Decision ID: ec88a9b1-0637-4fd8-8007-f98ba6b9e8aa
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 24.01.2018 Art. 8 IVG, Art. 21 Abs. 2 IVG. Gesuch um mit E-Fix betriebenen Handrollstuhl. Rückweisung zur weiteren Sachverhaltsabklärung. Die teilweise Untauglichkeit des vorhandenen Elektrorollstuhls darf nicht automatisch zu einem Anspruch auf einen diese teilweise Untauglichkeit ausgleichenden E-Fix betriebenen Handrollstuhl führen. Da der vorhandene Elektrorollstuhl neu ist, sind Ausfallrisiko und Reparaturbedarf sehr niedrig, weshalb eine Zusprache des Handrollstuhls allein zur Deckung dieses Risikos unverhältnismässig erscheint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. Januar 2018, IV 2016/196).
Besetzung
Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug
und Karin Huber-Studerus; Gerichtsschreiberin Annemarie Haase
Geschäftsnr.
IV 2016/196
Parteien
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsdienst Inclusion Handicap, Grütlistrasse 20, 8002 Zürich,
gegen
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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
Gegenstand
Hilfsmittel (Handrollstuhl)
Sachverhalt
A.
A.a A._ litt an einer angeborenen spinalen Muskelatrophie (Geburtsgebrechen Nr.
383; vgl. IV-act. 126). Seit dem 1. Juni 1999 hatte sie einen Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung schweren Grades (IV-act. 163, 455). Sie besass stets einen
Elektrorollstuhl und einen Handrollstuhl; im Jahr 2006 wurde der ihr am 18. August
2000 zugesprochene Handrollstuhl Meyra Primus II mit E-Fix ausgestattet und die
dafür anfallenden Kosten von der IV-Stelle Thurgau übernommen (vgl. IV-act. 172, 204,
328, 371). Seit dem 3. September 2012 hatte sie einen Anspruch auf einen
Assistenzbeitrag von monatlich durchschnittlich Fr. 5'218.06. Dabei stufte die IV-Stelle
St. Gallen (nachfolgend IV-Stelle) die Versicherte bei der gesellschaftlichen Teilhabe
und Freizeitgestaltung sowie der beruflichen Tätigkeit auf dem regulären Arbeitsmarkt
bei Stufe 1 ein, da sie u.a. Hilfe bei der Überwindung architektonischer Barrieren mit
dem Rollstuhl benötige (IV-act. 486 S. 6 f., 512). Am 24. April 2015 verfügte die IV-
Stelle eine Kostengutsprache für einen neuen Elektrorollstuhl des Typs Swiss VIVA Plus
über Fr. 38'103.50, da der alte Elektrorollstuhl durch die häufige und intensive Nutzung
stark in Mitleidenschaft gezogen worden war (IV-act. 585, 590).
A.b Am 2. September 2015 beantragte die Versicherte einen neuen Handrollstuhl mit
E-Fix. Zur Begründung machte sie geltend, ihr jetziger, ebenfalls über einen E-Fix-
Antrieb verfügende Handrollstuhl Meyra Primus II sei weit über 10 Jahre alt und weise
deutliche Gebrauchsspuren auf. Aufgrund ihrer angeborenen Muskelkrankheit fehle ihr
die Kraft, einen Handrollstuhl ohne elektrischen Antrieb zu bewegen, sodass sie auf
eine elektrische Unterstützung angewiesen sei. Da sie voll berufstätig sei, müsse sie,
sollte ihr Elektrorollstuhl ausfallen oder in der Reparatur sein, auf einen Handrollstuhl
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mit E-Fix zurückgreifen können. Der elektrische Antrieb ermögliche ihr, ihren
Arbeitsplatz zu erreichen und ihre Berufstätigkeit auszuführen. Auch im Privaten
befähige sie E-Fix zur Teilnahme am sozialen Leben im öffentlichen Raum, da sie dann
auch kleine Hindernisse wie Stufen überwinden könne (IV-act. 594). Mit einem Zeugnis
vom 17. August 2015 bestätigte Dr. med. B._, Innere und Allgemeine Medizin FMH,
dass die Versicherte zusätzlich einen im Vergleich zum jetzigen Modell leichteren
Handrollstuhl mit Motorantrieb (E-Fix) benötige. Bei einem Ausfall ihres Elektrorollstuhls
könne sie einen Handrollstuhl aufgrund ihrer Krankheit nicht selbstständig bewegen
und auch ihr vollzeiterwerbstätiger Ehemann könne ihr dabei nicht behilflich sein. Der
alte Handrollstuhl mit E-Fix sei so kaputt, dass er eine Gefahr für die Versicherte
darstelle (IV-act. 596).
A.c Mit einem Vorbescheid vom 22. Januar 2016 teilte die IV-Stelle der Versicherten
mit, dass sie die Kostenübernahme für den beantragten Handrollstuhl ablehnen werde.
Zur Begründung führte sie aus, Hilfsmittel seien in einfacher und zweckmässiger
Ausführung abzugeben. Mit dem am 24. April 2015 zugesprochenen Elektrorollstuhl sei
die Versicherte ausreichend versorgt. Sollte sie für die Zeit, während der sich der
Elektrorollstuhl in Reparatur befinde, ein Ersatzhilfsmittel benötigen, werde ihr dieses in
der Regel von der reparierenden Stelle kostenlos zur Verfügung gestellt (IV-act. 609).
Dagegen liess die Versicherte am 11. Februar 2016 einwenden, sie sei zwar mit dem
Elektrorollstuhl für die Fortbewegung zu Hause und für ihre Erwerbstätigkeit
ausreichend versorgt, doch habe der Elektrorollstuhl ein ausserordentlich hohes
Eigengewicht und könne höhere Trottoirränder und Schwellen nicht überwinden.
Deshalb sei sie für die ausser Haus zu erledigenden Alltagsgeschäfte und in ihrer
Freizeit auf einen leichten Handrollstuhl mit Elektroantrieb angewiesen; sie habe ihren
Handrollstuhl mit E-Fix bisher auch entsprechend genutzt. Nur mit dem
zugesprochenen Elektrorollstuhl sei sie also nicht ausreichend versorgt. Sie habe den
Handrollstuhl denn auch nicht primär für die Überbrückung von Reparaturphasen des
Elektrorollstuhls, sondern für den täglichen ausserhäuslichen Gebrauch und die
Freizeitaktivität beantragt (IV-act. 610). Ergänzend hierzu liess sie am 8. März 2016
ausführen, dass ihr mit dem Elektrorollstuhl aufgrund des hohen Eigengewichts selbst
mit fremder Hilfe bei der Überwindung von kleineren Hindernissen oder einzelnen
Treppenstufen nicht geholfen werden könne. Den Alltag ausserhalb des Berufslebens
könne sie mit dem Elektrorollstuhl deshalb weder selbstständig noch mithilfe einer
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Drittperson bewältigen. Obwohl sie den Handrollstuhl nicht nur im Falle einer Reparatur
ihres Elektrorollstuhls benötige, sei festzuhalten, dass sie mit einem von der
Schellenberg, Kundert, Schwanden Rehab AG (Hersteller der Swiss VIVA
Elektrorollstühle, nachfolgend SKS) ersatzweise während der Reparatur abgegebenen
Standardmodell eines Elektrorollstuhls weder ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen noch
den Alltag bewältigen könne. Sie verspüre nämlich aufgrund ihrer Erkrankung bei den
kleinsten Positionsveränderungen im Sitz- und Rückenbereich bereits nach kurzer Zeit
derart starke Schmerzen, dass ein weiteres Sitzen unmöglich werde. Bei einem
Ersatzrollstuhl wären deshalb individuelle Anpassungen nötig, welche jedoch nicht
innert nützlicher Frist vorgenommen werden könnten (IV-act. 614).
A.d Am 20. Mai 2016 verfügte die IV-Stelle gemäss dem Vorbescheid. Zum Einwand
nahm sie dahingehend Stellung, dass der neue Elektrorollstuhl zur Erhaltung der
Selbstständigkeit im Aussen- sowie im Innenbereich mit langer Nutzungsdauer (über 12
Stunden) als ideales Hilfsmittel abgegeben worden sei. Trotz der bestmöglichen
Mobilitätsautonomie sei die Versicherte zur Arbeitsplatzüberwindung auf
Handreichungen angewiesen, welche täglich über den Assistenzbedarf und die
Hilflosenentschädigung berücksichtigt und finanziell abgegolten würden. Bei einem
Ausfall des Elektrorollstuhls am Arbeitsplatz wäre eine Mithilfe durch Dritte also
durchaus zumutbar. Eine zusätzliche Versorgung mit einem mit E-Fix betriebenen
Handrollstuhl könnte auch den Ausfall unterwegs nicht decken. Stattdessen sei in
derart seltenen Ausnahmefällen der C._-Taxidienst mit Ersatzrollstuhl in Anspruch zu
nehmen. Während grösserer Reparaturarbeiten stellten die Lieferanten Ersatzrollstühle
zur Verfügung. Zwar seien diese nicht immer optimal eingestellt, doch sei dies in
Anbetracht der kurzen Nutzungsdauer auch nicht nötig. Zudem seien der Offerte für
den Handrollstuhl vom 1. September 2015 ebenfalls keine aussergewöhnlichen
Anpassungen zu entnehmen. Da der Elektrorollstuhl für alle üblichen Wege sowohl im
Innen- als auch im Aussenbereich eingesetzt werden könne, sei die Notwendigkeit
einer zusätzlichen Versorgung also nicht ausgewiesen (IV-act. 616).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtete sich die Beschwerde der Versicherten
(nachfolgend Beschwerdeführerin) vom 15. Juni 2016. Diese liess die
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Kostengutsprache für einen Handrollstuhl mit E-Fix, eventualiter für einen Handrollstuhl
ohne E-Fix beantragen. Zur Begründung liess sie ergänzend zu ihren Äusserungen im
Rahmen des Vorbescheidsverfahrens ausführen, dass ihr bereits seit 1996 stets sowohl
ein Elektrorollstuhl als auch ein Handrollstuhl zur Verfügung gestellt worden sei. Im
Jahr 2006 sei ihr für ihren Handrollstuhl denn auch ein Elektro-Hilfsantrieb E-Fix
zugesprochen worden. Es treffe zu, dass der Elektrorollstuhl im Erwerbsbereich ideal
eingesetzt werden könne. Allerdings sei er mit einem Fangbolzen für die Auto-Fixierung
ausgerüstet, welcher die Standardbodenfreiheit von ursprünglich 5 cm beeinträchtige
und bereits bei Schwellen mit einer Höhe von 2 bis 3 cm bzw. bei Rampen mit einer
gewissen Steigung hängen bleibe. So seien das Überwinden von Trottoirrändern,
Tritten, Schwellen, Treppen und anderen Hindernissen sowie die Benutzung
öffentlicher Verkehrsmittel mit dem Elektrorollstuhl nicht möglich. Der Handrollstuhl mit
E-Fix lasse sich hingegen via Handgriff durch eine Hilfsperson nach hinten kippen,
weshalb sie nur mit diesem entsprechende Hindernisse bewältigen und damit an
Weiterbildungen, Schulanlässen, Betriebsausflügen und Klientenbesuchen sowie
diversen Freizeitaktivitäten teilnehmen könne (act. G 1). Die Beschwerdeführerin liess
ein Schreiben der SKS vom 14. Juni 2016 einreichen, in welchem der zuständige
Mitarbeiter u.a. erklärt hatte, dass der Swiss VIVA Elektrorollstuhl dank der überlegenen
Motorkraft und den grösseren Vorderrädern grundsätzlich grössere Schwellen (bis zu
5-6 cm) als ein Handrollstuhl mit E-Fix überwinden könne. Die Bodenfreiheit werde
jedoch im konkreten Fall durch den Arretierungsbolzen für die Fixierung des Rollstuhls
im Auto der Beschwerdeführerin auf 2-3 cm reduziert. Dabei sei zu beachten, dass das
hohe Eigengewicht des Elektrorollstuhls es Dritten verunmögliche, der
Beschwerdeführerin über Hindernisse hinwegzuhelfen. Im Übrigen könne eine
Anpassung des beantragten Handrollstuhls nicht im Voraus erfolgen, sondern müsse in
aufwendiger Arbeit vor Ort in engster Zusammenarbeit mit der Beschwerdeführerin
entstehen. Da der damit verbundene Hauptaufwand sich in den Arbeitsstunden und
nicht im Material niederschlage und da das gegenwärtige IV-Tarifsystem eine
Abbildung dieser Arbeiten nicht zulasse, seien sie in der Offerte nicht ersichtlich
gewesen (act. G 1.4). Weiter liess sie u.a. eine Auflistung von mit ihrem Elektrorollstuhl
unüberwindbaren Hindernissen einreichen (act. G 1.5 f.).
B.b In einer internen Notiz der IV-Stelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin) vom 5.
August 2016 wurde festgehalten, eine zusätzliche Versorgung in Form eines
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Handrollstuhls mit E-Fix für mögliche zukünftige Ausfälle des Elektrorollstuhls der
Beschwerdeführerin sei nicht angemessen. Zudem könne der bestehende
Elektrorollstuhl für alle üblichen Wege sowohl im Innen- als auch Aussenbereich
eingesetzt werden (IV-act. 627). Am 17. August 2016 nahm ein Mitarbeiter der
Fachberatung der Beschwerdegegnerin gegenüber dem zuständigen
Rechtsdienstmitarbeiter der Beschwerdegegnerin dahingehend Stellung, dass der
Elektrorollstuhl als ein ideales Gerät für den Aussen- und Innenbereich bezeichnet
worden sei, obwohl die mit dem fixen Bolzen einhergehende Einschränkung in der
Bodenhöhe bekannt gewesen sei. Sollte ein elektrisch verstellbarer Arretierungsbolzen
gewünscht werden, müsse ein entsprechender Antrag gestellt werden. Ein solcher
Wiederversorgungsantrag sei - im Gegensatz zu dem Antrag auf einen zusätzlichen
elektrobetriebenen Handrollstuhl - allenfalls einfach und zweckmässig. Zudem seien
Elektrorollstühle so konzipiert, dass ein Stossen durch Dritte im Falle eines
Motorversagens immer möglich sei. Eine elektrisch absenkbare Bolzenarretierung sei

nie in Erwägung gezogen worden, obwohl ein solcher Elektrorollstuhl (z.B. Swiss VIVA
Grand) durch die SKS angeboten werde. Alle Elektrorollstühle, egal ob aus der Swiss
VIVA Linie oder ein Handrollstuhl mit E-Fix, könnten lediglich kleinere Schwellen
überwinden. Ausserdem vermöge der Swiss VIVA Elektrorollstuhl dank seiner
Motorenkraft und den grösseren Vorderrädern gemäss den Angaben der SKS grössere
Schwellen als ein E-Fix betriebener Handrollstuhl zu überwinden, weshalb ein E-Fix-
Antrieb nicht zur Erhaltung der Selbstständigkeit führe, sondern mehr Dritthilfebedarf
generiere als der vorhandene Elektrorollstuhl mit 2-3 cm Bodenfreiheit. Ebenso wenig
könne die Versicherte mit einem E-Fix betriebenen Handrollstuhl eigenständig zur
Arbeit fahren, was demgegenüber mit dem Swiss VIVA möglich sei. Die
Beschwerdeführerin könne nicht erwarten, dass für sämtliche Wege im Privatbereich
eine Zugänglichkeit garantiert werde, da kein Anspruch auf eine optimale bzw.
bestmögliche Versorgung bestehe. Deshalb sei es der Beschwerdeführerin zumutbar,
sich an gut zugänglichen Orten mit üblich hohen Schwellen zu bewegen (IV-act. 628).
B.c Die Beschwerdegegnerin beantragte in ihrer Beschwerdeantwort vom 22. August
2016 die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie ergänzend zu ihren
Erwägungen in der Stellungnahme des Fachbereichs vom 10. Mai 2016 sowie der E-
Mail vom 17. August 2016 aus, dass mit der ausgerichteten Hilflosenentschädigung
und dem Assistenzbeitrag die gelegentliche Dritthilfe beim Bewegen des Rollstuhls
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bereits finanziell abgegolten werde. Die Beschwerdeführerin übersehe, dass kein
Anspruch auf die im Einzelfall idealste Hilfsmittelversorgung bestehe. Die Zusprache
eines zweiten Rollstuhls wäre nicht verhältnismässig, zumal am bereits vorhandenen
Elektrorollstuhl Anpassungen möglich seien (act. G 4).
B.d In ihrer Replik vom 7. September 2016 (recte: 31. August 2016) liess die
Beschwerdeführerin erklären, dass es einer von der Beschwerdegegnerin erwähnten
Dritt- oder Assistenzperson eben gerade nicht möglich sei, ihr in ihrem Elektrorollstuhl
über die im Alltag immer wieder anzutreffenden Hindernisse hinwegzuhelfen. Weiter sei
anzumerken, dass der Assistenzbeitrag im Umfang von 30,42 Stunden pro Monat für
die Assistenz in der Nacht und im Umfang von 109,83 Stunden pro Monat für die
Assistenz am Tag zugesprochen worden sei. Die tagsüber erbrachten
Assistenzleistungen würden vor allem durch die Dritthilfe bei der Körperpflege sowie
die Erledigung des Haushalts und von Botengängen ausgeschöpft. Es könne somit
keine Rede davon sein, dass durch die Hilflosenentschädigung und den
Assistenzbeitrag bereits eine dauernde Begleitung im Alltag und in der Freizeit
finanziert werde, so dass sich die Abgabe eines Handrollstuhls mit E-Fix erübrige (act.
G 6).
Erwägungen
1.
1.1 Versicherte Personen, die infolge einer Invalidität für die Fortbewegung, für die
Herstellung des Kontakts mit der Umwelt und für die Selbstsorge kostspieliger Geräte
bedürfen, haben im Rahmen einer vom Bundesrat aufzustellenden Liste ohne
Rücksicht auf die Erwerbsfähigkeit einen Anspruch auf ein solches Hilfsmittel (Art. 21
Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [SR 831.20; IVG]). Gemeint
ist damit natürlich nicht die Invalidität i.S. von Art. 8 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (SR 830.1; ATSG), also die teilweise
oder vollständige Unfähigkeit, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, sondern eine
leistungsspezifische Invalidität (vgl. Art. 8 Abs. 2 IVG), die durch Art. 21 Abs. 2 IVG
ganz eigenständig definiert wird. Sie besteht in einer durch eine
Gesundheitsbeeinträchtigung bewirkten Einschränkung bei der Wahrnehmung von drei
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essentiellen Bereichen der Lebensführung, nämlich der Mobilität, der Kommunikation
mit anderen Menschen und der Fähigkeit, die lebensnotwendigen Tätigkeiten wie
Nahrungszubereitung, persönlich Hygiene usw. selbständig auszuführen. Kann eine
versicherte Person eine Einschränkung durch ein bestimmtes Hilfsmittel ganz oder
teilweise überwinden, so liegt eine für dieses Hilfsmittel spezifische Invalidität vor. Der
Bundesrat hat die Pflicht, eine Liste der Hilfsmittel aufzustellen, an das zuständige
Departement delegiert (Art. 14 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung
[SR 831.201; IVV]). Dieses ist seiner Aufgabe mit dem Erlass der Verordnung über die
Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung (HVI), insbesondere durch die
eigentliche Hilfsmittelliste im Anhang zu dieser Verordnung, nachgekommen. Die
Hilfsmittelversorgung unterliegt den allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen gemäss
Art. 8 IVG (Geeignetheit, Erforderlichkeit, Eingliederungswirksamkeit; vgl. etwa BGE
122 V 212 E. 2c S. 214). Die Invalidenversicherung ist auch im Bereich der Hilfsmittel
keine umfassende Versicherung, die sämtliche durch die Invalidität verursachten
Kosten abdecken soll; das Gesetz will die Eingliederung lediglich soweit sicherstellen,
als diese im Einzelfall notwendig ist. Zudem muss der voraussichtliche Erfolg der
Eingliederungsmassnahme in einem vernünftigen Verhältnis zu ihren Kosten stehen
(Art. 8 Abs. 1 IVG; vgl. BGE 134 I 105 E. 3 S. 107 f. m. H.). Leistungen, die im Anhang
zur HVI aufgeführt sind, werden deshalb nur soweit erforderlich und lediglich in
einfacher und zweckmässiger Ausführung erbracht (Art. 21 Abs. 2 IVG; Art. 2 Abs. 4
HVI). Nach der Rechtsprechung bezieht sich die Notwendigkeit des Hilfsmittels auf die
konkrete Situation, in welcher die versicherte Person lebt (vgl. BGE 135 I 161 E. 5.1 S.
165 f.). Gemäss Art. 2 Abs. 3 HVI erstreckt sich der Leistungsanspruch auch auf das
invaliditätsbedingt notwendige Zubehör und auf die invaliditätsbedingt notwendigen
Anpassungen. Erlaubt es das Hilfsmittel in seiner Normal- bzw. Grundausstattung der
versicherten Person nicht, die hilfsmittelspezifische Invalidität zu überwinden, so ist
dem Leistungsanspruch erst mit dem notwendigen Zubehör oder mit einer
ausreichenden Anpassung Rechnung getragen. Das Zubehör bzw. die Anpassung
muss notwendig sein, um die ausreichende Nutzbarkeit des Hilfsmittels sicherzustellen,
darf den Grundsatz der einfachen und zweckmässigen Hilfsmittelversorgung aber nicht
verletzen.
1.2 Die spezifische Invalidität besteht im vorliegenden Fall in einem Bedarf nach einem
im Aussen- und im Innenbereich einsetzbaren Elektrorollstuhl, da die
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Beschwerdeführerin sowohl im Freien als auch in der Wohnung auf einen solchen
Rollstuhl angewiesen ist. Sie ist nämlich aufgrund ihrer Krankheit nicht dazu in der
Lage, einen Handrollstuhl manuell anzutreiben (vgl. IV-act. 596). Gemäss der Rz 2083
des Kreisschreibens über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung
(KHMI, Stand 2017) haben Versicherte einen Anspruch auf zwei Elektrorollstühle, wenn
sie erwerbstätig oder in Ausbildung sind und den einen Rollstuhl am Arbeits- bzw.
Ausbildungsplatz und den anderen im Wohnbereich benötigen. Da die
Beschwerdeführerin ihren aktuellen Elektrorollstuhl sowohl in ihrer Wohnung als auch
am Arbeitsplatz verwenden kann, hat sie die Notwendigkeit eines zweiten Rollstuhls
eingehend zu begründen. Dazu muss sie aufzeigen, dass ein ausgewiesener Bedarf
nach einem zweiten Rollstuhl besteht, sodass ein einziger Rollstuhl nicht genügt, um
die leistungsspezifische Invalidität zu kompensieren.
2.
2.1 Die Beschwerdeführerin hat zunächst geltend machen lassen, sie benötige einen
zweiten, im Aussenbereich einsetzbaren, leichten und elektrobetriebenen Handrollstuhl,
weil sie mit dem Elektrorollstuhl Swiss VIVA Plus aufgrund des durch den
Arretierungsbolzen bewirkten geringen Bodenabstandes von 2-3 (statt 5-6) cm diverse
Hindernisse wie Schwellen, Trottoirränder und steilere Rampen nicht überwinden
könne. Zudem sei es aufgrund des ausserordentlich hohen Leergewichts des
Elektrorollstuhls von 140 kg nicht möglich, diesen ein bis zwei Treppenstufen hoch-
oder herunterzutragen, was ebenfalls zu einer grossen Einschränkung im Alltag führe
(vgl. IV-act. 610, 614, act. G 1). Die Beschwerdegegnerin hat demgegenüber anführen
lassen, der Elektrorollstuhl mit fixem Bolzen zur Arretierung im Fahrerraum des Autos
der Beschwerdeführerin sei bei der Antragsstellung zur Erhaltung der Selbstständigkeit
im Aussen- sowie im Innenbereich mit langer Nutzungsdauer als ideales Hilfsmittel
angegeben worden. Eine elektrisch absenkbare Bolzenarretierung sei nie in Erwägung
gezogen worden und zudem könne ein E-Fix betriebener Handrollstuhl offenbar
weniger grosse Schwellen überwinden als ein Swiss VIVA Plus ohne
Arretierungsbolzen. Zur Erhaltung der Selbstständigkeit sei demnach ein E-Fix-Antrieb
nicht besser, da er insbesondere im Hinblick auf das Autofahren deutlich mehr
Dritthilfebedarf generiere als der vorhandene Swiss VIVA mit fixem Bolzen (IV-act. 616,
628).
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2.2 Die Beschwerdegegnerin hat also im Grunde genommen dahingehend
argumentiert, dass die Beschwerdeführerin mit einem Elektrorollstuhl mit einem
elektronisch verstellbaren Arretierungsbolzen flexibler wäre als mit einem E-Fix
betriebenen Handrollstuhl, weswegen ein solcher überflüssig wäre und lediglich mehr
nötige Dritthilfe generieren würde. Zunächst steht aufgrund der Akten fest, dass die
Beschwerdeführerin krankheitsbedingt zwingend auf einen Elektrorollstuhl angewiesen
ist (vgl. act. G 1.12, IV-act. 596). Dass ein Elektrorollstuhl, welcher nicht dazu in der
Lage ist, Bodenunebenheiten von etwas mehr als 2-3 cm zu überwinden, der
Beschwerdeführerin allein nicht dazu verhelfen kann, ihre hilfsmittelspezifische
Invalidität zu überwinden und ihren Arbeitsweg sowie die in der Freizeit
zurückzulegenden Strecken zu bewältigen, erscheint als nachvollziehbar. Hohe
Schwellen, die der Elektrorollstuhl der Beschwerdeführerin nur ohne Arretierungsbolzen
überwinden könnte (vgl. das Prospekt der SKS zu den Swiss VIVA Elektrorollstühlen:
<http://www.sks-rehab.ch/wp-content/uploads/2015/05/Prospekt-Swiss-
VIVAFamilie.pdf>), tauchen nämlich im Alltag häufig auf (vgl. act. G 1.5). Allerdings darf
die Wahl eines offenbar teilweise untauglichen Elektrorollstuhls nicht automatisch die
Zusprache eines die entsprechenden Mängel ausgleichenden Handrollstuhls mit E-Fix
zur Folge haben. Vielmehr hat die Beschwerdegegnerin zu prüfen, ob die auf 2-3 cm
beschränkte Bodenfreiheit des aktuellen Elektrorollstuhls des Typs Swiss VIVA Plus
allenfalls durch eine Modifikation des dafür verantwortlichen Arretierungsbolzens
wieder auf die ursprünglichen 5-6 cm erweitert werden kann. Sollte dies nicht möglich
sein, wäre abzuklären, ob ein anderer Elektrorollstuhl mit einem elektronisch ein- und
ausfahrbaren Arretierungsbolzen (wie beispielsweise der Swiss VIVA Grand, welcher
insgesamt sogar einen höheren Bodenabstand, nämlich 8 cm, böte) die Bedürfnisse
der Beschwerdeführerin ebenso zu decken vermag wie der aktuelle Elektrorollstuhl
Swiss VIVA Plus. Dabei ist zu beachten, dass die Beschwerdeführerin mit einem neuen
Elektrorollstuhl, wie zum Beispiel den im Vergleich zum Swiss VIVA Plus etwas breitere
Swiss VIVA Grand, auch in den Räumen ihrer Wohnung und an ihrem Arbeitsplatz
weiterhin über die nötige Flexibilität und Bewegungsfreiheit verfügen müsste.
2.3 Sollte sich herausstellen, dass entweder der Umbau des aktuellen Elektrorollstuhls
oder ein Austausch gegen einen gleichwertigen Elektrorollstuhl mit einem elektronisch
verstellbaren Arretierungsbolzen möglich bzw. zumutbar ist, könnte die
Beschwerdeführerin mit ihrem Elektrorollstuhl Hindernisse bis zu 5-6 cm (bzw. mit dem
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Swiss VIVA Grand gar bis zu 8 cm) überwinden. Nach Angaben der SKS können mit
einem mit E-Fix betriebenen Handrollstuhl nur weniger hohe Hindernisse selbstständig
überwunden werden (act. G 1.4). Strittig ist hingegen noch, ob es möglich ist, die
Elektrorollstühle Swiss VIVA bei Bedarf manuell durch Drittpersonen über ein Hindernis,
welches ausnahmsweise nicht überwunden werden kann (Treppenstufen zählen nicht
dazu), zu manövrieren (act. G 1.4, IV-act. 628, vgl. auch Prospekt der SKS zu den
Swiss VIVA Elektrorollstühlen). Dies hat die Beschwerdegegnerin in Erfahrung zu
bringen. Insgesamt dürfte wohl mit einem Elektrorollstuhl, der Bodenunebenheiten von
5-6 cm bzw. bis zu 8 cm zu überwinden vermag, insbesondere im Hinblick auf die
Möglichkeit, mit diesem auch Auto zu fahren, in allen Lebensbereichen eine weitaus
höhere Flexibilität und Eigenständigkeit gegeben sein als mit einem Handrollstuhl mit
E-Fix, mit dem bereits bei weniger als 5 cm grossen Schwellen Probleme auftreten.
Deshalb dürfte grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass die
Beschwerdeführerin mit einem einzelnen Elektrorollstuhl der beschriebenen Art
zweckmässiger versorgt wäre als mit dem durch den Arretierungsbolzen stark
eingeschränkten aktuellen Elektrorollstuhl Swiss VIVA Plus und einem weitere Dritthilfe
generierenden Handrollstuhl mit E-Fix-Antrieb.
3.
Weiter hat die Beschwerdeführerin geltend machen lassen, sie benötige den E-Fix
betriebenen Handrollstuhl für den Fall, dass ihr Elektrorollstuhl ausfalle oder repariert
werden müsse. In Bezug auf einen Ausfall oder eine notwendige Reparatur des
Elektrorollstuhls ist es zwar nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin
krankheitsbedingt darauf angewiesen ist, einen im Sitz- und Rückenbereich speziell für
sie angefertigten Elektrorollstuhl benutzen zu können (vgl. act. G 1.12). Sollte ihr
Elektrorollstuhl jedoch unterwegs ausfallen, hätte sie keine Möglichkeit, direkt auf ihren
E-Fix betriebenen Handrollstuhl zuzugreifen, da sie diesen aufgrund seiner Grösse
nicht ständig mit sich führen kann. Betreffend den Reparaturbedarf ist festzuhalten,
dass der Beschwerdeführerin die Kostenübernahme für den Elektrorollstuhl Swiss VIVA
Plus am 24. April 2015 zugesprochen wurde. Der Elektrorollstuhl der
Beschwerdeführerin ist also neu und lässt deshalb aktuell eine sehr geringe
Reparaturfrequenz erwarten. Dasselbe wäre anzunehmen, wenn der Elektrorollstuhl
Swiss VIVA Plus aufgrund des in E. 2 Gesagten gegen einen anderen, ebenfalls neuen
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Elektrorollstuhl ausgetauscht würde. Ebenfalls ist wohl nicht zu erwarten, dass
anfallende Reparaturen eines neuen Elektrorollstuhls mehr als ein oder zwei Tage
dauern. Deshalb wäre die Zusprache eines zusätzlichen, massgefertigten
Handrollstuhls mit E-Fix allein zur Deckung des sehr geringen Risikos eines Ausfalls
ihres an ihre Bedürfnisse angepassten Elektrorollstuhls oder einer nötigen Reparatur
unverhältnismässig.
4.
Sollten die Sachverhaltsabklärungen der Beschwerdegegnerin ergeben, dass weder ein
Umbau des vorhandenen Elektrorollstuhls möglich noch ein Umtausch gegen einen
anderen Elektrorollstuhl zumutbar ist, da dies für die Beschwerdeführerin zu nicht
hinnehmbaren Einschränkungen führen würde, so wäre wohl in der Tat anzunehmen,
dass die Beschwerdeführerin zusätzlich zu ihrem Elektrorollstuhl auf einen E-Fix
betriebenen Handrollstuhl angewiesen wäre. Es ist nämlich auch für Rollstuhlfahrer
unabdingbar, Hindernisse überwinden zu können, die höher als 2-3 cm sind, auch
wenn sie dazu die vom Assistenzbeitrag und der Hilflosenentschädigung gedeckte
Dritthilfe in Anspruch nehmen müssen.
5.
5.1 Da sich der Sachverhalt als ungenügend abgeklärt erwiesen hat, ist die Verfügung
vom 20. Mai 2016 in Verletzung der Untersuchungspflicht (Art. 43 Abs. 1 ATSG)
ergangen und deshalb als rechtswidrig aufzuheben. Da es nicht die Aufgabe des
Versicherungsgerichtes sein kann, ein Versäumnis hinsichtlich der ureigensten Aufgabe
der Beschwerdegegnerin, nämlich der Sachverhaltsabklärung, nachzuholen, ist die
Sache zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Sie hat in
Erfahrung zu bringen, ob der Arretierungsbolzen des aktuellen Elektrorollstuhls der
Beschwerdeführerin so umgebaut werden kann, dass die Bodenfreiheit wieder auf bis
zu 5-6 cm erhöht werden kann, oder ob es der Beschwerdeführerin zumutbar ist, ihren
aktuellen Elektrorollstuhl gegen einen solchen mit einem elektronisch ein- und
ausfahrbaren Arretierungsbolzen zu ersetzen. Ausserdem hat sie abzuklären, ob ein
Elektrorollstuhl Swiss VIVA notfalls auch durch eine Drittperson manövriert werden
kann. Erst wenn all diese Fragen beantwortet worden sind, wird die
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Beschwerdegegnerin den Anspruch auf einen Handrollstuhl mit E-Fix überprüfen
können.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Praxisgemäss ist die
Rückweisung der Sache zur ergänzenden Abklärung und neuen Beurteilung an die
Verwaltung als volles Obsiegen der Beschwerdeführerin zu werten (BGE 132 V 215 E.
6.2). Dementsprechend ist die Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- vollumfänglich der
Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist
der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.
5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Auch hier gilt, dass eine Rückweisung zur
weiteren Abklärung als volles Obsiegen der beschwerdeführenden Partei zu betrachten
ist. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75)
pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Die Rechtsvertreterin hat keine Honorarnote
eingereicht. Im hier zu beurteilenden Fall erscheint der Vertretungsaufwand aufgrund
des doppelten Schriftenwechsels, der Einholung der Stellungnahmen von der SKS
sowie die Erstellung diverser Fotos zur Veranschaulichung der mit der geringen
Bodenfreiheit einhergehenden Problematik im Alltag der Beschwerdeführerin leicht
überdurchschnittlich. Da die Rechtsvertreterin jedoch weniger Akten zu studieren hatte,
als in einem durchschnittlichen IV-Fall, erscheint dennoch eine durchschnittliche
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
angemessen.