Decision ID: b1514ab6-55f7-413f-b59a-2a28fad091c1
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
Am 23. Februar 2007 meldete sich A._ (nachfolgend: Versicherter) erstmals zum
Bezug von IV-Leistungen bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-
Stelle) an (IV-act. 2). Er gab an, sich bei einem Skiunfall vom ._ Januar 2006 an der
rechten Schulter verletzt zu haben (IV-act. 2-5). Mit Mitteilung vom 25. Januar 2008
sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine voraussichtlich maximal vier Wochen
dauernde berufliche Abklärung mit Beginn im April 2008 zu (IV-act. 32 und 38). Am 12.
März 2008 teilte der zuständige Berufsberater der IV-Stelle mit, der Versicherte habe
ihn über die Möglichkeit informiert, ab 1. April 2008 eine Stelle als B._ anzunehmen,
bei der er die Arme nicht über Tischhöhe heben müsste. Sollte sich zeigen, dass die
Arbeit behinderungsbedingt doch ungünstig sei, würde sich der Versicherte wieder mit
der IV-Stelle in Verbindung setzen (IV-act. 37). Am 15. Mai 2008 bestätigte der IV-
Berufsberater dem Versicherten, dass die BEFAS-Abklärung aufgrund des
zwischenzeitlich angetretenen Anstellungsverhältnisses sistiert worden sei (IV-act. 38).
Anlässlich eines Gesprächs vom 24. Juni 2008 zeigte sich, dass der Versicherte bei der
C._ AG, gut gestartet war, er in Zukunft jedoch vermehrt in der Programmierung von
(...) eingesetzt werden sollte, während er bisher vor allem (...) befüllt hatte (vgl. IV-act.
40). Zur Abklärung der Eignung dieser anspruchsvolleren Aufgabe sprach die IV-Stelle
dem Versicherten mit Mitteilung vom 11. Juli 2008 eine vom 1. Juli bis 30. September
2008 dauernde berufliche Abklärung zu (IV-act. 40 und 44). Um den
Eingliederungsprozess optimal zu unterstützen, erteilte die IV-Stelle am 19. September
2008 eine Kostengutsprache für einen höhenverstellbaren Tisch (IV-act. 48 und 52). Mit
Mitteilung vom 7. Oktober 2008 leistete die IV-Stelle Kostengutsprache für eine vom 1.
Oktober 2008 bis 30. Juni 2009 dauernde Umschulung zum D._ bei der C._ AG (IV-
act. 56). Das Anstellungsverhältnis wurde dann allerdings seitens der Arbeitgeberin per
30. November 2008 infolge eines betriebsbedingten Auftragsrückgangs gekündigt (IV-
act. 59, vgl. ferner IV-act. 67). Mit Mitteilung vom 17. April 2009 erteilte die IV-Stelle
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Kostengutsprache für eine vom 18. Mai bis 19. Juni 2009 dauernde berufliche
Abklärung (IV-act. 68), jedoch trat der Versicherte die Abklärung aufgrund eines geltend
gemachten Virusinfektes nicht an (vgl. IV-act. 72, 76 und 77-3). Am 25. August 2009
berichtete der Versicherte über eine Rückenproblematik und am 1. September 2009
teilte er der IV-Stelle mit, dass er sich am 14. September 2009 einer Rückenoperation
unterziehen müsse (IV-act. 77-3). Nach der Einholung der Krankengeschichte des
Versicherten bei Dr. med. E._, Orthopädie F._ (vgl. IV-act. 79), hielt der regionale
ärztliche Dienst (RAD) in einer Aktenbeurteilung vom 1. Oktober 2009 fest, dass die
Unfallverletzung an der rechten Schulter zur Ruhe gekommen sei, nun jedoch ein
Rückenleiden vorzuliegen scheine (IV-act. 80). Nach dem Eingang weiterer
medizinischer Unterlagen (vgl. IV-act. 81 ff.) kam der RAD am 16. Februar 2010 zum
Schluss, dass keine wirklich relevanten dauerhaften gesundheitlichen Probleme mehr
