Decision ID: c0cc58ab-d496-43aa-9a48-2cc156409c9a
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ war von Mai 2012 bis Februar 2015 bei der B._ GmbH als Lastwagenchauffeur
angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva)
gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er sich am 15. September 2014 bei einem
Sturz bei der Arbeit am Rücken verletzte. Der Versicherte wurde gleichentags ins
Kantonsspital St. Gallen (KSSG) eingeliefert, wo eine Deckplattenimpressionsfraktur
Brustwirbelkörper (BWK) 11, eine Contusio spinalis mit Dysästhesie an der linken
oberen Extremität sowie eine Kontusion der linken Schulter und rechten Hüfte
diagnostiziert wurden (Suva-act. I-1 f.). Am 11. Dezember 2014 hielten die Ärzte des
KSSG fest, dass aus wirbelsäulenchirurgischer Sicht nach zwölf Wochen davon
ausgegangen werden könne, dass die Fraktur verheilt sei. Der Versicherte sei noch bis
zum 15. Dezember 2014 arbeitsunfähig (Suva-act. I-9, vgl. auch I-13). Am 18. März
2015 kam der Suva-Kreisarzt zum Schluss, dass die subjektiven Beschwerden des
Versicherten durch keine dokumentierten Funktionseinschränkungen belegt seien und
spätestens ab 15. Dezember 2014 eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit anzunehmen
sei. Eine stationäre Rehabilitationsbehandlung sei nicht indiziert (Suva-act. I-28).
Gestützt darauf lehnte die Suva die Übernahme der Kosten einer stationären
Rehabilitation mit Schreiben vom 19. März 2015 ab (Suva-act. I-29). Anfang April 2015
waren die medizinischen Behandlungen abgeschlossen (vgl. Suva-act. I-30, I-45).
B.
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B.a Ab August 2015 war der Versicherte durch den Personalvermittler C._ als
Bauarbeiter angestellt. Am 30. September 2015 liess er der Suva unter Hinweis auf
erneute Rückenschmerzen einen Rückfall zum Unfall vom 15. September 2014 melden
(Suva-act. I-39). Der Versicherte hatte am 24. und 29. September 2015 seinen
Hausarzt, Dr. med. D._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Rorschach,
aufgesucht, welcher vorübergehend eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hatte
(vgl. Suva-act. I-40, I-72, I-76). Ein auf Veranlassung von Dr. D._ am 2. Oktober 2015
durchgeführtes MRI der HWS/BWS ergab im Wesentlichen eine frische BWK 8-
Deckplattenimpressionsfraktur, einen frischen Schmorl’schen Grundplatteneinbruch
bei BWK 6 sowie eine etwas ältere stabile BWK 11-Deckplattenimpressionsfraktur
(Suva-act. I-46). Daraufhin empfahl Dr. med. E._, Facharzt für Neurochirurgie,
anlässlich des Konsiliums vom 13. Oktober 2015 eine Osteoporose-Abklärung, da der
Versicherte ohne erkennbares Trauma eine neue Fraktur erlitten habe (Suva-act. 52).
B.b In der Folge liess die Suva den Versicherten am 22. Oktober 2015 durch ihren
Kreisarzt, Dr. med. F._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates, untersuchen. Im entsprechenden Bericht vom 27. Oktober 2015
hielt Dr. F._ fest, dass die Schädigung des BWK 8 ohne Zweifel ohne Einwirkung
eines erneuten Unfallereignisses entstanden sei. Sie sei unter hochgradiger
körperlicher Schwerstbelastung entweder aufgrund der entlastungsbedingten
Inaktivitätsosteoporose des Achsenskelettes entstanden oder einer internistischen
Erkrankung mit Verringerung der Knochendichte unbekannter Ätiologie geschuldet. Es
sei davon auszugehen, dass der überwiegende Teil der beklagten Beschwerden auf die
frisch entstandene BWK 8-Impressionsfraktur und nicht auf die Schädigung des BWK
11 zurückzuführen sei. Der Versicherte sei in seiner angestammten Tätigkeit als LKW-
Chauffeur mit Abladetätigkeit und als Bauarbeiter unfallbedingt zu 50% arbeitsunfähig
(Suva-act. I-58).
B.c Gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung teilte die Suva dem Versicherten am 29.
Oktober 2015 mit, dass sie im Umfang der unfallbedingten 50%igen Arbeitsunfähigkeit
Taggelder erbringe und die Kosten der Heilbehandlung übernehme. In Bezug auf die
Schädigung des BWK 8 verneinte sie ihre Leistungspflicht (Suva-act. I-60 f.).
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B.d Am 20. November 2015 berichtete Dr. med. G._, Facharzt für Endokrinologie/
Diabetologie, dass die Osteodensitometrie eine deutlich unterhalb der Norm liegende
Knochendichte der LWS, einer höhergradigen Osteopenie entsprechend, sowie eine
geringgradige Osteopenie an beiden Hüften gezeigt habe. Der Sturz Anfang September
2015, welcher der Versicherte als massive Einwirkung auf den Rücken beschrieben
habe, habe zu der Wirbelkörperfraktur bei einer höhergradigen Osteopenie der
Wirbelsäule geführt (Suva-act. I-68).
B.e Am 7. Dezember 2015 liess der Versicherte gegenüber der Suva geltend machen,
dass er Anfang September 2015 bei seiner Arbeit rückwärts über einen aufgerollten
Schlauch gestolpert und auf den Rücken gefallen sei. Er leide zwar an einer leichten
Osteopenie, jedoch müsse die BWK 8-Fraktur fraglos durch diesen Sturz verursacht
worden sein (Suva-act. I-70). Am 6. Januar 2016 nahm Dr. E._ dahingehend Stellung,
dass eine Spontanfraktur ohne adäquates Trauma bei einem Mann dieses Alters
äusserst unwahrscheinlich sei. Die Frakturen des Versicherten würden klar mit dem
Arbeitsunfall zusammenhängen (Suva-act. I-81). Anlässlich des persönlichen
Gesprächs vom 12. Januar 2016 machte der Versicherte gegenüber der Suva erneut
ein Sturzereignis geltend, welches sich Anfang bzw. gegen Mitte September 2015
ereignet habe (vgl. Suva-act. I-82, I-84).
B.f Dr. F._ hielt im Rahmen einer weiteren kreisärztlichen Beurteilung am 2. Februar
2016 fest, dass eine Behandlung der Deckplattenimpressionsfraktur BWK 11 nicht
mehr notwendig sei, da diese folgenlos ausgeheilt sei. Die
Deckplattenimpressionsfraktur BWK 8 sowie der Schmorl’sche Grundplatteneinbruch
BWK 6 seien nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Sturz im September
2015 zurückzuführen, sondern es liege eine unfallunabhängige Osteopenie vor (Suva-
act. I-85).
B.g Mit Verfügung vom 11. Februar 2016 stellte die Suva ihre Leistungen im
Zusammenhang mit dem Ereignis vom 15. September 2014 per 1. März 2016 ein, da
eine weitere Behandlung der Unfallfolgen am BWK 11 nicht mehr nötig sei und von
einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden könne. Hinsichtlich der
Deckplattenimpressionsfraktur des BWK 8 sowie des Grundplatteneinbruchs des BWK
6 verneinte sie ihre Leistungspflicht, da kein überwiegend wahrscheinlicher
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Kausalzusammenhang zwischen den Befunden und dem Ereignis vom September
2015 bestehe (Suva-act. I-89).
B.h Nachdem der Versicherte gegen diese Verfügung am 14. März 2016 Einsprache
erhoben hatte (Suva-act. I-94), legte die Suva die Akten erneut Dr. F._ zur
Stellungnahme vor. Dieser zeigte in der Beurteilung vom 13. April 2016 im
Wesentlichen auf, dass die Anfang Oktober 2015 diagnostizierte
Deckplattenimpressionsfraktur BWK 8 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keinem
traumatischen Ereignis im September 2015, sondern einer spontanen Frakturierung
unter stärkerer körperlicher Arbeitsbelastung nach längerer Entlastung und bei
gesicherter deutlicher Knochendichteminderung des Achsenskelettes geschuldet sei.
Die vom Versicherten dargestellte Version eines Unfallereignisses Anfang September
2015 sei angesichts der inkonsistenten Angaben anlässlich zahlreicher
Untersuchungen bei unterschiedlichen Ärzten nicht nachvollziehbar (Suva-act. II-24).
Gestützt auf diese Beurteilung wies die Suva die Einsprache des Versicherten mit
Entscheid vom 17. August 2016 ab (Suva-act. II-25).
C.
C.a Dagegen liess der Versicherte am 19. September 2016 Beschwerde erheben mit
den Anträgen, der Einspracheentscheid vom 17. August 2016 sei aufzuheben und ihm
seien die gesetzlichen Leistungen zuzusprechen. Eventualiter sei die Angelegenheit zur
weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1).
C.b Mit Beschwerdeantwort vom 21. Oktober 2016 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
C.c Mit Replik vom 16. Februar 2017 und Duplik vom 3. März 2017 hielten die Parteien
an ihren jeweiligen Anträgen fest (act. G 9, act. G 11).
C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der

übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen
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1.
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen aus der
obligatorischen Unfallversicherung. Dabei ist zwischen den Parteien insbesondere
umstritten, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht für die Folgen des vom
Beschwerdeführer geltend gemachten Unfallereignisses vom September 2015 zu
Recht verneinte. Nach Lage der Akten zu Recht unbestritten blieb dagegen, dass die
Beschwerdegegnerin ihre Leistungen im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom
15. September 2014 per 1. März 2016 einstellte.
2.
2.1 Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über
die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Die Übergangsbestimmungen
zur Änderung vom 25. September 2015 sehen vor, dass Versicherungsleistungen für
Unfälle, die sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, nach bisherigem Recht gewährt
werden. Nachdem ein Ereignis vom September 2015 zur Diskussion steht, kommen die
bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen zur Anwendung.
2.2 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei
Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz
nichts anderes bestimmt. Als Unfall gilt die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende
Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die
eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur
Folge hat (Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG; SR 830.1). Der Bundesrat kann sodann
Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalls ähnlich sind, in die Versicherung
einbeziehen (Art. 6 Abs. 2 UVG). Von dieser Kompetenz hat er in Art. 9 Abs. 2 UVV
Gebrauch gemacht.
2.3 Im Unfallversicherungsrecht herrscht, wie allgemein im Sozialversicherungsrecht,
der Untersuchungsgrundsatz. Der Unfallversicherer und im Streitfall das Gericht haben
den Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln. Indessen ist die
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leistungsansprechende Person gesetzlich verpflichtet, dabei mitzuwirken. Sie muss die
Umstände des Unfalls bzw. des unfallähnlichen Ereignisses glaubhaft machen. Kommt
sie dieser Aufforderung nicht nach, indem sie unvollständige, ungenaue oder
widersprüchliche Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen bzw.
unfallähnlichen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, besteht keine
Leistungspflicht des Unfallversicherers (BGE 114 V 305 E. 5b). Der
Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im Sinne einer Beweisführungslast
begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen aber eine Beweislast insofern, als im Fall
der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem
unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Wird also auf dem Wege der
Beweiserhebung das Vorliegen eines Unfallereignisses bzw. eines unfallähnlichen
Ereignisses nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt - die blosse Möglichkeit
genügt nicht -, so hat dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der den
Anspruch erhebenden Person auswirkt. Das Gericht stellt auf jene
Sachverhaltsdarstellung ab, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die
wahrscheinlichste würdigt (vgl. BGE 115 V 133 E 8 a+b, BGE 117 V 360 E 4a, je mit
Hinweisen).
3.
3.1 Die Beschwerdegegnerin verneint ihre Leistungspflicht in Bezug auf die im Oktober
2015 bildgebend objektivierte BWK 8-Deckenimpressionsfraktur mit der Begründung,
dass ein neues Unfallereignis nicht rechtsgenüglich erstellt sei (act. G 3 S. 6, Suva-act.
II-31). Der Beschwerdeführer macht hingegen geltend, dass er Anfang bzw. gegen
Mitte September 2015 bei der Arbeit gestürzt sei. Dieser Sturz sei mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit Ursache der diagnostizierten BWK 8-Fraktur (act. G 1 S. 8 f.).
3.2 Aus den Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer der Beschwerdegegnerin
mit Schadenmeldung vom 30. September 2015 einen Rückfall zum ursprünglichen
Unfallereignis vom 15. September 2014 melden liess. Dabei wurde unter dem Titel
„Sachverhalt“ lediglich „hat wieder Rückenschmerzen“ angegeben; ein Sturzereignis
wurde in der Meldung nicht erwähnt (Suva-act. I-39). Dr. D._, bei welchem der
Beschwerdeführer am 24. September 2015 vorstellig geworden war, teilte der
Beschwerdegegnerin am 23. Dezember 2015 mit, dass anlässlich dieser Konsultation
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kein neues Ereignis zur Diskussion gestanden habe (Suva-act. I-76). Auch im MRI-
Bericht vom 2. Oktober 2015 wurde als Zuweisungsgrund lediglich eine zunehmende
Schmerzsymptomatik angegeben (vgl. Suva-act. I-46). Der hinzugezogene
Neurochirurg Dr. E._ hielt seinerseits im Bericht vom 14. Oktober 2015 in der
Anamnese fest, dass der Beschwerdeführer „plötzlich noch stärkere Rückenschmerzen
bekommen habe“, nachdem er mehrere Wochen gearbeitet habe. Er „habe nun neu
eine BWK 8-Fraktur, ohne erkennbares Trauma“ (Suva-act. I-52). Auch Dr. F._ hielt
im kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 27. Oktober 2015 lediglich die Angaben
des Beschwerdeführers zum Hergang des ursprünglichen Unfalls vom 15. September
2014 fest. Ein neues Unfallereignis beschrieb der Beschwerdeführer anlässlich der
kreisärztlichen Untersuchung nicht (vgl. Suva-act. I-58-3). Sodann erwähnte er auch im
anschliessenden Gespräch mit der Beschwerdegegnerin keinen neuen Unfall (vgl.
Suva-act. I-54).
3.3 Das vom Beschwerdeführer geltend gemachte Sturzereignis findet in den Akten
das erste Mal im Bericht über die Osteoporose-Abklärung vom 20. November 2015
Erwähnung. So berichtete Dr. G._ von einem „Sturz Anfang September 2015,
welcher der Patient als massive Einwirkung auf den Rücken“ beschrieben habe (Suva-
act. I-68). Am 7. Dezember 2015 brachte der Beschwerdeführer auch gegenüber der
Beschwerdegegnerin vor, dass er Anfang September 2015 während der Arbeit
rückwärts über einen aufgerollten Schlauch gestolpert und auf den Rücken gefallen sei
(Suva-act. I-70). Am 12. Januar 2016 machte der Beschwerdeführer zum Unfallhergang
folgende ergänzende Angaben: Er könne nicht mehr genau sagen, wann sich der
Vorfall ereignet habe. Es müsse jedoch Anfang/Mitte September 2015 gewesen sein.
Der Vorfall habe sich am Nachmittag gegen Arbeitsende ereignet; den Wochentag
könne er aber ebenfalls nicht mehr nennen. Er sei mit einem ehemaligen
Arbeitskollegen damit beschäftigt gewesen, die Fahrzeuge für den nächsten Tag bereit
zu machen. Dazu habe auch gehört, die ca. 15cm dicken Saugschläuche zu
kontrollieren. Er habe einen dieser Schläuche aus dem Fahrzeug ziehen wollen. Da
etwas geklemmt habe, habe er den Schlauch mit voller Wucht herausgezogen und
dabei einen Schritt rückwärts gemacht. Leider habe er einen hinter ihm am Boden
liegenden Schlauch nicht gesehen. Er sei darüber gestolpert und rücklings auf den
Betonboden gestürzt. Er habe sich auffangen wollen und dabei den linken Ellbogen
angeschlagen. Dort sei dann während einiger Tage eine Schürfung bzw. Verfärbung
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sichtbar gewesen und er habe auch Schmerzen gehabt. Er habe dem Vorfall keine
grosse Beachtung geschenkt. Nach dem Vorfall habe er jedoch sofort stärkere
Schmerzen gehabt, worauf er mehr Medikamente eingenommen habe. Dr. D._
gegenüber habe er den zweiten Vorfall nicht erwähnt, da er bereits vorher vom früheren
Unfall immer wieder Rückenschmerzen gehabt habe. Erst als die zweite Fraktur
festgestellt worden sei, habe er gedacht, dass diese vom Sturz herrühren müsse (vgl.
das Protokoll vom 21. Januar 2016, Suva-act. I-82-2, vgl. auch Suva-act. I-84).
4.
4.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass weder in der ursprünglichen
Schadenmeldung Ende September 2015 noch im Rahmen der nachfolgenden
medizinischen Abklärungen ein Sturzereignis, wie es der Beschwerdeführer nun
geltend macht, thematisiert wurde. Der Beschwerdegegnerin wurde der vom
Beschwerdeführer behauptete Vorfall erst zwei Monate nach der ursprünglichen
Schadenmeldung – bzw. rund drei Monate, nachdem sich der Vorfall ungefähr
zugetragen haben soll – gemeldet. Der Beschwerdeführer erwähnte weder gegenüber
seinen behandelnden Ärzten noch gegenüber dem Kreisarzt ein neues Unfallereignis.
Erst im Bericht vom 20. November 2015 ist plötzlich von einem Sturz „Anfang
September 2015“ die Rede (vgl. E. 3.3). Eine derart verspätete Meldung ist nicht
nachvollziehbar. Denn selbst wenn der Beschwerdeführer den Sturz gegenüber Dr.
D._ deshalb nicht erwähnt hätte, weil er gemäss eigenen Angaben die neuerlichen
Schmerzen nicht direkt mit diesem in Verbindung gebracht hatte (vgl. act. G 1 S. 8),
wäre nicht plausibel, weshalb er das Sturzereignis nicht spätestens nach der MRI-
Untersuchung vom 2. Oktober 2015 der Beschwerdegegnerin meldete oder zumindest
seinen Ärzten gegenüber erwähnte. Weshalb der Beschwerdeführer nach der
bildgebenden Objektivierung der Fraktur noch derart lange zuwartete, bis er vom Sturz
berichtete, lässt sich nicht plausibel erklären, zumal er selbst angibt, dass er sich bei
Feststellung der neuen BWK 8-Fraktur gedacht habe, dass diese „vom Sturz sein
müsse“ (vgl. E. 3.3). Nicht zuletzt kann der Beschwerdeführer auch aus den allgemein
gehaltenen Aussagen des von ihm als „Zeuge“ benannten Mitarbeiters nichts zu seinen
Gunsten ableiten. Dieser gab gemäss Telefonnotiz am 26. Januar 2016 lediglich an,
dass der Beschwerdeführer einmal einen Sturz bei der Arbeit gehabt habe. Er habe
seines Wissens aber nur leichte Schürfungen an den Händen gehabt. Genaueres, wie
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Datum, Ort und Uhrzeit, konnte der Mitarbeiter nicht nennen (Suva-act. I-84-3).
Insgesamt vermag der Beschwerdeführer das von ihm behauptete Unfallgeschehen
damit nicht überzeugend darzutun. Mit anderen Worten mag zwar möglicherweise
zutreffen, dass sich der Sachverhalt so abgespielt hat, wie es der Beschwerdeführer
behauptet. Überwiegend wahrscheinlich erscheint seine Darstellung mit Blick auf den
aktenmässigen Verlauf jedoch nicht.
4.2 Nachdem das Vorliegen eines Unfalls bzw. eines unfallähnlichen Ereignisses nicht
überwiegend wahrscheinlich erstellt ist, erübrigen sich weitere Ausführungen zur
Kausalität als weitere Voraussetzung der Leistungspflicht des Unfallversicherers. Es
bleibt anzumerken, dass die Beurteilung von Kreisarzt Dr. F._, wonach die BWK 8-
Fraktur mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keinem traumatischen Ereignis, sondern
einer spontanen Frakturierung aufgrund der Wiederaufnahme der schweren
körperlichen Arbeit und der gesicherten Osteopenie geschuldet sei (vgl. Suva-act.
II-24-6), entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (vgl. act. G 1 S. 9 f.) durchaus
einleuchtet. Daran vermag auch die Stellungnahme von Dr. G._ vom 6. Januar 2016
nichts zu ändern, zumal dessen nicht substantiiert begründete Einschätzung, dass die
Fraktur klar mit dem Unfallereignis zusammenhänge und eine Spontanfraktur ohne
adäquates Trauma beim Beschwerdeführer äussert unwahrscheinlich sei (vgl. Suva-
act. I-81), offensichtlich auf der (unwahrscheinlichen) Annahme beruhte, dass sich der
vom Beschwerdeführer beschriebene Unfall auch tatsächlich so ereignet hat.
4.3 Zusammenfassend ist ein neuer Unfall bzw. ein neues unfallähnliches Ereignis
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt. Da auch weitere Beweisabnahmen
nichts zur Klärung des Sachverhalts beitragen könnten, ist darauf zu verzichten
(antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 162 E. 1d). Damit liegt Beweislosigkeit
vor, deren Folgen der Beschwerdeführer zu tragen hat (vgl. E. 2.3). Die
Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht aus der obligatorischen
Unfallversicherung somit zu Recht verneint.
5.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
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