Decision ID: 06b4cd3a-f860-5286-b773-c2e7d163c3cd
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X. wurde anlässlich einer Verkehrskontrolle am Freitag, 20. Oktober 2017,
23.10 Uhr, in Trübbach kontrolliert. Auf das Haltezeichen des Polizisten mittels
Stablampe reagierte er nur verzögert und kam erst zirka 20 Meter nach der
Kontrollstelle zum Stillstand. Gemäss Polizeirapport hatte er einen starken Atem-
Alkoholgeruch, eine langsame Reaktion bei der Beantwortung von Fragen sowie eine
verwaschene Aussprache; er wirkte zudem schläfrig. Auch Gleichgewichtsstörungen
waren feststellbar. Der liechtensteinische Führerausweis wurde ihm auf der Stelle
vorläufig aberkannt. Im Spital Grabs wurde umgehend eine Blutprobe entnommen und
eine Urinkontrolle durchgeführt. Das forensisch-toxikologische Gutachten des Instituts
für Rechtsmedizin (IRM) des Kantonsspitals St. Gallen vom 6. November 2017 ergab,
dass bei X. zum Zeitpunkt der Polizeikontrolle eine Blutalkoholkonzentration (BAK) von
1,85 bis 2,36 Gewichtspromille vorgelegen hatte.
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B.- Am 17. November 2017 verbot das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt X. das
Führen von Motorfahrzeugen vorsorglich ab sofort bzw. rückwirkend ab dem
20. Oktober 2017 und gab ihm Gelegenheit zur Stellungnahme. Es erklärte, dass
aufgrund der hohen BAK eine verkehrsrelevante Alkoholproblematik nicht
ausgeschlossen werden könne. Aus verfahrensökonomischen Gründen werde jedoch
praxisgemäss bei Lenkern, die im Ausland wohnhaft seien, darauf verzichtet, eine
verkehrsmedizinische Untersuchung anzuordnen, und stattdessen eine Aberkennung
auf unbestimmte Zeit ausgesprochen. Mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes
Altstätten vom 7. Dezember 2017 wurde X. des Fahrens in angetrunkenem Zustand
(qualifizierte Alkoholkonzentration) gemäss Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG schuldig
gesprochen und zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je Fr. 100.–, bedingt
aufgeschoben bei einer Probezeit von drei Jahren, und einer Busse von Fr. 2'000.–
verurteilt. Am 19. Dezember 2017 beantragte der Rechtsvertreter von X. beim
Strassenverkehrsamt, es sei seinem Klienten zu verbieten, während der Dauer von drei
Monaten ein Fahrzeug in der Schweiz zu lenken, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen zu Lasten seines Klienten. Er sprach sich gegen weitere
Administrativmassnahmen, insbesondere gegen eine Fahreignungsabklärung, aus. Am
22. Dezember 2017 verfügte das Strassenverkehrsamt Folgendes:
"1. Aberkennung des Führerausweises für die Dauer von: unbestimmte Zeit.
2. Die Sperrfrist beträgt 3 Monate (20.10.2017 bis 19.01.2018).
3. Damit ist Ihnen ab sofort bzw. seit dem 20.10.2017 das Recht aberkannt,
Motorfahrzeuge aller Kategorien sowie aller Unter- und Spezialkategorien
(inkl. Mofa) in der Schweiz zu führen.
4. Diese Massnahme gilt auch für internationale Führerausweise.
5. Bedingung für die Aufhebung der Aberkennung ist eine:
- Aktuelles, positiv lautendes verkehrsmedizinisches Gutachten
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- Aktuelle Bestätigung der Fahrerlaubnis durch ausländische Behörde.
6. Einem allfälligen Rekurs wird zufolge Gefahr die aufschiebende Wirkung
entzogen.
Die Rekursinstanz kann eine gegenteilige Verfügung treffen (Art. 51 VRP).
7. Die Verfahrenskosten betragen Fr. 450.00 (Rechnung beiliegend)."
Zur Begründung führte das Strassenverkehrsamt aus, dass ein Warnungsentzug nur
ausgesprochen werden könne, wenn keine Zweifel an der Fahreignung bestehen
würden. Um wieder in den Besitz der Fahrerlaubnis zu kommen, hätte X. eine
verkehrsmedizinische Untersuchung durchführen zu lassen. Daraus müsste dann
hervorgehen, dass die Fahreignung bestätigt werden könne. Nach Art. 16d Abs. 2 SVG
sei eine Sperrfrist anzuordnen, welche bis zum Ablauf der für die begangene
Widerhandlung vorgesehenen Mindestentzugsdauer laufe, wenn ein Entzug wegen
fehlender Fahreignung an die Stelle eines Entzugs nach den Artikeln 16a bis c SVG
trete.
C.- Dagegen erhob X. durch seinen Rechtsvertreter am 17. Januar 2018 Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen (VRK). Er stellte die Anträge, die
vorinstanzliche Verfügung vom 22. Dezember 2017 sei aufzuheben und dem
Rekurrenten sei während der Dauer von drei Monaten zu verbieten, Motorfahrzeuge in
der Schweiz zu lenken, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der
Vorinstanz. Am 19. Februar 2018 folgte eine Rekursergänzung. Der Rechtsvertreter
führte aus, dass die Vorinstanz willkürlich von einer Alkoholsucht ausgegangen sei. Sie
hätte zuerst abklären müssen, ob tatsächlich eine "SVG-relevante Sucht" vorliege.
Sodann sei vorliegend eine fehlerhafte Anwendung von Art. 16d SVG erfolgt. Im Sinne
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung könne dem Rekurrenten keine Sucht
unterstellt werden. Da es sich um einen erstmaligen Vorfall mit Alkohol am Steuer
handle, finde vorliegend nicht Art. 16d SVG, sondern Art. 16c Abs. 2 SVG Anwendung.
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Sodann verfüge der Rekurrent bis auf einen Vorfall am 6. Juni 2017, bei dem er
aufgrund einer leichten Widerhandlung wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung
verwarnt worden sei, über einen einwandfreien automobilistischen Leumund.
Schliesslich sei er beruflich dringend auf den Führerausweis angewiesen. Der
Führerausweis sei folglich lediglich für die Dauer von drei Monaten zu "entziehen" und
dann ohne Abklärung der Fahreignung auflagenfrei wiederzuerteilen.
In ihrer Vernehmlassung vom 26. Februar 2018 führte die Vorinstanz aus, dass
grundsätzlich alle Fahrzeuglenker, die in fahrunfähigem Zustand mit einer BAK von
1,6 Gewichtspromille oder mehr ein Motorfahrzeug gelenkt haben, im Sinne von
Art. 15d Abs. 1 lit. a SVG einer Fahreignungsuntersuchung zugeführt würden. Die
Erfahrung habe aber gezeigt, dass sich die Mehrheit der fehlbaren Fahrzeuglenker aus
dem Ausland einer Abklärung der Fahreignung nicht stellen wollten. Aus diesem Grund
werde bei Fahrzeuglenkern aus dem Ausland, die in fahrunfähigem Zustand mit einer
Blutalkoholkonzentration von 1,6 Gewichtspromille oder mehr ein Motorfahrzeug
gelenkt hätten, aus verfahrensökonomischen Gründen eine Aberkennung des
ausländischen Führerausweises auf unbestimmte Zeit verfügt. Wenn sich jedoch eine
betroffene Person aus dem Ausland einer Fahreignungsabklärung stellen wolle, stehe
das Strassenverkehrsamt diesem Vorhaben nicht im Wege und werde ein Verfahren zur
Fahreignungsabklärung eröffnen. Der Rekurrent habe nie den Willen zur
Fahreignungsabklärung bekundet, weshalb das Verfahren mit der
Aberkennungsverfügung vom 22. Dezember 2017 abgeschlossen worden sei,
nachdem die ernsthaften Bedenken an der Fahreignung nicht hätten ausgeräumt
werden können.
Mit Schreiben vom 28. Februar 2018 gab der Verfahrensleiter dem Rechtsvertreter des
Rekurrenten nochmals Gelegenheit zur Stellungnahme und bat ihn um Mitteilung, ob
der Rekurrent bereit sei, sich einer verkehrsmedizinischen Untersuchung im Kanton St.
Gallen zu unterziehen. Eine weitere Eingabe des Rekurrenten datiert vom 12. März
2018. Zur Frage der Bereitschaft zu einer verkehrsmedizinischen Untersuchung nahm
er jedoch darin keine Stellung. Bei weiteren telefonischen Anfragen erklärte der
Rechtsvertreter, dass die Antwort des Rekurrenten noch ausstehend sei. Auch
telefonisch war keine Antwort erhältlich. Am 28. Januar 2019 setzte der Verfahrensleiter
dem Rekurrenten nochmals bis zum 11. Februar 2019 Frist, um mitzuteilen, ob er bereit
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sei zu einer verkehrsmedizinischen Untersuchung, andernfalls von fehlender
Bereitschaft ausgegangen werde. In der Folge ging beim Gericht keine Eingabe mehr
ein.
Auf die Ausführungen im Rekurs wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum
Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs
vom 17. Januar 2018 ist rechtzeitig eingereicht worden und erfüllt zusammen mit der
Rekursergänzung vom 19. Februar 2018 in formeller und inhaltlicher Hinsicht die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- Im Rekurs ist umstritten, ob die Vorinstanz zu Recht eine Aberkennung des
Führerausweises in der Schweiz auf unbestimmte Zeit verfügt hat.
a) Ausländische Führerausweise können nach den gleichen Bestimmungen aberkannt
werden, die für den Entzug des schweizerischen Führerausweises gelten (Art. 45 Abs. 1
der Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum
Strassenverkehr, SR 741.51, abgekürzt: VZV). Führerausweise dürfen nicht erteilt
werden, wenn der Bewerber an einer die Fahreignung ausschliessenden Sucht leidet
(Art. 14 Abs. 1 und Abs. 2 lit. c des Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt:
SVG). Der Führerausweis wird entzogen, wenn festgestellt wird, dass die gesetzlichen
Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen (Art. 16 Abs. 1 SVG).
Der Führerausweis wird einer Person unter anderem dann auf unbestimmte Zeit
entzogen, wenn sie an einer Sucht leidet, welche die Fahreignung ausschliesst
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(Art. 16d Abs. 1 lit. b SVG), wie beispielsweise Alkohol-, Betäubungs- und
Arzneimittelabhängigkeit (Botschaft S. 4491). Die Rechtsprechung bejaht eine
Trunksucht, wenn die betroffene Person regelmässig so viel Alkohol konsumiert, dass
ihre Fahrfähigkeit vermindert wird und sie diese Neigung zum übermässigen
Alkoholgenuss durch den eigenen Willen nicht zu überwinden oder zu kontrollieren
vermag. Auf eine fehlende Fahreignung darf geschlossen werden, wenn die Person
nicht mehr in der Lage ist, Alkoholkonsum und Strassenverkehr ausreichend zu
trennen, oder wenn die nahe liegende Gefahr besteht, dass sie im akuten
Rauschzustand am motorisierten Strassenverkehr teilnimmt. Der Suchtbegriff des
Verkehrsrechts deckt sich somit nicht mit dem medizinischen Begriff der
Alkoholabhängigkeit. Auch bloss suchtgefährdete Personen, bei denen aber jedenfalls
ein Alkoholmissbrauch vorliegt, können demnach vom Führen eines Motorfahrzeugs
ferngehalten werden (BGE 129 II 82 E. 4.1 mit Hinweis; vgl. auch Urteil des
Bundesgerichts [BGer] 6A.8/2007 E. 2.1).
Grundsätzlich ist das Sicherungsentzugsverfahren zweistufig. Art. 15d SVG enthält eine
Aufzählung von Fällen, bei denen die Voraussetzungen für die Anordnung einer
Abklärung der Fahreignung gegeben sind, und Art. 16d SVG regelt die Folgen eines
negativen Abklärungsergebnisses. In Ausnahmefällen kann die direkte Anordnung
eines Führerausweisentzugs (hier einer Sicherungsaberkennung) wegen fehlender
Fahreignung ohne Fahreignungsuntersuchung gerechtfertigt sein. Besteht der
Betroffene jedoch auf einer Abklärung, so ist diese dennoch durchzuführen
(Weissenberger, Kommentar SVG und OBG, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2015, Art. 15d
SVG N 11).
Gemäss Art. 15d Abs. 1 Ingress SVG wird eine Person dann einer
Fahreignungsuntersuchung unterzogen, wenn Zweifel an ihrer Fahreignung bestehen.
Ein Anwendungsfall ist das Fahren in angetrunkenem Zustand mit einer BAK von
1,6 Gewichtspromille oder mehr oder mit einer Atemalkoholkonzentration von 0,8 mg
Alkohol oder mehr pro Liter Atemluft (Art. 15d Abs. 1 lit. a SVG). Dieser Grenzwert
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wurde gestützt auf neuere medizinische Erkenntnisse im Rahmen der Via sicura (des
Handlungsprogramms des Bundes für mehr Sicherheit im Strassenverkehr) per 1. Juli
2014 eingeführt. Bei einer derart hohen BAK liegt aus medizinischer Sicht eine
Missbrauchsproblematik oder gar eine Suchterkrankung nahe (BBl 2010 8500). Der
Rechtsvertreter des Rekurrenten verweist in seinen Ausführungen auf die
Rechtsprechung des Bundesgerichts vor Einführung des Grenzwerts von
1,6 Gewichtspromille. Diese frühere Praxis ist jedoch bezüglich des Grenzwerts infolge
der heute strengeren Gesetzesbestimmungen nicht mehr einschlägig.
b) Der Rekurrent war am Freitag, 20. Oktober 2017, anlässlich einer Verkehrskontrolle
als Lenker eines Motorfahrzeugs angehalten und kontrolliert worden. Umgehend wurde
ihm im Spital Grabs eine Blutprobe entnommen. Das forensisch-toxikologische
Gutachten des IRM vom 6. November 2017 ergab, dass beim Rekurrenten zum
Zeitpunkt der Polizeikontrolle eine BAK von 1,85 bis 2,36 Gewichtspromille vorgelegen
hatte. Die Voraussetzungen für eine Fahreignungsuntersuchung gemäss Art. 15d
Abs. 1 lit. a SVG waren damit klar erfüllt. Bei dieser Ausgangslage kann nicht einfach
ein Warnungsentzug verfügt werden. Unerheblich und nicht aussagekräftig ist dabei,
dass der Rekurrent gegenüber der Polizei angegeben hatte, dass er nur geringe
Mengen Alkohol trinke.
Das Strassenverkehrsamt erläuterte bereits im vorinstanzlichen Verfahren, dass es bei
ausländischen Fahrzeuglenkern aus verfahrensökonomischen Gründen in der Regel
darauf verzichte, eine verkehrsmedizinische Untersuchung anzuordnen, sondern direkt
eine Aberkennung auf unbestimmte Zeit ausspreche. Daraus ergibt sich, dass in
anderen, gleich gelagerten Fällen zuerst eine Fahreignungsuntersuchung durchgeführt
wird. Gleichzeitig begründete die Vorinstanz, weshalb es im vorliegenden Einzelfall eine
andere Vorgehensweise anzuwenden gedachte. Offenbar sind ausländische
Fahrzeuglenker selten bereit, eine verkehrsmedizinische Untersuchung durchführen zu
lassen, weshalb bei diesen Fällen aus prozessökonomischen Gründen darauf verzichtet
wird. Es gewährte dem Rekurrenten dazu das rechtliche Gehör und wies ihn damit
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ausdrücklich auf die Möglichkeit einer verkehrsmedizinischen Untersuchung hin.
Obwohl anwaltlich vertreten und damit rechtskundig, stellte dieser jedoch lediglich den
Antrag, es sei ihm zu verbieten, während der Dauer von drei Monaten ein Fahrzeug in
der Schweiz zu lenken. Er verlangte jedoch nicht – auch nicht als Eventualantrag –,
dass vor einer Aberkennung des Führerausweises auf unbestimmte Zeit eine
verkehrsmedizinische Untersuchung durchgeführt werde. Vielmehr erachtete er weitere
Administrativmassnahmen, insbesondere eine Fahreignungsabklärung, als nicht
angezeigt (act. 3/32).
Im Verfahren vor der VRK wurde ihm am 28. Februar 2018 Frist bis zum 12. März 2018
angesetzt, um ausdrücklich mitzuteilen, ob er bereit sei, sich einer
verkehrsmedizinischen Untersuchung im Kanton St. Gallen zu unterziehen.
Anschliessend wurde diesbezüglich in unregelmässigen Abständen telefonisch
nachgefragt. Nachdem er sich dazu nicht geäussert hatte, wurde ihm am 28. Januar
2019 erneut Frist bis zum 11. Februar 2019 angesetzt und ihm gleichzeitig mitgeteilt,
dass bei unbenütztem Ablauf der Frist davon ausgegangen werde, dass er dazu nicht
bereit sei. Auch diese Frist verstrich ohne Rückmeldung des Rekurrenten.
Dementsprechend ist erstellt, dass keine Bereitschaft für eine
Fahreignungsuntersuchung besteht. Ohne eine entsprechende Untersuchung können
die Zweifel an der Fahreignung des Rekurrenten jedoch nicht ausgeräumt werden.
Dafür wäre die Mitwirkung des Rekurrenten erforderlich. Wird diese verweigert, können
daraus negative Schlüsse auf seine Fahreignung gezogen werden (Weissenberger,
a.a.O., Art. 15d N 16). Folglich darf angenommen werden, dass der Rekurrent an einer
Sucht leidet, welche die Fahreignung ausschliesst. Somit konnte eine
Sicherungsaberkennung auf unbestimmte Zeit verfügt werden (Art. 16d Abs. 1 lit. b
SVG). Beim für eine Sicherungsaberkennung massgeblichen Verfahren steht die
Verkehrssicherheit bzw. die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer und nicht die
Sanktionierung des einzelnen Fahrzeuglenkers, der gegen Verkehrsregeln verstossen
hat, im Vordergrund. Dementsprechend sind der automobilistische Leumund, die
berufliche Angewiesenheit sowie das Verschulden nicht massgeblich. Die Vorinstanz
hat zu Recht eine Sicherungsaberkennung verfügt. Anhaltspunkte für eine
rechtsungleiche oder willkürliche Behandlung liegen nicht vor. Im Übrigen ist auch an
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der gemäss Art. 16d Abs. 2 SVG angeordneten Sperrfrist von drei Monaten nichts
auszusetzen; dabei handelt es sich um die Mindestaberkennungsdauer (Art. 16c Abs. 2
lit. a SVG). Sodann ist auch korrekt, dass für die Aufhebung der Aberkennung ein
Nachweis der Fahreignung vorausgesetzt wird. Der Rekurs ist abzuweisen.
3.- Mit der Sicherungsaberkennung soll sichergestellt werden, dass der Rekurrent zum
Schutz der Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer vom Strassenverkehr
ferngehalten wird. Dieser Zweck wäre gefährdet, wenn er während eines
Beschwerdeverfahrens als Motorfahrzeugführer zum Strassenverkehr zugelassen
würde. Einer allfälligen Beschwerde ist deshalb die vom Gesetz vorgesehene
aufschiebende Wirkung zu entziehen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 51 VRP).
4.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Dass letztlich eine Sicherungsaberkennung verfügt
wurde und diese im Rekursverfahren zu bestätigen ist, hat der Rekurrent zu
verantworten, weil er sich weder im vorinstanzlichen noch im Gerichtsverfahren bereit
erklärte, sich einer verkehrsmedizinischen Untersuchung zu unterziehen. Eine
Entscheidgebühr von Fr. 1'200.– erscheint angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist
damit zu verrechnen. Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf
Entschädigung der ausseramtlichen Kosten (Art. 98 VRP).