Decision ID: 67e8aa3d-ed19-490e-956f-806927bbac70
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1971, ist als Facility Manage
r beim Y._
angestellt und dadurch bei der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG obligatorisch unfallversichert. Am 3. Juni 2020, gegen 18.15 U
hr,
war er mit seinem Mountainbike
auf dem Trail Z._
unterwegs, als er stürzte (Urk. 7/2). Dabei zog er sich eine Rotatorenmanschettenruptur links zu (Urk.
7/14).
Die Allianz erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, Tag
gelder; vgl. Urk. 7/3).
Nachdem X._
zunächst konservativ behandelt worden war, erfolgte am 14. Juni 2021 eine operative Rekonstruktion der
Rotatorenmanschette
, was eine neuerliche Arbeitsunfähigkeit zur Folge hatte (Urk. 7/8, Urk. 7/10, Urk. 7/14, Urk. 7/15).
Mit Verfügung vom 1. Juni 2021 nahm die Allianz eine Kürzung der Geld
leistungen
(Taggelder) um 50 %
vor
, da der Sturz vom 3. Juni 2020 auf ein W
agnis zurückgehe
(Urk. 7/47
, vgl. auch Urk. 7/49
).
Die dagegen erhobene Ein
sprache (Urk. 7/51-52) wies sie mit Entscheid vom 19. Januar 2022 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob X._
am 15. Februar 2022 Beschwerde und beantragte, in Aufhebung des angefochtenen Entscheids seien ihm die gesetzlichen Leistungen ungekürzt zuzusprechen (Urk. 1 S. 2). Die
Beschwerdegegnerin
schloss in der Beschwerdeantwort vom 8. März 2022 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
1.1.1
Gemäss Art. 39 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) kann der Bundesrat aussergewöhnliche Gefahren und Wagnisse bezeichnen, die in der Ver
sicherung der Nichtbetriebsunfälle zur Verweigerung sämtlicher Leistungen oder zur Kürzung der Geldleistungen führen
.
Die Verweigerung oder Kürzung kann er in Abweichung von Art. 21 Abs. 1-3
des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) anordnen.
1.1.2
Von der ihm mit Art. 39 UVG eingeräumt
en Gesetzgebungskompetenz hat
der Bundesrat mit Art. 50 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) Gebrauch
gemacht.
Bei Nichtberufsunfällen, die auf ein Wagnis zurückgehen, werden die Geldleistungen um die Hälfte gekürzt und in besonders schweren
Fällen verweigert (Art. 50 Abs. 1 UVV). Wagnisse sind Handlungen, mit denen sich der Versicherte einer besonders grossen Gefahr aussetzt, ohne die Vorkehren zu treffen oder treffen zu können, die das Risiko auf ein vernünftiges Mass beschränken. Rettungshandlungen zugunsten von Personen sind indessen auch dann versichert, wenn sie an sich als Wagnisse zu betrachten sind (Art. 50 Abs. 2 UVV).
1.1.3
Lehre und Rechtsprechung unterscheiden zwischen absoluten und relativen Wag
nissen. Ein absolutes Wagnis liegt vor, wenn eine gefährliche Handlung nicht schützenswert ist oder wenn die Handlung mit so grossen Gefahren für Leib und Leben verbunden ist, dass sich diese auch unter günstigen Umständen nicht auf ein vernünftiges Mass reduzieren lassen. Ein relatives Wagnis ist gegeben, wenn es die versicherte Person unterlassen hat, die objektiv vorhandenen Risiken und Gefahren auf ein vertretbares Mass herabzusetzen, obwohl dies möglich gewesen wäre (BGE 141 V 216 E. 2.2, 141 V 37 E. 2.3, je mit Hinweisen).
Als absolute Wagnisse
beurteilt
wurden beispielsweise
die Teilnahme an einem Automobil
b
ergrennen
(BGE
112 V 44), an einem Motocross-Wettbewerb (RKUV
1991 Nr. U 127 S. 221 [U 5/90]), an einem Box- oder Thaiboxkampf (RKUV 2005 Nr. U 552 S. 306 [U 336/04]), das hobbymässige
Dirt
-Biking (BGE 141 V 37), das Motorrad
fahren auf einem speziellen Rundkurs (Urteile
des Bundesgerichts
8C_81/2020 vom 3. August 2020; 8C_217/2018 vom 26. März 2019 veröffentlicht in: SVR 2019 UV Nr. 33 S. 123; 8C_472/2011 vom 27. Januar 2012, veröffentlicht in: SVR 2012 UV Nr. 21 S. 77 und SVR 2012 S. 301), ein Sprung in einen Fluss aus vier Metern Höhe, ohne die Wassertiefe zu kennen (BGE 138 V 522), oder, man
gels eines schutzwürdigen Interesses, das Zerbrechen eines Glases, während man es in der Hand hält (SVR 2007 UV Nr. 4 S. 10 [U 122/06] E. 2.1).
Unter r
elative Wagnisse können
«
Streetluge
»-Rennen (Strassenrodeln;
Urteil
des Bundesgerichts
8C_638/2015 vom 9. Mai 2016, veröffentlicht in: SVR 2016 UV Nr. 47 S. 155), Canyoning (BGE 125 V 312), Tauchen, einschliesslich Höhlentauchen in einer Quelle (BGE 134 V 340; 96 V 100), Bergsteigen und Klettern (BGE 97 V 72, 86) oder Deltaf
liegen (BGE 104 V 19) fallen
. Je nach Schwierigkeitsgrad und Risiko im Einzelfall ist es nicht ausgeschlossen, die eine oder andere dieser Aktivitäten als absolutes Wagnis zu qualifizieren (BGE 134 V 340 E. 3.2.3 S. 345).
1.2
Gemäss Art. 37 Abs. 2 UVG werden in Abweichung von Art. 21 Abs. 1 ATSG in der Versicherung der Nichtberufsunfälle die Taggelder, die während der ersten zwei Jahre nach dem Unfall ausgerichtet werden, gekürzt, wenn der Versicherte den Unfall grobfahrlässig herbeigeführt hat.
Grobfahrlässig nach Art. 37 Abs. 2 UVG handelt, wer jene elementaren Vorsichtsgebote unbeachtet lässt, die jeder verständige Mensch in der gleichen Lage und unter den gleichen Umständen
befolgt hätte, um eine nach dem natürlichen Lauf der Dinge vorhersehbare Schä
digung zu vermeiden (BGE
138 V 522 E. 5.2.1
mit Hinweisen)
.
1.3
Sind die Voraussetzungen von Art. 37 Abs. 2 und Art. 39 UVG gleichzeitig erfüllt, gelangt Art. 39 UVG als
lex
specialis zur Anwendung (
BGE 134 V 340
E. 3.2.4)
.
2.
2.1
Im angefochtenen Einspracheentscheid wertete die Beschwerdegegnerin die Handlung des Beschwerdeführers (Absolvieru
ng des
Biketrails
A._
)
als relati
ves W
agnis
.
Dabei
prüfte sie
, ob der Beschwerdeführer im massgeblichen Zeit
punkt alle jene Anforderungen hinsichtlich
Fähigkeiten, Eigenschaften und Vorkehren erfüllte, um das zu beurteilende Unternehmen lege artis bewältigen und das ihm innewohnende Risiko aufgrund seiner Fähigkeiten auf ein vertret
bares Mass herabsetzen zu können. Dies verneinte sie. Darüber hinaus qualifi
zierte
sie
das Verhalten des Beschwerdeführers als
g
robfahrlässig. Demgemäss
stützte sie sich für die Leistungskürzung auf Art. 39 UVG, eventualiter auf Art.
37 Abs. 2 UVG
(Urk. 2)
.
2.2
Der Beschwerdeführer
bestreitet das Vorliegen eines relativen Wagnisses respek
tive einer Grobfahrlässigkeit.
Seine Fahrweise sei angepasst gewesen und auf
grund seiner Erfahr
ung weise er die Fähigkeiten für diesen Mountainbike-Trail auf.
Er habe sämtliche
zumutbaren Vorkehrungen getroffen, um den Unfall zu vermeiden. Eine besondere Gefährlichkeit könn
e nicht angenommen werden (Urk.
1).
3.
3.1
Gemäss der Fachdokumentation
«Mountainbi
ke-Anlagen» der Beratungsstelle für Unfallverhütung
(
bfu
)
, Ausgabe 2019
, werden
die Mountainbike-Pisten aufgrund der Schwierigkeitsgrade in blaue (einfache), rote (mittelschwere) und schwarze (schwere) Pisten eingeteilt.
Blaue Pisten sind geeignet für Pisteneinsteiger mit Mountainbike-Erfahrung, rote Pisten für erfahrene Pistenbiker und schwarze Pis
ten für sehr erfahrene Pistenbiker. Bei roten Pisten beträgt das Quergefälle in der Regel 5 - 10 %. Die Oberfläche ist teilweise unbefestigt (vgl. Urk.
9
).
B._
verfügt über drei
Biketrails
.
Der
Trail Z._
ist einer davon. Er wird gemäss den
bf
u
-Richtlinien als rot, mithin
als mittelschwer eingestuft. Bei den anderen Trails hande
lt es sich um den Trail C._
, der sich
primär
an Anfänger richtet, und den
Trail D._
, der am schwierigst
en zu bewältigen ist
.
Alle drei Trails sind Teil des Mountain
bike-Konzepts der Stadt B._
und wurden mit Beteiligung von
E._
errichtet.
Auf der Homepage von F._
wird der
Trail Z._
als Klassiker und meistbenutzter
Trail beschrieben, ideal für die sportliche Mittags
pause, als Feierabend-Trail oder für die kurze Wochenendausfahrt. Die Länge dieser Downhill-Stecke beträgt ca. 3,5 km. Dabei legt man 350
Höhenmeter zurück und überwindet unterwegs technische Wurzel-Passagen, mittlere Sprüng
e und einen
Wallride
(
Urk. 7/21
).
3.2
Dem
Bericht
des erstbehandelnden Arztes ist zu entnehmen, dass sich der Fahr
radsturz auf nassem Untergrund ereignet habe
. Das Hinterrad
sei weggerutscht (Bericht vom 16
. Juni 202
0
, Urk. 7/6). Im
Frageblatt zum Ereignishergang führte der Beschwerdeführer aus, er sei mit dem Moun
tainbike auf dem Trail Z._
gestützt. Er habe einen
Velohelm
getragen. Er sei gestü
r
zt, weil beim Bremsen das lockere Kies unter dem Vorderrad nachgegeben habe und
dieses deshalb
abge
rutscht sei. Er sei aus fast voller Fahrt (ca. 20 km/h) auf die linke Schulter gefallen. Zu den Witterungsverh
ältnissen gab er an, die Sonne habe wieder geschienen. Aber eine Viertelstunde zuvor habe es ein starkes Gewitter gegeben. Der Boden sei noch feucht gewesen. Die Frage, ob es sich um eine Trainingsfahrt ausserhalb einer Rennveranstaltung gehandelt habe, vernein
te er. Er
sei Freizeitfahrer
. Er fahre keine Rennen (Fragebogen vom 8. April 2021, Urk. 7/41). Im Rahmen der Einsprache ergänzte der Beschwerdeführer, dass es sich beim besagten Gewitter um ein kurzes Sommergewitter gehandelt habe. Ansonsten habe
es
sich um einen sonnenreichen, warmen Tag gehandelt. Den Trail habe er gekannt, da er ihn bereits früher befahren habe. Er sei ein erfahrener u
nd vorsichtiger Mountain
bike-Fahrer. Er sei keine unkalkulierbaren Risiken eingegangen.
Unfälle dieser Art kämen im Rahmen von sportlichen Tätigkeiten immer wieder vor
(Urk. 7/50
-51).
4.
4.1
Zunächst ist festzuhalten, dass der
Trail Z._
nicht vergleichbar ist mit
Dirt
-
Biking
oder einem Mountainbike-Abfahrtsrennen
.
Dirt
-
Biking ist eine besondere Art des Mountainbikens, bei der das primäre Ziel darin besteht, Sprünge (Jumps) auszuführen, die akrobatische Figuren beinhalten.
Mit BGE 141 V 47 hat das Bundesgericht diese Sportart als absolutes Wagnis eingestuft.
Ein Abfahrtsrennen mit einem Mountainbike, inkl. Training auf der Rennstrecke, gilt laut der Ad-hoc Schadenkommission UVG ebenfalls als absolutes Wagnis (Empfehlung Nr. 5/83 vom 10. Oktober 1983).
Zwischen den Parteien ist denn auch unbestritten, dass vorliegend kein absolutes Wagnis vorliegt. In Frage steht hingegen, ob von einem relativen Wagnis auszugehen ist.
4.2
4.2.1
Demnach ist zu prüfen, ob die konkreten Umstände den objektiv vorhandenen Risiken und Gefahren angemessen waren, damit diese auf ein vertretbares Mass herabgesetzt wurden.
Die Beschwerdegegnerin bestreitet zu Recht nicht, dass der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt des Unfalls eine vollständige Ausrüstung trug. Der Beschwerdeführer absolvierte
den Fahrtechnikkurs Fortgeschrittene Level 2 (Urk. 7/51). Damit verfügt er über die nötigen Fähigkeiten für
das Befahren
des
Trails
Z._
. Daran ändert nichts, dass Nässe den Schwierigkeitsgrad erhöht (vgl. dazu den Ratgeber des
bfu
, Mountainbike-Anlagen, Sicher in Parks und auf Pisten;
https://www.bfu.ch/de/ratgeber/mountainbike-anlagen
).
4.2.2
D
er Boden
war zwar nass,
jedoch
waren
bei Sonnenschein
die Wet
terbedingungen
grundsätzlich gut. Von schlechtem Wetter wie etwa Eisregen oder Schneefall kann keine Rede sein.
Ein Mountainbiker muss damit rechnen, dass er während einer Kurvenfahrt auf einem Kiesweg mit dem Vorderrad wegrutscht. Dies ist weder aussergewöhnlich noch unvorhersehbar (vgl.
https://www.bfu.ch/de/ser
vices/rechtsfragen/was-sind-die-moeglichen-rechtlichen-folgen-beim-ausueben-einer-sportart
). Mithin ist auch der vom Beschwerdeführer erlittene Sturz nicht
als aussergewöhnlich zu werten. Dies stellt auch die Beschwerdegeg
nerin nicht in Abrede. Jedoch wirft sie dem Beschwerdeführer vor, dass er seine Fahrweise nicht genügend angepasst habe (Urk. 2 S. 7).
4.2.3
Nach eigenen Angaben fiel der Beschwerdeführer bei fast voller Fahrt (ca. 20 km/h) auf die li
nke Schulter (Urk. 7/41).
Biker sind auf Trails laut Schätzungen des Österreichischen Kuratoriums für alpine Sicherheit durchschnittlich mit 24
km/h unterwegs (
vgl.
https://alpinesicherheit.at/
empfehlungen-zum-mountainbi
ken
)
.
Auch wenn die Geschwindigkeit selbstredend durch die spezi
fischen Gege
benheiten der einzelnen Trails bestimmt wird, zeigt der Verg
leich, dass
nicht gesagt werden kann, der Beschwerdeführer sei unange
messen schnell gefahren
.
Dies gilt auch in Anbetracht des nassen Untergrunds.
Dabei fällt ins G
ewicht, dass
d
er
Beschwerdeführer
ein geübter Mountainbiker ist, der auch höhere Anforderungen zu meistern vermag
. Er durfte
davon
ausgehen, dass sich bei
seiner Fahrtgeschwindigkeit das Unfallrisiko
trotz des nassen Untergrunds
noch in einem vertretbaren Rahmen bewegte
.
4.2.4
Dass die Beschwerdegegnerin
die Hürde für die Annahme eines relati
ven Wag
nisses zu tief angesetzt hat,
zeigt auch der
Blick
auf soweit vergleichbare Fälle.
E
in relatives Wagnis wurde bejaht
bei einem «
Strassenluger
» respektive einem Strassenrodler, der als Anfänger
auf
seinem G
efährt mit 40 km/h unterwegs war
und über keine mechanischen Bremsmöglichkeiten verfügte (U
rteil
des Bundes
gerichts
8C_638/2015 vom 9. M
ai 2016). Verneint wurde demgegenüber ein relatives
W
agnis im Falle eines
routinierten R
ollbrettfahrer
s
, obschon i
m konkre
ten Fall die Verletzungsgefahr durch den Umstand
, dass
Personen mit unter
schiedlichen Fort
bewegungsmitteln (mehrheitlich
mit Rollbrettern
und Rollschu
hen, aber auch mit
einem Gokart und mit einem «
Migros-Einkaufsw
agen
»
), Fahrt
geschwindigkeiten
und Bewegung
srhythmen an der
Veranstaltung teilnahmen
, erhöht war (Urteil
des Eidg. Versicherungsgerichts
vom U 187/99 vom 5.
März
2001). Insbesondere verneinte das Bundesgericht sodann
ein relatives Wagnis
im Falle eines Mountainbikers, der
auf einer blauen Piste, die seine Fähigkeiten nicht überstieg, stürzte.
Dabei erlitt er ein schweres Schädel-Hirn-Trauma.
Die Schwere der Verletzung
beurteilte das Bundesgericht als mögliches Indiz
für eine eher hohe Geschwindigkeit.
Dies
es Indiz allein liess
es
für eine Leistungskürzung
allerdings
nicht gen
ügen (Urteil 8C_715/2019 vom 6.
Oktober
2020).
4.3
Da dem Beschwerdeführer nicht vorgeworfen werden kann, er habe Vorkehrun
gen unterlassen, w
elche das Verletzungsrisiko bei der
Mount
ainbike-Abfahrt des
Trails Z._
auf ein vernünftiges Mass beschränkt hätten, ist auch nicht ersichtlich, inwiefern ihm eine grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen werden könnte.
4.4
Zusammenfassend ist festzuhalten,
dass die Unfallverletzungen weder auf ein Wagnis noch auf eine Grobfahrlässigkeit zurückzuführen sind. Dementsprechend erweist sich eine Leistungskürzung
als nicht
statthaft.
5.
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht [GSVGer] hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemes
sen (§ 34 Abs. 3 GSVGer).
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Bemessungskriterien und einem gerichtsüblichen Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüglich
MWSt
) ist die Beschwerdegeg
nerin daher zu verpflichten, dem
anwaltlich ve
rtretenen Beschwerdeführer
eine Prozessentschädigung von Fr. 2’300.-- (inklusive Baraus
lagen und
MWSt
) zu bezahlen.