Decision ID: 6b0728eb-81c0-5d46-8acc-e132054bb5a8
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- Anlässlich einer Verkehrskontrolle wurde X am Donnerstag, 15. Oktober 2015, um
23.10 Uhr, als Lenker eines Personenwagens angehalten. Die Polizei stellte extrem
geweitete Pupillen und gerötete Augen fest. Ein Atemlufttest fiel mit 0,00
Gewichtspromille negativ aus. Ein Betäubungsmittelschnelltest fiel positiv auf Frisch-
und Altkonsum von THC (Tetrahydrocannabinol, Wirkstoff von Cannabis) aus. X gab
an, in der Nacht vom Sonntag, 11. Oktober 2015, auf Montag, 12. Oktober 2015, eine
unbekannte Menge Marihuana geraucht zu haben. Er habe nicht gedacht, dass dieses
noch so lange nachweisbar sei. Der Führerausweis wurde ihm auf der Stelle vorläufig
abgenommen. Die Blutentnahme vom 16. Oktober 2015, um 1.15 Uhr, ergab eine
durchschnittliche THC-Konzentration von 1,7 μg/l. Mit Schreiben vom 9. November
2015 teilte das Strassenverkehrsamt X mit, dass aufgrund des vorgeschriebenen
Vertrauensbereichs eine Fahrunfähigkeit nicht mit Gewissheit gegeben gewesen sei.
Das Administrativmassnahme-Verfahren wurde ausgesetzt und der Führerausweis
wieder ausgehändigt. Mit Strafbefehl vom 3. Dezember 2015 wurde X des mehrfachen
Betäubungsmittelkonsums (Cannabis) schuldig gesprochen und mit einer Busse von
Fr. 300.– bestraft.
B.- Am Dienstag, 5. Januar 2016, um 20.40 Uhr, wurde X erneut anlässlich einer
Verkehrskontrolle angehalten. Da im Fahrzeug Marihuanageruch und bei X weitere
Anzeichen für vorgängigen Marihuanakonsum festgestellt wurden, wurde ein
Drogenschnelltest durchgeführt, der positiv auf THC (Alt- und Frischkonsum) verlief.
Zudem wurden im Fahrzeug drei ungeladene Softairguns und 48 China Böller sowie
eine Box, in der diverse leere Minigrip-Säcklein, eine Hanfmühle sowie Papier waren,
an dem sich Marihuanarückstände befanden, sichergestellt. Der Führerausweis wurde
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X auf der Stelle vorläufig abgenommen. Eine um 21.45 Uhr entnommene Blutprobe
ergab eine durchschnittliche THC-Konzentration von 1,3 μg/l. Das
Strassenverkehrsamt informierte X mit Schreiben vom 12. Februar 2016 darüber, dass
eine Fahrunfähigkeit nicht mit Gewissheit gegeben gewesen sei, weshalb das
Administrativmassnahmeverfahren ausgesetzt werde. Er erhielt den Führerausweis
wieder zurück.
C.- Am Freitag, 22. April 2016, um 19.12 Uhr, rückte eine Polizeipatrouille aufgrund
einer Meldung bei der kantonalen Notrufzentrale in St. Gallen über eine Schlägerei
nach S aus. Vor Ort traf diese auf X. Die um 19.44 und 19.46 Uhr durchgeführten
Atemlufttests ergaben beide einen Blutalkoholkonzentrationswert von 0,23
Gewichtspromille. Ein Drogenschnelltest verlief positiv auf THC (Alt- und
Frischkonsum). Der Führerausweis wurde X auf der Stelle vorläufig abgenommen. Eine
um 20.25 Uhr entnommene Blutprobe ergab, dass im Ereigniszeitpunkt eine
Blutalkoholkonzentration von 0,13 bis 0,23 Gewichtspromille sowie eine
durchschnittliche THC-Konzentration von 1,7 μg/l vorgelegen hatten.
D.- Mit Schreiben des Strassenverkehrsamtes vom 17. April 2016 (richtig: 17. Mai
2016; vgl. vorinstanzliches Aktenverzeichnis) wurde X darüber informiert, dass – unter
Berücksichtigung der Tatsache, dass er bereits zum dritten Mal seit Oktober 2015 mit
Betäubungsmitteln im Strassenverkehr auffällig geworden sei und es ihm offenkundig
nicht möglich sei, Drogenkonsum und Lenken von Motorfahrzeugen zu trennen – eine
Abklärung der Fahreignung indiziert sei. Es sei beabsichtigt, ihn zu einer
verkehrsmedizinischen und verkehrspsychologischen Untersuchung aufzubieten.
Gleichzeitig wurde ihm Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Zudem wurde verfügt,
dass ihm das Führen von Motorfahrzeugen ab sofort vorsorglich verboten sei. Damit
sei ihm das Recht aberkannt, Motorfahrzeuge aller Kategorien sowie aller Unter- und
Spezialkategorien (inkl. Mofa) zu führen. Einem allfälligen Rekurs wurde zufolge Gefahr
die aufschiebende Wirkung entzogen. Mit Zwischenverfügung vom 6. Juni 2016 wurde
eine verkehrsmedizinische und verkehrspsychologische Untersuchung angeordnet.
E.- Gegen die vorinstanzliche Verfügung vom 6. Juni 2016 erhob X mit Eingabe seines
Rechtsvertreters vom 28. Juni 2016 Rekurs mit den Anträgen, die angefochtene
Zwischenverfügung des Strassenverkehrsamts sei aufzuheben und es sei festzustellen,
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dass im vorliegenden Fall die Voraussetzungen zur Anordnung einer
verkehrsmedizinischen und verkehrspsychologischen Untersuchung nicht erfüllt seien
(Antrag 1); eventualiter sei festzustellen, dass im vorliegenden Fall lediglich die
Voraussetzungen zur Anordnung einer verkehrsmedizinischen Untersuchung erfüllt
seien (Antrag 2); unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des
Rekursgegners (Antrag 3). Innert Frist wurde am 31. August 2016 eine
Rekursergänzung eingereicht. Die Vorinstanz verzichtete mit Eingabe vom 5.
September 2016 auf eine Vernehmlassung.
F.- Mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes Altstätten vom 25. August 2016 wurde X
für den Vorfall vom 5. Januar 2016 des mehrfachen Drogenkonsums (Cannabis), des
Vergehens gegen das Bundesgesetz über explosionsgefährliche Stoffe, des Vergehens
gegen das Waffengesetz und der Missachtung des Verbots des Fahrens unter
Alkoholeinfluss schuldig gesprochen und mit einer bedingten Geldstrafe von 30
Tagessätzen zu je Fr. 80.– und einer Busse von Fr. 1'000.– bestraft. Am 5. Oktober
2016 orientierte das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg die Vorinstanz
darüber, dass der Rekurrent am 28. März 2016 in München ein Motorfahrzeug unter
Wirkung berauschender Mittel (Cannabis) geführt hatte. Der Rekurrent verzichtete auf
eine Stellungnahme zum Strafbefehl und zur Information aus Deutschland.
Auf die Ausführungen des Rekurrenten zur Begründung seiner Anträge wird, soweit
erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 28. Juni 2016 ist rechtzeitig eingereicht
worden und erfüllt zusammen mit der Rekursergänzung vom 31. August 2016 in
formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45,
47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt:
VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
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2.- Umstritten ist, ob die Voraussetzungen für eine verkehrsmedizinische und
verkehrspsychologische Untersuchung gegeben sind.
a) Art. 15d SVG hält fest, dass eine Person einer Fahreignungsuntersuchung
unterzogen wird, wenn Zweifel an deren Fahreignung bestehen. Im Unterschied zum
Warnungsentzug ist für die Anordnung einer solchen Untersuchung nicht erforderlich,
dass ein rechtskräftiger Strafentscheid vorliegt; es muss nicht direkt auf
nachgewiesene Tatsachen abgestellt werden. In Art. 15d SVG wird unter anderem
festgehalten, dass die Voraussetzung für eine verkehrsmedizinische Untersuchung bei
Fahren in angetrunkenem Zustand mit einer Blutalkoholkonzentration von 1,6
Gewichtspromille oder mehr oder mit einer Atemalkoholkonzentration von 0,8 mg
Alkohol oder mehr pro Liter Atemluft oder bei Fahren unter dem Einfluss von
Betäubungsmitteln oder bei Mitführen von Betäubungsmitteln, die die Fahrfähigkeit
stark beeinträchtigen oder ein hohes Abhängigkeitspotenzial aufweisen, gegeben ist
(Art. 15d Abs. 1 lit. a und b SVG). Unter Betäubungsmitteln werden
abhängigkeitserzeugende Stoffe und Präparate der Wirkungstypen Morphin, Kokain
oder Cannabis sowie Stoffe und Präparate, die auf deren Grundlage hergestellt werden
oder eine ähnliche Wirkung wie diese haben, verstanden (Art. 2 lit. a des
Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel und die psychotropen Stoffe, SR 812.121).
Im Übrigen ist der Katalog von Art. 15d SVG nicht abschliessend und die Behörden
dürfen eine Fahreignungsabklärung selbst dann anordnen, wenn kein Anlass nach lit. a
bis e vorliegt. Bei Verdacht auf Alkohol- oder Drogensucht bestehen die Abklärungen in
der Erforschung des Konsumverhaltens (Konsumgewohnheiten und Konsummuster)
des Betroffenen und seiner subjektiven Einstellung dazu sowie einer umfassenden,
eigens vorzunehmenden körperlichen Untersuchung (Philippe Weissenberger,
Kommentar SVG und OBG, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2015, Art. 15d N 4ff.).
Nach der neueren Rechtsprechung des Bundesgerichts rechtfertigt die Annahme, eine
Person konsumiere gelegentlich Cannabis, die Anordnung einer verkehrsmedizinischen
Untersuchung nicht, solange keine weiteren konkreten Hinweise auf eine allenfalls
fehlende Fahreignung bestehen. Der gelegentliche Cannabiskonsument, der nicht mit
Alkohol oder anderen Drogen mischt, ist demnach in der Regel in der Lage,
konsumbedingte Leistungseinbussen als solche zu erkennen und danach zu handeln.
Für die Anordnung der verkehrsmedizinischen Untersuchung nicht erforderlich ist
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jedoch der Nachweis, dass die Person tatsächlich nicht in der Lage wäre,
Drogenkonsum und Strassenverkehr ausreichend auseinanderzuhalten, zumal die
umstrittene Anordnung gerade auch der Klärung dieser Frage dient (BGE 1C_446/2012
vom 26. April 2013 E. 4.2).
Eine Fahrunfähigkeit gilt grundsätzlich als erwiesen, wenn im Blut des Fahrzeuglenkers
der Cannabiswirkstoff THC den Grenzwert von 1,5 μg/l erreicht oder überschreitet
(Art. 31 Abs. 2 SVG i.V.m. Art. 55 Abs. 7 lit. a SVG, Art. 2 Abs. 2 lit. a der
Verkehrsregelnverordnung, SR 741.11, abgekürzt: VRV, Art. 2 Abs. 2 VRV und Art. 34
lit. a der Verordnung des ASTRA zur bundesrätlichen
Strassenverkehrskontrollverordnung, SR 741.013.1, abgekürzt: VSKV-ASTRA). Dieser
Grenzwert dient in erster Linie als Richtwert für die Feststellung einer aktuellen
Fahrunfähigkeit (im Sinne von Art. 31 Abs. 2 und Art. 91 Abs. 2 SVG) und damit
verbundene Strafsanktionen und administrative Warnungsentzüge von
Führerausweisen (Art. 55 Abs. 7 lit. a SVG). Für die Prüfung der generellen Fahreignung
oder eines (vorsorglichen) Sicherungsentzuges wegen Anzeichen für Drogensucht hat
er nur eine beschränkte Bedeutung (BGE 1C_111/2015 vom 21. Mai 2015 E. 4.3).
b) Vorliegend bringt der Rekurrent zwar vor, nur noch am Wochenende Cannabis zu
konsumieren, was bedeuten würde, dass er nur „gelegentlich“ Cannabis konsumiert.
Gelegentlicher Cannabiskonsum ist im Urin noch bis zu 10 Tage nachweisbar (act.
5/26). Dennoch fällt auf, dass der Rekurrent innerhalb von einigen Monaten gleich
dreimal kontrolliert wurde und die Untersuchung jedes Mal ein positives Resultat
hinsichtlich Cannabiskonsum ergab. Dabei lag der mit den Blutproben festgestellte
mittlere Wert zweimal knapp über dem Grenzwert für die Fahrunfähigkeit und einmal
knapp darunter. Im Unterschied zum Strafverfahren, wo die Unschuldsvermutung gilt,
ist im vorliegenden Fall – analog zur Blutalkoholbestimmung – nicht vom Minimalwert,
der für den Rekurrent am günstigsten ist, auszugehen, sondern vom Mittelwert (BGE
140 II 334 E. 6). Ein weiteres Mal wurde er in Deutschland unter Drogeneinfluss am
Steuer angetroffen, was mit einem einmonatigen Fahrverbot geahndet wurde. Im Blut
lässt sich ein gelegentlicher Cannabiskonsum noch einen Tag lang nachweisen, ein
häufiger Konsum jedoch noch einige Tage (act. 5/26). Insoweit drängen sich Zweifel an
den Aussagen des Rekurrenten auf, dass er nur noch gelegentlich Cannabis
konsumiere und dieser bei den Kontrollen jeweils bereits einige Tage zurückgelegen
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haben soll. Auffällig ist auch, dass sich die Werte für das Cannabisabbauprodukt THC-
Carbonsäure von 19 μg/l (Probe vom 19. Oktober 2015; act. 5/24) über 11 μg/l (Probe
vom 7. Januar 2016; act. 5/67) auf 34 μg/l (Probe vom 26. April 2016, act. 5/96)
erhöhten. Dies spricht für einen intensiveren und regelmässigen Konsum. Diese Zweifel
werden auch durch den Fund vom 5. Januar 2016 von diversen Utensilien zum
Drogenkonsum im Kofferraum des Fahrzeugs des Rekurrenten gestützt. Der Nachweis
der Fahrunfähigkeit ist bei Massnahmen im Zusammenhang mit Sicherungsentzügen
nicht erforderlich. Ferner legen die Befunde, dass Urin- und Bluttests des Rekurrenten
anlässlich mehrerer Kontrollen positiv auf THC (Alt- und Frischkonsum) angaben, den
Verdacht nahe, dass der Rekurrent den Betäubungsmittelkonsum und das Führen von
Motorfahrzeugen nicht trennen kann. Zudem wurde bei der dritten Kontrolle vom 22.
April 2016 zusätzlich zum Cannabiskonsum auch ein Alkoholkonsum nachgewiesen.
Wenn der Wert von 0,13 bis 0,23 Gewichtspromille auch relativ geringfügig war, so
muss dennoch berücksichtigt werden, dass der Konsum unterschiedlicher, die
Fahrfähigkeit beeinflussender Substanzen ein erhöhtes Risiko mit sich bringt.
Anscheinend liess sich der Rekurrent durch die vorangehenden vorläufigen
Führerausweisentzüge nicht von einem derartigen Konsumverhalten abschrecken.
Überdies verstiess er damit gegen die für Neulenker geltende Nulltoleranz. Damit
bestehen – entgegen den Ausführungen des Rechtsvertreters des Rekurrenten –
konkrete Anhaltspunkte für ein mögliches Suchtverhalten (im Sinne von Art. 16d Abs. 1
lit. b SVG) beziehungsweise begründete Zweifel an der Fahreignung (im Sinne von
Art. 15d Abs. 1 SVG). Da bei Verdacht auf Drogenkonsum die Erforschung des
Konsumverhaltens sowie der subjektiven Einstellung erforderlich ist, ist neben einer
verkehrsmedizinischen Untersuchung auch eine verkehrspsychologische Untersuchung
angezeigt. Ferner lässt sich alleine mit einer verkehrsmedizinischen Untersuchung
kaum überprüfen, ob der Rekurrent in der Lage ist, den Konsum von Drogen oder
Alkohol vom Führen eines Motorfahrzeuges zu trennen. Im Übrigen finden sich im
Sachverhalt gewisse Hinweise dafür, dass der Rekurrent über eine gewisse
Gewaltbereitschaft verfügt (Verstoss gegen das Waffengesetz, Ausrücken der Polizei
aufgrund einer Meldung über eine Schlägerei beim Vorfall vom 22. April 2016), was auf
möglicherweise zusätzlich bestehende charakterliche Defizite hinweisen könnte.
Der Rechtsvertreter des Rekurrenten bringt weiter vor, dass dem Rekurrenten vor der
Anordnung einer verkehrsmedizinischen und -psychologischen Untersuchung
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mindestens einmal der Führerausweis entzogen worden sein müsste, damit er die
Möglichkeit hätte, zu zeigen, ob die Massnahme des Führerausweisentzuges
erzieherisch auf ihn wirke. Ohne die Begehung von Verkehrsdelikten, die
administrativrechtlich sanktioniert worden seien, sei die Anordnung einer
verkehrsmedizinischen und -psychologischen Untersuchung nicht zulässig. Zu
berücksichtigen ist indessen, dass es sich vorliegend um Massnahmen im
Zusammenhang mit der Abklärung, ob ein Sicherungsentzug notwendig sei, handelt.
Anders als bei Warnungsentzügen steht dabei die Verkehrssicherheit und nicht die
erzieherische Massnahme gegenüber dem einzelnen Verkehrsteilnehmer im
Vordergrund. Bereits aus diesem Grund kann nicht vorausgesetzt sein, dass frühere
Verfehlungen des Rekurrenten vorliegen müssen, die bereits administrativrechtlich
sanktioniert worden sind. Im Übrigen ist erstaunlich, dass nicht bereits die erste oder
wenigstens die zweite Polizeikontrolle mit vorläufigen Führerausweisentzügen ein
gewisses Umdenken und eine Verhaltensänderung des Rekurrenten zu bewirken
vermochten, zumal er zudem erst über den Führerausweis auf Probe verfügte.
3.- Zusammenfassend ergibt sich, dass die Anordnung einer verkehrsmedizinischen
und einer verkehrspsychologischen Untersuchung verhältnismässig und gerechtfertigt
ist. Der Rekurs ist dementsprechend vollumfänglich abzuweisen.
4.- Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.– erscheint angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Da der Rekurrent mit seinem Begehren
unterliegt, sind ihm die amtlichen Kosten aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Bei diesem
Verfahrensausgang hat der Rekurrent keinen Anspruch auf Entschädigung der
Anwaltskosten (Art. 98 VRP).