Decision ID: 8da53c5e-c476-49a8-87f9-e90070c8c052
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ war bei der B._ AG angestellt (Einsatz als Produktionsmitarbeiterin bei
der C._ AG) und dadurch bei der Suva obligatorisch gegen die Folgen von Berufs-
und Nichtberufsunfällen sowie von Berufskrankheiten versichert. Am 23. Mai 2009 war
die Versicherte zu Hause beim Anschliessen des Fernsehkabels auf einem Hocker mit
Rädern gestanden. Dieser rutschte weg, wodurch sie auf die Hände fiel
(Schadenmeldung vom 28. Mai 2009, UV-act. 138 [an erster Stelle des Aktendossiers
abgelegt]). Bei diesem Sturz zog sich die Versicherte am linken Ellbogen eine
Radiusköpfchenfraktur und am rechten Handgelenk eine minimal dislozierte distale
intraartikuläre Radiusfraktur zu (Bericht der Abteilung Chirurgie des Spitals D._ vom
30. Juni 2009, UV-act. 6, vgl. auch den kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom
18. November 2009, UV-act. 29). Wegen eines freien osteochondralen Flakes nach
Radiusköpfchenfraktur links unterzog sich die Versicherte am 20. Juni 2009 einer
operativen Revision mit Entfernung des Flakes (Operationsbericht der Abteilung
Chirurgie des Spitals D._ vom 20. Juni 2009; Operateur, Dr. med. E._, Leitender
Arzt Orthopädie an der Abteilung Chirurgie des Spitals D._; UV-act. 13). Die Suva
erbrachte für die Folgen des Nichtberufsunfalls Taggeld- und
Heilbehandlungsleistungen (Einstellung der Taggeldleistungen per 22. Juli 2010, UV-
act. 101).
A.b Der behandelnde Dr. med. F._, FMH Allgemeine Medizin, gab im Bericht vom
7. September 2009 an, gemäss Dr. E._, könne die Versicherte per sofort ihre Arbeit
wieder aufnehmen, sie klage jedoch über anhaltende Beschwerden. Deshalb ersuchte
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Dr. F._ die Ärztliche Leitung der Orthopädie G._ um eine fachärztliche Beurteilung
(UV-act. 16). Dr. med. H._, Facharzt an der Orthopädie G._, empfahl im Bericht an
Dr. F._ vom 28. September 2009 zur Behandlung ein konservatives Vorgehen.
Aufgrund der Beschwerden bestehe vorerst eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für eine
körperlich doch belastende Tätigkeit (UV-act. 20). Am 17. November 2009 wurde die
Versicherte von Kreisarzt Dr. med. I._, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie,
untersucht. Im Bericht vom 18. November 2009 führte Kreisarzt Dr. I._ aus, es handle
sich um eine vorbestehend polymorbide Versicherte. Sie habe eine weitere
Verbesserung der Ellbogenbeweglichkeit links mit Rückgang der Restbeschwerden
angegeben. Am rechten Handgelenk habe sie nach wie vor erhebliche Beschwerden
und eine Einschränkung der Beweglichkeit. Klinisch bestünden durchaus günstige
Verhältnisse mit nur gering eingeschränkter Handgelenksbeweglichkeit rechts und
diskretem Streckausfall im linken Ellbogen. Klinisch hätten sich keine Hinweise auf eine
Dystrophie oder auf einen fehlenden Frakturdurchbau ergeben. Die muskuläre Situation
sei auffällig günstig. Die Restbeschwerden im rechten Handgelenk seien glaubwürdig.
Wahrscheinlich würden sie zusammen mit der nur geringen Bewegungseinschränkung
von der diesbezüglich etwas ängstlich wirkenden Versicherten überbewertet. Der
Kreisarzt brachte die Erwartung der Wiedererlangung einer vollen Arbeitsfähigkeit zum
Ausdruck, erachtete aber einen stationären Rehabilitationsaufenthalt zuvor als sinnvoll
(UV-act. 29).
A.c Vom 16. Dezember 2009 bis 20. Januar 2010 befand sich die Versicherte zur
Rehabilitation in der Rehaklinik Bellikon. Die dort behandelnden medizinischen
Fachpersonen äusserten sich wegen einer bevorstehenden Kortikosteriodinfiltration am
1. Strecksehnenfach am Handgelenk rechts noch nicht zur (längerfristigen)
Arbeitsfähigkeit der Versicherten. Das Ausmass der von der Versicherten geschilderten
Schmerzen am rechten Handgelenk sei durch die objektivierbaren Befunde nicht
vollumfänglich erklärt (Austrittsbericht vom 26. Januar 2010, UV-act. 41-1 ff.; die
anschliessend zweimal in der Orthopädie G._ durchgeführte Steroidinfiltration hat
gemäss Aussage der Versicherten jeweils jedes Mal zu einer verstärkten
Schmerzsymptomatik geführt [UV-act. 65-1; zur Erfolglosigkeit dieser Massnahmen
siehe auch UV-act. 78-5 unten]). Dr. med. J._, Leitender Arzt Orthopädie/
Handchirurgie an der Klinik K._, berichtete im an die Rehaklinik Bellikon gerichteten
Schreiben vom 26. Januar 2010 gestützt auf ein Handgelenk-CT vom 11. Januar 2010
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(UV-act. 42-14 f.), er halte die distale Radiusfraktur für sehr schön verheilt. Er denke,
dass es sich um ein weitgehend normales Handgelenk handle und „dies“ die beklagten
Beschwerden der Versicherten nicht erklären könne. Wahrscheinlich liege eine gewisse
Symptomausweitung vor (UV-act. 42-13).
A.d Auf Zuweisung von Dr. F._ hin wurde die Versicherte am 22. April 2010 von
Dr. med. L._, Abteilung Handchirurgie an der Orthopädie G._, untersucht. Den
Akten sei zu entnehmen, dass das Handgelenk rechts vollständig abgeklärt worden sei
und sich keine posttraumatische Schädigung im Sinn einer beginnenden Arthrose
finden lasse. Von der Versicherten würden diffuse Handgelenksbeschwerden
angegeben. Betreffend den linken Ellbogen fänden sich weder klinisch noch
radiologisch signifikante Residuen im Sinn einer Gelenksaffektion einer Radiusfraktur
(Bericht vom 27. April 2010, UV-act. 58). Gestützt auf eine Untersuchung der
Versicherten vom 4. Juni 2010 berichtete Dr. med. M._, Facharzt für Neurologie,
Dr. F._, aufgrund der klinischen und elektrophysiologischen Befundkonstellation
müsse bei der Versicherten von einem chronifizierten Schmerzsyndrom ausgegangen
werden, das im Moment von neurologischer Seite her nicht zu erklären sei. Es
bestünden weder Hinweise für eine peripher-neurogene Schädigung noch Hinweise für
eine vegetative Störung bei klinisch regelrechtem Befund (UV-act. 69).
A.e Am 21. Juli 2010 wurde die Versicherte erneut vom Kreisarzt Dr. I._
untersucht. Er stellte eine „ganz diffuse“ Druckschmerzhaftigkeit über dem distalen
Radius dorsal und radial fest, diskreter auch ventral. Das Bestehen trophischer
Störungen an der rechten Hand verneinte er. Wiederholte fachärztliche
Untersuchungen hätten keine sichere unfallkausale Schmerzursache ergeben. Die von
der Versicherten erwähnte massive Funktionseinschränkung der rechten Hand lasse
sich nicht objektivieren und könne anhand objektivierbarer Befunde klar widerlegt
werden. Bei klinisch und vor allem auch bildgebend unauffälligen Verhältnissen sowohl
am rechten Handgelenk als auch am linken Ellbogen sei zudem die (medizinisch nicht
messbare) Schmerzhaftigkeit nicht erklärbar. Kreisarzt Dr. I._ hielt die Versicherte für
voll arbeitsfähig ohne Einschränkung des Zumutbarkeitsprofils (UV-act. 78).
A.f Dr. med. N._, Abteilung Handchirurgie an der Orthopädie G._, berichtete
am 17. Februar 2011, im Bereich des rechten Handgelenks sei eine gewisse Pathologie
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nachvollziehbar, auch wenn die Röntgenbilder schöne Befunde zeigten. Die Anamnese
einer intraartikulären Fraktur weise natürlich auf ein fassbares Problem hin. Zum
anderen würde man die Problematik der Versicherten „gerne“ mit dem Begriff
Fibromyalgie umschreiben. Eine „intelligente Therapie“ konnte Dr. N._ nicht anbieten
(UV-act. 98). Die neurologischen Fachpersonen der Universitätsklinik Balgrist
berichteten am 3. Mai 2011, bei der Versicherten lasse sich kein sicheres
neurologisches Defizit objektivieren. Ein Karpaltunnelsyndrom rechts, ein Sulkus-
ulnaris-Syndrom rechts sowie ein Interosseus anterior-Syndrom rechts würden bei
unauffälligem EMG des Musculus extensor digitorum communis ausgeschlossen (UV-
act. 134).
A.g Am 18. August 2011 unterzog sich die Versicherte einer von PD Dr. med. O._,
Universitätsklinik Balgrist, durchgeführten operativen Massnahme am rechten
Handgelenk (Handgelenksarthroskopie, Débridement, partielle
Handgelenksdenervation, Erweiterung 1. Strecksehnenfach rechts; Operationsbericht
vom 31. August 2011, UV-act. 116). Diese chirurgische Intervention hatte keinen
positiven Effekt (UV-act. 136-2). Prof. Dr. med. P._, Facharzt FMH für Neurochirurgie,
Wirbelsäulenzentrum Q._, gab im Schreiben vom 3. Oktober 2011 gegenüber
Dr. N._ an, die Versicherte leide aus seiner Sicht an einem Schulter-/Armsyndrom bei
Zustand nach Spaltung des 1. Strecksehnenfachs rechts (UV-act. 133). Im sich auf eine
MRT der HWS vom 3. Oktober 2011 stützenden Bericht vom 12. Oktober 2011 führte
Prof. P._ aus, die vorgefundene Pathologie im Sinn einer Diskushernie C5/6 rechts
bestätige die Beschwerden der Patientin (UV-act. 135).
A.h Im Auftrag der IV-Stelle des Kantons St. Gallen wurde die Versicherte am
23. Mai, 18. Juni und 14. Juli 2012 polydisziplinär (internistisch, handchirurgisch,
psychiatrisch und neurologisch) in der MEDAS Interlaken GmbH begutachtet. Die Suva
beteiligte sich mit Ergänzungsfragen. Im Gesamtgutachten vom 4. September 2012
stellten die Experten folgende, seit Mai 2009 bestehende Diagnosen mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit: ein chronisches Schmerzsyndrom (ICD-10: F45.4) und eine
Dysthymie (ICD-10: F34.1). Die leichtgradige Handgelenksarthrose und Irregularität im
distalen Radioulnargelenk führten zu keiner wesentlichen Beeinträchtigung der
Arbeitsfähigkeit. Vielmehr stehe das mittlerweile chronifizierte Schmerzsyndrom
dorsoradial am rechten Handgelenk im Bereich der beiden Narben im Vordergrund.
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Aufgrund der leichten Bewegungseinschränkung im Handgelenk sei eine verminderte
Leistungsfähigkeit von 25% sowohl für die bisherigen als auch für andere zumutbare
Tätigkeiten einzuräumen (UV-act. 146, insbesondere S. 22 f. und S. 29 f.).
A.i Dr. N._ berichtete am 9. Oktober 2012, aktuell komme die Versicherte nun
wegen Beschwerden im Bereich des linken Ellbogens in Behandlung. Geblieben seien
die bekannten Beschwerden „überall vor allem“ im Bereich des rechten Arms
beginnend vom Hals über die Schulter über den Epicondylus bis zum Handgelenk. Im
Bereich des linken Ellbogens liege eine beginnende Arthrose vor (UV-act. 148). In der
zuhanden von Dr. F._ erstellten konsiliarischen Beurteilung des linken Ellbogens vom
30. November 2012 führte Dr. med. R._, Abteilung Orthopädie an der Orthopädie
G._, aus, es fänden sich einerseits Hinweise auf eine radiohumerale Gelenksaffektion
im Sinn einer beginnenden Arthrose mit Schmerz und endständiger
Bewegungseinschränkung und andererseits Hinweise auf eine radiale Epicondylitis mit
begleitendem Supinatorsyndrom. Diese gesamte Problematik werde aber stark
beeinflusst durch das generelle Schmerzsyndrom beider oberer Extremitäten, welche
die Versicherte im Sinn von massiven Verspannungen sehe (UV-act. 158).
A.j Kreisarzt Dr. med. S._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, untersuchte die Versicherte am
18. Februar 2013. Er stellte fest, die Beweglichkeit am rechten Handgelenk sei
schmerzbedingt aktiv eingeschränkt. Die Beweglichkeit am linken Ellbogengelenk zeige
aktiv nur eine unwesentliche Einschränkung für die maximale Flexion ohne damit
einhergehende Funktionseinbusse. Leichte körperliche Tätigkeiten könnten unter
Vermeiden von Vibrationsbelastungen und Durchführen von Tätigkeiten, die einen
vermehrten und repetitiven Krafteinsatz der rechten Hand erfordern, vollschichtig
ausgeübt werden (UV-act. 171). Hinsichtlich des Anspruchs auf eine
Integritätsentschädigung vertrat Kreisarzt Dr. S._ in der Stellungnahme vom 26. April
2013 die Ansicht, dass die Erheblichkeitsgrenze zur Ausrichtung einer
Integritätsentschädigung nicht erreicht werde. Sämtliche Funktionsgriffe mit der
rechten, dominanten Hand seien durchführbar. Radiologisch seien im rechten
Handgelenk und im linken Ellbogengelenk jeweils nur Zeichen einer leichten Arthrose
sichtbar (UV-act. 175). Kreisarzt Dr. S._ hielt anlässlich der internen Besprechung an
der Auffassung fest, die Versicherte verfüge für eine leidensangepasste Tätigkeit über
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eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Der handchirurgische MEDAS-Gutachter führe eine
verminderte Leistungsfähigkeit von 25% aufgrund der leichten
Bewegungseinschränkung auf. Damit widerspreche er sich, weil er kurz zuvor von einer
theoretischen 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen sei (Besprechungsprotokoll
vom 27. Juni 2013, UV-act. 183). Mit Verfügung vom 25. Oktober 2013 wies die Suva
die Gesuche um eine Rentenleistung (Fallabschluss per 22. Juli 2010) und eine
Integritätsentschädigung ab. Die Erwerbsfähigkeit der Versicherten werde durch
psychogene Störungen beeinträchtigt. Diese stünden nicht in einem adäquat kausalen
Zusammenhang mit dem Unfallereignis. Eine erhebliche Schädigung der körperlichen
Integrität liege nicht vor (UV-act. 197).
A.k Dagegen erhob die Versicherte am 25. November 2013 Einsprache (UV-
act. 198). Am 4. Dezember 2013 erhielt die Suva einen von Dr. N._ zuhanden von
Dr. F._ verfassten Bericht vom 27. November 2013. Darin führte jener aus, die
Versicherte habe „einfach“ starke Schmerzen im Bereich des rechten Handgelenks und
im Bereich des linken Ellbogens. Die Schmerzen seien invalidisierend. Eine am rechten
Handgelenk durchgeführte Arthroskopie sei wenig ergiebig gewesen. Aus seiner Sicht
bestehe ein chronifiziertes Schmerzsyndrom im Bereich des rechten Handgelenks und
des linken „Handgelenks“ (wohl richtig: des linken Ellbogens; UV-act. 206). In der
Stellungnahme vom 10. März 2014 äusserte sich Kreisarzt Dr. S._ nochmals zur
Beurteilung des handchirurgischen MEDAS-Gutachters. Es bestünden keine
Abweichungen zwischen der gutachterlichen und der kreisärztlichen Beurteilung vom
26. Juni 2013 (UV-act. 210). Mit Einspracheentscheid vom 18. März 2014 wies die Suva
die Einsprache ab (UV-act. 211).
B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid vom 18. März 2014 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 1. April 2014. Die Beschwerdeführerin beantragt darin dessen
Aufhebung, die Zusprache einer „vollen IV-Rente“ und einer angemessenen
Integritätsentschädigung von mindestens Fr. 25‘000.--; unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Des Weiteren stellt sie den Verfahrensantrag, das
Beschwerdeverfahren sei bis zum Vorliegen des Berichts der Verlaufsbegutachtung im
Auftrag der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zu sistieren. Zur Begründung bringt die
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Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, die Beurteilung von Kreisarzt Dr. S._ sei
nicht beweiskräftig. Die Beschwerdegegnerin negiere den adäquaten
Kausalzusammenhang zwischen den psychischen Beschwerden und dem
Unfallereignis zu Unrecht (act. G 1). Mit der Beschwerde hat die Beschwerdeführerin
u.a. die Stellungnahme von Dr. med. T._, Fachärztin für Praktische Medizin,
Regionaler Ärztlicher Dienst Ostschweiz (RAD), vom 11. März 2014 eingereicht. Darin
führte die RAD-Ärztin aus, verglichen mit der letzten RAD-Stellungnahme (vom
6. November 2012) bzw. der MEDAS-Begutachtung sei keine Veränderung des
somatischen Gesundheitszustands auszumachen. Die behandelnde Psychiaterin habe
eine schwere Depression mit somatischen Symptomen (ICD-10: F32.2) diagnostiziert.
Deshalb könne eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands nicht
ausgeschlossen werden. Die RAD-Ärztin empfahl eine Verlaufsbegutachtung an der
MEDAS Interlaken (act. G 1.4).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 18. Juni
2014 die Abweisung der Beschwerde und des Gesuchs um Sistierung des
Beschwerdeverfahrens (act. G 5).
B.c Im Schreiben vom 24. Juni 2014 teilte die Verfahrensleitung der
Beschwerdeführerin mit, die im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren im Raum
stehende Verlaufsbegutachtung diene einzig der Abklärung, ob sich der psychische
Gesundheitszustand verändert habe. Für die unfallversicherungsrechtliche Frage, ob
die psychischen Beschwerden als adäquat-kausale Unfallfolgen zu betrachten seien,
spiele deren Verlauf keine relevante Rolle. Deshalb werde einstweilen von einer
Sistierung des Beschwerdeverfahrens abgesehen (act. G 6).
B.d In der Replik vom 9. Juli 2014 hält die Beschwerdeführerin unverändert an ihren
Anträgen fest (act. G 7). Mit der Replik hat die Beschwerdeführerin einen Bericht der
behandelnden Dr. med. U._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 17. Juni
2014 eingereicht. Darin erwähnt die Psychiaterin als Diagnose eine schwere
Depression mit somatischen Symptomen (ICD-10: F32.2) und ein bekanntes
chronifiziertes Schmerzsyndrom (act. G 7.1).
B.e Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 9).
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung umstritten.
1.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG;
SR 832.20) werden bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten
Versicherungsleistungen gewährt. Der Unfallversicherer hat jedoch für einen
Gesundheitsschaden nur insoweit Leistungen zu erbringen, als dieser nicht nur in
einem natürlichen, sondern auch in einem adäquaten Kausalzusammenhang zu einem
versicherten Ereignis steht (BGE 119 V 338 E. 1).
1.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Gericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie
umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet
dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen,
objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine
zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des
Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder
die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a
mit Hinweisen). Bei versicherungsinternen ärztlichen Beurteilungen, die im
Wesentlichen oder ausschliesslich aus dem Verfahren vor dem
Sozialversicherungsträger stammen, sind an die Beweiswürdigung strenge
Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit
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und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, so kann darauf beim Entscheid nicht
abgestellt werden (BGE 135 V 471 ff. E. 4.7).
2.
Zunächst ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin zu prüfen.
2.1 Ist eine versicherte Person infolge des Unfalls zu mindestens 10 Prozent invalid
(Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG; SR 830.1]), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG).
2.2 Kreisarzt Dr. I._ vertrat im Bericht vom 21. Juli 2010 den Standpunkt, es
bestünden keine organischen Unfallfolgen mehr, welche die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin beeinträchtigten. Die von der Beschwerdeführerin angegebene
massive Funktionseinschränkung der rechten Hand lasse sich nicht objektivieren.
Vielmehr habe die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte
Funktionseinschränkung rechts anhand objektivierbarer Befunde klar widerlegt werden
können. Bei klinisch und vor allem auch bildgebend unauffälligen Verhältnissen sowohl
am rechten Handgelenk wie auch am linken Ellbogen sei zudem die Schmerzhaftigkeit
nicht erklärbar. Kreisarzt Dr. I._ verwies in diesem Zusammenhang auf die „vielen
früheren Schmerzsyndrome“, welche die Beschwerdeführerin in der Vergangenheit
gezeigt habe (UV-act. 78-6). Diese kreisärztliche Beurteilung stützt sich auf eine
persönliche Untersuchung und erfolgte in Würdigung der u.a. bildgebenden
medizinischen Aktenlage. Sie wurde vom Kreisarzt Dr. S._, der die
Beschwerdeführerin ebenfalls persönlich untersucht hatte, bestätigt (UV-act. 171 und
UV-act. 210).
2.3 Die kreisärztliche Würdigung wird durch das MEDAS-Gutachten vom
4. September 2012 bestätigt.
2.3.1 Darin werden als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein
chronisches Schmerzsyndrom (ICD-10: F45.4) und eine Dysthymie (ICD-10: F34.1)
erwähnt. Die ICD-Codierung „F45.4“ entspricht der Diagnose einer anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung (zur von Dr. N._ aufgeworfenen Diagnose einer
Fibromyalgie siehe UV-act. 98-2 und zu dessen Ausführungen zur Entwicklung des
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Schmerzsyndroms siehe UV-act. 190-228 f., worin er bei der Befundschilderung allein
„Schmerzen“ aufführt). Den als Diagnosen erfassten Zuständen nach wenig dislozierter
intraartikulärer Radiusfraktur rechts mit scapholunärer Bandruptur Stadium Geissler III
rechts und nach Radiusköpfchenfraktur des linken Ellbogens mit kleinem
Knorpeldefekt wurde von den MEDAS-Experten im Gesamtgutachten keine
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen. Gleiches gilt betreffend den Zustand
nach V._ am rechten Handgelenk mit Strecksehnenfacherweiterung (UV-act. 146-22),
womit offen bleiben kann, ob dieser Zustand überhaupt eine natürlich kausale
Unfallfolge ist. Bei der gesamtgutachterlichen Beurteilung der Auswirkungen der
Störungen auf die bisherige Tätigkeit gaben die Experten an, hier wirkten sich das
chronische Schmerzsyndrom und vor allem die Dysthymie aus. Die leichtgradige
Arthrose und die latente scapholunäre Insuffizienz würden sich auf eine leichte
manuelle Tätigkeit zum jetzigen Zeitpunkt nicht auswirken (UV-act. 146-28). Die für die
Arbeitsfähigkeit relevanten Einschränkungen bestehen gemäss MEDAS-Gutachter
praktisch nur durch die Schmerzen (UV-act. 146-30), womit die bei der bescheinigten
25%igen Arbeitsunfähigkeit zur Begründung herangezogene Bewegungseinschränkung
der rechten Hand (UV-act. 146-30 unten) allein mit der somatoformen Schmerzstörung
und nicht mit organischen Unfallfolgen erklärt wird (siehe auch die Ausführung des
neurologischen MEDAS-Gutachters, wonach die Beschwerdeführerin an einem
Schmerzsyndrom mit Handgelenksschmerzen rechts mit deutlicher Einschränkung der
Handbeweglichkeit leide; die Arbeitsunfähigkeit solle hauptsächlich aufgrund der
Schmerzen und der psychischen Lage beurteilt werden, UV-act. 146-36).
2.3.2 Nicht nachvollziehbar ist vor diesem Hintergrund, weshalb die MEDAS-Gutachter
an anderem Ort angaben, eine leichte bewegungsabhängige Schmerzhaftigkeit sowie
Einschränkung der Belastbarkeit des rechten Handgelenks seien aufgrund der
Frakturfolgen und der Bandläsion objektivierbar (UV-act. 146-31 unten). Einerseits steht
diese Aussage im Widerspruch zum übrigen Gutachten und andererseits fehlt eine
nähere Begründung. Des Weiteren ist weder erkennbar noch dargelegt worden,
inwiefern die als objektivierbar bezeichnete „leichte bewegungsabhängige“
Schmerzhaftigkeit und die Einschränkung der Belastbarkeit des rechten Handgelenks
zu einer Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten ohne relevanten Einsatz
des rechten Handgelenks zu führen vermag (zur Bewegungs- und
Belastungsabhängigkeit siehe etwa auch UV-act. 42-2 oben und UV-act. 65-1; zur
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tatsächlichen Erledigung von leichteren Sachen mit der rechten Hand ohne Belastung
des Handgelenks siehe UV-act. 125-3 sowie UV-act. 169; zum Autofahren vgl. UV-
act. 78-3 und UV-act. 171-7 f.). Die fragliche Aussage ist auf die Einschätzung des
handchirurgischen MEDAS-Gutachters zurückzuführen (UV-act. 146-54), der
ausdrücklich bestätigte, die somatisch feststellbaren Befunde führten zu keiner
wesentlichen Beeinträchtigung qualitativer und quantitativer Art der Arbeitsfähigkeit. Im
Vordergrund stehe das Schmerzsyndrom (UV-act. 146-27 und -52). Eine wesentliche
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit durch die am rechten Handgelenk feststellbaren
Befunde wurde vom handchirurgischen MEDAS-Gutachter verneint (UV-act. 146-21 f.).
Die Unfallkausalität der geklagten Handbeschwerden begründete er im Übrigen mit der
unzulässigen Beweisregel „Post hoc ergo propter hoc“ (Urteil des Bundesgerichts vom
8. April 2009, 8C_945/2008, E. 6.2; „[...] auf den Unfall vom 23.05.2009
zurückzuführen. Laut Angaben der Versicherten sind diese Beschwerden seit der
Entfernung des Gipses nach Frakturruhigstellung vorhanden“, UV-act. 146-51). Ein
Mangel an der kreisärztlichen Beurteilung wird daher durch die genannte zweifelhafte
Angabe zur Objektivierbarkeit nicht begründet.
2.4 Zugunsten der kreisärztlichen Beurteilung spricht sodann, dass alle
neurologischen Fachpersonen, die sich mit der Beschwerdeführerin befasst haben,
keine organische Unfallfolge zur Begründung der geklagten Schmerzen finden konnten
bzw. eine solche ausgeschlossen haben (UV-act. 69, UV-act. 134 und UV-act. 146-36).
Diverse handchirurgische Experten fanden keine organisch objektivierbare Erklärung
für die von der Beschwerdeführerin geklagten Leiden („ein weitgehend normales
Handgelenk“, das „die beklagten Beschwerden [...] nicht erklären kann“ mit Hinweis
auf eine „gewisse Symptomausweitung“, UV-act. 42-13; „[...] dass das Handgelenk
rechts vollständig abgeklärt wurde und dass man keine posttraumatische Schädigung
im Sinne einer beginnenden Arthrose findet“, UV-act. 58-1; „diffuse
Handgelenksbeschwerden“, UV-act. 58-2; betreffend den linken Ellbogen siehe UV-
act. 58-2: Klinisch und radiologisch fänden sich keine signifikanten Residuen im Sinn
einer Gelenksaffektion einer Radiusfraktur; siehe auch UV-act. 158-2 mit u.a. Hinweis
auf die starke Beeinflussung des Beschwerdebilds durch das generelle
Schmerzsyndrom; vgl. betreffend fehlende radiologische Auffälligkeiten auch den
Bericht von Dr. F._ vom 15. Mai 2010, UV-act. 65-1). Insbesondere gab Dr. N._ an,
die Beschwerdeführerin sei schon wiederholt fachärztlich untersucht worden. Eine
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Diagnose bzw. eine Zuordnung ihrer Beschwerden sei nicht möglich gewesen (UV-
act. 98-1). Er selbst vermochte diesbezüglich ebenfalls keine klärende Einschätzung
vorzunehmen (UV-act. 98-2: gerne würde man die Problematik mit dem Begriff
Fibromyalgie umschreiben; zur von ihm gestellten Diagnose „chronifiziertes
Schmerzsyndrom“ siehe UV-act. 206-2). Es ergeben sich aus seinen zahlreichen
Beurteilungen keine mit den diversen durchgeführten apparativen
Abklärungsergebnissen zu vereinbarenden organisch objektiv ausgewiesenen
Unfallfolgen, denen eine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste
Tätigkeiten zukommt (vgl. zum Begriff der organisch objektiv ausgewiesenen
Unfallfolgen Urteil des Bundesgerichts vom 9. August 2011, 8C_198/2011, E. 4.3.3.2).
Damit geht einher, dass die Beschwerdeführerin selbst davon spricht, es herrsche eine
medizinische Ratlosigkeit (act. G 1, Rz 22).
2.5 Für eine psychogene Ursache der geklagten Schmerzen sprechen sodann
Hinweise auf Inkonsistenzen („teilweise kann die Hand vom äusseren Aspekt her recht
locker und normal bewegt werden, teilweise auch massive Schonhaltung“, UV-
act. 69-2; siehe auch UV-act. 78-6; zur Symptomausweitung siehe UV-act. 42-13).
2.6 Nach dem Gesagten liegen spätestens seit der kreisärztlichen Beurteilung vom
21. Juli 2010 überwiegend wahrscheinlich keine organisch objektiv ausgewiesenen
Unfallfolgen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
vor. Gestützt auf die Akten war von der Fortsetzung der auf die somatischen Leiden
gerichteten ärztlichen Behandlung überwiegend wahrscheinlich keine namhafte, ins
Gewicht fallende Besserung des Gesundheitszustands bzw. Steigerung der
Arbeitsfähigkeit mehr zu erwarten (UV-act. 78; vgl. auch UV-act. 42-13 und UV-
act. 69-3 sowie die wenige Monate nach der kreisärztlichen Einschätzung ergangenen
Berichte von Dr. N._, UV-act. 94-2 und UV-act. 98-2; vgl. auch UV-act. 146-32). Da
angesichts der umfangreichen medizinischen Aktenlage keine neuen Erkenntnisse zu
erwarten sind, besteht kein Bedarf für weitere medizinische Abklärungen bezüglich
organischer Unfallfolgen (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. Urteil des Bundesgerichts
vom 9. August 2011, 8C_198/2011, E. 4.3.3.3). Ob die von der Beschwerdeführerin
geklagten psychischen Unfallfolgen eine aus objektiver Sicht nicht überwindbare
Erwerbsunfähigkeit begründen (Art. 7 Abs. 2 ATSG), kann ebenso wie deren natürliche
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Kausalität offen bleiben, da die adäquate Unfallkausalität jedenfalls zu verneinen ist
(vgl. nachstehende E. 3).
3.
Was die Beurteilung der Adäquanz bezüglich der psychischen Leiden der
Beschwerdeführerin anbelangt, ist zwischen den Parteien unbestritten (UV-act. 211-3,
Rz 3a, und act. G 1, Rz 22), dass diese nach der in BGE 115 V 133 ergangenen
Rechtsprechung zu den psychisch bedingten Folgeschäden zu erfolgen hat. Aus den
Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte, die gegen diese Auffassung sprechen.
3.1 Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall
und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem
Unfall für die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit eine massgebende
Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere
aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (BGE 115 V 141 E. 7). Es
sind bei der Beurteilung der Adäquanz weitere, objektiv erfassbare Umstände, die
unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte
Folge davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste
Kriterien sind zu nennen: besonders dramatische Begleitumstände oder besondere
Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen
Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen; ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
körperliche Dauerschmerzen; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen
erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 116 E. 6.1; 115
V 140 E. 6c/aa).
3.2 Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid zutreffend
dargelegt, dass das Sturzereignis vom 23. Mai 2009 als mittelschwerer Unfall an der
Grenze zu leichten Ereignissen zu qualifizieren und keines der Adäquanzkriterien erfüllt
ist (UV-act. 211-3 f., Rz 3b). Darauf kann vollumfänglich verwiesen werden.
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3.2.1 Die Qualifikation des Vorfalls vom 23. Mai 2009 als mittelschwerer Unfall an der
Grenze zu leichten Ereignissen wird von der Beschwerdeführerin nicht substanziiert
bestritten und deckt sich mit der Rechtsprechung zu Sturzereignissen (vgl. etwa Urteil
des Bundesgerichts vom 26. Juni 2009, 8C_116/2009, E. 4.1 mit Hinweisen).
3.2.2 Gegen die Verneinung der adäquaten Kausalität bringt die Beschwerdeführerin
vor, die Beschwerdegegnerin verkenne, dass wohl eine invalidisierende
Beeinträchtigung vorliege, sie seit Jahren in ärztlicher Behandlung sei und keinen
Schritt weiter komme. Sie lebe tagtäglich mit Schmerzen und fühle sich im Alltag
komplett nutzlos. In der Folge seien zusätzliche Minderwertigkeitskomplexe
aufgetreten, weil die Eingliederungsmassnahmen gescheitert seien. Des Weiteren sei
es sehr belastend, wenn sie von der Beschwerdegegnerin als Simulantin dargestellt
werde und diese von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgehe. Alle bisherigen
Bemühungen seien nicht erfolgreich gewesen. Dieser langwierige Prozess stelle eine
besondere Art der erlittenen Verletzungen dar, verbunden mit einer ungewöhnlich
langen Dauer der ärztlichen Behandlung, die noch nicht abgeschlossen sei (act. G 1,
Rz 22). Die Ausführungen der Beschwerdeführerin zielen ins Leere. Denn sie beziehen
sich nicht auf somatische, sondern rein psychische Beschwerden bzw. psychogene
Schmerzen. Weder aus ihren Vorbringen noch aus den Akten ergibt sich, dass die
Beschwerdeführerin somatische Verletzungen von besonderer Art bzw. insbesondere
Verletzungen erlitten hätte, die erfahrungsgemäss geeignet sind, psychische
Fehlentwicklungen auszulösen. Beide Läsionen waren gemäss Einschätzung von
Dr. N._ mit nur diskreter Fehlstellung verbunden (UV-act. 94-1). Ausgeprägte
körperliche Dauerschmerzen sind nicht dargetan. Die somatischen Beschwerden
wurden im Wesentlichen konservativ behandelt (siehe etwa UV-act. 94-1 f.) und
spätestens nach der kreisärztlichen Beurteilung vom 21. Juli 2010 stand die
Behandlung des psychogenen Schmerzsyndroms im Vordergrund. Das Kriterium der
objektiv besonders dramatischen Begleitumstände oder der besonderen
Eindrücklichkeit des Unfalls ist zu verneinen. Die Beschwerdeführerin legt ferner weder
substanziiert dar noch lässt sich den Akten entnehmen, dass eine unfallbedingte
somatische Arbeitsunfähigkeit in einem Ausmass vorlag, das die Bejahung des
Kriteriums des Grads und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit
rechtfertigen würde.
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3.3 Im Licht dieser Umstände ergibt sich, dass keine adäquat-kausalen Unfallfolgen
bestehen, die zu einer quantitativen oder erheblich qualitativen Beeinträchtigung der
Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten führen. Selbst wenn zugunsten der
Beschwerdeführerin, die vor dem Unfallereignis erheblich schwankende, im Vergleich
zur Hilfsarbeiterinnenlöhne nicht überdurchschnittliche Jahresverdienste erzielt hat (vgl.
den IK-Auszug in UV-act. 190-49 f.), ein Prozentvergleich durchgeführt wird, resultiert
kein rentenbegründender Invaliditätsgrad von mindestens 10%. Denn die
Beschwerdeführerin verfügt aus unfallversicherungsrechtlicher Sicht für eine
leidensangepasste Tätigkeit über eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Auch die bisherigen
Tätigkeiten wurden als „im Prinzip noch zumutbar“ bezeichnet (UV-act. 146-28).
Angesichts dessen, dass weder erhebliche qualitative unfallbedingte Einschränkungen
noch anderweitige Gründe bestehen, die auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
Lohneinbussen befürchten lassen, fällt höchstens ein Tabellenlohnabzug von 5% in
Betracht. Unter diesen Umständen ergibt sich ein nicht rentenbegründender
Invaliditätsgrad von 5%.
4.
Zu prüfen bleibt der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
Integritätsentschädigung.
4.1 Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche
Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie
Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24. Abs. 1 UVG).
4.2 Die von der Beschwerdeführerin über den Fallabschluss hinaus geklagten
Leiden sind im Wesentlichen psychischer Natur und stehen nicht in einem adäquaten
Kausalzusammenhang mit dem Unfallereignis. Bei vorliegend fehlendem adäquaten
Kausalzusammenhang zwischen Unfall und psychischer Beschwerden besteht hierfür
kein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung (Urteil des Bundesgerichts vom
14. September 2011, 8C_101/2011, E. 5). Des Weiteren führte Kreisarzt Dr. S._ mit
überzeugender, von der Beschwerdeführerin nicht substanziiert bestrittener
Begründung aus (vgl. act. G 1, Rz 24), weshalb aus somatischer Sicht die für die
Ausrichtung einer Integritätsentschädigung erforderliche Erheblichkeitsgrenze nicht
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erreicht wird (UV-act. 175). Folglich ist die Verweigerung einer Integritätsentschädigung
nicht zu beanstanden.
5.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu
erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen
Anspruch auf eine Parteientschädigung.