Decision ID: 273ad89d-24aa-4070-8f18-4c41f4fabd58
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend
vorsorgliche Massnahmen
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes Affoltern vom 27. Dezember 2018 (ET180008)
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Rechtsbegehren der Gesuchstellerin: (act. 1 S. 2 f.)
" 1. Der Gesuchgegner, Inhaber der C._ (CHE-...), sei anzuweisen, ab sofort jegliches Tätigsein als Vertreter der Aktionäre der , Herr D._, ... [Adresse 1], Herr E._, ... [Adresse 2], Herr F._, ... [Adresse 3], G._, ... [Adresse 4] und H._, ... [Adresse 5], einzustellen und zukünftig zu unterlassen.
2. Dem Gesuchgegner sei ab sofort zu verbieten, Geschäftsgeheimnisse der Gesuchstellerin zu verwerten oder anderen mitzuteilen. Dies  insbesondere das Kontaktieren von Aktionären der  zum Zweck der Vertretung derselben gegenüber der .
3. Der Gesuchgegner sei anzuweisen, ab sofort jegliches rufschädigende Verhalten betreffend die Gesuchstellerin gegenüber den bereits  (unter Ziff. 1 genannten) Aktionären einzustellen und  gegenüber Aktionären generell sowie gegenüber der , deren Mitarbeiter sowie jeglicher Drittperson zu unterlassen;  hat der Gesuchgegner jegliche Drohung zu unterlassen, die Gesuchstellerin bei Medien, Presse, Kassensturz, Beobachter etc. anzuschwärzen oder bei der Staatsanwaltschaft oder Finma zu , sowie zu behaupten, dass die Gesuchstellerin oder deren  betrügerisch oder unlauter handeln würden, insbesondere dass die Gesuchstellerin in Spanien keine Tankstelle betreibe, und dass der Verwaltungsrat der Gesuchstellerin nicht in der Lage sei, die  der Gesellschaft zu führen.
4. Für jeden einzelnen Fall der Nichtbeachtung der Verbote aus Ziff. 1 bis Ziff. 3 seien dem Gesuchgegner Ordnungsbussen und eine  nach Art. 292 StGB anzudrohen.
5. Der Gesuchgegner sei unter Androhung von Ordnungsbussen und Bestrafung gem. Art. 292 StGB im Säumnisfall unter Ansetzung einer Frist von fünf Werktagen zu verpflichten, der Gesuchstellerin sämtliche in digitaler oder physischer Version vorhandene Dokumente, , Datenträger, etc., welche Geschäftsgeheimnisse der  enthalten, herauszugeben. Die Herausgabe hat dabei insbes. die Aktionärsliste bzw. sämtliche die Aktionäre der Gesuchstellerin  Daten sowie sämtliche Geschäfts- oder E- an oder von der ehemals geschäftlichen E-Mailadresse des  (A._@B._.com) und solche E- zu umfassen, welche der Gesuchgegner von seiner ehemals geschäftlichen E-Mailadresse (A._@B._.com)  oder in Kopie („cc“) an seine private E-Mailadresse (A._@gmail.com) geschickt hat, soweit hiervon eine  existiert. In dem Umfang, in welchem eine Herausgabe  nicht möglich ist, ist der Gesuchgegner zu verpflichten sämtliche solcher Daten von eigenen Datenträgern zu löschen. Innert  Frist ist der Gesuchgegner ferner zu verpflichten, der Gesuchstelle-
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rin schriftlich anzuzeigen und zu bestätigen, welche der betroffenen Daten von ihm gelöscht wurden.
6. Die unter Ziffern 1 - 5 beantragten Massnahmen seien  ohne Anhörung des Gesuchgegners zu erlassen.
7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des ."
Anträge des Gesuchsgegners: (act. 19 S. 2)
" Es sei das Gesuch vollumfänglich abzuweisen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt) zulasten
der Gesuchstellerin."
Urteil des Einzelgerichts des Bezirksgerichts Affoltern vom 27. Dezember 2018
(act. 27)
" 1. Der Gesuchsgegner hat mit sofortiger Wirkung und unter Androhung der
Bestrafung nach Art. 292 StGB im Falle der Nichtbeachtung jegliches Tä-
tigsein als Vertreter der Aktionäre der Gesuchstellerin, Herr D._ (...
[Adresse 1]), Herr E._ (... [Adresse 2]), Herr F._ (... [Adresse 3]),
G._ (... [Adresse 4]) und H._ (... [Adresse 5]) einzustellen und
zukünftig zu unterlassen.
2. Dem Gesuchgegner wird mit sofortiger Wirkung und unter Androhung der
Bestrafung nach Art. 292 StGB im Falle der Nichtbeachtung verboten, Ge-
schäftsgeheimnisse der Gesuchstellerin zu verwerten oder anderen mitzu-
teilen. Dies umfasst insbesondere das Kontaktieren von Aktionären der
Gesuchstellerin zum Zweck der Vertretung derselben gegenüber der Ge-
suchstellerin.
3. Der Gesuchgegner hat mit sofortiger Wirkung und unter Androhung der
Bestrafung nach Art. 292 StGB im Falle der Nichtbeachtung jegliches ruf-
schädigende Verhalten betreffend die Gesuchstellerin gegenüber den be-
reits kontaktierten (unter Dispositiv Ziffer 1 genannten) Aktionären der Ge-
suchstellerin einzustellen und zukünftig gegenüber Aktionären der Gesuch-
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stellerin generell sowie gegenüber der Gesuchstellerin, deren Mitarbeiter
sowie jeglicher Drittperson zu unterlassen. Insbesondere hat der Gesuch-
gegner jegliche Drohung zu unterlassen, die Gesuchstellerin bei Medien,
Presse, Kassensturz, Beobachter etc. anzuschwärzen oder bei der Staats-
anwaltschaft oder FINMA zu verzeigen sowie zu behaupten, dass die Ge-
suchstellerin oder deren Organe betrügerisch oder unlauter handeln wür-
den, insbesondere dass die Gesuchstellerin in Spanien keine Tankstelle
betreibe und dass der Verwaltungsrat der Gesuchstellerin nicht in der Lage
sei, die Geschäfte der Gesellschaft zu führen.
4. Der Gesuchgegner wird mit sofortiger Wirkung und unter Androhung der
Bestrafung nach Art. 292 StGB im Falle der Nichtbeachtung verpflichtet,
der Gesuchstellerin bis und mit Freitag, 8. Februar 2019, sämtliche in digi-
taler oder physischer Version vorhandene Dokumente, Informationen, Da-
tenträger, etc., welche Geschäftsgeheimnisse der Gesuchstellerin enthal-
ten, herauszugeben. Die Herausgabe hat dabei insbesondere die Aktio-
närsliste bzw. sämtliche die Aktionäre der Gesuchstellerin betreffenden Da-
ten sowie sämtliche Geschäfts- oder E-Mailkorrespondenz an oder von der
ehemals geschäftlichen E-Mailadresse des Gesuchgegners
(A._@B._.com) und solche E-Mailkorrespondenz zu umfassen,
welche der Gesuchgegner von seiner ehemals geschäftlichen E-
Mailadresse (A._@B._.com) direkt oder in Kopie („cc“) an seine
private E-Mailadresse (A._@gmail.com) geschickt hat, soweit hiervon
eine Druckversion existiert. In dem Umfang, in welchem eine Herausgabe
nachweislich nicht möglich ist, wird der Gesuchgegner unter Androhung
der Bestrafung nach Art. 292 StGB im Falle der Nichtbeachtung verpflich-
tet, sämtliche solche Daten von eigenen Datenträgern zu löschen und der
Gesuchstellerin innert angesetzter Frist schriftlich anzuzeigen und zu be-
stätigen, welche der betroffenen Daten von ihm gelöscht wurden.
5. Der Gesuchstellerin wird eine Frist von 60 Tagen ab Zustellung dieses Ent-
scheids angesetzt, um den Hauptsachenprozess direkt beim zuständigen
Gericht anzuheben, unter der Androhung, dass bei unbenütztem Ablauf der
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Frist die vorsorglichen Massnahmen gemäss vorstehenden Dispositiv-
Ziffern 1 bis 4 ohne weiteres dahinfallen würden.
6. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 1'900.– festgesetzt und dem Gesuchsgeg-
ner auferlegt.
7. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 2'400.– (exkl. Mehrwertsteuer) zu bezah-
len.
8. [Mitteilung]
9. [Rechtsmittel]"
Berufungsanträge:
des Gesuchsgegners und Berufungsklägers (act. 28 S. 2):
" 1. Es sei die Dispositivziffer 4 des Urteils des Bezirksgerichts  vom 27. Dezember 2018 (Geschäfts-Nr.: ET180008-A)  und es sei das Rechtsbegehren gemäss Ziff. 5 des  der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten vom 26.  2018 abzuweisen.
2. Es sei die Dispositivziffer 6 des Urteils des Bezirksgerichts  vom 27. Dezember 2018 (Geschäfts-Nr.: ET180008-A)  und die Gerichtsgebühr sei auf CHF 1'900.–  und im Umfang von CHF 1'425.– dem Gesuchsgegner und im Umfang von CHF 475.– der Gesuchstellerin aufzuerlegen.
3. Es sei die Dispositivziffer 7 des Urteils des Bezirksgerichts  vom 27. Dezember 2018 (Geschäfts-Nr.: ET180008-A)  und der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der  eine reduzierte Parteientschädigung in der Höhe von CHF 1'200.– (exkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. Mehrwertsteuer) zulasten der Berufungsbeklagten.
[prozessualer Antrag um aufschiebende Wirkung]"
der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten (act. 40):
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" 1. Die Berufung sei abzuweisen. 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zulasten
des Berufungsklägers."

Erwägungen:
I.
1. Die Gesuchstellerin und Berufungsbeklagte (nachfolgend Gesuchstellerin)
ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in I._ ZG (act. 3/2). Der Gesuchsgegner
und Berufungskläger (nachfolgend Gesuchsgegner) war vom 7. August 2017 bis
zum 5. März 2018 Mitglied des Verwaltungsrats der Gesuchstellerin (act. 27 S. 3).
Die Gesuchstellerin wirft dem Gesuchsgegner im Wesentlichen vor, er habe nach
seinem Ausscheiden aus dem Verwaltungsrat über die von ihm neu gegründete
Einzelunternehmung (C._; act. 3/4) diverse Aktionäre der Gesuchstellerin
kontaktiert, diesen gegenüber zu Unrecht behauptet, Tankstellenprojekte der Ge-
suchstellerin in Spanien würden gar nicht existieren und es hätten sich die Ge-
suchstellerin bzw. deren Organe während der Tätigkeit des Gesuchsgegners als
Verwaltungsrat rechtswidrig verhalten. Über seine Einzelunternehmung habe er
die Vertretung verschiedener Aktionäre übernommen und in deren Namen die
Herausgabe von Geschäftsunterlagen sowie den Rückkauf der jeweiligen Aktien
durch die Gesuchstellerin verlangt. Ferner habe er damit gedroht, Anzeige bei der
Staatsanwaltschaft und bei der FINMA zu erstatten und verschiedenen Medien-
häusern eine entsprechende Mitteilung zukommen zu lassen (act. 1 S. 7 ff.;
act. 27 S. 5 f.).
2. Mit Eingabe vom 26. Oktober 2018 (act. 1) stellte die Gesuchstellerin beim
Einzelgericht des Bezirksgerichts Affoltern (nachfolgend Vorinstanz) die einleitend
wiedergegebenen Rechtsbegehren um einstweiligen Rechtsschutz, verbunden
mit dem Antrag, es seien diese Massnahmen bereits superprovisorisch, d.h. ohne
Anhörung des Gesuchsgegners, anzuordnen. Mit Verfügung vom 29. Oktober
2018 (act. 4, act. 12) hiess die Vorinstanz das beantragte Superprovisorium gut,
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untersagte dem Gesuchsgegner diverse Handlungen und verpflichtete ihn zur
Herausgabe- bzw. Löschung verschiedener Dokumente, Informationen und Da-
tenträger bis zum 7. November 2018. Gleichzeitig setzte sie ihm Frist an, um zu
den Massnahmebegehren der Gesuchstellerin Stellung zu nehmen. Mit Eingabe
vom 7. November 2018 (act. 8) beantragte der Gesuchsgegner, es sei in Wieder-
erwägung von Dispositivziffer 4 der Verfügung vom 29. Oktober 2018 (act. 4,
act. 12) die superprovisorisch angeordnete Herausgabe- bzw. Löschungsver-
pflichtung einstweilen aufzuheben. Diesem Antrag gab die Vorinstanz mit Verfü-
gung vom 23. November 2018 (act. 16) statt und hob Dispositivziffer 4 der Verfü-
gung vom 29. Oktober 2018 (act. 4, act. 12) auf. Der Gesuchsgegner nahm mit
Eingabe vom 12. Dezember 2018 (act. 19) zum Massnahmebegehren Stellung.
Mit Urteil vom 27. Dezember 2018 (act. 27) hiess die Vorinstanz das Gesuch der
Gesuchstellerin gemäss dem einleitend wiedergegebenen Dispositiv gut und setz-
te ihr eine Frist von 60 Tagen ab Zustellung des Entscheids an, um den Haupt-
sacheprozess anhängig zu machen.
3. Mit Eingabe vom 24. Januar 2019 (act. 28; Datum Poststempel) erhob der
Gesuchsgegner rechtzeitig Berufung (vgl. act. 24) und stellte die eingangs er-
wähnten Anträge. Seine Berufung richtet sich ausschliesslich gegen Dispositivzif-
fer 4 des vorerwähnten Urteils, mit welcher er zur Herausgabe bzw. Löschung
verschiedener Dokumente, Informationen und Datenträger bis zum 8. Februar
2019 verpflichtet wurde, sowie gegen die vorinstanzliche Verteilung der Prozess-
kosten. Mit Verfügung vom 31. Januar 2019 (act. 32) wurde der Berufung an-
tragsgemäss einstweilen die aufschiebende Wirkung in dem Sinne zuerkannt,
dass dem Gesuchsgegner die Frist zur Herausgabe bzw. Löschung der in Dispo-
sitivziffer 4 des angefochtenen Urteils genannten Dokumente, Informationen und
Datenträger nicht läuft. Gleichzeitig wurde der Gesuchstellerin Frist angesetzt, um
zur Frage der aufschiebenden Wirkung Stellung zu nehmen, und die Prozesslei-
tung delegiert. Der mit derselben Verfügung vom Gesuchsgegner eingeforderte
Kostenvorschuss ging rechtzeitig ein (act. 34). Mit Verfügung vom 12. Februar
2019 (act. 37) wurde der Gesuchstellerin sodann Frist angesetzt, um die Berufung
zu beantworten. Die Gesuchstellerin nahm mit Eingabe vom 15. Februar 2019
(act. 39) rechtzeitig zur Frage der aufschiebenden Wirkung Stellung und beant-
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wortete die Berufung ebenfalls innert Frist (Eingabe vom 25. Februar 2019;
act. 40). Diese Eingaben wurden dem Gesuchsgegner mit Verfügung vom
26. Februar 2019 (act. 42) zugestellt. Gleichzeitig wurde den Parteien Frist ange-
setzt, um sich zur Frage der sachlichen Zuständigkeit der Vorinstanz zu äussern.
Beide Parteien reichten ihre Stellungnahmen innert Frist ein (act. 44 und act. 46);
diese Eingaben wurden jeweils der Gegenpartei zugestellt (act. 47).
4. Mit dem vorliegenden Urteil erübrigt sich ein definitiver Entscheid über die
Gewährung der aufschiebenden Wirkung. Das entsprechende Gesuch des Beru-
fungsklägers ist folglich als gegenstandslos geworden abzuschreiben.
5. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (act. 1 - 25). Das Verfahren
erweist sich als spruchreif.
II.
1. Gegen erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Massnahmen ist die
Berufung in vermögensrechtlichen Angelegenheiten zulässig, wenn der Streitwert
der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens CHF 10'000.– beträgt
(Art. 308 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 ZPO). In analoger Anwendung von Art. 51 Abs. 1
lit. b und lit. c BGG ist bei vorsorglichen Massnahmen in der Regel nicht auf den
wirtschaftlichen Wert bzw. die Rechtsnatur der Massnahme als solchen abzustel-
len, sondern es ist der Streitwert bzw. die Natur der (allenfalls noch anhängig zu
machenden) Hauptsache massgebend, jedenfalls dann, wenn die Massnahme
der Sicherung oder der Durchsetzung des Hauptsacheanspruches dient (OGer
ZH, LF110134, Verfügung vom 12. Januar 2012, E. 4; DIGGELMANN, in: Brunner et
al [Hrsg.], ZPO-Komm., 2. Aufl. 2016, Art. 91 N 8; MEIER, Schweizerisches Zivil-
prozessrecht, 2010, S. 480; a.A. SEILER, Die Berufung nach ZPO, 2013, N 659;
ZK-REETZ/THEILER, Art. 308 N 41; BLICKENSTORFER, in: Brunner et al [Hrsg.], ZPO-
Komm., 2. Aufl. 2016, Art. 308 N 32; KUNZ/HOFFMANN-NOWOTNY/STAUBER, ZPO-
Rechtsmittel, Berufung und Beschwerde, 2013, Art. 308 N 62; BSK ZPO-
SPÜHLER, Art. 308 N 8). Dies gilt grundsätzlich auch dann, wenn eine vorpro-
zessuale Massnahme nach Art. 263 ZPO im Streit liegt.
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2. Wie noch im Einzelnen auszuführen sein wird, ist die hier zu beurteilende
Streitigkeit als nicht vermögensrechtlich zu qualifizieren (s. dazu unten, E. III.6-9),
weshalb die Berufung ohne Weiteres zulässig ist (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Selbst
wenn die Angelegenheit als vermögensrechtlich betrachtet würde, wäre das
Streitwerterfordernis von CHF 10'000.– ohne Weiteres erreicht (s. dazu unten,
E. III.10).
3. Die Berufung ist gemäss Art. 311 Abs. 1 ZPO zu begründen und muss hin-
reichende Rechtsmittelanträge enthalten. Beiden Anforderungen kommt die Beru-
fungsschrift des Gesuchsgegners nach, weshalb darauf einzutreten ist.
III.
1. Im Gegensatz zur örtlichen Zuständigkeit, die in der Regel nur auf entspre-
chende Beanstandung hin zu überprüfen ist (und in Bezug auf welche eine Ein-
lassung möglich ist), ist die sachliche Zuständigkeit – wie auch die Verfahrensart
– von der kantonalen Rechtsmittelinstanz auch ohne entsprechende Rüge von
Amtes wegen zu prüfen; sie ist der Disposition der Parteien entzogen (BGer,
4A_359/2017 vom 16. Mai 2018, E. 4.2, 4.5; 4A_291/2015 und 4A_301/2015 vom
3. Februar 2016, E. 3.2; 4A_229/2017 vom 7. Dezember 2017, E. 3.2;
4A_100/2016 vom 13. Juli 2016, E. 2.1.1; 4A_488/2014 vom 20. Februar 2015,
E. 3).
2. Im Rahmen des Gehörsanspruchs und zur Vermeidung einer allenfalls über-
raschenden Rechtsanwendung (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 53 ZPO) wurde den Par-
teien mit Verfügung vom 26. Februar 2019 (act. 42) Frist angesetzt, um sich zur
Frage der sachlichen Zuständigkeit der Vorinstanz zu äussern. Die Gesuchstelle-
rin stellt sich zusammengefasst auf den Standpunkt, zwei der drei geltend ge-
machten Hauptsacheansprüche (nämlich der Anspruch auf Unterlassung ge-
schäftlichen Kontakts des Gesuchsgegners mit den Aktionären der Gesuchstelle-
rin und der Anspruch auf Herausgabe der Aktionärsliste und weiterer Geschäfts-
geheimnisse durch den Gesuchsgegner) seien vermögensrechtlicher Natur, deren
Streitwert insgesamt CHF 30'000.– nicht überschreite. Weil der Gesuchsgegner
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diese Auffassung teile, könne der Streitwert nur dann anderweitig festgesetzt
werden, wenn diese Angaben offensichtlich unrichtig seien (Art. 91 Abs. 2 ZPO),
was hier nicht der Fall sei (act. 46 S. 4). Als betroffenes Streitinteresse erwähnt
die Gesuchstellerin zunächst den Umstand, dass sie sich bei Nichtanordnung der
beantragten Massnahmen "mit mehr als nur fünf Aktionären auseinandersetzen
[müsse], wodurch Geschäftsabläufe erschwert" würden. Der damit verbundene
Aufwand, der nötig sei, um die Vorwürfe gegenüber den Aktionären auszuräu-
men, betrage aber nicht mehr als CHF 5'000.– oder CHF 10'000.– (act. 46 S. 5,
vgl. auch act. 40 S. 13 ["nicht unbeachtlicher finanzieller Schaden"]). Ferner führt
die Gesuchstellerin aus, die herausverlangte Aktionärsliste (bzw. andere Ge-
schäftsgeheimnisse) hätten "für sich genommen [...] maximal einen Wert von we-
nigen Franken" (act. 46 S. 5 f.). Die Gesuchstellerin bestreite zwar nicht, "dass
prinzipiell mit personenbezogenen Daten sämtlicher Aktionäre natürlich ein gros-
ser Schaden für die Gesellschaft angerichtet werden könnte", namentlich wenn
ein Dritter wie der Gesuchsgegner Aktionäre gegen die Gesellschaft aufbringe
und diese "gestützt auf falsche, rufschädigende Angaben dazu [verleite], rechtlich
gegen die [Gesuchstellerin] vorzugehen". Darüber, wie hoch ein solcher Schaden
im Einzelnen genau ausfallen würde, könne aber nur willkürlich spekuliert werden.
Entsprechend sei von einem Streitwert von unter CHF 30'000.– auszugehen
(act. 46 S. 6 f.). Mit Bezug auf den dritten der geltend gemachten Hauptsachean-
sprüche (den Anspruch auf Unterlassung rufschädigenden Verhaltens) lässt die
Gesuchstellerin ausführen, dieser persönlichkeitsrechtliche Anspruch sei nicht
vermögensrechtlicher Natur. Daraus scheint sie abzuleiten, dass eine handelsge-
richtliche Zuständigkeit von vornherein ausser Betracht fällt (act. 46 S. 7, act. 40
S. 3).
3. Der Gesuchsgegner lässt zur sachlichen Zuständigkeit seinerseits ausfüh-
ren, es sei wenigstens der von der Gesuchstellerin geltend gemachte persönlich-
keitsrechtliche Anspruch nicht vermögensrechtlicher Natur. Ferner seien sowohl
er selbst wie auch die Gesuchstellerin im Handelsregister eingetragen. Da sich
die sachliche Zuständigkeit der Disposition der Parteien entziehe, stehe es in der
Kompetenz der Berufungsinstanz, darüber zu entscheiden (act. 44).
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4. Vorprozessuale vorsorgliche Massnahmen nach Art. 263 ZPO sind im sum-
marischen Verfahren zu beurteilen (Art. 248 lit. d ZPO). Im Kanton Zürich ist hier-
für grundsätzlich entweder das Einzelgericht des örtlich zuständigen Bezirksge-
richts (§ 24 lit. c GOG) oder das Einzelgericht des Handelsgerichts (§ 45 lit. b
GOG i.V.m. Art. 6 Abs. 5 bzw. Art. 5 Abs. 2 ZPO) sachlich zuständig. Letzteres ist
dann der Fall, wenn das Handelsgericht nach Art. 6 Abs. 2 - 4 ZPO bzw. die vom
kantonalen Recht bezeichnete einzige kantonale Instanz nach Art. 5 Abs. 1 ZPO
in der Hauptsache zuständig ist bzw. wäre (vgl. ZK ZPO-VETTER, Art. 6 N 45). In-
sofern knüpft die sachliche Zuständigkeit des vorprozessualen Massnahmege-
richts an die (hypothetische) sachliche Zuständigkeit in der Hauptsache an.
5. Für Streitigkeiten, die im vereinfachten Verfahren zu beurteilen sind, ist eine
Zuständigkeit des Handelsgerichts nach Art. 6 ZPO bzw. der einzigen kantonalen
Instanz nach Art. 5 ZPO wegen des Vorrangs der Verfahrensart ausgeschlossen
(Art. 243 Abs. 3 ZPO; BGE 139 III 457, E. 4; 143 III 137, E. 2.2). Insofern kommt
es hier – aufgrund der vorerwähnten Verknüpfung der sachlichen Zuständigkeit
für vorprozessuale vorsorgliche Massnahmen mit der sachlichen Hauptsachezu-
ständigkeit – entscheidend darauf an, nach welcher Verfahrensart die Hauptsache
zu beurteilen wäre, im Hinblick auf welche die vorprozessualen Massnahmen be-
antragt werden.
6. Vermögensrechtliche Streitigkeiten mit einem Streitwert von weniger als
oder genau CHF 30'000.– sind im vereinfachten Verfahren zu beurteilen (Art. 243
Abs. 1 ZPO), während vermögensrechtliche Streitigkeiten mit einem diesen Be-
trag übersteigenden Streitwert sowie nicht vermögensrechtliche Streitigkeiten im
ordentlichen Verfahren zu beurteilen sind, sofern sie nicht in die von Art. 243
Abs. 2 ZPO erwähnten Bereiche oder in den Anwendungsbereich des summari-
schen Verfahrens (Art. 248 ff. ZPO) fallen (BGE 142 III 145, E. 4). Ob eine Strei-
tigkeit vermögensrechtlicher oder nicht vermögensrechtlicher Natur ist, entschei-
det die Berufungsinstanz ohne Bindung an die Auffassung der Parteien oder der
Vorinstanz; für eine analoge Anwendung von Art. 91 Abs. 2 ZPO besteht kein
Raum (BGE 142 III 145, E. 5). Als nicht vermögensrechtlich gelten Rechte, die ih-
rer Natur nach nicht in Geld geschätzt werden können und die weder zum Ver-
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mögen einer Person gehören noch mit einem vermögensrechtlichen Rechtsver-
hältnis eng verbunden sind. Dass die genaue Berechnung des Streitwerts nicht
möglich oder dessen Schätzung schwierig ist, genügt nicht, um eine Streitsache
als nicht vermögensrechtlich erscheinen zu lassen (BGE 108 II 77, E. 1a; BGer,
4A_237/2014 vom 2. Juli 2014, E. 2.3). Weist ein Streitgegenstand als solcher
sowohl vermögensrechtliche wie auch nicht vermögensrechtliche Aspekte auf, so
ist darauf abzustellen, ob letztlich das geldwerte oder das ideelle Interesse der
klagenden bzw. gesuchstellenden Partei überwiegt (BGE 116 II 379, E. 2a; 108 II
77, E. 1a; DIGGELMANN, a.a.O., Art. 91 N 1; ZK ZPO-STEIN-WIGGER, Art. 91 N 9).
Klagen aus Persönlichkeitsrecht gelten als nicht vermögensrechtliche Streitigkei-
ten, auch wenn damit vermögensrechtliche Interessen verbunden sein mögen, es
sei denn, es werden ausschliesslich Vermögensleistungen wie Schadenersatz
oder Genugtuung beansprucht (BGer, 5A_531/2014 vom 8. Dezember 2014,
E. 3.1.2; 5A_205/2008 vom 3. September 2008, E. 2.3; 5C.1/2006 vom 22. Mai
2006, E. 1.1). Werden auf das Persönlichkeitsrecht gestützte oder andere nicht
vermögensrechtliche Begehren mit vermögensrechtlichen Streitgegenständen
gehäuft, was ohne Weiteres zulässig ist, so ist das Verfahren in analoger Anwen-
dung von Art. 93 Abs. 1 ZPO entweder insgesamt als vermögensrechtlich oder
insgesamt als nicht vermögensrechtlich zu qualifizieren. Hierbei ist in aller Regel
dem nicht vermögensrechtlichen Element der Vorrang einzuräumen, es sei denn,
der vermögensrechtliche Teil stehe ausnahmsweise dermassen im Vordergrund,
dass auf ihn abzustellen wäre (OGer ZH, RB180014 vom 23. Juli 2018, E. 2.4;
vgl. auch BGE 91 II 401, E. 1; BGer, 5A_205/2008 vom 3. September 2008,
E. 2.3 [betreffend ideelle und vermögenswerte Begehren, die im Rahmen des
Persönlichkeitsschutzes gestellt werden]; vgl. auch BK ZPO-STERCHI, Art. 93 N 3).
7. Mit ihrem Massnahmebegehren ersuchte die Gesuchstellerin vor Vorinstanz
einerseits (act. 1 S. 2 f., Rechtsbegehren Ziffern 1, 2 und 5) um einstweiligen
Rechtsschutz im Hinblick auf einen Anspruch auf Unterlassung der Vertretung
von Aktionären bzw. der Offenbarung von Geschäftsgeheimnissen durch den Ge-
suchsgegner sowie hinsichtlich eines Anspruchs auf Herausgabe oder Löschung
gewisser Dokumente, Informationen oder Datenträger. Diese Ansprüche leitet die
Gesuchstellerin aus Vertrag (act. 1 S. 6, 12), aus Art. 717 OR (act. 1 S. 12 ff.) so-
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wie aus dem UWG (act. 1 S. 14 f.) ab. Andererseits (act. 1 S. 2, Rechtsbegehren
Ziffer 3) ersuchte sie um einstweiligen Rechtsschutz im Hinblick auf einen persön-
lichkeitsrechtlichen Anspruch (Art. 28 ZGB), der auf Unterlassung ehrverletzender
bzw. rufschädigender Handlungen gerichtet ist (act. 1 S. 16 f.). Der letztere, auf
das Persönlichkeitsrecht der Gesuchstellerin gestützte Teil der Streitigkeit erweist
sich nach dem Gesagten ohne Weiteres als nicht vermögensrechtlicher Natur,
selbst wenn damit (teilweise) auch vermögensrechtliche Interessen verbunden
sein mögen (vgl. etwa BGer, 5A_531/2014 vom 8. Dezember 2014, E. 3.1.2;
5A_205/2008 vom 3. September 2008, E. 2.3; 5C.1/2006 vom 22. Mai 2006,
E. 1.1). Daran ändert nichts, dass das Persönlichkeitsrecht einer juristischen Per-
son betroffen ist. Der blosse Umstand, dass eine Aktiengesellschaft naturgemäss
einen wirtschaftlichen Zweck verfolgt, macht ihre Persönlichkeit nicht zu einem
Vermögensrecht (vgl. BGE 95 II 481, E. 1 und E. 3).
8. Bei näherer Betrachtung erweist sich aber auch der erstere Teil des Verfah-
rens (Rechtsbegehren Ziffern 1, 2 und 5) – jedenfalls aber das Verfahren insge-
samt – als überwiegend nicht vermögensrechtlicher Natur. Obschon die geltend
gemachten Unterlassungs-, Herausgabe- bzw. Löschungsansprüche zweifelsoh-
ne auch vermögensrechtliche Aspekte aufweisen, stehen diese nicht dermassen
im Vordergrund, dass darauf abzustellen wäre (vgl. hierzu OGer ZH, RB180014
vom 23. Juli 2018, E. 2.4; vgl. auch BGE 91 II 401, E. 1; BGer, 5A_205/2008 vom
3. September 2008, E. 2.3). Zwar lässt die Gesuchstellerin etwa ausführen, es sei
im Falle der Nichtanordnung der beantragten Massnahmen zu befürchten, dass
sie Umsatz- bzw. Gewinneinbussen erleiden und sich die Suche nach neuen In-
vestoren erschweren könnte (act. 1 S. 17, vgl. auch act. 40 S. 13, act. 46 S. 6 f.).
Dennoch ist nicht zu übersehen, dass es ihr letztlich primär darum geht, ihren gu-
ten Ruf, ihr Ansehen in der Öffentlichkeit und ihre wirtschaftliche Ehre bzw. Integ-
rität zu schützen, indem sie dem Gesuchsgegner behauptetermassen persönlich-
keitsverletzendes Verhalten bzw. rufschädigende Äusserungen gegenüber den
Aktionären, den Behörden (Staatsanwaltschaft und FINMA) und sonstigen Dritten
(insbesondere Medien) untersagen will (act. 1 S. 10 f., 17). So dienen namentlich
auch das zulasten des Gesuchsgegners beantragte Verbot, Aktionäre der Ge-
suchstellerin zu vertreten und Geschäftsgeheimnisse zu offenbaren, sowie die
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beantragte Herausgabe bzw. Löschung von Dokumenten und Dateien, die Ge-
schäftsgeheimnisse beinhalten, letztlich auch – und überwiegend – der Verhinde-
rung diffamierender Äusserungen des Gesuchsgegners gegenüber Aktionären
oder Dritten. Konkret erwähnt die Gesuchstellerin in ihrem Massnahmebegehren
nämlich vorab die Zusammensetzung des Aktionariats als betroffenes Geschäfts-
geheimnis. Mit dem beantragten Verbot, dieses Geheimnis zu verwenden, bzw.
mit der beantragten Herausgabe der Aktionärslisten und Ähnlichem zielt die Ge-
suchstellerin insofern primär darauf ab, den Gesuchsgegner daran zu hindern, mit
ihren Aktionären Kontakt aufzunehmen und diesen gegenüber rufschädigende
Äusserungen zu machen (act. 1 S. 8 f., 10, 12 ff.). Vor diesem Hintergrund er-
scheinen die mit den geltend gemachten Ansprüchen verfolgten wirtschaftlichen
Interessen (Vermeidung von Umsatz- bzw. Gewinneinbussen und Verhinderung
eines Verlusts potentieller Investoren) gegenüber den damit verfolgten ideellen In-
teressen (Bewahrung der geschäftlichen Ehre und Integrität) als untergeordnet
bzw. bloss als indirekte Folge der Letzteren.
9. Damit ist das Verfahren insgesamt – d.h. die mit den beantragten vorsorgli-
chen Massnahmen gesicherten bzw. vorläufig durchgesetzten Hauptsachean-
sprüche in ihrer Gesamtheit – als nicht vermögensrechtlich zu qualifizieren (vgl.
dagegen noch die Verfügung der Kammer vom 31. Januar 2019; act. 32 S. 4). Ei-
ne Aufteilung der Streitigkeit in vermögensrechtliche und nicht vermögensrechtli-
che Teile ist entgegen der Auffassung der Gesuchstellerin (vgl. act. 40 S. 3,
act. 46 S. 3 ff. und S. 7; vgl. auch die Stellungnahme des Gesuchsgegners;
act. 44 S. 2) nicht möglich. In analoger Anwendung von Art. 93 Abs. 1 ZPO, wo-
nach die Streitwerte gehäufter (vermögensrechtlicher) Streitgegenstände für die
Frage der Verfahrensart und der sachlichen Zuständigkeit vorab zusammenzu-
rechnen sind (vgl. hierzu BGE 142 III 788, E. 4.2), ist das Verfahren vielmehr ein-
heitlich als vermögensrechtlich oder als nicht vermögensrechtlich zu qualifizieren,
wobei dem nicht vermögensrechtlichen Element regelmässig der Vorrang einzu-
räumen ist (OGer ZH, RB180014 vom 23. Juli 2018, E. 2.4; vgl. auch BGer,
5A_205/2008 vom 3. September 2008, E. 2.3; BK ZPO-STERCHI, Art. 93 N 3).
Folglich wäre in einem Hauptsacheprozess das ordentliche Verfahren anwendbar
(Art. 243 Abs. 1 und Abs. 2 ZPO e contrario), weshalb eine handelsgerichtliche
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Zuständigkeit grundsätzlich in Betracht kommt. Obschon nämlich vor Handelsge-
richt regelmässig vermögensrechtliche Streitigkeiten im Vordergrund stehen, kön-
nen auch nicht vermögensrechtliche Angelegenheiten von der Spezialzuständig-
keit nach Art. 5 f. ZPO erfasst sein (OGer ZH, LB150074 vom 25. Januar 2016,
E. 3.3; LF130075 vom 24. Februar 2014, E. 4.2.3).
10. Selbst wenn aber die Streitigkeit als vermögensrechtlich zu qualifizieren wä-
re, würde dies nichts an der (hypothetischen) Anwendbarkeit des ordentlichen
Verfahrens und damit an einer möglichen handelsgerichtlichen Zuständigkeit in
der Hauptsache ändern. Der Gesuchsgegner hat zwar einen von der Gesuchstel-
lerin behaupteten Streitwert von "unter CHF 30'000.–" anerkannt (vgl. act. 1 S. 4,
act. 19 Rz. 33, act. 28 Rz. 9, act. 46 S. 2 ff.); dies erscheint jedoch – unter der
Prämisse einer vermögensrechtlichen Streitigkeit – als offenkundig unrichtig
(Art. 91 Abs. 2 ZPO). Angesichts der Schwere der gegenüber dem Gesuchsgeg-
ner erhobenen Vorwürfe scheint es unrealistisch, dass die der Gesuchstellerin
dadurch drohenden Umsatz- bzw. Gewinneinbussen ein Volumen von
CHF 30'000.– nicht überschreiten würden. So räumt die Gesuchstellerin denn
auch selbst ein, dass der Schaden, der durch das dem Gesuchsgegner vorgewor-
fene Verhalten drohen würde, "sicherlich hoch" wäre (act. 46 S. 6 f., vgl. auch
act. 40 S. 13). Ihr Argument, dass sich dieser Schaden ziffernmässig nicht exakt
bestimmen lasse bzw. jeder Schätzung etwas Willkürliches anhafte, verfängt in-
des nicht. Jedenfalls führt der Umstand, dass sich ein Streitinteresse nicht exakt
nachweisen lässt, nicht einfach dazu, dass aufgrund von "Beweislosigkeit"
schlechterdings von einem Streitwert von CHF 0.– oder von einem solchen von
"unter CHF 30'000.–" auszugehen wäre. Vielmehr wäre – würde es sich bei der
Streitigkeit um eine vermögensrechtliche handeln – bereits unter dem Gesichts-
punkt der der Gesuchstellerin drohenden wirtschaftlichen Einbussen schätzungs-
weise von einem wesentlich höheren Streitwert als CHF 30'000.– auszugehen.
Ferner lässt die Gesuchstellerin im Rahmen der Nachteilsprognose ins Feld füh-
ren, bei Nichtanordnung der beantragten Massnahmen wäre zu erwarten, dass
der Gesuchsgegner weitere Aktionäre kontaktieren und auch diese dazu bewegen
würde, den Rückkauf ihrer Aktien durch die Gesellschaft zu verlangen (act. 1
S. 7 ff., 10 f.,17, vgl. auch act. 46 S. 6). Angesichts des Aktienkapitals der Ge-
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suchstellerin von CHF 649'711.90 (act. 3/2) ist auch unter diesem Aspekt von ei-
nem CHF 30'000.– weit übersteigendem Interesse auszugehen. Hinzu kommt
schliesslich der Umstand, dass zwischen den Parteien – bzw. innerhalb der
B1._-Gruppe – andere Streitigkeiten (Rückforderung von zu viel bezogenem
Honorar, Feststellung des Nichtbestandes von Lohnforderungen, Verantwortlich-
keits- und andere Schadenersatzansprüche) in CHF 30'000.– bei weitem über-
steigender Höhe bestehen, in Bezug auf welche die fraglichen Dokumente bzw.
Dateien, die gemäss dem Rechtsbegehren Ziffer 5 der Gesuchstellerin herauszu-
geben bzw. zu löschen wären, potentiell als Angriffs- bzw. Verteidigungsmittel
dienen könnten (vgl. act. 1 S. 6, 9, act. 28 Rz. 33, act. 40 S. 10 f.). Auch unter
diesem Gesichtspunkt wäre – sollte die Streitigkeit vermögensrechtlicher Natur
sein – insgesamt von einem CHF 30'000.– übersteigenden Streitwert auszuge-
hen. Auf welchen Betrag dieser im Einzelnen genau festzusetzen wäre (vgl.
Art. 91 Abs. 2 ZPO), kann hier indes offen bleiben.
11. Nach Art. 6 Abs. 2 ZPO i.V.m. § 44 lit. b GOG ist das Handelsgericht in der
Hauptsache zuständig, wenn (i) die geschäftliche Tätigkeit mindestens einer Par-
tei betroffen ist, (ii) gegen den Entscheid die Beschwerde in Zivilsachen an das
Bundesgericht offen steht und (iii) beide Parteien im schweizerischen Handelsre-
gister oder in einem vergleichbaren ausländischen Register eingetragen sind.
Diese Voraussetzungen wären in einem Hauptsacheprozess erfüllt: Erstens ist in
Bezug auf die gesamte Streitigkeit die geschäftliche Tätigkeit sowohl der Gesuch-
stellerin wie auch des Gesuchsgegners betroffen (ausreichend wäre es bereits,
wenn die geschäftliche Tätigkeit nur einer Partei betroffen wäre). Ein nach Art. 6
Abs. 2 lit. a ZPO hinreichender Bezug zur "geschäftlichen Tätigkeit" einer Partei
kann insbesondere auch dann vorliegen, wenn die konkrete Streitigkeit – wie hier
– nicht vermögensrechtlicher Natur ist (vgl. OGer ZH, LB150074 vom 25. Januar
2016, E. 3.3; LF130075 vom 24. Februar 2014, E. 4.2.3). So ist der beantragte
Schutz der Persönlichkeit der Gesuchstellerin (geschäftliche Ehre und Integrität)
zwar nicht vermögensrechtlichen Charakters, betrifft aber doch ihre geschäftliche
Tätigkeit. Umgekehrt ist auch die geschäftliche Tätigkeit des Gesuchsgegners be-
troffen, zumal die Gesuchstellerin u.a. beantragt, es sei dem Gesuchsgegner zu
verbieten, über sein Einzelunternehmen Aktionäre der Gesuchstellerin zu beraten
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und zu vertreten. Zweitens stünde eine Beschwerde an das Bundesgericht in der
Hauptsache aufgrund der nicht vermögensrechtlichen Natur der Streitigkeit (bzw.
aufgrund des CHF 30'000.– übersteigenden Streitwerts) ohne Weiteres offen
(Art. 6 Abs. 2 lit. b ZPO i.V.m. Art. 74 Abs. 1 BGG). Drittens sind sowohl die Ge-
suchstellerin (act. 3/2) wie auch der Gesuchsgegner (act. 3/4, act. 45) im schwei-
zerischen Handelsregister eingetragen, Letzterer unter der Firma "C._" als
Einzelunternehmen. Demzufolge wäre in einem allfälligen Hauptsacheprozess
umfassend das Handelsgericht nach Art. 6 Abs. 2 ZPO zuständig, womit offen
bleiben kann, ob eine – allenfalls auch nur teilweise – handelsgerichtliche Zustän-
digkeit auch nach Art. 6 Abs. 4 lit. b ZPO i.V.m. § 44 lit. b GOG bzw. nach Art. 5
Abs. 1 lit. d i.V.m. Art. 6 Abs. 4 lit. a ZPO i.V.m. § 44 lit. a GOG gegeben wäre,
soweit die Gesuchstellerin Ansprüche aus Art. 717 OR bzw. aus dem UWG gel-
tend macht.
12. Für die Beurteilung der vorliegenden vorprozessualen vorsorglichen Mass-
nahmen wäre damit nicht die Vorinstanz, sondern das Einzelgericht des Handels-
gerichts sachlich zuständig gewesen (Art. 6 Abs. 5 ZPO i.V.m. § 45 lit. b GOG).
Der vorinstanzliche Entscheid ist daher im angefochtenen Umfang (Dispositivzif-
fer 4) aufzuheben und es ist auf das Gesuch im selben Umfang (Rechtsbegehren
Ziffer 5 der Gesuchstellerin) mangels sachlicher Zuständigkeit nicht einzutreten
(Art. 318 Abs. 1 lit. b ZPO). Soweit der Gesuchsgegner die Abweisung dieses
Massnahmebegehrens verlangt, ist seine Berufung abzuweisen.
13. Im nicht angefochtenen Umfang (Dispositivziffern 1 - 3 und 5) bleibt das vor-
instanzliche Urteil in Anwendung der Dispositionsmaxime (Art. 58 Abs. 1 ZPO)
bestehen, da sich dieses nicht als geradezu nichtig erweist. Nach der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung leidet ein Entscheid einer sachlich unzuständigen Be-
hörde zwar an einem schwerwiegenden Mangel, der je nach den Umständen die
Nichtigkeitsfolge nach sich ziehen kann. Vorausgesetzt ist aber, dass der Mangel
besonders schwer und überdies offensichtlich oder doch wenigstens leicht er-
kennbar ist und dass die Rechtssicherheit durch die Annahme der Nichtigkeit
nicht ernsthaft gefährdet würde. Dies ist wenigstens dann nicht der Fall, wenn der
zu Unrecht in der Sache entscheidenden Behörde auf dem betreffenden Gebiet
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grundsätzlich eine allgemeine Entscheidungsgewalt zukommt (BGE 137 III 217,
E. 2.4.3; 136 II 489, E. 3.3; 132 II 342, E. 2.1; 127 II 32, E. 3g; BGer,
4A_229/2017 vom 7. Dezember 2017, E. 3.2; 4A_100/2016 vom 13. Juli 2016,
E. 2.1.1; 4A_488/2014 vom 20. Februar 2015, E. 3.1). Die Voraussetzungen der
Nichtigkeit sind hier nicht erfüllt. Die Vorinstanz war zwar in diesem konkreten Fall
sachlich unzuständig, sie hat aber im betroffenen Bereich, d.h. in zivilrechtlichen
Streitigkeiten im Allgemeinen, eine grundsätzliche Entscheidungsbefugnis. Der
Mangel war überdies nicht leicht erkennbar, weshalb die Nichtigkeitsfolge mit dem
Postulat der Rechtssicherheit nicht zu vereinbaren wäre.
IV.
1. Der Gesuchsgegner ficht die vorinstanzliche Verteilung der Prozesskosten
explizit an (Berufungsanträge Ziffern 2 und 3). Auch ohne entsprechende Anträge
würde das Kostendispositiv als mitangefochten gelten. Die Kostenregelung unter-
liegt grundsätzlich der Offizialmaxime (Art. 58 Abs. 2 ZPO), sodass die in diesem
Zusammenhang gestellten Anträge – abgesehen vom Erfordernis eines Antrags
auf Zusprechung einer Parteientschädigung – als blosse Anregungen zu betrach-
ten sind (BGer, 4A_692/2015 vom 1. März 2017, E. 8.2).
2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Gesuchstellerin im erstin-
stanzlichen Verfahren zu einem Viertel endgültig (vgl. Art. 106 Abs. 1 ZPO), wes-
halb ihr ein Viertel der – in ihrer Höhe nicht beanstandeten – erstinstanzlichen Ge-
richtskosten (also CHF 475.–) definitiv aufzuerlegen sind. Ferner ist dem Ge-
suchsgegner für das erstinstanzliche Verfahren eine auf einen Viertel reduzierte
Parteientschädigung definitiv zuzusprechen. Da die vorinstanzliche Bemessung
der (vollen) Parteientschädigung (exklusive Mehrwertsteuer) nicht beanstandet
wurde – und der Gesuchsgegner im Unterschied zur Gesuchstellerin seinerseits
einen Mehrwertsteuerzuschlag beantragt hat (act. 1 S. 3 und act. 19 S. 2) –, ist
diese auf CHF 646.20 (CHF 600.– zuzüglich 7.7 % MwSt.) festzusetzen.
3. Im Umfang der übrigen drei Viertel der erstinstanzlichen Prozesskosten, in
Bezug auf welche das Massnahmegesuch unter Ansetzung einer Prosequie-
- 19 -
rungsfrist gutgeheissen wurde, drängt sich entgegen der vorinstanzlichen Anord-
nung eine variable Lösung auf. Unterbleibt das Einreichen einer entsprechenden
Klage in der Hauptsache, hat die gesuchstellende Partei die Prozesskosten wie
im Falle eines Unterliegens zu tragen; wird fristgerecht Klage erhoben, so recht-
fertigt es sich, in analoger Anwendung von Art. 104 Abs. 3 ZPO die Kosten des
Massnahmeverfahrens zusammen mit der Hauptsache zu verlegen (HGer ZH, Ur-
teil vom 20. April 2012, ZR 2012 Nr. 63, E. 5.10; ZÜRCHER, in: Brunner et al
[Hrsg.], ZPO-Komm., 2. Aufl., 2016, Art. 263 N 8). Demzufolge sind drei Viertel
der erstinstanzlichen Gerichtskosten (also CHF 1'425.–) der Gesuchstellerin für
den Fall (bedingt) aufzuerlegen, dass die vorsorglichen Massnahmen wegen un-
benutzten Ablaufs der Prosequierungsfrist dahinfallen (Art. 263 ZPO am Ende).
Für diesen Fall ist die Gesuchstellerin ferner (bedingt) zu verpflichten, dem Ge-
suchsgegner eine auf drei Viertel reduzierte Parteientschädigung von
CHF 1'938.60 (CHF 1'800.– zuzüglich 7.7 % MwSt.) zu bezahlen. Wird der
Hauptsacheprozess rechtzeitig beim zuständigen Gericht anhängig gemacht, so
ist die Regelung der Verteilung von drei Vierteln der erstinstanzlichen Prozess-
kosten dem Endentscheid in der Hauptsache vorbehalten.
4. Im Berufungsverfahren unterliegt die Gesuchstellerin vollumfänglich (vgl.
Art. 106 Abs. 1 ZPO), weshalb ihr die zweitinstanzlichen Kosten aufzuerlegen
sind. Die Entscheidgebühr bemisst sich im Berufungsverfahren grundsätzlich
nach den für die Vorinstanz geltenden Bestimmungen (§ 12 Abs. 1 GebV OG);
massgebend ist das, was vor der Rechtsmittelinstanz noch im Streit liegt (§ 12
Abs. 2 GebV OG). Grundlage der Gebührenfestsetzung bilden der Streitwert bzw.
das tatsächliche Streitinteresse, der Zeitaufwand des Gerichts und die Schwierig-
keit des Falls (§ 2 Abs. 1 GebV OG). Dem tragen die Tarife gemäss §§ 4 ff. GebV
OG Rechnung. In Anwendung von § 5 i.V.m. § 8 Abs. 1 i.V.m. § 10 Abs. 1 GebV
OG ist die zweitinstanzliche Entscheidgebühr auf CHF 2'000.– festzusetzen. Die
Gerichtskosten sind mit dem vom Gesuchsgegner geleisteten Kostenvorschuss
zu verrechnen, wobei die Gesuchstellerin zu verpflichten ist, dem Gesuchsgegner
den von ihm geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von CHF 2'000.– zu erset-
zen (Art. 111 ZPO). Darüber hinaus ist die Gesuchstellerin zu verpflichten, dem
Gesuchsgegner für das zweitinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von
- 20 -
CHF 2'000.– (7.7 % MwSt. darin enthalten) zu bezahlen (§ 13 Abs. 1 i.V.m. § 5
i.V.m. § 9 AnwGebV).