Decision ID: b55c0b26-4fc7-4fab-8bc4-e1344bfdca54
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960,
war zuletzt seit
dem Jahr 2009
als selbständiger Taxichauffeur tätig (
Urk.
9/
3
7
Ziff.
3.2
). Am
5.
November 2020 meldete er sich
unter Hinweis auf eine Herzkrankheit und einen am 1
8.
Januar 2019 erlittenen Herzinfarkt, Rheumabeschwerden am Nacken und Rücken, Prostatabeschwerden und einen Diabetes bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
9/3
Ziff.
6.1).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte Auskünfte über die erwerbliche und medizinische Situation ein
. Nachdem der Versicherte am angekündigten Abklärungstermin
vom 2
2.
Juli 2021
für Abklärungen für
Selbständigerwerbende
nicht an seiner Wohnadresse angetroffen
worden war
und auch telefonisch kein Kontakt
hatte
hergestellt werden
können
, wurden die Abklärungen per Aktenentscheid vorgenommen (vgl.
Urk.
9/27) und dem Versicherten mit Vorbescheid vom 2
7.
Juli 2021 in Aussicht gestellt, dass kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe (
Urk.
9/30). Nach
dem
der Versicherte
am 2
5.
August 2021 dagegen Einw
ände erhob
en hatte
(
Urk.
9/33)
,
veranlasste die IV-S
telle eine
erneute Abklärung für
Selbständigerwerbende
, über welche am 1
7.
November 2021 Bericht erstattet wurde (
Urk.
9/37).
Mit Verfügung vom
8.
Dezember 2021 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf eine
Invalidenrente (
Urk.
9/39 =
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am 1
9.
Januar 2022 Beschwerde gegen die Verfügung vom
8.
Dezember 2021 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es seien ihm unter Berücksichtigung der Parallelisierung Leistungen der Invalidenversicherung zuzusprechen.
Die Sache sei zur Berechnung des Invaliditätsgrades an die IV-Stelle zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht beantragte er, es sei ihm im Falle des Unterliegens die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 1
1.
März 2022 (
Urk.
8) beantragte die IV-Stelle die Beschwerde sei abzuweisen, was dem Beschwerdeführer
mit Verfügung vom
1
8.
März 2022 zur Kenntnis gebracht wurde
. Sodann wurde sein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung bewilligt
(
Urk.
10).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2022 sind die geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG), der Verordnung über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSV), des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) sowie der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) in Kraft getreten.
In zeitlicher Hinsicht sind
vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1, 144 V 210 E. 4.3.1, je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung beziehungsweise des streitigen
Einspracheentscheids
eingetretenen Sachverhalt abstellt (BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 132 V 215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nachfolgend auch in dieser Fassung zitiert werden.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.5
Der Einkommensvergleich hat auch bei
Selbständigerwerbenden
in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu vergleichen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige (Art. 28a Abs. 2 IVG) ein Betätigungsvergleich anzustellen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerblichen Auswir
kungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen (ausserordentliches Bemessungsverfahren). Der grund
sätzliche Unterschied dieses Verfahrens zur spezifischen Methode besteht darin, dass die Invalidität nicht unmittelbar nach Massgabe des Betätigungsvergleichs als solchen bemessen wird. Vielmehr ist zunächst anhand des Betätigungsver
gleichs die leidensbedingte Behinderung festzustellen; sodann aber ist diese im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung besonders zu gewichten. Eine bestimmte Einschränkung im funktionellen Leistungsvermögen einer erwerbstä
tigen Person kann zwar, braucht aber nicht notwendigerweise eine Erwerbsein
busse gleichen Umfangs zur Folge zu haben. Wollte man bei Erwerbstätigen ausschliesslich auf das Ergebnis des Betätigungsvergleichs abstellen, so wäre der gesetzliche Grundsatz verletzt, wonach bei dieser Kategorie von Versicherten die Invalidität nach Massgabe der Erwerbsunfähigkeit zu bestimmen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_208/2019 vom 26. November 2019 E. 3.2, insbesondere mit Hinweis auf BGE 128 V 29 E. 1).
Nach der Rechtsprechung kann die Aufnahme einer unselbständigen Erwerbs
tätigkeit als zumutbar erscheinen, wenn davon eine bessere erwerbliche Verwertung der Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann und der berufliche Wechsel unter Berücksichtigung der gesamten Umstände (Alter, Aktivitätsdauer,
Ausbildung, Art der bisherigen Tätigkeit, persönliche Lebensumstände) als zumutbar erscheint (Urteile des Bundesgerichts 8C_413/2015 vom 3. November 2015 E. 3.3.1 und 9C_356/2014 vom 14. November 2014 E. 3.1, je mit Hinwei
sen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2) damit, dass die nach am 1
9.
November 2020 erhaltener Anmeldung des Beschwerdeführers getätigten Abklärungen ergeben hätten,
dass in der Tätigkeit als Taxichauffeur eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Hingegen
sei
er
ab Januar 2020 in einer angepassten Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig. In der bisherigen Tätigkeit als Taxichauffeur habe er im Schnitt ein Einkommen von
Fr.
31'329.--
pro Jahr
verdienen können.
Das
Einkommen stütze sich auf die e
ingereichten Unterlagen zur selbständigen Tätig
keit.
Das Einkommen mit gesundheitlicher Einschränkung belaufe sich gestützt auf die
Lohnstrukturerhebungen des Bundesamtes für Statistik (
LSE
)
auf
Fr.
34'737.5
0.
Damit l
ägen
keine Erwerbseinbusse und kein IV-Grad
vor (S. 1 f.)
.
2.2
Dagegen machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde (
Urk.
1) geltend, dass
aus seiner selbständig ausgeübten Erwerbstätigkeit nicht gefolgert werden könne
, dass er sich aus freien Stücken mit einem unterdurchschnittlichen Lohn begnügt hätte,
dies
umso weniger, als das von der Beschwerdegegnerin errechnete massgebende Einkommen von
Fr.
31'329.-- unter dem von der Sozialhilfe
behörde errechneten Sozialhilfebudget liege
(S. 3 unten f.)
. Er sei willens
und bestrebt
gewesen
,
mit seiner Selbständigkeit mindestens das Niveau einer Angestelltentätigkeit im Taxibereich zu erwirtschaften.
Von einem freiwilligen Verzicht könne nicht die Rede sein.
Der Minderverdienst betrage 55
%
. Folglich seien 50
%
zu parallelisieren. Damit betrage das Invalideneinkommen bei 50
%
Arbeitsfähigkeit
Fr.
17'368.-- (S. 4).
3.
Unbestritten geblieben ist der medizinische Sachverhalt, wonach dem Beschwer
deführer die angestammte Tätigkeit als Taxifahrer
seit Januar 2019
nicht mehr zumutbar ist, er jedoch seit Januar 2020 in einer angepassten Tätigkeit zu 50
%
arbeitsfähig ist.
Zu dieser Einschätzung kam
Dr.
med. Y._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), in ihrer Stellung
nahme vom
8.
Juni 2021 nach Vorlage der medizinischen Akten (vgl.
Urk.
9/29 S. 4 f.).
Strittig und zu prüfen ist nachfolgend der von der Beschwerdegegnerin vorge
nommene Einkommensvergleich und dabei insbesondere die Frage, ob sie zu Recht auf eine Parallelisierung der Einkommen verzichtet hat.
4.
4.1
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
von selbständig erwerbstätig gewesenen Personen, das der Bestimmung des Invaliditätsgrades nach Art. 16 ATSG zugrunde zu legen ist, sollten in erster Linie die aus dem Auszug aus dem Individuellen Konto (IK) ersichtlichen Löhne herangezogen werden. Weist das bis Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen (Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2011 vom 29. März 2012 E. 3, E. 4.1 f.).
Bei selbständig Erwerbenden wird namentlich dann nicht auf das zuletzt erzielte Einkommen abgestellt, wenn aufgrund der Umstände mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit anzunehmen ist
, dass der Versicherte im Gesundheitsfall seine nicht einträgliche selbständige Tätigkeit aufgegeben und eine besser
entlöhnte
andere Tätigkeit angenommen hätte, oder dann, wenn die vor der Gesundheits
beeinträchtigung ausgeübte selbständige Tätigkeit wegen ihrer kurzen Dauer keine genügende Grundlage für die Bestimmung des
Valideneinkommens
darstellt, zumal in den ersten Jahren nach Aufnahme der selbständigen Erwerbs
tätigkeit üblicherweise aus verschiedenen Gründen (hohe Abschreibungsquote auf Neuinvestitionen usw.) die Betriebsgewinne gering sind. Wenn sich hingegen der Versicherte, auch als seine Arbeitsfähigkeit noch nicht beeinträchtigt war, über mehrere Jahre hinweg mit einem bescheidenen Einkommen aus selbstän
diger Erwerbstätigkeit begnügt hat, ist dieses für die Festlegung des
Validenein
kommens
massgebend, selbst wenn besser
entlöhnte
Erwerbsmöglichkeiten bestanden hätten
.
Das gilt auch dann, wenn beim Invalideneinkommen dem Versicherten aufgrund der Schadenminderungspflicht zugemutet wird, in eine einträglichere unselbständige Tätigkeit zu wechseln (vgl. etwa Urteile des
Eidg
. Versicherungsgerichts I 38/06 vom
7.
Juni 2006 und I 116/03 vom 1
0.
November 2003).
Das Bundesgericht hat denn auch eine Parallelisierung der Einkommen bei selbständig Erwerbenden in der Regel abgelehnt (Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2011 vom 2
9.
März 2012 E. 4.4 mit Hinweisen auf
BGE 135 V 58
E. 3.4.6-7).
4
.2
Für den Einkommensvergleich ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten
im Zeitpunkt des (
hypothetischen) Rentenbeginns –
hier das Jahr
2021
(
Art.
28 Abs. 1
lit
. b und
Art.
29
Abs.
1 IVG)
–
abzustellen (BGE 128 V 174, BGE 129
V 222).
Vorliegend ergeben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer seine
seit dem Jahr 2009 ausgeübte
selbständige Erwerbstätigkeit als Taxifahrer ohne Eintritt des Gesundheitsschadens Anfang des Jahres 2019 au
f
gege
ben hätte.
Ausdrücklich
bestätigte er gegenüber der Abklärungsperson, dass die Aufgabe seiner Tätigkeit aus rein gesundheitlichen Gründen erfolgt sei. Er habe den Beruf als Taxifahrer gerne ausgeübt und hätte daran ohne den Gesundheitsschaden auch nichts geändert (
Urk.
9/37
Ziff.
4).
Darauf ist im Sinne der «Aussage der ersten Stunde» (
BGE 143 V 168 E. 5.2.2, 121 V 45 E. 2a)
abzustellen
.
Hinweise dafür, dass
der Beschwerdeführer
das seit Beginn der selbständigen Erwerbstätig
keit im Jahr 2009
laut IK-Auszug (
Urk.
9/11) abgerechnete,
im Vergleich zu dem in einem Anstellungsverhältnis als Taxifahrer unterdurchschnittliche Einkommen nicht aus freien Stücken hingenommen hätte, liegen keine vor. So begnügte er sich zum Zeitpunkt des Eintritts der
Arbeitsunfähigkeit infolge des Herzinfarktes
im Januar 2019 bereit
s seit
mehreren
Jahre
n
mit
einem
im Vergleich zum Angestelltenverhältnis unterdurchschnittlichen Einkommen
,
und es hätte i
hm ohne weitere
s
frei
gestanden, in ein Anstellungsverhältnis zurück zu wechseln (vgl.
Urk.
9/37
Ziff.
3.2).
Entsprechende Arbeitsbemühungen sind
jedoch
weder belegt noch geltend gemacht.
Nur die beschwerdeweise vorgebrachte Feststel
lung, dass sein Lohn sogar unter dem von der Sozialhilfebehörde errechneten Sozialhilfebudget gelegen habe (vorstehend E. 2.2), reicht nicht aus, um darauf zu schliessen, dass er sich unfreiwillig und aus invaliditätsfremden Gründen mit dem mit seiner selbständigen Erwerbstätigkeit erzielten geringen V
erdienst nicht zufrieden
gegeben hätte.
Es ist daher mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass d
er
Beschwerdeführer bewusst ein unterdurchschnitt
liches Einkommen in Kauf genommen hat. Eine Parallelisierung der Verg
leichseinkommen ist daher nicht
vorzunehmen
(vorstehend E. 4.1
).
Die Beschwerdegegnerin ging vom durchschnittlichen Betriebsgewinn der Jahre 2016 bis 2018 und damit von
Fr.
31'329.-- aus, was unbe
s
tritten
geblieben ist (vgl.
Urk.
9/27
Ziff.
8.1 und
Urk.
9/37
Ziff.
8.1
) und nicht zu beanstanden ist.
4
.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss LSE herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeit
punkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V
295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevi
sionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
4.
4
Der Beschwerdeführer
kann seine bisher
ige
Tätigkeit als Taxichauffeur nicht mehr ausüben, jedoch ist ihm eine angepasste Tätigkeit im Umfang von 50
%
zumutbar (vorstehend E. 3).
Angesichts der besseren Verwertungsmöglichkeiten erscheint die Aufnahme einer unselbständigen Erwerbstätigkeit als zumutbar, wobei der berufliche Wechsel unter Berücksichtigung der gesamten Umstände
als zumutbar erscheint. E
ntgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers
hält der Arbeits
markt auch Hilfsarbeitertätigkeiten für Arbeitnehmer seines
Alters
bereit
(vgl.
Urk.
9/37 S. 3
Ziff.
4
)
.
Für den Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der (Rest-) Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, ist auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätigkeit abzustellen. Gemäss BGE 138 V 457 E. 3.4 steht die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-) Erwerbs
tätigkeit fest, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuver
lässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (Urteil des Bundesgerichts 9C_734/2013 vom 1
3.
März 2014 E. 2.2 mit weiteren Hinweisen). Dies war vorliegend mit der medizinischen Beurteilung durch die RAD-Ärztin
am
8.
Juni 2021 der Fall (vorstehend E. 3
). Der im
Dezember 1960
geborene Beschwerdeführer
(
Urk.
9/2
Ziff.
1.3)
war zu diesem Zeitpunkt
61.5 Jahr
e alt, womit noch eine Erwerbstätig
keit während rund
3.5
Jahr
en
bis zum Erreichen des AHV-Pensionsalters in Aussicht stand.
Die Anstellungschancen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt sind daher als intakt zu erachten auch bei einem zumutbaren Pensum von 50
%
(Urteil des Bundesgerichts 8C_482/2010 vom 2
7.
September 2010 E. 4.3)
.
Da
d
er
Beschwerdeführer
derzeit keine Tätigkeit ausübt, sind für die Ermittlung des
Invalideneinkommens
die
Tabellenlöhne zu verwenden.
Der d
urchschnittliche Lohn für
Männer in einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art
betr
ägt
Fr.
5'417.--
(LS
E 2018, TA1_triage_skill_level, Total,
Männer, Kompetenzniveau 1).
Damit ergibt sich unter
Berücksichtigung der durchschnittlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt
für Statistik, Betriebsübliche Arbeitsze
it nach Wirtschaftsabteilungen,
T03.02.03.01.04.01
) sowie der Nominallohnentwicklung
von 0.9
%
im Jahr 2019 und
0.8
%
im
Jahr
2020
(Bundesamt für Statistik, T 39 Entwicklung der Nominallöhne 2010-2020, Männer; Veränderung gegenüber Vorjahr
)
und
dem noch möglichen Pensum von 50
%
im Jahr 2021
ein Invalideneinkommen von
rund
Fr.
34'462.--
(Fr. 5'417.--
x 12 : 40 x 41,7 x 1.009 x
1.008 x
0.5).
4
.
5
Aufgrund dessen, dass
das Invalideneinkommen mit
rund
Fr.
34'462.--
über dem vom Beschwerdefü
hrer
durchschnittlich erzielten
Valideneinkommen
von
Fr.
31'329.--
liegt
, und selbst bei
Vornahme eines leidensbedingten Abzuges von 25 % kein rentenanspruchsbegründender Invaliditätsgrad resultieren würde
(vorstehend E. 1.
3
), besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente.
Die angefochtene Verfügung (
Urk.
2) erweist sich damit als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwer
deführer aufzuerlegen, zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.