Decision ID: 265d2495-68a2-47b6-be63-913a96403e2f
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1952 geborene
X._
arbeitete zuletzt ab 1. September 1998
als Lageristin für die
Y._
AG, bis diese das
Arbeitsver
hält
nis
per 31. August 2006
(effektiver letzter Arbeitstag: 6. Februar 2006 [Urk. 7/
8
]
)
aus gesundheitlichen Gründen beendete
(
Urk. 7/1
, Urk. 7/27/3
).
Am 4. Juli 2006
(Urk. 7/1)
meldete sich die
Versicherte unter Hinweis auf
Art
hrose und Menis
kus
schaden
seit 27. September 2005 bei der Eidgenössischen In
vali
den
ver
sicherung (IV) zum
Leistungs
bezug
an
. Die IV-Stelle der
Sozial
ver
siche
rungsan
stalt
des Kantons Zürich klärte die erwerblichen und medizinischen Ver
hältnisse ab
. Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Vor
bescheid vom 11. März 2008
[
Urk. 7/32
]
, Einwand vom 2
5.
April 2008 [Urk. 7/38
-
39
])
und nach Prüfung
weiterer
Einwände und
medizinischer Be
richte (Urk. 7/5
0
-52
, Urk.
7
/60-61
)
sprach
sie der Versicherten mit Verfügung vom
10. Juli 2009
(Urk. 7/68-69)
gestützt auf ein von ihr veranlasstes Gutachten der
Klinik Z._
vom 23. Januar 2009 (Urk. 7/5
7
) ab 1. September 2006 bis 30. November 2007 eine
ganze und ab 1. Dezember 2007 eine halbe Rente
zu
, die sie bis zum 31. Januar 200
8
befristete
.
Die da
gegen erhobene Beschwerde vom 1
1.
September 2009 (Urk. 7/73
/3-10
)
wurde
vom hiesigen Sozialversicherungsgericht mit Urteil IV.2009.00862 vom 1
3.
Mai 2011 (Urk. 7/97)
in dem Sinne gutgeheisse
n, dass die Verfügungen vom 10.
Juli 2009 aufge
hoben w
ur
den
und die Sache
an die IV-Stelle zurück
ge
wiesen wurde.
1.2
In der Folge veranlasste die IV-Stelle eine orthopädisch-chirurgische Be
gutach
tung durch
Dr.
med.
A._
, FMH Orthopädische Chirurgie und Trauma
t
olo
gie des Bewegungsapparates, z
ertifizierter medizinischer Gutachter SIM (Gutachten vom 1
5.
Dezember 2012 [Urk. 7/115
-116
])
. Mit Vorbescheid vom 26. März 2012
(Urk. 7/121) stellte die IV-Stelle der Versicherten ab 1. September 2006 bis 3
1.
Janu
ar 2007 eine halbe Rente, ab
1.
Februar bis 30.
September 2007 eine
ganze Rente, ab
1.
November 2007 bis 3
0.
April 2008
eben
falls
eine ganze Rente
und ab
1.
Mai bis 30. September
2008
eine halbe Rente in Aus
sicht. Demge
gen
über verneinte sie einen Rentenanspruch
der Ver
sicherten
für Oktober 2007
und
ab
Oktober 2008, wo
gegen die Versicherte am
2.
Mai 2012 (Urk. 7/124, vgl. dazu
auch Urk. 7/123) ver
schiedene Einwände er
hob. Am
5.
September 2012 nahm
Dr.
A._
zu den Einwänden der Ver
sicherten Stel
lung
(Urk. 7/130
)
. Die Ver
sicherte liess sich dazu am 20. September 2012
(
Urk. 7/132) vernehmen
. Mit
vor
datierten
Verfügung
en
vom
8.
Mai 2013 (Urk. 2/1-3
, Urk. 1 S. 3
Ziff.
2
) sprach
die IV-Stelle
der Versicherten
von
September 2006 bis Januar 2007 (
In
validi
täts
grad
von 56
%
) eine halbe Rente,
von
Februar 2007 bis April 2008 bei einem
In
validitätsgrad
von 74
%
eine ganze Rente
und von
Mai bis September 2008 bei
einem Invaliditätsgrad von 56
%
eine halbe Rente
zu
.
Ab
1.
Oktober 2008 ver
nein
te sie demgegenüber einen Renten
anspruch der Versicherten.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am
2
3.
Mai 2013
(Urk. 1) Beschwerde
mit fol
gen
den Anträgen:
Es sei die Verfügung vom
8.
Mai 2013 aufzuheben und ihr auch nach dem
3
0.
September 2008 eine Invalidenrente auszurichten.
Im Weiteren sei davon
Vormerk
zu nehmen, dass
die bis zum
30.
Septem
ber 2008 ausgesprochenen Rentenleistungen nicht be
an
stande
t w
e
rden
.
Zur Festsetzung der Invalidenrente ab
1.
Oktober 2008 sei sie von einem un
ab
hängigen und kompetenten O
rthopäden begutachten zu lassen. G
e
stützt auf die Ergebnisse der Begutachtung
sei hernach
der
In
validitäts
grad
neu zu bestimmen.
Eventualiter sei ihr eine berufliche Abklärung in einer BEFAS zu ge
wäh
ren.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzg
l.
MWS
T
) zulas
ten der Beschwerdegegnerin.
Mit Beschwerdeantwort vom
20
.
Juni 2013 (Urk. 6
) schloss die IV-Stelle auf Ab
wei
sung der Beschwerde, was der Beschwerdeführer
in
am
24
.
Juni
201
3
(Urk.
8)
zur Kennt
nis ge
bracht wurde
.
3.
Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien und die Akten wird, sofern für die
Ent
scheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
In formeller Hinsicht gilt zunächst zu prüfen, ob die Rüge der Be
schwerde
führe
rin,
dass
die Beschwerdegegnerin
ihre Begründungspflicht und damit ihren
An
spruch auf rechtliches Gehör ver
letzt
haben
soll (Urk. 1 S.
11
Ziff.
2.1), stich
haltig
ist.
1.2
Verfügungen der Versicherungsträger müssen, wenn sie den Begehren der Par
teien nicht voll entsprechen, eine Begründung enthalten, das heisst eine Dar
stell
ung des vom Versicherungs
träger als relevant erachteten Sachverhal
tes und der rechtlichen Erwä
gungen (Art. 49 Abs. 3 Satz 2
des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Gemäss Art. 52 Abs. 2
Satz 2 ATSG werden
Einspracheentscheide
begründet. Die Begründung eines Ent
scheides muss so abgefasst sein, dass die betrof
fene Person ihn gege
benen
falls
anfechten kann. Dies ist nur dann möglich, wenn sowohl sie als auch die
Rechts
mittelinstanz
sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versicherungsträger leiten liess und auf welche sich der Ent
scheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwal
tung aus
drück
lich mit jeder
tatbe
ständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Ein
wand auseinander setzen muss; viel
mehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 126 V 75 E. 5b/
dd
mit Hin
weis, 118 V 56 E. 5b
).
Nach der Rechtsprechung kann eine - nicht besonders schwer
wiegende - Ver
letz
ung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die be
troffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Be
schwer
de
instanz zu
äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechts
lage frei über
prüfen kann (BGE
127 V 431 E. 3d/
aa
). Von einer Rückweisung der Sache an die Verwaltung
ist selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des recht
lichen Gehörs dann ab
z
usehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem formalistischen Leer
lauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhö
rung gleichgestellten) Interesse der betroffenen Partei an einer
beförderli
chen
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wären
(BGE 132 V 387 E.
5.1 mit Hinweis).
1.
3
Auch wenn keine
(
detaillierte
)
Auseinander
setzung
mit den
von der
Be
schwer
de
führer
in
vorgebrachten Einwänden
in den Eingaben vom
2.
Mai und 2
0.
Septem
ber 2012 gegen das Gutachten von
Dr.
A._
erfolgt ist,
wer
den in den
Ver
fügungen
vom 8. Mai
2013 (Urk. 2
/1-3
)
die Überlegungen ge
nannt, von
denen sich die IV-Stelle leiten liess und auf welche sich der Ent
scheid
stützte.
S
o
weit
der An
spruch auf recht
liches Gehör durch das voran
ge
gangene Ver
fah
ren tan
giert
ist
, wäre ein solcher Man
gel jedenfalls im Rahmen des vor
lie
genden Pro
zesses geheilt worden, da die Beschwerdeführerin die Möglichkeit er
h
ie
lt, sich vor dem
hiesigen
Gericht als Beschwerdeinstanz zu äussern, welches den Sach
verhalt wie auch die Rechtslage frei überprüfen kann.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
blei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht
kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
2.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung [
IVG
]).
2.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Ver
bindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu be
stimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invaliden
ein
kom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Ein
kom
mens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invalidi
täts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommens
ver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.4
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt vor
aus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des ana
log anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen)
Art.
88a
der Verord
nung über die Invalidenversicherung IVV
fest
zusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264
E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Ren
tenanspruch erhebliche Änderung des
Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der
Rentenzuspre
chung
oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung bezie
hungsweise Herabsetzung der Rente
(BGE
125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E.
2, 113 V 273 E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je
mit H
inweisen; vgl. BGE 130 V 343 E.
3.5). Spricht die Verwaltung der versicher
ten Person eine befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Be
fristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die un
bestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert bleiben
(BGE 125 V 413 E.
2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den
Rentenanspruch für den gesamten
verfü
gungsweise
geregelten Zeitraum und da
mit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urtei
l des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
2.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
te
n
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
3
.
3
.1
Die Verwaltung ging in ihren Verfügungen vom
8
.
Mai
20
13
(Urk. 2/1-3)
ge
stützt
auf das Gutachten
von
Dr.
A._
vom 1
5.
Dezember 2011
davon aus, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit seit 2
9
. September 2005
in
d
er Arbeits
fähigkeit erheblich eingeschränkt sei und sie ihre zuletzt aus
geübte Tätigkeit als
Verkäuferin
(richtig: Lageristin
[Urk. 7/8]
)
nicht
oder nur noch ein
ge
schränkt ausüben
könne, hingegen
sei ihr aktuell eine angepasste Tätigkeit
voll
z
eitlich
zumutbar.
Ausgehend vo
n einer Arbeitsfähigkeit
von 50
%
vom 1.
September 2006 bis 3
1.
Januar 2007, einer Arbeitsfähigkeit vo
n 30
%
vom 1.
Februar bis 3
0.
Juni 2007, einer Arbeitsfähigk
eit von 0
%
vom
1.
Juli bis 17.
November 2007, einer Arbeitsfähigkeit von 25
%
vom 1
8.
November 2007
bis 3
1.
Januar 2008, einer Arbeitsfähigkeit
vom 50
%
vom
1.
Februar bis 30.
Juni
2008 und einer Arbeitsfähigkeit vo
n 75
%
vom
1.
Juli 2008 bis 31.
Januar 2009 sowie einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
seit Februar 2009 in an
ge
passter Tätig
keit
sprach
die IV-Stelle
X._
deshalb vom
1.
September 2006 bis
3
1.
J
anuar 2007
eine halbe Rente, vom
1.
Februar 2007
bis 3
0.
April 20
08 eine ganze Rente und
vom
1.
Mai bis 3
0.
September 2008 eine befristete halbe Rente zu. Ab Oktober 2008 verneinte sie einen Renten
an
spruch.
3.2
Die Beschwerdeführerin
brachte verschiedene Kritikunkte sowohl in formeller als
auch in mate
rieller Hinsicht gegen das Gutachten von
Dr.
A._
vor und machte gel
tend
,
dara
uf
könne nicht
ab
ge
stellt werden
(
Urk. 1
S.
12 ff. 2.2 ff.)
.
Die
angefochtenen Verfügungen vom
8.
Mai 2013 seien auf
zu
heben und die Frage der Restarbeitsfähigkeit ab
1.
Oktober 2008 neu ab
zu
klären und eine Begutach
tung durch einen unabhängigen und kompetenten Ortho
pä
den, eventuell mit einer
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL), anzuordnen und der
Invaliditätsgrad sowie der Rentenanspruch ab 1. Oktober 2008 neu zu bestimmen
(
Urk. 1
S.
18
Ziff.
3
)
. Eventuell sei – sofern ihren Anträgen gemäss
Ziff.
1-3 nicht
stattgegeben werde - eine berufliche Ab
klärung in einer BEFAS einzuleiten
(Urk. 1 S. 19 Ziff. 4)
.
4
.
4
.
1
Dem
von der IV-Stelle veranlassten Gutachten der Orthopädie der
Klinik Z._
vom 23. Januar 2009, das unter anderem auf einer Untersuchung der Ver
sicherten vom 28. November 2008 und ein
er
gleichentags vorgenommenen Com
puter
tomographie
(Knierotation links) beruht
(Urk. 7/5
7
),
sind
die Diagnose resi
stenter Kniebeschwerden links „im Sinne eines
anterior
knee
pain
bei Status nach
Innex-Kniearthroplastik
links“ vom 27. Juli 2007 bei invalidisierender
Gon
arthrose
(bei den Differentialdiagnosen Malrotation der
Tibiakomponente
,
retro
patelläre
Arthrosebeschwerden
) sowie die Nebendiagnose einer Adipositas, einer arteriellen Hypertonie und einer Sensibilisierung vom
Spättyp
auf
Nickel
sulfat
,
Kobalt
chlorid
und Palladiumchlorid zu
entnehmen
(S.
12
f.
).
Bei der Be
gutachtung
habe
sich klinisch vor allem ein
re
tropatellärer
Schmerz, welcher nach intraartikulärer Infiltration auf der visuell-analogen Skala von 8 auf 2
habe reduziert werden könn
e
n, gezeigt
. In der aktuellen Literatur würden Fälle
eines „
anterior
knee
pain
“ bei Fehlrotation der
Tibiakomponente
beschrieben. Dies
sei operabel; eine Schmerzfreiheit könne jedoch nicht garan
tiert werden, da sicher
lich ein Teil der Beschwerden auf eine muskuläre
Dysba
lance
zurück
zu
führen sei. Anderer
seits könne der
anteriore
Knieschmerz wie er
wähnt aus der
Fehl
ro
tation
der Tibia beziehungsweise der „sekundären Abnütz
ung der
Patella
rück
fläche
“
resultieren (
S.
14 f.
).
Die Explorandin sei als Lageristin wei
ter
hin zu
100 % arbeitsunfähig, für angepasste Tätigkeiten (leichte Arbeiten mit wech
selnd
sitzender und stehender Position) bestehe hingegen eine 100%ige Ein
satz
fähig
keit. Eine Wiedereingliederung könnte jedoch aufgrund der man
gelnden Sprach
kenntnisse und mittelmässigen Schulbildung schwierig werden (
S.
15)
.
4
.
2
Am 26. August
2009 (Urk. 7/73
/14-15
) fand
eine Besprechung des Vorgehens bei
Restbeschwer
den
nach
Kniearthroplastik
links in der Klinik
B._
statt. Laut Bericht zuhanden
des Rechtvertreters
vom gleichen Tag - welcher auch den Zeitraum vor Verfügungserlass am 10. Juli 2009 beschlägt
-
hat die Patientin zwei Jahre postoperativ eher zunehmende als abnehmende Beschwerden; die
Schmerzen äusserten sich weiter
hin
extremst
bei Belastung und beim Sitzen. Es komme nach etwa zehn Mi
nu
ten zu einer Art Blockierung mit Schwellung des Kniegelenks sowie des ge
sam
ten Unter
schen
kels. Velofahren sei während etwa 20 Minuten pro Tag möglich. Ausser
dem be
stehe das Gefühl von Ameisenlaufen im gesamten Knie
gelenk. Die Be
schwerde
führerin habe keine Nachtschmerzen. Das Röntgen vom 15. Juli 2009 habe eine unveränderte korrekte
Implantatlage
ohne Hinweis auf Locke
rung oder
Fehlim
plantation
ergeben. Die Patella befinde sich zentriert in leich
tem Tief
stand. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerden auf ei
ne mass
gebende Fehlimplantation der Prothese zurückzu
führen seien. Es habe sich zum Teil eine
Chronifizierung
der Beschwerden ent
wickelt, welche schwie
rig zu be
handeln sein werde. Es sollte eine bestmögliche analgetische Therapie er
folgen, gegebe
nenfalls in einer Schmerzklinik. Ausser
dem bestehe ein ge
wis
ses muskuläres Defizit, welches durch regelmässiges T
raining sowie inter
mit
tierende
Physio
therapiesitzungen
verbessert werden sollte
.
Als La
geristin bestehe eine volle Ar
beitsunfähigkeit; eine angepasste Tä
tigkeit mit wechselnden Aufgaben sei mit einem 50%igem Pensum sicher möglich. Bei Be
darf könne in der
Klinik
B._
eine EFL durchgeführt werden
.
4
.
3
Im Gutachten vom 1
5.
Dezember 2011 (Urk.
7/115
-116
) nannte
Dr.
med.
A._
folgende
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbe
itsfähigkeit
(S.
56
f.
Ziff.
3.1.1)
:
-
Funktionsbeeinträchtigung des linken Beines mit Schonverhalten und leich
tem Entlastungshinken nach folgender Entwicklung:
-
2
9.
September 2005: Schwellung des linken Kniegelenkes ohne äusse
ren Anlass
-
1
4.
November 2005: Magnetresonanztomographie (MRI): deutlicher
Knie
gelenkserguss
(M24.49), Knorpelschaden im inneren Kniegelenks-Komparti
ment (M23.99), Stresszeichen am Schienbeinkopf und an der
Ober
schenkelrolle
mit
Bone
bruise
(T14.20) sowie
Kontinuitäts
unter
brechung
des Inn
enmeniskus im
Hinterhornbereich
(M23.39)
-
2
8.
Februar 2006:
arthroskopische
Operation: teilweise
Menis
kus
ent
fer
nung
innen und aussen,
Microfracturing
an der inneren
Ober
schenkel
rolle
und Injektion von
Chondroitinsulfat
in das Kniegelenk nach der Operation
-
2
3.
Juli 2007: Implantation einer
ungekoppelten
Knie-Totalprothese (Z96.6) mit nachfolgender Heilungsverzögerung
-
Verdacht auf hot-patella-Syndrom (Juni 2008)
-
verzögerter Krafteinsatz ohne objektivierbares Kraft-Defizit
-
Beugedefizit an beiden Kniegelenken (links ausgeprägter als rechts)
-
angeborene Formvariante etwa
entsprechend Stadium Wiberg II beid
seits
-
reizlose Narben nach Arthroskopie und Knie-Totalprothesen-Opera
tion links
-
leichte
Chondropathia
patellae
rechts (M22.4)
-
Reizung des Kapsel-Band-Apparates am linken Kniegelenk vor
wie
gend aussen (M23.99)
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit erwähnte er eine be
gin
nende Dysplasie-Arthrose des linken Hüftgelenkes (M16.3), eine
Bein
ver
kürzung
rechts um etwa 1 cm (Q72.8), einen deutlichen, weitgehend fixierten Hohl-Rundrücken (M40.25) und muskuläre
Dysbalancen
(M62.99)
sowie
ein deut
liches Übergewicht (E66.99
, S. 57 f.
Ziff.
3.1.2
).
Dr.
A._
hielt fest (S.
66 ff.), die beidseitige Einschränkung der
Knie
gelenks
beugung
(rechts 130 und links 120°) verhindere die Einnahme der tiefen Hocke
und erlaube nur eine kurzfristige Kniebeugehaltung zwischen 90 und 120°. We
gen
des Status nach Implantation einer Knie-Totalprothese und der von der Be
schwerdeführerin angegebenen wiederholten Reizzustände an der
Knie
vorder
seit
e
beziehungsweise im Kapsel-Band-Apparat vorwiegend aussen sei eine kniende
Position im Arbeitsprozess nicht zumutbar und im Privatleben nicht zu em
pfeh
len
. Insofern seien auch Arbeiten auf Leitern und Gerüsten aus
zu
schlies
sen. Wegen der anhaltenden Beschwerden am linken Kniegelenk nach einer Total
prothesen-Implantation und der nachgewiesenen leichten Arthrose auch im rechten Kniegelenk innen komme das Heben und Tragen von schweren Las
ten in absehbarer Zukunft für die Antragstellerin nicht mehr infrage. An
heben und Bewegen von mittelschweren Lasten bis etwa 15 kg sei nach Ab
lauf einer
Ein
ge
wöhnungsphase
während etwa ein bis zwei Minuten auch mehr
fach pro Stunde
zumutbar.
Bei fehlendem Nachweis von Lockerungszeichen am linken Kniegelenk mehr als vier Jahre nach der
Totalendoprothesen
-Implantation und ausgewiesenem aus
reichendem muskulärem Leistungsvermögen seien der Beschwerdeführerin Weg
strecken zumindest bis 1000 m mit allenfalls ein bis zwei kurzen Pausen zwei- bis dreimal pro Tag zumutbar, wenn sie keine Gehhilfen in Anspruch nehme. Im Rahmen der abklärenden Untersuchung hätten sich keine mass
geb
li
chen sons
ti
gen funktionellen Beeinträchtigungen der Bewegungsorgane er
ge
ben.
In einer optimal leidensangepassten Tätigkeit könne die Beschwerdeführerin seit Januar 2009 vollschichtig mit einer Wochenarbeitszeit von etwa 40 Stunden re
gelmässig eingesetzt werden. Die Arbeitsfähigkeit betrage 100
%
(vgl. dazu auch
Belastungsprofil, S. 71 f
f
.). Leidensangepasste Tätigkei
ten seien also seit Januar 2009
im Wechsel von Gehen, Stehen und Sitzen oder gegebenen
falls be
vorzugt im Sitzen mit der Möglichkeit, bei Bedarf aufzustehen und herumzuge
hen
,
auf
geeignetem ergonomischen Mobiliar mit entsprechender An
ordnung der Arbeits
materialien vollschichtig zumutbar. Dabei kämen vorüber
gehende mit
telschwere Belastungen (vgl. dazu Belastungsprofil, S. 71
f.
Ziff.
3.3.2) infrage, wenn nach ausreichender Gewöhnung an die neue
Arbeits
situation
eine ange
messene Ver
besserung des Gefühls für den eigenen Körper und die Beherr
schung der Belas
tungs
situation erreicht seien.
Aufgrund des Aktenstudiums, der vorgelegten Bilddokumente, der nach
ge
reich
ten
Berichte sowie der körperlichen Untersuchung vom 1
4.
Oktober 2011 kom
me er zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin mit qualitativen Ein
schrän
kungen seit Mitte Mai 2011 mindestens 50
%
der angestammten Tätig
keiten als Lagerarbeiterin ausführen könne und für leidensangepasste Tätig
keiten mit ei
nem Vollzeitpensum zu 100
%
seit Januar 2009 einsetzbar sei. Die Durch
füh
rung einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) er
scheine nicht sinnvoll und zielführend, da im Rahmen der Untersuchung aus ortho
pädischer Sicht eine deutliche Selbstlimitierung anlässlich der Unter
suchung im Oktober 2011 zu erkennen gewesen sei (S. 80).
Ferner führte er aus,
a
us orthopädisch-gutachterlicher Sicht habe die Be
schwer
de
führerin seit Februar 2008 zunächst mit 50
%
und dann zunehmend mehr un
d ab Januar 2009 vollschichtig in einer optimal angepas
sten Tätigkeit arbeiten kön
nen
(S. 65
Ziff.
4).
Ab Juli 2008 bis Januar 2009 ging er von einer 75%igen Arbeits
fähigkeit in behinderungsangepasster Tätigkeit aus (S. 86).
5.
5
.1
Vorab ist festzuhalten, dass die bis zum 3
0.
September 2008 ausgerichteten Ren
ten
leistungen unbestritten und aufgrund der Akten auch ausgewiesen sind.
So legte Dr.
A._
für den massgebenden Zeitpunkt nach Ablauf des
Warte
jahres
(September 2006) unter Diskussion der Vorberichte in nachvollziehbarer Weise dar, dass die Beschwerdeführerin nach der ersten
athroskopischen
Opera
tion vom Februar 2006 wieder zu 50 % arbeitsfähig in einer angepassten Tätig
keit war (nach der Abheilung seit August 2006). Ab Februar 2007 ist sodann eine
Verschlechterung ausgewiesen, in Folge derer im Juli 2007 die
Totalprothesen
ope
ration
durchgeführt wurde mit nachfolgender vollumfänglich aufgehobener beziehungsweise bloss geringer Arbeitsfähigkeit bis Ende Januar 2008. Hernach ging er von einer erneuten Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 50 % per Februar
2008, von 75 % per Juli 2008 und 100 % per Januar 2009 aus (Urk. 7/116 S.
85
f.).
Diese Angaben korrelieren mit den Verfügungen der Beschwerdegegnerin. Da die
Beschwerdeführerin sodann die entsprechenden Einkommensvergleiche (Urk. 2/1
Verfügungsteil 2) zu Recht nicht beanstandet hat, hat es mit den getroffenen Feststellungen jedenfalls bis 30. September 2008 sein Bewenden.
Stritti
g und zu
prüfen ist folglich
nur
mehr
, ob die Beschwerdeführerin auch An
spruch auf Ren
tenleistungen über den 30. September 2008
hinaus
hat.
5
.2
Das der Leistungsabweisung zugrunde liegende
Gutachten vom 1
5.
Dezember 2011
(E.
4
.3
hievor
) von
Dr.
A._
samt der ergänzenden Stellung
nahme vom
5.
September 2012 (Urk. 7/130) ist für die Be
ant
wor
tung der sich hier stellenden Fragen um
fassend und gibt insbesondere
Aus
kunft über
den Verlauf d
e
r
Arbeits
fähig
keit in an
ge
passter Tä
tig
keit. Die Ex
pertise basiert auf ein
läss
lichen ortho
pädischen Unter
suchungen, berück
sichtigt die geklagten Be
schwer
den und setzt sich mit diesen sowie dem Ver
halten der Be
schwerde
führerin
auseinander. Ins
be
sondere
hielt
Dr.
A._
fest, dass auch
in den
intensiven Nach
unter
suchun
gen
weder eine ausgeprägte Funktionsstörung noch eine
Prothese
lockerung
noch
eine
erhebliche Entzündung
hätten
bewiesen
werden können. V
iel
mehr
hätten
sich
im Rahmen der medizinischen Abklärung
am 1
4.
Oktober 2011 nicht nur eine
durchaus befriedigende Leistungsfähigkeit des linken Knies wie auch des
rechten Kniegelenks einschliesslich der zugehörigen Muskulatur ge
zeigt, son
dern
auch ein deutliches selbstlimitierendes Gesamtverhalten der
Be
schwerde
führerin (Urk. 7/116 S. 77).
Das Gutachten wurde weiter
in Kennt
nis der
Vorakten
(inklusive der am
Unter
suchungstag
ausgehändigten medi
zinischen Berichte [Urk. 7/116 S. 25-28])
ab
ge
geben
. Zum anlässlich der Be
gutachtung nicht vorliegenden Bericht vom 2
6.
August 2009 der Klinik
B._
(E.
4
.
2
hievor
)
nahm Dr.
A._
im Nach
hinein am
5.
September 2012 (Urk. 7/130 S.
10) Stellung
. Die
Er
geb
nisse
wür
dig
te
er
im Rahmen
seiner Beur
teilung
.
Die
im Gutachten von
Dr.
A._
attestierte Arbeitsfähigkeit in
be
hinderungs
an
ge
passter
Tätigkeit ab Januar 2009
steht denn auch im Einklang mit der or
tho
p
ädischen Beurteilung der begutachtenden Ärzten der
Klinik Z._
im Gut
achten vom 2
3.
Januar 2009, welche
die Beschwerdeführerin
in
leichte
n
Ar
beiten
mit wechselnd sitzender und stehender Posi
tion zu 100
%
einsatzfähig hielten
(E.
4.
1
hievor
).
Schliesslich g
ing
en auch die behandelnden Rheumato
logen der Klinik
B._
im Bericht vom 2
4.
August 2011 (Urk. 7/116/103-105) aus rheumatologischer Sicht von einer vollen Arbeitsfä
higkeit für eine leichte Tätig
keit mit
Wechsel
be
lastung
aus
. Das anamnestische
Beschwerde
bild
konnten sie zum
Unter
such
ungs
zeitpunkt
nicht nachvollziehen (S.
2).
5
.3
Was den Bericht von
Dr.
med.
C._
, Assistenzärztin Orthopädie, und
Dr.
med.
D._
, Chefarzt Orthopädie,
Klinik
B._
,
vom 2
6.
August 2009 (E.
4
.
2
hievor
) anbelangt,
wo
nach die Beschwerdeführerin in behinderungsangepasster
Tätig
keit
mit
wechsel
be
lastenden
Aufgaben eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
sicher
möglich
sein soll
te
,
so ist festzuhalten, dass
d
ieser Bericht
das Gutachten von Dr.
A._
, wel
ches bezüglich der Arbeitsfähigkeit in
behinderungs
an
ge
passter
Tätigkeit auch mit dem
Gutachten der
Klinik Z._
im Einklang steht, nicht zu ent
kräften vermag. Im Übrigen leuchtet die
se
Einschätzung
hin
sichtlich der Ar
beitsfähigkeit in behinderungsangepasster Tätigkeit
bei
den ge
nannten Be
fun
den nicht ein
. Vielmehr
ist
davon auszugehen ist, dass sich die Ärzte bei ihrer Beur
teilung primär auf die geklagten Schmerzangaben der Be
schwerde
füh
rerin stützten
(vgl. dazu auch Stellungnahme vom
5.
September 2012 [Urk. 7/130
/1-1
2
S. 12
Ziff.
11])
.
Im Übrigen darf und soll das Gericht in Bezug auf Berichte von
Haus
ärztin
nen
und Hausärzten
wie auch behandelnden Ärzten
, der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mit
unter im
Hin
blick auf ihre auftragsrechtliche Ver
trau
ensstellung in Zweifels
fällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patien
ten aussagen (BGE 125 V 351 E.
3b/cc). Dies gilt analog für die behan
deln
den Fachärzte.
Das
selbe gilt für den Bericht von
2
7.
Juli 2011 (Urk. 7/116/102) von
Dr.
med.
E._
, Oberarzt Orthopädie
,
Klinik
B._
,
zu Händen des Rechts
vertreters
der Beschwerdeführerin, in welchem er von einer mindestens 50%igen Arbeits
fähig
keit in angepasster Tätigkeit mit wechselbelastenden
Arbeits
aufgaben
aus
ging, hielt er doch auch fest, dass das Bild insgesamt weder am
dann
zumaligen
Unter
suchungstag
noch am 3
1.
Mai 2011 in seiner Sprechstunde als isolierte
knie
bezogene
Problematik imponiert habe. Vor diesem Hintergrund und
ange
sichts
des Um
standes, dass
sich
die v
on der Beschwerdeführerin geschilderte tendenzielle Ver
schlechterung kaum ha
t
objektivieren lassen, vermag diese Ein
schätzung der
Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit
– zumindest soweit daraus eine Arbeitsfähigkeit unter 75 % proklamiert werden sollte -
ebenso wenig
zu
überzeugen
(vgl. dazu auch Stellungnahme vom
5.
September
2012 [Urk. 7/130
/1-12
S. 7])
.
Auch
der Bericht
von
Dr.
med.
F._
, Spezialarzt für Innere Medi
zin FMH, vo
m
1
3.
März 2009 (Urk. 7/61)
steht der Beurteilung von
Dr.
A._
nicht entgegen, zumal
dieser
festhielt, dass eine leichte Arbeit für die Beschwerdeführerin an sich theoretisch zumutbar sei
, auch wenn es
der Beschwerdeführerin
aufgrund ihrer Einschränkungen kaum möglich sei, wieder eine Arbeits
stelle zu finden
.
5.4
5.4.1
Die Beschwerdeführerin monierte
, dass sich
Dr.
A._
nicht
mit den aktuellen
medizinischen Berichten dokumentiert
(
Urk. 1
S. 6 f.
Ziff.
1.5)
habe. In Bezug auf
diesen Kritikpunkt ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin
Dr.
A._
die
ak
tuellen Berichte
an
lässlich der Begutachtung
ausgehändigt hat. Der Inhalt
dieser Berichte fand also
eben
falls Eingang ins Gutachten vom 2
5.
Dezember 2011
(Urk. 7
/11
6
S. 25 ff.
Ziff.
1.
2
.4) und
in die Beurteilung
von
Dr.
A._
.
5.4.2
Die Beschwerdeführerin brachte weiter vor, dass
der Be
richt vom
26. August
2009
von der Klinik
B._
Dr.
A._
nicht vorgelegen habe
(Urk. 1 S.
7
Ziff.
1.6)
und
er sich
deshalb auch
nicht mit dem Inhalt dieses Berichtes ausei
nander
gesetzt habe
(Urk. 1 S. 8
Ziff.
1.8).
Grundsätzlich ist der
Be
schwerde
füh
rerin beizupflichten, dass
der besagte Bericht der Klinik
B._
Dr.
A._
korrekterweise bereits anlässlich der Begutachtung hätte vorliegen müs
sen.
In
dem
Dr.
A._
zum besagten Bericht der Klinik
B._
indes nach
träglich hat Stellung
nehmen
und d
en Bericht in seine Beurteilung
hat
ein
flies
sen lassen
können (vgl. dazu Stellungnahme vom 5. September 2012 [Urk. 7/130
/1-12
]
),
wurde
dieser der Expertise anhaftende Mangeln
nachträglich
behoben
.
5.
4.3
Soweit die Beschwerdeführerin geltend machte (Urk. 1 S. 6 f.
Ziff.
1.5
, vgl. dazu auch Urk. 3/2
), der Gutachter
Dr.
A._
habe sie mit einer Vielzahl sach- und fa
chfremder Fragen konfrontiert, so ist festzuhalten, dass
darin noch kein An
schein
der Be
fangen
heit zu
erblicken ist und
die gestellten Fragen
auch nicht un
zu
lässig waren. Der Um
stand, dass
Dr.
A._
diese Fragen im Rahmen der orthopädischen Be
gutachtung stellte, ändert nichts am Beweiswert des Gutach
tens
(vgl. dazu auch Stellungnahme vom
5.
September 2012 [Urk. 7/130
/1-12
S.
2
Ziff.
1])
.
Ganz im Gegenteil w
ar er bei festgestellter Symptom
ausweitung gehalten, auch weitergehende Fragen zu stellen.
5.
4
.4
Die Beschwerdeführerin brachte weiter vor,
der Vorhalt einer
Selbstlimitierung sei gesucht und nicht schlüssig (Urk. 1 S.
14
Ziff.
2.2.4). Der Gutachter habe damit in un
recht
mässiger Weise darauf hingewirkt, die Ein
schränkungen und Schmer
zen als un
glaubwürdig darzustellen.
In Bezug auf diesen Kritikpunkt ist fest
zu
hal
ten, dass es Aufgabe des Gutachters ist, die Verhaltensweise des Ex
ploranden zu beschreiben und somit auch auf ein selbstlimitierendes Verhaltens
hin
zu
weisen.
Insbesondere begründete
Dr.
A._
die festgestellte
Selbstlimi
tie
rung
(=
Schonverhalten)
nebst den
Beobachtungen im Zusammenhang mit der Hock-Position auch
mit
weiteren
konkreten Beispielen (Urk. 7/116 S. 58
Ziff.
2
lit
.
b
bis c). Insofern ist der Einwand nicht stichhaltig (vgl. dazu auch
Stellung
nahme vom
5.
September 2012 [
Urk. 7/130
/1-12
S. 4 Ziff.
4
]
)
.
5.
4.5
Die Beschwerdeführerin kritisierte weiter, dass die Begutachtung durch Dr.
A._
entgegen Ziffer 4 der Kriterien für die Durchführung von
poly
dis
zi
plinären
medizinischen Gutachten zur Beurteilung von Leistungsansprüchen der
IV des Bundesamtes für Sozialversicherungen (Urk. 3/5) nicht in einer Arzt
pra
xis,
sondern in einer Privatwohnung ohne geeignete Infrastruktur für eine ortho
pä
dische Begutachtung (Urk.
1 S.
5
Ziff.
1.4 und S.
13
Ziff.
2.2.2) statt
ge
fun
den
habe.
In Bezug auf diesen Kritikpunk
ist
mit
Dr.
A._
festzuhalten
(Stellung
nahme vom
5.
September 2012 [Urk. 7/130/13-15 S. 2
Ziff.
5]
)
, dass
bei einer
monodisziplinären Begutachtung und einer „Einzel-Gutachter-Praxis“ ne
ben dem
Praxisraum zur Durchführung der Abklärung keine weiteren Räum
lichkeiten nötig sind.
Selbst wenn die Untersuchung in
einem Praxisraum
der Privat
woh
nung des Gutachters er
folgt sein sollte, was durchaus etwas unge
wöhnlich wäre
, spricht dies nicht per se gegen eine fachkundige Untersuchung
und bildet auch keinen Grund dafür, den Beweiswert des Gutachtens in Zweifel zu ziehen.
In
sofern verfängt auch dieser Einwan
d der Beschwerdeführerin nicht.
5.
4.6
Ein weiterer von der Beschwerdeführerin erhobener Einwand geht
sinngemäss
da
hin (Urk. 1 S.
15
Ziff.
2.2.5),
dass
eine
EFL
hätte
durchgeführt werden
müs
sen.
Hinsichtlich dieses
Kritik
punktes
ist festzuhalten, dass eine EFL
r
echt
spre
chungs
gemäss
nicht im
mer indiziert
ist
; massgebend ist insbesondere, ob sie von ärzt
licher Seite aus
drück
lich als zweckmässigste Massnahme für eine zu
ver
lässige
und anders nicht mög
liche Einschätzung der Leistungsfähigkeit em
pfohlen wurde
(Urteil des Bun
des
gerichts 8C_620/2009 vom 2
6.
Oktober 2009 E.
4.2.2). Nicht angezeigt ist eine EFL dort, wo die versicherte Person von einer tieferen als der ärztlich attestierten Arbeitsfähigkeit überzeugt ist (Urteile des Bundes
gerichts
8C_967/2010 vom 2
3.
Februar 2011 E.
5.5, 9C_512/2009 vom 2
5.
November 2009
E.
5.3).
Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass keine EFL durch
geführt wurde, denn zu keinem Zeitpunkt wurde von ärzt
licher Seite die
Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit als
dermassen
erschwert er
achtet, dass eine EF
L empfohlen worden wäre.
Selbst die Arztpersonen der Klinik
B._
führten
einzig aus, dass sie bei Bedarf auch eine EFL in der rheumatologischen Ab
tei
lung
nach vorheriger Kostengutsprache von der Kran
kenkasse durchführen könnten (Urk. 7/73/14-15 S.
2). Dass sie
ihre Einschät
zung nur nach erfolgter
EFL ab
geben könnten, geht daraus jedenfalls nicht her
vor.
Die
massgebende
Ein
schränkung ergibt sich aus der
Beeinträchtigung im Be
reich
des
linken
Knies
, welcher
der
orthopädische
Gutachter vollumfänglich
Rechnung
getragen
hat
, in
dem
er
ein dem Leiden angepasstes
Belastungsprofil formu
liert
e
(E.
3.3
hie
vor
). Es ist nicht ersichtlich, welche darüber hinaus reichen
den Erkennt
nisse ein
Be
lastungstest
zu vermitteln vermöchte.
5.4.
7
Da vorliegend die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit der
be
hinderungs
ange
pass
ten
Tätigk
eit massgebend ist, ist auf den Einwand, dass die Beurteilung der Ar
beits
fähigkeit in bisheriger Tätigkeit durch
Dr.
A._
sowohl der Beurteilung der Gutachter der
Klinik Z._
als auch der behandelnden Ärzte der Klinik
B._
widerspreche (Urk. 1 S. 15
Ziff.
2.2.6), nicht näher einzu
gehen.
5.
4.
8
Zusammenfassend
überzeugt die Ex
pertise
von Dr.
A._
hinsichtlich der Da
.
legung
der medizinischen Zustände und der Beur
teilung und dem Verlauf der Arbeitsfähigkeit in behinderungs
angepasster Tätig
keit
.
Nach dem Gesagten ist gestützt auf
das Gutachten vom 15. Dezember 2011
von
Dr.
A._
(für den streitigen Zeitraum)
ab Juli 2008 von einer 75%igen und ab Januar 2009 von einer voll
ständigen Arbeitsfähigkeit in
behinderungs
ange
passter
Tätigkeit
auszu
gehen.
Der medizinische Sachverhalt ist in dem Sinne als erstellt zu betrachten.
Von er
gänzenden Beweismassnahmen und insbesondere der Anordnung einer wei
te
ren
orthopädischen
medizinischen Begutachtung
beziehungsweise einer beruf
lichen Abklärung in einer BEFAS
sind
- entgegen den
diesbezüglichen
(
Even
tual-
)Anträ
g
en
der Beschwerdeführerin (Urk. 1 S. 2
Ziff.
3 und 4
) – keine
neuen Er
kennt
nisse zu erwarten, weshalb davon
abzusehen
ist
(anti
zipierte
Beweis
wür
digung
; BGE
124 V 94 E. 4b, BGE 122 V 162 E
. 1d mit Hinweis
).
6
.
Zu prüfen bleibt, wie sich die festgestellte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
für den streitigen Zeitraum ab Oktober 2008
im Erwerbsbereich auswirkt.
Der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensvergleich
,
basie
ren
d auf einer Arbeitsfähigkeit ab Juli 2008 von 75
%
und ab Februar von
100
%
,
ist nicht zu beanstanden
und wurde auch von der Beschwerdeführerin nich
t bemängelt
, weshalb auf die in der Verfügung vom
8.
Mai 2013 (Urk. 2/1
,
vgl. dazu auch Urk. 7/118
-119
)
gemachten Ausführungen verwiesen wer
den kann.
Bei einer (Rest-)Arbeitsfähigkeit ab Juli 2008 von 75
%
respektive
100 %
ab Februar 2009 resultieren un
ter
Berücksichtigung eines leidensbedingten Ab
zuges von 10
%
vom Tabellenlohn renten
ausschliessende Invalidiätsgrad
e
von
35
%
beziehungsweise 13
%
.
Die Rentenaufhebung erfolgte sodann unter Beach
tung der 3-Monatsfrist von Art. 88a Abs. 1 IVV.
Demnach hat es mit den in der Verfügung vom 8. Mai 2013
zu
gesprochenen Renten sein Bewenden.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
7
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zu
legen (Art. 69 Abs. 1
bis
I
VG), ermessensweise auf Fr.
8
00
.-- anzusetzen und ausgangsgemäss der
Beschwerdeführerin aufzuerlegen.