Decision ID: 084b19f0-43ad-496b-91d1-903b68c7c199
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961, war seit 1. November 2005 als Chauffeur bei der
Y._
beschäftigt und damit bei der Schweizerischen Unfall
versicherungsanstalt (SUVA) gegen Unfälle versichert. Am 26. November 2005 erlitt er einen Unfall, als ihm in seiner Wohnung ein gebrochenes Lavabo auf den rechten Fuss fiel (
Urk.
11/3/2,
Urk.
11/63/1 und
Urk.
11/65/87). Dabei erlitt er eine Schnittverletzung am Fussrücken rechts mit Durchtrennung der
extensor
hallucis
longus
und der
tibialis
anterior
Sehnen, was
am
selben
T
ag im
Z._
operativ angegangen wurde (Sehnennaht der bei
den betroffenen Sehnen; Operationsbericht vom 28. November 2005,
Urk.
11/4). Die SUVA trat auf den Schaden ein und erbrachte die gesetzlichen Leistungen.
Ab 11. April 2006 war der Versicherte zu 50
%
als Handlanger bei der
A._
tätig (
Urk.
11/65/65). Infolge zunehmender Beschwerden (nicht lokalisierbare brennende Schmerzen) erfolgten weitere Abklärungen. Eine MR-Untersuchung des rechten Sprunggelenks ergab am 13. Juni 2006 (
Urk.
11/24) eine narbig verheilte, intakte
Tibialissehne
, die
extensor
hallucis
longus
Sehne zeigte ein normales Kalibe
r mit Signalalteration, was als
nicht mit einer kräfti
gen
Fibrose
verheilt beurteilt wurde (narbig-adhä
si
ve Veränderungen). Am 1
2.
Juli 2006 wurde bei der Diagnose eines Neuroms
Nervus
peroneus
superfi
cialis
am Fussrücken rechts eine Nervennaht durchgeführt (
Urk.
11/27 und
Urk.
11/30). Ab Mitte September 2006
wurde
wieder eine teilweise Arbeitsfähig
keit attestiert (
Urk.
11/36).
In der Folge absolvierte der Versicherte eine Weiterbildung zum Kranführer (
Urk.
11/39 und
Urk.
11/42) und nahm ab dem 9. Oktober 2006 diese Tätigkeit beim früheren Arbeitgeber, der
Y._
, vollzeitlich auf (
Urk.
11/65/40-41,
Urk.
11/48/2 und
Urk.
2 S. 2). Die SUVA stellte die
Taggeld
leistungen
mit Schreiben vom 25. September 2006 (
Urk.
11/38) per 8. Oktober 2006 ein und sprach
dem Versicherten
mit Verfügung vom 13. Dezember 2006 (
Urk.
11/47) eine Integritätsentschädigung basierend auf einer Einbusse von 5
%
in der Höhe von
Fr.
5‘340.-- zu. Einen Anspruch auf eine Invalidenrente ver
n
einte sie ausgehend von einer vollschichtigen Arbeitsfähigkeit in der Tätigkeit als Kranführer (vgl. auch Bericht über die kreisärztliche Abschlussuntersuchung von
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Chirurgie, vom 6. Dezember 2006,
Urk.
11/48).
1.2
Per 2
2.
Juli 2008 trat der Versicherte eine Stelle als Kranführer bei der
C._
an und war
erneut
bei der SUVA gegen Unfälle versichert. Am 4. De
zember 2009 stürzte er beim Laufen mit einem Gewicht in den Händen (
Urk.
12/1). Die am 13. Dezember 2009 aufgesuchten Ärzte des
Z._
diagnosti
zierten eine
Schmerzexazerbation
nach
Supinationstrauma
bei bekannten
neu
ralgiformen
Schmerzen im Bereich dorsaler Mittelfuss rechts (
Urk.
12/4/1-2) und ergänzten diese Diagnose am 8. Februar 2010 (
Urk.
12/6) im Wesentlichen mit einem traumatisierten Rezidiv-
Neurinom
bei (bekanntem) Status nach Neuromexzision und Nervennaht
peroneus
superficialis
. Die SUVA trat wiede
rum auf den Schaden ein und erbrachte die gesetzlichen Leistungen.
Am 26. März 2010 (
Urk.
12/21/4-5) erfolgte im
Z._
– aufgrund einer
Schmerzex
azerbation
nach der Re-Traumatisierung ohne Besserung durch kon
servative Massnahmen – eine Neuromrevision rechter
Vorfuss
,
faszikelgetreues
Separieren des
Nervus
fibularis
superficialis
, Zurückkürzen der medialen Anteile und intramuskuläre Verlagerung in den
Musculus
flexor
extensor
hallucis
lon
gus
. Ab 30. August 2010, dem Datum der kreisärztlichen Untersuchung (
Urk.
12/37), wurde dem Versicherten bei der Diagnose einer
Neuropraxie
des
Nervus
peroneus
superficialis
am Fussrücken eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit (vorwiegend sitzend) attestiert. In der Folge entwickelte sich ein chronisch
es
neuropathisches Schmerzsyndrom mit Neurombildung (
Urk.
12/68/3-4).
Nachdem im Rahmen der vom 15. März bis 19. April 2011 dauernden stationä
ren Rehabilitation in der
D._
(
Urk.
12/86) erstmals eine mittel
gradige depressive Episode infolge anhaltender Schmerzproblematik und mul
tipler psychosozialer Belastungsfaktoren erwähnt worden war (S. 3), begab sich der Versicherte ab 15. Juni 2011 in psychiatrische Behandlung beim
E._
wo vom 6. September bis 25. Oktober 2011 eine stationäre Behandlung stattfand und eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom diagnostiziert wurde (
Urk.
12/125). Vom 26. April bis 25. Mai 2012 erfolgte eine stationäre Schmerztherapie am
F._
(
Urk.
12/162) und vom 25. Juli bis 15. Au
gust 2012 eine erneute Rehabilitation in
D._
(
Urk.
12/177). Im Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung vom 21. November 2012 (
Urk.
12/198) ging
Dr.
G._
, Fachärztin Neurochirurgie, vom Erreichen des Endzustandes aus und schloss aus organischer Sicht auf eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit in einer leichten, vorwiegend sitzenden Tätigkeit (S. 16 f.). Sodann wurde eine weitere neurologische Beurteilung eingeholt (
Urk.
12/238).
1.3
Mit Verfügung vom 16. August 2013 (
Urk.
12/247) sprach die SUVA dem Versi
cherten mit Wirkung ab 1. November 2013 eine Invalidenrente basierend auf
einer Erwerbsunfähigkeit von 24
%
zu. Die bereits zugesprochene
Integritäts
entschädigung
wurde – mangels wesentlicher Veränderung – nicht erhöht. Die dagegen erhobene Einsprache vom 18. September 2013 (
Urk.
11/80) wurde mit Entscheid vom 2
2.
Oktober 2013 (
Urk.
2) abgewiesen.
2.
Hiergegen erhob der Versicherte - unter Auflage verschiedener ärztlicher Be
richte - am 2
2.
November 2013 (
Urk.
1) Beschwerde mit den Anträgen, der
Einspracheentscheid
vom 2
2.
Oktober 2013 sei aufzuheben und es sei ihm ab Einstellung der Taggeldzahlung (31. Oktober 2013) eine Invalidenrente auf
grund eines IV-Grades von 100
%
auszurichten; eventualiter sei eine
polydis
ziplinäre
Beurteilung anzuordnen. Sodann ersuchte er um Gewährung der un
entgeltlichen Rechtspflege für das vorliegende Verfahren (S. 2). Am 25. Novem
ber 2013 (
Urk.
5) reichte er eine Verfügung des Amtes für Wirtschaft und Arbeit vom 21. November 2013 betreffend Verneinung des Anspruchs auf
Arbeitslo
senentschädigung
ab 1. November 2013 (
Urk.
6) nach. Die SUVA schloss am
14. Februar 2014 (
Urk.
10) auf Abweisung der Beschwerde. Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien an den gestellten Anträgen fest (
Urk.
16 und
Urk.
20). Am 19. November 2014 (
Urk.
23) legte der Versicherte einen neuen ärztlichen Bericht (
Urk.
24) auf, wozu sich die SUVA am
10. Dezember 2014 (
Urk.
27) vernehmen liess. Am 7. Mai und
2.
Juni 2015 (
Urk.
29 und
Urk.
31) legte der Versicherte erneut einen ärztlichen Bericht beziehungsweise ein medizinisches Gutachten (
Urk.
30 und
Urk.
32) auf.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
10
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung ihrer Un
fallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10
%
(
Art.
8
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
So
zialversicherungsrechts
,
ATSG) invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invaliden
rente (
Art.
18
Abs.
1
UVG
). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortset
zung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszu
standes erwartet werden kann und allfällige
Eingliede
-
rungsmassnahmen
der In
validenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem
Rentenbeginn fallen die Heil
behandlung und die Taggeldleistungen dahin (
Art.
19
Abs.
1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
türlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwal
tung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm oblie
genden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
1.3.1
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129
V 177 E. 3.2, 405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
1.3.2
Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische
Ge
sundheitsschädigung
herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergange
nen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psy
chische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut ver
kraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus
versiche
rungsmässiger
Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 133
E. 4b).
Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 E. 3b; BGE 115 V 133 E. 7 mit Hinwei
sen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 133 E. 6; vgl. auch BGE 134 V 109 E. 6.1, 120 V 352
E. 5b/
aa
; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
1.3.3
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine
Ge
samtwürdigung
einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
körperliche Dauerschmerzen;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Be
urteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346
S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auf
fallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwieri
gen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungs
weise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Krite
rien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Han
delt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zu
sammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu for
schen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit
mitbe
günstigt
haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10
E. 2).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte im angefochtenen
Einspracheentscheid
die Adäquanz jeglicher psychischer Einschränkungen, schloss auf eine vollumfäng
liche Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer den verbleibenden körper
lichen Schäden angepassten Tätigkeit und errechnete eine durch den Unfall be
dingte Erwer
b
seinbusse von 24
%
(
Urk.
2 S. 12 und S. 14).
2.2
Der Beschwerdeführer ging dagegen davon aus, dass seine psychischen Beschwer
den durch den Unfall bedingt seien und beantragte - unter Berück
sichtigung auch dieser Einschränkungen - die
Zusprache
einer Invalidenrente basierend auf einem In
v
aliditätsgrad von 100
%
(
Urk.
1 S. 2 und S. 25).
2.3
Die Höhe der Integritätsentschädigung (5
%
nach dem ersten Unfall) bzw. die ausgebliebene Erhöhung derselben (aufgrund des zweiten Unfalls) wurde vom Beschwerdeführer nicht beanstandet, weshalb sich Weiterung
en
hierzu erübri
gen. Zu befinden ist demnach einzig über die Höhe der dem Beschwerdeführer zustehenden Invalidenrente.
3.
3.1
Im Bericht über die ärztliche Abschlussuntersuchung (nach dem ersten Unfall) vom
6.
Dezember 2006 (
Urk.
11/48) fasste SUVA-Arzt
Dr.
med.
B._
,
Facharzt für Chirurgie
,
den Verlauf wie folgt zusammen (S. 1):
-
26.11.05: Das Lavabo ist zerbrochen und auf den rechten Fuss
gefallen. Erstbehandlung im
Z._
. Diagnose: Schnittverletzung am Fussrücken rechts mit Durchtren
nung der Extensor
hallucis
longus
Sehne und der
Tibialis
anterior
Sehne. Operation: Seh
nennaht der Extensor
hallucis
longus
und der
Tibialis
anterior
Sehnen am 26.11.0
5.
-
23.02.06: Untersuchung durch
Dr.
med.
H._
, FMH Chirurgie im Auftrag der SUVA.
-
13.06.06: MRT Sprunggelenk rechts: Narbig verheilte intakte
Tibial
i
s
posterior
Sehne.
-
26.07.06: Untersuchung durch
Dr.
I._
, Facharzt FMH für Neurologie. Diagnose:
Heber
schwäche
der rechten Grosszehe, vermutlich infolge Schmerzhemmung.
-
12.07.06: Diagnose: Neurom Fuss dorsal rechts. Operation: Nervennaht
Nervus
peroneus
super
ficialis
Fuss rechts im
Z._
.
Dr.
B._
berichtete (
wenn
von vorne betrachtet) von
physiologisch
stehenden
Beinachsen
,
Atrophien der Muskulatur an Ober- und Unterschenkel s
e
i
e
n nicht erkennbar
,
Farbe und Behaarung der Beine s
e
i
e
n symmetrisch und normal
, die
Fussform
beidseits normal. Bei der Betrachtung von hinten steh
e
der
Rückfuss
be
i
dseits physiologisch
,
d
ie Knöchelkulissen rechts s
e
i
e
n diskret verstrichen
. Der
Barfussgang in der Ebene
sei
flüssig
, e
in Hinken
se
i nicht zu beobachten
,
Ze
henstand
, Zehengang, Hackenstand und Hackengang könn
t
en sicher demons
triert werden
, d
er
Einbe
i
nstand
se
i
sowohl rechts wie auch links si
c
her
, e
ine tiefe Hockposit
i
on k
ö
nn
e
ohne Schwierigkeiten eingenommen werden. Das Aufstehen aus der Hocke geling
e
ohne Zuhilfenahme der Hände
, i
m Liegen s
e
i
e
n die Beinlängen gleich.
Es bestehe eine a
usgeprägte
Fusssohlenbeschwie
lung
beidseits
, eine r
eizlose Narbe über dem Fussrücken 9 cm lang. In der Um
gebung
i
nsbesondere proximal besteh
e
eine Hyposensibi
lität. Lokale
Entzün
dungszeichen
fehlt
e
n
. Aktiv k
ö
nn
e
der F
uss
rechts nur bis zur 0-Stellung geho
ben werden. Der
Grosszeh
w
e
rd
e
hierbei nicht mit extendiert.
Palpator
i
sch
se
i die Sehne des Extensor
hallucis
bei aktiver Fusshebung völlig reaktionslos und es
se
i distal der Narbe eine Lücke
i
n der Sehne zu tasten. Passiv
se
i die Beweg
lichkeit
i
m OSG nicht beeinträchtigt
(S. 2)
.
In seiner Beurteilung schildert
e
Dr.
B._
eine Reintegration des Beschwerdefüh
rers als Kranfahrer e
in Jahr nach dem Unfallereignis. Im Hinblick auf die neu
rologische Symptomatik am rechten F
uss
sei
noch mit einer weiteren Besserung zu rechnen. Von Seiten des Bewegungsapparates
sei
von einem Dauerzustand auszugehen.
Als Verletzungsfolgen verwies er auf die D
urchtrennung der Sehne des Extensor
hallucis
longus
sowie die
Verletzung des
Nervus
cutaneus
dorsalis
medialis
. In der Tätigkeit als Kranfahrer
erachtete er ihn als
vollschichtig ar
beitsfähig
(S. 3).
3.
2
PD
Dr.
med.
J._
, Facharzt Neurologie, Leitender Arzt am
Par
a
plegiker
zentrum
der
K._
, berichtete
(nach dem zweiten Unfall,
Supinati
onstrauma
, vgl.
Urk.
12/4)
am
3.
November 2011 (
Urk.
12/122) über die neuro
logische und neurophysiologische Untersuchung vom Vortag und stellte fol
gende Diagnosen:
Chronifiziert
neuropathisches Schmerzsyndrom am rechten Fuss,
axonale
Schädigung
Nervus
peroneus
superficialis
rechts nach:
-
Unfallereignis vom 26.
11.
2005 mit scharfer Verletzung durch herunterfallendes
Keramik
stück
am rechten Fussrücken, Durchtrennung der
Musculus
tibialis
anterior
-Sehne,
Musculus
extensor
hallucis
longus
-Sehne sowie Nervenastverletzung
Nervus
peroneus
superficialis
; unmittelbare Sehnennaht (
Z._
)
-
12.
07.
2006 Nervennaht bzw. Neuromsanierung auf Höhe der Schnittverletzung (
Z._
)
-
0
6.
12.
2006 Fallabschluss, Integritätsentschädigung unter Würdigung der Nervenschäd
i
gung und
Zehenheberschwäche
rechts
-
0
4.
12.
2009 Arbeitsunfall mit
Supinationstrauma
rechter F
uss
bei
Misstritt
-
26.
03.
2010 Narbenrevision und Neuro
mentfernung mit
Reexazerbation
i
m Intervall drei Wo
chen postoperativ nach zunehmender Belastung (
Z._
)
-
r
eaktive, depressive Störung mittelschwer bis schwer, derzeit unter Psychotherapie und
antide
pressiver
Medikation
PD
Dr.
J._
führte aus, s
eit der letzten Operation
sei es
tendenziell
zu einer
Zunahme der bekannten Beschwerden
gekommen
mit belastungsabhängiger
Schmerzexazerbation
, im Tagesverlauf zunehmend, nachdem morgens noch weitgehende Beschwerdefreiheit
ge
herrsch
t habe
. Der rechte F
uss
sei quasi nicht einsetzbar. Er könne nicht Autofahren. Herabhängende Extremität führe zu Schmerzzunahme, Hochlagern
bringe Besserung
. Unerträglich sei Wärme. Es komme dann zu typisch elektrisierenden und brennenden Schmerzen am gan
zen F
uss
, betont am Fussrücken rechts bis knapp oberhalb des Sprunggelenkes
rechts. Im Tagesverlauf n
ä
hmen die Beschwerden zu und es kämen
Ruhe
schmerzen
hinzu. Der
Beschwerdeführer
wirk
e
wegen der Schmerzen relativ verzweifelt und s
e
h
e
seine Situation ausweglos, frag
e
nach
Amputationsmög
lichkeiten
.
In seiner Beurteilung hielt PD
Dr.
J._
fest,
neurologisch finde sich das Bild eines neuropathisch
chronifizierten
Schmerzs
y
ndroms des rechten Fusses unter Betonung der Dorsalseite. Elektrophysiologisch l
a
ss
e
sich lediglich für den
Ner
vus
superficialis
rechts eine leichte Schädigung im Seitenvergleich postulieren. Diese
se
i anhand der neurographischen Ableitungen sicher inkomplett. Hinweise für motorische Nervenschäden erg
ä
ben sich weder aufgrund der
neurographi
schen
noch der EMG-Befunde. Auch die
Sudosekretion
/sympathische Efferenz erschein
e
aufgrund der vorliegenden Testungen regelrecht. Insofern erg
ä
ben sich, wie auch in den Voruntersuchungen von 2007, keine Hinweise auf
eine
organische Ursache der F
uss
- und
Zehenheberschwäche
rechts. Anhand der vorliegenden Untersuchungen l
a
ss
e
sich eine
Algoneurodystrophie
im Rahmen des neuropathischen Schmerzsyndroms nicht ausschliessen.
3.3
Die nach dem zweiten Unfall behandelnden
Psychiater
Dr.
med.
L._
, Oberärztin, und
Dr.
M._
, Assistenzär
z
tin,
E._
,
diagnostizierten
in ihrem Austrittsbericht
vom
8.
November 2011
(
Urk.
12/125)
betreffen
d
die
Hospitali
sation
vom
6.
September bis 2
5.
Oktober 2011
in psychiatrischer Hinsicht eine mittelgradige
depressive Episode mit somatischem Syndrom (
S. 1
)
. Die Ärztin
nen schilderten einen bei Eintritt mittel- bis
schwergradig
depressiven Be
schwerdeführer ohne psychotische Symptome. Als auslösende Faktoren hätten sich psychische Belastungen wie die physische und psychische Erschöpfung in
folge der chronischen, unvorhersehbar einschiessenden
Neurinomschmerzen
, die soziale Isolation und die dysfunktionale Verarbeitung von Frustrations- und Hilflosigkeitserleben gefunden. Die Schwierigkeiten im Wahrnehmen eigener Bedürfnisse und Belastungsgrenzen und der damit verbundenen mangelnden Selbstsorge hätten zum Auftreten der aktuellen depressiven Episode wahr
scheinlich beigetragen, sie hätten in den Einzelgesprächen angegangen werden können. Der Beschwerdeführer habe sich bei Austritt motiviert gezeigt, seinen Belastungsgrenzen und Bedürfnissen mehr Aufmerksamkeit zu schenken und einer weiteren sozialen Isolation entgegen zu wirken (S. 4).
3.
4
Im Austrittsbericht vom 1
6.
August 2012 (
Urk.
12/177) über den
A
ufenthalt vom 2
5.
Juli bis 1
5.
August 2012 fasste
n
die Ärzte
der
D._
die Diagnosen wie folgt zusammen (S. 1 f.):
-
Unfall vom 04
.
12
.
2009:
M
i
sstritt
-
Supinati
onstrauma
F
uss
rechts mit Exazerbation der bekannten
neura
l
giformen
Schmer
zen im Bereich des dorsalen Mittelfusses rechts
-
14.12
.2009 Röntgen OSG:
Frakturausschluss
-
17.12.2009 MRI OSG rechts: Ödematöse We
i
chteilschwellung im Verlauf des Ligamen
tum
f
i
bulotalare
posterius
, Arthrose im Bereich der TMT-Gelenke
Dig
. IV/V
-
26
.
03
.
2010 Neuromrev
i
sion rechter
Vorfuss
(subjektiv ohne Erfolg)
-
30.08.2010 Kreisärztliche Untersuchung Prof.
Dr.
med.
N._
: Arbeitsfähigkeit 50% für sitzende Tätigkeiten
-
seit 11/2010 Schmerztherapeutische Behandlung
Dr.
med.
O._
: Diagnosti
sche Infiltration mit LA; Besserung für 4 h
-
02.02.2011 Berufli
che Standortbestimmung
D._
: Stationärer Aufent
halt empfohlen zur Evaluation der Motivation, dann ggf. berufliche Abklärung
-
16.03
.
2011 Psychosomatisches Konsilium
D._
: Mittelgradige depres
s
iv
e Episode infolge anhaltender Schmerzproblematik und multipler psychosozialer Belastungsfaktoren
-
02.11.2011 Neurologie
K._
: Neuropathisch
chronifiz
i
erendes
Schmerzsyn
drom
des rechten Fusses unter Betonung der Dorsalseite. CRPS nicht aus
geschlossen
-
26.04
.
2012 bis 25.05.2012
Lory
F._
:
Ketamin
Infus
i
onstherapie über 11 Tage
-
25.07
.
2012 und 15.08.2012 Budapester Kriterien für das Vorliegen eines CRPS aktuell nicht erfüllt
-
Therapieresistentes neuropathisches Schmerzsyndrom F
uss
rechts
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwere Episode (ICD-10; F33.1/F33.2) infolge anhaltender Schmerzproblematik (DD: Chronische Depression)
-
31.07.2012 Psychosomatisches
Konsilium
,
D._
:
Die festgestellte psychi
sche Störung begründet aktuell eine mindestens mittelschwere arbeitsrelevante Leistungsminderung. 100% AUF aus psychiatr
i
scher Sicht für mindestens 2 Monate
-
Unfall vom 26.11.2005: Zerbrochenes Lavabo auf rechten F
uss
gefallen
-
Läsionen der Extensor
hallucis
longus
- und
Tibialis
anterior
-Sehne
-
26.11
.
2005 Sehnennaht der obigen Sehnen
-
14.06
.
2006 MRI OSG rechts: Narbig verheilte Sehnen
-
12.07.2006 Nervennaht
N
ervus
peroneus
superfic
i
alis
-
06.12.2006 S
UVA
Winterthur
:
Integri
täts
schaden 5%
-
27.08.2007
n
eurologische Untersuchung
Dr.
I._
:
sensible Verletzung des
N
ervus
cutaneus
dorsalis
medial
i
s
mit
neuralgiformen
Beschwerden. Kein neurologisches
Korrelat für
die Fussheber- und
Grosszehenheberschwäche
-
Aktuell:
n
euralgiforme
Schmerzen F
uss
rechts
Die Ärzte verwiesen auf die durchgeführten Behandlungen (manuelle Therapie, Erarbeiten von
Copingstrategien
sowie physikalische Massnahmen,
multimoda
les
Therapieprogramm mit medizinischer Trainingstherapie und Wassertherapie (S. 4). Sie führten aus, im Rahmen der stationären Rehabilitation habe keine namhafte Verbesserung der Beschwerden erzielt werden können, und verwiesen auf eine erhebliche Symptomausweitung, welche weitgehend auf die psychische Störung zurückzuführen sei. Diese begründe aktuell eine mindestens mittel
schwere arbeitsrelevante Leistungsminderung (zusätzlich zu den
muskuloske
lettal
bedingten Einschränkungen), was zu einer vollumfänglichen Arbeitsunfä
higkeit nach Klinikaustritt führe. Aus unfallkausaler Sicht befanden sie die Tä
tigkeit als Kranführer als nicht zumutbar, da die Anforderungen (mit Ersteigen von Leitern, Gehen auf unebenem Boden) zu hoch seien.
Für e
ine körperlich leichte Tätigkeit (vorwiegend sitzend, ohne Gehen auf unebenem Boden, ohne Ersteigen von Treppen, Leitern und Gerüsten sowie ohne Zwangshaltungen für den rechten Fuss) attestierten sie eine ganztägige Arbeitsfähigkeit (S. 2 f.).
3.
5
3.5.1
Kreisärztin
Dr.
G._
stellte
in ihrem Bericht vom 2
1.
November 2012 (
Urk.
12/198)
folgende Diagnose
n
(S. 14 f.):
-
Chronifiziertes
neuropathisches Schmerzsyndrom am rechten Fuss mit/bei:
-
Status nach Schnittverletzung am 26.11.2005 mit Durchtrennung der
Tibialis
-
anterior
-Sehne, der Extensor-
hallucis
-
longus
-Sehne sowie eines Astes des
Nervus
peroneus
su
perficialis
rechts
-
Status nach Naht der Sehnen am 26.11.2005
-
Status nach Nervennaht bzw. Neuromsanierung auf Höhe der Schnittverletzung am 12.07.2006
-
Status nach Neuromentfernung im Bereich der Unfallverletzung am 26.03.2010
,
bekannte Fuss- und
Grosszehenheberschwäche
rechts (seit 2005)
-
Mittelgradige bis schwere depressive Episoden seit ca. Ende 2010, aktuell in psychiatrischer Be
handlung in der
E._
3.5.2
Zur Anamnese führte d
ie Kreisärztin aus
(S. 15)
, d
urch eine Schnittverletzung 2005
sei
neben der
Tibialis-anterior
und der Extensor
hallucis
-
longus
-Sehne ein Ast des
N
ervus
peroneus
superficialis
verletzt
worden
. In der Folge
habe
der Versicherte unter neuropathischen Schmerzen im Bereich des rechten Fusses
gelitten
. Gemäss neurologischer
Abklärung
sei
das neuropathische
Schmerzsyn
drom
von
Dr.
I._
in seinem Bericht vom 2
7.
August
2007 auf eine
unfall
bedingte
Verletzung des
N
ervus
cutaneus
dorsalis
medialis
, einem Ast des
N
er
vus
peroneus
superficialis
,
zurückgeführt
worden
. Ein
e
Fussheber- und
Grossze
henheberschwäche
sei
als mechanisches Problem bei St
atus nach
Sehnenverlet
zung
gesehen
worden
, von neurologischer Seite
habe
sich hierfür keine Erklä
rung
ergeben
.
Am
4.
Dezember
2009
sei
es nach einem
Misstritt
zu einem Sturz
gekommen
, in dessen Folge die Schmerzen im rechten F
uss
verstärkt auf
ge
treten seien.
Im weiteren Verlauf
sei
ein Neurom im Bereich der Unfallverletzung am rechten F
uss
entfernt
worden
. Bei ausbleibender Besserung der Beschwerden
sei
der Versicherte intensiv schmerzmedizinisch von Frau
Dr.
O._
,
Z._
, be
treut
worden
. Es
sei
im Frühjahr 2011 eine
frustrane
stationäre Behandlung in der
der
D._
erfolgt. Eb
enfalls ohne wesentlichen dauer
haften Erfolg
seien
eine weitere stationäre Rehabilitation im
F._
zur
mul
timodalen
Schmerztherapie im Mai 2012 sowie eine erneute stationäre Rehabi
litation in
D._
im Juli/August 2012
geblieben
. Medikamentöse Schmerztherapieansätze
seien
im Wesentlichen ebenfalls ohne Erfolg
verlaufen
. Insgesamt besteh
e
seit dem Unfall 2009 für den Versicherten subjektiv eine un
verändert schlechte Schmerzsituation.
3.5.3
Dr.
G._
berichtete (S. 15 f.) vom
klinische
n
Bild eines
chronifizierten
neuropa
thischen Schmerzsyndroms mit Hauptschmerzpunkt und
Dysästhesien
im
We
sentlichen
noch im Bereich des
N
ervus
peroneus
superficialis
;
die Hypästhesie geh
e
mittlerweile deutlich über das Versorgungsgebiet des Nervs hinaus. Dieses Phänomen w
e
rd
e
bei
chronifizierten
Schmerzsyndromen beobachtet. Es zeig
e
sich nach wie vor die bekannte Fussheber- und
Grosszehenheberschwäche
rechts und daraus resultierend eine eingeschränkte aktive und mittlerweile auch passive Dorsalextension im OSG rechts. Bis auf die nun nicht nur aktiv sondern auch passiv eingeschränkte Dorsalextension am rechten OSG s
e
i
e
n die Befunde auch mit der
kreisärztlichen Untersuchung vom
6.
Dezember
2006
(E. 3.1)
ver
gleichbar.
Bei der Untersuchung und Bewegung des rechten Fusses
würden
vom
Beschwer
deführer
jeweils glaubhaft starke Schmerzen angegeben. Aufgrun
d der Anamnese und der Beschrei
bung der Schmerzen d
ü
rf
e
man die Schmerzen als zermürbend beschreiben. Der
Beschwerdeführer
leide unter dem
Schmerzsyn
drom
und der dadurch bedingten Inaktivität. Wie bereits von PD
Dr.
J._
in seinem neurologischen Bericht vom
3.
November
2011
(E. 3.3)
festgehalten
,
lieg
e
ein mittlerweile
chronifiziertes
neuropathisches Schmerzsyndrom vor nach Läsion des Astes
des
N
ervus
peroneus
superficialis
. Die Ursache der Schmerze
n
könn
t
en im somatis
c
hen Bereich auf die Nervenläsion zurückgeführt werden. Bei der Ursache der
Chronifizierung
spiel
t
en sicherlich auch nicht-somatische Faktoren eine Rolle wie beispielsweise die bekannte rezidivierende depressive Symptomatik. Zur Behandlung des
chronifizierten
Schmerzsyndroms
sei
auch eine Behandlung der Depression wesentlich. Von somatischer Seite
seien
ver
schiedenste Therapieansätze bislang ohne Erfolg
geblieben
.
Einer
Rücken
marksstimulation
(Ul
ti
ma
ratio
)
stehe
der Beschwerdeführer - mangels
Erfolgs
garantie
-
ablehnend gegenüber
.
3.5.4
Zusammenfassen
d
führte
Dr.
G._
aus (S. 16 f.), i
nsgesamt schein
e
ein stabiler, wenn auch für den
Beschwerdeführer
wenig befriedigender medizinischer Zu
stand erreicht. Betreffend d
a
s Zumutbarkeitsprofil k
ö
nn
e
der Beurteilung im Bericht der
D._
vom August 2012
(
E. 3.4)
gefolgt werden.
Im Rahmen des
chronifizierten
Schmerzsyndroms am rechten F
uss
sei
dem
Be
schwerdeführer s
chmerzfreies und sicheres Gehen ohne Gehhilfen
nicht mehr möglich, das Ersteigen von Leitern und Gerüsten sowie das Gehen auf unebe
ne
m
Boden
seien
nicht mehr zumutbar. Daher
sei
die Arbeit als Kranführer ist nicht mehr zumutbar. Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt s
e
i
e
n dem
Beschwer
deführer
ganztags leichte, vorwiegend sitzende Tätigkeiten zumutbar. Vermie
den werden soll
ten
das Gehen auf unebenem Gelände und das Besteigen von Leitern und Gerüsten. Während der Arbeit soll
te
dem
Beschwerdeführer
die Möglichkeit eingeräumt werden, den F
uss
intermittierend hochzulegen.
Der
Beschwerdeführer sei
informiert
worden
, dass aus medizinischer Sicht leichte vorwiegend sitzende Tätigkeiten zumutbar seien.
Er
beton
e
, dass er gerne eine sitzende Tätigkeit ausführen würde
, weise
jedoch darauf hin, dass seine Arbeitssuche bislang erfolglos
gewesen sei
.
3.5.5
Die Richtigkeit dieser Einschätzung wurde am 2
7.
Juni 2013 (
Urk.
12/238) von Versicherungsmedizinerin
Dr.
med.
P._
, Fachärztin für Neurologie FMH, be
stätigt.
4.
4.1
Die Parteien sind sich einig, dass von weiteren Behandlungen keine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes mehr zu erwarten ist (
Urk.
2 und
Urk.
1 S. 5 f.
Ziff.
6
)
.
Dies steht aufgrund der medizinischen Aktenlage denn auch ausser Frage (E. 3.5.4).
4.2
I
n organischer Hinsicht
steht aufgrund der ärztlichen Bericht fest, dass der Be
schwerdeführer über massive Restbeschwerden im rechten Fuss leidet.
Sämtliche Ärzte schilderten Schmerzen und
er
fassten dies als neuropathisches Schmerzsyndrom bei
axonaler
Schädigung des
Nervus
peroneus
su
p
erficialis
. Indessen erwies sich diese Schädigung lediglich als leicht und ergaben die Un
tersuchungen keine Hinweise auf motorische Nervenschäden sowie auf eine or
ganische Ursache der Fuss- und
Zehenheberschwäche
(E. 3.
2
).
Bezüglich der noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit sind sich die Ärzte der
D._
sowie die Krei
s
ärztin
Dr.
G._
einig, dass
der Beschwerde
führer nicht mehr als Kranführer tätig sein kann. Einsatzfähig erachteten sie den Beschwerdeführer - vollzeitlich - in einer körperlich leichten Tätigkeit
:
vorwiegend sitzend, ohne Gehen auf unebenem Boden, ohne Ersteigen von Treppen, Leitern und Gerüsten sowie ohne Zwangshaltungen für den rechten Fuss
bzw. unter Vermeidung von
Gehen auf unebenem Gelände und Besteigen von Leitern und Gerüsten
bei Möglichkeit
,
den F
uss
intermittierend hochzule
gen (E. 3.4 und E. 3.5.4).
Diese Einschätzung erscheint aufgrund der dokumentierten bleibenden Schäden als nachvollziehbar. Namentlich scheint klar, dass der Beschwerdeführer den rechten Fuss nicht mehr belasten kann und auf eine entsprechend angepasste Tätigkeit angewiesen ist. Sodann sind keine Indikationen ersichtlich, welche - unter Berücksichtigung des gelegentlichen Hochlagerns -
gegen eine
vollzeitli
ch
e
Arbeitstätigkeit
sprechen.
4.3
Der Beschwerdeführer bemängelte dieses Profil nicht substantiiert, sondern liess es bei
m
pauschalen
Vorhalt
bewenden,
die phy
s
ischen Beschwerden liessen ge
mäss „den Arztberichten“ keine Integration in den Arbeitsmarkt zu (
Urk.
1
S. 27).
Aufgrund der Angaben der
von ihm in diesem Zusammenhang genannten
Dres
.
med.
O._
und
Q._
(
Urk.
1 S. 26
unten,
Urk.
23 und
Urk.
29
)
sowie
R._
ist
auf
ebenso wenig
Abweichendes zu
schliessen wie aus dem am
2.
Juni 2015 (
Urk.
31) aufgelegten Gutachten der
S._
vom 3
1.
Dezember 2014 (
Urk.
32) zu
Handen
der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle.
Dr.
O._
, Leiterin Schmerzzentrum am
Z._
,
wo der Beschwerdeführer seit Juli 2011 in Behandlung steht, befand den Beschwerdeführer in ihrem Be
richt vom 1
3.
November 2014 (
Urk.
24, vgl. auch
Urk.
3/2 und
Urk.
3/9) in or
ganischer Hinsicht als arbeitsfähig, empfahl sie doch die Aufnahme einer Tätig
keit in geschütztem Rahmen (zum Aufbau einer Tagesstruktur). Dass der Be
schwerdeführer auf dem ersten
Arbeitsmarkt
nicht mehr arbeitsfähig sein werde
,
begründete sie mit den psychischen Einschränkungen, welche sie exemplarisch nannte (schwere Beeinträchtigungen der Durchhaltefähigkeit, der
Verkehrsfä
higkeit
, der Planung und Strukturierung von Aufgaben, der Flexibilität,
Um
stellungsfähigkeit
und Kontaktfähigkeit) und verwies auf den unbefriedigenden
Therapieverlauf
, in welchem
es nicht gelungen
sei
, den durch den Unfall provo
zierten Zusammenbruch des Lebensentwurfes und den Verlust sozialer Rollen zu integrieren
;
die Ausrichtung auf
persönliche
Ziele und Pläne misslinge.
Die
Oberärzte
des
E._
,
Dres
.
Q._
und
R._
,
attestierten
mit Berichten vom
1.
März 2013
(
Urk.
3/3)
und
1.
April 2015 (
Urk.
30)
eine
voll
umfängliche Arbeitsunfähigkeit einzig aus psychiatrischer Optik. Rückschlüsse auf Einschränkungen in organischer Hinsicht sind
den Berichten
nicht zu ent
nehmen.
Die
S._
-Ärzte schlossen in ihrem Gutachten vom 3
1.
Dezember 2014 (
Urk.
32)
ebenfalls auf eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen
und hielten fest, sofern eine Behandlung erfolgreich sei, könnte der Beschwer
deführer aufgrund der neuropathischen Schmerzen wohl nur eine körperlich sehr leichte wechselbelastende Tätigkeit ausüben mit der Möglichkeit, die Posi
tionen zu wechseln, das Bein
hochzulagern
,
sich allenfalls auch hinzulegen und öfters Pausen einzulegen (S. 43 f.). Dieses Profil ist praktisch identisch mit demjenigen der
D._
und
von
Dr.
G._
.
5.
5.1
Der Beschwerdeführer schloss, dass seine psychischen Beschwerden adäquat kausal auf die erlittenen Unfälle zurückzuführen seien und begründete dies hauptsächlich mit entsprechenden Äusserungen behandelnder Ärzte (
Urk.
1
S.
14 ff.). Dies steht in klarem Widerspruch zur erwähnten Praxis des Bundesge
richts (E. 1.3.2-1.3.3). Die Adäquanz ist im Gegenteil entsprechend den ein
schlägigen praxisgemässen Regeln zu prüfen.
5.2
Währenddem
die Beschwerdegegnerin den (ersten) Unfall als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten Unfällen qualifizierte (
Urk.
2 S. 8), schloss der Beschwerdeführer - ohne Auseinandersetzung mit der Rechtsprechung -
auf ei
nen mittelschweren im Grenzbereich zu den schweren Unfällen (
Urk.
1 S. 22).
D
ie Schwere des Unfalls
ist praxisgemäss
aufgrund des augenfälligen
Geschehens
ablaufes
mit den sich dabei entwickelnden Kräften zu beurteilen (BGE 134 V 109 E. 10.1).
Angesichts der reichhaltigen Rechtsprechung des Bun
desgerichtes (vgl. beispielsweise
Rumo-Jungo
, Bundesgesetz über die Unfallver
sicherung,
4.
Auflage, Zürich/Basel/Genf 2012, S. 6
2
ff
.) ist der
Beschwerdegeg
nerin
zu folgen und (höchstens) von einem mittelschweren Unfall im
Grenzbe
reich
zu den leichten auszugehen (vgl. die ähnliche Konstellation i
m
Urteil des Bundesgerichts
U 386/06 vom 1
2.
Januar 2007 [Durchtrennung der Flexor
po
l
l
icis
longus
-S
e
hne des linken Daumens und des ra
di
alen Gefässnervenbündels durch Glasscherben einer Milchflasche]).
Vom Bundesgericht als mittelschwere Unfälle im engeren Sinne
gefasste Konstel
lationen
unterscheiden sich erheblich vom vorliegenden
Geschehensab
lauf
(vgl. hierzu die Übersicht im
Urteil des Bundesgerichts
8C_715/2009
vom
3
0.
März 2010
E. 6.2):
Ein Gast
sass
in einem Restaurant, als sich eine
Decken
platte
löste und auf ihn fiel (Urteil 8C_488/2009 vom 3
0.
Oktober 2009 E. 5.3); die Versicherte
sass
als Gast einer Geburtstagsfeier auf einer Bank
an einer Hausfassade, als eine „
Hollywoodschaukel", welche sich auf der
darüberliegen
den
Dachterrasse befand, durch eine Windböe erfasst wurde und über das Ge
länder auf sie fiel (Urteil 8C_957/2008 vom
1.
Mai 2009 E. 4.3.1); dem als Bau
arbeiter beschäftigten Versicherten fiel aus einer Höhe von ca. 12 m eine etwa 4,4 kg schwere Packung mit Isolationsmaterial auf den behelmten Kopf und auf das Gesicht (Urteil 8C_57/2008
vom 1
6.
Mai 2008 E. 8.1); bei „
Abspitzarbeiten
" an einer Betondecke wurde ein Versicherter von einem herunterfallenden
Ge
steinsstück
getroffen und am Kopf sowie an der Schulter links verletzt (Urteil
U 568/06 vom 2
9.
Juni 2007 E. 3.1); ein anderer wurde von einer aus fünf Metern Höhe zu Boden fallenden 15,6 kg schweren Schaltafel am Kopf getroffen (Urteil U 282/00 vom 2
1.
Oktober 2003 E. 4.2).
Der vorliegende Unfall ist mit diesen Konstellationen nicht vergleichbar, wes
halb von einem mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten auszu
gehen ist. Die Adäquanz ist demgemäss nur gegeben, wenn
mi
ndestens vier Kriterien gegeben sind oder aber
eines
in ausgeprägter
Form
(Urteil des Bundes
gerichts 8C_487/2009 vom
7.
Dezember 2009 E. 5).
Der zweite Unfall hat als banal zu gelten.
5.3
5.3.1
Ob besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklich
keit des Unfalls vorliegen, beurteilt sich objektiv und nicht aufgrund des sub
jektiven Empfindens bzw. Angstgefühls der versicherten Person. Jedem min
destens mittelschweren Unfall ist eine gewisse Eindrücklichkeit eigen, was somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (Urteil des Bun
desgerichts 8C_62/2013 vom 1
1.
September 2013 E. 8.1).
Vorliegend fiel dem Beschwerdeführer ein zerbrochenes Lavabo auf den Fuss, was objektiv gesehen nicht als eindrücklich bezeichnet werden kann. Die bun
desgerichtliche Praxis verlangt hierzu gänzlich andere Umstände (beispielsweise
ein
Skifahrer, welcher kopfüber mit einem Baum kollidierte [
Urteil des Bundes
gerichts
8C_42/2009 vom
1.
Oktober 2009 E. 5.3
]
).
5.3.2
Ebenfalls zu verneinen ist das Vorliegen einer schweren oder besonders gearte
ten Verletzung.
Die Fussverletzungen waren zu keiner Zeit bedrohlich oder aussergewöhnlich. Die Rechtsprechung verlangt auch
diesbezüglich
ganz andere Umstände (Kriterium verneint etwa bei Bruch des Fersenbeins [Urteil des Bun
desgerichts 8C_432/2009 vom
2.
November 2009 E. 5.3], Polytrauma mit Tho
rax- und
Abdominaltrauma
und offenen Gesichtsschädelfrakturen [
Urteil des Bundesgerichts
8C_197/2009 vom 1
9.
November 2009 E. 3.6]).
Auch der Um
stand, dass zwei Unfälle vorliegen, vermag hieran nichts zu ändern, handelte es sich beim zweiten doch um einen banalen, welcher lediglich die vorbestandene Problematik wieder aufleben liess und keine darüber hinaus gehende Verletzung verursachte.
5.3.3
Eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung ist nicht ausgewie
sen. Nach dem ersten Unfall
wurde der Beschwerdeführer zweimal operiert und war nach gut einem Jahr wieder arbeitsfähig im Beruf als Kranführer (E. 3.1). Nach dem zweiten Ereignis
und wieder aufgetretener Schmerzproblematik er
folgte nach
gut vier Monate
n
eine operative Narbenrevision und
Neuromentfer
nung
, hernach erschöpften sich die ärztlichen Bemühungen in psychiatrischen sowie schmerztherapeutischen
Interventionen
. Sodann standen schon bald die
psychischen
Beschwerden im Vordergrund, deren Behandlung das Kriterium nicht zu erfüllen vermag.
In organischer Hinsicht objektivierbar war einzig eine leichte Schädigung des
Nervus
superficialis
(E. 3.
2
), welche nicht weiter behan
delt werden konnte.
5.3.4
Körperliche Dauerschmerzen traten beim Beschwerdeführer erst nach dem zwei
ten Unfall auf. Im Rahmen des ersten
Ereignisses
war nach einem Jahr - und den notwendigen operativen Eingriffen - die Arbeitsfähigkeit wieder erreicht. So war er denn auch
über Jahre beschwerdearm (
Urk.
12/21/4).
Nach dem Sturz vom
4.
Dezember 2009 entwickelte sich ein Schmerzsyndrom am rechten Fuss. Inwieweit dieses organisch bedingt ist, was
hier
einzig rele
vant wäre, kann aufgrund der medizinischen Akten nicht eindeutig beantwortet werden. So bestätigte
Dr.
J._
das Vorliegen einer
axonalen
Schädigung des
Nervus
peroneus
superficialis
(E. 3.
2
)
,
und war der Beschwerdeführer mehr
fach in schmerztherapeutischer Behandlung. Allerdings berichteten die Ärzte der
D._
von einer Symptomausweitung (E. 3.4) und sind sich sämtliche Ärzte einig, dass eine psychische Problematik im Vordergrund steht und auch das Schmer
z
erleben unterhält. In organischer Hinsicht steht fest, dass dem Beschwerdeführer eine leichte Tätigkeit zumutbar ist, weshalb wohl von einem Schmerzsyndrom auszugehen ist, aber nicht von einem objektivierbar er
heblichen.
Damit ist zweifelhaft, ob das Kriterium gegeben ist, falls doch, ist es jedenfalls nicht in erheblichem Ausmass anzuerkennen.
5.3.5
Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, ist nicht ersichtlich und wurde auch nicht dargelegt.
Der Beschwerdefüh
rer wurde im Gegenteil jederzeit adäquat behandelt.
5.3.6
Zum Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs mit erheblichen Komplikatio
nen steht fest, dass solches erst nach dem zweiten Ereignis fraglich ist, setzte doch die Heilung nach dem ersten Unfall zeitgerecht ein und erlangte der Be
schwerdeführer seine Arbeitsfähigkeit in vernünftiger Zeit wieder zurück.
Rechtsprechungsgemäss bedarf es zur Bejahung des Kriteriums
besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträchtigt haben. Dass Beschwerden trotz der durchgeführten Behandlungen persistieren, genügt
nicht
(vgl.
hierzu
etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_1015/2008 vom
6.
April 2009 E. 5.4.3)
. Auch diesbezüg
lich ist zu bemerken, dass lediglich organisch bedingte
Schwierigkeiten von Relevanz sein können. Komplikationen ergaben sich im gesamten
Heilungsver
lauf
nicht, es trat lediglich eine Schmerzproblematik ein, die indes nicht voll
ständig den dokumentierten organischen Verletzungen zugeordnet werden konnte und alsbald als (teilweise) psychisch überlagert gefasst wurde. Damit ist das Kriterium nicht gegeben.
5.3.7
Zum Grad und
zur
Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit ist festzuhal
ten, dass der Beschwerdeführer n
ach dem ersten Unfall vom 2
6.
November 2005 bis
9.
April 2006 vollumfänglich und hernach zu 50
%
ar
beitsunfähig
war
. Ab 3
1.
Mai 2006 folgte wieder eine Periode vollumfänglicher Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
11/22) bis er am
9.
Oktober 2006 – nach erneuter Operation und entsprechender Weiterbildung – eine Tätigkeit als Kranführer vollzeitlich aufnahm (
Urk.
11/65/40-41,
Urk.
11/48/2 und
Urk.
2 S. 2).
Für diese Periode ist das Kriterium nicht erfüllt.
Nach dem zweiten Unfall war der
Beschwerdeführer ab
4.
Dezember 2009
(aus einzig relevanter organischer Sicht)
vollumfänglich arbeitsunfähig, ab 3
0.
August 2010
nurmehr
zu 50
%
(in einer angepassten Tätigkeit,
Urk.
12/37/3).
Nach Austritt aus der
D._
(1
6.
August 2012,
E. 3.4) wurde
wieder eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit
(in angepasster Tätig
keit)
attestiert
, was in der Folge durch verschiedene Ärzte bestätigt wurde. Bei diesem Verlauf beschränkte sich die Dauer einer vollständigen Arbeitsunfähig
keit auf neun Monate und war der Beschwerdeführer hernach
bereits
in erhebli
chem Ausmass arbeitsfähig, bevor er die vollständige Arbeitsfähigkeit wieder zurückgewann. Damit ist das Kriterium jedenfalls nicht in ausgeprägter Weise gegeben.
5
.3.8
Von den sieben relevanten Kriterien
sind
nach dem Gesagten
höchstens
zwei
in nicht besonders ausgeprägter Weise erfüllt. Das genügt beim gegebenen Schweregrad des Unfalls nicht für die Bejahung der Adäquanz.
5.4
Damit bleibt es beim aus organischer Sicht festgelegten Stellenprofil. Bei diesem Ergebnis sind v
on weiteren Erhebungen sind keine
entscheidrelevanten
neuen Aufschlüsse zu erwarten (antizipierte Bewei
swürdigung; BGE 131 I 153 E. 3), zumal die relevante Frage der Kausalität der psychischen Beschwerden eine
Rechtsfrage und nicht von Medizinern zu beantworten ist. Damit ist auf die be
antragten Weiterungen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
3) zu verzichten.
6.
6.1
Z
u prüfen bleibt, wie sich die verbliebenen Unfallfolgen am rechten
Fuss
in er
werblicher Hinsicht auswirken.
Der für die Invaliditätsbemessung und damit den Rentenanspruch massgebende Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (BGE 130 V 349 E. 3.4.2).
6.2
Die Beschwerdegegnerin bemass das
Valideneinkommen
mit
Fr.
74‘100.-- und stützte sich dabei auf die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin, welche per 2013 einen Lohn von
Fr.
5‘700.-- meldete (
Urk.
2 S. 13 und
Urk.
12/210/3). Dies wurde beschwerdeweise nicht beanstandet und erweist sich als korrekt.
6.3
6.3.1
Zur Ermittlung des Invalideneinkommens stützte sich die Beschwerdegegnerin auf ihre Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) und wies die zumutbaren Stellen aufgrund von fünf DAP-Arbeitsplätzen nach (DAP-Nr.
5556
[
Hilfsarbei
ter Laser
],
8931
[
Hilfsarbeiter Produktionsmitarbeit
],
338509
[
Montagearbeiter
],
434533 [Hilfsarbeiter Druckerei] und 9964
[
Brot-Verpacker
],
Urk.
11/74
). Diese stimmen mit dem formulierten Anforderungsprofil überein, was vom
Beschwer
deführer (in Bezug auf die sich als einzig
relevant
erweisende organische Seite) nicht bestritten wurde. Der Vorhalt, dass nur schon die
physischen
Beschwerden keine Integration in den Arbeitsmarkt zuliessen (
Urk.
1 S. 27 oben), widerspricht den
Akten und ist nicht zu hören.
Namentlich kann die Arbeitsposition (sitzend oder stehend) bei allen Tätigkeiten vom Arbeitnehmer frei gewählt werden, so dass die sensible Stellung des Fusses variiert werden kann. Sodann sind keine schweren Gewichte zu heben, weshalb die Profile den verbleibenden Möglichkeiten des Beschwerdeführers entspre
chen.
6.3.2
Die vom
Beschwerdeführer
grundsätzlich
geäusserte Kritik (Urk. 1 S.
27
und
Urk.
15 S. 20 f.
) erweist sich als unberechtigt,
entsprachen
doch die beigezoge
nen DAPs den rechtsprechungsgemässen Anforderungen.
Die
Beschwerdegeg
nerin
stellte
auf fünf zumutbare Arbeitsplätze ab, gab die Gesamtzahl der in Anbetracht der Behinderung der Beschwerdeführerin in Frage kommenden Ar
beitsplätze
(56,
Urk.
11/74 S. 1)
, deren Höchst- und
Tiefstlohn
sowie den Durchschnittslohn der dem Behinderungsprofil entsprechenden Gruppe an. Da
mit sind sämtliche Voraussetzungen, die das
Bundesgericht
an einen
Einkom
mensvergleich
gestützt auf die DAP-Tabellen stellt (vgl. BGE 129 V 472), erfüllt. Es bestehen auch keine Anhaltspunkte, dass die von der Beschwerdegegnerin verwendeten Daten gemäss den DAP-Blättern nicht repräsentativ sind.
Sodann liegen die verwendeten Blätter in den Akten auf (entgegen dem Vorhalt des Beschwerdeführers,
Urk.
14 S. 21).
6.4
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
74‘100.-- und dem aufgrund der DAP-Blätter errechneten Invalideneinkommen von
Fr.
56‘315.-- resultiert eine
Er
werbseinbusse
von
Fr.
17‘785.-- und damit ein Invaliditätsgrad von 24
%
. Der angefochtene
Einspracheentscheid
erweist sich demgemäss als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
7.1
Da die Voraussetzungen für die unentgeltliche Rechtsvertretung im vorliegen
den Gerichtsverfahren erfüllt sind, ist Rechtsanwalt
Jörg
Zurkirchen
, Ebikon,
als unentgeltlicher Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zu bestellen und bei die
sem Ausgang des Verfahrens aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
7
.2
Nach
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss
§
8 in Verbindung mit
§
7
Abs.
1
der
Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird - auch im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung - namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
7
.3
Der von Rechtsanwalt
Jörg
Zurkirchen
mit Eingabe vom
3.
September 2015
geltend gemachte Aufwand von
48.5
Stunden und
Fr.
67.90
Barauslagen (
Urk.
34
) ist der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses nicht angemessen
. Namentlich erscheint ein Aufwand von 24.5 Stunden für die Beschwerdeschrift (samt Instruktion und Aktenstudium) als überhöht
, zumal sich der Umfang von 35 Seiten nicht rechtfertigt und zum grossen Teil
irrele
vante
Fragen behandelt werden. So finden sich über si
e
beneinhalb Seiten Aus
führungen zur Kausalität der somatischen Beschwerden, was gar nie bestritten
,
sondern im Gegenteil Grund für die
Rentenzusprache
durch die
Beschwerdegeg
nerin
war. Gleich viele Seiten sind der Thematik der Kausalitätsbeurteilung der
psychischen Beschwerden durch die Ärzte gewidmet, wogegen die
bundesge
richtliche
Rechtsprechung hierzu doch gänzlich Anderes
als relevant erachtet
. Sodann irrt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
,
wenn er davon ausgeht, dass es ihm frei steht, auf Kosten der Gerichtskasse für eine Replik einen Auf
wand von 12.25 Stunden
(nebst einem ausführlichen Telefonat mit dem Sozial
amt, dessen Notwendigkeit - abgesehen von der Bestellung einer
Unterstüt
zungsbestätigung
- von vornherein nicht ersichtlich ist)
geltend machen zu können, wenn er selber feststellt - was zutrifft -, dass sich der
Beschwerdeant
wort
keine neuen Argumente entnehmen lassen, die nicht schon im
Einsprache
entscheid
vorgebracht wurden.
Es entspricht nicht dem Zweck der unentgeltli
chen
Rechtsverbeiständung
, einzig „der guten Ordnung halber“ getätigte Auf
wendungen zu entschädigen (vgl.
Urk.
16 S. 2 Vorbemerkung).
Angesichts der zu studierenden gut
380
Aktenstü
cke der Beschwerdegegnerin, des gerechtfertigten Inhalts der
Rechtsschriften,
der nachgereichten
Arztbe
richte
,
de
r
Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Gesuch um unentgeltli
che
Rechtsverbeiständung
sowie der in ähnlichen Fällen zugesprochenen Beträ
gen ist die Entschädigung von Rechtsanwalt
Jörg
Zurkirchen
bei Anwendung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
200.--
bis 3
1.
Dezember 2014 bzw.
Fr.
220.-- ab
1.
Januar 2015
(
jeweils
zuzüglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
3‘800.--
(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.
7
.4
Der Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4
GSVGer
hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern er dazu in der Lage ist.