Decision ID: 360d3964-4324-4a1f-95fe-5665de40cf17
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 19
63
, war bei der
Y._
AG,
Z._
, tätig und über diese
bei der Schweizerischen National-Versicherungs-Gesellschaft AG, Basel (ab 1. Mai 2015: Helvetia Schweizerische Versicherungs
gesellschaft AG,
St. Gallen
; nachfolgend: Helvetia
)
gemäss dem Bundesgesetz über die Unfall
versi
cherung (UVG) gegen Unfälle, unfallähnliche
Körperschä
digun
gen
und Berufs
krankheiten ver
sichert
(
Urk.
8/UM)
, als
sie
am
4. Juni 2013
als
Fussgängerin
auf dem Trottoir mit einem in Schrittgeschwindigkeit fahrenden Personen
wagen kollidier
te (
Urk.
3 S. 2) und in der Folge unter anderem unter Kopf- und Nackenschmerzen litt.
Mit Verfügung vom
28. August 2014
(Urk. 8/
K13
) stellte d
er
Unfallversicherer
die Versicherungs
leistungen
per 1. Juni 2014
mangels eines
natürlichen und
adäquaten Kausalzusammenhangs mit
dem versicherten Unfallereignis
ein. Dagegen
erhob die
Versicherte am
26. Septem
ber
2014 Einsprache
(
Urk.
8/K16)
. Mit Entscheid vom
25. März 2015
(Urk. 8/
K22
= Urk. 2) wies die
Helvetia
die Einsprache der
Versicherten ab.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
25. März 2015
(Urk. 2) erhob die
Ver
si
cherte am
8. Mai 2015
Be
schwerde und beantragte,
dessen Dispositiv-Ziffer 1
sei aufzuheben,
es sei ihr eine Rente bei einem Invaliditätsgrad von 100
%
und eine Integritätsentschädigung für eine Integritätseinbusse von mindestens 50
%
zuzusprechen und es sei
eine Begutachtung bei einer unabhängigen Fachperson der Neurologie und der Rheumatologie, allenfalls unter
Beizug
einer Fachperson der Neuropsychologie anzuordnen
; eventuell sei die
Sache an die
Helvetia
zu ergänzender medizinische
r Abklärung
zurückzu
wei
sen
(
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
17. Juni 2015
beantragte die
Helvetia
, die Be
schwerde sei
vollumfänglich abzuweisen
(Urk.
6
S. 2).
Mit Replik vom 8. De
zember 2015 hielt die Beschwerdeführerin an ihre
n
beschwerdeweise gestellten Rechtsbegehren fest (
Urk.
13 S. 2). Mit Duplik vom 2
2.
Januar 2016 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest (
Urk.
18 S. 3).
Eine Kopie dieser Eingabe wurde
der Beschwerdeführerin
am
25. Januar 2016
zugestellt
(
Urk.
19)
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
–
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.2
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.
3
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
Nach der Rechtsprechung kann von
organisch objekt
iv ausgewiesenen Unfall
fol
gen
bei denen die
Unfalladäquanz
praktisch keine Rolle spielt erst ge
spro
chen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Ab
klärungen bestätigt werden und die angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich auf breiter Basis anerkannt sind (nicht
in
BGE 135 V 465
publizierte E. 2 des Urteils des Bundesgerichts
8C_216/2009
vom
2
8.
Oktober 2009
; BGE 134 V 231 E. 5.1).
Dies gilt auch für neuropsychologische Defizite (Urteil 8C_691/2013 vom 1
9.
März 2014 E. 5.1).
Aus diesem Grunde können beispielsweise
Verhärtungen und Verspannungen der Mus
kulatur,
Druckdolen
zen
im Nacken sowie Einschränkung
en der HWS-Beweg
lichkeit
für sich all
ein nicht als
o
ganisch
objekt
iv ausgewiesene Unfallfolgen
qualifiziert werden
(Ur
teil des Bundesgerichts
8C_310/2011
vom
5.
September 2011
E. 4.1).
1.
4
Bei der Beurteilung der Adäquanz von organisch nicht (hinreichend) nachweis
baren Unfallfolgeschäden ist wie folgt zu differenzieren (BGE 127 V 102 E. 5b/
bb
): Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule (HWS), eine dem Schleudertrauma äqui
va
lente Verletzung oder ein Schädelhirntrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 E. 6c/
aa
(sogenannte Psycho-Praxis) zur Anwendung. Bei
Schleudertraumen und äquivalenten Ver
letzungen der HWS sowie Schädelh
irntraumen
wird hingegen
auf eine Diffe
ren
zierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet (sog. Schleudertrauma-Praxis; zum Ganzen: BGE 134 V 109 E. 2.1
mit Hinweisen).
Ergeben die Abklärungen, dass die versicherte Person ein Schleudertrauma, eine
äqu
ivalente
Ver
letzung der HWS oder ein Schädelhirntrauma erlitten hat, muss beurteilt werden, ob die zum typi
schen Beschwerdebild einer solchen Ver
let
zung gehörenden Beeinträch
tigungen (vgl. BGE 119 V 337 E. 1, 117 V 359 E. 4b) zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hin
tergrund treten
.
In diesen Fällen ist
die Beurteilung
praxisge
mäss
unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung nach Unfall vorzunehmen
(
BGE 123 V 98 E. 2a; 127 V 102 E. 5b/
bb
)
.
Ergibt sich, dass es an der Adäquanz fehlt, erübrigen sich auch Weiterungen zur natürlichen Kausalität (vgl. SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67, U
183/93 E. 3c; Urteil
des Bundesgerichts
8C_70/2009 vom 3
1.
Juli 2009 E. 3 mit Hinweis).
1.5
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische
Ge
sundheitsschädigung
herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergange
nen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut ver
kraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus
versiche
rungsmässiger
Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133
E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinwei
sen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352
E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.6
Bei der Einteilung der Unfälle mit psychischen Folgeschäden in leichte, mittel
schwere und schwere Unfälle ist nicht das Unfallerlebnis des Betroffenen mass
gebend, sondern das objektiv erfassbare Unfallereignis (vgl. BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 237, 1995 Nr. U 215 S. 91).
1.7
Bei banalen Unfällen wie z.B. bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie z.B. einem gewöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres ver
neint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenserfahrung aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen erheblichen Gesundheitsschaden zu verursachen (BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6a).
1.8
Bei schweren Unfällen ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit in der Regel zu bejahen. Denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenser
fahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende psychische
Gesundheits
schäden
zu bewirken (BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
, 115 V 133 E. 6b; RKUV 1995 Nr. U 215 S. 90 E. 3b).
1.9
Die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der infolge eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule auch nach Ablauf einer ge
wissen Zeit nach dem Unfall weiterbestehenden gesundheitlichen Be
einträchtigun
gen, die nicht auf organisch nachweisbare Funktionsausfälle zu
rückzuführen sind, hat nach der in BGE 117 V 359 begründeten Rechtsprechung
des Bundesgerichts in analoger Anwendung der Methode zu erfolgen, wie sie für psychische Störun
gen nach einem Unfall entwickelt worden ist (vgl. BGE 123 V 98 E. 3b, 122 V 415 E. 2c). Es ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine massgebende Bedeu
tung für die Entstehung der Arbeits- bezie
hungsweise der Erwerbsunfähigkeit zu
kommt. Das trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit ande
ren Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Demnach ist zunächst zu ermitteln, ob der Unfall als leicht oder als schwer zu betrachten ist oder ob er dem mittleren Bereich angehört. Auch hier ist der adä
quate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und gesundheitlicher Beeinträch
tigung bei leichten Unfällen in der Regel ohne
Weiteres
zu verneinen und bei schweren Unfällen ohne Weiteres zu bejahen, wogegen bei Unfällen des mittle
ren Bereichs weitere Kriterien in die Beurteilung mit einzu
beziehen sind. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall einzuordnen ist und abhängig da
von, ob einzelne dieser Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden.
Als Kriterien nennt die Rechtsprechung hier:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des
Unfalls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen;
fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung;
erhebliche Beschwerden;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.
Diese Aufzählung ist abschliessend. Anders als bei den Kriterien, die das Bundes
gericht in seiner oben zitierten Rechtsprechung (BGE 115 V 133) für die Beurtei
lung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und einer psy
chischen Fehlentwicklung für relevant erachtet hat, wird bei der Beur
teilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule und den in der Folge eingetretenen Be
schwerden auf eine Dif
ferenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten verzichtet, da es bei Vorliegen eines solchen Traumas nicht ent
scheidend ist, ob Beschwerden medizinisch eher als organischer und/oder psy
chischer Natur bezeichnet werden (BGE 134 V 109; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., 1999 Nr. U 341 S. 409 E. 3b, 1998 Nr. U 272 S. 173 E. 4a; BGE 117 V 359 E. 5d/
aa
und 367 E. 6a).
1.1
0
Die Adäquanzprüfung hat dann zu erfolgen, wenn
der Unfallversicherer einen Fall abzuschliessen
und den
Anspruch
der versicherten Person
auf eine Invali
denrente und eine Integritätsentschädigung zu prüfen
hat.
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vor
-
übergehen
den Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf eine Invaliden
rente und eine Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortset
zung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszu
standes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Ein
gliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschl
ossen sind (vgl. Art. 19 Abs. 1, Art. 24 Abs. 2
UVG; Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1, vgl. auch Urteil 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014 E. 3).
In diesem Zeitpunkt ist der Unfallversicherer auch befugt, die Adäquanzfrage zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 8C_377/2013 vom 2.
Oktober 2013 E. 7.2 mit Hinweis auf
BGE
134 V 109, vgl. auch Urteil 8C
_
454/2014 vom 2. September 2014 E. 6.3).
Ob eine namhafte Besserung noch möglich ist, bestimmt sich insbesondere nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfä
higkeit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist
. Die Verwendung des Be
griffes „
namhaft" in Art.
19 Abs.
1 UVG verdeutlicht demnach, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art.
10 Abs.
1 UVG er
hoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglich
keit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Massnahmen
–
wie etwa einer Badekur
–
zu erwartender ge
ringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durch
führung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versi
cherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2013 vom 2.
Mai 2014 E. 4.1 mit Hinweisen, insbes. auf BGE
134 V 109 E. 4.3; vgl. auch Urteil 8C_6
39/2014 vom 2. Dezember 2014 E.
3).
Für die Einstellung der vorübergehenden Leistungen braucht der Entscheid der Invalidenversicherung über Eingliederungsmassnahmen nicht abgewartet zu werden, wenn von weiterer ärztlicher Behandlung keine namhafte gesundheitli
che Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 Urteil vom 16.
Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass durch allfällige Eingliederungsmassnahmen das der
Invaliditäts
bemessung
der SUVA gestützt auf die medizinischen Abklärungen zugrunde gelegte Invalideneinkommen verbessert und so der die Invalidenrente der Un
fallversicherung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden kann (vgl. Urteil des Bundesgericht 8C_588/2013 vom 16.
Januar 2014 E. 3.5).
1.11
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Im Folgenden ist vorerst der massgebende medizinische Sachverhalt
darzulegen
.
2.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
, erwähnte in seinem Bericht vom 1
2.
Juli 2013 (
Urk.
8/M2), dass die Erstbehandlung der Fol
gen des Unfalls vom 4. Juni 2013 am 6. Juni 2013 aufgenommen
worden sei
und stellte multiple Kontusionen
sowie unklare
neurologische Ausfälle fest. Die Beschwerdeführerin leide unter Kontusionsschmerzen und insbesondere unter Nackenschmerzen und erscheine
als
verlangsamt und sub
depressiv.
In der Zeit
vom 11. bis 1
2.
Juni 2013
sei die Beschwerdeführerin
vollständig arbeitsunfähig gewesen
. A
b de
m
13. Juni 2013
werde
sie
die Arbeit wieder auf
nehm
en.
In einem weiteren Bericht vom 1
2.
Juli 2013 (
Urk.
8/M1) führte
Dr.
A._
aus, dass die Beschwerdeführerin am 4. Juni 2013 gemäss ihren Angaben als Fussgängerin auf dem Trottoir von einem Auto angefahren
worden sei. Dabei sei sie
auf die Motorenhaube
geworfen worden
und anschliessend auf die Strasse
gestürzt. Zu
einer Bewusstlosigkeit
sei es nicht
gekommen. Die Be
schwerdeführerin leide gegenwärtig unter persistierenden Nackenschmerzen, Schmerzen im rechten Hüftbereich
und
im rechten Arm,
unter
Kopfschmerzen und
unter
Schwindel.
Sie
sei nach dem Unfall vom 4. Juni 2013 bis heute
grundsätzlich
arbeitsfähig geblieben.
2.3
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Neurologie, erwähne in seinem Bericht vom 16. Juli 2013 (
Urk.
8/M3), dass er die Beschwerdeführerin am 15. Juli 2013 erstmals untersucht habe. Er führte aus, dass die Beschwerdeführerin am 4. Juni 2013 im Rahmen eines Fussgängerunfalls eine Commotio cerebri mit kurzer Be
nommenheit jedoch ohne Bewusstlosigkeit erlitten habe. Auf Grund der seither bestehenden Nackenbeschwerden
sei davon auszugehen, dass sie
zusätzlich ein Überdehnungstrauma der Halsw
irbelsäule (HWS) erlitten habe.
Zur Ausheilung der Commotio cerebri und des HWS-Traumas sei eine weitere Ruhephase erfor
derlich, weshalb er
die Attestierung
eine
r
Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für zwei Wochen ab 2
2.
Juli 2013 und anschliessend eine
r
solche
n
von 50
%
für eine gewisse Zeit
empfehle
(S. 3).
2.4
Die Ärzte des
C._
, Klinik für Neuroradiologie, stell
ten in ihrem radiologischen Bericht vom 23. Juli 2013 (
Urk.
8/M6) fest, dass ein
e
gleichentags durchgeführte computertomographische Untersuchung des Schädels (Schädel-CT) der Beschwerdeführerin kein
en
Frakturnachweis, keine intrakra
nielle Blutung und normal weite
Liquorräume
ergeben habe. Eine
com
putertomographische
Untersuchung der HWS (HWS-CT) habe eine
Osteo
chondrose
mit höhengemindertem Zwischenwirbelraum, eine
geringgradige
Einengung der
Neuroforamina
, multisegmentale flache
breitbasige
Bandschei
benprotrusionen
der HWS und einen anlagebedingt normal weiten Spinalkanal ohne Frakturnachweis und ohne Hinweise auf eine Kompression neuraler Strukturen
,
ergeben (S. 1). Eine computertomographische Untersuchung der Lendenwirbelsäule (LWS; LWS-CT)
habe eine
Osteochondrose
im Bereich LWK 1/2 und diskrete
breitbasige
Bandscheibenprotrusionen
im Bereich LWK 1/2 bis LWK 3/4 und eine
Bandscheibenprotrusion
LWK 4/5, ohne Hinweise auf eine Spinalkanalstenose
oder
eine Kompression neuraler Strukturen ergeben. Insge
samt hätten die CT-Untersuchungen keine aktuellen
Traumafolgen
im Bereich des Schädels, der HWS und der LWS, jedoch bekannte degenerative Verände
rung im Bereich der HWS ergeben (S. 2).
2.5
Die Ärzte des
C._
, Klinik für Unfallchirurgie, stellten in ihrem Bericht vom
23. Juli 2013 (
Urk.
8/
M25c) die folgenden Diagnosen (S. 1):
postkommotionelles
Syndrom vom 4. Juni 2013
kraniozervikales
Beschleunigungstrauma der HWS vom 4. Juni 2013 bei degenerativen Veränderungen, insbesondere im Bereich HWK 5/6
Lumbalgie
Die Behandlung der Beschwerdeführerin sei am 23. Juli 2013 in der
Not
-
fallabtei
lung
des
C._
aufgenommen worden. Sie habe angegeben, dass
sie
seit dem Unfall vom 4. Juni 2013 unter Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörun
gen mit intermittierend verschwommenen Sehen und Tinnitus, später auch Übelkeit gelitten habe. Eine Bewusstlosigkeit sowie eine
anterograde
und ret
rograde Amnesie habe sie verneint (S. 1).
Der Beschwerdeführerin sei eine Mo
bilisation und Schmerzmedikation nach Massgabe der Beschwerden sowie eine körperliche und geistige Schonung in den nächsten fünf Tagen empfohlen wor
den (S. 3).
Mit Bericht vom 7. August 2013 (
Urk.
8/M25a) erwähnten die Ärzte des
C._
, Klinik für Unfallchirurgie, dass magnetresonanztomographische (MRI) Unter
su
chungen der HWS und der LWS vom
2.
August 2013
osteodiscoligamentär
be
dingte
foraminale
Engen der Nervenwurzeln C5-7 rechts sowie C4-C7 links ohne relevante Neurokompressionen,
ein
Diskus-
Bulging
im Bereich LWK 4/5 mit Kontakt zu den L5-Nervenwurzeln (S. 1)
,
ohne eindeutige Beeinträchtigung der Nervenwurzeln
,
sowie mittelschwere
Spondylarthrosen
im Bereich LWK 4/5 ergeben hätten. Morphologisch fassbare
Traumafolgen
nach dem Ereignis vom 4. Juni 2013 seien nicht festzustellen. Insbesondere liessen sich die unklaren, nicht
Dermatom
-bezogenen
Hypästhesien
und ausstrahlenden Schmerzen in Arm und Bein rechts weder durch den Unfall (vom 4. Juni 2016) noch durch den MR-Befund erklären. Aus unfallchirurgischer Sicht sei keine Arbeitsunfä
higkeit mehr ausgewiesen (S. 2).
2.6
Dr.
A._
führte in seinem zuhanden der Staatsanwaltschaft
D._
verfassten Bericht vom 9. Oktober 2013 (
Urk.
14/1) aus, dass die Beschwerde
führerin sich anlässlich des Unfalls vom 4. Juni 2013 eine Hirnerschütterung mit einem sogenannten
postkommotionellen
Syndrom mit Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsschwankungen und Verlangsamung beim Arbeiten, eine Verstauchung der HWS mit Schmerzen und Ausstrahlung in den rechten Rücken sowie Prellungen am rechten Handgelenk, im Bereich der rechten Hüfe und des linken Ellenbogens zugezogen ha
be
und erwähnte, dass längerfristig mit einer vollständigen Heilung zu rechnen sei. Eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
habe vom 11. bis 1
2.
Juni 2013, vom 2
2.
Juli bis
2.
August 2013, eine solche von 50
%
vom 3. bis 18. August 2013 und eine solche von 40
%
vom
19. August bis 1. September 2013 bestanden
(S. 1)
.
Mit Bericht vom 15. Oktober 2013 (
Urk.
8/M10) diagnostizierte
Dr.
A._
ein
post
k
ommotionelles
Syndrom und eine HWS-Distorsion und erwähnte, dass sich die zervikalen Beschwerden unter Physiotherapie deutlich gebessert hätten. Die Beschwerdeführerin leide noch unter Konzentrationsstörungen und einer Verlangsamung bei der Arbeit. Am 19. August 2013 habe sie die Arbeit im Umfang eines Arbeitspensums von 60
%
aufgenommen.
2.7
Am 20. Juni 2014 erkannte
Dr.
B._
, dass
die
Beschwerdeführerin nach ei
nem teilweisen Rückgang der Nacken- und Kopfschmerzen
zunehmend unter einer
Konzentrations- und Gedächtnisstörung
leide
. Es bestehe der Verdacht auf traumatisch bedingte neuropsychologische Defizite, weshalb eine neuro
psycho
logische Abklärung
angezeigt sei (
Urk.
8/M22 S. 2)
.
2.8
Dr.
med.
E._
, praktischer Arzt,
beratender Arzt der
Beschwerdegeg
nerin
, erwähnte in seiner Stellungnahme vom 3. Juli 3014 (Urk. 8/M24), dass die Beschwerdeführerin unter degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule, insbesondere zervikal und lumbal leide. Bei diesen degenerati
ven
Veränderungen handle es sich überwiegend wahrscheinlich nicht um
Traumafolgen
. Es sei davon auszugehen, dass der Status quo ante beziehungs
weise sine Ende Januar 2014 erreicht worden sei. Von einer weiteren Heilbe
handlung sei keine namhafte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten, da die Beschwerdeführerin seit September 2013 wieder im gleichen Umfang wie vor dem Umfall am bisherigen Arbeitsplatz als Bankangestellte tätig sei.
2.9
In dem gemeinsam mit
F._
, Neuropsychologin, und
G._
, Psycholo
gie-Praktikantin, verfassten
Bericht vom 1
2.
August 2014 (
Urk.
14/6) führte
Dr.
med.
H._
,
Facharzt für Neurologie,
C._
, Klinik für Neurolo
gie, aus, dass eine gleichentags durchgeführte neuropsychologische Untersu
chung der Beschwerdeführerin ein mehrheitlich altersentsprechendes
Leistungs
profil
mit leichtgradigen Defiziten in Teilbereichen der
attentionalen
und exe
kutiven Funktionen ergeben habe. Das Fokussieren auf relevante Reize, beson
ders über einen langen Zeitraum hinweg, sei für die Beschwerdeführerin mit grosser Anstrengung verbunden. Dies führe zu einer leicht verminderten
Ar
beitsgeschwindigkeit
und zu rascher Ermüdung. Auf Grund eines unauffälligen EEG und Schädel-CT seien die festgestellten neuropsychologischen Defizite we
niger die Ursache hirnorganisch bedingter Funktionsstörungen als überwiegend wahrscheinlich Sekundärsymptome der prominenten Schmerz- und
Fatigue
symptomatik
sowie
einer psychiatrischen Symptomatik (S. 3).
2.10
Dr.
B._
stellte mit Bericht vom 1
2.
Juni 2015 (
Urk.
14/7) fest, dass
die Be
schwerdeführerin weiterhin unter Folgen des Unfalls vom 4. Juni 2013 im Sinne eines Schmerzsyndroms mit Schwerpunkten
zervikozephal
,
zervikobrachial
rechts,
lumboradikulär
rechts und im Bereich der Wirbelsäule leide. Sie leide insbesondere unter einer schmerzbedingten
Bewegungs
einschränkung
der HWS um 30
%
, unter
ausgedehnten
Druckdolenzen
der Nacken- und
Schultermusku
latur
, der paravertebralen und paralumbalen Muskulatur. Neurologische Aus
fälle seien indes nicht festzustellen. Trotz der Beschwerden und neuropsycholo
gischen Defizite könnte sie
ihre
bisherige
Tätigkeit im angestammten Umfang eines Beschäftigungsgrades von 80
%
weiterhin ausüben. Zur Erhaltung dieser Arbeitsfähigkeit sei eine Behandlung mittels Osteopathie angezeigt (S. 2).
Am
2.
Dezember 2015 (
Urk.
14/4) erwähnte
Dr.
B._
, dass die degenerativen Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule für das Beschwerdebild ohne Be
deutung seien, dass für dieses indes die Weichteilbefunde und die neuropsy
chologischen Defizite relevant seien.
Bei den leichten neuropsychologischen Defiziten handle es sich um Folgen der von der Beschwerdeführerin anlässlich d
es Unfalls vom 4. Juni 2013
erlittenen Commotio cerebri. Eine volle Arbeitsfä
higkeit bestehe nicht mehr, die Einschränkung dürfte 30
%
bis 40
%
betragen
(S. 3). Der Status quo ante oder sine sei bisher noch nicht erreicht worden und es sei davon auszugehen, dass durch eine Weiterführung der Heilbehandlung die Arbeitsfähigkeit verbessert werden könne (S. 4).
2.11
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und
für
Rheuma
tologie, stellte in seinem Bericht vom 3. Dezember 2015 (
Urk.
14/5) die folgenden Diagnosen
(S. 1)
:
Status nach Unfall vom Juni 2013 mit/bei
postkommotionelles
Syndrom
posttraumatisches
zervikozephales
/
zephales
spondylogenes
Syndrom rechts
Schlafstörungen, Alpträume und Panikattacken
neuropsychologische Schwierigkeiten
Verdacht auf reaktive Depression
bekannte Reflux-Beschwerden
Gegenwärtig stünden die konstanten Nacken- und rechtsseitigen Schulter
-
schmer
zen im Vordergrund, vor
a
llem in Ruhe. Die Beschwer
deführerin fühle sich benebelt,
empfinde einen gewissen Benommenheitsschwindel und habe Mühe, ihre Gedanken zu ordnen (S. 2). Es sei davon auszugehen, dass
der Unfall vom 4
. Juni 2013
bei der Beschwerdeführerin
auf Grund der
vorbeste
henden
degenerativen Veränderungen der HWS zu stärkeren therapierefraktären Beschwerden als bei einer gesunden Person geführt habe. Durch den Unfall sei es zu einer richtunggebenden Verschlechterung der gesundheitlichen Situation gekommen.
Gegenwärtig und voraussichtlich für die nächsten Monate bestehe
für Bürotätigkeiten
eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
(S. 3).
3.
3.1
Den erwähnten medizinischen Akten zu den Folgen des Unfalls vom 4. Juni 2013 ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der
Erstbe
handlung
vom 6. Juni 2013 unter anderem unter Nacken- und Kopfschmerzen sowie unter Schwindel litt (vorstehend E.
2.2
). Während
Dr.
B._
in seinen Beurteilungen vom 16. Juli 2013 (vorstehend E. 2.3), vom 20. Juni 2014 (vor
stehend E. 2.7), vom 1
2.
Juni und
vom
2.
Dezember 2015 (vorstehend E. 2.10) davon ausging, dass die Beschwerdeführerin
anlässlich des Unfalls vom
4. Juni 2013 eine leichte Commotio cerebri mit kurzer Benommenheit jedoch ohne
Be
wusstlosigkeit erlitten habe, vertraten die Ärzte des
C._
, Klinik für Unfallchi
rurgie, am 23. Juli und am 7. August 2013 (vorstehend E. 2.5) die Meinung, dass die Beschwerdeführer
in
anlässlich des versicherten Unfallereignisses nicht nur eine Commotio cerebri sondern gleichzeitig auch ein
kraniozervikales
Be
schleunigungstrauma
der HWS erlitten habe. Während
Dr.
A._
in seinen Berichten vom
1
2.
Juli 2013 (
vorstehend E. 2.2
)
multiple Kontusionen
und
Cer
vicalgien
bei unklaren neurologischen Ausfällen fest
stellte, ging er in seinen
Bericht
en
vom 9.
und 15.
Oktober 2013 (
vorstehend E. 2.6
)
in Übereinstimmung mit der Beurteilung durch die Ärzte des
C._
, Klinik für Unfallchirurgie, davon
aus, dass die Beschwerdeführerin anlässlich des Unfalls vom 4. Juni 2013 eine
Commotio cerebri und eine Distorsion der HWS erlitten habe und seither unter einem
postkommotionellen
Syndrom mit
Kopfschmerzen, Schwindel,
Konzent
rations
störungen
und
einer Verlangsamung beim
Arbeiten
leide.
Demgegenüber ging
Dr.
E._
am
3. Juli 3014 (
vorstehend E. 2.8) davon aus,
dass die
Beschwerden, unter
w
elchen die
Beschwerdeführerin
leide
,
durch degenerative, überwiegend wahrscheinlich nicht unfallkausale
Veränderungen der Wirbelsäule
zu erklären seien. In Übereinstimmung mit den Beurteilungen durch
Dr.
B._
diagnostizierte
Dr.
I._
in seinem Bericht vom 3. Dezember 2015 (vorstehend E.
2.11
) zwar ein
postkommotionelles
Syndrom nicht hingegen eine Distorsion beziehungsweise ein
kraniozervikales
Beschleunigungstrauma der HWS.
Dr.
H._
ging in seiner neuropsychologischen Beurteilung vom
1
2.
August 2014 (
vorstehend E.
2.
9
)
zwar davon aus, dass die Beschwerdefüh
rerin anlässlich des versicherten Unfalls eine HWS-Distorsion erlitten und infol
gedessen unter einem
postkommo
tionellen
Syndrom gelitten habe,
vertrat indes die Meinung, dass es sich bei den
festgestellten neuropsychologischen Defizite
n
überwiegend wahrscheinlich
um
Sekundärsymptome
einer
Schmerz- und
Fati
guesymptomatik
sowie einer psychiatrischen Symptomatik
handle.
3.2
Dr.
A._
attestiert
e
der Beschwerdeführerin eine vollständige
Arbeitsunfähig
keit von 100
% vom 11. bis 1
2.
Juni 2013
und
vom 2
2.
Juli bis
2.
August 2013, eine solche von 50
%
vom 3. bis 18. August 2013 und eine sol
che von 40
%
vom 19. August bis 1. September 2013
(
vorstehend E. 2.6
)
. Damit übereinstimmend ging
Dr.
B._
in seinem Bericht vom 16. Juli 2013 (vor
stehend E. 2.3) davon aus, dass ab 2
2.
Juli 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
für zwei Wochen und anschliessend eine solche von 50
%
für eine ge
wisse Zeit
ausgewiesen sei, und stellte in
seinem
Bericht
vom 1
2.
Juni
2015
(
vorstehend E. 2.10
)
eine vollständige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen,
von der Beschwerdeführerin im
Umfang eines Arbeitspensums von 80
%
ausgeübten Tätigkeit
fest.
Die Ärzte des
C._
, Klinik für Unfallchirurgie, gingen in ihrem Bericht vom 7. August 2013 (vorstehend E.
2.5
) sodann davon aus, dass bereits zu diesem Zeitpunkt aus unfallchirurgischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit mehr ausgewiesen war.
Demgegenüber attestierte
Dr.
B._
der Beschwerde
führerin in seinem Bericht
2.
Dezember 2015 (vorstehend E. 2.10) eine Arbeits
unfähigkeit von 30
%
bis 40
%
.
Dr.
I._
vertrat
in seinem Bericht
vom
3. De
zember 2015 (vorstehend E. 2.11)
sodann
die Meinung,
dass es durch den
Unfall vom 4. Juni 2013 zu einer richtunggebenden Verschlechterung der gesundheit
lichen Situation der Beschwerdeführerin gekommen
sei, und dass
weiterhin
eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
ausgewiesen sei
.
3.3
Die erwähnten Beurteilungen durch
Dr.
B._
vom 16. Juli 2013 und vom 1
2.
Juni 2015
und durch die Ärzte des
C._
, Klinik für Unfallchirurgie,
vom
7. August 2013
erfüllen sämtliche nach der Rechtspre
chung für eine beweis
kräf
tige medizinische Entscheidungsgrundlage vorausge
setzten Kriterien (vgl. vor
stehend E.
1.11
). Denn
diese Ärzte, welche als Fachärzte für Neurologie bezie
hungsweise für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsap
parates
über
für die Beurteilung des Gesund
heitszustandes de
r Beschwerdefüh
rerin angezeigte
fach
medizinische
Weiterbildungen
verfügten
, hatten Kenntnis
der relevanten medizinischen
Vorakten
und setz
ten sich in angemessener Weise mit den von der Beschwerdeführerin geäusser
ten Beschwerden auseinan
der. Die Beurteilung
en
durch
Dr.
B._
vom 16. Juli 2013 und vom 1
2.
Juni 2015
und
diejenige
durch die Ärzte des
C._
, Klinik für Unfallchirurgie,
vom 7. August 2013 vermögen
sodann auch in inhaltlicher Hinsicht zu überzeugen. Denn
sie legten
in nachvoll
ziehbarer Weise dar,
dass sich das Beschwerdebild verbessert ha
tt
e, und dass die verbleibenden Beschwerden spätestens ab 1. September 2013 eine Attestierung einer Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit der Be
schwerdeführerin bei der
Y._
AG
nicht mehr rechtfertigten. Auf die nachvoll
ziehbaren Beurteilungen durch
Dr.
B._
16. Juli 2013 und vom 1
2.
Juni 2015
und
durch
die Ärzte des
C._
, Klinik für Unfallchirurgie,
vom 7. August 2013
kann vorliegend daher grundsätzlich abgestellt werden.
3.4
Demgegenüber fehlt es der Beurteilung durch
Dr.
I._
vom 3. Dezember 2015 (vorstehend E.
2.11
) an einer
nachvollziehbaren Begrün
dung der von ihm postu
lierten Arbeitsunfähigkeit von 50
%
in Bürotätigkeiten.
Mangels einer nachvoll
ziehbaren Begründung kann auf dessen Beurteilung vorliegend daher nicht ab
gestellt werden.
3.5
Des Gleichen lässt sich der Beurteilung durch
Dr.
B._
vom
2.
Dezember 2015 (vorstehend E. 2.10) keine nachvollziehbare Begründung für die
von ihm
der Beschwerdeführerin
nunmehr
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 30
%
bis 40 % entnehmen. Da
in seinem Bericht Hinweise
für eine massgebliche Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin
seit dem 1
2.
Juni 2015 fehlen
, steht die Beurteilung von
Dr.
B._
vom
2.
Dezember 2015 im Widerspruch zu
desse
m
vorgängige
n
Be
richt
vom
1
2.
Juni 2015
,
wo
nach
der Beschwerdeführer
in
ihre
bisherige Tätigkeit
im
Umfang eines Be
schäftigungsgrades von 80
%
wieder vollumfänglich möglich war
. Mangels ei
ner nachvollziehbaren Begründung ist auf die Beurteilung durch
Dr.
B._
vom
2.
Dezember 2015 vorliegend nicht abzustellen.
3.6
Gestützt auf die nachvollziehbaren und überzeugenden Beurteilungen durch
Dr.
B._
vom 16. Juli 2013 und 1
2.
Juni 2015 und durch die Ärzte des
C._
, Klinik für Unfallchirurgie, vom 7. August 2013
ist daher davon aus
zugehen, dass spätestens am
1. September 2013
von einer weiteren ärztlichen Behand
lung der organischen Folgen des Unfalls vom
4. Juni 2013
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine
namhafte Besserung des Gesund
heits
zu
standes
der Beschwerdeführerin
mehr zu erwarten war. Demzufolge ist grundsätzlich nicht zu bean
standen, dass die Beschwerdegegnerin die Adäquanzbeurteilung mit Er
lass der Verfügung vom
28. August 2014
beziehungsweise mit dem diese bestä
tigenden
Einspracheentscheid
vom
25. März 2015
(Urk. 2) vor
nahm.
3.7
Die Einwendungen der Beschwerdeführerin
vermögen an diesem Ergebnis nichts zu ände
rn, weshalb es - entgegen ihrer diesbezüglicher
Vorbringen (
Urk.
1 S.
5 f.
) - angesichts der schlüssigen medizinischen Aktenlage keiner zusätzli
chen Abklärung bedarf. Von ergänzenden Beweismassnahmen oder einer
Rück
wei
sung
der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Durchführung ergänzender Abklä
run
gen ist daher abzusehen (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d mit Hinweis; RKUV 2006 Nr. U 578 S. 176 E. 3.6; SVR 2001 IV Nr. 10 E. 4b S. 28).
4.
4.1
Die Frage nach einer natürlichen Kausalität
der
nach dem 1. September 2013 verbleibenden Beschwerden zum versicherten Unfallereignis kann vorliegend
indes
offen gelassen werden. Denn einerseits gibt
nach der Rechtsprechung
we
der die blosse Möglich
keit eines positiven Resultates einer weiteren ärztlichen Behandlung noch ein von weiteren Heilmassnahmen
zu erwartender, nur unbe
deutender therapeutischer Fortschritt Anspruch auf deren Durchführung (Urteile des Bundesgerichts U 244/04 vom 20. Mai 2005, E. 2, nicht
publ
. in: RKUV 2005 Nr. U 557 S. 388, und U 412/00 vom 5. Juli 2001, E. 2a).
Andererseits be
darf die Frage nach der natürlichen Kausalität dieser Beschwerden
nur für den Fall einer abschliessenden Beurteilung, dass die erforderliche spezifische
Adä
quanzprüfung
zu bejahen ist. Anders
wäre nur dann
zu entscheiden, wenn der Sachverhalt für eine einwandfreie diesbezügliche Prüfung nicht hinreichend ab
geklärt
worden wäre
(BGE 135 V 465 E. 5.1
mit Hinweis
; Urteil des Bundesge
richts 8C_684/2012 vom 21. Dezember 2012 E. 4
)
, wovon vorliegend nicht aus
zugehen ist.
4.2
Unter diesen Umständen
kann
- entgegen der diesbezüglichen Vorbringen der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 4 f.)
-
auch die Frage
, welche
Bedeutung
dem
Strafbefehl,
womit der Unfallverursacher der fahrlässigen Körperlverletzung im Sin
n
e von Art. 352 ff. des Strafgesetzbuches (StGB)
schuldig gesprochen
wurde
(
Urk.
3)
,
bei der Prüfung des natürlichen Kausalzusammen
hangs zuzumessen ist, offen gelassen werden.
4.3
Ebenfalls offen gelassen werden kann, ob die Adäquanz nach Massgabe der in BGE 115 V 133 (E.
1.5
) für psychische Unfallfolgen definierten Kriterien zu prüfen oder auf der Basis der in BGE 134 V 109 (E. 1
.9
) festgehaltenen, im An
schluss an Unfälle mit Schleudertrauma, einer äquivalenten Verletzung der HWS oder einem Schädel-Hirntrauma ohne organisch objektivierbare
Funkti
onsausfälle
(
Schleudertrauma-Praxis;
vgl. auch BGE 117 V 369 E. 4b) zur An
wendung gelangenden Faktoren zu beurteilen ist. Denn selbst die Anwendung der Schleudertrauma-Praxis, welche auf eine Differenzierung zwischen körperli
chen und psychischen Komponenten verzichtet (BGE 117 V 359 E. 6a
), führt, was im Folgenden zu zeigen ist,
nicht zu einem für die Beschwerdeführerin vorteilhafteren Ergebnis (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_684/2012 vom
21. Dezember 2012 E. 4
.1 und
8C_363/2012 vom 27. Juni 2012 E. 4.2).
5.
5.1
Zu prüfen ist im Hinblick auf die Adäquanzfrage die objektive Schwere des
Un
-
fal
lereignisses
vom 4. Juni 2013.
5.2
Im Rahmen der Adäquanzbeurteilung hat eine Einteilung der Unfälle nach Mass
gabe ihrer Schwere stattzufinden, wobei der Ausgangs
punkt das objektiv erfassbare Unfallereignis beziehungsweise dessen objektive Schwere darstellt.
Massgebend
ist
für die Beurteilung der Unfallschwere
daher
der augenfällige Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften, nicht jedoch
die
Folgen des Unfalls oder Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können (BGE 134 V 109 E. 10.1;
Urteil des Bundesgerichts 8C_137/2014 vom 5. Juni 2014 E. 6.1).
5.3
Laut dem
Strafbefehl der Staatsanwaltschaft
D._
vom 16. Oktober 2013 (Urk. 3 S.
2
)
und dem Polizeirapport (
Urk.
8/P2)
trug sich
der Unfall vom
4. Juni 2013
wie folgt
zu
:
Der
den Unfall verursachende Lenker eines
Perso
nenwagen beabsichtigte, sich über das Trottoir in den Verkehr einzufügen, als er auf dem Trottoir in Schritt
geschwindigkeit mit der Beschwerdeführerin als Fussgängerin kollidierte
. Dabei stürzte die Beschwerdeführerin zu Boden und zog sich Prellungen im Bereich ihrer rechten Körperseite zu.
5.4
Das
Bundesgericht
erwog
in einem Fall aus dem Jahre 2012, bei welchem die versicherte Person
als Fussgängerin auf dem Trottoir von einem vorbeifahren
den Bus gestreift, zu Boden geworfen und dadurch am Hinterkopf und Ellbogen sowie an der Handfläche verletzt
wurde, dass dieses Unfallereignis e
her als mittelschweres Ereignis im Grenzbereich zu den leichten Unfällen zu qualifizie
ren
wäre, liess
die
Frage
, ob es sich
dabei um ein
mittelschweres Ereignis im Grenzbereich zu den leichten Unfällen
oder doch
um einen Unfall im eigentli
chen mittleren Bereich
gehandelt habe,
jedoch
offen (Urteil des Bundesgerichts 8C_684/2012 vom 21. Dezember 2012 E. 4.2).
5.5
Vorliegend kann die Frage, ob das Ereignis vom 4. Juni 2013, bei welchem die Beschwerdeführerin von einem in Schrittgeschwindigkeit fahrenden Personen
wagen angefahren wurde und anschliessen
d
zu Boden stürzte, als mittelschwe
res Ereignis im Grenzbereich zu den
leichten Unfällen oder als ein
Unfall im ei
gentlichen mittleren Bereich zu qualifizieren wäre, indes offen gelassen werden, wie in den nachstehenden Erwägungen zu zeigen ist.
6.
6.1
Damit die Adäquanz bejaht werden könnte, müsste
n
von den in die Beurteilung einzubeziehenden Kriterien mithin entweder ein einzelnes in besonders ausge
prägter
Weise oder mehrere
gehäuft
- mindestens drei - bei einem mittelschwe
ren Unfall im engeren Sinne beziehungsweise
mindestens
vier
Kriterien
bei ei
nem Unfall im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen
(Urteil des Bundesge
richts 8C_897/2009 vom 29. Januar 2010 E. 4.5 mit Hinweisen)
in der einfachen
Form
vorliegen
(BGE 134 V 109 E. 10.1 mit Hinweis;
nicht in BGE
137 V 199
publ
. E. 3.5 des Urteils des Bundesgerichts 8C_100/2011 vom 1. Juni 2011; nicht in BGE 138 V 248
publ
. E. 6.2.2 des Urteils des Bundesgerich
ts 8C_498/2011 vom 3. Mai 2012).
6.2
6.2
.1
Ob
besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklich
keit des Unfalls vorliegen, beurteilt sich objektiv und nicht aufgrund des sub
jektiven Empfindens
beziehungsweise
Angstgefühls der versicherten Person. Zu beachten ist, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Ein
drücklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteri
ums ausreichen kann. Es wird nur das Unfallgeschehen an sich und nicht die dabei erlittene Verletzung betrachtet. Der nachfolgende Heilungsprozess wird bei diesem Kriterium nicht einbezogen (Urteil des Bundesgerichts 8C_372/2013 vom 28. Oktober 2013 E. 7 m
it Hinweisen auf nicht
publ
. E.
3.5.1 des Urteils
BGE 137 V 199
; SVR 2013 UV Nr. 3 S. 7 E. 6.1 sowie Urteil 8C_15/2013 vom 24. Mai 2013 E. 7.1)
.
6.2.2
Von der Rechtsprechung wurde das Kriterium etwa
bei einer Massenkarambo
lage auf einer Autobahn bejaht (Urteil
des Bundesgerichts
8C_623/2007 vom 2
2.
August 2008 E. 8.1; vgl. auch Urteil
des Bundesgerichts
8C_633/2007 vom 7. Mai 2008 E. 6.3), bei einem Zusammenstoss zwischen einem Personenwagen und einem Lastwagen in einem Autobahntunnel mit mehreren sich anschlies
senden Kollisionen mit der Tunnelwand (Urteil
des Bundesgerichts
8C_257/2008 vom 4. September 2008 E. 3.3.3), bei einem Zusammenprall zwischen einem Sattelschlepper und einem PW, wobei der Fahrer des Sattelschleppers die Kolli
sion zunächst nicht bemerkte und den Personenwagen der versicherten Person noch auf einer längeren Distanz vor sich herschob, während die Insassen des
Personenwagens
verzweifelt versuchten, den Unfallverursacher auf sich auf
merksam zu machen (Urteil
des Bundesgerichts
8C_508/2008 vom 2
2.
Oktober 2008 E. 5.3),
beziehungsweise
bei einem Unfall mit hoher Geschwindigkeit auf einer Autobahn, bei dem das Fahrzeug des Versicherten bei starkem Verkehr mehrmals über die Fahrbahn geschleudert wurde und sich dabei wiederholt überschlug (Urteil
des Bundesgerichts
8C_799/2008 vom 11. Februar 2009
E. 3.2.3).
6.2.3
Der Unfallhergang war für die Beschwerdeführerin angesichts des sie unerwartet
in Schrittgeschwindigkeit
touchierenden und zu Boden werfenden
Personenwa
gens
subjektiv
zwar emotional aufwühlend
.
Im Lichte der vorsteh
end ange
führten Rechtsprechung, wonach eine objektive Beurteilung erforderlich ist,
kann das Kriterium
der besonders dramatischen Um
stände oder der besonderen Eindrücklich
keit des Un
falls
jedoch nicht als erfüllt angesehen werden, zumal jedem mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist.
6.3
6.3.1
Die Diagnose einer HWS-Distorsion (oder einer anderen, adäquanzrechtlich gleich zu behandelnden Verletzung) genügt für sich allein nicht zur Bejahung des Kriteriums der Schwere und besonderen Art der erlittenen Verletzung. Zur Bejahung dieses Kriteriums bedarf es einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma beziehungsweise für die adäquanzrechtlich äquivalente Verlet
zung typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, die das Beschwerdebild beeinflussen können. Es kann sich dabei zum Beispiel um eine beim Unfall ein
genommene spezielle Körperhaltung und die dadurch bewirkten Komplikationen handeln. Auch erhebliche Verletzungen, welche sich die versicherte Person ne
ben dem Schleudertrauma, der äquivalenten Verletzung der HWS oder dem
Schädel-Hirntrauma beim Unfall zugezogen hat, können bedeutsam sein (
BGE 134 V 109
E.
10.2.2).
Eine HWS-Distorsion, welche eine bereits erheblich vorgeschädigte Wirbelsäule trif
ft, ist speziell geeignet, die „
typischen" Symptome hervorzurufen, weshalb sie als Verletzung besonderer Art zu qualifizieren. Dabei ist allerdings in der Regel vorausgesetzt, dass die versicherte Person aufgrund der Vorschädigung unmittelbar vor dem Unfall mindestens teilweise arbeitsunfähig war
(Urteil des Bundesgerichts 8C_757/2013 vom 4. März 2014 E. 4.3 mit Hinweisen, insbes. auf
SVR 2007 UV Nr. 1 S.
1)
.
6.3.2
Vorliegend sind in den Akten keine Anhaltspunkte für erhebliche Verletzungen zu erkennen.
Da sich die erwähnte besondere Körperhaltung auf den Fall eines klassischen Schleudertrauma-Mechanismus bezieht, welcher vorliegend nicht gegeben ist, fällt eine solche
sodann
ausser Betracht.
Obwohl bei der Beschwer
deführerin zum Zeitpunkt des Unfalls vom 4. Juni 2013 bereits eine er
heblich vorgeschädigte HWS b
estand (vorstehend E.
2.4
),
war
zum Zeitpunkt des Unfalls beziehungsweise unmittelbar davor keine Arbeitsunfähigkeit auf
Grund von
HWS
-Beschwerden ausgewiesen
, weshalb
dieses
Kriterium nicht erfüllt ist.
6.4
6.4.1
Das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung bis zum Fallabschluss (
BGE 134 V 109
E. 10.2.3) bedingt, gesamthaft betrachtet, eine kontinuierliche, mit einer gewissen
Planmässigkeit
auf die Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer.
Blosse
ärztliche Verlaufskontrollen und
Abklärungsmassnahmen
sowie
manualtherapeutische
und medikamentöse Behandlungen vermögen das Kriterium nicht zu erfüllen (
Urteil des Bundesgerichts 8C_62/2013 vom 11. Sep
-
tember
2013 E. 8.3
). Dies gilt auch fü
r ärztlich/physiotherapeutische Be
handlungen
, medizinische Trainingstherapie sowie
für einen
stationäre
n
Auf
enthalt in einer Rehaklinik, soweit sich die
Behandlungen
in einem nach HWS-Distorsionen üblichen Umfang bewegen. Insbesondere können Behandlungen mit Massage, Heimgymnastik, Atlastherapie,
Kraniosakraltherapie
,
Neuralthera
pie
sowie
Kortisoninfiltration
oder Lymphdrainage nicht als überdurchschnitt
lich belastend im Sinne der Rechtsprechung bezeichnet werden;
praxisgemäss
werden an dieses Kriterium deutlich höhere Anforderungen gestellt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_635/2013 vom 9.
April 2014 E.
4.4.3
mit Hinweis
auf Urteil 8C_910/2009 vom 13.
Januar 2010 E.
4.4
).
Daran ändert auch nichts, wenn Schmerzmittel verabreicht oder Psychopharmaka eingenommen wurden und letztere allenfalls Nebenwirkungen aufwiesen (vgl. Urteile
des Bundesge
richts
8C_377/2013 vom 2.
Oktober 2013 E.
7.3.2 und
8C_29/2010 vom 27.
Mai 2010 E. 5.3).
6.4.2
Die Beschwerdeführerin
unterzog sich
nach dem Unfall bis zum Fallabschluss per
1. Juni 2014
- abgesehen von
ärztliche Verlaufskontrollen
,
Abklärungs
massnahmen
,
medikamentöse
r und physiotherapeutischer
beziehungsweise
os
teopathischer
(vgl.
Urk.
14/7 S. 2)
Behand
lungen
-
nur unregelmässig mit län
geren Unterbrüchen
einer ärztlichen Behandlung der Unfallfolgen. Vor
diesem Hintergrund
ist nach Lage der Akten
jedenfalls keine erhebliche, sich allein aus dem Umstand der ärztlichen Massnahmen ergebende
,
zusätzliche Mehrbelastung erkennbar
, weshalb das Kriterium nicht erfüllt
ist
.
Dies wird von
der
Beschwer
deführerin zu Recht nicht bestritten.
6.5
6.5.1
Eine Bejahung des Kriteriums der ärztlichen Fehlbehandlung, welche die
Un
-
fallfol
gen
erheblich verschlimmerte, setzt
rechtsprechungsgemäss
keine Sorgfaltspflichtverletzung im Sinne des Haftpflichtrechts voraus (Urteil des Bundesgerichts 8C_902/2009 vom 1. April 2010 E. 4.5
mit Hinweis auf
Urteil 8C_1020/2008 vom 8. April 2009 E. 5.6.1). Allerdings ist das Kriterium nicht bereits dann erfüllt, wenn eine angeordnete medizinische
Massnahme
sich nach
träglich nicht als nutzbringend erweist. Da es nicht Aufgabe der Rechtspre
chung ist, zu kontroversen medizinischen Streitfragen Stellung zu nehmen, ist nur dann von einer Fehlbehandlung im Sinne des Adäquanzkriteriums auszu
gehen, wenn in der medizinischen Wissenschaft und Praxis ein gewisser Kon
sens über die Schäd
lichkeit einer Therapiemethode besteht (Urteil des Bundes
gerichts 8C_1020/2008 vom 8. April 2009 E. 5.6.1 mit Hinweis auf
BGE 134 V 231
E. 5.3).
6.5.2
Den Akten sind
keine Anhaltspunkte für ärztliche Fehlbehandlungen, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätten
, zu entnehmen
.
In Anbetracht der
von den behandelnden Ärzten veranlassten,
umfangreichen
,
radiologischen, neurologischen und neuropsychologischen Untersuchungen ist vielmehr von ei
ner adäquaten Behandlung der Folgen des Unfalls vom 3. Juni 2013 auszuge
hen.
6.6
6.6.1
Auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen (BGE 134 V 109 E. 10.2.6) darf nicht schon aus der
blossen
Dauer der ärztlichen Be
handlung und der geklagten Beschwerden geschlossen werden. Es bedarf viel
mehr besonderer Gründe, welche die Genesung bis zum Fallabschluss beein
trächtigt oder verzögert haben. Der Umstand, dass trotz verschiedener Therapien
keine Beschwerdefreiheit erreicht werden konnte und der Heilungsverlauf nicht linear verlief, genügt
hiefür
nicht (vgl. Urteile
des Bundesgerichts 8C_682/2013 vom 14. Februar 2014
E. 11.3 und 8C_29/2010 vom 27. Mai 2010 E. 5.3).
Die beiden Teilaspekte des Kriteriums des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen Komplikationen müssen nicht kumulativ erfüllt sein (Urteil des Bundesgerichts 8C_29/2010 vom 27. Mai 2010 E. 5.3 mit Hinweis auf SV
R 2009 UV Nr. 41 S. 142).
6.6.2
A
nzeichen für einen schwierigen Heilungsverlauf
oder für
erhebliche
Kompli
-
katio
nen
sind
vorliegend
nicht ersichtlich. Dies wird
seitens der Be
schwer
-
deführerin
zu Recht nicht bestritten.
6.7
6.
7
.1
Was das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener An
strengungen anbelangt, ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis mittelschweren Schleudertraumen der HWS ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem Arbeit
sprozess vom medizinischen Standpunkt aus als eher ungewöhnlich erscheint. Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher
mass
gebend
, sondern eine erhebliche Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwin
den die versicherte Person ernsthafte Anstrengungen unternimmt. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19
Abs.
1 UVG in erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen (Urteil des Bundesgerichts 8C_252/2007 vom 16. Mai 2008 E. 7.7.1 mit Hinweis
auf
BGE 134 V 109
E. 10.2.7; vgl. auch
Urteil 8C_635/2013 vom 9. April 2014 E. 4.4.5
).
6.7.2
Gemäss
den Beurteilungen durch
Dr.
B._
vom 16. Juli 2013 und vom 1
2.
Juni 2015 und
derjenigen
durch die Ärzte des
C._
, Klinik für Unfallchirur
gie, vom 7. August 2013, auf welche abzustellen ist (vorstehend E.
3.3
), war
der Beschwerdeführerin die Ausübung ihrer bisherigen
Tätigkeit bei der
Y._
AG spätestens ab 1. September 2013
erneut im bisher ausgeübten Umfang eines
Ar
beitspensums
von 80
%
zuzumuten. Den Akten ist sodann zu entnehmen, dass die Beschwerdeführer ab 1. September 2013
bis zu der aus wirtschaftlichen Gründen erfolgten Kündigung des Arbeitsverhältnisses per 30. September 2014 durch die
Y._
AG (
Urk.
14/2)
ihre
bisherige Tätigkeit
weiterhin
ausübte (vgl.
Urk.
14/7). Das
Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiese
ner Anstrengungen
ist vorliegend daher nicht erfüllt.
6.8
6.8.1
In Bezug auf das Kriterium der erheblichen Beschwerden gilt es zu beachten, dass a
däquanzrelevant nur in der Zeit zwischen dem Unfall und dem
Fallab
schluss
ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erhebliche Beschwerden sein
können
. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwer
den im Lebensalltag erfährt (
Urteil des Bundesgerichts 8C_682/2013 vom
14. Februar
2014 E.
11.2
mit Hinweis
auf BGE 134 V 109 E. 10.2.4).
6.8.2
Die Frage, ob das Kriterium der erheblichen Beschwerden erfüllt ist, kann vorlie
gend
offen gelassen werden.
Denn s
elbst für den Fall, dass
dieses
Krite
ri
um als erfüllt zu betrachten wäre
,
wäre
es
in Anbetracht der
durch die
unfall
kausalen
Beschwerden
verursachten,
eher geringfügigen
Beeinträchti
gungen im Lebensalltag
der Beschwerdeführerin
jedenfalls nicht in besonderer
Ausprägung
vorhanden. Dies
reichte
indes praxisgemäss
zur Adäquanzbejahung nicht
aus
(vgl.
vorstehend E.
6.1
).
7.
7.1
Nach dem Gesagten
ist daher
höchstens
ei
nes der gemäss BGE 134 V 109 bei der Adäquanzbeurteilung einzubeziehenden Kriterien erfüllt
, und dies
nicht in aus
ge
prägter Weise.
Dem Unfallereignis vom 3. Juni 2013 kann somit keine massgebende Bedeutung für die ab dem 1. Juni 2014 geklagten Beschwerden beigemessen werden. Bei diesem Ergebnis erübrigt sich sowohl eine eingehende Befassung mit der Frage, ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, wie auch ein Entscheid darüber, ob letztlich die Adäquanzgrundsätze nach BGE 134 V 109 oder 115 V 133 Anwendung finden.
7.2
Demzufolge ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin einen
adäqua
ten Kausalzusammenhang
zwischen
dem Unfall vom
4
. Juni 2013
und den
ab dem 1. Juni 2014
noch vorhandenen Beschwerden
in der Verfügung vom 28. August 2014 (
Urk.
8/K13) und
in dem diese bestätigenden
Einsprache
entscheid
vom 25. März 2015 (
Urk.
2)
verneinte
und damit gleichzeitig die vo
rübergehenden Leistungen auf diesen Zeitpunkt hin einstellte und einen An
spruch der Beschwerdeführerin auf Dauerleistungen verneinte.
8.
8.1
Zu prüfen bleibt der Antrag der Beschwerdeführerin auf Zusprechung einer
In
tegritätsentschädigung
(
Urk.
1 S. 2).
8.2
Die Integritätsentschädigung wird gemäss
Art.
24
Abs.
2 UVG mit der
Invali
-
den
rente
festgesetzt oder, wenn kein Rentenanspruch besteht, bei der Be
endigung der ärztlichen Behandlung gewährt.
8.3
Vorliegend
steht
gemäss den Beurteilungen durch
Dr.
B._
vom 1
6.
Juli 2013 und 1
2.
Juni 2015 und durch die Ärzte des
C._
, Klinik für Unfallchirur
gie, vom
7.
August 2013
fest
, dass spätestens am
1.
September 2013 von einer weiteren ärztlichen Behandlung der organischen Folgen des Unfalls vom
4.
Juni 2013 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte Besserung des Ge
sund
heits
zu
standes der Beschwerdeführerin
mehr zu erwarten war (vorstehend E. 3.
6
), und es ist der adäquate
Kausalzusamm
enhang zwischen dem Unfall vom 4.
Juni 2013 und
den
weiterbestehenden Beschwerde
n zu verneinen (vor
stehend E. 7.
).
8.4
Nach Gesagtem ist nicht zu beanstanden, dass
die
Beschwerdegegnerin
e
inen
adäquate
n
Kausa
lzusammenhang
zwischen dem
versicherten
Unfallereignis und den ab dem
1.
Juni 2014
noch geklagten Beschwerden verneinte und einen
Anspruch der Beschwerdeführerin
auf Versicherungsleistungen ab diesem Zeit
punkt und damit auch einen Anspruch auf eine
Integritäts
entschädigung
ver
neinte.
9
.
Demzufolge
ist die Beschwerde abzuweisen.