Decision ID: 75e2d913-9c45-5fcd-9a2a-4e4eba374545
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1955, ist seit 1976 Geschäftsführer der
Firma Y._
, und meldete sich am 14. Oktober 2008
mit Hinweis a
uf ein
chronic
fatigue
Syndrome/
eine Neurasthenie sowie Rückenprobleme nach wiederholter Operation an der Wirbelsäule
bei der Invalidenversi
cherung zum Leis
tungsbezug (Rente) an (Urk. 6/4
Ziff.
5.4 und 6.2
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte in der Folge medizinische (Urk. 6/21-23, Urk. 6/29) sowie erwerbliche (Urk. 6/10, Urk. 6/13-18) Abklärungen und zog Akten des Krankentaggeldversicherers (Urk. 6/12) bei. Zudem veranlasste sie ein polydisziplinäres Gutachten, welches am 18. August 2009 erstattet wurde (Urk. 6/35).
Mit Verfügung vom 19. März 2010 verneinte die IV-Stelle einen Rentenan
spruch
de
s
Versicherten (Urk. 6/45), was vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 2
8.
Juni 2011 im Verfahren Nr. IV.2010.00422 bestätigt wurde (
Urk.
6/49).
1.2
Am 1
3.
Dezember 2011 meldete sich der Versicherte
- nunmehr mit Hinweis auf eine seit dem 1
9.
März 2010 bestehende rezidivierende depressive Störung -
er
neut zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/51
Ziff.
6.2-3
). Die IV-Stelle holte unter anderem ein Verlaufsgutachten ein, das am 1
0.
Oktober 2012 erstattet wurde (
Urk.
6/74).
Nach durchgeführtem
Vor
bescheid
verfahren
(
Urk.
6/84
,
Urk.
6/95
)
verneinte die IV-Stelle mit
Verfügung vom
5.
Februar 2014
einen
Leistungsan
spruch
(
Urk.
6/98 =
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am 1
0.
März 2014 Beschwerde gegen die Verfügung vom
5.
Februar 2014 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei ihm eine ganze, mindestens aber eine halbe Rente auszurichten; eventuell sei eine erneute, gerichtliche Begutachtung anzuordnen (
Urk.
1,
S. 2
Ziff.
1-2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
7.
April 2014 (
Urk.
5) die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am
7.
August 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Eine fach
ärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt.
Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer.
Massgebend sein können auch weitere mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllte Faktoren, so: chronische körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjäh
riger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung; ein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psy
chisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; „Flucht in die Krankheit"); ein
unbefriedigendes Behandlungsergebnis
trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte
Rehabilitati
onsmassnahmen
bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung (koopera
tive Haltung) der versicherten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - aus
nahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352, 131 V 49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3).
Die im Bereich der
somatoformen
Schmerzstörungen entwickelten Grundsätze werden rechtsprechungsgemäss bei der Würdigung des invalidisierenden Cha
rakters von Fibromyalgien (BGE 132 V 65 E. 4), dissoziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen (Urteil des Bundesgerichts
9C_1
0/2014 vom 20. August 2014 E. 3.3, SVR 2007 IV Nr. 45 S. 150, I 9/07 E. 4 am Ende),
und
Konversi
onsstörungen
/dissoziativen Bewegungsstörungen (Urteile des Bundesgerichts 8C_810/2013 vom
9.
April 2014 E. 5.2.2 mit Hinweisen, 9C
_903/2007 vom 30. April 2008 E.
3.4)
sowie bei
Chronic
Fatigue
Syndrome (CFS; chronisches Müdigkeitssyndrom) und Neurasthenie (Urteile
des Bundesgerichts
9C_
662/2009 vom 17. August 2010 E.
2.3
,
9C_98/2010 vom 28. April 2010 E. 2.2.2 und I
70/07 vom 14. April 2008 E.
5), bei einer HWS-Verletzung (Schleudertrauma) ohne organisch nachweisbare Funktionsfälle (BGE 136 V 279, vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_136/2013 vom 16. Februar 2014 E. 4.1-2) sowie bei nicht organischer
Hypersomnie
(BGE 137 V 64 E. 4.1 und 4.2 mit Hinweisen) analog angewendet, nicht hingegen,
wenn sich die Frage nach der invalidisie
renden Wirkung einer
Cancer-related
Fatigue
stellt (
BGE
139 V 346 E. 3 mit Hinweisen).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invaliden
ver
sicherung (IVG)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Inva
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all
fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mens
vergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
the
tischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüber
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Der Einkommensvergleich hat auch bei
Selbständigerwerbenden
in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt.
In
so
weit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu verglei
chen.
Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige ein Betätigungsvergleich anzustellen und der
Invaliditäts
grad
nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten Leis
tungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen.
1.5
Bei der Invaliditätsbemessung kommt der allgemeinen Methode des
Einkom
mens
vergleichs
gemäss
Art.
28a
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
16 ATSG grundsätzlich Vorrang zu. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffern
mäs
sig nicht genau ermittelt werden können, sind sie indes nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annä
he
rungswerte miteinander zu vergleichen. Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer ziffernmässigen Festlegung von Annä
he
rungswerten bestehen. Vielmehr kann auch eine Gegenüberstellung blosser
Pro
zentzahlen
genügen. Das ohne eine Invalidität erzielbare hypothetische
Er
werbs
einkommen
ist alsdann mit 100 % zu bewerten, während das
Invaliden
ein
kommen
auf einen entsprechend kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdifferenz der Invaliditätsgrad ergibt (
sogenannter Prozentvergleich;
Urteil des Bundesgerichts 8C_131/2011 vom 5. Juli 2011 E.
10.2.1 mit Hinweis auf BGE 114 V 310 E. 3a).
Der Invaliditätsgrad ist
namentlich dann
durch Prozentvergleich zu ermitteln, wenn Validen- und Invalideneinkommen sich nicht hinreichend genau oder nur mit unverhältnismässig
grossem
Aufwand bestimmen lassen und in letzterem Fall zudem angenommen werden kann, die Gegenüberstellung der nach
Massgabe
der im Einzelfall bekannten Umstände geschätzten, mit Prozentzahlen bewerteten hypothetischen Einkommen ergebe ein ausreichend zuverlässiges Resultat. Diese Berechnungsweise ist insbesondere anwendbar, wenn die kon
kre
ten Verhältnisse so liegen, dass die Differenz zwischen Validen- und Invalideneinkommen die für den Umfang des Rentenanspruchs
massgebenden
Grenzwerte von 70, 60, 50 und 40
%
(
Art.
28
Abs.
2 IVG) eindeutig über- oder unterscheitet
(
Urteil des Bundesgerichts 8C_333/2013 vom 1
1.
Dezember 2013
E. 5.3 mit Hinweisen)
.
1.
6
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrade
s
verweigert
und tritt
die Verwaltung auf
eine erneute Anmeldung
ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten
Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG
(nachstehend E. 1.
7
)
vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine
an
spruchs
begründende
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im
Beschwer
de
fall
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.
7
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Renten
bezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.
8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, gemäss dem schlüssigen und nachvollziehbaren Gutachten vom 1
0.
Okto
ber 2012 lägen beim Beschwerdeführer wohl gesundheitliche Ein
schrän
kungen vor, die seine Arbeitsfähigkeit in subjektiver Weise einschränkten. Diese seien jedoch überwindbar, so dass mit einer zumutbaren Willensanspannung die angestammte Tätigkeit zu 100
%
ausgeübt werden könne und kein invaliden
versicherungsrelevanter Gesundheitsschaden ausgewiesen sei (S. 1 unten). Im
Vorbescheidverfahren
eingereichte medizinische Berichte ergäben keine andere Beurteilung und die am Gutachten geübte Kritik sei nicht nachvollziehbar (S. 2).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1
), die Beschwerdegegnerin habe zu Unrecht auf Überwindbarkeit geschlossen (S. 4 ff.
Ziff.
5 ff.), das Gutachten leide an - einzeln dargelegten - Mängeln (S. 6 ff.
Ziff.
9 ff.)
, und er sei in der angestammten Tätigkeit derart eingeschränkt, dass ein Betätigungsvergleich eine Arbeitsunfähigkeit von 75
%
ergebe (S. 11 ff.
Ziff.
14).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit im
Verfü
gungszeit
punkt
verhält - und damit auch, ob im Vergleich zur Verfügung vom März 2010 eine revisionsrelevant
e Veränderung (vorstehend E. 1.
7
) eingetreten ist
-
und ob dies gestützt auf die vorhandenen Beurteilungen entschieden werden kann.
3.
3.1
A
m 1
6.
August 2009 erstatteten
die Ärzte der MEDAS
Z._
ein
Gutachten
im Auftrag der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
6/35/1-34)
.
Die Gutachter nannten folgende, seit 2001 bestehende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit (
S
.
27
Ziff.
1.1
):
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit/bei
Mehretagendegeneration und
Diskopathien
L4/5 und L5/S1
Fehlhaltung und muskuläre
r
Dysbalance
/
Insuffizienz
Als
Diagnosen
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannten sie unter ande
rem (S. 27 f.
Ziff.
1.2)
eine
Neurasthenie
(
ICD-10 F45.0
)
/
undifferenzierte
somatoforme
Störung, bestehend seit 2004
, eine
rezidivierende depressive Stö
rung, derzeit vollständig remittiert (ICD-10 F32.4), bestehend seit 1997
,
und
einen
Status nach Mikrodiskektomie und
Spondylodese
C5/6
(
2001
)
.
In der zusammenfassenden Beurteilung hielten die MEDAS-Gutachter fest, theo
retisch könne der Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als
Musikinstru
mentenhändler
zeitlich uneingeschränkt ausüben
(S. 30
Ziff.
3.4)
. Soweit objek
tivierbar (neuropsychologische Untersuchungen,
Ergometrie
) bestehe keine Leistungseinschränkung
(S. 30
Ziff.
3.5)
. Aus Gutachtersicht habe zu keinem Zeitpunkt eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit für die angestammte und für vergleichbare andere Tätigkeiten bestanden (S. 30
Ziff.
3.6). Der Be
schwerdeführer könne aus Gutachtersicht theoretisch alle Tätigkeiten mit kör
perlich leichter und mittelschwerer Belastung, ohne explizite Rückenbelastung und ohne hohe Stressbelastung mit einer strukturierten Arbeitszeit, die ausrei
chend Pausen ermögliche, ausüben (S. 31
Ziff.
5.1). Die subjektiven Beeinträch
tigungen wie Gereiztheit, Lärmempfindlichkeit, Konzentrationsstörungen und geistige/psychische Erschöpfbarkeit seien mit zumutbarer Willensanstrengung überwindbar (S. 29
Ziff.
2.1 und
Ziff.
3.1).
3.2
Im Urteil vom
2
8.
Juni 2011 (
Urk.
6/49)
prüfte das Gericht, ob die Neurasthenie versicherungsrechtlich relevant sei (
Urk.
6/49 S. 11 f. E. 4.7), und verneinte dies (S. 13 f. E. 4.8). Damit war zusammenfassend festzustellen, dass
der organische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seine Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit als Geschäftsführer eines Musikbetriebs nicht beeinträch
tigt
e
und ein anderer invalidenversicherungsrechtlicher Gesundheitsschaden nicht
vorlag (S. 14 E. 4.10).
4.
4.1
Vom 2
5.
August bis
6.
Oktober 2011 weilte der Beschwerdeführer stationär in der Klinik
A._
, worüber am
2
8.
Oktober 2011
berichtet wurde (
Urk.
6/66/8-12). Dabei wurden die folgenden psychiatrischen Diagnosen nach ICD-10 genannt (S. 1 unten):
F33.2
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome
G93.3
chronic
fatigue
Syndrom, schweren Ausprägungsgrades
In der Beurteilung wurde unter anderem ausgeführt, aus der Vorgeschichte se
ien mindestens zwei Episoden
beschrieben, wobei nach der ersten Episode im 2
5.
Lebensjahr eine Vollremission zu verzeichnen gewesen sei. Erschwerend trete ein seit 4 Jahren bestehendes
chronic
fatigue
Syndrom schweren
Ausprä
gungsgrades
hinzu. Zusammengenommen müsse daher von einem chronischen Verlauf der depressiven Episode gesprochen werden (S. 1 Mitte
Ziff.
1).
Anamnestisch wurde unter anderem ausgeführt, nach der ersten depressiven Episode im Alter
von
25 sei der Beschwerdeführer bis zum Alter
von
45 voll remittiert gewesen; seit einer Rückenoperation vor 10 Jahren sei erneut eine depressive Episode ausgelöst worden (S. 2 unten
Ziff.
3).
4.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, führte in seinem Bericht vom
1
6.
Februar 2012 (
Urk.
6/66/1-7)
aus, er behandle den Beschwerdeführer seit dem 1
9.
März 2010 (S. 1 Mitte).
Er stellte die auch im Austrittsbericht der Klinik
A._
(vorstehend E. 4.1) genannten Diagnosen (S. 1).
Bei Behandlungsbeginn im März 2010 sei eine mittelschwere depressive Symptomatik diagnostiziert worden (S. 2 Mitte), im Frühjahr 2011 sei es zu einer progredienten Verschlechterung (S. 3 Mitte) und schliesslich im August 2011 zum Klinikeintritt (S. 3 unten) gekommen. Nach Austritt, ab dem
7.
Oktober 2011
,
sei ein Wiedereinstieg in die Arbeit mit 25
%
erfolgt; im weiteren Verlauf habe das depressive Zustandsbild des Patienten in engem Rahmen einer mittelschweren Depression oszilliert (S. 4 oben).
4.3
4.3.1
Am 1
0.
Oktober 2012 erstatteten die (gleichen) Ärzte der
MEDAS
ein Verlaufsgutachten
(
Urk.
6/74/1-41)
.
Die Gutachter nannten folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähig
keit (S. 23
Ziff.
1.1):
rezidivierende depressive Störung, aktuell unvollständig remittierte Episode, leicht - mittelgradig (F33.8) seit 1997
Neurasthenie (F48) seit 2004
chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom mit /bei
degenerativen Veränderungen der unteren Lendenwirbelsäule (LWS)
Status nach
Hemilamekt
omie
L5/S1 2001
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie unter ande
rem (S. 23 f.
Ziff.
1.2) eine koronare 2-Gefässerkrankung (Eingriff
April 2010, normale
Ventrikelfunktion
1
2.
Mai 2012), eine seit Februar 2012 beste
hende posttraumatische
Periarthropathia
humeroscapularis
(P
HS) rechts (aktuell
regredient
)
und
ein seit Februar 2001 bestehendes chronisches
zervikobrachia
les
und
zervikozephales
Schmerzsyndrom.
4.3.2
Zusammenfassend führten d
ie Gutachter aus, internistisch/
allgemein
medizi
nisch
bestünden - einzeln genannte - Gesundheitsstörungen, die unter Behand
lung überwiegend kompensiert oder gebessert seien (S. 32 oben). Rheumatolo
gisch
ergäben sich insgesamt qualitative Einschränkungen für bestimmte - nä
her umschriebene - Tätigkeiten (S. 32 Mitte).
Die relevanten Befunde befänden sich unverändert auf psychiatrischem Gebiet.
Es sei wie bisher das Erscheinungsbild einer Neurasthenie gegeben, wenn auch Müdigkeit und Erschöpfung weniger im Vordergrund stünden als eine depres
sive Symptomatik.
Im Rahmen der rezidivierenden depressiven Störung habe sich eine erneute depressive Episode - im Untersuchungszeitpunkt noch leicht bis mittelgradig, unvollständig remittiert - manifestiert; vorübergehend habe eine
schwergradige
depressive Symptomatik bestanden, die zu einer
Hospitali
sation
geführt habe (S. 32 unten). Daran anschliessend sei anhand der ambulant erhobenen Befunde eine Besserung dokumentiert (S. 33 oben).
4.3.3
Anders als bei der Vorbegutachtung bestünden aufgrund der Komorbidität von Erschöpfungssyndrom und depressiver Episode Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit. In der anspruchsvollen Tätigkeit als Geschäftsführer des eigenen Han
delsunternehmens werde die Einschränkung auf 33
%
geschätzt, in einer ideal angepassten Tätigkeit mit geringerer Stressbelastung und geringeren geistig-psychischen Anforderungen auf 25
%
. Aus psychiatrischer Sicht sei die Prog
nose bezüglich einer weiteren Besserung der Depression günstig; der Beschwer
deführer befinde sich in adäquater Behandlung und habe im bisherigen Verlauf zwei vollständige Remissionen depressiver Episoden erreicht (S. 33).
Bei voller Arbeitszeit reduziere sich die Leistung auf (richtig: um) geschätzt 33
%
, bei kürzerer Arbeitszeit entsprechend weniger; bei 51⁄2 Stunden Arbeits
zeit bestehe keine Leistungsminderung (S. 35
Ziff.
3.5).
Antriebsminderung und reduziertes Durchhaltevermögen limitierten das
Arbeits
pensum
, das der Versicherte bewältigen könne; es bestehe ein erhöhter Pausenbedarf. Die Überwindbarkeit subjektiver Beeinträchtigungen durch die Symptome der Neurasthenie
sei aufgrund der
komorbiden
depressiven Störung eingeschränkt (S. 34
Ziff.
3.1).
Die bemessene Arbeitsunfähigkeit sei ausschliesslich auf die psychischen Leiden mit Krankheitswert zurückzuführen. Die wesentlich grössere subjektive Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit lasse sich aus Gutachtersicht mit psychischen, sozialen und persönlichkeitsbedingten Faktoren erklären (S. 34
Ziff.
3.2).
4.3.4
Den Verlauf der Arbeitsunfähigkeit fassten die Gutachter wie folgt zusammen (S. 35
Ziff.
3.6):
ab März 2010:
50
%
April 2010:
100
%
ab Mai 2010:
50
%
August 2011:
100
%
ab Februar 2012
:
50
%
ab Juni 2012:
33
%
4.3.5
Auf entsprechende Fragen führten die Gutachter schliesslich aus,
die einge
schränkte Überwindbarkeit der mit der Neurasthenie verbundenen Beeinträchti
gungen sei mit der erneuten depressiven Episode bei bekannter rezidivierender depressiver Störung zu begründen (S. 39 Mitte). Die körperlichen
Begleiterkran
kungen
des Versicherten wirkten sich auf die Arbeitsfähigkeit nicht aus. Ein sozialer Rückzug werde vom Versicherten beschrieben und betreffe vor allem gesellschaftliche Aktivitäten und Verpflichtungen; eine familiäre oder soziale Desintegration bestehe nicht. Innerseelische Konflikte oder anhaltende psychi
sche und soziale Belastungen, die sich als nicht
bewältigbar
erwiesen hätten, seien psychiatrisch nicht zu eruieren gewesen. Unbefriedigende
Behandlungser
gebnisse
lägen bezüglich der Neurasthenie teilweise vor; es würden andererseits positive Auswirkungen medikamentöser Behandlungen und körperlicher Akti
vitäten beschrieben (S. 39 f.).
4.4
Ein
MRI
des
linke
n
Knie
s vom 1
3.
März 2013 zeigte eine laterale Gonarthrose
(
Urk.
6/92)
.
4.5
Gemäss Bericht vom 1
0.
Mai 2013 wurde der Beschwerdeführer am
7.
Mai 2013 (nach einer bei einem Sturz am
6.
Januar 2012 erlittenen
Rotatorenman
schet
ten-Ruptur
) in der
Klinik
C._
an der Schulter operiert (
Urk.
6/93).
4.6
Dr.
B._
(vorstehend E. 4.2)
führte in seinem Bericht vom
2
0.
Septem
ber 2013 (
Urk.
6/89)
unter anderem aus, er sehe den Beschwerde
führer seit März 2010 regelmässig in 1-2 wöchentlichen Abständen (S. 1 unten). In den letzten zwei Jahren habe sein psychischer Zustand nicht grundsätzlich und anhaltend verbessert werden können (S. 1 f.).
Aufgrund des Verlaufs müsse festgestellt werden, dass die Grundkrankheit, die rezidivierende depressive Störung, klarerweise
chronifiziert
sei, zum
al
die Depression permanent zwischen mittelschwerer und mehrheitlich schwerer depressiver Episodenstärke geschwankt habe (S. 2 oben).
Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in seiner jetzigen Stellung sei zu mindestens 75
%
eingeschränkt; die damit postulierte Arbeitsfähigkeit von 25
%
sei nur deshalb gegeben, weil der Beschwerdeführer trotz der widrigen Umstände hoch motiviert sei, seine Situation zu verbessern und sich bis an die Grenzen seiner Willensmöglichkeiten anstrenge (S. 2).
4.7
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Rheumatologie, führte in seinem Bericht vo
m
2
4.
Februar 2014 (
Urk.
3/2)
unter anderem aus, der Beschwerdeführer stehe wegen
musculo-skelettalen
Beschwerden sei
t
2000 in seiner Behandlung (S. 1 unten).
Es lägen ein
e
rezidivierend
e
aktivierte fortgeschrittene lateralbetonte Gon
arthrose links, eine
retraktile
Kapsulopathie
der rechten Schulter sowie das bekan
nte chronische
Cervicolumbovertebralsyndrom
mit intermittierend
lumbo-spondylogener
Komponente beidseits vor (S. 2 Mitte). Aus rheumatologischer Sicht bestehe eine klare Funktionsstörung und eine eindeutige Reduktion der Belastbarkeit der rechten Schulter, des linken Kniegelenks sowie der Hals- und Lendenwirbelsäule. Dabei sei von einer reduzierten Arbeitsfähigkeit in der angestammten sowie in einer der Behinderung optimal
angepassten Tätigkeit auszugehen (S. 2).
5.
5.1
In der
Beschwerde (
Urk.
1)
wurde geltend gemacht, a
uf
das MEDAS-
Gutachten könne nicht abgestellt werden (
S. 15
Ziff.
15).
Zur Begründung wurde ausgeführt, die Gutachter
hätten selber
„eine depressive Erkrankung s
eit 17 Jahren
ohne vollständige Remission festgestellt“,
dies aber in ihrer Beurteilung nicht berücksichtigt
(
S. 4 f.
Ziff.
6
)
. Die Behauptung ist unzutreffend: Im Austrittsbericht der Klinik
A._
wurde eine depressive Episode im Alter
von
25
Jahren
und eine zweite
im Jahr 2001 aufgeführt (vor
stehend E. 4.1): im Gutachten wurde sodann folgerichtig auf zwei
frühere
voll
ständige Remissionen depressiver Episoden Bezug genommen
(vorstehend E.
4.3.3)
, lediglich die aktuell diagnostizierte leichte bis mittelgradige Episode wurde als unvollständig remittiert bezeichnet
(vorstehend E. 4.3.1)
.
Sodann wurde
in der Beschwerde
eingewandt, die a
ktuelle Tätigkeit sei nicht adäquat berücksi
chtigt worden (
S. 5
Ziff.
8
)
.
Derselbe Einwand wurde bereits im vorangegangenen Verfahren gegenüber dem ersten MEDAS-Gutachten erhoben und es wurde im Urteil von 2011 dargelegt, dass und weshalb er schon damals nicht stichhaltig war (
Urk.
6/49 S. 8 f. E. 4.2). Auch aktuell wurde im psychiat
rischen Teilgutachten (
Urk.
6/74/52-71), ausgehend von einer schriftlichen Schilderung durch den Beschwerdeführer, auf annähernd zwei Textseiten noch einmal auf Einzelheiten seiner beruflichen Tätigkeit eingegangen (S. 6 ff.).
Weiter wurde in der Beschwerde gerügt, die
Chronifizierung
der depr
essiven
Erkrankung sei zu Unrecht verneint worden (
S. 6
Ziff.
9)
und diese
sei zudem therapieresistent (
S. 6 f.
Ziff.
10)
. Dem psychiatrischen Teilgutachten
(
Urk.
6/74/52-71) ist zu entnehmen, dass
im Rahmen der Therapie bei
Dr.
B._
der Medikamenteneinsatz nach dem Klinikaufenth
alt redu
ziert werden konnte (S. 3 oben, S. 8 unten). Gemäss den Angaben des Beschwer
deführers war die erneute depressive Phase, unter der er (mehr als unter der ersten) gelitten hatte, wieder besser geworden (S. 9
Ziff.
2.10).
Beson
ders ins Gewicht fällt, dass der psychiatrische Gutachter die gestellte Diagnose sehr eingehend begründet hat und sich dabei differenziert mit den im
Austritts
bericht
der
Klinik
A._
und von
Dr.
B._
erhobenen Befunden und gestellten Diagnosen auseinander
-
gesetzt hat (S. 12 f.).
Sodann wurde bemängelt, der psychiatrische Gutachter habe keine der aner
kann
ten Testverfahren (BDI, Hamilton, MADRS) eingesetzt (S. 11 f.
Ziff.
11).
Die Kritik ist sachlich falsch, ergibt sich doch aus dem psychiatrischen
Teilgutach
ten
, dass auf der Hamilton Depressionsskala ein Wert von 14 resultierte, wäh
rend
Dr.
B._
rund 5 Monate zuvor einen solchen von 18 berichtet hatte (
Urk.
6/74/52-71 S. 16).
Schliesslich wurde in der Beschwerde geltend gemacht, die s
omatische
n
Beschwer
den seien völlig unterschätzt und nicht in
den
Gesamtzusammenhang gestellt worden (
S. 9 f.
Ziff.
12).
Zur Begründung wurde unter anderem auf den späteren Bericht des behandelnden Rheumatologen Bezug genommen, der auf
grund einer Knie-, Schulter- und Rückenproblematik eine reduzierte Arbeits
fä
higkeit auch in der angestammten Tätigkeit postulierte (vgl. vorstehend E. 4.7), dafür aber keinerlei Begründung anführte. Im Gegensatz dazu wurde im Gutach
ten einlässlich dargelegt, inwiefern insbesondere aus rheumatologischer Sicht
aus den
erhobenen Befunde
n
und gestellten Diagnosen
keine
Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit
in der angestammten Tätigkeit abzuleiten
sei
, da der Versicherte ergonomi
sche Prinzipien, Wechselhaltung und
bedarfsweise Pausen, ausreichend berücksichtigen könne (
Urk.
6/74/1-41 S 32 Mitte).
5.2
Die beschwerdeweise gegen das MEDAS-Gutachten erhobenen Einwände erwei
sen sich nach entsprechender Prüfung (vorstehend E. 5.1) allesamt als nicht stichhaltig.
Das Gutachten genügt mithin allen praxisgemässen Kriterien (vorstehend E. 1.
8
) vollumfänglich, so dass
darauf abzustellen ist.
Demzufolge ist
der medizinische Sachverhalt dahingehend
erstellt
, dass in der angestammten
Tätigkeit als Geschäftsführer des eigenen Handelsunternehmens
eine
Einschränkung
von
33
%
und in
einer ideal angepassten Tätigkeit mit geringerer Stressbelastung und geringeren geistig-psychischen Anforderungen
eine solche von
25
%
besteht (vorstehend E. 4.3.3)
, dies ausschliesslich auf
grund der diagnostizierten psychischen Leiden (
vorstehend E. 4.3.2
)
.
5.3
Die eben genannte Umschreibung der Arbeitsfähigkeit unterscheidet sich von derjenigen, welche der Verfügung von 2010 zugrunde lag.
Ein Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17 ATSG (vorstehend E. 1.7) ist mithin ausgewiesen.
5.
4
In der Beschwerde (
Urk.
1) wurde ausserdem geltend gemacht, die
Annahme
der Beschwerdegegnerin
, die
rezidivierende depressive Stö
rung sei überwindbar,
sei unrichtig und lebensfremd (
S. 4
Ziff.
5
)
.
Der Einwand
wird der in der sogenannten Schmerzrechtsprechung (vorstehend E. 1.
2)
entwickelten Kategorie der Überwindbarkeit nicht gerecht
. Anwendbar ist diese Rechtsprechung unter anderem, wenn aus psychiatrischer Sicht eine Neu
rasthenie diagnostiziert und damit eine Arbeitsunfähigkeit begründet wurde. Analog der Praxis zu den
somatoformen
Schmerzstörungen ist in diesem Fall zu prüfen, ob die aus der Neurasthenie resultierenden Einschränkungen
zumutba
rerweise
überwindbar sind oder nicht. Bei den dafür massgebenden Kriterien ist das erste eine allfällige psychische Komorbidität. Eine solche kann gegeben sein, wenn unabhängig vom diagnostizierten Schmerzleiden ein anderes psy
chisches Leiden (etwa eine Depression) in der Wertung der Rechtsanwendung
eine
hinreichend
erhebliche
Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer
auf
weist
(vgl. nachstehend E. 5.6)
.
Die Frage der Überwindbarkeit bezieht sich also - in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung - auf die Auswirkungen der Neurasthenie, nicht der Depression. Die Beschwerdegegnerin hat denn auch richtigerweise (und entgegen der Dar
stellung in der Beschwerde) die von ihr angenommene
Überwindbarkeit
weder intern (vgl.
Urk.
6/83 S. 4 unten, S. 7 Mitte) noch in der angefochtenen Verfü
gung (
Urk.
2) auf die diagnostizierte Depression bezogen.
Damit geht der beschwerdeweise erhobene Einwand fehl.
5.5
Geht man von der
aus medizinischer Sicht
attestierten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 33
%
(vorstehend E. 5.
2
)
aus, so ergibt die Invaliditätsbemessung anhand eines Prozentvergleichs (vorstehend E. 1.5) einen Invaliditätsgrad von ebenfalls 33
%
.
Ein solches Ergebnis ist namentlich vereinbar mit den effektiven Einkommens
verhältnissen des Beschwerdeführers im Revisionszeitraum. Laut Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) vom 1
7.
Juli 2013 (
Urk.
6/82) meldete der Beschwerdeführer für das Jahr 2007 ein Einkommen von
Fr.
138‘014.--, für das Jahr 2008 ein solches von
Fr.
92‘869.--, für das Jahr 2009 ein solches von
Fr.
143‘884.--, für das Jahr 2010 ein solches von
Fr.
208‘000.--, für das Jahr
2011 ein solches von
Fr.
157‘282.-- und für das Jahr 2012 ein solches von
Fr.
82‘849.-- (S. 1 und 2).
Wegen der grossen Schwankungen hat die Beschwerdegegnerin zwar zu Recht davon abgesehen, diese Werte für eine Invaliditätsbemessung zu verwenden. Sehr bemerkenswert ist aber dennoch, dass in der Zeit von 2008 bis 2012 die höchsten
E
inkommen ausgerechnet in den beiden Jahren erzielt wurden, in denen laut den Berichten von behandelnder Seite (vorstehend E. 4.1
und
4.2
) wie auch aus gutachterlicher Sicht (E. 4.3.4
)
d
i
e
psychische Verfassung
des Beschwerdeführers
am stärksten beeinträchtigt war. Daraus ist zu schliessen, dass d
ie
von Seiten der Medizin attestierte Arbeitsunfähigkeit vorliegend nicht unbedingt in eine versicherungsrelevanten Erwerbseinbusse ihren Niederschlag gefunden hätte.
Jedenfalls
liegt
der
Invaliditätsgrad
von 33
%
deutlich unter
dem
anspruchs
begründenden
Minimum von
40
%
, so dass kein Rentenanspruch resultiert.
5.6
Die Beschwerdegegnerin ist davon ausgegangen, es bestehe gar kein
versiche
rungsrelevanter
Gesundheitsschaden (vorstehend E. 2.1), was somit ebenfalls zu prüfen ist, und zwar nach Massgabe der einschlägigen Rechtsprechung (vorste
hend E. 1.2).
Die diagnostizierte Neurasthenie gehört zu den Beschwerdebildern, bei denen nur ausnahmsweise anzunehmen ist, die aus ihr resultierenden Beeinträchtigun
gen seien, da nicht überwindbar, versicherungsrelevant.
Nebst der Neurasthenie wurde aus
psychiatrische
r Sicht auch
eine Depression diagnostiziert, nämlich im MEDAS-Gutachten eine unvollständig remittierte leicht- bis mittelgradig ausgeprägte depressive Episode (vorstehend E. 4.3.1) und seitens des behandelnden Psychiaters eine
chronifizierte
rezidivierende depres
sive Störung mit zwischen mittelschwer und schwer schwankender
Episoden
stärke
(vorstehend E. 4.6).
Die Einschätzungen differieren somit hinsichtlich der Ausprägung der depressiven Episoden. Da aber auch der behandelnde Psychia
ter klarerweise nicht durchwegs eine schwere Depression postuliert hat, fällt ein Bejahen der Komorbidität unter diesem Titel nicht in Betracht (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_118/2014 vom 2
0.
Mai 2014, 9C_696/2012 vom 1
9.
Juni 2013).
Hinweise, dass jedenfalls mittelgradig ausgeprägte depressive Episoden derart lange angehalten hätten, dass sie geeignet erschienen, eine Komorbidität zu bejahen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom
3.
April 2014, 9C_292/2012 vom 1
4.
August 2013), gibt es ebenfalls keine.
Somit weist die - in unterschiedlicher Ausprägung fluktuierende - episodische Depressivität nicht die
geforderte
erhebliche Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer
auf, um eine Komorbidität im Sinne der Rechtsprechung zu begrün
den.
Was die alternativ zu prüfenden weiteren Kriterien anbelangt, kann auf die im Gutachten aufbereiteten Informationen (vorstehend E. 4.3.
5) abgestellt werden. Demnach fehlen arbeitsfähigkeitsrelevante körperliche Begleiterkrankungen, eine Progredienz der Leiden ist ebenfalls nicht gegeben, ein sozialer Rückzug in allen Belangen ist nicht zu konstatieren und Hinweise auf einen primären Krankheitsgewinn gibt es nicht. Damit kann offen bleiben, wie es sich mit dem Kriterium gescheiterter multimodaler Behandlungsansätze verhält, ergibt eine wertende Gesamtwürdigung der genannten Kriterien bereits mit grosser Deut
lichkeit, dass sie nicht erfüllt sind.
Somit ist festzustellen, dass infolge nicht erfüllter Kriterien allfällige Einschrän
kungen der Arbeitsfähigkeit, die sich aus der Neurasthenie ergeben,
versiche
rungsrechtlich
unbeachtlich zu bleiben haben.
Damit erweist sich (auch) der Standpunkt der Beschwerdegegnerin, es bestehe kein versicherungsrelevanter Gesundheitsschaden
,
als begründet, so dass auch unter diesem Aspekt ein Rentenanspruch zu verneinen ist.
5.7
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass sich zwar
gemäss medizinischer Beur
teilung der Gesundheitszustand seit 2010 - revisionsrelevant - verändert hat (vorstehend E. 5.3), dass aber die erneute Prüfung der Anspruchsvorausset
zungen (vorstehend E. 5.5 und 5.6) ergibt, dass weiterhin kein Rentenanspruch besteht.
Somit ist die angefochtene Verfügung zu bestätigen und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.
6.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Inva
lidenversicherung (IVG) sind ermessensweise auf
Fr.
900.-- festzusetzen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.