Decision ID: 6fa77ce9-ce29-4ebb-bbbe-83985b249e52
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 197
5
,
war seit dem
1
8.
Juli 2005
bei
der Bank
Y._
, Zürich
, als
Sachbearbeiterin
tätig
(Urk.
8/16
Ziff.
2.
1), als sie sich am
2
8.
Februar 2015
unter Hinweis auf eine
Endometriose
(
Urk.
8/1
Ziff.
6.2)
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmeldete (Urk. 6/2)
.
Nach Erlass des Vorbescheids vom 2
2.
April 2016 (Urk.
8
/26) verneinte die Sozial
ver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit der in Rechtskraft erwach
senen Verfügung vom
1.
Juni 2016
(Urk.
8
/
30
) einen Renten
anspruch der Versi
cherten.
1.2
Mit Schreiben vom 2
1.
Juni 2016 (
Urk.
8
/32) teilte
die Versicherte
der IV-Stelle mit, dass sie weiterhin unter den Folgen einer
Endometriose
leide. Am 4.
Septem
ber 2017 meldete sich die Versicherte
unter Hinweis auf
eine
Endometriose
und auf eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung
erneut bei der Invalidenversi
cherung zum Leistungsbezug an (Urk.
8
/41
)
, worauf die IV
Stelle nach durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
8
/53,
Urk.
8
/54 und
Urk.
8
/57) mit Verfü
gung vom 2
8.
Mai 2018 (
Urk.
8
/59 =
Urk.
2)
erneut
einen Rentenanspruch der Versicherten
verneinte.
2.
Gegen die Verfügung
vom 2
8.
Mai
2018 (
Urk.
2
) erhob
die
Ver
si
cherte
mit Ein
gabe vom
2
6.
Juni
2018 (Urk. 1) Beschwerde
und beantragte
, diese
sei auf
zuhe
ben und es sei
ihr eine Rente
der Invalidenversicherung
zuzu
sprechen (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom
7.
September
2018
(
Urk.
6) stellte
die
IV-Stelle
gestützt auf die Stellungnahme ihres Regionalen Ärztlichen Dienstes vom 6.
Sep
tember 2018 (
Urk.
7) fest, dass der Leistungsanspruch anhand der vorhandenen Akten nicht abschliessend beurteilt werden könne und beantragte, dass die Sache in Gutheissung der Beschwerde zu ergänzender Sachverhaltsabklärung an sie zurückzuweisen sei.
Mit Eingabe vom
6.
November 2018 (
Urk.
12) beantragte die Beschwerdeführerin, dass dem Antrag der Beschwerdegegnerin auf Rückweisung der Sache zur ergänzender Sachverhaltsabklärung nicht stattzugeben sei, weil damit das Ver
fahren unnötigerweise verzögert werde und beantragte, dass eventuell stattdessen ein Gerichtsgutachten der Fachgebiete Psychiatrie und Gynäkologie einzuholen sei (S. 1). Mit Eingabe vom
7.
Januar 2019 (
Urk.
17) verzichtete die IV
Stelle auf eine ergänzende Stellungnahme, wovon die Beschwerdeführerin am
9.
Januar 2019 in Kenntnis gesetzt wurde (
Urk.
18).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts,
ATSG)
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer E
rwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuan
mel
dung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invali
di
täts
grades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise
wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 1
98 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie
fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbe
grün
dende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von
Art.
17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
1.5
Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung des Invali
di
tätsgrades eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensver
gleich
s (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_297/2016 vom
7.
April 2017 E. 2.2, nicht publiziert in: BGE 143 V 77, aber in SVR 2017 IV Nr. 51 S. 152). Dabei braucht es sich nicht um eine formelle Verfügung (
Art.
49 ATSG) zu handeln. Ändert sich nach durchgeführter Renten
revision als Ergebnis einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs nichts und eröffnet die IV-Stelle deswegen das Revisionsergebnis gestützt auf Art. 74
ter
lit
. f IVV auf dem Weg der blossen Mitteilung (
Art.
51 ATSG), ist im darauffolgenden Revisionsverfahren zeitlich zu vergleichender Ausgangssachverhalt derjenige, welcher der Mitteilung zugrunde lag (Urteil des Bundesgerichts 9C_599/2016 vom 2
9.
März 2017 E.
3.1.2 unter Hinweis auf 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.
3.1.2).
Ist ein Revisionsgrund gegeben, ist der Invaliditätsgrad auf der Grundlage eines richtig und vollständig festgestellten Sachverhalts neu und ohne Bindung an
früh
ere Invaliditätsschätzungen zu ermitteln (Urteil des Bundesgerichts 9C_882/2010
vom 25. Januar 2011 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.6
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen
einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (E. 7.2
; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.1). Diese Abklärungen enden laut Bundesgericht stets mit der
Rechtsfrage, ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen an
hand der nach BGE 141 V 281 rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeits
un
fä
higkeit schliessen lassen (BGE 143 V 418 E.
7.1; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
1.7
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten Beweis
verfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und all
fälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahrscheinlich von einer bloss leichtgradigen depressi
ven Störung auszugehen ist, die nicht schon als
chronifiziert
gelten kann und auch nicht mit Komorbiditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines struk
turierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_580/2017 vom 1
6.
Januar 2018 E. 3.1).
1.8
Nach der allgemeinen Beweisregel (Art. 8 des Zivilgesetzbuches, ZGB) obliegt es bei erstmaliger Rentenprüfung (sowie bei einer Neuanmeldung zum Leistungs
be
zug) der versicherten Person, die invalidisieren
den Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung mit dem Beweisgrad der über
wie
genden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Gelingt dieser Nachweis nicht, verfügt sie über keinen Leistungs
anspruch. Mit anderen Worten wird bei Beweislosigkeit vermutet, dass sich der geklagte Gesundheitsschaden nicht invalidisierend auswirkt (BGE 140 V 290 E. 4.1; 139 V 547 E. 8.1). Bleiben die Auswirkungen eines objektivierbaren wie auch eines nicht (bildgebend) fassbaren Leidens auf die Arbeitsfähigkeit trotz in Nachachtung des Untersuchungs
grundsatzes sorg
fältig durchgeführter Abklä
run
gen vage und unbestimmt, ist der Beweis für die
Anspruchsgrundlage nicht geleistet und nicht zu erbringen (BGE 140 V 290 E. 4
.1 mit Hinweisen auf die Literatur).
1.9
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
2
8.
Mai
2018
(Urk. 2) davon aus, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerde
führerin seit Erlass der rechtskräftigen, anspruchsverneinenden Verfügung
vom
1.
Juni 2016 (
Urk.
8/30)
nicht in einer für den Rentenanspruch relevanten Weise verändert habe, dass
die somatischen Leiden, unter welchen sie leide, gut behandelbar seien, wobei mittels Magnetresonanztomographie (MRI)
insbesondere keine
Endo
metrioseherde
festzustellen gewesen seien, und dass auch das psychische Leiden als therapierbar zu gelten habe, wobei diesbezüglich insbesondere die gestellten Diagnosen einer
p
osttraumatischen Belastungsstörung und einer Persönlichkeits
änderung nicht vollständig nachvollzogen werden könnten.
Ein Rentenanspruch
sei daher
unverändert nicht ausgewiesen
(S. 2).
2.2
Die Beschwerdeführerin bringt
hiegegen
vor, dass
sich ihr Gesundheitszustand seit Erlass
der renten
verneinenden Verfügung vom
1.
Juni 2016
stark verschlech
tert habe, weshalb
sie
vom 1
0.
Januar bis
8.
März 2017 in stationärer psychiatri
scher Behandlung
gestanden
habe und sei
t
April 2017 in ambulanter psychia
trisch-psychotherapeutischer Behandlung stehe (
Urk.
1 S. 3). Des Weiteren leide sie in somatischer Hinsicht seit Jahren unter einer schweren
Endometriose
, wel
che zu starken Schmerzen und zu einer Arbe
itsunfähigkeit im Umfang von 50
%
führe
. Aus diesen Gründen sei ein Rentenanspruch ausgewiesen
(
Urk.
1 S.
5).
3.
3.1
Nach Erlass der rentenverneinenden Verfügung vom
1
.
Juni 2016
(Urk.
8/30
) mel
dete sich die Beschwerdeführerin am
4.
September 2017
(Urk.
8/41
) erneut zum
Bezug einer Rente
an. Die Beschwerdegegnerin prüfte den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin in materieller Hinsicht neu und verneinte mit der ange
foch
tenen Verfügung vom
2
8.
Mai
2018 (Urk. 2) erneut einen Rentenanspruch der Beschwerdeführerin.
3.2
Streitig und zu prüfen ist daher
, ob sich der anspruchsrelevante Sachverhalt im Vergleichszeitraum
seit
Erlass der
Verfügung vom
1.
Juni 2016
bis zum Erlass de
r angefochtenen Verfügung vom
2
8.
Mai
2018
in einer für
den Renten
anspruch massgeblichen
Weise
erheblich
verändert hat.
4.
4.1
Bei Erlass der ursprünglichen rentenverneinenden Verfügung vom
1.
Juni 2016 (
Urk.
8/30) stützte sich die Beschwerdegegnerin zur Hauptsache auf die Berichte von
Dr.
med. Z._
vom 2
4.
November 2015 und von
Dr.
med.
A._
vom 2
6.
November 2015 (
Urk.
8/25 S.
2.
f.).
4.2
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für
Gynäkologie und Geburtshilfe
, Ober
ärztin am
B._
,
erwähnte in ihrem Bericht vom 2
4.
Novem
ber 2015 (
Urk.
8/14), dass die Beschwerdeführerin seit April 2012 in ihrer Behandlung stehe (
Ziff.
1.2) und stellte die folgenden Diagnosen (
Ziff.
1.1):
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
chronische Unterbauchschmerzen bei
Endometriose
dritten Grades mit Adhäsionen seit Februar 2015
-
Knochenschmerzen und
muskuloskelettale
Schmerzen mit Kraftminde
rung seit Juni 2015
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Colon
irritabile
seit dem Jahre 2006
-
Mastodynie
seit dem Jahre 2012
-
Protein S-Mangel (angeboren)
-
Kontrastmittelallergie (Jod)
-
Milchproteinallergie
Die Ärztin erwähnte, dass
die Beschwerdeführerin zwar im Jahre 2012 im Rahmen einer abdominalen Hysterektomie operiert worden sei, dass
in Bezug auf die Adhäsionen
jedoch
weiterhin
eine grosse
Rezidiv
wahrscheinlichkeit
bestehe. Gegenwärtig werde die
Endometriose
konservativ medikamentös behandelt (Ziff.
1.5). Die Beschwerdeführerin werde durch Schmerzen und Kraftminderung in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt und benötige deshalb mehr Pausen. Die Ausübung der bisherigen Tätigkeit
als Büroangestellte
sei ihr gegenwärtig im Umfang eines Arbeitspensums von 70
%
bis 80
%
zuzumuten. Eine behinde
rungsangepasste Tätigkeit könne sie ab sofort im zeitlichen Umfang von sechs bis sieben Stunden im Tag ausüben (Ziff. 1.7).
4.3
Dr.
med. A._
, Fachärztin für
Allgemeine Innere Medizin
und für Gastroenterologie,
Oberärztin am
B._
,
stellte in ihrem Bericht vom 2
6.
November 2015 d
ie folgenden Diagnosen
(
Urk.
8/15):
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Endometriose
Grad III mit ausgeprägten Adhäsionen und oberflächlicher Dünndarmbeteiligung
mit/bei:
-
Status nach
Adhäsiolyse
,
Endometriose
-Sanierung im kleinen Becken,
Biopsieentnahme
, Dünndarm- und Dickdarmrevision
im
September
2014
-
Status nach
abdomineller Hysterektomie bei symptomatischem Uterus
myomatosus
und
Endometriose
im April
2012
-
Status nach
Darmregulation mit
Visane
am
2
5.
Dezember
2014
-
aktuell Hormone
innahme mittels Depot-Spritze,
gutes Ansprechen
-
r
ezidivierende Unterbauchschmerzen, am
e
hesten im Rahmen der
Endo
metriose
(Differentialdiagnosen: adhäsionsbedingt/
funktionelle Beschwerden im Sinne eines Reizdarmsyndroms
) mit/bei:
-
Computertomographie (CT) des
Abdomen
s
vom
9.
März
2015:
Verdacht auf
Obstipation, keine
höhergradige
Passagestörung
, keine sonstige Pathologie
-
normale Werte von
Calprotectin
im Stuhl
am 2
1.
Mai
2015
-
Status nach
Gastroskopie und Koloskopie
am
7.
August
2014
bei
Nor
malbefund
-
histologisch keine Hinweise für
Sprue
oder anderweitige chronische Erkrankung
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
:
-
Protein S-Mangel
-
f
ragliche Laktose-
I
ntoleranz
-
grenzwertiges Untergewicht (
aktueller BMI um 18.5
kg
/m2
)
Die Unterbauchbeschwerden seien aus
gastroenterologischer
Sicht nicht restlos geklärt,
wobei
es nach einer
Änderung der
Therapie der
Endometr
iose
mit einer
Hormon-Depot-Spritze
im Jahre 2014 zu
eine
r
deutliche
n
Befundbesserung
gekommen sei (
Ziff.
1.4)
.
Auf
Grund der rezidivierenden Beschwerden
habe
zuletzt eine
dauerhafte
Arbeitsunfähigkeit
von
30
%
beziehungsweise eine Arbeitsfähigkeit von 70
%
bestand
en (
Ziff.
1.5)
.
5.
5.1
Bei Erlass der rentenverneinenden Verfügung vom
2
8.
Mai
2018 (
Urk.
2)
stützte sich die Beschwerdegegnerin zur Hauptsache auf die Stellungnahme der Ärztin ihres Regionalen Ärztlichen Diens
tes,
dipl.
med. C._
,
vom 25.
Januar 2018 (
Urk.
8/52/3-5).
5.2
Die
Ärzte der
D._
erwähnten im Austrittsbericht vom 2
3.
März 2017 (
Urk.
8/50), dass die Beschwer
deführerin vom 1
0.
Januar bis
8.
März 2017 hospitalisiert gewesen sei und stellten die folgenden Diagnosen:
-
r
ezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig mittelgrad
ige Episode
-
s
omatoforme autonome Funktionsstörun
g, mehrere Organe und Systeme (u
nteres Verdauungssystem, urogenitales System)
-
Endometriose
Sie führten aus, dass die Beschwerdeführerin
nach
einer
Zunahme
einer
psycho
sozialen Stressbelastung
infolge
persistierender gynäkologischer
(Gebär
mutter
entfernung) und gastrointestinaler Beschwerden,
Autoimmun
beschwerden
sowie
einer
subjektiv unbefriedigenden Versorgung
ihrer
psychisch kranken Mutter
unter einer mittelgradigen depressiven
Episode
sowie
Erschöpfungs
erlebe
n
gelitten habe
(S. 1)
.
Die Beschwerdeführerin
leide unter
Defizite
n
in der Emotionswahrnehmung,
in der
Abgrenzungsfähigkeit und
in der
Selbstfürsorge
, welche auf eine unsichere Bindung zu ihrer
schizophrenen Mutter und
eine
frühe
Parentifizierung
bei stark
konflikthaftem
Familiensystem
zurückzuführen seien (S. 1)
und welche zu
somatoformen Beschwerden
geführt hätten.
Bei Spitalaustritt sei d
ie mittelgradige depressive Symptomatik,
welche sich insbesondere
in Kraft- und Energielosigkeit, Niedergeschlagenheit sowie Antriebshemmung
geäussert habe
,
jedoch
deutlich rückläufig
gewesen
.
Für
eine weiterführende Behandlung
sei
die Erarbeitung einer adäquaten Affektregulation, die Aufrechterhaltung von funktionalem interpersonellem Abgrenzungsverhalten und der Arbeitswieder
ein
stieg mit angemessenem (allenfalls reduziertem) Pensum indiziert
(S. 2).
5.3
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
, stellte in seinem Bericht vom 2
8.
August 2017 (
Urk.
8/40) die folgenden Diagno
sen (S. 1):
-
a
ndauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung,
das heisst
komplexe posttraumatische Belastungsstörung bestehend seit dem frühen Erwachsenenalter
-
r
ezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
mittelgradig
e
anhaltende Episode mit Erstmanifestation im Alter von 18 Jahren
-
Endometriose
dritten Grades
mit Erstdiagnose
im Jahre
2012
Der Arzt führte aus, dass bei der Beschwerdeführerin
schwerste emotionale Ver
nachlässigung sowie
Parentifizierung
gravierende Auswirkungen auf die Ent
wicklung einer stabilen
Persönl
ichkeitsstruktur
gehabt hätten
. Die Wahr
nehmung von Affekten
sei
stark eingeschränkt und
werde
vordergründig durch körperliche Schmerzen erlebt.
Das Vermögen, Hilfe annehmen zu können,
sei
eingeschränkt.
Die Beschwerdeführerin versuche
immer wieder, bis zur eigenen Überforderung und Erschöpfung anderen zu helfen. Reale Trennungen lösten und lösen stets Depression aus
(S. 2)
. Für eine längerfristige Besserung der posttraumatischen Entwicklungsstörung sowie der rezidivierenden depressiven Störung
sei
eine intensive Langzeitpsychotherapie im ambulanten Setting indiziert. Die auf per
sönlichkeitsstruktureller Ebene basierte und entsprechend langanhaltende
und
tief verwurzelte
Störung manifestiere
sich in verschiedenen Lebensbereichen. Auf
G
rund mangelnder p
sychischer Belastbarkeit bestehe
bis auf Weiteres eine Arbeitsfähigkeit von maximal 50
%
(S. 3).
5.4
Mit Bericht vom 2
2.
November 2017 (
Urk.
8/48) diagnostizierte
Dr.
med.
F._
, Fachärztin für
Gynäkologie und Geburtshilfe
,
chronische Bauch
schmerzen bei
Endometriose
und Defäkationsstörung, sowie rezidivierende depressive Episoden (
Ziff.
1.1) und erwähnte, dass der gynäkologische Status unauffällig sei, und dass eine MRI vom Juni 2017 keine darstellbaren
Endo
metrioseherde
ergeben habe (
Ziff.
1.4). Seit September 2016 bestehe eine Arbeits
unfähigkeit im Umfang von 50
%
(
Ziff.
1.6 f.).
5.5
RAD-Ärztin
dipl.
med. C._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medi
zin und für Prävention und Gesundheitswesen,
stellte in ihrer auf Grundlage der Akten verfassten Stellungnahme vom 2
5.
Januar 2018 (
Urk.
8/52/3-5) die folgen
den Diagnosen (S. 1):
Diag
nosen mit dauerhafter Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit
:
-
Keine
Diagnosen ohne dauerhafte Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit
:
-
Endometriose
Grad III mit/bei
chronische
n
Unterbauchschmerzen
-
Status nach
Hysterektomie bei symptomatischem Uterus
myomatosus
-
Knochen- und
muskuloskelettale
Schmerzen mit Kraftminderung
-
Reizdarmsyndrom
-
Mastodynie
-
Protein-S-Mangel
-
Kontrastmittelallergie
-
Milchproteinallergie
-
Obstipation
-
r
ezidivierende depressive Störung, mittelgradige Episode,
mit/bei
deutlich rückläufige
r
Symptomatik
-
s
omatoforme autonome Funktionsstörung
-
a
ndauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung
im Sinne einer
komplexe
n
posttraumatische
n
Belastungsstörung
Die
RAD-
Ä
rzt
in
erwähnte, dass die Beschwerdeführerin in ihrer
bisherige
n
Tätig
keit als Bankan
g
estellte
durch c
hronische Unterbauchschmerzen, Kraft
minde
rung
,
Stuhlunregelmässigkeiten
,
psychische Minderbelastbarkeit
, starkes Erschöpfungs
empfinden und
durch
das
Fehlen angemessener Kompensations
stra
tegien
in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt werde
. Die
Ausübung
schwere
r
körperliche
r
Tätigkeit
en
sei ihr
nicht zuzumuten.
Aus
versicherungsmedizinisch-theoretischer Sicht
bestehe indes keine Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit, wobei es sich bei der bisherigen Tätigkeit als Bankangestellte um eine behinderungsangepasste Tätigkeit gehandelt habe
(S. 2)
.
Im Rahmen der stationären psychiatrischen Behandlung vom Januar bis März 2017 sei es zu einer
deutliche
n
Verbesserung des Gesundheitszustandes mit rück
läufiger depressiver Symptomatik
gekommen, wobei die
rezidivierenden depressiven Episoden
sowohl
durch die Klinik
(
D._
) als auch durch den
nachbe
handelnde
n
Arzt (
Dr.
E._
)
jeweils als reaktiv
beurteilt worden seien.
Dabei
falle
auf, dass
k
eine medikamentöse Therapie der psychischen Erkrankung
erfolgt sei
.
Die von
Dr.
E._
gestellte Diagnose e
iner posttraumatischen Entwick
lungsstörung
beziehungsweise
posttraumatische Belastungsstörung
(PTBS) ver
möge nicht zu überzeugen, da eine solche
als eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmass, die bei fast jedem eine tiefe
Verzweiflung hervorrufen würde, entstehe.
Typische Merkmale
seien
das
wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen (Nachhallerinnerungen, Flashbacks), Träumen oder Alpträumen, die vor dem Hintergrund eines andauernden Gefühls von
Betäubtsein
und emotionaler Stumpfheit auftreten
würden
.
Der Beginn der Störung folge
dem Trauma mit einer Latenz, die weni
ge Wochen bis Monate dauern könne. Der
Ver
lauf
sei
wechselhaft
. In
der Mehrzahl der Fälle
könne
jedoch eine Heilung erwartet werden. In wenigen Fällen
nehme
die Störung über viele Jahre einen chronischen Verlauf und geht dann in eine andauernde Persönlichkeitsänderung über. Diese
sei
gekennzeichnet durch eine feindliche oder misstrauische Haltung gegenüber der Welt, durch sozialen Rückzug, Gefühle der Leere oder Hoffnungslosigkeit, ein chronisches Gefühl der Anspannung wie bei ständigem
Bedrohtsein
und Ent
fremdungsgefühl.
Obwohl die Beschwerdeführerin eine
belastete Kindheit
erlebt habe
,
seien
die für die Anerkennung
einer PTBS
notwendigen Kriterien
- insbe
sondere
hinsichtlich des auslösenden Ereignisses
und
der Krankheitssymptomatik
- nicht erfüllt
. Es
könne
bei Fehlen
einer entsprechenden Symptomatik
auch die Diagnose einer andauernden Persönlichkeitsänderung
nicht
gestellt werden. Die somatischen Diagno
sen
seien
behandelbar
.
Zusammenfassend
könne
aus versi
cherungs
medizinischer Sicht ein die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätig
keit
länger
fristig beeinträchtigender Gesundheitsschaden
nicht festgestellt wer
den. Die angegebenen Beschwerden
seien
überwiegend funktioneller oder reakti
ver Natur
und
verbunden mit psy
chosozialen Belastungsfaktoren (S. 3).
5.6
In ihrer Stellungnahme vom
6.
Se
ptember 2018 (
Urk.
7) führte
dipl.
med.
C._
aus, dass - nach einer nochmaligen Sichtung der Aktenlage - weitere Abklärun
gen erforderlich seien. In psychischer Hinsicht hätte
n
die beteiligten psychiatri
schen Fachärzte unterschiedliche Diagnosen gestellt und die Arbeitsfähigkeit unterschiedlich beurteilt. Allein auf Grund der Aktenlage könnten diese unter
schiedlichen Einschätzungen nicht verifiziert werden (S. 1).
Zudem seien
auch
in
somatischer Hinsicht
die Folgen der durch die
Endometriose
und durch das Reizdarmsyndrom verursachten Bauchbeschwerden auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit durch die behandelnden Ärzte unterschiedlich gewichtet wor
den (S. 2).
6.
6.1
Den erwähnten Akten zum Gesundheitszustand bei Erlass der ursprünglichen Verfügung vom
1.
Juni 2016 (
Urk.
8/30) ist zu entnehmen, dass die Beschwerde
führerin unter einer
Endometriose
dritten Grades mit Adhäsionen und oberfläch
licher Dünndarmbeteiligung sowie unter chronischen beziehungsweise rezidi
vierenden Unterbauchschmerzen litt
. Die behandelnden Ärztinnen, Dr.
Z._
und
Dr.
A._
, gingen übereinstimmend davon aus, dass
die
Beschwerde
führerin aus somatischen Gründen in ihrer bisherigen Tätigkeit als Bankange
stellte im Umfangt von 30 % in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt sei (vorstehend E.
4.2
und E.
4.3
).
Dr.
Z._
ging sodann davon aus, dass der Beschwer
deführerin die Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit im
zeitlichen Umfang von sechs bis sieben Stunden im Tag
zuzumuten sei (vorstehend E.
4.2
).
6.2
Bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 2
8. Mai
2018 (
Urk.
2)
war
die Beschwerdeführerin neu zusätzlich
durch ein psychisches Leiden beeinträchtigt und wurde deswegen vorerst vom 1
0.
Januar bis
8.
März 2017 stationär (Urk. 8/50) und
anschliessend ab
5.
April 2017 (
Urk.
8/40 S. 1) ambulant psychiatrisch be
handelt. Während die Ärzte der
D._
in psychischer Hinsicht am 2
3.
März 2017 (vorstehend E.
5.2
) eine
r
ezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig mittel
grad
ige Episode
, und eine
s
omatoforme autonome Funktions
störung
diagnosti
zierten,
vertrat
Dr.
E._
in
seinem Bericht
vom 2
8.
August 2017 (
vorstehend E.
5.3
)
in diagnostischer Hinsicht die Ansicht, dass die Beschwerdeführerin seit ihrem 1
8.
Lebensjahr unter einer
rezidivierende
n
depressive
n
Störung
, gegenwär
tig mittelgradige Episode,
gelitten habe, und dass sie
zusätzlich seit
ihrem
frühen Erwachsenenalter unter einer
a
ndauernde
n
Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung
im Sinne einer
komplexe
n
posttraumatische Belastungsstörung
leide.
In somatischer Hinsicht stellte
Dr.
F._
in ihrem Bericht vom
2
2.
November 2017 (
vorstehend E.
5.4
)
fest,
dass eine MRI
vom Juni 2017 keine darstellbaren
Endometrioseherde
mehr
ergeben habe
. Sie ging indes davon aus, dass die Beschwerdeführerin auf Grund der
chronische
n
Bauchschmerzen bei
Endo
metriose
, der
Defäkationsstörung
und der
rezidi
vierende
n
depressive
n
Episoden
weiterhin
im Umfang von 50
%
in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt
sei
. Dem
gegenüber
ging
dipl.
med.
C._
in ihrer
Stellungnahme vom 2
5.
Januar 2018 (
vorstehend E.
5.5
)
davon aus, dass
die Beschwerdeführerin weder aus somati
schen noch aus psychischen Gründen längerfristig beziehungsweise dauerhaft in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt werde, und dass die geklagten
Beschwerden überwiegend funktioneller oder reaktiver Natur
seien
,
beziehungsweise
dass sie in Zusammenhang mit
psy
chosoziale
n
Belastungsfaktoren
stünden
.
6.3
6.3.1
In Bezug auf die Stellungnahme von
RAD-Ärztin
dipl.
med.
C._
vom
2
5.
Januar 2018 (vorstehend E.
5.5
)
gilt es zu beachten, dass der Beweiswert von RAD-Berichten (Art. 49 Abs. 2 IVV) gemäss der Rechtsprechung mit jenem exter
ner medizinischer Sach
verständigen
gutach
ten vergleichbar ist, sofern sie den praxis
gemässen Anforderungen an ein ärztli
ches Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifika
tionen verfügt (BGE 137 V 210 E. 1.2.1). Auf das Ergebnis versicherungsinterner ärzt
licher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – kann indes nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (BGE 139 V 225 E. 5.2 und 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7; Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4). Der Stel
lung
nahme von
dipl.
med.
C._
vom 25. Januar 2018 kommt daher lediglich ein eingeschränkter Beweiswert als Administrativbericht zu, und
es kann darauf nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an seiner Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen.
6.3.2
Des Weiteren gilt es in Bezug auf die Beurteilungen durch
dipl.
med.
C._
zu beachten, dass diese
über
ein
e
in der Schweiz anerkannte medizinische Weiter
bildu
ng
als Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und
über eine solche
als Fachärztin für Prävention und Gesundheitswesen verfügt (
Medizinal
berufe
regis
ter
; www.medregom.admin.ch)
verfügt, dass sie indes k
einen Facharzttitel
für Psy
chiatrie und Psychotherapie
erworben hat
. Insoweit
dipl.
med.
C._
in ihrer Stellungnahme vom 2
5.
Januar 2018 (vorstehend E.
5.5
) davon ausging, dass eine Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen nicht erstellt sei, kann
auf
ihre
Beurteilung
daher
nicht abgestellt werden, weil es ihr
an einer dafür ange
zeigten fachärztlichen Weiterbildung im Fachgebiet Psychiatrie und Psychothe
rapie
fehlt
.
6.3.3
Auf die Beurteilung durch
dipl.
med.
C._
vom 2
5.
Januar 2018
(vorstehend E.
5.5
) kann vorliegend jedoch auch in somatischer Hinsicht nicht abgestellt wer
den. Denn in ihrer nachfolgenden
Stellungnahme vom
6.
September 2018 (
vor
stehend E.
5.6
)
führte
dipl.
med.
C._
aus, dass
die beteiligten Ärzte die Arbeits- und Leistungsfähigkeit unterschiedlich beurteilt hätten, weshalb eine ergänzende Abklärung des Sachverhalts erforderlich sei. Damit hielt
dipl.
med.
C._
nach
einer
erneuten
Sichtung der Akten
an ihrer eigenen Beurteilung vom 2
5.
Januar 2018 nicht mehr fest. Die Beurteilung
en
durch
dipl.
med.
C._
erweisen sich daher als widersprüchlich und vermögen
auch in inhaltlicher Hin
sicht nicht zu überzeugen, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann.
6.4
Vorliegend enthalten weder
die Beurteilung durch
Dr.
E._
(vorstehend E.
5.3
)
noch diejenige
durch
Dr.
F._
(vorstehend E.
5.4
)
nachvollziehbare Beurtei
lungen der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in zumutbaren behinde
rungs
ange
passten Tätigkeiten aus psychischen
beziehungsweise aus somatischen
Gründen, weshalb alleine darauf nicht abgestellt werden kann. Andererseits gilt es zu berücksichtigen, dass gemäss der Rechtsprechung - wie bereits erwähnt (vor
ste
hend E.
1.6
) -
grundsätzlich
sämtliche psychischen Leiden, namentlich auch leichte bis mittelschwere Depressionen, für die Beurteilung der Arbeits
fähigkeit grundsätzlich einem strukturierten Beweisverfahren nach Mass
gabe von BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (unter Vorbehalt der Fälle, in welchen davon aus Grün
den der Verhältnismässigkeit abgesehen werden kann; vgl. vorstehend E.
1.7). Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen defi
niert systema
tisierte Indikatoren, die - unter Berücksichtigung von leistungs
hin
dernden äusseren Belastungsfaktoren
einerseits und von Kompensations
poten
tia
len
(Res
sourcen) anderseits - erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsver
mögen einzu
schätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4 bis 3.6 und 4.1). Entscheidend ist da
bei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es ge
lingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich releva
nten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 E.
5.1).
6.5
Auf Grund der medizinischen Aktenlage ist davon auszugehen, dass die Be
schwerdeführerin neu
zusätzlich unter einem psychischen Leiden im Sinne einer
rezidivierende
n
depressive
n
Störung, ge
genwärtig mittelgradige Episode
und allenfalls unter einem weiteren psychischen Leiden, welches von den behandelnden psychiatrischen Fachärzten in diagnostischer Hinsicht
jedoch
bisher unter
schiedlich beurteilt wurde
(
vgl.
vorstehende E.
6.2
),
litt und deswegen wenigstens während eines gewissen Zeit
raumes in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt war. Da es sich hierbei nicht zweifelsfrei lediglich um eine leicht
gradige psychische Störung ohne
Chronifi
zierung
und ohne Komorbiditäten handelte,
kann vor
liegend von einem struktu
rierten Beweisverfahren nicht
abgesehen werden (vgl.
vorstehend E.
1.7
). Vielmehr ist das psychische Leiden der Beschwer
de
führerin einem strukturieren Beweisver
fahren nach BGE 141 V 281 zu unter
ziehen.
6.6
Den Akten lassen sich jedoch keine
hinreichenden Ausführungen zu den
Stan
dard
indiktoren
gemäss BGE 141 V 281 entnehmen. Mangels genü
gender und nachvollziehbarer Angaben zu den gemäss der Rechtsprechung zu beachtenden Indikatoren in den vorhandenen medizinischen Akten erweist sich in psychischer Hinsicht eine Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit beziehungsweise des tatsäch
lich noch erreichbaren restlichen Leistungsver
mö
gens anhand der Standardindi
katoren im Sinne der Recht
spre
chung vor
liegend somit als unmöglich. Insofern erweist sich der Sachverhalt nicht als rechts
genügend abgeklärt.
6.7
Des Weiteren ist auf Grund der medizinischen Aktenlage,
insbesondere des Berichts von
Dr.
F._
vom 2
2.
November 2017 (
vorstehend E.
5.4
),
welche der Beschwerdeführerin eine Arbeitsunfähigkeit (aus somatischen Gründen) im Umfang von 50
%
attestierte, obwohl sie gleichzeitig
einen unauffälligen
gynä
kologische
n
Status
feststellte und erwähnte,
dass eine MRI vom Juni 2017 keine darstellbaren
Endometrioseherde
mehr
ergeben habe
,
nicht zweifelsfrei aus
zu
schliessen, dass sich auch der somatische Gesundheitszustand
der Beschwerde
führerin in
einer für den Rentenanspruch erheblichen Weise verändert haben könnte.
Es lässt sich den Akten
daher auch
in somatischer Hinsicht
keine
nach
voll
zieh
bare Beurtei
lung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in zumut
baren behinderungs
angepassten Tätigkeiten entnehmen, weshalb sich der Sach
verhalt auch diesbezüglich als nicht rechtsgenügend ab
ge
klärt erweist.
7
.
7.1
Das Gericht
holt
gemäss Rechtsprechung
(BGE 139 V 99 E. 1.1 und 137 V 210 E. 4.4.1.4)
in der Regel ein Gerichtsgutachten ein, wenn
es
im Rahmen der Beweiswürdigung zum Schluss kommt, ein bereits erhobener medizinischer Sach
verhalt müsse (insgesamt oder in wesentlichen Teilen) noch gutachtlich geklärt werden oder eine Administrativexpertise sei in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig. Eine Rückweisung an die IV-Stelle bleibt hingegen möglich, wenn es darum geht, zu einer bisher vollständig ungeklärten Frage ein Gutachten einzuholen. Ebenso steht es dem Versicherungsgericht frei, eine Sache zurückzu
weisen, wenn allein eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung
der medizi
nischen Akten beziehungsweise von gutachtlichen Ausführungen
erforderlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4).
7.2
Gemäss
§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Soz
ialversicherungsgericht (
GSVGer
) kann das
Gericht
insbesondere dann
die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vo
r
in
stanz zurückweisen, wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht
auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wu
rde.
8.
Nach Gesagtem erweist sich
vorliegend
der
medizinische Sachverhalt in Bezug auf die Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in psychischer und soma
ti
scher Hinsicht
,
insbesondere
in Bezug auf die
systematisierten Indikatore
n gemäss BGE 141 V 281 E. 4.1.3,
als ungenügend abgeklärt,
weshalb die vorhan
denen medizini
schen Akten zu ergänzen sind.
Die Sache ist deshalb an die Beschwerdegegnerin zurückzu
wei
sen, damit sie - nach Vervollständigung der Akten sowie Einholung allfälli
ger weiterer wesentlicher
Entscheidgrundlagen
-
die
Frage nach einer in revisionsrechtlicher Hinsicht erheblichen gesundheitli
chen Veränderung
neu beurteile und anschliessend
über den Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin neu verfüge. Dabei wird
die Beschwerde
geg
nerin
sinnvoller
weise eine
bidisziplinär
e
(psychiatrisch
und gynäkologisch) beziehungsweise allenfalls
eine
polydisziplinär
e
(psychiatrisch, gynäkologisch und
neurologisch
)
Begutachtung der Beschwerdeführerin veranlassen
und dabei
die begutachtende Stelle mit der Bemessung des Leistungsvermögens in psychiatrischer Hinsicht anhand der einschlägigen Indikatoren beauftragen.
Demzufolge ist die Beschwerde
in genanntem Sinne gutzuheissen.
9.
9.1
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verwei
ge
rung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzli
chen Rahmens (Fr. 20
0.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 7
00.-- festzusetzen und ausgangs
gemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
9.2
Nach § 34 Abs. 1
GSVGer
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streit
wert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Für unnötigen oder geringfügigen Aufwand einer Partei wird keine Prozessent
schädigung zugesprochen (§ 8 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht,
GebV
SVGer
).
9.3
Ausgangsgemäss
hat die Beschwerdeführerin
Anspruch auf
eine Pro
zessent
schä
di
gung, welche
- nach Einsicht in die Kostennote vom
6.
November 2018
und des als angemessen erscheinenden geltend gemachten Aufwandes von 6.55 Stunden
(Urk. 13) -
in Berücksichtigung
der Bedeutung der Streitsache
,
der Schwierigkeit des Prozesses
sowie eines gerichtsüblichen Stundenansat
zes von
Fr.
220
.-- (zuzügl
ich Mehr
wertsteuer) auf Fr.
1’485
.-- (inklusive Baraus
lagen un
d Mehrwert
steuer) festzu
setzen ist.