Decision ID: e14379b3-d878-5f53-990b-2f2e204f95d7
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin 1,
und
SWICA Gesundheitsorganisation, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur,
Beschwerdeführerin 2,
gegen
Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG, Postfach, 8085 Zürich,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war durch ihre Tätigkeit bei der Gemeinde B._
bei der Zürich-Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: Zürich) unfallversichert,
als sie laut Unfallmeldung der Arbeitgeberin vom 9. Februar 2006 am 14. Januar 2006
auf einer Treppe stolperte und mit den Knien auf den Asphalt fiel (act. UV 2011/40 G
5.1/1). Die Zürich anerkannte ihre Leistungspflicht (act. UV 2011/40 G 5.1/2). Mit
Schreiben vom 29. Mai 2006 informierte sie die Arbeitgeberin, dass sie den Unfall
abgeschlossen habe (act. UV 2011/40 G 5.1/6).
A.b Im Nachgang zu einer Rückfallmeldung vom 27. August 2007 (act. UV 2011/40 G
5.1/7) erbrachte die Zürich erneut Leistungen (act. UV 2011/40 G 5.1/13-15). Mit
Verfügung vom 24. Oktober 2008 eröffnete sie der Versicherten, aufgrund der
medizinischen Akten und Stellungnahme ihres beratenden Arztes sei davon
auszugehen, dass die Unfallfolgen abgeklungen und die jetzt noch bestehenden
Beschwerden nicht mehr unfallbedingt seien. Die Leistungspflicht müsse ab dem 29.
Oktober 2008 verneint werden (act. UV 2011/40 G 5.1/24). Mit Schreiben vom 11.
November 2008 erhob die SWICA Gesundheitsorganisation (nachfolgend: SWICA) als
Krankenversicherer der Versicherten gegen diese Verfügung vorsorglich Einsprache
und bat um Zustellung der vollständigen Akten (act. UV 2011/40 G 5.1/25). Mit
Schreiben vom 20. November 2008, das am 21. November 2008 der Post übergeben
wurde, liess ihr die Zürich die Verfügung vom 24. Oktober 2008 zusammen mit den
Akten eingeschrieben zukommen (act. UV 2011/40 G 5.1/27). Mit Eingabe vom 16.
Februar 2009 reichte die SWICA der Zürich die Begründung ihrer Einsprache vom 11.
November 2008 ein (act. UV 2011/40 G 5.1/30). Mit Entscheid vom 16. Juli 2009 trat
die Zürich auf die Einsprache mit der Begründung nicht ein, dass die Verfügung vom
24. Oktober 2008 der Beschwerdeführerin am 21. November 2008 per Einschreiben
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zugestellt und die vom 16. Februar 2009 datierte Einsprache somit verspätet erhoben
worden sei. Daran ändere nichts, dass die SWICA am 11. November 2008 bereits vor
Eröffnung der Verfügung vorsorglich Einsprache erhoben und um Zustellung der Akten
gebeten habe. Die Fristansetzung im Schreiben vom 20. November 2008 sei bindend
und durch die vor Verfügungseröffnung ausgestellte vorsorgliche Einsprache nicht
unterbrochen oder erstreckt worden (act. UV 2011/40 G 5.1/36). Gegen diesen
Einspracheentscheid erhob die SWICA mit Eingabe vom 26. August 2009 Beschwerde
mit den Rechtsbegehren, der Entscheid sei aufzuheben, und die Zürich sei zu
verpflichten, für die Kniebeschwerden der Versicherten weiterhin aufzukommen. Die
zum Verfahren beigeladene Versicherte nahm mit Eingabe vom 30. September 2009
Stellung (act. UV 2011/40 G 5.1/38). Im Entscheid des Versicherungsgerichts vom 30.
Juni 2010, UV 2009/86, wurde die Zürich verpflichtet, auf die am 11. November 2008
vorsorglich eingereichte und am 16. Februar 2009 ergänzte Einsprache der SWICA
einzutreten und die Sache materiell zu prüfen (act. G 5.1/42).
B.
Nach Einholung weiterer medizinischer Unterlagen, insbesondere eines Auszugs aus
der Krankengeschichte der Versicherten bei deren Hausarzt Dr. med. C._,
Allgemeinmedizin FMH, Manuelle Medizin FA, Osteopathie D.O.M.(act. UV 2011/40 G
5.1/46, 49; UV 2011/40 G 5.2/ZM15/2), sowie nach am 14. März 2011 erfolgter
Rücksprache mit ihrem beratenden Arzt, Dr. med. D._, Leitender Arzt Unfallchirurgie,
Kantonsspital Winterthur (act. UV 2011/40 G 5.2/17), wies die Zürich die Einsprache
der SWICA vom 11. November 2008 mit Einspracheentscheid vom 29. April 2011 ab
(act. UV 2011/40 G 5.1/57).
C.
C.a Dagegen richten sich die von der Versicherten und der SWICA eingereichten
Beschwerden vom 26. und 31. Mai 2011, beide mit den Anträgen, der
Einspracheentscheid vom 29. April 2011 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin
sei zu verpflichten, für die Kosten der Kniebeschwerden weiterhin aufzukommen.
Zusammen mit ihrer Beschwerde reicht die Beschwerdeführerin 1 eine Stellungnahme
von Dr. med. E._, Leitender Arzt Orthopädie, Spital F._, vom 31. Dezember 2008
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(act. UV 2011/40 G 1.3), und die Beschwerdeführerin 2 eine Stellungnahme ihres
beratenden Arztes, PD Dr. med. G._, Facharzt für Chirurgie, vom 26. Mai 2011 (act.
UV 2011/41 G 1.3) ein.
C.b In der Beschwerdeantwort vom 29. August 2011 beantragt die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerden (act. UV 2011/40 und UV 2011/41
G 5).
C.c Mit Replik vom 19. und 6. September 2011 (act. UV 2011/40 und UV 2011/41 G 7)
halten die Beschwerdeführerinnen an ihren Anträgen fest.
C.d Mit Duplik vom 19. Oktober 2011 (act. UV 2011/40 und UV 2011/41 G 9) hält die
Beschwerdegegnerin ihrerseits an ihrem Standpunkt und ihrem Rechtsbegehren fest.
C.e Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in
den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.
Beide Beschwerden richten sich gegen denselben Einspracheentscheid der
Beschwerdegegnerin. Es geht um dieselben Rechtsfragen und die Vorbringen der
beiden Beschwerdeführer sind in beiden Fällen im Wesentlichen gleich. Es rechtfertigt
sich daher, die Verfahren zu vereinigen und in einem einzigen Urteil zu erledigen (vgl.
BGE 128 V 126 E. 1 und 128 V 194 E. 1, je mit Hinweisen).
2.
2.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss Bundesgesetz über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis
und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher
Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinn des natürlichen
Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein die
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gesundheitliche Beeinträchtigung nicht oder nicht in gleicher Weise oder nicht zur
gleichen Zeit eingetreten wäre. Für die Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhangs ist nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder
unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende
Ereignis zusammen mit anderen Faktoren für die Schädigung verantwortlich ist, der
Unfall mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die
eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1). Die
Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen dem
Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang
besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines
Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der
allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des
eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis
allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E. 3.2). Während die Beurteilung
des natürlichen Kausalzusammenhangs aufgrund der Feststellungen bei den
medizinischen Untersuchungen erfolgt und Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist,
obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu
beantworten (PVG 1984 Nr. 82, 174; BGE 123 III 110 und 112 V 30). Bei physischen
Unfallfolgen spielt jedoch die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem
natürlichen Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers
praktisch keine Rolle (SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45; BGE 118 V 291 f. E. 3a). Hinzuweisen
ist schliesslich insbesondere auch auf Art. 6 Abs. 3 UVG, wonach der Unfallversicherer
für unerwünschte Folgen der von ihm übernommenen Eingriffe einzustehen hat, ohne
dass die behandlungsbedingte Schadenverursachung den Unfallbegriff, den
Tatbestand des haftpflichtrechtlichen Kunstfehlers oder der strafrechtlich relevanten
Körperschädigung erfüllen muss (BGE 118 V 286).
2.2 Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202)
werden Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt, wobei
Rückfälle und Spätfolgen besondere revisionsrechtliche Tatbestände darstellen (vgl.
BGE 118 V 293; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326). Praxisgemäss handelt es sich bei einem
Rückfall um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit bzw.
vermeintlich geheilter Unfallfolgen, so dass es erneut zu ärztlicher Behandlung,
möglicherweise zu einer weiteren Arbeitsunfähigkeit kommt, während von Spätfolgen
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dann gesprochen wird, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Lauf längerer Zeit
organische oder psychische Folgen bewirkt, die zu einem andersgearteten
Krankheitsbild führen können. Rückfälle und Spätfolgen schliessen begrifflich an ein in
der Vergangenheit bestandenes Unfallereignis an. Dementsprechend können sie eine
Leistungspflicht des (damaligen) Unfallversicherers nur dann auslösen, wenn zwischen
den erneut vorgebrachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall
erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht (BGE
118 V 296 f. E. 2c).
2.3 Ist die Unfallkausalität einmal mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des
Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des
Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf
unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krankhafte)
Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo
ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf
eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte
(Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche
Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von
unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im
Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit gänzlich fehlender
Auswirkungen des Unfalls genügt nicht (vgl. dazu Th. Locher, Grundriss des
Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl. Bern 2003, S. 451 f.). Da es sich hierbei um eine
leistungsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast - anders als
bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang
gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer. Diese
Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen
(RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b mit Hinweisen) und sind für sämtliche
Leistungsarten massgebend.
3.
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3.1 Die Beschwerdeführerin 1 stürzte am 14. Januar 2006 von der letzten Stufe einer
Treppe auf beide Knie (act. UV 2011/40 G 5.1/47). Der erstbehandelnde Arzt Dr. C._
diagnostizierte im Arztzeugnis vom 10. März 2006 eine Kniekontusion (act. UV 2011/40
G 5.2/M2). Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht für dieses
unbestrittenermassen als Unfall geltende Grundereignis anerkannt und ist für die
notwendigen Heilbehandlungen aufgekommen (act. UV 2011/40 G 5.2/2). Nachdem Dr.
C._ festgehalten hatte, dass das vorgenannte Arztzeugnis als Schlusszeugnis gelte,
teilte die Beschwerdegegnerin der Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin 1 - wenn
auch nicht mit einer förmlichen Verfügung (Art. 49 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1), so doch mit
Schreiben vom 29. Mai 2006 (vgl. dazu Art. 51 ATSG) - mit, dass sie den Unfall
abgeschlossen habe (act. UV 2011/40 G 5.1/6). Nachdem die Beschwerdeführerin 1
bzw. ihre Arbeitgeberin daraufhin nie eine anfechtbare Verfügung verlangt haben,
entfaltete der im formlosen Verfahren ergangene Entscheid Rechtswirkung, wie wenn
er im durch Art. 49 Abs. 1 ATSG umschriebenen Rahmen erlassen worden wäre (vgl.
dazu BGE 134 V 145 E. 5.2 mit Hinweisen). Am 27. August 2007 erfolgte eine weitere
Schadenmeldung bzw. eine Rückfallmeldung durch die Arbeitgeberin der
Beschwerdeführerin 1 unter Hinweis auf das Unfallereignis vom 14. Januar 2006 (act.
UV 2011/40 G 5.1/7). Letztere hatte sich am 15. August 2007 wegen Beschwerden am
linken Kniegelenk bei Dr. C._ in Behandlung begeben, der die Verdachtsdiagnose
einer medialen Meniskusläsion stellte (act. UV 2011/40 G 5.2/M4). Dr. E._ bestätigte
diese Diagnose bei seiner Untersuchung vom 23. November 2007 (act. UV 2011/40 G
5.2/M5), worauf er am 2. April 2008 arthroskopisch eine mediale Teilmeniskektomie im
Hinterhornbereich des linken Kniegelenks durchführte (act. UV 2011/40 G 5.2/M6). Die
Beschwerdegegnerin anerkannte erneut ihre Leistungspflicht (act. UV 2011/40 G
5.1/13-15). Nach der Operation vom 2. April 2008 wurde die Beschwerdeführerin 1 nie
beschwerdefrei. Dr. C._ diagnostizierte im Arztzeugnis vom 19. August 2008 ein
Reizknie mit rezidivierender Ergussbildung bei Status nach arthroskopischer
Teilmeniskektomie medial vom 2. April 2008 und attestierte der Beschwerdeführerin 1
vom 1. bis 14. April 2008 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (act. UV 2011/40 G 5.2/
M10). Dr. E._ diagnostizierte am 17. September 2008 nach einer MRI-Untersuchung
des Radiologie Instituts im Medizinischen Zentrum Bad Ragaz vom 28. August 2008
eine komplexe Läsion des Restmeniskus mit Meniskusganglion und empfahl eine
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erneute Arthroskopie des linken Kniegelenks mit Ausräumung des medialen
Meniskushinterhorns mit gleichzeitiger Drainage und Ausfräsen des Meniskusganglions
(act. UV 2011/40 G 5.2/M12, M13). Die Arthroskopie wurde auf den 29. Oktober 2008
vorgesehen (act. UV 2011/40 G 5.2/M14). Mit Verfügung vom 24. Oktober 2008
eröffnete die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin 1, dass aufgrund der
medizinischen Akten und der Stellungnahme ihres beratenden Arztes davon
auszugehen sei, dass die Unfallfolgen abgeklungen und die jetzt noch bestehenden
Beschwerden nicht mehr unfallbedingt seien. Die Leistungspflicht müsse ab dem
29. Oktober 2008 (vorgesehener Operationstermin; letztendlich wurde die
Meniskusoperation am 24. November 2008 durchgeführt [act. UV 2011/40 G 5.2/
ZM15/5]) verneint werden (act. UV 2011/40 G 5.1/24). Im angefochtenen
Einspracheentscheid hielt die Beschwerdegegnerin an ihrer Leistungseinstellung fest,
begründete diese nun aber damit, dass bereits in Bezug auf den Rückfall bzw. die erste
Operation keine überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität bestanden habe und die
diesbezügliche Leistungsanerkennung zu Unrecht erfolgt sei. Die zweite Operation als
kausale Folgeoperation könne somit unweigerlich auch keinen Anspruch auf
Leistungen der Unfallversicherung begründen (vgl. UV 2011/40 act. G 5.1/57).
3.2 Streitig und zu prüfen ist, ob die nach der Teilmeniskektomie vom 2. April 2008
verbliebenen postoperativen Schmerzen im linken Kniegelenk mit nachfolgender
zweiter Meniskusoperation mit Ausfräsung eines Meniskusganglions am 24. November
2008 mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Folge des Unfalls
vom 14. Januar 2006 zu betrachten sind. Nachdem die Beschwerdegegnerin ihre
Leistungspflicht in Bezug auf den Rückfall vom 27. August 2007 anerkannt und die
Leistungen ab dem 29. Oktober 2008 eingestellt hat, steht im vorliegenden Fall eine
anspruchsaufhebende Tatfrage zur Diskussion, für welche - wie in Erwägung 2.3
ausgeführt - die Beweislast bei der Beschwerdegegnerin liegt. Der Umstand, dass die
Leistungseinstellung im angefochtenen Einspracheentscheid unter Anführung einer
neuen Begründung - Verneinung der Kausalität nicht erst bezüglich der zweiten
Arthroskopie, sondern bereits in Bezug auf die Rückfallmeldung vom 27. August 2007 -
erfolgt ist, vermag an dieser Beweislastverteilung nichts zu ändern. Im vorliegenden
Verfahren gilt es die Frage nach der Richtigkeit der Leistungseinstellung zu prüfen. Das
Gericht hat sich dabei grundsätzlich mit allen rechtlich zutreffenden Begründungen
einer Leistungszusprechung bzw. -abweisung auseinanderzusetzen.
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4.
4.1 Aus den medizinischen Akten geht hervor und ist von Seiten der
Verfahrensparteien unbestritten, dass die Teilmeniskektomie am linken Kniegelenk mit
Ausfräsung eines Meniskusganglions vom 24. November 2008 eine Folgeoperation der
am selben Kniegelenk durchgeführten Teilmeniskektomie vom 2. April 2008 darstellt.
So hielt Dr. D._ anlässlich einer Besprechung mit der Beschwerdegegnerin vom 14.
März 2011 fest, dass man bei einer Teilmeniskektomie immer versuche, so wenig wie
möglich, aber so viel wie nötig zu resezieren. Dabei könne es schon einmal passieren,
dass vom Meniskus zu wenig weggeschnitten werde und sich die Meniskusläsion
ausbreite. So wie die Befunde im MRI vom 27. August 2008 und der Operation vom 24.
November 2008 beschrieben seien, müsse von diesem Mechanismus ausgegangen
werden (act. UV 2011/40 act. G 5.2/17; vgl. dazu auch Alfred M. Debrunner,
Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 1061). Damit
übereinstimmend führte auch Dr. G._ in seiner Stellungnahme vom 26. Mai 2011 aus,
dass die zweite Operation die Folge der ersten arthroskopischen Operation sei. Der
dabei festgestellte Horizontalriss sei in seiner anatomischen Ausdehnung oftmals
schwer erkennbar und entsprechend dem Faserverlauf im Meniskusgewebe könne er
auch weiter reissen, was den Austritt von Gelenksflüssigkeit durch die Rissstelle in die
Gelenkkapsel und das umgebende Gewebe ermögliche und so zu einem sogenannten
Meniskusganglion führe (act. UV 2011/41 G 1.3).
4.2 Angesichts der Schlussfolgerung in Erwägung 4.1 kann also von der natürlichen
Kausalität zwischen dem Unfallereignis vom 14. Januar 2006 und der
Meniskusoperation vom 24. November 2008 dann ausgegangen werden, wenn
zwischen dem streitigen Unfallereignis und der am 2. April 2008 durchgeführten
Meniskusoperation ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht.
4.3 In Bezug auf eine Meniskusläsion gilt es zu beachten, dass die
Kniegelenksmenisken zur Degeneration neigen, Meniskusläsionen aber auch als Folge
eines Traumas auftreten können, indem die Menisken bei akuten schweren
Knieverletzungen ein- oder abreissen (vgl. Alfred M. Debrunner, a.a.O., S. 1056 ff;
Alfred Bühler, die unfallähnliche Körperschädigung, in: SZS 1996, S. 85 und 88).
Grundsätzlich sind mithin beide Kausalitäten (Krankheits- und Unfallkausalität)
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denkbar. Nachfolgend ist damit zu entscheiden, von welcher Kausalität mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auszugehen ist.
5.
5.1 Wie bereits erwähnt, hat die Beschwerdegegnerin ursprünglich ihre
Leistungspflicht bezüglich der Rückfallmeldung vom 27. August 2007 bzw. der von Dr.
E._ am 23. November 2007 diagnostizierten und am 2. April 2008 operativ
therapierten
Hinterhornläsion des medialen Meniskus anerkannt. Sie stützte sich dabei auf eine
Besprechung mit ihrem beratenden Arzt, Dr. med. H._, FMH Chirurgie, Spez.
Gelenkschirurgie, vom 18. Juni 2008. Dieser schloss eine degenerative Genese des
medialen Meniskusrisses aufgrund der minimen Knorpelschäden aus und wies darauf
hin, dass das Gelenk in der Arthroskopie ausgedehntere Knorpelveränderungen
aufweisen würde, wenn der Meniskusschaden degenerativ bedingt wäre (act. U
2011/40 G 5.2/M8). Die Folgerung von Dr. H._ eines überwiegend wahrscheinlich
traumatischen Prozesses basiert auf einem, für die Bestimmung der Ursächlichkeit
einer Meniskusläsion massgebenden Beurteilungskriterium, dem Vorliegen von
degenerativen Vorzuständen. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass mit der
Meniskusläsion eine Körperschädigung vorliegt, die den Folgen eines Unfalls ähnlich
ist, d.h. ein gleiches oder ähnliches Krankheitsbild aufweist, das man auch nach einem
Unfall feststellt, und deshalb bereits bei Vorliegen eines unfallähnlichen Ereignisses
ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung eine Leistungspflicht des Unfallversicherers
auslöst, sofern die Meniskusläsion nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine
Degeneration zurückzuführen ist (vgl. Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die
Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]). Tatsächlich brachte die Arthroskopie vom 2.
April 2008 - abgesehen von fibrillierenden Auffaserungen am Femurkondylus des
medialen Meniskus Grad I - keinen nachvollziehbaren Verschleissprozess bzw. keinerlei
massgebenden degenerativen Veränderungen im Bereich des linken Kniegelenks der
Beschwerdeführerin hervor, welche häufig als Vorzustände oder Begleitpathologien
einer Meniskusläsion vorkommen bzw. auf eine degenerativ bedingte Meniskusläsion
hinweisen (act. UV 2011/40 G 5.2/M5; vgl. dazu Alfred M. Debrunner, a.a.O., S. 579 ff,
S. 1068). Für die Annahme einer eindeutig degenerativen Meniskusläsion bestand also
kein Raum, womit die Kausalitätsbeurteilung von Dr. H._ als schlüssig und
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überzeugend zu betrachten ist. Bestätigung findet die Beurteilung von Dr. H._ auch
in späteren ärztlichen Stellungnahmen. So hielt Dr. E._ in seinem Schreiben vom 31.
Dezember 2008 ausdrücklich fest, dass der Meniskusschaden Folge des Unfalls vom
14. Januar 2006 sei. Aufgrund des Verlaufs und des vorliegenden Befunds seien die
Kniegelenksbeschwerden und die erneute Operation im November 2008 mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit (>50%) auf den Unfall vom 14. Januar 2006
zurückzuführen. Krankheitsbedingte Folgen würden in diesem Zusammenhang keine
Rolle spielen (act. U 2011/40 G 1.3). Der beratende Arzt der Beschwerdeführerin 2, Dr.
G._, unterstützte in seiner Stellungnahme vom 26. Mai 2011 ebenfalls die Bejahung
der Leistungspflicht durch die Beschwerdegegnerin und fügte ausserdem
zutreffenderweise hinzu, dass in den Akten keine zwischenzeitlichen weiteren
Unfallereignisse belegt seien (act. UV 2011/41 G 1.3). Dr. C._ hatte zudem im
ärztlichen Zeugnis vom 11. September 2007 insofern eine Unfallkausalität bestätigt, als
er wiederholt den Unfall vom 14. Januar 2006 erwähnte und andere Faktoren mit
Einfluss auf die Diagnose des Verdachts auf eine mediale Meniskusläsion verneinte
(act. U 2011/40 G 5.2/;4).
5.2 Angesichts der vorstehenden Erwägungen hat die Beschwerdegegnerin die
Unfallkausalität in Bezug auf die Meniskusläsion gestützt auf die Beurteilung von
Dr. H._ richtigerweise als überwiegend wahrscheinlich nachgewiesen betrachtet.
Eine Leistungseinstellung per 29. Oktober 2008 bzw. hinsichtlich der
Meniskusoperation vom 24. November 2008 als kausale Folgeoperation der
Meniskusoperation vom 2. April 2008 (vgl. Erwägung 4.1 und 4.2) fällt unter diesen
Umständen ausser Betracht und ist zu Unrecht erfolgt.
6.
6.1 Die gegenteilige Meinung von Dr. D._ und Dr. J._ vermag diese Beurteilung
nicht in Frage zu stellen. Laut Dr. D._ ist die am 2. April 2008 therapierte
Meniskusläsion nicht auf das Unfallereignis vom 14. Januar 2006 zurückzuführen. Die
Beschwerdeführerin 1 sei über ein Jahr (18 Monate) nicht in ärztlicher Behandlung
gewesen. Die von ihr angegebenen Beschwerden nach Abschluss der Behandlung
Anfang Februar 2006 könnten nicht allzu stark gewesen sein, da nie ein Arzt
aufgesucht worden sei. Zudem sei das geschilderte Ereignis vom 14. Januar 2006 mit
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einem direkten Sturz auf beide Knie nicht geeignet, eine Meniskusläsion zu
verursachen (act. UV 2011/40 G 5.2/17). Wenn Dr. D._ folgert, es läge offensichtlich
ein rein degenerativer Prozess vor und dabei die zusätzlich kausale Bedeutung des
Unfallereignisses vom 14. Januar 2006 ausser Acht lässt, so stützt er sich zwar
grundsätzlich auch auf Beurteilungskriterien für die Bestimmung der Ursächlichkeit
einer Meniskusläsion ab. Seine Folgerung bezüglich des Unfallmechanismus sowie des
zeitlichen Ablaufs zwischen Unfall und Rückfall vermag jedoch nicht mit dem
erforderlichen Beweisgrad zu überzeugen.
6.2 Die Folgerung von Dr. D._ eines offensichtlich rein degenerativen Prozesses
ohne Erwägung einer zusätzlichen kausalen Bedeutung des Unfallereignisses vom 14.
Januar 2006 basiert zwar grundsätzlich ebenfalls auf Beurteilungskriterien für die
Bestimmung der Ursächlichkeit einer Meniskusläsion, d.h. dem Unfallmechanismus,
wobei auch die ursprünglich gestellten Befunde und Diagnosen miteinzubeziehen sind,
sowie dem zeitlichen Ablauf zwischen Unfall und Rückfall, vermag jedoch letztlich nicht
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu überzeugen. Laut
Unfallmeldung vom 9. Februar 2006 stolperte die Beschwerdeführerin am 14. Januar
2006 auf der Treppe und fiel mit den Knien auf den Asphalt (act. UV 2011/40 G 5.1/1).
Dr. C._ erhob im ärztlichen Zeugnis vom 10. März 2006 über die Erstbehandlung vom
18. Januar 2006 als Befunde eine grossflächige Schürfwunde über der Patella mit
Randentzündung, ein grosses mediales parapatelläres Hämatom, eine
Druckempfindlichkeit und Bewegungsschmerzen über dem frontalen Knie - formulierte
also ohne Nennung des konkret betroffenen Knies in der Einzahl - und diagnostizierte
eine Kniekontusion. Als Unfallereignis nannte er ein Ausrutschen auf dem Eis und ein
frontales Fallen auf beide Knie, fügte jedoch hinzu, dass sich die Beschwerdeführerin
dabei vor allem das rechte Knie verletzt habe (act. UV 2011/40 G 5.2/M2). Auch die
notfallmässige Behandlung eines Ekzems bzw. einer Rötung bei Dr. med. I._,
Facharzt Gastroenterologie FMH, am 21. Januar 2006 erfolgte laut dessen Arztzeugnis
vom 17. Februar 2006 in Bezug auf das rechte Knie (act. UV 2011/40 G 5.2/M3), wobei
die diesbezügliche Erklärung der Beschwerdeführerin 1 in der Beschwerde - der
Notfallarzt habe nur die infolge von Schmerzpflastern aufgetretene Allergie und nicht
die Unfallverletzungen, deretwegen sie bereits bei ihrem Hausarzt in Therapie gewesen
sei, behandelt - plausibel erscheint. Laut Krankengeschichte von Dr. C._ vom 22.
Januar 2011 betreffend die ärztliche Konsultation vom 18. Januar 2006 war die
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Beschwerdeführerin auf einem Gehsteig ausgerutscht und frontal auf beide Knie
gefallen. Sie spüre immer noch Schmerzen vom Schlag auf das rechte Knie. Das linke
Knie sei mehr verdreht worden. Bewegungsschmerzen wurden angeführt, ohne diese
dem rechten oder linken Knie zuzuordnen. Die Befunde betreffend das rechte Knie
stimmen mit denjenigen im Arztzeugnis vom 10. März 2006 überein. Hinsichtlich des
linken Knies sind - abgesehen von einem leichten Widerstand und Spannungsfühl bei
Hyperextension und maximaler Flexion - grundsätzlich unauffällige Befunde vermerkt.
Als Diagnose wurde eine Kontusion und Distorsion beider Kniegelenke durch Sturz
vom 14. Januar 2006 aufgeführt (act. UV 2011/40 G 5.2/ZM15). Auch wenn die
vorstehende Aktenlage in Bezug auf die Frage, inwieweit das Unfallereignis vom 14.
Januar 2006 auf das linke Knie eingewirkt hat, eher unbestimmt ist und Hinweise dafür
enthält, dass beim Unfall in erster Linie das rechte Knie in Mitleidenschaft gezogen
wurde, lässt sie eine Unfallbeeinträchtigung des linken Knies nicht ausschliessen.
Immerhin spricht Dr. C._ mit der Distorsion bzw. Verdrehung des linken Kniegelenks
von einem Unfallmechanismus, der grundsätzlich geeignet ist, eine Meniskusläsion zu
verursachen (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, a.a.O., S. 1057). Laut Krankengeschichte
vom 22. Januar 2011 suchte die Beschwerdeführerin 1 nach der Konsultation von Dr.
C._ am 6. Februar 2006 erst wieder rund 18 Monate später, d.h. am 15. August 2007
ihren Hausarzt auf. Sie gab damals an, dass die Knieschmerzen nach dem Knieunfall
links nie ganz weg gewesen seien. Aktuell komme es häufiger zu Blockierungsgefühlen
mit Schmerzen und einer Streckhemmung. Objektiv zeigte sich das linke Kniegelenk
ergussfrei, hingegen liess sich eine Druckdolenz im Bereich des dorsomedialen
Gelenkspalts und eine schmerzhafte maximal forcierte passive Streckung mit
federndem Widerstand feststellen. Dr. C._ erhob den Verdacht auf eine mediale
Meniskusläsion (act UV 2011/40 G 5.2/ZM15/2). Definitiv in den medizinischen Akten
diagnostiziert wurde die Meniskusläsion am 23. November 2007 von Dr. E._ und
damit 22 Monate nach dem fraglichen Unfallereignis (vgl. act. UV 2011/40 G 5.2/M5).
Die vorgenannten, langen Latenzzeiten sprechen zwar gegen eine Unfallkausalität.
Auch hält die Beschwerdegegnerin zutreffend fest, dass sich die Angabe der
Beschwerdeführerin 1, sie sei nach dem Unfallereignis mit dem linken Knie nie ganz
beschwerdefrei geworden, anhand der medizinischen Akten nicht bestätigen lässt. Der
Hinweis der Beschwerdeführerin 1 auf Brückensymptome überzeugt auch insofern
nicht ohne Weiteres, als angenommen werden darf, dass sie während der eineinhalb
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Jahre andauernden Phase mit Schmerzen irgendwann einmal einen Arzt aufgesucht
hätte. Aus der medizinischen Literatur lässt sich allerdings ableiten, dass Meniskusrisse
eine unterschiedliche Schmerzsymptomatik aufweisen können und die Symptome einer
Meniskusläsion nicht von Beginn weg derart schwer oder andauernd einschränkend
sein müssen, dass eine eingreifendere Therapie notwendig wird. Ein erster
Meniskuseinriss kann sich mit der Zeit vergrössern, was erst im Entwicklungsverlauf
eine spezifischere und ausgeprägtere Symptomatik mit sich bringt. Bei Rissen ohne
Einklemmung von Meniskuslappen im Gelenk sind die Symptome beispielsweise
weniger spezifisch (vgl. Alfred. M. Debrunner, a.a.O., S. 1057 f.). Im Rahmen des von
der Beschwerdeführerin mehrheitlich im Sitzen ausgeübten Berufs der Sekretärin ohne
hohe Belastung der Kniegelenke dürften sich die Symptome einer Meniskusverletzung
im Übrigen weniger einschränkend ausgewirkt haben, als in einem körperlich
anstrengenden Beruf. Die von der Beschwerdeführerin 1 geltend gemachten
Brückensymptome ohne Konsultation eines Arztes während rund 18 Monaten können
also nicht ohne weiteres in Abrede gestellt werden. So erklärte sie auch gegenüber der
Beschwerdegegnerin am 11. Oktober 2010, sie habe ihrem Hausarzt immer gesagt, es
schmerze. Nach ein bis zwei Monaten Ruhe seien dann aber die Probleme wieder
aufgetreten, worauf der Hausarzt gemeint habe, es brauche alles seine Zeit (act. UV
2011/40 G 5.1/47). Diese Aussage stimmt mit der Krankengeschichte überein, wonach
ereignisnah am 18. sowie 27. Januar 2006 ärztliche Konsultationen erfolgt sind und
dann eine solche wieder am 6. Februar 2006 aktenmässig ausgewiesen ist. Im Übrigen
ist der medizinischen Literatur zu entnehmen, dass in vielen Fällen die Symptome von
Meniskusläsionen ohne eingreifendere Therapie, nur mit Schonung verschwinden
können, d.h. Meniskusläsionen spontan ausheilen, dies jedoch Geduld von Seiten des
Patienten bzw. der Patientin erfordert (vgl. Alfred M. Debrunner, a.a.O., S. 1058). Die
angeführte hausärztliche Aussage erscheint damit schlüssig.
6.3 Die Erwägungen 6.2 und 6.3 zeigen mithin auf, dass auch bezüglich des
Unfallmechanismus und des zeitlichen Ablaufs keine Aktenlage vorliegt, welche mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit für ein eindeutig
degeneratives Geschehen spricht. Dr. D._ fügte im Übrigen am 14. März 2011 selber
einschränkend an, dass aufgrund der im Operationsbericht vom 2. April 2008
beschriebenen Befunde nicht gesagt werden könne, wann die Meniskusläsion medial
entstanden sei. Zwar hatte zuvor auch der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin, Dr.
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J._, die Rückfallkausalität verneint (act. UV 2011/40 G 5.2/M14). Allerdings sprechen
die von ihm angeführten, weiteren massgebenden Beurteilungskriterien für die
Ursächlichkeit einer Meniskusläsion - das Vorliegen von Vorzuständen und der Eintritt
eines erneuten Unfallereignisses - eben gerade für eine traumatische Meniskusläsion.
7.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 29. April 2011 gutzuheissen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP entschieden:
1. Die Beschwerden werden gutgeheissen und der Einspracheentscheid vom 29. April
2011 wird aufgehoben.
2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
Publikationsplattform St.Galler Gerichte Entscheid Versicherungsgericht, 11.04.2012 Art. 6 UVG, Art. 11 UVV: Leistungsanerkennung in Bezug auf den Rückfall mit Diagnose einer Meniskusläsion und anschliessender 1. Operation. Leistungseinstellung per 2. Operationstermin unter Anführung einer neuen Begründung: Verneinung der Kausalität nicht erst bezüglich der 2. Operation, sondern bereits in Bezug auf den Rückfall mit 1. Operation (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. April 2012, UV 2011/40+41).
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2021-09-19T14:35:25+0200 "9001 St.Gallen" Publikationsplattform Kanton St.Gallen