Decision ID: ff439abc-6132-5b8f-a3ee-2afd0eb131ab
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
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a. Der Gemeinderat X. erliess am 6. August 2013 den Teilzonenplan „Y. Nord“. Dieser
wurde in der Folge öffentlich aufgelegt und dem fakultativen Referendum unterstellt.
Der Teilzonenplan sieht vor, Teilbereiche der Parzellen Nr. 0000 (übriges
Gemeindegebiet), Nr. 0001 (Wald) und Nr. 0002 (Landwirtschaftszone) in die Gewerbe-
Industriezone B ein- bzw. umzuzonen. Für den im Wald liegenden Teil verfügte das
Kantonsforstamt am 26. März 2014 eine Rodungsbewilligung betreffend ein Areal von
1‘947 m . Als Auflage verpflichtete es die politische Gemeinde X., der Ortsgemeinde X.
einen Betrag von Fr. 29‘205.-- für den Rodungsersatz zu bezahlen (Ziff. 3). Die
Ortsgemeinde wurde ihrerseits verpflichtet, die im Plan „Massnahmen zugunsten
Natur- und Landschaftsschutz“ bezeichnete Fläche auf ihrem Grundstück Nr. 0003 bis
zum Jahr 2026 bzw. solange der zugesprochene Betrag ausreiche, „offen zu halten
und wertvolle Waldränder um diese Fläche zu pflegen“. Sie habe hierfür in
Zusammenarbeit mit der Waldregion A.-B. ein Konzept zu erstellen, das den Einsatz
der zur Verfügung stehenden Mittel aufzeige (Ziff. 4; act. G 9/7/16). Mit Verfügung vom
31. März 2014 genehmigte das Baudepartement des Kantons St. Gallen den
Teilzonenplan „Y. Nord“ im Sinn der Erwägungen (act. G 6/8).
b. Den vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) erhobenen Rekurs vom 26. Mai 2014 mit
dem Antrag, die Verfügung vom 31. März 2014 und die damit koordinierte Bewilligung
für die Rodung von Wald des Kantonsforstamtes vom 26. März 2014 seien aufzuheben
(act. G 6/14), wies die Regierung des Kantons St. Gallen, nachdem das Departement
des Innern am 14. November 2014 mit den Verfahrensbeteiligten einen Augenschein
durchgeführt hatte (act. G 9/19 bis 9/29), mit Entscheid vom 31. März 2015 ab (act. G
2).
B.
a. Mit Eingabe vom 22. April 2015 erhob das BAFU Beschwerde mit den Anträgen, der
Rekursentscheid sowie der Gesamtentscheid vom 31. März 2014 und die damit
koordinierte Bewilligung für die Rodung von Wald vom 26. März 2014 seien unter
Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben (act. G 1). In der Beschwerdeergänzung
2
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vom 26. Mai 2015 bestätigte und begründete der Beschwerdeführer seine Anträge (act.
G 5).
b. In der Vernehmlassung vom 8. Juni 2015 beantragte die Vorinstanz Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Darlegungen im angefochtenen
Entscheid und nahm zu den Vorbringen in der Beschwerde ergänzend Stellung (act. G
8). Rechtsanwalt lic. iur. Jürg Bereuter, St. Gallen, beantragte in der Vernehmlassung
vom 25. Juni 2015 für die Beschwerdegegnerin, die Beschwerde sei kostenfällig
abzuweisen. Zur Begründung verwies er auf die vorinstanzliche Vernehmlassung und
machte weitere Ausführungen (act. G 11).
c. Mit Eingabe vom 6. Juli 2015 teilte der Beschwerdeführer den Verzicht auf eine
Replik mit und bestätigte die gestellten Anträge (act. G 13).
d. Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben des vorliegenden
Verfahrens wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Der
Beschwerdeführer, welcher als Rekurrent bereits am vorangehenden Verfahren
teilnahm, ist zur Anfechtung des Rekursentscheids legitimiert (Art. 46 Abs. 2 des
Bundesgesetzes über den Wald, WaG; SR 921.0; Art. 64 in Verbindung mit Art. 45
Abs. 2 VRP). Seine Beschwerdeerklärung und -begründung (act. G 1 und 5)
entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist
einzutreten. Auf das Begehren, die Entscheide vom 26. und 30. März 2014 seien
aufzuheben, ist insofern (trotz Devolutiveffekt; vgl. BGE 129 II 438 E. 1) einzutreten, als
unter Umständen lediglich einer der beiden Entscheide zu bestätigen bzw. aufzuheben
ist.
