Decision ID: 9baff90f-95be-49d2-bb68-5e800eb78c06
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Fürsprecher Marco Büchel, LL.M., c/o K & B Rechtsanwälte,
Freudenbergstrasse 24, Postfach 213, 9240 Uzwil,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 4. Januar 2006 unter Hinweis auf ein Nierenleiden mit
regelmässiger Blutreinigung zum Bezug einer Rente bei der IV-Stelle des Kantons St.
Gallen an (IV-act. 1-1 ff.).
A.b Am 23. Januar 2006 erstattete die B._, einen Arbeitgeberbericht (IV-act. 10-1 ff.).
Darin wird ausgeführt, dass der Versicherte seit dem 1. Juni 2003 als Küchenhilfe im
Unternehmen tätig sei. Das AHV-beitragspflichtige Einkommen des Versicherten im
Jahr 2003 habe Fr. 37'380.--, dasjenige im Jahr 2004 Fr. 50'560.-- betragen (IV-act.
10-2).
A.c Am 9. März 2006 erstattete der behandelnde Arzt Dr. med. C._, Facharzt für
Innere Medizin FMH, spez. Nephrologie, zuhanden der IV-Stelle einen Arztbericht. Er
diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit chronische Schmerzen im
Handgelenk beidseitig nach drei Operationen, eine Nierenallotransplantation iliacal
links vom 6. März 2001 bei Niereninsuffizienz unklarer Genese sowie eine
psychosoziale Beeinträchtigung und attestierte eine seit dem 24. Dezember 2004
bestehende 100 %ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 13-1 ff.).
A.d Am 11. April 2006 erstatteten die Ärzte des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG), Klinik
für Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie, zuhanden der IV-Stelle einen
Arztbericht. Sie diagnostizierten einen Zustand nach Karpaltunnelsyndrom, operiert am
9. Januar 2006, und attestierten eine seit 9. Januar 2006 für 4-6 Wochen bestandene
100 %ige Arbeitsunfähigkeit. Die letzte Kontrolle im KSSG sei am 11. Januar 2006
gewesen. Anschliessend habe eine Überweisung an Dr. C._ stattgefunden (IV-act.
14-1 ff.).
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A.e Am 12. April 2006 erstattete Dr. med. D._, Facharzt für Neurologie, zuhanden der
IV-Stelle einen Arztbericht. Er diagnostizierte in verschiedenen Schreiben an Dr. C._
einen Status nach CTS OP rechts im April 2005, nach CTS OP links Januar 2006
kontinuierliche belastungsabhängige Unterarm- und Handschmerzen beidseits sowie
Status nach Nierentransplantation links 2001 und attestierte von rein neurologischer
Seite her keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 15-1 ff.).
A.f Am 29. Juni 2006 erstatteten die Ärzte des Universitätsspitals Zürich (USZ), Klinik
für Nephrologie, Departement für Innere Medizin, einen Arztbericht (IV-act. 18-1 ff.). Sie
diagnostizierten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach
Nierenallotransplantation iliacal links sowie ein Karpaltunnelsyndrom rechts operiert im
April 2005 (IV-act. 18-5). Im Arztbericht wird ausgeführt, der Versicherte sei vom
11. Februar 2006 bis aktuell in Behandlung und habe keine besonderen Probleme. Bei
weiterhin stabilem Verlauf sei von einer guten Prognose auszugehen (IV-act. 18-6).
A.g Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Ärztliche Begutachtungsinstitut (ABI) GmbH
am 26. September 2007 ein polydisziplinäres medizinisches Gutachten unter
Einschluss eines internistischen, psychiatrischen und neurologischen Teilgutachtens
(IV-act. 34-1 ff.). Die Gutachter hielten fest, für körperlich schwere und mittelschwere
Tätigkeiten bestehe seit dem 6. März 2001 bleibend eine volle Arbeitsunfähigkeit. Für
körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere adaptierte Tätigkeiten und somit
auch für die vom Versicherten zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Küchenhilfe bestehe bei
einer Leistungseinschränkung von 20 % eine vollschichtig zumutbare Arbeitsfähigkeit,
entsprechend einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80 % (IV-act. 34-17).
A.h Mit Vorbescheid vom 3. Dezember 2007 stellte die IV-Stelle bei einem
Invaliditätsgrad von 20 % die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 43-2).
A.i Dagegen liess der Versicherte am 17. Januar 2008 Einwand erheben (IV-act.
52-1 ff.). Er beantragte eine ganze IV-Rente, eventualiter sei ein Gutachten eines
unabhängigen Sachverständigen zur Frage der verbleibenden Restarbeitsfähigkeit
einzuholen bzw. dem Versicherten Kostengutsprache für eine Umschulung zu
gewähren. Unter anderem wird als Begründung ausgeführt, der Versicherte habe am
9. Januar 2008 (recte: 8. Januar 2008) einen Verkehrsunfall erlitten und wegen
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unbestimmter Kopf- und Knieverletzungen ins Spital eingeliefert werden müssen. Es sei
zu befürchten, dass der erwähnte Unfall Auswirkungen auf die weitere Arbeitsfähigkeit
haben werde (IV-act. 52-7).
A.j Am 17. April 2008 erstattete Dr. med. E._, Medizinisches Departement II am
KSSG, zuhanden der IV-Stelle einen Arztbericht. Er diagnostizierte mit Auswirkung auf
die Arbeitsfähigkeit einen intraartikuläre dislozierte Tibiakopffraktur und proximale
Fibulafraktur vom 8. Januar 2008, Status nach Arthroskopie Knie rechts und ge
schlossener Reposition mit Plattenosteosynthese NCP proximales laterales
Tibiaplateau rechts am 14. Januar 2008 sowie eine konservative Therapie proximale
Fibula rechts. Er attestierte eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit ab 10. Januar 2008.
Seiner Meinung nach bestehe diese Arbeitsunfähigkeit solange bis die Gehfähigkeit
ohne Gehstöcke erreicht sei. Die weitere Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sollte durch
den Hausarzt erfolgen (IV-act. 62-1 ff.).
A.k Am 3. September 2008 erstattete der behandelnde Arzt Dr. C._ einen
Verlaufsbericht. Er diagnostizierte neu eine intraartikuläre Fibulafraktur rechts und
verwies auf die von der Orthopädie des KSSG vom 15. April 2008 attestierte, weiterhin
bestehende 100 %ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 63-1 ff.).
A.l Am 22. Januar 2009 erstattete Dr. med. F._, Assistenzarzt an der Klinik für
Orthopädische Chirurgie am KSSG, einen Arztbericht. Er diagnostizierte mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine posttraumatische Gonarthrose rechts bei
Zustand nach Tibiakopffrakutr rechts Januar 2008. Er führte aus, dass sich die Arthrose
sicherlich verschlimmern werde mit zunehmenden Beschwerden. Eventuell könnte das
Problem verzögert werden mittels Physiotherapie. Die Arbeitsfähigkeit könne
schrittweise gesteigert werden (IV-act. 75-1 ff.).
A.m Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die ABI GmbH am 8. September 2009 erneut ein
polydisziplinäres medizinisches Gutachten unter Einschluss eines internistischen,
psychiatrischen und orthopädischen Teilgutachtens (IV-act. 81-1 ff.). Die Gutachter
hielten fest, für körperlich schwere und mittelschwere Tätigkeiten wie auch für die
angestammte Tätigkeit als Küchenhilfe bestehe seit dem Unfall vom 8. Januar 2008
eine volle Arbeitsunfähigkeit. Für körperlich leichte, adaptierte Tätigkeiten bestehe seit
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spätestens Anfang Februar 2009 eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80 %,
vollschichtig realisierbar. Die Prognose bezüglich Reintegration in den Arbeitsprozess
sei aufgrund der subjektiven Krankheitsüberzeugung, wonach keine Arbeitstätigkeit
mehr möglich sei, als sehr ungünstig zu bezeichnen (IV-act. 81-27).
A.n Mit Vorbescheid vom 8. Oktober 2009 stellte die IV-Stelle bei einem Invaliditätsgrad
von 20 % die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 86-1 f.).
A.o Dagegen liess der Versicherte am 9. November 2009 Einwand erheben. Er
beantrage eine ganze IV-Rente, eventualiter sei er bei der Eingliederung zu
unterstützen (IV-act. 92-1 ff.).
A.p Im Auftrag der IV-Stelle erstatteten Dr. med. G._, Oberarzt, sowie Dr. med. H._,
Assistenzärztin des Ambulatoriums der Psychiatrischen Klinik I._, am 4. Februar 2010
einen Bericht (IV-act. 94-1 ff.). Darin wird ausgeführt, der Versicherte sei vom
30. Oktober 2009 bis auf weiteres in ambulanter Behandlung. Die Ärzte
diagnostizierten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Anpassungsstörung mit
längerer depressiver Reaktion (F43.21) vor dem Hintergrund einer psychosozialen
Mehrfachbelastung (Migration, jahrelange Arbeitslosigkeit, schwere Niereninsuffizienz
mit Nierentransplantation), eine chronische motorische Tic-Störung (F95.1), Stottern
(F96.5) sowie eine anhaltende somatoforme Störung (F45.4). Die bisherige Tätigkeit sei
dem Versicherten nicht mehr zumutbar.
A.q Der RAD hielt am 12. Mai 2010 in einer internen Stellungnahme fest, dass der
Bericht der Ärzte des Ambulatoriums der Psychiatrischen Klinik I._ keine wesentlich
andere psychische Funktionseinschränkungen/Zustand als das psychiatrische
Teilgutachten des ABI vom September 2009 beschreibe. An der bisherigen
Arbeitsfähigkeits-Beurteilung von 80 % adaptiert könne festgehalten werden (IV-act.
98-1 f.).
A.r Mit Verfügung vom 3. Juni 2010 lehnte die IV-Stelle den Antrag des Versicherten
auf eine Invalidenrente ab. Da der Invaliditätsgrad bei einer Arbeitsfähigkeit von 80 % in
einer körperlich leichten wechselbelastenden Tätigkeit lediglich 20 % betrage, bestehe
kein Rentenanspruch (IV-act. 99-1 ff.).
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B.
B.a Gegen diese Verfügung richte sich die am 1. Juli 2010 erhobene Beschwerde, in
der beantragt wird, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ein
Obergutachten unter Einbezug eines Orthopäden zu erstellen. Eventualiter sei dem
Beschwerdeführer eine ganze IV-Rente auszurichten; subeventualiter sei ihm eine
Viertels-Rente auszurichten. Zudem sei die unentgeltliche Prozessführung zu
bewillligen. Zur Begründung wird im Wesentlichen ausgeführt, die ABI-Gutachter
hätten der Problematik der lateralen Tibiaplateaufraktur, welche sich der
Beschwerdeführer beim Verkehrsunfall vom 8. Januar 2008 zugezogen habe, zu wenig
Beachtung geschenkt. Dem ABI-Gutachten lasse sich entnehmen, dass die MR-Bilder
des Knies rechts anlässlich der durchgeführten Untersuchung fehlten. Bei einer
medizinischen Begutachtung sei es allerdings unerlässlich, neue und aktuelle Bilder
vorliegen zu haben. Auch wäre es unerlässlich gewesen, für die Begutachtung einen
Facharzt für Orthopädie beizuziehen, was nicht erfolgt sei. Fakt sei, dass auf das ABI-
Gutachten nicht abgestellt werden könne, weshalb eine neue multidisziplinäre
Untersuchung durchzuführen sei. Die ABI-Gutachter hätten auch ausser Acht gelassen,
dass der Beschwerdeführer seit der Nierentransplantation zahlreiche Medikamente
einnehmen müsse, die zu einer erheblichen Ermüdung führten. Im Übrigen hätten auch
die Nierenspezialisten des USZ den Gesundheitsschaden im Zusammenhang mit der
Nierentransplantation dergestalt eingesetzt, dass dem Beschwerdeführer keine
Arbeitsfähigkeit mehr verbleibe. Es sei ihm deshalb eine ganze IV-Rente zuzusprechen.
Der Beschwerdeführer könne nur noch Teilzeit arbeiten und verdiene allein deshalb
überproportional weniger als ein Vollzeitangestellter. Mit dem Leidensabzug sollten
auch jene Nachteile ausgeglichen werden, welche die versicherte Person bei der
statistischen Erhebung des Invalideneinkommens erleide. Vorliegend falle ins Gewicht,
dass der Beschwerdeführer gegenüber einem gesunden Konkurrenten für einen
bestimmten Arbeitsplatz ein erhöhtes Krankheitsrisiko habe. Um dies zu kompensieren
und konkurrenzfähig zu bleiben, müsste er mit einem entsprechend tieferen Lohn
rechnen. Das gesundheitliche Risiko bestehe vor allem in der Tatsache, dass der
Beschwerdeführer eine Nierentransplantation gehabt und durch den erwähnten Unfall
im Bereich des rechten Kniegelenkes eine posttraumatische Arthrose erlitten habe.
Berücksichtigt werden müsse weiter, dass der Beschwerdeführer über schlechte
mündliche und schriftliche Kenntnis der deutschen Sprache verfüge, er zudem sehr
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stark stottere und beim Sprechen mit dem ganzen Kopf zucke. Zudem seien seine
beiden Hände durch Krankheit erheblich in Mitleidenschaft gezogen und nur bedingt
funktionstauglich. Der Beschwerdeführer sei also auch bei leichten Arbeiten noch
zusätzlich eingeschränkt bzw. benachteiligt. Ein Leidensabzug von gesamthaft 25 %
scheine angemessen. Das Invalideneinkommen belaufe sich demnach auf Fr. 42'538.--
minus 25 %. Dies ergebe Fr. 31'902.50 und einen IV-Grad von 40 %. Damit habe der
Beschwerdeführer zumindest Anspruch auf eine Viertel-IV-Rente (act. G 1).
B.b In der Beschwerdeantwort vom 15. September 2010 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führt sie im
Wesentlichen aus, die mit der Beschwerde eingereichten diversen Arztberichte des
KSSG aus den Jahren 2008 und 2009 sowie die umfangreichen weiteren Unterlagen
hätten sich bereits in den IV-Akten befunden und seien durch die ABI-Gutachter in die
Beurteilung einbezogen und auch gewürdigt worden. Insbesondere sei der
Beschwerdeführer auch von orthopädischer Seite her begutachtet worden und damit
sei dieses Fachgebiet durch die Begutachtung abgedeckt. Das bemängelte Fehlen von
aktuellen Bildern habe einer tauglichen Begutachtung durch den Orthopäden nicht
entgegengestanden. Dieser habe dezidiert dargelegt, auf welchen Grundlagen und
aufgrund welcher eigenen Untersuchungen er zu seiner Einschätzung komme. Die neu
hinzugekommenen Einschränkungen hätten hauptsächlich Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit in einer schweren und anhaltend mittelschweren Tätigkeit; leichte bis
mittelschwere Tätigkeiten seien immer noch zumutbar. Die Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit des Nephrologen und Hausarztes Dr. C._ sei nicht stärker zu
gewichten als die Einschätzung der Gutachter, welche die Berichte von Dr. C._
gewürdigt und beurteilt hätten. Die ABI-Gutachter hätten auch überzeugend dargelegt,
dass der Beschwerdeführer typischerweise aufgrund der Schmerzverarbeitungsstörung
eine höhere Selbstlimitierung aufweise, als dies medizinisch-theoretisch, insbesondere
im Sinne der Willensanstrengung, aus psychiatrischer Sicht zumutbar wäre. Das
Verlaufsgutachten sei somit als schlüssig und nachvollziehbar anzusehen. Die durch
die Nierentransplantation verursachten Beschwerden, das Stottern sowie die
Einschränkungen durch das Knie seien in der Arbeitsfähigkeitsschätzung bereits
genügend berücksichtigt worden, daher stehe der Leidensabzug von 25 % ausser
Diskussion. Selbst bei einem Leidensabzug von 20 % würde noch kein
rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren (act. G 3).
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B.c Am 17. September 2010 wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, dass die
Voraussetzungen für die unentgeltliche Prozessführung gegeben seien. Das Gesuch
wurde bewilligt (act. G 5).
B.d Am 7. Oktober 2010 erstattete der Beschwerdeführer Replik. Er führte aus, da sich
die ABI-Gutachter schon im Gutachten vom 26. September 2007 mit dem
Beschwerdeführer auseinandergesetzt hätten, müssten diese als befangen bezeichnet
werden. Das neue ABI-Gutachten bzw. die zweite Begutachtung könne deshalb nicht
als objektives Gutachten betrachtet werden. Sodann anerkenne auch die
Beschwerdegegnerin, dass die MR-Bilder des Knies rechts anlässlich der
durchgeführten Untersuchung fehlten. Ohne aktuelle MR-Bilder sei es dem Gutachter
gar nicht möglich gewesen, eine objektive Meinung abzugeben. Er habe sich lediglich
auf die Akten abgestützt. Dies widerspreche allerdings dem Sinn und Zweck eines
ausführlichen Gutachtens. Ohne aktuelle MR-Bilder könnten sich Gutachter kein
eigenes Bild über den Gesundheitszustand des Versicherten machen (act. G 6).
B.e Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 12. Oktober 2010 auf eine Duplik (act. G 8).

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2012 sind die im Zug des ersten Teils der 6. Revision revidierten
Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20),
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in
Kraft getreten. Der zu beurteilende Sachverhalt beschlägt den Zeitraum vor
Inkrafttreten des ersten Teils der 6. IV-Revision. Da sich die Definition der Invalidität
und die damit zusammenhängenden Begriffe mit diesen Revisionen nicht geändert
haben, werden nachfolgend die seit dem 1. Januar 2012 gültigen Bestimmungen
wiedergegeben. Bezüglich des allfälligen Rentenbeginns rechtfertigt es sich vorliegend,
angesichts der Anmeldung zum Leistungsbezug im Januar 2006 die bis zum
31. Dezember 2007 gültig gewesenen Bestimmungen anzuwenden.
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1.2 Invalidität im Sinne von Art. 8 ATSG ist die voraussichtlich bleibende oder längere
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente besteht gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG (in der ab der 5. IV-Revision gültigen
Fassung), wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 % invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50 % vor, wird eine halbe Rente zugesprochen und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % eine Viertelsrente. Eine Invalidität von weniger
als 40 % wird von der Invalidenversicherung rentenmässig nicht entschädigt.
1.3 Die Feststellung des Gesundheitsschadens, das heisst die Befunderhebung und
die gestützt darauf gestellte Diagnose, aber auch die Prognose und die Ätiologie, die
durch den festgestellten Gesundheitsschaden verursachte Arbeitsunfähigkeit sowie
das noch vorhandene funktionelle Leistungsvermögen oder das Vorhandensein und die
Verfügbarkeit von Ressourcen sind Tatfragen (BGE 132 V 398 E. 3.2), deren
Beantwortung entsprechendes Fachwissen voraussetzt. Im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 ATSG) hat die IV-Stelle daher in aller Regel
ärztliche Sachverständige zur Beantwortung dieser Fragen beizuziehen (vgl. Art. 43
Abs. 2 ATSG und Art. 69 Abs. 2 und 4 IVV), so etwa jene des IV-internen regionalen
ärztlichen Dienstes (RAD; vgl. Art. 49 Abs. 1 IVV) oder solche einer MEDAS. Aufgabe
der IV-Stelle und des Versicherungsgerichts ist es, diese Tatsachen rechtlich zu
würdigen, das heisst zu beurteilen, ob die ärztlichen Aussagen und Schätzungen die
zuverlässige Beurteilung des Leistungsanspruchs erlauben und, falls dies der Fall ist,
gestützt auf diese Feststellungen sowie die Feststellungen zu den beiden
Vergleichseinkommen den Invaliditätsgrad zu bemessen (vgl. BGE 132 V 398 f.
E. 3.2 f.).
2.
2.1 In der Replik macht der Beschwerdeführer geltend, die Gutachter der ABI GmbH
seien befangen, weil sie nach ihrem Erstgutachten vom 26. September 2007 auch das
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Zweitgutachten vom 8. September 2009 verfasst hätten. Das neue ABI-Gutachten
könne deshalb nicht als objektives Gutachten betrachtet werden (act. G 6, S. 2). Nach
der Rechtsprechung gelten für Sachverständige grundsätzlich die gleichen Ausstands-
und Ablehnungsgründe, wie sie für das Gericht vorgesehen sind. Danach ist
Befangenheit anzunehmen, wenn Umstände vorliegen, die geeignet sind, Misstrauen in
die Unparteilichkeit zu erwecken (BGE 132 V 93 E. 7.1). Bei der Befangenheit handelt
es sich allerdings um einen inneren Zustand, der nur schwer bewiesen werden kann.
Es braucht daher für die Ablehnung nicht nachgewiesen zu werden, dass die
sachverständige Person tatsächlich befangen ist. Es genügt vielmehr, wenn Umstände
vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit
zu begründen vermögen. Bei der Beurteilung des Anscheins der Befangenheit und der
Gewichtung solcher Umstände kann jedoch nicht auf das subjektive Empfinden einer
Partei abgestellt werden. Das Misstrauen muss vielmehr in objektiver Weise als be
gründet erscheinen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den
Arztgutachten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des
Gutachters ein strenger Massstab anzusetzen (BGE 120 V 364 E. 3). Bei
Geltendmachung eines verschlechterten Gesundheitszustandes kann die
Begutachtung durch dieselben Ärzte durchaus auch im Interesse der versicherten
Person sein, da die Gutachter den Vorzustand selbst schon untersucht haben und
dadurch den Verlauf besser beurteilen können. Die Tatsache, dass der
Beschwerdeführer bereits einmal durch die ABI GmbH untersucht worden ist,
begründet noch keine Voreingenommenheit der betroffenen Gutachter. Denn die
Gutachter sollten ausdrücklich den Verlauf des Krankheitsgeschehens beurteilen, die
zweite Begutachtung wurde nicht etwa wegen schwerwiegender Mängel im ersten
Gutachten angeordnet. Dass der Beschwerdeführer mit dem Ergebnis der
Begutachtung nicht einverstanden ist, stellt auch bei abweichenden Einschätzungen
der behandelnden Ärzte keinen Befangenheitsgrund dar. Objektive Hinweise, die den
Anschein einer Befangenheit der Gutachter begründen würden, wie beispielsweise eine
frühere (Fehl-) Behandlung der versicherten Person durch den Gutachter oder
herabwürdigende Äusserungen bei der Begutachtung, werden nicht geltend gemacht
und sind auch nicht ersichtlich. Die Rüge erweist sich damit als unbegründet.
2.2 Der Beschwerdeführer stellt sich im Weiteren auf den Standpunkt, dass aufgrund
seiner Verletzungsart anlässlich des Verkehrsunfalls vom 8. Januar 2008 ein Orthopäde
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als Facharzt der Untersuchung hätte beiwohnen müssen (act. G 1, S. 4). Diesem
Einwand kann entgegengesetzt werden, dass im Rahmen der zweiten ABI-
Begutachtung eine orthopädische Untersuchung durch Dr. J._ stattfand, der gemäss
FMH-Ärzteindex über einen Facharzttitel für orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates verfügt. Inwiefern dieser auf Orthopädie
spezialisierte Mediziner nicht fähig gewesen sein sollte, aufgrund seiner Untersuchung
unter Kenntnis der Vorakten zu einem schlüssigen Befund zu gelangen, ist nicht
ersichtlich bzw. geht aus den Ausführungen in der Beschwerde und Replik nicht
hervor. Auch diese Rüge vermag daher die beiden ABI-Gutachten nicht in Zweifel zu
ziehen.
2.3 Schliesslich und vor allem bemängelt der Beschwerdeführer die Tatsache, dass
die MR-Bilder des Knies rechts anlässlich der durchgeführten zweiten ABI-
Begutachtung fehlten. Die Beurteilung sei einzig aufgrund der Berichte des
Kantonsspitals erfolgt. Bei einer medizinischen Begutachtung sei es unerlässlich, neue
und aktuelle Bilder vorliegen zu haben (act. G 1, S. 4). Der orthopädische Gutachter
stützte sich bei seiner Beurteilung auf einen Bericht des KSSG vom 6. April 2009.
Gemäss Vermerk im Gutachten lagen die Röntgenbilder anlässlich der MR-
Tomographie des Knies rechts des KSSG vom 25. März 2009 zur Begutachtung nicht
vor (IV-act. 81-18). Die fehlende eigene Würdigung des Bildmaterials kann zwar einen
Mangel darstellen, welcher grundsätzlich geeignet ist, Zweifel an der Beweiskraft eines
Gutachtens aufkommen zu lassen. Andererseits hatte der Bericht der Klinik für
Orthopädische Chirurgie des KSSG vom 6. April 2009 darauf hingewiesen, dass sich
die persistierenden Kniebeschwerden weder klinisch noch bildgebend eindeutig
verifizieren liessen, nachdem eine intraartikuläre Infiltration ohne wesentlichen Effekt
geblieben sei. Bildgebend habe allerdings eine beginnende Knorpelalteration
festgestellt werden können, wie sie bereits anlässlich der Arthroskopie im Oktober
2008 festgestellt worden sei. Es könne jedoch bei gut angepassten Tätigkeiten nach
wie vor an einer vollen Arbeitsfähigkeit von Seiten des Bewegungsapparates
festgehalten werden (IV-act. 81-21). Dr. E._ führte in seinem Arztbericht vom 17. April
2008 aus, dass bei normalem Verlauf seiner Ansicht nach einer vollständigen
Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf des Beschwerdeführers
nichts im Wege stehen würde (IV-act. 62-2). Der Beschwerdeführer konnte gemäss
Ausführungen des Gutachters Dr. J._ anlässlich der orthopädischen Untersuchung
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vom 19. August 2009 die Treppe in beiden Richtungen im Wechselschritt begehen; er
war beidseits zu Einbeinstand mit Abstützen jeweils auf der linken Hand, zu
Einbeinstand beidseits ohne Trendelenburg-Zeichen fähig und wies eine
physiologische Rückfussachse auf mit korrekter Aufrichtung im einbeinigen
Zehenstand, rechts etwas unsicher wirkend (IV-act. 81-16 f.). Anlässlich der letzten
Untersuchung des Knies rechts sei auch ein flüssiger Untersuchungsgang ohne
erkennbare Schmerzäusserung möglich gewesen (IV-act. 81-17). Weiter hielt der
Gutachter fest, rein klinisch bestehe ein sehr schönes Ergebnis mit einem
symmetrischen Bewegungsumfang im Vergleich zur Gegenseite und es ergäben sich
keine Hinweise auf ein akutes intraartikuläres Geschehen mit Ergussbildung, Rötung
oder Überwärmung. Der Beschwerdeführer berichtete dem Gutachter allerdings über
medial betonte femorotibiale Schmerzen bei endgradiger Flexion sowie bei
Rotationsbewegung, was Dr. J._ unter Hinweis auf die Knorpelalterationen als
plausibel bezeichnete. Er wies allerdings darauf hin, dass auf der linken Seite in
praktisch identischer Weise Knieschmerzen angegeben würden, deren Ursache er
nicht eruieren könne (IV-act. 81-20). Insgesamt erscheint die Entscheidung des
Gutachters, weder die Bilder vom 25. März 2009 beizuziehen noch neue anfertigen zu
lassen, als nachvollziehbar und ist nicht zu beanstanden. Die Tatsache, dass dem
orthopädischen Gutachter das bildgebende Material hinsichtlich des rechten Knies
nicht vorlag, reicht unter Berücksichtigung der gesamten Umstände jedenfalls nicht
aus, eine weitere Begutachtung anzuordnen.
2.4 Dass die Beschwerdegegnerin von der Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit im
Umfang von 80 % in einer körperlich leichten Tätigkeit in wechselnder Position, mit
einem etwa hälftigen Anteil im Sitzen, wo zudem eine Traglimite von 10 kg nicht über
schritten werden und keine Zwangshaltungen von Knie oder Rumpf vorkommen dürfen
(IV-act. 81-21) und welche Tätigkeit ganztags mit verminderter Leistungsfähigkeit
ausgeübt werden kann (IV-act. 81-25), seit spätestens Anfang Februar 2009 auf dem
allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt ausgegangen ist, beruht nicht auf einer
mangelhaften Feststellung des Sachverhalts (ZAK 1991 S. 318, I 350/89 Erw. 3b;
Urteile 8C_489/2007 vom 28. Dezember 2007 Erw. 4.1 und 9C_446/2008 vom
18. September 2008 Erw. 3.4). Vom Vorhandensein einer zumutbaren Stelle ist auszu
gehen, zumal für die Invalidenversicherung nicht der reale, sondern der hypothetisch
ausgeglichene Arbeitsmarkt massgeben ist und dieser nebst schweren auch eine
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Vielzahl leichter Tätigkeiten bereit hält (vgl. Urteile 8C_773/2009 vom 19. Februar 2010
Erw. 5.3; 9C_72/2009 vom 30. März 2009 Erw. 3.4 mit zahlreichen Hinweisen).
Ausserdem sind an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und
Verdienstaussichten praxisgemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen (Urteile
9C_941/2008 vom 18. Februar 2009 Erw. 3.5; 9C_744/2008 vom 19. November 2008
Erw. 3.2 und 9C_236/2008 vom 4. August 2008 Erw. 4.2).
2.5 Aufgrund der erhobenen Befunde und der durchgeführten Tests erscheint die
gutachterliche Einschätzung einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit in einer körperlich
leichten, adaptierten wechselbelastenden Tätigkeit im Umfang von 80 % plausibel und
nachvollziehbar. Auch die Berichte des Hausarztes, die Arztberichte der Klinik für
Nephrologie des USZ sowie der Bericht des Neurologen Dr. D._ lassen keine
begründeten Zweifel an der Zuverlässigkeit der Beurteilungen des zweiten ABI-
Gutachtens aufkommen: Die Berichte des Hausarztes Dr. C._ sind knapp und
zumeist nicht näher begründet. Seine älteren Arbeitsfähigkeitseinschätzungen scheinen
zudem weitgehend auf den Aussagen des Beschwerdeführers zu basieren. Am
29. Januar 2009 hielt er überdies fest, die Befunde (wohl betreffend Handgelenke)
hätten nie eindeutig objektiviert werden können und zudem bestünden
Verständigungsprobleme. Er könne deshalb die Frage der IV zur Arbeitsfähigkeit nicht
befriedigend beantworten (IV-act. 74-7). Die Arztberichte der Nephrologie des USZ
vom 29. Juni 2006 (IV-act. 18-5 f.), 28. August 2008 (IV-act. 74-14 f.) sowie 26. Februar
2009 (IV-act. 81-38 f.) äussern sich weder zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen noch in
einer adaptierten Tätigkeit. Soweit im Fragebogen zur Arbeitsfähigkeit, der ohne
Unterschrift wohl seitens der Nephrologie des USZ am 10. Juli 2006 der IV eingereicht
wurde, festgehalten wurde, dem Versicherten sei weder die angestammte noch eine
adaptierte Tätigkeit zumutbar (IV-act. 18-3), kann dem keinerlei Beweiswert
zukommen. Im Bericht vom 29. Juni 2006 war nämlich festgehalten worden, seit der
Nierentransplantation 2001 sei die Situation stabil, es bestehe kein Therapiebedarf und
es lägen keine besonderen Probleme vor (keine Infekte etc.), so dass von einer guten
Prognose auszugehen sei (IV-act. 18-6). Zu beachten ist auch, dass der
Beschwerdeführer nach der Transplantation bis Ende 2004 vollzeitig erwerbstätig war
und die Arbeitsaufgabe keinen Zusammenhang mit der Nierensituation hatte.
Diesbezüglich liefern die Akten keine Anhaltspunkte für weiteren Abklärungsbedarf.
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Im ärztlichen Bericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG vom 8. April
2008 wird ausgeführt, dass im Rahmen der Tätigkeit als Hilfskoch nach Weglassen der
Gehstöcke eine begrenzte Arbeitsfähigkeit gegeben sei (IV-act. 74-23). Zur
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit äussern sich auch die Ärzte des KSSG
nicht. Es ist weiter festzustellen, dass in der zweiten ABI-Begutachtung erneut eine
psychiatrische Begutachtung stattgefunden hat und die Befunde in der
Gesamtwürdigung berücksichtig wurden. Auch wurde die Medikamenteneinnahme des
Beschwerdeführers aufgrund seiner Nierentransplantation im Jahr 2001 im zweiten
Gutachten berücksichtigt (IV-act. 81-10 f.).
Im ärztlichen Bericht des Ambulatoriums der Psychiatrischen Klinik I._ vom
4. Februar 2010, welcher von Vorteil vor Verfügungserlass den Ärzten des ABI zur
Stellungnahme vorzulegen gewesen wäre, wurde ausgeführt, dass der
Beschwerdeführer aufgrund der ausgeprägten, sich über die Jahre progredient
verschlechternden Schmerzsymptomatik mit Verstärkung unter schwerer körperlicher
Arbeit nicht mehr in der Lage sei, seiner Tätigkeit als Hilfskoch nachzukommen. Das
Stottern und der motorische Tic dürften sich insbesondere bei der Stellensuche sehr
negativ auswirken. Hinzu kämen depressive Symptome wie Angststörung,
Belastungsintoleranz, Konzentrationsstörungen und innere Unruhe. Die bisherige
Tätigkeit sei aus medizinischer Sicht nicht mehr zumutbar (IV-act. 94-3). Zur
Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit äusserten sich Dr. G._
und Dr. H._ im Bericht vom 4. Februar 2010 nicht. Die Ärzte führten weiter aus, dass
sich der Beschwerdeführer generell nicht als psychisch krank beurteile und aufgrund
fehlender Wirkung, aufgetretener Beinödeme, gastrointestinaler Nebenwirkungen und
ausgeprägter innerer Unruhe aktuell keine Medikation erfolge bzw. keine
Psychopharmaka durch den Beschwerdeführer eingenommen würden. Eine vertiefte
psychotherapeutische Therapie sei aufgrund der geringen Introspektionsfähigkeit
sowie dem allgemeinen Ablehnen einer psychiatrischen Behandlung nur bedingt
möglich; der Erfolg der therapeutischen Bemühungen werde wahrscheinlich nur sehr
bescheiden ausfallen (IV-act. 94-2 f.). In diesem Bericht wurde die
Zumutbarkeitsbeurteilung des ABI-Psychiaters, einer adaptierten Tätigkeit könne im
Pensum von 80 % nachgegangen werden, nicht hinreichend widerlegt. Die Ärzte
lassen eine Erklärung dafür vermissen, weshalb dem Beschwerdeführer bei einer
angemessenen Willensanstrengung die angestammte oder eine andere adaptierte
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Hilfsarbeit nicht mehr zumutbar sein sollte. Dass Behandlungsversuche mit
verschiedenen Psychopharmaka scheiterten, wie im Bericht festgehalten, lässt nicht
den Schluss auf eine erheblich verminderte Arbeitsfähigkeit zu; der ABI-Psychiater
hatte seine plausible Schätzung nämlich ohne Berücksichtigung von Psychopharmaka-
Einnahme vorgenommen. Auch der RAD hat in seiner internen Stellungnahme vom
12. Mai 2010 plausibel begründet, dass der ärztliche Bericht des Ambulatoriums I._
keine wesentlich anderen psychischen Funktionseinschränkungen/keinen wesentlich
anderen psychischen Zustand als das psychiatrische Teilgutachten des ABI vom
September 2009 beschreibe und hinsichtlich der diagnostischen Zuordnung im Bericht
des Ambulatoriums I._ im Vergleich zum ABI-Verlaufsgutachten nur eine andere
Bewertung eines im wesentlichen gleichen Zustandes vorliege. Es sei aufgrund der
Befunde nicht nachvollziehbar, warum dem Beschwerdeführer eine adaptierte Tätigkeit
nicht mehr zumutbar sein solle (IV-act. 98-1).
Der Beschwerdeführer macht schliesslich geltend, dass die seit der
Nierentransplantation eingenommenen zahlreichen Medikamente zu einer erheblichen
Ermüdung führten (act. G 1 Ziff. 2). Diese Müdigkeit nimmt jedoch in den Akten keine
zentrale Stellung ein: Weder in den ABI-Gutachten, noch in den ärztlichen Berichten
der Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG oder des Ambulatoriums I._ vom
4. Februar 2010 ist von einer arbeitsfähigkeitsrelevanten Müdigkeit mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit die Rede. Zudem war der Beschwerdeführer, wie bereits ausgeführt,
nach der Transplantation bis Dezember 2004 vollzeitig erwerbstätig; die Arbeitsaufgabe
hatte keinen Zusammenhang mit der Nierensituation bzw. einer behaupteten dadurch
entstandenen erheblichen Müdigkeit. Dass die Medikamentendosis relevant erhöht
worden wäre, ist nicht ausgewiesen und wird auch nicht behauptet. Auch
diesbezüglich liefern die Akten keine Anhaltspunkte für weiteren Abklärungsbedarf. Vor
diesem Hintergrund ist festzuhalten, dass insgesamt keine Gründe ersichtlich sind,
weshalb nicht auf das aktuellste ABI-Gutachten abgestellt werden sollte. Das
Gutachten berücksichtigt die Krankengeschichte inkl. Vorakten, beruht auf allseitigen
Untersuchungen und Tests und erscheint als umfassend.
2.6 Nach dem Gesagten ist der Sachverhalt als ausreichend abgeklärt zu betrachten.
Zu einer ergänzenden Begutachtung besteht kein Anlass (antizipierte
Beweiswürdigung, vgl. BGE 124 V 90, Erw. 4b; Urteil 9C_108/2010 vom 15. Juni 2010,
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Erw. 4.2.2). Zusammenfassend ist in Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin
aufgrund des ABI-Gutachtens vom 8. September 2009 für den Zeitpunkt der Verfügung
vom 3. Juni 2010 von einer Arbeitsfähigkeit im Umfang von 80 % in einer
leidensangepassten Tätigkeit auszugehen.
3.
3.1 Ist eine versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
zu durchschnittlich 40% arbeitsunfähig gewesen, so entsteht ein Rentenanspruch
(aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG). aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG verweist auf Art. 6 ATSG.
Demgemäss ist Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen,
geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im
bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer
wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich
berücksichtigt (Art. 6 Satz 2 ATSG). Bei Hilfsarbeitern wird für die Ermittlung des
Invaliditätsgrades bei längerdauernder Arbeitsunfähigkeit auf die Leistungsfähigkeit in
einer leidensadaptierten Tätigkeit abgestellt. Für die Ermittlung des Rentenbeginns ist
gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung jedoch die Arbeitsunfähigkeit im
bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich relevant. (BGE 130 V 99 E. 3.2). Dies gilt auch
für Hilfsarbeiter, auch wenn ihnen eine leichtere Arbeit als die bisher ausgeübte
Tätigkeit weiterhin zumutbar wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 23. Oktober
2003 i/S. S. [I 392/02] E. 4; vgl. auch die Entscheide des Versicherungsgerichts des
Kantons St. Gallen vom 16. April 2010 [IV 2009/134] E. 4 und vom 16. August 2010 [IV
2008/482] E. 6.3.4). Für die Eröffnung der einjährigen Wartezeit muss die
Arbeitsunfähigkeit ein gewisses Mass erreichen, sie muss erheblich sein. Nach der
Gerichtspraxis ist eine Verminderung des funktionellen Leistungsvermögens im
bisherigen Beruf von mindestens 20% vorausgesetzt (AHI 1998 S. 124; I 892/05,
Erw. 1.4; so auch Rz. 2010 des vom Bundesamt für Sozialversicherung
herausgegebenen Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit, gültig ab 1. Januar
2012 [KSIH]). Im ersten ABI-Gutachten wurde davon ausgegangen, dass die
Einschränkung seit 2001 bestehe (IV-act. 34-15). Dies lässt jedoch unberücksichtigt,
dass der Beschwerdeführer bis Ende 2004 voll gearbeitet hat, ohne dass die
Arbeitgeberin eine verminderte Leistungsfähigkeit bemerkt hätte (vgl. IV-act. 10-2). Dr.
C._ schrieb den Beschwerdeführer ab 20. Dezember 2004 zu 100 % arbeitsunfähig
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(IV-act. 81-10, 81-26). Folglich ist der Beginn der einjährigen Wartezeit auf dieses
Datum zu legen. Gemäss den Einschätzungen der begutachtenden Ärzte war dem
Beschwerdeführer seit dem Unfall vom 8. Januar 2008 sowohl die bisherige Tätigkeit
als Küchenhilfe/Hilfskoch, für welche die Gutachter bis 7. Januar 2008 eine
Leistungseinschränkung von 20 % attestierten, als auch jede andere Tätigkeiten nicht
mehr zumutbar (IV-act. 81-24). Gemäss Rz. 2018 KSIH wird zwecks Berechnung der
durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit von 40% und der Wartezeit folgende Formel
beigezogen: (a Monate à x % Arbeitsunfähigkeit) + (b Monate à y % Arbeitsunfähigkeit)
= (12 Monate à mindestens 40 % Arbeitsunfähigkeit), wobei a Monate + b Monate = 12
Monate. Auf vorliegenden Fall angewendet ergibt sich folgende Formel: (a Monate à
20 %) + ([12-a] Monate à 100 %) = (12 Monate à mindestens 40 %). Die Berechnung
ergibt für die Unbekannte a die Zahl 9; b beläuft sich daher auf 3 Monate (zur
Berechnung vgl. die detaillierten Beispiele in Anhang II des KSIH). Die Wartezeit war
demnach im April 2008 abgelaufen (9 Monate des Jahres 2007 zu 20% und 3 Monate
des Jahres 2008 zu 100%); Rentenbeginn ist somit der 1. April 2008. Laut ABI-
Verlaufsgutachten endete die volle Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit ca. Ende
Januar 2009 (IV-act. 81-24); dem Beschwerdeführer war ab diesem Zeitpunkt eine
80 %igen Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten, adaptierten Tätigkeiten zumutbar
(IV-act. 81-27). Aufgrund der Verzögerung gemäss aArt. 88a Abs. 1 IVV (vgl. auch
Beispiel Rz. 4011 KSIH) ist daher ab 1. April 2009 von einer Verbesserung der
Erwerbsfähigkeit auszugehen; der Beschwerdeführer hat für die Zeit vom 1. April 2008
bis 31. März 2009 Anspruch auf eine ganze IV-Rente.
3.2 Für die Zeit ab 1. April 2009 ist folgendes zu bemerken: Gemäss ABI-
Verlaufsgutachten vom 8. September 2009 besteht für eine körperlich leichte,
adaptierte Tätigkeit eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80 %, vollschichtig
realisierbar (IV-act. 81-24, 81-27). Es rechtfertigt sich daher die Annahme, dass das
Invalideneinkommen ungefähr bei 80 % des Valideneinkommens liegt. Würde zur
Bemessung des Invalideneinkommens auf die statistischen Löhne abgestellt, würde
dies nichts ändern, da der Beschwerdeführer vor Eintritt des Gesundheitsschadens
leicht unterdurchschnittlich verdient hat und deshalb grundsätzlich vom selben Betrag
für das Valideneinkommen und den Ausgangswert des Invalideneinkommens
ausgegangen werden müsste, womit das Invalideneinkommen ebenfalls bei 80 % des
Valideneinkommens liegen würde (vgl. hiezu den Entscheid IV 2009/79 des
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Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 3. März 2011, E. 4.1, mit Hinweis).
Was einen weiteren Abzug vom Tabellenlohn (oft missverständlich als „Leidensabzug“
bezeichnet; missverständlich, weil gerade nicht mit dem Leiden in Zusammenhang
stehend) betrifft, so ist darauf hinzuweisen, dass unter Berücksichtigung mannigfaltiger
invaliditätsbedingter Konkurrenznachteile wie die ausschliessliche Ausübung leichter
Tätigkeiten in wechselnder Position mit einem etwa hälftigen Anteil im Sitzen, wo
zudem eine Traglimite von 10 kg nicht überschritten werden und keine
Zwangshaltungen von Knie oder Rumpf vorkommen dürfen, die chronische motorische
Tic-Störung, das Stottern sowie die ausschliessliche Ausübung leichter Tätigkeiten
ohne Kundenkontakt (IV-act. 34-15) in Betracht fällt. Insgesamt erscheint ein Abzug
von höchstens 20 % gerechtfertigt, womit sich aber lediglich ein Invaliditätsgrad von
höchstens 36 % (= 100 % – [80 % × 80 %]) ergibt. Ein Anspruch auf eine Rente der
Invalidenversicherung besteht mithin für die Zeit ab 1. April 2009 nicht.
4.
4.1 Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde teilweise
gutzuheissen und die angefochtene Verfügung vom 3. Juni 2010 aufzuheben. Die
Sache ist zur Ausrichtung der befristeten ganzen Invalidenrente für die Zeit von 1. April
2008 bis 31. März 2009 an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint als angemessen. Da die Beschwerdegegnerin teilweise unterliegt, hat sie die
Gerichtsgebühr im Umfang von Fr. 300.-- zu bezahlen. Dem ebenfalls teilweise
unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten im Restbetrag von Fr. 300.--
aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Prozessführung ist er von der Bezahlung zu
befreien.
4.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die teilweise obsiegende beschwerdeführende
Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Be
deutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61
bis
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lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Im vorliegenden Fall erscheint im Umfang des teilweisen Obsiegens
eine Parteientschädigung von Fr. 1'750.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
als angemessen.
4.4 Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für den
restlichen Anteil der Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers
aufzukommen. Die entsprechende Entschädigung ist gemäss Art. 31 Abs. 3 des
Anwaltsgesetzes (AnwG; sGS 963.70) um einen Fünftel zu kürzen. Somit hat der Staat
den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Fr. 1'400.-- (einschliesslich
Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht