Decision ID: 4dad5b80-cccd-4307-9ebb-c8256f5d2c33
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 13.08.2008 Art. 8 ATSG, Art. 28 ATSG. Kriterien der Wahl der Methode der Invaliditätsbemessung. Art. 49 Abs. 1 ATSG, Art. 56 Abs. 1 ATSG. Bildet die rückwirkende Zusprache (oder Verweigerung) einer Dauerleistung Gegenstand der angefochtenen Verfügung und erweist sich der Sachverhalt nur für einen Teil des Rückwirkungszeitraums als nicht ausreichend abgeklärt, so kann das Urteil nicht aus einer teilweisen Gutheissung/ Abweisung der Beschwerde und einer teilweisen Rückweisung zur weiteren Abklärung bestehen, denn dies liefe auf eine unzulässige Teilbeurteilung hinaus (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. August 2008m, IV 2007/40).
Vizepräsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichter Martin Rutishauser und
Franz Schlauri; Gerichtsschreiber Ralph Jöhl
Entscheid vom 13. August 2008
in Sachen
C._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. rer. publ. Michael B. Graf, Vadianstrasse 44, Post-
fach 262, 9001 St. Gallen,
gegen
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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
C._ meldete sich am 14. Dezember 2004 zum Bezug einer Invalidenrente an. Sie gab
an, sie habe vier Kinder, die 1986, 1988 und 1991 (Zwillinge) geboren seien. Sie habe in
der Türkei fünf Jahre die Schule besucht; einen Beruf habe sie nicht erlernt. Die A._
teilte der IV-Stelle am 27. Dezember 2004 mit, sie beschäftige die Versicherte seit dem
4. November 1996 als Reinigerin mit einem Pensum von 50%. Der Stundenlohn
betrage seit dem 1. Januar 2001 Fr. 18.-. Im Jahr 2002 habe die Versicherte Fr.
21'897.- verdient, im Jahr 2003 Fr. 20'929.50. Dr. med. B._ berichtete der IV-Stelle
am 3. Januar 2005, die Versicherte leide an einem chronischen zervikozephalen und
zervikobrachialen Syndrom beidseits bei ausgeprägten degenerativen Veränderungen
der HWS, mehreren Diskusprotrusionen und Diskushernien C5/6, an einer
Lumboischialgie links bei degenerativen Veränderungen L4/5 und L5/S1, an
depressiven Verstimmungen mit Somatisierungstendenz und - ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit - an einem St. n. einem operierten follikulären Schilddrüsenkarzinom
rechts (9/97). Die Versicherte sei in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit vom 18. November
bis 12. Dezember 2004 zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Seither sei sie zu 50%
arbeitsunfähig. Sie klage über chronische zervikale und zunehmend auch lumbale
Rückenschmerzen. Für den Jahrgang auffallend seien die massiven degenerativen
Veränderungen im Bereich der HWS, weniger ausgeprägt im Bereich der LWS. Dr.
med. B._ empfahl eine ergänzende medizinische Abklärung, da nicht nur rein
medizinische, sondern auch psychosoziale Faktoren eine Rolle spielten. Er legte einen
Bericht des Neurologen Dr. med. D._ vom 30. August 2004 bei. Gemäss diesem
Bericht hatte eine Röntgenaufnahme der HWS am 22. Juni 2004 eine Streckhaltung der
HWS und eine Spondylosis C3/4, C4/5 und C6/7 aufgezeigt. Ein am 24. Juni 2004
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erstelltes MRI der HWS hatte neben der bereits bekannten Spondylosis eine kleine
mediane Diskushernie C5/6 ohne Wurzelkompression und eine breitbasige mediane
Diskusprotrusion C6/7 ergeben. Am 7. Juli 2004 hatte ein CT der LWS zusätzlich eine
mediane Diskusprotrusion L5/S1 belegt. Dr. med. D._ war davon ausgegangen, dass
zusätzlich eine neuropsychologische Komponente bestand. Er hatte deshalb von einer
Operation abgeraten.
B.
B.a Die IV-Stelle beauftragte das Ärztliche Begutachtungsinstitut GmbH in Basel (ABI)
mit einer interdisziplinären Begutachtung. Das ABI berichtete in seinem Gutachten vom
24. März 2006, die Untersuchung sei am 4. Januar 2006 erfolgt. Die Versicherte habe
über starke Schmerzen im Bereich des Nackens und beider Schultern geklagt, die in
den Hinterkopf und in den ganzen rechten Arm ausstrahlten. Weiter habe sie
angegeben, diese Schmerzen bestünden seit ca. zwei Jahren. Sie seien dauernd
vorhanden und träten in allen Körperpositionen (stehend, sitzend, liegend) auf. Die
Schmerzen könnten durch Schmerztabletten und -spritzen nur wenig und nur
vorübergehend beeinflusst werden. Auch im lumbalen Rückenbereich seien Schmerzen
vorhanden. Diese strahlten in das rechte Bein aus. Auch sie seien dauernd (auch
nachts im Liegen) vorhanden. Wegen der Schmerzen könne sie nur schlecht schlafen,
weshalb sie dauernd müde und gereizt sei. Im Gutachten wurde weiter ausgeführt, die
internistische Untersuchung habe keine Auffälligkeiten ergeben. Einzig aus
neurologischer Sicht hätten Einschränkungen bestanden. Die Kraft der unteren
Extremitäten sei schmerzbedingt und bei schlechter Kooperation kaum prüfbar
gewesen. Die Sensibilität im Bereich des ganzen rechten Beins und an der Aussenseite
des rechten Oberarms sei herabgesetzt gewesen. Die Muskeleigenreflexe hätten
symmetrisch ausgelöst werden können, die Lasègueuntersuchung sei negativ gewesen
und FNV, Diadochokinese, Strichgang, Hirnnerven, Positionsversuch, Zehen- und
Hackengang seien unauffällig gewesen.
B.b Der rheumatologische Sachverständige führte im Gutachten gestützt auf die
bildgebenden Verfahren 2004 und die eigenen klinischen Untersuchungen aus, die
gesamte Compliance der Versicherten müsse als eher ungenügend beurteilt werden.
Beim An- und Ausziehen sei das äusserst langsame Tempo begleitet von stöhnendem
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Verhalten, aber z. T. praktisch normaler Wirbelsäulenbeweglichkeit aufgefallen. Der
eigentliche Status habe eine Wirbelsäulenfehlform und -fehlhaltung, eine reaktive
Myogelose und eine deutliche muskuläre Dekonditionierung bei Adipositas gezeigt. Die
Beweglichkeit von LWS und BWS habe nicht abschliessend objektiv beurteilt werden
können, da ein ausgeprägtes Abwehrverhalten und eine Gegeninnervation hätten
festgestellt werden müssen. Dies habe in deutlicher Diskrepanz zum fachärztlich-
neurologischen Unterbericht vom 30. August 2004 gestanden, in welchem eine
harmonische Beweglichkeit der LWS bei einem Finger-Bodenabstand von 5 cm
beobachtet worden sei. Imponiert habe eine deutliche Einschränkung der HWS-
Beweglichkeit für Rotation und alle weiteren Ebenen mit subjektiv kurz andauernden,
massivsten Beschwerden, die unter Ablenkung schnell wieder regredient gewesen
seien. Neurologisch hätten sich keine eindeutig fassbaren Hinweise weder für eine
zervikoradikuläre noch für eine lumboradikuläre Schmerz- oder Ausfallsymptomatik
ergeben. Insgesamt bestünden radiomorphologisch als leicht zu beurteilende
degenerative HWS-Veränderungen bei praktisch völlig unauffälligen Befunden der
LWS. Zusammenfassend sei auf die ausgeprägte Diskrepanz zwischen den subjektiv
anhaltenden, therapieresistenten, teilweise massivsten zervikalen und lumbalen
Beschwerden und den objektiv fassbaren Befunden hinzuweisen. In einer körperlich
mittelschweren Tätigkeit sei die Versicherte aus rein rheumatologischer Sicht zu 50%
arbeitsfähig. In einer leichten, gelegentlich mittelschweren wechselbelastenden
Tätigkeit ohne repetitives Heben und Tragen schwerer Lasten und ohne fixierte
Einhaltung einer Körperposition (längeres Sitzen oder Stehen an Ort) bestehe eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Das ausgeprägte Schmerz- und Abwehrverhalten
ergebe zusammen mit den klinischen Befunden den Verdacht auf eine multilokuläre
Schmerzerkrankung bei psychosozialer Überlagerung. Dafür spreche auch die deutlich
schlechtere Untersuchbarkeit im Vergleich zu August 2004.
B.c Der psychiatrische Sachverständige berichtete, gemäss den somatischen
Befunden könne das Ausmass der Beschwerden und der subjektiven
Krankheitsüberzeugung nicht objektiviert werden. Es müsse deshalb eine psychische
Überlagerung der geklagten Beschwerden angenommen werden. Solange die
Versicherte von ihrer Schwiegermutter unterstützt worden sei (bis 2002), habe sie nicht
unter wesentlichen Beschwerden gelitten. Seither leide sie zunehmend unter
Beschwerden. Die psychische Überlagerung könne vor dem Hintergrund der
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psychosozialen Überlastung (Berufstätigkeit und gleichzeitig Haushalt mit vier Kindern)
gesehen werden. Diagnostisch handle es sich um eine anhaltende somatoforme
Schmerzstörung. Mit Hilfe der Beschwerden habe sich die Versicherte eine gewisse
Entlastung verschaffen können. Die Versicherte habe einen leicht depressiven Eindruck
gemacht. Hinweise auf eine schwere depressive Verstimmung hätten nicht vorgelegen.
Die Schlafstörungen würden mit der passiven Lebensführung zusammenhängen. Die
leichten depressiven Verstimmungen seien im Rahmen der anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung zu sehen und begründeten keine eigenständige Diagnose einer
Depression. Es gebe auch keine Hinweise auf unbewusste Konflikte und ein primärer
Krankheitsgewinn fehle. Deshalb könne es der Versicherten aus psychiatrischer Sicht
trotz der geklagten Beschwerden zugemutet werden, ganztags und ohne
Einschränkung einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Es sei nicht zu erwarten, dass eine
ambulante psychiatrische Therapie die subjektive Krankheitsüberzeugung wesentlich
beeinflussen würde. Die Versicherte ziehe nämlich aus ihren Beschwerden einen hohen
sekundären Krankheitsgewinn, auf den sie kaum verzichten werde. Zu empfehlen sei
ein schlafanstossendes und schmerzmodulierendes Antidepressivum.
B.d Die Gesamtdiagnose lautete: chronisches zervikozephales und zervikobrachiales
Schmerzsyndrom (radiomorphologisch kleine mediane Diskushernie C5/6 ohne
Nervenwurzelkompression und mediane breitbasige Diskusprotrusion C6/7 mit
Spondylosis zwischen C3 und C7, reaktive Myogelose subokzipital und
Trapeziusmuskulatur bei allgemeiner ausgeprägter muskulärer Dekonditionierung),
chronisches unspezifisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom
(Wirbelsäulenfehlhaltung und -fehlform mit LWS-Hyperlordose und thorakolumbaler
linkskonvexer Skoliose, deutliche muskuläre Dysbalance mit Abschwächung der
abdominellen und rückenstabilisierenden Muskelgruppen) sowie - ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit - anhaltende somatoforme Schmerzstörung (multilokuläres
unspezifisches Schmerzsyndrom), St. n. Operation eines polypösen
Schilddrüsenkarzinoms rechts 9/97 (Substitutionstherapie mit Eltroxin), Adipositas und
St. n. Appendektomie. Die Sachverständigen des ABI führten gestützt auf einen
multidisziplinären Konsensus aus, die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei noch zu 50%
zumutbar. Leichte wechselbelastende Tätigkeiten seien der Versicherten vollumfänglich
zumutbar. Im Haushalt bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 20%, denn körperlich
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schwere Tätigkeiten seien nicht mehr zumutbar. Der Hausarzt stimme mit der
Einschätzung bezogen auf die bisherige Tätigkeit (50%) überein.
C.
Die IV-Stelle nahm am 14. Juni 2006 eine Haushaltabklärung vor. In ihrem Bericht hielt
sie fest, die Versicherte habe angegeben, sie ginge zu 100% einer Erwerbstätigkeit
nach, wenn sie gesund wäre, denn sie habe immer gern gearbeitet. Bevor die Zwillinge
zur Welt gekommen seien, sei sie zu 100% angestellt gewesen. Als die Zwillinge etwas
grösser gewesen seien, habe sie nur eine 50%-Stelle angenommen, denn damals habe
sie bereits gesundheitliche Probleme gehabt. Die abklärende Sachbearbeiterin der IV-
Stelle betrachtete diese Angaben als nicht glaubhaft, da sie medizinisch nicht belegt
seien und da die Versicherte schon seit einigen Jahren immer zu 50% erwerbstätig
gewesen sei. Deshalb sei von einem Erwerbsanteil von lediglich 50% auszugehen. Bei
der eigentlichen Haushaltsabklärung berücksichtigte die Abklärungsperson in ganz
erheblichem Umfang die Schadenminderungspflicht in der Form der Mithilfe der
Kinder, nicht aber des Ehemannes, offenbar weil dieser zu 72% invalid war. Auf diese
Weise resultierte trotz der von der Versicherten angegeben hohen Einschränkung im
Haushalt nur ein spezifischer Invaliditätsgrad von 30%. Davon berücksichtigte die IV-
Stelle 15%. Für den erwerblichen Bereich ging sie davon aus, dass die Versicherte
nicht eingeschränkt sei. Mit einem Vorbescheid vom 18. August 2006 teilte sie der
Versicherten mit, dass bei einem Invaliditätsgrad von 15% kein Anspruch auf eine
Rente bestehe.
D.
Die Versicherte liess am 13. September 2006 einwenden, der Hausarzt habe die MRI-
und CT-Befunde als auffallend massive Veränderung geschildert. Die Gutachter
hingegen hätten die degenerativen HWS-Veränderungen nur als leicht beurteilt, ohne
diesen Widerspruch zu begründen. Zudem hätten die Gutachter auf veraltete MRI-
Aufnahmen abgestellt. Seit Ende 2004 hätten sich die Beschwerden nämlich verstärkt.
Im übrigen hätte eine funktionelle MRI-Aufnahme gemacht werden müssen, weil eine
Nervenkompression oft nur im Sitzen erkennbar sei. Eine MRI-Aufnahme in liegender
Position genüge deshalb nicht. Die Diskrepanz zwischen den subjektiv geschilderten
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Beschwerden und den objektiv feststellbaren Befunden lasse sich damit erklären, dass
die notwendigen Massnahmen zur Objektivierung nicht durchgeführt worden seien. Der
Schlafmangel als Folge der Schmerzen sei bei der Arbeitsfähigkeitsschätzung zu
Unrecht unberücksichtigt geblieben. Der psychiatrische Gutachter habe keinen Bericht
des behandelnden Ambulatoriums für Sozialpsychiatrie eingeholt. Die angegebenen
Medikamente (Zoloft, Cytalopram) würden nur bei schweren depressiven Störungen
abgegeben. Die Spekulation des psychiatrischen Gutachters, die psychischen
Beschwerden seien auf eine psychosoziale Belastungssituation zurückzuführen,
widerspreche der allgemeinen Lebenserfahrung und den medizinischen Erkenntnissen.
Die psychiatrische Abklärung sei nicht lange und nicht vertieft genug erfolgt. Sie habe
nur eine Stunde gedauert. In Anbetracht der Verzögerung durch die Übersetzung
genüge dies nicht, um eine verlässliche Diagnose zu stellen. Die Schilderungen
anlässlich der Haushaltsabklärung seien glaubwürdig, auch im Hinblick auf das
Ausmass der Erwerbstätigkeit in der hypothetischen Situation ohne die
Gesundheitsbeeinträchtigung.
E.
Dr. med. E._ vom RAD Ostschweiz führte dazu am 18. September 2006 aus, die
Befundberichte von Dr. med. F._ und Dr. med. D._ deckten sich weitgehend mit
der Beurteilung der Gutachter. Aus medizinischer Sicht sei es unverständlich, dass die
Versicherte hier einen Widerspruch postuliere. Die klinischen Untersuchungen hätten
keine Hinweise, insbesondere keine objektivierbaren radikulären Ausfälle ergeben, die
eine erneute Bildgebung erfordert hätten. Die Versicherte übersehe, dass die
umfassende klinische Befunderhebung und Bewertung sehr wohl objektivierenden
Charakter habe und keineswegs automatisch zu einer bildgebenden Abklärung führen
müsse. Die Versicherte sei am 3. Januar 2006, also einen Tag vor der Abklärung durch
das ABI, erstmals in psychiatrischer Behandlung gewesen. Deshalb habe das ABI zu
Recht auf die Einholung eines Berichts verzichtet. Im übrigen entspreche die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des ABI derjenigen des Hausarztes. Die Versicherte machte
am 27. September 2006 geltend, das Gutachten sei nur von Dr. med. X._ und nicht
von einem Mitgutachter unterzeichnet worden. Deshalb könne nicht auf es abgestellt
werden. Sie müsse erneut begutachtet werden. Die IV-Stelle wies das
Leistungsbegehren der Versicherten mit einer Verfügung vom 1. Dezember 2006 ab.
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Die Verfügungsbegründung enthielt eine Zusammenfassung der Stellungnahme von Dr.
med. E._. Weiter führte die IV-Stelle aus, die Versicherte habe gemäss ihren IK-
Einträgen nie mehr als Fr. 20'000.- pro Jahr verdient. Beim letzten Arbeitgeber sei sie
zu 50% angestellt gewesen. Deshalb sei an der Qualifikation der Versicherten als
Teilerwerbstätigen zu 50% festzuhalten. Die Versicherte ersuchte am 6. Dezember
2006 darum, ihr die beiden Teilgutachten im Original zuzustellen. Die IV-Stelle bat das
ABI am 15. Dezember 2006, diese beiden Teilgutachten zur Verfügung zu stellen. Das
ABI, vertreten durch Dr. med. G._, Dr. med. H._, Dr. med. I._ und Dr. med. J._,
teilte der IV-Stelle am 2. Januar 2007 mit, die beiden Teilgutachten seien vollständig in
das Schlussgutachten vom 24. März 2006 integriert. Es legte ein Exemplar dieses
Schlussgutachtens, nachvisiert durch die beteiligten Sachverständigen, bei.
F.
Die Versicherte hatte bereits am 22. Januar 2007 Beschwerde gegen die
Abweisungsverfügung vom 1. Dezember 2006 erhoben. Sie hatte beantragt, es seien
ihr die gesetzlichen Leistungen zu erbringen, insbesondere eine Invalidenrente von
mindestens 50% auszurichten. Sie hatte darauf hingewiesen, dass Dr. med. K._ vom
psychiatrischen Zentrum St. Gallen, bei dem sie seit März 2006 in Behandlung sei, am
14. Dezember 2006 angegeben habe, sie leide an einer rezidivierenden depressiven
Störung und an einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung. In der ersten
Jahreshälfte 2006 habe eine Arbeitsunfähigkeit von 60% vorgelegen, seit September
2006 betrage die Arbeitsunfähigkeit gemäss den Angaben des Hausarztes 100%.
Weiter hatte die Versicherte ausgeführt, das Wartejahr sei am 3. November 2005
abgelaufen. Sie habe sowohl gegenüber den Gutachtern des ABI als auch gegenüber
der Sachbearbeiterin der IV-Stelle anlässlich der Haushaltabklärung angegeben, dass
sie zu 100% erwerbstätig wäre. Obwohl die Kinder damals noch jünger gewesen seien,
habe sie bis zur Krebsdiagnose im Jahr 1992 stets zu 100% gearbeitet, soweit der
Ausländerstatus und der Arbeitsmarkt dies zugelassen hätten. Da alle vier Kinder im
November 2005 noch in Ausbildung gewesen seien, wäre die Familie auf ein volles
Einkommen angewiesen gewesen. Sollte wider Erwarten die gemischte Methode der
Invaliditätsbemessung zur Anwendung gelangen, so müsse von der höchstrichterlichen
Praxis abgewichen und die früher vom Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen
benützte Bemessungsmethode verwendet werden. Das ABI-Gutachten sei grob
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mangelhaft und für den Beweis nicht tauglich. Bis Ende September 2006 sei von einem
Valideneinkommen von Fr. 36'720.- und von einem zumutbaren Invalideneinkommen
von Fr. 11'418.- auszugehen. Letzteres entspreche dem effektiv erzielten Einkommen
gemäss den Lohnabrechnungen für Januar bis September 2006. Das ergebe einen
Invaliditätsgrad von 68,9%. Ab Oktober 2006 betrage der Invaliditätsgrad 100%. Die
Versicherte hatte der Beschwerde einen Bericht von Dr. med. K._ Ambulatorium für
Sozialpsychiatrie, vom 14. Dezember 2006 beigelegt. Darin war angegeben worden,
die Versicherte habe das Vollbild einer depressiven Erkrankung gezeigt. In der ersten
Jahreshälfte 2006 sei die Versicherte zu 20-30% als Reinigungskraft tätig gewesen. Die
Arbeitsfähigkeit habe bei maximal 40% gelegen. Im September 2006 habe die
Schmerzsymptomatik massiv zugenommen. Die Versicherte sei vom Hausarzt zu 100%
arbeitsunfähig geschrieben worden. Dr. med. K._ hatte eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere Episode, ohne
psychotische Symptome und eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung
diagnostiziert. Die mit der Beschwerde eingereichten Lohnabrechnungen 2006
stammten von der Firma A._.
G.
Die IV-Stelle beantragte am 28. Februar 2007 die Abweisung der Beschwerde. Sie
vertrat die Auffassung, dass das Gutachten des ABI in jeder Hinsicht zu überzeugen
vermöge, zumal Administrativgutachten praxisgemäss nicht allein durch die
abweichende Ansicht eines Facharztes in Frage gestellt seien. Dies gelte auch für den
mit der Beschwerde eingereichten Bericht von Dr. med. K._. Dieser Bericht enthalte
auch keinen Hinweis auf eine wesentliche Veränderung, die nach der Begutachtung
eingetreten wäre. Dr. med. K._ habe angegeben, dass sich der Psychostatus seit
Behandlungsbeginn nur wenig geändert habe. Die Verschlechterung ab September
2006 stütze sich auf dramatische Schmerzschilderungen der Versicherten. Diese
subjektive Sichtweise sei aber nicht relevant. Der Einkommensvergleich müsse sich
sowohl in bezug auf das Validen- als auch in bezug auf das Invalideneinkommen auf
statistische Durchschnittslöhne stützen. Bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 100%
und einem sogenannten "Leidensabzug" von 10% betrage der Invaliditätsgrad 10%,
falls von einer Anwendung der reinen Einkommensvergleichsmethode statt der
gemischten Methode ausgegangen werde.
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H.
Die Versicherte wandte in ihrer Replik vom 21. März 2007 insbesondere ein, die erste
Behandlung im Ambulatorium für Sozialpsychiatrie habe zwar tatsächlich einen Tag vor
der Begutachtung stattgefunden. Das Gutachten sei aber erst am 24. März 2006
erstellt worden. Deshalb hätten die Akten des Ambulatoriums angefordert werden
müssen. Das Gutachten sei demnach nicht in Kenntnis der vollständigen Vorakten
erstellt worden. Ab 3. Januar 2006 seien Citalopram und Zoloft mit begleitender
psychiatrischer Behandlung eingenommen worden. Die Behauptung der IV-Stelle, es
gebe keine Hinweise auf eine nach der Begutachtung eingetretene Verschlechterung
der psychischen Situation, treffe nicht zu. Das Ambulatorium habe nämlich in seinem
Bericht eine Mitte 2006 einsetzende stetige Verschlechterung des psychischen
Gesundheitszustandes angegeben. Dieser Bericht stütze sich nicht nur auf die
subjektiven Schmerzschilderungen, sondern auch auf objektiv feststellbare
Schlafstörungen, die mit Psychopharmaka behandelt würden. Der
Einkommensvergleich müsse auf den effektiven Lohn abstellen.
I.
Die IV-Stelle verzichtete am 27. März 2007 auf eine Duplik.
J.
Die Versicherte reichte am 10. April 2007 ein Arztzeugnis von Dr. med. B._ vom
5. April 2007 ein, laut dem seit dem 26. September 2006 eine Arbeitsunfähigkeit von
100% bestand. Ausserdem reichte sie eine Stellungnahme von Dr. med. B._ vom 6.
Februar 2007 ein, laut der sie tendenziell in Richtung einer Fibromyalgie bzw. einer
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung gehe. Parallel sei sie zunehmend
depressiv. Nachdem die IV-Stelle einen Invaliditätsgrad von 15% festgestellt habe,
habe sich die Situation erwartungsgemäss verschärft, so dass die Versicherte nun
dringend eine stationäre Behandlung benötige. In einer Eingabe vom 14. Mai 2008
machte die Versicherte geltend, die von Dr. med. B._ angekündigte stationäre
psychiatrische Behandlung sei nun erfolgt. Es sei eine mittelgradige depressive
Episode mit somatischem Syndrom diagnostiziert worden. Beim Austritt habe keine
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Arbeitsfähigkeit bestanden. Den beiden Berichten der psychiatrischen Klinik Wil lasse
sich entnehmen, dass sie sehr schlecht Deutsch verstehe und dadurch sowohl die
Anamnese als auch die Behandlung stark erschwert gewesen seien. Damit bestätige
sich der entsprechende Vorbehalt gegenüber dem ABI-Gutachten. Am 29. April 2008
habe sie zudem notfallmässig im Kantonsspital St. Gallen hospitalisiert werden
müssen. Diese neuen ärztlichen Berichte zeigten, dass sich der gesundheitliche
Zustand weiter verschlechtert habe. Auf das ABI-Gutachten könne auch aus diesem
Grund nicht abgestellt werden. Beim aktuellen Zustand sei aus gesundheitlichen
Gründen keine Erwerbstätigkeit denkbar. Die Versicherte legte zwei Berichte der
psychiatrischen Klinik vom 3. April und vom 7. Mai 2008 und einen Bericht des
Kantonsspitals St. Gallen vom 8. Mai 2008 bei.

Erwägungen:
1.
1.1 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich
durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Bei nichterwerbstätigen Versicherten
im Sinne von Art. 5 Abs. 1 IVG – so namentlich bei im Haushalt tätigen Personen – wird
hingegen für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in welchem Mass eine
Behinderung besteht, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 28
Abs. 2 IVG in der bis 31. Dez. 2007 gültigen Fassung). Als Aufgabenbereich der im
Haushalt tätigen versicherten Personen gilt unter anderem die übliche Tätigkeit im
Haushalt sowie die Erziehung der Kinder (Art. 27 IVV). Bei einer versicherten Person,
die nur zum Teil erwerbstätig wäre, wird die Invalidität diesbezüglich nach Art. 16 ATSG
festgelegt. Wäre die versicherte Person daneben in einem Aufgabenbereich tätig, so
wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der bis 31. Dez.
2007 gültigen Fassung) festgelegt. In diesem Falle sind die Anteile der Erwerbstätigkeit
und der Tätigkeit im anderen Aufgabenbereich festzustellen und der Invaliditätsgrad ist
entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28 Abs. 1 IVG
in der bis 31. Dezember 2007 gültigen Fassung). Diese Art der Invaliditätsbemessung
wird praxisgemäss als gemischte Methode bezeichnet. Gemäss Art. 27 IVV ist nur
der Einkommensvergleich anzustellen, wenn anzunehmen ist, dass die versicherte
Person im Zeitpunkt der Prüfung des Rentenanspruchs ohne den Gesundheitsschaden
bis
bis
ter
bis
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ganztägig erwerbstätig wäre. In ständiger Praxis prüft das Bundesgericht die Frage, ob
und gegebenenfalls in welchem Ausmass eine versicherte Person auch ohne den
Gesundheitsschaden im Aufgabenbereich tätig wäre, anhand der hypothetischen
Verhaltensweise der versicherten Person. Nach Ansicht des Bundesgerichts ist dazu
abzuklären, ob die versicherte Person ohne den Gesundheitsschaden mit Rücksicht
auf die gesamten Umstände (persönlicher, familiärer, sozialer und erwerblicher Art)
erwerbstätig oder im Aufgabenbereich tätig wäre. Dabei sollen die finanzielle
Notwendigkeit der Aufnahme oder der Ausdehnung einer Erwerbstätigkeit, allfällige
Erziehungs- und Betreuungsaufgaben, das Alter der versicherten Person, deren
berufliche Fähigkeiten, Neigungen und Begabungen massgebend sein. Abzustellen sei
auf die hypothetischen Verhältnisse in tatsächlicher Hinsicht, wie sie sich bis zum
massgebenden Zeitpunkt entwickelt haben würden (vgl. etwa BGE 125 V 150). Das
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hält es trotz des Bundesgerichtsurteils
vom 6. August 2007 (I 126/07) für richtig, dass Art. 8 Abs. 3 ATSG eine
Invaliditätsbemessung anhand der behinderungsbedingten Einschränkung im
Aufgabenbereich (Haushalt) nur zulässt, wenn und soweit eine versicherte Person die
Ausübung einer Erwerbstätigkeit im hypothetischen "Gesundheitsfall" objektiv nicht
zumutbar ist (vgl. etwa die Urteile des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen
vom 30. Nov. 2007, IV 2006/175, und vom 16. Juli 2008, IV 2007/85). Im vorliegenden
Fall kann die Frage, welche der beiden Gesetzesauslegungen die richtige sei, allerdings
offen bleiben, denn wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen, führen beide
Varianten zum selben Ergebnis.
1.2 Bei objektiver Betrachtung wäre es der Beschwerdeführerin zumutbar gewesen, im
hypothetischen "Gesundheitsfall" vollzeitlich einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die
beiden älteren Kinder benötigten nämlich im Jahr 2005 bereits keine Betreuung mehr
und die Zwillinge wären tagsüber ohne die Mutter zurecht gekommen, zumal der Vater
aufgrund seiner Arbeitsunfähigkeit keiner Erwerbstätigkeit mehr nachging und deshalb
die noch notwendige Betreuungsleistung hätte erbringen können. Die familiäre
Betreuung der Zwillinge wäre also auch bei einer arbeitsbedingten Abwesenheit der
Beschwerdeführerin den Tag über ausreichend gewährleistet gewesen. Anlässlich der
Haushaltabklärung vom 14. Juni 2006 hat die Beschwerdeführerin angegeben, sie
hätte zu 100% gearbeitet, wenn sie gesund gewesen wäre. Im Bericht über die
Haushaltabklärung fehlt das Protokoll der entsprechenden Frage der
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Abklärungsperson. Es ist deshalb nicht bekannt, wie weit die Beschwerdeführerin
durch geeignete Fragen und Erläuterungen der Abklärungsperson in die Lage versetzt
worden ist, die grosse Abstraktionsleistung zu erbringen, die notwendig ist, um die
Frage nach der hypothetischen Situation ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung
überzeugend beantworten zu können. Die Beschwerdegegnerin ist offenkundig davon
ausgegangen, dass die Beschwerdeführerin diese Abstraktionsleistung nicht habe
erbringen können oder dass sie bewusst eine falsche Antwort gegeben habe. Deshalb
hat die Beschwerdegegnerin sich berechtigt gefühlt, die entsprechende Frage selbst zu
beantworten. Dabei hat sie darauf abgestellt, in welchem Ausmass die
Beschwerdeführerin früher für die Firma Y._ tätig gewesen ist (50%), d.h. sie ist
davon ausgegangen, dass sich ohne den Gesundheitsschaden nichts am
Beschäftigungsgrad geändert hätte. Dabei hat die Beschwerdegegnerin unbeachtet
gelassen, dass auch der hypothetische "Gesundheitsfall" ein Dauersachverhalt ist, der
im Zeitablauf eine Veränderung erfahren kann. Die Kinder der Beschwerdeführerin
wären nicht immer klein und tagsüber betreuungsbedürftig geblieben und der Ehemann
wäre nicht weiterhin zu 100% einer Erwerbstätigkeit nachgegangen. Auch im
hypothetischen "Gesundheitsfall" wäre der Betreuungsbedarf der Kinder weggefallen
bzw. gesunken und der Ehemann wäre arbeitsunfähig geworden. Im Jahr 2005 wäre es
der Beschwerdeführerin im hypothetischen "Gesundheitsfall" also möglich gewesen, zu
100% einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Dies wäre aus wirtschaftlicher Sicht sehr
sinnvoll gewesen, denn aufgrund der Invalidität des Ehemannes drohte eine erhebliche
Reduktion des Familieneinkommens. Selbst wenn dem als Folge der absehbaren
wirtschaftlichen Selbständigkeit der beiden älteren Kinder ein reduzierter Finanzbedarf
der Familie gegenüberstanden hätte, wäre es für die Beschwerdeführerin im
hypothetischen "Gesundheitsfall" doch erforderlich gewesen, ihre gesamte Arbeitskraft
zur Erzielung eines Erwerbseinkommens einzusetzen. Selbst wenn man mit der
Beschwerdegegnerin davon ausgehen würde, dass die Beschwerdeführerin anlässlich
der Haushaltabklärung keine überzeugende Antwort auf die Frage nach dem Ausmass
der Erwerbstätigkeit im hypothetischen "Gesundheitsfall" gegeben habe, müsste also
als wahrscheinlichste Variante eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit angenommen werden.
Die Invalidität der Beschwerdeführerin ist deshalb nicht nach der gemischten Methode,
sondern anhand eines reinen Einkommensvergleiches zu ermitteln.
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1.3 Das Resultat der Haushaltabklärung vom 14. Juni 2006 ist somit für die
Invaliditätsbemessung irrelevant. Trotzdem sei darauf hingewiesen, dass das Resultat
dieser Abklärung nicht zu überzeugen vermag, weil ein nicht auflösbarer Widerspruch
zwischen der Arbeitsfähigkeitsschätzung der Sachverständigen des ABI für den
Haushalt und dem Ergebnis der Haushaltabklärung besteht. Im Gutachten des ABI wird
eine Arbeitsunfähigkeit von 20% angegeben. Auf den ersten Blick scheint dies
einigermassen mit dem Ergebnis der Haushaltabklärung (Einschränkung 30%) überein
zu stimmen. Dieses Ergebnis beruht aber auf einem erheblichen "Einsatz" der
Schadenminderungspflicht in der Form der Mithilfe der vier Kinder. Hätte die
Beschwerdegegnerin diese Schadenminderungspflicht nicht berücksichtigt, wäre die
Einschränkung der Beschwerdeführerin im Haushalt sehr viel höher ausgefallen und
hätte nicht mehr mit der Arbeitsunfähigkeitsschätzung im Gutachten des ABI
übereingestimmt. Die Ursache für diese Abweichung besteht darin, dass die
abklärende Sachbearbeiterin die Arbeitsunfähigkeitsschätzung und die Feststellung,
dass die Beschwerdeschilderungen der Beschwerdeführerin ganz erheblich von den
objektivierbaren Beschwerden abwichen, vollständig ignoriert hat. Sie hat nicht die
objektive Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Haushalt abgeklärt, sondern
sie hat kritiklos die Selbstangaben der Beschwerdeführerin protokolliert, d.h. sie hat -
anders als die Sachverständigen des ABI - nicht versucht, die behaupteten
Einschränkungen bei der Haushaltbesorgung objektiv zu prüfen. Als reines Protokoll
der Selbsteinschätzung einer an einer somatoformen Schmerzstörung leidenden, ihre
behinderungsbedingten Einschränkungen stark überbewertenden Person kommt dem
Bericht über die Haushaltabklärung vom 14. Juni 2006 keinerlei Beweiswert zu. Käme
die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung zur Anwendung, müsste die
angefochtene Verfügung also aufgehoben und die Sache müsste zur Durchführung
einer korrekten Haushaltabklärung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen
werden.
2.
2.1 Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch (Art. 28 Abs. 1 IVG)
massgebenden Invalidität ist gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich
zu ermitteln, bei dem das Einkommen, das eine versicherte Person nach dem Eintritt
der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und zumutbaren
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Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, das die versicherte
Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).
Grundlage der Bemessung des zumutbaren Invalideneinkommens - und damit in der
Regel ausschlaggebendes Element der Invaliditätsbemessung - ist die ärztliche
Arbeitsfähigkeitsschätzung, bei Hilfsarbeitern zusätzlich zusammen mit der ärztlichen
Umschreibung einer der Gesundheitsbeeinträchtigung bestmöglich Rechnung
tragenden Tätigkeit. Massgebend ist die Entwicklung der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers bis zum Tag, an dem die angefochtene Verfügung erlassen worden
ist (vgl. etwa Thomas Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts. 3. A., S. 490
Rz 21).
2.2 Die Beschwerdegegnerin hat zur Ermittlung des zumutbaren Invalideneinkommens
auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung im Gutachten des ABI abgestellt. Die
Beschwerdeführerin vertritt die Auffassung, dass diese Arbeitsfähigkeitsschätzung
nicht überzeuge, weil das Gutachten eine Reihe von erheblichen Mängeln aufweise. So
habe der rheumatologische Gutachter des ABI die Aufnahmen der Wirbelsäule ganz
anders interpretiert als die behandelnden Ärzte, aber er habe sich nicht zu diesem
Widerspruch geäussert. Zudem habe er sich auf veraltete Aufnahmen gestützt.
Tatsächlich hat Dr. med. B._ in seinem Bericht vom 3. Januar 2005 von
ausgeprägten degenerativen Veränderungen der HWS gesprochen. Dr. med. D._
hingegen hat am 30. August 2004 unter Verwendung derselben Aufnahmen die
krankhaften Veränderungen der Wirbelsäule gleich beschrieben wie der
rheumatologische Sachverständige des ABI. Unter diesen Umständen muss mit Dr.
med. E._ vom RAD Ostschweiz in dessen Stellungnahme vom 18. September 2006
davon ausgegangen werden, dass drei übereinstimmende fachärztliche Beurteilungen
der Wirbelsäulenproblematik vorliegen. Es fehlt also die von der Beschwerdeführerin
behauptete Abweichung in den Beurteilungen, welche die Überzeugungskraft der
rheumatologischen Arbeitsfähigkeitsschätzung des ABI erschüttern könnten. Die
verwendeten Aufnahmen der Wirbelsäule aus dem Jahr 2004, auf welche auch der
rheumatologische Sachverständige des ABI abgestellt sind, waren entgegen der
Annahme der Beschwerdeführerin nicht veraltet. Aufgrund des Ergebnisses der
klinischen Untersuchung lagen nämlich keine Hinweise für eine Verschlechterung der
Wirbelsäulensituation vor, die es erforderlich gemacht hätte, neue Aufnahmen zu
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erstellen, um die Verschlechterung und gegebenenfalls deren Ausmass und Wirkung zu
objektivieren. Wäre es notwendig gewesen, Aufnahmen in anderer als der üblichen
Körperhaltung zu machen, um bestimmte krankhafte Veränderungen erkennen zu
können, so hätten bereits die behandelnden Ärzte, auf jeden Fall aber der
rheumatologische Sachverständige des ABI derartige Aufnahme machen lassen. Im
übrigen ist die Wissenschaftlichkeit dieser Untersuchungsmethode noch nicht
allgemein anerkannt, womit der Beweiswert entsprechender Untersuchungsergebnisse
fraglich wäre (vgl. BGE 134 V 231 ff.). Der rheumatologische Teil der Abklärung durch
das ABI weist somit entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin keinen Mangel
auf, der die Überzeugungskraft der Arbeitsfähigkeitsschätzung beeinträchtigen würde.
Die von der Beschwerdeführerin eingereichten Arztzeugnisse vom 14. Dezember 2006,
vom 6. Februar 2007 und vom 5. April 2007 enthalten keinen Hinweis darauf, dass sich
der somatische Gesundheitszustand nach der Untersuchung des ABI am 4. Januar
2006 verschlechtert hätte. Der behauptete Schlafmangel, der auf die Schmerzen
zurückzuführen sein soll, ist nicht objektiv nachgewiesen. Wenn die Aussagen der
Beschwerdeführerin betreffend die zu erleidenden Schmerzen durch die objektiven
Befunde nicht gedeckt sind, ist anzunehmen, dass dies auch für die geklagten
Schlafprobleme gilt. Im übrigen ist es durchaus plausibel, dass die Beschwerdeführerin
als Folge ihrer passiven Lebensweise nicht mehr so gut schläft. Es kann deshalb nicht
davon ausgegangen werden, dass die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin durch
einen krankhaften Schlafmangel beeinträchtigt sei.
2.3 Die Beschwerdeführerin hat in bezug auf die psychiatrische Begutachtung durch
das ABI geltend gemacht, es sei kein Bericht des Ambulatoriums für Sozialpsychiatrie
eingeholt worden, obwohl sie bereits seit dem 3. Januar 2006 dort behandelt worden
sei. Die Beschwerdegegnerin hat zu Recht eingewendet, dass zum Zeitpunkt der
Untersuchung durch die Sachverständigen des ABI (4. Januar 2006) noch gar kein
aussagekräftiger Bericht des Ambulatoriums hätte eingeholt werden können. Damit
bleibt die Frage zu beantworten, ob der psychiatrische Sachverständige des ABI
nachträglich, vor der Erstellung des Gutachtens am 24. März 2006, einen Bericht des
Ambulatoriums hätte einholen müssen, um selbst eine überzeugende
Arbeitsfähigkeitsschätzung abgeben zu können. Diese Frage ist zu verneinen, denn
eine vollständige Anamneseerhebung setzt nicht voraus, dass eine gleichzeitig mit der
Begutachtung einsetzende ärztliche Behandlung für eine gewisse Zeit abgewartet und
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dann ein Bericht des behandelnden Arztes eingeholt werden müsste. Der Beizug der
medizinischen Vorakten bei der Erhebung der Anamnese dient dazu, die
Krankengeschichte in Erfahrung zu bringen. Sie bezweckt nicht, einen Bericht über die
gleichzeitig laufende Behandlung als Neunerprobe für das Begutachtungsergebnis zur
Verfügung zu haben. Andernfalls wäre es aufgrund des Untersuchungsgrundsatzes
unerlässlich, jeden nach der Begutachtung erstellten Bericht eines behandelnden
Arztes zum Anlass zu nehmen, um eine Gutachtensergänzung zu verlangen.
Diesbezüglich weist das psychiatrische Teilgutachten des ABI also keinen Mangel auf.
Weder Zoloft noch Cytalopram wird ausschliesslich bei schweren depressiven
Störungen verabreicht. Aus der Tatsache, dass diese Medikamente der
Beschwerdeführerin schon einige Zeit vor der Begutachtung verschrieben worden sind,
kann also nicht auf das Vorliegen einer schweren Depression geschlossen werden.
Dienten diese beiden Medikamente tatsächlich ausschliesslich der Bekämpfung
schwerer Depressionen, so hätte sie der Hausarzt nicht ohne gleichzeitige Verordnung
einer psychiatrischen Begleitung verschrieben. Wie lange die psychiatrische Abklärung
durch den Sachverständigen des ABI gedauert hat, ist nicht bekannt. Der Umfang des
psychiatrischen Teilgutachtens und insbesondere die gestützt auf die umfangreichen
Angaben der Beschwerdeführerin erhobene detaillierte Anamnese lassen die
Behauptung, der psychiatrische Sachverständige habe sich nur eine Stunde Zeit
genommen, als wenig glaubwürdig erscheinen. Im übrigen hat die
Beschwerdegegnerin zu Recht darauf hingewiesen, dass nicht von der Dauer der
Untersuchung auf die Qualität der Begutachtung geschlossen werden kann. Die
Begutachtung besteht nämlich aus weit mehr als der persönlichen Befragung und
Untersuchung, deren Dauer zudem vom Stand der Vorakten abhängig ist (vgl. etwa das
Bundesgerichtsurteil vom 11. Nov. 2007, I 1094/06). Weshalb die Annahme, dass die
Beschwerdeführerin sich in einer psychosozialen Belastungssituation befunden habe,
den medizinischen Erkenntnissen und der Lebenserfahrung widersprechen sollte, ist
nicht zu erkennen. Die Angaben der Beschwerdeführerin im Rahmen der
Anamneseerhebung lassen im Gegenteil nur den Schluss zu, dass tatsächlich eine
derartige Belastungssituation vorgelegen hat. Der Bericht des Ambulatoriums für
Sozialpsychiatrie vom 14. Dezember 2006 setzt sich nicht mit dem psychiatrischen Teil
des ABI-Gutachtens auseinander. Ebenso fehlt eine Diagnose und eine
Arbeitsfähigkeitsschätzung bezogen auf den Behandlungsbeginn, d.h. bezogen auf den
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Gesundheitszustand in dem Zeitpunkt, in dem die Begutachtung erfolgt ist. Die
Ausführungen von Dr. med. K._ könnten zwar so verstanden werden, dass bereits ab
Behandlungsbeginn eine Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit aus psychischen
Gründen bestanden habe (Arbeitsfähigkeit maximal 40%). Selbst wenn diese
Interpretation des Berichts des Ambulatoriums richtig wäre, könnte diese Einschätzung
die Überzeugungskraft des ABI-Gutachtens nicht erschüttern. Erfahrungsgemäss
neigen behandelnde Ärzte nämlich aufgrund ihrer nahen Beziehung zum Patienten und
aufgrund ihres Therapieauftrages dazu, die in der Regel konsequent demonstrierte
Krankheits- und Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung des Patienten zu übernehmen, d.h.
als objektiv ausgewiesen zu betrachten und zu deklarieren und u.U. dem Patienten
sogar gegenüber der Sozialversicherung zu seinem "Recht" auf eine Rente zu
verhelfen. Diese Erfahrung hat zur Folge, dass die Überzeugungskraft der Berichte
behandelnder Ärzte im Regelfall als zu gering einzuschätzen ist, um die abweichende
Arbeitsfähigkeitsschätzung eines unabhängigen Sachverständigen widerlegen oder
auch nur in ihrer Überzeugungskraft erschüttern zu können. Nichts lässt darauf
schliessen, dass dies bei Dr. med. K._ nicht auch der Fall gewesen wäre. Es ist
deshalb davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der
Begutachtung durch das ABI in einer der Behinderung vollumfänglich Rechnung
tragenden Erwerbstätigkeit zu 100% arbeitsfähig gewesen ist. Gestützt auf dieses
Gutachten hat die Beschwerdegegnerin also zu Recht einen Rentenanspruch der
Beschwerdeführerin verneint.
2.4 Dr. med. K._ vom Ambulatorium für Sozialpsychiatrie hat am 14. Dezember 2006
die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung (gegenwärtig mittelgradig bis
schwere Episode) ohne psychotische Symptome angegeben und darauf hingewiesen,
dass der Hausarzt die Beschwerdeführerin zu 100% arbeitsunfähig geschrieben habe.
Würde sich dies auf einen seit der Begutachtung durch das ABI am 4. Januar 2006
nachweislich unveränderten Gesundheitszustand beziehen, wäre wieder die höhere
Überzeugungskraft der Arbeitsfähigkeitsschätzung unabhängiger Sachverständiger
ausschlaggebend. Nun hat Dr. med. K._ am 14. Dezember 2006 auch mitgeteilt,
dass sich der psychische Gesundheitszustand seit Mitte 2006 stetig verschlechtert
habe, so dass die Beschwerdeführerin seit Ende September 2006 zu 100%
arbeitsunfähig geschrieben sei. Zuletzt habe sich im November 2006 eine noch
stärkere Ausprägung der depressiven Symptomatik und der Schmerzsymptomatik
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gezeigt. Die Beschwerdegegnerin hat nach dem Eingang des ABI-Gutachtens keine
ärztlichen Verlaufsberichte mehr eingeholt. Sie ist offenbar davon ausgegangen, dass
sich der Gesundheitszustand und damit die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
bis zum Erlass der angefochtenen Abweisungsverfügung am 1. Dezember 2006 nicht
mehr verändert habe. Aufgrund des grossen zeitlichen Abstands zwischen der
Begutachtung und dem Erlass der angefochtenen Verfügung hätten aber auf jeden Fall
Verlaufsberichte der behandelnden Ärzte eingeholt werden müssen, um vor dem Erlass
der Verfügung sicher zu sein, dass keine relevante Sachverhaltsveränderung
eingetreten war. Weil diese ergänzende Abklärung unterblieben ist, steht für die Zeit ab
der behaupteten Verschlechterung im September 2006 nicht mit dem erforderlichen
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin
weiterhin in einer der Behinderung angepassten Erwerbstätigkeit zu 100% arbeitsfähig
gewesen ist. Bei der Beurteilung der Beschwerde kann dies nicht ausgeblendet
werden, denn Gegenstand des Verfahrens bildet notwendigerweise die Entwicklung
der leistungsspezifischen Invalidität bis zu dem Tag, an dem die angefochtene
Verfügung erlassen worden ist (vgl. etwa Thomas Locher, Grundriss des
Sozialversicherungsrechts, 3.A., S. 490 Rz 21). Würde die Beschwerde abgewiesen,
obwohl die Sachverhaltsentwicklung nach der Begutachtung durch das ABI nicht
bekannt wäre, könnte sich die Beschwerdeführerin u.U. nicht mit der Begründung, der
Sachverhalt habe sich nachträglich verändert (Art. 87 Abs. 4 IVV), neu zum Bezug einer
Invalidenrente anmelden, denn es läge eben keine nachträgliche, sondern eine bereits
vor dem Verfügungserlass eingetretene Sachverhaltsveränderung vor, die gerichtlich
beurteilt wäre. Die Beschwerdeführerin müsste also eine erneute
Sachverhaltsveränderung abwarten, bevor sie die Beschwerdegegnerin dazu
veranlassen könnte, auf ein neues Rentengesuch einzutreten. Das bedeutet, dass die
Beschwerde nicht mit dem Hinweis auf die Möglichkeit der Beschwerdeführerin, sich
erneut zum Rentenbezug anzumelden, abgewiesen werden kann.
2.5 Eine Beschränkung der gerichtlichen Bestätigung der angefochtenen Verfügung
auf die Zeit bis zur Begutachtung durch das ABI und eine Aufhebung der
angefochtenen Verfügung, soweit sie auch für die Zeit nach der Begutachtung durch
das ABI einen Rentenanspruch verneint, und damit verbunden eine Rückweisung zur
weiteren Abklärung des Sachverhalts nach der Begutachtung durch das ABI und zur
anschliessenden neuen Verfügung über den Rentenanspruch ab diesem Zeitpunkt
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wäre ein Teilurteil (vgl. zur sogenannten Teilverfügung Franz Schlauri, Die vorsorgliche
Einstellung von Dauerleistungen in der Sozialversicherung, in: Schaffhauser/Schlauri
[Hrsg.], Die Revision von Dauerleistungen in der Sozialversicherung, S. 224 Fn. 46).
Rein materiellrechtlich betrachtet wäre eine derartige Aufteilung zulässig. Aber
verfahrensrechtlich entstünde damit die Gefahr, dass die zusätzlichen Abklärungen
zwar keine Veränderung des Sachverhalts aufzeigten, die Beschwerdegegnerin aber
den Sachverhalt genauer in Erfahrung bringen oder abweichend rechtlich würdigen
würde. Enthielte ein (rechtskräftiges) Teilurteil beispielsweise eine Rentenzusprache für
den einen Teil des massgebenden Rückwirkungszeitraums und ergäben die weiteren
Abklärungen für den anderen Teil des Rückwirkungszeitraums zufällig, dass die
versicherte Person gar nie die Versicherungsklausel erfüllt hatte, so müsste die Rente
für die Zeit nach der zeitlichen Begrenzung der Wirksamkeit des Teilurteils verweigert
werden, obwohl sich der Sachverhalt gar nicht verändert hätte. Damit entstünde eine
Abweichung in der Entscheidung über das Rentenbegehren für die Zeit vor und nach
der zeitlichen Beschränkung des Teilurteils, die sich nicht durch eine
Sachverhaltsveränderung erklären liesse. Diese Gefahr kann hier nur durch einen
Verzicht auf einen Teilentscheid gebannt werden. Die angefochtene Verfügung muss
deshalb, obwohl sie für die Periode bis zur Begutachtung durch das ABI aufgrund der
nachgewiesenermassen vollständig erhaltenen Arbeitsfähigkeit in einer
behinderungsangepassten Erwerbstätigkeit und des daraus resultierenden
Invaliditätsgrades von jedenfalls weit unter 40% eigentlich zu Recht einen
Rentenanspruch der Beschwerdeführerin verneint hat, aufgehoben werden. Die mit
dem Rückweisungsentscheid verbundene Anweisung an die Beschwerdeführerin,
weitere Sachverhaltsabklärungen vorzunehmen, bezieht sich allerdings nur auf die Zeit
nach der Begutachtung durch das ABI. Die Beschwerdegegnerin wird die mit den
medizinischen Berichten vom Frühjahr 2008 dokumentierte Entwicklung
berücksichtigen.
3.
Im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist die angefochtene Verfügung vom 1.
Dezember 2006 aufzuheben und die Sache ist zur weiteren Abklärung des
Sachverhalts an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die Beschwerdeführerin ist
nur mit einem Teil ihres Beschwerdebegehrens durchgedrungen. Trotzdem ist von
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einem vollumfänglichen Obsiegen auszugehen, denn die Beschwerdeführerin war
gezwungen, Beschwerde zu führen, um eine Korrektur der teilweise rechtswidrigen
Verfügung vom 1. Dezember 2006 zu erreichen. Der ihr entstandene
Vertretungsaufwand ist deshalb grundsätzlich als notwendig zu qualifizieren und zwar
unabhängig davon, ob sie mit ihrem konkreten Beschwerdebegehren ganz oder nur
teilweise durchgedrungen ist. In Analogie zur höchstrichterlichen Rechtsprechung
betreffend den Anspruch auf eine Parteientschädigung bei einer Rückweisung zur
weiteren Abklärung des Sachverhalts, bei dem die Beschwerde führende versicherte
Person trotz eines weitergehenden Beschwerdebegehrens ebenfalls "nur" die
Aufhebung der angefochtenen Verfügung erreicht hat (vgl. etwa ZAK 1987 S. 266 Erw.
5a), ist deshalb davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin mit ihrem
eigentlichen Beschwerdebegehren, die angefochtene Verfügung sei als rechtswidrig
aufzuheben, vollumfänglich obsiegt hat. Es besteht deshalb keine Veranlassung, in
Analogie zum zivilprozessualen Klageverfahren von einem nur teilweisen Obsiegen
auszugehen und nur eine reduzierte Parteientschädigung auszusprechen (vgl. das
Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Januar 2008, IV
2007/214). Die Beschwerdegegnerin hat deshalb für die gesamten Vertretungskosten
der Beschwerdeführerin aufzukommen. Diese bemessen sich nach der Bedeutung der
Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 61 lit. g ATSG). Unter
Berücksichtigung dieser Kriterien erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3500.-
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Die vollumfänglich
unterliegende Beschwerdegegnerin hat auch für die Gerichtskosten aufzukommen.
Diese betragen zwischen Fr. 200.- und Fr. 1000.-. Sie bemessen sich nach dem
Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG). Dieser rechtfertigt eine Gerichtsgebühr von
Fr. 600.-. Der Kostenvorschuss von Fr. 600.- wird der Beschwerdeführerin
zurückerstattet.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG