Decision ID: 3e730ae5-0884-4b68-a664-64eff0577261
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1973 geborene
X._
ist
als Mitarbeiter der Politischen Gemeinde
Y._
bei der AXA Versicherungen AG
(nachfolgend: AXA)
obligato
risch
gegen Unfä
ll
e
versichert.
A
m
1
0.
September 2017 verspürte er einen Schlag im Rücken, als er versuchte, auf
der
Wasserrutsche
im
Hallenbad
Z._
seinen
3-jährigen Sohn, der
während der
Rutschbahnfahrt vor ihm sass und
seitlich
weg
gekippt war, zu halten und umzudrehen (
Urk.
8/A1 S. 2
,
Urk.
8/A2
,
Urk.
8/A9 S. 1
).
Wegen akuten
lumboradikulären
Schmerzen begab er sich am 2
1.
Sep
tember 2017 bei
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, in Behandlung (
Urk.
8/M1). Die von diesem Arzt veranlasste MRI-Untersuchung ergab
unter anderem
den Befund eines
intraforaminalen
Bandscheibenvorfall
s
im Segment L3/4 mit Reizung der linken Nervenwurzel L3 (
Urk.
8/M2).
Nachdem der Versicherte der AXA das Ereignis vom 1
0.
September 2017
am
2
8.
September 2017 als Unfall gemeldet hatte (
Urk.
8/A1), prüfte diese ihre Leis
tungspflicht
(
Urk.
8/A2-3)
und verneinte
eine solche
mit Verfügung vom
1
6.
November 201
7.
Zur
Begründung
führte sie an, das Erei
gnis vom 1
0.
Septem
ber 2017 stelle weder einen Unfall noch eine unfallähnliche
Körperschädigung dar (
Urk.
8/A5
).
Die vom Versicherten dagegen erhobene Einsprache
(
Urk.
8/A9)
wies die AXA mit der gleichen Begründung ab, wobei sie im
Einspracheentscheid
vom
6.
März 2018
zusätzlich festhielt, dass sie auch wegen des fehlenden natür
lichen Kausalzusammenhangs zwischen der Diskushernie und dem fraglichen Ereignis keine Leistungen erbringen könne (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom
2
7.
März 2018
Beschwerde
mit dem
sinngemässen Rechtsbegehren, es seien ihm Unfallversicherungsleistungen zuzusprechen (
Urk.
1).
Mit Beschwerdeantwort vom
3
0.
Mai 2018
beantragte die AXA die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7
)
, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
4.
Juni 2018 (
Urk.
9) mitgeteilt wurde
.
Auf
die einzelnen Vorbringen
der Parteien und
d
i
e eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des
Bundesgesetz
es
über die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei folgenden
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskus
risse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Band
läsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h).
Ausserdem erbringt die Ver
sicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
Die Aufzählung in
Art.
6
Abs.
2 UVG entspricht jener der unfallähnlichen Kör
perschädigungen gemäss
Art.
9
Abs.
2 der bis Ende 2016 gültig gewesenen UVV, die das Bundesgericht als abschliessend qualifiziert hat (BGE 116 V 136 E. 4a, 147 E. 2b). Es ist davon auszugehen, dass der Gesetzgeber die den Unfällen gleich
gestellten Körperschädigungen in
Art.
6
Abs.
2 UVG ebenfalls abschliessend auf
gezählt hat.
1.2
1.2.1
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
1.2.2
Der äussere Faktor ist ungewöhnlich, wenn er – nach einem objektiven Mass
-
stab – den Rahmen des im jeweiligen Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen über
schreitet. Ausschlaggebend ist also, dass sich der äussere Faktor vom Normal
mass an Umwelteinwirkungen auf den menschlichen Körper abhebt. Unge
wöhnliche Auswirkungen allein begründen keine Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 E. 4.1 und E. 4.3.1 mit Hinweis).
1.2.3
Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors in einer unkoordinierten Bewegung bestehen. Bei Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam «programmwidrig» beeinflusst hat. Dies trifft beispielsweise dann zu, wenn die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einem Gegenstand anstösst, oder wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine
reflexartige Abwehrhaltung ausführt oder auszuführen versucht (Urteil des Bundesgerichts 8C_783/2013 vom 1
0.
April 2014, E. 4.2 mit Hinweisen). Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen; denn der äussere Faktor – Veränderung zwischen Körper und Aussen
welt – ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 V 117 E. 2.1 mit Hinweisen). Ohne besonderes Vorkommnis ist bei einer Sportverletzung das Merkmal der Ungewöhnlichkeit und damit das Vor
liegen eines Unfalles zu verneinen (BGE 130 V 117 E. 2.2 mit Hinweis).
1.2.4
Bei Schädigungen, die sich auf das Körperinnere beschränken und erfahrungs
gemäss auch als alleinige Folge von Krankheit, insbesondere vorbestandenen degenerativen Veränderungen eines Körperteils, innerhalb eines durchaus nor
malen Geschehensablaufs auftreten können (z.B. Diskushernien), unterliegt der Nachweis eines Unfalls insofern strengen Anforderungen, als die unmittelbare Ursache der Schädigung unter besonders «sinnfälligen» Umständen gesetzt wor
den sein muss
oder Folge einer bestimmten sinnfälligen Überanstrengung sein muss
; denn ein Unfallereignis manifestiert sich in der Regel in einer äusserlich wahrnehmbaren Schädigung, während bei deren Fehlen eine erhöhte Wahr
scheinlichkeit rein krankheitsbedingter Ursachen besteht
(
vgl. BGE 134 V 72
E. 4.3.2.1
und 116 V 136 E. 3b
sowie die
Urteil
e
des Bundesgerichts
8C_783/2013 vom 1
0.
April 2014, E. 4.3 und
U 309/00 vom 2
0.
September 2
001, E. 1a mit Hinweisen).
Ist eine Verletzung wiederholten Mikrotraumata des täglichen Lebens zuzuschrei
ben, welche zu einer allmählichen Abnützung geführt haben, so ist sie (im Bereich der obligatorischen Unfallversicherung unter Vorbehalt von
unfallähnlichen Kör
perschädigungen [
Art.
6
Abs.
2 UVG]) als Krankheitsfolge zu betrachten.
Somit wird eine Einwirkung ohne offensichtliche Schadensneigung erst durch das Hin
zukommen eines zusätzlichen Ereignisses zum ungewöhnlichen äusseren Faktor.
Ein solches Zusatzgeschehen - und mit diesem das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors im Sinne einer den normalen Bewegungsablauf störenden Pro
grammwidrigkeit - ist
beispielsweise
gegeben bei einem Skifahrer, der auf einer Buckelpiste auf einer vereisten Stelle ausgleitet, ohne zu stürzen, danach unkon
trolliert einen Buckel anfährt, abgehoben wird und bei verdrehter Oberkörperhal
tung hart auf dem Boden aufschlägt, nicht aber, wenn beim Skifahren auf einer steilen, buckligen Piste und Kompression in einer Wellenmulde eine Diskushernie auftritt
(BGE 134 V 72 E. 4.3.2.1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom
6.
März 2018 hielt die AXA fest, anlässlich des Vorfalls vom 1
0.
September 2017 habe kein ungewöhnlicher äusse
rer Faktor auf den Körper des Beschwerdeführers eingewirkt, womit
das Ereignis
nicht als Unfall im Rechtssinne gelten könne. Der beschriebene Rutschvorgang einschliesslich des Aufstellens und Heranziehens des Sohnes entspreche einem Bewegungsablauf, welcher sich immer noch im Rahmen des für diese Freizeitbe
schäftigung
Ü
blichen bewege.
U
nvorhergesehene zusätzliche Rutschvorgänge
seien dabei
nicht ungewöhnlich und stell
ten keine programmwidrige Unter
brechung des Bewegungsablaufs dar. Es könne höchstens von einer nicht ideal verlaufenen sportlichen Übung gesprochen werden (
Urk.
2 S. 4).
2.2
In der Beschwerde
- und
Einsprache
schrift
macht
der Beschwerdeführer
demge
genüber geltend,
die fragliche Rutschbahnfahrt habe eine Vielzahl nicht alltäg
licher Bewegungsabläufe
, wie das Ausbalancieren des Gleichgewichts,
mit sich gebracht, die ein gewisses Gefahrenpotential gehabt hätten. Er habe nicht damit rechnen müssen, dass
sein
Bewegungsablauf
dermassen
gestört werde, dass er
unkontrolliert
stürze
. W
ährend der Rutschpartie
habe er
die Kontrolle verloren, wobei die dadurch erzwungene Änderung seiner Körperlage in der Rutschbahn den ungewöhnlichen äusseren Faktor beziehungsweise die programmwidrig unterbrochene Körperbewegung
darstelle
. Auch das Wasser beziehungsweise die Wasserkraft
hätten
zusammen mit der Armhebelkraft beim Aufrichten des Sohnes
zum unkoordinierten Bewegungsablauf geführt und
als ungewöhnlicher äusserer Faktor auf ihn eingewirkt. Eventuell sei der Vorfall zumindest als unfallähnliches Ereignis einzustufen (
Urk.
1 S. 2
,
Urk.
6/A9 S. 2
).
2.3
In der Beschwerdeantwort führt die AXA ergänzend aus,
das vom Beschwerde
führer
erwähnte
Ausbalancieren des Gleichgewichts
stelle
beim Rutschbahnfah
ren nichts Ungewöhnliches dar, ebenso das Umkippen; vielmehr gehöre dies zum normalen Bewegungsablauf beim
H
erunterrutschen
, erst recht,
wenn
während der Rutschpartie zwei kleine Kinder zwischen
den
Beinen
des Beschwerdeführers
gesessen seien
.
Er
mache selbst geltend, dass dem Benutzen einer Wasserrutsche ein gewisses Gefahrenpotential innewohne.
Der
von ihm
be
schriebene Bewe
gungsablauf
lasse keinen
auf seinen Körper einwirkenden
ungewöhnlichen
Fak
tor im Sinne der Rechtsprechung
erkennen
.
Die Voraussetzungen für eine Zusprechung von Leistungen unter dem Titel einer unfallähnlichen Körperschä
digung seien
ferner
bereits deshalb nicht gegeben, weil es sich
beim
Gesundheits
schaden
des
Beschwerdeführers nicht um eine
n
solche
n
im Sinne von
Art.
6
Abs.
2 UVG handle (
Urk.
7 S. 1 f.).
3.
Zum Unfallhergang gab der Beschwerdeführer am 2
8.
September 2017 in der Unfallmeldung sowie am
6.
Oktober 2017 im Formular der AXA zum Schaden
ereignis an, er sei
am 1
0.
September 2017
mit seinen beiden Söhnen im Hallenbad
Z._
die Wasserrutschbahn heruntergerutscht. Die zwei Jungs hätten dabei vor ihm zwischen seinen Beinen gesessen.
Weil der kleinere, 3-jährige Sohn
während der Rutschpartie umgekippt sei, habe er ihn mit der rechten Hand an der Schwimmweste ergreifen, wieder aufstellen und zu sich hinziehen wollen. Dies habe dann zu einem Stich
beziehungsweise einem Schlag
im unteren
linken Rücken geführt. Danach sei er gestürzt. Unmittelbar danach habe er heftige Schmerzen im Rücken verspürt und sich nicht mehr aufrichten können
(
Urk.
8/A1-A2).
In der
Einspracheschrift
vom
6.
Dezember 2017 ergänzte der Beschwerdeführer seine Ausführungen dahingehend, dass er vor der fraglichen Rutschbahnfahrt keinerlei Beschwerden gehabt habe
. Weil sein jünge
r
er
Sohn von seinem älteren Bruder aus der Bahn gestossen worden sei, sei der Jüngere aus der mit dem Beschwerdeführer zusammen gebildeten Dreierreihe gekippt. Im Herunter
rutschen habe er versucht, seinen Sohn wieder senkrecht aufzustellen, und zwar mit einem Griff über den älteren Sohn hinweg an die Schwimmweste des Jünge
ren. Durch das Anheben und die Drehbewegung seinerseits seien sie alle ausei
nander gekippt, wobei die Wasserkraft diesen Vorgang noch beschleunigt habe. Das Ganze habe in einer Art
Sturz geendet
(
Urk.
8/A9 S. 1 f.).
4.
4
.1
Die medizinischen Abklärungen nach dem Vorfall vom
1
0.
September 2017
erga
ben beim Beschwerdeführer die Diagnose
eines
lumbo
radikulären
Schmerzsyn
droms (
Urk.
8/M1).
Als dessen Hauptursache
wurde ein
auf MRI-Bildern
vom 2
5.
September 2017 sichtbar gewordener
intraforaminaler
Bandscheibenvorfal
l
im Segment L3/4 mit Reizung der linken Nervenwurzel L3
vermutet (
Urk.
8/M2).
Hierbei handelt es sich um eine Schädigung, welche sich
auf das Körperinnere beschränkt;
es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass praktisch alle Bandscheibenvorfälle bei Vorliegen degenerativer Bandscheibenveränderun
gen entstehen und daher als Krankheitsfolge zu betrachten sind (vgl.
Alexandra
Rumo-Jungo
/André P.
Holzer
,
Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG), 4. Aufl., Zürich 2012
, 55 f. mit Hinweisen).
Deshalb
ist zu prüfen, ob
es anlässlich der vom Beschwerdeführer als Schaden
sursache geltend gemachten Rutschpartie zu einer unkoordinierten Bewegung gekommen ist in dem Sinne, dass ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Bewegungsablauf «programmwidrig» beeinflusst hat, und die unmittelbare Ursache der Schädigung unter besonders «sinnfälligen» Umständen gesetzt worden
ist.
4.2
Nach den
Angaben des Beschwerdeführers
rutschte
er mit seinen beiden Söhnen zwischen den Beinen
die Rutschbahn herunter, als sein jünger
er
, zuvorderst sitzender Sohn aus ihrer Dreierreihe seitlich wegkippte. Während des Weiter
rutschens versuchte der Beschwerdeführer durch einen Griff mit der rechten Hand an die Schwimmweste
des Sohnes, diesen wieder s
enkrecht aufzurichten. Dabei musste er auch eine Drehbewegung mit dem Rumpf vollziehen.
In diesem Moment verspürte er einen Stich oder Schlag im Rücken
und kippte ebenfalls um
.
Nach Auflösung der Dreierformation rutschte der Beschwerdeführer nicht mehr in der beabsichtigen Körper
position
weiter;
mit
seinen Worten endete die Rutschpartie in einer Art Sturz.
4.3
Der AXA ist beizupflichten, dass das Rutschbahnfahren als sportlicher Zeitver
treib
, welcher der Vergnügung dient,
einen gewissen, durchaus gewollten
Verlust der Kontrolle über die
zu Beginn eingenommene
Körperposition
mit sich bring
t, wobei eine nicht ganz planmäss
ig
verlaufene Rutschpartie nicht ungewöhnlich ist. Den Schilderungen des Beschwerdeführers sind keine Hinweise dafür zu ent
nehmen, dass er nach dem Umkippen seines Sohnes mit der Lendenwirbelsäule
irgendwo
anstiess
(vgl. auch die Fotos der Rutschbahn im Hallenbad
Z._
, aufgerufen am 1
5.
März 2019)
.
Der reflexartige Griff mit dem rechten Arm an die Schwimmweste des umgekippten Sohns erforderte wohl auch eine Drehbewegung der Lendenwirbelsäule.
Es ist aber nicht davon auszugehen, dass diese Bewegung die sich aus der Anatomie des Rumpfes und der Wirbelsäule ergebende Beweglichkeitsgrenze überschritt. Im entscheidenden
Moment
wirkten
hauptsächlich das
Gewicht des
um
ge
kipp
ten
3-jährigen Sohnes
-
über den Arm des Beschwerdeführers
-
sowie das herunterflies
sende Wasser als physikalische Kräfte
auf seine abgedrehte, stabil gehaltene Len
denwirbelsäule
ein.
Diese Krafteinwirkungen wurden aber durch
den
glitschigen Boden der Rutschbahn, der ein seitliches Wegrutschen
förderte, gedämpft, so dass insgesamt von einer relativ geringen Belastung auf die Le
n
denwirbelsäule auszu
gehen ist, welche
nicht vergleichbar
ist
mit
Situationen, welche üblicherweise zu einem
Verhebetrauma
führen
.
Auch das finale Umkippen des Beschwerdeführers in der Rutschbahn
aus sitzender
Position
erscheint nicht geeignet, zu Beschwer
den im linken unteren Rücken zu führen, zumal er die stichartigen Schmerzen gemäss eigenen Angaben bereits zuvor während der Griffbewegung spürte.
Der beschriebene
Bewegungsablauf lässt
mithin
keine sinnfälligen
Umstände
oder eine
sinnfällige
Überanstrengung
des betroffenen Wirbelsäulenabschnitts
erken
nen, worauf sich die anschliessenden Rückenbeschwerden zwanglos zurück
führen liessen. Das einzig U
ngewöhnliche a
m Ereignishergang war der verspürte Schlag
beziehungsweise Stich im Rücken.
Nicht auszuschliessen ist angesichts der Angaben des Beschwerdeführers, dass es während der Rutschbahnfahrt zu einem alltäglichen Mikrotrauma kam, welches
wegen
der vorbestehenden dege
nerativen Wirbelsäulenver
änderungen quasi das «Fass zum Ü
berlaufen» brachte und die Symptomatik auslöste. Ein solcher Verletzungsmechanismus ist
aber
nach dem Gesagten
unfallversicherungsrechtlich
als Krankheitsfolge zu betrachten (vorstehend E. 1.2.4).
Es ergibt sich, dass die AXA d
en Vorfall
vom
1
0.
September 2017
zu Recht nicht als Unfall
qualifziert
hat.
5.
Da es sich bei der erlittenen Diskushernie
und
d
em
lumboradikulären
Schmerz
syndrom
nicht um Körperschädigung
en
im Sinne der abschliessenden Auf
zählung in
Art.
6
Abs.
2
lit
. a-h UVG (vorstehend E. 1.2) handelt (vgl. auch das Urteil des Bundesgerichts U 309/00 vom 2
0.
September 2001, E. 2)
,
entfällt ent
gegen
d
er Ansicht
des Beschwerdeführers
auch eine Leistungspflicht der AXA
unter diesem Titel.