Decision ID: 081d6d92-4538-46f4-8db9-57149eb78a3d
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1990
, war zuletzt vom
1.
Februar bis 3
1.
Oktober
2014
als
Dispositions- und Lagerm
itarbeiter
bei der
Y._
tätig
(
Urk.
10/31/1
Ziff.
2.1).
Unter Hinweis auf
eine
Borderline
-Störung
meldete er sich am 1
1.
Mai 2015 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
10
/2
Ziff.
6.2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizi
nische und erwerbliche Situation ab
und gewährte
dem Versicherten
mit Mittei
lung vom 2
8.
Oktober 2015 Frühinterventionsmassnahmen in Form von Arbeits
ver
mittlung plus (
Urk.
10/28).
Mit Mitteilungen vom
2.
Februar 2016 (
Urk.
10/46) und vom 2
0.
Juli 2016 (
Urk.
10/61)
erteilte sie
ferner
Kostengut
sprache für ein Arbeitstraining sowie
Akquisition
und Nachbetreuung
.
D
ie Eingliederungs
mass
nahmen
wurden m
it Mitteilung vom
3.
April 2017 abgeschlossen (
Urk.
10/75).
Nach ergangenem Vorbescheid (
Urk.
10/87) sprach die IV-Stelle dem Versicherten
mit Verfügung vom 1
7.
November 2017 (
Urk.
10/99 in Verbindung mit
Urk.
10/
91)
ab
1.
Januar 2017
eine
Viertelsrente
zu.
Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.2
Nach Eingang des vom Versicherten am 1
0.
November 2019 ausgefüllten Revi
sionsfragebogens (
Urk.
10/119)
holte
die IV-Stelle
bei
Dr.
med. Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ein psychiatrisches
Gutachten
ein, welches am 1
1.
Mai 2020 erstattet wurde (
Urk.
10/131).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
10/142,
Urk.
10/144) wies die IV-Stelle
das Erhöhungsgesuch
des Versicherten
mit Verfügung vom
2.
Septem
ber 2020 ab und hielt fest, dass
er
weiterhin Anspruch auf eine
Viertelsrente
hat (
Urk.
10/149 =
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am 2
5.
September 2020 Beschwerde gegen die Verfügung
vom
2.
September 2020 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und die Be
schwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihm eine ganze IV-Rente zuzusprechen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1).
Mit
Eingabe vom 2
7.
Oktober 2020
reichte er weitere medi
zinische B
erichte zu den Akten (
Urk.
7-
8
). Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2.
November 2020 die Ab
weisung der Beschwerde (
Urk.
9), was dem Beschwerdeführer am
3.
November 2020 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
11).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich geblie
be
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
ga
benbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts
bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hin
weisen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesent
lichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbe
acht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen). Weder eine im Vergleich zu frü
he
ren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens ge
nügt somit per se, um auf einen verbesserten oder verschlechterten Gesund
heits
zustand zu schliessen; notwendig ist in diesem Zusammenhang vielmehr eine veränderte Befundlage (Urteil des Bundesgerichts 9C_135/2021 vom 27. April 2021 E. 2.1 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das
tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invalidi
täts
grades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch
festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stand
ardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gen
der Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.5
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1
.6
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfen
sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab
stellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging
in der an
gefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus
, dass aus den medizinischen Unterlagen keine wesentliche Verschlechterung
des Gesundheitszustands ersichtlich sei (S. 1). In der Stellungnahme von
Dr.
A._
würden ferner keine neuen medizinischen Tatsachen aufgeführt. Zusätzlich sei im April 2020 ein psychiatrisches Gutachten durchgeführt worden, welches eben
falls im Entscheid berücksichtigt worden sei. Der Beschwerdeführer habe daher weiterhin Anspruch auf eine
Viertelsrente
(S. 2).
2.2
Demgegenüber wandte der Beschwerdeführer im Wesentlichen ein (
Urk.
1)
,
die erstmalige Verfügung der IV-Stelle, mit welcher ihm eine
Viertelsrente
zuge
spro
chen worden sei, habe auf der falschen Einschätzung des RAD-Arztes beruht. Bereits damals hätte ihm eine ganze Invalidenrente zugestanden (S. 10). Dass nun
aktuell keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes bewiesen werden kö
nne, liege auf der Hand (S. 11
).
Ihm stehe
revisionsweise eine ganze Invali
den
rente zu, da er auf dem ersten Arbeitsmarkt zu 100
%
arbeitsunfähig sei. Dies sei mehrfach
von verschiedenen Integrationsinstitutionen klar aufgezeigt worden. Richtiger
w
eise wäre die Invalidenrente
sogar wiedererwägungsweise
rückwirkend zu erhö
hen.
Er werde mittels Integrationsmassnahmen weiterhin alles daransetzen, um wieder Fuss im ersten Arbeitsmarkt fassen zu können. Bis dahin benötige er abe
r dringend eine ganze Rente (
S.
19)
2.3
Streitig und zu prüfen ist,
ob
seit der
Verfügung vom
1
7.
November 2017
eine
anspruchsrelevante Änderung eingetreten ist (vgl. vorstehend E. 1.3).
3.
3.1
Beim Erlass der Verfügung vom
1
7.
November 2017
(
Urk.
10/99
)
, mit welcher dem Beschwerdeführer eine
Viertelsrente
zugesprochen wurde,
lagen im Wesent
lichen die nachfolgenden medizinischen Berichte vor:
3.2
Dr.
med. A._
, Facharzt für
Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psy
chotherapie
, führte im Bericht vom
7.
Juli 2015 (
Urk.
10/12/2-5) aus, dass er den Patienten seit
3.
Februar 2015 ambulant behandle (
Ziff.
1.2), und nannte die folgenden Diagnosen (
Ziff.
1.1):
-
soziale Phobie (ICD-10 F40.1) seit 2010
-
emotional-instabile Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.30)
DD (Different
ialdiagnose) posttraumatische Belastungsstörung
Die Prognose sei mit einer geeigneten Wiedereingliederung gut (
Ziff.
1.4). Seit
4.
Oktober 2014 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als kaufmännischer Angestellter (
Ziff.
1.6). Durch die soziale Phobie bestünden Einschränkungen in der bisherigen Tätigkeit
. Bei geeigneten Umständen sei die Leistungsfähigkeit jedoch nicht vermindert
(
Ziff.
1.7).
Im Verlaufsbericht vom 2
4.
Mai 2016 (
Urk.
10/56) diagnostizierte
Dr.
A._
eine soziale Phobie (ICD-10 F.40.1;
Ziff.
1.2). Seit Beginn der Arbeitsintegration sei es zu deutlichen Verbesserungen in allen Bereichen, vor allem in den sozialen Kon
takten und Beziehungen, gekommen (
Ziff.
1.3). Aufgrund der bisherigen positi
ven Entwicklung sei die Prognose gut (
Ziff.
3.3).
Für die Massnahmen der Wie
dereingliederung bestehe aktuell sicher eine 50%ige Arbeitsfähigkeit mit zuneh
mender Erweiterung des Umfangs (
Ziff.
4.2).
Dr.
A._
hielt in seinem Verlaufsbericht vom 1
1.
Mai 2017 (
Urk.
10/79) fest, dass die IV-Integrationsmassnahmen im März 2017
abgebrochen worden seien. Dies
habe beim Patienten einerseits zu Frustration und
einer
Verschlechterung der psychischen Situation geführt, vorübergehend aber auch eine gewisse Aktivi
tätsentwicklung bewirkt, selbst wieder eine Arbeitsstelle zu finden. Nach seiner Einschätzung habe er Ende 2016 eine recht gute Arbeitsfähigkeit in beschränktem Umfang und in geeignetem, gut unterstütztem Rahmen erreicht. Es wäre sinnvoll gewesen, die Eingliederungsmassnahmen weiterzuführen oder eine längerfristige Arbeitstätigkeit in betreutem Rahmen einzurichten.
3.3
Med.
pract
. B._
, Facharzt für Neurologie,
Regionaler Ärztlicher Dienst (
RAD),
nahm am 2
8.
Juli
2017 Stellung zum medizinischen Sachverhalt (
Urk.
10
/85 S. 5-6). Retrospektiv hätten sich Hinweise für eine emotional-instabile
Persönlichkeitsstörung vom
Borderline
-Typ gefunden. Ein durchgängig agieren
des
und
unanpassungsfähiges
Verhalten liege hingegen nicht vor, sodass die Dia
gno
se
in Zweifel gezogen werden müsse
. Die psychische Resilienz sei beein
träch
tigt, es bestehe eine nicht überwindbare reduzierte Konfliktfähigkeit und Frustra
tions
intoleranz mit Neigung zu depressiven Reaktionen in schwierigen Zeiten und
motivierter Arbeit bei erkennbarer Perspektive. Die gegenwärtige depressive Reak
tion folge nach bereits etablierter Arbeitsfähigkeit von 50
%
den
frustranen
Be
werbungen. Es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei erkennbarer Perspektive eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 50
%
in angestammter Tätigkeit verwerten könnte, wobei diese im weiteren Verlauf gegebenenfalls weiter gestei
gert werden könne. Die definitive Arbeitsfähigkeit sei gegenwärtig nicht ein
schätzbar (S. 5). Die gegenwärtige 50%ige Arbeitsunfähigkeit in angestammter Tätigkeit resultiere aus der psychischen Instabilität mit wiederkehrenden Schwan
kungen, das heisse Exazerbation der depressiven Symptomatik (Innere Leere, An
triebslosigkeit, Interessenlosigkeit, Appetitlosigkeit) unter anderem durch Kon
flikte
(S. 5-6)
. In einer angepassten Tätigkeit resultiere langfristig (gegenwärtig ebenfalls 50%ige Arbeitsunfähigkeit) eine höhere Arbeitsfähigkeit, wobei die Um
gebungsbedingungen zum Beispiel im Gartenbau im Sinne eines konfliktärmeren Umfelds aufgrund der reduzierten zwischenmenschlichen Kontakte als günstig anzusehen seien, sodass sich die Arbeitsfähigkeit in diesem Bereich überwiegend wahrscheinlich zügiger und nachhaltiger steigern
lasse. Die Arbeitsfähigkeit habe
wä
hrend der Krisenintervention vom
November
2014 bis Januar 2015 0
%
be
tragen
und sei erst im Verlauf der nächsten Monate im Zuge der Remission und Optimierung der Medikation gestiegen, wobei frühestens ab Anfang 2016 von einer stabilen 50%igen
Arbeitsfähigkeit
ausgegangen werden könne.
Weitere medizinische Massnahmen seien gegenwärtig nicht erforderlich. Aus Sicht des RAD sei die Fortführung der Integrationsmassnahmen zu empfehlen, um eine weitere Verschlechterung des Gesundheitszustands zu verhindern. Neben der Tätigkeit im Gartenbau wäre jede andere Tätigkeit in einem konfliktarmen Umfeld geeignet, um eine dauerhafte Arbeitsfähigkeit zu gewährleisten. Ungeeignet seien Tätigkeiten, die mit Zeit- und Leistungsdruck beziehungsweise vermehrter sozia
ler Intelligenz verbunden seien (S. 6).
4.
4.1
Der aktuelle Gesundheitszustand ergibt sich aus den nachfolgenden medizi
ni
schen Berichten:
4.2
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.2
)
nannte in seinem Verlaufsbericht vom 2
5.
Novem
ber 2019 (
Urk.
10/121) die folgende Diagnose (
Ziff.
1.2):
-
emotional instabile Persönlichkeitsstörung (
Borderline
-Störung; ICD-10 F60.31)
Die psychische Belastbarkeit und Stabilität seien sehr gering. Alle Integra
tions
versuche seien nach kürzester Zeit abgebrochen worden (
Ziff.
1.3). In den letzten 5 Jahren habe keine reguläre Arbeitsfähigkeit mehr vorgelegen.
D
ie Prognose sei ungünstig (
Ziff.
3.3).
4.3
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete am 1
1.
Mai 2020 ein psychiatrisches Gutachten im Auftrag der Beschwerde
geg
nerin (
Urk.
10/131). Er stützte sich auf die ihm überlassenen Akten (S.
14-22
Ziff.
2
), die Angaben des Beschwerdeführer
s (S. 13-31
Ziff.
3
) und seine am 3
0.
April
2020
erhobenen Befunde. Er
nannte die folgenden, hier verkürzt aufge
führten Diagnosen (S. 41-42
Ziff.
6):
-
emotional-instabile Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.31)
-
schädlicher Gebrauch von Alkohol (ICD-10 F10.1)
-
Verdacht einer früheren,
subsyndromalen
, nicht-komplexen posttrau
ma
tischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
-
anamnestische Gewalterfahrungen
-
aktenkundige einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10 F90.0) in der Kindheit, ohne diesbezügliche aktuelle Hinweise
-
die aktenkundigen Diagnosen einer sozialen Phobie (ICD-10 F.40.1) und einer leichten depressiven Episode (ICD-10 F32.0) würden sich aufgrund fehlender Befunde und ICD-10-Kriterienprüfungen retrospektiv nicht be
stä
tigen lassen
Beim Exploranden sei aufgrund der Anamnese und des Befundes, einschliesslich des geschilderten, gegenwärtigen Erlebens und der Verhaltensbeobachtung, von einem mittleren Schweregrad einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung auszugehen. Unter fortgesetzter Inanspruchnahme einer störungsspezifischen Be
handlung werde die Ressourcenlage weiter verbessert (S. 48). Medizinisch-theo
retisch seien die bisherigen Behandlungsansätze ausreichend gewesen. Eine be
darfs
gerechte Anpassung oder Ergänzung zukünftiger Behandlungsmodalitäten könne unter Umständen jedoch notwendig werden.
Die subjektiv geäusserten,
arbeitsbezogenen funktionellen Einschränkungen hätten Abweichungen zur Beur
teilung des vorliegenden Gutachtens gezeigt. Dieser Umstand sei aber nicht als Inkonsistenz zu interpretieren. Insgesamt sei ein konsistentes Bild entstanden und die im Gutachten dargelegten Befunde seien als valide zu betrachten
(S. 50).
Die Selbsteinschätzung des Exploranden
habe
leichte Abweichungen vom ersicht
lichen Funktionsniveau gezeigt. Eine Fähigkeit zur Teilzeitbeschäftigung sei aus
gewiesen. Weder der schädliche Gebrauch von Alkohol noch der Verdacht einer
früheren,
subsyndromalen
, nicht-komplexen posttraumatischen Belastungsstö
ru
ng würden sich hinsichtlich der funktionellen Beurteilung relevant darstellen. Eine funktionelle Synergie mit der bestätigten F60.31-Störung lasse sich nicht be
grün
den (S. 5
2 f.
).
Unter Berücksichtigung der Vorbildung des Exploranden sei eine kaufmännische Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt mit Einschränkungen (Pensum und Rendement) medizinisch zumutbar.
Es
sei von mittleren Einschränkungen der sozialen Anpas
sungsleistung (Kontaktfähigkeit und Selbstregulation) und der Strukturierungs
fähig
keit in der zuletzt ausgeübten, angestammten Tätigkeit als Kaufmann auszu
gehen. Dabei sei die Fähigkeit zur Präsenz als leicht und die Produktionsleistung während der Präsenz ebenfalls als leicht eingeschränkt zu beurteilen (5-6 Stunden Anwesenheit pro Tag mit 3-4 Stunden produktiver Leistung, entsprechend einer
maximalen Arbeitsfähigkeit von rund 50
%
; S. 53).
Da der Gesundheitszustand des Exploranden seit der letzten Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt aufgrund der im Vordergrund stehenden und leistungsmassgeblichen F60.31-Störung im Wes
ent
lichen als unverändert zu betrachten sei, sei in der zuletzt ausgeübten, ange
stammten Tätigkeit als Kaufmann demnach seit November 2014 von einer maxi
mal 50%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Die angestammte Tätigkeit entspreche im Wesentlichen einer optimal angepassten Tätigkeit (kaufmännischer Bereich). Die genannten Einschränkungen (Anwesenheit und Produktionsleistung während der Anwesenheit) träten demnach in gleicher Weise auch in optimal angepasster Tätigkeit in Erscheinung. Es sei ein wohlwollendes Arbeitsumfeld zu wählen. Eine weitgehend selbständige kaufmännische Tätigkeit mit angemessener Supervision sei dem Exploranden medizinisch zumutbar (S. 54).
Unter einer weiteren und be
darfsweise angepassten Inanspruchnahme der genannten therapeutischen Mög
lich
keiten bleibe die Prognose günstig, sodass zukünftig von einer verbesserten Leistungs- und Arbeitsfähigkeit auszugehen sei (S. 56).
Der Gesundheitszustand des Exploranden sei im Wesentlichen als unverändert zu betrachten.
Die Arbeitsbiografie des Exploranden zeige bis zum Abschluss der Berufslehre im Jahr 2010 eine regelrechte Leistungsfähigkeit. Während der nach
folgenden Jahre seien regelrechte Leistungen entweder von kurzer Dauer oder hätten sich in ungenügender Weise erbringen lassen. Markiert durch die statio
näre Behandlung mit fürsorgerischer Unterbringung im Oktober 2014 hätten sich zunehmende Regulationsstörungen manifestiert, welche sich bezüglich der beruf
li
chen Leistungserbringung nachteilig ausgewirkt hätten (S. 56). Seit November 2014 sei im Wesentlichen von einem unveränderten Gesundheitszustand auszu
gehen (leichte Einschränkung der Fähigkeit zur Anwesenheit mit leichter Ein
schränkung der Produktionsleistung während der Anwesenheit; S. 57).
4.4
Dr.
med. C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, RAD
, nahm am 2
3.
Juni 2020 Stellung zum medizinischen Sachverhalt (
Urk.
10/137 S.
3-5). Die angestammte Tätigkeit
entspreche im Wesentlichen einer optimal an
gepassten Tätigkeit (kaufmännischer Bereich). Es sei ein wohlwollendes Arbeits
umfeld zu wählen. Eine weitgehend selbständige Tätigkeit mit angemessener Supervision sei medizinisch zumutbar. In der bisherigen kaufmännischen Tätig
keit sowie in angepasster Tätigkeit gemäss Belastungsprofil bestehe seit Novem
ber 2014 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (5-6 Stunden Anwesenheit pro Tag mit
3-4 Stunden produktiver Leistung; S.
4). Insgesamt sei das Gutachten von
Dr.
Z._
umfassend und nachvollziehbar, weshalb darauf abgestellt werden könne. Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers sei im Wesentlichen als unverändert zu betrachten (S. 5).
4.5
Dr.
A._
(vorstehend E.
3.2
) führte in seinem Schreiben vom 1
5.
Juli 2020 (
Urk.
10/141) aus, der Beginn der Krankheitsgeschichte und Arbeitsunfähigkeit des Patienten sei die psychiatrische
Hospitalisation
im Psychiatriezentrum D._
vom
4.
Oktober 2014 bis zum 2
3.
Januar 2015 gewesen. Von diesem Zeit
punkt an bis heute habe keine Arbeitsfähigkeit mehr im ersten Arbeitsmarkt bestanden
.
Von
2015 bis Anfang 2017 sei eine IV-Arbeitsintegrationsmassnahme durchgeführt worden, welche wegen ungenügender Stabilität und Integration des Patienten eingestellt worden sei. Auch seither, in den letzten drei Jahren, sei es zu keinem Zeitpunkt gelungen, eine Arbeitsfähigkeit zu erreichen. Seit Anfang Dezember 2019 besuche er das Beschäf
tigungsprogramm bei E._
zu 50
%
. Dank niedrigster Anforderungen, guter Betreuung, Begleitung und Unter
stützung seien diese Monate die längste konstante Phase bisher (S. 1). Über jetzt schon bald 6 Jahre sei es nicht gelungen, beim Patienten eine ausreichende psy
chische Stabilität und Belastungsfähigkeit zu erreichen. Es bestehe anhaltend eine rezidivierende Depression, eine geringe Belastbarkeit, eine verminderte Anpas
sungs
fähigkeit, eine verminderte Frustrationsintoleranz und dadurch komme es immer wieder zu Selbstverletzungen, teils in gravierendem Ausmass. Seit bald 6
Jahren bestehe keinerlei Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt, bisher nicht einmal im geschützten, gut betreuten und begleiteten Arbeitsrahmen (S. 2).
4.6
Die Eingliederungsfachperson der
E._
führte im Fragebogen zur Arbeits
situa
tion vom
4.
August 2020 (
Urk.
10/145) aus, dass sich die Leistungsfähigkeit des Versicherten seit Beginn des Arbeitsverhältnisses gesteigert habe. Im geschützten Rahmen bestehe eine 50%ige und in der freien Wirtschaft eine 20%ige Arbeits
fähigkeit. Die Belastbarkeit des Versicherten sei noch nicht stark vorhanden (S. 2).
4.7
Für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung oder des
Einspracheentscheides
ist für das Sozialversicherungsgericht in der Regel der Sach
verhalt massgebend, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Verwal
tungs
aktes gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung bilden (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis). Sie können indessen, unter Wahrung des recht
lichen Gehörs, berücksichtigt werden, wenn sie kurze Zeit nach dem Erlass des angefochtenen Entscheids eingetreten sind, sich ihre Beachtung aus prozessöko
nomischen Gründen unbedingt aufdrängt und sie hinreichend klar feststehen (BGE 105 V 156 E. 2d; ZAK 1984 S. 349 E. 1b). Dies ist der Fall, wenn sie mit dem Streitgegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die Beurteilung im Zeitpunkt des
Entscheiderlasses
zu beeinflussen (BGE 99 V 98 E. 4 mit Hinweisen).
Diese Voraussetzungen sind für die nachfolgend genannten Berichte erfüllt, wes
halb sie vorliegend Berücksichtigung finden.
Am 2
1.
September 2020 nahm
Dr.
A._
(vorstehend E. 3.2
)
Stellung zum IV-Ent
scheid vom
2.
September 2020
(
Urk.
3/8)
. Die Annahme, dass in den letzten Jah
ren eine 50%ige Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt im erlernten Beruf be
standen habe, sei nicht richtig. Die
Viertelsrente
entspreche schon seit mehreren Jahren nicht der tatsächlich belegten Arbeitsunfähigkeit. Die geforderte Ver
schlechterung des Zustands bezüglich der Arbeitsfähigkeit könne darum gar nicht belegt werden, da die Arbeitsunfähigkeit schon seit sechs Jahren 100
%
betrage. Im erlernten Beruf sei der Beschwerdeführer schon seit der ersten
Hospitalisation
im Jahr 2014 zu 100
%
arbeitsunfähig. In diesen sechs Jahren sei zu keinem Zeitpunkt eine Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt gelungen. Nach Abbruch der Integrationsmassnahmen sei über längere Zeit überhaupt keine Arbeitsfähig
keit möglich gewesen, auch in keinem betreuten, angepassten oder reduzierten Rahmen (S. 1).
I
m Schrei
ben vom 3
0.
September 2020 (
Urk.
8) hielt
Dr.
A._
fest, dass eine Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt unmöglich sei. Eine Arbeitsintegration sei nur in einem geschützten sehr gut betreuten, toleranten und unterstützenden Arbeitsumfeld möglich. Dies sei aktuell zu 50
%
bei
E._
möglich. Dieses Arbeitsumfeld sei weit entfernt von einer Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt (S. 2).
5.
5.1
RAD-Arzt
Dr.
B._
ging
in
seiner Stellungnahme vom
Juli 2017 (vorstehend E. 3.3
)
aufgrund der
krankheitsbedingten
psychischen Instabilität mit wieder
keh
renden Schwankungen
von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätig
keit aus.
Auch in einer angepassten Tätigkeit
erachtete er den Beschwerde
führer als zu 50
%
arbeitsfähig.
Die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit lasse
sich überwiegend wahrscheinlich zügiger
und nachhaltiger steigern
.
Ungeeignet seien Tätigkeiten, welche mit Zeit- und Leistungsdruck beziehungsweise vermehr
ter sozialer Intelligenz verbunden seien.
Gestützt auf diese Beurteilung
ging die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom
1
7.
November 2017 (
Urk.
10/99
in Verbindung mit
Urk.
10/91
)
von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit unter Berücksichtigung einer wohlwollenden Umgebung und ohne zu viele zwischenmenschliche Kontakte aus
und sprach dem Beschwerdeführer eine
Viertelsrente
zu.
Diese Verfügung erwuchs
unangefochten in Rechtskraft.
5.2
Im Rahmen der Rentenrevision holte die Beschwerdegegnerin bei
Dr.
Z._
ein psychiatrisches Gutachten ein
(vorstehend E. 4.3
)
, in dessen Rahmen
eine emo
tional-instabile
Persönlichkeitsstörung (ICD- 10 F60.31)
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert wurde
.
Der Gutachter setzte sich
eingehend mit de
n
in den
Vorakten
erwähnten Diagnosen auseinander und legte nachvoll
zieh
bar dar, weshalb diesen kein Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
zuzuerkennen sei
(vgl.
Urk.
10/131 S. 42-47).
G
estützt auf eine umfassende Anamnese und objek
tive Befunderhebung
ging
er
von einem mittleren Schweregrad der
emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung
aus und leitete anhand der von ihm festge
stel
lten Einschränkungen
sowie des
noch
vorhandenen Funktionsniveaus
nachvoll
ziehbar eine partiell erhaltene Leis
tungs- und Arbeitsfähigkeit her (vgl.
Urk.
10/131
S.
39
,
S.
45-46, S. 52-53).
Aufgrund der festgestellten mittleren Einschränkungen der sozialen Anpassungsleistung (Kontaktfähigkeit und Selbstregulation) und der Strukturierungsfähigkeit gelangte er
einleuchtend
zum Schluss, dass der Be
schwer
deführer in der Fähigkeit zur Präsenz sowie in der Produktionsleistung während der Präsenz leicht beeinträchtigt
sei
(
5-6 Stunden pro Tag
Anwesenheit mit
3-4 Stunden produktive
r
Leistung möglich,
entsprechend einer maximalen
Arbeitsfähigkeit von rund 50
%
).
Eine
weitgehend selbständige kaufmännische Tätigkeit mit angemessener Supervision
und
in einem wohlwollenden Arbeits
umfeld
sei dem Beschwerdeführer
medizinisch zumutbar.
Ferner
legte
Dr.
Z._
in nachvollziehbarer und schlüssiger Weise dar
,
dass
der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Vergleich zum Zeitpunkt der Verfügung vom 1
7.
November 2017 im Wesentlichen
unverändert geblieben sei
. D
er Verdacht einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung
sei
bereits im Bericht vom
3.
November 2014
(vgl.
Urk.
10/6/8-11)
formuliert
worden
und
lasse sich auch
aus heutiger Sicht retrospekt
iv bestätigen
.
Die
emotional-instabile Per
sönlichkeitsstörung
stelle
die massgebliche Störung dar.
Der Beginn der persön
lichkeitsde
terminierten
emotional-instabilen Persönlichkeitss
tör
ung sei dem Über
gang vom zweiten zum dritten Lebensjahrzent des Beschwerdeführers zuzuord
nen
.
Die Arbeitsbiografie des Beschwerdeführers zeige bis zum Abschluss der Berufslehre im Jahr 2010 eine regelrechte Leistungsfähigkeit. Während der nach
folgenden Jahre seien regelrechte Leistungen entweder von kurzer Dauer gewesen oder hätten sich in ungenügender Weise erbringen lassen. Markiert durch die stationäre Behandlung mit fürsorgerischer Unterbringung vom
2.
Oktober 2014 hätten sich zunehmende Regulationsstörungen (Selbst- und Beziehungsre
gula
tion) manifestiert, welche sich bezüglich der beruflichen Leistungserbringung nach
teilig auswirkten. Da sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der letzten Tätigkeit im ersten
Arbeitsmarkt (November 2014) aufgrund der im
Vordergrund stehenden und leistungsmassgeblichen emotional-instabilen Persön
lich
keitsstörung im Wesentlichen als unverändert erweise, sei retrospektiv seit
November 2014 von einer maximal 50%igen Arbeitsfähigkeit auszuge
hen (
Urk.
10/
131 S. 47, S. 54-57
).
5.3
Nach dem Gesagten begründete der
Gutachter die Annahme des psychischen Gesundheitsschadens anhand einer psychiatrischen, lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützten Diagnose. Des Weiteren hat er sich bei seiner Beurteilung an die massgebenden normativen Rahmen
be
dingungen gehalten und das Leistungsvermögen der Beschwerdeführerin in Be
rück
sichtigung der einschlägige
n Indikatoren (vorstehend E. 1.4-1.5
) einge
schätzt.
Er legte substantiiert dar, aus welchen medizinisch-psychiatrischen Gründen die erhobenen Befunde das funktionelle Leistungsvermögen und die psychischen Res
sourcen in qualitativer Hinsicht in der von ihm attestierten Leistungsmin
de
rung zu schmälern vermögen. Die funktionellen Auswirkungen der medizinisch
festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage lassen sich anhand der Stand
ardindikatoren somit schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender
Wahr
scheinlichkeit nachweisen
,
weshalb hinsichtlich der attestierten Leistungs
fähig
keit
des
Beschwerdeführers
auf das Gutachten abzustellen ist.
Gestützt auf die Beurteilung durch
Dr.
Z._
ist somit kein Revisionsgrund ausgewiesen.
5.4
Die Kritik des Beschwerdeführers
am Gutachten erweist sich als nicht stichhaltig
.
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 13-14)
fand auch die
anlässlich der Begutachtung beobachtbare
leichte mentale Verlangsamung
in der
Beurteilung
durch
Dr.
Z._
v
ollumfängliche Berücksichtigung
(
vgl.
Urk.
10
/131 S. 39)
.
Verhaltensauffälligkeiten in Verbindung mit körperlichen St
örungen wie beispielsweise eine
Essstörung (ICD-10 F5)
konnte der Gutachter
u
nter Berücksichtigung der anamnestischen Angaben
des Beschwerdeführers
u
nd der Aktenlage
nicht be
stätigen. Dies
ist
insbesondere
mit Blick auf die medi
zinischen Berichte der behandelnden Ärzte, welchen
ebenfalls
keine nach ICD-10 diagnostizierte Essstörung zu entnehmen ist,
nicht zu beanstanden
.
Des Weiteren
gehen auch aus den
aktuellen Berichten von
Dr.
A._
(vgl. vorstehend E. 4.5, E.
4.7
)
keine Beschwerden in Zusammenhang mit einer Essstörung
hervor.
Die
anlässlich der Begutachtung
festgestellte
habituell hohe Impulsivität sowie die mittelgradig ausgeprägte Tendenz zu selbstverletzendem Verhalten
wurden
so
dann
eingehend
im Rahmen der Beurteilung durch
Dr.
Z._
gewürdigt
(
Urk.
10/131 S. 25, S. 37, S. 42, S. 44, S. 46)
.
Somit
vermögen
auch
die
im Zusammenhang mit den Selbstverletzungen nachträglich ein
gereichten Berichte (vgl.
Urk.
3/3,
Urk.
3/4,
Urk.
3/5,
Urk.
3/6
)
das schlüssige psychiatrische Gutach
ten
nicht in Zweifel zu ziehen.
5.5
Auch a
us
den Schreiben der
E._
(vorstehend E. 4.6
,
Urk.
3/7) und den Be
richten v
on
Dr.
A._
(vorstehend E. 4.5, E. 4.7
) ergibt
sich keine für
eine Ren
tenrevision
erforderliche anspruchsrelevante Änderung
(vgl. vorstehend E. 1.3
)
.
Hinsichtlich der
Beurteilung durch die Eingliederungsfachpersonen der
E._
ist sodann festzuhalten, dass
die Frage nach den noch zumutbaren Tätigkeiten und Arbeitsleistungen nach Massgabe der objektiv feststellbaren Gesundheitsschädi
gung in erster Linie durch die Ärzte und nicht durch die Eingliederungsfachleute auf der Grundlage der von ihnen erhobenen, subjektiven Arbeitsleistung zu b
e
antworten
ist
(Urteile des Bundesgerichts 9C_396/2014 vom 1
5.
April 2015 E. 5.4 und 9C_401/2014 vom 2
6.
November 2014 E. 4.2.2).
Eine wesentliche Veränderung des Gesundheitszustands
des Beschwerdeführers
wurde schliesslich auch
von
Dr.
A._
verneint. Er
beurteilte den Gesundheits
zustand des Beschwerdeführers dahingehend, dass schon seit sechs Jahren eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt bestehe, weshalb eine Verschlechterung in psychiatrischer Hinsicht
gar nicht belegt werden könne (v
or
stehend E. 4.7
).
Auch der
Beschwerdeführer führte diesbezüglich aus
, dass aktuell keine Verschlechterung seines Gesundheitszustands bewiesen werden könne und
machte geltend, dass
seine Invalidenrente wiedererwägungsweise rückwirkend zu erhöhen wäre (
Urk.
1 S. 11, S. 19).
Der Versicherungsträger kann auf formell rechtskräftige Verfügungen,
welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Überprüfung gebildet haben, zurück
kommen, wenn diese zweifellos unrichtig sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (sogenannte Wiedererwägung; Art. 53 Abs. 2 und 3 ATSG; BGE 144 I 103 E. 2.2, 141 V 405 E. 5.2, 138 V 147 E. 2.1 mit Hinweis).
Gemäss
Art. 53 Abs. 2 ATSG
«kann»
der Versicherungsträger wiedererwägen, muss aber nicht. Ob er eine Verfügung in Wiedererwägung zieht, liegt in seinem
Ermessen. Er kann hierzu weder von der betroffenen Person noch vom Gericht ver
halten werden. Es besteht mithin kein gerichtlich durchsetzbarer Anspruch auf Wiedererwägung. Auf eine Beschwerde gegen ein Nichteintreten auf ein Wieder
erwägungsgesuch oder allenfalls gegen einen das Nichteintreten bestätigenden
Einspracheentscheid
(vgl. aber BGE 133 V 50 E. 4.2.2) kann das Gericht nicht eintreten (BGE 133 V 50 E. 4.2.1, 119 V 475 E. 1b/cc mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_210/2017 vom 22. August 2017 E. 8.2 mit weiteren Hin
weisen).
Nach dem Gesagten bleibt auch für eine Wiedererwägung im Sinne von
Art.
53
Abs.
2 f. ATSG
durch das Gericht
kein Raum.
5.6
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das
Gutachten vom Mai 2020 (vorste
hend E.
4.3
) die Anforderungen an den Beweiswert medizinischer Berichte im Sinne der Recht
sprechung (vorstehend E.
1.6
)
vollumfänglich
erfüllt, weshalb darauf abzustellen ist.
E
ine weitgehend selbständige kaufmännische Tätigkeit mit angemessener Supervision und in einem wohlwollenden Arbeitsumfeld
ist dem Beschwerdeführer weiterhin zu 50
%
zumutbar (5-6 Stunden Anwesenheit pro Tag mit 3-4 produktiver Leistung
). Im Vergleich zur Situation, wie sie sich im Zeitpunkt
der Verfügung
vom
1
7.
November 2017
präsentierte, besteht somit keine Änderung.
Ein
Revisionsgrund
ist
zu verneinen. Damit erweist sich di
e
angefochtene
Ver
-
fügung
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
6
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen
.
Das Gericht erkenn
t
:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen
.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Stéphanie Baur
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.