Decision ID: 162288d0-184f-50c7-92b6-c04042a2fab2
Year: 2008
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Der am (...) 1945 geborene, verheiratete deutsche Staatsbürger B._ hat in den Jahren 1977, 1979 sowie 1980 in der Schweiz gearbeitet und dabei Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung entrichtet ([Vorinstanz] act. 1 und 4). Er hat am 17. November 2004 bei der  Baden-Württemberg einen Antrag auf Ausrichtung einer Invalidenrente gestellt (act. 1). Die Landesversicherungsanstalt  (nachfolgend: LVA Baden-Württemberg) leitete dessen Gesuch zum Bezug von Leistungen der schweizerischen  mit Schreiben vom 29. Dezember 2004 an die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (nachfolgend: IV-Stelle) weiter.
B. Mit Verfügung vom 22. September 2005 (act. 20) lehnte die IV-Stelle B._s Rentenbegehren ab. Sie stützte sich dabei auf den Bericht von Dr. med. S._, der zu Handen der LVA Baden-Württemberg erstellt wurde und mit welchem ein degeneratives LWS-Syndrom, Pangonarthrose links, arterielle Hypertonie sowie Adipositas diagnostiziert wurden (act. 17). Die IV-Stelle begründete ihren  damit, dass B._ gemäss den Feststellungen im ärztlichen Bericht in der Lage sei, vollschichtig einer leichten Tätigkeit nachzugehen und somit weder eine bleibende Erwerbsunfähigkeit noch eine rentenrelevante durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit  eines Jahres vorliege; ihm sei eine dem Gesundheitszustand  gewinnbringende Tätigkeit in rentenausschliessender Weise zumutbar, weshalb er keinen Anspruch auf eine Rente habe.
C. Gegen die Verfügung vom 22. September 2005 erhob B._ am 19. Oktober 2005 (Posteingang IV-Stelle; act. 21) Einsprache und beantragte sinngemäss die Gewährung einer Invalidenrente.
D. Mit Einspracheentscheid vom 24. Oktober 2006 (act. 25) hat die  die Einsprache von B._ abgewiesen und die Verfügung vom 22. September 2005 bestätigt. Er habe im Rahmen des Einspracheverfahrens keine neuen ärztlichen Unterlagen beigebracht,
Seite 2
C-3044/2006
weshalb an der Beurteilung in der Verfügung festgehalten werden müsse.
E. Gegen den Einspracheentscheid vom 24. Oktober 2006 hat B._ (nachfolgend: Beschwerdeführer) mit Eingabe vom 11. November 2006 bei der Eidgenössischen Rekurskommission der Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung für die im Ausland wohnenden Personen (nachfolgend: Rekurskommission) Beschwerde erhoben. Er beantragte sinngemäss die Gewährung eine , da ein Behinderungsgrad von 40% festgestellt worden sei und er mit fast 62 Jahren keine Anstellung mehr finden könne.
F. Per 1. Januar 2007 ist das bei der Rekurskommission anhängig  Verfahren auf das Bundesverwaltungsgericht übergegangen.
G. Gegen die mit Verfügung vom 21. März 2007 bekannt gegebenen  des Spruchkörpers ist kein Ausstandsbegehren eingegangen.
H. Die IV-Stelle liess sich mit Eingabe vom 20. April 2007 vernehmen und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdeführer sei zwar in seiner bisherigen beruflichen Tätigkeit als Maschinenführer nur noch in einem Umfang von drei Stunden täglich arbeitsfähig, es sei ihm aber zumutbar, in sitzender oder wechselnder Körperhaltung  Tätigkeiten vollzeitlich auszuüben. Die Erwerbseinbusse betrage gestützt auf den durchgeführten Einkommensvergleich (act. 35)  knapp 38%, weshalb kein Anspruch auf eine Invalidenrente .
I. Der Beschwerdeführer hat innerhalb der angesetzten Frist keine Replik eingereicht.
Seite 3
C-3044/2006

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht übernimmt, sofern es zuständig ist, die Beurteilung der am 1. Januar 2007 bei den Eidgenössischen Rekurs- oder Schiedskommissionen oder bei den Beschwerdediensten der Departemente hängigen Rechtsmittel. Die Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (vgl. Art. 53 Abs. 2 des  vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).
1.2 Gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit Art. 33 lit. d VGG und Art. 69 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) beurteilt das  Beschwerden von Personen im Ausland gegen  der IV-Stelle für Versicherte im Ausland. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor.
1.3 Aufgrund von Art. 3 lit. dbis des Bundesgesetzes vom 20.  1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) findet das VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist.  Art. 1 Abs. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die  (Art. 1a-26bis IVG und 28 bis 70 IVG) anwendbar,  das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht.
1.4 Der Beschwerdeführer ist durch den angefochtenen  berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung, so dass er im Sinne von Art. 59 ATSG  ist.
1.5 Da die Beschwerde im Übrigen frist- und formgerecht (Art. 60 Abs. 1 ATSG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) eingereicht wurde, ist auf die Beschwerde einzutreten.
2.
2.1 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger, so dass vorliegend das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der  Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen  und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit
Seite 4
C-3044/2006
(FZA; SR 0.142.112.681), insbesondere dessen Anhang II betreffend Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit, anzuwenden ist (Art. 80a IVG). Nach Art. 3 Abs. 1 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 (SR 0.831.109.268.1) zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbständige sowie deren Familienangehörige, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern, haben die in den persönlichen Anwendungsbereich der Verordnung fallenden, in einem Mitgliedstaat wohnenden Personen aufgrund der Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats grundsätzlich die gleichen Rechte und Pflichten wie die Staatsangehörigen dieses Staates.
2.2 Soweit das FZA beziehungsweise die auf dieser Grundlage  gemeinschaftsrechtlichen Rechtsakte keine abweichenden Bestimmungen vorsehen, richtet sich die Ausgestaltung des  – unter Vorbehalt der beiden Grundsätze der Gleichwertigkeit  der Effektivität – sowie die Prüfung der  einer schweizerischen Invalidenrente grundsätzlich nach der  Rechtsordnung (BGE 130 V 257 E. 2.4). Entsprechend bestimmt sich vorliegend der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente der Invalidenversicherung ausschliesslich nach dem  schweizerischen Recht, insbesondere nach dem IVG sowie der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201).
2.3 Die Beschwerdeführenden können im Rahmen des  die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des  oder der Überschreitung des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts sowie  des Entscheids rügen (Art. 49 VwVG).
3. Zunächst sind die zur Beurteilung der Streitsache massgebenden  Grundlagen und die von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätze darzulegen.
3.1 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind im  grundsätzlich für die Bestimmung des rechtserheblichen Sachverhalts die tatsächlichen Verhältnisse zur Zeit des Erlasses des strittigen Einspracheentscheids, vorliegend demnach der 24. Oktober 2006, massgebend (BGE 132 V 368 E. 6.1 mit Hinweisen). Weiter sind in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massge-
Seite 5
C-3044/2006
bend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden  Geltung hatten (BGE 130 V 329). Für das vorliegende Verfahren ist deshalb das per 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts anwendbar. Die im ATSG enthaltenen Formulierungen der Arbeitsunfähigkeit, der Erwerbsunfähigkeit, der Invalidität und der  entsprechen den bisherigen von der Rechtsprechung dazu entwickelten Begriffen in der Invalidenversicherung. Demzufolge haben die von der Rechtsprechung dazu herausgebildeten Grundsätze unter der Herrschaft des ATSG weiterhin Geltung (BGE 130 V 343).
Bei den materiellen Bestimmungen des IVG und der IVV ist auf die Fassung gemäss den am 1. Januar 2004 in Kraft getretenen  (4. IV-Revision). Nicht zu berücksichtigen sind die durch die 5.  eingeführten Änderungen, welche am 1. Januar 2008 in Kraft getreten sind (AS 2007 5129). Im Folgenden werden deshalb die ab 1. Januar 2004 (bis Ende 2007) gültig gewesenen Bestimmungen des IVG und der IVV zitiert.
