Decision ID: af0a9c8f-da25-5ad4-9f57-6db66bcd98a0
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X ist geschieden und lebt seit dem Zuzug von A im September 2009 in einer 2-
Zimmerwohnung in B. Sie bezieht eine IV-Rente und Ergänzungsleistungen. Seit dem
17. Februar 2009 besteht eine kombinierte Beiratschaft verbunden mit einer
Einkommensverwaltung. Davor war sie seit dem 4. Dezember 2007 verbeiständet. Vom
5. November 2009 bis 14. Januar 2010 wurde sie stationär in einer Psychiatrischen
Klinik behandelt.
Im Jahr 2009 wurde sie mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 20'400.-- für die
Staats- und Gemeindesteuern, Fr. 19'700.-- für die direkte Bundessteuer und ohne
steuerbares Vermögen veranlagt. Dies führte für die Staats- und Gemeindesteuern zu
einem Steuerbetrag von Fr. 1'609.25 sowie zu direkten Bundessteuern in der Höhe von
Fr. 46.90.
B.- Am 19. Oktober 2010 stellte X, vertreten durch ihren Beirat, ein Erlassgesuch für die
ausstehenden Steuern 2009. Das kantonale Steueramt lehnte den Erlass der Staats-
und Gemeindesteuern 2009 sowie der direkten Bundessteuer 2009 mit Entscheiden
vom 29. Oktober 2010 ab.
C.- Mit Eingabe vom 22. November 2010 erhob die Vertreterin von X gegen diese
Erlassentscheide Rekurs bzw. Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission mit
dem sinngemässen Antrag, die Steuern für das Jahr 2009 seien ihr zu erlassen.
Am 15. Dezember 2010 reichte sie das Formular zur Darstellung der wirtschaftlichen
Verhältnisse ein. Am 27. Dezember 2010 wurde die Führung der kombinierten
Beiratschaft mit Einkommensverwaltung durch die Vormundschaftsbehörde A der
Amtsvormundschaft B übertragen. Die Vorinstanz reichte die Vorakten am 27. Januar
2011 ein.
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Mit verfahrensleitender Verfügung vom 1. Februar 2011 wurde die Rekurrentin und
Beschwerdeführerin aufgefordert, einen Kostenvorschuss von Fr. 500.-- zu leisten. Am
7. Februar 2011 wurde dieser bezahlt.
Die Vorinstanz beantragte mit Vernehmlassung vom 7. März 2011 die Abweisung des
Rekurses und der Beschwerde. Die Beschwerdebeteiligte hat stillschweigend auf eine
Vernehmlassung verzichtet.
Auf die von Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge gemachten
Ausführungen und die Akten wird, soweit notwendig, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurs- und Beschwerdeerhebung ist gegeben. Der Rekurs bzw. die Beschwerde vom
22. November 2010 ist rechtzeitig eingereicht worden. Er bzw. sie erfüllt in formeller
und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 und Art. 224
Abs. 4 des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG, bzw. Art. 6 der Verordnung des
Eidgenössischen Finanzdepartements über die Behandlung von Erlassgesuchen für die
direkte Bundessteuer, SR 642.121, abgekürzt: Steuererlassverordnung, in Verbindung
mit Art. 2 lit. f und Art. 7 Abs. 1 der Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte
Bundessteuer, sGS 815.1, abgekürzt: Verordnung zum DBG; zur 30-tägigen Frist vgl.
VRKE I/2-2009/22 + 53 vom 30. März 2010, E. 1). Auf den Rekurs und die Beschwerde
ist einzutreten.
2.- a) Gemäss kantonalem Steuergesetz kann Steuerpflichtigen, die in Not geraten sind
oder für welche die Bezahlung der Steuern, der Zinsen, der Bussen oder der Kosten
eine grosse Härte bedeutet, der geschuldete Betrag gestundet oder ganz oder
teilweise erlassen werden (Art. 224 Abs. 1 StG). Auch das Bundesgesetz über die
direkte Bundessteuer (SR 642.11, abgekürzt: DBG) kennt den Steuererlass. Dem
Steuerpflichtigen, für den infolge einer Notlage die Bezahlung der Steuer eines Zinses
oder einer Busse wegen Übertretung eine grosse Härte bedeuten würde, können die
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geschuldeten Beträge ganz oder teilweise erlassen werden (Art. 167 Abs. 1 DBG). Dem
Wesen nach handelt es sich beim Steuererlass um den nachträglichen Verzicht des
Gemeinwesens auf einen ihm zustehenden steuerrechtlichen Anspruch. Anlass dazu
geben vor allem Rücksichten auf die Person des Schuldners. Dieser soll aus
humanitären, sozialpolitischen oder volkswirtschaftlichen Gründen nicht in seiner
wirtschaftlichen Existenz gefährdet werden. Die Grundsätze einer gesetzmässigen
Verwaltung und der Rechtsgleichheit legen es allerdings nahe, dass der Gesetzgeber
klare Vorgaben schafft. Die Tendenz, den Steuererlass nicht mehr bloss dem freien
Ermessen der zuständigen Behörde anheim zu stellen, sondern von näher
umschriebenen Voraussetzungen abhängig zu machen und dann auch einen
eigentlichen, durchsetzbaren Rechtsanspruch zu begründen, setzt sich immer mehr
durch. Aus Gründen der rechtsgleichen Behandlung der Steuerpflichtigen muss der
Steuererlass jedoch eine seltene Ausnahme bleiben, welche nur unter bestimmten
Voraussetzungen gewährt wird (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 11. Juni
2009, A-3663/2007, E. 2.2, publiziert in StR 2009 S. 672 ff.).
Während im Kanton St. Gallen keine näheren Vollzugsvorschriften auf Gesetzes- oder
Verordnungsstufe existieren, wird die Behandlung der Erlassgesuche auf Bundesebene
in der Steuererlassverordnung geregelt. Im Kanton St. Gallen sind weitere
Erläuterungen dem St. Galler Steuerbuch zu entnehmen (StB 224 Nr. 1).
Ziel und Zweck des Erlassverfahrens ist gemäss Art. 1 Steuererlassverordnung eine
langfristige und dauernde Sanierung der wirtschaftlichen Lage der steuerpflichtigen
Person. Der Erlass hat der steuerpflichtigen Person und nicht ihren Gläubigern zugute
zu kommen. Der Steuererlass ist ausschliesslich im Zusammenhang mit der
Steuervollstreckung zu verstehen. Es kann nicht darum gehen, die Begründetheit einer
Steuerforderung zu prüfen und allenfalls die Veranlagung zu korrigieren. Das
Erlassverfahren ersetzt weder das Rechtsmittel-, noch das Revisionsverfahren (Art. 1
Abs. 2 Steuererlassverordnung). Falls die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind,
besteht ein Anspruch auf Erlass der Steuerforderung (Art. 2 Abs. 1
Steuererlassverordnung). Dabei ist unerheblich, aus welchem Grund die
steuerpflichtige Person in die geltend gemachte Notlage geraten ist (Art. 2 Abs. 2
Steuererlassverordnung, vorbehältlich Art. 10 Abs. 2 Steuererlassverordnung). Die
Erlassbehörde berücksichtigt bei ihrem Entscheid die gesamten wirtschaftlichen
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Verhältnisse der steuerpflichtigen Person. Massgebend ist dabei in erster Linie die
Situation im Zeitpunkt des Entscheides, daneben auch die Entwicklung seit der
Veranlagung, auf die sich das Erlassbegehren bezieht, sowie die Aussichten für die
Zukunft (Art. 3 Abs. 1 Steuererlassverordnung). Übliche Schwankungen in den
Einkommensverhältnissen der steuerpflichtigen Person werden in der Veranlagung
periodisch erfasst und bilden keinen Erlassgrund. Hat sich die steuerpflichtige Person
freiwillig ihrer Einkommensquellen oder Vermögenswerte entäussert, so wird ein
solcher Einkommens- oder Vermögensrückgang bei der Beurteilung des Erlassgesuchs
nicht berücksichtigt (Art. 12 Steuererlassverordnung). Die Behörde überprüft, ob für die
steuerpflichtige Person Einschränkungen in der Lebenshaltung geboten und zumutbar
sind oder gewesen wären. Solche gelten grundsätzlich als zumutbar, wenn die
Auslagen die nach den Ansätzen für die Berechnung des betreibungsrechtlichen
Existenzminimums (Art. 93 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs,
SR 281.1, abgekürzt: SchKG) sich ergebenden Lebenshaltungskosten übersteigen.
Wäre eine fristgerechte Zahlung im Zeitpunkt der Fälligkeit möglich gewesen, so ist
dies im Erlassentscheid zu berücksichtigen (Art. 3 Abs. 2 und 3
Steuererlassverordnung).
Eine Notlage liegt vor, wenn der ganze geschuldete Betrag in einem Missverhältnis zur
finanziellen Leistungsfähigkeit der steuerpflichtigen Person steht. Bei natürlichen
Personen ist ein Missverhältnis insbesondere dann gegeben, wenn die Steuerschuld
trotz Einschränkung der Lebenshaltungskosten auf das Existenzminimum in
absehbarer Zeit nicht vollumfänglich beglichen werden kann. In jedem Fall liegt eine
Notlage vor bei Einkommens- und Vermögenslosigkeit oder wenn die öffentliche Hand
für die Lebenshaltungskosten der steuerpflichtigen Person und deren Familie
aufkommen muss (Art. 9 Steuererlassverordnung).
Ist eine steuerpflichtige Person überschuldet, so befindet sie sich zwar in besonders
schwierigen Verhältnissen. Weil ihre Mittel aber nicht zur Befriedigung aller Gläubiger
ausreichen, würde nicht sie selbst von einem Verzicht der Steuerbehörden profitieren,
sondern primär ihre übrigen Gläubiger, welche beim Zugriff auf das pfändbare
Einkommen und Vermögen einen Konkurrenten verlieren. Es ist daher sachlich haltbar,
wenn unter diesen Umständen von einem Steuererlass abgesehen wird. Wenn jedoch
sämtliche Gläubiger in gleichem Mass wie die Steuerbehörden auf ihre Forderung
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verzichten, kommt ein Steuererlass trotz Überschuldung in Frage (StR 2009 S. 674;
BGE 2P.307/2004). Vorhandenes Vermögen schliesst den Steuererlass nicht von
Vornherein aus. Massgebend ist vielmehr, ob die Belastung oder Verwertung dieses
Vermögens als zumutbar erscheint. Dabei ist das Vermögen zum Verkehrswert
einzusetzen (Art. 11 Steuererlassverordnung).
Der Begriff der grossen Härte wird in der Verordnung nicht näher definiert. Er lässt sich
indessen von der Notlage nicht scharf abgrenzen. Art. 9 Steuererlassverordnung
erwähnt unter dem Titel der Notlage auch Punkte, welche gleichzeitig als Element der
grossen Härte bezeichnet werden könnten, etwa das Missverhältnis zwischen dem
geschuldeten Betrag und der finanziellen Leistungsfähigkeit der steuerpflichtigen
Person (Zweifel/Athanas, Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/2b, 2.
Aufl. 2008, N 18 zu Art. 167 DBG). Im Unterschied zum DBG nennt Art. 224 Abs. 1 StG
die grosse Härte als selbständige Erlassvoraussetzung. Während das Kriterium der
Notlage einzig die wirtschaftliche Lage der steuerpflichtigen Person berücksichtigt,
können unter dem Aspekt der grossen Härte auch andere Umstände massgebend sein,
namentlich die Unbilligkeit (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG,
2. Auflage, Zürich 2009, N 30 zu Art. 167 DBG).
b) Die Vorinstanz bringt zur Hauptsache vor, der Erlass solle bestimmungsgemäss den
Steuerschuldnern und nicht ihren Gläubigern zugute kommen. Das steuerberechtigte
Gemeinwesen könne nicht zugunsten anderer Gläubiger auf seine gesetzlichen
Ansprüche verzichten. Vielmehr müsse ein Erlass vom Entgegenkommen der anderen
Gläubiger abhängig gemacht werden. Es gebe keine Anhaltspunkte für einen Verzicht
der anderen Gläubiger. Insgesamt bestünden Forderungen der 3. Klasse von über Fr.
15'700.--. Die Rückzahlung dieser Schulden dürfe den Forderungen der
Steuerbehörden nicht voran gestellt werden.
Im Rekurs bzw. der Beschwerde wird im Wesentlichen geltend gemacht, in A habe die
Rekurrentin bzw. Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Einkommens- und
Vermögenssituation keine Steuern bezahlen müssen. Würden die Einnahmen dem
Aufwand mit Fixkosten und dem persönlichen Lebensbedarf gegenübergestellt, so sei
es ihr nicht möglich, Reserven anzulegen oder Steuern als Rückstellung
einzuberechnen. Es bestünden Sozialhilfeschulden. Die SKOS empfehle eine
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Rückerstattung der Sozialhilfeschulden aber erst unter spezifischen Voraussetzungen
wie Erbschaften oder verwertbarem Vermögen wie Grundeigentum, Wertschriften,
Versicherungsleistungen etc. Bei den Ergänzungsleistungen sei ein
Wiedererwägungsgesuch eingereicht worden, da die Berechnung für den Zeitraum 1.
Februar bis 31. Oktober 2010 von Seiten der SVA aufgrund einer fehlerhaften
Datenbasis erfolgt und nicht korrekt sei. Sollte daraus eine vollständige rückwirkende
Differenzzahlung erfolgen, so könnten die Steuerausstände beglichen werden. Werde
das Wiedererwägungsgesuch abgelehnt, fehlten die finanziellen Reserven zur
Begleichung des Steuerausstands 2009.
c) Die Rekurrentin und Beschwerdeführerin ist offensichtlich überschuldet und
befriedigt nur einzelne Gläubiger. Sie hat Drittschulden in der Gesamthöhe von
Fr. 16'021.80. Bei der Gemeinde A bestehen Sozialhilfeschulden in der Höhe von
Fr. 12'765.-- (act. 7/19), welche sie bisher nicht abbezahlt hat. Die Cablecom hat am
5. November 2010 die Betreibung für eine Forderung von Fr. 459.05 eingeleitet.
Zuzüglich Zins, Betreibungskosten, Verzugsschaden etc. beläuft sich die Schuld auf
Fr. 780.80 (act. 7/23). Es ist aus den Akten nicht ersichtlich, ob diese Schuld in Raten
zurückbezahlt wird. Schliesslich bestehen Schulden bei diversen Waren- und
Versandhäusern. Die davon bestehende Gläubigerliste wird von einer Treuhand-Firma
verwaltet. Die Forderungen werden von der Rekurrentin und Beschwerdeführerin durch
Teilzahlungen fortlaufend beglichen. Gemäss Akten besteht noch eine Restschuld von
total Fr. 2'476.-- (act. 7/24). Insgesamt befriedigt die Rekurrentin und
Beschwerdeführerin damit verschiedene Gläubiger mit unterschiedlichen
Ratenzahlungen. Bemühungen für eine gleichmässige Befriedigung aller Gläubiger im
Rahmen einer Gesamtsanierung sind nicht nachgewiesen. Es ist davon auszugehen,
dass die Sozialhilfeschulden aufgrund persönlicher Verhältnisse entstanden sind, für
die die Rekurrentin und Beschwerdeführerin nicht einzustehen hat. Diese könnten
deshalb als Ursache, welche zu einer Notlage führen anerkannt werden (vgl. Art. 10
Abs. 1 lit. b Steuererlassverordnung). Für die Schulden beim
Telekommunikationsunternehmen sowie bei den Waren- und Versandhäusern macht
die Rekurrentin und Beschwerdeführerin aber nicht geltend, diese seien zufolge
ausserordentlicher Aufwendungen, die in den persönlichen Verhältnissen begründet
seien und für die sie nicht einzustehen hätte, oder zufolge hoher Krankheits- oder
Pflegekosten entstanden (Art. 10 Abs. 1 Steuererlassverordnung). Vielmehr ist davon
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auszugehen, dass sie einem - dem Einkommen nicht angepassten - überhöhten
Lebensstandard dienten.
In solchen Fällen kann der Fiskus nicht zugunsten anderer Gläubiger auf die
gesetzlichen Ansprüche verzichten (Art. 10 Abs. 2 Steuererlassverordnung). Die
Voraussetzungen für einen Erlass sind nur dann erfüllt, wenn die Begleichung der
Steuerforderung zu einer Gefährdung der wirtschaftlichen Existenz des
Steuerpflichtigen führt und für diesen ein Opfer bedeuten würde (Weidmann/
Grossmann/Zigerlig, Wegweiser durch das st. gallische Steuerrecht, 6. Aufl. 1999, S.
411). Darauf kann sich die Rekurrentin und Beschwerdeführerin nicht berufen, denn sie
befindet sich aufgrund von Schulden gegenüber Dritten bereits in einer wirtschaftlich
schwierigen Lage, welche durch den Steuererlass nicht entscheidend zu verbessern
ist. Eine langfristige und dauernde Sanierung der wirtschaftlichen Situation als
grundlegendes Ziel eines Steuererlasses (Art. 1 Abs. 2 Steuererlassverordnung) könnte
nicht erreicht werden. Vom Steuererlass profitieren würden die übrigen Gläubiger,
welche im Falle einer Verbesserung der Schuldenlage der Rekurrentin und
Beschwerdeführerin erhöhte Chancen auf Rückzahlung ihrer Forderungen hätten. Der
Zweck des Steuererlasses würde damit verfehlt, weil er gerade darin liegt, dem
Steuerpflichtigen und nicht Dritten zugute zu kommen (Urteil des Bundesgerichts 2P.
307/2004 vom 9. Dezember 2004, E. 3.2.). Dem Steuerpflichtigen wird zugemutet, dass
er seinen Zahlungspflichten gegenüber dem Fiskus in gleichem Umfang wie gegenüber
privaten Gläubigern nachkommt (Weidmann/Grossmann/Zigerlig, a.a.o., S. 411). Eine
nachhaltige Entlastung der angespannten finanziellen Situation könnte nur im Rahmen
einer Gesamtsanierung, bei der alle Gläubiger ganz oder teilweise auf ihre Forderungen
verzichten müssten, erzielt werden. In diesem Fall könnte ein Steuererlass im selben
prozentualen Umfang geprüft werden. Unter den aktuellen Umständen ist es aber nicht
sachgerecht, dass der Fiskus vorauseilend auf seine Forderungen verzichtet (vgl. VRKE
I/2-2010/14 vom 25. November 2010, E. 2c).
Deshalb ist ungeachtet des Vorliegens eines monatlichen Überschusses oder Defizits
von einem Erlass der Steuerschuld von insgesamt Fr. 1'656.15 abzusehen und der
Rekurs und die Beschwerde sind abzuweisen.
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3.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten der Rekurrentin
bzw. Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Angemessen ist eine
Entscheidgebühr von Fr. 500.-- (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS
941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 500.-- ist zu verrechnen.