Decision ID: 39e145a8-642d-4600-b20a-697291c67a3d
Year: 2020
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

I. Sachverhalt:
1. A._ meldete sich nach der Scheidung von B._ (vgl.
Beschwerdeverfahren S 19 41) mit Gesuch vom 23. März 2018 bei der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, AHV-
Ausgleichskasse als Durchführungsstelle für Ergänzungsleistungen
(nachfolgend: AHV-Ausgleichskasse), zum Bezug von
Ergänzungsleistungen an.
2. Mit Verfügung vom 3. Juli 2018 sprach die AHV-Ausgleichskasse A._
ab 1. Februar 2018 bis 31. März 2018 monatliche Ergänzungsleistungen
von CHF 365.-- (zuzüglich Prämienpauschale Krankenversicherung von
CHF 419.--) und ab 1. April 2018 solche von CHF 725.-- (zuzüglich
Prämienpauschale Krankenversicherung von CHF 419.--) zu.
3. Am 27. September 2018 nahm die AHV-Ausgleichskasse infolge
veränderter Wohnsituation eine Neuberechnung der
Ergänzungsleistungen vor und verfügte, dass A._ ab 1. Oktober 2018
Anspruch auf monatliche Ergänzungsleistungen von CHF 365.-- (zuzüglich
Prämienpauschale Krankenversicherung von CHF 419.--) habe.
4. Mit Verfügung vom 19. November 2018 nahm die AHV-Ausgleichskasse
erneut eine Neuberechnung vor und lehnte den Anspruch von A._ auf
Ergänzungsleistungen ab 1. Dezember 2018 ab. Begründend wurde
ausgeführt, dass aufgrund der Einsprache des ehemaligen Ehemannes
von A._ gegen die ihn betreffende Verfügung vom 3. Juli 2018 und
dem daraus resultierenden Einspracheentscheid vom 7. November 2018
der Vermögensverzicht neu habe geprüft und berechnet werden müssen.
Da das Verzichtsvermögen erst mit Datum der Scheidung, also per Januar
2018 hälftig geteilt werden dürfe, habe auch der Anspruch von A._ auf
Ergänzungsleistungen neu berechnet werden müssen.
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5. Die hiergegen von A._ am 21. Dezember 2018 erhobene Einsprache
wies die AHV-Ausgleichskasse mit Einspracheentscheid vom 11. März
2019 ab. Zur Begründung wurde zusammenfassend ausgeführt, dass der
Vermögensverbrauch nach den Liegenschaftsverkäufen und den
Kapitalauszahlungen nicht vollständig belegt sei. Vielmehr seien in den
Auszügen diverse Barbezüge, Überweisungen an die Ex-Eheleute selber
und hohe Zahlungseingänge (unklare wirtschaftliche Tätigkeit) ersichtlich.
Es ergebe sich weiterhin ein Vermögensverzicht in der Höhe von CHF
253'609.--, welcher zum Verzicht aus Schenkungen (Liegenschaften und
Barauszahlungen an Kinder) von CHF 203'500.-- zu addieren sei. Somit
resultiere per Januar 2018 (Scheidung) ein zu teilender Verzicht von total
CHF 457'109.-- (Verzicht pro Ex-Ehegatte: CHF 228'554.--). Im Ergebnis
ergebe sich für beide Ex-Ehegatten weiterhin ein deutlicher
Einnahmeüberschuss.
6. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A._ (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) am 11. April 2019 Beschwerde an das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und beantragte, die
Verfügung der AHV-Ausgleichskasse vom 11. März 2019 sei aufzuheben
und es sei ihr Anspruch auf Ergänzungsleistungen per 1. April 2019 neu
zu berechnen oder das Verzichtsvermögen per 1. Januar 2018 neu zu
bestimmen. Zudem sei ihr für das Verfahren vor der Vorinstanz sowie das
vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung zu gewähren und Rechtsanwalt lic. iur. Adrian
Scarpatetti als Rechtsvertreter zu bestellen. Begründend wurde im
Wesentlichen ausgeführt, die Beschwerdeführerin wohne alleine in
F._, weshalb ihr der maximale Mietzins von CHF 13'200.--
anzurechnen sei. Das per 1. Januar 2018 erfasste Verzichtsvermögen von
CHF 203'500.-- sei grundsätzlich korrekt ermittelt worden. Allerdings sei
der Schenkungsbetrag von gesamthaft CHF 12'700.-- vom
Verzichtsvermögen abzuziehen, da er von den Kindern C._ und
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D._ (recte wohl: E._) je nach den finanziellen Möglichkeiten
wieder an die Eltern zurückbezahlt werde. Das eigentliche
Verzichtsvermögen betrage somit per 1. Januar 2018 CHF 190'800.-- bzw.
per 1. Januar 2019 CHF 180'800.--. Gemäss der Vorinstanz belaufe sich
der Vermögensrückgang auf CHF 253'609.-- und entspreche den
Pensionskassenauszahlungen abzüglich anerkannter Beträge. Das von
der Beschwerdeführerin im Jahr 2014 bezogene Freizügigkeitskapital in
der Höhe von CHF 50'330.-- (recte: CHF 54'033.15) sei für
Steuerbelastungen, die Rückzahlung von Kreditraten und allgemein für den
vor der Pensionierung gelebten Lebensstandard benötigt worden. Es sei
nicht einzusehen, weshalb dieser Betrag als Verzichtsvermögen
angerechnet werden solle. Betreffend Freizügigkeitskapital des
ehemaligen Ehemannes der Beschwerdeführerin bzw. Kapitalabfluss ab 1.
Juli 2016 sei festzuhalten, dass die damaligen Eheleute ab Juli 2016 mit
einem Renteneinkommen von monatlich CHF 3'174.-- hätten leben
müssen. Der Lebensstandard sei nach der Pensionierung aufrechterhalten
und teilweise sogar ausgebaut worden (neues Fahrzeug, Reisen, Ausbau
Hobbyraum etc.), so dass pro Monat mehr als CHF 7'000.-- verbraucht
worden seien. Über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren (Juli 2016 bis
Dezember 2017) ergebe dies bereits eine Vermögensabnahme von
mindestens CHF 126'000.--. Es treffe zwar zu, dass die Ex-Eheleute
beweisen müssten, dass einmal bestehendes Vermögen in Erfüllung einer
rechtlichen Pflicht oder gegen eine adäquate Gegenleistung hingegeben
worden sei. Zu berücksichtigen sei jedoch zusätzlich, dass ein
Leistungsansprecher mit der Beibringung von Steuerakten, Bank- und
Postkontoauszügen der letzten Jahre etc. seiner Pflicht, an der
Sachverhaltsermittlung mitzuwirken und die einen Vermögensverzicht
ausschliessenden Tatsachen soweit möglich zu belegen, nachkomme. Bei
einem früheren Einkommen von mehr als CHF 120'000.-- seien Schulden
angehäuft worden, was exemplarisch bestätige, dass die Ex-Eheleute
bereits damals auf "gutem Fuss" gelebt hätten. Es sei nachvollziehbar,
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dass dieser Lebensstandard in der Folge aufrechterhalten worden sei.
Jeden Monat sei sehr viel Geld aus dem bezogenen Vorsorgeguthaben
benötigt worden. Es habe kein haushälterischer Umgang mit den
verfügbaren Mitteln stattgefunden. Hinsichtlich der anerkannten Steuern in
der Höhe von CHF 32'528.-- übersehe die Vorinstanz, dass die
Einkommenssteuer auf den jeweiligen Kapitalbezügen nicht berücksichtigt
worden sei und im Jahr 2016 normale Einkommenssteuern von mindestens
CHF 35'219.80 bezahlt worden seien. Zumindest sei ein Betrag für die
Einkommenssteuer auf dem Kapitalbezug in der Höhe von CHF 16'000.--
zusätzlich in Abzug zu bringen. Die Reisekosten könnten nicht mehr im
Detail belegt werden. Die Anrechnung eines Betrags von pauschal CHF
10'000.-- sei aber mehr als nur angemessen. Zusätzlich sei der Kauf eines
Smarts zu CHF 2'400.-- anzurechnen. Der Abzug betrage somit CHF
18'090.--. Den Stall, der zur Liegenschaft gehöre, welche die damaligen
Eheleute ihrer Tochter im Jahr 2008 unentgeltlich überlassen hätten, habe
der ehemalige Ehemann der Beschwerdeführerin nach seiner
Pensionierung selber zu einem Hobbyraum ausgebaut. Diesen Hobbyraum
nutze er unentgeltlich. Der Ausbau habe rund CHF 20'000.-- gekostet, was
im Detail jedoch nicht mehr belegt werden könne. Die Waffensammlung
werde beim Vermögen des ehemaligen Ehemannes der
Beschwerdeführerin mit CHF 39'410.-- berücksichtigt. Er besitze
historische Gegenstände wie Waffen, Feldstecher etc., welche er teilweise
warte und restauriere. Die Vorinstanz übersehe, dass dieses Vermögen mit
Geldmitteln erworben worden sei und somit Auslagen von mindestens CHF
17'946.30 entstanden seien, welche das Vermögen geschmälert hätten. Es
sei der Beschwerdeführerin durchaus bewusst, dass der
Vermögensrückgang nicht im Detail belegt werden könne. Anhand der im
Recht liegenden Kontoauszüge ab dem Jahr 2014 könne jedoch mehr als
nur erahnt werden, dass sehr viel Geld gegen eine Gegenleistung
verbraucht worden sei. Es seien jedenfalls hunderte von Abbuchungen
nachvollziehbar. Nachdem ein Verbrauch von über CHF 300'000.-- belegt
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werden könne, ergebe sich für die Beschwerdeführerin ein
Ergänzungsleistungsanspruch bis zum 31. Dezember 2018 von CHF
9'912.-- pro Jahr und für die Zeit danach ein solcher von jährlich
CHF 10'912.--. Schliesslich sei keinesfalls Aussichtslosigkeit gegeben, da
die Vorinstanz die Berechnungsgrundlagen mehrfach von sich aus
geändert habe, den Betrag von CHF 30'000.-- zumindest bei den Steuern
berücksichtigt habe und die Verneinung der Beibringung des Nachweises
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eines Vermögensrückgangs nicht
einfach zur Aussichtslosigkeit führe.
7. Mit Vernehmlassung vom 29. April 2019 beantragte die AHV-Ausgleichs-
kasse (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der
Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Ausführungen im
angefochtenen Einspracheentscheid vom 11. März 2019. Ergänzend
wurde festgehalten, dass nur das Verfügungsdispositiv, nicht aber die
Begründung einer Verfügung anfechtbar sei. Eine Einsprache bzw.
Beschwerde müsse das Dispositiv anfechten, welches gemäss der
(mitangefochtenen) Verfügung vom 19. November 2018 darauf laute, dass
die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf Ergänzungsleistungen habe.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin sei sie somit nicht
gezwungen gewesen, mit einer Einsprache bzw. Beschwerde im Hinblick
auf einen allenfalls zukünftig früher erfolgenden
Ergänzungsleistungsanspruch eine Verringerung des Vermögensverzichts
durchzusetzen. Vielmehr könne eine Einsprache bzw. Beschwerde erst
dann erfolgsversprechend sein, wenn sie dazu führe, dass eine
Ergänzungsleistungsansprecherin direkt Anspruch auf
Ergänzungsleistungen erhalte. Der Beschwerdeführerin sei bei der
Erhebung der Einsprache und auch bei der Einreichung der Beschwerde
bewusst gewesen, dass der Vermögensrückgang nicht im Detail belegt
werden könne. Angesichts der klaren Rechtsprechung zur Beweislosigkeit
bei einem Vermögensrückgang wären genau solche Belege und
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Nachweise erforderlich, um den angerechneten Vermögensverzicht
relevant (d.h. eben derart, dass heute ein Ergänzungsleistungsanspruch
bestehe, mithin das Dispositiv abgeändert werden könne) zu verringern.
8. Mit freigestellter Stellungnahme vom 1. Mai 2019 reichte der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin seine Honorarnote ein.
Gleichzeitig wurde vorgebracht, der Beschwerdeführerin sei durchaus
bewusst, dass grundsätzlich nur das Dispositiv angefochten werden könne.
Im Rahmen der Anrechnung von Verzichtsvermögen stünden viele
Personen allerdings vor dem Problem, dass das einmal angerechnete
Verzichtsvermögen bei einem abschlägigen Entscheid in Rechtskraft
erwachse und bei einer allfälligen Neuanmeldung nicht mehr korrigiert
werden könne. Der Vermögensrückgang bei den Ex-Eheleuten sei gemäss
der Beschwerdeschrift durchaus erklärbar.
9. Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften sowie auf den
angefochtenen Einspracheentscheid wird, soweit erforderlich, in den
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid
der Beschwerdegegnerin vom 11. März 2019. Gegen solche
sozialversicherungsrechtlichen Entscheide kann Beschwerde beim
Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben werden, in dem der
Versicherte zur Zeit der Beschwerdeerhebung seinen Wohnsitz hat (Art. 1
Abs. 1 des Bundesgesetzes über Ergänzungsleistungen zur Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [ELG; SR 831.30] i.V.m. Art. 56
Abs. 1 sowie Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die
Beschwerdeführerin wohnt im Kanton Graubünden, womit die örtliche
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Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden zur
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde gegeben ist. Dessen sachliche
Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des
Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100), wonach
das Verwaltungsgericht als kantonales Versicherungsgericht Beschwerden
gegen Einspracheentscheide und Verfügungen in
Sozialversicherungssachen beurteilt, die gemäss Bundesrecht der
Beschwerde unterliegen (siehe auch Art. 19 des Gesetzes über kantonale
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung [KELG; BR 544.300]). Damit fällt die Beurteilung der
vorliegenden Beschwerde in die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts.
Als formelle und materielle Adressatin des angefochtenen
Einspracheentscheids ist die Beschwerdeführerin berührt und weist ein
schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung auf (Art.
59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte
Beschwerde (Art. 1 Abs. 1 ELG i.V.m. Art. 60 ATSG und Art. 61 lit. b ATSG)
ist somit – unter Vorbehalt der nachstehenden Erwägungen – einzutreten.
2.1. Nicht einzutreten ist auf den Antrag der Beschwerdeführerin, das
Verzichtsvermögen per 1. Januar 2018 neu zu bestimmen, da dessen
Berechnung lediglich als Grundlage für die Abweisung des Anspruchs auf
Ergänzungsleistungen diente und – da nicht Einspracheentscheiddispositiv
– nicht Anfechtungsobjekt sein kann (vgl. BGE 106 V 91 E.1, 110 V 48
E.3c; Urteil des Bundesgerichts 8C_272/2011 vom 11. November 2011
E.1.3).
2.2. Zudem beantragt die Beschwerdeführerin, ihr Anspruch auf
Ergänzungsleistungen sei per 1. April 2019 neu zu berechnen. Sie
übersieht dabei, dass dies weder Gegenstand des angefochtenen
Einspracheentscheids vom 11. März 2019 noch der vorangegangenen
Verfügung vom 19. November 2018 war (vgl. beschwerdegegnerische
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Akten [Bg-act.] 24 ff. und 33), weshalb auf diesen Antrag im Rahmen des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens ebenfalls nicht eingetreten werden
kann (vgl. BGE 131 V 164 E.2.1, 125 V 413 E.1a mit Hinweisen).
3.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 ELG gewähren der Bund und die Kantone Personen,
welche die Voraussetzungen nach den Art. 4-6 ELG erfüllen,
Ergänzungsleistungen zur Deckung ihres Existenzbedarfs. Die jährliche
Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten
Ausgaben (Art. 10 ELG) die anrechenbaren Einnahmen (Art. 11 ELG)
übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG).
3.2. Die anrechenbaren Einnahmen werden nach Art. 11 ELG ermittelt. Als
Einnahmen anzurechnen sind unter anderem Einkünfte und
Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist (Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG).
Eine Verzichtshandlung liegt nach der Rechtsprechung vor, wenn die
leistungsansprechende Person auf Einkünfte oder Vermögen verzichtet
hat, ohne dass hierzu eine rechtliche Verpflichtung oder ein (anderer)
zwingender Grund bestanden hat und ohne eine adäquate Gegenleistung
erhalten zu haben (vgl. BGE 121 V 204 E.4b mit Hinweisen; Urteil des
Bundesgerichts 9C_115/2016 vom 12. Juli 2016 E.2 mit Hinweisen;
Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV [WEL], gültig
ab 1. April 2011, Stand: 1. Januar 2020, Rz. 3481.02). Diese
Voraussetzungen müssen nicht kumulativ erfüllt sein; es reicht, wenn
alternativ eines der beiden Elemente gegeben ist (vgl. BGE 131 V 329
E.4.2 ff. mit Hinweisen). Eine Gegenleistung ist als adäquat zu betrachten,
wenn ihr Wert mindestens 90 % des Werts der Leistung beträgt (vgl. WEL
Rz. 3481.03). Ein Vermögensverzicht ist beispielsweise bei Schenkungen,
Zuwendungen und gewährten Erbvorbezügen anzurechnen (vgl.
CARIGIET/KOCH, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, 2. Aufl.,
Zürich/Basel/Genf 2009, S. 175). In Fällen, in denen eine nicht
gleichwertige Gegenleistung vereinbart wurde, entspricht die Höhe des
Verzichtseinkommens oder des Verzichtsvermögens der Differenz
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zwischen Leistung und Gegenleistung (vgl. WEL Rz. 3481.04). Für die
Bewertung des entäusserten Vermögens und einer allfälligen
Gegenleistung ist der Zeitpunkt des Verzichts massgebend (vgl. WEL Rz.
3483.01). Bei der Veräusserung einer Liegenschaft ist zur Prüfung, ob ein
Verzicht vorliegt, der Verkehrswert (Marktwert) ausschlaggebend (vgl.
WEL Rz. 3483.02). Ist eine veräusserte Liegenschaft mit einer Hypothek
belastet, die ganz oder teilweise vom neuen Eigentümer übernommen wird,
so stellt die Summe der übernommenen Schulden einen Teil der
Gegenleistung dar (vgl. WEL Rz. 3483.03).
3.3. Die anrechenbaren Einnahmen der beiden Ehegatten werden
zusammengerechnet. Der Totalbetrag wird anschliessend hälftig auf die
Ehegatten aufgeteilt (Art. 1b Abs. 1 der Verordnung über die
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und
Invalidenversicherung [ELV; SR 831.301]).
3.4. Gemäss Art. 17a Abs. 1 ELV wird der anzurechnende Betrag von
Vermögenswerten, auf die gemäss Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG verzichtet
worden ist, jährlich um CHF 10'000.-- vermindert. Der Wert des Vermögens
im Zeitpunkt des Verzichts ist unverändert auf den 1. Januar des Jahres,
das auf den Verzicht folgt, zu übertragen und dann jeweils nach einem Jahr
zu vermindern (Art. 17a Abs. 2 ELV). Für die Berechnung der jährlichen
Ergänzungsleistung ist der verminderte Betrag am 1. Januar des
Bezugsjahres massgebend (Art. 17a Abs. 3 ELV).
4. Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess
sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und
Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die verfügende Verwaltung und im
Streitfall das kantonale Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für
die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts
zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er wird
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ergänzt durch die Mitwirkungspflichten der Parteien (vgl. BGE 125 V 193
E.2, 122 V 157 E.1a, je mit Hinweisen). Gemäss Art. 28 Abs. 2 ATSG haben
Personen, die Versicherungsleistungen beanspruchen, unentgeltlich alle
Auskünfte zu erteilen, die zur Abklärung des Anspruchs und zur
Festsetzung der Versicherungsleistungen erforderlich sind. Die
Mitwirkungspflicht – als Korrelat zum Untersuchungsgrundsatz – hat
allgemeine Bedeutung und gilt daher auch im Gebiet der
Ergänzungsleistungen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_180/2009 vom
9. September 2009 E.4.2.1). Im Bereich der Ergänzungsleistungen gilt die
Besonderheit, dass gerade das Fehlen bzw. der Verbrauch von
anrechenbarem Einkommen oder Vermögen den Anspruch auf Leistungen
zu begründen vermag. Dessen Fehlen ist somit eine
anspruchsbegründende Tatsache, weshalb die Beweislast beim
Leistungsansprecher liegt. Ist somit ein einmal bestehendes Vermögen
nicht mehr vorhanden, so trägt der Leistungsansprecher die Beweislast
dafür, dass es in Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung oder gegen
adäquate Gegenleistung hingegeben worden ist bzw. dass kein
Vermögensverzicht vorliegt, wobei der Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit gilt (vgl. BGE 121 V 204 E.6a f.; Urteile des
Bundesgerichts 9C_688/2019 vom 30. Juni 2020 E.2.3.2, 9C_732/2014
vom 12. Dezember 2014 E.4.1.1, 9C_934/2009 vom 28. April 2010 E.3 mit
Hinweisen und E.4.2.2). Die Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts
oder bloss glaubhaft gemachte Sachbehauptungen genügen nicht (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_115/2016 vom 12. Juli 2016 E.4.1; zum
Ganzen: MÜLLER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum ELG, 3. Aufl.,
Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 11 Rz. 481 ff. mit Hinweisen). Gemäss dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit gilt der Beweis als
erbracht, wenn für die Richtigkeit der Sachbehauptung nach objektiven
Gesichtspunkten derart wichtige Gründe sprechen, dass andere denkbare
Möglichkeiten vernünftigerweise nicht massgeblich in Betracht fallen. Im
Falle der Beweislosigkeit, d.h. wenn es dem Leistungsansprecher nicht
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gelingt, einen (überdurchschnittlichen) Vermögensrückgang zu belegen
oder die Gründe dafür rechtsgenügend darzutun, wird ein
Vermögensverzicht angenommen und ein hypothetisches Vermögen sowie
darauf entfallender Ertrag angerechnet (vgl. Urteile des Bundesgerichts
9C_688/2019 vom 30. Juni 2020 E.2.3.2, 9C_813/2019 vom 20. Mai 2020
E.3, 9C_115/2016 vom 12. Juli 2016 E.4.1, 9C_732/2014 vom 12.
Dezember 2014 E.4.1.1, je mit Hinweisen) bzw. es fällt im Falle der
Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei aus, die aus dem
unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese
Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist,
im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer
Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die
Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (vgl. BGE
138 V 218 E.6). Das Bundesgericht hat wiederholt ausgeführt, dass das
Ergänzungsleistungssystem keine gesetzliche Handhabe dafür biete, eine
wie auch immer geartete "Lebensführungskontrolle" vorzunehmen und
danach zu fragen, ob ein Gesuchsteller in der Vergangenheit im Rahmen
einer "Normalitätsgrenze" gelebt hat. Dabei hat das Eidgenössische
Versicherungsgericht klargestellt, dass sich die Frage nach den Gründen
einer Vermögenshingabe allein dann erübrigt und nur dann auf die
tatsächlichen Verhältnisse abzustellen ist, wenn kein Verzicht im Sinne von
Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG vorliegt. Derjenige, der nicht darzutun vermag,
dass seine Geldhingabe im Austausch gegen eine adäquate
Gegenleistung erfolgt ist, kann sich mithin nicht auf den gegebenen
Vermögensstand berufen, sondern muss sich die Frage nach den Gründen
für den Vermögensrückgang gefallen und mangels entsprechenden
Beweisen hypothetisches Vermögen entgegenhalten lassen (vgl. BGE 121
V 204 E.4b mit Hinweisen).
5.1. In materieller Hinsicht macht die Beschwerdeführerin zunächst geltend,
dass sie alleine in F._ wohne, weshalb ihr die maximale
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Mietzinssumme von CHF 13'200.-- anzurechnen sei. Daran ändere auch
die Tatsache nichts, dass sich ihr Ex-Ehemann aufgrund der Anwesenheit
der Enkel vielfach in dieser Wohnung aufhalte (fast ausschliesslich ohne
Übernachtungen). Hinzu komme, dass sie sich mit ihrem Ex-Ehemann
weiterhin gut verstehe und mit ihm über 40 Jahre verheiratet gewesen sei.
Ihr Ex-Ehemann sei im Übrigen nur deshalb auf dem Mietvertrag
aufgeführt, damit die Vermieterschaft über zwei solidarisch haftende
Personen verfüge. Sie wohne alleine und ihr Ex-Ehemann bei seiner
Freundin.
Im Mietvertrag vom 7. September 2017 bezüglich der Liegenschaft
Mehrfamilienhaus in F._ werden beide damaligen Ehegatten als
Mieter aufgeführt. Zudem wird im besagten Mietvertrag betreffend
Mietobjekt Folgendes festgehalten: "3 1⁄2-Wohnung EG links mit Sitzplatz,
Objektnummer: (1/1001), Verwendung zu Wohnzwecken für 3 Personen,
Familienwohnung: ja" (vgl. Bg-act. 2 S. 4 f.). Die Scheidung der Ehegatten
erfolgte zwar nach Abschluss des Mietvertrags im Januar 2018. Jedoch
wird im entsprechenden Scheidungsurteil vom 11. Januar 2018 die
gemeinsame Adresse angegeben (vgl. Bg-act. 3 S. 1 und S. 4). Sodann
hat sich der Ex-Ehemann der Beschwerdeführerin gemäss der Dispositiv-
Ziffer 5 des genannten Scheidungsurteils verpflichtet, die Wohnung bis
spätestens 31. März 2018 zu verlassen (vgl. Bg-act. 3 S. 4), was mit
Verfügung vom 3. Juli 2018 zu einer Erhöhung der Ergänzungsleistungen
der Beschwerdeführerin per 1. April 2018 geführt hat (vgl. Bg-act. 7 S. 1, 8
S. 1, 9 S. 1 und 10 S. 1). Die vom 19. Juli 2018 bis 30. August 2018
durchgeführten Abklärungen (Anwesenheitskontrollen) der Abteilung
Bekämpfung Versicherungsmissbrauch (BVM) ergaben jedoch, dass die
Ex-Eheleute die Wohnung an der weiterhin teilen (vgl. Bg-act. 14 S. 13 ff.,
15 S. 1, S. 4 und S. 7). Der Ex-Ehemann der Beschwerdeführerin bestätigte
anlässlich der am 19. September 2018 erfolgten Befragung
(Evaluationsgespräch) denn auch, dass er sich mehrheitlich in F._
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aufhalte (vgl. Bg-act. 15 S. 25). Daraufhin nahm die Beschwerdegegnerin
mit Verfügung vom 27. September 2018 eine Neuberechnung infolge
veränderter Wohnsituation vor und reduzierte die monatlichen
Ergänzungsleistungen der Beschwerdeführerin ab 1. Oktober 2018 wieder
auf CHF 365.-- (zuzüglich Prämienpauschale Krankenversicherung von
CHF 419.--) (vgl. Bg-act. 17 S. 1 und 18 S. 1). Nach dem Gesagten hat die
Beschwerdegegnerin den Mietzins von monatlich CHF 1'480.-- (jährlich
CHF 17'760.--) für die besagte Wohnung zu Recht der Beschwerdeführerin
und ihrem Ex-Ehemann je zur Hälfte angerechnet (vgl. Bg-act. 26 S. 1 und
27 S. 1). Der angefochtene Einspracheentscheid vom 11. März 2019
erweist sich diesbezüglich als korrekt (vgl. Bg-act. 33 S. 4). Der
Vollständigkeit halber ist noch darauf hinzuweisen, dass das Gesuch der
Beschwerdeführerin und ihres Ex-Ehemannes um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung sowie die dazugehörigen Unterlagen das
gemeinsame Wohnen der Ex-Eheleute bekräftigen (vgl. Gesuch der
Beschwerdeführerin S. 1 und S. 2, Wohnungsmietvertrag vom
7. September 2017 S. 1, Gesuch des Ex-Ehemannes der
Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren S 19 41 S. 2, Versicherungs-
Police des Ex-Ehemannes der Beschwerdeführerin vom 19. Oktober 2018
im Beschwerdeverfahren S 19 41, Steuerbescheinigung des Ex-
Ehemannes der Beschwerdeführerin vom 10. Januar 2019 im
Beschwerdeverfahren S 19 41 sowie Wohnungsmietvertrag vom 7.
September 2017 im Beschwerdeverfahren S 19 41 S. 1).
5.2. Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor, dass das per 1. Januar 2018
erfasste Verzichtsvermögen in der Höhe von CHF 203'500.-- grundsätzlich
korrekt ermittelt worden sei. Die Kinder C._ und D._ (recte wohl:
E._) würden jedoch den Schenkungsbetrag in der Höhe von
gesamthaft CHF 12'700.-- je nach den finanziellen Möglichkeiten wieder an
ihre Eltern zurückzahlen, weshalb dieser Betrag vom Verzichtsvermögen
in Abzug zu bringen sei. Die Beschwerdegegnerin anerkenne ausdrücklich,
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dass die Kinder vor und nach der erwähnten Schenkung den Eltern Geld
überwiesen hätten, weshalb nicht einzusehen sei, weshalb diese Beträge
nicht berücksichtigt werden sollten. Es sei im Übrigen völlig normal, dass
bei diesen "kleineren Beträgen" in der Familie keine Darlehensverträge
abgeschlossen worden seien. Das eigentliche Verzichtsvermögen betrage
demnach per 1. Januar 2018 CHF 190'800.-- bzw. per 1. Januar 2019
CHF 180'800.--.
Vorliegend kann dem Postenauszug der Graubündner Kantonalbank vom
7. Juni 2018 entnommen werden, dass die damaligen Eheleute ihren
Kindern C._ und E._ mit e-banking-Auftrag vom 13. März 2017
CHF 7'500.-- bzw. CHF 5'200.--, total CHF 12'700.--, überwiesen (vgl. Bg-
act. 31 S. 14, Beschwerdeverfahren S 19 41). Zudem gehen aus den bei
den Akten liegenden Kontoauszügen diverse Zahlungen der Kinder
C._ und E._ an ihre Eltern hervor. So überwies C._ am 26.
Januar 2016 CHF 1'000.--, am 24. März 2016 CHF 2'000.--, am 9. Mai 2017
CHF 2'000.--, am 7. März 2018 CHF 2'000.--, am 23. März 2018 CHF 200.--
sowie am 4. April 2018 CHF 600.-- auf das PostFinance-Konto seiner
Mutter bzw. auf das Konto seines Vaters bei der Graubündner
Kantonalbank resp. auf das gemeinsame Konto seiner Eltern bei der
Graubündner Kantonalbank (vgl. Bg-act. 31 S. 19, S. 40 f., S. 44, S. 50,
S. 107 und S. 109, Beschwerdeverfahren S 19 41). Ebenfalls tätigte
E._ am 25. Januar 2018, 5. Februar 2018 sowie 18. April 2018
Überweisungen in der Höhe von CHF 750.--, CHF 500.-- bzw. CHF 1'000.--
auf das Konto seines Vaters bei der Graubündner Kantonalbank (vgl. Bg-
act. 31 S. 39 und S. 41, Beschwerdeverfahren S 19 41). Dabei geht es
teilweise um Zahlungen, welche vor der am 13. März 2017 erfolgten
Überweisung von total CHF 12'700.-- an die Kinder C._ und E._
ausgeführt wurden. Wie die Beschwerdegegnerin zutreffend ausführt, ist in
Bezug auf die von C._ und E._ (nach besagtem Datum)
getätigten Zahlungen unklar, ob es sich dabei effektiv um
- 16 -
Darlehensrückzahlungen handelt und wie hoch die angebliche
Darlehensschuld zu welchem Zeitpunkt war (vgl. Bg-act. 60 S. 2,
Beschwerdeverfahren S 19 41). Hinzu kommt, dass den im Recht
liegenden Akten kein Darlehensvertrag entnommen werden kann. Auch
wurden in den Anmeldungen der Beschwerdeführerin und ihres Ex-
Ehemannes für Ergänzungsleistungen keine Darlehensguthaben erwähnt
(vgl. Bg-act. 1 S. 6 sowie Bg-act. 1 S. 6 und 13 S. 7, Beschwerdeverfahren
S 19 41). Folglich ist mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen, dass
es sich bei den Überweisungen vom 13. März 2017 in der Höhe von
CHF 7'500.-- und CHF 5'200.--, insgesamt CHF 12'700.--, um
Schenkungen handelt. Aufgrund des Einnahmeüberschusses würde auch
ein Verzichtsvermögen per 1. Januar 2018 in der Höhe von CHF 190'800.--
am (fehlenden) Anspruch der Beschwerdeführerin auf
Ergänzungsleistungen nichts ändern.
5.3. Im Folgenden ist sodann auf den im angefochtenen Einspracheentscheid
ausgewiesenen Vermögensrückgang auf CHF 253'609.--
(Kapitalauszahlungen abzüglich anerkannter Beträge; vgl. Bg-act. 33 S. 4)
näher einzugehen.
5.3.1. Hinsichtlich des von der Beschwerdeführerin im Jahr 2014 bezogenen
Freizügigkeitskapitals von CHF 54'033.15 (vgl. Bg-act. 2 S. 13) wird geltend
gemacht, dass dieses nicht als Verzichtsvermögen angerechnet werden
dürfe. Dies insbesondere deshalb, weil die damaligen Eheleute bis zur
Pensionierung der Beschwerdeführerin über ein Einkommen von mehr als
CHF 120'000.-- und über kein Vermögen verfügt hätten. Nach besagter
Pensionierung habe sich das jährliche Einkommen fortlaufend verringert,
womit die Aufrechterhaltung des Lebensstandards und die weiterhin hoch
gebliebenen Steuerbelastungen über den Kapitalbezug hätten finanziert
werden müssen. Auch hätten Kreditraten zurückbezahlt werden müssen.
Es habe zwar zeitweise ein kleines Vermögen angehäuft werden können,
- 17 -
welches allerdings bis zur Pensionierung des damaligen Ehemannes der
Beschwerdeführerin wieder aufgebraucht worden sei. Nachdem die
damaligen Eheleute mit einem Einkommen von über CHF 120'000.-- kein
Vermögen, sondern vielmehr Schulden angehäuft hätten, stehe mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass das besagte
Freizügigkeitskapital für die Steuerbelastung, die Rückzahlung von
Kreditraten und allgemein für den vorher gelebten Lebensstandard benötigt
worden seien. Zu beachten sei noch die Einkommenssteuer, welche auf
den Kapitalbezug angefallen (ca. CHF 1'500.-- bis CHF 2'000.--) und von
diesem Vermögen bezahlt worden sei.
Zunächst ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin – entgegen der
Auffassung der Beschwerdeführerin – die sie betreffende Kapitalsteuer in
der Höhe von CHF 1'716.-- im Rahmen des Vermögensrückgangs
berücksichtigte (vgl. Bg-act. 33 S. 4). Ausserdem deklarierten die
damaligen Eheleute in ihrer Steuererklärung 2014 vom 31. März 2015
Einkünfte von total CHF 124'703.-- sowie ein steuerbares Einkommen von
CHF 103'200.-- (Kanton und Gemeinde) bzw. CHF 94'614.-- (Bund) (vgl.
Bg-act. 8 S. 5 und S. 8 f., Beschwerdeverfahren S 19 41). Aus den
definitiven Veranlagungsverfügungen direkte Bundessteuer sowie
Kantons- und Gemeindesteuer 2015 ergeben sich sodann Einkünfte von
insgesamt CHF 116'094.-- und ein steuerbares Einkommen von CHF
101'400.-- (Bund) bzw. CHF 98'700.-- (Kanton und Gemeinde) (vgl. Bg-act.
8 S. 1 und S. 3, Beschwerdeverfahren S 19 41). Aufgrund dieser hohen
Einkommen hat die Beschwerdegegnerin auf eine Schattenrechnung für
diese Jahre verzichtet (vgl. Bg-act. 33 S. 3 f. und Bg-act. 49, 58, 59 S. 3 f.
und 60 S. 2, Beschwerdeverfahren S 19 41). Wie die Beschwerdegegnerin
zutreffend festhält, ist nach dem Gesagten nicht nachvollziehbar, weshalb
die damaligen Eheleute in den Jahren 2014 und 2015 vom Vermögen
hätten zehren müssen. Konkrete Nachweise hierfür bringt die
Beschwerdeführerin jedenfalls nicht vor.
- 18 -
5.3.2. Hinsichtlich des vom damaligen Ehemann der Beschwerdeführerin am
1. Juli 2016 bezogenen Freizügigkeitskapitals von CHF 330'972.50 (vgl.
Bg-act. 2 S. 49, 14 S. 22 und 31 S. 36, Beschwerdeverfahren S 19 41) bzw.
des Kapitalabflusses ab diesem Zeitpunkt wird vorgebracht, dass die
damaligen Eheleute ab Juli 2016 mit einem Renteneinkommen von
monatlich CHF 3'174.-- hätten leben müssen. Die Mietkosten und die
Kosten für die Krankenkassenprämien hätten dabei bereits CHF 2'586.55
betragen. Trotz einem vormaligen Einkommen bei beidseitiger
Arbeitstätigkeit von über CHF 10'000.-- pro Monat hätten Schulden (Kredit)
gemacht werden müssen, um den Lebensstandard finanzieren zu können.
Dieser Lebensstandard sei nach der Pensionierung aufrechterhalten und
teilweise sogar ausgebaut worden (neues Fahrzeug, Reisen, Ausbau
Hobbyraum etc.), weshalb es fast selbsterklärend sei, dass pro Monat mehr
als CHF 7'000.-- verbraucht worden seien. Über einen Zeitraum von
eineinhalb Jahren (Juli 2016 bis Dezember 2017) ergebe dies bereits eine
Vermögensabnahme von mindestens CHF 126'000.--. Die damaligen
Eheleute hätten mit einem Einkommen von mehr als CHF 120'000.--
Schulden angehäuft, was exemplarisch bestätige, dass sie bereits damals
auf "gutem Fuss" gelebt hätten. Es sei nachvollziehbar, dass dieser
Lebensstandard in der Folge aufrechterhalten und somit Monat für Monat
sehr viel Geld aus dem bezogenen Vorsorgeguthaben benötigt worden sei.
Ein Leistungsansprecher könne im Rahmen eines Vermögensverzichts nie
alle finanziellen Verpflichtungen belegen. Aus Sicht der
Beschwerdeführerin sei der Vermögensrückgang verständlich, da mit den
verfügbaren Mitteln nicht haushälterisch umgegangen worden sei.
Die Einwendung der Beschwerdeführerin bezüglich einer
Vermögensabnahme während eineinhalb Jahren (Juli 2016 bis Dezember
2017) von mindestens CHF 126'000.-- aufgrund der Aufrechterhaltung des
früheren Lebensstandards erweist sich als pauschal und unbelegt, weshalb
- 19 -
rechtsprechungsgemäss – wie bereits dargelegt – ein Vermögensverzicht
angenommen wird. Der Beschwerdeführerin ist zwar bewusst, dass sie für
den Vermögensrückgang beweispflichtig wäre. Den erforderlichen Beweis
erbringt sie trotzdem nicht.
5.3.3. Weiter hält die Beschwerdeführerin fest, die Beschwerdegegnerin
übersehe bezüglich der anerkannten Steuern in der Höhe von CHF
32'528.--, dass die Einkommenssteuer auf den jeweiligen Kapitalbezügen
nicht berücksichtigt worden sei und im Jahr 2016 normale
Einkommenssteuern in der Höhe von mindestens CHF 35'219.80 bezahlt
worden seien. Zumindest sei ein zusätzlicher Betrag für die
Einkommenssteuer auf dem Kapitalbezug in der Höhe von CHF 16'000.--
in Abzug zu bringen.
Wie bereits dargelegt (vgl. Erwägung 5.3.1 hiervor), wurde die
Kapitalsteuer betreffend die Beschwerdeführerin im Rahmen des
Vermögensrückgangs berücksichtigt (vgl. Bg-act. 33 S. 4). Gemäss den im
Recht liegenden Kontoauszügen erfolgten in den Jahren 2016 und 2017
Steuerzahlungen in der Höhe von total CHF 32'529.65 (vgl. Bg-act. 31 S. 6,
S. 8, S. 12, S. 18 und S. 32, Beschwerdeverfahren S 19 41). Der von der
Beschwerdeführerin geltend gemachte Steuerbetrag von CHF 35'219.80
ist vorliegend nicht belegt. Ob die den Ex-Ehemann der
Beschwerdeführerin betreffende Kapitalsteuer von angeblich CHF 16'000.-
- in den erfolgten Steuerzahlungen von insgesamt CHF 32'529.65
inbegriffen ist, ist vorliegend nicht klar. Jedenfalls vermag die
Beschwerdeführerin einen noch nicht berücksichtigten und bereits
beglichenen Kapitalsteuerbetrag von angeblich CHF 16'000.-- nicht
nachzuweisen. Somit sind im Rahmen des Vermögensrückgangs
ausgewiesene Steuern in der Höhe von total CHF 32'529.65 zu
berücksichtigen.
- 20 -
5.3.4. Ferner will die Beschwerdeführerin betreffend Reisekosten einen
angemessenen Betrag in der Höhe von pauschal CHF 10'000.--
angerechnet haben.
Vorliegend kann den Akten entnommen werden, dass die
Beschwerdeführerin und ihr damaliger Ehemann am 15. August 2016 eine
Flussfahrt (Basel – Amsterdam – Basel) für die Zeit vom 11. Mai 2017 bis
19. Mai 2017 für einen Totalbetrag von CHF 4'012.-- buchten (vgl. Bg-act.
2 S. 62, Beschwerdeverfahren S 19 41; siehe auch Bg-act. 31 S. 12,
Beschwerdeverfahren S 19 41). Diese Reisekosten wurden seitens der
Beschwerdegegnerin im Rahmen des Vermögensrückgangs berücksichtigt
(vgl. Bg-act. 33 S. 3 f.). Ausserdem findet sich bei den Akten bezüglich der
erwähnten Flussfahrt eine Gästerechnung im Betrag von Euro 599.50
(= CHF 653.80) (vgl. Bg-act. 2 S. 53 f., Beschwerdeverfahren S 19 41).
Darüber hinausgehende Reisekosten vermag die Beschwerdeführerin
allerdings nicht nachzuweisen, wie sie denn auch selber eingesteht.
5.3.5. Sodann beantragt die Beschwerdeführerin betreffend Kauf von
Fahrzeugen einen Abzug von CHF 18'090.--.
Vorliegend ist der Kauf eines Fahrzeugs zum Preis von CHF 40'700.--
sowie der Kauf eines Anhängers für CHF 3'990.-- im Jahr 2016 unbestritten
(vgl. Bg-act. 33 S. 3 f. und Bg-act. 11 S. 2, 23 S. 2, 49, 59 S. 3 f. und 60 S.
3, Beschwerdeverfahren S 19 41). Ebenfalls unstreitig ist der Verkauf des
erwähnten Fahrzeugs zum Preis von CHF 29'000.-- im November 2017
(vgl. Bg-act. 33 S. 3 f. und Bg-act. 21, 23 S. 1 f., 35 S. 10, 49, 59 S. 3 f. und
60 S. 3, Beschwerdeverfahren S 19 41). Gestützt darauf berücksichtigte
die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid
betreffend Autokäufe einen Betrag von CHF 15'690.-- (CHF 40'700.-- +
CHF 3'990.-- - CHF 29'000.--) (vgl. Bg-act. 33 S. 3 f.). Darüber hinaus ist
nun aber eine Quittung vom 25. Juni 2016 über den Kauf eines Smarts zum
- 21 -
Preis von CHF 2'400.-- aktenkundig (vgl. Bg-act. 2 S. 50, 11 S. 2, 13 S. 8,
23 S. 1, Beschwerdeverfahren S 19 41, und beschwerdeführerische Akten
[Bf-act.] 4). Folglich ist betreffend Autokäufe neu ein Betrag von
CHF 18'090.-- (CHF 40'700.-- + CHF 3'990.-- + CHF 2'400.-- -
CHF 29'000.--) zum Abzug zuzulassen. Allerdings ändert die
Berücksichtigung dieses höheren Betrags nichts am (fehlenden) Anspruch
der Beschwerdeführerin auf Ergänzungsleistungen, was sie richtigerweise
denn auch nicht behauptet.
5.3.6. Des Weiteren bringt die Beschwerdeführerin vor, dass sie und ihr damaliger
Ehemann der Tochter im Jahr 2008 eine Liegenschaft in G._ (recte:
H._) unentgeltlich überlassen hätten. Zu dieser Liegenschaft gehöre
ein Stall, den ihr Ex-Ehemann unentgeltlich als Hobbyraum nutze. Im
Gegenzug habe er diesen Stall nach der Pensionierung in Absprache mit
der Tochter selber um- bzw. ausgebaut (neue Türen, Isolation, neuer
Boden, neues Dach). Der Ausbau des Hobbyraumes habe ca.
CHF 20'000.-- gekostet, was im Detail aber nicht mehr belegt werden
könne, da die jeweiligen Quittungen verständlicherweise nicht aufbewahrt
worden seien. Bei den Investitionen handle es sich um keine
Schenkungsbeträge, sondern vielmehr um eine "Miete" für die Nutzung des
Hobbyraumes.
Vorliegend informierte der Ex-Ehemann der Beschwerdeführerin die
Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 20. Mai 2018 darüber, dass das
Material für den Ausbau des Stalles ca. CHF 8'000.-- und die Einrichtung
für die Werkstatt etwa CHF 3'000.-- gekostet habe (vgl. Bg-act. 21,
Beschwerdeverfahren S 19 41). In der späteren Einsprache vom 21.
Dezember 2018 bzw. Beschwerde vom 11. April 2019 wollen die
Beschwerdeführerin und ihr Ex-Ehemann plötzlich Kosten von rund CHF
20'000.-- für den Ausbau des Stalles berücksichtigt haben (vgl. Bg-act. 28
S. 6, Beschwerdeschrift S. 7 und Bg-act. 53 S. 6, Beschwerdeverfahren S
- 22 -
19 41). Die geltend gemachten Investitionen sind nicht konkret belegt, was
die Beschwerdeführerin denn auch selbst zugibt. Es handelt sich
diesbezüglich lediglich um eine Sachbehauptung, was
rechtsprechungsgemäss – wie bereits dargelegt – nicht genügt, um einen
Vermögensrückgang zu belegen.
5.3.7. Betreffend Waffensammlung macht die Beschwerdeführerin geltend, dass
diese im angefochtenen Einspracheentscheid bzw. in den jeweiligen
Berechnungen beim Vermögen ihres Ex-Ehemannes mit einem Betrag von
CHF 39'410.-- berücksichtigt werde. Ihr ehemaliger Ehemann besitze
historische Gegenstände wie Waffen, Feldstecher etc., welche er teilweise
warte und restauriere. Die Beschwerdegegnerin übersehe nun, dass
dieses Vermögen mit Geldmitteln erworben worden sei und
dementsprechend Auslagen entstanden seien, welche das Vermögen
geschmälert hätten. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb folgende Käufe
nach der Pensionierung nicht berücksichtigt worden seien: Rechnungen
der I._ AG vom 17. September 2016 und 2. Februar 2017 über CHF
11'113.--, Rechnung von J._ vom 30. Juni 2016 über CHF 2'750.--,
Rechnungen der K._ AG vom 14. November 2016 und 24. April 2017
über CHF 1'620.-- sowie Zahlungen an die K._ AG vom 13. September
2016 in der Höhe von CHF 2'463.30. Bei diesen Käufen handle es sich nur
um einen Bruchteil der Waffenkäufe, welche belegt werden könnten. Viele
Käufe seien mittels normaler Abbuchung über die im Recht liegenden Konti
erfolgt, weshalb das Vermögen allgemein auch infolge der Waffenkäufe
zurückgegangen sei. Leider hätten diese Waffen wohl nicht mehr
denjenigen Wert, welchen sie einmal gehabt hätten.
Korrekterweise wurde bei der Beschwerdeführerin die Waffensammlung
nicht in die Ergänzungsleistungsberechnung miteinbezogen (vgl. Bg-act.
26 S. 1 und 27 S. 1), weil sie ihrem Ex-Ehemann allein gehört und gemäss
Scheidungskonvention vom 14. November 2017 jede Partei in
- 23 -
güterrechtlicher Hinsicht behält, was sie besitzt bzw. was auf ihren Namen
lautet (vgl. Bg-act. 12 S. 6, Beschwerdeverfahren S 19 41). Insofern ist die
Ergänzungsleistungsberechnung der Beschwerdeführerin nicht zu
beanstanden. Die von ihr geltend gemachte Vermögensabnahme in Bezug
auf Gegenstände wie Waffen, Feldstecher etc. von total CHF 17'946.30
(CHF 11'113.-- + CHF 2'750.-- + CHF 1'620.-- + CHF 2'463.30) ist mit Blick
auf die vorliegenden Akten ausgewiesen (vgl. Bg-act. 2 S. 57 ff. und 31 S.
4, Beschwerdeverfahren S 19 41). Allerdings ändert die Berücksichtigung
dieses Betrags im Rahmen des Vermögensrückgangs nichts am
(fehlenden) Anspruch der Beschwerdeführerin auf Ergänzungsleistungen.
Zudem ist der Vollständigkeit halber darauf hinzuweisen, dass anhand der
in den Akten liegenden Kontoauszügen sehr viele Zahlungseingänge
ersichtlich sind, welche wahrscheinlich im Zusammenhang mit der
"Sammlertätigkeit" des Ex-Ehemannes der Beschwerdeführerin stehen
(vgl. Bg-act. 31 S. 3 ff., Beschwerdeverfahren S 19 41). Seitens der
Beschwerdegegnerin wurde aber darauf verzichtet, diese zahlreichen
Zahlungseingänge weiter zu prüfen.
5.3.8. Soweit die Beschwerdeführerin schliesslich auf Arztrechnungen,
Versicherungskosten etc. verweist, ist ihr entgegenzuhalten, dass es sich
dabei um gewöhnliche Lebenshaltungskosten handelt. Diese wurden
seitens der Beschwerdegegnerin mit einer Schattenrechnung zugunsten
der Beschwerdeführerin berücksichtigt (vgl. Bg-act. 33 S. 4). Zusätzlich hat
die Beschwerdegegnerin (irrtümlicherweise) Versicherungskosten von
insgesamt CHF 8'060.-- berücksichtigt (vgl. Bg-act. 33 S. 2 und S. 4 sowie
Bg-act. 23 S. 2, 49, 59 S. 2 und S. 4 sowie 60 S. 4, Beschwerdeverfahren
S 19 41).
5.3.9. Im Ergebnis zeigen die im Recht liegenden Kontoauszüge (vgl. Bg-act. 31
S. 3 ff., Beschwerdeverfahren S 19 41) ab Juni 2016 zahlreiche, teils sehr
hohe Barbezüge und Zahlungsüberträge (zwischen CHF 2'000.-- bis
- 24 -
CHF 119'000.--), die zu einer (für die Verhältnisse der Beschwerdeführerin
und ihres damaligen Ehemannes) überdurchschnittlichen
Vermögensabnahme führten. Die Beschwerdeführerin kann den Beweis
nicht erbringen, dass diese Abnahme in Erfüllung einer rechtlichen
Verpflichtung (z.B. wird nicht dargetan und ist nicht ersichtlich, dass die
Kinder der Beschwerdeführerin Zuwendungen aufgrund der elterlichen
Unterhaltspflicht gemäss Art. 277 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches
[ZGB; SR 210] erhalten hätten) oder gegen eine adäquate Gegenleistung
erfolgt ist, was sie in der Beschwerde auch selbst eingesteht, wenn sie
ausführt, "dass der Vermögensrückgang nicht im Detail belegt werden
könne" (vgl. Beschwerdeschrift S. 8).
5.3.10. Die im angefochtenen Einspracheentscheid von den Kapitalauszahlungen
in Abzug gebrachten Beträge sind nicht alle belegt, werden aber von der
Beschwerdeführerin – mit Ausnahme einer Steuerdifferenz, die sie jedoch
nicht belegt – nicht moniert. Nach dem, was sich aus den vorliegenden
Akten ergibt, fallen diese Abzüge unbestrittenermassen zu Gunsten der
Beschwerdeführerin aus. Selbst bei der hier angezeigten Korrektur der
Berechnung aufgrund des Smart-Autokaufs von CHF 2'400.-- (vgl.
Erwägung 5.3.5 hiervor), des exakten Steuerbetrags von CHF 32'529.65
(vgl. Erwägung 5.3.3 hiervor), der zusätzlichen Reisekosten von CHF
653.80 (vgl. Erwägung 5.3.4 hiervor) sowie von Einkäufen betreffend
Waffen etc. von CHF 17'946.30 (vgl. Erwägung 5.3.7 hiervor) und dem
damit einhergehenden Vermögensrückgang per 31. Dezember 2017 auf
gerundet CHF 232'608.-- (statt CHF 253'609.--; vgl. Bg-act. 33 S. 4) bleibt
zusammen mit dem Vermögensverzicht von CHF 203'500.-- ein zu
teilender Verzicht per Januar 2018 (Scheidung) von CHF 436'108.--. Damit
entfällt auf die Beschwerdeführerin ein Verzicht von CHF 218'054.--, womit
im Ergebnis nach wie vor ein deutlicher Einnahmeüberschuss besteht, der
keinen Anspruch auf Ergänzungsleistungen begründet.
- 25 -
6. Hinsichtlich der angebotenen Zeugen ist festzuhalten, dass auf die
Einvernahme der Kinder der Beschwerdeführerin gestützt auf die
antizipierte Beweiswürdigung verzichtet werden kann (vgl. BGE 134 I 140
E.5.3, 127 V 491 E.1b, 124 V 90 E.4b, 122 V 157 E.1d; Urteil des
Bundesgerichts 8C_831/2019 vom 13. Februar 2020 E.3.2.1), zumal die
Zeugenaussagen der Kinder der Beschwerdeführerin von geringem
Beweiswert sind und sie die (unzureichende) Beweislage aufgrund der im
Recht liegenden Akten nicht entscheidwesentlich beeinflussen würden.
7. Zusammenfassend erweist sich der angefochtene Einspracheentscheid
vom 11. März 2019 als rechtens und die dagegen erhobene Beschwerde
ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
8.1. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in
Sozialversicherungssachen – ausser bei leichtsinniger oder mutwilliger
Prozessführung – kostenlos, weshalb vorliegend keine Kosten erhoben
werden.
8.2. Die obsiegende Beschwerdegegnerin hat keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).
9.1. Die Beschwerdeführerin beantragt, es sei ihr für das Verfahren vor der
Beschwerdegegnerin die unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu
gewähren und Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Scarpatetti als Rechtsvertreter
zu bestellen.
9.2. Gemäss Art. 37 Abs. 4 ATSG wird der gesuchstellenden Person im
Sozialversicherungsverfahren ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt,
wo die Verhältnisse es erfordern. Unentgeltliche Verbeiständung im
Verwaltungsverfahren wird gewährt, wenn die Partei bedürftig ist, die
Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheinen und die Vertretung im
- 26 -
konkreten Fall sachlich geboten ist. Die Notwendigkeit der anwaltlichen
Verbeiständung ist im Verwaltungsverfahren, in welchem der
Untersuchungsgrundsatz gilt (Art. 43 ATSG), nur in Ausnahmefällen zu
bejahen. Es müssen sich schwierige Fragen rechtlicher oder tatsächlicher
Natur stellen. Zu berücksichtigen sind die konkreten Umstände des
Einzelfalls, Eigenheiten der anwendbaren Verfahrensvorschriften sowie
weitere Besonderheiten des jeweiligen Verfahrens. Neben der Komplexität
der Rechtsfragen und der Unübersichtlichkeit des Sachverhalts fallen auch
bei der versicherten Person liegende Gründe in Betracht, etwa ihre
Fähigkeit, sich im Verfahren zurechtzufinden. Des Weiteren muss eine
gehörige Interessenwahrung durch Verbandsvertreter, Fürsorgestellen
oder andere Fach- und Vertrauensleute sozialer Institutionen ausser
Betracht fallen. Grundsätzlich geboten ist die Verbeiständung auch, falls
ein besonders starker Eingriff in die Rechtsstellung des Bedürftigen droht;
andernfalls bloss, wenn zur relativen Schwere des Falls besondere
tatsächliche oder rechtliche Schwierigkeiten hinzukommen, denen der
Gesuchsteller auf sich alleine gestellt nicht gewachsen ist (vgl. Urteil des
Bundesgerichts 9C_688/2019 vom 30. Juni 2020 E.3.2 mit Hinweisen).
9.3. Vorliegend ging es im Rahmen des Einspracheverfahrens vor der
Beschwerdegegnerin lediglich um die Höhe des angerechneten
Vermögensverzichts und die Mietzinsanrechnung betreffend die
Beschwerdeführerin (Maximalbetrag von CHF 13'200.-- oder hälftiger
Wohnkostenanteil) (vgl. Bg-act. 28, 33 und Bg-act. 60,
Beschwerdeverfahren S 19 41). Die diesbezüglichen Einwände hätte die
Beschwerdeführerin allein, d.h. ohne anwaltliche Vertretung darlegen und
mit Nachweisen untermauern können. Es stellten sich keine schwierigen
Fragen rechtlicher oder tatsächlicher Natur, die im Einspracheverfahren
zwingend eine anwaltliche Verbeiständung durch einen Rechtsanwalt
erforderlich gemacht hätten. Zudem ist die Bedürftigkeit fraglich, zumal sich
aus den vorliegenden Kontoauszügen diverse hohe Barbezüge ergeben,
- 27 -
welche teilweise innerhalb eines kurzen Zeitraums getätigt wurden und
dabei nicht klar ist, wofür dieses Geld verwendet wurde (vgl. Bg-act. 31 S.
3 ff., Beschwerdeverfahren S 19 41). Hinzu kommt, dass in der
Beschwerde zwei Konti (IBAN-Nr. L._, Graubündner Kantonalbank;
IBAN-Nr. M._, PostFinance) erwähnt werden, welche in der
Steuererklärung der Beschwerdeführerin für das Steuerjahr 2018 nicht
deklariert sind, an denen sie aber allein oder zusammen mit ihrem Ex-
Ehemann beteiligt ist und über die beträchtliche Zahlungen gelaufen sein
sollen (vgl. Beschwerdeschrift S. 8, Beilage 4 zum Gesuch um
unentgeltliche Rechts-verbeiständung und Bg-act. 31 S. 3 ff.,
Beschwerdeverfahren S 19 41). Damit sind zwei der kumulativen
Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung nicht gegeben, weshalb der angefochtene
Einspracheentscheid auch bezüglich der Abweisung des Gesuchs um
unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das Einspracheverfahren nicht zu
beanstanden ist. Die Frage der Aussichtslosigkeit braucht daher nicht
geprüft zu werden.
9.4. Ebenfalls beantragt die Beschwerdeführerin die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung für das vorliegende Beschwerdeverfahren.
9.5. Nach Art. 61 lit. f ATSG muss im Verfahren vor dem kantonalen
Versicherungsgericht das Recht, sich verbeiständen zu lassen,
gewährleistet sein. Wo die Verhältnisse es rechtfertigen, wird der
beschwerdeführenden Person ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt.
Praxisgemäss setzt die unentgeltliche Verbeiständung voraus, dass der
Prozess nicht aussichtslos erscheint, die Partei bedürftig und die
anwaltliche Verbeiständung notwendig oder doch geboten ist (vgl. BGE
125 V 201 E.4a mit Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts 8C_996/2012
vom 28. März 2013 E.5, 9C_746/2012 vom 22. Oktober 2012 E.2.1).
- 28 -
9.6. Vorliegend erfordert die Schwierigkeit der sich stellenden Fragen
hinsichtlich sachverhaltlicher und rechtlicher Situation keinen anwaltlichen
Beistand. Betreffend Bedürftigkeit kann auf das in Erwägung 9.3 Gesagte
verwiesen werden. Damit sind zwei der kumulativen Voraussetzungen für
die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung nicht erfüllt,
weshalb das entsprechende Gesuch abzuweisen ist. Eine Beurteilung der
Aussichtslosigkeit kann damit unterbleiben.