Decision ID: e7a43fa0-6c9f-4784-83f0-d21a07f2f13e
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1967,
ist
angelernter Maler (
Urk.
9/7)
. Im Oktober 2004 stürzte er von einer Leiter
und musste in der Folge wiederholt am
linken
Knie operiert werden (
Urk.
9/4/63 und 6/4/41).
Im Februar 2006 meldete sich der Versicherte
wegen Kniebeschwerden zum Leistungsbezug bei der
Sozialversiche
rungsanstal
t des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend: IV-Stelle)
,
an (
Urk.
9/3).
Die Suva als zuständiger Unfallversicherer sprach dem Versicherten mit Verfügung vom 1
9.
Januar 2007 eine Rente bei einem Invaliditätsgrad von 13
%
sowie eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 5
%
zu (
Urk.
9/16). Diesem Entscheid folgend verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
5.
Mai 2007 einen Rentenanspruch des Versicherten (
Urk.
9/23).
1.2
Es folgten weitere
Operationen
am linken
und
– infolge eines
Verdrehtrauma
s
im Februar 2012 –
insbesondere
am
rechten
Knie
(
Urk.
9
/27/37
und 9/35/71 ff.
)
. Im Juli 2012
meldete sich der Versicherte erneut zum Leistungsbezug bei der IV-Stelle an (
Urk.
6/25).
Zwischen
Mai
und
Juli 2013 nahm er an einer stationären
Rehabilitation
mit anschliessender
berufliche
r
Grundabklärung in der
Y._
teil
(
Urk.
9/41
und 9/48/51 ff.
)
. I
m Oktober
2013
wurde
der Versicherte
in der
Z._
abgeklärt
(
Urk.
9/50/15 ff.)
.
Mit Verfügung vom 18.
Feb
ruar 2014
erhöhte die Suva
seine
Invalidenrente ab
1.
März 2014 um 2
%
und sprach ihm für
di
e zusätzliche Integritätseinbusse von 5
%
eine Entschädigung
zu (
Urk.
6/52).
Die IV-Stelle zog die Akten der Suva bei (
Urk.
9/50) und verneinte –
nach
Eintritt der Rechtskraft des Suva-Entscheids
(
Urk.
9/55)
–
mit Verfügung vom 1
4.
Juni 2014 erneut einen Rentenanspruch (
Urk.
9/58).
1.3
Im November 2016 ging der IV-Stelle ein
Verlaufsbericht
der
Z._
zu (
Urk.
9/59).
Mit Schreiben vom
2
2.
Dezember 2016
setzt
e
sie
dem Versicherten Frist an,
um
den
B
ericht zu unterschreiben sowie
mit
Formular
Arbeitg
eber, Pen
sionskasse und Behandler
anzugeben
(
Urk.
9/62). Nach Erhalt des ausgefüllten Formulars (
Urk.
9/64)
legte sie den
Arztb
ericht dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) zur Prüfung vor (
Urk.
9/67/2) und holte einen Auszug aus dem individu
ellen Konto ein (
Urk.
9/68).
Mit Vorbescheid vom
2.
März 2017
kündigte sie dem Versicherten an, nicht auf sein Leistungsbegehren einzutreten (
Urk.
9/69). Dage
gen erhob
dieser
Einwand
, wobei ihm mehrere
Fristerstreckung
en
zur
Begrün
dung
und für
weitere medizinische Abklärungen
gewährt wurden (
Urk.
9/72-77). Schliesslich v
erlangte
er
am 1
3.
Juni
2017
das Abwarten des neuen Suva-Entscheids
(
Urk.
9/78).
Nachdem
er
d
en
an die Suva gerichtete
n
Einwand vom 1
3.
Juni 2017
sowie neue Arztberichte nachgereicht hatte (
Urk.
9/80), sistierte d
ie IV-Stelle das Verfahren formlos
(Urk.
9/82). Am
7.
