Decision ID: 529b8070-1b0f-45bc-a331-231d94680175
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Duri Poltera, Hadwigstrasse 6a, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich gemäss Anmeldebestätigung im Mai 2009 zum Bezug von IV-
Leistungen an, da er seit sieben Jahren psychisch krank sei (act. G 4.1 und G 4.2). Der
behandelnde Arzt der Clienia Littenheid AG, Privatklinik für Psychiatrie und
Psychotherapie, wo der Versicherte zur stationären Behandlung vom 25. November bis
5. Dezember 2008 (vgl. hierzu Austrittsbericht vom 16. Dezember 2008, act.
G 4.22-8 ff.) und vom 1. Juni bis 10. Juli 2009 (vgl. hierzu Austrittsbericht vom 9. Juli
2009, act. G 4.22-14 f.) weilte, berichtete am 23. Juni 2009, der Versicherte leide mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an einer rezidivierenden depressiven Störung,
gegenwärtig mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F33.1), und an einer
Benzodiazepinabhängigkeit (ICD-10: F13.2). Des Weiteren bestehe ein Verdacht auf
eine Angststörung. Diese Leiden bestünden seit mindestens 5 Jahren (act. G 4.18).
Vom 18. bis 20. April 2009 wurde der Versicherte auf der Krisenstation des
Psychiatrischen Zentrums St. Gallen behandelt, welches als Diagnose eine
Benzodiazepinabhängigkeit angab (act. G 4.22.12 f.).
A.b Die behandelnde Dr. med. B._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
diagnostizierte eine Benzodiazepinabhängigkeit (ICD-10: F13.24), ein
Alkoholabhängigkeitssyndrom (ICD-10: F10.26), einen Verdacht auf eine bipolare
affektive Störung, gegenwärtig mittelgradig depressive Episode (ICD-10: F31.31) sowie
eine Persönlichkeits- und Verhaltensstörung nach Sedativa und Alkohol (ICD-10:
F13.71). Für die angestammte Tätigkeit als Chauffeur bescheinigte sie dem
Versicherten ab 1. Mai 2009 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Andere Tätigkeiten seien
dem Versicherten zurzeit nicht zumutbar (Bericht vom 20. August 2009, act. G 4.22).
Dr. med. C._, Allgemeinmedizin und Chirurgie, stellte im Bericht vom 11. September
2009 folgende Diagnosen: eine akute Psychose, einen Hirnparenchymdefekt links mit
anschliessender Visusminderung, ein linksbetontes beidseitiges Impingement-Syndrom
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beider Schultern, ein rezidivierendes lumbosacrales Schmerzsyndrom und eine
Depression. Der Versicherte sei für jegliche Tätigkeiten zu 100% arbeitsunfähig (act.
G 4.26).
A.c Der seit 1. September 2009 ambulant behandelnde Dr. med. D._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, diagnostizierte eine rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit somatischen Symptomen (ICD-10:
F33.11, F33.2) sowie eine generalisierte Angststörung (ICD-10: F41.1). Ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine intermittierende Akzentuierung der
emotional instabilen Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1) sowie ein Benzoabusus
(ICD-10: F13.25). Der Versicherte sei zu 100% arbeitsunfähig (Bericht vom
18. September 2009, act. G 4.27).
A.d Am 10. März 2010 wurde der Versicherte orthopädisch-psychiatrisch im
Medizinischen Gutachtenzentrum St. Gallen (MGSG) untersucht. Im Gesamtgutachten
vom 1. April 2010 stellten die Experten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit: eine Osteochondrose und Unkarthrose C3-7 und foraminale
Diskushernie C4/5 rechts mit mässiger Spondylarthrose und leichter
Nervenwurzelkompression C5 rechts sowie Diskushernie C5/6 beidseits foraminal mit
mässiger Spondylarthrose und leichter Kompression der Nervenwurzel C6 beidseits;
eine Diskushernie L5/S1 mit Kompression der Nervenwurzel S1 links bei conjoint root
L5/S1 links; eine Adipositas; eine rezidivierende depressive Störung mit leichten bis
mittelgradigen depressiven Episoden, bestehend seit etwa 2006 (ICD-10: F33.0,
F33.10) sowie psychische und Verhaltensstörungen durch Sedativa oder Hypnotika mit
Abhängigkeitssyndrom, bestehend seit etwa 2004 (ICD-10: F10.2). Ohne Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit sei u.a. ein Zustand nach rezidivierendem Alkoholabusus
(ICD-10: F10.00). Für die angestammte Tätigkeit bescheinigten die Gutachter eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit. Für eine leidensangepasste Tätigkeit habe von Mai 2008
bis November 2009 eine 60%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden und ab Dezember 2009
verfüge der Versicherte aufgrund der verbesserten psychischen Situation über eine
70%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 4.44). Der RAD-Arzt hielt das MGSG-Gutachten in der
Stellungnahme vom 16. Juli 2010 für beweiskräftig (act. G 4.49).
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A.e Gestützt auf die gutachterlich bescheinigte 70%ige Arbeitsfähigkeit für
leidensangepasste Tätigkeiten und unter Gewährung eines 10%igen
Tabellenlohnabzugs ermittelte die IV-Stelle im Feststellungsblatt vom 5. August 2010
einen Invaliditätsgrad von 47% (act. G 4.53). In der Stellungnahme zum
Feststellungsblatt vom 12. August 2010 empfahl der zuständige Mitarbeiter der IV-
Stelle ein Triagegespräch mit dem RAD, da eine leichte depressive Episode in der
Regel zu keiner "rententangierenden" Invalidität führe und die bescheinigte 30%ige
Arbeitsfähigkeit daher näherer Abklärung bedürfe (act. G 4.56). Anlässlich der
Besprechung mit dem RAD kamen die Beteiligten zum Schluss, dass von einer
100%gen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen sei (ELAR-
Notiz vom 17. August 2010, act. G 4.57).
A.f Am 17. August 2010 reichte Dr. B._ das Formular E 213, "Ausführlicher
ärztlicher Bericht", der IV-Stelle ein. Sie diagnostizierte eine rezidivierende depressive
Störung, mittelgradige Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.11), eine
Borderline Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.31), ein Alkoholabhängigkeitssyndrom
mit einem episodischen Substanzgebrauch (ICD-10: F26), ein Benzodiazepin-
Abhängigkeitssyndrom mit einem ständigen Substanzgebrauch (ICD-10: F13.25). Der
Krankheitsverlauf sei sich verschlechternd. Für leichte körperliche Tätigkeiten in einem
geschützten Rahmen verfüge der Versicherte über eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (act.
G 4.63 und -61).
A.g Mit Vorbescheid vom 19. August 2010 stellte die IV-Stelle dem Versicherten auf
der Grundlage einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten in
Aussicht, das Rentenbegehren abzuweisen (act. G 4.60). Am 31. August 2010 reichte
der Versicherte der IV-Stelle eine E-Mail von Dr. B._ vom 31. August 2010 ein, worin
sie sich zum Gesundheitszustand des Versicherten äusserte (act. G 4.64). Gegen den
Vorbescheid vom 19. August 2010 erhob der Versicherte am 20. September 2010
Einwand. Er beantragte darin die Zusprache einer ganzen IV-Rente ab Mai 2009.
Eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen (act. G 4.66). In der
Stellungnahme vom 26. Januar 2011 vertrat der RAD die Auffassung, der Versicherte
verfüge unter Weglassung der Suchtproblematik für leidensangepasste Tätigkeiten
über eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 4.69).
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A.h Die IV-Stelle verfügte am 2. Februar 2011 die Abweisung des Rentengesuchs (act.
G 4.70).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 2. März 2011. Der
Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten- und Entschädigungsfolge deren Auf
hebung sowie die Zusprache einer ganzen IV-Rente mit Wirkung ab Mai 2009.
Eventualiter sei die Sache zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung bringt er im Wesentlichen vor,
dass das psychiatrische Teilgutachten nicht überzeuge. Ferner sei ein
Tabellenlohnabzug von mindestens 15% bei der Bestimmung des
Invalideneinkommens zu berücksichtigen. Schliesslich macht der Beschwerdeführer
geltend, dass die IV-Anmeldung am 13. Mai 2008 erfolgt sei (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 11. April 2011
die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich darin unter Hinweis auf die
Einschätzungen des RAD auf den Standpunkt, dass das Gutachten in der Tat zu
wünschen übrig lasse. Mit der Suchtproblematik könne eine Reduktion der
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nicht begründet werden. Da auch das
depressive Leiden des Beschwerdeführers keine invalidisierende Wirkung habe, sei
lediglich die somatisch bescheinigte 10%ige Arbeitsunfähigkeit bei der Bestimmung
des Invalideneinkommens zu berücksichtigen. Das Valideneinkommen sei zu hoch
ermittelt worden. Es sei ein Prozentvergleich vorzunehmen, wobei selbst bei einem
Tabellenlohnabzug von 15% kein rentenrelevanter Invaliditätsgrad resultiere (act. G 4).
B.c Der Beschwerdeführer hat auf eine Replik verzichtet (vgl. act. G 6).
