Decision ID: 21276726-f68b-4c5d-ac7c-452a851321e4
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1959,
hat keine berufliche Ausbildung ab
solviert
und war
ab dem 1. Juni 2013 bei der
Y._
,
Z._
, als Bau
facharbeiter (Schaler) angestellt (Urk. 6/1, 6/7 und 6/9).
Unter Hinweis auf
lumboradikuläre
Beschwerden meldete er sich am 28. September 2017 bei der Inva
lidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/1).
Die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
holte nebst einem Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug, Urk. 6/7) einen Arbeitgeberbericht (Urk. 6/9) sowie die Akten des Krankentaggeldversicherers ein (Urk. 6/2, 6/6). Mit Schreiben vom 9. Januar 2018 teilte sie dem Versicherten mit, dass Eingliederungsmass
nahmen zurzeit nicht notwendig seien und der Rentenanspruch geprüft werde (Urk. 6/10).
Nach
Eingang
weiterer Unterlagen des Krankentaggeldversicherers (Urk. 6/11), diverser Arztberichte (Urk. 6/13, 6/14/7 f., 6/18 und 6/22) sowie Stellungnahmen des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD, Urk.
6/25/4
f., 6/25/6
f.) stellte sie dem Versicherten mit Vorbescheid vom 13. Juni 2018 die Abweisung des
Renten
begehrens
bei einem Invaliditätsgrad von 35 %
in Aussicht (Urk. 6/26), wogegen dieser am 24. September 2018 Einwand erhob (Urk. 6/32). Am 3. Oktober 2018 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne (Urk. 6/34 = Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 5. November 2018 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Be
schwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen auszu
richten (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 30. November 2018 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), worüber der Be
schwerdeführer mit Verfügung vom 3. Dezember 2018 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 7).
Mit Verfügung vom 15. Juli 2020 wurde die AXA Leben AG zum Prozess beigeladen (Urk. 8). D
er Rechtsdienst Vorsorge der AXA
erklärte mit Eingabe vom 9. August 2020, dass
die AXA Leben AG
als Lebensversicherungsgesellschaft nicht die erforderliche Parteieigenschaft aufweise. Die beizuladende Vorsorgeein
richtung sei die
Columna
Sammelstiftung Group
Invest
, Winterthur, welche den Teilnahmeverzicht am Beschwerdeverfahren erkläre (Urk. 10).
Mit Verfügung vom
17. August 2020
wurde die AXA Leben AG aus dem Prozess entlassen. Auf eine Beiladung der
Columna
Sammelstiftung Group
Invest
wurde verzichtet (Urk.
11).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
Die
RAD
stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraus
set
zungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für die Invaliden
versicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgaben
bereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2
bis
IVG). Nach Art. 49
der Verordnung über die Inva
lidenversicherung (IVV)
beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können Versicherte bei Bedarf selber ärztlich untersuchen. Sie halten die
Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2; Urteil des Bundesgerichts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweis auf BGE 135 V 254 E. 3.5).
Die Funktion interner RAD-Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wer
tung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei. Sie wür
digen die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht (Urteil des Bundes
ge
richts 9C_406/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.5 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit
jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten
vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifi
ka
tionen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis ver
sicherungsinterner ärztlicher Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 3. Oktober 2018 (Urk. 2) erwog die Be
schwerdegegnerin zusammengefasst, dass dem Beschwerdeführer die ange
stam
mte Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei. Eine leidensadaptierte Tätigkeit sei aller
dings seit dem 24. Januar 2018 wieder möglich, wobei das Arbeitspensum von zunächst 50 % kontinuierlich gesteigert werden könne. Bei Ablauf der einjährigen Wartefrist sei von einer weiterhin
steigerbaren
Arbeitsfähigkeit von 70 % aus
zugehen. Damit könne der Beschwerdeführer ein Jahreseinkommen von Fr.
47'501.60 erzielen. Die Gegenüberstellung mit dem
Valideneinkommen
von Fr. 73'318.04 ergebe einen Invaliditätsgrad von 35 %, weshalb kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe.
W
eitere
medizinische Abklärungen seien entgegen den im
Vorbescheidverfahren
geltend gemachten Einwänden ebenso wenig ange
zeigt wie die Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges vom Invaliden
einkommen.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerdeschrift vom 5. November 2018 im Wesentlichen geltend, dass die reine Aktenbeurteilung des RAD nicht zu überzeugen vermöge. Auch mit Blick auf die übrige Aktenlage sei eine Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit per Ablauf des Wartejahres nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen. Weitere medizinische Abklärungen seien angezeigt.
Im Übrigen sei festzuhalten, dass bereits nach aktuellem Aktenstand eine rentenrelevante Erwerbseinbusse vorliege. So habe er von einer sehr schweren Tätigkeit
in eine leichte bis mittel
schwere Tätigkeit zu wechseln, wobei er auch in angepassten Tätigkeiten in qualitativer Hinsicht erheblich beeinträchtigt sei.
Bei dieser Ausgangslage
sei mindestens ein Leidensabzug von 25 % gerechtfertigt (Urk. 1 S. 5 f.).
3.
3.1
Prof. Dr. med. A._
, Facharzt für Neurochirurgie, hielt in seinem Bericht vom 6. Oktober 2016 fest, dass
sich der
Beschwerdeführer im Jahr 1973 in Portu
gal eine
r
Diskushernienoperation
unterzogen habe
. Trotz körperlicher Schwer
arbeit auf dem Bau
habe
danach
über Jahre hinweg ein gutes postoperatives Ergebnis
vorgelegen
. Als Folge einer falschen Rotationsbewegung sei
en
2016 eine linksseitige
Rezessusstenose
L5/S1 sowie eine Diskushernie L4/5 aufgetreten.
Zwecks Behandlung seien a
m 24. Juni 2016
eine mikrochirurgische Dekom
pression L5/S1 und eine
Sequesterentfernung
L4/5 links vorgenommen worden.
Postoperativ seien die Rückschmerzen und der ausstrahlende Schmerz ins linke Bein komplett verschwunden, sodass das Operationsergebnis als exzellent be
zeichnet werden könne. Vom 24. Juni bis 21. September 2016 habe eine
voll
ständige
und hiernach bis zum 6. Oktober 2016 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ab dem 7. Oktober 2016 sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit zu atte
stieren (Urk. 6/6/49 f., 6/6/54 f.).
3.2
Nachdem der Beschwerdeführer seine berufliche Tätigkeit ab
dem 7.
Oktober 2016
wieder aufgenommen
hatte (vgl. Urk. 6/11/6),
bescheinigte
Dr. med.
B._
, Fachärztin
für Allgemeine Innere Medizin,
ab dem
8. Mai 2017
wiederum
eine 1
00%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk. 6/2
/1-3, 6/2/7-12
).
Ab ge
nanntem Datum bis zum 18. Mai 2017 war der Beschwerdeführer im
C._
hospitalisiert, wobei er gemäss Austrittsbericht über akute Rücken
schmerzen mit Ausstrahlung ins linke Bein geklagt habe.
Eine MRI-Untersuchung habe keine Kompression neuraler Strukturen, jedoch multiple degenerative Ver
änderungen und
Spondylarthrosen
gezeigt.
Ob und wann
der Beschwerdeführer wieder seiner schweren Tätigkeit auf dem Bau nachgehen könne, sei derzeit unklar und fraglich, weshalb eine arbeitsorientierende Rehabilitation veranlasst worden sei
(Urk.
6/6/35
f.).
3.3
Diese fand vom 18. Mai bis 14. Juni 2017 in der
D._
statt.
Laut Austrittsbericht vom 20. Juni 2017 habe d
er Beschwerdeführer
dort
berichtet, an leicht drückenden Ruheschmerzen im oberen linken Glutaeus-Bereich zu leiden, die sich über den lateralen Bereich des linken Oberschenkel
s bis zum Knie ausweiten würden. Im lateralen Bereich des Unterschenkels und am Fussrücken spüre er ein Gefühl wie «Ameisen-Laufen». Während die Schmerzen im Liegen ganz nachlassen würden, verspüre er beim längeren Stehen und Gehen sowie beim Treppensteigen eine leichte Schmerzzunahme. Stark sei diese beim Tragen und Anheben von Lasten (Urk. 6/6/45).
Die physischen Einschränkungen seien anhand der objektivierbaren pathologischen Befunde aus somatischer Sicht grösstenteils erklärbar. Psychisch habe der Beschwerdeführer insgesamt ausge
glichen und stabil gewirkt (Urk. 6/6/43).
Bezüglich der Schmerzproblematik habe während des Aufenthalts keine Besserung erreicht werden können. Demgegen
über habe sich die allgemeine körperliche Belastbarkeit leicht steigern lassen (Urk.
6/6/44).
Wegen der Therapieresistenz werde die Überprüfung der
Opera
tions
-Indikation empfohlen.
Die bisherige berufliche Tätigkeit als Schaler sei aktuell nicht zumutbar. Die Zumutbarkeit anderer beruflicher Tätigkeiten werde derzeit noch nicht endgültig festgelegt, da sich der Beschwerdeführer noch in der medizinischen Phase befinde (Urk. 6/6/42).
3.4
Gemäss Bericht des
C._
, Klinik für Rheumatologie,
vom 29.
Septem
ber 2017 seien beim Beschwerdeführer
ab
Mai 2017 zervikale Schmer
zen mit Ausstrahlung in beide Arme
sowie Spannungskopfschmerzen bei Belas
tung aufgetreten. Eine
radikuläre
Symptomatik oder ein Kraft-/Sensibili
täts
verlust hätten zwar nicht festgestellt werden können; die Untersuchung habe jedoch massive
Myogelosen
nuchal
und okzipital ergeben. Die
zervikospondy
logenen
Schmerzen seien im Rahmen der Wirbelsäulenproblematik zu sehen, was für den Beschwerdeführer insbesondere im Wirbelsäulenbereich sehr belastend sei. Die muskuläre Versteifung führe auch zu zervikalen sowie Spannungs
kopf
schmerzen. So seien die Nackenschmerzen auch nur bei Belastung vorhanden. Rezidivierend komme es dann im Verlauf zu Spannungskopfschmerzen. Seit Mai 2017 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 6/11/6 f.).
3.5
In seinem zuhanden des Krankentaggeldversicherers
ausgefertigten
Untersu
chungsbericht vom 8. November 2017
stellte
Dr. med. E._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie,
folgende Diagnosen
:
-
chronisches
lumboradikuläres
Schmerzsyndrom links
-
Status nach Dekompression L5/S1 und
Sequesterentfernung
L4/5 links im Juni 2016
-
Status nach
Hemilaminektomie
L5/S1 links circa 2003
-
tendomyotisches
Zervikalsyndrom
.
Der Beschwerdeführer habe sich sichtlich behindert und leicht hinkend bewegt. Es sei insbesondere eine hochgradig versteifte und schmerzhafte Lenden
wirbel
säule feststellbar gewesen. Die
Lasègueprüfung
links sei sowohl im Sitzen als auch im Liegen heftig schmerzhaft gewesen mit Ausstrahlung in das linke Bein. Altersentsprechend unauffällig habe sich der kursorische Gelenkstatus dargestellt. Im Schultergürtel seien
Tendomyosen
palpabel gewesen.
Im Rahmen der Prüfung der Beweglichkeit der Halswirbelsäule habe sich zudem eine endphasige Schmerz
haftigkeit gezeigt. Durch das chronische
lumboradikuläre
Schmerzsyndrom sei der Beschwerdeführer konsistent erheblich beeinträchtigt. Die Berichte der
D._
und des
C._
würden mit der eigenen Einschätzung korrespondieren. Sowohl für die angestammte als auch für jede Verweistätigkeit bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Mit dem Wiedererreichen der Arbeits
fähigkeit für die körperlich schwere Arbeit sei definitiv nicht mehr zu rechnen. Ob wenigstens eine Besserung der
radikulären
Symptomatik durch einen dritten stabilisierenden Wirbelsäuleneingriff realistisch sei, müsse der Wirbelsäulen
chirurg entscheiden (Urk. 6/11/4 f.).
3.6
3.6.1
Prof.
A._
und Dr. med. F._
, Fachärztin für Physi
kalische Medizin und Rehabilitation sowie Rheumatologie
,
untersuchten den Be
schwerdeführer am 13. November 2017. In ihrem Bericht vom 25. Januar 2018 hielten sie fest, dass eine schwere distale Lendenwirbelsäulen-Degeneration vorliege
(Urk. 6/18/1). Der Beschwerdeführer habe über dauernde
und
sehr starke Schmerzen
ausgehend vom Kreuzbereich über das Gesäss, den dorsalen lateralen Ober- und Unterschenkel links mit Schmerzzunahme nach distal sowie ein ständiges Einschlafgefühl bis hin zu einer Kribbelparästhesie des gesamten linken Fusses geklagt. Die Gehstrecke sei eingeschränkt auf 200 Meter, dann komme es zu einer starken Schmerzzunahme mit etwas Besserung beim
L
eicht
-
nach
-
vorne
-
Neige
n
oder Sitzen. Am besten
sei
eine Wechselbelastung (Urk. 6/18/3).
Anlässlich der Untersuchung habe der Beschwerdeführer ein groteskes Gangbild mit einer Inklinationsfehlhaltung des Oberkörpers nach links sowie ein Schon
hinken links mit Streckhaltung gezeigt.
In unbeobachteten Momenten beim Ver
lassen der Praxis sei
en
ein flüssigeres Gangbild und nur ein leichtgradiges Schon
hinken erkennbar gewesen.
Der Zehen- und Fersenstand seien nach mehreren Aufforderungen möglich gewesen.
Ebenfalls nach mehreren Versuchen habe sich das Trendelenburg-Zeichen beidseits negativ dargestellt. Eine ausgeprägte
Berüh
rungs
- und Druckempfindlichkeit habe paravertebral
lumbosakral
sowie am Ge
säss und lateralen Unterschenkel links bestanden; der Beschwerdeführer habe mit Zurückzucken des ganzen Oberkörpers und Wegdrücken der Hand reagiert. Eine Identifikation von strukturellen Pathologien sei nicht möglich gewesen. Die Prüfung der Hüftgelenksbeweglichkeit sei rechts unauffällig, linksseitig jedoch infolge aktiver Gegenwehr nicht konklusiv gewesen
(Urk. 6/18/3). In der aktuellen Bildgebung habe sich eine linksseitige
Synovialzyste
L4/5 ohne relevante Raum
forderung aber mit Hinweis auf eine Instabilitätsproblematik gezeigt. Der ausser
dem nachweisbare
extraforaminale
Spondylophyt
L5/S1 sei zumindest im Liegen nicht
kompressiv
. Formal müsste aufgrund der Instabilitätsproblematik eine erneute mikrochirurgische Dekompression mit
Spondylodese
L4/5 durchgeführt
werden. Angesichts des grotesken Gangbildes, der teilweise inadäquaten Schm
erz
präsentation mit Pseudoparese
sowie der
Schmerzchronifizierung
sei die Prog
nose bezüglich einer postoperativen Schmerzbesserung jedoch weniger als 50 % und hinsichtlich einer beruflichen Reintegration in die schwere körperliche Tätigkeit als Bauarbeiter praktisch nicht möglich. Das operative Vorgehen sei dem Beschwerdeführer daher erklärt, aber nicht empfohlen worden.
Aus neuro
chi
rurgisch-rheumatologischer Sicht sei dem Beschwerdeführer die schwere körper
liche Tätigkeit
dauerhaft nicht mehr zumutbar
(Urk. 6/18/2).
3.6.2
Auf Rückfrage der Beschwerdegegnerin
hielten Prof.
A._
und Dr.
F._
mit Stellungnahme vom 17. April 2018
ergänzend
fest, dass dem Be
schwerdeführer medizinisch-theoretisch leichte bis intermittierend mittel
schwere körperliche Tätigkeiten zumutbar seien. Dabei seien sowohl eine repetitive bezie
hungsweise länger andauernde vornüber geneigte Haltung des Oberkörpers als auch die länger andauernde Einnahme von
unergonomischen
Körperhaltungen, repetitive Drehbewegungen
des Rumpfes sowie Überkopftätigkeiten zu vermei
den.
In dieser Form angepasste Tätigkeiten könne der Beschwerdeführer in einem Pensum von
mindestens 50 % ausüben. Nach erfolgter Eingewöhnungsphase sei eine rasche Steigerung auf mindestens 80 % möglich (Urk. 6/22).
3.7
Dr. med. G._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Trauma
tologie des Bewegungsapparates, gelangte in seiner
RAD-
Stellungnahme vom 7.
Mai 2018 zum Schluss, dass
ein inzwischen stabiler Gesundheitsschaden in Form einer rezidivierenden, invalidisierenden
Lumboischialgie
links L5 und S1 bei schwerer Degeneration der unteren Lendenwirbelsäule vorliege.
Die akten
kundigen Angaben betreffend Arbeitsfähigkeit seien uneingeschränkt plausibel.
Die angestammte Tätigkeit sei v
om 13. Juni bis 21. September 2016
zu 0 % und danach bis zum 6. Oktober 2016 zu 50 % zumutbar gewesen. Nach einer Unter
brechung der Arbeits
un
fähigkeit
sei die bisherige Tätigkeit
seit dem 8. Mai 2017 dauerhaft
nicht mehr zumutbar. Ab diesem Datum habe bis zur abschliessenden neurochirurgisch-rheumatologischen Beurteilung vom 24. Januar 2018
auch für leidensadaptierte Tätigkeiten
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden
. Ab diesem Zeitpunkt sei zunächst von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen.
Gemäss Einschätzung von Prof.
A._
und Dr.
F._
sei dann nach Aufnahme einer angepassten Tätigkeit unter Berücksichtigung einer Eingewöh
nungsphase von erfahrungsgemäss etwa drei Monaten medizinisch-theoretisch überwiegend wahrscheinlich mit einer raschen, schrittweisen Steigerung der Arbeitsfähigkeit um 10 % alle vier Wochen bis auf min
destens 80 % zu rechnen. Für das Belastungsprofil könne ebenfalls auf deren Beur
teilung abgestellt werden (Urk.
6/25/7).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin legte
die Berichte der involvierten Ärzte Dr.
G._
vom RAD vor, welcher am 7. Mai 2018 dazu Stellung bezog (Urk. 6/25/6 f.). Dabei handelt es sich um eine Aktenbeurteilung, da der Beschwerdeführer nicht unter
sucht wurde. Ihr kann trotzdem voller Beweiswert zukommen, sofern ein lücken
loser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil des Bundes
gerichts 8C_281/2018 vom 25. Juni 2018 E. 3.2.2 mit Hinweisen).
Anhand der ihm zur Verfügung gestellten Akten konnte sich Dr.
G._
ein voll
ständiges Bild über die Anamnese, den Krankheitsverlauf sowie den gegen
wär
tigen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verschaffen
. Vor diesem Hinter
grund ist nicht zu beanstanden, dass auf eine persönliche Untersuchung des Beschwerdeführers
verzichtet wurde.
Entgegen dessen Auffassung (Urk. 1 S. 5) ist nicht ersichtlich und wird auch nicht
näher erörtert
,
welche neuen
entscheid
relevanten
Erkenntnisse von einer solchen Untersuchung zu erwarten gewesen wären.
Dies gilt umso mehr in Anbetracht des Umstands, dass keine Anhalts
punkte für eine seit der
letzten
klinischen und bildgebenden
Untersuchung durch Prof. Dr.
A._
und Dr.
F._
eingetretene
Veränderung des Ge
sundheitszustandes bestehen
und solche auch nicht geltend gemacht wurden
.
4.2
Dr.
G._
stellte in seiner Stellungnahme unter anderem auf die Beurteilung von Prof. Dr.
A._
und Dr.
F._
ab, welche er als überzeugend
erachtete. Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein, dass er von Prof. Dr.
A._
behandelt beziehungsweise operiert worden sei, weshalb
auf dessen Ausfüh
rungen nicht abgestellt werden könne
(Urk. 1 S. 5 f.)
.
In diesem Kontext trifft zwar zu, dass Prof. Dr.
A._
beim Beschwerdeführer am 24. Juni 2016 einen operativen Eingriff vorgenommen hat (vgl. Urk. 6/
6/54 f.). Entscheidend ist allerdings
,
dass er in seinen Berichten vom 25. Januar und 17. April 2018 nicht das Ergebnis dieser
selbst durchgeführten
Operation zu bewerten hatte, sondern
- auf Zuweisung durch die Hausärztin -
eine ab Mai 2017 eingetretene
ak
ute Zunahme der Rückenschmerzen und deren Auswirkun
gen auf die Leistungs
fähigkeit.
Soweit der Beschwerdeführer
des Weiteren
beanstandet, dass keine Belas
tungs
analyse oder Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL)
erfolgt sei
(Urk. 1 S. 5 Ziff. 5)
, ist festzuhalten, dass bei zuverlässiger ärztlicher Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der Regel keine Notwendigkeit besteht, die Rechtsfrage der Erwerbsunfähigkeit durch eine EFL zu überprüfen.
Ausnahmsweise kann eine solche erforderlich sein, wenn mehrere involvierte Ärzte eine solche angesichts eines multiplen und schwierig einzuschätzenden Krankheitsbildes ausdrücklich befürworten (Urteil des Bundesgerichts 8C_711/2016 vom 15. Dezember 2016 E.
3.5).
Diese Voraussetzung ist vorliegend nicht gegeben, woran auch nichts zu ändern vermag, dass Prof.
A._
in seinem Bericht vom 6. Oktober 2016
im Falle des Scheiterns einer Reintegration in die angestammte Tätigkeit
noch eine spezialisierte Belastungsanalyse für notwendig erachtet hatte (Urk.
6/6/50).
Darüber hinaus
leuchtet nicht ein, weshalb Prof.
A._
und Dr.
F._
den Beschwerdeführer nochmals hätten untersuchen sollen (vgl. Urk. 1 S. 5 Ziff. 4), nachdem sie von der Beschwerdegegnerin gebeten worden waren,
zur Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit ergänzend Stellung zu nehmen (Urk. 6/19). Dabei handelte es sich um eine
relativ zeitnah zum ursprün
glichen Bericht verfasste
medizinisch-theoretische Einschätzung, welche anhand der
zuvor erhobenen Befunde
getroffen werden konnte. Für eine nochmalige Untersuchung bestand mangels Hinweisen auf einen zwischenzeitlich veränder
ten Gesundheitszustand kein Anlass. In diesem Zusammenhang war die Be
schwerdegegnerin
im Übrigen
nicht gehalten,
weitere Abklärungen
wie etwa
die
vom Beschwerdeführer beantragten
ergänzenden Fragen an Dr.
E._
zu tätigen.
Dessen Einschätzung der
vollständigen
Arbeits
un
fähigkeit in einer leidensange
passten Tätigkeit vom 8. November 2017
(Urk. 6/11/3 ff.)
vermag
mangels nach
vollziehbarer Begründung nicht zu überzeugen
. So leuchtet nicht ein, weshalb
der
Beschwerdeführer aufgrund
seines im Vordergrund stehenden Rückenleidens
für entsprechend adaptierte Verweistätigkeiten gänzlich arbeitsunfähig sein sollte
.
Entgegen der Argumentation des Beschwerdeführers lässt sich diese Schluss
folgerung auch nicht aus dem Bericht der
D._
vom 20. Juni 2017 ableiten. Darin wurde ausgeführt, dass die Zumutbarkeit einer angepassten Tätig
keit aktuell noch nicht abschliessend festgelegt werden könne. Prognostisch wurde
von Einschränkungen für Tätigkeiten ausgegangen,
welche mit
länger an
dau
ernder vorgeneigter Haltung des Oberkörpers, mit langanhaltenden mono
tonen Körperhaltungen, mit Drehbewegungen des Rumpfes unter Belastung
oder
mit dem Bewegen von schweren Lasten mit Hubwagen ohne Eigenantrieb ver
bunden sind
(Urk. 6/6/42).
Dies entspricht im Wesentlichen auch dem vo
n
Prof.
A._
und Dr.
F._
statuierten Belastungsprofil
, was in Anbe
tracht der erhobenen Leiden zu überzeugen vermag
.
4.3
Im Sinne eines Zwischenfazits kann somit festgehalten werden, dass
keine Ver
anlassung besteht, an der Beurteilung von Dr.
G._
zu zweifeln.
Unstreitig ist dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Schaler
seit dem 8. Mai 2017 dauerhaft
nicht mehr zumutbar.
Ab diesem Zeitpunkt bestand bis zur abschlies
sen
den neurochirurgisch-rheumatologischen Beurteilung vom 24. Januar 2018 auch für Tätigkeiten, die dem medizinischen Belastungsprofil entsprechen, eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Ab
Januar 2018
ist
wieder
von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Unter Berücksichtigung einer Eingewöhnungsphase von erfahrungsgemäss etwa drei Monaten ist danach medizinisch-theoretisch überwiegend wahrscheinlich mit einer raschen, schrittweisen Steigerung der Arbeitsfähigkeit um 10 % alle vier Wochen bis auf mindestens 80 % zu rechnen (Urk. 6/25/7).
5.
5.1
Auf der Grundlage der obigen Erkenntnisse ist der Invaliditätsgrad anhand eines Einkommensvergleichs zu ermitteln
(vgl. Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG)
.
Die Beschwerdegegnerin hat
das
Valideneinkommen
auf
Fr.
73'318.04 festgelegt, wobei sie das
zuletzt vom Beschwerdeführer im Jahr
2015 erzielte Einkommen heranzog und die Nominallohnentwicklung bis 2018 berück
sichtigte.
Das
Invalideneinkommen
bestimmte sie auf der Basis der Schweizeri
schen Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik (LSE 2014
, TA1_ti
rage_skill_level,
Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Total, Kompetenzniveau 1
, Männer)
wiederum unter Einbezug der Nominallohnentwicklung sowie der durchschnittlichen betriebsüblichen Arbeitszeit. Für ein 100%-Pensum legte sie das Invalideneinkommen auf Fr. 67'859.43 fest
(Urk. 6/24).
Es bestehen keine Anhaltspunkte für eine Fehlerhaftigkeit
dieser
Berechnung
en
, was denn auch vom Beschwerdeführer nicht geltend gemacht wird.
5.2
5.2.1
Dieser
bringt allerdings vor
, dass die Beschwerdegegnerin zu Unrecht keinen leidensbedingten Abzug vom Invalide
neinkommen gewährt habe (Urk. 1 S. 6
; vgl. dazu Urk. 6/24/1
).
5.2.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Ein
zelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör
perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Ein
schränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer
doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1 und 9C_846/2014
vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abwei
chende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
5.2.3
Die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, führt nicht automatisch zu einer V
erminderung
des hypothetischen Invalidenlohns. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte bis mittel
schwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_82/2019 vom 19. Septem
ber 2019 E. 6.3.2).
Dem Beschwerdeführer ist allerdings beizupflichten (vgl. Urk.
1 S. 6), dass er in Anbetracht des medizinischen Belastungsprofils auch im Rahmen
von leichten bis intermittierend mittelschweren
körperliche
n T
ätigkeit
en
in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist
und dabei insbesondere
unergonomische
, rückenbelastende (Zwangs-)Haltungen vermeiden muss. Letzteres blieb bei der Bemessung der
60-
80%igen Arbeitsfähigkeit in der Verweistätigkeit ausser Acht
, obgleich der Beschwerdeführer mit diesen
Einschränkungen nicht
ohne Weiteres
in
Tätigkeit
en
im Kompetenzniveau 1 einges
etzt werden kann
. Daher erscheint
ein leidensbedingter Abzug in Höhe von 10 % angemessen
,
zumal
verglichen mit einem gesunden Mitbewerber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung bestehen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Janu
ar 2014 E. 3.1.1 mit Hinweisen).
Der vo
m Beschwerdeführer
gefor
derte Abzug von
(mindestens) 25 % ist demgegenüber
mit Blick auf die nicht sehr schwere Beeinträchtigung und die Praxis des Bundesgerichts
nicht angebracht
(
(vgl.
etwa
Urteil des Bundesgerichts 8C_58/2018 vom 7. August 2018 E. 5.3
).
Im Übrigen ist ein zusätzlicher Abzug
aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse, feh
lender beruflicher Ausbildung oder einer allenfalls altersbedingt erschwerten Stellensuche nicht
gerechtfertigt
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_219/2019
vom 30. September 2019 E. 5.3 und 8C_549/2019 vom 26. November 2019 E. 7.
7). Dies wird denn auch nicht geltend gemacht.
5.3
5.3.1
Uneinigkeit besteht des Weiteren in Bezug auf den Zeitpunkt des frühest
mög
lichen Rentenbeginns. Während sich der Beschwerdeführer für April 2018 aus
spricht (Urk. 1 S. 4 Ziff. 3),
erachtet die Beschwerdegegnerin Juni 2018 für massgebend (Urk. 2 S. 2, Urk. 6/24).
5.3.2
Gemäss Art. 29
ter
IVV liegt ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 28 Abs. 1 IVG vor, wenn die versicherte Person an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war. Tritt nach einem wesent
lichen Unterbruch wieder eine Arbeitsunfähigkeit (von wenigstens 20 %) ein, so beginnt die Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG neu zu laufen, ohne Anrech
nung der bis zum wesentlichen Unterbruch bereits zurückgelegten Perioden von Arbeitsunfähigkeit (Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invalidenversiche
rung, 3. Auflage 2014, S. 303 f.).
Der Beschwerdeführer war vom
13. Juni bis 6. Oktober 2016 überwiegend
praktisch vollständig
arbeitsunfähig.
Am 7. Oktober 2016 nahm er seine
ange
s
tammte Tätigkeit als Schaler wieder auf, nachdem er sich vom am 24. Juni 2016 erfolgten operativen Eingriff erholt hatte. Bis
Anfang
Mai 2017
folglich für die Dauer von rund sieben Monaten
war er
zu 100 % erwerbstätig.
Eine dauerhafte Wiedereingliederung war in Anbetracht des sehr guten Operationsergebnisses objektiv wahrscheinlich, zumal der Beschwerdeführer danach nicht mehr unter Rücken- und Beinschmerzen litt (vgl. Urk. 6/6/49, 6/18/1 f.).
Vor diesem Hintergrund ist von einem wesentlichen Unterbruch der
Arbeitsunfähigkeit und nicht von einem blossen Arbeitsversuch auszugehen (vgl. Urteil des Bundesge
richts 9C_824/2018 vom 4. Juni 2019 E. 5.1 ff.).
Das Wartejahr begann folglich im Mai 2017 neu zu laufen und endete im gleichen Monat des Folgejahrs.
Zu diesem Zeitpunkt war
en auch die sechs Monate nach Anmeldung des Leistungs
anspruches
(
Art. 29 Abs. 1 IVG
)
abgelaufen.
5.3.3
Ab Mai 2018 war der Beschwerdeführer in einer leidensangepassten Tätigkeit
zu 60 % arbeitsfähig
(vorstehend E.
3.6.2 und E.
3.7)
. Unter Berücksichtigung eines 10%igen Leidensabzuges beläuft sich das Invalideneinkommen somit auf Fr.
36'644.09
(Fr.
67'859.43 * 0.6 *0.9). Es resultiert
ein Invaliditätsgrad von gerundet
50 % und folglich ein Anspruch auf eine halbe Rente der Invali
den
versicherung ([Fr. 73'318.
04 .
/. Fr. 36'644.09] * 100 / Fr. 73'318.04).
Ab Juni 2018 war der Beschwerdeführer gemäss überzeugender medizinischer Beurteilung zu 70 % und
danach
ab Juli 2018 dauerhaft zu (mindestens) 80 % arbeitsfähig.
Es resultieren damit Invaliditätsgrade von gerundet 42 % (Juni 2018) beziehungsweise 33 % (Juli 2018).
In Nachachtung von Art. 88a Abs. 1 IVV ist die Verbesserung der Erwerbsfähigkeit zu berücksichtigen, sobald sie ohne wes
entliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat. Dementsprechend ist dem Beschwerdeführer für September 2018 noch eine
Viertelsrente
zuzusprechen. Ab Oktober 2018 bestand mangels eines Invaliditätsgrades von mindesten
s 40 % kein Rentenanspruch mehr (vgl. E. 1.2 vorstehend).
6.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch des Be
schwerdeführers zu Unrecht verneint. Die angefochtene Verfügung vom 3. Okto
ber 2018 (Urk. 2) ist in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und es ist fest
zustellen
, dass der Beschwerdeführer von
Mai 2018 bis und mit
August
2018
Anspruch auf eine
halbe Rente
der Invalidenversicherung hat.
Für September 2018 ist ihm noch
eine
Viertelsrente
zuzusprechen.
Danach besteht kein Renten
anspruch mehr.
7
.
7
.1
Da die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen zu prüfen war, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfah
rensaufwand sowie unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
I
VG) und ermessensweise auf Fr. 7
00.-- anzusetzen.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7
.2
Nach § 34 Abs. 1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses sowie dem Mass des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
Mangels Vorliegens einer Honorarnote ist die Prozessentschädigung ermessens
weise festzusetzen. Unter Berücksichtigung der massgebenden Kriterien hat die
Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in der Hö
he von Fr. 1'
4
00.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.