Decision ID: 1e57c095-d988-55da-8661-8f59a22a0261
Year: 2020
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass die Beschwerdeführenden 1 bis 7 am 16. Januar 2020 in der Schweiz
um Asyl nachsuchten (elektronische Akten des SEM [...] / N [...] [SEM-act.]
25 bis 31),
dass das SEM mit Verfügungen vom 19. Mai 2020 (Beschwerdeführende
1 bis 6) und 20. Mai 2020 (Beschwerdeführer 7) – beide eröffnet am 22. Mai
2020 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf die
Asylgesuche nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach Portugal
anordnete und die Beschwerdeführenden aufforderte, die Schweiz spätes-
tens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen (SEM-act. 72
und 75),
dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-
scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung
der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an die Beschwer-
deführenden verfügte,
dass die Beschwerdeführenden 1 bis 6 (Ref. F-2789/2020) und der Be-
schwerdeführer 7 (Ref. F-2788/2020) mit zwei separaten Eingaben vom
28. Mai 2020 gegen diese Entscheide Beschwerde beim Bundesverwal-
tungsgericht erhoben (Akten des BVGer F-2789/2020 [Rek1-act.] 1 und
F-2788/2020 [Rek2-act.] 1),
dass sie in der Sache die Aufhebung der angefochtenen Entscheide und
das Eintreten auf die Asylgesuche, eventualiter die Rückweisung der An-
gelegenheit an die Vorinstanz zur Neubeurteilung beantragten,
dass sie in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Gewährung der unentgeltli-
chen Rechtspflege mit Verbeiständung, um Erteilung der aufschiebenden
Wirkung und um Gewährung der Möglichkeit ersuchten, die Beschwer-
debegründung zu ergänzen,
dass der Instruktionsrichter mit superprovisorischer Massnahme vom
29. Mai 2020 den Vollzug der Überstellung der Beschwerdeführenden
einstweilen aussetzte (Rek1-act. 2, Rek2-act. 2),
dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am 2. Juni
2020 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG),
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und zieht in Erwägung,
dass sich aus prozessökonomischen Gründen rechtfertigt, die inhaltlich
eng zusammenhängenden, Mitglieder derselben Familie betreffenden Ver-
fahren F-2789/2020 und F-2788/2020 zu vereinigen,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-
gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33
VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass die Beschwerdeführenden am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-
nommen haben, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt
sind, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise
Änderung haben und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert
sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die beiden frist- und formgerecht eingereichten Beschwer-
den einzutreten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich,
wie nachfolgend aufgezeigt wird, um solche handelt, weshalb das Urteil
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet wurde,
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG),
dass diesbezüglich die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen
Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien
und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-
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nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-
gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist,
(nachfolgend: Dublin-III-VO, ABl. L 180/31 vom 29.6.2013) zur Anwendung
kommt,
dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-
gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als
zuständiger Staat bestimmt wird,
dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-
geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt
wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens nach Art. 21 und 22
Dublin-III-VO (engl.: take charge) die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO)
genannten Kriterien in der dort aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierar-
chie der Zuständigkeitskriterien; vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwen-
den sind, und dabei von der Situation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen
ist, in dem der Asylsuchende erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat
gestellt hat (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO),
dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist,
einen Antragsteller, der in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag ge-
stellt hat, nach Massgabe der Art. 21, 22 und 29 Dublin-III-VO aufzuneh-
men (Art. 18 Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO),
dass die Beschwerdeführenden gemäss einem Abgleich ihrer Fingerabdrü-
cke im zentralen Visa-Informationssystem (CS-VIS) am 4. November 2019
von der portugiesischen Vertretung in Angola Schengen-Visa mit einer Gül-
tigkeitsdauer von 6. Dezember 2019 bis 19. Januar 2020 bzw. 2. Juni 2020
erhalten hatten (SEM-act. 15 – 18),
dass die Beschwerdeführenden im Rahmen der persönlichen Gespräche
nach Art. 5 Dublin-III-VO vorbrachten, sie seien mit den portugiesischen
Schengen-Visa am 10. Januar 2020 nach Portugal geflogen und anschlies-
send mit dem Auto über Spanien und Frankreich in die Schweiz eingereist,
wo sie am 16. Januar 2020 um Asyl ersucht haben (SEM-act. 35 – 38),
dass jedoch gemäss Art 12 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 7 Abs 1 und 2
Dublin-III-VO der Besitz eines zum Zeitpunkt des Asylgesuchs gütigen Vi-
sums eines Mitgliedstaates – hier Portugals – die Zuständigkeit dieses Mit-
gliedstaates zur Behandlung des Asylgesuchs begründet, wenn – wie
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es vorliegend der Fall ist – kein übergeordnetes Zuständigkeitskriterium
des Kapitels III auf einen anderen Mitgliedstaat verweist,
dass die Vorinstanz somit zu Recht die portugiesischen Behörden gestützt
auf Art. 12 Abs. 2 Dublin-III-VO um Aufnahme der Beschwerdeführenden
ersucht hat (SEM-act. 43, 45, 68) und die letzteren am 24. März 2020 bzw.
14. Mai 2020 ebenso zu Recht den Aufnahmegesuchen der Vorinstanz zu-
gestimmt haben (SEM-act. 57, 59, 71),
dass die Zuständigkeit Portugals zur Behandlung der Asylgesuche der Be-
schwerdeführenden daher gegeben ist,
dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-
keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-
ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den
eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche
Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-
bedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische
Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder
entwürdigenden Behandlung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grund-
rechte der Europäischen Union (nachfolgend: EU-Grundrechtecharta, ABl.
C 364/1 vom 18.12.2000) mit sich bringen, und nach den Regeln der Dub-
lin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt werden kann,
dass sich die Beschwerdeführenden auf diese Bestimmung berufen, indem
sie unter Berufung auf die AIDA Country Reports Portugal der Jahre 2018
und 2019 auf die praktisch 100-prozentige Abweisungsquote bei Asylsu-
chenden aus Angola hinweisen, die befürchten liesse, dass in Portugal
Asylsuchende aus Angola grundsätzlich kein Asyl oder subsidiären Schutz
erhielten, sie mithin nicht mit einer angemessenen und umfassenden Prü-
fung ihrer Gesuche rechnen könnten,
dass Portugal Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. De-
zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-
niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens
vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR
0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR
0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtun-
gen nachkommt,
dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und
schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des
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Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013
zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-
ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie, ABl. L 180/60 vom
29.6.2013) sowie 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Nor-
men für die Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz beantra-
gen (sog. Aufnahmerichtlinie, ABl. L 180/96 vom 29.6.2013) ergeben,
dass die angerufenen Asylstatistiken, selbst wenn sie zutreffend sein soll-
ten, keinen Rückschluss auf die Qualität der entsprechenden Verfahren
zulassen und daher keinen wesentlichen Grund für die Annahme darstel-
len, das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für Antragstellende
in Portugal würden systemische Schwachstellen aufweisen, die eine Ge-
fahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne des
Artikels 4 der EU–Grundrechtecharta mit sich bringen,
dass unter diesen Umständen und gestützt auf den gegenwärtigen Kennt-
nisstand die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 Dublin-III-VO gegenüber
Portugal nicht gerechtfertigt ist (vgl. statt vieler Urteile des BVGer
D-1116/2020 vom 3.3.2020, E-3513/2018 vom 29.7.2019 E. 3.3,
E 2466/2019 vom 28.5.2019 E. 4.3 und F-721/2019 vom 4.4.2019 E. 7),
dass ferner jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO
beschliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder
Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch
wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die
Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbstein-
trittsrecht),
dass Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1,
SR 142.311) das Selbsteintrittsrecht landesrechtlich konkretisiert und es
ins pflichtgemässe Ermessen des SEM legt, ein Gesuch aus humanitären
Gründen auch dann zu behandeln, wenn die Prüfung ergeben hat, dass
ein anderer Staat dafür zuständig ist,
dass indessen auf die Ausübung des Selbsteintrittsrechts ein einklagbarer
Anspruch besteht, wenn die Überstellung des Antragstellers in den an sich
zuständigen Mitgliedstaat übergeordnetes Recht, namentlich eine Norm
des Völkerrechts verletzen würde (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.2; ferner Urteil
des BVGer F-3457/2019 vom 11.7.2019 E. 4.4, je m.H),
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dass die Beschwerdeführenden mit ihrem bereits weiter oben im Kontext
der systemischen Mängel behandelten Hinweis auf die hohe Ablehnungs-
quote bei angolanischen Asylsuchenden kein konkretes und ernsthaftes
Risiko dargetan haben, die portugiesischen Behörden würden sich weigern
sie aufzunehmen und ihren Antrag auf internationalen Schutz unter Einhal-
tung der Regeln der Verfahrensrichtlinie zu prüfen,
dass diesen Vorbringen auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen
lassen, Portugal werde in ihrem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement
missachten und sie zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem ihr Leib, ihr
Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefähr-
det ist oder in dem sie Gefahr laufen würden, zur Ausreise in ein solches
Land gezwungen zu werden,
dass die Beschwerdeführenden unter dem Gesichtspunkt des Selbstein-
tritts ihre Befürchtung ins Verfahren einbringen, sie könnten in Portugal an-
gesichts der dort herrschenden prekären Unterbringungssituation keine
angemessene Unterkunft für die gesamte Familie erhalten,
dass die Beschwerdeführenden damit jedoch keine konkreten Hinweise für
die Annahme dargetan haben, Portugal würde ihnen dauerhaft die ihnen
gemäss Aufnahmerichtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen
vorenthalten, namentlich bei der Zuweisung einer Unterkunft den Grund-
satz der Familieneinheit nicht wahren (vgl. Art. 12 Aufnahmerichtlinie),
dass sich die Beschwerdeführenden im Falle einer vorübergehenden Ein-
schränkung im Übrigen nötigenfalls an die portugiesischen Behörden wen-
den und die ihnen zustehenden Aufnahmebedingungen auf dem Rechts-
weg einfordern könnten (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie),
dass sich die Beschwerdeführenden sodann darauf berufen, die Be-
schwerdeführerin 2 sei in der 16. Woche schwanger (errechneter Geburts-
termin: 3. November 2020), wobei Gefahr von Komplikationen bestehe, die
eine medizinische Behandlung der Mutter und des neugeborenen Kindes
erfordern könnten,
dass die derzeitige Situation die Beschwerdeführerin 2 sehr belaste, sie
seit der Kenntnisnahme vom Nichteintretensentscheid unter allgemeiner
Schwäche, Schwindel, Schwächegefühl in den Beinen, Schlafstörungen,
starken Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit leide,
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dass Portugal jedoch unbestreitbar über eine ausreichende medizinische
Infrastruktur verfügt,
dass die Mitgliedstaaten den Antragstellenden die erforderliche medizini-
sche Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die unbedingt er-
forderliche Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen Stö-
rungen umfasst, zugänglich machen müssen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahme-
richtlinie),
dass die Mitgliedstaaten ferner Antragstellenden mit besonderen Bedürf-
nissen die erforderliche medizinische oder sonstige Hilfe (einschliesslich
erforderlichenfalls einer geeigneten psychologischen Betreuung) zu ge-
währen haben (Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtlinie),
dass kein Grund zur Annahme besteht, die portugiesischen Behörden
könnten den Beschwerdeführenden in Verletzung der Aufnahmerichtlinie
die notwendige medizinische Versorgung versagen,
dass die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochten
Verfügung beauftragt sind, den medizinischen Umständen bei der Bestim-
mung der konkreten Modalitäten der Überstellung der Beschwerdeführen-
den Rechnung tragen und die portugiesischen Behörden vorgängig in ge-
eigneter Weise über die spezifischen medizinischen Umstände informieren
werden (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO),
dass andere Gründe, die die Schweiz verpflichten oder bei pflichtgemässer
Ermessensausübung veranlassen könnten, von ihrem Selbsteintrittsrecht
nach Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO bzw. Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ge-
brauch zu machen, weder geltend gemacht werden noch ersichtlich sind,
dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden nicht eingetreten ist
und die Überstellung nach Portugal angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),
dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss
Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das
Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-
eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE
2015/18 E. 5.2 m.w.H.),
dass die beiden Beschwerden aus diesen Gründen abzuweisen sind und
die Verfügung des SEM zu bestätigen ist,
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dass das vereinigte Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abge-
schlossen ist, weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden
Wirkung als gegenstandslos erweist,
dass das mit den Beschwerden gestellte Gesuch um Gewährung der un-
entgeltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich
aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen
waren, womit wiederum die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG
nicht erfüllt sind,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒
3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) den
Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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