Decision ID: 8023b360-a445-4f3d-8587-d2e05f4819af
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend sexuelle Handlungen mit Abhängigen
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur, Einzelgericht, vom 5. März 2019 (GG180067)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I vom 3. Oktober 2018 (Urk. 11) und
der Minderheitsantrag zum Urteil vom 4. November 2019 (Urk. 69) ist diesem
Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte A._ ist schuldig der sexuellen Handlungen mit Abhängigen
im Sinne von Art. 188 Ziff. 1 StGB.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu
Fr. 180.– (entsprechend Fr. 21'600.–).
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre
festgesetzt.
4. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger B._
aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist.
Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatzanspruches wird der
Privatkläger B._ auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._ Fr. 1'000.– zuzüglich
5 % Zins ab 29. Oktober 2017 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird
das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger eine Prozessentschädigung
von Fr. 7'800.– (inkl. MWSt und Barauslagen) für die anwaltliche Vertretung zu
bezahlen.
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7. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 1'500.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 1'100.00 Gebühr (Vorverfahren) Fr. 350.00 Entschädigung Zeuge (Vorverfahren)
Fr. 2'950.00 Total
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
Verlangt keine der Parteien eine schriftliche Begründung des Urteils, ermässigt sich
die Entscheidgebühr auf zwei Drittel.
8. Die Kosten des Vorverfahrens und des gerichtlichen Verfahrens werden dem
Beschuldigten auferlegt.
9. Die Entschädigungs- und Genugtuungsbegehren des Beschuldigten werden ab-
gewiesen.
10. (Mitteilungen)
11. (Rechtsmittel)
Berufungsanträge:
a) der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 37 i.V.m. Urk. 66):
1. Dispositivziffer 1 des angefochtenen Urteils des Bezirksgerichtes
Winterthur vom 5. März 2019 sei aufzuheben und der Beschuldigte sei
vom Vorwurf der sexuellen Handlungen mit Abhängigen im Sinne von
Art. 188 Ziff. 1 StGB freizusprechen.
2. Dispositivziffern 2 und 3 des angefochtenen Urteils des
Bezirksgerichtes Winterthur vom 5. März 2019 seien aufzuheben.
3. Dispositivziffern 4-6 des angefochtenen Urteils des Bezirksgerichtes
Winterthur vom 5. März 2019 seien aufzuheben und die Schaden-
ersatz-/Prozessentschädigungs- sowie Genugtuungsbegehren seien
abzuweisen, eventualiter seien sie auf den Zivilrechtsweg zu ver-
weisen.
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4. Dispositivziffer 8 des angefochtenen Urteils des Bezirksgerichtes
Winterthur vom 5. März 2019 sei aufzuheben und die gesamten Kosten
des Vorverfahrens und des gerichtlichen Verfahrens seien
vollumfänglich auf die Gerichtskasse zu nehmen.
5. Dispositivziffer 9 des angefochtenen Urteils des Bezirksgerichtes
Winterthur vom 5. März 2019 sei aufzuheben und dem Beschuldigten
sei gestützt auf Art. 436 StPO i.V.m. Art. 429 StPO für die Kosten der
erbetenen Verteidigung fürs erstinstanzliche Verfahren eine
Entschädigung in der Höhe von Fr. 12'810.40 (inkl. MWSt) sowie für
die Reisekosten Fr. 100.– sowie eine angemessene Genugtuung aus
der Staatskasse auszurichten.
6. Die Kosten des vorliegenden Berufungsverfahrens seien vollumfänglich
auf die Gerichtskasse zu nehmen und dem Beschuldigten sei eine
Entschädigung für das Berufungsverfahren in der Höhe von Fr.
8'446.50 (inkl. 7.7 % MWSt) zuzusprechen.
b) der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (Urk. 48):
(schriftlich)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils
c) der Privatklägerschaft (Urk. 46, Urk. 61):
Im Falle einer Verurteilung des Beschuldigten sei der vorinstanzliche
Entscheid hinsichtlich der Zivilansprüche (Dispositivziffer 5) sowie der
Prozessentschädigung (Dispositivziffer 6) zu bestätigen.

Erwägungen:
I. Verfahrensgang
1. Zum Verfahrensgang bis zum vorinstanzlichen Urteil kann zwecks Ver-
meidung unnötiger Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der Vor-
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instanz im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 36, S. 4; Art. 82
Abs. 4 StPO).
2. Am 7. März 2019 meldete der Beschuldigte zunächst Berufung gegen das
vorinstanzliche Urteil an (Urk. 31). Das begründete Urteil der Vorinstanz wurde
ihm in der Folge am 29. Mai 2019 zugestellt (Urk. 34). Der Beschuldigte reichte
mit Eingabe vom 11. Juni 2019 fristgerecht die Berufungserklärung beim hiesigen
Gericht ein (Urk. 37), wobei er präzisierte, dass das Urteil der Vorinstanz
vollumfänglich angefochten werde.
3.1. Mit Präsidialverfügung vom 8. Juli 2019 (Urk. 44) wurde die Berufungs-
erklärung in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 sowie Art. 401 StPO der
Staatsanwaltschaft und der Privatklägerschaft zugestellt, um gegebenenfalls
Anschlussberufung zu erheben oder ein Nichteintreten auf die Berufung zu
beantragen. Sodann wurde der Beschuldigte aufgefordert, das der Verfügung
beiliegende "Datenerfassungsblatt" sowie diverse Unterlagen nachzureichen.
3.2. Die Privatklägerschaft sowie die Staatsanwaltschaft verzichteten beide auf
eine Anschlussberufung (Urk. 46 und 48). Der Beschuldigte reichte die
geforderten Unterlagen mit Eingabe vom 26. Juli 2019 fristgerecht zu den Akten
(Urk. 50 – 52).
3.3. Am 27. August 2019 wurde auf den 4. November 2019 zur
Berufungsverhandlung vorgeladen (Urk. 53). Mit Präsidialverfügung vom 24.
Oktober 2019 (Urk. 55) wurde sodann die Videoaufnahme der Einvernahme des
Privatklägers vom 6. April 2018 (Urk. 3/2) bei der Staatsanwaltschaft eingefordert
und zu den Akten genommen (Urk. 57). Dies wurde der Privatklägerschaft sowie
der Verteidigung zur Kenntnis gebracht (Urk. 58) und Letzterer eine Kopie der
Videoeinvernahme zur Einsichtnahme zugestellt (Urk. 59). Mit E-Mail vom 29.
Oktober 2019 (Urk. 60) liess die Verteidigerin mitteilen, der Beschuldigte werde
auch vor Obergericht von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch
machen. In der Folge wurde ein aktueller Strafregisterauszug eingeholt (Urk. 64).
Mit Eingabe vom 28. Oktober 2019 (Urk. 61) teilte die Vertreterin der
Privatklägerschaft mit, weder sie noch der Privatkläger würden an der
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Berufungsverhandlung teilnehmen. Gleichzeitig stellte sie die eingangs
wiedergegebenen Anträge. Kopien dieser Eingabe wurden der Verteidigerin und
der Staatsanwaltschaft zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 65/1-2).
4. Zur heutigen Berufungsverhandlung erschien der Beschuldigte in Begleitung
seiner erbetenen Verteidigerin (Prot. II S. 5). Das Verfahren erweist sich als
spruchreif.
II. Prozessuales
1. Umfang der Berufung
Gemäss Art. 402 in Verbindung mit Art. 437 StPO hat die Berufung im Umfang
der Anfechtung aufschiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des
angefochtenen Urteils dementsprechend gehemmt. Der Beschuldigte verlangt mit
seiner Berufung einen vollumfänglichen Freispruch (Urk. 37, Urk. 66). Damit ist
das gesamte vorinstanzliche Urteil im Berufungsverfahren einer Überprüfung zu
unterziehen.
2. Formelles
Soweit für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des eingeklagten
Sachverhaltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies
in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit
Erwähnung findet.
Auf die Argumente des Beschuldigten ist im Rahmen der nachstehenden
Erwägungen einzugehen. Dabei muss sich die urteilende Instanz nicht mit jeder
tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand einlässlich
auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen
(BGE 141 IV 249 E. 1.3.1; BGE 139 IV 179 E. 2.2; BGE 138 IV 81 E. 2.2, je mit
Hinweisen). Vielmehr kann sie sich auf die für ihren Entscheid wesentlichen
Punkte beschränken.
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3. Anklagegrundsatz
3.1. Die Verteidigerin bringt vor, der Anklagegrundsatz sei verletzt. Die Anklage
habe nicht nur aufzuzeigen, dass ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen dem
Beschuldigten und dem Privatkläger vorliege, sondern namentlich auch, inwiefern
der Beschuldigte diese Abhängigkeit ausgenützt habe. Die Anklage sage nicht,
weshalb der Privatkläger sich nicht zu wehren getraut bzw. inwiefern der
Beschuldigte die Abhängigkeit des Lehrlings ausgenützt haben soll. Wenn die
Vorinstanz annehme, der Privatkläger habe sich aufgrund der Vorgesetztenrolle
des Beschuldigten nicht zu wehren getraut, ergänze sie in unzulässiger Art und
Weise die Anklage. Dies verletze die Verteidigungsrechte, da es nicht möglich sei,
sich gegen ein Tatbestandsmerkmal zu verteidigen, welches nicht in der Anklage
stehe (Urk. 66, S. 3, 11 und 18).
3.2. Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand
des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2
BV; Art. 9 und Art. 325 StPO; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und b EMRK). Das
Gericht ist an den in der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebunden
(Immutabilitätsprinzip), nicht aber an dessen rechtliche Würdigung durch die
Anklagebehörde (vgl. Art. 350 Abs. 1 StPO). Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den Schutz der Verteidigungsrechte der beschuldigten Person und
dient dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion; BGE 143 IV 63
E. 2.2 mit Hinweisen). Die Anklage hat die der beschuldigten Person zur Last
gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die
Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. Die
Umschreibung muss so konkret und unverwechselbar sein, dass keine Unklarheit
über den Tatvorwurf aufkommen kann (vgl. für das ordentliche Strafverfahren die
Weisungen der Oberstaatsanwaltschaft für das Vorverfahren [WOSTA], vom
18. September 2019, S. 238 f.). Artikel 325 Abs. 1 lit. f StPO verlangt, dass die
Anklageschrift möglichst kurz, aber genau die der beschuldigten Person
vorgeworfenen Taten bezeichnet mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und
Folgen der Tatausführung. Zum einen soll die beschuldigte Person Kenntnis
erlangen, welcher konkreter Handlungen sie beschuldigt und wie ihr Verhalten
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rechtlich qualifiziert wird, sodass sie sich in ihrer Verteidigung richtig vorbereiten
kann, was auch den Anspruch auf rechtliches Gehör garantiert (BGE 133 IV 235
E. 6.2 f.; Urteil 6B_492/2015 vom 2. Dezember 2015 E. 2.2 mit Hinweisen, nicht
publ. in BGE 141 IV 437). Zum anderen soll auch das Gericht durch die
Anklageschrift in die Lage versetzt werden, sich eine präzise Vorstellung des
Anklagevorhalts zu machen. Es genügt demgemäss nicht, wenn pauschale
Vorwürfe erhoben werden (BSK StPO-HEIMGARTNER/NIGGLI, 2. Aufl. 2014, Art.
325 N 18).
3.3. Im Ingress der Anklageschrift wird dem Beschuldigten insbesondere
vorgeworfen, er habe mit einer unmündigen Person von mehr als 16 Jahren, die
von ihm durch ein Erziehungs-, Betreuungs- oder Arbeitsverhältnis oder auf
andere Weise abhängig ist, eine sexuelle Handlung vorgenommen, indem er
diese Abhängigkeit ausnützte [Hervorhebungen hinzugefügt] (Urk. 11, S. 2). Dies
entspricht dem Wortlaut des angeklagten Straftatbestandes der Sexuellen Hand-
lungen mit Abhängigen gemäss Art. 188 Ziff. 1 Abs. 1 StGB. Dem Anklage-
sachverhalt ist weiter zu entnehmen, dass der Beschuldigte als Filialleiter bei der
Firma C._ arbeitete, der Privatkläger ihm als Lernender unterstellt war und
dieser sich – obwohl erkennbar angewidert – nicht gegen die Handlungen des
Beschuldigten (Streicheln des Bauches über und unter dem T-Shirt, Anfassen des
Hinterns, Greifen in den Schritt, etc.) zu wehren getraute (a.a.O.).
Der Anklagevorwurf ist in der Anklageschrift klar umgrenzt. Der Vorwurf, der
Beschuldigte habe in Ausnützung der Abhängigkeit aufgrund des
Arbeitsverhältnisses bzw. aufgrund seiner Vorgesetztenrolle als Filialleiter
sexuelle Handlungen zum Nachteil des Privatklägers vorgenommen, war für den
Beschuldigten aufgrund dessen erkennbar, und auch, wie sein Verhalten rechtlich
qualifiziert wird. Einen anderen Schluss lässt die Anklageschrift nicht zu.
Gegenteiliges macht die Verteidigerin auch nicht geltend. Der Beschuldigte und
seine Verteidigerin konnten die Verteidigungsrechte daher angemessen ausüben.
3.4. Eine Verletzung des Anklagegrundsatzes liegt nach dem Gesagten nicht
vor.
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4. Verwertbarkeit der Beweismittel
4.1. Die Staatsanwaltschaft stützt ihre Anklage betreffend den
Anklagesachverhalt auf die Aussagen des Beschuldigten, des Privatklägers sowie
weiterer Zeugen. Bereits vor Vorinstanz hatte die Verteidigerin vorgebracht, dass
sowohl die Aussagen des Beschuldigten in der Befragung bei der
Staatsanwaltschaft vom 6. April und vom 3. Oktober 2018 als auch die
Zeugenaussagen von D._ nicht verwertbar seien. Der Beschuldigte sei
anlässlich der beiden Einvernahmen nicht auf sein Aussageverweigerungsrecht
hingewiesen worden. Die Zeugin D._ habe nur auf der letzten und nicht auch
auf allen anderen Seiten des von ihrer Aussage erstellten Protokolls unterzeichnet
(Urk. 27, S. 3f.). Dieselben Standpunkte vertrat die Verteidigerin auch im
Berufungsverfahren (Urk. 66, S. 3ff.).
4.2. Betreffend die Verwertbarkeit der Einvernahmen des Beschuldigten kann
vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen
werden (Urk. 36, S. 4ff.), wobei festzuhalten ist, dass der Sachverhalt sich auch
ohne die beiden gerügten Befragungen des Beschuldigten erstellen lassen würde.
Der anwaltlich vertretene Beschuldigte war bereits bei der Polizei als auch in der
ersten Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft auf sein Recht auf Aussagever-
weigerung hingewiesen worden. Sodann fand weder eine Erweiterung des
Strafverfahrens statt, noch lag eine längere Zeit zwischen den Einvernahmen.
Anzumerken bleibt, dass die Verteidigerin zwar vorbringt, die vorinstanzliche
Begründung, wonach der Sachverhalt auch ohne die Berücksichtigung der beiden
Einvernahmen des Beschuldigten als rechtsgenügend erstellt zu betrachten sei,
stelle eine Verletzung des Anspruchs des Beschuldigten auf rechtliches Gehör
dar, weil die beiden Einvernahmen zugunsten des Beschuldigten verwertbar
gewesen wären (Urk. 66, S. 5). Sie legt jedoch nicht dar, inwiefern diese
zugunsten des Beschuldigten hätten verwertet werden müssen und inwiefern dies
für den Entscheid wesentlich gewesen wäre. Dies ist auch nicht ersichtlich. Eine
Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist darin somit nicht zu erblicken.
4.3. Ebenfalls mit der Vorinstanz und unter Hinweis auf die von dieser aufge-
führten Literaturstellen (Urk. 36, S. 6ff.) ist in Bezug auf das fehlende Visum der
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Zeugin D._ auf jeder Protokollseite festzuhalten, dass es sich bei der
Vorschrift, wonach jede Seite zu visieren ist, lediglich um eine Ordnungsvorschrift
handelt, deren Nichteinhaltung nicht zur Ungültigkeit des Protokolls führt. Die Vor-
instanz liess daher zu Recht offen, ob das "X" auf jeder Seite von der Zeugin
stammt oder nicht (Urk. 36, S. 7f.). Das Vorbringen der Verteidigung, die Vor-
instanz habe eine unzulässige antizipierte Beweiswürdigung vorgenommen,
indem sie angenommen habe, das "X" auf jeder Seite stamme von der Zeugin
und diese habe das Protokoll schon gelesen (Urk. 66, S. 5), geht somit an der
Begründung der Vorinstanz vorbei. Im Übrigen behauptet die Verteidigerin nicht
einmal ansatzweise, dass die Aussagen der Zeugin falsch oder unvollständig
protokolliert worden seien. Sie stellt damit die inhaltliche Richtigkeit des Protokolls
mit keinem Wort in Abrede. Die Einvernahme der Zeugin ist damit verwertbar.
5. Einvernahme von E._
5.1. Die Verteidigerin beanstandete anlässlich der Berufungsverhandlung, die
Staatsanwaltschaft habe die in Art. 6 Abs. 2 StPO statuierte Pflicht verletzt, den
entlastenden Umständen mit gleicher Sorgfalt wie den belastenden nachzugehen,
indem sie nicht darauf beharrt habe, diesen Zeugen zu befragen. Zudem habe sie
ihr Ermessen missbraucht, weil sie sich über die in der Vorladung vorgesehenen
Säumnisfolgen hinweggesetzt habe. Diese Missachtung werde durch die Vor-
instanz perpetuiert, indem diese festhalte, Weiterungen durch den Staatsanwalt
seien nicht zwingend notwendig gewesen. Das Ausserachtlassen einer mög-
lichen, entlastenden Aussage von E._ habe nicht der Beschuldigte zu tragen.
Zumindest seien die von E._ bei der polizeilichen Tatbestandsaufnahme
getätigten Aussagen zu Gunsten des Beschuldigten verwertbar (Urk. 66, S. 6 f.).
Einen entsprechenden Antrag auf Befragung von E._ als Zeugen stellte die
Verteidigerin im Berufungsverfahren nicht (vgl. Urk. 37, Urk. 66, Prot. II S. 7).
5.2. Bereits anlässlich des vorinstanzlichen Verfahrens hatte die Verteidigerin
vorgebracht, dass E._ ebenfalls als Zeuge hätte befragt werden müssen
(Urk. 27, S. 5). Dies um auch den entlastenden Umständen genügend Raum zu
verschaffen. E._ war von der Staatsanwaltschaft für eine
Zeugeneinvernahme vorgeladen worden, erschien aber am Termin nicht. In der
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Folge hat der Staatsanwalt offensichtlich (gemäss den Akten) auf eine
Einvernahme verzichtet.
E._ gab gegenüber der Polizei an (Urk. 1/1, S. 3), dass man es am besagten
Abend lustig gehabt habe. Er sei zwar nicht den ganzen Abend neben dem
Privatkläger gestanden, denke aber, dass er es mitbekommen hätte, wenn etwas
vorgefallen wäre. Er sei selber Lehrling bei der C._ gewesen, habe aber
noch nie ein Fehlverhalten des Beschuldigten oder sonst etwas in der Firma, das
in Richtung sexueller Belästigung gehe, bemerkt. Der Beschuldigte sei ein
kommunikativer Mensch, der andere zur Begrüssung gerne umarme. Der
Privatkläger habe ihm gegenüber auch nie erwähnt, dass er sich unwohl gefühlt
habe.
Aus diesen im Polizeirapport sinngemäss wiedergegebenen, knappen Aussagen
von E._ zeigt sich, dass er am in Frage stehenden Abend keine
unangebrachte Interaktion zwischen dem Beschuldigten und dem Privatkläger
wahrgenommen hat. Indessen hält er auch fest, dass er nicht den ganzen Abend
neben dem Privatkläger gestanden habe. Es ist daher zugunsten des
Beschuldigten davon auszugehen, dass E._ keine unangebrachte
Annäherung des Beschuldigten zum Nachteil des Privatklägers beobachten
konnte. Eine Zeugeneinvernahme E._s würde damit keine neuen
Erkenntnisse zu Tage fördern. Ein entsprechender Beweisantrag wäre damit
ohnehin abzuweisen gewesen. Es erübrigt sich somit, auf die weiteren Vorbringen
der Verteidigerin in diesem Zusammenhang (Urk. 66, S. 6f.) einzugehen.
III. Sachverhalt
1. Anklagevorwurf
Dem Beschuldigten wird mit der Anklageschrift vom 3. Oktober 2018 (Urk. 11)
vorgeworfen, den Privatkläger am 29. Oktober 2017 anlässlich einer Betriebsfeier
in einer Bar in Winterthur von hinten umarmt zu haben. Dabei habe er begonnen,
ihn über und unter dem T-Shirt am Bauch zu streicheln. Schliesslich habe er
diesem an den Hintern gefasst und ihm danach in den Schritt gegriffen. Dabei sei
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er über das Geschlechtsteil des Beschuldigten gefahren, weniger im Sinne eines
Streichelns als vielmehr eines Massierens und habe ab und zu auch etwas
zugedrückt.
Beim Privatkläger handelt es sich um einen im Zeitpunkt des Vorfalles 17-jährigen
Mann, der als Lernender in dem Betrieb arbeitete, in welchem der Beschuldigten
als Filialleiter tätig war. Der Privatkläger war dem Beschuldigten damit beruflich
unterstellt. Die erwähnten Handlungen des Beschuldigten habe der Privatkläger
geschehen lassen, beziehungsweise er habe sich nicht zu wehren getraut, wobei
es erkennbar gewesen sei, dass er von diesen angewidert war. Der Beschuldigte
habe dies so gewollt oder zumindest in Kauf genommen.
2. Ausgangslage
2.1. Der Beschuldigte bestreitet nicht, dass er den Privatkläger umarmt habe
(Urk. 2/2, S. 4). Dieser habe am besagten Abend zu viel getrunken gehabt und
sich nicht wohl gefühlt, und er habe ihn daher in der Bar von hinten gehalten. Er
habe ihn indessen weder gestreichelt, noch am Geschlechtsteil angefasst.
Sodann bestreitet er jegliche sexuellen Absichten (Urk. 2/2, S. 3 und 5).
2.2. In Bezug auf die dem Beschuldigten in der Anklage vorgeworfenen Vorwürfe
ist festzuhalten, dass ein Hauptteil des eigentlichen Tatherganges, mithin das
Streicheln unter dem T-Shirt sowie das Berühren, Streicheln und Reiben des
Geschlechtsteils des Privatklägers von keiner aussenstehenden Person
wahrgenommen wurde. Die Anklage beruht somit in überwiegendem Masse auf
den Aussagen des Privatklägers. Die entsprechenden Einvernahmen fanden am
2. November 2017 bei der Polizei und am 6. April 2018 in Anwesenheit des
verteidigten Beschuldigten bei der Staatsanwaltschaft statt. Der Beschuldigte
erhielt sodann die Möglichkeit, sich zu der Einvernahme des Privatklägers zu
äussern und diesem Zusatzfragen zu stellen (Urk. 2/3 und 3/2). Die
Einvernahmen wurden in vom Privatkläger unterzeichneten Protokollen
verurkundet (Urk. 3/1 und 3/2). Von der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme
existiert zudem eine elektronische Aufzeichnung in Bild und Ton (Urk. 57,
Speicherkarte). Protokoll und elektronische Aufzeichnung der Einvernahme
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stimmen inhaltlich überein. Die Aussagen des Privatklägers wurden im
Vorverfahren also ordnungsgemäss erhoben und dokumentiert.
2.3. Art. 343 Abs. 3 StPO sieht vor, dass ein im Vorverfahren ordnungsgemäss
erhobenes Beweismittel nochmals abzunehmen ist, wenn seine unmittelbare
Kenntnis für die Urteilsfällung notwendig erscheint. Weiter kann eine unmittelbare
Beweisabnahme durch das Berufungsgericht in den Fällen von Art. 343 Abs. 3
StPO erforderlich sein, wenn dieses von den erstinstanzlichen
Sachverhaltsfeststellungen abweichen will (BGE 140 IV 196 E. 4.4.1 S. 199; Urteil
6B_918/2018 vom 24. April 2019 E. 2.2.2; je mit Hinweisen). Die gerichtliche
Einvernahme erlaubt namentlich, ergänzende Fragen zu stellen, die im Hinblick
auf die Zuverlässigkeit einer Aussage von Bedeutung sind. Das Bundesgericht
hielt in verschiedenen Entscheiden dafür, dass gerade bei Sexualdelikten, in
denen Aussage gegen Aussage stehe, die unmittelbare Wahrnehmung durch das
Gericht in der Regel unverzichtbar sei (Urteil 6B_856/2013 vom 3. April 2014 E.
2.2; Urteil 6B_4/2014 vom 28. April 2014 E. 4; Urteil 6B_139/2013 vom 20. Juni
2013 E. 1.3.2; Urteil 6B_718/2013 vom 27. Februar 2014 E. 2.5).
Eine unmittelbare Abnahme eines Beweismittels ist namentlich notwendig, wenn
es den Ausgang des Verfahrens beeinflussen kann, insbesondere wenn die Kraft
des Beweismittels in entscheidender Weise vom Eindruck abhängt, der bei seiner
Präsentation entsteht. Dies ist etwa der Fall, wenn es in besonderem Masse auf
den unmittelbaren Eindruck einer Aussage ankommt, so wenn diese das einzige
direkte Beweismittel (Aussage-gegen-Aussage-Konstellation) darstellt. Alleine der
Inhalt der Aussage einer Person (was sie sagt), lässt eine erneute
Beweisabnahme nicht notwendig erscheinen. Massgebend ist, ob das Urteil in
entscheidender Weise von deren Aussageverhalten (wie sie es sagt) abhängt
(BGE 140 IV 196 E. 4.4.2 S. 199 f.; Urteil 6B_918/2018 vom 24. April 2019 E.
2.2.2; je mit Hinweisen).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können auf Video aufgezeichnete
Einvernahmen genügen, um sich ein hinreichendes Bild von der Glaubwürdigkeit
des Befragten respektive der Glaubhaftigkeit dessen Aussagen zu verschaffen.
Dies ist namentlich der Fall, wenn weitere Sachbeweise oder Indizien vorliegen
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und die einvernommene Person konstant und in sich logisch konsistent aussagt
(Urteile 6B_70/2015 vom 20. April 2016 E. 1.1 und 6B_430/2015 vom 12. Juni
2015 E. 2.5). Das Gericht verfügt bei der Frage, ob eine erneute Beweisabnahme
erforderlich ist, über einen Ermessensspielraum (BGE 140 IV 196 E. 4.4.2
S. 199 f.; Urteil 6B_918/2018 vom 24. April 2019 E. 2.2.2; Urteil 6B_687/2018
vom 4. Juni 2019 E. 2.3., je mit Hinweisen).
2.4. Vorliegend erlaubt die elektronische Aufzeichnung der staatsanwaltschaft-
lichen Einvernahme des Privatklägers in Bild und Ton, welche der Vorinstanz
noch nicht vorgelegen hat, dem Gericht eine direkte Wahrnehmung des
Aussageverhaltens des Privatklägers. Die protokollierten Aussagen stimmen
inhaltlich mit der Videoaufzeichnung der Einvernahme überein. Auch nach
Sichtung der Videoaufnahmen ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass die
Aussagen des Privatklägers inhaltlich überzeugen. Sodann liegen mit den korrekt
und unter Wahrung der Mitwirkungsrechte des Beschuldigten erhobenen
Aussagen der Zeugin D._ sowie des Zeugen F._ weitere Indizien vor,
welche die Version der Ereignisse, welche vom Privatkläger vorgebracht wird,
stützen. Eine erneute Einvernahme des Privatklägers erschien und erscheint
daher nicht als notwendig. Bezeichnenderweise stellte die Verteidigerin denn
auch keinen entsprechenden Antrag (Prot. II S. 7).
3. Beweiswürdigung / Sachverhaltserstellung
3.1. Die Aussagen des Beschuldigten, des Privatklägers und der Zeugen in der
Untersuchung und im erstinstanzlichen Verfahren wurden von der Vorinstanz in
Ziffer II.3 und 4 ihres Urteils zutreffend wiedergegeben, worauf verwiesen werden
kann (Urk. 36, S. 9 ff.).
3.2. Die Vorinstanz hat die Beweislage eingehend und sorgfältig gewürdigt. Sie
legte die allgemeinen Beweiswürdigungsregeln korrekt dar (Urk. 36, S. 19 f.) und
beurteilte gestützt darauf die Glaubwürdigkeit der einvernommenen Personen und
die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen ausführlich, schlüssig und zutreffend weshalb
– um Wiederholungen zu vermeiden – auf diese verwiesen werden kann (Urk. 36,
S. 20ff.). Ergänzend bleibt anzufügen, dass das Vorbringen der Verteidigerin, die
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Vorinstanz habe Art. 10 Abs. 2 StPO (Beweiswürdigung) verletzt, indem sie im
Rahmen der Würdigung der Glaubwürdigkeit der Zeugin D._ ihre eigenen
Beobachtungen bzw. Erwägungen insofern unberücksichtigt gelassen habe, als
sie implizit keine negativen Schlussfolgerungen bezüglich der Glaubwürdigkeit der
Zeugin D._ ins Feld geführt habe (Urk. 66, S. 12 mit Verweis auf Urk. 36,
S. 21 f.), nicht überzeugt. Zum einen berücksichtigte die Vorinstanz in Urk. 36,
S. 21, dass die Zeugin dem Privatkläger nach dem Vorfall zugeredet habe, sich
zu wehren, und zu ihm einen gewissen Kontakt, auch im Hinblick auf die Folgen
des fraglichen Vorfalls, aufrechterhalten habe, indem sie festhielt, dadurch werde
die Glaubwürdigkeit der Zeugin relativiert. Zum anderen begründete die Vor-
instanz an derselben Stelle, weshalb von einer eigentlichen Übernahme von
Schilderungen des Privatklägers durch die Zeugin nicht auszugehen sei.
Folgerichtig ging die Vorinstanz im Ergebnis davon aus, dass der allgemeinen
Glaubwürdigkeit einer Person eine untergeordnete Bedeutung zukomme und die
Aussagen des Privatklägers sowie der Zeugen D._, F._ und G._,
soweit sie zum Geschehen überhaupt Angaben machen konnten, glaubhaft seien.
Deshalb kam sie zum Schluss, dass uneingeschränkt auf die Aussagen des
Privatklägers abgestellt werden könne. Der in der Anklageschrift umschriebene
Sachverhalt sei ohne Verbleib von Restzweifeln erstellt.
Diesen Erwägungen der Vorinstanz ist zuzustimmen, die nachfolgenden
Erwägungen erfolgen im Sinne von Ergänzungen beziehungsweise
Verdeutlichungen.
a) Aussagen Privatkläger
Die Aussagen des Privatklägers sind konstant, spontan, differenziert und in sich
schlüssig. Es ist sodann keine Tendenz zu bemerken, den Beschuldigten
übermässig zu belasten oder in ein schlechtes Licht zu rücken. Vielmehr
erscheinen die Aussagen sehr offen, und der Privatkläger führt auch Dinge aus,
die für ihn und sein Verhalten nachteilig gewertet werden können.
Entgegen der Ansicht der Verteidigung spricht es nicht gegen die Glaubhaftigkeit
der Aussagen des Privatklägers, dass er nach den Geschehnissen nicht
- 16 -
umgehend seine Vorgesetzten oder die zuständige Personalverantwortliche
kontaktierte (Urk. 27, S. 11f.). Vielmehr erscheint es, gerade für einen jungen
Menschen und insbesondere mit Blick auf seinen besonders verletzlichen Status
als Lernender im Betrieb, als nachvollziehbar, dass er sich zuerst mit ihm
vertrauten Personen austauschte, bevor er sich zu einer Anzeige entschloss. Die
Anzeigeerstattung erfolgte denn auch nicht erst Wochen oder Monate nach dem
Vorfall, sondern bereits zwei Tage danach, am 2. November 2017 (Urk. 1/1).
Der Umstand, dass er nach dem in Frage stehenden Vorfall nicht umgehend nach
Hause ging, sondern nachdem der Beschuldigte das Lokal verlassen hatte, mit
den anderen Mitarbeitern weiter feierte (Urk. 27, S. 10f.), spricht ebenfalls nicht
gegen die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen. Das Verhalten des Privatklägers
ist bei vielen Opfern in dieser Form zu beobachten, gerade wenn sie den Täter
kennen, dieser in ihrem alltäglichen Umfeld präsent ist und sie ihn allenfalls
grundsätzlich auch schätzen. Oft empfinden Opfer in solchen Situationen eine
Mitschuld beziehungsweise Scham, weil sie denken, dass sie durch ihr eigenes
Verhalten die Tat hätten verhindern können. Der Privatkläger war am in Frage
stehenden Abend für alle Anwesenden offensichtlich ziemlich betrunken, die
Stimmung war ausgelassen und die Übergriffe des Beschuldigten waren denn
auch in der Art, dass sich der Privatkläger grundsätzlich physisch hätte dagegen
zur Wehr setzen können. Dies alles muss dem Privatkläger auch bewusst
gewesen sein und er musste damit rechnen, dass bei einer Anzeige auch sein
eigenes Verhalten einer strengen Prüfung unterzogen werden würde. Es ist zu
betonen, dass es sich beim Beschuldigten um den Vorgesetzten des damals noch
minderjährigen Privatklägers handelte, weshalb er gerade besonders verletzlich
für Übergriffe wie diejenigen, die in der Anklage umschrieben sind, war. Art. 188
StGB beinhaltet konkret das Element der Abhängigkeit, weshalb zu seiner Er-
füllung auch keine tatsituative Zwangswirkung notwendig ist. Die Aussagen des
Privatklägers, dass er einen anderen Gast, der ihn in der Weise wie der
Beschuldigte angefasst hätte, weggedrückt hätte (Urk. 3/2, S. 11), zeigt, dass die
Zwangswirkung vorliegend durch den Umstand der beruflichen Situation entstand.
Der Privatkläger äussert sich denn auch mit den Worten "es war halt mein Chef"
und "es war Respekt vor dem Chef" (Urk. 3/2, S. 11).
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Auch die Tatsache, dass der Privatkläger noch in der Tatnacht versuchte, den
Beschuldigten telefonisch zu erreichen, führt nicht dazu, die Glaubhaftigkeit seiner
Aussage zu verneinen. Wohl erstaunt dieses Verhalten, was schon von der Vor-
instanz vermerkt wurde (Urk. 36, S. 24), dieses ist indessen auch mit den vor-
herigen Ausführungen erklärbar. Der Privatkläger brachte diesen Kontaktversuch
denn auch von sich aus vor, was insgesamt für die Glaubhaftigkeit seiner Aus-
sagen spricht.
Insgesamt liegen unter Würdigung der Gesamtumstände keine Indizien vor, die
gegen die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Privatklägers sprechen würden.
b) Aussagen D._
Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte (Urk. 36, S. 26f.), erscheinen die Aus-
sagen von D._ in beiden Befragungen nachvollziehbar, lebensnah und
detailreich. Es fällt weiter auf, dass sie vorsichtig und zurückhaltend aussagt. So
gibt sie an, nur gewisse Berührungen gesehen zu haben, namentlich dass der
Beschuldigte dem Privatkläger über den Rücken streichelte, ihn von hinten
umfasste und ihm die Hände auf den Bauch legte. Sie führt dann aber von sich
aus aus, dass sie nicht mehr wisse, ob die Hand des Beschuldigten sich dabei auf
und ab bewegte. Auch die späteren Kontakte mit dem Privatkläger gibt sie
unumwunden, ausführlich und nachvollziehbar zu (Urk. 4/2, S. 6ff.). Es besteht
kein Anlass, an der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zu zweifeln.
c) Aussagen F._ und G._
Betreffend die Aussagen von F._ und G._ kann sodann vollumfänglich
auf die zutreffenden und vollständigen Ausführungen der Vorinstanz verwiesen
werden (Urk. 36, S. 18f.).
3.3. Zusammenfassend erscheinen die Aussagen des Privatklägers als glaubhaft
und werden durch diejenigen der Zeugen D._ und F._ gestützt, weshalb
auf diese abzustellen ist. Es kann dabei auf das zutreffende Fazit der Vorinstanz
(Urk. 36, S. 28) verwiesen werden, wobei Folgendes zu ergänzen
beziehungsweise verdeutlichen ist:
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Bemerkenswert an der Zeugin D._ erscheint, dass sie es als
aussenstehende Person für notwendig empfunden hat, aufgrund des von ihr
beobachteten Verhaltens des Beschuldigten beim Privatkläger zu intervenieren
und ihm mitzuteilen, dass sie dieses als nicht richtig betrachte. Sie hatte weder
den Privatkläger noch den Beschuldigten zuvor gekannt. Auch wenn sie einen
Grossteil der in der Anklage aufgeführten Handlungen nicht gesehen hat, zeigen
ihre Aussagen, dass das Verhalten des Beschuldigten gegenüber dem
Privatkläger derart aussergewöhnlich war, dass es auch einer Unbeteiligten auffiel
und diese sich dazu veranlasst sah, den Privatkläger darauf anzusprechen. Der
Umstand, dass der Privatkläger durch das Verhalten des Beschuldigten
erkennbar angewidert war, sich aber aus Angst vor allfälligen Konsequenzen nicht
zur Wehr zu setzen getraute, und dies vom Beschuldigten so gewollt oder
zumindest in Kauf genommen wurde, erscheint gestützt auf ihre Aussagen
nachvollziehbar. Glaubhaft schildert sie das Gespräch zwischen ihr und dem
Privatkläger, in welchem dieser ihr gegenüber erklärt hat, dass ihm die
Berührungen nicht angenehm seien, es sich aber um seinen Chef handle und "es
daher so sei" (Urk. 4/2, S. 5). Ihre Aussage vermag damit ein Indiz dafür zu
bilden, dass der Privatkläger die Berührungen des Beschuldigten nicht wollte und
dies auch für die Zeugin, mithin eine Aussenstehende, ersichtlich war. Ebenso
vermögen ihre Aussagen eine Erklärung dafür zu liefern, weshalb der Privatkläger
sich nicht direkt zur Wehr setzte, oder umgehend seine Vorgesetzten kontaktierte:
wegen der bestehenden Drucksituation aufgrund des beruflichen
Subordinationsverhältnisses. Diese war dem Privatkläger – entgegen der
Darstellung der Verteidigerin, wonach der Privatkläger fähig gewesen sei, sich zur
Wehr zu setzen, wenn er dies (nur) gewollt hätte (Urk. 66, S. 18) – offensichtlich
bewusst.
Die Aussagen von F._ und G._, welche beide im gleichen Betrieb wie
der Beschuldigte und der Privatkläger tätig waren/sind, vermögen wenig bis nichts
zur Frage des Tatgeschehens beizutragen. F._ war an diesem Abend gar
nicht anwesend und G._, dessen Aussagen sehr einsilbig und pauschal
erscheinen, kann sich an nichts erinnern, beziehungsweise gibt an, nicht darauf
geachtet zu haben, wer mit wem interagierte (Urk. 4/4, S. 4).
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F._, Verkaufsleiter in der Filiale H._, gibt an, dass der Beschuldigte
Mitarbeiter etwas häufiger umarmte als man es gewohnt sei. Dies sei nicht
tragisch gewesen, es sei aber im Betrieb darüber gesprochen worden (Urk. 4/3,
S. 3f.). Er habe den Beschuldigten anlässlich eines Weihnachtsessens auch
einmal darauf angesprochen, was zwischen ihnen beiden zu einer unguten
Stimmung geführt habe, die sie aber später klären konnten (Urk. 4/3, S. 4). Die
Angaben von F._ ergeben damit ein Indiz dafür, dass der Beschuldigte in der
Tendenz mehr Körperkontakt mit seinen Mitarbeitern aufnahm als dies allgemein
normal erscheint und dies teilweise als unangenehm empfunden wurde.
Der in der Anklage umschriebene Sachverhalt ist damit in rechtsgenügender
Weise erstellt.
3.4. Eine Minderheit des Gerichts hat zum Schuldpunkt ihre abweichende
Meinung im Sinne von § 124 GOG zu Protokoll gegeben (Prot. II S. 10;
Begründung in Urk. 69, welche diesem Urteil beigeheftet ist).
IV. Rechtliche Würdigung
1. Hinsichtlich der rechtlichen Würdigung kann auf die zutreffenden und
ausführlichen Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 36, S. 29ff.).
Betreffend die Erfüllung des objektiven Tatbestandes erkannte die Vorinstanz
(Urk. 36, S. 30f.) – entgegen der Ansicht der Verteidigerin (Urk. 66, S. 17) – zu
Recht einen eindeutigen Sexualbezug bei den vorgeworfenen Handlungen, wie
namentlich dem Streicheln des Bauches des Privatklägers unter dessen T-Shirt
und dem Fassen an dessen Gesäss. Betreffend die Erfüllung des subjektiven
Tatbestandes ist zu ergänzen, dass es D._ auch als Aussenstehende
aufgefallen war, dass sich der Privatkläger aufgrund der Berührungen des
Beschuldigten nicht wohl fühlte. Dies, obwohl sie die eigentlichen Handlungen des
Beschuldigten nur teilweise mitbekommen hatte. Auch wenn davon auszugehen
ist, dass der Beschuldigte einen lockeren Umgang mit Nähe und Distanz pflegt
und öfter Leute berührt und umarmt als andere Menschen, so hat er mit den ihm
vorgeworfenen Handlungen doch deutlich eine Grenze überschritten, die nicht
mehr nur in einen 'Graubereich' fällt oder mit einem etwas ungeschickten
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Annäherungsversuch zu vergleichen ist. Da es auch für Aussenstehende
augenscheinlich war, dass sich der Privatkläger durch das Verhalten des
Beschuldigten unwohl, beziehungsweise angewidert fühlte, muss davon
ausgegangen werden, dass er zumindest in Kauf genommen hat, dass dieser
seine Annäherung nicht wollte und von dieser angewidert war, sich aber nicht zu
wehren getraute. Auch das Machtgefälle im Betrieb, das zwischen ihm und dem
Privatkläger bestand, war offensichtlich und dem Beschuldigten sicher bekannt.
Der Tatbestand der sexuellen Handlungen mit Abhängigen wurde damit vom
Beschuldigten zumindest eventualvorsätzlich erfüllt.
2. Eine Minderheit des Gerichts hat zur rechtlichen Würdigung ihre
abweichende Meinung im Sinne von § 124 GOG zu Protokoll gegeben (Prot. II
S. 10; Begründung in Urk. 69, welche diesem Urteil beigeheftet ist).
V. Strafe
1. Anwendbares Recht, Strafrahmen
Der am 1. Januar 2018 in Kraft getretene allgemeine Teil des Strafgesetzbuches
erweist sich vorliegend nicht als milder, weshalb das tatzeitaktuelle, bis zum
31. Dezember 2017 geltende Sanktionenrecht anzuwenden ist. Sexuelle
Handlungen mit Abhängigen im Sinne von Art. 188 Ziff. 1 Abs. 1 StGB wird mit
Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Strafschärfungs-
oder Strafmilderungsgründe liegen keine vor.
2.1. Strafzumessung
Die Vorinstanz hat die allgemeinen Regeln der Strafzumessung unter Hinweis auf
Art. 47 StGB zutreffend dargelegt (Urk. 36, S. 34ff.).
2.1.1. Objektive Tatschwere
Hinsichtlich der objektiven Tatschwere ist auf die zutreffenden und vollständigen
Ausführungen der Vorinstanz zu verweisen (Urk. 36, S. 35f.). Obwohl der
Beschuldigten mit seinem Verhalten in die sexuelle Integrität des Privatklägers,
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mithin eines Minderjährigen, welcher ihm beruflich unterstellt war, eingriff, ist mit
dem Vorderrichter vorliegend von einem im Rahmen der in Frage kommenden
Tatbestände noch leichten objektiven Verschulden auszugehen. Der Übergriff
fand in der Öffentlichkeit statt und die sexuellen Tathandlungen waren von
geringerer, wenn auch nicht zu marginalisierender Intensität.
2.1.2. Subjektive Tatschwere
Betreffend die subjektive Tatschwere ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die
kriminelle Energie des Beschuldigten als verhältnismässig tief erscheint. Wohl hat
er aus egoistischen Gründen in die sexuelle Integrität des Beschuldigten
eingegriffen, er handelte indessen lediglich mit Eventualvorsatz. Aufgrund seines
eigenen, erwiesenermassen sehr lockeren Umgangs mit Distanz und Nähe ist
sodann davon auszugehen, dass es sich bei seinem Handeln eher um einen die
Grenzen deutlich überschreitenden Annäherungsversuch als um einen geplanten
Übergriff gehandelt hat.
2.1.3. Gesamtwürdigung
Das subjektive Verschulden vermag damit das objektive leicht zu relativieren,
weshalb das Gesamtverschulden als leicht einzustufen ist. Eine hypothetische
Einsatzstrafe von 120 Tagessätzen Geldstrafe erscheint damit mit Blick auf den
hypothetisch möglichen Strafrahmen als angemessen.
2.2. Täterkomponente
Mit der Vorinstanz und unter Hinweis auf ihre zutreffenden Würdigungen lassen
sich aus den von dieser vollständig zusammengefassten und gewürdigten
persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten, der Vorstrafenlosigkeit (vgl. auch
Urk. 64) sowie dem Nachtatverhalten keine strafzumessungsrelevanten Faktoren
ableiten (Urk. 36, S. 36f.). Anlässlich der heutigen Verhandlung wurde dazu nichts
Weiteres vorgebracht; der Beschuldigte machte wie angekündigt auch bezüglich
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seiner Person keine Aussagen (Prot. II S. 7) und die Verteidigerin verzichtete
darauf, zum Strafmass zu plädieren (Prot. II S. 8, Urk. 66).
Es bleibt damit bei einer Einsatzstrafe von 120 Tagessätzen Geldstrafe.
3. Angemessene Strafe
3.1. Das Bundesgericht hat die Kriterien für die Bemessung der Geldstrafe in
einem Grundsatzentscheid festgehalten (BGE 134 IV 60). Es bestimmt die Höhe
des Tagessatzes nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des
Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach Einkommen und Vermögen,
Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem
Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2 Satz 3 StGB). Der Tagessatz soll dem Teil des
täglichen wirtschaftlichen Einkommens des Beschuldigten entsprechen, auf den
er nicht zwingend angewiesen ist. Ausgangspunkt für die Bemessung bildet das
Einkommen, das dem Täter durchschnittlich an einem Tag zufliesst, ganz gleich,
aus welcher Quelle die Einkünfte stammen. Denn massgebend ist die tatsächliche
wirtschaftliche Leistungsfähigkeit (BGE 134 IV 60 E. 3a). Zum Einkommen zählen
ausser den Einkünften aus selbständiger und unselbständiger Arbeit namentlich
die Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb, aus der Land- und Forstwirtschaft und
aus dem Vermögen (Miet- und Pachtzinsen, Kapitalzinsen, Dividenden usw.),
ferner privat- und öffentlichrechtliche Unterhalts- und Unterstützungsbeiträge,
Renten, Sozialversicherungs- und Sozialhilfeleistungen sowie Naturaleinkünfte.
Was gesetzlich geschuldet ist oder dem Täter wirtschaftlich nicht zufliesst, ist
abzuziehen, so die laufenden Steuern, die Beiträge an die obligatorische
Kranken- und Unfallversicherung, sowie die notwendigen Berufsauslagen bzw.
bei Selbständigerwerbenden die branchenüblichen Geschäftsunkosten (BGE 134
IV 60 E. 6.1).
3.2. Anlässlich des Berufungsverfahrens reichte der Beschuldigte neue Unter-
lagen zu den Akten (Urk. 52/1-5). Aus diesen ist ersichtlich, dass er im Jahr 2017
gemäss Lohnausweis durchschnittlich über monatliche Nettoeinkünfte von
Fr. 9'425.– verfügte (Urk. 52/3). Auch die aktuellen Lohnabrechnungen zeigen ein
unverändertes Bild, wobei der Beschuldigte nebst seinem monatlichen Netto-
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einkommen von Fr. 8'220.90 anscheinend über eine regelmässig ausbezahlte
Gratifikation zu verfügen scheint (vgl. Urk. 52/1), welche für die Bemessung des
Tagessatzes ebenfalls zu berücksichtigen ist.
Die Tagessatzhöhe von Fr. 180.– entspricht den von der Vorinstanz zutreffend
wiedergegebenen und gewerteten persönlichen und wirtschaftlichen
Verhältnissen des Beschuldigten (Urk. 36, S. 37f.).
VI. Vollzug
Die Vorinstanz hat dem Beschuldigten den vollbedingten Strafvollzug unter
Ansetzung der minimalen Probezeit von zwei Jahren gewährt (Urk. 36, S. 38).
Schon das Verbot der reformatio in peius führt zum Ergebnis, dass daran nichts
zu ändern ist. Das Absehen von einer Schlechtprognose, der vollumfängliche
Strafaufschub und die Ansetzung der minimalen Probezeit rechtfertigen sich
angesichts der Vorstrafenlosigkeit des Beschuldigten und des Umstandes, dass
nach der vorliegenden Tat, mithin seit 2 Jahren, kein Strafverfahren mehr gegen
ihn angehoben werden musste.
VII. Zivilansprüche
Die Vorinstanz hat mit zutreffender Begründung festgestellt (Urk. 36, S. 38f.),
dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger grundsätzlich
schadenersatzpflichtig ist und er ihm eine Genugtuung von Fr. 1'000.– zuzüglich
Zins von 5 % seit 29. Oktober 2017 zu bezahlen hat. Im Mehrbetrag hat die
Vorinstanz das Genugtuungsbegehren des Privatklägers abgewiesen, was von
diesem auch nicht angefochten und damit akzeptiert wurde. Die zugesprochene
Genugtuungssumme von Fr. 1'000.– erscheint sodann auch mit Hinblick auf die
Rechtsprechung im vorliegenden Fall als nicht übermässig. Die Zivilansprüche
sind damit auch im Berufungsverfahren gleich zu entscheiden.
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VIII. Kosten
1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die erstinstanzliche Kostenregelung
(Dispositivziffer 7 und 8) zu bestätigen.
2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr ist auf Fr. 3'000.– festzusetzen.
Im Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte unterliegt
letztlich mit seinen Anträgen. Weder erfolgt ein Freispruch, noch wird die Strafe
reduziert. Unter diesen Umständen sind die Kosten dem Beschuldigten
vollumfänglich aufzuerlegen und es ist ihm weder eine Prozessentschädigung
noch eine Genugtuung zuzusprechen (Art. 429 Abs. 1 StPO e.c.).
3. Weiter ist der Beschuldigte zu verpflichten, dem Privatkläger B._ eine
Prozessentschädigung von Fr. 7'800.– (inkl. MWSt und Barauslagen) für das
erstinstanzliche Verfahren zu bezahlen. Eine Entschädigung für das
zweitinstanzliche Verfahren liess der Privatkläger nicht beantragen (Urk. 46 und
61), weshalb das Zusprechen einer solchen ausser Betracht fällt (vgl. Art. 433
Abs. 2 StPO).