Decision ID: f0591dcf-6d36-4a1e-a056-88b59af24829
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
Die im Jahr 1979 gegründete Einzelfirma B._ mit Sitz in X._ bezweckt den Betrieb
von Cafés (www.zefix.ch). Sie betreibt das Restaurant Y._ in X._. Mit Gesuch vom
26. Januar 2021 beantragte der Inhaber A._ eine finanzielle Härtefallunterstützung im
Zusammenhang mit der Covid-19-Epidemie in der Höhe von CHF 750'000. Am 11. Mai
2021 teilte das Amt für Wirtschaft und Arbeit dem Gesuchsteller mit, dass die
Voraussetzungen für eine Entschädigung nicht erfüllt seien. Dieser beantragte tags
darauf eine anfechtbare Verfügung. Mit Verfügung vom 1. Juli 2021 wies das
Volkswirtschaftsdepartement, vertreten durch das Amt für Wirtschaft und Arbeit, das
Gesuch um finanzielle Unterstützung im Zusammenhang mit der Covid-19-Epidemie
ab. Zur Begründung wurde ausgeführt, gegen A._ und von ihm beherrschte
Gesellschaften seien umfangreiche Steuerstrafverfahren pendent und es sei mit
Bussen in erheblichem Umfang zu rechnen. In einer Gesamtbetrachtung lasse sich
nicht begründen, weshalb der Staat einer Person, die ihn finanziell jahrelang
hintergangen habe, den unternehmerischen Fortbestand sichern solle. Die Gebühr für
die Verfügung wurde auf CHF 250 festgesetzt.
B.
Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 16. Juli 2021 und Ergänzung vom
17. September 2021 erhob A._ (Beschwerdeführer) Beschwerde gegen die Verfügung
des Volkswirtschaftsdepartements (Vorinstanz) mit den Anträgen, diese sei aufzuheben
und ihm sei eine Härtefallunterstützung in der Höhe von CHF 750'000 zuzusprechen,
eventualiter sei die Streitsache zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich Mehrwertsteuer.
Auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wurde seitens des Gerichtes vorläufig
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verzichtet. Mit Vernehmlassung vom 6. Oktober 2021 beantragte die Vorinstanz die
Abweisung der Beschwerde. Am 17. November 2021 nahm der Beschwerdeführer
dazu Stellung und am 15. Dezember 2021 reichte er eine weitere Eingabe ein. Die
Vorinstanz verzichtete auf weitere Äusserungen.
Auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung und die Ausführungen der
Beteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die Akten wird, soweit für den
Entscheid relevant, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1.
Das Verwaltungsgericht ist zum Entscheid in der Sache zuständig (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Als Adressat der
ablehnenden Verfügung der Vorinstanz ist der Beschwerdeführer zur Ergreifung des
Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die
Beschwerde wurde mit Eingabe vom 16. Juli 2021 rechtzeitig erhoben. Sie erfüllt
zusammen mit der Ergänzung vom 17. September 2021 formal wie inhaltlich die
gesetzlichen Anforderungen (Art. 11 Abs. 3, Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1
und Art. 48 Abs. 1 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
Der Beschwerdeführer bringt hinsichtlich des vorinstanzlichen Verfahrens mehrere
formelle Rügen vor. Er beanstandet einen Verstoss gegen Treu und Glauben, eine
Verletzung des rechtlichen Gehörs, des Amtsgeheimnisses durch das kantonale
Steueramt und eine Befangenheit der Vorinstanz.
bis
Der Beschwerdeführer bringt vor, nachdem die Vorinstanz ihren Irrtum in der
Begründung des Vorbescheids erkannt habe, sei kurzerhand eine Alternativbegründung
gesucht worden, um das Gesuch dennoch abzuweisen. Dieses Vorgehen sei als grob
treuwidrig einzustufen und erwecke Zweifel an der Unbefangenheit der Vorinstanz.
Sodann sei das rechtliche Gehör verletzt worden, da er zur Auskunft des kantonalen
Steueramts keine Stellung habe nehmen können.
Gemäss Art. 15 Abs. 1 bis 3 VRP ist Personen und Behörden, gegen die sich eine
Eingabe richtet, Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben, wenn die Eingabe nicht
offensichtlich unzulässig oder unbegründet ist. Verfügungen, die erheblich belasten,
sind sodann nur zulässig, wenn die Betroffenen den wesentlichen Sachverhalt kennen
2.1.
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und Gelegenheit zur Stellungnahme hatten. Diese Vorschriften finden keine
Anwendung, wenn wegen Gefahr sofort verfügt werden muss. Die Bestimmung von
Art. 15 VRP konkretisiert den grundrechtlichen Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29
der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101, BV). Das
rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, anderseits stellt es ein
persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheides dar,
welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu gehört insbesondere das
Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines solchen Entscheids zur Sache zu äussern,
erhebliche Beweise beizubringen und Einsicht in die Akten zu nehmen (vgl. z.B. BGE
144 I 11 E. 5). Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit
alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren
Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (BGE 140 I 99 E. 3.4, 135 II 286 E. 5.1).
Voraussetzung des Äusserungsrechts sind genügende Kenntnisse über den
Verfahrensverlauf, was auf das Recht hinausläuft, in geeigneter Weise über die
entscheidwesentlichen Vorgänge und Grundlagen vorweg orientiert zu werden
(BGE 141 I 60 E. 3.3, 140 I 99 E. 3.4). Der Anspruch auf rechtliches Gehör besteht und
ist zu gewähren, wenn eine Behörde ihren Entscheid mit einer Rechtsnorm oder einem
Rechtsgrund zu begründen beabsichtigt, die im bisherigen Verfahren nicht
herangezogen wurden, auf die sich die beteiligten Parteien nicht berufen haben und mit
deren Erheblichkeit sie im konkreten Fall nicht rechnen konnten (BGE 125 V 368 E. 4a).
Die Vorinstanz holte zur Bearbeitung des Gesuchs um Härtefallunterstützung beim
kantonalen Steueramt Auskünfte zu steuerlichen Belangen des Beschwerdeführers
sowie von ihm beherrschter juristischer Personen ein (vgl. Mail vom 22. April 2021
gemäss Aktenverzeichnis der Vorinstanz, act. 12). Unter Bezugnahme auf jene
Abklärungen und in Abweichung zur vorgängigen summarischen Begründung im
einfachen Brief vom 11. Mai 2021, wo als Grund noch die Tatsache, dass sich der
Beschwerdeführer am 15. März 2020 in einem Betreibungsverfahren für
Sozialversicherungsbeiträge oder steuerrechtliche Forderungen befunden habe,
genannt wurde, wies die Vorinstanz das Gesuch ab. Diese Auskünfte und Unterlagen
waren jedoch dem Beschwerdeführer im vorinstanzlichen Verfahren nicht zur Kenntnis
gebracht worden. Das Recht des Beschwerdeführers auf Stellungnahme zum
massgeblichen Sachverhalt und damit sein Anspruch auf rechtliches Gehörs wurden
dadurch verletzt. Angesichts der Tatsache, dass die Vorinstanz bis heute insgesamt
über 2'000 Gesuche beförderlich zu behandeln hatte, was einem
Massenverwaltungsverfahren gleichkommt, und in entsprechend vielen Fällen
Abklärungen mit den Steuerbehörden zu tätigen hatte, wiegt die Unterlassung der
Zustellung sämtlicher vorhandener Unterlagen jedoch nicht allzu schwer.
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Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Seine Verletzung führt
ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache grundsätzlich selbst
zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids (statt vieler BGE 137 I 195 E. 2.2 mit
Hinweisen). Vorbehalten bleiben Fälle, in denen die Gehörsverletzung nicht besonders
schwer wiegt und dadurch geheilt wird, dass die Partei, deren rechtliches Gehör
verletzt wurde, sich vor einer Instanz äussern kann, welche sowohl die Tat- als auch die
Rechtsfragen uneingeschränkt überprüft (vgl. z.B. BGE 142 II 218 E. 2.8). Selbst bei
einer schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör kann von
einer Heilung des Mangels ausgegangen werden, wenn die Rückweisung der Sache an
die Vorinstanz zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen
Verzögerungen führen würde, die mit dem Interesse der betroffenen Partei an einer
beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären (vgl. BGer
6B_623/2018 vom 22. August 2018 E. 2.2). Genau dies ist vorliegend der Fall; der
Beschwerdeführer macht geltend, er müsse coronabedingt nach wie vor um seine
wirtschaftliche Existenz kämpfen. Mittlerweile erhielt er zudem vollständige
Akteneinsicht, womit eine Rückweisung ohne materielle Prüfung auch aus diesem
Grund aus verfahrensökonomischer Sicht abzulehnen ist. Wie sich aus den
nachfolgenden Erwägungen ergibt, ist die Verfügung indessen aus materiellen Gründen
aufzuheben und die Streitsache zu weiteren Abklärungen an die Vorinstanz
zurückzuweisen (vgl. nachfolgend E. 6).
Der Beschwerdeführer rügt weiter eine Verletzung des Amtsgeheimnisses, indem das
kantonale Steueramt der Vorinstanz Steuerauskünfte zu am Verfahren nicht beteiligten
Drittpersonen, nämlich über die Q._ AG, die P._ AG und die O._ AG, erteilt habe. In
Art. 13 des kantonalen Covid-Gesetzes sei nur eine Entbindung vom Steuergeheimnis
bezüglich des Gesuchstellers selbst enthalten.
Die mit dem Vollzug des Steuergesetzes betrauten Personen sind zur Geheimhaltung
verpflichtet (Art. 162 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, StG).
Verwaltungsbehörden und Gerichte erhalten Auskünfte aus den Steuerakten, soweit ein
begründetes Interesse nachgewiesen wird. Gesuche um Auskunft beurteilt das
Finanzdepartment endgültig. Es kann für bestimmte Auskünfte generelle
Ermächtigungen erteilen (Art. 162 Abs. 3 StG). Nach Art. 11 Abs. 4 des Gesetzes über
die wirtschaftliche Unterstützung von Unternehmen sowie von durch die öffentliche
Hand geführten Institutionen der familienergänzenden Kinderbetreuung in
Zusammenhang mit der Covid-19-Epidemie (sGS 571.3, kantonales Covid-Gesetz)
2.2.
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bestellt der Kanton für die materielle Prüfung der Gesuche um Härtefallunterstützung
ein Fachgremium, bestehend aus externen Expertinnen und Experten sowie
Vertreterinnen und Vertretern des Kantons. Das Fachgremium gibt zuhanden des
Kantons eine Empfehlung ab, ob, in welcher Form und in welcher Höhe eine
Härtefallmassnahme gewährt werden soll. Das Fachgremium wird durch einen vom
Kanton mandatierten Dritten (OBT AG) geleitet und setzt sich aus Fachpersonal der
OBT AG und aus dem Bankenumfeld sowie je einer Person aus dem
Volkswirtschaftsdepartement und dem Finanzdepartement zusammen, welche als
Schnittstelle zu den Departementen fungieren (vgl. Botschaft der Regierung zum
kantonalen Covid-Gesetz vom 19. Januar 2021, E. 4.3.3, ABl 2021-00.037.159).
Das Finanzdepartement war gemäss kantonalem Covid-Gesetz im Fachgremium
vertreten und damit in die Beurteilung der Gesuche involviert. Vor dem Hintergrund der
Überprüfung der Angaben der gesuchstellenden Unternehmen zu den
Geschäftsabschlüssen der vergangenen Jahre, welche Grundlage für die Höhe der
Entschädigung bilden, liegt es auf der Hand, dass damit insbesondere auch das
kantonale Steueramt in die Beurteilung der Gesuche involviert werden sollte. Wie der
Beschwerdeführer zutreffend ausführt, betrifft die gestützt auf Art. 13 Abs. 1 des
kantonalen Covid-Gesetzes, wonach der Gesuchsteller mit Einreichung des Gesuchs
die zuständigen Amtsstellen des Bundes, der Kantone und der Gemeinden, etc. von
den Geheimhaltungsvorschriften, insbesondere vom Bankkunden-, Steuer- und
Amtsgeheimnis entbindet, im Antragsformular enthaltene Entbindung vom
Steuergeheimnis die Person des Gesuchstellers selbst. Da indessen mit den
finanziellen Beteiligungen des Einzelunternehmens des Beschwerdeführers an den
erwähnten Aktiengesellschaften ein begründetes Interesse im Sinn von Art. 162 Abs. 3
StG bestand, erweisen sich die fraglichen Auskünfte aus deren Steuerakten an die
Vorinstanz nicht von Vornherein als rechtswidrig, auch wenn eine offizielle
Genehmigung durch das Finanzdepartement wohl unterblieb. Das Verwaltungsgericht
ist jedoch nicht Aufsichtsbehörde des kantonalen Steueramts und daher lediglich zur
Beurteilung der verfahrensrechtlichen Auswirkungen einer allfälligen
Geheimnisverletzung befugt. Angesichts der Tatsache, dass die Vorinstanz aus den
Steuerakten indessen unzulässige Schlüsse zog (vgl. nachfolgend E. 6.3) und die
angefochtene Verfügung deswegen aufzuheben ist, womit allfällige negativen
Auswirkungen jener Auskünfte dahinfallen, erübrigt es sich, darauf näher einzugehen.
Gegenüber dem Beschwerdeführer liegt ohnehin keine Verletzung des
Steuergeheimnisses vor, da ihm diese Fakten als Aktionär und Verwaltungsratsmitglied
der fraglichen Gesellschaften hinlänglich bekannt waren.
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3.
Der Beschwerdeführer macht schliesslich geltend, offenbar hätten telefonische
Vorbesprechungen zwischen der Vorinstanz und dem kantonalen Steueramt
stattgefunden, wobei wohl relativ intensiv über die Einzelheiten des Falles diskutiert
worden sei. Eine Aktennotiz über ein solches Gespräch sei jedoch nicht vorhanden,
und es beständen Zweifel an der Unbefangenheit der Vorinstanz wie auch des
kantonalen Steueramts.
Dass eine telefonische Besprechung der Vorinstanz mit dem kantonalen Steueramt
stattgefunden hat, erscheint nicht problematisch, nachdem, wie bereits ausgeführt,
Vertreter des Finanzdepartements im Fachgremium Einsitz hatten und die Angaben der
Gesuchsteller jeweils mit den Steuerveranlagungen abzugleichen waren. Entgegen der
Ansicht des Beschwerdeführers ergibt sich aus dem erwähnten E-Mail des
Steueramtes nicht, dass bei jenem Telefonat relativ intensiv über Einzelheiten diskutiert
worden sei (vgl. act. 12/2.3). Selbst wenn dem so wäre, ist nicht ersichtlich, was für ein
Nachteil dem Beschwerdeführer daraus entstanden sein soll. Angesichts des
ausführlichen E-Mails des kantonalen Steueramts, worin auch das beanstandete
Telefongespräch erwähnt wird, bedarf es sodann keiner separaten Aktennotiz der
Vorinstanz dazu. Inwiefern sich aus der Bemerkung über die Möglichkeit der
Verrechnung einer allfälligen Härtefallentschädigung mit offenen Steuerforderungen der
Q._ AG Zweifel an der Unbefangenheit von Vorinstanz und/oder kantonalem
Steueramt ergeben haben sollten, legt der Beschwerdeführer nicht näher dar und ist
auch nicht ersichtlich, zumal es bis anhin weder zur Zusprechung einer
Härtefallentschädigung noch zu einer Verrechnung derselben kam.
2.3.
Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen geltend gemacht werden. Die
Beschwerdeführerin kann sich auch darauf berufen, die angefochtene Verfügung oder
der angefochtene Entscheid beruhe auf einem unrichtig oder unvollständig
festgestellten Sachverhalt (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Die Kognition des
Verwaltungsgerichts ist auf Rechtsverletzungen beschränkt. Falls einer Behörde beim
entsprechenden Entscheid ein Ermessensspielraum zukommt, hat das
Verwaltungsgericht diesen zu respektieren (Looser/Looser-Herzig, in: Rizvi/Schindler/
Cavelti [Hrsg.], Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Praxiskommentar, Zürich/
St. Gallen 2020, N 3 und 5 zu Art. 61 VRP).
3.1.
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Art. 1 der Verordnung über Härtefallmassnahmen für Unternehmen im Zusammenhang
mit der Covid-19-Epidemie (in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung AS 2021
884, Covid-19-Härtefallverordnung) in Verbindung mit Art. 12 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die gesetzlichen Grundlagen für die Verordnungen des
Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie (SR 818.102, Covid-19-Gesetz)
hält den Grundsatz fest, wonach sich der Bund im Rahmen des von der
Bundesversammlung bewilligten Verpflichtungskredits an den Kosten und Verlusten
beteiligt, die einem Kanton aus seinen Härtefallmassnahmen für Unternehmen
entstehen, sofern die kantonale Regelung die Mindestvoraussetzungen dieser
Verordnung bezüglich der Anspruchsberechtigung der Unternehmen sowie der
Ausgestaltung der Massnahmen erfüllt (vgl. Art. 2 bis 6 der Covid-19-
Härtefallverordnung).
Der Kanton St. Gallen hat für die Ausgestaltung der Härtefallmassnahmen auf
Grundlage der bundesrechtlichen Bestimmungen gemäss Covid-19-Gesetz und
Covid-19-Härtefallverordnung das kantonale Covid-Gesetz erlassen. Die
Härtefallmassnahmen sind begrenzt auf die Mittel des Bundes, die er für
Härtefallmassnahmen bereitstellt, und jene des Kantons, die maximal 95 Millionen
Franken betragen (Art. 2 des kantonalen Covid-Gesetzes). Gemäss Art. 3 Abs. 1 des
kantonalen Covid-Gesetzes kann der Kanton Unternehmen unter gewissen
Voraussetzungen Härtefallmassnahmen, darunter auch nicht rückzahlbare Beiträge,
gewähren. Die Unternehmen können keinen Anspruch auf Finanzhilfen geltend machen
(Art. 5 Abs. 3 des kantonalen Covid-Gesetzes).
Bundesrechtlich geregelt ist damit lediglich, unter welchen Bedingungen sich der Bund
an kantonalen Unterstützungsmassnahmen für Härtefälle beteiligt. Die Federführung
liegt allein bei den Kantonen. Sie definieren die Härtefallmassnahmen. Dabei liegt der
Entscheid, ob und in welchem Umfang Härtefallmassnahmen ergriffen werden, in deren
alleiniger Zuständigkeit. Die Kantone entscheiden also – zumindest für Unternehmen
mit einem Jahresumsatz von unter 5 Millionen Franken – frei, ob sie Massnahmen
ergreifen und, falls ja, wie sie diese ausgestalten. Damit sind die Rahmenbedingungen
dafür geschaffen, dass die Härtefallmassnahmen zum einen den unterschiedlichen
Gegebenheiten in den Kantonen gerecht werden und ihnen zum andern ein gewisser
Ermessensspielraum zukommt (Erläuterungen der Eidgenössischen Finanzverwaltung
vom 31. März 2021 zur Covid-19-Härtefallverordnung, act. 7/9, S. 2, nachfolgend:
Erläuterungen EFV). Die Verwendung des Begriffs "gewisser Ermessensspielraum"
rührt dabei von den bundesrechtlichen Vorgaben für eine finanzielle Beteiligung in der
3.2.
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Covid-19-Härtfallverordnung her, hat aber nichts mit der Freiheit der Kantone zu tun,
die Ausgestaltung der Entschädigungen, insbesondere deren Höhe, selber bestimmen
zu können.
Das zur Verfügung stehende Gesamtvolumen an finanziellen Mitteln wie auch die
Ausgestaltung als Kann-Vorschrift schränken die Rechtsansprüche auf die nicht
rückzahlbaren Beiträge ein oder schliessen solche nachgerade aus. Die staatlichen
Unterstützungen haben trotz und auch gerade wegen der besonderen gesundheitlichen
und gesellschaftlichen Situation der Bevölkerung den Charakter von Hilfestellungen
(und damit von Subventionen). Daran ändert nichts, dass Unternehmen, welche die
Voraussetzungen für die Gewährung von finanziellen Garantien und nicht rückzahlbaren
Beiträgen erfüllen, die Leistungen auch einfordern können. Wenn die Voraussetzungen
gegeben sind, entstehen zwar "Ansprüche"; deren Erfüllung geschieht jedoch im
Rahmen der vom Kantonsrat bewilligten Mittel (Art. 2 des kantonalen Covid-Gesetzes).
Somit wird deutlich, dass es sich nicht um klassische Ansprüche, begründet auf
durchsetzbaren Rechten, handelt, sondern vielmehr um berechtigte Erwartungen
gegenüber dem Gemeinwesen, das Unternehmen innerhalb der verfügbaren Mittel zu
unterstützen, wobei einerseits die Behandlung der Gesuche einer Verteilgerechtigkeit
unterliegt und es andererseits um eine angemessene Ausschüttung von Geldern,
bezogen auf die konkreten Verhältnisse des einzelnen Unternehmens, geht. In diesem
Sinn ist Art. 5 Abs. 3 des kantonalen Covid-Gesetzes, wonach kein Anspruch auf
Finanzhilfen geltend gemacht werden kann, zu verstehen.
Das bedeutet, dass der Kanton bei der Umsetzung der Covid-Massnahmen,
insbesondere im Rahmen der finanziellen Unterstützung von Betroffenen, analog dem
Subventionsrecht einen weiten Ermessenspielraum geniesst. Ähnlich den Subventionen
beziehen sich die Covid-Härtefallunterstützungen auf Spezialgebiete, und die
Rechtsmittelbehörden verfügen über keine eigenen Fachkenntnisse. Eine freie
Überprüfung der Praxis der Vorinstanz würde – wie bei den Subventionen – auch die
Gefahr von Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten gegenüber anderen
Antragsstellenden in sich bergen (vgl. zur Überprüfung von Subventionsentscheiden
BVGer A-1851/2013 vom 20. August 2013 E. 2 und B-8207/2010 vom 22. März 2011 E.
2.2 mit Hinweisen; im Allgemeinen BGE 133 II 35 E. 3). Das Verwaltungsgericht hat sich
daher bei der Überprüfung der Gewährung von Härtefallgeldern Zurückhaltung
aufzuerlegen, indem es in Fragen, die durch die Justizbehörden naturgemäss schwer
überprüfbar sind, nicht ohne Not von den Beurteilungen des erstinstanzlichen
Fachgremiums abweicht. Insbesondere bei der Bewertung und Einstufung der in den
Rechtsgrundlagen definierten Kriterien ist ein erheblicher Beurteilungsspielraum
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4.
vorhanden (vgl. analog zum Vergaberecht BGE 139 II 185 E. 9.3, VerwGE B 2020/29
vom 13. März 2020 E. 2.3.2). Diesen Ermessensbereich hat das Gericht zu
respektieren, soweit nicht frei zu prüfende Rechtsfragen zur Diskussion stehen. Hat
eine fachkundige Behörde, wie hier das vom Kanton bestellte Fachgremium (Art. 11
Abs. 4 des kantonalen Covid-Gesetzes), eine Empfehlung abgegeben, ist substantiiert
darzulegen, inwiefern das Ermessen überschritten oder allenfalls unterschritten ist (vgl.
BGE 141 II 14 E. 8.3).
4.1.
Nach Art. 12 Abs. 1 des Covid-19-Gesetzes kann der Bund auf Antrag eines oder
mehrerer Kantone Massnahmen für Unternehmen unterstützen, die vor dem 1. Oktober
2020 gegründet worden sind oder ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen haben, am
1. Oktober 2020 ihren Sitz im jeweiligen Kanton hatten, aufgrund der Natur ihrer
wirtschaftlichen Tätigkeit von den Folgen von Covid-19 besonders betroffen sind und
einen Härtefall darstellen, insbesondere Unternehmen in der Wertschöpfungskette der
Eventbranche, Schausteller, Dienstleister der Reisebranche, Gastronomie- und
Hotelleriebetriebe sowie touristische Betriebe. Ein Härtefall liegt vor, wenn der
Jahresumsatz unter 60 Prozent des mehrjährigen Durchschnitts liegt. Die gesamte
Vermögens- und Kapitalsituation ist zu berücksichtigen sowie der Anteil an nicht
gedeckten Fixkosten (Art. 12 Abs. 1 des Covid-19-Gesetzes). Der Bundesrat regelt
die Einzelheiten in einer Verordnung, wobei er Unternehmen berücksichtigt, die im
Durchschnitt der Jahre 2018 und 2019 einen Umsatz von mindestens CHF 50'000
erzielt haben (Art. 12 Abs. 4 des Covid-19-Gesetzes). Für Unternehmen, die aufgrund
von Massnahmen des Bundes oder der Kantone zur Eindämmung der Covid-19-
Epidemie ihren Betrieb ab dem 1. November 2020 für mehrere Wochen schliessen
müssen oder die während dieser Dauer in der betrieblichen Tätigkeit erheblich
eingeschränkt werden, kann der Bundesrat die Anspruchsvoraussetzungen für die
Unternehmen nach diesem Artikel lockern (Art. 12 Abs. 5 des Covid-19-Gesetzes).
Nach Art. 5 Abs. 1 der Covid-19-Härtefallverordnung muss das Unternehmen
gegenüber dem Kanton belegt haben, dass sein Jahresumsatz 2020 im
Zusammenhang mit behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung der
Covid-19-Epidemie unter 60 Prozent des durchschnittlichen Jahresumsatzes der Jahre
2018 und 2019 liegt. Das Unternehmen hat gegenüber dem Kanton sodann zu
4.1.1.
bis
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bestätigen, dass aus dem Umsatzrückgang erhebliche ungedeckte Fixkosten
resultieren (Art. 5a der Covid-19-Härtefallverordnung; sog. Typ 1-Unternehmen). Für
Unternehmen, die aufgrund von Massnahmen des Bundes oder der Kantone zur
Eindämmung der Covid-19-Epidemie ihren Betrieb zwischen dem 1. November 2020
und dem 30. Juni 2021 für insgesamt mindestens 40 Tage schliessen müssen, entfallen
bei einem durchschnittlichen Jahresumsatz der Jahre 2018 und 2019 bis 5 Millionen
Franken die Anspruchsvoraussetzungen nach den Art. 4 Abs. 1 lit. b (Nachweis der
Ergreifung von Massnahmen zum Schutz der Liquidität und der Kapitalbasis), Art. 5
Abs.1 und 1 (Nachweis des Umsatzrückgangs um mindestens 40 Prozent) sowie Art.
5a (Nachweis ungedeckter Fixkosten; Art. 5b Abs. 1 lit. a der Covid-19-
Härtefallverordnung; sog. Typ 3-Unternehmen). Die nicht rückzahlbaren Beiträge an
Unternehmen mit einem Jahresumsatz bis 5 Millionen Franken belaufen sich indes auf
höchstens 20 Prozent des durchschnittlichen Jahresumsatzes der Jahre 2018 und
2019 und auf höchstens 1 Million Franken pro Unternehmen bzw. auf höchstens 30
Prozent und 1,5 Millionen Franken, wenn der Umsatz des Unternehmens im Vergleich
zum durchschnittlichen Jahresumsatz der Jahre 2018 und 2019 um mehr als
70 Prozent zurückgegangen ist (Art. 8b Abs. 1 und 2 der Covid-19-
Härtefallverordnung).
bis
Hauptzweck der Covid-19-Härtefallverordnung ist es zu definieren, unter welchen
Voraussetzungen sich der Bund an kantonalen Härtefallmassnahmen beteiligt. Die
Kantone wiederum entscheiden frei, ob sie Härtefallmassnahmen ergreifen und,
bejahendenfalls, wie sie diese ausgestalten. Sie können die im Bundesrecht geregelten
Mindestvoraussetzungen weiter verschärfen oder eingrenzen (vgl. Ziffer 2 der
Erläuterungen EFV). Der Kanton St. Gallen hat für die Ausgestaltung der
Härtefallmassnahmen auf Grundlage der bundesrechtlichen Bestimmungen gemäss
Covid-19-Gesetz und Covid-19-Härtefallverordnung das kantonale Covid-Gesetz
erlassen.
Nach Art. 3 des kantonalen Covid-Gesetzes kann Unternehmen eine
Härtefallmassnahme gewährt werden, wenn sie die Vorgaben nach dem zweiten
Abschnitt der Covid-19-Härtefallverordnung erfüllen (lit. a), ihren Umsatz zu wenigstens
75 Prozent in einer Branche nach Art. 4 dieses Erlasses (insbesondere Gastronomie,
Hotellerie, Reisen und Tourismus, Märkte und Messen, Freizeit und Veranstaltungen
sowie Tierparks) erzielen (lit. b), per 1. Oktober 2020 ihren Sitz im Kanton St. Gallen
haben, eine operative Geschäftstätigkeit im Kanton ausüben und per 30. September
4.1.2.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 12/19
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2020 Arbeitsplätze im Umfang von wenigstens 100 Stellenprozent in der Schweiz
aufweisen (lit. c), keinen Anspruch auf branchenspezifische Covid-19-Finanzhilfen des
Bundes oder des Kantons St. Gallen in den Bereichen Kultur, Sport, öffentlicher
Verkehr oder Medien haben (lit. d), per 31. Dezember 2019 nicht überschuldet waren
(lit. e), über einen Nachweis der Überlebensfähigkeit verfügen, der glaubhaft aufzeigt,
dass die Finanzierung des Unternehmens mit der Härtefallmassnahme gesichert
werden kann (lit. f) und sich am 15. März 2020 nicht in einem Betreibungsverfahren für
steuerrechtliche Forderungen befunden haben, das nicht bereits durch eine Zahlung
abgeschlossen oder für das noch keine Zahlungsplanung vereinbart werden konnte (lit.
g). Die Härtefallmassnahmen können gewährt werden in Form von Solidarbürgschaften,
nicht rückzahlbaren Beiträgen oder einer Kombination von beidem. Für ungedeckte
Fixkosten werden nicht rückzahlbare Beiträge gewährt (Art. 5 Abs. 1 und 2 des
kantonalen Covid-Gesetzes). Härtefallmassnahmen werden auf Gesuch hin gewährt
(Art. 11 Abs. 1 des kantonalen Covid-Gesetzes).
Die Schuldbetreibung beginnt mit der Zustellung des Zahlungsbefehles und wird
entweder auf dem Wege der Pfändung, der Pfandverwertung oder des Konkurses
fortgesetzt (Art. 38 Abs. 2 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs,
SR 281.1, SchKG). Der Inhaber einer Einzelfirma unterliegt der Konkursbetreibung (Art.
39 Abs. 1 Ziff. 1 SchKG), ausser für Forderungen aus Steuern, Abgaben und anderen
öffentlich-rechtlichen Leistungen (Art. 43 Ziff. 1 SchKG). Angehoben wird die
Betreibung durch das Betreibungsbegehren des Gläubigers. Nach Empfang des
Betreibungsbegehrens erlässt das Betreibungsamt den Zahlungsbefehl. Ist die
Betreibung nicht durch Rechtsvorschlag eingestellt oder dieser beseitigt worden, wird
sie auf Begehren des Gläubigers fortgesetzt (vgl. Art. 88 SchKG), worauf die Pfändung
vollzogen wird (Art. 89 ff. SchKG).
Der Gläubiger kann für eine fällige Forderung, soweit diese nicht durch ein Pfand
gedeckt ist, Vermögensstücke des Schuldners, die sich in der Schweiz befinden, mit
Arrest belegen lassen, wenn der Gläubiger gegen den Schuldner einen definitiven
Rechtsöffnungstitel besitzt (Art. 271 Abs. 1 Ziff. 6 SchKG). Die
Sicherstellungsverfügung nach Art. 225 Abs. 1 StG gilt ebenfalls als Arrestbefehl nach
Art. 271 SchKG (Art. 226, StG). Anschliessend muss der Arrest mit Betreibungs- und
Fortsetzungsbegehren prosequiert werden (Art. 281 SchKG). Die Bestimmungen zur
Pfändung (Art. 91 bis 109 SchKG) gelten sinngemäss für den Arrestvollzug (Art. 275
SchKG).
4.2.
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5.
6.
Die Vorinstanz erwog in der angefochtenen Verfügung, bei den nicht rückzahlbaren
Beiträgen nach dem kantonalen Covid-Gesetz handle es sich um
Ermessenssubventionen, auf welche kein Anspruch bestehe. Sowohl gegenüber dem
Beschwerdeführer als auch gegenüber von ihm beherrschten Gesellschaften seien
umfangreiche Steuerstrafverfahren hängig, wobei mit Bussen in erheblichem Umfang
von insgesamt CHF 1'731'000 zu rechnen sei. Gegenüber der Q._ AG bestünden per
31. März 2021 Verlustscheine in der Gesamthöhe von CHF 559'938.60. Diese
Ausstände seien, soweit ersichtlich, uneinbringlich. Auch wenn sich der
Beschwerdeführer per 15. März 2020 streng genommen nicht in einem
Betreibungsverfahren für steuerrechtliche Forderungen befunden habe, lasse sich in
einer Gesamtbetrachtung des Falles nicht begründen, weshalb der Staat einer Person,
die ihn finanziell jahrelang in erheblichem Umfang und systematisch hintergangen
habe, nun gleichzeitig mit Härtefallgeldern den unternehmerischen Fortbestand sichern
solle. Dies gelte umso mehr, weil der Staat seine Steuerforderungen in diesem Fall
wohl teilweise werde abschreiben müssen. Das Gesuch sei daher im Rahmen des ihr
zustehenden Ermessens abzuweisen.
5.1.
Der Beschwerdeführer hält dem im Wesentlichen entgegen, die Vorinstanz habe das
Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt. Nach Art. 3 Abs. 1 lit. g des kantonalen Covid-
Gesetzes dürfe sich ein Unternehmen, das Härtefallmassnahmen beanspruchen wolle,
am 15. März 2020 nicht in einem Betreibungsverfahren für steuerrechtliche
Forderungen befunden haben, was vorliegend erfüllt sei. Die Eintragungen im
Betreibungsregister G._ würden Betreibungen auf Sicherstellung betreffen. In dieser
Frage bestehe kein Ermessensspielraum. Die Vorinstanz vermische ferner voneinander
zu unterscheidende Personen, nämlich die natürliche Person des Beschwerdeführers
und die juristischen Personen P._ AG und Q._ AG. Ein solches Vorgehen sei in den
gesetzlichen Bestimmungen nicht vorgesehen. Mittlerweile seien die am 15. September
2021 ihm gegenüber verfügten Steuerstrafen vollumfänglich beglichen worden,
weshalb das kantonale Steueramt die Löschung der Verfügungsbeschränkungen auf
den Liegenschaften im Tessin in die Wege geleitet habe.
5.2.
Der Beschwerdeführer ist Inhaber der Einzelfirma B._. Diese führt unter anderem das
6.1.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 14/19
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Restaurant Y._ in X._, in der Jahresrechnung von ihm als "Restaurant Y._"
bezeichnet. Das Unternehmensvermögen ist beim Einzelunternehmen nicht zu einem
vom Privatvermögen klar getrennten Sondervermögen ausgestaltet. Für Schulden
haftet stets das gesamte Vermögen des Einzelkaufmanns ohne Rücksicht darauf, ob
die Verpflichtung im Unternehmens- oder im Privatbereich entstanden ist (Meier-
Hayoz/Forstmoser/Sethe, Schweizerisches Gesellschaftsrecht, 12. Aufl. 2018, S. 898).
Gemäss eigenen Angaben erzielte der Beschwerdeführer mit dem Restaurant Y._ in
den Vorjahren Umsätze in der Höhe von CHF 4'580'540 (2018), CHF 4'125'471 (2019)
und CHF 2'926'310 (2020); in allen drei Jahren resultierte aus der Geschäftstätigkeit
jeweils ein Gewinn (act. 12/1.2, 1.3 und 1.5). Unbestritten ist, dass dieser Betrieb die
Voraussetzungen gemäss Art. 2 ff. der Covid-19-Härtefallverordnung wie auch Art. 3
des kantonalen Covid-Gesetzes zum Zeitpunkt der Gründung des Unternehmens, zur
Umsatzhöhe, zum Umsatzrückgang und zur Anzahl Stellenprozente erfüllt. Fest steht
ferner, dass das Unternehmen der anspruchsberechtigten Branche der Gastronomie
angehört. Als zwischen dem 1. November 2020 und 30. Juni 2021 für insgesamt
mindestens 40 Tage behördlich geschlossener Betrieb (Typ 3-Unternehmen) entfällt
sodann der Nachweis eines Umsatzrückgangs von mindestens 40 Prozent sowie von
ungedeckten Fixkosten. Umstritten ist jedoch, ob sich der Beschwerdeführer am
15. März 2020 in einem Betreibungsverfahren für steuerrechtliche Forderungen befand,
das nicht durch eine Zahlung abgeschlossen ist (E. 6.2). Weiter ist die Relevanz der
Steuerbussen der juristischen Personen, an denen der Beschwerdeführer beteiligt ist,
zu prüfen (E. 6.3). Schliesslich stellt sich die Frage der Überschuldung und der
Überlebensfähigkeit des Einzelunternehmens, zu dem neben dem Restaurant Y._
noch andere Betriebe gehören oder mindestens bis Ende 2019 gehörten (E. 6.4).
Gemäss Auskunft des kantonalen Steueramtes hat der Beschwerdeführer aktuell keine
Steuerausstände; die bis zur Veranlagung des Steuerjahres 2016 definitiv veranlagten
sowie die provisorischen Steuerforderungen der Folgejahre seien bezahlt (act. 12/2.3).
Im Betreibungsregisterauszug des Betreibungsamts X._ vom 28. Januar 2021 sind
weder Betreibungen noch Verlustscheine des Beschwerdeführers registriert. Hingegen
waren im Betreibungsregisterauszug des Ufficio di esecuzione G._ vom 5. Mai 2021
zwei Betreibungen des kantonalen Steueramts gegenüber dem Beschwerdeführer in
der Höhe von CHF 390'354.50 und CHF 720'232.60 im Stadium der Pfändung
("pignoramento") registriert (act. 12/2.2). Es handelte sich dabei um Betreibungen auf
Sicherheitsleistung zwecks Sicherstellung von drohenden Steuerbussen des
Beschwerdeführers gemäss den Sicherstellungsverfügungen des kantonalen
6.2.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 15/19
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Steueramts vom 5. April 2019 über CHF 390'000 und CHF 720'000 und den
dazugehörigen Arrestbefehlen vom 5. April 2019 für zwei Grundstücke des
Beschwerdeführers in E._/TI und F._/TI (act. 18/1-4). Am Stichtag des 15. März 2020
waren diese zwei Betreibungen hängig. Mittlerweile wurden die den
Sicherstellungsverfügungen zugrundeliegenden Steuerbussen vom Beschwerdeführer
vollumfänglich getilgt. Unabhängig davon, ob auch auf Sicherstellung von drohenden
Steuerbussen gerichtete Betreibungsverfahren unter Art. 3 Abs. 1 lit. g
(Betreibungsverfahren für steuerrechtliche Forderungen) des kantonalen Covid-
Gesetzes fallen, wurden die am 15. März 2020 hängigen Betreibungsverfahren
zwischenzeitlich durch Zahlung abgeschlossen, womit der Beschwerdeführer die
fragliche Voraussetzung von Art. 3 Abs. 1 lit. g des kantonalen Covid-Gesetzes
nunmehr erfüllt.
Die Vorinstanz führt ferner Steuerbussen gegenüber zwei juristischen Personen ins
Feld, an denen der Beschwerdeführer massgeblich beteiligt ist, so Bussen für die Jahre
2011 bis 2016 der P._ AG im Umfang von CHF 104'000 (Kantonssteuer) und
CHF 71'000 (direkte Bundessteuer) sowie Bussen für die Jahre 2011 bis 2017 der
Q._ AG im Umfang von CHF 188'000 (Kantonssteuer) und CHF 130'000 (direkte
Bundessteuer). Gegenüber der Q._ AG würden zudem Verlustscheine für
Steuerausstände in der Höhe von CHF 559'938.60 vorliegen, die uneinbringlich seien.
Über beide Firmen wurde mittlerweile der Konkurs eröffnet – und im Fall der Q._ AG
mangels Aktiven eingestellt – (www.zefix.ch), womit die erwähnten Forderungen wohl
definitiv uneinbringlich sind.
Die juristische Person verfügt über eine eigenständige Rechtspersönlichkeit (vgl. Art. 52
des Schweizerischen Zivilgesetzbuches, SR 210, ZGB). Sie tritt im Rechtsverkehr
selbständig als Trägerin von Rechten und Pflichten auf. Es herrscht eine vollständige
rechtliche und tatsächliche Trennung zwischen der Rechtsträgerin (Gesellschaft) und
ihren Mitgliedern (Gesellschaftern, Aktionären) in persönlicher und vermögensmässiger
Hinsicht. Damit haftet für Verbindlichkeiten der juristischen Person grundsätzlich nur
deren Vermögen und nicht dasjenige der einzelnen Gesellschafter. Dem Grundsatz der
rechtlichen Selbständigkeit sind jedoch dann Grenzen gesetzt, wenn die Berufung auf
die rechtliche Selbständigkeit der Gesellschaft und deren ausschliessliche Haftung
offensichtlich zweckwidrig und damit rechtsmissbräuchlich erfolgt. In einem solchen
Fall muss die Trennung zwischen der juristischen Person und der sie beherrschenden
Person aufgehoben und kann auf Letztere gegriffen werden (sog. direkter Durchgriff;
vgl. Meier-Hayoz/Forstmoser/Sethe, a.a.O., S. 47 und 59 ff.).
6.3.
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Dass im Zusammenhang mit der Härtefallunterstützung ein Durchgriff von den
erwähnten juristischen Personen, an denen der Beschwerdeführer beteiligt ist, auf ihn
als (Haupt)aktionär und Verwaltungsrat zu erfolgen hätte, wird von der Vorinstanz zu
Recht nicht gefordert. Ohne nähere Kenntnis der gesamten Umstände und der
vollständigen Akten erscheint dies auch nicht angezeigt. Die Verweigerung von
Härtefallgeldern infolge einer Gesamtbetrachtung des Falles, wonach sich gemäss
Ansicht der Vorinstanz nicht begründen lasse, weshalb der Staat einer Person, die ihn
finanziell jahrelang in erheblichem Umfang und systematisch hintergangen habe,
Härtefallgelder bezahlen solle, ist rechtlich ebenfalls nicht haltbar. In den
massgeblichen Bestimmungen des Bundes und des Kantons zur wirtschaftlichen
Unterstützung von Unternehmen im Zusammenhang mit der Covid-19-Epidemie findet
sich dafür keine gesetzliche Grundlage. Diese Begründung vermag keine Abweisung
des Gesuchs zu begründen.
Bis anhin nicht geprüft wurde die Frage, ob per 31. Dezember 2019 keine
Überschuldung der Einzelfirma des Beschwerdeführers vorlag und ob diese über einen
Nachweis der Überlebensfähigkeit verfügt, der glaubhaft aufzeigt, dass die
Finanzierung des Unternehmens mit der Härtefallmassnahme gesichert werden kann
(vgl. Art. 3 Abs. 1 lit. e und f des kantonalen Covid-Gesetzes).
Es trifft zu, dass das Restaurant Y._ in den Jahren 2018 bis 2020 Gewinne zwischen
CHF 127'107 und CHF 527'919 erzielte (act. 12/1.5). Hinweise darauf, dass dieses
Restaurant für sich allein betrachtet nicht überlebensfähig wäre, sind den Akten nicht
zu entnehmen. Vom kantonalen Steueramt wird dies dem Restaurant Y._ auch
ausdrücklich attestiert (act. 12/2.3). Der Beschwerdeführer betrieb als
Einzelunternehmer in den Jahren 2018 und 2019 (zumindest teilweise) aber noch
weitere Betriebe, wie aus den konsolidierten Jahresrechnungen hervorgeht (act.
12/2.3.1 und 2.3.2), nämlich das "Restaurant Z._", das "Café R._" und die "S._". Für
jeden Betriebszweig führte er separat Buchhaltung. Gemäss Angaben des kantonalen
Steueramtes wurden diese drei Betriebe mittlerweile aufgegeben.
Das Restaurant Y._ wies per 31. Dezember 2019 Aktiven von CHF 7'970'189 und
Passiven von CHF 303'026 aus. Das Eigenkapital betrug damit CHF 7'667'163
(act. 12/1.3). Der grösste Teil der Aktiven bestand damals allerdings aus kurzfristigen
Forderungen gegenüber den drei anderen Betrieben in der Höhe von CHF 7'532'644.
Angesichts der Tatsache, dass jene Betriebe im Jahr 2019 Verluste von über
6.4.
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6.5.
Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung vom 1. Juli 2021 somit aufzuheben
und die Streitsache zu weiteren Abklärungen im Sinn der Erwägungen und zu neuer
CHF 400'000 erzielten und mittlerweile offenbar nicht mehr aktiv sind, erscheint
fraglich, inwiefern diese Forderungen am 31. Dezember 2019 tatsächlich werthaltig
waren. Ohne diese zweifelhaften Forderungen würden sich die Aktiven auf
CHF 437'545 reduzieren, was indessen noch keine Überschuldung bedeuten würde.
Für die Frage der Überschuldung wie auch der Überlebensfähigkeit kann bei der
vorliegenden Konstellation mit mehreren Betrieben, die untereinander Forderungen und
Verbindlichkeiten aufweisen und für deren Schulden letztlich derselbe Einzelinhaber
haftet, nicht nur auf die Bilanz des Restaurants Y._ abgestellt werden, sondern es ist
eine konsolidierte Betrachtungsweise vorzunehmen, bei welcher die Guthaben und
Schulden unter den einzelnen Betrieben wegfallen. Die detaillierten Jahresrechnungen
der drei anderen Betriebe sind nicht bei den Akten; es liegen aber die konsolidierten
Jahresrechnungen des kantonalen Steueramts 2018 und 2019 über alle vier Betriebe
vor. Im Jahr 2019 erzielten diese einen Verlust von CHF 273'109. Per 31. Dezember
2019 standen über die gesamte Einzelfirma gesehen Aktiven von CHF 761'349
Passiven von CHF 2'147'251 gegenüber, womit ein negatives Eigenkapital und damit
eine buchmässige Überschuldung vorlagen.
Aus anderen vom Verwaltungsgericht beurteilten Beschwerdefällen zur wirtschaftlichen
Unterstützung von Unternehmen im Zusammenhang mit der Covid-19-Epidemie ist
bekannt, dass bei einer Überschuldung am Stichtag 31. Dezember 2019 die
Möglichkeit besteht, die nachträgliche Behebung der Überschuldung durch geeignete
Massnahmen nachzuweisen. Da die drei anderen Betriebe der Einzelfirma gemäss
Angaben des kantonalen Steueramts ihre Tätigkeit mittlerweile ganz eingestellt haben,
ist näher abzuklären, wie sich der Geschäftsgang und die Kapitalsituation,
insbesondere auch beim Restaurant Y._, dadurch entwickelt haben und was dies ihm
Hinblick auf die Überlebensfähigkeit der Einzelfirma bedeutet. Von Interesse ist sodann
auch, wie sich die Konkurse der O._ AG, der Q._ AG und der P._ AG, bei denen das
Café R._ und das Restaurant Z._ am 31. Dezember 2019 namhafte Schulden hatten,
auf die Bilanz der Einzelfirma auswirkten. Der Sachverhalt erweist sich demnach
aufgrund der vorhandenen Akten nicht als hinreichend erstellt. Hinzu kommt, dass der
Beschwerdeführer sich zu diesen neuen Vorbringen noch nicht äussern konnte,
weshalb gestützt auf Art. 64 in Verbindung mit Art. 56 Abs. 2 VRP eine Rückweisung an
die Vorinstanz angezeigt ist.
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Verfügung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Dies entspricht einer Gutheissung des
Eventualantrags.
7.
7.1.
Zwar führt die Gutheissung der Beschwerde nicht dazu, dass das Gericht dem
Beschwerdeführer seinem Hauptantrag entsprechend eine Härtefallentschädigung
zusprechen kann. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung und Praxis des
Verwaltungsgerichts gilt die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz mit offenem
Ausgang für die Frage der Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der
Parteientschädigung jedoch als vollständiges Obsiegen, unabhängig davon, ob sie
beantragt oder ob das entsprechende Begehren im Haupt- oder im Eventualantrag
gestellt wird (vgl. BGer 5A_845/2016 vom 2. März 2018 E. 3.2 mit Hinweisen, VerwGE
B 2019/273 vom 9. August 2020 E. 2.3 und B 2019/38 vom 19. August 2019 E. 3.2).
Die amtlichen Kosten sind somit dem Staat aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 2 VRP). Eine
Entscheidgebühr von CHF 1'500 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf die Erhebung von amtlichen Kosten wird
jedoch in der Regel gestützt auf Art. 97 VRP verzichtet, wenn eine Rechtsfrage in
einem Verfahren erstmals entschieden wird (R. von Rappard-Hirt, in: Rizvi/Schindler/
Cavelti [Hrsg.], a.a.O., N 7 zu Art. 97 VRP). Da erst wenige Entscheide des
Verwaltungsgerichts im Zusammenhang mit Härtefallmassnahmen für Unternehmen
aufgrund der Covid-19-Gesetzgebung ergangen und publiziert worden sind und stets
neue Aspekte zu beurteilen sind, rechtfertigt es sich, auf die Erhebung der Kosten bei
der unterliegenden Vorinstanz zu verzichten.
7.2.
Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf ausseramtliche
Entschädigung für das Beschwerdeverfahren (Art. 98 Abs. 1 VRP in Verbindung mit
Art. 98 VRP). Sein Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht. In der
Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar pauschal CHF 1‘500 bis CHF 15‘000 vor
Verwaltungsgericht (Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung; sGS 963.75, HonO).
Innerhalb dieses Rahmens wird das Grundhonorar nach den besonderen Umständen,
namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des Falles und
bis
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den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten bemessen (Art. 19 HonO). Mit Blick
auf vergleichbare Verfahren und unter Berücksichtigung der konkreten Verhältnisse ist
vorliegend eine Entschädigung des Beschwerdeführers für das Beschwerdeverfahren
mit CHF 2'400 zuzüglich 4 Prozent Barauslagen (= CHF 96; Art. 28 Abs. 1 HonO)
angemessen. Der Beschwerdeführer ist selbst mehrwertsteuerpflichtig (vgl.
www.uid.admin.ch), weshalb er die in der Honorarrechnung seines Anwalts belastete
Mehrwertsteuer als Vorsteuer von ihrer eigenen Steuerschuld wieder abziehen kann.
Die Mehrwertsteuer kann deshalb bei der Bemessung der ausseramtlichen
Entschädigung unberücksichtigt bleiben (vgl. statt vieler VerwGE B 2012/54 vom 3. Juli
2012, E. 6; R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem
Verwaltungsrechtspflegegesetz, St. Gallen 2004, S. 194), trotz ausdrücklichem, aber
nicht begründetem Antrag auf Mehrwertsteuerzuschlag (Art. 29 HonO).