Decision ID: d72d89f9-6b4a-49d6-9dad-edd89555d13f
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1960, bezog
wegen einer schweren posttraumatischen Belastungsstörung und einer anhaltenden schweren depressiven
Erkrankung
mit Wirkung ab dem
1.
Dezember 2010 eine
ganze Invalidenrente der Eidge
nös
sischen Invalidenversicherung
(
Rentenverfügung vom 1
1.
August 2011 [Urk. 6/77]; s.a. Feststellungsblatt für den Beschluss vom 2
9.
März 2011 [
Urk.
6/58
/5]
).
Mit Fragebogen vom 2
6.
März 2013 leitete die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
eine Rentenrevision ein (
Urk.
6/81
/2-5
). In der Folge
nahm
sie den Arztbericht von
Dr.
med.
Y._
,
FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
Sanatorium
Z._
,
vom 1
6.
Mai 2013
zu den Akten
(Urk.
6/82)
und
zog
den I
K
-Auszug vom 21. Juni 2013
bei
(Urk.
6/83).
Daraufhin
holte
sie
Auskünfte von im IK der Versicherten einge
tragenen Arbeit
geber
ei
n
(Urk.
6/84, Urk.
6/86
, Urk. 6/90-91
)
.
Von der Stadt Adliswil erhielt sie
am 19. Juli 2013
Angaben zum Zivil
stand der Versicherten (Urk.
6/85
; Aktenverzeichnis [
Urk.
6/1-123]
)
.
Zur Abklärung des medizini
schen Sachver
halts veranlasste d
ie
IV-Stelle
bei der
A._
das psychia
trische Gutacht
en vom
2.
Juni 2014 (
Urk.
6/99).
Den von ihr in der Folge beigezogenen
IK-Auszügen vom 2
3.
Januar und 12.
Novem
ber 2015 (Urk.
6/101, Urk. 6/104)
entnahm
die IV
Stelle sodann
, dass die Versicherte
in den Jahren 2013
respektive
2014
durch diverse Tätig
keiten als Reinigungsmitarbeiterin und Haushaltshilfe
Ein
kommen
von
Fr.
32‘976.--
beziehungsweise
Fr. 36‘2
5
9.--
erzielt
hatte
(
vgl.
Urk.
6/108
/3
).
Darauf abstellend gelangte
der Rechtsdienst der IV-Stelle
in seine
r
Stellung
nahme vom 13.
November 2015
zum Schluss
, dass
bei einem Invaliditätsgrad von 36
%
für die Zu
kunft kein Rentenanspruch mehr be
stehe.
Zudem bejahte er w
egen Melde
pflichtver
letzungen
der Versicherten
eine rückwirkende Anpassung der Invaliden
rente
sowie die Rückerstattung von zu viel aus
be
zahlten Invali
denrente
n
(Urk.
6/108/6).
Gestützt darauf kündigte die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 2
5.
No
vember 2015 die rückwirkende Herabsetzung der bisherigen ganzen Rente auf eine
Viertelsrente
per
1.
Januar 2013 und die Aufhebung dieser Rente per
1.
Januar 2014 sowie die Rückforderung zu viel ausbezahlter Ren
ten an (
Urk.
6/109). Dagegen
erhob
die Versicherte
mit Eingaben vom
11.
Januar 2016
und 1
0.
Februar 2016 Einwände
(
Urk.
6/113,
Urk.
6/117).
Nach Prüfung der Einwände
setzte die IV-Stelle
mit Verfügung vom
2.
März 2016
wie vor
beschieden
die bis
herige ganze Rente rückwirkend per 1. Januar
2013 auf eine
Viertelsrente
herab und hob diese per 1. Januar 2014 auf (Urk. 2).
Mit Verfügung vom 3
1.
März 2016 forderte sie von der Versicherten
zudem
in den Jahren 2013 bis 2015 zu viel ausbezahlte Renten i
n
der Höhe von Fr. 52‘964.-- zurück (
Urk.
6/122).
2.
Gegen die Verfügung vom
2.
März 2016 erhob
X._
am
1.
April 2016 Beschwerde und beantragte deren Aufhebung (
Urk.
1). Mit Beschwerde
antwort vom
4.
Mai 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
5, unter Beilage ihrer Akten [
Urk.
6/1-123]), was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
6.
Mai 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1
.
1
.1
1
.1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung [IVG]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsun
fähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträch
tigung zu berücksich
tigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsge
mäss
ist bei psychischen Beeinträchti
gungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens da
ran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. No
vember 2015 E.
5.4
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeits
fähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl.
Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1
.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1
.3
1
.3.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Renten
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Ins
besondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerb
lichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich geblie
bener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähig
keit verändert hat (Urteile des Bundes
gerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert geblie
benen Gesundheits
zustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichs
basis für die Beurteilung einer anspruchser
heblichen Änderung des Invalidi
tätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechts
kräftige
Einspracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskon
former Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundes
gerichts 9
C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 2.
1 mit Hinweisen).
1
.3.2
Kann eine rentenberechtigte Person neu ein Erwerbseinkommen erzielen oder ein bestehendes Erwerbseinkommen erhöhen, so wird die Rente gemäss
Art.
31 IVG nur dann im Sinne von
Art.
17 Abs. 1 ATSG revidiert, wenn die Ein
kommensverbesserung jährlich mehr als Fr. 1‘500.-- beträgt (
Abs.
1).
Art.
31 IVG findet nur auf Rentenrevisionsfälle Anwendung, in denen die betroffene Person ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem Arbeits
markt tatsächlich verwertet und dadurch – durch erneute Aufnahme einer Er
werbstätigkeit oder Erweiterung des bisherigen Arbeitspensums – ein ent
sprechendes Ein
kommen erwirtschaftet (BGE 136 V 216 E. 5.6.1).
1
.3.3
Die Herabsetzung von Invalidenrenten erfolgt rückwirkend ab Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung, wenn der Bezüger die Leistung zu Unrecht erwirkt hat oder der ihm nach
Art.
77
der
Verordnung über die Invali
denversicherung (IVV)
zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist, unabhängig davon, ob die Verletzung der Melde
pflicht oder die unrecht
mässige Erwirkung ein Grund für die Weiterausrich
tung der Leistung war (
Art.
88
bis
Abs.
2
lit
. b IVV).
Gemäss
Art.
77 IVV haben der Berechtigte oder sein gesetzlicher Vertreter sowie Behörden oder Dritte, denen die Leistung zukommt, jede für den Leistungs
anspruch wesentliche Änderung, namentlich eine solche des Gesund
heitszustandes, der Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit, des Zustandes der
Hilflosigkeit, des invaliditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder Hilfebe
darfs, des für den Ansatz der
Hilflosenentschädigung
und des Assistenzbei
trages massgebenden Aufenthaltsortes sowie der persönlichen und gege
be
nenfalls der wirtschaftlichen Verhältnisse des Versicherten unverzüglich der IV-Stelle anzuzeigen.
1
.
4
1
.4.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Ein
kommensver
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch
füh
rung der medizini
schen Behandlung und allfälliger Eingliederungs
mass
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeits
marktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Validen
einkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1
.4.2
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtspre
chung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in wel
cher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeits
verhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invali
denlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
).
1
.5
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechts
anspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweis
material zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der einge
reichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutach
ten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2
.
Mit Verfügung vom 1
1.
August 2011 (Urk. 6/77) wurde der Beschwerdefüh
rerin mit Wirkung ab dem
1.
Dezember 2010 eine ganze Invalidenrente zuge
sprochen. Zu prüfen ist,
ob sich
der Gesundheitszustand der Beschwerdefüh
rerin und/oder dessen erwerbliche Auswirkungen derart wesentlich verändert haben,
dass
die
Beschwerdegegnerin
mit angefochtener Verfügung vom
2.
März 2016 (
Urk.
2)
die bis
herige ganze Rente der Beschwerde
führerin zu Recht rückwirkend per 1. Januar 2013 auf eine
Viertelsrente
herabgesetzt und diese per 1. Januar 2014 aufgehoben hat.
3.
3.1
In seinem psychiatrischen Bericht für die Abklärung der Erwerbsinvalidität
zu
Handen
der
Pensionskasse der Stadt Zürich vom
5.
November 2010 führte
Dr.
med.
B._
die Diagnosen schwere posttraumatische Belastungs
stö
rung (ICD-10: F43.1) sowie rezidivierende Depression, gegenwärtig anhaltend schwere Episode (ICD-10: F33.2) an (
Urk.
6/52/1).
Dazu hielt er fest, dass sich der Verlauf der psychischen Störung verschlechtert habe. Es liege eine Berufs- und Erwerbsunfähigkeit vor. Eine Rückkehr in den Pflegebereich sei auch in Zukunft ausgeschlossen. Eine andere (zumutbare) Arbeit komme ebenfalls nicht in Frage (
Urk.
6/52/3).
3.2
3.2.1
Gemäss den Angaben von
Dr.
Y._
vom 1
6.
Mai 2013 bestand
en
bei der Beschwerdeführerin eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig
leichte depressive Episode (ICD-10: F33.0) sowie eine posttraumatische Be
lastungsstörung (ICD-10:
F13.2
[richtig wohl: F43.1]
) und eine 100%ige Arbeits
unfähigkeit (Urk. 6/82/1)
.
3.2.2
Dr.
med.
C._
, Oberärztin
A._
, und
Dr.
med.
D._
, Assistenzärztin
A._
,
stel
lten in ihrem Gutachten vom
2.
Juni 20
1
4 folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk.
6/99/14):
-
Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) mit Angststö
rung, Sozio- und Agoraphobie, Dissoziation, Depression und Suizi
da
lität, Schlafstörungen und Alpträumen, Übererregbarkeit, sexuellen Störungen, somatischen Symptomen und V
erdacht auf
somatoforme Schmerzstörung
-
Verdacht auf andauernde Persönlichkeitsänderung nach extremer Belastung (ICD-10: F62.0)
Die Gutachterinnen hielten fest, dass die bereits von andern Gutachtern fest
gestellten Symptome mit extremer Schlaflosigkeit, permanenten Ängsten, Suizidgedanken, Überforderung, „keine Kraft haben“, Energielosigkeit, die
Vergangenheit mit all ihren Schrecken zu erleben, Appetitlosigkeit, der Un
fähigkeit den Haushalt zu bewältigen, grosse Mühe mi
t
dem Alltag zu haben und Zukunftssorgen sowie Hoffnungslosigkeit weiterhin bestehen
würden
(
Urk.
6/99/19).
Seit dem Beginn der IV-Berentung hätten sich keine wesent
li
chen Unterschiede ergeben. Bei
chronifizierter
Erkrankung sei von der Ent
wicklung einer andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung im weiteren Verlauf auszugehen (
Urk.
6/99/20).
Die Beschwerdeführerin habe einen erhöhten Pausenbedarf und es bestünde eine rasche Ermüdbarkeit. Eine normale Leistungsfähigkeit sei nicht gegeben (
Urk.
6/99/19). Die Ausübung der bisherigen Tätigkeit sei der Beschwerdefüh
rerin aus medizinischer Sicht nicht
mehr
möglich (
Urk.
6/99/19-20).
Die Beschwerdeführerin könne keine Tätigkeiten mit körperlicher Belastung ausführen. Sie benötige aufgrund
ihrer starken Ängste eine grosse Auto
no
mie. Es sei stets darauf zu achten, dass
sie
genügend Freiräume und die Mög
lichkeit für Pausen und sozialen Rückzug erhalte. Eine Arbeitsfähigkeit in flexiblem Pensum von maximal 20
%
beziehungs
weise von max.
8
Stunden pro Woche
in leidensangepasster Tätigkeit
sei
realistisch (
Urk.
6/99/20).
4.
4.1
Gestützt auf die Beurteilung von
Dr.
B._
, wonach die Beschwer
de
führerin an einer schweren posttraumatischen Belastungsstörung sowie an einer
rezidivierenden Depression, gegenwärtig schwere Episode, leide und eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit bestehe (E. 3.1,
Urk.
6/52/7), sprach die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin im Jahr 2011 eine ganze Rente der Invalidenversicherung zu (
Urk.
6/58/5 und Urk. 6/77). Den Angaben von
Dr.
Y._
zufolge bestand bereits im Mai 2013 neben einer posttraumatischen Belastungsstörung nur noch eine leichte depressive Episode (E. 3.2.1). Anlässlich der Begutachtung im
A._
im Juni 2014 liess sich eine selbständige Depression sodann nicht mehr feststellen und die Gutachterinnen hielten eine Arbeitsfähigkeit von 20
%
in ange
passter Tätigkeit für realistisch (E. 3.2.2). Bereits gestützt auf diese Aktenlage ist eine relevante Verbesserung des Gesundheitszustandes der Beschwerde
führerin ausgewiesen.
Dass sich ihre Arbeitsfähigkeit kontinuierlich verbesserte und eine erhebliche Steigerung der Erwerbsfähigkeit zuliess, schlug sich denn auch in den Einträgen im individuellen Konto der Beschwerdeführerin nieder (vgl.
nament
lich den IK-Auszug vom 2
1.
Juni 2013,
Urk.
6/83): so war es ihr möglich, in den Jahren seit der Rentenzusprache - nicht wie behauptet weniger -, sondern gegenteils mehr zu arbeiten. Für den Zeitraum 2010 bis 2014 sind folgende Einkommen aktenkundig: 2010:
Fr.
7‘231.--, 2011:
Fr.
17‘955.--, 2012:
Fr.
28‘485.--, 2013:
Fr.
32‘976.-- und 2014:
Fr.
36‘259.-- (IK-Auszüge vom 2
3.
Januar und 1
2.
November 2015,
Urk.
6/101,
Urk.
6/105; vgl. auch die diversen Berichte von Arbeitgebern [
Urk.
6/84,
Urk.
6/86,
Urk.
6/90-91]).
Soweit die
A._
-Gutachterinnen einen seit der Rentenzusprache unveränder
ten Gesundheitszustand dokumentierten, kann ihnen mit Blick auf das Gesagte nicht gefolgt werden. Dass sie die von der Beschwerdeführerin tatsächlich erwirtschafteten Einkünfte völlig ausser Acht liessen und offen
sichtlich einzig auf deren subjektive Angaben abstellten, spricht ihrem Gutachten jeglichen Beweiswert ab. Die Feststellung der Gutachterinnen, die Beschwerdeführerin habe fast während zwei Stunden die Befragung durch die
A._
-Gutachterinnen durchgestanden, was in Diskrepanz stehe zu deren eigenen Aussage, wonach sie nicht länger als eine Stunde mit Personen in sozialen Kontakt treten könne (Urk. 6/99/18), hätte sodann ebenfalls Anlass geboten, die von der Beschwerdeführerin dargelegte Leistungsfähigkeit zu hinterfragen. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass eine ausgedehnte Medikation mit Psychopharmka aktuell nicht mehr erfolgt (
Urk.
6/99/10), während im Zeitpunkt der Rentenzusprache eine umfassende
Medikation mit Psychopharma installiert war (
Urk.
6/52/3). Auch diesbezüglich ist eine Verbesserung aktenkundig.
4.
2
Nichts zu ihren Gunsten vermag die Beschwerdeführerin mit den von ihr ein
gereichten Arbeitsunfähigkeitszeugnissen von
Dr.
med.
E._
, Innere Medizin FMH (
Urk.
3/2-3/7), abzuleiten, ist ihnen doch
weder eine Diagnose noch eine Beurteilung zu entnehmen. Jedoch wird
im
ärzt
lichen Zeugnis vom 2
3.
November 2015 festgehalten, dass die Beschwer
deführerin eine Kosmetik-Schule besuchte
(
Urk.
3/3)
, was ebenfalls zu ihren Aussagen, wonach sie nicht länger als eine Stunde mit Personen in sozialen Kontakt treten könne
(Urk. 6/99/18), im Widerspruch steht.
Zu den
von der Beschwer
de
führerin erwähnten Wirbelsäulen
schmerzen
(
Urk.
1 S. 2)
ist sodann fest
zuhalten, dass sie gemäss den Angaben ihres ehemaligen Haus
arztes, welcher sie bis 2010 behandelte, schon damals an einem
zervicoze
phalen
Syndrom
und
einem
lumbospondylogenen
Schmerzsyndrom
ge
litt
en hat
(vgl.
Urk.
6/99/11)
.
T
rotz dieser Beschwerden war es der Beschwerde
führerin
jedoch
offensichtlich ohne weiteres
möglich, in den Jahren 2010 bis 2014 die oben erwähnten Einkünfte (E. 4.1) zu erzielen.
F
ür weitere Ab
klä
rungen
besteht daher kein Anlass
.
4.
3
Dass eine Verbesserung ihre
s
Gesundheitszustands und ihrer Arbeitsfähigkeit ausgewiesen ist, hat die Beschwerdeführerin über mehrere Jahre unter Beweis gestellt.
Es ist daher nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin da
von ausging, die Beschwerdeführerin
sei
in der Lage, mindestens
das
Erwerbseinkommen
des Jahres 2014
(
gemäss IK-Auszug vom 12. No
vember 2015
Fr.
36‘259.--
,
Urk.
6/104)
auch in Zukunft
zu erzielen
(
Urk.
2 S. 3).
Ob
die von den
A._
-Gutach
terinnen diagnostizierte posttraumatische
Belastungs
störung den Kriterien gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (BGE 142 V 342 E. 5) Stand halten würde, kann bei diesem Ergebnis
offen bleiben
.
4.
4
Die Beschwerdegegnerin hat hinsichtlich des
Invalideneinkommens mithin zu Recht auf die im IK der Beschwerdeführerin eingetragenen Einkommen ab
gestellt (
Urk.
2 S. 4-5).
Dass der von der Beschwerdeführerin bisher betreute
F._
nunmehr im Altersheim lebt (
Urk.
1 S. 1), vermag hieran nichts zu ändern. Die Beschwerdeführerin ist in der Lage, eine neue, gleich
artige Beschäftigung zu finden,
war sie doch bislang auch immer für
ver
schiedene Arbeitgeber tätig
(IK-Auszug vom 12.
Novem
ber 2015
[Urk. 6/104])
und kann
auch inskünftig mit der Nachfrage nach ihren Diensten als Haus
haltshilfe und Pflegerin
gerechnet werden
.
Die von der Beschwerdegegnerin ermittelt
en
Valideneinkommen
(
Urk.
2 S.
4
5) blieben unbestritten
und geben
zu keinen Beanstandungen Anlass.
Gleiches gilt für die rückwirkende Rentenanpassung, da die Beschwer
de
führerin ihre
Zivilstandsänderung
und das von ihr erzielte Ein
kommen nicht meld
ete (
Urk.
2 S. 4)
und damit
offenkundig
eine Meldepflichtverletzung beging (Art. 88
bis
Abs.
2
lit
. b
i.V.m
.
Art.
77 IVV).
5.
Die Beschwerdegegnerin hat die bisherige ganze Rente der Beschwerde
füh
rerin damit zu Recht rückwirkend per
1.
Januar 2013 auf eine
Viertels
rente
herabgesetzt und diese Rente per
1.
Januar 2014 aufgehoben.
Diese Erwä
gungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
6.
Das Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG). Die Kosten sind auf Fr.
600
.-- festzu
setzen und
ausgangsgemäss
der unterliegenden Beschwerde
führerin
aufzu
er
legen.