Decision ID: 2b84bafc-c411-48f0-b7ac-bcc2f20a4de9
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Romeo Minini, Gotthardstrasse 21, Postfach
1959, 8027 Zürich,
gegen
Zürich Versicherungs-Gesellschaft, Generaldirektion Schweiz, Postfach, 8085 Zürich,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a Mit Entscheid vom 9. Mai 2011 hatte das Versicherungsgericht des Kantons
St. Gallen im Verfahren UV 2010/71 die Beschwerde von A._ gegen den
Einspracheentscheid der Zürich Versicherungs-Gesellschaft vom 15. Juli 2010
abgewiesen und - wie zuvor die Unfallversicherung - eine weitere Leistungspflicht für
die Folgen des Unfalls vom 8. November 2007 über November 2008 hinaus verneint.
A.b Die gegen das kantonale Urteil erhobene Beschwerde hiess das Bundesgericht mit
Urteil vom 5. Dezember 2011 (Proz. 8C_476/2011) teilweise gut. Es wies die Sache an
das kantonale Gericht als Vorinstanz zurück, damit es nach erfolgter Abklärung im Sinn

der Erwägungen über die Beschwerde neu entscheide. Das Bundesgericht ordnete
dazu eine polydisziplinäre Begutachtung durch neutrale, bisher nicht mit der Sache
befasste Fachärzte an. Insbesondere seien die Fragen zu klären, ob das Sturzereignis
vom 8. November 2007 allenfalls eine richtunggebende Aktivierung des erheblichen
degenerativen Vorzustands zumindest teilkausal mitverursacht habe oder ob - und falls
ja, per wann - derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf des
krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status
quo sine), mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zwischenzeitlich wieder erreicht
worden sei. Die Gutachter würden sich - bis zum gegebenenfalls bestimmten Zeitpunkt
des Erreichens des Status quo sine - auch zu Verlauf und Ausmass der unfallbedingten
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit zu äussern haben (E. 7.4). -
Entgegen der Beurteilung des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen im
Entscheid vom 9. Mai 2011 hatte das Bundesgericht in seinem Urteil (vom 5. Dezember
2011) zur Würdigung der medizinischen Grundlagen festgehalten, das Aktengutachten
von Dr. med. B._, Facharzt FMH für Neurochirurgie, vom 6. April 2010 (UV-act.
zM36), sei nicht schlüssig und könne nicht als Grundlage für die abschliessende
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Beurteilung der fraglichen weiteren Unfallkausalität dienen (E. 7.2.3 f.). Demgegenüber
könne dem Gutachten von Dr. med. C._, Facharzt FMH für Neurochirurgie, vom
1. Oktober 2009 (UV-act. zM34) nicht die Beweiskraft abgesprochen werden, weil
dieser von einem "komplett" beschwerdefreien, stummen Vorzustand ausgegangen sei
und dabei zwei Episoden von lumbalen Beschwerden mit vollen Arbeitsunfähigkeiten
von jeweils weniger als einer Woche unbeachtet gelassen habe (E. 7.2, besonders
E. 7.2.2). Von weiteren medizinischen Abklärungen seien sehr wohl noch neue
Erkenntnisse zu erwarten (E. 7.3).
B.
B.a Aufgrund der Vorgaben des Bundesgerichts und nachdem die Parteien zur
vorgeschlagenen Begutachtungsstelle sowie den Fragen an die begutachtenden
Personen Stellung genommen hatten (act. G 2 ff.), wurde am 22. Februar 2012 die
MEDAS Zentralschweiz mit der polydisziplinären Begutachtung der
Beschwerdeführerin beauftragt (act. G 7). Da in der MEDAS Zentralschweiz kein
spezialisierter Wirbelsäulenorthopäde zur Verfügung stand, der (wie ursprünglich
gewünscht) auch die Federführung übernehmen konnte, wurde der Auftrag von dieser
Begutachtungsstelle zurückgegeben (act. G 11).
B.b Nachdem die Parteien mit der Beauftragung der Academy of Swiss Insurance
Medicine (asim) am Universitätsspital Basel mit der Begutachtung einverstanden
waren, erfolgte diese am 23. Mai 2012 (act. G 15). Für die Untersuchungen wurden
unter Federführung von med. pract. D._, Oberarzt asim Begutachtung, Arbeits
medizin FMH, University Professional of Advanced Studies Insurance Medicine,
arbeitsmedizinische Zusammenhangsbegutachtung (D), der selbst die internistische
Untersuchung vornahm, Prof. Dr. med. E._, Orthopädie FMH, ehemaliger Chefarzt
der orthopädischen Klinik Z._, und Dr. med. F._, Psychiatrie und Psychotherapie
FMH, sowie Dr. med. G._, Oberarzt Neurologie FMH, eingesetzt (act. G 16 ff., G 20).
B.c Das asim-Gutachten vom 3. Dezember 2012 ging am 6. Dezember 2012 beim
Versicherungsgericht ein (act. G 25 f.) und wurde den Parteien am 11. Dezember 2012
zur allfälligen Stellungnahme zugestellt (act. G 27). Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin wies am 28. Dezember 2012 darauf hin, dass sich aufgrund der
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Übersetzungen der ärztlichen Fragen an seine Mandantin und Rückübersetzung ihrer
Antworten Ungereimtheiten im Sachverhalt ergeben hätten. Weiter sei die abweichende
Meinung von Dr. C._ in seinem Gutachten vom 1. Oktober 2009 (UV-act. zM34) nicht
genügend gewürdigt worden, weshalb diese Differenz durch zusätzliche Fragen an
Prof. E._ oder in einer anderen geeigneten Weise zu klären sei (act. G 29). Auf diese
Vorbringen wird in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. Die
Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 4. Januar 2013 auf eine
Stellungnahme zum asim-Gutachten (act. G 30). Am 14. Januar 2013 wurde den
Parteien die jeweils gegnerische Stellungnahme zugestellt (act. G 31).
B.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der
übrigen Akten wird, soweit für den Entscheid erforderlich, in den nachfolgenden
Erwägungen näher eingegangen.
Erwägungen:
1.
1.1 Zu beurteilen bleibt die Unfallkausalität der über November 2008 hinaus anhaltend
geklagten Gesundheitsbeeinträchtigungen der Beschwerdeführerin und gestützt darauf
das allfällige Andauern der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin.
1.2 Bevor diese Fragen beurteilt werden können, sind das asim-Gutachten vom
3. Dezember 2012 und die entsprechenden Teilgutachten und dadurch im Ergebnis die
gesamte medizinische Aktenlage zu würdigen. Wie teilweise bereits im ersten
Entscheid des Versicherungsgerichts zur Sache (vom 9. Mai 2011, Proz. UV 2010/71,
E. 1.3) ausgeführt, ist für den Beweiswert eines ärztlichen Berichts entscheidend, ob
dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet und
nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit
weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder
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in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen
Inhalt (BGE 134 V 232 E. 5.1 und BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis). Grundsätzlich sind
im Sozialversicherungsrecht die Beweise frei zu würdigen (vgl. Thomas Locher,
Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl. Bern 2003, S. 450 f. Rz 37 ff.; Ueli
Kieser, ATSG-Kommentar [Kommentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts; {ATSG; SR 830.1}], 2. Aufl. Zürich 2009, N 33 zu
Art. 43). Für Gerichtsgutachten gilt jedoch, dass von der Einschätzung des
medizinischen Experten nur abgewichen werden kann, wenn dafür zwingende Gründe
vorliegen (vgl. BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa; Kieser, a.a.O., N 35 zu Art. 43; Jean-Maurice
Frésard / Margit Moser-Szeless, L'assurance-accidents obligatoire, S. 1026 Rz 689, in:
Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band XIV, Soziale Sicherheit, Hrsg. Ulrich
Meyer, 2. Aufl. Basel 2007). Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die
Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht eingeholtes
Obergutachten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt.
Abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche
Meinungsäusserungen anderer Fachexperten den Richtenden als triftig genug
erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass
sie die Überprüfung durch einen Oberexperten für angezeigt halten, sei es, dass sie
ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende
Schlussfolgerungen ziehen (BGE 125 V 353 E. 3b/aa).
2.
Gewürdigt werden zunächst die drei Teilgutachten - das orthopädische von Prof. E._,
das neurologische von Dr. G._ sowie das psychiatrische von Dr. F._ -
anschliessend die internistischen Erhebungen von Dr. D._, die Zusammenführung der
verschiedenen Erkenntnisse durch den fallführenden Arzt und abschliessend die
Gesamtbeurteilung aufgrund des asim-Gutachtens.
2.1
2.1.1 Prof. E._ diagnostizierte im orthopädischen Fachgutachten vom 10. August
2012, gestützt auf die Untersuchung vom 4. Juli 2012 (Beilage 4 zum Hauptgutachten
vom 3. Dezember 2012; Kernaussagen auf dessen S. 9 ff. wiedergegeben) ein
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chronisches lumbovertebrales linksbetontes Schmerzsyndrom bei schwerer erosiver
Osteochondrose L3/4 mit Spondylose, Spondylarthrose, Retrolisthesis, segmentaler
translatorischer Instabilität und beginnendem Drehgleiten; bei fortgeschrittener
Osteochondrose und Spondylarthrose L4/5 mit fixer Retrolisthesis; bei mässiger
Osteochondrose und Spondylose L1/2 und Th12/L1; bei Lordoseverlust der
Lendenwirbelsäule (LWS) und bei struktureller linkskonvexer Lumbalskoliose sowie
Diskusprotrusionen L3/4 und L4/5 mit diskreter neurologischer Symptomatik gemäss
neurologischem Fachgutachten; beide Hauptdiagnosen mit Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit. Als orthopädische Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
erhob er eine anlagebedingte Dysplasie des LWK5 mit Verkürzung des ap-
Durchmessers, umgekehrter Keilform und asymetrischer Orientierung der
Facettengelenke L4/5 (facet tropism) sowie eine beidseitige Spondylolyse L5 und
Spondylolisthesis L5/S1 Grad I. Der Orthopäde klärte in der Folge verschiedene
Begriffe und stützte sich dabei auf einschlägige medizinische
Fachliteratur (Ziff. 4.1 S. 8 ff. sowie Ziff. 5 S. 19 f. des orthopädischen Teilgutachtens).
In der Fallanalyse (Ziff. 4.2 S. 12 f. des orthopädischen Teilgutachtens) stellte Prof.
E._ ausführlich den Vorzustand der Explorandin mit der angeborenen Dysplasie des
5. Lendenwirbels einerseits und der schweren Degeneration der Segmente L4/5 und
L3/4 sowie der geringeren Degeneration der Segmente L1/2 und Th12/L1 dar,
bezeichnete die Ileosakralgelenke (ISG) als unauffällig und beschrieb die beiden kurzen
Schmerzepisoden vom 1. April 2003 und vom 23. März 2004 (vgl. UV-act. zM33). Er
führte das Sturzereignis vom 8. November 2007 als axialen Sturz aufs Gesäss an und
wies auf die Tatsache hin, dass in der Folge laut den Berichten verschiedener Ärzte
lokalisatorisch wechselnde Beschwerden im Gesäss, über dem ISG, im Kreuz, über
dem Sakrum und auf der Rückseite der Oberschenkel berichtet worden seien.
Sensibilitätsstörungen und Schwäche seien am 30. November 2007 vom Hausarzt,
Dr. med. G._, Allgemeinmedizin FMH, im rechten Bein dokumentiert worden (vgl. UV-
act. M4). Am 19. März 2008 habe Dr. med. H._, Wirbelsäulenchirurgie FMH,
festgehalten (vgl. UV-act. M10): "Die Patientin leidet an einem chronischen
lumbospondylogenen Schmerzsyndrom mit möglicher intermittierender Radikulopathie
L5, evtl. auch L4 rechts ..." Die Schmerzklagen während des Rehabilitationsaufenthalts
in der Klinik Valens vom 30. September 2008 bis 23. Oktober 2008 hätten sich auf die
Stelle über dem Sakrum beschränkt. Der vorzeitige Austritt wegen Schmerzen unter
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der Physiotherapie sei im Bericht der Klinik Valens (vgl. UV-act. M22) nicht erwähnt
worden. Auf der Notfallstation des Kantonsspitals St. Gallen, welche die Explorandin
am 25. Oktober 2008 aufgesucht habe, seien eine akute Exazerbation einer
Lumboischialgie links mit neuem sensomotorischem Ausfallsyndrom S1 links, eine
Kokzygodynie und ein ISG-Schmerzsyndrom links diagnostiziert worden (vgl. UV-act.
M24). Weiter verwies Prof. E._ auf die unterschiedlichen Schilderungen des Verlaufs
der Gesundheitsbeeinträchtigungen durch die Explorandin den verschiedenen
Begutachtenden gegenüber (unterschiedliche Gewichtung der Auswirkungen des
Rehabilitationsaufenthalts in der Klinik Valens und damit zusammenhängend
unterschiedlicher Verlauf der Schmerzentwicklung; Beschwerden und vor allem
Ausfallerscheinungen seit dem Unfall ausschliesslich am linken, nie am rechten Bein).
2.1.2 In seiner eigenen Beurteilung (Ziff. 4.3 S. 13 ff. des orthopädischen
Teilgutachtens) hielt Prof. E._ zunächst Diagnosen fest, die aus den weiteren
Betrachtungen herausgenommen werden könnten (lit. A und B von Ziff. 4.3). Er führte
aus, die schwere Degeneration der Lendenwirbelsegmente L4/5 und L3/4 hätte mit
Sicherheit viele Jahre vorbestanden. Auch die mässige Osteochondrose L1/2 und
Th12/L1 sei schon alt (lit. C von Ziff. 4.3). In den bildgebenden Untersuchungen vom
November 2007 könne eine strukturelle Verletzung der LWS und der ISG durch das
Sturzereignis vom 8. November 2007 ausgeschlossen werden. Auch habe sich im
seitherigen Verlauf bis zu den letzten Aufnahmen im Januar 2012 im relevanten
Abschnitt L3-L5 keine objektivierbare anatomische Verschlechterung gezeigt. Die
geringe radiologische Progredienz der Degeneration im Segment L1/2 und Th12/L1 sei
in Ausmass und Geschwindigkeit auf das normale inhärente Fortschreiten einer
Bandscheibendegeneration beschränkt, ohne erkennbare Beschleunigung durch das
Ereignis vom 8. November 2007. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit sei also durch
dieses Ereignis keine richtunggebende organische Verschlechterung des Vorzustands
eingetreten. Die Translationsverschieblichkeit im Segment L3/4 sei auf den
Funktionsaufnahmen vom 10. April 2008, also fünf Monate nach dem Sturzereignis,
noch nicht erkennbar. Sie habe sich erst auf den Aufnahmen vom 27. Februar 2009 als
beginnende leichte Translationsverschieblichkeit gezeigt, die sich bis zu den
Aufnahmen vom 8. März 2012 noch verdeutlicht habe. Auch hier liege die inhärente
langsame Progression der Bandscheibendegeneration vor und es bestehe kein
Zusammenhang mit dem Ereignis vom 8. November 2007 (lit. D von Ziff. 4.3). In lit. E
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(von Ziff. 4.3) führte Prof. E._ ausführlich aus, die vorgebrachten Beschwerden
könnten aus orthopädischer Sicht in Art und Lokalisation und ihrem wechselhaften
Charakter auf die objektivierten anatomischen degenerativen Veränderungen an der
LWS zurückgeführt werden. Weiter erklärte der Orthopäde, die beiden
Kreuzschmerzepisoden von 2003 (mit rechtsseitigen Kreuzschmerzen) und von 2004
(mit einer Beinausstrahlung auf der linken Seite), die beide ohne erinnerliches Trauma
oder besonderes Vorkommnis spontan oder bei alltäglichen Verrichtungen aufgetreten
seien, seien typisch in der Entwicklungsgeschichte der lumbalen
Wirbelsäulendegeneration (lit. F von Ziff. 4.3). Typisch bei der Vielzahl der in casu
degenerierenden anatomischen Strukturen sei auch die unterschiedliche Symptomatik
und Seitenbetroffenheit und dass die beiden Kreuzschmerzepisoden von
beschwerdefreien Intervallen gefolgt gewesen seien. Der Treppensturz aufs Gesäss
stelle eine axiale Stauchung dar und sei biomechanisch nicht geeignet, eine strukturelle
Gewebeläsion (mit Ausnahme einer in casu ausgeschlossenen Impressionsfraktur bei
einer Osteoporose) auszulösen: Bandscheibengewebe sei viel höher druckresistent
und eine Band- oder Kapselverletzung sei bei diesem Mechanismus, der ohne
Dehnungskomponente einhergehe, nicht möglich. Es bleibe also die blosse Prellung
von Facettengelenken, ISG, allenfalls auch von Spondylophyten. In einer degenerierten
Wirbelsäule, in der schon ohne äussere Einwirkung spontan Schmerzschübe
aufgetreten seien, könne auch ein solcher Mechanismus einen früher aktiven, zuletzt
stummen Vorzustand (re)aktivieren, ohne ihn zu verursachen und ohne eine
richtunggebende Verschlimmerung auszulösen. Laut lit. G von Ziff. 4.3 habe sich bei
der notfallmässigen Untersuchung am 25. Oktober 2008 ein neues sensomotorisches
Ausfallsyndrom links bei exazerbierter Lumboischialgie gezeigt, das die Patientin den
neurochirurgischen Ärzten des Kantonsspitals St. Gallen gegenüber auf eine intensive
Übung am Fitnessgerät zurückgeführt habe. Nach dem Treppensturz 2007 hingegen
hätte gemäss Dr. G._ und Dr. H._ eine Radikulopathie rechts vorgelegen. Dass
eine kollektive Seitenverwechslung unwahrscheinlich sei, gehe daraus hervor, dass
Prof. Dr. med. I._, die Explorandin persönlich zweimal vor dem Aufenthalt in Valens
untersucht hätte und für ihn das Ausfallsyndrom links ausdrücklich neu gewesen sei.
Auf der rechten Seite habe hingegen am 25. Oktober 2008 keine Radikulopathie mehr
bestanden und sei auch heute nicht mehr vorhanden. Prof. E._ zog daraus das Fazit,
im Oktober 2008 sei es im Gefolge einer physiotherapeutischen Übung ohne
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Unfallereignis neu zur Reaktivierung eines schon 2004 einmal dokumentierten
Beschwerdebildes eines degenerativen Lendenwirbelleidens gekommen, das nun ohne
weiteres Intervall angehalten habe. Aus der Zusammenschau der vorstehenden Punkte
kam der Gutachter in lit. H (von Ziff. 4.3) zum Schluss, dass das Unfallereignis vom
8. November 2007 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit lediglich einen Vorzustand
aktiviert habe, keine strukturelle objektivierbare Verletzung hervorgerufen und zu keiner
richtunggebenden Verschlimmerung des degenerativen, wesensmässig prinzipiell
progredienten degenerativen Wirbelsäulenleidens geführt habe. Spätestens im Oktober
2008 sei der Zustand quo sine erreicht gewesen. Diese Einschätzung führte er nicht auf
die rechtsübliche Annahme zurück, dass die Folgen einer nicht strukturellen
Wirbelkontusion nach längstens 12 Monaten abgeklungen seien, sondern auf die
Tatsache, dass damals die physiotherapeutische Übung ein (alt-) neues
Beschwerdebild hervorzurufen vermocht habe, das ausschliesslich auf das
degenerative Grundleiden zurückzuführen gewesen sei. Die Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit und weitere Behandlungsmassnahmen seien nach Oktober 2008
unfallfremd und deshalb nicht durch das asim-Gutachten zu beurteilen (lit. I f. von
Ziff. 4.3).
2.1.3 In Ziff. 4.4 S. 16 ff. des orthopädischen Fachgutachtens diskutierte Prof. E._
frühere Beurteilungen. Das Gutachten von Dr. C._ vom 1. Oktober 2009 (UV-act.
zM34) übersehe die Tatsache, dass sich ab Ende Oktober 2008 andere, seit dem Unfall
nicht manifestierte Beschwerden bemerkbar gemacht hätten (beschrieben in lit. G von
Ziff. 4.3). Auch die beschwerdeträchtige Translationsverschieblichkeit im Segment
L3/4, die sich erst auf den Funktionsaufnahmen vom 27. Februar 2009 erstmals (als
leicht) gezeigt habe (lit. D von Ziff. 4.3), werde von Dr. C._ nicht als Spontanverlauf
des Grundleidens dargestellt, sondern ohne weitere Begründung als Folge des Unfalls
gesehen. Vorliegend habe auch die fixierte Kyphosefehlstellung der LWS
(Lordoseverlust bzw. vollständige Entlordosierung oberhalb L5) das Risiko erhöht,
unfallunabhängige Beschwerden zu verursachen, was von Dr. C._ ebenfalls nicht
thematisiert worden sei. Dr. C._ habe die eher unwahrscheinliche Beschwerdefreiheit
der Explorandin bis ins hohe Alter ohne Begründung als überwiegend wahrscheinlich
dargestellt und ebenso die anderen Beeinträchtigungen auf den Unfall zurückgeführt,
was seiner Meinung nach nicht zutreffe. - Dr. J._ habe im Aktengutachten vom
6. April 2010 (UV-act. zM36) zu Recht festgestellt, dass es sich bei der akuten Lumbo-
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Ischialgie links am Ende des Aufenthalts in Valens 2008 um ein neues Geschehen
gehandelt habe. Das präsentierte Beschwerdebild habe der Neurochirurg als rein
psychogen interpretiert, wozu ihm als fachfremd eine Bewertung der Stichhaltigkeit der
Argumentation nicht zustehe. Abweichend von der Interpretation durch Dr. J._
beurteile er fachbezogen aus orthopädisch-wirbelchirurgischer Sicht das neue
Beschwerdebild als organisch grundsätzlich mit dem somatischen
Degenerationsprozess ohne Mitwirkung des Treppensturzes vom Jahr zuvor erklärt. Er
komme damit zur Bewertung, dass spätestens zu diesem Zeitpunkt der Zustand quo
sine erreicht gewesen sei. Hierfür sei es unbeachtlich, ob an der Schwere der damals
und heute präsentierten Beeinträchtigung eine Aggravation mitbeteiligt gewesen sei. -
Die Aussagen zur Kausalitätsfrage von Dr. med. K._, FMH Allgemeinmedizin, vom
17. April 2009 (UV-act. M30) seien genau gleich wie diejenigen im Gutachten von
Dr. C._, weshalb darauf verwiesen werden könne. Zum Bericht von Dr. K._ vom
11. Mai 2009 (UV-act. zM32) stimmt Prof. E._ mit der Einschätzung überein, dass der
Unfall für die Auslösung der Beschwerden verantwortlich gewesen sei. Hingegen könne
ihre Persistenz bis 2009 nicht mit "post hoc ergo propter hoc" begründet werden. Die
Ausführungen des Allgemeinpraktikers zu einer allfälligen somatoformen Störung
kommentiere er als fachfremd nicht. - Dr. med. L._, FMH orthopädische Chirurgie,
habe die Explorandin in erster Linie zur Diagnosesicherung und zur Darstellung der
Therapiemöglichkeiten untersucht (Konsiliarbericht vom 10. Juli 2008; UV-act. M18). Er
habe die Beschwerden auf die degenerativen Veränderungen zurückgeführt und
angenommen, dass diese durch das Sturzereignis traumatisiert worden seien, welches
damit Ursache der aktuellen Beschwerden sei. Zu jenem Zeitpunkt sei die Frage nach
einem Zustand quo sine noch gar nicht gestellt und von Dr. L._ damit auch nicht
beantwortet worden.
2.1.4 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hält in seiner Stellungnahme vom
28. Dezember 2012 zum orthopädischen Fachgutachten fest, der behandelnde Arzt
habe am 30. November 2007 (UV-act. M4) fälschlicherweise Sensibilitätsstörungen und
eine Schwäche im rechten Bein beschrieben, ein entsprechendes Korrekturschreiben
finde sich auch in den Akten. Ein solches Korrekturschreiben ist jedoch in den Akten,
die dem Gericht zur Verfügung stehen, nicht zu finden. Vielmehr lässt die
Beschwerdeführerin selbst in der Beschwerde ans Bundesgericht vom 14. Juni 2011
geltend machen, Ende November 2007 seien zudem noch Sensibilitätsstörungen im
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rechten Bein aufgetreten (Sachverhalt Ziff. 2, S. 5). Die unfallnahen Akten wiesen
radiologisch unter anderem eine "hochgradige ossäre Einengung des Neuroforamens
LWK 4/5 mit Verdacht auf Nervenwurzelreizung L4 rechts" aus (UV-act. M1 f.). Im
Bericht vom 14. Februar 2008 hielten die Neurochirurgen des Kantonsspitals St. Gallen
unter systembezogener Befund fest: "(...) Es besteht ein ausgeprägter Druckschmerz in
Projektion auf beide ISG rechts mehr als links. Im rechten oberen Bereich des ISG hat
die Patientin zusätzlich einen muskulären Schmerztriggerpunkt." (UV-act. M7).
Aufgrund dieser Beschreibungen durch verschiedene Ärzte, ist es unwahrscheinlich,
dass Dr. G._ im Überweisungsschreiben vom 30. November 2007 eine
Seitenverwechslung unterlief. Prof. E._ setzte sich ebenfalls ausdrücklich mit der
Frage auseinander (Ziff. 4.3 lit. G des orthopädischen Fachgutachtens), ob es zur
"kollektiven Seitenverwechslung" gekommen sei, verneinte diese aber als
unwahrscheinlich. - Bezüglich Ziff. 4.3 lit. G des orthopädischen Fachgutachtens weist
der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin darauf hin, nicht Prof. I._ habe die
Beschwerdeführerin vor dem Aufenthalt in der Klinik Valens persönlich untersucht,
sondern Dr. M._. Die entsprechenden Berichte vom 7. Dezember 2007 und
14. Februar 2008 (UV-act. M6 f.) waren offenbar von Dr. med. N._ geschrieben bzw.
diktiert (Kürzel X._ bzw. Y._ neben dem jeweiligen Datum), jedoch beide von Prof.
I._ und Dr. N._ unterzeichnet worden. Dr. med. M._, Assistenzarzt, zeichnete erst
für die Berichte der Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen ab 10. November 2008
verantwortlich oder mitverantwortlich (UV-act. M23 ff., M29). Es mag zutreffen, dass
Prof. I._ die Beschwerdeführerin nie persönlich untersucht hatte. Als Leiter der
Neurochirurgie hat er jedoch die Berichte von Dr. N._ und fast alle von Dr. M._
mitunterzeichnet und denjenigen von Assistenzarzt Dr. med. O._ vom 19. März 2009
(ohne eigene Aktennummer, zwischen UV-act. M29 und M30 eingeordnet) visiert. Für
die Argumentation von Prof. E._ ist wesentlich, dass an der Neurochirurgie des
Kantonsspitals St. Gallen vor und nach dem Aufenthalt in der Klinik Valens
Untersuchungen der Beschwerdeführerin durch die Neurochirurgen vorgenommen
worden waren und dass diese Ärzte ab dem 25. Oktober 2008 neue Befunde erhoben
und neben der vorbekannten Kokzygodynie und einem ausgeprägten ISG-
Schmerzsyndrom links eine akute Exazerbation einer Lumboischialgie links mit neuem
sensomotorischem Ausfallsyndrom S1 links beschrieben.
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2.1.5 In der Stellungnahme vom 28. Dezember 2012 zum orthopädischen
Fachgutachten führt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin insbesondere aus,
zwischen dem Gutachten von Dr. C._ (vom 1. Oktober 2009; UV-act. zM34) und dem
orthopädischen Fachgutachten von Prof. E._ (S. 17 Mitte) bestehe eine Diskrepanz.
Diese sei möglicherweise durch eine Zusatzabklärung bzw. Ergänzungsfrage an Prof.
E._ aufzulösen. Wie bereits in vorstehender E. 2.1.3 ausgeführt, führte der
Gerichtsgutachter nicht nur an, Dr. C._ schliesse zu Unrecht von einer allgemeinen
Möglichkeit ("kann") auf die überwiegend wahrscheinliche Unfallkausalität. Vielmehr
zählte Prof. E._ zunächst auf, was Dr. C._ bei seiner Beurteilung alles übersehen
habe und begründete in mehreren Punkten, weshalb die Unfallkausalität der über Ende
Oktober 2008 anhaltenden Beschwerden nicht als überwiegend wahrscheinlich
eingestuft werden könne. Seine Beurteilung ist für diesen streitigen Belang umfassend,
beruht auf allseitigen Untersuchungen und berücksichtigt die geklagten Beschwerden.
Sie ist in Kenntnis der Vorakten und der anderen Teilgutachten sowie der Anamnese
abgegeben worden. Die orthopädisch-wirbelchirurgischen Zusammenhänge werden
einleuchtend dargelegt und die medizinische Situation ebenso beurteilt. Die
Schlussfolgerungen von Prof. E._ bezüglich abweichender Beurteilung durch
Dr. C._ sind begründet und nachvollziehbar. Das Gericht erkennt in den
Ausführungen von Prof. E._ keine offenen Fragen, Lücken oder Ungereimtheiten, die
durch Nachfrage beim Gerichtsgutachter oder in anderer Weise zu klären wären. Das
Gerichtsgutachten war laut ausdrücklichem Auftrag des Bundesgerichts (in E. 7.4 des
Urteils vom 5. Dezember 2011 [Proz. 8C_476/2011]) in Auftrag gegeben worden, um
als Obergutachten die bestehenden Diskrepanzen zwischen den zuvor erstellten
Gutachten, besonders denjenigen von Dr. C._ und Dr. J._, aufzulösen. Wie noch im
Detail darzulegen sein wird erfüllt das asim-Gutachten diesen Zweck und es bleibt
insbesondere keine Diskrepanz aufgrund der Stellungnahme von Prof. E._ zum
Gutachten von Dr. C._. Der entsprechende Antrag der Beschwerdeführerin auf
Präzisierung der Ausführungen von Prof. E._ und Stellungnahme zum Gutachten von
Dr. C._ wird daher abgewiesen.
2.1.6 Wie die vorstehend (E. 2.1.5) gewürdigte Diskussion des Gutachtens von
Dr. C._ erfüllt das orthopädische Fachgutachten insgesamt die Voraussetzungen der
Rechtsprechung an den Beweiswert medizinischer Beurteilungen. Prof. E._ hält sich
bei seiner Beurteilung an die ausgewiesenen und dokumentierten Fakten, begründet
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seinen Standpunkt einlässlich und nimmt strikt nur zu orthopädisch-
wirbelchirurgischen Gegebenheiten und Beurteilungen Stellung. Auf das im Auftrag des
Gerichts erstellte orthopädische Fachgutachten kann vollumfänglich abgestellt werden.
2.2
2.2.1 Das neurologische Fachgutachten von Dr. G._ vom 26. Juni 2012
(Untersuchung und Gutachten; Beilage 3 zum Hauptgutachten vom 3. Dezember 2012;
Kernaussagen auf dessen S. 20 ff. wiedergegeben) erhob als neurologische Diagnosen
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit chronische Schmerzen im Sakral- und
Sakrokokzygealbereich, prädominant linksseitig, unklarer Ätiologie (ICD-10 M54.88);
ein Reizsyndrom und sensibel defizitäres Ausfallsyndrom L5 links (ICD-10 M54.16); ein
intermittierend schmerzhaftes, partielles S1-Syndrom links (ICD-10 M54.17); eine
Spondylarthrose und Spondylose L3 bis L5, mit rezessaler Einengung der Radix L5
beidseits (ICD-10 M47.9) sowie eine Osteochondrose LWK3 bis LWK5 (ICD-10
M42.96). Als übrige Diagnosen listet der Neurologe eine Anterolisthesis L5/S1, Grad I
(ICD-10 M43.17), eine arterielle Hypertonie sowie ein episodisches allergisches Asthma
bronchiale auf Tierhaare und Pollenstaub auf.
2.2.2 In seiner Beurteilung hielt der Neurologe fest, Dr. G._ habe anlässlich der
Erstkonsultation nach dem Treppensturz eine starke Dolenz der unteren LWS und des
Kokzygealbereichs, eine deutlich eingeschränkte LWS-Flexion, jedoch normale
sensomotorische Funktionen der Beine gefunden (vgl. UV-act. M1). An der
Neurochirurgie des Kantonsspitals St. Gallen hätten Dr. N._ und Prof. I._ etwa
einen Monat nach dem Unfall "ausgeprägte Schmerzen in Projektion auf das ISG
beidseits" jedoch keine objektiven sensomotorischen Defizite sowie seitengleiche
Reflexe der unteren Extremitäten konstatiert (vgl. UV-act. M6). Auch anlässlich der
konsiliarischen Untersuchung habe Dr. H._ neben den Schmerzen keine
neurologischen Defizite festgestellt (vgl. UV-act. M9 ff.). Im Austrittsbericht der
Rehabilitationsklinik Valens sei ein Punkt über dem Sakrum erwähnt, von welchem die
Schmerzen hätten reproduziert werden können. Daneben hätten auch Schmerzen im
thorakolumbalen Übergang mit Ausstrahlung in die ISG-Region beidseits provoziert
werden können. Die Sensibilität in beiden Beinen sei als insgesamt vermindert
angegeben worden, rechts schlechter als links, keinem Dermatom zuordenbar, wobei
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die Reflexe der Beine "seitengleich abgeschwächt auslösbar" gewesen und "sämtliche
Krafttests der unteren Extremitäten schmerzbedingt M3-M4" beurteilt worden seien
(vgl. UV-act. M22). Nachdem es während einer intensiven Übung an einem Fitnessgerät
in Valens zu "plötzlich einschiessenden Schmerzen im lumbosakralen
Übergangsbereich gekommen" sei, habe die Explorandin notfallmässig die
Neurochirurgie am Kantonsspital St. Gallen aufgesucht. Dem Arztbericht von Dr. M._
und Prof. I._ sei zu entnehmen, dass die Explorandin bei Belastung ein vermindertes
Gefühl im linken Bein verspürt habe sowie persistierende Schmerzen gluteal beidseitig
mit Ausstrahlung in den linken Fuss, "vor allem dem Dermatom S1 folgend". Es habe
sich ein massiv druckdolentes ISG links gefunden sowie ein reduzierter
Zehenspitzenstand links, eine Grosszehen-Heberparese links (M4-), Fussheberparese
links (M4), Fusssenkerparese links (M4) sowie eine Parese des M. bizeps femoris links
(M4), des Quadrizeps links (M3-4) und eine linksseitige Psoasparese (M4), bei jedoch
seitengleichen Reflexen der unteren Extremität. Die Sensibilitätstestung sei abgesehen
von einer perianalen Sensibilitätsreduzierung (S1 bis S4 links) bei normalem
Sphinktertonus unauffällig gewesen. Die Diagnose einer akuten Exazerbation einer
Lumboischialgie links mit neuem sensomotorischem Ausfallsyndrom S1 links sowie
einer Kokzygodynie und einem linksseitigen ISG-Schmerzsyndrom sei gestellt worden
(vgl. UV-act. M24). Dazu fügte der neurologische Gutachter an, dass dieser
neurologische Befund über ein sensomotorisches Ausfallsyndrom S1 hinausgehe,
würden doch Muskeln der Myotome L2 bis S2 als paretisch angegeben, was wiederum
bei seitengleichen Reflexen und weitgehend normaler Sensibilitätsprüfung (abgesehen
von einer linksseitig angegebenen Hypästhesie perianal) schwer nachvollziehbar sei
und, in Anbetracht des normalen Reflexbildes, schlecht mit einer simultanen Läsion
multipler Nervenwurzeln zu vereinbaren wäre. Retrospektiv mache es eher den
Anschein, dass es sich bei der dokumentierten Beinschwäche um eine
schmerzbedingte verminderte Kraftentwicklung im linken Bein gehandelt hätte, als um
eine läsionsbedingte neurogene Parese. - Dr. G._ hielt fest, dass die Explorandin
aktuell über andere Beschwerden berichte, als in den früheren Berichten bis zum
Austritt aus der Klinik Valens (vgl. UV-act. M1 ff.). Lumbale Rückenschmerzen und
Sensibilitätsstörungen am rechten Bein, wo sich auch keine sensomotorischen Defizite
gefunden hätten, würden nicht mehr berichtet. Aktuell finde man ein sensibles Reiz-
und Ausfallsyndrom im Bereich L5 links, jedoch ohne Reflexverlust und ohne
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begleitendes motorisches Defizit. Sensibilitätsstörungen im linken Bein seien auch von
Dr. M._ und von Dr. K._ berichtet worden (vgl. UV-act. M24 ff.), wobei es sich in
beiden Fällen um ein Schmerz- und sensibles Ausfallsyndrom im S1-Dermatom
gehandelt habe. Die von der Explorandin aktuell geschilderten intermittierenden
Schmerzen in der linken Wade könnten allenfalls als Reizung der Wurzeln S1 und
eventuell S2 links interpretiert werden.
2.2.3 Zu den Kausalitätsfragen führte Dr. G._ unter anderem aus, die Frage nach
dem schicksalshaften Verlauf des degenerativen Wirbelsäulenleidens und nach allfällig
richtunggebender Verschlechterung betreffe in erster Linie das orthopädische Fach und
werde dort abgehandelt. Aus neurologischer Sicht sei nicht zu entscheiden, ob der
Status quo sine erreicht sei. Der Status quo ante sei jedenfalls auch zum jetzigen
Zeitpunkt nicht erreicht und werde im Rahmen der degenerativen Veränderungen auch
kaum wieder erreicht werden. Unter dem Titel Arbeitsfähigkeit führte er weiter aus, die
medizinische Ausgangslage erlaube aus neurologischer Sicht keine
Schlussfolgerungen darüber, ob die Wahrscheinlichkeit, dass das Unfallereignis als
teilkausal anzusehen sei, höher oder tiefer zu gewichten wäre als die
Wahrscheinlichkeit, dass sich die vorbestehenden degenerativen Veränderungen auch
ohne Unfallereignis in Richtung des Jetzt-Zustands hin entwickelt hätten. In diesem
Zusammenhang müssten die betreffenden Wahrscheinlichkeiten als gleich gross
angesehen werden. Die Kausalitätsbeurteilung habe jedoch letztlich, wie erwähnt,
gemäss der orthopädischen Facheinschätzung als der für das Beschwerdebild
massgeblichen Fachdisziplin zu erfolgen.
2.2.4 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin rügt in seiner Stellungnahme vom
28. Dezember 2012 zum asim-Gutachten die Erwähnung des rechten Beins durch
Dr. G._ lediglich im Zusammenhang mit dem orthopädischen Fachgutachten als
fehlerhaft (vgl. vorstehende E. 2.1.4). Dr. G._ hielt zu diesem Thema in seiner
Beurteilung fest (Ziff. 4 S. 10 letztes Drittel des neurologischen Teilgutachtens): "(...)
Während die Lokalisation der Hauptschmerzen in den verschiedenen Berichten
weitgehend übereinstimmend mit dem Sakrokokzygealbereich und Sakroiliakalbereich
mit deutlicher Linksbetonung angegeben wird, herrscht in den verschiedenen
Arztberichten und den Ergebnissen der jetzigen Untersuchung weniger
Übereinstimmung, was die Lokalisation und Ausdehnung der ausstrahlenden
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Schmerzen betrifft. Aus der Gesamtschau von Aktenstudium und Angaben der
Explorandin bekommt man jedoch den Eindruck, dass es sich um bilateral
pseudoradikulär in die dorsalen Oberschenkel ausstrahlende Schmerzen handelt, initial
vorwiegend rechtsseitig und im späteren Verlauf mit deutlicher Linksdominanz. (...)".
2.2.5 Das neurologische Fachgutachten von Dr. G._ ist für die streitigen Belange
umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen und berücksichtigt auch die
geklagten Beschwerden. Es ist in eingehender Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese
abgegeben worden und leuchtet in der Darlegung der neurologischen
Zusammenhänge und in ihrer Beurteilung ein. Auch der Neurologe beschränkte sich
klar auf sein Fachgebiet und verwies darüber hinaus auf die weiteren Teilgutachten,
besonders das orthopädische. Soweit Dr. G._ in seinem Fachgebiet
Schlussfolgerungen ziehen konnte, sind diese begründet und nachvollziehbar. Auf das
neurologische Teilgutachten kann daher ebenfalls abgestellt werden.
2.3
2.3.1 Dr. F._ hielt im psychiatrischen Fachgutachten vom 12. Juli 2012, gestützt auf
die psychiatrische Untersuchung vom 2. Juli 2012, fest (Beilage 2 zum Hauptgutachten
vom 3. Dezember 2012; Kernaussagen auf dessen S. 25 ff. wiedergegeben), dass die
Beschwerdeführerin bisher noch nie in psychiatrischer Behandlung gewesen und auch
nie einschlägig abgeklärt worden sei. Als Diagnose mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit erhob die Psychiaterin eine chronische Schmerzstörung mit
somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41); ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit Probleme mit den ökonomischen Verhältnissen (ICD-10: Z59). Sie hielt
in der Beurteilung fest, dass der Aufenthalt in der Klinik Valens von der
Beschwerdeführerin als sehr einschneidend empfunden worden sei. Einerseits habe sie
das Gefühl, dass sie dort "noch kränker" gemacht worden sei, andererseits sei die
Tatsache, dass sie beim Austritt 50% arbeitsfähig geschrieben worden sei, für sie völlig
inakzeptabel gewesen. Das habe auch dazu geführt, dass die Zürich die Zahlungen
zunächst reduziert und darauf ganz eingestellt habe. Während das orthopädische
Fachgutachten die Zunahme der Schmerzen während der Rehabilitation in der Klinik
Valens durch das degenerative Leiden an der Wirbelsäule erkläre, sei die Explorandin
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fest davon überzeugt, dass diese Verschlechterung nur im Zusammenhang mit dem
Unfall habe stehen können, da die Wirbelsäule seit dem Unfall nicht "verheilt" sei. Diese
unterschiedlichen Krankheitskonzepte würden dazu führen, dass die Explorandin sich
grundsätzlich ungerecht behandelt und nicht verstanden fühle, was eine Fixierung auf
die Schmerzen begünstige. Hinweise auf eine psychiatrische Erkrankung, die direkt auf
den Unfall zurückzuführen gewesen wäre, hätten sich nicht ergeben. Die
Schmerzverarbeitungsstörung habe sich aus den - laut Fachgutachten von Prof. E._
nicht mehr unfallkausalen - Beschwerden nach Oktober 2008 entwickelt und könne als
sekundär entwickelte Störung demnach auch nicht unfallkausal sein.
2.3.2 Das Fachgutachten von Dr. F._ ist für die streitigen Belange umfassend, beruht
auf allseitigen Untersuchungen und berücksichtigt die geklagten Beschwerden. Es ist
in Kenntnis der nicht psychiatrischen Vorakten (andere psychiatrische Berichte
lagen, wie ausgeführt, nicht vor) und der anderen Teilgutachten sowie der Anamnese
abgegeben worden. Die psychiatrischen Zusammenhänge werden einleuchtend
dargelegt und die medizinische Situation ebenso beurteilt. Die Schlussfolgerungen von
Dr. F._ sind begründet und nachvollziehbar.
2.4 Med. pract. D._ erhob anlässlich der internistischen Untersuchung vom 4. Juli
2012 keine pathologischen Befunde. Die durchgeführten Laboruntersuchungen
erbrachten keine kontrollbedürftigen Parameter (asim-Gutachten S. 9, S. 30; Beilage 1).
2.5
2.5.1 Am 9. August 2012 fand die Konsensbesprechung mit den beteiligten Gutachtern
und der Gutachterin statt. Anlässlich derselben wurden die Schlussfolgerungen des
Gesamtgutachtens wie folgt zusammengefasst (vgl. asim-Gutachten S. 5): "Die
Explorandin erlitt beim Unfall vom 8. November 2007 eine axiale Stauchung der
Wirbelsäule mit Prellung von Facettengelenken, jedoch keine nachweisbare strukturelle
Schädigung der Wirbelsäule. Unfallkausale Restfolgen dieses Unfalls bestehen aktuell
nicht mehr. Der Unfall hat zu einer vorübergehenden Beschwerdeauslösung geführt,
jedoch nicht zu einer richtunggebenden Verschlimmerung. Spätestens ab Oktober
2008 war ein Status quo sine erreicht, die aktuell bestehenden Beschwerden sind
unfallfremd. Massgebend ist hier die orthopädische Beurteilung, wir verweisen für die
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Details auf das entsprechende Fachgutachten." Diese Schlussfolgerungen wurden in
anderer Form auch in der Gesamtbeurteilung des asim-Gutachtens wiedergegeben
(S. 29 ff.). Dabei wurde insbesondere festgehalten, dass die aktuell persistierenden
Beschwerden der Explorandin sowohl von neurologischer als auch von orthopädischer
Seite her nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Sturzereignis vom
8. November 2007 zurückgeführt werden könnten. Die Fragen des
Versicherungsgerichts wurden dahingehend beantwortet, es könne nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit postuliert werden, dass das Sturzereignis zu einer
richtunggebenden Aktivierung des degenerativen Vorzustands geführt habe, dies
weder kausal noch teilkausal. Der Status quo sine sei zwischenzeitlich mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit wieder erreicht worden, dies spätestens ab Ende
Oktober 2008. Für die detaillierte Begründung dieser Schlussfolgerung werde auf
Kapitel 4.3 (S. 13 ff.) des orthopädischen Fachgutachtens verwiesen. Die Arbeitsun
fähigkeit der Explorandin sei ab November 2008 nicht mehr unfallkausal zu begründen.
Für die Zeit davor könne aus heutiger Sicht auf die ausgestellten ärztlichen
Arbeitsunfähigkeitszeugnisse abgestellt werden. Die Datenlage in den Akten erlaube
nicht eine retrospektive seriöse andersartige Beurteilung, etwa zwischen den einzelnen
diagnostischen und therapeutischen Massnahmen.
2.5.2 Soweit die Beschwerdeführerin Diskrepanzen im Sachverhalt wegen
Übersetzungsschwierigkeiten geltend machen lässt, haben sich diese in den
Schlussfolgerungen des Gesamtgutachtens nicht ausgewirkt. Es kann daher darauf
verzichtet werden, im Detail darauf einzugehen. Die einzige wesentliche sprachliche
Diskrepanz betreffend anfänglicher Sensibilitätsstörungen am rechten Bein ist in
vorstehender E. 2.1.4 zum orthopädischen Fachgutachten umfassend abgehandelt
worden. Diese Ausführungen gelten auch für das Gesamtgutachten.
2.5.3 Wie die drei Fachgutachten geniesst auch das Gesamtgutachten volle
Beweiskraft: Es ist für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen
Untersuchungen der befassten Gutachter und der Gutachterin und berücksichtigt die
geklagten Beschwerden. Es ist in eingehender Kenntnis der Vorakten sowie der
Anamnese abgegeben worden. Die medizinischen Zusammenhänge werden
einleuchtend dargelegt und die medizinische Situation ebenso beurteilt. Die
Erkenntnisse der verschiedenen Untersuchungen und der drei Fachgutachten wurden
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zusammengetragen und zwischen dem Fallführer und den beteiligten Fachgutachtern
sowie der Fachgutachterin besprochen. Die dabei gezogenen Schlussfolgerungen sind
begründet und nachvollziehbar.
3.
Aufgrund des beweiskräftigen asim-Gutachtens vom 3. Dezember 2012 (act. G 25), das
auch die vom Bundesgericht festgestellten Mängel der bis dahin erfolgten
medizinischen Abklärungen behebt, ist erwiesen, dass die anhaltenden
Gesundheitsbeeinträchtigungen der Beschwerdeführerin nicht mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit auf das Sturzereignis vom 8. November 2007 zurückzuführen sind.
Da keinerlei Verschlimmerung (weder kausal noch teilkausal) ihres
unbestrittenermassen vorhandenen Vorzustandes stattfand und sich ab Ende Oktober
2008 nur noch dieser auswirkte, verneinte die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom
6. Mai 2009 und Einspracheentscheid vom 15. Juli 2010 eine weitere Leistungspflicht
über November 2008 hinaus zu Recht. Die dagegen erhobene Beschwerde vom
14. September 2010 ist abzuweisen.
4.
4.1 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
4.2 Die im Gerichtsverfahren angefallenen Kosten des asim-Gutachtens im Umfang
von Fr. 17'341.50 (Rechnung des Universitätsspitals Basel vom 28. Dezember 2012 für
das Gutachten der Kategorie E inklusive Diagnostik und Dolmetscher [act. G 28]) sind
durch die Beschwerdegegnerin zu tragen. Denn die polydisziplinäre Begutachtung und
die entsprechenden Kosten wurden durch die bis dahin unvollständigen und teilweise
widersprüchlichen medizinischen Akten verursacht. Mit Blick auf die
Untersuchungspflicht der Verwaltung ist dieser Mangel dem Risikobereich der
Unfallversicherung zuzuschreiben (vgl. Kieser, a.a.O., N 12 ff. zu Art. 45, mit Hinweisen
auf die Rechtsprechung).
4.3 Der Beschwerdeführerin war im Rahmen des ersten Verfahrens vor
Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen (Proz. UV 2010/71) am 15. Oktober 2010
die unentgeltliche Rechtsverbeiständung bewilligt worden (act. G 7 des Dossiers UV
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2010/71). Jene Bewilligung war rechtskräftig geworden und behält ihre Wirksamkeit
auch für das vorliegende Verfahren. Wie damals ausgeführt (E. 4.2 des Urteils vom
9. Mai 2011), kann die Beschwerdeführerin, wenn es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse
gestatten, zur Nachzahlung der vom Staat entschädigten Parteikosten verpflichtet
werden (Art. 117 ff. der Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m.
Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, [VRP; sGS 951.1]).
Zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung ist der Staat zu verpflichten, für die
Kosten der Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin aufzukommen, wobei dem
unentgeltlichen Rechtsbeistand lediglich ein um 20% reduziertes Honorar zusteht (vgl.
Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70; Honorarverordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten [HonO; sGS 963.75]). Das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen spricht in unfallversicherungsrechtlichen Verfahren gestützt auf
Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO regelmässig eine (ungekürzte) pauschale Entschädigung
zwischen Fr. 3'500.-- und Fr. 4'500.-- zu. Das vorliegende Verfahren beschränkt sich
auf die Umsetzung des Bundesgerichtsurteils vom 5. Dezember 2011 (Proz.
8C_476/2011) und ist damit hinsichtlich des Vertretungsaufwands weniger umfangreich
als durchschnittlich unfallversicherungsrechtliche Prozesse. Da aufgrund des
Verfahrensablaufs mit anfänglichem Wechsel der Gutachterstelle mehrere
Stellungnahmen des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin nötig waren, rechtfertigt
es sich, in Würdigung aller Umstände die Parteientschädigung vorliegend auf
Fr. 2'400.-- (80% von Fr. 3'000.-- inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39