Decision ID: 6e97ce4a-51b7-568b-98a8-4ba280cf4430
Year: 2007
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner Bodenmann, Brühlgasse 39, Postfach 22,
9004 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
IV-Leistungen
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Sachverhalt:
A.
A.a Der 1955 geborene A._ meldete sich am 25. Januar 2005 bei der
Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an und beantragte eine Rente. Er gab an,
seit sieben Jahren an Rückenschmerzen und seit zwei Monaten an einer Herzkrankheit
zu leiden. Das seit 1. Oktober 2004 bestehende Arbeitsverhältnis als
Betriebsmitarbeiter bei der B._ AG, wurde ihm am 11. Februar 2005 während der
Probezeit auf den 18. Februar 2005 gekündigt, nachdem er bereits seit Mitte November
2004 krankheitsbedingt nicht mehr gearbeitet hatte. Im Arztbericht vom 13. Februar
2005 stellte Dr. med. C._, Facharzt für Innere Medizin, die Diagnose einer koronaren
Eingefässerkrankung und eines chronischen lumbovertebralen spondylogenen
Schmerzsyndroms und bezeichnete den Versicherten ab 17. November 2004 bis auf
weiteres als 100% arbeitsunfähig. Dr. C._ berichtete, beim Versicherten sei am 17.
November 2004 im Kantonsspital St. Gallen eine hochgradige proximale RIVA-Stenose
festgestellt worden, die mit PTCA und der Einlage eines Stents behoben worden sei.
Nach der darauf folgenden Kur in der Klink Gais (Bericht vom 7. Februar 2005) klage
der Versicherte weiter über Herzschmerzen. Am 12. April 2005 führte Dr. med. D._,
Spezialarzt für Neurologie, unter Beilage des Berichtes der Kardiologie des
Kantonsspitals St. Gallen vom 24. März 2005, aus, der Versicherte leide an einem
thorakovertebralen, einem lumbovertebralen und an einem cervicovertebralen Syndrom
und an einer koronaren Herzerkrankung. Hinsichtlich einer zumutbaren Tätigkeit seien
nach der Konsolidierung der koronaren Erkrankung die Kardiologen und der Hausarzt
hinzuzuziehen. Aus neurologischer Sicht wären leichtere Arbeiten mit wechselnder
Haltung und ausrechenden Pausen mit einem Pensum von 30% möglich. Der
Versicherte wurde vom 3. bis 5. Januar 2006 in der Medizinische Abklärungsstelle
Zentralschweiz (MEDAS) polydisziplinär (rheumatologisch, psychiatrisch und
kardiologisch) begutachtet. Im Gutachten vom 6. Februar 2006 wurden folgende
Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit gestellt:
Chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom, bei
Wirbelsäulenfehlform/-statik–
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Periarthropathia humeroscarpularis tendopathica rechts;
Klinisch leichtgradige Femoropatellararthrose rechts;
Angst und depressive Reaktion gemischt, nach akutem Koronarsyndrom (unter
Therapie);
Psychologische oder Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Erkrankungen,
bei
o innerfamiliären Spannungen
o Finanzproblemen
A.b Für die angestammte Tätigkeit als Schleifer von Stahlheizkörpern oder anderen
körperlich schweren Arbeiten bestehe aus rheumatologischen, vermutungsweise auch
aus kardiologischen und weniger aus psychiatrischen Gründen keine Arbeitsfähigkeit
mehr. Für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne repetitives Heben und
Tragen von Lasten über 15 kg betrage die Arbeitsfähigkeit wegen der psychiatrischen
Situation 75%. Die medizinischen Trainings- und Schmerztherapien sowie die
psychiatrischen Behandlungen seien weiterzuführen. Die Arbeitsfähigkeit könne durch
möglichst rasche, schrittweise Wiedereingliederung in eine adaptierte Tätigkeit mit Hilfe
der Invalidenversicherung verbessert werden.
leichtgradigen Osteochondrosen mit dorsalen Diskusprotrusionen C3/4, C6/7 und
L2/3
–
Osteochondrose mit flacher Diskusprotrusion Th11/12–
Status nach thorakalem Morbus Scheuermann;–
sensoriellem Hemisyndrom rechts ohne organisches Korrelat–
psychosozialer Belastungssituation, mit–
klarer Verdeutlichungstendenz.–
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A.c Gemäss Schlussbericht der Eingliederungsberatung der IV-Stelle vom 29. März
2006 habe sich der Versicherte anlässlich des Gesprächs vom 21. März 2006 auch in
einer körperlich wenig belastenden Tätigkeit als arbeitsunfähig bezeichnet.
Eingliederungsmassnahmen könnten somit nicht durchgeführt werden. Es werde
beantragt, den Anspruch auf eine Rente zu prüfen. Im Fragebogen der IV-Stelle erklärte
sich der Versicherte am 17. März 2006 bereit, eine seiner Leistungsfähigkeit
angepasste Stelle anzutreten und an Eingliederungsmassnahmen der
Invalidenversicherung teilzunehmen. Gleichzeitig wies er aber darauf hin, es sei ihm
nicht klar, aufgrund welcher Kriterien er als zu 75% arbeitsfähig beurteilt werde. Er
bitte, ihm diese Frage zu beantworten.
B.
B.a Am 3. April 2006 erliess die IV-Stelle eine Verfügung mit dem Betreff "Verzicht auf
Arbeitsvermittlung". Am gleichen Tag erliess sie eine rentenablehnende Verfügung.
Gemäss den vorhandenen Unterlagen sei der Versicherte in der Lage, mit einem
Pensum von 75% in einer zumutbaren Tätigkeit ein rentenausschliessendes
Einkommen zu erzielen.
B.b Am 22. Mai 2006 erhob Rechtsanwalt Werner Bodenmann, St. Gallen, für den
Versicherten Einsprache. Während die Festsetzung des Valideneinkommens nicht zu
beanstanden sei, sei bei der Berechnung des Invalideneinkommens zu Unrecht kein
Abzug vorgenommen worden. Aufgrund der Tatsache, dass der Versicherte nur noch
eine leichte, wechselbelastende Tätigkeit ausführen könne, erscheine ein Abzug von
15% gerechtfertigt. Daraus ergebe sich ein IV-Grad von 41% und ein Anspruch auf
eine Viertelsrente. Sodann seien berufliche Massnahmen durchzuführen. Nachdem der
Versicherte erst seit kurzer Zeit eine aktive medizinische Trainingstherapie besuche,
könne eine Reduktion der Schmerzen erwartet werden, sodass ihm wenigstens ein
teilweiser Wiedereinstieg in die Arbeitswelt möglich sein könnte.
B.c Die IV-Stelle holte die Stellungnahme der Eingliederungsberatung vom 23. Juli
2006 ein und wies die Einsprache mit Entscheid vom 17. August 2006 ab. Gemäss
dem Gutachten der MEDAS vom 6. Februar 2006 bestehe für leichte bis mittelschwere
körperliche Arbeit ohne repetitives Heben und Tragen von Lasten über 15 kg wegen
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einer psychiatrischen Störung eine Arbeitsfähigkeit von 75%. Zusätzliche
Einschränkungen seien nicht zu berücksichtigen. Somit könne auch kein Leidensabzug
gewährt werden. Da der Versicherte vollzeitlich zu 75% arbeitsfähig sei, sei auch kein
Teilzeitabzug gerechtfertigt. Das Alter und eine niedrige berufliche Qualifikation würden
als invaliditätsfremde Faktoren keinen Abzug begründen. Der Einkommensvergleich sei
somit korrekt. Ein Anspruch auf Arbeitsvermittlung durch die Invalidenversicherung
bestehe, wenn der Versicherte bei der Suche nach einer geeigneten Arbeitsstelle aus
gesundheitlichen Gründen Schwierigkeiten habe. Sodann könne eine Massnahme nur
eingliederungswirksam sein, wenn der Ansprecher sich selbst als wenigstens teilweise
eingliederungsfähig halte. Aktuell erfülle der Versicherte diese Voraussetzung nicht.
Sollte er später zu einer Arbeitsvermittlung bereit sein, könne er ein neues Gesuch
stellen.
C. Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwalt Werner
Bodenmann für den Betroffenen eingereichte Beschwerde vom 18. September 2006
mit dem Antrag auf Zusprache einer Invalidenrente basierend auf einem IV-Grad von
mindestens 41%. Eventualiter seien zusätzliche medizinische Abklärungen
durchzuführen und dem Beschwerdeführer berufliche Massnahmen zu gewähren.
Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit von 100% aus kardiologischer Sicht sei festzustellen,
dass objektive Beweise für das Bestehen eines guten Interventionsergebnisses fehlen
würden. Sodann sei die Klink Gais im Bericht vom 7. Februar 2005 von einer
schrittweisen Erhöhung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen. Ob tatsächlich eine
Steigerung bis zum Vollpensum erwartet wurde, stehe nicht fest. Auch die Gutachter
der MEDAS hätten nur eine schrittweise Wiedereingliederung empfohlen. Eine volle
Arbeitsfähigkeit sei somit noch nicht vorhanden gewesen. Im Juli 2006 habe der
Beschwerdeführer die Teilnahme an einem Einsatzprogramm des RAV abbrechen
müssen. Er sei wegen der Schmerzen nicht in der Lage gewesen, die zugewiesene
Arbeit zu bewältigen. Der Beschwerdeführer sei in seiner Leistungsfähigkeit nicht nur
aus psychiatrischen Gründen, sondern - wie dies aus dem Gutachten der MEDAS
hervorgehe - auch wegen seiner somatischen Leiden eingeschränkt. Der
Beschwerdeführer könne lediglich noch adaptierte Tätigkeiten ausüben. Deswegen und
wegen seines Alters, seiner beruflichen Qualifikation, seiner Deutschkenntnisse und
seiner gesundheitlichen Beschwerden könne er nur ein unterdurchschnittliches
Einkommen erzielen. Ein Abzug von mindestens 15% vom Invalideneinkommen sei
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somit gerechtfertigt. Selbst wenn man dann davon ausgehen würde, der
Beschwerdeführer sei nur zu 25% in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt, ergebe sich
ein IV-Grad von mindestens 42% und ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Der
Beschwerdeführer sei im Übrigen hoch motiviert, wieder eine Arbeitstätigkeit
aufzunehmen. Es sei nicht nachvollziehbar, warum er die Voraussetzungen für eine
Arbeitsvermittlung nicht erfülle.
D. In der Beschwerdeantwort vom 23. Oktober 2006 beantragt die
Beschwerdegegnerin unter Hinweis auf die Ausführungen im Einspracheentscheid
Abweisung der Beschwerde. Sie weist darauf hin, dass sich die Einschätzung der Klinik
Gais im Austrittsbericht vom 7. Februar 2005 auf den Zeitraum ab 22. Januar 2005
beschränke. Damals sei von einer schrittweisen Wiedereingliederung zwei Wochen
nach dem Austritt ausgegangen worden. Das MEDAS-Gutachten stehe nicht im
Widerspruch zu dieser Einschätzung.
E.
E.a Der Beschwerdeführer hält replicando an seinen Anträgen fest. Nachdem seit der
medizinischen Abklärung und Begutachtung mittlerweile 11⁄2 Jahre verstrichen seien,
könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich sein Gesundheitszustand seither
wieder verschlechtert habe. Obwohl er hoch motiviert sei, eine Arbeitstätigkeit
aufzunehmen, habe er bisher keine Arbeit gefunden, die er mit seinen Beschwerden
ausüben könnte. Mit Eingabe vom 18. Dezember 2006 reichte der Beschwerdeführer
den Arztbericht von Dr. D._ vom 18. Dezember 2006 ein. Darin beurteile Dr. D._ die
Arbeitsfähigkeit in einer wechselbelastenden, körperlich leichten Tätigkeit auf 40%.
E.b Nach Abschluss des Schriftenwechsels legte der Beschwerdeführer den Bericht
des Amts für Arbeit vom 31. Januar 2007 über die Überprüfung der
Vermittlungsfähigkeit hinsichtlich des Anspruchs auf Arbeitslosenentschädigung ins
Recht. Diesem Schreiben könne entnommen werden, dass er nicht in der Lage sei, ein
Arbeitspensum von 50% zu erfüllen. Es werde aber versucht, eine Arbeitsdauer von
zwei bis drei Stunden täglich zu erreichen. Mit Eingabe vom 4. September 2007 reichte
der Beschwerdeführer das Arbeitszeugnis über das vom 20. November 2006 bis 24.
August 2007 im Auftrag der Arbeitslosenversicherung in der Stiftung E._
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durchgeführte Einsatzprogramm ein. Der Beschwerdeführer habe dort bei einem
Pensum von 40% eine Leistung von 50% erbracht.

Erwägungen:
1.
1.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht der
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn der Versicherte mindestens zu 70%,
derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn er wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente (Art. 28 Abs. 1 IVG).
1.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für
die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden
ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a). Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt
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der Umstand allein, dass eine ärztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in
das Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert (ZAK 1986 S. 189
Erw. 2a in fine, BGE 122 V 161 Erw. 1c).
1.3 Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Versicherungsgericht die
Gesetzmässigkeit des angefochtenen Einspracheentscheids in der Regel nach dem
Sachverhalt, der zur Zeit des Einspracheentscheids gegeben war (BGE 121 V 366 Erw.
1b mit Hinweisen; RKUV 2001 Nr. U 419 S. 101 Erw. 2a).
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin hat bei der Beurteilung des medizinischen Sachverhalts
auf das Gutachten der MEDAS vom 6. Februar 2006 abgestellt. Unter Berücksichtigung
der Resultate verschiedener röntgendiagnostischer Untersuchungen seit dem Jahr
2000 ergab die rheumatologische Begutachtung ein panvertebrales Schmerzsyndrom
und eine leichtgradige Periarthropathia humeroscapularins tendopathia rechts sowie
eine leichtgradige Femoropatellaarthrose. Die beschriebenen degenerativen
somatischen Veränderungen erklärten gemäss der Beurteilung des Facharztes die auf
nahezu der gesamten rechten Körperseite geklagten somatischen Beschwerden nur zu
einem kleinen Teil. Für das ausgedehnte Halbseitenschmerzsyndrom finde sich kein
adäquates somatisches Korrelat. Insgesamt ergebe sich eine deutliche Diskrepanz
zwischen dem subjektiven Leidensdruck und den objektivierbaren krankhaften
Befunden am Bewegungsapparat. Von Seiten des Bewegungsapparates bestehe keine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für eine körperlich leichte bis mittelschwere
Tätigkeit inklusive Lastenheben bis ungefähr 15 kg. Nach der Beurteilung des
psychiatrischen Facharztes sind die Kriterien einer Depression klinisch und
testpsychologisch erfüllt. Die Depression und vor allem die Angst seien vorwiegend
Folge des koronaren Ereignisses und des erneuten Verlusts der Stelle. Gemäss den
Akten sei die Depression erst seit weniger als zwei Jahren vorhanden, so dass die
Diagnose "Angst und depressive Reaktion gemischt" angemessen sei.
Differenzialdiagnostisch müsse angesichts der chronischen Schmerzen eine
anhaltende, somatoforme Schmerzstörung erwogen werden. Die Kriterien dafür seien
erfüllt. Aufgrund der Akten sei jedoch von Beschwerden auszugehen, die auf
körperliche Veränderungen zurückzuführen seien, weshalb die Diagnose einer
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somatoformen Schmerzstörung nicht zulässig sei, sondern die Diagnose von
psychologischen Faktoren oder Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten
Erkrankungen zu stellen sei. Aus psychiatrischer Sicht sei der Beschwerdeführer
zeitlich nur wenig eingeschränkt. Seine Leistung sei aber im Ausmass von 25%
reduziert. Für die bisherige, eine angepasste Tätigkeit oder im Haushalt bestehe eine
Arbeitsunfähigkeit von 25%.
2.2 Der Beschwerdeführer hält dieser Beurteilung entgegen, sie sei bereits 11⁄2 Jahre
alt, sodass eine in der Zwischenzeit eingetretene Verschlimmerung nicht
auszuschiessen sei. Wie bereits dargelegt, bezieht sich das Gericht auf den
Sachverhalt zur Zeit des Einspracheentscheids. Dieser erging am 17. August 2006. Die
Begutachtung durch die MEDAS fand im Januar 2006 und nicht, wie vom
Beschwerdeführer geltend gemacht, am 24. Juni 2005 statt. Das Gutachten stammt
vom 6. Februar 2006. Abgesehen davon, dass massgebliche objektivierbare
Verschlechterungen bis zum Datum des Einspracheentscheids nicht dargetan sind,
kann unter dem zeitlichen Gesichtspunkt nicht von einem nicht mehr aktuellen
Gutachten gesprochen werden. Was der Beschwerdeführer sodann zu den
Feststellung des Kardiologen Dr. F._ im Arztbericht vom 10. Januar 2006 vorbringt,
vermag keine Zweifel an der Richtigkeit der im Gutachten festgelegten zumutbaren
Leistungsfähigkeit zu begründen. Dr. F._ hat die gezeigte Belastungsfähigkeit von 72
Watt bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nämlich ausdrücklich mit berücksichtigt.
Wenn er eine schwere körperliche Tätigkeit weniger aufgrund des kardialen Status als
wegen der geklagten Rückenbeschwerden ausschliesst, kann daraus nicht
geschlossen werden, es seien objektiv nicht bewiesene Faktoren zu Ungunsten des
Beschwerdeführers nicht berücksichtigt worden.
2.3 Der Beschwerdeführer reichte zusätzlich den Bericht von Dr. D._ vom 18.
Dezember 2006 ein, der ihn seit Januar 2001 behandle. Dr. D._ stellte auf die
neurologische Beurteilung durch Dr. C._ ab. Dieser diagnostizierte eine
Osteochondrose Th11/12 mit flacher Diskusprotrusion, eine idiopathische
Syringomyelie im Konusbereich, eine Tendenz zur Panalgie sowie eine psychosoziale
Integrationsproblematik und attestierte eine Arbeitsfähigkeit von 40%. Vorakten,
insbesondere das Gutachten der MEDAS scheinen ihm dabei nicht vorgelegen zu
haben. Zur abweichenden Beurteilung der MEDAS nimmt er nicht Stellung. Er hat bei
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seiner Beurteilung auf die Angaben des Beschwerdeführers und die klinischen Befunde
abgestellt. Dies kann beim Vorliegen der vom psychiatrischen Facharzt der MEDAS
diagnostizierten psychologischen Faktoren oder Verhaltensfaktoren, die, wie oben
dargelegt (Erw. 2.1), die Kriterien einer somatoformen Schmerzstörung erfüllen, nicht
ohne weiteres zu einer zuverlässigen Beurteilung des zumutbaren Leistungsvermögens
führen. Denn es muss im Rahmen der sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung
verlangt werden, dass die Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich
schlüssig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sind, andernfalls sich eine
rechtsgleiche Beurteilung der Rentenansprüche nicht gewährleisten liesse. Die
Gutachter der MEDAS haben der körperliche Einschränkung mit der Zumutbarkeit
bloss leichterer körperlicher Tätigkeit Rechnung getragen. Im Lichte der bescheidenen
körperlichen Befunde und der psychiatrischen Diagnosen leuchtet nicht ein, weshalb
eine Schmerzüberwindung nicht weitgehend im Bereich des Zumutbaren liegen sollte.
Insgesamt weichen die von Dr. D._ beschriebenen Befunde ohnehin nicht wesentlich
von jenen im MEDAS-Gutachten ab. Somit handelt es sich bei seiner
Arbeitsunfähigkeitsschätzung um eine anderer Würdigung eines im Wesentlichen
gleichen Gesundheitszustandes, die vorliegend unerheblich ist. Dass es zu einer
objektivierbaren wesentlichen Zunahme und Ausbreitung der Beschwerden gegenüber
den früheren Beurteilungen gekommen sein soll, kann nicht nachvollzogen werden. Bei
der von Dr. D._ erwähnten psychosozialen Konfliktsituation am Arbeitsplatz handelt
es sich ausserdem um einen invaliditätsfremden und daher vorliegend nicht relevanten
Faktor. Dass die empfohlene stufenweise Wiedereingliederung seit Januar 2006 bis
zum Erlass des Einspracheentscheids nicht gelungen ist, hat mit der medizinisch
zumutbaren Leistungsfähigkeit nichts zu tun. Auch aus der im
arbeitslosenversicherungsrechtlichen Verfahren gezeigten (tieferen) Leistungsfähigkeit
lassen sich keine objektive Schlussfolgerungen auf die zumutbare Arbeitsfähigkeit
ziehen. Insgesamt ist das Gutachten einleuchtend begründet. Auf die
Schlussfolgerungen der Gutachter und die Einschätzungen der MEDAS darf daher
abgestellt werden (BGE 125 V 352 Erw. 3a).
3. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass dem Beschwerdeführer aus somatischer
Sicht eine leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeit ohne repetitves Heben und
Tragen von Lasten über 15 kg zumutbar ist. Wegen den psychiatrischen
Gegebenheiten ist er für eine derartige Tätigkeit nur zu 75% arbeitsfähig.
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4.
4.1 Zu prüfen bleibt, wie sich diese Arbeitsunfähigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
In Bezug auf das Valideneinkommen ist vom in der Verfügung vom 3. April 2006
festgesetzten Jahreslohn von Fr. 64'322.-- auszugehen, den der Beschwerdeführer im
Jahr 2005 einschliesslich Schichtzulage und einer monatlichen Prämie bei seinem
früheren Arbeitgeber im Gesundheitsfall erzielt hätte. Grundlage für die Ermittlung des
Invalideneinkommens bildete der um die Verminderung der Arbeitsfähigkeit von 25%
reduzierte Durchschnittslohn gemäss den statistischen Angaben der Schweizerischen
Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik. Gemäss LSE 2004 betrug
der standardisierte Monatslohn (Zentralwert) bei wöchentlich 40 Arbeitsstunden für
Männer bei einfachen und repetitiven Tätigkeiten (Anforderungsstufe 4) im privaten
Sektor Fr. 4'588.--. Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen
Arbeitszeit von 41,7 Stunden, der Nominallohnentwicklung im Jahr 2005 von 1% und
der Arbeitsfähigkeit von 75% ergibt sich ein Jahreseinkommen von Fr. 43'477.40.
4.2 Nach der Rechtsprechung ist bei der Verwendung statistischer Tabellenlöhne zu
berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten
Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und
entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb
in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann ist
dem Umstand Rechung zu tragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale
einer versicherten Person, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität und
Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe
haben können. Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen
sind, ist von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten
Einzelfalls abhängig. Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf
höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 129 V 481 Erw. 4.2.3 mit Hinweisen).
4.3 Im vorliegenden Fall sind die Voraussetzungen für den sogenannten
leidensbedingten Abzug erfüllt, weil zufolge des Gesundheitsschadens die
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers auch im Rahmen einer leichteren Tätigkeit,
wegen der Anforderung abwechselnd sitzend, stehend und gehend arbeiten zu
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können, beeinträchtigt und deshalb möglicherweise ein geringerer Lohn zu erzielen ist.
Dagegen sind die von der Rechtsprechung anerkannten weiteren Abzugsgründe nicht
gegeben. Es besteht insbesondere kein Anlass zu einem Abzug wegen des Alters des
1955 geborenen Beschwerdeführers, da Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG) grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt
werden und sich das Alter in diesen Tätigkeiten auch nicht lohnsenkend auswirkt (AHI
1999 S. 243 und S. 238 Erw. 1; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom
20. Juli 2004, i. S. D. [I 39/04], Erw. 2.4). Auch wegen der Dauer des
Arbeitsverhältnisses - der Beschwerdeführer arbeitete erst seit wenigen Wochen am
selben Arbeitsplatz - oder dem Beschäftigungsgrad - er kann einer ganztägigen
Beschäftigung nachgehen - ist nicht mit einer zusätzlichen Lohneinbusse zu rechnen.
Die Nationalität kann angesichts der Tatsache, dass die statistischen Löhne aufgrund
der Einkommen der schweizerischen und der ausländischen Wohnbevölkerung erfasst
werden, vernachlässigt werden (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom
20. Juli 2004 i.S. D. [I 39/04], Erw. 4.2 mit Hinweisen). Es erscheint daher den
konkreten Verhältnissen angemessen, den Abzug auf höchstens 5% festzusetzen. Im
Licht der statistischen Lohnangaben beträgt das Invalideneinkommen somit Fr.
41'303.55 (95% von Fr. 57'806.20). Daraus resultiert im Vergleich zum
Valideneinkommen von Fr. 64'322.-- ein Invaliditätsgrad von 35,8%. Damit liegt kein
rentenrelevanter Invaliditätsgrad von 40% vor.
5. Der Beschwerdeführer beantragt weiter die Unterstützung der Wiedereingliederung
durch eine Arbeitsvermittlung der Invalidenversicherung im Sinn von Art. 18 Abs. 1 IVG.
Er sei hoch motiviert wieder einer Arbeitstätigkeit nachzugehen. Die
Beschwerdegegnerin hat den Anspruch des Beschwerdeführers auf Arbeitsvermittlung
verneint, weil er sich gegenüber der Berufsberatung wegen der Schmerzproblematik
nicht als arbeitsfähig bezeichnet hatte. Daran hat sich offensichtlich bis zum Erlass des
Einspracheentscheids vom 17. August 2006, welcher auch die zeitliche Grenze der
vorliegenden Beurteilung bildet (vgl. Erw. 1.3), nichts Wesentliches geändert, weshalb
die Beschwerde auch in diesem Punkt abzuweisen ist. Sollte sich diese Einstellung des
Beschwerdeführers seither tatsächlich anders entwickelt haben, was aus der
"Überprüfung der Vermittlungsfähigkeit" der Arbeitslosenversicherung vom 31. Januar
2007 (noch) nicht eindeutig hervorgeht, bestünde - falls auch die objektiven Kriterien
als erfüllt betrachtet werden könnten - allenfalls in Zukunft Anspruch auf
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Arbeitsvermittlung. Es steht dem Beschwerdeführer denn auch offen, ein neues
Gesuch um Eingliederungsmassnahmen bei der IV-Stelle einzureichen, wenn sich neue
Rahmenbedingungen ergeben sollten. Darauf hat ihn die Beschwerdegegnerin im
Einspracheentscheid im Übrigen bereits hingewiesen.
6. Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Da die
vorliegende Einsprache zur Zeit des Inkrafttretens der Änderung von Art. 69 IVG am 1.
Juli 2006 noch bei der IV-Stelle hängig war, ist gemäss Ziffer b der
Übergangsbestimmung zur Änderung vom 16. Dezember 2005 das bisherige Recht
anwendbar, nach welchem gemäss Art. 61 lit. a ATSG keine Gerichtskosten zu erheben
sind.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG