Decision ID: 675fae8d-e583-405a-9bdf-4f0edc5a0761
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1970, absolvierte eine kaufmännische Ausbildung mit Fähigkeitsausweis und eine Weiterbildung zur Buchhalterin mit eidgenössischem Fachausweis
(heute: Fachfrau im Finanz- und Rechnungswesen mit eidgenössi
schem Fachausweis,
Urk. 7/3/4,
7/5/10
, Urk. 7/156/6
). Sie war seit dem 1. Juli 1997 als Leiterin der Buchhaltungsabteilung für die
Y._
AG tätig (Urk. 7/5), als sie am 28. August 1998 einen Autounfall erlitt, bei dem si
e sich eine Distorsion der Hals
wirbelsäule zuzog (Urk. 7/2/24).
1.
2
Die Versicherte meldete sich am 28. März 2000 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3). Diese sprach ihr, ausgehend von einem
cervicozephalen
und
cervicobrachialen
Schmerzsyn
drom und einem Invaliditätsgrad von 58 %, mit Verfügung vom 22. Mai 2001 ab dem 1. August 1999 eine halbe Invalidenrente zu (Urk. 7/10, 7/11 und 7/17).
1.
3
Am 31. Mai 2001 machte die Versicherte Änderungen bezüglich ihrer erwerb
li
chen Verhältnisse geltend (Urk. 7/19; vgl. auch Urk. 7/15). Die IV-Stelle ermit
telte einen Invaliditätsgrad von neu 68 % (Urk. 7/39; vgl. auch Urk. 7/21, 7/29, 7/34 und 7/40) und sprach der Versicherten mit Verfügung vom 6. Juni 2002 ab dem 1. Juli 2001 eine ganze Rente zu (Urk. 7/44). Diese wurde mit schriftlicher Mit
teilung vom 25. Juli 2003 bestätigt (Urk. 7/51). Eine im April 2004 von Amtes wegen eingeleitete Rentenrevision ergab ebenfalls keine Änderung des Invalidi
tätsgrades (vgl. Urk. 7/54-58). Aufgrund der zwischenzeitlich in Kraft getretenen 4. IV-Revision wurde die Rente indessen mit Verfügung vom 23. Juli 2004 ab dem 1. September 2004 auf eine Dreiviertelsrente reduziert (Urk. 7/6
0 f.
).
1.
4
Am 9. Juli 2008 leitete die IV-Stelle eine weitere Rentenüberprüfung ein. Unter anderem holte sie ein Gutachten des Zentrums
Z._
vom 21. Mai 2009 (Urk. 7/78) samt einer Ergänzung vom 30. Juli 2009 (Urk. 7/80) ein. Mit Verfügung vom 26. April 2010 hob die IV-Stelle die Rente auf Ende des der Zustellung folgenden Monats auf (Urk. 7/101). Die von der Ver
sicherten dagegen erhobene Beschwerde (Urk. 7/105/3-24) hiess das
Sozialver
si
cherungs
gericht mit Urteil IV.2010.00520 vom 21. Februar 2012 gut, da sich aus dem
Z._
-Gutachten und dessen Ergänzung keine Verbesserung des Gesund
heitszustands ergebe (Urk. 7/111). In seinen Erwägungen machte das Sozialver
sicherungsgericht die Parteien darauf aufmerksam, die Rente der Versicherten könne gestützt auf die seit dem 1. Januar 2012 geltende Schlussbestimmung a der Änderung vom 18. März 2011 (6. IV-Revi
sion, erstes Massnahmenpaket),
«
Überprüfung der Renten, die bei pathogenetisch-ätiologisch unklaren syndro
malen Beschwerdebildern ohne nachweisbare organische Grundlage gesprochen wurden
»
einer erneuten Überprüfung zugeführt werden (Urk. 7/111/1
1
).
1.
5
Die IV-Stelle leitete darauf ein weiteres Revisionsverfahren ein, in dessen Verlauf sie unter anderem aktuelle medizinische Unterlagen (Urk. 7/118 und 7/129-130) und ein polydisziplinäres Gutachten der
A._
vom 17. September 2015 (Urk. 7/155) einholte.
D
ie IV-Stelle
setzte daraufhin
die Dreiviertelsrente mit Ver
fügung vom 31. Januar 2017 auf eine Viertelsrente herab (Urk.
7
/186-188).
1.
6
Dagegen erhob die Versicherte am 6. März 2017 Beschwerde an das Sozialversi
cherungsgericht des Kantons Zürich
(Urk. 7/194/3 ff.).
Nachdem die Beschwerde
führerin mit
Beschluss
vom 5. April 2019
im Verfahren IV.2017.00281
auf die im Ergebnis mögliche Schlechterstellung im Falle eines Urteils aufmerksam gemacht
worden war
(Urk. 7/223)
, zog sie ihre Beschwerde mit Eingabe vom 1
3.
Mai 2019 zurück (Urk. 7/224/3). Das Sozialversicherungsgericht schrieb daraufhin das Ver
fahren mit Verfügung vom 16. Mai 2019 als durch Rückzug der Beschwerde erledigt ab (Urk. 7/224).
1.
7
Im Juli 2019 leitete die IV-Stelle erneut ein Revisionsverfahren ein (Urk. 7/229,
Urk.
7/232). Sie tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen
und führte einen neuen Einkommensvergleich durch (Urk. 7/246). Mit Vorbescheid vom 11. Dezember 2019 stellte sie der Versicherten die rückwirkende Einstellung der Viertelsrente per 1. Juni 2017 sowie die Rückforderung der
ab diesem Zeitpunkt bezogenen
Leistungen in Aussicht (Urk. 7/251). Dagegen erhob die Versicherte am 16. Dezember 2019, 17. Januar 2020 und ergänzt am 21. Februar 2020 Ein
wand (Urk. 7/254, Urk. 7/259,
Urk.
7/262).
Mit Verfügung vom 20. März 2020 hob die IV-Stelle die Rente der Beschwerdeführerin
infolge der nicht gemeldeten erwerblichen Veränderungen
wie angekündigt rückwirkend per 1. Juni 2017 auf (Urk. 7/265 = Urk. 2/1).
Im Weiteren
forderte sie mit Verfügung vom 8. April 2020 die vom 1. Juni 2017 bis 31. Juli 2019 bezogenen Rentenleistungen
im Betrag von
total
Fr. 15'323.--
zurück (Urk. 7/268 = Urk. 2/2).
2.
Dagegen
erhob die Versicherte am 7. Mai 2020 Beschwerde und beantragte, es sei die Verfügung vom 20. März 2020 aufzuheben und es sei ihr weiterhin min
destens eine Viertelsrente auszurichten. Zudem sei die
Rückforderungsv
erfügung vom 8. April 2020 aufzuheben
(Urk. 1 S. 2)
.
Ihrer Beschwerde legte sie die Kün
digung
des Arbeitsvertrages beim V
erband
B._
vom 27. November 2014 sowie eine E-Mail-Korrespondenz mit der Gemeinde
C._
bei (Urk. 3/4-5
).
Die Beschwerdegegnerin schloss am 8. Juni 2020 auf Abweisung der Beschwerde
(Urk. 6). Dies wurde der Beschwerdeführerin am 9. Juni 2020 zur Kenntnis gebracht (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche
rung (IVG)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkom
men ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestim
men lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
4
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
1.
5
Anlass zur Rentenrevision
gemäss Art. 17 ATSG
gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbeson
dere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeu
tung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Metho
denwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwe
r
degegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung
vom 2
0.
März 2020 betreffend die Einstellung der Viertelsrente
,
die Beschwerdeführerin habe am 1. Juni 2017 eine Stelle als Finanzverwalterin der Gemeindeverwaltung
D._
zu
einem Pensum von 40 % aufgenommen. Diese Tätigkeit habe sie parallel zu ihrer
Funktion
als Gemeinderätin/Sozialvorsteherin der Gemeinde
C._
ausgeübt und habe damit ihr tatsächliches Erwerbseinkommen erheblich steigern können. Damit liege ein Revisionsgrund vor.
Aus gesundheitlicher Sicht seien keine Hinweise auf eine seit Januar 2017 eingetretene Verschlechterung des Gesundheitszustandes vorhanden. Aufgrund des
A._
-Gutachtens
vom 1
7.
Sep
tember 2015
sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin
wegen des
post
traumatischen Kopfschmerzes nach einer Distorsion
der Halswirbelsäule (HWS)
zu 2
5
% in jeglicher Tätigkeit eingeschränkt sei
(
Urk.
2/1 S. 2)
.
Es stelle sich
zudem
die Frage, ob dieser Diagnose invalidisierende Bedeutung zukomme.
Selbst wenn
nach einer Indikatorenprüfung
von einer Leistungsein
schränkung von 25 % ausgegangen würde,
resultierte
ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad
(Urk. 2/1 S. 2)
.
Es sei davon auszugehen, dass die Beschwerde
führerin ihre Tätigkeit bei der
Y._
AG auch im Gesundheitsfall aufgegeben hätte. Da das mutmassliche Jahreseinkommen im Gesundheitsfall nicht zuverläs
sig ermittelt werden könne, seien statistische Werte heranzuziehen. Anhand
dieser
sei davon auszugehen, dass sie im Jahr 2017 bei voller Gesundheit in einer Tätigkeit im Finanz- und Versicherungsbereich ein Einkommen von Fr. 110'411.--
hätte erzielen können
. Das Invalideneinkommen
ergebe sich
aus ihrer Tätigkeit als Finanzverwalterin bei der Gemeindeverwaltung
D._
sowie
aus
ihrer
Ent
löhnung
als Gemeinderätin/Sozialvorsteherin. Da sie damit ihre 75%ige Leis
tungsfähigkeit nicht ausschöpfe, seien ihr zusätzlich 10 % anhand statistischer Werte anzurechnen. Der durchgeführte Einkommens
-
vergleich ergebe einen Inva
liditätsgrad von 22 % (Urk. 2/1 S. 3). Aufgrund der Aufgabe des Amtes als Gemeinderätin
ergebe sich
ab Juli 2018
neu
ein Invaliditätsgrad von 32 % (Urk. 2/1 S. 3 f.).
Die Beschwerdeführerin habe die Aufnahme der Tätigkeit in der Gemeindever
waltung
D._
nicht gemeldet. Ihre Untätigkeit stelle zumindest eine leichte Fahrlässigkeit dar, weshalb eine schuldhafte Meldepflichtverletzung vorliege.
Die Aufhebung der Rente erfolg
e daher rückwirkend ab 1. Juni 2017
(Urk. 2/1 S. 4)
. Die in
der Zeit vom 1. Juni 2017 bis 31. Juli 2019
zu Unrecht bezogenen Leis
tungen seien zurückzuerstatten
(Urk. 2/1 S. 5)
. Der Beschwerdeführerin sei die Selbsteingliederung zumutbar (Urk. 2/1 S. 4).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, aufgrund der Verfügung vom 31. Januar 2017 habe sie davon ausgehen dürfen, dass ihr ein Invalideneinkommen von Fr. 75'957.15 und ein Valideneinkommen von Fr. 147'687.80 angerechnet werde. Die Berechnung ergebe einen Invaliditätsgrad von 48.56 % und somit einen Anspruch auf eine Viertelsrente. Bei
der
Eingabe
der Beschwerdegegnerin
vom 8. Mai 2017 habe es sich um einen Antrag an das Sozialversicherungsgericht und nicht um eine materiell rechtskräftige Beurtei
lung gehandelt. Aus diesem Antrag seien
ihr
keine Meldepflichten entstanden. Der kurzzeitige Doppelverdienst bei der Gemeinde
C._
und der Gemeinde
D._
habe nicht zu einer Unterschreitu
ng des Schwellenwertes geführt
(Urk. 1 S. 8 f.).
Sie habe darauf vertrauen dürfen, dass die Beschwerdegegnerin weiterhin mit einem Valideneinkommen von Fr. 147'687.
80 rechne, weshalb sie nicht verpflichtet gewesen sei, den kurzzeitigen Mehrverdienst zu melden. Die
Voraussetzungen für eine Rückerstattung der Rente seien nicht erfüllt
(
Urk.
1 S.
9)
.
Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdegegnerin nun zur Berech
nung des Valideneinkommens auf statistische Werte abstelle (Urk. 1 S. 9).
O
hne ihre gesundheitliche Beeinträchtigu
ng und
mit abgeschlosse
ner Ausbildung zur Controllerin würde sie
sicherlich ein Valideneinkommen von über Fr. 147'687.80 erzielen. Die bisherige Festlegung des Valideneinkommens sei zweifelsohne rich
tig gewesen (Urk. 1 S. 10). Die Beschwerdegegnerin vermöge sodann keinen Revisionsgrund zu belegen
, weshalb eine Rentenrevision gar nicht zulässig sei (Urk. 1 S. 11).
2.3
Str
ittig und
zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Rente der Beschwerde
führerin zu Recht
wegen veränderte
n
erwerblichen Verhältnissen
revisionsweise rückwirkend per 1. Juni 2017 aufgehoben hat
und – bejahendenfalls – ob die vom 1. Juni 2017 bis 31. Juli 2019 bezogenen Rentenleistungen zurückzuerstat
ten sind (Urk. 2/1 S. 1).
Zeitlicher Referenzzeitpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die Verfügung vom 31. Januar 2017 (Urk. 7/187 f.), mit welcher die bisherige
Dreiviertelsrente auf eine Viertelsrente herabgesetzt wurde (Urk. 7/187/1).
Denn diese basierte auf einer umfassenden materiellen Prüfung des Rentenanspruchs
durch die Verwaltung
(vgl. E. 1.
4
hier
vor).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stellte im Rahmen der
im Juni 2012 an die Hand genommene
n
Rentenüberprüfung gemäss lit. a
Abs.
1 der am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 2011 des IVG (6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket,
S
c
hlB
IVG)
auf das Gutachten der
A._
vom 17. September 2015 ab. Darin
wurden die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (Urk. 7/155/69):
-
Chronischer posttraumatischer Kopfschmerz
-
Spannungskopfschmerz
-
intermittierend aufgepfropfte
migräniforme
Schmerzspitzen
-
weitgehend
regredientes
Cervicalsyndrom
-
Zustan
d nach Verkehrsunfall vom 28. August
1998 (Heckkollision und sekundär seitliche Kollision)
mit HWS-Distorsion mit Beschleunigungs
mechanismus
,
wahrscheinlich ohne leichte traumatische Hirnverlet
zung
-
Chronisch rezidivierendes lumbospondylogenes Schmerzsyndrom, bei
-
kaudal betonten degenerativ betonten LWS-Veränderungen und
Dis
kopathie
L5/S1 rechts
-
Osteochondrose und
Spondylarthrose
L3/4 bis L5/S1 beidseits
-
Chronisch
es
cervico-cephales Schmerzsyndrom
-
Status nach HWS-Distors
ion am 28. August
1998
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sei der Stat
us nach
Schraubenos
teosynthese nach Fraktur des Mittelhandknochens rechts
im Jahr 1999
(Urk. 7/155/69).
Zur Arbeitsfähigkeit wurde dargelegt, aufgrund des Rückenleidens seien körper
lich mittelschwere und schwere Tätigkeiten zu vermeiden. Trage- und Hebebelas
tungen sollten 15 kg nicht überschreiten. Vorzugsweise sollte die Tätigkeit nicht in vorwiegend einseitiger Körperhaltung erfolgen, also nach Möglichkeit wech
selbelastend sein (Urk. 7/155/72-73).
Unter Berücksichtigung der posttraumatischen Kopfschmerzproblematik sei aus somatisch-neurologischer Sicht von einer 25%igen Einschränkung der Leistungs
fähigkeit auszugehen (Urk. 7/155/72).
Diese Einschätzung gelte sowohl für die angestammte Tätigkeit als Buchhalterin als auch für anderweitig vergleichbare Tätigkeiten (Urk. 7/155/72).
3.2
Gestützt
auf diese Leistungsfähigkeit
setzte die Beschwerdegegnerin die Rente der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 31. Januar 2017 von einer Dreiviertels- auf eine Viertelsrente herab (Urk. 7/187/1).
Dabei ging sie von einem
hypotheti
schen
Valideneinkommen von
Fr.
147’687.80
aus. B
eim Invalideneinkommen
zog
sie
den
im Jahr 2003
mit einem Pensum
von 50
%
tatsächlich er
zielten
Lohn von jährlich Fr. 41'008
.--
heran
(
Urk.
7/5
6/2,
Urk.
7/57
-58)
, den sie der Restarbeits
fähigkeit von 75
%
und der Nominallohnentwicklung anpasste
; auf diese Weise ermittelte sie ein
Invalideneinkommen von
Fr.
75'957.15
und einen
Invaliditäts
grad von
gerundet
49
%
.
Nachdem das Sozialversicherungsgericht
- dem entsprechenden Antrag der Beschwerdegegnerin ans Gericht vom
8.
Mai 2017 (
Urk.
7/201) folgend -
die Beschwerdeführerin mit Beschluss vom 5. April 2019 auf eine mögliche Schlech
terstellung im Urteilsfall hingewiesen hatte (Urk. 7/223), zog die Beschwerdefüh
rerin ihre gegen die Verfügung vom 31. Januar 2017 erhobene Beschwerde zurück (Urk.
7/232/7-9
). Diese erwuchs
nach Abschreibung des Gerichtsverfah
rens am 1
6.
Mai 201
9
(
Urk.
7/224)
in der Folge in Rechtskraft.
3.3
I
m vorliegenden Revisionsverfahren
holte die Beschwerdegegnerin
Bericht
e
des behandelnden
Ostheopathen
,
E._
,
vom 12. September 2019
(Urk. 7/240) sowie des Hausarztes, Dr. med.
F._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom
30. Oktober 2019
ein
(Urk. 7/241)
.
E._
ging von einem stationären Gesundheitszustand aus (7/240/1)
und auch dem Bericht von Dr.
F._
lassen sich keine Hinweise auf eine Veränderung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin entnehmen. Insbesondere wies er auf weite
rhin beste
hende Nackenschmerzen sowie
eine weiterhin bestehende Beeinträchtigung der Konzentration
und
des Gedächtnisses hin. Eine Arbeitsunfähigkeit hatte er nicht mehr attestiert (Urk. 7/241/2)
.
Eine Veränderung des Gesundheitszustandes erscheint in Anbetracht der kurzen Ze
itspanne zwischen den ergänzenden Ausführungen der
A._
-Gutachter vom 17. Januar 2019
(Urk. 7/217)
und der Verfügung vom 20. März 2020 (Urk. 2/1), welche rechtsprechungemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungs
befugnis bildet (
BGE 134 V 392 E. 6
)
,
nicht überwiegend wahrscheinlich und wird von
den Parteien
auch
nicht behauptet
(Urk. 1 S. 2 ff.
,
Urk.
2/1
).
Ergänzende
medizinische
Abklärungen erweisen sich damit als nicht notwendig.
Es
ist wei
terhin von einer 25%igen Einschränkung der Leistungsfähigkeit auszugehen (Urk. 7/155/72).
4.
Eine
erhebliche Veränderung des Invaliditätsgrades gemäss Art. 17
Abs.
1 ATSG kann jedoch
– entgegen der offenbar vertretenen Auffassung der Beschwerdefüh
rerin (
Urk.
1 S. 11) –
nicht nur bei einer Änderung des Gesundheitszustandes
res
pektive einer Veränderung der Arbeitsfähigkeit
, sondern auch bei einer Verände
rung der erwerblichen Komponente erfolgen
(BGE 133 V 545 E. 6.1, vgl. E. 1.4
)
, was im Folgenden zu prüfen ist
.
Die Beschwerdeführerin
hatte
am 1. Januar 2013 das Amt als Sozialvorsteherin im Gemeinderat
C._
mit einem Pensum von zirka 20 %
übernommen
(Urk. 7/156/4). Daneben war sie als Buchhalterin und Geschäftsführerin
bei der ihr gehörenden und von ihr geführten
G._
GmbH
tätig (Urk. 7/156/5). Per 31. August 2014 sistierte sie dann die Tätigkeit bei der
G._
GmbH
(
Urk.
7/239/2)
und trat per
1. September 2014
eine Stelle in einem 40 %-Pensum beim
V
erband
B._
an
. Diese Stelle kündigte sie in der Probezeit
auf den 30. November 2014
, da die Belastung zu hoch gewesen sei (Urk. 7/15
6/5
, Urk. 7/155/17).
Vom 1. Dezember 2014 bis 30. Juni 2015 war sie dort noch befristet in einem 20 %-Pensum angestellt und versucht
e laut eigenen Angaben
, die
G._
GmbH
wieder zu aktivieren (Urk. 7/156/4, Urk. 7/155/17).
Gemäss Aussage der Beschwerdeführerin habe ihre Tätigkeit in etwa einem 50 %-Pensum entsprochen (Urk. 7/155/18).
Im Zeitpunkt der als Vergleichsbasis dienenden Verfügung vom 31. Januar 2017 war die Beschwerdeführerin noch als Sozialvorsteherin in der Gemeinde
C._
im Rahmen von zirka 20 %
tätig (Urk. 7/239/2)
.
Per 1. Juni 2017 trat sie sodann eine neue Anstellung in der Gemeinde
D._
im Rahmen eines 40 %-Pensums an
, wobei sie parallel dazu ihre Tätigkeit als Sozialvorsteherin
weiter im Umfang von zirka 20 %
ausübte (Urk. 7/156/4, Urk. 7/242/1
, Urk. 7/243/1
).
Dem Auszug aus dem Individuellen Konto (IK) der Beschwerdeführerin lässt sich
dazu
entnehmen, dass
die Beschwerdeführerin
für die im Zeitpunkt der Verfügung vom 31. Januar 2017 noch ausgeübte Tätigkeit im Gemeinderat
C._
durchschnittlich Fr. 29'832.40 pro Jahr verdiente (Durchschnittseinkommen der
Jahre 2013-2017, Urk. 7/239/2).
A
b dem 1. Juni 2017
erzielte sie bei der Gemeinde
D._
einen Jahreslohn von Fr. 45'000.
--
(
Urk.
7/242/6)
und
bezog
daneben weiterhin ihr Einkommen als
Sozialvorsteherin
(Urk. 7/239/2)
.
Per 1. Juni 2017
ergab sich
somit ein Jahreslohn von
Fr.
74'832.40
bei
einem Pensum von
zirka 60
%
(Fr. 29'832.40 + Fr. 45'000.--)
, was einen erhebliche
n
Mehrver
dienst im Vergleich zum Zeitpunkt vom 31. Januar 2017
darstellt
.
Nichts
Anderes
ergibt sich, wenn man die gesamte Einkommensentwicklung der Beschwerdefüh
rerin betrachtet
und damit ihren stark schwankenden Einkommensverhältnissen
und Berufswechseln
Rechnung trägt
. Im Jahr 2014 verdiente sie Fr. 43'453.--, im Jahr 2015 Fr. 54'169.-- und im Jahr 2016 Fr. 40'593.-- (Urk. 7/239/2)
.
Daraus ergibt sich ein Durchschnittswert von Fr. 46'071.6
0.
Auch unter Berücksichti
gung dieses Durchschnittseinkommen
s
ergibt sich per 1. Juni 2017 ein
wesentli
cher
Mehrverdienst
von knapp Fr. 30'000.--
(
Fr.
74'832.
40 .
/.
Fr.
46'071.60)
.
Ferner ist darauf hinzuweisen, dass eine Rente nach Art. 31 Abs.
1 IVG
grund
sätzlich
schon dann
revidiert wird, wenn eine rentenberechtigte Person ein bestehendes Erwerbseinkommen erhöhen kann, sofern die Einkommensverbesse
rung jährlich mehr als Fr. 1'500.-- beträgt
.
Der höhere Verdienst der Beschwer
deführerin kann damit nicht von vornherein
als
irrelevant bezeichnet werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_813/201
6
vom 10. März 2017 E. 5).
Dass die Beschwerdeführerin ihr Amt als Gemeinderätin
per 1. Juli 2018 wieder abgab (vgl. Urk. 3/5), ändert nichts
daran, dass i
m
Juni 2017
wesentlich
veränderte Ver
hältnisse
vorlagen
.
Die Beschwerdegegnerin
ermittelte
im Referenzzeitpunkt
das Invalideneinkom
men
zudem
unter Hochrechnung des
mit dem Gesundheitsschaden
in einem Pen
sum von 50
%
effektiv
erzielte
n
Einkommen
s auf das zumutbare 75%ige Arbeits
pensum
(vgl. vorstehend 3.2
; vgl. zu diesem nicht rechtsprechungskonformen Vorgehen
BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Bei dieser Sachlage
stellt
e die Aufnahme
einer neuen
Tätigkeit bei der
Gemeinde
D._
, die zu einem aufgestockten Arbeitspensum sowie zu einem
weit höhere
n
Einkommen
führte,
jedenfalls
einen massgeblichen
Wechsel der Erwerbstätigkeit
und damit
eine revisionsrelevante erwerbliche Veränderung
dar
(
Urteil des Bundesgerichts
9C_33/2016
vom 1
6.
August 2016 E. 8.1
)
.
Denn recht
sprechungsgemäss
stellen Umstände, die den Rentenanspruch um mindestens 5
%
verändern, einen Revisionsgrund dar, so dass die Wesentlichkeit ausgewiesen ist
(BGE 145 V 141 E. 7.3.1).
Damit ist ein
Revisionsgrund im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG ausgewiesen
.
S
teht das Vorliegen eines Revisionsgrundes für ein Sachverhaltselement fest, können
praxisgemäss
im Revisionsverfahren auch die anderen Elemente der Anspruchsberechtigung frei überprüft werden
(
vgl. auch Urteil des Bundesge
richts
8C_125/2012 vom 10. Oktober 2012 E. 2.2 mit Hinweis auf AHI 2002 S. 164 E. 2a, I 652/00
).
Im Folgenden ist daher – ohne Bindung an frühere Beur
teilungen – ein neuer Einkommensvergleich vorzunehmen (vgl. E. 1.4 hiervor).
5.
5.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139
V
28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das Valideneinkommen auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE
139 V 28 E. 3.3.2; Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014, Rn 55 f. zu Art.
28a
).
Soll bei der Festsetzung des
Valideneinkommens eine berufliche Weiterentwick
lung, welche die versicherte Person normalerweise vollzogen hätte, mitberück
sichtigt werden, so müssen praxisgemäss konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie einen beruflichen Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen
tatsächlich realisiert hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Blosse Absichtserklärungen der versicherten Person genügen nicht. Vielmehr muss die Absicht, beruflich weiterzukommen, bereits im Zeitpunkt des Unfalls durch kon
krete Schritte wie Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums, Ablegung von
Prü
fungen usw. kundgetan worden sein (SVR 2010 UV Nr. 13 S. 51, 8C_550/2009
,
E. 4.1 mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Bei der Prüfung der mutmasslichen beruflichen Entwicklung können unter Umständen aus einer besonderen berufli
chen Qualifizierung im Invaliditätsfall Rückschlüsse auf die hypothetische Ent
wicklung gezogen werden, zu der es ohne Eintritt des (unfallbedingten) Gesund
heitsschadens gekommen wäre. Nach der Rechtsprechung ist eine solche Annahme unter anderem dann zulässig, wenn die angestammte Tätigkeit auch nach dem Unfall weitergeführt werden kann. Indessen darf aus einer erfolgrei
chen Invalidenkarriere in einem neuen Tätigkeitsbereich nicht ohne Weiteres abgeleitet werden, die versicherte Person hätte ohne Invalidität eine vergleichbare Position auch im angestammten Tätigkeitsgebiet erreicht
(RKUV 2005 Nr. U 554 S. 315, U 340/04; Urteile des Bundesgerichts U 183/02 vom 26. Mai 2003 E. 6.2; 8C_557/2010 vom 15. Dezember 2010 E. 3.3.).
5.2
Die Beschwerdegeg
nerin ermittelte anlässlich der
Rentenzusprache
vom 22. Mai 2001
ausgehend vom bei der
Y._
AG vor dem
Verkehrsunfall
erzielten Monatslohn von
Fr.
5'700.-- (
Urk.
7/5/2)
ein Valideneinkommen von Fr. 74'100.
(Urk. 7/10/6
,
Urk.
7/17
). Nachdem die Beschwerdeführerin
am 31. Mai 2001
Änderungen bezüglich ihrer erwerblichen Verhältnisse geltend gemacht hatte (Urk. 7/19), korrigierte die Beschwerdegegnerin das Validenein
kommen
im Rahmen der Verfügung vom 6. Juni 2002
auf Fr. 124'995.--
(Urk. 7/34,
Urk. 7/44). Dabei ging
sie
davon aus, dass die Beschwerdeführerin am 1. April 1998 einen Lehrgang zur eidgenössisch diplomierten Buchhalterin begonnen hätte,
welche
n
sie jedoch infolge des Unfalles nicht habe antreten kön
nen (Urk. 7/5/7). Gestützt auf die Angaben in den Akten der Unfallversicherung
,
wo auf eine
–
sich nicht in den Akten befindende
–
Bestätigung des Arbeitgebers hingewiesen wurde (Urk. 7/20/1
, vgl. hingegen
Urk.
7/5/6
)
,
hätte die Beschwer
deführerin per 1. April 2001 ein Einkommen von Fr. 9'
615.-- zuzüglich 13. Monatslohn
beziehungsweise jährlich Fr. 124'995.-- verdienen können (Urk. 7/34).
Dieses Einkommen passte die Beschwerdegegnerin sodann
mit Verfügung vom 31. Januar 2017 der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2015 an
und errechnete ein Valideneinkommen von Fr. 147'687.80
(Urk. 7/
187/4).
In der angefochtenen Verfügung ermittelte sie neu ein Valideneinkommen von Fr. 110'411.-- gestützt auf die
LSE
2016,
TA1_tirage_skill_level, Monatlicher
Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Ge
schlecht,
Ziff.
64-66 (Finanz- und Versicherungsdienstleistungen), Privater Sek
tor, Frauen, Kompetenzniveau 4
(
Tätigkeiten mit komplexer Problemlösung und Entscheidungsfindung, welche ein grosses Fakten- und theoretisches Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen
)
. Den Lohn von monatlich
Fr.
8'833.--
passte sie
an die Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2017
und die betriebsübliche Arbeitszeit
an
(Urk. 7/246/1).
Die Beschwerdeführerin vertritt
dagegen
die Auffassung, sie würde ohne ihre gesundheitliche Beeinträchtigung und mit abgeschlossener Ausbildung zur Con
trollerin in einem 100 %-Pensum sicherlich ein Valideneinkommen von Fr. 147'687.80 erzielen (Urk. 1 S. 10).
5.3
Mit Blick auf den Ausgang des Verfahrens kann vorliegend
zu Gunsten der Beschwerdeführerin weiterhin
davon
gegangen werden
, dass
s
ie
-
wie
mit der Arbeitgeberin
vor dem Unfall
bereits vereinbart (
Urk.
7/5/6) -
per 1. Oktober 1998 im Rahmen ihrer Tätigkeit bei der
Y._
AG den Lehrgang zur eidgenös
sisch diplomierten Buchhalterin angetreten und nach Abschluss desselben einen höheren Lohn
als
bisher (Fr. 74'100.--, Urk. 7/5/2)
als Buchhalterin mit eidgenös
sischem Fachausweis
erzielt
hätte
(vgl. dazu
jedoch BGE 145 V 141 E. 5.2.1, wonach zum Beweis eines beruflichen Aufstiegs b
losse Absichtserklärungen
nicht
genügen
; v
ielmehr muss die Absicht, beruflich weiterzukommen, bereits durch konkrete Schritte wie Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums etc. kundgetan worden sei
).
Ob
sie
per 1. April 2001 tatsächlich einen Lohn von Fr. 9'615.-- res
pektive Fr. 124'995.-- verdient hätte oder ob es bei dem am
6.
Juli 1999
im Hin
blick auf die erfolgreiche Absolvierung des Lehrganges
vereinbarten Lohn von Fr. 8'000.-- respektive Fr. 104'000.
--
(
Urk. 7/5/6
) geblieben wäre, kann indessen dahingestellt bleiben.
W
ie sich den Akten entnehmen lässt, verliess die Beschwer
deführerin die
Y._
AG gemäss eigenen Angaben aufgrund von Umstruk
turierungen und anderen Problemen
wie
langer Arbeitsweg
(
Urk. 7/19/2
). Damit ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwer
deführerin
ihre Stelle bei der
Y._
AG
unabhängig vom Eintritt der Inva
lidität
aufgegeben
hätte.
Somit kann nicht auf den zuletzt bei der
Y._
AG erzielten Lohn abgestellt werden
und es sind die Tabellenlöhne der LSE
her
anzuziehen.
In Anbetracht dessen, dass die Beschwerdeführerin nach Eintritt des Gesundheits
schadens
in ihrer angestammten Tätigkeit
teilweise auch im öffentlichen Sektor tätig war (beispielsweise beim
V
erband
B._
, Urk. 7/156/1), rechtfertigt es sich, vorliegend
für das Validenein
kommen als Controllerin
die
LSE heranzuziehen. Die Beschwerdegegnerin stellte
daher
für die Bemessung des Valideneinkommens zu Recht auf die LSE 2016,
Ziff.
64-66 (Finanz- und
Versicherungsdienstleistungen)
,
ab, welche im höchsten Kompetenzniveau 4 einen
Frauenl
ohn von Fr. 8'833.-- vorsieht. Angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.5 Stunden
(vgl.
Bundesamt für Statistik, Tabelle T
03.02.03.01.04.01,
Ziff.
44-66, Erbringung von Finanz- und
Versiche
rungsdienstl
.
)
sowie die Nominallohnentwicklung für das Jahr 2017 ergibt sich ein Einkommen von gerundet Fr. 110'376.80 (Fr. 8'833.-- x 12 /
40 x 41.5
/ 2709 x 2719
[vgl. Bundesamt für Statistik, Entwicklung der Nominallöhne, T39, Frauen]
).
Nichts
wesentlich
anderes
ergibt sich beim Abstellen auf LSE 2016,
Tabelle T17 (Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Berufsgruppen, Lebens
alter und Geschlecht, Privater und öffentlicher Sektor zusammen), Ziffer 12
. Dort ist für
Führungskräfte im kaufmännischen Bereich,
Frauen von 30-49 Jah
ren
, ein Mona
t
slohn von
Fr.
8'835.--
au
s
gewiesen
.
Daran ändert nichts, dass die Beschwerdeführerin aktuell bei der Gemeinde
D._
in einem 50 %-Pensum ein Einkommen von Fr. 59'675.65 und damit – bezogen auf ein 100 %-Pensum – ein
solches von Fr. 119'351.30 erzielt (Urk. 7/245). Denn entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 7 und 10) kann hier
nicht
von einer eigentlichen Invalidenkarriere gesprochen werden, die Rückschlüsse auf die hypothetische Entwicklung des Valideneinkommens zuliesse. Die Beschwerdeführerin war nach Eintritt des Gesundheitsschadens in den Bereichen Treuhand, Liegenschaftsverwaltung und Buchhaltung sowie im
Revisorat
tätig
und in ihrem angestammten Tätigkeitsbereich arbeitsfähig
(Urk. 7/156 f.).
Aus ihrem Lebenslauf ist zwar ersichtlich, dass sie durchaus kom
plexe Tätigkeiten verrichtete und
au
ch
ein eigenes Geschäft führte
(Urk. 7/156/1 ff.).
Weiterbildungen oder zusätzliche Qualifikationen und damit einhergehende markante Lohnsteigerungen erlangte die Beschwerdeführerin allerdings nicht (Urk. 7/156/6, Urk. 7/239/1 ff.
; vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts 9C_316/2020 vom 6. Oktober 2020 E. 3.1
).
5.4
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarerweise noch rea
lisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versi
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstä
tigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; 135 V 297 E. 5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den LSE herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungs
zeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Renten
revisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Mass
gabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE
142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reich
muth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014, Rn 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Die Beschwerdeführerin
a
rbeitet
seit dem 1. Juni 2017
als Finanzverwalterin
in der Gemeinde
D._
, wobei sie ihr Pensum per 1. Januar 2020 von 40 % auf 50 % erhöhte (Urk. 7/243/1, Urk. 7/245).
Derzeit
erzielt sie ein Jahresgehalt von Fr. 59'675.65 (Urk. 7/
2
45).
Die Beschwerdeführerin
arbeitet
nunmehr seit dreieinhalb Jahren bei der Gemeinde
D._
und hat einen wohlwollenden Arbeitgeber, welcher über ihre gesundhei
tliche Situation informiert ist,
es ihr ermöglicht, ihre Aufgaben im Rah
men ihrer gesundheitlichen Möglichkeiten durchzuführen
,
und die Möblierung des Büros angepasst hat (Urk. 7/243/1).
Es
kann
somit
ohne Weiteres von einem stabilen Arbeitsverhältnis gesprochen werden.
Aufgrund ihrer chronischen Kopf
schmerzproblematik ist der Beschwerdeführerin ihre angestammte Tätigkeit als Buchhalterin im Umfang von 75 % zumutbar (Urk. 7/155/72). Damit schöpft sie ihre Arbeitsfähigkeit
aktuell
nicht
voll
aus
und es wäre für die Ermittlung des Invalideneinkommens grundsätzlich auf die Tabellenlöhne der LSE abzustellen
.
Von der konkreten Bestimmung des Invalideneinkommens
kann indes Umgang genommen werden, da die Beschwerdeführerin gemäss
der weiterhin geltenden Einschätzung der
Z._
-Gutachter nicht nur in einer Verweistätigkeit, sondern auch in ihrem angestammten Beruf als Buchhalterin
zu 75
%
arbeitsfähig ist
(
vgl. vorstehend E.
3.1
)
.
Vor diesem Hintergrund resultiert beim Abstellen auf die Tabellenlöhne
für beide Vergleichseinkommen
ab
1.
Juni 2017
kein rentenbe
gründender Invaliditätsgrad mehr.
6.
Bei Personen, deren Rente revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben werden soll, sind nach mindestens fünfzehn Jahren Bezugsdauer oder wenn sie das
55. Altersjahr zurückgelegt haben, praxisgemäss in der Regel vorgängig Einglie
derungsmassnahmen durchzuführen, bis sie in der Lage sind, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial mittels Eigenanstrengung auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten.
Die am 2. April 1970 geborene Beschwerdeführerin bezog ihre Rente seit dem 22. Mai 2001, mithin seit mehr als 15 Jahren (Urk. 7/17). Daher fällt sie grundsätzlich unter den vom Bundesgericht besonders geschützten Personenkreis. Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung, der Beschwerdeführerin sei die Selbsteingliederung zumutbar (Urk. 2/1 S. 4).
D
ie Beschwerdeführerin
war
während der gesamten Rentenbezugsdauer in einem reduzierten Pensum
in ihrer angestammten Tätigkeit als Buchhalterin
erwerbstä
tig (Urk. 7/156/1 ff.).
Zudem war es
ihr
sogar möglich, im Jahr 2008 die
G._
GmbH zu gründen und
während mehrerer Jahre zu
führen (Urk. 7/156/5).
Dies zeugt von einer
massgeb
lichen Agilität und Gewandtheit. Zudem verfügt sie als Fachfrau im Finanz- und Rechnungswesen mit eidgenössischem Fachausweis (Urk. 7/156/6) über eine
qualifizierte
Ausbildung und durch ihre verschiedenen Tätigkeiten in der Privatwirtschaft und der öffentlichen Verwaltung (Urk. 7/156/1 ff.)
auch
ü
ber eine grosse Berufserfahrung. Daher ist der
Schluss zulässig, die Beschwerdeführerin könne sich trotz der langen Rentenbezugsdauer ohne Hilfe
stellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren
, um ihr Leistungspotential aus
zuschöpfen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_826/2018 vom 14. August 2019 E.
3.2.2.).
Die Besch
werdeführerin beantragte denn auch
beschwerdeweise keine Eingliederungsmassnahmen (Urk. 1 S. 2 ff.).
Das Vorgehen der Beschwerdegeg
nerin erweist sich nach dem Gesagten als korrekt.
7
.
7
.1
Zu prüfen bleibt, ob die rückwirkende Rentenaufhebung per 1. Juni 2017 respek
tive die Rückforderung
der
im Zeitraum vom 1. Juni 2017 bis 31. Juli 2019 bezogenen Rentenleistungen zulässig war.
Dies ist der Fall, wenn die Beschwer
deführerin ihrer
Meldepflicht
nach Art. 77
der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV)
nicht nachgekommen ist (Art. 88
bis
Abs. 2 lit. b IVV).
Nach Art. 88
bis
Abs. 2 lit. b IVV erfolgt die Herabsetzung oder Aufhebung der Rente rückwirkend ab Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung, wenn die beziehende Person die Leistung zu Unrecht erwirkt hat oder der ihr nach Art. 77 IVV zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist, unabhängig
davon, ob die Verletzung der Meldepflicht oder die unrechtmässige Erwirkung ein Grund für die Weiterausrichtung der Leistung war.
Nach Art. 77 IVV haben der Berechtigte oder sein gesetzlicher Vertreter sowie Behörden oder Dritte, denen die Leistung zukommt, jede für den Leistungsan
spruch wesentliche Änderung, namentlich eine solche des Gesundheitszustandes, der Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit, des Zustands der Hilflosigkeit, des invalidi
tätsbedingten Betreuungsaufwandes oder Hilfebedarfs, des für den Ansatz der Hilflosenentschädigung und des Assistenzbei
trages massgebenden Aufenthalts
or
tes sowie der persönlichen und gegebenenfalls der wirtschaftlichen Verhältnisse des Versicherten unverzüglich der IV-Stelle anzuzeigen. Eine Meldepflichtverlet
zung setzt ein schuldhaftes Fehlverhalten voraus, wobei bereits eine leichte
Fahr
lässigkeit genügt (BGE 118 V 214 E. 2a).
7
.2
Die Beschwerdeführerin wurde in der Verfügung vom 31. Januar 2017 zweifels
frei auf ihre Meldepflicht hingewiesen (Urk. 7/187/5). Sie
reichte der Beschwer
degegnerin am 16. Dezember 2019
eine Kopie ihres
Schreiben
s vom
16. Mai 2017 ein, in welchem sie diese über die neue Stelle bei der Gemeinde
D._
infor
miert
hab
e (Urk. 7/253/1).
Diese Schreiben
will
die Beschwerdegegnerin gemäss eigenen Angaben
damals
nicht erhalten
haben
(Urk. 2/1 S. 5).
Für die tatsächliche Zustellung des
uneingeschrieben
an die Beschwerdegegnerin versandten Schrei
bens vom 16. Mai 2017 trägt die Beschwerdeführerin die Beweislast.
Auch wenn
in
einer
Verwaltung
Dokumente verloren gehen können,
geht die Rechtsprechung davon aus, dass die versicherte Person
für die
Tatsache
und
die Rechtzeitigkeit der Zustellung
die F
olgen der Beweislosigkeit trägt
(
BGE
145 V 90 E. 3.2
mit weiteren Hinweisen,
E. 6.1.1).
Die vorliegende Beweislosigkeit der Zustellung geht damit zu Lasten
der Beschwerdeführerin
und es muss von einer nicht
belegten
Zustellung
und somit von einer unterbliebenen
Meldung
der erwerblichen Ver
änderung
ausgegangen werden.
7.3
Die Beschwerdeführerin bringt vor, sie habe aufgrund der Verfügung vom 31. Januar 2017 mit einem Invalideneinkommen von Fr. 75'957.15 und
einem Valideneinkommen von Fr.
147'687.80 rechnen dürfen
.
Ihr kurzzeitiger Doppel
verdienst
habe
nicht zu einer Unterschreitung des
Schwellenwerts
geführt
und
sei daher nicht erheblich gewesen
. Sie sei daher
nicht verpflichtet gewesen, diesen zu melden
(Urk. 1 S. 8 f.).
Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung
obliegt
es jedoch
gegebenenfalls allein der Verwaltung, darüber zu befinden, ob eine gemeldete Änderung revisionsrelevante Auswirkungen zeitigt
. Die Beschwerde
führerin war daher u
ngeachtet der allfälligen Auswirkungen einer Änderung im erwerblichen Bereich
verpflichtet
,
der Beschwerdegegnerin die Änderung im erwerblichen Bereich
unverzüglich
zu melden
(
BGE 145 V 141 E. 7.3.1,
Urteil des Bun
desgerichts 8C_210/2012 vom 27.
April 2012 E. 4.1).
Nach dem Gesagten erscheint es als überwiegend wahrscheinlich, dass es der
Beschwerdeführerin
angesichts der Umstände bewusst sein musste, dass sie
die
am 1. Juni 2017 aufgenommene Tätigkeit in der Gemeinde
D._
der Beschwerdegegnerin unverzüglich hätte melden müssen
. Dies belegen auch ihr
der Beschwerdegegnerin nicht zugegangenes
Schreiben vom 16. Mai 2017
(Urk. 7/253/1)
und die gerichtliche Eingabe ihres früheren Rechtsvertreters vom 11. September 201
7.
Darin führte
dieser
aus, nach Erlass der Verfügung vom 31. Januar 2017 seien Veränderungen eingetreten, welche die Beschwerdeführe
rin demnächst der Beschwerdegegnerin melden werde (Urk. 7/208/11, Fussnote 5).
Demnach ist mindestens von einem leicht schuldhaften Verhalten auszugehen, was für die Verletzung der Meldepflicht genügt.
7.
4
Die Rente ist deshalb gestützt auf Art. 88
bis
Abs.
2 lit. b
IVV
ab Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung
, das heisst ab Aufnahme der Tätigkeit bei der Gemeinde
D._
am 1. Juni 2017
aufzuheben
.
7.5
Gemäss
Art.
25
Abs.
1 ATSG sind unrechtmässig bezogene Leistungen zurückzu
erstatten. Der Rückforderungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jahres, nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der einzelnen Leistung
(
Art.
25
Abs.
2 ATSG
in der
anwendbaren
, bis 3
1.
Dezember 2020 in Kraft gestandenen Fassung [
Art.
83 ATSG
]
).
Unter der Wendung «
nachdem die Versicherungseinricht
ung davon Kenntnis erhalten hat»
, ist der Zeitpunkt zu verstehen, in dem die Verwaltung bei Beach
tung der ihr zumutbaren Aufmerksamkeit hätte erkennen müssen, dass die Voraussetzungen für eine Rückerstattung bestehen, oder mit andern Worten, in welchem sich der Versicherungsträger hätte Rechenschaft geben müssen über Grundsatz, Ausmass und Adressat des Rückforderungsanspruchs
(
Urteil des Bun
desgerichts 9C_559/2017 vom 17. Oktober 2017 E. 2 mit Hinweis
).
Die Beschwerdegegnerin holte am 5. August 2019 einen IK-Auszug
ein, auf dem
betreffend die Zeit von Juni bis Dezember 2017
das Einkommen der Gemeinde
D._
ausgewiesen war (Urk. 7/230/
2-
3).
Für die Zeit
vor dem 5. August 2019
kann
jedenfalls
nicht gesagt werden, dass die Beschwerdegegnerin bei zumutba
rer Aufmerksamkeit hätte erkennen müssen, dass die Voraussetzungen für eine Rückforderung bestehen. Insbesondere
reicht
die Eingabe
des
ehemaligen Rechts
vertreters
der Beschwerdeführerin
vom 11. September 2017 im damaligen Beschwerdeverfahren vor dem Sozialversicherungsgericht
dazu nicht aus. Dieser verwies lediglich
vage auf eingetretene Veränderungen, welche die Beschwerde
führerin noch melden werde, sobald die Details definitiv seien (Urk. 7/208/11
Fussnote 5). Zudem ergab sich das neue Einkommen der Beschwerdeführerin noch nicht aus dem am 2. November 2017 eingeholten IK-Auszug (Urk. 7/215/2).
Nach Abschluss des Gerichtsverfahrens nahm die Beschwerdegegnerin sodann im Juli 2019 die Revision an
Hand
und holte den IK-Auszug vom 5. August 2019 ein (Urk. 7/230).
Selbst, wenn davon ausgegangen würde, dass die Beschwerdegegnerin damit bereits Kenntnis des Rückforderungsanspruchs im Sinne der dargelegten Recht
sprechung erhalten hätte, wäre die Rückforderungsverfügung vom 8. April 2020 noch innert der einjährigen relativen Verjährungsfrist ergangen, da die Frist
dies
falls
am 5. August 2020 abgelaufen wäre. Die Beschwerdegegnerin hat damit die Rückforderung
in jedem Fall
rechtzeitig geltend gemacht.
Die Beschwerdegegnerin führte sodann in der angefochtenen Verfügung vom 20. März 2020
richtigerweise
aus, dass die Beschwerdeführerin ihre neue Tätig
keit bei der Gemeinde
D._
im Rentenrevisionsfragebogen
angegeben hatte
(Urk. 7/233/4). Dieser ging der Beschwerdegegnerin am 2
6.
August 2019 zu (vgl. Aktenverzeichnis zu Urk. 7/233). Damit endete die Meldepflichtverletzung der Beschwerdeführerin und es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerde
gegnerin die Rentenleistungen nur bis
Ende
Juli 2019 zurückforderte.
Zusammenfassend
hat die Beschwerdegegnerin die in der Zeit vom 1. Juni 2017 bis 31. Juli 2019 bezogenen Rentenleistungen zu Recht zurückgefordert. Die Höhe der Rückforderung wurde nicht beanstandet.
7.6
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde
gegen die Verfügungen vom 20. März 2020 (Urk. 2/1) und 8. April 2020 (Urk. 2/2)
.
8
.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
r
unterliegenden Beschwerdefüh
rer
in
aufzuerlegen.