Decision ID: e39dc6c5-c283-5bd6-b4cd-7d2562a63854
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Nachdem die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, einen Rentenanspruch der 1971 geborenen
X._
im Juli 1997 verneint hatte (
Urk.
8/38 S. 1), meldete sich
diese
am 1
9.
November 2013 erneut
zum Leistungsbezug an (Urk. 8/8
). Zur Klärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse zog die IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto bei (
Urk.
8/13)
und
holte Berichte der behandelnden Ärzte ein (
Urk.
8/
10 und
Urk.
8/23).
Am
6.
Mai 2014 führte sie eine Ab
klärung vor Ort durch (
Haus
halt
abklärungsbericht
vom 2
3.
Oktober 2014 [
Urk.
8/37]).
Zusätzlich liess sie die Versicherte durch die
Dres
. med.
Z._
, Fachärztin FMH für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie,
und
A._
,
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie,
begutachten (Expertisen vom
9.
und 12.
September 2014 [
Urk.
8/34 und
Urk.
8/36]). Mit Vorbescheid vom
23. Oktober 2014 stellte die Verwaltung die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
8/39). Da
ran hielt sie – auf Einwand
der Versicherten
hin (
Urk.
8/42 und
Urk.
8/54) – mit Verfügung vom 1
4.
Januar 2015 fest (
Urk.
8/58 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
3.
Februar 2015 Beschwerde und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben
und es seien ihr die gesetzlich geschuldeten Leistungen auszurichten; eventuell seien nach Aufhe
bung der angefochtenen Verfügung ergänzende medizinische Abklärungen an
zuordnen (
Urk.
1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
März 2015 beantragte die IV-Stelle die teilweise Gutheissung der Beschwerde im Sinne einer
Rück
weisung
zu weiteren – insbesondere psychiatrischen – Abklärungen (
Urk.
7). Mit Gerichtsverfügung vom 1
3.
März 2015 wurde der Beschwerdeführerin Frist angesetzt, um zur Beschwerdeantwort und insbesondere zum Antrag auf
Rück
weisung
Stellung zu nehmen (
Urk.
9). Mit Eingabe vom 2
3.
März 2015 teilte die Beschwerdeführerin mit, dass sie sich grundsätzlich dem Antrag auf
Rückwei
sung
zu weiteren Abklärungen anschliesse, jedoch eine polydisziplinäre Begut
achtung in den Fachrichtungen der Rheumatologie, Neurologie und Psychologie für nötig halte
(
Urk.
11)
.
Dies wurde der Beschwerdeführerin am 2
6.
März 2015
mitgeteilt (
Urk.
12).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (
Art.
4
Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Jede psychogene Störung, ob einfache oder neurotische Form, kann im Einzel
fall Krankheitswert haben, weshalb jeder Einzelfall sorgfältig geprüft werden muss. Notwendig sind in jedem Fall ein ausführlicher ärztlicher Bericht oder ein entsprechendes fachärztliches Gutachten sowie die Abklärung der erwerblichen Umstände (AHI 1997 S. 43 E. 5c). Dabei müssen psychiatrische Berichte in der Regel auf einer persönlichen Untersuchung beruhen (RKUV 2001 Nr. U 438 S.
345, Urteile des Bundesgerichts 9C_602/2007 vom 11. April 2008 E. 5.3 und I
169/06 vom 8. August 2006 E. 4.4 mit Hinweisen). Für die verlässliche Beurtei
lung des psychischen Gesundheitszustandes und seiner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind in der Regel psychiatrische Fachärzte beizuziehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.3., Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 16. Februar 2011 E. 4.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Rückweisung zu weiteren Abklärungen damit, dass – im Gegensatz zum rheumatologischen Fachgutachten von Dr.
Z._
– das psychiatrische Teilgutachten von
Dr.
A._
nicht zu über
zeugen
vermöge. Letzterer begründe die Diagnose einer
chronifizierten
Zwangsstörung nicht
,
und der vom Gutachter gezogene Schluss einer vollstän
digen Arbeitsunfähigkeit sei nicht nachvollziehbar. Zudem sei unklar, inwiefern die psychosozialen Belastungsfaktoren das Leiden der Beschwerdeführerin beeinflussen würden (
Urk.
7).
2.2
In ihrer Stellungnahme vom 2
3.
März 2015 stellte sich die Beschwerdeführerin demgegenüber auf den Standpunkt, es könne weder auf das rheumatologische noch
auf
das psychiatrische Teilgutachten abgestellt werden.
Aufgrund der Komplexität des Beschwerdebildes sei eine polydisziplinäre
Begutachtung
in den Fachdisziplinen der Rheumatologie, Neurologie und Psychologie nötig (Urk.
11).
3.
3.1
Dr.
med.
B._
, Fachärztin FMH für Allgemeinmedizin,
stellte am
16.
Dezember 2013 (
Urk.
8/10/5-6
)
folgende somatische
Diagnosen mit
Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
Vorbestehende bekannte aktuell symptomatische Diskushernie lumbal
Status nach operierter Diskushernie zervikal (ventrale Fusion C6/C7,
Dis
kektomie
am 2
5.
Februar 2011
Migräne
Als ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
beurteilte sie den Status nach
lapras
ko
pischer
Cholezystektomie
im Februar 2013 und die Adipositas per magna (S.
1).
Sie führte aus,
sie
habe
bislang keine Arbeitsunfähigkeitszeugnisse aus
ge
stellt. Ob der Beschwerdeführerin die Ausübung von Verweistätigkeiten möglich sei, könne sie nicht beurteilen (S. 2).
Hinsichtlich
der psychiatrischen Diagnosen, der
diesbezüglich
erhobenen Befunde und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit verwies
Dr.
B._
auf die Einschätzung des behandelnden Psychiaters
Dr.
med.
C._
, Fach
arzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie (S. 1).
3.2
Dr.
C._
nannte am 2
7.
Februar 2014 (
Urk.
8/23) nachstehende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
Chronische Zwangserkrankung mit Zwangshandlungen und
Zwangsge
danken
gemischt (ICD-10 F42.2), ab 2001
Rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.0), ab circa 1989
Binge-
Eating
-
Disorder
(ICD-10 F50.9) mit massiver Adipositas (116 kg, 164 cm), ab 1994
Status nach sexuellem Missbrauch durch den Vater (10-16
-
jährig)
Den folgenden Diagnosen mass er keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bei (S. 1):
Migräne
Status nach lumbaler Diskushernie 1994 (Rehabilitation in
D._
)
Status nach Operation einer zervikalen Diskushernie 2012 im
Spital E._
Status nach
Cholezystektomie
2013 im
Spital E._
Er berichtete, die Beschwerdeführerin leide unter einer massiven
Zwangssymp
to
matik
mit Zwangshandlungen (reinigen, kontrollieren), Zwangsgedanken (Stereotypien, Intrusionen) und Zwangsimpulsen
(S. 2). Die Zwangssymptomatik habe sich 2011 nach der Geburt des zweiten Sohnes eingeschlichen.
Zum da
maligen Zeitpunkt sei
ihre Anstellung im Briefzentrum der
F._
in
G._
gekündigt worden, da dieses aufgehoben worden sei. In der Folge
hätten die psychischen Probleme der Versicherten eine Neuanstellung nicht erlaubt.
Auf
grund der gesamten Zwangssymptomatik sei sie extrem verlangsamt und ambi
valent. Sie könne nichts anpacken oder in Gang bringen. Sie mache sich des
halb Selbstvorwürfe und bestrafe sich am Abend oder in der Nacht durch eine übermässige Nahrungszunahme. Sie könne sich nach ihren Essattacken nicht mehr hinlegen und sc
hlafe deshalb im sitzen. Sie sei auf die Hilfe ihrer Schwestern oder ihrer Nachbarinnen bei der Reinigung ihrer Wohnung ange
wiesen (S. 5 f.).
Abhängig vom Ausmass der depressiven Symptomatik
– so der behandelnde Psychiater weiter –
würden wahnhafte Züge bezüglich Schuld und Hypochondrie bestehen. Sinnestäuschungen oder eine Ich-Störung seien nicht ersichtlich.
Die Versicherte
sei affektiv belastet. Sie schwanke aufgrund des
Ver
antwortlichkeitsgefühls
der Familie gegenüber, die sie in immer wieder aufge
tretenen suizidalen Phasen geschützt habe, zwischen Hoffnungslosigkeit, Ver
zweiflung und innerer Auflehnung.
Sie empfinde Kraft- und Antriebslosigkeit (S. 2)
.
Dr.
C._
attestierte für die bisher ausgeübte Tätigkeit als ungelernte Hilfskraft auf dem
H._
in
G._
eine seit 2001 bestehende 100%ige Arbeitsun
fähigkeit (S. 2).
3.3
Gestützt auf die Ergebnisse
der psychiatrischen und rheumatologischen Unter
suchung (Gutachten vom 1
2.
September 2014 [
Urk.
8/36]
)
nannten
die
Dres
.
Z._
und
A._
nachstehende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S.
8
):
Chronifizierte
Zwangsstörung mit Zwangshandlungen und
Zwangsge
danken
(ICD-10 F42.2)
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode mit soma
tischen Symptomen (ICD-10 F33.01)
Verminderte Belastbarkeit und Beschwerden der Halswirbelsäule (HWS) bei Status nach zervikaler Operation am 2
5.
Februar 2011 mit Fusion C6/C7 und Diskektomie C6/C7
wegen Diskushernie links mit Kompres
sion der Nervenwurzel C7 links mit gutem Sitz der Implantate (Röntgen Februar 2011) und deutlich postoperativer Besserung der Beschwerden ohne
radikuläre
Zeichen
Den folgenden Diagnosen massen sie keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bei (S. 8 f.):
Adipositas Grad III (BMI 42.7 kg/m
2
)
Status nach
Cholez
ystektomie
am
6.
Februar 2013
Intermittierende
Periarthropathia
humeroscapularis
beidseits mit Verkal
kung, jedoch intakter
Rotatorenmanschette
ohne Nachweis einer
Omarthrose
(Sonographie April 2013), aktuell beschwerdefrei
Migräne, teilweise mit Aura
Dr.
Z._
berichtete in ihrem rheumatologischen Fachgutachten,
die Nacken- und Schulterbeschwerden der Beschwerdeführerin hätten sich nach der am 2
5.
Februar 2011 durchgeführten
Diskushernienoperation
deutlich gebessert. Die Versicherte habe bei der Untersuchung einzig über Schmerzen im linken Knie und
über Mühe beim Treppensteigen
geklagt. In der klinischen Untersu
chung sei eine Adipositas Grad III
feststellbar gewesen
. Der intermittierend hinkende Gang habe sich bei Ablenkung normalisiert. Alle drei Wirbelsäulen-Abschnitte
und alle grossen peripheren Gelenke
seien normal beweglich
gewe
sen
.
Radikuläre
Zeichen
hätten
keine
bestanden
.
Gelenksergüsse,
Synovitiden
oder überwärm
t
e Gelenke seien nicht vorhanden
gewesen
. Die postoperative Röntgenkontrolle der HWS (Februar 2011) – so die Gutachterin weiter – belege einen guten Sitz der Implantate. Die Ultraschalluntersuchung der rechten Schulter (April 2013)
habe
eine Verkalkung bei sonst intakter
Rotatorenman
schette
ohne Hinweise auf eine
Omarthrose
deutlich gemacht
. Dieser Befund sei nicht gravierend und habe keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit.
Die
MRI
-Untersuchung des linken Knies, die
aufgrund der von der Beschwerdefüh
rerin anlässlich der klinischen Untersuchung angegebenen Schmerzen
durch
geführt worden sei
, habe
einen altersentsprechenden Befund mit intakten
Knie
binnenstrukturen
ohne Arthrose
gezeigt
. Für eine deutlich verminderte
Hand
kraft
beidseits bestehe keine Ursache, weshalb eine Selbstlimitierung bei der Begutachtung bestanden habe (
Urk.
8/34 S. 33). Aus rheumatol
ogischer Sicht sei
die Beschwerdeführerin durch die eingeschränkte Funktion der HWS zwar limitiert,
die Arbeitsfähigkeit in den angestammten Tätigkeiten in der
I._
, als Sortiererin im Briefzentrum, als
Produktionsmitar
beiterin
bei
J._
und
als
Textilmitarbeiterin, die als
angepasste Arbei
ten
g
älten
,
sei aber
nich
t eingeschränkt (
Urk.
8/34 S. 34
f.).
Dem psychiatrischen Teilgutachten von
Dr.
A._
kann entnommen werden, dass
die Beschwerdeführerin ordentlich gepflegt, bewusstseinsklar und allseits orientiert gewirkt hat. Während des Gesprächs habe sie auf die gestellten Fragen klare und präzise Antw
orten gegeben; im Verlauf
jedoch mit zunehmender Ver
zögerung, was auf eine reduzierte Konzentrationsdauer hinde
ute. I
m formalen
Denken sei die Versicherte verlangsamt gewesen. Inhaltlich hätten sich keine Hinweise auf Wahnideen, Halluzinationen oder Ich-Störungen
ergeben. Im Affekt habe die Beschwerdeführerin
vordergründig massiv ängs
tlich,
leicht affektlabil und deprimiert
gewirkt
. E
in affektiver Rapport
sei
gut herstellbar gewesen. Im Antrieb sei die Beschwerdeführerin leicht vermindert gewesen. Hinweise auf eine Selbst- oder Fremdgefährdung hätten sich keine ergeben (
Urk.
8/36 S. 5).
Der Gutachter führte weiter aus, bei der
Beschwerdeführerin seien aufgrund der anamnestischen Angaben sowohl eine genetische Vulnera
bilität als auch Persönlichkeitsfaktoren für die Entwicklung psychiatrischer Erkrankungen festzustellen. Sie habe eine sehr traumatisierte Kindheit ver
bracht, was zur Bildung einer Persönlichkeit mit vermehrten ängstlichen Zügen geführt habe. Nach der zweiten Geburt im Jahr 2000 sei es im Rahmen einer Auseinandersetzung mit der traumatisierten Vergangenheit zur Umwandlung der vorbestehenden Ängstlichkeit in eine Zwangsstörung sowie zum Ausbruch einer rezidivierenden Störung gekommen. Trotz der eingeleiteten therapeuti
schen Massnahmen habe die Beschwerdeführerin ihre traumatischen
Lebenser
eignisse
offenbar nicht verarbeiten können, was zu einer
Chronifizierung
ihrer psychischen Leiden geführt habe. Die Flucht vor der körperlichen Nähe des Ehemannes habe eine massive Gewichtszunahme bedingt, was die
Selbstprob
lematik
der Versicherten zusätzlich verstärkt und die
Chronifizierung
ihrer psy
chischen Leiden indire
kt unterhalten habe
. Sie habe sowohl ihre traumatischen Erlebnisse als auch die psychischen Probleme glaubhaft geschildert, die zum Teil bis zu einer schweren Beeinträchtigung ihrer geistigen Flexibilität, zu einer stark reduzierten psychischen Belastbarkeit, zur Vernachlässigung der eigenen körperlichen Gesundheit und zur Störung sozialer Interaktionen geführt hätten
. Aus psychiatrischer Sicht
bestehe daher für jede Tätigkeit auf dem freien
Wirt
schaftsmarkt
keine Arbeitsfähigkeit. Für adaptierte Arbeiten im Haushalt könne ihr
allerdings
keine Einschränkung attestiert werden (
Urk.
8/36 S. 7).
Zur Frage der Arbeitsfähigkeit führten die beteiligten Spezialärzte zusammen
fassend aus,
f
ür ideal adaptierte
Arbeiten
im Haushalt beziehungsweise i
n ihrer vertrauten Umgebung
mit der Möglichkeit, die
se
nach der psychischen Verfas
sung weitgehend selbständig zu gestalten, könne keine Einschränkung der Ar
beitsfähigkeit attestiert werden.
Für jede Tätigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt bestehe hingegen (aus psychiatrischer Sicht) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
8/36 S. 9).
4.
4.1
Hinsichtlich der
physischen
Beschwerden
entspricht das auf einer einlässlichen internistischen und rheumatologischen Untersuchung beruhende, die
fallrele
vanten
Vorakten
sowie die geklagten Beschwerden berücksichtigende Gutachten von
Dr.
Z._
den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage (vgl. E. 1.5
hievor
). Nach einleuchtender Darlegung der medizinischen Zusammenhänge gelangte die Expertin zur begründeten Schlussfolgerung, dass aus internistisch-rheumatolo
gischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten bis knapp mittelschweren Tätigkeit bestehe,
wobei das
erwähnte
Belastungsprofil auch die bislang ausgeübten Arbeiten umfasse.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin
(vgl.
Urk.
1 S. 8)
ist vorliegend nicht ersichtlich, weshalb
Dr.
Z._
, die sowohl über einen Facharzttitel in der Fachrichtung der Allgemeinen Inneren Medizin als auch der Rheumatologie
(
www.medregom.admin.ch
und
www.doctorfmh.ch
)
verfügt
, nicht in der Lage sein soll, die verschiedenen Beschwerden
der Versicherten
– im Vordergrund stehen solche der Halswirbelsäule, der rechte
n Schulter und des linken Knies
, mithin (chronische) S
chmerzen des Bewegungsapparates –
kompetent zu beur
teilen
(
vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 9C_270/2012 vom 2
3.
Mai 2012 E.
4.2 mit weiteren Hinweisen). Dies gilt umso mehr, als die Beschwerdeführerin selbst den Einbezug der Fachdisziplin der Rheumatologie bei der von ihr
ver
langten
polydisziplinären Begutachtung fordert (
Urk.
1 S. 8 und
Urk.
1
1 S.
2).
Dass
Dr.
Z._
zu den somatischen Einschätzungen früherer Ärzte keine Stellung nehmen konnte, da diese Einschätzungen für sie fachfremd seien
(
Urk.
1 S. 8
; siehe auch
Urk.
1 S. 6
)
, ist so
dann aktenwidrig
. Tatsächlich
hielt die nämliche Ärztin – korrekterweise – fest,
dass sie
sich einzig
zu
den
die somati
schen Beschwerden betreffende
n
Beurteilungen äusser
e
,
da psychiatrische Ein
schätzungen für sie fachfremd seien (
Urk.
8/34 S. 36).
4.2
Was
die psychiatrische Symptomatik
betrifft, erhoben der Gutachter
Dr.
A._
und der behan
delnde Psychiater
Dr.
C._
zwar
die gleichen Diagnosen. Die
gutachterliche
Beurteilung überzeugt aber deshalb nicht,
weil die
diagnosti
zierte
chronifizierte
Zwangsstörung mit Zwangshandlungen und
Zw
angsgedan
ken
aus den geschilderten Befunden (
vgl.
Urk.
8/36 S. 5) nicht hervorgeht und deshalb unklar bleibt,
worauf die besagte Diagnose abgestützt ist.
Dr.
C._
wiederum
legte
Befunde dar, die
mit einer Zwangssymptomatik
einhergehen. Er erläuterte aber nicht
substanziiert
, aufgrund welcher
psychischer
Einschränkun
gen
die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Arbeit zu 100
% arbeitsun
fähig sei. Er begründete die vollständige Arbeitsunfähigkeit vielmehr
einzig
mit der Diagnose
, was nicht genügt
.
Zudem fehlt eine Beurteilung
der
Arbeitsfähig
keit in einer Verweistätigkeit
.
Die Beurteilungen des
behandelnden Psychiaters
und des Gutachters bieten daher keine hinreichende Grundlage für eine verläss
liche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
, wovon auch die Parteien ausgehen (
Urk.
7 und
Urk.
11)
.
5.
Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass
die Beschwerdegegnerin betreffend die Auswirkungen der somatischen Beschwerden auf die Arbeits
fähigkeit auf das Gutachten von
Dr.
Z._
abstellte. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 8 und
Urk.
11 S. 2) erübrigt sich eine neuro
logische Abklärung, da neurologische Beeinträchtigungen
, mithin
Störungen
des Nervensystems,
w
eder von
ihr
geltend gemacht werden
noch aktenkundig sind
.
N
icht klar
ist hingegen
,
welche Arbeitsleistungen der Beschwerdeführerin trotz ihrer
psychischen Beschwerden
aus medizinischer Sicht noch zumutbar
sind
.
Die angefochtene Verfügung vom 1
4.
Januar 2015 ist deshalb aufzuheben und die Sache zur ergänzenden Abklärung der psychischen Verhältnisse,
ideal
erweise
unter
Beizug
der die psychischen Beschwerden betreffenden Kranken
geschichte der
Versicherten
, an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Her
nach wird sie über die Rentenfrage neu entscheiden.
6.
6.1
D
ie Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
600.-- festzulegen und, da die
Rückwei
sung
an die Verwaltung nach ständiger Rechtsprechung als vollständiges Obsie
gen gilt (vgl. etwa Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 199/02 vom 1
0.
Februar 2004 E. 6 mit Hinweis auf BGE 110 V 57 E. 3a; SVR 1999 IV Nr. 10 S. 28 E. 3), ausgangsgemäss von der Beschwerdegegnerin zu tragen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).
6.2
Die durch
lic
.
iur
.
Y._
vertretene Beschwerdeführerin hat sodann
aus
gangsgemäss
gestützt auf
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht Anspruch auf eine
Pro
zessentschädigung
. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsa
che und der Schwier
igkeit des Prozesses auf
Fr.
1‘7
00.-- (inklusive Mehrwert
steuer und Barauslagen) festzusetzen.