Decision ID: 7489ae6a-e7f9-592a-bfea-13c36fe39bcb
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1974, meldete sich nach
Anzeige
zur
Früherfassung durch seinen Arbeitgeber (
Urk.
7/5) am 1
0.
März 2012 unter Hinweis auf hohen Blutdruck und starke Kopfschmerzen mit herbeigeführtem Schwächeanfall bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/16).
Nachdem die Sozial
ver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, die medizinische und erwerb
liche Situation ab
ge
klärt
hatt
e, verneinte sie mit Mitteilung vom 2
6.
April 2012 den Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen
(
Urk.
7/23)
. In der Folge tätigte die IV-Stelle weitere Abklärungen und
holte
ein psychiatrisches Gutachten ein
(
Urk.
7/48)
, das am 1
0.
Juni 2013
durch
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für
Psychiatrie
und
Psychotherapie,
erstattet wurde (
Urk.
7/51).
Gestützt auf das psy
chiatrische Gutachten
von
Dr.
Y._
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
3.
August 2013 den Anspruch auf eine Invalidenrente
bei einem Invaliditätsgrad von 18
%
(
Urk.
7/55).
1.2
Am
1.
Juli 2014 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
(
Urk.
7/57)
. Nach entsprechenden medizinischen (vgl.
Urk.
7/70
,
Urk.
7/80-81)
und erwerblichen Abklärungen
(vgl.
Urk.
7/71) verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 1
1.
September 2015 (
Urk.
7/85)
mangels länger dauernder Arbeitsunfähigkeit
einen
Anspruch auf Leistungen der Invaliden
versi
cherung
.
1.3
Am 2
6.
April 2016 meldete sich der Versicherte wegen Depressionen erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/88
),
auf welches Ge
such
die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
6.
September 2016
mangels Glaubhaft
machung
von
wesentlich veränderte
n
tatsächliche
n
Verhältnisse
n
nicht eintrat (
Urk.
7/103).
1.4
Am 2
2.
Mai 2017 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf Depression, Kopfschmerzen, Schwindel und
Dekonditionierung
ein weiteres Mal
zum Leis
tungsbezug an (
Urk.
7/110).
Nach Eingang eines Berichts des behandelnden Psy
chiaters holte die IV-Stelle
neben
dem Auszug aus dem individuellen Konto
(
Urk.
7/114) weitere Bericht
e
bei den behandelnden Ärzten (
Urk.
7/118
,
Urk.
7
/122,
Urk.
7/124/6-15,
Urk.
7/128/5-9
,
Urk.
7/138
)
und schliesslich ein weiteres psy
chiatrisches Gutachten ein
(
Urk.
7/135)
, das am
3.
Juli 2018
durch
Dr.
med. Z._
,
Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie,
erstattet wurde
(
Urk.
7/144).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/148,
Urk.
7/151
) verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 1
2.
Dezember 2018 einen Anspruch auf IV-Leistungen (
Urk.
7/154 =
Urk.
2).
2.
Der
Versicherte erhob am 2
8.
Januar 2019
Beschwerde gegen die Verfügung vom
1
2.
Dezember 2018
(
Urk.
2) und b
eantragte, diese sei aufzuheben,
es sei
fest
zu
stellen, dass er ab November 2015 zu 100
%
arbeitsunfähig gewesen sei
,
und es sei ihm ab November 2017 eine ganze und ab September 2018 eine halbe Inva
lidenrente zuzusprechen. Ausserdem sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, berufliche Eingliederungsmassnahmen zu prüfen
(
Urk.
1 S. 2
oben
). Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
6.
März 2019
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
7.
März 2019
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft und auf die Anmeldung eingetreten, wenn im Neu
anmeldungsgesuch glaubhaft gemacht wurde, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaub
haft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung
erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und her
nach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungs
pflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.3
Anlass zur Rentenrevision
nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG
gibt jede wesentliche Ände
rung in den tatsächlichen Verhältnissen
,
die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hinsichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinweisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisions
rechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE
141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
4
Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung
ist von Amtes wegen zu prüfen
, ob seit der ersten Rentenverfügung zwischenzeitlich eine erneute materielle Prüfung des Rentenanspruchs stattgefunden hat. War dies nicht der Fall, so ist auf die Entwicklung der Verhältnisse seit der ersten Ablehnungsverfügung abzustellen; wie im Revisionsverfahren bleiben allfällige, vorangehende
Nichteintretens
ver
fü
gungen
aufgrund des fehlenden Abklärungs- und bloss summarischen Begrün
dungsaufwandes der Verwaltung unbeachtlich. Erfolgte dagegen nach einer ers
ten Leistungsverweigerung eine erneute materielle Prüfung des geltend ge
machten Rentenanspruchs und wurde dieser nach rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhalts
punkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheits
zustands) abermals rechtskräftig verneint, muss sich die leistungsansprechende Person dieses Ergebnis – vorbehältlich der Rechtsprechung zur Wiedererwägung oder prozessualen Revision (vgl. BGE 127 V 466 E. 2c mit Hinweisen) – bei einer weiteren
Neuanmeldung entgege
nhalten lassen (BGE 130 V 71 E.
3.2.3
; vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.3 f.
).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung gestützt auf die medizinischen Abklärungen, insbesondere das
psychiatrische
Gutachten
vom
3.
Juli 2018 (
Urk.
7/144)
, davon aus, dass
beim Beschwerdeführer weiterhin eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für eine den Einschränkungen angepasste Tätigkeit bestehe
(
Urk.
2
).
2.2
Der Beschwerdeführer
bestritt beschwerdeweise (
Urk.
1) die von der Beschwer
degegnerin angenommene volle Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
(S. 4 unten)
.
Der psychiatrische Gutachter
habe
die Arbeitsfähigkeit zum Unter
suchungszeitpunkt auf 70
%
eingeschätzt (S. 5 Mitte).
Der
Regionale Ärztliche Dienst (
RAD
)
habe
in der Analyse des Gutachtens zu Unrecht aus
geführt
, dass die aktuell attestierte Arbeitsfähigkeit von 70
%
in angepasster Tätigkeit seit jeher (sicher aber seit November 2015) angenommen werden könne.
Der psychiatrische Gutachter habe sich zum rückwirkenden Verlauf nicht geäussert, weshalb seine Einschätzung erst ab dem Untersuchungszeitpunkt gelte
(S. 5 unten).
Die vom Bundesgericht geforderte Prüfung der Leistungsfähigkeit
habe der Gutachter
an
hand der sogenannten Standardi
ndikatoren vorgenommen
. Es bleibe kein Raum für eine davon abweichende (und fehlerhafte
)
Prüfung durch die Beschwerde
geg
nerin (S. 8 oben).
Weiter
beanstandete
der Beschwerdeführer
die Bemessung der Vergleichseinkommen und postulierte einen
Invaliditä
t
sgrad von gerundet 50
%
. Folglich sei ihm sechs Monate ab der letzten Anmeldung, mithin ab November 2017 zunächst eine ganze und ab September 2018 (drei Monate nach der gut
ach
terlich festgestellten Verbesserung) noch eine halbe Rente zuzusprechen. Überdies seien Eingliederungsmassnahmen zu prüfen (S. 9 oben).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers wesentlich verändert hat und er demzufolge Anspruch auf
eine
Invalidenrente hat.
Diese Frage beurteilt sich
vorliegend
durch einen Vergleich des Gesund
heits
zustandes im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom
1
2.
Dezember 2018
(
Urk.
2) mit dem Zustand im Zeitpunkt der
(ersten) leistungsverneinenden Verfü
gung vom
2
3.
August 2013
(
Urk.
7
/
55
). Damals wurde letztmals eine vollständige rechtskonforme Sachverhaltsabklärung mit Einkommensvergleich durchgeführt.
Zwar
holte die
Beschwerdegegnerin im Rahmen der
Neuanmeldung vom
1.
Juli 2014 (
Urk.
7/57)
verschiedene
Akten
ein
(
Urk.
7/70
-71,
Urk.
7/80
)
, l
etztlich
kam
aber
die
Sachbearbeitung nach zwei Telefonaten mit dem Beschwerdeführer
zum Ergebnis,
dass keine längerdauernde Arbeitsunfähigkeit vorliege
und
dieser wie
der zu 100
%
arbeite.
Die Beschwerdegegnerin unterliess sowohl eine Würdigung der medizinischen Akten und deren Vorlage an den RAD, als auch eine neue Einkommensbemessung (
Urk.
7/83/3).
Mit Verfügung vom 1
1.
September 2015 (
Urk.
7/85)
wies
s
ie das Leistungsbegehren
allein unter Hinweis auf die wieder hergestellte Arbeitsfähigkeit
ab.
Hierbei kann nicht von einer rechtskonformen Sachverhaltsabklärung im Sinne der Rechtsprechung (vgl.
vorstehend
E.
1.4
) ausgegangen werden. Die von der
Beschwerdegegnerin
getroffenen Vorkehren hätten im Falle eines inhaltlich anderen Ergebnisses eine Rentenerhöhung, -herabsetzung oder -aufhebung nicht zu begründen verm
ocht
.
3.
3.1
Der
leistungsverneinenden Verfügung
vom 2
3.
August 2013
(
Urk.
7/55)
lag
im Wesentlichen
das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Y._
vom 1
0.
Juni 2013 (
Urk.
7/51)
zu Grunde
. Dieser
nannte
darin
keine Diagnose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit nannte er eine grenzwertig leichte depressive Anpassungsstörung (ICD-10 F43.21) und einen Verdacht auf eine undifferenzierte Somatisierungsstör
ung (ICD-10 F45.1
; S. 13
).
Dazu führte
er
aus,
objektiv
lasse
sich in der Untersuchung nur eine geringe de
pressive Stimmungslage objektivieren mit wenig begleitenden depressiven Symp
tomen, die in ihrer Summe nicht genügend
Kriterien einer leichten depressiven Episode oder Anpassungsstörung nach
ICD-10 erfüllen
würden
. Auch in der Vali
dierung mit der Hamilton Depressionsskala erreich
e
der
Beschwerdeführer
in der Untersuchung maximal
zwölf
Punkte, was unter dem
Cut-Off
für eine leichte
Depression (14 -19
Punkte) liege
. Somit
könne
diese leicht bedrückte,
subdepres
sive Symptomatik durchaus im Rahmen der ebenfalls diagnostizierten
Haupt
diag
nose einer undifferenzierten Somatisierungsstörung verstanden
und subsumiert werden - eine Diagnose, die auch schon von der
A._
während der
zweieinhalb
-monatigen
Hospitalisation
gestellt
worden sei
. Auch da
hätten
nicht genügend Symptome zur Diagnose
einer eigentlichen affektiven Störung im Sinne einer Depression gestellt werden
können (S. 15 f.). Aufgrund der fehlenden psychia
trischen Diagnosen mit Krankheitswert bestehe aus rein psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, sowohl in der bisherigen Tätigkeit, als auch bezüglich jeder anderen Verweistätigkeit (S. 16).
3.
2
Dr.
med. B._
,
Arzt für Allgemeine Medizin, vom
RAD führte in der Stellungnahme
zur Expertise
vom 1
3.
August
2013 (
Urk.
7/54/3-4) aus, es würden keine Befunde und Diagnosen vorliegen, welche die Arbeitsfähigkeit für eine Tätigkeit in der Ebene, ohne Treppensteige
n und ohne Arbeiten auf Gerüste
n
und an gefährlichen Maschinen mindern würde
n
. Als
Bauisoleur
an Gebäuden, wo Absturzgefahr bestehe und auf Gerüste gestiegen werden müsse, sei der Be
schwerdeführer nicht mehr arbeitsfähig. Als Strassenbauarbeiter mit Flüssig
as
phalt, wo er wohl kaum auf Gerüsten und Leitern und mit gefährlichen Maschinen arbeiten müsse, sei er als
zu
100
%
arbeitsfähig zu sehen.
Folglich bestehe eine vollständige Arbeitsfähigkeit für alle Tätigkeiten mit den erwähnten qualitativen Einschränkungen.
3.3
Gestützt auf das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Y._
und die Stellungnahme von RAD-Arzt
Dr.
B._
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
3.
August 2013 (
Urk.
7/55) bei einem Invaliditätsgrad von 18
%
einen Renten
anspruch.
Dabei ging sie von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer Ver
weis
tätigkeit aus und erachtete a
us psychiatrischer Sicht jede Tätigkeit
für
zumut
bar
.
4.
4.1
Im Rahmen des hier strittigen
-
mit der vom Beschwerdeführer am
2
2.
Mai 2017
eingereichten
Neuanmeldung
eingeleiteten
-
Abklärungs
verfahrens (
Urk.
7/110) ging der Bericht des behandelnden
Dr.
med. C._
, Facharzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie, vom 2
7.
Juni 2017 (
Urk.
7/112)
ein. Dieser nannte
als psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezi
divierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2). Dazu führte er aus,
beim Beschwerdeführer sei es im Verlauf seiner Erkrankung zu
einer Zustandsverschlechterung gekommen.
Dieser
habe
neben
seiner psychischen Beeinträchtigung diverse somatische Begleiter
krankungen entwickelt. Ein Arbeiten in der Höhe und auf Gerüsten sei aus ärzt
licher Sicht nicht verantwortbar.
Im
Bericht vom
5.
September 2017 (
Urk.
7/122)
nannte
Dr.
C._
als psychia
trische Diagnose eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgra
dige Episode und
führte
aus,
d
er Gesundheitszustand habe sich in den letzten zwei Jahren nicht gebessert. Eine Intensivierung der ambulanten psychiatrischen Behandlung inklusiv
e
Anpassung der psychopharmakologischen Medikation sei erforderlich
, wobei er einen stationären Aufenthalt in der
D._
empfahl
. Der Beschwerdeführer sei
seit 1
3.
November 2015
zu 100
%
arbeitsunfähig (
Ziff.
1.4
-6
). Im Vordergrund stehe die psychiatrische Behandlung mit Psycho
pharmakotherapie. Die Konsultationen würden in zirka zweiwöchigen Abständen stattfinden. Der Beschwerdeführer nehme die Termine zuverlässig wahr und es bestehe bezüglich Pharmakotherapie eine gute Compliance
(
Ziff.
1.5)
.
Nach einem stationären Aufenthalt in der
D._
sei ein Belastbarkeitstraining zu emp
fehlen und es sei in der Folge mit der Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit im Umfang von 50
%
mit Steigerung auf 100
%
zu rechnen (
Ziff.
1.8-9).
4.
2
Die Ärzte und Fachpersonen der
D._
berichtete
n
am
1
8.
Dezember 2017 (
Urk.
7/128)
über die stationäre Behandlung vom 1
1.
September bis 1
4.
Oktober 2017 (
Ziff.
1.3) und nannten
als
psychiatrische
Diagnose eine rezidivierende de
pressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10 F33.1). Die rezidi
vierenden depressiven Episoden bestünden seit Februar 2012, wobei die aktuelle Episode wahrscheinlich seit November 2016 bestehe
(
Ziff.
1.1).
Es bestünden psychische und physische Einschränkungen durch Schwindel und Einschränkungen der Belastbarkeit durch Ermüdung. Auf geistiger Ebene bestün
den wahrscheinlich Einschränkungen der Konzentrationsfunktionen, Gedächtnis
leistung, Exekutivfunktionen, der Belastbarkeit- und Stresstoleranz sowie Sozial
kompetenz (
Ziff.
1.7). Bei Besserung der depressiven Symptomatik, der Persön
lichkeitsakzentuierung und Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit würden
Massnahmen
für die berufliche Eingliederung möglich erscheinen (
Ziff.
1.8).
4.
3
Hausarzt m
ed.
pract
.
E._
, Praktischer Arzt, Arztpraxis
Dr.
F._
, nannte im Bericht vom 1
8.
Mai 2018 (
Urk.
7/138/1-4) unter Beilage weitere
r
Unter
su
chungsberichte (vgl.
Urk.
7/138/5-18) als Diagnosen einen Tinnitus, Gleichge
wichts
störungen, Migräne, eine rezidivierende depressive Störung sowie ein
o
b
struktives Schlafapnoesyndrom
(
OSAS;
Ziff.
1.1). Dazu führte er aus, es bestehe
seit 1
3.
November
2015 bis auf weiteres eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Ziff
.
1.6). Somatisch stehe aktuell die Problematik Tinnitus, Gleichgewichts
stö
rungen und Migräne im Vordergrund.
Dem miteingereichten Bericht vom 2
9.
Mai 2017 über die
Tinnitussprechstunde
ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer nach eigenen Angaben etwa seit 2012 an
Schwindel, Kopfschmerzen, Gleichgewichtsstörungen und Tinnitus leide
t (
Urk.
7/138/5).
4.
4
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte im psychiatrischen Gutachten vom
3.
Juli 2018 als Diagnosen eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leicht- bis mittelgradig, mit
Somatisierungs
tendenz
(ICD-10 F33.0/1) sowie akzentuierte Persönlichkeitszüge mit emotional instabiler und narzisstischer Färbung (ICD-10 Z73.1
;
Urk.
7/144 S. 14-15
)
.
Hierzu
führte
Dr.
Z._
aus, eine rezidivierende depressive Störung liege vor, jedoch keine schwere Episode. Ob vor einem Jahr tatsächlich eine schwere Epi
sode vorgelegen habe, könne nicht abschliessend beurteilt werde
n. Die Situation sei unklar und die Äusserungen seien nicht konsistent.
Einerseits behaupte der Beschwerdeführer
, sich immer im gleichen Zustand zu
befinden seit 2015, andererseits
gebe
er an, dass es ihm bessergehe. Vom Zweiten
sei
wohl aus
zugeh
en. Diese Vermutung
werde
gestützt durch den Bericht
von
Dr.
C._
vom
5.
September
2017, in welchem nur noch eine mittelgradige Episode ange
geben
werde
, was den
Angaben des
Beschwerdeführers,
dass es ihm immer gleich
schlecht gehe, nicht entspreche
,
jedoch der anderen Angabe, dass es ihm
besser
gehe
. Auch die
D._
komm
e
2017 zum Schluss, dass gegenwärtig nur noch eine mittelgradige Episode vorliege. Es
werde
angegeben, dass der Beginn der mittelgradigen Episode seit
November
2016 bestehe. In
diesem Bericht
würden auch narzisstische Persönl
ichkeitszüge festgehalten, ohne dass
diese in der Diag
nostik Erwähnung gefunden hätten. Dies
sei
nicht konsistent.
Insbesondere auch deshalb, weil die Einschätzung einer ungünstigen Prognose sowohl
durch die depressive Symptomatik wie auch d
i
e narzisstischen Persön
l
ichkeitszüge
erklärt
werde
. In diesem Bericht
werde
auch offengelassen, dass sich der Zustand
ver
bessern könnte. Nicht nur der depressiven Symptomatik, sondern auch der
Per
sönlichkeitsakzentuierung. Dem
sei
nicht beizupflichten. Die Persönlichkeits
akzentuierung
sei
nicht beeinflussbar, jedoch die depressive Symptomatik, welche sich
ja tatsächlich verbessert
habe (S. 16)
.
Dr.
Z._
hielt weiter fest,
dass d
ie heutige Einschätzung der Arbeitsfähigkeit mit den erwähnten Diagnosen
kompatibel sei (S. 23 Mitte).
Der
Längs
schnitt
verlauf der Funktions- und Fähigkeitsstörung und der Ressourcen
sei
sehr schwierig zu beurteilen, da der Beschwerdeführer keine genauen Angaben mache, auch widersprüchlich sei, indem er
einerseits angebe, dass es ihm seit 2015 nicht besser gehe und andererseits sich sein Zustand wesentlich verbessert habe (S. 24 Mitte).
Zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als
Dachisoleur
hielt
er
schliesslich
fest, dass diese seit dem Auftreten des Schwindels nicht mehr zumutbar sei und
für die angestammte Tätigkeit
seit November 2015 keine Arbeitsfähigkeit mehr bestehe
(S.
25 unten). In einer angepassten Tätigkeit,
mithin
an
ein
em
Arbeit
splatz, der eine emotional spannungsfreie Atmosphäre biete, ohne permanenten Zeitdruck, mit geringem Publikumsverkehr, wohlwollender Arbeitsatmosphäre, kognitiv einfach
en
Abläufen, Routine und wenig Anforderung an die Gedächt
nisleistung, bestehe eine mögliche Anwesenheit von sechs Stunden beziehung
s
weise eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
bei einer Leistungsfähigkeit von 100
%
. Die Entwicklung der Arbeitsfähigkeit sei nicht nachzuzeichnen, da der Beschwer
deführer keine konsistenten Angaben mache. Ob die Differenz in der Einschät
zung der Arbeitsfähigkeit zwischen dem behandelnden Psychiater und
Dr.
Y._
wirklich auf Schwank
ung
en der psychischen Befindlichkeit zurückgehe,
oder
ob sie auf verschiedenen Einschätzungen beruhe
, könne nicht angegeben werden
(S.
26 oben).
4.
5
Die Ärzte des
G._,
H._
, nannten im Bericht vom
6.
Juli 2018 (
Urk.
3/3) folgende
- gekürzt wiedergegebenen -
Diagnosen:
-
chronischer
Schwankschwindel
-
chronisch kompensierter Tinnitus rechts
-
Migräne ohne Aura
-
schweres obstruktives Schlafapnoesyndrom
-
Restless
-
Legs
-Syndrom ohne PLMS
-
grenzwertig leichtgradige restriktive Ventilationsstörung
-
metabolisches Syndrom
-
n
ichtalkoholische
Steatohepatitis
(NASH)
-
Verdacht auf undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.1)
Der Beschwerdeführer leide seit mehreren Jahren an Nacken- und Kopfschmer
zen. Diese seien stets von einem
Schwankschwindel
begleitet. Die klinische und apparative
Untersuchung habe keine Hinweise für eine peripher vestibuläre Pathologie ergeben und die MRI
-
Untersuchung sei erfreulicherweise
bland
gewe
sen. Bei der Ganguntersuchung durch die Kollegen der Physiotherapie habe der Beschwerdeführer aber mit 13 Punkten einen deutlich altersentsprechend unter
durchschnittlichen Wert erreicht. Insbesondere die Aufgaben, welche eine Kopf
bewegung beinhalteten, seien mit grossen Schwierigkeiten durchgeführt worden. Dies lasse daher differentialdiagnostisch an eine
z
ervikogene
Komponente der
Schwindelbeschwerden denken. Dazu würden die Nackenschmerzen passen. Sollte
sich keine
z
ervikogene
Ursache finden lassen, wäre in
zweiter Linie eine vesti
buläre Migräne denkba
r. Hierzu würden
Kopfschmerzen mit Phono-
und
Photo
phobie
passen
(S. 2)
.
Etwas unpassend schein
e
hier aber der eher chronische Schwindelzustand. Zuletzt
müsse
sicher auch an eine funktionelle Überlagerung gedacht werden. Aufgrund der
schlechten Ergebnisse in der Ganguntersuchung
sei
dem
Beschwerdeführer
eine Verordnung für
vestibuläre Physiotherapie sowie eine Liste mit ausgebildeten Physiotherapeuten mitgegeben
worden
. Eine
Ver
laufskontrolle
sei
für in 3 Monaten vereinbart
worden (S. 3 oben)
.
4.
6
Die Ärzte des
G._
,
I._,
nannten nach Zuweisung
durch die
Klinik für Pneumologie zur spezialärztlichen Beurteilung im Bericht vom
9.
August 2018 (
Urk.
3/4) folgende Diagnosen:
-
Adipositas Grad III
-
Dyslipidämie
-
prädiabetische Stoffwechsellage
-
arterielle Hypertonie
-
schweres obstruktives Schlafapnoesyndrom
-
grenzwertig leichtgradige restriktive Ventilationsstörung
-
n
ichtalkoholische
Steatohepatitis
(NASH)
-
chronischer
Schwankschwindel
-
chronisch kompensierter Tinnitus rechts
-
Migräne ohne Aura
-
Restless
-
legs
-Syndrom ohne PLMS
-
Verdacht auf undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.1)
De
r Beschwerdeführer sei von der
p
neumologischen
Ambulanz bei Adipositas Grad III und schwerem Schlafapnoe
-
Syndrom zugewiesen worden. Sowohl anam
nestisch und klinisch als auch laborchemisch zeige sich aktuell kein Hinweis auf eine endokrine
Ursache hierfür. Laborchemisch sei eine milde
Dyslipidämie
auf
gefallen. Bei aktuell niedrigem 10-Jahres kardiovaskulärem Risiko sei vorerst eine Ernährungsanpassung diesbezüglich erforderlich. Mit einem HbA1c von 5.8% be
stehe aktuell eine prädiabetische Stoffwechsellage. Diesbezüglich sei ebenfalls eine Ernährungsanpassung zu empfehlen.
Bezüglich der Adipositas
sei
vorerst eine systematische Ernährungsberatung für die nächsten
Monate
zu empfehlen
. Diese
sei
bereits angemeldet
worden
. Mit dem
Beschwerdeführer
seien
zudem die weiteren
Möglichkeiten (begleitende medikamentöse Therapie, bariatrische Ope
ra
tion) besprochen
worden. Er schliesse
eine bariatrische Operation aktuell nicht aus, möchte aber mehr Informationen diesbezüglich
bekommen (S. 2).
4.
7
Die Ärzte der
A._
berichtete
n
am 2
5.
Oktober 2018 (
Urk.
3/5) über die teil
stationäre
Behandlung vom
1
9.
Februar bis 1
6.
August 2018
und nannten als psychiatrische Diagnose eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode. Der Eintritt sei freiwillig auf Zuweisung des behandelnden Psychiaters
Dr.
C._
erfolgt (S. 1).
In der Teilnahme
habe sich der Beschwer
deführer
mehrheitlich verbindlich
gezeigt
, mit einer insgesamt gesteigerten
akti
ven Beteiligung gegen Behand
l
ungsende. In der Gruppe
«
Aktivierung und Ent
spannung
»
habe
er
sich aktiv mit Stressregul
ation auseinandersetzen
können
. Er
habe
sich interessiert an den Therapieinhalten
gezeigt
,
habe
motiviert mit
ge
arbeitet
, insbesondere in aktiven und
b
ewegungs-orientierten Gruppen. Im Um
gang
habe
er sich sehr höflich, im Kontakt zu Mitpatienten aufgeschlossen und
kommunikativ erwiesen
. Insbesondere
im Austausch mit anderen
habe
sich
viel
fach
ein ausgeglichenes
Stimmungsbild
gezeigt
.
Wiederholt
habe der Beschwer
deführer
körperliche Beschwerden an
gegeben
(Kopfschmerzen, Tinnitus, Schwin
del).
Hauptbelastung
scheine
die ungeklärte versicherungsrechtliche Situation und berufliche Perspektive
zu sein.
Der Beschwerdeführer habe sich
glaubhaft motiviert
geäussert
, wieder beruflich tätig werden zu wollen.
Der Austritt
sei
in erfreulich gebessertem Zustand und ohne Anhaltspunkte für akute Eigen- oder
Fremdgefährdung
erfolgt.
5.
5.1
Strittig und zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand
des
Beschwerdeführer
s
im relevanten Zeitraum (vgl.
vorstehend
E. 2.3) in einer für den Anspruch erheb
lichen Weise verschlechtert hat.
5.2
Zwischen den Parteien ist
soweit
unbestritten, dass
der
Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit als
Flachdach
isoleur
aufgrund der Absturzgefahr nicht mehr
arbeits
fähig ist
, wovon der RAD-Arzt bereits am 1
3.
August 2013 ausging
.
Uneinigkeit besteht
jedoch
dahingehend, ob auf die im psychiatrischen Gutachten vom
3.
Juli 2018 (
Urk.
7/144) attestierte 70%ige Arbeitsfähigkeit abgestellt wer
den kann. W
ährend die Beschwerdegegnerin
(aus rechtlicher Sicht)
davon aus
ging, dass
in einer angepassten Tätigkeit weiterhin eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe (
vgl.
E. 2.1),
macht
e
der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend,
es sei aufgrund der Akten erstellt, dass bei ihm seit 2012 eine rezidivierende de
pressive Störung unterschiedlicher Ausprägung vorliege, wobei der
psychia
tri
sche
Gutachter im Untersuchungszeitpunkt aufgrund der festgestellten leicht- bis mittelgradig ausgeprägten Depression eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
attestiert
habe
(
vgl.
E. 2.2).
5.
3
5.
3
.1
Der
ursprünglichen
leistungsverneinenden Verfügung lag in psychiatrischer Hinsicht zur Hauptsache das Gutachten
des Psychiaters
Dr.
Y._
vom
1
0.
Juni 2013
zu Grunde. Während die behandelnden
Psychiater
einen Verdacht auf
eine mittelgradige depressive Episode
und einen Verdacht auf eine undifferenzierte Somatisierungsstörung diagnostizierten und eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierten (vgl.
Urk.
7/39/2-3
,
Urk.
7/45
und
Urk.
7/47
), stellte der psychia
tri
sche Gutachter nach Auseinandersetzung mit den
Vorakten
keine psychiatrische Diagnose mit Krankheitswert
(vgl. E. 3.
1
).
In somatischer Hinsicht hielten die behandelnden Ärzte aufgrund der unklaren Schwindelbeschwerden bei
sonst
unauf
f
älligem MRI des Schädels, fehlenden Hin
weisen für eine peripher-vestibuläre Störung, fehlenden neurologischen Diag
nosen und fehlenden Einschränkungen von Seiten des Skelettsystems fest, dass Arbeiten in der Höhe und mit
grossen
Masch
inen nicht em
pfehlenswert seien (vgl.
Urk.
7/24/5-9
,
Urk.
7/46/1-7
).
Im Wesentliche
n
g
estützt auf die Stellungnahme
n
des RAD, wonach keine Befunde und Diagnosen vorliegen würden, welche die Arbeitsfähigkeit für eine Tätigkeit in der Ebene, ohne Treppensteigen und ohne Arbeiten auf Gerüsten und an gefährlichen Maschinen mindern würde (vgl.
Urk.
7/29/2-3
, E.
3.2
),
und das psychiatrische Gutachten von
Dr.
Y._
ging die Beschwerdegegnerin von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätig
keit aus (vgl.
Urk.
7/55).
In den nach der
unangefochten in R
echtskr
aft erwachsenen
Verfügung
vom 2
3.
August 2013 (
Urk.
7/55)
verfassten medizinischen Unterlagen
finden sich sowohl
in psychiatrischer als auch in somatischer Hinsicht Anhaltspunkte, die gegen eine erhebliche Sachverhaltsänderung sprechen
.
So
ergibt
der Vergleich des psychiatrischen Befundes
in d
er aktuellen psychiatrischen Begutachtung
mit demjenigen im Gutachten von 2013 trotz veränderte
r
/anderer
Diagnose im Wesentlichen
keine erheblich
veränderte
n
Untersuchungsbefunde. So berichtete
Dr.
Z._
im psychiatrischen Gutachten vom
3.
Juli 2018
von
gelegentlich be
d
rückter Stimmung, von in Richtung
Traurigkeit eingeschränkter affektiver Modulationsfähigkeit
und im Weiteren
von
lediglich
leichtgradig
en Einschrän
kungen
(vgl.
Urk.
7/144
S.
13)
.
Auch
Dr.
Y._
beschrieb am
1
0.
Juni 2013
zwar einen
eher ernst und nachdenklich
en Affekt
,
erhob indes seinerseits eine
nur leicht zum depressiv-sorgenvollen Pol gedrückt
e Affektlage
,
eine reduzierte Willens- und Antriebsbildung und
Fähigkeit
,
Freude zu empfinden
,
sowie
eine nur leicht depressiv gehemmte
Antriebslage
und
Psychomotorik (vgl.
Urk.
7/51/11-13).
Trotz
der
durch
Dr.
Z._
neu
diagnostizierte
n
depressive
n
Störung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
lassen
sich aus dem Vergleich der objektiven Untersuchungsbefunde höchstens leichtgradige Veränderungen des Schweregrades der depressiven Erkrankung feststellen. Auc
h der Vergleich der jeweiligen Tagesabläufe
spricht
eher
gegen tatsächlich
verschlechterte
Ver
hältnisse.
Während der Beschwerdeführer im Jahr 2013 noch ein tiefes Aktivi
tätsniveau zeigte, jeweils bis mittags schlief und aus Angst,
zu stark zu ermüden und
nicht mehr
in
seine
Wohnung zurückkehren zu können
, nicht weit weg von der eigenen Wohnung ging (vgl.
Urk.
7/51/10), zeigt der Tagesablauf
i
n
der aktuellen Begutachtung
eine
eher
gesteigerte Aktivität
sowohl unter der Woche
, indem der Beschwerdeführer jeweils um 6 U
hr aufsteht,
um mit der Frau zu frühstücken, dann bis zu einer Stunde joggen und nachmittags spazieren
geht
oder ein wenig Fernsehen
schaut und am Abend Zeit mit seiner Familie verbringt
, als auch am Wochenende,
an welchem
die Familie meistens Besuch empfängt und der Beschwerdeführer mit den Brüdern spazieren geht oder mit seiner Familie etwas unternimmt
(vgl.
Urk.
7/14
4 S.
10 f.)
.
5.3.
2
Schliesslich
gelang es
Dr.
Z._
nicht, einen Längsschnittverlauf der
Funk
tions
- und Fähigkeitsstörung und der Ressourcen sowie die Entwicklung der Arbeitsfähigkeit nachzuzeichnen, da er
in den Akten
zahlreiche Inkonsistenzen
in den
beschwerdeführerischen
Aussagen,
in diagnostischer Hinsicht und auch bezüglich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeiten
ausmachte
(vgl.
Urk.
7/144 S.
22 unten f.).
Auch
den
übrigen psychiatrischen Berichte
n
lässt sich
nicht
zweifelsfrei
ein
(andauernder)
veränderte
r
psychiatrische
r
Gesundheitszustand
entnehmen. Zwar
diagnostizierte der behandelnde Psychiater im Juni 2017 kurzzeitig eine schwere depressive Episode,
wohingegen
er im September 2017
nurmehr
von
eine
r
mittel
gradige
n
Ausprägung
sprach. Dennoch
attestierte
er
ohne plausible Begründung durchgehend eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (vgl. vorstehend E. 4.
1
)
. Diese Aus
führungen sind nicht geeignet, eine wesentliche Verschlechterung der gesund
heitlichen Situation zu belegen
, worauf auch
Dr.
Z._
hinwies (vgl.
Urk.
7/144
S.
23 oben)
.
Weiter lassen sich auch
aus den Berichten der
stationären Aufenthalte
in der
D._
und der
A._
keine
überzeugenden
Angaben darüber entnehmen oder ableiten, in
wiefern
vorliegend
eine effektive Verän
de
rung des
psychiatrischen
Gesundheitszustands stattgefunden hat
.
Aus dem Be
richt der
A._
geht vielmehr hervor, dass
der
Beschwerdeführer im Umgang sehr höflich und im Kontakt
zu Mitpatienten aufgeschlossen und
kommunikativ
war
und im Austausch mit anderen vielfach ein ausgeglichenes Stimmungsbild zeigte
.
Trotz Austritt in erfreulich gebessertem Zustand diagnostizierten die Ärzte
der
A._
- wie bereits die behandelnden Ärzte vor Eintritt in die teilstationäre Be
handlung -
weiterhin eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittel
gradige Episode, ohne zur Arbeitsfähigkeit oder Eingliederungsfähigkeit
und zum Verlauf
Ste
llung zu nehmen (vgl. E. 4.
7
).
Daneben nannten die Ärzte der
A._
als Hauptbelastung die ungeklärte versicherungsrechtliche Situation und berufliche Perspektive,
mithin IV-fremde
psychosoziale Belastungsfaktoren,
was ebenfalls
gegen
eine tatsächliche Veränderung des psychischen Gesundheitszustandes spricht.
5.
3
.
3
Auch in somatischer Hinsicht lässt sich den medizinischen Akten nicht ohne Weiteres eine wesentliche Änderung des Gesundheitszustandes entnehmen. Aus
pneumologischer
Sicht
erhoben
die Ärzte des
G._
im Jahr 2014
lungen
funk
tionell einen identischen Befund zum
Befund von
August 2013 mit einer leichten restriktiven Ventilationsstörung sowie leicht reduzierter Diffusionskapazität, welche im Rahmen der Adipositas interpretiert wurde. Bei Normalbefund der arteriellen Blutgasanalyse, fehlender pulmonale
r
Limitation und fehlendem Hin
weis auf eine Lungenerkrankung als Ursache der Dyspnoe führten die Ärzte die in der Spiroergometrie gezeigte leicht verminderte körperliche Leistungsfähigkeit auf die B-Blocktherapie und möglicherweise einen Trainingsmangel zurück (
Urk.
7/70/29-32
). Ein klares somatisches Korrelat für die somati
schen/
soma
to
formen Beschwerden, weswegen der Beschwerdeführer immer wieder am
G._
abgeklärt wurde, liess sich auch aus kardi
o
l
ogisch
er Sicht nicht
ausmachen
. So war die kardiologische Standortbestimmung
laut Bericht vom 1
2.
März 2015 (
Urk.
7/80)
bis auf eine
Sinustachykardie unauffällig und sowohl in der Echo
kardiographie als auch im MRI und im CT des Herzens zeigten sich keine rele
vanten Ursachen und Diagnosen, so dass die Ärzte aus kardialer Sicht von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit ausgingen. Schliesslich weisen auch die neu
sten Untersuchungen am
G._
auf keinen wesentlich veränderten
somatischen
Gesundheitszustand hin
. Die
Neurologen
des
G._
erwähnten
im Wesentlichen die
seit Jahren bestehenden
Nacken- und
Kopfschmerzen mit begleitende
m
Schwan
k
schw
indel
,
welche bereits in die Beurteilung des RAD-Arztes vom 1
5.
Juni 2012 eingeflossen waren (
Urk.
7/29/2-3). Wie schon im Bericht des
G._
vom 2
4.
April 2012 (
Urk.
7/24/5-9) liessen sich die
se
Beschwerden auch in der jüngsten neu
rologischen Abklärung
(
Urk.
3/3)
nicht gänzlich objektivieren.
Eb
e
nso wenig kann
das
Schlafapnoe-Syndrom
(
Urk.
7/80)
als wesentliche Veränderung herangezogen werden, da bereits im Jahr 2013 von Tagesmüdigkeit die Rede war, welcher der Neurologe keinen Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit
zumass (
Urk.
7/46/1-3).
Nichts anderes
geht aus
dem Bericht des Hausarztes
hervor
, wo
nach das OSAS nicht im Vordergrund stehe (
Urk.
7/138/
1-
3)
.
Laut den An
gaben des Beschwerdeführer
s
im Rahmen der
Tinnitussprechstunde
leidet er seit 2012 an den beschriebenen Beschwerden
, was einer Veränderung entgegen steht
.
Auch i
n der neu aufgetreten Adipositas kann keine wesentliche Gesundheits
ver
änderung erblickt werden, da eine
Adipositas
grundsätzlich keine leistungsbe
gründende Invalidität
bewirkt
, wenn sie keine körperlichen
oder
geistigen Schä
den
verursacht
und nicht die
Folge
von solchen Schäden ist
(
Urteil
des Bundesge
richts
8C_496/2012 vom 19. September 2012 E. 2.2
)
, was
nicht ersichtlich und
vom Beschwerdeführer überdies auch nicht geltend gemacht
wird.
5.
3
.
4
Nach dem Gesagten gibt es vorliegend
mehrere
Anhaltspunkte, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sowohl in psychiatrischer als auch in somatischer Hinsicht nicht wesentlich verändert hat.
Ob dies zutrifft bezie
hungsweise o
b sich das psychiatrische Gutachten
von
Dr.
Z._
zum Be
weisthema einer
erhebliche
n Änderung
des Sachverhalts
in genügendem Masse
ausgesprochen
hat
(Urteil des Bundesgerichts 8C_29/2014 vom 2
5.
Juni 2014 E.
3.2)
und gestützt darauf von einem Revisionsgrund ausgegangen werden kann, wozu sich
die Beschwerdegegnerin nicht explizit äusserte,
kann
letztlich
offen bleiben
.
Selbst wenn man zugunsten des Beschwerdeführers
eine
Verschlech
terung des psychiatrischen Gesundheitszustandes
annehmen
würde, resultiert bei der Bemessung des Invaliditätsgrad - wie nachfolgend aufgezeigt
(E. 5.4-7)
- entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers auch bei der im psychiatrischen Gutachten attestierten 70%igen
Arbeitsfähigkeit kein rentenbegründender Inva
liditätsgrad. Entsprechend kann ebenfalls offenbleiben, o
b
die Beschwerdegeg
nerin im Rahmen der (freien) Überprüfung zu Recht von der gutachterlichen Folgenabschätzung abwich oder anhand der eigens vorgenommenen Ressourcen
prüfung eine
unzulässige
juristische
Parallelprüfung
vornahm
, wie der Beschwer
deführer vorbrachte
.
5.
4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleic
h hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invalid
itäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2
, 128 V 29 E. 1
).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1,
134 V 322 E. 4.1).
Den Akten lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer
von 2009 bis 2011
bei der
J._
als
Bauisoleur
tätig war. Da die Auflösung
dieses
Arbeitsverhältnisses
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nach Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung erfolgte
(
Urk.
7/22/
4,
Urk.
7/22/
12),
kann
das
dort
erzielte Einkommen
zur Bestimmung des
Valideneinkommens
herange
zogen werden. Im Jahr 2012
hätte
der Beschwerdeführer gemäss
Arbeitge
ber
fragebogen
ein Einkommen von
Fr.
72'605.-- erzielt
(vgl.
Urk.
7/22
Ziff.
2.10
), was unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bei Männern
(Tabelle
T1.10 Nominallohnindex, 2011
2018
)
in den Jahren 2012 bis
zum
Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns
im Jahr
201
7
(sechs Monate nach Geltend
machung des Leistungsanspruchs,
Art.
29
Abs.
1 IVG)
ein Einkommen von rund
Fr.
74'80
9.--
für das Jahr 201
7
ergibt (
Fr.
72’605
.-- x 1.00
7
x 1.00
8 x 1.004 x 1.007 x 1.004
).
5.
5
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zu
mut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalide
nlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3;
135 V 297 E.
5.2; 129 V 472 E. 4.2.1; 126 V 75 E. 3b/
aa
).
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
ge
gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E
. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung
,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Da
der
Beschwerdeführer nach Eintritt des Gesundheitsschadens und des Verlusts der Arbeitsstelle bei der
J._
keine längerdauernde
und dauerhafte
Tätigkeit mehr ausübte und im Zeitpunkt des
frühestmöglichen Ren
tenbeginns
im Jahr 2017
in keinem Arbeitsverhältnis stand, sind vorliegend
zur Ermittlung des Invalideneinkommens die Tabellenlöh
ne gemäss LSE heranzu
ziehen, wobei
vom Zentralwert für einfache Tätigkeiten körperlicher oder hand
werklicher Art auszugehen ist. Dieser betrug für Männer im Jahr 2017
Fr.
5‘340.--
(LSE 201
6
, Tabelle TA1, Total, Kompetenzniveau 1). Der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 201
7
von 41.7 Stunden sowie der allgemeinen Lohnentwicklung bei Männern im Jahr 201
7
von 0.
4
%
angepasst, ergibt dies ein hypothetisches Invalideneinkommen von rund Fr.
46'949.
--
für das Jahr 201
7
bei der verbliebenen
70
%igen Arbeitsfähigkeit (
Fr.
5’340
.-- : 40 x 41.7 x 12 x 1.00
4
x 0.
7
).
5.
6
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (
vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2,
134 V
322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör
perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1
und
9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Die vom Beschwerdeführer vorgebrachten Umstände (keine Tätigkeiten in der Höhe oder im Lärm oder mit Maschinen, kein Publikumsverkehr, wohlwollende Arbeitsatmosphäre ohne Zeitdruck, Pensum nicht frei wählbar, sondern nur während sechs Stunden pro Tag möglich, nur noch Teilzeitpensum) können zwar die Auswahl der zur Verfügung stehenden Stellen einschränken
,
sie wirken sich aber
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt jedenfalls in Bezug auf einfache und repetitive Erwerbstätigkeiten nicht zusätzlich lohnmindernd aus und rechtfer
tigen damit keinen leidensbedingten Abzug vom Tabellenlohn.
So ziehen r
echt
sprechungsgemäss Einschränkungen bezüglich der Bedienung
potentiell gefähr
licher Maschinen in der Regel noch keine überproportionalen Lohneinbussen nach sich (
Urteil
des Bundesgerichts
9C_72/2009 vom 3
0.
März 2009 E. 3.4) und auch der Umstand, dass
der Beschwerdeführer
gemäss Gutachten auf eine emo
tional spannungsfreie und wohlwollende
Arbeitsatmosphäre ohne
permanenten
Zeitdruck
angewiesen ist
(vgl.
Urk.
7/144
S.
25)
, beschlägt in erster Linie die realen Chancen,
auf dem freien Arbeitsmarkt eine (Teilzeit-)Arbeitsstelle zu finden, und stellt kein anerkanntes eigenständiges Kriterium für einen Abzug vom Tabellenlohn dar (Urteil des Bundesgerichts 9C_362/2008
vom 1
4.
Novem
ber 2008 E. 3.2.4 und auch
Urteil 9C_325/2013 vom 2
2.
Oktober 2013 E. 4.2
, sowie
Urteil 8C_693/2014 vom 22.01.2015
E. 4.2.2
).
Auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer nur noch in einem reduzierten Beschäftigungsgrad von 70
%
arbeiten kann, zieht keinen entsprechenden Abzug nach sich.
Gemäss der Tabelle zu den nach Beschäftigungsgrad, Geschlecht und beruflicher Stellung differenzierten monatlichen Durchschnittslöhnen für das Jahr 2018 (vgl. Bundesamt für Statistik, Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Beschäftigungsgrad, beruflicher Stellung und Geschlecht, T18, 2018) besteht zwischen den von Männern erzielten Durchschnittslöhnen ohne Kaderfunktion in einem Vollzeitpensum (
Fr.
6’144.--) und dem Durchschnittslohn bei einem Teil
zeitpensum von 50-74
%
proportional bezogen auf ein 100
%
-Pensum (
Fr.
5’897.--) eine Differenz von
Fr.
247.--, mithin
von
4
%
. Ebenso verhält es sich mit den Durchschnittslöhnen
von
Fr.
6'130.-- (Vollzeit) und
Fr.
5'875.-- (Teilzeit 50-74%)
für das Jahr 2016 (vgl. T18, 2016). Daraus ergibt sich keine
überproportionale Lohneinbusse, die einen Abzug vom Tabellenlohn rechtferti
ge
n würde (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 2
2.
März 2017 E. 3.2 mit Hinweis).
Auch wenn für den Beschwerdeführer aufgrund der qualitativen
Anforderungen an eine zumutbare Tätigkeit
(kein Arbeiten auf Gerüsten und Leitern und an gefährlichen Maschinen) gewisse Einschränkungen bestehen und dadurch nicht mehr alle Stellen in Betracht kommen,
besteht im Bereich der zumutbaren leichten bis mittelschweren Arbeiten noch ein genügend breites Spektrum an Verweistätigkeiten bei dem in Frage kommenden
Kompetenz
niveau
1.
Nach dem Gesagten bestehen
somit keine direkt mit der Art der gesundheitlichen Beein
trächtigung in Zusammenhang stehende lohnwirksame Umstände, welche einen (behinderungsbedingten) Abzug vom Tabellenlohn rechtfertigen.
Schliesslich rechtfertigt auch der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin in der ursprünglichen Verfügung vom 2
3.
August 2013 (
Urk.
7/55) ohne weitere Be
grün
dung einen Abzug von 5
%
gewährte, keinen Anspruch auf Berücksichtigung
des
mindestens gleich hohen Abzugs (
Urteil des Bundesgerichts 8C_753/2009 vom
2
8.
Oktober 2009 E. 3).
Die
Beschwerdegegnerin
führte
in der angefochtenen Verfügung zu Recht aus, dass vorliegend ein Leidensabzug nicht (mehr) berück
sichtigt werden kann, da im Hilfsarbeiterbereich für den Beschwerdeführer genü
gend Tätigkeiten auf dem Arbeitsmarkt vorhanden sind.
5.7
Wird das
Valideneinkommen
von
Fr.
74'80
9
.
--
dem Invalideneinkommen von
Fr.
46'949.
--
gegenübergestellt, resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr.
27'8
60.--
und somit ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von
(ab)
gerundet
37
%
(100 /
Fr.
74’80
9.--
x
Fr.
27'8
60.--
)
.
5.8
Soweit sich der Beschwerdeführer
weiter
auf den Standpunkt stellte, dass ihm ab November 2017 (sechs Monate nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs,
Art.
29
Abs.
1 IVG) zunächst eine ganze Rente zuzusprechen sei (vgl.
Urk.
1 S. 9 Mitte), so kann ihm nicht gefolgt werden. Zwar äusserte sich der Gutachter hinsichtlich einer retrospektiven Beurteilung
nicht eindeutig. Mit Blick auf die Berichte der behandelnden psychiatrischen Fachärzte ist jedoch mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, d
ass die gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bereits
im November 2017
Geltung
hatte
, da keine Anhalts
punkte für eine
seitherige
Veränderung ersichtlich sind
.
Die
im Zeitraum zwi
schen der Neuanmeldung am 2
2.
Mai 2017 und dem psychiatrischen Gutachten vom
3.
Juli 2018
verfassten
Berichte des behandelnden Psychiaters und der
D._
erweisen sich
als wenig nachvollziehbar
und nicht konsistent, worauf
auch
Dr.
Z._
hinwies
(vgl.
Urk.
7/144
S.
16 unten
und S.
23 oben).
So
attestierte der behandelnde Psychiater trotz
in diagnostischer Hinsicht
verän
dertem Schweregrad der Depression im Laufe des Jahres 2017
- wie
vorstehend ausgeführt
-
durchgehend eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
,
ohne dies
weiter
zu begründen
.
Inwiefern und ob sich der Gesundheitszustand innerhalb des Jahres 2017
und im Vergleich zu früher
überhaupt
veränderte, führte der behandelnde Psychiater nicht aus, sondern wies einzig darauf hin, dass sich der Gesund
heitszustand in den letzten zwei Jahren nicht gebessert hat. Auch
geht aus den Berichten
nicht hervor, ob
sich
die
von ihm attestierte
Arbeitsunfähigkeit einzig auf die
von ihm genannte
psychiatrische Diagnose bezog oder auch die
auf
ge
führten
somatischen Diagnosen
(mit)
berücksichtigte
, worauf die von
ihm aufge
führten
Einschränkungen
hindeuten
(vgl.
Urk.
7/122
Ziff.
1.1 und 1.6-7)
, was angesichts der fachfremden Beurteilung nicht zu überzeugen vermag
.
Schliesslich
ist ebenfalls nicht
auszuschliessen
, dass der behandelnde Psychiater die von ihm genannten sozialen Probleme, auch wenn diese
bei den Diagnosen ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgeführt wurden, bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit berücksichtigte (vgl.
Urk.
7/122
Ziff.
1.1).
Weiter
ergibt sich auch aus dem Bericht der
D._
, in welcher der Be
schwerdeführer auf Zuweisung des behandelnden Psychiaters
im September/
Oktober 2017
stationär behandelt wurde,
kein
e Hinweise für eine wesentliche gesundheitliche Veränderung im zeitlichen Verlauf
.
So finde
t
sich auch darin keine nachvollziehbare
re
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
. Es ist anzunehmen, dass die attestierte Arbeitsunfähigkeit für die Zeit vor dem stationären Aufenthalt (ab November 2015) vom behandelnden Psychiater übernommen wurde, denn
auch bezüglich der
Arbeitsfähigkeit nach der Entlassung
wurde auf den behan
delnden Arzt verwiesen (
Urk.
7/128/7)
.
Letztlich ist fraglich,
ob
der Bericht der
D._
überhaupt von einem
psychiatrischen Facharzt
verfasst oder zumin
dest
mit
unterzeichnet wurde.
K._
wird
zwar als Oberarzt Psycho
so
matik aufgeführt
(
Urk.
7/128/9)
, einen entsprechenden psychiatrischen Facharzt
titel besitzt dieser laut
Medizinalberuferegister
allerdings nicht
.
5.9
Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass sich der Gesundheitszustand
des
Beschwerdeführer
s
seit der rentenablehnenden Verfügung vom
2
3.
August 2013
(
Urk.
7/55)
im hier massgebenden Beur
teilungszeitraum
nicht in einer anspruchs
begründ
enden Weise verschlechtert hat.
5.10
Soweit der Beschwerdeführer
schliesslich
beantragt
e
, dass die Beschwerdegeg
nerin zu verpflichten sei, berufliche Eingliederungsmassnahmen zu prüfen, ist festzuhalten, dass diese einen Anspruch auf berufliche Eingliederungs
mass
nahmen mangels subjektiver Eingliederungsbereitschaft zu Recht verneint hat.
So äusserte sich der Beschwerdeführer anlässlich der Begutachtung im Juni 2018 dahingehend, dass ein Arbeitsversuch zwecklos
sei (vgl.
Urk.
7/144
S.
11 unten)
,
und zeigte
sich
einem solchen gegenüber auch
nicht motiviert
. Auf
entsprechende Fragen zur Selbsteinschätzung
wich er
immer wieder aus,
machte
diffuse An
gaben und
hinterliess gesamthaft
einen unaufrichtigen und inkonsistenten Ein
druck (vgl.
Urk.
7/144
S.
24 f.).
Weiter zeigte sich der Beschwerdeführer trotz an und für sich guter Prognose stark passiv und
der
starke
n
Überzeugung
,
schwer krank zu sein
(vgl.
Urk.
7/144
S.
22 Mitte).
Vor diesem Hintergrund kann
einzig
aus der
Aussage im Austrittsbericht der
A._
vom 2
5.
Oktober 2018, wonach der Beschwerdeführer sich glaubhaft motiviert äusserte, wieder ber
uflich tätig werden zu wollen (vgl. vorstehend E. 4.11), keine überzeugende Bereitschaft zur
Teil
nahme an beruflichen Eingliederungsvorkehren abgeleitet werden
. Insbesondere auch deshalb nicht, weil
der Beschwerdeführer
im Rahmen des
Vorbe
scheid
ver
fahrens
in keiner Weise
zum Ausdruck brachte, dass er auf berufliche Mass
nahmen angewiesen
ist beziehungsweise solche verlangt
(vgl.
Urk.
7/151).
Soweit der Beschwerdeführer
ausführte, dass Eingliederungsmassnahmen erge
ben werden, ob und in welchem Umfang er im ersten Arbeitsmarkt tatsächlich noch einsatzfähig ist (vgl.
Urk.
1 S. 9), ist
ihm entgegen zu halten
, dass
das
Scheitern
von beruflichen Eingliederungsmassnahmen
bei gutachterlich atte
stierter 70%iger Arbeitsfähigkeit
nicht
einfach
auf eine
100%ige Arbeitsun
fähigkeit
schliessen lässt
. Auch wenn b
erufliche Massnahmen unter anderem dazu dienen
können
, subjektive Eingliederungshindernisse im Sinne einer Krank
heitsüberzeugung der versicherten Person zu beseitigen
, bedarf es
indessen auch
diesfalls
eines Eingliederungswillens
beziehungsweise
einer entsprechenden Motivation der versicherten Person.
Fehlt die subjektive Eingliederungsfähigkeit
beziehungsweise
ist diese wie vorliegend als unzureichend zu werten
, besteht von vornherein kein Anspruch auf berufliche Massnahmen (
vgl.
Urteil
des Bundes
gerichts
9C_559/2012 vom 2
7.
November 2012 E.
5
).
Es bleibt darauf hin
zu
weisen, dass es dem Beschwerdeführer offensteht,
sich bei ernsthaftem Interesse an beruflichen Massnahmen erneut bei der Beschwerdegegnerin zu melden.
5.11
Die
angefochtene Verfügung der Beschwerdegegnerin
erweist sich damit
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzu
erlegen.