Decision ID: 8d93243f-07a7-4943-87eb-1c947214204e
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Irja Zuber Hofer, procap, Froburgstrasse 4,
Postfach, 4601 Olten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 20. Juli 1998 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St.Gallen an (IV-act. 1).
A.b Am 10. September 1998 erstattete der Hausarzt Dr. med. B._ einen Arztbericht
zuhanden der IV-Stelle, in welchem er einen Zustand nach diversen Bagatellunfällen
mit Traumatisierung verschiedener Gelenke beschrieb und angesichts der un
gewöhnlichen Verhältnisse eine Abklärung vor Ort empfahl. Seines Erachtens leiste die
Versicherte als selbständige Wirtin trotz persistierender Beschwerden, insbesondere im
Bereich des Handgelenks, überdurchschnittlichen Einsatz (IV-act. 4).
A.c Am 3. Dezember 1998 gingen der IV-Stelle die Lohnhefte der Jahre 1994–1997 zu
(IV-act. 8). Am 9. Dezember 1998 teilte der Treuhänder der Versicherten mit, dass an
hand der ihm zur Verfügung stehenden Unterlagen keine Buchhaltungen hätten erstellt
werden können, weshalb er der IV-Stelle eine Einkommenszusammenstellung für
die Jahre 1995–1997 zukommen lasse. Dieser Zusammenstellung lässt sich ent
nehmen, dass bei einem Ertrag von Fr. 648’373.-- (1995), Fr. 680’957.-- (1996) bzw.
Fr. 699’038.-- (1997) ein Betriebsgewinn von Fr. 34’411.-- (1995), Fr. 39’544.-- (1996)
bzw. Fr. 43’422.-- (1997) erzielt wurde, dies unter Berücksichtigung eines pauschalen
Warenaufwands von 38 % des Ertrags, eines pauschalen Personalaufwands von 35 %
des Ertrags und eines pauschalen allgemeinen Betriebsaufwands von 10 % des
Ertrags (IV-act. 9). Im Auszug aus dem Individuellen Konto vom 30. Juli 1998 waren für
die Jahre 1994 und 1995 je Fr. 60’900.-- und für die Jahre 1996 und 1997 je
Fr. 67’000.-- als Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit ausgewiesen worden
(IV-act. 2). Das Steueramt der Gemeinde C._ hatte am 5. August 1998 ein
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Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit von Fr. 60’000.-- (1993), Fr. 69’000.--
(1994), Fr. 38’000.-- (1995) bzw. Fr. 44’000.-- (1996) bescheinigt (IV-act. 3).
A.d Am 29. März 1999 fand eine Abklärung betreffend selbständige Erwerbstätigkeit
statt. Im entsprechenden Bericht wurde unter anderem festgehalten, die Beschwerden
hätten mit einem Unfall am 1. September 1994 begonnen, als die Versicherte im
Betrieb auf der Treppe gestürzt sei und sich eine Verletzung am rechten Handgelenk
zugezogen habe. Die zuständige Unfallversicherung richte seither Taggelder
ausgehend von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit aus; die Versicherte sei indessen der
Ansicht, ihre effektive Arbeitsleistung im Betrieb liege nur bei etwa 30 %. Aufgrund
ihrer Einschränkungen beschäftige sie zusätzlich eine Serviertochter zu 100 %, eine
Küchenangestellte – die zuvor nur in einem Pensum von 33 % beschäftigt worden sei –
zu 100 % sowie die Tochter für die Büroarbeit. Anhand eines Betätigungsvergleichs
wurde eine Arbeitsfähigkeit von 33,33 % festgestellt. Der Invaliditätsgrad sei indessen
anhand eines Einkommensvergleichs zu ermitteln, wofür allerdings zuerst weitere
Unterlagen einzuholen seien (IV-act. 13).
A.e Auf Aufforderung der IV-Stelle hin teilte der Treuhänder der Versicherten am
29. Juli 1999 mit, dass für das Jahr 1992 ein Betriebsgewinn von Fr. 55’378.--, für das
Jahr 1993 ein solcher von Fr. 60’000.-- und für das Jahr 1994 ein solcher von
Fr. 69’000.-- definitiv veranlagt worden seien; aufgrund der „eingereichten
Betriebsgewinne“ für die Jahre 1995 und 1996 von Fr. 34’411.-- und Fr. 39’544.--
resultiere eine Reduktion des buchhalterischen Betriebserfolges pro Jahr von etwa
Fr. 30’000.--, weil die Personalkosten entsprechend höher seien (IV-act. 16).
