Decision ID: f04454b3-8c91-42bb-b500-35b42a23a383
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
D
ie am
5. Oktober 1990 ge
schlossene Ehe zwischen
X._
und
Y._
wurde
durch
Beschluss des Fami
liengerichts des Amtsgerichts Waldshut-Tiengen
am 20.
Mai 2014
rechtskräftig geschieden
. Dabei wurde
von der separat protokollierten Vereinbarung der Parteien bezüglich der hälftigen Tei
lung der Anwartschaft des Antragstellers gegenüber der Pensionskasse in der Schweiz Kenntnis genommen
,
und diese
wurde genehmigt (Urk. 2/2/2). In der separat protokollierten Vereinbarung kamen die Parteien überein,
Y._
weise «die Pensionskasse Zürcher Kantonalbank, Freizügigkeitsstiftung der ZKB, 8010 Zürich, an, von seinem dort bestehenden Freizügigkeitsguthaben Konto Nr.
«...»
einen Betrag von 25.000,-
SFr
auf ein von der Antragstellerin noch zu bezeichnendes Freizügigkeitskonto zu zahlen»
. Damit sei
der Versor
gungsausgleich in Bezug auf die Pensionskasse des Ehemannes erledig
t
, vorbe
hältlich eines weiteren vorhandenen Freizügigkeitsguthabens, was im Verfahren noch nicht habe aufgeklärt werden können (Urk. 2/2/3
).
1.2
X._
erhob
mit Eingabe vom 19. Februar 2020 Klage beim hiesi
gen Gericht mit dem Antrag, der Beschluss des Fami
liengerichts des Amtsgerichts Waldshut-Tiengen
vom
20.
Mai 2014
sei anzuerkennen, soweit die
ser das Ver
hältnis der Aufteilung der vom Beklagten während der Ehe mit der Klägerin er
worbenen Ansprüche in der schweizerischen beruflichen Vorsorge festlege, und es seien die vom Beklagten während der Ehe mit der Klägerin in der schweizeri
schen beruflichen Vorsorge erworbenen Austrittsleistungen festzu
stellen und der Vorsorgea
usgleich vorzunehmen
. Insbesondere sei die
Freizügigkeitsstiftung der Zürcher Kantonalbank
zu verpflichten, von der Austrittsleistung des Beklagten
den Betrag von mindestens Fr. 25'000.-- auf ein von der Klägerin noch zu be
zeichnendes Freizügigkeitskonto zu überweisen
(Urk. 2/1). Mit Beschluss vom 13. März 2020 erklärte sich das hiesige Gericht für nicht zuständig (Urk. 2/4), wogegen
X._
beim Bundesgericht mit Eingabe vom 18. Mai 2020 Bes
chwerde erhob (Urk. 2/7).
Das Bundesgericht hob den
Nichteintretensb
eschluss
des hiesigen Gerichts
vom 13. März 2020
mit Urteil vom 15. April 2021
in teilweiser Gutheissung der Be
schwerde auf
mit der Begründung, es sei davon auszugehen, dass im Scheidungs
verfahren vor dem Amtsgericht Waldshut-Tiengen keine Durchführbarkeitserklä
rung vorgelegen habe. Andernfalls hätte keine Veranlassung für eine Erklärung von
Y._
bestanden, wonach dieses Guthaben bei der Freizügig
keitsstiftung noch vorhanden sei. Das ausländische Scheidungsgericht habe nur den Teilungsschlüssel (hälftige Teilung) bestimmen können, während die Festle
gung der Leistungen durch das zuständige Gericht nach Art. 73 BVG
i.V.m
. Art. 25a FZG, mithin das hiesige Gericht, zu erfolgen habe. Es liege entgegen der vom kantonalen Gericht in seiner Vernehmlassung vertretenen Ansicht keine lü
ckenhafte und somit ergänzungsbedürftige Regelung vor, welche durch ein Schei
dungsgericht mittels Ergänzungsklage zu füllen wäre. Das Bundesgericht
wies die Sache an das hiesige Gericht zurück, damit dieses über die übrigen
Eintretens
voraussetzungen
und gegebenenfalls über die Klage vom 19. Februar 2020 ma
teriell entscheide. Im Übrigen wies es die Beschwerde ab (Urk.
1
).
1.3
Mit Verfügung vom 1. Juni 2021 setzte das hiesige Gericht der Zentralstelle 2. Säule, Sicherheitsfonds BVG – wie von
X._
beantragt (vgl. Urk. 2/1 S. 5 f.) –
eine Frist von 30 Tagen an, um Auskunft über allfällige Gut
haben aus der beruflichen Vorsorge von
Y._
zu erteilen (Urk. 3). Die Zentralstelle 2. Säule gab mit Schreiben vom 11. Juni 2021 bekannt (Urk. 5/1), dass ein Vergleich der Personendaten von
Y._
mit den Meldungen der Einrichtungen der beruflichen Vorsorge drei mögliche
Übereinstimmungen ergeben habe
und zwar
mit der
bereits bekannten Freizügigkeitsstif
tung der Zürcher Kantonalbank
(Urk. 5/3),
der AXA Winterthur, Freizügigkeits
policen, Postfach 300, 8401 Winterthur (Urk. 5
/2),
und der
Sarasin
Freizügig
keitsstiftung (
SaraFlip
), Elisabethenstrasse 62,
Postfach, 4002 Basel (Urk. 5/4). Auf gerichtliche Aufforderung hin (Verfügung vom 7. Juli 2021 [Urk. 6]) erteilten diese
drei Einrichtungen
mit Schreiben vom 9. Juli 2021 (Urk. 9 und 10;
Freizü
gigkeitsstiftung der Zürcher Kantonalbank
),
12. Juli 2021 (Urk. 13 und Urk. 14; J.
Safra
Sarasin
Freizügigkeitsstiftung
) und 15. Juli 2021 (Urk. 15; AXA Leben AG) die erforderliche
n Auskünfte
. Daraufhin wurde den Parteien mit Verfügung vom 28. Juli 2021 je eine Frist von 20 Tagen angesetzt, um schriftlich Stellung zu nehmen (Urk. 16).
Y._
liess sich nicht vernehmen.
X._
beantragte in ihrer Stellungnahme vom 6. September 2021, ihr sei die Hälfte des Guthabens auf dem Freizügigkeitskonto von
Y._
bei der J.
Safra
Sarasin
Freizügigkeitsstiftung
(Fr. 55'085.53) in der Höhe von Fr. 27'542.75 zuzuweisen. Die Freizügigkeitsstiftung sei deshalb anzuweisen, die
sen Betrag auf das Freizügigkeitskonto von
X._
bei der Raiffei
senbank Aare-Rhein, IBAN
«...»
, zu überweisen (Urk. 21).
Auf gerichtliche Aufforderung hin (Verfügung vom 8. Juli 2021 [Urk. 7]) legte
X._
mit Eingabe vom 6. September 2021 (Urk. 18) sodann das ausgefüllte Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (Urk. 19) mit diversen Unterlagen (Urk. 20/2-10) auf.
Die Freizügigkeitsstiftung der Zürcher Kantonalbank beantragte mit Eingabe vom 26. November 2021 sinngemäss, sie sei davon zu entlasten, im Falle einer Gut
heissung der Klage der Klägerin
X._
eine (anteilsmässige) Pro
zessentschädigung zu entrichten (Urk. 24).
Y._
machte in seiner Eingabe vom 21. November 2021 (Post
stempel vom 30. November 2021) geltend, er habe eine Summe von Fr. 52'233.20 errechnet, weshalb der hälftige Betrag auf Fr. 26'116.60 anzupassen sei (Urk. 25).
Mit Verfügung vom 17. Januar 2022
(Urk. 26) wurde der Freizügigkeitsstiftung der Zürcher Kantonalbank sowie der J.
Safra
Sarasin
Freizügigkeitsstiftung
eine Frist von 20 Tagen angesetzt, um
dem Sozialversicherungsgericht das aktuelle Vorsorgeguthaben von
Y._
mitzuteilen und sich über die Durch
führba
rkeit der Teilung auszusprechen (erstgenannte Freizügigkeitsstiftung) be
ziehungsweise
eine Auflistung sämtlicher Einzahlungen auf das Freizügi
gkeits
konto Nr.
«...»
von
Y._
seit dem 9.
Dezember 2016 einzureichen
(zweitgenannte Freizügigkeitsstiftung)
.
Die Unterlagen wurden in
nert Frist eingereicht (Urk. 28-30; vgl. auch Urk. 33 f.), woraufhin bei der
Schwei
zerische
n
Ausgleichskasse
in
Genf
ein aktueller Auszug
des Individuellen Kontos von
Y._
betreffend seine gesamte Erwerbstät
igkeit in der Schweiz eingeholt wurde (vgl. die Verfügung vom 3. März 2022 [Urk. 31] sowie die Eingabe der
Schweizerische
n
Ausgleichskasse
vom 19. April 2022 [Urk. 35] mit Auszug und Erläuterungen [Urk. 36/1-2]).
Den Parteien wurde mit Verfügung vom 26. April 2022 eine Frist von 30 Tagen angesetzt, um sich zu den neu ein
geholten Unterlagen zu äussern (Urk. 37).
X._
nahm mit Eingabe vom 12. Mai 2022 (Urk. 40),
Y._
mit Eingabe vom 25. Mai 2022 (Urk. 41) Stellung. Mit Verfügung vom 2. Juni 2022 wurden diese Eingaben der jeweiligen Gegenpartei zugestellt (Urk. 42).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Entsprechend dem
Urteil des Bundesgerichts vom 15. April 2021 ist
d
er Beschluss des Amtsge
richts Waldshut-Tiengen vom 20.
Mai 2014
anzuerkennen
, soweit dieser die hälftige Aufteilung der
von den Parteien während der Ehe
in der Schweiz
erworbenen Anteile der beruflichen Vorsorge festlegt
, und es ist der Vor
sorgeausgleich vorzunehmen.
2
.
2
.1
X._
hielt in ihrer Stellungnahme vom 6. September 2021 fest, sie sei in der Schweiz nie erwerbstätig gewesen, weshalb sie keine Ansprüche in der beruflichen Vorsorge der Schweiz erworben habe.
Zu teilen
sei
en
die von
Y._
von Oktober 1990 bis Mai 2014 erworbenen Austrittsleistungen. Die Revision von Art. 122 ZGB, wonach als Stichtag für die Teilung der Austritts
leistungen die Einleitung des Scheidungsverfahrens gelte, sei erst im Januar 2017 in Kraft getreten und finde deshalb vorliegend keine Anwendung. Der Stichtag sei somit jener der rechtskräftigen Scheidung
(Urk. 21)
.
Letztere
Auffassung kann nicht
geteilt
werden. Antragsgemäss ist der Beschluss des Fami
liengerichts des Amtsgerichts Waldshut-Tiengen
vom 20.
Mai 2014
an
zuerkennen. Im Beschluss
wurde festgehalten, nach § 1
VersAuslG
seien im Ver
sorgungsausgleich die in der Ehezeit erworbenen Anteile von Anrechten jeweils zur Hälfte zwischen den geschiedenen Ehegatten zu teilen. Die Ehezeit beginne mit dem ersten Tag des Monats der Eheschliessung und ende am letzten Tag des Monats vor Zustellung des Scheidungsantrages (§ 3 Abs. 1
VersAusglG
). Als An
fang der Ehezeit wurde der 1. Oktober 1990 und als Ende der 30. Juni 2010 fest
gesetzt (Urk.
2/
2/2 S. 2).
Von dieser Vereinbarung abzuweichen, besteht kein An
lass, verstösst sie doch nicht gegen den Ordre
public
, zumal auch in der Schweiz neu (mit Geltung ab dem 1. Januar 2017) d
ie während der Ehe bis zum
Zeitpunkt der Einleitung
des Scheidungsverfahrens erworbenen Ansprüche aus der berufli
chen Vorsorge bei der Scheidung
auszugleichen sind
(Art. 122 des Zivilgesetzbu
ches [ZGB])
.
Bis
am 31. Dezember 2016 war der entsprechende Ausgleich für die gesamte Ehedauer vorzunehmen (Art. 122 Abs. 1
aZGB
).
2.2
Dass
X._
in der Schweiz nie erwerbstätig gewesen ist und deshalb keine Ansprüche in der beruflichen Vorsorge der Schweiz erworben hat (Urk. 21), wurde von
Y._
nicht bestritten. Es bleiben somit einzig die von
Y._
in der Ehezeit erworbenen Anteile von Anrechten hälftig zu teilen (gemäss Beschluss
des Amtsge
richts Waldshut-Tiengen vom 20.
Mai 2014
).
D
ie Ehegatten vereinbarten
, der Antragsteller weise «die Pensionskasse Zürcher Kantonalbank, Freizügigkeitsstiftung der ZKB, 8010 Zürich, an, von seinem dort bestehenden Freizügigkeitsguthaben Konto Nr.
«...»
einen Betrag von 25.000,-
SFr
auf ein von der Antragstellerin noch zu bezeichnendes Freizügig
keitskonto zu zahlen»
. Vorbehalten wurde allerdings die
Teilung eines weiteren vorhandenen Freizügigkeitsguthabens
(Urk. 2/2/3 S. 2)
.
2.3
2.3.1
Bei der Freizügigkeitsstiftung der Zürcher Kantonalbank befinden sich
gemäss Durchführbarkeitserklärung vom 31. Januar 2022 (Urk. 30)
per
selben Datums
Vermögenswerte von
Y._
in der Höhe von
Fr. 54'582.20, wobei der Betrag von
Fr. 5
2'533.40 als «erste nach der Heirat gemäss Art. 24 FZG mit
geteilte Austrittsleistung bzw. Höhe des Freizügigkeitsguthabens zum Zeitpunkt der Überweisung der früheren Vorsorgeeinrichtung an die Freizügigkeitsstiftung der Zürcher Kantonalbank per
31. Januar 2022» angegeben wird
.
Die Freizügig
keitsleistung wurde
gemäss der Freizügigkeitsstiftung der Zürcher Kantonalbank
von der ehemaligen Vorsorgeeinrichtung Pensionskasse der
D._
Gruppe,
in E._
, überwiesen, welche keine Angaben zum Guthaben zum Zeit
punkt der H
eirat gemacht hatte
.
Im Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) vom 19. April 2022 ist als Arbeitgeber von
Y._
in den Jahren 1991-1999 «
F._
,
in E._
» eingetragen (Urk. 36/1). Damit handelt es sich beim Vermögenswert von Fr. 52'533.
40 um eine in d
e
r Ehezeit erworbene Anwartschaft, welche
hälftig zu teilen ist, entsprechend der von den Parteien in Deutschland getroffenen Ver
einbarung.
2.3.2
B
ei der J.
Safra
Sarasin
Freizügigkeitsstiftung
befinden sich gemäss Durchführ
barkeitserklärung vom
12. Juli 2021
per diesen Datums
Vermögenswerte von
Y._
in der Höhe von Fr. 55'085.53 (Urk. 13 und 14). Die
J.
Safra
Sarasin
Freizügigkeitsstiftung gab an, die
während der Ehe erworbene Austritts
leistung könne nicht berechnet werden, da von der Vorversicherung keine dies
bezüglichen Angaben gemacht worden seien.
Y._
sei seit dem 9. Dezember 2016 Kunde bei der J.
Safra
Sarasin
Freizügigkeitsstiftung (Urk. 13 und Urk. 14). Dem zusätzlich eingeholten Kontoauszug der J.
Safra
Sarasin
Frei
zügigkeitsstiftung vom 24. Januar 2022 ist zu entnehmen, dass am 16. Dezember 2016 eine Zahlung von Fr. 12'950.15 und am 23. Januar 2020 eine solche von Fr. 40'318.35 einging (Urk. 29/1).
Die Zahlung von Fr. 12'950.15 erhielt die J.
Safra
Sarasin
Freizügigkeitsstiftung (ehemals
Sarasin
FZ-Stiftung [
SaraFlip
])
am 16. Dezember 2016
von der AXA Leben AG Vorsorgestiftung (Urk. 29/2), was mit den Angaben
der AXA Leben AG vom 15. Juli 2021
(Urk. 15) übereinstimmt
; bei der letzteren befinden sich
nach der Transaktion
keine Vermögenswerte mehr
.
Die AXA Leben AG gab ausserdem an, d
ie Freizügigkeitspolice sei per 1. November 2013 erstellt worden. Vor Erstel
lung der Freizügigkeitspolice sei
Y._
im Kollektivvertrag bei der
G._
AG vom 18. Oktober 2011 bis 31. Oktober 2013 BVG-versichert gewesen (Urk. 15). Dieser Arbeitgeber ist für die besagte Zeit auch im
IK-Auszug
eingetragen (Urk. 36/1).
Da die Anstellung bei der
G._
AG nach dem 30. Juni 2010 (Ende der Ehezeit)
begann
, ist die
im Zusammen
hang mit diesem Arbeitsverhältnis
erworbene Freizügigkeitsleistung nicht zu tei
len.
Die Zahlung von Fr. 40'318.35 erhielt die J.
Safra
Sarasin
Freizügigkeitsstiftung
am 23. Januar 2020
von der PKG Pensionskasse, Luzern (Urk. 29/3). Ohne
gegen
teilige Vorbringen der Parteien
ist
erstellt, dass es sich bei der PKG Pensionskasse um die Pensionskasse der
H._
AG handelt, bei welcher
Y._
gemäss IK-Auszug
von November 2013 bis Dezember
2019 –
mithin
nicht in der
Ehezeit
–
angestellt war (Urk. 36/1).
Auch die
im Zusammenhang mit die
sem Arbeitsverhältnis erworbene Freizügigkeitsleistung
ist
nicht zu teilen.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vermögenswerte bei der J.
Safra
Sa
rasin
Freizügigkeitsstiftung nicht in der Ehezeit erworben wurden
und somit nicht zu teilen sind, und dass sich bei AXA Leben AG keine Vermögenswerte mehr befinden.
2.4
Nebst den
drei
genannten Freizügigkeitsstiftungen
(Freizügigkeitsstiftung der Zürcher Kantonalbank; J.
Safra
Sarasin
Freizügigkeitsstiftung; AX
A Leben AG
)
wurden dem Gericht von der Zentralstelle 2. Säule keine weiteren gemeldet (Urk. 5/1-4).
3.
3.1
Zu teilen ist
demnach
das von der Freizügigkeitsstiftung der Zürcher Kantonal
bank angegebene Freizügigkeitsguthaben
von
Y._
im Wert
von Fr. 52'533.40 (per 31. Januar 2022)
.
Die Hälfte entspricht einem Wert von Fr. 26'266.70.
3.2
Y._
hielt in seiner Eingabe vom 21. November 2021 fest,
gemäss seinen Berechnungen
ergebe sich eine
Summe von Fr. 52'233.20. Daher sollte der Betrag auf Fr. 26'116.60 angepasst werden (Urk. 25). In der Eingabe vom 12. Mai 2022 räumte
X._
ein, dieser Betrag könnte in etwa korrekt sein. Zur Vermeidung weiterer Recherchen wäre sie bereit, den von
Y._
behauptete
n Anspruch von Fr. 26'116.60
an
zu
erkennen (Urk. 40).
Im Grund
satz sind sich die Parteien somit einig.
3.3
Y._
macht
e
indes geltend, im September 1998 seien Fr. 28'000.
-
-
für Wohneigentum vorbezogen worden (Urk. 41), was
betraglich
mit
der Angabe in
der Durchführbarkeitsbestätigung der Freizügigkeitsstiftung der Zürcher Kan
tonalbank vom 9. Juli 2021 (Urk. 9 S. 2)
übereinstimmt
.
Weiter brachte
Y._
vor, d
as Eigenheim habe
X._
für ihr Restaurant verschuldet und in Insolvenz gesetzt. Am 19. Januar 2007 sei er (
Y._
) in eine Miet
wohnung gezogen; das Eigenheim hätten sie für 350'000 Euro verkaufen müssen, um die Insolvenz zu begleichen (Urk. 41
, vgl. auch Urk. 22/3
).
Die Parteien vereinbarten
laut Protokoll des Amtsgerichts Waldshut-Tiengen vom 20. Mai 2014
, dass das gemeinsame Haus verkauft werden solle. Nach Ablösung des Kredites und nach Ablösung der aus der Selbständigkeit herrührenden Schul
den der Ehefrau und auch sonstigen Schulden der Ehefrau solle ein etwaiger Rest
betrag einvernehmlich zwischen den Beteiligten aufgeteilt werden (Urk. 2/2/3 S. 3). Damit erweist sich die güterrechtliche Auseinandersetzung als abschliessend geregelt.
Ein Ausgleich für die besagten Fr. 28'000.-- wurde dabei nicht erwähnt.
In der gemäss Bundesgericht nicht ergänzungsbedürftigen Regelung
zum
Vorsor
geausgleich (Urk. 1 E. 5.2.2
) wurde überdies kein Vorbehalt betreffend den im Jahr 1998 getätigten
Vorbezug
für Wohneigentum in der Höhe von Fr. 28'000.-- angebracht; die Parteien waren sich einig, dass ein Betrag von Fr. 25'000.--
vom Freizügigkeitsguthaben von
Y._
auf dem Konto Nr. «...»
bei der Freizügigkeitsstiftung der Zürcher Kantonalbank an
X._
zu zahlen sei (Urk. 2/2/3 S. 2).
Es bleibt somit kein Raum für eine Berücksichtigung des Vorbezugs für Wohnei
gentum in der Höhe von Fr. 28'000.-- bei der Teilung der Austrittsleistungen.
3.4
Einer Anerkennung des Betrages von Fr. 26'116.60 durch
X._
steht die Formulierung «wäre» im Wege (Urk. 40).
Zu teilen ist daher der von der Freizügigkeitsstiftung der Zürcher Kantonalbank
ausgewiesene
Wert von Fr. 52'533.40 (per 31. Januar 2022).
In diesem Sinne
ist die Freizügigkeitsstiftung der Zürcher Kantonalbank anzu
weisen, ab Rechtskraft dieses Urteils den Betrag von Fr.
26'
266.70
zuzüglich
ab 1. Februar 2022 gutgeschriebener
Zinsen (vgl. Urk. 30 Anhang) zulasten des Frei
zügigkeitskontos Nr.
«...»
von
Y._
(AHV-Nr.
«...»
) auf das Freizügigkeitskonto von
X._
(
geb.
1965, ehemals
I._
) bei der Raiffeisenbank Aare-Rhein, IBAN
«...»
zu überweisen.
4.
4.1
Das Verfahren ist kostenlos, womit der Antrag auf unentgeltliche Prozessführung abzuschreiben ist.
4.2
In der vorliegenden Konstellation kann nicht von einem Obsiegen oder Unterlie
gen ausgegangen werden, da sich das Verfahren auf den Vollzug der vom Schei
dun
gsgericht angeordneten Teilung
der Austrittsleistungen beschränkt. Dement
sprechend rechtfertigt es sich nicht, vorliegend Prozessentschädigungen zuzu
sprechen.
4.3
Die Voraussetzungen
zur Bestellung einer unentgeltl
ichen Rechtsvertretung ge
mäss §
16 Ab
s. 1 und Abs.
2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) sind erfüllt
(vgl. Urk. 19 und Urk. 20/2-10)
.
Rechtsanwalt Jürg
Leimbacher
ist als unentgeltlicher Rechtsvertreter der Klägerin zu bestellen und unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des
gesamten
Prozesses (Verfahren BV.2020.00006 und BV.2021.00034)
bei einem
praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüg
lich Mehrwertsteuer) mit Fr. 1’8
00.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
Die Klägerin wird auf § 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsge
richt (
GSVGer
) aufmerksam gemacht, wonach sie zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Rechtsvertretung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist.
Das Gericht beschliesst,
In Bewilligung des Gesuchs vom
19. Februar 2020
wird der
Klägerin
in der Person von
Rechtsanwalt Jürg
Leimbacher
,
Bülach,
ein unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt,