Decision ID: 6a7dee8f-e9b4-5176-8fa5-323472ed22e4
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass die Ehegatten A._ (der Beschwerdeführer) und B._
(die Beschwerdeführerin) – Staatsangehörige von Syrien arabischer Eth-
nie – am 25. Februar 2016 von Österreich kommend in die Schweiz ein-
reisten und noch am gleichen Tag für sich und ihre damals drei Kinder um
Gewährung von Asyl in der Schweiz nachsuchten,
dass sie anlässlich ihrer Einreise von der schweizerischen Grenzwacht an-
gehalten worden waren, welche dabei den Reisepass des Beschwerdefüh-
rers zuhanden des SEM sichergestellt hatte (vgl. dazu nachfolgend),
dass die Ehegatten am 3. März 2016 zu ihrer Person und zu ihrem persön-
lichen Hintergrund, zu ihren Reise- und Identitätspapieren, zu ihrem Rei-
seweg und summarisch zu ihren Gesuchsgründen befragt wurden,
dass sie dabei übereinstimmend vorbrachten, sie hätten ihre Heimat vor
knapp einem Monat wegen des Krieges verlassen, mithin wegen der feh-
lenden Sicherheit und der Bombardierungen (vgl. SEM-Akten A5 und A6
[BzP-Protokolle], je Ziff. 7.01),
dass die Beschwerdeführerin zusätzlich vorbrachte, sie hätten ihre Heimat
auch wegen ihrer Tochter E._ verlassen, da das Kind auf medizini-
sche Behandlung angewiesen sei (vgl. A6, Ziff. 7.01), was vom Beschwer-
deführer bestätigt wurde (vgl. A5, Ziff. 8.02),
dass das Kind gemäss Aktenlage im Zeitpunkt seiner Einreise an einer
schweren Entwicklungsstörung und Fehlbildungen litt,
dass den Ehegatten nach ihrem ersten Vortrag eine Reihe von gezielten
Nachfragen gestellt wurden, worauf sie übereinstimmend angaben, sie hät-
ten zwar Kriegsereignisse miterlebt (Raketenbeschuss; die Beschwerde-
führerin), in der Heimat seien sie aber weder politisch aktiv gewesen, noch
hätten sie jemals Probleme mit irgendeiner Behörde, der Polizei, dem Mili-
tär, einer Partei oder sonst einer Organisation gehabt, noch seien sie je-
mals in ein Verfahren verwickelt worden (vgl. A5 und A6, je Ziff. 7.02),
dass der Beschwerdeführer zusätzlich zu seiner Militärdienstpflicht befragt
wurde, worauf er ausführte, er habe seine Dienstpflicht schon (...) beendet,
er sei aber dreimal zum Reservedienst aufgefordert worden, respektive ei-
gentlich hätten ihm Freunde, welche im Militär seien, auf seine Nachfrage
hin davon berichtet, dass er auf der Liste der Leute stehe, welche für die-
sen Dienst gesucht würden (vgl. A5, Ziff. 7.02, F. 1–4),
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dass er in der Folge auf zweimalige Nachfrage hin bestätigte, eine offizielle
Aufforderung zum Dienst habe er nie erhalten (vgl. a.a.O., F. 5),
dass der Beschwerdeführer allerdings zwei Monate später – mit Eingabe
an das SEM vom 3. Mai 2016 – eine Beweismittelsammlung zu den Akten
reichte, welche neben verschiedenen Ausweisen auch Kopien eines an-
geblichen Aufgebots als Reservist vom (...) 2014 und einer angeblichen
Vorladung des militärischen Sicherheitsdienstes vom (...) 2014 enthielt
(beide ausgestellt angeblich in Idlib),
dass am (...) das jüngste Kind der Beschwerdeführenden geboren und
vom SEM ins Verfahren seiner Eltern miteinbezogen wurde,
dass die Ehegatten am 13. Juli 2017 zu ihren Gesuchsgründen angehört
wurden (vgl. SEM-Akten A21 und A22 [Anhörungsprotokolle]),
dass der Beschwerdeführer dabei die vorgenannten Beweismittel im Origi-
nal nachreichte und geltend machte, das Aufgebot als Reservist und die
Vorladung des militärischen Sicherheitsdienstes seien ihm schon zugegan-
gen, als er sich noch in der Heimat aufgehalten habe, und zwar das Aufge-
bot 2014 über seine Verwandten und die Vorladung 2015 durch Vermittlung
der Revolutionäre (vgl. A21 F. 5–8, F. 59 ff und F. 64 ff.),
dass der Beschwerdeführer gemäss den Einträgen in seinem Reisepass
zwischen dem (...) 2013 und dem (...) 2013 sowie zwischen dem (...) 2014
und dem (...) 2014 immer wieder Reisen in den Libanon unternommen hat,
und zwar immer über den offiziellen Grenzübergang an der syrisch-libane-
sischen Grenze, welcher (... [bei]) G._ gelegen ist (vgl. dazu die
amtlichen Aus- und Einreisestempel der syrischen und libanesischen
Grenzbehörden),
dass er auf diesbezügliche Nachfrage hin bestätigte, er und seine Familie
hätten nach Ausbruch des Krieges unter anderem während rund eines Jah-
res in Damaskus gelebt, wobei er sich in dieser Zeit auch während Mona-
ten im Libanon aufgehalten habe, und in dieser Zeit sei er mehrfach prob-
lemlos von Syrien in den Libanon gereist (vgl. A21 F. 35 ff. und F. 47),
dass er in Damaskus allerdings einmal anlässlich einer allgemeinen Razzia
angehalten und dabei auch beinahe verhaftet worden wäre,
dass ihm zwar nichts Weiteres passiert sei, sie das Ereignis aber zum An-
lass genommen hätten, von Damaskus in die Provinz Idlib umzuziehen
(vgl. A21 F. 56 und F. 106),
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dass er ausserdem seinem Bruder H._ während des Ramadans zur
Flucht aus dem Militär verholfen habe, auch wenn er nicht mehr wisse, in
welchem Jahr das gewesen sei, und ihm dabei die Todesstrafe hätte dro-
hen können, wären sie erwischt worden (vgl. a.a.O., F. 49–55),
dass es schliesslich im Kreis seiner Familie eine ganze Reihe von Perso-
nen gebe, darunter auch Offiziere, die desertiert seien, weshalb ihre Fami-
lie nur schon wegen ihres Namens bekannt sei, und darüber hinaus auch
schon zwei seiner Brüder, beides (... [Fahrer]), in Haft gewesen seien, der
eine vier Tage und der Andere 12 Stunden (vgl. a.a.O., F. 24 ff.),
dass auch von der Beschwerdeführerin berichtet wurde, der Beschwerde-
führer sei in Damaskus einmal beinahe verhaftet worden, worauf sie in die
Provinz Idlib umgezogen seien (vgl. A22, F. 8 f.),
dass sie im Anschluss daran vor allem über ihre Kriegserlebnisse in Idlib
berichtete (vgl. a.a.O., F. 3, F. 11 ff. und F. 27 f.), wie auch über die dort
herrschende, schwierige Sicherheits- und Versorgungslage, was ihre Fa-
milie letztlich zur Ausreise veranlasst habe (vgl. a.a.O., F. 19 und 23),
dass dies im Wesentlichen auch vom Beschwerdeführer bestätigt wurde
(vgl. A21 F. 89 ff.),
dass der rubrizierte Rechtsvertreter mit Eingabe an das SEM vom 24. Ja-
nuar 2019 seine Mandatsübernahme bekannt gab und gleichzeitig um vor-
gängige Gewährung von Akteneinsicht ersuchte, sollte das SEM einen ne-
gativen Asylentscheid ausfällen wollen,
dass er aber keinen negativen Entscheid erwarte, da im Falle seiner Man-
danten von einer hohen Gefährdung auszugehen sei, nachdem der Be-
schwerdeführer seinem Bruder zur Desertion aus dem Militär verholfen
habe und sich dieser Bruder seither im Rebellengebiet aufhalte, was vom
Regime als Beleg für dessen Regimefeindlichkeit gewertet werden dürfte,
dass der Beschwerdeführer zudem wegen Refraktion gesucht werde, wozu
er Beweismittel vorgelegt habe, und die Beschwerdeführenden auch illegal
ausgereist seien,
dass ausserdem neu hinzugekommen sei, dass der Bruder der Beschwer-
deführerin ermordet, mithin regelrecht exekutiert worden sei, was er mit
einem Internet-Link zu einem Video belegen könne,
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dass darüber hinaus die gesamte Familie der Beschwerdeführerin gesucht
werde, da deren Vater (...) desertiert sei, was er durch Vorlage einer Kopie
von dessen Dienstausweis belegen könne,
dass der Rechtsvertreter abschliessend vorbrachte, er bitte daher um eine
Befragung der Beschwerdeführenden zu den neuen Tatsachen, soweit
eine solche für einen positiven Entscheid noch notwendig sein sollte,
dass das SEM den Beschwerdeführenden am 31. Januar 2019 über ihren
Rechtsvertreter mitteilte, auf das Akteneinsichtsgesuch werde nach Ab-
schluss der amtlichen Untersuchungen zurückgekommen,
dass das SEM den Beschwerdeführenden am 22. August 2019 über ihren
Rechtsvertreter die ersuchte Akteneinsicht gewährte, verbunden mit der
Feststellung, damit werde keine Frist zur Stellungnahme eingeräumt, da
nach Abschluss der amtlichen Untersuchung grundsätzlich kein Anspruch
auf Durchführung eines Schriftenwechsels bestehe,
dass der Rechtsvertreter daraufhin mit Eingabe vom 26. August 2019 ans
SEM gelangte (vorab per Telefax) und darum ersuchte, den Beschwerde-
führenden die Möglichkeit einzuräumen, eine Stellungnahme nachzu-
reichen,
dass vom SEM die ersuchte Frist nicht gewährt wurde, sondern das SEM
mit Verfügung vom 29. August 2019 (eröffnet am 2. September 2019) fest-
stellte, die Beschwerdeführenden erfüllten die Flüchtlingseigenschaft nicht,
und ihre Asylgesuche ablehnte, verbunden mit der Anordnung der Wegwei-
sung aus der Schweiz (vgl. Ziffn. 1–3 des Dispositivs),
dass das SEM gleichzeitig wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll-
zuges die vorläufige Aufnahme der Beschwerdeführenden in der Schweiz
anordnete (vgl. Ziffn. 4–6 des Dispositivs),
dass auf die vorinstanzliche Entscheidbegründung – soweit wesentlich –
nachfolgend eingegangen wird,
dass die Beschwerdeführenden gegen diesen Entscheid am 20. Septem-
ber 2019 – handelnd durch ihren Rechtsvertreter – beim Bundesverwal-
tungsgericht Beschwerde erhoben,
dass sie in ihrer Eingabe die Aufhebung der angefochtenen Verfügung in
den Ziffern 1–3 des Dispositivs, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft
und die Gewährung von Asyl beantragten, eventualiter die Feststellung der
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Unzulässigkeit anstelle der blossen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll-
zuges, subeventualiter die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur
rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung und zu neuem Entscheid,
dass sie in prozessualer Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege, um Befreiung von der Kostenvorschusspflicht und um Bei-
ordnung ihres Rechtsvertreters als amtlicher Rechtsbeistand ersuchten,
dass auf die Beschwerdebegründung und die mit der Beschwerde vorge-
legte Beweismittelsammlung – umfassend einerseits einen Ausweis des
Vaters der Beschwerdeführerin von 1986 (Kopie mit Übersetzung), eine
den Vater betreffendes Bestätigungsschreiben der FSA von 2012 (Kopie
mit Übersetzung) und drei Videodateien zum vorgebrachten Tod des Bru-
ders der Beschwerdeführerin (inkl. Übersetzung in separater Abschrift), an-
dererseits eine Sammlung von Ausweisen und Fotos betreffend den Bruder
des Beschwerdeführers und dessen Engagement bei den syrischen
Weisshelmen – soweit wesentlich nachfolgend eingegangen wird,
dass mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 22. No-
vember 2019 die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege (im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG), um Befreiung von der Kosten-
vorschusspflicht (gemäss Art. 63 Abs. 4 VwVG) und um amtliche Verbei-
ständung (nach aArt. 110a Abs. 1 AsylG [SR 142.31]) wegen Aussichtslo-
sigkeit der Beschwerde abgewiesen wurden,
dass die Beschwerdeführenden gleichzeitig aufgefordert wurden, innert
Frist einen Kostenvorschuss von Fr. 750.– einzuzahlen, unter Androhung
des Nichteintretens im Unterlassungsfall (Art. 63 Abs. 4 VwVG),
dass der einverlangte Kostenvorschuss am 3. Dezember 2019 – und damit
fristgerecht – eingezahlt wurde,
dass die Beschwerdeführenden am 9. Dezember 2019 über ihren Rechts-
vertreter ans Gericht gelangten und zur Hauptsache die in der Zwischen-
verfügung vom 22. November 2019 gezogenen Schlüsse betreffend die
mutmassliche Aussichtslosigkeit ihrer Beschwerde bemängelten,
dass sie zudem unter Verweis auf zwei Länderberichte zu Syrien vom Juli
2017 und vom Juli 2019 geltend machten, in ihrem Fall sei gerade auch
die Frage der Gefährdung der syrischen Weisshelme zu beachten,
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dass die Beschwerdeführenden am 6. November 2020 über ihren Rechts-
vertreter mitteilen liessen, dass ihre Tochter E._ an einem Geburts-
gebrechen leide, für welches die zuständige IV-Stelle keine Leistungs-
pflicht anerkennen wolle, ihr Kind aber vermutlich auf eine bessere Be-
handlung hoffen könnte, wenn bald ein positiver Asylentscheid vorliege,
dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom
26. November 2020 auf das EuGH-Urteil C-238/19 vom 19. November
2020 verweisen liessen, welches massgebliche Bedeutung für die Beurtei-
lung der Frage der Flüchtlingseigenschaft und der Asylgewährung an Re-
fraktäre und Deserteure aus Syrien habe,
dass sie gerade auch mit Blick darauf auf eine Gutheissung ihrer Be-
schwerde hofften, zumal in ihrem Fall zusätzliche Risikofaktoren für künf-
tige politische Verfolgung sprächen,
dass die Beschwerdeführenden am 28. Juni 2021 über ihren Rechtsvertre-
ter eine Verfahrensstandanfrage einreichten, welche vom Bundesverwal-
tungsgericht am 22. Juli 2021 beantwortet wurde,

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht unter anderem zuständig für die Be-
handlung von Beschwerden gegen Verfügungen des SEM ist, wobei das
Gericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – und so auch vorliegend –
endgültig entscheidet (vgl. dazu Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31–33 VGG und
Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG),
dass sich die Kognition des Gerichts und die zulässigen Rügen im Asylbe-
reich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten (BVGE 2014/26 E. 5),
dass am 1. März 2019 die Änderung des AsylG vom 25. September 2015
(AS 2016 3101) abschliessend in Kraft getreten ist, im vorliegenden Ver-
fahren jedoch das bisherige Recht gilt (vgl. dazu Abs. 1 der Übergangsbe-
stimmungen zur genannten AsylG-Änderung),
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dass die Beschwerdeführenden legitimiert sind (Art. 48 Abs. 1 VwVG) und
die Beschwerde frist- und formgerecht eingereicht wurde (aArt. 108 Abs. 1
AsylG; Art. 52 Abs. 1 VwVG), womit auf die Beschwerde einzutreten ist,
dass die Beschwerde indes – wie nachfolgend aufgezeigt – als offensicht-
lich unbegründet zu erkennen ist, weshalb über diese in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zweiten
Richterin zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG),
dass gleichzeitig auf einen Schriftenwechsel zu verzichten und der Ent-
scheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG),
dass die Beschwerdeführenden im Rahmen ihrer Beschwerde und im
Sinne eines Eventualantrages die Aufhebung der angefochtenen Verfü-
gung und Rückweisung der Sache ans die Vorinstanz verlangen, weil ihr
Anspruch auf das rechtliche Gehör verletzt worden sei,
dass sie dabei geltend machen, das SEM habe nicht nur notwendige Sach-
verhaltsabklärungen unterlassen, indem es keine zusätzliche Anhörung
angesetzt habe, und ihnen zudem die Möglichkeit zur vorgängigen Stel-
lungnahme verwehrt, sondern es habe darüber hinaus auch noch den
rechtserheblichen Sachverhalt bloss unvollständig und nicht nachvollzieh-
bar zergliedert wiedergegeben,
dass diese Rügen allerdings als unbegründet zu erkennen sind, da auch
für das Gericht – wie nachfolgend aufgezeigt – kein weiterer Abklärungs-
bedarf ersichtlich ist und das von den Beschwerdeführenden sinngemäss
