Decision ID: 308eb398-bb07-4bb5-aa6b-cea3466d44ca
Year: 2014
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

vorgenommen, womit sie den Sachverhalt unzureichend ermittelt habe.
Sollte das Gericht dieser Auffassung wider Erwarten nicht folgen, sei zu
beachten, dass der Beschwerdeführer – wie die Ausgleichskasse
zutreffend festgehalten habe – im Jahr 2012 weder über eine pfändbare
Lohnquote noch nennenswertes Vermögen verfügt habe, weshalb das
Gesuch des Beschwerdeführers selbst auf der Grundlage der ermittelten
Finanzlage hätte gutgeheissen werden müssen.
4. Die Ausgleichskasse (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte in
der Vernehmlassung vom 16. Mai 2013 die Abweisung der Beschwerde,
soweit darauf einzutreten sei. Begründend hielt sie hauptsächlich fest, es
sei richtig, dass die Beschwerdegegnerin die finanzielle Situation des
Beschwerdeführers im Jahr 2013 nicht ermittelt habe. Jedoch hätte sich
die Abklärung der finanziellen Situation des Beschwerdeführers immer
wieder verzögert, da er wiederholt unzureichende Unterlagen eingereicht
habe, die weitere Untersuchungen erforderlich gemacht hätten. Dabei
habe zumindest der ursprüngliche Vertreter des Beschwerdeführers von
Anfang an gewusst, welche Unterlagen zur Beurteilung des
Herabsetzungsgesuchs erforderlich seien. Ausserdem sei es bei
Selbstständigerwerbenden, wie dem Beschwerdeführer, per se schwierig
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deren finanzielle Situation an einem Stichtag zu ermitteln, weil alleine
schon die Abgrenzungsbuchungen bei einem Zwischenabschluss mit
einem erheblichen Mehraufwand verbunden seien. Dass die
Beschwerdegegnerin unter diesen Umständen auf die eingereichten
Unterlagen abgestellt habe, sei nicht zu beanstanden. Im
Beschwerdeverfahren habe der Beschwerdeführer sodann die
Steuererklärung für das Jahr 2012 eingereicht. Daraus gehe hervor, dass
dessen Ehefrau im Jahr 2012 ein Einkommen von Fr. 25'000.- erzielt
habe. Durch dieses zusätzliche Erwerbseinkommen ergebe sich nun nicht
mehr eine monatliche Unterdeckung von Fr. 529.10, sondern eine
pfändbare Lohnquote von mindestens Fr. 1'554.25. Vor diesem
Hintergrund und dem im Weiteren ausgewiesenen Vermögen des
Beschwerdeführers von mindestens Fr. 38'077.-- und zwei Fahrzeugen
sowie Zahlungen von total Fr. 5'215.-- an die 3. Säule könne aus
objektiver Sicht nicht von einer finanziellen Notlage gesprochen werden.
Die Beschwerdegegnerin habe das Herabsetzungsgesuch des
Beschwerdeführers demzufolge zu Recht abgelehnt.
5. Mit prozessleitender Verfügung vom 20. Juni 2013 sistierte die zuständige
Instruktionsrichterin das vorliegende Beschwerdeverfahren auf
gemeinsamen Antrag der Parteien bis zum 30. August 2013. Den
Parteien gelang es in der Folge indes nicht, sich über die strittigen
Beiträge zu einigen. Deshalb forderte die zuständige Instruktionsrichterin
den Beschwerdeführer mit prozessleitender Verfügung vom 2. September
2013 zur Einreichung einer Replik und zur Nachreichung von Unterlagen
betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege auf.
6. Im Weiteren Schriftenwechsel halten die Parteien unter Vertiefung ihrer
Argumentation an den gestellten Anträgen fest.
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Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die in den Akten
liegenden Beweismittel wird, soweit rechtserheblich, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Entscheid vom
12. März 2013, in dem die Beschwerdegegnerin die Einsprache des
Beschwerdeführers gegen die Verfügung vom 17. Juli 2012, in der sie das
Herabsetzungsgesuch des Beschwerdeführers abgelehnt hatte,
abgewiesen hat. Solche Einspracheentscheide unterliegen gemäss
Bundesrecht der Beschwerde an das kantonale Versicherungsgericht am
Wohnsitz des Versicherten (Art. 1 des Bundesgesetzes über die Alters-
und Hinterlassenenversicherung vom 20. Dezember 1946 [AHVG,
SR 831.10] i.V.m. Art. 56 Abs. 1, Art. 57 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
Nachdem der Beschwerdeführer in X._ wohnt, fällt die Beurteilung
dieser Beschwerde gemäss Art. 49 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege vom 31. August 2006 (VRG, BR 370.100) in die
Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts Graubünden als kantonales
Versicherungsgericht. Als Schuldner der zu erlassenden Beiträge ist der
Beschwerdeführer vom angefochtenen Entscheid ausserdem unmittelbar
betroffen und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Überprüfung
(Art. 1 AHVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und
formgerecht eingereichte Beschwerde ist damit einzutreten (Art. 1 AHVG
i.V.m. Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG).
2. Mit Verfügung vom 23. Januar 2012 wies die Beschwerdegegnerin das
mit Schreiben vom 30. November 2011 eingereichte
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Herabsetzungsgesuch des Beschwerdeführers bezüglich seiner mit
Verfügung vom 23. November 2011 rechtskräftig festgelegten Beiträge für
das Jahr 2008 und 2009 ab. Diese Verfügung basierte auf der
Einkommens- und Vermögenssituation des Beschwerdeführers im Jahr
2011 (vgl. Beilage der Beschwerdegegnerin [nachfolgend: Bg-act.] 9).
Seither musste der Beschwerdeführer die von ihm in der Vergangenheit
geführte "Pizzeria da A._" aufgeben (vgl. Bg-act. 14), weshalb es
durchaus glaubhaft erscheint, dass sich seine Einkommens- und
Vermögenslage zwischenzeitlich erheblich verändert hat. Unter diesen
Umständen ist die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das abermalige
Herabsetzungsgesuch des Beschwerdeführers vom 6. Juni 2012
eingetreten und hat dieses, losgelöst von der Verfügung vom 23. Januar
2012, geprüft.
3. a) Gemäss Art. 11 Abs. 1 AHVG können persönliche Beiträge auf
begründetes Gesuch hin für bestimmte oder unbestimmte Zeit auf den
gesetzlichen Mindestbetrag herabgesetzt werden, wenn deren Bezahlung
dem obligatorisch Versicherten nicht zumutbar ist. Diese aus
sozialpolitischen und volkswirtschaftlichen Gründen gewährte
Herabsetzung ist eine ausserordentliche Massnahme, die eine finanzielle
Bedrängnis, d.h. eine Notlage der versicherten Person voraussetzt (ZAK
1950 S. 356). Ob diese Voraussetzung im Einzelfall erfüllt ist, beurteilt
sich aufgrund der ökonomischen Verhältnisse, die im Zeitpunkt gegeben
sind, in welchem der obligatorisch Versicherte die ausstehenden Beiträge
voraussichtlich bezahlen muss. Dies ist – unter Vorbehalt von Fällen
missbräuchlicher Verzögerung – jener Zeitpunkt, in welchem die
Kassenverfügung oder der in einem sich hieran anschliessenden
Gerichtsverfahren ergangene Entscheid in Rechtskraft erwächst
(BGE 120 V 275 E.5a/dd; SVR 2000 AHV Nr. 9 S. 32). Damit ist zugleich
gesagt, dass weder weit zurückliegende noch durchschnittliche
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wirtschaftliche Verhältnisse des Beitragspflichtigen entscheidend sein
können. Allerdings ist das im Herabsetzungsprozess angerufene
erstinstanzliche Gericht nicht verpflichtet, direkt und abschliessend zu
prüfen, ob und allenfalls inwieweit sich die wirtschaftliche Lage des
Schuldners seit Eröffnung der angefochtenen Verfügung verändert hat.
Es darf sich vielmehr auf die Feststellung beschränken, dass die
angefochtene Verfügung zur Zeit ihrer Eröffnung richtig war, und es der
Partei, die eine rechtserhebliche Veränderung der massgeblichen
finanziellen Verhältnisse behauptet, überlassen, eine neue Verfügung zu
erwirken. Es ist ihm aber auch nicht verwehrt, aus prozessökonomischen
Gründen nach Gewährung des rechtlichen Gehörs seinem Urteil den
neuen Sachverhalt zugrunde zu legen, wie es dies übrigens – obschon
ausnahmsweise – auf andern Gebieten des Sozialversicherungsrechts tut
(BGE 120 V 275 E. 5a/dd, 103 V 52 E.1, 98 V 251; Urteil des
Bundesgerichts H 361/01 sowie H 362/02 vom 27. März 2002 E.3a).
b) Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mehrfach
aufgefordert, Unterlagen zu seiner Einkommens- und Vermögenssituation
einzureichen. Der Beschwerdeführer ist diesen Anforderungen jeweils
fristgerecht nachgekommen. Er sah sich jedoch ausser Stande, die
Steuererklärung für das Jahr 2012 einzureichen. Deshalb hat die
Beschwerdegegnerin dessen Einkommens- und Vermögenssituation auf
der Grundlage der Steuererklärung 2011 sowie den übrigen vom
Beschwerdeführer eingereichten Unterlagen, insbesondere der
Eröffnungsbilanz des Gasthauses zum C._ sowie dessen
Jahresrechnung für das Jahr 2012, bestehend aus der Bilanz per
31. Dezember 2012 und der Erfolgsrechnung für Dezember 2012 sowie
den zugehörigen Kontoauszügen, ermittelt. Soweit der Beschwerdeführer
festhält, diese Unterlagen hätten es der Beschwerdegegnerin nicht
erlaubt, seine Vermögens- und Einkommenssituation zurzeit, in welchem
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die Kassenverfügung mutmasslich rechtskräftig geworden wäre, zu
bestimmen, ist ihm zuzustimmen. Allerdings ist unbestritten geblieben,
dass der Beschwerdeführer zum damaligen Zeitpunkt über keine
Zwischenabschlüsse vom Betrieb des Gasthofs C._ oder
anderweitige Unterlagen, welche Rückschlüsse auf seine
Einkommenssituation im Jahr 2013 erlaubt hätten, verfügt hat. Damit ist
nicht ersichtlich, welche Unterlagen die Beschwerdegegnerin im Weiteren
hätte heranziehen können, um die Einkommens- und Vermögenssituation
des Beschwerdeführers im jenem Zeitpunkt, in welchem die
Kassenverfügung voraussichtlich in Rechtkraft erwachsen wäre,
abzuschätzen. Entgegen der Behauptung der Beschwerdeführerin hat die
Beschwerdegegnerin den rechtserheblichen Sachverhalt demzufolge
ausreichend ermittelt. Insoweit erweist sich die vorliegende Beschwerde
somit als unbegründet.
c) Im Laufe des Beschwerdeverfahrens vor dem Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden haben die Verfahrensbeteiligten sodann die
Steuererklärung des Beschwerdeführers für das Jahr 2012 und die AHV-
Meldung der kantonalen Steuerverwaltung für Selbstständigerwerbende
für das 2012 eingereicht. Dagegen hat der anwaltlich vertretene
Beschwerdeführer immer noch keine Unterlagen zu seiner Einkommens-
und Vermögenssituation im Jahr 2013 eingereicht. Bei dieser Sachlage ist
es dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden nicht möglich, im
vorliegenden Verfahren allfälligen seit Erlass dem angefochtenen
Einspracheentscheid eingetretenen Veränderungen Rechnung zu tragen.
Nachfolgend wird deshalb ausschliesslich zu prüfen sein, ob der
Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 12. März 2013 zurzeit
seines Erlasses rechtmässig war.
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4. Nach ständiger Rechtsprechung ist die Voraussetzung der
Unzumutbarkeit im Sinne von Art. 11 AHVG erfüllt, wenn der
Beitragspflichtige bei Bezahlung der ausstehenden Beiträge seinen
Notbedarf und denjenigen seiner Familie nicht mehr zu decken vermag
(BGE 103 V 52 E.1; SVR 2000 AHV Nr. 9 S. 31; ZAK 1989 S. 111). Ob
eine solche Notlage besteht, ist aufgrund der gesamten wirtschaftlichen
Verhältnisse und nicht allein aufgrund des Erwerbseinkommens des
Beitragspflichtigen zu entscheiden (BGE 104 V 61 E.1a; ZAK 1959
S. 208). Soweit Vermögenswerte beim Beitragspflichtigen und dessen
Ehepartner vorhanden sind, müssen diese zur Beitragszahlung
herangezogen werden, sofern sie verwertbar sind und deren
Veräusserung dem Beitragspflichtigen zugemutet werden kann. Zur
Bezahlung der ausstehenden Beitragszahlungen kann der
Beitragspflichtige jedoch ebenfalls sein Vermögen belehnen, wenn dies
rechtlich zulässig und faktisch möglich ist (BGE 120 V 271 E.5a; SVR
2000 AHV Nr. 3 E. 4b; UELI KIESER, Alters- und
Hinterlassenenversicherung, in: Meyer [Hrsg.], Schweizerisches
Bundesverwaltungsrecht, Soziale Sicherheit, Band XIV, 2. Aufl.,
Basel/Genf/München 2007, N. 220 S. 1280).
a) Zwischen den Verfahrensbeteiligten ist diesbezüglich zum einen strittig,
ob der Beschwerdeführer über Vermögen verfügt, das zur Bezahlung der
ausstehenden Beiträge heranzuziehen ist, zum andern, ob er nach
Deckung seines Notbedarfs und desjenigen seiner Familie noch Einkünfte
hat, die er für die Bezahlung der offenen Beiträge verwenden kann.
b) Um Letzteres festzustellen, haben die Verfahrensbeteiligten die (Netto)-
Einkünfte beider Ehegatten addiert und davon das Existenzminimum der
Familie in Abzug gebracht. Diese Berechnungsweise entspricht dem
Vorgehen, das vor Inkrafttreten des neuen Eherechts für die
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Lohnpfändung nach dem Bundesgesetz über Schuldbetreibung und
Konkurs vom 11. April 1989 (SchKG, SR 281.1) angewandt wurde. Mit
der auf den 1. Januar 1988 in Kraft getretenen Änderung der Richtlinien
für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums wurde
diese Berechnungsweise indessen aufgegeben. Ausschlaggebend hierfür
war die neu eingeführte eheliche Unterhaltsregelung, welche auf den
Grund-sätzen der Gleichberechtigung der Ehegatten und der
Gleichwertigkeit der von ihnen an den ehelichen Unterhalt erbrachten
Leistungen ausgeht. Um diesen Leitsätzen im Bereich der
Einkommenspfändung zum Durchbruch zu verhelfen, hat sich im
Schuldbetreibungs- und Konkursrecht die Methode der proportionalen
Einkommenspfändung durchgesetzt. Danach ist zur Berechnung der
pfändbaren Lohnquote bei doppelverdienenden Ehegatten zunächst
deren (Netto)-Einkommen zu ermitteln. In einem weiteren Schritt ist
sodann das gemeinsame Existenzminimum (Grundbetrag für Ehepaar
und Kinder nebst den zu berücksichtigenden Zuschlägen und Abzügen)
zu berechnen, das im Verhältnis des jeweiligen (Netto)-
Einkommens auf die Ehegatten aufzuteilen ist. Die beim betriebenen
Ehegatten pfändbare Einkommensquote ergibt sich alsdann durch den
Abzug des auf ihn entfallenden Anteils am gesamten Existenzminimum
von seinem Nettoeinkommen (BGE 131 V 249 E.1.1, 116 III 75 E.2a,
GEORGES VON DER MÜHLL, in: Staehlin/Baur/Staehlin [Hrsg.], Kommentar
zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs,
Basel/Genf/München 1998, Art. 93 N. 21).
c) Diese Berechnungsweise ist laut der Wegleitung des Bundesamts für
Sozialversicherung (BSV) über die Beiträge der
Selbstständigerwerbenden und Nichterwerbstätigen (WSN) ebenfalls für
die Berechnung des Notbedarfs im Sinne von Art. 11 AHV massgebend
(vgl. Rz. 3033 und Anhang 4). Eine solche Verwaltungsweisung ist für
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den Sozialversicherungsrichter freilich nur bindend, wenn sie eine dem
Einzelfall gerecht werdende Auslegung der massgeblichen Bestimmung
zulässt (vgl. BGE 123 V 72 E.4a, 122 V 19 E.4b/bb; SVR 2000 AHV Nr. 9
S. 31; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines
Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, N. 124). Davon ist im
vorliegenden Fall auszugehen. Denn einerseits gelten die aufgrund des
neuen Eherechts für die Änderung der Berechnung der pfändbaren
Lohnquote angeführten Gründe gleichermassen für die Festsetzung des
dem Beitragspflichtigen bei Herabsetzungsgesuchen zuzubilligenden
Notbedarfs. Andererseits hat das Bundesgericht in BGE 131 V 249
entschieden, den Notbedarf von doppelverdienenden Ehegatten bei der
Rückforderung von Ergänzungsleistungen nach der im Betreibungsrecht
geltenden Methode der proportionalen Einkommenspfändung zu
berechnen. Es besteht kein Anlass, im Bereich von Art. 11 AHVG von
diesem Vorgehen abzuweichen, zumal die WSN diese Berechnungsweise
ausdrücklich vorschreibt. Entgegen der Auffassung der
Verfahrensbeteiligten folgt die Berechnung des dem Beschwerdeführer
zuzubilligenden Notbedarfs demnach der im Schuldbetreibungs- und
Konkursrecht üblichen Methode.
d) Laut der Steuererklärung 2012 erzielte der Beschwerdeführer im Jahr
2012 ein Einkommen von Fr. 26'074.--, während dessen Ehefrau im
selben Zeitraum Fr. 25'407.-- verdiente. Diese Angaben stehen im
Widerspruch zu den in der AHV-Meldung für Selbstständigerwerbende
ausgewiesenen Einkünften, welche die kantonale Steuerverwaltung
aufgrund der rechtskräftigen Veranlagung für die direkte Bundessteuer
bzw. der entsprechenden rechtskräftigen Veranlagung der kantonalen
Behörden ermittelt hat (vgl. Art. 23 Abs. 1 der Verordnung über die Alters-
und Hinterlassenenversicherung vom 31. Oktober 1941 [AHVV;
SR 831.101]). Gemäss Art. 23 Abs. 4 AHVV sind diese Angaben für die
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Ausgleichskasse verbindlich. Der Sozialversicherungsrichter darf davon
nur abweichen, wenn diese klar ausgewiesene Irrtümer enthalten oder
wenn im Einzelfall sachliche Gründe gewürdigt werden müssen, die
steuerrechtlich ohne Bedeutung sind (BGE 114 V 72 E.2, 110 V 86 E.4,
106 V 130 E.2.3.2; Urteil des Bundesgerichts H 189/04 vom 15. Februar
2005 E.2.3.1; UELI KIESER, in: Murer/Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrechts, Alters- und
Hinterlassenenversicherung, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, Art. 9
N. 85). Im vorliegenden Fall ist keine dieser Voraussetzungen erfüllt,
zumal der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer die Richtigkeit der in
der AHV-Meldung angegebenen Einkünfte auch nicht bestritten hat.
Damit gilt der in der AHV-Meldung ausgewiesene Verdienst als erstellt.
Demnach verdiente das Ehepaar im Jahr 2012 insgesamt Fr. 71'537.--,
wovon Fr. 40'496.-- auf den Beschwerdeführer und Fr. 31'041.-- auf
dessen Ehefrau entfielen. Den fraglichen Nettoeinkünften des Ehepaars
von monatlich Fr. 3'374.60 seitens des Ehemanns (Fr. 40'496.-- : 12) und
Fr. 2'586.75 seitens der Ehefrau (Fr. 31'041.-- : 12) steht ein vom
Betreibungsamt X._ am 1. November 2012 ermittelter
betreibungsrechtlicher Notbedarf der Familie von Fr. 5'891.-- pro Monat
gegenüber (Grundbedarf eines Ehepaars mit Kindern: Fr. 1'700.--,
Unterhalt der beiden Kinder unter 10 Jahren: Fr. 800.--, Mietzins:
Fr. 2'400.--, Krankenkasse: Fr. 835.--, Privat- und Hausratversicherung:
Fr. 156.--, vgl. Bg-act. 22). Freilich hält das Betreibungsamt X._ fest,
ab Dezember 2012, d.h. mit der Aufnahme des Pachtverhältnisses des
Gasthofs C._, seien beim betreibungsrechtlichen Existenzminimum
der Familie zusätzlich die Autobetriebskosten sowie die Pachtzinsen zu
berücksichtigen. Die fraglichen Aufwände wurden jedoch als zur Erzielung
des Verdiensts des Beschwerdeführers notwendige Gestehungskosten
bereits in der der rechtskräftigen Steuerveranlagung zugrunde liegenden
Erfolgsrechnung des Gasthofs C._ für den Zeitraum vom
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7. Dezember 2012 bis zum 31. Dezember 2012 berücksichtigt (vgl. Bg-
act. 24 und Art. 18 Abs. 1 und 5 des Steuergesetzes für den Kanton
Graubünden vom 8. Juni 1986 [StG, BR 720.000] i.V.m. Art. 79 Abs. 1
StG; vgl. MARKUS REICH, Steuerrecht, 2. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012,
§ 15 N. 69). Würde ihnen im betreibungsrechtlichen Existenzminimum der
Familie abermals Rechnung getragen, so würden die fraglichen Kosten
doppelt beachtet, was offensichtlich unrichtig wäre. Die Rechtsvertreterin
des Beschwerdeführers hat denn auch die Richtigkeit des von der
Beschwerdegegnerin mit Fr. 5'891.-- bezifferten betreibungsrechtlichen
Notbedarfs der Familie nie Abrede gestellt. Davon hat die Ehefrau des
Beschwerdeführers aufgrund ihres Einkommens 43 % (Fr. 31'041.-- :
Fr. 71'537.-- x 100), mithin Fr. 2'533.10, zu tragen. Die restlichen
Fr. 3'357.90 (Fr. 5'891.-- – Fr. 2'533.10) gehen zu Lasten des
Beschwerdeführers. Nach Deckung des auf ihn entfallenden Anteils am
familienrechtlichen Notbedarf verbleiben dem Beschwerdeführer folglich
Fr. 16.70 (3'374.60 [Fr. 40'496.-- : 12] – Fr. 3'357.90), die er zur Deckung
der ausstehenden Beitragszahlungen verwenden kann.
e) Ob ein solch geringfügiger Überschuss genügen würde, um die
Unzumutbarkeit im Sinne von Art. 11 AHVG zu verneinen, kann im
vorliegenden Fall dahingestellt bleiben. In vermögensrechtlicher Hinsicht
ist nämlich zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer und seine
Ehefrau laut der Steuererklärung 2012 über ein Vermögen von
Fr. 55'538.-- sowie zwei Fahrzeuge, wovon eines geleast ist, verfügen
(Fr. 16'561.-- [Geschäftsvermögen in Form von Wertschriften und
Guthaben] + Fr. 22'771.-- [Privatvermögen in Form von Wertschriften und
Guthaben] + Fr. 19.-- [Guthaben Verrechnungssteuer] + Fr. 16'187.--
[Lebens- und Rentenversicherungen]). Werden davon die ausgewiesenen
Geschäftsschulden von Fr. 16'561.-- abgezogen, beläuft sich das
Privatvermögen des Ehepaars immer noch auf Fr. 38'977.--. Dem
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Beschwerdeführer ist es zuzumuten, dieses Vermögen für die Bezahlung
der ausstehenden Beiträge, die laut der Beschwerdeantwort vom 16. Mai
2013 Fr. 29'282.-- betragen, zu verwenden. Zwar mag es zutreffen, dass
ein solches Vorgehen die Existenz des im Dezember 2012 eröffneten
Betriebs des Beschwerdeführers gefährden könnte. Nach der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung vermag dies jedoch für sich allein
keine Herabsetzung ausstehender Beitragszahlungen zu rechtfertigen
(BGE 120 V 271 E.7). Ebenfalls nicht entscheidend ist, ob der
Beschwerdeführer bei der Bezahlung der vollen Beitragsschuld
zahlungsunfähig werden würde, hat er doch die Möglichkeit, mit der
Beschwerdegegnerin eine Abzahlungsvereinbarung zu treffen. Die
Beschwerdegegnerin weist im Übrigen zutreffend darauf hin, dass der
vorliegende Fall keinen Anlass für eine nachsichtige Beurteilung bietet,
hat doch der Beschwerdeführer im Wissen um die ausstehenden Beiträge
Fr. 100'000.-- von seinem Privatkonto bezogen (vgl. unter anderem Bg-
act. 22), Privateinlagen von Fr. 25'000.-- getätigt (Bg-act. Nr. 24) und
Fr. 5'215.-- an die 3. Säule (Beilage des Beschwerdeführers [nachfolgend:
Bf-act.] 2) bezahlt hat. Dem Beschwerdeführer ist es folglich zuzumuten,
das Vermögen in der Höhe von Fr. 38'977.-- zur Bezahlung der
ausstehenden Beiträge heranzuziehen.
f) Aus den vorangehenden Ausführungen ergibt sich, dass sich der
Beschwerdeführer im Zeitpunkt, in dem der angefochtene
Einspracheentscheid mutmasslich in Rechtskraft erwachsen wäre, aus
objektiver Sicht nicht in einer Notlage im Sinne von Art. 11 AHVG
befunden hat, weshalb die Beschwerdegegnerin sein Gesuch um
Herabsetzung der geschuldeten Beiträge zu Recht abgewiesen hat. Die
gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde erweist sich
infolgedessen als unbegründet, weshalb sie abzuweisen ist. Sollte der
Betrieb des Beschwerdeführers durch die verweigerte Herabsetzung in
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seiner Existenz gefährdet sein, so wird die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer einen Zahlungsaufschub zu gewähren haben
(BGE 120 V 271 E.7).
5. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in
Sozialversicherungssachen unter Vorbehalt vorliegend ausser Betracht
fallender Ausnahmen kostenlos. Für das vorliegende Verfahren werden
demnach keine Verfahrenskosten erhoben. Dem Beschwerdeführer als
unterliegender Partei steht sodann keine Parteientschädigung zu (Art. 61
lit. g ATSG). Dasselbe gilt für die obsiegende Beschwerdegegnerin
(Art. 61 lit. g ATSG e contrario).
6. Es bleibt der Antrag des Beschwerdeführers auf unentgeltliche
Rechtsverbeiständung zu prüfen.
a) Gemäss Art. 61 lit. f ATSG wird der beschwerdeführenden Partei ein
unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt, wenn es die Verhältnisse
rechtfertigen. Diese Voraussetzungen sind nach der Rechtsprechung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos erscheint, die Partei bedürftig
und die Verbeiständung durch einen Anwalt oder eine Anwältin geboten
erscheint (BGE 125 V 201 E.4a m.w.H.). Bedürftig im Sinne von Art. 61
lit. f ATSG ist eine Partei, die zur Leistung der Parteikosten die Mittel zur
Deckung des Grundbedarfs für sich und ihre Familie angreifen müsste.
Massgebend ist deren gesamte wirtschaftliche Situation zur Zeit der
Einreichung des Gesuchs, wobei die Grenze der Bedürftigkeit höher liegt
als diejenige des betreibungsrechtlichen Existenzminimums im Sinne von
Art. 92 und Art. 93 SchKG (SVR 2007 AHV Nr. 7 S. 20). Aussichtslos ist
ein Prozess, dessen Gewinnchancen beträchtlich geringer sind als die
Verlustgefahr und kaum als ernsthaft bezeichnet werden können.
Hingegen darf nicht von Aussichtslosigkeit ausgegangen werden, wenn
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sich Gewinnaussichten und Verlustgefahr ungefähr die Waage halten
oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine
Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger
Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen
Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde,
nicht allein deshalb anstrengen können, weil er nichts kostet (BGE 122 I
267 E.2b; UELI KIESER, ATSG-Kommentar [nachfolgend: ATSG-
Kommentar], 2. Aufl., Zürich 2009, Art. 61 N. 102). Die Aussichtslosigkeit
wird vorab aufgrund einer Prima-facie-Prüfung beurteilt, weshalb an den
Nachweis der Aussichtslosigkeit keine allzu strengen Voraussetzungen zu
stellen sind (ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN BERTSCHI,
Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl.,
Zürich/Basel/Genf 2013, N. 659).
b) Dem Beschwerdeführer verbleiben nach Deckung des auf ihn
entfallenden betreibungsrechtlichen Notbedarfs seiner Familie im Monat
frei verfügbare Mittel im Betrag von Fr. 16.70. Bei der Berechnung des
Notbedarfs im Sinne von Art. 61 lit. f ATSG sind jedoch im Unterscheid
zum betreibungsrechtlichen Notbedarf fällige Steuerschulden zu
berücksichtigen, sofern diese in der Vergangenheit tatsächlich getilgt
wurden (SVR 2007 AHV Nr. 7; ALFRED BÜHLER, Die Prozessarmut, in:
Schöbi [Hrsg.], Gerichtskosten, Parteikosten, Prozesskaution,
unentgeltliche Prozessführung, Bern 2001, S. 180 f.). Davon kann im
vorliegenden Fall ausgegangen werden, hat doch der Beschwerdeführer
die in der Steuererklärung 2011 ausgewiesene Steuerschuld von 35'000.-
- (Bg-act. Nr. 22) mittlerweile auf Fr. 5'000.-- (Bf-act. 2) reduziert. Wird
diese Steuerschuld in die Notbedarfsberechnung einbezogen, so stehen
dem Beschwerdeführer nach Deckung des ihm anzurechnenden
Notbedarfs keine Einkünfte mehr zur Verfügung, die er für die Bezahlung
des Honorars seiner Rechtsanwältin verwenden könnte. Hinsichtlich des
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ausgewiesenen Vermögens des Ehepaars ist sodann festzuhalten, dass
diesem Schulden im Gesamtbetrag von Fr. 94'282.-- (Beitragsforderung
der Beschwerdegegnerin: Fr. 29'282.--, Geschäftsschulden: Fr. 60'000.--,
Privatschulden von Fr. 5'000.--) gegenüberstehen, womit der
Beschwerdeführer als überschuldet gelten kann. Die Bedürftigkeit des
Beschwerdeführers im Sinne von Art. 61 lit. f ATSG ist folglich
ausgewiesen. Im Übrigen erscheint die eingereichte Beschwerde nicht
von vornherein aussichtslos und rechtfertigt angesichts der vorliegenden
persönlichen Konstellation sowie der Komplexität der zu beurteilenden
finanziellen Verhältnisse eine anwaltliche Vertretung. Dem Antrag des
Beschwerdeführers auf unentgeltliche Verbeiständung durch
Rechtsanwältin lic. iur. Andrea Schmid Kistler ist somit stattzugeben. Die
Kosten der anwaltlichen Vertretung werden durch die
Gerichtskasse übernommen (Art. 76 Abs. 1 i.V.m. Art. 78 Abs. 1 VRG).
c) Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers verlangt ausgehend von
einem Stundenaufwand von Fr. 260.-- ein Honorar von Fr. 2'545.20, inkl.
MWST und Barauslagen. Die Bemessung der Entschädigung, welche die
Rechtsvertreterin im Rahmen der unentgeltlichen Rechtspflege
beanspruchen kann, richtet sich nach dem kantonalen Recht (KIESER,
ATSG-Kommentar, Art. 61 N. 102 und 109). Gemäss Art. 5 Abs. 1 der
Honorarverordnung vom 17. März 2009 (HV; BR 310.250) steht der
Rechtsvertreterin für den berechtigten Aufwand der unentgeltlichen
Vertretung ein reduziertes Honorar von Fr. 200.-- pro Stunde zuzüglich
notwendige Barauslagen und Mehrwertsteuer zu. Ausgehend von diesem
Stundenansatz und den von der Rechtsanwältin des Beschwerdeführers
für die Mandatsführung aufgewendeten 8.80 Stunden (Fr. 2'288.-- :
Fr. 260.--) ergibt sich ein Honorar von Fr. 1'760.--. Zuzüglich 3 % Spesen
und der geschuldeten MWST beläuft sich die Entschädigung der
Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers auf insgesamt Fr. 1'957.80, die
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ihr zu Lasten der Gerichtskasse zuzusprechen ist. In diesem Umfang gilt
der Vorbehalt von Art. 77 VRG, wonach der Beschwerdeführer das
Erlassene zu erstatten hat, wenn sich dessen Einkommens- und
Vermögensverhältnisse dereinst verbessern sollten und er dazu finanziell
in der Lage ist.