Decision ID: 194bd3ca-5e7d-46e7-920e-ab41ffaf7ce2
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_VG
Chamber: ZH_VG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: public_law

hat sich ergeben:
hat sich ergeben:
I. A. A wurde von Dezember 2004 bis März 2005, von März 2009 bis Februar 2011 sowie von November 2014 bis Februar 2015 von den Sozialen Diensten der Stadt Zürich mit wirtschaftlicher Hilfe unterstützt.
B. Am 28. April 2011 und am 21. November 2011 wurden ihm Gutschriften in der Höhe von insgesamt Fr. 60'000.- aus dem Nachlass seiner verstorbenen Mutter überwiesen. Mit Entscheid vom 18. März 2015 verpflichtete die Stellenleitung des Sozialzentrums B A gestützt auf § 27 Abs. 1 lit. a (recte: lit. b) des Sozialhilfegesetzes vom 14. Juni 1981 (SHG), den Betrag von Fr. 35'000.- für die Unterstützungsperioden bis und mit 28. Februar 2015 zurückzuerstatten. Der Betrag wurde als sofort zur Bezahlung fällig erklärt. Bei einer allfälligen erneuten Unterstützung wurde ab Wiederbeginn der Sozialhilfezahlungen eine Verrechnung der noch offenen Rückerstattungsforderung während vorerst 12 Monaten mit 15 % des Anspruchs auf den Grundbedarf für den Lebensunterhalt angeordnet.
C. Die gegen diesen Entscheid erhobene Einsprache von A hiess die Sonderfall- und Einsprachekommission der Sozialbehörde der Stadt Zürich (SEK) mit Beschluss vom 13. Oktober 2016 teilweise gut und reduzierte den Rückerstattungsbetrag auf Fr. 33'676.85.
II.
Dagegen erhob A am 22./26. November 2016 Rekurs an den Bezirksrat Zürich. Am 28. November 2016 reichte er eine Rekursergänzung zu den Akten. Die Sozialbehörde schloss mit Vernehmlassung vom 22. Dezember 2016 auf Rekursabweisung. Mit Verfügung vom 13. September 2018 – infolge Unzustellbarkeit publiziert im Amtsblatt – wurde A Frist angesetzt, um sich zu einer möglichen reformatio in peius zu äussern. Am 15. November 2018 wies der Bezirksrat Zürich den Rekurs ab, hob Dispositiv-Ziffer 2 des Beschlusses der SEK vom 13. Oktober 2016 auf und änderte sie dahingehend ab, dass A zur Rückerstattung von Fr. 35'000.- verpflichtet wurde. Es wurden keine Verfahrenskosten erhoben.
Aufgrund des unbekannten Aufenthalts von A wurde am 23. November 2018 im Amtsblatt publiziert, dass der Bezirksrat Zürich einen Entscheid gefällt habe und dieser Entscheid beim Bezirksrat Zürich bezogen werden könne. Am 18. April 2019 bezog A den Beschluss vom 15. November 2018 beim Bezirksrat Zürich.
III.
Am 17. Mai 2019 erhob A gegen den Beschluss des Bezirksrats Zürich vom 15. November 2018 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Zürich und beantragte sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Beschlusses. Am 22. Mai 2019 holte das Verwaltungsgericht die vorinstanzlichen Akten ein. Mit Präsidialverfügung vom 29. Mai 2019 eröffnete das Verwaltungsgericht den Schriftenwechsel und forderte den Bezirksrat Zürich auf, sich insbesondere zur Frage der Rechtzeitigkeit der Beschwerde zu äussern. Die Stadt Zürich, vertreten durch das Sozialdepartement, beantragte am 13. Juni 2019 die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Der Bezirksrat Zürich liess sich am 17. Juni 2019 (einzig) zur Frage der Rechtzeitigkeit vernehmen. Die Präsidialverfügungen des Verwaltungsgerichts sowie die Beschwerdeantwort der Stadt Zürich und die Vernehmlassung des Bezirksrats Zürich konnten A jeweils nicht zugestellt werden. Die Sendungen wurden mit dem Vermerk "Empf. n. ermittelbar. Retour an Absender" an das Verwaltungsgericht retourniert.

Die Kammer erwägt:
Die Kammer erwägt:
1. 1.1 Das Verwaltungsgericht ist gemäss § 41 Abs. 1 in Verbindung mit § 19 Abs. 1 lit. a des Verwaltungsrechtspflegegesetzes des Kantons Zürich vom 24. Mai 1959 (VRG) für die Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Streitig ist die Rückerstattungsforderung von Fr. 35'000.-, weshalb die Sache in die Zuständigkeit der Kammer fällt (§ 38b Abs. 1 lit. c sowie § 38 Abs. 1 VRG).
1.2 Der angefochtene Beschluss der Vorinstanz wurde dem Beschwerdeführer aufgrund unbekannten Aufenthalts nicht individuell, sondern durch Publikation im Amtsblatt eröffnet (Dispositivziffer V). Am 23. November 2018 wurde im kantonalen Amtsblatt Folgendes publiziert:
" 01
In Sachen A (Rekurrent), geboren 1947, von C, zurzeit unbekannten Aufenthalts, gegen die Sozialbehörde der Stadt Zürich (Rekursgegnerin).
Gemäss § 10 Abs. 5 VRG wird mitgeteilt, dass der Bezirksrat Zürich mit Beschluss vom 15. November 2018 einen Entscheid gefällt hat.
Dieser Entscheid kann beim Bezirksrat Zürich, Löwenstrasse 17, 8001 Zürich, bezogen werden. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen beim Verwaltungsgericht des Kantons Zürich, Militärstrasse 36, Postfach, 8090 Zürich, schriftlich Beschwerde erhoben werden.
Bezirksrat Zürich"
Damit wurde nicht der vollständige Entscheid veröffentlicht. Auch ging der Ausgang des betreffenden Rekursverfahrens aus der amtlichen Publikation nicht hervor und war für den Beschwerdeführer namentlich nicht erkennbar, ob und inwieweit er durch den ergangenen Entscheid überhaupt beschwert ist. Dies im Gegensatz etwa zu einer Veröffentlichung des Entscheids im Dispositiv, welche in verschiedenen Verfahrensordnungen als hinreichender Umfang einer amtlichen Publikation betrachtet wird (vgl. etwa Felix Uhlmann/Alexandra Schilling-Schwank, in Bernard Waldmann/Philippe Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. A., Zürich 2016, Art. 36 VwVG N. 4; Julia Gschwend, Basler Kommentar, 2017, Art. 141 ZPO N. 8a; Yves Donzallaz, Loi sur le Tribunal fédéral, Bern 2008, Art. 44 BGG N. 1151; ausdrücklich Art. 88 Abs. 3 StPO) und auch in der zürcherischen Verwaltungsrechtspflege als zulässige (und gängige) Variante einer amtlichen Publikation gilt (Kaspar Plüss in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich [VRG], 3. A., Zürich etc. 2014 [Kommentar VRG], § 10 N. 128). Vorliegend war eine sachgerechte Anfechtung ohne vorgängige Konsultation des Entscheids jedoch nicht möglich. In derartigen Konstellationen gebietet § 10 Abs. 5 VRG die Bekanntmachung, bei welcher Amtsstelle die Anordnung bzw. der Entscheid innert welcher Frist bezogen werden kann. Als die Rechtsmittelfrist auslösendes Zustellungsdatum gilt in diesem Fall – abweichend vom allgemeinen Grundsatz bei amtlichen Veröffentlichungen – nicht die Publikation im Amtsblatt (vgl. § 22 Abs. 2 VRG), sondern (erst) der tatsächliche Bezug der Anordnung bei der Amtsstelle (Plüss, Kommentar VRG, § 10 N. 116, 126). Unterbleibt der Bezug innert der nach § 10 Abs. 5 VRG bekanntgegebenen Frist, gilt die Anordnung oder der Entscheid als am letzten Tag dieser Frist (fiktiv) zugestellt.