Decision ID: 13bc2d60-2ff1-4bae-a5f6-cc3f1dac29f9
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1958,
immigrierte
1990 in die Schweiz und arbeitete zuerst in der Gastronomie und hernach als
Pflegehelferin
(
Urk. 8/6,
Urk. 1 S. 3).
Ab Juni 2009 war
sie
zu 100
% krankgeschrieben (Urk. 8/23/3).
Am 20. April 2010 meldete sich die Versicherte
unter Hinweis auf
eine
Depression sowie
Rücken- und
Gelenkschmerzen
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
zum Leistungsbezug an (Urk. 8/
7).
Nachdem die IV-Stelle insbesondere eine Haus
haltsabklärung vorgenommen (Urk. 8/25)
und
ein
psychiatrisch-rheumatolo
gi
sche
s
Gutachten eingeholt hatte (Urk. 8/29, vgl. auch Urk. 8/31), wies sie das Leistungsbegehren der Versicherten mit Verfügung vom
5. Dezember 2011
ab (Invaliditätsgrad
: 12 %; Urk. 8/41).
1.2
Am 5. November 2012 trat die Versicherte eine Stelle als Pflegehelferin bei der
Y._
AG an (Urk. 8/46/1). Ab Januar 2014 war
sie
zu 100 % krankge
schrieben (Urk. 8/45/21-26), woraufhin sie
ihre Arbeitgeberin
am 30. Juni 2014 bei der IV-Stelle zur Früherfassung an
meldete
(Urk. 8/46). Nachdem die IV-Stelle
in diesem Zusammenhang ein Gespräch
durchgeführt hatte (Urk. 8/
49
), meldete sich die Versicherte am 16. September 2014 (Eingangsdatum) erneut zum Leis
tungsbezug an (Urk. 8/53).
Nach
Eingang diverser
Arzt
zeugnisse und -
berichte (Urk. 8/
70, Urk. 8/74, Urk. 8/76, Urk. 8/85, Urk. 8/92, Urk. 8/97, Urk. 8/99
, Urk. 8/101-102
)
teilte die IV-Stelle der Versicherten am 11. April 2016 mit, dass sie zur Klärung der Leistungsansprüche eine umfassende medizinische Untersu
chung als notwendig erachte (Urk. 8/106).
Das Gutachten in den Disziplinen
Allgemeine Innere Medizin, Rheumatologie und Psychiatrie wurde von der
Medas
Z._
(
Medas
)
am 19. September 2016 erstattet (Urk. 8/122). Gestützt auf die Ausführungen im psychiatrischen Gutachten, wonach
sie
überdosiert mit
Venlafaxin
behandelt werde, forderte
die IV-Stelle die Versicherte –
unter Hin
we
is auf ihre Mitwirkungspflicht –
am 26. September 2016 dazu auf, dies
bezüglich eine durch die ambulanten Behandler kontrollierte Normalisierung zu erreichen, um hernach eine erneute psy
chiatrische Begutachtung durch
führen
zu
können
(Urk. 8/123).
Am 30. Januar 2017 beauftragte die IV-Stelle Dr. med.
A._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neuro
logie, mit der psychiatrischen Begutachtung der Versicherten (Urk. 8/131). Am 24. März 2017
(Eingangsdatum)
meldete
sich
die Versicherte
bei der IV-Stelle
zum Bezug
einer
Hilflosenentschädigung an (Urk. 8/134). Das von der IV-Stelle
bei Dr.
A._
in Auftrag gegebene
psychiatrische Gutachten wurde
von diesem
am 2. Mai 2017 erstattet (Urk. 8/138).
Mit Vorbescheid vom 27. Juli 2017 stellte die IV-Stelle der Versicherten die Abweisung ihres
Begehrens um Zusprache von Leistungen der
Invalidenversicherung
in Aussicht (Urk. 8/145), wogegen diese am 14. September 2017 Einwand erhob (Urk. 8/147).
Daraufhin legte
d
ie IV-Stelle den Einwand
mitsamt den neu eingereichten Arztberichten
(Urk. 8/146-147)
Dr.
A._
zur Stellungnahme vor
(Urk. 8/
149-150).
Nachdem am
28. Mai 2018
bei der Versicherten eine Haushaltsabklärung durchgeführt
worden war (Urk. 8/156
),
wies die IV-Stelle das Begehren der Versicherten
um Zusprache einer Hilflosenentschädigung
mit Ve
rfügung vom 20. September 2018 –
wie vorbe
schieden (Urk. 8/159) –
ab
(Urk. 8
/163
).
Mit Mitteilung vom 16. November 2018 informierte die IV-Stelle die Versicherte darüber, dass sie zur Klärung
ihrer
Leis
tungsansprüche eine
erneute
umfassende medizinische Untersuchung als notwen
dig erachte (Urk. 8/166).
Das polydisziplinäre Gutachten (Allgemeine Innere Medizin
/Rheumatologie
/Neurolog
ie/Neuropsychologie/Psychiatrie
)
wurde
am 6. Juni
2019
durch das
Zentrum
B._
erstattet (Urk. 8/177).
Nach Vorlage
an
den
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD; Stellungnahme vom 28. Juni 2019 [Urk. 8/182/7-8])
und nachdem die Versicherte –
au
fforderungsgemäss (Urk. 8/178) –
zur aktualisierten Akten
lage Stellung genommen hatte (Urk. 8/181), wies die IV-Stelle das Leis
tungs
begehren mit Verfügung vom 11. März 2020 ab (Urk. 2 = Urk. 8/183).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 12. Mai 2020 Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom 11. März 2020 sei aufzuheben und die IV-St
elle sei anzuweisen, den Invaliditätsgrad
festzusetzen und die gesetzlich geschuldeten Le
istungen, insbesondere eine Invalidenr
ente, zu erbringen. Eventuell sei ein neuerliches polydisziplinäres Gutachten einzuholen, und die
Beschwerdegegnerin
gestützt darauf anzuweisen, den
Invaliditätsgrad
festzusetzen und die gesetzlich geschul
deten Leistungen, insbesondere eine
Invalidenrente
, zu erbringen (Urk. 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 24. Juni 2020 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 7), was der
Beschwerdeführerin
am 7. Juli 2020 mitgeteilt wurde (Urk. 9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 145 V 215 E. 5.1, 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend ob
jektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zu
mut
bar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 145 V 215 E. 5.3.2, 143 V 409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medi
zinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat
die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.
3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades
verweigert, so wird nach Art.
87 Abs.
3
der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn
die Voraussetzungen gemäss Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat.
Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaub
haft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie be
i einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE
117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und her
nach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungs
pflicht auc
h dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E.
2b
).
1.5
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an
förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen
sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische Th
ese abstellen (BGE 125 V 351 E.
3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die
Beschwerdegegnerin
führte zur Begründung des angefochtenen Entscheides an
,
gestützt auf die Gutachten
der
Medas
vom 20. September 2016 sowie von Dr.
A._
vom
12. Mai 2017
bestehe in der bisherigen Tätigkeit als Hilfspflegerin
aus rein somatisch-orthopädischer Sicht
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Eine angepasste Tätigkeit sei
der
Beschwerdeführerin
jedoch im Umfang von 80 % zumutbar.
Aus psychiatrischer Sicht müsse vermerkt werden, dass die
Beschwer
deführerin
anlässlich der Exploration
«nur teilweise kooperativ» gewesen sei und
von Seiten des Gutachters
auf zahlreiche Inkonsistenzen hingewiesen
werde
.
I
nnerhalb der Indikatorenprüfung
würden
sogenannte Ausschlussgründe
vorlie
gen
, weswegen ein Anspruch auf Rentenleistungen zu verneinen sei
.
Auch dem im Rahmen des
Einwandverfahrens
eingeholten Gutachten
des
B._
vom 6. Juni 2019
liessen sich
ganz klar Inkonsistenzen
entnehmen
. Es bestünden
eine deut
liche Selbstlimitierung sowie eine Symptomausweitung. Die von der
Beschwer
deführerin
angegebenen Beschwerden könnten nicht ausreichend mit objektiven medizinischen Befunden erklärt werden, weshalb eine volle Arbeitsfähigkeit vor
liege und
k
ein Anspruch auf Leistungen der
Invalidenversicherung
bestehe
(Urk. 2).
2.2
Dahingegen vertritt die
Beschwerdeführerin
den S
tandpunkt, auf das Gutachten des
B._
vom 6. Juni 201
9 könne
nicht abgestellt werden.
Entgegen der Ein
schätzung von mehreren Fachärzten, wonach seit 2010 eine mittelschwere und seit 2015 eine schwere depressive Episode
mit psychotischen Symptomen
bestehe, habe Dr.
med.
C._
, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psycho
the
rapie,
in seinem psychiatrischen Teilgutachten lediglich eine leichte Episode einer rezidivierenden depressiven Störung diagnostiziert und psychotische Symptome verneint, ohne dies nachvollziehbar zu begründen
.
Dr.
C._
habe hinsichtlich
der psychischen Beeinträchtigung keine Überprüfung des funktionellen Leis
tungs
vermögens nach einem strukturierten Beweisverfahren
vorgenommen
. Ins
ge
samt bleibe vollkommen unklar, weshalb die diagnostizierten psychischen Leiden keine
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätig
keit haben sollen
. Ferner sei zu beachten, dass sich zu den zahlreichen psychi
schen Diagnosen noch das organisch bedingte chronische
zerviko
- sowie
lumbo
spondylogene
Schmerz
syndrom hinzugeselle. Es sei schwer vorstellbar, wie jemand mit einem solchen Krankheitsbild in der Lage sein soll
e
, in einer angepassten Tätigkeit 80 % zu arbeiten. Das Gutachten gebe auf diese Frage keine schlüssige und nachvoll
zieh
bare Antwort. Entgegen den Ausführungen der
Beschwerdegegnerin
würden so
dann auch keine Ausschlussgründe vorliegen
(Urk. 1 S. 8 ff.).
2.3
Streitig ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Rente der Invaliden
versicherung. Die Beschwerdegegnerin gab
mehrere
Gutachten
in Auftrag (Urk.
8/12
2, Urk. 8/138, Urk. 8/150
,
Urk. 8/177
), nahm diverse
Arztb
erichte zu den Akten (
Urk. 8/70, Urk. 8/74, Urk. 8/76, Urk. 8/85, Urk. 8/92, Urk. 8/97, Urk. 8/99, Urk. 8/101-102, Urk. 8/108, Urk. 8/126-127, Urk. 8/132, Urk. 8/142, Urk. 8/146,
Urk. 8/154
) und legte das Dossier
mehrfach
ihrem RAD zur Beurtei
lung vor (Urk.
8/144
/2-9, Urk. 8/182/3-8
). Damit ist sie unbestritten auf die Neu
anmeldung der Beschwerdeführerin vom
16. September 2014
(Urk. 8/53
) mate
riell eingetreten, hat aber eine
massgebende
Verschlechterung des Gesundheits
zustandes mit der angefochtenen Verfügung vom
11. März 2020
verneint.
3.
3.1
Die
Verfügung vom
5. Dezember 2011 (Urk. 8/41)
stützte sich
im Wesentlichen
auf das bidisziplinäre Gutachten der
D._
vom 1. Juni 2011. Darin stellten die Gutachter folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Urk. 8/
29
/
17)
:
-
Chronisches zervikospondy
logenes Syndrom mit
myofaszialen
Verän
de
rungen
paravertebral sowie im Bereich
des Schultergürtels bei Streck
haltung und massiver Osteochondrose sowie ventraler
Spondylosis
deformans
C4-C6
und partieller dorsaler Blockwirbelbildung C3/4
Daneben stellten die Gutachter folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/29/18):
-
Chronisches lumbospondylogenes Syndrom mit
myofaszialen
Verände
rungen
paravertebral sowie im Bereich
der Beckenkämme bei Pseudo-
Spondyl
olisthesis
mit
Anterolisthesis
L4
gegenüber L5 von 3
mm
-
Status nach mikrochirurgischer
Laminektomie
rechts wegen Diskushernie L4/5 1990
-
Chronisches
thorakospondylogenes
Syndrom mit
myofaszialen
Verände
rungen paravertebral bei minimer S-förmiger Skoliose, leichten multiplen Osteochondrosen und beginnender
Spondylosis
deformans
ventral im mittleren Drittel
-
Leichte
PHS
tendopathica
beidseits (
Supraspinatussehnen
-Syndrom)
-
Dysthymia (ICD-10
F34.1
)
Im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung habe die Beschwerdeführerin den Eindruck hinterlassen, von der Gutachtenssituation genervt zu sein und sich (so auch die eige
ne Aussage) nicht erinnern zu woll
e
n
. Sie habe
unkoo
pe
rativ
,
sich verweigernd und dysphorisch
gewirkt,
aber keinen depressiven Ein
druck im engeren Sinne hinterlassen. Depressive Patienten seien im Allgemeinen spürbar verzweifelt, hilflos, ohne Zukunftsperspektiven und antworteten im All
gemeinen auf an sie gerichtete Fragen beziehungsweise wirkten sogar «anklam
mernd» in Bezug auf den Psychiater oder den Psychotherapeuten. Die geklagten Schlaf
störungen würden von der Beschwerdeführerin auf die Schmerzen zurück
geführt. Die Darstellung der Symptome lass
e eher an eine Dysthymie denken
als an das Vorliegen einer Depression. Damit würde aber keine Arbeitsunfähigkeit begrün
det. Dem entspr
ä
che
n
auch das dysphorisch geprägt
e Sprechen mit zu leiser Stimme
und die Weigerung der Beschwerdeführerin, sich an Dinge zu erin
nern. Diese langanhaltende depressive Verstimmung, die nie das Ausmass einer echten Depression erreiche oder auch auf eine depressive Störung folgen könne, ent
spreche am ehesten der Diagnose einer Dysthymia. Dem würden auch die aktuell relativ seltenen Konsultationen bei Dr.
E._
und das Nichtangehen einer antidepressiven Medikation entsprechen. Da die Schmerzsymptomatik nicht sehr ausgeprägt sei und mit einer Tablette
Ponstan
oder
Brufen
als Bedarfs
medikation behandelt werden könne, sei eine anhaltende somatoforme Schmerz
störung aus
zuschliessen.
A
us rein psychiatrischer Sicht
sei die Arbeitsfähigkeit
nicht dauer
haft eingeschränkt, wobei aufgrund der langen Arbeitslosigkeit im Falle einer
Wiederaufnahme der Berufstätigkeit sicher eine schrittweise Belas
tungs
steige
rung notwendig werden dürfte (Urk. 8/29/10-11).
Anlässlich der rheumatologischen Untersuchung habe die Beschwerdeführerin nicht sehr kooperativ gewirkt und äusserst leise gesprochen, so dass immer wieder mehrmals habe nachgefragt werden müssen. Zudem könne oder wolle
sie
sich an etliche Dinge ihres beruflichen Lebens nicht mehr erinnern.
Im Bereich
der Hals
wirbelsäule würden sicher über das Alter hinausgehende degenerative Verände
rungen mit erheblichen Osteochondrosen und
Spondylosis
deformans
vor a
llem C4-C6 bestehen. Im Bereich
der Brustwirbelsäule bestehe lediglich eine leichte
S
-förmige Skoliose mit beginnenden degenerativen Veränderungen im mittleren Drittel. Laut dem letzten MRI der LWS vom 12. Juni 2009 bestünden im Bereich der LWS keine Anhaltspunkte für eine neuerliche Nervenkompression. Auch klinisch würden sichere Zeichen einer Nervenkompression trotz des fehlenden ASR und der leichten Hypästhesie im S1-Bereich fehlen. Sicher sei die Beschwer
deführerin aufgrund der erheblichen degenerativen Veränderungen im
Bereich
der Halswirbelsäule für schwere Arbeiten nicht mehr einsatzfähig. Hingegen bestehe für eine angepasste Tätigkeit in wechselnder, gehender und sit
zender Position ohne repetitives
Heben von Lasten über 7.5 kg eine zumutbare Arbeits
fähigkeit von über 75 %. Durch die mangelnde Kooperation scheine mittlerweile eine gewisse Dekonditionierung eingetreten zu sein, welche die Leistungsfähig
keit der Beschwerdeführerin
zurzeit
in der Grössenordnung von etwa 25 % ver
mindere. In der Bekämpfung dieser Dekonditionierung scheine auch das thera
peutische Potential zu liegen, um die Beschwerdeführerin für eine geeignete Tätigkeit wiederum 100 % einsatzfähig zu machen (Urk. 8/29/23-24).
In der Konsensbeurteilung wurde festgehalten, a
us psychiatrischer Sicht bestehe keine anhaltende Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit und
a
us rheumatologischer Sicht
sei in einer Verweistätigkeit lediglich eine nicht anhaltende 25%ige Arbeits
unfähigkeit gegeben, die durch kräftigendes Training und eine Verbesserung der vorhandenen Dekonditionierung soweit verbesserbar sei, dass für eine entspre
chende Verweistätigkeit im Konsens beider Fachgutachter letztlich eine 10
0%ige Arbeitsfähigkeit bestehe (Urk. 8/29/18
).
Auf Ergänzungsfrage der IV-Stelle hin (Urk. 8/30) führte
der rheumatologische Gutachter
Dr. med.
F._
, Facharzt FMH für Rheumatologie
, aus, die
atte
stierte
Arbeitsunfähigkeit werde sowohl durch
lumbospondylogene
,
thorakospon
dy
logene
sowie
zervikospondylogene Beschwerden verursacht. Als Hilfspflegerin in einem Altersheim mit Heben von bettlägerigen Patienten sei die Beschwer
deführerin seit 2009 zu 100 % arbeitsunfähig. Hingegen wäre sie schon damals
für leic
hte Tätigkeiten ohne repetitives
Heben von Lasten über 7.5 kg in wech
selnder, gehender, stehender und sitzender Stellung zu 75 % arbeitsfähig ge
wesen. Für ihre letzte Tätigkeit als Hilfspflegerin bleibe sie dauernd arbeitsun
fähig. Für angepasste Tätigkeiten sei sie jedoch zu 75 % arbeitsfähig (Urk. 8/31).
3.2
Im Rahmen der vorliegenden Neuanmeldung wurde am 6. Juni 2019 ein poly
disziplinäres Gutachten durch das
B._
erstattet. Die Gutachter s
tellten darin folgende Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/177/10):
-
Chronisches
zerviko
- sowie lumbospondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10
M53.8)
Daneben stellten sie folgende Diagnosen ohne Auswirkung auf
die Arbeits
fähig
keit (Urk. 8/17
7/10):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0)
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
ausgeprägtes
Fibromyalg
iesyndrom
(ICD-10
M79.0
)
-
Chronisch intermittierende spontane Urtikaria, EM circa 2011 (ICD-10 L50.9)
-
Status nach Hepatitis B (ICD-10 B18.1)
-
Adipositas (anamnestisch BMI 32 kg/m
2
; ICD-10 E66.0)
-
Fortgesetzter Nikotinkonsum, schädlicher Gebrauch, circa 30
py
(ICD-10
F17.1
)
Aus allgemeininternistischer Sicht hätten insgesamt keine pathologischen Be
funde erhoben oder Diagnosen gestellt werden können, welche die Arbeitsfähig
keit langfristig beeinflussen würden
(Urk. 8/177/26)
.
Es
hätten einige Inkonsi
stenzen festgestellt werden können. Die
Beschwerdeführerin
habe verschiedene Beschwerden angegeben, welche durch die medizinischen Befunde nic
ht erklärt werden könn
t
en
,
und
s
ie habe auch eine übermässige Schmerzreaktion gezeigt
. Auch die von der
Beschwerdeführerin
angegebenen Alltagsbeschwerden könnten mit den medizinischen Befunden nicht vollständig erklärt werden. Zu den allge
meininternistischen Befunden und Diagnosen im
Medas
-Gutachten 2016 würden sich keine Diskrepanzen ergeben. Belastungsfaktoren seien die psychosoziale Situation mit finanziellen Problemen und auch das Alter der
Beschwerdeführerin
. Aus allgemeininternistischer Sicht seien keine die Arbeitsfähigkeit einschrän
ken
den Befunde festgestellt worden, sodass Ressourcen für eine Erwerbstätigkeit verbeiben würden (Urk. 8/177/27).
Rheumatologisch würden bei der
Beschwerdeführerin
vor allem unter Berück
sichtigung der
Aktenlage Multietagendegenerationen zervikal, thorakal und lum
bal sowie eine allgemeine muskuläre Dekonditionierung bestehen, sodass in der jahrelang angestammten und körperlich zum Teil regelmässig
belastenden beruf
lichen Tätigkeit als Pflegeassistentin eine bleibende 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe
. Das gesamte Ausmass der ge
klagten Beschwerden, die äusserst ein
drück
liche Schmerzpräsentation bei Anamnese und Status, welche darin «
ge
gipfelt»
habe
, dass die
Beschwerdeführerin
bei derart lautem Aufschreien nicht mehr habe weiteruntersucht werden können, könne somatisch orientiert in keiner Art und Weise nachvollzogen werden. Es müsse von einer ganz erheblichen funktionellen Überlagerung ausgegangen werden mit ganz erheblichem sekundärem Krank
heits
gewinn. In einer körperlich leichten, wechselbelastenden beruflichen Tätig
keit unter
(
näher dargelegten
)
spezifischen Arbeitsplatzbedingungen bestehe eine 75%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 8/177/35
-36
).
Aus neurologischer Sicht
habe sich bei der klinischen Untersuchung eine aktuelle Wurzelreizung oder -läsion nicht bestätigen lassen. Allerdings sei die Untersuch
barkeit bei ständigen Schmerzäusserungen eingeschränkt gewesen und das Ver
halten lege eine bewusstseinsnahe Symptomausweitung nahe. Dies gründe sich weniger auf dem physischen Untersuchungsbefund, sondern auf dem Verhalten, welches zum Teil pseudodemente Züge annehme
.
Die ASR-Minderung im Ver
gleich zu den PSR beidseits könnte hypothetisch Folge eines beidseitigen radi
kulären Syndroms
S1
darstellen, allerdings sei diese Etage bei
der letzten Bildgebung gar nicht betroffen gewesen
und sei somit nicht kongruent hierzu. Über
dies gehe das Bild wesentlich über die reine Rückenanamnese hinaus und entspreche letztlich einem Ganzkörperschmerz.
Die Beschwerden seien
neurolo
gischerseits
nicht plausibel. Mit dem Konsilium von Dr.
G._
aus dem Jahr 2014 bestehe Übereinstimmung (Urk. 8/177/42).
I
m psychiatrischen G
utachten wurde festgehalten, im Gegensatz zum Gutachten von Dr.
A._
aus dem Jahr 2017 könne keine Panikstörung diagnostiziert werden
.
D
azu fehle die entsprechende Symptomatik mit wiederholtem Erleben anfallsartiger Ängste und vegetativen Symptomen als Ausdruck der Angst,
welche auch
unabhän
gig vo
n der Situation auftreten würde
. Auch eine Agor
a
phobie könne nicht bestätigt werden, die
Beschwerdeführerin
zeige zwar ein Ver
meidungsverhalten, es bestehe aber auch ein sekundä
rer Krankheitsgewinn, das heisse
es bestünden Verhaltensfaktoren, die eine Rolle spielten, indem ihr nämlich praktisch alles von der Familie und der Spitex abgenommen
werde
.
Bereits im Gutachten von Dr.
A._
sei auf verschiedene
Inkonsistenzen
hingewiesen wor
den. Die behandelnde Psychiaterin sei von einer rezidivierenden depressiven
Störung ausgegangen, aber einer gegenwärtig schweren Episode, sogar mit psy
chotischen Symptomen. Bei der heutigen Untersuchung hätten keine psychoti
schen Symptome festgestellt oder entsprechende Befunde erhoben werden können.
Die
Beschwerdeführerin
habe über ihre Schmerzen geklagt, die sie diffus und ausgeweitet im Bewegungsapparat angegeben habe
,
und sie habe depressive Symp
tome mit entsprechenden Befunden gezeigt.
Im Denken sei sie
kohärent geblieben, Halluzinationen, Wahngedanken und Ich-Störungen seien nicht fest
stellbar gewesen. Die Depression sei leicht ausgeprägt. Eine Arbeitsunfähigkeit könne nicht begründet werden.
Die b
ei der
Beschwerdeführerin
bestehe
nde
chronische Beschwerdeproblematik
mit Schmerzen habe sich
trotz Behandlungen bis heute nicht gebessert. Dadurch komme es psychisch zu Verunsicherung und Enttäuschung. Es könnten lebensgeschichtliche Enttäuschungen und erlebte Belastungen reaktiviert werden. Die finanzielle Situation sei nun angespannt. Der
Beschwerdeführerin
werde durch die Schwester und den erwachsenen Sohn, mit denen sie zusammenwohne, aber auch durch die Spitex, die täglich zu Besuch komme, praktisch alles abgenommen. Dadurch werde ihr regressives Verhalten noch verstärkt und es entstehe ein
sekundärer Krankheitsgewinn. Auch mentali
tätsbedingt könne sie es sich nicht vorstellen, mit Beschwerden zu arbeiten, sie verhalte sich gegenüber ihren Beschwerden passiv und erwarte
von der Um
ge
bung Hilfe. Sie zeige eine deutlich nach aussen gerichtete Beschwerdedarstellung und habe sich völlig darauf eingestellt, krank und arbeitsunfähig zu sein. So bestehe ein
aggravatorisches
Verhalten, das ihr nicht wirklich bewusst sei. So sei sie auch
dekonditioniert
. Rein objektiv gesehen, abgestützt auf die objektiv
erheb
baren
Befunde und unter Einbezug der Kontextfaktoren könne aus psychiatri
scher Sicht eine Arbeitsunfähigkeit auch über den Verlauf gemittelt nicht begrün
det werden (Urk
. 8/177/
51-
52).
Anlässlich der neuropsychologischen Untersuchung seien bei der
Beschwerde
führerin
drei der eingesetzten vier Parameter der Symptomvalidierung auffällig ausgefallen, so dass eine Aggravation oder Simulation von Beschwerden als sehr wahrscheinlich eingestuft werde. Dies bedeute, dass ihre kognitiven Einschrän
kungen nicht als authentisch beziehungsweise die Ergebnisse der kognitiven Tests nicht als aussagekräftig betrachtet werden könnten. Da die Mitarbeit der
Beschwerdeführerin
nicht in einem genügenden Masse gegeben gewesen sei, sei die
neuropsychologische Untersuchung frühzeitig abgebrochen worden
(Urk. 8/177/59
). Aufgrund der sehr wahrscheinlichen Aggravation von Beschwer
den sei keine präzise Stellungnahme zur Funktions- und Arbeitsfähigkeit möglich, zumindest nicht anhand des ermittelt
en Testprofils (Urk. 8/177/61).
In ihrer Konsensbeurteilung hielten die Gutachter fest, die
Beschwerdeführerin
habe früher regelmässig gearbeitet, weshalb Ressourcen für eine Erwerbstätigkeit
vorhanden seien. Belastungsfaktoren würden im psychosozialen Bereich mit finan
ziellen Problemen bestehen. Auch das Alter wirke sich negativ auf die sub
jektive Einschätzung der
Beschwerdeführerin
zur Arbeitsfähigkeit aus. Bei den Unter
su
chungen seien diverse Inkonsistenzen festgestellt worden. Die von der
Beschwer
deführerin
angegebenen Beschwerden könnten nicht ausreichend mit den objek
tiven medizinischen Befunden erklärt werden. Im Alltag erhalte die
Beschwer
deführerin
durch die Hilfe der Angehörigen einen sekundären Krankheitsgewinn.
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Pflegerin bestehe bei der
Beschwerde
führerin
keine Arbeitsfähigkeit. Die vollständige Arbeitsunfähigkeit für die ange
stammte Tätigkeit könne spätestens zum Zeitpunkt der letzten Begutachtung im Juni 2016 bestätigt werden. Körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule, mit einer maximalen Gewichtsbelastung von 10 kg seien der
Beschwerdeführerin
8 Stunden täglich zumutbar. Während dieser Anwesenheitszeit seien vermehrte Pausen notwendig, was zu einer ent
sprechenden Leistungseinbusse führe. Insgesamt werde die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit im freien Arbeitsmarkt bezogen auf ein 100 %-Pen
sum auf 75 % geschätzt. Für eine solche angepasste Tätigkeit könne im bisherigen Verlauf keine
höhergradige
, länger andauernde Arbeitsunfähigkeit festgestellt werden. Über die Zeit gemittelt könne die aktuelle Arbeitsfähigkeit seit
Juni 2014 angenommen werden.
Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit beruhe auf den Befunden des Bewegungsapparates. Die chronische Schmerzstörung bewirke zu
sammen mit den degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule eine verstärkte Schmerzempfindung, weshalb auch bei einer angepassten Tätigkeit eine gewisse Leistungseinschränkung bestehe. Eine zusätzliche Kumulation der Befunde mit der aus rheumatologischer Sicht festgestellten Arbeitsfähigkeit ergebe sich aber nicht. Für notwendige Erholungspausen könnten dieselben Zeitabschnitte benutzt werden. Eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit mit medizinischen Massnahmen sei
nicht möglich (Urk. 8/177/
11-
12).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte das Vorliegen einer invaliditätsrelevanten ge
sundheitlichen Beeinträchtigung und somit auch eine
massgebliche
Verschlech
terung des Gesundheitszustandes seit Erlass der Verfügung vom
5. Dezember
2011
(Urk. 8/41
)
bis zum Erlass des hier angefochtenen Entscheids (zeitliche Grenze
der gerichtlichen Überprüfungsbefugnis: BGE 130 V 445 E. 1.2). In medizinischer
Sicht stützte sie sich hierbei insbesondere auf das
polydisziplinäre
Gutachten
des
B._
vom
6. Juni 2019
(E. 2.1, E. 3.2).
4.2
Da
s polydisziplinäre Gutachten des
B._
vom 6. Juni 2019 entspricht den von der Rechtsprechung konkretisierten Anforderungen
an den
Beweiswert eines ärzt
lichen Berichts. So beruht es auf umfassenden Untersuchungen (Urk. 8/177/25,
Urk. 8/177/31-33, Urk. 8/177/
40-41, Urk. 8/177/48-49, Urk. 8/177/56-59), be
rück
sichtigt die geklagten
Beschwerd
en (Urk. 8/177/24-25, Urk. 8/177/30-31, Urk. 8/177/38-39, Urk. 8/177/45-48, Urk. 8/177/55-56) und setzt sich insbe
son
dere mit dem Verhalten der Beschwerdeführerin und den Beurteilungen in den Vorakten ausführlich auseinander (Urk. 8/177/
27;
Urk. 8/177/31
, Urk. 8/177/34-35; Urk. 8/177/40, Urk. 8/177/42; Urk. 8/177/48-49, Urk. 8/177/51; Urk. 8/177/
56-57). Sodann leuchtet es in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge ein (
Urk. 8/177/9-13, Urk. 8/177/26-28, Urk. 8/177/33-37,
Urk. 8/177/
42-44,
Urk. 8/177/5
0-53
, Urk. 8/177/60-61)
.
Das betreffende Gutach
ten erfüllt damit die formalen Anforderungen an ein beweiskräftiges medizi
nisches Gutachten (E. 1.5).
4.3
4.3.1
Die
Beschwerdeführerin
erachtet das Gutachten des
B._
vom 6. Juni 2019 nicht als beweiskräftig. Sie bringt dagegen vor,
der psychiatrische Gutachter habe nicht nachvo
llziehbar begründet, weshalb er
die depressive Störung lediglich als leicht
gradig ausgeprägt erachtet und psychotische Symptome verneint habe
. Es fehle eine gutachterliche Auseinandersetzung mit den Diagnosen
der anderen Fach
ärzte
(Urk. 1 S. 8 ff.).
Dr.
C._
diagnostizierte eine leichte depressive Episode und begründete dies
mit depressiven Verstimmungen mit verminderter Freude, Interessenverlust, erhöhter
Ermüdbarkeit, Schlafstörungen, vermindertem Appetit bei Gewichts
zu
nahme, leichten Konzentrationsstörungen und aufkommenden Ängsten (Urk. 8/177/49).
Im Rahmen seiner Beurteilung berücksichtigte Dr.
C._
auch die Vorberichte der behandelnden Ärzte, welche eine
mittelschwere respektive eine
schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen diagnostizierten. Sein Abweichen von der Beurteilung der behandelnden Ärzte begründete Dr.
C._
schlüssig damit, dass anlässlich der Exploration keine psychotischen Symptome hätten festgestellt oder entsprechende Befunde hätten erhoben werden können. Die
Beschwerdeführerin
habe zwar depressive Symptome gezeigt, jedoch sei sie im Denken kohärent geblieben und
seien Halluzinationen, Wahngedanken und Ich-Störungen nicht feststellbar gewesen (Urk. 8/177/51).
Dies bestätigt sich auch mit Blick auf den erhobenen Psychostatus. So hielt Dr.
C._
darin ins
besondere
einen affektiv gut herstellbaren Kontakt, einen erhaltene
n
Selbstwert mit guter Verbalisierung und das Fehlen von allumfassend negativen Zukunfts
perspektiven fest. Die
Beschwerdeführerin
sei
anlässlich der Untersuchung be
wusstseinsklar und allseits orientiert
gewesen
. Die Aufmerksamkeit, die Auffas
sung und das Gedächtnis
hätten sich
mit Ausnahme von leichten Konzen
tra
tions
störungen mit Schwierigkeiten bei der Angabe von Lebensdaten
intakt
gezeigt
.
Zeitgitterstörungen und Hinweise auf Zwänge
hätten
nicht
bestanden
. Das Denken
sei
formal geordnet
gewesen
und inhaltlich
hätten
keine Wahnideen, Halluzi
nationen und Ich-Störungen
bestanden
(Urk. 8/177/49).
Damit korreliert, dass auch anlässlich der Vorortabklärung vom 28. Mai 2018 kein schweres depressives Geschehen imponierte (Urk. 8/156, Urk. 8/158).
Im Weiteren
erklärte
Dr.
C._
nachvollziehbar
, dass die bei der
Beschwerdeführerin
bestehenden Ängste im Rahmen der Depression auftreten
würden und
eine zusätzliche Angststörung
nicht diagnostiziert werden könne (Urk. 8/177/49-50), da das Vermeidungs
ver
halten der
Beschwerdeführerin
in Zusammenhang mit ihrem
– rechtlich unbe
achtlichen (Urteil des Bundesgerichts 8C_438/2013 vom 11. Februar 2014 E. 5.3 mit Hinweis) –
sekundären Krankheitsgewinn in Form des Abnehmens sämtlicher Aufgaben durch die Familie und die Spitex stehe. Die Diagnose einer Panik
störung schloss Dr.
C._
damit aus, dass eine entsprechende Symptomatik mit wiederholtem Erleben anfallsartiger Ängste und vegetativen Symptomen als Ausdruck der Angst, welche auch unabhängig von der Situation auftreten würde, nicht auszumachen sei (Urk. 8/177/51).
Die Beurteilung von Dr.
C._
, wonach
keine psychotische Depression
bestehe, stimmt auch mit der
jenigen
von Dr.
A._
vom 2. Mai 2017 überein, welcher anlässlich seiner Exploration ebenfalls keine entsprechenden Befunde erhob. Dr.
A._
setzte sich in seinem Gutachten ein
lässlich mit denjenigen Vorberichten der behandelnden Ärzte auseinander, in welchen eine psychotische Depression diagnostiziert worden war, und
erachtete
eine solche
nicht als plausibel belegt, zumal
darin
keine klaren psychotischen wahnhaften Symptome berichtet worden
waren
. Ergänzend führte er an, passend hierzu sei, dass die
Beschwerdeführerin
in der Klinik nicht leitliniengerecht anti
psychotisch behandelt worden sei (Urk. 8/138/27).
Seine Einschätzung bezog
Dr.
A._
auch auf die
von der
Beschwerdeführer
in
zur Begründung einer (mittel
)schweren Depression mit psychotischen Symptomen
genannten
(vgl. Urk. 1 S. 8-9 Rn 19)
Vorberichte
von
Dr. med.
H._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin, vom 22
. September 2010 (Urk. 8/
23/2-4) sowie auch auf die Berichte von
Dr. med.
I._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie
,
vom 4. November 2015 (Urk. 8/99/2-7
) sowie
der
J._
vom 18. Januar 2016 (Urk. 8/101)
und
den Kurzaustrittsbericht
der
J._
vom 4. März
2016 (Urk. 8/102
; Urk. 8/138/25-2
8
).
In ihrem Bericht vom 28. August 2017 dia
gnostizierte Dr.
I._
zwar eine schwere psychotische Depression, bezeich
nete die psychotischen Symptome aber als «fraglich». Klare psychotische, wahn
hafte Symptome lassen sich auch diesem Bericht nicht entnehmen
(Urk. 8/146
/1-
5
).
Zusammengefasst vermögen die Berichte der behandelnden Ärzte die Beurteilung von Dr.
C._
nicht in Frage zu stellen.
4.3.2
Entgegen dem Vorbringen der
Beschwerdeführerin
(Urk. 1 S. 11 Rn 28) ist dem
psychiatrischen Gutachten von Dr.
C._
eine hinreichende Auseinander
set
zung
mit den normativen Vorgaben
gemäss
BGE 141 V 281 zu entnehmen
(vgl. dazu E. 1.2)
.
So nahm Dr.
C._
Bezug auf den Schweregrad des Leidens (vgl. davor E. 4.3.1), erachtete die depressive Störung als lediglich leicht ausgeprägt und schrieb auch der chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychi
schen Faktoren keine
relevanten
funktionellen Auswirkungen zu (Urk. 8/177/49-51).
Der
deutlich nach aussen gerichtete
n
Beschwerdedarstellung mit –
bereits zuvor
von Dr
.
A._
eingehend umschriebenem
(
Urk. 8/138/29-33)
–
aggravatori
schem
Verhalten
der
Beschwerdeführerin
(Urk. 8/177/52)
, ist insofern Rechnung zu tragen, als
die Auswirkungen der Gesundheitsschädigung im Umfang der Aggra
vation
zu bereinigen
sind
(Urteil des Bundesgerichts 9C_524/2020 vom 23. November 2020 E. 4.3 mit Hinweis
auf BGE 141 V 281 E.
2.2.2
), was Dr.
C._
in seiner Beurteilung ebenfalls berücksichtigt
e
(vgl. Urk. 8/177/51-52).
Hinweise auf
somatische oder psychische Komorbiditäten
, welche sich
da
rüber hinaus
massgeblich
auf die psychische Leistungsfähigkeit der
Beschwerde
führerin
auswirken, haben sich anlässlich der gutachterlichen Exploration durch Dr.
C._
nicht ergeben
.
Dass sich Dr.
C._
zur Frage des Vorliegens einer Persönlichkeitsstörung nicht
geäussert
hat,
vermag die Vollständigkeit seiner Beurteilung nicht in Frage zu stellen, zumal
die Frage nach einer Persönlich
keits
störung und/oder
a
kzentuierung
–
wie bereits Dr.
A._
am 2. Mai 2017
festgehalten hat –
vorliegend
bloss
von untergeordneter Bedeutung ist
,
da eine Pe
rsönlichkeitsstörung
definitionsgemäss
seit der Jugend bestehen muss, die
Be
schwerdeführerin
aber in der Lage war, vollschichtig zu arbeiten
(Urk. 8/138/35).
Dr.
C._
hielt fest
, die
Beschwerdeführerin
befinde sich
in ambulanter psy
chiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung
und
habe
vorgängig auch eine stationäre Behandlung
absolviert
. Die Medikamentenspiegel würden darauf hin
weisen, dass die Behandlung intensiviert werden könne. Ein stärker sedierendes Antidepressivum auf die Nacht könne
, wie auch tagesstrukturierende Mass
nahmen,
hilf
reich sein
(Urk. 8/177/50-51). Auf eine Behandlungsresistenz in psy
chiatrischer Hinsicht lässt sich demnach nicht schliessen. Als Ressourcen
berück
sichtigte Dr.
C._
, dass sich die
Beschwerdeführerin
verschiedene berufliche
Tätigkeiten angelernt und auch zwei Kinder grossgezogen hat (Urk. 8/177/52). Im sozialen Kontext ist
darauf hinzuweisen, dass die
Beschwerdeführerin
mit ihrer
Schwester und ihrem Sohn
zusammenlebt
, von denen sie täglich
in
beträcht
li
chem Ausmass
unterstützt wird (Urk. 8/177/
52)
.
Auch durch ihre Tochter erfährt sie Unterstützung
(Urk. 8/177/47).
In diesem Zusammenhang ist auf den von Dr.
C._
umschriebenen sekundären Krankheitsgewinn hinzuweisen, welcher darauf zurückzuführen ist, dass die Familienangehörigen sowie die Spitex der
Beschwerdeführerin
alles abnehmen, was mit einer Verstärkung ihres regressiven Verhaltens verbunden ist. Dies führt dazu, dass sich die
Beschwerdeführerin
ge
genüber ihren Beschwerden passiv verhält
,
von ihrer Umgebung Hilfe erwartet und sich völlig darauf eingestellt hat, krank und arbeitsunfähig zu sein (Urk. 8/
177/52).
I
m
Kontext
ihrer ausgeprägten subjektiven Krankheitsüber
zeu
gung
ist auch das geringe Aktivitätsniveau
zu interpretieren (vgl. Urk. 8/177/48).
Darüber hinaus hat Dr.
C._
nicht krankheitsbedingte soziale Faktoren
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_438/2013 vom 11. Februar 2014 E. 5.3)
wie die
an
gespannte finanzielle Lage durch Abhängigkeit von der Familie,
den
Migrations
hintergrund
sowie die
frühere Doppelbelastung als Hausfrau, Mutter und ausser
häuslich Erwerbstätige
zu Recht von
seiner
Beurteilung
ausgeklammert
(Urk. 8/177/50).
Nach dem Dargelegten rechtfertigen sich am gutachterlichen Ausschluss einer relevanten Einschränkung der Leistungsfähigkeit aus psychischen Gründen auch
im Lichte der rechtserheblichen Indikatoren nach BGE 141 V 281 keine Zweifel. Eine im Rahmen der vorliegenden Neuanmeldung relevante Verschlechterung des
psychischen Gesundheitszustandes kann dementsprechend ausgeschlossen werden
.
4.4
Somatischerseits
diagnostizierten die Gutachter
des
B._
ein chronisches
zerviko
-
sowie l
u
mbospondylogenes Schmerzsyndrom bei mässigen degenera
tiven Verän
derungen der Wirbelsäule sowie eine erhebliche muskuläre
Dysbalance
(Urk. 8/177/10)
. Aufgrund dessen erachteten sie der
Beschwerdeführerin
schwere und mittelschwere Tätigkeit
en
sowie Zwangshaltungen der Wirbelsäule als nicht mehr zumutbar.
Die gutachterliche Einschätzung, wonach der
Beschwerde
füh
rerin
die bisherige Tätigkeit
als Pflegerin
aus
somat
ischen Gründen
nicht mehr zumutbar ist, in einer angepassten,
körperlich
leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule aber eine Arbeitsfähigkeit von 75 % besteht (E. 3.2), steht
– abgesehen davon, dass die darin attestierte Arbeits
unfähigkeit einer Dekonditionierung zugeschrieben und dementsprechend nicht als andauernd eingestuft wurde (E. 3.1) – grundsätzlich
in Übereinstimmung mit der Beurteilung
i
m
bidisziplinären
Gutachten der
D._
vom 1. Juni 2011 (E. 3.1).
Auch mit Blick auf die weiteren Berichte
– insbesondere das rheumatologische
Gutachten von Dr. med.
K._
, Facharzt FMH für Rheumatologie, vom 27. Juni 2016, worin die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin
in einer leidens
angepassten Tätigkeit mit 80 % bewertet wurde (Urk. 8/122/48-49) –
ergeben sich keine
hinreichenden
Anhaltspunkte dafür, dass ein somatisches Leiden besteht, welches
die
Beschwerdeführerin
in einer
körperlich
leichten
,
wechselbelastenden Tätigkeit ohne Zwangshaltungen der Wirbelsäule
weiterge
hend einschränkt,
als dies von den Gutachtern des
B._
mit einer Arbeitsun
fähigkeit von 25 %
berücksichtigt wurde
(E. 3.2)
.
Eine höhere Arbeitsunfähigkeit aus somatischen Gründen
wurde von der
Beschwerdeführerin
denn auch nicht
konkret
geltend gemacht
(vgl. Urk. 1).
Da die gutachterlichen Einschätzungen diesbezüglich
im Wesentlichen
übereinstimmen (vgl. davor E. 3.1-3.2, Urk. 8/122/48-49)
,
ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
erstellt
, dass
bei der
Beschwerdeführerin
seit der Verfügung vom 5. Dezember 2011
anhaltend zu
mindest
eine 75
%ige Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit besteht.
4
.5
Nach dem Gesagten sind keine Gründe ersichtlich, welche an der Beweiskraft des polydisziplinären Gutachtens des
B._
vom
6. Juni 2019
zweifeln
liessen
. Auf das betreffende Gutachten kann vollumfänglich abgestellt werden.
Der medizi
nische Sachverhalt ist damit insoweit erstellt, als polydis
z
iplinär
bis auf das chronische Schmerzsyndrom, welches zusammen mit den degenerativen Verän
de
rungen der Wirbelsäule eine verstärkte Schmerzempfindung bewirkt,
keine weitere Erkrankung ausgewiesen ist, welche die
Arbeit
sfähigkeit der
Beschwerde
führerin
einzuschränken vermöchte (Urk. 8/177/12). Diese rheumatologische Einschränkung führt
dazu, dass die
Beschwerdeführerin
in ihrer angestammten Tätigkeit als Pflegerin nicht mehr arbeitsfähig ist. In einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne
Zwangshaltungen der Wirbelsäule und
mit einer maximalen Gewichtsbelastung von 10 kg ist die
Beschwerdeführerin
– unter Berücksichtigung des erhöhten Pausenbedarfs – demgegenüber zu 75 % arbeits
fähig (E. 3.2).
Ob angesichts dieser Aktenlage
und insbesondere in Anbetracht, dass die aus somatischen Gründen bestehende Arbeitsunfähigkeit von 25 % im Gegensatz zur ursprünglichen Beurteilung (E. 3.1) mittlerweile als andauernd eingestuft wird (E. 3.2)
,
eine relevante Veränderung im Sinne von Art. 17 ATSG zu bejahen
oder
bloss
auf
eine
im Rahmen der hier vorliegenden Neuanmeldung unbeachtliche andere Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts
zu schliessen wäre
(BGE 141 V 9 E.
2.3)
,
kann dahingestellt
bleiben. So lässt sich
ein rentenbegründender
Invaliditätsgrad
– wie sogleich zu zeigen sein wird – ohnehin
nicht belegen.
5.
5.1
Die
Beschwerdegegnerin
hat die
Beschwerdeführerin
als im Gesundheitsfall zu
80 % erwerbstätig und zu 20 % im Aufgabenbereich (Haushalt) tätig qualifiziert (Urk. 8/182/10), was
von dieser
unbestritten blieb (vgl. Ur
k. 1) und
mit Blick da
rauf, dass die
Beschwerdeführerin
ihre letzte Tätigkeit als Pflegehelferin in einem 80 %-Pensum ausgeübt hat (Urk. 8/45/2-16, Urk. 8/46, Urk. 8/156/3),
nicht zu beanstanden ist.
5.2
5.2.1
Da die
Beschwerdeführerin
im hypothetischen Gesundheitsfall nicht zu 100 % erwerbstätig wäre, ist der Invaliditätsgrad vorliegend nicht
mittels eines reinen
Einkommensvergleichs, sondern in Anwendung der gemischten Methode im Sinn
e von A
rt. 28a Abs. 3 IVG zu bemessen.
Am 1. Januar 2018 sind die geänderten Bestimmungen der
IVV
vom 1. Dezember 2017 in Kraft getreten. Mit dieser Änderung wurde für die Festlegung des Invaliditätsgrades von teilerwerbstätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art
. 28a Abs. 3 IVG
) in Art. 27
bis
Absatz 2–4 IVV ein neue
s Berechnungsmodell eingeführt.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die galten, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1, 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen).
Die angefo
chtene Verfügung ist am 11
.
März 2020
und somit nach Inkrafttreten der Verordnungsänderung ergangen, wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Verordnungsbestimmungen am 1. Januar 2018 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche
– im Hinblick auf die vorliegend zu beur
teilende Neuanmeldung –
noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist ent
spre
chend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezem
ber 2017 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die revidierten Verordnungsbestimmungen abzustellen (vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.2; vgl. Urteil des Bundesgerichts I
428/04 vom 7. Juni 2006 E. 1).
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbs
tä
tigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (Art. 27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbs
tätig
keit richtet sich nach Art. 16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads,
den
die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3 lit. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäfti
gungsgrad nach Absatz 3 lit. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (Art. 27
bis
Abs. 4 IVV).
5.2.2
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des Validen
einkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lich
keit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
ge
passten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 144 I 103 E. 5.3, 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Die
Beschwerdeführerin
arbeitete
zuletzt
als
Pflegehelferin
bei der
Y._
AG
,
ab April 2013
im
80 %-Pensum
(Urk. 8/45/3-16). D
abei
erzielte sie
zuletzt (ab April 2014; Urk. 8/45/2-4)
einen
monatlichen Bruttolohn von Fr. 3'
8
38.60
(davor mit Fr. 3'829.50 vernachlässigbar weniger
; Urk. 8/45/5-16
)
zuzüglich
Fr. 229.-- Zulagen/Ferienentschädigung
pro Monat
(Durchschnitt
im 80 %-Pensum
April 2013
bis
Juni 2014
; Urk. 8/45/2-16
)
,
was einem
jährlichen
Bruttoerwerbsein
kom
men von Fr.
52'879.--
entspricht (
[
Fr. 3'
8
38.60
+ Fr. 229
.--
]
x 13;
Urk. 8/
45-
46
), und als Valideneinkommen
für die alte Berechnungsmethode
(80 %-Pensum) zu
übernehmen ist
. In Anwendung der neuen Berechnungsmethode ab 1. Januar 2018
ist das Valideneinkommen auf ein 100 %-Pensum hochzurechnen und an
die Teuerung im Jahr 2018
anzupassen. Daraus resultiert für die neue Berech
nungs
methode ein Valideneinkommen in der Höhe von
Fr. 6
7’
207
.--
(Fr.
52'
8
78.80
: 101.4 x
10
3.1
:
8 x 10
[vgl. Bundesamt für Statistik, Nominallohnindex Frauen nach Wirtschaftszwe
igen, T1.2.10, 2011-2018, Ziff.
86-88]).
5.2.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5
.2, 129 V 472 E. 4.2.1
). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E
. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne
ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth,
Bundesgesetz
über die Invalidenversicherung
, 3. Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Vorliegend war
die
Beschwerdeführerin
– soweit dokumentiert – seit
Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit der
Y._
AG im Jahr
2014 nicht mehr erwerbs
tätig
(vgl. Urk. 1 S. 3 Rn 5). Infolgedessen kann das Invalideneinkommen nicht gestützt auf die konkreten Gegebenheiten bestimmt werden, sondern es ist auf die Tabellenlöhne der LSE abzustellen.
Unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Parallelität der Vergleichseinkommen ist für die Berechnung nach alte
m Be
rech
nungsmodell die LSE 2014
und für die Berechnung nach neuem Berech
nungsmodell die LSE 2016 zu verwenden. A
nwendbar ist jeweils die LSE TA
1 (Monatlicher Bruttolohn nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor, Kompetenzniveau 1, TOTAL, Frauen, Zentralwert Lohn für Hilfsarbeiten) hochgerechnet auf eine betriebsübliche Arbeitszeit von
41.7 Stunden (Bundesamt für Statistik,
T 03.02.03.01.04.01
Betriebsübliche Arbeits
zeit nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008],
in Stunden pro Woche, 2004-2019
, Ziff. 1-96, TOTAL). Auf dieser Grundlage ergibt sich für das alte Berechnungsmodell bis zum 31. Dezember 2017 ein Invalideneinkommen von Fr.
53‘793.--
(Fr. 4'
300.
-- :
40 x 41.7 x 12) für ein V
ollzeitpensum bezie
hungs
weise Fr. 40‘34
5.--
im 75
%-Pensum. Für das neue Berechnungsmodell ist
im der
Beschwerdeführerin
zumutbaren 75 %-Pensum
v
on einem Invalideneinkommen
in der Höhe von
Fr. 41‘283.--
(Fr. 4'363.
-- :
40 x 41.7 x 12 : 2
‘
709 x 2
‘732
x 0.75
[
vgl. Bundesamt für Statistik,
T39
Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumen
tenpreise und der Reallöhne, 1942 bis 2019, Frauen]
)
auszugehen.
Bei der Bestimmung des Invalideneinkommens aufgrund der Zahlen der LSE drängt
sich
vorliegend
kein leidensbedingter Abzug auf, zumal die
Leistungseinbusse
infolge
eines erhöhten Pausenbedarfs bereits bei der zumutbaren Arbeitsfähigkeit von 75 % berücksichtigt wurde (vgl. E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts
8C_558/2013 vom 2. April 2014 E. 4.3) und auch darüber hinaus keine Faktoren auszumachen sind,
weswegen
die Beschwerdeführ
er
in
die verbliebene Arbeits
fähigkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unter
durchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten könnte (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E.
5b
/
aa
-cc).
5.2.
4
Zusammengefasst ist in Anwendung der neuen Berechnungsmethode ab dem 1. Januar 2018 auf ein Valideneinkommen in der Höhe von Fr. 6
7’
207
.-- und ein Invalideneinkommen von
Fr.
41‘283
.-- abzustellen. Gestützt auf eine
Erwerbs
einbusse
von Fr.
25‘
924
.--
ergibt sich somit ein Invaliditätsg
rad im Erwerbs
be
reich von rund
3
9
%.
Nach der alten Berechnungsmethode steht einem Valideneinkommen von
Fr. 52'879.--
ein Invalideneinkommen von
Fr. 40‘345.-- gegenüber. Daraus resul
tiert eine
Erwerbseinbusse
von Fr.
12‘534.--
und ein
Invaliditätsgrad
im Erwerbs
bereich von rund 24
%.
5.2.5
Unter Berücksichtigung einer Einschränkung im Haushaltsbereich von 20 % (Urk. 8/156
, vgl. auch Urk. 8/177/12 Ziff. 4.11
) beläuft sich der Gesamtinva
lidi
tätsgrad in Anwendung der gemischten Methode nach neuem R
echt auf
rund
35
%
([3
9
x 0.8] + [20 x 0.2]). Nach altem Recht ergibt sich ein Gesamtin
validi
tätsgrad von
rund
23
%
([24
x 0.8] + [20 x 0.2]).
5.3
Daraus ist zu folgern, dass kein rentenbegründender Invaliditätsgrad besteht oder best
and.
6.
Zusammengefasst ergibt sich, dass die
Beschwerdegegnerin
einen Leistungsan
spruch der
Beschwerdeführerin
im Ergebnis
zu Recht verneint hat. Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Ver
fah
rens sind sie der
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.