Decision ID: a0f74232-6e95-51f0-a311-5fcc6961a095
Year: 2015
Language: de
Court: AR_KG
Chamber: AR_KG_999
Canton: AR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A. Übersicht
Die Krankenheim Sonnweid AG wurde am 19. November 1970 im Handelsregister des
Kantons Zürich eingetragen (act. 2/5) und am 8. Dezember 1998 im selben
Handelsregister die Stiftung Sonnweid (act. 2/10). Der Eintrag der C_ AG im
Handelsregister des Kantons Appenzell Ausserrhoden erfolgte am 23. September 2004.
Deren Präsident ist D_, Delegierter E_; Mitglieder sind F_, G_ und H_ (act.
2/15). Die Sonnweid AG gab am 1. April 2005 die 1. Ausgabe ihrer Newsletter-Zeitschrift
namens „Perspektiven“ heraus (act. 2/3). Die I_ Gruppe veröffentlichte im August 2005
die Ausgabe Nr. 1 ihres Informationsorgans lautend auf „Perspektive“ (act. 2/13). Am 21.
Dezember 2005 erfolgte der Eintrag der J_ Holding AG im Handelsregister des Kantons
Zürich (act. 2/12). Ebenfalls im genannten Handelsregister wurde am 22. Dezember 2010
die Sonnweid AG eingetragen (act. 2/2). Am 31. Januar 2013 wurde die Sonnweid
Speicher AG im Handelsregister des Kantons Appenzell Ausserrhoden eingetragen.
Deren Präsident ist D_ und Delegierter E_ (act. 2/1). Einem Online-Artikel des
St. Galler Tagblatts vom XX.XX.2013 ist zu entnehmen, dass die K_ Stiftung Herisau
an der „Sonnweid“-Halde in L_ drei Mehrfamilienhäuser mit 18 Alterswohnungen
erstelle und mit der Betriebsgesellschafts des C_ eine langjährige Partnerschaft
eingehe. In diesem Zeitungsbericht wurde, unter Berufung auf E_ ausgeführt, das
Betriebskonzept „Sonnweid“ entspreche jenem im „C_“ (act. 2/20). Die Sonnweid AG
und die Krankenheim Sonnweid AG forderten die Sonnweid Speicher AG mit Schreiben
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ihrer Rechtsvertreterin vom 26. November 2013 auf, die Firma löschen zu lassen (act.
2/23). Dies lehnte die Sonnweid Speicher AG ab (act. 2/24). Auf Gesuch der Sonnweid
AG wurde mit Wirkung ab 26. November 2013 „Sonnweid“ als Marke eintragen (act. 2/22).
B. Prozessgeschichte
Mit Klageschrift vom 28. Januar 2014 liessen die Klägerinnen 1 und 2 die vorliegende
Streitsache beim Obergericht Appenzell Ausserrhoden anhängig machen (act. 1). Mit
Verfügung des Obergerichtspräsidenten vom 29. Januar 2014 wurde den Parteien die
Zuweisung des Prozesses an die 2. Abteilung sowie die Leitung des Verfahrens durch
Obergerichtsvizepräsident Kobler mitgeteilt (act. 4). Mit Verfügung vom 3. Februar 2014
wurden die Klägerinnen 1 und 2 verpflichtet, innert 14 Tagen für die Gerichtskosten
solidarisch einen Vorschuss von CHF 2‘000.00 zu leisten (act. 5). Dem kam die Klägerin 1
fristgerecht nach (act. 6). Die Klageantwort der Sonnweid Speicher AG ging am 1. April
2014 beim Obergericht ein (act. 10). Die Verfahrensleitung gab den Parteien am 2. April
2014 bekannt, aus ihrer Sicht könne auf die Durchführung einer mündlichen Verhandlung
verzichtet und stattdessen ein zweiter Schriftenwechsel durchgeführt werden,
vorausgesetzt beide Parteien seien einverstanden (act. 12). RA BB_ erklärte daraufhin
Verzicht auf eine mündliche Verhandlung (act. 13), währenddem RA AA_ auf die
Parteivorträge gemäss Art. 228 ZPO verzichtete, aber noch nicht auf eine
Beweisabnahme vor dem Gesamtgericht gemäss Art. 231 ZPO und auf die
Schlussvorträge gemäss Art. 232 ZPO (act. 14). Die Replik der Klägerinnen 1 und 2 ging
am 1. Juli 2014 (act. 18), die Duplik der Beklagten am 26. August 2014 beim Obergericht
ein (act. 21). Eine Stellungnahme von RA AA_ datiert vom 24. September 2014 (act.
26). Auf entsprechende Aufforderung der Verfahrensleitung (act. 31) wurde die
Kostennote von RA AA_ am 16. Januar 2015 (act. 32, Posteingang) und diejenige von
RA BB_ am 10. Februar 2015 eingereicht (act. B 33, 34/1-2, Posteingang) ein. Die
Beratung der Streitsache fand am 24. März 2015 statt (act. 35). Auf die Ausführungen in
den vorstehend aufgeführten Eingaben kann verwiesen werden, soweit für die Beurteilung
erforderlich, wird darauf in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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Erwägungen
1. Prozessuales
1.1 Zuständigkeit des Obergerichts
Das Gericht prüft gestützt auf Art. 60 der Schweizerischen Zivilprozessordnung
(ZPO, SR 272) von Amtes wegen, ob die Prozessvoraussetzungen, aufgeführt in
Art. 59 Abs. 2 ZPO, erfüllt sind. Zur Prozessvoraussetzung der örtlichen und
sachlichen Zuständigkeit des Gerichts sind einige Ausführungen zu machen. Soweit
die ZPO nichts anderes vorsieht, ist für eine Klage gegen eine juristische Person
das Gericht an deren Sitz zuständig (Art. 10 Abs. 1 lit. b ZPO). Dasselbe ergibt sich
aus Art. 36 ZPO, welcher auch die Haftung aus Unterlassen umfasst (vgl. Hempel,
in: Basler Kommentar, Schweiz. Zivilprozessordnung, 2. Aufl., N. 6 zu Art. 36). Die
Beklagte hat ihren Sitz in L_ AR (act. 2/1), weshalb die örtliche Zuständigkeit des
angerufenen Gerichtes gegeben ist.
Bei der Prüfung der sachlichen Zuständigkeit ist zu beachten, dass die vorliegende
Klage laut Klageschrift (act. 1) auf Firmenrecht und unlauterem Wettbewerb basiert.
Art. 5 Abs. 1 ZPO führt die Streitigkeiten auf, für welche das kantonale Recht das
Gericht bezeichnet, welches als einzige kantonale Instanz zuständig ist. Im Kanton
Appenzell Ausserrhoden ist diese einzige kantonale Instanz im Sinne von Art. 5
ZPO gestützt auf Art. 24 lit. a Justizgesetz (JG, bGS 145.31) das Obergericht. Art. 5
lit. c ZPO erwähnt Streitigkeiten über den Gebrauch einer Firma. Darunter fallen
ausschliesslich die Klagen gemäss Art. 956 Abs. 2 OR (Unterlassungsklagen und
Klage auf Schadenersatz; vgl. Vock/Nater, in: Basler Kommentar, Schweiz.
Zivilprozessordnung, 2. Aufl., N. 7 zu Art. 5). Sodann werden in Art. 5 lit. d ZPO
Streitigkeiten nach dem Bundesgesetz vom 19.12.1986 über den unlauteren
Wettbewerb, sofern der Streitwert mehr als 30‘000 Franken beträgt oder sofern der
Bund sein Klagerecht ausübt, aufgeführt (vgl. Vock/Nater, a.a.O., N. 9 zu Art. 5).
Dieser Streitwert ist vorliegend zweifellos gegeben (siehe nachfolgende Erw. 1.3.).
Das Obergericht ist daher sowohl örtlich als auch sachlich zur Behandlung der
vorliegenden Klage zuständig.
1.2 Streitgenossenschaft
Die Klägerinnen 1 und 2 sind der Ansicht, die Voraussetzungen nach Art. 71 ZPO
für die Zulässigkeit der Streitgenossenschaft seien erfüllt.
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Zur einfachen Streitgenossenschaft hält Art. 71 Abs. 1 ZPO fest: Sollen Rechte und
Pflichten beurteilt werden, die auf gleichartigen Tatsachen oder Rechtsgründen
beruhen, so können mehrere Personen gemeinsam klagen oder beklagt werden.
Diese Voraussetzungen sind aufgrund der Ausführungen in der Klageschrift
zweifellos erfüllt, da die Klage bezüglich beider Klägerinnen mit gleichartigen
Tatsachenbehauptungen und gleichartigen rechtlichen Vorbringen begründet wird.
Zudem ist, wie in Art. 71 Abs. 2 ZPO vorausgesetzt, sowohl für die Klage der
Klägerin 1 als auch diejenige der Klägerin 2 die gleiche Verfahrensart anwendbar.
Bei den Klägerinnen 1 und 2 handelt es sich demzufolge um eine einfache
Streitgenossenschaft.
1.3 Streitwert
Die Klägerinnen 1 und 2 lassen vorbringen, der Streitwert für die Klage der Klägerin
1 und für diejenige der Klägerin 2 betrage je rund CHF 70‘000.00. Bei einer
einfachen Streitgenossenschaft würden gemäss Art. 93 Abs. 1 ZPO die geltend
gemachten Ansprüche zusammengerechnet, sofern sie sich nicht gegenseitig
ausschliessen würden. Im vorliegenden Fall würden zwar die Ansprüche der
Klägerinnen 1 und 2 nebeneinander bestehen. Im Ergebnis werde jedoch nur eine
Leistung geltend gemacht. Entsprechend seien die Streitwerte nicht
zusammenzurechnen, so dass der Streitwert rund CHF 70‘000.00 betrage.
Lautet das Rechtsbegehren nicht auf eine bestimmte Geldsumme, so setzt das
Gericht den Streitwert fest, sofern sich die Parteien darüber nicht einigen oder ihre
Angaben offensichtlich unrichtig sind (Art. 91 Abs. 2 ZPO). Vorliegend sind ein
Löschungs- sowie eventualiter ein Unterlassungsbegehren zu beurteilen. Gemäss
Art. 93 Abs. 1 ZPO werden bei einfacher Streitgenossenschaft die geltend
gemachten Ansprüche zusammengerechnet, sofern sie sich nicht gegenseitig
ausschliessen. Der 2. Satzteil von Art. 93 Abs. 1 ZPO ist in casu anwendbar: Da
sich die Ansprüche der Klägerinnen 1 und 2 gegenseitig ausschliessen bzw.
ausdrücklich nur eine Leistung verlangt wird, werden die Streitwerte nicht
zusammengerechnet.
Der Streitwert in Fällen wie dem vorliegenden, welcher sich auf Firmenrecht und
UWG abstützt, ist nicht leicht bestimmbar. Das Bundesgericht äussert sich dazu in
seinem Urteil 4C.206/1999 vom 14. März 2000 E. 1 wie folgt: „Die Klägerinnen
verlangen gestützt auf Firmenrecht, Wettbewerbsrecht und Namensrecht die
Entfernung eines Bestandteils aus der Firma der Beklagten. Dabei handelt es sich
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um eine vermögensrechtliche Streitigkeit (vgl. Art. 45 OG). Da in der Praxis
regelmässig sogar für "alltägliche Dutzend-Schutzrechte" der Streitwert auf Fr.
50'000.-- bis Fr. 100'000.-- geschätzt wird (David, Schweizerisches Immaterialgüter-
und Wettbewerbsrecht, Bd. I/2, 2. Aufl. 1998, S. 29, vgl. auch Hilty, Bd. III S. 324),
ist der erforderliche Streitwert erreicht und auf die Klage einzutreten.“ Diesen
„Streitwertrahmen“ hat das Bundesgericht, im Bereich Markenrecht, in BGE 133 III
490 E. 3.3 bestätigt. Vor dem Hintergrund dieser Rechtsprechung besteht kein
Anlass, nicht auf die Angaben der Klägerinnen 1 und 2, welche sich innerhalb der
von der Rechtsprechung herausgebildeten Bandbreite bewegen, abzustellen. Dies
umso mehr, als sich die Beklagte dazu nicht geäussert hat. Somit beläuft sich der
Streitwert vorliegend auf CHF 70'000.00.
1.4 Zulässigkeit der Rechtsbegehren der Klägerinnen 1 und 2 / Eintreten
Die im Handelsregister eingetragene und im Schweizerischen Handelsamtsblatt
veröffentlichte Firma einer Handelsgesellschaft steht dem Berechtigten zu
ausschliesslichem Gebrauche zu (Art. 956 Abs. 1 OR). Wer durch den unbefugten
Gebrauch einer Firma beeinträchtigt wird, kann auf Unterlassung der weitern
Führung der Firma und bei Verschulden auf Schadenersatz klagen (Art. 956 Abs. 2
OR). Die Klage geht auf Unterlassung der weiteren Führung der Firma und setzt
voraus, dass der Berechtigte die objektive Beeinträchtigung durch unbefugten
Firmengebrauch nachweist. Ein Verschulden seitens des Verletzers ist nicht
erforderlich (BGE 73 II 74). Das Urteil lautet auf Unterlassen des zukünftigen
Verhaltens, falls der unbefugte Firmengebrauch nachgewiesen ist. Dazu gehört
auch die Beseitigung der Störung (Altenpohl, in: Basler Kommentar,
Obligationenrecht II, 4. Aufl., N. 11 zu Art. 956).
Die Klägerinnen 1 und 2 verlangen im Hauptbegehren Ziff. 1 die Löschung des
Firmenbestandteils „Sonnweid“ im Handelsregister und im Eventualbegehren Ziff. 2
das Verbot der Führung der Firma „Sonnweid Speicher AG“.
Ein firmenrechtlicher Anspruch gemäss Art. 956 Abs. 2 OR besteht nur
dahingehend, dass dem Verletzer die weitere Führung der bestehenden Firma
untersagt werden kann. Bezüglich der verlangten Löschung des Firmenbestandteils
„Sonnweid“ ist zu beachten, dass eine originelle Firma bzw. ein origineller
Firmenbestandteil aufgrund der ihr zu Grunde liegenden schöpferischen Leistung
eine gewisse Monopolisierungskraft geniessen soll. Dieses individuelle Interesse
eines Firmeninhabers darf indes nicht übermässig sein, ist doch daneben auch
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demjenigen der Öffentlichkeit daran, dass eine Firma den Verkehr nicht durch eine
Monopolstellung übermässig beschränken soll, Rechnung zu tragen (Urteil des
Handelsgerichts Zürich vom 14. Juni 2012, HG110060-O E. 4.4). Daraus folgt, dass
auf das Rechtsbegehren Ziff. 1 nicht eingetreten werden kann, ansonsten eine
unzulässige Monopolisierung des Firmenbestandteils „Sonnweid“ vorliegen würde.
Zum selben Schluss kommt man auch aus folgendem Grund: Das Rechtsbegehren
muss so bestimmt sein, dass es bei Gutheissung der Klage zum Dispositiv des
Urteils gemacht und ohne weitere Verdeutlichung vollstreckt werden kann
(Leuenberger, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur
Schweiz. Zivilprozessordnung (ZPO), 2. Aufl., N. 28 und 40 zu Art. 221; Kilias, in:
Berner Kommentar, Schweiz. Zivilprozessordnung, Bd. II, N. 8 ff. zu Art. 221).
Würde man, wie von den Klägerinnen 1 und 2 beantragt, dem Begehren auf
Löschung des Firmenbestandteils „Sonnweid“ stattgeben, würde die Firma der
Beklagten „Speicher AG“ lauten. Es ist aber unzulässig, wenn geografische
Bezeichnungen den alleinigen Firmenbestandteil darstellen (Altenpohl, a.a.O., N. 21
zu Art. 944). Dies deshalb, weil sie nicht individualisierend, idR aber
monopolisierend wirken (Oertli, in: Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, 1.
Aufl. 2007, N. 29 zu Art. 944 OR). Folglich könnte bei Gutheissung der Klage die
Löschung des Wortes „Sonnweid“ im Firmennamen Sonnweid Speicher AG nicht
zum Urteilsdispositiv gemacht werden. Aufgrund des Gesagten kann auf Ziff. 1 des
Rechtsbegehrens der Klägerinnen 1 und 2 nicht eingetreten werden. Hingegen ist
Ziff. 2 ihres Rechtsbegehrens, nämlich das beantragte Verbot an die Adresse der
Beklagten, ihre Firma Sonnweid Speicher AG weiter zu führen, ohne weiteres
zulässig und wird daher nachfolgend beurteilt.
2. Materielles
Firmenschutz (Art. 956 OR)
2.1 Rechtsgrundlage
Die im Handelsregister eingetragene und im Schweizerischen Handelsamtsblatt
veröffentlichte Firma einer Handelsgesellschaft steht dem Berechtigten zu
ausschliesslichem Gebrauche zu (Art. 956 Abs. 1 OR). Wer durch den unbefugten
Gebrauch einer Firma beeinträchtigt wird, kann auf Unterlassung der weitern
Führung der Firma und bei Verschulden auf Schadenersatz klagen (Art. 956 Abs. 2
OR).
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2.2 Alterspriorität
Die Klägerinnen 1 und 2 lassen darauf hinweisen, dass sie 2 bzw. 43 Jahre vor der
Beklagten im Handelsregister eingetragen worden seien.
Die Firma einer Aktiengesellschaft muss sich von allen in der Schweiz bereits
eingetragenen Firmen von Gesellschaften in der Rechtsform der AG, der GmbH und
der Genossenschaft deutlich unterscheiden (Art. 951 Abs. 2 OR), ansonsten der
Inhaber der älteren Firma wegen Verwechslungsgefahr auf Unterlassung des
Gebrauchs der jüngeren Firma klagen kann (Urteil des Bundesgerichts 4A_45/2012
vom 12. Juli 2012 E. 3.2.2). Das Recht zum ausschliesslichen Gebrauch einer Firma
schliesst an die Priorität der Eintragung im schweizerischen Handelsregister an
(Urteil des Handelsgerichts Zürich vom 25. Mai 2013, HG120246 E. 4.2.3.2). Die
Klägerin 1 wurde 2010, die Klägerin 2 1970 und die Beklagte 2013 im
Handelsregister eingetragen. Folglich haben sowohl die Klägerin 1 als auch die
Klägerin 2 gegenüber der Beklagten im Kollisionsfall Vorrang.
2.3 „Sonnweid“ als Fantasiebezeichnung
Die Klägerinnen 1 und 2 lassen vorbringen, „Sonnweid“ sei eine originäre
Phantasiebezeichnung und damit ein kennzeichnungsstarker Firmenbestandteil. Der
von den Klägerinnen 1 und 2 gewählte Begriff „Sonnweid“ sei keine geographische
Bezeichnung am Sitz der Klägerinnen 1 und 2. Bei „Sonnweid“ handle es sich auch
nicht um ein Wort des sprachlichen Gemeingebrauchs. „Sonnweid“ als Gemeingut
hätte nicht als Marke eingetragen werden können.
Die Beklagte lässt einwenden, geographische Bezeichnungen seien schwache
Bestandteile. „Sonnweid“ finde sich in der Schweiz relativ häufig für die
Bezeichnungen von Ortschaften, Weilern, Fluren oder Strassenbezeichnungen.
„Sonnweid“ sei als geographische Bezeichnung ein schwaches Kennzeichen. Der
Gebrauch einer Ortsbezeichnung könne keinem Firmeninhaber verwehrt werden.
„Sonnweid“ gehöre zum Gemeingut und sei entsprechend ein schwaches
Kennzeichnen. Die Registrierung als Marke ändert nichts an der Qualifikation aus
Firmenrecht.
Nach der Rechtsprechung ist die Unterscheidbarkeit differenziert zu beurteilen, je
nachdem, ob eine Firma aus Personen-, Sach- oder Fantasiebezeichnungen
gebildet ist. Besonders strenge Massstäbe sind bei reinen Fantasiebezeichnungen
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anzulegen, die in der Regel stark prägende Kraft besitzen. Umgekehrt verhält es
sich bei Firmen, die Sachbezeichnungen als wesentliche Bestandteile enthalten.
Reinen Sachbezeichnungen, welche dem sprachlichen Gemeingut zu belassen
sind, wird allgemein geringe Kennzeichnungskraft zuerkannt. Sie gelten als so
genannt schwache Firmenbestandteile. Kennzeichnungsschwach sind auch
Firmenbestandteile, die sich aus Sach- und Gattungsbegriffen zusammensetzen
und Gedankenassoziationen zu Art und Tätigkeit eines Unternehmens wecken
(BGE 118 II 324 f.). Schwache Firmenbestandteile bleiben zwar firmenrechtlich nicht
ungeschützt. Allerdings sind die Anforderungen an die Unterscheidbarkeit hier
weniger hoch anzusetzen (BGE 122 III 370 f.; Urteil des Handelsgerichts Zürich vom
3. November 2003, in: ZR 103 (2004) S. 187; vgl. auch Urteil des Handelsgerichts
Zürich vom 25. Mai 2013, HG120246 E. 4.2.3.3.1).
Im vorstehend zitierten Entscheid des Handelsgerichts Zürich vom 3. November
2003 war unter anderem das im Firmennamen vorkommende und am Satzanfang
stehende Wort „Metro“ zu beurteilen. Das Handelsgericht führte in jenem Entscheid
aus, inzwischen werde „Metro“ allgemein als Synonym für Untergrundbahn
verwendet. Insofern könnte das Wort „Metro“ eine Sachbezeichnung sein. Allein im
vorliegenden Fall sei es das nicht, weil es auch mit diesem Sinn nichts mit dem
Tätigkeitsbereich der Klägerinnen (Anmerkung der Gerichtsschreiberin: Tätigkeiten
im Finanz- und Rechnungswesen) zu tun habe. In den Firmen der Klägerinnen
werde „Metro“ losgelöst von seiner allgemein üblichen Bedeutung verwendet und
erhalte so die Funktion einer Phantasiebezeichnung (Urteil des Handelsgerichts
Zürich vom 3. November 2003, in: ZR 103 (2004) S. 188).
Die Gesellschaft der Klägerin 1 bezweckt die Führung von Heimen und bietet
differenzierte, geeignete Wohn- und Betreuungsformen für Menschen mit
besonderen Bedürfnissen sowie dementiellen Erkrankungen. Sie betreibt
Schulungen, Coaching und Beratungen in diesen Bereichen (act. 2/2). Der Zweck
der Klägerin 2 lautet wie folgt: Menschen, die an dementiellen Erkrankungen leiden,
ihren Bedürfnissen entsprechende, differenzierte und geeignete Wohn- und
Betreuungsformen zu bieten, führt deshalb Heime für Demente und beschäftigt
Personal, Schulung und Beratung in anderen Institutionen und von Einzelpersonen
(act. 2/5). Das Obergericht stellt somit fest, dass „Sonnweid“ nichts mit der Tätigkeit
der Klägerinnen 1 und 2 zu tun hat. Denn man denkt nicht unwillkürlich an Heime für
Menschen mit Demenz, wenn man „Sonnweid“ hört. Bekräftigt wird dies unter
anderem im Urteil des Bundesgerichts 4A_45/2012 vom 12. Juli 2012 E. 3.3.1. In
jenem Fall begannen die streitigen Firmen beide mit „Keytrade“. Das Bundesgericht
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kam zum Schluss, dass die Kombination „Keytrade“, die klagende Firma betrieb
Handel mit Rohstoffen, keinen unmittelbaren Schluss auf die Geschäftstätigkeit der
Beschwerdegegnerin oder ihre Produkte zulasse und daher nicht als reine
Sachbezeichnung zu betrachten sei, der jede Kennzeichnungskraft abgehe. Noch
viel weniger ist dies vorliegend der Fall, wo der Zusammenhang zwischen
„Sonnweid“ und Heimen für Demente nicht im Geringsten offensichtlich ist.
Zu prüfen ist weiter, ob es sich bei „Sonnweid“ um eine geographische Bezeichnung
und damit einen kennzeichnungsschwachen Bestandteil handelt, da es unstrittig in
der Schweiz zahlreiche Ortschaften, Weiler, Flure oder Strassenbezeichnungen
dieses Namens gibt. Zu erwähnen ist, dass bei beiden Klägerinnen die
Firmenadresse auf „M_“ in N_ lautet, sie also nicht an einer Adresse, welches
das Wort „Sonnweid“ enthält, ihren Sitz haben. Nach Meinung des Obergerichts
kann „Sonnweid“ vom Publikum ebenso gut als nicht-geographische Bezeichnung
wahrgenommen werden, nämlich als Fantasiewort ohne irgendwelchen konkreten
geographischen Bezug zur Umgebung. So weckt das Wort „Sonnweid“ im
Firmennamen der Klägerinnen 1 und 2 einen allgemeinen assoziativen Bezug etwa
zu „ländlich“, „sonnig“, weist den Leser, die Leserin, jedoch nicht unmittelbar und
zwingend daraufhin, dass sich die Institutionen der Klägerinnen 1 und 2 tatsächlich
in einem Weiler oder an einer Strasse namens „Sonnweid“ befinden. Das
Obergericht gelangt deshalb zum Schluss, dass es sich bei „Sonnweid“ um eine
Fantasiebezeichnung und damit um einen kennzeichnungsstarken
Firmenbestandteil handelt.
Wie in nachfolgender E. 2.6 zu zeigen sein wird, müsste selbst dann, wenn es sich
bei „Sonnweid“ um einen kennzeichnungsschwachen Firmenbestandteil handeln
würde, eine genügend grosse Abhebung der jüngeren gegenüber den beiden
älteren Firmen erfolgen. Ob der Bestandteil „Speicher“ in diesem Fall ausreichen
würde, wird zu klären sein.
2.4 Verkehrsdurchsetzung
Die Klägerinnen 1 und 2 lassen ausführen, das Zeichen „Sonnweid“ habe sich seit
seinem erstmaligen Gebrauch durch die Klägerin 2 im Jahre 1970 für die
Klägerinnen 1 und 2 im Verkehr durchgesetzt. Deshalb handle es sich mittlerweile
längstens um ein unterscheidungskräftiges Zeichen.
Die Beklagte lässt entgegnen, eine bloss lokale Durchsetzung genüge nicht. Die
Durchsetzung müsse in der ganzen Schweiz erfolgt sein. Die von den Klägerinnen 1
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und 2 behauptete Verkehrsdurchsetzung werde bestritten. Insbesondere bezüglich
der Klägerin 1, die erst 2010 ins Handelsregister eingetragen worden sei. Alleine
langer Gebrauch genüge nicht für die Durchsetzung. Die Durchsetzung setze ein
bestimmtes Verständnis des Publikums hinsichtlich der Bedeutung des Zeichens
voraus. Eine Verbindung zwischen „Sonnweid“ und der von den Klägerinnen 1 und
2 angebotenen Pflege und Betreuung von demenzkranken Menschen sei nicht
genügend nachgewiesen.
Die Klägerinnen 1 und 2 begründen ihre Rechtsbegehren mit Firmen- und
Namensrecht. Neben dem spezifisch firmenrechtlichen Schutz, der unter den
eingeschränkten Bedingungen von Art. 956 OR gewährt wird, bestehen allenfalls
weitere Rechtsbehelfe, namentlich die Berufung auf den Persönlichkeitsschutz (Art.
28 ZGB), den Namensschutz (Art. 29 ZGB), den Markenschutz (vermehrt aktuell
unter dem stark erweiterten Schutzbereich des neuen MSchG) sowie auf den
Schutz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG). Diese Rechtsbehelfe können auch
bei Anwendbarkeit des spezifischen Firmenschutzes gem. Art 956 OR angerufen
werden. Häufig werden diese Rechtsbehelfe dann ergriffen, wenn das Firmenrecht
keinen Schutz gewährt (Altenpohl, a.a.O., N. 16 zu Art. 956). Über den gesetzlichen
Rechtserwerb hinaus lassen sich Namensrechte durch rechtserzeugenden
Namensgebrauch begründen. Dies geschieht durch namensmässige (nicht bloss
interne) Ingebrauchnahme eines von Haus aus unterscheidungskräftigen Zeichens,
oder bei Fehlen solcher Unterscheidungskraft durch einen ständigen und
unbestrittenen Zeichengebrauch (Urteil des Bundesgerichts 4C.143/2006 vom
27. September 2006 E. 3.1 – pédicure; BGE 92 II 310 = Pra 1967, 205 – Sheila),
der zu einer Verkehrsdurchsetzung führt (Bühler, in: Basler Kommentar,
Zivilgesetzbuch I, 5. Aufl., N. 16 zu Art. 29). Schwache Zeichen können durch
Verkehrsdurchsetzung zu starken werden (Urteil des Handelsgerichts Zürich vom 8.
Juli 2014, HG140010 E. 7.2.1.2.3.1). Ein Zeichen hat sich im Verkehr durchgesetzt,
wenn es von einem erheblichen Teil der Adressaten der betreffenden Waren oder
Dienstleistungen im Wirtschaftsverkehr als individualisierender Hinweis auf ein
bestimmtes Unternehmen verstanden wird (Urteil des Bundesgerichts vom 27. Juni
2014, in: sic! 2014 S. 630). Die Frage, ob sich, wie von den Klägerinnen 1 und 2
behauptet, das Zeichen „Sonnweid“ im Verkehr durchgesetzt hat, kann vorliegend
offenbleiben. Wie in nachfolgender Erw. 2.6 zu zeigen sein wird, ist nach Ansicht
des Obergerichts gestützt auf Firmenrecht eine Verwechslungsfahr zwischen den
Firmen der Klägerinnen 1 und 2 einerseits sowie der Firma der Beklagten
andererseits gegeben. Dementsprechend dringen die Klägerinnen 1 und 2 mit Ziff. 2
ihres Rechtsbegehrens durch, so dass sich die Frage nach dem Namensschutz
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gemäss Art. 29 Abs. 2 ZGB aufgrund einer Verkehrsdurchsetzung des Zeichens
„Sonnweid“ nicht stellt.
2.5 Besondere Rücksichtnahme bei Firmenwahl (Sitz am gleichen Ort, Wettbe werb)
Die Klägerinnen 1 und 2 lassen geltend machen, die Beklagte biete sich auch zur
Betreuung von Dementen und zur Pflege an. Den Bewohnern der Sonnweid-
Wohnungen in L_ würden die gleichen Dienstleistungen wie im C_ AG zur
Verfügung stehen. Eine Tätigkeit in der gleichen Branche oder als Konkurrentin sei
aber nicht erforderlich.
Die Beklagte lässt darauf hinweisen, dass die Klägerinnen 1 und 2 und die Beklagte
ihr rechtliches Domizil an zwei völlig verschiedenen Orten hätten. Für die deutliche
Unterscheidbarkeit von Firmen sei massgebend, ob diese den Gesellschaftssitz am
gleichen Ort hätten. Auch würden sich die Parteien in keinem
Wettbewerbsverhältnis befinden, weil die Beklagte ein völlig anderes
Kundensegment anspreche. Die Klägerinnen 1 und 2 würden sich an demente
Menschen wenden. Die Beklagte hingegen sei kein Alters- oder Pflegeheim und
biete keine Behandlung von Dementen, sondern nur Wohnmöglichkeiten im Alter
an. Sämtliche diesbezüglichen Ausführungen der Klägerinnen 1 und 2 würden sich
auf die C_ AG beziehen.
Besondere Rücksichtnahme bei der Firmenwahl ist geboten, wenn zwei
Unternehmen ihren Sitz am gleichen Ort haben (BGE 88 II 176 E. 4; BGE 95 II 456
E. 2), miteinander im Wettbewerb stehen oder sich aus anderen Gründen an die
gleichen Kreise wenden, denn solche Umstände erhöhen die Gefahr von
Verwechslungen zusätzlich (Hilti, a.a.O., S. 85; Altenpohl, a.a.O., N. 11 zu Art.
951OR; Entscheid des Bundesgerichts vom 16. Juli 2002, in: sic! 2/2003 S. 142;
Urteil des Bundesgerichts 4C.199/2003 vom 20. Oktober 2003 E. 2.3. m.w.H:
Euregio Immobilien Treuhand AG vs. Euregio Bodensee Immobilien AG; BGE 97 II
234 E. 1: Intershop Holding AG vs. Interstop AG). Bei der Frage, ob sie den
gleichen Zweck verfolgen, sind auch allfällige künftige Entwicklungsmöglichkeiten zu
berücksichtigen (BGE 88 II 295 ff.). Die Anwendung eines eigentlichen
Branchensystems lehnt das Bundesgericht jedoch in ständiger Rechtsprechung ab
(Entscheid des Bundesgerichts vom 14. März 2000, in: sic! 5/2000, 400 f.; BGE 100
II 226; BGE 97 II 236 f.; Urteil des Handelsgerichts Zürich vom 8. Juli 2014, HG
140010 E. 7.2.1.2.3.1). Das Bundesgericht schützt in ständiger Rechtsprechung
Firmen auch gegenüber Unternehmen, die in einer anderen Geschäftsbranche tätig
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sind. Allerdings sind die Anforderungen an die Unterscheidbarkeit der Firmen
strenger, wenn zwei Unternehmen aufgrund der statutarischen Bestimmungen im
Wettbewerb stehen können oder sich aus einem anderen Grund an die gleichen
Kundenkreise wenden (Urteile des Bundesgerichts 4A_45/2012 vom 12. Juli 2012
E. 3.2.2 sowie 4C.310/2006 vom 28. November 2006 E. 2.1).
Die Gesellschaft der Klägerin 1 bezweckt die Führung von Heimen und bietet
differenzierte, geeignete Wohn- und Betreuungsformen für Menschen mit
besonderen Bedürfnissen sowie dementiellen Erkrankungen. Sie betreibt
Schulungen, Coaching und Beratungen in diesen Bereichen (act. 2/2). Die
Gesellschaft der Klägerin 2 bezweckt: Menschen, die an dementiellen Erkrankungen
leiden, ihren Bedürfnissen entsprechende, differenzierte und geeignete Wohn- und
Betreuungsformen zu bieten, führt deshalb Heime für Demente und beschäftigt
Person, Schulung und Beratung in anderen Institutionen und von Einzelpersonen
(act. 2/5). Die Beklagte bezweckt die Vermietung von Wohnungen, auch auf der
Basis eines Mietvertrages, mit oder ohne zusätzlichem Serviceangebot im Alters-,
Pflege- und Sozialbereich (act. 2/1).
Vergleicht man die verschiedenen Zwecke, welche die drei Parteien verfolgen, kann
ohne weiteres gesagt werden, dass sich die drei Firmen teilweise an denselben
Kundenkreis wenden und daher in gewissen Teilbereichen das Vorliegen eines
Wettbewerbsverhältnisses nicht ausgeschlossen werden kann. Wie nachfolgend
unter E. 2.6 zu zeigen sein wird, kann diese Frage jedoch offengelassen werden, da
das Obergericht auch unabhängig von einem allfälligen Wettbewerbsverhältnis
zwischen der Beklagten und den Klägerinnen 1 und 2 eine Verwechslungsgefahr
bejaht.
2.6 Verwechslungsgefahr
Die Klägerinnen 1 und 2 lassen erklären, die Verwechslungsgefahr sei erfüllt. Auch
bei der Sonnweid Speicher AG sei „Sonnweid“ der charakteristische
Firmenbestandteil. Durch einen kennzeichnungsschwachen Zusatz, wie z.B.
„Speicher“, werde die Firma nicht genügend unterscheidbar gemacht. Selbst wenn
„Sonnweid“ ein nicht kennzeichnungsstarkes Zeichen wäre, würde der Zusatz
Speicher nicht genügen. „Sonnweid“ sei der Haupt- und charakteristische
Firmenbestandteil. Es genüge eine mittelbare Verwechslungsgefahr. Es werde der
Eindruck erweckt, zwischen den Parteien bestehe eine Verbindung, weil beide das
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Wort „Sonnweid“ in ihren Firmen führen würden. Die Beklagte übersehe, dass sich
ihr Angebot nicht an das breite Publikum richte und daher auch kein schwacher
Zusatz für die Unterscheidbarkeit ausreiche.
Die Beklagte lässt betonen, es komme auf den Gesamteindruck an. Die Betonung
und Kadenz bei der Firma der Beklagten liege nicht auf dem ersten Element
„Sonnweid“, sondern auf dem zweiten Element „Speicher“. Die Unterscheidbarkeit
werde durch das Wort „Speicher“ vorgenommen. Dass „Speicher“ ebenfalls eine
geographische Bezeichnung darstelle, welcher eher geringe Unterscheidungskraft
zukomme, schade nicht. Solche Sitzbezeichnungen seien im Firmenrecht allgemein
üblich. Sämtliche von den Klägerinnen 1 und 2 gemachten Ausführungen, dass die
Beklagte Alters- und Pflegedienstleistungen in offenen und geschlossenen
Abteilungen erbringe, würden sich auf die C_ AG beziehen. „Sonnweid“ sei nicht
der charakteristische Firmenbestandteil der Beklagten. Es werde bestritten, dass
eine Verwechslungsgefahr zwischen den Firmen der Klägerinnen 1 und 2 und der
Beklagten bestehen solle. Es genüge ein verhältnismässig schwacher Zusatz, um
eine Verwechselbarkeit zu verneinen, denn es handelt sich bei der Vermietung von
Wohnungen um eine publikumsnahe Branche.
Die Firma einer Aktiengesellschaft muss sich von allen in der Schweiz bereits
eingetragenen Firmen von Gesellschaften in der Rechtsform der AG, der GmbH und
der Genossenschaft deutlich unterscheiden (Art. 951 Abs. 2 OR). Ob zwei Firmen
sich hinreichend deutlich unterscheiden, ist aufgrund des Gesamteindrucks zu
prüfen, den sie beim Publikum hinterlassen (Urteil des Bundesgerichts 4A_45/2012
vom 12. Juli 2012 E. 3.2.2). Das Gebot der deutlichen Unterscheidbarkeit bezweckt,
den Inhaber einer älteren Firma um seiner Persönlichkeit und seiner gesamten
Geschäftsinteressen willen vor Verletzung zu bewahren und das Publikum vor
Täuschung zu schützen. Der Besserberechtigte braucht sich deshalb nicht einmal
den durch Ähnlichkeit der späteren Firma hervorgerufenen Eindruck gefallen zu
lassen, er hätte zu diesem Unternehmen wirtschaftliche oder rechtliche
Beziehungen (Urteil des Handelsgerichts Zürich vom 25. Mai 2013, HG120246 E.
4.2.3.3.1; Urteil des Handelsgerichts Zürich vom 3. November 2003, in: ZR 103
(2004) S. 186). Eine Verwechslungsgefahr ist besonders klar indiziert, wenn die
jüngere Firma dieselben oder ähnliche stark prägende Firmenbestandteile enthält
wie die ältere, wobei die daraus resultierende fehlende deutliche Unterscheidbarkeit
nicht allein durch die Hinzufügung schwacher Elemente kompensiert werden kann.
Starke kennzeichnungskräftige Firmenbestandteile sind z. B. Fantasiewörter oder
nicht gebräuchliche Familien- und Eigennamen, kennzeichnungsschwache
Firmenbestandteile sind demgegenüber beispielsweise die Bezeichnung der
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Rechtsform, Worte des sprachlichen Gemeingebrauchs oder Hinweise auf den
geschäftlichen Tätigkeitsbereich (Urteil des Handelsgerichts Zürich vom 25. Mai
2013, HG 120246 E. 4.2.3.3.1). Ob zwei Firmen genügend unterscheidbar sind oder
ob Verwechslungsgefahr besteht, hängt in erster Linie von der Aufmerksamkeit ab,
die in den Kreisen üblich ist, mit denen die betreffenden Unternehmen geschäftlich
verkehren. Da das Erfordernis der genügenden Unterscheidbarkeit ganz allgemein
eine Täuschung des Publikums verhindern soll, ist auch dessen Eindruck in die
Würdigung mit einzubeziehen. Zum Publikum gehören neben den Geschäftskunden
auch Stellensuchende, Behörden und öffentliche Dienste (BGE 118 II 323 f.; zum
Ganzen: Joller, Verwechslungsgefahr im Kennzeichenrecht, Diss. St. Gallen 2000,
S. 261 ff.; Urteil des Handelsgerichts Zürich vom 25. Mai 2013, HG 120246 E.
4.2.3.3.1)
Die Klägerinnen 1 und 2 sind einer gesonderten Betrachtung zu unterziehen:
Sonnweid AG - Klägerin 1
Vorab ist daran zu erinnern, dass das Obergericht in vorstehender E. 2.3 dargelegt
hat, dass es sich beim Firmenbestandteil „Sonnweid“ um ein Fantasiewort und
damit um einen kennzeichnungsstarken Bestandteil handelt. Sowohl bei der
Klägerin 1 als auch bei der Beklagten ist der Bestandteil „Sonnweid“ in deren
Firmennamen enthalten und bei beiden steht dieses Wort am Anfang des
Firmennamens. Bezüglich letzterem ist darauf hinzuweisen, dass sich in der Praxis
als besonders einprägsam der Anfang der Firmenbezeichnung erwiesen hat,
während die Begriffe am Ende der Firmenbezeichnung nur noch eine geschwächte
Aufmerksamkeit geniessen (Urteil des Handelsgerichts Zürich vom 8. Juli 2014, HG
140010 E. 7.2.1.2.3.1; Urteil des Bundesgerichts 4C.199/2003 vom 20. Oktober
2003 E. 2.4). Angesichts dessen erweist sich die, im Übrigen nicht nachvollziehbare
Behauptung der Beklagten, die Betonung liege nicht auf dem ersten Wort
„Sonnweid“, sondern auf „Speicher“, als haltlos. Dass sich die jüngere Firma
Sonnweid Speicher AG zu wenig deutlich von der älteren Firma Sonnweid AG
abhebt, ist aufgrund dieser Konstellation offensichtlich. Liegt, wie hier, ein mit
prägender Kraft versehener Begriff vor, so reichen zusätzliche schwache Elemente
nicht aus, sondern es sind der jüngeren Firma andere starke oder noch stärkere
Elemente beizufügen (Urteil des Handelsgerichtes Zürich vom 3. November 2003,
in: ZR 103 (2004) S. 188). Aufgrund des Gesagten reicht es nach Ansicht des
Obergerichts daher nicht aus, dass die Beklagte dem am Anfang stehenden starken
Begriff „Sonnweid“ die Ortsbezeichnung „Speicher“ als schwachen Zusatz beigefügt
hat.
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Es stellt sich die Frage, ob zwischen Sonnweid AG und Sonnweid Speicher AG eine
unmittelbare oder eine bloss mittelbare Verwechslungsgefahr vorliegt. Die Gefahr
der Verwechslung besteht, wenn die Firma eines Unternehmens für die eines
anderen gehalten werden kann (unmittelbare Verwechslungsgefahr) oder wenn bei
Aussenstehenden der Eindruck entsteht, die Unternehmen seien wirtschaftlich oder
rechtlich verbunden (mittelbare Verwechslungsgefahr; Urteile des Bundesgerichts
4C.310/2006 vom 28. November 2006 E. 2.1 sowie 4C.403/2006 vom 6. Juni 2007
E. 3.1). Das Obergericht geht im vorliegenden Fall davon aus, dass zwischen der
Beklagten und der Klägerin 1 zumindest eine mittelbare Verwechslungsgefahr
vorliegt, da der prägende Bestandteil „Sonnweid“ mit dem Zusatz „Speicher“ den
Anschein erweckt, es handle sich bei der Beklagten um eine wirtschaftlich oder
rechtlich mit der Klägerin 1 verbundene Zweigniederlassung in L_ AR. Daran
ändert auch der Einwand der Beklagten nichts, sie bezwecke die Vermietung von
Wohnungen, sei also in einer publikumsnahen Branche tätig. Wie in vorstehender E.
2.5 angeführt, geniesst die zuerst eingetragene Firma Schutz nach Art. 956 Abs. 2
OR selbst dann, wenn die jüngere Firma in einem anderem Bereich tätig wäre; der
Schutz ist mithin branchenübergreifend. Zurückzuweisen ist zudem das Argument
der Beklagten, dass sie Wohnungen vermiete und deshalb in einer publikumsnahen
Branche tätig sei. Gemäss ihrer Zweckbestimmung bietet sie keine üblichen
Mietwohnungen an, sondern Alterswohnungen, für welche je nach Wunsch
Serviceangebote im Alters-, Pflege- und Sozialbereich der C_ AG genutzt werden
können. Damit rückt sie in die Nähe des Tätigkeitsbereiches der Klägerinnen 1 und
2. Weiter ist darauf hinzuweisen, dass auch die Tatsache, dass die Strasse in
Speicher, an der sich die Mietwohnungen befinden, „Sonnweid“ heisst (act. 2/21),
kein Recht der Beklagten auf schrankenlose Verwendung dieses Wortes in ihrem
Firmennamen begründet. Falls wegen des Namens der Örtlichkeit in Speicher bei
der Beklagten ein Bedürfnis besteht, „Sonnweid“ in ihren Firmennamen einzubauen,
ist ihr dies unbenommen. Dabei hat sie jedoch die von der Lehre und
Rechtsprechung entwickelten Grundsätze, wonach sich jüngere Firmen hinreichend
von der älteren Firma abheben müssen, zu beachten, was problemlos möglich ist.
Selbst wenn man die Ansicht des Obergerichts, dass „Sonnweid“ ein
kennzeichnungsstarker Bestandteil im Firmennamen der Klägerin 1 ist (vgl.
vorstehende Erw. 2.3), nicht teilen könnte, würde in casu eine Verwechslungsgefahr
vorliegen. Dies ergibt sich aus dem Urteil des Bundesgerichts 4C.199/2003 vom 20.
Oktober 2003 E. 2.3. Gemäss diesem Entscheid stehen auch Firmen, welche als
wesentliche Bestandteile nur gemeinfreie Sachbezeichnungen enthalten, unter dem
Seite 17
Schutz des Ausschliesslichkeitsanspruchs gemäss Art. 951 Abs. 2 und Art. 956 OR
(128 III 224 E. 2b S. 226 f.). Wer dieselben Sachbezeichnungen ebenfalls als
Firmenbestandteile verwendet, hat deshalb für eine hinreichend deutliche Abhebung
von der älteren Firma zu sorgen, indem er sie mit individualisierenden zusätzlichen
Elementen ergänzt (BGE 122 III 369 E. 1). Bereits ein verhältnismässig
kennzeichnungsschwacher Zusatz kann ausreichen, um genügend Abstand zu einer
älteren Firma zu schaffen (BGE 122 III 369 E. 1 S. 371). Der Zusatz „Bodensee“
schafft gegenüber der Firma „Euregio Immobilien-Treuhand AG“ keine hinreichend
deutliche Abhebung. Gestützt auf diese Rechtsprechung folgt klar, dass die
Ortsbezeichnung „Speicher“ im Namen der Beklagten als einziger Unterschied zum
Firmennamen der der Klägerin 1 für eine hinreichende Abgrenzung selbst dann
nicht ausreichen würde, wenn „Sonnweid“ als schwacher Begriff zu qualifizieren
wäre.
Krankenheim Sonnweid AG - Klägerin 2
Zwischen der Klägerin 2 und der Beklagten kann von vorneherein das Vorliegen
einer unmittelbaren Verwechslungsgefahr ausgeschlossen werden. Hingegen liegt
nach Ansicht des Obergerichts eine mittelbare Verwechslungsgefahr vor, indem
beide Klägerinnen sowie die Beklagte das Wort „Sonnweid“ in deren Firmennamen
aufführen. Diesbezüglich ist auf das Urteil des Bundesgerichts 4C.403/2006 vom
6. Juni 2007 E. 3.2 und 3.3 zu verweisen. Gemäss jenem Entscheid verwendeten
alle drei Parteien das Kürzel „Strabag“ in ihrem Namen. Das Bundesgericht kam
zum Schluss, die Verwendung des Kürzels „Strabag“ erwecke den Eindruck, die
Parteien seien miteinander wirtschaftlich verbunden, zumal die vorangestellten
Familiennamen ohne weiteres als solche erkennbar seien, was eine serienmässige
Verwendung von „Strabag“ nahelege. Die Tatsache, dass die Sonnweid Speicher
AG wie die Klägerinnen 1 und 2 den Begriff „Sonnweid“ verwendet, ist ebenfalls
dazu geeignet, beim Publikum den Eindruck einer serienmässigen Verwendung
dieses Begriffs und damit einer wirtschaftlichen Verbundenheit aller drei Firmen zu
erwecken. Die mittelbare Verwechslungsgefahr ist damit auch bezüglich der
Klägerin 2 gegeben.
2.7 Zwischenergebnis
Es wird festgehalten, dass die Beklagte zwischen ihrem Firmennamen und
denjenigen der Klägerinnen 1 und 2 eine Verwechslungsgefahr geschaffen hat und
dadurch ein unbefugter Gebrauch durch die Beklagte vorliegt. Die Klägerinnen 1
und 2 haben gestützt auf Art. 956 Abs. 2 OR einen Anspruch auf das Verbot der
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Führung der Firma Sonnweid Speicher AG durch die Beklagte. Antragsgemäss ist
das Verbot mit einer Strafandrohung nach Art. 292 StGB für den Fall des
Ungehorsams zu verbinden.
2.8 Frist für Löschung bzw. Änderung der Firma der Beklagten
Wie in vorstehender Erw. 2.7 ausgeführt, ist es der Beklagten zu untersagen,
weiterhin die Firma Sonnweid Speicher AG zu führen. Die Beklagte hat somit ihre
Firma im Handelsregister zu löschen bzw. den Firmennamen abzuändern. Die
klägerischen Rechtsbegehren enthalten keine Frist dafür. Das Gericht kann
vernünftiger Weise ohnehin keine Handlungen oder Unterlassungen vorschreiben,
deren Erfüllung den Parteien tatsächlich gar nicht bzw. vorliegend nicht per sofort
möglich ist. In Anbetracht des Umstands, dass die Beklagte unter anderem ihre
Statuten ändern und einen Änderungsantrag beim Handelsregister einreichen muss,
um dem Verbot gerecht werden zu können, und die Behandlung des Antrags sowie
die Veröffentlichung der Mutation erfahrungsgemäss eine gewisse Zeit in Anspruch
nimmt, ist das Verbot der Weiterführung der Firma „Sonnweid Speicher AG“ erst mit
Wirkung ab dem 31. Tag nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils
anzuordnen (Urteil des Handelsgerichts Zürich vom 14. Juni 2012, HG110060-O E.
4.4; vgl. auch Urteil des Handelsgerichts Zürich vom 25. Mai 2013, HG120246 E.
2.4). Den dortigen Erwägungen ist uneingeschränkt zuzustimmen und daher der
Beklagten eine Frist von 30 Tagen einzuräumen, um die erforderlichen
administrativen Arbeiten für eine Firmenlöschung bzw. –änderung an die Hand zu
nehmen.
2.9 Schlussergebnis
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass Ziff. 2 der klägerischen Rechtsbegehren
teilweise gutzuheissen ist. Der Beklagten wird demnach verboten, ab dem 31. Tag
nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils die Firma „Sonnweid Speicher AG“ zu
führen, unter Androhung der Bestrafung ihrer Organe mit Busse wegen Verstosses
gegen Art. 292 StGB im Falle der Zuwiderhandlung.
3. Prozesskosten
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3.1 Gerichtskosten
Die Prozesskosten werden der unterliegenden Partei auferlegt (Art. 106 Abs. 1
ZPO). Die Prozesskosten beinhalten sowohl die Gerichtskosten wie auch die
Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1 ZPO). Ausgangsgemäss hat die im
Wesentlichen unterliegende Beklagte die Gerichtskosten zu bezahlen, unter
Anrechnung des von der Klägerin 1 geleisteten Kostenvorschusses von CHF
2‘000.00 (Art. 111 Abs. 1 ZPO). Gestützt auf Art. 111 Abs. 2 ZPO hat die Beklagte
der Klägerin 1 den Vorschuss in der genannten Höhe zu ersetzen. Als dem Umfang
sowie dem Streitwert der vorliegenden Streitsache angemessen erachtet das
Obergericht eine Gerichtsgebühr von CHF 4‘500.00 (Art. 19 Abs 1 lit. b i.V.m. Art.
20 Abs. 1 lit. a Gebührenordnung, bGS 233.3).
3.2 Parteientschädigungen
Unter Hinweis auf vorstehende Erw. 3.1 und Art. 106 Abs. 1 i.V.m. Art. 95 Abs. 1
ZPO hat die unterliegende Beklagte den obsiegenden Klägerinnen 1 und 2 den
Ersatz notwendiger Auslagen und die Kosten ihrer berufsmässigen Vertretung (Art.
95 Abs. 3 lit. a und b ZPO) vollumfänglich zu erstatten. Die Kostennote von RA
AA_ datiert vom 15. Januar 2015 (act. 32). Vorab bedarf die von RA AA_
aufgeworfene Frage nach der Gewährung des Mehrwertsteuerzuschlages von 8 %
der Klärung. Art. 96 ZPO bestimmt, dass die Kantone die Tarife für die
Prozesskosten festsetzen. Somit kommt den Kantonen kantonale Tarifhoheit zu,
wobei sie sich dennoch an bestimmte bundesrechtliche Vorgaben zu halten haben
(Rüegg, in: Basler Kommentar, Schweiz. Zivilprozessordnung, 2. Aufl., N. 1 ff. zu
Art. 96). Die Mehrwertsteuern fallen nicht unter letztere. Die Kosten einer
berufsmässigen Vertretung gemäss Art. 95 Abs. 3. lit. b ZPO als Teil der
Parteientschädigung werden im Kanton Appenzell Ausserrhoden im Anwaltstarif
(bGS 145.53) geregelt. Dessen Art. 3 Abs. 2 hält fest, dass die Mehrwertsteuer als
Zuschlag in Rechnung gestellt wird. Diese Regelung gilt ohne Ausnahme und ist für
das Obergericht bindend. RA AA_ errechnet aufgrund des Streitwertes von CHF
70‘000.00 korrekt ein mittleres Honorar von CHF 9‘760.00. Auch die von ihr gestützt
auf Art. 11 Abs. 1 und 2 lit. a, c und d Anwaltstarif in Rechnung gestellte Erhöhung
des mittleren Honorars um einen Viertel bzw. CHF 2‘440.00 sowie gestützt auf Art.
12 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 Anwaltstarif der Zuschlag von 40 % bzw. 3‘904.00 zum
mittleren Honorar sind angemessen. Das Honorar beläuft sich somit auf CHF
9‘760.00 plus CHF 2‘440.00 plus CHF 3‘904.00, was insgesamt CHF 16‘104.00
ergibt. Die von RA AA_ mit CHF 409.40 verrechneten Barauslagen sind im
Vergleich mit der von den St. Galler Gerichten angewendeten Praxis, welche dafür 4
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% vom Honorarbetrag gewähren, ebenfalls ausgewiesen. Das Honorar und die
Barauslagen machen zusammen CHF 16‘513.40 aus. Hinzu kommt die MWSt von 8
% bzw. CHF 1‘321.00, so dass total CHF 17‘834.45 resultieren. Davon hat jede der
Klägerinnen die Hälfte, also CHF 8‘917.25 zugut. Folglich hat die Beklagte die
Klägerinnen 1 und 2 für die Kosten ihrer Rechtsvertretung im vorliegenden
Verfahren mit je CHF 8‘917.25 zu entschädigen.
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