Decision ID: d95271f1-ebc2-5828-9f2e-c5bc1e45f42e
Year: 2014
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer – ein eritreischer Staatsangehöriger – seinen
Heimatstaat eigenen Angaben zufolge um den 29. April 2014 illegal ver-
liess und via B._ und C._ am 25. Juni 2014 mit dem Boot
nach Italien gelangte,
dass sie auf hoher See aufgegriffen und zur Küste begleitet worden sei-
en,
dass man ihn registriert, nicht jedoch daktyloskopiert habe,
dass sie sodann im Flugzeug zu einer Touristenstadt gebracht worden
seien, deren Namen er nicht kenne,
dass er sich von dort via D._ mit dem Zug in die Schweiz begeben
habe,
dass der Beschwerdeführer am 3. Juli 2014 illegal in die Schweiz einreis-
te, wo er gleichentags im Empfangs- und Verfahrenszentrum E._
um Asyl nachsuchte,
dass das BFM ihm anlässlich der Befragung zur Person am 16. Juli 2014
das rechtliche Gehör zum möglichen Nichteintretensentscheid gemäss
Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31), zur Zuständigkeit Italiens für die
Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens beziehungsweise
zu einer allfälligen Überstellung dorthin gewährte und ihm Gelegenheit
gab, sich dazu zu äussern,
dass er in diesem Zusammenhang erklärte, er sei in die Schweiz ge-
kommen, weil er zu Hause gehört habe, dass es ein friedliches, gerech-
tes Land sei,
dass jeder wisse, dass es in Italien weder Arbeit noch Unterstützung für
Flüchtlinge gebe,
dass das BFM am 23. Juli 2014 die italienischen Behörden um Übernah-
me des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 13 Abs. 1 der Verordnung
(EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom
26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung
des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsange-
hörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf
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internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend Dublin-III-VO), ersuch-
te,
dass die italienischen Behörden innert Frist zum Übernahmeersuchen
keine Stellung nahmen,
dass das BFM mit Verfügung vom 24. September 2014 – eröffnet am
7. Oktober 2014 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das
Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 3. Juli 2014 nicht eintrat, die
Wegweisung aus der Schweiz nach Italien verfügte, den Beschwerdefüh-
rer – unter Androhung von Zwangsmitteln im Unterlassungsfall – auffor-
derte, die Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen,
den Kanton F._ mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragte,
dem Beschwerdeführer die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenver-
zeichnis aushändigte, und feststellte, eine allfällige Beschwerde gegen
die Verfügung habe keine aufschiebende Wirkung,
dass das BFM zur Begründung seines Nichteintretensentscheides insbe-
sondere ausführte, die Zuständigkeit zur Durchführung des Asyl- und
Wegweisungsverfahrens sei gemäss dem Abkommen vom 26. Oktober
2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europä-
ischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung
des zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder
in der Schweiz gestellten Asylantrags (Dublin-Assoziierungsabkommen
[DAA, SR 0.142.392.689]) und unter Anwendung von Art. 22 Abs. 7 Dub-
lin-III-VO am 24. September 2014 auf Italien übergegangen, da die italie-
nischen Behörden innerhalb der festgelegten Frist zum Übernahmeersu-
chen keine Stellung genommen hätten,
dass zum Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach er gehört habe,
bei der Schweiz handle es sich um ein friedliches und gerechtes Land,
einerseits darauf hinzuweisen sei, dass Italien ein funktionierender
Rechtsstaat sei, wo Rechtssicherheit und Friede herrsche,
dass andererseits festzuhalten sei, dass der geäusserte Wunsch nach ei-
nem weiteren Verbleib in der Schweiz keinen Einfluss auf die Zuständig-
keit für das Asyl- und Wegweisungsverfahren habe, da es grundsätzlich
nicht Sache der betreffenden Person sei, den für ihr Asylverfahren zu-
ständigen Staat selber zu bestimmen, sondern dessen Bestimmung allei-
ne den beteiligten Dublin-Vertragsstaaten obliege,
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dass Italien sowohl Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 1951 über
die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) als auch der EMRK
sei,
dass keine konkreten Anhaltspunkte dafür bestünden, dass sich Italien
nicht an seine völkerrechtlichen Verpflichtungen halten und das Asyl- und
Wegweisungsverfahren nicht korrekt durchführen würde,
dass die Ausführungen des Beschwerdeführers die Zuständigkeit Italiens
zur Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens nicht zu wider-
legen vermöchten,
dass seine Überstellung nach Italien – vorbehältlich einer allfälligen Un-
terbrechung oder Verlängerung der Überstellungsfrist (Art. 29 Dublin-III-
VO) – bis spätestens am 24. März 2015 zu erfolgen habe,
dass auf sein Asylgesuch demnach nicht eingetreten werde,
dass das Bundesamt den Vollzug der Wegweisung als zulässig, zumutbar
und möglich erachtete,
dass es diesbezüglich anführte, aufgrund dessen, dass der Beschwerde-
führer in einen Drittstaat reisen könne, in dem er Schutz vor Rückschie-
bung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG finde, sei das Non-Refoulement-
Gebot bezüglich des Heimat- oder Herkunftsstaates nicht zu prüfen,
dass ferner keine Hinweise auf eine Verletzung von Art. 3 EMRK im Falle
seiner Rückkehr nach Italien gegeben seien,
dass der Vollzug der Wegweisung nach Italien demnach zulässig sei,
dass weder die in Italien herrschende Situation noch andere Gründe ge-
gen die Zumutbarkeit der Wegweisung dorthin sprechen würden,
dass zum Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach es in Italien keine
Arbeit und keine Unterstützung für Flüchtlinge gebe, festzuhalten sei,
dass Italien die Richtlinie 2003/9/EG des Rates vom 27. Januar 2003
(sog. Aufnahmerichtlinie), welche zahlreiche Mindestnormen für die Auf-
nahme und Betreuung von Asylsuchenden beinhalte, umgesetzt habe,
dass er die Möglichkeit habe, nach seiner Ankunft in Italien ein Asylge-
such einzureichen, womit er Zugang zur Aufnahmerichtlinie und Verfah-
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rensrichtlinie erhalte und sich an die zuständigen Behörden wenden kön-
ne, um eine Unterkunft und sozialstaatliche Unterstützung zu bekommen
oder falls er Hilfe bei der Arbeitssuche in Anspruch nehmen möchte,
dass jedoch darauf hinzuweisen sei, dass in keinem Staat eine Garantie
auf eine bezahlte Erwerbstätigkeit bestehe,
dass er zudem bei einer der in Italien zahlreich vorhandenen karitativen
Organisationen um Hilfe ersuchen könne,
dass vorliegend auch keine begründeten Anhaltspunkte dafür bestünden,
dass er nach einer Rückkehr nach Italien in eine existenzielle Notlage ge-
raten würde,
dass demnach der Vollzug der Wegweisung dorthin zumutbar sei,
dass der Wegweisungsvollzug ausserdem technisch möglich und prak-
tisch durchführbar sei,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 12. Oktober 2014 (Post-
stempel vom 13. Oktober 2014) gegen diese Verfügung beim Bundes-
verwaltungsgericht Beschwerde erhob und darum bat, seine Beschwerde
umfassend zu prüfen und das BFM zu veranlassen, auf das Asylgesuch
einzutreten,
dass auf die Beschwerdebegründung – soweit entscheidrelevant – in den
Erwägungen eingegangen wird,
dass die vorinstanzlichen Akten am 16. Oktober 2014 beim Bundesver-
waltungsgericht eintrafen,

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der
Regel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfü-
gungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m.
Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
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dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist (Art. 108 Abs. 2 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und
Art. 52 Abs. 1 VwVG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise
einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es
sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb
der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a
Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-
wechsel verzichtet wurde,
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es
das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-
prüfen (Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Be-
schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorin-
stanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE
2012/4 E. 2.2 m.w.H.),
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung
des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist
(Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG),
dass auf das vorliegend zu beurteilende Gesuch das Dublin-
Assoziierungsabkommen Anwendung findet,
dass gestützt auf die einleitenden Bestimmungen sowie Art. 1 Abs. 1 DAA
i.V.m. Art. 29a Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999
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(AsylV 1, SR 142.311) die Prüfung der staatsvertraglichen Zuständigkeit
zur (materiellen) Behandlung eines Asylgesuches nach den Kriterien der
Verordnung Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festle-
gung von Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats,
der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen in einem
Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zuständig ist (Dublin-II-VO), zu er-
folgen hat,
dass die Dublin-II-VO durch die Dublin-III-VO abgelöst worden ist, welche
ab dem 1. Januar 2014 in allen Staaten der Europäischen Union an-
wendbar ist,
dass im Notenaustausch vom 14. August 2013 zwischen der Schweiz und
der Europäischen Union betreffend die Übernahme der Dublin-III-VO
(Weiterentwicklung des Dublin/Eurodac-Besitzstands) der Bundesrat der
Europäischen Union mitteilte, dass die Schweiz den Inhalt dieses
Rechtsakts akzeptiere und in ihre innerstaatliche Rechtsordnung umset-
zen werde,
dass mit Bundesratsbeschluss vom 18. Dezember 2013 festgehalten
wurde, die Dublin-III-VO werde – unter Hinweis auf Ausnahmen – ab dem
1. Januar 2014 vorläufig angewendet,
dass gemäss der übergangsrechtlichen Bestimmung der Dublin-III-VO
diese auf alle Anträge auf internationalen Schutz und damit auf Asylgesu-
che anwendbar ist, die ab dem 1. Januar 2014 gestellt wurden
(vgl. Art. 49 Dublin-III-VO zweiter Satz),
dass die Bestimmungen der Dublin-III-VO (vollständig) anwendbar sind,
wenn sowohl der Antrag auf internationalen Schutz als auch das Gesuch
um Aufnahme oder Wiederaufnahme ab dem 1. Januar 2014 gestellt
wurden,
dass das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 3. Juli 2014 datiert
und das Übernahmeersuchen des BFM an Italien am 23. Juli 2014 erfolg-
te, weshalb vorliegend die Dublin-III-VO zur Anwendung gelangt,
dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann,
einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen ge-
stellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach
den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zu-
ständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht),
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dass der Beschwerdeführer am 25. Juni 2014 illegal in das Hoheitsgebiet
der Dublin Mitgliedstaaten einreiste,
dass die italienischen Behörden das Übernahmeersuchen des BFM vom
23. Juli 2014 unbeantwortet liessen, womit sie die Zuständigkeit Italiens
implizit anerkannten (Art. 22 Abs. 7 Dublin-III-VO),
dass das BFM bei dieser Sachlage zu Recht von der Zuständigkeit Ita-
liens für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens aus-
ging,
dass der Beschwerdeführer in der Rechtsmitteleingabe im Wesentlichen
geltend macht, er sei von den italienischen Behörden weder je erfasst
worden (Fingerabdrücke oder andere biometrische Daten) noch habe er
in Italien ein Asylgesuch eingereicht,
dass Italien ihm lediglich als Transitland für die Reise in sein endgültiges
Zielland gedient habe,
dass der Grund für den rund zweiwöchigen Verbleib in Italien in der Or-
ganisation der Durchreise liege, welche einige Tage in Anspruch genom-
men habe,
dass eine direkte Einreise in die Schweiz, beispielsweise auf dem Luft-
weg, aus organisatorischen Gründen (Aufhebung des Botschaftsasyls
2012) nicht möglich gewesen wäre,
dass somit aus seiner Sicht die Schweiz für sein Asylverfahren zuständig
sei,
dass der Umstand, wonach die italienischen Behörden auf die Anfrage
des Dublin Office Switzerland nicht reagiert hätten, keinen Beweis dafür
bilde, dass Italien für das Verfahren zuständig wäre,
dass genauso gut die Uneinigkeit über die Zuständigkeit oder gar ein
Kommunikationsproblem der Grund für die fehlende Antwort gewesen
sein könnte,
dass darüber hinaus hinlänglich bekannt sei, dass die italienischen Be-
hörden mit dem gegenwärtigen Ansturm von Flüchtlingen überfordert sei-
en,
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dass eine Abschiebung nach Italien nicht zumutbar sei, weil dort die Aus-
sicht auf ein Leben unter menschenwürdigen Umständen und auf ein fai-
res Asylverfahren derzeit nicht gegeben sei,
dass eine derart rigide Auslegung der Dubliner Bestimmungen daher
problematisch sei,
dass zahlreiche Berichte vor Ort tätiger Flüchtlingsorganisationen sowie
Urteile von deutschen Gerichten zeigten, dass in Italien Hilfe bei der Su-
che nach Unterkunft und Arbeit sowie Rechtssicherheit keinesfalls ge-
währleistet seien,
dass er in der Hoffnung aus Eritrea geflüchtet sei, hier in der Schweiz
Schutz zu bekommen,
dass ihm stattdessen mit der Abschiebung nach Italien erneut die Gefahr
von Willkür und existenzieller Not drohe,
dass weder die bei der Gewährung des rechtlichen Gehörs geäusserten
Einwände noch die auf Beschwerdeebene geltend gemachten Vorbringen
an der Zuständigkeit Italiens für die Durchführung des Asyl- und Wegwei-
sungsverfahrens etwas ändern können und auch keinen Anlass zur Aus-
übung des Selbsteintrittsrechts der Schweiz (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-
III-VO, Art. 29a Abs. 3 AsylV 1) begründen,
dass auch sonst keine Gründe zur Ausübung des Selbsteintrittsrechts der
Schweiz ersichtlich sind, zumal Italien Signatarstaat der EMRK, des
Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe
(FoK, SR 0.105) und der FK sowie des Zusatzprotokolls der FK vom
31. Januar 1967 (SR 0.142.301) ist, und sich aus den Akten keine kon-
kreten Hinweise ergeben, wonach Italien sich nicht an die daraus resultie-
renden massgebenden völkerrechtlichen Bestimmungen halten würde,
dass der Beschwerdeführer den italienischen Behörden übergeben wird,
die damit die Möglichkeit haben, sich um ihn gebührend zu kümmern und
sein Asyl- und Wegweisungsverfahren durchzuführen,
dass Italien an die Richtlinie 2013/33/EU des Europäischen Parlaments
und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die
Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (Auf-
nahmerichtlinie [Neufassung]), gebunden ist und demnach dafür besorgt
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sein muss, den Asylsuchenden ein menschenwürdiges Leben zu ermögli-
chen,
dass Dublin-Rückkehrende und verletzliche Personen betreffend Unter-
bringung von den italienischen Behörden bevorzugt behandelt werden
und sich neben den staatlichen Strukturen auch zahlreiche private Hilfsor-
ganisationen der Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen anneh-
men,
dass bei dieser Sachlage die vom Beschwerdeführer geäusserten Argu-
mente, in Italien sei weder ein Leben unter menschenwürdigen Umstän-
den noch Hilfe bei der Suche nach Unterkunft und Arbeit gewährleistet
und es gebe dort keine Unterstützung für Flüchtlinge, unbegründet sind,
dass keine konkreten Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, der Beschwer-
deführer würde im Falle einer Rückkehr nach Italien wegen der dortigen
Aufenthaltsbedingungen in eine existenzielle Notlage geraten,
dass im Weiteren davon ausgegangen werden darf, dieser Staat aner-
kenne und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus der
Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom
26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aber-
kennung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) erge-
ben,
dass der Beschwerdeführer demnach auch aus den Vorbringen, in Italien
bestehe keine Aussicht auf ein faires Asylverfahren, die Rechtssicherheit
sei nicht gewährleistet und es drohe Willkür, nichts zu seinen Gunsten
abzuleiten vermag,
dass er sich bei allfälligen Schwierigkeiten an die dafür zuständigen Be-
hörden beziehungsweise karitativen Organisationen wenden kann,
dass es in Anbetracht der Umstände insgesamt keinen Grund für eine
Anwendung der Ermessensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt,
dass an dieser Stelle festzuhalten ist, dass die Dublin-III-VO den Schutz-
suchenden kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber
auszuwählen (vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3), weshalb der Beschwerde-
führer aus dem Vorbringen, er sei in die Schweiz gekommen, weil er ge-
hört habe, dass es sich um ein friedliches und gerechtes Land handle,
nichts zu seinem Vorteil ableiten kann,
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dass laut Art. 22 Abs. 7 Dublin-III-VO für den Fall, dass innerhalb der Frist
von zwei Monaten gemäss Absatz 1 beziehungsweise der Frist von ei-
nem Monat gemäss Absatz 6 keine Antwort erteilt wird, davon auszuge-
hen ist, dass dem Aufnahmegesuch stattgegeben wird, was die Verpflich-
tung nach sich zieht, die Person aufzunehmen und angemessene Vor-
kehrungen für die Ankunft zu treffen,
dass die italienischen Behörden vorliegend innert Frist zum Übernah-
meersuchen keine Stellung nahmen, weshalb das BFM gestützt auf
Art. 22 Abs. 7 Dublin-III-VO zu Recht davon ausging, Italien sei mit der
Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens einverstanden,
dass damit der konkrete Grund für die fehlende Reaktion – entgegen an-
derslautender Einschätzung – unerheblich ist,
dass das BFM nach dem Gesagten zu Recht in Anwendung von Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht
eingetreten ist und – weil er nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts-
oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die
Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),
dass allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG
(SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das Fehlen von Wegweisungs-
vollzugshindernissen bereits Voraussetzung des Nichteintretensentschei-
des gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 2010/45 E. 10),
dass die angefochtene Verfügung aufgrund der vorstehenden Erwägun-
gen Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt
richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass die Beschwerde demnach abzuweisen ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.–
(Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1
VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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