Decision ID: 7735a64a-f801-413c-a139-eb02a187a294
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1967, arbeitet
e
zuletzt 2008 als
Betriebs
mitarbeiterin
bei der
Y._
, (Urk. 7/4). Am 27. Januar 2011 mel
dete sie sich wegen psychischer Probleme und einer
Beweglichkeitseinschrän
kung
im Handgelenk bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/5). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinischen und erwerblichen Verhältnisse ab und verneinte mit Verfü
gung vom 3. Februar 2012 den Anspruch auf eine Invalidenrente (Urk.
7/37
).
Mit Urteil vom 31. Mai 2012 (Urk. 7/48) hiess das Sozialversicherungsgericht die gegen die Verfügung erhobene Beschwerde (Urk. 7/44/3) in dem Sinne gut, dass es die Verfügung aufhob und die Sache zur Abklärung der psychischen Problematik an die IV-Stelle zurückwies. Das Urteil erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.2
In der Folge beauftragte die IV-Stelle
Dr.
med.
Z._
, Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, mit der Erstellung eines Gutachtens (vom 30. Januar 2013; Urk. 7/62). Gestützt darauf teilte sie der Versicherten mit Vorbescheid vom
28. Februar 2013 (Urk. 7/65) erneut mit, dass sie das Rentenbegehren abzulehnen gedenke, und am 30. Mai 2013 verfügte sie in diesem Sinne
(Urk. 2).
2.
Mit Eingabe vom 28. Juni 2013 liess
X._
, vertreten durch Rechtsanwältin Schwarz,
Beschwerde erheben und die Zu
sprechung einer Invalidenrente beantragen (Urk. 1). In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte sie unter anderem um Gewährung der unentgeltlichen Rechts
pflege. Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6).
Mit Verfügung vom 13. September 2013 (Urk. 8) wurde der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und Rechtsanwältin Schwarz als unentgeltliche Recht
svertreterin beigegeben. Sodann wurde ein zweiter
Schrif
tenwechsel
angeordnet.
Mit der Replik vom 20. Dezember 2013 (Urk. 12) liess die Beschwerdeführerin ein Gutachten der
A._
, vom 31. Oktober 2013 (Urk. 13/2) samt ergänzender Stellungnahme vom 19. November 2013 (Urk. 13/3) einreichen. Ferner liess sie am Antrag auf Zusprechung einer Rente festhalten und die Vergütung der Kosten für das Gutachten durch die IV-Stelle beantragen. Die IV-Stelle verzichtete auf Erstattung einer Duplik (Urk. 15).
Mit Verfügung vom 11. März 2014 wurde die Stiftung Auffangeinrichtung BVG als Betroffene zum Prozess beigeladen (Urk. 20). Sie verzichtete ebenfalls auf eine Stellungnahme (Urk. 22).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.2
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen fest
-
zustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
-
liegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).
2
.
Das Sozialversicherungsgericht stellte im Urteil vom 31. Mai 2012 (Urk. 7/48)
fest, dass in somatischer Hinsicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliege (Erwägung 2.1). Daran hat sich
nach
der Aktenlage nichts geändert, und die Beschwerdeführerin macht auch ausschliesslich psychische Beschwer
den geltend.
3.
3.1
Im von der IV-Stelle eingeholten Gutachten vom
30. Januar 2013 (Urk. 7/62) verwies
Dr.
Z._
bei der Zusammenstellung der relevanten Akten vorab auf das Schreiben des Jugendsekretariats
B._
vom 19. Juni 2002
an die
Vor
mundschaftsbehörde
(Urk. 7/44/16-17).
Darin ersuchte das Jugendsekretariat um
Umteilung
der elterlichen Sorge für die damals 61⁄2jährige Tochter von der Beschwerdeführerin auf den Vater des Kindes. Zur Begründung wurde ausge
führt, die Beschwerdeführerin leide an einer psychischen Krankheit, die sich unter anderem in einer gestörten Realitätswahrnehmung und depressiven Stim
mungen zeige. Die Beschwerdeführerin sei oft nicht in der Lage, die Bedürfnisse des Kindes wahrzunehmen und mit dem Kind adäquat umzugehen. Die
Erzie
hungsfähigkeit
sei erheblich eingeschränkt, zeitweise sogar überhaupt nicht gegeben.
An objektiven Befunden hielt
Dr.
Z._
eine Verdeutlichungstendenz mit theat
ralischem Demonstrieren der Beschwerden
fest
. Auffassung, Konzentration und Gedächtnis wirkten kursorisch geprüft unauffällig. Das inhaltliche Denken sei auf die Sorgerechtsproblematik bezüglich
der
Tochter eingeengt
; Hinweise auf Wahn, Sinnestäuschungen, Ich-Störungen, inadäquate Ängste oder Zwänge bestünden nicht. Im Affekt wirke die Beschwerdeführerin temperamentvoll, zeitweise fast euphorisch, dann wieder angespannt und herabgestimmt. Eine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellte
Dr.
Z._
nicht; als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erwähnte er ein Cannabis-Abhängigkeitssyndrom mit gegenwärtigem Substanzgebrauch (ICD-10: F12.24) und akzentuierte Persönlichkeitszüge mit impulsiven und
histrionischen
Antei
len (ICD-10: Z73.1).
Obwohl die Beschwerdeführerin gewisse Verhaltensauffälligkeiten aufweise, fänden s
ich weder in den
Vorakten
noch
in der aktuellen Untersuchung klare Hinweise auf
eine schwere psychische Störung.
Den von
Dr.
med.
C._
, der die Beschwerdeführerin während kurzer Zeit psychiatrisch behandelt hatte, im Rahmen der fremdanamnestischen Auskunft geäusserten Verdacht auf eine
Hypomanie teile er vor allem wegen der sozial sehr zurückgezogenen Lebens
weise und wegen des Cannabiskonsums
nicht
.
Auch die Beurteilungen durch das Jugends
ekretariat
B._
und durch
Dr.
med.
D._
, Fachärztin FMH für Allgemeine Medizin, die die Beschwerdeführerin von 2001 bis 2007 psy
chotherapeutisch betreut
und im Schreiben vom 23. Februar 2007 (Urk. 7/44/18) eine
Borderline
-Störung diagnostiziert
hatte
(vgl. Urk. 7/33/1), wirkten aus fachärztlich psychiatrischer Sicht undifferenziert und voreingenommen. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine Beeinträchtigung, die eine langfristige Arbeitsunfähigkeit zu begründen vermöge.
3.2
Im Gutachten
von
Dr.
med.
E._
von
der
A._
vom 31. Oktober 2013
(Urk. 13/2), das die Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren in Auftrag gegeben hatte, wurde ihre Lebensgeschichte ausführlich wiedergegeben. Die Beschwer
deführerin sei ein erstes Mal im Alter von 19 Jahren von einem Nachbarsjungen vergewaltigt worden. Ihr erster Ehemann, den sie 1990 geheiratet hatte (vgl. Urk. 7/5), habe sie mehrfach vergewaltigt, häufig geschlagen und wiederholt blutend aus der Wohnung ausgeschlossen.
Zudem habe er sie zweimal zur Ab
treibung gedrängt.
Nach der Scheidung habe sie ihren zweiten Ehemann gehei
ratet, der der Vater ihrer Tochter sei. Von ihm
habe sie sich scheiden lassen, weil er „komische Geldgeschäfte
“
gemacht habe; er sei aber ein netter und ruhi
ger Mensch.
Die psychischen Beschwerden hätten während der ersten Ehe begonnen. Noch heute kämen ihr immer wieder die Bilder des abgetriebenen Fötus in den Sinn
,
und sie höre die schabenden und kratzenden Geräusche der Abt
r
eibungen.
Während der zweiten Ehe sei es ihr besser gegangen, aber nach der zweiten Scheidung und der Zuteilung der Tochter an ihren Ex-Mann hätten die Beschwerden im Sinne von Panikattacken, starken Stimmungsschwankungen und Ängsten wieder zugenommen. Seit einigen Jahren erlebe sie starke Atem
not, Schmerzen am ganzen Körper
, Panikgefühle und Platzangst.
An auffälligen Unter
suchungsbefunden erwähnte
Dr.
E._
die lebhafte Mimik und Körpersprache, dass die Beschwerdeführerin immer wieder aufstehe, umher gehe und leicht angetrieben und unruhig wirke. Während des Ausfüllens eines Fragebogens seien plötzlich starke Panikgefühle aufgetreten, die Beschwerde
führerin habe das Fenster öffnen und tief Luft holen müssen. Anschliessend habe sie starke Schmerzen am ganzen Körper angegeben.
In diagnostischer Hinsicht hielt
Dr.
E._
eine ausgeprägte rezidivierende und stärker werdende Angststörung mit Panikattacken, Angstzuständen und Atem
not (ICD-10: F40.01) auf dem Boden einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) fest. Die Sym
p
tome hätten sich
chronifiziert
und seien zu Wesenszügen geworden, so dass heute eine andauernde
Persönlichkeitsände
rung
nach langdauernden psychischen Belastungen (ICD-10: F62.0) mi
t ausge
prägten paranoiden Zügen und emotional instabilen und selbstunsicheren ängstlichen Persönlichkeitszügen vorliege.
