Decision ID: 246a3f8f-6f60-4e80-ba2a-4db76ed6ed3d
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. X.Y. besuchte im Schuljahr 2013/14 die 6. Klasse der Primarschule W. Im Hinblick
auf den Übertritt in die Oberstufe beantragte sein Klassenlehrer am 23. April 2014 der
Pädagogischen Kommission des Schulrates W., X.Y. der Realschule zuzuweisen (vi-
act. 4/1.1). X.Y.s Eltern, A. und B.Y., erklärten sich mit dem Zuweisungsantrag nicht
einverstanden und beantragten den Übertritt in die Sekundarschule. Am 15. Mai 2014
wurden sie deshalb von der Schulpräsidentin der Schulgemeinde W. und dem
Schulleiter angehört (vi-act. 4/2.2).
b. An der Sitzung vom 22. Mai 2014 entschied die Pädagogische Kommission des
Schulrates, X.Y. der Realschule zuzuweisen (vi-act. 4/3.2). Der Entscheid wurde seinen
Eltern am 26. Mai 2014 formell eröffnet.
Die Kommission stützte sich auf die Ergebnisse der Elternanhörung, auf die
schulischen Leistungen, die Einschätzung des Klassenlehrers sowie auf seine
Stellungnahme und diejenige der schulischen Heilpädagogin zur gegenteiligen Ansicht
der Eltern. Zur Begründung wurde angeführt, die pädagogische Beurteilung durch den
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Klassenlehrer sei richtig. Das Notenbild (Durchschnitte von 4.5 bzw. 4.7 in der 6.
Primarklasse) genüge nicht für einen direkten Übertritt in die Sekundarschule mit ihren
erhöhten Anforderungen. X.Y. habe in der Realschule ein weiteres Jahr Zeit, um
Arbeitshaltung, Verhalten, Motivation und Leistung zu verbessern, damit er das
Sekundarschul-Niveau erreiche. Mit seinen guten Mathematik-Noten könne er den
Wechsel bewältigen, wenn er sich auch in den anderen Promotionsfächern steigere. Es
liege in seiner Hand, dem Alter entsprechend Eigenverantwortung zu übernehmen und
disziplinierter für die Schule zu arbeiten (vi-act. 4/3.2).
B.
a. Gegen den Zuweisungsentscheid erhoben A. und B.Y. mit Eingabe vom 4. Juni 2014
Rekurs bei der Rekursstelle Volksschule Q. und beantragten, ihren Sohn in die
Sekundarklasse einzuteilen (vi-act. 1). Bei einem Notendurchschnitt von «knapp 5»
erscheine die gegenteilige Beurteilung der Lehrperson widersprüchlich. In einer
weiteren Stellungnahme hielten die Eltern u.a. fest, eine jüngste Leistungssteigerung im
Fach Französisch sei unberücksichtigt geblieben, und eine der Deutschprüfungen sei
krankheitsbedingt schlecht ausgefallen (vi-act. 6).
b. Die Rekursinstanz wies das Rechtsmittel mit Entscheid vom 4. Juli 2014 ab (act. 2),
wobei sie einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzog. Sie
begründete den abschlägigen Entscheid mit der ihrer Ansicht nach nachvollziehbaren
und schlüssigen Zuweisungsempfehlung des Klassenlehrers. Darauf und auf das
Notenbild habe sich die Pädagogische Kommission zu Recht gestützt (S. 7).
C.
a. Gegen den Rekursentscheid erhoben die Eltern A. und B.Y. (Beschwerdeführer) mit
Eingabe vom 22. Juli 2014 Beschwerde beim Verwaltungsgericht und beantragten
sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Entscheids und die Zuweisung von X.Y.
in die Sekundarschule (act. 1). Am Tag zuvor hatten die Beschwerdeführer der
Rekursstelle Volksschule Q. (Vorinstanz) eine als «Einsprache» bezeichnete
Rechtsmitteleingabe mit gleichem Wortlaut eingereicht. Die Vorinstanz übermittelte das
Schreiben der Zuständigkeit halber an das Verwaltungsgericht (act. 3).
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b. Am 1. September 2014 teilte die Vorinstanz den Verzicht auf eine Vernehmlassung
mit (act. 8). Das Verwaltungsgericht forderte die Pädagogische Kommission der
Schulgemeinde W. (Beschwerdegegnerin) am 3. September 2014 zur Vernehmlassung
und Einreichung der Akten sämtlicher Zuweisungsentscheide der fraglichen Klasse auf
(act. 9). Aus der umfangreichen Stellungnahme vom 10. September 2014, der die
verlangten Akten beigelegt worden sind, geht der Antrag um Abweisung der
Beschwerde hervor (vgl. act. 10).
c. Mit Eingabe vom 29. September 2014 nahmen die Beschwerdeführer erneut Stellung
(act. 13). Sie machten u.a. geltend, X.Y. sei nach Aussage seines neuen Klassenlehrers
in der Realschule unterfordert, und die Verweigerung des Sekundarschulbesuchs liege
an seinem Migrationshintergrund. Auch sei seine Primarschulklasse zu streng benotet
worden, was sich an der weit unterdurchschnittlichen Quote an
Sekundarschulzuweisungen zeige.
d. Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die Ausführungen im
angefochtenen Entscheid wird - soweit notwendig - nachstehend weiter eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2.
2.1. Die Kognition des Verwaltungsgerichts bestimmt sich nach Massgabe von Art.
61 VRP. Mit der Beschwerde können Rechtsverletzungen geltend gemacht werden. Die
Beschwerdeführer können sich auch darauf berufen, die angefochtene Verfügung oder
der angefochtene Entscheid beruhe auf einem unrichtig oder unvollständig
festgestellten Sachverhalt (vgl. Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Damit ist insbesondere die
Rüge der Unangemessenheit ausgeschlossen.
2.2. Das Verwaltungsgericht ist mit der Rechtskontrolle befasst und prüft mit (im
Rahmen der zulässigen Rügegründe) freier Kognition, ob eine Rechtsverletzung im Sinn
von Art. 61 Abs. 1 VRP vorliegt. Als Rechtsverletzungen gelten u.a.
Ermessensmissbrauch und Ermessensüberschreitung. Übt die rechtsanwendende
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Behörde Ermessen aus, ohne dass ihr nach dem Gesetz solches zukommt, handelt es
sich um Ermessensüberschreitung. Ermessensmissbrauch ist ein qualifizierter
Ermessensfehler, der als Rechtsverletzung gilt (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl., St. Gallen 2003,
Rz. 741-743).
Unter Umständen steht bereits die Natur der Streitsache einer unbeschränkten
Nachprüfung des angefochtenen Entscheids entgegen. Diesfalls ist eine (weitere)
Einschränkung der Kognition auch ohne gesetzliche Grundlage zulässig und verletzt
den Gehörsanspruch der Parteien (Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der
Schweizerischen Eidgenossenschaft, SR 101, BV) nicht. Namentlich bei der
Überprüfung von schulischen Leistungen ist dies der Fall. Allerdings bedeutet das nur,
dass sich die entscheidende Behörde Zurückhaltung bei der Ausübung ihrer (Rechts-)
Kontrolle auferlegen kann. Dogmatisch betrachtet handelt es sich dabei eigentlich nicht
um eine Einschränkung der Kognition, sondern um eine Herabsetzung der
Prüfungsdichte bei grundsätzlich unveränderter Kognition. In solchen Fällen ist es
zulässig, wenn die Rechtsmittelbehörde erst einschreitet, wenn die Bewertung nicht
nachvollziehbar ist, offensichtliche Mängel aufweist oder auf sachfremden Kriterien
beruht (vgl. z.B. BGE 106 Ia 1 E. 3.c und 131 I 467 E. 3.1; BGer 2P.44/2007 vom
2. August 2007 E. 2.2; 2P.137/2004 vom 19. Oktober 2004 E. 3.2.3; 2P.113/2001 vom
22. August 2001 E. 2; VerwGE B 2014/108 vom 16. September 2014 i.S. J.G. E. 4.1;
VGr ZH VB.2010.00651 vom 13. Juli 2011 E. 2.2, www.vgr.zh.ch). Diese Zurückhaltung
ist jedoch lediglich bei der an sich freien Überprüfung von Bewertungsfragen zulässig.
Rügen, die organisatorische bzw. verfahrensrechtliche Gesichtspunkte oder die
Auslegung und Anwendung von Rechtssätzen betreffen, haben die
Rechtsmittelinstanzen im Rahmen ihrer Kognition uneingeschränkt zu überprüfen
(VerwGE B 2014/108 vom 16. September 2014 i.S. J.G. E. 4.1 mit Hinweisen).
2.3. Die vorliegende Beschwerde betrifft die Promotion eines Primarschülers und
damit einen gestützt auf schulische Leistungsbewertungen gefällten
Ermessensentscheid. Eine Kontrolle der Angemessenheit des Zuweisungsentscheids
ist dem Verwaltungsgericht ohnehin verwehrt, weshalb es nur bei einem eigentlichen
Ermessensfehler einschreiten würde. Eine weitere Einschränkung ergibt sich daraus,
dass das Verwaltungsgericht nicht über besonderes pädagogisches Fachwissen
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verfügt, weshalb es die fachlichen Leistungen der Schulbehörden mit zusätzlicher
Zurückhaltung überprüft bzw. seine Prüfungsdichte weiter herabsetzt. Es setzt sich
daher nur insoweit mit den Rügen der Beschwerdeführer auseinander, als diese
vorbringen, der Zuweisungsentscheid sei nicht nachvollziehbar, weise offensichtliche
Mängel auf oder beruhe auf sachfremden Kriterien.
3. Umstritten ist, ob X.Y. zu Recht der Real- statt der Sekundarstufe zugewiesen
worden ist.
3.1.
3.1.1. Gemäss Art. 31 Abs. 1 lit. c des Volksschulgesetzes (sGS 213.1; VSG) ordnet
der Erziehungsrat den Übertritt in die Oberstufe durch Reglement. Gestützt auf diese
Delegationsnorm erliess der Erziehungsrat am 25. Juni 2008 das «Promotions- und
Übertrittsreglement» (Schulblatt 7-8/2008, S. 501 ff.). Dessen Art. 18 bestimmt.
Der Schulrat verfügt am Ende der sechsten Primarklasse den Übertritt in die erste
Sekundarklasse oder in die erste Realklasse. Grundlage ist:
a) die Empfehlung der Lehrpersonen der sechsten Primarklasse. Die Empfehlung: 1.
ist Gegenstand der Gespräche mit den Eltern; 2. wird den Eltern bekanntgegeben;
b) das Notenbild in allen Fachbereichen.
3.1.2. Diese Übertrittsordnung ist inhaltlich abschliessend und durch die kommunalen
Schulbehörden direkt zu vollziehen. Beim Übertritt von der Primar- in die Oberstufe
geht es um die Zuweisung zu den leistungsbezogen differenzierten Schultypen
Sekundar- oder Realschule. Basis bilden die Empfehlung der Lehrkräfte der sechsten
Primarklasse und die Noten. Obwohl dies aus dem Gesetzestext nicht hervorgeht,
geniesst die Empfehlung nach der Lehre Vorrang vor den Noten als
Zuweisungskriterium. Bei den Noten ist nicht so sehr auf den mathematischen
Durchschnitt als auf das allgemeine Notenbild abzustellen. Im begründeten Einzelfall ist
es deshalb denkbar, eine Schülerin oder einen Schüler trotz vergleichsweise tiefem
Notendurchschnitt der Sekundar- oder umgekehrt trotz vergleichsweise hohem
Notendurchschnitt der Realschule zuzuweisen. Beim Ermessensentscheid über den
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Übertritt dürfen die Noten trotz Vorrang der Empfehlung nicht völlig ausser Acht
gelassen werden. Liegen die Noten im summarischen Durchschnitt über einer
Bewertungszone von 4.2 bis 4.4 (Prädikat «in Ordnung»), steigen die Anforderungen an
eine haltbare Begründung für eine Realzuweisung markant. Soll gar ein Schulkind trotz
Durchschnittsnote im Bereich 5 der Realklasse zugewiesen werden, ist eine
ausserordentliche, wohl nur selten beizubringende Begründung erforderlich (zum
Ganzen vgl. J. Raschle, Schulrecht der Volksschule im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2008,
S. 106 ff).
3.2.
3.2.1. X.Y. erreichte im ersten Semester der 6. Primarklasse einen Notendurchschnitt
von 4.5 (Mensch und Umwelt = 4.0; Sprachen = 4.5; Mathematik = 5) und im Zeitpunkt
des Zuweisungsantrags (zweites Semester) einen solchen von ca. 4.7 (Mensch und
Umwelt = 4.3; Sprachen = 4.4; Mathematik = 5.5). Auf einem standardisierten
Bewertungsschema hielt sein Klassenlehrer fest, es «treffe eher nicht zu», dass X.Y.
konzentriert arbeite, die Arbeiten rasch erledige, die Arbeiten sorgfältig ausführe, eine
hohe Eigenverantwortung habe und selbständig arbeite, aktiv und interessiert am
Unterricht teilnehme, belastbar sei und Durchhaltewillen zeige und sich gewandt
ausdrücken könne. Dagegen treffe es «eher zu», dass er eine hohe Lernbereitschaft
zeige und selten Ansporn brauche, die Arbeiten fristgerecht und vollständig erledige,
Gelerntes speichern und vernetzt anwenden könne und sich gut in die Gemeinschaft
integriere. Mit «trifft eher zu» wurden ihm sodann Fähigkeiten im gestalterischen,
musischen und sportlichen Bereich attestiert. Mit «trifft zu» wurde bestätigt, dass er
sich gegenüber Mitschülern und Lehrpersonen anständig verhält. In seiner
Gesamtbeurteilung hielt sein Klassenlehrer folgendes fest:
«In Bezug auf die vollbrachen Leistungen (Noten) hat X.Y. knappes Sek-Niveau.
Grundsätzlich zeigen sie isoliert gesehen ein eher positives Bild. Sein Lernverhalten,
vor allem in den Bereichen Konzentration, Selbständigkeit, Eigeninitiative, ist für eine
klare Zuteilung in die Sek zu wenig ausgeprägt (act. 6/1).»
3.2.2. Die Pädagogische Kommission des Schulrates W. fasste die Einwendungen
der heutigen Beschwerdeführer an der mündlichen Anhörung vom 15. Mai 2014 wie
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folgt zusammen: X.Y. sei sehr selbständig und lerne gerne; gegen seine Prüfungsangst
nehme er pflanzliche Heilmittel ein. Sein Berufswunsch sei Architekt oder Informatiker.
Als Eltern würden sie ihn klar in der Sekundarschule sehen; auch er selber wolle das.
Sein Verhalten zu Hause sei anders als die Einschätzung des Klassenlehrers in der
Schule. Auch die schulische Heilpädagogin, bei welcher X.Y. Förderunterricht im Fach
Deutsch habe, sei anderer Meinung als der Klassenlehrer (vi-act. 4-3.1).
Der Klassenlehrer und die Schulische Heilpädagogin hielten dazu laut Protokollauszug
fest, X.Y.s Arbeitsverhalten in der Schule zeige eine gewisse Unreife. Er wisse noch
nicht, was «schaffen» heisse und möchte Lösungen präsentiert haben, statt selbst die
Lösung zu suchen. Wegen dieses Arbeitsverhaltens störe er in letzter Zeit auch den
Unterricht, und mit seiner Einstellung könne er nicht erfolgreich in der Sekundarschule
bestehen und werde nicht durchhalten. Seit Einsetzen der Pubertät könne sich X.Y. im
Förderunterricht noch schlechter konzentrieren und brauche noch mehr Raum als
bisher. Von seiner Arbeitshaltung her sei er kein Sekundarschüler, weil man ihn zu
allem «stüpfen» müsse (vi-act. 4-3.1). Die Schulische Heilpädagogin liess bei
Genehmigung des Protokolls anmerken, X.Y. habe keinen eigentlichen
Förderunterricht, sie begleite seine Klasse jedoch als ISF-Lehrperson. Mit X.Y.s Mutter
habe sie nie über den Oberstufen-Übertritt gesprochen (act. 11/4).
Die Pädagogische Kommission schloss sich der Beurteilung durch den Klassenlehrer
an. Sie hielt im Wesentlichen dafür, das Notenbild genüge nicht für einen (direkten)
Übertritt in die Sekundarschule. X.Y. habe aber in der Realschule ein weiteres Jahr die
Chance, an Arbeitshaltung, Verhalten, Motivation und Konstanz zu arbeiten, damit er
das für den Wechsel in die Sekundarschule erforderliche Niveau erreiche. Mit seinen
guten Noten in Mathematik könne X.Y. den «Aufstieg» durchaus schaffen, wenn er sich
auch in den anderen Promotionsfächern steigere (zum Ganzen vgl. vi-act. 4-3.2).
3.2.3. Die Vorinstanz überprüfte die Ermessensausübung der Pädagogischen
Kommission frei und kam zum Schluss, das Notenbild von X.Y. zeige nicht auf, dass
sich dieser vorbehaltlos für die Sekundarschule empfehle. Zweifelsohne verfüge er über
Stärken in Mathematik und erfülle in diesem Fach isoliert betrachtet die Anforderungen
an die Sekundarschule. Die beiden anderen Leistungsnoten (Mensch und Umwelt
sowie Sprachen) würden jedoch eher auf eine Zuteilung zur Realschule schliessen
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lassen. Die Einschätzung des Klassenlehrers sei mit dem Notenbild kongruent,
nachvollziehbar und in wesentlichen Teilen unbestritten. Seine Zuweisungsempfehlung
sei gesamthaft gesehen nachvollziehbar und schlüssig. Der Entscheid der
Pädagogischen Kommission stütze sich wie vorgeschrieben auf die Empfehlung des
Klassenlehrers und auf das Notenbild, womit sie innerhalb des ihr zustehenden
Ermessensspielraums entschieden habe.
3.3.
3.3.1. Die Beschwerdeführer bringen vor, der angefochtene Entscheid sei willkürlich.
Der Klassenlehrer habe ihnen in einem der Zuteilung vorausgegangenen
Elterngespräch versichert, dem Sekundarschulbesuch stehe nichts im Weg, wenn sich
X.Y. im Fach Französisch noch verbessere. Dies habe er in den beiden letzten
Prüfungen getan, welche jedoch nicht mehr berücksichtigt worden seien. Entgegen der
Darstellung des Klassenlehrers sei X.Y. kein «Störenfried». Laut seinen Mitschülern sei
es nicht er, der den «Clown» abgebe; X.Y. lache lediglich mit und werde dafür
abgemahnt, was alterstypisch sei. Dass er nicht störe, zeige sich auch in den
(fehlenden) Betragensnoten.
Weiter machen die Beschwerdeführer geltend, X.Y.s Migrationshintergrund sei für die
falsche Zuteilung ursächlich gewesen. Es sei nicht rechtens, dass er mit einem
Notendurchschnitt von 4.75 nicht in die Sekundarschule dürfe, wo doch nach der Lehre
ein solcher von 4.4 für die gewünschte Zuteilung ausreichend sei (zum Ganzen vgl.
act. 1).
3.3.2. Die Beschwerdegegnerin wies die Diskriminierungsvorwürfe in ihrer
Stellungnahme vom 10. September 2014 zurück (act. 10). X.Y. sei in der Schweiz
geboren, habe das hiesige Bürgerrecht und seine Muttersprache sei Deutsch. Ein
Migrationshintergrund sei nicht erkennbar. Indessen sei zu beachten, dass das
Leistungsniveau des gesamten Klassenjahrgangs tiefer sei als normal. Von den 21
Schülerinnen und Schülern, die mit X.Y. die 6. Klasse besucht hätten, seien lediglich 7
der Sekundarschule zugeteilt worden. Die restlichen 14 würden die Realschule
besuchen. Bei der parallel geführten 6. Klasse sei die Verteilung ungefähr hälftig und
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die Sekundarschulzuweisungen seien ebenfalls unterdurchschnittlich (10 in die
Sekundarschule, 9 in die Realschule).
3.3.3. In den Augen der Beschwerdeführer überzeugen diese Ausführungen nicht. Für
die Diskriminierung entscheidend gewesen sei der Familienname, der auf ihre Herkunft
schliessen lasse. X.Y.s Notenschnitt liege in der Bewertungszone, die als Untergrenze
für den Sekundarschulbesuch vorausgesetzt werde. Sowohl der langjährige
Durchschnitt als auch die «Erfolgsquote» der Parallelklasse liege deutlich über den
Sekundarschulzuteilungen aus der fraglichen Klasse. Es stelle sich die Frage, ob hier
nicht ganz andere Massstäbe angesetzt worden seien (act. 13).
3.4.
3.4.1. Entgegen den über weite Strecken nicht näher begründeten Darlegungen der
Beschwerdeführer ist der Zuweisungsentscheid nachvollziehbar und lässt keine
offensichtlichen Mängel erkennen. Wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat, kann
X.Y. schon aufgrund seines Notenbildes (und nicht nur wegen der anderslautenden
Einschätzung des Klassenlehrers) nicht vorbehaltlos für die Sekundarschule empfohlen
werden. Dieses ist stärker zu gewichten als der mathematische Durchschnitt. X.Y.
verfügt zwar offensichtlich über Stärken im Bereich Mathematik, jedoch lassen die
Noten in den Fächern «Mensch und Umwelt» sowie «Sprachen» eher auf
Realschulzuteilung schliessen. Die beiden letzten Noten in Französisch ändern an der
lediglich verhalten positiven Beurteilung der sprachlichen Fähigkeiten nichts. Der spät
erfolgte Effort deutet darauf hin, dass die hinsichtlich Arbeitshaltung und persönlicher
Einstellung eher negative Einschätzung des Klassenlehrers im Zeitpunkt der
Beurteilung richtig war, aber durchaus Verbesserungen möglich sind. Die Beurteilung
des Klassenlehrers widerspiegelt sich im Notenbild. Dass die Beschwerdeführer das
Verhalten ihres Sohnes in- und ausserhalb der Schule anders wahrnehmen, ändert
hieran nichts. Im Übrigen sind die genauen Vorgänge im Klassenzimmer einer
Beurteilung durch das Verwaltungsgericht nicht zugänglich (vgl. Erw. 2.2. hiervor),
weshalb sich Bemerkungen zu X.Y.s Betragen im Unterricht erübrigen.
3.4.2. Mit dem Vorwurf, X.Y. sei aufgrund seiner Herkunft ungleich behandelt worden,
rügen die Eltern, die Beschwerdegegnerin habe sich den Zuweisungsentscheid
aufgrund sachfremder Kriterien gefällt.
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Die Beschwerdegegnerin hat sämtliche Promotionsunterlagen der betreffenden Klasse
eingereicht (act. 11), woraus nachfolgend ohne namentliche Nennung zitiert wird.
Von den 21 Schülerinnen und Schülern wiesen vier einen Notendurchschnitt zwischen
5.3 und 5.5 auf (Nrn. 3, 6, 7 und 21). Diese wurden zugleich ausgesprochen positiv
beurteilt, was zu einer klaren Zuteilung in die Sekundarschule führte.
Ebenso klar ist die Zuteilung derjenigen Schülerinnen und Schüler, die über individuell
angepasste Lernziele verfügen (Nrn. 5, 9, 11, 16 und 17); sie wurden der Realschule
zugewiesen. Dies gilt auch für diejenigen, welche zwar ordentlich bewertet wurden,
deren Notenschnitte aber 4.2 nicht übersteigen (Nrn. 10, 14, 18 und 20).
Bei dreizehn Angehörigen von X.Y.s Klasse bestand nach dem Gesagten eine klare
Ausgangslage.
Von den restlichen acht Schülerinnen und Schülern, deren Notendurchschnitte
zwischen 4.5 und 4.9 lagen, wurden drei der Sekundar- (Nrn. 2, 15 und 19) und fünf der
Realschule zugewiesen (Nrn. 1, 4, 8, 12 und 13). Hierbei folgte die
Beschwerdegegnerin ausnahmslos der Empfehlung des Klassenlehrers.
Die künftigen Sekundarschüler aus dieser Gruppe hatten im zweiten Semester
Notendurchschnitte von 4.9 (Nrn. 2 und 15) bzw. 4.5 (Nr. 19). Im direkten Vergleich mit
X.Y. war ihr Notenbild ausgeglichener und die Bewertung durch den Klassenlehrer
positiver. Der Schüler Nr. 19 war zwar in Mathematik lediglich genügend, andererseits
wurden nur zwei Eigenschaften mit «trifft eher nicht zu» bewertet. Die restlichen
Kriterien wurden positiv bewertet. In seiner Einschätzung hielt der Klassenlehrer fest,
der Schüler habe im letzten Schuljahr eine positive Entwicklung im Bereich der
Selbstkompetenz und in der Leistungsbereitschaft gezeigt. Wenn dieser Trend weiter
anhalte und er den Willen dafür aufbringe, sei die Sekundarschule machbar.
Der Realschule zugewiesen wurden Schülerinnen und Schüler mit Durchschnittsnoten
von 4.5 und eher positiver Beurteilung (Nr. 1), 4.7 und eher negativer Beurteilung (Nr.
4), 4.7 und eher negativer Beurteilung (X.Y.), 4.9 und neutraler Beurteilung (Nr. 12)
sowie 4.5 und eher positiver Beurteilung (Nr. 13). Zu Schüler Nr. 12 hielt der
Klassenlehrer fest, dieser arbeite zu langsam und zu umständlich, um in der
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Sekundarschule erfolgreich zu sein. Es sei zu befürchten, dass er Tempo und Druck
nicht standhalten würde und deshalb seine Leistungen und die Motivation sänken. Er
sei als sehr starker Realschüler einzuschätzen, was einen späteren Übertritt nicht
ausschlösse. Zu Schüler Nr. 4 ist in den Akten angemerkt, seine Leistungen seien zwar
konstant, jedoch liessen Interesse am Unterricht und Einsatzwille öfters zu wünschen
übrig. Das Ziel, die Sekundarschule zu besuchen, habe sich zwar positiv ausgewirkt,
jedoch würden ihm das dort verlangte Tempo sowie die erforderliche Selbständigkeit
und Eigeninitiative zu schaffen machen.
Die einzelnen Zuweisungsentscheide sind differenziert begründet, nachvollziehbar und
den individuellen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler angemessen. Eine
rechtsungleiche Behandlung von X.Y. und weiteren Schülern mit Migrationshintergrund
(z.B. Nr. 4) ist nicht ersichtlich. Wie alle anderen sind die entsprechenden Entscheide in
sich konsistent und überzeugend. Sie reihen sich lückenlos in die vergleichbaren
Zuteilungsentscheide ein und stellen mithin keine «Ausreisser» dar, die eine
rechtsfehlerhafte Ermessensausübung der Beschwerdegegnerin nahelegen würden.
Die Rüge der Beschwerdeführer ist nicht stichhaltig.
3.4.3. Zusammenfassend steht fest, dass die Zuweisung von X.Y. in die Realschule
gesetzmässig ist. Der Entscheid stützt sich in nachvollziehbarer Weise auf die
Empfehlung des Klassenlehrers und auf das Notenbild. Es ist entgegen der Auffassung
der Beschwerdeführer nicht erkennbar, inwiefern er an offensichtlichen Mängeln leiden
oder unter Einbezug von sachfremden Kriterien ergangen sein soll. Die
Ermessensausübung durch die Beschwerdegegnerin ist frei von Rechtsfehlern, was zur
Abweisung der Beschwerde führt. Im Sinne einer Ergänzung ist im Übrigen nicht
ersichtlich, dass bei der Bewertung von X.Y.s Klasse im Allgemeinen zu strenge
Massstäbe angelegt worden sind. Es war auch in seiner Klasse durchaus möglich, sehr
gute Resultate zu erzielen.
4. (...).