Decision ID: 435b33d2-d888-4114-b958-3be881fab133
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1
.
X._
, geboren 1963, erwarb nach seinem Lehrabschluss als Kaufmännischer Angestellter das Diplom als Betriebsökonom und arbeitete ab 1994 als Wirtschaftsberater, unter anderem in der von ihm b
eherrschten
A._
AG
(
Urk.
7/86/7). Am 2
9.
Februar 2012 stürzte er beim Skifahren
auf den Rücken
und erlitt hierbei
eine
Fle
xions-Distrak
tions
verletzung des
Brustwirbel
körpers
(BWK) 8 sow
ie Deckplatten-Impressions
frak
tu
ren BWK 5 und 7 (
Urk.
7/19/
44
). Nach der notfallmässigen Erstbehandlung im Spital
B._
(
Urk.
7/10/64) wurde er in das Universitätsspital
C._
, Klinik für Unfallchirurgie überführt, wo er
sich am
5.
März 2012
einer dorsalen
Spon
dylodese
BWK 6
unterzog und
bis zum 1
0.
März 2012 stationär verblieb (
Urk.
7/19/44). Anlässlich der Verlaufskontrolle vom 1
1.
Oktober 2012, sieben Monate postoperativ, stellten die behandelnden Ärzte des
C._
Beschwerdefreiheit bei radiologisch progredienter Konsolidierung der dorsalen
Spondylodese
fest und stellten die Materialentfernung nach der geplanten Jahreskontrolle im März 2013 in Aussicht (
Urk.
7/19/36).
Am
1.
Januar 2013 erlitt
X._
eine akute
Aortendissektion
Typ A mit schwerer
Aorteninsuffizienz
und lag bis Ende Januar 2013 auf der Intensivstation des Stadtspitals
D._
, Klinik für Herzchirurgie, wobei mehrere operative Eingriffe erfolgten (
Urk.
7/19/32
-34
). Nach Entlassung aus der Klinik des Stadtspitals
D._
am
7.
Februar 2013 hielt er sich zur kardialen Rehabilitation bis
6.
März 2013 in der Reh
a
E._
auf
(
Urk.
7/46/13f.
).
2.
Am 2
8.
Juni 2013 (Eingangsdatum) meldete sich
X._
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leis
tungen an (
Urk.
7/4). Anlässlich des Standortgespräches mit der Berufsberaterin am 2
9.
August 2013
teilte er mit,
zur Zeit
zu 50
%
in seinem Büro zu Hause wieder zu arbeiten (
Urk.
7/16), worauf
hin
die IV-Stelle auf berufliche Einglie
derungsmassnahmen verzichtete (
Urk.
7/17). Sie zog einen Auszug aus dem Indi
viduellen Konto
(IK)
des Versicherten (
Urk.
7/1,
Urk.
7/8,
Urk.
7/118) sowie wie
derholt die Akten des für die Ereignisse vom 2
9.
Februar 2012 und
1.
Januar 2013 zuständigen
Unfallv
ersicherers
,
d
er
Generali
Allgemeine Versicherungen AG
,
(im F
olgenden kurz:
Generali
) bei (
Urk.
7/19/1-68,
Urk.
7/56/1-100,
Urk.
7/60/1-54,
Urk.
7/61-62,
Urk.
7/69/1-8,
Urk.
7/86/1-71,
Urk.
7/91/1-57,
Urk.
7/110/1-93,
Urk.
7/111/1-20,
Urk.
7/115/13), daru
nter das von dieser veranlasste
interdis
zi
plinäre
Gutachten der F._
vom
4.
September 2014 (
Urk.
7/56) samt den Ergänzungen vom 2
8.
November
2014 (
Urk.
7/60/11ff.) und
vom
5.
März 2015 (
Urk.
7/69)
. Ferner holte
die IV-Stelle
Auskünfte beim Stadtspital
D._
(Bericht vom 1
1.
November 2013 samt diver
sen Beilagen [
Urk.
7/21]) und beim Hausarzt
Dr.
G._
, Allgemeine Medizin FMH, ein (Bericht
e
vom
3.
Mai 2014 [
Urk.
7/46, samt diversen Beilagen] und
vom 1
1.
September 2015 [
Urk.
7/92]) und liess durch ihren Aussendienst einen Abklärungsbericht für Selbständige erstellen (Bericht vom 1
1.
März 2015 [
Urk.
7/100]).
Gestützt auf diese Aktenlage beschied die IV-Stelle dem Versicher
ten am 2
3.
Dezember 2015, dass kein Anspruch auf
eine
Invalidenrente bestehe (
Urk.
7/105). Auf Einwand vom 2
4.
Dezember 2015 hin (
Urk.
7/106), begründet mit Eingabe vom 1
3.
Januar 2016 (
Urk.
7/109), kam die IV-Stelle auf ihren Ent
scheid zurück, und stellte mit neuem Vorbescheid vom 2
7.
Mai 2016 die Aus
richtung einer
Dreiviertelsrente
ab Dezember 2013 und einer
Viertelsrente
ab April 2014 in Aussicht (
Urk.
7/123). Nach Eingang des Einwands vom 3
0.
Mai 2016 (
Urk.
7/124) und der
Begründung
vom
6.
Juli 2016 (
Urk.
7/128) verfügte die IV-Stelle am 2
0.
Oktober 2016 wi
e beschieden, und sprach X._
ab
1.
Dezember 2013 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 67
%
eine
Dreiviertelsrente
und ab
1.
April 2014 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 40
%
eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung zu (
Urk.
2).
3.
Hiergegen erhob
X._
, vertreten durch Rechtsanwalt Oskar
Gysler
, Zürich
, am 1
7.
November 2016 Beschwerde und beantragte, es sei ihm eine ganze Rente zuzusprechen und festzustellen, dass das rechtliche Gehör ver
letzt worden sei (
Urk.
1). Die IV-Stelle schloss in ihrer Vernehmlassung vom
6.
Februar 2017 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6). Am 1
8.
April 2017 ver
starb
X._
(
Urk.
9). Das Verfahren wurde daraufhin sistiert, bis über den Antritt der Erbschaft entschieden und bekannt werde, ob und welche Erben den Prozess weiterführen wollten (Verfügung vom
3.
Mai 2017,
Urk.
11). Mit Schreiben vom 2
4.
April 2018 (
Urk.
14) teilte Rechtsanwalt Oskar
Gysler
dem Gericht mit, dass über den Nachlass von
X._
die konkurs
amt
liche Liquidation eröffnet und er vom Liquidator mit der Fortführung des Pro
zes
ses namens der Liquidationsmasse beauftragt worden sei, unter Beilage der ent
sprechenden Erklärung und Vollmacht des amtlichen Liquidators (
Urk.
15/1-2). Der Prozess wu
rde daher am
3.
Mai 2017 wieder
aufgenommen (Verfügung vom
2.
Mai 2018,
Urk.
15).
4.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Beschwerdeweise wird eine Verletzung des An
spruchs auf rechtliches Gehör geltend gemacht (
Urk.
1 S. 5
Ziff.
11) mit der Begründung, die Beschwerde
geg
nerin habe – ohne auch nur mit einem Wort auf das
F._
-Gutachten einzu
gehen – den Beginn der Arbeitsfähigkeit von 50% aufgrund eines ärztlichen Zeugnisses des Universitätsspitals
C._
festgesetzt und sich mit
den Vorbringen
im Einwand nicht auseinandergesetzt. Aufgrund der schweren Verletzung des rechtlichen Gehörs sei grundsätzlich eine Rückweisung vorzunehmen.
1.2
Gemäss
Art.
29
Abs.
2 der Bundesverfassung (BV) haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, andererseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechts
stellung einer Person eingreift
(BGE 132 V 368 E. 3.1 mit Hinweisen
).
Wesentlicher Bestandteil des
verfassungsrechtlichen Gehörsanspruchs ist die Begründungspflicht. Nach
Art.
49
Abs.
2 des Bundesgesetz
es über den Allge
mei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) sind Verfügungen zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen. Die Begründungs
pflicht soll verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und die betroffene Person in die Lage versetzen, die Verfügung gegebenen
falls sachgerecht anzufechten. Dies ist jedoch nur möglich, wenn sowohl sie wie auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können, von denen
sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sie ihre Verfügung stützt (BGE 124 V 181 E. 1a mit Hinweisen).
Dies bedeutet in
dessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder
tatbeständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 124 V 180 E. 1a S. 181 mit Hinweisen).
1.3
Die Beschwerdegegnerin erwog in ihrem Vorbescheid vom 2
7.
Mai
2016
(Urk
.
7/123), dass dem Versicherten die bisherige Tätigkeit seit Januar 2013 nicht mehr zumutbar sei, wobei sie den Beginn des Wartejahres auf den 2
9.
Februar 2012 festsetzte. Ab März 2013 sei ihm eine angepasste, geistig einfache Tätigkeit wieder zu 50
%
zumutbar, seit April 2014 bestehe eine 80%ige Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten. Auf den vorgebrachten Einwand, diese Annahmen seien nicht nachvollziehbar, führt
e
die Beschwerdegegnerin in der Verfügungs
begründung aus, sie stützten sich auf das Arztzeugnis des
C._
vom
6.
August 201
3.
Während des Aufenthaltes in der Reha
E._
vom
7.
Februar bis
6.
März 2013 sei noch von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Ab Aus
tritt bis zum Untersuch im
C._
habe sich der Gesundheitszustand nicht verändert, weshalb sie rückwirkend von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit
ausgingen. An
schliessend habe sich der Gesundheitszustand des Versicherten kontinuierlich ver
bessert. Im Bericht von
Dr.
G._
vom 3
0.
April 2014 werde derselbe Zustand geschildert, wie er zum Zeitpunkt des Gutachtens (gemeint das
F._
-Gut
achten vom
4.
September 2014) bestanden habe, weshalb sie von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit sicher ab April 2014 ausgingen (
Urk.
2, Verfügungsteil 2).
1.4
Damit wusste der Versicherte, auf welche medizinische
n
Berichte
sich der Ent
scheid stützt
e
und von welchen Annahmen die Beschwerdegegnerin ausging, und konnte
die Verfügung
sachgerecht und begründet anfechten. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs ist nicht schon darin zu erblicken, wenn die betroffene Person die Begründung oder Argumentation als falsch oder gar unsinnig
bzw. akten
widrig
erachtet.
Die Rüge, der verfassungsmässige Gehörsanspruch sei verletzt worden, geht daher fehl.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Ver
lust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegli
che
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
Die Wartezeit im Sinne
von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG gilt in jenem Zeitpunkt als eröffnet, in welchem eine deutliche Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit eingetreten ist. Als erheblich in diesem Sinne gilt bereits eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % (AHI 1998 S. 124 E. 3c; Urteil des Bundesgerichts I 10/05 vom 14. Juni 2005 E. 2.1.1 in
fine
mit Hinweisen). Unter relevanter Arbeitsunfähigkeit im Sinne dieser Bestimmung ist eine Einbusse an funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf ode
r Aufgabenbereich zu verstehen.
Der Rentenanspruch entsteht gemäss
Art.
29 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Artikel 29
Abs.
1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung des 18. Alters
jahres folgt (
Abs.
1). Der Anspruch entsteht nicht, solange die versicherte Person ein Taggeld nach Art. 22 IVG beanspruchen kann (Abs. 2). Die Rente wird vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht (
Abs.
3).
2.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE
130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypo
the
tischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invali
den
einkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass
zu berücksichtigen sind
(BGE
143 V 295 E. 4.1.3,
129 V 222 E.
4.1 und E. 4.2,
128 V 174).
2.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen ein
ander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum
es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Ver
halten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Ausein
andersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechts
anwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
3.
Strittig ist vorliegend
das Ausmass der Invalidität ab Dezember 2013 und damit die Restarbeitsfähigkeit des
Versicherten
sowie die erwerbliche
n
Auswirkungen
seiner gesundheitlichen Einschränkungen
. Hierbei besteht Übereinstimmung, dass das Wartejahr im Sinne von
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG
mit dem Skiunfall am 2
9.
Februar 2012 begann und angesichts der am 2
8.
Juni 2013 eingegangenen Anmeldung der Anspruch auf eine Invalidenrente nicht vor dem
1.
Dezember 2013
eintrat
.
U
nbestritten ist, dass seit Januar 2013
(
Aortariss
)
in der
ursprüng
lichen
Tätigkeit
keine wesentliche Arbeitsfähigkeit mehr erreicht wurde und per
1.
Dezember 2013 jedenfalls eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von über 70% bestand
(vgl.
Urk.
7/121/6
)
, was – bei entsprechender Erwerbsunfähigkeit – Anspruch auf eine ganze Rente begründen würde. Massgeblich und zu prüfen bleibt
daher
, in welchem Umfang der
Versicherte
ab Dezember 2013 arbeitsfähig war und welche Erwerbseinbusse hieraus bis zum Erlass der angefochtenen Ver
fügung (2
0.
Oktober 2016) resultierte. Selbstredend endete der Rentenanspruch per Ende April 2017
(
Art.
30 IVG)
.
4.
4.1
Die behandelnden Ärzte des Stadtspitals
D._
konnten in ihrem Bericht vom 1
1.
November 2013 (
Urk.
7/21) unter Hinweis auf ihre Zusammenfassung der Krankengeschichte vom
7.
Februar 2013 keine Angaben zur Restarbeitsfähigkeit machen. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit attestierten sie eine volle Arbeitsun
fähigkeit seit Januar 2013 bis auf weiteres. Es bestehe keine körperliche Arbeits
fähigkeit.
Die Ärzte der Reha
E._
verwiesen in ihrem Austrittsbericht vom
7.
März 2013 betreffend den weiteren Verlauf der Arbeitsunfähigkeit auf die geplanten kardiologischen Kontrolluntersuchungen (
Urk.
7/46/14).
4.2
Dr.
G._
listet
e
in seinem Bericht vom
3.
Mai 2014
(
Urk.
7/46)
in Bezug auf die Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen
Tätigkeit als «selbständiger Betriebs
öko
nom»
folgende Perioden
auf: 100
%
ab
1.
Januar 2013, 70
%
ab 1
7.
Mai 2013, 50
%
ab 1
9.
August 2013 und
80
%
vom
4.
März 2014
bis auf weiteres
, letzteres mit dem Hinweis auf die opht
h
almologischen und neuropsychologischen Ein
schränkungen. Es bestünden
eine
rasche körperliche
Ermüdung und neuropsy
cho
logische Einschränkungen, die sich auf Konzentration und körperliche Belas
tung auswirkten. Die Festsetzung einer Restarbeitsfähigkeit müsse gutachterlich beurteilt werden. Aus den beigelegten Konsiliarberichten erhellt, dass
der
Ver
sicherte
seit der
Aortendissektion
Schwierigkeiten mit dem räumlichen Sehen bekundete und den Eindruck
hatte
, dass sein Sehvermögen global abgenommen habe. Er bemerke eine raschere visuelle Ermüdbarkeit bei Computerarbeiten
(
Urk.
7/46/11). D
ie neuropsychologische Untersuchung vom 3
0.
Januar 2014
ergab
eine leichte Beeinträchtigung
visuo
-konstruktiv planerischer Funktionen und
zeigte
eine markante, modalitätsunabhängige Lern- sowie eine nichtsprachlich betonte Gedäc
htnisschwäche auf
.
Die untersuchende Neurologin
Dr.
H._
erachtete aufgrund der
neurokognitiven Beschwerden eine ca. 50%ige Leistungsfähigkeit
als
sicher realistisch. Die geklagten visuellen Störungen
konnten neuropsychologisch nicht objektivierbaren visuell-agnostischen Stö
rung
en
zugeordnet werden (vgl.
Urk.
7/45/5-6)
. Im Bericht des
Zentrum
s
I._
, unterzeichnet von
Dr.
J._
, vom 1
3.
Februar 2014 an
Dr.
G._
(
Urk.
7/46/11-
12)
wird ausgeführt, aus klinisch-opht
h
al
mo
lo
gischer Sicht finde sich ein voller Fern- und
Nahvisus
sowie ein erhaltenes Gesichtsfeld.
Es zeige sich eine Fern-
Esotro
p
h
ie
und kleine
Fern
–
Hypertropie
links mit mehrheitlich negativen Stereotests. Zusammenfassend bestehe ein sub
normales
Binokularsehen
, welches schon seit langem bestehen dürfte. Im Zu
sammenhang mit dem Schädel-MRI-Befund (vom 1
5.
Januar 2014; vgl.
Urk.
7/46/9
)
mit rechtsbetont okzipitalen Läsionen sei eine Dekompensation des binokularen Gleichgewichtes mit konsekutiver
Asthenopie
bei zugleich reduzier
ten Kompensationsmöglichkeiten denkbar. Aus opht
h
almologischer Sicht könne zum jetzigen Zeitpunkt eine
leichte Verminderung der Arbeitsfähigkeit zu 20
%
auf dem jetzigen Beruf als selbständiger Betriebsökonom attestiert werden.
4.3
Im Auftrag der
Generali
wurde der
Versicherte
am 2
4.
Juni 2014 rheumatologisch durch
Dr.
K._
, Physikalische Medizin und Rehabilitation FMH, Sportmedizin SGSM, Manuelle Medizin SAMM (
Urk.
7/56/7-23), orthopä
disch durch
Dr.
L._
, Orthopädische Chirurgie und Trauma
to
logie des Bewegungsapparates FMH, Manuelle Medizin SAMM (
Urk.
7/56/24-34),
neurologisch durch
Dr.
M._
, Neurologie FMH (
Urk.
7/56/35-51
), neuropsychologisch durch
N._
(
Urk.
7/56/52-70),
und
kardiologisch durch
Dr.
O._
, Innere Medizin und Kardio
logie FMH (
Urk.
7/56/71-87) einschliesslich eines Belastungs-EKG und einer Echo
kardiographie an der
Klinik P._
(
Urk.
7/56/88-99) unter
sucht. Die gutachterliche Konsensbeurteilung vom
4.
September 2014 kam in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit zu folgenden Einschätzungen (
Urk.
7/56/3-5): Der kar
diologische
Zustand sei aktuell stabil,
kardiologischerseits
bestehe derzeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Der Gutachter riet indes zur baldigen Abklärung eines von ihm gefundenen, in den Akten nie erwähnten
Ventrikel
septumdefekt
s
. Inw
ieweit sich aus dieser weiteren, notwendigen kardiologischen Diagnostik zukünftig Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit ergeben würden, sei erst nach Vorlage der Diagnostik beurteilbar.
Sowohl der orthopädische als auch der rheumatologische Gutachter
würden die Minderung der Arbeitsfähigkeit auf 20
%
schätzen, weil die Sitz- und weitere Belastbarkeit aufgrund eines schmerz
bedingt erhöhten Pausenbedarfs reduziert sei. Somit bestehe eine 80%ige Arbeits
fähigkeit in der zuletzt ausgeübten sowie jedweder vergleichbaren Tätigkeit. Die am 2
4.
Juni 2014 erhobenen neuropsychologischen Testbefunde seien durch
geh
end regelrecht, teils gar überdurchschnittlich und ohne Anhalt für ein spezi
fisches
Störungsmuster gewesen. Angesichts der fehlenden prämorbiden Testrefe
renz u
nd des zweifelsfreien, ausgedehnten bildmorphologischen zerebralen Läsionsbildes sowie der plausiblen Anamnese und der offensichtlich hohen Anstrengungs
bereit
schaft des Untersuchten im Rahmen der hiesigen Testung sei das hier
gewonnene Ergebnis am ehesten als falsch normal und im Sinne einer metho
denimmanenten Limitation zu interpretieren. Sämtliche Hilfsuntersuchungen der Medizin unterlägen einer
solchen
limitierenden Sensitivität/Spezifität bzw. prädi
ktiven Wertigkeit, was in der Interpretation der Ergebnisse stets zu berück
sich
tigen und im Licht der übrigen klinischen Daten zu bewerten sei. Im Falle des Exploranden liege eine eindeutig belegte, ausgedehnte bilaterale Grosshirn
schä
digung vor, zudem ein aktenkundiger klinischer Verlauf im Januar 2013 mit einer protrahierten zerebralen Störung (Vigilanz und Kognition betreffend), so dass in der Abwägung aller Daten hier trotz der normalen testpsychologischen Befunde mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer leicht- bis mittelgradigen hirnorganischen zerebralen Beeinträchtigung auszugehen sei. Neurologisch sei von einem fixierten zerebralen Defektsyndrom auszugehen, andere Ursachen seien nicht wahrscheinlich. Aus neurologischer und neuropsy
chologischer Sicht bestehe i
m angestammten Beruf als Betriebsökonom eine auf 20
%
herabge
sun
kene Arbeitsfähi
gkeit aufgrund einer geistigen/k
ognitiven Einschränkung. In einer geistig einfachen – weit unter dem Bildungsniveau des Untersuchten liegenden – Tätigkeit sei eine Arbeitsfähigkeit von zirka 80
%
als medizinisch-theoreti
sch gegeben anzusehen.
Die durch
Dr.
O._
angeregten kardiologischen Untersuchungen wurden am 3
1.
Oktober 2014 durchgeführt. Laut gutachterlicher Ergänzung vom 2
8.
Novem
ber 2014 (
Urk.
7/60/11f.) ergaben die dabei erhobenen Befunde keine Änderung der bereits vorliegenden gutachterlichen Bewertung hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit, gesundheitlichen Validität und Integrität des Exploranden.
Am 2
3.
Ja
nuar 2015 ersuchte die
Generali
um Ergänzung und Präzisierung der gutachterlich festgehaltenen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit (
Urk.
7/86/61f.). Im
Antwortschreiben vom
5.
März 2015 (
Urk.
7/69) führten
Dr
e
s
.
O._
und
L._
aus, in der angestammten Tätigkeit werde die verbliebene Arbeitsfähig
keit gesamthaft (über alle Fachgebiete) mit 20
%
eingeschätzt; dies aufgrund der kognitiven Einschränkungen. Eine zusätzliche weitere Minderung durch die ortho
pädisch/rheumatologische Gesundheitsstörung sei dabei nicht gegeben, da eine derart geringe Arbeitstätigkeit keiner zusätzlichen Pausen/Entlastungen bedürfe. In optimal angepassten Tätigkeiten schätz
t
en sie die verbliebene Arbeits
fähigkeit auf 80
%
, was mit der physischen orthopädisch/rheumatologischen Beeinträchtigungen zu begründen sei, die geistige Limitation komme in geistig einfachen Tätigkeiten nicht zusätzlich namhaft zum Tragen.
4.4
Das Gutachten der
F._
vom
4.
September 2014 basiert auf eigenen, um
fassenden Untersuchungen mehrerer Fachrichtungen und setzt sich mit den medi
zinischen
Vorakten
sowie der nachträglich stattgehabten kardiologischen Abklä
rung auseinander. Die
erhobenen
Befunde stehen in Einklang mit den Berichten der behandelnden Fachärzte
und diagnostisch erge
ben sich keine Abweichungen.
Die interdisziplinär verfasste Darlegung der
daraus resultierenden
Einschrän
kungen und ihr
er
Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit
unter gebührender Beachtung der geklagten Beschwerden
ist nachvollziehbar.
Damit erweist sich das Gutachten vom
4.
September 2014 in allen Teilen als beweis
kräftig und es ist auf die darin umschriebene Leistungs- und Arbeitsfähigkeit abzustellen (siehe oben E. 4.3). Aufgrund des Umstandes, dass die Unfallver
sicherung Auftraggeberin des Gutachtens war, setzten sich die Gutachter nicht mit dem Verlauf der zumutbaren Arbeitsfähigkeit auseinander. Jedenfalls galten ihre Einschätzungen für den Zeitpunkt ihrer Untersuchungen
(Juni 2014)
.
4.5
Beschwerdeweise wurde vorgebracht, die aus neurologischer und neuropsy
cho
lo
gischer Sicht reduzierte Leistungsfähigkeit müsse mit den Einschränkungen aus orthopädischer und rheumatologischer Sicht addiert werde. Das
in zeitlicher Hin
sicht auf 80% reduziertes Pensum erfahre eine Reduktion der Leistung auf 80
%
, was insgesamt zu einer Arbeitsfähigkeit von 64
%
führe (
Urk.
1 S. 7).
Wie den ergänzenden Ausführungen der Gutachter vom
5.
März 2015 (
Urk.
7/69) zu entnehmen ist, erachteten sie die aus rheumatologischen Gründen leicht redu
zierte Arbeitsfähigkeit von 80
%
(infolge vermehrtem Pausenbedarf) als bei voller Leistungsfähigkeit verwertbar, dies unter der Bedingung, dass die Tätigkeit ange
passt, das heisst den kognitiven Einschränkungen Rechnung trägt. Eine zusätz
liche Leistungseinbusse beim auf 80
%
reduzierten Pensum ist daher nicht
gege
ben
.
4.6
Die Beschwerdegegnerin ging davon aus (vgl.
Urk.
7/121/5), dass sich der Gesund
heitszustand nach Austritt aus dem Rehabilitationsaufenthalt
(
6.
März 2013, vgl.
Urk.
7/46/13ff.)
kontinuierlich verbessert habe, die Arbeitsfähigkeit zu diesem Zeitpunkt 50
%
(gestützt auf Atteste von
Dr.
G._
und des Universitätsspitals
C._
)
betragen habe, weshalb bereits ab April bzw. ab Mai 2014 von einer Arbeitsfähigkeit im Rahmen der gutachterlichen Einschätzung auszugehen sei
(vgl. auch E. 3.1)
.
Dr.
G._
konnte im
Bericht
vom
3.
Mai 2014 (
Urk.
7/46)
keine
genauen Angaben zum Umfang und den Konditionen einer zumutbaren Tätigkeit machen und erachtete eine Begutachtung als notwendig.
Sein ärztliches Zeugnis vom
6.
August 2013 (
Urk.
7/12), worin für 6 Wochen ab 1
9.
August 2013 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wird, entbehrt daher einer substantiellen Begründung. Das Universitätsspital
C._
, Klinik für Unfallchirurgie attestierte am 2
3.
Juli 2013 vom
1.
Januar 2013 bis 2
1.
Oktober 2013 eine 50%ige Arbeits
unfähigkeit, wobei sich dies (siehe Bemerkungen) einzig auf das Rückenleiden
bezog (
Urk.
7/13).
Dem Austrittsbericht der Reha
E._
vom
7.
März 2013 (
Urk.
7/46/13ff.) ist zwar ein deutlich gebesserter Allgemeinzustand zu entneh
men, über die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit schweigen sich berichtenden Ärzte der Reha
E._
bei Festhalten einer vollständigen Arbeits
un
fähigkeit als Betriebsökonom indes aus.
Wohl ergibt sich aus dem neuro
psy
cho
logischen Untersuchungsbericht vom 3
1.
Januar 2014 von
Dr.
H._
(
Urk.
7/46/5
),
dass diese trotz der neurokognitiven Beschwerden eine 50%ige Leistungsfähigkeit als sicher realistisch erachtet.
Diese Beurteilung wurde gutach
terlich jedoch teilweise relativiert (vgl. E. 4.3), weshalb nicht darauf abgestellt werden kann.
Eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit Anfang 2014 lässt sich damit nicht begründen.
Jedoch ist spätestens im Zeitpunkt der Begutachtung davon auszugehen, dass dem Versicherten die im Gutachten umschriebene Arbeits
tätigkeit in einem leicht reduzierten Pensum von 80
%
zumutbar war.
5.
Strittig und zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen.
5.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Aus
nah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; BGE 135 V 58 E. 3.1; BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Das im Gesundheitsfall erzielte Einkommen ist eine hypothetische Tatsache, für welche ebenfalls der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gilt. Diese Beweismassregel bezieht sich auch auf Änderungen beim
Valideneinkommen
(Ulrich Meyer/Marco
Reichmuth
,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
IVG,
3.
Aufl., N
62 zu
Art.
28a).
5.2
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
von selbständig erwerbstätig gewe
senen Personen, das der Bestimmung des Invaliditätsgrades nach Art. 16 ATSG zugrunde zu legen ist, sollten in erster Linie die aus dem Auszug aus dem IK ersichtlichen Löhne herangezogen werden. Weist das bis Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und verhältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während einer längeren Zeit
spanne erzielten Durchschnittsverdienst abzustellen (Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2011 vom 29. März 2012 E. 3, E. 4.1 f.).
Bei selbständig Erwerbenden wird namentlich dann nicht auf das zuletzt erzielte Einkommen abgestellt, wenn aufgrund der Umstände mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit anzunehmen ist, dass der Versicherte im Gesundheitsfall seine nicht einträgliche selbständige Tätigkeit aufgegeben und eine besser
entlöhnte
andere Tätigkeit angenommen hätte, oder dann, wenn die vor der Gesundheits
beeinträchtigung ausgeübte selbständige Tätigkeit wegen ihrer kurzen Dauer kein
e genügende Grundlage für die Bestimmung des
Valideneinkommens
dar
stellt, zumal in den ersten Jahren nach Aufnahme der selbständigen Erwerbstätigkeit üblicherweise aus verschiedenen Gründen (hohe Abschreibungsquote auf Neuin
vestitionen usw.) die Betriebsgewinne gering sind. Wenn sich hingegen der Ver
sicherte, auch als seine Arbeitsfähigkeit noch nicht beeinträchtigt war, über mehrere Jahre hinweg mit einem bescheidenen Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit begnügt hat, ist dieses für die Festlegung des
Validenein
kommens
massgebend, selbst wenn besser
entlöhnte
Erwerbsmöglichkeiten be
standen hätten. Das Bundesgericht hat denn auch eine Parallelisierung der Einkommen bei selbständig Erwerbenden in der Regel abgelehnt (Urteil des Bundesgerichts 8C_626/2011 vom 2
9.
März 2012 E. 4.4 mit Hinweisen auf
BGE 135 V 58
E. 3.4.6-7).
5.3
Die Frage, ob jemand im Einzelfall als selbstständig oder unselbstständig erwer
bend zu gelten hat, beurteilt sich nicht aufgrund der Rechtsnatur des Vertrags
verhältnisses zwischen den Parteien (BGE 122 V 169 E. 3a S. 171 mit Hinweis). Dieser, im Verfahren zur Bestimmung der
ahv
-rechtlichen Beitragsqualifikation entwickelte Grundsatz findet auch auf invalidenversicherungsrechtliche Verhält
nisse Anwendung (vgl. dazu
Art.
25
Abs.
1
der Verordnung über die Invaliden
versicherung, IVV
, wonach als Erwerbseinkommen im Sinne von
Art.
16 ATSG mutmassliche jährliche Erwerbseinkommen gelten, von denen Beiträge gemäss
Bundesgesetz über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
, AHVG
,
erhoben würden). Angestellte Geschäftsführer oder Betriebsleiter sind,
selbst
wenn ihnen faktisch die Stellung von Allein- oder Teilinhabern einer Aktiengesellschaft zukommt und sie massgebenden Einfluss auf den Geschäftsgang haben, formell Arbeitnehmer der Gesellschaft. Für die Beurteilung des sozialversiche
rungs
rechtlichen Status einer Person ist indessen nicht die zivilrechtliche, sondern die wirtschaftliche Stellung ausschlaggebend. Ob ein Versicherter einen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftspoliti
k und -entwicklung nehmen kann
und damit invalidenversicherungsrechtlich als
Selbständigerwerbender
mit einem eigenen Betrieb zu gelten hat, ist aufgrund der finanziellen Beteiligung, der Zusammen
setzung der Leitung der Gesellschaft und vergleichbarer Gesichtspunkte zu prüfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_453/2014 vom 1
7.
Februar 2015 E. 4.
1
).
6.
6
.1
6.1.1
Der
Versicherte
arbeitete nach seinem kaufmännischen Lehrabschluss 1982 (
Urk.
7/3/10) bei einer Bank als Allrounder in den internen Personalablösung
en (
Urk.
7/3/19) und anschliessend in der Abteilung Wertschriftenverwaltung und Lombardkredite einer Grossbank (
Urk.
7/3/21). In dieser Zeit besuchte er diverse Weiterbildungen (
Urk.
7/3/11-12,
Urk.
7/3/15) und schloss die Diplomprüfung zum Betriebsökonom ab (
Urk.
7/3/
20)
. Im April 1992 machte er sich s
elbständig und war als
Unternehmensberater und Treuhänder tätig (
Urk.
7/8,
Urk.
7/118,
Urk.
7/56/9).
Die
se Tätigkeit führte er
ab Mai 1995 unter der Form
eine
r Aktien
gesellschaft, wobei die Aktien der im Jahr 2000 gegründete
n
A._
AG
vollständig in seiner Hand gewesen sein sollen (Urk
.
7/100/2)
.
Aus den IK (
Urk.
7/
118
)
ist ersichtlich, dass er
seit 1996
bis 199
8
über die
Q._
AG für Treuhand und Verwaltung und
2001 bis 2006 über
die
R._
AG
jährlich
namhafte
Lohnbezüge ab
rechnete
.
Ferner bezog er bis 2002 gelegentlich
geringfügigere L
ö
hn
e
bei
andere
n
Firmen
(
S._
AG) bzw. selb
ständiges Erwerbseinkommen. Wie den auf dem Internet einsehbaren Handels
registerauszügen des Kantons Zug zu entnehmen ist, betätigte sich
der
Versicherte
in verschiedenen Unternehmen vor allem im Immobilien- und Treuhandbereich als Mitglied des Verwaltungsrates: Von Mai 2012 bis zur Löschung der Firma im November 2014 bei der
T._
AG,
von Januar 2004 bis Februar 2015 bei der
U._
AG und von November 2005 bis November 2013 bei der
V._
AG,
zeit ihres Bestehens
bzw. seit der Sitzverlegung an die Geschäftsadresse der
A._
AG
bei der
W._
AG (März 2001 bis Juli 2007)
,
bei der
Y._
AG
(Januar 2004 bis November 2015), bei der
Z._
AG
(März 2001 bis Oktober 2013)
sowie bei der
AA._
AG (Gründung im Juni 2001)
.
6.1.2
Den IKs sind seit 1995 folgende Gesamteinkommen zu entnehmen: 1995:
Fr.
108'300.--, 1996:
Fr.
97'550.--,
1997: Fr. 71'200.--
,
199
8
:
Fr.
123'000.--, 1999:
Fr.
98
'
583.--, 2000:
Fr.
81
'
9
0
5
.--, 2001:
Fr.
74
'
667
.--, 2002:
Fr.
77'900
.
, 2003:
Fr.
40'000.--, 2004
:
Fr.
69'600.--
.
Von 2005 bis und mit 2010 liess sich der
Ver
sicherte
von der
R._
AG (bis 2006) bzw. von der
A._
AG jeweils
Fr.
80'400.--
auszahlen, im Jahr 20
1
1 waren es
Fr.
110'000.--
und im Jahr 2012
Fr.
90'313.--
(
Urk.
7/118
; vgl. auch
AHV-Lohn
bescheinigung 2011
,
Urk.
7/25). Den Lohnabrechnungen
der Firma zu Händen des
Versicherte
n
für das Jahr 2012
(
Urk.
7/60/28ff.)
ist indes zu entnehmen, dass
monatlich ein Bruttolohn von
Fr.
10
'500.
--
(x 13) zuzüglich Spesenpauschale geflossen sein soll, was ein AHV-pflichtiges Jahresbruttoeinkommen von
Fr.
136'500.-- ergeben würde. Der
Versicherte
schätzte im Okto
ber 2014 die mut
masslichen Lohn
bezüge für das Jahr 2013 aufgrund der positiven Geschäfts
ent
wic
klung vor dem Unfall auf Fr.
162'500.-- (13x
Fr.
12'500.--) und im
Jahre 2014 auf mutmasslich
Fr.
166'400.-- (vgl. E-Mail seines Vertreters vom 3
0.
Oktober
2014 an die Unfallversicherung,
Urk.
7/60/27). In der IV-Anmeldung im Juni 2013
bezifferte der
Versicherte
die monatlichen Bruttob
ezüge
auf
Fr.
11'375.-- (
Urk.
7/4/4), was
jährlich
ebenfalls
Fr.
136'500.-- ergeben würde.
Den Unfallver
si
cherungsakten ist ausserdem zu entnehmen, dass über die
A._
AG am
8.
Januar 2013 der Konkurs eröffnet wurde (
Urk.
7/86/7) und der
Versicherte
eine Forderungseingabe für
nicht erhaltenen
Lohn für die Monate Januar 2012 bis Konkurseröffnung bzw. bis Ende der Kündigungsfrist Ende Juli 2013 von mo
nat
lich
Fr.
10'500.--
zuzüglich 1
3.
Monatslohn, Ferien- und Spesenguthaben
ein
reichte, wobei er
mit
dieser Forderung Vorschüsse in der Höhe von
Fr.
90'500.--
verrechnete
und zum Abzug brachte
(
Urk.
7/91/15
,
Urk.
7/91/17
).
6
.
1.
3
Die Beschwerdegegnerin liess eine Abklärung für
Selbständigerwerbende
durch
führen. Dem Bericht vom 1
1.
März 2015, basierend auf Erhebungen vom 5.
März 2015 (
Urk.
7/100), ist zu entnehmen, der
Versicherte
habe angegeben
, die über Jahre immer gleiche Lohnsumme von ca.
Fr.
80'000.-- liege darin begründet, dass er in dieser Zeit noch intensive Aufbauarbeit habe betreiben müssen und den Lohn tief gehalten, also noch keinen marktgerechten Lohn habe auszahlen können. Ab Januar 2011 sei der Lohn zunächst auf
Fr.
9'100.--, ab September 2011 auf
Fr.
9'300.-- erhöht worden. Ab Januar 2012 sei eine weitere Anpassung auf
Fr.
10'500.-- pro Monat erfolgt. Ferner habe seine Ehefrau im Ausmass von rund 40
%
im
Betrieb für Büro/Administration mitgearbeitet. Ab 2012 sei er auch noch in der Immobilienbranche tätig gewesen und habe Verkaufsaufträge ange
nommen. Hierfür habe er einen Teilzeitmitarbeiter eingestellt, der sich aus
schliesslich darum gekümmert habe, weil seine (des
Versicherte
n) Kapazitäten nicht ausgereicht hätten. Der Mitarbeiter habe seine Stelle indes bereits auf Ende 2012 gekündigt. Die ihm ausbezahlte Gesamtlohnsumme würde ca.
Fr.
65'000.-- betragen.
Aus der Analyse der Geschäftsabschlüsse der
A._
AG 2009 bis 2012 ergibt sich, dass der Reingewinn sich wie folgt entwickelte: 2009
Fr.
12'343.--, 2010:
Fr.
11'248.--, 2011:
Fr.
20'532.--, 2012:
Fr.
17'268.--, wobei der Ertrag sich 2012 markant auf
Fr.
536'744
.--
von vorher
Fr.
433'744.--
(2011) bzw.
Fr.
458'403
.--
(2010) bzw.
Fr.
482'106.-- (2009)
erhöhte
(
Urk.
7/100/5; vgl. auch Bilanzen 2009 bis 2012,
Urk.
7/22-24).
Gestützt auf diese Erhebungen kam die Beschwerdegegnerin zum Schluss, dass das
Valideneinkommen
auf
Fr.
136'500.-- festzusetzen sei (vgl.
Urk.
7/120). Dies entspricht dem in den Lohnbescheinigungen
2012
verbrieften Lohn von monat
lich
Fr.
10'500.
--
(x 13) für das Jahr 2012.
6.2
Vorab ist festzuhalten
, dass
der
Versicherte
als Alleininhaber der Aktienge
sell
schaft unter Berücksichtigung des
von
seiner eigenen Arbeitsleistung
abhängigen
Geschäftserfolges bestimmen konnte, welchen Anteil er sich als Lohn ausbezahlen
liess,
weshalb ihm faktisch die
Stellung eines
Selbständigerwerbenden
zu
kam
(E.
5.3)
. Da der
Versicherte
seit dem Skiunfall im Februar
2012
ununterbrochen ganz oder teilweise arbeitsunfähig geschrieben war, sind die im Jahre 2012 effektiv erzielten Erwerbseinkommen
grundsätzlich
nicht repräsentativ
,
auch wenn er g
egenüber der Abklärungsperson an
gegeben hatte, im Jahre 2012 prak
tisch voll gearbeitet zu haben (
Urk.
7/121/4).
Kommt hinzu, dass
die
A._
AG
bereits
am
8.
Januar 2013 Konkurs ging (vgl.
Urk.
7/86/7)
und der
Versicherte
ab Januar
2012
effektiv lediglich rund
Fr.
90'500
.--
bezogen hatte, wobei hierauf auch Spesenguthaben in unbekannter Höhe und damit nicht AHV-pflichtiger Lohn entfallen
(
Urk.
7/91/17,
Urk.
7/91/15)
.
Es ist daher nicht aus
gewiesen, dass der Geschäftsgang der
A._
A
G ab Ende 2011 fort
laufend höhere Lohnzahlungen hätte
generieren
können.
Zudem ist darauf hinzu
weisen, dass der
Versicherte
im Jahre 2012
ausserordentlicherweise
auch im Immobilienhandel tätig gewesen war und einzig hierfür einen Angest
ellten beschäftigt hatte
.
Es muss davon ausgegangen werden, dass n
ach Weggang
des Angestellten
dieser Betriebszweig
wieder eingestellt
worden wäre
– wie der
Versicherte
ausführte
,
hätte er hierfür auch ohne Unfall keine Kapazität gehabt.
Es
ist zu vermuten,
dass die vorübergehende Vermittlung
stätigkeit auch
nur
vor
übergehend zu höheren Erträgen führte, weshalb der diesbezügliche Vergleich der Bilanzen 2009 bis 2012 keinen endgültigen Schluss auf die Entwicklung des
mutmasslich
ausbezahlten Lohnes zulässt, zumal sich der Gewinn
2012
eher ver
min
derte
.
Da der
Versicherte
seit 1995 als «
selbständigerwerbender
» Unterneh
mens
berater tätig gewesen war, scheint es nicht glaubhaft, dass die Aufbauphase bis 2012 hätte dauern sollen. Vielmehr ist wohl mindestens auch die wirt
schaft
liche Entwicklung ausschlaggebend und waren bereits in den 90er Jahre
n
hohe Lohnschwankungen ausgewiesen (vgl. 1998:
Fr.
123'000.--,
1997
:
Fr.
71
'
2
00.--).
Die effektiven Lohnzahlungen entsprachen bereits vor dem Unfall im Februar 2012 nicht dem «vereinbarten» Monatslohn
(vgl.
Urk.
7/110/15-30), sondern waren erfolgsabhängig.
Somit sind der
behauptete
gute Geschäftsgang im Zeit
punkt des Unfalles, die
mutmassliche
Weiterentwicklung des Erfolges und die damit einhergehende jährliche Lohnerhöhung auch mit Blick auf
den Konkurs im Januar 2013
rein spekulativ und nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen.
Wenn die Beschwerdegegnerin gestützt auf den
vom
Versicherten
selbst be
stimmten
, jedoch nicht
ausbezahlten Lohn
von einem höheren massgeblichen
Valideneinkommen
ausging, als
dem
effektiv in den Jahren 2007 bis 2011
bezogenen Lohn
(im Durchschnitt
Fr.
8
6'320.--), so
ist dies nicht
rechtens
und zu korrigieren. Rechtsprechungsgemäss kann das
Valideneinkommen
von
Selbstän
dig
erwerbenden
grundsätzlich auf der Basis der Einträge im individuellen Konto bestimmt werden. Weist das bis Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und verhältnismässig kurzfr
istig in Erscheinung getretene
Schwankungen auf, ist dabei auf einen während einer längeren Zeitspanne erzielten Durchschnitts
verdienst abzustellen (Urteil
des Bundesgerichts 9C_413/2017 vom 1
9.
September 2017 E.3.2.2 mit Hinweisen).
Da vorliegend
die Schwankungen erst 2011 ein
set
zten und
der im
Jahr
2012 abgerechnete Lohn noch über den
bis 2009
regelmässig
ausbezahlten
Jahreslöhnen
liegt, ist auf den Durchschnitt der Jahre 2008 bis und mit 2012 abzustellen. Dieser beträgt
Fr.
88'302.60 (
[
3 x
Fr.
80'400.-- +
Fr.
110'000
.--
+
Fr.
90
'
313
.--
] :
5; vgl.
Urk.
7/118). Angepasst an die Nominal
lohnentwicklung für Männer bis ins Jahr 2013, dem Zeitpunkt des
frühest
mög
lichen Rentenbeginns, ergibt sich ein
Valideneinkommen
von
Fr. 88'948.30,
(vgl. T 39 Entwicklung der Nominal
l
öhne, der Konsumentenpreise und der Real
löhne, hrsg. BFS; 2
012: 2188; 2013: 2204).
6.3
Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die ver
sicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbs
tätigkeit aus, bei der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumut
barer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeits
leistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 139 V 592 E. 2.3; BGE 135 V 297 E. 5.2; BGE 129 V 472 E. 4.2.1; BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
).
6.4
6.4
.1
Dem IK-Auszug ist für das Jahr 2014 ein
durch die
R._
AG abgerechneter Lohn von
Fr.
37'140.-- zu entnehmen (
Urk.
7/118/4).
Laut Angaben gegenüber der Unfallversicherung übte der
Versicherte
seit Januar 2014 einfachere Tätigkeiten für die
R._
AG aus und zahlte sich bis Mai 2014 einen monatlichen Bruttolohn von
Fr.
2'500.-- und danach, per
1.
Juni
2014, infolge Steigerung der Arbeitsleistung
eine
n
solchen
von
Fr.
3'520.
—
aus
(
Urk.
7/110/45; Urk. 7/110/78-90
)
.
6.4
.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Bemessung des
Inv
alidenein
kommens
auf die vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) 2
012 und stellte hierbei auf den standardisierten monatlichen Zentralwert für Männer, Sektor 3 Dienstleistungen, Finanz- und Versicherungsleistungen (64-66), Niveau 2 (praktische Tätigkeiten wie Verkauf/Pflege/Datenverarbeitung und Administration/Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten/Sicher
heits
dienst/Fahrdienst) der Tabelle TA1 ab. Hochgerechnet auf die ab dem Jahre 2013 durchschnittlich betriebsübliche Arbeitszeit von 41,7 und der Nominalent
wicklung sowie unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 10
%
berechnete
sie
ein
Inv
alideneinkommen von
Fr.
45
'611.95 für ein 50%iges Pensum ab März 2013 bzw.
(ohne Leidensabzug)
von
Fr.
81'665.50 bei einem 80%igen Pensum ab April 2014 (vgl.
Urk.
7/120,
Urk.
7/123).
6.5
6.5.1
Entgegen den Vorbringen in der Beschwerde kann für die Bestimmung des Inva
lideneinkommens auch aufgrund der bereits dargelegten wirtschaftlichen Ver
hält
nisse zwischen
Versicherte
m und der Arbeitgeberin nicht ohne weiteres auf den effektiv erzielten Lohn abgestellt werde
n, insbesondere da die zeitliche
Aus
schöpfung der verbliebenen medizinisch zumutbaren Leistungsfähigkeit sowie die angemessene
, weil erfolgsabhängige
Belohnung nicht überprüfbar ist (vgl. zur möglichen Hochrechnung: Urteil des Bundesgerichts 9C_720/2012 E. 2.3.2).
Ferner ist zu berücksichtigen, dass
nach der Rechtsprechung die Aufnahme einer (anderen) unselbständigen Erwerbstätigkeit als zumutbar erscheint, wenn hiervon eine bessere erwerbliche Verwertung der verbliebenen Arbeitsfähigkeit erwartet werden kann und der berufliche Wechsel unter Berücksichtigung der gesamten Umstände (Alter, Aktivitätsdauer, Ausbildung, Art der bisherigen Tätigkeit, per
sönliche Lebensumstände) als zumutbar erscheint (Urteil des Bundesgerichts I
116/03 vom 1
0.
November 2003 E. 3.1 und I 145/01 vom 1
2.
September 2001
E. 2b
, je mit Hinweisen).
Im Gebiet der Invalidenversicherung gilt ganz allgemein der Grundsatz, dass die invalide Person, bevor sie Leistungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen ihrer Invalidität bestmöglich
zu mildern. Dieses Gebot der Selbsteingliederung ist Ausdruck des in der ganzen Sozialversicherung geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht (BGE 130 V 97 E. 3.2 S. 99 mit Hinweisen), wobei jedoch vom Versicherten nur Vor
kehren verlangt werden können, die unter Berücksichtigung der gesamten objek
tiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind (BGE 113 V 22 E. 4a S. 28 mit Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung; ZAK 1989 S. 214 E.
1c). Als Ausdruck der allgemeinen Schadenminderungspflicht geht die Pflicht, die notwendigen Schritte zur Selbsteingliederung zu unternehmen, nicht nur dem Renten-, sondern auch dem gesetzlichen Eingliederungsanspruch vor
(Urteil des Bundesgerichts 9C_356/2014 vom 1
4.
November 2014 E. 3.1). Insoweit bezieht sich die anrechenbare, volle Ausschöpfung der Restarbeitsfähigkeit entgegen den Beschwerdevorbringen (
Urk.
1 S. 12) nicht ausschliesslich auf das Restpensum, sondern auch auf die unter Berücksichtigung aller Umstände zumutbare E
rwerbs
fähigkeit. Vorliegend war ein allfälliger Berufs- bzw. Arbeitswechsel objektiv und subjektiv zumutbar: so wurde die zumindest in den letzten Jahren aktive «Arbeit
geberfirma» anfangs 2013 liquidiert und verfügte der
Versicherte
über eine solide berufliche Ausbildung und Erfahrung, welche er auch andernorts auf dem ausge
glichenen Arbeitsmarkt (vgl. zu diesem Begriff:
BGE 134 V 64 E. 4.2.1, BGE 110 V 273 E. 4b; vgl. auch BGE 141 V 351 E. 5.2, 141 V 343 E. 5.2
) hätte verwerten können. Hiergegen spricht auch die grundsätzlich verb
liebene Aktivitätsdauer des 1963
gebor
enen Versicherten nicht. Es war daher zulässig, auf lohnstatistische Angaben abzustellen.
6.5.2
Das in der Beschwerde angeführte
Salarium
, Individueller Lohnrechner 2014 (
Urk.
1 S. 13, vgl.
Urk.
7/130)
umfass
t
l
ediglich eine Region
der Schweiz
und
trifft keine
Unterscheidung nach Geschlecht,
weshalb es
nicht herangezogen werden kann
(vgl.
Ulrich Meyer/Marco
Reichmuth
, a.a.O. N 94f. zu
Art.
28a mit Hinwei
sen)
. Auch ist entgegen den Beschwerdevorbringen (
Urk.
1 S. 13) nicht das
Kom
-
pe
tenzniveau
1, welche
s
einfache Tätigkeiten körperlicher
oder handwerklicher Art
bezeichnet
,
massgebend, da die verbliebene
Leistungsfähigkeit im weitesten
Sinne kaufmännische bzw. geistige Tätigkeiten umfasst, wenn auc
h auf tieferem Niveau
als vor E
intritt des Gesundheitsschadens, für welche der
Versicherte
über eine abgeschlossene Berufsbildung und langjährige berufliche Erfahrungen ver
fügt
e
.
Zu hören ist hingegen der Einwand, dass der Versicherte
unmittelbar
vor Eintritt des Gesundheitsschadens nicht im Sektor Finanz- und Versicherungsdienst
leis
t
ungen (64-66) tätig gewesen war und angesichts dessen, dass keine komplexe geistige Tätigkeit mehr möglich war,
fraglich ist, ob er in diesem Bereich hätte tätig werden können,
auch wenn er über langjährige Bankerfahrung verfügte.
Die beschwerdeweise postulie
rte Anwendung der Werte unter «Sonst.
wirtschaftliche
Dienstleistungen
»
(77-82)
, insbesondere des
Teilbereich
s
«S
onst.
w
ir
t
schaftliche Dienstleistungen
»
(welcher die Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften
[78]
ausklammer
t
) scheint der Ausbildung und dem
bisherigen
Tätigkeitsbereich
bzw. beruflichen Erfahrung
angepasst.
Auf dem Kompetenzniveau 2 (Praktische Tätigkeiten wie Datenverarbeitung und Administration) liegt der standardisierte Zentralwert für Männer bei
Fr.
5
'
212.
--
(Tabelle TA 1, Monatlicher Bruttolohn
[Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater
Sektor). Hochgerechnet auf die im Jahre 2013 durchschnittlich betriebsübliche Arbeitszeit von 41,7 Wochenstunden und angepasst an die Nominallohner
höh
ung 2013 für Männer (2012: 2188 Punkte; 2013: 2204 Punkte) ergibt dies einen Jahreslohn von
Fr.
65'678.9
0.
6.5.3
Die Beschwerdegegnerin gewährte
infolge des Teilzeitpensums von 50
%
einen Leidensabzug von 10
%
(
Urk.
2 S. 4)
. Ob
das Teilpensum als
abzugsbegründende
r Aspekt zu berücksichtigen ist
, braucht nicht geprüft zu werden, weil
dies für das Ergebnis keinen Einfluss hat
. Jedenfalls wurde den gesundheitsbedingten Ein
schrän
kungen umfassend Rechnung getragen, weshalb entgegen den Beschwer
de
vorbringen (
Urk.
1 S. 14) keine zusätzlichen lohnmindernden Aspekte zu berück
sichtigen sind.
6.5.4
Bei einem Pensum von 50
%
und unter Berücksichtigung des von der Beschwer
de
gegnerin gewährten Leidensabzugs von 10
%
errechnet sich ein Jahresein
kommen von
Fr.
29'555.
51, welches als Inv
alideneinkommen (Basis 2013) heran
zuziehen ist.
Aus der Gegenüberstellung mit dem
Valideneinkommen
von
Fr.
88'
948
.
3
0 ergibt sich eine Invaliditätsgrad von 66,77
%
, was ab
1.
Dezember 2013 Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
begründet.
6.5.5
Im Zeitpunkt der ausgewiesenen Verbesserung (Juni 2014) ist das Invaliden
ein
kommen mit
Fr.
52'543.10 zu bemessen (
Fr.
65'678.90 x 0,8), was dem
Validen
einkommen
von
Fr.
88'948.30 gegenübergestellt einen Invaliditätsgrad von 40,93
%
ergibt.
Die Anpassung von Invaliden- und
Valideneinkommen
an die Nominallohnerhöhung 2014 führte infolge paralleler Hochrechnung zum selben Ergebnis.
In Berücksichtigung von
Art.
88a IVV ist die
Dreiviertelsrente
per
1.
Oktober
2014 auf eine
Viertelsrente
herabzusetzen
(vgl. zur analogen Anwen
dung bei rückwirkender revisionsrechtlicher Abstufung des Rentenanspruchs:
BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1)
.
7.
7.1
Zusammenfassend bestand ab
1.
Dezember 2013 gestützt auf einen Invaliditäts
grad von 67
%
Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und ab
1.
Oktober
2014 (bis 3
0.
April 2017)
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 41
%
Anspruch auf eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung. Damit erweist sich die angefochtene Verfügung vom 2
0.
Oktober 2016 in Bezug auf den Zeitpunkt der Rentenherab
setzung als nicht rechtens und
ist in diesem Punkt aufzuheben, im Übrigen ist sie im Ergebnis zu bestätigen.
Dies führt zur teilweisen Gutheissung der Beschwerde.
7.2
Das Beschwerdeverfahren ist bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kosten
pflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.--
bis
Fr.
1'000.--
festgelegt (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).
Vorliegend sind die Gerichtskosten auf
Fr.
900.-- festzusetzen und entsprechend
dem Verfahrensausgang zu einem Drittel (
Fr.
300.--) der Beschwerdegegnerin, und
zu zwei Dritteln (
Fr.
600.--) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
7.3
Ausgangsgemäss steht
dem Beschwerdeführer
ein
e
Prozessentschädigung zu, wobei die Prozessentschädigung
entsprechend des unterliegenden Anteils
um
z
wei
D
rittel zu kürzen ist.
Mit Honorarnote vom 2
0.
Juni 2018 (
Urk.
17) machte Rechts
anwalt Oskar
Gysler
einen Aufwand von 11,75
(bis Ende 2016) und
2,5833
Stunden ab
1.
Januar 2018 sowie Kleinspe
senpauschalen von insgesamt Fr.
116.05 (inkl.
MWSt
) geltend, was angemessen erscheint. Unter Berücksich
tigung des gerichtsüblichen Stundenansatzes von
Fr.
220.-- ist die Parteient
schädigung auf
Fr.
1'174.-- ([11,75 x
Fr.
237.60
+ 2,5833 x
Fr.
236.94 +
Fr.
116.05
] :
3) festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuer
legen.