Decision ID: 1fac01df-97ab-4219-a9d9-b613cfed9342
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 12. Februar/18. März 2009 zum Bezug von IV-Leistungen
an (IV-act. 4). Anlässlich des Frühinterventionsgesprächs vom 27. März 2009 gab die
behandelnde Dr. med. B._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH, an, die
Versicherte leide an Hypertonus, Kopfschmerzen, Schwindel, erhöhtem Cholesterin
und funktionellen Herzbeschwerden. Zudem bestehe eine Depression mit
Somatisierung. Die Versicherte verfüge über eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (Protokoll
vom 3. April 2009, IV-act. 19). Der behandelnde Dr. med. C._, Chefarzt der Klinik
D._ AG, diagnostizierte aus psychiatrischer Sicht eine generalisierte Angststörung
(ICD-10: F41.1), eine leichte depressive Episode mit somatischen
"Symptomen" (ICD-10: F32.01) im Rahmen einer Dysthymia (ICD-10: F34.1) sowie eine
undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.1). Für die angestammte Tätigkeit
als Hausdienstangestellte in einem Alterszentrum (IV-act. 24-2) bescheinigte Dr. C._
der Versicherten vom 31. März 2008 bis 8. Juni 2008 eine 100%ige und ab 9. Juni
2008 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (Bericht vom 2. Juni 2009, IV-act. 27; vgl. auch
das FI-Gespräch vom 6. April 2009, IV-act. 16).
A.b Im Auftrag des Krankentaggeldversicherers wurde die Versicherte am 21. August
2009 psychiatrisch-rheumatologisch im Institut für medizinische und ergonomische
Abklärungen IME von Dr. med. E._, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, und F._, Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin,
begutachtet. Im Gesamtgutachten vom 9. September 2009 diagnostizierten die
Experten ein zervikozephales Schmerzsyndrom rechts, ein lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts, eine arterielle Hypertonie sowie eine leichte depressive
Episode (ICD-10: F32.0). Aus interdisziplinärer Sicht bestehe für die angestammte
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Tätigkeit eine 40%ige und für eine leidensangepasste Tätigkeit eine 30%ige
Arbeitsunfähigkeit (Fremdakten bzw. IV-act. 98).
A.c Nachdem berufliche Eingliederungsbemühungen am 15. Juni 2010 ergebnislos
abgeschlossen worden waren (IV-act. 37 und IV-act. 63), stellte die IV-Stelle der
Versicherten mit Vorbescheid vom 21. Oktober 2010 gestützt auf die gutachterliche
Einschätzung in Aussicht, das Rentengesuch bei dem von ihr ermittelten 30%igen
Invaliditätsgrad abzuweisen (IV-act. 86). Dagegen erhob die Versicherte am
26. November 2010 Einwand und sie beantragte die Zusprache einer Rente. Sie rügte
u.a., das IME-Gutachten sei nicht mehr aktuell und es müsse zumindest ein aktueller
Bericht bei Dr. C._ eingeholt werden (IV-act. 87). Die IV-Stelle holte daraufhin auf
Empfehlung von RAD-Arzt Dr. med. G._, Facharzt u.a. für Innere Medizin und
Psychotherapie (Stellungnahme vom 3. Januar 2011, IV-act. 88), einen Verlaufsbericht
bei Dr. C._ ein. Dieser berichtete am 20. Januar 2011, der Gesundheitszustand sei
seit dem 2. Juni 2009 stationär geblieben. Eine Änderung der Diagnose verneinte er.
Eine leidensangepasste Tätigkeit sei der Versicherten während 4 Stunden täglich
zumutbar (IV-act. 89). RAD-Arzt G._ kam in der Stellungnahme vom 8. Februar 2011
zum Schluss, es könne weiterhin auf die gutachterliche Beurteilung abgestellt werden
(IV-act. 90). Am 16. Februar 2011 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des
Rentengesuchs (IV-act. 91). Die dagegen gerichtete Beschwerde hiess das
Versicherungsgericht aufgrund einer schweren Gehörsverletzung gut. Es wies die
Sache an die Beschwerdegegnerin zurück, damit diese der Beschwerdeführerin das ihr
zustehende rechtliche Gehör im Beweisverfahren einräume, die erforderlichen
Abklärungen veranlasse und erst nach deren verfahrensrechtlich korrekten Abwicklung

über die Leistungsansprüche im Sinn der Erwägungen neu verfüge (Entscheid vom
11. April 2013, IV 2011/121, IV-act. 108).
A.d Dr. B._ berichtete am 21. Juni 2013, die Versicherte leide mit Auswirkungen auf
die Arbeitsfähigkeit an einer mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10: F32.2),
undifferenzierten Somatisierungsstörungen (ICD-10: F45.1), chronischen
Kopfschmerzen und einem HWS-Syndrom. Unter Verweis auf die Beurteilung von
Dr. C._ bescheinigte sie der Versicherten eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-
act. 112-1 ff.). Im Verlaufsbericht vom 29. Juli 2013 gab Dr. C._ an, der
Gesundheitszustand der Versicherten sei stationär. Seit dem Bericht vom 20. Januar
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2011 sei der Zustand der Versicherten geprägt gewesen durch anhaltend reduzierte
körperliche und geistige Leistungsfähigkeit mit konsequenter rascher Ermüdung und
vermehrtem Erholungsbedarf. Sie arbeite halbtags bzw. zu 50% als Raumpflegerin. Die
jetzige Tätigkeit sei in Bezug auf die reduzierte Konzentrationsdauer der Versicherten
und der Möglichkeit, ihre Aufgaben während der Arbeit teils selbstständig einzuteilen,
als optimal adaptiert anzusehen. Unter Weiterführung der therapeutischen
Massnahmen sei mit der Erhaltung der 50%igen Arbeitsfähigkeit zu rechnen. Eine
weitere Verbesserung sei aber nicht mehr zu erwarten (IV-act. 115). Am 15. August
2013 wurde die Versicherte durch die Ärzte der Klinik für Neurologie des
Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) ambulant untersucht. Sie diagnostizierten chronische
Kopfschmerzen vom Spannungstyp (DD: Übergang in
Analgetikaübergebrauchskopfschmerz), eine Depression mit somatischen Symptomen
und einen orthostatischen Schwindel. Der neurologische Untersuchungsbefund war im
Wesentlichen unauffällig gewesen (Bericht vom 20. August 2013, IV-act. 118). In der
Stellungnahme vom 3. Oktober 2013 vertrat RAD-Arzt Dr. G._ die Ansicht, es ergebe
sich gesamthaft keine Änderung in der Beurteilung der Leistungsfähigkeit. Insofern
könne an der Einschätzung gemäss RAD-Stellungnahme vom Februar 2011
festgehalten werden (IV-act. 119).
A.e Mit Vorbescheid vom 5. November 2013 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung ihres Rentengesuchs in Aussicht. Sie ging davon aus, dass dem
psychischen Leiden eine invalidisierende Wirkung abgehe. Sie berücksichtigte bei der
Bestimmung des Invalideneinkommens eine somatisch begründete Arbeitsunfähigkeit
von 20% und ermittelte einen 16%igen Invaliditätsgrad (IV-act. 123). Dagegen erhob
die Versicherte am 11. Dezember 2013 Einwand (IV-act. 124), den sie am 6. Januar
"2013" ergänzend begründete (IV-act. 126). Am 13. Januar 2014 verfügte die IV-Stelle
die Abweisung des Leistungsgesuchs (IV-act. 128).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 13. Januar 2014 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 12. Februar 2014. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter
Kosten- und Entschädigungsfolge deren Aufhebung und es sei ihr eine Invalidenrente
zuzusprechen. Sie bringt im Wesentlichen vor, die Beschwerdegegnerin habe den
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Untersuchungsgrundsatz verletzt. Sodann rügt sie die Bestimmung der
Vergleichseinkommen. In formeller Hinsicht rügt sie eine Verletzung des rechtlichen
Gehörs. Das bidisziplinäre IME-Gutachten hält sie nicht für beweiskräftig. Zudem sei es
im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung veraltet (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 9. April 2014
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung bringt sie vor, aus den nach dem
Rückweisungsentscheid eingeholten medizinischen Unterlagen ergäben sich keine
Anhaltspunkte, dass sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit Erlass
der Verfügung vom 10. Juni 2011 (richtig: vom 16. Februar 2011, IV-act. 91) verändert
haben könnte. Zur weiteren Begründung verweist sie auf die Ausführungen in der
Beschwerdeantwort vom 10. Juni 2011 (siehe hierzu IV-act. 100; act. G 4).
B.c Die Beschwerdeführerin hält an der Beschwerde unverändert fest und hat auf eine
begründete Replik verzichtet (act. G 7).
Erwägungen
1.
In formeller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung ihres
Gehörsanspruchs. Die Beschwerdegegnerin habe bezüglich der
Arbeitsfähigkeitsschätzung und der Invaliditätsgradberechnung auf die
Beschwerdeantwort vom 10. Juni 2011 verwiesen. Ferner habe sich die
Beschwerdegegnerin nicht zum Verlaufsbericht von Dr. C._ vom 29. Juli 2013 und
nicht zum beantragten Teilzeitabzug geäussert (act. G 1, Rz 6).
1.1 Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll
entsprechen (Art. 49 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die grundsätzliche Pflicht einer Behörde,
ihren Entscheid zu begründen, folgt aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör. Dabei
darf sich die Verwaltung nicht damit begnügen, die von der betroffenen Person
vorgebrachten Einwendungen zur Kenntnis zu nehmen und zu prüfen. Die Verwaltung
hat vielmehr ihre Überlegungen auch namhaft zu machen und sich dabei ausdrücklich
mit den Einwendungen auseinander zu setzen oder zumindest die Gründe anzugeben,
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weshalb sie gewisse Gesichtspunkte nicht berücksichtigen kann (BGE 124 V 183
E. 2b). Eine - nicht besonders schwerwiegende - Verletzung des rechtlichen Gehörs
kann dann als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich
vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die
Rechtslage frei überprüfen kann. Diese Voraussetzung ist im Fall des
Versicherungsgerichts erfüllt (vgl. Art. 61 lit. c ATSG i.V.m. Art. 46 des Gesetzes über
die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).
1.2 In der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin dargelegt, dass sie
mangels gesundheitlicher Verschlechterung weiterhin von einer 80%igen
Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten ausgehe (IV-act. 128-2). Sie verwies
sowohl betreffend die Arbeitsfähigkeit als auch bezüglich der Vergleichseinkommen auf
den ausführlich begründeten Standpunkt in der Beschwerdeantwort vom 10. Juni 2011
(siehe hierzu IV-act. 100), worin sie sich u.a. auch eingehend mit der Frage des
Tabellenlohnabzugs auseinander gesetzt hatte. Die Beschwerdeführerin war bereits im
damaligen Beschwerdeverfahren von Rechtsanwältin Ch. Rempfler vertreten. In der
Einwandbegründung vom 6. Januar 2013 machte die Beschwerdeführerin sodann u.a.
geltend, zur Bestimmung des Invalideneinkommens sei auf den tatsächlichen Verdienst
abzustellen (IV-act. 126-4). Die Beschwerdegegnerin setzte sich ausdrücklich mit
diesem Vorbringen auseinander und vertrat die Sichtweise, dass bei Aufrechnung des
tatsächlich erzielten Verdienstes an die Restarbeitsfähigkeit von 80% (ebenfalls) ein
rentenausschliessendes Einkommen resultiere (IV-act. 128-2). Dr. C._ bestätigte
sodann im Verlaufsbericht vom 29. Juli 2013 einen stationären Gesundheitszustand (IV-
act. 115). Daher ist es unter Gehörsaspekten nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin an ihrer bisherigen medizinischen Einschätzung festgehalten und
sie es bei der Begründung belassen hat, die weiteren Abklärungen hätten gesamthaft
keine Änderung in der Beurteilung der Leistungsfähigkeit ergeben (IV-act. 128-2). Die
Beschwerdegegnerin hat damit in - wenn auch teilweise knapper - Auseinandersetzung
mit den einwandweise geltend gemachten Standpunkten der Beschwerdeführerin die
wesentlichen Überlegungen, die sie zur Abweisung des Rentengesuchs veranlasst
haben, transparent gemacht. Eine Gehörsverletzung liegt damit nicht vor.
2.
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In materieller Hinsicht ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin umstritten und
zu prüfen.
2.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40%
arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40%
invalid sind (lit. c). Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für
die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
2.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
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Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). Dem Umstand, dass ein nach
altem Standard, d.h. vor der in BGE 137 V 210 vorgenommenen Praxisänderung, in
Auftrag gegebenes Gutachten eine massgebende Entscheidungsgrundlage bildet, ist
bei der Beweiswürdigung Rechnung zu tragen. In dieser speziellen Übergangssituation
lässt sich die beweisrechtliche Situation der versicherten Person mit derjenigen bei
versicherungsinternen medizinischen Entscheidungsgrundlagen vergleichen. In solchen
Fällen genügen schon relativ geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit
der ärztlichen Feststellungen, um eine (neue) Begutachtung anzuordnen (Urteil des
Bundesgerichts vom 17. September 2012, 9C_148/2012, E. 1.3 f. mit Hinweisen).
2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG).
2.4 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht
ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40%
ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
3.
Zu beurteilen ist vorab die zwischen den Parteien umstrittene Frage, ob der
medizinische Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt worden ist.
3.1 Gegen die Beweiskraft des bidisziplinären IME-Gutachtens bringt die
Beschwerdeführerin verschiedene Mängel vor.
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3.1.1 Der Umstand, dass das IME-Gutachten im Auftrag eines
Krankentaggeldversicherers eingeholt worden ist, vermag für sich allein keine Zweifel
daran zu begründen (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts vom 15. September 2008,
8C_615/2008, E. 4.2). Die Beschwerdeführerin benennt denn auch nicht konkret,
weshalb das IME-Gutachten allein aufgrund der Person des Auftraggebers vorliegend
einen Mangel an der Beweiskraft erleiden würde.
3.1.2 Des Weiteren rügt die Beschwerdeführerin, die IME-Gutachter hätten nicht über
die IV-Akten verfügt, weshalb auf deren Einschätzung nicht abgestellt werden dürfe
(act. G 1, Rz 7). Zwar trifft es zu, dass sich die Gutachter bei ihrer Beurteilung
ausschliesslich auf die Akten des Krankentaggeldversicherers stützten. Ihnen lag
indessen der Bericht von Dr. C._ vom 28. Juli 2008 vor. Dieser ist knapp begründet,
enthält jedoch aussagekräftige Angaben insbesondere hinsichtlich Diagnose und
Befund (Fremdakten). Diese decken sich zudem im Wesentlichen mit den
Ausführungen von Dr. C._ gemäss den im - zum Zeitpunkt der Begutachtung
ohnehin wenig umfangreichen - IV-Dossier enthaltenen Berichten vom 10. Juni 2008
(IV-act. 19-16 f.) und vom 2. Juni 2009 (IV-act. 27; vgl. auch die Ausführungen
anlässlich des FI-Gesprächs vom 6. April 2009, IV-act. 16). Daraus ergeben sich
sodann keine relevanten Aspekte, welche die Gutachter ausser Acht gelassen hätten.
Gleiches gilt im Übrigen für die in den IV-Akten enthaltenen somatischen Berichte
(siehe hierzu IV-act. 19-4 ff.), worin kein somatisches Korrelat für ein Leiden mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gefunden wurde. Dr. B._ bestätigte anlässlich
des FI-Gesprächs vom 27. März 2009 ausdrücklich, dass keine körperlichen
Erkrankungen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden (IV-act. 19-1).
Hinsichtlich der von Dr. C._ im Bericht vom 2. Juni 2009 diagnostizierten (seit ca.
5 Jahren bestehenden) generalisierten Angststörung (ICD-10: F 41.1), von der Dr. E._
keine Kenntnis hatte, gilt es zu beachten, dass diese Diagnose oder entsprechende
Befunde weder in den früheren noch späteren Berichten ihren Niederschlag gefunden
haben (IV-act. 16, IV-act. 19-16 f., IV-act. 89 und IV-act. 115). Eine Relevanz für die
Arbeitsfähigkeitsschätzung ist daher zu verneinen. In damit zu vereinbarender Weise
gelangte RAD-Arzt Dr. G._ zum Schluss, Symptome einer früher diagnostizierten
generalisierten Angststörung würden nicht (mehr) aufgeführt (Stellungnahme vom
8. Februar 2011, IV-act. 90). Aufgrund des ausführlichen Berichts des Care
Managements vom 20. Januar 2009 und diverser späterer Telefonnotizen hatten die
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Gutachter zudem zumindest mittelbar Kenntnis von den danach ergangenen
Arbeitsfähigkeitsschätzungen von Dr. C._ (50%ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche
Tätigkeiten; psychiatrisches Teilgutachten vom 28. August 2009, S. 2 bis S. 5;
Gesamtgutachten, S. 1 bis S. 3, Fremdakten). Weder aus dem IME-Gutachten noch
aus den Ausführungen der Beschwerdeführerin geht ferner hervor, die Gutachter hätten
sich kein zuverlässiges Bild von der Anamnese der Beschwerdeführerin machen
können. Auch unter dem Blickwinkel der bundesrechtlichen Anforderungen an die
Beweiskraft fachärztlicher Expertisen kann nicht verlangt werden, dass den
begutachtenden Ärzten stets sämtliche allenfalls vorhandenen Akten vorliegen müssen
(Urteile des Bundesgerichts vom 28. Mai 2015, 8C_900/2014, E. 3.2.1, vom 5. August
2014, 8C_252/2014, E. 3.4 und vom 28. Mai 2015, 8C_899/2014, E. 3.3.1). Aus ihrem
Hinweis auf das Kreisschreiben des Bundesamts für Sozialversicherung über das
Verfahren in der Invalidenversicherung (KSVI), wonach den Gutachtern auch die nicht
medizinischen IV-Akten einzureichen sind (Rz 2074), vermag die Beschwerdeführerin
nichts zu ihren Gunsten abzuleiten (act. G 7). Denn weder aus dieser
Ordnungsbestimmung noch aus den übrigen Bestimmungen des KSVI - das für das
Gericht ohnehin nicht verbindlich ist - geht hervor, dass einem Gutachten a priori der
Beweiswert abzusprechen wäre, sobald den Experten nicht die vollständigen nicht
medizinischen IV-Akten vorgelegen hätten. Eine solche Betrachtungsweise wäre
sodann mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung und der genannten
Rechtsprechung nicht vereinbar. Letztlich benennt die Beschwerdeführerin auch kein
nicht medizinisches IV-Aktorum, das für die gutachterliche Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit von Bedeutung gewesen wäre.
3.1.3 Aus der Sicht der Beschwerdeführerin hat sich Dr. E._ sodann nicht genügend
mit der abweichenden Beurteilung von Dr. C._ auseinandergesetzt (act. G 1, Rz 8).
Unter dem Titel „Beurteilung“ des psychiatrischen Teilgutachtens hat sich Dr. E._
sowohl mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung als auch mit den Diagnosen von Dr. C._
nachvollziehbar auseinandergesetzt (psychiatrisches Teilgutachten S. 13 f.,
Fremdakten). Die Beschwerdeführerin bringt denn auch nichts Substanziiertes vor, das
die Auseinandersetzung als unzureichend erscheinen liesse.
3.1.4 Bei der Würdigung des IME-Gutachtens fällt weiter ins Gewicht, dass es auf
umfassenden interdisziplinären eigenen Untersuchungen beruht, das Leidensbild der
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Beschwerdeführerin berücksichtigt und die auf dieser Grundlage gezogenen Schlüsse
in Auseinandersetzung mit der Beurteilung von Dr. C._ nachvollziehbar sind. Es
bestehen keine Zweifel an der gutachterlichen Beurteilung. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung des behandelnden Dr. C._ von 50% weicht im Übrigen
lediglich in einem moderaten Ausmass von 20% von der Beurteilung von Dr. E._ ab,
der die Arbeitsunfähigkeit auf 30% schätzte. Der von Dr. C._ beschriebene Befund
(etwa „keine Störungen der mnestischen Funktionen“ und „im Affekt leicht deprimiert,
klagsam vor allem über diverse körperliche Beschwerden, affektive
Schwingungsfähigkeit reduziert, affektiv war die Patientin modulierbar, ein affektiver
Rapport war gut herstellbar. Antrieb leicht vermindert, motorisch wenig lebhaft“, IV-
act. 27-3) erweckt den Eindruck (eher) leichtgradiger Beeinträchtigungen der
Arbeitsfähigkeit.
3.2 Sodann macht die Beschwerdeführerin nicht näher begründet geltend, die
gutachterliche Beurteilung sei inzwischen veraltet (act. G 1, Rz 7 und Rz 9). Aus
somatischer Sicht gilt es zu beachten, dass die seit der IME-Begutachtung
aufgelaufenen medizinischen Akten mit Bezug auf die rentenrelevante
Arbeitsunfähigkeit (weiterhin) keine auffälligen Befunde oder Hinweise für eine seither
eingetretene Verschlechterung beinhalten (vgl. betreffend Kopfschmerzen und
Schwindel den Bericht der Klinik für Neurologie am KSSG vom 20. August 2013, IV-
act. 118, sowie deren Würdigung durch RAD-Arzt Dr. G._ vom 3. Oktober 2013, IV-
act. 119; vgl. auch zum konstanten Krankheitsbild, IV-act. 112-8). Gleiches gilt
hinsichtlich des psychischen Leidensbilds. Diesbezüglich bescheinigte Dr. C._
durchgehend einen stationären Gesundheitszustand bzw. eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
(IV-act. 89-1 und IV-act. 115-2). Ferner lässt sich auch dem Bericht von Dr. B._ vom
21. Juni 2013 keine relevante Verschlechterung des Gesundheitszustands entnehmen
(IV-act. 112-1 ff.).
3.3 Von Bedeutung ist schliesslich, dass der Beschwerdegegnerin nicht bloss das
IME-Gutachten vorlag, sondern sämtliche medizinische IV-Akten, die von RAD-Arzt
Dr. G._ unter Einbezug des IME-Gutachtens gewürdigt wurden (IV-act. 46, IV-act. 79,
IV-act. 88, IV-act. 90, IV-act. 119 und IV-act. 127) und aufgrund derer die
Beschwerdegegnerin schlüssig von einem seit der IME-Begutachtung stationären
Gesundheitszustand ausgehen durfte. Damit verfügte die Beschwerdegegnerin für die
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Beurteilung der invaliditätsbedingten Arbeitsunfähigkeit über umfassende
entscheidwesentliche medizinische Unterlagen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
28. Mai 2015, 8C_900/2014, E. 3.2.1). Die Beschwerdeführerin benennt denn auch
konkret keine objektiv relevanten Gesichtspunkte, welche diese medizinische
Grundlage nicht beinhalten würde.
4.
Ausgehend von einer 70%igen Restarbeitsfähigkeit verbleibt damit die Ermittlung des
Invaliditätsgrads. Vorliegend kann offen bleiben, in welchem Umfang der gutachterlich
bescheinigten 30%igen Arbeitsunfähigkeit die invalidisierende Wirkung abgeht (vgl.
hierzu die Ausführungen der Beschwerdegegnerin in IV-act. 100-7 f.), resultiert doch
selbst bei einer 70%igen Restarbeitsfähigkeit kein rentenbegründender
Invaliditätsgrad, wie aus nachfolgenden Ausführungen hervorgeht.
4.1 Weder aus den erheblich schwankenden Verdiensten gemäss IK-Auszug (IV-
act. 10) noch aus den Lohnangaben zur ausgeübten Tätigkeit (IV-act. 126-5) lässt sich
der Schluss ziehen, die Beschwerdeführerin habe als Gesunde im Vergleich zu den
LSE-Hilfsarbeiterinnenlöhnen über eine überdurchschnittliche Erwerbsfähigkeit bzw.
ein überdurchschnittliches Valideneinkommen verfügt. Betreffend das
Invalideneinkommen gilt es zu beachten, dass fraglich ist, ob die ausgeübte Tätigkeit in
einem Wohn- und Pflegehaus (IV-act. 126-5) somatisch leidensangepasst ist (zu den
Anforderungen an eine somatisch leidensangepasste Tätigkeit siehe S. 8 f. des IME-
Gesamtgutachtens, Fremdakten). Daher und da die Beschwerdeführerin die zumutbare
Restarbeitsfähigkeit nicht vollumfänglich verwertet, kann der tatsächlich noch erzielte
Verdienst nicht zur Bestimmung des Invalideneinkommens herangezogen werden. Im
Licht dieser Umstände rechtfertigt sich die Vornahme eines Prozentvergleichs. Die -
primär somatischerseits - zu beachtenden Anforderungen an eine leidensangepasste
Tätigkeit (IME-Gutachten S. 8 f. und S. 11, Fremdakten) schränken das mögliche
Spektrum an Verweistätigkeiten zwar ein, allerdings nicht in einem ausgeprägten
Ausmass. Selbst wenn zusätzlich dem fortgeschrittenen Alter (Jahrgang 1959) der
Beschwerdeführerin Rechnung getragen und entgegen der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung (etwa Urteil des Bundesgerichts vom 18. September 2012,
9C_315/2012, E. 3.2.3) ein lohnwirksamer Nachteil aufgrund Teilzeitarbeit zugestanden
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würde, rechtfertigt sich vorliegend ein Tabellenlohnabzug von höchstens 10%. Dies gilt
umso mehr, als die Beschwerdeführerin nach wie vor im Arbeitsmarkt - wenn auch nur
noch mit einem 50%igen Erwerbspensum - integriert ist. Ausgehend von einer
70%igen Restarbeitsfähigkeit und einem 10%igen Tabellenlohnabzug resultiert ein
nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad von 37% (30% + [70% x 10%]).
5.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen. Diese ist der unterliegenden
Beschwerdeführerin aufzuerlegen unter Anrechnung des von ihr bezahlten
Kostenvorschusses von Fr. 600.--. Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin
keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.