Decision ID: 010e15d6-162f-5315-881c-b092366dff32
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Krauter, S-E-K Advokaten, Zürcher-
strasse 310, 8500 Frauenfeld,
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gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision (Einstellung)
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 15. Januar 1999 zum Bezug von IV-Leistungen an (act.
G 5.2.1). Im Auftrag der IV-Stelle befand sich der Versicherte am 29. September und
vom 8. bis. 10. November 1999 in der Klinik Valens zu einer rheumatologisch-
psychiatrischen Begutachtung einschliesslich einer Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit (EFL). Im Gutachten vom 3. Januar 2000 diagnostizierten die
Experten: eine chronische therapieresistente Lumboischialgie mit lumboradikulärer
Schmerzsymptomatik L5 links, fraglich S1 links, ein depressives Syndrom mittleren
Schweregrades mit Somatisierung, angstgefärbt, und chronische Kopfschmerzen seit
Status nach lumbaler Myelographie am 29. Juni 1998. Aus rheumatologischer Sicht sei
der Versicherte seit April 1998 für die bisherige Tätigkeit als Hilfsarbeiter im Tiefbau zu
100% arbeitsunfähig. Eine leidensangepasste Tätigkeit sei ihm zu 100% zumutbar. Aus
psychiatrischer Sicht bestehe aber zur Zeit schmerz- und depressionsbedingt eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten (act. G 5.2.35). Gestützt auf diese
medizinische Grundlage sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom
11. Mai 2000 mit Wirkung ab 1. April 1999 eine ganze Rente samt Zusatzrenten zu (act.
G 5.2.40).
A.b Im Rahmen einer von Amtes wegen durchgeführten Revision wurde der Anspruch
auf eine ganze Rente bestätigt (Mitteilung vom 8. März 2002, act. G 5.2.47). Mit
Verfügung vom 14. Oktober 2002 wurde das Gesuch des Versicherten um
Hilflosenentschädigung abgewiesen (act. G 5.2.54).
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A.c Im April 2005 wurde von Amtes wegen eine Revision eingeleitet (vgl. den vom
Versicherten am 13. April 2005 ausgefüllten Fragebogen, act. G 5.2.67). Da der
Versicherte nicht in psychiatrischer Behandlung stehe, das damals rentenbegründende
psychische Leiden prinzipiell keine schlechte Prognose habe sowie zurückgegangen
sein könnte und der behandelnde Neurologe eine Verschlechterung des Rückenleidens
festgestellt habe, empfahl der RAD am 9. September 2005 die Vornahme einer
Verlaufsbegutachtung (act. G 5.2.75). Im interdisziplinären Verlaufsgutachten der Klinik
Valens vom 10. April 2006, das auf einer rheumatologischen Untersuchung vom
7. Februar, einer EFL vom 8. und 9. Februar sowie einer psychiatrischen Untersuchung
vom 17. März 2006 beruht, erhoben die Experten folgende Diagnosen mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit: ein chronisches Panvertebralsyndrom mit Lumboischialgie
linksseitig bestehend seit 1993 mit Progredienz und eine Periarthropathia genu
beidseits. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden psychologische
Faktoren und Verhaltensfaktoren. Für eine sehr leichte leidensangepasste Tätigkeit
verfüge der Versicherte aus somatischer Sicht über eine 50%ige Arbeitsfähigkeit
(4 Stunden pro Tag mit der Möglichkeit von zwischenzeitlichen Kurzpausen bei Bedarf).
Das Zusammenspielen der rheumatologischen-orthopädischen Problematik, des
soziokulturellen Hintergrunds, des Verlaufs auf der Zeitachse und des festgefahrenen
Krankheitskonzepts des Versicherten liessen indes jeden Eingliederungsversuch von
vorne herein frustran erscheinen. In der Gesamtschau der Befunde sei der Versicherte
daher weiterhin für jegliche Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig (act. G 5.2.81). Der RAD
hielt diese Arbeitsfähigkeitsschätzung für widersprüchlich und empfahl eine Rückfrage
bei der rheumatologischen Gutachterin (Stellungnahme vom 19. Oktober 2006, act.
G 5.2.83). Diese gab in der Stellungnahme vom 31. Oktober 2006 an, das
Verlaufsgutachten sei dahingehend zu korrigieren, dass medizinisch-theoretisch eine
50%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten bestehe, es aber nicht mehr
realisierbar sein werde, den Versicherten in den Arbeitsprozess zu integrieren (act.
G 5.2.85).
A.d Ausgehend von einer 50%igen Restarbeitsfähigkeit und unter Berücksichtigung
eines 25%igen Tabellenlohnabzugs ermittelte die IV-Stelle einen 64%igen
Invaliditätsgrad und verfügte am 8. März 2007 nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren die Reduktion der bisherigen ganzen auf eine Dreiviertelsrente
mit Wirkung ab 1. Mai 2007 (act. G 5.2.103). Dagegen erhob der Versicherte am
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17. April 2007 Beschwerde (act. G 5.2.110-2 ff.). Die IV-Stelle widerrief die
angefochtene Verfügung am 15. Mai 2007 (act. G 5.2.119). In deren Auftrag wurde der
Versicherte am 29. April 2008 in der ABI Aerztliches Begutachtungsinstitut GmbH
(nachfolgend das ABI) polydisziplinär (internistisch-allgemeinmedizinisch, psychiatrisch
und orthopädisch) untersucht. Im ABI-Gut-achten vom 28. Mai 2008 führten die
Experten aus, der Versicherte leide mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit an einem
panvertebralen Schmerzsyndrom ohne radikuläre Ausfälle (ICD-10: M54.80). Ohne
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestehe u.a. eine Schmerzverarbeitungsstörung
(ICD-10: F54). Aus polydisziplinärer Sicht resultiere eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit für
körperlich mittelschwere und schwere Tätigkeiten. Körperlich leichte adaptierte
Tätigkeiten seien dem Versicherten ganztägig ohne Leistungseinbusse zumutbar. Die
medizinisch-theoretische 100%ige Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte adaptierte
Tätigkeiten bestehe spätestens seit April 2006 (Gutachten der Klinik Valens). Damals
sei die mittelschwere Depression, die zur attestierten Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2000
geführt habe, nicht mehr nachweisbar gewesen (act. G 5.2.143).
A.e Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren verfügte die IV-Stelle am 13. Oktober
2008 die Einstellung der Rentenleistungen. Einer allfälligen Beschwerde entzog sie die
aufschiebende Wirkung (act. G 5.2.153). Die dagegen erhobene Beschwerde vom
13. November 2008 (act. G 5.2.158-2 ff.) hiess das Versicherungsgericht teilweise gut.
Es hob die angefochtene Verfügung auf und wies die Sache zur Vornahme weiterer
Abklärungen an die IV-Stelle zurück (Entscheid des Versicherungsgerichts vom 19. Juli
2010, IV 2008/469, act. G 5.2.176). Die IV-Stelle orientierte den Rechtsvertreter des
Versicherten am 16. August 2010, dass sie das ABI mit einer (neuerlichen)
Begutachtung beauftragen werde (act. G 5.2.179; vgl. auch die an den Rechtsvertreter
am 21. September 2010 in Kopie zugesandte Terminbestätigung des ABI, act.
G 5.2.182). Am 10. November 2010 wurde der Versicherte im ABI polydisziplinär
(internistisch/allgemeinmedizinisch, psychiatrisch und rheumatologisch) untersucht. Die
Gutachter diagnostizierten mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches
thorakolumbospondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10: M54.4). Ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit bestünden eine dysfunktionale Schmerzverarbeitung mit Tendenz zur
Symptomausweitung (ICD-10: F54), ein chronisches zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom (ICD-10: M53.1), ein generalisiertes multilokuläres Schmerzsyndrom
(ICD-10: R52.9) und eine Adipositas (ICD-10: E66.0). Der Versicherte sei zu 100%
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arbeitsfähig für leichte adaptierte Tätigkeiten. Körperlich mittelschwere und schwere
Tätigkeiten wie die des Bauarbeiters seien ihm bleibend nicht mehr zumutbar
(Gutachten vom 13. Dezember 2010, act. G 5.2.183). RAD-Arzt Dr. med. B._,
Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, bestätigte die gutachterliche Beurteilung
(Stellungnahme vom 1. Juli 2011, act. G 5.2.185).
A.f Ausgehend von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten
stellte die IV-Stelle dem Versicherten mit Vorbescheid vom 9. Februar 2012 in Aussicht,
die Rente aufzuheben (act. G 5.2.188). Dagegen erhob der Versicherte am 16. März
2012 Einwand (act. G 5.2.196). Am 24. April 2012 verfügte die IV-Stelle die Aufhebung
der Rente auf Ende des folgenden Monats. Betreffend Unterstützung bei
Eingliederungsmassnahmen sei bereits ein Auftrag an die Abteilung berufliche
Massnahmen erteilt worden. Es werde diesbezüglich demnächst mit dem Versicherten
Kontakt aufgenommen (act. G 5.2.199).
A.g Im Schlussbericht der Eingliederung vom 16. Mai 2012 führte die
Eingliederungsverantwortliche aus, die Aussichtslosigkeit und das Unverständnis, wie
es zur Renteneinstellung habe kommen können, sei dem Versicherten im Gespräch
deutlich anzumerken. Leider sei es nicht möglich gewesen, in dieser äusserst
komplexen Situation einen klärenden Beitrag zu leisten. Berufliche Massnahmen oder
Arbeitsvermittlung könnten aufgrund der subjektiven Krankheitsüberzeugung und der
empfundenen Schmerzen nicht angeboten werden (act. G 5.2.204; zur Mitteilung der
IV-Stelle vom 25. Mai 2012, wonach der Versicherten keinen Anspruch auf berufliche
Massnahmen habe, siehe act. G 5.2.207).
B.
B.a Gegen die Verfügung vom 24. April 2012 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 24. Mai 2012. Der Beschwerdeführer beantragt darin unter Kosten- und
Entschädigungsfolge deren Aufhebung sowie die fortgesetzte Ausrichtung einer
ganzen Rente. Eventualiter seien weitere medizinische und berufliche Abklärungen
vorzunehmen. Subeventualiter seien dem Beschwerdeführer berufliche Massnahmen
zu gewähren. Im Wesentlichen bringt er vor, dass sich aus dem zweiten ABI-Gutachten
keine gesundheitliche Verbesserung ergebe, die eine Revision rechtfertigen könne.
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Vielmehr stelle dieses eine unzulässige Neubeurteilung dar. Des Weiteren sei das ABI
wegen Vorbefassung voreingenommen gewesen und das zweite ABI-Gutachten leide
an diversen Mängeln, weshalb es nicht beweiskräftig sei. Ferner sei die
Eingliederungskapazität nicht abgeklärt worden (act. G 1). Mit der Beschwerde reichte
der Beschwerdeführer einen Bericht der behandelnden Dr. med. C._, Spezialärztin
Neurologie FMH, vom 17. Februar 2012 ein, worin diese das Bestehen einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit verneint (act. G 1.2).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 18. September
2012 die Abweisung der Beschwerde. Das zweite ABI-Gutachten sei beweiskräftig und
die gestützt darauf erfolgte revisionsweise Rentenaufhebung zu Recht erfolgt.
Hinsichtlich der Eingliederungsfrage sei zu beachten, dass aufgrund der
Krankheitsüberzeugung des Beschwerdeführers berufliche Massnahmen weder
angezeigt noch von ihm gewünscht worden seien. Eine erneute Aufnahme der
Eingliederungsbemühungen würde bei der Krankheitsüberzeugung des
Beschwerdeführers keine neuen Erkenntnisse bringen (act. G 5). Der
Beschwerdeantwort angefügt ist eine Stellungnahme von RAD-Arzt Dr. B._ vom
14. September 2012 (act. G 5.1).
B.c Mit Präsidialentscheid vom 24. September 2012 wurde dem Gesuch des
Beschwerdeführers um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von
den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung)
entsprochen (act. G 6).
B.d Der Beschwerdeführer hält in der Replik vom 15. Oktober 2012 unverändert an der
Beschwerde fest (act. G 8).
B.e Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 10).
B.f Am 27. Dezember 2012 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine
Honorarnote ein (act. G 12).

Erwägungen:
1.
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Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Frage, ob die
Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch zu Recht per anfangs Juni 2012
aufgehoben hat.
2.
Vorliegend kann offen bleiben, ob die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt rechts
genüglich abgeklärt hat. Denn selbst wenn mit der Beschwerdegegnerin davon aus
gegangen würde, das (zweite) ABI-Gutachten vom 13. Dezember 2010 sei
beweiskräftig und es sei infolge eines verbesserten Gesundheitszustands von einer
100%igen Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen, ist die
angefochtene Revisionsverfügung aus eingliederungsrechtlichem Blickwinkel
aufzuheben.
2.1 Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder
geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung
verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein
Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente
und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
2.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht,
herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Eine Invaliditätsbemessung nach
Art. 16 ATSG setzt auch im Revisionsfall (Art. 17 Abs. 1 ATSG) voraus, dass angezeigte
Eingliederungsmassnahmen durchgeführt worden sind. In der Regel zieht der
anspruchserhebliche Zugewinn an Leistungsfähigkeit kaum zusätzlichen
Eingliederungsbedarf nach sich. Hingegen ist der Ausnahmetatbestand der
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Notwendigkeit (vorgängiger) befähigender beruflicher Massnahmen als erfüllt zu
betrachten, wenn die Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente eine versicherte
Person betrifft, die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als
15 Jahren bezogen hat (Urteil des Bundesgerichts vom 30. November 2013,
9C_497/2013, E. 3.2.1 mit Hinweisen).
2.3 Entzieht oder widersetzt sich eine versicherte Person einer zumutbaren
Behandlung oder Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung
der Erwerbsfähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, oder trägt sie nicht
aus eigenem Antrieb das ihr Zumutbare dazu bei, so können ihr die Leistungen
vorübergehend oder dauernd gekürzt oder verweigert werden. Sie muss vorher
schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine
angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Art. 21 Abs. 4 ATSG).
2.4 Im Zeitpunkt der per 1. Juni 2012 verfügten Rentenaufhebung (act. G 5.2.199) war
der Beschwerdeführer bereits 59 Jahre alt. Eine Berufsausbildung hatte er nicht
absolviert. Seine schulische Ausbildung beschränkt sich auf den Besuch der 8-jährigen
Grundschule im ehemaligen Jugoslawien (act. G 5.2.1-4). Seit April 1998 geht er keiner
Arbeit mehr nach (act. G 5.2.81-4 und G 5.2.9-2). Zuvor war er als ungelernter
Bauarbeiter tätig (act. G 5.2.9-1). Mit Wirkung ab 1. April 1999 wurde ihm eine ganze
Rente zugesprochen (Verfügung vom 11. Mai 2000, act. G 5.2.40). Der
Beschwerdeführer kann vor diesem Hintergrund nicht (mehr) auf eine unter den heute
herrschenden Verhältnissen aktualisierbare berufliche Erfahrung zurückgreifen, die für
die Selbsteingliederung nutzbar wäre. Bereits im Gutachten der Klinik Valens vom
10. April 2006 wurde die Prognose betreffend einer auch nur teilweisen Rückkehr an
den Arbeitsmarkt als "infaust" bezeichnet (act. G 5.2.81-25). Die ABI-Experten hielten
berufliche Massnahmen - nebst der Krankheitsüberzeugung - aufgrund der
Entwöhnung von der Arbeit, der geringen Bildung sowie der fehlenden
Berufsausbildung nicht für empfehlenswert (act. G 5.2.143-24). Ergänzend ist darauf
hinzuweisen, dass die Beschwerdegegnerin den höchstzulässigen Tabellenlohnabzug
von 25% bei der Bestimmung des Invalideneinkommens gewährte und damit selber
davon ausging, der Beschwerdeführer werde auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt mit
erheblichen (Lohn-)Nachteilen konfrontiert. Im Licht dieser Umstände ist die
Zumutbarkeit einer (erfolgreichen) Selbsteingliederung zu verneinen, womit sich die
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Rentenaufhebung ohne vorherige Durchführung von Eingliederungsbemühungen als
unzulässig erweist. Daran ändert nichts, dass der Beschwerdeführer anlässlich des mit
der Eingliederungsverantwortlichen - erst nach Erlass der angefochtenen Verfügung -
stattgefundenen Gesprächs mitgeteilt habe, er fühle sich in keiner Hinsicht arbeitsfähig,
und die Beschwerdegegnerin die berufliche Eingliederung abschloss (Schlussbericht
der beruflichen Eingliederung vom 16. Mai 2012, act. G 5.2.204; vgl. auch Mitteilung
vom 25. Mai 2012, act. G 5.2.207). Denn abgesehen davon, dass vor verfügter
Rentenaufhebung keine Eingliederungsbemühungen durch die Beschwerdegegnerin
ergriffen wurden, ist vor der Rentenaufhebung bei fehlender Eingliederungsbereitschaft
im Fall unzumutbarer Selbsteingliederung zwingend das Mahn- und
Bedenkzeitverfahren gemäss Art. 21 Abs. 4 ATSG durchzuführen (vgl. vorstehende
E. 2.3 sowie Urteil des Bundesgerichts vom 30. November 2013, 9C_497/2013,
E. 3.2.2).
2.5 Bei diesem Ergebnis wäre es grundsätzlich angezeigt, die Sache zur Abklärung
von Eingliederungsmassnahmen und allfälliger Durchführung des Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Angesichts des
Alters des Beschwerdeführers (geboren 195_) und der übrigen genannten Umstände
(vgl. E. 2.4) erübrigt sich die Rückweisung: Im Zeitpunkt, in dem das
Eingliederungsverfahren samt eingliederungsbezogener Abklärung - allenfalls nach
Durchführung des Mahn- und Bedenkzeitverfahrens - abgeschlossen wäre, würde dem
bereits heute über 60-jährigen Beschwerdeführer höchstens noch eine Aktivitätsdauer
von rund drei Jahren verbleiben. Deshalb und unter Berücksichtigung der einer
realistischen Verwertbarkeit entgegenstehenden Verhältnisse (siehe vorstehende E. 2.4)
ist - selbst wenn auf die umstrittene, von den ABI-Experten bescheinigte 100%ige
Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten abgestellt würde - von einer
vollständigen Erwerbsunfähigkeit auszugehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
6. Mai 2014, 9C_751/2013, E. 4.5). Der Beschwerdeführer hat damit über den 31. Mai
2012 hinaus Anspruch auf eine ganze Rente.
3.
3.1 In Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 24. April 2012 aufzuheben.
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3.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte
Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.
3.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier
zu beurteilenden Fall erscheint eine Parteientschädigung entsprechend der vom
Rechtsvertreter eingereichten Honorarnote (act. G 12) von Fr. 3'133.60 (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. Bei diesem Ausgang erübrigt sich
die Festlegung einer Entschädigung aus der gewährten unentgeltlichen
Rechstverbeiständung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP