Decision ID: 308582cb-de28-486b-bfc6-0e9d3bdb30f6
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer – ein afghanischer Staatsangehöriger und ethni-
scher Hazara mit letztem Wohnsitz im Dorf B._ (Provinz Parwan) –
verliess seinen Heimatstaat gemäss eigenen Angaben gemeinsam mit sei-
nen Eltern und Geschwistern und gelangte über Iran, die Türkei, Griechen-
land, Mazedonien, Serbien und Bosnien-Herzegowina in die Schweiz.
Beim Grenzübertritt in die Türkei sei er von seiner Familie getrennt worden
und von da an alleine weitergereist. Am 7. Dezember 2021 stellte er in der
Schweiz ein Asylgesuch und wurde dem Bundesasylzentrum (BAZ) der
Region C._ zugewiesen.
B.
Anlässlich der Erstbefragung (EB) UMA vom 17. Januar 2022 und der An-
hörung nach Art. 29 AsylG vom 7. März 2022 erklärte der Beschwerdefüh-
rer, er sei im Dorf D._ im Distrikt E._ geboren, wo er mit
seiner Familie bis zur gemeinsamen Ausreise gewohnt habe; er habe keine
öffentliche Schule besucht, sondern sei zu Hause respektive im Haus eines
Freundes unterrichtet worden, und er habe seinem Vater bei der landwirt-
schaftlichen Arbeit ausgeholfen.
Zur Begründung seines Asylgesuchs machte er im Wesentlichen geltend,
sein Vater habe schon Probleme mit den Taliban gehabt; diese hätten ver-
langt, dass er die Besitzurkunden betreffend das Haus der Familie bei
ihnen hätte hinterlegen sollen; der Vater habe sich aber geweigert, aus
Angst, das Haus zu verlieren und obdachlos zu werden.
Ausserdem habe ein junger Talib – der Sohn eines Taliban-Kommandanten
– seine ältere Schwester heiraten wollen. Davon hätten nur er – der Be-
schwerdeführer – und seine Schwester gewusst; ihrem Vater hätten sie
nichts gesagt. Eines Tages habe der junge Talib einen Qari zu ihrem Haus
geschickt; dieser sollte für ihn bei der Familie um die Hand seiner Schwes-
ter anhalten. Sein Vater habe den Antrag jedoch abgelehnt. Eines Abends,
sein Vater sei nicht zu Hause gewesen, sei der junge Talib – blutend infolge
einer Selbstverletzung – zu ihrem Haus gekommen. Später habe seine
Mutter seinem Vater eine erfundene Geschichte erzählt, damit dieser sich
nicht aufrege.
Tags darauf, als er – der Beschwerdeführer – von den morgendlichen Ein-
käufen nach Hause zurückgekehrt sei, seien drei Fahrzeuge vor dem Haus
stationiert gewesen. Die Männer mit den Fahrzeugen – darunter der junge
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Talib, dessen Vater und der Qari – hätten ihn gesehen und festgehalten.
Der Vater des jungen Talib habe ihm und seiner Familie vorgeworfen, sei-
nen Sohn geschlagen zu haben. Daraufhin hätten die Taliban seinen Vater
in einem der Fahrzeuge mitgenommen und etwa eine Stunde später wie-
der zurückgebracht. Der Qari habe seinem Vater gesagt, er solle sich mit
der Heirat einverstanden erklären, ansonsten würden ihnen Konsequen-
zen drohen. Um die Familie zu schützen, habe sich seine Schwester mit
der Vermählung einverstanden erklärt. Zur Vorbereitung der Hochzeit hät-
ten die Taliban ihnen drei Tage gegeben; währenddessen hätten stets zwei
Taliban das Haus beaufsichtigt. Sein Vater habe aufgrund der Situation ei-
nen Schlepper kontaktiert. Daraufhin hätten sie – der Beschwerdeführer
und seine Familie – ihre Sachen gepackt und zusammen mit ihren Wert-
gegenständen und Dokumenten hinter dem Haus versteckt.
Weil die Taliban von ihren Fluchtplänen vernommen hätten, seien er und
seine Familie daraufhin mit den drei Fahrzeugen – er im ersten, seine bei-
den Schwestern im zweiten und seine Eltern im dritten – mitgenommen
und zu einem in der Nähe gelegenen Berg gebracht worden. Die Taliban
hätten dort seinem Vater gedroht und anschliessend alle bis auf ihn – den
Beschwerdeführer – zurück zu ihrem Haus gebracht. Er – der Beschwer-
deführer – sei daraufhin drei Tage in einem kleinen Raum zusammen mit
einem anderen Jungen festgehalten worden. Am ersten Tag hätten die Ta-
liban ihn mehrmals geschlagen. Am zweiten Tag sei er aus dem Zimmer
gezerrt und unter Drohgebärden mit einem Messer aufgefordert worden,
den Taliban zu verraten, wo sich die Dokumente und Wertsachen seiner
Familie befänden. Er habe versichert, nichts zu wissen und stattdessen auf
seinen Vater verwiesen. Daraufhin sei er erneut geschlagen und einge-
sperrt worden. In der Nacht habe er mit seinen Fingern angefangen, die
Belüftungsöffnung in der Lehmwand zu vergrössern. In der dritten Nacht
habe er schliesslich durch die Öffnung klettern und fliehen können. Er sei
dann zu einer Strasse gekommen, von wo aus er mit einem Fahrzeug in
sein Dorf gefahren worden sei. Dort habe er sich zum Haus seines Lehrers
begeben, da er nicht gewusst habe, was ihn zu Hause erwarten würde.
Sein Lehrer habe seinen Vater angerufen, woraufhin er – der Beschwerde-
führer – gemeinsam mit seiner Familie über Kabul und Nimruz in den Iran
geflohen sei. Beim Grenzübertritt in die Türkei sei er von seiner Familie
getrennt worden und anschliessend alleine weitergereist.
Der Beschwerdeführer reichte eine Tazkara im Original zu den Akten.
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C.
Im Altersgutachten des Instituts für Rechtsmedizin des Kantonsspitals
F._ vom 8. Februar 2022 wurde festgehalten, das vom Beschwer-
deführer angegebene Alter von (...) Jahren und (...) Monaten könne ge-
mäss der aktuellen wissenschaftlichen Studienlage nicht zutreffen.
D.
Am 17. Februar 2022 gewährte das SEM dem Beschwerdeführer das
rechtliche Gehör zum Altersgutachten und unterrichtete ihn über die beab-
sichtige Anpassung seines Geburtsdatums im Zentralen Migrationsinfor-
mationssystem (ZEMIS) auf den (...) 2006, versehen mit einem Bestrei-
tungsvermerk. In seiner Stellungnahme anlässlich der Gehörsgewährung
vom 23. Februar 2022 erklärte sich der Beschwerdeführer mit der geplan-
ten ZEMIS-Anpassung nicht einverstanden. Am 28. Februar 2022 änderte
das SEM das Geburtsdatum des Beschwerdeführers im ZEMIS unter An-
bringung eines Bestreitungsvermerks auf den (...) 2006.
E.
Am 14. März 2022 übermittelte das SEM der Rechtsvertreterin des Be-
schwerdeführers seinen Entscheidentwurf zur Stellungnahme. Darin stellte
das SEM fest, die Vorbringen des Beschwerdeführers würden den Anfor-
derungen an die Glaubhaftigkeit nicht standzuhalten vermögen. In der tags
darauf eingereichten Stellungnahme führte die Rechtsvertreterin des Be-
schwerdeführers an, es sei insgesamt von der Glaubhaftigkeit seiner Vor-
bringen auszugehen, weshalb seine Asylgründe zu prüfen seien.
F.
Mit Verfügung vom 16. März 2022 lehnte das SEM das Asylgesuch ab, ord-
nete die Wegweisung aus der Schweiz an, verfügte jedoch die vorläufige
Aufnahme aufgrund der Unzumutbarkeit des Vollzugs. Zur Begründung
führte die Vorinstanz im Wesentlichen aus, die Vorbringen des Beschwer-
deführers seien nicht glaubhaft, da er jedoch aus Afghanistan stamme, sei
er praxisgemäss vorläufig aufzunehmen. Aufgrund der Befunde des durch-
geführten Altersgutachtens werde als sein Geburtsdatum im Zentralen Mig-
rationsinformationssystem (ZEMIS) der (...) 2006 eingetragen und mit ei-
nem Bestreitungsvermerk versehen.
G.
Mittels Eingabe seiner Rechtsvertreterin vom 14. April 2022 erhob der Be-
schwerdeführer Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und bean-
tragte, die Dispositivziffern 1–3 und 8 der angefochtenen Verfügung seien
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aufzuheben; die Vorinstanz sei anzuweisen ihn als Flüchtling anzuerken-
nen und ihm Asyl zu gewähren; die Vorinstanz sei ferner anzuweisen, sein
Geburtsdatum im ZEMIS auf den (...) 2006 zu ändern; eventualiter sei die
angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur vollständigen
Feststellung des Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuweisen. In ver-
fahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er den Verzicht auf Erhebung eines
Kostenvorschusses und die Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-
rung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG.
H.
Am 19. April 2022 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang
der Beschwerde. Gleichentags lagen die vorinstanzlichen Akten dem Bun-
desverwaltungsgericht in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 1
AsylG).
I.
Mit Eingabe vom 21. April 2022 reichte der Beschwerdeführer einen Be-
richt der Kinder- und Jugendpsychiatrie der (...) zu den Akten.
J.
Mit Zwischenverfügung vom 29. April 2022 stellte die Instruktionsrichterin
fest, dass der Beschwerdeführer den Ausgang des Verfahrens in der
Schweiz abwarten könne und hiess die Gesuche um Verzicht auf Erhebung
eines Kostenvorschusses und um Gewährung der unentgeltlichen Pro-
zessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut. Gleichzeitig verfügte
sie die Trennung des vorliegenden Beschwerdeverfahrens vom Beschwer-
deverfahren zur Datenbereinigung im ZEMIS, welches unter der Verfah-
rensnummer D-1874/2022 koordiniert mit dem vorliegenden Verfahren ge-
führt wird. Das entsprechende Urteil betreffend die Beschwerde gegen die
ZEMIS-Anpassung durch das SEM ergeht gleichzeitig mit dem vorliegen-
den und wird durch dasselbe Spruchgremium entschieden.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-
waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne
von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher
zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-
det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-
ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-
son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht
vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.
1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG und dem VGG, soweit das
AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108
Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 10 Covid-19-Verordnung Asyl vom 20. April 2020
[SR 142.318]; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26
E. 5).
3.
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines
Schriftenwechsels verzichtet.
4.
4.1 Im Sinne eines Eventualantrags beantragte der Beschwerdeführer in
der Beschwerde die Aufhebung der Dispositivziffern 1–3 der angefochte-
nen Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur voll-
ständigen Feststellung des Sachverhalts. Zur Begründung brachte er vor,
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er habe sich zu den von der Vorinstanz angeführten Unglaubhaftigkeitsele-
menten erst im Rahmen der Stellungnahme zum Entscheidentwurf, nicht
aber anlässlich der Anhörung nach Art. 29 AsylG äussern können. Somit
sei der rechtserhebliche Sachverhalt nicht vollständig festgestellt und sein
Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden.
4.2 Da diese Rüge allgemeine Verfahrensgarantien betrifft und in der Folge
allenfalls geeignet ist, eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu
bewirken, ist sie vorab zu beurteilen.
4.3 Das Verwaltungs- respektive Asylverfahren wird vom Untersuchungs-
grundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Demnach hat die
Behörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des
rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen, die für das Verfahren notwen-
digen Unterlagen zu beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abzu-
klären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen. Dabei beschrän-
ken sich die behördlichen Ermittlungen nicht nur auf jene Umstände, wel-
che die Betroffenen belasten, sondern haben auch die sie entlastenden
Momente zu erfassen. Die Behörde hat alle sach- und entscheidwesentli-
chen Tatsachen und Ergebnisse in den Akten festzuhalten. Unrichtig ist die
Sachverhaltsfeststellung dann, wenn der Verfügung ein falscher und ak-
tenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird, etwa, weil die Rechtserheb-
lichkeit einer Tatsache zu Unrecht verneint wird und folglich nicht alle ent-
scheidwesentlichen Gesichtspunkte des Sachverhalts geprüft werden,
oder weil Beweise falsch gewürdigt wurden. Unvollständig ist die Sachver-
haltsfeststellung demgegenüber, wenn nicht alle für den Entscheid rechts-
relevanten Sachumstände berücksichtigt wurden. Dies ist häufig dann der
Fall, wenn die Vorinstanz gleichzeitig den Anspruch der Parteien auf recht-
liches Gehör verletzt hat (vgl. BVGE 2015/10, E. 3.2 m.w.H.).
Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien eines Verfahrens Anspruch
auf rechtliches Gehör. Dieser Grundsatz wird in den Art. 29 ff. VwVG für
das Verwaltungsverfahren konkretisiert. Er dient einerseits der Aufklärung
des Sachverhalts, andererseits stellt er ein persönlichkeitsbezogenes Mit-
wirkungsrecht der Partei dar. Der Anspruch auf rechtliches Gehör verlangt,
dass die verfügende Behörde die Vorbringen des Betroffenen tatsächlich
hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksich-
tigt, was sich entsprechend in der Entscheidbegründung niederschlagen
muss (vgl. BVGE 2015/10 E. 3.3).
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Das Recht, eine Stellungnahme zum Entscheidentwurf einzureichen, bein-
haltet auch den Anspruch der rechtssuchenden Person, dass die entschei-
dende Behörde sich mit ihren Argumenten erkennbar auseinandersetzt,
sobald diese eine gewisse Substanz aufweisen (vgl. Urteil des BVGer
D-5691/2019 vom 13. Dezember 2019 E. 5.3, zur Substantiiertheit der Vor-
bringen vgl. D-6549/2017 vom 13. Dezember 2017 E. 7.2).
4.4 Im Entscheidentwurf führte das SEM aus, zwar seien die Schilderun-
gen des Beschwerdeführers sehr ausführlich ausgefallen und teilweise Re-
alkennzeichen erkennbar, sie enthielten jedoch derart krasse Widersprü-
che, dass die Asylvorbringen insgesamt nicht geglaubt werden könnten,
weshalb deren Asylrelevanz nicht zu prüfen sei.
Anlässlich der EB UMA habe der Beschwerdeführer angegeben, er sei
frühmorgens, als es noch nicht hell gewesen sei, entführt worden, nach-
dem er dem Talib, der seine Schwester habe heiraten wollen, die Haustür
geöffnet habe; demgegenüber habe er anlässlich der Anhörung nach
Art. 29 AsylG geltend gemacht, ein Talib habe bemerkt, dass die Familie
des Beschwerdeführers im Haus ihre Sachen zusammenpacken würde,
dieser habe sich jedoch mit der Erklärung, sie würden das Haus putzen,
zufriedengegeben. Eine Stunde später habe der Talib seine Familie aufge-
fordert, ihm ihre Wertsachen und Dokumente auszuhändigen. Als schliess-
lich sein Vater gekommen sei, sei er – der Beschwerdeführer – in einem
Fahrzeug, seine Schwestern und seine Eltern in zwei weiteren Fahrzeugen
weggebracht worden.
Sodann habe der Beschwerdeführer hinsichtlich seiner Inhaftierung wider-
sprüchliche Angaben gemacht: Einmal habe er angegeben, er sei mit ei-
nem etwa gleichaltrigen jungen Mann inhaftiert gewesen, der so stark ver-
letzt gewesen sei, dass er nur noch am Boden habe liegen können; ein
anderes Mal habe er angeführt, dieser sei etwa im Alter seines älteren Bru-
ders gewesen und habe seinen Kopf andauernd gegen eine Wand ge-
schlagen.
Ferner habe er anlässlich der EB UMA zu Protokoll gegeben, während sei-
ner Inhaftierung hätten die Taliban ihn bearbeitet und dazu bringen wollen,
dass sich seine Schwester mit der Heirat einverstanden erklären würde.
An der Anhörung nach Art. 29 AsylG habe er hingegen geschildert, seine
Schwester hätte in die Heirat eingewilligt, bevor sie auf den Berg gebracht
worden sei.
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Im Übrigen habe der Beschwerdeführer zunächst angegeben, den Namen
des Talib nicht zu kennen, da seine Familie ihn jeweils nur als «Mistkerl»
bezeichnet habe; anschliessend habe er ihn jedoch als G._ identi-
fiziert.
Schliesslich seien auch seine Angaben zur Flucht vor den Taliban wider-
sprüchlich ausgefallen. An der EB UMA habe er angeführt, einen Mann an-
gesprochen zu haben, der dann sein Auto geholt und ihn in sein Dorf ge-
fahren habe. Dagegen habe er anlässlich der Anhörung nach Art. 29 AsylG
geltend gemacht, er habe einen Lastwagen angehalten; der Fahrer habe
ihn anschliessend in die Gegend seines Dorfes gebracht.
4.5 In der Stellungnahme zum Entscheidentwurf brachte der Beschwerde-
führer mittels seiner Rechtsvertreterin vor, er sei an der EB UMA aus zeit-
lichen Gründen mehrfach unterbrochen worden und explizit aufgefordert
worden, sich kurz zu fassen. Die vom SEM angeführten Widersprüche
seien insbesondere darauf zurückzuführen, dass er seine Vorbringen nicht
detailliert habe darlegen können. Die vermeintlichen Widersprüche könne
er jedoch erklären, zumal weder sein junges Alter noch das schwierige An-
hörungsklima, seine psychischen Beschwerden oder sein Bildungshinter-
grund berücksichtigt worden seien. Insgesamt sei die Glaubhaftigkeitsprü-
fung einseitig zu seinen Ungunsten ausgefallen. Auch habe er bereits in
der EB UMA seinem Gefühl Ausdruck verliehen, ihm werde nicht zugehört,
weshalb er weinend den Raum verlassen habe. Das SEM habe versäumt,
ein Klima des Vertrauens zu schaffen.
Es überrasche zudem, dass er mit den im Entscheidentwurf angeführten
Widersprüchen im Rahmen der Anhörung nach Art.29 AsylG nicht konfron-
tiert worden sei, zumal es sich gemäss der Vorinstanz um krasse Wider-
sprüche handle, welche die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen insgesamt in
Abrede stellen würden. Die Stellungnahme zum Entscheidentwurf diene
dazu, allfällige Einwände der Rechtsvertretung bereits im erstinstanzlichen
Verfahren einzubringen, nicht aber, den Sachverhalt vollständig zu erstel-
len, weshalb sein Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden sei.
Betreffend die Umstände seiner Entführung habe er anlässlich der EB UMA
nur zusammenfassend dargelegt, dass er, nachdem er dem Talib die Tür
geöffnet habe, entführt worden sei. Ein Widerspruch zu seinen Angaben
anlässlich der Anhörung nach Art. 29 AsylG ergeben sich daraus aber
nicht.
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Mit Blick auf das Alter seines Mitgefangenen habe er bereits an der EB
UMA erklärt, er kenne dessen Alter nicht. An der Anhörung nach Art. 29
AsylG habe er lediglich konkretisiert, dass dieser womöglich im Alter seines
bloss zweieinhalb Jahre älteren Bruders gewesen sein könnte. Auch darin
sei kein Widerspruch zu sehen.
Ferner habe seine Schwester der Heirat mit dem Talib vorab zugestimmt,
um nicht entführt zu werden. Spätestens mit den entdeckten Fluchtabsich-
ten sei ihr fehlender Wille jedoch offenkundig geworden. Insoweit gehe aus
dem Protokoll der Anhörung nach Art. 29 AsylG hervor, dass seine
Schwester zwar vorgegeben habe, einzuwilligen; tatsächlich aber habe sie
einer Heirat nicht zustimmen wollen.
Im Übrigen habe er sich anlässlich der EB UMA an den Namen des Talib
aufgrund des Drucks nicht erinnern können, an der Anhörung hingegen
schon.
Schliesslich habe er an keiner Stelle angegeben, einen Lastwagen ange-
halten zu haben, sondern vielmehr, dass er gesehen habe, dass ein Last-
wagen auf der Schotterstrasse angehalten habe, woraufhin er den Fahrer
angesprochen habe. Der Fahrer habe ihm zunächst empfohlen, zur Haupt-
strasse zu gehen; als dieser jedoch seine Verletzungen bemerkt habe,
habe er seinen Lastwagen geholt und ihn gefahren.
Folglich habe er seine Vorbringen insgesamt glaubhaft gemacht, weshalb
das SEM gehalten sei, deren Asylrelevanz zu prüfen.
4.6 In seinem Entscheid hielt das SEM an der bereits im Entscheidentwurf
niedergelegten Begründung fest. Ergänzend führte es aus, der Vorhalt,
dem Beschwerdeführer sei zu wenig Redezeit zur Verfügung gestellt wor-
den, weshalb es zu Widersprüchen gekommen sei, könne nicht gehört wer-
den: Seine protokollierten Schilderungen anlässlich der Anhörung nach
Art. 29 AsylG würden drei Textseiten umfassen. Die Einschätzung, wonach
kein Klima des Vertrauens geschafft worden sei, entspreche ebenfalls nicht
den Tatsachen, zumal er anlässlich der Anhörung nach Art. 29 AsylG an-
gegeben habe, sehr erfreut zu sein, an der Anhörung teilzunehmen, denn
beim ersten Mal sei nur in den Computer getippt worden. Im Übrigen sei
auf eine Konfrontation mit den Widersprüchen im Rahmen der Anhörung
nach Art. 29 AsylG bewusst verzichtet worden, um die Atmosphäre nicht zu
belasten; das rechtliche Gehör sei ihm mit dem Vorlegen des Entscheid-
entwurfs gewährt worden. Die von ihm in der Stellungnahme angeführten
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Erklärungsversuche vermöchten jedoch nicht zu überzeugen, so dass auf
die Erwägungen des Entscheids verwiesen werden könne. Somit seien
keine Tatsachen oder Beweismittel vorgelegt worden, welche eine Ände-
rung des Standpunktes des SEM rechtfertigen könnten.
4.7 In der Beschwerde macht der Beschwerdeführer geltend, er habe seine
Vorbringen ausführlich sowie detailreich unter Verwendung verschiedener
Realkennzeichen, und somit insgesamt glaubhaft dargelegt. Die von der
Vorinstanz angeführten vermeintlichen Widersprüche beträfen nur Diver-
genzen zwischen der EB UMA und der Anhörung nach Art. 29 AsylG, nicht
aber Unvereinbarkeiten innerhalb der einzelnen Befragungen. Es handle
sich dabei auch nicht um Widersprüche, sondern um Schilderungen mit
unterschiedlichem Detaillierungsgrad, was angesichts der Unterbrechun-
gen und der Aufforderung zur summarischen Äusserung nicht erstaune.
Die in der Stellungnahme zum Entscheidentwurf geltend gemachten Vor-
bringen zur Klärung der vermeintlichen Widersprüche hätten ausserdem
keinen Niederschlag in der angefochtenen Verfügung gefunden. Die Vor-
instanz habe einzig darauf hingewiesen, dass er in der Anhörung nach
Art. 29 AsylG genügend Zeit gehabt hätte, sich zu seinen Asylgründen zu
äussern; in der Stellungnahme habe er jedoch moniert, dass er in der EB
UMA seine Asylgründe nur lückenhaft habe darlegen können. Dies sei
auch der Grund, weshalb er sich eingangs der Anhörung nach Art. 29
AsylG erfreut gezeigt und auf eine bessere Anhörung gehofft habe.
Ausserdem müsse die Vorinstanz sowohl sein junges Alter, seine psychi-
sche Gesundheit und seinen Bildungshintergrund in der Gesamtwürdigung
der Glaubhaftmachung berücksichtigen. Er leide an einer posttraumati-
schen Belastungsstörung und müsse aufgrund von Suizidgedanken täglich
von der Pflege überwacht werden. Traumatisierte Menschen hätten häufig
Schwierigkeiten, spontan und umfassend über erlittene Nachteile zu be-
richten. Auch der Umstand, dass er keine reguläre Schule besucht habe,
müsse sich in der Gesamtabwägung niederschlagen. Schliesslich sei er
zum Zeitpunkt der fluchtauslösenden Ereignisse erst zwölfeinhalb Jahre alt
gewesen; die in Frage stehenden Ereignisse würden schon über zwei
Jahre zurückliegen, was ebenfalls mitberücksichtigt werden müsse.
Sodann sei nicht nachvollziehbar, dass zu Ausbildungszwecken eine zu-
sätzliche Person, über deren Anwesenheit weder er noch seine Rechtsver-
tretung informiert gewesen seien, an der Anhörung nach Art. 29 AsylG teil-
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genommen habe. Er habe darauf hingewiesen, dass er sich dadurch ver-
unsichert und eingeschüchtert gefühlt habe, zumal er weinend das Anhö-
rungszimmer verlassen habe. Das Anhörungsklima habe sich somit ein-
schränkend und negativ auf seine Aussagen ausgewirkt.
5.
5.1 Vorliegend verweist das SEM in seinem ablehnenden Asylentscheid in
Hinblick auf die mangelnde Glaubhaftigkeit auf krasse Widersprüche in den
Vorbringen des Beschwerdeführers. Dazu ist festzustellen, dass das SEM
zwar in der angefochtenen Verfügung teilweise Bezug auf die in der Stel-
lungnahme zum Entscheidentwurf vorgebrachten Argumente genommen
hat. Allerdings bezog es das Vorbringen des Beschwerdeführers, während
der Anhörungen stets unterbrochen worden zu sein und sich nur lückenhaft
geäussert haben zu können, ausschliesslich auf die Anhörung nach Art. 29
AsylG und wies es mit der Begründung zurück, seine Aussagen würden
drei Textseiten umfassen. Dabei lässt die Vorinstanz in der Begründung der
Verfügung allerdings ausser Acht, dass sich diese Kritik in erster Linie auf
die EB UMA bezog. Dem Protokoll der EB UMA ist denn auch zu entneh-
men, dass der Beschwerdeführer an mehreren Stellen in seinen Schilde-
rungen unterbrochen wurde, obwohl er darauf aufmerksam machte, fort-
fahren respektive weitere Ausführungen machen zu wollen (vgl. SEM-e-
Akte [...]-13/13 Ziff. 7.01 [nachf. A13/13]). Auf die Ausführungen in der Stel-
lungnahme zu den vorgehaltenen Widersprüchen wurde in der Verfügung
inhaltlich nicht eingegangen; vielmehr begnügte sich das SEM damit, auf
die Erwägungen seines Entscheids zu verweisen. Tatsächlich erscheinen
jedoch die Argumente in der Stellungnahme geeignet, die Einschätzung
der Unglaubhaftigkeit seiner Vorbringen möglicherweise zu erschüttern.
Beispielsweise bringt der Beschwerdeführer vor, dass der fehlende Wille
seiner Schwester, den Talib zu heiraten, spätestens mit den entdeckten
Fluchtvorbereitungen offenkundig geworden sei. Dies könnte durchaus als
Konkretisierung seiner Schilderungen anlässlich der EB UMA gewertet
werden, worauf das SEM in seiner Begründung in keiner Weise eingegan-
gen ist. Dasselbe gilt für seine Vorbringen betreffend die Umstände seiner
Entführung. Ferner ist aus den Protokollen auch nicht ersichtlich, dass der
Beschwerdeführer dargelegt haben soll, er habe einen Lastwagen ange-
halten, um in sein Dorf zurückzukehren (vgl. SEM-eAkte [...]-28/15 F57
S. 11; A13/13 Ziff. 7.01 S. 10). Obwohl er in der Stellungnahme explizit da-
rauf hinwies und erklärte, er habe angegeben, dass ein Lastwagen auf der
Schotterstrasse angehalten habe, mit welchem er schliesslich in sein Dorf
zurückgebracht worden sei, hat sein Einwand in der angefochtenen Verfü-
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gung keinen Niederschlag gefunden. Trotz der (zumindest teilweise) sub-
stantiierten Argumentation in der Stellungnahme hat die Vorinstanz den
Entscheidentwurf unverändert in die angefochtene Verfügung überführt;
die Erklärungen des Beschwerdeführers in der Stellungnahme werden im
Entscheid erst nach der Prüfung der Voraussetzungen an die Glaubhaf-
tigkeit und ohne weitere inhaltliche Auseinandersetzung aufgeführt. Das
Gericht stellt fest, dass sich die Vorinstanz mit den konkreten Argumenten
in der Stellungnahme nicht genügend auseinandergesetzt hat; sie fanden
auch keinen Niederschlag in der Begründung des ablehnenden Asylent-
scheids. Die Vorinstanz hat daher ihre Begründungspflicht und damit den
Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Bei dieser Sachlage erübrigt sich
eine Auseinandersetzung mit weiteren formellen Rügen.
5.2 Im Übrigen stellt das Gericht fest, dass andere, für die Feststellung der
Glaubhaftigkeit und der Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers be-
deutsame Sachverhaltselemente bisher zu wenig abgeklärt wurden. Bei-
spielsweise dürfte vorliegend die Identität und Stellung sowie die
Machtsphäre des Vaters des jungen Talib für eine Prüfung nach Art. 3 und
7 AsylG ausschlaggebend sein. Darüber hinaus wird auch nochmals ver-
tieft nachzufragen sein, welche Beziehung beziehungsweise Probleme der
Vater des Beschwerdeführers mit den Taliban oder anderen Personen hat
oder hatte. Einige der protokollierten Ausführungen des Beschwerdefüh-
rers deuten darauf hin, dass der Vater noch aus anderen Gründen sehr
vorsichtig war (vgl. A13/13 F1.17.04, S. 5, betreffend das «Homeschoo-
ling», F3.01, S. 7 und F3.02, S. 7 zum Verhältnis mit der Verwandtschaft,
F5.02, S. 10: «Mein Vater machte viele Sachen, über die nicht einmal
meine Mutter Bescheid wusste. Vielleicht gibt es Gründe, von denen ich
keine Ahnung habe. Mein Vater könnte wahrscheinlich besser darüber be-
richten»). Das Gericht ersucht die Vorinstanz daher, den Sachverhalt dem-
entsprechend festzustellen und bei ihrer Würdigung insbesondere dem
jungen Alter, dem Gesundheitszustand sowie dem psychosozialen Hinter-
grund des Beschwerdeführers Rechnung zu tragen.
5.3 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsge-
richt in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen
Weisungen an die Vorinstanz zurück. Eine Kassation und Rückweisung an
die Vorinstanz ist insbesondere angezeigt, wenn weitere Tatsachen festge-
stellt werden müssen und ein umfassendes Beweisverfahren durchzufüh-
ren ist. Die in diesen Fällen fehlende Entscheidungsreife kann grundsätz-
lich zwar auch durch die Beschwerdeinstanz selbst hergestellt werden,
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wenn dies im Einzelfall aus prozessökonomischen Gründen angebracht er-
scheint; sie muss dies aber nicht (vgl. BVGE 2012/21 E. 5). Vorliegend liegt
der Mangel in einer Verletzung der Begründungspflicht, welche einen
schwerwiegenden Mangel darstellt, der eine vernünftige Prozesserledi-
gung der Rechtsmittelinstanz verunmöglicht. Es liegt nicht am Bundesver-
waltungsgericht, anstelle der Vorinstanz die entsprechenden Schlüsse aus
dem Sachverhalt zu ziehen, und es ist auch nicht seine Aufgabe, Versäum-
nisse des SEM auf Beschwerdeebene systematisch zu beheben und damit
die Vorinstanz gleichsam von einer sorgfältigen Verfahrensführung zu ent-
binden, zumal den Beschwerdeführenden durch ein solches Vorgehen eine
Instanz verloren ginge. Somit fällt eine Heilung der festgestellten Mängel
in der angefochtenen Verfügung nicht in Betracht (vgl. zum Ganzen BVGE
2009/53 E. 7.3). Eine Kassation der angefochtenen Verfügung rechtfertigt
sich insbesondere auch unter Berücksichtigung der vorgesehenen Be-
handlungsfrist von zwanzig Tagen (vgl. Art. 109 Abs. 1 AsylG).
5.4 Angesichts der Rückweisung der Sache erübrigt sich eine Auseinan-
dersetzung mit den in reformatorischer Hinsicht gestellten Rechtsbegeh-
ren.
5.5 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, soweit die Auf-
hebung der angefochtenen Verfügung beantragt worden ist. Die Verfügung
des SEM vom 16. März 2022 ist aufzuheben und die Sache ist zur Neube-
urteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen.
6.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63
Abs. 1 und 2 VwVG).
7.
Dem vertretenen Beschwerdeführer ist keine Parteientschädigung auszu-
richten, da es sich vorliegend um eine zugewiesene unentgeltliche Rechts-
vertretung im Sinne von Art. 102h AsylG handelt, deren Leistungen vom
Bund nach Massgabe von Art. 102k AsylG entschädigt werden (vgl. auch
Art. 111ater AsylG).
(Dispositiv nächste Seite)
D-1786/2022
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