Decision ID: f48b273e-381a-542f-977f-f100e24f1670
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
S._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Dr. iur. Michael Weissberg, Zentralstrasse 45/47, 2502 Biel,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Hilfsmittel (bauliche Anpassungen)
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Sachverhalt:
A.
A.a S._ (Jahrgang 1960) leidet als Folge einer am 4. Oktober 1999 erlittenen
Schussverletzung an inkompletter Paraplegie. Am 10. Dezember 1999 meldete sie sich
zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an. Dabei gab die Versicherte an,
Mutter von drei Kindern zu sein, die 1982, 1983 und 1988 geboren worden seien (IV-
act. 1 und 6). Vom 16. November 1999 bis 28. April 2000 hielt sie sich im Schweizer
Paraplegikerzentrum Nottwil auf (IV-act. 31). Die IV-Stelle des Kantons St. Gallen
sprach der Versicherten eine ganze Rente ab 4. Oktober 2000 sowie verschiedene
Hilfsmittel zu, unter anderem auch einen Elektroscooter und einen Handrollstuhl (IV-act.
30, 60, 71, 80, 87, 94). Anlässlich der ordentlichen Überprüfung der Invalidenrente
berichtete Dr. med. A._, FMH Allgemeine Medizin, am 15. Dezember 2006 der IV-
Stelle, der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich verschlechtert. Dr. A._
führte aus, Hauptproblem blieben die Lähmungen der unteren Extremitäten bei St. n.
Schussverletzung 1999, zum Teil mit Phantomschmerzen. Eine Nachresektion
Ileoascendostomie im März 2005, eine Dünndarmresektion wegen Torquierung im
Dezember 2006 sowie eine Unterschenkelfraktur mit Osteosynthese im Oktober 2006
hätten zu mehreren Rückschlägen der Selbständigkeit geführt, bisher noch ohne
längerfristige Hilflosigkeit. Diesbezüglich sei der weitere Verlauf abzuwarten (IV-act. 99).
A.b Mit Gesuch vom 7. Februar 2008 beantragte die Versicherte die Übernahme von
invaliditätsbedingten Mehrkosten beim Umbau des Einfamilienhauses an der B._ in
C._. Sie führte dazu aus, nach der Rehabilitation in Nottwil sei die Familie zuerst in
eine rollstuhlgängige Wohnung in C._ umgezogen. Ihr sehr schlechter
Gesundheitszustand und etliche Operationen hätten die Anpassung des
Einfamilienhauses bis heute verzögert. Sie sorge für eine fünfköpfige Familie. Die
kleinen Einkäufe erledige sie hauptsächlich selbständig mit ihrem Elektrofahrzeug. Um
den Keller und den Garten mitbenützen zu können, sei ein Lift notwendig (Kosten zirka
Fr. 100'000.--). Sodann seien der Umbau des Bads und der Küche sowie die
Anpassung der Türen geplant (Kosten zirka Fr. 180'000.--). Schliesslich werde im
Gartenbereich die Einfahrt verbreitert, ein neuer Zugang zum Lift erstellt und rund ums
Haus Gartenplatten verlegt (Kosten zirka Fr. 30'000.--). In der Beilage reichte die
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Versicherte den Kostenvoranschlag der Schweizerischen Paraplegiker-Vereinigung
(SPV) vom 17. Januar 2008 für den behindertengerechten Umbau des
Einfamilienhauses ein. Danach beliefen sich die Kosten inklusive Architekturleistungen
auf Fr. 97'900.-- (IV-act. 103). Die IV-Stelle beauftragte daraufhin die Schweizerische
Arbeitsgemeinschaft Hilfsmittelberatung für Behinderte (SHAB) mit der Prüfung der
invaliditätsbedingten Mehrkosten (IV-act. 104). Diese nahm am 19. Mai 2008 zur
Übernahmemöglichkeit der einzelnen Positionen Stellung (IV-act. 105).
A.c Mit Vorbescheid vom 17. Juni 2008 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Kostengutsprache für invaliditätsbedingte Mehrkosten in der Höhe von Fr. 38'015.-- in
Aussicht (IV-act. 107). Gleichentags stellte sie der Versicherten ein Anmeldeformular für
eine Hilflosenentschädigung zu, da im Rahmen eines Gesprächs vom 12. Juni 2008
hervorgegangen sei, dass allenfalls die Voraussetzungen erfüllt sein könnten (IV-act.
