Decision ID: e164bfe5-e747-46e1-8930-551895600eee
Year: 2015
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X ist seit dem 10. Oktober 1983 im Besitz des Führerausweises für die Kategorie B.
Am Mittwoch, 31. Juli 2013, ca. um 15.00 Uhr, fiel er einem Sicherheitsangestellten der
A AG auf, weil er auf dem Parkplatz Breite in Altstätten mit seinem Personenwagen
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eine Runde drehte und dabei die Reifen quietschen liess. Anschliessend parkierte er
sein Fahrzeug über zwei Parkfelder. Kurze Zeit später, um 15.26 Uhr, überschritt er in
Altstätten auf der Stossstrasse in Fahrtrichtung Gais die zulässige
Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um 34 km/h (nach Abzug der Messtoleranz). Er
wurde daraufhin von der Polizei angehalten und kontrolliert. Ein Atemlufttest verlief
negativ. Die Entnahme einer Blut- und Urinprobe wurde um 16.25 Uhr bzw. 16.27 Uhr
im Spital Altstätten durchgeführt. Abklärungen der Polizei ergaben, dass X einen Tag
zuvor, am 30. Juli 2013, aus der Kantonalen Psychiatrischen Klinik (KPK) Wil
ausgetreten war. Die Polizei führte X in der Folge dem Amtsarzt vor, welcher die
fürsorgerische Unterbringung in der KPK Wil anordnete. Die Polizei stufte X als nicht
fahrfähig ein und nahm ihm den Führerausweis auf der Stelle ab.
Die Asservate der Blut- und Urinprobe wurden am Institut für Rechtsmedizin (IRM) des
Kantonsspitals St. Gallen ausgewertet. Im Blut wurden Lorazepam in einer
Konzentration von 11 μg/l und Methadon in einer Konzentration von 60 μg/l
nachgewiesen. Im Urin stiess man auf Topiramat (Antiepileptikum) und Quetiapin-
Metaboliten (Neuroleptikum). Zusammenfassend wurde vom IRM festgehalten, dass
sich X in einem nicht-fahrfähigen Zustand befunden habe.
B.- Das Strassenverkehrsamt St. Gallen eröffnete am 20. September 2013 gegenüber X
ein Verfahren zur Abklärung der Fahreignung, kündigte die Anordnung einer
verkehrsmedizinischen Untersuchung an und verbot ihm vorsorglich das Führen von
Motorfahrzeugen aller Kategorien. Die Untersuchung durch die verkehrsmedizinische
Abteilung des IRM wurde mit Zwischenverfügung vom 7. Oktober 2013 angeordnet.
Die entsprechenden Untersuchungen fanden am 15. Januar 2014 statt.
C.- Mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes Altstätten vom 10. Oktober 2013 wurde X
wegen einfacher Verkehrsregelverletzung (Verursachen vermeidbaren Lärms), grober
Verkehrsregelverletzung (Missachten der Höchstgeschwindigkeit ausserorts) und
Führens eines Personenwagens in fahrunfähigem Zustand zu einer bedingten
Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je Fr. 170.– sowie zu einer Busse von Fr. 2'000.–
verurteilt. Der Strafbefehl erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
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D.- Im verkehrsmedizinischen Gutachten vom 20. März 2014 wurde die Fahreignung im
Zusammenhang mit einer noch instabilen psychischen Verfassung (chronische bipolare
affektive Störung, derzeit depressiver Zustand nach manischer Episode im Sommer
2013) nicht befürwortet. Die Gutachter empfahlen die Einreichung eines psychiatrisch-
fachärztlichen Zeugnisses in sechs Monaten, welches eine weitere Stabilisierung der
Verfassung bestätige, monatliche Urinkontrollen auf Cannabis und vor Wiedererteilung
des Führerausweises zum Ausschluss von möglichen verkehrsrelevanten
Leistungsdefiziten bei schwerer psychischer Erkrankung die Durchführung einer
verkehrsmedizinischen Kontrollfahrt.
E.- Mit Verfügung vom 21. Mai 2014 entzog das Strassenverkehrsamt St. Gallen X den
Führerausweis auf unbestimmte Zeit. Im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 31. Juli
2013 setzte es eine dreimonatige Sperrfrist an (31. Juli bis 30. Oktober 2013). Für die
Aufhebung des Entzugs wurden das Einreichen eines psychiatrisch-fachärztlichen
Zeugnisses in sechs Monaten, welches eine weitere Stabilisierung der Verfassung
bestätigt, monatliche Urinkontrollen auf Cannabis, vor Wiedererteilung des
Führerausweises die Durchführung einer verkehrsmedizinischen Kontrollfahrt zum
Ausschluss von möglichen verkehrsrelevanten Leistungsdefiziten bei schwerer
psychischer Erkrankung sowie eine verkehrsmedizinische Aktenbeurteilung verlangt.
Das Strassenverkehrsamt entzog einem allfälligen Rekurs zudem die aufschiebende
Wirkung.
F.- Gegen diese Verfügung erhob X mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 5. Juni
2014 und Ergänzung vom 13. August 2014 Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge sei die angefochtene Verfügung des Strassenverkehrsamtes vom
21. Mai 2014 aufzuheben, dem Rekurrenten die Fahrerlaubnis wiederzuerteilen und der
Führerausweis auszuhändigen. Die Vorinstanz liess sich am 1. September 2014
vernehmen. Sie trug auf Abweisung des Rekurses an.

Auf die Ausführungen der Beteiligten wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen:
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1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 5. Juni 2014 ist rechtzeitig eingereicht
worden. Er erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 13. August 2014 in formeller und
inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den
Rekurs ist einzutreten.
2.- Im Rekurs ist umstritten, ob die Vorinstanz die Fahreignung des Rekurrenten zu
Recht gestützt auf das verkehrsmedizinische Gutachten des IRM vom 20. März 2014
verneinte. Sie erwog, gemäss Gutachten leide der Rekurrent seit Jahren an einer
chronischen bipolaren affektiven Störung mit schweren depressiven und
zwischenzeitlich manischen Dekompensationen. Er befinde sich in einer noch
instabilen psychischen Verfassung, weshalb ihm der Führerausweis für unbestimmte
Zeit zu entziehen sei. Unbestritten ist die Dauer des Führerausweisentzugs bzw. der
Sperrfrist von drei Monaten wegen der Verkehrsregelverletzungen vom 31. Juli 2013.
3.- a) Ausweise und Bewilligungen sind zu entziehen, wenn festgestellt wird, dass die
gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen (Art. 16
Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt: SVG). Art. 16d SVG regelt
den Führerausweisentzug wegen fehlender Fahreignung. Auf unbestimmte Zeit wird
der Führerausweis einer Person unter anderem entzogen, wenn sie nicht oder nicht
mehr über die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit verfügt, um ein
Motorfahrzeug sicher zu führen (Art. 16d Abs. 1 lit. a SVG). Darunter fallen alle
medizinischen und psychischen Gründe, welche die Fahreignung ausschliessen. Nach
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist die Annahme zulässig, dass das Vorliegen
einer Schizophrenie-Erkrankung die Fahreignung in der Regel, aber nicht zwingend
ausschliesst (BGE 133 II 384 E. 5.2). Eine derartige Erkrankung stellt eine psychische
Störung dar. Letzterer Begriff umfasst die anerkannten Krankheitsbilder der Psychiatrie,
das heisst Psychosen und Psychopathien, seien sie körperlich begründbar oder nicht.
Dazu gehören auch Suchtkrankheiten, unabhängig davon, ob es sich um eine Drogen-,
Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit handelt (BSK Erw.Schutz-Henkel, Art. 390 N
11). Bei einer psychischen Störung handelt es sich um einen klinisch erkennbaren
Komplex von Symptomen oder Verhaltensauffälligkeiten, die auf der individuellen
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Ebene mit Belastung und Beeinträchtigung von Funktionen verbunden sind (vgl. BSK
Erw.Schutz-Geiser/Etzensberger, Art. 426 N 15 ff.). Ob eine psychische Störung
gegeben ist, beurteilen die Sachverständigen nach dem weltweit anerkannten
Diagnoseklassifikationssystem ICD-10 der Weltgesundheitsorganisation (WHO; Kapitel
V, mit den Klassen F00 bis F99; Internationale statistische Klassifikation der
Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme [engl. The International
Classification of Diseases (ICD)], Kapitel V: Mental and Behavioural Disorders;
C. Bernhart, Handbuch zur fürsorgerischen Unterbringung, Basel 2011, Rz. 268 ff.;
Dilling/Freyberger, Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen,
6. Aufl., Bern 2012).
b) Die Verkehrsmediziner gingen beim Rekurrenten von einer chronischen bipolaren
affektiven Störung aus. Ihnen lagen aktuelle und übereinstimmende Befunde der KPK
St. Pirminsberg, der KPK Wil, des Hausarztes und des behandelnden Psychiaters des
Rekurrenten vor; darauf durften sie abstützen. Die Fachärzte diagnostizierten beim
Rekurrenten übereinstimmend eine bipolare affektive Störung. Hierbei handelt es sich
um eine Störung, die durch wenigstens zwei Episoden charakterisiert ist, in denen
Stimmung und Aktivitätsniveau des Betroffenen deutlich gestört sind. Diese Störung
besteht einmal in gehobener Stimmung, vermehrtem Antrieb und Aktivität (Manie),
dann wieder in einer Stimmungssenkung und vermindertem Antrieb und Aktivität
(Depression; vgl. ICD-Code 2014, publiziert in: www.ops.icd-code.de). Der Rekurrent
bestreitet diese Krankheit nicht. Angesichts der fachärztlichen Diagnosen und der
Selbsteinschätzung des Rekurrenten erscheint die Beurteilung der Gutachter, es
bestehe eine psychische Störung, nachvollziehbar. Zu prüfen ist, welche Auswirkungen
die Krankheit auf die Fahreignung hat.
c) Die Gutachter sprachen dem Rekurrenten die Fahreignung wegen einer noch
instabilen psychischen Verfassung (depressiver Zustand nach einer manischen Episode
im Sommer 2013) ab. Das Gutachten stützt sich auf die vorinstanzlichen Akten zum
Fahren in fahrunfähigem Zustand sowie zum vorsorglichen Führerausweisentzug,
Fremdauskünfte, die Befunde der verkehrsmedizinischen Untersuchung sowie die
Resultate der Laboruntersuchungen. Die Gutachter kommen zum Schluss, beim
Rekurrenten habe trotz mehrfacher psychiatrischer Hospitalisationen eine dauerhafte
Besserung nicht erzielt werden können. Bei einem ungünstigen Verlauf, vor allem beim
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Auftreten mehrerer manischer oder schwerer depressiver Phasen, sei die Fahreignung
nicht gegeben. Zur Beurteilung des Verlaufs sei eine ausreichende Beobachtungszeit
von in der Regel mindestens einem Jahr erforderlich. Aus verkehrsmedizinischer Sicht
könne demzufolge eine Befürwortung der Fahreignung erst nach einer längeren und
stabilen Beobachtungszeit mit Symptomfreiheit mit konsequenter Behandlung
befürwortet werden. Diese Kriterien erfülle der Rekurrent derzeit nicht, sodass die
Fahreignung nicht zu befürworten sei.
d) Das verkehrsmedizinische Gutachten unterliegt der freien richterlichen
Beweiswürdigung (Art. 21 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 58 Abs. 1 VRP). Nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann ärztlichen Gutachten Beweiswert
beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
bestehen (BGE 123 V 331 E. 1c). In Sachfragen weicht das Gericht nur aus triftigen
Gründen von einer gerichtlichen Expertise ab. Es prüft, ob sich aufgrund der übrigen
Beweismittel und der Vorbringen der Parteien ernsthafte Einwände gegen die
Schlüssigkeit der gutachterlichen Darlegungen aufdrängen. Erscheint ihm die
Schlüssigkeit eines Gutachtens in wesentlichen Punkten zweifelhaft, hat es nötigenfalls
ergänzende Beweise zur Klärung dieser Zweifel zu erheben (vgl. BGE 133 III 385 mit
weiteren Hinweisen). Das verkehrsmedizinische Gutachten soll in der
Gesamtbeurteilung die erhobenen Befunde hinsichtlich der Fragestellung würdigen und
so gewichten, dass die Schlussfolgerungen und die Beantwortung der Fragestellung
auch für einen medizinischen Laien nachvollziehbar sind (vgl. zum
verkehrspsychologischen Gutachten Bächli-Biétry, Inhalt des Gutachtens, Würdigung,
Folgefragen aus verkehrspsychologischer Sicht, in: Jahrbuch zum
Strassenverkehrsrecht 2009, S. 58).
e) Der Rekurrent bringt vor, das Gutachten gehe von falschen Tatsachen aus. Die
Begutachtung sei nicht etwa im Zusammenhang mit einem Selbstunfall, sondern
wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung in Auftrag gegeben worden. Es trifft zwar
zu, dass im Gutachten auf Seite 5 unter "Beurteilung" von einem Selbstunfall die Rede
ist. Dabei handelt es sich aber offensichtlich um ein redaktionelles Versehen, denn auf
Seite 2 unter dem Titel "Aktenauszug" wird richtigerweise von einer Missachtung der
allgemeinen Höchstgeschwindigkeit ausserorts und einem Verursachen von
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vermeidbarem Lärm gesprochen. Die Gutachter gingen deshalb nicht von falschen
Tatsachen aus. Zudem setzt der Sicherungsentzug keine schuldhafte Widerhandlung
im Strassenverkehr voraus. Ein Sicherungsentzug bezweckt, die zu befürchtende
Gefährdung der Verkehrssicherheit durch einen ungeeigneten Fahrzeugführer in
Zukunft zu verhindern. Es geht nicht darum, den Betroffenen wegen einer begangenen
Verkehrsregelverletzung zu bestrafen (Urteil des Bundesgerichts [BGer] 1C_74/2011
vom 17. Mai 2011 E. 2.2).
f) Weiter macht der Rekurrent geltend, nur weil er eine Geschwindigkeitsüberschreitung
begangen habe und er unter einer gesundheitlichen Störung leide, bedeute dies nicht,
dass keine Fahreignung bestehe. Und nur weil er eine Erkrankung habe, heisse dies
nicht, dass die Geschwindigkeitsüberschreitung damit im Zusammenhang stehe. Das
Gutachten sei in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation nicht einleuchtend und enthalte keine
Schlussfolgerungen, die so begründet seien, dass sie nachvollzogen werden könnten.
Denn er habe den Tatbeweis erbracht, dass er trotz seiner langjährigen Erkrankung
jederzeit in der Lage sei, ein Fahrzeug zu lenken und sich strikte an die Verkehrsregeln
zu halten.
aa) Gemäss Austrittsbericht der KPK Wil wurde der Rekurrent am 18. Juni 2013
fürsorgerisch in der Klinik untergebracht, nachdem er mit stark überhöhter
Geschwindigkeit Auto gefahren und von der Polizei aufgegriffen worden war. Nach
Ablauf der Dauer der fürsorgerischen Unterbringung sei er entgegen dem ärztlichen Rat
aus der Klinik ausgetreten (act. 13/49). Bereits einen Tag später, am 31. Juli 2013, fuhr
er erneut mit überhöhter Geschwindigkeit und wurde von der Polizei angehalten. Der
Rekurrent fuhr somit innert kurzer Zeit zwei Mal mit stark überhöhter Geschwindigkeit.
Gemäss ärztlicher Diagnose befand er sich damals in einer manischen Episode (act.
13/49). Manische Phasen, auch mit geringer Symptomausprägung, führen in der Regel
zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Anpassungs- und Leistungsfähigkeit,
insbesondere auch zur Selbstüberschätzung und zu risikobereitem Verhalten
(Dittmann/Seeger, Psychische Störungen und Fahreignung, in: Arbeitsgruppe
Verkehrsmedizin [Hrsg.], Handbuch der verkehrsmedizinischen Begutachtung, 1. Aufl.
2005, S. 52). Die beiden Geschwindigkeitsüberschreitungen bestätigen dies. Bei
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manischen Phasen besteht grundsätzlich keine Fahreignung (Dittmann/Seeger, a.a.O.,
S. 52).
bb) Mit Strafbefehl vom 10. Oktober 2013 wurde der Rekurrent aufgrund der
Geschwindigkeitsüberschreitung am 31. Juli 2013 unter anderem der groben
Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig gesprochen. Die
Vorinstanz stufte die Geschwindigkeitsüberschreitung ebenfalls zu Recht als schwere
Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften ein, denn wer ausserorts die
Geschwindigkeit um 30 km/h und mehr überschreitet, begeht gemäss konstanter
Rechtsprechung unabhängig von den konkreten Umständen eine schwere
Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG (Philippe Weissenberger,
Kommentar SVG und OBG, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2015, Art. 16c N 6). Der
Rekurrent liess den Strafbefehl unangefochten in Rechtskraft erwachsen und auch die
Qualifikation der Vorinstanz als schwere Verkehrsregelverletzung rügte er nicht. Da
sowohl Art. 90 Abs. 2 SVG als auch Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG das Hervorrufen oder die
Inkaufnahme einer "ernstlichen Gefahr für die Sicherheit anderer" voraussetzen, ist
somit unbestritten, dass der Rekurrent durch die Geschwindigkeitsüberschreitung
mindestens eine erhebliche Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer in Kauf nahm.
Damit zeigte er ein inadäquates Verhalten im Strassenverkehr. Sein Einwand, dass er
den Beweis erbracht habe, jederzeit in der Lage zu sein, sich trotz seiner Erkrankung
jederzeit an die Verkehrsregeln zu halten, trifft demnach nicht zu.
g) Ferner ist der Rekurrent der Auffassung, dass die Einschätzung seines langjährigen
behandelnden Psychiaters zuverlässiger sei als diejenige der Gutachter. Im Bericht
vom 23. April 2014 führe sein Psychiater aus, dass aufgrund der Risperidon-Quetiapin-
Kombination mit einer Besserung gerechnet werden könne und sich die manische
Symptomatik seit Ende November 2013 vollständig zurückgebildet habe. Seither sei er
stabil depressiv, wodurch die Fahreignung nicht wesentlich beeinträchtigt sei.
Angesichts der engmaschigen psychiatrischen Betreuung sei sichergestellt, dass eine
Fahreignung jederzeit gegeben sei. Falls nicht, würde eine entsprechende Meldung
durch seinen Psychiater erfolgen.
Der behandelnde Psychiater des Rekurrenten und die Gutachter stimmen darin
überein, dass der Rekurrent sich derzeit in einer depressiven Phase befinde. Geringer
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ausgeprägte depressive Zustände beeinträchtigen in der Regel die Leistungsfähigkeit
nicht erheblich, da diese Menschen eher zu einer betont vorsichtigen Fahrweise
neigen. In ausgeprägten depressiven Phasen kann es aber zu einer erheblichen
Beeinträchtigung wesentlicher emotionaler Funktionen, die für die Verhaltenssteuerung
verantwortlich sind, kommen. Insbesondere sinken das Reaktionsvermögen und auch
die Fähigkeit zur situationsadäquaten Beurteilung sowie die im Strassenverkehr
ebenfalls wichtige Entschlusskraft in der Regel auf ein Mass herab, das ein sicheres
Führen eines Kraftfahrzeugs nicht mehr zulässt (Dittmann/Seeger, a.a.O., S. 52). Bei
rezidivierenden depressiven Störungen und insbesondere bei bipolaren (manisch-
depressiven) Erkrankungen ist deshalb eine sorgfältige Beurteilung des Verlaufes
erforderlich. Bei ungünstigem Verlauf, vor allem beim Auftreten mehrerer manischer
oder schwerer depressiver Phasen mit kurzen Intervallen und bei nicht vorhandener
Phasenprophylaxe, ist auch bei symptomfreiem Zustand die Fahreignung grundsätzlich
nicht gegeben. Durch eine medikamentöse Langzeitprophylaxe kann das
Wiederauftreten von Phasen aber meist zuverlässig unterdrückt werden. Nach einer
entsprechenden Grundeinstellung und Beobachtungszeit können Fahrzeuglenker mit
diesen Störungen wieder im Verkehr zugelassen werden. Im Rahmen einer
medikamentösen Prophylaxe bei rezidivierenden schweren depressiven oder manisch-
depressiven Erkrankungen sind jedoch regelmässige Kontrollen nötig. Zur Beurteilung
des Verlaufs ist eine ausreichende Beobachtungszeit von in der Regel mindestens
einem Jahr nach weitgehender Symptomfreiheit erforderlich (Dittmann/Seeger, a.a.O.,
S. 51 f.). Ob die depressive Phase des Rekurrenten stabil ist und ob das
Wiederauftreten einer manischen Episode durch Medikamente zuverlässig unterdrückt
werden kann, ist dementsprechend erst nach einer ausreichenden Beobachtungszeit
feststellbar. Erst dann kann dem Rekurrenten die Fahreignung allenfalls wieder
zugesprochen werden.
Dem Rekurrenten ist zu Gute zu halten, dass er Krankheitseinsicht hat und sich
psychiatrisch behandeln lässt. Das Vorbringen, wonach angesichts der engmaschigen
und langjährigen Betreuung durch seinen Psychiater jederzeit die Fahreignung
gegeben sei, andernfalls der Psychiater dem Strassenverkehrsamt Meldung erstatten
würde, trifft indessen in dieser absoluten Form nicht zu. Denn gemäss Strafbefehl vom
10. Oktober 2013 wurde der Rekurrent vor der Geschwindigkeitsüberschreitung vom
31. Oktober 2013 von seinem behandelnden Psychiater ausdrücklich darauf
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hingewiesen, dass er in seinem Zustand nicht Auto fahren dürfe. Trotzdem fuhr er nach
Altstätten und überschritt dabei die geltende Höchstgeschwindigkeit massiv. Er setzte
sich somit über die Anweisung seines Psychiaters hinweg. Welche Gefährdung er in
seinem Zustand für die übrigen Verkehrsteilnehmer darstellte, scheint ihm nicht
bewusst gewesen zu sein. Eine entsprechende Meldung seitens des Psychiaters an
das Strassenverkehrsamt unterblieb ebenfalls. Die Ausführungen des behandelnden
Psychiaters vermögen unter diesen Umständen die Schlussfolgerungen im Gutachten
nicht derart zu erschüttern, dass davon abzuweichen wäre.
4.- Insgesamt ist festzuhalten, dass die Darlegungen im Gutachten zur Fahreignung
des Rekurrenten schlüssig und nachvollziehbar sind. Ob der behandelnde Psychiater
oder der Rechtsvertreter den Rekurrenten besser kennen als die Gutachter, ist nicht
entscheidend. Diese Vorbringen sind zwar zu berücksichtigen, vermögen aber das
Gutachten einer unabhängigen, sachverständigen Person nicht zu ersetzen. Im Hinblick
auf den Schutz der Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer erscheint ein
Sicherungsentzug somit verhältnismässig. Die Vorbringen des Rekurrenten vermögen
daran nichts zu ändern. Es gibt keine mildere Massnahme, um ihn als
Motorfahrzeugführer vom Strassenverkehr fernzuhalten, insbesondere kann ihm der
Führerausweis nicht unter Auflagen wiedererteilt werden, da erst nach einer
ausreichenden Beobachtungszeit festgestellt werden kann, ob der Rekurrent wieder im
Strassenverkehr zugelassen werden kann. Die Vorinstanz entzog dem Rekurrenten den
Führerausweis deshalb zu Recht auf unbestimmte Zeit. Aufgrund der erforderlichen
Beobachtungszeit machte sie die Wiedererteilung folgerichtig von einem psychiatrisch-
fachärztlichen Zeugnis abhängig, welches eine weitere Stabilisierung des Verlaufs
bestätigt. Zu prüfen bleibt, ob die zusätzlich angeordneten Bedingungen (monatliche
Urinkontrollen auf Cannabis und eine Kontrollfahrt) für die Aufhebung des
Führerausweisentzugs angemessen sind.
5.- a) Gemäss Art. 17 Abs. 3 SVG kann der auf unbestimmte Zeit entzogene Lernfahr-
oder Führerausweis bedingt und unter Auflagen wiedererteilt werden, wenn eine
allfällige gesetzliche oder verfügte Sperrfrist abgelaufen ist und die betroffene Person
die Behebung des Mangels nachweist, der die Fahreignung ausgeschlossen hat. Die an
die Wiedererteilung des Führerausweises regelmässig geknüpften Auflagen sind
Nebenbestimmungen, die dazu dienen, Unsicherheiten beim Nachweis Rechnung zu
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tragen, dass der jeweilige Fahreignungsmangel tatsächlich behoben ist und die
Fahrfähigkeit der betroffenen Person stabil ist. Auflagen müssen den konkreten
Umständen angepasst und verhältnismässig sein (Weissenberger, a.a.O., Art. 17 N 14).
Im Gutachten wird ausgeführt, dass dem Austrittsbericht der KPK Wil aus dem Jahr
2013 die Diagnose eines schädlichen Gebrauchs von Cannabinoiden gemäss ICD-10
zu entnehmen sei, obwohl der Rekurrent eine Abstinenz gegenüber Cannabis seit fünf
Jahren geltend mache. Vor diesem Hintergrund sei zu folgern, dass der Rekurrent
keine realistischen Angaben über seinen Cannabiskonsum gemacht habe und die
Problematik bagatellisiere. Ungeachtet der Tatsache, dass aufgrund der vorliegenden
Befunde und Laboranalysen derzeit kein fortgesetzter Cannabiskonsum belegt werden
könne, müsse der Rekurrent zum Nachweis der Cannabisabstinenz monatlich
Urinproben abgeben.
Der Rekurrent hält dem entgegen, dass es nicht nachvollziehbar sei, wie die KPK Wil
(und mit ihr die Gutachter) auf eine Cannabisabhängigkeit komme. Weder der
langjährige behandelnde Psychiater des Rekurrenten habe jemals Anzeichen für eine
Cannabisabhängigkeit festgestellt, noch gehe aus den Unterlagen der KPK Wil hervor,
was diese zu einer solchen Einschätzung bewegt habe. Es sei auch kein anderer
Bericht in den Akten, der eine solche Schlussfolgerung zuliesse. Die Gutachter hätten
unter diesen Umständen bei der KPK Wil kritisch nachfragen müssen, wie man auf eine
Cannabisabhängigkeit gekommen sei.
Es entspricht gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnis, dass der Cannabisrausch die
Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt. Der gelegentliche Cannabiskonsument, der nicht mit
Alkohol oder anderen Drogen mischt, ist jedoch gemäss bundesgerichtlicher
Rechtsprechung in der Regel in der Lage, konsumbedingte Leistungseinbussen als
solche zu erkennen und danach zu handeln. Demgegenüber ist bei andauerndem und
gleichzeitig hohem Konsum von einer mindestens geringen Bereitschaft und Fähigkeit
auszugehen, zuverlässig zwischen Drogenkonsum und Teilnahme am Strassenverkehr
zu trennen (BGer 6A.11/2006 vom 13. April 2006 E. 3.3). Verkehrsrelevante
Ausfallerscheinungen (im Bereich der Wahrnehmung und der Psychomotorik, der
kognitiven und affektiven Funktionen) sind bei hohen Cannabisdosierungen mit hoher
Wahrscheinlichkeit zu erwarten; Gleiches gilt beim kombinierten Konsum von Alkohol
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und Cannabis infolge einer gegenseitigen Potenzierung beider Stoffe (BGE 124 II 559
E. 4a und b).
Sowohl die Urin- und Blutproben vom 15. Januar 2014, als auch die Urinprobe vom
30. Januar 2014 verliefen beim Rekurrenten negativ auf Cannabis (act. 13/51). Da sich
die über den Urin ausgeschiedene THC-Carbonsäure als Abbauprodukt von Cannabis
noch nach einem Zeitraum von etwa bis zu vier Wochen nach dem Konsum
nachweisen lässt, deutet das unauffällige Ergebnis darauf hin, dass er zumindest in den
rund vier Wochen vor der Untersuchung vom 15. Januar 2014 keinen Cannabis
konsumierte. Es gibt dementsprechend im heutigen Zeitpunkt keine eindeutigen
Hinweise auf einen Cannabiskonsum.
Kann in der verkehrsmedizinischen Untersuchung – trotz einem für die Vergangenheit
belegten Drogenkonsum – kein Drogennachweis geführt werden, ist beim Cannabis zu
klären, ob ein gelegentlicher oder ein gewohnheitsmässiger Konsum vorliegt. Die im
Vergleich mit andern Betäubungsmitteln "tolerante" Auffassung zum gelegentlichen
Konsum von Cannabis findet ihre Grenzen dort, wo der Konsum anderer psychoaktiver
Stoffe hinzukommt. So wird bei Personen, die sowohl Cannabis wie Alkohol
konsumieren, ebenso von Nichteignung ausgegangen wie bei Personen, die
Tranquilizer konsumieren oder an einer Persönlichkeitsstörung leiden. Wer gelegentlich
Cannabis konsumiert, ist in der Lage, den gestellten Anforderungen zum Führen von
Motorfahrzeugen gerecht zu werden, wenn er Konsum und Fahren trennen kann, wenn
kein zusätzlicher Gebrauch von Alkohol oder anderen psychoaktiv wirkenden Stoffen
und wenn keine Störung der Persönlichkeit und kein Kontrollverlust vorliegen (vgl.
Stephan, Begutachtung bei Drogenauffälligkeiten aus psychologischer Sicht, in:
Madea/Musshoff/Berghaus [Hrsg.], Verkehrsmedizin, 2. Aufl. 2012, S. 523 ff.).
Im Austrittsbericht der KPK St. Pirminsberg vom 7. Oktober 2006 wird beschrieben,
dass der Rekurrent bis Ende 2005 immer wieder Cannabis geraucht habe. Für die
Vergangenheit ist somit ein Cannabiskonsum belegt. Der Rekurrent machte zu seinem
Konsumverhalten in der verkehrsmedizinischen Untersuchung am 15. Januar 2014
widersprüchliche Angaben. Einerseits sagte er, er sei seit fünf Jahren gegenüber
Cannabis abstinent. Gleichzeitig gab er an, während der psychiatrischen
Hospitalisation in der KPK Wil im Sommer 2013 mit einem Mitpatienten Cannabis
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geraucht zu haben. Auf die Diagnose einer Störung durch Cannabinoide der KPK Wil
(gemäss Austrittsbericht vom 22. November 2013) durften die Gutachter abstellen. Da
bei Cannabis in Kombination mit der psychischen Erkrankung und den Medikamenten
des Rekurrenten keine Fahreignung besteht, ist es gerechtfertigt, die geltend gemachte
Cannabisabstinenz mittels monatlichen Urinkontrollen zu kontrollieren.
b) Im weiteren machte die Vorinstanz die Wiedererteilung des Führerausweises zum
Ausschluss von möglichen verkehrsrelevanten Leistungsdefiziten bei schwerer
psychischer Erkrankung vom Bestehen einer verkehrsmedizinischen Kontrollfahrt
abhängig. Der Rekurrent bringt vor, dass sich gemäss seinem behandelnden
Psychiater die manische Symptomatik seit Ende November 2013 vollständig
zurückgebildet habe. Seitdem sei er stabil depressiv, wodurch die Fahreignung nicht
wesentlich beeinträchtigt sei, was durch eine Kontrollfahrt nicht bestätigt werden
müsse.
Gemäss Art. 14 Abs. 1 SVG müssen Motorfahrzeugführer über Fahreignung und
Fahrkompetenz verfügen. Bestehen Zweifel an der Fahreignung oder Fahrkompetenz
einer Person, so kann diese einer Kontrollfahrt unterzogen werden (Art. 15d Abs. 5 SVG
in Verbindung mit Art. 29 Abs. 1 der Verkehrszulassungsverordnung, SR 741.51,
abgekürzt: VZV). Die Kontrollfahrt, die ärztlich begleitet sein sollte, dient zur Abklärung
der Eignung als wichtigstes Erkenntnisinstrument (Schaffhauser, Grundriss des
schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Band III: Die Administrativmassnahmen, Bern
1995, Rz. 2664). Sie kann als ergänzender Abklärungsschritt zur definitiven Beurteilung
der Fahreignung erforderlich sein. Die direkt beobachteten Auswirkungen von
medizinisch begründeten Einschränkungen auf das sichere Führen eines
Motorfahrzeugs bilden dabei eine objektive Grundlage für den definitiven Entscheid
über die weitere Fahreignung. Die Kontrollfahrt stellt ein aussagekräftiges, praxisnahes
und vergleichsweise kostengünstiges Untersuchungsinstrument bei der
Fahreignungsabklärung dar (Dittmann/Seeger, a.a.O., S. 91).
Der Rekurrent fuhr in manischem Zustand zwei Mal mit überhöhter Geschwindigkeit
und nahm dabei eine ernstliche Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer zumindest in
Kauf (vgl. Ziff. 3f). Dieses Verhalten bildet ein erhebliches Indiz für eine
Beeinträchtigung der Fähigkeit zum sicheren Führen eines Motorfahrzeugs. Die
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
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St.Galler Gerichte
Kontrollfahrt wird im Interesse der Verkehrssicherheit angeordnet, denn es geht um
den Schutz möglicher Opfer im Strassenverkehr. Dieses Interesse ist hochwertig. Die
Kontrollfahrt stellt für den Rekurrenten dagegen einen eher leichten Eingriff dar; er
muss mit einem Experten lediglich eine Fahrt absolvieren. Dieser Eingriff ist mit Blick
auf das gefährdete Rechtsgut – Leib und Leben der Verkehrsteilnehmer –
verhältnismässig. Eine Kontrollfahrt liegt nicht zuletzt auch im Interesse des
Rekurrenten, denn wenn ihm die Eignung zum Führen eines Fahrzeugs fehlt, ist es
auch für ihn besser, wenn er nicht fährt, bevor es zu einem möglicherweise schweren
Unfall kommt (vgl. BGE 127 II 129 E. 3b f.). Die Anordnung einer Kontrollfahrt durch die
Vorinstanz zum Ausschluss möglicher verkehrsrelevanter Leistungsdefizite aufgrund
der Krankheit des Rekurrenten erscheint daher angemessen.
6.- Zusammenfassend ergibt sich damit, dass die Vorinstanz dem Rekurrenten zu
Recht den Führerausweis auf unbestimmte Zeit entzog. Nicht zu beanstanden sind
auch die Bedingungen für die Aufhebung des Entzugs. Der Rekurs ist deshalb
abzuweisen.
7.- Die Massnahme des Sicherungsentzugs soll sicherstellen, dass der Rekurrent zum
Schutz der Sicherheit der übrigen Verkehrsteilnehmer vom Strassenverkehr
ferngehalten wird. Dieser Zweck wäre gefährdet, wenn der Rekurrent während eines
Rechtsmittelverfahrens als Motorfahrzeugführer zum Strassenverkehr zugelassen
würde. Einer allfälligen Beschwerde ist deshalb die vom Gesetz vorgesehene
aufschiebende Wirkung zu entziehen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 51 VRP).
8.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'500.– erscheint
angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der
Kostenvorschuss von Fr. 1'500.– ist zu verrechnen.