Decision ID: beeedd38-9c62-4bed-87a3-dad1eb043383
Year: 2017
Language: de
Court: BL_SG
Chamber: BL_SG_001
Canton: BL
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: public_law

Sachverhalt :
1. Mit Veranlagungsverfügung vom 25. Februar 2016 wurden die Pflichtigen zu einem
steuerbaren Einkommen von Fr. 319‘200.-- veranlagt und der geltend gemachte Betrag in Höhe
von Fr. 4‘858.-- an eine deutsche Vorsorgeeinrichtung gestrichen.
2. Mit Schreiben vom 23. März 2016 erhob der Vertreter der Pflichtigen Einsprache u.a. mit
den Begehren, die Beiträge der Beschwerdeführerin an das Versorgungswerk der B._ in
C._ (Deutschland) im Betrage von Fr. 4‘858.-- (€ 4'048.--) seien als Einkaufsbeiträge in die
zweite Säule (obligatorische berufliche Altersvorsorge) anzuerkennen und zum Abzug zu-
zulassen. Den Abzug der Einkaufsbeiträge in die zweite Säule begründete er im Wesentlichen
damit, dass die Pflichtige im Rahmen ihrer humanmedizinischen Tätigkeit im Raume C._
obligatorisch beim Versorgungswerk der B._ in C._ vorsorgeversichert worden sei. Ob-
wohl sie heute für das D._spital in E._ arbeite, sei sie bei der genannten Vorsorgeinstitu-
tion weiterhin freiwillig vorsorgeversichert, was gemäss Versorgungsstatut des Versorgungs-
werks der B._ in C._ explizit vorgesehen sei. Gemäss Versicherungsausweis der Basel-
landschaftlichen Pensionskasse weise die Pflichtige per 1. Januar 2015 ein Einkaufspotenzial
für die Schliessung von Beitragslücken von Fr. 422'838.15 auf. Das Bundesgericht habe bereits
früher die laufenden jährlichen Beiträge an ein bereits vorgängig begründetes deutsches Vor-
sorgeverhältnis steuerlich zum Abzug zugelassen. Wären die Einkaufsbeiträge infolge ihrer
ausländischen Herkunft steuerlich nicht absetzbar, wäre dies eine nicht statthafte, indirekte Dis-
kriminierung der Pflichtigen gemäss dem Freizügigkeitsabkommen. Das berechnete Alterskapi-
tal in Höhe von rund Fr. 110‘000.-- (Fälligkeit der Altersrente: 01.01.2034; monatliche Rente: €
500.--; Umwandlungssatz: 5.8%) liege deutlich unter dem möglichen Einkaufsbetrag gemäss
Vorsorgeausweis der Basellandschaftlichen Pensionskasse, womit Raum für eine zur schweize-
rischen Altersrente komplementäre deutsche Altersvorsorge gegeben sei. Mit Ergänzung vom
6. April 2016 führte der Vertreter aus, das bisherige Alterskapital betrage € 66‘567.--, was unter
dem mutmasslichen Alterskapital per Rentenantritt von € 110‘000.-- liege.
3. Mit Einsprache-Entscheid vom 11. Oktober 2016 wies die Steuerverwaltung die Einspra-
che bezüglich der Abzugsfähigkeit der ausländischen Vorsorgebeiträge ab. Zur Begründung
führte sie im Wesentlichen aus, dass das Steuergesetz keine Bestimmung kenne, wonach Bei-
träge an ausländische Vorsorgeeinrichtungen, welche einer schweizerischen 2. Säule entspre-
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chen, abgezogen werden könnten. Solche Beitragszahlungen würden zwar unter dem Aspekt
der Gleichbehandlung zum Abzug zugelassen, dies aber nur unter gewissen Bedingungen.
Weiter führte sie aus, dass die Pflichtige der betrieblichen Vorsorgeeinrichtung des
D._spitals Baselland angeschlossen sei und Risiko- und Sparprämien in der Schweiz be-
zahle, dass es sich bei den fraglichen Beiträgen nicht um Einkaufsbeiträge zur Schliessung
früherer Beitragslücken‚ sondern um die laufenden Beiträge handle und dass der erwähnte
Bundesgerichtsentscheid nicht auf den Fall der Pflichtigen anwendbar sei. Sie wies darauf hin,
dass für Staatsangehörige der Schweiz das Erwerbsortprinzip gelte und dass davon ausgegan-
gen werden müsse, dass reglementarische Einkäufe in ausländische Vorsorgepläne nach
schweizerischem Muster nicht bekannt seien. Sollten solche Einkäufe dennoch möglich sein,
wären die Einschränkungen nach schweizerischem Recht sinngemäss anwendbar. Schliesslich
liege auch keine Ungleichbehandlung gemäss dem Freizügigkeitsabkommen vor. Da die Pflich-
tige bereits bei einer Vorsorgeeinrichtung in der Schweiz angeschlossen sei, sei es nicht mög-
lich, auch die Mitgliederbeiträge (nicht Einkaufsbeiträge) an eine ausländische Vorsorgeeinrich-
tung abzuziehen. Dies käme einer Ungleichbehandlung gegenüber Steuerpflichtigen ohne eine
ausländische Versicherung gleich. Dass die Pflichtige nicht die Bedingungen für einen Abzug
der ausländischen Vorsorgebeiträge erfülle, rechtfertige keine Steuerbefreiung der zukünftigen
Rentenzahlungen. Sie müsse das Risiko von Nachteilen aufgrund von Inkompatibilitäten in Kauf
nehmen.
4. Mit Schreiben vom 10. November 2016 erhob der Vertreter Beschwerde gegen den Ein-
sprache-Entscheid vom 11. Oktober 2016. Zur Begründung führte er u.a. aus, dass mit den
Einzahlungen in die Versorgungseinrichtung die bestehende Vorsorgelücke geschlossen wer-
den solle. Denn die Beschwerdeführerin sei einzig dem schweizerischen Sozialversicherungs-
system unterstellt, weswegen sie die ordentlichen Beiträge nur in der Schweiz entrichten könne
und es sich bei den fraglichen Beiträgen nicht um ordentliche Beiträge handeln könne. Die Ver-
sorgungseinrichtung weise aus Schweizer Sicht einen überobligatorischen Charakter auf. Wür-
de es sich hierbei um eine schweizerische Vorsorgeeinrichtung handeln, wären die getätigten
Zahlungen problemlos abzugsfähig. Schliesslich gebe es gemäss dem Gesetz und der Literatur
für die steuerliche Abzugsfähigkeit keine Unterscheidung zwischen ordentlichen und Einkaufs-
beiträgen. Ausschlaggebend sei allein die Bestätigung der Einkaufsbeiträge der Vorsorgeein-
richtung. Weiter bestand der Vertreter darauf, dass der angegebene Bundesgerichtsentscheid
vergleichbar sei. Hingegen sei der von der Steuerverwaltung zitierte Entscheid des Steuerge-
richts durch besagten Bundesgerichtsentscheid entkräftet worden. Schliesslich führte der Ver-
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treter aus, dass gemäss Einsprache-Entscheid die Beiträge, sofern diese Einkaufsbeiträge sei-
en, abzugsfähig seien. Da die Einzahlungen in der berechneten Deckungslücke von Fr.
422‘838.-- problemlos Platz hätten, stellen die getätigten Einzahlungen eine valable Einkaufs-
möglichkeit dar.
5. Mit Vernehmlassung vom 16. Dezember 2016 beantragte die Steuerverwaltung die Ab-
weisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie u.a. aus, dass gemäss dem Erwerbsort-
prinzip die Beschwerdeführerin einzig der Basellandschaftlichen Pensionskasse unterstellt sei.
Allfällig vorhandenes Altersguthaben wäre in dieses Vorsorgewerk einzubringen, zumindest
aber bei der Berechnung der Deckungslücke mitzuberücksichtigen. Vorsorgelücken können
mittels Einkäufe geschlossen werden, wobei für Kapitalleistungen eine Sperrfrist von 3 Jahren
bestehe. Diese Voraussetzungen würden bei dem Versorgungswerk B._ in C._ nicht
erfüllt und die geleisteten Zahlungen können daher nicht abgezogen werden.
6. Mit Schreiben vom 6. Februar 2017 führte der Vertreter der Pflichtigen aus, dass sich die
Steuerverwaltung auf die Entrichtung von ordentlichen Beiträgen in eine Vorsorgeinstitution
beziehen würde, obwohl es sich bei den von der Steuerpflichtigen geleisteten Zahlungen um
ratenweise, monatlich bezahlte Einkaufsbeiträge handle, was insbesondere auch dadurch ge-
stützt werde, dass diese Zahlungen nur dem Alterskapital zugeschlagen würden. Weiter müsse
das allfällig im Ausland vorhandene Altersguthaben an die Deckungslücke in der Schweiz ange-
rechnet und bei Einkäufen mitberücksichtigt werden.
