Decision ID: 9bd2b7c7-60b3-45fd-b3c2-3ff6819f810a
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1955 geborene
X._
war vom
1.
September 2007 bis 2
8.
Februar 2014 bei der
Y._
angestellt (Arbeitgeberbescheinigung vom 1
1.
März 2015,
Urk.
10/4). Am 1
0.
März 2015 meldete er sich beim Regio
nalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV)
Z._
zu
r
Arbeitsv
ermittlung
für ein 50%
-
P
ensum
an (Anmeldebestätigung vom 1
0.
März 2015,
Urk.
10/1) und beantragte gleichentags Arbeitslosenentschädigung (
Urk.
10/2)
. Mit Verfügung vom 1
6.
März 2015 verneinte die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich einen Anspruch von
X._
auf Arbeitslosenentschädigung
, da er weder die
Bei
tragszeit
erfüllt habe noch von deren Erfüllung befreit gewesen sei
(
Urk.
10/13). Die am 1
9.
März 2015 erhobene Einsprache (
Urk.
10/14) wies die
Arbeitslosen
kas
se
des Kantons Zürich mit
Einspracheentscheid
vom
7.
April 2015 ab (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob
X._
mit Eingabe vom
1
4.
April 2015 Beschwerde (Urk.
1). Da die Beschwerde nicht unterzeichnet war, wurde
ihm
mit Verfügung vom 2
2.
April 2015 Frist angesetzt, um die Beschwerde zu unterzeichnen (
Urk.
4). Dies
er
Aufforderung kam er innert Frist nach (
Urk.
6). Die
Beschwerde
gegnerin
schloss mit Beschwerdeantwort vom
8.
Mai 2015 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9), was dem Beschwerdeführer am 1
1.
Mai 2015 mitgeteilt wurde (
Urk.
12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1
.1
Eine der gesetzlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf
Arbeitslosenent
schädigung
besteht darin, dass die ver
si
cherte Person die Beitragszeit erfüllt hat (Art. 8 Abs. 1
lit
. e
des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen
ver
siche
rung und die Insolvenzentschädigung,
AVIG). Die Beitragszeit hat erfüllt, wer innerhalb der
Rah
men
frist
nach Art. 9 Abs. 3 AVIG während mindestens zwölf Monaten eine beitragspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat (Art. 13 Abs. 1 AVIG). Die Rahmenfrist für die Beitragszeit beginnt zwei Jahre vor dem Tag, an welchem die versicherte Person erstmals sämtliche Anspruchsvorausset
zungen erfüllt (Art. 9 Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2 AVIG). Voraussetzung für den Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung unter dem Gesichtspunkt der erfüllten Beitragszeit nach
Art.
8
Abs.
1
lit
. e in Verbindung mit
Art.
13
Abs.
1 AVIG ist grundsätzlich einzig die Ausübung einer beitragspflichtigen Beschäfti
gung während der geforderten Dauer von zwölf Beitragsmonaten (BGE 113 V 352).
1
.2
Von der Erfüllung der Beitragszeit befreit sind gemäss
Art.
14
Abs.
1 AVIG Perso
nen, die innerhalb der Rahmenfrist (
Art.
9
Abs.
3) während insgesamt mehr als zwölf Monaten nicht in einem Arbeitsverhältnis standen und die
Bei
tragszeit
nicht erfüllen konnten wegen:
a.
einer Schulausbildung, Umschulung oder Weiterbildung, sofern sie
wäh
rend
mindestens zehn Jahren in der Schweiz Wohnsitz hatten;
b.
Krankheit (
Art.
3
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des
Sozial
versicherungsrechts,
ATSG), Unfall (
Art.
4 ATSG) oder
Mu
tterschaft
(
Art.
5 ATSG), sofern sie während dieser Zeit Wohnsitz in der Schweiz
hat
ten;
c.
eines Aufenthaltes in einer schweizerischen Haft- oder
Arbeits
erzie
hungs
anstalt
oder in einer ähnlichen schweizerischen Einrichtung.
2
.
2
.1
.
Der Beschwerdeführer meldete sich am 1
0.
März 2015 beim RAV zur Arbeits
vermittlung an (
Urk.
10/1). Da er frühestens zu diesem Zeitpunkt die Anspruchs
voraussetzungen für die Ausrichtung von Arbeitslosenentschädigung erfüllte (vgl. 17
Abs.
2 AVIG)
, dauerte d
ie Rahmenfrist für die Beitragszeit vom 1
0.
März 2013 bis
9.
März 2015.
2
.2
Während
d
er Rahmenfrist für die Beitragszeit war der Beschwerdeführer vom
1
0.
März 2013 bis 2
8.
Februar 2014 bei der
Y._
ange
stellt (
Urk.
10/4; vgl.
Art.
13
Abs.
2
lit
. c AVIG). Der Beschwerdeführer weis
t
somit nur eine Beitragszeit von 11,7 Monaten auf (
1
0.
bis 3
1.
März 2013 ent
spricht 15 Arbeitstagen, was eine Beitragszeit von 0,7 Monaten ergibt [15 x 1,4 : 30; vgl.
Art.
11
der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversiche
rung und die Insolvenzentschädigung, AVIV
;
BGE 122 V 249 E. 2c
] und
1.
April 2013 bis 2
8.
Februar 2014 entspricht elf Beitragsmonaten
).
Wie die
Beschwer
degegnerin
zutreffend anführt
e
, besteht hinsichtlich der Berechnung der
Bei
trags
zeit
kein Ermessenspielraum. Vielmehr ist die Beitragszeit exakt zu berech
nen, so dass selbst dann eine Aufrundung auf die gesetzliche
Mindest
beitrags
zeit
entfällt,
wenn diese nur um den Bruchteil eines Tages nicht erreicht wird (BGE 122 V 256).
2
.3
2.3.1
Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer
aufgrund von Krankheit von der Erfül
lung der Beitragszeit befreit war.
Da eine Teilzeitbeschäftigung mit Bezug auf die Erfüllung der Beitragszeit einer Vollzeitbeschäftigung gleichgestellt ist (
Art.
11
Abs.
4 Satz 1 AVIV), liegt die erforderliche Kausalität nur vor, wenn es der versicherten Person aus einem der in
Art.
14
Abs.
1
lit
. a bis c AVIG ge
nannten Gründe auch nicht möglich und zumutbar war, ein
Teilzeitarbeitsver
hältnis
einzugehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_516/
2012 vom 2
8.
Februar 2013 mit E.
3.2
Hinweisen).
2.3.2
Ab dem
1.
März 2014 stand der Beschwerdeführer in
keinem Arbeitsverhältnis mehr und bezog
Krankentaggelder.
A
b dem
1.
Februar 2015
richtete die
Kran
kentaggeldversicherung
nur noch Taggelder auf der Basis einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit aus. Dies anscheinend in Übereinstimmu
ng mit der Einschät
zung der Arbeitsfähigkeit durch die Eidgenössische Invalidenversicherung
(
Schreiben d
er Bas
ler Versicherungen vom 2
8.
Januar 2015 sowie
Taggeldab
rechnung
en
vom
2
7.
Januar und vom
2
0.
Februar 2015,
Urk.
10/11).
Der Beschwerdeführer stellt
e
die 50%ige Arbeitsfähigkeit ab Februar 2015 in seiner Einsprache vom 1
9.
März 2015 insoweit in Frage, als er festh
ie
l
t
, dass er im Februar 2015 während zwei Wochen bettlägerig gewesen sei (
Urk.
10/14).
Der Hausarzt des Beschwerdeführers,
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin,
attestierte dem Beschwerdeführer tatsächlich für Februar 2015 eine zweiwöchige 100%ige Arbeitsunfähigkeit, nämlich vom 1
4.
bis 2
8.
Februar 2015 (Arztzeugnis vom 2
0.
Februar 2015,
Urk.
3). Für die Zeit vom
1.
bis 1
3.
Februar 2015 liegen demgegenüber keine Anhaltspunkte für eine mehr al
s 50%ige Arbeitsunfähigkeit vor. Es ist daher
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrsch
einlichkeit davon auszugehen
, dass der Beschwer
deführer
– zumindest -
vom
1.
bis 1
3.
Februar 2015 zu 50
%
arbeitsfähig war.
In Anbetracht, dass grundsätzlich (vgl. AVIG-Praxis ALE
Rz
. B184) lediglich Zeiten, in welchen Versicherte nicht in einem Arbeitsverhältnis stehen
,
als Zei
ten der Beitragsbefreiung im Sinne von
Art.
14
Abs.
1
lit
. b AVIG angerechnet werden können (vgl. Urteil des hiesigen Gerichts AL.2014.00217 vom 3
0.
April 2015 E. 2.2), war der Beschwerdeführer
während der vom 1
0.
März 2013 bis
9.
März 2015 laufenden Rahmenfrist für die Beitragszeit
nicht während mehr als zwölf Monaten von der Erfüllung der Beitragszeit befreit,
war er doch längstens vom
1.
März 2014 bis 3
1.
Januar 2015 sowie vom 1
4.
Februar bis
9.
März 2015 zu 100
%
arbeitsunfähig (
1.
März 2014 bis 3
1.
Januar 2015 = 11
Monate
; 1
4.
Februar bis
9.
März 2015 = 0,747 Monate
).
Der Beschwerdeführer war daher
bis 1
0.
März 2015
nicht von der Erfüllung der Beitragszeit befreit.
2
.4
Da eine
Kumulation von Beitragszeiten mit Zeiten eines Befreiungsgrundes nicht möglich ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_750/2010 vom 1
1.
Mai 201
0 E.
7.2
) hat die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Anspruch des Beschwerde
führers auf Arbeitslosenentschädigung ab 1
0.
März 2015 verneint. Die Beschwerde erweist sich demzufolge als unbegründet und ist abzuweisen.
3.
G
emäss Arztzeugnis von
Dr.
A._
vom
6.
März 2015
war
der Beschwerdeführer bis am 3
1.
März 2015 zu 100
%
arbeitsunfähig (
Urk.
10/12). Sollte
n
dies sowie die zuvor von
Dr.
A._
attestierten Arbeitsunfähigkeiten zutreffen, wäre der Beschwerdeführer
spätestens
ab dem
1
8.
März 2015 während mehr als zwölf Monaten
nicht in der Lage gewesen, einer Arbeitstätigkeit nachzugehen, wes
halb er
ab diesem Zeitpunkt
von der Erfüllung der Beitragszeit befreit gewesen wäre (vgl.
Art.
14
Abs.
1
lit
. b AVIG). Die Akten sind daher nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides an die Beschwerdegegnerin zu überweisen, damit sie die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers genauer abklärt, namentlich unter
Beizug
der Akten der Eidgenössischen Invalidenversicherung
, und einen allfälligen Anspruch des Beschwerdeführers auf Arbeitslosenentschädigung ab einem späteren Zeitpunkt als 1
0.
März 2015 prüf
t
.