Decision ID: ba2e8bd9-a60a-5840-9e14-d736cf8e5405
Year: 2015
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. R.Y. lebte bis Ende Oktober 2010 zusammen mit seiner Ehefrau S.Y. und den beiden
Kindern, geb. 2004 und 2007, in A. in einem gemieteten Haus. Auf 1. November 2010
bezog er in A. eine eigene Wohnung. Im April 2011 zog S.Y. mit den Kindern in eine
Wohnung in A. um und nahm in der Folge am 1. September 2011 in B. Wohnsitz. In der
Steuererklärung 2011 brachte R.Y. die in den Monaten September bis Dezember 2011
geleisteten Unterhaltszahlungen an die Kinder und die Ehefrau im Betrag von Fr.
13'440.-- zum Abzug (act. G 5/8 1.1). Das kantonale Steueramt übernahm diese
Deklaration und veranlagte ihn am 14. November 2012 für die Kantons- und
Gemeindesteuern mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 75'700.-- und ohne
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steuerbares Vermögen und für die direkte Bundessteuer 2011 mit einem steuerbaren
Einkommen von Fr. 76'300.-- (act. G 5/8 1.10 f.). In den dagegen erhobenen
Einsprachen machte R.Y. geltend, er habe während des ganzen Jahres 2011 getrennt
von seiner Frau und den Kindern gelebt und deren Unterhalt vom gemeinsamen Konto
finanziert. Es seien daher auch Unterhaltsbeiträge innerhalb der ersten acht Monate
des Jahres 2011 zu berücksichtigen (act. G 5/8 2.1-2.3).
b. Mit Entscheiden vom 5. März 2013 wies das kantonale Steueramt die Einsprachen
ab (act. G 5/8 2.4 bis 2.7). Den hiergegen erhobenen Rekurs bzw. die Beschwerde
hiess die Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom
26. November 2013 gut, hob die Einspracheentscheide vom 5. März 2013 auf und
veranlagte R.Y. mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 49'500.-- und ohne
steuerbares Vermögen (Kantons- und Gemeindesteuern 2011) bzw. mit einem
steuerbaren Einkommen von Fr. 50'600.-- (direkte Bundessteuer 2011; act. G 2).
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhob das kantonale Steueramt mit Eingabe vom 24.
Dezember 2013 Beschwerde mit dem Antrag, der Entscheid sei aufzuheben und die
Einspracheentscheide vom 5. März 2013 betreffend Kantons- und Gemeindesteuern
und direkte Bundessteuer seien zu bestätigen (act. G 1).
b. In der Vernehmlassung vom 10. Januar 2014 beantragte die Vorinstanz Abweisung
der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Darlegungen im angefochtenen
Entscheid und äusserte sich ergänzend (act. G 4). Der Beschwerdegegner bestätigte in
seiner Stellungnahme vom 4. Februar 2014 seine Ausführungen in den Eingaben an die
Vorinstanz (act. G 7).
c. Auf die Vorbringen der Parteien in den Eingaben des vorliegenden Verfahrens wird,
soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Da die steuerrechtlichen Vorschriften des Bundes und der Kantone zur
Veranlagung des Erwerbs- und Renteneinkommens vereinheitlicht sind, erledigte die
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Vorinstanz den Rekurs betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern einerseits und
die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer anderseits zu Recht im gleichen
Entscheid, aber mit getrennten Dispositivziffern; unter diesen Umständen durfte auch
der Beschwerdeführer die Beschwerden in einer gemeinsamen Rechtsschrift erheben
(BGE 135 II 260 E. 1.3). Ebenso ist es zulässig, dass das Verwaltungsgericht über die
Beschwerden im gleichen Urteil entscheidet (vgl. BGer 2C_440 und 441/2014 vom 10.
Oktober 2014 E. 1.2).
Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59 Abs. 1 des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP; Art. 229 in Verbindung
mit Art. 196 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, StG; Art. 1 Abs. 3 und Art. 7 Abs. 2
der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 145
des Gesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, DBG). Der Beschwerdeführer
ist zur Beschwerde legitimiert, und seine Eingabe vom 24. Dezember 2013 entspricht
zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 229 in Verbindung
mit Art. 194 Abs. 1 StG in Verbindung mit Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 VRP; Art. 145 in
Verbindung mit Art. 140 Abs. 1 und 2 DBG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
Die Kognition des Verwaltungsgerichts ist auf Rechtsverletzungen beschränkt; der
Beschwerdeführer kann sich sodann auch darauf berufen, die angefochtene Verfügung
oder der angefochtene Entscheid beruhe auf einem unrichtig oder unvollständig
festgestellten Sachverhalt (Art. 61 VRP).
2.
2.1. Streitig ist, ob die Vorinstanz zu Recht die Einspracheentscheide vom 5. März
2013 aufhob und die vom Beschwerdegegner an seine Ehefrau und die Kinder
geleisteten Unterhaltszahlungen für die gesamte Steuerperiode 2011 (Januar bis
Dezember) zum Abzug zuliess.
2.1.1. Nach Art. 9 Abs. 1 DBG und Art. 20 Abs. 1 StG werden Einkommen und
Vermögen der Ehegatten, die in rechtlich und tatsächlich ungetrennter Ehe leben,
unabhängig vom Güterstand zusammengerechnet. Für solche gemeinsam
steuerpflichtige Ehegatten wird der Steuersatz des halben steuerbaren Einkommens
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angewendet (Art. 50 Abs. 3 StG). Nach Art. 8 Abs. 2 der Steuerverordnung (sGS
811.11; StV) gilt eine Ehe als tatsächlich getrennt, wenn der gemeinsame Haushalt
aufgehoben ist, zwischen den Ehegatten keine Gemeinschaftlichkeit der Mittel für
Wohnung und Unterhalt mehr besteht und eine allfällige Unterstützung des einen
Ehegatten durch den andern nur noch in ziffernmässig bestimmten Beträgen geleistet
wird. Diese Merkmale, die kumulativ erfüllt sein müssen, stimmen mit den in der Lehre
und der bundesgerichtlichen Rechtsprechung anerkannten Voraussetzungen für eine
getrennte Besteuerung der Eheleute überein (vgl. statt vieler Greminger/Bärtschi, in:
Zweifel/Athanas [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, 2. Aufl. 2008,
Rz. 10 ff. zu Art. 9 DBG; Zigerlig/Oertli/Hofmann, Das st. gallische Steuerrecht, 7. Aufl.
2014, II. Rz. 8; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl.
2009, Rz. 16 zu Art. 9 DBG; BGer 2C_646/2011 vom 18. September 2012, E. 2.3 mit
Hinweisen). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung setzt eine selbständige
Besteuerung der Ehegatten sodann eine dauernde Trennung und damit eine
Aufhebung des gemeinsamen Haushalts bzw. ein Getrenntleben im Sinne von Art. 137
und Art. 175 f. des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (SR 210) oder ein Einvernehmen
darüber voraus, dass die eheliche Gemeinschaft aufgehoben wird (BGer 2C_523/2007
vom 5. Februar 2008). Da es Sache der steuerpflichtigen Person ist, steuermindernde
Tatsachen nachzuweisen, hat sie auch die Voraussetzungen für einen Verzicht auf
Gemeinschaftsbesteuerung zu belegen (Greminger/Bärtschi, a.a.O., Rz. 17 zu Art. 9
DBG mit Hinweis auf Peter Locher, Kommentar zum DBG, 1. Teil, Basel 2001, Rz. 20
zu Art. 9 mit Hinweisen).
2.1.2. Massgebend für die Würdigung einer Ehe als wirtschaftliche Einheit ist die
objektiv feststellbare Mittelverwendung; subjektive Intentionen der Ehepartner sind
nicht relevant (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., Rz. 20 zu Art. 9). Werden
solche von beiden Seiten für Wohnung und Lebensunterhalt eingesetzt, sind die
Ehegatten trotz eigener Wohnung und gegebenenfalls auch eigenem zivilrechtlichem
Wohnsitz zusammen zu veranlagen (vgl. Eidgenössische Steuerverwaltung [ESTV],
Kreisschreiben [KS] Nr. 30 vom 21. Dezember 2010: Ehepaar- und
Familienbesteuerung nach dem Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, Ziff. 1.3,
publiziert in: www.estv.admin.ch; KS ESTV Nr. 14 vom 29. Juli 1994 betreffend
Familienbesteuerung nach dem DBG, ASA 63, 284). Besteht keine
Gemeinschaftlichkeit der Mittel, wird aber ein Ehegatte vom anderen unterstützt, so
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müssen sich diese Leistungen in ziffernmässig bestimmten Beiträgen erschöpfen
(VerwGE B 2010/253 vom 22. Februar 2011, E. 3.2; B 2009/165 vom 18. März 2010
[SGE 2010 Nr. 13]; www.gerichte.sg.ch). Unterhaltsleistungen erfolgen in der Regel als
wiederkehrende direkte Geldleistungen. Sie können jedoch auch in der Form von
indirekten Zahlungen erbracht werden, wie etwa die Übernahme von Miet- oder
Schuldzinsen, oder aus eigentlichen Naturalleistungen bestehen (KS ESTV Nr. 30
a.a.O., Ziff. 14.1.2). Die Freiwilligkeit einer Zahlung - unabhängig von einer gerichtlichen
Verpflichtung oder schriftlichen Vereinbarung - schliesst deren Abzugsfähigkeit nicht
aus (Zigerlig/Jud, in: Zweifel/Athanas [Hrsg.], Kommentar zum schweizerischen
Steuerrecht, Bd. I/2a, 2. A. 2008, Rz. 18a zu Art. 33 DBG; SGE 2009 Nr. 1).
2.2.
2.2.1. Der Beschwerdegegner erbrachte in den Monaten September bis November
2011 Unterhaltsleistungen an die Ehefrau und die Kinder von je Fr. 3'410.-- und im
Dezember 2011 von Fr. 3'210.--; diese führte er in der Steuererklärung 2011 mit einem
Gesamtbetrag von Fr. 13'440.-- an (act. G 5/8 1.1). Der Beschwerdeführer anerkannte
die Abzugsfähigkeit dieser Leistungen (act. G 5/8 2.6 S. 3 f.). Der Beschwerdegegner
bestätigt im vorliegenden Verfahren seinen Standpunkt, dass auch der von ihm in den
Monaten Januar bis August 2011 geleistete Unterhalt zum Abzug zuzulassen sei (act. G
7). In diesem Zusammenhang ist unbestritten, dass der Beschwerdegegner bereits ab
1. November 2010 eine eigene Wohnung in A. bezog und während der gesamten
Steuerperiode 2011 getrennt von seiner Ehefrau lebte (vgl. act. G 1 S. 2). Die räumliche
Trennung bestand auch in der Folgezeit fort; sie hat daher als dauerhaft zu gelten. Zu
prüfen ist demgegenüber, ob in den Monaten Januar bis und mit August 2011 eine
Gemeinschaftlichkeit der finanziellen Mittel zwischen den Ehepartnern vorlag oder
nicht. Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid zum Schluss, im streitigen
Zeitraum habe der Beschwerdeführer seiner Ehefrau und den Kindern keinen
ziffernmässig bestimmten Betrag pro Monat bezahlt. Die Ehefrau habe sämtliche
Auslagen für sich und die Kinder über das gemeinsame Haushaltskonto finanziert. Von
diesem Konto habe der Beschwerdegegner auch die Mietzinse für das von der Ehefrau
und den Kindern bis Ende März 2011 bewohnte Haus bzw. ihre Wohnung (bis Ende
August 2011) sowie deren Krankenkassenprämien bezahlt. Da auf das gemeinsame
Haushaltskonto im fraglichen Zeitraum - abgesehen von geringfügigen Einkünften der
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Ehefrau von Fr. 280.65 - praktisch ausschliesslich Erwerbseinkünfte des
Beschwerdegegners geflossen seien, könne nicht von einem "gemeinsamen Topf"
bzw. einer Gemeinschaftlichkeit der Mittel gesprochen werden. Der Beschwerdegegner
sei allein für den Unterhalt der getrennt lebenden Ehefrau und der Kinder
aufgekommen. Es sei hinsichtlich der Art der Mittelverwendung nicht entscheidend, ob
der Beschwerdeführer seiner Ehefrau einen monatlich fixen Betrag überwiesen oder
diese die laufenden Kosten dem auf beide Eheleute lautenden Konto belastet habe.
Unterhaltsleistungen könnten nicht nur als wiederkehrende, direkte Geldleistungen,
sondern auch in Form der Übernahme von Mietzinsen oder Krankenkassenprämien
erfolgen oder aus eigentlichen Naturalleistungen oder unregelmässig wiederkehrenden
Unterstützungen zur Deckung des laufenden Lebensbedarfs bestehen. Die Form der
Leistungen, die der Beschwerdeführer während der faktischen Trennung der Ehe von
Januar bis und mit August 2011 erbracht habe, rechtfertige daher die Annahme einer
gemeinschaftlichen Mittelverwendung nicht. Aufgrund der getrennten
Mittelverwendung sei er berechtigt, für das ganze Jahr Unterhaltsbeiträge an die
Ehefrau und die Kinder von den Einkünften abzuziehen (act. G 2 S. 6).
2.2.2. Der Beschwerdeführer wendet ein, die Vorinstanz verkenne, dass die
Mittelherkunft für die Beurteilung, ob eine wirtschaftliche Einheit zwischen den
Ehegatten vorliege, grundsätzlich unerheblich sei. Denn wäre die Mittelherkunft von
Bedeutung, so wäre die wirtschaftliche Einheit bei einem Einverdiener-Ehepaar immer
zu verneinen. Massgebend sei die Mittelverwendung bzw., dass sich die Unterstützung
des einen an den anderen Ehegatten in ziffernmässig bestimmten Beträgen erschöpfe.
Vorliegend habe sich die Unterstützung des Beschwerdegegners in der Zeit von Januar
bis August 2011 nicht auf ziffernmässig bestimmte Beträge beschränkt. Das
gemeinsame Haushaltkonto sei erst per Anfang September 2011 aufgelöst worden. Die
tatsächliche Trennung habe erst mit der Auflösung dieses Kontos stattgefunden.
Folglich könnten für die Zeit von Januar bis August 2011 keine Unterhaltszahlungen
abgezogen werden (act. G 1). Der Beschwerdegegner weist demgegenüber darauf hin,
dass er aufgrund seiner Ausnahmesituation (gemeinsames Haushaltskonto trotz
räumlicher Trennung von Januar bis August 2011) bestraft und durch zusätzlich
anfallende Steuern an den Rand einer finanziellen Notsituation gebracht würde, wenn
dem Standpunkt des Beschwerdeführers gefolgt werde. Er habe durch die
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Weiterführung des Haushaltskontos im erwähnten Zeitraum einen grossen Teil des
Lebensunterhalts seiner Ehefrau und der beiden Kinder finanziert (act. G 7).
2.2.3. An einer Gemeinschaftlichkeit der Mittel im erwähnten Sinn fehlt es, wenn sich
die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Ehegatten mit je eigenem Wohnsitz
höchstens noch darauf beschränken, dass der eine dem anderen ziffernmässig
bestimmte Unterhaltsbeiträge zukommen lässt und sie insoweit keine wirtschaftliche
Einheit mehr bilden. Abzustellen ist dabei nicht auf die (formal-)rechtlichen Aspekte,
sondern auf die tatsächlich vorliegenden Verhältnisse (Greminger/Bärtschi, a.a.O., Rz.
13 zu Art. 9 DBG). Der in diesem Zusammenhang erfolgte Hinweis des
Beschwerdeführers, dass die Mittelverwendung (nicht die Mittelherkunft)
ausschlaggebend sei (act. G 4 S. 3), trifft zu. Wesentlich für die Beantwortung der
vorliegend streitigen Frage erscheint dabei der von der Vorinstanz angeführte
Umstand, dass Unterhaltsleistungen nicht nur als wiederkehrende direkte
(ziffernmässig bestimmte) Geldleistungen, sondern auch in Form indirekter Zahlungen -
wie etwa durch Übernahme der Steuern, Mietzinsen und Krankheitskosten oder
anderweitiger Aufwendungen durch den Unterhaltsschuldner - erbracht werden können
(vgl. KS ESTV Nr. 30, a.a.O, Ziff. 14.1.2 und 14.2.2 und Zigerlig/Jud, a.a.O., Rz. 18a zu
Art. 33 DBG). Insofern können auch Unterhaltsbeiträge steuerlich anerkannt werden,
welche nicht zum vornherein ziffernmässig bestimmt sind und nicht regelmässig
anfallen. Indem die Ehefrau vom Haushaltskonto Bezüge tätigen konnte, übernahm der
Beschwerdegegner (indirekt) ihren laufenden Unterhalt und denjenigen der Kinder. In
einer solchen Situation besteht kein qualitativer Unterschied zwischen dem Überlassen
eines Kontos zur Deckung der laufenden Lebenshaltung einerseits und der
regelmässigen Überweisung von Beträgen auf ein Konto der betreffenden Person
anderseits. Insoweit die Ehefrau konkret Bezüge vom Konto zur Deckung des
laufenden Unterhalts einschliesslich desjenigen der Kinder tätigte, waren die
bezogenen Beträge auch sachlich und von den Beträgen her festgelegt und damit
"ziffernmässig bestimmt". Einzig der formale Umstand, dass die Ehepartner erst ab
September 2011 auch über getrennte Konten ihren Aufwand finanzierten (vgl. act. G 7
S. 1 unten), vermag keinen inhaltlichen Unterschied zur Situation in den acht
vorangegangenen Monaten darzutun. Dem vom Beschwerdeführer zur Begründung
seines Standpunktes angeführten Urteil des Verwaltungsgerichts B 2010/253 vom 22.
Februar 2011 lagen als Sachverhalt vernetzte Verhältnisse zwischen den Ehegatten
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sowohl in finanzieller als auch in beruflicher Hinsicht zugrunde, welche eine
zuverlässige Eruierung des tatsächlich geleisteten Unterhalts verunmöglichten (vgl.
Urteil B 2010/253, a.a.O., E. 3.2.1 ff.). Demgegenüber lässt sich vorliegend der vom
Beschwerdegegner in den Monaten Januar bis August 2011 erbrachte Unterhalt für die
Ehefrau und die Kinder ohne Weiteres abgrenzen (vgl. nachstehende E. 2.3). Im
Übrigen weist die Vorinstanz in der Vernehmlassung (act. G 4) zu Recht darauf hin,
dass der Grundsatz der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit
verletzt ist, wenn die Verweigerung des Abzugs von Leistungen an den getrennt
lebenden Ehegatten dazu führt, dass der Leistende den Steuererlass (vgl. dazu den
Hinweis in den Einspracheentscheiden, act. G 5/8 2.4 S. 4) in Anspruch nehmen muss.
Beim geschilderten Sachverhalt lässt es sich nicht beanstanden, dass die Vorinstanz
eine Abzugsberechtigung des vom Beschwerdegegner an die Ehefrau und die beiden
Kinder geleisteten Unterhalts für das ganze Jahr 2011 bejahte.
2.3. Die Vorinstanz führte im angefochtenen Entscheid aus, der Beschwerdeführer
habe im Zeitraum von Januar bis August 2011 vom Haushaltkonto Mietzinse der
Ehefrau von Fr. 11'220.-- (richtig wohl: Fr. 9'450.--; 2x Fr. 2'070.-- + 3x Fr. 1'770.--;
act. G 5/2/7, rot markiert) beglichen. Hinzu kämen die von ihm bezahlten
Krankenkassenprämien von Fr. 3'281.60 (8x Fr. 410.20; act. G 5/2/8). Ferner würden
sich für den erwähnten Zeitraum Bezüge der Ehefrau für Einkäufe, Benzin etc. in der
Höhe von Fr. 15'345.53 (act. G 5/2/7, orange markiert) ergeben. Zusammengerechnet
resultierten Bezüge und Zahlungen von rund Fr. 30'000.-- (richtig: rund 28'000.--). Ein
Unterhaltsbedarf in dieser Grössenordnung erweise sich auch im Vergleich zum
betreibungsrechtlichen Notbedarf der Ehefrau und der Kinder in den fraglichen acht
Monaten von Fr. 31'931.60 (richtig: Fr. 33'701.60; Miete: 3x Fr. 2'070.-- + 4x Fr.
1'770.-- [richtig: 5x Fr. 1'770.--]; Krankenkasse: 8x Fr. 410.20; Grundbedarf Ehefrau: 8x
Fr. 1'230.--; Grundbedarf Kinder: 8x Fr. 690.--) nicht als überhöht. Es sei unter diesen
Umständen davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in den Monaten Januar bis
August 2011 die von ihm geltend gemachten Unterhaltsbeiträge von Fr. 25'680.-- (8x
Fr. 3'210.--) tatsächlich geleistet habe, weshalb sie zum Abzug zuzulassen seien (act.
G 2 S. 7). - Diese Darlegungen erweisen sich (nach Berücksichtigung der erwähnten
Betrags-Differenzen) als nachvollziehbar begründet. Anhaltspunkte, aufgrund welcher
sie im Ergebnis in Frage zu stellen wären, werden weder geltend gemacht noch sind
solche aus den Akten ersichtlich.
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3.
3.1. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde sowohl
hinsichtlich der Kantons- und Gemeindesteuern als auch der direkten Bundessteuer
abzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang sind die amtlichen Kosten vom
Beschwerdeführer zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP, Art. 144 Abs. 1 und 145 Abs. 2 DBG).
Eine Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf deren Erhebung wird nicht verzichtet (Art.
95 Abs. 3 VRP).
3.2. Der Beschwerdegegner stellte keinen Antrag auf Parteientschädigung. Die
Entschädigung ausseramtlicher Kosten fällt damit schon deshalb ausser Betracht.
Sodann ist auch ein Grund für die Zusprechung einer Umtriebsentschädigung nicht
belegt.