Decision ID: b3bc42d4-1115-486f-92cf-94c3c6eacb48
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherte), meldete sich am 19. Oktober 2015 erneut bei der
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (IV-act. 145).
A.a.
Bei der Versicherten war am 30. Januar 2006 eine dorsale Spondylodese (trans
foraminaloe lumbale interkorporale Fusion [TLIF] bei Osteochondrose L5/S1, Grad 3)
vorgenommen worden (Operationsbericht, IV-act. 7-5; Austrittsbericht Klinik für
Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen [KSSG] vom 8. Februar 2006,
IV-act. 23-10 f.). Gestützt unter anderem auf ein orthopädisches Gutachten von
Dr. med. B._ vom 19. November 2007 (IV-act. 37-1 bis 7) war ihr mit Verfügung vom
8. April 2010 mit Wirkung ab 1. Januar 2007 eine Viertelsrente zugesprochen worden
(IV-act. 96). Am 16. August 2012 hatte sich die Versicherte einer Rezessus lateralis
Dekompression L4/5 rechts unterziehen müssen (Operationsbericht, IV-act. 114-7;
Austrittsbericht Prof. Dr. med. C._, Facharzt FMH für Neurochirurgie, vom 27. August
2012, IV-act. 114-5). Gestützt auf ein orthopädisches Gutachten von Dr. med. D._
vom 23. Oktober 2012 einschliesslich einer Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit (IV-act. 133) und nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (IV-
act. 138; IV-act. 142) hatte die IV-Stelle die Rente mit Verfügung vom 24. Februar 2014
auf den 31. März 2014 eingestellt (IV-act. 143).
A.b.
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Die Versicherte war am 21. August 2014 an der Halswirbelsäule operiert worden
(Diskektomie C5/6 und C6/7, Dekompression der Nervenwurzel C6 links und C7 links,
interkorporelle Spondylodese C5/6 und C6/7; Operationsbericht, IV-act. 162-31 f.;
Austrittsbericht Prof. C._ vom 10. September 2014, IV-act. 162-29 f.). Am 8. Juni
2015 war eine Spondylodese L4/5 mit Dekompression und dynamischer Spondylodese
L3/4 durchgeführt worden (Eintrag Krankengeschichte Prof. C._, IV-act. 158-7) mit
anschliessender Rehabilitation vom 30. Juni bis 3. Juli 2015 (Bericht E._ vom 3. Juli
2015, IV-act. 158-14 f.).
A.c.
Mit Mitteilung vom 14. Dezember 2015 wies die IV-Stelle das Gesuch um
berufliche Massnahmen ab, da sich die Versicherte nicht in der Lage fühlte, an
beruflichen Eingliederungsmassnahmen mitzuwirken (IV-act. 166).
A.d.
Am 21. Januar 2016 wurde wegen eines eindeutig verifizierten ISG-Über
lastungssyndroms eine ISG-Fusion linksseitig (Verlaufsbericht Prof. C._ vom
4. Februar 2016, IV-act. 167-2 f.) und am 6. Oktober 2016 dieselbe Operation
rechtsseitig durchgeführt (Operationsbericht IV-act. 184-2; Austrittsbericht Prof. C._
vom 13. Oktober 2016, IV-act. 185). In der Folge attestierte Prof. C._ der
Versicherten ab Januar 2017 eine Arbeitsunfähigkeit von 70 % und vermerkte einen
Schraubenbruch in L3 (Eintrag Sprechstundenprotokoll vom 19. Januar 2017, IV-
act. 186-1; Bericht vom 1. Juni 2017, IV-act. 190-2; Einträge Krankengeschichte
Prof. C._ vom 7. September 2017, IV-act. 196-2, und vom 11. Dezember 2017, IV-
act. 196-1).
A.e.
In der Folge wurde die Versicherte im Auftrag der IV-Stelle durch die ABI
Aerztliches Begutachtungsinstitut GmbH Basel polydisziplinär begutachtet (Gutachten
vom 25. Juni 2018; Dr. med. F._, Allgemeine Innere Medizin; Dr. med. G._,
Neurologie; Dr. med. H._, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates; Dr. med. I._, Psychiatrie und Psychotherapie;
Untersuchungen 18. April 2018; IV-act. 208-1 bis 51). Die Gutachter diagnostizierten
als Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches
lumbovertebrales und dorsales Beckenschmerzsyndrom beidseits, Status nach u.a.
dorsaler Spondylodese und interkorporeller Fusion LWK 5/SWK 1 sowie
Spongiosaentnahme aus dem dorsalen linken Beckenkamm am 30. Januar 2006, nach
A.f.
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Dekompression des Recessus lateralis LWK 4/5 rechts am 16. August 2012, nach
Spondylodese LWK 4/5 mit Dekompression und dynamischer Spondylodese LWK 3/4
am 8. Juni 2015, nach minimalinvasiver Fusion des linken ISG am 21. Januar 2016,
nach minimalinvasiver Fusion des rechten ISG am 6. Oktober 2016 und nach
zahlreichen weiteren Eingriffen (Infiltrationen, Diskographien und funktionellen
Rhizotomien) sowie bei radiologisch festgestelltem Schraubenbruch in LWK 3 links und
fehlenden Zeichen einer höhergradigen Degeneration. Als Diagnosen ohne Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit erhoben sie unter anderem eine Schmerzverarbeitungsstörung
(ICD-10: F54), einen Status nach Alkoholabhängigkeit (ICD-10: F10.20) sowie einen
Status nach Diskektomie HWK 5/6/7, Dekompression der Nervenwurzeln C6 links und
C7 links sowie interkorporeller Spondylodese HWK 5/6/7 am 21. August 2014 (IV-
act. 208-7 f.). Sie kamen zum Schluss, in körperlich leichten Tätigkeiten unter
Wechselbelastung ohne wiederholtes Heben und Tragen von Lasten über 10 kg sei die
Versicherte zu 100 % arbeitsfähig. Es könnten (retrospektiv) keine länger andauernde,
höhergradige Arbeitsunfähigkeiten für adaptierte Tätigkeiten bestätigt werden. Einzig
nach den verschiedenen Operationen hätten Arbeitsunfähigkeiten vom mehreren
Wochen bis wenigen Monaten bestanden (IV-act. 208-9). Der Gesundheitszustand
habe sich gegenüber dem orthopädischen Gutachten Dr. D._ vom 23. Oktober 2013
nicht objektivierbar verändert (IV-act. 208-10).
RAD-Arzt Dr. J._, Facharzt für Prävention und Gesundheitswesen, befand das
Gutachten als beweistauglich (vgl. Stellungnahme vom 9. Juli 2018, IV-act. 209).
A.g.
Mit Vorbescheid vom 11. Juli 2018 gewährte die IV-Stelle der Versicherten das
rechtliche Gehör zur vorgesehenen Abweisung des Leistungsbegehrens betreffend
Rente (IV-act. 212). Den Einwand der Versicherten vom 17. September 2018 (IV-
act. 216-1 ff.) legte die IV-Stelle dem RAD vor (Stellungnahme vom 17. Dezember 2018,
IV-act. 221).
A.h.
Mit Verfügung vom 16. Januar 2019 wies die IV-Stelle das Gesuch hinsichtlich
Rente ab (IV-act. 222).
A.i.
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B.
Mit Beschwerde vom 18. Februar 2019 beantragt A._ (nachfolgend:
Beschwerdeführerin), vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. N. Ley, die Verfügung vom
16. Januar 2019 sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben und die
Angelegenheit sei zur Vervollständigung der Abklärungen, insbesondere zur Einholung
eines neuen polydisziplinären medizinischen Gutachtens bei einer unabhängigen, nicht
vorbefassten Stelle an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Weiter seien ihr die
unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung zu gewähren. Sie führt an, das
ABI-Gutachten vom 25. Juni 2018 lasse keine zuverlässige und rechtsgenügliche
Beurteilung ihrer Invalidität zu. Die Darstellung und Diskussion von Befunden und
Diagnosen sei ausgesprochen knapp, formelhaft und allzu stark formalisiert.
Ungenügend berücksichtigt werde namentlich die diagnostizierte Fibromyalgie. Es
bestünden auch Anzeichen für eine seit langen Jahren bestehende psychische
Problematik. Im Gutachten würden nicht sämtliche Standardindikatoren des
anzuwendenden strukturierten Beweisverfahrens geprüft, wodurch es an einer
umfassenden Gesamtbeurteilung fehle. Sodann sei dem Einkommensvergleich als
Validenbasis das Einkommen bei der L._ von beinahe Fr. 50'000.-- jährlich zugrunde
zu legen (act. G 1)
B.a.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 14. März 2019 beantragt die
Beschwerdegegnerin, die Beschwerde sei abzuweisen. Gemäss der Einschätzung des
RAD bilde das ABI-Gutachten eine beweisfähige medizinische Entscheidgrundlage. Der
orthopädische Gutachter habe seine Einschätzung bezüglich Fibromyalgiesyndrom auf
seine eigene Einschätzung und nicht mehr auf die Überwindbarkeitsvermutung
gestützt. Die geäusserte Verwunderung des neurologischen Gutachters, dass eine
mögliche Schmerzstörung bisher nicht diskutiert worden war, vermöge das
psychiatrische Teilgutachten, in dem diese verneint werde, nicht zu entkräften. Selbst
wenn aufgrund einer seit Jahren bestehenden psychischen Problematik keine 100%ige
Arbeitsfähigkeit attestiert würde, würde es sich um eine andere Einschätzung des seit
Jahren vorliegenden Sachverhalts handeln. Der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin habe sich seit dem 24. Februar 2014 nicht wesentlich
verschlechtert und auf weitere Abklärungen könne verzichtet werden (act. G 4).
B.b.
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Erwägungen
1.
Die vorsitzende Richterin bewilligt der Beschwerdeführerin am 28. März 2019 die
unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten, unentgeltliche
Rechtsverbeiständung; act. G 6).
B.c.
Mit Replik vom 13. Mai 2019 macht die Beschwerdeführerin ergänzend geltend,
ihr Gesundheitszustand habe sich seit Februar 2014 aktenkundig verschlechtert, und
weist auf die Operation vom 21. August 2014 an den im Bereich der Wirbelkörper C6
und C7 links sowie der ISG links und rechts mit konsekutiven Arbeitsunfähigkeiten von
100 % und später 70 % hin. Auf welche Arbeitsfähigkeit Dr. K._ im (vom
orthopädischen Gutachter diskutierten) Bericht vom 20. Februar 2015 Bezug nehme,
sei anhand der Akten unklar, so dass die Zustimmung des orthopädischen Gutachters
hierzu und das Fallenlassen der Diagnose Fibromyalgie nicht nachvollziehbar sei. Ein
Einkommensvergleich in Form eines Prozentvergleichs sei nicht statthaft, zumal ihr die
früher ausgeübte körperlich schwere Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei (act. G 8).
B.d.
Die Beschwerdegegnerin verzichtet stillschweigend auf die Einreichung einer
Duplik (act. G 10).
B.e.
Zu befinden ist über das neue Gesuch vom 19. Oktober 2015 (IV-act. 145),
nachdem eine der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 8. April 2010
zugesprochene Viertelsrente mit Verfügung vom 24. Februar 2014 revisionsweise
rechtskräftig eingestellt worden war (IV-act. 143). Die Beschwerdegegnerin ist auf die
Wiederanmeldung, gestützt auf die RAD-Stellungnahme vom 18. November 2015 (IV-
act. 154), welche gemäss den vorhandenen medizinischen Unterlagen das Vorliegen
von Anhaltspunkten für eine Veränderung des Gesundheitszustandes bestätigt, zu
Recht eingetreten, weshalb auf die entsprechenden Voraussetzungen gemäss Art. 87
Abs. 2 und Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201)
nicht mehr einzugehen ist.
1.1.
Die Beschwerdeführerin beantragte im Rahmen des Einwandes vom
17. September 2018 berufliche Massnahmen (IV-act. 216-1 ff.). In der angefochtenen
Verfügung vom 16. Januar 2019 führte die Beschwerdegegnerin aus, sie werde den
Antrag an die zuständige Abteilung weiterleiten (IV-act. 222-2). Diese hat am 5. Februar
1.2.
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2.
2019 einen abschlägigen Vorbescheid erlassen (IV-act. 229). Eine Beschwerde gegen
die in der Zwischenzeit wohl erlassene, in den dieses Verfahren betreffenden Akten
noch nicht enthaltene, entsprechende Verfügung ist beim hiesigen
Versicherungsgericht nicht eingegangen. Weiter hat die IV-Stelle mit Verfügung vom
20. November 2018 ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im
Vorbescheidverfahren abgewiesen (IV-act. 220). Auch diese wurde nicht angefochten,
weshalb vorliegend ausschliesslich der Rentenanspruch Verfahrensgegenstand bildet.
Die Wiederanmeldung vom 19. Oktober 2015 (IV-act. 145) erfolgte innert drei
Jahren nach Einstellung der Rente aufgrund desselben Leidens, welches zur
ursprünglichen Rentenzusprache geführt hatte. Deshalb wird die früher zurückgelegte
Wartezeit gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die Invalidität (IVG; SR
831.20) im Sinne von Art. 29 IVV angerechnet und ist nicht neu zu bestehen. Somit
bestünde ein allfälliger Rentenanspruch ab 1. April 2016 (Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG; BGE
142 V 547; Urteil des Bundesgerichts vom 1. April 2019, 8C_54/2019, E. 3.1.3 und
E. 3.2).
1.3.
bis
Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.1.
Ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden setzt eine auf
objektivierten Beschwerden beruhende fachärztlich gestellte Diagnose nach einem
wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 141 V 289 E. 3.2;
BGE 130 V 396 E. 5.3 und E. 6; Urteil des Bundesgerichts vom 22. Februar 2016,
8C_1/2016, E. 4.3). Erforderlich ist zudem, dass die geltend gemachten Beschwerden
objektiviert werden können und sich auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit auswirken
(BGE 143 V 427 E. 6; vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 30. November 2017,
8C_350/2017, E. 5.4, und vom 27. März 2015, 8C_673/2014, E. 5.1.1). Für somatisch
unklare Beschwerdebilder (somatoforme Schmerzstörung und gleichgestellte
2.2.
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Diagnosen) sowie psychische Erkrankungen wie namentlich Depressionen ist der
Beweis nach dem strukturierten Verfahren mittels Indikatoren zu führen (vgl. dazu BGE
143 V 428 E. 7.1 und BGE 141 V 281). Der Beweis für eine lang andauernde und
erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit kann nur dann als erbracht gelten,
wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden
Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen
(Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt (BGE 143 V 427 E. 6 a).
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie
ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen
Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise
sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/bb).
2.3.
Die Rechtsanwender prüfen insbesondere, ob die Ärzte ausschliesslich funktionelle
Ausfälle berücksichtigt haben, welche Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung
sind (Art. 7 Abs. 2 erster Satz ATSG), sowie, ob die versicherungsmedizinische
Zumutbarkeitsbeurteilung auf objektivierter Grundlage erfolgt ist (Art. 7 Abs. 2 zweiter
Satz ATSG). Recht und Medizin tragen je nach ihren fachlichen und funktionellen
Zuständigkeiten zur Festlegung ein und derselben Arbeitsunfähigkeit bei. Es soll keine
losgelöste juristische Parallelüberprüfung nach Massgabe des strukturierten
Beweisverfahrens stattfinden, sondern im Rahmen der Beweiswürdigung überprüft
werden, ob die funktionellen Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren
schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt wurden und somit den normativen
Vorgaben Rechnung tragen (BGE 141 V 307, E. 5.2.2 f.; BGE 144 V 54, E. 4.3).
2.4.
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3. Zu prüfen ist vorab die bestrittene Beweistauglichkeit des ABI-Gutachtens vom
25. Juni 2018.
Berücksichtigen die Experten die in BGE 141 V 281 normierten Beweisthemen
überzeugend, hat ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung auch aus Sicht des
Rechtsanwenders Bestand. Andernfalls liegt ein triftiger Grund vor, der rechtlich ein
Abweichen davon gebietet (BGE 145 V 368 f., E. 4.3).
Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V
360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
2.5.
Die Beschwerdeführerin beklagte anlässlich der Begutachtung tieflumbale
Rückenschmerzen. Diese hätten sich nach der letzten Rückenoperation etwas
gebessert, die Ausstrahlungen ins linke Bein seien schwächer geworden. Aufgrund der
Rückenschmerzen müsse sie sich immer wieder hinlegen und Hausarbeiten mit
Erholungspausen ausführen. Sie könne nicht lange sitzen, stehen oder gehen (vgl. IV-
act. 208-23, 28 ff., 35 f.). Weiter habe sie Schmerzen in der gesamten Muskulatur und
in allen Gelenken (IV-act. 208-44).
3.1.
Hinsichtlich der geltend gemachten Rückenschmerzen führte der orthopädische
Gutachter aus, die Beweglichkeit der Wirbelsäule sei trotz der durchgeführten
Spondylodesen nicht eingeschränkt und radiologisch liessen sich keine höhergradigen
degenerativen Veränderungen an der lumbalen Wirbelsäule nachweisen (IV-
act. 208-40). Er diagnostizierte ein chronisches lumbovertebrales und dorsales
Beckenschmerzsyndrom beidseits (IV-act. 208-39). Aufgrund dessen attestierte er
lediglich in körperlich leichten Tätigkeiten ohne wiederholtes Heben und Tragen von
Lasten über 10 kg einschliesslich des Haushalts eine zeitlich und leistungsmässig
uneingeschränkte Leistungsfähigkeit. Ergänzend hielt er fest, in Anbetracht der
aktuellen Befunde sollte es bei derartigen Tätigkeiten nicht zu einer wesentlichen
3.2.
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Schmerzprovokation kommen (IV-act. 208-42). Keine Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit nahm der Gutachter aufgrund des Status nach der Halswirbeloperation
vom 21. August 2014 an (IV-act. 208-40). Der neurologische Gutachter diagnostizierte
ein degeneratives LWS-Syndrom bei aktuell unauffälligen objektiven Befunden (vgl. IV-
act. 208-47). Auch er attestierte in nicht rückenbelastenden Tätigkeiten eine volle
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 208-48).
Die von der Beschwerdeführerin ins Feld geführten Ganzkörperschmerzen hatte
Dr. med. K._, Facharzt für physikalische Medizin und Rehabilitation, gemäss Bericht
vom 20. Februar 2015 bei der Beschwerdeführerin als Fibromyalgiesyndrom
diagnostiziert. Es fänden sich ausgedehnte Schmerzen und Arthralgien in den Händen,
am Becken und an den Füssen beidseits und ausgedehnte Druckdolenzen an 14 von
18 fibromyalgietypischen Tenderpoints. Synovitische Gelenke hätten sich aber nicht
objektivieren lassen und die serologische Verlaufskontrolle habe keine Hinweise auf
eine entzündliche Gelenksaffektion bzw. auf eine Kollagenose ergeben (IV-act. 162-58).
Der orthopädische Gutachter äusserte sich nicht zur Diagnose eines
Fibromyalgiesyndroms. Im Befund konnte er lediglich auffallende Druckdolenzen in
praktisch sämtlichen Wirbelsäulenabschnitten im ganzen dorsalen Beckenbereich und
an allen Extremitäten erheben (IV-act. 208-37, 40). Er hielt fest, die im lumbosakralen
bzw. dorsalen Beckenbereich beklagten Beschwerden liessen sich durch die
klinischen, radiologischen und infiltrativen Befunde nicht klar nachvollziehen (IV-
act. 208-40). Damit trug er dem Umstand Rechnung, dass die Schmerzen teilweise
nicht durch ein somatisches Korrelat objektivierbar waren. Sodann führte der
psychiatrische Gutachter aus, das Ausmass der geklagten Beschwerden und die
subjektive Krankheitsüberzeugung, nicht arbeiten zu können, könnten durch die
somatischen Befunde nicht hinreichend objektiviert werden, so dass eine psychische
Überlagerung angenommen werden müsse. Die Diagnose einer Schmerzstörung könne
nicht gestellt werden, es handle sich um eine Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10:
F10.54, richtig wohl F54; IV-act. 208-32). Der neurologische Gutachter bemerkte, der
aktuelle Ganzkörperschmerz spreche für eine somatoforme Schmerzstörung und es
verwundere, dass diese Diagnose nicht bereits früher diskutiert worden sei (IV-
act. 208-47). Er stellt aber neben den Diagnosen eines degenerativen LWS-Syndroms
und eines HWS-Syndroms bezüglich somatoformer Schmerzstörung lediglich eine
Verdachtsdiagnose (IV-act. 208-46 f.), womit er dem psychiatrischen Gutachter nicht
widerspricht. Vielmehr prüfte Letzterer - wie nachfolgend dargetan wird - die Diagnose
einer somatoformen Schmerzstörung und kam zum Schluss, dass diese nicht vorliege.
Gemäss den Gutachtern sind die Schmerzen zumindest teilweise nicht organisch
begründbar. Somit hat die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit daher nach dem
3.3.
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strukturierten Beweisverfahren (BGE 141 V 281) zu erfolgen. Ob zusätzlich die
Diagnosekriterien einer Fibromyalgie (noch) erfüllt sind, ist von untergeordneter
Relevanz, denn massgebend ist nicht die Diagnose, sondern die Gesamtheit der
objektivierten funktionellen Auswirkungen des Gesundheitsschadens (vgl. Urteile des
Bundesgerichts vom 8. August 2019, 9C_344/2019, E. 4.2, und vom 27. März 2015,
8C_673/2014, E. 5.1.1).
Der psychiatrische Gutachter mass der von ihm diagnostizierten Schmerzver
arbeitungsstörung keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bei (IV-act. 208-31).
Demnach und auch, weil keine andauernde somatoforme Schmerzstörung
diagnostiziert wurde, kann von der Diagnose nicht auf eine schwerwiegende
funktionelle Einschränkung geschlossen werden (vgl. dazu BGE 142 V 109 E. 4.2 f.;
ferner Urteile des Bundesgerichts vom 19. März 2018, 9C_795/2017, E. 3.1.2, und vom
17. September 2009, 8C_567/2009, E. 5). Als Komorbiditäten bestehen das vom
orthopädischen und vom neurologischen Gutachter diagnostizierte
Lumbovertebralsyndrom (IV-act. 208-39, 46). Dass eine sich möglicherweise auf die
Arbeitsfähigkeit auswirkende Depression oder eine andere die Arbeitsfähigkeit
tangierende psychiatrische Komorbidität vorliegt, wird vom psychiatrischen Gutachter
nachvollziehbar verneint, zumal die Beschwerdeführerin zur Schmerzmodulation und
Schlafverbesserung zwar eine antidepressive Medikation erhält, aber nie eine
psychiatrische Behandlung (oder Abklärung) durchgeführt wurde (vgl. IV-act. 208-32).
Insgesamt ist daher von einem eher leichten Schweregrad der Beeinträchtigungen
auszugehen. Der psychiatrische Gutachter führt weiter aus, von der Persönlichkeit her
sei die Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigt und hielt vorab fest, die Beschwerdeführerin
habe früher während Jahren gearbeitet und sich weitgehend allein um ihre beiden
Töchter gekümmert (IV-act. 208-32). Sie führe ihren Haushalt weitgehend selbständig,
pflege soziale Kontakte und unternehme regelmässig längere Spaziergänge. Sie mache
keinen schwer leidenden Eindruck und sei trotz der geklagten Schmerzen in der Lage,
ihren Alltag aktiv zu gestalten. Wesentliche psychosoziale Faktoren, welche die
vorhandenen Ressourcen einschränken würden, lägen nicht vor (IV-act. 208-32). In der
Konsensbeurteilung werden als Belastungsfaktoren die finanzielle Problematik mit
Abhängigkeit vom Sozialamt und die psychosoziale Situation als früher
alleinerziehende Mutter genannt (IV-act. 208-8). Der psychiatrische Gutachter hielt
weiter fest, die subjektive Krankheits- und Behinderungsüberzeugung lasse sich nicht
durch somatische Befunde oder eine psychiatrische Störung begründen und durch
eine psychiatrische Behandlung beeinflussen (vgl. IV-act. 208-32). Zur Konsistenz
führten der orthopädische und der psychiatrische Gutachter aus, es bestehe eine
Diskrepanz zwischen den geltend gemachten Einschränkungen und den
3.4.
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4. Zu prüfen bleibt, ob seit 1. April 2016 (frühest möglicher Rentenbeginn, vgl. E. 1.3
vorstehend) bis zu den Untersuchungen beim ABI am 18. April 2018 eine
Erwerbsunfähigkeit bzw. eine längerdauernde höhere Einschränkung für adaptierte
Tätigkeiten vorlag, die allenfalls einen befristeten Rentenanspruch begründen könnte.
Alltagsaktivitäten (vgl. IV-act. 208-32, 41); ähnlich weist der neurologische Gutachter
auf eine gewisse Selbstlimitierung bzw. auf eine leichte Symptomverdeutlichung hin,
wofür er das frühe Ausscheiden aus dem Erwerbsleben und das Verhalten beim so
genannten Lasègue-Test anführt (IV-act. 208-47 f.).
Die Gutachterstelle vermerkte, dass die IV-Stelle zum Kontext des Auftrags, zum
medizinischen Sachverhalt, zur Fragestellung und zur bisherigen Tätigkeit bzw. zum
bisherigen Aufgabenbereich keine (verwertbaren) Angaben gemacht habe (IV-
act. 208-5). Diese Feststellung ist auf den Gutachtensauftrag vom 12. Januar 2018 zu
beziehen (IV-act. 201) und insofern zu relativieren, als die verfahrensrechtliche Situation
(Wiederanmeldung, Referenzzeitpunkt etc.) bzw. die sich daraus ergebenden Fragen
durch die Beschwerdegegnerin durchaus festgehalten wurden (IV-act. 201-2; IV-
act. 202-2). Im Übrigen waren die Gutachter aber im Besitz des die medizinischen
Akten enthaltenden IV-Dossiers und in der Lage, den wesentlichen medizinischen
Sachverhalt und die wesentlichen Punkte und Fragen korrekt zusammenzufassen (vgl.
IV-act. 208-6). Die Gutachter berücksichtigten die im Rahmen des strukturierten
Beweisverfahrens massgeblichen Indikatoren genügend. Das Gutachten erscheint
nachvollziehbar und schlüssig, soweit es der Beschwerdeführerin ab der Begutachtung
(Untersuchungen April 2018) in adaptierten Tätigkeiten eine volle Arbeitsfähigkeit
attestiert. Die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Einwände vermögen daher
keine Zweifel an der Zuverlässigkeit des Gutachtens zu wecken. Dementsprechend
besteht für die als Hilfsarbeiterin tätig gewesene Beschwerdeführerin ab
Gutachtenszeitpunkt die Möglichkeit ihre Arbeitsfähigkeit wiederum als Hilfsarbeiterin
zu verwerten, wobei sich selbst bei einem Valideneinkommen in der Höhe von beinahe
Fr. 50'000.-, welches die Beschwerdeführerin geltend macht, sowie einem höheren
Tabellenlohnabzug beim Invalideneinkommen beim Einkommensvergleich kein eine
Rente begründender Invaliditätsgrad ergeben würde.
3.5.
Die Gutachter führten dazu aus, es könnten (retrospektiv) keine länger
andauernden, höhergradigen Arbeitsunfähigkeiten für adaptierte Tätigkeiten bestätigt
werden. Einzig nach den verschiedenen Operationen hätten Arbeitsunfähigkeiten von
mehreren Wochen bis wenigen Monaten bestanden (IV-act. 208-9). Der orthopädische
Teilgutachter hielt fest, der Einschätzung von Prof. C._, wonach die Versicherte bis
zum 27. Juni 2017 weiterhin zu 70 % arbeitsunfähig sei, könne aufgrund der fehlenden
4.1.
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klinischen oder radiologischen Befunde keinesfalls gefolgt werden. Prof. C._ gebe
immer wieder andere Beschwerdeursachen an. Letztlich bleibe unklar, worauf diese
hochgradig attestierte Arbeitsunfähigkeit basiere. Am ehesten entsprächen sie den
subjektiven Angaben der Versicherten (IV-act. 208-41). Für körperlich leichte
Verrichtungen bestünden aus rein orthopädischer Sicht keine höhergradigen
funktionellen Einschränkungen (IV-act. 208-42). RAD-Arzt Dr. J._ teilte diese
Auffassung (Stellungnahme vom 9. Juli 2018, IV-act. 209).
Prof. C._ attestierte der Beschwerdeführerin vor der (ersten) Operation am linken
Iliosakralgelenk am 21. Januar 2016 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (Arztbericht vom
27. November 2015, IV-act. 158-2 ff.). Nach dem Eingriff prognostizierte er im
Arztbericht vom 4. Februar 2016 eine 50%ige oder höhere Arbeitsfähigkeit (IV-
act. 167-2 f.). Noch am 2. April 2016 bestätigte er eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis
auf Weiteres und führte aus, die Schmerzausstrahlung in das linke Bein im Sinne eines
myofaszialen Schmerzsyndroms sei in der Intensität reduziert, aber nicht vollständig
verschwunden. Es bestünden nun auch Beschwerden seitens des rechten ISG (Bericht
vom 13. April 2016, IV-act. 170). Die Beschwerdeführerin selbst gab nach dem Eingriff
am linken ISG eine Verbesserung der Beschwerden um 50 % an (Bericht vom 13. April
2016, IV-act. 170). Die Schmerzen seitens des rechten ISG wurden durch eine positive
diagnostische Blockade objektiviert (vgl. Eintrag Krankengeschichte Prof. C._ vom
15. September 2016, IV-act. 186-2) und am 6. Oktober 2016 ebenfalls operativ
angegangen (Operationsbericht IV-act. 184-4; Austrittsbericht vom 13. Oktober 2016,
IV-act. 185). Am 16. Dezember 2016 notierte Prof. C._ vermehrte Schmerzen
bandförmig im LWS-Bereich im Sinne von myofaszialen Dysbalancen (IV-act. 186-1).
Hernach gab die Beschwerdeführerin auch auf der rechten Seite eine Verbesserung
von 30 % an (Eintrag Krankengeschichte Prof. C._ vom 4. November 2016, IV-
act. 186-1) und Prof. C._ attestierte der Beschwerdeführerin ab 19. Januar 2017 eine
70%ige Arbeitsunfähigkeit (Eintrag Krankengeschichte vom 19. Januar 2017, IV-
act. 186-1). Am 1. Juni 2017 berichtete er, auf der rechten Seite sei die
Beschwerdeführerin beschwerdefrei, links bestünden immer noch Schmerzen,
wenngleich weniger als präoperativ (IV-act. 190-2). Am 27. Juni 2017 notierte
Prof. C._, es bestünden (noch) keine Beschwerden seitens des Bruchs der Schraube
in L3 (IV-act. 196-2 f.). Die verbliebenen Beschwerden besserten sich offenbar
nochmals deutlich durch eine manuale Triggerpunkttherapie (Einträge
Krankengeschichte Prof. C._ vom 7. September 2017, 17. Oktober und
11. Dezember 2017, IV-act. 196-1 f.).
4.2.
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5.
Es ist davon auszugehen, dass jeweils kurze Zeit präoperativ und etwas längere
Zeit postoperativ eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten bestand.
Jedoch ist mit den Gutachtern sowie dem RAD davon auszugehen, dass die
Krankschreibungen aufgrund der Beschwerdeschilderungen der Beschwerdeführerin
vorgenommen wurden und nicht eine versicherungsmedizinisch relevante
Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten wiedergeben. Der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin konnte ab der letzten aktenmässig dokumentierten
Verlaufskontrolle bei Dr. Prof. C._ zudem als stabil angesehen werden, was auch
Voraussetzung für die Erteilung des Gutachtensauftrages war. Durch die abweichende
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der Gutachter, welchen gemäss vorstehenden
Ausführungen Beweiskraft zukommt, erscheinen die Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen
durch Prof. C._, insbesondere die letzte, fünf Monate vor der Begutachtung, als nicht
nachvollziehbar. Dazu ist insbesondere auch auf die bundesgerichtliche
Rechtsprechung zu verweisen, wonach Berichte behandelnder Ärzte gegenüber einer
MEDAS- oder RAD-Einschätzung mit Vorbehalt zu würdigen sind (Urteil des Bundes
gerichts vom 17. Februar 2016, 9C_668/2015, E. 3 mit Hinweisen). Zudem gewinnt der
Behandler, der seine Patientin vor allem sieht, wenn das Leiden gerade in einer akuten
Phase steht, einen leicht anderen Eindruck vom Schweregrad des
Gesundheitsschadens als der nicht auf die Behandlung gerichtete Gutachter (Urteil des
Bundesgerichts vom 22. Oktober 2013, E. 4.1.4, mit Hinweis). Weiter stimmt die von
Prof. C._ durchgehend attestierte hohe Arbeitsunfähigkeit nicht mit den Äusserungen
der Beschwerdeführerin selbst überein, wonach nach der ersten und zweiten Operation
sowie durch die nachfolgende Manualtherapie jeweils Verbesserungen eintraten. Somit
ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin
zwischen dem 1. April 2016 bis zur Begutachtung im April 2018 lediglich um den
21. Januar 2016 und den 6. Oktober 2016 insgesamt während einigen Wochen bis
mehreren Monaten vollumfänglich arbeitsunfähig war und dazwischen gemäss den
Gutachtern für adaptierte Tätigkeiten nicht höhergradig arbeitsunfähig war. Da
zwischen den beiden Operationen immerhin rund achteinhalb Monate vergingen, kann
keine rentenbegründende Erwerbsunfähigkeit und somit auch kein befristeter
Rentenanspruch erkannt werden.
4.3.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.5.1.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
5.2.
bis
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