3.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG ist Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von , Krankheit oder Unfall. Erwerbsunfähigkeit ist gemäss Art. 7 ATSG der durch Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen  verursachte und nach zumutbarer Behandlung und  verbleibende ganze oder teilweise Verlust der  auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt.  ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare  zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG).
3.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls andere Fachleute zur Verfügung zu  haben. Aufgabe des Arztes im schweizerischen Invalidenverfahren ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und gegebenenfalls bezüglich welcher Tätigkeiten der Versicherte arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte
Seite 6
C-3044/2006
sind sodann eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen dem Versicherten konkret noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4, 115 V 134 E. 2; AHI-Praxis 2002, S. 62, E. 4b/cc).
3.4 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen  zu würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und  gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach  Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und  zu würdigen.
Bezüglich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen  beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der  der medizinischen Situation einleuchtet und ob die  der Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den  ist grundsätzlich somit weder die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder als Gutachten (vgl. dazu das Urteil des EVG vom 26. Januar 2006, I 268/2005 E. 1.2, mit Hinweis auf BGE 125 V 352 E. 3.a).
Gleichwohl erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, Richtlinien für die  in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und  aufzustellen (vgl. hierzu BGE 125 V 352 E. 3b; AHI 2001 S. 114 E. 3b; Urteil des EVG vom 24. Januar 2000, I 128/98, E. 3b). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht  und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der  sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb, mit weiteren Hinweisen).  der behandelnden Ärzte schliesslich sind aufgrund deren  Vertrauensstellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Dies gilt für den allgemein prakti-
Seite 7
C-3044/2006
zierenden Hausarzt wie auch für den behandelnden Spezialarzt (Urteil des EVG vom 20. März 2006, I 655/05 E. 5.4 mit Hinweisen).
3.5 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28 Abs. 2 IVG aufgrund eines  zu bestimmen. Dazu wird das , das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger  durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei  Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes ), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie  könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes ). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen  ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüber gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der  bestimmen lässt (allgemeine Methode des ; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1). Für den  sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und  auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und  rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass respektive bis zum Einspracheentscheid zu  sind (BGE 129 V 222 E. 4).
3.6 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 Prozent invalid sind, bei  Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente, bei mindestens 60 Prozent auf eine  und bei mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente. Gemäss Art. 28 Abs. 1ter IVG werden Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50 Prozent entsprechen, jedoch nur an Versicherte , die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, soweit nicht völkerrechtliche Vereinbarungen eine abweichende Regelung vorsehen. Eine solche Ausnahme gilt seit dem 1. Juni 2002 für die Staatsangehörigen eines Mitgliedstaates der Europäischen Gemeinschaft und der Schweiz, sofern sie in einem  der Europäischen Gemeinschaft Wohnsitz haben (siehe BGE 130 V 253 E. 2.3 und E. 3.1).
Seite 8
C-3044/2006
3.7 Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG  in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person mindestens zu 40 Prozent bleibend erwerbsunfähig (Art. 7 ATSG) geworden ist (lit. a) oder während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch  mindestens zu 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG)  war (lit. b).
3.8 Anspruch auf eine ordentliche Rente haben gemäss Art. 36 Abs. 1 IVG die rentenberechtigten Versicherten, die bei Eintritt der Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Beiträge an die  Sozialversicherung geleistet haben. Meldet sich ein Versicherter mehr als zwölf Monate nach Entstehen des Anspruchs an, so werden die Leistungen in Abweichung von Artikel 24 Absatz 1 ATSG lediglich für die zwölf der Anmeldung vorangehenden Monate ausgerichtet (Art. 48 Abs. 2 IVG).
4. Nachfolgend ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer aufgrund der diagnostizierten gesundheitlichen Einschränkungen in seiner  rentenrelevant eingeschränkt ist.
4.1 Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe einen  von 40% erreicht und sei deshalb von seinem Arbeitgeber entlassen worden. Er habe dadurch eine erhebliche  erlitten und habe zudem aufgrund seines Alters kaum mehr die Möglichkeit, eine neue Stelle zu finden.
4.2 Die IV-Stelle macht demgegenüber geltend, aufgrund der  aus den vorliegenden ärztlichen Gutachten sei dem  eine leichte Tätigkeit in sitzender oder wechselnder  ohne Zwangshaltung vollzeitlich zumutbar. Der  ergebe bei Annahme einer vollzeitigen Ausübung einer , leichten Verweisungstätigkeit eine gesundheitlich bedingte Erwerbseinbusse von knapp 38%, weshalb er keinen  habe. Gemäss ständiger Rechtsprechung habe die  zudem nicht dafür einzustehen, wenn eine allfällige ungünstige Arbeitsmarktlage oder das Alter des Versicherten die  der Restarbeitsfähigkeit erschweren.
4.3 Vorweg ist festzuhalten, dass der vom Beschwerdeführer zur  der Beschwerde angerufene Grad der Behinderung von 40% ein Begriff im Sinne des deutschen neunten Sozialgesetzbuches vom
Seite 9
C-3044/2006
19. Juni 2001 (IX. SGB; BGBl. I S. 1046, 1047) ist, welcher nicht  ist mit dem Begriff der Arbeitsunfähigkeit beziehungsweise der Invalidität im Sinne des schweizerischen Invalidenversicherungsrechts.
Menschen sind gemäss dem IX. SGB dann behindert, wenn ihre  Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das  typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist (§ 2 IX. SGB). Die  der Funktionsbeeinträchtigung ist als Grad der Behinderung (GdB), nach Zehnergraden abgestuft, von 20 bis 100 festzustellen. Der GdB wird nach den Auswirkungen der Beeinträchtigungen in ihrer  unter Berücksichtigung ihrer wechselseitigen Beziehungen definiert.
Der GdB im Sinne des IX. SGB ist ein Mass für die körperlichen, , seelischen und sozialen Auswirkungen einer  aufgrund eines Gesundheitsschadens. Aus diesem Wert ist nicht auf das Ausmass der Leistungsfähigkeit zu schliessen. Vielmehr ist der GdB grundsätzlich unabhängig vom ausgeübten oder  Beruf zu beurteilen. Massgebend für die Feststellung, ob und gegebenenfalls inwiefern eine Behinderung im Sinne von § 2 IX. SGB vorliegt, sind namentlich die "Anhaltspunkte für die ärztliche  im sozialen Entschädigungsrecht und nach dem Schwerbehindertenrecht". In der entsprechenden Tabelle wird den  Gesundheitsstörungen ein bestimmter GdB zugeordnet. Die Eruierung des GdB nach dem IX. SGB ist somit eher mit der  der Integritätsentschädigung nach Art. 24 ff. des  vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung (UVG, SR 832.20) vergleichbar, bei der erhebliche Schädigungen der  oder geistigen Integrität pauschal mit einem bestimmten in einer Skala festgelegten Prozentsatz bewertet werden, als mit der  der Arbeitsfähigkeit im Sinne des schweizerischen . Entsprechend gestaltet sich auch die Aufgabe des Arztes ganz unterschiedlich, je nachdem ob der GdB nach dem IX. SGB beurteilt werden soll, oder aber die Arbeitsfähigkeit nach der schweizerischen Invalidenversicherung. Der GdB gemäss den Bestimmungen des IX. SGB ist somit – im Gegensatz zum Invaliditätsgrad in der  Invalidenversicherung, der sich – wie erwähnt – aus der  zumutbaren Arbeitsfähigkeit und der damit einhergehenden finanziellen Erwerbseinbusse herleitet – nicht oder nur sehr bedingt
Seite 10
C-3044/2006
ein wirtschaftlicher Begriff. Es lassen sich somit aus dem GdB beim Beschwerdeführer keine Schlüsse hinsichtlich des Anspruchs auf eine Invalidenrente nach schweizerischem Recht ziehen.
4.4 Dr. med. S._ hat den Beschwerdeführer im Auftrag der LVA Baden-Württemberg eingehend untersucht und mit Bericht vom 10. Februar 2005 (act. 17) festgestellt, der Beschwerdeführer leide an (1) einem degenerativen LWS-Syndrom; (2) Pangonarthrose links; (3) arterieller Hypertonie sowie (4) Adipositas. Aufgrund dieser  Einschränkungen könne der Beschwerdeführer nicht mehr in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit eingesetzt werden, es seien ihm lediglich noch leichte Tätigkeiten vollschichtig zumutbar. Hierbei sei  zu beachten, dass diese Arbeiten unter Vermeidung von , Hitze, Kälte, Lärm, Bücken, Heben, Tragen von Lasten sowie von Klettern oder Steigen zu verrichten seien. Überdies sei die Arbeit unter wechselnder Körperhaltung, abwechselnd im Gehen, Stehen und Sitzen durchzuführen. Der Beschwerdeführer sei in der Lage,  zu verrichten, die Arbeit zu Hause und ohne Hilfe einer anderen Person durchzuführen. Die festgestellten Einschränkungen bestünden bereits seit dem Datum des Rentenantrages am 17.  2004 und eine Besserung des Gesundheitszustandes sei auch durch medizinische Rehabilitation nicht zu erwarten.
4.5 Dr. med. P._, Facharzt für Chirurgie, Sozialmedizin, Chirotherapie und Sportmedizin, Vertrauensarzt der Gutachterstelle der LVA Rheinland-Pfalz, hat den Beschwerdeführer erneut eingehend untersucht und mit Bericht vom 21. September 2005 (act. 29) folgende Diagnosen gestellt: (1) mässiggradige Belastungsminderung des  Beines mit mässiggradigem Hinken bei Zustand nach  mit Verschleisserkrankung und Entfernung eines , leichtgradig eingeschränkte Beweglichkeit links im  mit Kapselschwellung und leichter Kraftminderung; (2)  nachweisbare Verschleisszeichen des rechten Kniegelenkes ohne Funktionseinschränkung und ohne Reizsymptomatik; (3) klinisch leichtgradige Verschleisszeichen beider Schultergelenke ohne  Funktionseinschränkung; (4) LWS-Syndrom mit mässiggradiger Bewegungseinschränkung ohne Nervenreizsymptomatik bei  nachweisbarer Fehlhaltung mit möglicher Fehlanlage und z.T. deutlicheren Verschleisserscheinungen; (5) leichtgradiges HWS- ohne wesentliche Funktionseinschränkung und ohne  bei röntgenologisch nachweisbaren mässiggradigen poly-
Seite 11
C-3044/2006
segmentalen Verschleisszeichen; (6) die im Vorgutachten erhobenen Diagnosen sowie (7) häufiges Wasserlassen mit Dranginkontinenz. Aufgrund der beschriebenen Diagnosen sei der Beschwerdeführer in der Lage seine bisherige Tätigkeit während höchstens drei Stunden pro Tag auszuüben. Hingegen sei es ihm möglich, ohne besonderen Zeitdruck eine leichte Tätigkeit mit wechselnder Körperhaltung,  im Gehen, Stehen und Sitzen unter Vermeidung von Nässe, Bücken, Heben und Tragen von Lasten, Klettern oder Steigen oder  vollschichtig auszuüben. Der Beschwerdeführer sei in der Lage, Bildschirmarbeit zu verrichten, die Arbeit zu Hause und ohne Hilfe einer anderen Person durchzuführen. Eine Besserung des  sei auch durch medizinische Rehabilitation nicht zu erwarten.
4.6 Dr. med. R._, Fachärztin für Allgemeinmedizin und  des Beschwerdeführers, hält in ihrem Attest vom 13. Februar 2006 (act. 30) fest, sie halte die Beurteilung von Dr. med. P._ nicht für zutreffend, da aufgrund der beschriebenen Einschränkungen keinesfalls denkbar sei, dass der Beschwerdeführer seine Arbeit  verrichten könne, da in dieser Tätigkeit vor allem das Tragen und Heben von Lasten der Grundstock der Arbeit seien.
4.7 Dr. med. H._, Arzt für Orthopädie, Sportmedizin/, physikalische Therapie, hat den Beschwerdeführer im Auftrag des Sozialgerichts Koblenz untersucht und gestützt auf die ihm  Gerichts- und Verwaltungsakten sowie auf die eingehende Anamneseerhebung und klinische Untersuchung vom 23. Mai 2006  gestützt auf die vorgelegten Röntgenbilder ein fachorthopädisches Gutachten vom 19. Juni 2006 (act. 31) erstellt. Er ist zum Schluss , dass die wesentlichen Untersuchungsparameter der  vom 21. September 2005 mit der jetzigen Untersuchung  seien und folgende Diagnosen gestellt werden könnten: (1)  Impingement Syndrom der rechten Schulter mit schmerzhaften  ohne funktionelle Einschränkung; (2) erhebliche  Veränderungen der Halswirbelsäule mit nur geringen funktionellen Einschränkungen aber glaubhafter ; (3) deutliche degenerative Veränderungen der  mit der Entwicklungsstörung eines Wirbelkörpers, kurzbogiger Skoliose, Belastungsbeschwerden, funktionelle Einschränkung; (4)  Arthrose rechtes Kniegelenk ohne relevante  sowie (5) fortgeschrittene Kniegelenksarthrose links mit
Seite 12
C-3044/2006
arthrogenem Reizzustand, chronische Kapselreizung und  Funktionseinschränkung. Aufgrund der Erkrankungen der Hals- und Lendenwirbelsäule, aber auch in geringem Umfange aufgrund der  beider Kniegelenke sei der Beschwerdeführer daran , schwere und mittelschwere körperliche Arbeiten zu verrichten. Im Sinne einer Positivbeschreibung sei der Beschwerdeführer in der Lage, eine körperlich leichte Wechseltätigkeit mit vornehmlich  aber zeitweise auch gehender und stehender Komponente .
4.8 Dr. med. L._ vom medizinischen Dienst der IV-Stelle hat mit Bericht vom 23. März 2007 (act. 34) die drei neusten Arztberichte gewürdigt und ist – in Übereinstimmung mit den vorgelegten Gutachten – zum Schluss gekommen, dass beim Beschwerdeführer zweifellos Abnützungen am Bewegungsapparat vorlägen, die eine weitere Tätigkeit in seiner bisherigen Arbeit nicht mehr zuliessen, dass diese aber auf die Arbeit in einer Verweistätigkeit weder aus orthopädischer noch aus allgemeinmedizinischer Gesamtsicht einen relevanten Einfluss hätten.
4.9 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sämtliche eingeholten ausführlichen Gutachten (act. 17, 29, 31 und 34) zum selben Schluss kommen und sich nicht widersprechen. Die befragten Ärzte gehen übereinstimmend davon aus, dass der Beschwerdeführer eine leichte, wechselseitige Tätigkeit vollzeitlich ausüben kann und lediglich in  bisherigen Arbeit wesentlich eingeschränkt sei. Die Hausärztin ist zwar in ihrem kurzen Attest (act. 30) der Ansicht, dass der Beschwerdeführer überhaupt nicht mehr in der Lage sei, körperlich schwere Arbeit zu verrichten; zur Möglichkeit, leichtere Arbeiten zu verrichten, äussert sie sich allerdings nicht. Ihre weiteren Äusserungen sind zum Teil nicht nachvollziehbar (z.B. betreffend Zeitpunkt der Gutachten) und im Übrigen nicht fundiert, da sie – im Gegensatz zu den weiteren Gutachten – mit keinerlei Untersuchungsergebnissen belegt werden, so dass nicht darauf abzustellen ist.
Die Beurteilung der IV-Stelle, die ihrem Entscheid eine volle  in einer leidensangepassten Tätigkeit zu Grunde legte, ist demnach nicht zu beanstanden. Der Umstand, dass der  aufgrund seines Alters möglicherweise Schwierigkeiten haben könnte, seine Restarbeitsfähigkeit zu verwerten, ist gemäss  Rechtsprechung dabei ausser Acht zu lassen, da es sich um
Seite 13
C-3044/2006
invaliditätsfremde Gründe handelt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 13. November 2007 [9C_382/2007 E.4.3]; BGE 107 V 17 E. 2c).
4.10 Zu prüfen bleibt der von der Verwaltung durchgeführte .
Gestützt auf die Fragebögen des Beschwerdeführers sowie seines  Arbeitgebers ist die IV-Stelle von einem Valideneinkommen von monatlich Euro 1'796.33 ausgegangen. Dies ist zutreffend und wurde vom Beschwerdeführer denn auch nicht bestritten.
Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens hat die IV-Stelle auf die Löhne abgestellt, die der Beschwerdeführer durch Arbeit in  möglichen Verweistätigkeiten noch erzielen könnte. Zu Gunsten des Beschwerdeführers wurden dabei die drei Tätigkeiten mit den  Einkommen berücksichtigt. Es sind dies: Zuschneiden von  in einer Schuhfabrik mit einem zu berücksichtigenden monatlichen Einkommen von Euro 1'456.78; Hilfsarbeiter in der  mit einem monatlichen Einkommen von Euro 1'574.30 oder Näher in einer Schuhfabrik mit einem monatlichen Einkommen von Euro 1'441.57. Durchschnittlich ergibt das ein Invalideneinkommen von Euro 1'490.88. Die IV-Stelle hat sodann bei der Berechnung des  unter Berücksichtigung der persönlichen Umstände des Beschwerdeführers zusätzlich einen leidensbedingten Abzug von 25% vorgenommen.
Nach der Rechtsprechung ist bei der Verwendung statistischer  zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte , die selbst bei leichten Hilfstätigkeiten behindert sind, im  zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren  lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann ist dem Umstand Rechnung zu tragen, dass persönliche und berufliche Merkmale des Versicherten wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad  auf die Höhe des Lohnes haben, denen mit einem Abzug vom Invalideneinkommen zu begegnen ist. Ein solcher Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall  dafür bestehen, dass der Versicherte wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale seine gesundheitlich bedingte  auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittli-
Seite 14
C-3044/2006
chem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Es rechtfertigt sich nicht, für jedes zur Anwendung gelangende Merkmal separat quantifizierte Abzüge vorzunehmen und diese zusammenzuzählen, da damit  ausgeblendet werden. Ganz allgemein ist der Einfluss  Merkmale auf das Invalideneinkommen (leidensbedingte , Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Letztlich ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale auf insgesamt höchstens 25% zu  (zum Ganzen: BGE 126 V 75).
Indem die IV-Stelle den maximalen leidensbedingten Abzug  hat, hat sie der Situation des Beschwerdeführers hinreichend Rechnung getragen. Der Vergleich des Valideneinkommens von Euro 1'796.33 und des Invalideneinkommens von Euro 1'118.16 ergibt einen Invaliditätsgrad von 37,75%. Auch hier ist nicht ersichtlich,  der Entscheid der IV-Stelle zu beanstanden wäre. Der  rügt denn auch die Berechnung zu Recht nicht.
5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass dem Beschwerdeführer eine volle Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit  ist und aufgrund des Einkommensvergleichs ein Invaliditätsgrad von 37.75% resultiert. Der Beschwerdeführer ist demzufolge mit  Invaliditätsgrad nicht rentenberechtigt. Die Beschwerde ist somit abzuweisen.
6.
6.1 Nach der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts ist das Verfahren kostenlos (Übergangsbestimmungen zur Änderung des IVG vom 16. Dezember 2005 [AS 2006 2004], lit. c in Verbindung mit Art. 69 Abs. 1bis IVG in der Fassung vom 16. Dezember 2005, in Kraft seit 1. Juli 2006 [AS 2006 2003] bzw. in Verbindung mit Art. 69 Abs. 2 IVG).
6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und  vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).
Seite 15
C-3044/2006