Dezembe
r 2017 bestätigte die Suva auf
Anfrage der IV-Stelle, dass ihr
Einspracheentscheid
vom 2
1.
September 2017 bzw. ihre Verfügung vom 3
0.
Juni 2017
in Rechtskraft erwachsen seien (
Urk.
9/85).
Am
22.
Januar 2018
verfügte die IV-Stelle wie angekündigt
(
Urk.
2).
Am
8.
Februar 2018 stellte der Versicherte ein «Zusatzgesuch» (
Urk.
9/88),
worauf
ihn die
IV-Stelle
telefonisch informier
en liess,
dass man den
E
ntscheid nicht wiedererwägen werde (
Urk.
9/90).
2.
Gegen den
Nichteintretensentscheid
vom 2
2.
Januar 2018
erhob der Versicherte mit Eingabe vom 16. Februar 2018 Beschwerde (
Urk.
1) unter Beilage schriftlicher Anfragen an
seine Behandler
(
Urk.
3/1-3). In der Folge reichte sein Hausarzt mit Schreiben vom 2
6.
Februar 2018 (
Urk.
5) diverse Arztberichte (
Urk.
6/1-5) ein. Mit Verfügungen vom 2
2.
und 2
8.
Februar 2018 (
Urk.
4 und 7) wurden der IV-Stelle sämtliche Unterlagen zur Stellungnahme zugestellt. Diese schloss in der Beschwerdeantwort vom
9.
April 2018 auf Abw
eisung der Beschwerde (
Urk.
8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Gesuch von der versicherten Person glaubhaft zu machen, dass sich ihr Grad der Invalidität in einer für den Anspruch
erheblichen Weise geändert hat.
Damit soll verhindert werden, dass sich die Ver
waltung nach vorangegangener rechtskräftiger Leistungsverweigerung immer wieder mit
gleich lautenden
und nicht näher begründeten, das heisst keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE 109 V 108 E. 2a, 262 E. 3). Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahingehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes Anspruchselement betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechts
kräftigen Leistungsabweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem gesamten für die Rentenberechtigung
erheblichen Tatsachenspektrum glaubwür
dig dartut (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.2
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Tatsachenänderung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstandes wenigs
tens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen (BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2 mit Hin
weisen). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Invalidenrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesge
richts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.3 mit Hinweisen auf 8C_1009/2010 vom
7.
April 2011 E. 2.2 und 9C_838/2011 vom 2
8.
Februar 2012 E. 3.3.2).
1.
3
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass die Vorbringen der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt sie jedoch auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die vom Antragsteller oder der Antragstellerin glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades (vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2) auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzugehen. Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellten Veränderungen genügen, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2a und b).
2.
2.1
Da praxisgemäss selbst dann ein erneut ablehnender Sachenentscheid vorliegen kann, wenn die Verwaltung ein Gesuch formell durch Nichteintreten erledigt hat, ist vorab der rechtliche Gehalt der angefochtenen Verfügung und somit der Prozessgegenstand festzustellen (vgl. dazu BGE 109 V 263 E. 2a, 117 V 8 E. 2b, 120 V 496 E. 1a).
2.2
Die Beschwerdegegnerin tätigte vor Erlass des angefochtenen
E
ntscheids keine eigenen Sachverhaltsabklärungen, sondern holte einzig eine Stellungnahme des RAD
zum Sprechstundenbericht der
Z._
vom 1
0.
November 2016 ein
(
Urk.
9/67/2
). Sie liess sich also
bloss
im Sinne von
Art.
49
Abs.
3 IVV vom RAD beraten.
Insbesondere zog sie die aktuellen Abklärungen der Suva nicht bei; selbst die Entscheide, deren Rechtkraft abgewartet wurde, liegen nicht bei den Akten.
Damit prüfte
die Beschwerdegegnerin
das
B
egehren nur summarisch und beschränkte sich auf das für die Beurteilung der
Eintretensvoraussetzung
nach
Art.
87 IVV Notwendige. Dementsprechend
erwog
sie
auch
nur, die tatsächliche Situation müsse sich wesentlich geändert haben, um das Gesuch prüfen zu können
; s
olche Veränderungen seien indes nicht festzustellen (
Urk.
2).
2.3
F
erner
ist
zu beachten,
dass sich die versicherte Person nicht nur die ursprüng
liche Leistungsverweigerung, sondern auch das Ergebnis einer späteren materiellen Rentenprüfung entgegenhalten lassen muss, wenn der Rentenan
spruch nach rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs abermals rechtskräftig verneint
wurde (BGE 130 V 71 E. 3.2.3).
Ausgangspunkt für die glaubhaft zu machende Änderung des Sachverhalts bildet daher die
letzte V
erfügung vom 1
4.
Juni 2014 (Urk. 9/58).
3.
3.1
Die Verneinung des Rentenanspruchs mit Verfügung vom 1
4.
Juni 2014 erfolgte in Koordination
(
Urk.
9/54/5 und 9/58/2 oben)
mit dem
Suva-
Entscheid vom
18.
Februar 2014 (
Urk.
9/52
)
.
Darin wurde festgehalten, gemäss Austrittsbericht der
Y._
vom 2
6.
Juni 2013
sei dem Beschwerdeführe
r
trotz der beidseitigen Knieverletzungen eine leichte bis mittels
chwere Arbeit ganztags zumutbar
. Die Arbeit sollte wechselbelastend
sein
und weder das wiederholte
Ein
n
ehmen
von Zwangshaltungen (wie Knien, Kauern oder Hocken) noch das wie
derholte
Gehen in unebenem Gelände
oder Arbeiten auf Leitern und Gerüsten beinhalten.
Diese Zumutbarkeitsbeurteilung sei schlüssig
, es sei
vollumfänglich darauf abzustellen (
Urk.
9/52/2).
3.2
Es sei darauf hingewiesen, dass sich aus dem damals noch vor Verfügungserlass verfassten B
ericht der
Z._
vom 23.
Oktober 2013
keine neuen Erkenntnisse
ergaben
. D
a
rin
wurde
bestätigt, dass auch am 12.
September 2013 MR-tomographisch im Bereich beider Knie kein anatomisches Korrelat für die geklagten Beschwerden gefunden worden sei, ebenso wenig
Hinweis
e
für eine
Synovitis
(
Urk.
9/50/16
; zum
detaillierten MRI-Befund
Urk.
9/50/34 f.
). Keine (genügenden) Hinweise fanden sich auch für eine entzündlich-rheumatologische Grunderkrankung, eine
Kristallarthropathie
oder ein komplexe
s
regionale
s
Schmerzsyndrom (
Urk.
9/50/17).
D
er Kreisarzt der Suva
schloss
am 2
6.
November 2013
in Kenntnis
dieser
Berichte
auf einen unveränderten (grosszügig bemesse
nen) Integritätsschaden am linken Knie
und
unter
Hervorhebung
des B
ericht
s
zur Kniearthroskopie vom 1
6.
Oktober 2012
auf e
ine mässig
e, medial betonte
femoro
tibiale
Arthrose des rechten Knies (
Urk.
9/50/8).
4.
4.1
Wie das Bundesgericht in BGE 130 V 64 erörtere, muss die versicherte Person mit der Neuanmeldung die massgebliche Tatsachenänder
ung glaubhaft machen
. Der Untersuchungsgrundsatz, wonach das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen hat, spielt insoweit nicht. Wird in der Neuanmeldung kein
Eintretenstatbestand
glaub
haft gemacht, sondern bloss auf ergänzende Beweismittel, insbesondere Arztbe
richte, hingewiesen, die noch beigebracht würden oder von der Verwaltung beizuziehen seien, ist der versicherten Person eine angemessene Frist zur Ein
reichung der Beweismittel anzusetzen. Diese Massnahme setzt voraus, dass die ergänzenden Beweisvorkehren geeignet sind, den entsprechenden Beweis zu erbringen. Sie ist mit der Androhung zu verbinden, dass ansonsten gegebenen
falls auf Nichteintreten zu erkennen sei. Ergeht eine
Nichteintretensverfügung
im Rahmen eines Verwaltungsverfahrens, das den eben umschriebenen Erfordernis
sen betreffend Fristansetzung und Androhung der Säumnisfolgen genügt, legen die Gerichte ihrer beschwerdeweisen Überprüfung den Sachverhalt zu Grunde, wie er sich der Verwaltung bot (E 5.2.5). Andernfalls sind auch später nachge
reichte Bericht
e
zu
berücksichtigen (
vgl.
E. 6).
4.2
Gemäss
dem als Neuanmeldung geltenden
Sprechstundenbericht der
Z._
vom 10. November 2016 wurden am 2
4.
Juni 2016 eine Kniepunktion und am 1
5.
August 2016 eine Kniearthroskopie rechts mit medialer
Te
il
meni
s
kektomie
durchgeführt.
Dazu findet sich die Empfehlung, die mit 14
%
veran
schlagte Invalidenrente zu
reevaluieren
, da der
Beschwerdeführer derzeit nicht in diesem Mass arbeitsfähig sei
(
Urk.
9/59).
Im
V
orbescheidverfahren
reichte der Beschwerdeführer ferner
das
an
die Suva
adressierte
Schreiben vom 13. Juni 2017
ein
,
womit er sich gegen die Mitteilung der Suva v
om 2
7.
Dezember 2016
wandte, dass
im Rahmen des Rückfalls keine weiteren
Heilkosten
mehr übernommen würden bzw. kein
weiterer
Leistungsan
spruch mehr bestehe (
Urk.
9/80/2).
Dem Schreiben legte er drei Berichte der
Z._
vom Frühjahr 2017 bei.
Im
Bericht
vom 2
9.
März 2017
wurde anamnestisch festgehalten, dass die Beschwerdesymptomatik unverändert sei und die vorgeschlagenen Massnahmen (Chiropraktiker, Komplementärmedizin und Schmerzsprechstunde) mangels Kostengutsprache durch die Suva nicht hätten
beansprucht
werden können. Es zeige sich am rechten Knie eine deutliche Atrophie der
periartikulären
Muskula
tur. Da das letzte MRI präoperativ im Juni 2016 erfolgt sei, werde zum Ausschluss einer erneuten relevanten Pathologie ein neues MRI durchgeführt. Man habe
dem Beschwerdeführer
aber erklärt, dass alle Beteiligten denken
würden
, dass er
eine gestörte Schmerzverarbeitung b
ei
chronifizierten
Schmerzen auf
weise (
Urk.
9/80/9).
Im
miteingereichten Verlaufsbericht
vom 2
7.
April 2017 wurde
der Beschwerde
führer
a
ls Maler
bzw.
für kniebelastende Tätigkeiten als nicht arbeitsfähig beur
teilt.
Dabei zeigten sich i
m
gleichentags durchgeführten MRI des rechten Knies
explizit
keine neuen Befunde. Festgestellt wurde
eine mittelgradige Degen
e
ration des medialen Kompartiments
.
Das Fazit lautete, e
s bestehe kein
pathomorpholo
gisches
Korrelat für die Kniegelenkschmerzen, das chirurgisch zuverlässig ange
gangen werden könne
(
Urk.
9
/80/7).
Nichts
Neues
ergibt sich aus dem
dritten
Bericht
vom
2
3.
Mai
201
7.
M
an
empf
ahl
,
(weiterhin) komplementärmedizinische Massnahmen zu ergreifen oder auch eine Vorstellung in einem Schmerztherapiezentrum. Aufgrund der beschriebenen Schmerzen sei verständlich, dass der Beschwerdeführer in einem körperlich belaste
nd
en Beruf, z.B. als Maler, nicht mehr zum von der Suva festgelegten Grad erwerbsfähig sei. Letztlich sei dies aber nur ein Eindruck. Die Arbeitsfähigkeit sei in einer arbeitsmedizinischen Untersuchung festzulegen (
Urk.
9/80/4).
4.3
Anhaltspunkte für
n
eue Befunde
bestehen aufgrund der im Verwaltungsverfahren ei
n
gereichten Berichte somit nicht.
Insbesondere wurde für den
Zeitpunkt der Neuanmeldung
wiederum kein
pathomorphologisches
Korrelat für die geklagten Sc
hmerzen
festgestellt bzw. zeigten sich bildgebend nur die bereits seit Oktober 2012 bekannten mittelgradigen degenerativen Veränderungen im rechten Knie.
Allein die Tatsache, dass
eine weitere Punktion und
Arthroskopie durchgeführt wurde
n
, bildet kein genügendes Indiz für eine rentenrelevante gesundheitliche Verschlechterung.
Dies muss umso mehr gelten, als die
behandelnden
Ärzte dem Beschwerdeführer
nach wie vor
einzig
für die Tätigkeit als Maler bzw.
für
knie
belastende Tätigkeiten eine Arbeitsunfähigkeit attestiert
en
.
Dieser Einschränkung wurde indes
von der Invalidenversicherung bzw. der Suva
bereits bei der letzten Rentenprüfung vollumfänglich Rechnung getragen, indem
beim Invalidenein
kommen
nur
die
Verdienstmöglichkeiten in einer angepassten Tätigkeit (vgl. zum Tätigkeitsprofi
l E. 3.1) berücksichtigt wurden.
Soweit
sich die Ärzte sinngemäss für eine Wiedererwägung der Rentenverfügung vom 1
4.
Juni 2014 aussprachen,
bleibt anzufügen, dass der Invaliditätsgrad nicht direkt die Arbeitsfähigkeit als Maler widerspiegelt,
sondern nur die Erwerbsein
busse, welche der Beschwerdeführer trotz Ausübung einer ihm noch zumutbaren Tätigkeit erleidet.
Zudem kann
die Beschwerdegegnerin
zwar
formell rechtskräf
tige Verfügungen, die nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung waren,
wiedererwägen
, wenn sie zweifellos unrichtig sind und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (
Art.
53
Abs.
2 ATSG). Dieses Zurückkommen liegt indessen in ihrem Ermessen. Es besteht kein gerichtlich durchsetzbarer Anspruch auf Wi
edererwägung
(BGE 133 V 50).
4.4
Es
stellt sich
die Frage, inwiefern die im Gerichtsverfahren nachgereichten Arzt
be
richte zu berücksichtigen sind.
Für
das
somatische
Knieleiden
spielt dies keine Rolle
, zumal die medizinische Beurteilung im
B
ericht der
Z._
vom 2
1.
Juli 2017
nicht von den oberwähnten Vorberichten abweicht. Insbesondere wurde wieder
nur eine Arbeitsunfähigkeit im Beruf als Maler und in
«
belastenden
»
Tätigkeiten mit Gehen attestiert
(
Urk.
6/2 S. 2
). Der Bericht vom
27.
April 2017
(
Urk.
6/3)
lag
schon
im Verwaltungsverfahren
vor
(
Urk.
9
/80/6
f.).
D
em Schreiben des Hausarztes
Dr.
med.
A._
, Allgemeinmediziner, an die Suva vom 2
7.
April 2016
sind keine
n
eue
n
Befunde oder Diagnosen
zu entneh
men.
Interessant ist
aber
sein Hinweis, dass
es dem Beschwerdeführer
in den letzten zwei Jahren mit Schonen recht ordentlich gegangen und er nicht mehr wegen der Kniebeschwerden in Behandlung gewesen sei
. Erst
nachdem er vor Kurzem
eine Anstellung als Maler zu 80 % angenommen habe, seien Anfang April 2016 wieder starke Knieschmerzen aufgetreten (
Urk.
6/5).
Eine gesundheit
liche Verschlechterung ist damit
bei unveränderten Befunden
zwar nicht glaub
haft gemacht.
Der beschriebene
Beschwerdeverlauf
bestätigt
indes
, was aufgrund der letzten
Rentenprüfung z
u erwarten war – nämlich eine
Schmerzexazerbation
durch
Überbelastung
, wenn der Beschwerdeführer
die für
ihn ungeeignete Tätig
keit als Maler
ausübt.
Aus
d
er
erst
nach Verfügungserlass
erfolgten
Anmeldung
zur
nochmaligen
orthopädischen Abklärung,
datiert vom 1
2.
Februar 2018 (
Urk.
6/1), mit dem Hin
weis auf «klinisch wenig»
lässt sich selbstredend
nichts
zu Gunsten
des Beschwer
deführers ableiten.
Es
ist hervorzuheben, dass
ihm
während des
Verwaltungsver
fahren
s
bereits
reichlich
Zeit
für
neue orthopädische
Abklärungen eingeräumt wurde,
die er auch nutze. Nicht bedeutsam ist deshalb, dass ihm keine Säumnis
folgen angedroht wurden und die Abklärungen nichts zu Tage förderten.
Sollten sich
zu einem späteren Zeitpunkt
objektive Anhaltspunkte für eine Verschlechte
rung ergeben,
ist
eine Neuanmeldung jederzeit möglich
.
Es bleibt
hinsichtlich der psychischen Beschwerden
festzustellen
, dass der Beschwerdeführer
die
Beschwerdegegnerin
vor Erlass der angefochtenen Verfü
gung – mithin
über
ein Jahr nach der Neuanmeldung
(
Urk.
9/59),
mehr als vier Monate
nach der ersten psychologischen Konsultation
(
Urk.
6/4)
und trotz Unterstützung durch den Sozialdienst in administrativen Belangen (z.B.
Urk.
9/77, 9/80 und 9/88)
–
nicht darüber
in Kenntnis setzte (vgl.
Urk.
9
/72
und
9
/80/2 f.
; ferner
Urk.
9
/90/1).
De
mentsprechend kann
der Beschwerdegegnerin
nicht vorgeworfen werden, sie hätte ihm unter der Androhung von Säumnisfol
gen eine Frist ansetzen müssen, um diese glaubhaft zu machen.
Es ist auch nicht ersichtlich, weshalb der Beschwerdeführer den Bericht vom
4.
Oktober 2017 (Urk. 6/4) nicht spätestens mit der Beschwerde hätte einreichen können.
5.
Zusammen
fassend
ist durch die rechtzeitig eingereichten Arztberichte keine
Ver
än
derung des Gesundheitszustandes
seit
Erlass der
Verfügung vom 1
4.
Juni 2014 glaubhaft gemacht. Es ist daher nicht zu beanstand
en, dass die Beschwerdegeg
nerin
auf die Neuanmeldung des Beschwerdeführers
vom November 2016
nicht eingetreten ist. Die Beschwerde ist folglich abzuweisen.
Indes ist di
e
vom Beschwerdeführer mit
Eingabe
vom 16. Februar 2018 mitgeteilte Verschlechte
rung des psychischen Zustandes
(
Urk.
1 S. 1) unter Beilage des
psychologischen
Berichts der
B._
vom
4.
Oktober 2017
(
Urk.
6/4)
von der Beschwerdegegnerin im Rahme
n einer neuen Neuanmeldung zu prüfen.
Hierfür ist die
Sache nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids an die Beschwerde
gegnerin zu überweisen.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.– bis Fr. 1‘000.– festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung
,
IVG)
. Sie sind
vorliegend auf
Fr.
4
00.– anzusetzen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.