Decision ID: 5d7b7f2b-50cc-4698-9537-0f89db78f4f1
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1968, erlitt am 31. Januar 2005 einen Auffahrunfall (
vgl.
Urk. 8/1) und meldete sich am 14. September 2006 bei der Invaliden
ver
sicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 8/6). Die Sozialversiche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte unter anderem beim Zentrum
Y._
ein Gutachten ein, das am 6.
Januar 2011 erstattet (Urk. 8/93) und am 4. Mai 2011 ergänzt (Urk. 8/116) wurde. Mit Verfügung vom 24. Mai 2012 verneinte sie einen Rentenanspruch
(Urk. 8/127)
. Dies wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil vom 16. September 2013 im Verfahren Nr. IV.2012.0680 (Urk.
8/
146
) und vom Bundesgericht mit Urteil vom 13. Dezember 2013 (Urk.
8/150) bestätigt.
1.2
Auf eine erneute Anmeldung des Versicherten vom
28. Februar
2018
(Urk. 8/155) trat die IV-Stelle nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 8/159, Urk.
8/163) mit Verfügung vom 28. August 2018 nicht ein (Urk. 8/168 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am
26. September 2018
Beschwerde gegen die Verfügung vom
28. August 2018 (Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, auf das neue Leistungsbegehren einzu
treten (Urk. 1 S. 2 oben Ziff. 1-2).
Ferner beantragte der
Versicherte
die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung (Urk. 1 S.
2 Ziff.
4-5).
Die IV-Stelle beantragte mit
Beschwerdeantwort
vom
29.
Oktober 201
8 (
Urk.
7)
die Abweisung der Beschwerde.
Nach entsprechender Anfrage durch das
Gericht (vgl. Urk. 12)
zog der Beschwer
deführer mit Eingabe vom 17. Dezember 2018 den
Rückweisungsantrag
zurück und begründete seine Beschwerde materiell (Urk. 14). Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 16. Januar 2019 darauf, dazu Stellung zu nehmen (Urk. 16).
Das Gericht unterbreitete am 23. Januar 2019 den Ärzten des Zentrums
Z._
- die am 23. März 2017 ein Gutachten im Auf
trag des Bezirksgerichts Winterthur erstattet hatten (vgl. Urk. 8/154) - Ergän
zungsfragen (Urk. 17).
Diese wurden am 15. April 2019 beantwortet (Urk. 20). Die Parteien verzichteten am 13. und 15. Mai 2019 darauf, dazu Stellung zu nehmen (Urk. 24-25), was ihnen am
16. Mai 2019 je zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 27).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.2
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtge
mäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozial
versicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu wür
digen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolge
rungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der einge
reichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
1.3
Ferner gilt zu beachten, dass die Beurteilung psychischer Leiden im Rahmen eines strukturierten Beweisverfahrens unter Bezugnahme auf die in BGE 141 V 281
dargelegten Standardindikatoren zu erfolgen hat.
Es ist das
ganze Leistungsprofil mit sowohl negativen als auch positiven Anteilen
zu berücksichtigen
,
so
dass
sich
die attestierte Arbeitsunfähigkeit «gleichsam aus dem Saldo aller wesentlichen Belastungen und Ressourcen» (BGE 141 V 281 E. 3.4.2.1)
ergibt
.
Es sind
aus
schliesslich
funktionelle Ausfälle
einzubeziehen
, welche Folge der gesundheitli
chen Beeinträchtigung sind, und ihre versicherungsmedizinische Zumutbarkeits
beurteilung
hat
auf objektivierter Grundlage
zu
erfolg
en
.
V
on der Rechts
anwendung
ist die Frag
e
zu beantworten
, ob
sich die gutachterliche Beur
teilung
an die
massgebenden
normativen Rahmenbedingungen gehalten
hat
und das Leistungsvermögen in Berücksichtigung der einschlägigen Indikatoren ein
geschätzt
wurde
(BGE
141 V 281 E. 5.2.2)
.
2.
2.1
Mit Gerichtsverfügung vom 12. November 2018 (Urk. 12) wurde festgehalten, i
n der angefochtenen Verfügung
sei
zwar ausgeführt
worden
, auf das neue Leistungsbegehren werde nicht eingetreten. Aus der dafür angeführten Begrün
dung erg
ebe
sich jedoch mit aller Deutlichkeit, dass die Beschwerdegegnerin sehr wohl auf das Gesuch eingetreten
sei
,
es materiell geprüft ha
be und a
ls Ergebnis dieser Prüfung zum (inhaltlichen) Schluss gelangt
sei
, es sei kein Revisionsgrund gemäss Art. 17 ATSG gegeben.
Dieser Auffassung schloss sich
der Beschwerdeführer
an,
zog
seinen
Rückwei
sungsantrag zurück und begründete
die
Beschwerde materiell (Urk. 14).
2.2
Strittig und zu prüfen ist somit nicht mehr das Eintreten auf die erneute Anmel
dung, das erfolgt ist, sondern die Frage, ob ein Revisionsgrund gegeben sei. Dies ist der Fall, wenn sich der massgebende Sachverhalt im Vergleich mit jenem, welcher der - gerichtlich bestätigten - Verfügung vom 24. Mai 2012 zugrunde gelegen hat, erheblich verändert hat.
Die Beschwerdegegnerin verneinte dies (Urk. 2), der Beschwerdeführer bejahte es (Urk. 14).
3.
3.1
Am 6. Januar 2011 wurde das
Y._
-Gutachten erstattet (Urk.
8
/9
3
/1-53). Darin wurde
als
Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine generalisierte Angststörung (F41.1)
genannt
(S. 44 Ziff. 6.1).
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden
ein
chronisches rechtsbetontes
cervikocephales
Schmerzsyndrom
(
mit/bei:
Fehlhaltung
,
muskulärer
Dysbalance
und
ohne
weiteres nachweisbares pathologisches anatomisches Korrelat
) und eine
Migräne
(
möglicher anteiliger
Analgetikakopfschmerz
) genannt (S. 44 Ziff. 6.2).
Betreffend Arbeitsfähigkeit wurde ausgeführt, der Versicherte sei aus somatischer (internistischer, rheumatologischer und neurologischer) Sicht für alle bisherigen Tätigkeiten sowie für eine entsprechende Verweistätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Aus psychiatrischer Sicht bestehe aktuell eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 30 % (S. 50 Ziff. 7.4).
3.2
Das hiesige Gericht verneinte im Urteil vom 16. September 2013 (Urk. 8/146) in Anwendung der damals massgebenden Rechtsprechung eine Anspruchsrelevanz der aus psychischen Gründen attestierten Arbeitsunfähigkeit (S. 11 f. E. 5.9) und ging von einer vollen Arbeitsfähigkeit in den früheren Tätigkeiten mit einer Leistungsminderung von maximal 20 % aus (S. 12 E. 5.10).
4.
4.1
Am 23. März 2017 erstattete
n
die Ärzte des
Z._
ein Gutachten im Auftrag des Bezirksgerichts Winterthur (Urk. 8/154). Sie stützen sich auf ihre im Rahmen eines stationären Aufenthalts vom 31. Oktober bis 4. November 2016 (S. 1 unten) erfolgten fachärztlichen Untersuchungen in den Bereichen Innere Medizin, Orthopädie, Neurologie, Kardiologie, Psychiatrie und Neuropsychologie (S. 3 Mitte).
Die Gutachter nannten folgende Diagnosen (S. 68 Ziff. 5):
-
anhaltende somat
oforme Schmerzs
t
örung mit chronischem
cervico-cepha
l
em
und
-brachialem Schmerzsyndrom links
-
l
eichte depressive Episode
-
d
egenerative HWS-Veränderungen mit Dis
k
ushernie C5/6
mediolatera
l
links
(MRI
November
2005 und
März
2016), klinisch keine
Radikulopathie
-
Status nach Autounfall (Heck-, gefolgt von Frontalkollision) mit HWS
Be
sch
l
eunigungsverletzung
am 31.
Januar
2005 und anschliessender Anpassungsstörung
-
Status nach Autounfa
ll mit H
WS-Beschleunigungsverle
t
zung am 11.
Mai
2004
-
c
hronischer N
i
kotinabusus (40
packyears
)
-
Adiposi
t
as (BMI 30
)
-
Status noch AV-Knoten-
Reen
t
ry
-Tachykardie
-
Status nach
Katheterablat
i
on
November
2012
-
l
umbales Schmerzsyndrom
-
r
adiologisch beginnende
Coxarthrosen
beidseits
Betreffend Arbeitsfähigkeit beschränkten sich die den Gutachtern unterbreiteten Fragen auf eine allfällige unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit.
4.2
Am 15. April 2019 beantworteten die
Z._
-Gutachter die ihnen vom hiesigen Gericht unterbreiteten Fragen (Urk. 20)
. Sie stützen sich dabei auf das 2017 erstattete Gutachten (vgl. vorstehend E. 4.
1
) ohne nochmalige Untersuchung des Versicherten (S. 1 unten).
Zur Frage, ob sich der Gesundheitszustand des Versicherten im Vergleich zu den Feststellungen im
Y._
-Gutachten von 2011 verändert habe
(S. 2 f.)
, führten sie unter anderem aus,
zusammengefasst habe sich der klinische Befund von Seiten des Bewegungsapparats im Vergleich zu den Feststellungen im
Y._
-Gutachten von 2011 verbessert. Dem natürlichen Verlauf entsprechend hätten sich aber die bildgebend feststellbaren degenerativen Veränderungen im Bereich der Halswir
belsäule (HWS) akzentuiert (S. 3 oben).
Anlässlich der Begutachtung von 2017 seien keine Migräne und kein möglicher anteiliger Analgetika-Kopfschmerz mehr zu diagnostizieren
gewesen. Die vom Exploranden angegebenen Kopfschmerzen hätten sie
unter Berücksich
tigung der Gesamtsituation dem «S
chmerzsyndrom
»
, also der
psychosoma
t
ischen Problema
tik
,
subsumiert
. Es
sei
also auch aus
neurologischer Sicht betreffend die Kopf
schmerzproblematik von einer Besserung des
Zustandsbildes im Vergleich zur
Y._
-Vorbegutachtung 2011 auszugehen
(S. 3 Mitte)
.
Psychiatrischerseits
sei im Rahmen des
Y._
-Gutachtens eine generalisierte Angststörung als mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert worden. Sie hätten 2017 eine Angststörung im engeren Sinn nicht feststellen können und seien von einer (vorübergehenden) Anpassungsstörung nach dem Ereignis vom 31. Januar 2005 ausgegangen. Zum Begutachtungszeitpunkt habe eine leichte depressive Episode vorgelegen (S. 3 unten).
Im Vergleich zur Vorbegutachtung habe sich der Schwerpunkt der Beschwerden verändert. Bei der Begutachtung im
Y._
hätten die Ängste im Vordergrund gestanden und es sei eine generalisierte Angststörung diagnostiziert worden; bei der Begutachtung im
Z._
habe sich ein multiples Beschwerdebild ergeben. Es hätten sich depressive Symptome und Symptome einer chronischen Schmerzstö
rung gezeigt. Der Versicherte habe zwar auch über Ängste geklagt, diese erfüllten jedoch nicht die Kriterien der ICD-10, um die Diagnose einer generalisierten Angststörung zu stellen. Die Ängste seien im Rahmen der von ihnen gestellten Diagnosen mitberücksichtigt. Zusammengefasst sei zu sagen, dass sich die Symp
tome verändert hätten und somit anders gewertet worden seien (S. 3 f.).
Zur Frage der Arbeitsfähigkeit (S. 4) führten die Gutachter unter anderem aus, im
Y._
-Gutachten sei der
Explorand aus rein psychia
t
rischen Gründen als zu 30 % eingeschränkt in der Arbeitsfähigkeit
beurteilt worden
,
dies
sowohl in der ange
stammten wie in einer angepassten Tätigkeit
.
Sie hätten in ihrem Gutachten 2017 keine unfallbedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit attestiert, jedoch
festge
halten, dass
sie den Exploranden unter Berücksichtigung
auch nicht unfallbe
dingter Einflüsse als Folge der zu
diesem Zeitpunkt vorliegenden psychischen Krankheit als reduziert arbeitsfähig beurteilten,
und hätten zur Quantifizierung auf
die Beurteilung des
Y._
-Gutachtens
verwiesen (S. 4 Mitte).
Aus somatischer Sicht besteh
e
aufgrund
ih
rer Einschätzung keine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht at
t
estier
t
en
sie
wegen der leichten depressiven Episode
in Kombination mit der Schmerzstörung eine Einschränkung von 30 %.
Zusammengefasst ha
be
sich die Arbeitsfähigkeit des Versicherten gesamtmedizinisch in
angestammter un
d angepasster Tätigkeit gemäss ih
rer Beurteilung im Vergleich zu den
Feststellungen im
Y._
-Gutachten nicht verän
dert
(S. 4 unten)
.
Zu den Standardindikatoren führten die Gutachter aus (S. 5),
e
s zeige sich ein
chronifizierter
Zustand, wobei der Versicherte sich ganz auf seine Krankenrolle zurückziehe. Die depressive Symptomatik sei leichtgradig ausgebildet gewesen und rechtfertige per se keine Arbeitsunfähigkeit. Die Schmerzstörung bestehe neben der Depression. Der Haushalt und die Kinder würden seit jeher durch die Ehefrau versorg
t
. Infolge der psychischen Befunde wäre der Versicherte durchaus in der Lage, am sozialen Leben teilzunehmen, einer Berufstätigkeit nachzugehen und sich an der Kinderbetreuung und den Haushaltsarbeiten zu beteiligen. Ungünstig wirke sich die Verantwortungsabgabe an andere Personen aus. Der Versicherte sei passiv und habe keine Selbstwirksamkeitsmechanismen. Er fordere sich nicht selbst und habe sich innerlich zur Ruhe gesetzt. Er könne an Dingen, die ihn interessierten, teilhaben,
vermeide jedoch alles, was ihn fordern würde. Die ambulante Psychotherapie und die
Pharmakotherapie hätten einen positiven Effekt. Durch die passive Haltung komme es zu einer
Selbstlimitierung und zum Verbleib in der Krankenrolle. Diese werde durch die Einstellung der
Familie zusätzlich unterhalten. Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung fänden sich nicht. Es sei vielmehr die innere Haltung des Versicherten, die ihn daran hindere, sich wieder beruflich zu integrieren. Der Unfall 2005 und die Kündigung nach dem Unfall durch den Arbeitgeber wirkten als kränkende Ereignisse. Diese Kränkungen habe der Versicherte nicht überwunden. Im Verlauf sei es zu einer
Dekonditionierung
und zum Rückzug in die Krankenrolle gekommen. Die positi
ven Effekte einer Arbeitstätigkeit blende der Versicherte aus, sodass für ihn eine Rückkehr in das Berufsleben
subjektiv unmöglich erscheine, objektiv gesehen
jedoch möglich sei. Der Versicherte sei stellenlos und habe bisher keine Integra
tionsversuche unternommen.
5.
5.1
Das
Z._
-Gutachten von 2017 erfüllt zusammen mit der 2019 erfolgten Ergän
zung die herkömmlichen Anforderungen
(vorstehend E. 1.2)
wie auch diejenigen im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens (vorstehend E.
1.3
) vollumfäng
lich. Namentlich lassen sich die
funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage anhand der Standardindika
toren schlüssig und widerspruchsfrei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen, weshalb auf das Gutachten abzustellen ist.
5.
2
Die
Z._
-Gutachter haben die Frage, ob sich der Sachverhalt im Vergleich zur 2011 im
Y._
-Gutachten erfolgten Beurteilung geändert habe,
bezüglich der Arbeitsfähigkeit in der angestammten wie auch angepassten Tätigkeit mit einge
hender Begründung klar verneint, indem damals wie heute aus somatischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit und in psychiatrischer Hinsicht eine Einschränkung von 30 % attestiert wurde (vorstehend E. 4.2).
5.3
Demnach ist der Sachverhalt dahingehend erstellt, dass kein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 ATSG (vorstehend E. 1.1) ausgewiesen ist. Damit erweist sich die angefochtene Verfügung, mit welcher ein Rentenanspruch weiterhin verneint wurde, als rechtens.
Dies führt zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde.
6.
6.1
Die Voraussetzungen zur Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und zur Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung gemäss § 16 Abs. 1 und Abs. 2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) sind aufgrund der eingereichten Unterlagen (Urk.
10-11/2-
1
3
) erfüllt.
6.2
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
des Bundesgesetzes über die Inva
lidenversicherung (IVG) sind ermessensweise auf Fr. 600.-- festzusetzen, aus
gangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und infolge bewilligter unent
geltlicher Prozessführung einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen, dies unter Hinweis auf § 16 Abs. 4
GSVGer
.
6.3
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat mit Honorarnote vom
15. Mai 2019 (Urk. 26) einen Aufwand von 6.6 Stunden geltend gemacht
und ist beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwert
steuer) mit Fr. 1'564.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
6.4
Infolge ungenügender Sachverhaltsabklärung durch die Beschwerdegegnerin mussten den
Z._
-Gutachtern Ergänzungsfragen unterbreitet werden. Sie hat deshalb dem Gericht die entsprechenden Kosten von Fr. 1'240.65 (Urk. 22) zu ersetzen
.