Decision ID: 4bdea5ad-2786-56e7-b0bd-7c82880702df
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer, ein afghanischer Staatsangehöriger, am
(...) 2021 von Österreich aus mit dem Zug in die Schweiz einreiste und
tags darauf um Asyl nachsuchte,
dass ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der eu-
ropäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) ergab, dass dieser be-
reits am (...) 2018 in Bulgarien und am (...) 2021 in Österreich um Asyl
nachgesucht hatte,
dass der Beschwerdeführer mit Vollmacht vom 24. Juni 2021 die ihm zu-
gewiesene Rechtsvertretung mandatierte,
dass am 25. Juni 2021 die Personalienaufnahme (PA) stattfand,
dass am 1. Juli 2021 das Dublin-Gespräch durchgeführt wurde, wobei dem
Beschwerdeführer – im Beisein der zugewiesenen Rechtsvertretung – das
rechtliche Gehör zur mutmasslichen Zuständigkeit Bulgariens beziehungs-
weise Österreichs für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsver-
fahrens, zu einer allfälligen Rückkehr dorthin sowie zum medizinischen
Sachverhalt gewährt wurde,
dass er hierzu erklärte, er wolle in keinen der beiden Staaten zurückkehren,
nach Bulgarien schon deshalb nicht, weil die Bulgaren die Afghanen nicht
mögen würden und wenn er länger dortbleiben müsste, verrückt werden
würde; sein Zielort sei ohnehin die Schweiz gewesen, wo er – im Vergleich
zu Österreich oder anderen europäischen Ländern – auch Verwandte
habe,
dass er hinsichtlich seines Gesundheitszustands angab, er würde an (...)-
Problemen leiden, infolge derer er (...)-Probleme und dadurch wiederum
(...) Schwierigkeiten habe; er des Weiteren (...)-Probleme habe und nur
über eine (...) verfüge,
dass der Beschwerdeführer anlässlich des Dublin-Gesprächs diverse Un-
terlagen aus Serbien, eine Fotokopie seines Reisepasses sowie ein medi-
zinisches Datenblatt für interne Arztbesuche im EVZ B._ (recte:
BAZ B._) mit Eintrag vom (...) 2021 zu den Akten reichte und einen
Antrag um psychologische Abklärung stellte,
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dass die Vorinstanz am 1. Juli 2021 die österreichischen Behörden ge-
stützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Eu-
ropäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung
der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die
Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in ei-
nem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig
ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) um Wiederaufnahme des Beschwerdefüh-
rers ersuchte,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 2. Juli 2021 das Ergebnis ei-
ner labortechnischen Blutuntersuchung durch das Labor C._ vom
(...) 2021 zu den Akten reichen liess,
dass die österreichischen Behörden am 12. Juli 2021 dem Ersuchen der
Vorinstanz um Wiederaufnahme gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-
III-VO zustimmten,
dass das SEM am 13. Juli 2021 per E-Mail eine Anfrage an die Pflege im
Bundesasylzentrum D._ stellte, welche gleichentags unter Beilage
eines medizinischen Datenblatts für interne Arztbesuche im
EVZ B._ (recte BAZ B._) mit Eintrag vom (...) 2021, eines
medizinischen Datenblatts für interne Arztbesuche im BAZ D._ mit
Eintrag vom (...) 2021, eines Endbefunds des Labors E._ vom
8. Juli 2021 und eines Ergebnisses einer labortechnischen Blutuntersu-
chung durch das Labor C._ vom (...) 2021 beantwortet wurde,
dass das SEM mit gleichentags eröffneter Verfügung vom 14. Juli 2021 in
Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b des Asylgesetzes (AsylG;
SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eintrat, die
Wegweisung aus der Schweiz nach Österreich anordnete, den
Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf
der Beschwerdefrist zu verlassen und den Kanton F._ mit dem Voll-
zug der Wegweisung beauftrage,
dass es ferner die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an
den Beschwerdeführer aushändigte und feststellte, einer allfälligen Be-
schwerde gegen die Verfügung komme keine aufschiebende Wirkung zu,
dass die zugewiesene Rechtsvertretung des Beschwerdeführers mit
Schreiben vom 15. Juli 2021 dem SEM die Beendigung des Mandatsver-
hältnisses mitteilte,
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dass mit Eingabe vom 20. Juli 2021 ein medizinisches Datenblatt für in-
terne Arztbesuche im BAZ D._ mit Einträgen vom (...) 2021 sowie
vom (...) 2021 ins Recht gelegt wurde,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 21. Juli 2021 (Datum des
Poststempels) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht
Beschwerde erhob und darin in materieller Hinsicht beantragte, die ange-
fochtene Verfügung sei aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an
die Vorinstanz zurückzuweisen, seine Flüchtlingseigenschaft sei anzuer-
kennen und es sei ihm Asyl zu gewähren, eventualiter sei die Unzulässig-
keit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs festzu-
stellen und er sei vorläufig aufzunehmen,
dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht darum ersuchte, der Beschwerde
sei aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbehörden anzuwei-
sen seien, von jeglichen Vollzugshandlungen abzusehen, bis über die auf-
schiebende Wirkung der Beschwerde entschieden worden sei, zudem sei
ihm die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren, von der Erhebung ei-
nes Kostenvorschusses abzusehen und ein amtlicher Rechtsbeistand bei-
zuordnen,
dass er zur Begründung im Wesentlichen geltend machte, er sei am
(...) 2021 in Österreich eingereist, wo er unmittelbar danach – ohne wirk-
lich zu wissen weshalb – verhaftet worden sei, daraufhin vom (...) 2021 bis
am (...) 2021 zunächst in Isolationshaft gewesen, anschliessend in eine
offene Haftanstalt verlegt und schliesslich nach zwei Wochen auf die
Strasse gesetzt worden sei, es ihm zudem schon seit längerer Zeit psy-
chisch und physisch nicht gut gehe, weshalb er sich wünsche in der
Schweiz bleiben zu dürfen und er aufgrund seiner aktuellen gesundheitli-
chen Verfassung ohnehin nicht wüsste, wie er eine Überstellung nach Ös-
terreich oder gar Bulgarien überstehen sollte,
dass der Beschwerde eine Kopie einer Haftbestätigung der (...), (...) vom
24. März 2021 beilag, worin bestätigt wurde, dass der Beschwerdeführer
vom (...) 2021 bis am (...) 2021 in Haft war,
dass das (...) dem Bundesverwaltungsgericht mit Eingabe vom
22. Juli 2021 mitteilte, dass der Beschwerdeführer sich zurzeit im BAZ
D._ aufhalte, wo er sicher unterstützt werde, jedoch im Kanton
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F._ bisher noch in keinem Asylzentrum oder einer Gemeinde ge-
meldet worden sei, weshalb keine verbindliche Fürsorgebestätigung erteilt
werden könne,
dass mit dem Schreiben die Anfrage des Beschwerdeführers an das (...)
betreffend Bestätigung seiner Fürsorgeabhängigkeit vom 21. Juli 2021 zu
den Akten gereicht wurde,
dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am
22. Juli 2021 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG),

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-
gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-
gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒
33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG),
dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),
dass mit asylrechtlicher Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (ein-
schliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die un-
richtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich,
wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb das Ur-
teil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),
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dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet wurde,
dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das
SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen
(Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwer-
deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5
E. 3.1; 2012/4 E. 2.2, je m.w.H.),
dass die Fragen der Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der Ge-
währung von Asyl demgegenüber nicht Gegenstand des angefochtenen
Nichteintretensentscheides und damit auch nicht des vorliegenden Verfah-
rens bilden, weshalb auf die entsprechenden Beschwerdeanträge nicht
einzutreten ist,
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG) und das SEM in diesem Fall in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz verfügt und den Vollzug anordnet (Art. 44 AsylG),
dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt,
dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-
gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III
(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch
Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-
geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt
wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge)
die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort
aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien;
vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden sind, und dabei von der Situ-
ation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen ist, in dem der Asylsuchende
erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Art. 7 Abs. 2 Dub-
lin-III-VO),
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dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back)
demgegenüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach
Kapitel III stattfindet (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1
m.w.H.),
dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist,
einen Antragsteller, der während der Prüfung seines Antrags in einem an-
deren Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat oder der sich im Hoheitsgebiet
eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufenthaltstitel aufhält, nach Massgabe
der Artikel 23, 24, 25 und 29 wiederaufzunehmen (Art. 18 Abs. 1
Bst. b Dublin-III-VO),
dass ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der "Eu-
rodac"-Datenbank ergab, dass dieser am (...) 2021 in Österreich ein Asyl-
gesuch eingereicht hatte,
dass die österreichischen Behörden dem Gesuch des SEM um Wiederauf-
nahme gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO vom 1. Juli 2021 am
12. Juli 2021 ausdrücklich zugestimmt haben,
dass der Beschwerdeführer nicht bestreitet, in Österreich ein Asylgesuch
eingereicht zu haben, und auch die grundsätzliche Zuständigkeit dieses
Mitgliedstaates unbestritten blieb,
dass somit die Zuständigkeit Österreichs für die Durchführung des Asyl-
und Wegweisungsverfahrens gegeben ist,
dass es sodann keine wesentlichen Gründe für die Annahme gibt, das
Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für Antragstellende in Öster-
reich würden systemische Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2
Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschli-
chen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU–
Grundrechtecharta mit sich bringen würden und nach Art. 17 Abs. 1 Dub-
lin-III-VO das Selbsteintrittsrecht auszuüben wäre,
dass der Beschwerdeführer auch nicht aufzeigte, eine Überstellung nach
Österreich würde völkerrechtliche Normen verletzen,
dass er in seiner Rechtsmitteleingabe zwar ausführte, er sei in Österreich
– ohne Angabe eines Grundes – vom (...) 2021 bis am (...) 2021 in Isola-
tionshaft gewesen und sei anschliessend für zwei Wochen in eine offene
Haftanstalt verlegt worden,
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dass er demgegenüber gemäss der auf Beschwerdeebene eingereichten
Haftbestätigung vom 24. März 2021 lediglich vom (...) 2021 bis am
(...) 2021 inhaftiert wurde und davon auszugehen ist, die kurze Haft sei im
Einklang mit der nationalen Gesetzgebung und dem anwendbaren Völker-
recht angeordnet worden,
dass Österreich ein Rechtsstaat mit einem funktionierenden Justizsystem
ist und der Beschwerdeführer bei der zuständigen Stelle Beschwerde ein-
reichen könnte, sollte er sich ungerecht oder rechtswidrig behandelt fühlen,
dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO be-
schliessen kann, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder
Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch
wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die
Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO),
dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a
Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311)
konkretisiert wird und die Vorinstanz das Asylgesuch gemäss dieser Be-
stimmung "aus humanitären Gründen" auch dann behandeln kann, wenn
dafür gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre,
dass der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe im Wesentli-
chen den bereits aktenkundigen Sachverhalt wiederholt aufführte und vor-
brachte, er wünsche sich nichts mehr, als dass die Schweiz sein Asylge-
such prüfe,
dass der Wunsch des Beschwerdeführers auf Verbleib in der Schweiz an
der Zuständigkeit Österreichs für die Prüfung eines Asylgesuchs nichts zu
ändern vermag, zumal die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht
einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch
BVGE 2010/45 E. 8.3),
dass der Beschwerdeführer mit seinem Hinweis auf seine gesundheitlichen
Probleme implizit die Anwendung von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO respek-
tive Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 fordert,
dass Österreich Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche
oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-
kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK,
SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967
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(SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-
tungen nachkommt,
dass gleichzeitig auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat an-
erkenne und schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den
Richtlinien des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom
26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aber-
kennung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie
2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Auf-
nahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnah-
merichtlinie) ergeben,
dass der Beschwerdeführer kein konkretes und ernsthaftes Risiko darge-
tan hat, die österreichischen Behörden würden sich weigern ihn wieder auf-
zunehmen und seinen Antrag auf internationalen Schutz unter Einhaltung
der Regeln der Verfahrensrichtlinie zu prüfen,
dass den Akten auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen sind,
Österreich werde in seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulement
missachten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib,
sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG
gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein sol-
ches Land gezwungen zu werden,
dass der Beschwerdeführer keine konkreten Hinweise für die Annahme
dargetan hat, Österreich würde ihm dauerhaft die ihm gemäss Aufnahme-
richtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen vorenthalten, und er
sich bei einer vorübergehenden Einschränkung im Übrigen nötigenfalls an
die österreichischen Behörden wenden und die ihm zustehenden Aufnah-
mebedingungen auf dem Rechtsweg einfordern könnte (vgl. Art. 26 Auf-
nahmerichtlinie),
dass der Beschwerdeführer geltend macht, die Überstellung nach Öster-
reich setze ihn einer Gefahr für seine (psychische) Gesundheit aus,
dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen
Problemen nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK
darstellen kann, insbesondere wenn die betroffene Person sich in einem
fortgeschrittenen oder terminalen Krankheitsstadium und bereits in Todes-
nähe befindet, nach einer Überstellung mit dem sicheren Tod rechnen
müsste und dabei keinerlei soziale Unterstützung erwarten könnte
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(vgl. BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die damalige Praxis des Euro-
päischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR]),
dass ein Verstoss gegen Art. 3 EMRK gemäss neuerer Praxis des EGMR
aber auch vorliegen kann, wenn eine schwer kranke Person durch die Ab-
schiebung – mangels angemessener medizinischer Behandlung im Ziel-
staat – mit einem realen Risiko konfrontiert würde, einer ernsten, raschen
und unwiederbringlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustands
ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer erheblichen
Verkürzung der Lebenserwartung führen würde (vgl. Urteil des EGMR
Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 41738/10,
§§ 180–193 m.w.H.),
dass dies im vorliegenden Fall für die Situation des Beschwerdeführers of-
fensichtlich nicht zutrifft,
dass es im Übrigen allgemein bekannt ist, dass Österreich über eine aus-
reichende medizinische Infrastruktur verfügt, und die geltend gemachten
gesundheitlichen Probleme des Beschwerdeführers ([...]-Probleme, [...],
[...] Schwierigkeiten, [...]-Probleme und [...]) – entgegen dem pauschalen
und nicht weiter differenzierten Einwand auf Beschwerdeebene – dort be-
handelt werden können,
dass diesbezüglich auch auf die zu bestätigenden Erwägungen in der an-
gefochtenen Verfügung zu verweisen ist,
dass die Mitgliedstaaten den Antragstellenden die erforderliche medizini-
sche Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die unbedingt er-
forderliche Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen Stö-
rungen umfasst, zugänglich machen müssen (Art. 19 Abs. 1 Aufnahme-
richtlinie), und den Antragstellenden mit besonderen Bedürfnissen die er-
forderliche medizinische oder sonstige Hilfe (einschliesslich erforderlichen-
falls einer geeigneten psychologischen Betreuung) zu gewähren haben
(Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtlinie),
dass keine Hinweise vorliegen, wonach Österreich dem Beschwerdeführer
eine adäquate medizinische Behandlung verweigern würde,
dass es dem Beschwerdeführer demnach offensteht, nötigenfalls medizi-
nische Betreuung in Anspruch zu nehmen beziehungsweise dass die ge-
gebenenfalls erforderlichen weiteren medizinischen Abklärungen auch in
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Österreich möglich sind und dass auch die Verfügbarkeit von Medikamen-
ten gewährleistet ist,
dass für das weitere Dublin-Verfahren einzig die Reisefähigkeit ausschlag-
gebend ist, welche erst kurz vor der Überstellung definitiv beurteilt wird,
dass die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochten
Verfügung beauftragt sind, den medizinischen Umständen bei der Bestim-
mung der konkreten Modalitäten der Überstellung der Beschwerdeführen-
den Rechnung tragen und die österreichischen Behörden vorgängig in ge-
eigneter Weise über die spezifischen medizinischen Umstände informieren
werden (vgl. Art. 31 f. Dublin-III-VO),
dass die österreichischen Behörden in ihrer Zustimmung um Übernahme
des Beschwerdeführers ihrerseits darum ersucht haben, dass allfällige
psychische und physische Einschränkungen sowie notwendige besondere
Vorkehrungen bei beziehungsweise nach der Überstellung den österreichi-
schen Behörden vorab mitzuteilen seien, womit davon ausgegangen wer-
den kann, dass die medizinischen Beeinträchtigungen des Beschwerde-
führers bei der Überstellung, falls notwendig, Berücksichtigung finden wer-
den,
dass sich aus der Überstellung nach Österreich mithin auch unter Berück-
sichtigung der gesundheitlichen Vorbringen des Beschwerdeführers keine
Verletzung von Art. 3 EMRK oder anderer völkerrechtlicher Verpflichtungen
ergibt,
dass sich somit ein (zwingender) Selbsteintritt gestützt auf Art. 17 Dublin-
III-VO und Art. 3 EMRK vorliegend nicht gebietet,
dass gestützt auf den Einwand des Beschwerdeführers er habe einen ent-
fernten Verwandten in der Schweiz (Cousin väterlicherseits), welcher ihn
in dieser schwierigen Phase, in welcher sich gerade befinde, begleite und
unterstütze, zu prüfen ist, ob dessen Anwesenheit in der Schweiz einer
Überstellung im Rahmen des vorliegenden Dublin-Verfahrens entgegen-
stehen beziehungsweise ob eine Rückführung des Beschwerdeführers
nach Österreich gegen Art. 8 EMRK verstossen würde,
dass sich auf den Schutz von Art. 8 EMRK zunächst Mitglieder der Kern-
familie berufen können, mithin Ehegatten und die minderjährigen Kinder,
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dass ein entfernter Verwandter nicht unter den Schutzbereich dieser Be-
stimmung fällt, weshalb der Beschwerdeführer daraus nichts zu seinen
Gunsten ableiten kann,
dass demzufolge Art. 9 Dublin-III-VO keine Anwendung findet,
dass es angesichts der vorstehenden Erwägungen keine Gründe für eine
Anwendung der Ermessensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt und an
dieser Stelle festzuhalten bleibt, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchen-
den – wie bereits erwähnt – kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfen-
den Staat selber zu bestimmen (BVGE 2010/45 E. 8.3), weshalb der Be-
schwerdeführer aus seinem Einwand die Schweiz sei von Anfang an sein
Ziel gewesen, nichts für sich abzuleiten vermag,
dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 gemäss
Praxis des Bundesverwaltungsgerichts Ermessen zukommt
(vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine geset-
zeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) durch
die Vorinstanz zu entnehmen sind,
dass sich das Bundesverwaltungsgericht unter diesen Umständen weiterer
Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält,
dass andere Gründe, die der Schweiz Anlass geben könnten oder sie gar
verpflichten würden, von ihrem Selbsteintrittsrecht nach Art. 17 Abs. 1
Satz 1 Dublin-III-VO Gebrauch zu machen, weder geltend gemacht wer-
den noch ersichtlich sind,
dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1
Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten
ist und – weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufent-
halts- oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von
Art. 44 AsylG die Überstellung nach Österreich angeordnet hat (Art. 32
Bst. a AsylV 1),
dass keine Gründe für die vom Beschwerdeführer beantragte Rückwei-
sung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung ersichtlich sind, und
solche in der Beschwerde auch nicht dargelegt wurden,
dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss
Art. 83 Abs. 3 und 4 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und
Ausländer und über die Integration (Ausländer und Integrationsgesetzes,
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AIG; SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das Fehlen von Überstel-
lungshindernissen bereits Voraussetzung des Nichteintretensentscheides
gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 2015/18 E. 5.2
m.w.H.),
dass schliesslich der Vollständigkeit halber darauf hinzuweisen ist, dass
allfällige Verzögerungen bei der Überstellung nach Österreich aufgrund der
herrschenden Situation im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie
– gemäss aktuellem Kenntnisstand – lediglich temporäre Vollzugshinder-
nisse darstellen und am Ausgang des vorliegenden Verfahrens nichts zu
ändern vermögen (vgl. Urteil des BVGer D-139/2020 vom 19. Juni 2020
E. 9.6 m.w.H.),
dass nach dem Gesagten die Beschwerde als offensichtlich unbegründet
abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist, und die Verfügung des SEM
zu bestätigen ist,
dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist,
weshalb sich die Anträge auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung so-
wie auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses als gegen-
standslos erweisen,
dass die mit der Beschwerde gestellten Gesuche um Gewährung der un-
entgeltlichen Prozessführung und um Beiordnung einer amtlichen Rechts-
verbeiständung – ungeachtet der allfälligen Bedürftigkeit des Beschwerde-
führers – abzuweisen sind, da die Begehren – wie sich aus den vorstehen-
den Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen waren,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1–
3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
(Dispositiv nächste Seite)
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