Decision ID: 6191158b-ba13-4094-8411-23ed8ef04b2e
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
Z._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Christa Rempfler, Falkensteinstrasse 1, Post-
fach 112, 9006 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Z._, geboren 1953, meldete sich am 12. September 2004 zum Bezug von IV-
Rentenleistungen an. Er brachte vor, an Rückenproblemen, Asthma, Kopfschmerzen
und Knieproblemen zu leiden. Von 1996 bis 31. März 2004 habe er als selbstständiger
Taxichauffeur gearbeitet, seit 1. April 2004 arbeite er im Restaurantbetrieb seiner
Ehefrau (act. G 6.69).
A.b Der behandelnde Dr. med. A._, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin,
diagnostizierte im Arztbericht vom 28. September 2004: ein persistierendes
postoperatives lumbales Schmerzsyndrom bei Status nach Spondylodese L4/S1 1991,
Schraubenbruch; eine HWS-Degeneration mit cervicaler Diskushernie C5/6, C6/7 mit
extraforaminaler Kompression C6 und einem entsprechendem Nacken-Schulter-
Armsyndrom mit therapieresistenten Dysästhesien; ein Asthma bronchiale Mischform
Extrinsic-Intrinsic, COPD und einen Nikotinabusus. Weiter bestehe eine zunehmende
Depression, eine chronische Müdigkeit und eine Arthrose am linken Knie. Dr. A._
bescheinigte dem Versicherten für die Dauer vom 1. Januar bis 31. Mai 2004 eine
50%ige und ab dem 1. Juni 2004 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Einfache, körperlich
wenig beanspruchende Tätigkeiten wie z.B. die Mithilfe im Restaurant/Bestellungen
aufnehmen und allenfalls eine zeitweise Bedienung seien ihm zu ungefähr 50%
zumutbar (act. G 6.83).
A.c Vom 15. bis 19. Mai 2006 befand sich der Versicherte zur stationären
Untersuchung im Zentrum für Medizinische Begutachtung (ZMB in Basel). Im
Gutachten vom 27. Juni 2006 diagnostizierten die Experten mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit: ein chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit
pseudoradikulären Schmerzen im linken Bein bei Status nach Spondylodese L4 bis S1
1991, eine chronische Cervicobrachialgie links bei Diskushernien C5/C6 links mit
extraforaminaler Wurzelkompression C6 und Diskushernie C6/C7 rechts und eine
chronisch obstruktive Lungenerkrankung bei persistierendem Nikotinabusus. Als
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Nebendiagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit stellten sie u.a. die Diagnose
einer leichtgradigen depressiven Episode. Der Versicherte sei nicht mehr in der Lage, in
einer Aluminiumfabrik oder als Bauarbeiter zu arbeiten. Schwere körperliche
Tätigkeiten seien ihm nicht mehr zumutbar. Für die bisherigen Tätigkeiten als
Taxichauffeur oder als Angestellter in einem kleinen Restaurantbetrieb sei er zu 50%
arbeitsfähig. Der Versicherte sei ferner in der Lage, eine körperlich nicht anstrengende
Tätigkeit, ohne Luftnoxen ausgesetzt zu sein, auszuüben. Eine rein sitzende Tätigkeit
sei ihm heute nicht mehr zumutbar. Ideal sei eine Tätigkeit, in der er seine
Körperposition häufig wechseln könne (act. G 6.95.1 ff. insb. G 6.95.27 und G 6.95.29).
Auf Nachfrage der IV-Stelle hin (act. G 6.98) präzisierten die ZMB-Gutachter ihre
Beurteilung vom 27. Juni 2006 dahingehend, dass der Versicherte für eine dem Leiden
adaptierte Tätigkeit über eine 100%ige Arbeitsfähigkeit verfüge (Schreiben vom
11. September 2006; act. G 100).
A.d Bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 10% stellte die IV-Stelle dem
Versicherten im Vorbescheid vom 4. Oktober 2006 in Aussicht, einen Rentenanspruch
abzulehnen (act. G 6.108).
A.e Dagegen erhob der Versicherte am 6. November 2006 Einwand. Er beantragte
darin die Ausrichtung einer ganzen Rente. Die bisherigen Erhebungen der IV-Stelle
seien bereits nicht mehr aktuell. Aufgrund massiver Schmerzzunahme im Bereich der
HWS (C6/7) werde nun ein operativer Eingriff unumgänglich. Er werde zu diesem
Zweck am 15. November 2006 ins Kantonsspital St. Gallen (KSSG) eintreten (act.
G 6.111.1 ff.). Am 16. November 2006 wurde folgende Operation in der Klinik für
Neurochirurgie des KSSG von Dr. med. B._ komplikationslos durchgeführt: Ventrale
Diskektomie HWK 5/6, HWK 6/7, Sequesterektomie, Beckenspaninterponat,
Spondylodese mit Vectra-Platte. Im vorläufigen Austrittsbericht wurde bis zum
Nachkontrolltermin vom 19. Dezember 2006 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
bescheinigt (act. G 6.115.5 f.). Im Verlaufsbericht vom 1. Februar 2007 stellte Dr. B._
eine gute Prognose. Die bisherigen Tätigkeiten als Taxifahrer und Arbeiter im
Restaurant bzw. leichte Tätigkeiten, ohne körperliche Belastung, mit häufigen
Positionswechseln seien dem Versicherten zu vier Stunden täglich zumutbar (act.
G 6.119; vgl. auch die im Wesentlichen gleichlautenden Angaben im Verlaufsbericht
vom 23. Mai 2007, act. G 6.123).
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A.f Vom 4. bis 6. und am 8. Februar 2008 wurde der Versicherte in der MEDAS-
Ostschweiz interdisziplinär untersucht. Im Gutachten vom 2. April 2008 diagnostizierten
die Experten folgende Diagnosen mit Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit:
eine chronische Cerviko-Brachialgie links, ein chronisches Lumbovertebralsyndrom,
eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung bei persistierendem Nikotinabusus sowie
eine psychogene Überlagerung des muskulo-skelettalen Schmerzsyndroms,
differentialdiagnostisch: atypische Depression. Im Vergleich zum Vorgutachten vom
Juni 2006 sei eine Verschlechterung der Beweglichkeit im HWS-Bereich und somit eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit als Taxichauffeur eingetreten. Weiterhin bestehe eine volle
Arbeitsunfähigkeit bei schweren körperlichen Tätigkeiten wie beim Strassenbau.
Leichte bis mittelschwere adaptierte Tätigkeiten ohne Rotationsbewegungen an der
HWS und ohne Überkopfarbeiten, ohne regelmässiges Bücken mit Heben von
schweren Gegenständen, ohne langes Sitzen und langes Stehen mit der Möglichkeit
häufigen Positionswechsels seien vollschichtig zumutbar. Von August 2006 an, sicher
perioperativ ab 15. November 2006, habe vorübergehend eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit auch für adaptierte Erwerbstätigkeiten bestanden. Diese seien dem
Versicherten ab Mai 2007 wieder zu 50% und ab Mitte November 2007, spätestens
jedoch seit dem Untersuchungszeitpunkt, wieder uneingeschränkt zumutbar. Aus
psychiatrischer Sicht bestehe für körperlich adaptierte Tätigkeiten eine 90%ige
Arbeitsfähigkeit (act. G 6.133.1 ff.).
A.g Mit Vorbescheid vom 25. April 2008 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, bei einem Invaliditätsgrad von 10% einen Rentenanspruch abzulehnen.
B.
B.a Dagegen erhob der Versicherte innert erstreckter Frist am 27. Juni 2008 Einwand
mit dem Antrag, es sei ihm eine ganze Invalidenrente zuzusprechen (act. G 6.153).
B.b Am 4./7. August 2008 verfügte die IV-Stelle, dass kein Anspruch auf
Rentenleistungen bestehe (act. G 6.156 und G 1.2).
C.
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C.a In der gegen die Verfügung vom 7. August 2008 gerichteten Beschwerde vom
19. September 2008 beantragt der Beschwerdeführer unter Kosten- und
Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Zusprache einer ganzen Invalidenrente.
Er rügt, das MEDAS-Gutachten, auf das sich die Beschwerdegegnerin stütze, sei nicht
aussagekräftig. Die Frage nach der zumutbaren adaptierten Arbeitsfähigkeit sei rein
theoretisch ohne jeglichen Bezug zur Praxis definiert worden. Er habe viele
Operationen und Behandlungen hinter sich und sei täglich auf Unmengen an
Medikamenten einschliesslich Morphium angewiesen, um seine Schmerzen
einigermassen im Griff zu haben. Die Annahme einer 90%igen Arbeitsfähigkeit für
leidensadaptierte Tätigkeiten sei selbst für die behandelnden Dres. A._ und C._
nicht nachvollziehbar. Dagegen spreche weiter seine langjährige Erwerbslosigkeit.
Gemäss der von den MEDAS-Gutachtern vorgenommenen Definition der
leidensadaptierten Tätigkeit dürfe er sich nicht bewegen, da Rotationsbewegungen der
HWS nicht zumutbar seien, dürfe er nicht über Kopf arbeiten, sich aber im Gegenzug
auch nicht bücken, dürfe er nicht lange sitzen, aber auch nicht lange stehen und solle
zudem häufig seine Position wechseln. Ferner sei auf eine luftnoxenfreie Atmosphäre
zu achten. Angesichts dieses Tätigkeitsbeschriebs erscheine die Anrechnung eines
Invalideneinkommens von Fr. 53'917.-- wie blanker Hohn, sei nicht nachvollziehbar und
in der Praxis nicht umsetzbar. Die Beschwerdegegnerin nenne in der angefochtenen
Verfügung beispielhaft folgende adaptierte Tätigkeiten: Kinokasse, Billettkontrolle,
Parkhauswächter, Kontrollarbeiten in der Industrie und Kleinmontage in der Industrie.
Gegen die Zumutbarkeit dieser Tätigkeiten würden die Akten, die Vernunft und die
allgemeine Lebenserfahrung sprechen. Auch die Dres. A._ und C._ würden in ihren
Schreiben vom 10. und 18. September 2008 (act. G 1.19 und G 1.20) darlegen, dass
auf das MEDAS-Gutachten, insbesondere hinsichtlich der Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit, nicht abgestellt werden könne. Für den Fall, dass das Gericht weder
den Ausführungen von Dr. A._ noch Dr. C._ folge, die von einer Arbeitsfähigkeit
von höchstens 25% bzw. von 0 bis höchstens 20% ausgehen würden, sei ein
Obergutachten in Auftrag zu geben (act. G 1).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 25. November
2008 die Beschwerdeabweisung. Zur Begründung führt sie aus, dass sowohl das
interdisziplinäre Gutachten der MEDAS wie auch dasjenige des ZMB zuverlässig und
aussagekräftig seien. Es könne ohne weiteres auf deren Beurteilung abgestellt werden,
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zumal die beiden Gutachten zu denselben Ergebnissen gekommen seien. Zur
Umsetzbarkeit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit habe die Eingliederungsberatung am
31. Juli 2008 Stellung genommen. Ganz konkret seien mögliche adaptierte Tätigkeiten
aufgelistet worden: z.B. Kinokasse, Parkhauswächter, Kleinmontagen in der Industrie
etc. In Anbetracht der gutachterlich bestätigten Einschränkungen bezogen auf diese
beispielhaften Tätigkeiten sei es durchaus möglich, dass der Beschwerdeführer eine
entsprechende Anstellung annehmen könne. Die behandelnden Dres. C._ und A._
seien weniger unabhängig als die MEDAS-Gutachter. Ihren Einschätzungen könne kein
grösseres Gewicht zukommen. Des Weiteren hätten weder diese beiden Ärzte noch der
Beschwerdeführer irgendwelche konkreten Beanstandungen gegenüber dem MEDAS-
Gutachten vorgebracht. Die MEDAS-Gutachter hätten ferner Kenntnis von den
Berichten der beiden behandelnden Ärzte gehabt. Es gebe keinen Anlass, an den
Schlussfolgerungen des MEDAS-Gutachtens zu zweifeln. Zu keinem anderen Schluss
würden auch die neuen Stellungnahmen der Dres. C._ und A._ vom 10. und
18. September 2008 führen. Nach Auffassung des RAD würden sich daraus
diagnostisch keine Veränderungen ergeben. Die angegebene depressive Entwicklung
sei im MEDAS-Gutachten als psychogene Überlagerung des muskulo-skelettalen
Schmerzsyndroms beschrieben (DD: atypische Depression) und entsprechend
gewürdigt worden. Es handle sich bei den neuen Stellungnahmen letztlich um eine
unterschiedliche Bewertung eines an sich unveränderten Gesundheitszustandes. In der
angefochtenen Verfügung sei deshalb zu Recht von einer 90%igen Arbeitsfähigkeit für
leidensadaptierte Tätigkeiten ausgegangen worden. Es bestehe kein Anlass für weitere
Abklärungen (act. G 6).
C.c Der Beschwerdeführer teilt in der Replik vom 9. Februar 2009 mit, dass er
vollumfänglich an den Ausführungen in der Beschwerdeschrift festhalte. Er rügt, dass
bisher keine berufliche Abklärung in einer geeigneten Institution stattgefunden habe
und beantragt, seine Arbeits- und Einsatzfähigkeit anhand eines Leistungs-,
Ausdauertests unter konkreten, praxisbezogenen Bedingungen zu evaluieren. Was die
Verwertung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit anbelange, habe bereits der
orthopädische ZMB-Gutachter im Gutachten vom 27. Juni 2006 festgehalten, dass
Umschulungsmassnahmen unrealistisch seien, da auch das Finden eines adaptierten
und realistischerweise durchführbaren Arbeitsbereiches ausserordentlich zweifelhaft
scheine. Die Wahrscheinlichkeit einer künftigen beruflichen Reintegration habe dieser
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für jegliche Tätigkeiten als ausserordentlich gering bezeichnet. Was die
Stellungnahmen der RAD-Ärztin Dr. U. Mascher, Fachärztin FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, anbelangt, rügt der Beschwerdeführer, dass ihr bezüglich der
Beurteilung des orthopädischen Beschwerdebildes die erforderliche Fachkompetenz
fehle. Ferner weist der Beschwerdeführer darauf hin, dass er im November 2008 eine
Fusswurzelfraktur erlitten habe, da ihm durch plötzliche Schmerzen im rechten Bein die
Kraft versagt habe und er deswegen gestürzt sei. Dieses schmerzbedingte plötzliche
Versagen der Kraft in den Beinen schränke die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
zusätzlich ein. Im Übrigen wiederholt der Beschwerdeführer seine Kritik am MEDAS-
Gutachten und an der darin geäusserten Arbeitsfähigkeitsbeurteilung (act. G 15).
C.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 17).
C.e Am 17. Juli 2009 reicht der Beschwerdeführer einen nach der Urteilsfällung vom
8. Juli 2009 ergangenen Arztbericht vom 15. Juli 2009 ein. Dieser von Dr. med. D._,
Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, verfasste Bericht stützt sich auf
einen beinahe ein Jahr nach der Verfügung vom 7. August 2008 in der Klinik E._
stattgefundenen Rehabilitationsaufenthalt vom 11. Mai bis 5. Juni 2009 (act. G 19).

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf Rentenleistungen.
2.
Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung über
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In
materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz,
dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des
angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der
zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V
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467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am
7. August 2008 ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem
Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008
begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung
betrifft, über die noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend den
allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die
damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen Normen der
5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des
Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage
zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des
Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber
der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die
seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben.
2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Der Grad der
für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16
ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die
versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch
auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf
eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad
von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-
Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.2 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
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Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem
Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte
Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung
aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, die aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien
gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb).
3.
Zu prüfen ist vorab, ob die medizinische Aktenlage eine rechtsgenügliche Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt. In den Akten liegen im
Wesentlichen das MEDAS-Gutachten vom 2. April 2008 (act. G 6.133), die
Stellungnahmen von Dr. A._ vom 10. September 2008 (act. G 1.19) und von Dr. C._
vom 18. September 2008 (act. G 1.20) sowie das Gutachten des ZMB vom 27. Juni
2006 (act. G 6.95) samt ergänzender Stellungnahme vom 11. September 2006 (act.
G 6.100).
3.1 Im Vordergrund steht die medizinische Beurteilung durch die MEDAS-Gutachter
vom 2. April 2008. Diese diagnostizierten mit Einschränkung der zumutbaren
Arbeitsfähigkeit eine chronische Cerviko-Brachialgie links, ein chronisches
Lumbovertebralsyndrom, eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung und eine
psychogene Überlagerung des muskulo-skelettalen Schmerzsyndroms, DD: atypische
Depression (act. G 6.133.18). Im Vergleich zur ZMB-Beurteilung vom 27. Juni 2006 sei
zusätzlich eine Beeinträchtigung seitens der HWS (Spondylodese C5/6/7 am
16. November 2006) hinzugekommen. Dies ergebe eine zusätzliche qualitative
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Einschränkung (Rotationsbewegungen der HWS). Die Tätigkeit als Taxichauffeur sei
ihm daher nicht mehr möglich. Leichte bis mittelschwere adaptierte Tätigkeiten ohne
Rotationsbewegungen an der HWS und ohne Überkopfarbeiten, ohne regelmässiges
Bücken mit Heben von schweren Gegenständen, ohne langes Sitzen und langes
Stehen mit der Möglichkeit häufigen Positionswechsels seien dem Beschwerdeführer
unter Beachtung einer luftnoxenfreien Atmosphäre im Umfang von 90% zumutbar. Die
10%ige Einschränkung wurde aus psychiatrischer Sicht attestiert (act. G 6.133.20 ff.).
3.2 Im Hinblick auf die Würdigung der medizinischen Situation fällt ins Gewicht, dass
das MEDAS-Gutachten auf eigenständigen interdisziplinären Abklärungen und
aktuellen Röntgenbildern, mithin auf allseitigen Untersuchungen beruht. Die Vorakten
wurden verwertet und die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden
berücksichtigt und gewürdigt. Zwar waren die MEDAS-Gutachter nicht im Besitz
sämtlicher Berichte von Dr. C._. Ihnen lagen aber dessen ausführlichen Berichte vom
31. August und 15. Oktober 2007 (act. G 1.5 f.) vor (vgl. act. G 6.133.12). Die
Einschätzung von Dr. C._ war ihnen demnach ausreichend bekannt. Weiter leuchtet
das MEDAS-Gutachten in der Darlegung und Beurteilung der medizinischen Situation
ein und korrespondiert mit den Einschätzungen der ZMB-Gutachter (vgl. hierzu act.
G 6.95). Die Diagnose und die Befunderhebung stimmen weitgehend auch mit
denjenigen der behandelnden Ärzte überein. Es gehen aus den Stellungnahmen von
Dr. A._ vom 10. September 2008 und von Dr. C._ vom 18. September 2008 auch
keine wesentlichen objektiven Gesichtspunkte hervor, welche die MEDAS-Gutachter
bei ihrer Beurteilung nicht einbezogen hätten (vgl. act. G 1.19 und G 1.20). Ebenso sind
aus dem beinahe drei Jahre vor der Begutachtung am 26. Juli 2005 von Dr. D._
verfassten Bericht (act. G 1.3) keine Anhaltspunkte ersichtlich, die den Beweiswert des
MEDAS-Gutachtens zu erschüttern vermögen, zumal Dr. D._ darin keine Aussagen
zu der in einer leidensadaptierten Tätigkeit bestehenden Leistungsfähigkeit macht. Das
Gutachten erfüllt unter diesen Umständen alle praxisgemässen Kriterien für
beweiskräftige Gutachten (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a), so dass grundsätzlich darauf
abgestellt werden kann. Die Kritik der behandelnden Ärzte am MEDAS-Gutachten
besteht denn auch einzig in der unterschiedlichen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit (act.
G 1.19 und G 1.20), was aber vorliegend für sich allein nicht genügt, um das den
Beweisanforderungen genügende MEDAS-Gutachten in Frage zu stellen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 29. Juli 2008, 9C_830/2007, E. 4.3 mit Hinweisen). Gestützt auf
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das MEDAS-Gutachten vom 2. April 2008 ist demnach davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer medizinisch-theoretisch in einer leidensadaptierten Tätigkeit über
eine 90%ige Arbeitsfähigkeit verfügt (act. G 6.133.21 f.).
4.
Der Beschwerdeführer rügt, dass die gutachterliche Beurteilung der zumutbaren
adaptierten Arbeitsfähigkeit rein theoretisch ohne jeglichen Bezug zur Praxis und nicht
umsetzbar sei (act. G 1, S. 6 ff.). Er verweist diesbezüglich auf die Stellungnahmen von
Dr. A._ vom 10. September 2008 (act. G 1.19) und vom 13. Januar 2009 (act. G 15.1)
sowie von Dr. C._ vom 18. September 2008 (act. G 1.20). Zu prüfen bleibt daher die
Frage, in welchem Ausmass die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeitsschätzung
der MEDAS-Gutachter tatsächlich zu einer verwertbaren Arbeitsfähigkeit führt.
4.1 Die MEDAS-Gutachter hielten unter Beachtung einer luftnoxenfreien Atmosphäre
leichte bis mittelschwere adaptierte Tätigkeiten ohne Rotationsbewegungen an der
HWS und ohne Überkopfarbeiten, ohne regelmässiges Bücken mit Heben von
schweren Gegenständen, ohne langes Sitzen und langes Stehen mit der Möglichkeit
häufigen Positionswechsels dem Beschwerdeführer für zumutbar (act. G 6.133.20 f).
Gestützt darauf nannte die Eingliederungsberatung in der Stellungnahme vom 31. Juli
2008 folgende Beispiele von adaptierten Tätigkeiten: Kinokasse, Billettkontrolle,
Parkhauswächter, Kontrollarbeiten in der Industrie - namentlich in der Pharma- und
Lebensmittelindustrie -, Kleinmontagen in der Industrie und Verpackungsarbeiten (act.
G 6.155).
4.2 Hierzu äusserte sich Dr. C._ in der Stellungnahme vom 18. September 2008
dahingehend, dass die im MEDAS-Gutachten beschriebene Einsatzmöglichkeit an sich
nachvollzogen werden könne. Die MEDAS-Gutachter hätten aber keine Angaben
bezüglich der Dauer des Sitzens oder Stehens sowie der Häufigkeit des
Positionswechsels gemacht. Nach seinen Beschreibungen seien diese Phasen lediglich
von 15 Minuten Dauer und würden durch die Notwendigkeit des Beschwerdeführers,
sich hinzulegen, unterbrochen. Die erwähnten Beschäftigungsmöglichkeiten seien
deshalb nicht realistisch. Es dürfte kaum möglich sein, die Kinokasse alle 15 Minuten
zu verlassen, um herum zu laufen oder bei der Billettkontrolle alle 15 Minuten für 5 bis
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10 Minuten wieder hin zu sitzen oder einige 100 Meter spazieren zu gehen, bzw. für
den Parkhauswächter sich hinzulegen. Für eine Kleinmontage in der Industrie dürfte bei
diesem Verhalten kaum die Produktivität von 50% möglich sein (act. G 1.20). Ähnlich
kritisch ist die Stellungnahme von Dr. A._ vom 10. September 2008. Dieser Arzt wies
zusätzlich auf den Einfluss der einzunehmenden Medikamentenpallette hin, weswegen
das Leistungsniveau nicht berechenbar sei (act. G 1.19; vgl. auch seine Stellungnahme
vom 13. Januar 2009 bezüglich Falltendenz bei plötzlichem Schmerzauftreten, act.
G 15.1).
4.3 Diese Bemerkungen der behandelnden Ärzte wecken begründete Zweifel daran,
ob die von den MEDAS-Gutachtern medizinisch-theoretisch geschätzte
Arbeitsfähigkeit von 90 % tatsächlich zu einer verwertbaren Arbeitsfähigkeit im selben
Umfang führt. Bereits der orthopädische Experte äusserte im ZMB-Gutachten vom
27. Juni 2006 Zweifel an der Verwertbarkeit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit. So dürfte
die von der Beschwerdegegnerin vorgeschlagene Tätigkeit als Parkhauswächter (act. G
6.156.2) in Widerspruch zur chronisch obstruktiven Lungenerkrankung des
Beschwerdeführers und dem Erfordernis einer luftnoxenfreien Arbeitsumgebung stehen
(act. G 6.133.20), sind doch gerade Parkhäuser Orte mit übermässigen Immissionen
(vgl. Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft, Feinstaub macht krank, 2005, S.
12; Download unter [abgerufen am 15. Juli 2009]: http://www.bafu.admin.ch/
publikationen/00653/index.html?lang=de neues Fenster). Weiter scheint es zumindest
fraglich, ob dem Beschwerdeführer, der Rotationsbewegungen an der Halswirbelsäule
zu vermeiden hat (act. G 6.133.21), die von der Beschwerdegegnerin erwähnten
Fliessbandtätigkeiten, mithin Arbeiten und Kontrollen an horizontal vorbeigehenden
Objekten, ohne weiteres zugemutet werden können.
4.4 Mit Blick auf die genannten Zweifel und Unklarheiten ist es aus rechtlicher
Perspektive gestützt auf die bestehende Aktenlage nicht möglich, zuverlässig zu
beurteilen, in welchen Tätigkeiten und in welchem Ausmass die medizinisch-
theoretische Arbeitsfähigkeitsschätzung der MEDAS tatsächlich zu einer verwertbaren
Arbeitsfähigkeit führt. Um diese Frage zu klären, erscheint es sinnvoll, den
Beschwerdeführer, wie von ihm selbst beantragt (act. G 15), umfassend in einer
Beruflichen Abklärungsstelle (BEFAS) zu untersuchen. Die mit der Abklärung
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beauftragten Personen werden konkret zu überprüfen haben, wo und in welchem
Umfang eine verwertbare Restarbeitsfähigkeit besteht.
5.
Abschliessend ist noch darauf hinzuweisen, dass die MEDAS-Gutachter von August
2006 an, sicher perioperativ ab 15. November 2006 eine vorübergehende vollständige
Arbeitsunfähigkeit auch für adaptierte Erwerbstätigkeiten bescheinigten. Diese seien
dem Beschwerdeführer ab Mai 2007 wieder zu 50% und ab Mitte November 2007,
spätestens jedoch seit dem Untersuchungszeitpunkt, wieder vollständig zumutbar
gewesen (act. G 6.133.21). Die Beschwerdegegnerin wird deshalb selbst bei Bejahung
einer vollständigen Verwertbarkeit der dem Beschwerdeführer verbliebenen
Restarbeitsfähigkeit die Frage zu beantworten haben, ob und in welchem Umfang dem
Beschwerdeführer aufgrund dieser ausgewiesenen gesundheitlichen Verschlechterung
Rentenleistungen zustehen.
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde unter Aufhebung der Verfügung vom
7. August 2008 teilweise gutzuheissen. Die Sache ist zur weiteren Abklärung und neuen
Verfügung im Sinn der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als
volles Obsiegen (BGE 132 V 235 E. 6), weshalb die Beschwerdegegnerin die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen hat. Der vom Beschwerdeführer geleistete
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm zurückzuerstatten.
6.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Die Rechtsvertreterin
des Beschwerdeführers hat auf die Einreichung einer Honorarnote verzichtet. Der
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Bedeutung und Komplexität der Streitsache angemessen erscheint eine
Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht