Decision ID: 8fcd3361-6121-43d9-be90-1037faed886f
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Hochreutener, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 15. März 2010 unter Hinweis auf Beschwerden im Rücken-
und Nackenbereich, massive Kopfschmerzen sowie einen tiefen Blutdruck zum Bezug
von IV-Leistungen an (IV-act. 2-1 ff). Die letzte Arbeitsgeberin, die B._ , berichtete der
IV-Stelle am 10. Mai 2010, die Versicherte sei vom 1. Juni 2008 bis 12. August 2009 in
Vollzeit (42 Stunden pro Woche) und vom 13. August 2009 bis 31. März 2010 in Teilzeit
(21 Stunden pro Woche) als Pflegehelferin im Unternehmen tätig gewesen. Das
Arbeitsverhältnis sei durch die Arbeitgeberin aufgelöst worden. In der ursprünglichen
Tätigkeit würde die Versicherte aktuell Fr. 65'400.-- verdienen (IV-act. 13-1 ff.).
A.b Im Auftrag der involvierten Krankentaggeldversicherung erstattete Dr. med. C._,
Facharzt FMH für Rheumatologie und Innere Medizin, am 17. Mai 2010 ein
rheumatologisches Gutachten mit Untersuchungsdatum vom 6. Mai 2010. Er gab an, er
habe folgende Diagnosen erhoben: chronisches lumbovertebrales und
lumbospondylogenes Syndrom links, anamnestisch gastroösophageale Refluxkrankheit
sowie Status nach vasovagaler Synkope am 8. März 2010. Er führte weiter aus, die
Versicherte könne eine leidensangepasste, zurzeit leichte bis höchstens mittelschwere
Tätigkeit medizinisch theoretisch aus rheumatologischer Sicht zu 100% ausüben.
Praktisch limitierend dürften die krankheitsfremden ungünstigen sozialen
Rahmenbedingungen und die regressive Schmerzverarbeitung sein (nicht nummerierte
Fremdakten G 4.2).
A.c Am 11. Oktober 2010 reichte Dr. med. D._, leitender Arzt der medizinischen
Klinik Rheumatologie des Spitals E._, der IV-Stelle einen Untersuchungsbericht ein.
Er nannte folgende Diagnosen: Panvertebralsyndrom sowie aktuell Exazerbation der
lumbalen Schmerzkomponente mit einem massiven schädlichen Analgetikakonsum (IV-
act. 32-1 f.). Der behandelnde Arzt Dr. med. F._, FMH Innere Medizin, berichtete am
2. November 2010, er habe ein panvertebrales Syndrom, ein chronisches
Müdigkeitssyndrom sowie eine psycho-soziale Belastungssituation diagnostiziert. Er
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empfahl eine unabhängige medizinische Beurteilung/Abklärung (IV-act. 40-1 f.). Am
26. November 2010 erstattete die Klinik aarReha Schinznach einen Bericht über die
stationäre Rehabilitation der Versicherten vom 8. bis 26. November 2010. Sie gab als
Diagnosen ein panvertebrales Schmerzsyndrom und einen Vitamin D-Mangel an und
hielt anschliessend fest, aktuell gehe sie aus rheumatologisch/internistischer Sicht von
einer Arbeitsunfähigkeit der Versicherten von 100 % aus; eine schrittweise Steigerung
der Arbeitsfähigkeit für körperlich leicht belastende Tätigkeiten sollte möglich sein (IV-
act. 43-1 ff.).
A.d Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Medizinische Abklärungsstelle (MEDAS)
Ostschweiz am 9. März 2011 ein polydisziplinäres Gutachten. Die Sachverständigen
nannten als Diagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit ein diffuses
chronisches Schmerzsyndrom panvertebral, cervicocephal, pectoral und lumbofemoral
links mit vielen vegetativen Begleitbeschwerden, bildgebend in den MRI vom Mai und
Dezember 2010 degenerative Veränderungen der unteren zwei Bewegungssegmente
sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung mit psychosozialer Belastung,
einhergehend mit einer leichten depressiven Störung mit somatischem Syndrom. Als
Nebendiagnosen ohne wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gaben sie einen
Vitamin D-Mangel und eine Adipositas an. Sie attestierten eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit der Versicherten in der früheren Tätigkeit als Pflegehelferin und eine
80%ige Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte bis auch mittelschwere rückenadaptierte
Tätigkeiten ohne ausgesprochene Stressbelastungen oder Zwangshaltungen. Die
Sachverständigen hielten dazu fest, die Einschränkungen ergäben sich weniger
aufgrund objektivierbarer Befunde, sondern vielmehr wegen multipler funktioneller
Beschwerden, v.a. im Sinne eines diffusen chronischen Schmerzsyndroms in
Kombination mit den bekannten psychosozialen Belastungsfaktoren. Die
Einschränkung für adaptierte Tätigkeiten werde unter Beachtung der somatischen und
psychischen Aspekte auf ca. 20% im Sinne einer leicht verminderten Leistungsfähigkeit
wegen vermehrt nötiger Pausen geschätzt. Der psychiatrische Sachverständige hatte
angegeben, die Versicherte sei aus seiner Sicht zu 80-90% arbeitsfähig, wobei zu
berücksichtigen sei, dass sie aufgrund der empfundenen Schmerzen vermehrt Pausen
benötige. (IV-act. 51-1 ff.). RAD-Arzt Dr. med. G._, Facharzt für Allgemeinmedizin
FMH, hielt in einer internen RAD-Stellungnahme vom 11. Mai 2011 fest, das MEDAS-
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Gutachten sei umfassend und nachvollziehbar, so dass auf es abgestellt werden könne
(IV-act. 58).
A.e Mit einem Vorbescheid vom 22. September 2011 stellte die IV-Stelle der Ver
sicherten die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht. Sie begründete dies mit
einem Invaliditätsgrad von 27%, den sie ausgehend vom Durchschnittslohn männlicher
Hilfsarbeiter auf der Grundlage eines Arbeitsfähigkeitsgrades von 80% ermittelt hatte
(IV-act. 73, 75-1 f.). Dagegen liess die Versicherte am 28. Oktober 2011 Einwand
erheben. Sie beantragte die Zusprache einer Viertelsrente ab dem 1. August 2010;
eventualiter seien weitere Abklärungen zur Prüfung des Anspruchs auf eine
Invalidenrente in die Wege zu leiten (IV-act. 77-1 ff.). Die Versicherte legte ihrem
Schreiben den Bericht von Dr. med. H._, FMH Physikalische Medizin und
Rehabilitation, vom 7. Oktober 2011 (IV-act. 77-7 f.) bei. Dr. H._ nannte als
Diagnosen ein panvertebrales Schmerzsyndrom (bei muskulärer Dysbalance, aktiven
Spondylarthrosen L4/5 beidseits sowie L5/S1 und einer Diskushernie L1/2) und ein
Fibromyalgiesyndrom (DD: somatoforme Schmerzstörung bei Verdacht auf
Depression). Sie gab weiter an, die degenerativen Veränderungen L4 bis S1 könnten
nur einen kleinen Teil der Beschwerden erklären. Die bisher verwendeten
Medikamente, die Physiotherapie, das stationäre Rehabilitationsverfahren und die
Komplementärmedizin hätten keine Schmerzlinderung gebracht und auch die Infiltra
tionen hätten nur einen sehr kurzen Effekt gezeitigt. Sie sehe keine operative
Interventionsmöglichkeit und sie habe auch keinen neuen Behandlungsansatz oder
neue diagnostische Schritte. Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und der weiteren
Therapie sei dringend eine psychiatrische Beurteilung indiziert. RAD-Arzt Dr. G._ hielt
am 25. Januar 2012 in einer internen Stellungnahme fest, es sei unverändert an der
RAD-Stellungnahme vom 11. Mai 2011 festzuhalten (IV-act. 82). Mit einer Verfügung
vom 26. Januar 2012 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren ab. Sie ging neu von
einem Invaliditätsgrad von 37% aus, da sie das zumutbare Invalideneinkommen nun
ausgehend vom Durchschnittslohn der Hilfsarbeiterinnen ermittelt hatte (IV-act. 83-1
ff.).
B.
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B.a Gegen diese Verfügung richtete sich die am 29. Februar 2012 erhobene Be
schwerde, in der beantragt wurde, die Verfügung sei aufzuheben und der
Beschwerdeführerin sei ab dem 1. August 2010 eine Viertelsrente auszurichten.
Eventualiter sei die Streitsache zur Durchführung weiterer Abklärungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zudem sei die unentgeltliche Rechtspflege zu
bewilligen. Zur Begründung liess die Beschwerdeführerin im Wesentlichen ausführen,
es wäre selbst dann eine Teilrente geschuldet, wenn auf das Ergebnis der MEDAS-
Begutachtung abgestellt würde. Das von der Beschwerdegegnerin für das Jahr 2009
zugrunde gelegte Erwerbseinkommen von Fr. 65'400.-- sei im Einklang mit den
anerkannten Grundsätzen ermittelt worden und insoweit nicht zu beanstanden. Lege
man der Berechnung des Invalideneinkommens das aufgewertete LSE-Einkommen
2008 (Fr. 4'116.--) zugrunde, so ergebe sich ein Jahreseinkommen von Fr. 51'368.--
(Fr. 4'116.-- x 12 / 40 x 41.6); teuerungsbedingt resultiere mithin für 2009 (bei Annahme
einer 2.1%igen Teuerung) ein Invalideneinkommen von Fr. 52'446.--. Aufgrund der
auch von den IV-Gutachtern attestierten Einschränkung von 20% ergebe sich ein
Einkommen von Fr. 41'956.--. Dieser Betrag sei allerdings noch um einen
angemessenen Abzug zu kürzen. Mit Blick auf die starke Chronifizierung der
Gesundheitsbeeinträchtigung, den erhöhten Pausenbedarf, die Ausländereigenschaft
und die fehlende berufliche Qualifikation im Bereich einer angepassten Tätigkeit
erscheine ein leidensbedingter Abzug von 15% ohne Weiteres als gerechtfertigt und
ausgewiesen. Selbst wenn man der Beschwerdeführerin nur einen Abzug von 10%
zugestehen würde, resultierte immer noch ein Invalideneinkommen von Fr. 37'760.--.
Damit ergäbe sich noch ein IV-Grad von 42% und dementsprechend ein Anspruch auf
eine Viertelsrente. Da die Arbeitsunfähigkeit seit August 2009 bestehe, ergebe sich ein
Rentenbeginn per 1. August 2010. Mit Bezug auf den Eventualantrag sei im Rahmen
der Würdigung des MEDAS-Gutachtens folgendes zu beanstanden: Zum einen habe
sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der Begutachtung (Ende
Januar 2011) erneut wesentlich verschlechtert, was der aktuelle Bericht von Dr. H._
vom 7. Oktober 2011 belege. Zum anderen hätten sich die MEDAS-Gutachter
vorliegend nicht hinreichend mit den abweichenden Bewertungen der behandelnden
Ärzte auseinandergesetzt (G 1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 11. April 2012 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie im
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Wesentlichen aus, entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin ergebe sich aus dem
Bericht von Dr. H._ kein Hinweis darauf, dass sich der Gesundheitszustand seit der
MEDAS-Begutachtung verschlechtert hätte. Dr. H._ nenne ebensowenig wie die
Sachverständigen der MEDAS Befunde, welche die Bewegungseinschränkungen der
Beschwerdeführerin erklären könnten. Bei dieser lägen einzig funktionelle
Beschwerden vor, die IV-rechtlich nicht von Relevanz seien. Der Bericht von Dr. H._
enthalte im Übrigen keine Arbeitsfähigkeitsschätzung und setze sich auch nicht mit
dem MEDAS-Gutachten auseinander. Allein aufgrund des letzten Umstands könne
nicht auf den Bericht von Dr. H._ abgestellt werden. Es sei nicht ersichtlich, inwiefern
das MEDAS-Gutachten bezüglich der erhobenen Befunde und der gestellten
Diagnosen rechtsfehlerhaft sein sollte. In diesem Umfang komme diesem Gutachten
volle Beweiskraft zu. Demgegenüber stehe die psychiatrisch festgesetzte
Arbeitsfähigkeit von 80 bis 90% nicht im Einklang mit der Rechtsprechung des
Bundesgerichts. Die von der MEDAS festgestellte leichte depressive Störung sei nicht
invalidisierend, weil gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts eine solche
Diagnose nicht den Schweregrad einer die Arbeitsfähigkeit tangierenden psychischen
Erkrankung ausweise. Obwohl die MEDAS die entsprechende Rechtsprechung des
Bundesgerichts selbst richtig aufführe, habe sie der Beschwerdeführerin aufgrund des
wegen empfundener Schmerzen vermehrt benötigten Pausenbedarfs keine volle
Arbeitsfähigkeit attestiert, was widersprüchlich sei. Es seien im Wesentlichen
ätiologisch-pathogenetisch unerklärliche syndromale Leidenszustände beschrieben
worden, denen infolge fehlender Objektivierbarkeit jedoch keine invalidisierende
Wirkung zukomme. Demnach sei gemäss der Bundesgerichtspraxis von einer vollen
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus psychischen Gründen auszugehen.
Sodann lägen bei der Beschwerdeführerin aus körperlicher Sicht einzig
altersentsprechende degenerative Veränderungen im Rückenbereich vor. Die MEDAS
habe bei dieser Einschätzung vor allem das Schmerzsyndrom im gesamten
Rückenbereich berücksichtigt. Dies sei jedoch IV-rechtlich nicht zulässig. Ebensowenig
dürfe die vohandene Dekonditionierung bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung
berücksichtigt werden. Da die Beschwerdeführerin an keiner invalidisierenden
psychischen Erkrankung leide, sei es ihr aufgrund ihrer Selbsteingliederungs- und
Schadenminderungspflicht ohne Weiteres zumutbar, durch eine adäquate Lebensweise
die Folgen ihrer Dekonditionierung zu überwinden. Es sei demnach im Folgenden
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davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin auch in ihrer bisherigen Tätigkeit als
Pflegehelferin voll arbeitsfähig sei. Weitere medizinische Abklärungen seien unnötig,
weil die MEDAS die geltend gemachten Einschränkungen ausführlich abgeklärt habe.
Die invalidisierenden Beschwerden seien bei der Beschwerdeführerin seit August 2009
aufgetreten. Demnach könne das von ihr im Jahr 2008 erzielte Erwerbseinkommen als
Basis für die Berechnung des Valideneinkommens genommen werden, welches Fr.
61'100.-- (4'700.-- x 13) betrage. Das Invalideneinkommen entspreche dem
Valideneinkommen, da IV-rechtlich von einer vollen Arbeitsfähigkeit als Pflegehelferin
auszugehen sei. Selbst wenn man davon ausgehen würde, dass dem nicht so sei, hätte
die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine IV-Rente. Die Beschwerdeführerin
arbeite nicht mehr. Daher könne ihr Invalideneinkommen anhand der
Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für Statistik berechnet werden. Der
Durchschnittslohn habe im Jahr 2008 Fr. 51'368.-- betragen. Weil die
Beschwerdeführerin auch körperlich mittelschwere und nicht nur leichte Tätigkeiten
ausüben könne, sei entgegen ihrer Ansicht keine Reduktion nötig. Auch eine tiefe
berufliche Qualifikation und die Ausländereigenschaft rechtfertigten keinen Abzug, da
es sich um IV-fremde Faktoren handle. Der Invaliditätsgrad betrage mithin 16%.
Demnach sei kein Anspruch auf eine IV-Rente gegeben. Wie bereits ausgeführt,
betrage der IV-Grad bei korrekter Betrachtung lediglich 0% (act. G 4).
B.c Die Verfahrensleitung bewilligte am 30. April 2012 das Gesuch um unentgeltliche
Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung) für das Gerichtsverfahren (act. G 6).
B.d In der Replik vom 30. Mai 2012 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen
und der Begründung gemäss der Beschwerde fest. Sie liess ausführen, die blosse
Behauptung, der von den Gutachtern festgestellte vermehrte Pausenbedarf sei "nicht
plausibel", genüge bei weitem nicht, um das von der Beschwerdegegnerin selbst in
Auftrag gegebene und von ihr im Ergebnis als überzeugend anerkannte Gutachten
gleichsam selektiv wieder in Frage zu stellen. Eine solche partielle Anerkennung des
Gutachtens müsse als inkonsequent, widersprüchlich und äusserst problematisch be
wertet werden. Sodann werde entgegen der Behauptung der Beschwerdegegnerin von
den Gutachtern nicht quasi "durch die Hintertür" eine invalidisierende Komorbidität
bejahrt; vielmehr hätten die Experten mit Recht die (durch bildgebende Verfahren)
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objektivierten Befunde bezüglich des Rückenleidens ebenso wie die Chronifizierung
des Krankheitsverlaufs mit unveränderter bzw. gar verschlimmerter Problematik und
das Scheitern der bisherigen Behandlungen gewürdigt. Wenn sich die
Beschwerdegegnerin im Weiteren auch noch dazu berufen fühle, die ebenso
einstimmige wie überzeugende Beurteilung der Mediziner, wonach der
Beschwerdeführerin die bisherige Tätigkeit als Pflegehelferin nicht mehr möglich sei,
ernsthaft in Frage zu stellen, so missachte sie damit in unzulässiger Weise die
Kompetenz des Gutachters zur Bewertung der funktionellen Leistungsfähigkeit, ohne
über die entsprechende medizinische Fachkompetenz zu verfügen. Selbst der RAD-
Arzt attestiere für die angestammte Tätigkeit als Pflegehelferin eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit. Weshalb im Übrigen das Valideneinkommen nur noch Fr. 61'100.--
und nicht wie in Vorbescheid und Verfügung Fr. 65'400.-- betragen solle, sei von der
Beschwerdegegnerin nicht stichhaltig begründet worden. Schliesslich sei ein mindes
tens 10%iger leidensbedingter Abzug angesichts der Einschränkungen, welche erhöhte
Anforderungen an einen adaptierten Arbeitsplatz stellten und eine entsprechende
Rücksichtnahme des betreffenden Arbeitgebers verlangten, angemessen (act. G 9).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 11).

Erwägungen:
1.1 Als Invalidität gilt gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder
länger dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat
die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 70%,
auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie
mindestens zu 50% oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40% invalid
ist. Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist gemäss
Art. 28a Abs. 1 IVG Art. 16 ATSG anwendbar. Danach wird für die Bestimmung des
Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der
Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das
sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Der Einkommensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
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Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander
gegenübergestellt werden. Dabei sind Werte aus demselben Jahr beizuziehen.
1.2 Grundlage der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens ist die Arbeits
fähigkeitsschätzung. Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen zu können, ist
die Verwaltung - und im Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den
Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die
vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen
Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der
freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen
medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen
(BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte
Gutachten von externen Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und
Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der
Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der
Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb).
2.
2.1 Im Verwaltungsverfahren hat sich die Beschwerdegegnerin noch vollumfänglich
auf die Angaben im Gutachten der MEDAS Ostschweiz vom 9. März 2011 abgestützt,
d.h. sie ist davon ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin in der zuletzt ausgeübten
Tätigkeit als Pflegehelferin zu 100% arbeitsunfähig sei und dass sie in einer der
Gesundheitsbeeinträchtigung angepassten, sogenannt adaptierten Tätigkeit zu 80%
arbeitsfähig sei. Dagegen hat die Beschwerdeführerin bereits in ihrer Stellungnahme
zum Vorbescheid und dann auch in der Beschwerde eingewendet, dass diese Angaben
im Gutachten nicht zu überzeugen vermöchten, weil sich die Sachverständigen der
MEDAS nicht mit den abweichenden Angaben der behandelnden Ärzte
auseinandergesetzt hätten und weil sich zudem ihr Gesundheitszustand nach der
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Begutachtung erheblich verschlechtert habe. Die Sachverständigen der MEDAS haben
über das IV-Dossier (samt Fremdakten) und die darin enthaltenen Berichte der
behandelnden Ärzte verfügt. Ausserdem hat die Beschwerdeführerin noch weitere
Berichte behandelnder Ärzte mitgebracht. Die Sachverständigen haben diese Berichte
auch zur Kenntnis genommen und gewürdigt, wie sich dem Aktenauszug (Ziffer 1.2 des
Gutachtens) ennehmen lässt. Eine Auseinandersetzung mit diesen Berichten wäre
notwendig gewesen, wenn in Bezug auf die Diagnosen eine relevante Differenz
bestanden hätte. Das ist aber nicht der Fall gewesen. Die Differenz hat sich auf die
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit beschränkt. Eine Auseinandersetzung hat damit
unterbleiben können, weil die Ursache bestens bekannt gewesen ist. Aus medizinischer
Sicht hat sie im Abstellen der behandelnden Ärzte auf das (therapeutisch ausgerichtete)
biopsychosoziale Krankheitsmodell bestanden, das für die Gutachter nicht
massgebend sein kann. Aus rechtlicher Sicht lässt sich die Differenz wohl zur
Hauptsache damit erklären, dass die behandelnden Ärzte auf eine
Arbeitsfähigkeitsdefinition abgestellt haben, bei der die Komponente der zumutbaren
Willensanstrengung zur Arbeit trotz Schmerzen gefehlt hat, und dass die behandelnden
Ärzte aufgrund ihrer Nähe zum Patienten erfahrungsgemäss dazu neigen, sich durch
dessen pessimistische Selbsteinschätzung beeinflussen zu lassen. Die
Restarbeitsfähigkeit als Grundlage der Bemessung des zumutbaren
Invalideneinkommens beruht notwendigerweise auf der objektiv zumutbaren
Arbeitsfähigkeit und nicht auf der subjektiv empfundenen (und deshalb meist deutlich
höheren) Arbeitsunfähigkeit. Mit dem Argument, die Auseinandersetzung mit den
abweichenden Einschätzungen der behandelnden Ärzte sei unzulässigerweise
unterblieben, lässt sich die Überzeugungskraft des Gutachtens also nicht erschüttern.
Das gilt auch für die Behauptung der Beschwerdeführerin, ihr Gesundheitszustand
habe sich nach der Begutachtung erheblich verschlechtert. Dr. G._ vom RAD hat
nämlich am 25. Januar 2012 überzeugend dargelegt, dass Dr. Jahr in ihrem Bericht
vom 7. Oktober 2011 diagnostische Schlussfolgerungen angegeben habe, die
weitgehend mit den im Gutachten genannten identisch gewesen seien. Hinzu kommt,
dass Dr. H._ in diesem Bericht deutlich zum Ausdruck gebracht hat, dass die von der
Beschwerdeführerin geklagten Schmerzen wohl nicht oder in einem ganz
bescheidenen Ausmass auf eine somatische Ursache zurückzuführen seien, denn
sonst hätte wenigstens einer der vielen Therapieversuche Wirkung entfalten müssen.
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Zumindest hätten neue diagnostische Schritte sinnvoll sein müssen. Dr. Jahr ist also im
Ergebnis von einer weit überwiegend psychischen Verursachung der geklagten
Schmerzen ausgegangen, weshalb sie eine psychiatrische Beurteilung als dringend
notwendig betrachtet hat. Aus dem Bericht von Dr. H._ kann also nicht auf eine
Verschlechterung der somatischen Situation geschlossen werden. Zusammenfassend
ist festzuhalten, dass sich mit den von der Beschwerdeführerin vorgebrachten
Argumenten kein Bedarf nach einer weiteren medizinischen Abklärung begründen lässt.
2.2 Im Beschwerdeverfahren hat die Beschwerdegegnerin neu die Überzeugungskraft
des Gutachtens der MEDAS vom 9. März 2011 in Bezug auf die Angaben zur
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin verneint; sie hat die
Arbeitsfähigkeitsschätzung der Gutachter durch eine eigene Schätzung ersetzt, indem
sie sowohl für die bisherige Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Pflegehelferin als
auch für eine adaptierte Tätigkeit eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit angenommen
hat. Bezogen auf die Tätigkeit als Pflegehelferin ist die Annahme einer Arbeitsfähigkeit
von 100% nicht überzeugend, denn die bildgebenden und, soweit sie sich objektivieren
liessen, auch die klinischen Befunde sind so stark ausgeprägt gewesen, dass eine
Weiterführung dieser körperlich stark belastenden Tätigkeit nicht nur (objektive)
Schmerzen auslösen würde, sondern auch mit dem (hohen) Risiko einer erheblichen
Verschlimmerung behaftet wäre. Unter diesen Umständen haben die Sachverständigen
der MEDAS die weitere Ausübung dieser Tätigkeit, auch in einem zeitlich reduzierten
Rahmen, zu Recht als objektiv unzumutbar qualifiziert. Für die Tätigkeit als
Pflegehelferin ist die Beschwerdeführerin also mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu
100% arbeitsunfähig. Für eine körperlich leichte bis mittelschwere, rückenadaptierte
Tätigkeit ist im Gutachten als Ergebnis einer fachübergreifenden Konsensbeurteilung
eine Arbeitsunfähigkeit von 20% in der Form eines erhöhten Pausenbedarfs angegeben
worden. Der psychiatrische Sachverständige hatte in seinem Consiliargutachten
allerdings nur eine Arbeitsunfähigkeit von 10-20% (praxisgemäss als 15% zu
interpretieren) angegeben, was er nur mit dem erhöhten Pausenbedarf "aufgrund der
empfundenen Schmerzen" und nicht etwa mit Konzentrationsstörungen u.ä. erklärt
hatte. Im Hauptgutachten ist die dort angegebene Arbeitsunfähigkeit von 20% aber mit
psychischen und somatischen "Aspekten" begründet worden. Da nichts darauf
hindeutet, dass eine Arbeitspause nicht gleichzeitig der somatischen und der
psychischen Erholung dienen könnte, kann der Arbeitsunfähigkeitsgrad von 20% nicht
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auf einer Addition eines somatisch und eines psychisch bedingten erhöhten
Pausenbedarfs beruhen. Daher kann die aus der Konsensbesprechung resultierende
Arbeitsunfähigkeit von 20% eigentlich nur so erklärt werden, dass die somatischen
"Aspekte" allein bereits eine Reduktion der Leistungsfähigkeit um 20% bewirken sollen.
Tatsächlich wird im Gutachten aber nicht erklärt, worin diese "Aspekte" bestehen
könnten und warum sie - in einer rückenadaptierten Erwerbstätigkeit - einen so hohen
Pausenbedarf (bei einem 8,4-Std.-Tag entspricht eine Arbeitsunfähigkeit von 20%
einem zusätzlichen Pausenbedarf von mehr als 1,5 Std.) auslösen sollten. Die vom
rheumatologischen Gutachter erhobenen somatischen Diagnosen können nach ihrer
Art und Ausprägung in einer rückenadaptierten Tätigkeit keine so starken Schmerzen
auslösen, dass die Beschwerdeführerin pro Arbeitstag statt der üblichen 30 Min.
insgesamt über 2 Std. an Pausen benötigen würde. Fehlen also somatische "Aspekte",
die für sich allein eine Arbeitsunfähigkeit von 20% bewirken würden, so kann die
Arbeitsfähigkeitsschätzung im Hauptgutachten nicht überzeugen. Es ist davon
auszugehen, dass die Sachverständigen mit dieser Arbeitsfähigkeitsschätzung ihr
Ermessen zugunsten der Beschwerdeführerin überschritten haben. Wenn die
Beschwerdeführerin in einer rückenadaptierten Erwerbstätigkeit arbeitsunfähig sein
sollte, dann kann dies demnach nur psychische Ursachen haben, so dass an sich auf
die psychiatrische Arbeitsfähigkeitsschätzung abzustellen wäre. Da bei einer
Bandbreitenangabe nach der (angesichts der materiellen Beweislastverteilung
allerdings nicht zu rechtfertigenden) ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichts
vom Mittelwert als dem (angeblich) wahrscheinlichsten Wert auszugehen ist, müsste
der Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens an sich ein Arbeitsfähigkeitsgrad
von 85% zugrunde gelegt werden.
2.3
2.3.1 Nun hat die Beschwerdegegnerin aber sinngemäss geltend gemacht, bei
einer Kombination aus den im Gutachten wiedergegebenen somatischen Diagnosen,
aus einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung mit psychosozialer Belastung
und aus einer leichten depressiven Störung mit somatischem Syndrom könne nie eine
Arbeitsunfähigkeit bestehen. Nur objektive Faktoren, namentlich die erhobenen soma
tischen Befunde, bestimmten die Arbeitsfähigkeit. Im Übrigen hätten ätiologisch-
pathogenetisch unerklärliche syndromale Leidenszustände wegen fehlender
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Objektivierbarkeit keine invalidisierende Wirkung. Die Beschwerdegegnerin hat ihre
Behauptung, die Beschwerdeführerin sei in einer adaptierten Tätigkeit uneingeschränkt
arbeitsfähig, also mit zwei Argumenten begründet, die sich gegenseitig ausschliessen:
Zum einen hat sie geltend gemacht, die von der Beschwerdeführerin angegebenen und
von den Gutachtern in entsprechende Diagnosen umgemünzten Leiden seien nicht
objektivierbar, so dass ihnen keine invalidisierende Wirkung zukommen könne. Zum
andern hat sich die Beschwerdegegnerin darauf berufen, dass die erhobenen
Diagnosen per se keine Arbeitsunfähigkeit bewirken könnten. Ist ein von einer
versicherten Person geklagtes Leiden nicht objektivierbar (bzw. nicht beweisbar), so
kann das nur medizinisch gemeint sein, d.h. der Gutachter kann nicht von den ihm
geschilderten Symptomen auf eine bestimmte Diagnose schliessen, weil er nicht
überprüfen kann, ob die Angaben der untersuchten Person zutreffen. Da es also am
medizinischen Nachweis des Vorliegens einer Gesundheitsbeeinträchtigung fehlt, kann
zum vornherein keine Arbeitsunfähigkestehen, denn diese setzt definitionsgemäss eine
objektive Beeinträchtigung der Gesundheit voraus. Müsste, wie die
Beschwerdegegnerin anzunehmen scheint, bei jedem ätiologisch-pathogenetisch
unerklärlichen syndromalen Leiden mit Selbstverständlichkeit davon ausgegangen
werden, dass der medizinische Nachweis einer objektiven
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht geführt werden könne, dann wäre es nicht sinnvoll,
nach der Arbeitsfähigkeit zu fragen, denn eine solche (und damit auch eine
rentenbegründende Invalidität) könnte ja mangels des Nachweises einer objektiv
bestehenden Gesundheitsbeeinträchtigung zum vornherein nicht gegeben sein. Dann
würde es aber auch gar keinen Sinn machen, die Diagnose eines bestimmten
ätiologisch-pathogenetisch unerklärlichen syndromalen Zustands zu stellen. Die Frage
nach der Auswirkung eines ätiologisch-pathogenetisch unerklärlichen syndromalen
Zustands auf die Arbeitsfähigkeit hat also nur dann einen Sinn, wenn man davon
ausgeht, dass ein solcher Zustand grundsätzlich geeignet sei, eine Arbeitsunfähigkeit
zu bewirken.
2.3.2 Ob in einem solchen Fall tatsächlich eine Arbeitsunfähigkeit besteht, ist ab
hängig von der Definition der Arbeitsunfähigkeit, insbesondere von deren Teilelement
der zumutbaren Willensanstrengung zur Arbeitsleistung trotz der Symptome (i.d.R.
wohl trotz der Schmerzen). Wenn die Beschwerdegegnerin geltend macht, die im Fall
der Beschwerdeführerin vorliegende Kombination von Diagnosen sei per se nicht
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geeignet, eine Arbeitsunfähigkeit zu bewirken, so unterstellt sie entweder, dass die von
der Beschwerdeführerin geklagten Symptome nicht vorhanden oder objektiv sehr viel
schwächer seien als angegeben (so dass die Gutachter darüber - absichtlich oder
unbewusst - getäuscht worden seien) oder dass die geklagten Symptome zwar
vorhanden und in ihrer Stärke richtig eingeschätzt worden seien, die Gutachter aber
das zur Definition der Arbeitsfähigkeit gehörende Kriterium der zumutbaren
Willensanstrengung falsch angewendet hätten, weil dieses Kriterium immer eine
100%ige Arbeitsfähigkeit liefern müsse. Wenn man, der zweiten Variante gemäss, die
zumutbare Willensanstrengung so verstehen will, dass auch nachteilige Symptome als
überwindbar gelten müssen, die einer willensmässigen Beeinflussung gar nicht oder
nur sehr eingeschränkt zugänglich sind, so liegt eine willkürliche Fehlinterpretation der
IV-spezifischen Schadenminderungspflicht vor, weil gar nicht auf die Fähigkeit der
versicherten Person, den "Schaden" zu mindern oder zu verhindern, Rücksicht
genommen wird. Faktisch liefe eine solche Interpretation der IV-spezifischen
Schadenminderungspflicht auf einen - vom IVG eindeutig nicht vorgesehenen und
deshalb gesetzwidrigen - Ausschluss bestimmter Gesundheitsbeeinträchtigungen von
der rentenspezifischen Versicherungsdeckung hinaus. Akzeptiert man hingegen, dass
willensmässig nicht überwindbare, die Leistungsfähigkeit mindernde Symptome (wie
z.B. eine Konzentrationsschwäche, eine Verlangsamung und/oder eine zunehmende
Ermüdung im Tagesverlauf jeweils als Folge einer Depression) die Arbeitsfähigkeit
beeinträchtigen, so können nur die willensmässig beeinflussbaren Symptome auch
tatsächlich durch eine zumutbare Willensanstrengung überwunden werden. Bewirkt
eine Kombination aus einem ätiologisch-pathogenetisch unerklärlichen syndromalen
Zustand und einer oder mehrerer anderer Krankheiten also Symptome, die
willensmässig nicht beeinflussbar sind, so darf nicht durch einen pauschalen Verweis
auf das Konzept der zumutbaren Willensanstrengung eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit als überwiegend wahrscheinlich betrachtet werden. Das bedeutet,
dass auch bei einer Kombination aus einer anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung und einer leichten Depression eine Arbeitsunfähigkeit resultieren kann,
wenn diese leichte Depression (z.B. bei einem in Bezug auf die Konzentrationsfähigkeit,
die Leistungsfähigkeit und die Entschlussfähigkeit stark geforderten Chirurgen)
relevante willentlich nicht beeinflussbare leistungsmindernde Symptome zur Folge hat.
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2.3.3 Bei den Symptomen, die einer willensmässigen Überwindung (bzw. zu einer
vollen Arbeitsleistung trotz dieser Symptome) zugänglich sind, stellt sich die Frage
nach der Fähigkeit der versicherten Person, die notwendige Willensenergie
aufzubringen und mit voller Leistung zu arbeiten. Warum immer die Fähigkeit bestehen
soll, zu 100% zu arbeiten, wenn die Foerster'schen Kriterien nicht erfüllt sind, ist nicht
nachvollziehbar, denn diese Kriterien können kein Massstab sein, an dem die Stärke
der im Einzelfall vorhandenen und zumutbaren Willensenergie gemessen werden
könnte. Die Schwäche der Rechtsprechung besteht darin, dass - entgegen dem von
vielen Gutachtern mit der Diagnosestellung erweckten Eindruck - keine klare
Abgrenzung zwischen einem ätiologisch-pathogenetisch unerklärlichen syndromalen
Zustand (z.B. einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung) und einem
Schmerzzustand aufgrund einer bildgebend und/oder klinisch nachweisbaren
somatischen Beeinträchtigung möglich ist. Bekanntlich lässt sich die Art oder das
Ausmass der Symptome (in den meisten Fällen dürften die Symptome aus einer
Schmerzempfindung bestehen) nicht messen und ein und dieselbe somatische
Diagnose hat nicht bei allen Betroffenen dieselben Symptome oder zumindest nicht
dieselbe Stärke der Symptome zur Folge. Grundsätzlich müsste die Praxis zu denn
Zuständen also zumindest auf all jene Versicherten ausgedehnt werden, bei denen die
Arbeitsfähigkeitsschätzung auf der nicht oder nur äusserst ungenau objektivierbaren
Stärke der Symptome, d.h. der Schmerzen beruht. Das betrifft insbesondere jene
Schpatienten, bei denen das somatische Substrat nach der medizinischen Erfahrung
nicht ausreicht, um die geklagten Schmerzen in ihrer Art und/oder ihrer Stärke zu
erklären. Zwar ist es durchaus möglich, dass im Einzelfall entgegen der medizinischen
Erfahrung ein geringes somatisches Substrat ausnahmsweise starke Schmerzen
bewirkt. Objektiv mess- und damit nachweisbar ist das aber nicht, weshalb der
Schmerzpatient den Nachteil der Beweislosigkeit für die geklagten Schmerzen - und
damit auch für die daraus resultierende Arbeitsunfähigkeit - trägt. Die
Überzeugungskraft der Angaben des Patienten zu Art und Stärke der Schmerzen
bemisst sich also nach dem somatischen Substrat, nach der medizinischen Erfahrung
in Bezug auf die Schmerzen, die dieses somatische Substrat im Normalfall auszulösen
pflegt, nach der Einschätzung der Objektivität der Schmerzschilderungen des Patienten
durch den medizinischen Gutachter und nach der vorhandenen Willensenergie zur
Ausübung der beruflichen Tätigkeit trotz der Schmerzen. Dabei handelt es sich zwar
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offensichtlich nicht um eine "Messmethode", die ein eindeutiges und jederzeit
nachvollziehbares Ergebnis liefert, aber beweisrechtlich gefordert ist ja auch nur ein
überwiegend wahrscheinlich richtiges und kein mit an Sicherheit grenzender
Wahrscheinlichkeit richtiges Ergebnis. Es kann also nicht unter Verweis auf die
materielle Beweislastverteilung behauptet werden, ein ätiologisch-pathogenetisch
unerklärlicher syndromaler Zustand sei nur geeignet, eine Arbeitsunfähigkeit
nachzuweisen, wenn die Foerster'schen Kriterien erfüllt seien, denn die gutachterliche
Einschätzung der Objektivität der Schmerzschilderungen und insbesondere auch der
zumutbaren Willensanstrengung kann sich nicht nach diesen dafür untauglichen
Kriterien richten.
2.3.4 Im vorliegenden Fall ist die Arbeitsunfähigkeit von 15% nur mit dem
Erholungsbedarf als Folge der empfundenen Schmerzen begründet worden. Ein
solcherolungsbedarf ist nicht willensmässig beeinflussbar. Man kann von der
Beschwerdeführerin nämlich nicht verlangen, auf die Erholung zu verzichten und
trotzdem den ganzen Tag mit voller Leistung zu arbeiten, denn ohne die periodische
Erholung muss sie im Tagesverlauf unwillkürlich zunehmend die Fähigkeit verlieren, mit
voller Leistung zu arbeiten. Dies würde es an sich erlauben, die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des psychiatrischen Sachverständigen zu übernehmen.
Nun beruht die Annahme des psychiatrischen Sachverständigen, es bestehe ein
zusätzlicher Pausenbedarf von 15% der Tagesarbeitszeit, aber auf der
Schmerzschilderung der Beschwerdeführerin und nicht auf dem Vorliegen
willensmässig nicht beeinflussbarer Symptome der psychischen Erkrankung. Die
somatischen Symptome vermögen die geklagten Schmerzen aber nicht zu erklären,
was der psychiatrische Sachverständige wohl übersehen hat. Der zusätzliche
Erholungs- bzw. Pausenbedarf im Umfang von etwa 1,5 Std. täglich kann demnach
nicht als überwiegend wahrscheinlich erstellt qualifiziert werden. Dem nachfolgend
vorzunehmenden Einkommensvergleich ist deshalb eine Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin in einer adaptierten Erwerbstätigkeit von 100% zugrunde zu legen.
3.
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3.1 Für die Ermittlung des Einkommens, das die Beschwerdeführerin ohne Invalidität
erzielen könnte (Valideneinkommen), ist entscheidend, was sie im Zeitpunkt des
frühestmöglichen Rentenbeginns als Gesunde tatsächlich verdient hätte (BGE 129
V 222 E. 4.3.1). Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens
nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Die
Beschwerdeführerin hat sich im März 2010 zum Leistungsbezug angemeldet (IV-act.
5-9). Da der Rentenbeginn mithin im September 2010 anzusetzen wäre, sind bei einem
allfälligen Leistungsanspruch dem Einkommeschwerdegegnerin nicht die
Lohnverhältnisse des Jahres 2008, sondern diejenigen des Jahres 2010 zu Grunde zu
legen. Gemäss Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin hätte die Beschwerdeführerin
im Jahr 2010 ohne den Gesundheitsschaden ein Einkommen von Fr. 65'400.-- erzielt
(IV-act. 13-4). Dieser Betrag ist als Valideneinkommen in den Einkommensvergleich
einzusetzen.
3.2 Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine neue Er
werbstätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung statistische Werte
(Tabellenlöhne) beigezogen werden (BGE 129 V 472 E. 4.2.1; Urteil des Bundesgerichts
vom 19. Juni 2008, 9C_81/2008). Das ist hier der Fall. Die Beschwerdeführerin ist zwar
darauf angewiesen, dass eine Tätigkeit körperlich leicht bis mittelschwer,
rückenadaptiert und ohne ausgesprochene Stressbelastungen oder Zwangshaltungen
sein muss (IV-act. 51-11). Diese Anforderungen setzen ihr aber nicht so enge Grenzen,
dass die Beschwerdeführerin ihre Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auf dem
ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht mehr verwerten werden könnte (vgl. Urteil des EVG
vom 5. September 2006, I 447/06; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b). Das durchschnittliche
Bruttoeinkommen von Frauen für einfache und repetitive Tätigkeiten
(Anforderungsniveau 4) im privaten Sektor lag im Jahr 2010 bxtausgabe
Invalidenversicherung, Gesetze und Verordnungen mit Querverweisen und
Sachregister, Ausgabe 2012, S. 234, basierend auf der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung LSE des Bundesamtes für Statistik). Die Beschwerdegegnerin
hat keinen sogenannten "Leidensabzug" vorgenommen (IV-act. 83-2, 84). Der als
"Leidensabzug" bezeichnete Abzug hat nichts mit dem Leiden an sich zu tun. Vielmehr
sollen damit jene Nachteile ausgeglichen werden, welche die versicherte Person im
Vergleich mit gesunden Arbeitnehmern in Kauf zu nehmen hat. Die gesundheitliche
Beeinträchtigung bewirkt nämlich - neben der Arbeitsunfähigkeit - indirekt eine
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zusätzliche Lohneinbusse, denn die statistischen Tabellenlöhne werden auf der
Grundlage von Daten gesunder Arbeitnehmer erhoben. Solche Werte erreicht eine in
ihrer Gesundheit beeinträchtigte Arbeitnehmerin kaum, denn sie muss bzw. müsste in
der Entwicklung ihrer Invalidenkarriere mannigfaltige Nachteile gewärtigen (vgl.
BGE 126 V 75 zum "Leidensabzug"). Die Beschwerdeführerin kann immer noch
körperlich mittelschwere Tätigkeiten ausführen. Migrationshintergrund und
Ausbildungsstand sind kein Anlass für einen Abzug, weil sie sich auf das Validen- wie
auf das Invalideneinkommen gleichermassen auswirken. Hingegen weist die
Beschwerdeführerin für einen potentiellen Arbeitgeber Nachteile auf, die bei einer
gesunden Hilfsarbeiterin nicht vorhanden wären. So bestünde das Risiko
überdurchschnittlicher Krankheitsabsenzen, die Beschwerdeführerin bedürfte erhöhter
Rücksichtnahme seitens der Vorgesetzten und der Mitarbeiter, die Beschwerdeführerin
könnte wegen ihrer somatischen Beeinträchtigung nicht an jedem Arbeitsplatz
eingesetzt werden usw. All diese Nachteile bewirkten als zusätzliche Lohnnebenkosten
aus betriebswirtschaftlicher Sicht einen erhöhten Kostenaufwand, der durch einen
Minderlohn kompensiert werden müsste. Allerdings sind diese Nachteile bei vollständig
erhaltener Arbeitsfähigkeit als unterdurchschnittlich einzuschätzen. Deshalb erscheint
ein Tabellenlohnabzug von lediglich 5% als angemessen. Es resultiert also ein
zumutbares Invalideneinkommen von Fr. 50'151.--. Bei einem Valideneinkommen von
Fr. 65'400.-- beträgt die behinderungsbedingte Erwerbseinbusse Fr. 15'249.--. Das
entspricht einem Invaliditätsgrad von - abgerundet - 23%. Die Beschwerdegegnerin hat
demnach im Ergebnis zu Recht einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin
verneint.
4. Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1’000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Der unterliegenden Beschwerdeführerin
sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen. Da ihr am 30. April
2012 die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt worden ist, wird sie aber von der
Bezahlung dieser Kosten befreit. Ihr Begehren um die Zusprache einer
Parteientschädigung ist zwar abzuweisen, da sie vollumfänglich unterliegt. Aber ihr
Rechtsbeistand hat einen Anspruch auf eine Entschädigung durch den Staat. Diese
beträgt gemäss Art. 31 Abs. 3 des st. gallischen Anwaltsgesetzes 80% des Honorars.
bis
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Da dieses, dem durchschnittlichen Vertretungsaufwand entsprechend, praxisgemäss
auf Fr. 3'500.-- festzusetzen wäre, beträgt die Entschädigung (inklusive Barauslagen
und Mehrwertsteuer) Fr. 2'800.--. Wenn es die wirtschaftlichen Verhältnisse der
Beschwerdeführerin in der Zukunft einmal gestatten sollten, kann sie allerdings zur
Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückzahlung der Auslagen für die Vertretung
verpflichtet werden (Art. 99 Abs. 2 VRP i.V.m. Art. 123 ZPO).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP