Decision ID: c366e125-1f6e-4f95-a19f-a670f3b4634e
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abteilung, vom
8. September 2015 (DG150048)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland vom 2. Juli 2015
(Urk. 18) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist schuldig der qualifizierten Widerhandlung gegen das
Betäubungsmittelgesetz im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG in Verbin-
dung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 30 Monaten Freiheitsstrafe, wovon
111 Tage durch Haft erstanden sind.
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 18 Monaten aufgescho-
ben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (12 Monate, ab-
züglich 111 Tage, die durch Haft erstanden sind) wird die Freiheitsstrafe
vollzogen.
4. Die sichergestellten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der
Lagernummer ... aufbewahrten 903.2 Gramm Kokaingemisch werden ein-
gezogen und sind nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils durch die Kan-
tonspolizei Zürich zu vernichten.
5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 2'500.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 1'500.– Gebühr für das Vorverfahren
Fr. 3'300.– Auslagen (Gutachten)
Fr. 180.– Auslagen (Gutachten)
Fr. 900.– Auslagen Polizei
Fr. 6'210.80 amtl. Verteidigungskosten
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
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6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem
Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der
amtlichen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von
Art. 135 Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse übernommen werden.
Berufungsanträge:
a) Der amtlichen Verteidigung:
(Urk. 46 S. 2)
" 1. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass das vorinstanzliche  in Bezug auf die Ziffern 1., 4., 5., 7., und 8. in Rechtskraft erwachsen ist.
2. Herr A._ sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 22 Monaten, unter Anrechnung von bis heute 247 Tagen  Polizei- und Untersuchungshaft sowie vorzeitigem .
3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei unter Ansetzung einer  von 2 Jahren bedingt aufzuschieben.
4. Eventualiter sei – im Falle der Verhängung einer teilbedingten Freiheitsstrafe – der unbedingt vollziehbare Teil der Strafe auf höchstens 8 Monate anzusetzen.
5. Die Verfahrenskosten der ersten Instanz, ohne diejenigen der amtlichen Verteidigung, die auf die Staatskasse zu nehmen sind, seien dem Beschuldigten aufzuerlegen, infolge Unerhältlichkeit jedoch sogleich definitiv abzuschreiben; die Kosten des , inklusive derjenigen der amtlichen Verteidigung, seien ausgangsgemäss auf die Staatskasse zu nehmen.
6. Herr A._ sei aus dem Strafvollzug zu entlassen."
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b) Der Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland (sinngemäss):
(Urk. 42)
Es sei der vorinstanzliche Schuldspruch zu bestätigen.
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Das Gericht erwägt:
I. Verfahrensgang / Prozessuales
1. Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil vom 8. Septem-
ber 2015 sprach die II. Abteilung des Bezirksgerichts Bülach den Beschuldigten
der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz im Sinne von
Art. 19 Abs. 1 lit. b BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG schuldig
und bestrafte ihn mit einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten. Im Umfang von 18
Monaten wurde deren Vollzug aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre fest-
gesetzt. Im Umfang von 12 Monaten, abzüglich 111 Tage durch Untersuchungs-
haft und vorzeitigen Strafvollzug erstandene Haft, wurde die Freiheitsstrafe für
vollziehbar erklärt. Die polizeilich sichergestellten Betäubungsmittel (Lagernum-
mer ...) zog die Vorinstanz ein und überliess sie der Kantonspolizei Zürich zur
Vernichtung (Urk. 36 S. 16).
2. Gegen dieses Urteil liess der Beschuldigte mit Eingabe vom 17. Septem-
ber 2015 (Datum des Poststempels) rechtzeitig Berufung anmelden (Urk. 30;
Art. 399 Abs. 1 StPO). Nach Zustellung des begründeten Urteils am 4. November
2015 liess er mit Eingabe vom 19. November 2015 innert Frist eine auf die Dispo-
sitivziffern 2, 3 (Strafzumessung, inkl. Vollzug) und 6 (Kostenauflage) des vorin-
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stanzlichen Urteils beschränkte schriftliche Berufungserklärung einreichen. Er
strebt wie vor Vorinstanz eine Reduktion der Freiheitsstrafe auf 22 Monate be-
dingt sowie – im Eventualfall eines bloss teilbedingten Vollzuges – einen zu voll-
ziehenden Teil von höchstens 9 Monaten an (Urk. 35; Urk. 39; Art. 399 Abs. 3
StPO). Die Staatsanwaltschaft Winterthur / Unterland beantragte die Bestätigung
des vorinstanzlichen Urteils und ersuchte um Dispensation von der Teilnahme an
der Berufungsverhandlung (Urk. 42). Die Dispensation wurde mit dem Einver-
ständnis der Verteidigung bewilligt (Urk. 43). Beweisanträge wurden von keiner
Seite gestellt.
Anlässlich der Berufungsverhandlung liess der Beschuldigte die eingangs
erwähnten Anträge stellen (Urk. 46 S. 2; Prot. II. S. 15).
3. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechts-
kraft des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Nachdem
die Urteilsdispositivziffern 1 (Schuldspruch), 4 (Vernichtung der Betäubungsmittel)
und 5 (Kostenfestsetzung) unangefochten blieben, ist mittels Beschluss festzu-
stellen, dass das vorinstanzliche Urteil in diesem Umfang in Rechtskraft erwach-
sen ist.
II. Strafzumessung
1. Bei qualifizierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz reicht
der Strafrahmen von nicht unter einem Jahr bis zu 20 Jahren Freiheitsstrafe, wo-
mit eine Geldstrafe von bis zu 360 Tagessätzen zu maximal Fr. 3'000.– verbun-
den werden kann (Art. 19 Abs. 2 BetmG; Art. 40 StGB; Art. 34 Abs. 1 und 2
StGB).
1.1. Der ordentliche Strafrahmen ist trotz Vorliegens allfälliger Strafschär-
fungs- und Strafmilderungsgründe nur zu erweitern, wenn aussergewöhnliche
Umstände vorliegen und die für die betreffende Tat angeordnete Strafe im konkre-
ten Fall zu hart, respektive zu milde erscheint. Da der obere Strafrahmen vorlie-
gend bereits bei 20 Jahren Freiheitsstrafe liegt, kann er ohnehin nicht mehr erwei-
tert werden. Die Frage einer Unterschreitung des ordentlichen Strafrahmens kann
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sich stellen, wenn verschuldens- bzw. strafreduzierende Faktoren zusammentref-
fen, die einen objektiv an sich leichten Tatvorwurf weiter relativieren, so dass eine
Strafe innerhalb des ordentlichen Rahmens dem Rechtsempfinden widerspräche
(Art. 48, Art. 48a, Art. 49 Abs. 1, Art. 19 Abs. 2, Art. 22 Abs. 1 StGB;
BGE 136 IV 55 E. 5.8; Urteil des Bundesgerichts 6B_475/2011 vom 30. Januar
2012 E. 1.4.4). Das Gericht ist indessen verpflichtet, Strafschärfungsgründe zu-
mindest straferhöhend und Strafmilderungsgründe strafmindernd im Rahmen des
ordentlichen Strafrahmens zu berücksichtigen (BGE 116 IV 300 E. 2.a).
1.2. Vorliegend sind keine Strafmilderungs- oder Strafschärfungsgründe ge-
geben.
2. Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es be-
rücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung
der Strafe auf dessen Leben (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach
der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach
der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters so-
wie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Um-
ständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47
Abs. 2 StGB).
2.1. Der Begriff des Verschuldens muss sich auf den gesamten Unrechts-
und Schuldgehalt der konkreten Straftat beziehen. Zu unterscheiden ist zwischen
Tat- und Täterkomponente. Als Gradmesser für die objektive Tatschwere dient
das Mass der Beeinträchtigung des strafrechtlich geschützten Rechtsguts. Es
lässt sich am Ausmass des verschuldeten Erfolges hinsichtlich Deliktsbetrag, Ge-
fährdung, Sachschaden etc. sowie anhand der Art und Weise der Herbeiführung
dieses Erfolges, der Willensrichtung, mit der der Täter gehandelt hat, und dessen
Beweggründe bemessen. Weiter bedeutsam sind das Mass der Entscheidungs-
freiheit beim Täter und die Intensität seines deliktischen Willens. Je leichter es für
den Täter gewesen wäre, die verletzte Norm zu respektieren, desto schwerer
wiegt die Entscheidung gegen diese (HUG, in: DONATSCH / FLACHSMANN / HUG /
WEDER, Kommentar zum StGB, 19. Aufl., Zürich 2013, N 6 ff. zu Art. 47 StGB;
WIPRÄCHTIGER/KELLER, in: Basler Kommentar Strafrecht I, 3. Aufl., Basel 2013,
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N 85 zu Art. 47 StGB; TRECHSEL/AFFOLTER-EIJSTEN, in: TRECHSEL/PIETH, Schwei-
zerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013,
N 17 ff. zu Art. 47 StGB).
2.2. Im Bereich des Betäubungsmittelstrafrechts ist zu berücksichtigen, dass
der Drogenmenge und der daraus resultierenden Gefährdung bei der Bemessung
der Strafe keine vorrangige Rolle zukommen darf (BGE 118 IV 342 ff.;
BGE 121 IV 202 E. 2d/cc; Urteil des Bundesgerichts 6B_558/2011 vom 21. No-
vember 2011 E. 3.3.2; HUG-BEELI, BetmG-Kommentar, 1. Auflage, Basel 2016,
N 204 ff. und insbes. N 252 ff. zu Art. 26 BetmG). Es wäre verfehlt, im Sinne eines
Tarifs überwiegend oder gar allein auf dieses Kriterium abzustellen. Falsch wäre
aber auch die Annahme, diesem Strafzumessungselement komme eine völlig un-
tergeordnete oder gar keine Bedeutung zu. Es ist nicht nebensächlich, ob jemand
mit zwanzig oder zweihundert Gramm einer gefährlichen Droge handelt.
2.3. Der Reinheitsgrad der Betäubungsmittel kann für das Verschulden von
Bedeutung sein. Handelt der Täter wissentlich mit ausgesprochen reinen Drogen,
ist das Verschulden schwerer, handelt er wissentlich mit besonders stark ge-
streckten Drogen, ist es leichter (BGE 122 IV 299). Steht indes nicht fest, dass
der Beschuldigte ein ausgesprochen reines oder besonders stark gestrecktes Be-
täubungsmittel liefern wollte, spielt der genaue Reinheitsgrad für die Gewichtung
des Verschuldens und bei der Strafzumessung keine Rolle. Die genaue Betäu-
bungsmittelmenge und gegebenenfalls ihr Reinheitsgrad verlieren zudem an Be-
deutung, wenn mehrere Qualifikationsgründe gemäss Art. 19 Abs. 2 BetmG ge-
geben sind, und sie werden umso weniger wichtig, je deutlicher der Grenzwert im
Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG überschritten ist (BGE 121 IV 193; HUG-
BEELI, BetmG-Kommentar, a.a.O., N 255 ff. zu Art. 26 BetmG).
2.4. Die objektive Tatschwere bestimmt sich bei Drogendelikten neben der
erwähnten eher sekundären Bedeutung der Drogenmenge (BGE 121 IV 202) und
der daraus folgenden Gesundheitsgefährdung namentlich auch nach der Art und
Weise der Tatbegehung, der Willensrichtung, mit welcher der Täter gehandelt hat,
und den Beweggründen (BGE 118 IV 348). Massgebend sind dabei unter ande-
rem die Häufigkeit und Dauer der deliktischen Handlungen, die aufgewendete
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persönliche Energie, das gezeigte kriminelle Engagement, die hierarchische Stel-
lung sowie die Grösse der erzielten oder angestrebten Gewinne. Daneben kommt
es darauf an, wie der Täter mit der Droge in Kontakt gekommen ist und was er mit
dieser gemacht hat (HUG-BEELI, Betäubungsmitteldelikte 1983-1991, Zürich 1992,
S. 429 f., 436 und 438; DIESELBEN, BetmG-Kommentar, a.a.O. N 212 ff. zu Art. 26
BetmG). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts trifft beispielsweise den
Transporteur einer bestimmten Drogenmenge grundsätzlich ein geringeres Ver-
schulden als denjenigen, der diese Betäubungsmittelmenge verkauft oder zum
Zwecke des Weiterverkaufs erwirbt (WIPRÄCHTIGER/KELLER, a.a.O., N 93 f. zu
Art. 47 StGB; BGE 121 IV 206). Weiter beachtlich ist auch eine allfällige Drogen-
abhängigkeit des Täters, ob er ausschliesslich des Geldes wegen handelte, ohne
sich in einer finanziellen Notlage zu befinden, oder ob er es ablehnt zu arbeiten,
obwohl es ihm möglich wäre, und er es vorzieht, durch den Drogenhandel seinen
Lebensunterhalt zu verdienen (BGE 107 IV 62 f.; BGE 118 IV 349). Daraus ergibt
sich, dass nicht einem einzelnen, der aufgeführten Kriterien für die Beurteilung
des Verschuldens eine überwiegende Bedeutung zukommt. Der Einbezug all die-
ser Kriterien und deren Gesamtwürdigung führt schliesslich zur Gewichtung der
Tatschwere und des Verschuldens.
2.4.1. Bei der objektiven Schwere der Tat bzw. beim „Ausmass des ver-
schuldeten Erfolges ist zunächst zu gewichten, dass der Beschuldigte eine Menge
von 903.2 Gramm Kokaingemisch, resp. 513.4 Gramm reines Kokain, transpor-
tierte und in die Schweiz einführte. Es handelt sich somit um einen einmaligen
Transport. Über die transportierte Menge wusste der Beschuldigte relativ gut Be-
scheid, da er gemäss eigener Aussage 91 Fingerlinge zu je 10 Gramm vor der
Reise geschluckt hatte (Urk. 4 S. 6, Antwort auf Frage 49 und S. 8, Antwort auf
Frage 73; Urk. 6 S. 5; Prot. I S. 11 f.; Prot. II S. 13). Mit dieser Menge reinen Ko-
kains ist der schwere Fall im Sinne von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG, welcher eine
Mindeststrafe von nicht unter einem Jahr Freiheitsstrafe vorsieht (18 Gramm Ko-
kainhydrochlorid; vgl. BGE 109 IV 143 E. 3b), um ein Vielfaches übertroffen.
2.4.1.1. Auch über die Art des Stoffes wusste der Beschuldigte Bescheid,
auch wenn er mehrfach beteuerte, bloss geahnt zu haben, dass es Kokain gewe-
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sen sei, sich dessen aber nicht sicher gewesen zu sein. Er sah, dass der Inhalt
der Fingerlinge weiss war (Urk. 3 S. 4). Zudem wurde er gemäss eigener Aussa-
ge von einem ehemaligen Arbeitskollegen "B._" bereits im Januar 2015 ge-
fragt, ob er einen ersten Drogentransport ausführen würde und diesen dann vor
Ostern (2015) mit einer ungefähr gleich grossen Menge auch tatsächlich ausge-
führt hatte (Urk. 3 S. 2 f.; Urk. 5 S. 3; Urk. 6 S. 3; Prot. II S. 14). Ebenso war dem
Beschuldigten die von Kokain ausgehende Gesundheitsgefährdung durchaus
klar, obwohl er dies bei der Polizei zunächst noch in Abrede gestellt hatte (Urk. 3
S. 4; Urk. 4 S. 7 f.). In der Folge gab er an, zwar keine Drogen mehr zu konsumie-
ren, aber früher Marihuana und Amphetamine probiert zu haben, weshalb ein Ba-
siswissen über Drogen beim Beschuldigten vorausgesetzt werden darf. Ausser-
dem räumte er vor Vorinstanz ein, schon daran gedacht zu haben, dass ein Fin-
gerling in seinem Magen hätte platzen und er daran hätte sterben können, diesen
Gedanken jedoch verdrängt zu haben (Urk. 4 S. 2, Antworten auf die Fragen 8 ff.
und S. 8; Urk. 5 S. 2 ff., S. 5; Prot. I S. 8, S. 12; Prot. II S. 9, 12 f.). Er kann daher
nicht ernsthaft glauben machen wollen, bloss geahnt zu haben, dass es sich um
Kokain handelte. Aufgrund des Dargelegten musste ihm vielmehr bestens be-
kannt und bewusst gewesen sein, dass er Kokainfingerlinge geschluckt und
transportiert hatte, zumal es sich um seinen zweiten Transport dieser Art handel-
te.
2.4.1.2. Das vom Beschuldigten transportierte, in Fingerlinge abgepackte
Kokain wies gemäss Gutachten des Forensischen Instituts Zürich vom 8. Juni
2015 einen Reinheitsgehalt von zwischen 32 % und 87 %, durchschnittlich mithin
rund 60 % auf (Urk. 9/4, insbes. S. 8; Urk. 4 Anh. 3). Es kann vom Beschuldigten
zwar nicht erwartet werden, den genauen Reinheitsgrad gekannt zu haben, aber
auch dem intelligenten Beschuldigten musste bewusst gewesen sein, dass nie-
mand – auch er nicht – das Risiko eines solchen Transportes auf sich genommen
und Fingerlinge mit stark gestrecktem Kokain geschluckt hätte, da dieses im Ver-
hältnis zur Qualität ein viel zu grosses Volumen beansprucht, gleichzeitig aber ei-
nen wenig lukrativen, sich nicht lohnenden, geringen Wert aufgewiesen hätte. Es
musste daher auch dem Beschuldigten bewusst gewesen sein, Kokain von einem
erhöhten Reinheitsgrad per Flugzeug über eine lange Strecke in ein anderes
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Land transportiert zu haben. Seine Straftat wurde schliesslich nur dank der be-
hördlichen Intervention unterbunden.
2.4.1.3. Es brauchte offenbar keine grossen Überredungskünste eines ehe-
maligen Arbeitskollegen, um den Beschuldigten, nach einer ausbedungenen Be-
denkzeit von einer Woche, für einen ersten Drogentransport zu gewinnen. Er war
weder bedroht noch dazu gezwungen worden. Telefonisches Drängen dazu und
die in Aussicht stehende Entlöhnung reichten beim Beschuldigten aus (Urk. 3
S. 5; Urk. 5 S. 3). Mit dem Schlucken der Fingerlinge, dem damit selber einge-
gangenen Gesundheitsrisiko und dem Antreten der längeren, internationalen
Flugreise manifestierte der Beschuldigte ein erhebliches kriminelles Engagement.
Andererseits ist dem Umstand, dass er als blosser Kurier der harten Droge aus
dem Ausland und insofern – wenn auch nicht als blosser Gassendealer (so sinn-
gemäss die Verteidigung in Urk. 46 S. 4) – als Weisungsempfänger, in der Hierar-
chie der Drogenhändler eine untergeordnete Stellung einnahm und auch seine
Flugreise von seinen Auftraggebern organisiert worden war, verschuldensmin-
dernd Rechnung zu tragen. Die Höhe seiner Entlöhnung, welche einzig auf seinen
Angaben beruht, ist mit EURO 1'500.–, was ca. 6'000 Zloty entspricht (Prot. II
S. 14), ebenfalls nicht sehr hoch.
Die objektive Tatschwere ist im Rahmen des schweren Falles der Wider-
handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz als nicht mehr leicht einzustufen.
2.4.1.4. Es ist daher insgesamt noch nicht zu beanstanden, wenn die Vor-
derrichter ausgehend von der transportierten Menge von rund einem halben Kilo-
gramm reinem Kokain (513 Gramm rein; 902 Gramm Gemisch; Urk. 9/4 S. 8) und
den vorstehend dargelegten weiteren Tatumständen in Anwendung der Tabelle
von FINGERHUTH/TSCHURR, eine hypothetische Einsatzstrafe von rund 3 Jahren
Freiheitsstrafe festlegten (Urk. 36 S. 8). Ergänzend ist indessen infolge der Stel-
lung des Beschuldigten als blosser Kurier aus dem Ausland – der Verteidigung
folgend (Urk. 26 S. 4; Urk. 46 S. 4) – eine Reduktion auf 2 1⁄2 Jahre Freiheitsstrafe
vorzunehmen (FINGERHUTH/TSCHURR, BetmG Kommentar, 2. Auflage, Zürich
2007, N 176 zu Art. 19 BetmG; vgl. auch HUG-BEELI, BetmG-Kommentar, a.a.O.
N 272 ff., insbes. N 275 zu Art. 26 BetmG).
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2.4.2. Bei der subjektiven Tatschwere ist das Wissen und Wollen des Be-
schuldigten – entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. Urk. 26 S. 5; Prot. I
S. 15; Prot. II S: 15 f.) – auch unter dem Aspekt zu würdigen, dass es sich beim
anklagegegenständlichen Kokaintransport bereits um die zweite Reise dieser Art
des Beschuldigten handelte (vgl. vorstehend, Erw. II.2.4.1.1.).
2.4.2.1. Bei der Willensrichtung, mit welcher der Beschuldigte handelte, be-
rücksichtigte die Vorinstanz ein bloss eventualvorsätzliches Vorgehen zu Unrecht
verschuldensmindernd (Urk. 36 S. 9, Ziff. 3.1.7). Wie bereits erwogen (vorste-
hend, Erw. II.2.4.1.1.a.E.), sind seine Beteuerungen, lediglich geahnt zu haben,
dass es sich um Kokain handelte, unglaubhaft. Aufgrund der gesamten Tatum-
stände konnte er keine Zweifel daran haben, dass er Kokainfingerlinge geschluckt
und transportiert hatte. Es liegt daher direktvorsätzliches Handeln vor.
2.4.2.2. Der Beschuldigte hatte in den der Tat vorangegangenen Jahren kei-
ne feste Anstellung mehr und nur sporadisch gearbeitet (Urk. 3 S. 5; Urk. 6 S. 4).
Er hat es demnach vorgezogen, seine finanziellen Bedürfnisse (einige Schulden
und teilweise Lebensunterhalt) durch den Drogentransport mitabzudecken, ob-
wohl es ihm zumutbar gewesen wäre, einer legalen, regelmässigen Erwerbstätig-
keit nachzugehen. Er ist nicht betäubungsmittelabhängig und hat den Drogen-
transport nicht zur Finanzierung einer eigenen Drogensucht durchgeführt. Er han-
delte mit voll erhaltener Schuldfähigkeit. Seine Beweggründe waren daher einzig
geldwerter und damit egoistischer Natur. Zudem hatte er sich aufgrund eines fi-
nanziellen Engpasses, aber ohne eigentliche Notlage alleine, d.h. ohne äussere
Einflussnahme Dritter, zum illegalen Drogentransport entschlossen (Urk. 6 S. 4;
Prot. I S. 13; Prot. II S. 9, 11). Die Gefahren und das Abhängigkeitspotential von
Kokain waren ihm durchaus bekannt, zumal ihm auch bewusst war, dass das
Platzen eines Fingerlings in seinem Verdauungstrakt tödliche Folgen hätte haben
können (vgl. vorstehend, Erw. II.2.4.1.1.). Trotz dieser Kenntnisse führte er diesen
Transport aus.
2.4.2.3. Damit vermag die subjektive Schwere der Tat die objektive Tat-
schwere nicht zu relativieren. Seine aufgrund des früheren Transportes bereits
vorhandenen Vorkenntnisse wirken vielmehr erschwerend auf sein subjektives
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Tatverschulden. Insgesamt erweist sich das Verschulden daher als keineswegs
mehr leicht, was eine hypothetische Einsatzstrafe von 3 Jahren Freiheitsstrafe als
angemessen erscheinen lässt.
2.5. Bei der Würdigung der Täterkomponente kann die verschuldensange-
messene Strafe aufgrund von Umständen, die mit der Tat grundsätzlich nichts zu
tun haben, erhöht oder herabgesetzt werden. Massgebend hierfür sind im We-
sentlichen täterbezogene Komponenten wie die persönlichen Verhältnisse, Vor-
strafen, Leumund, Strafempfindlichkeit und Nachtatverhalten, wie Geständnis,
Einsicht, Reue etc. (HUG, in: DONATSCH/FLACHSMANN/HUG/WEDER, a.a.O., N 14 ff.
zu Art. 47 StGB).
2.5.1. Zum Werdegang und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldig-
ten ist bekannt, dass er am tt. Mai 1990 in ..., Polen, geboren, ledig und kinderlos
ist. Weiter gab er zu Protokoll, dass er zusammen mit einem Bruder und drei
Halbbrüdern bei seiner Mutter in .../Polen aufgewachsen ist. Seine Eltern sind seit
seinem dritten Lebensjahr geschieden. Zu seinem Vater habe er seit der Schei-
dung keinen Kontakt mehr. In ... hat er sechs Jahre die Primarschule und drei
Jahre ein Sport-Gymnasium besucht. Dieses musste er wegen eines Herzfehlers
aber abbrechen. Direkt anschliessend zog er mit dem Freund seiner Mutter nach
Holland, wo er zusammen mit diesem während drei Jahren überwiegend auf dem
Bau arbeitete. Der Beschuldigte hat nie eine Lehre absolviert. Etwa im Jahre
2011/2012 kehrte er nach Polen zurück und arbeitete schwarz in einer Garage für
Autoreparaturen. Sein Lohn habe damals zum Leben gereicht, weil er noch bei
seiner Mutter gelebt habe und nichts habe zahlen müssen. Später zog er nach ...
[Ort in Polen] zu seinem Bruder und Kollegen. Zur Tatzeit hatte der Beschuldigte
keine Arbeitsstelle und war ohne Einkommen. Zuvor hatte er sich mit diversen
Gelegenheitsarbeiten durchgeschlagen. Durch einen Bankkredit, ein Privatdarle-
hen sowie nicht bezahlte Bussen und Mietzinse seien Schulden in der Höhe von
ca. Zloty 1'300.– entstanden (Urk. 6 S. 2 ff., insbes. S. 6 ff.; Urk. 14/3; Prot. I
S. 6 ff.; Prot. II S. 5 ff.).
2.5.2. Aus den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Be-
schuldigten gehen keine zusätzlichen, strafmassrelevanten Faktoren hervor.
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2.5.3. Die Auszüge des Beschuldigten aus dem schweizerischen und dem
polnischen Strafregister enthalten keine Vorstrafen (Urk. 14/1+2). Die Vorstrafen-
losigkeit wirkt sich ebenfalls strafzumessungsneutral aus (BGE 136 IV 1).
2.5.4. Beim Nachtatverhalten ist dem Verhalten des Täters nach der Tat und
im Strafverfahren Rechnung zu tragen. Ein Geständnis, das kooperative Verhal-
ten eines Täters bei der Aufklärung von Straftaten sowie die Einsicht und Reue
wirken strafmindernd. Dabei können umfangreiche und prozessentscheidende
Geständnisse eine Strafreduktion von bis zu einem Drittel bewirken
(BGE 121 IV 202 E. 2d/cc). Der Grad der Strafminderung hängt aber insbesonde-
re davon ab, in welchem Stadium des Verfahrens das Geständnis erfolgte. Ein
Verzicht auf Strafminderung ist zulässig, wenn das Geständnis die Strafverfol-
gung nicht erleichtert hat, namentlich weil der Täter nur aufgrund einer erdrü-
ckenden Beweislage oder gar erst nach Ausfällung des erstinstanzlichen Urteils
geständig geworden ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_558/2011 vom 21. Novem-
ber 2011 E. 2.3). Die bundesgerichtliche Praxis zeigt, dass nur ein ausgespro-
chen positives Nachtatverhalten zu einer maximalen Strafreduktion von einem
Drittel führen kann. Zu einem solchen gehört ein umfassendes Geständnis von al-
lem Anfang an und aus eigenem Antrieb, also nicht erst auf konkrete Vorwürfe hin
oder nach Vorlage entsprechender Beweise. Ferner gehört kooperatives Verhal-
ten in der Untersuchung dazu, wozu gehört, dass beispielsweise aufgrund des
Verhaltens eines Beschuldigten weitere Delikte aufgeklärt oder Mittäter zur Re-
chenschaft gezogen werden können, was ohne sein kooperatives Mitwirken nicht
möglich gewesen wäre. Schliesslich gehört Einsicht ins Unrecht der Tat und Reue
dazu. Nur wenn all diese Faktoren erfüllt sind, kann eine Strafreduktion von einem
Drittel erfolgen. Fehlen einzelne Elemente, ist die Strafe entsprechend weniger
stark zu mindern (WIPRÄCHTIGER/KELLER, a.a.O., N 169 ff. zu Art. 47 StGB;
TRECHSEL/AFFOLTER-EIJSTEN, a.a.O., N 22 und N 24 zu Art. 47 StGB).
2.5.4.1. Der Beschuldigte gab den Kokaintransport von Beginn des Vorver-
fahrens an zu und räumte sogar ein, dass er bereits rund zwei Monate früher ei-
nen solchen durchgeführt hatte. Angesichts der erdrückenden Beweislage (z.B.
Passeinträge) blieb ihm indessen vernünftigerweise auch nichts anderes übrig,
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als die vorliegende Tat zu gestehen. In Ergänzung zur vorinstanzlichen Würdi-
gung ist noch herauszustreichen, dass er sein Wissen um die von ihm transpor-
tierte Droge stets herunterzuspielen versuchte. Obwohl er vordergründig bereitwil-
lig Vornamen seiner Auftraggeber zu Protokoll gab, machte er zu den Hintermän-
nern des Kokaintransportes keine wirklich sachdienlichen Angaben (z.B. Urk. 4
S. 2; Urk. 6 S. 4 f.; Prot. I S. 9 f.; Prot. II S. 11 ff.), welche deren Strafverfolgung
hätte ermöglichen können.
2.5.4.2. Es ist demzufolge nicht zu beanstanden, dass die Vorderrichter dem
Beschuldigten nicht eine maximale Strafreduktion von einem Drittel gewährten,
sondern die Strafe in der Grössenordnung von 15 – 20 % minderten (Urk. 36
S. 12).
2.5. Somit ist die Einsatzstrafe unter Berücksichtigung der Täterkomponen-
te, insbesondere des Nachtatverhaltens, auf 2 1⁄2 Jahre Freiheitsstrafe zu reduzie-
ren.
2.6. Der Anrechnung von 247 Tagen erstandener Untersuchungshaft und
vorzeitiger Strafvollzug bis und mit heute steht nichts entgegen (Art. 51 StGB).
III. Vollzug
1. Die Vorinstanz hat dem Beschuldigten mit zutreffender Begründung den
teilbedingten Vollzug der Freiheitstrafe gewährt, indem der Vollzug der Freiheits-
strafe im Umfang von 18 Monaten aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre
festgesetzt und für die restlichen 12 Monate der Vollzug angeordnet wurde
(Urk. 36 S. 13 f.).
2. Mit dem Eventualantrag der Verteidigung liess der Beschuldigte einen un-
bedingt vollziehbaren Teil von höchstens 8 Monaten beantragen (Urk. 46 S. 2).
Einer Erhöhung des zu vollziehenden Anteils dieser Freiheitsstrafe stünde das
Verbot der reformatio in peius im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO entgegen,
nachdem einzig der Beschuldigte ein Rechtsmittel gegen das vorinstanzliche Ur-
teil ergriffen hat.
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3. Für Freiheitsstrafen von mehr als zwei Jahren und höchstens drei Jahren
sieht das Gesetz den teilbedingten Vollzug vor (Art. 42 Abs. 1 und Art. 43 Abs. 1
StGB). Der Gesetzgeber geht davon aus, bei Freiheitsstrafen in dieser Höhe wie-
ge das Verschulden (siehe Art. 43 Abs. 1 StGB) so schwer, dass trotz günstiger
bzw. nicht ungünstiger Prognose ein Teil der Strafe zum Ausgleich des Verschul-
dens zu vollziehen ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_538/2007 vom 2. Juni 2008
E. 3.1.3; BGE 134 IV 241). Der unbedingt vollziehbare Teil darf die Hälfte der
Strafe nicht übersteigen (Art. 43 Abs. 2 StGB). Zudem muss sowohl der aufge-
schobene wie auch der zu vollziehende Teil der Freiheitsstrafe mindestens sechs
Monate betragen (Art. 43 Abs. 3 Satz 1 StGB). Innerhalb des gesetzlichen Rah-
mens liegt die Festsetzung im pflichtgemässen Ermessen des Gerichts. Das Ver-
hältnis der Strafteile ist so festzusetzen, dass darin die Wahrscheinlichkeit der
Legalbewährung des Täters einerseits und dessen Einzeltatschuld andererseits
hinreichend zum Ausdruck kommen. Je günstiger die Prognose und je kleiner die
Vorwerfbarkeit der Tat sind, desto grösser muss der auf Bewährung ausgesetzte
Strafteil sein. Der unbedingt vollziehbare Strafteil darf das unter Verschuldensge-
sichtspunkten (Art. 47 StGB) gebotene Mass nicht unterschreiten (BGE 134 IV 97
E. 6.3.4.3; BGE 134 IV 1 E. 5.6).
3.1. Das Verschulden des Beschuldigten wurde im Rahmen der qualifizier-
ten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz als keineswegs mehr
leicht qualifiziert (vorstehend, Erw. II.2.4.2.3.). In Übereinstimmung mit den Vor-
derrichtern ist dem Beschuldigten angesichts seiner Vorstrafenlosigkeit eine posi-
tive Legalprognose zu stellen (Urk. 36 S. 14 f.). Es kann indessen nicht gänzlich
ausgeblendet werden, dass es sich beim anklagegegenständlichen Kokaintrans-
port bereits um den zweiten dieser Art handelte und er nach wie vor offene Schul-
den zurückzuzahlen hat. Der Beschuldigte wird sich um eine feste Anstellung mit
regelmässigen Erwerbseinkünften und für ein geregeltes Leben bemühen müs-
sen, um nicht erneut der Verlockung vermeintlich leicht verdienten Geldes zu er-
liegen.
3.2. Angesichts der Tatumstände und des Verschuldens sowie der aktuellen
Lebensumstände des Beschuldigten erscheint es angemessen, den zu vollzie-
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henden Teil der Freiheitsstrafe bei 12 Monaten zu belassen. Die restliche Frei-
heitsstrafe von 18 Monaten ist unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren auf-
zuschieben. Einer längeren Probezeit stünde wiederum Art. 391 Abs. 2 StPO ent-
gegen.
IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen
Der Beschuldigte unterliegt mit seinen Berufungsanträgen gänzlich. Aus-
gangsgemäss wird er für das Vorverfahren und die Verfahren vor beiden Instan-
zen vollumfänglich kostenpflichtig (Art. 426 Abs. 1 StPO; Art. 428 Abs. 1 StPO).
Die Kosten der amtlichen Verteidigung gehen ebenfalls zu Lasten des Beschul-
digten, doch hat er diese nur dann nachträglich zu bezahlen, wenn es seine fi-
nanzielle Lage erlaubt (Art. 426 Abs. 1 StPO; Art. 135 Abs. 4 StPO).