Decision ID: 91f99f17-dce9-4c86-9107-004f51127dbb
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt PD Dr. Dieter Kehl, Poststrasse 22, Postfach 118,
9410 Heiden,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a S._ meldete sich am 30. April 2002 zum Bezug einer IV-Rente bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen an, da sie am 3. August 1996 einen
(Auto-)Unfall erlitten habe (act. G 3.1/2). Im Arztbericht vom 7. August 2002 gab Dr.
med. A._ an, es bestehe eine belastungsabhängige verstärkte Funktionsstörung der
Halswirbelsäule mit chronischen cervico-cephalen Schmerzen und Tinnitus sowie eine
Spondylolisthesis L5/S1 (act. G 3.1/15.1). Die Versicherte arbeitete seit 1987 im B._
als Krankenschwester. Ab 1. Juli 1993 arbeitete sie wegen einer Weiterbildung 90 %
und ab 1. Mai 2001 - unfallbedingt - noch zu 60 % (act. G 3.1/14). Nachdem die
Unfallversicherung per 30. April 2004 mangels (weiterhin gegebener) Adäquanz ihre
Taggeldleistungen (40 %) eingestellt hatte, veranlasste die IV-Stelle St. Gallen eine
MEDAS-Begutachtung der Versicherten (act. G 3.1/25 und 3.1/28). Diese fand vom 14.
- 16. März 2005 sowie am 31. März und 18. April 2005 statt. Das Gutachten vom 30.
November 2005 diagnostizierte (mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit)
einen Status nach HWS-Distorsionstrauma nach seitlicher Auffahrkollision 08/96 bei
chronifiziertem cervicocephalem Schmerzsyndrom (ICD-10: M53.0), leichter muskulärer
Dysbalance und Bewegungseinschränkungen der HWS sowie Verdacht auf
analgetikainduzierte Schmerzkomponente. Weiter wurden ein reaktiviertes
lumbovertebrales Schmerzsyndrom auf dem Boden einer Spondylolisthesis L5/S1
(M43.1), eine leichte bis mittelschwere neurokognitive Funktionsstörung bei fehlenden
Hinweisen auf eine stattgehabte Commotio cerebri sowie eine Somatisierungstendenz
mit Verdacht auf eine somatoforme Schmerzstörung (F 45.4) bzw. eine undifferenzierte
Somatisierungsstörung (F 45.1) diagnostiziert. Das Gutachten kam zum Schluss, dass
bei der Versicherten aus polydisziplinärer Sicht (orthopädisch, psychiatrisch,
neuropsychologisch) - vor allem unter Beachtung der neurokognitiven Defizite - eine 30
%-ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliege. Dies entspreche dem aktuellen
Arbeitspensum von 60 % bei einem Beschäftigungsgrad von 90 % (act. G 3.1/44.26).
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Eine Rückfrage bei der MEDAS ergab, dass bei einem Beschäftigungsgrad von 100 %
von einer Arbeitsfähigkeit von rechnerisch 67 % auszugehen sei. Gleichzeitig gab die
MEDAS an, dass sich aber die im Gutachten angegebene Arbeitsfähigkeit von 60 %
auf die konkrete Arbeitssituation beziehe, die Anfrage der IV-Stelle dagegen auf eine
hypothetische Situation (act. G 3.1/54 - 55). Mit Verfügung vom 30. März 2006 wies die
IV-Stelle das Rentengesuch ab, da der Invaliditätsgrad nur 33 % betrage 3.1/59).
A.b Gegen diese Verfügung erhob der Rechtsvertreter der Versicherten am 24. April
2006 Einsprache mit dem Antrag, es sei der Versicherten mindestens eine Viertelsrente
auszurichten. Die MEDAS-Gutachter hätten festgestellt, dass die Arbeitsfähigkeit 60 %
betrage und dass die Einsprecherin an ihrer Stelle optimal integriert sei. Die Mitteilung
der MEDAS vom 23. Februar 2006 sei mit dem Gutachten vom 30. November 2005
nicht vereinbar und auch nicht nachvollziehbar, habe doch die Frage nach der
Arbeitsunfähigkeit nichts mit dem Beschäftigungsgrad zu tun. Schliesslich sei auch das
Valideneinkommen falsch bestimmt worden. Ohne Gesundheitsschaden würde die
Einsprecherin nach Abschluss ihrer Weiterbildung erheblich mehr verdienen als Fr.
85'151.-- (act. G 3.1/64). Mit Entscheid vom 13. November 2006 wies die
Sozialversicherungsanstalt die Einsprache ab. Zwar sei der Einsprecherin
zuzugestehen, dass die rechnerische Umrechnung der Arbeitsunfähigkeit auf ein 100
%-Pensum nicht nötig gewesen wäre. Das MEDAS-Gutachten genüge, und dieses
gehe von einer Arbeitsunfähigkeit von 30 % in der bisherigen wie auch in einer
adaptierten Tätigkeit aus. Diese Aussage beziehe sich auf eine 100 %-Tätigkeit. Zudem
hätten die Gutachter 6-stündige Arbeitsschichten anstatt 8-stündige empfohlen, was
einer Arbeitsfähigkeit von 75 % entspreche. Bezüglich des Valideneinkommens sei von
Fr. 85'151.-- auszugehen, da die anvisierte betriebswirtschaftliche Ausbildung bis
heute nicht abgeschlossen worden sei und das Ziel als zu vage erscheine. Eine blosse
Absichtserklärung genüge nicht (act. G 3.1/68).
B.
B.a Gegen diesen Entscheid richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 13.
Dezember 2006 mit dem Antrag, der angefochtene Einspracheentscheid sei
aufzuheben und der Beschwerdeführerin sei rückwirkend mindestens eine Viertelsrente
auszurichten. Zur Begründung wird vorgebracht, dass allein aus neuropsychologischer
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Sicht eine Einschränkung der theoretischen Arbeitsfähigkeit von 35 % bestehe. Die
Beschwerdeführerin leide aber an zahlreichen weiteren Beschwerden, die allesamt die
zumutbare Arbeitsfähigkeit einschränkten, sodass selbst eine 60 %ige Arbeitsfähigkeit
noch erstaunlich sei. Aus den Formulierungen im MEDAS-Gutachten ergebe sich
sodann, dass die Gutachter der Meinung seien, dass die Beschwerdeführerin mit dem
aktuell geleisteten Pensum von 60 % ihre Restarbeitsfähigkeit maximal ausschöpfe.
Die Beschwerdeführerin sei demnach zu maximal 60 % arbeits- und erwerbsfähig.
Schliesslich sei belegt, dass die Beschwerdeführerin eine Hochschulausbildung
anstrebe, um eine Führungsposition einnehmen zu können, und dass sie die dazu
erforderliche Ausbildung in Angriff genommen habe, aber unfallbedingt nicht habe
beenden können (act. G 1).
B.b Mit Eingabe vom 14. Februar 2007 beantragt die Verwaltung Abweisung der
Beschwerde (act. G 3).
B.c Nach Einsicht in die Akten reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am
29. Juni 2007 eine weitere Stellungnahme ein. Dabei macht er geltend, dass die im
Einspracheentscheid gemachte Angabe, wonach sich die Arbeitsunfähigkeitsschätzung
des MEDAS-Gutachtens auf eine 100 %-Tätigkeit beziehe, falsch sei. Vielmehr sei
gemäss Gutachten von einer Arbeitsfähigkeit von 60 % auszugehen. Im Weiteren sei
eine zeitliche Beschränkung auf 6-stündige Arbeitsschichten arbeitstechnisch nicht
realisierbar (act. G 9). Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Stellungnahme dazu
(act. G 11).
B.d Mit Eingabe vom 10. Dezember 2007 reichte der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin dem Gericht weitere Akten ein, unter anderem das Gutachten des
Medizinischen Zentrums Römerhof, Zürich, vom 9. Oktober 2007, samt Teilgutachten,
das die Unfallversicherung anfertigen liess (act. G 13).

Erwägungen:
1.
1.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG in der bis 31. Dezember 2003 gültig gewesenen Fassung
besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
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mindestens zu zwei Dritteln, derjenige auf eine halbe Rente, wenn sie wenigstens zur
Hälfte invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 40% vor, so besteht
Anspruch auf eine Viertelsrente oder, sofern ein Härtefall gegeben ist, auf eine halbe
Rente (Art. 28 Abs. 1 IVG). Nach dem revidierten Art. 28 Abs. 1 IVG (ab 1. Januar
2004) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60%
invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine
halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% Anspruch auf eine
Viertelsrente.
1.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG (bis 31. Dezember 2003: aArt. 28
Abs. 2 IVG) wird in Bezug auf das Valideneinkommen auf das Erwerbseinkommen
abgestellt, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden
wäre. Zu diesen Einkommen gehören mutmassliche jährliche Erwerbseinkommen, von
denen Beiträge gemäss AHVG erhoben würden (Art. 25 Abs. 1 IVV).
1.3 Die Invaliditätsbemessung soll das Mass der Zurücksetzung der erwerblichen Leis-
tungsfähigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigung ergeben. Um den
Invaliditätsgrad bemessen zu können, sind daher zunächst medizinische Grundlagen
wesentlich. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu
beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in
der Folge eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 Erw. 4). Die IV-Stelle hat zu prüfen, wie sich die invaliditätsbedingten Faktoren auf
die Vermittlungsfähigkeit und die Erwerbsmöglichkeiten auswirken. Ob die versicherte
Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch tatsächlich ausübt, ist für die
Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich.
2.
2.1 Vorliegend ist streitig, wie die Angaben des MEDAS-Gutachtens in Bezug auf die
Arbeitsfähigkeit zu verstehen sind und wie das Valideneinkommen zu berechnen ist.
bis
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2.2 Die Beschwerdegegnerin ist der Ansicht, dass die MEDAS-Gutachter zum Schluss
gekommen seien, dass sich polydisziplinär in der bisherigen wie auch für adaptierte
Tätigkeiten - bezogen auf eine 100 %-Tätigkeit - eine Arbeitsunfähigkeit von 30 %
ergebe. Ausserdem ergebe sich eine höchstens 30 %ige Arbeitsunfähigkeit auch
daraus, dass die Gutachter eine zeitliche Begrenzung der 8-Stunden- auf 6-
Stundenschichten vorgeschlagen hätten, entsprechend einer Arbeitsfähigkeit von 75 %
(Einspracheentscheid, Ziff. II/4). Demgegenüber macht der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin geltend, dass sich aus dem MEDAS-Gutachten ergebe, dass die
30 %ige Einschränkung (bei einem Beschäftigungsgrad von 90 %) dem aktuell
geleisteten Arbeitspensum von 60 % entspreche. Auch aus weiteren Formulierungen
des Gutachtens gehe hervor, dass die Gutachter davon ausgegangen seien, die
aktuelle 60 %ige Arbeitsfähigkeit stelle gleichzeitig die Leistungsgrenze dar. Im
Weiteren gehe aus dem neuropsychologischen Teilgutachten hervor, dass die
Beschwerdeführerin diesbezüglich zu 35 % eingeschränkt sei. Nachdem die
Beschwerdeführerin jedoch noch an zahlreichen weiteren Beschwerden leide, müsse
(implizit) die gesamte Arbeitsunfähigkeit höher als 40 % sein.
Tatsächlich ist die im Gutachten verwendete Formulierung zunächst unklar. Als
Schlussfolgerung wird dort festgehalten, dass sich aus polydisziplinärer Sicht - vor
allem unter Beachtung der neurokognitiven Defizite - eine zur Zeit 30 %ige
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergebe, was dem aktuell geleisteten Arbeitspensum
von 60 % entspreche (bei einem Beschäftigungsgrad von 90 % [act. G 3.1/44.26]).
Nachdem jedoch gerade die neuropsychologische Begutachtung, welche als
massgebend für die Arbeitsfähigkeitsschätzung angesehen wurde, schon für sich allein
eine Arbeitsunfähigkeit von 35 % rechtfertigen würde (act. G 3.1/44.46), ist nicht
einleuchtend, weshalb in polydisziplinärer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von lediglich 30
% resultieren sollte. Zwar werden in der Zusammenfassung des Hauptgutachtens
weitere Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit aus orthopädischer und psychiatrischer
Sicht verneint (act. G 3.1/44.24 - 25). Indessen geht Dr. D._, Orthopädische Chirurgie
FMH, im orthopädischen Konsiliargutachten - wenn auch ohne Angaben zum Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit - von diversen Einschränkungen aus. So schildert er eine
muskulär bedingte schmerzhafte Einschränkung der Kopfbeweglichkeit, die verglichen
mit 1999 schlechter geworden sei, obwohl sich radiologisch für diesen Zeitraum keine
degenerativen Veränderungen gebildet hätten. Offenbar geht Dr. D._ davon aus,
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dass wegen dieser Einschränkungen keine Arbeiten mit Kopf-Protraktion durchgeführt
und keine Zwangshaltungen verlangt werden könnten. Im Weiteren habe sich ein seit
der Adoleszenz bekanntes Wirbelgleiten seit dem Unfall verstärkt. Diese Entwicklung
bedinge ein Vermeiden von wiederholtem Lastenheben und Einnehmen einer
gebückten Haltung, wenngleich dies in der Intensivstation weniger gebraucht werde als
auf einer regulären Abteilung (act. G 3.1/44.36). Einzig das psychiatrische Konsilium
ergab weder eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit noch einen Massnahmenbedarf
(act. G 3.1/44.42).
Mit dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ist deshalb festzustellen, dass die
Gutachter die zu 60 % ausgeübte Tätigkeit als der aktuellen Leistungsfähigkeit
angepasst erachtet haben, und die Angabe der 30 %igen Einschränkung lediglich mit
der Differenz zum Beschäftigungsgrad von 90 % erklärt werden kann. Letzterer hat
jedoch - wie der Rechtsvertreter zu Recht ausführt - mit der Arbeitsfähigkeit nichts zu
tun. Bei erwerbstätigen Versicherten (deren Invaliditätsgrad mit dem
Einkommensvergleich ermittelt wird) ist nämlich auf das Valideneinkommen
abzustellen, das jemand als Gesunder erzielen könnte und nicht auf das tatsächlich vor
der Invalidität erzielte (vgl. Erw. 1.2). Daran ändert auch das nachträgliche Schreiben
vom 23. Februar 2006 nichts, wonach bei einer Erhöhung des Anstellungsgrades auf
100 % rechnerisch von einer 67 %igen Arbeitsfähigkeit auszugehen sei. Einerseits
erklärt Dr. C._ nicht, inwiefern die Arbeitsfähigkeit von 60 % vom
Beschäftigungsgrad abhängen sollte. Andererseits weist Dr. C._ in diesem Schreiben
explizit darauf hin, dass es unmöglich sei, die Arbeitsunfähigkeit auf das Prozent genau
anzugeben und deshalb auf die konkrete Arbeitssituation abgestellt werde. Dies habe
man auch im Gutachten getan, während sich die Frage der IV-Stelle auf eine
hypothetische andere Situation beziehe (act. G 3.1/55). Dies lässt ebenfalls nur den
Schluss zu, dass die von der Beschwerdeführerin konkret zu 60 % ausgeübte
Teilzeittätigkeit als Krankenschwester der derzeitigen medizinischen Arbeitsfähigkeit
entspricht. Dies steht auch im Einklang mit dem Gutachten des Medizinischen
Zentrums Römerhof, Zürich, vom 9. Oktober 2007, das ebenfalls von einer 60 %igen
Arbeitsfähigkeit als Intensivpflegeschwester ausgeht (act. G 13.1, S. 29). Im
entsprechenden Teilgutachten wird diese Feststellung noch dahingehend
eingeschränkt, als diese Arbeitsfähigkeit nur erreichbar sei, falls die Angaben der
Beschwerdeführerin, wonach sie noch fehlerfrei arbeite, zuträfen (act. G 13.3, S.10).
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Schliesslich ist mit der Beschwerdeführerin davon auszugehen, dass die im MEDAS-
Gutachten empfohlene zeitliche Begrenzung auf 6-stündige anstatt 8-stündige
Arbeitsschichten (vgl. act. G 3.1/44/26) in Bezug auf den Arbeitsablauf als nicht
realistisch erscheint (vgl. act. G 9.1).
2.3 In Bezug auf die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit empfiehlt das MEDAS-
Gutachten neben der Weiterführung physiotherapeutischer Massnahmen mit
Schwerpunkt auf muskelrelaxierende und kräftigende Übungen auch den Einsatz
alternativer Copingstrategien zur Schmerzbewältigung, für deren Erlernen die
Versicherte theoretisch Ressourcen besässe. Indessen drängten sich
neuropsychologische oder ergotherapeutische Massnahmen zur Verbesserung der
neurokognitiven Defizite nicht zwingend auf. Weiter empfiehlt das Gutachten eine
Reduktion des Analgetikagebrauchs mit einem eventuellen Medikamentenentzug. Als
erschwerend hinsichtlich des weiteren Beschwerdeverlaufs sieht das MEDAS-
Gutachten das subjektive Krankheitskonzept der Versicherten an. So scheine sich die
Versicherte im Verlauf der Jahre mit der Beschwerdesymptomatik und den daraus
resultierenden Einschränkungen arrangiert zu haben. Die MEDAS sieht zwar eine
theoretische Möglichkeit der Beschwerdebesserung. Allerdings stehe einer solchen der
langjährige, chronifizierte Verlauf entgegen. Zudem basiere die weitere Entwicklung vor
allem auf der Introspektionsfähigkeit und Compliance der Versicherten. Die Prognose
müsse deshalb skeptisch betrachtet werden (act. G 3.1/44.27). Im Gutachten des
Medizinischen Zentrums Römerhof wird vor allem darauf hingewiesen, dass die
Beschwerdeführerin ihre Opiatabhängigkeit d.h. ihren Schmerzmittelkonsum,
reduzieren sollte. Durch eine erfolgreiche Entgiftungs- und Entwöhnungsbehandlung
könne die Arbeitsfähigkeit im bisherigen Beruf binnen sechs Monaten deutlich
verbessert werden. Die Beschwerdeführerin sei krankheitseinsichtig und vermöge die
Folgen ihrer Sucht rational zu beurteilen. Die therapeutischen Möglichkeiten zur
Schmerzbewältigung seien nicht ausgeschöpft, weshalb es erforderlich sei, dass die
Versicherte zusätzlich an einer Schmerzbewältigungstherapie teilnehme und auch
entsprechende Verfahren (mentale Schmerzbewältigung,
Schmerzbewältigungstrainings, Biofeedback u. ä) kennen lerne (act. G 13.1, S. 29).
Zusammenfassend ist mit den beiden Gutachten davon auszugehen, dass die
Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Intensivkrankenschwester im
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massgebenden Beurteilungszeitpunkt (Erlass Einspracheentscheid vom 13. November
2006) zu 40 % in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt war. Nachdem sich bereits aus
dem MEDAS-Gutachten als auch aus dem nachträglich erstellten und mittlerweile
vorliegenden MZR-Gutachten - wie dargestellt - Anhaltspunkte ergeben, wonach die
Arbeitsunfähigkeitsschätzung durch den Analgetikagebrauch maskiert sein könnte und
sich die Arbeitsfähigkeit durch die Behandlung der Schmerzmittelabhängigkeit deutlich
erhöhen liesse, wird die Beschwerdegegnerin auch zu prüfen haben, ob die
Beschwerdeführerin allenfalls zur Durchführung einer solchen Behandlung angehalten
werden kann. So hat gemäss der Rechtsprechung die versicherte Person das ihr
Zumutbare zur Verbesserung der Erwerbsfähigkeit beizutragen und sämtliche
medizinischen Behandlungs- und therapeutischen Möglichkeiten auszuschöpfen.
Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren Behandlung
oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der
Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht aus
eigenen Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr gemäss Art. 21 Abs. 4
ATSG die Leistungen vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden.
Die versicherte Person muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen
hingewiesen werden; es ist ihr eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen. Wird durch
die zumutbare Behandlung eine voraussichtlich dauernde Verbesserung des
Gesundheitszustandes erreicht, stellt dies gegebenenfalls einen Revisionsgrund im
Sinn von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts
[heute Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 31. März 2006, I 291/05, Erw.
3.1 mit Hinweisen).
2.4 Der zuständige RAD-Arzt hielt die Beschwerdeführerin gestützt auf das MEDAS-
Gutachten für in ihrer angestammten Tätigkeit optimal eingegliedert (act. G 3.1/53.1;
vgl. auch Arztbericht Dr. A._ vom 7. August 2002 [act. G 3.1/15.2]). Gestützt darauf
ging auch die Beschwerdegegnerin bei der Berechnung des Invalideneinkommens von
der gleichen Annahme aus und berechnete das Invalideneinkommen als einen Bruchteil
(67 %) des Einkommens als Krankenschwester (act. G 3.1/59.1). Andere (adaptierte)
Tätigkeiten zog die Beschwerdegegnerin nicht in Betracht. Nachdem das MEDAS-
Gutachten davon ausgeht, dass die Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten als
auch in einer anderen Tätigkeit gleich ist und damit die angestammte Tätigkeit als
genügend an die Einschränkungen angepasst erachtet (act. G 3.1/44.26), ist dieses
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Vorgehen nicht zu beanstanden. Zwar erachtet das Gutachten des MZR die
Beschwerdeführerin in einer "behinderungsangepassten" Tätigkeit zu 100 %
arbeitsfähig. Jedoch gelten für eine solche Verweistätigkeit die gleichen
Einschränkungen wie für ihre Tätigkeit als Intensivkrankenschwester, nämlich das
Vermeiden von Lasten über 15 kg sowie von länger dauernden Arbeiten in gebückter
oder monotoner Stellung. Ausserdem müsste es eine Tätigkeit sein, bei welcher die
(eventuell behandelbare) Analgetikaproblematik sich nicht störend auswirken könne
(act. G 13.1, S. 29).
2.5 Bezüglich des Valideneinkommens macht der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin geltend, es sei aktenkundig, dass die Beschwerdeführerin eine
Hochschulausbildung anstrebe, um eine Führungsposition einnehmen zu können. Sie
habe die dazu erforderliche Ausbildung in Angriff genommen, aber unfallbedingt nicht
beenden können. Dazu reicht er mit der Beschwerde einen Stundenplan der
Telekollegschule Konstanz ein (act. G 1.2). Danach nahm die Beschwerdeführerin
offenbar seit 19. September 1994 an einer berufsbegleitenden Ausbildung teil, die nach
21 Monaten (also im Juni 1996) zur Fachhochschulreife hätte führen sollen. Weshalb
die Beschwerdeführerin ihre Ausbildung im August 1996, zur Zeit des Unfalls, noch
nicht abgeschlossen hatte, bleibt unklar. Weder in der Einsprache noch in der
Beschwerde wird die in Angriff genommene Ausbildung beim Telekolleg weiter
präzisiert oder auf den Fortgang der Ausbildung wie zum Beispiel bestandene
Zwischenprüfungen Bezug genommen. Ebenso erscheint diese Ausbildung in den
diversen Gutachten nur am Rande und schliesslich hat die Beschwerdeführerin ihr
Arbeitspensum deswegen nur um 10 % reduziert. Ausserdem hätte sie bei
ordnungsgemässem Ablauf schon vor dem Unfall mit der Hochschulreife
abgeschlossen werden können. Die Beschwerdeführerin hat aber ihre Weiterbildung
offenbar schon vor dem Unfall unterbrochen oder langsamer vorangetrieben als
geplant. Schliesslich würde selbst das Erlangen der Hochschulreife noch längst keinen
Hochschulabschluss und damit ein höheres Einkommen garantieren. Mit der
Beschwerdegegnerin ist deshalb davon auszugehen, dass das geltend gemachte
Ausbildungsziel noch zu vage erscheint, um daraus eine relevante Steigerung des
Valideneinkommens ableiten zu können. Auf den Beizug der Unfallakten ist demnach
zu verzichten. Weitere Einwände gegen die Bemessung des Valideneinkommens
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werden nicht vorgebracht. Mit der Beschwerdegegnerin ist das Valideneinkommen
demnach auf Fr. 85'151.-- festzusetzen.
2.6 Nachdem die Beschwerdeführerin in ihrer Tätigkeit als Krankenschwester zu 40 %
eingeschränkt ist, ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 40 % (Invalideneinkommen: Fr.
51'090.-- [60 % von Fr. 85'151.--]). Sie hat demnach Anspruch auf eine Viertelsrente.
Das MEDAS-Gutachten gibt den Beginn der Arbeitsfähigkeit mit Jahresbeginn 1997 an
(act. G 3.1/44.26), so dass der Anspruch - nachdem sich den Akten kein Unterbruch im
Sinn von Art. 29 IVV entnehmen lässt - spätestens am 1. Januar 1998 entstand (vgl.
Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG). Nachdem sich die Beschwerdeführerin erst am 30. April 2002
bei der IV angemeldet hat (act. G 3.1/2.7), werden die Leistungen gemäss Art. 48 Abs.
2 IVG ab 1. April 2001 ausgerichtet.
3.
3.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gutzuheissen und der
angefochtene Einspracheentscheid vom 13. November 2006 aufzuheben. Die
Beschwerdeführerin hat sodann ab 1. April 2001 Anspruch auf eine Viertelsrente der IV.
Zu deren Berechnung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
3.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG i.V.m. lit. b der
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 16. Dezember 2005). Hingegen hat die
Beschwerdeführerin bei diesem Ausgang des Verfahrens Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61
lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung der Streitsache
und dem Aufwand erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht