Decision ID: e5bd3a08-8e41-4642-b3eb-114660dab679
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
O._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Fürsprecher Christoph A. Egli, Berneckerstrasse 26, Postfach 95,
9435 Heerbrugg,
gegen
ÖKK Kranken- und Unfallversicherung, Bahnhofstrasse 9, 7302 Landquart,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Martin Schmid, Hartbertstrasse 11, Postfach 180,
7002 Chur,
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betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a O._ war bei der A._ als Sekretärin tätig und dadurch bei der ÖKK Kranken-
und Unfallversicherung AG (nachfolgend: ÖKK) gegen die Folgen von Berufs- und
Nichtberufsunfällen versichert, als sie am 23. Januar 2009 Kopf voran die Treppe eines
Wohnhauses hinunterstürzte und mit dem Kopf gegen eine Türkante stiess (act. G
3.3/1). Dr. med. B._, FMH für Innere Medizin, bestätigte im Arztzeugnis vom 20. April
2009 eine Erstkonsultation am Unfalltag und diagnostizierte diverse Kontusionen, vor
allem der rechten Körperseite. Als Befunde erhob er ein Hämatom an der Stirn,
Schmerzen retroaurikulär rechts sowie am rechten Schulterblatt. Er bescheinigte der
Versicherten vom 23. Januar bis 8. Februar 2009 eine 100%ige und ab 9. Februar 2009
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Am 20. Februar 2009 schloss er die Behandlung ab
und bestätigte ab 23. Februar 2009 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 3.1/3).
Während seiner Behandlung wies Dr. B._ die Versicherte wegen chronischer
Schmerzen atlanto-occipital und im Bereich der BWS mit Ausstrahlung nach cranial
und distal sowie in den linken Arm zur Durchführung einer kernspintomographischen
Untersuchung der HWS und BWS der Klinik Stephanshorn zu, welche am 13. Februar
2009 stattfand (act. G 3.3/2). Die ÖKK erbrachte für den Unfall vom 23. Januar 2009 die
gesetzlichen Leistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen).
A.b Vor diesem Unfall hatte die Versicherte bereits zwei ebenfalls bei der ÖKK
versicherte Unfälle - am 5. Juni 2004 einen Auto-Selbstunfall (act. G 3.5/1-6) und am
20. Dezember 2007 einen Sturz auf den Rücken (act. G 3.4/1-16) - erlitten. Die ÖKK
hatte für diese Unfälle ebenfalls die gesetzlichen Leistungen (Heilkosten- und
Taggeldleistungen) erbracht.
A.c Wegen anhaltender Beschwerden occipital sowie im Nacken- und BWS-Bereich
unterbreitete die ÖKK den Schadenfall UVG-Vertrauensarzt Dr. med. C._. Gestützt
auf dessen Beurteilung vom 23. Juni 2009 (act. G 3.3/5) eröffnete sie der Versicherten
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mit Verfügung vom 30. Juni 2009, dass die noch bestehenden Beschwerden nicht
mehr unfallbedingt, sondern in überwiegendem Mass krankhafter Natur seien. Der
Zustand, wie er sich auch ohne den Unfall vom 23. Januar 2009 eingestellt hätte
(Status quo ante [richtig: Status quo sine]), sei gemäss medizinischer Beurteilung
spätestens sechs Monate nach dem Unfallereignis wieder erreicht. Sie stelle ihre
Leistungen daher per 10. Juli 2009 ein (act. G 3.3/6). Die von Rechtsanwalt lic. iur. H.-
W. Rutz, Heerbrugg, für die Versicherte am 22. Juli 2009 erhobene Einsprache (act. G
3.3/7) wies die ÖKK mit Entscheid vom 14. September 2009 ab.
B.
B.a Gegen den Einspracheentscheid liess die Versicherte mit Eingabe ihres
Rechtsvertreters vom 15. Oktober 2009 Beschwerde erheben und beantragen, die
Beschwerdegegnerin sei zu verurteilen, ihr weiterhin Leistungen aus der
Unfallversicherung im Zusammenhang mit der HWS-Distorsion zu gewähren, unter
Kosten- und Entschädigungsfolge. Aufgrund einer durch einen HWS-Spezialisten
vorzunehmenden Untersuchung werde sich mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit ergeben, dass die gegenwärtigen Beschwerden auf den Unfall vom
23. Januar 2009 oder mindestens im Sinn eines Rückfalls auf ein HWS-Trauma
zurückzuführen seien, für welches die Beschwerdegegnerin aufgrund des Autounfalls
vom 5. Juni 2004 leistungspflichtig geworden sei.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 10. November 2009 beantragte die
Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. M. Schmid, Chur,
Abweisung der Beschwerde.
B.c Mit Replik und Duplik vom 7. bzw. 15. Dezember 2009 hielten die Parteien
unverändert an ihren Anträgen fest.
B.d Auf die weiteren Begründungen und Ausführungen in den einzelnen
Rechtsschriften bzw. medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
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1.1 Vorliegend ist streitig, ob die von der Beschwerdeführerin ab dem 11. Juli 2009
geltend gemachten Beschwerden im Bereich des Hinterkopfs, des Nackens und der
BWS noch auf den Unfall vom 23. Januar 2009 zurückzuführen sind und die
Beschwerdeführerin damit weiterhin einen Anspruch auf Versicherungsleistungen der
Beschwerdegegnerin hat.
1.2 Nicht Gegenstand des angefochtenen Einspracheentscheids bildet die Frage
nach dem Vorliegen eines Rückfalls gemäss Art. 11 der Verordnung über die
Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) zum Autounfall vom 5. Juni 2004 bzw. eines
Kausalzusammenhangs zwischen dem genannten Unfall und den geklagten
Beschwerden. Auf diese Frage kann demnach auch im vorliegenden Verfahren nicht
eingetreten werden, da im Beschwerdeverfahren lediglich Leistungsansprüche geprüft
werden können, zu welchen die Vorinstanz im Einspracheentscheid und in der
vorangehenden Verfügung Stellung genommen hat (vgl. BGE 125 V 413). Eine
Verfahrensausdehnung (vgl. dazu BGE 122 V 34 E. 2a) auf diese Kausalitätsfrage
kommt nicht in Betracht, weil diese mit der Kausalitätsfrage betreffend das
Unfallereignis vom 23. Januar 2009 nicht derart eng zusammenhängt, dass von einer
Tatbestandsgesamtheit gesprochen werden könnte. Wenn die Beschwerdeführerin
einen Leistungsanspruch in Bezug auf den Unfall vom 5. Juni 2004 geltend machen
möchte, kann sie dies gegenüber der Beschwerdegegnerin in einem neuen
Verwaltungsverfahren tun.
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid die
rechtlichen Voraussetzungen des Bestehens eines natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und den in Frage stehenden
Gesundheitsstörungen zutreffend dargelegt (Erwägung 2.2); darauf kann verwiesen
werden. Praxisgemäss ist es Aufgabe des Arztes, den natürlichen
Kausalzusammenhang zu beurteilen; dagegen obliegt es dem Gericht, die Frage nach
dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten. Im Bereich klar ausgewiesener
organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen Veränderungen
(organisches Substrat konnte mit bildgebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen,
Computertomogramm, EEG] nachgewiesen werden) spielt die Adäquanz als rechtliche
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Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung
des Unfallversicherers praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher
Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V
291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb mit Hinweisen).
2.2 Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt
erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers, wenn entweder der
(krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat
(Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem
schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher
oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss
mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit
nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es
sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende
Beweislast nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV
2000 Nr. U 363 S. 45, 1994 Nr. U 206 S. 328; siehe ebenso BGE 117 V 261 E. 3b).
Dabei muss jedoch nicht etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht werden.
Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ob es Krankheitsursachen, ein
Geburtsgebrechen oder degenerative Veränderungen sind, ist unerheblich. Denn es ist
nicht so, dass der Unfallversicherer bei einmal bejahter Unfallkausalität so lange haftet,
als er unfallfremde Ursachen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen eines
Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahin gefallen sind
(RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b).
2.3 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die
Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren
Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten.
Hinsichtlich Beweiswert eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die
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streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese
abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in
der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen
der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen). Vertrauensärzte
einer Kasse sind in ihrem Urteil als unabhängig und von keiner Seite
weisungsgebunden zu betrachten (vgl. dazu Art. 57 Abs. 5 des Bundesgesetzes über
die Krankenversicherung [KVG; SR 832.10]). Ihre medizinischen Berichte sind daher
nicht als Parteigutachten einzustufen. Von ihnen wird vorerst fachliche Kompetenz,
zugleich Geschick im Umgang mit allen Beteiligten und überdies gute Kenntnis der
Rechtsgrundlagen erwartet. Die Rechtsprechung erachtet sodann Aktengutachten als
zulässig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und
gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten unbestritten sind. Voraussetzung ist
ein lückenloser Untersuchungsbefund, damit der Experte imstande ist, sich aufgrund
der vorhandenen Unterlagen ein lückenloses Bild zu verschaffen (vgl. PVG 1996 Nr. 89,
265 E. 3b). - Angesichts der obigen Darlegungen sprechen keine formellrechtlichen
Gründe gegen den Einbezug der ärztlichen Aktenbeurteilung von Dr. C._ vom 23.
Juni 2009 (act. G 5.3/5). Ob letztendlich auf die Aktenbeurteilung abgestellt werden
kann, ist im Rahmen der nachfolgenden materiellrechtlichen Beurteilung bzw.
Beweiswürdigung zu prüfen.
3.
3.1 Seit dem Unfall vom 23. Januar 2009 leidet die Beschwerdeführerin angeblich
fortdauernd unter Schmerzen im Hinterkopf und Nackenbereich sowie im Bereich der
mittleren BWS (act. G 3.3/2, G 3.3/7). Gemäss Arztzeugnis von Dr. B._ vom 20. April
2009 erlitt sie damals diverse Kontusionen, u. a. der Stirn und der rechten Schulter (act.
G 5.3/3). Die am 13. Februar 2009 in der Klinik Stephanshorn durchgeführte
Kernspintomographie der HWS zeigte eine beginnende Osteochondrose in den
Segmenten C3/4 bis C5/6 mit diskreten Boden-/Deckenplattenirregularitäten sowie
ventral und im Segment C5/6 dorsal angedeuteter Spondylose. In allen Segmenten
waren sodann diskrete Zeichen von Bandscheibendehydratation, jedoch ohne
Höhenminderung, erkennbar. In den Segmenten C5/6 und C6/7 bestanden zusätzlich
kleinvolumige mediane Diskushernien bzw. Bandscheibenprotrusionen ohne Irritation
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austretender Nervenwurzeln. Die Kernspintomographie der BWS zeigte
Bodenplattenirregularitäten der BWK 4-11 bei teilweise dehydrierten, jedoch kaum
höhengeminderten Bandscheiben. Im Weiteren fand sich eine kleinvolumige mediane
und paramedian linksseitige Diskushernie Th7/8 mit diskreter Abdrängung des
thorakalen Myelons nach dorsal, jedoch ohne Irritation der austretenden Nervenwurzeln
(act. G 3.3/2). Bei diesen Gesundheitsschäden handelt es sich um klare organische
Substrate, die grundsätzlich als Ursache der geklagten Beschwerden im
Nackenbereich mit Ausstrahlung in den Hinterkopf sowie im BWS-Bereich in Frage
kommen (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl.,
Bern 2002, S. 848 ff., 878 ff.). Zu prüfen ist daher im Folgenden, inwieweit sie durch
den Unfall bzw. die Kontusionen vom 23. Januar 2009 verursacht wurden oder
inwieweit der Unfall bzw. die Kontusionen auf sie eingewirkt haben. In Frage kommen
eine durch den Unfall verursachte organische Gesundheitsschädigung, eine
richtunggebende Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustands sowie ein durch
den Unfall lediglich ausgelöster (nicht verursachter) oder vorübergehend
verschlimmerter degenerativer Vorzustand. Beim Unfall als Auslösefaktor interessiert im
Weiteren die Frage, ob der Beschwerdeschub noch andauert bzw. bis zu welchem
Zeitpunkt er angedauert hat (vgl. dazu RKUV 2000 Nr. U 378 S. 190 und Nr. U 379 S.
192).
3.2
3.2.1 Aktenmässig erstellt (act. G 3.4/6, G 3.4/11) ist, dass die
Beschwerdeführerin bereits vor dem Unfall vom 23. Januar 2009 im Bereich der HWS
bzw. deren Segmente C5/6 und C6/7 geringfügige bzw. kleinvolumige
Diskusprotrusionen aufwies. Insofern stellen die nach dem Unfall in diesen Segmenten
erhobenen Hernierungen der Bandscheibe keine neuen, bleibenden
Gesundheitsschädigungen im Sinn struktureller Veränderungen dar. Dasselbe hat mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit in Bezug auf die Diskushernie
im Bereich der BWS zu gelten. Wie das Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG;
seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) in seiner
Rechtsprechung festhielt, entspricht es einer medizinischen Erfahrungstatsache im
Bereich des Unfallversicherungsrechts, dass Diskushernien in aller Regel degenerative
Erkrankungen darstellen. Ein Bandscheibenvorall kann nur dann als weitgehend durch
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eine äussere Einwirkung entstanden betrachtet werden, wenn die dabei wirkende Kraft
ausserordentlich hoch und der Unfall mithin geeignet war, eine prätraumatisch
vollständig unauffällige Bandscheibe zu zerreissen (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 192, 193
E. 2a mit Hinweisen; Urteil des EVG vom 3. Oktober 2005 [U 163/05] i/S R., E. 3.1;
Urteil des EVG vom 18. Februar 2002 [U 459/00] i/S K., E. 3b; Medizinische
Mitteilungen der Suva Nr. 68 (1995), S. 17). Diese Voraussetzungen sind vorliegend
offensichtlich weder hinsichtlich des Unfallereignisses noch bezüglich des
Gesundheitszustands vor dem Unfall erfüllt. Bei der Osteochondrose handelt es sich
sodann um eine häufige im Rahmen des Degenerationsvorgangs auftretende, also
nicht traumatisch bedingte, Veränderung an der Wirbelsäule, die ein Vorstadium oder
eine Begleiterscheinung einer Diskushernie bilden kann (vgl. dazu Alfred M. Debrunner,
a.a.O., S. 852 ff.). Der Feststellung des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin,
wonach die Spondylose auch durch traumatische Verletzungen entstehe und der
fragliche Unfall in überwiegenden Masse zur Entstehung der Spondylose der
Beschwerdeführerin beigetragen habe, kann nicht gefolgt werden. Bei der Spondylose
handelt es sich um eine degenerative Veränderung an den Wirbelkörpern (Rand
zackenbildungen an den Wirbelkörpern infolge zunehmender Abnutzung der
Bandscheiben), die ebenfalls ein Vorstadium oder eine Begleiterscheinung einer
Diskushernie darstellt (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, a.a.O., S. 781, S. 852 ff.;
Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Spondylosis_deformans). Zusammen mit dem
ebenfalls festgestellten degenerativen Vorgang der Dehydratation sowie den
Bodenplattenirregularitäten liegt damit im Bereich der HWS und BWS ein Zustand der
Wirbelsäule vor, der insgesamt auf eine umfassende degenerative Problematik
hinweist, die mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine beim
Unfallereignis vom 23. Januar 2009 erlittene neue, bleibende Gesundheitsschädigung
im Sinn einer strukturellen Veränderung ausschliessen lässt. Entsprechend weist Dr.
C._ in seiner vertrauensärztlichen Beurteilung vom 23. Juni 2009 (act. G 3.3/5) auf
fehlende Hinweise für eine unfallbedingte strukturelle Schädigung im Bereich der HWS
und BWS hin, dagegen auf die Darstellung erheblicher degenerativer Veränderungen.
Da erhebliche degenerative Veränderungen zur Darstellung kämen, sei eine
Abgrenzung zu wahrscheinlich krankheitsbedingten Beschwerden notwendig.
3.2.2 Ebenfalls auszuschliessen ist im Fall der Beschwerdeführerin eine
richtunggebende, mithin dauernde, unfallbedingte Verschlimmerung ihrer
http://de.wikipedia.org/wiki/Spondylosis_deformans
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degenerativen Gesundheitsschäden im Bereich der Wirbelsäule. Es ist eine
medizinische Erfahrungstatsache, dass eine solche Verschlimmerung nur dann als
erwiesen gelten kann, wenn die Radioskopie ein plötzliches Zusammensinken der
Wirbel und das Auftreten bzw. die Vergrösserung von Randzacken nach einem Trauma
aufzeigt (E. Morscher, in: Bauer/Nigst [Hrsg.], Versicherungsmedizin, 2. Aufl. Bern
1985, S. 191). Die medizinischen Akten enthalten keine Hinweise darauf, dass sich der
degenerative Zustand der HWS und BWS im Zeitpunkt des Unfalls vom 23. Januar
2009 massiv verändert hätte. Die bei der kernspintomographischen Untersuchung vom
13. Februar 2009 festgestellte Spondylose war zwar in der früheren
Kernspintomographie offensichtlich noch nicht erkennbar (act. G 3.4/6). Angesichts der
damals bereits im genau gleichen Ausmass bestehenden Diskusprotrusion C5/6 und
C6/7, der zuvor beschriebenen umfassenden degenerativen Problematik und des
Umstands, dass zwischen den beiden kernspintomographischen Untersuchungen ein
Zeitraum von einem Jahr liegt, in dessen Verlauf ein rein degenerativer Prozess
durchaus denkbar ist, drängt sich jedoch die Annahme einer unfallkausalen
Ursächlichkeit in keiner Weise auf. Eine allfällige richtunggebende Verschlimmerung
muss röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der altersüblichen Progression
abheben; bei einem Unfall ohne strukturelle Läsion am Achsenskelett ist die
Chronifizierung der Beschwerden zunehmend auf andere (unfallfremde) Faktoren
zurückzuführen (Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 67 (1994), S. 45 ff.). Allgemein
kann eine Kontusion der Wirbelsäule eine bisher stumme Wirbelsäulenerkrankung
symptomatisch machen, wobei es sich aber meistens nur um eine vorübergehende
Verschlimmerung handelt (Debrunner/Ramseier, Die Begutachtung von
Rückenschäden, Bern 1990, S. 52). Entsprechend den obigen Ausführungen wird das
Vorliegen einer richtunggebenden Verschlimmerung einer degenerativen Erkrankung im
Bericht von Dr. C._ auch nicht diskutiert.
3.2.3 Nach dem Gesagten steht fest, dass die Beschwerdeführerin mit dem
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit durch den fraglichen Unfall weder
eine klar ausgewiesene neue, bleibende Gesundheitsschädigung im Sinn einer
strukturellen Veränderung noch eine richtunggebende Verschlimmerung des
degenerativen Vorzustands erlitten hat.
3.3
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3.3.1 Ein Vorzustand kann durch einen Unfall ausgelöst oder vorübergehend
verschlimmert werden. Diesfalls übernimmt die Unfallversicherung jedoch nur den
durch das Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 193
E. 2a mit Hinweisen). - Demgemäss hält Dr. C._ in seinem Bericht vom 23. Juni 2009
(act. G 3.3/5) fest, dass im vorliegenden Fall hauptsächlich von Prellungen der
betroffenen Körperteile ausgegangen werden könne. Die festgestellten unfallbedingten
Verletzungen würden grundsätzlich innert drei bis spätestens sechs Monate nach dem
Unfallgeschehen abheilen. Er empfehle deshalb, die Heilbehandlungskosten als
unfallbedingt bis Ende Juni 2009 zu übernehmen. Entsprechend dieser Beurteilung
stellte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen per 10. Juli 2009 ein.
3.3.2 Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass Prellungen,
Verstauchungen oder Zerrungen der Wirbelsäule ohne strukturelle Läsionen
normalerweise innert kurzer Zeit, in der Regel nach sechs bis neun Monaten,
spätestens aber nach einem Jahr abheilen und sich die damit verbundenen
Beschwerden gänzlich zurückbilden. Dieser medizinische Erfahrungssatz darf, zumal er
der herrschenden medizinischen Lehrmeinung entspricht, im Rahmen des
Wahrscheinlichkeitsbeweises berücksichtigt werden. Dies hat insbesondere für den
Nachweis des Status quo sine zu gelten, bei dem es sich um einen hypothetischen
Zustand handelt, welcher sich häufig nur mit Erfahrungswerten bestimmen lässt (Urteil
des EVG vom 18. September 2002 [U 60/02] i/S H., E. 2.2, E. 3.2 mit Hinweisen auf die
medizinische Literatur; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Februar 2007 [U 357/06] i/S
B., E. 4.5). In den Medizinischen Mitteilungen der Suva Nr. 79 (2008), S. 101 hält Autor
Erich Bär sogar fest, dass Weichteilzerrungen bzw. -prellungen am Rücken (mithin
Verletzungen ohne objektivierbaren strukturellen Schaden) ungeeignet seien, länger als
einige Wochen bis wenige Monate Beschwerden zu machen, die mit organischen
Folgen der ursprünglichen Verletzung zu erklären wären und weist auf zahlreiche
weitere Publikationen hin (Erich Bär, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der
Wirbelsäule. Ein Update. in: Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 79 (2008), S. 100
ff.). Insofern zeichnet sich eine vorübergehende Verschlimmerung eines Vorzustands im
Bereich der Wirbelsäule im Regelfall durch stetige Besserung des unfallkausalen
Beschwerdeanteils aus (vgl. dazu Bär/Kiener, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der
Wirbelsäule. in: Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 67 (1994), S. 45). Schliesslich
sprechen seit dem Unfall anhaltende, zu Beginn als unfallkausal taxierte Schmerzen
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und eine damit verbundene Arbeitsunfähigkeit - zumindest eine solche bestand bei der
Beschwerdeführerin rund einen Monat nach dem Unfall nicht mehr (vgl. act. G 3.3/3,
act. G 3.3/4) - nicht automatisch für das Vorliegen anhaltender Unfallrestfolgen bzw.
eine andauernde unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit. Die Leistungseinstellung des
Unfallversicherers bedingt keine Beschwerdefreiheit bzw. volle Arbeitsfähigkeit.
Entscheidend ist allein, ob der durch den Unfall ausgelöste Beschwerdeschub seine
kausale Bedeutung verloren hat (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b). Diesfalls können
anhaltende Beschwerden mit unfallfremden Befunden, beispielsweise eben
degenerativer Art, erklärt werden. Ein Unfall gemäss der Beschreibung in der
Unfallmeldung vom 20. Februar 2009 (Treppensturz mit dem Kopf voraus) vermag zwar
grundsätzlich schwere Verletzungen zu verursachen. Die Schwere der Kontusion hängt
jedoch letztlich von der im Einzelfall erfolgten Gewalteinwirkung ab. Der Umstand
allein, dass ein Unfallereignis potentiell geeignet wäre, körperlich gravierende
Verletzungen oder gar den Tod einer Person herbeizuführen, ist nicht entscheidend. Die
Beschwerdeführerin hatte offensichtlich Glück im Unglück und es sind in den Akten
keine auf eine schwerere Kontusion hinweisende Befunde (Schädelkontusion:
Bewusstlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Blutdruckschwierigkeiten (Wikipedia http://
www.pflegewiki.de/wiki/Schädelprellung, Abfrage vom 25. März 2010;
Thoraxkontusion: Atemnot, Herzrhythmusstörungen, Hämatom (vgl. Pschyrembel,
Klinisches Wörterbuch, 261. Aufl., S. 288; Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/
Thoraxprellung, Abfrage vom 25. März 2010) vermerkt. Die Beschwerdeführerin erlitt
auch keine strukturellen Läsionen (Schädel- oder Schulterfraktur, strukturelle
Schädigung von Herz oder Lunge).
3.3.3 Angesichts der obigen Erwägungen sind keine Gründe ersichtlich,
derentwegen die Richtigkeit der Beurteilung von Dr. C._ in Zweifel zu ziehen wäre,
weshalb auf sie abzustellen ist. Sein Bericht vom 23. Juni 2009 erfüllt die an den
Beweiswert eines Arztberichts gestellten Voraussetzungen (vgl. dazu BGE 125 V 352 E.
3a mit Hinweis). Eine ärztliche Beurteilung aufgrund der Akten ist - wie bereits erwähnt
(vgl. Erwägung Ziff. 2.3) - nicht an sich unzuverlässig, wenn genügend Unterlagen von
persönlichen
Untersuchungen vorliegen (RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371, 1993 Nr. U 167 S. 95).
Dr. C._ standen offensichtlich sämtliche Vorakten zur Verfügung. Er legte diese bzw.
die Anamnese in seinem Bericht ausführlich dar. Inwieweit die Beurteilung von
http://www.pflegewiki.de/wiki/Sch%C3%A4delprellung http://www.pflegewiki.de/wiki/Sch%C3%A4delprellung http://de.wikipedia.org/wiki/Thoraxprellung http://de.wikipedia.org/wiki/Thoraxprellung
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Dr. C._ nicht schlüssig und nachvollziehbar sein soll, ist weder erkennbar, noch von
Seiten des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin konkret gerügt. Er sieht die
fortdauernden Beschwerden der Beschwerdeführerin offensichtlich auch vielmehr in
einer anderen Verletzung begründet (vgl. dazu Erwägung Ziff. 4). Dr. C._
Schlussfolgerung überzeugt, indem sie in der Erfahrungsmedizin - gerade bei
Kontunsionsverletzungen muss sich ein Mediziner auf diese abstützen (vgl. Erwägung
Ziff. 3.3.2) - und in der konkreten Anamnese eine eindeutige Stütze findet.
3.3.4 Die Bestätigung einer Unfallkausalität durch Dr. B._ im Arztzeugnis vom
20. April 2009 (act. G 3.3/3) vermag an dieser Beurteilung nichts zu ändern. Dr. C._
geht erst rund zwei Monate nach dieser Bestätigung von einer Heilung der Unfallfolgen
aus. Im Übrigen kann sich die Bestätigung nur auf die Behandlungsdauer beziehen.
Dr. B._ hatte seine Heilbehandlung bereits zwei Monate vor Ausstellung des
Arztzeugnisses, d.h. am 20. Februar 2009, abgeschlossen und der Beschwerdeführerin
ab 23. Februar 2009 wieder eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert. Zudem sprechen die
degenerativen Vorzustände massgebend gegen eine fortdauernde Unfallkausalität bzw.
für die Schlussfolgerung von Dr. C._.
3.4 Aufgrund des Gesagten ist nach Massgabe der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 10. Juli 2009, d.h. rund
sechs Monate nach dem Unfallereignis, von einem Wegfall der Kontusionsfolgen als
Ursache der noch geklagten Beschwerden auszugehen. Eine Leistungspflicht wegen
Unfallrestfolgen infolge der Kontusionen lässt sich demzufolge nicht begründen.
4.
4.1 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin sieht schliesslich einen über den
Zeitpunkt der Leistungseinstellung weiter bestehenden Leistungsanspruch gegenüber
der Beschwerdegegnerin insbesondere in einem beim Unfall vom 23. Januar 2009
erlittenen HWS-Trauma begründet. Nach den Ergebnissen der medizinischen
Forschung ist bekannt, dass bei Schleudertraumaverletzungen sowie äquivalenten
Verletzungen (HWS-Distorsion, Schädel-Hirntrauma; vgl. dazu RKUV 1999 Nr. U 341 S.
408 E. 3b; BGE 117 V 369 E. 3) auch ohne nachweisbare pathologische bzw.
organische Befunde noch Jahre nach dem Unfall funktionelle Ausfälle verschiedenster
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Art auftreten können. Der Umstand, dass die für ein Schleudertrauma oder eine
Distorsion der HWS typischen Beschwerden nicht mit entsprechenden
Untersuchungsmethoden (Röntgen, Computertomogramm, EEG) objektivierbar sind,
rechtfertigt für sich allein nicht, die diesbezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen
(BGE 117 V 359 E. 5d/aa).
4.2 Distorsionen der HWS sind Folgen von Beschleunigungskräften, die im Sinn einer
Überdehnung und Überbiegung auf die HWS einwirken und mit einem Kopfanprall
verbunden sein können (vgl. Thomas Locher, HWS-Distorsionen [Schleudertrauma] -
Einführung in die Rechtslage nach schweizerischem Recht, in: Murer/Niederer/
Radanov/Rumo-Jungo/Sturzenegger/Walz [Hrsg.], Das so genannte "Schleudertrauma"
- medizinische, biomechanische und rechtliche Aspekte der Distorsionen der
Halswirbelsäule, Bern 2001, S. 31 f.).
4.3 Ist ein Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung
diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer
Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations-
und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen,
Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. vor, so ist der
natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen
Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl.
auch BGE 117 V 369 E. 3e). Nach der aktuellen Rechtsprechung des Bundesgerichts
(Urteile vom 30. Januar 2007 [U 215/05] i/S T. und vom 15. März 2007 [U 258/06] i/S
G.) muss bei einer HWS-Verletzung das typische Beschwerdebild mit einer Häufung
von Beschwerden nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis
höchstens 72 Stunden nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in
diesem Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS - bei einem
Schädel-Hirntrauma in Form von Kopfschmerzen - manifestieren. Die anderen im
Rahmen eines Schleudertraums oder einer äquivalenten Verletzung typischerweise
auftretenden Beschwerden müssen sich jedoch immerhin in einem Zeitraum
manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen
Kausalzusammenhangs auszugehen.
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4.4 Angesichts der Kontusionsdiagnosen und der Unfallbeschreibung ist
grundsätzlich nicht gänzlich auszuschliessen, dass der Treppensturz mit Anschlagen
des Kopfs eine schleudertraumaähnliche Verletzung verursacht haben könnte. In
Betracht zu ziehen wäre eine HWS-Distorsion und/oder ein Schädel-Hirntrauma.
Entsprechende Diagnosen wurden jedoch von Dr. B._ im Arztzeugnis vom 20. April
2009 nicht gestellt (act. G 3.3/3), womit solche nicht als durch zuverlässige Angaben
gesichert gelten können. Hinzu kommt, dass zumindest anlässlich der Untersuchung
am Unfalltag von der Beschwerdeführerin offensichtlich keine Nackenschmerzen und
eigentliche Kopfschmerzen beklagt wurden und in Folge zu keinem Zeitpunkt ein
Leidensprofil mit einer Häufung von typischen Beschwerden nach einer
schleudertraumaähnlichen Verletzung vorlag. Als solche zeigten sich immer nur
Schmerzen im Hinterkopf und Nackenbereich, welche zudem nicht ohne weiteres
voneinander zu trennen sind. Schmerzen im BWS-Bereich gehören nicht zum
typischerweise nach einer schleudertraumaähnlichen Verletzung auftretenden
Beschwerdebild (vgl. dazu Liste in H. Schmidt/J. Senn Hrsg., Schleudertrauma -
neuester Stand: Medizin, Biomechanik, Recht und Case Management, 1. Aufl. Zürich
2004, S. 14 f.) und waren offensichtlich in einer ersten Phase der Kontusion der rechten
Körperhälfte zuzuordnen. Aufgrund dieser Sachlage ist die natürliche Kausalität der
Schmerzen im Hinterkopf sowie im Nacken- und BWS-Bereich bezogen auf eine
schleudertraumaähnliche Verletzung mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu verneinen bzw. insgesamt liegen keine massgebenden Hinweise
für eine durch den Unfall vom 23. Januar 2009 erlittene schleudertraumaähnliche
Verletzung vor. Für diese Beurteilung spricht letztlich auch der Umstand, dass die
geklagten Beschwerden anfänglich bereits ohne weiteres in den echtzeitlich
diagnostizierten Kontusionen und nachfolgend in den Degenerationen der
entsprechenden Wirbelsäulensegmente eine Ursachengrundlage finden.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde, soweit darauf einzutreten
ist, unter Bestätigung des Einspracheentscheids vom 14. September 2009 abzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
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im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG