Decision ID: 95b2a60a-fbdc-59ce-9974-66e9e5fee9bb
Year: 2017
Language: de
Court: BE_VG
Chamber: BE_VG_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Am 15. November 2007 eröffnete die Steuerverwaltung ein Nachsteuer- und Steuerstrafverfahren gegen die A._ AG. In der Folge wartete sie den rechtskräftigen Abschluss der gleichzeitig gegen deren  eröffneten Nachsteuer- und Steuerstrafverfahren ab, bevor sie die A._ AG am 13. März 2015 zur Nachzahlung von Fr. 12'043.-- für die Kantons- und Gemeindesteuern 2002 (zuzüglich Verzugszinsen von Fr. 5'623.80) und Fr. 6'893.50 für die direkte Bundessteuer 2002 (zuzüglich Verzugszinsen von Fr. 2'869.--) verpflichtete und ihr Steuerbussen von Fr. 12'043.-- für die Kantons- und Gemeindesteuern 2002 und von Fr. 6'893.50 für die direkte Bundessteuer 2002 auferlegte. Die dagegen erhobenen Einsprachen wies die Steuerverwaltung am 11. November 2015 ab (unter geringfügiger Anpassung der Verzugszinsen).
B.
Am 14. Dezember 2015 gelangte die A._ AG an die  des Kantons Bern (StRK), welche die Verfahren betreffend Nachsteuern bis zum Abschluss der Steuerhinterziehungsverfahren  (Verfügung vom 15.12.2015). Mit Entscheiden vom 24. Juni 2016 wies die StRK die Rechtsmittel betreffend die Steuerbussen ab, was das Verwaltungsgericht am 28. September 2016 auf Beschwerde der A._ AG hin schützte. Am 3. November 2016 nahm die StRK die Verfahren betreffend Nachsteuern wieder auf.
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16.01.2017, Nrn. 100.2016.349/ 350U, Seite 3
C.
In einer einzigen Rechtsschrift vom 2. Dezember 2016 hat die A._ AG sowohl im Verfahren bezüglich der Kantons- und  als auch in jenem bezüglich der direkten Bundessteuer 2002 gegen die Aufhebung der Sistierung Verwaltungsgerichtsbeschwerde . Sie beantragt die Zwischenverfügungen der StRK vom 3. November 2016 aufzuheben und die Nachsteuerverfahren zu sistieren bis das  die Beschwerden beurteilt habe, die sie gegen die Urteile des Verwaltungsgerichts in den Strafsteuerverfahren erhoben hat (Verfahren 2C_1010/2016 und 2C_1012/2016).
Mit Verfügung vom 5. Dezember 2016 hat der Abteilungspräsident die  betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern sowie die direkte Bundessteuer vereinigt.
Die StRK schliesst mit Vernehmlassung vom 9. Dezember 2016 auf  der Beschwerden, soweit auf diese einzutreten sei; die  beantragt mit Beschwerdeantwort vom 20. Dezember 2016 auf die Beschwerden nicht einzutreten. Die A._ AG hat am 13. Januar 2017 erneut zur Sache Stellung genommen.

Erwägungen:
1.
Gegenstand der vorliegenden Beschwerdeverfahren bildet allein die  der Sistierung der Nachsteuerverfahren durch die StRK.
1.1 Eine solche Zwischenverfügung ist dann beim Verwaltungsgericht anfechtbar, wenn die Verwaltungsgerichtsbeschwerde in der Hauptsache zulässig ist (Umkehrschluss aus Art. 75 Bst. a des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]).  trifft hier zu, ist doch das Verwaltungsgericht zur Beurteilung von
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Beschwerden in Nachsteuersachen als letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 VRPG zuständig (vgl. auch Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11]; Art. 145 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte  [DBG; SR 642.11] sowie Art. 9 Abs. 3 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Vollzug der direkten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]).
1.2 Allerdings setzt die selbständige Anfechtung von , die nicht Fragen der Zuständigkeit oder des Ausstands bzw. der  beschlagen, voraus, dass die betreffenden Verfügungen entweder einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können oder aber die Gutheissung der Beschwerden sofort Endentscheide herbeiführen und damit bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges  ersparen würden (Art. 74 Abs. 3 i.V.m. Art. 61 Abs. 2 und 3 VRPG). Falls keine dieser Voraussetzungen gegeben ist, sind sie nur  mit den Endentscheiden anfechtbar, soweit sich ihr Inhalt noch auf diese auswirkt (Art. 74 Abs. 3 i.V.m. Art. 61 Abs. 4 VRPG). Ein nicht wieder gutzumachender Nachteil wird praxisgemäss bejaht, wenn die  Person ein schutzwürdiges Interesse an der sofortigen  oder Abänderung der Zwischenentscheide hat, wobei kein  Schaden erforderlich ist. Ein hinreichendes Rechtsschutzinteresse an einer sofortigen Anfechtung ist bereits dann gegeben, wenn günstige Endentscheide für die betroffene Person nicht jeden Nachteil zu beseitigen vermögen. Dabei genügt auch ein tatsächliches – etwa bloss  – Interesse, soweit es für die betroffene Person nicht nur darum geht, eine Verteuerung oder eine aus wirtschaftlicher Sicht ungünstige  des Verfahrens zu verhindern. Der nicht wieder gutzumachende Nachteil muss in jedem Fall dargetan sein, wobei das Glaubhaftmachen genügt (zum Ganzen BVR 2016 S. 237 E. 5.1; VGE 2014/7/8 vom 7.11.2016 [zur Publ. bestimmt; noch nicht rechtskräftig] E. 1.3, je mit ).
1.3 Die Beschwerdeführerin behauptet zwar, die Aufhebung der  führe bei ihr sowohl zu einem nicht wieder gutzumachenden Nachteil als auch zu «unnötigem Aufwand an Zeit und Kosten», falls das Bundes-
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gericht ihre Beschwerden in den Steuerstrafverfahren gutheissen würde (Beschwerde S. 2). Inwiefern die Voraussetzungen von Art. 74 Abs. 3 i.V.m. Art. 61 Abs. 3 VRPG im konkreten Fall erfüllt sein sollten, begründet sie indes weder in der Beschwerdeschrift noch in der Stellungnahme vom 13. Januar 2017 näher. Entsprechendes ist denn auch nicht ersichtlich: Zunächst ist ausgeschlossen, dass eine Gutheissung der Beschwerden sofort Endentscheide herbeiführen würde, wobei in der Hauptsache  kein weitläufiges Beweisverfahren in Frage kommt. Weiter  die Aufhebung der Sistierung keine Interessen der Beschwerdeführerin, sondern trägt vielmehr deren Anspruch auf zeitgerechte Beurteilung der von ihr gestellten Rechtsbegehren Rechnung. Insofern verhält es sich  anders als bezüglich der Anordnung einer Sistierung, die zu einer Verzögerung führt und so Interessen der Rechtsuchenden entgegenlaufen und deshalb praxisgemäss – je nach den konkreten Umständen des  (vgl. etwa BVR 2003 S. 433 E. 1.2; VGE 2013/85 vom 22.4.2013 E. 2.2) – zu einem nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinn von Art. 61 Abs. 3 Bst. a VRPG führen kann. Ferner ist nicht nachvollziehbar, weshalb die Wiederaufnahme der Nachsteuerverfahren allein wegen der Möglichkeit, dass das Bundesgericht in den Steuerstrafverfahren  der Beschwerdeführerin entscheiden könnte, einen nicht wieder  Nachteil begründen sollte. Jedenfalls hat die  nicht dargetan, dass die angefochtenen Zwischenverfügungen die Voraussetzungen von Art. 74 Abs. 3 i.V.m. Art. 61 Abs. 3 Bst. a bzw. Bst. b VRPG erfüllen. Daran ändert der Hinweis auf Art. 32 der Bundesverfassung (BV; SR 101) und Art. 6 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) nichts: Diese Verfahrensgarantien beschlagen die Steuerstrafverfahren und nicht die hier in Frage stehenden . Mithin liegen Erkenntnisse im Streit, die nicht selbständig,  nur gemeinsam mit den Endentscheiden anfechtbar sind. Auf die  ist deshalb nicht einzutreten.
1.4 Sind sowohl Entscheide bezüglich der Kantons- und  als auch der direkten Bundessteuer angefochten, so muss das  zwei Urteile fällen, zumal es sich um zwei verschiedene  handelt, die unterschiedlichen Gemeinwesen zustehen und in  Verfahren veranlagt werden. Allerdings können die Entscheide in ein
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und derselben Urteilsschrift getroffen werden (vgl. BGE 135 II 260 E. 1.3.1, 130 II 509 E. 8.3).
1.5 Gemäss Art. 57 Abs. 2 Bst. b des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) fällt die Beurteilung von Beschwerden gegen  in die einzelrichterliche Zuständigkeit.
2.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende  die Kosten des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens zu tragen (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 1 DBG). Ersatzfähige Parteikosten sind keine angefallen (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 3 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 4 DBG und Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20.  1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021]).