Decision ID: 56bfbc1d-aa36-43d2-9125-07b0ffb4206f
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1983,
ist gelernte
Kauffrau (
Urk.
6/1). Am
2
0.
Dezember 2002
wurde sie
in ihrer Wohnung zusammengeschlagen (
Urk.
6/10/19
Ziff.
4-6
). Die Suva richtete
für die Folgen des Ereignisses Versicherungsleistungen
aus (vgl.
Urk.
6/10/2-18).
Die Versicherte
arbeitete
ab
Februar 2004
an der
Rezeption
des Hotels
Y._
in Zürich (
Urk.
6/4
Ziff.
1 und
5).
Am
2
1.
März 2005
meldete
sie sich
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/2).
Die Sozial
ver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte unter anderem ein psy
chia
trisches Gutachten (
Urk.
6/27) ein.
Mit Verfügung vom
8.
Dezember 2008 (
Urk.
6/67) sprach die Suva der Versi
cher
ten
ab dem
1.
Januar 2009
eine Invalidenrente bei einer Erwerbsunfähigkeit von 100
%
zu.
Mit Verfügung
en
vom 1
3.
Dezember 2010
und vom
1.
Juni 2011 (
Urk.
6/88,
Urk.
6/90-92,
Urk.
6/87)
sprach die
IV-Stelle
der Versicherten
ab dem
1.
Juli 2004 eine
Viertelsrente
und
ab dem
1.
Februar 2006 eine ganze Rente zu. Für die Zeit vom
1.
September 2007 bis 2
9.
Februar 2008 vern
einte sie einen Ren
tenanspruch. Ab dem
1.
März 2008
bejahte die IV-Stelle
erneut
ein
en
An
spruch auf eine ganze Rente.
1.2
Im Oktober 2013 wurde eine
Rentenr
evision eingeleitet (vgl.
Urk.
6/106 S. 3).
Die IV-Stelle teilte der Versicherte
n
am 3
0.
Oktober 2014 mit,
dass
sie
ihr
Beratung und Begleitung in Form eines Job-Coachings
gewähren werde
(
Urk.
6/130). Am 2
2.
April 2015 erklärte
sie
die
Massnahme
für abgeschlossen (
Urk.
6/140).
Mit Vorbescheid vom 2
2.
April 2015 (
Urk.
6/141) stellte die IV-Stelle die
Ein
stellung
der
Rente in Aussicht.
Die Versicherte brachte dagegen Einwände (
Urk.
6/146,
Urk.
6/149) vor. Die IV-Stelle
holte
in der Folge
medizinische Be
richte
(
Urk.
6/156,
Urk.
6/160,
Urk.
6/163,
Urk.
6/172) und ein psychiatrisches Gutachten (
Urk.
6/182) ein und zog Akten der Suva (
Urk.
6/167-168) zum Ver
fahren bei. Mit Verfügung vom 1
6.
August 2018 (
Urk.
6/193 =
Urk.
2) h
ob die IV-Stelle die Rente
für die Zukunft auf.
2.
Die Versicherte erhob am 1
9.
September 2018 Beschwerde gegen die Verfügung vom 1
6.
August 2018 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei die IV-Stelle zu verpflichten, ihr über den 3
0.
September 2018 hinaus eine Rente nach Gesetz zu gewähren. Eventuell sei eine unabhängige medizinische Begut
achtung, insbesondere unter Einbezug eines Psychiaters, zur Klärung des medizi
nischen Sachverhalts in Auftrag zu geben (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1-2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
0.
Oktober 2018 (
Urk.
5) die Abweisung der Beschwerde. Mit
Gerichtsverfügung vom
2.
November 2018 wurde der Beschwerdeführerin eine Kopie de
r Beschwerdeantwort zugestellt
u
nd
das
Gesuch um Gewährung eines zweiten Schriftenwechsels
(vgl.
Urk.
1 S. 2 u
nten) abgewiesen
(
Urk.
7 Dispositiv
Ziff.
1-2).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun
fähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege
artis
auf
die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose vor
aus
(vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unab
hängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weit
geh
end objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl.
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich geblie
be
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hin
weisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
lichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeach
t
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
Da
bei braucht es sich nicht u
m eine formelle Verfügung (Art.
49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Rentenrevision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invaliden
versicherung (
IVV
)
auf dem W
eg der blossen Mitteilung (Art. 51 ATSG), ist im darauf
folgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssach
verhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bun
desgerichts 9C_599/2016 vom 29. März 2017 E.
3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 201
3 E.
3.1.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte
mit Verweis auf den
Untersuchungsbericht ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 2
3.
April 2014
fest, eine
schwere bis mittelgradige depressive Episode
sei nicht
mehr festgestellt worden. Die Be
schwer
deführerin könne ohne Medikamente gesellschaftlich und auf dem ersten Arbeitsmarkt bestehen
. Daher werde
von einer Verbesserung des Gesund
heits
zu
standes ausgegangen. Derzeit finde eine Therapiepause statt.
Das
Arbeitspensum der bisherigen Tätigkeit an einer Rezeption
habe sie
von 20
%
auf 40
%
erhöhen kö
nnen. Nebenbei studiere sie an der
Z._
in Österreich
(
Urk.
2
S. 2 oben).
Nach dem zusätzlich
eingeholten
psychiatrischen
Gutachten seien
viele Ressourcen vorhanden. Die Beschwe
rdeführerin gehe regelmässig in ein
Hand
ball
training und unternehme mit ihrer Partnerin
Ausflüge
am Wochenende (S. 2 Mitte).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte vor,
v
on einem Revisionsgrund sei nicht auszu
gehen. Eine relevante Verbesserung des Gesundheitszustandes liege
klar
nicht vor (
Urk.
1 S. 14
Ziff.
32).
Die Beschwerdegegnerin habe
sodann nicht
die Möglich
keit, gutachterlich nachvollziehbar hergeleitete Feststellungen zur Arbeitsfähig
keit nach ihrem Gusto abzuändern (
Urk.
1 S. 15
Ziff.
37).
Die Beschwerdeführerin nahm sodann eine eigene
Indikatorenprüfung
vor (
Urk.
1 S. 18 ff.).
2.3
Zum Zeitpunkt
der Verfügungen
vom 1
3.
Dezember 2010
und vom
1.
Juni 2011
bestand
für jede Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
.
Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet
daher
die Frage
, ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin
seit der
Rentenzusprache
bis zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 1
6.
August 2018
mas
s
geb
lich verbessert hat, und ob
die Beschwerdegegnerin die Rente zu Recht für die Zu
kunft aufgehoben hat.
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin wurde am 2
0.
Dezember 2002
in ihrer Wohnung von ihrem Exfreund zusammengeschlagen (
Urk.
6/10/19
Ziff.
2 und
4-6).
Dr.
med.
A._
, Assistenzärztin, und
Dr.
med.
B._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
C._
,
nannten im Bericht vom 1
3.
August 2003 (
Urk.