A.f Mit Vorbescheid vom 26. Oktober 1999 teilte die IV-Stelle mit, dass angesichts
eines Valideneinkommens von Fr. 60’000.--, einer Erwerbseinbusse von Fr. 30’000.--
für behinderungsbedingte höhere Personalkosten und eines entsprechenden
Invaliditätsgrades von 50 % die Ausrichtung einer halben Rente mit Wirkung ab 1. Juli
1997 vorgesehen sei (IV-act. 19). Am 16. März 2000 verfügte die IV-Stelle
entsprechend (IV-act. 34).
B.
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B.a Am 11. April 2005 ging der IV-Stelle der von der Versicherten ausgefüllte „Frage
bogen für Revision der Invalidenrente“ zu, in welchem die Versicherte ausgeführt hatte,
ihr Gesundheitszustand habe sich seit Februar 2004 verschlimmert; sie könne die
rechte Hand kaum mehr benutzen (IV-act. 47). Dem Fragebogen lag unter anderem
eine Einkommenszusammenstellung für das Jahr 2003 bei, in welcher ein Ertrag von
Fr. 975’062.10 und – unter Berücksichtigung eines pauschalen Warenaufwands und
Personalaufwands von je 38 % des Ertrags – ein Betriebsgewinn von Fr. 72’365.75
ausgewiesen worden war (IV-act. 48–4).
B.b Gemäss Auszug aus dem Individuellen Konto vom 15. April 2005 hatte die
Versicherte im Jahr 2000 ein Einkommen von Fr. 62’800.--, im Jahr 2001 ein solches
von Fr. 59’700.-- und im Jahr 2002 ein solches von Fr. 75’800.-- aus selbständiger
Erwerbstätigkeit erzielt (IV-act. 50). Die Steuerveranlagung für die Jahre 2001–2003
erfolgte jeweils ermessensweise, und zwar unter Annahme eines Erwerbseinkommens
von Fr. 60’000.-- für das Jahr 2001, eines solchen von Fr. 70’000.-- für das Jahr 2002
und eines solchen von Fr. 80’000.-- für das Jahr 2003 (IV-act. 51).
B.c Am 5. August 2005 erstattete Dr. med. D._, Fachärztin FMH für Innere Medizin
und Rheumatologie, einen Verlaufsbericht, in welchem sie starke Schmerzen in beiden
Handgelenken, rechts mehr als links, mit deutlicher Zunahme seit März 2004 schilderte
(IV-act. 54–1 ff.). Dem Bericht lag unter anderem ein Bericht der Klinik für Hand-,
Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des Kantonsspitals St. Gallen vom
10. Juni 2005 bei, in welchem ein scapho-lunate advanced collapse wrist nach in
Fehlstellung verheilter Scaphoid-Querfraktur mit scapholunärer Dissoziation rechts
nach Trauma im September 1994 und ein scapho-lunate advanced collapse wrist nach
in Fehlstellung verheilter Scaphoidfraktur nach Trauma circa im Jahr 2000
diagnostiziert worden waren (IV-act. 54–4 f.). Auf Anfrage der IV-Stelle hin führte
Dr. D._ am 12. September 2005 ergänzend aus, die Versicherte sei im bisherigen
Tätigkeitsbereich (Einsatz Küche und Service) aufgrund ihres Leidens im Bereich beider
Hände nicht mehr arbeitsfähig; in einer leidensadaptierten Tätigkeit wäre die
Versicherte zu 25 % arbeitsfähig (IV-act. 57).
B.d Am 11. April 2006 liess die Versicherte um Anpassung der Rente ersuchen; der
Gesundheitszustand habe sich erheblich verschlechtert. Da zur Zeit ein Unfallver
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sicherungsverfahren hängig sei, sei das Verfahren einstweilen zu sistieren (IV-act. 59).
Am 12. April 2006 teilte die IV-Stelle mit, dass das im Februar 2005 eingeleitete An
passungsverfahren wunschgemäss einstweilen sistiert werde (IV-act. 60).
B.e Am 10. Juli 2007 ging der IV-Stelle eine Kopie eines fachärztlichen Gutachtens
von Dr. med. E._, Facharzt FMH für Chirurgie, vom 12. April 2006 zu, in welchem
Bezug auf ein Gutachten der Medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS) Ostschweiz vom
9. Februar 2005 (das offenbar zuhanden der Unfallversicherung erstattet worden war)
genommen und ausgeführt wurde, die Versicherte leide unter einem scapho-lunate
advanced collapse wrist Stadium II links und einem solchen Stadium III rechts, wobei
die Beschwerden im linken Handgelenk auf einen am 9. Januar 2001 erlittenen Unfall
zurückzuführen seien; unter Berücksichtigung der bis anhin nur für die rechte,
dominante Hand ausgerichteten 50%igen Rente betrage – nachdem für die linke Hand
die gleiche Diagnose gestellt werden könne – die Arbeitsunfähigkeit etwa 70–75 %,
dies wahrscheinlich seit Januar 2003 (IV-act. 66).
B.f Mit Entscheid UV 2006/16 vom 19. Februar 2008 wies das Versicherungsgericht
des Kantons St.Gallen das Unfallversicherungsverfahren an die Unfallversicherung
zurück, damit diese weitere Abklärungen in Bezug auf die als unfallkausal anerkannten
Beschwerden im linken Handgelenk tätige (IV-act. 68).
B.g Auf Aufforderung der IV-Stelle hin liess die Versicherte dieser die Einkommens
zusammenstellungen für die Jahre 2002–2007 zugehen. Gemäss denselben hatte die
Versicherte im Jahr 2004 bei einem Ertrag von Fr. 1’139’268.91 einen Betriebsgewinn
von Fr. 58’450.86, im Jahr 2005 bei einem Ertrag von Fr. 831’977.80 einen
Betriebsgewinn von Fr. 34’841.70, im Jahr 2006 bei einem Ertrag von Fr. 846’691.40
einen Betriebsgewinn von Fr. 37’257.35 und im Jahr 2007 bei einem Ertrag von
Fr. 850’924.18 einen Betriebsgewinn von Fr. 37’081.33 erzielt, wobei jeweils ein
pauschaler Warenaufwand von 38 % des Ertrags, ein pauschaler Personalaufwand von
ebenfalls 38 % des Ertrags und ein pauschaler allgemeiner Betriebsaufwand von 11 %
des Ertrags berücksichtigt worden waren (IV-act. 77). Im Auszug aus dem Individuellen
Konto vom 5. November 2008 waren für die Jahre 2003–2006 Einkommen aus
selbständiger Erwerbstätigkeit in der Höhe von Fr. 85’400.-- (2003), Fr. 65’400.--
(2004), Fr. 42’700.-- (2005) und Fr. 43’200.-- (2006) ausgewiesen worden (IV-act. 75).
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B.h Mit Verlaufsbericht vom 29. Dezember 2008 teilte Dr. D._ mit, dass sich der
Gesundheitszustand nicht verändert habe. Die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten
Tätigkeit liege bei zwei Stunden pro Tag; die aktuell ausgeübte Tätigkeit sei als
adaptierte Tätigkeit zu qualifizieren (IV-act. 80).
B.i Am 7. April 2009 teilte das Steueramt der Gemeinde C._ mit, dass für die Jahre
2004–2007 direkte Steuern auf einem Einkommen von Fr. 58’451.-- (2004),
Fr. 34’842.-- (2005), Fr. 37’257.-- (2006) bzw. Fr. 37’081.-- (2007) veranlagt worden
seien (IV-act. 83).
B.j Am 31. März 2009 hatte eine weitere Abklärung betreffend selbständige
Erwerbstätigkeit stattgefunden. Im entsprechenden Bericht wurde unter anderem
festgehalten, der während der Wintersaison geführte Betrieb sei im September 2005
abgebrannt; es sei der Aufbau eines neuen Restaurants geplant, doch müsse mit dem
Projekt aufgrund diverser Umstände noch zugewartet werden. Der
Betätigungsvergleich ergab eine Arbeitsfähigkeit von 34,65 %, wobei die Versicherte
geltend machte, bezüglich Wareneinkauf, Organisation, Personalführung und
Gästebetreuung sei sie stärker eingeschränkt als im Betätigungsvergleich
angenommen worden sei. Der Abklärungsbeauftragte führte im Bericht aus, die
Personalkosten hielten sich seit 1999 in der gewohnten Bandbreite, und zwar deutlich
unterhalb der steuerlich akzeptierten 38 % des Ertrags. Nachdem die Versicherte im
Jahr 2003 ein Betriebseinkommen von rund Fr. 72’000.-- und im Jahr 2004 ein solches
von rund Fr. 58’000.-- deklariert habe, hätte sie an sich keinen Anspruch mehr auf eine
Rente gehabt. Gemessen am Valideneinkommen von Fr. 60’000.-- für das Jahr 1998
habe die Versicherte praktisch jedes Jahr mehr als die Hälfte verdient, ohne dass ein
Abfall ab dem zweiten Unfall im Jahr 2001 zu verzeichnen gewesen sei. Offensichtlich
könne die Versicherte ihre unbestrittenen körperlichen Handicaps mit
unternehmerischen Organisations- und Führungsqualitäten kompensieren. Gesamthaft
sei weiterhin eine halbe Rente auszurichten (IV-act. 88). Ergänzend wurden die
Jahresabrechnungen der Lohnbeiträge für die Jahre 1999–2008 zu den Akten
genommen (IV-act. 87).
B.k Am 16. Juli 2009 teilte die IV-Stelle mit, dass weiterhin eine halbe Rente aus
gerichtet werde (IV-act. 89). Auf entsprechende Stellungnahme der Versicherten hin (IV-
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act. 91) erliess die IV-Stelle am 7. September 2009 einen Vorbescheid (IV-act. 95).
Gegen denselben liess die Versicherte am 7. Oktober 2009 Einwand erheben. Im Ent
scheid UV 2006/16 des Versicherungsgerichts des Kantons St.Gallen vom 19. Februar
2008 sei eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes anerkannt worden; der
Betätigungsvergleich habe eine Arbeitsfähigkeit von lediglich noch 34,65 % ergeben.
Aus diesen Gründen sei die Rente heraufzusetzen (IV-act. 99). Der Einwand wurde am
5. November 2009 ergänzt (IV-act. 101).
B.l Am 30. November 2009 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid vom
7. September 2009, wobei hinsichtlich der Einwände sinngemäss auf den
Abklärungsbericht verwiesen wurde (IV-act. 102).
B.m Dagegen richtet sich die am 18. Januar 2010 erhobene Beschwerde, mit der die
Zusprache mindestens einer Dreiviertelsrente und eventualiter die Rückweisung zu
weiteren Abklärungen beantragt werden und zur Begründung im Wesentlichen
ausgeführt wird, das Betriebsergebnis sei keine zuverlässige Grösse für die
Bemessung des Invaliditätsgrades; nur der Betätigungsvergleich erlaube es, den
Invaliditätsgrad zuverlässig zu bemessen, weshalb von einer etwa 65–75%igen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei (act. G 1).
B.n Die Beschwerdegegnerin schliesst auf Abweisung der Beschwerde. In ihrer
Beschwerdeantwort vom 15. März 2010 führte sie zur Begründung im Wesentlichen
aus, wenn ermessensweise von einem maximalen Valideneinkommen von Fr. 60’000.--
ausgegangen werde – der Brand des zweiten Betriebs hätte sich auch auf die
Validenkarriere ausgewirkt –, läge der Invaliditätsgrad angesichts der
unbestrittenermassen erzielten Betriebseinkommen in den Jahren 2003–2007 bei
deutlich weniger als 50 %. Da die Beschwerdeführerin angesichts ihrer Stellung als
Geschäftsführerin und angesichts der Grösse des von ihr geführten Betriebs nicht auf
die Verrichtung manueller Tätigkeiten angewiesen sei, wirke sich die
Gesundheitsbeeinträchtigung der beiden Hände nicht wesentlich auf ihre
Arbeitsfähigkeit aus. Die Invalidenrente sei sodann eine Erwerbsausfallsrente und keine
Gesundheitsbeeinträchtigungsrente. Da der Unfall im Jahr 2001 keine erwerblichen
Auswirkungen gezeitigt habe, komme eine Rentenanpassung nicht in Betracht
(act. G 5).
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B.o Mit Replik vom 22. April 2010 liess die Beschwerdeführerin an den mit
Beschwerde vom 18. Januar 2010 gestellten Anträgen festhalten und zur Begründung
im Wesentlichen ergänzend ausführen, dass der zweite Betrieb zwischenzeitlich wieder
eröffnet worden sei, dass es nicht angehe, Mutmassungen bezüglich Validenkarriere
anzustellen, und dass es der Beschwerdeführerin faktisch nicht möglich sei, ihre
Tätigkeiten so zu verlagern, dass sich die Gesundheitsbeeinträchtigung der beiden
Hände nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würde (act. G 7).
B.p Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 9).

Erwägungen:
1.
Vorliegend ist zu beurteilen, ob sich der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin nach
Zusprache einer halben Invalidenrente per 1. Juli 1997 mit Verfügung vom 16. März
2000 (IV-act. 34) im Sinne von Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) so erheblich
verändert hat, dass eine Anpassung der rechtskräftig verfügten Rente vorzunehmen ist.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Invaliditätsgrad, der in aller Regel durch einen
Einkommensvergleich zu ermitteln ist (vgl. Art. 16 ATSG), Ausdruck eines Verlustes
erwerblicher Leistungsfähigkeit ist und nicht Ausdruck eines (medizinisch zu ermitteln
den) Verlustes der Arbeitsfähigkeit. Kann beispielsweise eine versicherte Person
aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung die zuvor ausgeübte körperlich
schwere Tätigkeit nicht mehr ausüben (ist sie also in dieser angestammten Tätigkeit zu
100 % arbeitsunfähig), ist es ihr aber möglich, eine körperlich leichtere Tätigkeit
auszuüben und dabei ein Einkommen in der Höhe des zuvor erzielten Einkommens zu
erzielen, ist sie zwar arbeitsunfähig, aber nicht invalid: Ihre erwerbliche
Leistungsfähigkeit hat sich trotz Gesundheitsbeeinträchtigung nicht verringert.
Bezogen auf die Beschwerdeführerin, die offenbar seit mehr als 20 Jahren erfolgreich
selbständig einen Gastronomiebetrieb führt (vgl. IV-act. 13–2), stellt sich somit die
Frage, ob die nach der Rentenzusprache im Jahr 2000 (vgl. IV-act. 34) eingetretenen
Verschlechterungen ihres Gesundheitszustandes massgebende Auswirkungen auf ihre
erwerbliche Leistungsfähigkeit zeitigten, sie also ohne diese Verschlechterungen im
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Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung (November 2009) ein höheres
Erwerbseinkommen hätte erzielen können.
2.
2.1 Aufgrund des aktenmässig ausgewiesenen Karriereverlaufs der
Beschwerdeführerin ist davon auszugehen, dass sie auch ohne Verschlechterung des
Gesundheitszustandes ihren Betrieb weitergeführt hätte. Dies wird von beiden Parteien
zu Recht nicht bestritten. Gründe für die Annahme, die Beschwerdeführerin hätte ohne
Gesundheitsverschlechterung mehr Umsatz erzielt, werden nicht geltend gemacht und
sind auch nicht ersichtlich. Es ist vielmehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass sich die Umsätze auch ohne Gesundheitsverschlechterung so
entwickelt hätten, wie sie sich tatsächlich entwickelt haben. Auch dies wird von beiden
Parteien zu Recht nicht in Abrede gestellt. Eine allfällige gesundheitsbedingte
Erwerbseinbusse wäre daher einzig in der Anstellung zusätzlichen Personals zur
Verrichtung der Arbeiten, die von der Beschwerdeführerin nicht mehr ausgeführt
werden können, zu erblicken.
2.2 Ausgehend von dieser Überlegung wurde denn auch im Rahmen der erstmaligen
Rentenzusprache der Invaliditätsgrad ermittelt: Anlässlich der Abklärung an Ort und
Stelle wurde festgestellt, dass die Beschwerdeführerin zusätzliches Personal hatte
anstellen müssen (vgl. IV-act. 13–4), wodurch gemäss Schreiben des Treuhänders der
Beschwerdeführerin vom 29. Juli 1999 Mehrkosten von rund Fr. 30’000.-- pro Jahr
entstanden seien, welche zur Halbierung des Betriebsgewinns führten (vgl. IV-act. 16).
Zwar bestehen gewisse Zweifel an der Zuverlässigkeit der so ermittelten Vergleichsein
kommen, standen der Beschwerdegegnerin doch nicht genügend aussagekräftige
Werte zur Entwicklung der effektiven Lohnkosten im Zusammenhang mit dem Unfall im
Jahr 1994 zur Verfügung (es liegen einzig Angaben zu den Lohnkosten ab dem Jahr
1994 bei den Akten; vgl. IV-act. 8 und 13–5); im Übrigen lässt sich dem Lohnheft 1994
kein erheblicher Anstieg der Lohnkosten ab September 1994 entnehmen (vgl. IV-act. 8–
61 ff.). Ebenso fehlten Vergleichswerte zur Entwicklung des Umsatzes; waren doch nur
die Umsätze der Jahre 1995–1997 bekannt gegeben worden, nicht aber jene vor 1995
(vgl. IV-act. 9). Schliesslich fällt auf, dass die Beschwerdegegnerin im Jahr 1994 einen
um immerhin 15 % höheren Gewinn erzielte als im Jahr 1993 (vgl. IV-act. 16).
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Allerdings lässt sich den Lohnheften entnehmen, dass im Jahr 1995 die Lohnkosten
rund Fr. 24’000.-- höher waren als im Jahr 1994 (vgl. IV-act. 8), was die der
rentenzusprechenden Verfügung zugrunde liegende Annahme, das Einkommen habe
sich aufgrund von Personalmehrkosten halbiert, stützt. Es mag offen bleiben, ob der
Gewinnrückgang allein auf die gesundheitsbedingten Einschränkungen der
Beschwerdeführerin zurückzuführen war. Gesamthaft war es im Verfügungszeitpunkt
nämlich durchaus vertretbar, die Vergleichseinkommen so festzulegen, wie dies die
Beschwerdegegnerin getan hat. Eine zweifellose Unrichtigkeit der
rentenzusprechenden Verfügung auf der Basis eines Invaliditätsgrades von 50 % ist
jedenfalls zu verneinen.
2.3 Die effektiven Lohnkosten der Jahre 1999–2008 entwickelten sich gesamthaft im
Rahmen der Nominallohnentwicklung: Die im Jahr 2008 angefallenen Lohnkosten von
Fr. 254’863.-- sind etwa 13 % höher als die im Jahr 1999 angefallenen Lohnkosten von
Fr. 225’449.--; die Nominallöhne haben sich in diesem Zeitraum um 14 % erhöht
(Indexstand 1999: 1938; 2008: 2219; vgl. Bundesamt für Statistik, Lohnentwicklung
2010, T 39). Obwohl die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte massgebende
Verschlechterung des Gesundheitszustandes im Jahr 2001 eingetreten ist, kam es
lediglich in den Jahren 2003 und 2004 zu einem erheblichen – indessen
vorübergehenden – Anstieg der Lohnkosten (vgl. IV-act. 88–5). Die Beschwerdeführerin
machte zwar geltend, sie hätte aufgrund der Unfallereignisse im Jahr 2001 zwei
Arbeitnehmer zusätzlich anstellen müssen (in einem Pensum von 40–60 %), und es
würden nun zwei Familienmitglieder (Schwager und Schwiegersohn) zusätzlich im
Betrieb mitarbeiten (vgl. IV-act. 88–13), doch findet diese Angabe kein Korrelat in der
eben dargelegten Entwicklung der effektiven Lohnkosten. Ebenso lässt sich kein
entsprechender Gewinneinbruch feststellen: Abgesehen von deutlich höheren
Umsätzen und Gewinnen in den Jahren 2003 und 2004 bewegten sich die Umsätze in
den Jahren 2002–2007 jeweils bei rund Fr. 830’000.-- bis Fr. 850’000.-- und die
Gewinne jeweils bei rund Fr. 35’000.-- bis Fr. 37’000.-- (im Jahr 2002 allerdings
lediglich Fr. 23’784.81). Selbst wenn man aufgrund des relativ tiefen Gewinns im Jahr
2002 davon ausgehen würde, es seien in diesem Jahr entsprechende
gesundheitsbedingt höhere Personalkosten angefallen, liesse sich daraus keine länger
dauernde zusätzliche Erwerbseinbusse ableiten, denn im Jahr 2003 erzielte die
Beschwerdeführerin den höchsten der in den Akten ausgewiesenen Betriebsgewinne
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(das Dreifache des Betriebsgewinns im Jahr 2002). Im Jahr 2004 konnte die
Beschwerdeführerin dann zwar nicht mehr einen ganz so hohen Gewinn erzielen, doch
liegt auch dieser deutlich über dem Durchschnitt der in den Jahren davor und danach
erzielten Gewinne. Zu einem eigentlichen, längerfristigen Gewinneinbruch kam es erst
im Jahr 2005, wohl aufgrund des Brandes im Zweitbetrieb (vgl. zum Ganzen IV-act. 77
und zum Brand IV-act. 88). Gesamthaft ist eine zusätzliche erhebliche Erwerbseinbusse
nach Erlass der rentenzusprechenden Verfügung bzw. als Folge der Unfallereignisse im
Jahr 2001 in den Akten jedenfalls nicht ausgewiesen. Vor diesem Hintergrund
rechtfertigt sich eine Rentenanpassung nicht.
3.
Was sodann die Betätigungsvergleiche betrifft, so kann die Beschwerdeführerin daraus
nichts zu ihren Gunsten ableiten. Die so genannte ausserordentliche
Bemessungsmethode gelangt praxisgemäss nur dann zur Anwendung, wenn die
zuverlässige Ermittlung des Invaliditätsgrades anhand eines Einkommensvergleichs
nicht möglich ist. Sodann ist diese Bemessungsmethode nicht mit der spezifischen
Methode des Betätigungsvergleichs zu verwechseln, denn im Gegensatz zu letzterer
wird der Invaliditätsgrad nicht direkt anhand der Resultate des Betätigungsvergleichs
ermittelt, sondern erst nach erwerblicher Gewichtung derselben (vgl. zum Ganzen: BGE
128 V 29). Da vorliegend die Umsatz- und Gewinnzahlen eine ausreichend zuverlässige
Beurteilung der Frage nach der Veränderung des Invaliditätsgrades erlauben, fällt eine
Anwendung der ausserordentlichen Bemessungsmethode bereits grundsätzlich ausser
Betracht. Sodann wäre – wenn der Invaliditätsgrad anhand der ausserordentlichen
Methode ermittelt würde –, wie erwähnt, eine erwerbliche Gewichtung der Ergebnisse
des entsprechenden Betätigungsvergleichs vorzunehmen, was die Beschwerdeführerin
in ihrer Argumentation offensichtlich nicht bedacht hat. Es ist davon auszugehen, dass
die bereits erfolgte und im Rahmen der allgemeinen Schadenminderungspflicht
ohnehin zu verlangende Verlagerung der Tätigkeitsbereiche es der geschäftstüchtigen
Beschwerdeführerin erlaubte, die infolge der Unfallereignisse im Jahr 2001 hinzuge
kommenen Beeinträchtigungen in erwerblicher Hinsicht zu kompensieren, sodass
mithin auch anhand eines erwerblich gewichteten Betätigungsvergleichs keine
erhebliche Verschlechterung ausgewiesen würde. Wie es sich diesbezüglich genau
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verhält, kann indessen offenbleiben, da der Invaliditätsgrad, wie erwähnt, anhand eines
Einkommensvergleichs bemessen werden kann.
4.
Die Beschwerdegegnerin hat daher zu Recht keine Anpassung der Rente
vorgenommen, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. Bei diesem
Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin die gemäss Art. 69 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) zu erhebenden und
praxisgemäss auf Fr. 600.-- festzulegenden Gerichtskosten zu bezahlen, wobei der von
ihr geleistete Kostenvorschuss in selbiger Höhe angerechnet wird.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP