Decision ID: 1ec5e0b3-f487-41d5-8ed2-050cb5f69775
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 28. September/17. Oktober 2012 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung an. Sie sei seit 1991 in der Schweiz, sei Hausfrau
und leide seit Februar 2003 an einer Depression (IV-act. 1). Gemäss IK-Auszug (IV-act.
11) war sie stets als Nichterwerbstätige erfasst. Am 30. Oktober 2012 (IV-act. 19) wies
die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen einen Anspruch auf
berufliche Massnahmen ab, weil die Versicherte Hausfrau sei.
A.b Dr. med. B._, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, gab im IV-Arztbericht vom
25. Dezember 2012 (IV-act. 24) an, es liege eine andauernde Persönlichkeitsänderung
vor, die zu einer tiefen, therapieresistenten Depression führe. Die Versicherte sei in der
Schweiz nie erwerbstätig gewesen. Sie stehe seit 3. Dezember 2011 in Behandlung
und sei seit einigen Jahren voll arbeitsunfähig. Eine Anamnese sei kaum zu erheben;
die Versicherte schliesse die Augen und sage nichts. Die kognitiven Funktionen seien
eingeschränkt, wie sich aus einem Bericht vom 24. Oktober 2011 einer
Koordinationsstelle für Arbeitslosen-Projekte ergebe. Zurzeit müssten (im Haushalt) die
Tochter und die Söhne alles erledigen. Der Arzt verwies auf seinen beigelegten Bericht
an die Sozialen Dienste der Wohngemeinde vom 10. Dezember 2011 (IV-act. 24-7 ff.).
A.c Dr. med. C._, Allgemeinmedizin FMH, gab im Arztbericht vom 3. Januar 2013
(Eingang; IV-act. 25) an, die Versicherte leide seit ca. 2008 an einer Depression, und er
verwies auf die Beurteilung des Psychiaters Dr. B._ in dessen Bericht an die Sozialen
Dienste der Wohngemeinde. Ausserdem legte er einen Bericht der Psychiatrie-Dienste
Süd vom 4. Januar 2011 (IV-act. 25-9 ff.; Dr. med. G._) bei.
A.d Bei einer Abklärung an Ort und Stelle am 18. März 2013 (IV-act. 29) erteilte
gemäss dem Bericht ausschliesslich der Sohn der Versicherten Auskünfte. Dieser habe
erklärt, sie müsste im Gesundheitsfall aus finanziellen Gründen erwerbstätig sein. Der
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Vater fühle sich arbeitsunfähig. Andernfalls müsste sie eventuell im Teilpensum
arbeiten. Es wurde berichtet, nach Angaben der Versicherten sei sie in der
Haushalttätigkeit voll eingeschränkt. Die Einschränkung zu bemessen, sei jedoch nicht
möglich.
A.e Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung liess den von Dr.
B._ erwähnten Bericht vom 24. Oktober 2011 der Stiftung D._ einholen, bei
welcher die Versicherte von Mai bis August 2011 zu 50 % tätig war (IV-act. 38-2 f.). Er
hielt in der Folge am 31. Juli 2013 (IV-act. 39) dafür, die Widersprüchlichkeiten im
Verhalten, die als suboptimales Leistungsverhalten interpretiert werden könnten,
müssten bis zum Beweis des Gegenteils als Verhaltensauffälligkeiten im Rahmen einer
(histrionischen) Persönlichkeitsänderung/Persönlichkeitsstörung bzw. einer
therapieresistenten schweren Depression betrachtet werden. Eine produktive
Leistungsfähigkeit sei weder in einem Erwerb noch im Haushalt vorhanden. Es sei nicht
zu erwarten, dass ein Gutachter zu einem anderen Ergebnis kommen werde, da die
Versicherte nicht zur Erhellung des Sachverhalts beitragen werde. Nach einem
Vorbescheid und einem Einwand verfügte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle am
13. Januar 2014 (IV-act. 46) eine Abweisung des Leistungsgesuchs. Weil sie auf
Beschwerde hin (IV-act. 51) einen ungenügend abgeklärten Sachverhalt erkannte (vgl.
IV-act. 62), widerrief die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle ihre Verfügung am 28.
März 2014 (IV-act. 63; das Beschwerdeverfahren wurde daraufhin abgeschrieben; IV-
act. 66). Die Versicherte hatte im Beschwerdeverfahren einen Bericht von Dr. B._
vom 20. Januar 2014 (IV-act. 54-1) und einen Bericht von Dr. med. E._, Allgemeine
Medizin FMH, vom 9. Dezember 2011 an die Sozialen Dienste der Wohngemeinde (IV-
act. 54-2) eingereicht. Die Beschwerdegegnerin forderte daraufhin Arztberichte an und
machte die Versicherte auf ihre Mitwirkungspflicht (Teilnahme an ärztlichen Kontrollen
und Erteilen eigener Auskünfte zum Gesundheitszustand) aufmerksam (IV-act. 72 ff.).
Dr. B._ teilte telefonisch unter anderem mit, er werde keinen neuen Bericht erstellen;
es ergäben sich keine Änderungen (IV-act. 75). Dr. C._ gab ebenfalls an, er könne
keine Angaben machen. Es bestünden keine somatischen Leiden, die zu einer
Beeinträchtigung führen würden (IV-act. 76). Daraufhin teilte die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Versicherten am 5. Juni 2014 (IV-act. 78; unter
Androhung von Folgen gemäss Art. 43 Abs. 3 ATSG für den Unterlassungsfall) mit, es
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sei eine medizinische Begutachtung erforderlich und sie habe daran aktiv
teilzunehmen.
A.f Dr. med. F._, Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und für Neurologie, gab in
seinem psychiatrischen Gutachten vom 30. Oktober 2014 (IV-act. 85) bekannt, bei der
Begutachtung unter Beizug einer Dolmetscherin habe sich keine spezifische
psychiatrische Gesundheitsstörung nachweisen lassen. Medizinische Gründe für eine
Minderung der Leistungsfähigkeit seien nicht nachgewiesen. Es ergebe sich auch kein
Nachweis einer früher vorhanden gewesenen psychiatrisch begründeten
Arbeitsunfähigkeit.
A.g Auf einen Vorbescheid vom 25. November 2014 (IV-act. 86) hin liess die
Versicherte durch ihren beigezogenen Rechtsvertreter am 14. Januar 2015 (IV-act. 90)
einwenden, der Einschätzung des Gutachtens könne nicht gefolgt werden. Der
Gutachter habe sich mit den früheren ärztlichen Berichten nicht auseinandergesetzt.
Hausarzt, behandelnder Psychiater, die Psychiatrie-Dienste Süd und die genannte
Stiftung hätten übereinstimmend festgehalten, dass eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit bestehe. Trotz mehrjähriger psychiatrischer Behandlung habe sich die
psychische Situation nicht verbessert. Die Versicherte habe sich vollständig von ihrem
sozialen Umfeld zurückgezogen und sei nicht in der Lage, mit anderen Personen zu
kommunizieren, seien es Ärzte oder Mitarbeiter der Stiftung, bei welcher sie an einem
Arbeitseinsatz habe teilnehmen können. Sie sei aufgrund von Erschöpfung nicht in der
Lage, Haushalts- oder andere Tätigkeiten auszuüben, also voll arbeitsunfähig.
A.h Mit Verfügung vom 26. Januar 2015 (IV-act. 94) wies die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Leistungsgesuch ab.
B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Werner Bodenmann
für die Betroffene am 27. Februar 2015 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei
ihr eine Invalidenrente, basierend auf einem Invaliditätsgrad von 100 %, auszurichten.
Ausserdem sei ihr die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. Einzig gestützt auf
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das Gutachten von Dr. F._ und ohne dass dieses zur Prüfung der Nachvollziehbarkeit
dem RAD vorgelegt worden sei, sei die Gesuchsabweisung erfolgt. Im Gutachten sei
festgehalten worden, die bisherigen psychiatrischen Expertisen hätten wesentlich nicht
auf Angaben der Beschwerdeführerin, sondern auf fremdanamestischen Angaben
beruht. Sie hätten keine hinreichende Prüfung der Angaben auf Konsistenz enthalten.
Die Beschwerdegegnerin habe nicht beachtet, dass Dr. B._ bei der
Beschwerdeführerin eine andauernde Persönlichkeitsveränderung festgestellt habe, die
zu einer tiefen, therapieresistenten Depression geführt habe. Ebenfalls nicht beachtet
worden sei, dass die Psychiatrie-Dienste Süd (Dr. G._) eine rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, diagnostiziert hätten. Die Stiftung, bei
welcher die Beschwerdeführerin an einem Arbeitseinsatz habe teilnehmen können,
habe berichtet, deren Befindlichkeit sei grundsätzlich schlecht. Die Kommunikation sei
beinahe nicht möglich gewesen, weil sich die Beschwerdeführerin entweder
verschliesse und Fragen nicht konkret beantworten könne/wolle oder sie einfach
schweige. Nach Auffassung des RAD müssten die Widersprüchlichkeiten bis zum
Beweis des Gegenteils als Verhaltensauffälligkeiten im Rahmen einer
Persönlichkeitsänderung/Persönlichkeitsstörung oder einer therapieresistenten
schweren Depression gesehen werden. Indem sich die Beschwerdegegnerin
offensichtlich mit den dem Gutachten diametral entgegenstehenden fachärztlichen
Einschätzungen nicht auseinandergesetzt habe, habe sie ihren Entscheid auf einen
unzureichend festgestellten Sachverhalt abgestützt und ihr Ermessen überschritten.
Das Gutachten habe nicht schlüssig oder nachvollziehbar dargelegt, dass entgegen
den genannten Berichten keine Persönlichkeitsstörung vorliege. Der RAD habe
angenommen, dass ein Gutachten wegen des Störungsbildes, der
Sprachverständigungsschwierigkeiten oder der bewusstseins¬nahen Darstellung des
Leidens nicht zur Erhellung des Sachverhalts beitragen werde. Das Verhalten der
Beschwerdeführerin könne also durchaus auch als Persönlichkeitsstörung gewertet
werden.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 30. März 2015 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Auf das Gutachten könne grundsätzlich ohne weiteres
abgestellt werden. Weder mit dem Einwand noch mit der Beschwerde seien neue und/
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oder anderslautende medizinische Berichte eingereicht worden. Den Berichten von Dr.
B._ und Dr. G._ komme kein genügender Beweiswert zu. Der Rechtsdienst habe
zur Aktenlage vor der Begutachtung am 27. März 2014 ausführlich Stellung
genommen. Gerade wegen der damals unbefriedigenden Aktenlage sei das Einholen
weiterer Informa¬tionen bei den behandelnden Ärzten veranlasst worden. Sowohl Dr.
B._ als auch Dr. C._ hätten jedoch zu erkennen gegeben, dass sie die
gesundheitliche Situation nicht beurteilen könnten. Auf die Angaben der behandelnden
Ärzteschaft habe weder damals abgestellt werden können noch könne nun darauf
abgestellt werden. Der Gutachter hingegen habe seine Einschätzung auch in Kenntnis
von deren Beurteilung abgegeben, habe die Beschwerdeführerin mehrere Stunden lang
untersucht und mit ihr (mit Hilfe einer Dolmetscherin) gesprochen. Er habe
nachvollziehbar dargelegt, weshalb er von Diskrepanzen und Widersprüchen in der
Beschwerde- und Symptombeschreibung ausgehe und dass die ICD-10-Kriterien für
eine Persönlichkeitsstörung oder -änderung nicht erfüllt seien. Mangels die
(psychische) Gesundheit beeinträchtigender Diagnosen und Einschränkung seien keine
IV-Leistungen geschuldet.
D.
Am 1. April 2015 hat die Gerichtsleitung dem Gesuch um Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der
unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) entsprochen.
E.
Mit Replik vom 12. Mai 2015 hält der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin daran
fest, dass immerhin zwei Ärzte bei der Beschwerdeführerin eine andauernde
Persönlichkeitsänderung, einhergehend mit einer therapieresistenten Depression,
angenommen hätten. Ausserdem habe auch der RAD nicht ausgeschlossen, dass das
eine bzw. andere Leiden vorliegen könnte. Wenn dennoch von einer vollen
Arbeitsfähigkeit ausgegangen werde, müsse das als willkürliche Beweiswürdigung
zurückgewiesen werden.
F.
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Die Beschwerdegegnerin hat am 28. Mai 2015 an ihrem Antrag festgehalten und im
Übrigen auf eine Duplik verzichtet.
G.
G.a Mit Schreiben vom 6. Dezember 2017 hat sich das Gericht nach einem
Beweisbeschluss bei Dr. F._ danach erkundigt, ob er der Beschwerdeführerin mit
seinen Formulierungen (zusammengefasst sinngemäss, dass medizinische Gründe für
Arbeitsunfähigkeit nicht nachgewiesen seien) im Gutachten eine vollzeitliche und
leistungsmässig volle Arbeitsfähigkeit attestiert habe oder ob er damit zum Ausdruck
gebracht habe, dass es nicht möglich gewesen sei, ein Begutachtungsergebnis
(bezüglich Diagnose und Arbeitsfähigkeit) zu erheben.
G.b Der Gutachter hat am 11. Dezember 2017 geantwortet, das Gericht gehe mit seiner
Frage von einer falschen Annahme (entweder oder) aus. "Eine sinnvolle Frage wäre ...
die nach den Inkonsistenzen und Diskrepanzen und warum ich nicht zu der Gewissheit
gelangt bin, dass geltend gemachte Beschwerden oder Symptome tatsächlich
vorhanden sind. Und daher nicht zur Überzeugung gelangt bin, dass eine spezifische
psychiatrische Gesundheitsstörung vorliegt." Es sei zum einen sehr wohl möglich
gewesen, ein verlässliches Begutachtungsergebnis zu erheben. Er habe die Akten
auswerten und die Untersuchung (mittels geeigneter Verfahren) und die
Befunderhebung ohne Einschränkungen oder Hindernisse vollständig durchführen
können. Für die Richtigkeit der von ihm festgestellten Sachverhalte sprächen
gewichtige Gründe. Zum andern würden Erkenntnisse bei einer psychiatrischen
Begutachtung nach der Methode gewonnen, dass zuerst Beschwerden, dann Befunde
und dann Funktionsstörungen erfasst würden. Danach werde beurteilt, ob diese
Beschwerden, Befunde und Beeinträchtigungen einer Gesundheitsstörung zuzuordnen
seien, und gegebenenfalls welche Diagnose vorliege. Schliesslich werde beurteilt,
welche Auswirkungen die Gesundheitsstörung habe. Es gehe dabei vor allem um den
positiven Nachweis von (sc. wohl: psychiatrischen) Merkmalen, und nicht um den
Nachweis, dass etwas nicht vorhanden sei. Den Nachweis, dass bestimmte
Beschwerden, Befunde, Beeinträchtigungen, Diagnosen nicht vorlägen, könnte ein
Explorand durch Nichtmitwirken vereiteln. Es sei also nicht seine Aufgabe als
Gutachter gewesen, eine bestimmte Arbeitsfähigkeit zu attestieren. Würde man für eine
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Rentenablehnung voraussetzen, dass der Gutachter den Nichtbestand eines Schadens
bewiesen habe, bestünde für den Untersuchten ein Interesse, nicht mitzuwirken
(wörtlich: "Würde man nämlich fordern, dass der Gutachter beweist, dass bestimmte
Beschwerden, bestimmte Befunde, ... nicht vorhanden sind, dann könnte der
Untersuchte das recht einfach dadurch verhindern, dass er nicht mitwirkt. Es wäre,
wenn nur der Beweis, dass "nichts" vorliegt, eine Rente verhindern würde, aus Sicht
des Versicherten dann recht vernünftig, sich so zu verhalten"). In einem Fall wie dem
vorliegenden wäre der Beweis, dass eine Diagnose oder ein bestimmtes
Befundmerkmal nicht vorhanden sei, methodisch unmöglich gewesen. Wenn er eine
bestimmte Arbeitsunfähigkeit nicht für nachgewiesen halte, bedeute das nicht, dass er
eine entsprechende Arbeitsfähigkeit für bewiesen halte ("Es geht in diesem Sinne also
um den Nachweis eines Schadens. Nicht um den Nachweis, dass kein Schaden
vorliegt. In diesem Sinne ist es also zu verstehen, wenn ich schreibe, dass keine
psychiatrische Gesundheitsstörung nachgewiesen ist. Das heisst nicht, dass ich
bewiesen hätte, dass es ausgeschlossen ist, dass irgendeine psychiatrische
Gesundheitsstörung vorliegt. ... Wenn ich eine bestimmte Arbeitsunfähigkeit nicht für
nachgewiesen halte, bedeutet das selbstverständlich nicht, dass ich damit für
bewiesen halte, dass eine dementsprechende Arbeitsfähigkeit als nachgewiesen gelten
kann. ... Und es wäre ein logischer Fehlschluss anzunehmen, dass aus der
Feststellung, dass etwas nicht als nachgewiesen gelten muss, folgt, dass
ausgeschlossen wäre, dass es vorhanden ist"). Bei allen Schritten der
Begutachtungsmethode sei die Konsistenzprüfung bedeutsam (also ob allfällige
Unterschiede zwischen Beschwerdevortrag und Befund und Verhalten in der
Untersuchung oder zwischen Beschwerdevortrag und anderen Teilen der
vorgetragenen Anamnese vorlägen; ob nur vage Schilderungen von konkreten
Beschwerden und des Krankheitsverlaufs gegeben würden; ob Symptome als immer
ganz stark ausgeprägt bezeichnet würden; ob keine Bewältigungsversuche erörtert
werden könnten; ob keine vernünftige Erörterung zur Arbeitsfähigkeit möglich sei). Auf
allen Ebenen hätten sich bei der Beschwerdeführerin erhebliche Inkonsistenzen
ergeben. Ausserdem sei eine Tendenz erkennbar gewesen, auf nahezu alle
geschlossenen Fragen zum Vorliegen von bestimmten Symptomen und Beschwerden
hin anzugeben, dass diese vorhanden seien. In einem Symptomvalidierungstest habe
sich eine Leistung ergeben, die für ein nicht authentisch wirkendes Leistungsverhalten
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spreche. Deshalb sei er nicht zur Überzeugung gelangt, dass die geltend gemachten
Beschwerden im geltend gemachten Ausmass und der entsprechenden Art tatsächlich
vorlägen. Vielmehr hätten sich ganz erhebliche Zweifel an der Authentizität der
Selbstdarstellung ergeben. Es hätten auch keine gesundheitlichen Gründe eruiert
werden können, welche die Selbstdarstellung und die Inkonsistenzen hätten erklären
können. Deshalb habe der Schluss nahegelegen, dass der Untersuchten zumindest
eine erhebliche Selbstverantwortung dabei zugekommen sei, wie sie sich bei der
Untersuchung verhalten habe. Die Beschwerdeführerin trage daher für den Fall, dass
doch bestimmte Beschwerden oder Befunde vorhanden sein sollten, selbst die
Verantwortung dafür, dass sie nicht objektivierbar gewesen seien ("Und sie in diesem
Sinne selbst dafür die Verantwortung trägt, falls bestimmte möglicherweise doch
vorhandene Beschwerden oder Befunde nicht objektivierbar waren"). Die
Inkonsistenzen seien so ungewöhnlich viele und so ausgeprägt gewesen, wie es eher
selten sei. Schon weniger davon hätten zur Beurteilung gereicht, dass das, was die
Beschwerdeführerin geltend mache, nicht zu seiner Überzeugung auch tatsächlich
vorliege.
G.c Die Beschwerdegegnerin hat am 22. Dezember 2017 festgehalten, die
Stellungnahme sei überzeugend und die Unklarheiten sollten damit beseitigt sein.
G.d Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat am 15. Februar 2018 dargelegt,
die Stellungnahme habe die gestellte Frage nicht beantwortet. Der Gutachter schliesse
gerade nicht aus, dass tatsächlich entsprechende Befunde vorhanden sein könnten. Er
halte damit auch fest, dass es ihm infolge des nach seiner Meinung der
Beschwerdeführerin zuzurechnenden Verhaltens offensichtlich nicht möglich gewesen
sei, ein verlässliches Begutachtungsergebnis zu erheben. Nach wie vor werde auch
nicht nachvollziehbar dargelegt, ob das Verhalten der Beschwerdeführerin allenfalls
auch auf eine Persönlichkeitsveränderung zurückgeführt werden könnte. Ausserdem
bleibe es dabei, dass sich der Gutachter höchst unzureichend mit den früheren
ärztlichen Berichten und Einschätzungen auseinandergesetzt habe. Die Beschwerde
sei zu schützen.

Erwägungen
1.
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Im Streit liegt die Verfügung vom 26. Januar 2015, womit die Beschwerdegegnerin das
Leistungsgesuch der Beschwerdeführerin vom Oktober 2012 abgewiesen hat. Die
Beschwerdeführerin lässt die Zusprache einer Rente beantragen.
2.
2.1 Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen
von Bedeutung. Der Arzt sagt, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen
bzw. geistigen Funktionen durch das Leiden eingeschränkt ist (BGE 107 V 17 = ZAK
1982 S. 34). Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu
beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind im
Weiteren eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V
99 f. E. 4, vgl. BGE 141 V 281 E. 5.2.1).
3.
3.1 Zum Gesundheitszustand und der Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers
liegen verschiedene Arztberichte und ein Gutachten vor. Ältere (vor März 2003 erstellte)
Berichte zeigen damalige somatische Leiden der Beschwerdeführerin auf (einen
Verdacht auf Spannungskopfschmerz, ferner rechtsseitige Oberbauchbeschwerden bei
Cholezystektomie 06/02 und einen Verdacht auf Postcholezystektomie-Syndrom sowie
einen Verdacht auf einen Uterus myomatosus, gemäss IV-act. 5-5; ein paravertebrales
Schmerzsyndrom nuchal, anamnestisch nächtliche Würgeanfälle und diffuse
abdominale Schmerzen, gemäss IV-act. 4-1; dazu rezidivierende Hyperventilationen
und einen St. n. Arc en cercle, es liege ein Adaptationsproblem vor, gemäss IV-act. 2).
Übereinstimmend berichten in jüngerer Zeit Dr. C._ und Dr. E._, dass keine
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somatischen Erkrankungen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit [mehr] bestünden (Dr.
E._ im Dezember 2011, IV-act. 54-2, Dr. C._ im April 2014, IV-act. 76). Hierauf kann
abgestellt werden.
3.2 Mit der Anmeldung wurden denn auch psychiatrische Beeinträchtigungen geltend
gemacht, wurden doch aus dem Jahr 2011 einfache Arztzeugnisse des Psychiatrie-
Zentrums mit attestierter Arbeitsunfähigkeit eingereicht. Die Psychiatrie-Dienste Süd
erhoben gemäss Bericht vom Januar 2011 als Diagnose eine rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, mit somatischem Syndrom, und eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung. - Wie seinem Schreiben vom 10. Dezember
2011 zu entnehmen ist, diagnostizierte Dr. B._ bei der Beschwerdeführerin eine
andauernde Persönlichkeitsänderung, die zu einer tiefen, therapieresistenten
Depression geführt habe. Er betrachtete das Schicksal des Ehemannes und damit der
Familie als extreme, übermässige und anhaltende Belastung für die
Beschwerdeführerin. Der Krankheitsverlauf sei bei solchen Schicksalen stets
therapieresistent. Am 25. Dezember 2012 nannte Dr. B._ immer noch die selbe
Diagnose. Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin biete das Bild einer tiefen
Depression und sie habe auf viele Antidepressiva nicht angesprochen. Zurzeit vertrage
sie ein mildes Mittel, allerdings in hoher Dosis. Der Facharzt erklärte jedoch auch, von
einer (durchgeführten) Psychotherapie könne keine Rede sein. Die Beschwerdeführerin
sei einfach dabei, wenn er mit ihrem ebenfalls kranken Ehemann (nach einer
misslungenen Rückenoperation vor etwa zehn Jahren in eine Depression verfallen) und
dem gesunden Sohn spreche. Im Schreiben vom 20. Januar 2014 schliesslich hielt er
fest, die Krankheit der Beschwerdeführerin bewirke Erwerbsunfähigkeit (IV-act. 54-1),
erklärte am 23. April 2014 aber auch, dass niemand beurteilen könne, ob die
Einschätzung (als Gesundheitsschaden) zutreffe (IV-act. 75).
3.3 Bei der folgenden Begutachtung wurden die Vorakten zur Kenntnis genommen.
Der Gutachter der Psychiatrie erhob ausserdem die Anamnese, was nach seinen
Angaben erheblich erschwert war, weil die Beschwerdeführerin oft keine oder nur
knappe Auskunft gegeben hat. Er erfragte ferner die geklagten Beschwerden. Als
schlimmstes Leiden beschrieb die Beschwerdeführerin Kopfschmerzen. Daneben
bestünden Müdigkeit, schlechte Stimmung, Gedächtnisstörung, Schmerzen (an beiden
Schultern) und Traurigkeit. Sie sei krank geworden, als ihr Ehemann krank geworden
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sei. Es gehe ihr seit Jahren schlecht, und zwar unverändert, ohne Zeiten der
Besserung. Der Gutachter erhob die objektiven psychischen Befunde und
fremdanamnestische Angaben des Sohnes der Beschwerdeführerin. Er liess einen
Symptomvalidierungstest machen und setzte sich schliesslich mit den Angaben der
Beschwerdeführerin zu Symptomen, die nicht direkt zu beobachten gewesen waren, im
Hinblick auf deren Konsistenz auseinander. Die Begutachtung erfolgte somit
vollständig. In seiner Antwort vom 11. Dezember 2017 auf die im Beweisverfahren
gestellte Anfrage des Gerichts bestätigte der Gutachter ausdrücklich, dass es ihm sehr
wohl möglich gewesen sei, ein verlässliches Begutachtungsergebnis zu erheben.
Abgesehen davon, dass die Mitwirkung der Explorandin mangelhaft gewesen sei, seien
Untersuchung und Befunderhebung ohne Einschränkungen und ohne besondere
Hindernisse vollständig möglich gewesen.
3.4 Was den Beweisgrad des Begutachtungsergebnisses betrifft, kann darauf
hingewiesen werden, dass der Gutachter - aus seiner medizinischen Sicht - dafürhielt,
für die Richtigkeit der von ihm festgestellten Sachverhalte würden nach objektiven
Gesichtspunkten so gewichtige Gründe sprechen, dass andere denkbare
Möglichkeiten vernünftigerweise nicht massgeblich in Betracht fallen würden. Der
Gutachter nimmt damit eine hohe Wahrscheinlichkeit für sein Begutachtungsergebnis
in Anspruch, auch wenn er in der Stellungnahme formulierte, er sei "nicht zur
Überzeugung gelangt", dass eine spezifische psychiatrische Gesundheitsstörung
vorliege. Im Sozialversicherungsverfahren ist im Übrigen (mit hier nicht relevanten
Ausnahmen) kein strikter Beweis erforderlich, sondern es gilt das Beweismass der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit, das heisst, es genügt, wenn das Gericht aufgrund
der Würdigung aller relevanten Sachumstände, mithin nach objektiven
Gesichtspunkten, zur Überzeugung gelangt, dass ein bestimmter Sachverhalt der
wahrscheinlichste aller in Betracht fallenden Geschehensabläufe - bei zwei möglichen
Sachverhaltsvarianten: die wahrscheinlichere - ist und zudem mit Grund angenommen
werden darf, dass weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis
nichts mehr ändern (vgl. Bundesgerichtsentscheid vom 7. Dezember 2011,
9C_541/2011 E. 5.1; vgl. zu Häufigkeiten und Wahrscheinlichkeiten Ulrike Hoffmann-
Richter, Jörg Jeger, Holger Schmidt, Das Handwerk ärztlicher Begutachtung, Stuttgart
2012, S. 154 ff.).
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3.5 Was die - bei psychischen Störungen generell Schwierigkeiten bietende (vgl.
Bundesgerichtsurteil vom 1. Februar 2018, 8C_300/2017 E. 4.1.4.1) - Objektivierung
der Beschwerden betrifft (für welche die jüngere bundesgerichtliche Rechtsprechung
gemäss dem nach der vorliegenden Begutachtung ergangenen BGE 141 V 281 ein
strukturiertes Beweisverfahren vorsieht; wobei frühere Gutachten den Beweiswert
deswegen nicht per se verlieren, vgl. BGE 141 V 281 E. 8; vgl.
Bundesgerichtsentscheid vom 18. Mai 2017, 8C_842/2016), lässt sich dem Gutachten
im Besonderen entnehmen, dass die Beschwerdeführerin teilweise unterschiedliche
oder nicht plausible Angaben machte (vgl. Ziff. 7.4 des Gutachtens). Sie habe am
mehrstündigen Untersuchungsgespräch ohne äussere Zeichen der Müdigkeit oder der
Ermüdbarkeit und ohne äussere Anzeichen von Schmerzen oder von körperlichen
Einschränkungen teilnehmen können. Aus der Summe der Ergebnisse der
Untersuchung hätten sich schwere, nicht ausräumbare Zweifel daran ergeben, dass die
angegebenen Beschwerden (so) vorhanden seien. In seiner Stellungnahme vom 11.
Dezember 2017 hat der Gutachter nochmals verdeutlicht, dass er der
Konsistenzprüfung in verschiedenen Facetten Rechnung getragen habe. Es ist
anzunehmen, dass die Beurteilungsgrundlage demnach ausreichend objektiviert
worden ist.
3.6 Der Gutachter hat aufgrund des mit seiner medizinisch-wissenschaftlichen
Methode untersuchten (vgl. Stellungnahme vom 11. Dezember 2017) Sachverhalts (d.h.
des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin) im Ergebnis festgestellt, eine
Persönlichkeitsstörung (histrionisch, dissoziativ oder anderer Art) sei nicht
nachgewiesen, ebenso wenig eine krankheitswertige anhaltende
Persönlichkeitsveränderung oder ein depressives Syndrom. Es lasse sich nicht
ausschliessen, dass die schwache Selbstpräsentation wesentlich durch nicht-
medizinische Faktoren begründet sei. Funktionsstörungen oder Beeinträchtigungen
aufgrund einer psychiatrischen Gesundheitsstörung seien nicht nachgewiesen.
Medizinische Gründe für eine Unfähigkeit, an fünf Tagen pro Woche während acht
Stunden pro Tag zu arbeiten, seien nicht nachgewiesen.
3.7 In seiner Stellungnahme vom 11. Dezember 2017 betont der Gutachter der
Psychiatrie den Unterschied dieser gutachterlichen Beurteilung zu einer Feststellung,
wonach nachgewiesen wäre, dass ein psychiatrisches Leiden ausgeschlossen und
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Arbeitsfähigkeit nachgewiesen sei. - Dass ein strikter Beweis, dass jemand nicht an
einem Gesundheitsschaden leidet und arbeitsfähig ist, (im Unterschied zum Nachweis,
dass Gesundheitsschäden bzw. krankhafte Merkmale und Arbeitsunfähigkeit
vorliegen), medizinisch nicht zu führen ist, erscheint nachvollziehbar. Indessen konnte
immerhin etwa das bei der Untersuchung gezeigte Leistungsniveau berücksichtigt
werden.
3.8 Angesichts der erfüllten Voraussetzungen einer fachärztlich-gutachterlich
durchgeführten Befunderhebung und Abklärung des gesamten relevanten Sachverhalts
und der ausreichenden Objektivierung lässt sich als Ergebnis mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit schliessen, dass ein medizinischer (psychiatrischer)
Gesundheitsschaden nicht vorliegt, weshalb eine medizinisch bedingte Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit mit gleichem Beweisgrad nicht besteht, also (unter
gesundheitlichem Aspekt) Arbeitsfähigkeit besteht. In Bezug auf die Frage, ob allenfalls
gesundheitliche Gründe die Selbstdarstellung der Beschwerdeführerin und die
Inkonsistenzen erklärten könnten, geht der Gutachter ausdrücklich ebenso vor: Er hält
fest, dass keine solchen gesundheitlichen Gründe hätten eruiert werden können.
Deshalb habe der Schluss nahegelegen, dass der Beschwerdeführerin zumindest eine
erhebliche Selbstverantwortung für ihr Verhalten bei der Untersuchung zukomme.
3.9 Angesichts der umfassenden fachärztlichen Auseinandersetzung mit den Angaben
der Beschwerdeführerin, deren Würdigung und der nachvollziehbaren Begründung des
Ergebnisses kann auf das Gutachten abgestellt werden. Hieran vermag nichts zu
ändern, dass Dr. B._ und Dr. G._ bei der Beschwerdeführerin eine
Persönlichkeitsänderung bzw. eine Depression angenommen haben. Nicht nur waren
diese Fachärzte im Sinn der Behandlung der Beschwerdeführerin tätig und gaben auch
ihre Beurteilungen unter diesem Blickwinkel ab. Sie vermochten ihre Einschätzung
auch nicht auf dem Gutachten ebenbürtige Grundlagen abzustützen. Die Annahmen
der Stiftung, bei welcher die Beschwerdeführerin vorübergehend tätig gewesen war,
bilden ebenfalls keinen Grund, am Begutachtungsergebnis zu zweifeln. Die
Beschwerdeführerin hatte sich dort gemäss dem Bericht jedem intensiveren Gespräch
durch Schweigen entzogen und habe jeweils, auf ihr Verhalten angesprochen, negativ
reagiert. Zu einer ununterbrochenen Anwesenheit während einer Woche sei es nie
gekommen. Was die Motivation sei, könne nicht festgestellt werden. Die in Bezug auf
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die Möglichkeiten zur Sachverhaltserhebung zuvor vom RAD gestellte Prognose erwies
sich durch die daraufhin vorgenommene psychiatrische Begutachtung als zu
pessimistisch: Der Sachverhalt konnte durch das Gutachten besser geklärt werden, so
dass damit der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (wie erwähnt)
erreicht ist.
3.10 Zusammenfassend kann aufgrund des Gutachtens und der Aktenlage mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass bei der
Beschwerdeführerin keine psychiatrische Gesundheitsschädigung vorliegt und ihre
Arbeitsfähigkeit nicht krankheitsbedingt eingeschränkt ist. Deshalb hat die
Beschwerdegegnerin ihren Leistungsanspruch zu Recht abgelehnt.
4.
4.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.
4.2 Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Die
Beschwerdeführerin ist im Verfahren unterlegen, weshalb ihr die Gerichtskosten in der
Höhe von Fr. 600.-- (Expertenkosten von Fr. 20.-- eingeschlossen) aufzuerlegen sind.
Zufolge der Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung (Befreiung von den
Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) durch die
Gerichtsleitung am 1. April 2015 ist sie jedoch von deren Bezahlung zu befreien.
4.3 Der Staat ist aufgrund der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zu verpflichten,
für die Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin aufzukommen. Der
Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand angemessen erscheint eine
Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).
Diese ist in Anwendung von Art. 31 Abs. 3 des st. gallischen Anwaltsgesetzes (sGS
963.70) um einen Fünftel auf Fr. 2'800.-- zu reduzieren.
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4.4 Wenn ihre wirtschaftlichen Verhältnisse es ihr gestatten, kann die
Beschwerdeführerin zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Auslagen für die
Vertretung verpflichtet werden (vgl. Art. 123 ZPO i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).