Decision ID: 30e3ab55-31d9-5744-a902-da8292c1ad1b
Year: 2018
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der 1951 geborene holländische Staatsangehörige A._ (Versicher-
ter oder Beschwerdeführer) beantragte am 13. April 2017 mittels Formular
(E 202) via die holländische Sociale Verzekeringsbank (SVB) bei der
Schweizerischen Ausgleichskasse (SAK) eine Altersrente der schweizeri-
schen Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV; Vorakten 17).
B.
Mit Verfügung vom 8. Mai 2017 (Vorakten 25) sprach die SAK dem Versi-
cherten mit Wirkung ab 1. Juni 2016 eine ordentliche Altersrente von mo-
natlich Fr. 86.- zu. Sie legte der Berechnung ein massgebendes durch-
schnittliches Jahreseinkommen von Fr. 18'330.– sowie eine anrechenbare
Beitragsdauer von 3 Jahren und 11 Monaten (1987: 8 Monate; 1988–1990:
jeweils 12 Monate, 1991: 3 Monate) zugrunde und wendete die Renten-
skala 03 an.
C.
Mit Eingabe vom 25. Mai 2017 (Vorakten 26) erhob der Versicherte bei der
SAK (Eingang: 29. Mai 2017) Einsprache gegen die Verfügung vom 8. Mai
2017 und machte sinngemäss geltend, die Beitragszeiten und die Alters-
rente seien falsch berechnet worden. Er habe seit Anfang der 70er Jahre
als Reiseleiter gearbeitet und jahrelang Beiträge entrichtet beziehungs-
weise „Dienstjahre aufgebaut“, weshalb es nicht sein könne, dass er nun
leer ausgehe. Die Firma B._ AG mit Sitz in (...), für die er bis 1991
gearbeitet habe, sei von C._ Schweiz aufgekauft worden. Man
habe ihm zu spät mitgeteilt, dass die Frist zur Aufbewahrung von Unterla-
gen über seine Einsatzdaten auf 10 Jahre nach Vertragsende beschränkt
sei, weshalb seine Dienstzeiten nicht mehr überprüft werden könnten.
Gleichzeitig reichte er weitere Unterlagen ein (Versicherungsausweis AHV,
Schreiben der B._ AG vom 3. April 1991). In der nachgereichten
Eingabe vom 28. Mai 2017 (Vorakten 29) an die SAK (Eingang: 2. Juni
2017) machte er geltend, er habe Anfang der 70er Jahre einen Arbeitsver-
trag mit D._ in Deutschland gehabt. Seine Anfragen bei B._/
C._ in (...) hätten ergeben, die Dauer seiner Tätigkeit für B._
könne nicht kontrolliert werden, weil die Unterlagen von damals nicht mehr
vorhanden seien.
D.
Mit Schreiben vom 4. August 2017 teilte die SAK dem Versicherten mit,
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dass auf der Grundlage seiner Angaben keine zusätzlichen Nachforschun-
gen möglich seien. Es werde vermutet, dass es sich bei der Firma
D._, bei der er gemäss Einsprache zu Beginn der 70er Jahre gear-
beitet habe, um eine ausländische – mutmasslich deutsche – Gesellschaft
handle. Wie in der Verfügung angeführt, habe er in der Schweiz Beitrags-
zeiten von Mai 1987 bis März 1991 zurückgelegt. Mit gleichem Schreiben
setzte die SAK dem Versicherten Frist an, innert 45 Tagen mitzuteilen, ob
er die Dauer der Beitragszeiten (Mai 1987 bis März 1991) beanstande oder
das Fehlen von Versicherungszeiten bemerkt habe. Für diesen Fall sei be-
kanntzugeben, für welche Perioden er Versicherungszeiten vermisse be-
ziehungsweise für welche schweizerischen Arbeitgeber er damals gearbei-
tet habe. Andernfalls werde auf Grundlage der Akten entschieden.
E.
Mit E-Mail vom 11. August 2017 gab der Beschwerdeführer an, 1972/75 für
D._ Deutschland gearbeitet zu haben, diese Firma sei danach in
die Schweiz (...) umgezogen. Anfang 1987 habe er zum zweiten Mal bei
B._ (D._) angefangen, es sei alles über einen Vertrag in der
Schweiz gelaufen. Für andere Schweizer Arbeitgeber habe er nicht gear-
beitet (Vorakten 36).
F.
Mit Verfügung vom 1. September 2017 trat die Vorinstanz auf die Einspra-
che vom 25. Mai 2017 nicht ein (Akten im Beschwerdeverfahren [nachfol-
gend: BVGer act.], Beilage zu BVGer act. 1). Begründend führte sie an, die
Einsprache enthalte kein Rechtsbegehren und keine Begründung, weshalb
dem Versicherten mit Schreiben vom 4. August 2017 eine 30-tägige Frist
angesetzt worden sei, seine Einsprache zu verbessern. Dies sei jedoch
nicht geschehen, wobei auch in seiner elektronischen Eingabe vom 11. Au-
gust 2017 weder ein Rechtsbegehren (Zweck der Einsprache) noch eine
Begründung enthalten seien.
G.
Mit Beschwerdeeingabe vom 9. September 2017 (BVGer act. 1), welche
dem Bundesverwaltungsgericht von der SAK zuständigkeitshalber mit
Schreiben vom 24. Oktober 2017 übermittelt wurde, machte der Beschwer-
deführer sinngemäss geltend, die angefochtene Verfügung vom 1. Sep-
tember 2017 sei aufzuheben. Zur Begründung führte er an, er verstehe den
Entscheid nicht, er habe für die B._ gearbeitet und beantrage, ihm
– genauso wie seinen Arbeitskollegen – die ihm zustehende Altersrente
auszuzahlen.
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H.
In der Vernehmlassung vom 24. November 2017 (BVGer act. 4) führte die
Vorinstanz aus, sie sei auf die Einsprache des Beschwerdeführers nicht
eingetreten, da er diese nicht begründet habe, und beantragte die Abwei-
sung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer habe in der Einsprache er-
klärt, Anfang der 70er Jahre als Reiseleiter für D._ gearbeitet zu
haben. Die Firma B._ sei durch C._ übernommen worden.
Er könne nicht leer ausgehen, nachdem er Jahre für seine Rente einge-
zahlt habe. In seinen weiteren Eingaben habe er mitgeteilt, Anfang 1972
für die Firma D._ in „Duitsland“ gearbeitet zu haben. Die Firma
B._ habe ihm aber mitgeteilt, es seien keine Unterlagen mehr vor-
handen. Daraufhin habe man ihm mit Schreiben vom 4. August 2017 mit-
geteilt, es sei aufgrund seiner Angaben nicht klar, inwieweit er die Verfü-
gung vom 8. Mai 2017 beanstande, und Frist zur Behebung der Mängel
angesetzt. Auch aus seinem Email vom 11. August 2017, demzufolge er
von 1972 bis 1975 in Spanien für einen deutschen Reiseveranstalter
(D._) – der später in die Schweiz umgezogen sei – gearbeitet und
Anfang 1987 wieder bei der Firma B._ (D._) angefangen
habe, lasse sich nicht erschliessen, inwiefern die Verfügung vom 8. Mai
2017 – in welcher Beitragszeiten ab 1987 berücksichtigt worden seien –
falsch sein soll. Daher fehle es an einer nachvollziehbaren Begründung der
Einsprache.
I.
Innerhalb der mit Verfügung vom 30. November 2017 (BVGer act. 5) ge-
setzten Frist ging beim Bundesverwaltungsgericht keine Stellungnahme
des Beschwerdeführers ein.
J.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unter-
lagen wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen ein-
gegangen.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 i.V.m. Art. 33 Bst. d VGG (SR 173.32) und Art. 85bis
AHVG (SR 831.10) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden
von Personen im Ausland gegen Verfügungen der SAK. Da keine Aus-
nahme im Sinne von Art. 32 VGG besteht, ist das Bundesverwaltungsge-
richt zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig.
1.2 Der Beschwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt und hat an deren Aufhebung bzw. Abänderung ein schutzwür-
diges Interesse, weshalb er beschwerdelegitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG
[SR 172.021]; siehe auch Art. 59 ATSG [SR 830.1]). Auf die frist- und form-
gerecht eingereichte Beschwerde vom 9. September 2017 ist daher einzu-
treten (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG; siehe auch Art. 60 ATSG).
2.
2.1 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des Beschwerdever-
fahrens die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs
oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollstän-
dige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes sowie Unangemes-
senheit des Entscheides rügen (Art. 49 VwVG).
2.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der Rechts-
anwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Begehren der
Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Beschwerde auch
aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder den an-
gefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die
von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. BVGE 2009/65 E. 2.1).
2.3 Der Beschwerdeführer ist holländischer Staatsangehöriger und wohnt
in Holland, weshalb das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkommen vom
21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits
und der Europäischen Gemeinschaft und ihrer Mitgliedsstaaten anderer-
seits über die Freizügigkeit (FZA, SR 0.142.112.681) sowie die gemäss
Anhang II des FZA anwendbaren Verordnungen (EG) des Europäischen
Parlaments und des Rates Nr. 883/2004 vom 29. April 2004 sowie Nr.
987/2009 vom 16. September 2009, welche am 1. April 2012 die Verord-
nungen (EWG) des Rates Nr. 1408/71 vom 14. Juni 1971 sowie Nr. 574/72
vom 21. März 1972 abgelöst haben, anwendbar sind. Gemäss Art. 8 Bst. a
FZA werden die Systeme der sozialen Sicherheit koordiniert, um insbeson-
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dere die Gleichbehandlung aller Angehörigen der Vertragsstaaten zu ge-
währleisten. Soweit – wie vorliegend – weder das FZA und die gestützt
darauf anwendbaren gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte abweichende
Bestimmungen vorsehen noch allgemeine Rechtsgrundsätze dagegen
sprechen, richtet sich die Ausgestaltung des Verfahrens und die Prüfung
des Rentenanspruchs alleine nach der schweizerischen Rechtsordnung
(vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des BGer 9C_573/2012 vom 16. Januar
2013 E. 4 m.w.H.), was sich auch mit dem Inkrafttreten der oben erwähnten
Verordnungen am 1. April 2012 nicht geändert hat (vgl. Urteil des BVGer
C-3985/2012 vom 25. Februar 2013 E. 2.1). Demnach richten sich die Be-
urteilung des Anspruchs auf eine Altersrente und die Berechnung der Ren-
tenhöhe alleine nach schweizerischem Recht. Ebenfalls nach innerstaatli-
chem Recht zu beurteilen ist die vorliegend streitige Frage, ob die
Vorinstanz zu Recht nicht auf die Einsprache eingetreten ist. Im vorliegen-
den Verfahren kommen die Bestimmungen des AHVG und der Verordnung
vom 31. Oktober 1947 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung
(AHVV, SR 831.101) sowie des ATSG und der Verordnung vom 11. Sep-
tember 2002 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSV, SR 830.11) zur Anwendung. In Bezug auf Verfahrensbereiche, die
in den genannten Erlassen nicht abschliessend geregelt sind, gilt das
VwVG (Art. 55 Abs. 1 ATSG).
3.
3.1 Streitig und zu prüfen ist, ob die Vorinstanz mit der angefochtenen Ver-
fügung vom 1. September 2017 zu Recht auf die Einsprache des Be-
schwerdeführers vom 25. Mai 2017 nicht eingetreten ist.
3.2 Art. 29 Abs. 1 BV räumt einen Anspruch auf Behandlung von formge-
recht eingereichten Eingaben ein und verbietet formelle Rechtsverweige-
rung. Eine solche liegt vor, wenn eine Behörde fälschlicherweise auf eine
Eingabe nicht eintritt und sie nicht regelgemäss prüft. Dies beurteilt sich
nach dem anwendbaren Verfahrensrecht.
3.3 Gemäss Art. 52 Abs. 1 Satz 1 ATSG kann gegen Verfügungen von So-
zialversicherungsträgern bei der verfügenden Stelle Einsprache erhoben
werden. Art. 52 Abs. 1 ATSG stellt in formeller Hinsicht keinerlei Anforde-
rungen an die Einsprache. Der Bundesrat hat jedoch in Art. 10 bis 12 ATSV
Bestimmungen zu Form und Inhalt der Einsprache sowie zum Einsprache-
verfahren erlassen. Gemäss Art. 10 Abs. 1 ATSV müssen Einsprachen ge-
gen Verfügungen ein Rechtsbegehren und eine Begründung enthalten.
Genügt die Einsprache den Anforderungen nach Abs. 1 nicht oder fehlt die
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Unterschrift, so setzt der Versicherer eine angemessene Frist zur Behe-
bung des Mangels an und verbindet damit die Androhung, dass sonst auf
die Einsprache nicht eingetreten werde (Art. 10 Abs. 5 ATSV). Sind die Ein-
tretensvoraussetzungen nicht erfüllt, wird das Einspracheverfahren mit ei-
nem Nichteintretensentscheid abgeschlossen (vgl. Urteil des Bundesge-
richts BGer 8C_775/2016 vom 1. Februar 2017 E. 2.2 und BGE 142 V 152
E. 2.2 mit Hinweisen).
3.4 Die Vorinstanz begründete den Nichteintretensentscheid im Wesentli-
chen damit, die Einsprache des Beschwerdeführers sei mangelhaft, da sie
keine Rechtsbegehren und keine Begründung beinhalte. Trotz entspre-
chender Aufforderung sei dieser Mangel nicht verbessert worden. Hierge-
gen macht der Beschwerdeführer geltend, er verstehe diesen Entscheid
nicht, es sei ihm die ihm zustehende Rente auszubezahlen. In ihrer Ver-
nehmlassung hält die Vorinstanz sodann zutreffend fest, dass der Be-
schwerdeführer mit seiner Einsprache vom 25. Mai 2017 gegen die Verfü-
gung vom 8. Mai 2017 geltend gemacht hat, „er könne nicht leer ausgehen,
nachdem er Jahre für seine Rente eingezahlt habe“ (BVGer act. 4). Damit
hat er erkennbar zum Ausdruck gebracht, dass er mit der Verfügung nicht
einverstanden ist und deren Aufhebung verlangt. Aus diesem Grund ist vor-
liegend ausser Frage gestellt, dass die Eingabe ein Rechtsbegehren ent-
hält. Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer dieses auch hinreichend
begründet hat.
3.5 Im Sozialversicherungsrecht sind die Anforderungen an die Begrün-
dung einer Einsprache minimal. In seinem Kommentar zum Erlass der Ver-
ordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV)
ging das Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) unter Verweis auf Art.
52 VwVG und Art. 61 Bst. b ATSG davon aus, dass die Pflicht zur Stellung
eines Begehrens und zu dessen Begründung den gängigen Anforderungen
an ein Verfahren zur Überprüfung eines Entscheides entsprechen soll.
Beim Fehlen einer minimalen Begründung fehlt es an den Grundvoraus-
setzungen für eine Beurteilung des in Frage gestellten Entscheids (vgl.
Kommentar zum Erlass der ATSV, zu Art. 10 Abs. 1). Dabei dürfen jedoch
keine zu strengen Anforderungen gestellt werden, eine rudimentäre Ausei-
nandersetzung mit dem Inhalt der Verfügung gilt bereits als ausreichend
(vgl. Urteile des Bundesgerichts BGE 115 V 422 E. 3 a), 123 V 128 E. 3.
a); BGer 8C_413/2008 vom 5. Januar 2009 E. 3.4; GUSTAVO SCARTAZZINI /
MARC HÜRZELER, Bundessozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 2012, Rz. 32;
UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. 2015, Rz. 36 ff. zu Art. 52).
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3.6 Der von der Vorinstanz zum Ausdruck gebrachten Ansicht, die Einspra-
che sei nicht hinreichend begründet, ist entgegenzuhalten, dass der Be-
schwerdeführer mit seinen Vorbringen eine unrichtige Sachverhaltsfest-
stellung rügen wollte. Der Beschwerdeführer hat in seiner Einsprache zum
Ausdruck gebracht, dass er mit der Rentenverfügung insoweit nicht einver-
standen sei, als er zusätzliche Beitragsjahre angerechnet haben möchte.
Das ergibt sich auch aus seinen Korrespondenzen (Schreiben vom 8. Juni
2017, Vorakten 30; E-Mail vom 11. August 2017, Vorakten 36). Selbst die
SAK hat den Einwand des Beschwerdeführers so verstanden (vgl. Schrei-
ben vom 4. August 2017, Vorakten 35; Vernehmlassung vom 24. Novem-
ber 2017, BVGer act. 4). Der Rechtsansicht der Vorinstanz, aufgrund einer
mutmasslich fehlenden Möglichkeit, zum Einwand des Beschwerdeführers
Nachforschungen anzustellen, liege keine hinreichende Begründung der
Einsprache vor, kann nicht gefolgt werden. Für eine Beurteilung, ob mit
dem Vorbringen des Beschwerdeführers (betreffend eine fehlende Anrech-
nung von Versicherungszeiten) die geforderte minimale Begründung der
Einsprache gegeben ist, um auf sie einzutreten, kann es nicht darauf an-
kommen, ob dieser Standpunkt mit dem von der Vorinstanz feststellbaren
Sachverhalt vereinbar ist oder nicht. Eine solche Voraussetzung für das
Eintreten würde es verhindern, den einspracheweise geltend gemachten
Einwand der unrichtigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts
materiell überprüfen zu lassen. Hinzu kommt, dass die Vorinstanz gemäss
der Angaben in ihrer Vernehmlassung zur Auffassung gelangt ist, sie habe
die Wahl gehabt, mit einem Nichteintretensentscheid oder – aufgrund der
Aktenlage – einem materiellen Abweisungsentscheid zu entscheiden.
Diesbezüglich ist festzuhalten, dass die Vorschriften des Verwaltungsver-
fahrensrechts der Verwirklichung des materiellen Rechts zu dienen haben,
weshalb die zur Rechtspflege berufenen Behörden verpflichtet sind, sich
innerhalb des ihnen vom Gesetz gezogenen Rahmens gegenüber den
Rechtsuchenden so zu verhalten, dass deren Rechtsschutzinteresse ma-
teriell gewahrt werden kann. Behördliches Verhalten, das einer Partei den
Rechtsweg verunmöglicht oder verkürzt, obschon auch eine andere geset-
zeskonforme Möglichkeit bestanden hätte, ist mit Art. 29 Abs. 1 BV nicht
vereinbar (vgl. BGE 142 V 152 E. 4.3). Da offenbar aus Sicht der Vorinstanz
der Sachverhalt liquid ist und – wie oben erläutert – ein Rechtsbegehren
und eine rudimentäre Einsprachebegründung vorhanden sind, sind die Ein-
tretensvoraussetzungen gemäss Art. 52 ATSG erfüllt und die SAK hätte auf
die Einsprache eintreten müssen.
3.7 Bei dieser Sachlage ist auf die Durchführung des Mahnverfahrens ge-
mäss Art. 10 Abs. 5 ATSV – in dem unter anderem das Nichteintreten nicht
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angedroht wurde – nicht weiter einzugehen. Unter den genannten Umstän-
den bestand kein Anlass, den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 4. Au-
gust 2017 zu mahnen und dann auf seine Einsprache nicht einzutreten. Die
SAK wäre gehalten gewesen, die vom Beschwerdeführer geltend gemach-
ten Einwände zu prüfen.
3.8 Nach dem Gesagten erweist sich der angefochtene Entscheid vom
1. September 2017 als rechtswidrig. Der Einspracheentscheid ist daher
aufzuheben und die SAK anzuweisen, die einspracheweise geltend ge-
machten Vorbringen materiell zu prüfen und über den Leistungsanspruch
zu entscheiden.
4.
4.1 Das Verfahren ist kostenlos (Art. 85bis Abs. 2 erster Satz AHVG).
4.2 Dem nicht vertretenen Beschwerdeführer ist keine Parteientschädi-
gung zuzusprechen (Art. 7 Abs. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]).
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