Decision ID: b5c0847d-48c7-4b25-b974-435ee4acb983
Year: 2017
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X bestand am 15. August 2016 zum zweiten Mal die praktische Führerprüfung für
Motorfahrzeuge der Kategorie A nicht. Der Experte eröffnete das Prüfungsergebnis im
Anschluss an die Fahrt und händigte ihm die Verfügung, auf welcher die Mängel
summarisch aufgeführt waren, aus. Am 1. September 2016 trafen sich X, der für
Führerprüfungen zuständige Abteilungsleiter und der Prüfungsexperte zu einer
Besprechung der Prüfungsfahrt. Zuvor hatte der Abteilungsleiter X mit E-Mail vom 22.
August 2016 den Besprechungstermin bestätigt und die Frist für einen allfälligen
Rekurs bis 15. September 2016 verlängert.
B.- Am 13. September 2016 (Datum der Postaufgabe) erhob X Rekurs gegen die
Verfügung des Strassenverkehrsamtes vom 15. August 2016. Sinngemäss beantragte
er die Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Die Vorinstanz liess sich am
31. Oktober 2016 vernehmen. Sie trug auf Abweisung des Rekurses an.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird,

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Dem negativen
Entscheid über die praktische Führerprüfung kommt Verfügungscharakter zu. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig (GVP 1977 Nr. 54). Die
Befugnis zur Rekurserhebung ist gegeben (Art. 41 lit. g und 45 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Die Rekursfrist beträgt 14 Tage
(Art. 47 Abs. 1 VRP). Sie begann am Tag nach der Aushändigung der angefochtenen
Verfügung zu laufen – das war am 16. August 2016 – und endete am 29. August 2016.
Der Rekurs wurde erst am 13. September 2016 der Post übergeben und damit
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verspätet eingereicht. Zu berücksichtigen ist indessen, dass der Abteilungsleiter für
Führerprüfungen die Rechtsmittelfrist am 22. August 2016 bis 15. September 2016
verlängerte. Der Rekurrent durfte auf diese Auskunft vertrauen. Denn als juristischer
Laie konnte er nicht wissen, dass eine gesetzliche Frist wie die Rekursfrist nicht
verlängert werden kann und die Vorinstanz nicht zuständig ist, Auskünfte über das
Rechtsmittelverfahren zu geben. Entsprechend darf dem Rekurrenten aus der
fälschlicherweise verlängerten Rekursfrist kein Nachteil erwachsen und ist auf den
Rekurs, der die übrigen formellen und inhaltlichen Anforderungen erfüllt (vgl. Art. 48
VRP), einzutreten.
2.- Gemäss Art. 14 Abs. 1 SVG müssen Motorfahrzeugführer über Fahreignung und
Fahrkompetenz verfügen. Fahrkompetent ist, wer die Verkehrsregeln kennt (Abs. 3 lit.
a) und Fahrzeuge der Kategorie, für die der Ausweis gilt, sicher führen kann (lit. b). Mit
der praktischen Führerprüfung stellt der Verkehrsexperte fest, ob der Prüfling fähig ist,
ein Motorfahrzeug der entsprechenden Kategorie unter Einhaltung der Verkehrsregeln
auch in schwierigen Verkehrssituationen vorausschauend und mit Rücksicht auf die
übrigen Verkehrsteilnehmer zu führen (Art. 22 Abs. 1 der Verordnung über die
Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr, SR 741.51, abgekürzt:
VZV). Die Zulassungsbedingungen und der Prüfungsstoff richten sich nach Anhang 12
(Art. 22 Abs. 2 VZV).
3.- Der Experte bewertete die praktische Führerprüfung des Rekurrenten vom 15.
August 2016 als nicht bestanden. Wie aus dem Prüfbericht ersichtlich, beanstandete er
die Fahrzeugbedienung (Gas, Kupplung, Schalten und Gangwahl, Dosierung der
Bremse sowie Vertrautheit [Fahrkomfort / Soziusfahren]), das Verkehrssehen
(Voraussicht und Blicktechnik [Kurven]), die Verkehrsdynamik (Geschwindigkeit
mithalten, Fahrbahnbenützung [Raumaufteilung] und Kurven- und Bogenfahren
[Ablauf]), die Verkehrsvorgänge (Überholen [Geschwindigkeit]) und die Manöver
(ungenügende Notbremsung). Er markierte dies mit insgesamt zehn Kreuzen (act. 2/8).
In der Vernehmlassung zum Rekurs bezeichnet der Experte zusammenfassend die
Fahrzeugbeherrschung mit Sozius, allgemein die Vertrautheit mit der Masse und
Dynamik des Motorrades, den Ablauf des Kurvenfahrens, die Notbremsung sowie das
Anpassen der Geschwindigkeit an die Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnisse als
mangelhaft (act. 10).
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4.- Gemäss ständiger Rechtsprechung erlegen sich Rechtsmittelinstanzen bei der
Beurteilung von Prüfungsentscheiden allgemein eine gewisse Zurückhaltung auf und
überprüfen diese nur auf offensichtliche Fehler (BGE 106 Ia 1 E. 3c). Dem
Gesamteindruck, welchen der Verkehrsexperte während der Prüfungsfahrt gewinnt,
kommt entscheidende Bedeutung zu. Bei der Prüfungsfahrt handelt es sich um eine
Momentaufnahme, nur dieser Zeitpunkt ist – wie bei Prüfungen üblich – für die
Beurteilung der Kenntnisse und Fertigkeiten zu beachten. Die verfügende Behörde
entscheidet aufgrund eines unmittelbaren Eindruckes, indem der Verkehrsexperte
selber im Anschluss an die Kontrollfahrt den Entscheid fällt, ob der Kandidat die nötige
Eignung zum Führen eines Fahrzeuges der entsprechenden Kategorie aufweist. Wird
dieser Entscheid an eine Beschwerdeinstanz weitergezogen, entfällt die Möglichkeit,
auf unmittelbare Wahrnehmungen abzustellen. Der entscheidende Gesamteindruck
kann im Prüfungsprotokoll nur beschränkt festgehalten und in einem nachträglichen
Rechtsmittelverfahren nicht mehr rekonstruiert werden. Hinzu kommt, dass der
Verkehrsexperte über Vergleichswerte und über eine spezifische Erfahrung verfügt,
welche der Rechtsmittelinstanz in der Regel abgehen. Der Experte hat bei der Frage,
ob ein Lenker die erforderliche Eignung zum sicheren Führen eines Motorfahrzeuges
aufweist, einen gewissen Beurteilungsspielraum (das sog. technische Ermessen), der
von den Rechtsmittelinstanzen zu respektieren ist, so dass sie sich bei der
Überprüfung der rechtlichen Fragen eine gewisse Zurückhaltung auferlegen. Damit
erfährt der Grundsatz, dass im Rekursverfahren eine vollständige Überprüfung und
Neubeurteilung des Sachverhaltes möglich ist, eine gewichtige Einschränkung. Die
Rechtsmittelbehörde greift daher nur ein, wenn offensichtliche Fehler erkennbar sind.
Die vom Rekurrenten gerügten Feststellungen und deren Bewertung durch den
Verkehrsexperten sind deshalb nachfolgend mit einer gewissen Zurückhaltung nur auf
offensichtliche Fehler hin zu überprüfen.
5.- Der Verkehrsexperte umschreibt zur Begründung des negativen Prüfungsbescheids
detailliert mehrere konkrete Verkehrssituationen, in denen der Rekurrent seiner Ansicht
nach den nötigen Anforderungen nicht genügte. Der Rekurrent bestreitet die ihm
vorgeworfenen Fahrfehler. Es ist daher im Folgenden zu prüfen, ob die festgestellten
Mängel den Entscheid rechtfertigen, die Prüfungsfahrt des Rekurrenten als nicht
bestanden zu beurteilen.
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a) Nach der Darstellung des Verkehrsexperten bremste der Rekurrent im
Manöverparcours bei der Notbremsung zu früh. Der Rekurrent habe vor der
angegebenen Markierung gebremst, was nicht der Vorgabe entspreche. Die
vorgegebene Markierung stelle eine plötzlich auftretende Gefahr dar, welche eine
Notbremsung erfordere. Werde zu früh oder zu spät gebremst, sei das Manöver als
ungenügend zu bewerten. Gemäss Ziff. 6.2. der Richtlinie Nr. 7 der Vereinigung der
Strassenverkehrsämter vom 29. Mai 2009 über die Abnahme von Führerprüfungen
(nachfolgend: Richtlinie Nr. 7) soll die Notbremsung bei einer Geschwindigkeit von
mindestens 50 km/h durchgeführt werden. Dadurch könne die Bedienung der Vorder-
und Hinterradbremse, die Blickrichtung und die Sitzposition auf dem Motorrad
überprüft werden. Eine ungenügende Notbremsung oder ein Sturz ergeben direkt ein
negatives Prüfungsergebnis. Der Rekurrent macht geltend, die Notbremsung sei von
der Geschwindigkeit her richtig, mit vollem ABS-Einsatz und ohne Wackeln gewesen.
Er bestreitet nicht, zu früh gebremst zu haben. Es ist damit davon auszugehen, dass
die Einschätzung des Experten, wonach der Rekurrent zu früh gebremst habe, korrekt
ist. Der Experte wertete das Bremsmanöver somit zu Recht als ungenügend. Gemäss
Ziff. 8 der Richtlinie Nr. 7 würde eine ungenügende Notbremsung eigentlich einen
schweren Fehler darstellen. Der Experte wertete die ungenügende Notbremsung des
Rekurrenten nur als mittelschweren Fehler, was nicht für eine unfaire Bewertung
spricht, wie im Rekurs geltend gemacht wird.
b) Sodann schildert der Experte, dass der Rekurrent kurz nach dem Abbiegen von der
Hauptstrasse nach rechts eine Radfahrerin nicht überholt habe, obwohl er dies
problem- und gefahrlos hätte tun können. Der Rekurrent hält dem entgegen, dass vor
ihm ein älterer Velofahrer und vor diesem eine ältere Velofahrerin gefahren seien. Er
habe die beiden Velofahrer erst langsam überholt, als er Sicht nach links um die Kurve
gehabt habe. Umstritten ist demnach, ob es an der entsprechenden Stelle möglich
gewesen wäre, den oder die Radfahrer zu überholen. Die Beteiligten schätzen die
Situation unterschiedlich ein. Während der Experte der Überzeugung ist, der Rekurrent
hätte überholen können, ist der Rekurrent der Meinung, dass er erst später habe
überholen können. In dieser Situation ist davon auszugehen, dass die Einschätzung
des besonders ausgebildeten und erfahrenen Verkehrsexperten im Vergleich zu jener
des Rekurrenten der Wirklichkeit näher kommt. Dementsprechend ist davon
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auszugehen, dass es dem Rekurrenten an der genannten Stelle möglich gewesen
wäre, zu überholen.
Gemäss Art. 35 Abs. 2 SVG ist Überholen und Vorbeifahren nur gestattet, wenn der
nötige Raum übersichtlich und frei ist und der Gegenverkehr nicht behindert wird. Im
Kolonnenverkehr darf nur überholen, wer die Gewissheit hat, rechtzeitig und ohne
Behinderung anderer Fahrzeuge wieder einbiegen zu können. Wer überholt, muss auf
die übrigen Strassenbenützer, namentlich auf jene, die er überholen will, besonders
Rücksicht nehmen (Abs. 3). Das Gesetz schreibt aber auch vor, dass sich jedermann
im Verkehr so verhalten muss, dass er andere in der ordnungsgemässen Benützung
der Strasse weder behindert noch gefährdet (Art. 26 Abs. 1 SVG). Ohne zwingende
Gründe darf der Fahrzeugführer nicht so langsam fahren, dass er einen gleichmässigen
Verkehrsfluss hindert (Art. 4 Abs. 5 der Verkehrsregelnverordnung, SR 741.11,
abgekürzt: VRV). Wenn der Rekurrent an einer übersichtlichen Stelle einen langsamer
fahrenden Radfahrer nicht überholt, obwohl dies ohne Weiteres möglich wäre, hindert
er möglicherweise nach ihm folgende Verkehrsteilnehmer und verleitet diese allenfalls
gar zu gefährlichen Überholmanövern. Dennoch kann dem Rekurrenten kein
schwerwiegender Vorwurf gemacht werden, wenn er sich gegenüber "schwächeren"
Verkehrsteilnehmern besonders vorsichtig verhält. Der Experte wertete das Verhalten
des Rekurrenten somit zu Recht nur als leichten Fehler.
c) Der Verkehrsexperte führt weiter aus, dass der Rekurrent auf der Hauptstrasse nach
St. Margrethen die erlaubte Geschwindigkeit von 80 km/h nicht ausgenutzt habe,
obwohl es sich um eine gerade und übersichtliche Strecke handle. Der Rekurrent
macht geltend, auch wenn die Geschwindigkeitsbegrenzung bei 80 km/h liege, könne
nicht immer mit einer Geschwindigkeit von 80 km/h gefahren werden. Er bestreitet
damit nicht, langsamer als die signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h
gefahren zu sein.
Gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG ist die Geschwindigkeit stets den Umständen anzupassen,
namentlich den Besonderheiten von Fahrzeug und Ladung, sowie den Strassen-,
Verkehrs- und Sichtverhältnissen. Wo das Fahrzeug den Verkehr stören könnte, ist
langsam zu fahren und nötigenfalls anzuhalten, namentlich vor unübersichtlichen
Stellen, vor nicht frei überblickbaren Strassenverzweigungen sowie vor
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Bahnübergängen. Wie bereits ausgeführt, muss sich im Verkehr aber auch jedermann
so verhalten, dass er andere in der ordnungsgemässen Benützung der Strasse weder
behindert noch gefährdet (Art. 26 Abs. 1 SVG). Ohne zwingende Gründe darf der
Fahrzeugführer nicht so langsam fahren, dass er einen gleichmässigen Verkehrsfluss
hindert (Art. 4 Abs. 5 VRV). Aus dem Bericht des Experten vom 31. Oktober 2016 ergibt
sich, dass zum Zeitpunkt der Führerprüfung die Strassen trocken und die
Sichtverhältnisse gut waren sowie normales Verkehrsaufkommen herrschte. Es ist
unter diesen Umständen auch hier auf die Einschätzung des erfahrenen
Verkehrsexperten, wonach es möglich gewesen wäre, die signalisierte
Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h auszunutzen, abzustellen. Wenn der Rekurrent zu
langsam fährt, obwohl die Umstände ein schnelleres Fahren erlauben, hindert er
andere Verkehrsteilnehmer daran, mit angemessener Geschwindigkeit zu fahren. Das
teilweise Nichtanpassen der Geschwindigkeit an die Strassen-, Verkehrs- und
Sichtverhältnisse stellt gemäss Ziff. 8 der Richtlinie Nr. 7 einen mittelschweren Fehler
dar. Die Beurteilung des Experten entspricht damit der Richtlinie.
d) Der Experte beanstandet sodann die Fahrweise des Rekurrenten. Dieser sei nicht
dynamisch gefahren, insbesondere nicht in Kurven. Das Vorbereiten auf die Kurven,
das Anpassen der Geschwindigkeit, das Schalten, das Anfahren auf der Ideallinie, ein
dynamisches Durchziehen in der Kurve und die anschliessende Beschleunigung aus
der Kurve seien ungenügend gewesen. Der Rekurrent hält fest, dass ihm das Motorrad
nie "abgestorben" sei, er sich nie verschaltet und der Motor nie aufgeheult habe. Auch
diesbezüglich liegen unterschiedliche Einschätzungen vor. Während der Experte das
Fahren als wenig dynamisch einstuft, ist der Rekurrent der Meinung, er sei harmonisch
gefahren. Da der Experte über Vergleichswerte und viel mehr Erfahrung als der
Rekurrent verfügt, ist auf dessen Einschätzung abzustellen. Gemäss Ziff. 6.2 der
Richtlinie Nr. 7 wird es als schwerer Fehler bewertet, wenn allgemein die Vertrautheit
mit der Masse und der Dynamik des Motorrads ungenügend ist und man gefährliche
Kurvenlinien fährt. Der Experte wertete die Fahrweise des Rekurrenten insbesondere in
Kurven somit zu Recht als schweren Fehler.
e) Sodann bemängelt der Experte, dass der Rekurrent mehrmals über Schachtdeckel
fuhr. Mit der nötigen Voraussicht und einem Fahrbahnlesen wäre dies seines Erachtens
ohne Weiteres vermeidbar gewesen. Der Rekurrent bestreitet nicht, über
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Schachtdeckel gefahren zu sein. Er führt aus, dass er bewusst über die Schachtdeckel
gefahren sei, da es trocken gewesen sei, sich rechts von den Schachtdeckeln eine
Wand befunden habe und er bei einem linksseitigen Umfahren der Schachtdeckel
befürchtet habe, mit seinem Motorrad in den Gegenverkehr zu ragen. Auf den Fotos
der Aktenbeilage 4 des Berichts des Experten vom 31. Oktober 2016 ist bei keinem der
Schachtdeckel eine Mauer auf der rechten Seite ersichtlich. Es ist deshalb mit dem
Experten davon auszugehen, dass die Schachtdeckel nicht hätten befahren werden
müssen. Das Befahren von Schachtdeckeln mit einem Motorrad birgt ein Unfallrisiko.
Sie sind oft rutschig; entsprechend besteht Sturzgefahr. Dass der Experte das
Befahren der Schachtdeckel als mittelschweren Fehler qualifizierte, ist somit
nachvollziehbar.
f) Schliesslich führt der Experte aus, der Rekurrent sei auf der Rückfahrt sehr verhalten,
unsicher und wackelig durch die Kurven gefahren, so dass er sich als Mitfahrer nicht
wohl gefühlt habe. Dass sich ein erfahrener Prüfungsexperte während einer
Prüfungsfahrt auf dem Sozius nicht wohlfühlt, ist ein starkes Indiz für fehlende
Fahrkompetenz des Prüflings. Gemäss Ziff. 6.2 der Richtlinie Nr. 7 stellen Mängel
bezüglich der Fahrzeugbeherrschung mit Sozius schwere Fehler dar. Der Experte
wertete die unsichere Fahrweise des Rekurrenten, welche zur Folge hatte, dass er sich
als Sozius nicht wohlfühlte, als mittelschweren bis schweren Fehler. Dies steht somit
im Einklang mit der Richtlinie Nr. 7 und ist nicht zu beanstanden.
g) Insgesamt ist damit davon auszugehen, dass der Experte die Prüfungsfahrt in
Übereinstimmung mit den in Anhang 12 zur VZV sowie in der Richtlinie Nr. 7 genannten
Kriterien bewertete und zu Recht als ungenügend beurteilte. Dem Rekurrenten sind
während der Prüfungsfahrt mehrere Fehler unterlaufen, die in der Gesamtbeurteilung
dazu führen, dass die Prüfung als nicht bestanden zu qualifizieren ist. Die Einschätzung
des Experten ist nachvollziehbar und frei von Widersprüchen. Es bestehen keine
Anhaltspunkte, dass sich der Experte nicht an den ihm zustehenden
Beurteilungsspielraum hielt, weshalb seine Bewertung nicht zu beanstanden ist.
6.- Der Rekurrent rügt sodann eine Befangenheit der Prüfungsexperten aufgrund eines
vor-angegangenen Streits. Nach dem Grundsatz von Treu und Glauben muss die
Ablehnung eines Prüfungsexperten unverzüglich geltend gemacht werden, sobald der
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Ausstandsgrund bekannt ist, andernfalls der Anspruch auf Ablehnung verwirkt ist. Für
die Behauptung, die Prüfungsexperten seien befangen gewesen, beruft sich der
Rekurrent auf Umstände, die sich im Zusammenhang mit einer Motorfahrzeugkontrolle
im Jahr 2015 ereignet haben sollen. Diese Umstände waren dem Rekurrenten vor der
Prüfungsfahrt vom 15. August 2016 längst bekannt. Er hätte also genügend Zeit
gehabt, die angebliche Befangenheit der Experten vor der Prüfungsfahrt zu
beanstanden, was er jedoch unterliess. Das Ausstandsbegehren ist demnach verwirkt
(vgl. BGE 121 I 225 E. 3 mit weiteren Hinweisen). Im Übrigen war der Prüfungsexperte
an der fraglichen Auseinandersetzung nicht beteiligt, weshalb auch in materieller
Hinsicht kein Ausstandsgrund gegeben gewesen wäre.
7.- Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurs abzuweisen ist. Dem
Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.– erscheint
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist zu verrechnen.