Decision ID: 6f495353-5415-4bbf-a06d-a3952585abd2
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1976, war seit 1997 als Triebwerkmechani
ker bei der
Y._
,
Z._
,
angestellt und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (S
uva
) versichert. Am 6. April 2005 erlitt er einen Motorradunfall (Urk. 2/12/4). Mit Verfügung vom 30. März 2011 sprach ihm die S
uva
ab 1. Dezember 2008 eine Invalidenrente entsprechend einer Erwerbseinbusse von 54 % sowie eine Integritätsentschädigung basierend auf ein
er Inte
gritätseinbusse von 44.75 % zu (Urk. 2/12/228).
Mit Verfügung vom 11. Juli 2013 setzte die S
uva
die Rente mit Wirkung ab 1. August 2013 auf 38 % herab (Urk. 2/12/298). Die dagegen am 10. September 2013 erhobene Einsprache (Urk. 2/12/303) wies die S
uva
am 9. Januar 2015 ab (Urk. 2/2). Das hiesige Gericht wies
die dagegen am 11. Februar 2015 erhobene Beschwerde (
Urk.
2/1) mit Urteil vom 1
5.
April 2016 im Prozess Nr. UV.2015.00032 ab (
Urk.
2/18). Das Bundesgericht hiess die dagegen vom Versi
cherten erhobene Beschwerde mit Urteil vom
9.
Dezember 2016 in dem Sinne teilweise gut, als es das Urteil des hiesigen Gerichts aufhob und die Sache zur Einholung eines Gerichtsgutachtens und neuer Entscheidung zurückwies (Prozess Nr. 8C_348/2016;
Urk.
2/22 =
Urk.
1).
2
.
In Nachachtung dieses Urteils holte das hiesige Gericht
bei der
A._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am 2
2.
Oktober 2018 erstat
tet wurde (
Urk.
23). Dazu nahm der Beschwerdeführer am 2
1.
November 2018 (
Urk.
27) und die Beschwerdegegnerin am 1
9.
Dezember 2018 (
Urk.
29) Stellung, wovon die Parteien am
7.
Januar 2019 in Kenntnis gesetzt wurden (
Urk.
30).
In der Beschwerdesache Prozess
Nr. IV.2016.00214 betreffend
Ansprüche des Beschwerdeführers aus
Invalidenversicherung
ergeht
mit heutigem Datum
ein Urteil
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgeset
zes über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallversi
cherung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
6.
April 2005
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in
dieser Fassung zitiert werden
.
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü
gers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
).
1.3
Anlass zur Revision einer Invalidenrente im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente (zum massgeblichen Vergleichszeitpunkt vgl. BGE 133 V 108 E. 5.4), die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beein
flussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesund
heitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Aufgaben
bereich von Bedeutung; dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf
grund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen und E. 6.1). Entsprechend ist gegebenenfalls nicht nur der natürliche Kausalzu
sammenhang, sondern auch dessen Adäquanz für die Zukunft neu zu prüfen, wobei die im Zeitpunkt der erwogenen revisionsweisen Leistungsanpassung gegebenen tatsächlichen Verhältnisse massgebend sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_248/2017 vom 24. Mai 2018 E. 3.3 mit Hinweisen).
Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Ände
rung des Invaliditätsgrades ist die letzte rechtskräftige Verfügung, welche
auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachver
haltsabklärung, Beweiswürdigung und – sofern Anhaltspunkte für eine
Ver
-
ände
rung
der erwerblichen Auswirkungen einer Gesundheitsschädigung beste
-
hen
– Durchführung eines Einkommensvergleichs beruht (BGE 134 V 131 E. 3, 133
V
108 E. 5.3.1 und E. 5.4).
Ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG betrifft Änderungen in den persönlichen Verhältnissen der versicherten Person (BGE 133 V 454 E. 7.1). Dazu gehört namentlich der Gesundheitszustand. Dabei ist nicht die Diagnose massgebend, sondern in erster Linie der psychopathologische Befund und der Schweregrad der Symptomatik. Aus einer anderen Diagnose oder einer unter
schiedlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht allein kann somit nicht auf eine für den Invaliditätsgrad erhebliche Tatsachenänderung geschlossen werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_602/2016 vom 1
4.
Dezember 2016
E. 5.1 mit weiteren Hinweisen).
Eine revisionsbegründende Änderung kann nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts auch gegeben sein, wenn sich ein Leiden bei gleicher Diagnose in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat oder wenn es der versicherten Person gelungen ist, sich besser an das Leiden anzupassen (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3 und 6.3.2; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_339/2015 vom 25. August 2015 E. 3.1 und 9C_330/2014 vom 2
3.
Juli 2014 E. 5.2, je mit Hinweisen).
Das Hinzutreten einer neuen Diagnose stellt nicht per se einen Revisionsgrund dar, weil damit das quantitative Element der (erheblichen) Gesundheitsver
schlechterung nicht zwingend ausgewiesen ist (BGE 141 V 9 E. 5.2 mit Hinwei
sen). Massgebend ist einzig, ob bzw. in welchem Ausmass – unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie – den medizinischen Akten eine Verschlechterung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit im relevanten Zeitraum entnommen werden kann
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_664/2017 vom 25. Januar 2018 E. 9 und 9C_799/2016 vom 2
1.
März 2017 E. 5.2.1 mit weiteren Hinweisen).
1.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kommt nach der Rechtsprechung Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachver
ständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1; 139 V 225 E. 5.2; 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2/2) davon
aus, den Gesundheitszustand betreffend sei auf das Gutachten der
B._
von Dezember (richtig: Oktober) 2012 sowie die Ergänzung von Prof. Dr. med. univ.
C._
und Dr. med.
D._
von Dezember 2014 abzustellen. Der Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers habe sich im Jahr 2012 gegenüber 2009 ver
bessert (S. 9). Es sei von einem
Valideneinkommen
in der Höhe von Fr. 77‘142.-- sowie von einem Invalideneinkommen von Fr. 47‘819.--auszugehen, womit ein Invaliditätsgrad von 38 % resultiere (S. 10 f.).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber in seiner Beschwerde (Urk. 2/1) auf den Standpunkt, dass sich aus der Gegenüberstellung der Diagnosen aus den beiden Gutachten 2009 und 2012 keine Verbesserung ergebe (S. 6). Der Bericht von Prof.
C._
und die zugrundeliegenden Berichte der Orthopäden, Psychiater und Neuropsychologen würden sich auf frei erfundene Anamnesen stützen. Klare Befunde würden völlig ausgeblendet. Die neuropsychologischen Tests würden nichts beweisen und seien teilweise sehr zweifelhaft. Auch der Handkrafttest sei völlig falsch interpretiert. Insgesamt reiche dies für einen Beweis einer Verbesse
rung nicht aus (S. 23 f.). Tatsache sei, dass die belegte Hirnschädigung und die Schulterproblematik die Beschwerden alle erklären und auch eine vollständige Arbeitsunfähigkeit belegen würden (S. 24). Für das Jahr 2013 sei von einem
Valideneinkommen
von Fr. 80‘384.-- auszugehen, insbe
sondere da er im Gesund
heitsfall mit einer Beförderung hätte rechnen können (S. 25 f.). Unter Berücksich
tigung der konkreten Verhältnisse sei mit der Neigung zu gärtnerischen Tätigkei
ten auf TA 1 Ziff. 81, Garten- und Landschaftsbau, Qualifikationsniveau 4, abzu
stellen und von einem Invalideneinkommen von Fr. 37‘457.-- auszugehen (S. 27).
2.3
Das hiesige Gericht hatte
in seinem Urteil
vom 1
5.
April 2016 im Prozess Nr. UV.2015.00032 (
Urk.
2/18)
gestützt auf die Berichte der
B._
vom
2.
Oktober 2012 (
Urk.
2/12/275) und vom 2
3.
Dezember 2014 (
Urk.
2/12/395) eine anspruchsrelevante Verbesserung der Arbeitsfähigkeit in dem Sinne bejaht, dass der Beschwerdeführer für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten ohne Über
kopfarbeiten und ohne Heben von Lasten über 20 kg
bei ganztägiger Präsenzzeit zu 80
%
arbeitsfähig sei (E. 5.5). Auf das Gutachten von
Dr.
med. E._
, Facharzt für Neurologie, vom
6.
September 2013 (
Urk.
2/12/309), worin eine volle Arbeitsunfähigkeit postuliert wurde, stellte es hingegen nicht ab.
Das Bundesgericht verwarf diese Beurteilung, da aufgrund der medizinischen Aktenlage nicht zwingend von einer relevanten Verbesserung des Gesundheits
zustandes ausgegangen werden könne und es sich bei der Annahme einer 80%igen Arbeitsfähigkeit auch um eine lediglich andere Beurteilung des gleich gebliebenen Sachverhalts handeln könne.
Ins Gewicht falle dabei namentlich das Gutachten von
Dr.
E._
, welches zumindest geringe Zweifel an den versiche
rungsinternen
Berichten der
B._
begründe. Deshalb seien weitere Abklärungen erforderlich (
Urk.
1 E. 5.2).
2.4
Der Beschwerdeführer nahm zum G
erichtsg
utachten der
A._
vom 2
2.
Oktober 2018
(
Urk.
23)
wie folgt Stellung (
Urk.
27): Die Gutachter kämen zusammenfas
send zum Schluss, retrospektiv gesehen und bleibend in Zukunft bestehe keine Arbeitsfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Triebwerksmechaniker. In leidensangepassten Tätigkeiten bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
seit der Begutachtung im Jahr 200
9.
Insgesamt liege eine Restarbeitsfähigkeit von gesamthaft gesehen 50
%
vor, welche prognostisch aufgrund der langjährigen
Dekonditionierung
und im Sinne einer Tagesstrukturierung initial in einem geschützten Rahmen und in einem zweiten Schritt dann bei gutem Verlauf auch auf dem freien Arbeitsmarkt realisiert werden könne. Es liege ein in etwa unver
änderter Zustand vor im Vergleich zur Vorbeurteilung in der
B._
im Jahr 2009, hinsichtlich der orthopädischen Befunde ein verschlechtertes Zustandsbild. Das Gutachten gehe von einem unveränderten Zustandsbild aus unter der Annahme, die Arbeitsfähigkeit sei in der Vorbeurteilung von 2009 auf 50
%
limitiert worden. Deshalb werde von einem unveränderten Zustand mit Bezug auf die
Rentenzusprache
vom 3
0.
März 2011 ausgegangen. Aus dem
A._
-Gutachten ergebe sich
jedoch
nicht nur eine Verschlechterung der qualitativen Limitierungen, sondern auch eine Verschlechterung der angepassten
Arbeitsfä
higkeit von 70
%
auf 50
%
(S. 1).
In der Beschwerde vom 1
1.
Februar 2015 sei die Ausrichtung der bisherigen Rente von 54
%
und eventuell weitere medizinische Abklärungen und Zusprechung einer höheren Rente
beantragt worden. Aus näher dargelegten Gründen ergäbe der Einkommensvergleich jedoch einen Invaliditätsgrad von 67
%
, weshalb er aufgrund einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes ab
1.
August 2013 Anspruch auf eine Rente von 67
%
habe (S. 3).
2.5
Die Beschwerdegegnerin führte zum Gutachten aus (
Urk.
29), darin werde festge
halten, dass sich im Vergleich zur
Rentenzusprache
2011 der Zustand des Beschwerdeführers aus neurologisch
er
/neurokognitiver/neuropsychiatrischer Sicht nicht verändert habe. Aus orthopädischer Sicht habe sich der Gesundheits
zustand mit dem Hinzukommen der Erkrankung an der Halswirbelsäule (HWS) verschlechtert, dies jedoch ohne zusätzliche zeitliche Relevanz für die Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit von 50
%
. Die Gutachter widersprächen somit der Beurteilung der Suva, das
s
sich aus neurologi
sch
er
/neurokognitiver/neuro
-
psychiatrischer Sicht der Zustand verbessert habe. Eine revisionsweise Herabsetzung der Rente per
1.
August 2013 lasse sich deshalb nicht begründen. Dass die Gutachter von einer Arbeitsfähigkeit von 50
%
aus
gingen, habe im revisionsrechtlichen Verfahren keine Bedeutung. Diese Mei
nungsäusserung stelle lediglich eine andere Beurteilung als diejenige der Suva im Jahr 2009 dar. Damals
habe die
B._
die Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auf 70
%
geschätzt.
Aus orthopädischer Sicht habe sich der Zustand des Beschwerdeführers gemäss den Gutachtern verschlechtert. Die Gutachter kämen zum Schluss, dass er aus rein orthopädischer Sicht in einer leidensangepassten Tätigkeit zu 70
%
arbeits
fähig wäre. Da die Suva bereits im Jahr 2009 von einer Arbeitsfähigkeit von 70
%
bei einer angepassten Tätigkeit ausgegangen sei, ergebe sich gesamthaft keine Änderung in der zumutbaren Arbeitsfähigkeit. Zusammenfassend ergebe sich, dass die Voraussetzungen für die Rentenrevision im Jahr 2013 nicht erfüllt gewesen seien und die Rente so zu belassen sei, wie sie per
1.
Dezember 2008 festgesetzt worden sei (S. 2).
2.6
Streitig und zu prüfen ist, ob seit Erlass der Verfügung vom 30. März 2011, womit dem Versicherten - nebst einer Integritätsentschädigung - ab 1. Dezember 2008 eine Invalidenrente entsprechend einer Erwerbseinbusse von 54 % zugesprochen wurde, und dem Zeitpunkt des
Einspracheentscheides
vom 9. Januar 2015 bezie
hungsweise der Verfügung vom 11. Juli 2013 eine anspruchsrelevante Verände
rung eingetreten ist.
3.
3.1
Die
Rentenzusprache
im Umfang von 54
%
im März 2011 basierte im Wesentli
chen auf den folgenden medizinischen Berichten:
3.2
Die Ärzte der
B._
erstatteten ihre interdisziplinäre Beurteilung am 4. September 2009 (
Urk.
2/
12/360) und führten aus, dass es infolge eines Unfalles im April 2005 zu einer traumatischen Hirnverletzung gekommen sei. Daraus hätten leicht- bis mittelgradige neuropsychologische Defizite resultiert, wobei der Endzustand vier Jahre nach dem Unfall erreicht sei. Es sei mit keiner wesentlichen Verbesserung mehr zu rechnen. Aufgrund der neuropsychologi
schen Defizite sei die angestammte Arbeit als Triebwerkmechaniker nicht mehr zumutbar. Eine Teilarbeitsfähigkeit in beruflichen Tätigkeiten mit geringerer Ver
antwortung und
eher repetitivem Charakter sei
im zeitlichen Rahmen von min
destens 50 % zumutbar.
Daneben leide der Beschwerdeführer an
unfallfremden
chronifizierten
Kopf
schmerzen vom Spannungstyp mit
migräniformen
Exazerbationen
, deren Ätiolo
gie unklar sei. Differentialdiagnostisch könnte ein
Medikamentenübergebrauch
kopfschmerz
vorliegen. Weitere Störungen aus dem neurologischen Formenkreis liessen sich nicht finden (S. 1 oben).
Aus psychiatrischer Sicht könne eine aktuell nicht massgebende beziehungsweise die Arbeitsfähigkeit nicht kompromittierende rezidivierende depressive Störung und ein Verdacht auf eine organische Persönlichkeitsveränderung mit Stressin
toleranz, Affektlabilität und aggressiven Impulsausbrüchen genannt werden (S. 1 unten).
Aus orthopädischer Sicht bestehe eine durch das Trauma und die Operationen bedingte Bewegungseinschränkung der linken Schulter mit vor allem bei Belas
tung auftretenden Schmerzen. In der körperlichen Untersuchung habe sich eine Einschränkung der Schulterbeweglichkeit sowohl bei aktiver wie passiver Prü
fung gezeigt. Im Schulter-MRI vo
m
März 2006 hätten sich
tendinostische
Verän
derungen im Bereich des Ansatzes der
Supraspinatussehne
gezeigt und es hätten sich Hinweise für eine
retractile
Capsulitis
gefunden. Damit würden sich die kli
nischen Defizite erklären lassen. Aus orthopädischer Sicht seien leichte bis mit
telschwere körperliche Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ganztags zumutbar. Dabei seien Überkopfarbeiten auszuschliessen (S. 1 f.).
Unter Berücksichtigung sowohl der neuropsychologischen wie auch der orthopä
dischen Einschränkungen könnten dem Beschwerdeführer einfachere kognitive Tätigkeiten mit teils repetitivem Charakter und ohne Führungsfunktion und leichte bis mittelschwere körperliche Tätigkeiten unter Ausschluss von Überkopf
arbeiten zumindest im
Rahmen einer 50%igen Tätigkeit
zugemutet werden (S. 2)
.
3.3
Die Ärzte der
B._
ergänzten ihr Gutachten am 18. November 2009 (
Urk.
2/
12/197) und führten aus, dass aufgrund der neuropsychologischen Einschränkung (Aufmerksamkeit, Interferenzunterdrückung) einerseits und auf
grund der Verhaltensauffälligkeiten andererseits (verminderte Stresstoleranz, erhöhte emotionale Reagibilität, Tendenz zur Impulsivität) beim Beschwerdefüh
rer in einer angepassten Tätigkeit eine zeitliche Einschränkung bestehe. Ein Hal
ten des Konzentrationsniveaus beziehungsweise der Aufmerksamkeit über den gesamten Arbeitstag sei für den Beschwerdeführer mit traumatischer Hirnverlet
zung schwierig, eine vorzeitige Ermüdung auch bei eingeschränkten Leistungs
anforderungen sei oft der Fall, dies mit negativem Effekt auf die Verhaltensauf
fälligkeiten. Der Beschwerdeführer könnte in einer angepassten Tätigkeit
in etwa 70 %
arbeiten (S. 2).
3.4
Dr. med.
F._
, Facharzt für Neurologie, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, SUVA Versicherungsmedizin, erstattete seine neurologische Beurteilung am 15. März 2011 (
Urk.
2/
12/223) und führte aus, dass im interdis
ziplinären Gutachten der
B._
vo
m
September 2009
sowohl in der Anamneseerhebung
als auch in den neurologischen Beurteilungen eine ausführ
liche Würdigung und Diskussion der vom Beschwerdeführer geklagten Kopf
schmerzen vorgenommen worden sei (S. 1). Somit sei in der umfassenden inter
disziplinären Begutachtung der
B._
im Jahre 2009 eine klare Ein
schätzung bezüglich
Unfallfremdheit des Kopfschmerzleidens
des Beschwerde
führers abgegeben und schlüssig begründet worden. Die Ausführungen würden aus neurologischer Sicht auf einer umfassenden Würdigung aller relevanten Fak
ten basieren. Für eine wahrscheinlich unfallfremd eingeschätzte Gesundheitsstö
rung seien keine weiteren Abklärungen und Behandlungen zu Lasten der Unfall
versicherung indiziert (S. 2).
3.5
Die
Rentenzusprache
vom 3
0.
März 2011
erfolge damit im Wesentlichen gestützt auf das
Gutachten der Ärzte der
B._
vo
m
September 2009 sowie deren Ergänzung vo
m
November 2009 (vgl. vorstehend E. 3.2 und E. 3.3), wonach der Beschwerdeführer an den Folgen einer traumatischen Hirnverletzung, beste
hend aus neuropsychologischen Defiziten leichter- bis mittelgradiger Ausprägung (Aufmerksamkeit, Interferenzunterdrückung, verminderte Stresstoleranz, erhöhte emotionale Reagibilität, Tendenz zur Impulsivität, vorzeitige Ermüdung) sowie Bewegungseinschränkungen der linke
n Schulter leide. Attestiert wurde
damals eine
70%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit
gemäss beschriebe
nem Profil.
4.
4.1
Das Bundesgericht erachtete die im Urteil des hiesigen Gerichts vom 1
5.
April 2016 unter E. 4 wiedergegebene medizinische Aktenlage als nicht genügend ein
deutig, um darauf abzustellen (
vgl.
Urk.
1 E. 5.2).
Dementsprechend wird auf eine erneute Wiedergabe verzichtet.
4.2
4.2.1
Die Gutachterinnen und Gutachter der
A._
stellten
in ihrem Gutachten vom 2
2.
Oktober 2018 (
Urk.
23
/1
) nach Berücksichtigung der Akten, Erhebung der Anamnese und Durchführung einer allgemeininternistischen, psychiatrischen, neurologischen, neuropsychologischen, orthopädischen, laborchemischen und bildgebenden Untersuchung (vgl. S. 5)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 13 f.):
1.
Status nach Motorradunfall am
6.
April 2005 mit
-
leichter bis mittelschwerer traumatischer Hirnverletzung nach EFNS (Europäische Föderation der Neurologischen Gesellschaften) 2012 mit und bei Glasgow
Coma
Scale
9 bei Spitaleintritt sowie retro- und
anterograder
(posttraumatischer) Amnesie
-
Initialverletzungen:
-
Kontusionsblutung
Gyrus
frontalis
medialis
links,
Capsula
interna
am Übergang zur
Capsula
externa
links,
caudofrontale
Hypodensität
Gyrus
frontalis
superior
links, Ödem, traumatische
Subarachnoidalblutung
, diffuse
axonale
Scherverletzungen
-
initiale Funktionsstörungen (neuropsychologische Defizite):
-
aktenanamnestisch ausgeprägtes anamnestisches Syndrom, deutliche Antriebsminderung, partielle Desorientierung,
Anosognosie
, leichte bis mittelschwere neuropsychologische Störung mit Beeinträchtigung der Aufmerksamkeitsfunktionen, des sprachlichen Gedächtnisses, der Exe
kutivfunktionen, des abstrakt-logischen Denkens. Perseverationsten
denz, leichte Störung der Handlungsplanung, leichte Persönlichkeits
änderung
-
Residuen:
-
neurologisch:
delayed-onset
persistierende Kopfschmerzen
,
zurückzu
führen auf eine mittelschwere oder schwere traumatische Hirnverlet
zung
-
neuropsychologisch: leichte bis mittelschwere neurokognitive Störung (ICD-10 F06.7), aktuell ohne Hinweise auf Symptomverdeutlichung oder Aggravation
-
(
neuro
)psychiatrisch: organisches Psychosyndrom nach Schädel-Hirn-Trauma (ICD-10 F07.2) sowie Hinweise auf organische Persönlichkeits
störung (ICD-10 F07.0)
-
bildgebend: persistierende posttraumatische Läsionen mit Nachweis zweier frontaler Mikrohämorrhagien,
Gliose
mit
Atrophie
des hinteren Anteils des
Truncus
corpus
callosum
bei:
-
Status nach
zweitgradiger
diffuser
axonaler
Scherverletzung, fokaler superfizieller
Siderose
linksorbital sowie rechtsfrontal im Rahmen der traumatischen
Subachnaroidalblutung
2.
initiale Verletzungen am Bewegungsapparat
-
Thoraxkontusion
-
mehrfragmentäre
Glenoidfraktur
links mit
antero-superiorem
Lim
busabriss
-
Schraubenosteosynthese der
Glenoidfraktur
und
Refixation
des Lim
bus-Abrisses mit
Mitek
-Ankern 2005
-
konsekutive
Arthrofibrose
linkes Schultergelenk
-
Schulterarthroskopie mit
Refixation
des hinteren Labrums sowie
Débri
dement
des Gelenkinnenraums 2006
-
beginnende
Omarthrose
links
3.
chronisches
cervikovertebrales
bis
cervicozephales
Schmerzsyndrom mit und bei
-
Status nach
hochgradiger Spinalkanalstenose HWK 5/6 mit
neuroforami
nalen
Engen
-
Status nach C6 und C7 Nervenwurzeldekompression beidseits und Anlage einer
Spondylodese
mittels Stand-
Alone
Cage C6/7 links sowie Zeichen eines minimalen linksbetonten
Tetrapyramidalsyndroms
4.
chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom
-
klinisch-neurologisch: aktuell ohne Hinweise auf eine
radikuläre
Reiz- und sensomotorische Ausfallsymptomatik
-
chronische muskuläre Rückenbeschwerden
Dem Beschwerdeführer sei die bis zum Unfallzeitpunkt ausgeübte Tätigkeit als Triebwerksmechaniker aufgrund der Unfallfolgen bleibend nicht mehr zumutbar
(S. 14).
Unter Berücksichtigung der neurokognitiven und psychiatrischen Befunde sowie der orthopädischen
Einschränkungen bestehe für dem
körperliche
n
Leiden ange
passte Tätigkeiten ohne Überkopfarbeiten, ohne Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, mit der Möglichkeit zu wechselbelastenden Arbeiten mit Wechsel zwischen Sitzen,
G
ehen und Stehen und ohne langdauernde Zwangspositionen wie Arbeiten in gebückte
r Haltung und Arbeiten in Kälte
gesamthaft gesehen eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
(S. 15 oben).
Bezüglich der
neurologisch
en
/neurokognitiven/neuropsychiatrischen
Einschrän
kungen könne in Zusammenschau aller Befunde von einem in etwa
unveränder
ten Zustandsbild
im Vergleich zum Zeitpunkt der Vorbeurteilung vo
m
September 2009 ausgegangen werden.
Seit mindestens diesem Zeitpunkt sei die Arbeitsfä
higkeit für angepasste Tätigkeiten aufgrund der im Vordergrund stehenden neu
rologisch
en
/neurokognitiven Einschränkungen auf 50
%
limitiert.
Bezüglich der Beurteilung der durch die orthopädischen Diagnosen bedingten Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit müsse hervorgehoben werden, dass sich der Gesundheitszu
stand des Exploranden mit Hinzukommen der hochgradigen Spinalkanalstenose mit
Kompression der Medulla
spinalis
in Höhe HWK 5/6 und der Diagnose von zervikalen Diskushernien (erstmals diagnostiziert durch MRI am 2
5.
Oktober 2012) verschlechtert
habe. Dies führe zwar nicht zu einer zeitlich höheren Arbeitsunfähigkeit über die obigen 50
%
hinaus, jedoch
zu qualitativen Limitie
rungen
(S. 15 Mitte).
Insofern weiche die heutige Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von der Vorein
schätzung im Rahmen der Begutachtung vo
m
September 2009 und der Nachbe
urteilung vom Oktober 2009 ab. Im Rahmen der Vorbeurteilung von 2009 an der
B._
sei aus orthopädischer Sicht von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten mit der alleinigen Berücksichtigung der Schulterbeschwerden ausgegangen worden.
Im Oktober 2012 sei
von einer lediglich noch durch die orthopädischen Beeinträchtigungen bedingten, rein qua
litativen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen worden. Diese Ein
schätzung könne heute aus neurologisch
er
/neuropsychologisch
er
/psychiatrischer Sicht nicht mehr geteilt werden, und auch aus orthopädischer Sicht habe sich der Gesundheitszustand seit diesem Zeitpunkt
verschlechtert
. Die erstmalige Diag
nostik bezüglich der Erkrankung der Halswirbelsäule sei nach dem Zeitpunkt der Nachbegutachtung an der
B._
erfolgt. In zeitlicher Hinsicht könne angenommen werden, dass spätestens mit dem Zeitpunkt der bildgebenden Darstellung der Veränderungen an der Halswirbelsäule vom Oktober 2012 eine orthopädisch zu begründende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auch für opti
mal angepasste Tätigkeiten bestanden habe, die über das im Rahmen de
s
im Oktober 2012 postulierte
n
Mass (damals Annahme einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit) hinausgehe. Nach der
Diskushernienoperation
vom 3
0.
Dezem
ber 2015 habe über mindestens einen Zeitraum von vier Monaten eine volle Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten bestanden (S. 15).
Bezüglich der neurologischen, neuropsychologischen und psychiatrischen Befunde gehe man von einem in etwa unveränderten Zustandsbild des Exploran
den im Vergleich zur Vorbeurteilung in der
B._
aus. Hinsichtlich der
orthopädischen Befunde liege mit Hinzukommen der Diagnosen an der Hals
wirbelsäule und
der
Diskushernienoperation
vom 3
0.
Dezember 2015 ein ver
schlechtertes Zustandsbild vor.
Insgesamt sei derzeit von einer Restarbeitsfä
higkeit von gesamthaft gesehen 50
%
auszugehen. Diese Arbeitsfähigkeit könne prognostisch aufgrund der langjährigen
Dekonditionierung
optimalerweise
initial in einem geschützten Rahmen im Sinne einer guten Tagesstrukturierung umge
setzt werden, und in einem zweiten Schritt dann bei gutem Verlauf auch auf dem freien Arbeitsmarkt realisiert werden. Aufgrund der beschriebenen Einschränkun
gen der Stressbewältigung sollte kein erheblicher Zeitdruck bestehen, Stressspit
zen sollten im interpersonellen Kontakt vermieden werden können, dem Explo
randen sollte nicht zu
viel Verantwortung delegiert werden, ein wohlwollendes Umfeld wäre sicher hilfreich.
Der Explorand würde von einer guten und klaren vorgegebenen Arbeitsstrukturierung profitieren (
S. 16 Mitte).
Hinsichtlich der Schultererkrankung lägen keine wesentlichen Abweichungen zu Vorbeurteilungen vor (S. 17 oben).
4.2.2
Die psychiatrische Begutachtung (
Urk.
23/4) ergab die Diagnose eines organi
schen Psychosyndroms nach Schädel-Hirn-Trauma (ICD-10 F07.2) un
d zusätzlich Hinweise auf eine o
rganische Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F07.0; S. 18).
Im Jahr 2009 werde gutachterlich von der
B._
bereits ein Endzustand deklariert, was aus Sicht des Referenten vier Jahre nach dem Unfallereignis bei der Art der Schädigung durchaus auch plausibel sei. Zu diesem Zeitpunkt sei es bereits zu einer deutlichen Reduktion der oben beschriebenen, auf ein hirnorga
nisches Psychosyndrom hinweisenden Symptomatik gekommen. Weniger gut nachvollziehbar sei die dann im Jahr 2012 konstatierte klinische Verbesserung, ausgelöst wahrscheinlich durch die attestierte Fahrfähigkeit des Exploranden
, mit der dann gesehenen
letztendlich fast uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit selbst im angestammten Beruf als Flugzeugmechaniker. Hier sei bemerkt, dass hirnor
ganische Residuen mit persönlichkeitsnahen Veränderungen sich erfahrungsge
mäss durch neuropsychologische U
ntersuchungen schwer abbilden lie
ssen, dies insbesondere bei leichtgradiger Ausprägung. Gerade die aus Sicht des Referenten auch in der aktuellen Exploration
eingeschränkte Introspektionsfähigkeit sowie die fremdanamnestischen Angaben bestätigten diese Annahme (S. 26 Mitte). Nach psychiatrischen Kriterien ergebe sich kein belastbarer Anhalt für eine klinische Verbesserung im Rahmen der Konsequenzen der hirnorganischen Affektion seit 200
9.
Diese Einschätzung werde bestätigt durch die aktuelle n
europsychologische Begutachtung (S. 27 oben).
Insgesamt ergäben die fachpsychiatrischen Stellung
nahmen einschliesslich der
jenigen
aus
B._
im Jahr 2012 keine belastbaren Hinweise für eine psychiatrische Verschlechterung oder Verbesserung des Zustandsbildes (S. 30 Mitte).
4
.2.3
D
ie neurologische Begutachtung (
Urk.
23/5) ergab, dass in Übereinstimmung mit den neurologischen Voreinschätzungen
durch
Dr.
G._
und
Dr.
E._
die Diagnose
eines chronischen posttraumatischen Kopfschmerzes, welcher sich auf dem Boden eines
delayed-onset
posttraumatischen Kopfschmerzes
entwickelt habe, gestellt werde
. Daraus resultiere die zusammenfassende Kopfschmerzdiag
nose eines
delayed-onset
persistierenden Kopfschmerzes, zurückzuführen auf eine mittelschwere oder schwere traumatische Hirnverletzung. Die Kopfschmerz
diagnose sei mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit natür
lich kausal zum Unfall von 200
5.
Im Gegensatz
zur Beurteilung
durch die Ärzte
der
B._
aus dem Jahr 2015 zeigten sich im Zug der aktuellen Begutachtung unter Zuzug standardisierter Symptomvalidierungsverfahren keine Hinweise auf eine Symptomverzerrung oder gar Hinweise auf eine Aggravation. Das aktuell erhobene neurokognitive Störungsbild entspreche einer gesamthaft leichten bis mittelschweren Hirnfunktionsstörung mit leichten Minderleistungen in einzelnen kognitiven Funktionen aus dem Aufmerksamkeits-, Gedächtnis- und Flexibilitätsbereich. Darüber hinaus zeichneten sich auffällig erhöhte Werte bezüglich einer
Fatigue
ab (S. 23 unten f.). Es ergäben sich aktuell weitgehend vergleichbare Diagnosen und Einschränkungen wie bereits bei der Beurteilung
durch die
B._
2009; eine eindeutige und vor allem namhafte Ver
besserung der Beschwerden und Befunde im Verlauf seit 2009 könne nicht ver
zeichnet werden. Damals
sei
eine berufliche Tätigkeit, bestehend aus einfachen Tätigkeiten mit teils repetitivem Charakter ohne Führungsfunktion im Rahmen von 50
%
als zumutbar erachtet
worden
, was nachvollziehbar erscheine (S. 25 Mitte). Im Langzeitverlauf und unter Würdigung der aktuell vorliegenden neu
ropsychologischen, psychiatrischen und neurologischen Diagnosen ergebe sich eine vergleichbare Befundkonstellation wie in den Vorbefunden aus dem Jahr 200
9.
Diese könnten weitgehend unverändert bestätigt werden. Eine optimal adaptierte Tätigkeit unter Rücksichtnahme der durch die orthopädischen
Befunde
begründeten qualitativen
Einschränkungen sei zu 50
%
zumutbar. Das aktuell von neurologischer Seite postulierte mögliche intermittierende
radikuläre
Reiz
-
syndrom und das
nebenbefundlich
in der formalen Untersuchung festge
stellte minimale linksbetonte
Tetrapyramidalsyndrom
führten zu keinen über die im orthopädischen Gutachten postulierten hinausgehenden Einschränkungen
(S.
26 Mitte f.).
4.2.
4
Gemäss dem neuropsychologischen Gutachter
zeige ein Vergleich zwischen den zu unterschiedlichen Zeitpunkten erhobenen neuropsychologischen Leistungen, dass das Leistungsbild im Verlauf keine wesentlichen Änderungen erfahren habe. Insbesondere sei die Leistung im Vergleich zur Suva-Begutachtung von 2009 nach wie vor als mittelgradig eingeschränkt zu beurteilen. Die Tatsache der gegebenen Fahrtüchtigkeit müsse nicht notwendigerweise mit einer Einschrän
kung gewisser kognitiver Teilleistungen kontrastieren
(
Urk.
23/6 S. 20 Mitte
).
4.2.5
Der orthopädische Gutachter hielt fest,
die strukturellen Befunde an der linken Schulter und an der HWS erklärten die vom Exploranden angegeben massiven
Einschränkungen
ungenügend
(
Urk.
23/7 S.
8 Mitte).
Zusammen mit der Schä
delverletzung sei anlässlich des Unfalls auch eine
Thoraxkontusion
diagnostiziert worden. Es sei von daher durchaus wahrscheinlich, dass die Struktur zwischen diesen beiden Organen, nämlich die Halswirbelsäule,
beim Unfall ebenfalls erheblichen äusseren Kräften ausgesetzt gewesen sei
. Die Hauptproblematik bestehe in den chronischen Kopfschmerzen und den Konzentrationsproblemen. Daneben habe der Beschwerdeführer immer auch Nackenschmerzen gehabt. Die Unfallkausalität der Diskushernien werde in der Stellungnahme der
B._
vom 2
3.
Dezember 2014 nicht bestritten, hingegen sei man weiterhin der Meinung gewesen, dass dies für die Kopfschmerzen nicht gelte, da diesen die typischen Merkmale von posttraumatischen K
opfschmerzen fehlen würden (S. 11 Mitte f.). Aus heutiger Sicht habe sich der orthopädische Gesundheitszustand des Exploranden seit dem Zeitpunkt der gutachterlichen Einschätzung durch die
B._
vom Mai 2012 mit dem zwischenzeitlichen Hinzukommen der HWS-Problematik verschlechtert, insofern, dass die dadurch bedingten Funk
tionseinschränkungen bei der
der
Rentenberechnung
zugrundeliegenden ortho
pädischen Beurteilung noch nicht in heutiger Ausprägung vorhanden gewesen und nicht mitberücksichtig
t
worden sei
en
(S. 12 oben).
Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Triebwerksmechaniker sei nicht mehr zumut
bar, daran habe sich nichts geändert. Die damals beschriebene Umfangsdifferenz zwischen linkem und rechtem Arm sei in etwa
gleich geblieben
. Sie üb
ersteige jene, welche bei einem Rechtshänder üblich sei, nicht wesentlich, was darauf hin
weise, dass der Beschwerdeführer den linken Arm nicht übermässig schone. Die rohe Kraft beim Händedruck sei gegenüber rechts deutlich vermindert, obwohl die Schulter dafür kaum eingesetzt werden müsse, was darauf hinweise, dass er versuche seine Problematik schlimmer darzustellen als sie sei
. Darauf sei auch im Gutachten
B._
vom 2
3.
Dezember 2014 hingewiesen worden. Darin werde festgehalten, dass sich klar messbare Diskrepanzen gezeigt hätten, welche die Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers in Frage gestellt hätten. Diese Einschät
zung decke sich mit der aktuellen Beobachtung. Radiologisch fänden sich Hin
weise auf eine leichte Zunahme der
Omarthrose
, so dass es durchaus glaubhaft sei, dass Schulterschmerzen vorhanden seien (S. 12).
Hinzu komme aus orthopädischer Sicht die Problematik der Halswirbelsäule. Die Diskushernien seien überwiegend wahrscheinlich unfallbedingt. Sie seien nun operiert und mit Cages versorgt. Die präoperativ vorhandene neurologische Symptomatik habe sich wieder zurückgebildet
bis auf eine Hyperästhesie des Zei
gefingers. Der aktuelle Zustand der HWS entspreche jedoch nicht mehr dem
status
quo ante. Die verbleibende Beweglichkeit zwischen den Segmenten sei deutlich eingeschränkt. Dies habe einen Einfluss auf die Restbeweglichkeit der ganzen HWS, bedeute aber auch ein Risiko bezüglich späteren degenerativen Schäden in den Anschlusssegmenten. Die Schmerzen in der Nackenmuskulatur liessen sich
mit dem Beweglichkeitsdefizit erklären. Die Röntgenbilder der HWS vom März 2017 zeigten auch eine deutliche Streckhaltung und somit eine statische Proble
matik. Auch dies begründe chronische Nackenschmerzen.
Für die thorakalen und lumbalen Schmerzen sehe man keine strukturelle Begründung. Die Röntgenbilder der LWS vom August 2016 zeigten altersentsprechend völlig normale Verhält
nisse. Hier liege wahrscheinlich eine rein muskuläre Problematik vor (S. 13 oben).
Der orthopädische Gutachter hielt fest, er te
ile die Einschätzung, wonach der
Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit zu 80
%
arbeitsfähig sei, nicht vollständig. Schon aus rein orthopädischer Beurteilung bestehe eine stärkere Ein
schränkung auch für angepasste Tätigkeiten. Dies resultiere nicht aus einer
abweichenden Beurteilung der Schulterproblematik, sondern
weil die HWS-Symptomatik nicht vernachlässigbar sei. Die Streckhaltung der HWS könne im Röntgenbild nicht simuliert werden, sondern sei eine reelle strukturelle Proble
matik, welche dazu führe, dass die Nackenmuskulatur
zur Aufrechterhaltung der Balance chronisch überlastet und verspannt werde. Dies begründe die chroni
schen Nackenschmerzen
sehr klar. Ob diese Problematik auch die chronischen Kopfschmerzen erkläre, müsse von neurologischer und neuropsychologischer Seite geklärt werden (S. 14 Mitte).
Eine angepasste Tätigkeit dürfe keine Überkopfarbeiten beinhalten. Das Heben von Lasten sollte auf 10 kg beschränkt sein. Die Arbeit sollte abwechselnd mit
Stehen, Sitzen und Gehen verbunden sein. Langdauernde Zwangshaltungen wie Arbeiten in gebückter Stellung über längere Zeit sollten vermieden werden. Auch länger dauernde Arbeiten in der Kälte seien ungeeignet. Für eine solche Tätigkeit sei der Explorand aus rein orthopädischer Sicht, unter Berücksichtigung der Schulterproblematik links und der HWS-Problematik, zu 70
%
arbeitsfähig. Nicht berücksichtig
t
sei bei dieser Angabe
die Problematik der chronischen Kopf
schmerzen. Sollten diese einen Zusammenhang mit der HWS-Problematik haben oder Folge des Schädel-Hirn-Traumas sein, so würde sich der Grad der unfallbe
dingten Arbeitsunfähigkeit erhöhen (S. 14).
4.2.6
N
ach einer Konsensbesprechung
kamen die Gutachterinnen und Gutachter
zu fol
gendem Schluss (
Urk.
23/1
S. 6
f.
):
Der Beschwerdeführer habe bei dem Unfall vom
6.
April 2005 eine leichte bis mittelschwere traumatische Hirnverletzung nach EFNS (Europäische Föderation der Neurologischen Gesellschaften) mit und bei Glasgow
Coma
Scale
9 bei Spitaleintritt sowie retro- und
anterograder
(post
traumatischer) Amnesie
erlitten
. Initial sei es dabei zu einer Kontusionsblutung im Bereich des
Gyrus
frontalis
medialis
links, der
Capsula
interna
am Übergang zur
Capsula
externa
links
und
einer
caudo
frontalen
Hypodensität im
Gyrus
fron
talis
superior
links mit Ödem, einer traumatischen
Subarachnodialblutung
und diffusen
axonalen
Scherverletzungen gekommen. Als Residuum dieses Unfalls persistiere aus neurologischer Sicht ein
delayed-onset
persistierender Kopf
schmerz, der auf die mittelschwere traumatische Hirnverletzung zurückgeführt werden könne. Aus neuropsychologischer Sicht persistiere eine leichte bis mittel
schwere neurokognitive Störung, aktuell ohne Hinweise auf Symptomverdeutli
chung oder Aggravation. Aus psychiatrischer Sicht könne ein organisches Psy
chosyndrom nach Schädel-Hirn-Trauma diagnostiziert werden, zusätzlich lägen Hinweise auf eine mögliche organische Persönlichkeitsstörung vor.
Auf somatischem Gebiet habe der Beschwerdeführer beim Unfall vom
6.
April 2005 eine
Glenoidfraktur
links, die osteosynthetisch versorgt worden sei, erlitten. Konsekutiv habe sich eine
Arthrofibrose
im Bereich des linken Schultergelenks entwickelt, zwischenzeitlich liege eine
Omarthrose
links vor. Zusätzlich bestehe beim Beschwerdeführer unfallunabhängig ein chronisches
lumbovertebrales
Schmerzsyndrom, aktuell ohne Hinweise auf
radikuläre
Reiz- oder sensomotori
sche Ausfallsymptomatik.
Darüber hinaus bestehe ein chronisches
zervikoverteb
rales
bis
zervikozephales
Schmerzsyndrom bei hochgradiger Spinalkanalstenose HWK 5/6 mit Status nach C6- und C7-Nervenwurzelkompression beidseits, wel
che am
4.
März 2016 operiert worden seien.
Im Vergleich zu der
Rentenzusprache
/ Verfügung
der Beschwerdegegnerin vom 3
0.
März 2011, welche auf der Begutachtung in der
B._
vom Sep
tember 2009 basiert habe, habe sich aus heutiger Sicht in der Gesamtschau
aller Befunde der
Zustand des Beschwerdeführers aus neurologi
sch
er
/
neurokogniti
-
ver
/neuropsychiatrischer Sicht nicht verändert.
Aus
orthopä
discher Sicht
habe sich der Gesundheitszustand mit dem Hinzukommen der Erkrankung an der HWS
verschlechtert, dies jedoch ohne zusätzliche zeitliche Relevanz für die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
. Die vom Beschwerdeführer zum Zeitpunkt des Unfalls vom
6.
April 2005 ausgeübte Tätigkeit als Triebwerks
mechaniker könne aus gesamtmedizinischer Sicht seit dem Unfallereignis nicht mehr ausgeübt werden. Für eine angepasste Tätigkeit mit Heben und Bewegen von Lasten bis maximal 10 kg, mit Wechselbelastung, unter Vermeidung von Zwangshaltungen, unter Vermeidung von Überkopfarbeiten und unter Vermei
dung von Arbeiten in der Kälte sowie unter Vermeidung von Arbeiten mit Zeit
druck, ohne erhöhten Anspruch an kognitive Fähigkeiten und ohne Stressspitzen im interpersonellen Kontakt mit klar vorgegebener Arbeitsstrukturierung, bestehe in der Gesamtschau aller Befunde eine
Arbeitsfähigkeit von 50
%
.
Aufgrund der langjährigen
Dekonditionierung
sollte diese Restarbeitsfähigkeit anfangs in einem geschützten Umfeld umgesetzt werden. Hinweise auf Aggravation hätten sich bei aktuell validen neuropsychologischen Testbefunden nicht gefunden. Eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung könne aus psychiatrischer Sicht nicht diagnostiziert werden
(S. 7).
5.
5.1
Das Gutachten der
A._
vermag den praxisgemässen Anforderungen (vgl. vorste
hend E. 1.
4
) vollumfänglich zu genügen.
Bei Gerichtsgutachten weicht das
Gericht nach der Pra
xis nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Fachleute ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen.
Die Erfassung des medizinischen Sachverhalts ist jedoch nicht gleichzusetzen mit der rechtlichen Einordnung
der Resultate einer Begut
achtung. Die Frage, ob ein Revisionsgrund ausgewiesen ist, beurteilt sich nach rechtlichen Gesichtspunkten: Aus einer anderen Diagnose
oder einer unterschied
lichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht allein kann nicht auf eine für den Invaliditätsgrad erhebliche Tatsachenänderung geschlossen werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_602/2016 vom 1
4.
Dezember 2016 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen
;
vgl. vorstehend E. 1.
3
).
5.2
Mit der rentenzusprechenden Verfügung vom 3
0.
März 2011 wurde festgestellt, dass der Beschwerdeführer in einer behinderungsangepassten Tät
igkeit zu 70
%
arbeitsfähig ist, dies aufgrund der traumatischen Hirnverletzung mit neuropsy
chologischen Defiziten leichter bis mittelgradiger Ausprägung (Aufmerksamkeit, Interferenzunterdrückung, verminderte Stresstoleranz, erhöhte emotionale Reagi
bilität, Tendenz zur Impulsivität, vorzeitige Ermüdung) und der erlittenen Schul
terverletzung
(vgl. vorstehend E. 3.5). Die angestammte Tätigkeit als Flugzeug
mechaniker sei nicht mehr zumutbar. Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
Im Vergleich dazu gingen die Gutachterinnen und Gutachter der
A._
ebenfall
s von einer Unzumutbarkeit der angestammten
Tätigkeit
, jedoch
von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit aus, dies seit
min
destens September 200
9.
Es wurde festgehalten, dass bezüglich der neurologi
sch
en
/neurokognitiven/neuropsychiatrischen Einschränkungen in Zusammen
schau aller Befunde ein in etwa unverändertes Zustandsbild vorliege
(vgl. vorste
hend E. 4.2.1 und S. 15 des Gutachtens)
. Dazu ist zu wiederholen, dass bis März 2011 eine Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von 70
%
Rechtsbestand hatte
, welche von den Gutachterinnen und Gutachtern
der
A._
ab 2009
nach
träglich
lediglich anders und damit nicht anspruchsrelevant eingeschätz
t wird.
Die
Annahme einer bloss 50%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit bei ausdrücklich unverändertem Zustandsbild
stellt
eine revisionsrechtlich unbeacht
liche andere Beurteilung des unveränderten Sachverhalts dar. Dies gilt auch für die Einschätzung, wonach die Kopfschmerzen des Beschwerdeführers unfallkau
sal seien: Deren Unfallkausalität wu
rde 2011 rechtskräftig verneint und es
ist
diesbezüglich keine offensichtliche Unrichtigkeit ersichtlich. Ebenso besteht dies
bezüglich kein Revisionsgrund, denn
eine Änderung der Symptomatik
ist nicht beschrieben worden. In der aktuellen neurologischen Begutachtung wurde
denn auch
ausdrücklich festgehalten, dass sich unter Würdigung der aktuell vorliegen
den neuropsychologischen, psychiatrischen und neurologischen
Befunde
eine mit 2009 vergleichbare Befundkonstellation ergebe (vgl. vorstehend E. 4.2.3)
.
Insbe
sondere ist auch keine Verbesserung ausgewiesen.
Was sodann die HWS-Beschwerden angeht, so erscheint fraglich, ob bei einer Erstdiagnose im Jahr 2012
(vgl. vorstehend E. 4.2.1 und S. 15 Mitte des Gutach
tens) ein Kausalzusammenhan
g mit dem Unfallereignis 2005 besteht. Der ortho
pädische Gutachter führte dazu lediglich aus, dass im Zusammenhang mit der
Thoraxkontusion
durchaus wahrscheinlich
sei, dass die Struktur
, nämlich die Halswirbelsäule, beim Unfall ebenfalls erheblichen Kräften ausgesetzt gewesen sei (vgl. vorstehend E. 4.2.5).
Auch diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass anlässlich der erstmaligen Rentenverfügung im März 2011 von einem Endzustand auszugehen war und kein Anlass für eine erneute Kausalitätsprüfung besteht. Wie es sich damit verhält, kann
jedoch
offengelassen werden, da der orthopädische Gutachter
rein aufgrund der Schulter- und der HWS-Beschwerden unverändert von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit ausging und bezüglich der Auswirkungen eines allfällig dadurch verursachten Kopfschmerzes auf die neurologische Begut
achtung verwies (vgl. vorstehend E. 4.2.5).
Eine zusätzliche zeitliche Relevanz für die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe nicht (vgl. vorstehend E. 4.2.6).
5.3
Zusammenfassend ist
nach dem Gesagten
somit festzuhalten, dass
das Gerichts
gutachten
bei unveränderten Befunden weder eine Verschlechterung noch eine Verbesserung aufzeigen konnte.
Für eine neue Kausalitätsbeurteilung besteht weder ein Anlass noch ein Rechtsgrund.
Damit ist ein Revisionsgrund zu vernei
nen
; der Beschwerdeführer hat weiterhin Anspruch auf die bisherige Invaliden
rente entsprechend einer Erwerbseinbusse von 54
%
.
Weitere Abklärungen sind nicht erforderlich; insbesondere ist bei Fehlen eines Revisionsgrundes kein neuer Einkommensvergleich vorzunehmen.
Dies führt zur Aufhebung des angefochtenen Entscheides vom
9.
Januar 2015 und zur teilweisen Gutheissung der am 1
1.
Februar 2015
(
Urk.
2/1)
erhobenen und am 2
1.
November 2018
(
Urk.
27)
ergänzten Beschwerde
.
6.
6.1
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Par
tei
kos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem
Mass
des Obsiegens bemes
sen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
) und sind beim
praxisgemässen
Stundenansatz von Fr. 220.-- (ohne
MWSt
)
bis Ende 2017
auf
Fr.
3'400.--
(inkl
.
MWSt
von 8
%
und Auslagenersatz)
und ab Januar 2018 auf
Fr.
2'700.--
(inkl.
MWSt
von 7.7
%
und Auslagenersatz
), insgesamt auf
Fr.
6'100.--
fest
zusetzen.
Zwar obsiegt der Beschwerdeführer nur teilweise (vgl.
Urk.
2
7
S. 3). Da das
ziffernmässig
bestimmte Rechtsbegehren den Prozessaufwand jedoch nicht beeinflusst hat, rechtfertigt sich eine Reduktion der Prozessentschädigung nicht (vgl. dazu das
Urteil des Bundesgerichts 9C_466/
2007 vom 2
5.
Januar 2008 E. 5).
6.2
Ausgangsgemäss
ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerde
führer für das Verfahren Prozess Nr. UV.2015.00032 eine Prozessentschädigung von
Fr.
3'300.-- zu entrichten
(
vgl. Dispositiv-Ziffer 3 des Urteils vom 1
5.
April 2016
; dieser Betrag wurde von der Gerichtskasse noch nicht bezahlt
)
.
6.3
Da
gemäss Feststellung des Bundesgerichts im Urteil 8C_348/2016
(
Urk.
1)
Zweifel an
der Schlüssigkeit und Beweiskraft der versicherungsinternen Beurteilung der Beschwerdegegnerin im
angefochtenen Entscheid vom
9.
Januar 2015 (
Urk.
2/2)
bestanden, sind ihr die Kosten des Gerichtsgutachtens
in der Höhe von
Fr.
24'639.65 (
Urk.
26)
aufzuerlegen
(BGE 140 V 70).