behauptete Recht auf eine Stellungnahme vor Erlass des Asyl- und Weg-
weisungsentscheides in Verfahren nach dem vorliegend anwendbaren
Recht nicht besteht,
dass sich die Beschwerdeführenden gleichzeitig entgegenhalten lassen
müssen, dass es ihnen während Monaten möglich gewesen wäre, die von
ihnen in der Eingabe vom 24. Januar 2019 erstmals eingebrachten Vor-
bringen über das angebliche Vorliegen einer Reflexverfolgungssituation zu
substanziieren,
dass zu den formellen Rügen schliesslich festzuhalten bleibt, dass das
SEM im Rahmen der angefochtenen Verfügung die über weite Strecken
unstrukturierten Gesuchsvorbringen der Beschwerdeführenden in einer
geordneten Weise aufgenommen hat, was notwendig war, und sich das
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SEM anschliessend mit den Gesuchsvorbringen in einer vertieften und ins-
gesamt nachvollziehbaren Weise auseinandergesetzt hat, was auch nicht
zu bemängeln ist,
dass nach dem Gesagten keine Gehörsrechtsverletzung ersichtlich ist und
von einem in entscheidrelevanter Hinsicht hinreichend erstellten Sachver-
halt auszugehen ist, da es – wie nachfolgend aufgezeigt – auch aufgrund
der Beschwerdevorbringen keiner weiteren Sachverhaltsabklärungen be-
darf (Art. 33 Abs. 1 VwVG),
dass daher eine Rückweisung der Sache ausser Betracht fällt und das Ge-
richt einen Entscheid in der Sache zu treffen hat (Art. 61 Abs. 1 VwVG),
dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1
AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimat- oder Her-
kunftsstaat wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauun-
gen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder begründete Furcht haben,
solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG),
dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft
gemacht werden muss, wobei diese glaubhaft gemacht ist, wenn die Be-
hörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gege-
ben hält, und Vorbringen insbesondere dann unglaubhaft sind, wenn sie in
wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte
oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG),
dass das SEM in der angefochtenen Verfügung zunächst zum Schluss ge-
langt, die Vorbringen des Beschwerdeführers über den angeblichen Erhalt
eines Aufgebots für den Reservedienst und einer Vorladung des militäri-
schen Sicherheitsdienstes seien als unglaubhaft zu erkennen, da weder
seine diesbezüglichen Angaben und Ausführungen noch die vorgelegten
Beweismittel zu überzeugen vermöchten,
dass dieser Schluss vom Gericht zu bestätigen ist, da die diesbezüglichen,
sehr ausführlichen Erwägungen des SEM (vgl. a.a.O., Ziff. 3a – 3d) – auf
welche anstelle einer Wiederholung zu verweisen ist (Art. 111a Abs. 2
AsylG) – in jedem Punkt berechtigt sind,
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dass es den Beschwerdeführer mit ihren anders lautenden Beschwerde-
vorbringen (gemäss Begründung Ziff. 4., Abs. 1–6) nicht gelingt, den vor-
instanzlichen Schluss betreffend die Unglaubhaftigkeit dieses Vorbringens
zu entkräften,
dass den Beschwerdeführenden letztlich entgegenzuhalten bleibt, dass
gerade die überaus intensive Reisetätigkeit des Beschwerdeführers zwi-
schen (...) 2014 und (...) 2014 ein genügender Beleg dafür darstellt, dass
er zu dieser Zeit mit Sicherheit weder stellungspflichtig war, noch wegen
Refraktion gesucht wurde, ansonsten er in dieser Zeit nicht mehrfach und
jeweils – wie von ihm beschrieben – auch völlig problemlos die syrischen
Grenzkontrollen hätte passieren können,
dass damit auch hinreichend gesichert ist, dass es sich beim angeblichen
Aufgebot für den Reservedienst vom (...) 2014 und bei der angeblichen
Vorladung des militärischen Sicherheitsdienstes (...) 2014, welche angeb-
lich beide in Idlib ausgestellt wurden, um Fälschungen handelt,
dass nach dem Gesagten kein Anlass zur Annahme besteht, beim Be-
schwerdeführer handle es sich um einen Refraktär,
dass das SEM zwar in einer Zusatzerwägung ausserdem ausführt, die be-
hauptete Refraktion wäre [bei angenommener Glaubhaftigkeit] auch nicht
asylrelevant (vgl. a.a.O., Ziff. 3e), zumal keine zusätzlichen einzelfallspezi-
fischen Risikofaktoren vorliegen würden,
dass diesem Punkt aber nach der Feststellung der Unglaubhaftigkeit des
Vorbringens ohnehin keine Entscheidrelevanz zukommt, weshalb auf wei-
tere Erwägungen dazu und zu den diesbezüglichen Beschwerdevorbrin-
gen verzichtet werden kann,
dass auf der anderen Seite mit dem SEM ebenfalls darin einig zu gehen
ist, dass aufgrund der Aktenlage insgesamt nichts dafür spricht, dass der
Beschwerdeführer gefährdet sein könnte, weil er angeblich seinem Bruder
H._ bei dessen Desertion geholfen habe,
dass der Beschwerdeführer wegen der geltend gemachten und soweit er-
sichtlich schon im Frühjahr 2013 erfolgten Desertion seines Bruders nie ein
konkretes Problem bekommen hatte und auch in diesem Zusammenhang
darauf hinzuweisen bleibt, dass er danach noch während eines Jahres un-
behelligt in Damaskus gelebt hat und er in dieser Zeit auch immer wieder
problemlos die syrischen Grenzkontrollen passieren konnte,
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dass damit als hinreichend gesichert zu erkennen ist, dass die syrischen
Behörden dem Beschwerdeführer das Verhalten seines Bruders nie zum
Vorhalt gemacht haben, und gleichzeitig davon ausgegangen werden darf,
für die syrischen Behörden sei auch noch heute kein persönlicher Bezug
zwischen den beiden ersichtlich,
dass der Beschwerdeführer zwar mit seiner Beschwerde eine Reihe von
Beweismitteln zum persönlichen Engagement seines Bruders als Weiss-
helm vorgelegt hat, aber auch damit nichts dargetan ist, was auf einen er-
kennbaren persönlichen Bezug zu diesem schliessen liesse,
dass es vor diesem Hintergrund auch keiner weiteren Abklärungen zum
Bruder und dessen Engagement bedarf (Art. 33 Abs. 1 AsylG),
dass schliesslich auch die vorinstanzliche Feststellung zu bestätigen ist,
dass nach dem Beschwerdeführer auch die Beschwerdeführerin keinen fa-
miliären Hintergrund erkennen lässt, der für sich alleine für eine asylrele-
vante Gefährdungssituation sprechen würde,
dass in diesem Zusammenhang festzuhalten bleibt, dass das SEM auf-
grund der unsubstanziierten Angaben und Ausführungen in der Eingabe
vom 24. Januar 2019 auf die Durchführung einer ergänzenden Anhörung
zur vorgebrachten Desertion des Vaters und zum Tod ihres Bruders durch-
aus verzichten durfte (Art. 33 Abs. 1 VwVG), zumal die Beschwerdeführe-
rin vor ihrer Ausreise während vieler Monate im Kreis ihrer Familie gelebt
hatte und sie sich in der Folge nie auf eine mögliche Gefährdung wegen
ihrer Angehörigen berufen hatte,
dass die Beschwerdeführerin zwar auf Beschwerdeebene zusätzliche An-
gaben gemacht und weitere Beweismittel zu ihrer Familie vorgelegt hat,
dass der Tod ihres Bruders als sehr tragisches Ereignis zu bezeichnen ist,
welches ihre Familie zweifellos schwer getroffen haben dürfte,
dass jedoch auch mit Blick darauf kein Anlass zur Annahme besteht, die
Beschwerdeführerin hätte sich aufgrund ihres familiären Hintergrundes vor
Verfolgung zu fürchten, da sich das Vorbringen über die angebliche Re-
flexverfolgungssituation letztlich im Wesentlichen in blossen Behauptun-
gen auf der Basis von schlichten Mutmassungen erschöpft,
dass das Vorbringen daneben auch deshalb nicht zu überzeugen vermag,
da der Vater der Beschwerdeführerin laut den vorgelegten Beweismitteln
schon 2012 desertiert sei, die Beschwerdeführerin aber noch bis zum (...)
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2014 in Damaskus wohnhaft blieb, ohne dass sie dort jemals von den Be-
hörden behelligt worden wäre,
dass damit auch im Falle der Beschwerdeführerin als hinreichend gesichert
zu erkennen ist, dass ihr die syrischen Behörden das Verhalten ihrer An-
gehörigen nie zum Vorhalt gemacht haben, und gleichzeitig davon ausge-
gangen werden darf, für die syrischen Behörden sei auch noch heute kein
persönlicher Bezug ersichtlich,
dass damit auch in diesem Punkt nichts ersichtlich gemacht ist, was weite-
rer Abklärungen bedürfen würde (Art. 33 Abs. 1 VwVG),
dass schliesslich auch das Vorbringen betreffend die illegale Ausreise der
Beschwerdeführenden aus Syrien nicht überzeugt, da praxisgemäss al-
leine eine solche keine flüchtlingsrechtliche Relevanz entfaltet, wenn – wie
vorliegend – keine besondere individuelle Vorbelastung vorliegt (vgl. dazu
statt vieler: BVGer-Urteile D-3015/2020 vom 22. November 2021 E. 8.5
und E-5126/2019 vom 29. Juli 2021 E. 7 [3. Absatz] m.w.H.]),
dass nach dem Gesagten weder die Vorbringen über das Vorliegen einer
Verfolgungssituation im Ausreisezeitpunkt noch jene über das angebliche
Vorliegen objektiver und subjektiver Nachfluchtgründe überzeugen,
dass bei dieser Sachlage das SEM zu Recht die Flüchtlingseigenschaft
verneint und die Asylgesuche abgelehnt hat,
dass die Anordnung der Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen
Bestimmungen steht und zu bestätigen ist, da die Beschwerdeführenden
weder über einen Aufenthaltstitel für die Schweiz noch über eine An-
spruchsgrundlage auf Erteilung eines solchen verfügt (Art. 44 [erster Satz]
AsylG; BVGE 2013/37 E. 4.4 und 2009/50 E. 9, je m.w.H.),
dass das SEM vorliegend anstelle des Wegweisungsvollzuges die vorläu-
fige Aufnahme der Beschwerdeführenden in der Schweiz angeordnet hat,
weil der Wegweisungsvollzug nach Syrien unzumutbar sei (Art. 44 [zweiter
Satz] AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 und 4 AIG [SR 142.20]),
dass die Gründe für die Anordnung der vorläufigen Aufnahme im Einzelnen
vom Gericht nicht näher zu prüfen sind, da die drei Bedingungen für einen
Verzicht auf den Vollzug der Wegweisung (Art. 83 Abs. 2-4 AIG; Unmög-
lichkeit, Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit) alternativer Natur sind und
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der Vollzug der Wegweisung als undurchführbar zu betrachten und die wei-
tere Anwesenheit in der Schweiz gemäss den Bestimmungen über die vor-
läufige Aufnahme zu regeln ist, sobald eine der drei Bedingungen erfüllt ist,
dass es daher einer Auseinandersetzung mit dem Antrag auf Feststellung
der Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzuges anstelle der Unzumutbar-
keit des Wegweisungsvollzuges nicht bedarf, zumal sich die Position der
Beschwerdeführenden dadurch auch nicht ändern würde, nachdem die
Verneinung der Flüchtlingseigenschaft zu bestätigen ist,
dass diesen Erwägungen gemäss die angefochtene Verfügung zu bestäti-
gen und die Beschwerde als offensichtlich unbegründet abzuweisen ist,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens den Beschwerdeführenden die
Kosten des Verfahrens aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 1-3
des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-
gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]),
dass die Kosten im vorliegenden Verfahren praxisgemäss auf Fr. 750.–
festzusetzen sind und der am 3. Dezember 2019 in gleicher Höhe geleis-
tete Kostenvorschuss zu deren Bezahlung zu verwenden ist.
(Dispositiv nächste Seite)
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