Decision ID: 57f1a636-f7b0-5a45-99ef-f842aa3b633b
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 21. August 2005 ein erstes Asylgesuch in der Schweiz einreichte,
dass er damals geltend machte, er heisse A._, geboren am (...), und sei Staatsangehöriger der Côte d'Ivoire,
dass er in einem Vorort von B._ bei seinem Cousin gewohnt habe, welcher unter anderem Anführer eines Jugendflügels des Rassemblement des Républicains (RDR) gewesen sei,
dass das Haus des Cousins am 27. Juli 2005 gestürmt und der  von Soldaten festgenommen worden sei, ihm jedoch in der Folge die Flucht gelungen und er daraufhin am 6. August 2005 aus dem Heimatland geflüchtet sei,
dass das BFM das erste Asylgesuch des Beschwerdeführers mit  vom 21. September 2005 ablehnte und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,
dass die damals zuständige Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) auf die gegen diese Verfügung gerichtete Beschwerde vom 12. Oktober 2005 mit Urteil vom 9. November 2005 nicht eintrat,
dass der Beschwerdeführer ab dem 30. August 2007 als  galt,
dass er am 21. August 2009 in C._ polizeilich angehalten,  und in der Folge den Strafuntersuchungsbehörden des Kantons D._ zugeführt wurde,
dass der Beschwerdeführer im Rahmen der fremdenpolizeilichen  vom 24. August 2009, welche im Hinblick auf die Anordnung der Vorbereitungshaft/Ausschaffungshaft erfolgte, ein zweites  stellte,
dass er anlässlich der Direktanhörung durch das BFM vom 15.  2009 im Wesentlichen geltend machte, er habe im ersten  eine falsche Identität angegeben,
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dass er in Tat und Wahrheit E._ heisse, am (...) in der Côte d'Ivoire geboren worden, jedoch Staatsangehöriger von Benin sei,
dass er nach der Ablehnung des ersten Asylgesuchs zunächst in der Schweiz geblieben, anschliessend einige Zeit nach Frankreich  und schliesslich ungefähr im Sommer 2008 wiederum in die Schweiz eingereist sei,
dass er ein zweites Asylgesuch stelle, weil die Situation in seinem  Côte d'Ivoire nach wie vor instabil sei und dort noch immer Krieg herrsche,
dass er ausserdem in der Schweiz Mitglied der Kirche der -Adventisten in F._ geworden und am 1. Juli 2007 getauft worden sei,
dass er Präsident der Jugendgruppe dieser Glaubensgemeinschaft sei,
dass er damit in der Schweiz eine Familie gefunden habe, weshalb er hier bleiben wolle,
dass für den weiteren Inhalt der Aussagen auf die Protokolle zu  ist,
dass der Beschwerdeführer weder Identitäts- oder Reisedokumente noch Beweismittel zur Sache zu den Akten reichte,
dass das BFM auf das zweite Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 15. Oktober 2009 - eröffnet am 22. Oktober 2009 - in Anwendung von Art. 33 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,
dass das BFM zur Begründung seines Entscheids im Wesentlichen ausführte, der Beschwerdeführer habe sich eigenen Angaben zufolge im Zeitpunkt seiner Festnahme durch die Polizei am 21. August 2009 bereits seit einem Jahr wieder in der Schweiz befunden,
dass es ihm somit zumutbar und möglich gewesen wäre, schon zu einem früheren Zeitpunkt ein Asylgesuch einzureichen,
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dass seine Einwände, er habe sich zunächst noch informieren wollen und habe von der Möglichkeit eines zweiten Asylgesuchs gar nichts gewusst, angesichts der langen Dauer des illegalen Aufenthalts und seiner Beziehungen zu einer Kirchgemeinde in der Schweiz nicht  seien,
dass der Beschwerdeführer das Asylgesuch in engem zeitlichen  mit einer Festnahme eingereicht habe,
dass keine Hinweise auf eine Verfolgung ersichtlich seien, nachdem der Beschwerdeführer im Wesentlichen lediglich erklärt habe, er habe seinen Heimatstaat aufgrund der allgemeinen unsicheren Lage ,
dass für den weiteren Inhalt der vorinstanzlichen Verfügung auf die Akten zu verweisen ist,
dass der Beschwerdeführer die vorinstanzliche Verfügung mit Eingabe vom 28. Oktober 2009 beim Bundesverwaltungsgericht anfocht und  um Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids ersuchte,
dass auf den Inhalt der Beschwerde, soweit wesentlich, in den  Erwägungen einzugehen ist,
dass die vorinstanzlichen Akten am 4. November 2009 beim  eintrafen (vgl. Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden  Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) des BFM auf dem Gebiet des Asylrechts entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),
dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung  berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
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ziehungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung der  legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde  ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),
dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass die Beurteilung von Beschwerden gegen  praxisgemäss auf die Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,
dass sich die Beurteilungszuständigkeit der Beschwerdeinstanz somit darin erschöpft, bei Begründetheit des Rechtsmittels die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückgehen zu lassen (vgl. Entscheidungen und  der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),
dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung sowie deren Vollzugs dagegen bereits materiell geprüft hat, weshalb dem  diesbezüglich volle Kognition zukommt,
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters  einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen  verzichtet wurde,
dass in der Beschwerde sinngemäss gerügt wird, die angefochtene Verfügung sei in deutscher anstatt in französischer Sprache verfasst worden,
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dass diese Rüge indessen mit Blick auf die anwendbare Bestimmung von Art. 16 Abs. 2 AsylG unbegründet erscheint, da der  dem deutschsprachigen Kanton D._ zugewiesen ist,
dass auf das Asylgesuch einer Person, die sich illegal in der Schweiz aufhält, nicht eingetreten wird, wenn sie offensichtlich bezweckt, den drohenden Vollzug einer Wegweisung oder Ausweisung zu vermeiden (Art. 33 Abs. 1 AsylG),
dass ein solcher Zweck zu vermuten ist, wenn das Gesuch in engem zeitlichem Zusammenhang mit einer Verhaftung, einem Strafverfahren, dem Vollzug einer Strafe oder dem Erlass einer  eingereicht wird (Art. 33 Abs. 2 AsylG),
dass indessen auf ein Asylgesuch trotzdem eingetreten werden muss, wenn eine frühere Einreichung des Gesuchs nicht möglich oder nicht zumutbar war oder wenn sich Hinweise auf Verfolgung ergeben (Art. 33 Abs. 3 AsylG),
dass die Kantonspolizei G._ den Beschwerdeführer den Akten zufolge am 21. August 2009 in C._ verhaftete (vgl. B3 S. 7),
dass er am 24. August 2009 ins Untersuchungsgefängnis des Kantons D._ überführt wurde, wo ihm gleichentags das rechtliche Gehör zur Hafteröffnung gewährt wurde (vgl. B2),
dass er im Rahmen dieser Einvernahme erklärte, er wolle ein zweites Asylgesuch stellen (vgl. B2 S. 2),
dass die Asylgesuchstellung somit in engem zeitlichem  zur Verhaftung und drohenden Ausschaffung beziehungsweise Vorbereitungshaft stand, weshalb zu vermuten ist, der  habe das Asylgesuch gestellt, um damit die Ausweisung aus der Schweiz zu vermeiden,
dass zu prüfen ist, ob es dem Beschwerdeführer zumutbar und  gewesen wäre, das Asylgesuch bereits zu einem früheren  einzureichen,
dass der Beschwerdeführer im Rahmen der Direktanhörung aussagte, er habe sich im Zeitpunkt seiner Verhaftung in C._ bereits seit über einem Jahr wieder in der Schweiz befunden (vgl. B14 S. 6),
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dass es ihm demnach ohne weiteres zumutbar und möglich gewesen wäre, das Asylgesuch zu einem früheren Zeitpunkt einzureichen,  er in der Schweiz bereits ein Asylverfahren durchlaufen hat und somit wusste, an welche Behörden er sich bei allfälligen Unklarheiten wenden kann,
dass zu untersuchen bleibt, ob Hinweise auf Verfolgung bestehen (Art. 33 Abs. 3 Bst. b AsylG),
dass der Beschwerdeführer im Rahmen des zweiten Asylgesuchs  machte, die allgemeine Lage in der Côte d'Ivoire sei nach wie vor unsicher,
dass er damit keine konkreten, gegen seine Person gerichteten  geltend macht und nicht näher ausführt, weshalb er selber durch die allgemeine Lage im Heimat- respektive Herkunftsland in relevanter Weise gefährdet sein sollte,
dass der Beschwerdeführer zur Begründung seines Asylgesuchs ausserdem vorbrachte, er habe in der Schweiz eine neue Familie , indem er ein engagiertes Mitglied einer Freikirche geworden sei,
dass dieses Vorbringen für die Frage, ob der Beschwerdeführer im Heimat- oder Herkunftsstaat verfolgt wird, offensichtlich irrelevant ist, weshalb auch darauf verzichtet wird, die in der Beschwerde in  gestellten diesbezüglichen Beweismittel abzuwarten,
dass nach dem Gesagten keine Hinweise auf Verfolgung vorliegen, die nicht offensichtlich haltlos sind,
dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 33 Abs. 1 AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,
dass die Ausführungen in der Beschwerde an dieser Einschätzung nichts zu ändern vermögen, weshalb darauf nicht näher einzugehen ist,
dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die  aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG),  der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem
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kein Anspruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den  Bestimmungen steht und zu bestätigen ist,
dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den  Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht  oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]),
dass grundsätzlich von Amtes wegen zu prüfen ist, ob der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar oder möglich im Sinne von Art. 83 Abs. 2-4 AuG ist, diese Untersuchungspflicht jedoch nach Treu und Glauben ihre Grenze an der Mitwirkungspflicht (Art. 8 AsylG) der Asylsuchenden findet,
dass die asylsuchende Person im Übrigen auch die  trägt (Art. 7 AsylG),
dass die Behörden bei fehlenden oder falschen Angaben zur Herkunft nicht gehalten sind, nach allfälligen Wegweisungshindernissen in  Heimatstaaten zu forschen (vgl. dazu EMARK 2005 Nr. 1 E. 3.2.2),
dass der Beschwerdeführer im vorliegenden, zweiten Asylgesuch  macht, er sei Staatsangehöriger von Benin, sei aber in der Côte d'Ivoire geboren und habe bis zur Ausreise dort gelebt,
dass der Beschwerdeführer indessen keine entsprechenden , namentlich keine Identitätsdokumente, zu den Akten reichte,
dass die vom BFM in den Jahren 2005 bis 2007 im Rahmen der  veranlassten Herkunftsabklärungen () kein eindeutiges Ergebnis lieferten,
dass der Beschwerdeführer bei dieser Sachlage die Folgen seiner mangelhaften Mitwirkung respektive Verheimlichung seiner wahren Identität und Herkunft zu tragen hat, indem vermutungsweise davon auszugehen ist, es würden einer Wegweisung in den tatsächlichen Heimat- oder Herkunftsstaat keine landes- oder völkerrechtlichen Voll-
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zugshindernisse im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 2-4 AuG entgegenstehen,
dass der vom BFM verfügte Wegweisungsvollzug demnach zu  ist,
dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelungen ist darzutun,  die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den  Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder  ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde  ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten von Fr. 600.-- (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
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