Decision ID: 7308f0d9-c855-4ae7-92c8-c40effb000f6
Year: 2016
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Sachverhalt:
Die Staatsanwaltschaft des Bezirks Ost von New York führt eine
Strafuntersuchung gegen 16 südamerikanische Fussballfunktionäre sowie
einen Fussballfunktionär von den Kaimaninseln wegen Betruges etc. In
diesem Zusammenhang gelangte das Justizministerium der Vereinigten
Staaten mit Rechtshilfeersuchen vom 6. März 2015 bzw. vom 17. März 2015
an die Schweiz und ersuchte um Ermittlungen bei zahlreichen Schweizer
Banken (act. 7.1 und act. 7.2).
Mit Eintretensverfügung vom 27. Mai 2015 trat die Zentralstelle USA des
Bundesamtes für Justiz (nachfolgend "Zentralstelle") auf das
Rechtshilfeersuchen ein und betraute die Bundesanwaltschaft (nachfolgend
"BA") mit der Ausführung. In der Folge verlangte die BA am 8. Juli 2015 die
Edition der beantragten Bankunterlagen u.a. auch bei der Bank D. SA
betreffend die Kundenbeziehungen 1, lautend auf A. und 2, lautend auf C.
(act. 7.3 und 7.6).
Mit Schreiben vom 17. Juni 2015 verlangte Rechtsanwalt E. im Namen der
F. SA mit Sitz in Lugano bei der Bank D. SA, der BA und der Zentralstelle
Siegelung der Bankunterlagen betreffend die 1, lautend auf A., und 2,
lautend auf C. Dabei machte er geltend, dass die F. SA Zustellbevoll-
mächtige der zuvor genannten Kundenbeziehungen sei (act. 7.4).
In der Folge versiegelte die Bank D. SA die zur Diskussion stehenden
Bankunterlagen mit einem privaten Siegel und übermittelte sie am
17. Juli 2015 der BA. Die BA leitete diese am 22. Juli 2015 der Zentralstelle
weiter (act. 7.9).
Mit Schreiben an die Zentralstelle vom 6. Juli 2015 und 24. Juli 2015
verlangte RA E. im Namen von C. sowie A. Sieglung der Bankunterlagen
betreffend die Kundenbeziehungen 1 und 2 (act. 7.5 und 7.11).
Auf Nachfrage der Zentralstelle hin, verneinte die Bank D. SA am
28. Juli 2015 ein eigenes Interesse an der Siegelung (act. 7.12).
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Mit Verfügung vom 13. August 2015 verfügte die Zentralstelle was folgt
(act. 7.13):
"1. Auf die Siegelungsanträge vom 17. Juni 2015, 6. Juli 2015 und
24. Juli 2015 an die Zentralstelle USA betreffend die von der Bank D. SA
edierten Bankunterlagen der Konten 1 und 2 wird nicht eingetreten.
2. Es wird festgestellt, dass das Schreiben der D. SA vom 17. Juni 2015 an
die Bundesanwaltschaft keinen Siegelungsantrag betreffend der edierten
Bankunterlagen der Konten 1 und 2 darstellt.
3. Das von der Bank D. SA angebrachte (private) Siegel betreffend die
edierten Kontounterlagen 1 und 2 wird entfernt.
4. Diese Verfügung ist nur im Rahmen der allenfalls noch zu erlassenden
Schlussverfügung anfechtbar."
Dagegen gelangen C. und A., beide vertreten durch RA E., mit Beschwerde
vom 24. August 2015 an das hiesige Gericht. Sie beantragen – jeweils in
Bezug auf die Bankunterlagen des eigenen Kontos – die Aufhebung der
Verfügung vom 13. August 2015, die Aufrechterhaltung der Siegelung sowie
die Erteilung der aufschiebenden Wirkung für die Beschwerde (act. 1).
Innert erstreckter Frist beantragt der Beschwerdegegner am
29. September 2015, dass auf die Beschwerde nicht einzutreten sei,
eventualiter sei sie abzuweisen, unter Kostenfolge (act. 7).
Die Beschwerdeführer replizierten innert erstreckter Frist am
26. Oktober 2015, was dem Beschwerdegegner am 27. Oktober 2015 zur
Kenntnis gebracht wurde (act. 12 und 13).
Am 10. Februar 2016 teilte Rechtsanwalt G. – unter Beilage einer
Anwaltsvollmacht – mit, dass er in vorliegender Angelegenheit der neue
Vertreter von C. sei. Zugleich zog er die Beschwerde, soweit sie C. betrifft,
zurück (act. 14).
Gleichentags teilte RA E. mit, dass er nicht mehr die Interessen von A.
vertrete (act. 15). Gestützt auf die Anfrage des hiesigen Gerichts vom
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11. Februar 2016 (act. 16) teilte der Vorgenannte am 15. Februar 2016 mit,
dass das Zustelldomizil von A. nun bei Rechtsanwalt B. liege (act. 18).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1.
1.1 Für die Rechtshilfe zwischen den USA und der Schweiz ist primär der
Staatsvertrag vom 25. Mai 1973 zwischen der Schweizerischen
Eidgenossenschaft und den Vereinigten Staaten von Amerika über
gegenseitige Rechtshilfe in Strafsachen (mit Briefwechseln; RVUS;
SR 0.351.933.6) massgebend. In Ausführung dieses Staatsvertrages wurde
am 3. Oktober 1975 das Bundesgesetz zum Staatsvertrag mit den
Vereinigten Staaten von Amerika über gegenseitige Rechtshilfe in
Strafsachen erlassen (BG-RVUS; SR 351.93). Dieses enthält vor allem
Zuständigkeits- und Vollzugsvorschriften.
1.2 Soweit sich diesem Staatsvertrag und Bundesgesetz keine Regelung
entnehmen lässt, sind das Bundesgesetz vom 20. März 1981 über
internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG; SR 351.1) und die
dazugehörige Verordnung vom 24. Februar 1982 (IRSV, SR 351.11)
anwendbar (BGE 124 II 124 E. 1a; Urteil des Bundesgerichts 1A.1/2009 vom
20. März 2009, E. 1.3). Das innerstaatliche Recht gelangt nach dem
Günstigkeitsprinzip auch dann zur Anwendung, wenn dieses geringere
Anforderungen an die Rechtshilfe stellt (vgl. Art. 38 Ziff. 1 RVUS; BGE 140
IV 123 E. 2; 137 IV 33 E. 2.2.2; 136 IV 82 E. 3.1; 135 IV 212 E. 2.3; 122 II
140 E. 2; FIOLKA, Basler Kommentar, Internationales Strafrecht, Basel 2015,
Art. 1 IRSG N. 24-30).
1.3 Auf das vorliegende Beschwerdeverfahren sind zudem die Bestimmungen
des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das
Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021)
anwendbar (Art. 7 Abs. 1 BG-RVUS; Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2
lit. a StBOG).
2. Mit Schreiben vom 10. Februar 2016 zog der Beschwerdeführer 2 seine
Beschwerde vom 25. August 2015 zurück. Das Beschwerdeverfahren
(RR.2015.243) ist mithin diesbezüglich als erledigt abzuschreiben.
Der Beschwerdeführer, der seine Beschwerde zurückzieht, gilt grundsätzlich
als unterliegende Partei und hat folglich gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m.
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Art. 39 Abs. 2 lit. b und Art. 37 Abs. 2 lit. a StBOG die Gerichtskosten zu
tragen (Entscheide des Bundesstrafgerichts RR.2007.4 vom 6. März 2007
und RR.2007.70 vom 30. Mai 2007).
3.
3.1 Die Verfügung der Zentralstelle, mit der das Rechtshilfeverfahren
abgeschlossen wird, unterliegt zusammen mit den vorangehenden
Zwischenverfügungen der ausführenden Behörde der Beschwerde an die
Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 BG-
RVUS und Art. 37 Abs. 2 Lit. a Ziff. 4 des Bundesgesetzes über die
Organisation der Strafbehörden des Bundes vom 19. März 2010 [StBOG;
SR 173.71]). Der Schlussverfügung vorangehende Zwischenverfügungen
nach Art. 11 BG-RVUS können selbständig angefochten werden (Art. 17
Abs. 1bis BG-RVUS; vgl. auch Art. 11 Abs. 3 BG-RVUS).
3.2 Gemäss Art. 11 Abs. 1 BG-RVUS erlässt die Zentralstelle ohne Verzug eine
Zwischenverfügung, wenn glaubhaft gemacht ist, dass eine
Rechtshilfehandlung einen unmittelbaren und nicht wieder gutzumachenden
Nachteil verursacht (lit. a. Ziff. 1), oder infolge der Ablehnung von Anträgen,
die unter Berufung auf den Vertrag oder dieses Gesetz gestellt werden, dem
Antragssteller ein nicht wieder gutzumachender Nachteil oder ein
unverhältnismässiger Schaden entsteht (lit. a. Ziff. 2); die Rechtshilfe unter
Anwendung der im Vertrag für die Bekämpfung des organisierten
Verbrechens vorgesehenen Sonderregelungen zu leisten ist (lit. b.); oder
über die Anwendung amerikanischen Rechts in den Fällen nach Art. 21
Abs. 2 oder über die Anwesenheit von Vertretern einer amerikanischen
Behörde nach Art.12 Abs. 3 des Vertrags zu entscheiden ist (lit. c.).
3.3 Mit der angefochtenen Verfügung wies der Beschwerdegegner als
ausführende Behörde im Rechtshilfeverfahren das Siegelungsgesuch des
Beschwerdeführers 1 ab. Es gilt zu prüfen, ob es sich hierbei um eine
Verfügung i.S.v. Art. 11 Abs. 1 lit. a. Ziff. 1. BG-RVUS handelt und diese
mithin gestützt auf Art. 17 Abs. 1bis BG-RVUS und Art. 11 Abs. 3 BG-RVUS
selbständig angefochten werden kann.
3.4 Im Anwendungsbereich des IRSG gilt folgende Rechtsmittelordnung:
Die Verfügung der ausführenden kantonalen Behörde oder der
ausführenden Bundesbehörde, mit der das Rechtshilfeverfahren
abgeschlossen wird, unterliegt zusammen mit den vorangehenden
Zwischenverfügungen der Beschwerde an die Beschwerdekammer des
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Bundesstrafgerichts (Art. 80e Abs. 1 IRSG i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1
StBOG).
Der Schlussverfügung vorangehende Zwischenverfügungen können
gemäss Art. 80e Abs. 2 IRSG selbständig angefochten werden, sofern sie
einen unmittelbaren und nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken
durch die Beschlagnahme von Vermögenswerten und Wertgegenständen
(lit. a) oder durch die Anwesenheit von Personen, die am ausländischen
Prozess beteiligt sind (lit. b; in der aktuellen Fassung gemäss Anhang Ziff. 30
des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005, in Kraft seit
1. Januar 2007 [SR 173.32]; inhaltlich gleichlautend mit Art. 80e lit. b Ziff. 1
und 2 in der Fassung [in Kraft vom 1. Februar 1997 bis Ende 2006] gemäss
Ziff. I des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 1996 [AS 1997 114 130;
Botschaft des Bundesrates vom 29. März 1995 betreffend die Änderung des
Rechtshilfegesetzes, BBl 1995 III 1]). Diese Rechtsmittelordnung wurde mit
der Teilrevision des IRSG vom 1. Februar 1997 eingeführt, welche die
Straffung des Rechtshilfeverfahrens bezweckte (BBl 1995 III 11). Diese
Aufzählung ist grundsätzlich abschliessend ist (BGE 126 II 495 E. 5 e) bb)).
3.5 Aus dem Wortlaut von Art. 11 Abs. 1 lit. a BG-RVUS i.V.m. Art. 17 Abs. 1bis
BG-RVUS und Art. 80e Abs. 2 IRSG geht hervor, dass – im Ergebnis –
Zwischenverfügungen im Sinne dieser Bestimmungen sowohl im
Anwendungsbereich des BG-RVUS als auch im IRSG nur anfechtbar sind,
wenn sie einen unmittelbaren und nicht wieder gutzumachenden Nachteil
bewirken. Im Gegensatz zu Art. 11 Abs. 1 lit. a BG-RVUS zählt Art. 80e
Abs. 2 IRSG Fälle eines unmittelbaren und nicht wieder gutzumachenden
Nachteils grundsätzlich abschliessend auf. Zu dieser Abweichung im
Wortlaut Folgendes:
3.5.1 Der Bundesrat hatte in seiner Botschaft vom 29. März 1995 betreffend die
Änderung des Rechtshilfegesetzes eine Formulierung für Art. 80e IRSG
vorgesehen, nach der jeder unmittelbare und nicht wieder gutzumachende
Nachteil Zwischenverfügungen selbstständig anfechtbar gemacht hätte (vgl.
BBl 1995 III 54). Für aArt. 11 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 BG-RVUS hatte er folgende
Formulierung vorgeschlagen: "Die Zentralstelle erlässt im Einsprache-
verfahren ohne Verzug eine Zwischenverfügung, wenn glaubhaft gemacht
ist, dass eine Rechtshilfehandlung einem Einspracheberechtigten einen
unmittelbaren und nicht wieder gutzumachenden verursacht." Zum
Verhältnis dieser beiden Bestimmungen hielt er Folgendes fest (BBl 1995 III
54): "In Absatz 1 Buchstabe a [Art. 11 BG-RVUS] sind die Fälle, in denen
sich der Erlass einer Zwischenverfügung als notwendig erweist, gleich
geregelt wie im IRSG (vgl. 80e Bst. a IRSG)." Da im Rahmen der Beratung
in den Räten jedoch befürchtet wurde, dass die für Art. 80e IRSG
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vorgesehene Regelung trölerische Rechtsmittel auslösen könnte, wurde
vorgeschlagen, die Fälle eines unmittelbaren und nicht wieder
gutzumachenden Nachteils abschliessend aufzuzählen. Nachdem im
Nationalrat auch der Vertreter des Bundesrats eine solche abschliessende
Aufzählung befürwortet hatte (AB 1996 I N 746), wurde sie Gesetz (vgl.
Art. 80e Abs. 2 IRSG). Art. 11 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 BG-RVUS blieb jedoch
unverändert.
3.5.2 Im Rahmen der Totalrevision der Bundesrechtspflege vom 28. Februar 2001
wurden im Anwendungsbereich des IRSG die kantonalen Rechtsmittel-
instanzen abgeschafft. Die Funktion der Einheitsbeschwerdeinstanz wurde
dem Bundesstrafgericht anvertraut (in der Botschaft war noch das
Bundesverwaltungsgericht vorgesehen). Betreffend die Änderung des BG-
RVUS wurde in der diesbezüglichen Botschaft Folgendes festgehalten
(BBl 2001 4202, 4424):
"Bei der letzten Revision des IRSG verzichteten der Bundesrat und
das Parlament darauf, das Rechtshilfeverfahren nach dem BG-RVUS
vollständig an dasjenige nach dem IRSG anzugleichen. Im damaligen
Zeitpunkt bestand dazu kein Anlass: Das Rechtshilfeverfahren mit
den USA wird bereits über eine Zentralstelle beim Bundesamt für
Polizeiwesen (heute Bundesamt für Justiz) abgewickelt, die über die
Zulässigkeit und den Umfang der Rechtshilfe entscheidet. Das
System der Zentralstelle erlaubt in der Regel eine rasche
Rechtshilfeleistung, auch wenn die Eintretensverfügung der
Zentralstelle mit Einsprache anfechtbar ist und der
Einspracheentscheid mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das
Bundesgericht weitergezogen werden kann. Es gab damals für den
Bundesrat keinen gewichtigen Grund, das Verfahren nach dem BG-
RVUS vollständig an dasjenige im IRSG anzugleichen, zumal im
Rechtshilfeverfahren nach dem IRSG die kantonalen Rechtsmittel-
instanzen beibehalten wurden (Botschaft des Bundesrates vom
29. März 1995 über die Revision des IRSG und des BG-RVUS,
BBl 1995 III 1; Ziff. 23).
Vorlage für den Antrag auf Abschaffung der kantonalen
Rechtsmittelinstanzen, den Ständerat MARTY anlässlich der IRSG-
Revision eingebracht hatte, war das BG-RVUS. Nach der Einführung
des Bundesverwaltungsgerichts wird in den Verfahren nach dem
IRSG nur noch ein Rechtsmittel gegen die Verfügungen der
kantonalen und eidgenössischen Rechtshilfebehörden zulässig sein.
Da der Rechtsmittelweg über die kantonalen Rekursinstanzen im
Sinne des Vorstosses Marty wegfällt, rechtfertigt es sich nicht mehr,
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beim Rechtshilfeverfahren nach dem BG-RVUS eine
unterschiedliche Regelung aufrecht zu erhalten. Für eine Vereinheit-
lichung der Verfahren und Rechtsmittelwege spricht zudem, dass
auch der Bundesbeschluss vom 21. Dezember 1995 über die
Zusammenarbeit mit den Internationalen Gerichten zur Verfolgung
von schwerwiegenden Verletzungen des humanitären Völkerrechts
(SR 351.20; Art. 24) nur ein Rechtsmittel gegen den Entscheid der
Zentralstelle vorsieht. Nach dem Zusatzvertrag mit Italien zur
Ergänzung des Europäischen Rechtshilfeübereinkommens in
Strafsachen wird ebenfalls nur ein Rechtsmittel gegen die
Rechtshilfeverfügung der Zentralstelle möglich sein (Art. XVIII des
Vertrags, BBl 1999 1585/92). Die mit Rücksicht auf das neue
Bundesverwaltungsgericht im IRSG vorgeschlagene Vereinheit-
lichung der Rechtsmittelwege muss auch für das Rechtshilfe-
verfahren mit den USA gelten. Andernfalls besteht die Gefahr, dass
die Schweiz gestützt auf das revidierte IRSG einem Staat, mit dem
keine staatsvertragliche Vereinbarung besteht, schneller Rechtshilfe
leisten kann als dem Vertragsstaat USA. Es geht deshalb nicht an,
dass im Rechtshilfeverfahren mit den USA mehr Rechtsmittel
möglich sind, als wenn die Schweiz einem ausländischen Staat nach
dem revidierten IRSG Rechtshilfe gewährt. Zweck der Revision des
BG-RVUS ist es, das Rechtsmittelverfahren an dasjenige im IRSG
anzupassen. Konkret bedeutet dies, dass gegen die
Eintretensverfügung der Zentralstelle keine Einsprache mehr möglich
ist und nur noch die Schlussverfügung beim Bundesverwaltungs-
gericht angefochten werden kann. Die Änderung des Rechtsmittel-
verfahrens hat keine negativen Auswirkungen auf die Anwendung
des Vertrags. Sie wird im Gegenteil das Verfahren beschleunigen und
straffen."
Betreffend Art. 17 BG-RVUS wurde was folgt gesagt (BBl 2001 4202,
4426):
"Künftig ist das Bundesverwaltungsgericht die einzige
Beschwerdeinstanz gegen die Schlussverfügung der Zentralstelle
und die vorangehenden Zwischenverfügungen der ausführenden
Behörde nach Artikel 11. Diese neue Ordnung erfordert eine
Anpassung der Sachüberschrift und eine Änderung einzelner
Absätze. Die Regelung in den Absätzen 1 und 1bis entspricht
sinngemäss dem neuen Artikel 80e IRSG. Eine Umschreibung der
selbständig anfechtbaren Zwischenverfügung wie im IRSG erübrigt
sich, weil Artikel 11 festhält, in welchen Fällen die Zentralstelle eine
Zwischenverfügung erlassen muss. Der zweite Satz in Absatz 1
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wurde redaktionell überarbeitet. Die in den Absätzen 3 und 4
enthaltenen Beschwerdegründe werden in einem neuen Artikel
geregelt (Art. 17b)."
3.6 Aus dem soeben Dargelegten geht hervor, dass es der klare Wille des
Gesetzgebers war, dass im Anwendungsbereich des BG-RVUS nicht mehr
Rechtsmittelmöglichkeiten des Betroffenen bestehen als im IRSG.
Entsprechend ist Art. 11 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 BG-RVUS in diesem Sinne
auszulegen. Somit können nur selbstständig anfechtbare Zwischen-
verfügungen i.S.v. Art. 80e Abs. 2 IRSG Zwischenverfügungen i.S.v. Art. 11
Abs. 1 lit. a Ziff. 1 BG-RVUS darstellen (vgl. Entscheid des Bundesstraf-
gerichts RR.2010.236 vom 26. Juli 2011, E. 4.2 jedoch mit Berufung auf
BBl 1995 III S. 37; in diesem Sinne auch RR.2013.280-281 vom
20. November 2013 betreffend Art. 11 Abs. 1 lit. c BG-RVUS).
3.7 Nach der konstanten Praxis handelt es sich beim Entsiegelungsentscheid in
einem Rechtshilfeverfahren um eine Zwischenverfügung (s. BGE 138 IV 40
E. 2.3.1; 126 II 495 E. 3). Nach der Rechtsprechung im Anwendungsbereich
des IRSG stellt der Entscheid über die Entsiegelung von Papieren
grundsätzlich eine nicht selbständig anfechtbare Zwischenverfügung im
Rechtshilfeverfahren dar, welche zusammen mit der Schlussverfügung
angefochten werden kann (BGE 127 II 151 E. 4c/bb; 126 II 495 E. 5e/bb-dd
S. 503 ff.). Der Entscheid, mit welchem die ausführende Behörde im
Rechtshilfeverfahren bereits den Antrag auf Siegelung ablehnt, stellt
ebenfalls eine Zwischenverfügung dar. Eine solche Zwischenverfügung stellt
im Zusammenhang mit dem Entsiegelungsentscheid grundsätzlich auch
eine nicht selbständig anfechtbare Zwischenverfügung im Rechtshilfe-
verfahren dar, welche zusammen mit der Schlussverfügung angefochten
werden kann (s. BGE 127 II 151 E. 4c/bb; Entscheide des Bundesstraf-
gerichts RR.2014.280 vom 15. Januar 2015, E. 2.2; RR.2014.264 vom
14. Oktober 2014; RR.2013.159 vom 18. Juni 2013).
3.8 Mit der angefochtenen Verfügung wies der Beschwerdegegner als
ausführende Behörde im Rechtshilfeverfahren das Siegelungsgesuch des
Beschwerdeführers 1 ab. Dieser Entscheid stellt entsprechend dem oben
Dargelegten eine Zwischenverfügung dar, welche grundsätzlich nicht
selbständig anfechtbar ist. Mithin ist auf die Beschwerde des
Beschwerdeführers 1 nicht einzutreten.
3.9 Selbst wenn Art. 11 Abs. 1 lit. a BG-RVUS nicht im obgenannten Sinne
auszulegen wäre, wäre es – gestützt auf die folgende Überlegungen –
fraglich, ob ein unmittelbarer und nicht wieder gutzumachende Nachteil
bejaht werden könnte (den unmittelbaren und nicht wieder gutzumachende
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Nachteil wohl verneinend: ZIMMERMANN, La coopération judiciaire
internationale en matière pénale, 4. Aufl., Bern 2014, N. 516):
Durch die Ablehnung des Siegelungsgesuch im nationalen Strafverfahren
droht dem Inhaber gemäss konstanter Rechtsprechung ein nicht wieder
gutzumachender Nachteil (statt vieler Urteil des Bundesgerichts
1B_546/2012 vom 23. Januar 2013, E. 1). Es besteht jedoch ein Unterschied
im Rechtsschutz zwischen Straf- und Rechtshilfeverfahren. Währendem die
Strafverfolgungsbehörde im Strafverfahren ohne Siegelung die fraglichen
Aufzeichnungen grundsätzlich durchsuchen kann, erhält die ausländische
Strafverfolgungsbehörde auch ohne Siegelung noch keinen Einblick in die
fraglichen Aufzeichnungen (Entscheid des Bundesstrafgerichts
RR.2014.280 vom 15. Januar 2015, E. 2.3 in fine). Schliesslich kann der
Entscheid betreffend Verweigerung der Siegelung zusammen mit der
Schlussverfügung angefochten werden (BGE 127 II 151 E. 4c/bb).
4. Das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung wird mit dem
vorliegenden Entscheid hinfällig und ist als gegenstandslos geworden
abzuschreiben.
5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird auch der Beschwerdeführer 1
kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b StBOG). Für
die Berechnung der Gerichtsgebühr gelangt gemäss Art. 63 Abs. 5 VwVG
das Reglement des Bundesstrafgerichts über die Kosten, Gebühren und
Entschädigungen in Bundesstrafverfahren (BStKR) vom 31. August 2010 zur
Anwendung. Unter Berücksichtigung aller Umstände - insbesondere der
Tatsache, dass die Beschwerde vom Beschwerdeführer 2 zu einem sehr
späten Verfahrensstadium zurückgezogen wurde - ist die Gerichtsgebühr
vorliegend auf Fr. 5'000.-- festzusetzen und den Beschwerdeführern mit
solidarischer Haftbarkeit aufzuerlegen, unter Anrechnung des geleisteten
Kostenvorschusses in gleicher Höhe (Art. 63 Abs. 4bis VwVG; Art. 5 und 8
Abs. 3 BStKR).
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