Decision ID: 4ae8a0e2-ea0f-4f3e-ad09-504c7352d11d
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1962
,
Mutter von
8
Kindern
,
wovon das letzte im Jahr 2001 zur Welt kam,
meldete sich am 2
3.
Juni 2012
unter Hinweis auf
seit etwa 2005
bestehende Rücken- und Arm
beschwerden bei der Invalidenversicherun
g zum Leistungsbezug an (Urk. 7/3
Ziff.
6.2-3
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
.
Nach
erg
angenem Vorbescheid (
Urk.
7/12
)
erhob die Versiche
rte Einwände (
Urk.
7/14,
Urk.
7/
16).
A
m 2
6.
April 2013 nahm die Versicherte Stellung (
Urk.
7/18)
zu der am
2
1.
März 2013 durchgeführten Abklärung der beeinträch
tigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (
Urk.
7/19).
Mit Verfügung vom 1
5.
Mai 2013 verneinte die IV-Stelle
einen Rentenanspruch (
Urk.
7/21
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am 1
7.
Juni 2013
Beschwerde gegen die Verfügung vom
1
5.
Mai 2013
(
Urk.
2) und beantragte
sinngemäss die Ausrichtung von Leistun
gen der Invalidenversicherung ab dem
2
5.
Juni
201
2.
Eventuell seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen und die Haushalt
s
abklärung sei unter Einbezug eines Dolmetschers zu wiederholen (
Urk.
1 S. 2
).
Die IV-Stelle beantra
gte mit Beschwerdeantwort vom 2
1.
August 2013 (
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde
der Beschwerdeführerin am 3
0.
Dezember 2013
zur Kenntnis geb
racht (
Urk.
8
).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf
eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversi
cherung; IVG
).
1.3
Sowohl im Rahmen einer erstmaligen Prüfung des Rentenanspruches als auch anlässlich einer Rentenrevision (
Art.
17
Abs.
1 ATSG) stellt sich unter dem Gesichtspunkt des
Art.
28a
Abs.
3 des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung (IVG) in Verbindung mit
Art.
16 und 7
Abs.
2 ATSG die Frage nach der anwendbaren Invaliditätsbemessungsmethode.
Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, führt je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich,
Betätigungsver
gleich
, gemischte Methode) und ergibt sich aus der Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beein
trächtigung bestünde. Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstä
tigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch, das heisst ohne
Gesundheitsscha
den
, aber bei sonst gleichen Verhältnissen, erwerbstätig wäre (
Art.
27
bis
der Verordnung über die Invalidenversicherung; IVV). Die gemischte Methode bezweckt damit eine möglichst wirklichkeitsgerechte Bemessung des
Invalidi
tätsgrades
(BGE 133 V 504 E. 3.3 mit Hinweisen).
Die Statusfrage beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben. Dabei sind die kon
krete Situation und die Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Lebenserfahrung zu würdigen. Für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Er
werbs
tätigkeit ist der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit erforderlich (
BGE 137 V 334
E. 3.2,
130 V 393
E. 3.3,
125 V 146
E. 2c, je mit Hinweisen).
Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl.
Art.
27 IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigun
gen und Begabungen zu berücksichtigen (Urteil des Bundesgerichts 9C_915/2012 vom 1
5.
Mai 2013 mit Hinweisen auf BGE 133 V 504 E. 3.3).
Die gemischte Methode findet auch Anwendung, wenn der (in einem Aufgaben
bereich tätigen) versicherten Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung eine vollzeitliche Erwerbstätigkeit zumutbar wäre, sie aber trotzdem eine solche nicht ausüben würde (vgl. BGE 133 V 504 E. 3.3 in
fine
).
Ist jedoch anzuneh
men, die versicherte Person wäre ohne gesundheitliche
Beeinträchtigung teiler
werbstätig oder sie arbeitete unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mit, ohne daneben in einem andern Aufgabenbereich nach
Art.
5
Abs.
1 IVG
tätig zu sein, ist die Invalidität
ausschliesslich
nach den Grund
sätzen für Erwerbstätige, somit nach
Art.
16 ATSG zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 e
contrario
). Die gemischte Methode gelangt hier ebenso wenig zur Anwendung wie bei ohne Gesundheitsschaden voll Erwerbstätigen (
Art.
27
bis
IVV). Das
Vali
deneinkommen
ist nach
Massgabe
der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten Teilerwerbstätigkeit festzulegen. Entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie besten
falls verdienen könnte. Wäre sie gesundheitlich in der Lage, voll erwerbstätig zu sein, reduziert sie aber das Arbeitspensum aus freien Stücken, insbesondere um mehr Freizeit zu haben, oder ist die Ausübung einer Ganztagestätigkeit aus Gründen des Arbeitsmarktes nicht möglich, hat dafür nicht die Invalidenversi
cherung einzustehen (
BGE 125 V 157
E. 5c/
bb
mit Hinweisen; ZAK 1992 S. 92 E. 4a). Das Invalideneinkommen bestimmt sich entsprechend den gesetzlichen Vorgaben danach, was die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger
Eingliederungsmassnahmen
durch eine
ihr zumutbare
Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte. Dabei kann das - vom Arzt festzulegende - Arbeitspensum unter Umständen grösser sein als das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung geleistete (vgl. BGE 131 V 51 E. 5.1.2).
Bei der Bestimmung der im konkreten Fall anwendbaren
Invaliditäts
bemessungs
methode
und damit der Beantwortung der entscheiden
den
Status
frage
handelt es sich um eine hypothetische Beurteilung, die auch hypothetische
Willens
entschei
dungen
der versicherten Person berücksichtigen muss. Dies gilt auch für die Frage, in welchem
Ausmass
die versicherte Person ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre. Diese inneren Tatsa
chen sind indessen einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in aller Regel aus
äusseren
Indizien erschlossen werden. Die Beurteilung hypo
thetischer Geschehensabläufe ist eine Tatfrage, soweit sie auf Beweiswürdigung beruht, selbst wenn darin auch Schlussfolgerungen aus der allgemeinen Lebenserfahrung mitberücksichtigt werden. Rechtsfragen sind hingegen Folge
rungen, die
ausschliesslich
- losgelöst vom konkreten Sachverhalt - auf die all
gemeine Lebenserfahrung gestützt werden oder die Frage, ob aus festgestellten Indizien mit Recht auf bestimmte Rechtsfolgen geschlossen worden ist (vgl.
Urteile des Bundesgerichts 9C_287/2013 vom
8.
November 2013
E.
3.5
und
8C_511/2013 vom 3
0.
Dezember 2013, je
mit Hinweisen).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu
bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG (bis 31. Dezember 2007:
Art.
29
Abs.
1
lit
. b IVG) entspricht der Einbusse an funktionellem Leis
tungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich (
Art.
6 ATSG; BGE 105 V 156 E. 2a). Bei der Bemessung der Invalidität von im Haushalt tätigen Versicherten ist die Schadenminderungspflicht von erheblicher Relevanz. Nach der Rechtsprechung ist dabei vom Grundsatz auszugehen, dass einem
Leis
tungsansprecher
im Rahmen der Schadenminderungspflicht Massnahmen zuzumuten sind, die ein vernünftiger Mensch in der gleichen Lage ergreifen würde, wenn er keinerlei Entschädigung zu erwarten hätte. Für die im Haushalt tätigen Versicherten bedeutet dies, dass sie Verhaltensweisen zu entwickeln haben, welche die Auswirkungen der Behinderung im hauswirtschaftlichen Bereich reduzieren und ihnen eine möglichst vollständige und unabhängige Erledigung der Haushaltarbeiten ermöglichen. Kann die versicherte Person wegen ihrer Behinderung gewisse Haushaltarbeiten nur noch mühsam und mit viel höherem Zeitaufwand erledigen, so muss sie in erster Linie ihre Arbeit ein
teilen und in üblichem Umfang die Mithilfe von Familienangehörigen in Anspruch nehmen. Ein invaliditätsbedingter Ausfall darf bei im Haushalt täti
gen Personen nur insoweit angenommen werden, als die Aufgaben, welche nicht mehr erfüllt werden können, durch Drittpersonen gegen
Entlöhnung
oder durch Angehörige verrichtet werden, denen dadurch nachgewiesenermassen eine Erwerbseinbusse oder doch eine unverhältnismässige Belastung entsteht. Die im Rahmen der Invaliditätsbemessung bei einer Hausfrau zu berücksichti
gende Mithilfe von Familienangehörigen geht daher weiter als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Familienangehörigen, ist danach zu fragen, wie sich eine ver
nünftige Familiengemeinschaft einrichten würde, wenn keine Versicherungs
leistungen zu erwarten wären. Dabei darf nach der Rechtsprechung unter dem Titel der Schadenminderungspflicht nicht etwa die Bewältigung der
Haushalttä
tigkeit
in einzelnen Funktionen oder insgesamt auf die übrigen Familienmit
glieder überwälzt werden mit der Folge, dass gleichsam bei jeder festgestellten Einschränkung danach gefragt werden müsste, ob sich ein Familienmitglied fin
den lässt, das allenfalls für eine ersatzweise Ausführung der entsprechenden Teilfunktion in Frage kommt. Schliesslich vermag die Tatsache, dass sich die der Rechtsprechung zugrunde liegenden, in
Art.
159
Abs.
2 und 3 des Schweizeri
schen Zivilgesetzbuches (ZGB) zwischen den Ehegatten und in
Art.
272 ZGB zwischen Eltern und Kindern statuierten Beistandspflichten nicht unmittelbar durchsetzen lassen (d.h. weder klagbar noch vollstreckbar sind), sondern nur freiwillig erfüllt werden können (
Honsell
/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommen
tar,
3.
Aufl., Basel 2006,
N.
9 zu
Art.
272 ZGB;
Bräm
/
Hasenböhler
, Zürcher Kommentar,
3.
Aufl., Zürich 1998,
N.
168 zu
Art.
159 ZGB), an der
Schaden
minderungspflicht
der im Haushalt beschäftigten Versicherten nichts zu ändern. Denn wie auch im Erwerbsbereich darauf abzustellen ist, ob die verbleibende Erwerbsfähigkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich ver
wertbar ist, unabhängig davon, ob eine solche Anstellung rechtlich durchsetz
bar ist, ist auch in Bezug auf den Haushaltbereich davon auszugehen, was in der sozialen Realität üblich und zumutbar ist, unabhängig davon, ob eine Mit
hilfe rechtlich durchsetzbar ist (BGE 133 V 504 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_729/2009 vom 3
0.
November 2009 E. 4.1-3).
1.6
Für den Beweiswert eines Berichtes über die Abklärung im Haushalt einer versi
cherten Person sind - analog zur Rechtsprechung betreffend die Beweiskraft von Arztberichten (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweis) - verschiedene Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhält
nissen sowie den aus den medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beein
trächtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die Angaben der versicher
ten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Abklärungsbericht voll beweiskräftig (AHI 2003 S. 218 E. 2.3.2 [in BGE 129 V 67 nicht veröffentlichte Erwägung]; Urteil des Bundesgerichts I 733/03 vom
6.
April 2004 E. 5.1.2; vgl. auch BGE 130 V 61 E.
6.2 und 128 V 93 f. E. 4 betreffend Abklärungsberichte im Zusammenhang mit der Hauspflege und Hilflosigkeit). Diese Beweiswürdigungskriterien sind nicht nur für die im Abklärungsbericht enthaltenen Angaben zu Art und Umfang der Behinderung im Haushalt massgebend, sondern gelten analog für jenen Teil eines Abklärungsberichts, der den mutmasslichen Umfang der
erwerblichen Tätigkeit von teilerwerbstätigen Versicherten mit häuslichem Aufgabenbereich im Gesundheitsfall betrifft (Urteil des Bundesgerichts I 236/06 vom 19. Juni 2006 E. 3.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihre Verfügung (
Urk.
2) dami
t, die Beschwer
deführerin sei als zu 100
%
im Haushalt Tätige zu qualifizieren
und die
Haushaltsabklärung habe ergeben, dass im Haushalt keinerlei Einschrän
kungen bestünden. Es sei davon auszugehen, dass die Übersetzung
durch die Tochter der Beschwerdeführerin deren
Aussagen anlässlich der
Haushalt
s
ab
klärung
entsprochen habe.
Dem Ehemann sei es im Rahmen seiner
Mitwir
kungspflicht
zumutbar, sich
am Haushalt zu beteiligen (S. 1 f.
).
Auch
wenn man von
der vom Hausarzt attestierten Arbeitsunfähigkeit im Haus
halt von 25
%
ausginge
, resultierte ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad,
dies
selbst bei Anwendung der gemischten Methode und einer Qualifikation von 20
%
Erwerb und 80
%
Haushalt (
Urk.
6 S. 1 f.).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte in ihrer Beschwerde (
Urk.
1) geltend,
auf den Haushal
t
abklärungsbericht könne nicht abgestellt werden. So habe die
Abklä
rungsperson
festgehalten, sie habe sich nie um eine Anstellung beworben, was so nicht zutreffe (S. 4 Mitte). Vielmehr sei sie in den Jahren 2002 bis 2005 eine
r ausserhäuslichen Tätigkeit im Umfang von 20
%
nachgegangen
, weshalb die gemischte Methode anzuwenden sei
(S. 5 oben)
.
Der Haushaltabklärungsbericht sei unkorrekt und widersprüchlich (S. 5 f. unten). Es bedürfe daher
einer neuen Haushalt
s
abklärung im Beisein einer anerkannten Dolmetscherin, zumal auch den ge
sundheitlichen Einschränkungen zu wenig Rechnung getragen worden sei (S. 6 Mitte). Zudem müsse abgeklärt werden, inwieweit dem Ehemann
die Ver
richtung von Haushaltstätigkeiten zumutbar sei (S. 6 f. unten).
3.
3.1
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin
,
stellte in seinem Bericht vom 2
8.
August 2012 (
Urk.
7/10/6-7) folgende Diagnosen (
Ziff.
1.1):
chronisches rezidivierendes
Lumbovertebralsyndrom
bis
lumbospondylo
ge
nes
Syndrom, erstmals aufgetreten etwa 2004 bei
:
radiologisch dokumentier
t
en (MRI Juli 2012) degenerativen Verände
run
gen der unteren
Lendenwirbelsäule (
LWS
)
: aktivierte
anteriore
Spon
dy
lose L5/S1,
geringgradige
Spondylarthrose
L4-5 und L5 S1,
geringgradige
Sig
-Arthrose links
chronisches Schmerzsyndrom im Daumen Bereich links bei:
chronische
r
Tendovaginitis de
quervain
links
beginnende
r
Arthrose links
Ganglion Daumengrundgelenk links, Sehne des
musculus
extensordis
longus
Status nach zweimaliger Steroidinfilt
r
ation im Bereich des ersten
Streck
sehnenfaches
ohne wesentliche Beschwerdelinderung
arterielle Hypertonie seit 2004
Adipositas (106 kg /161 cm)
Dr.
Z._
führte aus, die Beschwerdeführerin sei seit 2001 bei ihm in Behand
lung (
Ziff.
1.2)
. In ihrer Tätigkeit als Hausfrau gehe er von einer maximalen Arbeitsunfähigkeit von 25
%
aus. Betreffend ausserhäusliche Tätigkeit, zum Beispiel als Putzfrau gehe er mindestens von einer Arbeitsunfähigkeit von 50
%
aus. Seiner Kenntnis nach habe die Beschwerdeführerin keinerlei berufliche Ausbildung und sei auch nie in der Schweiz einer Arbeitstätigkeit nachgegan
gen. Der zu führende Haushalt bestehe gemäss den vorliegenden Informationen aus drei Personen (
Ziff.
1.6).
In seinem Schreiben vom 2
7.
November 2012 (
Urk.
3/7) führte
Dr.
Z._
aus, ausgehend vom chronischen Schmerzsyndrom im Bereich der linken Hand mit objektivierbaren Pathologien erachte er die Beschwerdeführerin in einer
Bei
spieltätigkeit
als ausserhäusliche Putzfrau approximativ zu 50
%
arbeitsfähig.
In Haushaltarbeiten
gehe er von einer maximalen Arbeitsunfähigkeit von 25
%
aus. Daneben bestehe ein chronisches Rückenproblem der unteren Wirbelsäule mit Abnützungserscheinungen, welche radiologisch darstellbar seien. Die
s berechtige
seiner Ansicht
nach
zusammen mit den Handproblemen zu einer maximalen 50%igen Unfähigkeit, beispielsweise als Putzfrau. Da die Beschwer
deführerin aber bis anhin keiner beruflichen Tätigkeit nachgegangen sei, sei eine solche Begründung der Arbeitsunfähigkeit höchstens annähernd möglich und könne nur schwierig quantifiziert werden.
3.2
Die Abklärungsperson erstattete am 1
5.
Mai 2013 Bericht über die am 2
1.
März 2013 durchgeführte Haushalt
s
abklärung (
Urk.
7/19).
Sie
führte aus, sie habe die Beschwerdeführerin an ihrem Wohnort besucht, um mit ihr und ihrer überset
zenden Tochter die Situation zu besprechen. Betreffend die medizinischen Unterlagen
werde
auf das Dossier verwiesen.
Die Beschwerdeführerin spreche kein Deutsch. Sie habe kurz nach ihrer Einreise in die Schweiz einen Deutschkurs besucht, diesen jedoch aus psychischen Grün
den aufgeben müssen.
Gemäss eigenen Angaben
gehe
es ihr schlecht
. Sie habe im Krieg miterlebt, wie ihre Familie umgebracht worden sei. Seither sei sie traumatisiert. Ihr Arzt habe ihr gesagt, dass sie sich bei einem Psychiater
behandeln lassen solle. Sie spreche kein Deutsch und bei einem
A._
ischen
Psy
chiater habe sie sich nicht behandeln lassen wollen. Sie schlafe schlecht, weil sie immer wieder von den geschehenen Erlebnissen t
r
äume. Als sich ihr Zustand in der Schweiz wieder einigermassen stabili
siert habe, sei eine Tochter schwer krank geworden und habe operiert werden müssen. Die Verlustsangst sei so gross gewesen, dass sie erneut in ein tiefes Loch gefallen sei. Es sei mit dem Hausarzt besprochen
worden, die Beschwerdeführerin
in die
B._
zur Kur anzumelden (S. 1
Ziff.
1).
Zur Erwerbstätigkeit führte die Abklärungsperson aus, die Beschwerdeführerin habe die Primarschule besucht und keine Berufsausbildung. Sie sei in der Schweiz nie erwerbstätig gewesen. Sie habe auch in ihrem Heimatland nicht gearbeitet, da sie sich um ihre Familie gekümmert habe. Die Beschwerdeführerin sei seit 1999 in der Schweiz wohnhaft. Sie sei verheiratet und habe acht Kinder, wovon nur noch der jüngste Sohn (11-Jährig) bei den Eltern lebe. Sechs der acht Kinder wohnten in der Schweiz. Der Ehemann der Beschwerdeführerin werd
e in drei Monaten 65 Jahre alt. Er erhalte eine Invalidenrente
(S. 2
Ziff.
2.1-3).
Die Abklärungsperson führte aus, die Beschwerdeführerin könne keine Angaben über ein allfälliges Arbeitspensum machen. Sie besitze keine Berufserfahrung und habe sich keine Gedanken darüber g
e
macht
, als was oder wo sie Arbeit fin
den könnte. Seit ihrer Einrei
se in die Schweiz 1999 habe sie
nie die Initiative ergriffen und sich auf eine Anstellung beworben, auch nicht in Phasen, in wel
chen es ihr gesundheitlich besser gegangen wäre. Auch sei zu beachten, dass die Beschwerdeführerin der deutschen Sprache nicht mächtig sei. Aufgrund der genannten Gründe sei die Beschwerdeführerin als zu 100
%
Hausfrau zu quali
fizieren (S. 2
Ziff.
2.5).
Nach vorgenommener Gewichtung der Bereiche ermittelte die Abklärungsperson unter Berücksichtigung der Mitwirkungspflicht des Ehemannes eine Einsch
rän
kung im Haushaltsbereich von 0
%
(S. 4
ff.
Ziff.
8
).
Abschliessend führte die Abklärungsperson aus, die Beschwerdeführerin sei zwar im Tätigkeitsbereich eingeschränkt, allerdings sei ihr Ehemann IV-Rentner und sehr sportlich, wie die Tochter erzählt habe. Es sei ihm daher im Rahmen der Mitwirkung im Haushalt zumutbar, seine Frau bei den
Haushaltsp
flichten zu unterstützen, umso mehr, als er selber IV-Rentner sei und keiner ausserhäusli
chen Tätigkeit nachgehe und sich seine Zeit frei einteilen könne. Daher sei auf
grund der Mitwirkungspflicht des Ehemannes im Haushalt keine Einschränkung vorhanden, welche anrechenbar wäre (S. 6
Ziff.
10).
4
.
4
.1
Strittig und zu prüfen ist der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführerin und dabei insbesondere die Statusfrage.
Massgebend für die Qualifikation der B
eschwerdeführerin als Vollzeit-, Teilzeit-
oder Nichterwerbstätige ist die Frage, in welchem Umfang sie eine Erwerbstä
tigkeit ausüben würde, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Dabei sind im Besonderen ihre persönlichen, familiären, sozialen und erwerbli
chen Verhältnisse, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen (vorstehend E.
1.3).
Die Beschwerdegegnerin erachtete die Beschwerdeführerin
als zu 100
%
im Haus
halt Tätige (vorstehend E. 2.1), wogegen die Beschwerdeführerin geltend machte (vorstehend E. 2.2), sie sei in den Jahren 2002 bis 2005 einer ausser
häuslichen Tätigkeit nachgegangen
und würde dies auch heute im
Gesund
heitsfall
tun.
4
.2
Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht
,
dür
fen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Beste
hen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Ent
scheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem
Beweis
grad
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht folgt vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b S.
360 mit Hinweisen; vgl. BGE 130 III 321 E. 3.2 und 3.3 S. 324 f.).
4
.3
Die Argumentation der Beschwerdeführerin, bei g
uter Gesundheit würde sie einer
Erwerbstätigkeit nachgehen, vermag nicht zu überzeugen.
Aus den Akten gehen insgesamt keine
rlei
Anhaltspunkte hervor, welche darauf schliessen las
sen würden.
So führte sie anlässlich der Anmeldung zum Leistungsbezug aus, sie habe kei
nen Beruf erlernt und sei Hausfrau. Angaben zu einer Haupt- oder Nebenbe
schäftigung wurde keine gemacht (
Urk.
7
Ziff.
5.3-5). Gleiches äusserte sie anlässlich der Haushaltsabklärung (vorstehend E. 3.2).
Dass
es sich dabei, wie die Beschwerdeführerin geltend machte (
Urk.
1 S. 4)
,
lediglich um ein Missverständnis gehandelt ha
be
, da sie die Arbeit nicht als Arbeit
,
sondern als Hilfe gegen Geld verstanden
und
diese nicht täglich und nicht in einer Fabrik stattgefunden habe, erscheint wenig glaubhaft
.
Praxisge
mäss
stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel
auf die „Aussagen der ersten Stunde“ ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbe
wusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 1a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
Allfällige Arbeitgeber, bei welchen die Beschwerdeführerin
dann
tätig
gewesen sein soll
, konnten
bis dato
nicht genannt werden
,
und
es
liegen
auch keine
Berichte vor, welche eine Arbeitstätigkeit belegen würden
.
Laut
Auszug aus dem individuellen Konto
(vgl.
Urk.
7/9)
hat sie nie
eine Erwerbstätigkeit
abgerechnet
.
Entgegen den
Ausführung
en
der Beschwerdeführerin
(vgl.
Urk.
1 S
. 5 oben)
kann
auch nicht aus den
Angaben von Dr. Z
._
vom August 2012
(vorste
hend E. 3.
1
)
nicht geschlossen werden
,
dass sie einer ausserhäuslichen Erwerbs
tätigkeit nachgegangen sei.
Vielmehr
hielt
Dr.
Z
._
ausdrücklich
fest, dass die Beschwerdeführerin
seines Wissens
in der Schweiz
nie
einer Erwerbstätigkeit nachgegangen sei, was er in seinem Bericht vom November 2012
nochmals bestätigte.
In
Würdigung
aller
Umstände
ist davon auszugehen
, dass die Beschwerdeführe
rin bei guter Gesundheit nach überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht erwerbs
tätig, sondern zu 100
%
im Haushalt tätig wäre.
4.4
Damit ist die Qualifikation der Beschwerdeführerin als Nichterwerbstätige und damit verbunden die Anwendung der spezifischen Methode des
Betätigungsver
gleichs
(vgl. vorstehend E. 1.5) nicht zu beanstanden.
Zusammenfassend hat die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin
dem
nach zu Recht
als zu 100
%
im Haushalt Tätige qualifiziert.
5
.
5
.1
Streitig und zu prüfen ist im Weiteren die Verwertbarkeit des
H
aushalt
ab
klärungs
berichts
vom 1
5.
Mai 2013 (
Urk.
7/19
).
Dieser wurde von einer dafür qualifizierten Mitarbeiterin des
Abklärungs
dienstes
der Beschwerdegegnerin verfasst, wel
che die Beschwerdeführerin am 2
1.
März
2013 zu Hause besuchte und damit Kenntnis von den örtlichen und räumlichen Verhältnissen hatte.
Die Abklärungsperson verwies hinsichtlich der medizinischen Situation auf das Dossier und gab der Beschwerdeführerin ausführlich Gelegenheit,
ihre
Beschwer
den zu
schildern
.
Die medizinische Ausgangslage war der
Abklärungs
person
bekannt.
Ausschlaggebend für die Feststellung der Behinderung Nichterwerbstätiger im anerkannten Aufgabenbereich ist, wie sich der Gesundheitszustand in der nichterwerblichen Betätigung konkret auswirkt, was durch die Abklärung an Ort und Stelle im Haushalt der ve
rsicherten Person erhoben wird.
Gefolgt werden kann der Be
schwerdegegnerin
dahingehend, dass nicht anzu
nehmen ist, dass die Tochter
der Beschwerdeführerin
andere als die von der Beschwerdeführerin getätigten Äusserungen gegenüber der Abklärungsperson übersetzt hat, zumal sie
auch
keinen Nutzen aus falsch gemachten Angaben gehabt hätte (
Urk.
2
S. 2 Mitte).
Die Übersetzung durch die Tochter steht der Verwertbarkeit des Abklärungsberichtes
trotz anderslautender
Auffassung der Beschwerdeführerin (vorstehend E. 2.2)
jedenfalls nicht entgegen.
Dass die Abklärungsperson keine Beeinträchtigungen
der Beschwerdeführerin
in den jeweiligen
Teilbereichen des Haushalts
festhielt
,
liegt daran, dass unter Berücksichtigung der Mitwirkungspflicht des Ehemannes und der eigenen
Scha
denminderungspflicht
der Beschwerdeführerin
(vorstehend E. 1.
5
)
keine Ein
schränkungen in den einzelnen Bereichen resultierte
n
. Die Abweichung zu
Dr.
Z
._
, welcher lediglich eine maximale Einschränkung im Haushalt von 25
%
festhielt,
erklärt sich daraus, dass dieser bei seiner Einschätzung allfällige Mitwirkungspflichten und die Schadenminderungspflicht der Beschwerdeführe
rin nicht berücksichtigte.
Bestritten wurde von Seiten der Beschwerdeführerin
unter anderem auch die von der Abklärungsperson festgelegte
Zumutbarkeit der Mithilfe des Ehemannes im Haushalt (vorstehend E. 2.2). Dass eine solche
in dem von der
Abklärungs
person
festgelegten Umfang
nicht zumutb
ar wäre, ist nicht ausgewiesen.
5
.2
Der Abklärungsbericht ist
nachvollziehbar und plausibel begründet, weshalb darauf abgestellt werden kann (vgl. vorstehend E. 1.6).
Weiter
e
Abklärungen erübrigen sich daher.
6.
Zusammenfassend ist demnach davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bei der Invaliditätsbemessung als Nichterwerbstätige zu qualifizieren und der Invaliditätsgrad als Hausfrau auf
0
%
festzusetzen ist, womit kein Anspruch auf eine Invalidenrente resultiert.
Anzumerken ist, dass s
elbst wenn man
ausgehend von
der Einschätzung
Dr.
Z
._
s
eine maximale Arbeitsunfähigkeit im Ha
ushalt von 25
%
und beispielsweise als Putzfrau eine
solche
von 50
%
annähme
,
bei einer Qual
ifika
tion von 80
%
im Haushalt T
ätige und 20
%
im Erwerbsbereich Tätige,
ein
ren
tenausschliessender
Invaliditätsgrad
von
30
%
von resultier
te
(
0.8 x 25
%
+ 0.2 x 50
%
).
Die angefochtene Verfügung vom
15.
Mai 2013 (
Urk.
2) erweist sich demnach als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
8
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin
aufzuerlegen.