Decision ID: 407fca1b-344e-50bd-921b-f64ab7a37408
Year: 2015
Language: de
Court: BE_VB
Chamber: BE_VB_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt
1. Die Beschwerdegegnerin reichte am 8. September 2014 bei der Einwohnergemeinde
Niederbipp ein Baugesuch ein für die Erstellung eines Mehrfamilienhauses auf Parzelle
Niederbipp, Gbbl. Nr. Z._. Die Parzelle liegt in der Zone W2k. Mit
Gesamtbauentscheid vom 24. August 2015 erteilte die Vorinstanz für das Bauvorhaben die
Baubewilligung.
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2. Gegen diesen Entscheid reichte der Beschwerdeführer am 11. September 2015
Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Er
beantragt die Aufhebung der erteilten Baubewilligung.
3. Mit Schreiben vom 16. September 2015 machte die BVE den Beschwerdeführer
darauf aufmerksam, dass seine Eingabe wohl keine genügende Begründung enthalte und
forderte ihn auf, innert der laufenden 30-tägigen Rechtsmittelfrist seine Eingabe zu
verbessern. Der Beschwerdeführer verzichtete darauf, innert Frist eine weitergehende
Begründung nachzureichen.

II. Erwägungen
1. Zuständigkeit und Beschwerdelegitimation
Bauentscheide können nach Art. 40 Abs. 1 BauG1 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit
Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der
Beschwerde gegen den Gesamtbauentscheid zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die
Baugesuchsteller, die Einsprecher im Rahmen ihrer Einsprachegründe und die zuständige
Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG). Der Beschwerdeführer, dessen Einsprache
abgewiesen wurde, ist durch den vorinstanzlichen Gesamtbauentscheid beschwert und
daher zur Beschwerdeführung legitimiert.
2. Formvorschriften
a) Parteieingaben müssen einen Antrag, die Angabe von Beweismitteln, eine
Begründung sowie eine Unterschrift enthalten (Art. 32 VRPG)2. Eine Begründung muss
zumindest erkennen lassen, weshalb und inwiefern der angefochtene Entscheid
1 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721). 2 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21).
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aufgehoben oder geändert werden soll. Dies bedingt, dass sich die Parteieingabe
wenigstens in minimaler Form mit dem Inhalt des Anfechtungsobjekts auseinandersetzt.3
b) Der Beschwerdeführer hat ausgeführt, dass seine Einsprache vom 5. Januar 2015
nicht berücksichtigt worden sei. Zudem habe er erst nachträglich festgestellt, dass die
Gebäudehöhe 12.69 m betrage. Gemäss Baureglement sei jedoch in der Bauzone W2k
lediglich eine Höhe von 12.50 m zulässig.
c) Die Vorinstanz hat in Ziffer C. II. 11. des angefochtenen Entscheides zu den Rügen
des Beschwerdeführers Stellung genommen und ausgeführt, weshalb sie diese als
unbegründet erachtet. Der pauschale Vorwurf des Beschwerdeführers stimmt somit mit
dem angefochtenen Entscheid nicht überein und er hätte sich mit den Ausführungen der
Vor-instanz bezüglich seinen Rügen auseinandersetzen können und auch müssen. Er geht
jedoch auf den Entscheid resp. dessen Begründung nicht ein und zeigt nicht auf, weshalb
der Entscheid rechtsfehlerhaft sei. Die Vorinstanz hat zudem in Ziffer C. II. 4. erörtert,
weshalb das Bauvorhaben trotz Überschreitung der in der Wohnzone W2k geltenden
Maximalhöhe den kommunalen Vorschriften entspricht. Auch diesbezüglich erläutert der
Beschwerdeführer nicht, inwiefern die Ausführungen der Vorinstanz nicht korrekt sein
sollen. Der Beschwerdeführer setzt sich in seiner Eingabe vom 11. September 2015 mit
dem angefochtenen Entscheid nicht in minimalster Form auseinander. Die Begründung
genügt somit den Anforderungen gemäss Art. 32 Abs. 2 VRPG nicht.
e) Die BVE hat den Beschwerdeführer darauf aufmerksam gemacht, dass seine
Eingabe den formellen Anforderungen nicht entspreche. Trotz dieser Aufforderung reichte
der Beschwerdeführer innert der Beschwerdefrist keine ausführlichere Begründung nach.
Da die Eingabe vom 11. September 2015 den formellen Anforderungen gemäss Art. 32
Abs. 2 VRPG nicht genügt, kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden.
3. Kosten
Die Grundsätze der Kostenverlegung sind in Art. 108 VRPG geregelt. Demnach werden die
Verfahrenskosten der unterliegenden Partei auferlegt, es sei denn, das prozessuale
3 VGE 22491 vom 24. März 2006, in BVR 2006, S. 474 E. 2.4.3.
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Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder die besonderen Umstände
rechtfertigten, keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund des
geringen Zeitaufwandes wird vorliegend auf das Erheben von Verfahrenskosten verzichtet.