (vgl. Urk. 7/77 S. 11 unten, S. 13). Aus dem geschilderten Tagesablauf ergibt sich sodann, dass sich der Beschwerdeführer zwar sozial zurückgezogen hat, indem die Besuche abge
nommen hätten und er nur noch zu ein paar Leuten telefonische Kontakte pflege. Ein schwerer sozialer Rückzug in allen Bereichen des Lebens konnte allerdings nicht erkannt werden, pflegt der Beschwerdeführer doch vor allem innerhalb der Familie durchaus Kontakte. Ebenfalls ist es ihm möglich, in die Ferien zu reisen, wobei er die lange Strecke bis ins ehemalige Jugoslawien auch mit dem Bus zurücklegen kann. Sodann gehe er täglich zu Fuss Brot einkaufen und erledige teilweise samstags zusammen mit der Ehefrau die Einkäufe. Abends gehe er jeweils spa
zieren. Die Haushaltsarbeiten erledige die Ehefrau, wobei er kaum mithelfen könne (vgl. Urk. 7/77 S. 11 f., S. 13 unten). Er verfügt demnach durchaus über Ressourcen. Soweit er geltend macht, er könne sich aufgrund der körperlichen Beschwerden keine berufliche Erwerbstätigkeit mehr vorstellen (vgl. Urk. 7/77 S. 8 Ziff. 3.1.4), ist eine ähnlich hohe Einschränkung in den sonstigen Lebens
bereichen anhand der doch zahlreichen Aktivitäten nicht ersichtlich. Im Hin
blick auf den beweisrechtlich entscheidenden Aspekt der Konsistenz lässt sich keine gleichmässige Einschränkung des Aktivitäts
ni
veaus in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen erkennen (vgl.
BGE 141 V 281 E. 4.4.1; Urteil des Bundes
gerichts 9C_296/2016 vom 29. Juni 2016 E. 4.1.1).
Gesamthaft betrachtet ist aufgrund dieser Feststellungen nicht von einem hohen Schweregrad der funktionellen Auswirkungen der chronischen Schmerzstörung auszugehen und der Leidensdruck ist als eher gering zu beurteilen. Daneben liegt keine gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen ver
gleichbaren Lebensbereichen vor. Damit ist auch unter Berücksichtigung der neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung mit überwiegender Wahrscheinlich
keit erstellt, dass die chronische Schmerzstörung keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zeitigt.
5.5
An der schlüssigen und nachvollziehbaren Beurteilung des A._ ändern die ent
ge
genstehenden Berichte der behandelnden Ärzte (vorstehend E. 4.4-4.6, E. 4.9) im Hinblick auf die Verschiedenheit von Behandlungs- und Begutach
tungs
auftrag und die Erfahrungstatsache, wonach behandelnde Ärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. statt vieler Urteile des Bundesgerichts 8C_1055/2010 vom 17. Februar 2011 E. 4.1 und I 551/06 vom 2. April 2007 E. 4.2), nichts. Ergänzend gilt es anzumerken, dass eine psychiatrische Explora
tion von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet dem begut
achtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spiel
raum, inner
halb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpre
tationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorge
gangen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_694/2008 vom 5. März 2009 E. 5.1).
5.6
Zusammenfassend ist somit mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass sich der psy
chische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers wesentlich verbessert und ferner auch eine Adaption an die Beschwerden stattgefunden hat, weshalb ein Revisionsgrund vorliegt. Aus medizinischer Sicht ist dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als Portier weiterhin nicht zumutbar. In einer behinderungs
angepassten körperlich leichten Tätigkeit ohne hohe Anforderungen an das Gehör, ohne erhöhten Umgebungsgeräuschpegel, ohne Sturzgefährdung und ohne häufige Kopfrotationsbewegungen ist er hingegen seit der aktuellen Unter
suchung zu 75 % arbeitsfähig. Das Pensum kann dabei vollschichtig umgesetzt werden mit erhöhtem Pausenbedarf von bis zu 15 Minuten pro Stunde. Dem psychischen Leiden kommt sodann keine versicherungsrelevante Bedeutung mehr zu.
6.
Im Zeitpunkt des Erlasses der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 19. Oktober 2015 (Urk. 2) war der am 16. Juni 1968 geborene Beschwerdeführer 47-jährig (vgl. Urk. 7/4 S. 1 Ziff. 1.3). Die Rente bezog er seit dem 1. September 2002, mithin seit etwas mehr als 13 Jahren (vgl. Urk. 7/22-23). Damit fällt er nicht unter den vom Bundesgericht besonders geschützten Personenkreis, wes
halb vom Grundsatz der erwerblichen Verwertbarkeit einer verbesserten oder wiedergewonnenen Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der Selbsteingliederung aus
zugehen ist (vgl. BGE 141 V 5 E. 4.2.1; Urteile des Bundesgerichts 9C_228/2010 vom 26. April 2011 E. 3.3 und 9C_163/2009 vom 10. September 2010 E. 4.2.2).
7.
7.1
Es bleibt damit die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen vorzunehmen, wobei der Beschwerdeführer aufgrund der Erwerbsbiographie unbestrittener
massen als zu 100 % Erwerbstätiger zu qualifizieren ist.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zum
utbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkom
mensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
7.2
Bei der Ermittlung des Valideneinkommens (vgl. Urk. 2 S. 2; Urk. 7/81 S. 1) stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) und dabei auf den Zentralwert für im Gastgewerbe/Beherbergung und in der Gastronomie im privaten
Sektor tätige Männer in der Höhe von
monatlich Fr.
3‘730.-- im Jahr 2012 (LSE 2012, TA1,
Ziff.
55-56, Kompetenzniveau 1). Da die letzte Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers bereits sehr weit zurück liegt, erscheint das Abstellen auf die Tabellenlöhne und dabei auf die konkrete Bran
che ausnahmsweise gerechtfertigt
, umso mehr als dieses Vorgehen auch vom Beschwerdeführer nicht beanstandet wurde
.
Unter
Berücksichtigung der durch
schnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2015 von 41.7 Stunden und der Nominallohnentwicklung bei den Männern im Jahr 2013 von 0.8 % sowie im Jahr 2014 von 0.7 % und im Jahr 2015 von 0.3 % angepasst, ergibt dies ein hypothetisches Valideneinkommen von rund Fr. 47‘507.-- für das Jahr 2015 in einer 100%igen Arbeitstätigkeit (Fr. 3‘730.-- : 40 x 41.7 x 12 x 1.008 x 1.007 x 1.003).
7.3
Das Invalideneinkommen ermittelte die Beschwerdegegnerin – in Beachtung der geltenden Rechtsprechung (BGE 129 V 472 E. 4.2.1) – gestützt auf die Tabel
lenlöhne der LSE, geht der Beschwerdeführer doch derzeit keiner Erwerbstätig
keit nach (vgl. Urk. 7/77 S. 7 Ziff. 3.1.2). Dabei stellte sie auf den Zentralwert für mit einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art beschäftigte Männer in sämtlichen Wirtschaftszweigen des privaten Sektors in der Höhe von monatlich Fr. 5‘210.-- im Jahr 2012 ab (LSE 2012, S. 35, TA1, Total, Kompe
tenzniveau 1). Der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 2015 von 41.7 Stunden sowie der allgemeinen Lohnentwicklung bei den Männern im Jahr 2013 von 0.8 % sowie im Jahr 2014 von 0.7 % und im Jahr 2015 von 0.3 % angepasst, ergibt dies ein hypothetisches Invalideneinkommen von rund Fr. 49‘768.-- für das Jahr 2015 bei der verbliebenen 75%igen Arbeitsfähigkeit (Fr. 5‘210.-- : 40 x 41.7 x 12 x 1.008 x 1.007 x 1.003 x 0.75).
Die Beschwerdegegnerin berücksichtigte sodann den Umstand, dass der Beschwer
deführer lediglich noch körperlich leichte Tätigkeiten ausüben könne, als lohnmindernden Faktor (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75) und gewährte einen leidensbedingten Abzug von 10 % (vgl. Urk. 2 S. 2; Urk. 7/81 S. 2). Dies erscheint unter Berücksichtigung des gesamten Belastungsprofils als angemes
sen. Gründe, welche einen höheren Abzug rechtfertigen würden, sind nicht ersichtlich und wurden auch nicht geltend gemacht. So ist insbesondere darauf hinzuweisen, dass die 75%ige Arbeitsfähigkeit gemäss der Beurteilung des A._ vollschichtig mit vermehrtem Pausenbedarf umsetzbar ist, weshalb wegen Teil
zeitarbeit kein Abzug vorzunehmen ist (vgl. Urteile des Bundes
gerichts 8C_740/2014 vom 11. Februar 2015 E. 4.5 und 8C_7/2015 vom 27. April 2015 E. 5.2.3). Damit resultiert ein hypothetisches Invaliden
ein
kommen in der Höhe von rund Fr. 44‘791.-- (49‘768.-- x 0.90).
7.4
Wird das Valideneinkommen von Fr. 47‘507.-- dem Invalideneinkommen von Fr. 44‘791.-- gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 2‘716.-- und somit ein nicht mehr rentenbegründender Invaliditätsgrad von gerundet 6 % (5.7 %, vgl. hierzu BGE 130 V 121). Die Beschwerdegegnerin hob den Ren
tenanspruch des Beschwerdeführers daher – in Beachtung von Art. 88a Abs. 1 IVV (vorstehend E. 1.3) - zu Recht auf.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zur Abwei
sung der Beschwerde führt.
8.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 900.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerle
gen.