Decision ID: 0c6b4a82-ea2c-473d-9630-875b0f0cf451
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VB
Chamber: SG_VB_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Sachverhalt
A.
a) A._, ist Eigentümer von Grundstück Nr. 001, Grundbuch
X._, an der A._strasse (Gemeindestrasse 1. Klasse) in X._.
Das Grundstück liegt gemäss geltendem Zonenplan der Gemeinde
X._ vom 2. September 2009 in der Wohnzone WE. Es ist mit einem
Einfamilienhaus (Vers.-Nr. 003) überbaut.
b) Am 25. Juni 2012 hatte der Gemeinderat X._ A._ die Bau-
bewilligung für eine Erweiterung des Wohnhauses (Vers.-Nr. 003) auf
Grundstück Nr. 001 erteilt. Das Bauvorhaben umfasste im Wesentli-
chen den Anbau eines Hallenbads mit Nebenräumen auf der Südost-
seite, eine Terrasse bzw. einen Unterstand auf der Südwestseite so-
wie einen Sitzplatz und Keller mit Weinlager.
c) In der Folge hat A._ auf der Nordwestseite unter anderem
eine Stützmauer ohne Baubewilligung erstellt. Mit Bauentscheid Nr.
12.05 (1. Nachtrag) vom 27. April 2015 wurde einzig die Erweiterung
des Weinlagers sowie die neuen Oblichter genehmigt. Die Stütz-
mauer, der zusätzliche Unterstand sowie die Erweiterung der Terrasse
wurden hingegen nicht bewilligt. Zudem wurde betreffend die Stütz-
mauer der Rückbau und die Wiederherstellung des Geländes verfügt
und die Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 des Schweizerischen Straf-
gesetzbuches (SR 311.0; abgekürzt StGB) angedroht. Die Verfügung
erwuchs in Rechtskraft.
d) Da A._ auch bezüglich Hallenbad von den bewilligten Plänen
abwich, wurde Ende August 2015 eine zweite Projektänderung einge-
reicht. Mit Bauentscheid Nr. 12.05 (2. Nachtrag) vom 23. November
2015 hat der Gemeinderat X._ eine weitere Projektänderung bezüg-
lich der Stützmauer auf der Nordwestseite sowie die Vergrösserung
des Vordachs beim Hallenbadanbau auf der Südostseite abgelehnt
und den vollständigen Rückbau der Stützmauer bestätigt. Zudem
wurde bezüglich Hallenbad der Rückbau des Anbaus und Vordachs
auf das bewilligte Mass angeordnet. Der von A._ dagegen erhobene
Rekurs (Verfahren Nr. 15-8989) wurde mit Schreiben vom 19. Dezem-
ber 2016 zurückgezogen.
e) Während des vorgenannten Rekursverfahrens reichte A._
eine weitere Projektänderung ein. Mit Bauentscheid Nr. 12.05 (3.
Nachtrag) vom 17. Oktober 2016 hat der Gemeinderat X._ eine Pro-
jektänderung bezüglich Grundriss Hallenbad-Anbau, Kürzung der
Stützmauer auf der Nordwestseite auf 20 cm mit zusätzlichem Stake-
tenzaun von 80 cm (ohne Stützen) sowie die Projektergänzung bezüg-
lich Ersatz des Dachs bewilligt. Nicht bewilligt wurden das Vordach
beim Hallenbadanbau sowie die Glasbrüstung auf der gekürzten
Stützmauer. Die nicht bewilligte Stützmauer auf der Nordwestseite sei
auf 20 cm und der Hallenbadanbau sowie dessen Vordach seien innert
180 Tagen ab Rechtskraft auf das bewilligte Mass zurückzubauen. Mit
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 42/2020), Seite 3/15
der fristgerechten Ausführung dieser Arbeiten würden die Auflagen be-
züglich Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands in den Verfü-
gungen vom 27. April 2015 und 23. November 2015 als widerrufen
gelten. Die Verfügung erwuchs in Rechtskraft. Die rechtskräftig verfüg-
ten Rückbauarbeiten wurden innert Frist nicht vorgenommen.
f) Am 13. September 2017 reichte A._ beim Gemeinderat X._
stattdessen erneut eine (vierte) Projektänderung bezüglich Stütz-
mauer auf der Nordwestseite, Vordach beim Hallenbadanbau auf der
Südostseite, Wintergarten sowie Solaranlage ein. Mit Beschluss (4.
Nachtrag) vom 16. Juli 2018 trat der Gemeinderat X._ auf die
Projektänderungen "Anbau Garage" und "Parkplatz mit Überdachung
auf der Südostseite" nicht ein und schrieb die dagegen erhobenen
Einsprachen als gegenstandslos ab. In Bezug auf die
Projektänderungen "Vergrösserung Wintergarten mit Balkon" sowie
"Decke des Anbaus auf der Ostseite" sowie "Solaranlage" erteilte der
Gemeinderat X._ die Baubewilligung und wies die entsprechenden
Einsprachen ab. Im Übrigen verpflichtete der Gemeinderat X._
A._, entlang der B._strasse eine normgerechte Absturzsicherung
anzubringen und die Deponie unterhalb der A._strasse zu entfernen
und hiess die dagegen erhobenen Einsprachen gut.
g) Da der dagegen erhobene Rekurs (Verfahren Nr. 18-6099)
aufgrund einer vorläufigen Beurteilung teilweise gutzuheissen
gewesen wäre, widerrief die Vorinstanz mit Beschluss vom 13. Mai
2019 den Bauentscheid vom 16. Juli 2018 vollumfänglich (Ziff. 4.1 des
Dispositivs). Des Weiteren trat die Vorinstanz auf die Projektänderung
"Anbau Garage" nicht ein und verwies für die Wiederherstellung auf
den Entscheid vom 17. Oktober 2016 (Ziff. 4.2). Die dagegen
erhobene Einsprache wurde als gegenstandslos abgeschrieben
(Ziff. 4.3). Die Projektänderung "Parkplatz mit Überdachung auf der
Südostseite" wurde abgewiesen und bezüglich Vordach auf den
Entscheid vom 17. Oktober 2016 verwiesen (Ziff. 4.4). Die
Projektänderungen "Vergrösserung Wintergarten mit Balkon", "Decke
des Anbaus auf der Ostseite" sowie die Solaranlage wurden bewilligt
(Ziffn. 4.5 – 4.7). Die entsprechenden Einsprachen wurden teilweise
abgewiesen, geschützt sowie darauf nicht eingetreten (Ziffn. 4.8 f.).
Erneut wurde die Ungehorsamsstrafe nach Art. 292 StGB angedroht
und auf die weiteren Auflagen hingewiesen (Ziffn. 4.10 – 4.12).
Schliesslich wurde eine Baubewilligungsgebühr auferlegt (Ziff. 4.13)
B.
Gegen diesen Beschluss erhob A._, vertreten durch Dr.iur. Roland
Gfeller, Rechtsanwalt, und/oder M.A. HSG Flurina Brunett, Rechtsan-
wältin, beide Zürich, mit Schreiben vom 29. Juli 2019 Rekurs beim
Baudepartement. Da der Rekurrent erneut ein Korrekturgesuch ausar-
beitete, wurde das Rekursverfahren am 23. September 2019 vorüber-
gehend sistiert. Die Sistierung wurde mit Schreiben vom 19. Dezem-
ber 2019 wieder aufgehoben. Mit Rekursergänzung vom 23. Januar
2020 werden folgende Anträge gestellt:
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 42/2020), Seite 4/15
1. Die Disp.-Ziffern 4.2 (Projektänderung "Anbau "), 4.4 ("Parkplatz mit Überdachung auf der ") sowie die Disp.-Ziff. 4.8 und 4.9, soweit sie die Einsprachen im Zusammenhang mit der  "Anbau Garage" und "Parkplatz mit  auf der Südostseite" gutheissen, seien  und die Baubewilligung sei zu erteilen,  sei die Angelegenheit zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
3. In prozessualer Hinsicht wird die Durchführung eines Augenscheins verlangt.
Zur Begründung wird im Wesentlichen geltend gemacht, der geplante
überdeckte Autoabstellplatz auf der Südostseite sei bewilligungsfähig,
da der Rekurrent entgegen den ursprünglichen Plänen das Flachdach
extensiv begrünen werde und auch die übrigen Voraussetzungen ge-
mäss Art. 23 Abs. 2 des Baureglements der Gemeinde X._ vom
2. September 2009 (nachfolgend BauR) eingehalten seien. Bei der
nordwestseitigen Mauer handle es sich um eine reine Stützmauer,
weshalb zusammen mit der bewilligten Terrasse keine Baute entstehe.
Die ein Meter hohe Mauer halte den Grenzabstand ein und erfülle auch
die Mindestanforderungen als Absturzsicherung.
C.
a) Mit Vernehmlassung vom 26. Februar 2020 beantragen die
Rekursgegner 1, vertreten durch lic.iur. Michael Tremp, Rechtsanwalt,
Baar, den Rekurs (in Bezug auf die Mauer auf der Westseite) unter
Kosten- und Entschädigungsfolge abzuweisen, soweit darauf
einzutreten sei. Der verfügte Rückbau der rechtswidrig erstellten west-
seitigen Betonmauer sei zu vollstrecken (Ungehorsamsstrafe nach
Art. 292 StGB). Zur Begründung wird namentlich ausgeführt, mit der
erneuten Projektänderung entstehe nach wie vor ein gedeckter Unter-
stand mit einer Fläche von rund 110 m2, welcher nicht mehr als An-
baute gelte und den Grenzabstand verletze. Es handle sich um eine
abgeurteilte Sache, weshalb zu Recht nicht auf die Projektänderung
eingetreten worden sei. Es sei aufgrund der Vorgeschichte unglaub-
würdig, dass die Mauer lediglich der Hangsicherung dienen soll, zumal
die Mauer entgegen dem rechtskräftig verfügten Rückbau nur bis zur
Abkröpfung zurückgebaut werden soll. Der bereits mehrfach rechts-
kräftig verfügte Rückbau der fraglichen Mauer sei unverzüglich zu voll-
strecken.
b) Mit Vernehmlassung vom 28. Februar 2020 beantragt die
Vorinstanz, den Rekurs abzuweisen und einen Augenschein
durchzuführen. Zur Begründung wird geltend gemacht, der
Abstellplatz habe aufgrund der Gesuchsunterlagen abgelehnt werden
müssen. Ein allfälliges Korrekturgesuch müsse insbesondere auch die
Sichtweiten nachweisen, wobei die geplante Ausfahrt als wenig
verkehrssicher angesehen werde und weitere Nachweise notwendig
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 42/2020), Seite 5/15
wären. Die nordwestseitige Mauer halte die Grenzabstände bei
weitem nicht ein und der Rekurrent beabsichtige nach den Plänen
weiterhin den Balkon zu vergrössern, was nicht bewilligungsfähig sei.
c) Mit Amtsbericht vom 30. März 2020 führt das kantonale
Tiefbauamt (nachfolgend TBA) zusammenfassend aus, dass der
geplante Abstellplatz die Anforderungen an die Verkehrssicherheit
nicht vollständig erfülle. Es fehle insbesondere an einer ausreichenden
Wendemöglichkeit und die Anforderungen an die
Grundstückszufahrtstypen seien nicht erfüllbar. Darüber hinaus
könnten die erforderlichen Sichtweiten trotz fehlenden Nachweisen
nicht eingehalten werden.
d) Mit Schreiben vom 29. April 2020 nimmt der Rekurrent zu den
Stellungnahmen der Rekursgegner 1 vom 26. Februar 2020 sowie der
Vorinstanz vom 28. Februar 2020 und dem Amtsbericht des TBA vom
30. März 2020 Stellung. Mit Schreiben vom 7. Mai 2020 bekräftigt der
Rekurrent seinen Antrag um Durchführung eines Augenscheins.
D.
Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten in den vor-

genannten Eingaben wird – soweit erforderlich – in den Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen
1.
1.1 Die Zuständigkeit des Baudepartementes ergibt sich aus
Art. 43bis des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1;
abgekürzt VRP).
1.2 Die Frist- und Formerfordernisse von Art. 47 Abs. 1 und Art. 48
VRP sind erfüllt. Die Rekursberechtigung ist gegeben (Art. 45 VRP).
Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.
Am 1. Oktober 2017 ist das Planungs- und Baugesetz (sGS 731.1; ab-
gekürzt PBG) in Kraft getreten und das Baugesetz vom 6. Juni 1972
(nGS 8, 134; abgekürzt BauG) aufgehoben worden (Art. 172 Bst. a
PBG). Die neuen Regelungen im PBG finden allerdings in der Regel
auf Baugesuche erst dann Anwendung, wenn die kommunalen Rah-
mennutzungspläne revidiert und in Kraft gesetzt sind. Mithin sind – so-
weit vorliegend überhaupt relevant – weiterhin das BauG und das ent-
sprechende Baureglement anwendbar, mit Ausnahme der gemäss An-
hang zum Kreisschreiben „Übergangsrechtliche Bestimmungen im
PBG“ vom 8. März 2017 (Baudepartement SG, Juristische Mitteilun-
gen 2017/I/1) als unmittelbar anwendbar erklärten Bestimmungen.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 42/2020), Seite 6/15
3.
Sowohl der Rekurrent wie auch die Vorinstanz beantragen in formeller
Hinsicht die Durchführung eines Augenscheins.
3.1 Nach Art. 12 Abs. 1 VRP ermittelt die Behörde oder das von ihr
beauftragte Verwaltungsorgan den Sachverhalt und erhebt die Be-
weise von Amtes wegen durch Befragen von Beteiligten, Auskunfts-
personen und Zeugen, durch Beizug von Urkunden, Amtsberichten
und Sachverständigen, durch Augenschein sowie auf andere geeig-
nete Weise. Sind zur Wahrung des öffentlichen Interesses keine be-
sonderen Erhebungen nötig, so sind nur die von den Beteiligten ange-
botenen und die leicht zugänglichen Beweise über erhebliche Tatsa-
chen aufzunehmen (Art. 12 Abs. 2 VRP). Der Augenschein ist die un-
mittelbare sinnliche Wahrnehmung von Tatsachen durch die entschei-
dende Instanz. Er dient der unmittelbaren Wahrnehmung von (in der
Regel streitigen) Tatsachen und/oder dem besseren Verständnis des
Sachverhalts. Ob ein Augenschein durchzuführen ist, liegt im pflicht-
gemässen Ermessen der urteilenden Instanz. Ergibt sich eine Tatsa-
che zweifelsfrei aus den Akten, so braucht sie nicht durch einen Au-
genschein überprüft zu werden. Dies gilt auch für unbestrittene Be-
hauptungen, sofern eine Nachprüfung nicht durch öffentliche Interes-
sen geboten erscheint. Tatsachen aber, vor allem umstrittene, deren
umfassende Feststellung und Würdigung eine eigene Wahrnehmung
erheischen, sind in Augenschein zu nehmen (CAVELTI/VÖGELI, Verwal-
tungsgerichtsbarkeit im Kanton St.Gallen – dargestellt an den Verfah-
ren vor dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., St.Gallen 2003, Rz. 966).
3.2 Die entscheidenden tatsächlichen Verhältnisse ergeben sich
vorliegend vollständig aus den Baugesuchsakten und -plänen, den üb-
rigen Verfahrensakten sowie dem öffentlich zugänglichen Geoportal
(www.geoportal.ch). Ergänzend kann zudem auf Bilder aus Google-
Streetview (www.google.ch/maps) zurückgegriffen werden. Zudem
sind dem zuständigen Sachbearbeiter die tatsächlichen Verhältnisse
aufgrund des im Zusammenhang mit dem Rekurs gegen den 2. Nach-
trag durchgeführten Augenscheins vom 18. April 2016 (Rekursverfah-
ren Nr. 15-8989) bekannt. Dazu kommt, dass der Rekurrent keine
neuen Tatsachen geltend macht, die aufgrund eines Augenscheins zu
überprüfen wären. Auch die vom Rekurrenten angeführten Ausfahrts-
situationen an der A._strasse sind – wie nachfolgend gezeigt wird
(Erw. 4.3) – mangels Vergleichbarkeit nicht vor Ort zu begutachten.
Der Rekurrent bestreitet die tatsächlichen Feststellungen der
Vorinstanz nicht grundsätzlich und die von ihm aufgeworfenen Fragen
(Bewilligungspflicht, Bewilligungsfähigkeit) betreffen vorab die rechtli-
che Beurteilung der strittigen baulichen Massnahmen, deren Umfang
und Gestaltung sich ohne Weiteres aus den Akten, insbesondere aus
den Plänen und aus den vorhandenen Fotografien, ergibt. Der Antrag
auf Durchführung eines (nochmaligen) Augenscheins ist deshalb ab-
zulehnen.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 42/2020), Seite 7/15
4.
Der Rekurrent macht geltend, der überdachte Autoabstellplatz auf der
Südostseite halte sämtliche öffentlich-rechtlichen Bauvorschriften ein.
Namentlich sei der Abstellplatz bergseitig angeordnet und die Sicht-
winkel seien eingehalten. Darüber hinaus macht er sinngemäss eine
rechtsungleiche Behandlung geltend.
4.1 Gemäss Art. 23 Abs. 2 BauR haben überdeckte Autoabstell-
plätze einen Strassenabstand von 1 m einzuhalten, wenn sie bergsei-
tig sind (Bst. a), das Flachdach mit Erde aufgefüllt und begrünt ist
(Bst. b) und sie sich gut in das gewachsene Terrain einfügen (Bst. c).
Gemäss den Baugesuchunterlagen soll der Zugang zum Autoabstell-
platz über die B._strasse erfolgen, wobei die Situation (insbeson-
dere die Niveauunterschiede sowie die Sichtzonen) aus den Plänen
nicht oder nur ungefähr ersichtlich ist und in diesem Bereich grössere
bauliche Eingriffe vorgenommen wurden und die Abgrenzung zur
B._strasse noch nicht definitiv geregelt ist. Die Vorinstanz hat die
Bewilligung für den überdeckten Abstellplatz aufgrund der fehlenden
Begrünung des Dachs verweigert.
4.2 Auch wenn eine Begrünung des Dachs gemäss den Bauge-
suchsplänen nicht vorgesehen ist, hätte dieses untergeordnete Bau-
hindernis mittels Auflage in der Baubewilligung behoben werden kön-
nen, zumal der Rekurrent die Begrünung des Vordachs in Aussicht
gestellt hat. Allerdings ist aus den Höhenkurven gemäss Geoportal er-
sichtlich, dass der geplante Abstellplatz auf der Südostseite des
Wohnhauses gegenüber der B._strasse talseits gelegen ist. Dies
konnte auch anlässlich des Augenscheins vom 16. April 2016 festge-
stellt werden (vgl. Fotos in act. 14 im Rekursverfahren Nr. 15-8989).
Da damit das Erfordernis der bergseitigen Lage gemäss Art. 23 Abs. 2
Bst. a BauR nicht erfüllt wird, kann der geplante Abstellplatz bereits
deshalb nicht bewilligt werden. Selbst wenn allerdings sämtliche Vo-
raussetzungen von Art. 23 Abs. 2 BauR vorliegend erfüllt wären,
könnte der überdeckte Autoabstellplatz auch aus Gründen der Ver-
kehrssicherheit nicht bewilligt werden. Im Amtsbericht des TBA vom
30. März 2020 wird in überzeugender Weise ausgeführt, dass diesbe-
züglich mit gefährlichen – zumeist rückwärtigen – Ein- oder Ausfahr-
manövern zu rechnen wäre und die Sichtweitennachweise vorliegend
nicht erbracht werden könnten. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen,
dass in den Baugesuchsunterlagen die Sichtweiten nicht nachgewie-
sen werden und der nachträglich eingereichte Plan sich auf eine Vari-
ante bezieht, welche nicht Gegenstand des vorliegenden Baugesuchs
bildet. Zudem erfüllt die Grundstückszufahrt die entsprechende VSS-
Norm SN 30 050 insbesondere aufgrund der Lage im Bereich der klas-
sierten Einmündung der B._strasse in die A._strasse nicht.
Gründe um vorliegend von der Norm abzuweichen, sind nicht ersicht-
lich und werden auch nicht geltend gemacht. Daran ändert nichts, dass
es sich sowohl bei der B._strasse als auch bei der
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 42/2020), Seite 8/15
A._strasse grundsätzlich um eher wenig befahrene Strassen han-
delt, zumal diese abfallend sind und jederzeit beispielsweise mit Rad-
fahrern zu rechnen ist.
4.3 Aus dem in Art. 8 Abs. 1 der Bundesverfassung (SR 101; abge-
kürzt BV) verankerten Rechtsgleichheitsgebot lässt sich kein An-
spruch auf Gleichbehandlung im Unrecht ableiten (BGE 132 II 485
Erw. 8.6), es sei denn, es liege eine ständige rechtswidrige Praxis ei-
ner rechtsanwendenden Behörde vor und die Behörde gebe zu erken-
nen, sie gedenke auch in Zukunft nicht, von der rechtswidrigen Praxis
abzuweichen (BGE 136 I 65 Erw. 5.6 mit Hinweisen). Da indessen das
Gebot der rechtsgleichen Rechtsanwendung verlangt, Gleiches nach
Massgabe seiner Gleichheit gleich und Ungleiches nach Massgabe
seiner Ungleichheit ungleich zu behandeln (BGE 131 I 91 Erw. 3.4),
kann ein Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht von vornherein
nur bestehen, wenn die Unterschiede in den Sachverhalten keine un-
terschiedliche Behandlung rechtfertigen. Vorliegend bezeichnet der
Rekurrent die angeblich vergleichbaren Fälle nicht konkret, sondern
zeigt mit Auszügen aus Google-Streetview lediglich auf, dass an der
A._strasse Abstellplätze ohne Wendemöglichkeiten bestehen und
rückwärtige Ausfahrmanöver notwendig sind. Der Rekurrent zeigt je-
doch nicht auf, inwiefern diese Beispiele mit dem rekursgegenständli-
chen Abstellplatz vergleichbar sind und inwiefern dabei die Vorausset-
zungen von Art. 23 Abs. 2 BauR betroffen werden. So handelt es sich
beispielsweise grösstenteils nicht um vergleichbare überdeckte Ab-
stellplätze, sondern Garagen, und es ist zudem fraglich, ob diesbezüg-
lich ebenfalls ein reduzierter Grenz- bzw. Strassenabstand in An-
spruch genommen wird. Hinzu kommt, dass keinerlei Anhaltspunkte
vorliegen, dass die Vorinstanz die Absicht hat, die Regelung von
Art. 23 Abs. 2 BauR zukünftig gegenüber anderen Bauherren nicht in
rechtsgleicher Weise anzuwenden. Eine rechtsungleiche Behandlung
des Rekurrenten durch die Vorinstanz ist daher zu verneinen.
4.4 Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die Vorinstanz die Bewil-
ligung für den überdeckten Autoabstellplatz zu Recht verweigert hat
und der Rekurs diesbezüglich abzuweisen ist.
5.
Der Rekurrent beanstandet zudem, dass die geplante Mauer auf der
Nordwestseite ebenfalls zu bewilligen sei. Dabei handle es sich ledig-
lich um eine für sich zu beurteilende Stützmauer. Demnach macht der
Rekurrent sinngemäss geltend, die Vorinstanz sei auf das Baugesuch
in diesem Punkt zu Unrecht nicht eingetreten.
5.1 Mit Baubewilligung vom 25. Juni 2012 (vi act. 11) wurde dem
Rekurrenten vorliegend die Erstellung einer Terrasse bzw. eines ge-
deckten Unterstands mit zwei Autoabstellplätzen von rund 94 m2 be-
willigt. Gemäss den bewilligten Plänen sollte die Vorrichtung mit meh-
reren Pfeilern abgestützt werden und zur A._strasse und entlang
der Zufahrtsstrasse zu Grundstück Nr. 369 offen sein.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 42/2020), Seite 9/15
Grundriss Erdgeschoss und Fassade Nord-West
Eine in der Folge ohne Bewilligung erstellte rund 3 m hohe Beton-
mauer auf der Nordwestseite konnte nachträglich nicht bewilligt wer-
den, da mit der damit verbundenen Vergrösserung der Terrasse bzw.
des Unterstands eine rund 110 m2 grosse Baute entstanden wäre, wel-
che den Grenzabstand nicht eingehalten hätte. Entsprechend wurde
die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands angeordnet (vgl.
Bauentscheid Nr. 12.05 vom 27. April 2015; vi act. 29).
Foto Augenschein Gemeinde Herbst 2014 (vi act. 28)
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 42/2020), Seite 10/15
Grundriss Erdgeschoss
Ende August 2015 reichte der Rekurrent ein Gesuch für eine Pro-
jektänderung ein. Dabei sollten in die Mauer einige Öffnungen herein-
geschnitten und die erweiterte Terrasse ab einer Höhe von 1 m mittels
Stützen mit der verbleibenden Mauer verbunden werden. Die Pro-
jektänderung konnte aus den vorgenannten Gründen nicht bewilligt
werden (vgl. Bauentscheid vom 23. November 2015; vi act. 43). Einen
dagegen erhobenen Rekurs zog der Rekurrent nach Durchführung ei-
nes Augenscheins zurück (Rekursverfahren 15-8989).
Fassade Nord-West
Im Gegenzug reichte der Rekurrent erneut ein Korrekturgesuch zur
Erweiterung der Terrasse und Anpassung des nordwestseitigen Mau-
erabschlusses ein. Mit Bauentscheid vom 17. Oktober 2016 wurde die
Änderung der bestehenden Mauer in eine Stützmauer (Sockelmauer
20 cm mit darauf angebrachtem Staketenzaun von 80 cm entlang der
Zufahrt zum Nachbargrundstück bis zur Abkröpfung der Mauer) ohne
Verbindung zur Terrasse bewilligt (vi act. 71).
Ursprüngliche Terrasse bzw. Unterstand (gelb)
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 42/2020), Seite 11/15
Fassade Nord-West und Süd-West
Obwohl auch dieser Beschluss in Rechtskraft erwuchs, reichte der Re-
kurrent am 18. September 2017 erneut eine Projektänderung ein, wo-
bei gemäss den Plänen im nordwestlichen Bereich eine Garage ge-
plant war. Darauf hat der Rekurrent in der Folge verzichtet und mitge-
teilt, dass anstelle der am 17. Oktober 2016 bewilligten Variante eine
1 m hohe Betonmauer als Absturzsicherung erstellt werden soll. Da-
rauf ist die Vorinstanz mit Beschluss vom 16. Juli 2018 nicht eingetre-
ten, da diese Variante bereits als nicht bewilligungsfähig beurteilt wor-
den sei.
5.2 Nach herrschender Lehre und Rechtsprechung kommt Verfü-
gungen und Entscheiden die formelle Rechtskraft zu, wenn sie mit ei-
nem Rechtsmittel nicht mehr angefochten werden können. Schwieri-
ger ist die Frage nach der materiellen Rechtskraft von Verwaltungsak-
ten (vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht,
7. Aufl., Zürich/St.Gallen 2016, Rz. 1093 ff.; P. KARLEN, Schweizeri-
sches Verwaltungsrecht, Zürich 2018, S. 209 f.). Im Gegensatz zu Zi-
vilurteilen werden Verwaltungsakte nicht materiell rechtskräftig, das
heisst, unabänderlich und zur Einrede der abgeurteilten Sache er-
mächtigend. Aus der Tatsache, dass die Möglichkeiten der Wiederer-
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 42/2020), Seite 12/15
wägung, des Widerrufs und der Wiederaufnahme ausdrücklich gesetz-
lich geregelt sind, lässt sich aber zwingend ableiten, dass Verwal-
tungsakte nicht beliebig geändert oder aufgehoben werden können.
Es kommt ihnen vielmehr eine Rechtsbeständigkeit, eine Verbindlich-
keit zu, die der materiellen Rechtskraft von Urteilen wenn auch nicht
gleichkommt, so doch nahesteht. Rechtsbeständigkeit von Verwal-
tungsakten ist gegeben, wenn und weil diese durch spätere Verfügun-
gen und Entscheide nicht voraussetzungslos, sondern nur unter den
angeführten, normativ genau festgelegten Voraussetzungen wieder
aufgehoben und geändert werden können. Ihre Wirkung ist beschränkt
auf das im einzelnen Verwaltungsakt geregelte Rechtsverhältnis, und
verbindliche Wirkung kommt deshalb prinzipiell allgemein dem Dispo-
sitiv, nicht auch den Erwägungen zu, mit Ausnahme der Motive eines
für die Vorinstanz verbindlichen Rückweisungsentscheids. Die
Rechtsbeständigkeit von Verwaltungsakten schliesst nicht zum vorn-
herein aus, dass ein abgewiesenes Gesuch erneuert werden kann,
immerhin unter Vorbehalt des Rechtsmissbrauchs und der Rücksicht
auf die Verfahrensökonomie (E. ZIMMERLIN, Baugesetz des Kantons
Aargau, Aarau 1985, N 8 zu § 3). Angewendet auf das Baubewilli-
gungsverfahren – wo stets ein konkretes Baugesuch zu beurteilen ist
– führt dies dazu, dass auf erneuerte Baugesuche in der Regel nicht
eingetreten werden muss, sofern ein identisches Baugesuch formell
rechtskräftig abgewiesen wurde. Wurde in einem vorgängigen Verfah-
ren zudem unter Einhaltung der übrigen formellen Voraussetzungen
von Nebenbestimmungen über das konkrete Baugesuch hinaus über
weitere Fragen rechtskräftig entschieden, ist in der Regel auch auf
Baugesuche nicht einzutreten, welche diese Fragen erneut und in glei-
cher Weise betreffen. Es besteht in solchen Fällen kein Anlass, vom
ersten Entscheid abzuweichen, sondern es kann auf diesen verwiesen
werden (M. RUOSS FIERZ, Massnahmen gegen illegales Bauen, Diss.
Zürich 1999, S. 112 ff.; siehe auch BDE 1/2020 vom 6. Januar 2020
Erw. 2.1; RHINOW/KRÄHENMANN, Verwaltungsrechtsprechung, Basel
und Frankfurt a.M. 1990, Ergänzungsband, Nr. 42; F. GYGI, Verwal-
tungsrecht, Bern 1986, 303 ff.). Hingegen ist im Sinn einer Wiederwä-
gung auf all jene erneuten Baugesuche einzutreten, welche in einer
abgeänderten Form den Abweisungsgründen substantiell Rechnung
tragen, so dass sich eine Neubeurteilung rechtfertigt, oder welche
nach einer Änderung des geltenden Rechts eingereicht wurden (zum
Ganzen GVP 1996 Nr. 104).
5.3 In diesem Punkt hat die Vorinstanz mehrfach rechtskräftig ent-
schieden, dass eine Erweiterung der Terrasse bzw. des Unterstands
– unabhängig von der Ausgestaltung des Abschlusses gegen Nord-
westen – nicht bewilligungsfähig ist. Aus dem Beschluss vom 17. Ok-
tober 2016 geht hervor, dass die Vorinstanz einen Teil der Mauer im
Sinn einer Stützmauer ohne Verbindung und Bezug zur Terrasse als
zulässig erachtet. Entgegen der Ansicht des Rekurrenten handelt es
sich vorliegend aufgrund der eingereichten Pläne bei der geplanten
Mauer erneut um den nordwestlichen Abschluss des geplanten Unter-
stands. Dass dieser Mauer zugleich die Funktion einer Stützmauer zu-
kommt, ändert daran nichts. Ebenfalls nicht entscheidend ist, ob eine
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 42/2020), Seite 13/15
durchgehende Verbindung zur Terrasse besteht. Massgeblich ist,
dass der Rekurrent nach wie vor eine Erweiterung der Terrassenbaute
im Umfang der ohne Bewilligung realisierten Betonmauer realisieren
möchte und diese – wie bereits mehrfach rechtskräftig festgestellt
wurde – die Grenzabstände bei weitem nicht einhält. Wie dabei der
nordwestliche Abschluss dieser Baute ausgestaltet werden soll, spielt
dafür keine Rolle. Jedenfalls ändert das Abtragen der Mauer im vor-
deren Bereich bis zur Abkröpfung nichts an der Qualifikation des Un-
terstands als Baute. Dass die für eine Baute geltenden Grenzabstände
nicht eingehalten sind, wird auch vom Rekurrenten nicht bestritten.
Gründe für eine Wiederaufnahme oder einen Widerruf einer Verfügung
werden nicht geltend gemacht und sind auch nicht ersichtlich. Dass
die Behauptung des Rekurrenten, lediglich eine Stützmauer erstellen
zu wollen, weder glaubhaft noch zutreffend ist, zeigt sich neben der
Vorgeschichte bereits daran, dass selbst nach mehreren rechtskräfti-
gen Entscheiden in keinem Korrekturgesuch eine Anpassung der nicht
bewilligten Terrasse vorgenommen wurde (vgl. auch die in diesem Re-
kursverfahren eingereichten Korrekturpläne; act. 5 und 9). Im Übrigen
widerspricht es entgegen den Vorbringen des Rekurrenten den Tatsa-
chen, dass die Vorinstanz die Vergrösserung der Terrasse – selbst
wenn diese rot eingezeichnet gewesen wäre – mit Beschluss vom
16. Juli 2018 bewilligt hat. Die Vorinstanz ist auf die entsprechende
Projektänderung des Rekurrenten gar nicht erst eingetreten und hat
die Pläne ausdrücklich nur bezüglich des Wintergartens genehmigt
(vgl. vi act 93). Da der Rekurrent vorliegend erneut eine Baute erstel-
len möchte und es sich dabei um eine abgeurteilte Sache handelt, ist
die Vorinstanz zu Recht nicht mehr auf das Baugesuch eingetreten.
Dieses Vorgehen war vorliegend vor dem Hintergrund des als rechts-
missbräuchlich zu bezeichnenden Verhaltens des Rekurrenten sowie
aus verfahrensökonomischen Gründen umso mehr geboten.
6.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz das Baugesuch in
Bezug auf den überdachten Parkplatz auf der Südostseite zu Recht
abgewiesen hat und in Bezug auf die Mauer auf der Nordwestseite zu
Recht nicht auf das Baugesuch eingetreten ist. Der Rekurs erweist
sich deshalb als unbegründet und ist abzuweisen.
7.
7.1 Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die
Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen
werden. Die Entscheidgebühr beträgt Fr. 3'000.– (Nr. 20.13.01 des
Gebührentarifs für die Kantons- und Gemeindeverwaltung,
sGS 821.5). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die
amtlichen Kosten A._ zu überbinden.
7.2 Der vom Rekurrenten am 20. August 2019 geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 1'800.– wird angerechnet.
Entscheid des Baudepartementes SG (Nr. 42/2020), Seite 14/15
8.
Rekurrent und die Rekursgegner 1 stellen ein Begehren um Ersatz der
ausseramtlichen Kosten.
8.1 Im Rekursverfahren werden ausseramtliche Kosten entschädigt,
soweit sie auf Grund der Sach- und Rechtslage notwendig und ange-
messen erscheinen (Art. 98 Abs. 2 VRP). Die ausseramtliche Entschä-
digung wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen und Unter-
liegen auferlegt (Art. 98bis VRP). Die Vorschriften der Schweizerischen
Zivilprozessordnung (SR 272) finden sachgemäss Anwendung
(Art. 98ter VRP).
8.2 Die Rekursgegner 1 obsiegen mit ihren Anträgen. Da das Ver-
fahren zudem in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht Schwierigkeiten
bot, die den Beizug eines Rechtsvertreters rechtfertigen, besteht
grundsätzlich Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung
(Art. 98bis VRP). Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Begründung
teilweise Wiederholungen aus dem Rekursverfahren Nr. 18-6099 ent-
hält, wofür die Rekursgegner ebenfalls entschädigt wurden. Weil keine
Kostennote vorliegt, ist die ausseramtliche Entschädigung in Anwen-
dung von Art. 6 in Verbindung mit Art. 22 der Honorarordnung
(sGS 963.75; abgekürzt HonO) ermessensweise auf Fr. 1'500.– fest-
zulegen; sie ist von A._ zu bezahlen. Da kein begründeter Antrag
um Zusprechung der Mehrwertsteuer gestellt wurde, wird diese auf-
grund der zum Zeitpunkt der Antragstellung geänderten HonO
(Art. 29) nicht zum Honorar hinzugerechnet.
8.3 Da der Rekurrent mit seinen Anträgen unterliegt, hat er von
vornherein keinen Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung.
Sein Begehren ist deshalb abzuweisen.