6/10/32-33) als Diagnosen eine posttraumatische Be
las
tungsstörung (ICD-10 F43.1) und
Missbrauch verschiedener psychotroper Sub
stan
zen, gegenwärtig
abstinent (ICD-10 F19.1, S. 1).
3.2
Dr.
B._
nannte i
m
Bericht vom
2.
März 2004 (
Urk.
6/10/35-36) als Diagnosen eine Anpassungsstörung mit einer längeren depressiven Reaktion nach
dem
Überfall vom 2
0.
Dezember 2002 (ICD-10 F43.21) und
einen schädlichen
Ge
brauch von Kokain und Ecstasy (ICD-10 F19.1, S. 1).
Dr.
B._
gab an
, die Be
schwerdeführerin habe nach dem Austritt aus der
C._
eine Stelle als Rezeptionistin mit einem Pensum von 70
%
aufgenommen. Entsprechend habe eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
und eine Arbeitsunfähigkeit von 30
%
bestanden (S. 1 unten).
3.3
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Konsiliar
psychiater
der Suva, führte im Bericht vom 2
4.
Oktober 2005 (
Urk.
6/15/4-8) aus, die Beschwerdeführerin leide heut
e an einer schweren Depression
(S. 4 unten).
3.4
Die behandelnde Psychiaterin
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
nannte im Bericht vom 1
1.
Juni
2006 (
Urk.
6/21/3-7) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
lit
. A):
-
rezidivierende depressive Stör
ung, aktuell leicht-mittelgradige
Episode, deutlich beziehungs- und entwicklungsabhängig (ICD-10 F33.1), Störung in Ansätzen seit der Pubertät
bestehend
, deutlich seit schwerer Miss
handlung durch den Exfreund
-
Neurodermitis, vor allem im Hals- und Kopfbereich, Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit je nach beruflichem Umfeld, bestehend seit der Pubertät
-
Asthma bronchiale (vor allem allergischer Natur)
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
sie
einen Status nach schädlichem Gebrauch psychotroper
Substanzen
(vor allem Kokain), absti
nent sei 2003 (S. 1
lit
. B oben
).
Die Psychiaterin
gab zur Arbeitsfähigkeit an
,
ab dem 2
4.
März 2003
habe
eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %
und vom
1
4.
Juli 2003 bis Ende Januar 2004 von 100
%
bestanden
. Ab dem
1.
Februar 2004
habe
für die Tätigkeit als
Rezeptio
nis
tin
eine Arbeitsunfähigkeit von 30
%
und ab dem
1.
Mai 2004 von 40
%
bestan
den
. Für die Zeit vom
7.
November 2005 bis
8.
Februar 2006 attestierte
sie
erneut
eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
.
Weiter gab sie an
, dass nach einem Kurz
aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik zu Beginn eine Teilarbeitsfähigkeit von 30-50
%
bestanden habe (S. 1 unten). Für die angestammte Tätigkeit als Rezep
tionistin werde eine Restarbeitsfähigkeit von 30 % geschätzt.
Die unregel
mässi
gen Arbeitszeiten wirkten sich ungünstig auf die psychische Symptomatik aus. Für diese Tätigkeit sei die Arbeitsfähigkeit daher nicht weiter ausbaubar.
In einer angepassten Tätigkeit könne mit einer Restarbeitsfähigkeit von zirka 50
%
begonn
en werde
n
, welche weiter ausgebaut werden könne
(S. 5
Ziff.
2). Durch die Tagesmüdigkeit und eine raschere Ermüdbarkeit
bestünden
eine leicht einge
schränkte Konzentration und Aufmerksamkeit
. Aufgrund von Antriebsstörungen bestünden grosse Probleme beim Aufstehen am Morgen
(S. 5
Ziff.
4).
3.5
3.5.1
Dr.
med. F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete am
1.
Oktober 2006 (
Urk.
6/27) im Auftrag der Beschwerdegegnerin ein psychia
tri
sches Gutachten.
Er führte zur Anamnese aus, die Beschwerdeführerin habe siebzehnjährig begonnen, Drogen zu konsumieren. Sie habe Ecstasy und später Amphetamine und Kokain
zu sich
genommen (S. 5 Mitte). Nach dem Ereignis vom Dezember 2002
habe sie anfänglich starke Schmerzen im Nacken und im Kopf gehabt. Heute habe sie normalerweise keine Schmerzen mehr. Sie könne den Kopf abe
r nicht lange seitwärts neigen und a
b und zu spüre sie den Nacken (S. 6 oben).
Im weiteren Verlauf sei
während sieben Monate
n
ein
stationärer
Aufent
halt in der
C._
erfolgt. Ab Februar 2004 sei sie
an der Rezeption
des
Hotel
s
Y._
angestellt gewesen, anfänglich mit einem Pensum von 70
%
. Nach drei Monaten habe sie das Pensum auf 60
%
reduziert, weil ihr die Arbeit zu viel geworden sei (S. 6 unten).
3.5.2
Dr.
F._
stellte folgende Diagnosen (S. 9
Ziff.
4 oben):
-
rezidivierende depressive Phasen, zum Teil
schwergradig
(ICD-10 F33.2)
-
Status nach Missbrauch von multiplen Suchtmitteln (Kokain, Amphe
ta
mine, Halluzinogene, ICD-10 F19.1)
-
selbstunsichere Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6)
-
Residualsymptomatik nach körperlicher
Misshandlung mit Schleuder
trau
ma
am 2
0.
Dezember 2002
-
Statu
s nach Neurodermitis und Asthma
Die Beschwerdeführerin sei durch die Scheidung der Eltern in der
Schul
zeit in einen psychischen Stresszustand geraten (S. 9 Mitte).
Die psychischen Schwierig
keiten hätten sich in der Lehrzeit noch deutlicher manifestiert.
Sie
habe die Lehre nach
einem halben Jahr abgebrochen und sei in jener Zeit in
einen
Drogenabusus
geraten. Dies
sei
als
Ausdruck einer übermässigen Beeinflussbarkeit der Patientin und einer Fluchttendenz aus dem subjektiven Druck des Alltages
zu verstehen
. Die Persönlichkeitsstörung mit Selbstunsicherheit
, mangelndem Selbstbewusst
sein und mangelnder
Identität, m
angelndem Durchsetzungsvermögen
und
Beein
flussbarkeit
habe
zu einer reduzierten psychischen Bewältigungsfähigkeit und
zu
Inkonstanz
auf allen Ebenen
geführt
. Dies zeige sich in der bis heute offenen Berufswahl und der subjektiven Überforderung in allen Berufstätigkeiten und im Abbruch von solchen sowie in Partnerschaften mit wechselnden Abhängigkeiten und Trennungen
.
Dies zeige sich auch im
Drogenabusus
als Fluchttendenz aus der Wirklichkeit
(S. 9 unten).
Im klinischen Eindruck
komme die Persönlich
keitsstörung
zwar nicht unmittelbar zum Vorschein. Vielmehr imponierten eine gute Auffassungsgabe und eine affektive Zugänglichkeit. Von der Persönlichkeit her wirke die Patientin aber adynamisch, wenig selbstbewusst und wenig abge
grenzt. Anamnestisch habe sich ihre Lebensbewährung als sehr spärlich erwiesen
(
S. 9 f.).
Von der aggressiven körperlichen Misshandlung vom 2
0.
Dezember 2002 sei eine
Residualsymptomatik zurückgeblieben mit Kopf- und Nackenschmerzen und einer
Seh- und Hörverminderung rechts.
Die Patientin habe
das Ereignis psychisch
schlecht verkraftet. Das letzte halbe Jahr der Lehrzeit habe sie
50
%
gearbeitet
.
Nach dem Lehrabschluss sei sie ein halbes Jahr wegen einer depressiven Symp
tomatik psychiatrisch hospitalisiert gewesen.
Schliesslich habe sie von Februar 2004 bis November 2005 als Rezeptionistin in einem Hotel gearbeitet, aber mit einem reduzierten Arbeitspensum und immer an der Belastungsgrenze. Danach sei sie wieder in eine schwere Depression geraten und arbeitsunfähig geworden (S. 10
oben)
.
3.5.3
Generell und f
ür kaufmännische Tätigkeiten betrage die Arbeitsfähigkeit höchs
tens 50
%
. Eine weitere psychiatrische Behandlung sei
dringend
indiziert. Die Art der Behandlung müsse pragmatisch gewählt werden und könne der Patientin nicht in Form einer besti
mmten Methode auferlegt werden, da e
in Erfolg nicht garantiert sei (S. 10 unten).
Aus psychiatrischer Sicht habe ab
dem 2
4.
März 2003 eine Arbeitsunfähigkeit
von 50
%
und ab dem 1
4.
Juli 2003 von 100
%
bestanden. Ab dem
1.
Februar 2
004 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 30
%
und ab
1.
Juli 2004 von 40
%
bestanden. Ab dem
7.
November 2005 habe erneut eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
be
standen. Seit dem 2
2.
Mai 2006 bestehe
eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%. Die Prognose sei ungewiss (S. 10
Ziff.
5). Es bestehe ein Gesundheitsschaden, der die Arbeitsfähigkeit
für längere Zeit
eingeschränkt habe. Im Vordergrund stünden eine depressive Apathie und eine Adynamie sowie eine selbstunsichere Persön
lichkeitsstörung mit den beschriebenen Folgen (S. 11
Ziff.
7).
3.6
Dr.
E._
attestierte im Bericht
vom
4.
Mai 2008 (
Urk.
6/57/7-10
) für die Tätigkeit
en
als Sekretärin mit KV-Ausbildung und als Rezeptionistin in einem Hotel seit dem
7.
November 2005 bis heute ein
e Arbeitsunfähigkeit von 70-100
% (S. 1
Ziff.
2).
Weiter gab sie an, in
angestammte
r
Tätigkeit bestehe eine Rest
arbeitsfähigkeit von zirka 30
%
. In einer der Behinderung angepassten Tätigkeit bestehe bei einer Präsenzzeit von 50
%
eine Leistungsfähigkeit von 70-80
%
. Bei einem ähnlichen Setting sei ein weiterer Ausbau der Arbeitsfähigkeit möglich (S.
4).
3.7
Dr.
med. G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Versi
che
rungspsychiatrischer Dienst der Suva,
führte in einer Notiz vom 2
6.
August 2008 (
Urk.
6/61/2) über eine telefonische Rückfrage bei
Dr.
E._
aus,
nach den Angaben der Psychiaterin arbeite die
Beschwerdeführerin
an drei Tagen pro Woche am Nachmittag
an einem geschützten Arbeitsplatz. Die Belastbarkeit sei jedoch nicht besser geworden. Auf dem freien Arbeitsmarkt bestehe weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
.
3.8
Dr.
G._
stellte im Bericht vom 1
9.
Februar 2009 (
Urk.
6/69/2-11) folgende Diagnosen (S. 8 oben):
-
sonstige Reaktion auf schwere Belastung (ICD-10 F43.8) bei massiver Gewaltanwendung bei Überfall vom 2
0.
Dezember 2002
-
auf der Symptomebene verschiedentlich depressive Einbrüche, daneben dissoziative Symptome und solche, die bei einer posttraumatischen Belastungsstörung auftreten können
-
Status nach schädlichem Gebrauch von Kokain, Cannabis und Ecstasy
Dr.
G._
führte weiter aus, die Beschwerdeführerin habe nach dem Ereignis vom Dezember 2002 Symptome wie Müdigkeit, Freudlosigkeit, sozialer Rückzug, Ängste, Schlafstörungen und Albträume entwickelt. Nach der Kündigung der Arbeitsstelle
bei einem Hotel
hätten nur noch Arbeitsversuche an geschützt
en Arbeitsplätzen stattgefunden
mit einer Leistung von maximal 50
%
(S. 8 unten). Teilweise hätten Symptome vorgelegen, wie sie bei einer Persönlichkeitsstörung zu sehen seien. Als Differentialdiagnose sei eine Persönlichkeitsstörung vom
Borderline
-Typ (ICD-10 F60.31) zu diskutieren.
So habe die Beschwerdeführerin eine Neigung zu einer intensiven Beziehung.
Gegen eine Persönlichkeitsstörung spreche
allerding
s
, dass
sie
die Lehre abgeschlossen und sie lange Zeit eine Tätig
keit von 60
%
auf dem ersten
Arbeitsmarkt aufrechterhalten habe (S. 9 oben).
3.9
Dr.
E._
gab in einem
Bericht vom 1
1.
März 2009 (
Urk.
6/70)
an, für die angestammte Tätigkeit als kaufmännische Angestellte bestehe keine Arbeits
fähigkeit.
Für die Tätigkeit beim
H._
bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 30
%
. Diese Tätigkeit entspreche einem ge
schüt
zten Arbeitsplatz
. Eine andere Tätigkeit als an einem geschützten Arbeits
platz sei ihr nicht zumutbar
(
Ziff.
2 und 3).
3.10
P
ract
. med. I._
, Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie,
RAD
der Beschwerdegegnerin, führt in der Stellungnahme vom 1
0.
August 2009 (
Urk.
6/82
S. 10 f.) aus,
nach dem Bericht von
Dr.
E._
vom 1
1.
März 2009 sei d
as psychische Befinden der Beschwerdeführerin in etwa unverändert. Die Psychia
terin habe
im Vorfeld eine rezidivierende depressive Störung diagnostiziert.
Im Vordergrund stehe weiterhin eine psychische Instabilität. Es würden weiterhin An
triebs- und Stimmungsstörungen, eine Tagesmüdigkeit, eine erhöhte Erschöpf
barkeit, ein sozialer Rückzug sowie eine Tag-Nach
t
-Umkehr beschrieben. Min
destens seit März 2009 bestehe im ersten Arbeitsmarkt keine Restarbeitsfähigkeit mehr.
An einem geschützten Arbeitsplatz bestehe noch eine 30%ige Arbeits
fähig
keit. Die Weiterführung der ambulanten psychiatrischen Behandlung sei sicher indiziert. Allerdings sei bei dem zwischenzeitlich mehrjährigen Verlauf keine wesentliche Verbesserung der Arbeitsfähigkeit in absehbarer Zeit zu erwarten.
3.11
Mit Verfügung
en
vom 1
3.
Dezember 2010
und vom
1.
Juni 2011
(
Urk.
6/88,
Urk.
6/90-92
) sprach die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin ab dem
1.
Juli 2004 eine
Viertelsrente
und ab dem
1.
Februar 2006 eine ganze Rente
zu
. Für die Zeit vom
1.
September 2007 bis 2
9.
Februar 2008 verneinte sie einen Ren
tenanspruch.
Ab dem
1.
März 2008 be
jahte sie
wieder ein
en
Anspruch auf eine ganze Rente.
4.
4.1
Die Beschwerdeführerin wurde am 2
2.
Apri
l 2014 durch med.
pract
.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, RAD, untersucht.
Er
führte im Bericht vom 2
3.
April 2014 (
Urk.
6/118) aus, die Beschwerdeführerin arbeite derzeit an fünf Tagen im Monat als Rezeptionistin (S. 1
Ziff.
2). Nach
ihren Angaben
komme es bei Belastung zu depressiven Phasen. Es bestünden eine
Antriebslosigkeit, Schlafstörungen und eine schnelle Erschöpfbarkeit (S. 2
Ziff
.
3).
Eine Psychotherapie habe stattgefunden
. Derzeit erfolge aber eine Therapiepause. Die Therapie werde in Kürze wiederaufgenommen (S. 2
Ziff.
5 Mitte). Seit 2013
arbeite sie
als Rezeptionistin
mit einem Pensum von 23
%
. Davor
habe eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
bestanden (S. 3
Ziff.
7).
Wahrnehmungsstörungen bestünden nicht. Flashbacks und Albträume seien als Traumatisierungshinweise zu eruieren (S. 3
Ziff.
8 Mitte).
Die Beschwerdeführerin sei affektiv schwingungsfähig. Der Antrieb werde als vermindert rapportiert bei einer psychomotorischen Unruhe und einer modulierenden Sprache (S. 3
Ziff.
8
unten). Als Ängste seien Versagensängste angegeben worden.
Weiter sei d
er
Tag-/
Nacht
-R
hythmus ein Problem. Sie stehe um 16 Uhr auf. Ein sozialer Rückzug bestehe nicht
(S. 4 oben).
Es werde ein vermindertes Selbstwertgefühl angegeben (S. 4 Mitte).
Die Fähigkeit
en
zur Anpassung an Regeln und Routinen sowie zur Planung und Strukturierung von Aufgaben seien gegeben.
Wegen einer schnellen Erschöpfbarkeit und Ermüdbarkeit sei die Durchhaltefähigkeit
jedoch
stark einge
schränkt. Die Kontaktfähigkeit sei gegeben. Die Selbstbehauptungsfähigkeit
sei
mittelgradig eingeschränkt.
Die Beschwerdeführerin betrachte die Arbeitsfähig
keit als steige
rungsfähig
, unter der Voraussetzung, dass eine Tagesstruktur mit normalem Tag-/Nacht
r
hythmus
gelernt werde (S. 4 unten).
Med.
pract
.
J._
nannte als psychiatrische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 5
Ziff.
9):
-
posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
rezidivierende depressive Störung, derzeit leichtgradig (ICD-10 F33.0)
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er
einen Konsum von
Suchtmittel
n
, derzeit abstinent (S. 5
Ziff.
9).
Eine schwer- bis mittelgradige Depression sei nicht mehr festgestellt worden.
Die Beschwerdeführerin könne sogar ohne Medikamente gut gesellschaftlich und auf dem ersten Arbeitsmarkt bestehen. Bezüglich der Depression sei daher von einer Verbesserung auszugehen. Bezüglich der posttraumatischen Belastungsstörung sei zu erwähnen, dass diese nicht komplett behandelt worden sei. Derzeit finde eine Therapiepause statt, um die Beschwerdeführerin nicht zu überfordern. Es werde eine fachspezifische EMDR-Behandlung empfohlen. Dadurch könne die Arbeitsfähigkeit weiter verbessert werden (
S.
5
Ziff.
10 Mitte).
Es bestünden eine geringe Belastbarkeit und Probleme
bezüglich des
Tag-Nach
t
-Rhythmus. Weiter bestünden Antriebsprobleme und Stimmungsschwankungen. Die bisherige Erwerbsbiographie sei im Zusammenhang zu sehen mit dem trau
matischen Ereignis von 200
2.
In der bisherigen Tätigkeit mit
starkem
Termin
druck
bestehe keine Arbeitsfähigkeit.
In einer angepassten Tätigkeit sei von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
auszugehen. Diese könne innerhalb eines Jahres auf 80
%
gesteigert werden
bei
einer weiteren psychotherapeutischen Behandlung (S.
5 unten).
4.2
Suva-Arzt
Dr.
G._
führte in einer psychiatrischen Beurteilung vom 3
0.
Septem
ber 2014 (
Urk.
6/134/2-6) aus, er sei im Hinblick auf die Prognose von
med.
pract
.
J._
deutlich zurückhaltender. Eine Reintegration der Beschwer
deführerin zu 80
%
sei bei diesem Störungsbild und
einem
langjährigen
chroni
fizierten
Verlauf nicht zu erwarten (S. 4 unten).
4.3
Dr.
E._
gab im Bericht vom 1
5.
August 2015 (
Urk.
6/156/1-2) an, die Beschwerdeführerin habe sich nach einem dreijährigen Unterbruch wieder bei ihr gemeldet. Die psychiatrischen Befunde hätten sich weder subjektiv noch objektiv wirklich verändert, abgesehen von einem Rückgang der depressiven Sympto
ma
tik. Als Leitsymptom
sei
nach
wie vor eine deutliche Tag-
/Nachtumkehr und eine
Hypersonmie
vorhanden mit einer
Schlaf
dauer
von 12-14 Stunden,
die
durch die Patientin nur wenig beeinflusst werden könne (S. 1).
Die Beschwerdeführer
in
arbeite beim Hotel
Y._
in Zürich. Aktuell bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 40
%
, die bisher nicht habe gesteigert werden können (S. 2).
4.4
Dr.
med. K._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Leitender Arzt,
L._
, nannte im Bericht vom 2
5.
August 2015 (
Urk.
6/156/3-4)
nach
einem
Vorgespräch vom 2
9.
Juli 2015
als Diagnosen eine schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2) und einen Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1).
Dr.
K._
gab weiter an, es liege ein zwischen mittelgradig und
schwergradig
fallendes depressives Syndrom vor. Die
Diagnose einer posttraumatischen Belas
tungsstörung habe zum Zeitpunkt des Vorgespräches nicht eindeutig gestellt werden können (S. 2 unten).
4.5
Vom
2.
Februar bis
3.
Mai 2016 erfolgte ein stationärer Aufenthalt in der
M._
der
L._
(
Urk.
6/163/5).
Die Fachleute
der
L._
nannten im Austritts
bericht vom 3
1.
Mai 2016 (
Urk.
6/163/5-8) als Diagnosen eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1), eine rezidivierende depressive Störung, gegen
wärtig leichte Episode, Differentialdiagnose:
Dysthymia
(ICD-10 F33.0)
,
und eine nichtorganische Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus (ICD-10 F51.2). Zur Ar
beits
fähigkeit wurde ausgeführt, bis zum 1
0.
Mai 2016 habe eine Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
bestanden. Danach habe bis
zum
1
7.
Mai 2016 eine Arbeits
unfähigkeit von 50
%
bestanden (S. 1 unten).
4.6
Die Fachleute der
L._
gaben im Verlaufsbericht vom 2
4.
Juni 2016 (
Urk.
6/163/1-4)
an, es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 70
%
. Die Patientin benötige für die Erledigung der anfallenden Arbeiten verglichen mit ihren Arbeitskollegen mehr als die vorgegebene Zeit. Die Qualität ihrer Arbeit sei jedoch gut
. Angepasst sei
eine Tätigkeit mit weniger akutem Druck (S. 3
Ziff.
2.1).
4.7
Dr.
E._
stellte im Zwischenbericht vom 2
8.
Oktober
2016 (
Urk.
6/167/2-4) neu die Diagnose einer Zwangsstörung, vorwiegend Zwangsge
danken (ICD-10 F42.2, S. 1
Ziff.
1).
Die Psychiaterin gab zur Arbeitsfähigkeit an, nach der stationären Behandlung habe die Beschwerdeführerin
ihre
Arbeit ab dem 1
7.
Mai 2016 mit einem Pensum von 40
%
wiederaufgenomm
en. Wegen der ge
sundheitlichen Probleme beabsichtige sie, die Arbeitsstelle beim jetzigen Arbeit
geber auf Ende November oder Ende Dezember 2016 zu kündigen (S.
3
Ziff.
4).
4.8
Dr.
E._
führte im Bericht vom
3.
April 2017 (
Urk.
6/173) aus, die Be
schwerdeführerin habe die Stelle als Rezeptionistin (Nischenarbeitsplatz) per Ende November 2016 gekündigt wegen erhöhter Anforderungen seitens des Arbeitge
bers. Zudem seien ihr keine Pausen gewährt worden. Das klinische Bild imponiere als zunehmend depressiv im Ausmass einer mittelgradigen depressiven Episode mit anwachsender Suizidalität. Die Suizidalität
habe vor allem aufgrund vom Prob
lemen in der Partnerschaft zugenommen (S. 1).
Seit dem 2
0.
April 2017 übe
d
ie
Beschwerdeführerin
als kaufmännische Ange
stellte ein Pensum von 20
%
aus
. Sie arbeite an zwei Tagen pro Woche für fünf bis sieben Stunden, wobei die Effizienz höchstens bei 50
%
liege, da die Patientin verlangsamt und vergesslich sei und sich Konzentrationsprobleme zeigten
. Es handle sich erneut um einen Nischenarbeitsplatz
(S. 2 oben). Die Beschwerde
führerin sei in der Gesamtsituation psychisch instabil. Es sei eine
Arbeitsfähigkeit zwischen 20-40
% anzunehmen (S. 2 Mitte).
4.9
4.9.1
Dr.
med. N._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete am 1
4.
Mai 2018 (
Urk.
6/182) im Auftrag der Beschwerdegegnerin ein psychiatrisch
es Gutachten. Die Untersuchungen erfolgten
am 1
0.
und am 2
4.
Novem
ber 2017 (S. 1 unten).
Dr.
N._
führte aus, die Beschwerdeführerin habe angegeben, dass sie am meisten mit Depressionen zu kämpfen habe,
die
sehr unkontrolliert auftreten würde
n
. Es bestünden emotionale Schwankungen und ein Morgentief. Alles koste sie Überwindung und
viel
Kraft. Aktuell arbeite sie zwischen 30 und 40
%
in einem Büro (S. 37
Ziff.
3.1.1). Teilweise habe sie Angstzustände und komme nicht aus dem Haus. Dies sei ihr im Jahr 2017 zirka dreimal passiert. Generalisierte Ängste bestünden nicht. Öffentliche Verkehrsmittel könne sie nicht
benü
tzen. Sie fahre aber Auto. Teilweise habe sie zwanghafte Gedanken, dass ihre Partnerin sie betrügen könnte (S. 38 oben). Der Antrieb sei herabgesetzt. Sie sie verlangsamt und alle
s
koste Kraft
. Sie habe Albträume und teilweise Durchschlafstörungen sowie einen verschobenen Tag-/Nachtrhythmus
(S. 38 unten). Mit 18 Jahren sei der Überfall von Seiten ihres Exfreundes passiert, wodurch sie arbeitsunfähig geworden sei (S. 41
Ziff.
3.1.5). In der Zeit vo
n
2013 bis 2016 habe sie als Rezeptionistin und im
B
ackoffice
im Hotel
Y._
gearbeitet (S. 41 f.
Ziff.
3.1.6). Seit
dem Jahr
2017 sei sie mit einem Pensum vo
n
30-40
%
bei der
O._
ange
stellt, wo sie einfache Büroarbeiten verrichte. Sie fühle sich dort gut aufgehoben (S. 42
Ziff.
3.1.6). Die
Beschwerdeführer stehe in der Regel erst gegen 11 Uhr auf und gehe gegen 12.30 Uhr arbeiten. In der Folge arbeite sie bis 19 oder 20 Uhr. Gegen 22 Uhr gehe sie schlafen (S. 42
Ziff.
3.1.8).
Nach dem Überfall von 2002 seien eine depressive Symptomatik sowie eine post
traumatische Symptomatik mit ständigen Flashbacks aufgetreten (S. 43
Ziff.
3.1.9 oben). Die Beschwerdeführerin habe das Ziel, zu 50
%
zu arbeiten. Das Problem sei, konstant vier Stunden durchzuhalten (S. 44
Ziff.
3.1.10 oben).
4.9.2
Die Gutachterin gab zum Befund an, die Beschwerdeführerin habe insgesamt etwas verlangsamt und
klagsam
in Bezug auf die
beteiligten
Versicherungen ge
wirkt (S. 44
Ziff.
4.1). Für die Dauer des Gespräches habe sie die Aufmerksamkeit durch
gehend aufrechterhalten können
.
Sie habe
dem Untersuchungsverlauf in
halt
lich gut folgen können und es hätten sich keine Störungen des
Kurzzeit
ge
dächtnisses gezeigt
. Auch das Langzeitgedächtnis habe sich klinisch als unauf
fällig erwiesen
(S. 45
Ziff.
4.3.1 unten).
Die Fähigkeit, sich an Regeln zu halten, Termine wahrzunehmen und sich in Organisationsabläufe einzufühlen, sei leicht beeinträchtigt. Die Fähigkeit, den Tag oder anstehende Aufgaben zu planen und zu strukturieren, sei
ebenfalls
leicht beeinträchtigt (S. 47 unten). Die Fähigkeit, sich
im Verhalten sowie
im Denken und Erleben wechselnden Situation
en
anzupassen, sei mittelgradig beeinträchtigt (S. 48 oben). Die Fähigkeit, hinreichend, ausdauernd und während der üblicher
weise
zu erwartenden
Zeit im Beruf oder bei sonstigen Aufgaben anwesend zu sein und ein durchschnittliches Leistungsniveau aufrechtzuerhalten, sei mi
ttel
gra
dig beeinträchtigt (S. 48
Mitte). Die Selbstbehauptungsfähigkeit sei leicht eingeschränkt. Die Kontaktfähigkeit zu Dritten sei
ebenfalls
leicht eingeschränkt (S. 4
8
unten).
4.9.3
Dr.
N._
nannte als Diagnosen mit Auswirkung
en
auf die Arbeits
fähig
keit (S. 50
Ziff.
5.1):
-
rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgradige depressive Epi
s
ode (ICD-10 F33.1)
-
nichtorganische Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus (ICD-10 F51.2)
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie (S.
50
Ziff.
5.2):
-
Status nach posttraumatischer Belastungsstörung mit einer Restsymp
to
matik (ICD-10 F43.1)
-
akzentuierte Persönlichkeitszüge (emotional instabil, ICD-10 Z73)
-
psychische
und
Verhaltensstörungen durch Sedative, Verdacht auf schäd
li
chen Gebrauch (ICD-10 F13.0)
Die Beschwerdeführerin h
abe im Alter von 18 Jahren den massiven gewalttätigen Angriff ihres Exfreundes erlebt. In der Folge sei es zu einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit, einer fortführenden psychiatrischen Behandlung und zu psy
chiatrischen
Hospitalisationen
gekommen. Die Beschwerdeführerin habe zudem angegeben, dass sie bereits seit der
Jugend
unter depressiven Phasen leide, die sich im Verlauf akzentuiert hätten (S. 51
Ziff.
6.1).
S
eit der Jugend
seien
Konflikte zu erkennen. Nach der Scheidung ihrer Eltern sei es
der Beschwerdeführerin
nur eingeschränkt möglich gewesen, ihren Vater zu treffen. Das Ereignis von 2002 habe sie
dann
in ihrer weiteren Entwicklung massgeblich gestört. Es sei zu Ver
letzungen und vor allem zu psychischen Folgeschäden gekommen, die sich im
Rahmen einer posttraumatischen Belastu
ngsstörung manifestiert hätten (S.
52 Mitte
).
Aktuell stehe ein depressives Zustandsbild im Vordergrund
. Die Kardinal
symp
tome einer Depression seien im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung fest
ge
stellt worden. Der Antrieb sei herabgesetzt und das Selbstvertrauen beein
trächtigt gewesen. Es sei davon auszugehen, dass ein depressives Zustandsbild mittelgradiger Ausprägung bestehe. Aktuell sei daher von einer mittelgradigen depressiven Episode auszugehen. Im Weiteren stünden emotional instabile Per
sönlichkeitszüge im Vordergrund, wobei von einer Persönlichkeitsakzentuierung auszugehen sei.
Eine Persönlichkeitsstörung im engeren Sinne könne nicht diag
nostiziert werden. Die Beschwerdeführerin habe posttraumatische Symptome wie eine Irritierbarkeit, teilweise eine erhöhte Schreckhaftigkeit und Albträume ange
geben. Sie habe jedoch selber bestätigt, dass diese nicht mehr im Vordergrund stünden (S. 52 unten).
Es
handle sich zwar um massiv einschneidende Erlebnisse, in deren Folge vermutlich Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung vorhanden gewesen seien. Diese stünden aktuell jedoch nicht mehr im Vorder
grund, so dass
daraus
bezüglich der Arbeitsfähigkeit
k
eine Kausalität abgeleitet werden könne (S. 53 unten).
Hinweise auf Diskrepanzen oder Inkonsistenzen hätten sich nicht ergeben. Die Beschwerdeführerin habe ihre Beschwerden nachvollziehbar und kohärent ge
schil
dert (S. 54
Ziff.
6.3). Derzeit befinde sie sich in einer regelmässigen wöchent
lichen psychiatrischen Behandlung mit medikamentöser Behandlung. Als
p
roble
matisch stelle sich der Gebrauch von Benzodiazepinen dar (S. 54
Ziff.
6.4).
4.9.4
Die Beschwerdeführerin befinde sich derzeit in einem stabilen Zustand, was sie auch selber bejahe. Es sei daher eine
höhere Arbeitsfähigkeit
,
mindestens
eine solche von
50
%
,
zu erreichen.
Dr.
F._
habe am
1.
Oktober 2006
eine
seit dem
2
2.
Mai 2006
bestehende
Arbeitsfähigkeit von 50
%
attestiert. Jedoch sei davon a
us
zugehen, dass sich die Arbeitsfähigkeit in der Folge wegen einer depressiven Dekompensation erneut verschlechtert habe, so dass nicht durchgängig
eine
Arbeitsfähigkeit von 50 %
bestanden habe
. Die Arbeitsfähigkeit sei vielfach als nicht gegeben betrachtet worden, da die Beschwerdeführerin als nicht integrier
bar beurteilt worden sei. Anlässlich der heutigen Untersuchung habe sie bezüglich des aktuellen Arbeitsplatzes als
sozial
durchaus integrierbar gewirkt. Die Be
schwer
deführerin sei aber auf eine möglich
st
konfliktfreie Umgebung und auf Verständnis des Arbeitgebers angewiesen (S. 54 f.
Ziff.
6.5.1).
Selber erlebe sie sich
längerfristig
als
zu 50
%
arbeitsfähig (S. 55
Ziff.
6.5.2).
Sie
lebe zwar alleine. Es bestehe jedoch eine stabile Partnerschaft. Als weitere Ressource bestehe eine Mitgliedschaft in einem Handballklub. Weiter könne sie Reisen unternehmen und es bestünden regelmässige Kontakte zu ihrer Mutter und ihrer Schwester (S. 55
Ziff.
6.5.3).
Die Gutachterin antwortete auf die Fragen der Beschwerdegegnerin, die Arbeits
fähigkeit habe sich seit der letzten Revision verbessert. Aktuell bestehe seit Dezember 2016 eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
(S. 56
Ziff.
1 unten). Der Gesund
heitszustand habe sich August 2009 verändert. Das depressive Zustandsbild habe sich zumindest seit Januar 2013 bis November 2016 soweit gebessert
, dass eine Arbeitsfähigkeit von 40
%
vorgelegen habe. Seit Dezember 2016 könne im Rahmen einer angepassten Tätigkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
aus
ge
gangen werden.
Vorgängig
sei von einem wechselhaften Zustandsbild auszu
gehen. Die Beschwerdeführerin sei im Zeitraum von 2013-2016 jedoch in der Lage gewesen, einem Arbeitspensum von 40
%
nachzugehen. Es könne daher bereits für diesen Zeitraum von einer Verbesserung im Vergleich zum Jahr 2009 ausgegangen werden. Es sei davon auszugehen, dass sich die posttraumatischen Symptome zum Teil gebessert hätten. Die depressive Symptomatik habe sich im Verlauf und bezüglich der Ausprägung als sehr schwankend erwiesen (S. 57).
4.10
Dr.
med.
P._,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, RAD,
nahm am 1
7.
Mai 2018 (
Urk.
6/194 S. 5 f.) Stellung zum psychiatrischen Gut
ach
te
n
von
Dr.
N._
vom 1
4.
Mai 201
8.
Er führte au
s, gemäss dem Gut
ach
ten dürften bezüglich des Belastungsprofiles keine zu
hohen kognitiven Anfor
de
rungen
gestellt werden. Die gelte auch für kreative
Tätigkeit
en
und
bei Kon
flikten
mit dem
Arbeitgeber. In
der
Tätigkeit als Büroangestellte sei die Beschwer
de
führerin auf psychiatrischen Fachgebiet sei
t
der Aufnahme der aktuellen Tätigkeit als zu 50
%
arbeitsfähig zu beurteilen. Die derzeitige Bürotätigkeit entspreche bereits einer Verweistätigkeit. Das Arbeitsprofil umfasse einfache Büroarbeiten wie Rechnungen ablegen, Offerten eröffnen etc. (S. 6 oben). In einer angepassten Tätigkeit gemäss Belastungsprofil habe von Januar bis November 2016 eine Ar
beitsunfähigkeit von 60
%
bestanden. Seit Dezember 2016 bestehe eine Arbeits
unfähigkeit von 50 %. Eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit sei mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit
nicht
zu erwarten (S. 6 unten).
5.
5.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vor
-
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
5.2
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen, nach BGE 143 V 409 namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem strukturierten Beweisverfahren nach Mass
gabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen (Änderung der Rechtsprechung). Speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere depressive Störungen hielt das Bundesgericht in BGE 143 V 409 – ebenfalls im Sinne einer Praxisänderung – fest, dass eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Gesundheits
schädigung nicht mehr allein mit dem Argument der fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen sei (E. 5.1; zur bisherigen Gerichtspraxis vgl. statt vieler: BGE 140 V 193 E. 3.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_13/2016 vom 1
4.
April 2016 E. 4.2). Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sind somit auch bei den leichten bis mittelgradigen depressiven Störungen systematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlau
ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1). Die Therapierbarkeit ist dabei als Indiz in die ge
samthaft vorzunehmende allseitige Beweiswürdigung miteinzubeziehen (BGE 143 V 409 E. 4.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_449/2017 vom
7.
März 2018 E.
4.2.1).
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheit
lichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlich
keit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweis
belastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Janu
ar
2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
5.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2
017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
6.
6.1
Die behandelnden Ärzte der
C._
nannten
nach dem Ereignis vom Dezember 2002
als Diagnosen eine posttraumatische Belastungsstörung bezieh
ungsweise eine Anpassungsstörung
mit einer längeren depressiven Reaktion
sowie einen schädlichen Gebrauch verschiedener psychotroper Substanzen (vor
stehend E. 3.1 und 3.2). Nach
einer
stationären Behandlung in der
C._
arbeitete
die Beschwerdeführerin ab
dem
1.
Februar 2004
mit einem Teil
zeitpensum
als Rezeptionistin beim
Hotel
Y._
(
Urk.
6/4/1
Ziff.
1 und 5). Für diese Tätigkeit bestand
ab dem
1.
Februar 2004
entsprechend dem ausgeübten
Teil
zeitpensum
eine Arbeitsunfähigkeit
von 30
% und ab dem
1.
Mai 2
004 von 40
%
.
Von
November 2005
bis
Mai
2006
bestand
erneut
eine Arbeits
unfähigkeit von 100
%
(E. 3.4 und 3.5.3).
Dr.
F._
nannte im psychiatrischen Gutachten vom
1.
Oktober 2006 als Diagnosen
rezidivierende depressive Phasen
, zum Teil
schwergradig
, einen Status nach Missbrauch
von multiplen Suchtmitteln
, eine selbstunsichere Persönlich
keitsstörung, eine Residualsymptomatik nach körperlicher Misshandlung mit Schleu
dertraum im Dezember 2002 und einen Status nach Neurodermitis und Asthma (vorstehend E. 3.5.2).
Der Gutachter
attestierte seit Mai 2006 eine Arbeit
sfähigkeit von 50
%
(E. 3.5.3
).
Im weiteren Verlauf
attestierten
RAD-
Arzt
pract
. med.
I._
und die behandelnde Psychiaterin seit März 2009 für jegliche Tätigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % (vorstehend E. 3.9 und 3.10).
6.2
RAD-Arzt med.
pract
.
J._
nannte im Bericht vom 2
3.
April 2014 als Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine posttraumatische Belas
tungs
störung und eine rezidivierende depressive Störung, derzeit leichtgradig.
Er kam zur Einschätzung, dass
für die bisherige Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit mehr bestehe. Für
eine angepasste Tätigkeit attestierte er eine
Arbeitsfähigkeit von 50
%
, die innerhalb eines Jahres auf 80
%
gesteigert
werden
könne
(E. 4.1).
Dr.
N._
nannte im psychiatrischen Gutachten vom 1
4.
Mai 2018 als Diag
nosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depres
sive Störung, aktuell mittelgradige depressive Episode, und eine nichtorganische Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus.
Die Gutachterin
stellte eine Verbesserung des Gesundheitszustand
es der Beschwerdeführerin fest und
attestierte eine Arbeits
fähigkeit von mindestens 50
%
(vorstehend E. 4.9.3 und 4.9.4).
Nach
der Unte
r
suchung durch med.
pract
.
J._
erfolgte vom
2.
Februar bis
3.
Mai 2016 ein stationärer Aufenthalt in der
M._
der
L._
(E. 4.5).
Die Beschwerdegegnerin
wich
im Rahmen
einer
Ressourcenprüfung vom
7.
Juni 2018
von
der durch
Dr.
N._
attes
tierten Arbeitsfähigkeit
ab und
ging von einer
zumutbare
n
Arbeitsfähigkeit von 100
%
aus
(
vgl.
Urk.
6/194 S. 7).
6.
3
Der Bericht von med.
pract
.
J._
vom 2
3.
April 2014 und das psychiatrische Gutachten von
Dr.
N._
vom 1
4.
Mai 2018 erweisen sich für die strei
tigen Belange als umfassend
.
Anhand der Berichte
lässt sich
namentlich
die Frage
nach einer Veränderung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin be
ant
worten
.
Diese
beruhen
sodann
auf den erforderlichen Untersuchungen und wurden in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstellt.
Weiter leuchten sie
hinsichtlich der medizinischen Zusammenhänge und in der Beur
teilung der medizinischen Situation ein. Dass der Bericht vom med.
pract
.
J._
bereits einige Jahre zurückliegt, schadet nicht
, da auf die aktuelle Unter
suchung durch
Dr.
N._
verwiesen werden kann.
Der Bericht und das Gutachten
erweisen sich grundsätzlich als beweistau
glich
.
Vorbehalten bleibt die Durchführung eines s
trukturierten Beweisverfahrens. Eine
Abweichung
gegen
über der von med.
pract
.
J._
und
Dr.
N._
attestierten Arbeits
fähigkeit ist dabei
entgegen der Beschwerdeführerin nicht per se
ausgeschlossen
(vgl. E. 5.2 hiervor).
6.
4
Med.
pract
.
J._
stellte als Befund
unter anderem einen
verminderten An
trieb
sowie
Flashbacks und Albträume
fest
.
Parameter
der funktionellen Leis
tungsfähigkeit
,
wie die Anpassung an Regeln und Routine und die Fähigkeit zur Planung und Strukturierung von Aufgaben
,
waren
gemäss dem RAD-Arzt
nicht
eingeschränkt
.
Ei
nzig die Durchhaltefähigkeit und die Selbstbehaup
tungsfähig
keit
erwiesen sich
als
stark beziehungsweise
als
mittelgradig eingeschränkt (vor
stehend E. 4.1).
Dr.
N._
stellte ebenfalls
Einschränkungen der Durch
halte- und der Selbstbehauptungsfähigkeit
fest
, während die
Aufmerksamkeit während der
psychiatrischen
Untersuchung gut aufrechterhalten werden
konnte
(E. 4.9.2).
Trotz gewisser depressiver Symptome erweisen sich
diagnoserelevanten Befunde
gemäss dem
Bericht
von med.
pract
.
J._
und
dem
Gutachten von
Dr.
N._
a
ls
nur
geringfügig ausgeprägt. In dieses Bild passt, dass auch die Fachleute der
L._
im Verlaufsbericht vom 2
4.
Juni 2016
nach
dem
stationären Aufenthalt
lediglich
eine leichte depressive Episode
beziehungsweise eine
Dysthymia
diagnostizierten
(
Urk.
6/163/1.4 S. 1)
.
Zum Behandlung
s
- und Eingliederungserfolg
ist zu sagen, dass zum Zeitpunkt der Untersuchung durch med.
pract
.
J._
eine Therapiepause
bestand
.
Dabei
ist nicht auszuschliessen, dass die Beschwerdeführerin die Behandlung bei
Dr.
E._
erst
aufgrund der drohenden Aufhebung der
Invalidenrente
wiederauf
g
e
nommen hat (vgl. E. 4.3).
Vor diesem Hintergrund
leuchtet
die Einschätzung
durch den
RAD-Arzt
ein
,
dass
für den Fall der
Wiederaufnahme
der
therapeu
ti
schen Behandlung
mit einer weiteren Steigerung der Arbeitsfähigkeit gerechnet werden
könne
(vorstehend E. 4.1)
. Zu Gunsten der Beschwerdeführerin ist zu be
rücksichtigen, dass neben einer rezidivierenden depressiven Störung
eine nicht
organische
Störung des Schlaf-Wach-
Rhythmus
im Sinne einer Komorbidität
besteht, an der sie seit Jahren leidet
(E. 4.9.3).
Gemäss dem psychiatrischen Gutachten kann die Beschwerdeführerin auf meh
rere Ressourcen zurückgreifen. Sie befindet sich in einer stabilen Partnerschaft und ist Mitglied in einem Handballklub. Zudem kann sie Reisen unternehmen und es bestehen
regelmässige
Kontakt
e
zu ihrer Mutter und ihrer Schwester (vor
stehend E. 4.9.4).
Eine soziale Isolierung liegt jedenfalls nicht vor.
Die ge
schilderten Ressourcen und das intakte soziale Umfeld erlauben
eine
weitere Steigerung der Arbeitsfähigkeit
gegenüber der von med.
pract
.
J._
und
Dr.
N._
attestierten Arbeitsfähigkeit
.
Bei der Prüfung der Kategorie
«funkt
ioneller
Schweregrad
»
ist daher
gesamthaft
von einer nur leichten Ein
schränkung auszugehen.
Bei der Prüfung der Konsistenz ist
ebenfalls auf die Freizeitaktivitäten der Be
schwerdeführerin hinzuweisen, die gegen eine
massgebliche
Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit sprechen.
Die Therapiepause zum Zeitpunkt der Untersuchung durch med.
pract
.
J._
spricht
überdies
gegen einen erheblichen Leidens
druck. N
ach der Prüfung der Standardindikatoren ist von einer Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin und
von einer
weiteren Steigerung zu einer
uneingeschränkten
Arbeitsfähigkeit auszugehen.
Zur Beurteilung durch
Dr.
G._
vom 3
0.
September 2014 ist zu sagen, dass
er
die Beschwerde
füh
rerin anders als med.
pract
.
J._
nicht persönlich untersucht hat. Seine Einschätzung ist daher
-
wie auch die Beurteilung durch die behandelnde Psy
chiaterin
-
zurückhaltend zu bewerten.
Gestützt auf den Bericht von med.
pract
.
J._
und das Gutachten von
Dr.
N._
ist von einer massgeblichen Verbesserung des Gesundheits
zu
standes der Beschwerdeführerin im Vergleich
mit
dem Zeitpunkt der
Rentenzu
sprache
auszugehen.
Damals
bestand für jegliche Tätigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
.
Demgegenüber verrichtete
die
Beschwerdeführerin
zum Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 1
6.
August 2018 mit einem
Tei
lzeitpensum Büroarbeiten
. Ein Revisionsgrund nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG liegt damit vor, so dass die Verhältnisse umfassend geprüft werden können. Soweit die Beschwerdeführerin einen Revisionsgrund verneinte (
Urk.
1 S. 14
Ziff.
32), kann ihr nicht gefolgt werden. Entgegen den Vorbringen der Be
schwerdeführerin durfte im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens
nament
lich
aufgrund der nachgewiesenen zahlreichen Ressourcen und der Prüfung der Konsistenz von der im psychiatrischen Gutachten attestierten Arbeitsfähigkeit abgewichen werden.
6.
5
Zusammenfassend ergibt sich, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwer
deführerin verglichen mit den Verhältnissen zum Zeitpunkt der Verfügungen vom 1
3.
Dezember 2010 und vom
1.
Juni 2011 massgeblich verbessert haben. Weiter
kann ihr neu eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit zugemutet werden, womit sie ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen kann.
Die Beschwerdegegnerin hat einen Rentenanspruch für die Zukunft zu Recht verneint. Der angefochtene Entscheid erweist sich demzufolge als rechtens. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vorliegend sind die Kosten auf
Fr.
800.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.