Decision ID: 2d7ae4c6-6a53-4c40-8c2b-054d056285be
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

I. Sachverhalt:
1. A._, Jahrgang 1971, war zuletzt als Primarlehrerin in der Institution
B._ in C._ tätig. Am 31. März 2019 kündigte sie das
Arbeitsverhältnis auf den 30. Juni 2019. Zudem verlegte sie ihren
Wohnsitz von D._ per Ende Juni 2019 nach E._. In der Folge
meldete sie sich per 30. September 2019 zum Bezug von
Arbeitslosenentschädigung im Umfang von 70 % ab selbigem Datum an.
2. Mit Verfügung vom 6. November 2019 stellte das Amt für Industrie,
Gewerbe und Arbeit (nachfolgend: KIGA) den Anspruch von A._ auf
Arbeitslosenentschädigung für 39 Tage zufolge selbstverschuldeter
Arbeitslosigkeit ab dem 1. Juli 2019 ein.
3. Hiergegen erhob A._ am 2. Dezember 2019 Einsprache. Begründend
führte sie im Wesentlichen aus, dass sie mit ihrem Partner im Kanton
Graubünden zusammenleben wollte und der Arbeitsweg zwischen
E._ und F._ nicht zu bewältigen war, so dass sie die Stelle in
F._ kündigen musste.
4. Mit Einspracheentscheid vom 16. Dezember 2019 wies das KIGA die
Einsprache vom 2. Dezember 2019 ab und bestätigte die
Einstellungsverfügung vom 6. November 2019 über 39 Einstellungstage.
5. Hiergegen erhob A._ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 25.
Januar 2020 (Poststempel: 27. Januar 2020) Beschwerde an das
Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und beantragte sinngemäss
die Aufhebung des Einspracheentscheides vom 16. Dezember 2019 und
die Reduktion der Einstelltage.
6. In der Beschwerdeantwort vom 10. Februar 2020 stellte das KIGA
(nachfolgend: Beschwerdegegner) den Antrag auf Beschwerdeabweisung
unter gesetzlicher Kostenfolge.
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7. Es erfolgte kein weiterer Schriftenwechsel.
Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen
Einspracheentscheid sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in
den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid
des Beschwerdegegners vom 16. Dezember 2019, worin dieser die
verfügte Einstellung des Anspruchs der Beschwerdeführerin auf
Arbeitslosenentschädigung für die Dauer von 39 Tagen bestätigte.
Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin ihren Wohnsitz per Ende
Juni 2019 von D._ nach E._ verlegte. Der Einspracheentscheid
vom 16. Dezember 2019 kann somit beim Verwaltungsgericht des
Kantons Graubünden als zuständigem Versicherungsgericht angefochten
werden (Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil
des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit.
a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]; vgl.
auch Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIG;
SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIV;
SR 837.02]). Das angerufene Gericht ist für die Beurteilung der
vorliegenden Beschwerde somit zuständig. Als formelle und materielle
Adressatin des angefochtenen Entscheids ist die Beschwerdeführerin
davon überdies berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen
gerichtlicher Überprüfung. Sie ist demnach zur Beschwerdeführung
legitimiert (Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen
frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten
(Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 60 und Art. 61 ATSG).
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1.2. Gemäss Art. 43 Abs. 3 lit. a VRG entscheidet das Verwaltungsgericht in
einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert CHF 5'000.00 nicht
überschreitet und keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist. Vorliegend
wehrt sich die Beschwerdeführerin gegen die Einstellung ihres Anspruchs
auf Arbeitslosenentschädigung für 39 Tage. Der Streitwert beläuft sich
somit auf CHF 5'403.45 (= 39 x CHF 138.55; vgl. beschwerdegegnerische
Akten [Bg-act.] 1; Beschwerdeantwort S. 2). Nachdem sich der Streitwert
auf über CHF 5'000.00 beläuft und für die vorliegende Angelegenheit
keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist (vgl. Art. 43 Abs. 2 VRG),
entscheidet das Verwaltungsgericht in ordentlicher Dreierbesetzung
(Art. 43 Abs. 1 VRG).
2. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob die Beschwerdeführerin
zu Recht wegen Kündigung ihres Arbeitsverhältnisses bei der Institution
B._ in C._ für die Dauer von 39 Tagen in der
Anspruchsberechtigung zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung
eingestellt wurde.
3.1. Gemäss Art. 17 Abs. 1 AVIG hat die Versicherte alles Zumutbare zu
unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen. Die
Einstellung in der Anspruchsberechtigung dient dazu, die in Art. 17 Abs. 1
AVIG statuierte Schadenminderungspflicht der Versicherten
durchzusetzen. Sie hat die Funktion einer Haftungsbegrenzung der
Versicherung für Schäden, die die Versicherten hätten vermeiden oder
vermindern können. Als versicherungsrechtliche Sanktion bezweckt sie die
angemessene Mitbeteiligung der versicherten Person am Schaden, den sie
durch ihr Verhalten der Arbeitslosenversicherung in schuldhafter Weise
natürlich und adäquat kausal verursacht hat (vgl. BGE 133 V 89 E.6.1.1
und 6.2.2).
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3.2. So ist die Versicherte gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG in der
Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden
arbeitslos geworden ist. Die Arbeitslosigkeit gilt insbesondere dann als
selbstverschuldet, wenn die Versicherte das Arbeitsverhältnis von sich aus
aufgelöst hat, ohne dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei
denn, dass ihr das Verbleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden
konnte (Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV).
3.3. Als Verwaltungssanktion ist die Einstellung vom Gesetzmässigkeits-,
Verhältnismässigkeits- und Verschuldensprinzip beherrscht. Ein
Selbstverschulden der versicherten Person liegt vor, wenn und soweit der
Eintritt oder das Andauern der Arbeitslosigkeit nicht objektiven Faktoren
zuzuschreiben ist, sondern in einem nach den persönlichen Umständen
und Verhältnissen vermeidbaren Verhalten liegt, für das die Versicherung
die Haftung nicht übernimmt. In beweisrechtlicher Hinsicht müssen die dem
Einstellungstatbestand zu Grunde liegenden Tatsachen mit dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit erfüllt sein (Urteil des Bundesgerichts C 115/01 vom
13. Mai 2002 E.1b m.w.H.). Die blosse Möglichkeit eines bestimmten
Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat
vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen
möglichen Geschehensabläufen für die wahrscheinlichste hält (vgl. BGE
144 V 427 E.3.2 und BGE 125 V 193 E.2).
4. Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin das
Arbeitsverhältnis als Primarlehrerin in der Institution B._ in C._
von sich aus aufgelöst hat. Gestützt auf Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV gilt es
folglich zu prüfen, ob der Beschwerdeführerin in jenem Zeitpunkt der
Kündigung eine andere Stelle zugesichert war.
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4.1. In ihrer Beschwerde hält die Beschwerdeführerin fest, dass sie bewusst
erst vor Ort in Graubünden eine Stelle suchen wollte. Sie habe sich auch
nicht sofort bei der Arbeitslosenkasse angemeldet und sich etwas Zeit
gelassen (Verschnaufpause).
4.2. Eine Stelle gilt erst als zugesichert, wenn ein Arbeitsvertrag über einen
vorgesehenen Arbeitsbeginn vorliegt (AVIG-Praxis ALE D23). Dies war
vorliegend im Zeitpunkt der Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch die
Beschwerdeführerin am 31. März 2019 auf den 30. Juni 2019 nicht der Fall.
Es ist somit aktenmässig erstellt und unbestritten, dass die
Beschwerdeführerin ihre bisherige Arbeitsstelle aufgab, ohne dass ihr eine
andere Stelle zugesichert war.
5. Damit bleibt zu prüfen, ob der Beschwerdeführerin das Verbleiben an der
bisherigen Arbeitsstelle in der Institution B._ nicht zugemutet werden
konnte (vgl. Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV).
5.1. Nach gefestigter bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei der Frage der
Unzumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz ein strenger Massstab
anzulegen (AVIG-Praxis ALE D26). Die Frage der Zumutbarkeit beurteilt
sich anhand der Kriterien von Art. 16 Abs. 2 AVIG. Dabei wird in
beweisrechtlicher Hinsicht die Zumutbarkeit des Verbleibens an der
Arbeitsstelle vermutet.
5.2. Die Beschwerdeführerin bringt als Unzumutbarkeitsgrund den langen
Arbeitsweg von E._ nach F._ im Sinne von
Art. 16 Abs. 2 lit. f AVIG vor.
5.3. Demgegenüber hält der Beschwerdegegner fest, dass keine Gründe nach
Art. 16 AVIG zu erkennen seien, welche die Unzumutbarkeit des
Arbeitsverhältnisses belegen würden. Eine Arbeit sei unter anderem
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unzumutbar, wenn sie einen Arbeitsweg von mehr als zwei Stunden je für
Hin- und den Rückweg notwendig mache und bei welcher für die
Versicherte am Arbeitsort keine angemessene Unterkunft vorhanden sei
oder sie bei Vorhandensein einer entsprechenden Unterkunft ihre
Betreuungspflicht gegenüber den Angehörigen nicht ohne grössere
Schwierigkeiten erfüllen könne (Art. 16 Abs. 2 lit. f AVIG). Der
Beschwerdeführerin hätte eine angemessene Unterkunft in C._ zur
Verfügung gestanden, hat die Beschwerdeführerin dort ja zuvor gewohnt.
Hinsichtlich Betreuungspflicht habe die Beschwerdeführerin nichts geltend
gemacht.
5.4. Die Beschwerdeführerin bringt nichts vor, wonach ihr das Verbleiben an
der bisherigen Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte. Die
Beurteilung der Zumutbarkeit im Sinne von Art. 16 AVIG ist bei einer
freiwilligen Stellenaufgabe strenger, als dies bei der Bewertung der
Annahme einer Arbeit der Fall ist (GERHARDS, Kommentar zum AVIG, Band
I, Bern und Stuttgart 1987, Rz. 13 zu Art. 30 AVIG). Der versicherten
Person darf aufgrund der ihr obliegenden Schadensminderungspflicht in
der Regel zugemutet werden, für eine begrenzte Zeit im unbefriedigenden
Arbeitsverhältnis zu bleiben und sich von dort aus um eine neue Stelle zu
bemühen (FAESI, Arbeitslosenentschädigung und Zwischenverdienst, Diss.
Zürich 1999, S. 309 m.w.H.; CHOPARD, Die Einstellung in der
Anspruchsberechtigung, Diss. Zürich 1998, S. 116). Vorliegendenfalls ging
der Eintritt der Arbeitslosigkeit somit auf ein nach den persönlichen
Umständen und Verhältnissen vermeidbares Verhalten der
Beschwerdeführerin zurück, obschon ihr ein weiterer Verbleib an der
bisherigen Arbeitsstelle – zumindest bis zum Finden einer neuen
Anstellung – zumutbar gewesen wäre. Dies insbesondere aufgrund der
vom Gesetz statuierten Schadensminderungspflicht der Versicherten
gemäss Art. 17 Abs. 1 AVIG.
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6. Als Zwischenergebnis kann somit festgehalten werden, dass die
Beschwerdeführerin zu Recht infolge selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit
in der Anspruchsberechtigung zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung
eingestellt wurde. Zu prüfen bleibt, ob die Einstellungsdauer von 39 Tagen
angemessen ist.
6.1. Die Einstellungsdauer bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens,
welches sich die Versicherte vorwerfen lassen muss (Art. 30 Abs. 3 Satz 3
AVIG). Die Einstellung dauert ein bis 15 Tage bei leichtem Verschulden, 16
bis 30 Tage bei mittelschwerem Verschulden und 31 bis 60 Tage bei
schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 AVIV). Bei der Festsetzung der
Einstellungsdauer handelt es sich um eine typische Ermessensfrage, deren
Beantwortung einer Korrektur nur dort zugänglich ist, wo das Ermessen
rechtsfehlerhaft ausgeübt wurde, also eine Über- oder Unterschreitung
bzw. ein Missbrauch des Ermessens vorliegt. Das kantonale Gericht darf
sein Ermessen nicht ohne triftige Gründe an die Stelle desjenigen der
Verwaltung setzen; es muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen
können, welche seine abweichende Ermessensausübung als
naheliegender erscheinen lassen (vgl. Urteile des Bundesgerichts
8C_138/2017 und 8C_143/2017 vom 23. Mai 2017 E.6.1).
Gemäss Art. 45 Abs. 4 lit. a AVIV liegt ein schweres Verschulden vor, wenn
die versicherte Person ohne entschuldbaren Grund eine zumutbare
Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle aufgegeben hat.
Gemäss Rechtsprechung ist im Bereich des schweren Verschuldens als
Ausgangsposition für die Verschuldensbeurteilung im Einzelfall in der
Regel ein Mittelwert in der Skala von 31 bis 60 Tagen zu wählen (KUPFER
BUCHER, in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum AVIG, 5. Aufl., Zürich 2019, S. 238 f.). Für die Dauer
der Einstellung in der Anspruchsberechtigung ist einzig der Grad des
Verschuldens massgebend. Unberücksichtigt bleibt dabei die Dauer der
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Arbeitslosigkeit, da ansonsten Personen, die weniger lange arbeitslos sind,
bessergestellt würden, was u.a. vom Zufall abhängen kann (KUPFER
BUCHER, a.a.O., S. 237). Ein milderer Massstab kann bei der Kündigung
eines Arbeitsverhältnisses ohne Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle
Beachtung finden, da der Verschuldensbeurteilung dabei ein grösseres
Gewicht zukommt. Bei der Verschuldensbeurteilung und somit bei der
Festlegung der Einstellungsdauer ist eine Übernahme eines Teils des
Schadens durch Zuwarten mit der Anmeldung zum Bezug von Taggeld
nach Eintritt der Arbeitslosigkeit im Sinne einer Verminderung des
Verschuldens zu berücksichtigen. Dieses Zuwarten nach der Kündigung
und bei vorschriftgemässer Stellensuche ist allerdings nur dann als
verschuldensmindernd zu werten, wenn die Person ohne dieses Zuwarten
bereits zum Bezug von Arbeitslosenentschädigung berechtigt gewesen
wäre.
Gemäss Art. 45 Abs. 4 lit. a AVIV liegt ein schweres Verschulden vor, wenn
die versicherte Person ohne entschuldbaren Grund eine zumutbare
Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle aufgegeben hat
(vgl. auch AVIG-Praxis ALE D61). Unter einem entschuldbaren Grund ist
ein Grund zu verstehen, der das Verschulden leichter als schwer
erscheinen lässt. Dabei kann der im konkreten Einzelfall liegende Grund
die subjektive Situation der betroffenen Person (etwa gesundheitliche
Probleme, familiäre Situation, Religionszugehörigkeit) oder eine objektive
Gegebenheit (z.B. befristete Stelle), beschlagen (KUPFER BUCHER, a.a.O.,
S. 240 m.w.H; BGE 130 V 125 E.3.5). Das Gericht darf nicht von der
Einstellung im Bereich des schweren Verschuldens abweichen, wenn
feststeht, dass eine versicherte Person ohne entschuldbaren Grund eine
zumutbare Arbeit abgelehnt hat (KUPFER BUCHER, in: STAUFFER/CARDINAUX
[Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum AVIG, 5. Aufl., Zürich
2019, S. 243).
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6.2. Vorliegend hat der Beschwerdegegner die Einstellung mit 39 Tagen im
unteren Bereich des schweren Verschuldens angesiedelt. Dies scheint
insofern als angemessen, als die Beschwerdeführerin die ihr zumutbare
bisherige Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle aufgab
und sich anschliessend während einiger Monate nicht auf Stellensuche
begab, ohne dass in subjektiver oder objektiver Hinsicht ein entschuldbarer
Grund vorlag. Eine Verschuldensminderung fällt somit ausser Betracht
(AVIG-Praxis ALE D61 f.).
7. Im Ergebnis erweist sich der Einspracheentscheid somit als rechtens,
weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
8. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG (Fassung, die bis 31. Dezember 2020 in Kraft
stand; siehe Art. 83 ATSG [Übergangsbestimmung zur Änderung vom 21.
Juni 2019]) ist das kantonale Beschwerdeverfahren in
Sozialversicherungssachen  ausser bei mutwilliger oder leichtsinniger
Prozessführung  kostenlos, weshalb für das vorliegende Verfahren keine
Kosten erhoben werden. Dem obsiegenden Beschwerdegegner steht kein
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).