7. Anlässlich der heutigen Verhandlung hielten die Parteien an ihren Anträgen fest.

Der Präsident des Steuergerichts zieht in Erwägung:
1. Das Steuergericht ist gemäss Art. 140 des Bundesgesetzes über die direkte Bundes-
steuer (DBG) vom 14. Dezember 1990 zur Anhandnahme der vorliegenden Streitsache zustän-
dig, wobei gemäss § 4 der Vollzugsverordnung DBG vom 13. Dezember 1994 i.V.m. § 129 Abs.
1 des Gesetzes über die Staats- und Gemeindesteuern (Steuergesetz, StG) vom 7. Februar
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1974 Beschwerden, deren umstrittener Steuerbetrag wie im vorliegenden Fall Fr. 2’000.-- nicht
übersteigt, vom Präsidenten des Steuergerichts als Einzelrichter beurteilt werden.
Da die in formeller Hinsicht an eine Beschwerde zu stellenden Anforderungen erfüllt
sind, ist ohne weiteres darauf einzutreten.
2. Vorliegend zu beurteilen ist, ob die von den Pflichtigen getätigten Zahlungen an das
Versorgungswerk der B._ in C._ in Deutschland in der Höhe von Fr. 4‘858.-- als Beiträge
/ Einkäufe in eine berufliche Vorsorgeeinrichtung vom Einkommen zum Abzug zugelassen wer-
den können.
3. Ein Abzug von Beiträgen oder Einkäufen in die berufliche Vorsorge ist grundsätzlich von
nachfolgenden qualifizierten Voraussetzungen abhängig:
a) Das Gesetz sieht als Voraussetzungen für den Abzug folgende Kaskadenrege-
lung vor: Gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. e DBG werden Einlagen, Prämien und Beiträge zum Erwerb
von vertraglichen Ansprüchen aus anerkannten Formen der gebundenen Selbstvorsorge im
Sinne und im Umfang von Art. 82 des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlasse-
nen- und Invalidenvorsorge vom 25. Juni 1982 (BVG) zum Abzug zugelassen. Art. 5 Abs. 1
BVG regelt weiter, dass dieses Gesetz nur für Personen gilt, die bei der eidgenössischen Al-
ters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) versichert sind. Bei der AHV obligatorisch versi-
chert sind laut Art. 1a des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung
vom 20. Dezember 1946 (AHVG) jedoch nur natürliche Personen mit Wohnsitz in der Schweiz
und solche, die in der Schweiz eine Erwerbstätigkeit ausüben. Des Weiteren sieht Art. 7 Abs. 1
der Verordnung über die steuerliche Abzugsberechtigung für Beiträge an anerkannte Vorsorge-
formen vom 13. November 1985 (BVV 3) vor, dass Arbeitnehmer und Selbständigerwerbende
bei den direkten Steuern von Bund, Kantonen und Gemeinden ihre Beiträge an anerkannte
Vorsorgeformen von ihrem Einkommen abziehen können. Abzugsberechtigt sind dabei nicht
nur die ordentlichen Beiträge, sondern – unter Vorbehalt von Art. 205 DBG und Art. 79b BVG –
auch Beiträge für den Einkauf (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, Zü-
rich 2016, Art. 33 N 81).
b) Eine Einrichtung der beruflichen Vorsorge (2. Säule) soll zusammen mit der
AHV/IV sämtlichen Unselbständigerwerbenden mittels Obligatorium im Erlebensfall die Fort-
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setzung des gewohnten Lebensstandards in angemessener Weise ermöglichen und setzt sich
aus dem obligatorischen (Säule 2a) und dem überobligatorischen Bereich (Säule 2b) zusam-
men (vgl. Widmer, Die Sozialversicherung in der Schweiz, 17. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2017,
S. 9; Riemer/Riemer-Kafka, Das Recht der beruflichen Vorsorge in der Schweiz, 2. Auflage,
Bern 2006, § 1 N 3; BGE 130 I 205, E. 6.2 m.w.H.). Der obligatorische Bereich der beruflichen
Vorsorge betrifft nur ein bestimmtes Lohnsegment (sog. koordinierter Lohn), während im über-
obligatorischen Bereich freiwillig ein Lohn über der Obergrenze des koordinierten Lohnes hin-
aus versichert werden kann (Riemer/Riemer-Kafka, a.a.O. § 1 N 22). Für die Abzugsfähigkeit
der einbezahlten Beiträge spielt es grundsätzlich keine Rolle, ob die berufliche Vorsorge den
obligatorischen oder überobligatorischen Bereich betrifft, solange es sich um eine BVG-
konforme-Einrichtung handelt. Ausschlaggebend dafür ist das Regelwerk der Einrichtung
(Hunziker/Mayer-Knobel, in: Zweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuer-
recht, Art. 33 DBG N 23).
c) In der Literatur werden als Voraussetzungen für die Abzugsfähigkeit von Vorsor-
gebeiträgen, Unterstellung unter die AHV-Pflicht und die Entrichtung entsprechender Beiträge
genannt. Um Einzahlungen an die 2. Säule steuerlich abziehen zu können wird somit eine AHV-
pflichtige Erwerbstätigkeit vorausgesetzt (Wolfgang Maute/Martin Steiner/Adrian Rufener/Peter
Lang, Steuern und Versicherungen, 3. Auflage, Bern 2011, S. 164; Entscheid des Steuerge-
richts vom 31. Januar 2014, 510 13 69, E. 2.b).
Gemäss Lohnausweis des D._spitals Baselland vom 13. Februar 2015 arbei-
tet und lebt die Pflichtige in der Schweiz und entrichtet hier AHV/IV-Beiträge. Sie ist damit einer
schweizerischen Vorsorgeeinrichtung unterstellt, an welche sie ordentliche Beiträge leistet. So-
mit erfüllt die Beschwerdeführerin die grundsätzlichen Anforderungen um auch Beiträge / Ein-
käufe in die 2. Säule zu tätigen und steuerlich zum Abzug bringen zu können.
4. Aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit im D._spital Baselland ist die Pflichtige der Ba-
sellandschaftlichen Pensionskasse angeschlossen und leistet ordentliche Beiträge an diese,
welche unbestrittenermassen steuerlich abzugsfähig sind. Zusätzlich zu diesen ordentlichen
Beiträgen leistet die Pflichtige auch monatliche Zahlungen an das Versorgungswerk der B._
in C._ in Deutschland.
Es ist somit zu prüfen, ob die zu den ordentlichen Beiträgen an die Basellandschaftliche
Pensionskasse parallel getätigten Zahlungen an das deutsche Versorgungswerk zusätzlich zum
Abzug zugelassen werden können.
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a) Vorgängig ist festzustellen, ob es sich bei den getätigten Zahlungen an das Ver-
sorgungswerk in Deutschland um ordentliche Beiträge oder um Einkaufszahlungen handelt.
Die Regelmässigkeit der getätigten Zahlungen lässt auf den ersten Blick eher auf
das Vorliegen von ordentlichen Beiträgen schliessen. Jedoch ergeben sich die monatlichen
Einzahlungen direkt aus den Statuten des Versorgungswerks B._ in C._. So verlangt
das Versorgungsstatut von sämtlichen Mitgliedern, dass die Versorgungsbeiträge monatlich im
Nachhinein zu entrichten seien (§ 34 des Versorgungsstatuts der B._ in C._ [Statuten]).
Einkäufe anderer Art sind in den Statuten nicht vorgesehen. Ausserdem ist zu beachten, dass
die Beschwerdeführerin dadurch, dass sie in der Schweiz wohnhaft und erwerbstätig ist, einzig
dem schweizerischen Sozialversicherungssystem unterstellt ist. Folglich ist es der Pflichtigen
gar nicht möglich, ordentliche Beiträge an eine deutsche Vorsorgeeinrichtung zu entrichten.
Jedoch ist gemäss dem Versicherungsausweis der Basellandschaftlichen Pensionskasse vom
27. März 2015 festzustellen, dass die Pflichtige bei dieser Vorsorgeeinrichtung eine Vorsorgelü-
cke in Höhe von Fr. 422‘838.15 aufweist. Dies lässt wiederum darauf schliessen, dass das in
Deutschland geäufnete Kapital des Versorgungswerks der B._ in C._ der Deckung die-
ser Vorsorgelücke in der schweizerischen Versorgungseinrichtung dient, wie wenn ein solches
Kapital bei einer vergleichbaren schweizerischen Vorsorgeeinrichtung geäufnet worden wäre.
Das Kriterium der monatlichen Einzahlung statt einer einmaligen Einzahlung kann nicht aus-
schlaggebend sein. Schliesslich muss es auch möglich sein, Einkäufe in den überobligatori-
schen Teil einer 2. Säule monatlich zu tätigen.
Die Weiterführung der deutschen Vorsorge ist folglich als überobligatorischer Teil
einer 2. Säule und die getätigten monatlichen Zahlungen als Einkäufe zu qualifizieren.
b) Grundsätzlich sind Beiträge, welche der beruflichen Vorsorge dienen, nur inso-
fern steuerlich abzugsfähig, als sie an eine schweizerische Vorsorgeeinrichtung geleistet wer-
den. Denn die Bestimmungen zur steuerlichen Behandlung der beruflichen Vorsorge im BVG
beziehen sich auf registrierte und nicht registrierte Vorsorgeeinrichtungen, die in der Schweiz
von der Steuerpflicht befreit sind (Marina Züger/Julia von Ah, in: Zweifel/Beusch/Matteotti [Hrsg]
Kommentar zum internationalen Steuerrecht, Art. 18 OECD-MA N 65). In der Literatur und ge-
mäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung werden Einkäufe in ausländische Vorsorgeeinrich-
tungen dennoch aus Gründen der rechtsgleichen Behandlung zugelassen, wenn die ausländi-
sche Vorsorgeeinrichtung mit einer schweizerischen vergleichbar ist, die ausländische Sozial-
versicherungseinrichtung anerkannt ist, die geleisteten Beiträge quantitativ im Rahmen des
nach schweizerischem Recht zum Abzug zugelassenen sind und die steuerpflichtige Person
ausschliesslich dem Sozialversicherungsrecht des ausländischen Staates untersteht (Marina
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Züger/Julia von Ah, a.a.O., Art. 18 OECD-MA N 66; Bundesgerichtsentscheid [BGer]
2C_530/2010 vom 21. März 2011 E. 3.3.1).
c) Für die Beurteilung der Vergleichbarkeit des Versorgungswerks der B._ in
C._ mit einer schweizerischen Vorsorgeeinrichtung ist u.a. massgeblich, ob eine gesetzli-
che, statutarische oder reglementarische Verpflichtung zur Leistung der Beiträge besteht, ob die
geleisteten Beiträge gebunden sind und ob es sich um eine kollektive und nicht um eine Einzel-
vorsorge handelt, welche zumindest ein Kollektiv von Versicherten vorsieht, deren Zugehörig-
keit sich nach objektiven Kriterien richtet. Im Ergebnis darf es sich nicht um eine individuelle
Spareinrichtung handeln, sondern es muss sich um eine berufliche Vorsorge handeln. Da sich
jedoch die Sozialversicherungssysteme der verschiedenen Staaten naturgemäss unterschei-
den, darf für die Beurteilung der Vergleichbarkeit kein allzu strenger Massstab angewendet
werden (zum Ganzen: BGer 2C_530/2010 E. 3.3.1; Hunziker/Mayer-Knobel, a.a.O., Art. 33
DBG N 23f, 25; Marina Züger/Julia von Ah, a.a.O., Art. 18 OECD-MA N 68; Richner/
Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O. Art. 33 N 71; Wolfgang Maute/Martin Steiner/Adrian Ru-
fener/Peter Lang, a.a.O., S. 165).
5. a) Bei dem zu prüfenden Versorgungswerk der B._ in C._ handelt es sich
gemäss § 2 der Statuten um ein Versorgungswerk, das die Aufgabe hat, den Mitgliedern der
B._ und ihren Hinterbliebenen Versorgungsleistungen nach Massgabe des Statuts zu ge-
währen. Gemäss § 24 f. der Statuten zahlt jedes Mitglied – ob Pflichtmitglied oder freiwilliges
Mitglied – höchstens den allgemeinen Versorgungsbeitrag. Gemäss § 8 Abs. 1 der Statuten
kann die Mitgliedschaft unter bestimmten Bedingungen fortgesetzt werden. Wird die Mitglied-
schaft freiwillig fortgesetzt, so muss das freiwillige Mitglied gemäss § 27 der Statuten mindes-
tens 1/10 des allgemeinen Versorgungsbeitrags leisten. Zahlt ein freiwilliges Mitglied die ver-
einbarten Versorgungsbeiträge trotz zweimaliger Mahnung nicht innerhalb eines Monats, kann
das Versorgungswerk die freiwillige Mitgliedschaft gemäss § 8 Abs. 4 der Statuten fristlos kün-
digen, womit die freiwillige Mitgliedschaft unwiderruflich erlischt. Das freiwillige Mitglied kann die
Mitgliedschaft auch schriftlich mit einer Frist von einem Monat zum Ende eines Kalenderjahres
kündigen (§ 8 Abs. 3 der Statuten). Die verschiedenen Leistungen des Versorgungswerks wer-
den in den §§ 9-23 der Statuten definiert. Dabei handelt es sich um eine Berufsunfähigkeitsren-
te, eine Altersrente, eine Hinterbliebenenrente, einen Kinderzuschlag, eine Kapitalabfindung,
ein Sterbegeld und Zuschüsse zu Rehabilitationsmassnahmen. Bezüglich der Verwendung des
Vermögens des Versorgungswerks wird in § 37 der Statuten festgehalten, dass dies nur zur
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Bestreitung der Leistungen nach dem Gesetz und diesem Statut verwendet werden darf. Endet
die (freiwillige) Mitgliedschaft, ohne dass ein Versorgungsfall eintritt, so können die bisherig
geleisteten Versorgungsbeiträge an die neue Einrichtung übergeleitet werden (vgl. § 36 der
Statuten).
b) Aus den zitierten Bestimmungen der Statuten ergibt sich, dass die zu leistenden
Beiträge statutarisch geregelt und die geleisteten Beiträge gebunden sind. Die pflichtige Person
kann nicht frei entscheiden, ob und in welcher Höhe sie Beiträge entrichten will. Auch kann ein
freiwilliges Mitglied zwar die Mitgliedschaft auf Ende eines Kalenderjahres kündigen, doch se-
hen die Statuten dabei keine Möglichkeit vor, das geäufnete Vermögen zu beziehen. Vielmehr
müsste es, gleich der Regelung in der Schweiz, an eine andere Vorsorgeeinrichtung übergelei-
tet werden. Weiter sehen die Statuten eine Zugehörigkeit zum Versorgungswerk anhand der
Mitgliedschaft der B._ in C._ vor, womit der Grundsatz der Kollektivität gegeben ist (§ 7
der Statuten). Folglich ergibt sich aus einer Gesamtbetrachtung, dass das Versorgungswerk der
B._ in C._ mit einer schweizerischen Vorsorgeeinrichtung vergleichbar ist.
c) Als nächstes muss die ausländische Vorsorgeeinrichtung anerkannt sein. In der
vom Versorgungswerk der B._ in C._ für die Pflichtige ausgestellten Bescheinigung vom
3. Februar 2015 bestätigt das Versorgungswerk, dass die einbezahlten Versorgungsbeiträge in
der Höhe von € 4‘048.44 als Sonderausgaben abzugsfähig sind. Daraus lässt sich schliessen,
dass das Versorgungswerk der B._ in C._ in Deutschland anerkannt ist.
d) Des Weiteren ist zu prüfen, ob sich die Einkäufe quantitativ im Rahmen des nach
schweizerischem Recht zugelassenen bewegen. Dies bedeutet, dass die Beiträge an eine aus-
ländische Versorgungseinrichtung nicht höher sein dürfen, als die Beiträge, welche für einen
den schweizerischen Vorsorgeeinrichtungen unterstellten abziehbar wären (vgl. Marina Zü-
ger/Julia von Ah, a.a.O., Art. 18 OECD-MA N 66). An schweizerische Vorsorgeeinrichtungen
dürfen Einkäufe bis höchstens zu den reglementarischen Leistungen erfolgen und dienen somit
der Schliessung einer allfälligen Deckungslücke (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O. Art.
33 N 82). Vorliegend weist die schweizerische Vorsorgeeinrichtung der Pflichtigen gemäss dem
Versicherungsausweis der Basellandschaftlichen Pensionskasse vom 27. März 2015 eine De-
ckungslücke von Fr. 422‘838.15 auf. Das von der Pflichtigen geäufnete Alterskapital des Ver-
sorgungswerks der B._ in C._ beträgt derzeit gemäss Mitgliedschaftsverlauf vom 29.
Februar 2016 € 66‘567.80. Somit sind die bisher getätigten Einkäufe tiefer als die zu schlies-
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sende Deckungslücke und damit quantitativ im Rahmen des nach schweizerischem Recht zu-
gelassenen.
e) Schliesslich ist das Kriterium der Ausschliesslichkeit zu überprüfen. Grundsätz-
lich kann eine in der Schweiz ansässige Person Beiträge an eine vergleichbare ausländische
Vorsorgeeinrichtung abziehen, soweit die in der Schweiz steuerpflichte Person ausschliesslich
dem Sozialversicherungsregime des ausländischen Staates untersteht. Das Kriterium der Aus-
schliesslichkeit wird von Praxis und Lehre allgemein in dem Sinn verstanden, dass die steuer-
pflichtige Person nicht zugleich einer schweizerischen Sozialvorsorge unterstellt sein darf und
an diese keine Beiträge leistet (vgl. Hunziker/Mayer-Knobel, a.a.O., Art. 33 DBG N 25; BGer
2C_530/2010 E. 3.3.1 m.w.Verw.).
Vorliegend schloss sich die Beschwerdeführerin am 1. März 1994 dem Versor-
gungswerk der B._ in C._ in Deutschland als Pflichtmitglied an. Per 1. November 1995
unterstellte sie sich erstmals dem schweizerischen Sozialversicherungsregime. Seither führte
sie ihre deutsche Vorsorge auf freiwilliger Basis weiter und leistete sowohl bei der deutschen,
als auch bei der schweizerischen Einrichtung monatliche Beiträge. Wie anfangs festgehalten ist
hier zu beachten, dass es sich bei den jeweiligen Beiträgen um unterschiedliche Zahlungen
handelt. So leistete die Pflichtige einerseits ordentliche Beiträge in der Schweiz und anderer-
seits freiwillige überobligatorische Einkäufe in das Versorgungswerk in Deutschland (vgl. E.
4.a). Die Steuerpflichtige ist somit nicht ausschliesslich dem Sozialversicherungsregime eines
ausländischen Staates, sondern viel mehr ausschliesslich dem schweizerischen unterstellt. Die
Einzahlungen an die deutsche Vorsorge erfolgen lediglich auf freiwilliger Basis und dienen ein-
zig der Schliessung der Deckungslücke in der schweizerischen Vorsorge. Sie sind daher so zu
betrachten, als ob sie an eine andere schweizerische Vorsorgeeinrichtung entrichtet worden
wären. Da somit Beiträge an die schweizerische Vorsorgeeinrichtung geleistet werden, fällt die
fehlende ausschliessliche Unterstellung unter ein ausländisches Sozialversicherungsregime
trotz Einzahlungen in eine ausländische – vorliegend deutsche – Vorsorgeeinrichtung unter Be-
rücksichtigung der gesamten Umstände für die steuerliche Beurteilung der Einzahlung in das
deutsche Versorgungswerk nicht weiter ins Gewicht.
f) Zusammenfassend kann folglich festgehalten werden, dass es sich bei den vor-
liegend zu beurteilenden Beiträgen in Höhe von € 4‘048.44 um Zahlungen an eine deutsche
Vorsorgeeinrichtung handelt, welche mit einer schweizerischen vergleichbar ist (E. 5.b), an eine
in Deutschland anerkannte Vorsorgeeinrichtung geleistet werden (E. 5.c) und die geleisteten
Beiträge quantitativ im Rahmen des nach schweizerischem Recht zum Abzug zugelassenen
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sind (E. 5.d). Dass keine ausschliessliche Unterstellung an eine ausländische Vorsorge vorliegt,
kann unberücksichtigt gelassen werden (E. 5.e). Folglich müssen die von der Pflichtigen geleis-
teten Zahlungen in der Höhe von umgerechnet Fr. 4‘858.-- (€ 4‘084.44 * 1.1893 Umrechnungs-
kurs) an das Versorgungswerk der B._ in C._ aus Gründen der rechtsgleichen Behand-
lung steuerlich zum Abzug zugelassen werden, wie wenn diese an eine schweizerische Vorsor-
geeinrichtung getätigt worden wären.
6. Gleiches ergibt sich bei Betrachtung des zwischenstaatlichen (Steuer-)Rechts. So be-
sagt Art. 2 des Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und
der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit
(Freizügigkeitsabkommen, FZA, SR 0.142.112.671), dass Staatsangehörige von EU-Staaten
bzw. der Schweiz, die sich rechtmässig im Hoheitsgebiet eines EU-Staates oder der Schweiz
aufhalten, bei der Anwendung des Abkommens nicht aufgrund der Staatsangehörigkeit diskri-
miniert werden dürfen. Gemäss Art. 9 Abs. 2 von Anhang I FZA geniesst ein Arbeitnehmer, der
Staatsangehöriger eines EU-Staates oder der Schweiz ist, im Hoheitsgebiet eines Vertrags-
staats die gleichen steuerlichen Vergünstigungen wie die inländischen Arbeitnehmer. Er darf
somit weder direkt noch indirekt diskriminiert werden (vgl. BGer 2C_530/2010 E. 3.4.2
m.w.Verw.). Von dem vorliegend zu beurteilenden Sachverhalt, wonach ein früher begründetes
ausländisches Vorsorgeverhältnis in der Schweiz weitergeführt werden kann, dürften haupt-
sächlich ausländische Staatsangehörige betroffen sein, worin eine indirekte Diskriminierung
liegen kann, wenn Beiträge im Rahmen dieses ausländischen Vorsorgeverhältnis nicht steuer-
lich zum Abzug zugelassen würden. Hätte die Pflichtige schliesslich diese Beiträge an eine ver-
gleichbare schweizerische Vorsorgeeinrichtung gezahlt, wären diese Zahlungen ohne Weiteres
steuerlich abzugsfähig gewesen.
Die Beschwerde erweist sich somit als begründet und ist gutzuheissen.
7. a) Ausgangsgemäss sind den Beschwerdeführern nach Art. 144 Abs. 1 DBG keine
Verfahrenskosten aufzuerlegen.
b) Nach Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 bis 3 des Bundesgesetzes über
das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 (VwVG) kann bei Beschwerden in Steuer-
sachen der ganz oder teilweise obsiegenden Partei für den Beizug eines Vertreters eine ange-
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messene Parteientschädigung zulasten der Gegenpartei zugesprochen werden. Für das Be-
schwerdeverfahren machte der Vertreter gemäss Honorarnote vom 8. Dezember 2016 für den
Zeitraum vom 9. April 2016 bis 30. November 2016 einen Zeitaufwand von 7.20 Stunden zu
einem Stundensatz von Fr. 260.87 und 20.10 Stunden zu einem Stundensatz von Fr. 130.43
geltend, was inkl. Mehrwertsteuer (MwSt.) in Höhe von Fr. 360.-- eine geltend gemachte Partei-
entschädigung von Fr. 4‘860.-- ergibt. Gemäss Honorarnote vom 13. Februar 2017 macht der
Vertreter für den Zeitraum vom 1. Dezember 2016 bis 13. Februar 2017 einen Zeitaufwand von
0.60 Stunden zu einem Stundensatz von Fr. 217.33 und 3.40 Stunden zu einem Stundensatz
von Fr. 108.71 geltend, was inkl. MwSt. in Höhe von Fr. 40.-- eine geltend gemachte Parteient-
schädigung von Fr. 540.-- ergibt. Somit macht der Vertreter insgesamt eine Parteientschädi-
gung von total Fr. 5‘400.-- geltend.
Der gerichtlich anerkannte Steuersatz für Steuerberater und Treuhänder beträgt einheit-
lich Fr. 150.-- (vgl. Entscheid des Kantonsgerichts des Kantons Basel-Landschaft vom 17. Juni
2009, abgedruckt in: Basellandschaftliche und Baselstädtische Steuerpraxis [BStPra], Bd. XIX,
S. 559 ff.). Demnach ist das geltend gemachte Honorar zu korrigieren und die 7.2 Stunden der
Honorarnote vom 8. Dezember 2016 zu einem Stundensatz von Fr. 150.-- festzusetzen, was Fr.
1‘080.-- ergibt, sowie die 0.60 Stunden der Honorarnote vom 13. Februar 2017 zu einem Stun-
densatz von Fr. 150.-- zuzulassen, was Fr. 90.-- ergibt. Zusammen mit den 20.10 Stunden zu
einem Stundensatz von Fr. 130.43 d.h. von Fr. 2‘621.70 sowie den 3.40 Stunden zu einem
Stundensatz von 108.71 d.h. von Fr. 369.60 resultiert ein Honorar vor Mehrwertsteuer von Fr.
4‘161.25. Unter Einbezug der Mehrwertsteuer von 8% in Höhe von Fr. 332.90 beläuft sich die
Parteientschädigung somit insgesamt auf Fr. 4‘494.20. Diese Parteientschädigung ist auf die
beiden Parallelverfahren Staats- und direkte Bundessteuer 2014 aufzuteilen, was für das vorlie-
gende Verfahren betreffend direkte Bundessteuer eine Parteientschädigung in Höhe von Fr.
2‘247.10 ergibt.
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