Die Angststörung mit den Panikattacken, der Atemnot und den körperlichen Symptomen und die Symptome der posttraumatischen Belas
tungsstörung, die immer wieder ohne erkennbare Vorsymptome aufträten, zusammen mit dem sozialen Verhalten schränkten die Arbeitsfähigkeit derart ein, dass auf dem freien Arbeitsmarkt von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei.
4.
4.1
Bei der
Würdigung des Gutachtens von
Dr.
Z._
fällt auf,
dass
sich die
subjek
tiven Angaben der Beschwerdeführerin zu ihrer Lebensgeschichte
etwas wirr und oberflächlich präsentieren. Die körperlichen und psychischen Gewalt
anwendungen durch ihren ersten Ehemann wurden nur pauschal erwähnt und die beiden Abt
r
eibungen, zu denen er sie gedrängt hatte, blieben gänzlich un
erwähnt. Folglich blieben auch die Flashbacks, unter denen die Beschwerde
führerin gemäss den Ausführungen im Gutachten der
A._
heute noch leidet,
unerwähnt und konnten von
Dr.
Z._
nicht in die Beurteilung des
Gesund
heitsschadens
und dessen Auswirkungen einbezogen werden.
Demgegenüber mass
Dr.
E._
genau diesen Erlebnissen entscheidende Bedeutung für das Krankheitsbild bei und
schloss
daraus auf eine bereits
chronifizierte
Persönlich
keitsänderung
und eine daraus resultierende vollständige Arbeitsunfähigkeit
(Urk. 13/2 S. 16 f.).
Im Übrigen stimmen die Befunde, die
Dr.
Z._
erhob, und die Beschreibung des Verhaltens der Beschwerdeführerin während der Untersuchung mit den Schilderungen im Gutachten der
A._
überein.
Darauf wies auch
Dr.
E._
hin
(Urk. 13/2 S. 16)
. Die einzige wesentliche Differenz
bei der Befunderhebung
besteht darin, dass die Beschwerdeführerin gegenüber
Dr.
Z._
einen wesentlich höheren Cannabiskonsum angab
als gegenüber
Dr.
E._
. Während sie
Dr.
Z._
erzählte, praktisch täglich
einen Joint zu rauchen (Urk. 7/62/6)
,
sagte sie bei
Dr.
E._
aus,
nur hie und da Cannabis zu konsumieren
(Urk. 13/2 S. 11). Daraus schloss
dieser
- trotz positivem Resultat bei einer unange
kündigten Urinprobe
(Urk. 13/2 S. 13)
-, die Beschwerdeführerin konsumiere nur zur Rek
reation,
und
verneinte
eine Abhängigkeit sowie
einen Einfluss des
Cannabis auf d
e
n Gesundheitszustand
(Urk. 13/2 S. 18).
I
m
Gegensatz
da
zu
erklärte
Dr.
Z._
gewisse Verhaltensauffälligkeiten mit dem chronischen Cannabiskonsum (Urk. 7/62/8)
. Da indes auch
Dr.
Z._
dem Ca
n
nabiskonsum bzw. de
n
seiner Meinung nach dadurch bedingten
Verhaltens
-
auffälligkeiten
keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beimass, braucht der Frage, im welchem Ausmass die Beschwerdeführerin Cannabis konsumiert beziehungsweise konsu
mierte, nicht weiter nachgegangen zu werden.
4.2
Das Gutachten von
Dr.
E._
leuchtet in allen Teilen ein und erfüllt, unabhän
gig davon, dass es von der Beschwerdeführerin
in Auftrag gegeben wurde, sämtliche von der Rechtsprechung erhobenen Kriterien.
Auch die Schilderung der Auswirkungen der Angststörung und die Begründung, weshalb bei der Beschwerdeführerin nach den Gewalteinwirkungen während der ersten Ehe eine posttraumati
sche Belastungsstörung vorliegt
und wie diese den Alltag und die
Arbeitsfähigkeit beeinflusst, wurden nachvollziehbar und einleuchtend darge
legt (Urk. 13/2 S. 16 ff.). Es ist deshalb vollumfänglich auf das Gutachten der
A._
abzustellen und von einer 100%igen Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit der Beschwerdeführerin
auszugehen, was Anspruch auf eine ganze Invalidenrente gibt.
4.3
Das Gutachten der
A._
äussert sich nicht konkret zum Beginn der Arbeitsunfähig
keit. Nachdem sich die Beschwerdeführerin am 27. Januar 2011 bei der Invalidenversicherung angemeldet hatte, konnte ein Rentenanspruch frühestens am 1. Juli 2011 entstehen
(Art. 29
Abs.
1 IVG)
, wenn in diesem Zeit
punkt während eines Jahres eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von
min
destens 70
%
bestanden hatte (Art. 28
Abs.
1
lit
. b in Verbindung mit
Abs.
2 IVG). Da die Beschwerdeführerin die psychischen Belastungen, die eine wesent
liche Ursache für den eingetretenen Gesundheitsschaden
sind,
während der ers
ten, 1992 geschiedenen (Urk. 7/5/2) Ehe
erlitt, und bereits 2002, als das Jugendsekretariat
B._
der Beschwerdeführerin die elterliche Sorge für die Tochter aberkannte, massgebliche psychische Beeinträchtigungen bestanden, ist davon auszugehen, dass die Voraussetzungen für die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente am 1. Juli 2011 erfüllt waren. Der Beschwerdeführerin ist daher ab diesem Zeitpunkt eine ganze Invalidenrente zuzusprechen.
4.4
Im Gutachten der
A._
wurde unter anderem darauf hingewiesen, dass die Beschwerdeführerin unzureichend medizinisch behandelt wird, und es wurde nebst einer angepassten medikamentösen insbesondere eine unterstützende psy
chotherapeutische Behandlung empfohlen (Urk. 13/2 S. 19). Es wird Sache der IV-Stelle sein, die Beschwerdeführerin im Rahmen der
Schadenminderungs
pflicht
allenfalls zu verpflichten, eine adäquate Behandlung aufzunehmen, und die
revisionsweise
Überprüfung der Invalidenrente
vorzusehen.
5.
5.1
Gemäss Art.
6
9
Abs.
1
bis
IVG ist das
Beschwerdeverfahren um die Bewilligung oder Verwei
gerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kanto
nalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt und sind auf Fr. 600.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5.2
Mit Honorarnote vom 27. Januar 2014 (Urk. 19/1) macht die unentgeltliche Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin einen Aufwand von 22 Stunden
und
Barauslagen von Fr. 225.60 geltend, was beim gerichtsüblichen Ansatz von
Fr. 200.-- zuzüglich Mehrwertsteuer eine Forderung von Fr. 4
‘
995.60 ergibt.
Ange
sichts des Umstands, dass die Rechtsvertreterin im Beschwerdeverfahren das Gutachten der
A._
eingeholt und dieses in der Replik verarbeitet hat, ist der geltend gemachte Aufwand gerade noch zu rechtfertigen. In diesem Umfang hat die IV-Stelle die unentgeltliche Rechtsvertreterin zu entschädigen.
5.3
Art. 45
Abs.
1 ATSG bestimmt, dass der Versicherungsträger die Kosten der Ab
klärung übernimmt, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeordnet, so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bild
en. Einen im Wesentli
chen ident
i
s
chen
W
ortlaut - zugeschnitten auf die Invalidenver
sich
erung - weist Art. 78
Abs.
3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) auf.
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind Abklärungen dann unerläss
lich im Sinne von Art. 45
Abs.
1 ATSG, wenn die entsprechende Massnahme im Rahmen der Untersuchungspflicht ebenfalls anzuordnen gewesen wäre (Urteil des Bundesgerichts 9C_921/2013 vom 24. Februar 2014 E.5.1), der Verwaltung mithin eine Verletzung der ihr im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes oblie
genden Pflicht zur
rechtsgenüglichen
Sachverhaltsabklärung vorzuwerfen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_580/2011 und 8C_704/2011 vom 5. Juli 2012
E. 9).
Zwar wird für die Beurteilung des Leistungsanspruchs der Beschwerdeführerin vollumfänglich auf das von ihr veranlasste Gutachten der
A._
abgestellt. Das von der IV-Stelle
eingeholte und der angefochtenen Verfügung zu Grunde gelegte Gutachten von
Dr.
Z._
erfüllt indes ebenfalls sämtliche von der Rechtsprechung vorgegebenen Anforderungen. Die Divergenz zum Gutachten der
A._
liegt - wie oben dargelegt - vor allem darin, dass die Beschwerdeführe
rin gegenüber
Dr.
Z._
einschneidende Erlebnisse verschwieg, so dass
Dr.
Z._
deren Auswirkungen auf den psychischen Zustand nicht in seine Beurteilung einfliessen lassen konnte. Dieser Umstand war für die IV-Stelle nicht erkennbar, so dass ihr keine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes vorgeworfen werden kann.
Damit sind die Voraussetzungen für die Vergütung der Kosten für das Gutach
ten der
A._
von
Fr.
2‘495.-- durch die IV-Stelle nicht er
füllt. Die Kosten sind der unentgeltlichen Rechtsvertreterin aus der Gerichtskasse zu erstatten.