Decision ID: 9ca53aec-4b0a-4c40-b5bd-e0e48ad515e5
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
H._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Werner Ritter, Im Forum, Bahnhofstrasse 24,
Postfach 142, 9443 Widnau,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
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Sachverhalt:
A.
A.a Die 1953 geborene H._ meldete sich am 4. Oktober/4. November 2002 zum
Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an und beantragte namentlich
Berufsberatung, Umschulung, Arbeitsvermittlung und eine Rente. Sie sei zuletzt mit
einer Anlehre als Siebdruckerin tätig gewesen und habe ein Einkommen von monatlich
etwa Fr. 3'050.-- verdient. Die Liechtensteinische Invalidenversicherung traf
Abklärungen und beschloss am 25. September 2003, der Versicherten ab 1. Oktober
2002 eine ganze Rente zuzusprechen. Es hatte ihr unter anderem ein Arztbericht von
Dr. med. A._, Arzt für Allgemeine Medizin, vom 20. November 2002 vorgelegen,
wonach der Versicherten die bisherige Tätigkeit seit dem 2. Oktober 2001 nicht mehr
zumutbar sei, eine leichte, wechselbelastende Arbeit mit maximaler Hebelast von 10 kg
und ohne Überkopfarbeit dagegen schon, wobei die Arbeitsaufnahme zu 50 % erfolgen
und wenn möglich langsam gesteigert werden sollte. Die Klinik Valens hatte am
20. November 2002 erklärt, die Versicherte sei in der bisherigen Tätigkeit seit dem
1. Oktober 2001 arbeitsunfähig, für eine leichte Arbeitsbelastung aber zu 100 %
arbeitsfähig. Als Hauptdiagnosen hatte sie angegeben: (erstens) ein chronisches
cervicocephales Schmerzsyndrom in Verbindung mit psychischen Kontextfaktoren mit/
bei posttraumatischer Belastungsstörung, St. n. Verkehrsunfall mit HWS-Distorsion
2/02, Wirbelsäulenfehlform und -fehlhaltung mit muskulärer Dysbalance, und
fortgeschrittener Osteochondrose mit Spondylarthrose C5/6, (zweitens) eine Sudeck-
Dystrophie der rechten Hand mit/bei St. n. Karpaltunneloperation rechts 1991, (drittens)
ein Karpaltunnelsyndrom links, und (viertens) eine Periarthropathia genu beidseits mit/
bei St. n. Verkehrsunfall 2/02. Dr. med. B._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
hatte am 23. August 2003 erklärt, die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit betrage
zurzeit seit dem 28. Februar 2002 80 % (in einer leichten Tätigkeit als
Serviceangestellte oder Fabrikarbeiterin in zeitlich begrenztem Rahmen) und dürfte
selbst bei erfolgreicher Psychotherapie 50 % nicht unterschreiten. Er hatte unter
anderem eine posttraumatische Belastungsstörung (seit 28.2.2002) und eine ängstlich-
unsichere Grundpersönlichkeit diagnostiziert. Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle
des Kantons St. Gallen schloss sich der Beurteilung der liechtensteinischen IV an und
sprach der Versicherten am 27. Mai 2004 (IV-act. 33) ab 1. Oktober 2002 eine ganze
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Rente zu, nachdem sie bereits am 6. Mai 2004 über den entsprechenden Anspruch ab
1. Mai 2004 verfügt hatte. Der Invaliditätsgrad betrage 85 % (Valideneinkommen
Fr. 47'990.--, Invalideneinkommen Fr. 7'150.--). Es sei mit einer Verbesserung des
Gesundheitszustandes zu rechnen (vgl. IV-act. 27).
A.b In einem Fragebogen für die Revision gab die Versicherte am 16. November 2004
an, ihr Gesundheitszustand sei gleich geblieben. Dr. A._ gab am 29. November 2004
(IV-act. 87) bekannt, der Gesundheitszustand der Versicherten sei stationär. Die
Nacken- und Kopfschmerzen hätten angehalten, die Handgelenks- und
Handschmerzen und Parästhesien seien etwas geringer geworden. In letzter Zeit habe
sie häufig Kreuzschmerzen gehabt. Trotz Therapie habe sie auch noch depressive
Verstimmungen. Seit ca. einem Jahr führe sie an durchschnittlich ca. acht Stunden pro
Woche Degustationen durch und habe angegeben, dass die Schmerzen nach einer bis
zwei Stunden massiv zunehmen würden. Am 3. März 2005 (IV-act. 44) teilte die IV-
Stelle der Versicherten mit, es sei keine Änderung festgestellt worden, die sich auf die
Rente auswirke. Der Invaliditätsgrad betrage 91 %.
A.c Am 5. Juli 2005 erkundigte sich die IV-Stelle St. Gallen bei der Versicherten nach
ihren aktenkundig drei Arbeitgebern. Dr. A._ bezeichnete den Gesundheitszustand in
seinem Verlaufsbericht vom 6. September 2005 wiederum als stationär.
Dazugekommen sei ein Hallux valgus bds. mit Fussbeschwerden. Die Versicherte habe
erklärt, in diesem Jahr nur dreimal als Degustatorin gearbeitet zu haben. Nach acht
Stunden langem Stehen habe sie massivste Beschwerden gehabt. Die IV-Stelle gab
der Versicherten am 19. September 2005 (IV-act. 59) bekannt, der Invaliditätsgrad
betrage nun 76 %, womit weiterhin die bisherige Rente ausgerichtet werde.
A.d Im Fragebogen für die Revision vom 20. Dezember 2007 gab die Versicherte an, ihr
Gesundheitszustand habe sich seit ca. Juli 2007 verschlimmert. Dr. A._ hielt im
Verlaufsbericht vom 17. Januar 2008 (IV-act. 63) dafür, ihr Gesundheitszustand sei
stationär. Die Versicherte habe in den letzten Monaten zunehmend über anhaltende
Fussschmerzen geklagt. Sie klage auch über Schmerzen lumbal links. Die Nacken- und
Kopfschmerzen seien ungefähr gleich geblieben. Die Arme würden etwas weniger
einschlafen. Die Depression habe sich mit der Behandlung etwas stabilisiert. Auch
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dieses Mal blieb es bei einem unveränderten Rentenanspruch (Mitteilung vom
28. Januar 2008; IV-act. 66).
B.
B.a Am 18. Februar 2008 setzte die liechtensteinische IV die IV-Stelle St. Gallen in
Kenntnis über einen Vorbescheid (IV-act. 68), wonach sie den Rentenanspruch der
Versicherten auf eine halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad von 55 % herabzusetzen
beabsichtige. Die Symptome der posttraumatischen Belastungsstörung seien nicht
mehr vorhanden und auch die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode
könne seit längerem nicht mehr verifiziert werden. Eine leichte Arbeit sei halbtags
zumutbar.
B.b Die Versicherte hatte in einem Fragebogen zuhanden der liechtensteinischen
Versicherung am 20. April 2007 angegeben, ihr Zustand habe sich seit ca. zwei Jahren
verschlimmert. Dr. A._ hatte am 4. Mai 2007 bestätigt, dass sich eine
Verschlechterung ergeben habe. Es seien zunehmend Fussschmerzen beidseits zu
beklagen, auch nachts. Die Versicherte sei deswegen im Spital Grabs untersucht
worden. Die Depressionen hätten sich durch weitere psychiatrische Behandlung etwas
gemildert. Das Spital Grabs hatte eine fachärztliche Begutachtung befürwortet.
B.c Einem interdisziplinären Gutachten der Klinik Valens vom 15. Januar 2008 (IV-
act. 69) waren folgende Hauptdiagnosen zu entnehmen:
1. Chronifiziertes, therapierefraktäres zervikozephales Schmerzsyndrom mit/bei
- fortgeschrittenen degenerativen Veränderungen im Bereiche der unteren
Halswirbelsäule mit
- eingeengten Neuroforamina C5 bis C7
- Hypermobilität im Segment C4/5
- Zustand nach kraniozervikalen Beschleunigungstraumata ca. 1986, ca. 1993
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und 28.4.2002
2. Chronisches thorakolumbospondylogenes Syndrom mit/bei
- linkskonvexer Rotationsskoliose
- Retrolisthesis L4 gegenüber L5
- Osteochondrosen und Spondylosen L3 bis L5
3. Dekompensierte therapierefraktäre (Knick-)Senk-Spreizfüsse beidseits mit Meta-
tarsalgie und entzündlichen Veränderungen
4. Eingeschränkte Handfunktion mit/bei
- linksseitiger STT-Arthrose
- mässiger Rhizarthrose
- algodystrophiebedingten Kontrakturen PIP-Gelenk 4 und 5 rechts, einge-
schränkter Handgelenksfunktion rechts.
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien die Diagnosen akzentuierter
Persönlichkeitszüge (ängstlich-abhängige Persönlichkeitszüge) und einer beginnenden
Gonarthrose bei Status nach Arthroskopie links mit medialer Meniskusteilresektion
1997 und 2001 mit Shaving. Die Tätigkeiten als Serviceangestellte und als
Maschinenbedienerin seien der Versicherten - schon aus somatisch-ergonomischer
Sicht - nicht mehr zumutbar. Eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit wäre ihr
hingegen halbtags zumutbar. Das Gutachten umfasste eine psychiatrische
Teilbegutachtung durch Dr. med. C._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
FMH.
B.d Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung (Dr. med. D._)
erklärte am 28. Februar 2008 (IV-act. 77), es sei insofern eine Verbesserung
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ausgewiesen, als psychiatrisch gesehen keine Arbeitsunfähigkeit mehr vorliege. Es sei
von einer Arbeitsfähigkeit der Versicherten in adaptierter Tätigkeit von 50 %
auszugehen.
B.e Mit Vorbescheid vom 17. März 2008 (IV-act. 81 f.) stellte die IV-Stelle St. Gallen der
Versicherten eine Herabsetzung ihres Anspruchs von einer ganzen auf eine halbe Rente
in Aussicht (Valideneinkommen Fr. 50'788.--, Invalideneinkommen Fr. 22'896.--).
B.f Die Versicherte liess am 2. Mai 2008 (IV-act. 86) einwenden, es sei von einer
Reduktion der Rente abzusehen. Der Invaliditätsgrad betrage mindestens 70 %. Die
Klinik Valens habe bei der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit nicht alle
gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Versicherten berücksichtigt, insbesondere
nicht die starken Schmerzen. Es sei nicht nachvollziehbar, mit welcher konkreten
Tätigkeit sie auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ein Einkommen von Fr. 22'896.--
sollte erzielen können. Dass es angepasste Tätigkeiten gebe, werde bestritten, ebenso,
dass die Versicherte selbst auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt vermittelbar wäre.
Beides sei durch ein Gutachten zu klären. Das erzielbare Einkommen mache erheblich
weniger als Fr. 15'236.-- aus.
B.g Mit Verfügung vom 22. Mai 2008 (IV-act. 89) setzte die Sozialversicherungsanstalt/
IV-Stelle des Kantons St. Gallen den Rentenanspruch der Versicherten ab 1. Juni 2008
auf eine halbe Rente herab.
C.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt Dr. iur. Werner Ritter für die
Betroffene am 23. Juni 2008 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei
festzustellen, dass der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin mindestens 70 %
betrage, womit ihr weiterhin eine volle (wohl: ganze) Rente auszurichten sei. Nach
Angaben der Klinik Valens sollten in einer angepassten Tätigkeit die Hockeposition nie,
Stehen an Ort nur selten und vorgeneigtes Stehen und längeres Stehen/Gehen nur
manchmal vorkommen und nach Bedarf unterbrochen werden können. Die Klinik habe
insbesondere die starken Schmerzen der Beschwerdeführerin nicht berücksichtigt. Ihre
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Empfehlungen beruhten auf medizinisch-theoretischen Überlegungen und nicht auf
einem Vergleich mit konkreten Arbeitsstellen. Andernfalls hätte sich ergeben, dass es
keine Stellen gebe, die den gesundheitlichen Möglichkeiten der Beschwerdeführerin
entsprächen. Es sei nicht nachvollziehbar, mit welcher Tätigkeit sie bei ihrer
Vorbildung, ihren intellektuellen Fähigkeiten und ihrer Berufserfahrung sowie ihren
gesundheitlichen Einschränkungen ein Einkommen in der Höhe des angerechneten
Invalideneinkommens erzielen könnte. Die Beschwerdegegnerin benenne denn auch
keine einzige zugängliche praktische Tätigkeit. Aus der Verfügung ergebe sich nicht,
von welchen effektiven beruflichen Möglichkeiten der Beschwerdeführerin die
Beschwerdegegnerin ausgehe. Zu einem Lohn von Fr. 22'896.-- würde die
Beschwerdeführerin kein Arbeitgeber einstellen. Massgebend seien nicht theoretische
Erwerbsmöglichkeiten. Nur das Risiko der Arbeitslosigkeit gehe zulasten der
Beschwerdeführerin, nicht aber fehlende Vermittelbarkeit wegen gesundheitlicher
Beeinträchtigungen. Der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin betrage nach wie vor
mehr als 70 %.
D.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 7. August 2008 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Es sei nicht ersichtlich und werde auch nicht
dargelegt, inwiefern das Gutachten der Klinik Valens rechtsfehlerhaft sein sollte. Für die
Arbeitsfähigkeit seien objektive Faktoren massgebend. Die Schmerzen seien aus
invalidenversicherungsrechtlicher Sicht nur insofern relevant, als sie durch
entsprechende Befunde objektiviert werden könnten. Die Abklärung sei polydisziplinär
umfassend erfolgt und genügend aussagekräftig. Die Beschwerdeführerin habe vor
Eintritt der invalidisierenden Beschwerden 2001 ein monatliches Einkommen von
Fr. 3'200.-- oder jährlich (einschliesslich Gratifikation) Fr. 41'600.-- erzielt. Für die
Beschwerdeführerin danach noch geeignete Tätigkeiten seien etwa leichtere
Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier-, Prüf- sowie Verpackungsarbeiten, leichtere
Arbeiten bei der Lager- und Ersatzteilbewirtschaftung sowie Kurier- und leichtere
Lieferdienste. Für 2001 sei von einem durchschnittlichen Einkommen von Fr. 46'911.--
auszugehen. Weil dieser Betrag höher sei als das Valideneinkommen, sei das
durchschnittliche Einkommen entsprechend zu reduzieren. Da auch mittelschwere
Tätigkeiten noch möglich seien, ein Leidensabzug aber nur in Frage komme, wenn eine
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versicherte Person lediglich noch leichte Hilfstätigkeiten ausführen könne, brauche
keine weitere Reduktion im Sinne eines Abzugs zu erfolgen. Das Invalideneinkommen
mache somit Fr. 20'800.-- aus. Es bestehe lediglich noch Anspruch auf eine halbe
Rente.
E.
Mit Replik vom 14. Januar 2009 beantragt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
für sie ergänzend eventualiter eine Rückweisung zur Abklärung und Anordnung von
medizinisch-rehabilitativen und beruflichen Massnahmen für die Wiedereingliederung.
Es sei das von der liechtensteinischen IV im Rechtsmittelverfahren bei Dr. med. E._,
Facharzt für Orthopädie, in Auftrag gegebene Gutachten beizuziehen. Selbst wenn es
Arbeitsstellen gäbe, die den gesundheitlichen Möglichkeiten der Beschwerdeführerin
angepasst wären, könnte sie ihr Potential für eine Berufstätigkeit nur mit Hilfe
medizinisch-rehabilitativer und beruflicher Massnahmen ausschöpfen. Ohne solche
Massnahmen sei eine Arbeitssuche aussichtslos, umso mehr, als die
Beschwerdeführerin eine neue Tätigkeit suchen müsse, für die sie weder über
berufliche Voraussetzungen noch praktische Erfahrungen verfüge. Sie sei seit Jahren
nur in einem geringen Umfang und nur noch sporadisch und seit dem 28. Februar 2002
praktisch nicht mehr beruflich tätig gewesen. Die liechtensteinische IV sei zur Einsicht
gekommen, die bisherigen medizinischen Abklärungen genügten nicht. Gerade die
Schmerzen beeinträchtigten die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin massiv. Das
Gutachten enthalte aber für diese - nicht etwa eingebildeten - Schmerzen keine
genügende Diagnose, weshalb weitere Abklärungen nötig seien. Massgebend sei nicht
die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit. Die Beschwerdegegnerin stelle neu ein
Invalideneinkommen von Fr. 20'800.-- einem Valideneinkommen von Fr. 41'600.--
gegenüber. Auszugehen sei aber vom aktuell erzielbaren Einkommen. Bei den von der
Beschwerdegegnerin genannten Tätigkeiten sei in allen Fällen Stehen am Ort,
vorgeneigtes Stehen und längeres Stehen und Gehen erforderlich. Für die
Beschwerdeführerin komme ausserdem nur eine Tätigkeit in Wechselbelastung in
Frage. Alle diese Einschränkungen zusammen verunmöglichten es der
Beschwerdeführerin, selbst auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt eine angepasste
Stelle zu finden. Erzielbar seien erheblich weniger als Fr. 12'480.--. Sollte das Gericht
wider Erwarten zur Auffassung gelangen, die Beschwerdeführerin sei zu 50 %
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erwerbsfähig, so könnte sie diese Fähigkeit nur mit Unterstützung beruflicher
Eingliederungsmassnahmen verwerten.
F.
Die Beschwerdegegnerin hat am 2. Februar 2009 auf die Erstattung einer Duplik
verzichtet und das Gutachten von Dr. E._ vom 16. Dezember 2008 zu den Akten
gegeben. Der Orthopäde hatte als Hauptdiagnosen ein chronisches Zervikalsyndrom
(seit 2002) bei Osteochondrose C5/6/7, ein chronisches Lumbovertebralsyndrom (seit
2002) bei Osteochondrose L3/4 und Skoliose, einen Mb. Sudeck bei Zustand nach
Carpaltunnelspaltung linke Hand (seit 9.2008) und einen Zustand nach Mb. Sudeck
rechte Hand angegeben. Nicht von Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien die
Metatarsalgie beidseits bei Spreizfuss und der Hallux valgus sowie eine beginnende
Gonarthrose links. Die Tätigkeit als Serviceangestellte oder Maschinenbedienerin sei
nicht mehr möglich, und zwar seit Oktober 2001. Zurzeit sei die Versicherte zu 100 %
arbeitsunfähig, weil nach der Operation am linken Handgelenk eine Schmerz- und
Funktionsstörung bestehe, wie sie auch nach der Operation rechts eingetreten
gewesen sei, doch handle es sich nicht um eine Arbeitsunfähigkeit auf Dauer (bis Ende
2008). Leichte Arbeiten unter verschiedenen Voraussetzungen seien der
Beschwerdeführerin zu 50 % (halbtags) möglich. Von 2002 bis 2005 sei sie (sc. in
orthopädischer Hinsicht) in einer angepassten Tätigkeit nicht arbeitsunfähig gewesen,
seit 2006 hingegen infolge der degenerativen Veränderungen und der Verschlechterung
der radiologischen Befunde. Seine Einschätzung decke sich mit jener der Klinik Valens.
Ein Unterschied ergebe sich allein zur Einschätzung von Dr. B._ bezüglich der
Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung. Dr. C._ habe jene Diagnose
allerdings nicht mehr gestellt.
G.
Am 5. März 2009 wurde das Verfahren bis zum Vorliegen eines von der
liechtensteinischen IV angeordneten psychiatrischen Gutachtens sistiert. Am 31. Juli
2009 hat der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin das Gutachten von Dr. F._,
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Facharzt für Psychiatrie und Neurologie und Psychotherapeut, vom 21. April 2009
eingereicht. Dr. F._ hatte darin festgehalten, auf rein neuropsychiatrischem Gebiet sei
die Belastbarkeit der Beschwerdeführerin nicht eingeschränkt. Relevante Diagnosen
auf psychiatrischem Gebiet mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit lägen nicht vor.
H.
Die Beschwerdegegnerin hat am 14. August 2009 auf eine Stellungnahme verzichtet.

Erwägungen:
1.
1.1 Mit der angefochtenen Verfügung vom 22. Mai 2008 hat die Beschwerdegegnerin
den bisherigen, formell rechtskräftig festgesetzten Anspruch der Beschwerdeführerin
auf eine ganze Rente nach einem Anpassungsverfahren von Amtes wegen mit Wirkung
ab 1. Juni 2008 auf eine halbe Rente herabgesetzt.
1.2 Über berufliche Massnahmen hat die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen
Verfügung nicht ausdrücklich entschieden. Sie hat lediglich auf die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin von 50 % verwiesen. Bevor eine Rente revisionsweise
herabgesetzt werden kann, muss geprüft werden, ob die Verwertbarkeit der
wiedererlangten Arbeitsfähigkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt tatsächlich
gegeben ist oder ob es hierzu vorerst beruflicher Massnahmen bedarf (vgl.
Bundesgerichtsentscheid i/S S. vom 28. April 2008, 9C_720/07). Sowohl die
Rentenfrage als auch die Frage eines allfälligen Anspruchs auf berufliche Massnahmen
bilden vorliegend demnach Anfechtungsgegenstand.
1.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
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1.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur
Rentenrevision gibt nach der auch unter dem ATSG massgeblichen Rechtsprechung
jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349 f.
E. 3.5). Eine bloss unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich
gebliebenen Sachverhaltes stellt dagegen praxisgemäss keine revisionsbegründende
Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2b; SVR 1996 IV Nr. 70 S. 203). Ob eine
revisionsbegründende Änderung eingetreten ist, beurteilt sich nach einer neuen
Rechtsprechung durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten (der
versicherten Person eröffneten) rechtskräftigen Verfügung bestand, welche auf einer
materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung,
Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten
für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht
(BGE 133 V 108), mit demjenigen zur Zeit der streitigen Neubeurteilung (BGE 130 V 351
E. 3.5.2; BGE 125 V 369 E. 2).
2.
2.1 Für die erstmalige Zusprechung des Rentenanspruchs war das Arztzeugnis von
Dr. B._ vom 23. August 2003 massgebend gewesen, wonach aus psychiatrischen
Gründen (aufgrund einer posttraumatischen Belastungsstörung) eine Arbeitsunfähigkeit
von 80 % bestehe. Daneben hatten ein cervicocephales Schmerzsyndrom, eine Su
deck-Dystrophie der rechten Hand, ein Carpaltunnelsyndrom links und eine
Periarthropathia genu beidseits vorgelegen, welche aber die Arbeitsfähigkeit in einer
angepassten Tätigkeit unbeschadet gelassen hatten.
2.2 In dem von der liechtensteinischen IV eingeleiteten Anpassungsverfahren hatten
die Beschwerdeführerin und Dr. A._ (am 4. Mai 2007) angegeben, es habe sich eine
Verschlechterung eingestellt. Zugenommen hatten danach Fussbeschwerden der
Beschwerdeführerin, während sich die Depressionen etwas gemildert hatten. Am
17. Januar 2008 hatte der Arzt wieder von einem stationären Gesundheitszustand
berichtet. Die interdisziplinäre Begutachtung in der Klinik Valens ergab gemäss dem
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Gutachten vom 15. Januar 2008, dass der Beschwerdeführerin in einer
Gesamtbeurteilung ihrer Beschwerdesituation und Funktionsdefizite eine leichte,
wechselbelastende Tätigkeit halbtags zumutbar sei. Günstig sei, dass keine
psychiatrische Diagnose mit Beeinflussung der Arbeitsfähigkeit mehr zu stellen sei. Die
Beschwerdegegnerin hat auf diese gutachterliche Einschätzung abgestellt.
2.3 Das Gutachten basiert auf einer rheumatologisch-orthopädischen, neurologischen
und internistischen Untersuchung, einer psychiatrischen Teilbegutachtung (durch
Dr. C._) und einer Evaluation der arbeitsbezogenen funktionellen Leistungsfähigkeit
(EFL). Ausserdem wurden aktuelle Röntgenaufnahmen der HWS, der BWS, der LWS,
des Beckens und der Hände erstellt und beurteilt. Berücksichtigt wurden ferner die
Akten und die stationäre Krankengeschichte aus dem Jahr 2002. Die
Beschwerdeführerin wurde nach ihren Beschwerden befragt. Die Begutachtung ist
daher umfassend abgestützt.
2.4 Die Beschwerdeführerin lässt einwenden, die Klinik habe ihre starken Schmerzen
nicht berücksichtigt und ihre Empfehlungen seien lediglich medizinisch-theoretisch. Die
Beschwerdeführerin hatte konstante zervikookzipitale Schmerzen, die sehr intensiv sein
könnten, Handschmerzen, lumbale und ausgesprochene Fussschmerzen bei der
Begutachtung geschildert. Objektiv wurden hernach entsprechende somatische
Befunde erhoben und es wurde unter anderem ein zervikozephales Schmerzsyndrom
diagnostiziert. Es findet sich kein Hinweis, der annehmen lassen müsste, dass die
Schmerzsituation der Beschwerdeführerin unter ärztlicher Kontrolle nicht beherrschbar
und nicht korrekt gewürdigt worden wäre. Ausserdem wurde die Leistungsfähigkeit der
Beschwerdeführerin in einzelnen arbeitsbezogenen Funktionen erhoben. Die
Abklärungen beziehen sich nicht auf das Anforderungsprofil einer bestimmten
Arbeitsstelle, aber sie sind für detaillierte Funktionen konkret erhoben worden und
bieten deshalb eine Grundlage für verschiedene Profile. Die Aussagekraft des
Gutachtens ist gerade durch diese Abklärungen als hoch zu werten.
2.5 Die späteren, nach Erlass der angefochtenen Verfügung vorgenommenen
orthopädischen und psychiatrischen Abklärungen ergaben kein anderes Bild der
Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Dr. E._ schätzte ihre Arbeitsfähigkeit
ebenfalls auf 50 % ein, Dr. F._ stellte aus neuropsychiatrischer Sicht keine
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Einschränkung ihrer Belastbarkeit fest (wobei unklar ist, inwiefern es sich um ein
"Gesamtgutachten" handeln soll, da kein ausdrücklicher Verweis auf die faktisch
eingebauten Feststellungen von Dr. E._ ersichtlich ist). Auf das Ergebnis der
Begutachtung durch die Klinik Valens kann unter diesen Umständen ohne weiteres
abgestellt werden. Es lässt sich daraus ersehen, dass sich insofern eine Veränderung
im massgeblichen Sachverhalt ergeben hat, als keine psychiatrische Diagnose mehr zu
stellen war, welche die Arbeitsfähigkeit beeinflusst hätte. Die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin in adaptierter Tätigkeit wurde insgesamt auf 50 % eingeschätzt.
3.
3.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird nach Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen). Bei der Bestimmung des Invalideneinkommens ist
nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen,
in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität - wie
die Beschwerdeführerin - keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue
Erwerbstätigkeit aus, so können nach der Rechtsprechung statistische Werte
(Tabellenlöhne) beigezogen werden (BGE 129 V 472 E. 4.2.1, Bundesgerichtsentscheid
i/S C. vom 19. Juni 2008, 9C_81/2008).
3.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, ihren gesundheitlichen Anforderungen
entsprechende Stellen seien selbst auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht
verfügbar und sie sei selbst dort nicht vermittelbar. Unbestrittenermassen wird von der
Fiktion des ausgeglichenen Arbeitsmarktes ausgegangen (vgl. BGE 129 V 480 E. 4.2.2),
der dazu dient, die Risiken Arbeitslosigkeit und Invalidität voneinander abzugrenzen
(vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S C. vom 16. Juli 2003,
I 758/02; BGE 110 V 276 E. 4b), und kommt es einzig darauf an, ob und in welchem
Rahmen die Beschwerdeführerin die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich
nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften
entsprächen (AHI 1998 S. 291 E. 3b). Ein solcher ausgeglichener Arbeitsmarkt
beinhaltet von seiner Struktur her sowohl bezüglich der beruflichen und intellektuellen
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Voraussetzungen als auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes einen Fächer
verschiedenartiger Stellen (Entscheide des Bundesgerichts i/S K. vom 6. Mai 2008,
8C_319/2007, und i/S L. vom11. Juni 2007, I 402/06; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b).
Allerdings dürfen keine realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten berücksichtigt werden.
Insbesondere kann von einer zumutbaren Tätigkeit im Sinne von Art. 16 ATSG dort
nicht gesprochen werden, wo sie nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie
der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht
realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre
und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb von vornherein als
ausgeschlossen erscheint (solche Verhältnisse hat das Eidgenössische
Versicherungsgericht etwa im Entscheid i/S G. vom 19. Februar 2001, I 65/00,
vorgefunden).
3.3 Bei der EFL zeigten sich als funktionelle Probleme der Beschwerdeführerin
Funktionsstörungen in beiden Füssen (verminderte Fussstatik) und der LWS mit
ungenügender aktiver Stabilisationsfähigkeit. Es habe sich eine allgemein verminderte
Kraft und Kraftausdauer der Rumpf-, Becken- und Beinmuskulatur gezeigt. Die in den
Tests ermittelte körperliche Leistungsfähigkeit entspreche einer leichten bis
mittelschweren Tätigkeit (maximale Gewichtsbelastung: 15 kg, selten) in
Wechselbelastung. Aus ergonomisch-somatischer Sicht sei die Arbeitszeit initial
halbtags zu leisten, nach einer Einarbeitungsphase von zwei bis drei Monaten sollte
dann eine Steigerung auf eine ganztägige Arbeitszeit möglich sein. Es bestünden
diverse Einschränkungen: Eine Arbeit in Hockeposition sollte nie vorkommen, Stehen
an Ort sollte nur selten vorkommen, vorgeneigtes Stehen und längeres Stehen/Gehen
sollte nur manchmal vorkommen und nach Bedarf unterbrochen werden können.
Diesen - gemäss dem Gutachten allerdings aus einer polytopen Diagnosesituation sich
ergebenden - Einschränkungen lässt sich in verschiedenen Tätigkeiten durchaus
Rechnung tragen. Es gibt keinen Grund zur Annahme, die von der
Beschwerdegegnerin bezeichneten Anstellungen für leichtere Maschinenbedienungs-,
Kontroll-, Sortier- oder Verpackungsarbeiten liessen sich nicht ohne die von der
Beschwerdeführerin zu meidenden Haltungen ausüben. Es kann davon vielmehr
ausgegangen werden, dass auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt ausreichend viele
Stellen zur Verfügung stehen, die auch unter Einhaltung der medizinischen
Erfordernisse (in meist sitzender Position) erledigt werden können. Es rechtfertigt sich
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daher, zur Bestimmung des Invalideneinkommens die Tabellenlöhne heranzuziehen,
und zwar - wie es auch die Beschwerdegegnerin befürwortet - dieselben, wie sie auch
für das Valideneinkommen der Beschwerdeführerin massgebend sind. Unter diesen
Umständen ist - im Ergebnis - ein Prozentvergleich zu tätigen; der Invaliditätsgrad
entspricht unter solchen Verhältnissen dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter
Berücksichtigung des Abzuges vom Tabellenlohn (Entscheide des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts i/S M. vom 8. Juni 2005, I 552/04 E. 3.4, und i/S Z. vom 19.
November 2003, I 479/03 E. 3.1). Da den gegebenen Verhältnissen keinesfalls ein
Abzug von 20 % oder mehr angemessen erscheint, ergibt sich ein Invaliditätsgrad, der
zum Bezug einer halben Rente berechtigt.
4.
4.1 Die Beschwerdeführerin wendet ein, sie werde ihre Resterwerbsfähigkeit erst nach
Unterstützung durch berufliche Massnahmen verwerten können. Nach der
Rechtsprechung (ZAK 1969 S. 385; ZAK 1980 S. 508; Entscheide des Bundesgerichts
i/S S. vom 28. April 2008, 9C_720/07, und i/S B. vom 27. Mai 2008, 9C_24/08) besteht
der Anspruch auf eine Rente so lange weiter, als die bestehende Erwerbsunfähigkeit
nicht (oder noch nicht) mit geeigneten Eingliederungsmassnahmen tatsächlich
behoben oder rentenausschliessend verringert werden konnte. Vorliegend kann davon
ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin, die als Hilfsarbeiterin zu
betrachten ist, ohne berufliche Massnahmen in der Lage ist, ihre wiederaufgelebte
Arbeitsfähigkeit von 50 % auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in einer adaptierten
Tätigkeit zu verwerten. Vor dem Verfügungserlass war im Übrigen noch kein
Arbeitsvermittlungsgesuch gestellt worden.
4.2 Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin den
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin anpassungsweise auf eine halbe Rente
herabgesetzt hat.
4.3 Da die angefochtene Verfügung am 22. Mai 2008 erging, hätte die Herabsetzung
allerdings erst ab 1. Juli 2008 erfolgen dürfen. Denn nach Art. 88 Abs. 2 lit. a IVV
erfolgt die Herabsetzung oder Aufhebung der Renten frühestens vom ersten Tag des
zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden Monats an.
bis
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5.
5.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde insofern teilweise
gutzuheissen, als die angefochtene Verfügung vom 22. Mai 2008 dahingehend
abzuändern ist, dass die Herabsetzung auf eine halbe Rente ab 1. Juli 2008 erfolgt. Im
Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Als
unterliegende Partei hat die Beschwerdeführerin die Gerichtskosten zu bezahlen (vgl.
Art. 95 Abs. 1 VRP). Die Korrektur der angefochtenen Verfügung in bezug auf den
Revisionszeitpunkt rechtfertigt keine Aufteilung der Kosten. Diese sind für den
Zwischenentscheid und das Hauptverfahren ermessensweise auf Fr. 800.-- zu
veranschlagen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist anzurechnen, sodass
die Beschwerdeführerin noch Gerichtskosten von Fr. 200.-- nachzuzahlen hat. Eine
Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG