Decision ID: e5c9ad35-0401-40fd-bc69-81fd5aa437e6
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Eheschutz
Berufungen gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Uster vom 21. November 2019 (EE170043-I)
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Rechtsbegehren: (Urk. 1 sinngemäss)
Es sei die Gesuchstellerin zum Getrenntleben berechtigt zu erklären, unter  der Nebenfolgen.
Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Uster vom 21. November 2019:
(Urk. 134 S. 31 ff.)
"1. Es wird vorgemerkt, dass die Parteien zum Getrenntleben berechtigt sind.
2. Die eheliche Liegenschaft an der C._-str. ..., D._, wird für die
Dauer des Getrenntlebens dem Gesuchsgegner zur alleinigen Benützung zugewiesen.
3. Es wird festgehalten, dass Mobiliar und Hausrat in der ehelichen Liegen-
schaft bleiben. Die Gesuchstellerin wird berechtigt erklärt, neben ihren  zum persönlichen Gebrauch auch die folgenden Möbel und  mitzunehmen und für die Dauer des Getrenntlebens zu :
- Betttisch und Bücherregal aus Kiefernholz, - Backformen; - Brotkorb und Salzlöffel; - die Hälfte der festlichen Dekoration für Ostern, Halloween, Weihnach-
ten; - ein Rucksack aus dem Keller; - eine Fahrradpumpe und ein Fahrradschloss.
Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin ihre Sachen zum persönlichen Gebrauch sowie die vorgenannten Möbel und  auf erstes Verlangen nach Rechtskraft herauszugeben.
4. Im Übrigen wird der Antrag der Gesuchstellerin auf Herausgabe von  abgewiesen.
5. Der Antrag des Gesuchsgegners auf Herausgabe des Elfenbein-Elefanten,
der Schlüsselkarte für die Schlösser zur ehelichen Liegenschaft sowie der Indianer-Figurinen, wird abgewiesen.
6. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für den Zeitraum
vom 22. März 2017 bis 31. Dezember 2017 Ehegattenunterhaltsbeiträge von monatlich Fr. 1'030.– zu bezahlen, und für den Zeitraum vom 1. Januar 2018 bis 22. März 2019 Ehegattenunterhaltsbeiträge von monatlich Fr. 919.–, zahlbar innert 30 Tagen nach Rechtskraft dieses Urteils.
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Im Mehrbetrag wird der Antrag der Gesuchstellerin auf Unterhaltsbeiträge ab Trennungszeitpunkt abgewiesen.
7. Diesem Entscheid liegen die folgenden finanziellen Verhältnisse zugrunde: Einkommen Gesuchstellerin 2017 Fr. 7'213.00 Einkommen Gesuchstellerin 2018 Fr. 7'325.00 Gebührender Bedarf Gesuchstellerin Fr. 8'244.00
8. Der Antrag der Gesuchstellerin, der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, ihr
rückwirkend, ab 29. Mai 2016 bis 22. März 2017 Unterhaltsbeiträge zu , wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.
9. Der Antrag der Gesuchstellerin, der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, ihr
für den Umzug und die Einrichtung ihrer künftigen Wohnung einen  von Fr. 25'000.– zu bezahlen, wird abgewiesen.
10. Auf die Anträge des Gesuchsgegners, es sei die Gesuchstellerin zu ver-
pflichten, von ihm bezahlte Steuerforderungen zurückzuerstatten, wird nicht eingetreten.
11. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin eine Prozesskos-
tenbeitrag in der Höhe von Fr. 16'924.– (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
12. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 8'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 712.50 Dolmetscherkosten
Fr. 8'712.50 Total
13. Die Kosten werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt.
14. (Schriftliche Mitteilung)
15. (Berufung)"
Berufungsanträge:
Erstberufung:
des Gesuchsgegners, Erstberufungsklägers und Zweitberufungsbeklagten (Urk. 133 S. 1 f.):
"1) Dispositiv-Ziff. 6 des vorinstanzlichen Urteils sei aufzuheben;
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es sei festzustellen, dass der Gesuchsgegner zu keinen ehelichen  verpflichtet ist, und es sei der Antrag der Gesuchstellerin auf ehelichen Unterhalt abzuweisen.
2) Dispositiv Ziff. 7 sei aufzuheben und es sei zu erkennen, dass diesem Ent-
scheid die folgenden finanziellen Verhältnisse zugrundliegen:
a. [Einkommen ....; nicht angefochten]
b. Gebührender Bedarf Gesuchstellerin: CHF 6'707.
3) Dispositiv Ziff. 11 sei aufzuheben; der Antrag der Gesuchstellerin auf Bezah-
lung eines Prozesskostenbeitrages durch den Gesuchsgegner sei  abzuweisen.
4) Dispositiv Ziff. 13 sei aufzuheben;
es sei zu erkennen, dass die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens der
Gesuchstellerin/Berufungsbeklagten vollumfänglich aufzuerlegen seien; eventualiter sei die Gerichtsgebühren von CHF 8'712.50 im Umfang von CHF 7'667 der Gesuchstellerin und im Umfang von CHF 1'045.50 dem  / Berufungskläger aufzuerlegen.
die Gesuchstellerin / Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, dem Gesuchs-
gegner / Berufungskläger eine Parteientschädigung von CHF 12'000  Mehrwertsteuer für das vorinstanzliche Verfahren zu bezahlen;  sei die von der Gesuchstellerin / Berufungsbeklagten geschuldete  auf CHF 9'120 festzusetzen.
5) Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Berufungsbe-
klagten, zgl. Mehrwertsteuer.
Prozessualer Antrag:
Dispositiv Ziff. 11 sei (Anordnung des Prozesskostenbeitrages) sei die Voll-
streckbarkeit zu entziehen und der Berufung in diesem Punkt die  Wirkung zu gewähren."
der Gesuchstellerin, Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungsklägerin (Urk. 141 S. 2):
"1. Es sei die Berufung des Berufungsklägers vom 2. Dezember 2019 vollum-
fänglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer,
zulasten des Berufungsklägers.
und dem folgenden
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prozessualen Antrag:
Es sei das vorliegende Verfahren mit dem Verfahren unter der Geschäfts-Nr.
LE190063 zu vereinigen."
Zweitberufung
der Gesuchstellerin, Erstberufungsbeklagten und Zweitberufungsklägerin (Urk. 149/133 S. 2 f.):
"1. Es sei Dispositiv Ziff. 6 des Urteils des Bezirksgerichts Uster vom 21. No-
vember 2019 aufzuheben und der Gesuchsgegner zu verpflichten, der  für sie persönlich folgende monatliche, jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats zahlbare Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
- CHF 5'079.00 rückwirkend ab dem 22. März 2017 bis und mit 31. De-
zember 2017;
- CHF 5'224.00 ab dem 1. Januar 2018 für die weitere Dauer des Ge-
trenntlebens.
2. Es sei Dispositivziffer 7 des Urteils des Bezirksgerichts Uster vom 21. No-
vember 2019 aufzuheben und festzuhalten, dass die Festsetzung der  gemäss Dispositivziffer 6 auf folgenden Grundlagen basiert:
Monatliches Einkommen Gesuchstellerin (netto) / steuerbares Vermögen
- im Jahr 2017: CHF 7'213.00
- im Jahr 2018: CHF 7'325.00
- Barvermögen: CHF 0.00
Monatliches Einkommen Gesuchsgegner (netto) / steuerbares Vermögen
(gemäss Steuererklärung 2016)
- Erwerbseinkommen, im Jahr 2016 CHF 24'218.00
- Wertschriftenertrag (StE 2016) CHF 45'016.00
- Barvermögen (StE 2016): CHF 2'213'294.00
3. Es sei Dispositiv Ziff. 8 des Urteils des Bezirksgerichts Uster vom 21. No-
vember 2019 aufzuheben und der Gesuchsgegner zu verpflichten, der  den Betrag von CHF 32'573.00 als Beitrag an die ehelichen Lasten für die Zeit vom 29. Mai 2016 bis am 22. März 2017 zu bezahlen.
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4. Es sei Dispositiv Ziff. 9 des Urteils des Bezirksgerichts Uster vom 21.  2019 aufzuheben und der Gesuchsgegner zu verpflichten, der  einen Sonderbeitrag von CHF 25'000.00 zu bezahlen.
5. Eventualiter sei das Urteil zur Ergänzung des Sachverhalts und Neuent-
scheidung in diesen Punkten an die Vorinstanz zurückzuweisen.
6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zulasten
des Berufungsbeklagten.
Sowie folgenden prozessualen Anträgen:
1. Es sei darauf zu verzichten, für das Berufungsverfahren von der Gesuchstel-
lerin einen Kostenvorschuss einzuverlangen.
2. Es sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin für das Beru-
fungsverfahren einen Prozesskostenbeitrag von CHF 15'000.00, zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer, zu bezahlen."
des Gesuchsgegners, Erstberufungsklägers und Zweitberufungsbeklagten (Urk. 149/142 S. 1):
"1) Die Berufung der Berufungsklägerin sei vollumfänglich abzuweisen.
2) Die prozessualen Anträge (namentlich der Antrag auf Leistung eines Pro-
zesskostenbeitrages) der Berufungsklägerin seien vollumfänglich .
3) Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulasten der Be-
rufungsklägerin."

Erwägungen:
A. Sachverhalt / Prozessgeschichte
1. Die Parteien sind seit 1996 verheiratet. Seit März 2017 leben sie getrennt. Aus der Ehe ging eine inzwischen volljährige Tochter, E._, geboren am
tt. Oktober 1998, hervor. Beide Parteien sind erwerbstätig (Urk. 1 S. 2, 6, 10;
Urk. 4/4 S. 1; Prot. I S. 30; Urk. 16 S. 2 ff.).
2. Mit Eingabe vom 29. Mai 2017 machte die Gesuchstellerin,  und Zweitberufungsklägerin (fortan Gesuchstellerin) beim Einzelgericht
am Bezirksgericht Uster ein begründetes Eheschutzgesuch rechtshängig (Urk. 1).
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Die schriftliche Gesuchsantwort des Gesuchsgegners, Erstberufungsklägers und
Zweitberufungsbeklagten (fortan Gesuchsgegner) datiert vom 8. August 2017
(Urk. 16). Mit Eingabe vom 23. August 2017 liess der Gesuchsgegner die Anord-
nung der Gütertrennung beantragen (Urk. 18). Diesen Antrag zog er mit Eingabe
vom 18. März 2019 wieder zurück (Urk. 76). Nach diversen Auskunftserteilungen
und Editionen von Unterlagen fand am 22. November 2018 eine Eheschutzver-
handlung statt (Urk. 134 S. 2 f.; Prot. I S. 15 ff.). Am 22. März 2019 wurde das
Scheidungsverfahren am Bezirksgericht Uster anhängig gemacht (Urk. 134 S. 3).
Nach mehrfacher Ausübung des Replikrechts fällte die Vorinstanz schliesslich un-
term 21. November 2019 den eingangs zitierten Entscheid (Urk. 128 = Urk. 134).
3. Dagegen erhob der Gesuchsgegner mit Zuschrift vom 2. Dezember 2019 rechtzeitig Erstberufung mit den eingangs erwähnten Anträgen (Urk. 133). Mittels
Präsidialverfügung vom 5. Dezember 2019 wurde sein prozessualer Antrag, wo-
nach seiner Berufung hinsichtlich des vorinstanzlich zugesprochenen Prozesskos-
tenbeitrages die aufschiebende Wirkung zu erteilen sei, abgewiesen und ihm Frist
zur Leistung eines Kostenvorschusses angesetzt (Urk. 137). In der Folge bezahlte
der Gesuchsgegner den Vorschuss in der Höhe von Fr. 3'000.– rechtzeitig
(Urk. 139). Mit Präsidialverfügung vom 9. Januar 2020 wurde der Gesuchstellerin
Frist anberaumt, um die Erstberufung zu beantworten (Urk. 140). Mit Eingabe
vom 23. Januar 2020 erstattete die Gesuchstellerin rechtzeitig ihre Erstberu-
fungsantwort mit den eingangs wiedergegebenen Anträgen (Urk. 141). Mit Präsi-
dialverfügung vom 25. Februar 2020 wurde die Erstberufungsantwortschrift dem
Gesuchsgegner zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 143). Mit Zuschrift vom 9.
März 2020 machte dieser unverzüglich innert 10 Tagen von seinem Replikrecht
Gebrauch (Urk. 144). Diese Eingabe wurde der Gesuchstellerin am 10. März
2020 zur Kenntnisnahme zugesandt (Urk. 144). Mit Eingabe vom 24. März 2020
machte wiederum die Gesuchstellerin rechtzeitig innert 10 Tagen (vgl. Urk. 145)
von ihrem Replikrecht Gebrauch (Urk. 146). Diese Zuschrift wurde dem Gesuchs-
gegner am 6. Mai 2020 zur Kenntnisnahme zugesandt (Urk. 146 S. 1; Prot. II S.
7). Mit Präsidialverfügung vom 20. Oktober 2020 wurde den Parteien der Eintritt
der Urteilsberatungsphase angezeigt (Urk. 148).
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4. Auch die Gesuchstellerin erhob mittels Eingabe vom 4. Dezember 2019 rechtzeitig (vgl. Urk. 129) Zweitberufung gegen den Entscheid vom 21. November
2019 mit den eingangs erwähnten Anträgen (Urk. 149/133). Die Zweitberufungs-
antwort des Gesuchsgegners datiert vom 30. Januar 2020 (Urk. 149/142-144/1-
7). Mit Eingabe vom 10. Februar 2020 erstattete der Gesuchsgegner eine Noven-
eingabe (Urk. 149/145-146). Mit Präsidialverfügung vom 28. Februar 2020 wurde
der Gesuchstellerin die Berufungsantwortschrift zur Kenntnisnahme zugestellt
sowie Frist angesetzt, um zur Noveneingabe Stellung zu nehmen (Urk. 149/147).
Mittels Zuschrift vom 23. März 2020 erstattete die Gesuchsstellerin eine Stellung-
nahme (Urk. 149/149, Urk. 149/150 und Urk. 149/151/1-5). Dazu äusserte sich
wiederum der Gesuchsgegner, nachdem ihm mit Präsidialverfügung vom 25. Mai
2020 entsprechend Frist zur Ausübung seines Replikrechts anberaumt worden
war (Urk. 149/153 und Urk. 149/154), unterm 2. Juni 2020 rechtzeitig
(Urk. 149/155). Diese Eingabe samt Beilagen (Urk. 149/156 und Urk. 149/157/1-
7) wurde wiederum der Gesuchstellerin am 3. Juli 2020 zur Kenntnisnahme zuge-
sandt (Prot. II S. 6; Urk. 149/155 S. 1). Mit Zuschrift vom 9. Juli 2020 liess die Ge-
suchstellerin mitteilen, dass sie auf eine weitere Stellungnahme verzichte
(Urk. 149/159). Mit Eingabe vom 3. September 2020 erstattete der Gesuchsgeg-
ner eine Noveneingabe samt Beilagen (Urk. 149/160, Urk. 149/161, Urk. 149/162,
Urk. 149/163/1-6), welche der Gesuchstellerin am 8. September 2020 zur Kennt-
nisnahme zugestellt wurde (Prot. II S. 7). Mit Zuschrift vom 17. September 2020
machte die Gesuchstellerin unverzüglich innert 10 Tagen von ihrem Replikrecht
Gebrauch und reichte ihrerseits zwei neue Unterlagen ein (Urk. 149/165,
Urk. 149/167 und Urk. 149/168/1-2). Diese Eingabe samt Beilagen wurde wiede-
rum dem Gesuchsgegner am 22. September 2020 zur Kenntnisnahme zugesandt
(Prot. II S. 8). Mit Zuschrift vom 1. Oktober 2020 machte der Gesuchsgegner er-
neut rechtzeitig von seinem Replikrecht Gebrauch, wobei er zwei weiter Beilagen
einreichen liess (Urk. 149/170, Urk. 149/171 und Urk. 149/172/1.1-1.2). Mit Präsi-
dialverfügung vom 9. Oktober 2020 wurde diese Eingabe samt Beilagen der Ge-
suchstellerin zugestellt und den Parteien angezeigt, dass der Prozess nunmehr in
die Urteilsberatungsphase übergegangen sei (Urk. 149/173). Es folgten Abwe-
senheitsmeldungen sowie eine Mitteilung des Gesuchsgegners betreffend den
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Tod seines Vaters (Urk. 149/174-176). Am 2. März 2021 ging hierorts eine No-
veneingabe des Gesuchsgegners ein (Urk. 149/177-178/1-2), welche der Ge-
suchstellerin mit dem vorliegenden Entscheid zuzustellen ist.
B. Prozessuales
1. Die beiden Berufungen richten sich je gegen das nämliche Urteil der  vom 21. November 2019. Das Berufungsverfahren mit der Prozess-Nr.
LE190063 ist daher mit dem vorliegenden Berufungsverfahren zu vereinigen und
als dadurch erledigt abzuschreiben. Die Akten des Berufungsverfahrens Prozess-
Nr. LE190063 sind als Urk. 149/133-178 zu den vorliegenden Akten zu nehmen.
2. Gegenstand der vereinigten Berufungsverfahren sind die ehelichen  (rückwirkend und für die Dauer des Getrenntlebens) sowie der von
der Vorinstanz abgelehnte Sonderbeitrag im Zusammenhang mit dem Umzug der
Gesuchstellerin und der vorinstanzlich zugesprochene Prozesskostenbeitrag an
die Gesuchstellerin. Nicht angefochten werden die Dispositivziffern 1 bis 5 und 10
des vorinstanzlichen Urteils vom 21. November 2019 (Urk. 134 S. 31 f.). Sie sind
daher in Rechtskraft erwachsen, wovon Vormerk zu nehmen ist.
3. Seit dem 22. März 2019 ist beim Bezirksgericht Uster ein  rechtshängig (Urk. 134 S. 3 f.). Das Eheschutzgericht bleibt auch nach Einlei-
tung des Scheidungsverfahrens zur Regelung der Unterhaltsbeiträge - vorbehalt-
lich eines Zuständigkeitskonflikts - zuständig (vgl. BGE 138 III 646 E. 3.3.2 = Pra
102 [2013] Nr. 34; OGer ZH LE160012 vom 15.11.2016, S. 10). Gemäss ständi-
ger Praxis der Kammer werden die Unterhaltsbeiträge - auch wenn über sie erst
nach Einleitung des Scheidungsverfahrens entschieden wird - für die weitere
Dauer des Getrenntlebens und damit nicht beschränkt bis zum Zeitpunkt der Ein-
leitung des Scheidungsverfahrens zugesprochen. Dabei fliessen jedoch Tatsa-
chen, die sich erst nach Rechtshängigkeit des Scheidungsverfahrens ereignet
haben bzw. erst in einem Zeitpunkt danach wirksam werden, nicht mehr in die
materielle Beurteilung der Eheschutzmassnahmen ein (vgl. ZR 101 [2002] Nr. 25;
OGer ZH LE190009 vom 31.05.2019, S. 8 f.). Die Unterhaltspflicht des Gesuchs-
gegners hätte daher - entgegen der Vorinstanz (Urk. 134 S. 4, 32, Dispositivziffer
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6) - nicht auf den Zeitpunkt der Einleitung des Scheidungsverfahrens beschränkt
werden dürfen. In diesem Punkt ist die Rüge der Gesuchstellerin betreffend un-
richtige Rechtsanwendung hinsichtlich der Dauer der Unterhaltsleistungspflicht
(Urk. 149/133 S. 2, 6) mithin begründet. Im pendenten Scheidungsverfahren wur-
de (bislang) kein Begehren um Erlass von vorsorglichen Massnahmen gestellt
(Urk. 149/133 S. 6 unten; Urk. 149/137/2; Urk. 149/142 S. 2; Urk. 149/149 S. 3;
Urk. 149/155 S. 2 f.).
4. Mit der Berufung kann sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch die unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO).
In der Berufungsschrift sind die Behauptungen bestimmt und vollständig aufzu-
stellen. Zudem muss sie – im Gegensatz zur Klageschrift – nicht nur eine tatsäch-
liche, sondern auch eine rechtliche Begründung enthalten (Reetz/Theiler, in: Sut-
ter-Somm et al., ZPO Komm., Art. 311 N 36). Der Berufungskläger hat mittels kla-
rer und sauberer Verweisungen auf die Ausführungen vor der Vorinstanz zu zei-
gen, wo er die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und
Einreden erhoben hat. Die Parteien haben die von ihnen kritisierten Erwägungen
des angefochtenen Entscheids wie auch die Aktenstücke, auf die sie ihre Kritik
stützen, genau zu bezeichnen (BGE 138 III 374 E. 4.3.1.; BGer 4A_580/2015 vom
11. April 2016, E. 2.2. [nicht publiziert in BGE 142 III 271]). Was nicht in einer den
gesetzlichen Begründungsanforderungen genügenden Weise beanstandet wird,
braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden. Es ist nämlich
nicht Sache der Rechtsmittelinstanz, die Akten und die Rechtsschriften der Vor-
instanz zu durchforsten um festzustellen, was welche Partei wo ausgeführt hat.
Damit ist gesagt, dass die Berufungsschrift weder eine pauschale Verweisung auf
die bei der Vorinstanz eingereichten Rechtsschriften noch eine neuerliche Dar-
stellung der Sach- oder Rechtslage enthalten darf, welche nicht darauf eingeht,
was vor der Vorinstanz vorgebracht worden ist. Pauschale Verweisungen auf die
vor der Vorinstanz eingebrachten Rechtsschriften sind namentlich dann unzuläs-
sig, wenn sich die Vorinstanz mit den Ausführungen des Berufungsklägers ausei-
nandergesetzt hat. Stützt sich der angefochtene Entscheid auf mehrere selbstän-
dige Begründungen, muss sich der Berufungskläger in der Berufungsschrift mit al-
len Begründungen auseinandersetzen. Das Gleiche gilt im Falle von Haupt- und
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Eventualbegründung. Auch hier muss sich der Berufungskläger mit beiden Be-
gründungen auseinandersetzen (Hungerbühler/Bucher, DIKE-Komm-ZPO,
Art. 311 N 42 f.). Zwar prüft die Berufungsinstanz nicht nur die geltend gemachten
Rügen (Rügeprinzip). Aber das Gericht muss den angefochtenen Entscheid nicht
von sich aus auf Mängel untersuchen, es sei denn, der Sachverhalt sei geradezu
willkürlich festgestellt worden oder das Recht sei geradezu willkürlich angewandt
worden (Reetz/Theiler, a.a.O.). Aufgrund der umfassenden Überprüfungsbefugnis
ist die Berufungsinstanz nicht an die mit den Rügen vorgebrachten Argumente
oder an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden, sie kann die Rügen auch mit
abweichenden Erwägungen gutheissen oder abweisen (vgl. Reetz/Theiler, a.a.O.,
Art. 310 N 6). Die Begründungsanforderungen gelten auch für die Berufungsant-
wort, wenn darin Erwägungen der Vorinstanz beanstandet werden, die sich für die
im kantonalen Verfahren obsiegende Partei ungünstig auswirken können (BGer
4A_258/2015 vom 21. Oktober 2015, E. 2.4.2; BGer 4A_580/2015 vom 11. April
2016, E. 2.2; BGer 4A_496/2016 vom 8. Dezember 2016, E. 2.2.2; Reetz/Theiler,
a.a.O., Art. 312 N 11).
5. Neue Tatsachen und Beweismittel (Noven) können im Berufungsverfahren nur unter den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO berücksichtigt werden,
d.h., wenn sie – kumulativ – ohne Verzug vorgebracht werden (lit. a) und trotz
zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten
(lit. b). Diese gesetzliche Novenbeschränkung gilt auch im Anwendungsbereich
der beschränkten Untersuchungsmaxime (BGE 138 III 625 E. 2.2; BGer
4A_619/2015 vom 25. Mai 2016, E. 2.2.2 a.E.).
C. Unterhaltsbeiträge
1. Unterhalt während der Dauer des Zusammenlebens
1.1. Die Vorinstanz wies den Antrag der Gesuchstellerin auf Zusprechung eines Unterhaltsbeitrags in der Höhe von Fr. 25'781.30 [recte: Fr. 32'573.–; Urk. 58 S. 3
und 45 sowie Urk. 149/133 S. 27] für den Zeitraum vom 29. Mai 2016 bis zum
22. März 2017 während der Dauer des Zusammenlebens ab. Die Gesuchstellerin
habe für diesen Zeitraum nicht geltend gemacht, ihr Bedarf sei nicht gedeckt wor-
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den oder es bestünden offene Rechnungen. Vielmehr mache sie eine Mehrleis-
tung gestützt auf Art. 165 Abs. 2 ZGB geltend, die im Scheidungsverfahren einzu-
bringen sei (Urk. 134 S. 8 f., S. 32 Dispositivziffer 8).
1.2. Auf Begehren eines Ehegatten setzt das Eheschutzgericht die Geldbeträge an den Unterhalt der Familie fest (Art. 173 Abs. 1 ZGB, Geldleistungen während
des Zusammenlebens). Allerdings machte die Gesuchstellerin vor Vorinstanz un-
ter diesem Titel eine Rückerstattung betreffend angeblich von ihr zu viel bezahlten
Beiträgen an die ehelichen Lasten geltend (Urk. 1 Rz. 128), und geht im Beru-
fungsverfahren weiterhin von einer Forderung nach ausgleichenden Beiträgen
des Gesuchsgegners an die ehelichen Lasten in der Höhe von Fr. 32'573.– aus
(Urk. 149/133 S. 25).
Für die Beurteilung eines Anspruchs auf eine angemessene Entschädigung zufol-
ge Mehrleistung gestützt auf Art. 165 Abs. 2 ZGB ist nicht das Eheschutzgericht
zuständig, sondern das für gewöhnliche Forderungsstreitigkeiten zuständige (or-
dentliche) Gericht bzw. vorliegend das Scheidungsgericht (vgl. BGE 123 III 433;
Hausheer/Geiser/Aebi-Müller, Das Familienrecht des Schweizerischen Zivilge-
setzbuches: Eheschliessung, Scheidung, Allgemeine Wirkungen der Ehe, Güter-
recht, Kindesrecht, Erwachsenenschutzrecht, eingetragene Partnerschaft, Konku-
binat, 6. A., 2018, N 08.52). Es trifft zu, dass die Gesuchstellerin vor Vorinstanz
wie auch im Berufungsverfahren darauf hinwies, ihr Anspruch sei im Eheschutz-
verfahren in Anwendung von Art. 173 ZGB zu beurteilen (Urk. 1 S. 21;
Urk. 149/133 S. 25). In tatsächlicher Hinsicht hielt sie indes dafür, sie habe weit
mehr als angemessen zur Finanzierung des Familienbedarfs beigetragen, wes-
halb der Gesuchsgegner zu verpflichten sei, ihr den Betrag von Fr. 32'573.– für
die übermässig getragenen ehelichen Lasten zurückzuerstatten (vgl. Urk. 58
S. 44 f.). Solch ein Rückerstattungsanspruch ist – wie von der Vorinstanz erwo-
gen – unter Art. 165 Abs. 2 ZGB und nicht unter Art. 173 ZGB zu subsumieren
und damit im ordentlichen Verfahren zu beurteilen. Die Zweitberufung ist diesbe-
züglich somit abzuweisen.
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2. Unterhalt während der Dauer des Getrenntlebens
2.1. Die Vorinstanz wandte die einstufig-konkrete  an, wobei sich auch beide Parteien hinsichtlich der Anwendung dieser Metho-
de einig sind (Urk. 134 S. 10; Urk. 133 S. 4). Bei der einstufigen Methode sind die
bisherigen monatlichen Haushaltungskosten und auf dieser Grundlage der Le-
bensstandard des anspruchsberechtigten Ehegatten konkret zu ermitteln. Anstelle
der einzelnen Positionen des familienrechtlichen Existenzminimums treten die ef-
fektiven (höheren) Ausgaben (Wohnen, Krankenkasse, Versicherungen, Vorsor-
ge, Fahrzeug, Kleider, Essen, Steuern, Hobby und Freizeit usw.). Ist das nicht
ohne weiteres oder nur teilweise möglich, kann hilfsweise von einem um 50 bis
100 % erweiterten Grundbetrag ausgegangen werden (Six, a.a.O., S. 107 f., Rz.
2.68). Dabei trägt die Gesuchstellerin die Last der Glaubhaftmachung der einzel-
nen Positionen. Die Parteien stimmen auch darin überein, dass eine gewisse
Sparquote bestand, wenngleich der Gesuchsgegner diese viel höher ansetzen will
(Urk. 134 S. 10 f. m.H.). Die Vorinstanz berechnete eine Sparquote von mindes-
tens Fr. 2'000.– pro Monat (Urk. 134 S. 11 ff.). Weil sehr gute Einkommensver-
hältnisse gegeben sind (vgl. steuerbares Gesamtnettoeinkommen von rund
Fr. 345'800.– im Jahr 2015 [Urk. 4/6]), ist die genaue Höhe der Sparquote jedoch
nicht von Bedeutung und kann daher offen bleiben.
2.2. a) Als Referenzjahr für die eheliche Lebenshaltung ging die Vorinstanz vom Jahr 2015 aus, da die Gesuchstellerin geltend gemacht habe, der Gesuchs-
gegner habe per Dezember 2015 eigenmächtig die Familienfinanzen geändert
und ihr den bisherigen jahrelangen Zugriff auf die gemeinsamen Mittel zur Be-
streitung des Familienbedarfs im bisher gelebten Umfang entzogen. Anlässlich
der persönlichen Befragung habe der Gesuchsgegner nicht glaubhaft dartun kön-
nen, inwiefern die Änderung tatsächlich einvernehmlich erfolgt sei und in beider
Interessen gelegen habe. Es sei deshalb davon auszugehen, dass die Änderung
der bisher gelebten Regelung eigenmächtig durch den Gesuchsgegner erfolgt sei.
Das Jahr 2016 entspreche daher nicht mehr dem bisher gelebten Standard der
Ehegatten (Urk. 134 S. 10).
- 14 -
b) In seiner Erstberufung beanstandet der Gesuchsgegner dieses Vorgehen nicht (Urk. 133). Im Rahmen seiner Zweitberufungsantwort hält er daran fest, die
Parteien hätten sich, wie er vor Vorinstanz substantiiert dargelegt habe, auf einen
neuen Zahlungsschlüssel geeinigt, wonach jeder Ehegatte die eigenen persönli-
chen Auslagen selber bezahlen sollte und die familiären Auslagen im Schlüssel 3⁄4
Gesuchsgegner und 1⁄4 Gesuchstellerin bezahlt würden. Dies sei anstandslos so
gehandhabt worden. Nicht einmal die Gesuchstellerin behaupte, dass dies nicht
so gehandhabt worden sei. Die Parteien seien im Jahr 2016, als sie noch zu-
sammen gelebt hätten, mindestens monatlich zusammengesessen, um über noch
ausstehende bzw. unklare Zahlungen zu reden. Die Gesuchstellerin habe nie da-
gegen protestiert (Urk. 149/142 S. 3 f.). Demgegenüber hält die Gesuchstellerin
daran fest, es habe keine einvernehmliche Lösung bestanden und der Gesuchs-
gegner habe alle Änderungen einseitig aufoktroyiert (Urk. 149/149 S. 5, 26 f.).
c) Vor Vorinstanz gab die Gesuchstellerin persönlich zu Protokoll, man habe bis im Jahr 2015 ein gemeinsames Konto gehabt, auf welches die beiden Saläre
einbezahlt worden seien. Dieses Konto habe ihnen als Familie zur Verfügung ge-
standen bzw. sie beide hätten es benutzt. Aufgrund ihrer guten finanziellen Lage
hätten sie nie Probleme damit gehabt. Sie hätten mit diesem Konto alle Ausgaben
decken können. Das gemeinsame Konto sei auch für persönliche Ausgaben be-
nutzt worden. Sie habe nicht verstanden, weshalb man dann eine andere Abma-
chung habe treffen müssen. Der Gesuchsgegner habe gemeint, sie gebe zu viel
aus. Er habe dann angefangen, die Kosten im Verhältnis 1/3 zu 2/3 aufzuteilen.
Das sei für sie sehr befremdend gewesen und sie habe Angst gehabt, dass er
seinen Anteil nicht mehr bezahlen würde. Sie habe immer alles vorschiessen und
dann im Nachhinein mit dem Gesuchsgegner abrechnen müssen. Das habe zu
viel Streit geführt. Sie habe es auch unfair gefunden, dass sie die Hälfte der Hy-
pothek habe bezahlen müssen. Sie habe für jede Kleinigkeit einen Beleg vorlegen
müssen. Ohne Beleg habe es kein Geld gegeben. Oft habe sie wegen der ge-
meinsamen Tochter geschwiegen. Sie habe dem Gesuchsgegner alle Rechnun-
gen vorlegen müssen und er habe berechnet, wer wie viel bezahle (Prot. I
S. 27 f.).
- 15 -
Demgegenüber liess der Gesuchsgegner protokollieren, in der Vergangenheit hät-
ten sie immer separate Bankkonten gehabt. Als er in die Schweiz gekommen sei,
sei ihm von der Universität F._ die G._ Kantonalbank vorgestellt wor-
den. Danach hätten sie ein gemeinsames Konto gehabt, welches aber auf ihn al-
leine gelautet habe. Eigentlich sei die Idee aber gewesen, dass sie weiterhin ge-
trennte Konten führen würden. Im August 2015 habe er der Gesuchstellerin
nochmals gesagt, dass er die Bankkonten separieren würde. Im Dezember 2015
sei er dann endlich dazu gekommen. In Bezug auf die Kosten habe die Gesuch-
stellerin gemeint, dass 1/3 zu viel sei und sie sich mit 1/4 an den Kosten beteili-
gen wolle. Damit sei er dann einverstanden gewesen. Die Gesuchstellerin habe
sich damit einverstanden erklärt, als er diese Vereinbarung vorgeschlagen habe.
Es sei nicht so, dass sie nicht einverstanden gewesen sei und er sie dazu ge-
zwungen hätte (Prot. I S. 31 f.).
Jahrelang wurde ein gemeinsames Konto bei der G._ geführt. Auf dieses
Konto wurden die Einkünfte beider Parteien überwiesen, beide Parteien hatten
Zugriff darauf und es wurden daraus auch persönliche Ausgaben bestritten. Es ist
der Vorinstanz beizupflichten, dass der Gesuchsgegner nicht glaubhaft machen
konnte, inwiefern die Änderung Ende Dezember 2015 einvernehmlich erfolgte und
in beider Interesse lag. Vielmehr erscheint nachvollziehbar, dass die Änderung
der bisher gelebten Regelung eigenmächtig durch den Gesuchsgegner erfolgte.
Auch sind keine objektiven Gründe für eine solche Änderung (wie etwa eine mar-
kante Einkommenseinbusse o.Ä.) ersichtlich. Die Gesuchstellerin hatte sozusa-
gen keine andere Wahl, als "mitzumachen", zumal der Grossteil des Geldes vom
Gesuchsgegner beigesteuert wurde. Im Jahr 2016 zeichnete sich sodann die
Trennung der Parteien bereits ab (Urk. 1 S. 8 f.; Urk. 16 S. 3). Als zuletzt während
der intakten Ehe gelebter ehelicher Standard erscheint somit in Übereinstimmung
mit der Vorinstanz das Jahr 2015 als repräsentabel.
Im Übrigen verwies der Gesuchsgegner in seiner Zweitberufungsantwort bezüg-
lich der Höhe der Unterhaltszahlungen lediglich pauschal auf seine Eingabe vor
Vorinstanz vom 8. August 2017 (Urk. 16) und die damit eingereichten Beilagen,
ohne Nennung von konkreten Urkunden und Seitenzahlen. Auch setzte er sich mit
- 16 -
den Ausführungen der Vorinstanz nicht auseinander (Urk. 149/142 S. 3 f. und
Urk. 149/155 S. 2 oben; vgl. auch Urk. 149/149 S. 2-4). Solches genügt den ein-
gangs erwähnten gesetzlichen Begründungsanforderungen im Berufungsverfah-
ren nicht, weshalb diesbezüglich auf die Berufungsantwort ohnehin nicht einzutre-
ten ist.
2.3. Gebührender Bedarf der Gesuchstellerin
a) Die Vorinstanz ging von den tatsächlichen Mietkosten der Gesuchstellerin in der Höhe von Fr. 1'452.– (Mietzins inkl. Nebenkosten; Urk. 4/14) aus und rechne-
te ihr keine höheren hypothetischen Mietkosten an, weil das zu einer Vermögens-
verschiebung zugunsten der Gesuchstellerin führen würde (Urk. 134 S. 13). Die
Gesuchstellerin rügt diesbezüglich eine unrichtige Rechtsanwendung durch die
erste Instanz. Sie habe Anspruch auf eine dem bisherigen Lebensstandard an-
gemessene grosszügige Wohnung mit gehobenem Ausbaustandard und mindes-
tens vier Zimmern. Entsprechende Wohnungen seien in D._ im Preisrahmen
von Fr. 2'500.– bis Fr. 3'000.– pro Monat zu finden (Urk. 149/133 S. 14; vgl. auch
Urk. 1 S. 49).
Die Gesuchstellerin zog per 22. März 2017 in eine 50 m2 Zweizimmerwohnung im
Erdgeschoss in D._ (Urk. 4/14; Urk. 1 S. 11). Zuvor lebte sie mit dem Ge-
suchsgegner und der gemeinsamen Tochter in der im April 2012 erworbenen, im
Miteigentum der Parteien stehenden ehelichen Liegenschaft an der C._-
strasse ... in D._. Dabei handelt es sich um ein Sechseinhalbzimmer-
Einfamilienhaus mit einer Zweieinhalbzimmer-Einliegerwohnung je mit grosszügi-
gem Garten und einer gesamthaften Hauptnutzfläche Wohnen von 284 m2 (Urk. 1
S. 7, 23; Urk. 4/2 S. 9 [Schätzungsbericht]). Aus dem im Eheschutzverfahren gel-
tenden Gleichbehandlungsgrundsatz folgt, dass einer Partei, die sich bezüglich
des Wohnkomforts einschränkt, hypothetisch derjenige (höhere) Betrag anzu-
rechnen ist, der den an sich angemessenen Mietkosten entspricht. Sie hat An-
spruch darauf, den dadurch ersparten Betrag anderweitig zu verwenden (ZR
87/1988 Nr. 114); dies gilt ohne weiteres auch rückwirkend. Der Effektivitäts-
grundsatz (vgl. Urk. 149/142 S. 20) erfährt hier praxisgemäss eine Ausnahme.
Dies liegt unter anderem darin begründet, dass die ausziehende, unterhaltsbe-
- 17 -
rechtigte Partei mangels (genügender) Unterhaltsbeiträge, oftmals zunächst bis
zur gerichtlichen Festlegung der gebührenden Unterhaltsbeiträge, nicht in der La-
ge ist, eine standesgemässe Wohnung anzumieten. Die verhältnismässig kleine
Zweizimmerwohnung der Gesuchstellerin entspricht jedenfalls nicht dem gelebten
ehelichen Standard. Zu beachten ist dabei allerdings, dass die Nutzung des bis-
herigen Hauses durch die Parteien und die Tochter (vgl. Prot. I S. 28) geteilt wur-
de. Insofern kann die Gesuchstellerin nicht ein gleichwertiges Objekt für sich al-
lein beanspruchen. Ansonsten würde ihre Lebenshaltung erhöht (vgl. BGer
5P.138/2001 vom 10. Juli 2001 E. 2b: OGer ZH LY170030 vom 16.07.2018,
S. 33). Ihr Anspruch auf eine grosszügige Dreieinhalb- bis Vierzimmerwohnung
mit Garten erscheint jedoch ausgewiesen. Für ein solches Wohnobjekt dürften im
Raum D._, wo die Wohnungen deutlich günstiger anzumieten sind als bei-
spielsweise in der Stadt Zürich, allerdings Fr. 1'800.– pro Monat ausreichend sein
(vgl. www.H._.ch; www.I._.ch; demgegenüber: Urk. 4/93). Die Kosten
der ehelichen Liegenschaft in der Höhe von rund Fr. 2'900.– pro Monat können im
Übrigen nicht einfach halbiert werden, um den angemessenen Mietzins festzule-
gen, zumal notorisch ist, dass die monatlichen Kosten für die Bewohnung eines
Eigenheims tiefer ausfallen, als jene für ein vergleichbares Mietobjekt. Aus-
schlaggebend ist stets der Wohnkomfort. Der Umstand, dass die Gesuchstellerin
per 1. August 2019 in eine Dreizimmerwohnung mit einem Mietzins von
Fr. 1'682.– pro Monat an der gleichen Adresse umgezogen ist (Urk. 149/145;
Urk. 149/149 S. 32; Urk. 149/151/5), kann mit Blick auf die Rechtshängigkeit der
Scheidungsklage per 22. März 2019 einerseits keine Beachtung mehr finden. An-
dererseits wäre daraus nicht automatisch auf einen nunmehr angemessenen
Wohnkomfort der Gesuchstellerin zu schliessen, welche denn auch nach wie vor
von einer blossen Übergangslösung ausgeht und an einem höheren hypotheti-
schen Mietzins festhält (Urk. 149/149 S. 32 f.).
b) Betreffend die Stromkosten und die Kosten für die Hausrat- und  ist von den vorinstanzlich pro Monat veranschlagten, belegten Be-
trägen in der Höhe von Fr. 27.– (Urk. 4/94) bzw. Fr. 35.– (Urk. 4/96) auszugehen
(Urk. 134 S. 13; Urk. 149/142 S. 9). Es ist nicht ersichtlich, weshalb der Gesuch-
stellerin, welche in der fraglichen Zeitspanne effektiv in der Zweizimmerwohnung
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lebte, hypothetisch höhere diesbezügliche Kosten als die tatsächlich verbrauchten
angerechnet werden sollten (vgl. Urk. 149/133 S. 14; Urk. 149/142 S. 23).
c) Unangefochten und belegt sind die Parkplatzkosten in der Höhe von Fr. 60.– monatlich sowie die Kosten für die Rechtsschutzversicherung von Fr. 25.– im Mo-
nat (Urk. 4/29, /96, /97; Urk. 134 S. 13; Urk. 133 S. 5; Urk. 149/133 S. 22;
Urk. 149/142 S. 9).
d) Die erste Instanz rechnete der Gesuchstellerin die geltend gemachten  der Reiseversicherung im Betrag von Fr. 40.– monatlich an. Weshalb der Ge-
suchsgegner nur Ausgaben von Fr. 380.– festgestellt haben soll, sei nicht ersicht-
lich, obschon die Gesuchstellerin die Jahresprämie über Fr. 475.– eingereicht ha-
be (Urk. 134 S. 13; Urk. 4/29). Der Gesuchsgegner will diese Kosten im Bedarf
der Gesuchstellerin nicht anrechnen. Einerseits habe die Gesuchstellerin nur ei-
nen veralteten Beleg aus dem Jahr 2012 eingereicht. Andererseits betreffe der
Beleg über eine Zahlung von Fr. 380.– an die J._ [Versicherung], worauf die
Vorinstanz sich gestützt habe, keine Reiseversicherung, sondern eine Kranken-
versicherung der Tochter im Ausland. Die VVG der Parteien erfasse im Übrigen
bereits die Abdeckung im Ausland. Nach der Trennung habe ohnehin er alle Aus-
lagen der Tochter übernommen (Urk. 149/142 S. 9, 11; Urk. 149/144/2, 3).
Der Beleg des Gesuchsgegners betreffend eine Ferien- und Reiseversicherung
lautet auf ihn und die Tochter und betrifft das Jahr 2018 (Urk. 149/144/3). Dem-
gegenüber handelt es sich bei der von der Gesuchstellerin vor Vorinstanz einge-
reichten Reisedokumentation um eine auf die Gesuchstellerin am 18. September
2012 abgeschlossene Reiseversicherung "Familie weltweit" für, wie die Gesuch-
stellerin zu Recht einwendet (vgl. Urk. 149/149 S. 8), die Dauer von drei Jahren.
Die Jahresprämie beträgt Fr. 475.– (Urk. 4/29; Urk. 1 S. 25). Die Gesuchstellerin
vermochte damit hinreichend glaubhaft zu machen, dass eine solche zusätzliche
Reiseversicherung zum familiären Standard gehörte, weshalb die Vorinstanz ihr
zu Recht Fr. 40.– unter diesem Titel im Bedarf veranschlagte.
e) Die erste Instanz veranschlagte der Gesuchstellerin für die  insgesamt Fr. 157.– bzw. Fr. 150.– ab Januar 2019, nämlich Fr. 40.–
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für das Kommunikationspaket der K._ für Fernsehen, Festnetz und Internet
(Urk. 4/98), Fr. 10.– für das Surf-Abonnement bei L._ (Urk. 4/99), Fr. 69.– für
das Grundabonnement (Urk. 4/100) und die Gebühren für Billag/Serafe von
Fr. 38.– bzw. Fr. 30.– monatlich ab Januar 2019. Variable Kosten für die Kommu-
nikation habe die Gesuchstellerin im Verlauf des Verfahrens nicht substantiiert
geltend gemacht (Urk. 134 S. 14).
Die Gesuchstellerin rügt, sie habe anhand der Rechnungen der K._ aus dem
Jahr 2016 (Urk. 4/30) monatliche Auslagen von Fr. 139.– vor dem Getrenntleben
belegt und den von ihr geltend gemachten Betrag auf Fr. 130.– beziffert. Damit
sei sie ihrer Behauptungs- und Glaubhaftmachungslast hinreichend nachgekom-
men. Für die variablen Kosten seien ihr somit Fr. 90.– (Fr. 130.– - Fr. 40.– Abon-
nementskosten) zuzugestehen (Urk. 149/133 S. 15; Urk. 1 S. 51 Rz. 143). Der
Gesuchsgegner lässt entgegnen, der Gesuchstellerin wäre es ein Leichtes gewe-
sen, die effektiven variablen Kommunikationskosten zu belegen, wenn diese hö-
her als Fr. 157.– wären. Aktenkundig hätte die ganze Familie tiefere Kommunika-
tionskosten, als sie die Gesuchstellerin behaupte (Urk. 149/142 S. 23; Urk. 133 S.
5).
Aus den aktenkundigen Rechnungen der K._ aus dem Jahr 2016 ergeben
sich durchschnittliche monatliche Kosten von rund Fr. 117.– für die ganze Familie
und nicht Fr. 139.– (vgl. Urk. 1 S. 26), weil die mit der Rechnung vom 4. Mai 2016
veranschlagten Kosten von Fr. 267.60 für den Kommunikationsanschluss einma-
lig und daher für die Abschätzung der künftigen Kosten nicht zu berücksichtigen
sind (Urk. 4/30). Gemäss den Rechnungen fallen die Nutzungsgebühren jeweils
bescheiden aus und können vernachlässigt werden. Insgesamt erscheinen mit
der Vorinstanz die geltend gemachten variablen Kosten von angeblich Fr. 90.–
nicht genügend glaubhaft gemacht. Es bleibt daher bei den von der Vorinstanz
angerechneten Kosten, wobei es sich rechtfertigt, hinsichtlich der Billag/Serafe-
Gebühren für die hier zu beurteilende Zeitspanne von 24 Monaten (April 2017 bis
und mit März 2019) einen durchschnittlichen Betrag von rund Fr. 37.– pro Monat
einzusetzen. Damit ergibt sich ein insgesamt für Kommunikationskosten anzu-
- 20 -
rechnender Betrag in der Höhe von Fr. 156.– (Fr. 40.– K._ Kommunikations-
paket, Fr. 10.– L._ Surfabo, Fr. 69.– Handy und Fr. 37.– Billag/Serafe).
f) Die Vorinstanz berücksichtigte die von der Gesuchstellerin geltend , belegten und anerkannten Krankenkassenprämien in der Höhe von monatlich
Fr. 742.– (Urk. 134 S. 14; Urk. 4/101; Urk. 1 S. 47, 52; Urk. 149/142 S. 9). Per 1.
Januar 2019 sind der Gesuchstellerin jedoch, wie sie zurecht rügt, die bereits vor
Vorinstanz belegten höheren Prämien von rund Fr. 870.– anzurechnen, zumal
keine neuen Zusatzversicherungen abgeschlossen wurden und die Krankenkas-
senprämien notorisch jährlich und bei Erreichen gewisser Altersgrenzen steigen
(Urk. 149/133 S. 15; Urk. 59/26; Urk. 4/101). Von einer massiven Erhöhung der
Prämien durch die Gesuchstellerin selbst (Urk. 149/142 S. 23) kann nicht die Re-
de sein.
g) Hinsichtlich der weiteren geltend gemachten Gesundheitskosten  die erste Instanz der Gesuchstellerin monatlich Fr. 164.– für den Selbst-
behalt (Urk. 36/7), Fr. 43.– für die Migränetherapie und Fr. 25.– für den Zahnarzt
sowie Fr. 36.– für den Optiker (Urk. 134 S. 14 f.). Dies blieb unangefochten
(Urk. 133 S. 5; Urk. 149/133 S. 22; Urk. 149/142 S. 9, 23 f.). Nicht kritisiert wurden
ferner der Regagönnerbeitrag von Fr. 3.– monatlich sowie die Fahrzeugkosten im
Betrag von Fr. 391.– pro Monat und die Kosten des öffentlichen Verkehrs in der
Höhe von Fr. 180.– monatlich (Urk. 134 S. 15; Urk. 133 S. 5; Urk. 149/133 S. 22
f.; Urk. 149/142 S. 9 f.).
h) Für Haushalt, Lebensmittel und Bargeldbezüge rechnete die Vorinstanz der Gesuchstellerin, welche insgesamt Fr. 1'625.– pro Monat geltend gemacht hatte,
gestützt auf die Aufstellung des Gesuchsgegners über die diesbezüglichen Kos-
ten der Familie im Jahr 2015 (Urk. 61/2-6 Code 79, 81 und 103) einen Betrag von
Fr. 1'159.– pro Monat an, entsprechend einem Drittel der Gesamtauslagen von
Fr. 29'806.–, zuzüglich 40 % für trennungsbedingte Mehrkosten (Urk. 134
S. 15 f.).
Die Gesuchstellerin kritisiert, dass die Vorinstanz diesbezüglich auf die völlig un-
substantiierte und unvollständige Aufstellung des Gesuchsgegners (Urk. 61/2)
- 21 -
abgestellt habe. Die Gesamtkosten seien ihr und dem Gesuchsgegner als er-
wachsene Köpfe je zu 40 % und der Tochter zu 20 % anzurechnen. Die von ihr
geltend gemachten Fr. 745.– pro Monat für Barbezüge seien daher angemessen,
ebenso der geltend gemachte Betrag von Fr. 200.– für Haushalt und jener von
Fr. 745.– für Lebensmittel. Total seien unter diesem Titel somit insgesamt
Fr. 1'690.– anzurechnen (Urk. 149/133 S. 15 ff.). Demgegenüber meint der Ge-
suchsgegner, die Vorinstanz habe zu Recht auf seine Aufstellung/Analyse zum
familiären Konsum abgestellt. Die Auslagen seien vom Haushaltskonto lückenlos
und vollständig erfasst worden. Die drei von der Gesuchstellerin bezüglich Haus-
halt, Lebensmittel und Barbezüge eingereichten Listen enthielten offenkundige
Fehler sowie Überschneidungen bzw. Doppelzahlungen, insbesondere hinsicht-
lich der Barbezüge, zumal viele aufgelistete Positionen, etwa für Kleidung, Benzin
und Lebensmittel etc. in bar bezahlt worden seien (Urk. 149/142 S. 24-28).
Bei der einstufigen Methode obliegt es in erster Linie der Gesuchstellerin, ihre Le-
benshaltungskosten substantiiert darzutun und zu belegen. Überzeugen ihre An-
gaben nicht restlos, kann es sich aufdrängen, auch bzw. zumindest punktuell auf
die Aufstellung des Gesuchsgegners abzustellen, wie dies die Vorinstanz getan
hat, sofern sich diese als detaillierter und plausibler erweist, und nicht mehr sub-
stantiiert bestritten wurde. So wies die Vorinstanz richtig darauf hin, dass es nicht
genüge, wenn die Gesuchstellerin anhand einzelner Rechnungsbelege (hochge-
rechnet) auf die Gesamtkosten im Jahr schliessen wolle (vgl. Urk. 4/47, Urk. 4/48
und Urk. 4/76), wenn der Gesuchsgegner eine konkrete Aufstellung der gesamten
Kosten vorgenommen habe (Urk. 17/9 und Urk. 61/2), welche von der Gesuch-
stellerin nicht substantiiert bestritten worden sei bzw. wozu sie keine substantiier-
te Gegenaufstellung mehr vorgenommen habe (vgl. Urk. 134 S. 12 f., 15, 20 ff.).
Als Belege für die fraglichen Positionen reichten im Übrigen beide Parteien die
Auszüge des Haushaltskontos bei der G._ (Urk. 4/7 bzw. Urk. 61/3) sowie
Auszüge der M._ Card je betreffend das Jahr 2015 ein (Urk. 4/45 bzw.
Urk. 61/4). Es handelt sich mithin nicht um eine Frage der Belegung der einzelnen
Positionen, sondern vielmehr der Zuordnung bzw. Anrechnung der Beträge.
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Gestützt auf die Aufstellung des Gesuchsgegners (Urk. 61/2 Code 79 ["House-
hold, general": Fr. 1'191.–], Code 81 ["Groceries"]: Fr. 18'724.–) ergeben sich un-
ter dem Titel Haushalt und Lebensmittel Kosten von Fr. 19'915.– pro Jahr. Dazu
sind die, von der Gesuchstellerin aufgeführten Kosten für die Anschaffung der
neuen Geschirrspülmaschine von rund Fr. 2'774.–, amortisiert auf sieben Jahre
(vgl. 4/47; Urk. 61/2 Code 115; Urk. 149/142 S. 25), und damit rund Fr. 396.– jähr-
lich hinzuzuzählen. Es rechtfertigt sich demgegenüber mit dem Gesuchsgegner
(Urk. 149/155 S. 18) nicht, repräsentativ die vollen Kosten der Geschirrspülma-
schine auf ein Jahr umzurechnen, weil jährlich diverse Haushaltsartikel ersetzt
werden oder neu angeschafft werden müssten, was notorisch sei (Urk. 149/149 S.
19). Die Gesuchstellerin substantiierte vor Vorinstanz keine entsprechenden Kos-
ten (Urk. 4/47; Urk. 85 S. 32).
Insgesamt resultieren somit monatliche Kosten von Fr. 1'693.–. Weil die gemein-
same Tochter 2015 schon beinahe mündig war, rechtfertigt es sich mit der Vor-
instanz, der Gesuchstellerin einen Drittel dieser Kosten zu veranschlagen und
nicht 40 %, wie diese meint (Urk. 149/133 S. 16). Sachgerecht erscheint indes der
vorinstanzlich vorgenommene Zuschlag in der Höhe von 40 % für trennungsbe-
dingte Mehrkosten, womit der Gesuchstellerin ein Betrag von Fr. 790.– monatlich
für Haushalt und Lebensmittel anzurechnen ist.
Bei den Bargeldbezügen rechtfertigt es sich, von der Auflistung der Gesuchstelle-
rin auszugehen und damit von jährlichen Bargeldbezügen vom Haushaltskonto
der Parteien bei der G._ von rund Fr. 14'160.– (Urk. 4/76). Der Gesuchsgeg-
ner ging demgegenüber von Bargeldbezügen von Fr. 9'891.– im Jahr 2015 aus
(Urk. 61/2 Code 103 ["Cash withdrawals": Fr. 9'891.–]), wobei er vor Vorinstanz
bei der Position Barbezüge einen Abzug von Fr. 4'945.– (1/3) vom Total von
Fr. 14'836.– vornahm, weil die Bargeldbezüge überwiegend von ihm getätigt wor-
den seien und nicht einzusehen sei, wenn diese Bezüge als Lebensstandard der
ganzen Familie betrachtet würden (vgl. Urk. 76 S. 1). Solches überzeugt nicht.
Nicht zu berücksichtigen sind hingegen die von der Gesuchstellerin vor Vor-
instanz geltend gemachten zusätzlichen Barbezüge über rund Fr. 3'085.–
(Urk. 59/34; Urk. 149/133 S. 16), handelt es sich hierbei doch nicht um Bezüge
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vom Haushaltskonto bei der G._, sondern dem N._-Privatkonto des Ge-
suchsgegners und einem O._-Konto. Es erscheint glaubhaft, dass diese Be-
züge den Gesuchsgegner persönlich und nicht die Familie betrafen. Die Vo-
rinstanz rechnete diese Barbezüge richtigerweise nicht mit ein. Auch die Bargeld-
bezüge sind zu einem Drittel der Gesuchstellerin anzurechnen und damit im Um-
fang von Fr. 4'720.– pro Jahr bzw. Fr. 393.– pro Monat. Ein Zuschlag zufolge
trennungsbedingter Mehrkosten rechtfertigt sich bei den Barbezügen hingegen
gerade nicht (Urk. 149/142 S. 26; vgl. auch Urk. 149/133 S. 16). Allfällige Doppel-
zählungen und Überschneidungen sind hinsichtlich der Barbezüge nicht ersicht-
lich, zumal keine damit bezahlten Rechnungen belegt wurden (vgl. Urk. 149/142
S. 26). Vielmehr ist davon auszugehen, dass zusätzlich zu den Konto- und Kredit-
kartenbezügen auch noch Barbezüge gemacht wurden. So führte die Gesuchstel-
lerin vor Vorinstanz glaubhaft aus, es seien Bargeldbezüge für diverse Kleinstaus-
lagen (bspw. Park- und Ticketautomaten, Einkäufe im Markt oder in der Bäckerei)
zusätzlich zu berücksichtigen. Die bisher berücksichtigten Auslagen für Lebens-
mittel, Kleidung, Haushalt etc. würden lediglich die mit der EC- oder Kreditkarte
getätigten Auslagen erfassen, wobei Barzahlungen unberücksichtigt geblieben
seien (Urk. 58 S. 37).
i) Unter dem Titel Kosten für Drogerie- und Apothekenartikel rechnete die  der Gesuchstellerin versehentlich einen jährlichen Betrag von Fr. 328.–
pro Monat an, statt auf den Monat umgerechnet Fr. 27.– (Urk. 134 S. 16; Urk. 133
S. 3 ff.; Urk. 141 S. 4). Das wäre zu korrigieren. Die Vorinstanz ging dabei von der
Aufstellung des Gesuchsgegners für das Jahr 2015 aus, wonach für die ganze
Familie für "Pharmacy" Kosten von Fr. 703.– angefallen seien, wovon ein Drittel
auf die Gesuchstellerin, zuzüglich 40 % trennungsbedingte Mehrkosten (Urk. 134
S. 16; Urk. 61/2). Diesbezüglich erweist sich indes die von der Gesuchstellerin vor
Vorinstanz eingereichte Aufstellung als detaillierter und damit aussagekräftiger.
Insbesondere rechtfertigt es sich auch, die Kosten für Parfüms miteinzubeziehen,
welche zum ehelichen Lebensstandard gehörten (vgl. Urk. 4/49; Urk. 1 S. 31;
Urk. 58 S. 33). Im Jahr 2015 gaben die Parteien unter diesem Titel rund
Fr. 1'651.– aus. Ein Drittel entfällt auf die Gesuchstellerin, womit sich der von ihr
geltend gemachte Betrag von monatlich Fr. 50.– (und nicht mehr Fr. 70.– wie sie
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dies vor Vorinstanz verlangt; Urk. 149/133 S. 17) als angemessen erweist. Tren-
nungsbedingte Mehrkosten sind hier nicht zu berücksichtigen (Urk. 149/133 S. 17;
Urk. 149/142 S. 29).
j) Für Kleider wurden der Gesuchstellerin durch die Vorinstanz, ausgehend von der Aufstellung des Gesuchsgegners, wonach die ganze Familie im Jahr
2015 einen Betrag von total Fr. 3'869.– für Kleiderkäufe verbraucht habe, ein Drit-
tel und damit rund Fr. 108.– pro Monat angerechnet, zumal die Gesuchstellerin
nicht konkret substantiiert habe, welchen Betrag sie persönlich für Kleider ver-
braucht habe (Urk. 134 S. 17). Auch hier erweist sich die Aufstellung Kosten Klei-
der der Gesuchstellerin (Urk. 4/50 i.V.m. Urk. 4/7 [G._-Konto] und Urk. 4/45
[M._ Kreditkarte]) als detaillierter und es ist vom (belegten) Gesamtbetrag
von Fr. 4'984.40 für die ganze Familie für das Jahr 2015 auszugehen (Urk. 4/50),
wovon ein Drittel und damit Fr. 138.– monatlich auf die Gesuchstellerin entfallen.
Höhere Bekleidungskosten für sich persönlich vermochte die Gesuchstellerin in
der Tat nicht zu substantiieren (Urk. 1 S. 32; Urk. 58 S. 33). Zu Recht veran-
schlagte die Vorinstanz hier auch keine trennungsbedingten Mehrkosten (vgl.
demgegenüber: Urk. 149/133 S. 18). Bei den beidseitigen Behauptungen hinsicht-
lich der Bekleidung der Tochter (vgl. Urk. 149/133 S. 18; Urk. 149/142 S. 29) han-
delt es sich im Übrigen um unzulässige Noven, zumal nicht dargetan wurde, wo
genau vor Vorinstanz solches bereits vorgebracht worden sei.
k) Hinsichtlich der geltend gemachten Auslagen für Blumen veranschlagte die Vorinstanz den vom Gesuchsgegner aufgelisteten, anerkannten Betrag von
Fr. 19.– pro Monat (Urk. 134 S. 17; Urk. 61/2 [Fr. 229.– : 12]). Belegt ist, dass im
Jahr 2015 insgesamt rund Fr. 685.– für Blumenkäufe ausgegeben wurden
(Urk. 4/51 i.V.m. Urk. 4/7 und Urk. 4/45). Dieser Betrag entfiel auf die ganze drei-
köpfige Familie, weshalb Fr. 228.– jährlich bzw. Fr. 19.– monatlich der Gesuch-
stellerin zuzurechnen sind. Die Behauptung, wonach entsprechende Kosten in je-
dem Haushalt und unabhängig von der Anzahl Familienmitglieder anfallen würden
(Urk. 149/133 S. 18), ist neu (vgl. Urk. 1 S. 32; Urk. 58 S. 33) und damit nicht zu
hören. Es bleibt bei den Fr. 19.– pro Monat (vgl. auch Urk. 149/142 S. 10).
- 25 -
l) Für Coiffeurbesuche brachte die Vorinstanz den von der Gesuchstellerin  gemachten und vom Gesuchsgegner anerkannten Betrag von Fr. 78.– pro
Monat in Anrechnung (Urk. 134 S. 17). Dies blieb unangefochten (Urk. 149/133
S. 23; Urk. 149/142 S. 10).
m) Die Vorinstanz berücksichtigte keine Kosten für eine Haushaltshilfe. Zwar wären solche korrekterweise dem gebührenden Lebensunterhalt anzurechnen.
Jedoch habe die Gesuchstellerin nicht geltend gemacht, dass sie nach der Tren-
nung eine solche Haushaltshilfe tatsächlich in Anspruch genommen habe. Dem-
entsprechend sei ihr kein Betrag anzurechnen, ansonsten es zu einer Vermö-
gensverschiebung käme (Urk. 134 S. 17). Die Gesuchstellerin rügt, wie die Vor-
instanz korrekt festgestellt habe, gehöre eine Haushaltshilfe zum ehelichen Le-
bensstandard. Irrelevant seien dabei ihre Lebenshaltungskosten nach der Tren-
nung. Andernfalls hätte es der finanzstarke Ehegatte in der Hand, den Lebens-
standard des anderen Ehegatten im Nachhinein einseitig zu reduzieren, indem er
ihm nach der Trennung bis zum Vorliegen eines Eheschutzentscheides keine Mit-
tel zur Bestreitung des Lebensunterhalts zur Verfügung stelle, was zwangsläufig
eine Reduktion der laufenden Lebenshaltungskosten zur Folge haben müsse, weil
es an Mitteln fehle. Folglich sei ihr auch ein entsprechender Betrag in der Höhe
von Fr. 480.– pro Monat, wie sie vor Vorinstanz belegt habe, anzurechnen
(Urk. 149/133 S. 19). Der Gesuchsgegner hält entgegen, mit Blick auf die kleine
Zweieinhalbzimmerwohnung der Gesuchstellerin sei eine Haushaltshilfe nicht
mehr angemessen (Urk. 149/142 S. 30).
Eine Haushaltshilfe gehörte offensichtlich zum massgeblichen ehelichen Standard
im Jahr 2015, wobei monatlich durchschnittlich rund Fr. 480.– dafür ausgegeben
wurden (Urk. 4/54 i.V.m. Urk. 4/7). Die Gesuchstellerin hat weiterhin einen An-
spruch auf eine solche Haushaltshilfe. Ob sie effektiv eine solche beschäftigt,
kann keine Rolle spielen (vgl. dazu OGer ZH LY170030 vom 16.07.2018, S. 43
f.). Bei der Ermittlung des gebührenden Bedarfs ist auf den zuletzt gemeinsam
gelebten ehelichen Lebensstandard vor der Trennung abzustellen. Das Effektivi-
tätsprinzip hat hier zurückzutreten. Mit Blick auf eine für die Gesuchstellerin an-
- 26 -
gemessene Dreieinhalb- bis Vierzimmerwohnung rechtfertigt es sich jedoch, ihr
lediglich den hälftigen Betrag und damit Fr. 240.– pro Monat anzurechnen.
n) Hinsichtlich der chemischen Reinigung der Bettwaren rechnete die  der Gesuchstellerin Fr. 12.– monatlich an (Fr. 309.– vom Gesuchsgegner
aufgelistete jährliche Kosten : 3 zuzüglich 40 % trennungsbedingte Mehrkosten :
12). Die Gesuchstellerin habe lediglich einen einzigen Beleg über Fr. 228.– für
das Jahr 2015 beigebracht (Urk. 4/55). Regelmässige Auslagen in der geltend
gemachten Höhe von Fr. 684.– jährlich (bzw. Fr. 57.– monatlich) seien nicht be-
legt. Eine Hochrechnung sei nicht gestattet (Urk. 134 S. 18).
Bereits vor Vorinstanz machte die Gesuchstellerin geltend, sie verfüge über zwei
Sets von Duvets und Matratzenauflagen wegen Tochterbesuchen, womit die jähr-
lichen Reinigungskosten Fr. 456.– (2 x Fr. 228.–) betragen würden (Urk. 149/133
S. 19 f.; Urk. 1 S. 33, 55; Urk. 4/55). Belegt ist allerdings nur, aber immerhin die
jährliche Reinigung eines Sets für einen Betrag von Fr. 228.– (Urk. 4/55). Darauf
hat die Gesuchstellerin weiterhin Anspruch, weshalb ihr dementsprechend
Fr. 19.– pro Monat dafür anzurechnen sind, wie sie eventualiter auch geltend
macht (Urk. 149/133 S. 20).
o) Nicht strittig sind der vom Gesuchsgegner anerkannte Betrag von Fr. 33.– pro Monat für Kultur und die Fr. 10.– monatlich für die Mitgliedschaft bei der
P._ (Urk. 134 S. 19; Urk. 149/133 S. 23; Urk. 149/142 S. 10).
p) Die Erstinstanz brachte der Gesuchstellerin die geltend gemachten Fr. 94.– im Monat für Zeitungen und Zeitschriften in Anrechnung. Der Gesuchsgegner ha-
be nicht bestritten, dass die Gesuchstellerin weiterhin die Q._ sowie die Ma-
gazine "R._" und "S._" abonniere, womit ein jährlicher Betrag von
Fr. 1'133.– anfalle (Urk. 134 S. 19). Wie bereits vor Vorinstanz (Urk. 16 Rz. 102
Ziff. 14) will der Gesuchsgegner der Gesuchstellerin keinen Betrag unter dieser
Position anrechnen, weil die Zeitungen von der Universität bezahlt würden
(Urk. 149/142 S. 10). Er tut indes nicht dar, wo er solches vor Vorinstanz geltend
gemacht, geschweige denn belegt hat. Es bleibt daher ohne weiteres beim von
der Vorinstanz angerechneten Betreffnis.
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q) Die Vorinstanz gestand der Gesuchstellerin, welche Fr. 50.– geltend  hatte, Fr. 9.– pro Monat für Bücher zu. Gemäss Aufstellung des Gesuchs-
gegners habe die Familie im Jahr 2015 Bücher im Wert von Fr. 311.– bestellt
(Urk. 61/2 Code 95). Die von der Gesuchstellerin eingereichten Amazonrechnun-
gen liessen keine konkrete Zuordnung der Bestellungen zu. Es sei aber auch
nicht ersichtlich, dass die Hälfte der Bestellungen, wie der Gesuchsgegner gel-
tend mache, der Tochter für Schulbücher zuzuordnen sei. Es sei deshalb der Ge-
suchstellerin ein Drittel der Kosten anzurechnen. Trennungsbedingte Mehrkosten
sollten keine anfallen (Urk. 134 S. 19 f.).
Die Gesuchstellerin rügt zu Recht (Urk. 149/133 S. 20), sie habe im vorinstanzli-
chen Verfahren eine detaillierte Aufstellung der Kosten für Bücher für das Jahr
2015 über den (belegten) Gesamtbetrag von Fr. 1'136.– eingereicht (Urk. 4/63
i.V.m. Urk. 4/7 und 4/45; Urk. 1 S. 35, 56; Urk. 58 S. 34; vgl. auch Urk. 59/30
[Rechnungen Amazon]). Davon ist ihr ein Drittel anzurechnen und damit Fr. 32.–
pro Monat. Mit der Vorinstanz ist nicht davon auszugehen, dass trennungsbeding-
te Mehrkosten anfallen, zumal nicht geltend gemacht wurde und auch nicht er-
sichtlich ist, dass die Parteien und ihre Tochter die nämlichen Bücher lasen.
r) Unbestritten blieb der monatliche Beitrag von Fr. 150.– für den T._ Club (Urk. 134 S. 20; Urk. 149/142 S. 20 ff.).
s) Hinsichtlich der Kosten für das Fitnesscenter erwog die Vorinstanz, das Abonnement der U._ AG betrage Fr. 1'220.– jährlich. Von der Krankenkasse
würden Fr. 500.– übernommen, womit bei der Gesuchstellerin noch monatliche
Kosten von Fr. 60.– anfielen. Der Gesuchsgegner anerkenne jedoch
Fr. 98.–, weshalb von diesem höheren Betrag auszugehen sei (Urk. 134 S. 20;
Urk. 58 Rz. 59). Der Gesuchsgegner kritisiert, die Vorinstanz habe verkannt, dass
er bei den Auslagen für die Krankenkasse der Gesuchstellerin einen Abzug von
Fr. 500.– pro Jahr gemacht habe. Von den Fr. 98.– seien daher Fr. 41.– abzuzie-
hen, womit noch Fr. 57.– unter diesem Titel anzurechnen seien (Urk. 149/142 S. 9
f., 23 f.). Die Gesuchstellerin hält entgegen, es sei nicht ersichtlich, was die Höhe
der Krankenkassenprämien mit der Kostenrückerstattung für ein Fitnessabonne-
ment zu tun habe. Die Prämie reduziere sich dadurch nicht (Urk. 149/149 S. 18).
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Der Gesuchsgegner legt nicht dar, wo er vor Vorinstanz den behaupteten Abzug
gemacht haben soll (Urk. 149/142 S. 24). In seiner Aufstellung ging er jedenfalls
von den belegten Krankenkassenprämien der Gesuchstellerin in der Höhe von
Fr. 741.– pro Monat aus (Urk. 60 Rz. 59). Sodann ist der Zusammenhang zwi-
schen den monatlichen Krankenkassenprämien und der Kostenrückerstattung für
ein Fitnessabonnement in der Tat nicht zu ersehen. Der Gesuchsgegner ist viel-
mehr auf seiner Anerkennung (Urk. 60 Rz. 59) zu behaften, weshalb es bei der
vorinstanzlichen Anrechnung von Fr. 98.– für das Fitnesscenter bleibt.
t) Hinsichtlich der Ferien erwog die Vorinstanz, auch "research trips" und  bei der Tochter gehörten zum Lebensbedarf der Gesuchstellerin und seien
ihr deshalb anzurechnen. Sofern die "research trips" mit der Beendigung der Dok-
torarbeit entfallen sein sollten, sei davon auszugehen, dass die Gesuchstellerin
diese Ausgaben für eigentliche Ferien verbrauche. Die Aufstellung des Gesuchs-
gegners zeige, dass die Familie im Jahr 2015 Ausgaben für Ferien in der Höhe
von Fr. 3'497.– gehabt habe (Urk. 61/2-6 Code 98). Die Aufstellung der Gesuch-
stellerin weise hingegen Ausgaben in der Höhe von Fr. 12'620.20 (Urk. 4/67) so-
wie Fr. 2'916.60 (Urk. 59/20) für den gleichen Zeitraum auf. Die Differenz komme
daher, dass der Gesuchsgegner gewisse Reisekosten nicht dem Bedarf der Ge-
suchstellerin anrechnen möchte, da diese ausserordentliche Auslagen gewesen
sein sollen (Urk. 16 Rz. 102 Ziff. 15; act. 60 Rz. 17). Dies sei nicht korrekt. Sowohl
die Reisen der Tochter bzw. Familie nach Cambridge oder zur Konfirmation nach
Oslo seien voll anzurechnen, weil davon auszugehen sei, dass die Familie die
Ausgaben anderweitig für Reisen verbraucht hätte. Somit sei von der Aufstellung
der Gesuchstellerin auszugehen, wonach die Familie Ausgaben von insgesamt
Fr. 15'536.80 gehabt habe. Es rechtfertige sich ebenfalls eine Aufteilung nach
Köpfen, wobei trennungsbedingte Mehrkosten von 40 % anzurechnen seien. Der
Gesuchstellerin seien somit Ausgaben für Ferien in der Höhe von Fr. 7'251.– pro
Jahr bzw. Fr. 604.– pro Monat anzurechnen (Urk. 134 S. 21).
Die Gesuchstellerin kritisiert, dieser Betrag sei mit Blick auf die sehr guten finan-
ziellen Verhältnisse der Parteien viel zu tief und beruhe auf einer falschen Sach-
verhaltsfeststellung. Die vorinstanzliche Berechnung basiere auf der falschen An-
- 29 -
nahme, dass alle Parteien immer zu Dritt in den Ferien gewesen seien und des-
halb sämtliche Kosten auf sie zu verteilen seien. Wie sie vor Vorinstanz ausge-
führt habe, hätten die Parteien aber auch Städtetrips zu zweit unternommen oder
die Tochter habe alleine eine Woche Ferien verbracht. Eine minutiöse Abrech-
nung sei ihr mangels Unterlagen jedoch nicht möglich. Zudem könne sie die
Sommerferien nicht mehr im Ferienhaus in V._ verbringen, weshalb ihr zu-
sätzliche Kosten für Hotelübernachtungen entstünden, was die Vorinstanz eben-
falls ausser Acht gelassen habe. Ausserdem habe die erste Instanz nicht berück-
sichtigt, dass sie für Besuche der Tochter in Cambridge zusätzliche Kosten von
rund Fr. 3'000.– im Jahr habe, welche im Jahr 2015 nicht angefallen seien. Für
Ferien sei deshalb auf den ihrerseits geltend gemachten Betrag von Fr. 1'040.–
pro Monat abzustellen (Urk. 149/133 S. 20 f.).
In seiner Berufungsschrift rügt der Gesuchsgegner, es sei auf die von ihm vor
Vorinstanz geltend gemachten und belegten Gesamtkosten für die Ferien im Jahr
2015 in der Höhe von Fr. 3'497.– abzustellen. Selbst wenn noch die Reise nach
Oslo zur Konfirmation der Nichte im Betrag von Fr. 1'236.– sowie die Reise der
Gesuchstellerin nach W._ in der Höhe von Fr. 1'052.– hinzugerechnet wür-
den, ergäbe sich nach der Berechnungsmethode der Vorinstanz ein maximaler
Betrag von Fr. 271.– monatlich, welche der Gesuchstellerin als Ferienkosten an-
zurechnen seien. Allerdings sei die Vorinstanz irrtümlich davon ausgegangen,
dass die beruflich bedingten Reisekosten der Gesuchstellerin und auch die Inter-
views an Universitäten der Tochter in BA._ zu den relevanten Ferienkosten
hinzuzuzählen seien. Die Gesuchstellerin habe die Tochter im Jahr 2015 im Übri-
gen an keinem einzigen Tag in BA._ besucht. In der Folge bestreitet der Ge-
suchsgegner die von der Gesuchstellerin aufgelisteten Ferienauslagen einzeln
(Urk. 149/142 S. 30 ff.; Urk. 133 S. 8 f.).
Die detaillierte Bestreitung in Gestalt der Aufstellung des Gesuchsgegners in sei-
ner Zweitberufungsantwortschrift (Urk. 149/142 S. 31) ist neu und daher im Beru-
fungsverfahren nicht mehr zulässig (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Mit der Vorinstanz ist
von den Aufstellungen der Gesuchstellerin betreffend die (belegten) Ferienausla-
gen der gesamten Familie im Jahr 2015 in der Höhe von Fr. 15'536.80 auszuge-
- 30 -
hen (Urk. 4/67; Urk. 59/20; Urk. 4/45). Es ist dabei nicht praktikabel und auch
nicht restlos möglich, minutiös auszuscheiden, bei welchen Ferien die Gesuch-
stellerin mit dabei war. Gewisse Pauschalisierungen sind auch bei der einstufigen
Methode unumgänglich. Fest steht jedenfalls, dass es zum Lebensstandard der
Familie gehörte, viel zu reisen. Dabei ist der Vorinstanz beizupflichten, dass auch
allfällige Forschungsreisen ("research trips") der Gesuchstellerin sowie Besuche
bei der Tochter zu ihrem gebührenden Lebensbedarf gehören und deshalb anzu-
rechnen sind. Die Gesuchstellerin verneinte vor Vorinstanz denn auch plausibel,
dass sie gewisse Reisen für ihre Doktorarbeit habe machen müssen und diese
von der Universität F._ zurückerstattet worden seien (Prot. I S. 30; vgl. auch
Urk. 104/4). Dass die Gesuchstellerin im Jahr 2015, als die Tochter sich im Aus-
land um einen Studienplatz bewerben musste, nie mit der Tochter in BA._
war, sondern sich offenbar der Gesuchsgegner um die Auswahl der Universität
bemühte (Urk. 16 S. 27 f.), ändert daran nichts. Die Kosten für die drei behaupte-
ten Aufenthalte der Gesuchstellerin bei der Tochter im Umfang von jeweils rund
Fr. 1'000.– (vgl. Urk. 1 S. 57) wurden indes weder näher substantiiert noch belegt.
Zudem ist davon auszugehen, dass die Gesuchstellerin während der Zeit, in wel-
cher sie die Tochter besucht, keine anderweitigen Reisen unternimmt. Es recht-
fertigt sich daher kein zusätzlicher Betrag für die Tochterbesuche im Ausland.
Nicht hinreichend glaubhaft darzutun vermochte die Gesuchstellerin sodann, dass
die Familie die Sommerferien jeweils in ihrem Ferienhaus in V._ verbracht
habe, zumal der Gesuchsgegner glaubhaft ausführen liess, man habe vorwiegend
bei Familienangehörigen übernachtet, wobei die Gesuchstellerin ab und zu auch
eine kostengünstige AirBnB-Wohnung gebucht habe (Urk. 16 S. 24, 44). Die Fa-
milie habe zwar ein kleines Ferienhäuschen im Norden von V._ besessen,
wo die Gesuchstellerin jedoch zumindest in den letzten fünf Jahren keine Ferien
verbracht habe, weil es ihr dort viel zu einsam und langweilig gewesen sei
(Urk. 60 Rz. 42; Prot. I S. 36). Es sind der Gesuchstellerin daher keine zusätzli-
chen Kosten für Hotelaufenthalte in den Sommerferien mangels künftiger Benut-
zung des Ferienhauses anzurechnen. Insgesamt erscheint der von der Vorinstanz
der Gesuchstellerin angerechnete Betrag von Fr. 604.– im Monat für Ferien je-
denfalls angemessen.
- 31 -
u) Bezüglich Restaurantbesuchen gestand die Vorinstanz der Gesuchstellerin Fr. 220.– im Monat zu. Dieser Betrag wurde im Berufungsverfahren von keiner
Partei kritisiert (Urk. 133 S. 5; Urk. 149/133 S. 23; Urk. 149/142 S. 10, 33). Nicht
mehr strittig sind auch die von der Vorinstanz angerechneten Kosten von Fr. 19.–
für das Bankschliessfach der Gesuchstellerin (Urk. 134 S. 22; Urk. 133 S. 5;
Urk. 149/142 S. 10).
v) Für Tierhaltungskosten für die Katze BB._ stellte die Vorinstanz auf die Aufstellung des Gesuchsgegners ab (Urk. 61/2, Code 100 "Animal" Fr. 554.–) und
rechnete der Gesuchstellerin dementsprechend Kosten von Fr. 46.– pro Monat
an. Die von ihr geltend gemachten Kosten in der Höhe von Fr. 233.– monatlich
seien nicht ausgewiesen (Urk. 134 S. 22).
Die Gesuchstellerin kritisiert solches als willkürlich und verweist auf ihre vor-
instanzlichen Ausführungen und Belege, welche die Vorinstanz mit keinem Wort
gewürdigt habe. Eine Katze koste monatlich Fr. 100.–. Dazu kämen die belegten
Tierarztkosten über Fr. 330.– im Jahr 2015 sowie die belegten Kosten für die
Fremdbetreuung der Katze während Ferienabwesenheiten von Fr. 30.– pro Tag
während sechs Wochen jährlich (Urk. 149/133 S. 21; Urk. 1 S. 38; Urk. 58 S. 36).
Demgegenüber meint der Gesuchsgegner, der von der Vorinstanz angerechnete
Betrag sei angemessen und entspreche der obergerichtlichen Rechtsprechung,
wonach ein Betrag von Fr. 50.– für die Haltung einer Hauskatze als angemessen
erachtet werde. Die Tierarztkosten seien sodann einmaliger Natur gewesen
(Urk. 149/142 S. 33). Im Rahmen ihrer Stellungnahme zur Zweitberufungsantwort
des Gesuchsgegners vom 23. März 2020 behauptet und belegt die Gesuchstelle-
rin sodann neu Tierarztkosten von insgesamt Fr. 1'581.35 von Januar 2019 bis
Januar 2020 im Zusammenhang mit der geltend gemachten Niereninsuffizienz
der Katze (Urk. 149/149 S. 25; Urk. 151/4; Urk. 58 S. 36). Dazu lässt der Ge-
suchsgegner erwidern, es werde bestritten, dass BB._ an einer Niereninsuf-
fizienz leide, welche zu monatlichen Kosten von Fr. 233.– führe. Es handle sich
bei den neu geltend gemachten Tierarztkosten von Fr. 131.– sodann um verspä-
tete Behauptungen. Zudem seien diese Kosten nur vorübergehend (Urk. 149/155
S. 21 f.).
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Vor Vorinstanz vermochte die Gesuchstellerin hinreichend glaubhaft zu machen,
dass für Futter, Katzenstreu/-sand, Spielzeug monatlich Fr. 100.– anfallen (vgl.
Urk. 4/69 [Aufstellung Komparis]). Belegt sind sodann Tierarztrechnungen im Jahr
2015 in der Höhe von Fr. 330.– (Urk. 4/70 und 4/71). Der Gesuchsgegner legt
nicht dar, wo er im vorinstanzlichen Verfahren bestritten haben soll, dass die 13-
jährige Katze BB._ seit 2018 wegen einer altersbedingten chronischen Nie-
renerkrankung behandelt wird sowie Medikamente und Spezialernährung benötigt
(Urk. 58 S. 36; Urk. 60; Urk. 149/155 S. 21). Hingegen sind die neu eingereichten
Tierarztrechnungen von Januar 2019 bis Januar 2020 unbeachtlich, einerseits
weil sie teilweise bereits vor Vorinstanz hätten eingereicht werden können
(Art. 317 Abs. 1 ZPO), andererseits weil neue Tatsachen ab Rechtshängigkeit der
Scheidungsklage am 22. März 2019, wie erwähnt, vorliegend ohnehin keine Be-
achtung mehr finden können. Belegt sind Fremdbetreuungskosten von BB._
während der Ferienabwesenheit der Parteien in der Höhe von Fr. 90.– im Jahr
2015 (Urk. 4/72 und 4/73). Es ist zudem notorisch, dass, gerade auch bei älteren
Katzen jährlich gewisse Tierarztkosten anfallen. Insgesamt erscheint vorliegend
ein Betrag von rund Fr. 200.– für Tierhaltungskosten angemessen. Der vom Ge-
suchsgegner erwähnte Entscheid der Kammer (OGer ZH LE140049 vom
27.03.2015, S. 22), worin Kosten für eine Katze in der Höhe von Fr. 50.– für an-
gemessen befunden wurden, ist vorliegend insbesondere mit Blick auf die beleg-
ten Tierarzt- und Fremdbetreuungskosten nicht einschlägig. Zudem waren im er-
wähnten Fall mittlere Einkommensklassen zu beurteilen und es wurde die zwei-
stufige Berechnungsmethode angewandt (vgl. a.a.O., S. 13).
w) Die Vorinstanz gestand der Gesuchstellerin die geltend gemachten Fr. 564.– an die Säule 3a (Urk. 4/6) monatlich im Bedarf zu. Auch wenn Leistungen in die
Säule 3a vermögensbildend seien, fielen sie in den gebührenden Lebensbedarf
der Gesuchstellerin, nachdem ausgewiesen sei, dass die Ehegatten diese Ein-
zahlungen zur Deckung von Vorsorgelücken regelmässig getätigt hätten (Urk. 134
S. 22).
Der Gesuchsgegner rügt, er habe schon im vorinstanzlichen Verfahren darauf
hingewiesen, dass solche Beträge vermögensbildend seien und dementspre-
- 33 -
chend mit dem Gedanken des Unterhalts, die laufenden Konsumpositionen zu fi-
nanzieren, nicht vereinbar sei. Vorliegend weise zudem keine der Parteien eine
Vorsorgelücke auf. Beide seien im Vollzeitpensum erwerbstätig (und überwiegend
auch stets gewesen). Zudem partizipiere die Gesuchstellerin im Rahmen des
Splittings im Rahmen der Scheidung hälftig an seinem stattlichen Vorsorgegutha-
ben. Die Gesuchstellerin habe denn auch nie substantiiert, dass sie eine Vorsor-
gelücke habe. Eine solche Lücke wäre überdies mit Blick auf das erhebliche Ver-
mögen der Parteien auch abwegig. Und schliesslich sei es widersprüchlich, wenn
die Vorinstanz ausführe, die Einzahlungen in die Säule 3a seien Teil der Sparquo-
te und diese Sparquote (die dritte Säule-Zahlungen) gleichzeitig in den Bedarf
eingerechnet werde. Die Beiträge in die 3. Säule gehörten dementsprechend nicht
zum ehelichen Lebensstandard bzw. gebührenden Bedarf. Vielmehr seien diese
Beträge in der Vergangenheit von beiden Parteien zur steuerlich attraktiven Ver-
mögensbildung geleistet worden (Urk. 133 S. 6 ff.).
Die Gesuchstellerin hält entgegen, es sei unbestritten, dass die Parteien seit
2010, nach ihrem Zuzug in die Schweiz im August 2009, jährlich den steuerlich
zulässigen Höchstbetrag in die Säule 3a einbezahlt hätten. Die entsprechenden
Einzahlungen seien belegt. Leistungen an die Säule 3a seien zwar vermögensbil-
dend, gehörten jedoch gemäss Lehre und Praxis zum Unterhaltsbedarf der Fami-
lie und seien im Bedarf des Unterhaltsgläubigers zu berücksichtigen. Einzig bei
knappen finanziellen Verhältnissen sei solches nicht der Fall. Etwas anderes er-
gebe sich auch nicht aus den vom Gesuchsgegner zitierten Literaturstellen, wel-
che allesamt die zweistufige und nicht die hier anwendbare einstufige Unterhalts-
berechnung beträfen. Irrelevant sei dabei, ob eine Vorsorgelücke vorliege. Aller-
dings wäre bei der Gesuchstellerin von einer solchen Lücke auszugehen, nach-
dem ihr Beitragsjahre der AHV fehlten, was notorischerweise zu empfindlichen
Rentenkürzungen führe und sie keine ausreichende eigene Vorsorge habe (Um-
züge der Familie, Kinderbetreuung, Arbeitslosigkeit etc.), weshalb sie auf den
Aufbau einer zusätzlichen Vorsorge angewiesen sei. Im Übrigen habe der Ge-
suchsgegner im Scheidungsverfahren ausführen lassen, dass das meiste familiä-
re Vermögen seinem Eigengut zuzuordnen sei. Die Notwendigkeit einer Position
sei bei der einstufigen Methode allerdings kein Kriterium. Insgesamt habe die Vor-
- 34 -
instanz somit zu Recht Fr. 564.– pro Monat für die Äufnung der Säule 3a der Ge-
suchstellerin berücksichtigt (Urk. 141 S. 5 ff.).
Es entspricht bewährter Lehre und Praxis, auch der Kammer, dass monatliche
Beiträge an private Vorsorgeeinrichtungen bei guten finanziellen Verhältnisse be-
rücksichtigt werden, wenn beiden Parteien solche Beträge angerechnet werden,
belegt wird, dass der Aufbau einer zusätzlichen Vorsorge dem Lebensstandard
während des Zusammenlebens entsprochen hat, und zudem glaubhaft ist, dass
die Beiträge auch weiterhin geleistet werden (vgl. etwa OGer ZH LE170016 vom
13.07.2017, S. 21, 31; OGer ZH LE150051 vom 1.07.2016, S. 67; OGer ZH
LE150053 vom 16.06.2016, S. 17; OGer ZH LP100011 vom 1.10.2011, S. 10;
BGer 5A_776/2015 vom 4. Februar 2016, E. 6.3). Im Rahmen der einstufigen Un-
terhaltsberechnungsmethode werden solche zum gebührenden Lebensunterhalt
gehörenden Beiträge an die Säule 3a regelmässig geltend gemacht und entspre-
chend berücksichtigt (vgl. auch Six, a.a.O., N 2.68 S. 107; Maier, Die konkrete
Berechnung von Unterhaltsansprüchen im Familienrecht, dargestellt anhand der
Praxis der Züricher Gerichte seit Inkraftsetzung der neuen ZPO, in FamPra.ch
2014 S. 302, 324; z.B. OGer ZH LY160030 vom 31.03.2017, S. 31, 36), obschon
hier in der Regel gerade keine Vorsorgelücken bestehen. Darauf kann es denn
auch nicht ankommen. Vielmehr geht es darum, eine zusätzliche Vorsorge anzu-
äufnen, um auch im Alter den gehobenen Lebensstandard weitgehend aufrecht-
erhalten zu können. Entsprechend gehören die während der gelebten Ehe geleis-
teten Beiträge an die Säule 3a zum Lebensstandard. Dass sie zur Vermögensbil-
dung führen, ändert daran nichts. Eine Praxisänderung ist nicht angezeigt. Die
Notwendigkeit einer zum bisherigen ehelichen Lebensstandard gehörenden Be-
darfsposition ist bei der einstufigen Methode sodann kein Kriterium (vgl. OGer ZH
LY180006 vom 7.08.2018, S. 31, im Zusammenhang mit einer Lebensversiche-
rung). Dass die Äufnung einer 3. Säule zur Sparquote gehört, schliesst nicht aus,
dass die entsprechenden Beträge im gebührenden Bedarf zu berücksichtigen
sind. So dient der im Rahmen der Ermittlung der nachehelichen Unterhaltsbeiträ-
ge im Scheidungsverfahren (nicht aber im Eheschutz- und vorsorglichen Mass-
nahmeverfahren vgl. OGer ZH LY170039 vom 16.05.2018, S. 20 ff. und BGE 145
III 169) zu veranschlagende Vorsorgeunterhalt auch der Vermögensbildung
- 35 -
zwecks Altersvorsorge. Es bleibt daher bei der vorinstanzlichen Anrechnung der
Fr. 564.– für die Säule 3a der Gesuchstellerin.
x) Nicht strittig sind die von der Erstinstanz der Gesuchstellerin bis Ende 2018 angerechneten Semestergebühren in der Höhe von Fr. 50.– pro Monat (Urk. 134
S. 23; Urk. 4/75; Urk. 133 S. 3, 5, 11; Urk. 149/142 S. 12). Der Gesuchsgegner
hielt dazu fest, Ende 2018 sei aktenkundig die Promotion erfolgt, so dass ab 1.
Januar 2019 - entgegen der Ansicht der Gesuchstellerin (Urk. 149/133 S. 23) - die
Semestergebühren nicht mehr anfallen würden. Dementsprechend seien die Se-
mestergebühren zu streichen, weil sie im relevanten Urteilszeitpunkt nicht mehr
anfielen (Urk. 149/142 S. 12). Neu lässt die Gesuchstellerin im Rahmen ihrer No-
venstellungnahme vom 23. März 2020 solches bestreiten. Sie sei immer noch
immatrikuliert, da die Dissertation noch nicht abgeschlossen sei; sie müsse noch
publizieren. Dazu reicht sie eine Rechnung der Universität F._ betr. die Früh-
jahressemestergebühren 2020 ein (Urk. 149/149; Urk. 149/151/2).
Die Gesuchstellerin wusste, dass die Vorinstanz ihre Semestergebühren nur bis
Ende 2018 berücksichtigte, weil ihre Promotion, welche ursprünglich per Ende
2017 hätte erfolgen sollen (Urk. 1 S. 38 f.), bis im Herbst 2018 verlängert worden
war (Urk. 58 S. 36 f.; Urk. 59/33; Urk. 134 S. 23). Gleichwohl unterliess sie es, im
Rahmen ihrer Zweitberufung vom 4. Dezember 2019 auf den Umstand hinzuwei-
sen, dass sie auch im Jahr 2019 immer noch immatrikuliert sei (Urk. 149/133 S.
13-23). Ihre diesbezüglichen neuen Vorbringen sind daher verspätet und nicht
mehr zulässig (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Fakten, die sich nach dem 22. März 2019
(Rechtshängigkeit der Scheidung) ereigneten, sind sodann, wie dargetan, im vor-
liegenden Eheschutzberufungsverfahren ohnehin nicht mehr beachtlich, dies gilt
namentlich betreffend die Immatrikulation auch im Frühjahressemester 2020
(Urk. 149/151/2). Ab Januar 2019 ist dementsprechend kein solcher Beitrag mehr
zu veranschlagen.
y) Bezüglich der Steuern rechnete die Vorinstanz der Gesuchstellerin einen Betrag von Fr. 1'335.– pro Monat an. Sie stützte sich dabei auf die von der Ge-
suchstellerin eingereichte provisorische Steuerrechnung für die Staats- und Ge-
meindesteuern 2017 (Urk. 59/35), welche auf einem steuerbaren Einkommen von
- 36 -
Fr. 103'000.– basiert und wonach eine mutmasslich geschuldete Steuer von
Fr. 13'022.70 resultiert. Weiter berechnete sie Fr. 3'000.– direkte Bundessteuern
pro Jahr (Urk. 134 S. 23).
Der Gesuchsgegner, welcher keinen ehelichen Unterhalt bezahlen will, hält ent-
gegen, die provisorische Steuererklärung 2017 stelle keine zuverlässige Grundla-
ge für die Steuerbelastung dar. Sie sei deutlich überhöht, was auch aus den
Steuerrückvergütungen im Jahr 2018 hervorgehe. Es sei vielmehr anhand der ef-
fektiven Zahlen von einem monatlichen Steuerbetreffnis von Fr. 884.– auszuge-
hen (Urk. 133 S. 9 ff.). In ihrer am 29. Oktober 2018 erstellten Steuererklärung
2017 habe die Gesuchstellerin ein steuerbares Einkommen von Fr. 57'524.– gel-
tend gemacht und entgegen ihren Ausführungen kein steuerbares Vermögen er-
klärt. Damit sei die Vorinstanz massiv getäuscht worden. Selbst bei (nicht ge-
schuldeten) Unterhaltszahlungen von Fr. 1'000.– pro Monat liege die Steuerbelas-
tung bei Fr. 677.– monatlich (Urk. 149/142 S. 33 f.).
Die Gesuchstellerin will die Steuern aufgrund ihres höheren Bedarfs und entspre-
chend höheren Unterhaltsbeiträgen auf Fr. 2'368.– pro Monat erhöhen, ausge-
hend von einem steuerbaren Einkommen von rund Fr. 118'376.– und einem steu-
erbaren Vermögen von rund Fr. 880'000.– (Anteile an der ehelichen Liegenschaft
und der Liegenschaft in Deutschland; Urk. 149/133 S. 22; Urk. 137/4;
Urk. 149/149 S. 25 f.)
Steuerbetreffnisse können bereits aufgrund der Wechselwirkung zwischen diesen
und der Höhe der Unterhaltsbeiträge nur aufwändig und damit im Widerspruch zur
summarischen Natur des vorliegenden Verfahrens präzis bestimmt werden. Sie
sind daher approximativ festzusetzen bzw. pflichtgemäss zu schätzen, was insbe-
sondere angesichts der vorliegend grosszügigen Verhältnisse auch angemessen
und sinnvoll erscheint. Als Basis kann die vom Gesuchsgegner eingereichte
Steuererklärung 2017 der Gesuchstellerin herangezogen werden, worin diese ein
steuerbares Einkommen (ohne Unterhaltsbeiträge) in der Höhe von Fr. 57'524.–
bzw. Fr. 55'224.– für die Bundessteuer aufführt (Urk. 144/4). Mit Blick auf die
mutmasslich in etwa geschuldeten ehelichen Unterhaltsbeiträge rechtfertigt es
sich, von einem steuerbaren Gesamteinkommen in der Höhe von zirka rund
- 37 -
Fr. 76'000.– auszugehen. Ferner rechtfertigt sich die Berücksichtigung des von
der Gesuchstellerin geltend gemachten steuerbaren Vermögens in der Höhe von
Fr. 880'000.– (vgl. Urk. 137/4). In Anwendung des Grundtarifs, des Steuerfusses
der Gemeinde D._ und ohne Kirchensteuern ergibt sich insgesamt ein mo-
natlicher Betrag von rund Fr. 900.– für Staats- und Gemeindesteuern sowie die di-
rekte Bundessteuer. Nicht angefochten wurden die monatlichen Kosten von
Fr. 40.– für den Steuerberater (Urk. 134 S. 23; Urk. 133 S. 3 ff.).
z) Zusammengefasst präsentiert sich der gebührende Lebensunterhalt der  somit folgendermassen:
Miete Fr. 1'800 hyp. Strom Fr. 27 Parkplatz Fr. 60 Hausrat-/Haftpflichtversicherung Fr. 35 Rechtsschutzversicherung Fr. 25 Reiseversicherung Fr. 40 Kommunikation Fr. 156 Krankenkasse Fr. 742, Fr. 870 ab 1.1.2019 Weitere Gesundheitskosten Fr. 268 Regagönnerbeitrag Fr. 3 Fahrzeugkosten Fr. 391 öffentlicher Verkehr Fr. 180 Haushalt, Lebensmittel Fr. 790 Bargeldbezüge Fr. 393 Drogerie-/ Apothekenartikel Fr. 50 Kleider Fr. 138 Blumen Fr. 19 Coiffeur Fr. 78 Haushaltshilfe Fr. 240 chemische Reinigung Fr. 19 Kultur Fr. 33 P._ Fr. 10 Zeitungen, Zeitschriften Fr. 94 Bücher Fr. 32 T._ Club Fr. 150 Fitnesscenter Fr. 98 Ferien Fr. 604 Restaurantbesuche Fr. 220 Bankschliessfach Fr. 19 Tierhaltungskosten Fr. 200 Säule 3a Fr. 564 Semestergebühren Fr. 50 bis Ende 2018 Steuern Fr. 900
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Steuerberater Fr. 40
total Fr. 8'468, Fr. 8'546 ab 1.1.2019
2.4. Leistungsfähigkeit der Gesuchstellerin
a) Die Vorinstanz ging von einer Leistungsfähigkeit der Gesuchstellerin  ihrem Einkommen an der Universität F._ von monatlich
Fr. 7'213.– im Jahr 2017 und Fr. 7'325.– im Jahr 2018 aus (Urk. 134 S. 24 f.;
Urk. 59/15; Urk. 89/3). Die Gesuchstellerin akzeptiert diese Zahlen (Urk. 149/133
S. 23), welche (einschliesslich Anteil 13. Monatslohn) ausgewiesen sind
(Urk. 59/15 und Urk. 89/3). Der Betrag von Fr. 125.– für Lunchchecks wird direkt
vom Lohn abgezogen und ist beim Einkommen dementsprechend nicht zu be-
rücksichtigen (Urk. 149/149 S. 4; Urk. 89/5; Urk. 141 S. 13). Solches und insbe-
sondere der Umstand, dass der Arbeitgeber ebenfalls Fr. 125.– monatlich für
Lunchchecks bezahlt (vgl. Urk. 133 S. 12; Urk. 149/142 S. 2 f.; Urk. 149/155), wä-
re bei den Berufsauslagen im Rahmen der Bedarfsermittlung zu thematisieren.
Angesichts der vorliegenden komfortablen Einkommensverhältnisse gehört dies
jedoch zum Lebensstandard und ist nicht weiter beachtlich. Daran ändert auch
nichts, dass der Gesuchstellerin für Restaurantbesuche Fr. 220.– im Bedarf ange-
rechnet wurden, umfasst dieser Betrag doch auch private Restaurantbesuche.
Die Lohnerhöhung, welche die Gesuchstellerin per 1. April 2019 erhalten hat
(Urk. 134 S. 24; Urk. 89/2, /5; Urk. 149/149 S. 4; Urk. 151/1), ist im Eheschutzver-
fahren mit Blick auf die Rechtshängigkeit der Scheidungsklage am 22. März 2019,
wie dargetan, nicht mehr zu berücksichtigen. Dementsprechend kann selbstre-
dend auch nicht auf die Lohnabrechnung vom Januar 2020 abgestellt werden
(demgegenüber: Urk. 149/142 S. 2 f.; Urk. 149/155 S. 2). Sodann sind die neu
eingereichten Unterlagen (Lohnausweis 2019 vom 10. Januar 2020 und Lohnab-
rechnung Dezember 2019 [Urk. 148/163/3, 4]) ohne Relevanz. Auch das Dienstal-
tersgeschenk in der Höhe von Fr. 7'724.– brutto, welches die Gesuchstellerin im
Jahr 2019 für ihr zehnjähriges Dienstjubiläum ausbezahlt erhielt, ist vorliegend
nicht mitzuberücksichtigen, weil es jedenfalls erst nach Rechtshängigkeit der
Scheidungsklage am 22. März 2019 ausbezahlt wurde, nachdem die Gesuchstel-
- 39 -
lerin am 1. September 2019 ihr Dienstjubiläum feierte (vgl. Urk. 168/1;
Urk. 149/160; Urk. 149/165 S. 2; Urk. 149/170 Rz. 3 u. 4). Ohne Relevanz ist
schliesslich auch die behauptete Beförderung der Gesuchstellerin im Jahr 2021,
weshalb auch der Beizug entsprechender Unterlagen unterbleiben kann
(Urk. 149/177).
b) Die im Miteigentum der Gesuchstellerin stehende Wohnung in BC._ wird, wie schon während der gelebten Ehe, nach wie vor von deren Mutter unent-
geltlich bewohnt (Urk. 149/142 S. 8). Die Scheidung wurde, wie erwähnt, per 22.
März 2019 rechtshängig. Rückwirkend können der Gesuchstellerin ohnehin keine
hypothetischen Mieteinkünfte angerechnet werden. Es bleibt daher, in Überein-
stimmung mit der Vorinstanz (Urk. 134 S. 24), dabei, dass der Gesuchstellerin
hieraus kein fiktives Einkommen anzurechnen ist (Urk. 149/149 S. 3; demgegen-
über: Urk. 149/142 S. 8; Urk. 149/155 S. 2).
c) Zu Recht rechnete die Vorinstanz der Gesuchstellerin auch kein allfälliges zusätzliches Einkommen in Gestalt einer Pensionskassenrente bei der BD._
Fund an, zumal diese Rente für die Zeit nach der Pensionierung vorgesehen sei
und die Gesuchstellerin diese zurzeit denn auch tatsächlich nicht beziehe
(Urk. 134 S. 24). Dies blieb im Berufungsverfahren unangefochten (Urk. 133;
Urk. 149/142 S. 2 f.).
d) Der Gesuchsgegner hält in seiner Novenstellungnahme vom 2. Juni 2020 dafür, es stimme nicht, dass das Einkommen gemäss den Lohnausweisen 2017
und 2018, worauf die Vorinstanz abstelle, keinen Bonus enthalte, wie im vor-
instanzlichen Urteil zu Unrecht ausgeführt werde. Es sei zudem aktenkundig,
dass die Gesuchstellerin im Jahr 2018 nicht erstmalig einen Bonus ausbezahlt er-
halten habe, sondern auch schon in den Jahren 2015, 2016 und 2017. Klarer-
weise müsse ein Bonusanteil von monatlich Fr. 178.– netto für das Einkommen
ab 2019 angerechnet werden (Urk. 149/155 S. 4-6).
Mit seinen diesbezüglichen Vorbringen ist der Gesuchsgegner verspätet. Er hätte
seine Beanstandungen bereits im Rahmen seiner Erstberufung (Urk. 133) oder
aber Zweitberufungsantwort (Urk. 149/142) vollständig vorbringen können und
- 40 -
müssen. Ein allfälliger zweiter Schriftenwechsel oder gar die Ausübung des sog.
"Replikrechts" dienen nicht dazu, die bisherige Kritik zu vervollständigen oder gar
neue vorzutragen (BGE 142 III 413 E. 2.2.4 mit Hinweisen). Mit Blick auf die ak-
tenkundigen Lohnausweise 2017 und 2018 und Lohnabrechnungen der Gesuch-
stellerin (vgl. Urk. 59/15; Urk. 59/25; Urk. 89/3; Urk. 4/83, /85) kann jedoch - mit
dem Gesuchsgegner - davon ausgegangen werden, dass die Bonuszahlungen
(vgl. z.B. Lohnabrechnung November 2017 [Urk. 59/25], Lohnabrechnung De-
zember 2016 [4/85] bzw. Lohnabrechnung Dezember 2015 [Urk. 4/83], wo der
Gesuchstellerin je eine "Zulage § 26 Abs. 3" in der Höhe von Fr. 1'000.–,
Fr. 1'600.– bzw. Fr. 2'000.–, nebst dem 13. Monatslohn, ausbezahlt wurde) im
Nettolohn gemäss den Lohnausweisen 2017 und 2018 der Universität F._
bereits enthalten sind (vgl. auch Urk. 149/163/1), was die Vorinstanz wohl über-
sehen hat (vgl. Urk. 134 S. 24). Damit wurden sie vorliegend (auch von der Vor-
instanz) berücksichtigt. Wie es sich mit künftigen Bonuszahlungen verhält,
braucht im vorliegenden Eheschutzverfahren mit Blick auf die Rechtshängigkeit
der Scheidungsklage allerdings nicht geprüft zu werden.
2.5. Unterhaltsberechnung
Ausgehend von einem durchschnittliche Nettoeinkommen der Gesuchstellerin in
der massgeblichen Zeit von April 2017 bis und mit März 2019 in der Höhe von
Fr. 7'283.– (Fr. 174'792.– [9 x Fr. 7'213.– + 15 x Fr. 7'325.–] : 24) sowie einem
durchschnittlichen gebührenden Bedarf im Betrag von Fr. 8'478.– (Fr. 203'466.–
[21 x Fr. 8'468.– + 3 x Fr. 8'546.–] : 24) belaufen sich die geschuldeten Unter-
haltsbeiträge auf gerundet Fr. 1'200.– pro Monat.
Die Deklarationspflichten (vgl. Art. 282 ZPO; Art. 129 ZGB) betreffen nur das
Scheidungsverfahren. Im Eheschutzverfahren müssen die Eckwerte (Einkommen,
gebührender Bedarf), jedenfalls soweit keine Kinderunterhaltsbeiträge festzulegen
sind (vgl. Art. 301a ZPO; Art. 286a ZGB), nicht im Dispositiv aufgeführt werden
(vgl. OGer ZH LE120085 vom 14.03.2013, S. 23; OGer ZH LE170001 vom
26.09.2017, S. 50). Dementsprechend ist die angefochtene Dispositivziffer 7 des
vorinstanzlichen Urteils ersatzlos aufzuheben.
- 41 -
D. Sonderbeitrag an den Umzug
1. Die Vorinstanz wies den von der Gesuchstellerin beantragten Sonderbeitrag für Umzugskosten in der Höhe von Fr. 25'000.– (vgl. Urk. 1 S. 5) ab. Sie führte
dazu aus, ein Zuschlag an den Bedarf der Unterhaltsberechtigten für Umzugskos-
ten rechtfertige sich nur in Ausnahmefällen. Gemäss ständiger Praxis des Zürcher
Obergerichts dienten Unterhaltsbeiträge nicht der Deckung von Umzugs- und Ein-
richtungskosten. Diese seien aus dem Freibetrag zu begleichen. Das Eheschutz-
gericht dürfe nur gesetzlich vorgesehene Massnahmen anordnen. Ein Sonderbei-
trag für Umzugskosten sei im Gesetz nicht per se vorgesehen. Gründe, die aus-
nahmsweise erlauben würden, einen Zuschlag an den Bedarf der Gesuchstellerin
anzurechnen, seien keine ersichtlich. Die Gesuchstellerin verfüge über ein hohes
Einkommen, so dass sie diese Umzugskosten ohne weiteres aus dem Freibetrag,
nämlich der Differenz zwischen ihrer Leistungsfähigkeit und dem familienrechtli-
chen Existenzminimum, zahlen könne. So habe sie gemäss eigenen Ausführun-
gen bereits Ausgaben in der Höhe von über Fr. 6'000.– aufwenden können. Zu-
dem habe sie bereits ein Darlehen in der Höhe von Fr. 12'000.– aufgenommen.
Inwiefern sie weitere Aufwendungen von insgesamt Fr. 15'000.– haben sollte, sei
nicht glaubhaft dargetan und auch nicht belegt (Urk. 134 S. 26 f., 32 Dispositivzif-
fer 9).
2. Die Gesuchstellerin rügt, das Gesetz spreche nicht von Unterhaltsbeiträgen im engeren Sinn, sondern von Geldbeiträgen. In der Literatur fänden sich keine
Hinweise, wonach damit ausschliesslich Unterhaltsbeiträge gemeint seien. Sie
wohne seit ihrem Auszug immer noch äusserst bescheiden (mit nackten Glühbir-
nen, Umzugskartons und Rollgarderoben, Urk. 58 Rz. 154), was unzumutbar sei
und nicht dem ehelichen Lebensstandard entspreche. Weil die Vorinstanz ihren
gebührenden Bedarf zusammengestrichen habe, verfüge sie über keinen Freibe-
trag, um ausserhalb der ihr eingerechneten Positionen irgendeine zusätzliche
Ausgabe tätigen zu können. Die Vorinstanz nehme eine unzulässige und willkürli-
che Vermischung der Berechnungsmethoden vor, wenn sie im vorliegenden Zu-
sammenhang plötzlich auf das familienrechtliche Existenzminimum abstellen wol-
le und damit implizit einen Verzicht auf den ihr zustehenden Lebensbedarf forde-
- 42 -
re. Die Vorinstanz habe an anderer Stelle sehr wohl gesehen, dass die Gesuch-
stellerin über keinerlei finanziellen Spielraum verfüge, ansonsten sie den Ge-
suchsgegner nicht verpflichtet hätte, ihr einen Prozesskostenbeitrag zu bezahlen.
Sie habe sich denn auch verschulden müssen. Sie brauche genügend Mittel, um
das Darlehen zurückbezahlen zu können und sich angemessen einrichten zu
können, wenn ihr schon keine ausreichenden Einrichtungsgegenstände zur Nut-
zung zugesprochen worden seien (Urk. 149/133 S. 28 ff.).
3. Demgegenüber meint der Gesuchsgegner, einmalige Umzugskosten  nicht zum laufenden Konsum mit regelmässigen Auslagen. Im Eheschutzver-
fahren bestehe kein Raum für Umzugskosten, würde dies doch die güterrechtliche
Auseinandersetzung vorziehen. Die Gesuchstellerin verlange überdies pauschal
einen Betrag von Fr. 25'000.– im Zusammenhang mit dem Umzug und der Ein-
richtung der Wohnung. Belegt seien jedoch nur Fr. 1'600.– für die Umzugskosten,
welche bezahlt seien. Die Gesuchstellerin hätte allenfalls einen Antrag auf Leis-
tung eines "Zwangsdarlehens" bzw. eines güterrechtlich anrechenbaren "Um-
zugskostenbeitrags" stellen sollen, was sie nicht getan habe. Damit sei der Antrag
nur schon prozessual nicht gutheissbar. Zudem sei der Beitrag nicht nötig, weil
die Gesuchstellerin alle Möbel mitgenommen habe, die sie benötige. Kosten in
der Höhe von Fr. 25'000.– seien nicht substantiiert aufgeführt und belegt worden.
Die Gesuchstellerin sei eine vermögende Person und nicht eine mittellose Pro-
zesspartei. Ausgehend von einem erweiterten Notbedarf verblieben ihr monatliche
Reserven von Fr. 2'600.– (Urk. 149/142 S. 38 ff.).
4. Darauf lässt wiederum die Gesuchstellerin erwidern, ob der Sonderbeitrag gestützt auf Art. 176 oder Art. 159 ZGB zugesprochen werde, spiele letztlich keine
Rolle. Wenn das Gericht den Betrag akonto Güterrecht zusprechen wolle, stehe
ihm dies frei, dafür bedürfe es keines Antrages der Gesuchstellerin (Urk. 149/149
S. 29).
5. Gemäss Ziffer III.5.3 des Kreisschreibens kann dem Umstand, dass dem Schuldner zur Zeit der Pfändung unmittelbar grössere notwendige Auslagen be-
vorstehen, wie beispielsweise für Arztkosten, Zahnarztkosten oder einen Woh-
nungswechsel usw. in billiger Weise durch eine entsprechende zeitweise Erhö-
- 43 -
hung des Existenzminimums Rechnung getragen werden. Gleiches gilt, wenn
diese Auslagen dem Schuldner während der Dauer der Einkommenspfändung
erwachsen. Die Kosten für die Wohnungseinrichtung gehören grundsätzlich nicht
zum Unterhaltsbedarf. Ist es jedoch bei der Aufhebung des gemeinsamen Haus-
halts nicht möglich, die Möbel zweckmässig aufzuteilen, können unumgängliche
Anschaffungen zum Bedarf gerechnet werden (ZK-Brähm/Hasenböhler, N 118A,
8.1 zu Art. 163 ZGB, S. 131; BK-Hausheer/Reusser/Geiser, ZGB 176 N 33; vgl.
auch OGer ZH LQ080092 vom 9.07.2009, S. 32 f.). Die anfallenden Kosten eines
Wohnungswechsels samt Mietkaution können in der Regel aus dem Grundbetrag
und einem allfälligen Überschussanteil beglichen werden. Ein Zuschlag zum mo-
natlichen Grundbetrag im familienrechtlichen Existenzminimum aufgrund eines
Wohnungswechsels rechtfertigt sich somit nur in Ausnahmefällen und nur für eine
kurze Zeit. Eine Mietzinskaution ist nur dann durch eine zeitweise Erhöhung des
Existenzminimums zu berücksichtigen, wenn der betroffene Ehegatte die Miet-
zinskaution nicht innert kürzester Zeit aus seinem Vermögen oder Überschussan-
teil leisten kann (Six, a.a.O., Rz. 2.104, S. 122). Sodann kann ein Umzugskosten-
beitrag auch gestützt auf die eheliche Beistandspflicht gemäss Art. 159 Abs. 3
ZGB zugesprochen werden (vgl. OGer ZH LE180003 vom 2.07.2018 S. 11 f. mit
Hinweisen).
Sind, wie vorliegend, die finanziellen Verhältnisse besonders günstig und findet
die einstufige Unterhaltsberechnungsmethode Anwendung, weshalb der Gesuch-
stellerin weder ein Grundbetrag noch ein Überschussanteil zwecks Finanzierung
der Umzugskosten zur Verfügung steht, spricht nichts dagegen, ihr einmalige Un-
terhaltszahlungen für den Umzug anzurechnen, soweit sie dazu ohne Einschrän-
kung der ihr gebührenden Lebenshaltung nicht selbst in der Lage ist, mit anderen
Worten nicht innert kürzester Zeit auf Vermögensreserven zurückgreifen kann
(vgl. z.B. auch OGer ZH LE120056 vom 13.12.2012, S. 31 ff., 39 betreffend die
einmalige Bezahlung von Fr. 53'321.– unter dem Titel Zahnarztkosten). Entgegen
der Vorinstanz ist mithin bei der Gesuchstellerin im vorliegenden Zusammenhang
nicht bloss das familienrechtliche Existenzminimum zu berücksichtigen. Im Übri-
gen kann es keine Rolle spielen, ob der entsprechende Betrag auf den Monat
- 44 -
umgerechnet beim gebührenden Lebensbedarf zu veranschlagen oder als einma-
liger Betrag zuzusprechen ist.
Vor Vorinstanz substantiierte und belegte die Gesuchstellerin ihr im Zusammen-
hang mit dem Umzug angefallene Kosten in der Höhe von insgesamt Fr. 6'348.–
(Fr. 1'811.– Kosten übergangsmässige Wohnungseinrichtung, Fr. 25.– Meldege-
bühr Adressänderung, Fr. 42.– Nachsendeauftrag Post, Fr. 18.– Betreibungsre-
gisterauszug, Fr. 80.– Anschlussgebühr K._, Fr. 3'100.– Mietkaution,
Fr. 1'212.30 Umzugskosten und Fr. 59.95 Kosten Internet Modem / Wifi Box bei
L._; Urk. 1 S. 60; Urk. 4/16, /18, /99, /110-115). Mit Blick auf die belegten
Überweisungen von insgesamt Fr. 12'000.– auf ihr Konto erscheint sodann aus-
gewiesen, dass sie Darlehen bei ihrer Mutter und einer Freundin aufgenommen
hat (vgl. Urk. 1 S. 61; Urk. 4/116, /117), sich mithin verschulden musste. Über so-
fort realisierbare eigene Vermögensreserven für den Umzug verfügte die Gesuch-
stellerin nicht.
Bei den weiter geltend gemachten Kosten für einen voraussichtlichen weiteren
Transport von Fr. 1'000.– sowie Regale und Schränke in der Höhe von insgesamt
Fr. 15'000.– handelt es sich demgegenüber um nicht näher konkretisierte, ge-
schweige denn durch Belege untermauerte Pauschalbeträge (Urk. 1 S. 61 f.),
welche der Gesuchstellerin somit nicht angerechnet werden können. Zwar ist no-
torisch, dass die (standesgemässe) Einrichtung einer neuen Wohnung Kosten
verursacht, zumal die Gesuchstellerin nur wenige Möbel und Haushaltsgegen-
stände aus der ehelichen Wohnung mitnehmen konnte (vgl. Urk. 134 S. 7, 31
Dispositivziffer 3). Allerdings substantiierte und belegte sie keine solchen über
den Betrag von Fr. 1'811.– (für die übergangsmässige Wohnungseinrichtung gel-
tend gemachten Kosten) hinausgehenden Kosten (vgl. auch Urk. 58 S. 46). Der
zweite Umzug per 1. August 2019 (Urk. 149/149 S. 32) erfolgte sodann nach
Rechtshängigkeit der Scheidung, weshalb solche Umzugskosten ohnehin keine
Berücksichtigung mehr finden können. Unter dem Titel Sonderbeitrag für Um-
zugskosten sind ihr daher die erstellten Fr. 6'348.– zuzusprechen. Dabei ist fest-
zuhalten, dass der (darin enthaltene) Betrag für die (nicht "verbrauchte") Mietkau-
tion in der Höhe von Fr. 3'100.– akonto Güterrecht zu leisten ist, weshalb sich
- 45 -
dieser Betrag nicht als Unterhaltszahlung präsentiert, sondern vielmehr auf die
eheliche Beistandspflicht gemäss Art. 159 Abs. 3 ZGB abzustützen ist (iura novit
curia, Art. 57 ZPO).
E. Vorinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen
1. Die erste Instanz setzte die Gerichtsgebühr für das überdurchschnittlich aufwändige Eheschutzverfahren auf Fr. 8'000.– fest. Sie auferlegte die Kosten
den Parteien gestützt auf Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO je zur Hälfte und schlug die
Parteientschädigungen wett, weil dem Verfahren ein tiefgreifender persönlicher
Konflikt zwischen den Parteien zugrunde liege, an dem zwingenderweise beide
Ehepartner beteiligt seien (Urk. 134 S. 27-29, 32 f., Dispositivziffern 12 und 13).
2. Der Gesuchsgegner beantragt, sämtliche erstinstanzlichen Kosten der  aufzuerlegen, eventualiter zu rund 90 %. Zudem sei sie zur Leistung
einer Parteientschädigung an ihn in der Höhe von Fr. 12'000.– (inklusive Mehr-
wertsteuer), eventualiter zu einer solchen von Fr. 9'120.– zu verpflichten. Zur Be-
gründung führt er im Wesentlichen aus, die Praxis der hälftigen Kostenaufteilung
in familienrechtlichen Prozessen greife nur, wenn Kinderbelange zu regeln seien.
Vorliegend sei es jedoch einzig um finanzielle Ansprüche gegangen, weshalb die
Kosten nach Obsiegen und Unterliegen aufzuerlegen seien (Urk. 133 S. 2, 15 ff.).
3. Demgegenüber hält die Gesuchstellerin an einer hälftigen Kostenauflage fest, weil in familienrechtlichen Verfahren die Prozesskosten nach Ermessen ver-
teilt würden, mithin Billigkeitsüberlegungen in den Entscheid miteinbezogen wür-
den. In Ergänzung der korrekten vorinstanzlichen Erwägungen sei auch die wirt-
schaftliche Leistungsfähigkeit ein mitzuberücksichtigendes Kriterium, was vorlie-
gend für ein Abweichen vom Grundsatz der Kostenauflage nach Obsiegen und
Unterliegen spreche. Dies würde es sogar rechtfertigen, dem Gesuchsgegner die
Prozesskosten überhälftig aufzuerlegen (Urk. 141 S. 18).
4. Gemäss Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO kann das Gericht im Eheschutzverfahren von den Verteilungsgrundsätzen gemäss Art. 106 ZPO abweichen und die Pro-
zesskosten nach Ermessen festsetzen. Unnötige Prozesskosten hat zu bezahlen,
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wer sie verursacht (Art. 108 ZPO). Es entspricht bewährter Praxis, in erstinstanz-
lichen familienrechtlichen Verfahren gestützt auf Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO unab-
hängig vom Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten zu halbieren und die
Parteikosten wettzuschlagen. Damit wird den Besonderheiten eines familienrecht-
lichen Verfahrens Rechnung getragen, denn einem Eheschutzverfahren liegt ein
eherechtlicher Konflikt zugrunde, für welchen in den meisten Fällen beide Ehegat-
ten jedenfalls moralische Verantwortung tragen. Ausnahmen von dieser erstin-
stanzlichen Kostenverlegung können bei mutwilliger oder trölerischer Prozessfüh-
rung gemacht werden, da es sich dabei um unnötige Prozesskosten im Sinne von
Art. 108 ZPO handelt. Im Rechtsmittel- oder Abänderungsverfahren, wo den Par-
teien bereits ein Entscheid zu den materiellen Streitfragen vorliegt, sind die Pro-
zesskosten grundsätzlich nach dem Prozessausgang zu verteilen (Art. 106 ZPO;
Six, a.a.O., S. 59 f. Rz. 1.68).
Die noch unter der kantonalzürcherischen ZPO begründete Praxis der hälftigen
Kostenauflage bei Kinderbelangen im engeren Sinn (ohne Kinderunterhaltsbeiträ-
ge; vgl. ZR 84 Nr. 41) wurde unter der eidgenössischen ZPO beibehalten
(Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO). Sie wurde ausgedehnt durch die auf bewährte Lehre
gestützte Praxis vieler erstinstanzlicher Gerichte, in Eheschutzverfahren (auch
ohne Kinderbelange) die Kosten den Ehegatten hälftig aufzuerlegen und die Par-
teientschädigungen wettzuschlagen. Die Kammer übt sich beim Eingriff in solche
vorinstanzlichen Ermessensentscheide regelmässig in Zurückhaltung (vgl. z.B.
OGer ZH LE190027 vom 18.12.2019, S. 21; OGer ZH LE190037 vom 7.05.2020,
S. 59). Auch vorliegend besteht keine Veranlassung, in die ermessensgemässe
hälftige Kostenauflage durch die Vorinstanz im vorliegenden Eheschutzverfahren
einzugreifen. So wurde nebst den finanziellen Ansprüchen auch die Berechtigung
zum Getrenntleben vorgemerkt, die eheliche Liegenschaft dem Gesuchsgegner
für die Dauer des Getrenntlebens zugeteilt sowie die Herausgabe von Mobiliar
und Hausrat an die Gesuchstellerin geregelt (Urk. 134 S. 31).
Die Höhe der vorinstanzlichen Gerichtsgebühr und der festgesetzten Parteient-
schädigung wurde (für den Eventualfall) von keiner Partei kritisiert (Urk. 133 S. 2,
17; Urk. 141 S. 18), weshalb es dabei bleibt.
- 47 -
Im erstinstanzlichen Dispositiv ging jedoch vergessen, die Wettschlagung der Par-
teientschädigungen festzuhalten (vgl. Urk. 134 S. 13; vgl. auch Urk. 133 S. 17).
Solches ist aus prozessökonomischen Gründen gerade im Berufungsentscheid zu
berichtigen (Art. 334 Abs. 1 ZPO analog).
F. Prozesskostenbeitrag erstinstanzliches Verfahren
1. Die Vorinstanz verpflichtete den Gesuchsgegner, der Gesuchstellerin einen Prozesskostenbeitrag in der Höhe von Fr. 16'924.– (inkl. Mehrwertsteuer) zu be-
zahlen. Sie führte aus, die Gesuchstellerin verfüge nicht über genügend liquide
Mittel, um die Gerichtskosten und den Prozessbeistand zu finanzieren. Auch mit
den festgesetzten Unterhaltsbeiträgen könne sie keine genügende Sparquote bil-
den, ohne dass ihr gebührender Lebensstandard massgeblich eingeschränkt
würde. Es könne auch nicht angehen, dass das Gericht zwar Unterhaltsbeiträge
anordne, diese für die Deckung der Gerichtskosten aber gleich wieder abschöpfe.
Da die Eheleute in sehr guten finanziellen Verhältnissen lebten und auf Seiten
des Gesuchsgegners genügend liquide Mittel zur Verfügung stünden, seien die
Aufwendungen des Prozesses von den Ehegatten zu tragen. Mangels liquider
Mittel seitens der Gesuchstellerin sei der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Ge-
suchstellerin einen Prozesskostenbeitrag zu bezahlen. Die Höhe des Prozesskos-
tenbeitrages ergebe sich aus der hälftigen Entscheidgebühr von Fr. 4'000.– und
der Kosten für die Rechtsvertretung, welche gestützt auf die Anwaltsgebühren-
verordnung auf Fr. 12'000.– zuzüglich Fr. 924.– (7,7 % MwSt) zu beziffern seien
(Urk. 134 S. 29 f., 32, Dispositivziffer 11).
2. Der Gesuchsgegner moniert, beim Prozesskostenbeitrag seien die für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege entwickelten Grundsätze insbeson-
dere betreffend die Mittellosigkeit analog anzuwenden. Die Überlegung der Vor-
instanz, wonach es nicht angehe, dass einem Ehegatten ein Unterhaltsbeitrag für
den gebührenden Bedarf zugesprochen werde, dass dann aber aus diesem Be-
trag der Anwalt bezahlt werden müsse, sei kein Kriterium für die Zusprechung ei-
nes Prozesskostenbeitrages. Vielmehr sei bei Fällen eines gehobenen Lebens-
standards gemäss obergerichtlicher Praxis nicht einfach auf den gebührenden
Bedarf abzustellen, sondern vielmehr auf die "harten Bedarfspositionen". Der har-
- 48 -
te Bedarf der Gesuchstellerin belaufe sich auf Fr. 4'927.–, weshalb sie mit ihrem
Einkommen von Fr. 7'325.– im Jahr 2018 problemlos in der Lage sei, die Ge-
richts- und Anwaltskosten zu bezahlen. Ihre Mittellosigkeit sei daher zu verneinen.
Zudem habe die Gesuchstellerin ein 3. Säuleguthaben in der Höhe von mindes-
tens Fr. 54'144.– bzw. geschätzt Fr. 60'000.– bzw. Fr. 80'000.–. Sie habe nicht
dargetan, dass sie dieses Guthaben nicht belehnen könne. Weiter verfüge die
Gesuchstellerin je über einen Miteigentumsanteil an einem schweizerischen und
ausländischen Grundstück. Sie habe nicht belegt, dass diese Miteigentumsanteile
nicht belehnt werden könnten. Damit habe die Gesuchstellerin ihre Mitwir-
kungsobliegenheit missachtet. Im Übrigen sei die eheliche Liegenschaft mit einer
tiefen Hypothek und die Wohnung in BC._ überhaupt nicht hypothekarisch
belastet. Es gehe nicht an, dass ein Ehegatte trotz erheblichem Vermögen noch
einen Prozesskostenbeitrag erhältlich machen wolle (Urk. 133 S. 12 ff; Urk.
149/142 S. 40 f.).
3. Die Gesuchstellerin hält unter Hinweis auf BGer 5A_808/2016 vom 21. März 2017, E. 4.1, entgegen, die Unterhaltsbeiträge dienten der Deckung der laufenden
Bedürfnisse und nicht wie der Prozesskostenbeitrag der Finanzierung eines Ehe-
schutzverfahrens. Angesichts der vorliegenden finanziellen Verhältnisse, in wel-
chen die Gesuchstellerin über keinerlei liquides Vermögen verfüge und der Ge-
suchsgegner über ein solches von rund 2 Millionen Franken, sei es mit dem
Grundsatz der Waffengleichheit nicht zu vereinbaren, wenn sie sich in ihrer Le-
benshaltung auf das Existenzminimum beschränken müsse, um sich den vorlie-
genden Prozess überhaupt leisten zu können, während dem Gesuchsgegner un-
beschränkt Mittel zur Verfügung stünden. Das Vermögensgefälle sei vorliegend
derart gross, dass es absolut unhaltbar wäre, wenn der Gesuchstellerin kein Pro-
zesskostenbeitrag zugesprochen würde. Eine Gesamtbeurteilung der wirtschaftli-
chen Situation der Parteien ergebe, dass die obergerichtliche Praxis, wonach es
einer Gläubigerin von Unterhaltsbeiträgen auch bei sehr guten finanziellen Ver-
hältnissen zumutbar sei, ihren Lebensstandard einzuschränken, um für ihre Pro-
zesskosten aufkommen zu können, hier nicht haltbar sei. Auf die sog. "harten"
Bedarfspositionen sei nicht abzustellen. Eventualiter sei von einem erweiterten,
jedoch reduzierten Bedarf der Gesuchstellerin in der Höhe von Fr. 10'869.– aus-
- 49 -
zugehen. Das Guthaben der Säule 3a könne sodann - ausser für Wohneigentum -
weder bezogen noch verpfändet werden. Dass sie zusammen mit dem Gesuchs-
gegner Miteigentümer von zwei Liegenschaften sei, spiele nach der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung mit Blick auf das sehr grosse Vermögensgefälle zwi-
schen den Parteien keine Rolle. Weiter sei die Liegenschaft bereits zu 70 % be-
lehnt, womit eine weitere Belehnung alleine durch die Gesuchstellerin angesichts
ihrer Einkommensverhältnisse offensichtlich nicht möglich sei. Zudem behaupte
der Gesuchsgegner im Scheidungsverfahren, dass das meiste eheliche Vermö-
gen und auch die Liegenschaft in BC._ in sein Eigengut fielen (Urk. 141 S.
13 ff.; Urk. 58 Rz. 160).
4.1. Die Leistung eines Prozesskostenvorschusses bzw. -beitrages unter  setzt voraus, dass der ansprechende Ehegatte nicht selbst über die nöti-
gen Mittel verfügt, um das Verfahren zu führen. Verlangt ist - wie bei der unent-
geltlichen Rechtspflege - eine tatsächliche Bedürftigkeit (vgl. BGer 5A_103/2014
vom 4.6.2014, E. 6 m.Hinw.). Entsprechend sind nach der Praxis der Kammer bei
der Zusprechung eines Prozesskostenvorschusses bzw. -beitrages die für die
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 117 f. ZPO entwickel-
ten Grundsätze analog anzuwenden (vgl. OGer LY160046 vom 5.12.2017, IV./E.
3.2.3 m.Hinw.; so auch Denise Weingart, Der Prozesskostenvorschuss für ehe-
rechtliche Verfahren, in: Zivilprozess und Vollstreckung national und international
- Schnittstellen und Vergleiche, Festschrift für Jolanta Kren Kostkiewicz, 2018,
683). Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung gilt eine Person als bedürftig,
wenn sie die Kosten eines Prozesses nicht aufzubringen vermag, ohne jene Mittel
anzugreifen, die für die Deckung des eigenen notwendigen Lebensunterhalts und
desjenigen ihrer Familie erforderlich sind. Für die Beurteilung der prozessualen
Bedürftigkeit ist die gesamte wirtschaftliche Situation der gesuchstellenden Partei
zu würdigen. Zur wirtschaftlichen Situation gehören einerseits sämtliche finanziel-
len Verpflichtungen und andererseits die Einkommens- und Vermögensverhält-
nisse (vgl. Weingart, a.a.O., S. 685). Es ist jedoch nicht schematisch auf das be-
treibungsrechtliche Existenzminimum abzustellen, sondern den individuellen Um-
ständen Rechnung zu tragen (vgl. zum Ganzen BGE 141 III 369 E. 4.1 m.Hinw.).
Als individueller Umstand kann berücksichtigt werden, dass zwischen den beiden
- 50 -
Ehegatten ein grosses Vermögensgefälle besteht. Insoweit braucht sich der an-
sprechende Ehegatte nicht auf den notwendigen Lebensbedarf in Gestalt des
strikten Existenzminimums verweisen zu lassen. Hingegen geht es nicht an, bei
deutlich überdurchschnittlicher Lebenshaltung der Parteien, für die anspruchsbe-
gründende Bedürftigkeit auf den bis anhin gelebten Lebensstandard abzustellen.
Es sind keine Gründe ersichtlich, wieso es nicht auch Personen, deren Unterhalt
nach der einstufig-konkreten Methode berechnet wurde, zumutbar sein soll, ihren
Lebensstandard während einer gewissen Zeit einzuschränken, um für ihre Pro-
zesskosten aufzukommen. Für die Beurteilung der Zumutbarkeit ist derjenige Teil
der finanziellen Mittel, welcher das zur Deckung der persönlichen Bedürfnisse
Notwendige übersteigt, mit den für den konkreten Fall zu erwartenden Gerichts-
und Anwaltskosten zu vergleichen. Dabei sollte es der monatliche Überschuss der
gesuchstellenden Partei ermöglichen, die Prozesskosten bei weniger aufwändi-
gen Prozessen innert eines Jahres, bei anderen innert zweier Jahre zu tilgen (vgl.
BGE 141 III 369 E. 4.1 m.Hinw.; OGer ZH LY180041 vom 19.12.2018, S. 9 f.;
OGer ZH LE180054 vom 22.02.2019, S. 23 ff.; OGer ZH LQ090096 vom
4.6.2010, II./E. 4.2 und 4.3; Weingart, a.a.O., S. 685).
Der von der Gesuchstellerin erwähnte BGer 5A_808/2016 vom 21. März 2017, E.
4.1, ändert an dieser Praxis nichts. In diesem Einzelfall war der Ehemann zu mo-
natlichen Unterhaltszahlungen von Fr. 30'000.– verpflichtet worden, hatte jedoch
bloss Fr. 9'000.– überwiesen, weshalb es der Ehefrau nicht möglich war, nebst
der Deckung ihrer Fixkosten die Prozesskosten zu zahlen. Zwar dienen die Un-
terhaltsbeiträge in der Tat nicht der Prozessfinanzierung, sondern der Deckung
der laufenden Bedürfnisse. Allerdings ist es dem ersuchenden Ehegatten zuzu-
muten, seine Lebenshaltung vorübergehend einzuschränken, um die Prozesskos-
ten aus seinen eigenen Gesamteinkünften zu bestreiten. Die Gesuchstellerin ver-
kennt den Charakter des Prozesskostenbeitrages. Dieser soll keine möglichst
weitgehende Gleichstellung zwischen den Parteien verwirklichen. Nur weil der
Gesuchsgegner leistungsfähiger ist, muss er der Gesuchstellerin keinen Prozess-
kostenbeitrag bezahlen, solange es möglich und zumutbar ist, die Prozesskosten
aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Hinzu tritt, dass der Gesuchsgegner bislang
offenbar keine Unterhaltsbeiträge bezahlte (Urk. 149/133 S. 14; Urk. 149/142
- 51 -
S. 22 f.), weshalb diese nun rückwirkend zu leisten sind. Die Gesuchstellerin hat
sich denn auch seit der Trennung im März 2017 bereits in ihrer Lebenshaltung
eingeschränkt.
4.2. Im zivilprozessualen Notbedarf der Gesuchstellerin (bis zur  der Scheidung) sind die tatsächlichen Mietkosten in der Höhe von Fr. 1'452.–
(Urk. 4/14) zu berücksichtigen sowie sämtliche effektiv anfallenden Kosten für
Strom, Parkplatz, Versicherungen, Kommunikation, Gesundheitskosten, Fahrkos-
ten, Haushalt, Lebensmittel, Bargeldbezüge, Drogerie- und Apothekenartikel,
Kleider, Coiffeur, chemische Reinigung, Mitgliederbeiträge, Kosten für Zeitungen,
Zeitschriften und Bücher. Zumutbar erscheint es der Gesuchstellerin demgegen-
über, vorübergehend auf die monatlichen Kosten für Kultur (Fr. 33.–) und für Blu-
men (Fr. 19.–) zu verzichten. Überdies sind ihr keine Kosten für eine Haushaltshil-
fe anzurechnen, weil sie solche Kosten nicht hatte und eine solche Hilfe für die
verhältnismässig kleinere Wohnung auch nicht notwendig erschien. Zudem ist der
Gesuchstellerin betreffend Ferien eine temporäre Einschränkung in der Lebens-
haltung möglich und zumutbar. Weil die im Übrigen im Vergleich zu den finanziel-
len Verhältnissen der Parteien verhältnismässig moderaten Kosten für Restau-
rantbesuche (Fr. 220.– pro Monat) teilweise beruflich bedingt sind und eine Aus-
scheidung des privaten Anteils schwierig erscheint, sind sie der Gesuchstellerin
auch im zivilprozessualen Notbedarf zu belassen. Semestergebühren (Fr. 50.–),
welche nur bis Ende 2018 veranschlagt wurden, sind im vorliegenden Zusam-
menhang, in welchem auf die Verhältnisse im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Ent-
scheids bzw. der Rechtshängigkeit der Scheidung (23. März 2019) abzustellen ist
(vgl. ZR 90 Nr. 57; BGE 122 I 5 S. 7), keine zu berücksichtigen.
Der massgebliche zivilprozessuale Notbedarf der Gesuchstellerin präsentierte
sich somit folgendermassen:
Miete Fr. 1'452 Strom Fr. 27 Parkplatz Fr. 60 Hausrat-/Haftpflichtversicherung Fr. 35 Rechtsschutzversicherung Fr. 25
- 52 -
Reiseversicherung Fr. 40 Kommunikation Fr. 156 Krankenkasse Fr. 870 Weitere Gesundheitskosten Fr. 268 Regagönnerbeitrag Fr. 3 Fahrzeugkosten Fr. 391 öffentlicher Verkehr Fr. 180 Haushalt, Lebensmittel Fr. 790 Bargeldbezüge Fr. 393 Drogerie-/ Apothekenartikel Fr. 50 Kleider Fr. 138 Blumen Fr. 0 Coiffeur Fr. 78 Haushaltshilfe Fr. 0 chemische Reinigung Fr. 19 Kultur Fr. 0 P._ Fr. 10 Zeitungen, Zeitschriften Fr. 94 Bücher Fr. 32 Fitnesscenter Fr. 98 T._ Club Fr. 150 Ferien Fr. 0 Restaurantbesuche Fr. 220 Tierhaltungskosten Fr. 200 Bankschliessfach Fr. 19 Säule 3a Fr. 564 Semestergebühren Fr. 0 Steuern Fr. 900 Steuerberater Fr. 40
Total Fr. 7'302
In Anbetracht der monatlichen Einkünfte der Gesuchstellerin von Fr. 7'325.– so-
wie der geschuldeten Unterhaltsbeiträge in der Höhe von Fr. 1'200.– pro Monat
verfügt die Gesuchstellerin über monatliche Gesamteinkünfte in der Höhe von
Fr. 8'525.–, womit ihr ein monatlicher Freibetrag von Fr. 1'223.– verbleibt. Damit
ist sie jedenfalls in 14 Monaten in der Lage, ihre (zu bestätigenden) vorinstanzli-
chen Prozesskosten (Fr. 16'924.–) vollständig zu tilgen. Ihre einkommensmässige
Bedürftigkeit ist daher entgegen der Vorinstanz zu verneinen.
4.3. Was das Vermögen anbelangt, trifft es zwar zu, dass es sich beim Säule 3a Guthaben um gebundenes und damit nicht frei verfügbares Vermögen handelt,
welches im vorliegenden Zusammenhang weder bezogen noch verpfändet wer-
- 53 -
den kann (vgl. Urk. 58 Rz. 160; Urk. 142 S. 16; Art. 39 BVG i.V.m. Art. 4 BVV3)
und daher effektiv nicht verfügbar ist. Allerdings ist die Gesuchstellerin unbestrit-
tenermassen Miteigentümerin der ehelichen Liegenschaft in der Schweiz sowie
der Wohnung in BC._ (Urk. 149/133 S. 31). Ob das Vermögen der anspre-
chenden Person bar vorhanden oder in einer Liegenschaft angelegt ist, spielt
grundsätzlich keine Rolle. Personen, die ihr Vermögen in Immobilien investiert
haben, dürfen in Bezug auf die Beurteilung der Bedürftigkeit nicht besser gestellt
werden als solche, die ihr Vermögen auf einem Sparbuch oder in Wertschriften
angelegt haben. Es sind alle Möglichkeiten der Mittelbeschaffung durch Ver-
äusserung von selbst genutztem Wohneigentum, durch Vermietung oder durch
Aufnahme eines zusätzlichen Hypothekardarlehens in Betracht zu ziehen. Nur
wenn der Nachweis erbracht wird, dass eine weitere Belehnung der Liegenschaft
nicht möglich und eine Veräusserung nicht zumutbar ist, gilt die Mittellosigkeit als
erstellt. Das fehlende Einverständnis eines Miteigentümers mit einer weiteren hy-
pothekarischen Belastung der Liegenschaft ändert nichts am Vorhandensein und
an der Verfügbarkeit des Vermögenswertes (Philipp Maier, Die Gewährung der
unentgeltlichen Prozessführung in familienrechtlichen Prozessen im Spannungs-
feld mit der Vorschusspflicht von Ehegatten und Eltern, dargestellt anhand der
Praxis der Zürcher Gerichte seit Inkraftsetzung der eidgenössischen ZPO,
Fam.Pra.ch 2014, S. 651; vgl. auch OGer ZH LE170027 vom 17.01.2018, S. 51).
Die Gesuchstellerin unterliess es, substantiiert zu behaupten und namentlich mit-
tels Banknachweisen zu belegen, dass eine (weitere), ihr zuzumutende hypothe-
karische Belastung ihrer Miteigentumsanteile nicht möglich sein sollte. Der Mitwir-
kungsobliegenheit der anwaltlich vertretenen Gesuchstellerin ist selbstverständ-
lich nicht Genüge getan, wenn lediglich pauschal ausgeführt wird, eine Erhöhung
der Hypothek sei ausgeschlossen und der Gesuchsgegner als Miteigentümer die-
ser Liegenschaften würde kaum zustimmen (Urk. 149/133 S. 31; Urk. 1 S. Rz.
187; Urk. 58 Rz. 160). Die Nachsubstantiierung im Rahmen ihrer Erstberufungs-
antwort, wonach die Liegenschaft bereits zu 70 % belehnt sei (Urk. 141 S. 17; vgl.
auch Urk. 149/149 S. 31) erfolgt verspätet (Art. 317 Abs. 1 ZPO) und blieb wiede-
rum unbelegt. Zudem liess der Gesuchsgegner schon vor Vorinstanz erklären,
dass er seine Zustimmung zu einer weiteren Belehnung der ehelichen Liegen-
- 54 -
schaft erteilen würde (Prot. I S. 26 unten; vgl. auch Urk. 149/142 S. 42). Zufolge
Verletzung der Mitwirkungsobliegenheit kann die Gesuchstellerin somit auch ver-
mögensmässig nicht als bedürftig gelten.
4.4. Nach dem Gesagten ist die vorinstanzliche Verpflichtung des , wonach er der Gesuchstellerin für das erstinstanzliche Verfahren einen Pro-
zesskostenbeitrag in der Höhe von Fr. 16'924.– zu bezahlen hat, in diesbezügli-
cher Gutheissung der Erstberufung somit aufzuheben und der entsprechende An-
trag der Gesuchstellerin abzuweisen.
G. Kosten- und Entschädigungsfolgen im Berufungsverfahren
Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr ist auf Fr. 6'000.– festzusetzen (vgl. § 5,
§ 6 Abs. 2 lit. b, § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG). Im Berufungsverfahren unterliegt
die Gesuchstellerin grossmehrheitlich hinsichtlich der rückwirkenden und für die
Dauer des Getrenntlebens zuzusprechenden Unterhaltsbeiträge, wobei diesbe-
züglich im Hinblick auf das hängige Scheidungsverfahren einstweilen von einer
Geltungsdauer von rund vier Jahren seit April 2017 auszugehen ist, sowie auch
betreffend die Höhe des zuzusprechenden Sonderbeitrags für den Umzug. Gänz-
lich unterliegt sie betreffend die im erst- und zweitinstanzlichen Verfahren bean-
tragten Prozesskostenbeiträge (betr. das Berufungsverfahren vgl. lit. H nachste-
hend). Insgesamt rechtfertigt es sich, die Kosten des Berufungsverfahrens der
Gesuchstellerin zu rund 80 % und dem Gesuchsgegner zu 20 % aufzuerlegen.
Die Kosten sind mit dem vom Gesuchsgegner geleisteten Kostenvorschuss in der
Höhe von Fr. 3'000.– (vgl. Urk. 137 und 139) zu verrechnen. Die Gesuchstellerin
hat dem Gesuchsgegner die Kosten im Umfang von Fr. 1'800.– zu ersetzen
(Art. 111 Abs. 1 und 2 ZPO).
Dementsprechend ist die Gesuchstellerin zu verpflichten, dem Gesuchsgegner
eine auf 60 % reduzierte Parteientschädigung zu bezahlen. Diese ist gestützt auf
die einschlägigen Normen der Anwaltsgebührenverordnung (§ 5 Abs. 1 und 2, § 6
Abs. 3, § 11 Abs. 1-3, § 13 Abs. 1 und 2 AnwGebV) auf rund Fr. 6'000.– ein-
schliesslich 7,7 % Mehrwertsteuer (volle Entschädigung = Fr. 10'000.–) festzule-
gen.
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H. Prozesskostenbeitrag im Berufungsverfahren
1. Für das Berufungsverfahren verlangt die Gesuchstellerin die Verpflichtung des Gesuchsgegners, ihr einen Prozesskostenbeitrag in der Höhe von
Fr. 15'000.–, zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer, zu bezahlen (Urk. 149/133 S. 3, 31
f.). Der Gesuchsgegner lässt auf vollumfängliche Abweisung dieses Antrags
schliessen (Urk. 149/142 S. 1).
2. Mangels eines hinreichenden Nachweises betreffend die fehlende  einer Aufstockung der Hypothek auf der ehelichen Liegenschaft in D._
(vgl. Urk. 149/133 S. 31 f.) durch die anwaltlich vertretene Gesuchstellerin sowie
nachdem die Gesuchstellerin die Behauptung des Gesuchsgegners, wonach die
im hälftigen Miteigentum stehende Liegenschaft der Parteien in BC._ unbe-
lastet sei (Urk. 149/142 S. 42; Urk. 133 S. 14; vgl. auch Urk. 99), weder bestritten
noch ausreichend dargelegt bzw. belegt hat, weshalb auch hier keine hypotheka-
rische Belastung möglich sein sollte (Urk. 149/149 S. 31; Urk. 141 S. 17; vgl. auch
Urk. 102 S. 6 f.), ist ihr Gesuch zufolge Verletzung der Mitwirkungsobliegenheit
ohne weiteres abzuweisen. Im Übrigen wäre sie, wie dargetan, auch einkom-
mensmässig durchaus in der Lage, ihre zweitinstanzlichen Prozesskosten innert
der Frist von rund einem Jahr zu tilgen, bei zumutbarer Einschränkung in ihrer
Lebensführung. Dass der Gesuchsgegner im hängigen Scheidungsverfahren in
einer Eingabe vom 9. Dezember 2019 offenbar behaupten lässt, das meiste ehe-
liche Vermögen und auch die Liegenschaft in BC._ fielen in sein Eigengut
(Urk. 141 S. 17; Urk. 142/1), ändert nichts am Vorhandensein dieses Vermö-
genswerts und dem bestehenden Miteigentum der Gesuchstellerin daran. Zudem
erklärte der Gesuchsgegner, er würde einer Belehnung zustimmen (Urk. 149/142
S. 41 f.; Prot. I S. 26). Darauf ist er zu behaften.