Decision ID: fb04af7f-c444-4df9-83f6-06b7b787a0ad
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1979 geborene
X._
war
seit dem
1.
Oktober 2009
als Werkzeug
D._
bei
der
Y._
AG in einem 100
%-Pensum angestellt
und bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, a
ls er
am 17.
März 2012 einen Snowboard
unfall erlitt
(Urk.
7/1)
Der erstbehandelnde Arzt im Spital
Z._
diagnostizierte
eine stabile
Fraktur des 1.
Lendenwirbelkörper
s (LWK
)
und eine un
dislozierte Fraktur des
3.
Mittelhandknochens (
Metacarpale
)
links
(Urk.
7/15
)
.
Nach konservativer Behandlung der Fraktur des Mittelhandknochens kam es zu einer Rotati
onsfehlstellung, weshalb am 18.
Dezember 2012 eine dero
tierende Korrekturoste
otomie durchgeführt wurde (Urk.
7/63).
Der Beschwerde
führer verliess per
28.
Februa
r 2013 die
Y._
AG (Urk. 7/70). Ab dem 1.
März 2013 war er wie
der zu 100
% arbeitsfähig (Urk.
7/71).
Am 20.
Dezember 2013 erfolgte eine Osteos
ynthesematerialentfernung (Urk.
7/84). Die Suva kam für die Heilbehandlung auf und ric
htete Taggelder aus.
Seit
Januar 2014 arbeitete der Versicherte wieder
Vollzeit
(Urk.
7/101)
. Die Suva übernahm
in der Folge
die Kosten weiterer Physiotherapie-Behandlungen.
Am
19.
Mai
2016
wurde
eine kreisärztliche Untersuchung durchgeführt
(Urk.
7/133
).
Eine weitere kreisärz
tliche Untersuchung fand am 13. April 2017 statt (Urk.
7/151). Die Suva übernahm
sodann
für ein weiteres Jahr
die Kosten
für
Physiotherapie-Behandlungen
(Urk.
7/152).
Am 2.
Juli 2018 erfolgte eine kreisärztliche Aktenbeurteilung
(
Urk.
7/167)
. Gestützt darauf
stellte die Suva die Leistungen mit Verfüg
ung vom 18. Juli 2018 ein (Urk.
7/174). Die dagegen erhobene Einsprache
vom 3
0.
Juli 2018 (
Urk.
7/175), ergänzt am 2
4.
August 20
18 (
Urk.
7/177),
wies sie mit Ent
scheid
vom 11.
Dezember 2018 ab (Urk. 7/189 = Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
7.
Januar 2019 Beschwerde und beantragte sinngemäss, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin
sei zu verpflichten, weitere
H
eilbehandlungskosten zu über
neh
men. Eventualiter sei ein
medizinis
ches Gutachten einzuholen (Urk. 1 S. 2
f.). Mit Besch
werdeantwort vom 13.
Februar 2019 beantragte die Beschwerdegegne
rin die
Abweisung der Beschwerde (Urk.
6), was dem Beschwe
rdeführer mit Ver
fügung vom 15.
Febr
uar 2019 mitgeteilt wurde (Urk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzuge
hen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversi
cherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am 17. März 2012 ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Nach
Art.
10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung der Unfallfolgen, nämlich auf die ambulante Behandlung durch den Arzt, den Zahnarzt oder auf deren Anordnung durch eine medizinische Hilfs
person sowie im weiteren durch den Chiropraktor (lit. a), die vom Arzt oder Zahn
arzt verordneten Arzneimittel und Analysen (lit. b), die Behandlung, Verpflegung und Unterkunft in der allgemeinen Abteilung eines Spitals (lit. c), die ärztlich verordneten Nach- und Badekuren (lit. d) und die der Heilung dienlichen Mittel und Gegenstände (lit. e).
1.3
Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat die versicherte Person so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine nam
hafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu und sind allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversi
cherung abgeschlossen, geht die Unfallversicherung zur Berentung über, wenn der Unfall eine Invalidität im Sinne von
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
hinterlässt (
Art.
19
Abs.
1 UVG e contrario; BGE 116 V 41 E. 2c). Dem Rentenbezüger werden Heil
behandlungsleistungen gemäss Art. 21 Abs. 1 UVG nur noch unter bestimmten Voraussetzungen ausgerichtet.
Da
die Heilbehandlung gemäss Art.
10 UVG eine unfallbedingte Behandlungsbe
dürftigkeit, nicht aber eine Arbeitsunfähigkeit voraussetzt, vermag die trotz des Unfalls uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit allein ein Dahinfallen des Anspruchs auf Heilbehandlung nicht zu begründen (Urteil des Bun
desgerichts 8C_354/2014 vom 10.
Juli 2014 E. 3.2).
1.
4
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vorübergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der ärztli
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versi
cherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2 UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3). In diesem Zeit
punkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2. Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Die Verwendung des Begrif
fes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Bes
serung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In die
sem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prog
nostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2. Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE 134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
1.
5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpartei
lichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin aller
dings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/ee, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
eine Indikation für weitere Elektro- beziehungsweise Physiotherapie alle drei bis vier Wochen sei nicht ausgewiesen. Eine Begründung, wieso angesichts einer relativ banalen stabilen Lendenwirbelkörperfraktur, die bildgebend mittlerweile längst als ausge
heilt gelt
e
, nach mehr als sechs Jahren nach dem Unfallereignis unter dem Blick
winkel einer Deckung nach UVG eine weitere manualtherapeutische Behandlung nach wie vor erforderlich sein solle, liefere die Hausärztin des Beschwerdeführers nicht. Schliesslich sei zu beachten, dass, soweit von den geforderten, lediglich manualtherapeutischen und konservativen Heilmassnahmen aus prospektiver Sicht überhaupt eine gesundheitliche Besserung erwartet werden könne, diese nach konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht namhafter Natur wäre. Damit vermöge die aus versicherungsmedizinischer Sicht relativ undifferenzierte Beurteilung der Hausärztin die schlüssigen kreisärztlichen Beurteilungen nicht begründet in Zweifel zu ziehen. Dem Versicherten stünden aus unfallbedingter Sicht spätestens
ab dem 18.
Juli 2018 keine Ansprüche auf weiter
e
Heilbeha
nd
lungsmassnahmen mehr zu (Urk. 2 S. 6
ff.).
2.2
Der Beschwerdeführer machte demgegenüber im Wesentlichen geltend,
in Bezug auf die Beschwerden der Wirbelsäule hälfen die periodischen physiotherapeuti
schen Behandlungen mit Elektrostimulation. Um eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu vermeiden und eine mögliche mittelbar resultierende Arbeitsunfähigkeit abzuwenden
,
sei die Therapie fortzuführen. Die Beschwerde
gegnerin habe bis anhin diese Therapie mit ihrer Kostenübernahme gutgeheissen.
Die Entscheidung
,
den Fall abzuschliessen, erfolge lediglich aufgrund der Akten
lage und missachte die medizinische Stellungnahme der behandelnden Ärztin
und des Physiotherapeuten (Urk. 1 S. 2
f.).
3.
3.1
Im Austrittsbericht des Spitals
Z._
vom 17. März 2012 wurden die fol
genden Diagnosen gestellt:
-
Stabile LWK1-Fraktur
-
Undislozierte Fraktur des MC III links
Es wurde ausgeführt, nach Sturz beim Snowboarden bestehe eine stabile
LWK1-Fraktur und eine undislozierte Fraktur des Metacarpale III links. Am 17. März 2012 sei eine stationäre Aufnahme zur Analgesie und Physiotherapie erfolgt. Die linke Hand sei in einer Intrinsic Plus Schiene ruhiggestellt worden. Nach kompli
kationslosem stationärem Aufenthalt und problemloser Mobilisation sei der Beschwerdeführer mit ausreiche
nd
Analgesie und in gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen worden (Urk. 7/15).
