Decision ID: 6380cd52-fcd4-4904-ba68-85fddc9699dd
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1960 geborene
X._
meldete sich unter Hinweis auf
schwere Schäden am
rechten
Knie
infolge eines
am 23. März 2010 erlittenen
Un
falles
(Urk. 6/18/109
, 6/18/153-154, 6/20/14
)
am
9
. November 2010
erstmals
bei der Inva
liden
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/9).
Die Sozialver
siche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
tätigte medizinische
und beruflich-erwerb
liche
Abklärungen (
Urk. 6/19, 6/20
), zog die Akten der Suva bei (
Urk. 6/18
, 6/22,
6/24-25,
6/27, 6/32
-
34
)
und erteilte dem Versicherten am 15. Februar 2012 Kostengutsprache für eine berufliche Ab
klä
rung unter Ausrichtung von Taggeldern (Urk. 6/37, 6/38
, 6/47
)
, welche sie am 10. April 2012 verlängerte (Urk. 6/44, 6/45
, 6/48
)
.
Am 29. Mai 2012 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für ein Praktikum des Versicherten bei der
Y._
AG
und
richtete abermals Taggelder aus (Urk. 6/53, 6/54
, 6/62-63
)
. Mit Schreiben vom 21. Dezember 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, angesichts der per 1. Januar 2013 aufzunehmenden Tätigkeit
(Mitarbeiter Subm
ission bei der
Y._
AG, vgl.
Urk. 6/68-70)
sei die Arbeitsvermittlung abge
schlossen; er sei rentenaus
schliessend eingegliedert (Urk. 6/74).
1.2
Am
11
. März 2015 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf Beein
träch
ti
gungen des rechten Beines, beider Schultern sowie der Wirbelsäule erneut bei der IV-Stelle zum Leistungs
bezug
an (Urk. 6/79, vgl. auch Urk. 6/77, 6/78).
Auf Aufforderung der IV-Stelle hin reichte der Versicherte medizinische Unterlagen nach (Urk. 6/84).
Die IV-Stelle klärte erneut die
medizinische sowie die
beruflich-erwerbliche Situation ab (Urk. 6/87
, 6/129
, 6/140, 6/143
, 6/152
, 6/156
)
und zog die Akten der Suva (Urk. 6/112)
sowie des Krankentaggeldversicherers (AXA Win
terthur) bei (Urk. 6/151)
.
Im Rahmen ihrer
Abklärungen veranlasste die IV
Stelle eine rheumatologische Begutachtung
im
Spital Z._
(Urk. 6/168, 6/169); Dr. med.
A._
, MBA, und KD Dr. med.
B._
, Zertifizierter medizinischer Gut
achter SIM, erstatteten ihr Gutachten am 18. August 2016 (Urk. 6/184).
Gestützt auf das Gutachten stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 20. Oktober 2016 die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (Urk. 6/193).
Dagegen erhob der Versicherte am 2. November 2016 Einwand (Urk. 6/194), welchen er am 8. Dezember 2016 ergänzte (Urk. 6/199).
1.3
Im Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
tätigte
die IV-Stelle weitere medizinische
Abklärungen
(Urk. 6/202
, 6/2
03, 6/205
, 6/212
, 6/244, 6/257, 6/260, 6/278
, 6/286
, 6/299, 6/301
, 6/319
), wozu der Versicherte am 9. Februar 2017
(Urk. 6/211) und am 26. September 2017 (Urk. 6/263)
Stellung nahm
, und zog die
aktualisierten
Akten der Suva bei (Urk. 6/294)
.
Im
Verlauf
dieser Abklärungen
reichte der Ver
sicherte
seinerseits
weitere medizinische Berichte zu den Akten (Urk. 6/219-221, 6/226, 6/237
, 6/
238, 6/240-242
, 6/250
, 6/
251, 6/253, 6/256
, 6/270
, 6/289
, 6/302
, 6/
303
, 6/315
, 6/351
, 6/364, 6/365
,
6/368,
6/371
, 6/384
)
.
In der Folge veranlasste die IV-Stelle ein
e
polydisziplinäre
Begutachtung
in den Dis
ziplinen Allgemeine
Innere Medizin,
Kardiologie, Neurochirurgie,
Orthopädi
sche Chirurgie und Trau
matologie des Bewegungsapparates
,
Pneumologie sowie
Psychiatrie
und Psycho
therapie
(Urk. 6/
311
);
die
C._
AG erstattete ihr Gutachten am 18. April 2019 (Urk. 6/346)
, wozu der Versicherte am 29. August 2019 Stellung nahm (Urk. 6/362)
.
Gestützt auf das Gutachten der
C._
AG lehnte die IV-Stelle
–
nach durch
ge
führtem Vorbescheidverfahren (V
orbescheid vom 16. Dezember 2019
[
Urk. 6/376
]; Einwand vom
16. Januar 2020
[
Urk. 6/378
]
mit Ergänzung
vom
3. Februar 2020
[
Urk. 6/385
])
–
das Leistungsbegehren
mit Verfügung vom 25. März 2020 ab (Urk. 2 [= Urk. 6/393])
.
2.
Gegen die Verfügung vom 25. März 2020 (Urk. 2) erhob der Versicherte mit Ein
gabe vom 19. Mai 2020 Beschwerde und beantragte die Aufhebung der ange
fochtenen Verfügung, die Zusprache einer ganzen Invalidenrente ab März 2015
sowie
die Zusprache einer Dreiviertelsrente
ab Juni 201
9.
Eventualiter sei ihm ab März 2015 eine ganze Invalidenrente und ab Juni 2019 eine halbe Invalidenrente zuzusprechen,
subeventualiter
sei ihm ab März 2015 eine ganze Invalidenrente und ab Juni 2019 eine Viertelsrente zuzusprechen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Gegenpartei
(Urk. 1)
.
Die IV-Stelle schloss mit Beschwerdeantwort vom 2. Juli 2020 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), worüber der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 8. Juli 2020 in Kenntnis ge
setzt wurde (Urk. 7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundes
ge
setzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Erwerbs
un
fähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psy
chischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
glie
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundes
ge
setzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder
her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre
(sog. Valideneinkommen). Der Einkommens
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
vergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen all
seitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vor
akten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusam
menhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Ex
perten in einer Weise begründet sind, dass die rechts
anwendende Person sie prü
fend nachvollziehen kann, und ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räu
mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen er
schweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a; 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die IV-Stelle stellte sich in der angefochtenen Verfügung
(Urk. 2)
auf den Stand
punkt, die Abklärung des vom Beschwerdeführer im März 2015 eingereichten erneuten Ge
suches um berufliche Unterstützung habe ergeben, dass seine
derzeitige
Ar
beitsstelle nicht mehr
einer angepassten Tätigkeit entspreche
.
Da eine andere Tä
tig
keit beim Arbeitgeber nicht
habe
gefunden werden
können
, sei es zur Kün
di
gung und zur Anmeldung beim Regionalen Arbeitsvermittlungs
zentrum (RAV) ge
kommen. Um den Anspruch auf erneute berufliche Wiedereingliederung prüfen zu können, sei eine rheumatologische Begutachtung veranlasst worden, nach welcher zwar kurzfristig vollständige Arbeitsunfähigkeiten infolge statio
närer Auf
enthalte, nicht jedoch eine dauer
hafte Arbeitsunfähigkeit für angepasste Tä
tig
keiten vorgelegen
habe
. Im Vorbescheidverfahren habe sich der Gesund
heits
zustand verschlechtert, weshalb weitere Abklärungen not
wendig gewesen seien. Das neu aufgetretene Herzleiden habe von Feb
ruar bis Dezember 2017 zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit geführt, ab Dezember 2017 sei jedoch eine stufenweise Erhöhung der Arbeitsfähigkeit auf 65 % möglich ge
wesen. In der angestammten Tätigkeit als Baupolier bestehe seit 2010 eine volle Arbeits
un
fähigkeit, die zuletzt ausgeübte angepasste Tätigkeit als Submissionsspezialist sei hingegen bis Februar 2017 weiterhin zumutbar gewesen.
Die Verschlechterung des Gesundheitszustandes ab Februar 2017 sei aufgrund der neu aufgetretenen Erkrankung als neues versichertes Ereignis einzustufen, weshalb eine neue einjährige Wartezeit erfüllt sein müsse. Ab Dezember 2017 seien die Gutachter
der
C._
AG
von einem verbesserten Zustand ausgegangen, weshalb die Arbeitsfähigkeit stufenweise auf 65 % hätte erhöht werden können. Der Beschwerdeführer verfüge über sehr gute Ressourcen, habe durch die Neu
orientierung zusätzliche berufliche Qualifikationen erlangt, sei heute gemäss Gut
achten
sportlich
aktiver,
erledige Haushaltsarbeiten, lege kurze Wege mit dem Fahrrad zurück und
fahre mit der Ehefrau regelmässig nach
D._
, um seine Kinder und Enkelkinder zu besuchen. Folglich könne er eine fachlich anspruchsvolle
angepasste
Tätigkeit im Umfang von 65 % aus
üben. Sein bisheriges Ein
kommen ohne gesundheitliche Einschränkung habe im Jahr 2018 Fr. 74'521.60 betragen
;
da gemäss neuem Belastungsprofil leichte Beein
träch
ti
gungen der Planung und Strukturierung von Aufgaben,
der Flexibilitäts-Umstellungs
fähigkeit, der Stresstoleranz und
der
Kontaktfähigkeit bestünden, sei bei der Er
mittlung des Invalideneinkommens auf d
as
Kompetenzniveau 2
abzustellen
, weshalb das zumutbare Einkommen im Jahr 2018 bei einem Pensum von 65 % Fr. 48'294.15 betrage. Aufgrund der Erwerbs
ein
busse von 35 % bestehe kein Anspruch auf eine In
validenrente.
Aus den im Einwand eingereichten Unterlagen
seien
keine neuen Tatsachen her
vor
gegangen
, die Ausführungen zu den medizinischen Befunden stellten viel
mehr eine fachfremde andere Beurteilung des Sachverhaltes dar. Auch könnten die Aussagen, der Beschwerdeführer verfüge über eine mangelnde Schul- und Aus
bildung und sei ein körperliches Wrack, nicht nachvollzogen werden, zumal er die Meisterprüfung gemacht habe, um weniger körperlich belastende Tätig
keiten ausüben zu können, in
D._
während fünf Jahren selbständig erwerbs
tätig gewesen sei
und die Weiterbildung zum Submissionsspezialisten seine Um
stellungsfähigkeit gezeigt habe
. Auch die
Rehaklinik
E._
attestiere ihm gute Kenntnisse in Organisation und Kommunikation
, weshalb davon aus
ge
gangen werden könne, dass die Restarbeitsfähigkeit auf dem offenen Arbeits
markt noch verwertbar sei.
2.2
Der Beschwerdeführer argumentierte demgegenüber,
er leide neben den unfall
be
dingten Einschränkungen am rechten Kniegelenk seit November 2014 unter wieder
kehrenden Lendenwirbelsäulen-Beschwerden,
zunehmend sei es zu einer Über
belastung des linken Knies gekommen. Neben der zweimal operierten linken Schulter
weise er
auch Beschwerden der rechten Schulter auf. Aus diesem Grund sei es ihm nicht mehr möglich, die bisherige angepasste Tätigkeit auszuüben
(Urk. 1 S. 3)
. Auf
grund der anhaltenden Schmerzsymptomatik habe er zudem eine depressive Stö
rung entwickelt, weshalb er seit 2016 psychologisch-psychiatrische Be
hand
lung
in Anspruch nehme
.
Auf das rheumatologische Gutachten
des
Spitals Z._
, welches ihm eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätig
keit attestiert habe, könne nicht ab
gestellt werden, da weder der verschlechterte orthopädische noch der psy
chische Gesundheitszustand berücksichtigt worden sei, ebenso wenig wie die ein
ge
schränkte Leistungsfähigkeit aus kardialen Gründen. Letztere hätten zu einer Operation im Mai 2017 mit schwierigem post
operative
m
Verlauf geführt, was wiederum zu einer posttraumatischen Belastungsstörung
(PTBS)
geführt habe, wes
halb er sich in psychiatrischer Behandlung befinde. Infolge einer Ver
schlechterung sei sein rechtes Knie aber
mals operiert worden, auch sei eine chro
nische obstruktive Lungenerkrankung (COPD) hinzugekommen
, zudem eine arterielle Hypertonie, ein Schlafapnoe
syndrom und zunehmend schmerzhafte Schultergelenke beidseitig. Dieses multi
morbide Krankheitsgeschehen habe eine prak
tisch durchwegs ausgewiesene 100%ige Arbeitsunfähigkeit zur Folge, wes
halb von März 2015 bis Juni 2019 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente be
stehe
(Urk. 1
S. 4-6
)
.
Im Gutachten
der
C._
AG
vom April 2019, in dessen Rahmen die PTBS und die chronisch lum
balen Rückenbeschwerden unzureichend berücksichtigt worden
seien
, sei eine Arbeitsfähigkeit von 65 % ausgewiesen worden, welche angesichts seines Alters, seines komplexen Gesundheitsschadens, seine
r
persönlichen und beruf
lichen Erfahrungen, seines beruflichen Werdeganges und des erforderlichen
Um
stellungs
- und
Einarbeitungsaufwandes nicht mehr verwertbar sei. Angesichts
seines
desolaten psychischen und physischen Zustandes stelle sich die Frage, ob überhaupt von einer Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit gesprochen werden könne, habe
sich
doch
bereits 2012
, als es ihm bedeutend
bessergegangen
sei,
gezeigt, dass er auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt kaum eine Berufschance habe
und ihm ohne Umschulung oder aufwendiges Einarbeiten keine breite Palette möglicher Tätigkeiten zur Verfügung stehe
.
Aus diesem Grund sei davon aus
zugehen, dass die mögliche Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt realistischerweise nicht mehr nachgefragt werde (Urk. 1
S. 6-8
).
Der Anspruch auf eine Dreiviertelsrente sei bei einer Restarbeitsfähigkeit von 65 % ausgewiesen, zumal im Gutachten von einem Leidensdruck berichtet
werde
, die geklagten Symptome und Funktionseinbussen konsistent, plausibel und durch die Untersuchungsergebnisse nachvollziehbar seien und eine gleichmässige Ein
schrän
kung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen vor
liege.
Es bestünden Einschränkungen aus neurochirurgischer, pulmonaler, kardialer und psychiatrischer Sicht. Das Zumutbarkeitsprofil und der berufliche Lebens
weg liessen nur den Schluss zu,
beim Invalideneinkommen auf das Kom
pe
tenz
niveau 1 abzustellen und davon
einen leidensbedingten Abzug vorzunehmen, zumal er über keine besonderen Fertigkeiten und Kenntnisse verfüge, welche es er
lauben würden, auf das Kompetenzniveau 2 abzustellen
, was durch ver
schie
dene Berichte belegt sei
.
Folglich sei von einem Invalideneinkommen von Fr. 43'813.25 auszugehen, wovon ein Leidensabzug von 20 % vorzunehmen sei, zumal er aufgrund seiner vielgestaltigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt benachteiligt und aufgrund seiner kör
per
lichen und psychischen Beschwerden auch in einer leichten Hilfstätigkeit zu
sätzlich eingeschränkt sei. Es sei weiter erwiesen, dass es im Alter von 60 Jahren extrem schwierig sei, eine neue Stelle zu finden, auch seien die
durch die Rücken
pro
blematik bedingten
,
nicht voraussehbaren und schwer kalkulierbaren
Ab
senzen
zu berücksichtigen, ebenso wie der Teilzeitfaktor
.
Gehe man von einem Va
lideneinkommen von Fr. 97'500.
, dem zuletzt bei der
Y._
AG effektiv verdienten Jahreslohn, aus, resultiere ein Invaliditätsgrad von 64 %. Bei einem Va
lideneinkommen von Fr. 82'465.--, basierend auf den Taggeldern
der Suva
, re
sultiere ein Invaliditätsgrad von 57 %. Bei einem bestrittenen Validen
ein
kommen von Fr. 74'521.60 resultiere
ebenfalls ein Invaliditätsgrad von 53 %. Selbst ohne Leidensabzug, dessen Verneinung einen Ermessensmissbrauch dar
stellen würde, resultiere noch immer ein Invaliditätsgrad von 47 %. Es sei im Übrigen falsch, dass er regelmässig nach
D._
fahre; da ihm langes Sitzen nicht möglich sei, fliege er jeweils. Ebenso falsch sei die Behauptung, er treibe regel
mässig Sport
;
er habe auf Anraten der Ärzte bloss eine Rückenschule be
sucht, welche
jedoch
nicht geholfen habe (Urk. 1
S. 8-13
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die IV-Stelle den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zu Recht verneint hat.
3.
3.1
3.1.1
Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung im Wesentlichen auf das Gutachten der
C._
AG
vom 18. April 20
19
(Urk. 6/346). Die Gutachter hielten darin die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest (S.
10
):
-
Valvuläre
und hypertrophe Kardiopathie
-
Status nach
Aortenklappenersatz
mit einer Bioprothese (Edwards
Perimount
Magna 3000, 29 mm) am 10. Mai 2017 bei vorbestehender schwerer
Aortenklappenstenose
bei
bikuspider
Klappe
-
Aktuelle Echokardiographie 5. März 2019: Normale systolische Pumpfunktion, leichte diastolische Dysfunktion, regelrechte Lage und Sitz der
Aortenklappenprothese
, kein weiteres relevantes Klappen
vitium, schwere konzentrische linksventrikuläre Hypertrophie
-
Ergometrie 5. März 2019: Vorzeitiger Abbruch bei 133 Watt bei zuneh
mender Dyspnoe und muskulärer Erschöpfung, bis dahin klinisch und elektrisch negativ
-
Status nach 2-Kammer-ICD-Implantation St. Jude Medical am 19. August 2017 nach
hämodynamisch
relevanter
monoporpher
ventrikulärer Tachykardie am 13. Juni 2017 und positiver
elektro
physiologischer Unter
suchung mit Induktion von
monomorphen
ventrikulären Tachykardien am 15. Juni 2017
-
Schweres obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (respiratorische Polygraphie Spital
F._
vom 8. Mai 2018)
-
Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10: F41.2)
-
Persistierendes Impingementsyndrom des rechten Schultergelenk
e
s nach mehrfachen operativen Eingriffen
-
Persistierendes Impingementsyndrom des linken Schultergelenk
e
s nach Operation am 12. November 2009
-
Chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei fortgeschrittenen degenerativen Veränderungen der gesamten Lendenwirbelsäule, ins
be
sondere der unteren zwei Segmente L4/5 und L5/S1
-
Keine zu objektivierenden Instabilitäten
-
Keine neurologischen Auffälligkeiten
-
Chronische Schmerzen des rechten Kniegelenk
e
s
-
Status nach mehrfachen
arthroskopischen
und offenen Operationen sowie hohe tibiale Umstellungsosteotomie
-
Letztendlich Implantation einer TEP
(
Prothese
)
am 8. März 2018
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führten die Gutachter die folgenden auf (S. 11):
-
Anpassungsstörung nach Stellenverlust im Rahmen einer chronischen Erkrankung und Existenzängste (ICD-10: F43.2)
-
Chronische obstruktive Pneumopathie Goldstadium I bei persistierendem Zigarettenkonsum von ungefähr 15 Zigaretten pro Tag (
kumulativ 40 p/y
)
. In der Lungenfunktionsprüfung vom 31. Januar 2018 im Spital
F._
Erstsekundenvolumen 2890 ml = 80 % des Sollwertes. Keine relevante Überblähung der Lunge (totale Lungenkapazität 105 % des Sollwertes).
-
Adipositas, BMI 36.0 kg/m
2
-
Dyslipidämie
, Erstdiagnose März 2015
-
Arterielle Hypertonie
-
Laktose-Intoleranz
-
Intermittierende Schmerzen des linken Kniegelenk
e
s bei diskreten degenerativen Veränderungen (MRI 2. Dezember 2015)
-
Wiederkehrende intermittierende Schmerzen des rechten Hüftgelenk
e
s bei röntg
en
ologisch gesicherte
r
beginnender Coxarthrose (Röntgen
unter
suchung 6. Juli 2016)
3.1.2
In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung hielten die Gutachter fest, aus kardio
logischer Sicht
sei der Beschwerdeführer Anfang 2017 auffälli
g geworden, wo
rauf
hin eine schwere
Aortenklappenstenose
mit b
egleitender Insuffizienz bei
bi
kuspider
Klappe, eine linksventrikuläre Hypert
r
ophie sowie eine eingeschränkte links
ventrikuläre Pumpfunktion diagnostiziert worden seien. Eine koronare Herz
krankheit habe ausgeschlossen werden können.
Im Rahmen des Ersatzes der Aorten
klappe durch eine Bioprothese sei es zu einem relativ komplizierten
post
operativen
Ver
lauf gekommen, weshalb als Ergebnis einer elektrophysiologischen Untersuchung die Implantation eines ICD erfolgt sei. Bedrohliche Rhythmus
störungen seien vom Ger
ä
t seither nicht aufgezeichnet worden. Die vom Beschwerdeführer berichtete schnelle Ermüdbarkeit und die Belastungsdyspnoe seien, auch aus seiner Sicht, vor allem auf extrakardiale Erkrankungen zurück
zuführen. Seine Belas
tungs
fähigkeit sei nach wie vor deutlich reduziert, er errei
che heute bloss 65 % der Soll-Last; indes resultiere auch die eingeschränkte Leistungsfähigkeit zum grös
seren Teil
aus
extrakardialen Gründen. Vom Belastungs
profil her seien schwere körperliche Arbeiten, einschliesslich solcher auf Gerüsten sowie das Heben von schweren Lasten
,
nicht möglich. Auch seien ausladende Bewegungen
aufg
rund der ICD-Implantation im Bereich der linken Schulter zu vermeiden. Die Arbeits
fähigkeit in der angestammten Tätigkeit
als Hochbauer im Baugewerbe
sei nicht mehr gegeben, in einer leidens
angepassten Tätigkeit sei die Arbeitsfähigkeit hingegen nicht eingeschränkt
(Urk. 6/346 S.
1
2
f.
).
3.1.3
Aus
pneumologischer
Sicht
seien die aktuell angegebenen Symptome und Funk
tions
einbussen konsistent, nachvollziehbar und plausibel. Unter Therapie habe sich das schwere obstruktive Schlafapnoe-Syndrom deutlich gebessert, der Beschwerdeführer mache keine pulmonalen Beschwerden geltend. Die noch vorhan
denen Schlaf
störungen sowie die leichte Tagesmüdigkeit
führten zu einer Ein
busse der Leistungsfähigkeit um schätzungsweise 20 %. Die Prognose des pul
mo
nalen Leidens (obstruktives Schlafapnoe-Syndrom und COPD) sei gut, anzu
streben sei die Nikotinabstinenz. Folglich bestehe eine Leistungsminderung von 20 % aufgrund der Tagesmüdigkeit
(Urk. 6/346 S.
13
).
3.1.4
In neurochirurgischer
Hinsicht
sei es nach langjährigen rezidivierenden Lumbal
gien zu einer Zunahme der Häufigkeit und nach eigenen Angaben auch der Aus
prägung der Lumbalgien gekommen, teilweise mit Bewegungseinschränkungen und Schmerzen in beiden Beinen ohne sichere sensomotorische Ausfälle, wobei die Lokalisation nicht genau habe angegeben werden können. Aufgrund der deut
lich
en
degenerativen Veränderung
en
sei von Einschränkungen der Belastbarkeit und Be
weglichkeit der Lendenwirbelsäule auszugehen, an der diesbezüglichen Be
ur
teilung des
Spitals Z._
von August 2016 sei
nichts zu ergänzen. Es bestehe weiterhin die Empfehlung für wechselbelastende, körperlich leichte Tätig
keiten, überwiegend sitzend, ohne Tätigkeiten auf unebenem Gelände, Leitern oder Gerüsten. Ebenso
seien
kniende oder kauernde Tätigkeiten oder in gebückter Hal
tung durchgeführte Tätigkeiten
zu vermeiden
. Insgesamt seien Arbeiten mit leichter Tätigkeit in überwiegend lotgerechter Position der W
irbelsäule ohne Zwangshaltungen,
Rotationsbewegungen oder Arbeiten unter Vibrationen zu empfehlen
(Urk. 6/346 S.
13
).
3.1.5
Aus orthopädisch-traumatologischer Sicht
scheine ein stabiler Zustand erreicht zu sein, eine signifikante Besserung der Gesundheitsstörungen sei nicht zu erwar
ten. Die Metallentfernung aus der rechten Tibia habe nach der Exploration statt
gefunden, der Verlauf sei als problemlos mitgeteilt worden
. Der Beschwerdeführer sei in der Lage, körperlich nur leichte Tätigkeiten auszuüben, welche überwiegend im Sitzen durchzuführen seien mit der Möglichkeit eigengewählter Positions
wechsel. Zu vermeiden seien Überkopftätigkeiten, Gerüst- und Leitertätigkeiten, Zwangshaltungen für die oberen Extremitäten, die Wirbelsäule und die unteren Extremitäten. Die angestammte Tätigkeit sei nicht mehr möglich
(Urk. 6/346 S. 13
und S. 15
)
.
3.1.6
Aus psychiatrischer und psychotherapeutischer Sicht sei die
bisherige
Behand
lung ausreichend gewesen, es seien aus heutiger Sicht keine speziellen psychi
a
trischen oder psychotherapeutischen Interventionen notwendig ausser der
wei
te
ren Einnahme
der antidepressiven Medikation «Trittico». Der antidepressive und schlaf
fördernde Effekt sei vorhanden, das Ausmass der Depression nicht über eine leichte Depression hinausgehend. Die Arbeitsfähigkeit sei aus psychiatrischer Sicht geringfügig beeinträchtigt,
wobei die Beeinträchtigung nicht mehr als 20 % be
trage
, weshalb die Arbeitsfähigkeit für jede Tätigkeit bei 80 % liege
. Nach den Kriterien der Mini-ICF-App seien die Stresstoleranz, die Flexibilität und Um
stel
lungs
fähigkeit, die Kontaktfähigkeit zu Dritten sowie die Fähigkeit, selbständig und verantwortungsvoll Tätigkeiten zu planen und durchzuführen
,
leicht beein
trächtigt (Urk. 6/346 S.
14 f.
).
3.1.7
Hinsichtlich des allgemein-internistischen Bereiches sei es in den letzten Jahren zu einer Gewichtszunahme gekommen
;
die weiteren auf der Diagnoseliste aufge
führten Leiden seien jedoch gut behandelbar. Aus allgemein-internistischer Sicht be
stünden keine Einschränkungen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
, das Belas
tungsprofil sei nicht eingeschränkt
(Urk. 6/346 S. 14
f.
).
3.1.8
Zusammenfassend
liege die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit
als Baufacharbeiter/Polier
bei 0 %, be
stehend seit dem Unfall im
März
2010
;
zu
diesem Zeitpunkt sei auch bereits eine Operation des linken Schultergelenkes notwendig geworden mit ver
blie
bener Funktionseinschränkung. Spätestens ab 2013 seien die als erheblich be
schrie
benen Schmerzen der Lendenwirbelsäule hin
zugekommen, ab Mai 2017 zu
dem das Herzleiden mit
Aortenklappenersatz
, kompliziertem postoperativem Ver
lauf und verzögerter Re
habilitation bis Dezem
ber 2017
(Urk. 6/346 S. 16)
.
In einer leidensangepassten Tätigkeit bestehe gesamthaft eine Arbeitsfähigkeit von 65 %, wobei die Aufhebung der Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätig
keiten während den stationären Behandlungen und den nachfolgenden Erho
lungs
phasen bestehe, ab Februar 2017 aufgrund des Herzleidens. Ab Dezember 2017 werde im
Kardiologiebericht
eine Stabilisierung beschrieben, welche mit einer stufenweisen Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 65 % einhergehe
.
D
ie ver
bleibende
Einschränkung
sei psychiatrisch und
pneumologisch
begründet
, wobei aus psychiatrischer Sicht von einer Präsenz von sieben Stunden täglich ohne zusätz
liche Leistungseinschränkung und aus
pneumologischer
Sicht von einer Prä
senz von achteinhalb Stunden täglich mit einer Leistungseinschränkung von 20 % ausgegangen werde, woraus unter Addition
der beiden Teilarbeitsunfähig
keiten eine verbleibende Arbeitsfähigkeit von 65 % resultiere (
Urk. 6/346 S. 16).
3.2
Nach Erstattung des Gutachtens reichte der Beschwerdeführer weitere
Konsulta
tions
- und Sprechstundenberichte zu den Akten
(Urk. 6/351, 6/364 f.,
6/368
, 6/371
, 6/384
).
Dr. med.
G._
,
Oberarzt Orthopädie,
Klinik H._
,
hielt
am 10. Mai und 28. August 2019
fest, es bestünden hin
sichtlich des Knies weiterhin persistierende Restbeschwerden, weshalb er davon ausgehe, dass sich die Situation nicht weiter verändern werde (Urk. 6/351 und 6/364
-365
).
I._
und Dr. med.
J._
,
Klinik H._
,
Rheu
matologie,
dia
gnostizierten im Bericht vom
24. September 2019 (Urk.
6/368,
6/371)
zusätzlich zu den im Gutachten der
C._
AG aufgeführten Diagnosen eine Fingerpolyarthrose vom
Heberden
-Typ Hände
beidseits
, äusserten sich hingegen nicht zu
einer allfälligen
funk
tio
nellen Einschränkung
.
Dr. med.
K._
, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, diagnostizierte am 8. Dezember 2017 (Urk. 6/384 S. 1) eine posttraumatische Belastungsstörung, welche in erster Linie psychotherapeutisch angegangen werde.
3.3
Dr. med.
L._
, Orthopädische Chirurgie FMH, Regionaler Ärzt
licher Dienst,
hielt in seiner Stellungnahme vom 29. April 2019 (Urk. 6/375 S. 11 f.) schliesslich fest,
auf das Gutachten der
C._
AG könne abgestellt werden.
Dem Beschwerdeführer seien körperlich leichte, wechselbelastende und über
wiegend sitzende Tätigkeiten, nicht auf Leitern und Gerüsten, ebenso nicht kniend, kauernd, hockend
oder
gebückt, zumutb
ar. Zwangshaltungen in Rotation
und Arbeiten unter Vibration seien zu vermeiden, ebenso ausladende Positionen der linken Schulter aufgrund der ICD-Implantation.
D
er Beschwerdeführer sei in angestammter Tätigkeit
im Hochbau
vollständig arbeitsunfähig, in einer dem Belastungsprofil entsprechend angepassten Tätigkeit sei er zu 65 % arbeitsfähig. Da die medi
zinischen Behandlungsmassnahmen lege artis durchgeführt worden und
folg
lich
ausgeschöpft seien, sei keine namhafte Besserung des Gesundheits
zustandes
zu er
warten
.
4.
4.1
Das Gutachten der
C._
AG vom 18. April 2019 (vgl. vorstehend E. 3.1) beruht auf den
erforderlichen
allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen auseinander. Es wurde in Kenntnis der (Urk. 6/346 S. 20-53) und in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben und beantwortet die ge
stellten Fragen umfassend (Urk. 6/346 S.
66 f., S. 78 f., S. 94 f., S. 110-112, S. 128-131
). Es erscheint in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zu
sammenhänge als einleuchtend und begründet die Schluss
folgerungen in nach
voll
ziehbarer Weise.
Folglich erfüllt das Gutachten die formellen Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise (vgl. vorstehend E. 1.3), weshalb darauf abzu
stellen ist.
4.2
Konkrete Indizien, die gegen das Gutachten sprechen, sind mit Blick auf die Akten
lage nicht ersichtlich. So ging Dr.
G._
(vgl. vorstehend E. 3.2) in Übereinstimmung mit den Gutachtern davon aus, dass hinsichtlich der Knie
be
schwerden keine Besserung mehr zu erwarten
res
pektive ein stabiler Zustand er
reicht
sei
(vgl. vorstehend E. 3.1.5)
, wobei er keine weitergehenden Defizite von Seiten des rechten Knies benannte.
In Bezug auf die im Nachgang zum Gutachten der
C._
AG vom 18. April 2019 diagnostizierte Fingerpolyarthrose vom
Heberden
-Typ im Bereich beider Hände (vgl. vorstehend E. 3.2) ist sodann darauf hinzuweisen, dass
für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht die Diagnosen, sondern die daraus resultierenden funk
tionellen Einschränkungen entscheidend sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_549/2017 vom 13. Februar 2018 E. 3.3). Weder aus dem Bericht
der
Klinik H._
, Rheumatologie, vom 24. September 2019 noch aus den übrigen medizinischen Akten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer aufgrund der beidseitigen Fingerpolyarthrose in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt wäre. Dies wurde beschwerdeweise denn auch nicht mehr geltend gemacht (Urk. 1 S. 7 Ziff. 21), weshalb sich Weiterungen zu den vormals geäusserten «Problemen mit der Feinmotorik» (vgl. E-Mail des Beschwerdeführers an die Beschwerde
gegnerin vom 15. Oktober 2019,
Urk. 6/370) erübrigen. Damit in
Einklang stehend wurden auch im Rahmen der Begutachtung durch die
C._
AG keine Funktionseinschränkungen der Hände festgestellt (vgl. Urk. 6/346 S. 120-122).
Soweit der Beschwerdeführer
schliesslich
vorbringt, im Gutachten seien die lum
balen Rückenschmerzen unzureichend berücksichtigt worden (vgl. vorstehend E. 2.2), kann ihm nicht
beigepflichtet
werden.
Vielmehr setzte sich der
neurochi
rur
gische
Gutachter
ausführlich
mit den rezidivierenden Lumbalgien
sowie mit den dadurch
verursachten Einschränkungen der Belastbarkeit aus
einander und be
rücksichtigte diese Einschränkungen im Rahmen des Belastungsprofils
(vgl.
vor
stehend E. 3.1.4
; vgl. auch Urk. 6/346 S. 109-111
)
.
Auch hinsichtlich der
angeblich
un
zu
reichend berücksichtigten
PTBS (vgl.
vorstehend E. 2.2) kann dem Beschwer
de
führer nicht gefolgt werden, zumal der psychiatrische Gutachter
ausdrücklich
festhielt, es seien
– mit Ausnahme der leicht ausgeprägten Symptome der Depression und Ängste (Urk. 6/346 S. 92) – aktuell keine psychiatrischen Befunde vorhanden; diagnostisch gehe er mit dem zuletzt behandelnden Psychiater Dr.
K._
einig (Urk. 6/346 S. 93). Letzterer bzw. der in dessen Praxis tätige delegierte Psychotherapeut lic. phil.
M._
stellte in seinem Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 4. September 2018 die Diagnose Angst und depressive Reaktion auf langdauerndes unfallbedingtes Schmerzsyndrom, Stellenverlust und Existenzsorgen (ICD-10 F43.22), konnte indes die Fragen zu den bestehenden Funktionseinschränkungen bzw. der Arbeitsfähigkeit nicht beantworten (Urk. 6/301 S. 3 Ziff. 2.5 und S. 4 f. Ziff. 3.4 und 4.1 f.). Insofern ergibt sich hieraus keine Diskrepanz zur gutachterlichen Einschätzung des psychischen Gesundheitszustandes. Soweit Dr.
K._
in seiner E-Mail an einen Berufskollegen der Herzpraxis
N._
vom 8. Dezember 2017 die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung stellte, begründete er dies einzig mit dem kurzen Hinweis auf (erneute) nächtliche Ängste mit Albträu
men und flashbackartigem Wiedererleben der panischen Ängste, welche im Zuge der postoperativen Komplikationen im Mai 2017 aufgetreten seien (Urk. 6/384 S. 1). Dies genügt nicht, um die Einschätzung des psychiatrischen Sachver
ständigen in Zweifel zu ziehen, zumal die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung seitens der Behandler im weiteren Verlauf fallengelassen wurde (vgl. bereits erwähnter Bericht vom 4. September 2018, Urk. 6/301; zur Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung vgl. auch BGE
142 V 342
E. 5.1).
4.
3
Handelt es sich um psychische Erkrankungen wie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, ein damit vergleichbares psychosomatisches Leiden oder um eine depressive Störung, so sind für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit grund
sätz
lich sys
tematisierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren wie auch von Kompen
sa
tions
potentialen (Ressourcen) – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungs
ver
mögen einzuschätzen (BGE 145 V 361 E. 3.1).
Aus Gründen der Verhält
nis
mässig
keit kann
indes
dort von einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Ein Beweisverfahren bleibt daher entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fach
ärztlicher Berichte (vgl. BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in nach
voll
ziehbar begründeter Weise verneint wird und allfälligen gegenteiligen Ein
schät
zungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Be
weis
wert beigemesse
n werden kann (BGE
143
V
409 E. 4.5.3; vgl. BGE 143 V 418 E.
7.1
). Insbesondere in Fällen, in welchen nach der Aktenlage überwiegend wahr
scheinlich von einer bloss leichtgradigen depressiven Störung auszugehen ist, die nicht schon als chronifiziert gelten kann und auch nicht mit Komor
bi
ditäten einhergeht, bedarf es in aller Regel keines strukturierten Beweisverfahrens (BGE 143 V 409 E. 4.5.3; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1).
Vorliegend begründete der psychiatrische Gutachter seine Einschätzung der Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers unter Beachtung der Indikatoren hinrei
chend und nachvollziehbar; er hielt die Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungen des Beschwerdeführers fest, äusserte sich zur Konsistenz und zum Be
handlungs
erfolg
ebenso wie zur Persönlichkeitsdiagnostik und schlug den Bogen zum vorausgehenden Gutachtensteil.
Er legte insbesondere dar, aus welchen Gründen er von einer um 20 % eingeschränkten Arbeitsfähigkeit aus
ging
(Urk. 6/346 S. 92-95)
; angesichts dieser Umstände
kann aus Gründen der Ver
hältnis
mässigkeit von der Durchführung eines strukturierten Beweisverfahrens abge
sehen werden.
Dies gilt umso mehr,
als eine höhere Arbeitsunfähigkeit als die gutachterlich attestierte auch aus einer Indikatorenprüfung nicht resultieren kann (
vgl. Urteile
des Bundesgerichts
8C_629/2019 vom 8. November 2019 E. 4.2.4
und
8C_270/2019 vom 5. September 2019 E. 4.2.3
).
4.4
Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass für die Beurteilung
des Anspruchs des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente
auf das beweis
kräftige Gutachten
der
C._
AG
abzustellen ist und somit in angestammter Tätigkeit von einer voll
ständigen Arbeitsunfähigkeit, in angepasster Tätigkeit unter Berück
sichtigung des umschriebenen Belastungsprofils (vgl. vorstehend E. 3.1.8) von einer 65%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen ist.
5.
5.1
Zu prüfen ist folglich
anhand der allgemeinen Methode des Einkommens
vergleichs (vgl.
vorstehend
E. 1.3)
, wie sich die 65%ige Arbeitsfähigkeit in ange
passter Tätigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
5.2
5.2.1
Für
die Ermittlung des Valideneinkommens
ist
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte.
Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empi
rischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheits
schaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit erstellt sein (BGE 144 I 103 E. 5.3, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Praxisgemäss
ist
bei der Bemessung des Valideneinkommens
auch die berufliche Weiterentwicklung zu berücksichtigen, die eine versicherte Person normalerweise vollzogen hätte; dazu ist allerdings erforderlich, dass konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ein beruflicher Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen tatsächlich realisiert worden wären. Blosse Absichtserklärungen genügen nicht. Vielmehr muss die Absicht, beruflich weiterzukommen, bereits durch konkrete Schritte wie Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums etc. kundgetan worden sein. Im Revisionsverfahren besteht insoweit ein Unterschied zur ursprünglichen Rentenfestsetzung, als der in der Zwischenzeit tatsächlich durchlaufene beruflich-erwerbliche Werdegang als invalide Person bekannt ist. Eine trotz Invalidität erlangte besondere berufliche Qualifizierung erlaubt zwar allenfalls Rückschlüsse auf die mutmassliche Entwicklung, zu der es ohne Eintritt des (unfallbedingten) Gesundheitsschadens bis zum Revisionszeitpunkt gekommen wäre (BGE
139 V 28 E. 3.3.3.2 in fine S.
31; BGE 96 V 29; SVR 2010 UV Nr. 13 S. 51, 8C_550/2009 E. 4.2; Urteil 8C_503/2015 vom 2
6.
Oktober 2015 E. 3.1.2 mit Hinweisen). Allerdings darf aus einer erfolgreichen Invalidenkarriere in einem neuen Tätigkeitsbereich nicht ohne Weiteres abgeleitet werden, die versicherte Person hätte ohne Invalidität eine vergleichbare Position auch im angestammten Tätigkeitsgebiet erreic
ht (RKUV 2005 Nr. U 554 S. 315,
U 340/04; Urteil 8C_5
03/2015 vom 2
6.
Oktober 2015 E.
3.1.2 mit Hinweisen
;
zum Ganzen vgl.
BGE 145 V 141 E. 5.2.1
).
5.
2.2
Der
Beschwerdeführer hat ursprünglich
in
D._
eine Ausbildung als Baufacharbeiter (1979; Urk. 6/8/2) sowie eine Zusatzausbildung als «Geprüfter Polier» (1991; Urk. 6/8/3) abgeschlossen.
Dem Auszug aus dem individuellen Konto ist zu entnehmen, dass
er ab
Juni 2006 in der Schweiz erwerbstätig war, wobei er bis zu
seinem Unfall
vom 23. März
2010
– unterbrochen durch Phasen der Arbeits
losigkeit
–
kurzfristigen temporären Arbeiten nachging (Urk. 6/261
, vgl. auch Urk. 6/8/4-6
).
Ab dem
22. März 2010, mithin dem
Vortag des Unfalles
,
stand
d
er
Beschwerdeführer
in einem Rahmenarbeitsvertrag mit
der
P._
AG
, wobei ab dem genannten Datum
ein maximal dreimonatiger Einsatz
als Polier
bei der
Q._
vorgesehen
war, welcher indes
per 11. April 2010
vorzeitig beendet wurde
(Urk.
6/8/6,
6/8/19, 6/18/91, 6/18/122
,
6/20).
Am
12. April
2010 trat er eine
bis 11. Juli 2010 befristete Anstellung
als Über
wachungstechniker
bei der
R._
bzw. der
späteren
S._
(vgl. Publikation im Schweizerischen Handelsamtsblatt [SHAB] vom
«...»
,
Tage
sregister-Nr.
«...»
vom
«...»
betreffend CH-
«...»
/
«...»
)
an, wobei ihm ab dem 14. April 2010 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert wurde und die Suva als für das Ereignis vom 23. März 2010 zuständiger Unfallversicherer Taggelder
ausrichtete
(Urk. 6/8/1
,
6/8/23, 6/18/6,
6/18/125,
6/18/134,
6/18/137
, 6/19)
.
Vom 11. Juni 2012 bis
31. August
2015
arbeitete der Beschwerdeführer
– zunächst als Trainee und ab
dem
1. Januar 2013
als Mitarbeiter Submission
–
bei der
Y._
AG (Urk. 6/51-52,
6/68-70,
6/87, 6/89).
5.2.3
Es trifft zwar zu, dass zur Bemessung des Valideneinkommens grundsätzlich
an
den zuletzt effektiv verdienten Jahreslohn
anzuknüpfen
ist
(vgl. vorstehend E. 5.2
.1
1. Abschnitt). I
ndes ist zu beachten, dass der Beschwerdeführer seine Tätigkeit als Mitarbeiter Sub
mission bei der
Y._
AG im
Nachgang zu dem
im
März
2010 erlittenen Unfall als leidensangepasste Tätigkeit aufnahm. Im Hinblick auf diese Tätigkeit erteilte die IV-Stelle Kostengutsprachen für berufliche Abklä
rungen sowie ein Praktikum bei der
Y._
AG, woraufhin der Be
schwerdeführer
am
1. Januar 2013 eine Festanstellung
antrat
(vgl. Sachverhalt
Ziff
. 1.1).
D
ass der Beschwerdeführer
bereits vor dem
Unfall
konkrete
Schritte
für eine berufliche Neuorientierung
unternommen hätte
, ergibt sich nicht aus den Akten und wurde von ihm auch nicht geltend gemacht
. Vielmehr
war
er aufgrund der vollständigen Arbeitsunfähigkeit in seiner bisherigen Tätig
keit
auf dem Bau
gezwungen, sich beruflich neu zu orientieren
(vgl. insbesondere Berichte der Rehaklinik
E._
vom 28. November 2011 [Urk. 6/32/1-4] und 14. Februar 2012 [Urk. 6/40/1-3])
, was ihm
mit
Unterstützung der IV-Stelle gelang. Vor diesem Hintergrund
ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen
, dass der Beschwerde
führer auch ohne den Unfall und dessen gesundheitlichen Folgen eine
berufliche Um- respektive Neuorientierung
realisiert hätte
, was
praxisgemäss
dazu führt, dass nicht auf seinen zuletzt bei der
Y._
AG effektiv verdienten Jahres
lohn
abzustellen ist (vgl. Urteile
des Bundesgerichts
8C_488/2018
und 8C_491/2018, beide
vom 13. März 2019
,
jeweils
E. 4
f.
vgl. auch Urteil des Bundesgerichts
8C_414/2018 vom 22. Februar
2019
E.
3
).
5.2.4
Im Zuge der erstmaligen Leistungsprüfung bezifferte die IV-Stelle das Validen
einkommen gestützt auf die Angaben der
S._
, wonach der Jahreslohn im Rahmen der (befristeten) Anstellung als Überwachungstechniker/-bauleiter («Probevertrag vom 12. April 2010»; Urk. 6/8/1, 6/18/6, 6/18/125) ab dem 12. April 2010 Fr. 62'400.-- (Fr. 5'200.-- x 12) betrug (Urk. 6/19/1-2, 6/72). Demgegenüber deklarierte die vormalige Arbeitgeberin zuhanden der Suva ein Einkommen von Fr. 5'200.-- x 13 (Urk. 6/18/147). Laut Darstellung des Beschwerdeführers handelte es sich beim Arbeitsverhältnis mit der
S._
um die erste Festanstellung, die er in der Schweiz realisieren konnte (Urk. 6/39/3). Wird – ohne Prüfung der Berechtigung – zugunsten des Beschwerdeführers von 13 Monatslöhnen ausgegangen und der Jahresloh
n von Fr. 67'600.-- (Fr. 5'200.
x 13) wie bereits im Erstanmeldeverfahren (Urk. 6/72) – ebenfalls ohne Prüfung der Berechtigung – an die branchen- und geschlechtsspezifische Nominallohn
entwicklung (vgl. Bundesamt für Statistik, Tabelle
T1.1.10 Nominallohnindex, Männer, 2011-2018
, Ziff. 41-43) angepasst, so resultiert für das Jahr 2016 ein Valideneinkommen von Fr. 69'560.40 (Fr. 67’600.-- : 100 x 102.9)
.
Dieser Wert ist geringfügig höher als der Tabellenlohn von männlichen Arbeitskräften im Baugewerbe auf Kompetenzniveau 1, welcher bei Fr. 68'409.35 (Fr. 5'508.-- [Zentralwert gemäss LSE 2016,
Ziff. 41-43
] :
40 x 41.4 [vgl.
Bundesamt für Statistik, Tabelle
T 03.02.03.01.04.01
, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirt
schaftsabteilungen, Ziff. 41-43] x 12) liegt.
Soweit der Beschwerdeführer (Urk. 1 S. 9 Ziff. 29) eventualiter auf die Taggeld-Ber
echnung der Suva (Urk. 6/18/117
118) verweist und mithin auf den zum
Ze
itpunkt des Unfalles bei der
Q._
erzielten Stundenl
ohn
abgestell
t haben will, kann ihm nicht gefolgt werden angesichts dessen, dass dieser im Rahmen eines auf längstens drei Monate befristeten temporären Einsatzes (Rahmenarbeits
vertrag mit der
P._
AG) erzielt wurde
(Urk.
6/8/19,
6/18/122).
Überhaupt kann ein
höheres
als das vorgenannte
Valideneinkommen nicht angerechnet
werden mit Blick auf die Erwerbsbiografie des Beschwerdeführers und insbesondere den Umstand, dass es ihm
in seiner knapp vierjährigen Erwerbstätigkeit in der Schweiz bis zum Unfall vom 23. März 2010 nicht gelang, ein
en beständigen und
seiner
im Ausland erworbenen
Ausbildung
entsprechen
den Lohn zu realisieren (vgl. auch
Stellung
nahme der Berufsberatung der Rehaklinik
E._
in Urk. 6/40/3)
.
5.
3
5.3
.1
Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, können zur Ermittlung des Invalideneinkommens ebenfalls die LSE-Tabellen
löhne herangezogen werden (
BGE 139 V 592 E. 2.3
;
135 V 297 E. 5
.2; 129 V 472 E. 4.2.1).
Mit Blick auf
das medizinische Belastungsprofil
(vgl
. vorstehend E. 3.1.8
) ist auf den statistischen Durchschnittslohn aller Wirtschaftszweige («Total») von
Männern auf dem Kompetenzniveau
1
gemäss
Tabelle
TA1
der LSE 2016 abzu
stellen, welcher bei einer Arbeitszeit von 40 Wochenstunden monatlich Fr. 5'340.-- betrug. Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen wöc
hentlichen Arbeitszeit von 41.7
Stunden im Jahre 201
6
(vgl. die vorerwähnte Tabelle T
03.02.03.01.04.01, «Total»)
resultiert für das Jahr 2016
ein Invalideneinkommen von Fr.
66‘803.40
(Fr. 5’340.-- / 40 x 41.7 x 12
) bei einem
Vollzeitpensum und ein solches von Fr. 43‘422.20 bei einem zumutbaren Arbeitspensum von 65 % (Fr. 66‘803.40 x 0.65).
5.3
.2
Ein basierend auf der Grundlage von sta
tistischen Durchschnittswerten ermit
teltes Invalideneinkommen ist allenfalls zu kürzen, da persönliche oder berufliche Merkmale wie Lebensalter, Nationalität oder Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E.
3b
/
aa
). Indes soll der Abzug nicht automatisch erfolgen; er ist vielmehr unter Würdigung der Um
stände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 332 E. 5.2).
Der Beschwerdeführer vermag seine verbleibende Restarbeitsfähigkeit bloss noch in einem Teilzeitpensum
von 65 %
zu verwerten.
Ob ein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen ist, wenn eine versicherte Person ihre Arbeitsfähigkeit nicht voll
schichtig umsetzen kann, muss stets mit Blick auf den konkreten Beschäftigungs
grad und die jeweils aktuellen Tabellenwerte e
rmittelt werden. Gemäss
Tabelle T18
(monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Beschäftigungsgrad, beruflicher Stellung und Geschlecht)
der LSE 2016
verdienten zwar statistisch Männer ohne Kaderfunktion mit einem Beschäftigungsgrad von 50-74
%
(Fr. 5'875.--)
gut 4
% weniger als solche mit
einem Beschäftigungsgrad von 90
% und mehr
(Fr. 6'1
30.
)
. Dies stellt
indes
rechtsprechungsgemäss
keine überproportionale Lohneinbusse
dar
, welcher durch Vornahme eines Abzuges vom Invaliden
einkommen
Rech
nung zu tragen wäre
(Urteil des Bundesgerichts 8C_151/2020 vom 15. Juli 2020 E. 6.3.2 mit Hinweis; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 8C_610/2019 vom 20. November 2019 E. 4.2.3 [betreffend statistische Lohndifferenz von 5.85 %] und 8C_774/2019 vom 3. März 2020 E. 8.6).
Weiter war d
er
Be
schwerdeführer im
Zeitpunkt der Ex
ploration durch die Gutachter der
C._
AG im
Jahr
2019
knapp
59
Jahre
respektive im Zeitpunkt
des Erlasses
der angefochtenen Verfügung im Jahr 2020
knapp
60
Jahre
alt
; allerdings fällt d
er
blosse
Umstand, dass die Stellensuche altersbedingt erschwert sein mag, als invaliditätsfremder Faktor regelmässig ausser Betracht.
Darüber hinaus
ist zu berücksichtigen, dass sich das Alter bei Männern im Alterssegment von 50 bis 64/65 Jahren bei Stellen ohne Kader
funktion eher lohnerhöhend auswirkt
(Urteil
des Bundesgerichts
8C_227/2018 vom 14. Juni 2018 E. 4.2.3.4
;
vgl. auch Tabelle TA9
[Monatlicher Bruttolohn;
Zentralwert und
Quartilbereich
nach Lebensalter, beru
flicher Stellung und Geschlecht]
der LSE 2016
)
.
W
ieder
kehrende krankheitsbedingte Absenzen vom Arbeitsplatz
sind
zudem
grund
sätzlich bei der Festlegung des zeitlich zumutbaren Umfanges der Arbeitsfähigkeit zu berücksichtigen (Urteil
des Bundesgerichts
8C_179/2018 vom 22. Mai 2018 E. 4.2), was auch für die körper
lichen Limitierungen gilt, welchen vorliegend bereits bei der Fest
legung des Belas
tungs
profils durch die Gutachter
umfassend
Rechnung getragen wurde und
welche
deshalb nicht nochmals herangezogen werden dürfen (Urteil
des Bundes
gerichts
9C_833/2017 vom 20. April 2018 E. 2.2, ferner 8C_586/2019 vom 24. Januar 2020 E. 5.3.2).
Zusammenfassend ist somit nicht zu beanstanden, dass
die IV-Stelle keinen Abzug vom Tabellenlohn gewährte, zumal praxisgemäss das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurtei
lung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen darf; es muss sich auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliege
nder erscheinen lassen (BGE 137
V
71 E. 5.2 S. 73; 126 V 75 E. 6 S. 81 mit Hinweis). Solche sind hier nicht auszumachen, womit es bei einem Inva
lideneinkommen von Fr. 43'422.20 sein Bewenden hat.
5.
4
Bei Gegenüberstellung eines Valideneinkommens von Fr.
69'560.40
und eines Invalideneinkommens von Fr. 43'422.20 resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr.
26'138.20
, was einem Invaliditätsgrad von rund
38
% entspricht (zur Rundung vgl. BGE 130 V 121) und keinen Anspruch auf eine
Rente der Invaliden
versicherung
begründet (vgl. vorstehend E. 1.2).
5.
5
Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, seine verbleibende Restarbeitsfähigkeit aufgrund seines Alters nicht mehr verwerten zu können
(vgl. vorstehend E. 2.2)
,
ist festzuhalten, dass
die
Rechtsprechung für die
Unverwertbarkeit
der
Rest
arbeits
fähigkeit älterer Menschen relativ hohe Hürden aufgestellt hat (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_574/2019 vom 16. Oktober 2019 E. 2.5;
9C_864/2018 vom 22. Juli 2019;
8C_910/2015 vom 19. Mai 2016 E. 4.3.4; vgl. Meyer/Reichmuth, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, 3. Auflage 2014, Art. 28 N 13 f.;
Mosimann, Problemzone Invalideneinkommen - Alter, Leidens
abzug, Selbst
eingliederung, Parallelisierung, in:
Ueli
Kieser
[Hrsg.]
,
Sozial
versicherungs
rechts
tagung 2018, 2019, S. 161
ff., 164
ff.).
Der Beschwerdeführer war im massgeblichen
Zeitpunkt der Erstattung des Gut
achtens der
C._
AG (18. April 2019) knapp 59
Jahre alt (vgl. für die Frage des Zeitpunktes der Verwertbarkeit der Restarbeits
fähig
keit im vorge
rückten Alter BGE 138 V 457 E. 3.3); mithin verblieben ihm bis zur ordentlichen Pensionierung noch gut
sechs
Jahre auf dem Arbeitsmarkt. Vor dem Hintergrund, dass es
dem Beschwerdeführer bereits im Jahr 2012 gelang, sich im Rahmen eines Praktikums neue Fertigkeiten anzueignen und seine bisherige Berufserfahrung einzubringen, er mithin in der Lage war, seine Arbeitsfähigkeit im Rahmen einer angepassten Tätigkeit zu verwerten
, und
ihm
die
Gutachter der
C._
AG eine bloss leicht verminderte Flexibilität und Umstellungsfähigkeit attestierten (vgl. vor
stehend E.
3.1
.6
), ist
unter Berücksichtigung des Belastungsprofils
der Zugang zum Arbeitsmarkt weiterhin gegeben
, weshalb
unter dem Gesichtspunkt des Lebens
alters die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit zu bejahen ist, was im Übrigen gemäss Bundesgericht selbst bei einem 61 1⁄2-jährigen Versicherten noch der Fall ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_797/2019 vom 6. Januar 2020 E. 5)
.
6.
6.1
Es bleibt zu prüfen, wie sich die vom Beschw
erdeführer geltend gemachte Ver
schlechterung seines Gesundheitszustandes ab
Februar 2017 auswirkt (vgl.
vor
ste
hend E. 2.2).
In diesem Zusammenhang ist vorwegzuschicken, dass anhand der Akten in Bezug auf die angestammte Tätigkeit auf dem Bau – unbestrittener
massen – seit dem Jahr 2010 eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit von 100 % ausgewiesen ist.
Liegt für die bisherige Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von erheblicher Dauer und Ausprägung vor, während vorerst mit der verbliebenen Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten ein rentenausschliessendes Einkommen erzielt werden
kann respektive könnte, so entsteht –
unter Vorbehalt anderer Vorausse
tzungen (vgl. insbesondere Art. 29 Abs. 1 IVG) –
bei Verschlechterung des Gesundheits
zustandes ein Rentenanspruch, sobal
d die Invalidität mindestens 40
% beträ
gt (in diesem Sinne bereits BGE 121 V 264 E. 5b und E.
6b
/
bb
mit
Verweis auf BGE
105 V 156). In einer solchen Konstellation gelangt die Wartezeit gemäss Art.
88a Abs.
2 IVV
nicht zur Anwendung (zum Ganzen vgl.
Urteil
des Bundesgerichts 9C_352/2020 vom 2
8.
September 2020 E. 4.1 mit Hinweisen).
6.2
Die Gutachter der
C._
AG hielten für den Zeitraum von Februar 2017 bis Dezember 2017 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers aufgrund des Herzleidens
mit anschliessender
stufenweiser
Steigerung
der
Arbeits
fähigkeit
auf
65 %
fest
(vgl. vorstehend E.
3.1.8
)
.
Zudem wurde der Beschwerde
führer am 7. März 2018 erneut am Knie operiert (Urk. 6/278), was eine an
schlies
sende Rehabilitation nach sich zog.
RAD-Arzt
L._
prognostizierte
dies
bezüglich
eine Dauer zwischen drei und sechs Monaten (Urk. 6/
375 S. 7
)
.
W
äh
rend der behandelnde Arzt
,
Dr.
G._
,
am 12. Juni 2018 noch eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert
hatte
(Urk.
6/
286
/1
), hielt er am 26. Juni 2018 fest, drei Monate postoperativ liege ein guter Verlauf vor. Der Beschwerdeführer benötige im Haus und für kurze Strecken keinen Stock mehr, er habe bereits jetzt deutlich im Vergleich zum präoperativen Zustand profitiert und nehme keine Schmerzmittel mehr
ein
(Urk. 6/288, 6/289).
Folglich ist keine über den Juni 2018 hinausgehende vollständige Arbeitsunfähigkeit
ausgewiesen.
Vielmehr bestand fortan wieder eine Arbeitsfähigkeit von 65 % in einer Verweisungstätigkeit (vgl. vorstehend E. 4).
Von
Februar 2017
bis Juni 2018
betrug der Invaliditätsgrad des Beschwerde
führers
somit
100 % (Valideneinkommen vgl. vorstehend E.
5.
2
, allenfalls zuzüglich Nominallohnentwicklung
; Invalideneinkommen Fr. 0.-
-
)
; eine
anspruchs
relevante
Verschlechterung ist
damit
ausgewiesen.
6.3
Soweit die IV-Stelle
mit Blick auf das Herzleiden
den Standpunkt vertritt,
die Ver
schlechterung
sei
auf ein anderes Leiden als die ursprünglichen
Bein-, Schul
ter- und Wirbel
säulen
b
e
schwerden
zurückzuführen
,
weshalb
ein erneutes
Warte
j
ahr
zu bestehen
sei,
bevor
ein Anspruch auf Re
ntenleistungen entstehen könne
, ist festzuhalten, dass diese n
ach
Bein-, Schulter- und Wirbelsäulenb
eschwerden einerseits und
Herzbe
schwerden
andererseits differenzierende Beurteilung der Entstehung des Renten
an
spruch
e
s vor dem Gesetz nicht sta
nd
hält
. Insbesondere findet sich hierfür in
Art. 28 Abs. 1 lit.
b IVG keine Grundlage.
Massgebend ist immer die Gesamtheit der gesundheitlichen Beeinträchtigungen
mit Auswirkung auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit, was sich direkt aus
Art. 6
-
8 ATSG in Verbindung mit
Art. 4
Abs. 1 und 2 sowie
–
im Falle der Invalidenrente
–
Art. 28
ff. IVG ergibt. Die
invalidenversicherungs
rechtliche Relevanz der ganzen Gesundheitsschädigung erfährt nur dort eine Ausnahme, wo Gesetz oder Ver
ord
nung dies ausdrücklich vorsehen
, beispielsweise
beim Wiederaufleben der Inva
lidität
nach Aufhebung der Rente gemäss
Art. 29
bis
IVV
.
Es kann daher keine Rede davon sein, dass die ver
sicherte Person stets die gesetzliche Wartezeit neu zu bestehen hätte, wenn es be
züglich eines von mehreren vorhandenen Leiden zu einem wesentlichen Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit nach
Art.
29
ter
IVV
gekommen wäre,
obwohl sich zwischenzeitlich eine andere
–
vorbestehende oder neu dazu gekommene
–
gesundheitliche Beeinträchtigung erheblich auf die Arbeitsfähigkeit (im Umfang von mindestens 20
%
) auswirkt
(
vgl.
Urteil
des Bundesgerichts
9C_800/2015
vom 25. Februar 2016
E.
3.2).
6.4
Gemäss
Art. 88a Abs. 1 Satz 1 IVV ist eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit für die Herabsetzung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unter
bre
chung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Satz 2).
Das Bundesgericht wendet in der
Regel den zweiten Satz von Art. 88a Abs. 1 IVV an und gewährt die bisherige Rente drei Monate über die Veränderung des Ge
sund
heitszustandes hinaus (Urteile des Bundesgerichts 9C_
687
/2018 vom
16
.
Mai
2019 E.
2
,
8C_220/2018 vom 14. November 2018 E. 5.3
,
und
9C_112/201
8 vom 20. September 2018 E. 4.2
).
Demzufolge
hat der Beschwerdeführer ab
1.
Februar 201
7
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, welche in Anwendung von
Art. 88a Abs. 1 Satz 2
IVV
per 30. September 2018 (Ende Juni 2018 plus drei Monate) aufgehoben
wird.
6.5
6.5.1
Bei Personen, deren Rente revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben werden soll, sind nach mindestens fünfzehn Jahren Bezugsdauer oder wenn sie das 55. Altersjahr zurückgelegt haben, praxisgemäss in der Regel vorgängig Einglie
derungsmassnahmen durchzuführen, bis sie in der Lage sind, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial mittels Eigenanstrengung auszuschöpfen und erwerblich zu verwerten. Ausnahmen von der
diesfalls
grund
sätzlich («vermutungsweise») anzunehmenden Unzumutbarkeit einer Selbstein
gliederung liegen namentlich dann vor, wenn die langjährige Absenz vom Arbeitsmarkt auf invaliditätsfremde Gründe zurückzuführen ist, wenn die versicherte Person besonders agil, gewandt und im gesellschaftlichen Leben integriert ist
oder
wenn sie über besonders breite Ausbildungen und Berufs
erfahrungen verfügt. Verlangt sind immer konkrete Anhaltspunkte, die den Schluss zulassen, die versicherte Person könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen Rentenbezugsdauer mit entsprechender
Absenz vom Arbeitsmarkt ohne Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren. Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass entgegen der Regel die versicherte Person in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch (wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung erwerblich zu verwerten (BGE 145 V 209 E. 5.1, Urteil des Bundesgerichts 8C_233/2021 vom 7. Juni 2021 E. 2.3 mit Hinweisen).
Die Rechtsprechung, wonach es bei der
wieder
erwägungs
- oder revisionsweisen Herabsetzung oder Aufhebung der Invaliden
rente bei zurückgelegtem 55. Altersjahr oder mehr als fünfzehn Jahre dauerndem Rentenbezug grundsätzlich Eingliederungsmassnahmen durchzuführen gilt, findet auch dann Anwendung, wenn zeitgleich mit der
Rentenzusprache
über deren Befristung und/oder Abstufung befunden wird (BGE 145 V 209 E. 5.4). Denn die rückwirkende Zusprache einer in der Höhe abgestuften und/oder zeitlich befristeten Invalidenrente richtet sich grundsätzlich nach denselben Regeln wie die Revision eines bestehenden Rentenanspruchs nach Art. 17 Abs. 1 ATSG. Auch in dieser Konstellation sind Versicherte betroffen, die zufolge invalidisierender Beeinträchtigung ihrer Gesundheit (d.h. invaliditätsbedingt) über einen mehr oder weniger langen Zeitraum überhaupt nicht mehr oder nur noch beschränkt einge
gliedert waren (E. 5.3).
6.5.2
Unabhängig davon, welches
der für die
Ermittlung des Eckwerts des 55.
Alters
jahres ma
ssgebliche Zeitpunkt sein soll
(
vgl.
vorerwähntes Bundesgerichtsurteil 8C_233/2021
vom 7. Juni 2021
E. 2.4 mit Hinweis auf BGE 145 V 209 E.
5.4)
–
der Zeitpunkt der Verfügung selbst, derjenige der darin verfügten Renten
abstufung beziehungsweise -aufhebung oder jener des Feststehens der entspre
chenden medizinische
n Zumutbarkeit –
,
hat der Beschwerdeführer die fragliche Schwelle überschritten. Dementsprechend ist ihm die Selbsteingliederung recht
sprechungsgemäss grundsätzlich («vermutungsweise») unzumutbar, sofern nicht konkrete Anhaltspunkte vorliegen, welche den gegenteiligen Schluss zulassen (vgl. vorstehend E. 6.5.1). Letzteres ist vorliegend der Fall. Dabei fällt entschei
dend ins Gewicht, dass dem Beschwerdeführer im Zuge des Erstanmeldungs
verfahren Eingliederungsmassnahmen gewährt wurden. Konkret sind dabei zunächst insbesondere der Besuch von PC-Schulungen und eines vertieften Bewerbungsunterrichtes (Coaching) sowie die aktive Unterstützung im Bewerbungsprozess durch die Eingliederungsfachleute der Rehaklinik
E._
zu nennen (Urk. 6/39/1, 6/40/1, 6/46/1). Alsdann wurde der Beschwerdeführer anlässlich des vom
11. Juni bis 31. Dezember 2012 dauernden Praktikums bei der
Y._
AG durch die Arbeitgeberin für die Funktion als Trainee Submission im Bereich des Einkaufs umfassend ausgebildet (Urk. 6/51, 6/55/1-2, 6/56, 6/75), sodass er ab 1. Januar 2013 gleichenorts eine Festanstellung als Mitarbeiter Submission zu einem Basisgehalt von Fr. 97'500.-- innehatte (Urk. 6/68-70), er mithin erfolgreich eingegliedert war bis zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses per 31. August 2015 (Urk. 6/74, 6/87/1-9, 6/89). Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die Ausbildung des Beschwerdeführers und seine berufliche Erfahrung im Baugewerbe sowie in der Bauadministration ist davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer ohne weitere Hilfeleistungen der Beschwerdegegnerin in eine ihm zumutbare Erwerbstätigkeit des Kompetenzniveaus 1 (vgl. vorstehend E. 5.3.1) einzugliedern vermag (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_26/2021 vom 5. Mai 2021 E. 3 und 5.3).
7.
Zusammenfassend
hat der Beschwerdeführer
vom 1.
Februar 2017 bis
30.
Sep
tember
2018
Anspruch
auf eine ganze Invalidenrente. In diesem Sinne ist die Beschwerde
teilweise
gutzuheissen.
8.
8.1
Die
Kosten des Verfahrens (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG)
sind auf Fr.
800
.-- festzusetzen und
entsprechend
dessen
Ausgang
den Parteien je zur Hälfte
aufzuerlegen
.
8.2
Sodann steht dem anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG und § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungs
gericht (GSVGer) eine reduzierte Prozessentschädigung zu, welche ohne Rück
sicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses zu bemessen und auf Fr. 900.-- (inklusive Barauslagen und Mehr
wertsteuer) festzusetzen ist.