Decision ID: cfeb32a2-8be4-527e-81c7-943a4f75ba3d
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. X._, geboren 1968, war bei der Stadt Z._ ab 1. August 2001 als Realschullehrer
mit Wahlstatus in Funktion eines Klassenlehrers in einem 100% Pensum angestellt. Er
arbeitete im Realschulhaus Q._ (act. 1, S. 3 Ziff. III/1, act. 2/3, S. 1 Ziff. 1,
unbestritten). Am 4. Dezember 2015 wurde er vom zuständigen Stadtrat per sofort
freigestellt. Zudem wurde ihm eine Frist bis 21. Dezember 2015 angesetzt, um zu der
von diesem beim Stadtrat und der Personalkommission beantragten Kündigung aus
wichtigen Gründen per 31. Januar 2016 Stellung zu nehmen (act. 2/2, act. 12/1). X._
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war vom 4. bis 11. Dezember 2015, vom 25. Januar 2016 bis 14. Februar 2016 sowie
vom 16. Februar 2016 bis 16. März 2016 (in der Klinik O._ hospitalisiert) zu 100%
arbeitsunfähig, ab 1. April 2016 zu 50%, ab 1. Mai 2016 zu 70% und ab 1. Juni 2016
wieder voll arbeitsfähig (vgl. E. 6.1 hiernach und act. 2/7, act. 12/2, act. 62/12).
B. Mit Beschluss vom 15. Januar 2016 wies die vorberatende Personalkommission ein
Ausstandsbegehren von X._ gegen Y._, die Leiterin des Schulamtes, ab. Gleichzeitig
hielt sie an der Geheimhaltung der Identität der im Protokoll vom 30. November 2015
zitierten Lehrpersonen fest und beantragte beim Stadtrat, das Arbeitsverhältnis mit
X._ aus wichtigen Gründen per Ende des laufenden Semesters zu kündigen (act. 2/4,
act. 12/9 und 11). Mit Beschluss vom 26. Januar 2016 wies der Stadtrat Z._ das
Ausstandsbegehren von X._ ab, soweit er darauf eintrat, und kündigte das
Arbeitsverhältnis mit ihm gemäss dem Antrag der Personalkommission per
31. Januar 2016 aus wichtigen Gründen (act. 2/3). Vom 8. Februar 2016 bis
18. August 2016 richtete die kantonale Arbeitslosenkasse X._ Taggelder aus
(act. 26/1, act. 44). Am 22. April 2016 und 1. Juli 2016 führte die Schlichtungsstelle in
Personalsachen Verständigungsverhandlungen durch (Schlichtungsbegehren vom
28. Juni 2016 gleichlautend wie Rechtsbegehren im Klageverfahren, vgl. lit. C
hiernach), an welchen keine Einigung erzielt werden konnte (act. 2/1). Vom
19. August 2016 bis 6. Juli 2017 absolvierte X._ eine Ausbildung zum
Berufsfachschullehrer (act. 41, act. 43 f.).
C. Am 3. Oktober 2016 erhob X._ (Kläger) durch seine Rechtsvertreterin Klage beim
Verwaltungsgericht mit dem Rechtsbegehren (act. 1), es seien der Beschluss der
Personalkommission vom 15. Januar 2016 und der Beschluss des Stadtrates vom
26. Januar 2016 aufzuheben (Dispositiv-Ziff. 1). Die Politische Gemeinde Z._
(Beklagte) sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu verpflichten, ihm den Lohn
bis Ende der ordentlichen Kündigungsfrist (31. Januar 2017) von brutto
CHF 137‘015.40 zuzüglich Zins seit 1. Februar 2016 zu bezahlen. Es sei die Beklagte
zu verpflichten, die darauf entfallenden Sozialversicherungsbeiträge zu entrichten
(Ziff. 2). Es sei ihm eine Entschädigung wegen ungerechtfertigter fristloser Kündigung
im Umfang von sechs Monatslöhnen, gesamthaft CHF 64‘108.40, zuzüglich Zins zu 5%
seit 1. Februar 2016 zuzusprechen (Ziff. 3). Mit Entscheid VerwGE B 2016/54 vom
25. November 2016 schrieb der Präsident des Verwaltungsgerichts eine Beschwerde
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des Klägers vom 29. Februar 2016 gegen einen Nichteintretensentscheid des
Bildungsdepartements vom 12. Februar 2016 (Übermittlung der Eingabe des Klägers
vom 9. Februar 2016 an die Schlichtungsstelle in Personalsachen) zufolge Rückzugs ab
(von Amtes wegen beigezogen).
D. Mit Klageantwort vom 14. Februar 2017 beantragte die Beklagte die Abweisung der
Klage (act. 11). Mit Replik vom 11. April 2017 bestätigte der Kläger seine Anträge und
Ausführungen (act. 20). Am 1. Mai 2017 beantragte die kantonale Arbeitslosenkasse,
sie sei am Verfahren zu beteiligen. Die Beklagte sei zu verpflichten, ihr die an den
Kläger für den Zeitraum vom 8. Februar 2016 bis 18. August 2016 ausgerichtete
Arbeitslosenentschädigung im Betrag von CHF 27‘833.75 (netto) zurückzuerstatten
(act. 25). Am 15. Juni 2017 duplizierte die Beklagte unter Festhalten an ihrem Antrag
(act. 28). Überdies beantragte sie, das Gesuch der kantonalen Arbeitslosenkasse um
Beiladung ins Verfahren sei unter Kosten- und Entschädigungsfolge abzuweisen. Es sei
davon Vormerk zu nehmen, dass sie den Anspruch der kantonalen Arbeitslosenkasse
anerkenne, soweit die Klage gutgeheissen werde (act. 30). In der Folge nahmen die
kantonale Arbeitslosenkasse am 27. Juni 2017, der Kläger am 14. Juli 2017 und die
Beklagte am 29. September 2017 nochmals Stellung (act. 33 f. und 36). Mit
Zwischenverfügung vom 23. Oktober 2017 wurde die kantonale Arbeitslosenkasse
(Verfahrensbeteiligte) ins Verfahren beigeladen (act. 37). In der Folge liess sich die
Verfahrensbeteiligte am 15. November 2017 und 20. September 2018, die Beklagte am
15. Dezember 2017 und 4. September 2018 und der Kläger am 9. Januar 2018 und
25. Oktober 2018 vernehmen (act. 38, 40, 43, 49, 52 und 61). In der Vernehmlassung
vom 4. September 2018 beantragte die Beklagte neu, es sei die Klage abzuweisen,
soweit darauf einzutreten sei. Das Rechtsbegehren der Verfahrensbeteiligten sei unter
Kosten- und Entschädigungsfolge abzuweisen (act. 49 Ziff. I). Die Beklagte behielt das
letzte Wort (act. 68).
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge und die
Akten wird, soweit wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
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1. Der Kläger unterrichtete an einer von der Beklagten geführten öffentlichen
Volksschule; das Arbeitsverhältnis unterliegt den Regeln des kantonalen
Volksschulgesetzes (sGS 213.1, VSG, vgl. Art. 1 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1
[Realschule] und Art. 56 ff. VSG, siehe auch Botschaft und Entwurf der Regierung zum
Personalgesetz vom 27. April 2010 [fortan: Botschaft], S. 19, www.ratsinfo.sg.ch, und
Art. 1 Abs. 1 lit. b des Personalreglements der Beklagten; _, PR). Die Streiterledigung
richtet sich nach Art. 86 ff. VSG, wobei gemäss Art. 86 VSG vorbehältlich
besonderer Vorschriften das Personalgesetz (sGS 143.1, PersG) sachgemäss
angewendet wird. Auf das Klageverfahren sind Art. 78 ff. PersG anwendbar (vgl.
VerwGE K 2014/2 vom 25. Februar 2016 E. 1, www.gerichte.sg.ch). Gemäss Art. 78
Abs. 1 des Personalgesetzes in der hier noch anwendbaren bis 31. Mai 2017 gültigen
Fassung (nGS 47-31, aPersG) ist das Verwaltungsgericht zur Behandlung der am
29. Oktober 2015 angehobenen Klage zuständig (vgl. dazu VerwGE K 2015/6 vom
15. August 2017 E. 1.1; www.gerichte.sg.ch, bestätigt mit BGer 8C_649/2017 vom
4. Januar 2018 E. 4). Die Klage wurde am 3. Oktober 2016 (act. 1) und damit innerhalb
der Frist von sechs Monaten seit Abschluss des am 1. Juli 2016 gescheiterten
Schlichtungsverfahrens (act. 2/1, siehe auch act. 29/21) nach Art. 81 aPersG erhoben.
Sie erfüllt in formeller und inhaltlicher Sicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 80
Abs. 1 in Verbindung mit Art. 64 und Art. 48 Abs. 1 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP). Auf die Klage ist somit grundsätzlich
einzutreten.
Nicht einzutreten ist auf die Klage, soweit der Kläger beantragt, der Beschluss der
Personalkommission vom 15. Januar 2016 und der Beschluss des Stadtrates vom
26. Januar 2016 seien aufzuheben (act. 1, Dispositiv-Ziffer 1). Dem Verwaltungsgericht
ist die Wiederherstellung des Arbeitsverhältnisses bei materiellen oder formellen
Mängeln des Kündigungsverfahrens verwehrt (vgl. Art. 78 Abs. 3 lit. a und Art. 79
Abs. 1 lit. b Ziff. 2 aPersG sowie M. Joos, öffentliches Personalrecht des
Wirtschaftsraums Ostschweiz, St. Gallen, in: Bürgi/Bürgi-Schneider [Hrsg.], Handbuch
öffentliches Personalrecht, Zürich 2017, S. 792 ff., S. 843 Rz. 188 f.). Es kann die
Auflösung eines öffentlich-rechtlichen Arbeitsverhältnisses (Art. 14 PersG) nicht
rückgängig machen (vgl. demgegenüber BGer 8C_187/2011 vom 14. September 2011
E. 7, in Bezug auf Art. 77 ff. des alten Staatsverwaltungsgesetzes; sGS 140.1, aStVG,
in der bis 1. Juni 2012 geltenden Fassung, nGS 43-110). Dienstverhältnisse, die, wie
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hier, vor Vollzugsbeginn des PersG mit (zustimmungsbedürftiger) Verfügung begründet
worden sind, werden als Arbeitsverhältnisse nach den Bestimmungen des PersG
weitergeführt (vgl. dazu Art. 111 in Verbindung mit Art. 107 PersG und VerwGE
K 2015/4 vom 30. Mai 2017 E. 1 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Damit stellt der
verfahrensauslösende Beschluss der Beklagten vom 26. Januar 2016 (act. 2/3 f.) keine
Verfügung (vgl. Art. 24 Abs. 1 VRP), sondern eine einseitige, empfangsbedürftige
Willenserklärung dar, mit welcher ein rechtsänderndes Gestaltungsrecht ausgeübt wird
(vgl. Botschaft, S. 15 und 34). Daran ändert nichts, dass sich die Beklagte darin auch
zum Ausstandsbegehren des Klägers betreffend die Personalkommission äusserte und
sich weigerte, die Namen der im Protokoll vom 30. November 2015 zitierten
Lehrpersonen offenzulegen. Im Übrigen wird die Feststellung der Nichtigkeit der
Erklärung des Stadtrates vom 26. Januar 2016 vom Kläger zu Recht nicht beantragt
(vgl. dazu RB 2008 Nr. 102 E. 2.2.2 und Art. 101 des Gemeindegesetzes; sGS 151.2,
GG, in Verbindung mit Art. 5 und 7 des Geschäftsreglements des Stadtrates; _). Wie
es sich diesbezüglich mit dem Beschluss der Personalkommission vom
15. Januar 2016 verhält, welcher der verfahrensauslösenden Erklärung vorausging, ist
im Rahmen der in der Klage vorgebrachten Kritik nachfolgend zu prüfen (vgl. E. 4.1).
Offenbleiben kann, ob sämtliche Ausführungen der Beklagten vom 15. Juni 2017
(act. 28) zuzulassen sind (vgl. act. 34), weil sich das Gericht ohnehin nicht mit jedem
und sämtlichen Vorbringen befassen muss, sondern sich mit der Behandlung der
relevanten Streitpunkte und Fragen begnügen kann (vgl. BGer 2C_676/2017 vom
20. März 2018 E. 3.4.4 mit Hinweisen). Dasselbe gilt für deren Stellungnahme vom
15. Dezember 2017 (vgl. dazu BGE 142 III 48 E. 4.1.1 mit Hinweisen, insbesondere auf
BGE 138 I 484 E. 2.4, und act. 40-43). Ferner findet das Novenverbot (Art. 61 VRP)
trotz dem Verweis in Art. 80 Abs. 1 VRP keine Anwendung im Klageverfahren,
zumindest soweit das Verwaltungsgericht, wie hier, als erste Gerichtsinstanz
entscheidet (vgl. VerwGE K 2011/2 und K 2011/5 vom 29. August 2012 je E. 3.2.2 mit
Hinweis auf Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen,
2. Aufl. 2003, Rz. 1151). Damit durfte die Beklagte mit der Stellungnahme vom
15. Dezember 2017 die Berichterstattung der PH_ vom 7. Juli 2017 über die
Diplomfeier am 6. Juli 2017 (act. 41) einreichen (vgl. Art. 19 VRP analog, siehe auch
Art. 229 der Schweizerischen Zivilprozessordnung, Zivilprozessordnung; SR 272, ZPO,
L. Killias, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar zum schweizerischen
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Privatrecht, Schweizerische Zivilprozessordnung, Band II, Bern 2012, Art. 229 Rz. 8 ff.,
BGE 144 III 67 E. 2.1 und VerwGE K 2015/1; K 2015/2 vom 27. September 2016
E. 2.2.1 Abs. 2 mit Hinweis auf BGer 1C_457/2015 vom 3. Mai 2016 E. 2.2,
www.gerichte.sg.ch).
2. Die Beklagte hat die Zusammensetzung der Personalkommission an der Sitzung
vom 15. Januar 2016 antragsgemäss (act. 1, S. 12) offengelegt (act. 12/9). Der Kläger
stellt darüber hinaus die Beweisanträge (act. 1, S. 8, 10, 16, act. 20, S. 4 Ziff. IV/3,
S. 10, Ziff. IV/5/1, S. 13 f. Ziff. IV/5/6 und IV/6), es seien die Namen der Lehrpersonen,
welche am 30. November 2015 beim Schulamt vorgesprochen haben, bekannt zu
geben; es sei das Schulamt aufzufordern, sämtliche Korrespondenz, die zur
Informations- und anderen Zwecken an Dritte gegangen sei, die Qualifizierung des
interimsmässig eingesetzten Schulleiters sowie das Protokoll der Gruppensitzung vom
18. November 2015 offenzulegen. Die Beklagte stellt die Beweisanträge (act. 49, S. 1,
S. 6 Ziff. II/2.2, S. 9 Ziff. II/3, act. 69, S. 2), es seien sämtliche Akten der PH_ sowie
der Verfahrensbeteiligten und des RAV Z._ in Bezug auf den Kläger zu edieren; es sei
ein internistisch-psychiatrisches Gutachten zur objektiven Prüfung der Arbeitsfähigkeit
des Klägers und des von diesem geltend gemachten Krankheitsbildes einzuholen; es
seien die finanziellen Verhältnisse des Klägers im Zeitraum nach dem 18. August 2016
mittels Edition von Bank- und Steuerunterlagen, allfälligen
Prämienverbilligungsunterlagen der Sozialversicherungsanstalt sowie eines Auszugs
aus dem individuellen AHV-Konto des Klägers abzuklären. Auf die beantragten
prozessualen Vorkehren kann verzichtet werden. Die entscheidrelevanten tatsächlichen
Verhältnisse ergeben sich aus den Verfahrensakten (vgl. zur antizipierten
Beweiswürdigung BGer 8C_649/2017 vom 4. Januar 2018 E. 7.6.2 mit Hinweisen).
3. Der Schulrat kann das Arbeitsverhältnis aus wichtigen Gründen jederzeit mit
sofortiger Wirkung oder auf Semesterende auflösen (Art. 72 Abs. 1 VSG, siehe auch
Art. 22 PersG, Art. 10 Abs. 4 des Bundespersonalgesetzes; SR 172.220.1, BPG, und
Art. 337 des Bundesgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen
Zivilgesetzbuches, Fünfter Teil: Obligationenrecht; SR 220, OR). Als wichtige Gründe
gelten insbesondere die Unfähigkeit, die Lehrtätigkeit richtig auszuüben, und andere
Umstände, unter denen die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nicht zugemutet
werden kann (Art. 72 Abs. 2 VSG, vgl. auch BGer 8C_501/2013 vom
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18. November 2013 E. 3.1 mit Hinweisen). Die Rechtmässigkeit einer Entlassung aus
wichtigen Gründen bemisst sich zudem an verfassungsrechtlichen Vorgaben wie dem
Willkürverbot, dem Verhältnismässigkeitsprinzip sowie an Treu und Glauben. Die
Gründe, die zur Kündigung Anlass geben, müssen von einem bestimmten Gewicht sein
(vgl. VerwGE B 2011/235 vom 29. August 2012 E. 3 mit Hinweisen, insbesondere auf
VerwGE B 2010/226 vom 26. Januar 2011, allerdings in Bezug auf Art. 78 aStVG,
www.gerichte.sg.ch, und H. Nötzli, in: Portmann/Uhlmann [Hrsg.],
Bundespersonalgesetz, Bern 2013, Art. 12 Rz. 46 ff.). Die Bestimmungen zur fristlosen
Auflösung nach Art. 337 ff. OR und die hierzu ergangene Rechtsprechung sind
sachgemäss – als subsidiäres Recht des Kantons (vgl. hierzu BGer 8C_299/2016 vom
24. Oktober 2016 E. 3.3 und BGer 8C_329/2016 vom 2. September 2016 E. 5.1 mit
Hinweis auf BGE 140 I 320 E. 3.3 mit Hinweisen) – anwendbar (Art. 81 VSG in
Verbindung mit Art. 8 PersG, vgl. dazu VerwGE B 2011/235 vom 29. August 2012 E. 3
mit Hinweisen, a.a.O.). Eine fristlose Kündigung aus wichtigen Gründen durch den
Arbeitgeber nach Art. 337 OR ist nur bei besonders schweren Verfehlungen des
Arbeitnehmers gerechtfertigt. Diese müssen einerseits objektiv geeignet sein, die für
das Arbeitsverhältnis wesentliche Vertrauensgrundlage zu zerstören oder zumindest so
tiefgreifend zu erschüttern, dass dem Arbeitgeber die Fortsetzung des Vertrags nicht
mehr zuzumuten ist, und anderseits auch tatsächlich dazu geführt haben. Sind die
Verfehlungen weniger schwerwiegend, müssen sie trotz Verwarnung wiederholt
vorgekommen sein. Zu berücksichtigen ist sodann auch die verbleibende Zeit bis zur
ordentlichen Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Ob die dem Arbeitnehmer
vorgeworfene Pflichtverletzung die erforderliche Schwere erreicht, lässt sich nicht
allgemein sagen, sondern hängt von den konkreten Umständen des Einzelfalles ab (vgl.
BGer 4A_7/2018 vom 18. April 2018 in BGE 144 III 235 nicht publizierte E. 4.2.2 mit
Hinweisen, insbesondere auf BGE 142 III 579 E. 4.2 mit Hinweisen, BGer 4A_177/2017
vom 22. Juni 2017 E. 2.2.1, BGer 4A_521/2016 vom 1. Dezember 2016 E. 2.2.2,
BGer 4A_60/2014 vom 22. Juli 2014 E. 3.1-3.4, in: Pra 104/2015 Nr. 95,
BGer 8C_146/2014 vom 26. Juni 2014 E. 3.2 f. und BGE 129 III 380 E. 2 je mit
Hinweisen, Entscheid des Kantonsgerichts BZ.2004.23 vom 27. September 2004 E. IV/
1a mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch, A. von Kaenel, Neuere Entwicklungen in der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum Kündigungsschutz, in: Müller/Pärli/
Wildhaber [Hrsg.], Arbeit und Arbeitsrecht, FS Geiser, Zürich/St. Gallen 2017, S. 481 ff.,
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S. 495 ff., Portmann/Rudolph, in: Honsell/Vogt/Wiegand [Hrsg.], Basler Kommentar,
Obligationenrecht I, 6. Aufl. 2015, Art. 337 Rz. 2-4 und 24 f., Streiff/von Kaenel/
Rudolph, Arbeitsvertrag, 7. Aufl. 2012, S. 1097-1101 und 1105 ff., sowie Rehbinder/
Stöckli, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar zum schweizerischen
Privatrecht, Obligationenrecht, Der Arbeitsvertrag, Art. 331-355 und Art. 361-362 OR,
Bern 2014, Stand 2015, Art. 337 Rz. 2 und 9, Geiser/Müller, Arbeitsrecht in der
Schweiz, 3. Aufl. 2015, Rz. 600 ff.). Aufgrund des Gewichts, das die Schule auf die
Lebensqualität der Menschen hat und des Einflusses, den sie auf die Lernenden,
insbesondere auf Minderjährige ausübt, sind dabei an das pflichtgemässe Verhalten
der Lehrpersonen besonders hohe Anforderungen zu stellen (vgl. Art. 10 der
Verfassung des Kantons St. Gallen; sGS 111.1, KV, Art. 3 und Art. 76 Abs. 1 VSG,
BGer 8C_294/2011 vom 29. Dezember 2011 in BGE 138 I 133 nicht publizierte E. 5.4
mit Hinweis auf H. Plotke, Schweizerisches Schulrecht, 2. Aufl. 2003, S. 499, und
VerwGE B 2011/235 vom 29. August 2012 E. 3.3.2 sowie VerwGE B 2016/147 vom
14. Dezember 2017 E. 5.2.1 je mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch). Während im
Zivilrecht eine fristlose Kündigung in der Regel innert weniger Arbeitstage
auszusprechen ist und eine längere Frist nur zugestanden wird, sofern praktische
Erfordernisse des Alltags- und Wirtschaftslebens dies als berechtigt erscheinen lassen,
vermögen im öffentlichen Personalrecht weitere sachliche Gründe (z.B. rechtliches
Gehör [vgl. Art. 81 VSG in Verbindung mit Art. 77 PersG], Verfahrensvorschriften) ein
längeres Zuwarten zu rechtfertigen (vgl. BGE 138 I 113 E. 6.3-6.5 mit Hinweisen). Die
fristlose Auflösung kann auch während Krankheit oder Unfall ausgesprochen werden
(vgl. Art. 81 VSG in Verbindung mit Art. 25 Abs. 1 und Abs. 2 lit. b PersG, siehe auch
BGer 4C.247/2006 vom 27. Oktober 2006 E. 2.1 mit Hinweisen, insbesondere auf
Streiff/von Kaenel/Rudolph, a.a.O., S. 1100 f. Art. 337 N4). Der
Untersuchungsgrundsatz (Art. 12 VRP) wird im Klageverfahren vor Verwaltungsgericht
zugunsten der Verhandlungsmaxime abgeschwächt. Der Richter klärt den Sachverhalt
nur von Amtes wegen ab, wenn dies durch wesentliche öffentliche Interessen geboten
ist. Ansonsten bestimmen die Parteien durch ihre Behauptungen, Bestreitungen und
Beweisanträge den Sachverhalt, über den das Gericht entscheiden soll (vgl. Cavelti/
Vögeli, a.a.O., Rz. 1158). Der Arbeitgeber, der seinen Angestellten fristlos entlässt, trägt
grundsätzlich die Beweislast für das krass treuwidrige Verhalten des Arbeitnehmers
(vgl. Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches; SR 210, ZGB, analog, VerwGE
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B 2016/14 vom 24. August 2017 E. 3.1 mit Hinweis auf Cavelti/Vögeli, a.a.O.,
Rz. 626-629, www.gerichte.sg.ch, und BGer 4A_37/2010 vom 13. April 2010 E. 4 mit
Hinweisen).
4. Zunächst rügt der Kläger, die Kündigung sei formell nicht korrekt erfolgt. Die
Beklagte habe seinen Anspruch auf ein faires Verfahren (act. 1, S. 9-12 Ziff. IV/2, S. 17
Ziff. IV/4, act. 20, S. 12 Ziff. IV/5/2) und rechtliches Gehör (act. 1, S. 4 Ziff. III/3, S. 7-9
Ziff. IV/1 f., act. 20, S. 4 f. Ziff. IV/2 f., S. 9-12 Ziff. IV/5/1 f.) verletzt.
4.1. Vorweg vermag allein der Umstand, dass Y._, seit 1. September 2014 Leiterin
Schulamt der Beklagten (vgl. Medienmitteilung der Beklagten vom 11. Februar 2014
und K._, www._.ch), und der im Realschulhaus Q._ ab 1. September 2015 befristet
auf sechs Monate eingesetzte Schulleiter P._ von 2001 bis 2014 dem Schulrat N._
angehörten (act. 2/4, S. 6, act. 11, S. 17, act. 28, S. 16), bei objektiver Betrachtung den
Anschein der Befangenheit und Voreingenommenheit nicht zu erwecken. Vom Kläger
wird nicht dargetan und es ist auch nicht ersichtlich, dass zwischen diesen beiden
Personen eine über die ehemalige gemeinsame Behördentätigkeit hinausgehende
freundschaftliche Beziehung bestand (vgl. BGer 1B_598/2012 vom 11. Dezember 2012
E. 3.3 mit Hinweis). Demnach war die Leiterin Schulamt gestützt auf Art. 7 lit. c VRP
nicht verpflichtet, anlässlich des Beschlusses der vorberatenden Personalkommission
vom 15. Januar 2016 (act. 2/4, vgl. dazu Art. 23 Abs. 1 Ziff. 3 des Reglements_; _,
Schulordnung, und Art. 6 Abs. 1 des bis 31. Juli 2017 gültigen Reglements _; _, _,
aZuRe Schule) in den Ausstand zu treten. Der Anspruch des Klägers auf gleiche und
gerechte Behandlung, insbesondere das Gebot der Unbefangenheit (vgl. dazu Art. 29
Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft; SR 101, BV,
Art. 6 Ziff. 1 der Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und
Grundfreiheiten; SR 0.101, EMRK, Art. 7 VRP sowie BGer 2C_807/2015 vom
18. Oktober 2016 E. 2.1.1 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 140 I 326 E. 5.2, und
VerwGE B 2013/166 vom 4. Dezember 2014 E. 2.2 ff. mit Hinweisen) wurde in dieser
Hinsicht nicht verletzt. Bei diesem Ergebnis kann dahingestellt bleiben, ob der Stadtrat
die Kündigung auch ohne rechtswirksamen Beschluss der vorberatenden
Personalkommission hätte aussprechen dürfen (vgl. hierzu Art. 16 Abs. 2
Ziff. 11 Schulordnung, siehe auch Art. 2 Abs. 2 Ziff. 6 lit. a und Abs. 3 aZuRe Schule).
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4.2. Weiter kann der Beklagten insofern kein Verstoss gegen den Anspruch des Klägers
auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 4 lit. c KV, Art. 6 Ziff. 1 EMRK, Art. 15 und
Art. 16 VRP und Art. 81 VSG in Verbindung mit Art. 77 PersG, vgl. dazu
BGer 8C_187/2011 vom 14. September 2011 E. 5 mit Hinweisen) vorgeworfen werden,
als sie ihm am 21. Dezember 2015 das Protokoll vom 30. November 2015 zur
Stellungnahme unterbreitete (act. 12/12, S. 2) und für ihn damit absehbar war, dass
sich die beabsichtigte Kündigung aus wichtigen Gründen auch auf dieses Protokoll
stützen könnte (vgl. dazu auch Schreiben vom 10. und 15. Dezember 2015, act. 29/19
und 22). Daran ändert nichts, dass das Protokoll im Schreiben vom 4. Dezember 2015
(act. 2/2) noch nicht erwähnt wurde. Soweit die Beklagte dadurch weitere
Kündigungsgründe nachschob, hatte der Kläger Gelegenheit, sich hierzu vorgängig zur
Kündigung zu äussern. Näherer Prüfung bedarf indessen die Frage, ob die Beklagte die
Namen der im Protokoll vom 30. November 2015 (act. 12/11) zitierten Lehrpersonen
geheim halten durfte.
Das Akteneinsichtsrecht als Teilgehalt des rechtlichen Gehörs (vgl. BGer 2C_444/2017
vom 19. Februar 2018 E. 4.3 mit Hinweisen) kann nach Art. 16 Abs. 1 VRP
eingeschränkt werden, soweit wichtige öffentliche oder schutzwürdige private
Interessen entgegenstehen (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 1129). Die Akteneinsicht ist
die Regel, deren Verweigerung oder Einschränkung bildet dagegen die Ausnahme (vgl.
BGer 2C_112/2015 vom 27. August 2015 E. 5.1 mit Hinweisen). Als schutzwürdige
resp. wesentliche private Interessen stehen gesetzlich geschützte Berufs- und
Geschäftsgeheimnisse von Gegenparteien oder Dritten im Vordergrund. Von
Bedeutung ist alsdann der Schutz der Persönlichkeitsrechte, namentlich der Schutz der
Identität von Informanten, Auskunftspersonen oder anderen Gewährspersonen, die vor
Anfeindungen bewahrt werden sollen (vgl. Kiener/Rütsche/Kühn,
öffentliches Verfahrensrecht, 2. Aufl. 2015, Rz. 642, A. Griffel, Kommentar zum
Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. Aufl. 2014, § 9 Rz. 9, und
G. Steinmann, in: Ehrenzeller/Schindler/Schweizer/Vallender [Hrsg.], Die
Schweizerische Bundesverfassung, 3. Aufl. 2014, Art. 29 Rz. 52, siehe auch
BGE 139 IV 265 E. 4.2, allerdings in Bezug auf Art. 149 der Schweizerischen
Strafprozessordnung, Strafprozessordnung; SR 312.0, StPO).
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Im konkreten Fall vermag die Beklagte mit den Verweisen auf die behaupteten früheren
(bis 2014) Verfehlungen des Klägers gegenüber Lehrpersonen am Schulhaus Q._
(act. 2/3, S. 4, act. 2/4, S. 9, act. 11, S. 14 f., act. 28, S. 6) den geltend gemachten
hohen Schutzbedarf der im Protokoll vom 30. November 2015 nicht namentlich
genannten Lehrpersonen und damit deren Geheimhaltungsinteresse nicht zu
begründen. Es bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass der Kläger deswegen im
Strafregister, etwa wegen Beschimpfung oder Drohung, verzeichnet oder
personalrechtlich ermahnt worden wäre. Eine bloss abstrakte Gefahr von
Unannehmlichkeiten genügt nicht (vgl. Waldmann/Oeschger, in: Waldmann/
Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016,
Art. 27 Rz. 33). Soweit sich die Beklagte auf das Verhalten des Klägers vom
7. Dezember 2015 beruft (act. 11, S. 11 Ziff. 1, act. 28, S. 15 f. Ziff. 5/2), hat der Kläger
gemäss der Darstellung der Beklagten eine Lehrperson wegen mutmasslichen
"Verpfeifens“ zwar angeschrien. Er liess von dieser jedoch offenbar sofort ab, nachdem
ihm diese mitgeteilt hatte, dass sie sich "bedroht“ fühle, und entschuldigte sich bei ihr.
Selbst wenn vor diesem Hintergrund im privatrechtlich beherrschten Rechtsverhältnis
zwischen dem Kläger und den zwei Lehrpersonen, deren Identität die Beklagte geheim
gehalten hat, ernsthafte Anzeichen für eine konkrete Gefährdung der
Persönlichkeitsrechte (vgl. dazu Art. 28 ZGB und Art. 173 ff. des Schweizerischen
Strafgesetzbuches; SR 311.0, StGB, siehe auch Art. 7, Art. 10 Abs. 2, Art. 13 Abs. 1,
Art. 35 Abs. 1 und 3 BV sowie BGer 2C_1064/2014 vom 26. Mai 2016 E. 7.1 mit
Hinweisen) bejaht würden, ist nicht ersichtlich und wird von der Beklagten auch nicht
weiter dargetan, inwiefern diese objektiv betrachtet über eine geringfügige
Beeinträchtigung der Persönlichkeit hinausginge (vgl. hierzu GVP 2013 Nr. 74 E. 3.1 mit
Hinweisen, insbesondere auf BGer 1B_21/2012 vom 27. März 2012 E. 2.4, allerdings in
Bezug auf Art. 426 Abs. 2 StPO). Auch wenn sich die Lehrpersonen davor ängstigten,
kann das Anschreien alleine noch nicht als schwere Verletzung der Persönlichkeit
angesehen werden. Demnach hätte die Beklagte die auf dem Spiel stehenden privaten
Interessen an der Geheimhaltung der Identität der Lehrpersonen anhand der konkreten
Umstände nicht höher gewichten dürfen als das Interesse an der Akteneinsicht. Indem
sie die vom Kläger beantragte Bekanntgabe der Namen der im Protokoll vom
30. November 2015 nicht namentlich genannten Lehrpersonen verweigerte, verletzte
sie den Anspruch des Klägers auf rechtliches Gehör und damit auch dessen Anspruch
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auf ein faires Verfahren (vgl. BGE 133 I 100 E. 4.5 f. mit Hinweisen). Dies gilt im Übrigen
auch insoweit, als sich die Beklagte nachträglich auf weitere anonyme Lehrpersonen
beruft, gemäss welchen der Kläger "der Mann fürs Grobe" oder "der Drahtzieher einer
dominanten Minderheit" gewesen sein soll (act. 11, S. 11 und 14). Demzufolge erweist
sich die strittige Kündigung bereits aus diesem Grund als rechtswidrig. Bei diesem
Ergebnis kann offenbleiben, ob der Anspruch des Klägers auf rechtliches Gehör und
auf ein faires Verfahren eigenen Angaben gemäss auch dadurch verletzt wurde, dass
im Protokoll vom 30. November 2015 der Verlauf des Gesprächs nicht nachvollzogen
werden konnte; ihm nicht sämtliche Korrespondenz, die zur Informations- und anderen
Zwecken an Dritte gegangen ist, offengelegt wurde; die Meinung des Schulamtes
bereits anlässlich dieses Gesprächs und damit vor der Besprechung vom
4. Dezember 2015 gemacht war und sich das Schulamt umgehend mit den
Lehrpersonen solidarisierte, welche am 30. November 2015 vorgesprochen hatten.
5. Überdies stellt sich der Kläger auf den Standpunkt (act. 1, S. 6-8 Ziff. IV/1 f.,
S. 12-22 Ziff. IV/3-5, act. 20, S. 5-9 Ziff. IV/4-5/1, S. 11 Ziff. IV/5/2), die Kündigung sei
zu Unrecht aus wichtigen Gründen (vgl. dazu act. 2/2-4, act. 11, S. 2 f. Ziff. 2, S. 5 f.
Ziff. 3 und 5, S. 8 f. Ziff. 5, S. 11 f. und 14 Ziff. 1, S. 16 Ziff. 2, act. 12/3, 11 und 15,
act. 28, S. 14 und 16 Ziff. 5/2) ausgesprochen worden.
5.1. Vorweg ist festzuhalten, dass der Kündigung aus wichtigen Gründen im konkreten
Fall keine Verwarnung vorausging: Nach der Darstellung der Beklagten (vgl. act. 2/3,
S. 4 f., act. 2/4, S. 5 f. und 23) soll zwar jede Lehrperson am Schulhaus Q._ vom
Schulamt mittels der Schreiben vom 26. Juni 2015 und 1. Juli 2015 und dem
Austausch vom 2. Juli 2015 aufgefordert worden sein, minimale Anstands- und
Umgangsformen einzuhalten und den Weisungen der Schulleitung Folge zu leisten.
Abgesehen davon, dass die Schreiben vom 26. Juni 2015 und 1. Juli 2015 nicht bei
den Akten liegen, lässt sich aus der Darstellung der Beklagten indessen nicht
schliessen, dass dem Kläger mit diesen Schreiben (unter Fristansetzung)
unmissverständlich klar gemacht wurde, das Nichteinhalten der minimalen Anstands-
und Umgangsformen gegenüber dem Schulleiter oder den anderen Lehrpersonen oder
die Missachtung von Weisungen der Schulleitung im Wiederholungsfall nicht
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sanktionslos hinzunehmen (vgl. dazu Streiff/von Kaenel/Rudolph, a.a.O., S. 1122 ff.
Art. 337 N 13), selbst wenn die fristlose Entlassung nicht explizit angedroht worden
sein muss (vgl. dazu BGer 4C.364/2005 vom 12. Januar 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
Mangels Warnfunktion können diese Schreiben daher nicht als Verwarnung angesehen
werden, selbst wenn sie gemäss der Beklagten von allen Mitgliedern des Teams der
Realschule Q._ ausser dem Kläger "ernst genommen" worden sein sollten. Im Übrigen
war der Kläger an der Besprechung vom 2. Juli 2015 nicht zugegen (act. 2/4, S. 16). Ob
das Schreiben des Schulamtes an den Kläger vom 24. September 2009, in welchem er
wegen seiner Ausdrucksweise gerügt wurde, als Verwarnung verstanden werden kann,
braucht sodann nicht geklärt zu werden. Darin wird der Kläger nicht wegen seines
Verhaltens gegenüber dem Schulleiter oder anderen Lehrpersonen des Schulhauses
Q._, auf welches sich die Beklagte bei der Kündigung aus wichtigen Gründen berief,
gerügt, sondern wegen seines Sprachgebrauchs den Lernenden und deren Eltern
gegenüber. Ob eine allfällige Verwarnung, welche über sechs Jahre vor der Kündigung
aus wichtigen Gründen erfolgte, überhaupt noch hätte berücksichtigt werden dürfen,
braucht daher ebenfalls nicht weiter untersucht zu werden (vgl. hierzu Portmann/
Rudolph, a.a.O., Art. 337 Rz. 3). Mangels Verwarnung müssen die Verfehlungen im
vorliegenden Fall schwerwiegend oder wiederholt vorgekommen sein, um eine
Kündigung aus wichtigen Gründen zu rechtfertigen.
5.2. Mit seinem Ausruf "Welche Pfeife [...]“ vor den am Konvent vom
18. November 2015 versammelten Lehrpersonen des Schulhauses Q._ hat der Kläger
den objektiven Tatbestand der Beschimpfung im Sinn von Art. 177 StGB erfüllt (vgl. zur
Kollektivehrverletzung F. Riklin, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar
Strafrecht II, 3. Aufl. 2013, Vor 173 Rz. 52). Überdies kann die Art und Weise der
Äusserungen des Klägers über seinen direkten Vorgesetzten vor dem Unterrichtsteam
("von einem Alpaka-Züchter“) nicht mehr nur als blosse Kritik an dessen Ernennung
resp. Tätigkeit abgetan werden, selbst wenn diese gemäss dem Kläger (act. 1, S. 15
Ziff. IV/3.2) im „Gesamtkontext“ gesehen werden muss, der Schulkonvent unter
anderem der Mitsprache der Lehrpersonen dient (Art. 20 der Schulordnung und
H. Plotke, a.a.O., S. 346 ff., siehe auch Art. 87 ff. VSG) und es zutreffen sollte, dass der
interimistische Schulleiter Alpakas hielt. Vielmehr waren die Art und Weise dieser
Äusserungen geeignet, die Autorität des Schulleiters vor dem Unterrichtsteam zu
untergraben und den Betriebsfrieden zu stören, was als Verstoss gegen Art. 76
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Abs. 1 VSG (zur Treuepflicht siehe auch Art. 61 lit. b PersG und Art. 321a OR) zu
werten ist.
Die Bedeutung des Ausrufs "Pfeife“ ist indessen insofern zu relativieren, als gemäss
den von der Personalkommission zitierten (act. 2/4, S. 11 f. Ziff. 3.3) Elternreaktionen
vom 10. und 14. Dezember 2015 (nicht aktenkundig) sowie den Ergebnissen der
Fremdevaluation Realschule Q._: Rückmeldung Schulamtsleitung vom
10. August 2015 (vgl. act. 12/10, S. 3, wonach untereinander "gelästert“ werde, siehe
auch den von der Beklagten bestätigten Ausspruch einer Lehrperson gegenüber dem
Kläger: "du Arschloch, heb d'Frässi", act. 28, S. 13 Ziff. 5/2) unter den Lehrpersonen
am Schulhaus Q._ – in Widerspruch zu deren Vorbildfunktion (Art. 76 Abs. 1
Satz 1 VSG) – ein vergleichsweise rüder Umgangston herrschte (siehe dazu auch
BGer 4C.435/2004 vom 2. Februar 2005 E. 2, allerdings hinsichtlich des Umgangstons
auf dem Bau, und die Beispiele von Verbalinjurien in: Streiff/von Kaenel/Rudolph,
a.a.O., S. 1107). Bei dieser Ausgangslage ist, unabhängig davon, ob sich der Kläger zu
Recht auf eine Provokation (vgl. hierzu Art. 177 Abs. 2 StGB) des Schulleiters
(Herabwürdigung der stellvertretenden Schulleiterin) beruft, nicht davon auszugehen,
dass er die am Konvent anwesenden Lehrpersonen derart in ihrer Person herabgesetzt
hätte, dass objektiv betrachtet von einem schwerwiegenden übergriff gesprochen
werden könnte. Darüber hinaus wiegt sein Verhalten im Unterrichtsteam nicht
besonders schwer, da er den Schulleiter nicht direkt vor dem Unterrichtsteam
herabwürdigte und keine Anzeichen dafür bestehen, dass seine Aussagen von der
übrigen Belegschaft ausserhalb des Unterrichtsteams wahrgenommen wurden (anders:
BGer 4C.435/2004 vom 2. Februar 2005 E. 4.4). Auch wurde die Arbeit im
Unterrichtsteam – entgegen anderslautender Darstellung der Beklagten – gemäss dem
„vorläufigen Protokoll“ vom 18. November 2015 (act. 2/5) dadurch nicht verunmöglicht.
Demzufolge kann – entgegen der Ansicht der Beklagten – auch nicht gesagt werden,
der Kläger habe die Arbeit im Unterrichtsteam beharrlich verweigert (vgl. Portmann/
Rudolph, a.a.O., Art. 337 Rz. 18). Im übrigen besteht die Treuepflicht nur gegenüber
dem Staat und nicht gegenüber dem jeweiligen Vorgesetzten (vgl. Joos, a.a.O., S. 821
Rz. 107). Unter diesen Umständen können diese Verfehlungen, selbst unter
Berücksichtigung der besonders hohen Anforderungen an das pflichtgemässe
Verhalten von Lehrpersonen, allein oder in Kombination nicht als schwerwiegend
betrachtet werden, weshalb nicht geprüft zu werden braucht, ob der Kläger dabei in
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verständlicher emotionaler Anspannung handelte (vgl. act. 1, S. 22 Ziff. IV/5 und
act. 2/5). Zu untersuchen bleibt, ob diese weniger schwerwiegenden Vorkommnisse,
die eine fristlose Kündigung noch nicht rechtfertigten, in Verbindung mit anderen
Vorfällen einen wichtigen Grund darstellen.
5.3. Soweit die Beklagte dem Kläger vorwirft, ihm unliebsame Lehrpersonen vor dem
Konvent vom 18. November 2015 über Jahre drangsaliert, entwürdigt und auf perfide
Art eingeschüchtert zu haben (vgl. zum Begriff des Mobbings auch BGer 8C_251/2017
vom 22. Juni 2017 E. 5.1 mit Hinweisen und B. Bieli, Mobbing aus Sicht des Schweizer
Arbeitsrechts, Zürich/St. Gallen 2016, S. 7), stützt sie sich auf das Protokoll vom
30. November 2015 (act. 12/11). Darin werden zwar in erster Linie die Mängel der
ehemaligen Schulleitung und das daraus resultierende angespannte Betriebsklima
geschildert. Auf Seite 4 und 6 des Protokolls wird dem Kläger jedoch zur Last gelegt,
dass er sich diverse Respektlosigkeiten gegenüber anderen Lehrpersonen habe zu
Schulden kommen lassen. Beispielsweise habe er vor Jahren eine Kollegin als "fette
Schlampe“ beschimpft. Wegen der latenten Gewaltbereitschaft des Klägers habe
zudem ein ehemaliger Mitarbeiter infolge einer verbalen Auseinandersetzung ins
Schulzimmer flüchten und um Hilfe rufen müssen. Im Jahr 2010 habe er einen Kollegen
als "Ratte“ und im Jahr 2014 einen solchen als "Pfeife“ bezeichnet. Überdies sei es im
Jahr 2014 zu einer verbalen Auseinandersetzung mit einem Mitarbeiter unmittelbar vor
dem Lehrerzimmer gekommen. Falls diese nicht weiter belegten Vorwürfe zutreffen
würden, hätte die Beklagte deswegen aufgrund ihrer Fürsorgepflicht (Art. 30
lit. a PersG und Art. 328 OR analog, vgl. BGE 127 III 351 E. 4b/dd mit Hinweisen und
N. Scheibler, Pflichten des Arbeitgebers bei Drohungen unter Arbeitnehmenden,
Zürich/St. Gallen 2017, S. 9 ff.) zum Schutz der übrigen Lehrpersonen und mit Blick auf
die Vorbildfunktion von Lehrpersonen (Art. 76 Abs. 1 VSG) spätestens im Jahr 2014
eine Kündigung oder zumindest eine Verwarnung gegenüber dem Kläger aussprechen
oder andere personalrechtliche Massnahmen ergreifen müssen (vgl. hierzu R. Rudolph,
Konflikte am Arbeitsplatz und Kündigung, in: ARV 2011, S. 77 ff., S. 81 ff., und S. Etter,
Der Charakter des Arbeitnehmers als Kündigungsgrund, Bern 2018, Rz. 150 ff.), was
sie denn auch selbst anerkennt (act. 28, S. 13 in fine Ziff. 5/2: "Die Arbeitgeberin [...]
nicht eingeschritten und hat sich somit ihrerseits mitverantwortlich gemacht für den
beobachtbaren desolaten Führungszustand."). Mit der Weiterbeschäftigung des
Klägers ohne entsprechende personalrechtliche Massnahmen oder wenigstens einer
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Ermahnung oder Beanstandung (vgl. zum Vorgehen bei Pflichtverletzungen Art. 81 VSG
in Verbindung mit Art. 71 ff. PersG) bis November 2015 hat sie ihr Recht zur fristlosen
Auflösung des Arbeitsverhältnisses wegen dieser Verfehlungen verwirkt. Dies umso
mehr, als nicht ersichtlich ist und von ihr nicht anhand weiterer Beispiele substantiiert
wird, dass sich das Fehlverhalten des Klägers gegenüber anderen Lehrpersonen seit
dem letzten Vorfall im Jahr 2014 bis zum Konvent vom 18. November 2015 immer
wieder bestätigt hätte. Damit hat die Beklagte die überlegungsfrist für eine Kündigung
aus wichtigen Gründen selbst in öffentlich-rechtlicher Hinsicht verstreichen lassen (vgl.
hierzu Rehbinder/Stöckli, a.a.O., Art. 337 Rz. 16). Demzufolge können diese
Vorkommnisse, soweit sie sich denn überhaupt so zugetragen haben, in Verbindung
mit den weniger schwerwiegenden Vorfällen am Konvent vom 18. November 2015
ohne vorherige Verwarnung objektiv betrachtet keine wichtigen Gründe im Sinn von
Art. 72 VSG darstellen. Dies umso mehr, als die Beklagte selbst eingeräumt hat, dass
lediglich das Verhalten des Klägers nach dem Weggang des fehlbaren Schulleiters und
nach erfolgten "Warnungen" des Schulamtes Gegenstand der Kündigung bilde (act. 11,
S. 13). Bei diesem Ergebnis erübrigt es sich, das Verhalten der Beklagten gegenüber
dem Kläger weiter zu untersuchen (vgl. hierzu BGer 4A_60/2014 vom 22. Juli 2014
E. 3.4, in: Pra 104/2015 Nr. 95). Soweit die Beklagte dem Kläger im Weiteren zur Last
legt, am 7. Dezember 2015 auf eine Lehrperson losgegangen und diese angeschrien
sowie die Schulhausschlüssel am 28. Dezember 2015 verspätet und nicht
weisungsgemäss zurückgegeben zu haben (vgl. dazu Art. 339a OR), tat er dies nach
seiner Freistellung von der Lehrtätigkeit am 4. Dezember 2015 (act. 2/2, vgl.
Art. 81 VSG in Verbindung mit Art. 76 lit. b PersG) und damit nicht mehr in der Funktion
als Lehrer. Folglich kann darin keine Treuepflichtverletzung am Arbeitsplatz mehr
erblickt werden, auf welcher die von der Beklagten ausgesprochene Kündigung aus
wichtigen Gründen beruht, was die Beklagte auch anerkannt hat (act. 28, S. 14
Ziff. 5/2: "nicht kündigungsrelevant"). Somit kann dieses Gebaren nicht in Verbindung
mit den übrigen, der ausgesprochenen Kündigung aus wichtigen Gründen
zugrundeliegenden Verfehlungen des Klägers gesetzt werden. Folglich muss nicht
geklärt werden, wie es sich diesbezüglich mit dem Umstand verhält, dass der Kläger
am 7. Dezember 2015 krankgeschrieben war (act. 12/2).
5.4. Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist nicht einzusehen, weshalb der
Beklagten nicht zuzumuten gewesen wäre, das Arbeitsverhältnis mit dem Kläger nach
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erfolgter Freistellung bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist
aufrechtzuerhalten, selbst wenn die Frist – im Falle einer ordentlichen Kündigung am
26. Januar 2016 – erst am 31. Juli 2016 geendet hätte (Art. 67 in Verbindung mit
Art. 17 Abs. 2 VSG, vgl. dazu Streiff/von Kaenel/Rudolph, a.a.O., S. 1125 Art. 337 N16,
siehe demgegenüber auch Art. 20 Abs. 1 PersG). Demnach erweist sich die Kündigung
aus wichtigen Gründen als willkürlich (vgl. dazu VerwGE B 2015/35 vom
27. September 2016 E. 2.2.1 mit Hinweisen, allerdings in Bezug auf eine
missbräuchliche Kündigung, www.gerichte.sg.ch) und unverhältnismässig.
6. Der Kläger beantragt, ihm sei Lohnersatz von brutto CHF 137‘015.40 zuzüglich Zins
seit 1. Februar 2016 zuzusprechen.
Beendet der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis fristlos, obwohl kein wichtiger Grund
gegeben ist, steht dem Arbeitnehmer nach Art. 81 VSG in Verbindung mit Art. 8 PersG
und Art. 337c Abs. 1 OR Schadenersatz zu (vgl. VerwGE K 2007/3 vom 27. November
2007 E. 2.6.1, allerdings gestützt auf den subsidiär als kommunales Recht
anwendbaren Art. 83 aStVG). In zeitlicher Hinsicht umfasst der Schadenersatz den
entgangenen Verdienst für die Zeit bis zum Eintritt des nächsten zulässigen
Kündigungstermins des unbefristeten Arbeitsverhältnisses. Für die Bemessung des
Schadenersatzes wird die ungerechtfertigte fristlose Entlassung in eine
ordnungsgemässe Kündigung auf den nächsten zulässigen Kündigungstermin
umgedeutet (vgl. A. Staehelin, in: J. Schmid [Hrsg.], Zürcher Kommentar zum
schweizerischen Zivilrecht, Teilband V/2c, Der Arbeitsvertrag, 4. Aufl. 2014, Art. 337c
Rz. 7). Der Schadenersatz kann nicht nach Art. 44 OR, insbesondere wegen
Mitverschuldens, herabgesetzt werden (vgl. Streiff/von Kaenel/Rudolph, a.a.O., S. 1150
Art. 337c N3). Die hypothetische Sperrfristerstreckung wird bei der
Schadenersatzberechnung eingerechnet, wenn eine unbegründete fristlose Entlassung
während einer Sperrfrist (vgl. Art. 71 VSG in Verbindung mit Art. 25 und
Art. 46 ff. PersG sowie Art. 99 ff. der Personalverordnung; sGS 143.11, PersV, und
Art. 336c Abs. 1 OR) ausgesprochen wird (vgl. Streiff/von Kaenel/Rudolph, a.a.O.,
S. 1168 Art. 337c N13, und zur Methode der Rückwärtsrechnung BGE 134 III 354
E. 2.2 ff.). Die Sperrfrist wegen Krankheit oder Unfall besteht sowohl bei vollständiger
als auch bei teilweiser Arbeitsverhinderung (vgl. Art. 336c Abs. 1 lit. b OR, Schürer/
Wanner, Arbeit und Recht, 13. Aufl. 2017, S. 138 Abschnitt 9.2.2). Der Ablauf der
bis
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Kündigungsfrist wird durch den Eintritt einer Sperrfrist unterbrochen und nach
Beendigung der Sperrfrist fortgesetzt (vgl. Art. 71 VSG in Verbindung mit Art. 25
Abs. 3 PersG und Art. 336c Abs. 2 OR sowie Joos, a.a.O., S. 837 Rz. 168). Wird durch
die Unterbrechung bewirkt, dass die Kündigungsfrist zu einem anderen als dem
gesetzlichen Endtermin ausläuft, so wird sie auf den folgenden Endtermin verlängert
(vgl. Art. 71 VSG in Verbindung mit Art. 25 Abs. 3 PersG und Art. 336c Abs. 3 OR
sowie Rehbinder/Stöckli, a.a.O., Art. 336c Rz. 7). Die Beweislast für die
Arbeitsunfähigkeit liegt grundsätzlich beim Arbeitnehmer (vgl. hierzu VerwG B 2015/35
vom 27. September 2016 E. 2.1.2 mit Hinweis auf BGer 8C_619/2014 vom
13. April 2015 E. 3.2.1, a.a.O., siehe auch C. Schönenberger, Das Erschleichen der
Lohnfortzahlung unter Berufung auf Krankheit, Bern 2001, S. 68 ff.).
6.1. Zunächst zieht die Beklagte die Aussagekraft der vom Kläger eingereichten
Arbeitsunfähigkeitsatteste vom 25. Januar 2016, 8. und 18. April 2016, 28. Juni 2016
und 15. Oktober 2018 (act. 2/7, act. 62/12) in Zweifel (act. 49, S. 2-6 Ziff. II/2-2.3,
act. 69, S. 2 und 4).
Für den Nachweis der Arbeitsunfähigkeit genügt in der Regel ein ärztliches Zeugnis.
Indessen verbietet es das Vorliegen eines die Arbeitsunfähigkeit bescheinigenden
Arztzeugnisses nicht, aufgrund anderer Beweismittel zu einem gegenteiligen Schluss
zu kommen, wenn sich das Gericht im Rahmen der freien Beweiswürdigung nicht von
der krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers überzeugen lässt (vgl.
VerwGE K 2004/3 vom 14. September 2004 E. 3b f. mit Hinweis, in: ZBl 105/2004,
S. 680, siehe dazu auch S. Hartmann, Arztzeugnisse und medizinische Gutachten im
Zivilprozess, in: AJP 11/2018, S. 1339 ff., S. 1349 mit Hinweisen auf die
bundesgerichtliche Rechtsprechung, insbesondere auf BGE 141 III 433 E. 2.5.3).
Allerdings darf sich der Richter nur bei Vorliegen von schwerwiegenden Gründen über
den ärztlichen Befund hinwegsetzen (vgl. BGer 1C_64/2008 vom 14. April 2008 E. 3.4
mit Hinweisen).
Vorliegend erscheinen die Bedenken der Beklagten insoweit als berechtigt, als das
Arztzeugnis vom 25. Januar 2016 von Dr. med. B._ die Arbeitsunfähigkeit nachträglich
auf den 1. Januar 2016 um mehr als zwei Wochen rückdatiert. Diesbezüglich ist dieses
Arztzeugnis als Gefälligkeitszeugnis bzw. als Bescheinigung zu qualifizieren, die ohne
bis
bis
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eigene Untersuchung des Arztes ausgestellt wurde, zumal das Zeugnis vom
4. Dezember 2015 davor von Prof. Dr. med. W._ ausgestellt worden war (act. 12/2).
Hingegen verfangen die übrigen Einwände der Beklagten nicht. Soweit die Beklagten
ihre Argumentation auf die Rechtsprechung zur Invalidenversicherung (vgl. die von der
Beklagten angerufenen Entscheide BGer 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.1 f.,
BGer 8C_302/2011 vom 20. September 2011 E. 2.3 und 2.5.1, BGer 8C_158/2017 vom
22. August 2017 E. 4.2, BGer I 687/06 vom 27. April 2007 E. 5.1) aufbaut, bleibt diese
für die vorliegend zu beurteilende vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit ohne Belang.
überdies finden sich keine Anhaltspunkte dafür, dass beim Kläger keine psychische
Störung von Krankheitswert mit Auswirkungen auf dessen Arbeitsfähigkeit vorgelegen
hätte. Allein der Umstand, dass die Arztzeugnisse nicht weiter begründet waren, reicht
dafür nicht aus. Ebensowenig hilft der Beklagten der pauschale Hinweis, dass die
behandelnden Ärzte tendenziell eher zu Gunsten der Patienten aussagen würden.
Zudem blendet die Beklagte aus, dass der Kläger im fraglichen Zeitraum nicht nur aus
psychiatrischer, sondern auch aus gastroenterologischer Sicht (teilweise)
arbeitsunfähig war. Ferner finden sich – abgesehen von der bemängelten
Rückdatierung – keine Indizien dafür, dass die vorliegenden Atteste gemäss der
Beklagten nur auf der Selbsteinschätzung des Klägers und nicht auf eigener
Untersuchung des jeweiligen Arztes beruhen würden. Auch lässt sich aus dem
Umstand, dass dem Kläger am 4. Dezember 2015 – am Tag seiner Freistellung – bis
zum 11. Dezember 2015 eine Arbeitsunfähigkeit von 100% attestiert worden war
(act. 12/2), nicht ohne weiteres auf eine fehlende Aussagekraft der fraglichen,
nachfolgenden Arztzeugnisse schliessen. Wie sich aus dem ärztlichen Bericht vom
15. Oktober 2018 (act. 62/12) sodann ergibt, musste sich der Kläger vom
16. Februar 2016 bis 16. März 2016 in stationäre Behandlung begeben. Von einer, von
der Beklagten geltend gemachten, freiwilligen Hospitalisation kann keine Rede sein.
Des Weiteren lässt die Beantwortung der Frage, ob sich der Kläger gemäss der
Beklagten bis am 30. April 2016 oder gemäss dem Kläger erst im August 2016 (act. 61,
S. 4 Ziff. 4) für sein Studium angemeldet hat, kaum Rückschlüsse auf seinen
Krankheitszustand im Zeitraum zwischen dem 25. Januar 2016 und dem 30. April 2016
zu, da er das Studium erst am 19. August 2016 aufnahm (act. 41, act. 43 f.). Insgesamt
vermögen die Vorbringen der Beklagten – vorbehältlich der Rückdatierung auf den
1. Januar 2016 – demnach den Wahrheitsgehalt der vorliegenden Arztzeugnisse nicht
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infrage zu stellen. Folglich ist davon auszugehen, dass der Kläger im Zeitraum vom 25.
Januar 2016 bis 14. Februar 2016 sowie vom 16. Februar 2016 bis 16. März 2016 und
vom 1. April 2016 bis 31. Mai 2016 (teilweise) arbeitsunfähig war.
6.2. Weiter stellt sich die Beklagte auf den Standpunkt (act. 49, S. 6 f. Ziff. II/2.3,
act. 69, S. 3), es lasse sich den Arztattesten keine über eine allfällige
arbeitsplatzbezogene Arbeitsunfähigkeit infolge einer psychischen Belastung am
Arbeitsplatz hinausgehende Beeinträchtigung entnehmen. Auch diesbezüglich lässt die
Beklagte ausser Acht, dass der Kläger nicht nur in psychiatrischer, sondern auch in
gastroenterologischer Hinsicht (teilweise) arbeitsunfähig war. Folglich kann nicht davon
ausgegangen werden, dass die Arbeitsunfähigkeit rein arbeitsplatzbezogen war.
Dementsprechend kann offenbleiben, ob der Sperrfristenschutz im Falle einer bloss
arbeitsplatzbezogenen Arbeitsunfähigkeit nicht greifen würde (vgl. dazu Streiff/von
Kaenel/Rudolph, a.a.O., S. 1083 f. Art. 336c N8). Inwiefern der Kläger seine
krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit – gemäss der Beklagten (act. 49, S. 7 Ziff. II/2.4)
– selber herbeigeführt haben sollte, ist sodann nicht erkennbar, selbst wenn davon
ausgegangen würde, dass seine Arbeitsunfähigkeit in psychiatrischer Hinsicht auch
Folge der (mitverschuldeten) Kündigung war. Von einem den Sperrfristenschutz
ausschliessenden (groben) Verschulden kann vorliegend nicht gesprochen werden (vgl.
dazu Rehbinder/Stöckli, in: Hausheer/Walter [Hrsg.], Berner Kommentar zum
schweizerischen Privatrecht, Obligationenrecht, Der Arbeitsvertrag, Art. 319-362 OR,
Bern 2010, Stand 2015, Art. 324a Rz. 15 f.).
Die ungerechtfertigte fristlose Kündigung wurde vorliegend am 26. Januar 2016
ausgesprochen. Die Beklagten hätte das unbefristete Arbeitsverhältnis zu diesem
Zeitpunkt grundsätzlich per 31. Juli 2016 ordentlich künden können (Art. 67 in
Verbindung mit Art. 17 Abs. 2 VSG, vgl. hierzu AGVE 2006, S. 431 ff., S. 436 f.). Da
Art. 67 Abs. 2 VSG – entgegen der Auffassung der Beklagten (act 49, S. 7 f. Ziff. II/
2.5) – keine dreimonatige Kündigungsfrist vorsieht, verlängerte sich die Kündigungsfrist
wegen der (teilweisen) Arbeitsunfähigkeit des Klägers bis Ende Mai 2016 bis zum
nächstfolgenden Termin am 31. Januar 2017 (vgl. dazu Art. 336c Abs. 3 OR und
BGE 128 III 212 E. 3b/bb, in: Pra 91/2002 Nr. 153).
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6.3. Ferner hält die Beklagte dafür (act. 49, S. 8 f.), es sei dem Kläger möglich
gewesen, in der Zeit bis 31. Januar 2017 ein Einkommen aus einer anderen Stelle zu
erzielen. Auch unter dem Schuljahr bestehe – etwa im Rahmen von Stellvertretungen –
eine hohe Nachfrage nach Lehrkräften in der Ostschweiz. Der Verzicht auf die
Einkommenserzielung scheine hauptsächlich auf die absolvierte Bildungsmassnahme
zurückzuführen zu sein.
Der Arbeitnehmer muss sich Einsparungen sowie anderweitig erworbenen oder
absichtlich unterlassenen Verdienst anrechnen lassen (Art. 81 VSG in Verbindung mit
Art. 8 PersG und Art. 337c Abs. 2 OR, vgl. Streiff/von Kaenel/Rudolph, a.a.O.,
S. 1154 ff. Art. 337c N7). Dazu gehört, dass er sich bei staatlichen und privaten
Arbeitsvermittlungsstellen meldet, auf Stellenanzeigen reagiert und bei längerer
Arbeitslosigkeit auch selbst inseriert (vgl. Rehbinder/Stöckli, a.a.O., Art. 337c Rz. 5).
Um zu entscheiden, ob der Arbeitnehmer absichtlich auf ein anderes Einkommen
verzichtet hat, sind sämtliche Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen. Die
Beweislast liegt beim Arbeitgeber, wobei dem Arbeitnehmer nach Treu und Glauben
die Mitwirkung bei der Beweiserhebung obliegt (vgl. BGer 4A_362/2015 vom
1. Dezember 2015 E. 5.2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGer 4C.246/2005 vom
12. Oktober 2005 E. 6.1 mit Hinweisen).
Im vorliegenden Fall hat der Kläger die behaupteten (act. 43 Ziff. 2), aktiven
Bemühungen um eine Stelle nach seiner Genesung ab 1. April 2016 (zu 50%),
1. Mai 2016 (zu 70%) und 1. Juni 2016 (100%) nicht nachgewiesen. Von der
Arbeitsvermittlung wurde er per 18. August 2016 wegen des Ausbildungsbeginns am
19. August 2016 abgemeldet (act. 44). Diesbezüglich macht er geltend, er habe sich
wegen der öffentlichen Austragung des arbeitsrechtlichen Konflikts (act. 1, S. 22 f.
Ziff. IV/6, act. 20, S. 12-14 Ziff. 5/5 f., act. 43 Ziff. 2, act. 61 Ziff. 5) beruflich neu
orientieren müssen. Damit bestreitet er nicht, dass gemäss der Beklagten in der
Ostschweiz im fraglichen Zeitraum zwischen 1. April 2016 und 31. Januar 2017 auch
unter dem Schuljahr im Rahmen von Stellvertretungen eine hohe Nachfrage nach
Lehrkräften bestanden hätte. Selbst wenn nach der Darstellung des Klägers zutreffen
sollte, dass der vorliegende Konflikt (teilweise) öffentlich ausgetragen wurde und er
deswegen im "Grossraum Z._" oder "über die Kantonsgrenzen hinaus" als
Realschullehrer keine Zukunft gehabt hätte, wäre es ihm daher im Rahmen seiner
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Schadensminderungspflicht offen gestanden, sich in anderen Regionen oder Kantonen
– ein Arbeitsweg von maximal zwei Stunden für den Hin- und Rückweg ist nach Art. 16
Abs. 2 lit. f AVIG zumutbar – um eine Stelle in seinem angestammten Tätigkeitsgebiet
als Realschullehrer, allenfalls im Rahmen einer Stellvertretung, zu bemühen. Da er dies
unterliess und sich stattdessen aus freiem Entschluss, ohne wirtschaftliche
Notwendigkeit, ab 19. August 2016 zum Berufsfachschullehrer weiterbildete, hat er
spätestens ab dem 19. August 2016 den Verdienst absichtlich unterlassen.
Dementsprechend hat er sich die entsprechenden Verdiensteinbussen selbst
zuzurechnen. Daran ändert nichts, dass er im Rahmen seiner Ausbildung offenbar
Praktika absolvierte, woraus er ein Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit
von CHF 3'227.20 netto (CHF 12'779 – CHF 8'735.70 – CHF 816.10) generierte
(act. 50.1 f., act. 61 Ziff. 5 und act. 64). Bei diesem Ergebnis kann offenbleiben, ob er
sein Studium – zwei Module, 300 Lernstunden, ein Tag pro Woche (in der Regel
Freitag) Präsenzunterricht (vgl. act. 40, S. 2 f., unbestritten, act. 41) – über seine
Praktika hinaus hätte berufsbegleitend gestalten können.
6.4. Zu berücksichtigen ist im Weiteren, dass der Kläger seine Schadenersatzforderung
gegenüber der Beklagten um seinen Arbeitnehmeranteil an den
Sozialversicherungsbeiträgen vermindern muss, da Gläubiger der
Sozialversicherungsbeiträge die Sozialwerke sind (vgl. VerwGE K 2005/1 vom
13. September 2005 E. 2h/aa, von Kaenel, a.a.O., S. 500, Rehbinder/Stöckli, a.a.O.,
Art. 337c Rz. 6, und Streiff/von Kaenel/Rudolph, a.a.O., S. 1169 f. Art. 337c N15), was
der Kläger anerkannt hat (act 61 Ziff. 3). Die Beklagte hat die entsprechenden
Arbeitgeberbeträge an die Sozialversicherungen abzuführen. Überdies hat der Kläger
den von der Verfahrensbeteiligten geltend gemachten Anspruch im Betrag von
CHF 27‘833.75 (netto) zu Recht (vgl. Art. 29 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung,
Arbeitslosenversicherungsgesetz; SR 837.0, AVIG) anerkannt (act. 34, act. 61 Ziff. 2).
Die Verfahrensbeteiligte richtete ihm im Zeitraum vom 8. Februar 2016 bis
18. August 2016 Taggelder aus (act. 26/1). Wie die Beklagte in ihrer Stellungnahme
vom 4. September 2018 demzufolge im Ergebnis mit Recht geltend gemacht hat
(act. 49, S. 2 Ziff. II/1), ist die Klage in diesem Umfang abzuweisen. Demzufolge kann
dahingestellt bleiben, ob es dem Kläger in dieser Hinsicht an der Aktivlegitimation
fehlte. Im Weiteren hat der Kläger in Bezug auf die Prämien für die berufliche Vorsorge
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den aus den entgangenen Arbeitgeberbeiträgen entstandenen Schaden nicht
eingeklagt, weshalb sich weitere Ausführungen dazu erübrigen.
6.5. Der Bruttolohn des Klägers betrug zuletzt CHF 10'539.65 monatlich (act. 50.1). Der
dem Kläger zustehende gekürzte Ersatz des hypothetischen Verdienstes berechnet
sich nach dem Gesagten wie folgt:
Lohn 1.2.-31.7.2016 (inkl. Anteil 13. Monatslohn, act. 50.2) CHF
67'378.20
Restlohn bis 18. August 2016 CHF
6'629.80
Total brutto CHF
74'008.00
./. Sozialversicherungen (act. 50.1, ohne Krankentaggeld) CHF
5'209.45
Subrogation an die Verfahrensbeteiligte (netto)
CHF 27‘833.75
Total netto CHF
40'964.80
7. Der Kläger beantragt schliesslich eine Entschädigung wegen ungerechtfertigter
fristloser Kündigung im Umfang von sechs Monatslöhnen, gesamthaft CHF 64‘108.40,
zuzüglich Zins zu 5% seit 1. Februar 2016 (vgl. dazu act. 1, S. 23-26 Ziff. IV/7, act. 20,
S. 3 f. Ziff. IV/1, S. 12-14 Ziff. IV/5/5 f., act. 43, S. 2 f. Ziff. 2, act. 61 Ziff. 5, und
demgegenüber act. 49, S. 9 f. Ziff. III).
7.1. Art. 81 VSG in Verbindung mit Art. 8 PersG und Art. 337c Abs. 3 OR sieht als
Sanktion bei ungerechtfertigter fristloser Kündigung durch den Arbeitgeber eine
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Entschädigung von maximal sechs Monatslöhnen vor. Diese hat sowohl Strafcharakter
als auch Genugtuungsfunktion und soll die durch die ungerechtfertigte fristlose
Kündigung erlittene Persönlichkeitsverletzung des Arbeitnehmers abgelten. Sie hat sich
entscheidend nach der Strafwürdigkeit des Verhaltens des Arbeitgebers, der Schwere
der Persönlichkeitsverletzung, dem Mass der Widerrechtlichkeit der fristlosen
Entlassung, der finanziellen Situation der Parteien und der Schwere eines
Mitverschuldens des Arbeitnehmers zu richten. In aller Regel ist eine Entschädigung
geschuldet. Nur wenn ausserordentliche Umstände vorliegen, die trotz
ungerechtfertigter fristloser Kündigung keine Strafzahlung zu Lasten des Arbeitgebers
rechtfertigen, kann sie verweigert werden. Die Entschädigung wird vom Sachgericht
nach pflichtgemässem Ermessen aufgrund der Umstände des Einzelfalls festgesetzt
(vgl. BGer 4A_511/2010 vom 22. Dezember 2010 E. 6.1 mit Hinweisen und Streiff/von
Kaenel/Rudolph, a.a.O., S. 1156 ff. Art. 337c N8).
7.2. Für eine Entschädigung im geforderten Sinn spricht die lange Anstellung von über
14 Jahren. Auch traf die fristlose Entlassung den Kläger hart, da er im Zeitpunkt der
Kündigung am 26. Januar 2016 und bis Ende Mai 2016 teilweise arbeitsunfähig war.
Überdies hat die Beklagte in ihrer Medienmitteilung vom 4. April 2016 (act. 2/9, wonach
"niemand, weder im Q._ noch anderswo, ohne jede Vorwarnung wegen eines
bestimmten Fehlverhaltens seine Stelle verliert.") insoweit einen falschen Eindruck
erweckt, als der Kläger vor seiner Freistellung nicht wegen eines bestimmten
Fehlverhaltens zurechtgewiesen worden war (vgl. E. 5.1 hiervor). Dadurch hat sie den
Konflikt mit dem Kläger (teilweise) in der Öffentlichkeit ausgetragen. Für eine tiefere
Entschädigung spricht das Mitverschulden des Klägers. Wie unter Erwägung 5.2
hiervor festgestellt wurde, erfüllte sein Verhalten anlässlich des Konvents vom
18. November 2015 den objektiven Tatbestand der Beschimpfung und war geeignet,
den Betriebsfrieden zu stören. Ebenfalls reduzierend zu werten ist, dass die Beklagte
den Kläger mit Schreiben vom 26. Juni 2015 und 1. Juli 2015 aufgefordert hatte,
minimale Anstands- und Umgangsformen einzuhalten und den Weisungen der
Schulleitung Folge zu leisten (vgl. E. 5.1 hiervor). Zudem zeigt sein Gebaren gegenüber
einer anderen Lehrperson am 7. Dezember 2015 sowie die verspätete und nicht
weisungsgemässe Rückgabe der Schulhausschlüssel am 28. Dezember 2015 (vgl.
E. 5.3), dass er nicht gewillt war, sein Verhalten zu ändern. Unter diesen Umständen
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erscheint eine Entschädigung von zwei Monatslöhnen, d.h. von CHF 21'079.30, als
angemessen.
8. In teilweiser Gutheissung der Klage ist die Beklagte somit zu verpflichten, dem
Kläger insgesamt CHF 62'044.10 netto (CHF 40'964.80 Schadenersatz und
CHF 21'079.30 Entschädigung) und der Verfahrensbeteiligten CHF 27‘833.75 netto zu
bezahlen. Im Übrigen ist die Klage abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
Der Kläger fordert 5 Prozent Verzugszins seit 1. Februar 2016. Da das Arbeitsverhältnis
vorliegend sowohl bei einer gerechtfertigten als auch einer ungerechtfertigten fristlosen
Kündigung faktisch wie auch rechtlich per 31. Januar 2016 beendet wurde, wurden die
sich daraus ergebenden Ansprüche zur Zahlung fällig (vgl. Art. 339 Abs. 1 OR; Streiff/
von Kaenel/Rudolph, a.a.O., S. 1149 f. Art. 337c N3). Der dem Kläger zuzusprechende
Betrag ist daher ab dem 1. Februar 2016 mit 5% zu verzinsen.
9. Da sich der Streitwert auf CHF 201‘123.80 beläuft und Art. 86 VSG in Verbindung
mit Art. 82 Abs. 2 PersG und Art. 114 lit. c ZPO (vgl. hierzu den veralteten Verweis in
Art. 97 Abs. 1 lit. b VRP auf den mittlerweile aufgehobenen Art. 343 Abs. 3 OR und
BBl 2006 S. 7221, S. 7299 f.) damit einschlägig ist, sind für das vorliegende
Klageverfahren amtliche Kosten zu erheben. Obgleich der Kläger im Wert weit
überwiegenden Mass unterliegt, rechtfertigt es sich vorliegend angesichts der
festgestellten Gehörsverletzung (vgl. E. 4.2 hiervor), die amtlichen Kosten nach dem
Verursacherprinzip der Beklagten aufzuerlegen (Art. 80 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 95
Abs. 2 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 4‘000 ist – unter Berücksichtigung des
Aufwands für die Zwischenverfügung vom 23. Oktober 2017 (act. 37) – angemessen
(Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12, GKV). Auf die Erhebung
wird nicht verzichtet (Art. 80 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 95 Abs. 2 VRP). Dem Kläger
wird der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von CHF 3'000 zurückerstattet.
Entsprechend der Verlegung der amtlichen Kosten hat der Kläger Anspruch auf Ersatz
der ausseramtlichen Kosten, die von der Beklagten zu bezahlen sind (Art. 80 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 98 und Art. 98 VRP). Seine Rechtsvertreterin hat keine
Kostennote eingereicht, weshalb die Entschädigung nach Ermessen festzulegen ist
(vgl. Art. 30 lit. b Ziff. 1 und Art. 31 Abs. 1 und 2 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70,
bis
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AnwG, sowie Art. 6, Art. 19 und Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, HonO). Eine Entschädigung von
CHF 4'000 zuzüglich vier Prozent Barauslagen und Mehrwertsteuer ist angemessen
(Art. 28 und Art. 29 HonO). Die von der Rechtsvertreterin des Klägers erbrachten
anwaltlichen Leistungen unterliegen sowohl den bisherigen als auch den neu ab
1. Januar 2018 geltenden Mehrwertsteuersätzen. Da die Leistungen mehrheitlich vor,
teils nach dem 1. Januar 2018 erbracht wurden, ist ein Anteil der ausseramtlichen
Entschädigung von CHF 3'000 zuzüglich 4% Barauslagen mit dem bisherigen
Mehrwertsteuersatz von 8% und ein solcher von CHF 1'000 zuzüglich 4% Barauslagen
mit dem neuen Steuersatz von 7.7% abzurechnen (vgl. Ziff. 2.1 der MWST-Info 19 zur
Steuersatzänderung per 1. Januar 2018, www.estv.admin.ch).