Decision ID: 119f0c1a-3f37-4a75-ab0e-a2f10df3123e
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1956, ist Flugzeugingenieur bei der
Y._
und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA)
unfallversichert. Am 14. Mai 2008 wurde er von einer Zecke gebissen. In der Folge erkrankte er an einer
Frühsommer-
Meningoenzephaliti
s
(FSME). Nach einer initialen Arbeitsunfähigkeit nahm er am 27. Oktober 2008 seine Ar
beit als Flugzeugingenieur bei der
Y._
zu 50 % wieder a
uf. Per 1. April 2009
konnte
die Arbeitsfähigkeit auf 75 %
gesteigert werden
. Ab 1. August 2009 war er wieder voll arbeits
fähig (vgl. Urk. 2 S. 1, Urk. 10
/62). Im
weiteren Verlauf klagte er über
ausgeprägte Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, chro
nische Kopfschmerzen sowie
Myalgien (vgl. Urk. 3/3, Urk. 10
/88). Mit Verfü
gung vom 14. März
2013
stellte die SUVA ihre Leistungen per 13. Februar 2013 ein, da die noch bestehenden Beschwerden nicht mehr auf die durchgemachte FSME zurückzuführen seien (Urk. 10/109). Daran hielt sie mit Einspracheent
scheid
vom 2
2.
Juli 2013
fest (Urk. 2).
2.
Dagegen liess
X._
am 12. September 2013 Beschwerde erheben und beantragen
, die
SUVA sei zu verpflichten, weiterhin für die Heilbehandlung aufzukommen. Eventualiter sei die Sache an die SUVA zu weiteren Abklärun
gen zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2). Die SUVA schloss in der Beschwerdeantwort vom 6. Januar 2014 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9).
Da bislang einzig die Frage nach der natürlichen Kausalität Verfahrensgegenstand gewesen war, sich aber die Frage stellt
e
, ob der Fall nicht
ohnehin
, also unabhängig vom Vorliegen der natürlichen Kausalität, abzuschliessen wäre, wurde den Parteien mit Verfügung vom 10. Dezember 2014 Gelegenheit gegeben, dazu Stellung zu nehmen (
Urk.
12). Davon machten
sie
mit Eingaben vom 6. Januar 2015 resp.
2.
Februar 2015 Gebrauch (
Urk.
15,
Urk.
17).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungs
leistun
gen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit,
Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht.
Die
Leistungs
pfli
cht
des Unfallversicherers bedingt im Weiteren
, dass zwischen dem
Unfall
er
eignis
und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als
begünstigt erscheint (BGE 129 V
177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.3
Kann von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitsz
ustandes der versicherten Person
mehr erwartet werden, so hat der Versicherungsträger den Fall grundsätzlich gestützt auf Art. 19
Abs.
1 UVG unter Einstellung von Heilbehandlung und Taggeld sowie Prüfung des An
spruchs auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung abzuschlies
sen.
Die namhafte Verbesserung bezieht sich hierbei in erster Linie auf die Ver
besserung der Arbeitsfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 4.3). Ist die versicherte Person wieder in der Lage, in ihrer angestammten Tätigkeit vollzeitlich erwerbstätig zu sein, so dürfte der Fall in der Regel abzuschliessen und der Rentenanspruch zu prüfen (Art. 19 UVG) sein, selbst wenn die Befindlichkeit der versicherten Per
son noch verbessert werden könnte (vgl. etwa Bundesgerichtsurteil 8C_432/2009 vom 2. November 2009 E. 5.1).
1.4
Erleidet die versicherte Person
durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädi
gung der körperlichen od
er geistigen Integrität, so hat sie nach
Art. 24 Abs.
1 UVG Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung
.
2.
2.1
Da der
Beschwerdeführer seit 1. A
ugust 2009 voll arbeitsfähig
und der medizini
sche Endzustand
einge
treten
ist
, ist der Fallabschluss per 13. Februar 2013 nicht zu beanstanden.
Dass der Beschwerdeführer am 24. April 20
14 einen weiteren, bei der SUVA
versicherten Unfall erlitt
en hat
(
Urk.
17, 18/2)
, ist in diesem Zusammenhang
irrelevant, weil das Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung resp.
des streitigen
Ein
spracheentscheids
(hier:
2
2. Juli
2013
) abstellt (
BGE 1
32
V 215 E. 3.1.1
). Abgesehen davon war der Unfall vom
2
4. April 2014
nicht Gegenstand des angefochtenen
Einspracheentscheids
.
2.2
Ein Anspruch auf eine UVG-Invalidenrente besteht angesichts der fehlenden Erwerbseinbusse nicht, was unbestritten ist.
Mit dem Fallabschluss fällt der Anspruch auf Heilbehandlung dahin (Art. 19
Abs.
1 UVG). Art. 21 UVG sieht
zwar vor, dass ausnahmsweise
nach
Fallabschluss Heilbehandlungskosten über
nommen werden können
. Voraussetzung hierfür ist aber
u.a.
die Ausrichtung einer Rente
(Bundesgerichtsurteil 8C_191/2011 vom 16.
September 2011 E. 5.3),
was beim Beschwerdeführer nicht der Fall ist.
2.3
2.3.1
Erstmals in der Eingabe vom
2.
Februar 2015 warf der Beschwerdeführer die Frage nach einer Integritätsentschädigung auf (
Urk.
17 S.
5
).
Zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung
per 1
3.
Februar 2013
war die FSME-Erkrankung abgeheilt, jedoch
litt der Beschwerdeführer noch an Ermüdbarkeit,
Konzentrationsstörun
gen
,
chronischen
Kopfschmerzen und Myalgien (
Urk.
3/3
,
Urk.
10/103 S.
7 ff.
). Ob diese Beschwerden tatsächlich nicht mehr Folge der durchgemachten FSME sind und mithin keine natürlich
e Kausalität mehr besteht, wie die SUVA annimmt
(
Urk.
2, 10/109), kann offen bleiben,
d
a ein Anspruch auf eine
Integ
ritätsentschädigung
aufgrund der fehlenden Adäquanz und mangels
eines
rele
vanten Integritätsschadens zu verneinen ist.
2.3.2
O
rganis
ch nachweisbare Funktionsausfälle bestehen beim Beschwerdeführer nicht
(
Urk.
3/3
,
Urk.
10/103 S. 8). Folglich
beurteilt sich die Adäquanz nach der für psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall geltenden Rechtsprechung
(BGE 115 V 133).
Die Rechtsprechung hat für diese Prüfung die Unfälle in drei Gruppen eingeteilt sowie die adäquate Kausalität für banale bzw. leichte Unfälle verneint und für schwere Unfälle in der Regel bejaht. Für die Beurteilung der adäquaten Kausalität bei mittelschweren Unfällen schliesslich hat sie Kriterien fe
stgelegt (vgl. BGE 115 V 138 E
. 6).
Ein Zeckenbiss ist als leichter Unfall zu qualifizieren
(vgl. Bundesgericht
s
urteil U 17/00 vom
9.
Juli 2001 E. 3
b
, A
bs. 3)
, so dass die Adäquanz
ohne Weiteres zu verneinen ist.
2.3.3
Angesichts dessen
, dass der Unfall als leicht zu
gelten hat
, ist die Dauerhaf
tigkeit
eines allfälligen psychischen
(bzw. eines äquivalenten)
Integritätsscha
dens
zu verneinen (BGE 124 V 29 E. 5c/
bb
).
2.4
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
Der Beschwerdeführer beansprucht eine Prozessentschädigung
unabhängig vom Ausgang des Verfahrens (
Urk.
17)
. Dem kann
nicht entsprochen werden. Voraussetzung für die Zusprechung einer Prozessentschädigung
ist ein Obsiegen (
§
34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgerichts,
GSVGer
).