Decision ID: 57e0451f-287c-4655-b06d-885ee90fe95d
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1973, arbeitete zuletzt seit dem 1
5.
Mai 2006 als Fugenspe
zialist bei der
Y._
(
Urk.
8/16/2). Am 1
0.
April 2007 stürzte er von einer Treppe und verletzte sich am linken Arm (
Urk.
8/11/75). Der Unfall
versicherer, die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Am 2
6.
August 2008 (
Urk.
8/5) meldete sich der Versi
cherte bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA), IV-Stelle, unter Hinweis auf eine Reizung des
Nervus
ulnaris
zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle zog die Akten der SUVA bei und traf
medizinische
sowie erwerbliche Abklärungen.
Mit Vorbescheid vom 2
2.
Februar und 2
5.
März 2010 (
Urk.
8/43
, Urk. 8/49
) stellte die IV-Stelle unter Verweis auf einen Invaliditätsgrad von 20
%
die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Nach der Auflage eine
s
medizi
nischen Gutachtens durch den Versicherten, weiteren Abklärungen sowie erneut durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8/100) sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung
en
vom
2
3.
Mai 2013 (
Urk.
2) ab
1.
April 2008 eine
g
anze Rente der Invalidenversicherung, ab
1.
November 2010 eine
Dreiviertels
rente
sowie ab
1.
Dezember 2012 eine
Viertelsrente
zu.
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 2
0.
Juni 2013 Beschwerde mit den folgen
den Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
„1.
Die Verfügungen vom 2
3.
Mai 2013 seien insoweit aufzu
heben, als dem Beschwerdeführer keine unbe
fristete ganze Invalidenrente zugesprochen wurde.
2.
Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, dem Be
schwerdeführer die gesetzlichen Leistungen zu ge
währen, insbesondere eine unbefristete Invalidenrente auszurichten.
3.
Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (inkl. 8
%
MWSt
).“
Die IV-Stelle verzichtete am 2
7.
August 2013 (
Urk.
7) auf eine weitergehende Begründung und beantragte Abweisung der Beschwerde, was dem Versicherten am 2
8.
August 2013 (
Urk.
9) zur Kenntnis gebracht wurde.
3.
Mit Urteil vom heutigen Datum wurde die Beschwerde gegen den
Einsprache
ent
scheid
der SUVA vom 1
9.
März 2012 betreffend
Zusprache
einer Invaliden
rente basierend auf einem Erwerbsausfall von 15
%
sowie einer
Integri
täts
entschädigung
basierend auf einer Integritätsschädigung von 7,5
%
in dem Sinne teilweise gutgeheissen, als dem Beschwerdeführer eine Invaliden
rente basierend auf einem Erwerbsausfall von 33
%
zugesprochen wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1 des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu
bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a der Ver
ordnung über die Invalidenversicherung (IVV) festzusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Ände
rung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Ver
gleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Rentenzusprechung oder des
Renten
beginns
mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung bzw. Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E.
4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versi
cherten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blei
ben (BGE 125 V 413 f. E. 2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat viel
mehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeit
raum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die am Unfalltag erstbehandelnde med.
pract
.
Z._
, Ärztin Chirurgie
A._
, diagnostizierte im Arztzeugnis UVG (
Urk.
8/11/73) eine Rei
zung des
Nervus
ulnaris
bei Status nach Trauma unter Hinweis auf die Rönt
genbilder des linken Ellbogens, welche keine Anhaltspunkte für eine
ossäre
Läsion ergeben hätten.
2.2
Nachdem der Beschwerdeführer über
Hypästhesien
und
Kr
i
bbelparästhesien
im Bereich des lateralen Unterarmes geklagt hatte, wurde im
A._
am
9.
Oktober 2007 bei der Diagnose eines
Ulnaris
-Kompressionssyndroms links eine
Ulnarisvorverlagerung
im Ellbogenbereich nach
subcutan
vorgenommen (
Aus
trittsbericht
vom 1
2.
Oktober 2007,
Urk.
8/11/48).
2.3
Am 1
8.
August 2008 (
Urk.
8/11/2-3
) wurde im
B._
eine erneute Operation des linken Ellbogens vorgenommen, nachdem der Beschwerdeführer im Anschluss an den Eingriff vom Oktober 2007 vor allem nachts intensive Schmerzen im Bereich des neuen Verlaufes des
Nervus
ulnaris
(lokalisiert vor allem proximal des
ulnaren
Epicondylus
) verspürt und sämtliche konservativen Therapien keine Besserung gebracht hatten. Es wurde eine ausgedehnte
epi
neurale
Neurolyse
, eine Dekompression sowie eine tief muskuläre
Vorverlage
rung
nach
Learmonth-Mackinnon
vorgenommen.
2.4
Der operierende
Dr.
med.
C._
, Chirurgie, spez. Handchirurgie FMH, verwies in seinem Bericht vom Januar 2009 (
Urk.
8/19/1-5) auf neurogene Schmerzen im linken Arm und attestierte eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit (
Ziff.
1.11).
2.
5
Dr.
med.
D._
, Chirurgie FMH, Spez. Handchirurgie, berichtete in seinem Gut
ach
ten vom 1
8.
Februar 2010 (
Urk.
8
/
45
) zu Händen des Beschwerdeführers von einem im Vordergrund stehenden andauernden Ruheschmerz in einem Umkreis von ca. 12 cm um den
Epicondylus
medialis
des linken Ellbogens. Zudem würden mehrmals pro Tag spontane, unerwartete Schmerzwellen hinzu
treten, ausgelöst durch lokale Druckeinwirkungen, unvorsichtige Armbewegun
gen oder durch Erschütterungen (S. 7).
Der Gutachter diagnostizierte einen Status nach traumatischer Schädigung des
Nervus
-
Ulnaris
-Stammes Höhe Ellbogengelenk links, ein posttraumatisches komplexes regionales Schmerz-Syndrom (CRPS) Typ II, einen Status nach
Vo
r
verlagerung
subcutan
des
Nervus
ulnaris
links sowie einen Status nach
epi
neuraler
Neurolyse
, Dekompression und tiefer muskulärer Vorverlagerung nach
Learmonth-Mackinnon
. Das Vorliegen eines CRPS begründete er mit dem Erfüllen der vier geforderten Faktoren und der vier Symptomkategorien (
sen
sory
,
vasomotor
,
sudomotor
/
edema
und
motor
/
trophic
). Die Nervenschädigung sei durch den ungewöhnlich abgelaufenen Sturz-Unfall (Kontusion an der Trep
pen-Seitenwand mit Überstreckung des Ellbogengelenkes und Kompression zwischen Körper und Wand) zustande gekommen (S. 11).
Als verbleibendes zumutbares Arbeitsprofil nannte
Dr.
D._
eine Tätigkeit mit sanften, langsamen Bewegungen in mittlerer, möglichst spannungsfreier Posi
tion des Arms und Ellbogengelenks mit sehr begrenztem Einsatz der Hand und der Finger für kleine und leichte Gegenstände. Er schätzte eine Arbeitsfähigkeit von 60 bis 70
%
bezogen auf ein Vollpensum von je vier Stunden morgens und abends an fünf Tagen in der Woche (S. 15).
2.6
Dr.
med.
E._
, welche den Beschwerdeführer seit November 2009 psychiatrisch betreut,
schilderte in ihrem
Bericht vom 2
7.
April 2010 (
Urk.
8/56)
einen wachen und allseits orientierten Beschwerdeführer in eingeschränktem
Allge
meinzustand
mit deutlich eingeschränkter Aufmerksamkeit und Konzentration, kohärentem formalem Denken und geordnetem Gedankengang, im Affekt stark deprimiert, innerlich unruhig, klagend, mit Zukunftsängsten, Reizbarkeit, Wut, Enttäuschung, Müdigkeit, Antriebsminderung, Verminderung der Ausdauer, niedrige Frustrationstoleranz, schneller Verlust der Impulskontrolle (
Ziff.
1.4).
Sie diagnostizierte
- nebst den organischen Befunden - eine schwere depressive Episode
(
Ziff.
1.1)
und attestierte eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit seit Therapiebeginn bis au
f
weiteres
(
Ziff.
1.6).
2.7
Dr.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Facharzt für Neuro
lo
gie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, berich
tete am 3
0.
Juli 2010 (
Urk.
8/59) über seine Untersuchung vom 1
9.
Juli 201
0.
Er verwies auf die geklagten Beschwerden (Schmerzen) sowie in psychiatrischer Hinsicht auf die vom Beschwerdeführer geschilderte
n
Beschwerden: Depression, verminderter Antrieb, Konzentrationsstörungen, Interessenverlust, Verzweiflung wegen aufgegebener Hoffnung auf Besserung der Armproblematik (
Ziff.
4).
Dr.
F._
schilderte einen bewusstseinsklaren Beschwerdeführer, erwähnte leichte Konzentrationsstörungen ohne Merkfähigkeitsdefizite, eine affektive Ver
stimmung, eine leicht vermin
d
erte Schwingungsfähigkeit sowie einen deut
lich reduzierten Antrieb. Er verneinte das Vorliegen von
Zwangsge
danken
/
handlungen
, formaler Denk- und Sprachstörungen
,
inhaltlicher Denk
störungen
, Aggravation/Simulation sowie Fremd-/Selbstgefährdung (
Ziff.
10).
Er diagnostizierte eine mittelgradige depressive Episode sowie ein CRPS nach
Nervus
ulnaris
-Verletzung links
(
Ziff.
12)
.
In neurologischer Hinsicht verwies er auf die Einschätzung des
Dr.
D._
(60 bis 70%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit). Aus psychiatrischer Sicht attestierte er eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit in bisheriger und angepasster Tätigkeit ab dem Tag der Untersuchung. Da durch eine
weitere
intensive Schmerztherapie eine Besserung
der
Symptomatik erreicht werden könne, sei eine weitere
medizinische
Behandlung sinnvoll und Erfolg versprechend (
Ziff.
14).
2.
8
2.
8
.1
Am
4.
Januar 2011 (
Urk.
10/1
) berichteten die SUVA-Versicherungsmediziner
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Chirurgie FMH, und
Dr.
med.
H._
, Facharzt für Neurologie, über ihre Untersuchung vom 1
4.
Dezember 201
0.
Sie diagnosti
zierten ein überwiegend neuropathisches Schmerzsyndrom im Bereich des lin
ken Oberarmes, des linken
ulnaren
Unterarmes, der
ulnaren
Hand, des vierten und fünften Fingers links bei anamnestisch bekanntem CRPS II und Status nach Treppensturz mit Überstreckung des linken Ellbogens (sowie den beiden bekannten Operationen, S. 19).
2.8
.2
Die SUVA-Ärzte gingen entsprechend den einschlägigen Kriterien von einem überwiegend neuropathischen Schmerz vor dem Hintergrund eines durchge
machten CRPS II im Bereich des linken Ellbogens aus und führten aus, hierbei sei eine Schädigung der somatosensorischen Nervenstrukturen per Definitionem erforderlich, in diesem Falle eine Läsion des
Nervus
ulnaris
im
Sulcus
ulnaris
links. Ob die Ursache dieser Nervenschädigung tatsächlich traumatisch bedingt sei, sei dahingestellt. Bei zweimaliger Operation des
Nervus
ulnaris
mit
Neuro
lyse
und Vorverlagerung
des
Nerven sei jedoch eine operationsbedingte Trau
matisierung sicher. In Übereinstimmung mit den Voruntersuchungen finde sich eine Temperaturdifferenz in dieser Region, nicht jedoch im Bereich der Hände. In der elektrophysiologischen Untersuchung hätten sich sowohl neuropathische Negativphänomene wie auch Zeichen einer zentralen Sensibilisierung gezeigt, welche im Rahmen eines CRPS, jedoch auch im Rahmen einer
myofaszialen
Schmerzausweitung auftreten könnten (S. 22 f.).
Bei Anwendung der Kriterien für ein CRPS II würden diese allenfalls für die linke Ellbogenregion zutreffen, nicht jedoch für den Bereich der Hände. Das CRPS sei eine ätiologisch nach wie vor unklare Erkrankung, welche mit starken Schmerzen einhergehe und das klinische Bild einer typischen Trias aus autono
mer Störung, sensorischer Störung und motorische
r
Störung zeige. Im Wider
spruch zu den Untersuchungsergebnissen von
Dr.
D._
finde sich bis auf eine
sensible Affektion des distalen
Nervus
ulnaris
im Bereich der linken Hand kein Hinweis für eine relevante Nervenschädigung, welche eine bedeutende Ein
schränkung der Handfunktion links mit sich bringen könnte. Im
I._
hätten lediglich eine verminderte Amplitude der sensiblen
Ant
wortpotentiale
als indirekter Hinweis für eine proximale
Nervus
ulnaris
-Läsion
(bei erschwerten Untersuchungsbedingungen) dargestellt werden können.
Die Muskulatur des linken Armes und insbesondere der linken Hand sei nicht deutlich
atroph
als Ausdruck einer bedeutenden Schonung, die
Trophik
der Haut und
Hautanhangsgebilde
seien normal gewesen, das Schwitzen symmetrisch, ein Ödem habe nicht vorgelegen und die Kraftentwicklung habe in den ver
schiedenen klinischen Testungen als zum Teil leicht gemindert dargestellt wer
den können. Hierzu passend habe der Beschwerdeführer (zum Beispiel beim Heraussuchen von Dokumenten, beim An- und Auskleiden sowie beim Schnü
ren der Schuhe) die linke Hand eingesetzt. Auch sei ersichtlich gewesen, dass beim Laufen nach einiger Zeit der linke Arm völlig normal und physiologisch mitbewegt worden sei, also regelrecht in das automatisierte motorische
Bewe
gungsprogramm
integriert gewesen sei, und eben nicht beständig
schmerzbe
dingt
starr am Körper habe getragen werden müssen (S. 23 f.).
Die
Dres
.
G._
und
H._
schlossen auf einen maladaptiven Umgang mit dem chronischen Schmerz, wozu Zukunftsängste, eine
Katastrophisierungsten
denz
und eine depressive Komponente beitragen mögen würden. In der
Unter
suchungssituation
sowie in der Verhaltensbeobachtung habe es verschiedene Phänomene gegeben, welche nicht schlüssig organisch erklärbar seien: So sei das Anziehen des relativ eng anliegenden Stützverbandes als wohltuend erlebt worden, während das Bestreichen der Region mit einem Wattebausch zur Aus
lösung einer schweren
Allodynie
geführt habe. Der Schmerz nehme bei Stre
ckung des Armes zu, obschon wegen vermehrter Spannung des Nerven (im Falle einer
Ulnarisläsion
) eher bei Beugung mit mehr Schmerz zu rechnen sei. Die linke Hand werde vom Beschwerdeführer zum Beispiel beim Autofahren auch über Stunden hinweg (Autofahrt in den Urlaub mit jeweils mehreren Stunden Dauer) aktiv eingesetzt, was definitiv gegen die Annahme einer funktionellen
Einhändigkeit
spreche (S. 24).
2.8
.3
Die Ärzte empfahlen bei ihrer Beschreibung eines zumutbaren Stellenprofils das Vermeiden schmerzauslösender lokaler Berührungen im Umkreis des linken Ell
bogens sowie kraftvoller rascher Bewegungen des Ellbogens, repetitiver Stoss-, Zug- und Drehbewegungen, repetitiver Schläge, kraftvollen Faustschlusses oder kraftvollen Abstützens, Erschütterungen sowie Vibrationen. Zu bevorzugen seien ruhige, nicht abrupte Beuge- und Streckbewegungen des linken Ellbogens
in einer mittleren, möglichst entspannten Position. Ein nur sehr begrenzter Einsatz der linken Hand und der Finger für kleine und leichte Gegenstände lasse sich aufgrund der Untersuchungen nicht begründen. Eine solche Tätigkeit sei ganztags möglich bei einer Verlangsamung sowie einer gewissen zeitlichen Limitierung durch vermehrte Pausen (S. 33 f.).
2.
9
Am 1
0.
März 2011 (
Urk.
3/4
) nahm
Dr.
D._
zu Händen des Beschwerdeführers hierzu Stellung und führte aus, aufgrund seiner gutachterlichen Untersuchung vom Februar 2010 und der persönlichen Verlaufsbeobachtung seien sämtliche Kriterien eines CRPS erfüllt (S. 9 f.). Beim Beschwerdeführer sei sodann
der
Nerv nach volar und bei der zweiten Operation in die Tiefe unter die
Beugemuskula
tur
des Vorderarmes verlagert worden, weshalb er auf der Beugeseite des Gelenk-Drehpunktes liege. Damit werde er gespannt bei der Streckung und ent
lastet bei der Flexion. Dies führe zum umgekehrten wie von den SUVA-Ärzten
geschilderten
Phänomen, dass der Schmerz bei der Ellbogenstreckung zunehme und bei der Beugung abnehme. Beim stärkeren Durchbeugen wirkten allerdings andere Kräfte (Stauchung des
Nerves
), so dass die Schmerzen in der Endphase der Beugung wieder stark anstiegen (S. 13). Weiter fänden sich Muskelatrophien am linken Arm (1 bis 1,5 cm Differenz zur rechten Seite, S. 14).
Dr.
D._
formu
lierte ein leicht abweichendes Zumutbarkeitsprofil (vereinzelte Bewegungen mit geringer Belastungs-Kraft am Arm oder in der Hand und nur vereinzelt bis zu einem Maximum von 5 kg ohne repetierende monotone Bewegungen, abrupte Streck- und Beugebewegungen im linken Ellbogengelenk). Weiter führte er aus, auch der rechte Arm sei eingeschränkt, da die vorhandene Kraft wegen weitge
hender einhändiger Nutzung nicht vollumfänglich ausgeschöpft werden könne (S. 15 f.).
2.
10
Dr.
med.
J._
, Oberärztin, und
lic
. phil.
K._
, Klinische Psychologin,
L._
, berichteten am 2
1.
März 2011 (
Urk.
8/92/14-16) über die Untersuchung vom 1
5.
März 2011 und verwiesen auf eine anam
nestisch erhobene depressive Entwicklung als Folge der chronischen Schmerzsymptomatik bzw. der Verschlimmerung der Schmerzen. Sie empfahlen die Aufnahme einer behinderungsangepassten Tätigkeit und stimmten der Empfehlung von
Dr.
D._
vom März 2011 (E. 2.9) zu.
2.
11
Am 1
2.
August 2011 (
Urk.
10/2
) äusserten sich die
Dres
.
G._
und
H._
erneut und hielten fest, in ihrem Bericht vom
4.
Januar 2011 (E. 2.6) sei nicht in Abrede gestellt worden, dass die neuropathischen Schmerzen im Rahmen eines CRPS interpretiert werden müssten, dies im Bereich des linken Ellbogens, nicht aber der Hand (S. 3). Die von
Dr.
D._
geltend gemachten neu aufgetretenen neurologischen Defizite (vor allem in der
ulnaren
Hälfte des linken Mittelfingers
in Form einer Hypästhesie, Parästhesie und
Dysästhesie) seien weder im
I._
noch bei der eigenen Untersuchung geklagt worden. Dabei handle es sich um subjektive Befunde, welche ausschliesslich von den Angaben des Untersuchten abhängig seien und sich klinisch-neurologisch kaum objektiv
i
eren liessen (S. 4). Das Zumutbarkeitsprofil bleibe unverändert, namentlich sei der linke Arm mehr als nur als
Zudienhand
einsetzbar. Sodann leuchte nicht ein, weshalb der gesunde rechte Arm ohne jegliche
Funktionsein
schränkungen
nicht voll belastungsfähig sein soll
e
(S. 5).
2.12
Dr.
med.
M._
, Oberarzt an der Klinik für Plastische Chirurgie und
Handchi
rurgie
des
N._
,
hielt in seinem Bericht
vom
2.
März 2012 (
Urk.
10/3
) fest, aktuell zeige sich eine deutliche Verschlechterung (gegen
über 2009) mit Ausdehnung der Befunde. Klinisch finde sich eine schwere
Hyperpathie
mit
Allodynie
im Bereich des medialen Armes und Unterarmes mit Hypästhesie der gesamten oberen Extremität mit Ausdehnung über den ganzen linken
Hemikörper
mit schweren berührungs- respektive belastungsabhängigen neuropathischen Schmerzen. Es bestehe ein CRPS Typ II mit Auslösefaktor eines Status nach zwei
Ulnaris
-Operationen 2007 und 2008.
Bei unveränderten elektrodiagnostischen Befunden ohne Anhaltspunkte für eine Verschlechterung der
Ulnarisneurographie
links sowie ohne objektivierbare neuro
gene Schädigung des
Nervus
ulnaris
links fänden sich weiterhin keine Hinweise dafür, dass primär eine operativ angehbare Schädigung des
Nervus
ulnaris
vorliege. Im Gegenteil seien weitere operative Interventionen bei nun
florider
Manifestation eines CRPS keinesfalls zu empfehlen. Die Arbeitsunfähig
keit betrage 0
%
.
2.13
Dr.
med.
O._
, Oberarzt am Institut für Anästhesiologie des
N._
, berichtete am 2
4.
Mai 2012 (
Urk.
8/92/5-7) über die Untersuchung in der
Schmerzsprech
stunde
vom 1
5.
Mai 201
2.
Er diagnostizierte die bekannten neuropathischen Schmerzen und verwies auf die von
Dr.
M._
vorgenommene
neurographi
sche
Untersuchung, welche unveränderte Befunde ergeben habe, insbesondere keine Verschlechterung der
Ulnarisneurographie
links und auch im Nadel-EMG gebe es keine Hinweise für eine neurogene Schädigung des
Nervus
ulnaris
links, welche objektiviert werden könnten. Es fänden sich weiterhin keine Hinweise dafür, dass primär eine operativ angehbare Schädigung des
Nervus
ulnaris
links vorliege.
2.1
4
Dr.
med.
P._
, Facharzt für Allgemeine Medizin, welcher den Beschwerde
führer seit 2000 betreut, verwies in seinem Bericht vom
9.
August 2012 (
Urk.
8/92) auf die bekannten Diagnosen sowie geklagte ständige Schmerzen und Kraftlosigkeit sowie Bewegungseinschränkungen. Er stellte eine ungünstige Prognose und
attestierte eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit als Bauarbei
ter. Für eine leichte Tätigkeit wie Büroarbeit oder ähnliche Tätigkeiten ging er von einer (wahrscheinlichen) 80%igen Arbeitsfähigkeit aus.
2.1
5
Die Ärzte der
Q._
hielten mit Bericht vom 1
7.
Oktober 2012 (
Urk.
3/5
) fest, es gebe genügend Zeichen und Symptome bei kontinuierlichem und
unproportional
zum Ereignis vorhandenem Schmerz, jedoch könnten die meisten dieser Beschwerden differenzialdiagnostisch durch eine direkte Reizung des
Nervus
ulnaris
mit konsekutivem neuropathischem Schmerz erklärt werden (periphere Sensibilisierung). Symptome wie
Druck
allodynie
im Bereich der
Trizepsmuskulatur
, Ausdehnung der
Allodynie
über das eigentliche Versorgungsgebiet des
Nervus
ulnaris
hinaus etc. könnten
dif
ferenzialdiagnostisch
mit einem zentralen Sensibilisierungszustand erklärt wer
den, welche sich im Gegensatz zu peripheren Mechanismen/peripherer Sensibi
lisierung nicht auf das Gebiet sensibler und motorischer
Hautäste
beschränke, sondern
dermatombezogen
stattfinde. Entsprechend handle es sich (ihrer Ansicht nach) um kein CRPS, sondern um eine Neuropathie des
Nervus
ulnaris
einhergehend mit neuropathischen Schmerzen (S. 4).
3.
3.1
Zwischen den Parteien herrscht insofern Einigkeit, als beide von einer vollum
fänglichen Arbeitsunfähigkeit im Anschluss an den Unfall vom 1
0.
April 2007 ausgehen. Dies ist aufgrund der medizinischen Aktenlage auch nicht zu bean
standen. Nachdem im Oktober 2007 eine erste Operation erfolgt war, zeigte sich keine Besserung der Symptomatik, weshalb im August 2008 eine erneute Ope
ration des linken Ellbogens vorgenommen wurde. Damit ist nach Ablauf des Wartejahres im April 2008 von einer vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit aus
zugehen, weshalb dem Beschwerdeführer ab
1.
April 2008 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zusteht.
3.2
3.2.1
Die Beschwerdegegnerin ging ab Juli 2010 von einer Verbesserung des Gesund
heitszustandes und einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit aus. Dabei stützte sie sich namentlich auf die Einschätzung ihres RAD-Arztes
Dr.
F._
(E. 2.7).
Der Beschwerdeführer hielt dagegen, aus psychiatrischer Sicht sei eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen. Daneben sei aus handchirurgischer Optik eine Arbeitsunfähigkeit (in angepasster Tätigkeit) von 30 bis 40
%
attestiert worden,
weshalb insgesamt von einer höheren Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei (
Urk.
1 S. 7).
3.2.2
Die Einschätzung von
Dr.
F._
(E. 2.7) entspricht den praxisgemäss Kriterien an den Beweiswert eines medizinischen Berichtes. So ist sie für die streitigen Belange umfassend, gibt sie doch Antwort auf die Frage nach der gesundheitli
chen Problematik und der verbleibenden Arbeitsfähigkeit. Der Bericht basiert sodann auf den notwendigen persönlich vorgenommenen Untersuchungen sowie den
Vorakten
und den entsprechend dokumentierten Untersuchungsbe
funden sowie den bereits vorliegenden fachärztlichen Beurteilungen. Er leuchtet sodann in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beur
teilung der medizinischen Situation ein und die Schlussfolgerungen sind begründet (BGE 125 V 351 E. 3a).
3.2.3
Aus welchen Gründen nebst der Einschränkung aus psychiatrischer Hinsicht (von 50
%
) die reduzierte Arbeitsfähigkeit aus handchirurgischer Sicht (gemäss
Dr.
D._
30 bis 40
%
) additiv berücksichtigt werden müsste, wurde vom Beschwerdeführer nicht dargetan und findet in den medizinischen Akten keine Stütze. Im Gegenteil basiert das Attest einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auf der Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode, welche
definitionsgemäss vorübergehender Natur ist (Urteil des Bundesgerichts 9C_176/2011 vom 2
9.
Juni 2011 E. 4.3 mit Hinweis).
Wenn die Beschwerdegegnerin von einer zu 50
%
eingeschränkten Arbeits
fähig
keit in angepasster Tätigkeit ausging, ist dies im Gegenteil als grosszügig zu qualifizieren. Dass der Beschwerdeführer ab September 2010 eine Tätigkeit im Reinigungsdienst im Ausmass von 30
%
ausgeführt und diese in der Folge wieder hat aufgeben müssen (
Urk.
1 S. 8), ist nicht von Belang, ist doch das Belastungsprofil des Beschwerdeführers derart eingeschränkt, dass zumindest
belastendere
Reinigungstätigkeiten von vornherein nicht als zumut
bar erscheinen.
Dass
Dr.
F._
die Situation lediglich aus psychiatrischer Sicht geschildert haben soll (
Urk.
1 S. 8), trifft gerade nicht zu. Immerhin ist
Dr.
F._
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neurologie und ist deshalb nicht zu vermuten, dass er die Nervenproblematik einfach ignoriert hat. Im Gegenteil verwies
Dr.
F._
auf die aktenkundigen Berichte und zog daraus seine über
zeugenden Schlussfolgerungen.
3.2.4
Auch die übrigen ärztlichen Berichte sprechen nicht gegen die von
Dr.
F._
gezogenen
Schlüsse. So ging
Dr.
D._
bereits ab Februar 2010 von einer 60 bis 70%igen Arbeitsfähigkeit aus (E. 2.5). Die SUVA-Ärzte
Dres
.
G._
und
H._
gingen sodann (aus organischer Sicht) von einer vollumfänglichen
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus (E. 2.8). Der Einschätzung
Dr.
E._
s (vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen, E. 2.6) mangelt es an einer überzeugenden Begründung für eine vollständige Unfähig
keit des Beschwerdeführers, irgendeiner Tätigkeit nachzugehen. Auch lassen die geschilderten Befunde durchaus Raum für eine Arbeitstätigkeit.
3.2.5
Damit steht fest, dass der Beschwerdeführer spätestens ab Juli 2010 wieder zu 50
%
arbeitsfähig in einer angepassten Tätigkeit war. Eine Herabsetzung der Rente ist demgemäss – entsprechendes Resultat des Einkommensvergleichs vorausgesetzt – nach Ablauf von drei Monaten (
Art.
88
a
Abs.
1
IVV) per
1.
November 2010 vorzunehmen.
3.3
3.3.1
Für die Periode ab August 2012 ging die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Einschätzung des Hausarztes
Dr.
P._
(E. 2.1
4
) von einer weiteren Ver
besserung des Gesundheitszustandes aus, namentlich in psychischer Hinsicht.
Der Beschwerdeführer verneinte eine Verbesserung des Gesundheitszustandes unter Hinweis auf den Bericht der Ärzte der
Q._
vom Oktober 2012
(E. 2.15
).
3.3.2
Die von
Dr.
P._
im August 2012 (E. 2.1
4
) attestierte 80%ige Arbeitsfähig
keit deckt sich mit den übrigen ärztlichen Berichten.
Dr.
D._
erwähnte im März 2011 ebenso ein Zumutbarkeitsprofil für eine grundsätzlich vollschichtige Arbeit (bei zusätzlichen Pausen) wie die SUVA-Ärzte
Dres
.
G._
und
H._
im Januar sowie August 2011 (E. 2.8 und E. 2.1
1
). Die von
Dr.
M._
im März 2012 attestierte vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit (E. 2.1
2
) vermag hieran nichts zu ändern. So wurde nicht nach angestammter und angepasster Tätigkeit unterschieden. Sodann bestätigte
Dr.
M._
unveränderte elektrodiagnostische Befunde ohne Anhaltspunkte für eine neurogene Schädigung des
Nervus
ulna
ris
. Dass sich gestützt hierauf eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit auch auf eine angepasste Tätigkeit beziehen soll, ist nicht nachvollziehbar. Im Gegenteil zeigten sich unveränderte Befunde, weshalb in organischer Hinsicht weiterhin von einer grundsätzlich vollschichtigen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen ist. Die Ärzte der
Q._
konnten jedenfalls keine objektivierbaren Befunde nennen, die eine andere Schlussfolgerung als nachvollziehbarer erscheinen lassen würden.
Nichts
a
nde
res ist dem Bericht der Ärzte der
Q._
vom Oktober 2012 zu entnehmen, schilderten sie doch keine neuen objektivierbaren Befunde.
In psychischer Hinsicht kann ebenfalls auf die Einschätzung von
Dr.
P._
abgestellt werden. Wohl ist er Facharzt für Allgemeine Medizin und nicht Psy
chiater, dennoch war ihm die depressive Komponente bekannt und nannte er
differenzierte Einschränkungen der kognitiven Fähigkeiten (
Urk.
8/92/4), unter Berücksichtigung welcher er eine 80%ige Arbeitsfähigkeit als zumutbar erach
tete. Auch die Ärzte des
L._
gingen von einer mögli
chen Arbeitstätigkeit aus psychiatrischer Hinsicht aus, empfahlen sie doch explizit die Aufnahme einer behinderungsangepasste
n
Tätigkeit, und zwar ent
sprechend der Einschätzung von
Dr.
D._
und damit in erheblich höherem Ausmass als 50
%
(E. 2.
10
).
3.3.3
Die zwischen
Dr.
D._
und den SUVA-Ärzten bestehenden (diskreten) Abweichun
gen in der Beschreibung des Zumutbarkeitsprofils sind für das vor
liegende invalidenversicherungsrechtliche Verfahren ohne Belang. Dies einer
seits deshalb, weil die eingeschränkte Arbeitsfähigkeit (80
%
statt 100
%
)
auch
mit psychischen Beeinträchtigungen begründet sind
(
welche im
unfallversiche
rungsrechtlichen
Verfahren ohne Belang
waren) und der organisch begründeten Arbeitsunfähigkeit in diesem Ausmass keine selbständige Bedeutung zukommt.
3.3.4
Damit steht fest, dass dem Beschwerdeführer jedenfalls ab August 2012 eine angepasste Tätigkeit im Umfang von 80
%
zumutbar war. Eine
Rentenherab
setzung
kommt damit ab
1.
Dezember 2012 in Frage.
4.
4.1
Die von der Beschwerdegegnerin vorgenommenen Einkommensvergleiche (per 2010 und 2012) blieben - abgesehen von zwei Vorbringen - beschwerdeweise unbestritten. Der Beschwerdeführer monierte einerseits auf der Seite des
Vali
deneinkommens
die
feh
lende Berücksichtigung von vor dem Unfall geleisteten Überstunden, anderseits verlangte er auf der Seite des Invalideneinkommens die Gewährung eines Abzuges vom Tabellenlohn von 25
%
(
Urk.
1 S. 13 f.).
4.2
Für die Anrechnung von Überstunden bleibt kein Raum. Vorwegzuschicken ist, dass praxisgemäss regelmässig geleistete Überstunden bloss dann zum
Validen
einkommen
zu rechnen sind, wenn die versicherte Person mit Überstunden im gleichen Ausmass hätte rechnen können. Die blosse Möglichkeit dazu genügt nicht (Urteil des Bundesgerichts 8C_647/2009 vom
4.
Januar 2010 E. 4.3).
Der Beschwerdeführer war im Zeitpunkt des Unfalls seit knapp elf Monaten bei der
Y._
beschäftigt, weshalb sich allfällige Überstunden nicht auf eine langjährige Praxis stützen und demgemäss für die langfristige Beurteilung mit Zurückhaltung zu würdigen sind. Den Lohnangaben der
Y._
(Bericht vom 1
5.
Oktober 2008,
Urk.
8/16)
ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer im Jahr 2006 nebst seinem monatlichen Lohn von
Fr.
5‘200.-- im Dezember einen Verdienst von
Fr.
16‘73
8
.
--
erzielt hat, worin offensichtlich die Entschä
digung für geleistete Überstunden enthalten ist. Ab Januar 2007
wurde dann lediglich
der Monatslohn von
Fr.
5‘460.-- und im Dezember ein Anteil 1
3.
Mo
natslohn ausgerichtet, weshalb erstellt ist, dass
keine Überstunden mehr
geleistet
wurden
. Damit ist nicht
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darge
tan, dass der Beschwerdeführer auch weiterhin regelmässig und in erheblichem Ausmass Überstunden geleistet hätte. Dass im Baugewerbe im Winter weni
ger Arbeit anfällt (
Urk.
1 S. 13)
, ist nicht von Bedeutung, reicht doch diese allge
meine Feststellung nicht, um mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das regelmässige Leisten von Überstunden des Beschwerdeführers zu schliessen, zumal seine Arbeit (Fugenspezialist) nicht auf den äusseren Mantel eines Bau
werks beschränkt ist.
4.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Der Beschwerdeführer ist auf dem Arbeitsmarkt in Konkurrenz mit einem Mit
be
werber ohne Einschränkungen dadurch benachteiligt, dass er - nebst der nur noch teilzeitlichen Arbeitsfähigkeit - auf eine Tätigkeit angewiesen ist, bei welcher er seinen linken Arm nicht regelmässig belasten und nur noch geringe
Lasten heben muss. Dies stellt im - für den Beschwerdeführer einzig in Frage kommenden - Anforderungsniveau 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) eine erhebliche Einschränkung dar.
Das Bundesgericht gewährt in seiner Praxis funktionell einarmigen Versicherten Abzüge zwischen 20 und 25
%
(Urteil 8C_94/2012 vom 2
9.
März 2012 E. 3.2 mit Hinweis). Der Beschwerdeführer kann nicht als funktionell Einarmiger qua
lifiziert werden. Die vermehrten Pausen sind teilweise durch den teilzeitlichen Arbeitsfähigkeitsgrad kompensiert
, wurden von den Ärzten nicht quantifiziert und dürften deshalb lediglich in einem bescheidenen Ausmass nötig sein.
Unter diesen Gesichtspunkten und dem Umstand, dass
das Gericht betreffend Tabellenlohnabzug
grundsätzlich
nur bei Ermessensüberschreitung
en
eingreift (BGE 137 V 71 E. 5.1), welche Voraussetzung klarerweise nicht erfüllt ist, hat es mit der Bestätigung des
von der Beschwerdegegnerin gewährte
n
Abzug
es
von 20 %
sein Bewenden.
4.4
Die übrigen Grundlagen der Einkommensvergleiche
(vgl. auch Feststellungsblatt für den Beschluss vom 1
5.
Februar 2013,
Urk.
8/98 S. 6)
geben ebenfalls zu kei
nen Beanstandungen Anlass, namentlich basiert das
Valideneinkommen
auf dem von der Arbeitgeberin genannten Lohn (
Fr.
5‘4
60.--,
Urk.
8/16
Ziff.
2.10 und 2.11, vgl. auch der gegenüber dem Unfallversicherer gemeldete Lohn von
Fr.
73‘515.-- per 2009,
Urk.
8/106/7) unter Aufrechnung auf das Jahr 2012 (Lohnentwicklung: 2,4
%
von Index 2136 auf Index 2188, Die Volkswirtschaft 12-2013 S. 91 Tabelle B 10.3).
Auch die Invalideneinkommen wurden gestützt auf die statistischen Angaben in der Lohnstrukturerhebung korrekt ermittelt.
4.5
Damit erweisen sich die Rentenzusprachen als in allen Punkten korrekt, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
5.
Die Kost
en des Verfahrens sind auf
Fr.
9
00.-- festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG)
und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen.