Decision ID: 336603af-d4ce-44d0-83fd-bd806354a3fa
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.
1
X._
, geboren
1966,
war seit dem
5.
März
1984
bei der
Z._
tätig,
zuletz
t als Betriebsfachmann Logistik
(
Urk.
9/16
Ziff.
2.1,
Ziff.
2.7
). Unter Hinweis auf
einen am
4.
Januar 2013 erlittenen Hirnschlag
wurde der
Versicherte am
5.
Februar 2013
durch seine Ehefrau
bei der Invalidenversiche
rung zum Leistungsbezug an
gemeldet
(
Urk.
9/2
Ziff.
6.2
). Die
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinisc
he und erwerb
liche Situation ab und sprach dem Versicherten mit Verfügung
en
vom
2
1.
März und
9.
April 2014 ab dem
1.
Januar 2014 eine ganze Invalidenrente zu (
Urk.
9/
51,
Urk.
9/56
).
1.2
Nach Einwand des Versicherten
vom 2
5.
März 2014 (
Urk.
9/53)
auf den Vorbe
scheid vom 2
6.
Februar 2014 (
Urk.
9/49)
,
mit welchem in Aussicht gestellt wurde, dass kein Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
bestehe,
veranlasste die IV-Stelle eine Abklärung für
Hilflosenentschädigung
für Erwachsene, über welche am 2
7.
Mai 2014 Bericht erstattet wurde (
Urk.
9/60 =
Urk.
3).
Nach
durchgeführt
em
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
9/64
,
Urk.
9/67
) verneinte
die
IV-Stelle mit Verfügung vom
5.
August 2014 einen Anspruch des Versicherten auf
Hilflosenentschädigung
(
Urk.
9/72 =
Urk.
2).
2.
Der
Versicherte erhob am 2
9.
August 2014
Beschwerde gegen die Verfügung vom
5.
August 2014
(
Urk.
2) und beantragte, es sei ihm
eine
Hilflosenentschä
digung
leichten Grades
zuzusprechen
(
Urk.
1 S. 2
).
Am 1
8.
September 2014 (
Urk.
6) reichte der
Versicherte
weitere medizinische Berichte (
Urk.
7/1-2) ein.
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
6.
Oktober 2014
(
Urk.
8
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer
mit
Gerichts
verfügung
vom
7.
November 2014
zur Kenntnis gebracht
. Im Weiteren wurde er darauf hingewiesen, dass das Gericht die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels für nicht notwendig erachte, es ihm jedoch unbenommen sei, nochmals Stellung zu nehmen und weitere Berichte einzureichen (
Urk.
10
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
42
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (
Art.
13
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
) in der Schweiz, die hilflos (
Art.
9 ATSG) sind, Anspruch auf eine
Hilflo
senentschädigung
. Vorbehalten bleibt Artikel 42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit
für alltägliche
Lebens
verrichtungen
dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung
be
darf (
Art.
9 ATSG). Im Bereich der Invalidenversicherung gilt auch eine Person als hilflos, welche zu Hause lebt und wegen der gesundheitlichen Beeinträchti
gung dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (
Art.
42
Abs.
3 Satz 1 IVG;
Art.
38
der Verordnung über die Invalidenversicherung; IVV
).
Pra
xisgemäss
(BGE 121 V 88 E. 3a mit Hinweisen) sind die folgenden sechs
alltäg
lichen Lebensverrichtungen massgebend (BGE 127 V 94 E. 3c, 125 V 297 E. 4a):
Ankleiden, Auskleiden;
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
Essen;
Körperpflege;
Verrichtung der Notdurft;
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme
.
1.2
Art.
37 IVV sieht drei Hilflosigkeitsgrade vor. Gemäss
Abs.
3 dieser Bestimmung gilt die Hilflosigkeit als leicht,
wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln
:
in
mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erhebli
cher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist
;
einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;
einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwen
digen Pflege bedarf;
wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Drit
ter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder
dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Artikel 38 angewie
sen ist.
1.3
Bei Lebensverrichtungen, welche mehrere Teilfunktionen umfassen, ist nach der Rechtsprechung (BGE 117 V 148 E. 2 mit Hinweisen) nicht verlangt, dass die versicherte Person bei der Mehrzahl dieser Teilfunktionen fremder Hilfe bedarf;
vielmehr ist bloss erforderlich, dass sie bei einer dieser Teilfunktionen regel
mässig in erheblicher Weise auf direkte oder indirekte Dritthilfe angewie
sen ist.
In diesem Sinne ist die Hilfe beispielsweise
beim Essen
b
ereits erheblich
, wenn die versicherte Person zwar selber essen, die Speisen aber nicht zerklei
nern kann, oder wenn sie die Speisen nur mit den Fingern zum Mund führen kann (BGE 106 V 153 E. 2b)
.
1.
4
Gemäss
Art.
42
Abs.
4 IVG richtet sich der Anspruchsbeginn einer
Hilflosenent
schädigung
nach der Vollendung des ersten Lebensjahres nach Art. 28
Abs.
1
lit
. b IVG. Gemäss Randz
iffer 8092 des ab 1. Januar 2014
geltenden
Kreis
schrei
bens
des Bundesamtes für Sozialversicherung über Invalidität und Hilflo
sigkeit in der Invalidenversicherung (KSIH) entsteht der Anspruch grundsätzlich nach dem Ablauf des Wartejahres in sinngemässer Anwendung von
Art.
28
Abs.
1
lit
.
b IVG.
Die Regeln über die Entstehung des Rentenanspruchs nach
Art.
29
Abs.
1 IVG sind hier nicht anwendbar. Diese Verwaltungsweisung ist
gesetzes
konform
und daher auch für das Gericht anwendbar (BGE 137 V 351 E.
5.1).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
verneinte in ihrer
Verfügung (
Urk.
2)
einen Anspruch auf
Hilflosenentschädigung
damit,
der Beschwerdeführer habe b
ei der
Abklä
rung am Telefon und auch
anlässlich
der Abklärung bei
ihm zuhause
berich
tet, er sei im Bereich
„
Essen
“
selbständig
, mit den genannten Einschränkungen. Es handle sich nicht um eine vollständige Lähmung der rechten Han
d, so führe er die Maus am
Comput
er mit seiner rechten Hand
(S. 3 Mitte) und
er
könn
t
e sich gewisser Hilfsmittel für den Alltag bedienen
, wie zum Beispiel ein
es
Fix-Brett
es
mit nach unten drehbarem Dorneinsatz
,
Saugnäpfen und Klemmplatte,
eines
rutschfesten Brett
es
oder eine
s
Tellerrand
es
(S. 3 oben)
.
Es sei zudem nicht erforderlich,
jeden Tag ein Stück Fleisch zu zerschneiden, zumal es heute angepasste Speisen gebe
. Das Rüsten von rohem Gemüse falle nicht in den Bereich der
Hilflosenentschädigung
,
und es sei nicht erfo
r
derlich, das Messer mit der kranken Hand zu führen.
Damit sei
en
weder die
gemäss
Randziffer 8025
KSIH
geforderte
Regelmässigkeit
noch die Erheblichkeit der Dritthilfe
nach
R
and
z
iffer 8026
KSIH
erfüllt.
Nach
Randziffer 8013
KSIH
begründe e
ine blosse Erschwerung oder Verlangsamung bei der Vornahme von
Lebensvorrichtungen grundsätzlich keine Hilflosigkeit.
In medizinischer Hin
sicht sei
auf den
Bericht von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allge
mein
medizin,
vom 2
1.
November 2013 verwiesen
, wonach sich die Funktion der rechten Hand verbessert habe
und der Zustand besserungsfähig sei
(S. 3
Mitte
)
.
2
.
2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend, seit seiner schlagartigen Erkrankung sei seine rechte Körperhälfte stark beein
trächtigt (Hemiparese). Insbesondere der gesamte rechte Arm und die Hand-
und
Fingerfunktionen seien nach wie vor sehr eingeschränkt. Dies führe dazu, dass
er im Lebensbereich Essen auf die Hilfe von Drittpersonen angewiesen sei (S. 4
Ziff.
5).
Indem er Besteck mit verdicktem Griff einsetze, komme er seiner
Scha
denminderungspflicht
nach (S. 4
Ziff.
6).
Vor allem den Teilbereich „Zerkleinern von Speisen“ könne er wegen der sehr eingeschränkten Arm- und Handfunktion nicht selbst vornehmen. Di
e
s gelte beim Zerschneiden von Fleisch, jedoch auch bei sämtlichen anderen Speisen, die eine Messerführung mit der rechten Hand bedürften, so auch beim Bestrei
chen eines Butterbrotes oder beim Schneiden
von hartem Gemüse
.
Er sei erst daran zu üben, die Computermaus mit der rechten Hand zu führen
,
und das Führen einer Computermaus sei nicht mit dem Schneiden eines Stücks Fleisches vergleichbar (S. 4 f.
Ziff.
7).
Er könne die
rechte Hand gar nicht so einsetzten, dass er die Nahrung mundgerecht zerkleinern könn
t
e. Er benötige täglich Hilf
e
, womit die Regelmässigkeit der Hilfsbedürftigkeit ausgewiesen sei
.
Da es sich hierbei um eine basale Lebensverrichtung handle, müsse die Hilfe
stellung
auch als erheblich im Sinne des
KSIH gelten (S. 5
Ziff.
8).
Dem Bericht des Facharztes
Prof.
Dr.
med.
B._
,
Leitender Arzt der Klinik für Neu
rologie,
C._
,
vom Oktober 2013 sei zu entnehmen, dass die Handfunktion noch stark eingeschränkt sei
(S. 6 Ziff.
9
10)
.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer
Anspruch auf eine
Hilflo
senentschädigung
wegen
leichter Hilflosigkeit
nach
Art.
37
Abs.
3
lit
. a IVV
hat,
und in diesem Zusammenhang insbesondere die Frage, ob
er neben dem
aner
kannten
Bereich
„
An- und
Aus
kleiden
“
auch im Bereich
„
Essen
“
Hilfe benötigt.
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Anspruch des Beschwerdeführers auf
Hilflosenentschädigung
unter Hinweis auf den Abklärungsbericht für
Hilflo
sen
entschädigung
für Erwachsene
vom Mai 2014 (
Urk.
9/60)
,
wonach lediglich
der Bereich
“
An- und
Auskleiden
“
anerkannt, der Beschwerdeführer in allen ande
ren alltäglichen Lebensbereichen
jedoch
für selbständig befunden wurde (vor
ste
hend E. 2.1
, vgl.
Urk.
8
).
Im Abklärungsbericht
vom Mai 2014
wurde zur Verrichtung „Essen“ ausgeführt, der Beschwerdeführer vermöge
mit seiner linken Hand die Gabel
zu
führen und normale Speisen
zu
essen. Fleisch müsse ihm seine Frau zerkleinern. Trotz
dickem Gabelgriff könne er die Gabel nicht in die rechte Hand nehmen und genügend Kraft aufbringen, um die Hand als Stützhand einzusetzen
. Er sei dies am ü
ben (
Urk.
9/60 S. 3 Mitte).
Nach der Auffassung der Besc
hwerdegegnerin vermag dies
keine Hilfsbedürftig
keit im
Bereich
„
Essen
“
zu begründen, da es dem
Beschwerdeführer
mit entspre
chenden
Hilfsmittel
möglich sei, die Speisen selbständig zu zerkleinern und es auch nicht erforderlich sei,
jeden Tag ein Stück Fleisc
h zu zerschneiden,
zumal es auch angepasste Speisen gebe.
Auch sei es nicht notwendig, das Messer
mit der kranken Hand zu führen und diese
sei
auch nicht vollständig gelähmt (vor
stehend E. 2.1).
3
.2
Vorab ist b
etreffen
d die
Vorbringen der Beschwerdegegnerin, dass die
rechte
Hand des Beschwerdeführers nicht vollständig gelähmt sei
,
und er beispiels
weise die Computermaus mit der rechten Hand führen könne
,
dem Beschwer
deführer beizupflichten, dass es sich bei der
Bewegung vom Zerschneiden von Speisen
um eine komplett andere handelt, als beim Führen einer Computermaus. Zudem führte der Beschwerdeführer im Rahmen der Abklärung lediglich aus, er
versuche die Maus mit der rechten Hand zu führen (vgl.
Urk.
9/60 S. 4 unten).
Prof.
B._
(vorstehend E. 2.2)
bestätigte
in seinem Bericht vom 2
8.
August 2014 (
Urk.
7/2) eine
nach wie vor bestehende
hochgradige Lähmung des rechten Armes
des Beschwerdeführers und dass d
ie Hand
nicht funktionsfähig
sei. Allenfalls könne der Beschwerdeführer
die Finger zur Faust schliessen, aber nicht öffnen.
Dies geht
so
auch aus dem Bericht von
D._
, Leiterin
der
E._
,
vom
8.
September 2014 (
Urk.
7/1) hervor, welche die Handmotorik als unverändert geblieben beschrieb und ausführte, dass eine aktive Streckung der Finger und des Handgelenkes nach wie vor nicht möglich sei (S. 1 Mitte). So könne
d
er
Beschwerdeführer
seine Hand nicht aktiv öffnen
, um zum Beispiel ein Objekt zu greifen. Dies sei nur möglich mit der Unterstüt
zung seiner linken Hand. Oft krallten sich die Finger rasch wieder und die
Hal
tefunktion
lasse nach und er verliere das Objekt. Zusätzlich mache es die feh
lende aktive Aufrichtung des Unterarmes problematisch, einen Gegenstand zu transportieren, zum Beispiel ein Gl
as vom Tisch zum Mund zu führen
(S. 1 unten). Es sei ihm nicht möglich,
bimanuell
zu essen. Das Schneiden mit dem Messer rechts, das Schreiben, das Bedienen des Computers und das Führen des Haushaltes seien Aufgaben, die sehr problematisch oder sogar unmöglich seien (S. 2).
Die Beschwerdegegnerin verwies ihrerseits
in medizinischer Hinsicht
betreffend den Zustand der rechten Hand auf den Bericht des Hausarztes
Dr.
A._
(vorstehend E. 2.1)
vom 2
1.
November 2013
(
Urk.
9/31/1-5). Dieser hielt entge
gen den Ausführungen der Beschwerdegegnerin jedoch lediglich fest, dass der Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt immer noch schwer behindert sei
(
Ziff.
1.4). D
i
e von der Beschwerdegegnerin in der
angefochtenen
Verfügung
aufgeführten Zitate
zur Funktionsfähigkeit der rechten Hand stamme
n hinge
gen
aus dem
Austrittsbericht der Rehaklinik
F._
vom 2
2.
Mai 2013 (
Urk.
9/31/6-10) wobei sich gemäss dem
Bericht
vom April 2013 von
Dr.
med.
G._
, Fachärztin für Neurologie, Rehaklinik
F._
,
eine
zunehmende
Handfunktion
gezeigt habe und weitere Fortschritte zu erwarten seien, indes
ihren Ausführungen zur bisherigen Tätigkeit auch zu ent
nehmen ist, dass der Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt die rechte obere Extremität noch nicht als Hilfshand einsetzen konnte (vgl.
Urk.
9/13/1-4
Ziff.
1.4 und
Ziff.
1.7)
.
Daraus kann keine genügende Funktionsfähigkeit der
rechten Hand abgeleitet werden.
Vorliegend benützt der Beschwerdeführer bereits Besteck mit verdicktem Griff
(vgl.
Urk.
9/60 S. 3 Mitte)
und damit ein Hilfsmittel
. Die von der
Beschwerde
gegnerin
genannten Hilfsmittel wie ein Fix-Brett mit nach unten drehbarem Dorneinsatz, Saugnäpfen und eine Kle
mmplatte sowie einen Tellerrand,
vermö
gen die Erheblichkeit der benötigten Hilfe i
m
Sinne der Randziffer 8026 KSIH nicht zu entkräften, handelt es sich dabei doch um eine unüb
liche Art und Weise
,
Nahrung zu z
erkleinern.
Auch
können
die
Einschränkungen des Beschwerdeführers nicht
als eine
blosse Erschwerung oder Verlangsamung gemäss Randziffer 8013 KSIH
gewertet wer
den
, sondern das Zerschneiden von
härteren Speisen
ist dem Beschwerdeführer aufgrund der massiv eingeschränkten Funktionsfähigkeit der rechten Hand res
pektive des rechten Armes
schlichtweg
nicht möglich.
3
.
3
Die Beschwerdegegnerin
machte weiter geltend
, es sei nicht nötig, dass der Beschwer
deführer jeden Tag ein Stück Fleisch zerkleinere und verwies auf ange
passte Nahrungsmittel.
Der Beschwerdeführer
brachte jedoch vor
, dass es ni
cht bloss um Fleisch gehe, das z
erkleinert werden müsse, sondern er generell keine
härteren
Speisen zerkleinern könne, was so auch aus der medizinischen Akten
lage hervorgeht.
Der Verzicht auf
Speisen, die bei Tisch mit dem Messer zerkleinert werden müs
sen, übersteigt das Zumutbare eindeutig.
D
as Bundesgericht
hat
unter Hinweis auf seine f
rühere Rechtsprechung und auf Randziffer
8018 KSIH bestätigt, dass die Hilfsbedürftigkeit im Bereich „Essen“ gegeben ist, wenn die versicherte Person ohne Hilfe Dritter keine normal zubereitete Nahrung zu sich nehmen kann, und hat im konkreten Fall festgehalten, dem Leistungsansprecher könne nicht zugemutet werden, ausschliesslich zerkleinerte Lebensmittel einzukaufen
oder nur Menüs auszuwählen
,
die er ohne Dritthilfe essen könne (Urteil des Bundesgerichts 8C_728/2010 vom 2
8.
Januar 2011, E. 2.4).
Auch in dem vom Beschwerdeführer genannten Urteil des Bundesgerichts wurde das Urteil der kantonalen
Instanz
bestätigt, welches
die
Erheblichkeit und Regel
mässigkeit der Dritthilfe bei mangelnder Fähigkeit zum Zerkleinern von
B
rot und Fleisch bejaht hatte. Auch in diesem Fall konnte
nur eine Hand
beim Zerschneiden von Speisen
ungehindert ein
ge
setz
t
werden
(
vgl.
Urteil des Bun
desgerichts 9 C_453/2010 vom
3.
September 2010 E. 2.2.1-2)
.
Zusammenfassend ist demnach aufgrund der massiv eingeschränkten Funk
tions
fähigkeit der rechten Hand des Beschwerdeführers eine Hilflosigkeit im Teilbereich Zerkleinern von Nahrung
gegeben
.
3.4
Nach dem Gesagten ist der Beschwerdeführer
demnach
in
zwei
alltäglichen Lebensverrichtungen in rechtserhebli
cher Weise auf Hilfe angewiesen, wonach ein Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
für eine Hilflosigkeit
leichten
Grades
gestützt auf
Art.
37
Abs.
3
lit
. a IVV
ausgewiesen
ist
.
Der Anspruch auf
Hilflosenentschädigung
entsteht gemäss Randziffer 8092 KSIH in analoger Anwendung von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG
und damit
nach Ablauf des
Wartejahres (vgl. vorstehend
E. 1.
4
).
Die angefochtene Verfügung vom
5.
August 2014
ist demnach aufzuheben und es wird festgestellt
, dass der Beschwerdeführer ab dem
1.
Januar
201
4
Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
für eine Hilflosigkeit
leichten
Grades hat.
4.
4.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
4.2
Nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das
Sozial
ver
sicherungsgericht
hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person An
spruch auf den vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Be
deutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitauf
wand und den Barauslagen festzusetzenden Ersatz der Parteikosten. Unter Be
rücksich
tigung dieser Grundsätze ist dem Beschwerdeführer
eine
Prozessentschädigung von Fr. 1'7
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzu
sprechen
.