Decision ID: 0a2da592-79d3-441a-9b2a-0fe9c395a6c3
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1977,
leidet an einer
Tetraparese
und bezieht eine ganze Rente der Invalidenversicherung
(
vgl. die
Mitteilung
der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich [SVA[, IV-Stelle, vom
7.
Juni 2016,
Urk.
12/3),
eine
Hilflosenentschädigung
der Invalidenversicherung aufgrund einer Hilflosigkeit schweren Grades
(
vgl. die Verfügung
vom 2
3.
September 2015, Urk.
12/4)
und
Zusatzleistungen (Ergänzungsleistungen, kantonale Beihilfe und Gemei
ndezuschüsse) der Stadt Zürich (Verfügungen des Amtes für Zusatzleistungen
[AZL]
vom 1
2.
Dezember 2014,
vom 1
0.
Dezember 2015 und vom 1
4.
Dezember 2016,
Urk.
9/70,
Urk.
12/5 =
Urk.
9/
V
74 und
Urk.
20).
1.2
Im Jahr 2014 konkretisierte sich das Vorha
ben von X._
, die Institution Integriertes Wohnen für Behinderte
A._
zu verlassen und
einen eigenen Haushalt zu eröff
nen
(vgl.
die Aktennotizen AZL
aus den Jahren
2008
und 2010
2016,
Urk.
9/179)
. Im Hinblick darauf
ermittelte
die
IV-Stelle
im Juli 2014 mit dem Abklärungsinstrument FAKT
2
den voraussichtlichen Assistenzbedarf
(vgl.
Urk.
9/174.1/3)
und gab X._
mit Verfügung vom
6.
Januar 2015 den provisorischen
Assistenzbeitrag
bekannt, wobei sie festhielt,
dass unter den gegenwärtigen Woh
nverhältnissen noch kein Anspruch
dar
auf
bestehe (Urk.
9/174.3/1).
X._
führte daraufhin eigene Berechnungen ihres Assistenzbedarfs durch (
Urk.
9/174
.
3/2
) und gelangte mit Schreiben vom 1
3.
Juli 2015 an das AZL mit dem Ersuchen, für die ungedeckten Assistenzkosten
(unter dem
Rechtst
itel
Krankheits- und Behinderungskosten)
aufzukommen (
Urk.
9/174.1/1). Am 2
1.
Juli
2015 schrieb ihr das AZL, nach gegenwärtiger Einschätzung sei die Bedar
fsermitt
lung der IV-Stelle
für die Bemessung des
Zusatz
leistungs
anspruchs verbindlich und ein
Zusatzl
eistungsanspruch bestehe erst dann, wenn ein höherer Assi
stenzbedarf bestehe als der Bedarf, der von der Invalidenversicherung im Maximum entschädigt werde (
Urk.
9/174.4).
1.3
Per
1.
Oktober 2015
zog X._
zusammen mit ihrem Lebenspartner in e
ine Wohnung
in
Zürich (Mietvertrag vom 16.
Juli 2015,
Urk.
9/171), wo der Verein "Leben wie Du und Ich" behindertengerecht ausgestattete Wohnungen gemietet hatte (Mietvertrag in
Urk.
9/170)
. Nach erneuter Erhebung des Assistenzbedarfs mit dem Instrument FAKT
2
vom September 2015 (
Urk.
9/174.7 und
Urk.
9/174.8) eröffnete ihr die IV-Stelle m
i
t Verfügu
ng vom
9.
Oktober 2015, dass sie
ab dem
1.
Oktober 2015 Anspruch auf einen
Assistenzbeitrag an tatsächlich erbrachte Assistenzstunden von monatlich durchschnittlich
Fr.
4'453.85 (11 Monate) bezie
hungsweise jährlich maximal Fr.
48'992.35 habe (
Urk.
9/174.6).
Diese Verfügung blieb unangefochten.
Mit Schreiben an
X._
und ihren Beistand vom 2
8.
Januar 2016 nahm das AZL Bezug auf das Gesuch vom
1
3
.
Juli 2015 und
wiederholte den Bescheid, dass eine Vergütung des Assistenzbedarfs über die
Zusatz
leistungen
gestützt auf
§
13 der kantonalen Zusatzleistungsverordnung (ZLV)
grundsätzlich erst dann erfolgen könne, wenn die Leistungen der Invalidenversicherung voll ausgeschöpft seien, was in ihrem Fall nicht zutreffe. Gleichzeitig stellte das AZL ihr aber
gestützt auf
§
11
Abs.
4 ZLV
einen Betrag von
Fr.
400.-- für Assistenzkosten zur Ausübung ihrer Tätigkeit in einem Atelier in Aussicht, da
die Be
stimmungen der Invalidenversicherung nur den Assistenzbedarf auf dem regulären Arbeitsmarkt als entschädigungspflichtig vorsähen (
Urk.
9/174.10). Mit Verfügung vom 1
8.
Februar 2016 entschied das AZL im angekündigten Sinne und sprach der Gesuchstellerin für die Zeit ab Oktober 2015 unter dem Titel Krankheits- und Behinderungskosten einen monatlichen
Betrag von
Fr.
400.-- zu (Urk.
9/
V
76). Am 1
8.
März 2016 erliess das AZL eine
weitere Verfügung und teilte der Gesuchstellerin
mit, dass
die Ausrichtung von Zusatzleistungen gestützt auf
§
13 ZLV nicht möglich sei (
Urk.
9/
V
77
; vgl. zum Ganzen auch die Aktennotizen von Januar und Februar 2016,
Urk.
9/179 S. 3-4
).
Mit
den
Eingabe
n vom 1
9.
April und
vom 2
6.
Mai 2016 liess X._
,
vertreten durch Rechtsanwalt David Husma
nn, gegen die Verfügung vom 18.
März 2016 Einsprache erheben und
hauptsächlich
beantragen, ihr seien ausgewiesene Assistenzkosten von bis zu
Fr.
37'218.-- für Pflege, Betreuung und Hilfe zu Hause
im Rahmen von Krankheits- und Behinderungskosten
auszurichten (
Urk.
9/175 und
Urk.
9/180)
.
Mit Entscheid vom 1
8.
Juli 2016 wies das AZL die Einsprache ab (
Urk.
2 =
Urk.
9/
V
78).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 1
8.
Juli 2016 liess
X._
durch Rechtsanwalt David Husmann mit Eingabe vom 1
4.
September 2016 Beschwerde erheben (
Urk.
1) mit den Anträgen (
Urk.
1 S. 2):
„
1.
Es sei der
Einspracheentscheid
vom 1
8.
Juli 2016 aufzuheben und es seien der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Leistungen gemäss ELG zu gewähren.
2.
Es sei der Beschwerdeführerin im Bereich Pflege, Hi
lfe und Betreuung zu Hause sowie
in Tagesstrukturen eine jährliche Kostenvergütung von bis zu CHF 37'218.-- zuzusprechen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten des Beschwerdegegners.
“
In prozessualer Hinsicht liess
X._
um die unentgeltliche Rechtsvertretung in der Person ihres Vertreters ersuchen (
Urk.
1 S. 2). Das AZL reichte mit Eingabe vom 2
8.
Oktober 2016 (
Urk.
8) die Akten ein (
Urk.
9/V70-78 und
Urk.
9/168-181) und schloss auf Abweisung der Beschwerde, ohne inhaltlich noch
mals Stellung zu nehmen. Mit Verfügung vom 1
7.
Februar 2017 wurde das Gesuch um die unentgeltl
iche Rechtsvertretung bewilligt
und X._
Gelegenheit zur Stellungnahme zu den eingereichten Unterlagen des AZL gegeben (
Urk.
21).
A
m 2
9.
März 2017 liess sie
unter sinngemässem Verzicht auf eine Stellungnahme
die Akten retournieren
(
Urk.
23). Dies wurde dem AZL mit Verfügung vom 3
1.
März 2017 mitgeteilt (
Urk.
24).
Mit Eingabe vom 1
9.
März 2018 (
Urk.
25) liess X._
eine Stellungnahme des früheren
Amtsschefs
des kantonalen Sozialamtes vom
4.
Juli 2017
einreichen (
Urk.
26). Das AZL hielt mit Eingabe vom 2
0.
April 2018 an seinem Standpunkt fest (
Urk.
29), was der Gegenpartei am 2
4.
April 2018 bekanntgegeben wurde (
Urk.
30).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
3
Abs.
1
der ab
1.
Januar 2008 gültigen Fassung des Bundesgesetzes über Ergän
zungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen-
und Invalidenversicherung vom
6.
Oktober 2006 (ELG)
bestehen die Ergänzungsleis
tungen aus der jährlichen Ergänzungsleistung (
lit
. a)
und aus der Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten (
lit
. b).
1.2
Die Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten war b
is Ende 2007
in
Art.
3d
altELG
geregelt. Gemäss
Art.
3d
Abs.
1
altELG
hatten die Bezügerinnen
und Bezüger
einer jährlichen Ergänzungsleistung Anspruch auf die Vergütung von ausgewiesenen, im laufenden Jahr entstandenen Kosten für die
in
lit
. a bis f
aufgezählten
Kategorien
, so auch für Hilfe, Pflege und Betreuung zu Hause sowie in Tagesstrukturen gemäss
lit
. b. Des Weiteren waren in
Art.
3d
Abs.
2
altELG
für zu Hause wohnende Personen Höchstbeträge an
zusätzlich zur Ergänzungsleistung
vergütbaren
Kosten festgesetzt, nämlich insbesondere ein Höchstbetrag von
Fr.
25'000.-- für alleinstehende Personen
(
lit
.
a)
und ein Höchstbetrag für Ehepaare von
Fr.
50'000.--
(
lit
. b)
.
Ferner wurde in
Art.
3d
Abs.
4
altELG
dem Bundesrat die Kompetenz übertragen, die Kosten näher zu bezeichnen, die nach
Art.
3d
Abs.
1
altELG
vergütet werden können. Im Zuge der
4.
IV-Revision (Bundesgesetz vom 2
1.
März 2003) wurde sodann
per 1.
Januar
2004
der neue
Abs.
2
bis
in
Art.
3d
altELG
eingefügt, gemäss dem sich für zu Hause wohnende Personen mit einem Anspruch auf eine
Hilflosenentschädigung
der Invalidenversicherung
oder der Unfallversicherung
der B
etrag nach
Abs.
2
lit
. a
bei schwerer Hilflosigkeit auf
Fr.
90'
000.--
erhöhte
, soweit
die Kosten für Pflege und Betreuung durch die
Hilflosenentschädigung
nicht
gedeckt
waren, und der
Bundesrat
damit betraut wurde,
die entsprechende Erhöhung bei mittelschwerer
Hilflosigkeit und die Erh
öhung des Betrages für Ehepaare
gemäss Abs. 2
lit
. b
zu regeln.
Von der Kompetenz zur Regelung der Erhöhung d
er Höchstbeträge
bei mittelschwerer Hilflosigkeit und für Ehepaare
hatte
der Bundesrat in
Art.
19b der Verordnung über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invaliden
versicherung (ELV) Gebrauch
gemacht
; die nähere Bezeichnung der
vergütbaren
Kosten übertrug er in
Art.
19 ELV dem Eidgenössischen Departement des Innern (EDI). Dieses erliess
dazu die Verordnung über die Vergütung von Krankheits- und Behinderungskost
en bei den Ergänzungsleistungen, die bis Ende 2007 in Kraft war (ELKV)
.
1.3
1.3.1
Per
1.
Januar 2008 wurde
im Rahmen der Neugestaltung de
s Finanzausgleichs und der Aufga
ben
ver
teilung zwischen Bund und Kantonen (NFA)
das heute gültige ELG in Kraft gesetzt.
Dabei
wurde
die Vergütung der Krankheits- und Behinderungskosten
, die nunmehr in
Art.
14-16 ELG geregelt ist,
neu den Kantonen übertragen.
Art.
14 ELG entspricht
Art.
3d
altELG
und zählt in
Abs.
1 wiederum die verschiedenen Kateg
orien an
vergütbaren
Kosten auf;
in
lit
. b
sind
erneut
die Kosten der Hilfe, Pflege und Betreuung zu Hause sowie in Tagesstrukturen
aufgeführt
. I
n Art.
14
Abs.
2 ELG wird neu den K
antonen die Kompetenz zugewiesen
, die Kosten zu bezeichnen, die vergütet werden können (Satz 1), und
die Kantone werden zudem dazu legitimiert, die Vergütung auf im Rahmen einer wirtschaftlichen
und
zweckmässigen Leistungserbringung erforderliche Ausgaben zu beschränken (Satz 2). Des Weiteren werden die Kantone in
Art.
14
Abs.
3 ELG dazu ermächtigt, Höchstbeträge für die zusätzlich zur jährlichen Ergänzungsleistung vergüteten Krankheits- und Behinderungskosten festzulegen (Satz 1), die indessen bestimmte Beträge pro Jahr nicht unterschreiten dürfen
(Satz 2)
. Diese bestimmten Beträge entsprechen für zu
Hause wohnende Personen den früheren Höchstbeträgen nach
Art.
3d
Abs.
2
altELG
und belaufen sich somit für alleinstehende Pe
rsonen auf Fr.
25'000.-- (
lit
. a Ziffer 1
) und für Ehepaare au
f
Fr.
50'000.-- (
lit
. a Ziffer 2
).
Schliesslich ist in
Art.
14
Abs.
4 ELG die Regelung
in
Art.
3d
Abs.
2
bis
altELG
über die Erhöhung der
(Mindest-)Höchstbeträge
auf
Fr.
90'000.-- übernommen worden.
Gestützt auf die neuen Kompetenzzuweisungen hat der
Zürcher
Kantonsrat in §
9
Abs.
1 des Zusatzleistung
sgesetzes
(ZLG) festgehalten, dass die Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten nach
Art.
14 ELG beschränkt ist auf eine wirtschaftliche und zweckmässige Leistungserbringung. Ferner hat er in
§
9
Abs.
2 ZLG die
(Mindest-)
Ansätze nach
Art.
14
Abs.
3-5 ELG als Höchstbeträge festgelegt.
Sodann hat er in
§
9
Abs.
3 ZLG dem Regierungsrat auferlegt, die Einzelheiten zu regeln. Dies hat der Regierungsrat in §
§
3-17 der neuen Zusatzleistungsverordnung (ZLV) vom
5.
März 2008 ge
tan, die rückwirkend auf den 1.
Januar 20
08 in Kraft gesetzt worden ist.
Dabei hat der Regierungsrat die ELKV gemäss seiner erläuternden Begründung inhaltlich we
itgehend übernommen, um
die Weiterführung der bisherigen Praxis zu gewährleisten (Amtsblatt 2008 S. 424 f.
und S. 428
).
1.3.2
§
3
Abs.
1-3
ZLV
(Allgemeines, a. Verhältnis zu anderen Versicherungen)
in der Fassung, wie sie
beim Inkrafttreten
der ZLV am
1.
Januar 2008
galt
en
,
lautete wie folgt:
Abs.
1
Anspruch auf Vergütung der Kosten besteht nur, soweit nicht andere Versicherungen für die Kosten aufkommen. Der Bezug einer
Hilflosen
entschädigung
der
AHV
, der IV, der Unfall- oder der Militärversicherung wird nicht berücksichtigt.
Abs.
2
Erhöht sich der Betrag der Kostenvergütung nach
Art.
14
Abs.
4 ELG oder nach
Art.
19b ELV, so wird die
Hilflosenentschädigung
der IV und der Unfallversicherung von den ausgewiesenen Pflege- und Betreuungskosten nach §
§
11–13 abgezogen. Der Höchstbetrag nach
Art.
14
Abs.
3
lit
. a ELG darf jedoch nicht unterschritten werden.
Abs.
3
Hat die Krankenversicherung für ih
re Vergütung von Pflege- und
Bet
reuungskosten zu Hause die
Hilflosenentschädigung
der IV oder der Unfallversicherung angerechnet, so wird die
Hilflosenentschädigung
im Umfang der Anrechnung nicht von den ausgewiesenen Kosten abgezogen.
In §
§
11-13 ZLV wurden sodann
nach dem ursprünglichen Wortlaut
die folgenden Regelungen für zu Hause lebende Personen aufgestellt
:
§
11
ZLV
(a. Im Allgemeinen)
Abs.
1
Bedarf eine zu Hause lebende Person wegen Alter, Invalidität, Unfall
oder Krankheit der Hilfe, Pflege oder Betreuung, werden die Kosten vergütet. Dies gilt auch, wenn die Leistungen in einem Tagesheim, Tages
spital oder Ambulatorium erbracht werden.
Abs.
2
Werden die Leistungen durch private Träger erbracht, werden die Kosten insoweit vergütet, als sie den Kosten für die Leistungserbringung durch öffentliche oder gemeinnützige Träger entsprechen.
Abs.
3
Sind die Tarife der Leistungserbringenden nach den Einkommens- oder Vermögensverhältnissen abgestuft, wird nur der tiefste Tarif angerechnet.
Abs.
4
Werden die Leistungen durch Personen erbracht, die weder im gleichen Haushalt leben noch von einer anerkannten Spitex-Organisation eingesetzt sind, so werden höchstens
Fr.
25.-- pro Stunde, insgesamt aber nicht mehr als
Fr.
4'800.-- pro Kalenderjahr, vergütet.
§
12 (b. Leistungen durch Familienangehörige)
Abs.
1
Werden die Leistungen durch Familienangehörige erbracht,
werden höchstens die Kosten ihres Erwerbsausfalls vergütet.
Abs.
2
Die Kosten werden nur vergütet, wenn die betreffenden Familienangehörigen
a.
nicht in der Berechnung der Ergänzungsleistungen der bedürftigen Person eingeschlossen sind und
b.
durch die Pflege und Betreuung eine länger dauernde, wesentliche Erwerbseinbusse erleiden.
§
13
ZLV
(
c
. Bei direkt angestelltem Pflegepersonal)
Abs.
1
Werden die Leistungen durch direkt angestelltes Pflege- und Betreuungspersonal erbracht und bezieht die hilfsbedürftige Person eine
Hilflosenentschädigung
für schwere oder mittelschwere Hilflosigkeit, wird jener Teil der Pflege und Betreuung vergütet, der nicht durch eine anerkannte Spitex-Organisation im Sinne von
Art.
51 KVV
erbracht werden kann.
Abs.
2
Das Kantonale Sozialamt legt gegenüber den Durchführungsorganen im Einzelfall den Bedarf an Pflege und Betreuung und das Anforderungsprofil der anzustellenden Personen fest. Es wird dabei von einem Fachgremium beraten. Wird das Kantonale Sozialamt nicht beigezogen oder werden seine Vorgaben nicht eingehalten, werden keine Kosten vergütet.
Abs.
3
Bei Personen ohne Zulassung na
ch
Art.
39 oder
Art.
45–49 KVV
werden höchstens
Fr.
30
.--
brutto pro Stunde, bei Personen mit Zulassung höchstens
Fr.
45
.--
brutto pro Stunde vergütet.
1.4
Per
1.
Januar 2012 wurde mit
Art.
42
quater
bis
Art.
42
octies
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) die neue invalidenversicherungsrechtliche Leistungskategorie des Assistenzbeitrags geschaffen.
Anspruch auf einen Assistenzbeitrag haben nach
Art.
42
quater
Abs.
1 IVG
volljährige
Versicherte,
die zu Hause leben und denen ei
ne
Hilflosenentschädigung
der Invalidenversicherung
ausgerichtet wird. Ein
Assistenzbeitrag wird nach Art.
42
quinquies
IVG für Hilfeleistungen gewährt, die von der versicherten Person benötigt und regelmässig von einer natürlichen Person, der sogenannten Assistenz
person, erbracht werden. Voraus
gesetzt wird, dass die Assistenzperson von der versicherten Person oder ihrer gesetzlichen Vertretung im Rahmen eines Arbeitsvertrages angestellt wird (
lit
. a) und weder mit der versicherten Person verheiratet ist, mit ihr in eingetragener Partnerschaft lebt oder eine faktische Lebensgemeinschaft führt noch in gerader Linie mit ihr verwandt ist (
lit
. b). Grundlage für die Berechnung des Assistenzbeitrags ist nach
Art.
42
sexies
Abs.
1
IVG die für die Hilfeleistungen benötigte Zeit.
Alsdann
werden
verschiedene
Leistungen aufgezählt,
die in Zeit umzurechnen und
von der benötigten Zeit
abzuziehen sind, nämlich
a.
die
Hilflosenentschädigung
(
Art.
42-42
ter
IVG) mit Aus
nahme des In
tensivpflegezuschlags
(
Art.
42
ter
Abs.
3
IVG),
b.
die
Beiträge für
Dienst
leistungen Dritter anstelle eines Hilfsmittels
(
Art.
21
ter
Abs.
2 IVG) und
c.
der
fü
r die Grundpflege ausgerichtete
Beitrag der obligatorischen Krankenpflegeversicherung an Pflegeleistungen
(
Art.
25a des Bundesgesetzes über die Krankenversicherung [KVG])
. Des Weiteren auferlegt
Art.
42
sexies
Abs.
4 IVG dem Bundesrat den Erlass von Regelungen über
a.
die Bereiche und die minimale und maximale Anzahl Stunden, für die ein Assistenzbeitrag a
usgerichtet wird,
b.
die Pauschalen für Hilfeleistungen pro Zeiteinheit
im Rahmen des Assistenzbeitrags und
c.
die Fälle, in denen ein Assistenzbeitrag aufgrund von Verpflichtungen aus
dem Arb
eitsvertrag nach dem Obligationenrecht
ausgerichtet wird, ohne dass die Hilfeleistungen durch eine Assistenzperson tatsächlich erbracht worden sind.
In
Art.
39a-j
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) finden sich die Ausführungsbestimmungen des Bundesrates zum
Assistenzbeitrag. In
Art.
39c IVV sind die Bereiche aufgezählt, in denen Hilfebedarf anerkannt werden kann, nämlich a. alltägliche Lebensverrichtungen, b. Haushaltsführung, c. gesellschaftliche Teilhabe und Freizeitgestaltung, d. Erziehung und Kinderbetreuung, e. Ausübung einer gemeinnützigen oder ehrenamtlichen Tätigkeit, f. berufliche Aus- und Weiterbildung, g. Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem regulären Arbeitsmarkt, h. Überwachung während des Tages und i. Nachtdienst. Ferner ist in
Art.
39e
Abs.
1 IVV der Grundsatz festgehalten, dass die IV-Stelle den anerkannten monatlichen Hilfebedarf in Stunden zu best
immen hat, und in
Art.
39e Abs.
2 IVV
werden monatliche Höchstzahlen
statuiert. Für
Hilfeleistungen
in den Bereichen nach
Art.
39c
lit
.
a-c
IVV sind es
pro alltägliche Lebensverrichtung, die bei der Festsetzung der
Hilflosenentschädigung
festgehalten wurde
, bei leichter Hilf
losigkeit
20 Stunden,
bei mittlerer Hilflosigkeit 30 Stunden und b
ei schwerer Hilflosigkeit
40 Stunden
(
Art.
39e
Abs.
2
lit
. a Ziffern 1-3
IVV
)
,
für Hilfeleistung
en in den Bereichen nach
Art.
39c
lit
.
d-g
IVV sind es insgesamt 60 Stunden (
Art.
39e
Abs.
2
lit
. b IVV), und
für die Überwachung nach
Art.
39c
lit
.
h
IVV sind es 120 Stunden (
Art.
39e
Abs.
2
lit
. c IVV).
Nach
Art.
39g
Abs.
1 IVV hat die IV-Stelle die Höhe
des Assistenzbeitrages pro Monat und pro Jahr zu berechnen, und nach
Art.
39
g
Abs.
2 IVV beträgt der Assistenzbeitrag pro Jahr im Regelfall das Zwölffache des Assistenzbeitrags pro Monat (
lit
. a) und im Spezialfall nur das Elffache des Assistenzbeitrags pro Monat - unter anderem
dann,
wenn die versicherte Person mit der Person, mit der sie verheiratet ist oder in eingetragener Partnerschaft
lebt
oder
eine
faktische Lebensgemeinschaft
führt
, im selben Haushalt lebt und diese Person volljährig ist und selber keine
Hilflosenentschädigung
bezieht
(
lit
.
b)
.
In
Art.
39f IVV sind schliesslich die Stundenansätze des Assistenzbeitrags festgelegt; sie betragen
Fr.
32.90
(
Abs.
1)
,
Fr.
49.40 bei Notwendigkeit besonderer Qualifikationen
(
Abs.
2)
und höchstens
Fr.
87.80 pro Nacht für den Nachtdienst
(Abs.
3)
.
Zur Erhebung des Assistenzbedarfs verwenden die IV-Stellen das standardisierte Abklärungsinstrument
FAKT
2, das vom Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV)
entwickelt worden ist
und das vom Bundesgericht in einem Grundsatzurteil
des Jahres 2014
für grundsätzlich
dazu
gee
ignet befunden worden ist
, den gesamten Hilfebedarf einer versicherten Person zu ermitteln (BGE 140 V 543).
1.5
Die Schaffung des
Assistenzbeitrag
s hat zu Anpassungen im
ELG und in der ZLV
geführt, die ebenfalls per
1.
Januar 2012 in Kraft gesetzt worden sind.
In
Art.
14
Abs.
4 ELG
wird neu neben der
Hilflosenentschädigung
der Assistenzbeitrag als Betrag genannt, der zur Deckung der Kosten für Pflege und Betreuung verwendet werden muss, bevor eine Erh
öhung des Höchstbetrags auf Fr.
90
'
000.--
erfolgen kann.
Sodann
wird in
§
3
Abs.
1
-3
ZLV
nicht mehr nur die
Hilflosenentschädigung
, sondern auch der Assistenzbeitrag zu den Leistungen gezählt, die
eine Sonderrolle in der Berücksichtigung
bei
der Bemessung des Anspruchs auf Krankheits- und Behinderungskoste
n einnehmen. Schliesslich ist §
12 ZLV durch einen dritten Absatz und
§
13 ZLV durch einen vierten Absatz ergänzt worden, in
d
enen jeweils
festgehalten ist, dass der Anspruch auf einen Assistenzbeitrag
der Invalidenversicherung
den Ansprüchen nach den vorangegangenen Absätzen vorgeht.
2.
Gegenstand des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 1
8.
Juli 2016
(
Urk.
2)
ist
nur
die Verfügung vom 1
8.
März 2016, mit der die Beschwerdegegnerin einen Anspruch auf Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten gestützt auf
§
13 ZLV
verneint hat
und dies mit der Verbindlichkeit der Erhebungen der IV-Stelle
zur Ermittlung des Assistenzbedarfs und dem Vorrang des invalidenversicherungsrechtlichen Assistenzbeitrag
s begründet hat
(
Urk.
9/
V
77). Demgegenüber wird der monatliche Betrag von
Fr.
400.--, welcher der Beschwerdeführerin mit der
unangefochten gebliebenen
Verfügung vom 1
8.
Februar 2016 unter Bezugnahme auf
§
11
Abs.
4 ZLV zugesprochen worden war
(
Urk.
9/
V
76)
, im angefochtenen
Einspracheentscheid
nicht in Frage gestellt.
Die Sachverhaltsdar
stellung im
Einspracheentscheid
, wonach der Antrag der Beschwerdeführerin über den
Betrag von
Fr.
400.-- hinaus (
„
im Übrigen
“
) habe abgewiesen werden müssen (
Urk.
2 S. 1 unten und 2 oben
),
weist
mit Deutlichkeit darauf hin, dass
die Beschwerdegegnerin
d
en
zugesprochene
n
Betrag
nach wie vor anerkennt.
Die Zweifel, die in der Beschwerdeschrift dar
an geäussert wurden (
Urk.
1 S. 5
), sind daher unbegründet. Dies führt dazu, dass
dieser
Betrag auch nicht Gegenstand des
vorliegenden
Gerichtsverfahrens ist.
Ebenfalls nicht Gegenstand des angefochtenen
Einspracheentscheids
und des Gerichtsverfahrens ist die Höhe der Ergänzungslei
stungen nach
Art.
3
Abs.
1
lit
.
a
ELG sowie der kantonalen Beihilfe und der Gemeindezuschüsse.
3.
3.1
Inhalt des Antrags
der Beschwerdeführerin auf Erstattung von Krankheits- und Behinderungskosten
w
aren gemäss ihrem Schreiben
an die Beschwerdegegnerin
vom 1
3.
Juli 2015
(
Urk.
9/174.1/1) und den durchgeführten eigenen Berechnungen (
Urk.
9/174.3/2) verschiedene Aufwendungen, die durch den Assistenzbeitrag der IV-Stelle nicht gedeckt waren.
Zu
r Hauptsache handelt es sich
um Zeitaufwand für Verrichtungen in
den
Bereichen, die im Katalog in
Art.
39c IVV enthalten sind,
den die IV-Stelle indessen nach der Auffassung der Beschwerdeführerin zu knapp bemessen
hat
te. Ferner machte die Beschwerdeführerin auch Zeitaufwand für Verrichtungen geltend,
welche die IV-Stelle
überhaupt
nicht berü
cksichtigt hatte,
sei es, dass sie
den Aufwand
nicht als relevant
erachtet hatte
, sei es, dass sie
die Verrichtungen
gar
nicht als zum
Katalog in
Art.
39c IVV gehören
d qualifiziert hatte.
Sodann berief sich die B
eschwerdeführerin auf zusätz
liche finanzielle Aufwendungen gegenüber ihren Assistenzpersonen, die sich daraus ergäben, dass die Beträge nach
Art.
39f
Abs.
1 IVV zu tief bemessen seien
.
In der Beschwerdeschr
ift liess sie zudem nicht abgegoltenen Lohnaufwand für die Anstellung von Ferien- und Krankheitsvertretungen und für Spesenvergütungen aufführe
n (
Urk.
1 S. 16 f.) und überdies
Anspruch auf die Ausrichtung eines zwölften
Monatsbetreffnisses
des Assistenzbeitrags erheben
(
Urk.
1 S. 19 f.)
- der Assiste
nzbeitrag der IV-Stelle umfasst
in Anwendung von
Art.
39g
Abs.
2
lit
. b
IVV lediglich elf Monatsbeiträge (vgl.
Urk.
9/174.6 S. 2).
3.2
Die Beschwerdegegnerin
anerkannte ihre Leistungspflicht unter dem Titel der Krankheits- und
Behinderungskosten für den
zusätzlichen
Assistenzbedarf im Atelier
, der nach ihrer Beurteilung
keinem der Bereiche in
Art.
39c IVV
zugeordnet werden kann
und deshalb von vornherein nicht in die Erhebungen der IV-Stelle zur Ermittlung des Assi
s
tenzbedarfs einfliessen durfte.
Darauf
basiert die Zusprechung des monatlichen Betrages von
Fr.
400
.--
(
vgl.
Urk.
9/174.10). Soweit die Beschwerdeführerin demgegenüber für Verrichtungen in Bereichen, die im Katalog in
Art.
39c IVV enthalten sind, zusätzliche Zeitaufwe
ndungen entschädigt haben will
, so erach
tet sich die Beschwerdegegnerin
als gebunden an die Erhebungen der IV-Stelle
zum Assistenzbeitrag
und schliesst aus dieser Gebundenheit, dass
sie
nur für Aufwendungen leistungspflichtig ist, welche die IV-Stelle zwar als relevant erhoben hat, welche aber die Zahl der maximal durch den Assistenzbeitrag zu entschädigenden Stunden nach
Art.
39e
Abs.
2 IVV übersteigen (
Urk.
2 S. 3
,
Urk.
9/
V
77,
Urk.
9/174.4, Urk.
9/174.10).
3.3
3.3.1
Die Beschwerdegegnerin leitet die Gebundenheit an die Erhebungen der IV-Stelle aus
§
13 ZLV
über die Vergütung der Kosten für direkt angestelltes Pflegepersonal
ab, nach dessen
Abs.
4 ein Anspruch auf einen Ass
istenzbeitrag der Invalidenversi
cherung den Ansprüchen gemäss
Abs.
1-3 vorgeht.
Ausserdem b
eruft sie sich auf
eine analoge Geltung der
(widerlegbare
n
)
gesetzliche
n
Vermutung in
Art.
14a
Abs.
2 ELV
, nach der aus dem Invaliditätsgrad, den die IV-Stell
e ermittelt hat, auf das
zumutba
rerweise
erzielbare und zusatzleistungsrechtlich anrechenbare Erwerbseinkommen zu schliessen ist (vgl. BGE 117 V 153 E. 2c und E. 3b).
3.3.2
Aus dem s
tatuierte
n
Vorrang des Assistenzbeitrags gegenüber den zusatzleistungsrechtlichen Anspr
üchen allein ergibt sich nicht zwingend, dass die
EL-Durchführungsstelle
keine eigenen Erhebungen zum Assistenzbedarf durchzuführen hat und
in denjenigen Bereichen, auf die sich die Erhebungen der IV-Stelle erstrecken,
keinen zusätzlichen Assistenzbedarf
zu entschädigen hat. Allerdings enthalten die
zusatzleistungsrechtlichen
Vorschriften in
§
13
Abs.
1-3 ZLV, gegenüber denen der
in Abs. 4 erwähnte invalidenversicherungsrechtliche Anspruch auf einen
Assistenzbeitrag als vorrangig erklärt wird, nicht nur Rege
lungen
zu den Ansprüchen als solche
n
, sondern - in
§
13
Abs.
2 ZLV - auch
in Bezug auf die Zuständigkeit des Kantonalen Sozialamtes
zur Ermittlung dieser Ansprüche, indem
dieses
den Bedarf an Pflege und Betreuung unter Mitwirkung eines Fachgremiums festzulegen hat. Unter Berücksicht
ig
ung dieses gesetzessystematischen Gesichtspunkts
ist der Auslegung der Beschwerdegegnerin zuzustimmen, dass in denjenigen Bereichen, die der Assistenzbeitrag der Invaliden
versi
cherung abdeckt, allein die Erhebungen der IV-Stelle massgebend sind.
3.3.3
Entgegen den Vorbringen in der Beschwerdeschrift
(vgl.
Urk.
1 S. 18 f.)
verstösst diese Auslegung nicht gegen übergeordnetes Recht.
Zwar trifft zu, dass
das Erhebungsinstrument FAKT2 den Zeitaufwand für die einzelnen Verrichtungen nach standardisierten, auf Durchschnittswerten basierenden Vorgaben festlegt und damit
möglicherweise
nicht den gesamten
individuellen Bedarf und erst recht nicht die gesamten tatsächlich beanspruchten Assistenzleistungen berücksichtigt. Das Bundesgericht hat jedoch im bereits erwähnten, das Erhebungsinstrument FAKT2 billigenden Grundsatzentscheid darauf hingewiesen, dass die Vorgabe bestimmter Zeiteinheiten
, in deren Rahmen auch die individuellen Gegebenheiten berücksichtigt werden könnten,
der
notwendigen
Objektivierung diene,
währenddem
ein
rein nach subjektiven Gesichtspunkten festgelegter Bedarf mit dem
Gleichbehandlungs
gebot nicht vereinbar wäre (BGE 140 V 543 E. 3.2.2.3).
Mit dem Gleichbehandlungsgebot wäre es daher ebenso wenig vereinbar, wenn
ein
nach
subjek
tiv
en, indivi
duell gewichteten Bedürfnissen
geltend gemachter, von den objektivierten Kriterien der FAKT2-Erhebungen abweichender Bedarf über die Ergänzungsleistungen
finanziert werden könnte.
Des Weiteren liess die Beschwerdeführerin
auf die unterschiedlichen Zielsetzun
gen von Invalidenversicherung und Ergänzungsleistungen hin
weisen (
Urk.
1 S.
8 f.
,
S. 11
ff.
und S. 23
). Dies spricht indessen
entgegen
ihrer
Argumentation
nicht für einen
Anspruch auf Ergänzungsleistungen für
zusätzliche Aufwendungen in
den
Bereichen, die von der FAKT2-Erhebung
mit
umfasst sind. Denn
mit der
Zielsetzung der Ergänzungsleistungen, den Rentnerinnen und Rentnern die Existenz zu sichern und sie
vor dem Risiko der Armut und der
Abhängigkeit von der Sozialhilfe zu bewahren (vgl.
Carigiet
/Koch, Ergänzungsleistungen zur
AHV
/IV,
2.
Auflage, Zürich 2009, S. 8
ff.
;
Jöhl
/
Usinger
-Egger, Ergänzungsleistungen zur
AHV
/IV, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR],
3.
Auflage, Basel 2016, S. 1
701
ff.
Rz
1
ff.), ist die
Bemess
ung
der Ergänzungsleistungen auf das finanziell Notwendige
ausgerichtet
. Dementsprechend wird den Kantonen in
Art.
14
Abs.
2
Satz 2
ELG
explizit das Recht eingeräumt,
die Vergütung
der Krankheits- und Behinderungskosten
auf
im Rahmen einer
wir
t
schaftliche
n
und zweckmässige
n Leistungserbringung erforderliche
Ausgaben
zu beschränken,
wovon der Kanton Zürich mit dem Grundsatz in
§
9
Abs.
1 ZLG Gebrauch gemacht hat. Ein Abstellen auf den Bedarf, den die Invalidenversicherung für den Assistenzbeitrag ermittelt hat, ist daher mit der Zielsetzung der Ergänzungsleistungen vereinbar, ungeachtet dessen, dass auch
bei
der
Bemessung des
Assistenzbeitrag
s
Aspekte der Wirtschaftlichkeit
eine Rolle spielen (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_2
18/2014 vom
7.
November 2014 E. 2.5.4).
3.3.4
Zu beachten
ist
, dass sich
§
13 ZLV in Übereinstimmung mit
Art.
13a der früheren ELKV
nur auf die Kosten für Pflege- und Betreuungspersonal bezieht, nicht aber auf die Kosten für Personal, das Hilfe im Haushalt leistet. Demzufolge bezieht sich auch die Verweisung auf den Assistenzbeitrag und auf die Erhebungen der IV-Stelle in
§
13
Abs.
4 ZLV
an sich
nur auf die Leistungen der Pflege und Betreuung und nicht auch auf die Hilfe im Haushalt.
Wenn die Beschwerdegegnerin jedoch auch in diesem Bereich die Erhebungen de
s Assistenzbedarfs durch die IV
Stelle als massgeblich erachtete, so ist ihr zuzustimmen.
Denn die vorstehenden Überlegungen
zum Vorrang des invalide
nversicherungsrechtlichen Assist
enzbedarfs
gelten für alle Kategorien des Unterstützungsbedarfs, die in
Art.
39c IVV aufgezählt werden. Es ist daher folgerichtig und dient
der
gebotenen Koordination, wenn der Bedarf an Hilfe im Haushalt
(Art. 39c
lit
. b IVV)
gleich behandelt wird wie der Bedarf an Pflege und Betreuung.
3.4
3.4.1
Die Erklärung des Assistenzbeitrags als vorrangig in
§
13
Abs.
4 ZLV bedeutet allerdings entgegen der Auslegung der Beschwerdeg
egnerin (vgl.
Urk.
2 S. 3, Urk.
9/
V
77,
Urk.
9/174.4,
Urk.
9/174.10)
aufgrund des Folgenden
nicht, dass
deren
Leistungspflicht erst dann einsetzt, wenn die Erhebungen der IV-Stelle einen Assistenzbedarf ergeben, der über dem Stundenmaximum nach
Art.
39e
Abs.
2 IVV liegt.
3.4.2
Zunächst liess die Beschwerde
führerin zutreffend darauf hin
weisen
(vgl. Ur
k
.
1 S. 16
,
Urk.
9/180 S. 5 f.
)
, dass
vom gesamten Stundenbedarf, der mit dem Instrument FAKT2 ermittelt wird, gestützt auf Art 42
sexies
Abs.
1
IVG di
e Anzahl Stunden abgezogen
werden
, die der
Hilflosenentschädigung
und den Leistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherun
g für die Grundpflege entsprechen
. Diese Stunden werden demnach durch den Assistenzbeitrag nicht entschädigt.
Was dabei
diejenigen
Stunden
betrifft
, für welche die obligatorische Krankenpflegeversicherung aufkommt,
so
gilt ergänzungsleistungsrechtlich das allgemeine Prinzip in
§
3
Abs.
1 Satz 1 ZLV, wonach Anspruch auf Vergütung der Kosten nur besteht, soweit nicht Leistungen anderer Versicherer die Kosten decken.
Diese Stunden
können also
auch
gegenüber der
EL-Durchführungsstelle n
icht als
Krankheits- und Behinderungskosten
ge
ltend gemacht werden. Hingegen wird
die
Hilflosenentschädigung
in
§
3 Abs. 1 Satz 2
lit
. a ZLV von diesem Prinzip
ausdrücklich ausgenommen. Si
e ist in Anwendung von
§
3 Abs.
2 ZLV erst dann zu berücksichtigen, wenn
der Höchstbetrag nach
Art.
14
Abs.
3
lit
. a ELG
(in Verbindung mit
§
9
Abs.
2 ZLG)
, also
Fr.
25'000.-- für alleinstehende
Personen und
Fr.
50'000.-- für Ehepaare, überschritten wird
und - für
die
Kosten der Pflege und Betreuung - die Erhöhung dieser
Limite
auf
Fr.
90'000.--
nach Art.
14
Abs.
4 ELG zur Diskussion steht.
Diese Sonderrolle der
Hilflosenentschädigung
galt bereits unter der Herrschaft
des früheren Rechts,
wo in
Art.
3
Abs.
1 Satz 2
ELKV
dem Bezug einer
Hilflosenentschädigung
ausdrücklich das Wesen einer anzurechnenden Kostenvergütung einer anderen Versicherung abgesprochen wurde und
wo
nach der Regelung
in
Art.
3
Abs.
2
ELKV, die das Bundesgericht als gesetzeskonform bezeichnet hat (vgl. Urteil
des Bundesgerichts
9C_84/2009 vom 1
0.
August 2009 E. 4.2),
eine Anrechnung ebenfalls erst
nach Überschreitung des
Höchstbetrag
es
nach
Art.
3d
Abs. 2
bis
altELG
erfolgen konnte.
Daraus ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin gegenüber der Beschwerdegegnerin
sicher
insoweit, als
der
Zeitaufwand
im Rahmen der FAKT2-Erhebung der
Hilflosenentschädigung
zugeordnet und deshal
b von der Entschädigung durch den Assistenzbeitrag ausgenommen wurde,
Anspruch
auf Vergütung der Kosten hat, soweit diese Kosten ausgewiesen sind
und die massgebende
Limite
nach Art.
14
Abs.
3
lit
. a
Ziffer 1
ELG, also
von
Fr.
25'000.--
,
nicht überschreiten.
3.4.3
Des Weiteren
weisen die Anpassungen im ELG und in der ZLV, die per
1.
Januar 2012 infolge der Schaffung des Assistenzbeitrages vorgenommen worden sind, dem Assistenzbeitrag dieselbe Rolle zu wie der
Hilflosenentschädigung
. In
§
3
Abs.
1 Satz 2
lit
. b ZLV ist nunmehr zusätzlich zur
Hilflosenentschädigung
auch der Assistenzbeitrag als Leistungsart bezeichnet
, die bis zum
Höchstbetrag nach
Art.
14
Abs.
3
lit
. a
ELG
nicht zu berücksichtigen ist, und korrespondierend damit ist in
Art.
14
Abs.
4 ELG der Assistenzbeitrag gleich wie die
Hilflosenentschädigung
als
Leistung aufgeführt, die zur Kos
t
endeckung herangezogen werden muss, bevor eine Erhöhung der
Limite
auf
Fr.
90'000.-- zugelassen ist.
Der Vorrang des Assistenzbeitrags, wie er in
§
13
Abs.
4 ZLV statuiert
ist, kann daher nur in demjenigen Umfang eine Subsidiarität der Ergänzungsleistungen zur Folge haben, als die
Limite
nach
Art.
14
Abs.
3
lit
. a ELG überschritten ist. Daran ändert nichts, dass der Regierungsrat
diese Einschränkung
in den Erläuterungen
vom 2
8.
September 2011
zu den Anpassungen der ZLV an
den Assistenzbeitrag nicht erwähnt hat, sondern kategorisch festgehalten hat, die kantonalen Leistungen hätten subsidiär zum neuen Assistenzbeitrag zu gelten und mit der Ergän
z
ung von
§
12 und
§
13 ZLV solle vermieden werden, dass eine versicherte Person für dieselbe Leistung sowohl vom Bund als auch vom Kanton eine Vergütung erhalte. Denn eine uneingeschränkte Subsidiarität der Ergänzungsleistungen gegenüber dem Assistenzbeitrag
, wie sie auch in der Lehre pos
t
uliert wird (vgl.
Jöhl
/
Usinger
-Egger
, a.a.O.,
3.
Auflage,
S.
1935
Rz
253
Fn
1100),
stünde zur Regelung in
§
3
Abs.
1 Satz 2
lit
. b ZLV in einem unauflösbaren Widerspruch.
3
.4.4
Es rechtfertigt sich
ausserdem
, als Aufwendungen, die bis zur
Limite
nach
Art.
14
Abs.
3
lit
. a ELG unter dem Titel der Krankheits- und Behinderungskosten zu übernehmen sind, sämtliche Aufwendungen zuzulassen, welche mit dem Instrument FAKT2 erhoben worden sind. Zwar wird in der Lehre die Auffassung vertreten, die Ansprüche für Hilfe, Pfl
ege und Betreuung zu Hause sowie
in Tages
strukturen nach
Art.
14
Abs.
1
lit
. b ELG gingen weniger weit
als die Ansprüche, die sich aus dem Katalog in
Art.
39c IVV ergeben (vgl.
Jöhl
/
Usinger
-Egger, a.a.O.,
3.
Auflage,
S. 1935 f.
Rz
253).
Es ist jedoch
- hier zugunsten der Leistungsbezüger - nochmals darauf hinzuweisen, dass auch
in die
Bemessung des Assistenzbeitrags
wirtschaftliche Überlegungen eingeflossen sind.
Die Aufwendungen,
für
deren Deckung der Assistenzbeitrag
und die in Stunden umgerechnete
Hilflo
sen
entschädigung
bestimmt sind, erscheinen daher durchaus a
ls wirtschaftlich und zweckmässig im Sinne vo
n
§
9
Abs.
1 ZLG
.
Unter diesen Umständen wäre es nicht vereinbar mit der Zielsetzung der Koordination, die mit der Zuweisung des Vorrangs an den Assistenzbeitrag in
§
13
Abs.
4 ZLV angestrebt wird,
wenn die Zeitaufwendungen nach der FAKT2-Erhebung lediglich für die Begrenzung der Leistungspflicht der
EL-Durchführungsstellen r
elevant wären (vorstehend E. 3.3),
währenddem
die
Zeitaufwendungen, für welche eine Leistungspflicht
der
EL-Durchführungsstellen
besteht, trotzdem noch
gesondert zu erheben
wären
.
Hingegen
sind
die
se
bei der Vergütung der Zeitaufwendungen nicht an den Stundenansatz der Invalidenversicherung in
Art.
39f IVV gebunden, sondern
haben
die Aufw
endungen nach ihrem Ansatz in §
13
Abs.
3 ZLV zu vergüten.
Denn die Festlegung dieses Ansatzes steht
entgegen den Vorbringen in der Beschwerdeschrift (
Urk.
1 S. 10)
im Einklang mit der Kompetenz
der Kantone nach
Art.
14
Abs.
2
ELG, die Vergütung der Kosten auf ein wirtschaftliches Mass zu beschränken.
Dies gilt
aufgrund der vorstehenden Überlegungen (E. 3.3.4) wiederum
auch
für den Bedarf an Hilfe im Haushalt, der von der Verweisung in
§
13
Abs.
4 ZLV an sich nicht erfasst ist. Zu ergänzen ist, dass damit
auch
die
in
§
11
Abs.
4 ZLV statuierte
Begrenzung der Leistungen von Personen, die weder im gleichen Haushalt leben, noch von einer anerkannten
Spitex-Organisation erbracht werden, auf
Fr.
4'800.-- pro Kalenderjahr nicht zur Anwendung gelangt.
Ohnehin
ist der Beschwerdeführerin darin zuzustimmen (vgl.
Urk.
1 S.
10),
dass die Grenze von Fr.
4'800.-- als gesetzwidrig zu beurteilen
ist, wie dies die Lehre in Bezug auf die gleiche Regelung in
Art.
13
Abs.
6 der früheren ELKV festgehalten hat (
Jöhl
, a.a.O.,
2.
Auflage, S. 1879
Rz
343). Denn
d
as
Bundesrecht hat in
Art.
14
Abs.
3 ELG
(Mindest-)
B
eträge der Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten
festgelegt, welche durch
die Festlegungen der Höchstbeträge der Kantone
nicht unterschrit
ten werden dürfen. Die Grenze von
Fr.
4'800.-- für die Hilfe im Haushalt würde jedoch
dort
auf eine Unterschreitung der (Mindest-)
Höchstb
eträge von
Fr.
25'000.-- beziehungsweise
Fr.
50'000.-- hinauslaufen, wo diese Beträge w
egen der Beschränkung der
Kosten für Haushalthilfe
n
nicht ausgeschöpft werden könnten.
Anders verhält es sich mit dem Stundena
nsatz von
Fr.
25.--, der in
§
11
Abs.
4
ZLV
statuiert ist und vom Stundenan
satz nach
Art.
39f IVV abweicht; wieder
um besteht keine Bindung der
EL-Durchführungsstelle
an den höheren Stundenansatz der Invalidenversicherung.
Gleiches gilt für die Stundenansätze nach
§
11
Abs.
2 und 3 ZLV.
3.4.5
Damit
sind
bis zur
Limite
nach
Art.
14
Abs.
3
lit
. a ELG
unter dem Titel von Krankheits- und Behinderungskosten
Kosten
zu entschädigen, die auch von der Invalidenversicherung im Rahmen des Assistenzbeitrags
vergütet werden
. Dies ist im Falle des Assistenzbeitrags deshalb augenfälliger als im Falle der
Hilflosenentschädigung
, weil die
Hilflosentschädigung
als Pauschalbetrag ausgerichtet wird,
der unabhängig von den effektiven Auslagen für Hilfeleistungen ist,
währenddem
mit dem
Assistenzbeitrag
einzelne
Rechnungen
vergütet werden
(vgl.
Art.
39i IVV)
, was dazu führen kann, dass dieselbe Rechnung
oder ein Teil davon
sowohl von der Invalidenversicherung als auch von der
EL-Durchführungsstelle
beglichen wird.
Es
gilt jedoch zu beachten, dass
die Höchstbeträge
nach
Art.
14
Abs.
3
lit
. a ELG
für
die Summe
sämtliche
r
Kosten
der in
Art.
14
Abs.
1 ELG
aufgezählten, zugunsten der Versicherten erbrachten Leistungen
gelten
und dass in
den Kosten für Hilfe, Pflege und Betreuung zu Hause nach
Art.
14
Abs.
1
lit
. b ELG
auch die Aufwendungen enthal
ten sind, die
in Zeit umgerechnet
der
Hilflosenentschädigung
(im Falle der Beschwerdeführerin in der Höhe von
Fr.
1'880.-- im Monat beziehungsweise
Fr.
22'560.-- im Jahr;
Urk.
12/4)
entsprechen und daher
gestützt auf
Art.
42
sexies
Abs.
1
lit
. a IVG
von den massgebenden Assistenzstunden abgezogen worden sind.
Es sind
also nicht im gesamten Umfang des Höchstbetr
ages
nach
Art.
14
Abs.
3
lit
. a ELG
Kosten zu entschädigen
, die auch vom
Assistenzbeitrag erfasst sind.
Mit der Regelung in
§
3 ZLV ist jedoch im Bereich der
Hilflosenentschädigung
und des Assistenzbeitrags eine Doppelentsc
hädigung
in der
erwähnten Art
bis zur
Limite
von Fr.
25'000.-- beziehungsweise
von
Fr.
50'000.
--
bewusst in Kauf genommen
.
Es ist zu bedenken, dass durch ein Leben zu Ha
use beträchtliche
von der öffentlichen Hand zu übernehmende
Heimkosten weg
fallen, dies nicht
nur im Umfang der Tagestaxe nach
Art.
10
Abs.
2
lit
. a ELG, sondern zusätzlich im Umfang der Restfinanzierung nach
Art.
25a
Abs.
5
KVG.
Die
„
limitierte
Doppelentschädigung
”
schafft
für die
Leistungsbezüger auf indirektem Weg einen Spielraum zur Finanzierung gewisser Aufwendungen, die über den Bedarf hinausgehen, der
im Rahmen der FAKT2-
Erhebungen ermittelt worden ist. Auf diese Weise begünstigt sie das Erreichen des Ziels des selbständigen Wohnens und
kann
damit letztlich der E
ntlastung der öffentlichen Hand dienen (vgl. Botschaft zur Änderung des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
6.
IV-Revision, erstes
Ma
s
s
nahmepaket
] vom 2
4.
Februar 2010,
BBl
2010
S. 1921 ff.).
3.5
3.5.1
Die Beschwerdeführerin hat die
Kosten, die sie gegenüber der Beschwerdegegnerin unter dem Titel von Krankheits- und Behinderungskosten geltend macht, exemp
larisch aufgezählt (
Urk.
1 S. 19
ff.,
Urk.
9/174.1/1 und
Urk.
9/174.3/2), jedoch nicht in allen Punkten betragsmässig spezifiziert und auch nicht durch Rechnungen belegt. An dieser Stelle kann deshalb noch nicht darüber befunden werden, welche Kosten die Beschwerdegegnerin im Einzelnen zu übernehmen hat.
Vielmehr ist erst in genereller Weise zusammenfassend festzuhalten, was sich aus den vorstehenden Erwägungen für die
Ansprüche der Beschwerdeführerin
ergibt.
3.5.2
Kosten für zusätzlichen
, von der IV-Stelle nicht berücksichtigten
Zeitaufwand in Verrichtungen
, welche mit der FAKT2-Erhebung
erfasst worden sind,
so auch für
Wartezeiten (vgl.
Urk.
1 S. 15 f.),
kann die Beschwerdeführerin gegenüber der Beschwerdegegnerin nicht geltend machen.
Ebenfalls nicht geltend machen kann
die Beschwerdeführerin
höhere,
die Ansätze nach
Art.
39f
IVV
übersteigende Lohnkosten.
Vielmehr besteht nach dem vorstehend Ausgeführten nicht einmal eine
Verpflichtung
der Beschwerdegegnerin
, die
Stundena
nsätze nach
Art.
39f IVV
zu bezahlen
, wie dies in der Beschwerdeschrift verlangt wurde (
Urk.
1 S. 20 f.).
Was
ferner
die geltend gemachten Lohnkosten für Feri
envertretung
en
betrifft (vgl.
Urk.
1 S. 17), so sind diese
im Assistenzbeitrag
insofern inbegriffen, als die Ferienentschädigung
im Stundenansatz enthalten
ist (vgl. BGE 140 V 543 E. 3.3) und nach
Art.
39g
Abs.
2
lit
. a IVV dennoch Anspruch auf das Zwölffache des monatlichen Assistenzbeitrags besteht, soweit
nicht Angehörige da sind, denen nach
Art.
39g
Abs.
2
lit
. b IVV die Übernahme zusätzlicher Unterstützungsleistungen während der Ferien zuzumuten sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2014 vom 2
1.
November 2014 E. 8.4.1). Die Regelung, wonach in diesen
letzteren
Fällen nur Anspruch auf das Elffache des monatlichen Assistenzbetrags besteht, wurde
aber
vom Bundesgericht in einem Grundsatzentscheid als gesetzmässig beurteilt,
wenn
die Mithilfe im Einzelfall objektiv tatsächlich möglich und zumutbar ist (BGE 141 V 642).
Die Beschwerdegegnerin ist daher auch hier gebunden an den unangefochten gebliebenen Entscheid der IV-Stelle, der Beschwerdeführerin nur das Elffache des monatlichen Assistenzbeitrags zuzuspre
chen, und ist somit entgegen den Vorbringen
in der Beschwerdeschrift (Urk.
1 S.
19 f.) nicht leistungspflichtig für einen zwölften Monatsbeitrag.
3.5.3
Demgegenüber kann die Beschwerdeführerin gegenüber der Beschwerdegegnerin bis zur
Limite
von
Fr.
25'000.-- die Vergütung von Aufwendungen beanspruchen, die
gemäss der
Erhebung
nach FAKT2 anerkannt sind, una
b
hängig davon, ob es sich dabei um Aufwendungen handelt, die wegen des Abzugs aufgrund der
Hilflosenentschädigung
durch den Assistenzbeitrag nicht gedeckt sind, oder um Aufwendungen, die mit dem Assistenzbeitrag abgegolten werden.
Des Weiteren kann
bis zur genannten
Limite
Kostenvergütung für
Aufwendungen beansprucht werden
, die nicht Bestandteil der FA
KT2-Erhebung sind, weil deren De
ckung durch den Assistenzbeitrag gesetzlich nicht vorgesehen ist. Dazu gehört beispielsweise die in der Beschwerdeschrift erwähnte Vergütung der Spesen der Assistenzpersonen
(
Urk.
1 S. 16). Darauf
hat das Bundesgericht
in Entscheiden zum
Assistenzbeitrag schon verschiedentlich hingewiesen (BGE
141 V 642 E. 3.3, 140 V 543 E.
3.3).
3.5.4
Eine Vergütung von Kosten, welche die
Limite
von
Fr.
25'000.-- übersteigen, ist gestützt auf
Art.
14
Abs.
4 ELG
und
§
3
Abs.
2 ZLV
nur dann möglich, wenn es sich dabei um Kosten für Pflege und Betreuung handelt
,
und nur soweit, als diese Kosten mit der
Hilflosenentschädigung
und dem Assistenzbeitrag nicht gedeckt werden können (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_84/2009 vom 1
0.
August 2009 E. 4.2 m
i
t Hinweis au
f die Erläuterungen des
BSV zur Gesetzesrevision per 1.
Januar 2004 in AHI 2003 S. 400 ff. und auf
Carigiet
/Koch, a.a.O., S. 205).
3.6
Damit ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 1
8.
Juli 2016 aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist, damit sie die Ansprüche der Beschwerdeführerin
auf Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten im Sinne der Erwägungen
festlege.
4.
Nach
Art.
61
lit
. g des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) hat die obsiegende
beschwerdeführende
Person Anspruch auf den vom Gericht festzusetzenden Ersatz der Parteikosten, die ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen sind; als weitere Bemessungskriterien nennen die ergänzenden kantonalen Vorschriften (§ 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [
GSVGer
] sowie § 8 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht [
GebV
SVGer
]) den Zeitaufwand und die Barauslagen.
Unter Berücksichtigung dieser Kriterien recht
fertigt es sich, der Beschwerde
führerin eine Prozessentschädigung von
Fr.
3'700.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zuzusprechen.