Decision ID: 8637ea51-c4b0-5fee-9bea-0265fa18af33
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1978 geborene
und seit 2004 als angestellter Maurer tätig gewesene
X._
meldete sich am
21
. November 2007
mit der Begründung, er sei auf
grund eines Beinleidens
seit
Mitte
September 2006
nicht mehr arbeitsfähig,
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stell
e
, zum Bezug von
Leistungen (Umschulung) an (Urk. 7/2)
. Nach medizinischen und erwerbli
chen Abklärungen
verneinte
die IV-Stelle
mit Verfügung vom 8. Februar 2008 einen
Leistungsanspruch
(Urk. 7/13)
,
was vom hiesigen Gericht mit Urteil vom
10. Juni
2009
(
Urk. 7/26
) geschützt wurde.
1.2
Am 6. Dezember 2010 meldete sich der Versicherte
, der gemäss
eigenen
Anga
ben
seit Mai 2007
selbständig
als Bauarbeiter
erwerbstätig
gewesen
war
(
Urk. 7/32/6,
Urk. 7/93/12)
,
unter Hinweis auf
beidseitige
Hüftbeschwerden, Di
abetes und Herz
beschwerden
erneut zum Bezug von Leistungen (Rente/Berufliche Massnahmen) an (Urk. 7/32).
Nach erwerblichen und medizi
nischen Abklärungen (
Berichte
der
behandelnden Ärzte
[
Urk. 7/37,
Urk. 7/39]; IK-Auszug [Urk. 7/41]; Auskünfte des
Versicherten bezüglich seiner Erwerbstä
tigkeit [Urk. 7/42]), teilte die IV-Stelle dem Versicherten am 9. März 2011 mit,
dass die
Anspruchsvoraus
setz
ungen
erst nach Ablauf der einjährigen Wartezeit im Juni 2011 geprüft würden
(Urk. 7/44).
N
ach
Ablauf der Wartezeit
holte
die IV-Stelle
einen Verlaufsbericht beim behandelnden Hausarzt
ein
(Urk. 7/45)
und
wies
das Leistungsbegehren
nach
durch
geführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/
49-58
)
unter Hinweis darauf, das
s der Versicherte in einer
behinde
rungsangepassten
Tätigkeit ein
rentenaus
schliess
endes
Erwe
r
bseinkommen er
zielen könne und sich zur Durchführung von
beruflichen Massnahmen gesund
heitlich nicht
in der Lage
fühle,
m
it Verfügung vom 9. März 2012 (Urk. 7/59)
ab
.
Im Rahmen des gegen diese Verfügung ein
geleiteten Beschwerdeverfahrens hob
die IV-Stelle
diese Verfügung
am 18. Mai 2012
wiedererwägungsweise auf
(Urk. 7/67)
und liess den
Versicherten
in der Folge
durch die
MEDAS
polydisziplinär
begutachten
(
Expertise vom
7. Februar 2013, Urk.
7/
93
).
Nach weiteren erwerblichen Abklärungen
(Urk. 7/94
,
Urk. 7/96) und erneutem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/100-106) sprach die IV-Stelle dem Ver
sicherten
am
8. August 2013 (Urk. 2) eine ganze Rente
mit Wir
kung ab 1. Dezember 2011
zu
.
2.
Dagegen erhob
X._
am 26. August 2013 Beschwerde (Urk. 1) und
beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm
eine ganze Rente
mit Wirkung ab 1. Juni 2011 zuzusprechen (Urk. 1 S. 2).
Mit Be
schwerdeantwort vom 30. September 2013 (Urk. 6 unter Beilage ihrer Akten,
Urk. 7/1-119) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 3. Oktober 2013 (Urk. 8) zur Kenn
tnis gebracht wurde.
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Unterlagen wird, so
weit
erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Beschwerdegegnerin hielt gestützt auf das Gutachten der Abklärungsstelle MEDAS dafür,
seit Dezember 2010 sei
der Beschwerdeführer in der angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter nicht mehr und in einer angepassten Tätigkeit noch zu 20 % arbeitsfähig. Dadurch resultiere nach
Einkommensver
gleich
eine Erwerbseinbusse von 82 %, weshalb ab Dezember 2011 (Ablauf des War
t
ejahres, Art. 28 Abs. 1
lit
. b
des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung [
IVG
]
) Anspruch auf eine ganze Rente bestehe (Urk. 2).
1.2
Demgegenüber brachte der Beschwerdeführer vor,
das Wartejahr
sei
im Juni 2010
zu eröffnen
. Mit Blick auf die Berichte der behandelnden Ärzte seien
ab
jenem Zeitpunkt
eine 50%ige
und ab Ende August 2010 eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen. Dementsprechend habe er
bereits
ab Juni 2011 An
spruch auf eine ganze Rente (Urk. 1).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder tei
lweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
IVG
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.3
Die Wartezeit im Sinne
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG gilt in jenem Zeitpunkt als er
öffnet, in welchem eine deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit einge
treten ist. Als erheblich in diesem Sinne gilt bereits eine Arbeitsunfähigkeit von
20 % (AHI 1998 S.
124 E.
3c; Urteil des Bundesgerichts I 10/05 vom 14. Juni 2005 E.
2.1.1 in
fine
mit Hinweisen). Unter relevanter Arbeitsunfähigkeit im Sinne
dieser Bestimmung
ist eine Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu verstehen. Das heisst, es muss ar
beitsrechtlich in Erscheinung treten, dass die versicherte Person an Leistungs
vermögen eingebüsst hat, so etwa durch einen Abfall der Leistungen mit ent
sprechender Feststellung oder gar Ermahnung des Arbeitsgebers oder durch ge
häufte, aus dem Rahmen fallende gesundheitlich bedingte Arbeitsausfälle. Mit anderen Worten: Die Leistungseinbusse muss in aller Regel dem seinerzeitigen Arbeitgeber aufgefallen sein. Eine erst nach Jahren rückwirkend festgelegte me
dizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit genügt nicht. Umgekehrt ist eine in der
beruflichen Tätigkeit im Vergleich zu einer gesunden Person tatsächlich nur re
duziert erbrachte Leistung für sich allein gesehen in aller Regel ebenso wenig ausreichend für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit im Sinne des Gesetzes. Vielmehr bedarf es dazu regelmässig zusätzlich einer (überzeugenden) medizi
ni
schen Einschätzung, die
ordentlicherweise
echtzeitlicher Natur ist. Der Zeit
punkt des Eintritts der Arbeitsunfähigkeit muss mit dem im
Sozialversiche
rungsrecht
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nach
gewiesen sein. Dieser Nachweis darf nicht durch nachträgliche erwerbliche oder medizinische Annahmen und spekulative Überlegungen ersetzt werden (Urteil des Bundes
ge
richts 8C_204/2012 vom 1
9.
Juli 2012 E. 3.2
m.w.H
.).
3.
3.1
Bei
seit mehreren Monaten beklagten
beidseitigen Hüftschmerzen
, besonders beim
Laufen,
wurde der Beschwerdeführer von seinem Hausarzt anfangs Sep
tem
ber 2010 zur Untersuchung ins Spital
Y._
eingewiesen, wo am 3. Septem
ber 2010 nach durchgeführter MRI-Untersuchung Hüftkopfnekrose
n
beidseits diagnostiziert wurde
n
.
Die Ärzte
stellten eine
schmerzhaft
einge
schränkte Flexi
on sowie Aussen- und Innenrotation fest und
empfahlen eine stärkere Analgesie
sowie eine Stockentlastung während vier Wochen (Urk. 7/39/5-7)
.
Nach erneu
te
r Untersuchung am 29. Oktober 2010 in der ortho
pädischen Abteilung des Spitals
Y._
notier
ten die Ärzte
(Urk. 7/
39/17
), bei regelmässiger
Schmerz
medi
ka
tion
sei der Beschwerdeführer nahezu beschwerdefrei gewesen,
durch eine Um
stell
ung der Medikation hätte sich der Zustand jedoch wieder verschlechtert
. Die
Belastbarkeit in
der ange
stammten Tätigkeit als selbständiger Bauleiter sei
ein
geschränkt
. Die Ärzte empfahlen weiterhin ein konservatives
Vorgehen
und ver
ord
neten
erneut
Schmerzmedikation
.
3.2
Vom 1
2.
bis 20. Oktober 2010 war der Beschwerdeführer
bei rezidivie
renden
links
thorakalen
Schmerzen mit Ausstrahlung in den linken Arm in der Medizi
ni
schen Klinik des
Spital
s
Y._
hospitalisiert
. Die behan
delnden Ärzte stell
ten d
ie Verdachtsdiagnose einer in
stabilen Angina
pectoris
(Urk. 7/39/23-25).
3.3
Mit Bericht vom 14. J
anuar
2011
(
Urk. 7/37)
hielt Dr. med.
Z._
vom
Spital
Y._
-
welcher
den Beschwerdeführer am 29. Oktober 2010 ambu
lan
t
untersucht hatte
(
vgl.
E. 3.1
)
-
zuhande
n der Beschwerdegegnerin dafür
,
auf
grund
der Hüftbeschwerden sei
der Beschwerdeführer in seiner Tätigkeit
als selb
stän
diger Ba
uleiter deutlich eingeschränkt
. Es bleibe abzuwarten, ob der Beschwer
de
führer in Zukunft noch in der angestammten
Tätigkeit
werde
arbeiten könne
n
(Urk. 7
/37/6).
3.4
Der Hausarzt des Beschwerdeführers,
Dr. med.
A._
, Innere Medi
zin FMH,
notierte in seinem Bericht
vom 4. Februar 2011 (Urk. 7/39),
er be
handle den Beschwerdeführer aufgrund der Hüftbeschwerden seit Februar 2010
(Urk. 7/39/1). Aktuell leide der Beschwerdeführer ausserdem wieder an
infizier
ten
Ul
z
era an
beiden Unterschenkeln
bei einer chronischen
Vaskulitis
der Un
terschenkel bei Status nach Hepatitis C im Jahr 200
3.
Allenfalls sei
en
Hüftpro
these
n
einzusetzen, was bei wiederholten Infekten und
Ulzerationen
an den Unter
schenkeln jedoch
problematisch
sei
(Urk. 7/39/1-2)
. Dr.
A._
attes
tier
t
e in der angestammten Tätigkeit als Maurer eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit ab
1. Juni 2010 sowie eine vollständige Arbeitsunfähigkeit ab Ende August 2010
und hielt
dafür
, der Beschwerdeführer sei beim Stehen und Laufen einge
schränkt
(Urk. 7/39/2).
Bei einer sitzenden Tätigkeit müsse er nach 15-30 Mi
nuten wieder
aufstehen (Urk. 7/39/4).
Eine Wiederaufnahme
der beruflichen Tä
tigkeit erach
tete er vorläufig als nicht
möglich
(Urk. 7/39/3).
3.5
V
om 5. bis am 21. Februar 2011
war der Beschwerdeführer
bei Verdacht
auf
eine
Sepsis bei
nässenden Ulzerationen am Sprunggelenk rechts
in der Chirur
gischen Klinik des
Spital
s
Y._
hospitalisiert (Urk. 7/45/5
-7), wo es zu ei
ner deut
lichen Verbesserung der Wundverhältnisse kam.
3.6
Dr.
A._
attestierte
in seinem Bericht vom
10. August 2011
(Urk. 7/45
/1-4
)
wei
terhin eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit
und hielt fest, der Beschwerdeführer könne kaum laufen
. L
angfristig sei eine Ver
besserung nur durch einen Hüftgelenksersatz
zu erreichen
(Urk. 7/45/2).
Eine Wie
deraufnahme der beruflichen Tätigkeit erachtete er
vorläufig
als nicht mög
lich
(Urk. 7/45/3). In einem weiteren Bericht vom
14. April 2012 teilte Dr.
A._
mit,
die Beschwerden an den Hüften hätten seit Mitte 2011 stark zuge
nommen.
A
ufgrund der
bestehenden
Hüftgelenksnekrosen
sei
dem Beschwer
de
führer
keine Arbeitstätigkeit zumutbar
(Urk. 7/63).
3.7
Am 5. November 2012 wurde der Beschwerdeführer in der Begutachtungsstelle
MEDAS
allgemeininternistisch, rheumatologisch und psychiatrisch
untersucht (Gutachten vom 7. Februar 2013, Urk. 7/93).
Der Beschwerdeführer gab bei der Begutachtung an, seit Mai 2007 selbständig erwerbstätig gewesen
zu sein und dabei Maurerarbeiten sowie Deckenschalungen ausgeführt zu ha
ben.
Aufgrund der Verschlechterung seines Gesundheitszustandes seien zuneh
mend geschäftliche Probleme aufgetreten und seit Dezember 2010 sei er voll
ständig ar
beitsunfähig. In der Folge habe er einem Kollegen geh
olfen, eine GmbH zu gründen. Für diese GmbH erledige er
Büroarbeiten
zu einem Pensum von unge
fähr 10 %
, wofür er monatlich mit
zirka
Fr. 1‘000.-- entschädigt werde. Nach der
Operation der Hüften beabsichtige er die Wiederaufnahme der beruflichen Tätig
keit
, allenfalls nach einer erfolgten Umschulung
(Urk. 7/93/12
-13
, 20
)
. Hinsicht
lich der geplanten Operation berichtete
der Beschwerdeführer
, nach der erfolg
ten Gewichtsreduktion
seit April 2012 im Umfang von
50 kg (von 155 kg auf 105 kg) werde nun die vollständige Abheilung der Ulzera ab
gewartet. Die Im
plantation von Hüftgelenkstotalprothesen sei auf den Januar 2013 geplant (Urk. 7/93/15-16)
.
Die Gutachter stellten
folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit (Urk. 7/93/26):
F
ortgeschrittene, invalidisierende
Coxarthrosen
beidseits mit
Femurkopf
nekrose
;
dringender
Verdacht auf
Humeruskopfnekrose
rechts, anamnestisch ra
diologisch auch links
;
Koronare Herzkrankheit
Myokardperfusions-SPECT vom 25. Oktober 2010: Hochgradige RIVA-Verkalkungen
;
k
ardiovaskuläre Risikofaktoren:
(
Status nach
)
morbider Adipositas, arte
rielle Hypertonie.
Als ohne wesentliche
Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit
nannten
die Gutach
ter die folgenden Diagnosen (Urk. 7/93/26
-27
):
Störungen durch Opioide, Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtige Teil
nahme an einem ärztlich überwachten Ersatzdrogenprogramm (ICD-10 F11.22)
;
Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (Erstdiagnose November 2010)
;
Rezidivierende Ulz
era cruris beidseits bei
Livedovaskulopathie
der Unter
schenkel beidseits
, DD cannabisassoziiert;
Magenbypassoperation
vom
27. Juli 2012 wegen morbider Adipositas
;
Chronische Spannungskopfschmerzen
;
Status nach Hepatitis C (Erstdiagnose 2001), erfolgreich behandelt mit In
terferon und
Ribavirin
.
Die Gutachter
hielten dafür
,
d
ie seit Dezember 2010 attestierte vollständige Ar
beitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
als Maurer
sei
nachvollziehbar.
Aufgrund der bereits im September 2010 kernspintomographisch
objektivierten
Femurkopfnekrose
beidseits
und der medizinischen Aktenlage
sei spätestens
ab
Ende
2010 von einer dauerhaften vollständigen
Arbeitsunfähigkeit des Be
schwer
deführers in der angestammten Tätigkeit als Mauerer auszugehen (Urk. 7/93/
30-
31).
I
n angepassten Tätigkeiten
bestehe sodann
zumindest eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit.
Der Beschwerdeführer sei bis anhin trotz den zu
nehmenden Hüftbeschwerden noch in der Lage gewesen,
zu
einem Pensum von zirka 10 % Bürotätigkeiten zu verrichten. Aktuell scheine jedoch eine
Arbeits
tä
tigkeit
selbst in diesem Rahmen kaum realisierbar. Der Beschwerdeführer sei nicht mehr in der Lage zu sitzen und sei auf eine praktisch durchgängige Stockentlastung angewiesen
(Urk. 7/93/30)
. Eine Verbesserung der Arbeitsfä
hig
keit sei einzig nach erfolgreicher operativer Behandlung der
Coxa
rthrosen
zu
erwarten, wobei das Gelingen einer
erfolgreichen beruflichen
Reintegration in die
angestammte Tätigkeit aufgrund der
Humeruskopfnekrosen
jedoch fraglich sei
. Die Arbeitsfähigkeit
für
körperlich angepasste
Tätigkeiten müsse
erneut
nach er
folgreicher operativer Behandlung der
Coxarthrosen
und abgeschlosse
ner Reha
bilitation beurteilt werden (Urk. 7/93/30).
4.
4.1
Dass spätestens ab Dezember 2010 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit sowie eine Arbeitsunfähigkeit von
(
aktuell
)
zumindest 80 % in angepassten Tätigkeiten
bestand
, ist zwischen den Parteien unbestritten und
erscheint
mit Blick auf die
medizinische Aktenlage
auch
ohne weiteres
nach
vollziehbar
.
Während die Beschwerdegegnerin jedoch davon ausging, dass
vor diesem Zeitpunkt
keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorgelegen habe,
macht der Beschwerdeführer geltend,
er sei
in der angestammten Tätigkeit
be
reits ab Juni 2010
beeinträchtigt gewesen
(vgl. E. 1.1-2).
4.2
Aus den medizinischen Berichten geht hervor, dass der Beschwerdeführer be
reits seit Februar 2010 über Hüftbeschwerden klagte und bei einer Zunahme der Beschwerden im September 2010 zur Abklärung ins Spital
Y._
einge
wie
sen wurde, wo eine beidseitige Hüftnekrose diag
nostiziert und eine schmerz
haft
eingeschränkte Flexion sowie
Aussen
- und Innenrotation festgestellt wurde (E. 3.1,
E. 3.4).
Dr.
A._
erachtete aufgrund dieser Beschwerden ab Juni 2010
nur
noch
eine
50%ige Arbeitstätigkeit als Maurer
für
zumutbar
(E.
3.4)
.
Ent
gegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin gibt
es
keinerlei Anlass, von dieser Einschätzung
abzuweichen,
zumal auch die behandelnden Ärzte des
Spi
tals
Y._
nach durchgeführten Untersuchungen im Oktober 2010
dafürge
halten hatten, es bestehe eine deutliche Einschränkung in der angestammten Tätigkeit als Maurer
(E.
3.1, E.
3.3).
Ihre gegenteilige Einschätzung begründet
e
die Beschwerdegegnerin
mit
Verweis auf das
MEDAS-Gutachten
(E. 1.1)
.
Zu den für den Zeitraum vor Dezember 2010 attestierten Einschränkungen
durch Dr.
A._
und
durch
die Ärzte des Spitals
Y._
äusserten
sich die Gut
achter
jedoch
nicht und hielten denn auch lediglich fest, es bestehe spätestens ab Dezember 2010 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit
(E. 3.7)
.
Nahmen sie
demnach
zum fraglichen Zeitraum keine Stellung, besteht auch mit Blick auf das MEDAS-Gutachten keine Veranlassung, von der Einschätzung durch Dr.
A._
abzuweichen.
Anzufügen bleibt, dass der Regio
nale Ärztliche Dienst in ei
ner – vor Gutachtenserstellung ergangenen -
Stellungnahme vom 14. September 2011 (Urk. 7/48/1) selber dafürgehalten hatte
, die Einschätzung von Dr.
A._
, wonach ab Juni 2010 in der angestammten Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % bestehe, erscheine plausibel. Zu
sammenfassend ist somit aufgrund der ärztlichen Berichte mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit ausgewiesen, dass der Beschwerdeführer in der ange
stam
m
ten Tätigkeit bereits ab Juni 2010 zu 50 % eingeschränkt war.
Soweit der Be
schwerdeführer geltend macht, die vollständige Arbeitsunfähigkeit sei sodann be
reits Ende August 2010 eingetreten (E. 1.2)
,
kann
dies
mit Blick auf die nach
fol
genden Erwägungen
(E. 4.3)
offen bleiben
.
4.3
Bestand
ab Juni 2010
eine 50%ige und spätestens
ab Dezember 2010 eine voll
ständige Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
, ergibt sich
für das
Wartejahr
, welches
Ende Mai 2011 ablief
, eine durchschnittliche Arbeitsunfä
hig
keit von gerundet 75 %
([183 Tage x 50 %] + [182 Tage x 100 %] ÷ 365 Tage)
.
Bei einer verbleibenden Arbeitsfähigkeit von maximal 20 % i
n einer
an
gepass
ten Tätigkeit
(E. 4.1)
resultiert
sodann
ohne weiteres ein Invaliditätsgrad von
zumindest
70 %
und
besteht somit
Anspruch auf eine ganze Rente (E. 2.2)
, was zwischen den Parteien denn auch nicht strittig ist.
In Gutheissung der Be
schwerde ist somit festzustellen, dass der
Beschwerdeführer
infolge Ablauf des
Wartejahres
per
Ende Mai 2011 bereits
seit 1. Juni 2011 Anspruch auf eine ganz
e
Rente der Invalidenversicherung
hat
.
5.
5.1
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
5.2
Der vertretene Beschwerdeführer hat gestützt auf Art. 61
lit
. g ATSG in Verbin
dung mit § 34 Abs. 1 und 3
GSVGer
Anspruch auf eine P
rozess
entschädigung. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwie
rigkeit des Prozesses auf Fr. 1‘
2
00.-- (inklusive Mehrwertsteuer und
Barausla
gen
) festzusetzen.