Decision ID: aa429780-7e3c-4072-8d27-ff76ccc8bd11
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Jürg Jakob, rohner thurnherr wiget & partner,
Rosenbergstrasse 42b, 9000 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
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A.
A.a A._ meldete sich im Oktober 2006 bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum
Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 2). Die IV-Stelle holte
bei Dr. med. B._, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, und Dr. med. C._,
Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, Arztberichte ein (IV-act. 12, 15)
und gab bei der MEDAS Ostschweiz eine polydisziplinäre Begutachtung in Auftrag. Im
Gutachten vom 31. Oktober 2007 werden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die
Diagnosen rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode ohne
somatisches Syndrom, Störung durch Alkohol, Abhängigkeitssyndrom, Verdacht auf
Persönlichkeitsstörung sowie verheilte Frakturen thorakal 11 und 12 und
Osteochondrose thorakal 11/12 und L4/5 genannt. Die Versicherte sei aus
psychiatrischer Sicht seit ca. Juni 2006 in der bisherigen Tätigkeit (Versicherungs-
Sachbearbeiterin) wie auch adaptiert zu 50% arbeitsunfähig (IV-act. 30-14 ff.). Am
21. Dezember 2007 erstatteten die Ärzte der Psychiatrischen Tagesklinik D._, wo die
Versicherte vom 28. August 2007 bis 11. Januar 2008 behandelt wurde, der IV-Stelle
Bericht. Sie gingen von einer bleibenden Leistungseinschränkung von 50% aus (IV-
act. 36; siehe auch den Austrittsbericht vom 15. Januar 2008, IV-act. 38).
A.b Am 27. Mai 2008 führte die IV-Stelle eine Haushaltabklärung bei der Versicherten
durch. Diese ergab in Anwendung der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung
eine Einteilung von 20% Haushalt (mit einer Einschränkung von 16%) und 80% Erwerb
(mit einer Einschränkung von 59.43%; Bericht vom 11. Juli 2008, IV-act. 45-11). Nach
einer Abklärung durch die IV-Eingliederungsberatung (vgl. IV-act. 48) teilte die IV-Stelle
der Versicherten am 2. Dezember 2008 mit, dass keine Arbeitsvermittlung
vorgenommen werde (IV-act. 54). Gleichentags eröffnete sie der Versicherten einen
Vorbescheid, worin ihr die Zusprache einer Viertelsrente ab 1. April 2007, einer ganzen
Rente ab 1. September 2007 und wiederum einer Viertelsrente ab 1. Februar 2008 in
Aussicht gestellt wurde (IV-act. 56). Dagegen liess die Versicherte am 16. Januar 2009
Einwand erheben und die Zusprache einer ganzen Rente ab 1. April 2007 durchgehend
beantragen (IV-act. 61). Am 4. Januar 2009 hatte Dr. med. E._, Facharzt FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie, der IV-Stelle auf Anfrage Bericht erstattet (Eingang IV-
Stelle am 9. Februar 2009, IV-act. 63).
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A.c Im Auftrag der IV-Stelle erstatteten Ärzte der Klinik F._ am 30. Juni 2010 ein
psychiatrisches Gutachten, basierend insbesondere auf Explorationsgesprächen vom
Januar, März und April 2010 sowie einer testpsychologischen Untersuchung vom April
2010. Sie nannten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die Diagnosen
Alkoholabhängigkeitssyndrom mit ständigem Substanzgebrauch und ängstlich
(vermeidende) Persönlichkeitsstörung und ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert. Aktuell bestehe höchstens
eine geringe Restarbeitsfähigkeit von 20%. Es sei eine kontrollierte dauerhafte
Abstinenz vom Alkoholkonsum anzustreben. Man empfehle anschliessend die
Eingliederung über einen geschützten Arbeitsplatz (IV-act. 77-31; 77-35). Mit Schreiben
vom 28. Juli 2010 erteilte die IV-Stelle der Versicherten insbesondere die Auflage, eine
Alkoholabstinenz von mindestens sechs Monaten einzuhalten, und dies mittels Blut-
und Urinproben zu beweisen (IV-act. 79). Nach ausgedehntem Disput zwischen dem
Rechtsvertreter der Versicherten und der IV-Stelle darüber, ob dafür ein teilstationäres
Setting notwendig bzw. überhaupt möglich sei (vgl. IV-act. 85, 89, 91, 97, 100, 101,
106, 108, 111 f., 116 f.), akzeptierte die IV-Stelle am 2. Februar 2011 schliesslich den
nicht teilstationär erbrachten Nachweis der Alkoholkarenz (IV-act. 119) und gab am
16. März 2011 eine Verlaufsbegutachtung bei der Klinik F._ in Auftrag (IV-act. 135).
Das Gutachten wurde – basierend auf Explorationen vom April 2011, Dezember 2011
und Juni 2012 sowie einer testpsychologischen Untersuchung vom Mai 2011 – am
25. Oktober 2012 erstattet. Es nennt dieselben Diagnosen wie das erste Gutachten. Die
Gutachter verneinten eine verwertbare Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft (IV-
act. 153).
A.d Mit Vorbescheid vom 7. Januar 2013 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Zusprache einer Viertelsrente ab 1. April 2007, einer ganzen Rente ab 1. September
2007, wiederum einer Viertelsrente ab 1. Mai 2008 sowie einer ganzen Rente ab 1. Juli
2011 in Aussicht (IV-act. 163). Trotz Einwands des Rechtsvertreters der Versicherten
vom 11. Februar 2013 mit dem Antrag auf Zusprache einer durchgehenden ganzen
Rente ab 1. April 2007 (IV-act. 167) verfügte die IV-Stelle am 4. April 2013 gemäss
Vorbescheid (act. G 1.2 f.).
B.
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B.a Am 26. April 2013 erhob Rechtsanwalt lic.iur. Jürg Jakob für die Versicherte
Beschwerde mit den Anträgen, die Verfügungen betreffend die Zeiträume 1. April bis
31. August 2007 sowie 1. Mai 2008 bis 30. Juni 2011 seien aufzuheben und der Ver
sicherten sei ab 1. April 2007 durchgehend eine ganze Rente zuzusprechen, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge. In formeller Hinsicht sei festzuhalten, dass der
Vorbescheid vom 2. Dezember 2008 aufgrund des Einwands vom 16. Januar 2009
nicht in Rechtskraft erwachsen sei. Die Erwerbsunfähigkeit der Beschwerdeführerin sei
im Lichte sämtlicher zur Verfügung stehender medizinischer Erkenntnisse neu zu
beurteilen. Das Medas-Gutachten vom 30. Oktober 2007 weise (einzeln genannte)
formelle und materielle Mängel auf. Die beiden Gutachten der Klinik F._ zeigten, dass
im Zeitraum 1. April 2007 bis 30. Juni 2011 keine verwertbare Restarbeitsfähigkeit
bestanden habe. Dies sei auch die Ansicht sämtlicher behandelnder Ärzte. Die
gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die gemäss Verlaufsgutachten der Klinik F._
für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf dem
freien Arbeitsmarkt verantwortlich seien, hätten nachweislich bereits im Zeitpunkt der
Medas-Begutachtung vorgelegen (act. G 1).
B.b Nach einer IV-internen Besprechung von Regionalem Ärztlichem Dienst (RAD),
Rechtsdienst und Sachbearbeitung (act. G 6.1) beantragte die IV-Stelle in der
Beschwerdeantwort vom 22. August 2013 die teilweise Gutheissung der Beschwerde.
Der Beschwerdeführerin sei ab 1. April 2010 eine ganze Rente zuzusprechen. Der RAD-
Arzt habe am 1. April 2009 festgehalten, dass sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin gemäss dem behandelnden Psychiater seit der tagesklinischen
Behandlung (28. August 2007 bis 11. Januar 2008) stabilisiert und eher gebessert
habe. Eine grundlegende Verschlechterung seit der Medas-Begutachtung sei nicht
ausgewiesen. Ab der ersten Untersuchung durch die Ärzte der Klinik F._ am
13. Januar 2010 sei hingegen nicht mehr von einer verwertbaren Restarbeitsfähigkeit
auszugehen (act. G 6).
B.c Die Beschwerdeführerin liess in der Replik vom 13. September 2013 unverändert
an ihren Rechtsbegehren festhalten. Während im Medas-Gutachten erst der Verdacht
auf eine Persönlichkeitsstörung geäussert worden sei, sei diese Diagnose im
Austrittsbericht der psychiatrischen Tagesklinik vom 15. Januar 2008 bestätigt worden.
Der Alkoholkonsum habe keinen massgeblichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der
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Beschwerdeführerin. Die ängstlich vermeidende Persönlichkeitsstörung, die
alkoholbedingte Wesensveränderung und die kognitiven Leistungsdefizite der
Beschwerdeführerin, die für die fehlende Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit in der
freien Wirtschaft verantwortlich zeichneten, seien nachweislich bereits im Zeitpunkt der
Medas-Begutachtung vorhanden gewesen (act. G 9).
B.d Die Beschwerdegegnerin hielt am 23. September 2013 an ihrem Antrag fest und
verzichtete auf weitere Ausführungen (act. G 11).

Erwägungen:
1.
1.1 Entgegen der vom Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin offenbar vertretenen
Ansicht ist ein Vorbescheid der IV-Stelle kein eigentlicher rechtsgestaltender,
rechtskraftfähiger Akt, sondern dient vielmehr der Gewährung des rechtlichen Gehörs.
Folglich kann keine Rede davon sein, dass der Vorbescheid vom 2. Dezember 2008
hätte rechtskräftig werden können. Über den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin
wurde am 4. April 2013 erstmals verfügt. Diese Verfügungen bilden
Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens. Entsprechend sind die
Leistungsansprüche der Beschwerdeführerin gestützt auf eine umfassende
Sachverhaltserhebung und -würdigung – und nicht etwa unter einschränkenden
verfahrensrechtlichen (z.B. revisionsrechtlichen) Prämissen – zu prüfen.
1.2 Die rückwirkende Zusprache der Invalidenrente ist von der Beschwerdegegnerin
auf mehrere Verfügungen, alle datiert mit 4. April 2013, aufgeteilt worden. Diese
Aufteilung erfolgt in der Praxis offenbar aus computertechnischen Gründen. Die
rückwirkende abgestufte Rentenzusprache darf jedoch nicht für bestimmte Perioden je
getrennt verfügt werden (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.3). Sämtliche Verfügungen vom
4. April 2013 bilden deshalb nur Teile ein und derselben Rentenverfügung. Die
einzelnen Verfügungsteile sind für sich allein nicht rechtskraftfähig und damit auch
nicht für sich allein anfechtbar. Obwohl der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
ausdrücklich nur die Verfügungen betreffend die Zeiträume 1. April 2007 bis 31. August
2007 und 1. Mai 2008 bis 30. Juni 2011 angefochten hat, ist im vorliegenden Verfahren
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grundsätzlich auch der Rentenanspruch in der davor und danach liegenden Zeit zu
überprüfen (vgl. m.w.H. den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons
St. Gallen IV 2008/359 vom 26. Februar 2010 E. 2).
2.
2.1 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der
Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen und es habe ihr auch nicht
zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt
gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen,
als Invalidität. Die Invalidität gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen
Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der
konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht
geregelt. Diese Lücke füllt Art. 28a Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20): Es ist darauf abzustellen, in welchem Mass die
betreffende Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Als
Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Person gelten insbesondere die übliche
Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische
Tätigkeiten (Art. 27 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
Art. 28a Abs. 3 IVG regelt die so genannte gemischte Methode der
Invaliditätsbemessung bei Personen, die zum Teil erwerbstätig und zum Teil im
Aufgabenbereich tätig sind. In einem solchen "gemischten" Fall sind der Anteil der
Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der
Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen.
Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40% auf eine Viertelsrente.
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
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gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich
des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).
3.
3.1 Vorab ist die für die Invaliditätsbemessung massgebende Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin zu überprüfen. Ihr Rechtsvertreter stellt sich auf den Standpunkt,
im Rahmen der psychiatrischen Exploration durch die Ärzte der Klinik F._ habe sich
gezeigt, dass bei der Beschwerdeführerin bereits seit April 2007 keine verwertbare
Restarbeitsfähigkeit mehr bestanden habe. Die Beschwerdegegnerin erachtet dies erst
ab Januar 2010 als bewiesen.
3.2 Die echtzeitlichen medizinischen Akten vermitteln folgendes Bild: Die Psychiaterin
Dr. C._ nannte am 17. November 2006 die Diagnose rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode. Seit 9. März 2006 bestehe eine volle
Arbeitsunfähigkeit, es sei aber vorstellbar, dass die Versicherte nach einer gewissen
Einarbeitung wieder voll arbeitsfähig wäre. Die Prognose schätzte sie explizit als
günstig ein (IV-act. 15-3 bis 15-6). Der psychiatrische Medas-Teilgutachter med. pract.
G._ hielt zu seiner Begutachtung der Versicherten am 29. August 2007 fest, dass
zusätzlich zur von ihm festgestellten mittelgradigen depressiven Episode und zur
Alkoholabhängigkeit wahrscheinlich auch eine Persönlichkeitsproblematik bestehe,
wobei dies in einer einmaligen Exploration nicht geklärt werden könne. Zum einen
könnte es sich um eine vorbestehende Persönlichkeitsstörung handeln, zum anderen
sei im Augenblick noch nicht klar, inwieweit auch bereits eine alkoholbedingte
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Wesensveränderung eingetreten sei. Seit Juni 2006 sei die Versicherte aufgrund der
mittelgradigen depressiven Störung zu 50% arbeitsunfähig, wobei während der
tagesklinischen Therapie von voller Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei (IV-act. 32).
Seitens der psychiatrischen Tagesklinik wurden nach der vom 28. August 2007 bis
11. Januar 2008 erfolgten Behandlung die Diagnosen kombinierte
Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-selbstunsicheren und anankastischen Anteilen
und leichte depressive Episode gestellt. Im Austrittsbericht vom 15. Januar 2008 wurde
zwar festgehalten, die volle Arbeitsunfähigkeit während der tagesklinischen Therapie
sei nach deren Ende am 11. Januar 2008 neu zu beurteilen (IV-act. 38-3). Im Rahmen
der konkreten Anfrage der IV-Stelle im Beiblatt zum Arztbericht hatten die Ärzte der
Tagesklinik am 21. Dezember 2007 jedoch festgehalten, die Versicherte könnte
Büroarbeiten, die Genauigkeit erforderten, ohne Zeitdruck ausführen. Bei ganztägiger
Tätigkeit bestehe eine bleibende Leistungseinschränkung von 50% (IV-act. 36-4). Der
Psychiater Dr. E._ hatte die Behandlung im Mai 2007 aufgenommen. Er erwähnte im
Bericht vom 4. Januar 2009 insbesondere Angst und Depression gemischt und eine
leichte depressive Episode bei ängstlich-vermeidender Persönlichkeitsstörung. Für die
Zeit vom 7. Mai 2007 bis 28. August 2007 (Eintritt Tagesklinik) attestierte er eine
Arbeitsunfähigkeit von 50%, seither eine solche von 100%. Nach einem beruflichen
Wiedereinstieg im geschützten Rahmen sei später eventuell eine Wiedereingliederung
über das Bürozentrum der H._ möglich mit einer Arbeitsfähigkeit von 50% (IV-
act. 63-4). Wie diese Akten zeigen, trifft es nicht zu, dass alle behandelnden Ärzte der
Einschätzung des psychiatrischen Medas-Gutachters widersprochen hätten, wie der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin behauptet. Im Übrigen ist auch entgegen
seiner Darstellung, der Hausarzt Dr. B._ habe eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert,
dessen Bericht vom 25. Oktober 2006 zu entnehmen, dass dieser sich nicht in der
Lage fühlte, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer angepassten Tätigkeit
zu schätzen. Er empfahl eine Nachfrage bei Dr. C._, allenfalls auch eine
psychiatrische Begutachtung (IV-act. 12-4).
3.3 Im ersten Gutachten der Klinik F._ vom 30. Juni 2010 wurde eine relevante
verwertbare Restarbeitsfähigkeit verneint. Insbesondere die kognitive
Leistungsfähigkeit zeige derzeit starke Beeinträchtigungen in verschiedenen Bereichen.
Auch die Defizite im sozialen Bereich seien derart ausgeprägt, dass eine Tätigkeit in
der freien Wirtschaft derzeit nicht realisierbar erscheine. Die Gutachter stellten die
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Prognose, nach Alkoholabstinenz von etwa sechs Monaten sollte eine 50%-ige
Arbeitsfähigkeit zu erreichen sein (IV-act. 77-34). Diese Prognose bestätigte sich nicht;
im Verlaufsgutachten vom 25. Oktober 2012 hielten dieselben Gutachter fest, auf der
psychisch-geistigen wie auch auf der sozialen Ebene hätten sich auch nach einer
sechsmonatigen Alkoholkarenz deutliche Beeinträchtigungen gezeigt. Sie verneinten
eine verwertbare Arbeitsfähigkeit in der freien Wirtschaft (IV-act. 153-37).
3.4 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin ist der Ansicht, dass die ängstlich
(vermeidende) Persönlichkeitsstörung der Beschwerdeführerin und deren kognitive
Leistungsdefizite, die für die fehlende Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit verantwortlich
seien, bereits im Zeitpunkt der Medas-Begutachtung vorgelegen hätten. Ihm ist
zuzustimmen, dass dafür mehrere Anhaltspunkte bestehen. Der Verdacht auf eine
Persönlichkeitsstörung war bereits von med. pract. G._ geäussert worden. Auch er
hatte beispielsweise von der Beschwerdeführerin beschriebene diffuse Angst erwähnt
(S. 5 des Teilgutachtens, IV-act. 32). Seitens der Gutachter der Klinik F._ waren
Angst und Unsicherheit als stark ausgeprägt und den Alltag bestimmend beschrieben
worden (vgl. etwa S. 31 f. jenes Gutachtens, IV-act. 77). Zwar ist durchaus
wahrscheinlich, dass die Persönlichkeitsstörung die Beschwerdeführerin bereits seit
vielen Jahren beeinträchtigt. Dies lässt aber noch keine direkten Rückschlüsse auf ihre
Arbeitsfähigkeit bzw. auf deren Verwertbarkeit zu.
3.5 Nach anfänglichen Schwierigkeiten beim Berufseinstieg gelang es der
Beschwerdeführerin während vieler Jahre, erfolgreich als Sachbearbeiterin bei
verschiedenen Versicherungen zu bestehen. Nach Lage der Akten zogen die
psychischen Probleme erstmals im Jahr 2004 eine Arbeitsunfähigkeit nach sich (vgl. IV-
act. 77-28, 32-5, 15-3, 12-3). Diesbezüglich kam es jedoch offenbar wieder zu einer
Verbesserung: Dr. B._ attestierte ab 1. Dezember 2004 wieder eine volle
Arbeitsfähigkeit (IV-act. 12-3) und Dr. C._ hielt am 17. November 2006 fest, erst nach
Abschluss des Einsatzprogramms der Arbeitslosenversicherung (offenbar im April
2006, vgl. IV-act. 3-1) hätten die psychischen Probleme wieder zugenommen (IV-
act. 15-3). Die Akten legen den Schluss nahe, dass nach der ersten längeren
Manifestation einer Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2004 ein instabiler Verlauf einsetzte,
während dem die Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin weder
dauerhaft noch vollumfänglich aufgehoben war. Die unbestrittenermassen
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nachvollziehbare und überzeugende Einschätzung der Gutachter der Klinik F._. vom
30. Juni 2010, wonach die Arbeitsfähigkeit der Versicherten nicht mehr verwertbar war,
erscheint vor diesem Hintergrund erst ab dem Datum der Begutachtung genügend
verlässlich erwiesen. Das erste Explorationsgespräch fand am 13. Januar 2010 statt
(IV-act. 77-3). Die erwähnte relativ günstige Prognose, die das erste Gutachten der
Ärzte der Klinik F._ noch enthielt, hat sich nicht bewahrheitet. Dennoch liegt auch
darin ein Hinweis darauf, dass der Verlauf im Jahr 2010 noch nicht derart chronifiziert
war, dass nicht mehr mit einer Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit hätte gerechnet
werden können. Folglich überzeugt insgesamt die von der Beschwerdegegnerin in der
Beschwerdeantwort vertretene Auffassung, dass die volle Arbeitsunfähigkeit erst im
Januar 2010 hinreichend bewiesen war (vgl. act. G 6.1).
3.6 Dr. B._ erwähnte im Bericht vom 25. Oktober 2006, laut Angaben der
Beschwerdeführerin habe Dr. C._ sie ab 18. April 2006 voll arbeitsunfähig
geschrieben (IV-act. 12-4). Die Beschwerdegegnerin hat dieses Datum als das
Wartejahr auslösend betrachtet (vgl. IV-act. 160-1). Dr. C._ hatte ihr gegenüber
jedoch bereits seit 9. März 2006 eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert (IV-act. 15-3).
Daher ist es angezeigt, den Beginn des Wartejahrs (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG in der bei IV-
Anmeldung geltenden bzw. Art. 28 Abs. 1 IVG in der seit 1. Januar 2008 geltenden
Fassung) auf den 9. März 2006 zu legen.
3.7 Bei Ablauf des Wartejahrs im März 2007 ist mit Blick auf das Medas-Gutachten
eine Arbeitsunfähigkeit von 50% ausgewiesen. Während der tagesklinischen
Behandlung (25. Juni 2007 bis 11. Januar 2008; der Behandlungsunterbruch zwischen
19. Juli und 27. August 2007 [vgl. IV-act. 36-1, 38-2] war zu kurz, um zur Verwertbarkeit
der Arbeitsfähigkeit zu führen) war keine verwertbare Arbeitsfähigkeit vorhanden. Ab
12. Januar 2008 ist mit Blick auf die Einschätzung der Ärzte der Tagesklinik (IV-
act. 36-4) sowie von med. pract. G._ wiederum eine Arbeitsunfähigkeit von 50%
bewiesen.
3.8 Dr. E._ ging gemäss Bericht vom 4. Januar 2009 zwar auch für die Zeit nach
Austritt aus der Tagesklinik von einer vollen Arbeitsunfähigkeit aus (vgl. IV-act. 63-4).
Als behandelnder Psychiater setzte er aber aufgrund der grösseren Nähe zur Patientin
möglicherweise einen weniger strengen Massstab betreffend Zumutbarkeit der
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Erwerbsaufnahme an als die lediglich zur Begutachtung beigezogene Medas und nahm
keine rein medizinisch-theoretische Betrachtungsweise ein. So ist denn etwa seinem
Schreiben vom 19. Juli 2007 zuhanden des Vertrauensarztes der Allianz Versicherung
zu entnehmen, dass er anfänglich eine Arbeitsfähigkeit von 50% attestiert und sich
damit Dr. C._ angeschlossen habe, um der Patientin nicht schon am Anfang "einen
Bonus für den Arztwechsel zu geben und die Bereitschaft für eine Wiedereingliederung
zu erhalten" (IV-act. 63-8). Dies hat offensichtlich einen therapeutischen Hintergrund
und entspricht nicht einer objektiven medizinischen Sichtweise. Die von ihm attestierte
aufgehobene Leistungsfähigkeit begründete er unter anderem mit "zu lange weg vom
Beruf" (IV-act. 63-4). Damit beeinflusste offenbar auch sein Bild des realen
Arbeitsmarkts seine Zumutbarkeitsbeurteilung. Im Übrigen sind seine Atteste nicht
durchwegs konsistent: Anders als im IV-Arztbericht sprach er gegenüber dem
Gutachter der Klinik F._ auf dessen telefonische Anfrage am 22. Juni 2010 hin
offenbar von einer Arbeitsunfähigkeit von 70%, allenfalls senkbar auf 50% (IV-
act. 77-16). Am Rande bemerkt relativierte Dr. E._ seine Atteste selbst, indem er im
Schreiben vom 29. November 2010 an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
(allerdings in anderem Zusammenhang) festhielt, ob die Beschwerdeführerin mit einem
50%-igen Arbeitspensum auch wieder eine 50%-ige Erwerbsfähigkeit erreichen könne,
sei eine andere Frage, die nicht von ihm beurteilt werden müsse (IV-act. 101-6).
Insgesamt bilden die Atteste von Dr. E._ für die Rentenprüfung keine hinreichende
Beweisgrundlage. Der Beweis einer 50% übersteigenden Arbeitsfähigkeit vor dem
13. Januar 2010 ist damit jedenfalls nicht erbracht. Von weiteren diesbezüglichen
Abklärungen sind keine aussagekräftigen neuen Erkenntnisse zu erwarten, sodass sie
unterbleiben können.
3.9 Zusammenfassend ist folglich nach Ablauf des Wartejahrs ab 9. März 2007 von
einer Arbeitsunfähigkeit von 50%, vom 25. Juni 2007 bis 11. Januar 2008 von einer
solchen von 100%, vom 12. Januar 2008 bis 12. Januar 2010 wiederum von 50% und
ab 13. Januar 2010 bis auf weiteres von 100% auszugehen.
4.
4.1 Die Beschwerdegegnerin hat den Invaliditätsgrad der Beschwerdefüherin in
Anwendung der gemischten Methode mit einer Qualifikation 80% Erwerb und 20%
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Haushalt berechnet. Eine Haushaltabklärung hatte sie am 27. Mai 2008 vorgenommen.
Im Abklärungsbericht wurde festgehalten, ohne Behinderung würde die
Beschwerdeführerin auf der Basis des früheren Einkommens weiterhin mit einem 80%-
Pensum erwerbstätig sein, d.h. sich einen Tag pro Woche für die Haushaltführung und
die Erledigung der persönlichen Angelegenheiten frei halten (IV-act. 45-3).
4.2 Die Akten lassen es zwar nicht als ausgeschlossen erscheinen, dass die
Beschwerdeführerin ohne gesundheitliche Einschränkungen vollerwerbstätig wäre. So
hielten die Gutachter der Klinik F._ fest, die Beschwerdeführerin habe ihre Tätigkeit
bei einer Rechtsschutzversicherung auf 80% reduzieren wollen, da sie die Arbeit als zu
belastend empfunden habe (IV-act. 77-12 f.; bei der Rechtsschutzversicherung war die
Beschwerdeführerin gemäss IK-Auszug Ende der 1980er-Jahre tätig gewesen, IV-
act. 9-2). In ihrer Beurteilung kamen die Gutachter rückblickend zum Schluss, dass sie
damals aufgrund ihrer leitenden Position in einer chronischen Überforderungs- und
Überlastungssituation gestanden sei (IV-act. 77-28). Allerdings wählte sie bei der auf
die Tätigkeit bei der Rechtsschutzversicherung folgenden Arbeitsstelle bei der Alpina
Versicherung, die sie als weniger belastend beschrieb, offenbar ebenfalls "lediglich" ein
80%-Pensum (IV-act. 77-13), das sie nach einem weiteren Arbeitsplatzwechsel im Jahr
1990 bis zur Kündigung im Jahr 2004 beibehielt (vgl. IV-act. 45-11, 45-13). Vor diesem
Hintergrund ist zwar möglich, aber nicht überwiegend wahrscheinlich bewiesen, dass
die Beschwerdeführerin bereits aus gesundheitlichen Gründen seit Beginn der 1990er-
Jahre nicht mehr im Vollzeitpensum erwerbstätig war. Plausibler ist, dass sie ihr
Pensum aus freien Stücken auf 80% reduzierte bzw. auf diesem Pensum beliess.
Folglich ist die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Qualifikation der
Beschwerdeführerin als 80% erwerbstätig und zu 20% im Haushalt tätig nicht zu
beanstanden.
4.3
4.3.1 Im Jahr 2003, also vor Eintritt der ursprünglichen Arbeitsunfähigkeit, erzielte
die Beschwerdeführerin gemäss IK-Auszug ein Einkommen von Fr. 57'637.- (IV-
act. 9-2). Angepasst an die Nominallohnentwicklung bis 2007, dem Jahr des
Rentenbeginns, ergibt sich ein Valideneinkommen von Fr. 60'600.- (Nominallohnindex
Frauen 2003: 2'334, 2007: 2'454).
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4.3.2 Wie in der Stellungnahme der IV-Abklärungsperson zur Haushaltabklärung
nachvollziehbar festgehalten wurde, fehlt der Beschwerdeführerin, die keinen
Berufsabschluss und keinen Fachausweis hat, auf dem Arbeitsmarkt die berufliche
Kompetenz, was die Abklärungsperson dazu veranlasste, beim Invalideneinkommen
auf die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE), Niveau 4,
Frauen, abzustellen. Im Jahr 2007 verdienten Frauen in diesem tiefsten
Anforderungsniveau bei der durchschnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7
Wochenstunden im Durchschnitt Fr. 51'047.- (vgl. Anhang 2 der von der
Informationsstelle AHV/IV herausgegebenen Textausgabe IVG, 2015). Ein
Tabellenlohnabzug (vgl. BGE 126 V 75) ist jedenfalls angezeigt, weist die
Beschwerdeführerin doch gegenüber gesunden Konkurrenten klarerweise
Konkurrenznachteile auf (überwiegend wahrscheinlich bereits vor 2010 eingeschränkte
kognitive Fähigkeiten mit Verlangsamung, höhere Risiken von Überforderung und
krankheitsbedingten Ausfällen etc.). Ein Abzug von mindestens 10% erscheint als
angemessen. Dadurch ergibt sich bei einer Arbeitsfähigkeit von 50% ein
Invalideneinkommen von Fr. 22'971.- (Fr. 51'047.- x 0.5 x 0.9).
4.3.3 Die Einschränkung im Erwerb liegt folglich bei 62% (100 / Fr. 60'600.- x
Fr. 22'971.-). Dies ergibt beim Anteil Erwerb von 80% einen Behinderungsgrad von
49.6% (62% x 0.8).
4.4 Im Haushalt ermittelte die Abklärungsperson im Mai 2008 eine Einschränkung von
16% (IV-act. 45-6). Dies erscheint plausibel und wurde von der Beschwerdeführerin
denn auch nie beanstandet. Bei einem Anteil Hausarbeit von 20% ergibt sich ein
Behinderungsgrad von 3.2% (16% x 0.2).
4.5 Bei 49.6% Behinderung im Erwerb und 3.2% im Haushalt beläuft sich der
Invaliditätsgrad insgesamt gerundet auf 53%.
4.6 In Berücksichtigung der jeweiligen Verzögerungen von 3 Monaten gemäss
Art. 88a IVV ergibt sich basierend auf den Arbeitsfähigkeiten gemäss E. 3.9 ab 1. März
2007 Anspruch auf eine halbe, ab 1. Oktober 2007 auf eine ganze, ab 1. Mai 2008 auf
eine halbe und ab 1. Mai 2010 wiederum auf eine ganze Invalidenrente.
5.
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5.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
Verfügungen vom 4. April 2013 teilweise gutzuheissen und der Beschwerdeführerin
vom 1. März 2007 bis 30. September 2007 eine halbe, vom 1. Oktober 2007 bis
30. April 2008 eine ganze, vom 1. Mai 2008 bis 30. April 2010 eine halbe und ab 1. Mai
2010 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen.
5.2 Da sich die Verfügungen vom 4. April 2013 in Bezug auf den Rentenbeginn und
teilweise auch die Rentenhöhe als rechtswidrig erwiesen haben und da die
Beschwerdeführerin auf jeden Fall gezwungen gewesen ist, Beschwerde zu führen, um
nicht rechtswidrig behandelt zu werden, ist in Bezug auf die Kostentragungspflicht
unabhängig vom konkreten Beschwerdebegehren (in Analogie zur entsprechenden
Regelung bei einer Rückweisung zur weiteren Abklärung, vgl. ZAK 1987 S. 266 E. 5a)
von einem vollumfänglichen Obsiegen der Beschwerdeführerin auszugehen. Dies
rechtfertigt sich auch vor dem Hintergrund, dass der Rechtsvertreter mit seinen
Ausführungen keinen unnötigen (Begründungs- oder sonstigen) Aufwand des Gerichts
verursacht hat.
5.3 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Sie ist vollumfänglich der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen. Der Beschwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-
zurückzuerstatten.
5.4 Die Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine ungekürzte Parteientschädigung,
die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache
und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird (Art. 61 lit. g ATSG; vgl.
auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
beantragt eine Entschädigung von pauschal Fr. 3'750.- zuzüglich Barauslagen und
Mehrwertsteuer, insgesamt Fr. 4'200.- (Replik S. 7). Eine detaillierte Kostennote hat er
nicht eingereicht. Die Streitsache hat sich jedoch weder in Bezug auf den Sachverhalt
noch auf die sich stellenden Rechtsfragen als überdurchschnittlich aufwändig oder
komplex erwiesen. Zum Hinweis des Rechtsvertreters auf das umfangreiche
Aktenstudium ist festzuhalten, dass der Aktenumfang denjenigen vergleichbarer Fälle,
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in denen praxisgemäss ein Pauschalhonorar von Fr. 3'500.- (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zugesprochen wird, nicht überschreitet.
Entsprechend ist die Parteientschädigung auf diesen Betrag zu beschränken.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP