Decision ID: c7c5a18e-1989-5b45-89bf-41d475435db2
Year: 2007
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Die Politische Gemeinde Grabs und die Wasserversorgungskorporation Grabs
beabsichtigen, das aus dem Jahr 1908 stammende Reservoir Löchli mit einem Inhalt
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/23
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
von 250 m3 durch einen Neubau am gleichen Standort zu ersetzen. Das neue
Reservoir soll ein Volumen von 1'100 m3 und zusätzlich eine Löschreserve von 250 m3
aufweisen. Vorgesehen ist die Aufbereitung des Quellwassers mittels einer
Ultrafiltrationsanlage, die in das neue Reservoir integriert werden soll, sowie eine
energetische Nutzung des Wassers der Quellen Albrechtsbrunnen und Rieseli. Im
Rahmen der Vorabklärungen verfasste das Ingenieurbüro Gruner AG, Grabs, im Auftrag
der Wasserversorgungskorporation drei Berichte, und zwar zum Volumen und zum
Standort des Reservoirs Mittelzone, zur Evaluation der Aufbereitungsanlage und zur
energetischen Nutzung der Quellen am Walchenbach. Das Ingenieurbüro K. Lienert
AG, Buchs/AG, wurde mit der Durchführung der Submission beauftragt. Im Amtsblatt
Nr. 28 vom 10. Juli 2006 wurden die Ingenieurarbeiten (Planung und Ausführung) für
die Gesamtanlage Löchli (Reservoir, Aufbereitungsanlage und energetische
Quellwassernutzung) öffentlich ausgeschrieben. In den Ausschreibungsunterlagen war
vermerkt, dass die Berichte der Gruner AG den Submissionsunterlagen beilägen. Durch
die Bekanntmachung der Unterlagen werde das Vorwissen der Gruner AG für diese
Beschaffung als nicht relevant taxiert. Die Gruner AG werde nicht von der Submission
ausgeschlossen, da sie gegenüber der Konkurrenz nicht bevorteilt bzw. vorbefasst sei.
Als Zuschlagskriterien wurden der Preis mit einem Gewicht von 30 %, die Erfahrung
der Firma und des Personals mit einem Gewicht von 25 % bzw. 15 % sowie die
Beschreibung des technischen Vorgehens, die Leistungsfähigkeit und die Qualität mit
Gewichten von 15 %, 10 % bzw. 5 % angeführt. Die Ausschreibung wurde nicht
angefochten. Innert der angesetzten bzw. erstreckten Frist gingen insgesamt 12
Angebote ein. Die Offertöffnung fand am 15. August 2006 statt. Die Preisangebote
bewegten sich zwischen Fr. 199'350.-- und Fr. 604'500.-- (ohne MWSt) bzw. Fr.
214'500.60 und Fr. 637'433.15 (inkl. MWSt). Das preisgünstigste Angebot von Fr.
199'350.--
(exkl. MWSt) wurde von der Uli Lippuner aqualog AG, Grabs, eingereicht. Die Offerte
der Gruner AG belief sich auf Fr. 260'000.-- (exkl. MWSt).
Mit Verfügungen vom 17. bzw. 19. Oktober 2006 vergaben die
Wasserversorgungskorporation Grabs und die Politische Gemeinde Grabs den
Zuschlag zum Preis von Fr. 260'000.-- (exkl. MWSt) der Gruner AG. Die
Zuschlagsverfügungen wurden damit begründet, das Angebot der Gruner AG sei mit
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/23
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
einer Punktzahl von 88,7 bei 100 maximal möglichen Punkten das wirtschaftlich
günstigste. Es übertreffe die anderen Angebote namentlich in der Beschreibung des
technischen Vorgehens; bezüglich Qualität und Erfahrung des Personals seien zwei
andere Angebote als gleichwertig zu beurteilen. Bezüglich Erfahrung der Firma und
Preis liege das Angebot der Gruner AG an zweiter Stelle, mit Bezug auf die
Leistungsfähigkeit im Mittelfeld. In der Gesamtbeurteilung setze sich das Angebot der
Gruner AG als das wirtschaftlich günstigste gegen die anderen Angebote durch.
B./ Mit Eingabe ihres Rechtsvertreters vom 27. Oktober 2006 erhob die Uli Lippuner
aqualog AG Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der Beschwerde sei
aufschiebende Wirkung zu erteilen, die Zuschlagsverfügungen seien aufzuheben und
die Angelegenheit sei an die Vorinstanzen zurückzuweisen, evtl. sei der Zuschlag der
Beschwerdeführerin zu erteilen und die Vorinstanzen seien zu verpflichten, der
Beschwerdeführerin Schadenersatz zu leisten, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Zur Begründung wurde im wesentlichen vorgebracht, die Beschwerdegegnerin habe
offenkundig an der Vorbereitung der Ausschreibung bzw. an den
Ausschreibungsunterlagen erheblich mitgewirkt und sei damit in der Lage gewesen, die
Unterlagen zu beeinflussen. Die Beschwerdegegnerin habe die Möglichkeit gehabt,
sich mit den noch definitiv festzulegenden Fragestellungen auseinanderzusetzen. Dies
habe ihr umfassende Vorkenntnisse eingetragen. Weiter rügt die Beschwerdeführerin,
die Zuschlagsverfügungen seien ungenügend begründet. Aufgrund der Verfügung sei
ihr nicht bekannt, auf welchem Platz ihr Angebot liege. Aus der bekanntgegebenen
Punktzahl könne sie lediglich schliessen, dass sie sehr nahe bei der
Beschwerdegegnerin liege. Sie habe im Zusammenhang mit dem Vergabeverfahren
erhebliche Aufwendungen getätigt, und es seien ihr insgesamt Kosten von Fr. 9'468.80
entstanden.
Die Gruner AG beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 2. November 2006, der
Beschwerde sei keine aufschiebende Wirkung zu gewähren.
Die Politische Gemeinde Grabs und die Wasserversorgungskorporation Grabs
verzichteten auf eine Stellungnahme zum Begehren um aufschiebende Wirkung.
Mit Verfügung vom 7. November 2006 erteilte der Präsident des Verwaltungsgerichts
der Beschwerde die aufschiebende Wirkung.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/23
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
In ihrer Stellungnahme vom 20. November 2006 beantragten die Vorinstanzen, die
Beschwerde sei abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Sie bestritten
eine Vorbefassung der Beschwerdegegnerin. Deren Vorstudien hätten dazu gedient,
die notwendigen Entscheidgrundlagen für die betreffenden Grundsatzentscheide zu
liefern. Die Beschwerdegegnerin habe nicht die Möglichkeit gehabt, die Ausschreibung
zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Schliesslich sei die Ausschreibung teilweise von den
Vorstudien abgewichen. An der Erstellung der Ausschreibungsunterlagen und der
Durchführung der Ausschreibung sei die Beschwerdegegnerin nicht beteiligt gewesen.
Auch sei in den Ausschreibungsunterlagen offen deklariert worden, dass die
Beschwerdegegnerin Vorstudien verfasst habe. Deren Wissensvorsprung bewirke nur
einen geringfügigen Vorteil gegenüber den anderen Anbietern und sei diesen offen
gelegt worden. Die Vorbefassung der Beschwerdegegnerin halte sich damit im Rahmen
der Rechtmässigkeit, weshalb sie nicht vom Verfahren ausgeschlossen werden dürfe.
Ausserdem sei die Begründung der Zuschlagsverfügung hinreichend. Im übrigen könne
ein Schadenersatzbegehren nur zur Diskussion stehen, wenn einerseits die
Rechtswidrigkeit einer Verfügung feststehe und anderseits ein Schaden auf Seiten des
Anbieters vorliege. Diese Voraussetzungen wären erst erfüllt, wenn die
Zuschlagsverfügungen aufgehoben würden und zudem die Beschwerdeführerin den
Auftrag aus irgendwelchen Gründen trotzdem nicht erhalte. Eine solche Konstellation
liege hier zum vornherein nicht vor.
Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Eingabe ihrer Rechtsvertreter vom 1. Dezember
2006 die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Sie macht im wesentlichen geltend,
die Beschwerdeführerin habe den Einwand der Vorbefassung der Beschwerdegegnerin
verwirkt. Wenn die Ausschreibung selbständig angefochten werden könne, so dürfe auf
sie nach dem Zuschlag grundsätzlich nicht mehr zurückgekommen werden. Es sei für
die Beschwerdeführerin klar erkennbar gewesen, in welchem Umfang die
Beschwerdegegnerin Vorstudien betrieben habe. Selbst wenn die Rüge der
Vorbefassung noch zuzulassen sei, wäre sie unbegründet. Die Mitwirkung der
Beschwerdegegnerin habe nur zu einem geringfügigen Vorteil gegenüber den anderen
Anbietern geführt. Zudem sei der Wissensvorsprung offen gelegt worden. Die
Beschwerdegegnerin habe keinen Einfluss auf das Submissionsverfahren gehabt. Im
übrigen sei die Zuschlagsverfügung hinreichend begründet.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/23
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Mit Eingabe vom 15. Dezember 2006 nahm die Beschwerdeführerin zu den
Vernehmlassungen der Vorinstanzen und der Beschwerdegegnerin Stellung. Sie hielt
an ihrem Antrag fest.
Auch die Vorinstanzen und die Beschwerdegegnerin hielten in ihren Vernehmlassungen
vom 19. Januar bzw. 2. Februar 2007 an ihren Anträgen fest.
Die weiteren von den Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge gemachten
Ausführungen werden, soweit wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen
dargelegt und gewürdigt.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 2 Abs. 1 lit. b
und c und Art. 5 Abs. 2 des Einführungsgesetzes zur Gesetzgebung über das
öffentliche Beschaffungswesen, sGS 841.1). Die Beschwerdeführerin ist als nicht
berücksichtigte Anbieterin zur Anfechtung des Zuschlags legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS
951.1, abgekürzt VRP). Die Beschwerdeschrift vom 27. Oktober 2006 entspricht
zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 15 Abs. 3 der
Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen, sGS 841.32,
abgekürzt IVöB). Auf die Beschwerde ist daher grundsätzlich einzutreten, soweit die
Rügen gegen den Zuschlag zulässig sind (vgl. E. 3.4.).
2. Nach Art. 41 Abs. 1 der Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen (sGS
841.11, abgekürzt VöB) sind Verfügungen des Auftraggebers kurz zu begründen. Nach
Art. 41 Abs. 3 VöB wird in der Zuschlagsverfügung kurz begründet, weshalb das
berücksichtigte Angebot mit Bezug auf die Zuschlagskriterien das wirtschaftlich
günstigste ist. Die Begründung enthält insbesondere den Preis des berücksichtigten
Angebots oder die tiefsten und höchsten Preise der in das Vergabeverfahren
einbezogenen Angebote.
2.1. Das Verwaltungsgericht hat die Anforderungen an die Begründung einer
Zuschlagsverfügung in zahlreichen Urteilen umschrieben und seine Praxis publiziert
(vgl. statt vieler GVP 2000 Nr. 24; VerwGE B 2006/25 vom
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/23
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
12. April 2006 i.S. S. AG, publ. in: www.gerichte.sg.ch). Eine Begründung ist
ungenügend, wenn sie lediglich die Aussage umfasst, ein bestimmtes Angebot sei das
wirtschaftlich günstigste. Die Auftraggeberin muss in der Begründung einer Verfügung -
zwar kurz, aber immerhin - darlegen, weshalb sie das Angebot einer bestimmten
Unternehmung als das wirtschaftlich günstigste qualifiziert. Die Anbieter müssen
aufgrund der Verfügung bzw. deren Begründung darüber in Kenntnis gesetzt werden,
aus welchen Motiven die Vergabebehörde ein Angebot als das wirtschaftlich günstigste
qualifiziert.
2.2. In den Zuschlagsverfügungen führten die Vorinstanzen die Gewichtung der
einzelnen Zuschlagskriterien auf und hielten fest, mit einer gesamten Punktzahl von
88,7 von maximal 100 sei das Angebot der Beschwerdegegnerin das wirtschaftlich
günstigste. Das Angebot der Beschwerdegegnerin übertreffe die andern Angebote
namentlich in der Beschreibung des technischen Vorgehens. Was die Qualität und die
Erfahrung des Personals betreffe, seien zwei andere Angebote als gleichwertig zu
beurteilen. Bezüglich Erfahrung der Firma und Preis liege das Angebot der Gruner AG
an zweiter Stelle, mit Bezug auf die Leistungsfähigkeit im Mittelfeld. In der
Gesamtbeurteilung setze sich das Angebot der Beschwerdegegnerin damit als das
wirtschaftlich günstigste gegen die anderen Angebote durch. Der Beschwerdeführerin
wurde mit der Eröffnung des Zuschlags mitgeteilt, ihr Angebot sei mit 84,5 Punkten
bewertet worden.
In der Begründung der Zuschlagsverfügung wird zwar dargelegt, weshalb das Angebot
der Beschwerdegegnerin als das wirtschaftlich günstigste qualifiziert wurde. Insoweit
enthält die Verfügung zumindest in formaler Hinsicht eine Begründung. Die
Begründung erschöpft sich aber in der Mitteilung der Bewertungsergebnisse, wobei
überdies keine genauen Angaben gemacht werden, wie die übrigen Angebote bewertet
wurden. Die Bewertung der einzelnen Zuschlagskriterien ist nicht nachvollziehbar offen
gelegt worden. Insbesondere war aus der Zuschlagsverfügung nicht ersichtlich, auf
welche Tatsachen sich die unterschiedlichen Gewichtungen stützen.
Die Bewertungsmatrix und die Begründung des Vergabeantrags wurden der
Beschwerdeführerin mit den angefochtenen Verfügungen nicht zugestellt. Somit konnte
die Beschwerdeführerin erst im Beschwerdeverfahren von den Einzelheiten der
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/23
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Bewertung und den Gründen der Zuschlagsverfügung Kenntnis nehmen. Die
Zuschlagsverfügung ist somit mangels genügender Begründung formell fehlerhaft. Im
Rahmen des zweifachen Schriftenwechsels vor Verwaltungsgericht ist dieser Mangel
indes geheilt worden. Von einer Aufhebung der Zuschlagsverfügung und einer
Rückweisung an die Vorinstanzen ist folglich abzusehen; dessen ungeachtet ist aber
die Mangelhaftigkeit der Zuschlagsverfügung bei der Kostenverlegung zu
berücksichtigen (Art. 95 Abs. 2 VRP).
3. Art. 5bis VöB bestimmt, dass sich Personen und Unternehmungen, die an der
Vorbereitung der Ausschreibung oder der Ausschreibungsunterlagen so mitgewirkt
haben, dass sie den Zuschlag zu ihren Gunsten beeinflussen können, am
Vergabeverfahren nicht beteiligen dürfen.
3.1. Das Verwaltungsgericht hat sich in einem unlängst ergangenen Urteil zu den
Fragen der Vorbefassung einer Anbieterin und der rechtzeitigen Geltendmachung der
Vorbefassung geäussert. Es hielt fest, ein wesentliches Ziel des Vergaberechts bestehe
in der Gewährleistung eines echten, fairen und offenen Wettbewerbs. Ein solcher
Wettbewerb sei nur möglich, wenn für alle Bewerber die gleichen
Wettbewerbsbedingungen gälten. Neben dem Gleichbehandlungsgrundsatz und dem
Diskriminierungsverbot (Art. 5 VöB) stehe deswegen auch der Grundsatz der
Vorbefassung im Zentrum des öffentlichen Beschaffungsrechts. Kriterium zur
Beurteilung der Zulässigkeit einer Vorbefassung sei, inwieweit der vorbefasste Anbieter
den Zuschlag zu seinen Gunsten habe beeinflussen können. Die Vorbefassung eines
Anbieters setze voraus, dass er sich bereits vor der Teilnahme am
Submissionsverfahren, also vor der Eröffnung des Verfahrens, mit der konkret in Frage
stehenden Beschaffung befasst habe. Dabei sei unbedeutend, auf welche Art der
Anbieter mitgewirkt habe, sei es durch das Verfassen von Projektgrundlagen, durch
das Erstellen von Ausschreibungsunterlagen oder durch das Informieren der
Beschaffungsstelle über bestimmte technische Spezifikationen des zu beschaffenden
Gutes (vgl. Nyffenegger/Kobel, Vorbefassung im Submissionsverfahren, in: BVR 2004
S. 55 f. mit weiteren Hinweisen). Eine Verfahrensbeteiligung werde dabei als zulässig
erachtet, wenn der durch die Vorbefassung bewirkte Wissensvorsprung nur zu einem
geringfügigen Vorteil gegenüber den anderen Anbietern führe, wenn die Mitwirkung des
vorbefassten Anbieters bei der Vorbereitung des Submissionsverfahrens nur
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/23
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
untergeordneter Natur sei und die Mitwirkung sowie der Wissensvorsprung gegenüber
den übrigen Anbietern offen gelegt werde (vgl. Nyffenegger/Kobel, a.a.O., S. 64 f. mit
weiteren Hinweisen). Ebenfalls nicht zu beanstanden sei ein Wissensvorsprung, der
nicht dem Submissionsverfahren, sondern der bisherigen Tätigkeit des Submittenten
entspringe; so könne einem Anbieter nicht verwehrt werden, Vorwissen auszunützen,
das er sich durch frühere Arbeiten für denselben Auftraggeber - allenfalls sogar am
selben Objekt - erworben habe (vgl. VerwGE ZH vom 8. Dezember 2004, in: RB/ZH
2004, Nr. 39). Die Gefahr der Vorbefassung resp. die Art der Beeinflussung könne auch
darin bestehen, dass der vorbefasste Anbieter versuche, die Beschaffung auf das von
ihm angebotene Produkt bzw. die von ihm angebotene Dienstleistung auszurichten, um
seine Chancen auf den Zuschlag zu erhöhen, oder dass er die im Rahmen der
Vorbereitung des Submissionsverfahrens gewonnenen Kenntnisse bei der Erstellung
der Offerte einsetze oder durch vorgängigen Behördenkontakt persönliche
Bekanntschaft mit den Behördemitgliedern schliessen und auf diese Weise Sympathien
gewinnen könne (Nyffenegger/Kobel, a.a.O., S. 56 mit weiteren Hinweisen). Des
weiteren liege eine bloss untergeordnete Mitwirkung dann nicht vor, wenn ein Anbieter
bei Bauvorhaben mit der Planung oder Projektierung beauftragt worden sei, wenn er
zur gesamten Submission Studien oder Vorprojekte erstellt und zu diesem Zweck die
konkreten Verhältnisse vertieft studiert oder wenn er wesentliche Teile oder gar die
gesamten Ausschreibungsunterlagen ausgearbeitet habe (vgl. BGE 2P.164/2004, E.
3.3). Eine solche Vorbefassung erweise sich als unzulässig und habe im Grundsatz den
Ausschluss aus dem Submissionsverfahren zur Folge (BGE a.a.O., E. 3.3). Nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung reiche zwar ein lediglich objektiv begründeter
Anschein einer Vorbefassung noch nicht zum Ausschluss, da sich ein Unternehmer
einen Ausschluss solange nicht gefallen lassen müsse, als das Vorliegen eines
unzulässigen Wettbewerbsvorteils aus Vorbefassung nicht erwiesen sei; die Beweislast
hiefür obliege mangels gegenteiliger Regelung dem Konkurrenten, der sich vom
Ausschluss des vorbefassten Anbieters bessere Aussichten für den Zuschlag
verspreche (BGE a.a.O., E. 5.7.3). Nach Art. 5bis VöB sei in diesem Zusammenhang
aber nicht entscheidend, ob die vorbefasste Unternehmung den Entscheid über den
Zuschlag tatsächlich zu ihren Gunsten beeinflusst habe, sondern ob sie die Möglichkeit
gehabt habe, dies zu tun (vgl. GVP 2005 Nr. 36).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/23
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
3.2. Die Beschwerdegegnerin wendet ein, die Beschwerdeführerin verhalte sich
treuwidrig, wenn sie sich erst nach dem Zuschlag gegen die angebliche Vorbefassung
wehre, nachdem sie ihr Angebot vorbehaltlos eingereicht und die
Ausschreibungsunterlagen akzeptiert habe. In diesen sei darauf hingewiesen worden,
dass die Verfasser des Vorprojekts zur Submission zugelassen seien.
3.3. In den Ausschreibungsunterlagen wurden die Anbieter orientiert, dass die
Verfasserin des Vorprojekts zum Submissionsverfahren zugelassen werde. Es fragt sich
daher, ob die Rüge der Vorbefassung der Beschwerdegegnerin verwirkt ist. Dabei ist
zu beachten, dass eine Ausschreibung Anordnungen enthalten kann, deren volle
Bedeutung und Tragweite auch bei objektiver Betrachtungsweise noch wenig klar sind
und sich für die Interessenten erst im Verlaufe des weiteren Verfahrens mit genügender
Eindeutigkeit ergeben, wobei die Anfechtungsmöglichkeit in einem späteren
Verfahrensabschnitt, gegebenenfalls sogar erst im Rahmen der Zuschlagsverfügung,
erhalten bleibt (Galli/Moser/Lang, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, Zürich
2003, Rz. 610 mit Hinweis). Wie oben ausgeführt wurde, ist nicht jeder vorbefasste
Anbieter vom Vergabeverfahren ausgeschlossen; massgeblich ist vielmehr die
Intensität seiner Beeinflussung resp. die Art seiner vorgängigen Mitwirkung (vgl.
VerwGE B 2005/149 vom 20. Dezember 2005, publ. in: www.gerichte.sg.ch).
Die Beschwerdegegnerin arbeitete für die Vorinstanzen insgesamt drei Berichte aus,
welche den Anbietern als Bestandteile der Ausschreibungsunterlagen abgegeben
wurden. Einer der Berichte hat das Volumen und den Standort des Reservoirs
Mittelzone zum Gegenstand. Darin werden die bestehenden Verhältnisse
aufgenommen, inbesondere die Standorte und Volumina der einzelnen Anlageteile, die
verschiedenen Zuflüsse und Verbindungen der einzelnen Objekte sowie die
Zufahrtsverhältnisse. Weiter enthält der Bericht Angaben zu den bestehenden und den
voraussichtlichen Wasserverbrauchsmengen und zum notwendigen Reservoirvolumen.
Die Angaben zu den vorgesehenen Dimensionierungen stützen sich im wesentlichen
auf die künftigen Verbrauchswerte in den einzelnen Versorgungsgebieten. Auch werden
Vergleiche mit anderen Wasserversorgungsanlagen angestellt. Sodann werden
Ausführungen zu den möglichen Standorten der Aufbereitungsanlage gemacht, ebenso
zum Standort des neuen Reservoirs. Die Beschwerdegegnerin schlägt vor, aufgrund
ihrer Feststellungen am heutigen Standort Löchli ein neues Reservoir mit integrierter
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/23
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Aufbereitungsanlage zu realisieren. Der Variantenentscheid wird mit technischen,
betrieblichen und finanziellen Ueberlegungen begründet. Weiter enthält der Bericht
Angaben zur Konstruktion und Dimensionierung der Bauten sowie eine
Kostenschätzung mit einer Genauigkeit von +/- 25 % mit Angaben zur Aenderung
einzelner Kostenfaktoren bei veränderten Dimensionen der Bauten.
Der Bericht zur Evaluation der Aufbereitungsanlage enthält wiederum eine Darlegung
der bestehenden betrieblichen und technischen Verhältnisse. Weiter werden die
Untersuchungsergebnisse und Analysenresultate der Quellwasserprüfungen und der
verschiedenen Rahmenbedingungen festgehalten. Sodann werden verschiedene Arten
von Aufbereitungsverfahren erläutert und deren Vor- und Nachteile dargelegt. Auch
dieser Bericht enthält eine Kostenschätzung mit einer Genauigkeit von +/- 25 %.
Abschliessend wird im Bericht festgehalten, dass sich der Verwaltungsrat der
Wasserversorgung Grabs für eine Ultrafiltrationsanlage entschieden habe, und es
werden die bei der Erstellung einer solchen Anlage relevanten Rahmenbedingungen
dargelegt.
Der dritte Bericht enthält die Grundlagen für eine energetische Nutzung der Quellen am
Walchenbach. Aufgrund der örtlichen Situation und der voraussichtlichen
Wassermengen wurden die möglichen Turbinenleistungen und die voraussichtlich
mögliche Stromproduktion ermittelt. Weiter wurden die erforderlichen Investitionen für
drei verschiedene Etappten mit einer Kostengenauigkeit von +/- 25 % und eine
Wirtschaftlichkeitsrechnung mit den voraussichtlichen Stromgestehungskosten
aufgeführt. Zusammenfassend wird festgehalten, eine energetische Nutzung sei
möglich und es könne eine wirtschaftliche Stromproduktion betrieben werden.
Schliesslich wurde eine Kostenschätzung für den Neubau des Reservoirs und der
Aufbereitungsanlage mit einer Genauigkeit von +/- 10 % und voraussichtlichen
Investitionen von 3,23 Mio. Franken erstellt.
In den Ausschreibungsunterlagen war festgehalten, dass die konzeptionellen Arbeiten
einen wichtigen Bestandteil der gesamten Ingenieurarbeiten darstellten. Insbesondere
seien die Aussagen in den Studien zu überprüfen und allenfalls zu optimieren. Innerhalb
des Vorprojekts sei genügend Zeit für die Ueberprüfung der bestehenden Studien
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 12/23
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
einzurechnen. Festgehalten wurde weiter, dass neben dem eigentlichen
Reservoirneubau auch der Abbruch des bestehenden Reservoirs, sämtliche Zu- und
Ableitungen sowie die Zufahrt mit Brückenbauwerk Gegenstand der Ingenieurarbeiten
seien. In bezug auf die Aufbereitungsanlage umfasse der Auftrag eine komplette
Anlage mit Einschluss sämtlicher notwendiger Komponenten und der Werksteuerung.
Die einzelnen Leistungen wurden in den Ausschreibungsunterlagen detailliert
ausgeführt. Als Vorprojekt wurde namentlich die Ueberprüfung und Optimierung der
Studien sowie das Einbringen neuer Vorschläge, die Festlegung des genauen
Reservoir-Standortes, Abklärungen im Zusammenhang mit der bestehenden Brücke
sowie die Festlegung des möglichen Bauablaufs, das Ausarbeiten eines definitiven
Bauablaufs und die Prüfung der hydraulischen (hydrologischen?) Verhältnisse
angeführt. Weiter wurden das Bauprojekt sowie das Bewilligungsverfahren und das
Auflageprojekt, die Ausschreibung mit Offertvergleich und der Vergabeantrag sowie
das Ausführungsprojekt, die Ausführung und die Inbetriebnahme als Leistungen
umschrieben.
3.4. Die Vorstudien waren Bestandteil der Ausschreibungsunterlagen. In diesen war
offen gelegt, dass sie von der Beschwerdegegnerin verfasst wurden. Die Rüge, die
Beschwerdegegnerin habe sich bereits vor der Eröffnung des Verfahrens vertieft mit
den noch nicht im Detail festgelegten Fragestellungen auseinandersetzen können,
hätte daher bereits im Rahmen der Anfechtung der Ausschreibung bzw. der
Ausschreibungsunterlagen vorgebracht werden können. Gleich verhält es sich mit dem
Einwand, es seien der Beschwerdegegnerin zusätzliche Unterlagen zur Verfügung
gestanden, die den übrigen Anbietern nicht offen gelegt worden seien. Sodann fand die
Korporationsversammlung am 6. April 2006 statt, während die Ausschreibung am 10.
Juli 2006 erfolgte. Soweit sich die Beschwerdeführerin zur Begründung der
Vorbefassung der Beschwerdegegnerin auf Vorgänge und Aeusserungen anlässlich der
Korporationsversammlung beruft, hätte sie somit ihre Rügen ebenfalls bereits im
Rahmen der Anfechtung der Ausschreibung vorbringen können. An dieser
Versammlung hätte der Vertreter der Beschwerdeführerin teilnehmen können. Die von
dieser geltend gemachten Umstände ergaben sich mit hinreichender Deutlichkeit aus
den Ausschreibungsunterlagen. Es liegt, anders als im Urteil des Verwaltungsgerichts B
2005/149 vom 20. Dezember 2005, kein Fall vor, bei dem erst im Rahmen der
Ausarbeitung des konkreten Angebots die Intensität und Tragweite der Vorbefassung
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/23
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
erkennbar geworden sind. Daraus folgt, dass die Beschwerdeführerin die Rüge der
Vorbefassung bereits in einer Beschwerde gegen die Ausschreibung, welche gemäss
Art. 15 Abs. 2 lit. a IVöB eine selbständig anfechtbare Verfügung ist, hätte vorbringen
müssen (vgl. Galli/Moser/Lang, a.a.O., Rz. 613 mit Hinweis auf BGE 125 I 206). Folglich
kann im Rahmen der Beschwerde gegen den Zuschlag nicht mehr darauf eingetreten
werden.
3.5. Im übrigen wäre die Rüge einer unzulässigen Vorbefassung unbegründet, wie
nachfolgend darzulegen ist.
3.5.1. Die Berichte der Beschwerdegegnerin dienten dazu, die Grundlagen für die
Entscheide über Standort, Dimensionierung und Ausgestaltung der
Wasserversorgungsanlagen zu liefern und den Rahmen des Projekts abzustecken. Sie
ermöglichten es, Vor- und Nachteile des Standorts und der verschiedenen
Aufbereitungssysteme zu beurteilen, ebenso die Wirtschaftlichkeit und
Zweckmässigkeit einer energetischen Nutzung des Wassers, und darüber die
erforderlichen Entscheide zu treffen. Hiefür war es insbesondere auch notwendig, dass
die Entscheidungsgrundlagen Angaben über die voraussichtlichen Investitionskosten
sowie über die wirtschaftlichen Aspekte der Energieproduktion enthielten. Die konkrete
Ausführung der Anlage nahmen die Bericht aber nicht vorweg.
3.5.2. Die Vorstudien wurden sämtlichen Anbietern zur Verfügung gestellt. Dabei
wurden in den Berichten auch die Grundlagen aufgeführt, welche der
Beschwerdegegnerin zur Verfügung standen. Neben allgemein zugänglichen
Unterlagen handelt es sich um Pläne aus dem Archiv der Beschwerdegegnerin sowie
um eine Begehung und Besprechung mit Brunnenmeister Paul Gantenbein. Die
Anbieter hatten die Möglichkeit, der Auftraggeberin konkrete Fragen zu stellen. Diese
Möglichkeit wurde denn auch von einzelnen Anbietern genutzt. Die Anbieter konnten
somit auf die von der Beschwerdegegnerin ermittelten Grundlagen zurückgreifen und
diese für die Offertstellung verwenden. Hinzu kommt, dass keine Beteiligung der
Beschwerdegegnerin an der Erstellung des Ausschreibungsgegenstands, an der
Durchführung der Aus-
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/23
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
schreibung und an der Bewertung der Angebote ersichtlich ist. Die Mitwirkung der
Beschwerdegegnerin beschränkte sich auf die Ausarbeitung der Vorstudien, welche
offen deklariert als Bestandteile der Ausschreibungsunterlagen sämtlichen Anbietern
zur Verfügung gestellt wurden, sowie auf die Mitwirkung bei der Kostenschätzung für
den Kreditantrag und die Teilnahme an der Korporationsversammlung. Die
Beschwerdegegnerin konnte sich damit zweifelsohne vertiefte Kenntnisse über den
Gegenstand der Ausschreibung verschaffen. Allerdings wurden die Ergebnisse dieser
Vorabklärungen den anderen Anbietern zur Verfügung gestellt, weshalb der
Wissensvorsprung der Beschwerdegegnerin als gering einzustufen ist.
3.5.3. Nicht ersichtlich ist sodann, inwiefern die Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer
Vorarbeiten Behördenkontakte und persönliche Bekanntschaften knüpfen konnte,
welche ihr einen erheblichen Vorteil gegenüber den anderen Anbietern verschafften.
Sowohl die Beschwerdeführerin als auch die Beschwerdegegnerin sind lokal verankerte
Ingenieurunternehmungen, und auch die Beschwerdeführerin ist mit den örtlichen und
personellen Verhältnissen bestens vertraut. Gemäss ihren Referenzunterlagen war sie
bei der Wasserversorgung Grabs zwischen 1976 und 1994 mit dem Gesamtausbau
sowie der Sanierung und Erweiterung verschiedener Anlageteile befasst. Zwischen
1976 und 1995 realisierte sie als Generalplaner die gesamte Anlage mit allen
Wasserversorgungskomponenten. Auch erstellte die Beschwerdeführerin im Jahr 2003
ein Gesamtkonzept für die Wasserregion Werdenberg Nord, und der verantwortliche
Projektleiter befasste sich bereits in den frühen 80-er Jahren mit Quellfassungen im
Berggebiet von Grabs. Diese Vorkenntnisse aus früheren Tätigkeiten begründen nach
der Rechtsprechung keine unzulässige Vorbefassung. Im vorliegenden Fall sind in
Bezug auf das streitige Beschaffungsvorhaben keine besonderen persönlichen
Beziehungen der Beschwerdegegnerin zu den Vorinstanzen ersichtlich, welche eine
unzulässige Vorbefassung und namentlich gegenüber der Beschwerdeführerin einen
unzulässigen Vorteil zu begründen vermöchten.
3.5.4. Selbst wenn der Standort und das System der Aufbereitungsanlage sowie die
energetische Nutzung im Grundsatz von den Vorinstanzen vorgegeben wurden, so
bedeutet dies nicht, dass die Beschwerdegegnerin dadurch bevorzugt war. Ohne diese
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/23
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Grundsatzentscheide wäre es gar nicht möglich gewesen, den konkreten Auftrag zu
definieren und auszuschreiben. Auch aufgrund der guten Kenntnisse beider
Verfahrensbeteiligten erwuchs der Beschwerdeführerin durch die von den Vorinstanzen
getroffenen Grundsatzentscheide gegenüber der Beschwerdegegnerin kein Nachteil.
3.5.5. Die Beschwerdeführerin begründet die Vorbefassung der Beschwerdegegnerin
weiter damit, dass deren Angebot bei der Beschreibung des technischen Vorgehens
am besten bewertet worden sei. Zutreffend ist, dass die Vorinstanzen in der
Zuschlagsverfügung festhielten, das Angebot der Beschwerdegegnerin übertreffe die
anderen Angebote namentlich in der Beschreibung des technischen Vorgehens. Die
Beschwerdeführerin macht geltend, es sei offenkundig, dass sich die
Beschwerdegegnerin diese angeblichen Vorteile aufgrund der umfangreichen
Vorbefassung habe erwerben können. Aus einer guten Bewertung kann aber nicht
zwingend auf eine unzulässige Vorbefassung geschlossen werden. Auch legt die
Beschwerdeführerin nicht konkret dar, inwiefern die Bewertung des Angebots der
Beschwerdegegnerin bei diesem Zuschlagskriterium fehlerhaft sein soll und in welchen
Punkten die Vorarbeiten zu einem vertieften Wissen führten, welches den übrigen
Anbietern nicht zur Verfügung stand. Die Vorarbeiten dienten wie erwähnt als
Grundlage für das Ausführungskonzept. Da die Ergebnisse der Vorarbeiten für das
streitige Vorhaben allen Anbietern zur Verfügung standen und beide
verfahrensbeteiligten Anbieter vertiefte Kenntnisse der konkreten Verhältnisse haben,
ist ein unzulässiger Wissensvorsprung der Beschwerdegegnerin nicht ersichtlich.
3.5.6. Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, an der Korporationsversammlung
vom 6. April 2006 sei nicht nur der Rahmenkredit für die Erneuerung des Reservoirs
eingeholt worden. Der Verwaltungsrat habe im Gegenteil den definitiven Kredit für den
Bau der Filtrationsanlage und die Erneuerung bzw. Erweiterung des Reservoirs in der
Höhe von 3,3 Mio. Franken beantragt. Somit seien detaillierte Projekte für das Einholen
des Kreditbeschlusses vorgelegen. Dagegen wenden die Vorinstanzen ein, der
Verwaltungsrat habe einen Rahmenkredit beantragt. Der Entscheid der Bürgerschaft
binde den Verwaltungsrat nur bezüglich Kreditlimite und Zielerreichung. Es seien der
maximale Investitionsbetrag und das Ziel, nicht aber die detaillierte Umsetzung
vorgegeben worden.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 16/23
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Aufgrund des Protokolls der Korporationsversammlung lag dem Kreditantrag eine
grobe Kostenschätzung zugrunde. Diese stützte sich auf eine Kostenschätzung der
Beschwerdegegnerin für die Erneuerung des Reservoirs und die Filtrationsanlage, die
mit einer Genauigkeit von +/- 10 % veranschlagt wurde. Grundlage für diese
Schätzung waren wiederum die Berichte mit den darin enthaltenen Kostenschätzungen
für die möglichen Ausführungsvarianten. Bei dieser Zusammenstellung handelt es sich
nicht um einen Kostenvoranschlag, obwohl die Toleranz mit +/- 10 % angegeben
wurde. Zusätzlich wurde nämlich für Rundung und Unvorhergesehenes noch eine
Toleranz von ca. 6 % angeführt, und im übrigen handelte es sich nicht um eine
detaillierte Aufstellung einzelner Baukostenpositionen und Arbeitsgattungen, sondern
nur um eine summarische Zusammenstellung der wichtigsten Kostenarten. Die
Vorinstanzen legen in ihrer Vernehmlassung detailliert und überzeugend dar, wie die
Kostenschätzung zustandegekommen ist. Ungeachtet der mit +/- 10 % angegebenen
Genauigkeit bildet somit diese Kostenschätzung keinen Anhaltspunkt, dass die
Beschwerdegegnerin vor der Ausschreibung noch irgendwelche konkrete
Projektunterlagen verfasst hat. Die Kostenschätzung war als Grundlage für den
Kreditantrag ausreichend. Auch kann im Umstand, dass kein gesonderter
Projektierungskredit eingeholt wurde, kein Hinweis auf das Vorhandensein weiterer
Vorstudien und Berichte erblickt werden. Die Vorinstanzen weisen ausdrücklich darauf
hin, dass aufgrund der Dringlichkeit auf die vorgängige Einholung eines
Projektierungskredits verzichtet wurde und die entsprechenden Kosten im Objektkredit
enthalten waren. Diesem Vorgehen stimmte die Korporationsversammlung zu. Soweit
die Beschwerdeführerin geltend macht, es seien detaillierte Projekte für die Einholung
des Kreditbeschlusses vorgelegen, handelt es sich lediglich um eine unbewiesene
Vermutung. Der Präsident der Korporation hielt an der Versammlung vom 6. April 2006
fest, die Vorabklärungen seien nach den Wasserverunreinigungen vom August 2005
eingeleitet worden. Die Ingenieurarbeiten für alle Werke, die die
Wasserversorgungskorporation alleine durchführe, seien für die Jahre 2005 bis 2007
ausgeschrieben und der Beschwerdegegnerin vergeben worden.
In den Ausschreibungsunterlagen war zwar vermerkt, dass die Auftragserteilung unter
dem Vorbehalt der Kreditbewilligung erfolge. Aus dem Protokoll der
Korporationsversammlung geht indessen hervor, dass erhebliche Beiträge der
Gebäudeversicherungsanstalt und der politischen Gemeinde vorgesehen waren.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 17/23
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Insoweit war der Vorbehalt der Kreditbewilligung in den Ausschreibungsunterlagen
sachgerecht, obwohl die Korporationsversammlung den Kreditbeschluss für die von ihr
aufzubringenden Investitionen bereits am 6. April 2006 gefällt hatte.
Auch aus der Einladung eines Vertreters der Beschwerdegegnerin zur
Korporationsversammlung lässt sich keine unzulässige Vorbefassung ableiten. Es ist
üblich und zweckmässig, dass der Verfasser eines Vorprojekts, welches als Grundlage
für einen Kreditantrag dient, zur Behandlung des Geschäfts durch die
Korporationsversammlung eingeladen wird. Im übrigen bezog sich die Antwort des
Präsidenten, wonach die Ingenieurarbeiten für alle Werke, die die Wasserversorgung
alleine durchführe, für 2005 bis 2007 ausgeschrieben und an die Beschwerdegegnerin
vergeben worden seien, nicht auf das streitige Projekt. Die Vorinstanzen halten fest,
dass jener Auftrag die regelmässig anfallenden Ingenieurarbeiten betraf und aufgrund
eines Einladungsverfahrens im Jahr 2004 vergeben wurde. Ohne sachliche Grundlage
ist auch die Behauptung, es wäre gar keine öffentliche Ausschreibung der
Ingenieurarbeiten erfolgt, wenn sich nicht ein Stimmbürger ausdrücklich nach der
Submission erkundigt hätte. Die Frage jenes Korporationsbürgers, ob eine Submission
der Ingenieurarbeiten stattgefunden habe, bezog sich auf die regelmässigen
Ingenieurarbeiten. Dem Versammlungsprotokoll lassen sich somit keine Anhaltspunkte
entnehmen, dass bereits zu jenem Zeitpunkt der Entscheid zugunsten der
Beschwerdegegnerin gefallen war. Namentlich bildet das Votum, mit dem Beizug der
Beschwerdegegnerin sei auch die geologische Begutachtung abgedeckt, und die
genauen geologischen Untersuchungen würden erst nach der Kreditbewilligung in
Auftrag gegeben, keinen Hinweis, dass das Verfahren in jenem Zeitpunkt nicht mehr
offen war. Damit wurde nicht präjudiziert, dass die nach der Kreditbewilligung
erforderlichen Untersuchungen ausschliesslich von der Beschwerdegegnerin
vorgenommen werden könnten. Die Behauptung der Beschwerdeführerin, das
Verfahren sei nur aufgrund eines Votums an der Versammlung durchgeführt worden,
erweist sich daher als haltlos. Der Grundsatzentscheid für den Standort beruhte auf der
Voruntersuchung der Beschwerdegegnerin. Dies wurde denn auch offen gelegt, indem
festgehalten wurde, dass eine erste Grobbeurteilung vorgenommen worden sei. Ohne
einen solchen Grundsatzentscheid wäre die Korporationsverwaltung gar nicht in der
Lage gewesen, den Bürgern einen begründeten Kreditantrag vorzulegen und eine
Unternehmung mit der Ausschreibung zu beauftragen.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 18/23
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
3.5.7. Zwar trifft es zu, dass die Entscheidung
über den Standort letztlich auf dem Bericht der Beschwerdegegnerin und auf einer
breiten Evaluation der geologischen, hydrologischen und technischen Grundlagen
beruht. Die Daten wurden aber im Bericht offen gelegt und standen den übrigen
Anbietern zur Verfügung. Entscheidend ist nicht der Umfang des verwendeten
Grundlagenmaterials, sondern die Frage, inwiefern die Beschwerdegegnerin einen
unzulässigen Wissensvorsprung haben konnte. Ein solcher ist aufgrund der
vorstehenden Ausführungen nicht dargetan. Auch lässt sich aus dem Umstand, dass
sich die Vorinstanzen für eine bestimmte Art der Filtration entschieden, nichts
bezüglich einer unzulässigen Vorbefassung ableiten. Dies gilt auch in bezug auf die
Wirtschaftlichkeitsberechnung der energetischen Nutzung. Die Beschwerdegegnerin
befasste sich bei der Erstellung der Berichte im wesentlichen mit verschiedenen
Varianten sowie den Grundlagen für die Entscheidung durch die Auftraggeberin.
Vertiefte Auseinandersetzungen, welche einen nennenswerten Vorteil gegenüber
anderen Anbietern darstellen könnten, sind aus den Berichten nicht ersichtlich.
3.5.8. Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, es bestünden zusätzliche
Unterlagen, die ihr nicht offen gelegt worden seien. Zutreffend ist, dass im Bericht zum
Volumen und zum Standort des Reservoirs Mittelzone auf Anhänge und Beilagen
verwiesen wird. Jene Rubriken wurden
aber mit einem Strich versehen, und es ist aufgrund der Berichte nicht ersichtlich,
inwiefern solche Beilagen und Anhänge bestanden. Zudem wäre es den Anbietern
offen gestanden, nach Erhalt der Ausschreibungsunterlagen allenfalls fehlende
Unterlagen einzufordern. Dies hat die Beschwerdeführerin aber nicht getan. Inwiefern
es unzulässig war, dass zusätzlich gewünschte Unterlagen den Anbietern verrechnet
werden, ist im übrigen nicht ersichtlich. Schliesslich gehen die Vorbringen der
Beschwerdeführerin über die Beschwerde eines Stimmbürgers im Zusammenhang mit
der Herausgabe des Versammlungsprotokolls an der Sache vorbei. Die
Beschwerdeführerin hatte Gelegenheit, an der Versammlung ebenfalls teilzunehmen.
Auch das Vorliegen detaillierter Projektunterlagen und Kostenvoranschläge wird
lediglich als Erfahrungstatsache bzw. unter Berufung auf Berichte von
Versammlungsteilnehmern geltend gemacht.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 19/23
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
3.5.9. Die Beschwerdegegnerin hat zwar an der Vorbereitung der Ausschreibung
mitgewirkt, indem sie Berichte und Grundlagen für die Entscheidung über das konkrete
Projekt verfasste. Der Wissensvorsprung ist aber nach dem Gesagten verhältnismässig
gering, zumal beide Verfahrensbeteiligten mit der Materie vertraut sind. Auch wurden
der Wissensvorsprung und die Mitwirkung gegenüber den anderen Anbietern offen
gelegt. Die Entscheidung über das konkrete Projekt konnte von der
Beschwerdegegnerin nicht in einer Art beeinflusst werden, welche ihr einen
unzulässigen Vorsprung hätte verschaffen können. Es handelte sich um Arbeiten, die
aufgrund der Vertrautheit mit der Materie von beiden Verfahrensbeteiligten mit
denselben Erfolgsaussichten bewältigt werden konnten. Auch wirkte die
Beschwerdegegnerin am Ausschreibungsverfahren und beim Vergabeantrag nicht mit.
Unter diesen Umständen ist eine unzulässige Vorbefassung der Beschwerdegegenerin
zu verneinen.
3.6. Die Beschwerdeführerin kritisiert im weiteren die Bewertung ihrer Offerte. Sie führt
aus, sie habe mehrfach die Offenlegung der konkreten Gewichtung der
Zuschlagskriterien (Bewertungsmatrix) beantragt. Weiterhin sei dies nicht erfolgt. Auch
wisse sie noch immer nicht, auf welchem Platz sie sich befinde. Aufgrund der
Vernehmlassung der Vorinstanzen habe sie erstmals erfahren, dass ihr beim Kriterium
"Beschreibung des technischen Vorgehens" lediglich 7,3 Punkte gutgeschrieben
worden seien, während die Beschwerdegegnerin 11,5 Punkte erzielt habe. Mangels
Kenntnis der eingereichten Unterlagen könne sie sich nicht dazu äussern.
Zutreffend ist, wie eingangs erwähnt wurde, dass die Zuschlagsverfügung ungenügend
begründet wurde. Die Beschwerdeführerin erhielt aber Gelegenheit, zu den
Vernehmlassungen der Vorinstanzen und der Beschwerdegegnerin Stellung zu
nehmen. Auch hatte sie Gelegenheit, in die von den Vorinstanzen eingereichten Akten,
insbesondere die Bewertungsunterlagen, Einsicht zu nehmen. Ein Gesuch um
Akteneinsicht hat sie allerdings nicht gestellt. Sie hat sich in ihrer Stellungnahme zu
den Vernehmlassungen der Vorinstanzen und der Beschwerdegegnerin darauf
beschränkt, die Bewertung als unbegründet zu beanstanden. Die Beschwerdeführerin
hatte aber Gelegenheit, in den Konzeptbeschrieb der Beschwerdegegnerin Einsicht zu
nehmen und darzulegen, inwiefern ihre eigene Offerte in diesem Kriterium mit einer
ermessensmissbräuchlich geringen Punktzahl bewertet wurde. Es wäre an der
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 20/23
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Beschwerdeführerin gewesen, sich mit den aus ihrer Sicht fehlerhaften Bewertungen
einzelner Zuschlagskriterien konkret auseinanderzusetzen. Das Verwaltungsgericht
prüft nicht von Amtes wegen sämtliche Bewertungen, wenn diese in der Beschwerde
nicht substantiiert gerügt werden. Im übrigen hat die Beschwerdegegnerin von ihrem
Recht auf Einsicht in die Akten Gebrauch gemacht, weshalb es nachvollziehbar ist,
dass sie sich in ihrer Vernehmlassung zur Bewertung des Angebots der
Beschwerdeführerin äussern konnte. Jene Ausführungen bilden somit keinen Hinweis
für eine Vorbefassung der Beschwerdegegnerin bzw. eine Ungleichbehandlung der
Verfahrensbeteiligten.
Die Bewertung der unterschiedlichen Auftragsanalysen und Vorschläge bzw. Konzepte
lag grundsätzlich im Ermessen der Vorinstanzen. Diese hielten fest, die
Beschwerdeführerin habe sich in ihrem technischen Konzept hauptsächlich auf
allgemeine Aussagen beschränkt und sich im Vergleich zu den Mitbewerbern zu wenig
über das konkrete Vorgehen im ausgeschriebenen Konzept geäussert. Diese
Bewertung ist grundsätzlich nachvollziehbar. Die Bewertungen der übrigen
Zuschlagskriterien, namentlich der Erfahrung, der Leistungsfähigkeit und der Qualität
wurden in der Beschwerde nicht substantiiert gerügt. Selbst wenn beim Kriterium der
Beschreibung des technischen Vorgehens die Angebote der Verfahrensbeteiligten
identisch bewertet würden, würde die Bewertung der Beschwerdeführerin jene der
Beschwerdegegnerin nicht überwiegen. Auch eine identische Bewertung in diesem
Punkt vermöchte somit nicht darzutun, dass das Angebot der Beschwerdeführerin
wirtschaftlich günstiger ist als jenes der Beschwerdegegnerin.
3.7. Zusammenfassend ergibt sich aus den vorstehenden Erwägungen, dass die
Beschwerde abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist. Dementsprechend ist auch
das Schadenersatzbegehren abzuweisen.
4. Da die Beschwerdeführerin mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen ist, sind ihr
grundsätzlich die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahren aufzuerlegen (Art. 95
Abs. 1 VRP). Indes ist, wie bereits vorstehend ausgeführt wurde, bei der
Kostenverlegung zu berücksichtigen, dass die Zuschlagsverfügung vom 17./19.
Dezember 2006 mangelhaft begründet waren (Art. 95 Abs. 2 VRP; vgl. R. Hirt, Die
Regelung der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 21/23
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Gallen 2004, S. 90 f.). Dementsprechend sind auch die Vorinstanzen nach dem
Verursacherprinzip anteilig mit Kosten zu belasten. Die Gebühr ist je zur Hälfte der
Beschwerdeführerin und den Vorinstanzen aufzuerlegen. Eine vollumfängliche
Kostenauflage zulasten der Vorinstanzen rechtfertigt sich nicht, da sich die
Beschwerdeführerin aufgrund der Zustellung der vorinstanzlichen Vernehmlassung
über die Gründe für den Zuschlag ins Bild setzen konnte und die Möglichkeit hatte, die
Beschwerde zurückzuziehen. Eine Entscheidgebühr von Fr. 4'000.-- ist angemessen
(Ziff. 382 des Gerichtskostentarifs, sGS 941.12). Der Anteil der Beschwerdeführerin von
Fr. 2'000.-- ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 4'000.-- zu verrechnen
und der Rest von Fr. 2'000.-- der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten. Auf die
Erhebung des Anteils der Vorinstanzen ist nicht zu verzichten, da die ungenügende
Begründung einer Verfügung einen schwerwiegenden Verfahrensmangel darstellt (Art.
95 Abs. 2 und 3 VRP).
Die Beschwerdeführerin hat aufgrund der hälftigen Kostenauflage keinen Anspruch auf
eine ausseramtliche Entschädigung (Art. 98bis VRP; vgl. Hirt, a.a.O., S. 183 f.).
Die Beschwerdegegnerin hat obsiegt, weshalb sie Anspruch auf eine ausseramtliche
Entschädigung hat (Art. 98bis VRP). Sie bzw. deren Rechtsvertreter haben keine Ko-
stennote eingereicht, weshalb die Entschädigung ermessensweise festzusetzen ist (Art.
6 und 19 der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75,
abgekürzt HonO). Eine Entschädigung von Fr. 3'000.-- zuzügl. MWSt erscheint
angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. c HonO). Die Entschädigung geht je zur Hälfte zulasten
der Beschwerdeführerin und der Vorinstanzen, welche solidarisch für den gesamten
Betrag haften.
Die Vorinstanzen haben als öffentlich-rechtliche Körperschaften keinen Anspruch auf
eine ausseramtliche Entschädigung (Hirt, a.a.O., S. 176).