Decision ID: e0931b4b-6786-482b-ae0d-369eb3638c47
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 22.12.2017 Art. 17 Abs. 2 ATSG i.V.m. Art. 25 Abs. 1 lit. c ELV, Art. 11 Abs. 1 lit. a ELG, Art. 11 Abs. 3 lit. a ELG, Art. 14a ELVSchwankende Erwerbseinkommen sind monatlich anzupassen, wofür stets der Lohn des Vormonats zu berücksichtigen ist. Dasselbe gilt für Berufsauslagen. Rückweisung zur weiteren Sachverhaltsabklärung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. Dezember 2017, EL 2016/35).
Entscheid vom 22. Dezember 2017
Besetzung
Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-
Studerus; Gerichtsschreiberin Annemarie Haase
Geschäftsnr.
EL 2016/35
Parteien
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
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St.Galler Gerichte
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse, Brauerstrasse
54, Postfach, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
Gegenstand
Ergänzungsleistung zur IV
Sachverhalt
A.
A.a A._ bezog seit November 2011 Ergänzungsleistungen zu seiner IV-Rente (act. G
6.1/28). Gemäss einem Lohnausweis hatte der Versicherte im Jahr 2011 Fr. 606.-- bei
B._ verdient (act. G 6.1/42). Ab Oktober 2012 arbeitete der Versicherte zudem bei
der C._ AG zu einem Stundenlohn von Fr. 16.80 (act. G 6.1/15, 21 S. 3). Weil die
monatlichen Löhne des Versicherten stark schwankten, rechnete die EL-
Durchführungsstelle jeweils ein anhand der Lohnausweise bzw. der eingereichten
Lohnabrechnungen bestimmtes Durchschnittseinkommen an (act. G 6.2/74, 84, 88).
Sie hatte sich explizit gegen eine monatliche Anpassung der Ergänzungsleistungen
ausgesprochen (vgl. act. G 6.2/79). Ab dem 1. Januar 2016 hatte der Versicherte
gemäss der Verfügung vom 21. Dezember 2015 einen Anspruch auf monatliche
Ergänzungsleistungen in Höhe von Fr. 787.-- (act. G 6.2/24).
A.b Am 12. bzw. 23. Februar 2016 reichte der Versicherte zwei Lohnausweis der C._
AG für das Jahr 2015 sowie Quittungen über Fahrkosten und Berufsbekleidung ein (act.
G 6.2/13 ff.). Mit einer Verfügung vom 3. März 2016 rechnete die EL-
Durchführungsstelle das den Lohnausweisen zu entnehmende Erwerbseinkommen des
Jahres 2015 ab dem 1. März 2016 an. Sie erklärte, sie verzichte auf eine Rückforderung
der seit dem 1. Januar 2015 aufgrund der Anrechnung eines höheren
Erwerbseinkommens zu viel ausbezahlten Leistungen, da es sich um eine
Lohnschwankung im normalen Rahmen handle. Ausserdem könnten die Kosten für
Bahn- und Bustickets sowie Kosten für die Autoreparatur und den Unterhalt nicht als
Gewinnungskosten vom Lohn in Abzug gebracht werden. Ab dem 1. März 2016 ergab
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sich somit ein Anspruch auf Ergänzungsleistungen in Höhe von monatlich Fr. 708.--
(act. G 6.2/11). Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 5. März 2016 eine
Einsprache. Sinngemäss beantragte er die Neuberechnung der Ergänzungsleistungen,
weil die in der Berechnung aufgelisteten Positionen nicht mit den tatsächlichen
Verhältnissen übereinstimmten. Insbesondere seien ihm die vollen Mietkosten
anzurechnen (act. G 6.2/9).
A.c Die EL-Durchführungsstelle wies die Einsprache am 26. April 2016 ab. Sie
begründete ihren Entscheid damit, dass die Höhe des Lohnes gemäss dem
eingereichten Lohnausweis den Revisionsgrund für die Neuberechnung der
Ergänzungsleistungen bilde. Das Erwerbseinkommen des Versicherten sei deshalb
unter der Berücksichtigung der angegebenen Löhne abzüglich der
Sozialversicherungsbeiträge privilegiert angerechnet worden. Der Abzug für Radio- und
TV-Gebühren vom Mietzins sei, auch wenn dies eigentlich nicht Gegenstand des
Verfahrens sei und eine Überprüfung der gesamten Berechnungsposten nur im
Rahmen der Festsetzung der Ergänzungsleistungen für das neue Kalenderjahr möglich
sei, zu Recht vorgenommen worden.
B.
B.a Am 13. Mai 2016 liess der Versicherte (nachfolgend Beschwerdeführer) gegen den
Einspracheentscheid vom 26. April 2016 Beschwerde erheben. Er machte geltend, das
Sozialsystem schaffe durch die Kürzung von Ergänzungsleistungen unbewusst Anreize
dafür, Arbeiten anzunehmen, die gesundheitliche Gefahren mit sich brächten. So sei er
an seinem aktuellen Arbeitsplatz gezwungen, täglich unabhängig vom Wetter draussen
zu arbeiten. Sein Arbeitgeber stelle ihm kein Fahrzeug zur Verfügung, sondern erstatte
lediglich an Sonntagen die Transportkosten sowie das Benzingeld. Ausserdem sei er in
seiner aktuellen Wohnung gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt, die dazu führten,
dass er sich immer schlechter fühle. Ein Umzug sei jedoch aufgrund der niedrigen
Ergänzungsleistungen finanziell nicht möglich. Mit der Androhung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens im Falle der Aufgabe seiner Arbeitsstelle stehe er unter
zusätzlichem Druck (act. G 1, 4).
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B.b In ihrer Beschwerdeantwort beantragte die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend
Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Sie verwies zur Begründung auf

die Erwägungen im Einspracheentscheid (act. G 6).
B.c Am 26. Juni 2016 reichte der Beschwerdeführer einen Vermessungsbericht des
dipl. Geobiologen D._ vom 18. Juni 2016 ein. Darin war ihm geraten worden, eine
neue Wohnung zu suchen, da die Abschirmung des Elektrosmogs in seiner Wohnung
teuer sei und die starken, durch die Trolleybus-Stromleitung in der Hauswand
erzeugten Magnetfelder langfristig zu körperlichen Beschwerden führen könnten (act. G
7).
Erwägungen
1.
1.1 Mit der angefochtenen Verfügung vom 3. März 2016 hat die Beschwerdegegnerin
die Ergänzungsleistungen per 1. März 2016 angepasst. Als Grund für die Anpassung
hat sie die Einreichung der Lohnausweise für das Jahr 2015 angegeben, aufgrund
derer sie den Durchschnittslohn des Beschwerdeführers habe ausrechnen können.
Dem der Verfügung vom 3. März 2016 beiliegenden EL-Berechnungsblatt ist zu
entnehmen, dass die Beschwerdegegnerin tatsächlich einzig am Einnahmenposten
"Erwerbseinkommen" Änderungen vorgenommen hat. Der Mietzins ist demgegenüber
mit der Verfügung vom 3. März 2016 nicht angepasst worden. Entgegen der
bundesgerichtlichen Praxis können nämlich im Rahmen von Revisionsverfügungen
ausschliesslich die Sachverhaltselemente angepasst werden, die sich nachträglich
verändert haben (vgl. dazu RALPH JÖHL, Die Revision nach Art. 17 ATSG in: Jahrbuch
zum Sozialversicherungsrecht, Lendfers/Kieser [Hrsg.], 2012, S. 153 f. und den
Entscheid IV 2010/476 des St. Galler Versicherungsgerichtes vom 6. Juni 2017, E. 1.2
ff.). Gegenstand der angefochtenen Verfügung vom 3. März 2016 und des
angefochtenen Einspracheentscheides vom 26. April 2016 ist deshalb einzig die
Anpassung des Erwerbseinkommens per 1. März 2016 und die daraus resultierende
Veränderung des EL-Anspruchs. Daher kann es sich bei den Ausführungen der
Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid betreffend die Höhe des
Mietzinses lediglich um ein obiter dictum oder um eine rechtswidrige Entscheidung
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über etwas, das gar nicht Streitgegenstand gewesen ist, gehandelt haben. In beiden
Fällen kann die Behandlung der Frage, ob der Mietzins in den EL-Berechnungsblättern
in der korrekten Höhe berücksichtigt worden ist, nicht Gegenstand dieses
Beschwerdeverfahrens sein. Deshalb kann auf die Beschwerde, soweit sie den
Ausgabenposten "Mietzins" betrifft (vgl. act. G 1, 4), nicht eingetreten werden.
1.2 Rechtskräftig zugesprochene Ergänzungsleistungen dürfen nicht ohne Weiteres
angepasst werden. Das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (SR 830.1; ATSG) sieht Korrekturinstrumente vor, die unter
gewissen Voraussetzungen zur Veränderung rechtskräftig festgesetzter laufender
Ergänzungsleistungen führen. Im Rahmen des Einspracheentscheides vom 26. April
2016 hat die Beschwerdegegnerin angegeben, bei der angefochtenen Verfügung vom
3. März 2016 habe es sich um eine Revisionsverfügung im Sinne von Art. 25 der
Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung (SR 831.301; ELV) gehandelt. Art. 25 ELV ist eine
Ausführungsbestimmung des Art. 17 Abs. 2 ATSG. Gemäss Art. 17 Abs. 2 ATSG
werden formell rechtskräftig zugesprochene Dauerleistungen von Amtes wegen oder
auf Gesuch hin erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der ihr zu Grunde
liegende Sachverhalt nachträglich erheblich verändert hat. Gemäss Art. 25 Abs. 1 lit. c
ELV sind die jährlichen Ergänzungsleistungen bei Eintritt einer voraussichtlich längere
Zeit dauernden Verminderung oder Erhöhung der vom Bundesgesetz über
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (SR
831.30; ELG) anerkannten Ausgaben und anrechenbaren Einnahmen sowie des
Vermögens zu erhöhen, herabzusetzen oder aufzuheben. Laut der
Beschwerdegegnerin ist der Grund für die Neuberechnung der Ergänzungsleistungen
die veränderte Höhe des Lohnes gemäss den eingereichten Lohnausweisen des Jahres
2015 gewesen. Damit stellt sich die Frage, ob die Beschwerdegegnerin die
Ergänzungsleistungen aus diesem Grund per 1. März 2016 gestützt auf Art. 17 Abs. 2
ATSG i.V.m. Art. 25 Abs. 1 lit. c ELV revisionsweise hat anpassen dürfen.
1.2.1 Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die
anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 und 2
ELG). Gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. a ELG werden zwei Drittel der Erwerbseinkünfte in
Geld oder Naturalien als Einnahmen angerechnet, soweit sie bei alleinstehenden
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Personen jährlich Fr. 1'000.-- übersteigen. Invaliden wird als Erwerbseinkommen
grundsätzlich der Betrag angerechnet, den sie im massgebenden Zeitabschnitt
tatsächlich verdient haben (Art. 14a Abs. 1 ELV).
1.2.2 Die Beschwerdegegnerin hat gemäss dem der Verfügung vom 3. März 2016
beiliegenden EL-Berechnungsblatt ab dem 1. März 2016 ein Erwerbseinkommen in
Höhe von Fr. 8'373.-- berücksichtigt (act. G 6.2/12). Dabei hat sie sich auf die am 23.
Februar 2016 eingereichten Lohnausweise der C._ AG für das Jahr 2015 gestützt
(act. G 6.2/13). Allerdings ist zu berücksichtigen, dass die Ergänzungsleistungen eines
EL-Bezügers, dessen Erwerbseinkommen starken Schwankungen unterliegt, Monat für
Monat neu berechnet werden müssen, um dem jeweils aktuellen Bedarf des EL-
Bezügers entsprechen zu können. Ebenfalls zu berücksichtigen ist, dass Löhne
regelmässig Ende des Monats ausbezahlt werden. Wirtschaftlich betrachtet kann der
zum Monatsende ausbezahlte Lohn also gar nicht zu Deckung des Bedarfs des jeweils
bereits fast vergangenen Monats verwendet werden. Er deckt vielmehr die Ausgaben
im nächsten Monat (vgl. zu alldem Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St.
Gallen vom 24. Mai 2016, EL 2014/51, E. 3.4 f.). Die Einreichung der Lohnausweise des
Jahres 2015 kann also nicht als Grund für eine Revision per 1. März 2016 dienen, weil
die im Jahr 2015 ausbezahlten Löhne zu keiner Sachverhaltsveränderung per 1. März
2016 haben führen können. Vielmehr kommt es darauf an, ob der Beschwerdeführer im
Februar 2016 ein Erwerbseinkommen erzielt hat, das von jenem, welches noch mit der
Verfügung vom 21. Dezember 2015 ab dem 1. Januar 2016 berücksichtigt worden ist
(Fr. 6'800.--, vgl. act. G 6.2/22), so massgeblich abweicht, dass eine Revision gemäss
Art. 17 Abs. 2 ATSG i.V.m. Art. 25 Abs. 1 lit. c ELV per März 2016 hat vorgenommen
werden müssen. Entsprechende Unterlagen (insbesondere Lohnabrechnungen für
Februar 2016) finden sich jedoch nicht in den Akten.
1.3 Ausserdem hat der Beschwerdeführer diverse Quittungen eingereicht und geltend
gemacht, die damit nachgewiesenen Kosten seien ihm zurückzuerstatten (act. G
6.2/14). Gemäss Art. 10 Abs. 3 lit. a ELG i.V.m. Art. 26 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes
über die direkte Bundessteuer (SR 642.11; DBG) sind als Berufskosten
(Gewinnungskosten) vom Einkommen aus der unselbstständigen Erwerbstätigkeit die
notwendigen Kosten für die Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte abzuziehen.
Dabei ist die kostengünstigste Variante zur Überwindung des Arbeitsweges zu wählen,
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da aus dem Verzichtstatbestand des Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG folgt, dass möglichst
hohe Erwerbseinkünfte zur Anrechnung gelangen müssen. Dazu gehört auch die
Minimierung der Gewinnungskosten (RALPH JÖHL, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV,
in: Schweizerisches Sozialversicherungsrecht, Band XIV Soziale Sicherheit, 3. Aufl.
2016, Rz 98). Schwankende Gewinnungskosten müssen genau wie schwankende
Löhne (vgl. E 1.2.2) Monat für Monat angepasst werden, wobei jeweils die
Gewinnungskosten des Vormonats massgebend für die Berechnung des aktuellen EL-
Anspruchs sind. Lediglich ein Teil der OTV-Multi-Tageskarten betreffen den Monat
Februar 2016, weshalb lediglich diese für die Frage relevant sind, ob allenfalls per 1.
März 2016 ein zusätzlicher Abzug im Sinne von Gewinnungskosten vom zu
berücksichtigenden Erwerbseinkommen vorzunehmen ist. In seiner Beschwerde hat
der Beschwerdeführer angegeben, seine Wohnung befinde sich in der Nähe einer
Depotstelle/Abladestelle und ihm stehe ein Handwagen zur Verrichtung seiner Arbeit
zur Verfügung. Dennoch hat er auch erklärt, er sei auf ein Fahrzeug angewiesen. Er hat
ausserdem ausgeführt, die Transport- sowie die Benzinkosten würden ihm immerhin
für die Sonntage vergütet (act. G 1, 4). Anhand der vorliegenden Unterlagen lässt sich
somit nicht beurteilen, ob der Beschwerdeführer tatsächlich auf ein eigenes Auto bzw.
auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen ist, um zu seiner Arbeitsstelle zu
gelangen oder ob er den Weg von seiner Wohnung zur Depotstelle nicht doch in
angemessener Zeit zu Fuss mit seinem Handwagen zurücklegen kann. Sollte sich
herausstellen, dass der Beschwerdeführer zur Bewältigung seines Arbeitsweges auf ein
Auto oder den öffentlichen Verkehr angewiesen ist, so hätte die Beschwerdegegnerin
die kostengünstigste Variante zu bestimmen und den im Februar 2016 angefallenen
Gesamtbetrag per 1. März 2016 als Gewinnungskosten vom Erwerbseinkommen für
Februar 2016 abzuziehen. Sollte der Beschwerdeführer seinen Arbeitsweg hingegen
ohne Weiteres auch zu Fuss zurücklegen können und allenfalls nur während der
Ausübung seiner Arbeit auf ein Auto oder den öffentlichen Verkehr angewiesen sein,
wären die daraus entstehenden Kosten wohl keine abzugsfähigen Gewinnungskosten,
weshalb kein entsprechender Abzug vorzunehmen wäre.
2.
Insgesamt erweist sich der Sachverhalt als ungenügend abgeklärt. Deshalb ist der
Einspracheentscheid vom 26. April 2016 in Verletzung der Untersuchungspflicht (Art.
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43 Abs. 1 ATSG) ergangen und als rechtswidrig aufzuheben. Da es nicht die Aufgabe
des Versicherungsgerichtes sein kann, ein Versäumnis hinsichtlich der ureigensten
Aufgabe der Beschwerdegegnerin, nämlich der Sachverhaltsabklärung, nachzuholen,
ist die Sache zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die
Beschwerdeführerin hat demnach die Lohnabrechnungen des Monats Februar 2016
einzuholen und dabei zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer am 16. Februar
2015 angegeben hat, weiterhin auf Abruf für die Firma B._ tätig zu sein (act. G
6.2/54). Ausserdem hat sie abzuklären, ob der Beschwerdeführer zur Bewältigung des
Arbeitsweges auf ein eigenes Auto bzw. die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen ist
und wie hoch die in diesem Zusammenhang im Monat Februar 2016 angefallenen
Kosten gewesen sind. Anschliessend hat sie zu beurteilen, ob ihre Verfügung vom 3.
März 2016 rechtmässig gewesen ist. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a
ATSG).