Decision ID: 06bb61c9-d821-519b-b036-7bde0d85b1fa
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A. Am 15. Februar 2009 lenkte J. B. den Personenwagen BMW 530 xd (Kontrollschild
FL ...) auf der Kantonsstrasse von Pfäfers talwärts in Richtung Bad Ragaz. Bei einem
Bremsmanöver geriet das Fahrzeug um 14.39 Uhr auf der von Schneematsch und Eis
bedeckten Strasse in einer Rechtskurve ins Rutschen und stiess mit dem
entgegenkommenden Personenwagen Audi 80 Avant von C. S. zusammen.
J. B., geboren am 20. April 1961, ist Bürger von Mosnang SG. Seit 1999 hat er seinen
Wohnsitz in Deutschland. Am 18. August 1980 erwarb er in der Schweiz den
Führerausweis Kat. B, den er am 26. August 1999 gegen einen deutschen
Führerausweis umtauschte. Der Polizei wies J. B. seinen deutschen Führerausweis vor.
Mit Bussenverfügung des Untersuchungsamtes Uznach vom 7. April 2009 wurde J. B.
wegen Verletzung von Verkehrsregeln mit Fr. 700.-- gebüsst.
B. Am 1. Mai 2009 eröffnete das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons
St. Gallen (nachfolgend Strassenverkehrsamt) gegen J. B. ein
Administrativmassnahmeverfahren. Mit Verfügung vom 23. Juni 2009 wurde ihm der
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deutsche Führerausweis wegen Nichtanpassens der Geschwindigkeit für die Dauer
eines Monats aberkannt.
Gegen diese Verfügung liess J. B. durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe vom 6. Juli
2009 und Ergänzung vom 25. August 2009 Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission (nachfolgend VRK) einlegen. Er beantragte, die
Verfügung vom 13. Juni 2009 sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen aufzuheben.
Mit Entscheid vom 25. März 2010 wurde der Rekurs abgewiesen.
Die von J. B. dagegen erhobene Beschwerde wurde vom Verwaltungsgericht mit
Entscheid vom 16. Dezember 2010 teilweise gutgeheissen. Es wurde im Wesentlichen
erwogen, dass der von ihm verursachte Unfall entgegen der Auffassung der VRK nicht
als mittelschwere Widerhandlung einzustufen sei. Es handle sich höchstens um einen
leichten, wenn nicht gar um einen sehr leichten Fall. Die Angelegenheit wurde zur
neuen Beurteilung und Entscheidung im Sinn der Erwägungen an das
Strassenverkehrsamt zurückgewiesen. Dieses wurde insbesondere eingeladen zu
prüfen, ob J. B. als Inhaber eines ausländischen Führerausweises verwarnt werden
könne.
D. Mit Schreiben vom 6. Januar 2011 stellte das Strassenverkehrsamt J. B. eine
Verwarnung in Aussicht. In der Stellungnahme seines Rechtsvertreters vom 21. März
2011 beantragte J. B. die kosten- und entschädigungspflichtige Einstellung des
Verfahrens. Mit Verfügung vom 4. April 2011 wurde J. B. wegen einer leichten
Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften verwarnt.
E. Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 28. April 2011 liess J. B. Rekurs bei der
VRK erheben. Er beantragte, die angefochtene Verfügung sei ersatzlos aufzuheben,
unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Begründet wurde der Rekurs im Wesentlichen
damit, dass das Dualismusverbot verletzt sei und die gesetzliche Grundlage zur
Verwarnung von Inhabern ausländischer Führerausweise fehle. Mit Entscheid der VRK
vom 25. August 2011 wurde der Rekurs abgewiesen.
F. Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 9. September 2011 erhob J. B.
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Begehren, der Entscheid der VRK vom
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25. August 2011 und die Verfügung des Strassenverkehrsamtes vom 4. April 2011
seien aufzuheben, und es sei von der Bestrafung resp. Sanktion aus dem Vorfall vom
15. Februar 2009 abzusehen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des
Staates.
Mit Schreiben vom 30. September 2011 teilte die VRK mit, es werde auf eine
Stellungnahme verzichtet und - unter Verweis auf den angefochtenen Entscheid - auf
Abweisung der Beschwerde geschlossen.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird - soweit nötig - in den Erwägungen
näher eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...)
2. Unzulässig ist der über die begründeten Vorbringen hinausgehende, vom
Beschwerdeführer zusätzlich angebrachte pauschale Verweis auf die bisherigen
Ausführungen vor der Vorinstanz. Ein solcher Verweis ist in ständiger Rechtsprechung
des Verwaltungsgerichts zur Begründung ungenügend, da aus ihm nicht hervorgeht, in
welchen Punkten und aus welchen Gründen der Entscheid der Vorinstanz angefochten
wird. Es kann nach konstanter Auffassung des Verwaltungsgerichts nicht Aufgabe der
Rechtsmittelinstanz sein, in den vorinstanzlichen Eingaben nach Gründen zu suchen,
weshalb der Entscheid unrichtig sein könnte (vgl. z.B. VerwGE B/2010/96 vom
14. Oktober 2010 E. 1, publiziert in: www.gerichte.sg.ch; Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St Gallen 2003, Rz. 921 mit
Hinweisen). Wenn der Beschwerdeführer seine abweichende Ansicht auf die
Offizialmaxime abstützt, so verkennt er, dass dieser Grundsatz im
verwaltungsgerichtlichen Verfahren nur eingeschränkt zum Tragen kommt (Häfelin/
Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010,
Rz. 1622).
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3. Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, das in Art. 4 Abs. 1 des Protokolls
Nr. 7 zur Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten
(SR 0.101.07) statuierte Verbot, in der gleichen Angelegenheit zweimal bestraft zu
werden, sei verletzt worden, indem nach der strafrechtlichen Verurteilung vom 7. April
2009 in seiner Sache zusätzlich eine Administrativmassnahme verfügt worden ist.
3.1. Zu entscheiden ist, ob auf diesen Punkt überhaupt einzutreten ist. Nach Lehre und
Rechtsprechung ist nicht nur die Instanz, an die die Sache zur neuen Beurteilung
zurückgewiesen wurde, an die Erwägungen des Rückweisungsentscheids gebunden,
sondern auch - so es denn zu einem erneuten Rechtsmittelverfahren kommt - diejenige
Instanz, die den Entscheid ursprünglich erliess (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 1036 mit
Hinweis auf GVP 2002 Nr. 69 und 1984 Nr. 86). Für abschliessend beurteilte
Streitfragen beendet der Rückweisungsentscheid somit das Verfahren. Es handelt sich
diesbezüglich um Teil- oder Endentscheide, die der bundesgerichtlichen Anfechtung
grundsätzlich zugänglich sind (Art. 90 resp. Art. 91 lit. a Bundesgerichtsgesetz [SR
173.110, abgekürzt BGG]; vgl. zum Ganzen Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 1036; Uhlmann,
in: Niggli/Uebersax/Wipprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zum BGG, 2. Aufl.,
Basel 2011, N 9 zu Art. 90 BGG resp. N 4 zu Art. 91 BGG, mit vielen Hinweisen). Der
erneuten Überprüfung abschliessend beurteilter Fragen im zweiten
Rechtsmittelverfahren steht folglich die formelle und materielle Rechtskraft entgegen.
3.2. Das Vorbringen des Beschwerdeführers hinsichtlich des Dualismusverbotes wurde
durch das Verwaltungsgericht in seinem Rückweisungsentscheid vom 16. Dezember
2010 in E. 5.3 bereits abschliessend materiell beurteilt. Es wurde mit ausführlicher
Begründung festgehalten, dass der Grundsatz des Verbotes doppelter Bestrafung nicht
verletzt sei. Das Verwaltungsgericht sieht sich an seine einschlägigen Erwägungen
gebunden. Auf diese Streitfrage kann folglich nicht eingetreten werden.
4. Als Streitgegenstand verbleibt somit die Frage, ob die Verwarnung des Inhabers
eines ausländischen Führerausweises gesetzeskonform ist.
4.1. Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, der gegen ihn
ausgesprochenen Verwarnung fehle es an einer gesetzlichen Grundlage. Die vom
Strassenverkehrsamt dargelegte Praxis, nach der auch Inhaber ausländischer
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Ausweise verwarnt würden, sofern sie einen Bezug zur Schweiz aufweisen würden,
gebe es nicht. Diese sei vielmehr nachträglich auf seinen Einzelfall zugeschnitten
worden und könne somit angesichts des Rückwirkungsverbotes keinen Bestand
haben. Es gelte vielmehr die allseits bekannte und unangefochtene Praxis, wonach
gegenüber ausländischen Ausweisinhabern in leichten Fällen nicht nur auf eine
Verwarnung, sondern überhaupt gänzlich auf eine Massnahme verzichtet und der
Ausweis erst ab einer mittelschweren Widerhandlung aberkannt werde. Substantiierte
Hinweise auf diese Praxis finden sich jedoch weder in der Literatur und
Rechtsprechung noch in den Eingaben des Beschwerdeführers.
4.2. Zu prüfen ist, ob zur Verwarnung von Inhabern ausländischer Führerausweise eine
gesetzliche Grundlage besteht. Nach Art. 45 Abs. 1 der Verordnung des Bundesrates
über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr (SR 741.51,
Verkehrszulassungsverordnung, abgekürzt VZV) können ausländische Führerausweise
nach den gleichen Bestimmungen aberkannt werden, die für den Entzug des
schweizerischen Führerausweises gelten. Dass diese Bestimmung auf die Art. 16 ff.
des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt SVG) verweist, ist unbestritten
(vgl. dazu BGE 1C.59/2010 vom 12. Juli 2010 E. 4.2; BGE 105 IV 70, E. 2.a;
Weissenberger, Kommentar zum Strassenverkehrsgesetz, Zürich/St. Gallen 2011, N 6
vor Art. 16 ff. SVG).
4.2.1. Gemäss Art. 16 Abs. 2 SVG wird nach Widerhandlungen gegen die
Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das Verfahren nach dem
Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 (SR 741.03) ausgeschlossen ist, der
Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das
Gesetz differenziert zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG)
und schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine leichte Widerhandlung begeht
gemäss Art. 16a SVG, wer durch die Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe
Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden
trifft (Abs. 1 lit. a). War der Ausweis in den letzten zwei Jahren entzogen oder eine
andere Administrativmassnahme verhängt worden, so wird der Ausweis bei leichten
Widerhandlungen für mindestens einen Monat entzogen (Abs. 2). Wurde dieser in den
vergangenen zwei Jahren nicht entzogen und wurde auch keine andere
Administrativmassnahme verfügt, so wird die fehlbare Person lediglich verwarnt
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(Abs. 3). In besonders leichten Fällen wird sogar auf jegliche Massnahme verzichtet
(Abs. 4).
4.2.2. Der Beschwerdeführer bestreitet sinngemäss, dass sich der Verweis von Art. 45
Abs. 1 VZV umfangmässig auf die gesamten Modalitäten des Entzugs der Art. 16 ff.
SVG bezieht. Nach seiner Auffassung sollen daraus nur jene Bestimmungen zur
Anwendung gelangen, die spezifisch den Entzug des Führerausweises regeln. Die
Vorinstanz verfolgt offensichtlich eine gegenteilige Auffassung. Da die Tragweite von
Art. 45 Abs. 1 VZV streitig und tatsächlich unklar ist, ist sie im Folgenden durch
Auslegung zu ermitteln.
Ausgangspunkt jeder Auslegung bildet nach konstanter bundesgerichtlicher
Rechtsprechung der Wortlaut der Bestimmung (vgl. BGE 131 II 702 f. E. 4.1). Ist der
Text nicht klar und sind verschiedene Interpretationen möglich, so muss unter
Berücksichtigung aller Auslegungselemente nach seiner wahren Tragweite gesucht
werden. Abzustellen ist dabei namentlich auf die Entstehungsgeschichte der Norm und
ihren Zweck sowie auf die Bedeutung, die der Norm im Kontext mit anderen
Bestimmungen zukommt. Die Gesetzesmaterialien sind zwar nicht unmittelbar
entscheidend, dienen aber als Hilfsmittel, um den Sinn der Norm zu erkennen
(BGE 130 II 211 E. 5.1; BGE 129 II 118 E. 3.1; BGE 125 II 196 E. 3a mit Hinweisen).
Namentlich bei neueren Texten kommt den Materialien eine besondere Stellung zu,
weil eine Anpassung an veränderte Umstände oder an ein gewandeltes
Rechtsverständnis weniger in Frage kommen (BGE 128 I 292 E. 2.4; BGE 124 II 377
E. 6a). Das Bundesgericht lässt sich bei der Auslegung von Erlassen stets von einem
Methodenpluralismus leiten und stellt nur dann allein auf das grammatikalische
Element ab, wenn sich daraus zweifelsfrei die sachlich richtige Lösung ergibt (BGE
124 II 376 E. 5 mit Hinweisen).
4.2.3. Der Wortlaut von Art. 45 Abs. 1 VZV verweist hinsichtlich der Aberkennung von
ausländischen Ausweisen auf die Bestimmungen über den Entzug der Ausweise im
SVG. Ob gestützt darauf auch eine Verwarnung möglich ist, lässt sich aufgrund der
grammatikalischen Auslegung nicht feststellen; die kontroversen Ansichten des
Beschwerdeführers und der Vorinstanz zeigen auf, dass Raum für Interpretation
besteht. Erforderlich ist somit erstens eine systematische Betrachtung der Art. 16 ff.
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SVG. Die Marginalie von Art. 16 SVG lautet "Entzug der Ausweise". In dieser und den
folgenden gesetzlichen Bestimmungen werden die - von der Schwere des Verstosses
gegen die Strassenverkehrsgesetzgebung abhängigen - Massnahmen geregelt.
Darunter fällt auch die in Art. 16 Abs. 2 vorgesehene und in Art. 16a SVG für leichte
Widerhandlungen explizit angeordnete Verwarnung. Die Bestimmungen über den
Entzug der Ausweise schliessen also die Verwarnung mit ein. Von den gleichen
systematischen Überlegungen muss sich auch die Interpretation der Verweisnorm von
Art. 45 Abs. 1 VZV leiten lassen.
Der Blick auf die Entstehungsgeschichte von Art. 16 SVG zeigt ferner auf, dass der
historische Gesetzgeber davon ausging, es bedürfe keiner Erwähnung im Gesetz
selbst, dass in leichten Fällen auch eine Verwarnung an die Stelle des Entzugs treten
könne (Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung zum Entwurf eines
Bundesgesetzes über den Strassenverkehr vom 24. Juni 1955, BBl 1955 II 1 ff., S. 24).
Dass die Verwarnung mit der Revision vom 14. Dezember 2001 (AS 2002 2767) in den
Art. 16 Abs. 2 und 16a SVG dennoch gesetzlich verankert wurde, diente vor allem
dazu, die Praxis des Bundesgerichts klarer zu fassen (Botschaft zur Änderung des
Strassenverkehrsgesetzes [SVG] vom 31. März 1999, BBl 1999 4462, S. 4486). Für das
Verständnis von Art. 45 Abs. 1 VZV sind diese Ausführungen insofern notwendig, als
der Gesetzgeber seit jeher davon ausgegangen ist, dass gestützt auf den
Entzugstatbestand auch lediglich eine Verwarnung möglich sei. Verweist also die VZV
hinsichtlich der Aberkennung ausländischer Ausweise auf die "Bestimmungen über den
Entzug", so war die Verwarnung als - ungeschriebenes - gesetzliches Instrument von
Anfang an inbegriffen. Nach der Revision des Jahres 2001, in der die Verwarnung
ausdrücklich in den Gesetzestext aufgenommen worden ist, muss das erst recht
gelten.
Die Annahme des Beschwerdeführers, wonach eine Verwarnung gegenüber Inhabern
ausländischer Führerausweise nicht gesetzeskonform sei, läuft ferner dem Sinn und
Zweck von Art. 16 Abs. 2 und Art. 16a SVG zuwider. Aus dem System dieser
Bestimmungen ist die Verwarnung nicht wegzudenken. Aus Art. 16a Abs. 2 und 3 SVG
ergibt sich, dass der Ausweis nach einer leichten Widerhandlung nur dann entzogen
werden kann, wenn gegen die fehlbare Person in den vergangenen beiden Jahren
bereits ein Entzug oder eine andere Massnahme verfügt worden ist. Gemäss Art. 16
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Abs. 2 SVG gehört die Verwarnung zu den "anderen Massnahmen". Folgt man der
Ansicht des Beschwerdeführers, wonach eine Verwarnung gegenüber Inhabern
ausländischer Ausweise nicht möglich ist, hätte das zur Konsequenz, dass diesen
mangels Verwarnung auch nach wiederholten leichten Widerhandlungen die
Fahrberechtigung in der Schweiz nicht aberkannt werden könnte. Dieses Ergebnis
wäre stossend und lässt sich mit sachlichen Gründen nicht rechtfertigen. Demnach
ergibt auch die sinngemässe Auslegung von Art. 45 Abs. 1 VZV in Verbindung mit
Art. 16 ff. SVG, dass es zulässig sein muss, ausländische Ausweisinhaber zu
verwarnen.
4.2.4. Nach dieser im Sinne des Methodenpluralismus erfolgten Auslegung steht fest,
dass der Beschwerdeführer gestützt auf Art. 45 Abs. 1 VZV in Verbindung mit Art. 16
Abs. 2 und Art. 16a Abs. 3 zu Recht verwarnt worden ist. Die entsprechenden
gesetzlichen Grundlagen waren vorhanden.
4.3. Unter diesen Gesichtspunkten vermag sowohl die im Amtsbericht des
Strassenverkehrsamtes erwähnte und von der Vorinstanz in Erw. 4.e) geschützte als
auch die vom Beschwerdeführer dargestellte Praxis rechtlich nicht zu überzeugen.
4.3.1. Im Amtsbericht vom 11. Juli 2011 geht das Strassenverkehrsamt davon aus,
gegenüber Inhabern ausländischer Führerausweise erweise sich eine Verwarnung nur
dann als praktikabel und verhältnismässig, wenn diese über einen Bezug zur Schweiz
(bspw. durch häufige bzw. berufliche Fahrten) aufweisen würden. Diese Auffassung
würde bedeuten, dass nicht nur das Verschulden des fehlbaren Fahrzeuglenkers und
die daraus hervorgerufene Gefährdung des Strassenverkehrs, sondern auch seine
Nationalität Anknüpfungspunkt der gesetzlich normierten Sanktion wäre. Das SVG
macht aber die zu ergreifenden Administrativmassnahmen in den Art. 16 ff. nur von der
Schwere der Widerhandlung abhängig. Wurde - wie im vorliegenden Fall - auf eine
leichte Widerhandlung erkannt, so ist der Führerausweis zu entziehen resp.
abzuerkennen oder aber der Lenker zu verwarnen. Raum für Überlegungen hinsichtlich
der Praktikabilität oder der Verhältnismässigkeit besteht selbst dann nicht, wenn man
davon ausgeht, dass es sich bei Art. 45 Abs. 1 VZV um eine "Kann-Vorschrift" handelt
und die Aberkennung mithin nicht zwingend erfolgen muss. Hier setzt der Grundsatz
der Rechtsgleichheit von Art. 8 Abs. 1 der Bundesverfassung (SR 101) Schranken.
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Danach ist Gleiches nach Massgabe seiner Gleichheit gleich und Ungleiches nach
Massgabe seiner Ungleichheit ungleich zu behandeln (vgl. Häfelin/Haller/Keller,
Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 7. Aufl., Zürich 2008, Rz. 751 ff., mit Hinweisen).
Würde bei Inhabern ausländischer Führerausweise je nach Bezug zur Schweiz auf eine
Sanktion von leichten Verstössen verzichtet, würden sie folglich selbst dann als
besonders leichte Fälle im Sinne von Art. 16a Abs. 4 behandelt, bei denen auf jegliche
Massnahme zu verzichten ist, wenn es sich tatsächlich um im Wiederholungsfall mit
Entzug zu sanktionierende leichte Fälle handelt. Nachdem das SVG an die Schwere der
Widerhandlung, keinesfalls aber an die Nationalität des fehlbaren Lenkers anknüpft,
bestehen für eine solche Ungleichbehandlung weder gesetzliche Grundlagen noch
sachliche Gründe. Inhaber ausländischer Führerausweise sind also gleich zu behandeln
wie inländische, dem SVG direkt unterstehende Lenker.
4.3.2. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass auch die vom Beschwerdeführer
dargestellte Praxis, wonach es bei leichten, von Ausländern begangenen
Widerhandlungen üblich sei, grundsätzlich auf jede Sanktion zu verzichten und den
Ausweis erst bei mittelschweren Verstössen abzuerkennen, rechtlich nicht begründet
werden kann. Auch diese Auffassung hätte nämlich zur Konsequenz, dass je nach
Nationalität des fehlbaren Lenkers bei der materiellen Beurteilung der Schwere seiner
Widerhandlung unterschiedliche Massstäbe angesetzt würden. Eine solche Praxis
liesse sich mit dem Gebot der Rechtsgleichheit nicht vereinbaren.
4.4. Der Beschwerdeführer begründet sein Vorbringen, das Strassenverkehrsamt solle
an der bisherigen Praxis festhalten und auf eine Verwarnung verzichten, damit, dass
die neue Praxis auf einem nach seiner Widerhandlung ausgefertigten Amtsbericht
beruhe und dadurch das Verbot der Rückwirkung missachtet werde.
4.4.1. Die Problematik einer rückwirkenden Praxisänderung entsteht erst, wenn
überhaupt eine gefestigte und anerkannte Praxis vorhanden ist. Davon ist nach dem
Gesagten nicht auszugehen.
4.4.2. Da sich zudem beide behaupteten Praxen als rechtswidrig erweisen, geht die
Ansicht des Beschwerdeführers schon deshalb fehl, weil die verlangte
Gleichbehandlung im Unrecht nur unter der qualifizierten Voraussetzung zu erwägen
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ist, dass eine Behörde trotz voller Kenntnis von deren Rechtswidrigkeit an einer
bestehenden Praxis festhalten will (Häfelin/Müller/ Uhlmann, a.a.O., Rz. 518 ff., mit
Hinweisen). Im vorliegenden Fall stützt sich das Strassenverkehrsamt auf eine, wie der
Beschwerdeführer geltend macht, neue Praxis, nach der Inhaber ausländischer
Führerausweise zu verwarnen sind. Von einer konstanten, gegenteiligen Praxis kann
angesichts dessen nicht ausgegangen werden. Da beide behaupteten Praxen
rechtswidrig und nicht konstant sind, verdienen sie von Vornherein keinen Schutz vor
Änderungen.
5. Der Beschwerdeführer rügt weiter, der Eintrag der Verwarnung in das automatisierte
Administrativmassnahmenregister (abgekürzt ADMAS) komme einem unzulässigen
Sanktionenexport gleich, da dieser einerseits Wirkungen im Fürstentum Liechtenstein
entfalte, für einen derartigen Eintrag aber andererseits die nötigen gesetzlichen
Grundlagen fehlen würden.
5.1. Gemäss Art. 104b Abs. 1 SVG führt das Bundesamt für Strassen in
Zusammenarbeit mit den Kantonen ein automatisiertes
Administrativmassnahmenregister. Darin werden insbesondere alle von
schweizerischen Behörden angeordneten Administrativmassnahmen, darunter auch die
Verwarnung, eingetragen (Abs. 3 lit. e). Nach Abs. 7 in Verbindung mit den Abs. 4 und 5
der erwähnten Bestimmung kann der Bundesrat den zuständigen Behörden des
Fürstentums Liechtenstein die Beteiligung an Führung und Nutzung des Registers
bewilligen. Davon hat er in Art. 1 der Verordnung über das automatisierte
Administrativmassnahmen-Register (SR 741.55) Gebrauch gemacht und den
Geltungsbereich auf das Fürstentum Liechtenstein erweitert. Gemäss Art. 7 lit. g der
Verordnung werden Verwarnungen in das Register eingetragen.
5.2. Der Entscheid des Strassenverkehrsamtes, die Verwarnung des
Beschwerdeführers ins ADMAS einzutragen, ist rechtmässig erfolgt. Die notwendigen
gesetzlichen Grundlagen sind vorhanden. Der Beschwerdeführer rügt die Eintragung zu
Unrecht.
6. Zusammenfassend steht fest, dass der Beschwerdeführer zu Recht verwarnt worden
ist. Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.
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Demnach hat das Verwaltungsgericht