Decision ID: 2e48effc-60fd-4a27-bddd-9f10e6e00602
Year: 2011
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die I. Beschwerdekammer hält fest, dass:
- das Bundesamt für Kommunikation (nachfolgend „BAKOM“) gegen A.  des Verdachts der Widerhandlung im Sinne des Art. 101 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 24. März 2006 über Radio und Fernsehen (RTVG; SR 784.40) eine Untersuchung führt (act. 2.6);
- das BAKOM am 18. Februar 2011 in der Gegenwart von A. in dessen Woh-
nung eine Hausdurchsuchung vornahm (act. 2.15);
- A. hiergegen mit Eingabe vom 20. Februar 2011 (Postaufgabe gemäss Poststempel am 23. Februar 2011) beim BAKOM Beschwerde wegen der Durchsuchung und unmenschlichem Vorgehen erhebt und daneben Fr. 120.-- für die Reinigung des durch die die Durchsuchung  Personen verschmutzten Teppichs verlangt (act. 1);
- das BAKOM die Beschwerde am 28. Februar 2011 an die I. Beschwerde-
kammer des Bundesstrafgerichts weiterleitete und in seiner dazugehörigen Stellungnahme beantragt, auf die Beschwerde sei auf Grund fehlender Wahrung der Beschwerdefrist nicht einzutreten (act. 2);
- A. von der I. Beschwerdekammer am 1. März 2011 aufgefordert wurde, zur
Frage der Fristwahrung bis 11. März 2011 eine allfällige Beschwerdereplik einzureichen (act. 3), diese Frist jedoch unbenutzt verstreichen liess.

Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- gegen Zwangsmassnahmen im Sinne der Art. 45 ff. VStrR und damit  Amtshandlungen bei der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde geführt werden kann (Art. 26 Abs. 1 VStrR i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. b StBOG und Art. 19 Abs. 1 des  vom 31. August 2010 für das Bundesstrafgericht [ BStGer, BStGerOR; SR 173.713.161]);
- die Beschwerde innert drei Tagen, nachdem der Beschwerdeführer von der
Amtshandlung Kenntnis hat, bei der zuständigen Behörde schriftlich mit  und kurzer Begründung einzureichen ist (Art. 28 Abs. 3 VStrR);
- 3 -
- Art. 31 Abs. 1 VStrR, welcher sich systematisch innerhalb der allgemeinen Verfahrensbestimmungen des Verwaltungsstrafrechts befindet, für die  der Fristen, die Fristverlängerung und die Wiederherstellung  die Folgen der Fristversäumnis zwar die Art. 20 – 24 VwVG für  anwendbar erklärt;
- sich die Fristen im gerichtlichen Verfahren andererseits nach der StPO rich-
ten (Art. 31 Abs. 2 VStrR);
- das Beschwerdeverfahren vor der I. Beschwerdekammer als solches  Verfahren zu betrachten ist, weshalb sich die Fristen nach den einschlägigen Bestimmungen der StPO richten (Beschluss des  BV.2011.2 vom 16. März 2011, E. 1.3; vgl. zu Art. 31 Abs. 2 VStrR in seiner bis 31. Dezember 2010 gültigen Fassung TPF 2008 167 E. 1.3.2. sowie u. a. den Entscheid des Bundesstrafgerichts BV.2008.14 vom 30. Januar 2009, E. 1.3, und zur analogen Situation der  des Bundesgerichts als früher zuständige Beschwerdeinstanz HAURI, Verwaltungsstrafrecht, Bern 1998, S. 89 mit Hinweis auf BGE 107 IV 72 E. 2 S. 74);
- Fristen, die durch eine Mitteilung oder den Eintritt eines Ereignisses ausge-
löst werden, am folgenden Tag zu laufen beginnen (Art. 90 Abs. 1 StPO);
- Eingaben spätestens am letzten Tag der Frist bei der Strafbehörde  oder zu deren Handen der Schweizerischen Post, einer  diplomatischen oder konsularischen Vertretung oder, im Falle von inhaftierten Personen, der Anstaltsleitung übergeben werden müssen (Art. 91 Abs. 2 StPO), wobei gesetzliche Fristen nicht erstreckt werden  (Art. 89 Abs. 1 StPO);
- die dreitägige Beschwerdefrist im vorliegenden Fall am Tag nach der
Hausdurchsuchung, welcher der Beschwerdeführer persönlich beiwohnte, zu laufen begann und somit am 21. Februar 2011 endete;
- die Beschwerdeschrift zu Handen des BAKOM erst am 23. Februar 2011,
mithin nach Ablauf der gesetzlichen Beschwerdefrist, der Schweizerischen Post übergeben wurde;
- auf die Beschwerde nach dem Gesagten nicht eingetreten werden kann;
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- die Gerichtskosten bei diesem Ausgang des Verfahrens dem  aufzuerlegen sind (Art. 66 Abs. 1 BGG analog; vgl. den Beschluss des Bundesstrafgerichts BV.2011.2 vom 16. März 2011, E. 2);
- die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 200.-- festgesetzt wird (Art. 5 und 8
Abs. 1 BStKR);
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