B.d Am 23. April 2012 reicht der Beschwerdeführer einen Kurzaustrittsbericht der
Klinik für Neurologie des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom 31. August 2011 ein,
wo er wegen unerwünschten Arzneimittelnebenwirkungen vom 29. bis 31. August 2011
hospitalisiert war, sowie einen Austrittsbericht der Clienia Littenheid AG vom 18. April
2012, wo sich der Beschwerdeführer vom 8. bis 30. März 2012 erneut in stationärer
Behandlung befand (act. G 7). Mit Schreiben vom 19. November 2012 legt der
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Beschwerdeführer einen Kurzaustrittsbericht des Departements Innere Medizin des
KSSG vom 6. November 2012 ins Recht, wo er vom 4. bis 6. November 2012
hospitalisiert war. Der dort behandelnde Arzt diagnostizierte eine schwere depressive
Störung (ICD-10: F33.2), aktuell: erneute psychische Dekompensation sowie einen
Status nach Thrombosierung Vena saphena magna beidseits (09/2012; act. G 9).

Erwägungen:
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
des Beschwerdeführers.
1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Gemäss ständiger Rechtsprechung begründen
Alkohol- oder Drogensucht für sich allein keine Invalidität, sondern nur in Verbindung
mit einem die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigenden geistigen, körperlichen oder
psychischen Gesundheitsschaden mit Krankheitswert, der zur Sucht geführt hat oder
als deren Folge eingetreten ist (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts I 313/06 vom 6.
Februar 2007, E. 2.3 mit Hinweisen).
1.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
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Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen).
1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente,
wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
1.4 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach haben Gericht und Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und
vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (Urteil des
Bundesgerichts vom 1. April 2011, 8C_73/2011, E. 4.1). Wenn der entscheidrelevante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt wurde, kann das Gericht die Angelegenheit zu
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen.
2.
Zunächst ist im Hinblick auf den frühest möglichen Beginn eines allfälligen
Rentenanspruchs (Art. 29 Abs. 1 IVG) der umstrittene Zeitpunkt der IV-Anmeldung zu
bestimmen. Der Beschwerdeführer bringt vor, die Anmeldung sei am 13. Mai 2008
erfolgt, die Anmeldebestätigung hingegen erst am 18. Mai 2009 (act. G 1, S. 4). Zwar
lässt der Schriftzug der Jahresangabe durch den Beschwerdeführer einen gewissen
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Interpretationsspielraum zu (2008 oder 2009?). Dem Beschwerdeführer ist allerdings
entgegenzuhalten, dass die IV-Anmeldung mehrere Angaben enthält, die sich auf einen
Zeitpunkt nach dem 13. Mai 2008 beziehen (vgl. etwa Dauer Arbeitslosigkeit ab 1. Juni
2008 bis heute, act. G 4.1-5; Behandlung bei Dr. C._ vom 23. April 2009 bis auf
weiteres, act. G 4.1-6). Es ist daher ohne weiteres - mit der Eingangsbestätigung durch
die Beschwerdegegnerin - davon auszugehen, dass die IV-Anmeldung am 13. Mai
2009 erfolgt ist.
3.
Zu prüfen bleibt damit der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Die
Beschwerdegegnerin stützte sich bei der rentenabweisenden Verfügung vom
2. Februar 2011 auf das Triagegespräch mit dem RAD vom 17. August 2010 (act.
G 4.57) sowie die RAD-Stellungnahme vom 26. Januar 2011 (act. G 4.69).
3.1 In diesem Zusammenhang ist festzustellen, dass sowohl die Beschwerdegegnerin
("In der Tat lässt das bemängelte Gutachten zu wünschen übrig.", act. G 4, S. 3, Ziff. 2;
zur Kritik der unzureichenden Suchtabklärung siehe RAD-Stellungnahme vom 26.
Januar 2011, act. G 4.69; vgl. auch act. G 4.57 mit Hinweis u.a. auf die
Rentenbegehrlichkeit und fehlende Motivation des Beschwerdeführers) als auch der
Beschwerdeführer (fehlende gesundheitliche Verbesserung, Widersprüche zur
medizinischen Voraktenlage, instabiler Gesundheitszustand, act. G 1, S. 2 f.) die
gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit für nicht beweiskräftig halten. Dabei
bezieht sich die Kritik einzig auf das psychiatrische Teilgutachten.
3.1.1 Der Sichtweise der Parteien bezüglich der fehlenden Aussagekraft des
psychiatrischen Teilgutachtens ist zu folgen. Gegen den psychiatrischen Teil des
Gutachtens spricht die lediglich oberflächliche Abklärung der Suchtproblematik. Allein
aufgrund der im Zusammenhang mit der allfälligen Benzodiazepin- und Alkoholsucht
beschriebenen "mangelnden Krankheitseinsicht, des Bagatellisierungs- und
Verleugnungsverhaltens" (act. G 4.44-37) hätte sich eine vertiefte Untersuchung
aufgedrängt, zumal die Beschwerdegegnerin durch die suchtspezifische Fragestellung
gerade auf die Bedeutung dieses Aspekts aufmerksam machte. Zudem mutet es als
widersprüchlich an, wenn die nach der gutachterlichen Diagnosestellung seit etwa
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2006 bestehende rezidivierende depressive Störung Ursache für das seit etwa 2004
bestehende Abhängigkeitssyndrom mit psychischen Störungen und
Verhaltensstörungen sein soll (act. G 4.44-43 f. Ziffer 8.1 und 9.7). Das psychiatrische
Gutachten vermag somit keine verlässliche Grundlage für die
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung zu bilden, weshalb offen gelassen werden kann, ob die
übrige Kritik zutrifft (etwa Widerspruch zur medizinischen Voraktenlage, act. G 1,
S. 2 f.).
3.1.2 Die vom somatischen Gutachter vorgenommene
Arbeitsfähigkeitsschätzung wurde vom Beschwerdeführer nicht kritisiert (vgl. act. G 1).
Auch die Beschwerdegegnerin hält diese Beurteilung für beweiskräftig (act. G 4). Es
ergeben sich auch keine Hinweise, die den Beweiswert des somatischen
Teilgutachtens erschüttern.
3.2 Die Einschätzungen des RAD vom 17. August 2010 (act. G 4.57) und vom
26. Januar 2011 (act. G 4.69) vermögen das Fehlen einer beweiskräftigen
psychiatrischen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht zu kompensieren. Sie beruhen nicht
auf einer eigenständigen Untersuchung. Ferner stützt sich auch der RAD nicht auf
Ergebnisse eines Benzoscreenings oder einer EGT/CDT, deren Fehlen er dem
psychiatrischen Gutachter vorwirft. Des Weiteren scheint bei der RAD-Stellungnahme
und den darin gemachten Vorwürfen der Selbstlimitation und Rentenbegehrlichkeit
nicht berücksichtigt worden zu sein, dass die vom Beschwerdeführer geklagten
Schmerzen (die Nackenschmerzen und die "abnormen Untersuchungsbefunde" der
Halswirbelsäule sowie die lumbalen Schmerzen) objektiviert werden konnten (act.
G 4.44-26). Eine schlüssige Auseinandersetzung mit den zahlreichen Einschätzungen
der behandelnden psychiatrischen Fachpersonen ist in den RAD-Beurteilungen nicht
enthalten. Schliesslich begründet der RAD-Arzt auch nicht nachvollziehbar, weshalb er
zunächst die gutachterliche Beurteilung - trotz der von ihm bereits damals aufgezeigten
Mängel - für voll beweiskräftig ("Beide GA [...] genügen in vollem Umfang den
versicherungsmedizinischen Anforderungen [...]", Stellungnahme vom 16. Juli 2010,
act. G 4.49), später aber für nicht nachvollziehbar hielt (Stellungnahme vom 26. Januar
2011, act. G 4.69). Vor diesem Hintergrund bestehen erhebliche Zweifel an der
Arbeitsfähigkeitsbeurteilung durch den RAD. Die Sache ist daher - wie vom
Beschwerdeführer beantragt (act. G 1) - an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen,
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damit sie eine erneute psychiatrische Begutachtung in Auftrag gebe. Die zu
beauftragende psychiatrische Fachperson wird nach Vornahme der Begutachtung
zusammen mit dem somatischen Gutachter des MGSG eine interdisziplinäre
Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit vorzunehmen haben. Schliesslich hat die
Beschwerdegegnerin erneut über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu
befinden. Je nach Ergebnis des Gutachtens wird die Beschwerdegegnerin zu prüfen
haben, ob zur Überwindung einer die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden
Suchtsymptomatik Massnahmen der Schadenminderung im Rahmen von Art. 21 ATSG
anzuordnen sind.
4.
Da sich die Angelegenheit als noch nicht spruchreif erweist, ist die umstrittene Frage
nach der korrekten Bestimmung der Vergleichseinkommen offen zu lassen.
5.
5.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom
2. Februar 2011 aufzuheben. Die Sache ist zur ergänzenden Abklärung und zu neuer
Verfügung im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles
Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin
vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu
bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss des Beschwerdeführers von Fr. 600.-- ist
ihm zurückzuerstatten.
5.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers hat auf die Einreichung einer Honorarnote verzichtet. Der
bis
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Bedeutung und dem Aufwand der Streitsache angemessen erscheint eine
Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP