Decision ID: a6f2b82f-8cfe-4136-99e6-3d963f90fe62
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1958, ab 1988 als Bauarbeiter/Vorarbeiter bei der
Y._
AG tätig (vgl.
Urk.
7/16),
leid
et seit Jahren an Rückenbeschwerden. Nach einem Unfall am
7.
September 2010
und dem Abschluss der unfallbedingten Behand
lung im Dezember 2010 bezog der Versicherte
von
Januar
bis Ende Juni
2011 Krankentaggelder der CSS Versicherung (vgl.
Urk.
7/21
/2, 7/21/61
). Die Arbeit
geberin sprach per Ende August 2011 die Kündigung
aus gesund
heitlichen Gründen aus
(
Urk.
7/42/21). Ab 1
4.
November 2011 meldete sich der Versi
cherte bei der Arbeitslosenkasse
Unia
zur Stellenvermittlung und zum Bezug von Arbeitslosentaggeldern aufgrund einer 100%igen
Verm
ittlungs
fähigkeit
(
Urk.
7/19), a
m 1
5.
Februar 2013 sodann
zum Leistungsbezug bei der Invaliden
versicherung an (
Urk.
7/11).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die beruf
lichen un
d medizinischen Verhältnisse ab und
holte
Unterlagen der CSS Ver
si
che
rung und der
Unia
ein (
Urk.
7/12
-7/26). Am 2
4.
September 2013 wurde der Versicherte einer orthopädischen und einer psychiatrischen fachärztlichen Untersuchung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der IV-Stelle unter
zo
gen (Untersuchungsberichte vom
7.
Oktober 2013,
Urk.
7/28 und 7/29). Mit Vorbescheid vom 1
0.
Januar 2014 teilte die IV-Stelle dem Versicherten die voraussichtliche Abweisung des Rentenbegehrens ausgehend von einem
Invali
ditätsgrad
von 15
%
mit (
Urk.
7/33
). Hieran hielt sie mit Verfügung vom 1
9.
Mai 2014 fest und wies das Leistungsbegehren auch hinsichtlich eines im Einwand gestellten Eventualantrags auf Gewährung beruflicher Massnahmen (vgl.
Urk.
7/42/4) ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen liess
X._
am 1
7.
Juni 2014 Beschwerde erheben mit dem Antrag auf Anordnung einer Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) und
Erlass eines
neue
n
Entscheid
s
über den Leistungsanspruch. Eventua
liter seien dem Beschwerdeführer berufliche Massnahmen (
Arbeits
training
, Umschulung) zu gewähren (
Urk.
1 S. 2). Die
Beschwerde
gegnerin
schloss in der Vernehmlassung vom 1
8.
August 2014 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
6).
Auf die Vorbringen der Parteien und di
e eingereichten Unterlagen wird
, soweit für die
Entscheidfindung
erforderlich, nachfolgend eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Sie kann Folge von
Geburts
gebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und
einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
1.4.1
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vor
liegen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE
134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
1.4.2
Berichte und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte unterliegen wie andere Beweismittel der freien richterlichen Beweiswürdigung. Es kann ihnen Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indi
zien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Im Übrigen ist richtig, dass an die Unparteilichkeit auch der versicherungsinternen Gutachterinnen und Gutachter ein strenger Massstab anzulegen ist (BGE 123 V 331 E. 1c mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Rentenanspruch des Beschwerde
führers mit der Begründung, er sei aus medizinischer Sicht in einer
behinde
rungsangepassten
Tätigkeit unter Berücksichtigung eines zusätzlichen
Pausen
bedarfs
von 10
%
voll arbeitsfähig. Der Einkommensvergleich führe zu einem rentenausschliessenden
Invaliditätsgrad von 15
%
; ein Leidensabzug sei ebenso wenig angezeigt wie berufliche Massnahmen, stünden doch dem Beschwerde
führer auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend Tätigkeiten offen und er sei auch in der Lage, selbständig eine angepasste
Hilfsarbeitertä
tigkeit
zu suchen (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer lässt dagegen im Wesentlichen vorbringen, die medizini
sche Aktenlage sei unvollständig und
die
Beurteilung des RAD stehe im Wider
spruch zur Beurteilung des behandelnden Arztes
Dr.
med.
Z._
und der Beurteilung der
A._
Bis heute sei
seine funktionelle
Leistungsfähigkeit
nie untersucht worden. Zum Eventualantrag auf Gewährung beruflicher Massnahmen liess er geltend machen, dass in Anbe
tracht der konkreten Umstände ein Leidensabzug von mindestens 15
%
ange
bracht sei und entsprechend in jedem Fall ein Invaliditätsgrad resultiere, der einen Umschulungsanspruch zur Folge habe
(
Urk.
1 S.
6).
2.3
Streitig und zu prüfen ist im Folgenden zunächst, ob
sich die
Beschwerdegegne
rin
gestützt auf
die Aktenlage
zu Recht auf den Standpunkt stellte, dass der Beschwerdeführer
in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
unter Berück
sichtigung eines zusätzlichen Pausenbedarfs von 10
%
voll arbeitsfähig se
i
. Einig sind sich die Parteien darin, dass er in der angestammten Arbeit als Bau
arbeiter nicht mehr leistungsfähig ist.
In zeitlicher Hinsicht gilt
Art.
29
Abs.
1 in Verbindung mit
Art.
29
Abs.
3 IVG, wonach ein Rentenanspruch frühestens sechs Monate nach der Anmeldung, mithin hier ab August 2013 entstehen kann
. D
as Wartejahr gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG
begann
mithin
im August 2012 zu laufen
.
3.
3.1
Den
medizinischen Akten ist im Wesentlichen
Folgendes zu entnehmen:
Gemäss Bericht
von
Dr.
med.
Z._
, Spezialarzt FMH für Chirurgie,
Wirbel
säulenleiden
, Schleudertrauma und orthopädische Traumatologie,
vom 1
9.
Mai 2011 lit
t der Beschwerdeführer seit Jahren an einem chronisch rezidivierenden
c
ervical
- und
lumbalbetonten
Panvertebralsynd
rom
. Es bestehe eine vermin
derte Belastbarkeit des Achsenorgans, welche nur noch körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit in wirbelsäulenadaptierten
Wechselpositionen (Sitzen, Stehen, Gehen) zulasse. Insbesondere sei kein Heben von schweren Lasten mehr möglich (15 Kilogramm kurzfristig, 4 Kilogramm langfristig). In einer derart angepassten Tätigkeit erachtete
Dr.
Z._
den Beschwerdeführer dannzumal aus somatischer Sicht zu 50
%
arbeitsfähig (
Urk.
7/18/2-3).
Zur Verfügung stand
en
Dr.
Z._
unter anderem
Berichte
des
B._
, vom
1
7.
Januar und
1
4.
März 2011
zu Aufnahmen der Lenden-, Brust- und Halswirbelsäule
(
LWS; BWS; HWS;
Urk.
7/21/46,
7/21/47).
Am 1
9.
M
ai 2011 unterzog
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Orthopädische Chirur
gie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
z
ertifizierte medizinische Gutachterin (SIM), den Beschwerdeführer im Auftrag der CSS Versicherung einer v
ertrauensärztlichen Untersuchung
.
Ihre
Diagnose lautete auf rezidi
vierende Beschwerden der Wirbelsäule bei Fehlstatik, Haltungsinsuffizienz, muskulärem Hartspann und
verschmächtigter
Rumpfmuskulatur. Radiologisch seien degenerative Veränderungen in allen drei Abschnitten der Wirbelsäule bekannt. Beidseits liege eine erheblich verkürzte
Ischiokruralmuskulatur
vor. Ein nervenwurzelbezogenes neurologisches Defizit verneinte
Dr.
C._
. Beim Beschwer
deführer
besteh
e seit
dem
1
8.
Mai 2011 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit auf dem Bau. Diese sei bis 1
5.
Juni 2011 auf 100
%
steigerbar
.
Körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten erachtete
Dr.
C._
per sofort als voll zumutbar. Da nur beginnende degenerative Veränderungen vorlägen, ergebe sich keine Einschränkung für körperlich leichte Arbeiten. Der vollen Arbeitsfähigkeit aus orthopädischer Sicht stehe das Rentenbegehren des Beschwerdeführers entgegen, infolge welchem es immer wieder zu
krankheits
bedingten
Ausfällen kommen werde, sofern jetzt überhaupt eine Reintegration in den Arbeitsprozess möglich sei (
Urk.
7/21/26-34).
Auf Rückfrage der zuständigen Ärztin des medizinischen Dienstes der CSS Versi
cherung vom
7.
Juni 2011 erklärte
Dr.
C._
am 1
0.
Juni 2011, dass ihr Schluss auf ein Rentenbegehren im Umstand gründe, dass der Beschwerdeführer
in der Anamnese mehr Beschwerden angegeben habe, als pathologische Befunde im Zusammenhang mit der Lendenwirbelsäule gefunden
worden seien
.
Zur Frage, nach der Vertretbarkeit
der
bescheinigten
Arbeitsfähigkeit im ange
stammten Bereich angesichts
der
festgestellten irreversiblen
Wirbelsäulenfehl
form
(tiefgezogene Brustkyphose und verstärkte Lendenlordose, vgl.
Urk.
7/21/
25,
7/21/29) erklärte sie
, dass nur beginnende degenerative Verände
rungen vorlägen und eine
berufliche Umorientierung des la
ngjährig in seinem
Beruf tätig gewesenen Beschwerdeführers dessen Erwerbstätigkeit gefährde, müsse doch ein geeigneter Arbeitsplatz gesucht werden (
Urk.
7/21/21).
3.2
Am
1
7.
August 2012 erstellte das
A._
einen Verlaufsbericht
zuhanden des behandelnden Arztes
Dr.
med.
D._
, Facharzt FMH für Allgemeinmedi
zin
. Die Diagnose lautete wie folgt (
Urk.
7/21/5)
:
Status nach drei Unfällen m/b
1.
Unfall 2002 (Auffahrunfall, hausärztliche Versorgung)
2.
Unfall 2009 (Autounfall, hausärztliche Versorgung)
3.
Unfall 2010 (beim Abhängen vom Fahrrad
Thoraxkontusion
rechte
Seite)
Lumbovertebrales
Syndrom m/b
Diskrete Spondylose und
Chondrose
in der oberen LWS. Lei
chte
Spondyl
arthrose
L5/SI. Verdacht auf
Sacro-
IIeitis
links (14.03.11
Rx
LWS
)
Thorakovertebrales
Syndrom m/b
Osteochondrose
und vorwiegend dorsale Spondylose C5/6,
ossäre
Einengung des zervikalen Spinalkanals.
Atlantodentale
Arthrose.
Leicht vermehrte Kyphose der BWS bei leichter
Osteochondrose
und Spondylose. Leichte
Costovertebralarthrose
der mittleren BWS
(17.01.11
Rx
BWS)
Mittelgradige depressive Episode (ICD- 10, F3
2.
l)
Anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
Störung durch Tabak (F17.2)
.
Der Beschwerdeführer habe insbesondere über Beschwerden im Nacken- und Schulterbereich mit zeitweiligen Ausstrahlungen in das
Occiput
bis in die Stirn geklagt. Die Schulterschmerzen bestünden täglich, die Kopfschmerzen ungefähr jeden zweiten Tag. Die Rückenschmerzen seien nur noch leicht, seit er nicht mehr arbeite.
Daneben klage der Beschwerdeführer über
Lust- und Interessen
losigkeit, Antriebsstörungen, wenig Nervosität sowie Gedankenkreisen und Konzentrationsstörungen, eine deutliche Vergesslichkeit,
Sinnlosigkeitsgedan
ken
und Schlafstörungen (
Urk.
7/21/6).
Die von den Fachärzten aus den Bereichen Anästhesie, Chirurgie, Orthopädische Chirurgie und Rheumatologie erhobenen klinischen Befunde lauteten im Wesentlichen auf einen Hartspann/
Druckdolenzen
der paravertebralen Nacken- sowie der Schultermuskulatur und
Druckdolenzen
über den
zerikalen
Facetten der ganzen Halswirbelsäule bei uneingeschränkter
, jedoch endphasig schmerz
hafter
Beweglich
keit
. Daneben wurde
n
Druckdolenzen
im
lumbosakralen
Über
gang und ebenfalls ein
endgradiger
Bewegungsschmerz festgehalten. Der von
Dr.
Z._
erhobene Neurostatus war
ebenso
unauf
fällig,
wie
der internisti
sche
Untersuchungsbefund und die
ortho
pädisch geprüften Reflexe;
die Mus
kulatur sei seitengleich entwickelt.
Prof.
Dr.
med.
E._
, Facharzt für psychosomatische Medizin und Psycho
ana
lyse IPV, notierte eine emotionelle Kontaktaufnahme, der Beschwer
deführer sei forsch, sachlich und aktiv im Spontanverhalten, die Stimmung sei deutlich depressiv-resigniert und affektiv unkontrolliert, der Beschwerdeführer sei verbal mitteilungsaktiv. Kognitiv zeige er sich in Konzentration, Merkfähig
keit und Gedächtnis verlangsamt, weitschweifig und inhaltlich problemzentriert.
Die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit lautete dahingehend, dass der Beschwer
deführer in der angestammten Tätigkeit auf dem Bau nicht mehr arbeitsfähig sei. In einer angepassten Tätigkeit erachteten die Fachärzte aus den Bereichen Wirbelsäulenchirurgie (
Dr.
Z._
), orthopädische Chirurgie (
Dr.
med.
F._
) und Rheumat
ologie (
Dr.
med.
G._
)
den Beschwerdeführer
in ihren
Einzelbeurteilungen als voll arbeitsfähig. Einzig der Anästhesist
Dr.
med.
H._
sprach sich für eine versuchsweise 35%ige Arbeitsfähigkeit für
eine
angepasste leichte Tätigkeit aus. Aus psychiatrischer Sicht wurde unter Hinweis
auf
die kognitiven Defizite und die bestehende Depression auf eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit verzichtet.
Im Rahmen der Konsensbeurteilung sprachen sich die beteiligten Ärzte dafür aus, dass für die Beurteilung der Arbeitsfähig
keit
in lei
chten Arbeiten im Bereich Umbau und
Renovation das Resultat des Beschäftigungsversuchs des RAV abzuwarten sei. Renovationen seien in der letzten Firma bis 2010 nicht mehr möglich gewesen
, daher sei die Prognose eher schlecht (
Urk.
7/21/8 f.).
Dr.
D._
, bei welchem der Beschwerdeführer vom 2
4.
April bis 2
3.
Dezember 2012 in Behandlung stand,
führte in seinem Bericht zu
Handen
der
Beschwer
degegnerin
vom 1
0.
Mai 2013 anamnestisch die Unfälle aus den Jahren 2002 und 2009 sowie das Kontusionstrauma 2010 an. Der Beschwerdeführer habe über Nacken- und Schulterschmerzen sowie Schlafstörungen geklagt. Der Ver
lauf sei chronisch, die Beschwerden seit 2010 zunehmend. Die depressiven Epi
soden bezeichnete er als anhaltend und mittelschwer. Als Kundenmaurer sei der Beschwerdeführer wegen der Rücken- und Schulterschmerzen seit Januar 2011 bis heute zu 100
%
arbeitsunfähig. Zur Frage nach der Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit nahm
Dr.
D._
insofern Stellung, als
er rein sitzende Tätigkeiten während einer Stunde pro Tag, rein stehende Tätigkei
ten überhaupt nicht und wechselbelastende Arbeiten ebenfalls während einer Stunde als zumutbar erklärte
(
Urk.
7/23/
1-4).
Am
8.
Juni 2013 reichte
Dr.
Z._
einen aktuellen Bericht ein, in welchem er an seiner ursprünglich bescheinigten 50%igen Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit festhielt (
Urk.
7/25/
1-8).
3.3
Anlässlich der Untersuchung durch den RAD-Arzt
Dr.
med.
I._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, am 2
4.
September 2013 erklärte der Beschwerdeführer, er habe seit einem Monat alle Medikamente abgesetzt, da ihm
diese
einfach zu viel geworden seien, nehme bei Bedarf lediglich manchmal eine Tablette
Dafalgan
500 wegen der Kopfschmerzen. Die Schmerzen seien dadurch um etwa 15 – 20
%
verstärkt.
Zurzeit
habe er auch keine Physiothera
pie. Wegen der Schmerzen gehe er hauptsächlich zu
Dr.
Z._
, zusätzlich konsultiere er etwa einmal p
ro Monat den Psychiater Prof.
E._
.
Dr.
I._
erachtete den Beschwerdeführer aufgrund der ausgeprägten muskulären Ver
spannungen im HWS-Schultergürtelbereich, welche mit d
en angegebenen Beschwerden
und den degenerativen Veränderungen im Bereich der HWS korrelieren würden
,
als Maurer wegen der meist unausweichlichen, schweren körperlichen Belastung und häufigen Arbeiten in gebückter oder verdrehter Körperhaltung als nicht mehr arbeitsfähig. Die Beurteilung von
Dr.
C._
sei diesbezüglich in Frage zu stellen. In einer optimal angepassten Tätigkeit sei allerdings übereinstimmend mit
Dr.
C._
seit Juni 2011 keine wesentliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit erkennbar, das heisst
,
es sei von einer zumindest 90%igen Arbeitsfähigkeit
auszugehen, welche aus einer vollzeitigen Stundenpräsenz und einer geringfügigen Leistungsminderung von 10
%
in der Annahme eines etwas erhöhten Pausenbedarfes, um Lockerungsübungen für den Schulter- und Beckengürtel durchzuführen
, resultiere
.
Seine Diagnosen lautete
n
auf eine chronische Lumbalgie mit
pseudoradikulärer
Ausstrahlung links und eine chronische
Zervikalgie
sowie
eine
rezidivierende
Zervikozephalgie
mit
pseudoradikulärer
Ausstrahlung in den Schultergürtel beidseits
und
ausgeprägtem muskulärem Hartspann der
Schultergürtelmusku
latur
. Hinweise auf eine
radikuläre
Symptomatik schloss
Dr.
I._
aus. Einem Verdacht auf eine
degenerative
Meniskopathie
medial beidseits mass er keine
n
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bei (
Urk.
7/28/1-10).
Der RAD-
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, med.
pract
.
J._
,
schloss gestützt auf seine Untersuchung vom selben Tag und die erhobenen
Parameter der funkt
ionellen Leistungsfähigkeit in A
nlehnung an den MINI-ICF-
P* eine psychiatrische Störung aus. Sowohl Auffassung als auch Kon
z
entration und Merkfähigkeit seien unauffällig, die Stimmung gut auslenkbar, lustig, fröh
lich, teilweise heiter. Der Antrieb sei unauffällig; auch bestünden keine Anzei
chen für Wahn, Sinnestäuschungen oder Ich-Störunge
n sowie
Lebensüberdruss
gedanke
n
respektive eine akute Suiz
idalität. Während der zweistündigen
Untersuchung sei der Beschwerdeführer gut konzentrationsfähig gewesen, habe sich an alle biograp
hischen Daten erinnert und
keine Erschöpfungszeichen gezeigt (
Urk.
7/29/3).
4.
4.1
Der Vergleich der medizinischen Unterlagen
zeigt, dass die Beurteilung der soma
tischen
gesundheitlichen Einschränkungen
von
Dr.
I._
sowohl bezüglich der Befunde als auch der relevanten Diagnosen im Wesentlichen mit derjenigen des
A._
vom 1
7.
August 2012
sowie den Beurteilungen von
Dr.
D._
und
Dr.
Z._
übereinstimmt. Bei diskreten degenerativen Veränderungen im Bereich der oberen LWS, auf Höhe C5/6 und im
Bereich der Brustwirbelsä
ule, einer
ossären
Einengung des zervikalen
S
p
i
nalkanals
und einer
atlantodentalen
Arthro
se litt der Beschwerdeführer bei
Beginn des
Wartesjahres
im August 2012 insbesondere unter Schmerzen im
Nacken- und Schulterbereich aber auch in der Lendenwirbelsäule
mit korre
spon
dierenden erheblichen
Druckdolenzen
und
teilweise
pseu
doradikulären
Aus
strahlungen sowie
einhergehenden
Zervikozephalgien
.
Hinweise
auf
radi
kuläre
Ausfälle werden einstimmig verneint
, Sensibilität, Motorik und Reflexe wie auch die Beweglichkeit
,
abgesehen von endphasigen Schmerzen
,
als grund
sätzlich unauffällig beurteilt.
Im Lichte dessen erweist sich die Beurteilung von
Dr.
I._
, wonach die vor
hande
nen Befunde eine wesentliche zeitliche Einschränkung der Leistungs
fähigkeit in einer optimal angepassten körperlich leichten Tätigkeit nicht plau
sibel zu machen vermögen, als nachvollziehbar. Dies gilt umso mehr, als sowohl
Dr.
Z._
als auch
Dr.
F._
und
Dr.
G._
diese Einschätzung in ihren Einzelbeurteilungen im Bericht des
A._
vom 1
7.
August 2012 teilten (
Urk.
7/21/10). Die als „objektivere“ Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit bezeichnete Konsensbeurteilung blieb einerseits vage, andererseits bezog sie sich auf leichte Arbeiten im Bereich Umbau und Renovation
.
Tätigkeiten
im Bereich Bau entsprechen jedoch kaum
mehr
dem von
Dr.
Z._
,
Dr.
D._
und auch
Dr.
I._
postulierten
Anfor
derungsprofil
(vgl.
Urk.
7/21/38
, 7/25/5, 7/29/3), welche
s
häufiges Bücken und Rumpfdrehungen
sowie
häufige Arbeiten über Kopf
ebenso ausschliesst
, wie das Heben und Tragen von schweren Lasten.
Dass sich
Dr.
Z._
in seinen, unabhängig vom
A._
erstellten Berichten ohne Weiterungen für eine lediglich 50%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit aussprach
(vgl.
Urk.
7/21/42 und 7/25/5), ist im Lichte der Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc), zu würdigen. Dies gilt umso mehr, als
Dr.
Z._
einer
seits nicht darlegte, aus welchem Grund auch eine optimal angepasste Tätigkeit nur in diesem reduzierten Umfang zumutbar sein soll, und andererseits den Widerspruch zu seiner Beurteilung im Bericht des
A._
nicht erklärte.
Dass er die Arbeitsfähigkeit mittels blosser Physio
therapie als
steigerbar
erachtete (vgl.
Urk.
7/25/5), spricht im Übrigen gegen die Erheblichkeit
und Dauerhaftigkeit
des Gesundheitsschadens.
Wie die Einschätzung von
Dr.
Z._
, vermag auch diejenige des Hausarztes
Dr.
D._
die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von
Dr.
I._
nicht in Frage zu stellen, zumal
Dr.
D._
den Beschwerdeführer lediglich bis Ende 2012 behan
delte
(vgl.
Urk.
7/23/1)
und damit seine Beurteilung
für August 2013, den
frühest
möglichen Rentenbeginn, nicht mehr aktuell ist.
Entsprechend rechtfertigen sich keine ernsthaften Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Einschätzung der somatischen Leiden und deren Auswir
kungen auf die Arbeitsfähigkeit durch
Dr.
I._
. Lediglich am Rande vermerkt sei, dass
Dr.
C._
gar von einer uneingeschränkten, nicht bloss 90%igen Arbeitsfähigkeit ausging und dass sich der Beschwerdeführer ab 1
4.
November 2011 für eine 100%-Stelle zur Arbeitsvermittlung
zur Verfügung stellte
und entsprechende Arbeitslosentaggelder bezog (
Urk.
7/19).
Des
W
eitern sprechen sowohl das Absetzen der Medikamente als auch die geringe
Behandlungsinten
sität
gegen eine massivere Einschränkung.
4.2
Was den psychischen Gesundheitszustand der Beschwerdeführers anbelangt, erkannte
der
RAD-
Psychiater
J._
im Zeitpunkt der Untersuchung vom 2
4.
September 2013 keine Anhaltspunkte für eine aktuelle psychische Störung mit Krankheitswert (
Urk.
7/29). Der Beschwerdeführer liess diese Einschätzung nicht in Frage stellen, obwohl es den Ausführungen von med.
pract
.
J._
an einer Auseinandersetzung mit den psychiatrisch-fachärztlichen
Vorakten
fehlt. Gleichwohl kann auf weitere medizinische Abklärungen verzichtet wer
den, lassen doch auch die übrigen Akten nicht auf einen die Arbeitsfähigkeit einschränkenden psychischen Gesundheitsschaden schliessen.
So verzichtete nicht nur
Dr.
E._
auf die Attestierung einer psychiatrisch oder neuropsychologisch bedingten Arbeits
un
fähigkeit (vgl.
Urk.
7/21/10). Viel
mehr ist keiner der in den Akten befindlichen medizinischen Unterlagen ein
e
solche zu entnehmen. Auch
Dr.
med.
K._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie FMH, sowie
Dr.
phil.
L._
, Klinischer Psychologe und Supervisor des
A._
,
äusserten sich in ihrer Stellungnahme zum Gutachten von
Dr.
C._
vom 1
2.
Oktober 2012 einzig zu
den
somatischen Leiden. Ihrer Stellungnahme zur
Leistungsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit unter Ziffer 3 des Schreibens (
Urk.
7/21/4) ist kein Hin
weis auf eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen zu entnehmen. Gegen die leistungsmässige Relevanz einer allfälligen psychischen Pathologie spricht denn auch, dass
entgegen der Diagnosestellung im Bericht des
A._
, wonach eine mittelgradige depres
sive Episode vorliege (
Urk.
7/21/5), die Depression
nach der
Hamiltonskala
, einer
klinische
n
Fremdbeurteilungsskala
, lediglich leicht ausgefallen sei (
Urk.
7/21/7). Der diagnostizierten anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung fehlt es im Übrigen gänzlich an einer Begründung; zudem findet sich unter den Erläuterungen zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit keinerlei Erwähnung
der
selben
(
Urk.
7/21/9 f.). Entsprechend rechtfertigt es sich, einen psychischen Gesundheitsschaden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit im hier zu beurteilen
den Zeitraum zu verneinen.
4.3
Zusammenfassend ist nach dem oben Gesagten erstellt, dass der Beschwerde
führer
spätestens
ab Beginn des Wartejahres im August 2012 in einer körperlich leichten Tätigkeit entsprechend dem von
Dr.
I._
formulierten
Anfo
rderungs
profil
(
Urk.
7/28/9)
in
einem 100%-P
ensum arbeiten k
o
nnte
und dabei unter Berücksichtigung eines zusätzlichen Pausenbedarfs zu 90
%
leistungsfähig
war
.
V
on weiteren medizinischen Abklärungen, etwa in Form der beantragten Evaluation
der funktionellen Leistungsfähigkeit, sind keine zusätzlichen Kennt
nisse zu erwarten
. Es ist in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 136 I 229 E.
5.3) deshalb auf die vorhandenen Akten abzustellen
.
5.
5.1
Zu prüfen ist im Folgenden,
wie sich diese Einschränkung
der Leistungs
fähig
keit in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
5.2
Die Beschwerdegegnerin bemass das unbestritten gebliebene hypothetische
Vali
den
einkommen
von
Fr.
65‘650.-- im Jahr 2012 gestützt auf das zuletzt erzielte Einkommen bei der
Y._
AG im Jahr 2010 von
Fr.
64‘48
4.
-- (vgl.
Urk.
7/16/3) und passte dasselbe der Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2012 an (vgl.
Urk.
2 S. 2
). Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden.
5.3
5.3.1
Auf der Seite des hypothetischen Invalideneinkommens stützte
sie sich auf das statistische Durchschnittseinkommen für Männer im Bereich einfacher und repetitiver Tätigkeiten gemäss den Erhebungen des Bundesamtes für Statistik und dabei richtigerweise auf die LSE 2010, Tabelle TA1
,
„
Total
“
(vgl. zur zeitli
chen Anwendbarkeit der LSE 2010/LSE 2012:
Urteil
des Bundesgerichts
8C_78/2015 vom 1
0.
Juli 2015 E. 4).
Das hieraus ermittelte Jahreseinkommen von Fr. 58‘812.-- (
Fr.
4‘901.-- x 12)
führt
unter Berücksichtigung der
Nominal
lohnentwicklung
bis ins Jahr 2012 und einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit 2012 von 41,7 Stunden (Die Volkswirtschaft 12/2014, S. 92) zu einem Invalideneinkommen bei einer Einsatzfähigkeit von 90
%
von
Fr.
56‘044.-- (vgl.
Urk.
7/30).
Der Beschwerdeführer liess die Berechnung des trotz Gesundheitsschädigung
zumutbarerweise
noch realisierbaren Einkommens gestützt auf die LSE 2010 grundsätzlich nicht in Frage stellen,
machte aber geltend,
dass ein zusätzlicher Leidensabzug vom Invalideneinkommen vorzunehmen sei, könne er doch ledig
lich noch
eine dem
Leiden optimal angepasste Tätigkeit ausüben.
Einkommens
vermindernd
wirke sich ausserdem die ausländische Staatsangehörigkeit und das fortgeschrittene Lebensalter aus, weshalb ein Abzug von mindestens 15
%
gerechtfertigt sei (
Urk.
1 S. 8 f.).
5.3.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nur mehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest
)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in
Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
5.3.3
Die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, führt nicht automatisch zu einer weiteren Verminderung des
hypo
thetischen Invalidenlohnes, weil der Tabellenlohn im Anforderungsniveau
4 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil
des Bundesgerichts
9C_386/2012 vom 1
8.
September 2012 E. 5.2 mit Hin
weis). Indes sind im hier zu beurteilenden Fall die Voraussetzungen für einen derartigen Abzug erfüllt,
wird doch
der
lange Jahre in einer körperlichen Schwerarbeit tätig gewesene
Beschwerdeführer
auch bei grundsätzlich zumut
baren leichten Arbeiten auf "optimal" rückenadaptierte Tätigkeiten verwiesen (
vgl. Einschätzung von
Dr.
I._
vom 2
4.
September 2013,
Urk.
7/28/8 f.), was sein
erwerbliches Leistungsv
ermögen entsprechend beschränkt
, so dass er sich wohl mit einem geringeren Lohn zu begnügen hat als voll leistungsfähige und entsprechend einsetzbare Arbeit
nehmer (BGE 129 V 472 E. 4.2.3
mit weiteren Hinweisen). Die Gewährung eines Abzugs vom Tabellenlohn ist unter diesem Blickwinkel - auch in Anbetracht ähnlich gelagerter Fälle (Urteile
des Bundes
gerichts 9C_455/2
013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.4;
8C_305/2012 vom
6.
Sep
tember 2012 E. 5.3; 9C_617/2010 vom 1
0.
Februar 2011 E. 4.3; 8C_190/2010 vom 1
9.
März 2010 E. 3.4; U 122/05 vom 3
0.
August 2005 E.
3.2.2) gerecht
fertigt.
Das fortgeschrittene
Alter
des Beschwerdeführers kann sich dagegen
im
Anfor
de
rungsniveau
4
sogar
lohnerhöhend auswirken
(Urteil des Bundesgerichts 9C_455/2013 vom
4.
Oktober 2013 E. 4.2). Dass das Alter die Stellensuche fak
tisch negativ beeinflussen kann, muss als invaliditätsfremder Faktor
folglich
ebenso
unberücksichtigt bleiben (Urteil des Bundesgerichts 8C_808/20
13 vom 1
4.
Februar 2014 E. 7.3)
wie d
er Umstand, dass
der Beschwerdeführer
zwar ganztags arbeitsfähig, hierbei aber
aufgrund des zusätzlichen Pausenbedarfs
nur reduziert leistungsfähig ist
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 2
8.
Janu
ar
2014 E. 3.1.2 mit Hinweisen). Auch
die Tatsache,
dass er
gemäss den medizinischen Angaben auf eine Tätigkeit angewiesen ist, die
mit der
Möglich
keit zu gelegentlichen Positionswechseln
v
erbunden ist und
den
Gewichtsbe
schränkungen
und Einschränkungen im Bereich Überkopfarbeit
Rechnung trägt
, ist nicht zu berücksichtigen
(
Art.
16 ATSG;
BGE 134 V 64
E.
4.2.1;
Urteil des Bundesgerichts 8C_176/2012 vom 3. September 2012 E. 8).
Was den
Auslän
derstatus
anbelangt, ist
ebenfalls
kein Abzug angezeigt, verdienen doch Männer mit Niederlassungsbewilligung (Kategorie C) - die der Beschwerdeführer besitzt
(vgl.
Urk.
7/12/1)
- im Anforderungsniveau 4 zwar weniger als Schweizer, aber
dennoch mehr als das für die Invaliditätsbemessung herangezogene Durch
schnittseinkommen (Urteil
des Bundesgerichts
8C_594/2011 vom 2
0.
Ok
tober 2011 E. 5 mit Hinweisen).
Gesamthaft rechtfertigt
sich unter Berücksichtigung der
konkreten Umstände
sowie der höchstrichterliche
n
Rechtsprechung ein zusätzlicher Abzug vom statistischen Durchschnittslohn
von
10
%
, was zu einem hypothetischen
Invali
deneinkommen
von
Fr.
50‘439.60 führt. Der Vergleich mit dem oben errechne
ten
Valideneinkommen
von
Fr.
65‘650.-- ergibt einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von gut 23
%
.
Die Beschwerde ist folglich in Bezug auf den
Rentenanspruch
abzuweisen.
6.
6.1
Zu prüfen bleibt der eventualiter geltend gemachte Anspruch auf berufliche Massnahmen. Die Beschwerdegegnerin verneinte denselben im angefochtenen Entscheid ohne Weiterungen mit dem Argument, der Beschwerdeführer sei in der Lage, selbständig eine angepasste Hilfsarbeitertätigkeit zu suchen.
6.2
Nach der Rechtsprechung ist unter Umschulung grundsätzlich die Summe der Eingliederungsmassnahmen berufsbildender Art zu verstehen, die notwendig und geeignet sind, der vor Eintritt der Invalidität bereits erwerbstätig gewesenen versicherten Person eine ihrer früheren annähernd gleichwertige Erwerbsmög
lichkeit zu vermitteln. Dabei bezieht sich der Begriff der „annähernden Gleich
wertigkeit" nicht in erster Linie auf das Ausbildungsniveau als solches, sondern auf die nach erfolgter Eingliederung zu erwartende Verdienstmöglichkeit. In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die nach den gegebe
nen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Denn das Gesetz will die Eingliede
rung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 130 V 488 E. 4.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_163/2008 vom 8. August 2008 E. 2.2). Schliesslich setzt der Anspruch auf Umschulung voraus, dass die versicherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheitsschadens i
n der
bisher ausgeübten und in den für sie ohne zusätzli
che berufliche Ausbildung offen stehenden zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20
%
erleidet, wobei es sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2, 124 V 108 E. 2a und b mit Hinweisen auf u.a. AHI 1997 S. 80 E. 1b; ZAK 1984 S. 91 oben, 1966 S. 439 E.
3).
Für die Beurteilung der Gleichwertigkeit im Sinne der erwähnten Rechtspre
chung ist zwar in erster Linie auf die miteinander zu vergleichenden Erwerbs
möglichkeiten im ursprünglichen und im neuen Beruf oder in einer der versi
cherten Person zumutbaren Tätigkeit abzustellen. Zwar geht es nicht an, den Anspruch auf Umschulungsmassnahmen – gleichsam im Sinne einer Moment
aufnahme – ausschliesslich vom Ergebnis eines auf den aktuellen Zeitpunkt begrenzten Einkommensvergleichs, ohne Rücksicht auf den qualitativen Ausbil
dungsstand einerseits und die damit zusammenhängende künftige Entwicklung der erwerblichen Möglichkeiten anderseits, abhängen zu lassen. Vielmehr ist im Rahmen der vorzunehmenden Prognose (BGE 110 V 99 E. 2) unter Berücksich
tigung der gesamten Umstände nicht nur der Gesichtspunkt der Verdienstmög
lichkeit, sondern der für die künftige Einkommensentwicklung ebenfalls bedeutsame qualitative Stellenwert der beiden zu vergleichenden Berufe mit zu berücksichtigen. Die annähernde Gleichwertigkeit der Erwerbsmöglichkeit in der alten und neuen Tätigkeit dürfte auf weite Sicht nur dann zu verwirklichen sein, wenn auch die beiden Ausbildungen einen einigermassen vergleichbaren Wert aufweisen (BGE 124 V 108 E. 3b; AHI 1997 S. 86 E. 2b; Urteile des Bundesge
richts I 826/05 vom 28. Februar 2006 E. 4.1 in
fine
und I 783/03 vom 18. August 2004 E. 5.2 mit Hinweisen; Meyer-Blaser, Zum
Verhältnismässig
keitsgrundsatz
im staatlichen Leistungsrecht,
Diss
. Bern 1985, S. 186).
Massnahmen im Sinne von
Art.
17 IVG setzen subjektive und objektive
Ein
gliederungsfähigkeit
voraus (AHI 1997 S. 82 E. 2b/
aa
; ZAK 1991 S. 179 unten f. E. 3). Nicht unter Umschulung fallen Massnahmen der sozialberuflichen Reha
bilitation (wie Gewöhnung an den Arbeitsprozess, Aufbau der
Arbeitsmotiva
tion
, Stabilisierung der Persönlichkeit, Einüben der sozialen Grundelemente) mit dem primären Ziel, die Eingliederungsfähigkeit der versicherten Person zu errei
chen oder wieder herzustellen (ZAK 1992 S. 367 E.
2b; Urteil des Bundesge
richts I 527/00 vom 30. April 2001).
6.3
Nachdem der erforderliche Invaliditätsgrad von zirka 20
%
für den
Umschu
lungs
anspruch
gegeben ist und
grundsätzlich auch Ungelernte
umschulungs
berechtigt
sind, wenn erst der andauernde und erhebliche
Gesund
heitsschaden
wie vorliegend
ihnen die Ausübung der bisherigen Arbeit ver
unmöglicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts I 73/04
vom 3
0.
September 2004
E.
4),
hat die Beschwerdegegnerin den
Anspruch auf berufliche Massnahmen im Sinne von
Art.
17 IVG
zu Unrecht nicht geprüft
, zumal ein solcher nicht schon deshalb ausgeschlossen ist, weil der Beschwerdeführer über keine Berufsausbil
dung verfügt (ZAK 1971 S. 284 E. 4).
Zumutbar ist d
em Beschwerdeführer nur noch eine
leichte Arbeit ohne
häufiges B
ücken
und ohne
Rumpfdrehungen mit einer Lastenbeschränkung von maximal 10
Kilogramm und ohne häufige Arbeiten in Schulterhöhe oder über Kopf (vgl.
Urk.
7/28/9). Damit ist
er erheblich
eingeschränkt. Unter diesen Umständen stellt sich als Erstes die Frage, welche Berufe
er noch ausüben kann und ob der Beschwerdeführer
über die notwendigen intellektuellen Fähigkeiten für eine allfällige
berufliche Um-/
Anschulung
verfügt.
Bei der Prüfung
von Art und Umfang
einer allfälligen beruflichen Massnahme hat die Beschwerdegegnerin
unter dem Blickwinkel der zeitlichen Angemessenheit
die gesamte noch zu erwartende Arbeitsdauer
des 1958 geborenen Bes
chwerdeführers im Auge zu behal
ten
. Darunter ist die verbleibende Zeitspanne bis zum ordentlichen
Pen
sionierungsalter
gemäss
Art.
21
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
(AHVG)
zu ve
rstehen (BGE 132 V 215 E. 4.4 und 4.5
).
Die S
ache geht daher an die Beschwerdegegnerin
zurück, damit sie nach Durch
führung der erforderlichen Abklärungen in beruflicher Hinsicht über den
Anspruch auf berufliche Massnahmen
neu verfüge.
Die Beschwerde ist in diesem Sinne
teilweise gutzuheissen und der angefochtene Entscheid bezüglich der Verneinung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen/Umschulung aufzu
heben.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die
Gerichtskosten
sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
). Vorl
iegend sind die Kosten auf Fr.
7
00.-- festzusetzen und den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen.
7.2
Da der Beschwerdeführer nur im Eventualantrag und damit
trotz Rückweisung der Sache
nur teilweise
obsiegt
(ZAK 1995 S. 636), ist bei der Bemessung der Parteientschädigung entsprechend
§
34
Abs.
3 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) auf das Mass des Obsiegens abzustellen. Dem Beschwer
deführer ist ermessensweise eine um die Hälfte reduzierte
Prozessent
schädigung
zuzusprechen.
Diese ist bei einem praxisgemässen Stundenansatz
(bis Ende 2014) von
Fr.
20
0.-
- (zuzüglich Mehrwertsteuer) auf
Fr.
1‘100
.-- (inkl. Barauslagen und Mehrwert
steuer) festzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.