3.2
Im Bericht des Neuro- und Wirbelsäulenzentrums
A._
vom 1
1.
Mai 2012 wurde festgehalten, das Röntgen der LWS vom 1. Mai 2012 habe im Vergleich zum Vor-CT vom 17. März 2012 eine unveränderte Dar
stellung der Deckplatten-Impressionsfraktur, eine Höhenminderung der vorderen Wirbelkörperkante von 5 mm im Vergleich zur Hinterkante sowie korrekte Stel
lungsverhältnisse ergeben
(Urk. 7/21)
.
3.
3
Dr.
med. univ.
B._
,
Praktischer Arzt, führte am 11.
September 2012 eine kreisärztliche Untersuchung durch. Er nannte die folgenden Diagnosen:
-
Status post Fraktur der Vorderkante LWK1 mit Höhenminderung um zirka 5 mm
-
Status post konsolidierte, nicht dislozierte p
ro
ximale Schaftfraktur Metacarpale III
Er
hielt fest
,
anlässlich der klinischen Untersuchung habe sich ein depressiv ver
stimmter, von vielen Beschwerden geplagter Beschwerdeführer präsentiert. Es würden eine allgemeine rasche Ermüdbarkeit und subjektiv starke Schmerzen beklagt. Aufgrund der objektivierbaren Befunde sei eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht nachvollziehbar und die Beschwerden durch das Unfaller
eignis nicht mehr erklärbar. Die später aufgetretenen Beschwerden der HWS (Muskelverspannungen) seien unspezifisch und mit überwiegender Wahrschein
lichkeit nicht unfallkausal. Die klinische Beschwerdesymptomatik sei mit den
objektivierbaren Befunden/Unfallverletzungen nicht in Einklang zu bringen. Auf
grund der objektiv
i
erbare
n
unfallb
edingten Verletzungen sollte sp
ätestens bis Ende Oktober 2012 wieder eine ganztägige Arbe
itsfähigkeit gegeben sein (Urk.
7/47).
3.4
Am 18.
Dezember 2012 wurde in der
Klinik C._
eine derotierende Korrek
turosteotomie Os metacarpale III links durchgeführt.
Im Operationsbericht vom 18.
Dezember 2012
wurde ausgeführt, dass ein Zus
tand nach Sturzereignis vom 17.
März 2012 vorliege, im Rahmen dessen der Beschwerde
führer sich eine Frak
tur des 3.
Mittelhandknochens zugezogen habe. Nach konservativer Frakturbe
handlung sei es zu einer Rotationsfehlstellung gekommen, die beim Faustschluss zu einem Überkreuzen des Mittel- über den Ringfinger führe. Es sei die Indikation zu einer derotierenden Korrekturosteotomie gestellt worden
(Urk.
7/63).
Anlässlich der Ver
laufskontrolle vom 31.
Januar 2013 in der
C._
wurde
ein Röntgen der linken Hand durchgeführt, welches lockerungsfrei einlie
gendes Osteosynthesematerial bei mittlerweile stabiler Konsolidierung zeigte. Aufgrund
d
es guten funktionellen und ästhetischen Resultats wurde die Nachbe
handlung in der handchirurgischen S
prechstunde abgeschlossen (Urk.
7/68).
Am 20.
Dezember 2013 wurde an der
C._
eine Osteosynthesemate
rialentfernung Os metacarpa
le III links durchgeführt (Urk. 7/84).
Im Berich
t der
C._
vom 30.
Januar 2014 wurde festgehalten, dass sechs Wochen postoperativ ein völlig unauffälliger Befund vorliege, so dass die Nachbehandlung in der handchirurgischen Sprechstunde abgeschlossen werde. Die derzeit noch vorhandenen Narbenindurationen sollten im Verlauf der nächs
t
en Monate regredient sein (Urk.
7/87).
3.5
Dr.
med.
D._
, Fachärztin FMH für Physikalische Medizin, nannte in ihrem Bericht
vom 15.
Dezember 2014 die Diagnose eines chro
n
ischen Lum
bovertebralsyndroms bei Status nach
stabiler LWK
1-Fraktur vom 17.
März 2012 (Sturz mit dem Snowboard) mit/bei Musk
elverspannungen paravertebral im
Bereich der LWS und BWS sowie rezidivierende Blockierungen. Es finde alle zwei bis drei Wochen eine physiotherapeutische Behandlung zur Mobilisierung und Detonisierung statt. Ein Muskelaufbau und Erhalt einer gekräftigten Rückenmus
kulatur sei nötig, weshalb all
e
zwei bis drei Wochen eine Physiotherapie noch dringend indiziert sei. Ein Muskeltraining werde voraussichtlich lebenslang not
wendig sei
n. Der Beschwerdeführer sei
zu
100 % arbeitsfähig (Urk.
7/104).
Dr.
D._
f
ührte in ihrem Schreiben vom 1.
April 2015
an die
Beschwerdegegne
rin aus, der Beschwerdeführ
er leide seit dem Sturz vom 17.
März 2012 mit erlit
tener stabiler LWK
1-Fraktur an anhaltenden Muskelverspannungen paraverteb
ral im Bereich des thoracolumbalen Überganges und rezidivierenden Blockierun
gen auf selber Höhe sowie an teils brennenden, elektrisierenden kurz einschies
senden Schmerzen in das rechte Bein, dies insbesondere nach längerer Therapie
pause. Klinisch fänden sich ausgeprägte Muskelverspannungen paravertebral des thoracolumbalen Überganges. Die Schmerzproblematik sei auf eine verbleibende segmentale Störung der Wirbelsäulenverletzung zurückzuführen. Zuvor habe kein
e
sonstige chronische Schm
erz
situation respektive kein chronisches Rücken
leiden bestanden.
Der Beschwerdeführer trainiere mindestens drei Mal pro Woche im Fitnesscenter. Dennoch komme es im bereits erwähnten Bereich
zu beeinträch
tigenden Schm
erzzuständen, weshalb er noch auf Physiotherapie angewiesen sei
. Um möglichst Unkosten zu vermeiden, werde die Physiotherapie alle drei Wochen (bei Schmerzschüben gelegentlich auch wöchentlich oder zweiwöchentlich) beansprucht, dies zur Ana
lgesie und
Lösung der Blockierungen mittels manueller Techniken
(
Urk.
7/111)
.
3.6
Am 19.
Mai 2016 erfolgte eine kreisärztliche Untersuchung bei
Dr.
med.
E._
, Fachärztin Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsap
parates
.
Dr.
E._
nannte die folgenden Diagnosen:
-
Lumbalgie bei St. n. LWK1-Fraktur nach Skiunfall am 17.03.2012 und konservativer Therapie
-
St. n. undislozierter Fraktur Metacarpale III links
-
St. n. derotierender Korrekturosteotomie Os metacarpale III links am 18.12.2012
-
St. n. OSME am 20.12.2013
Dr.
E._
hielt fest, vonseiten der erlittenen Handverletzung sei zwischenzeit
lich die Behandlung abgeschlossen. Es bestünden diesbezüglich lediglich leichte Beschwerden im Narbenbereich, ansonsten eine volle Funktion. Vonseiten
der Wirbelsäule bestünden rezidivierende Lumbalgien bei Status nach
LWK1-Fraktur nach Skiunfall am 1
7.
März 201
2
mit konservativer Therapie. Eine aktu
elle Bildgebung liege nicht vor (Urk. 7/133).
3.7
Am 17. August 2016 wurde ein MRI der Lendenwirbelsäule, des Iliosakralgelenks (ISG) und des Os sacrum durchgeführt. Dieses ergab eine kleine partielle nach kaudal luxierte dorsomediane Diskushernie L5/S1, keinen Nachweis einer siche
ren Neurokompression, alte Deckplatteneinbrüche TH11, L1 und L2 und keinen Nachweis einer frischen Fraktur (Urk. 7/140).
Im Bericht der
Klinik C._
vom 17. August 2016 wurde ausgeführt, beim Beschwerdeführer bestünden chronisch rezidivierende thorakolumbale Beschwer
den bei Status nach traumatischer LWK1- und LWK2-Fraktur. In der Bildgebung zeigten sich nur geringe Veränderungen im Sinne einer minimen residuellen Deformität des Wirbelkörpers LWK1 und einer beginnenden degenerativen Dis
kusveränderung. Die Beschwerden seien durch diese Veränderung allerdings aus
reichend erklärt. Da der Beschwerdeführer in der Vergangenheit auf die Physio
therapie gut reagiert habe, werde empfohlen, diese fortzuführen. Die Prognose sei abhängig vom weiteren Verlauf der Diskusdegeneration. Aus diagnostisch thera
peutischer Erwägung werde eine Fa
cettengelenksinfiltration TH12/L
1 und L1/L2
empfohlen
(Urk. 7/139).
Am 2. September 2016
erfolgte
eine
Facettengel
e
nksinfiltration TH
12/L1
,
L1/L2
an der
Klinik C._
(Urk. 7/135).
3.8
Am 13. April 2017 wurde eine
weitere
kreisärztliche Untersuchung bei
Dr.
E._
durchgeführt.
Dr.
E._
führte aus, fünf Jahre nach dem erlittenen Snow
boardunfall bestünden immer noch belastungsabhängige Rückenschmerzen, wel
che unter regelmässigen physiotherapeutischen Behandlungen und seltener Ein
nahme von Schmerzmedikamenten gut gemanaged werden könnten. Entspre
chend werde empfohlen, zur Stabilisierung der aktuellen Situation die physiothe
rapeutischen Beübungen zirka einmal pro Monat weiterzuführen. Von weiteren Behandlungen könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte Bes
serung des unfallbedingten Gesundheitszustandes erwartet werden (Urk. 7/151).
Mit Schreiben vom 2
7.
April 2018 teilte die Beschwerdegegnerin dem Beschwer
deführer mit, dass nach der letztmals am 1
5.
November 2017 durchgeführten Physiotherapie keine weitere Behandlung mehr
vergütet
werde (
Urk.
7/158)
, was sie mit Schreiben vom
3.
Juli 2018 (
Urk.
7/168) bekräftigte.
3.9
Dr.
D._
führte
in ihrem
Gesuch um erneute Kostengutsprache zur Physiothera
piebehandlung
vom 29. Mai 2018
an die
Beschwerdegegnerin
aus
, der Beschwer
deführer
leide
weiterhin an thorakovertebralen Beschwerden, welche durch phy
siotherapeutische Behandlung, insbesondere durch Elektrotherapie
,
alle drei bis vier Wochen stabilisiert würden. Bei längerer Nichtbehandlung komme es zu Rückenschmerzen, insbesondere belastungsabhängig mit Verkrampfungen
,
mit teils Schmerzaus
s
trahlung bis über das Gesäss in die unteren Extremitäten
(Urk. 7/163).
3.10
Dr.
B._
hielt in seiner Stellungnahme vom
2. Juli 2018
fest,
die Wirbelsäule könne ausschliesslich mit einer kräftigen Muskulatur stabilisiert werden. Dies setze bei entsprechenden Beschwerden ein konsequentes Training der Rücken
muskulatur voraus
. Über die entsprechenden Übungen, welche allesamt selbstän
dig durchgeführt werden könnten, sei der Beschwerdeführer im Rahmen der pri
mären Physiotherapie instruiert worden. Auch gemäss dem letzten Bericht hätten nur selten Korrekturen vorgenommen werden müssen. Nach nunmehr sechs Jah
ren sollte der Beschwerdeführer in der Lage sein, alle Übungen ohne weitere Anleitungen zu absolvieren. Für das subjektive Empfinden des Beschwerdefüh
rers, dass mittels Elektrotherapie alle drei bis vier Wochen eine Stabilisierung der Beschwerden erreicht werden könne, fehle eine medizinische Evidenz. Abgesehen davon, dass eine anhaltende Beschwerdeauslösung durch die Fraktur mit mini
maler Höhenminderung der Vorderkante schwer nachvollziehbar sei, könne eine Stabilisierung der Wirbelsäule und damit eine Linderung der geltend gemachten Rückenbeschwerden ausschliesslich mit einem konsequenten Training der Rückenmuskulatur erreicht werden, welches selbständig durchgeführt werden könne. Eine Indikation für weitere Elektrotherapie/Physiotherapie alle drei bis vier Wochen sei nicht ausgewiesen (Urk. 7/167).
3.11
Dr.
D._
führte in ihrem
während des Einspracheverfahrens verfassten
Schreiben vom 19. September 2018
an die
Beschwerdegegnerin aus, der Beschwerdeführer leide seit dem Skisturz vom 17. März 2012 nach wie vor an rezidivierenden Mus
kelverspannungen paravertebral, thorakolumbal mit schmerzhafter Verhärtung und Blockierung. Es bestehe eine Schmerzausstrahlung in den Oberschenkel des rechten Beines bis zur Kniekehle. Der Beschwerdeführer leide teilweise auch an elektrischen Schlägen im Bein. Beim Laufen komme es gelegentlich zu einem Einknicken im rechten Bein. Der Physiotherapeut könne die heftigen Verspan
nungen jeweils gut manuell und mit Elektrotherapieanwendung lösen. Diese Beschwerden manifestierten sich in dieser Intensität alle drei bis vier Wochen, sodass die Therapiefrequenz auch alle drei bis vier Wochen betrage (Urk. 7/179).
4.
4.1
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin mit der Leistungseinstel
lung
vom 18. Juli 2018
den Fall zu Recht abgeschlossen hat, da von der Fortset
zung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszu
standes mehr erwartet werden konnte.
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützt ihre Auffassung, wonach der medizinische End
zustand im Zeitpunkt der Leistungseinstellung erreicht gewesen sei, im Wesent
lichen auf die Stellungnahmen von
Dr.
E._
vom
1
9.
Mai 2016 (
vgl.
vorne E. 3.6
) und
vom 13. April 2017 (
vgl.
vorne E. 3.8) sowie von
Dr.
B._
vom 2. Juli 2018 (
vgl.
vorne E. 3.10
).
Die darin von den Kreisärzten - gestützt auf die den Verlauf seit dem Unfaller
eignis vom
17. März 2012
lückenlos dokumentierenden Berichte der behandeln
den Ärzte - vorgenommenen Beurteilungen basieren auf fachärztlichen Untersu
chungen und wurden in Kenntnis der relevanten Vorakten und in Auseinander
setzung mit den geklagten Beschwerden abgegeben. Die Kreisärzte haben die medizinischen Zusammenhänge einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolge
rungen nachvollziehbar begründe
t. Som
it liegt
eine den rechtsprechungsgemäss erforderlichen Krit
erien entsprechende ärztliche E
ntscheidungsgrundlage vor (vgl.
vorne E.
1.6)
.
4.3
Aus medizinischer Sicht
ist unbestritten
, dass die Behandlung in Bezug auf die Handverletzung im Zeitpunkt der Leistungseinstellung abgeschlossen war.
Bezüglich der Wirbelsäulenproblematik bestanden noch rezidivierende Lumbal
gien. In der Bildgebung vom 1
7.
August 2016 zeigten sich geringe Veränderun
gen im Sinne einer minimen residuellen Deformität des Wirbelkörpers LWK1 und einer beginnenden degenerativen Diskusveränderung (vgl. vorne E. 3.7).
Dr.
E._
hielt
in ihrer Stellungnahme vom 1
3.
April 2017
fest
, dass noch belastungsabhängige Rückenschmerzen bestünden, welche unter regelmässigen physiotherapeutischen Behandlungen und seltener Einnahme von Schmerzmedi
kamenten gut bewältigt werden könnten. Von weiteren Behandlungen könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte Besserung des unfallbeding
ten Gesundheitszustandes erwartet werden (vgl. vorne E. 3.8).
Dr.
B._
kam in seiner Stellungnahme vom
2.
Juli 2018 zum Schluss, eine Stabilisierung der Wir
belsäule und damit eine Linderung der geltend gemachten Rückenbeschwerden könne mit einem konsequenten Training der Rückenmuskulatur erreicht werden, welches selbständig durchgeführt werden könne. Für das subjektive Empfinden des Beschwerdeführers, dass mittels Elektrotherapie alle drei bis vier Wochen eine Stabilisierung der Beschwerden erreicht werden könne, fehle eine medizinische Evidenz (vgl. vorne E. 3.10). Daran ändern auch die
Stellungnahmen
der Haus
ärztin
Dr.
D._
nichts, wonach der Beschwerdeführer auf Physiothera
pie
/Elektrotherapie
angewiesen sei
(vgl. oben E. 3.
5, 3.9 und 3.11
).
So erschöp
fen sich deren Ausführungen
im Wesentlichen darin, die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers zu wiederholen.
Sie benannte auch keine w
ichtige
n Aspekte,
die bei den
kreisärztlichen Beurteilungen
unerkannt oder u
ngewürdigt geblieben worden wären.
Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass es nicht um einen End
zustand der medizinischen Behandlung, mithin um das Dahinfallen jeglichen Bedarfs an Heilbehandlung, geht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_639/2014 vom
2.
Dezember 2014 E. 3). Massgebend ist, dass im Zeitpunkt des Fallabschlus
ses keine medizinische Behandlung mehr zur Diskussion stand, von welcher eine namhafte Besserung des unfallbedingten Gesundheitsschadens hätte erwartet werden können. «
Namhaft»
bedeutet
,
dass die durch
weitere
Heilbehandlung
zu erwartende
Besserung ins Gewicht fallen muss
. Unbedeutende Verbesserungen genügen nicht
(BGE 134 V 109 E. 4.3 mit Hinweisen).
Eine allfällige blosse Ver
besserung allein des Leidens an sich, eine nur kurzfristige Linderung, eine Ver
besserung der Befindlichkeit oder dass der Versicherte etwa von Physiotherapie profitieren kann, genüg
en
nicht (Urteile
des Bundesgerichts
8C_970/2012 vom 3
1.
Juli 2013 E. 3.4; 8C_855/2009 vom 2
1.
April 2010 E. 7; 8C_338/2009 vom 1
4.
Januar 2010 E. 5.1; 8C_28/2008 vom 2
8.
Juli 2008 E. 3.3).
Im Zeitpunkt der strittigen Leistungseinstellung
– sechs
Jahr
e
nach dem
Unfallereignis
–
war der Beschwerdeführer (seit mehr als vier Jahren) wieder voll arbeitsfähig und
befand sich
noch
in physiotherapeutischer
Behandlung
mit haus
ärztl
ichen Kontrollunter
suchungen und nahm
gelegentlich
Schmerzmittel ein.
Ärztliche Verlaufskontrol
len, die Einnahme von Medikamenten sowie manualtherapeutische
B
ehandlungs
massnahmen
gelten nicht als kontinuierliche, mit einer gewissen Planmässigkeit auf eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung
en
im Sinne der Rechtsprechung
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_306/2016 vom 22. September 2016 E. 5.3 mit Hinweis)
.
Da der medizinische Endzustand somit spätestens im Zeitpunkt der Leistungseinstellung erreicht war
und eine Fortsetzung von Heilbehandlung unter dem Titel von
Art.
21 UVG beim unberenteten Beschwerdeführer nicht in Frage steht
, hat die Beschwerdegegnerin den Fall zu Recht abgeschlossen und einen Anspruch des Beschwerdeführers auf weitere Heilbehandlungen verneint. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.