2.
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2.1. Streitig ist, ob die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid die Genehmigung des
Teilzonenplans Y. Nord (Verfügung des AREG vom 31. März 2014) und die damit
koordiniert eröffnete Bewilligung für die Rodung von Wald (Verfügung des
Kantonsforstamtes vom 26. März 2014) zu Recht bestätigte. - Als Rodung gilt die
dauernde oder vorübergehende Zweckentfremdung von Waldboden (Art. 4 WaG).
Rodungen sind verboten (Art. 5 Abs. 1 WaG). Eine Ausnahmebewilligung darf nach Art.
5 Abs. 2 WaG erteilt werden, wenn der Gesuchsteller nachweist, dass für die Rodung
wichtige Gründe bestehen, die das Interesse an der Walderhaltung überwiegen und
zudem die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind: das Werk, für das gerodet werden
soll, muss auf den vorgesehenen Standort angewiesen sein (lit. a); das Werk muss die
Voraussetzungen der Raumplanung sachlich erfüllen (lit. b); die Rodung darf zu keiner
erheblichen Gefährdung der Umwelt führen (lit. c). Nicht als wichtige Gründe gelten
finanzielle Interessen (Art. 5 Abs. 3 WaG). Dem Natur- und Heimatschutz ist Rechnung
zu tragen (Art. 5 Abs. 4 WaG). Nach Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451) sind besonders zu schützen Uferbereiche,
Riedgebiete und Moore, seltene Waldgesellschaften, Hecken, Feldgehölze,
Trockenrasen und weitere Standorte, die eine ausgleichende Funktion im
Naturhaushalt erfüllen oder besonders günstige Voraussetzungen für
Lebensgemeinschaften aufweisen.
Bei der Prüfung der Frage, ob wichtige Gründe bestehen, die das Interesse an der
Walderhaltung überwiegen und zudem die weiteren Bedingungen gemäss Art. 5 Abs. 2
WaG erfüllt sind (vgl. BGE 119 Ib 397 E. 5), gilt die gesetzliche Vermutung, dass das
Interesse an der Walderhaltung grundsätzlich höher zu werten ist als das
gegenüberstehende Interesse an der Rodung. Das Walderhaltungsinteresse hat folglich
nur zurückzutreten, wenn ein überwiegendes Rodungsinteresse dargetan werden kann.
Dieser Nachweis obliegt nach dem ausdrücklichen Gesetzeswortlaut dem
Gesuchsteller. Dabei können die von ihm vorgebrachten Interessen sowohl öffentlicher
als auch privater Natur sein. Ferner bedeutet Standortgebundenheit im Sinn von Art. 5
Abs. 2 lit. a WaG, dass der Standort im Wald im Vergleich zu anderen Standorten aus
höherwertigen Gründen zwingend sein muss. Die Voraussetzungen der
Standortgebundenheit und die überwiegenden Interessen nach Art. 5 Abs. 2 WaG
stehen hierbei in engem Zusammenhang (BGer 1A.32/2004 vom 30. September 2004,
E. 4.1 mit Hinweisen).
bis
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=suv&query_words=%22Art.+5+Abs.+2+WaG%22&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F119-IB-397%3Ade&number_of_ranks=0#page397
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2.2. Allgemein gilt der Grundsatz der Planbeständigkeit, jedenfalls für Nutzungspläne,
die unter der Herrschaft des RPG und zur Umsetzung seiner Ziele und Grundsätze
erlassen worden sind. Nutzungspläne werden deshalb nur überprüft und
gegebenenfalls angepasst, wenn sich die Verhältnisse seit ihrem Erlass bzw. ihrer
Genehmigung durch das Baudepartement erheblich geändert haben oder bedeutsame
neue Bedürfnisse nachgewiesen sind (Art. 21 Abs. 2 RPG; Art. 32 Abs. 1 BauG). Der
Überprüfung und Anpassung von Nutzungsplänen wiederum können öffentliche oder
private Interessen entgegenstehen (vgl. Waldmann/Hänni, a.a.O., Rz. 12 zu Art. 21
RPG).
2.3. Die Kognition des Verwaltungsgerichts ist bei der Überprüfung der
Nutzungsplanung beschränkt, und es ist lediglich zur Rechtskontrolle befugt (Art. 61
Abs. 1 und 2 VRP). Liegt ein vorinstanzlicher Entscheid innerhalb des
Ermessensspielraums bzw. wurden die Verfassungsprinzipien sowie der Sinn und
Zweck der gesetzlichen Ordnung beachtet, liegt keine Rechtsverletzung vor, selbst
wenn das Ermessen unzweckmässig gehandhabt wurde. Anders verhält es sich nur bei
einem qualifizierten Ermessensfehler, wenn die Verwaltungsbehörde das Ermessen
missbraucht bzw. über- oder unterschritten hat. Dies ist der Fall, wenn Ermessen
ausgeübt wird, wo der Rechtssatz keines einräumt bzw. wo die Behörde auf die
Ermessensausübung verzichtet, obschon ihr eine solche Betätigung aufgetragen ist.
Beim Ermessensmissbrauch hält sich die Behörde formell zwar an den
Entscheidungsspielraum, den ihr der Rechtssatz einräumt. Der Entscheid ist aber nicht
bloss unzweckmässig oder unangemessen, sondern unhaltbar; er steht im
Widerspruch zu Verfassungsprinzipien oder zu Sinn und Zweck des Gesetzes. Solche
Entscheide müssen vom Verwaltungsgericht aufgehoben werden (Häfelin/Müller/
Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, Zürich, 6. Aufl. 2010, Rz. 460 ff.; Cavelti/
Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 740).
3.
3.1. In der Stellungnahme vom 23. Juni 2014 legte das Amt für Raumentwicklung und
Geoinformation (AREG) unter anderem dar, gegenüber dem Jahr 2010, in welchem
bereits ein ähnliches Einzonungsgesuch beurteilt worden sei (vgl. Verfügung
Baudepartement vom 26. März 2010, act. G 6/4), habe sich die Ausgangslage in
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mehrfacher Hinsicht geändert. Damals seien die Nutzungsabsichten für das
einzuzonende Gebiet zu wenig klar definiert gewesen. Nun liege ein konkretes Projekt
der Z. AG vor. Es gehe um eine Betriebserweiterung, die in der Nähe des bestehenden
Standorts sollte realisiert werden können. Im Weiteren habe damals die
Zusammenlegung der Bahnhöfe K.-X. und C. noch nicht zur Diskussion gestanden.
Nun sei gemäss dem 5. ÖV-Programm des Kantons St. Gallen eine Zusammenlegung
der beiden Bahnhöfe zur neuen Haltestelle C.-Y. vorgesehen. Ausserdem sei das
Gebiet Y.-Süd zwischenzeitlich überbaut worden. In der Gemeinde X. habe es keine
grösseren Reserveflächen von Gewerbe- und Industriezonen B (GI-B) mehr.
Zweckmässige Alternativen seien nicht ersichtlich. Auf dem noch in Frage kommenden
Grundstück Nr. 004 im Gebiet Q. befinde sich ein Grundwasserpumpwerk mit
entsprechender Ausscheidung von Schutzzonen S1/S2/S3. Eine Einzonung dieses
Grundstücks sei daher nicht möglich (act. G 6/18, G 9/6). Das Kantonsforstamt führte
in der Stellungnahme vom 27. Juni 2014 unter anderem aus, der Standort unmittelbar
an der Autobahnausfahrt, an einem künftigen Bahnhof, in akzeptabler Nähe der
bestehenden Betriebsgebäude der Bauherrin (Z. AG) begründe die relative
Standortgebundenheit eindrücklich. Im Weiteren handle es sich bei der vorliegend zu
rodenden Bestockung um Wald ohne besonderen Schutz bzw. ökologischen Wert und
nicht um eine Hecke. Die Interpretation des Beschwerdeführers, ein „heckenartiger
Wald“ gehöre grundsätzlich zu den besonders schützenswerten Objekten, entbehre
einer rechtlichen Grundlage. Die nach einer allfälligen Rodung verbleibende
Bestockung bleibe Wald im Sinn der Waldgesetzgebung. Der Waldbestand habe im
Talboden von Rhein und Seez um 1.6 % zugenommen (act. G 9/7). In der Eingabe vom
4. August 2014 bestätigte das Kantonsforstamt, dass betreffend die raumplanerische
Standortgebundenheit nicht mehr die gleichen Verhältnisse wie im Jahr 2004 bestehen
würden (act. G 9/12).
Im Bericht Standortevaluation Produktionsstätte „Z.“ vom 15. Dezember 2014 wurden
acht Standorte zum Vergleich herangezogen und als Ergebnis dargelegt, der Standort
D (Y. Nord) sei aus betrieblicher Sicht eindeutig der beste. Er bringe aber auch aus
raumplanerischer Sicht nach den Massstäben von Art. 1 und 3 RPG die besten
Voraussetzungen mit. Besonders vorteilhaft sei die enge und direkte Anbindung an den
öffentlichen Verkehr (neuer Bahnhof), und im Vergleich mit den Standorten G und H
einerseits eine bereits vorhandene und fussläufig direkt angebundene
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Parkierungsanlage und anderseits die unmittelbare Anbindung an die Kantonsstrasse
C.-E. sowie die Nationalstrasse A13. Dazu komme die enge Zusammenarbeit der
Gemeinden E. FL und X./C. seit Jahrzehnten, welche in den Aktivitäten der ehemaligen
U. AG (heute S.) gründe. Diese Unternehmung habe in E. wie C. je einen
Betriebsstandort. Die Z. AG sei aus einem Management buyout entstanden, indem eine
Sparte aus S. herausgelöst worden sei. Die Technologie der Unternehmen sei
artverwandt. Somit seien die Qualifikationen der Mitarbeitenden dieselben und würden
sich im Raum X. und E. konzentrieren. Auch arbeitsmarktliche Überlegungen würden
somit den Standort Y. favorisieren (act. G 9/25 Beilage).
3.2. Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid unter anderem zum Schluss, vor
Durchführung des Augenscheins mit Einreichung der Standortevaluation
Produktionsstätte „Z.“ sei - wie der Beschwerdeführer zu Recht gerügt habe - nicht
nachvollziehbar gewesen, welche Abklärungen die Beschwerdegegnerin getätigt bzw.
ob und wie die Interessenabwägung stattgefunden habe. Hinlänglich bekannt sei, dass
C. in der vergangenen Zeit massive Arbeitsplatzverluste habe hinnehmen müssen und
in naher Zukunft weitere hinzunehmen habe (z.B. Schliessung des Werks M. AG in
unmittelbarer Nähe zum Gebiet „Y. Nord“). Ebenfalls unbestritten sei, dass in C. Bedarf
an Gewerbe-Industrieland bestehe. Der zu rodende schmale Waldstreifen von knapp
0.2 ha sei das Resultat des Rodungsersatzes im Zusammenhang mit der Erstellung der
Nationalstrasse N13. Er führe entlang einer vielbefahrenen Staatsstrasse und liege
gegenüber einer Tankstelle bzw. des Parkhauses Y. unmittelbar nach der
Autobahnausfahrt C. Ebenfalls in unmittelbarer Nähe, praktisch angrenzend an das
einzuzonende Grundstück und lediglich durch eine schmale Strasse getrennt, führe die
Eisenbahnlinie entlang. Das Grundstück bzw. der Wald sei somit von drei Seiten von
Verkehrsträgern umschlossen. Es sei somit sowohl mit öffentlichen Verkehrsmitteln als
auch mit dem Auto optimal erreichbar, zumal der neue Bahnhof „Y.“ in unmittelbarer
Nähe geplant sei. Die nachträglich eingereichte Standortevaluation sei unter Einbezug
von acht Alternativstandorten sowie raumplanerischen und betrieblichen Aspekten
erfolgt. Der Standort Y. bringe auch aus raumplanerischer Sicht nach den Massstäben
von Art. 1 und 3 RPG zusammen mit zwei anderen Standorten insgesamt die besten
Voraussetzungen mit. Eine Verpflichtung, Alternativstandorte einer ganzen Region
(einschliesslich L. und R.) einzubeziehen, lasse sich der Rechtsprechung nicht
entnehmen. Die rodungsrechtliche Standortgebundenheit sei nicht dieselbe wie
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diejenige nach Art. 24 lit. a RPG (BGer 1A_80/2001 vom 31. Mai 2002, E. 3.1), weshalb
die Prüfung überregionaler Alternativen bei Rodungsvorhaben nicht dieselbe
Bedeutung habe wie im RPG. Eine Pflicht, alle Alternativen miteinzubeziehen, würde
auf eine absolute Standortgebundenheit hinauslaufen, welche nicht notwendig sei. Die
Standortwahl sei nachvollziehbar und deshalb nicht zu beanstanden. Die
Standortgebundenheit sei als gegeben zu betrachten. Beim einzuzonenden Grundstück
handle es sich um FFF (Fruchtfolgeflächen). Jedoch seien in C. ein grosser Teil der
unbebauten Flächen FFF. Eine Einzonung wäre aus dieser Sicht praktisch nicht
möglich. Die Inspruchnahme von FFF sei vorliegend sehr gering, weshalb sie unter den
gegebenen Umständen vertretbar sei. Die Voraussetzungen von Art. 5 Abs. 2 lit. a und
b WaG seien gegeben. Eine erhebliche Gefährdung der Umwelt (Art. 5 Abs. 2 lit. c
WaG) werde zu Recht nicht geltend gemacht. Hinsichtlich allfälliger, dem Projekt
entgegenstehender Gründe des Natur- und Heimatschutzes (Art. 5 Abs. 4 WaG in
Verbindung mit Art. 18 Abs. 1 NHG) führte die Vorinstanz aus, es handle sich um
einen schmalen, relativ lichten Waldstreifen, der aufgrund des Strassenunterhalts
zumindest strassenseitig stark zurückgeschnitten werde. Aufgrund der unmittelbaren
Nähe zur Strasse und zur Autobahnabfahrt sei davon auszugehen, dass er als
Lebensraum für Tiere nicht besonders geeignet sei. Es liege kein Naturgebiet vor,
welches einen besonderen Seltenheitswert habe oder für das Überleben bedrohter
Tier- und Pflanzenarten besonders wichtig sei. Die Interessen gemäss NHG seien
demnach nicht beeinträchtigt (act. G 2 S. 13-15).
3.3. Der Beschwerdeführer legt hierzu dar, solle der Zweck der Waldgesetzgebung -
die Erhaltung des Waldes in seiner räumlichen Verteilung - nicht generell in Frage
gestellt werden, müsse die Erteilung einer Rodungsbewilligung nach strengen Kriterien
erfolgen. Die mögliche Schaffung von 100 Arbeitsplätzen stelle einen wichtigen Aspekt
dar, der in die Interessenabwägung im Rahmen von Art. 5 Abs. 2 lit. a WaG einfliesse.
In der Nachbargemeinde F. gebe es zwei valable Alternativstandorte für die Z. AG.
Hierzu habe der vorinstanzliche Entscheid keine Stellung genommen. Auch werde nicht
näher auf die Alternativstandorte eingegangen. Nicht erklärt werde insbesondere,
weshalb bei der Standortevaluation der Perimeter bis nach J. gezogen werde, aber L.
und R., welche wirtschaftliche Schwerpunktgebiete seien und um einiges näher beim
Hauptsitz des Unternehmens (in Liechtenstein) lägen, nicht berücksichtigt würden. Die
räumliche Entwicklung habe wenn immer möglich innerhalb der bestehenden
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Bauzonen zu erfolgen. Seit dem 1. Mai 2014 dürften Fruchtfolgeflächen nur noch
eingezont werden, wenn kumulativ ein auch aus der Sicht des Kantons wichtiges Ziel
ohne die Beanspruchung von FFF nicht sinnvoll erreicht werden könne und gleichzeitig
sichergestellt werde, dass die beanspruchten Flächen optimal genutzt würden.
Vorliegend seien diese Bedingungen nicht erfüllt. Andere Standorte seien vorhanden
und ein gutes Drittel der Parzellenfläche werde für Parkplätze und eine
Anlieferungsstrasse mit Wendeschleife gebraucht, obschon die Anlieferung über die
bestehende Strasse erfolgen könne, vis-à-vis ein grosses Parkhaus bestehe und eine
Eisenbahn-Haltestelle in C. geplant sei. Mit Blick auf die Werkschliessung der M. AG in
unmittelbarer Nähe des Gebiets „Y. Nord“ sei zuerst die Umnutzung der stillgelegten
Industrieareale in Betracht zu ziehen, bevor neu eingezont werde. Auf diese Weise
könne das Projekt in C. ohne Neueinzonung gewährleistet werden. Das Vorbringen,
dass der Waldstreifen als Lebensraum für Tiere nicht besonders geeignet sei, werde
ausdrücklich bestritten; ihm komme die Funktion als Trittsteinbiotop zu, indem er
Lebensraum für zahlreiche Pflanzen, Vögel, Kleinsäuger und Insekten bilde (act. G 5 S.
8-10).
3.4. Die Bejahung der relativen Standortgebundenheit setzt voraus, dass eine
umfassende Abklärung von Alternativstandorten stattgefunden hat. Es wird aus
Gründen des gesetzlich verankerten Waldschutzes eine besonders stichhaltige
Begründung verlangt, weshalb für das Werk ein Standort im Wald besser als andere
Standorte ausserhalb des Waldes geeignet ist. Bei dieser Begründung darf der
Perimeter nicht zu eng gezogen werden. Je grösser das Interesse an der
Walderhaltung ist, desto höher sind die Anforderungen an die Sorgfalt der
Standortevaluation (VLP-ASPAN, Rechtsgutachten Siedlungsentwicklung und Rodung,
Bern 2012, S. 18). Das überwiegende Interesse an einer Rodung kann dabei wie
erwähnt privater oder öffentlicher Natur sein (vgl. Art. 1 Abs. 2 lit. b sowie Art. 3 Abs.
3 lit. a und b RPG). Vorliegend bezog die Standortevaluation acht Alternativstandorte
im Umkreis J./K./F./P. in die Abklärung ein und würdigte sowohl raumplanerische
(Anbindung an den öffentlichen Verkehr und das Strassennetz, Beanspruchung von
FFF und Wald) als auch betriebliche Aspekte (Erweiterungs- und
Entwicklungspotentiale des bereits bestehenden Standorts, Nähe zum
Unternehmenshauptsitz). Dabei lässt sich der Rechtsprechung keine Verpflichtung
entnehmen, sämtliche in Betracht kommenden Standorte in den Nachbargemeinden zu
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eruieren und zu berücksichtigen. Konkret erscheinen der Umkreis und die Anzahl der
bei der Standortevaluation berücksichtigen Orte insofern genügend gross, als das
Interesse am Erhalt des Waldstücks angesichts seiner isolierten, von Verkehrs- und
Industrieanlagen umgebenen Lage und seiner verhältnismässig geringen Grösse von
der Vorinstanz zu Recht als nicht sehr erheblich eingestuft wurde. Es handelt sich um
einen schmalen und relativ lichten Waldstreifen, der im Rahmen des Strassenunterhalts
strassenseitig zurückgeschnitten wird (vgl. Fotos im Augenscheinprotokoll S. 5 f.; act.
G 9/19, 9/26). Der Verein Region T.-A., dessen Mitglieder (Gemeindevertreter) über die
erforderliche Orts- und Sachkenntnis verfügen, unterstützte den Standort „Y. Nord“
ebenfalls (vgl. Schreiben vom 19. September 2013; act. G 9/13 Beilage). Von Seiten der
Z. AG wurde der Standort C. wegen der Nähe zum Hauptsitz E. als imagefördernd
taxiert (vgl. act. G 11 S. 3), während für die Beschwerdegegnerin der Umstand der
bereits bestehenden (landschaftsschonenden) Verkehrserschliessung - direkt am
Grundstück vorbeiführende, gegenüber dem Umland erhöht liegende Kantonsstrasse
mit nahe gelegenem Autobahnanschluss sowie geplanter SBB-Haltestelle -
ausschlaggebend war (act. G 11 S. 3). Im Weiteren lässt sich nicht beanstanden, dass
die Standortevaluation - mit Blick auf die im Vergleich zu anderen geprüften Standorten
unbestritten geringe Beanspruchung von Fruchtfolgeflächen - die Beanspruchung von
FFF beim Standort „Y. Nord“ im Quervergleich nicht als Negativpunkt bewertete (vgl.
act. G 9/25 Beilage S. 5). Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer angeführten
Möglichkeit der Umnutzung des Areals der M. AG weist die Vorinstanz darauf hin, dass
die entsprechende Liegenschaft bereits an eine andere Unternehmung veräussert
wurde (act. G 8 S. 3 mit Hinweis auf eine Medienmitteilung der Staatskanzlei des
Kantons St. Gallen vom 3. Juni 2014; vgl. auch Mitteilung der Regierung vom 8. Juni
2015 in ABl 2015, 1345). Ein den Gegebenheiten vergleichbarer Sachverhalt, bei
welchen die Rechtsprechung die Prüfung überregionaler Alternativen verlangte (vgl.
BGer 1A.25/2006 vom 13. März 2007 [Rodung von 68‘000 m Wald für Kiesabbau]),
steht vorliegend nicht zur Diskussion.
4.
4.1. Nach Art. 7 Abs. 1 WaG ist für jede Rodung in derselben Gegend mit vorwiegend
standortgerechten Arten Realersatz zu leisten. Anstelle von Realersatz können nach
Art. 7 Abs. 2 WaG gleichwertige Massnahmen zu Gunsten des Natur- und
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Landschaftsschutzes getroffen werden: in Gebieten mit zunehmender Waldfläche (lit.
a); in den übrigen Gebieten ausnahmsweise zur Schonung von landwirtschaftlichem
Kulturland sowie ökologisch oder landschaftlich wertvoller Gebiete (lit. b). Auf den
Rodungsersatz kann nach Art. 7 Abs. 3 WaG verzichtet werden bei Rodungen: von in
den letzten 30 Jahren eingewachsenen Flächen für die Rückgewinnung von
landwirtschaftlichem Kulturland (lit. a); zur Gewährleistung des Hochwasserschutzes
und zur Revitalisierung von Gewässern (lit. b); für den Erhalt und die Aufwertung von
Biotopen nach den Artikeln 18a und 18b Absatz 1 NHG (lit. c). - Das Kantonsforstamt
hielt in der Stellungnahme vom 27. Juni 2014 fest, in der Rheinebene liessen sich keine
Realersatzflächen mehr finden. Es verblieben praktisch nur noch Ersatzmassnahmen
zu Gunsten des Natur- und Landschaftsschutzes. Die Distanz vom geplanten
Rodungsersatz auf dem N. zur Rodung beim Gebiet Y. betrage lediglich rund 1‘500
Meter, die Höhendifferenz nur 270 Meter. Die beiden Standorte seien als in derselben
Gegend liegend zu beurteilen. Der ökologische Wert der Ersatzmassnahme auf dem N.
sei zweifellos höher zu gewichten als der ökologische Wert der bestockten
Strassenböschung beim Autobahnzubringer (act. G 9/7). Gemäss Arealstatistik
Schweiz weist die Rhein-/Seezebene im Zeitraum von 1985 bis 2009 eine Zunahme der
Waldfläche von 1.59 % oder 21.5 ha auf (vgl. act. G 9/19 S. 8 oben und G 9/28).
4.2. Die Vorinstanz ging im angefochtenen Entscheid trotz der erwähnten (geringen)
rechnerischen Zunahme des Waldbestandes von 1.59 % davon aus, dass ein Gebiet
mit nicht zunehmender Waldfläche vorliege und damit ein Verzicht auf Realersatz im
Sinn von Art. 7 Abs. 1 lit. a WaG ausser Betracht falle. Mit Hinweis auf die Tatsache,
dass die FFF in C. zahlreich und die Ausweichstandorte für einen allfälligen Realersatz
(ohne Inanspruchnahme von FFF) dadurch praktisch inexistent seien, bestätigte sie die
Beurteilung des Kantonsforstamtes, wonach Massnahmen zugunsten des Natur- und
Landschaftsschutzes im Sinn von Art. 7 Abs. 1 lit. b WaG) vorzuziehen seien. Der N.
gehöre zum Gebiet der Gemeinde X. und liege damit in derselben Gegend wie die
geplante Rodung. Die Rodungsbewilligung des Kantonsforstamtes vom 26. März 2014,
die überdies von der Einsprecherin Pro Natura St.Gallen - Appenzell akzeptiert wurde
mit Blick auf eben diese Rodungsersatzmassnahmen, entspreche damit den
gesetzlichen Vorgaben von Art. 5 und 7 WaG (act. G 2 S. 16 f.). - Es besteht kein
Anlass, diese plausibel begründete Beurteilung in Frage zu stellen.
5.
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5.1. Mit Bezug auf die Rodungsbewilligung als solche liesse sich der vorinstanzliche
Entscheid somit nicht beanstanden. Zu beachten ist hingegen, dass am 1. Mai 2014
die Änderungen des Raumplanungsgesetzes (SR 700; RPG) und der
Raumplanungsverordnung (SR 700.1; RPV) in Kraft traten, welche unter anderem in
Bezug auf die Bauzonenkapazitätsberechnung revidierte Vorschriften enthalten (vgl.
Art. 15 Abs. 5 RPG; Art. 30a RPV). Mangels anderslautender Regelung beurteilt sich die
Rechtmässigkeit von Verwaltungsakten nach der Rechtslage im Zeitpunkt ihres
Ergehens (statt vieler BGE 139 II 243 E. 11.1). Später eingetretene Rechtsänderungen
sind nur ausnahmsweise zu berücksichtigen, wenn zwingende Gründe für die sofortige
Anwendung des neuen Rechts sprechen. Solche hat das Bundesgericht insbesondere
im Bereich des Gewässer-, Natur-, Heimat- und Umweltschutzrechts als gegeben
erachtet (BGE 139 II 243 E. 11.1, 470 E. 4.2, 135 II 384 E. 2.3). Der vorliegend zu
beurteilende Teilzonenplan „Y. Nord“, welcher die Ein- bzw. Umzonung von
Teilbereichen der Parzellen Nr. 0000 (übriges Gemeindegebiet), Nr. 0001 (Wald) und Nr.
0002 (Landwirtschaftszone) vorsieht (vgl. act. G 6/6), wurde am 31. März 2014 unter
der Voraussetzung des Vorliegens einer rechtskräftigen Rodungsbewilligung genehmigt
(act. G 6/8). Die neuen Bestimmungen des RPG und der RPV traten rund ein Jahr vor
Anhängigmachung des Beschwerdeverfahrens vor dem Verwaltungsgericht in Kraft.
Sie dienen zumindest mittelbar der Schonung von Natur und Landschaft, indem
Bauzonen stärker konzentriert und begrenzt werden sollen, weshalb ein öffentliches
Interesse an der sofortigen Anwendung dieser Bestimmungen besteht (vgl. BGE 139 II
263 E. 11.2). Nach der Rechtsprechung besteht ein gewichtiges öffentliches Interesse
daran, dass die rechtskräftigen Bauzonen der Kantone während der Übergangsfrist
nicht noch vergrössert werden, um die Anpassung der Richtpläne und allenfalls
gebotene Rückzonungen nicht negativ zu präjudizieren. Die Übergangsbestimmung
von Art. 52a RPV ist im Licht von Art. 38a Abs. 2 RPG (Einzonungsmoratorium bis zur
Genehmigung der Anpassung des kantonalen Richtplans) restriktiv auszulegen (BGE
141 II 393). Grundsätzlich findet das Moratorium auf alle Einzonungen Anwendung, die
am 1. Mai 2014 noch nicht rechtskräftig waren, jedenfalls wenn über sie - wie
vorliegend - noch nicht kantonal letztinstanzlich entschieden war. Ausgenommen sind
nur Beschwerden, die nicht zu einer materiellen Überprüfung der Einzonungen führen,
sei es aufgrund ihrer Anträge/Rügen oder weil darauf nicht einzutreten ist (BGer
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
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St.Galler Gerichte
1C_365/2015 vom 9. Dezember 2015, E. 4.3 und 4.4 mit Hinweisen sowie BGer
1C_197/2015 vom 2. Februar 2016).
5.2. Die vorstehend geschilderten übergangsrechtlichen Gegebenheiten mit
Anwendbarkeit des geänderten RPG auf den vorliegenden Sachverhalt haben zur
Folge, dass der Teilzonenplan mit Einzonung von Wald- und Landwirtschaftsgebieten
in der vorliegenden Form sich als bundesrechtswidrig und damit als nicht realisierbar
erweist. Dem Umstand, dass der Teilzonenplan noch vor dem 1. Mai 2014 erlassen
wurde, wie beide Parteien feststellen (act. G 5 S. 9 Rz. 4.10 und G 8 S. 3), kommt dabei
wie dargelegt keine Bedeutung zu. Mit Blick auf die grundsätzliche Zulässigkeit der
Waldrodung (vorstehende E. 3 und 4) käme lediglich eine Einzonung von Wald und
Landwirtschaftsland mit gleichzeitiger Auszonung einer entsprechenden Fläche in
Betracht. Nach der Rechtsprechung müssen auch dringende Einzonungen von
Bauland durch die Auszonung entsprechender Flächen kompensiert werden, wobei
unter Umständen die Kompensation leicht aufgeschoben werden kann. Das Interesse
an der Entwicklung des betroffenen Unternehmens und der Schaffung von
Arbeitsplätzen wird dabei zwar als legitim erachtet. Die Rechtsprechung stuft dieses
Interesse jedoch nicht in einer Weise als dringlich ein, dass ein Aufschub
entsprechender Auszonungen gewährt werden könnte (vgl. BGer 1C_562/2015 vom
25. Mai 2016). Unter den geschilderten Gegebenheiten ist auch ein überwiegendes
Interesse an der formellen Bewilligung der vom Grundsatz her zulässigen Rodung bzw.
an einer Bestätigung des Rodungsentscheids vom 26. März 2014 nicht gegeben.
6.
6.1. (...).
6.2. (...).