109). Gegen den Vorbescheid wendete die Versicherte ein, einige Punkte der
Kostenübernahme seien sehr unbefriedigend. So führte die Versicherte unter anderem
zum Umbau des Badezimmers aus, man wolle neben einer befahrbaren Dusche auch
weiterhin eine Badewanne haben, weshalb die Waschmaschine und der Tumbler in den
Keller zu verschieben seien. Sodann seien eine Vergrösserung der Küche, eine neue
Küchenfront sowie eine unterfahrbare Kochinsel mit Rüstplatz und Lagerung aller
Küchenuntensilien geplant. In der Beilage reichte die Versicherte einen detaillierten
Kostenvoranschlag in der Höhe von insgesamt Fr. 493'353.-- ein (IV-act. 110). Mit
Verfügung vom 25. August 2008 erteilte die IV-Stelle der Versicherten
Kostengutsprache für invaliditätsbedingte Mehrkosten in der Höhe von Fr. 38'015.--.
Zur Begründung der nicht übernommenen Positionen führte sie aus, an den Kosten
eines elektrischen Türöffners und eines Aussenlifts könne sie sich nur beteiligen, wenn
damit mindestens eine 10%ige Leistungssteigerung im Haushalt verbunden sei. Dies
sei vorliegend nicht der Fall. Die bestehende Kücheneinrichtung sei seit Jahrzehnten im
Gebrauch, weshalb die Neubeschaffung der Geräte und Apparate nicht übernommen
werden könne. Hierbei handle es sich um normale Abnutzung. Hingegen habe man drei
unterfahrbare Küchenelemente zugesprochen. Das Erstellen eines Gartenweges könne
keiner Leistungskategorie zugeordnet werden und sei für den Aufgabenbereich nicht
notwendig, weshalb diese Kosten nicht übernommen würden. Zu den Einwänden der
Versicherten gab die IV-Stelle an, die selbständige Körperpflege sei mit einer
befahrbaren Dusche gewährleistet. Eine zusätzliche Badewanne werde deshalb nicht
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übernommen. Die Kosten für einen Lift könne man nicht zusprechen, jedoch einen
Betrag von Fr. 8'000.-- für eine Treppensteighilfe. Im Rahmen der
Schadenminderungspflicht sei es nicht zwingend notwendig, das Kellergeschoss
erreichen zu können. Die Versicherte gehe keiner Erwerbstätigkeit nach und sei daher
nicht auf den Umbau der Garage sowie auf das Verbreitern des Autoabstellplatzes
angewiesen (IV-act. 111).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde des Rechtsvertreters der
Beschwerdeführerin vom 24. September 2008. Er beantragt die Aufhebung der
Verfügung vom 25. August 2008 sowie die Übernahme der Kosten gemäss Gesuch
vom 19. Februar 2008 (richtig: 7. Februar 2008; IV-act. 103). Er führt dazu aus, die
Beschwerdeführerin sei zwingend auf eine Badewanne angewiesen. Zudem stehe das
Badezimmer der ganzen Familie zur Verfügung, weshalb es auch über eine Badewanne
verfügen müsse. Die bestehende Küche sei absolut funktionstüchtig und hätte ohne die
behinderungsbedingten Bedürfnisse der Beschwerdeführerin nicht ersetzt werden
müssen. Die anbegehrten invaliditätsbedingten Anpassungen seien deshalb einfach
und zweckmässig, weshalb die gesamten Kosten diesbezüglich zu übernehmen seien.
Sodann sei die Beschwerdeführerin auf einen Lift angewiesen, damit sie im Haus
zirkulieren könne. Waschmaschine und Tumbler würden sich im Keller befinden. Auch
die Heizung müsse für sie erreichbar sein. Das Haus könne sie ohne Lift nicht
verlassen, um beispielsweise Einkäufe für den Haushalt zu tätigen. Mithin erhöhe der
Lift sehr wohl die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Haushaltsbereich um
mehr als 10%. Dasselbe gelte für das Gesuch um Übernahme des elektrischen
Türöffners und des Aussenlifts. Insgesamt sei zu berücksichtigen, dass die
Beschwerdeführerin die Möglichkeit haben müsse, trotz ihrer schwerwiegenden
Behinderung in der von ihr bewohnten Liegenschaft soweit als möglich autonom leben
zu können. Die angefochtene Verfügung verletze deshalb auch Art. 21 des
Bundesgesetztes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20). Aus dieser
Überlegung sei auch das Gesuch um Anpassung des Parkplatzes und des Vorplatzes
ausgewiesen (G act. 1).
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B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 22. Dezember
2008 die Abweisung der Beschwerde. Sie gibt an, man habe für den Umbau des
Badezimmers einen Betrag von insgesamt Fr. 14'450.-- anerkannt. Als Hilfsmittel zur
Selbstsorge habe man zudem einen Duschklappsitz sowie eine Toilettensitzerhöhung
zugesprochen. Eine befahrbare Dusche und zusätzlich eine Badewanne, die man
vermutlich mit einem Badelift ausrüsten müsste, seien nicht als einfach und
zweckmässig zu bezeichnen. In der Küche habe die Beschwerdeführerin aus
praktischen Gründen nicht nur die behinderungsbedingten Anpassungen vornehmen
müssen, weil es sich um eine D._-Küche handle; diese Metall-Kombination habe den
Ersatz der ganzen Küchenfront bedingt. Also stehe einer Gewährung von
Amortisations- und Kostenbeiträgen grundsätzlich nichts entgegen. Diese seien auf der
Basis der Hilfsmittel zu berechnen, auf welche die Beschwerdeführerin Anspruch habe.
Auch im Sinn der Austauschbefugnis stehe der Beschwerdeführerin nicht mehr zu, als
drei unterfahrbare Küchenelemente (Fr. 3'600.--) sowie die Anpassung der Türe (Fr.
3'200.--). Beim Haus der Beschwerdeführerin handle es sich um eine Hochparterre-
Liegenschaft. Der Zugang zum Erdgeschoss erfolge über eine offene Aussentreppe mit
sieben Stufen. Links vom Gebäude gebe es eine Garagenbox und rechts vom Gebäude
führe eine Rampe in die Garage im Untergeschoss. Im Erdgeschoss befänden sich drei
Zimmer, das Wohnzimmer, das Badezimmer und die Küche. Vom Erdgeschoss führe
eine gewundene, enge Treppe ins Untergeschoss, wo sich der Tankraum, zwei
Kellerräume, ein Abstellraum und der Heizraum befänden. Nach dem Grundsatz der
Schadenminderungspflicht sei wenn möglich auf einen Lift zu verzichten. Die nur
ausnahmsweise nötige Kontrolle der Heizung könne nämlich auch den
Familienmitgliedern zugemutet werden. Die Besorgung der Wäsche habe bis anhin im
Erdgeschoss stattgefunden, weil die Waschmaschine und der Tumbler sich im
Badezimmer befunden hätten. Zudem könne die Beschwerdeführerin gemäss der
Abklärung im Haushalt vom 13. Dezember 2000 nur noch einen kleinen Teil der nötigen
Handgriffe bei der Wäsche selbst erledigen. Dieser Bereich sei mit 10% gewichtet und
eine Einschränkung von 70% ermittelt worden. Eine Leistungssteigerung von 10%
durch den Einbau eines Treppenlifts im Bereich der Wäschepflege könne deshalb von
vornherein nicht erreicht werden. Ebenso wenig werde die geforderte
Leistungssteigerung im Aufgabenbereich erreicht, wenn der Lift zum Verlassen des
Hauses und damit zur Erledigung von Besorgungen benötigt werde. Gemäss
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Abklärungsbericht vor Ort sei der Einkauf mit 10% gewichtet und die Einschränkung
mit 50% geschätzt worden. Dasselbe gelte für die Anpassung im Bereich elektrischer
Türöffner, Aussenlift, Gartenweg vom Sitzplatz zum Autoabstellplatz (G act. 6).
B.c In der Replik vom 10. Februar 2009 hält die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen
fest. Auf die weiteren Ausführungen wird, soweit entscheidrelevant, in den Erwägungen
eingegangen. (G act. 10).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 17. Februar 2009 auf eine Duplik
(G act. 12).

Erwägungen:
1.
Streitig und im vorliegenden Verfahren zu überprüfen ist das Ausmass der
Kostenbeteiligung an den baulichen Massnahmen, die auf Grund der Behinderung der
Beschwerdeführerin bei der Renovation ihres Einfamilienhauses notwendig wurden.
2.
2.1 Nach Art. 21 Abs. 1 IVG hat die versicherte Person im Rahmen einer vom
Bundesrat aufzustellenden Liste Anspruch auf jene Hilfsmittel, die sie für die Ausübung
einer Erwerbstätigkeit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich, zur Erhaltung oder
Verbesserung der Erwerbsfähigkeit, für die Schulung, die Aus- und Weiterbildung oder
zum Zwecke der funktionellen Angewöhnung bedarf. Versicherte, die infolge ihrer
Invalidität für die Fortbewegung, für die Herstellung des Kontakts mit der Umwelt oder
für die Selbstsorge kostspieliger Geräte bedürfen, haben im Rahmen einer vom
Bundesrat aufzustellenden Liste ohne Rücksicht auf die Erwerbsfähigkeit Anspruch auf
solche Hilfsmittel (Abs. 2). Art. 14 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV;
SR 831.201), vom Bundesrat in Ausführung der vorgenannten Gesetzesbestimmung
erlassen, überträgt die Aufstellung der Liste der Hilfsmittel, die von der IV übernommen
werden, dem Eidgenössischen Departement des Innern (EDI). In Ausübung dieser
Subdelegation hat das EDI die Verordnung über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die
IV (HVI; SR 831.232.51) erlassen, deren Anhang die Liste der abzugebenden Hilfsmittel
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enthält. Im Rahmen dieser Liste besteht Anspruch auf Hilfsmittel, soweit diese für die
Fortbewegung, die Herstellung des Kontakts zur Umwelt oder für die Selbstsorge
notwendig sind (Art. 2 Abs. 1 HVI). Anspruch auf die in dieser Liste mit einem *
bezeichneten Hilfsmittel besteht nur, soweit diese für die Ausübung einer
Erwerbstätigkeit oder die Tätigkeit im Aufgabenbereich, für die Schulung, die
Ausbildung, die funktionelle Angewöhnung oder für die in der zutreffenden Ziffer des
Anhangs ausdrücklich genannten Tätigkeit notwendig sind (Abs. 2). Es besteht nur
Anspruch auf Hilfsmittel in einfacher und zweckmässiger Ausführung (Abs. 4 erster
Satz). Die Liste im HVI-Anhang ist gemäss der höchstrichterlichen Rechtsprechung
insofern abschliessend, als sie die in Frage kommenden Hilfsmittelkategorien aufzählt.
Dagegen ist bei jeder Kategorie zu prüfen, ob die Aufzählung der einzelnen Hilfsmittel
innerhalb der Kategorie ebenfalls abschliessend oder bloss exemplifikatorisch ist (BGE
131 V 107 E. 3.4.3 mit Hinweisen).
2.2 Begnügt sich eine versicherte Person, die Anspruch auf ein in der Liste des
Anhangs aufgeführtes Hilfsmittel hat, mit einem anderen, kostengünstigeren Hilfsmittel,
das dem gleichen Zweck wie das ihr zustehende dient, so ist ihr dieses selbst dann
abzugeben, wenn es in der Liste nicht aufgeführt ist (Austauschbefugnis, Art. 2 Abs. 5
HVI). Im Bereich der Hilfsmittel der IV hat das Bundesgericht den Grundsatz aufgestellt,
dass, sofern ein von der versicherten Person selber angeschafftes Hilfsmittel auch die
Funktion eines ihr an sich zustehenden Hilfsmittels erfüllt, der Gewährung von
Amortisations- und Kostenbeiträgen nichts im Wege steht; diese sind gemäss der
Rechtsprechung auf der Basis der Anschaffungskosten des Hilfsmittels zu berechnen,
auf das die versicherte Person an sich Anspruch hat. Die Austauschbefugnis kommt
jedoch insbesondere nur zum Tragen, wenn zwei unterschiedliche, aber von der
Funktion her austauschbare Leistungen in Frage stehen. Vorausgesetzt wird mithin
neben einem substitutionsfähigen aktuellen gesetzlichen Leistungsanspruch auch die
funktionelle Gleichartigkeit der Hilfsmittel (BGE 131 V 107, E. 3.2.3).
2.3 Diese Grundsätze haben auch dann Geltung, wenn eine versicherte Person
Anspruch auf mehrere invaliditätsbedingt notwendige Hilfsmittel hat. Es muss ihr
freigestellt sein, an Stelle der Anschaffung mehrerer Hilfsmittel eine Gesamtlösung zu
treffen, die als Ganzes einen Behelf im Sinne der Austauschbefugnis darstellt. Wählt sie
eine ihren individuellen Bedürfnissen angepasste Gesamtlösung, so beurteilt sich ihr
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Anspruch danach, inwieweit die Ersatzlösung - gesamthaft betrachtet - notwendige
Hilfsmittel in einfacher und zweckmässiger Ausführung ersetzt. Bei baulichen
Änderungen in der Wohnung oder im Eigenheim oder bei Neubauten ist überdies zu
beachten, dass nur die eindeutig und einzeln umschriebenen baulichen Anpassungen
einer Leistungszusprechung zugänglich sind (vgl. BGE 127 V 121 E. 2b mit weiteren
Hinweisen). Somit ist zu prüfen, ob einzelne bauliche Vorkehren den Ziffern des HVI-
Anhangs zuzuordnen sind.
3.
3.1 Gemäss Ziffer 14.01 der Liste im HVI-Anhang werden als Hilfsmittel für die
Selbstsorge WC-Dusch- und -Trockenanlagen sowie Zusätze zu bestehenden
Sanitäreinrichtungen abgegeben, sofern die versicherte Person ohne einen solchen
Behelf nicht zur Durchführung der betreffenden Körperhygiene fähig ist. Ziffer 14.04
HVI nennt invaliditätsbedingte bauliche Änderungen in der Wohnung wie das Anpassen
von Bade-, Dusch- und WC-Räumen an die Invalidität, das Versetzen oder Entfernen
von Trennwänden, das Verbreitern oder Auswechseln von Türen, das Anbringen von
Haltestangen, Handläufen und Zusatzgriffen und das Entfernen von Türschwellen oder
Erstellen von Schwellenrampen. Gemäss des vom Bundesamt für Sozialversicherung
herausgegebenen Kreisschreibens über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die
Invalidenversicherung (KHMI) fallen unter Ziffer 14.01 HVI auch Badelifte, die den
Einstieg in die Badewanne ermöglichen, auch wenn die betroffene Person nur
unwesentlich zur eigenen Körperhygiene beitragen kann und der Badelift vorwiegend
zur Erleichterung der Hilfe von Drittpersonen dient. Systeme, die mittels einer Laufkatze
auf einer an der Decke montierten Schiene funktionieren, oder andere kostspielige
Vorrichtungen sind nur zu bewilligen, wenn ein einfacher Behelf (z.B. wegen zu enger
Platzverhältnisse oder wegen mangelnder Körperkraft der versicherten Person) nicht
benutzbar ist. Die Beschwerdegegnerin hat die Übernahme der Kosten im Badezimmer
auf eine rollstuhlgängige Dusche mit Duschklappsitz, einen unterfahrbaren Siphon,
einen neuen Spiegel sowie weitere kleinere Anpassungen im Umfang von Fr. 15'500.--
beschränkt. Die Beschwerdeführerin ist dagegen der Ansicht, sie sei zwingend auch
auf eine Badewanne angewiesen. Sodann diene das Bad der Familie, die nicht auf eine
Badewanne verzichten wolle. Unbestrittenermassen ist die Beschwerdeführerin auf
eine behindertengerechte Möglichkeit zur Körperpflege angewiesen. Dies wird mit einer
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rollstuhlgängigen und behinderungsadaptierten Dusche sowie einem unterfahrbaren
Siphon in einfacher und zweckmässiger Weise erreicht. Aus den Akten ist nicht
ersichtlich, dass die Benützung einer Badewanne behinderungsbedingt notwendig
wäre. Vielmehr ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin eine befahrbare
Dusche mit einem Duschklappsitz und entsprechenden Stütz- und Haltegriffen eine
selbständige Körperpflege ermöglicht. Dies entspricht nicht nur der Einschätzung der
SHAB-Hilfsmittelberatung vom 19. Mai 2008, sondern ergibt sich auch aus dem
Kostenvoranschlag und Beschrieb der erforderlichen baulichen Anpassungen der SPV
vom 17. Januar 2008, welchen die Beschwerdeführerin ihrem Gesuch vom 7. Februar
2008 zugrunde gelegt hat (IV-act. 103). Darin wird die Entfernung der Badewanne zu
Gunsten einer Dusche explizit vorgeschlagen und beantragt. Ein Entfernen von Tumbler
und Waschmaschine zu Gunsten eines (Wieder-)Einbaus einer Badewanne war bei der
behinderungsbedingt notwendigen Anpassungen nicht vorgesehen und entspricht
auch keiner einfachen und zweckmässigen Lösung. Die Beschwerdeführerin hätte die
Waschmaschine und den Tumbler auch im Badezimmer lassen können, womit aber der
Platz für eine Badewanne gefehlt hätte. Sodann haben die Familienmitglieder keinen
eigenen Anspruch auf Hilfsmittelentschädigungen, weshalb ihr Bedürfnis auf eine
Badewanne nicht berücksichtigt werden kann. Der Neueinbau einer Badewanne stellt
deshalb keine Folgekosten der invaliditätsbedingten Anpassungen im Bad dar. Die in
der Replik vom 10. Februar 2009 angeführte Berufung auf die Folgekosten überzeugt
daher nicht.
3.2 Gemäss Ziffer 13.04*HVI sind die Kosten von invaliditätsbedingten baulichen
Änderungen am Arbeitsplatz und im Aufgabenbereich zu übernehmen. Die
Beschwerdeführerin hat angegeben, sie sorge für eine fünfköpfige Familie. Aus den
Akten ist ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin den Haushalt längere Zeit
selbständig bewerkstelligt hat (Bericht SKS Rehab AG vom 3. Juni 2005 [IV-act. 81]
und Abklärungsbericht Haushalt vom 13. Dezember 2000 [IV-act. 51]). Dr. A._ hat am
15. Dezember 2006 berichtet, der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe
sich verschlechtert. Dies habe zu mehreren Rückschlägen der Selbständigkeit geführt,
bisher noch ohne längerfristige Hilflosigkeit (IV-act. 99). In welchem Umfang die
Beschwerdeführerin nach wie vor im Haushalt tätig sein kann, geht aus den Akten nicht
hervor. Die Abklärung vom 13. Dezember 2000 ist hinsichtlich der
Invaliditätsbemessung erfolgt und beurteilte die Resterwerbsfähigkeit der
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Beschwerdeführerin gemäss der damals bewohnten rollstuhlgängigen Wohnung mit
Lift. Unterdessen bewohnt die Beschwerdeführerin jedoch eine Hochparterre-
Liegenschaft. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin am 17. Juni 2008
eine Anmeldung für Hilflosenentschädigung zugestellt, weil aus einem Gespräch vom
12. Juni 2008 hervorgegangen sei, dass allenfalls die Voraussetzungen erfüllt sein
könnten (IV-act. 109). Ein Protokoll dieses Gesprächs befindet sich jedoch nicht bei
den Akten. Unter diesen Umständen drängt sich eine erneute Abklärung im Haushalt
hinsichtlich der Hilfsmittelbedürftigkeit sowie der damit verbundenen
Leistungssteigerungsmöglichkeiten auf. Ebenso hat bereits die SHAB in ihrer
Einschätzung auf das Erfordernis einer Abklärung im Haushalt hingewiesen (IV-act.
105). Dies ist insbesondere deshalb von Bedeutung, weil die für den Küchenumbau
geltend gemachten Kosten nur übernommen werden können, wenn die
Beschwerdeführerin weiterhin im Haushalt tätig ist und diese Umbauten
invaliditätsbedingt notwendig sind. Damit fehlt es an einer genügenden
Sachverhaltsabklärung. Angesichts einer allfälligen Verschlechterung des
Gesundheitszustandes seit der letzten Abklärung im Haushalt und wegen des
Wohnungswechsels ist deshalb zwingend eine neue Abklärung vor Ort erforderlich.
3.3 Selbst wenn die Beschwerdeführerin weiterhin im Aufgabenbereich tätig ist, kann
betreffend die Umbaukosten für die Küche folgendes festgehalten werden. Die
Beschwerdegegnerin hat drei unterfahrbare Küchenelemente (Herd, Spültrog,
Arbeitsfläche) sowie die Vergrösserung des Lichtmasses, eine neue Türe und einen
Schwellenkeil mit Kosten von insgesamt Fr. 6'800.-- zuzüglich 15%
Architektenhonoraranteil zugesprochen. Die Beschwerdeführerin führt aus, die
Küchenkombination hätte ohne die Behinderung nicht ersetzt werden müssen. Weil es
sich um eine D._-Küche handelte, hätten nicht einzelne Elemente angepasst werden
können. Die Beschwerdegegnerin habe deshalb sämtliche Umbaukosten der Küche zu
übernehmen. Gemäss der Kostenschätzung der SPV vom 17. Januar 2008 betragen
die Kosten für den Ersatz der Küchenfront mit Einbau zweier unterfahrbarer Elementen,
einem Backofen mit Auszug sowie einem neuen Einheblermischler inklusive
Anpassungsarbeiten Fr. 21'700.-- (IV-act. 103). Gemäss ihrem eigenen
Kostenvoranschlag vom 21. Februar 2002 hat die Beschwerdeführerin den Einbau von
Kücheneinrichtungen im Wert von Fr. 44'310.-- geplant (IV-act. 110-7). Dazu hat die
Beschwerdeführerin angegeben, sie wolle sowohl eine neue Küchenfront sowie eine
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Kochinsel einbauen und die Küche vergrössern (IV-act. 110). Dieses Projekt geht über
einen einfachen ausschliesslich behinderungsbedingten Umbau hinaus und stellt eine
Gesamtlösung dar, für die als Ganzes die Austauschbefugnis beansprucht werden
kann. Wählt eine versicherte Person eine ihren individuellen Bedürfnissen angepasste
Gesamtlösung, so beurteilt sich ihr Anspruch danach, inwieweit die Ersatzlösung,
gesamthaft betrachtet, notwendige Hilfsmittel in einfacher und zweckmässiger
Ausführung ersetzt. Bei baulichen Änderungen in der Wohnung oder im Eigenheim oder
bei Neubauten ist überdies zu beachten, dass nur die eindeutig und einzeln
umschriebenen baulichen Anpassungen einer Leistungszusprechung zugänglich sind.
Wegen des abschliessenden Charakters dieser Kategorie der Hilfsmittel können aber
keine Beiträge an die allgemeinen Mehrkosten aus der Erstellung eines
rollstuhlgängigen Hauses gewährt werden (vgl. BGE 127 V 124 E. 2b mit Hinweis).
Entsprechend dieser bundesgerichtlichen Rechtsprechung können deshalb nicht alle
Kosten eines optimal behinderungsgerechten Küchenumbaus übernommen werden,
sondern nur spezifische, den Ziffern der HVI zuordenbare Änderungen. Bezüglich des
Ersatzes der Küchenfront hat die SHAB in ihrer Abklärung vom 19. Mai 2008
angegeben, die Küche sei bereits seit Jahrzehnten in Gebrauch. Auch wenn D._-
Küchen als stabil gelten, ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen,
dass sich im Rahmen des Umbaus und der Renovation des Eigenheims eine
vollständig neue Kücheneinrichtung aufgedrängt hat (vgl. auch Kostenvoranschlag
E._ vom 21. Februar 2008; IV-act. 110-3/7). Die Zusprache eines Kostenbeitrages für
drei unterfahrbare Küchenelementen unter Ziffer 13.04*HVI sowie die Vergrösserung
des Lichtmasses, einer neuen Türe und eines Schwellenkeils unter Ziffer 14.04 HVI ist
angebracht. Weitergehende Mehrkosten sind von der Invalidenversicherung nicht zu
übernehmen. Insofern entspricht auch der Bau einer Kochinsel keiner einfachen
Ausführung, sondern geht über eine Standardlösung hinaus, weshalb die
Beschwerdegegnerin diese Kosten nicht zu übernehmen hat.
3.4 Die Beschwerdeführerin beantragt weiter die Übernahme der Kosten für einen Lift
im Haus, damit sie im Keller waschen und tumblern sowie die Heizung bedienen könne.
Die Wäsche ist bis zum Umbau im Parterre erledigt worden, weil die Waschmaschine
und der Tumbler im Badezimmer untergebracht waren. Die Verlegung dieser
Maschinen in den Keller war nicht zwingend. Noch in der Kostenschätzung der SPV
war eine solche nämlich nicht vorgesehen (IV-act. 103). Gemäss der
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bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind die Anforderungen an die
Schadenminderungspflicht dort strenger, wo eine erhöhte Inanspruchnahme der
Invalidenversicherung in Frage steht (BGE 113 V 22 E. 4d, vgl. auch BGE 119 V 255 E.
2). Der Beschwerdeführerin wäre es zumutbar gewesen, auf die Verlegung der
Maschinen in den Keller zu verzichten und eine bessere Anpassung an ihre
Behinderung zu erreichen, indem die Maschinen im Parterre erreichbar geblieben
wären. Die Heizung kann sodann auch von Familienangehörigen, Verwandten oder
Freunden bedient werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 8. September 2008 i/S.
H [8C_832/2007]). Auch wenn das Bedürfnis der Beschwerdeführerin auf mehr Platz im
Badezimmer nachvollzogen werden kann, hat sie mit Blick auf die
Schadenminderungspflicht keinen Anspruch auf eine Liftverbindung in den Keller, um
die Waschküche und die Heizung bedienen zu können.
3.5 Schliesslich macht die Beschwerdeführerin geltend, sie benötige den Lift, um das
Haus verlassen zu können. Damit sei sehr wohl eine 10%ige Leistungssteigerung ihrer
Tätigkeit im Haushalt verbunden, weshalb auch die Kosten für einen elektrischen
Türöffner sowie einen Aussenlift zu bewilligen seien. Die Beschwerdegegnerin hat für
den Hauszugang lediglich die Kosten einer Treppensteighilfe (richtig: Treppenfahrstuhl;
Ziffer 14.05 HVI) von Fr. 8'000.-- zugesprochen, die auch im Austausch zu einer
anderen Lösung verwendet werden könnte. Sie hat die Möglichkeit einer 10%igen
Leistungssteigerung (Rz. 1019 KHMI) verneint. Beim Einfamilienhaus der
Beschwerdeführerin handelt es sich um eine Hochparterre-Liegenschaft, deren Räume
nur über eine siebenstufige Treppe oder durch die Rampe in die Garage
beziehungsweise über die Treppe im Keller erreicht werden können. Der
Beschwerdeführerin steht deshalb unbestrittenermassen die Finanzierung eines
Treppenfahrstuhls zu, damit sie das Haus verlassen kann. Dieser Fahrstuhl könnte
entweder an der Aussentreppe oder im Haus montiert werden, womit die
Beschwerdeführerin entweder durch die Haustüre oder durch die Garage das Haus
verlassen könnte, um Besorgungen machen und Arzttermine wahrnehmen zu können.
Gemäss Ziffer 14.05 HVI haben versicherte Personen Anspruch auf Treppenfahrstühle
oder Rampen, wenn sie ohne einen solchen Behelf ihre Wohnstätte nicht verlassen
können. Der Höchstbeitrag beträgt Fr. 8'000.--, wenn anstelle eines Treppenfahrstuhls
ein Treppenlift eingebaut wird. Die Beschwerdeführerin hat somit mindestens Anspruch
auf die Übernahme von Fr. 8'000.-- für die Gewährleistung des Hauszugangs. Dieser
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Betrag kann im Sinn der Austauschbefugnis auch an einen Lift bezahlt werden. Dieser
Betrag ist denn auch übernommen worden. Strittig ist, ob die Beschwerdeführerin
einen weitergehenden Anspruch auf Kostenübernahme in Bezug auf die Tätigkeit im
Aufgabenbereich hat. In diesem Zusammenhang geht aus der SHAB-Aufstellung
hervor, dass ein automatischer Türöffner (Fr. 5'000.--) und eine Aussentreppenhilfe (Fr.
21'000.--) sowie das Verbreitern des Autoabstellplatzes
(Fr. 5'250.--) erforderlich seien, falls die versicherte Person im Aufgabenbereich tätig
sei (Ziffer 13.04*HVI). Die SHAB hat unter Verweis auf Rz. 1019 KHMI auf die
Notwendigkeit einer Abklärung im Haushalt verwiesen. Die Beschwerdegegnerin hat
auf eine neue Abklärung vor Ort verzichtet und sich auf eine alte Abklärung vom 13.
Dezember 2000 gestützt, welche im Zusammenhang mit der Invaliditätsbemessung
erfolgt ist (IV-act. 51). Die alte Haushaltsabklärung enthält keine Angaben zur
Möglichkeit von Leistungssteigerungen durch Hilfsmittel im Aufgabenbereich. Die
Beschwerdegegnerin kann sich deshalb bei ihrer Verneinung der Leistungssteigerung
nicht auf eine genügende Abklärung stützen. Wie bereits ausgeführt ist bei der
vorliegenden möglicherweise eingetretenen Verschlechterung des
Gesundheitszustandes und des Wohnungswechsels eine neue Abklärung vor Ort
erforderlich. Der Anspruch auf weitergehende Hilfsmittel im Zusammenhang mit dem
Aufgabenbereich (Ziffer 13.04*HVI) statt lediglich die Zusprache von Fr. 8'000.-- für
eine Treppenfahrstuhl (Ziffer 14.05 HVI) ist auf Grund der Ergebnisse dieser Abklärung
neu zu beurteilen.
4.
4.1 Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die angefochtene Verfügung in
teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Die Sache ist zur weiteren
Abklärung des Sachverhalts hinsichtlich der Tätigkeit im Haushalt und möglicher
Leistungssteigerung durch Hilfsmittel und zur neuen Entscheidung über den Anspruch
auf Hilfsmittel an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt. Da sie gemäss Art. 3
bis
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Abs. 1 lit. b des st. gallischen Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über die
Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (sGS 350.1) Teil der
Sozialversicherungsanstalt und damit Teil einer selbständigen öffentlich-rechtlichen
Anstalt ist, kommt Art. 95 Abs. 3 VRP (Befreiung von der Pflicht zur Übernahme
amtlicher Kosten) nicht zur Anwendung (vgl. Urs Peter Cavelti/Thomas Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren vor
dem Verwaltungsgericht, 2. Aufl., 2003, Rz. 792). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb
die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der Beschwerdeführerin ist
der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.
5.
Bei diesem Verfahrensausgang ist praxisgemäss von einem vollen Obsiegen
auszugehen (vgl. etwa ZAK 1987 S. 266 E. 5a), weshalb die Beschwerdeführerin einen
Anspruch auf eine Parteientschädigung hat. Die Parteientschädigung bemisst sich
gemäss Art. 61 lit. g ATSG nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit
des Prozesses. Unter Berücksichtigung dieser Kriterien erweist sich eine
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als
angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG