Decision ID: 53ac9552-e649-4af0-bd5c-9a34b4cde446
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ war im Alters- und Pflegeheim B._ als Pflegehelfer angestellt und dadurch
bei der Schweizerischen Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG (Mobiliar) obligatorisch
gegen die Folgen von Unfällen versichert (UV-act. K1 f.). Gemäss Polizeirapport der
Kantonspolizei St. Gallen vom 23. Juli 2015 fuhr der Versicherte am 6. Juli 2015 mit
seinem Motorrad, dessen Plombierung er zuvor hatte entfernen lassen, auf der C._-
strasse von D._ Richtung E._. Dabei beschleunigte er das Motorrad und fuhr auf
dem Hinterrad. Als er dieses Manöver auf Höhe der Liegenschaft F._ wiederholte,
verlor er die Herrschaft über das Motorrad, überquerte die Gegenfahrbahn und
kollidierte zuerst mit einem in der blauen Zone parkierten Personenwagen und
anschliessend mit dem Trottoir-Geländer. Bei dieser Kollision stürzte er über das
Geländer 15 Meter in die Tiefe (UV-act. A9, vgl. UV-act. A7 f.). Dabei zog er sich ein
Polytrauma Injury Severty Score (ISS) 38 mit einem schweren Schädelhirntrauma,
einem Thoraxtrauma, einem Abdominaltrauma sowie einem Wirbelsäulen- und
Extremitätentrauma zu (UV-act. M1 ff.).
A.b Mit Verfügung vom 24. August 2015 kürzte die Mobiliar sämtliche UVG-
Geldleistungen um 50%. Aus dem Polizeirapport der Kantonspolizei St. Gallen ergebe
sich, dass sich der Versicherte die erlittenen Verletzungen bei der Ausübung eines
Vergehens zugezogen habe. Sein Verhalten sei auch als Wagnis zu bezeichnen. Indem
er unvermittelt und ohne Übung oder Fahrtraining sein nicht mehr plombiertes
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Motorrad derart beschleunigt habe, dass er die Kontrolle und Herrschaft über die
Maschine verloren habe, habe er die üblichen Regeln und Vorsichtsgebote in
schwerwiegender Weise missachtet (UV-act. K29, vgl. auch UV-act. K20 f.). Dagegen
liess der Versicherte am 24. September 2015 Einsprache erheben und beantragen, ihm
seien die Geldleistungen lediglich im Umfang von maximal 10% zu kürzen (UV-act.
K34).
A.c Mit Verfügung vom 19. Oktober 2015 stellte die Staatsanwaltschaft des Kantons
St. Gallen das Strafverfahren gegen den Versicherten wegen Verletzung der
Verkehrsregeln, Fahren in nicht fahrfähigem Zustand, Fahren ohne Berechtigung und
Widerhandlung (Übertretung) gegen das Betäubungsmittelgesetz mit der Begründung
ein, dass der Versicherte aufgrund der erlittenen schweren Verletzungen schon
genügend betroffen sei (UV-act. A13).
A.d Mit Entscheid vom 9. Februar 2016 wies die Mobiliar die Einsprache des
Versicherten ab (act. G 1.2).
B.
B.a Dagegen liess der Versicherte am 9. März 2016 Beschwerde erheben und
beantragen, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei
zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Geldleistungen ungekürzt zu erbringen.
Eventualiter seien ihm die gesetzlichen Geldleistungen im Umfang von maximal 10% zu
kürzen (act. G 1). Am 5. April 2016 erteilte die zuständige Kindes- und
Erwachsenenschutzbehörde ihre Zustimmung zum Prozess (act. G 3.2).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 13. Juni 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde (act. G 9).
B.c Mit Replik vom 14. Juli 2016 und Duplik vom 12. Oktober 2016 bestätigten die
Parteien ihre Standpunkte (act. G 12, 16).
B.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der

übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
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Erwägungen
1.
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Geldleistungen zu Recht um
die Hälfte gekürzt hat. Dabei stellt sich insbesondere die Frage, ob das Unfallereignis
vom 6. Juli 2015 als Wagnis zu qualifizieren ist.
2.
2.1 Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über
die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Die Übergangsbestimmungen
zur Änderung vom 25. September 2015 sehen vor, dass Versicherungsleistungen für
Unfälle, die sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, nach bisherigem Recht gewährt
werden. Das vorliegend relevante Ereignis hat sich am 6. Juli 2015 ereignet, weshalb
auf die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen abzustellen ist.
2.2 Gemäss Art. 39 UVG kann der Bundesrat aussergewöhnliche Gefahren und
Wagnisse bezeichnen, die in der Versicherung der Nichtberufsunfälle zur Verweigerung
sämtlicher Leistungen oder zur Kürzung der Geldleistungen führen. Die Verweigerung
oder Kürzung kann er in Abweichung von Art. 21 Abs. 1 bis 3 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) ordnen.
Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat u.a. mit Erlass von Art. 50 UVV Gebrauch
gemacht. Danach werden bei Nichtberufsunfällen, die auf ein Wagnis zurückgehen, die
Geldleistungen um die Hälfte gekürzt und in besonders schweren Fällen verweigert
(Abs. 1). Wagnisse sind Handlungen, mit denen sich die versicherte Person einer
besonders grossen Gefahr aussetzt, ohne die Vorkehren zu treffen oder treffen zu
können, die das Risiko auf ein vernünftiges Mass beschränken (Abs. 2 Satz 1). Die
versicherte Person muss sich wissentlich einer besonders grossen Gefahr aussetzen,
um eine Handlung als Wagnis zu qualifizieren. Das subjektive Element des Wissens
bezieht sich dabei auf die Gefahrensituation als solche und nicht auf ihre konkreten
Umstände (Urteil des Bundesgerichts vom 11. Januar 2013, 8C_640/2012, E. 2 mit
Hinweis).
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2.3 Lehre und Rechtsprechung unterscheiden zwischen absoluten und relativen
Wagnissen. Ein absolutes Wagnis liegt vor, wenn eine gefährliche Handlung nicht
schützenswert ist oder wenn die Handlung mit so grossen Gefahren für Leib und Leben
verbunden ist, dass sich diese auch unter günstigsten Umständen nicht auf ein
vernünftiges Mass reduzieren lassen. Ein relatives Wagnis ist gegeben, wenn es die
versicherte Person unterlassen hat, die objektiv vorhandenen Risiken und Gefahren auf
ein vertretbares Mass herabzusetzen, obwohl dies möglich gewesen wäre (Urteil des
Bundesgerichts vom 21. Februar 2013, 8C_987/2012, E. 2.2 mit Hinweisen; vgl. auch
BGE 141 V 218 E. 2.1 f.).
2.4 Die Leistungskürzung wegen eines Wagnisses geht derjenigen wegen
Grobfahrlässigkeit nach Art. 37 Abs. 2 UVG vor (sog. lex specialis, BGE 134 V 340 E.
3.2.4). Gemäss Art. 37 Abs. 2 UVG werden die Taggelder, die während der ersten zwei
Jahre nach dem Unfall ausgerichtet werden, gekürzt, wenn die versicherte Person den
Nichtberufsunfall grobfahrlässig herbeigeführt hat (vgl. BGE 138 V 522 E. 5.2.1 und
5.2.2 mit Hinweisen).
2.5 Eine Leistungskürzung ist nur zulässig, wenn zwischen dem Wagnis und dem
eingetretenen Schaden ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht
(vgl. auch SVR 1995 UV Nr. 29 S. 85 f. E. 2d mit Hinweisen). Die Rechtsfrage nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang bestimmt sich dabei nach dem gewöhnlichen Lauf
der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung (vgl. (BGE 125 V 456 E. 5a mit
Hinweisen).
2.6 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht.
Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen.
Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den
Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195, E. 2, 122 V 158, E. 1a je mit
Hinweisen; vgl. auch BGE 130 I 183, E. 3.2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die
Beweislast im Sinn der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im
Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als
im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus
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dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (RKUV 2000 Nr. U
363, S. 46, E. 2 mit Hinweisen, 1994 Nr. U 206, S. 328, E. 3b mit Hinweisen).
3.
3.1 Das Vorliegen eines Wagnisses ist aufgrund des konkreten Geschehensablaufs zu
beurteilen. Mit anderen Worten ist zu prüfen, ob dem Unfallhergang, wie er sich konkret
ereignet hat, Wagnischarakter zukommt (vgl. auch das Urteil des Bundesgerichts vom
19. September 2006, U 122/06, E. 3.2.1). Ob das Verhalten des Beschwerdeführers
einen Straftatbestand erfüllt, ist dabei – entgegen der offenbar von der
Beschwerdegegnerin vertretenen Auffassung (vgl. act. G 16 S. 3) – nicht weiter von
Relevanz. Eine Handlung kann auch dann als Wagnis qualifiziert werden, wenn sie
nicht strafrechtlich sanktioniert ist.
3.2 In sachverhaltlicher Hinsicht ist mit Blick auf die Strafakten folgender
Geschehensablauf überwiegend wahrscheinlich erstellt: Am Unfalltag des 6. Juli 2015
liess der Beschwerdeführer, der einen Lernfahrausweis für Motorräder mit einer
Motorleistung bis 25 kW besass, die Plombierung seines Motorrades der Marke G._
entfernen, sodass es nun eine Leistung von 84 kW erreichte. Gegen Mittag lenkte er
ebendieses Motorrad auf der Promenadenstrasse von D._ Richtung E._. Dabei trug
er abgesehen von einem Helm keine weitere Schutzkleidung. Während der Fahrt
beschleunigte er das Motorrad und fuhr auf dem Hinterrad (Wheelie). Trotz möglichem
Gegenverkehr fuhr er während des Manövers auf der Mitte der Fahrbahn. Auf Höhe der
Liegenschaft F._ wiederholte er das Manöver und führte einen zweiten Wheelie aus.
Dabei verlor er die Herrschaft über das Motorrad und geriet ins Schlingern. Ohne das
Motorrad stabilisieren zu können, überquerte er die Gegenfahrbahn und kollidierte
zuerst mit einem in der blauen Zone parkierten Personenwagen, gelangte durch die
Kollision aufs Trottoir und prallte schliesslich gegen das Trottoir-Geländer. Bei diesem
Auf- bzw. Abprall stürzte der Beschwerdeführer über das Geländer 15 Meter in die
Tiefe auf den Kiesplatz des Bahnhofs H._ (vgl. dazu den Polizeirapport der
Kantonspolizei St. Gallen vom 23. Juli 2015, UV-act. A9, die Bilddokumentation vom 6.
Juli 2015, UV-act. A1-3, die Einvernahmen der Auskunftspersonen, UV-act. A10-12,
sowie den Bericht des kriminaltechnischen Dienstes vom 7. Juli 2015, UV-act. A16, vgl.
auch die Einstellungsverfügung vom 19. Oktober 2015, UV-act. A13).
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3.3 Gestützt auf die geschilderte Aktenlage ist festzuhalten, dass der
Beschwerdeführer am Unfalltag nur über einen Lernfahrausweis verfügte. Er war mit
einem 84 kW leistungsstarken Motorrad unterwegs. Da er die Plombierung erst am
Morgen desselben Tages hatte entfernen lassen, fehlte ihm die nötige Fahrpraxis bzw.
die Routine im Umgang mit der nun knapp 60 kW leistungsstärkeren Maschine. Bei
seiner Fahrt trug er abgesehen von einem Helm keine Schutzkleidung. Eine solche
Kleidung ist zwar vom Gesetz nicht vorgeschrieben; allerdings ist der Umstand, dass
der Beschwerdeführer bloss in Shorts, T-Shirt und Turnschuhen bekleidet war (vgl. UV-
act. A9), im Rahmen der Gesamtwürdigung des Wagnischarakters durchaus
mitzuberücksichtigen. Ohne entsprechende Schutzkleidung und ohne mit der
Motorleistung vertraut zu sein, führte der Beschwerdeführer in der Folge zwei
Hinterrad-Manöver („Wheelies“) aus. Dies tat er aber nicht auf einem dafür
einigermassen geeigneten Terrain, wie z.B. auf einem Übungsgelände oder wenigstens
auf einem leeren Parkplatz, sondern während seiner Fahrt auf einer befahrenen Strasse
mit Gegenverkehr und überdies in unmittelbarer Nähe eines durch ein Geländer
gekennzeichneten Gefälles. Der Beschwerdeführer unterliess es somit in jeder nur
möglichen Hinsicht, die mit seinem Verhalten einhergehenden Gefahren auf ein
„vertretbares Mass“ (vgl. E. 2.4) herabzusetzen bzw. die Hinterrad-Manöver so risikolos
wie möglich durchzuführen, obwohl ihm dies ohne Weiteres möglich gewesen wäre. So
hätte bereits eine kurze Gefahrenabwägung eindeutig zum Entschluss führen müssen,
ein derartiges Risiko bei den vorgenannten Bedingungen nicht einzugehen. Unter den
gegebenen Umständen spielt es letztlich auch keine Rolle, ob der Beschwerdeführer
mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war und ob er die Kontrolle über das
Motorrad während der Ausführung des Wheelies oder, wie er geltend macht (act. G 1
Rz. 48 ff.), im unmittelbaren Anschluss an das Manöver beim „Schlittern“ bzw.
Schlingern verlor. Auch erübrigt sich eine Auseinandersetzung mit der Frage, was
geschehen wäre, wenn kein Fahrzeug in Nähe des Geländers parkiert gewesen wäre
(vgl. act. G 1 Rz. 56). Das konkrete Verhalten des Beschwerdeführers ist in seiner
Gesamtheit mindestens als relatives Wagnis zu qualifizieren.
3.4 Damit kann vorliegend offengelassen werden, ob ein Wheelie als „stuntähnliches
Ereignis“ für sich alleine bereits eine nicht schützenswerte Handlung und damit
absolutes Wagnis darstellt, wie es die Beschwerdegegnerin geltend macht (act. G 9 S.
10). Hinsichtlich der Ausführungen des Beschwerdeführers zum Wagnistatbestand im
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Strassenverkehr (vgl. act. G 1 S. 5 f.) bleibt darauf hinzuweisen, dass das Vorliegen
eines Wagnisses einzig aufgrund des konkreten Geschehensablaufs zu beurteilen ist
(vgl. E. 3.1). Ob sich die versicherte Person bei der Ausübung der Handlung beim
(Extrem-)Sport, in einer alltäglichen Situation oder eben im Strassenverkehr befand, ist
durchaus im Rahmen der Gesamtwürdigung mitzuberücksichtigen, spielt für den
Wagnischarakter für sich alleine aber keine entscheidrelevante Rolle. Auch ist nicht
weiter von Relevanz, wie viele bzw. wie wenige Wagniskürzungen im Strassenverkehr
vorgenommen werden.
3.5 Entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers (act. G 1 Rz. 56, 59) ist der
Kausalzusammenhang zwischen dem Wagnis und den erlittenen Verletzungen ohne
Weiteres zu bejahen (vgl. E. 2.6). Ferner ist kein Grund ersichtlich, der diesen
Kausalzusammenhang zu unterbrechen vermöchte. Insbesondere geht aus den Akten
kein Drittverschulden hervor, welches das konkrete Verhalten des Beschwerdeführers
als Ursache der Verletzungen verdrängen würde bzw. als unbedeutend erscheinen
liesse (vgl. zur restriktiven Rechtsprechung zur Unterbrechung des
Kausalzusammenhangs das Urteil des Bundesgerichts vom 19. August 2011,
1B_221/2011, E. 3.2).
3.6 Nachdem das Verhalten des Beschwerdeführers als Wagnis i.S.v. Art. 39 UVG zu
qualifizieren ist, erübrigt sich die Prüfung der Grobfahrlässigkeit nach Art. 37 Abs. 2
UVG (vgl. E. 2.5).
3.7 Soweit der Beschwerdeführer eine Verletzung des rechtlichen Gehörs bzw. eine
Verletzung der Begründungspflicht rügt (Art. 52 Abs. 2, Art. 42 ATSG; vgl. act. G 1 Rz.
45 ff., Rz. 52), ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin den von ihr als
massgeblich erachteten Sachverhalt, die relevanten Rechtsgrundlagen sowie ihre
rechtliche Würdigung im angefochtenen Einspracheentscheid vom 9. Februar 2016
ausführlich darlegte. Aus den Ausführungen der Beschwerdegegnerin im
Einspracheentscheid ist insbesondere zu schliessen, dass sie das Einholen der vom
Beschwerdeführer als wesentlich erachteten Zeugenaussagen (vgl. UV-act. K34-3 f.,
act. G 1 S. 12) nicht für nötig hielt und eine Geschwindigkeitsüberschreitung aus
anderen Gründen, wie insbesondere aufgrund der Schäden am Motorrad sowie am
parkierten Fahrzeug, als ausgewiesen erachtete (vgl. act. G 1.2 S. 4 f.). Dem
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Beschwerdeführer war es dadurch möglich zu erkennen, aufgrund welcher
Überlegungen die Beschwerdegegnerin entschieden hatte. Er musste nicht befürchten,
dass wesentliche Sachverhaltselemente versehentlich unberücksichtigt geblieben
wären und konnte den Einspracheentscheid sachgerecht anfechten, was er in der
Folge denn auch getan hat. Eine Verletzung der Begründungspflicht ist folglich zu
verneinen.
3.8 Da die Beschwerdegegnerin die Geschwindigkeit, mit welcher der
Beschwerdeführer fuhr, den Zeitpunkt der Ausführung des Wheelies sowie die
Parksituation für die Einordnung des Unfalls als Wagnis (zu Recht, vgl. E. 3.3) nicht als
entscheidrelevant erachtet hatte, war sie sodann auch nicht gehalten, eigene
weiterführende technische Abklärungen vorzunehmen, zumal der kriminaltechnische
Dienst den Unfallhergang aufgrund der Spurenlage und der Aussagen der
Auskunftspersonen als klar bezeichnete und selbst auf weiterführende Abklärungen
sowie insbesondere auf die Auswertung der gesicherten Spuren verzichtet hatte (vgl.
UV-act. A16). Eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes liegt entgegen dem
Vorbringen des Beschwerdeführers (act. G 1 Rz. 42 ff.) somit ebenfalls nicht vor.
4.
Nach dem Gesagten erweist sich die hälftige Kürzung der Geldleistungen als
rechtmässig und in ihrem Umfang als den Umständen angemessen. Der Vollständigkeit
halber ist darauf hinzuweisen, dass die Höhe der Kürzung nicht daran geknüpft werden
kann, ob und bejahendenfalls welchen Straftatbestand das Verhalten des
Beschwerdeführers erfüllt (act. G 1 Rz 61 ff.; vgl. auch E. 4.1).
5.
Die Beschwerde ist abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a
ATSG). Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.