Decision ID: 479e71bb-605c-456b-84b4-167ef36c3afd
Year: 2013
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
1.1.1
X._
, geboren 1959, war 2003 durch die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, wegen eines Rückenleidens vom Lastwagenchauffeur zum Taxifahrer umgeschult worden (vgl. Urk. 3/4).
In dieser Tätigkeit sowie in einer Nebenbeschäftigung als Musiklehrer arbeitete er - und war dadurch bei der
Schweizerische
n
Unfallversicherungsanstalt
(SUVA) unfallversichert -, als er am 24. Januar 2009 beim Gehen auf glattem Boden ausrutschte (vgl. Urk. 8/4 und Urk. 1 S. 3). Dabei zog er sich eine Quadri
zepssehnenruptur rechts zu, welche am 3. Februar 2009 im
A._
durch eine transossäre Reinsertion der Quadrizepssehne operativ behan
delt wurde (Urk. 8/14).
1.1.2
Ab dem 9. Juni 2009 bescheinigte der Operateur und nachbehandelnde Arzt, Dr. med.
Y._
, Chirurgie FMH, eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit, da sicheres Autofahren wegen Schmerzen beim schnellen Wechsel vom Gas- aufs Bremspedal noch nicht möglich sei (Urk. 8/33). Zudem sei weiterhin eine physiotherapeutische und analgetische Behandlung erforder
lich.
Ab dem 1. Juli 2009 attestierte Dr. med.
B._
,
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
FMH, eine volle Arbeitsfähigkeit als Musiklehrer sowie eine Arbeitsfähigkeit von 66 % (im Sinne einer zeitlichen Präsenz) als Taxifahrer, wobei jedoch Heben und Tragen von Lasten über 10 kg nicht zumutbar seien (Urk. 8/37).
Nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, welche ergeben hatte, dass der Versicherte seit dem 1. August 2009 (vgl. Urk. 8/50) bei Schichten zu 10 Stun
den im Umfang von 50 % wieder als Taxifahrer arbeitete, legte SUVA-Kreisarzt PD Dr. med.
Z._
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Trau
matolo
gie des Bewegungsapparates
, die Arbeitsfähigkeit ab Arbeitsbeginn in dieser Tätigkeit auf 50 % fest (Urk. 8/51).
In seinen Verlaufsberichten vom 2. und 9. Oktober 2009 bestätigte Dr.
Y._
eine weiterhin bestehende schmerzbedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % als Taxifahrer, wobei er darauf hinwies, dass der Versicherte über heftige retropatelläre Schmerzen nach elf- bis zwölfstündigen Schichten mit hohem Arbeitsaufkommen geklagt hatte (Urk. 8/65 und Urk. 8/66). In seinem Bericht vom 14. September 2009 an die IV-Stelle hatte Dr.
Y._
seine Einschätzung der aktuellen Restarbeitsfähigkeit dahingehend präzisiert, dass die
tägliche, lang anhaltende Tätigkeit als Taxifahrer zu einer Ermüdung im Bereich der Ober
schenkelmuskulatur rechts führe, während der angetretenen Schichten aber keine Einschränkung bestehe (Urk. 8/77/30/7). Im Zumutbarkeitsprofil (Urk. 8/77/30/5) hatte Dr.
Y._
rein „stehende“ Tätigkeiten sowie solche im Gehen (ferner Tragen von Gewichten sowie Besteigen von Leitern und Gerüsten) als ab 11. September 2009 zu 50 % (5 Stunden pro Tag) zumutbar bezeichnet. Wechselbelastende Tätigkeiten hielt er für zu 75 % (7,5 Stunden pro Tag) zumutbar, rein „sitzende“ (auch Bücken, Über-Kopf-Arbeiten und Treppen stei
gen) ganztägig uneingeschränkt.
Bei der Besprechung mit dem Aussendienstmitarbeiter der SUVA vom 23. Oktober 2009 erklärte der Versicherte, seine Beschwerden nähmen einerseits unter Belastung zu, seien aber auch stark ausgeprägt, wenn er das Bein immer in der gleichen Position halten müsse (Urk. 8/68 S. 2).
Eine stationäre Rehabilitation in der Rehaklinik
C._
vom 16. Februar bis zum 23. März 2010 brachte keine Verbesserung der Beschwerden (vgl. Aus
trittsbericht vom 23. März 2010, Urk. 8/101).
1.1.3
Anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 19. August 2010 befand PD Dr.
Z._
, eine volle Arbeitsleistung in der angestammten Tätigkeit als Taxifah
rer sei dem Versicherten nicht mehr zuzumuten. In Würdigung der Angabe, dass nur volle Schichten bis zu zwölf Stunden Dauer absolviert werden könnten, sei ihm dies maximal für drei Schichten in Folge zuzumuten. Hierbei sollte ein Heben und Tragen von Lasten bis 10 kg nur manchmal erforderlich sein. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sei eine wechselbelastende, hauptsächlich sit
zende leichte Arbeit mit frei wählbarer Stellung und Heben und Tragen von Lasten bis 10 kg zuzumuten. Zu vermeiden seien Gehen über 50 m und auf unebenem Gelände sowie das Besteigen von Treppen und Leitern. Auch Arbei
ten in kniender Position seien nicht zumutbar (Urk. 8/130 S. 5).
Im Bericht vom 9. Dezember 2010 über die gemeinsam mit dem SUVA-Kreisarzt durchgeführte Untersuchung des Versicherten vom 6. Dezember 2010 wies Dr.
Y._
darauf hin, dass der Versicherte nach eigenen Angaben pro Monat zehn bis zwölf Schichten Taxi von jeweils zehn Stunden Dauer fahre. Er könne höchstens drei Schichten in Folge leisten. Nach der dritten Schicht habe er der
art starke Schmerzen, dass er zwei bis drei Tage benötige, um sich wieder zu erholen (Urk. 8/175). PD Dr.
Z._
erklärte am 10. Dezember 2010 unter Bezug
nahme auf diesen Bericht von Dr.
Y._
, dass an der Zumutbarkeitsbeurteilung der letzten kreisärztlichen Untersuchung festzuhalten sei (Urk. 8/169).
1.1.4
Am 21. Dezember 2010 schätzte PD Dr.
Z._
gestützt auf Röntgenaufnahmen des rechten Kniegelenks ap/lat vom 24. Januar 2009 und 2. September 2010, die Integritätseinbusse durch das Trauma des rechten Kniegelenks vom 24. Januar 2009 sei unter Berücksichtigung eines Vorzustands - entsprechend dem unteren Tabellenwert für eine mässige Femorotibialarthrose - mit 5 % zu veranschlagen (Urk. 8/177).
1.2
1.2.1
In der Folge ermittelte die SUVA aus ihrer Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) fünf Tätigkeiten, deren Anforderungen dem kreisärztlichen Zumutbar
keitsprofil entsprachen (vgl. Urk. 8/194-216) und in denen der Versicherte in einem 100%-Pensum ein durchschnittliches Einkommen von Fr. 50‘596.-- erzielen könnte. Diesen Wert reduzierte sie um 17 % auf Fr. 41‘994, da der Validenlohn des Versicherten in einem 100%-Pensum (Fr. 49‘180.--) um 22 % unter dem branchenüblichen liegen würde. Unter Berücksichtigung des Neben
erwerbs von Fr. 8‘512.-- sowohl beim Validen- als auch beim Invalidenlohn ergaben sich dadurch ein Valideneinkommen von Fr. 57‘692.-- und ein Invali
deneinkommen von Fr. 50‘506.-- bzw. ein gerundeter Invaliditätsgrad von 12 % (vgl. Urk. 8/217).
1.2.2
Dementsprechend sprach die SUVA dem Versicherten mit Verfügung vom 25. Februar 2011 eine Invalidenrente von 12 % ab 1. Februar 2011 sowie gestützt auf die kreisärztliche Integritätsschadenschätzung vom 21. Dezember 2010 (vgl. E. 1.1.4) eine Integritätsentschädigung für eine Integritätseinbusse von 5 % zu (Urk. 8/221).
1.2.3
Dagegen erhob der Versicherte am 24. März 2011 Einsprache mit den Begehren um Ergänzung der medizinischen Abklärungen und Zusprache einer auf einem höheren Invaliditätsgrad basierenden Rente sowie einer eine höhere Integritäts
einbusse berücksichtigenden Integritätsentschädigung. Zur Begründung verwies er a
uf den Verlaufsbericht Dr.
Y._
vom 16. März 2011 (Urk. 8/227) und rügte die mangelnde Nachvollziehbarkeit der kreisärztlichen Integritätsschadenbeur
teilung (Urk. 8/228).
1.2.4
Mit Entscheid vom 14. September 2011 wies die SUVA die Einsprache ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte am 17. Oktober 2011 Beschwerde mit dem Rechts
begehren, es seien ihm unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin nach Durchführung weiterer medizinischer Abklärun
gen eine höhere Rente sowie eine höhere Integritätsentschädigung zuzusprechen (Urk. 1 S. 2).
Dazu liess sich die Beschwerdegegnerin am 21. November 2011 mit dem Antrag auf Abweisung der Beschwerde vernehmen (Urk. 7).
Diese Stellungnahme wurde dem Beschwerdeführer am 23. November 2011 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 9), worauf er am 30. November 2011 ankün
digte, er wolle noch einen weiteren ärztlichen Bericht nachreichen (Urk. 10). Am 29. Dezember 2011 teilte er dem Gericht mit, dass er die Aktenlage nicht mehr ergänzen werde (Urk. 11).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs
rechts [ATSG]), so hat sie gemäss Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) Anspruch auf eine Invalidenrente. Invalidität ist die voraus
sichtlich bleibende oder län
gere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsun
fähigkeit (Art. 8 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Inva
lidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche
ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkom
men, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG; vgl. BGE 130 V 121).
Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geisti
gen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig
keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufga
benbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist gemäss Art. 7 ATSG der durch Beeinträchtigung der kör
perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumut
barer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegli
chenen Arbeitsmarkt (Abs. 1). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbs
unfähig
keit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchti
gung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.1.2
Unter der Bezeichnung DAP führt die SUVA eine interne Dokumentation zu ausgewählten Arbeitsplätzen mit Angaben zu den ausbildungsmässigen und körperlichen Anforderungen, der betriebsüblichen Arbeitszeit und dem Ver
dienst sowie zum konkreten Aufgabenbereich (Arbeitsplatzbeschrieb). Gemäss den Ausführungen des Eidgenössischen Versicherungsgerichts in BGE 129 V 472 (E. 4.2.1 S. 476) waren im damaligen Urteilszeitpunkt (28. August 2003) nach den Angaben der SUVA mehr als 6'000 Arbeitsplätze erfasst. Die Doku
mentation werde laufend aktualisiert und erweitert. Sie diene nicht der Ver
mitt
lung von Arbeitsplätzen, sondern der Invaliditätsbemessung anhand zumut
barer konkreter Arbeitsmöglichkeiten (SZS 1998 S. 487; Klaus Korrodi, SUVA-Tabel
lenlöhne zur Ermittlung des Invalideneinkommens, in: Schaffhau
ser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozial
versicherung, Ver
öffent
lichun
gen des Schweizerischen Instituts für Verwal
tungskurse an der Uni
versität St. Gallen, St. Gallen 1999, S. 117 ff.). Aufgrund eines zwischen dem BSV und der SUVA abgeschlossenen Vertrages gelange die DAP teilweise auch in der Invali
denversicherung zur Anwendung; einzelne IV-Stellen erfassten selbständig Arbeitsplätze.
Zur Anwendung der DAP führte das Eidgenössische Versicherungsgericht in BGE 129 V 472 E. 4.2.2 weiter aus, weil die Invaliditätsbemessung aufgrund hypothetischer Vergleichseinkommen und unter Berücksichtigung des in Betracht fallenden (ausgeglichenen) allge
meinen Arbeitsmarktes zu erfolgen habe, müssten die DAP auch im konkreten Einzelfall repräsentativ sein. Es genüge daher nicht, wenn lediglich ein einziger oder einige wenige zumutbare Arbeitsplätze ange
geben würden, weil es sich dabei sowohl hinsichtlich der Tätigkeit als auch des bezahlten Lohnes um Sonder- oder Ausnahmefälle han
deln könne. Unbeachtlich sei, ob der Arbeitsplatz frei oder besetzt ist, weil die Invaliditätsbemessung auf der Fiktion eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes beruhe. Wenn die Vorinstanz eine Mindestzahl von fünf zumutbaren Arbeits
plätzen voraussetze, so erscheine dies in quantitativer Hinsicht in der Regel als genügend. Im Hinblick auf die geforderte Repräsentativität der DAP-Profile und der daraus abgeleiteten Lohn
angaben habe der Unfallversicherer im Sinne einer qualitativen Anforderung jedoch, zusätzlich zur Auflage von mindestens fünf DAP-Blättern, Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gege
benen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den Tiefstlohn sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungs
profil entsprechenden Gruppe. Damit werde auch die Überprüfung des Auswahl
ermessens hinreichend ermöglicht, und zwar in dem Sinne, dass die Kenntnis der dem verwendeten Behinderungsprofil ent
sprechenden Gesamtzahl behinde
rungsbedingt in Frage kommender Arbeits
plätze sowie des Höchst-, Tiefst- und Durchschnittslohnes im Bereich des Such
ergebnisses eine zuverlässige Beurtei
lung der verwendeten DAP-Löhne hin
sichtlich ihrer Repräsentativität erlaube. Das rechtliche Gehör sei dadurch zu wahren, dass die für die Invaliditätsbe
messung im konkreten Fall herangezoge
nen DAP-Profile mit den erwähnten zusätzlichen Angaben aufgelegt werde und die versicherte Person Gelegenheit habe, sich hierzu zu äussern. Allfällige Ein
wendungen der versicherten Person bezüglich des Auswahlermessens und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall seien grundsätzlich im Ein
spra
cheverfahren zu erheben, damit der Einspracheentscheid sich damit auseinander setzen könne. Seien die erwähnten Anforderungen im Einzelfall nicht erfüllt, könne im Bestreitungsfall nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt werden; diesfalls müsse im Einspracheent
scheid die Invalidität aufgrund der LSE-Löhne ermittelt werden. Im Beschwer
deverfahren sei es Sache des angerufenen Gerichts, die Rechtskonformität der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, und gegebenenfalls die Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE vorzu
nehmen.
1.1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwal
tung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztli
che und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beur
teilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge
mutet werden kön
nen (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.2
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versi
cherte Person Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dau
ernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Die Inte
gritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleis
tung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicher
ten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhän
gig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integri
tätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges 3. Fallen mehrere körperliche oder geistige Integri
tätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integri
tätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
I
m Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integ
ritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 32 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typi
sche Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetra
ges des versicherten Verdienstes (Ziff. 1 Abs. 1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integri
tätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 Prozent nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (Ziff. 1 Abs. 3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichge
stellt; bei teil
weisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 Prozent des Höchstbe
trages des versicherten Verdienstes ergäbe (Ziff. 2).
Die Medizinische Abteilung der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) hat in Weiterentwicklung der bundesrätli
chen Skala weitere Bemes
sungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als Ziff. 1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala ange
gebene Prozentsatz des Integri
tätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthal
ten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 32 E. 1c, 116 V 157 E. 3a).
1.3
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe
richtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352).
Die Rechtsprechung, wonach das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von der Einschätzung der medizinischen Experten abweicht, hat den Beweiswert von Gerichtsgutachten zum Gegenstand und findet auf versicherungsinterne ärztliche Beurteilungen nicht Anwendung.
Berichte und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte unterliegen wie andere Beweismittel der freien richterlichen Beweiswürdigung. Es kann ihnen Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indi
zien gegen ihre Zuverlässigkeit beste
hen.
2.
2.1
Sowohl hinsichtlich der Invaliditätsbemessung als auch bei der Festsetzung der Integritätsentschädigung ist unbestritten, dass die Beschwerdegegnerin nach den in den Erwägungen 1.1 und 1.2 dargelegten massgeblichen Kriterien vorge
gangen ist. Strittig ist einzig, ob sie dabei im Lichte von Erwägung 1.3 auf die medizinische Beurteilung des Sachverhalts durch ihren Kreisarzt abstellen durfte.
Der Beschwerdeführer verneint dies unter Hinweis auf die - seiner Meinung nach - davon abweichende Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit durch Dr.
Y._
, „letztmals am 16. März 2011“ (Urk. 1 S. 3) und die angeblich nicht nachvoll
ziehbare Differenzierung des Kreisarztes zwischen Taxi-Fahren und anderen angepassten Tätigkeiten (Urk. 1 S. 4) sowie die mangels hinreichender Begrün
dung nicht nachvollziehbare Schätzung der Integritätseinbusse (Urk. 1 S. 4 f.).
2.2
2.2.1
Dabei lässt der Beschwerdeführer ausser Acht, dass sowohl Kreisarzt PD Dr.
Z._
als auch Dr.
Y._
- richtigerweise - zwischen der Arbeitsfähigkeit in der konkre
ten bisherigen Tätigkeit (d.h. unter Berücksichtigung der Arbeitsbedin
gungen am angestammten Arbeitsplatz) und der abstrakten medizinisch-theore
tischen Leistungsfähigkeit bei der Ausübung bestimmter Tätigkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt unterscheiden (müssen).
Im Lichte dieser (im Hinblick auf den rechtlich bedeutsamen Unterschied zwi
schen Arbeits- und Erwerbsfähigkeit, vgl. E. 1.1.1, gebotenen) Differenzierung wird nämlich deutlich, dass PD Dr.
Z._
nicht die Tätigkeit des Taxi-Fahrens an sich für nicht mehr zumutbar hält und Dr.
Y._
auch nicht eine quantitativ ein
geschränkte Leistungsfähigkeit (50 %) für das Taxi-Fahren an sich attestiert, sondern beide medizinischen Experten sich hier auf die Arbeitsfähigkeit am angestammten Arbeitsplatz beziehen.
2.2.2
Tatsächlich sind sich beide Ärzte darin einig (und entspricht es auch dem Ergeb
nis der gemeinsamen Untersuchung des Beschwerdeführers vom 6. Dezember 2010 bzw. den vom Beschwerdeführer erhältlich gemachten anam
nestischen Angaben), dass nicht Taxi-Fahren bei einer täglichen Normalarbeits
zeit von acht oder achteinhalb Stunden zu einer unzumutbaren Schmerzexazer
bation führt, sondern die mehrtägige Aufeinanderfolge von überlangen Arbeitsschichten von bis zu zwölf Stunden (vgl. Sachverhalt Ziffer 1.1.3 bzw. Dr.
Y._
bereits in seinen Verlaufsberichten vom 2. und 9. Oktober 2009, Urk. 8/65 und Urk. 8/66, sowie in seinem Bericht vom 14. September 2009 an die IV-Stelle, Urk. 8/77/30/7). Aus diesem Grund befand PD Dr.
Z._
anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 19. August 2010, eine volle Arbeitsleis
tung in der angestammten Tätigkeit als Taxifahrer sei dem Beschwerdeführer nicht mehr zuzumuten, sondern - „in Würdigung der Angabe des Patienten, dass nur volle Schichten bis zu zwölf Stunden Dauer absolviert werden können“ - maximal drei Schichten in Folge. Auch anlässlich der Untersuchung vom 6. Dezember 2010 hatte der Beschwerdeführer erklärt, er könne höchstens drei
Schichten in Folge leisten und brauche danach zwei bis drei Tage zur Erholung (Urk. 8/175). Diese Einschränkung entspricht ungefähr einer im Monatsmittel um 50 % eingeschränkten Arbeitsfähigkeit, weshalb Dr.
Y._
den Beschwerde
führer im Bericht vom 16. März 2011 „weiterhin zu 50 % arbeitsfähig für seine angestammte Tätigkeit als Taxifahrer“ erklärte (Urk. 8/227).
2.2.3
Einig sind sich PD Dr.
Z._
und Dr.
Y._
aber auch darin, dass der Beschwerdefüh
rer in einer wechselbelastenden, hauptsächlich sitzenden, leich
ten Tätigkeit mit frei wählbarer Stellung, ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, ohne Gehen über 50 m in unebenem Gelände, ohne Besteigen von Treppen und Lei
tern sowie ohne Arbeiten in kniender Position ganztägig arbeitsfähig ist (wobei gemäss dem Zumutbarkeitsprofil Dr.
Y._
vom 11. September 2009 unter „ganztägig“ eine Schicht von maximal 10 Stunden zu verstehen ist, vgl. Urk. 8/77/30/5). Unter den vom Beschwerdeführer geschil
derten günstigen Rahmenbedingungen (vgl. Urk. 1 S. 1) dürfte das Taxi-Fahren diesem Profil zwar weitgehend entsprechen. Allerdings räumte er gegenüber Dr.
Y._
auch ein, dass das monotone Sitzen bei langen Taxifahrten die Beschwerden verstärke (vgl. Urk. 8/227). Hieraus wird ersichtlich, dass für die Beantwortung der Frage, ob bzw. wieweit das Taxi-Fahren als behinderungsan
gepasste Tätigkeit zu qua
lifizieren ist, letztlich nicht die behinderungsbedingten Einschränkungen mass
geblich sind, sondern die konkreten Arbeitsbedingungen. Dies gilt nicht nur für die Fragen, ob es dem Beschwerdeführer möglich ist, das Taxi-Fahren auch in normalen Tagesschichten auszuüben und bei längeren Fahrten Pausen für einen Stellungswechsel einzulegen, sondern auch im Hin
blick darauf, dass der Beschwerdeführer zur Dämmung des Ruheschmerzes wei
terhin auf eine Analge
tikaeinnahme angewiesen ist (Urk. 8/227) - welche gege
benenfalls seine Fahr
tüchtigkeit einschränken könnte.
2.2.4
Nach dem Gesagten kann der Beschwerdeführer aus seinem Vorbringen, das Taxi-Fahren könne - ebenso wie die Tätigkeiten an den von der Beschwerde
gegnerin nachgewiesenen DAP-Arbeitsplätzen - behinderungsangepasst ausge
staltet werden (Urk. 1 S. 3 f.), nicht ableiten, dass er demzufolge in allen behin
derungsangepassten Tätigkeiten nur zu 50 % arbeitsfähig sei (dies lässt sich insbesondere auch nicht auf die Beurteilung von Dr.
Y._
abstützen, vgl. vorste
hende E. 2.2.3). Vielmehr muss dem Beschwerdeführer entgegengehalten wer
den, dass, wenn er seine angestammte Arbeit behinderungsgerecht organisieren könnte, er dies unter dem Aspekt der Pflicht zur Schadenminderung tun müsste und er daher von vornherein keinen Rentenanspruch hätte. Wenn demgegen
über der Kreisarzt davon ausgeht, dass das Taxi-Fahren unter den ungünstigen Umständen am angestammten Arbeitsplatz keine behinderungsangepasste Tätigkeit darstellt, trägt er damit dem sinngemäss geltend gemachten Umstand Rechnung, dass der Beschwerdeführer eine substanzielle Lohneinbusse in Kauf nehmen müsste, wenn er optimal seiner Behinderung angepasste Arbeitsbedin
gungen als Taxifahrer verlangen wollte (vgl. Urk. 8/68 S. 3).
2.2.5
Aufgrund der übereinstimmenden und nachvollziehbar begründeten medizini
schen Beurteilungen PD Dr.
Z._
und Dr.
Y._
besteht somit kein Anlass, an der darauf abgestützten Invaliditätsbemessung der Beschwerdegegnerin zu zweifeln und weitere medizinische Abklärungen zu veranlassen. Insoweit ist die Beschwerde abzuweisen.
2.3
2.3.1
Hinsichtlich der strittigen Integritätsentschädigung trifft es zwar zu, dass - wie der Beschwerdeführer rügt (Urk. 1 S. 4 f.) - die Begründung PD Dr.
Z._
für seine Beurteilung vom 21. Dezember 2010 lediglich drei Zeilen umfasst, in denen er auf den massgeblichen Rahmen für die Abschätzung der Integritäts
einbusse durch Kniegelenksarthrosen der Tabelle 5 (Integritätsschaden bei Arthrosen) ve
rweist. Jedoch kann PD Dr.
Z._
Bericht weiter entnommen wer
den, dass er sich bei der Beurteilung auf Röntgenaufnahmen des rechten Knie
gelenks ap/lat vom 24. Januar 2009 (Datum des Unfalls) und 2. September 2010 abstützte und dass aus dem Vergleich der Bilder eine am Unfalltag bereits vor
bestandene Arthrose sowie deren Entwicklung nach dem Unfall ablesbar waren (vgl. Urk. 8/177). Damit hat PD Dr.
Z._
die beurteilungsrelevanten Fakten dar
gelegt und seine Beurteilung einer fachärztlichen Überprüfung zugänglich gemacht.
2.3.2
In der Einsprache vom 24. März 2011 hatte der Beschwerdeführer gerügt, der Kreisarzt habe sich nicht zum Ausmass des Vorzustands geäussert. Vor dem Unfall hätten jedenfalls keine Beschwerden bestanden und nunmehr sei ein deutliches Schonhinken feststellbar, weshalb nicht von einer nur minimalen Einschränkung ausgegangen werden könne (Urk. 8/228).
Dazu hielt die Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid unter Hinweis auf die Rechtsprechung fest, die Integritätseinbusse beurteile sich nach dem medizi
nischen Befund, wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen seien (vgl. Urk. 2 S. 7).
Hierzu äussert sich der Beschwerdeführer in der Begründung der Beschwerde nicht, obwohl er darauf hinweist, dass er bereits in der Einsprache die ungenü
gende Begründung der Integritätsschadenbeurteilung gerügt habe (Urk. 1 S. 5).
2.3.3
Dr.
Y._
, bei dem sich der Beschwerdeführer nach der kreisärztlichen Integritäts
schadenbeurteilung noch einmal vorgestellt hatte und der Kenntnis von den dafür massgeblich gewesenen Befunden hatte (vgl. Diagnose persistierender Schmerzen am rechten Knie bei zweitgradiger Chondormalazie im Bericht vom 16. März 2011, Urk. 8/227), stellt die Integritätsschadenbeurteilung PD Dr.
Z._
nicht in Frage.
2.3.4
Bei dieser Sachlage ist nicht ersichtlich, inwiefern der kreisärztliche Ermessens
entscheid über die Integritätsschadenbemessung noch ergänzend begründet werden müsste oder weshalb eine weitere ärztliche Beurteilung erforderlich sein sollte.
Die für eine fachärztliche Überprüfung des Entscheids erforderlichen Befundhin
weise liegen vor (vgl. E. 2.3.1, eine detaillierte Befundbeschreibung würde den Entscheid für den Beschwerdeführer nicht nachvollziehbarer machen), zu den in der Einsprache vorgebrachten Einwänden hat die Beschwerdegegnerin im Ein
spracheentscheid zutreffend Stellung genommen, ohne dass dies Anlass zu weiteren Vorbringen gegeben hätte (vgl. E. 2.3.2), und der kreisärztlichen Integ
ritätsschadenschätzung widersprechende ärztliche Beurteilungen, zu welchen noch Stellung zu nehmen wäre, liegen nicht vor (vgl. E. 2.3.3).
Daher ist die Beschwerde auch in diesem Punkt abzuweisen.