Decision ID: d6a3c47f-ea98-4a2f-8e4e-f1cf3b231a44
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1960 geboren
X._
war vom 2
6.
Mai 2011 bis zum 31. März 2013
(Urk. 6/24)
als Business Consultant bei der
Z._
tätig
. Am 2
8.
Februar 2013 (Urk. 6/23) meldete sie sich zur Arbeitsvermittlung an und stellte am
6.
Mai 2013 (Urk. 6/22) Antrag auf Aus
richtung von
Arbeits
losenentschädigung
ab
1.
April 201
3.
Auf Grund einer Meldung des Regionalen
Arbeitsvermittlungszent
rums
(RAV)
A._
(
Urk.
6/1)
stellte sie das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) mit
Verfügung vom 15. Mai 2013
(Urk. 6/3) wegen ungenügender persönlicher
Arbeits
be
mü
hungen
im Kontrollmonat April 2013 für die Dauer von sieben Tagen ab 1. Mai 2013 in
der Anspruchsberechtigung ein. Die dagegen von der Ver
sicherten am 2
0.
Mai 2013
(Urk. 6/4)
erhobene Einsprache wies das AWA mit
Ein
sprache
entscheid
vom 30. Mai 2013 (
Urk. 2) ab.
2.
Dagegen erhob
X._
am
2
7.
Juni 2013
(Urk. 1)
Beschwerde und be
antragte,
die Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheides
und die
Nicht
einstellung
in der Anspruchsberechtigung.
Das AWA schloss am
9.
August 2013 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5), wovon der Beschwer
deführerin am 1
3.
August 2013 Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
7).
Die Einzelrichterin

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Be
schwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
]).
1.2
Nach
Art.
17
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosen
versicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG)
muss die versicherte Per
son, die Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständigen Arbeitsamtes alles Zumutbare unterneh
men, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Insbe
sonde
re ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufes. Sie muss ihre Bemühun
gen nachweisen können.
Gemäss
Art. 26 Abs. 2
der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosen
ver
sicherung und die Insolvenzentschädigung, AVIV (in der seit
1.
April 2011 gel
tenden Fassung)
,
muss die versicherte Person den Nachweis der
Arbeitsbe
mü
hungen
für jede Kontrollperiode - als solche gilt jeder Kalendermonat (
Art.
27a
AVIV)
-
spätestens am fünften Tag des folgenden Monats oder am ersten auf diesen Tag folgenden Werktag einreichen und werden die
Arbeitsbe
mühungen
nicht mehr berücksichtigt, wenn sie die Frist verstreichen lässt und keinen ent
schuldbaren Grund geltend macht
(BGE 139 V 164)
.
Gemäss
Art.
30
Abs.
1
lit
.
c AVIG ist die versicherte Person in der
Anspruchsbe
rechtigung
ein
zustellen, wenn sie sich persönlich nicht genügend um zumut
bare Arbeit bemüht.
1.3
Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (
Art.
30
Abs.
3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30
Tage bei mittelschwerem und 31
bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (
Art.
45
Abs.
3 AVIV).
2.
2.1
Der Beschwerdegegner begründete die verfügte Einstellung im angefochtenen
Entscheid (Urk. 2)
sinngemäss
damit, dass die Beschwerdeführerin ihre
Arbeits
bemühungen
für die Kontrollperiode April 201
3
ohne entschuldbaren Grund nicht fristgerecht eingereicht habe
und die Arbeitsbemühungen für den Monat April 2013 androhungsgemäss nicht mehr zu berücksichtigen seien
(Urk. 2 Ziff. 4).
2.2
D
ie Beschwerdeführerin
hielt demgegenüber
fest
(Urk. 1 S. 3
Ziff.
4 ff.)
, sie habe den Nachweis für die Arbeitsbemühungen für den Monat April 2013 nur einen Tag zu spät, n
äm
lich am
7.
Mai 2013, eingereicht
. Angesichts
des Umstandes, dass es sich bei der Kontrollperiode April 201
3
um ihren ersten Monat gehan
delt habe, für welchen sie den Nachweis für Arbeitsbemühungen habe erbringen
müssen
und
unter Berücksichtigung ihres
bis anhin tadellosen Ver
haltens sei die vom Beschwerdegegner angeordnete Sanktion un
ver
hältnis
mässig.
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob d
ie
Beschwerdeführer
in
zu Recht
ab
1.
Mai 2013
für die Dauer von sieben Tagen in der Anspruchsberechtigung eingestellt wurde.
3.
3.1
Ausweislich der Akten reichte
die Beschwerdeführerin
die
im April 2013
ge
tätig
ten Arbeitsbemühungen erst am 7. Mai 2012
anlässlich des
Beratungsge
spräch
es
beim RAV
ein (vgl.
6/21
).
Mit Blick darauf, dass die Be
schwerdeführe
r
in
ihre Suchbemühungen spätestens am fünften Tag des folgenden Monats oder am ersten auf diesen Tag folgenden Werktag
mithin am Montag
6.
Mai
2013,
hätte einreichen müssen, steht fest, dass der Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen am
7.
Mai 2013
einen Tag verspätet erfolgte und sie ihre Suchbemühungen nicht rechtzeitig belegte.
Die verspätet
nachgewiesenen
Arbeitsbemühungen im Kontrollmonat April 2013
werden
daher
laut
Art.
26
Abs.
2 AVIV
(vgl. entsprechende Hinweis
e
auf der Anmelde
bestätigung vom 2
8.
Februar
2013, Urk. 6/23 S. 2 unten, sowie auf den vom Be
schwerdeführer ausgefüllten Formularen „Nachweis der persönli
chen
Arbeits
bemühungen
“ für d
i
e Monat
e
Februar
und März 2013 sowie April 2013, Urk. 6/2, Urk. 6/18)
nicht mehr b
erücksichtig
t
, sofern nicht ein entschuld
barer Grund vorliegt.
Überdies wurde die Beschwerdeführerin auch von der zu
ständigen RAV-Mitarbeiterin darüber in Kenntnis gesetzt (vgl. dazu
prozessori
entiertes
Beratungsprotokoll, Eintrag vom
3.
April 2013 [Urk. 6/21
S.
2]
,
Urk.
6/19)
.
Daraus ist ersichtlich, dass
d
ie
Beschwerdeführer
in
ausdrücklich darauf hin
ge
wiesen
wurde
, dass
sie ihre für den Monat April 2013
getätigten
Arbeits
bemü
hungen
frist
gerecht nachzuweisen hat
.
Der
einspracheweise
geltend gemachte
Umstand, dass die Beschwerdeführerin am 2
5.
April 2013 vergeblich ver
sucht ha
t
, ihre RAV-Beraterin anzurufen und ihre Frage bezüglich der Ein
reichung des Nachweises
zu klären
(
Urk.
6/4)
,
ver
mag das nicht rechtzeitige Einreichen der Arbeitsbemühungen für die
Kontroll
periode
April 2013 nicht zu
ent
schul
digen.
Schliesslich ist vom allgemeinen Grundsatz auszugehen, wonach niemand Vor
teile aus
seiner
eigenen
Rechtsunkenntnis ableiten kann (BGE 124
V 220 E. 2b/
aa
). Der Einwand der Beschwerdeführerin
,
es sei möglich, dass sie aufgrund ihrer Deutschkenntnisse nicht richtig erfasst habe, dass sie das Formular „
Nachweis der persönlichen
Arbeits
bemühungen
“ zwingend bis zum
5.
Mai 2013 hätte einsenden müssen und ihr nicht bewusst gewesen sei, dass ein um zwei Tage (richtig: ein Tag) verspäteter Nachweis der Arbeitsbemühungen
zu einer solchen Reduktion der Anspruchsberechtigung führe (vgl. dazu Urk. 6/4)
, verfängt des
halb nicht.
3.3
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass d
ie
Beschwerdeführer
in
den Nachweis
ihrer im
April
2013
getätigten Arbeitsbemühungen ohne entschuldbaren Grund nicht innert der Frist gemäss Art. 26 Abs. 2 AVIV eingereicht hat. Die
Verwaltung durfte daher mit gutem Grund davon ausgehen, dass keine Arbeitsbemühungen unter
nommen und somit die Schadenminderungspflicht verletzt wurde, weshalb sie d
ie
Beschwerdeführer
in
zu Recht gestützt auf
Art. 30 Abs. 1
lit
. c AVIG
in der Anspruchsberechtigung eingestellt hat (vgl. BGE 139 V 89 E. 6.2).
4.
Der Beschwerdegegner setzte die Einstellungsdauer innerhalb des für ein leich
tes
Verschulden vorgeschriebenen Rahmens von 1 bis 15 Tagen (Art. 45 Abs. 3
lit
. a AVIV) im
mittler
en Bereich auf sieben Tage fest
, ohne dies näher zu be
gründen (
Urk.
2)
.
Diese Beurteilung erscheint
mit Blick darauf, dass
der
Nachweis
der
persönli
chen
Arbeits
bemühungen
durch die Beschwerdeführerin
nur einen Tag ver
spä
tet, namentlich am
7.
Mai 2013, er
folgte
und
es sich
- soweit ersichtlich – um eine erstmalige Ver
spätung des Nachweises handelt
und sich die Beschwerde
führerin offenbar auch in früheren Rahmenfristen ihren Pflichten nachgekom
men ist
,
als unangemessen.
Zu be
rück
sichtigen gilt ferner, dass die
zwar versp
ätet nachgewiesen
en
, aber getätigten
persönlichen
Arbeits
bemühungen
sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hin
sicht als
rechts
genüglich
erscheinen (Urk. 6/2).
Nach dem Gesagten erscheint
es
als an
ge
messen, ein leichtes Verschulden im unteren Bereich anzunehmen, womit die Ein
stellung in der
Anspruchs
berechti
gung
auf
drei
Tage
herabzusetzen
ist.
D
ies
führt
zur teilweisen Gut
heissung der Beschwerde.
5.
Ausgangsgemäss
ist de
r
Beschwerdeführerin
eine Prozessentschädigung von Fr.
550
.--
(
inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen (
Art.
61
lit
.
g des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozial
ver
sicherungs
rechts
(ATSG) in Verbindung mit
§
34
Abs.
1 und
Abs.
3
GSVGer
).
Die
Einzelrichter
in
erkennt:
1.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird
der
Einspracheentscheid
vom 3
0.
Mai 2013
insoweit
abgeändert,
als
die Dauer der Einstellung
in der
Anspruchsberechti
gung
auf
drei Tage
festgesetzt
wird
.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine
Prozess
ent
schädigung
von
Fr.
550
.--
(inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Protekta
Rechtsschutz-Versicherung AG
Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA)
seco
- Direktion für Arbeit
sowie an:
Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich
5.