im Raum stünden, welche sich in einer leidensadaptierten Verweistätigkeit
invalidisierend auswirken würden. Der junge Versicherte sei im fünften Jahr
arbeitsabstinent und habe sich in der Vergangenheit subjektiv als von seiner generellen
Arbeitsunfähigkeit überzeugt gezeigt. Damit sei eine berufliche Integration erschwert. In
einer körperlich leichten Arbeit sei eine uneingeschränkte Leistungsaufnahme zumutbar
(vgl. IV-act. 85; vgl. dazu auch IV-act. 98). Mit Schreiben vom 13. August 2010 kündigte
die IV-Stelle dem Versicherten die Durchführung einer vierwöchigen BEFAS-Abklärung
an. Zweck der Abklärung sei eine gezielte und den individuellen Voraussetzungen
entsprechende schulische und berufspraktische Abklärung, welche Auskunft über
Neigungen sowie praktische und intellektuelle Fähigkeiten geben sollte. Die IV-Stelle
forderte den Versicherten dazu auf, seine Bereitschaft zur Teilnahme schriftlich zu
bestätigen (IV-act. 100). Am 30. September 2010 sprach der Versicherte persönlich bei
der IV-Stelle vor und gab an, sich selbständig gemacht zu haben und keine weitere
Unterstützung mehr zu wünschen (IV-act. 103). Nach Erlass eines entsprechenden
Vorbescheids (IV-act. 105) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 18. April 2011
einen Anspruch auf berufliche Massnahmen und Rentenleistungen, da anzunehmen
sei, der Versicherte sei angemessen und optimal eingegliedert (IV-act. 107).
B.
Am 2. Mai 2019 meldete sich der Versicherte erneut bei der IV-Stelle für berufliche
Massnahmen und Rentenleistungen an (IV-act. 112). Er gab an, dass seine linke
Schulter seit einem Arbeitsunfall vom 3. April 2018 nicht mehr beweglich und belastbar
sei (vgl. IV-act. 112-6 f.). Zuletzt hatte er als (...) in einem Pensum von 100 % bei der
G._ AG, gearbeitet (vgl. IV-act. 112-6 und Fremdakten, act. G 4 f.). Nachdem die IV-
Stelle mehrfach die Akten der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva)
B.a.
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eingeholt hatte (vgl. IV-act. 142-3, unten; vgl. IV-act. 114 ff.; vgl. Fremdakten), nannte
der RAD in einer Aktenbeurteilung vom 9. April 2020 als Diagnosen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit einen Status nach Arthroskopie, subakromialer Dekompression,
intraartikulärem Débridement, offener Spornabtragung und Revision
Supraspinatusansatz am Tuberculum majus links (Operation vom 31. Mai 2019) wegen
Abrissfraktur Tuberculum majus links (nach Sturz auf die Schulter am 4. [richtig: 3.]
April 2018). Sodann kam er zum Schluss, dass dem Versicherten gemäss der
medizinischen Aktenlage die angestammte, gekündigte Tätigkeit nicht mehr zumutbar
sei, da das dortige körperliche Belastungsprofil über dem zumutbaren Belastungsprofil
liege. In einer leidensangepassten Tätigkeit (körperlich leichte bis mittelschwere
Tätigkeiten, für den linken Arm nur bis zur Horizontalen, ohne Schläge, Vibrationen und
repetitive Drehbewegungen und ohne Arbeiten in ständiger Armvorhalte) könne von
einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden (IV-act. 138).
Mit Mitteilung vom 8. Juni 2020 wies die IV-Stelle das Begehren um berufliche
Massnahmen ab, da eine leidensangepasste körperlich leichte bis mittelschwere
Tätigkeit zu 100 % zumutbar sei. Für die Unterstützung bei der Stellensuche sei somit
das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zuständig (IV-act. 144).
B.b.
In einer Aktenbeurteilung vom 19. August 2020 hielt der RAD fest, dass der
Gesundheitszustand aus versicherungsmedizinischer Sicht als stabil zu beurteilen sei.
Es bestehe noch eine eingeschränkte Schulterbeweglichkeit links sowie eine
verminderte Belastbarkeit. Der linke Arm könne lediglich bis 90 Grad seitwärts
angehoben werden. In der angestammten Tätigkeit bestehe eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit seit dem 4. (richtig: 3.) April 2018. In einer angepassten Tätigkeit
habe nach der Operation vom 31. Mai 2019 bis zum 31. Januar 2020 ebenfalls keine
Arbeitsunfähigkeit (gemeint: Arbeitsfähigkeit) bestanden. Ab dem 1. Februar 2020 sei in
leidensangepassten Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben (IV-act. 154).
B.c.
Mit Vorbescheid vom 26. August 2020 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die
Abweisung des Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 0.25 % in Aussicht
(IV-act. 157).
B.d.
Gegen diesen Vorbescheid erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt
lic. iur. E. Koller, St. Gallen, am 29. Oktober 2020 Einwand (IV-act. 166).
B.e.
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C.
In einer Aktenbeurteilung vom 6. November 2020 hielt der RAD fest, dass im
Einwand kein neuer medizinischer Sachverhalt vorgebracht worden sei. Der
Beschwerdevortrag des Versicherten sei aufgrund der Berichte von Dr. E._ nicht
nachvollziehbar. Neue, noch nicht aktenkundige Befundberichte seien nicht eingereicht
worden. Im Zumutbarkeitsprofil seien die verminderte Schulterbeweglichkeit sowie die
Schmerzen über der Horizontalen berücksichtigt worden (IV-act. 169-2 f.).
B.f.
Mit Verfügung vom 7. Januar 2021 wies die IV-Stelle den Anspruch des
Versicherten auf eine Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 1 % ab (IV-act. 173).
B.g.
Gegen diese Verfügung erhob der weiterhin durch Rechtsanwalt Koller vertretene
Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 8. Februar 2021 Beschwerde (act. G
1). Er beantragte, die Verfügung der IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom
7. Januar 2021 sei aufzuheben und ihm sei ab wann rechtens, spätestens aber ab
Oktober 2019, eine ganze Rente auszurichten. Eventualiter seien ihm berufliche
Eingliederungsmassnahmen zu gewähren; unter Kosten- und Entschädigungsfolge
(act. G 1 S. 2). Weiter beantragte er die Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung für das Verfahren vor Versicherungsgericht (act. G 1 S. 3 und G
1.2). Er legte seiner Beschwerde einen Bericht von Dr. E._ vom 12. Januar 2021 (act.
G 1.3) sowie einen Verlaufsbericht über die Konsultationen zwischen dem 24. April
2019 und 11. Januar 2021 (act. G 1.4) bei.
C.a.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 25. März 2021 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
C.b.
Am 30. März 2021 entsprach die verfahrensleitende Richterin dem Gesuch um
Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für das Verfahren vor
Versicherungsgericht (act. G 4).
C.c.
In seiner Replik vom 20. August 2021 hielt der Beschwerdeführer an den in der
Beschwerde gestellten Rechtsbegehren fest (act. G 12).
C.d.
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Erwägungen
1.
Im vorliegenden Verfahren strittig und zu prüfen ist der Anspruch des
Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente. Im Eventualantrag verlangt der
Beschwerdeführer ausserdem die Gewährung von beruflichen
Eingliederungsmassnahmen (vgl. act. G 1 S. 2)
2.
Mit Schreiben vom 21. September 2021 hielt die Beschwerdegegnerin an dem in
der Beschwerdeantwort gestellten Antrag vollumfänglich fest und verzichtete auf die
Erstattung einer ausführlichen Duplik (act. G 14).
C.e.
Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die ihre
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern
können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu
mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR
830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der
körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG).
2.1.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung - und im
Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 und 115 V 134 E. 2).
2.2.
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3.
Die Beschwerdegegnerin hat sich für die Ablehnung des Rentenanspruchs in
medizinischer Hinsicht in erster Linie auf die Suva-Akten und namentlich auf die
kreisärztliche Beurteilung von Dr. med. H._, Facharzt für Chirurgie, spez.
Unfallchirurgie, vom 12. März 2020 (act. G 1.5) sowie die RAD-Beurteilungen vom 9.
April 2020 (IV-act. 138) und 19. August 2020 (IV-act. 154) gestützt.
3.1.
Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, dass auf die Beurteilung von Dr. H._
schon aus formalen Gründen nicht abgestellt werden könne, da es sich dabei lediglich
um eine Aktenbeurteilung handle. Dr. H._ habe ihn nie persönlich untersucht und er
habe es auch unterlassen, sich mit der medizinischen Beurteilung von Dr. E._
auseinanderzusetzen (vgl. act. G 1 S. 4 f.). Zur Abklärung des Gesundheitszustandes
und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sei ein orthopädisches und
neurologisches Gutachten einzuholen (vgl. act. G 1 S. 6).
3.2.
Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die
Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten
(BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis; Art. 61 lit. c ATSG). Hinsichtlich des Beweiswerts
eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Auch reinen
Aktengutachten kann voller Beweiswert zukommen, sofern der medizinischen Person,
welche das Aktengutachten verfasst hat, genügend ärztliche Unterlagen zur Verfügung
gestanden haben, die auf persönlichen Untersuchungen der versicherten Person
beruhen, sodass sie dem Experten oder der Expertin erlauben, sich ein gesamthaft
lückenloses Bild zu verschaffen (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
vom 31. August 2006, U 198/06, E. 3.3 mit Hinweisen).
3.3.
Eine persönliche kreisärztliche Untersuchung hat Dr. H._ in seiner
Aktenbeurteilung vom 12. März 2020 als nicht erforderlich erachtet, weil dabei weder
andere subjektive Beschwerden noch andere klinische Befunde als die von Dr. E._
3.4.
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fachärztlich dokumentierten zu erwarten seien (vgl. act. G 1.5). Er ist mithin davon
ausgegangen, dass ihm die Aktenlage eine schlüssige Beurteilung hinsichtlich des
medizinischen Endzustandes sowie der Arbeitsfähigkeit ermöglicht. Dies ist
nachvollziehbar, nachdem Dr. H._ sowohl ein Austrittsbericht der Rehaklinik I._,
der auf eingehenden Untersuchungen des Beschwerdeführers beruht (vgl. Fremdakten,
act. 100-1 ff.), als auch Berichte zu bildgebenden Untersuchungen (vgl. z.B.
Fremdakten, act. 105-2), intraoperative Videoprints (vgl. Fremdakten act. 137) sowie
zahlreiche Berichte des behandelnden Arztes Dr. E._ vorgelegen haben (vgl.
Fremdakten). Auch der RAD hat keine Notwendigkeit für eine Begutachtung gesehen.
In Übereinstimmung mit Dr. H._ ist er in seiner Aktenbeurteilung vom 19. August
2020 zum Schluss gekommen, dass der Gesundheitszustand aus
versicherungsmedizinischer Sicht als stabil zu beurteilen sei. Es bestehe noch eine
eingeschränkte Schulterbeweglichkeit links sowie eine verminderte Belastbarkeit. Der
linke Arm könne lediglich bis 90 Grad seitwärts angehoben werden. Sodann hat er
gestützt auf die Aktenlage in schlüssiger Weise ausgeführt, dass in der angestammten
Tätigkeit seit dem 4. (richtig: 3.) April 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorliege.
Nach der Operation vom 31. Mai 2019 (vgl. Fremdakten, act. 130-7) habe bis zum 31.
Januar 2020 auch in leidensangepassten Tätigkeiten keine Arbeitsunfähigkeit (gemeint:
Arbeitsfähigkeit) bestanden. Ab dem 1. Februar 2020 sei in leidensangepassten
Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben (IV-act. 154). In seiner
Aktenbeurteilung vom 6. November 2020 hat sich der RAD auch ausdrücklich mit der
Einschätzung von Dr. E._ auseinandergesetzt. Er hat einleuchtend erklärt, dass der
Beschwerdevortrag des Beschwerdeführers aufgrund der Berichte von Dr. E._ nicht
nachvollziehbar sei. Neue, noch nicht aktenkundige Befundberichte seien im Rahmen
des Einwandverfahrens nicht eingereicht worden. In dem von ihm definierten
Zumutbarkeitsprofil (leichte Tätigkeiten, die mit dem linken Arm nur bis zur Horizontalen
auszuführen sind und keine Schläge, Vibrationen, repetitiven Drehbewegungen sowie
Arbeiten in ständiger Armvorhalte beinhalten; vgl. IV-act. 154-4) seien die verminderte
Schulterbeweglichkeit sowie die Schmerzen über der Horizontalen berücksichtigt
worden (vgl. IV-act. 169-2 f.).
Dr. E._ hat bereits in einem Verlaufsbericht vom 18. November 2019
festgehalten, dass der Beschwerdeführer die Arbeit am angestammten Arbeitsplatz in
absehbarer Zeit wieder aufnehmen könne, wenn er das Gefühl habe, dass dies gehe
(Fremdakten, act. 184). In einem Telefonat vom 19. Dezember 2019 hat der
Beschwerdeführer gegenüber der Unfallversicherung berichtet, dass er gemäss Dr.
E._ ab dem 1. Februar 2020 wieder in seine angestammte Tätigkeit zurückkehren
könne (Fremdakten, act. 190-1). Weshalb Dr. E._ den Beschwerdeführer gleichwohl
3.5.
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4.
weiterhin zu 100 % und in den neueren Berichten noch immer zu 80 % arbeitsunfähig
geschrieben hat (vgl. Fremdakten act. 205, 209 f. und 217; vgl. act. G 1.4 f.), wird von
ihm nicht nachvollziehbar begründet. Neue objektivierbare Befunde, welche die
gegenüber November 2019 unterschiedliche Einschätzung erklären könnten, sind nicht
ersichtlich. Demnach ist anzunehmen, dass die Attestierung der Arbeitsunfähigkeit von
Dr. E._ in erster Linie in Abhängigkeit von den Beschwerdeäusserungen des
Beschwerdeführers erfolgt ist. Gerade vor diesem Hintergrund ist die RAD-Beurteilung
vom 19. August 2020, wonach die Operation vom 31. Mai 2019 zwar zu einer
vorübergehenden vollständigen Arbeitsunfähigkeit geführt habe, ab Februar 2020 in
optimal angepassten Tätigkeiten aber wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe,
schlüssig (vgl. IV-act. 154). Gründe, weshalb dem Beschwerdeführer, der im Rahmen
der Verlaufsuntersuchungen im Wesentlichen über schmerzbedingte
Bewegungseinschränkungen des linken Armes geklagt hatte (vgl. dazu act. G 1.4), eine
adaptierte Tätigkeit, wie sie von Dr. H._ und dem RAD beschrieben worden ist, nicht
zumutbar sein sollte, erschliessen sich dem Gericht aufgrund der medizinischen
Aktenlage jedenfalls nicht.
Zusammenfassend ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen,
dass seit dem 3. April 2018 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten
Tätigkeit besteht. Spätestens ab dem 31. Mai 2019 ist die Arbeitsfähigkeit auch in
leidensangepassten Tätigkeiten vorübergehend komplett aufgehoben gewesen. Ab
dem 1. Februar 2020 ist für optimal angepasste Tätigkeiten eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit anzunehmen.
3.6.
In einem nächsten Schritt gilt es den Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers
anhand eines Einkommensvergleichs festzulegen (vgl. E. 2).
4.1.
Für den Einkommensvergleich sind grundsätzlich die Verhältnisse im Zeitpunkt des
Beginns des Rentenanspruchs entscheidend (vgl. BGE 129 V 222). Die vorliegend zu
beurteilende IV-Anmeldung des Beschwerdeführers ist bei der Beschwerdegegnerin
am 2. Mai 2019 eingegangen (IV-act. 112). Der frühestmögliche Rentenbeginn i.S.v. Art.
29 Abs. 1 und 3 IVG fällt somit auf den 1. November 2019. Das Wartejahr i.S.v. Art. 28
IVG ist zu diesem Zeitpunkt schon verstrichen gewesen, da die anhaltende
Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bereits im April 2018 ihren Anfang
genommen hat (vgl. E. 4.6). Massgebend für den Einkommensvergleich ist somit das
Jahr 2019.
4.2.
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Für das Valideneinkommen ist entscheidend, was die versicherte Person aufgrund
ihrer beruflichen Fähigkeiten und ihrer persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen
Rentenbeginns verdient hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Dabei ist in der
Regel vom zuletzt – d.h. grundsätzlich vor dem Beginn der ganzen oder teilweisen
Arbeitsunfähigkeit – erzielten Verdienst auszugehen (BGE 139 V 30 E. 3.3.2 mit
Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 18. März 2015, 8C_590/2014, E. 5.1).
4.3.
Gemäss den Angaben der letzten Arbeitgeberin hätte der Beschwerdeführer im
Jahr 2019 ein Jahreseinkommen von Fr. 67'574.-- erzielt (vgl. IV-act. 136-6), worauf
sich die Beschwerdegegnerin für die Festlegung des Valideneinkommens in ihrem
Vorbescheid vom 26. August 2020 gestützt hat (IV-act. 157). In der angefochtenen
Verfügung vom 7. Januar 2021 hat die Beschwerdegegnerin neu einen Jahreslohn von
Fr. 69'134.-- angenommen (vgl. IV-act. 173-2). Diesen Lohn hätte der
Beschwerdeführer gemäss Angaben der Arbeitgeberin im Jahr 2020 erzielt, wie sich
aus den Suva-Akten im Verfahren UV 2021/11 ergibt (vgl. Suva-act. 223 und 225 im
Verfahren UV 2021/11). Zwar findet sich das entsprechende Aktenstück nicht in den
Akten dieses Verfahrens, jedoch hat die Beschwerdegegnerin vom in Frage stehenden
Lohn offensichtlich Kenntnis gehabt und dem Beschwerdeführer sind die Suva-Akten
ebenfalls bekannt, sodass auf einen formellen Beizug des entsprechenden Aktenstücks
in diesem Verfahren verzichtet werden kann. Da im Zeitraum von November 2019
(Beginn des Rentenanspruchs; vgl. E. 5.2) bis Januar 2020 von einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit auch in leidensangepassten Tätigkeiten (vgl. E. 4.6) und damit
ohnehin von einem Invaliditätsgrad von 100 % auszugehen ist, wird das
Valideneinkommen erst für die Berechnung des Rentenanspruchs ab Februar 2020
relevant. Folglich rechtfertigt sich das Abstellen auf das im Jahr 2020 mutmasslich
erzielbare Valideneinkommen von Fr. 69'134.--.
4.4.
Zur Festlegung des Invalideneinkommens hat die Beschwerdegegnerin auf die
Tabelle TA 1 der Lohnstrukturerhebung (LSE) 2018 des Bundesamtes für Statistik
abgestellt, was grundsätzlich nicht zu beanstanden ist. Wie der Beschwerdeführer aber
zu Recht einwendet (vgl. act. G 1 S. 8), ist er nicht ins Kompetenzniveau 2, sondern 1
einzustufen. Denn er kann in seinem angestammten Beruf nicht mehr arbeiten und eine
Umschulung ist nicht abgeschlossen worden. Angepasst an die
Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 2020 sowie unter Berücksichtigung der
betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden (vgl. Bundesamt für
Statistik, Tabelle T03.02.03.01.04.01) resultiert für die Zeit ab Februar 2020 ein
Invalideneinkommen von Fr. 68'906.-- (12 x Fr. 5'417.-- = Fr. 65'004.-- / 40 x 41.7 = Fr.
4.5.
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5.
Angesichts der ab Februar 2020 wiedererlangten vollen Arbeitsfähigkeit in
leidensangepassten Tätigkeiten und des errechneten Invaliditätsgrades von lediglich 5
% braucht auf den Eventualantrag betreffend Eingliederungsmassnahmen vorliegend
nicht näher eingegangen zu werden, sofern darauf überhaupt eingetreten werden kann
(vgl. z.B. Urteil des Bundesgerichts vom 15. Oktober 2015, 9C_511/2015, E. 3).
6.
67'766.70 / 2260 x 2298 [vgl. Bundesamt für Statistik, Tabelle T 39, Entwicklung der
Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der Reallöhne] = gerundet Fr. 68'906.--).
Den von der Beschwerdegegnerin gewährten Tabellenlohnabzug von 5 % erachtet
der Beschwerdeführer als zu tief. Er ist der Ansicht, dass es ihm aufgrund seiner
körperlichen Einschränkungen nicht möglich sei, ein angemessenes Einkommen zu
erzielen (vgl. act. G 1 S. 8). Bei der Überprüfung des Tabellenlohnabzugs, der eine
Schätzung darstellt, darf das Gericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die
Stelle desjenigen der Verwaltung bzw. der Versicherung setzen (BGE 126 V 81 E. 6).
Triftige Gründe, die ein Abweichen von dem seitens der Beschwerdegegnerin auf 5 %
festgesetzten Tabellenlohnabzug erfordern würden, sind nicht ersichtlich. Den
körperlichen Einschränkungen wird grundsätzlich bereits mit dem vom RAD definierten
Zumutbarkeitsprofil Rechnung getragen. Unter Berücksichtigung eines
Tabellenlohnabzugs von 5 % resultiert für die Zeit ab Februar 2020 ein jährliches
Invalideneinkommen von Fr. 65'461.-- (Fr. 68'906.-- minus Fr. 3'445.--).
4.6.
Stellt man das für das Jahr 2020 ermittelte Valideneinkommen von Fr. 69'134.--
dem für die Zeit ab Februar 2020 errechneten Invalideneinkommen von Fr. 65'461.--
gegenüber, resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 3'673.-- und ein
rentenausschliessender Invaliditätsgrad von gerundet 5 % (Fr. 3'673.-- x 100 / Fr.
69'134.--). Ab Februar 2020 besteht somit grundsätzlich kein Rentenanspruch mehr.
Für die Zeit von November 2019 bis Januar 2020 ist allerdings, wie bereits erwähnt,
von einem Invaliditätsgrad von 100 % und damit von einem Anspruch auf eine ganze
Rente auszugehen (vgl. E. 3.6 und 4.4). Unter Berücksichtigung der Übergangsfrist von
Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) ist die
ganze Rente noch bis 30. April 2020 zu bezahlen. Ab 1. Mai 2020 besteht kein
Rentenanspruch mehr.
4.7.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde dahingehend gutzuheissen, dass der
Beschwerdeführer für den Zeitraum vom 1. November 2019 bis 30. April 2020
6.1.
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