Decision ID: 57db11b3-4dcc-4488-8fd6-9e1073b913d6
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1978,
absolvierte eine Lehre als Schriftenmalerin (Urk. 7/30/4). Bis 2002 arbeitete die Versicherte in ihrem Beruf und in den Jahren 2003 bis 2006 war sie
für verschiedene Firmen
in geringen
Pensen
tätig. Zuletzt arbeitete sie von 2004 bis 2006
teilzeitlich
als
Merchandiserin
im
Y._
und war für das Auffüllen von Hero
,
Kambly
und
Pasta Premium
Produkten zuständig
(
Urk. 7/39,
Urk. 7/40,
Urk. 7/41,
Urk. 7/44).
Die Versicherte
hatte
sich erstmals am 30. März 2003
unter Angabe einer chroni
schen Magen-Darm Dysfunktion
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
gemeldet
(Urk. 7/3). Mit Schreiben vom 15. März 2004
hatte
sie
auf Eingliederungsmassnahmen
verzichtet
(Urk. 7/20), weshalb die
Sozial
versicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, das Leistungsbegehren
mit Verfügung vom 29. März 2004
abgeschrieben
und sie als rentenausschliessend eingegliedert betrachtet
hatte
(Urk. 7/24).
Am 11. Dezember 2007 meldete sich die Versicherte
erneut
bei der Invaliden
versicherung
zum
Leistungsbezug
an (Urk. 7/30).
Dabei gab sie an, sie habe am 20. Dezember 1998 infolge eines Unfalls eine
Tibiakopffraktur
am rechten Knie erlitten (Urk. 7/30/5
)
.
In der Folge holte die IV-Stelle erwerbliche (Urk. 7/34, Urk. 7/37, Urk. 7/38, Urk. 7/39, Urk. 7/40,
Urk.
7/41,
Urk. 7/44) und medizini
sche Auskünfte (Urk.
7
/
42
, Urk.
7
/
52, Urk. 7/56
) ein
und zog die Akten der
Schweizerische
n
Unfallversicherungsanstalt (S
uva
)
bei
(Urk. 7/36, Urk. 7/43, Urk. 7/48, Urk. 7/49, Urk. 7/50, Urk. 7/57)
.
Mit Verfügung
en
vom
6
.
Juni
2011 sprach
sie
der Versicherten rückwirkend ab April 2008
eine
Dreiviertelsrente
zu (Urk. 7/
70-71
).
Dabei ging
sie
davon aus, dass
der Versicherten sowohl
die
Tätigkeit als Schriftenmalerin als auch
die
als
Merchandiserin
nicht mehr zumutbar seien.
Sodann nahm sie an, dass
die Versicherte bei Gesundheit
voll
zeitlich
in ihrer angestammten Tätigkeit als Schriftenmalerin arbeiten würde und dass ihr aufgrund der medizinischen Beurteilung in einer
leidensangepass
te
n
Tätigkeit ein 50%iges Pensum zumutbar
sei. Auf dieser Grundlage
errech
nete
sie
einen Invaliditätsgrad von 65 % (Urk. 7/63).
1.2
2012 führte die IV-Stelle eine revisionsweise Überprüfung des Rentenanspruchs durch (vgl. Urk. 7/72). Sie holte ärztliche Berichte
der
Z._
ein
(Urk. 7/
80
), nahm berufliche Abklärungen vor (Urk.
7/74, Urk. 7/75, Urk. 7/77, Urk. 7/78
)
und liess die Versicherte
polydisziplinär medizinisch untersuchen
(Polydisziplinäres Gutachten
der Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS) des
A._
,
vom 10. Juli 2014; Urk. 7/95).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/98) hob die IV
Stelle mit Verfügung vom 9. März 2015 die
Dreiviertelsrente
auf den Beginn des zweiten der Zustellung folgenden Monats auf
(Urk. 7/115 = Urk. 2).
2.
Gegen die Verfügung vom 9. März 2015 liess d
ie
Versicherte, vertreten durch
Rechtsanwalt Karl
Kümin
,
am
27. April 2015 Beschwerde mit dem
Rechtsbe
gehren
erheben, es sei die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 9. März 2015 aufzuheben und
es sei
ihr
weiterhin eine
Dreiviertel
s
rente
auszurichten. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte in der
Beschwerdeantwort vom 20. Mai 2015 die Abweisung der Beschwerde, wobei sie sich insbesondere auf die Stellungnahme des Rechtsdienstes vom 22. Dezember 2014 (vgl. Urk. 7/112) und die Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes
(RAD)
vom 16. Februar 2015 (vgl. Urk. 7/114) stützte (Urk. 6). Mit Schreiben vom 22. Mai 2015 wurde die Beschwerdeantwort
der Beschwerdeführerin
zur Kenntnis gebracht (Urk. 8).
Auf die Ausführungen der Parteien und die Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung;
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
1.
5
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Streitgegenstand bildet die verfügte Aufhebung der
Dreiviertelsrente
(Urk. 2). Zu prüfen ist daher, ob aufgrund der getroffenen Abklärungen eine
revisionsrecht
lich
bedeutsame Änderung, welche eine Rentenaufhebung rechtfertigt
, gegeben ist.
Zeitliche Vergleichsbasis ist
der Entscheid
der Beschwerdegegnerin
über
die
Invalidenrente
vom
6
.
Juni
2011
(Urk. 7/
70-71
)
. Damals sprach die
Beschwer
degegnerin
der Beschwerdeführerin ab April 2008 eine
Dreiviertelsrente
zu (Urk. 7/68/2).
2.2
Die Beschwerdegegnerin
ging aufgrund der am 13. September 2011
erlittenen
Impressionsfraktur
von einer
wesentlichen Änderung der tatsächlichen Verhält
nisse seit der rechtskräftigen Rentenzusprechung
und somit vom Vorliegen eines Revisionsgrundes aus. G
estützt auf das Gutachten
d
es
A._
vom
10
. Juli
2014 (
vgl.
Urk. 7/95) hielt sie in ihrer Verfügung vom 9. März 2015 fest, dass zwar keine Veränderung de
s
somatischen
Gesundheitszustandes
vor
liege, aufgrund des
psychiatrischen
Gutachtens
jedoch
die für die Invalidität mitverantwortliche Anpassungsstörung unterdessen remittiert sei. Eine psychi
sche Komorbidität sei somit zu verneinen.
Die angestammte Tätigkeit als Schriftenmalerin
sei
weiterhin unzumutbar. In einer leidensangepassten Tätig
keit
sei
der Beschwerdeführerin
ein 90%iges Pensum
zumutbar
(Urk. 2).
2.3
Demgegenüber
liess
die Beschwerdeführerin
zur Hauptsache
einwenden,
seit der Verfügung vom
6
.
Juni
2011
(vgl. Urk. 7/
70-71
)
sei
keine erhebliche Verände
rung eingetreten.
Der Gesundheitszustand habe sich
seit
der
Rentenzusprache
nicht erheblich verbessert.
Die Beurteilung im Gutachten des
A._
sei lediglich eine andere als jene
, welche der früheren rechtskräftigen Verfügung zu Grunde gelegen habe.
Überdies
könne auf das Gutachten de
s
A._
nicht abgestellt werden, da
das
A._
von der IV
nicht
unabhängig sei
und das
Gutachten nicht sorgfältig und auftragsgemäss erstellt worden
sei (Urk.
1
)
.
3
.
Die IV-Stelle stützte sich
bei der ursprünglichen Zusprechung der
Dreiviertels
rente
gemäss der Stellungnahme des RAD vom 27. Januar 2011 (Urk. 7/63/5) insbesondere
auf
die
Verfügung der S
uva
vom 28. Januar 2010 (Urk. 7/49)
sowie
den kreisärztlichen Bericht der S
uva
vom 18. Januar 2010 (Urk. 7/50/65-69)
und das psychiatrische Gutachten
von Dr. med.
B._
, Fachärztin für Psy
chiatrie und Psychotherapie FMH,
vom 12. Juni 2009
, welches die Suva in Auf
trag
gegeben hatte
(
Urk. 7/48/
4-
46 =
Urk. 7/50/
89-
131).
Als Diagnosen wurden ein Status nach einer
Tibiakopffraktur
rechts
im Dezember 1998
mit Osteosyn
these, ein Status nach einer vierfachen Revision des rechten Knies,
ein Morbus
Sudeck
(CRPS)
sowie eine zentrale Schmerzverarbeitungsstörung genannt (Urk. 7/63/2).
Aus
psychiatrische
r Sicht bestehe
eine
prolongierte
Anpassungs
störu
ng
mit depressiv ängstliche
n
Reaktionen sowie gehemmt aggressiven Ten
denzen (ICD-10: F43.21)
und
eine akzentuierte Persönlichkeit mit abhängigen und
histrionischen
Zügen ICD
-
10:
F
Z73.1
(
Urk. 7/48/36,
vgl. Urk. 7/63/3).
Die IV-Stelle ging
gesamthaft von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer
leidens
angepassten
Tätigkeit ab April 2007 aus (Urk. 7/63/5).
4
.
4
.1
Der aktuelle Gesundheitszustand ergibt sich aus
den diversen Berichten der
Z._
(Urk.
7
/
72/4-5, Urk. 7/80
), aus der
polydisziplinären Begut
achtung
beim
A._
vom 10. Juli 2014
(Urk. 7/95)
und aus
dem Arztbericht von
Dr. med.
C._
, Facharzt für Innere Medizin FMH & Facharzt für Tropen- und Reisemedizin FMH, vom 31. Oktober 2014 (Urk. 7/110/1 = Urk. 3/3).
4
.2
Im Arztbericht der
Z._
,
vom
27. Juli 2012
sind
als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Status nach einer
Tibiakopffraktur
rechts seit Dezember 1998 mit Osteosynthese und
einer
vierfache
n
Revision, ein komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS) sowie eine zentrale
Schmerzver
arbeitungsstörung
aufgeführt
. Es bestehe eine leicht verbesserte Gesamtsituation gegenüber dem
in der
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) im Jahr
2009 festgehaltenen Belastungsprofil. Gegebenenfalls könne versucht wer
den, stundenweise in einer der Behinderung angepassten Tätigkeit
zu arbeiten,
um den Einstieg ins Berufsumfeld wieder zu finden (Urk. 7/72/4).
Einem weiteren
B
ericht
der
Z._
vom 23. August 2013 sind diesel
ben Diagnosen zu entnehmen (Urk. 7/80/1). Im Wesentlichen bestehe eine gleichbleibende Symptomatik mit deutliche
r
Krep
itation
im lateralen Komparti
ment und Schmerzen unter vermehrtem
Valgusstress
. Weiterhin bestünden Berührungsschmerzen und elektrisierende Sensationen im Bereich des
Tibia
kopfes
lateralbetont.
Vermehrt
bestehe
eine Empfindlichkeit auch im distalen Narbenbereich.
Die seit dem
25. April 2007 bestehende 100%ige Arbeitsunfä
higkeit bestehe weiterhin.
Die
Kniegelenksfunktion rechts
sei
nach der erlittenen
Tibiakopffraktur
von Ende 1998
eingeschränkt
. Die bisherige Tätigkeit sei nicht zumutbar
(Urk. 7/80/2).
In welchem Umfang und seit wann eine
behinderungs
angepasste
Tätigkeit mit welchem Belastungsprofil möglich sei,
könne
nicht
beurteilt werden
.
M
it einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit beziehungsweise einer Erhöhung der Einsatzfähigkeit
könne nicht
gerechnet werden (Urk. 7/80/3).
4
.
3
Das polydisziplinäre Gutachten des
A._
vom 10. Juli 2014
basiert auf
Untersuchungen durch Fachärzte der
Allgemeinen Inneren Medizin, der Neuro
logie, der Orthopädischen Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsappara
tes und der Psychiatrie und Psychotherapie
(vgl. Urk. 7/
95
). In medizinischer Hinsicht sind der
polydisziplinären
Begutachtung
als
Diagnose
n
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
chronische Kniebeschwerden rechts (ICD-10: T93.2/M17.3/Z98.8
)
und ein neuropathischer Schmerz (ICD-10: G56.4) im Bereich des
Ramus
infrapatellaris
des
Nervus
femoralis
zu entnehmen (Urk. 7/
95/
30-31
)
.
Im orthopädischen Gutachten
von
Dr. med.
D._
, Facharzt für
O
rthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, vom 10. Juni 2014
wurde
n
als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit chronische
Kniebe
schwerden
rechts (ICD-10
:
T93.2/M17.3/98.8)
genannt (Urk. 7/95/23).
Dr.
D._
führte aus
, dass sich die von der
Beschwerdeführerin g
eklagten Beschwerden durch die klinischen und radiologischen Befunde grundsätzlich durchaus nach
vollziehen l
iessen
.
D
ie auch in Ruhe permanent auftretende Symptomatik
könne
aber keinesfalls vollständig durch die Gonarthrose erklärt werden, sodass von einer deutlichen nicht-organischen Beschwerdekomponente ausgegangen wer
den müsse. Inwieweit sie auf ein neuropathisches Geschehen zurückführbar sei,
sei
Gegenstand des neurologischen Abschnittes dieses Gutachtens.
Für die bis
herige Tätigkeit als Schriften- und
Reklamenmalerin
bestehe
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. E
benso
gelte dies für
andere körperlich mittelschwere und schwere sowie überwiegend im Stehen und Gehen zu verrichtende
Tätigkeiten.
Auch
bestehe für Tätigkeiten, die
mit der Einnahme kniender und hockender Positionen
verbunden seien, eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
.
Für körperlich sehr leichte
Tätigkeiten
,
welche unter Wechselbelastung
überwiegend
im Sitzen verrichtet würden,
lieg
e
dagegen aus rein orthopädischer Sicht eine Arbeitsfä
higkeit von 90 %
vor.
Die
Beschwerdeführerin
könne
einem
ganztägige
n
Pen
sum
nachgehen, wobei
die Leistungsfähigkeit um
10 % reduziert
sei
,
weil
sie
öfters Pausen brauche
.
Sie
sollte dabei die Möglichkeit erhalten,
das Bein
immer wieder hoch zu lagern.
Das wiederholte Heben und Tragen von Lasten über fünf Kilogramm, das Überwinden von Treppen, Leitern und unebenem Grund sowie die Einnahme kniender und hockender Position
en
,
sollten vermieden werden (Urk. 7/95/25).
D
ie
neurologische Untersuchung
durch
Dr. med.
E._
,
Facharzt für Neurolo
gie FMH,
vom 11. Juni 2014
ergab
als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfä
higkeit ein
en
n
europathische
n
Schmerz (ICD-10: G56.4)
im Bereich des
Ramus
infrapatellaris
des
Nervus
femoralis
(Urk. 7/95/29)
.
Dr.
E._
hielt zur Arbeitsfähigkeit fest, d
ie Beschwerdeführerin könne
keine
körperlich
anstren
genden
Arbeiten
und keine
Tätigkeiten vorwiegend im Stehen oder Gehen ver
richten. Sitzende Tätigkeiten
könnten
von neurologischer Seite her voll ausge
übt werden (Urk. 7/95/30).
Gemäss
Dr. med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und
Psychotherapie
FMH,
konnte in der psychiatrischen Untersuchung
vom
11. Juni 2014 keine Diagnose gestellt werden. Die Beschwerdeführerin klage einzig über Schmerzen
im rech
ten Knie. Es sei aber nicht zu einer
Schmerzausweitung gekommen. Eine Schmerzverarbeitungsstörung oder eine chronische Schmerzstörung
könnten
somit nicht diagnostiziert werden. Die Beschwerdeführerin zeige auch keine
depressiven Symptome und keine Angstsymptome. Sie leide unter
schmerzbe
dingten
Schlafstörungen, wobei auch zu erwähnen sei, dass der Schlafrhythmus vers
c
hoben sei. Die Beziehung zu den Angehörigen sei gut. Kleinere Arbeiten im Haushalt seien möglich. Freude bereite ihr die Pflege ihrer Haustiere. Sie habe auch gute Kontakte
zu
ihren Freunden (Urk. 7/95/
18)
.
In der Gesamtbeurteilung kamen die Gutachter zum Schluss, dass de
r
Beschwer
deführerin sämtliche körperlich schweren und mittelschweren sowie hauptsäch
lich in gehender oder stehender Position zu verrichtende
n
Tätigkeiten nicht mehr zugemutet werden könnten.
Somit könne sie auch ihre angestammte Tätigkeit als Schriftenmalerin nicht mehr ausüben.
Hingegen bestehe in einer körperlich leichten, vorwiegend
im Sitzen auszuübenden Verweistätigkeit
eine
ganz
tags verwertbare Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 90 % (
U
rk. 7/95/32
33).
Zum Beginn und Verlauf der Arbeitsunfähigkeit hielten die Gutachter fest, dass aufgrund der anamnestischen Angaben, der Untersuchungs
befunde, der vorliegenden Dokumente sowie der früher attestierten Arbeits
unfähigkeiten davon auszugehen sei, dass
in der
angestammte
n
Tätigkeit spätestens seit dem 25. April 2007 eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden habe.
Es sei davon aus
zugehen, dass
s
pätestens sechs Monate
nach der
Knie
operation
in einer adap
tierten Verweistätigkeit eine ganztags verwertbare Arbeitsfähigkeit von 90 % bestanden habe
. Diese sei einzig durch
eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit von längstens sechs Monaten nach der am 13. Sep
tember 2011
erneut
erlittenen Knieverletzung
unterbrochen worden
(Urk. 7/95/33).
4
.
4
Dr.
C._
berichtete am 31. Oktober 2014, dass der Gesundheitszustand seit Juni 2011 stabil sei. Es habe weder eine Verbesserung noch eine Ver
schlechterung stattgefunden. Weiterhin sei die Beschwerdeführerin auf eine medikamentöse Schmerztherapie angewiesen. Es bestehe im rechten Knie eine deutliche Bewegungseinschränkung mit einem ausgeprägten Beugedefizit.
Die Beschwerdeführerin sei auf Schmerzmittel angewiesen, welche zu einer Beein
trächtigung der Lebensqualität führten.
Eine Arbeitsfähigkeit, welche mit kör
perlicher Tätigkeit, wie Laufen, Stehen
oder
Tragen verbunden sei, könne de
r
Beschwerdeführerin
nicht
zugemutet werden
.
Eine
sitzende
Tätigkeit, welche ohne körperliche Belastungen einhergehe, könne möglicherweise zu einem gewissen Grad
ausgeführt
werden.
De
n
Grad
zu quantifizieren sei sehr schwierig, da die
Medikamente die Leistungs
-
und Konzentrationsfähigkeit ein
schränkten
. Unter der
jetzigen
Medikation bestehe sicherlich keine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
Eine 50%ige rein sitzende Tätigkeit könne aber durchaus mög
lich sein. Mit dem psychiatrischen Gutachten sei er nicht einverstanden. Seit dem letzten Gutachten von 2009 habe sich nichts geändert. Eine depressive
Komponente liege weiterhin vor. Diese
werde
vor allem durch die chronischen Schmerzen
getriggert
(Urk. 7/110/1 = Urk. 3/3).
5
.
Die IV-Stelle erblickte die wesentliche Veränderung der tatsächlichen Verhält
nisse seit der
Rentenzusprache
vom
6
.
Jun
i 2011 in der
am 13.
September 2011 erlittenen Impressionsfraktur im hinteren Oberschenkel (Urk. 7/112/2).
Diese Annahme steht
jedoch
im Widerspruch zu den Ausführungen im
A._
-Gutachten vom 10. Juli 2014, wonach die Impressionsfraktur
lediglich zu einer vollständi
gen Arbeitsunfähigkeit von längstens sechs Monaten
geführt habe
(Urk. 7/95/33).
Dem
orthopädischen Gutachten
von
Dr.
D._
ist
zudem
zu ent
nehmen,
d
ass sich der Gesundheitszustand durch
die
Impressionsfraktur gering verschlechtert
ha
be
. Aus dieser Verschlechterung könne jedoch
keine länger
dauernde Änderung der Arbeitsfähigkeit für körperlich sehr leichte
Verweistä
tigkeiten
abgeleitet werden (Urk. 7/95/27). Somit
hat die Impressionsfraktur nur zu einer leichten Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse geführt, welche nicht geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Re
ntenanspruch zu beeinflussen.
Es ist somit zu prüfen, ob eine weitere Veränderung vorliegt, wel
che den Invaliditätsgrad zu beeinflussen vermag.
Der psychiatrische Gutachter
Dr.
F._
berichtete
, dass er anlässlich der Unter
suchung keine psychopathologischen Symptome feststellen konnte und die Beschwerdeführerin einzig über Schmerzen im rechten Knie klagte, wobei es nicht zu einer Schmerzausweitung gekommen sei
(Urk. 7/95/18)
.
Unter Bezug
nahme auf die früheren psychiatrischen Einschätzungen führte er aus, dass keine eigentlichen depressiven oder ängstlichen Verstimmungen festgestellt werden konnten
und sich keine Hinweise für eine Anpassungsstörung oder akzentuierte Persönlichkeitszüge finden liessen
(Urk. 7/95/19).
Ebenfalls hielt Dr.
F._
fest, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt der Begutachtung bei keinem Arzt in Behandlung gewesen sei (Urk. 7/95
/18
).
Diese Ausführungen lassen auf eine Besserung des psychischen Gesundheitszustandes schliessen.
Alleine aus der Bemerkung von Dr.
F._
, wonach aus seiner Sicht die Arbeits
fähigkeit niemals während längerer Zeit eingeschränkt gewesen sei (Urk. 7/112/2, vgl. Urk. 7/95/19)
,
herauszulesen, dass sich der Gesundheitszu
stand der Beschwerdeführerin nicht verändert habe, geht fehl. Bei
dieser
Aus
sage
von Dr.
F._
handelt es sich lediglich um seine Sicht aus der jetzigen Perspektive, welche aber keinen Rückschluss für die Vergangenheit zulässt.
Somit ist nachfolgend zu prüfen, ob
der
im psychiatrischen Gutachten de
s
A._
beschriebene
verbesserte psychische Gesundheitszustand
genügt
, um die
Rente
aufzuheben
.
6.
6.1
6.1.1
Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin macht
sinngemäss
geltend, die MEDAS im Allgemeinen und insbesondere das
A._
seien aufgrund der wirtschaftlichen Abhängigkeit von den Aufträgen der IV-Stellen befangen.
Fer
ner führt er vergangene Fehlleistungen des
A._
ins Feld. Ebenfalls bringt er vor, das Vergabeverfahren sei nicht fair im Sinne von
Art.
6
Ziff.
1 EMRK.
A
ufgrund der vorgebrachten Rügen ist vorab zu prüfen, ob das
A._
-Gutachten vor Bundesrecht standhält.
6.1.2
Die Rüge, die Abklärungsstelle
A._
sei vom Geld der
Invalidenversiche
rung
abhängig (Urk. 1 S. 8 f.), da sie im Jahr 2013 die meisten Aufträge erhal
ten habe, dringt nicht durch: Das Bundesgericht hielt
im wegleitenden Ent
scheid BGE 137 V 210
fest, dass unter dem Gesichtspunkt der wirtschaftlichen Abhängigkeit nach gefestigter Rechtsprechung der regelmässige
Beizug
eines Gutachters oder einer Begutachtungsinstitution durch den Versicherungsträger, die Anzahl der beim selben Arzt in Auftrag gegebenen Gutachten und Berichte sowie das daraus resultierende Honorar für sich allein genommen nicht zum Ausstand führ
e
. Hinsichtlich der MEDAS als Institution
gelte
sinngemäss ohne
hin, dass sich ein
Ausstandsbegehren
stets nur gegen Personen und nicht gegen Behörden richten
könne
; nur die für eine Behörde tätigen Personen, nicht die Behörde als solche, könn
t
en befangen sein (
BGE 137 V 210
E. 1.3.3).
Die Zahl der Aufträge, die
das
A._
von den IV-Stellen erhält
,
spielt
gemäss
bundes
gerichtlicher
Rechtsprechung
somit keine Rolle
.
Die persönliche Befangenheit
eines
A._
-Gutachter
s
hat die Beschwerdeführerin nicht geltend gemacht. Im Zeitpunkt, als ihr die einzelnen Gutachter mit Schreiben vom 14. April 2014 (Urk. 7/86/1) mitgeteilt wurden, erhob sie innert Frist auch keine Einwände. Zwar hat die Beschwerdeführerin auf zwei Fälle hingewiesen, in denen der Gesamtleiter des
A._
ohne Rücksprache mit den beteiligten Ko-Gutachtern das Ergebnis zum Nachteil der Versicherten abgeändert
hatte
. Für ein entsprechendes Vorgehen im vorliegenden Fall, finden sich in den Akten jedoch keine Hinweise. Insbesondere wurde das Gutachten
im Unterschied zu den von der Beschwerdeführerin genannten Fällen
von sämtlichen Gutachtern unterzeichnet (Urk. 7/95/35).
Somit muss
der Hinweis auf vergangene Fehlleistungen des
A._
unbeachtlich bleiben.
Die Rüge, die Abklärungsstelle
A._
habe sich geweigert, dem Bundesge
richt gegenüber Angaben über die Anzahl der Begutachtungen nach Auftragge
ber sowie über den Anteil attestierter Arbeitsunfähigkeiten von 40 %
oder mehr
zu machen
,
wozu auf BGE 137 V 210 verwiesen wird
(Urk. 1 S. 8), verkennt, dass das Bundesgericht
in diesem Urteil
an seiner bisherigen Rechtsprechung zur fachlich-inhaltlichen Weisungsunabhängigkeit der begutachtenden Ärzte der MEDAS, welche institutionell verankert ist, festhielt (BGE 137 V 210 E. 1.3.1). Die nach
Art.
6
Ziff.
1 EMRK vorausgesetzte Unabhängigkeit und Unparteilichkeit der betreffenden Gutachter
des
A._
ist somit gewähr
leistet.
6
.
1.3
Zum Zufallsprinzip bei der Vergabe der Aufträge ist auszuführen, dass
seit
2012 de
r
Artikel 72
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) in Kraft
ist
. Dieser Artikel s
tellt
sicher
, dass nur noch Gutachterstellen polydisziplinäre (Beteiligung von drei oder mehr Fachdisziplinen) medizinische Gutachten für die Invalidenversicherung erstellen dürfen, welche die Qualitätsanforderungen erfüllen, die in einer Vereinbarung mit dem Bundesamt für Sozialversiche
rungen (BSV) vorgesehen sind.
Dazu gehört auch
das
A._
.
Zudem wurde bundesrechtlich verankert, dass die Invalidenversicherung Auf
träge für polydisziplinäre Gutachten nach dem Zufallsprinzip zuzuweisen hat (
Art.
72
bis
Abs.
2 IVV).
Die Vergabe der polydisziplinären Gutachten erfolgt über die von der IV-Stellen-Konferenz Luzern betriebene webbasierte Plattform „
SuisseMED@P
“ (vgl. ww
w
.suissemedap.ch
)
.
Mit Mitteilung vom 29. Oktober 2013 informierte die IV-Stelle die Beschwerde
führerin, dass eine Expertise eingeholt werden soll
,
und gab ihr die vorgesehe
nen Fachdisziplinen und Gutachterfragen bekannt (Urk. 7/83).
In einem weiteren Schritt teilte die IV-Stelle der Beschwerdeführerin die mittels
Zufalls
zuweisung
(vgl. Urk. 7/85) zugeteilte Gutachterstelle und die Namen der Sachverständigen inklusive Facharzttitel mit (Urk. 7/86).
Damit hat die IV-Stelle die im Urteil des Bundesgerichts vorgeschriebenen Verfahrensschritte
befolgt
(BGE 137 V 210 E. 3.1)
. Anzufügen ist, dass d
ie Beschwerdeführerin
bei
keinem dieser Verfahrensschritte
Einwände vorgetragen
hatte
.
Somit
ist
der Anspruch
auf ein faires Verfahren im Sinne von
Art.
6
Ziff.
1 EMRK
gewahrt
und d
as
rechtliche Gehör im Sinne von
Art.
6
Ziff.
1 EMRK sowie
Art.
29
Abs.
2 BV
wurde
gewährt
.
6
.
2
6.2.1
Die von der Beschwerdeführerin in vielerlei Hinsicht beanstandete
A._
Exper
tise
als solche
(Urk. 7/95)
stützt
ihre
Beurteilung auf sämtliche
Vorakten
, auf die eigene persönliche Befragung der Beschwerdeführerin und die eigenen internistischen, orthopädischen, neurologischen und psychiatrischen Unter
suchungen vom 10. und
11. Juni 201
4.
Das polydisziplinäre Gutachten erfüllt sämtliche
rechtsprechungsgemässen
Kriterien der Beweistauglichkeit. Es ist für die strittigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berück
sichtigt die
g
eklagten Beschwerden und ist in Kenntnis der
Vorakten
abge
geben worden. Zudem sind die Ausführungen in der Beurteilung der medi
zinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen Situation einleuchtend und beinhalten begründete Schlussfolgerungen.
Das
A._
-Gutachten setzt sich mit den früheren Einschätzungen des Gesundheitszustands, insbesondere mit den Arztberichten der
Z._
und dem psychiatrischen Gutachten von Dr.
B._
vom 12. Juni 2009 auseinander.
Dass sich der psychische Gesund
heitszustand der Beschwerdeführerin seit der Begutachtung durch Dr.
B._
im Jahr 2009 wesentlich verbessert hat, erscheint aufgrund der unauffälligen psychopathologischen Befunde plausibel und nachvollziehbar.
6.2.2
Hinsichtlich der Dauer der psychiatrischen Untersuchung (
Urk.
1 S. 9) ist festzu
halten, dass es für den Aussagegehalt einer ärztlichen Stellungnahme
rechtspre
chungsgemäss
nicht auf die Dauer der Untersuchung ankommt. Massgeblich ist vielmehr, ob der Bericht inhaltlich vollständig und im Ergebnis schlüssig ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_252/2012 vom 7. September 2012
,
E. 8.2).
Indem sich der psychiatrische Gutachter eingehend mit den Beurteilungen der behan
delnden Ärzte auseinandersetzte und eine Anamnese erhob, liegen insgesamt keine konkreten Hinweise dafür vor, dass sich die Untersuchungsdauer negativ auf die Qualität des psychiatrischen Teilgutachtens ausgewirkt hätte. Konkrete Hinweise, die unter diesem Aspekt gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens sprechen, werden von der Beschwerdeführerin
auch
nicht genannt. Sie unter
liess es aufzuzeigen, inwiefern sich die angebliche kurze Untersuchungsdauer konkret negativ in der Qualität und der Aussagekraft des Gutachtens niederge
schlagen haben soll. Das Gutachten wurde daher auftragsgemäss und sorgfältig erstellt.
6.2.
3
Dem Vorbringen
der Beschwerdeführerin,
wonach es
ihr verweigert worden
sei
,
einen Vertrauensarzt zur Begutachtung beim
A._
mitzu
bringen
(Urk. 1 S. 10
), ist entgegen zu halten, dass
die Rechtsprechung einen Anspruch der Versicherten auf Begleitung durch eine Person ihres Vertrauens, zum Beispiel durch den behandelnden Arzt
,
verneint
(
BGE 137 V 210 vom 28. Juni 2011, E. 3.1.3.3,
BGE 132 V 4
4
3 vom 14. August 2006
, E. 3.
, E. 3.6
,
Urteil des Bun
desgerichts I 42/06 vom 26. Juni 2007, E. 4.5
).
Darin liegt keine Verletzung der Mitwirkungsrechte.
6.2.4
Insofern
die Beschwerdeführerin verlangt, es sei die Begutachtung beim
A._
aufzuzeichnen oder zu protokollieren,
ist wiederum
auf die
bundesge
richtliche
Rechtsprechung
zu verweisen (vgl. BGE 132 V 443 vom 14. August 2006
,
E. 3.6)
,
wonach der Anwalt kein Recht hat
,
bei der Untersuchung dabei zu sein. Dies schliesst auch aus, dass er
durch
Aufnahmen oder Protokollierungen Auskunft darüber erhält. Indem
die Möglichkeit besteht, sich zum
Gutachten
zu äussern
, ist das Akteneinsichtsrecht gewahrt. Soweit sich die Beschwerdeführe
rin
in dieser Hinsicht
auf
Art.
46 ATSG beruft, besteht kein Zusammenhang.
6
.
2.
5
Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin, d
as
A._
habe trotz
Gut
achtensauf
trag
keine
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (
EFL
)
vorgenommen und
es
habe sich nicht einmal dazu geäussert (Urk. 1 S. 9). Diesem Einwand ist entgegenzuhalten, dass ein
e
EFL nur beantragt wurde, falls
sie
notwendig sei (vgl. Urk. 7/86/1).
Indem das
A._
keine EFL durchführte und sich dazu nicht äusserte,
erachtete
es die EFL
als nicht notwendig.
RAD
Arzt,
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates FMH
,
äusserte sich in seiner Stellung
nahme
vom 16. Februar 2015
auch dahingehend
,
dass er eine EFL
nach dem Vorliegen des polydisziplinären Gutachtens
als
nicht zielführend erachte. Dies begründete er damit, dass
aufgrund der Äusserungen
des orthopädischen Teilgutachters
, welche
r
festhielt, dass die Beschwerden zwar durchaus nach
vollziehbar seien, jedoch von einer deutlichen nicht organischen
Beschwer
de
komponente
ausge
gangen werden müsse (vgl. Urk. 7/95/25)
,
sowie dass
allen
falls von einer Schmerzverarbeitungsstörung auszugehen sei
(Urk. 7/95/27),
eine ausreichend wahrscheinliche Aussagekraft der
EFL versicherungsmedizinisch in Zweifel gezogen
werde
(Urk. 7/114/2).
Die Ausführungen des RAD Arztes sind nachvoll
ziehbar, weshalb ihnen zu folgen ist.
6.3
Die dem polydisziplinären Gutachten zu entnehmende 90%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk. 7/95/33, vgl. Urk. 7/95/25
) ist aufgrund der gesundheitlichen Verbesse
rung nachvollziehbar.
Das
im
Gutachten
beschriebene
Belastungsprofil
(vgl. Urk. 7/95/32-33)
entspricht den von
Dr.
D._
gemachten Befunden
(vgl. Urk. 7/95/25-26)
.
Die Berichte der
Z._
(vgl. Urk. 7/72, Urk. 7/80)
stehen der Annahme einer 90%igen Arbeitsfähigkeit
in einer leidensangepassten Tätigkeit
nicht entgegen,
weil sie
keine Angaben
zu
r Arbeitsfähigkeit
in
einer
behinderungsangepasste
n
Tätigkeit
enthalten
.
Dieser 90%igen Arbeitsfähigkeit steht einzig der Bericht des Hausarztes, Dr.
C._
,
vom 31. Oktober 2014
entgegen
(vgl. Urk. 3/3)
.
Diesem
Arztbericht
kann
jedoch
schon
deshalb
nicht gefolgt werden,
weil
er nicht auf erhobenen Befunden beruht und
die genannte Arbeitsfähigkeit von 50 %
nicht nachvollziehbar ist
.
Zudem besitzt
Dr.
C._
weder einen Facharzttitel in Orthopädie noch in Psychiatrie, weshalb diesbezügliche Aussagen
zu relativieren sind und ihnen nicht zu folgen ist
.
Im Übrigen
ist
der vermehrten Müdigkeit und
den
Konzentrationsschwierig
keiten
im polydisziplinären Gutachten durch den vermehrten Pausenbedarf Rechnung getragen.
Demnach
ist dem polydisziplinären Gutachten vom
10. Juli 2014
folgend von einer 90%igen Arbeitsfähigkeit
auszugehen
und
es ist
auf das
im Gutachten
genannte Belastungsprofil
abzustellen
.
6.
4
Zusammenfassend
sind
weder formelle noch materielle
Gründe ersichtlich, wes
halb nicht auf das Gutachten de
s
A._
abgestellt werden soll. Mit dem
erlassenen psychiatrischen Gutachten von Dr.
F._
vom
10. Juli 2014
ist
davon auszugehen, dass eine
wesentliche
Besserung des
psychischen
Gesund
heitszustandes eingetreten ist
; der somatische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin hat sich nicht wesentlich verändert.
Die Beschwerdeführerin
ist unbestrittenermassen als zu 100
% im Erwerbsbereich Tätig
e
zu qualifizieren
.
Es ist daher von einer 90%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit, wie sie im Gutachten beschrieben wird, auszugehen.
7
.
7
.1
Es bleibt zu prüfen, wie sich die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit in erwerbli
cher Hinsicht auswirkt.
7
.2
7
.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrschein
lichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen).
7
.2.2
Bei der
Rentenzusprache
bemass
die Beschwerdegegnerin das
Valideneinkom
men
anhand der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE) 20
08
(vgl. Urk. 7/62/1) und rechnete den Betrag auf das Jahr 2014 hoch
(Urk. 2 S. 2)
. Dies tat sie,
weil aufgrund der Angaben im Auszug aus dem
I
ndividuellen Konto
(
IK-Auszug
,
vgl. Urk.
7
/
44
)
das zuletzt vor Eintritt des Gesundheitsschadens erzielte Einkommen als Schriftenmalerin zu lange zurücklag
.
Zudem stufte sie die
zwischenzeitlich ausgeübte Tätigkeit als
Mer
chandiserin
nicht
als auf
Dauer angelegt
ein
, sondern nur als
Zwischenver
dienst
. Dabei ging sie
von LSE TA7,
Ziff.
30,
vom Einkommensniveau 3, Berufs-
und Fachkenntnisse vorausgesetzt,
Dienstleistungen
im
Bereich
p
lanen, konstruieren, zeichnen und gestalten
,
aus
(Urk.
7
/
62
/
1
).
Da die IV-Stelle bereits beim Einkommensvergleich im Jahre 201
0
auf die LSE abgestellt hatte (vgl. Urk.
7
/
62
/
1-2
, Urk.
7
/
68
), ist den Ausführungen der IV
Stelle zu folgen und auch im vorliegenden Verfahren auf die LSE abzustel
len.
7
.2.3
Der standardisierte Monatslohn (Vollzeitäquivalent basierend auf 4 1/3 Wochen à 40 Arbeitsstunden) für den
Privaten Sektor und den öffentlichen Sektor (Bund) zusammen
, Position
30
„
Planen, konstruieren, zeichnen, gestalten
“, Niveau 3 „Frauen“, entspricht im Durchschnitt Fr.
5‘260
.-- (LSE 200
8
, TA
7
, S.
14
). Davon ist auszugehen (
vgl.
Urk.
7
/
62/1
). Dieser Betrag ist auf die im Jahr 2013 (Jahr 2014 ist nicht bekannt) betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,
7
Stunden hochzurechnen (Die Volkswirtschaft, 3/4-2015, Tabelle B 9.2) sowie an die Nominallohnentwicklung anzupassen (Bundesamt für Statistik [BFS], Schweizerischer Lohnindex nach Branche [Basis
1993
= 100; im Internet abrufbar unter http:/www.bfs.admin.ch], Nominallohnindex
1993-2014
, [T1
.93
],
Total Frauen
;
2008: 12
3
.
5
;
2014:
132.1
).
Daraus resultiert ein jährliches Brutto
einkommen von Fr.
7
0
‘
385
.-- (Fr.
5‘260
.-- x 12 : 40 x 41,
7
: 1
2
3.5
x 1
32
.1
).
7
.3
7
.3.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so
ist
nach der Rechtsprechung
ebenfalls auf die
Tabellenlöhne gemäss
LSE abzustellen
(BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
7
.3.2
Zur Berechnung des Invalideneinkommens
zog
die Beschwerdegegnerin
den Lohn für Hilfsarbeiten, Niveau 4 (Zentralwert Frauen) aus der
Lohnstrukturerhe
bung
2010, Tabelle
TA1, S. 27
,
Ziff.
45-96 hinzu
(Urk. 2 S. 2)
.
Dieser Vorge
hensweise ist zu folgen.
7
.3.3
Der standardisierte Monatslohn (Vollzeitäquivalent basierend auf 4 1/3 Wochen à 40 Arbeitsstunden) für einfache und repetitive Tätigkeiten (
Anforderungsni
veau
4) für Frauen betrug Fr.
4‘
20
6.--
. Dieser Betrag ist auf die im Jahr 2014 betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden hochzurechnen (Die Volkswirtschaft, a.a.O.) sowie an die Nominallohnentwicklung anzupassen (Bundesamt für Statistik [BFS], Schweizerische Lohnindex nach Branche [
2010
= 100; im Internet abrufbar], Nominallohnindex Frauen [T1.
2
.
10
], Total; 2010:
100
; 2014:
103.6
). Daraus resultiert ein jährliches Bruttoeinkommen von Fr.
54‘511.--
(
Fr.
4‘
20
6.-
- x
12
:
40 x 41,7 : 10
0
x 10
3
.
6
).
Bezogen auf ein 90%iges Arbeitspensum ergibt dies Fr. 49‘060.--.
Gründe für einen
leidensbe
dingten
Abzug sind nicht ersichtlich.
7
.4
Eine Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen ergibt einen
Invalidi
tätsgrad
von
3
0
% ([
Fr.
7
0
‘
38
5
.--
- Fr.
49‘0
60
.--
] :
Fr. 7
0
‘
38
5
.--
x 100), welcher
keinen Rentenanspruch
mehr
begründet
. Die
Beschwerdegegnerin hat die Rente daher zu Recht aufgehoben, die dagegen erhobene
Beschwerde ist
abzuweisen
.
8
.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Sie sind auf Fr.
8
00.--
festzusetzen
. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unter
liegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.