Decision ID: da0ec5a7-b406-5e12-9ea9-d4b2ab9af066
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
A.a Der Beschwerdeführer (geb. [...]) ist ägyptischer Staatsangehöriger.
Am 18. Juli 2020 wurde er beim Grenzübergang Basel-Burgfelderstrasse
bei der Ausreise nach Frankreich als Beifahrer eines Personenwagens von
Mitarbeitenden des Grenzwachtkorps kontrolliert. Dabei konnte er sich nur
mit seinem ägyptischen Reisepass sowie mit einer durch Frankreich aus-
gestellten, am 5. März 2020 abgelaufenen Asylbescheinigung («Attesta-
tion de demande d’asile») ausweisen. Gemäss dem gleichentags verfass-
ten Anzeigerapport des Grenzwachtkorps soll der Beschwerdeführer bei
seiner Einvernahme angegeben haben, dass er seinen neuen Aufenthalts-
titel in Paris bestellt habe, dieser jedoch noch nicht eingetroffen sei. Er
habe in der Schweiz lediglich Zigaretten gekauft und sei auf dem Weg nach
Hause (Akten der Vorinstanz [SEM-act.] 1/1 ff.).
A.b Das Grenzwachtkorps gewährte ihm daraufhin rechtliches Gehör zur
allfälligen Anordnung einer Wegweisung sowie einer Fernhaltemassnahme
mit Wirkung für den gesamten Schengen-Raum. Dazu merkte der Be-
schwerdeführer sinngemäss an, seine alte Bewilligung habe es ihm er-
laubt, in die Schweiz einzureisen. Er habe etwas einkaufen wollen und sei
auf dem Heimweg gewesen, wobei er davon ausgegangen sei, dies sei
«normal» (SEM-act. 1/13 f.).
B.
Mit Formularentscheid vom 18. Juli 2020 verfügte das Grenzwachtkorps
gegenüber dem Beschwerdeführer eine Wegweisung aus der Schweiz. Zur
Begründung vermerkte es, der Beschwerdeführer sei weder im Besitze ei-
nes gültigen Visums noch eines gültigen Aufenthaltstitels. Zudem ordnete
das Grenzwachtkorps die sofortige Vollstreckung der Wegweisung an, da
die weitere Anwesenheit des Beschwerdeführers – aufgrund des laufenden
Asylverfahrens in Frankreich – eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit
und Ordnung darstelle (SEM-act. 1/15 f.).
C.
Mit Verfügung vom 28. Juli 2020 erliess die Vorinstanz gegenüber dem Be-
schwerdeführer ein ab sofort bis zum 27. Juli 2022 gültiges Einreiseverbot
und ordnete dessen Ausschreibung im Schengener Informationssystem
(SIS II) an. Gleichzeitig entzog sie einer allfälligen Beschwerde vorsorglich
die aufschiebende Wirkung (SEM-act. 2). Die Verfügung konnte dem Be-
schwerdeführer vorerst offenbar nicht eröffnet werden.
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D.
Die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt verurteilte den Beschwer-
deführer mit Strafbefehl vom 24. September 2020 wegen rechtswidrigem
Aufenthalt zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 20 Tagen bei einer Pro-
bezeit von 2 Jahren sowie zu einer Busse von Fr. 120.– (SEM-act. 3).
E.
Am 3. April 2021 wurde der Beschwerdeführer vom Grenzwachtkorps am
Grenzübergang Allschwil bei der Einreise kontrolliert. Dabei wurde ihm das
am 28. Juni 2020 gegen ihn verhängte Einreiseverbot eröffnet. Der Be-
schwerdeführer konnte sich dieses Mal mit einem gültigen französischen
Aufenthaltstitel ausweisen. Aufgrund des bestehenden Einreiseverbots
verfügte das Grenzwachtkorps nach Gewährung des rechtlichen Gehörs
erneut eine sofortige Wegweisung aus der Schweiz (SEM-act. 4/29 ff.).
F.
Mit Rechtsmitteleingabe vom 8. April 2021 (und Beschwerdeverbesserung
vom 30. April 2021) gelangte der Beschwerdeführer an das Bundesverwal-
tungsgericht. Er beantragte darin sinngemäss die Aufhebung der
vorinstanzlichen Verfügung (Akten des Bundesverwaltungsgerichts
[BVGer-act.] 1 und 5).
G.
Die Vorinstanz hielt in ihrer Vernehmlassung vom 11. August 2021 an der
angefochtenen Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Be-
schwerde (BVGer-act. 14). Der Beschwerdeführer liess sich dazu nicht
mehr vernehmen.
H.
Am 6. September 2021 teilte die Vorinstanz mit, dass sie auf entsprechen-
des Ersuchen der französischen Behörden hin die Ausschreibung des Ein-
reiseverbots im SIS II am 31. August 2021 gelöscht habe (BVGer-act. 16).
Die ergänzende Vernehmlassung konnte dem Beschwerdeführer posta-
lisch nicht mehr an die von ihm angegebene Adresse zugestellt werden.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Von der Vorinstanz erlassene Einreiseverbote sind mit Beschwerde
beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar (Art. 31 ff. VGG i.V.m. Art. 5
VwVG und Art. 112 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).
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1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet
sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37
VGG).
1.3 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerde le-
gitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG), soweit sie durch die
während des Verfahrens erfolgte Löschung der SIS-Ausschreibung nicht
gegenstandslos geworden ist (vgl. Art. 58 Abs. 3 VwVG).
2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-
messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-
lichen Sachverhaltes und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49
VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Beschwerdeverfahren
das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG
nicht an die Begründung der Begehren gebunden und kann die Be-
schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheis-
sen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeit-
punkt des Entscheides (BVGE 2014/1 E. 2 m.H.).
3.
3.1 Das SEM verfügt Einreiseverbote gegenüber weggewiesenen Auslän-
derinnen und Ausländern, wenn die Wegweisung nach Artikel 64d Abs. 2
Buchstaben a-c sofort vollstreckt wird (Art. 67 Abs. 1 Bst. a AIG) oder die
betroffene Person der Ausreiseverpflichtung nicht innert Frist nachgekom-
men ist (Art. 67 Abs. 1 Bst. b AIG). Es kann sodann gestützt auf Art. 67
Abs. 2 AIG Einreiseverbote gegen ausländische Personen erlassen, die
gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen haben oder diese
gefährden (Bst. a), Sozialhilfekosten verursacht haben (Bst. b), oder die in
Vorbereitungs-, Ausschaffungs- oder Durchsetzungshaft genommen wor-
den sind (Bst. c). Das Einreiseverbot wird grundsätzlich für eine Dauer von
höchstens fünf Jahren verhängt. Es kann für eine längere Dauer verfügt
werden, wenn der Betroffene eine schwerwiegende Gefahr für die öffentli-
che Sicherheit und Ordnung darstellt (Art. 67 Abs. 3 AIG). Schliesslich kann
die Behörde aus wichtigen Gründen von der Verhängung eines Einreise-
verbots absehen oder ein Einreiseverbot vollständig oder vorübergehend
aufheben (Art. 67 Abs. 5 AIG).
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3.2 Das Einreiseverbot ist keine Sanktion für vergangenes Fehlverhalten,
sondern eine Massnahme zur Abwendung einer künftigen Störung der öf-
fentlichen Sicherheit und Ordnung (siehe Botschaft zum Bundesgesetz
über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002 [im Folgenden:
Botschaft], BBl 2002 3813). Die öffentliche Sicherheit und Ordnung im
Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AIG bildet den Oberbegriff für die Gesamt-
heit der polizeilichen Schutzgüter. Sie umfasst unter anderem die Unver-
letzlichkeit der objektiven Rechtsordnung und der Rechtsgüter Einzelner
(vgl. Botschaft, a.a.O. S. 3809). In diesem Sinne liegt ein Verstoss gegen
die öffentliche Sicherheit und Ordnung unter anderem dann vor, wenn ge-
setzliche Vorschriften oder behördliche Verfügungen missachtet werden
(vgl. Art. 77a Abs. 1 Bst. a der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zu-
lassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE, SR 142.201]). Demgegen-
über müssen bei Annahme einer Gefährdung der öffentlichen Sicherheit
und Ordnung konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Aufenthalt
der betroffenen Person in der Schweiz mit erheblicher Wahrscheinlichkeit
zu einem Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung führen
wird (Art. 77a Abs. 2 VZAE). Ob eine Gefährdung der öffentlichen Sicher-
heit und Ordnung vorliegt, ist gestützt auf sämtliche Umstände des Einzel-
falles im Sinne einer Prognose zu beurteilen. Dabei ist naturgemäss primär
das vergangene Verhalten der betroffenen Person zu berücksichtigen.
4.
4.1 Die Vorinstanz stützt sich in der angefochtenen Verfügung einerseits
auf die am 18. Juli 2020 angeordnete, sofort vollstreckbare Wegweisung
des Beschwerdeführers, andererseits auf den Umstand, dass er sich nicht
mit den für einen Grenzübertritt notwendigen Dokumenten ausweisen
konnte, weshalb nach Art. 67 Abs. 1 Bst. a AIG eine Fernhaltemassnahme
anzuordnen sei.
4.2 Ägyptische Staatsangehörige unterliegen grundsätzlich der Visums-
pflicht (Art. 8 Abs. 1 der Verordnung vom 15. August 2018 über die Einreise
und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204] i.V.m. Anhang I Ziff. 1 der Ver-
ordnung (EU) 2018/1806 des Europäischen Parlaments und des Rates
vom 14. November 2018 zur Aufstellung der Liste der Drittländer, deren
Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengrenzen im Besitz eines
Visums sein müssen, sowie der Liste der Drittländer, deren Staatsangehö-
rige von dieser Visumpflicht befreit sind [Kodifizierter Text] [ABl. L 303/39
vom 28.11.2018]). Davon sind sie befreit, wenn sie Inhaber eines gültigen,
von einem Schengen-Staat ausgestellten Aufenthaltstitels sind (Art. 8
Abs. 2 Bst. a VEV, der diesbezüglich auf Art. 6 Abs. 1 Bst. b der Verordnung
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(EU) 2016/399 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. März
2016 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten der Grenzen
durch Personen [Kodifizierter Text] [Schengener Grenzkodex, SGK, ABl. L
77/1 vom 23.3.2016] verweist). Was unter einem Aufenthaltstitel zu verste-
hen ist, legt Art. 2 Ziff. 16 SGK im Sinne einer Legaldefinition fest. Vorläu-
fige Aufenthaltstitel, die von einem Mitgliedstaat für die Dauer der Prüfung
eines Asylantrags ausgestellt werden, gehören nach ausdrücklicher Vor-
schrift des Art. 2 Ziff. 16 Bst. b/i SGK nicht dazu (vgl. auch Urteil des BVGer
F-324/2019 vom 31. März 2021 E. 7.2.1).
4.3 Der Beschwerdeführer reichte anlässlich seiner Kontrolle durch das
Grenzwachtkorps am 18. Juli 2020 neben seinem ägyptischen Reisepass
eine französische Asylbescheinigung («Attestation de demande d’asile»)
sowie eine französische Krankenkassenkarte und eine Wohnsitzbestäti-
gung («Déclaration de domiciliation») ein (SEM-act. 1/9, 10 und 11). Die
«Attestation de demande d’asile» wurde am 6. Februar 2020 von der Prä-
fektur G._ ausgestellt und war bis zum 5. März 2020 befristet. Beim
eingereichten Dokument handelt es sich somit klar um einen vorläufigen
Aufenthaltstitel, der von Frankreich für die Dauer der Prüfung des Asylan-
trags des Beschwerdeführers ausgestellt wurde und der diesen gemäss
Art. 6 Abs. 1 Bst. b SGK i.V.m. Art. 2 Ziff. 16 Bst. b/i SGK von der Visums-
pflicht gerade nicht befreit. Der Beschwerdeführer konnte somit zum Zeit-
punkt der Kontrolle keinen gültigen Aufenthaltstitel vorweisen. Die franzö-
sische «Carte de résident», mit welcher sich der Beschwerdeführer bei sei-
ner zweiten Kontrolle durch das Grenzwachtkorps am 4. April 2021 aus-
wies, wurde im Übrigen erst am 30. Oktober 2020 (gültig bis 29. Oktober
2030) ausgestellt. Der Beschwerdeführer verfügte unbestrittenermassen
auch über keine gültigen Visa. Ein in seinem Reisepass vorhandenes,
durch Frankreich ausgestelltes Schengen-Visa war bereits am 10. Dezem-
ber 2016 abgelaufen (SEM-act. 1/8).
4.4 In der Folge wurde der Beschwerdeführer wegen des Tatbestandes des
rechtswidrigen Aufenthalts nach Art. 115 Abs. 1 Bst. b AIG strafrechtlich
belangt. Der entsprechende Strafbefehl vom 24. September 2020 blieb so-
weit ersichtlich unangefochten (SEM-act. 3). Nach den obgenannten Aus-
führungen besteht kein Anlass, von den dortigen Feststellungen und Er-
kenntnissen abzuweichen (zur Bindung der Administrativbehörde an die
Erkenntnis der strafurteilenden Behörde vgl. BVGE 2013/33 E. 4.3 oder
BGE 136 II 447 E. 3.1 je m.H.). Die Einreise und der nachfolgende Aufent-
halt des Beschwerdeführers vom 18. Juli 2020 in der Schweiz erweisen
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sich daher als rechtswidrig, womit der Beschwerdeführer gegen die öffent-
liche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 67 Abs. 2 Bst. a AIG
verstossen und damit einen Fernhaltegrund gesetzt hat. Daran vermag
nichts zu ändern, dass der Beschwerdeführer glaubte, die mitgeführten Do-
kumente würden ausreichen. Für die Verhängung eines Einreiseverbots ist
bezüglich des subjektiven Tatbestands kein vorsätzlicher Verstoss gegen
ausländerrechtliche Bestimmungen erforderlich. Es genügt, wenn der aus-
ländischen Person eine Sorgfaltspflichtverletzung zugerechnet werden
kann. Unkenntnis oder Fehlinterpretation der Einreise- und Aufenthaltsvor-
schriften stellen normalerweise keinen hinreichenden Grund für ein Abse-
hen von einer Fernhaltemassnahme dar. Dem Beschwerdeführer hätte es
oblegen, sich über bestehende Rechte und Pflichten im Zusammenhang
mit ausländerrechtlichen Vorschriften ins Bild zu setzen und sich im Falle
von Unklarheiten bei der zuständigen Behörde zu informieren (vgl. statt
vieler: Urteil des BVGer F-6632/2019 vom 8. Oktober 2020 E. 4.3).
4.5 Zudem wurde der Beschwerdeführer als Folge dieses Verstosses mit
Verfügung vom 18. Juli 2020 aus der Schweiz weggewiesen, wobei die
Wegweisung offensichtlich in Anwendung von Art. 64d Abs. 2 Bst. a AIG
erging. Damit ist vorliegend auch der Fernhaltegrund des Art. 67 Abs. 1
Bst. a AIG erfüllt.
5.
5.1 Zu untersuchen ist weiter, ob das angefochtene Einreiseverbot als sol-
ches und in seiner Dauer in pflichtgemässer Ermessensausübung ange-
ordnet wurde und vor dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit standhält.
Erforderlich ist eine einzelfallbezogene Interessenabwägung unter Berück-
sichtigung sämtlicher wesentlicher Umstände. Ausgangspunkt der Überle-
gungen bilden die Stellung der verletzten oder gefährdeten Rechtsgüter,
die Besonderheiten des ordnungswidrigen Verhaltens, die persönlichen
Verhältnisse des Beschwerdeführers und das von ihm ausgehende, zu-
künftige Gefährdungspotenzial (Art. 5 Abs. 2 BV; Art. 96 AIG; BGE 139 II
121 6.5.1; BVGE 2017 VII/2 E. 4.5; 2016/33 E. 9; 2014/20 E. 8.1). Das Ein-
reiseverbot wird grundsätzlich für eine Dauer von höchstens fünf Jahren
verfügt (Art. 67 Abs. 3 AIG). Die verfügende Behörde kann ausnahmsweise
aus humanitären oder anderen wichtigen Gründen von der Verhängung ei-
nes Einreiseverbots absehen (Art. 67 Abs. 5 AIG).
5.2 Der Beschwerdeführer hat gegen zentrale ausländerrechtliche Bestim-
mungen verstossen. Das generalpräventiv motivierte Interesse daran, die
ausländerrechtliche Ordnung durch eine konsequente Massnahmenpraxis
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zu schützen, ist als gewichtig einzustufen. Die spezialpräventive Zielset-
zung der Massnahme besteht darin, den Beschwerdeführer zu ermahnen,
bei einer allfälligen künftigen Wiedereinreise nach Ablauf des Einreisever-
bots die für ihn geltenden Regeln einzuhalten. Damit besteht grundsätzlich
ein öffentliches Interesse an seiner befristeten Fernhaltung.
5.3 An privaten Interessen bringt der Beschwerdeführer in der Rechtsmit-
teleingabe zur Hauptsache vor, dass er seine Religion nur in einer (...) Kir-
che in der Nähe von F._ ausüben könne sowie beabsichtige, in der
Schweiz nach Arbeit zu suchen. Er legt allerdings nicht näher dar, um wel-
che Kirche es sich dabei handeln soll beziehungsweise inwiefern er darauf
angewiesen sei, diese eine Kirche in der Schweiz besuchen zu können.
Auch wenn davon ausgegangen werden kann, dass der Beschwerdeführer
als ägyptischer Staatsangehöriger und Anhänger einer (...) Kirche einer
religiösen Minderheit angehören beziehungsweise ihm nicht eine beliebige
Anzahl Gebetsstätten in seiner näheren Umgebung zur Verfügung stehen
dürfte, vermögen seine diesbezüglich sehr vagen Vorbringen das öffentli-
che Fernhalteinteresse nicht entscheidend zu relativieren. Seine Absicht,
in der Schweiz auf Stellensuche zu gehen, ist für das vorliegende Verfah-
ren sodann unbeachtlich. Im Übrigen machte der Beschwerdeführer im
Verlauf des Verfahrens zur Begründung seiner illegalen Einreise in die
Schweiz widersprüchliche Angaben: Während er seine Einreise in die
Schweiz anlässlich der Grenzkontrolle vom 18. Juli 2020 noch mit dem
Kauf von Zigaretten begründete, machte er in seiner Rechtsmitteleingabe
geltend, an besagtem Datum zu einem Geburtstag in der Schweiz einge-
laden worden zu sein. Die erwähnten privaten Interessen (Kirchenbesuch,
Stellensuche) bringt er auf Beschwerdeebene hingegen nur in genereller
Weise vor.
5.4 Im Rahmen einer wertenden Gewichtung der sich entgegenstehenden
öffentlichen und privaten Interessen ist das gegen den Beschwerdeführer
verhängte Einreiseverbot daher sowohl im Grundsatz als auch hinsichtlich
seiner Dauer zu bestätigen.
6.
Aus diesen Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im Lichte
von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist demzu-
folge, soweit sie durch die Löschung der SIS-Ausschreibung nicht gegen-
standslos geworden ist, abzuweisen.
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7.
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten in der Höhe
von Fr. 1’000.– dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG
i.V.m. Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR
173.320.2]). Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-
schuss gedeckt.
8.
Infolge des unbekannten Aufenthalts des Beschwerdeführers ist der vorlie-
gende Entscheid durch Publikation im Bundesblatt zu eröffnen (vgl. Art. 36
Bst. a VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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