Decision ID: 775ca85f-748e-5453-8bf5-0b8fb3c999fc
Year: 2019
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ litt am Geburtsgebrechen Ziff. 183 Anh. GgV, das heisst an einer
congenitalen Hüftgelenksdysplasie beidseits mit einer Subluxation (IV-act. 7). Die IV-
Stelle gewährte ihr eine erstmalige berufliche Ausbildung in der Form des Besuchs
einer Handelsschule, aber die Versicherte konnte diese Ausbildung nicht abschliessen,
da sie trotz einer intensiven Lernunterstützung keinen genügenden Notenschnitt
erzielen konnte (vgl. IV-act. 98). Im Juli 2001 meldete sie sich zum Bezug einer Rente
an, wobei sie unter anderem angab, dass sie eine Anlehre zur Coiffeuse begonnen
habe (IV-act. 102). Mit einer Verfügung vom 20. Juli 2001 sprach ihr die IV-Stelle die
Vergütung der behinderungsbedingten Mehrkosten für eine Anlehre zur Coiffeuse zu
(IV-act. 112). Im August 2002 berichtete Dr. med. B._ über eine leichte
Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Versicherten (IV-act. 115). Er schätzte
die Arbeitsfähigkeit für die Tätigkeit als Coiffeuse auf 70 Prozent. Mit einer Verfügung
vom 27. Januar 2003 sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Wirkung ab dem 1.
August 2002 eine halbe Rente zu (IV-act. 126). Zur Begründung führte sie aus, die
Versicherte hätte ohne ihre Gesundheitsbeeinträchtigung eine reguläre Berufslehre zur
Coiffeuse absolvieren und anschliessend ein Einkommen von 49’400 Franken erzielen
können. Mit dem Abschluss der Anlehre und unter Berücksichtigung eines
Arbeitsfähigkeitsgrades von 70 Prozent könne sie ein Einkommen von 22’100 Franken
erzielen. Die Invaliditätsbemessung anhand dieser beiden Vergleichseinkommen
ergebe einen Invaliditätsgrad von 55 Prozent. Da die Versicherte bis zum 21. August
2002 ein Taggeld der Invalidenversicherung bezogen habe, entstehe der
Rentenanspruch erst ab dem 1. August 2002.
A.b Im Oktober 2006 notierte eine Sachbearbeiterin der IV-Stelle (IV-act. 154), die
Versicherte habe am 6. Februar 2004 geheiratet und sie sei am 22. Mai 2006 Mutter
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einer Tochter geworden. Vor diesem Hintergrund müsse die „Qualifikation“ geprüft
werden. Im Dezember 2006 fand eine Abklärung im Haushalt der Versicherten statt. In
seinem Bericht vom Juli 2007 hielt der Abklärungsbeauftragte der IV-Stelle fest (IV-act.
163), die Versicherte arbeite schon seit einiger Zeit in einem Pensum von 51 Prozent.
Zudem habe sie angegeben, dass sie ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung ebenfalls
in einem Pensum von 50 Prozent arbeiten würde. Sie sei folglich als zu 51 Prozent
erwerbstätig und zu 49 Prozent im Haushalt tätig zu qualifizieren. Die Einschränkung im
Haushalt betrage unter Berücksichtigung der Schadenminderungspflicht des
Ehemannes 34,98 Prozent. Die Einschränkung im Erwerbsbereich belaufe sich auf zehn
Prozent. In Anwendung der gemischten Methode resultiere ein Invaliditätsgrad von
insgesamt 22,24 Prozent (= 34,98% × 0,49 + 10% × 0,51). Mit einer Verfügung vom 18.
September 2007 hob die IV-Stelle die laufende Rente auf das Ende des der Zustellung
folgenden Monats auf (IV-act. 169). Die Versicherte liess eine Beschwerde gegen diese
Verfügung erheben, zog diese dann aber wieder vorbehaltlos zurück, weshalb das
entsprechende Beschwerdeverfahren abgeschrieben wurde (vgl. IV-act. 176).
A.c Im Februar 2008 meldete sich die Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (IV-
act. 178). Sie machte geltend, im Zeitpunkt der Haushaltsabklärung sei ihr Ehemann
noch arbeitslos gewesen, weshalb er tatsächlich im Haushalt habe mithelfen können.
Seit dem 1. April 2007 arbeite er allerdings in einem Vollpensum in einem
Schichtbetrieb, weshalb er nun nicht mehr im Haushalt mithelfen könne. Damit habe
sich der anspruchsbegründende Sachverhalt erheblich verändert. Mit einem
Vorbescheid vom 16. Juni 2008 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie
vorsehe, nicht auf die Neuanmeldung einzutreten (IV-act. 184). Am 22. September 2008
liess die Versicherte geltend machen (IV-act. 192), auch ihr Gesundheitszustand habe
sich seit der Aufhebung der Rente wesentlich verschlechtert. Sie reichte drei Berichte
des Orthopäden Dr. med. C._ vom Spital D._ vom 20. September 2006 (IV-act.
191–9 f.), vom 23. November 2007 (IV-act. 191–4 f.) und vom 6. August 2008 ein (IV-
act. 191–6 f.). Diesen liess sich entnehmen, dass die Versicherte im September 2006
trotz der weiterhin bestehenden Subluxation der rechten Hüfte gut gehfähig und auch
arbeitsfähig gewesen war; Dr. C._ hatte damals – auch wegen einer fortgeschrittenen
Arthrose – von operativen Eingriffen abgeraten. Im November 2007 hatte die
Versicherte Dr. C._ wegen zunehmender Schmerzen erneut aufgesucht. Nach einer
Untersuchung hatte er die Implantation einer Hüfttotalprothese als indiziert erachtet.
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Die Versicherte hatte sich aber dem entsprechenden operativen Eingriff nicht
unterziehen wollen. Im August 2008 hatte Dr. C._ über eine weitere Zunahme der
Beschwerden am rechten Hüftgelenk und an der Lendenwirbelsäule sowie über eine
neu aufgetretene radiculäre Symptomatik des Beins berichtet. Im Oktober 2008
notierte Dr. med. E._ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst (RAD), das
Ausmass der Verschlechterung sei invalidenversicherungsrechtlich irrelevant (IV-act.
193). Mit einer Verfügung vom 18. November 2008 trat die IV-Stelle nicht auf die
Neuanmeldung ein (IV-act. 195). Dagegen liess die Versicherte am 5. Januar 2009 eine
Beschwerde erheben (IV-act. 199). Gleichzeitig reichte sie bei der IV-Stelle ein
Wiedererwägungsgesuch ein (IV-act. 204). Am 5. Mai 2009 teilte der Psychiater Dr.
med. F._ der IV-Stelle mit (IV-act. 209), dass er die Versicherte seit Februar 2009
psychiatrisch behandle. Diese leide unter einer mittelgradigen depressiven Episode mit
einer Neigung zur Somatisierung. Wegen Panikattacken, einem zunehmenden
Schwindel und einer ständigen Selbstüberforderung sei sie nicht mehr in der Lage, ihre
Erwerbstätigkeit weiter auszuüben. Am 26. Mai 2009 erklärte die IV-Stelle gegenüber
dem Versicherungsgericht, dass sie ihre Verfügung aufgrund der neu eingereichten
Akten in Wiedererwägung ziehen werde, falls die Versicherte ihre Beschwerde
zurückziehe (IV-act. 211). Mit einem Entscheid vom 10. Juni 2009 schrieb das
Versicherungsgericht das Beschwerdeverfahren ab (vgl. IV-act. 214). Die IV-Stelle
erliess in der Folge keine Wiedererwägungsverfügung, aber sie begann, Abklärungen
bezüglich des massgebenden Sachverhaltes zu tätigen.
A.d Im Auftrag einer Krankentaggeldversicherung erstattete Dr. med. G._ am 10.
August 2009 ein psychiatrisches Gutachten (IV-act. 231). Er hielt fest, in der
Untersuchung sei die Grundstimmung der Versicherten nur diskret zum depressiven
Pol hin verschoben gewesen. Die affektive Modulationsfähigkeit sei diskret
eingeschränkt gewesen. Hinweise auf eine Dissimulation seien nicht aufgefallen. In der
Hamilton Depressionsskala habe die Versicherte neun Punkte erreicht. Unter
Berücksichtigung der objektiven klinischen Befunde und der subjektiven Angaben
rechtfertige sich die Diagnose einer eigentlichen depressiven Störung nicht.
Diagnostisch liege eine Anpassungsstörung mit einer längeren depressiven Reaktion
vor. Die Arbeitsfähigkeit der Versicherten sei um höchstens 25 Prozent eingeschränkt.
In einer Stellungnahme vom 10. Oktober 2009 machte Dr. F._ geltend (IV-act. 227–8
ff.), das Gutachten von Dr. G._ werde der tatsächlichen Gesundheitsbeeinträchtigung
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der Versicherten nicht gerecht. Diese sei sehr um einen guten Eindruck bemüht,
weshalb das eigentliche Ausmass der depressiven Störung erst nach mehreren
Sitzungen erfasst werden könne. Durch ihr Geburtsgebrechen habe die Versicherte
zahlreiche Benachteiligungen erfahren, was ihre Persönlichkeitsentwicklung negativ
beeinflusst habe. Der Leidensdruck sei erheblich. Es liege eine funktionelle
Einschränkung des Konzentrationsvermögens, der Belastbarkeit, des Antriebs, der
Ausdauer und der Affektivität vor, die eine Erwerbstätigkeit momentan verunmögliche.
Die Hamilton Depressionsskala sei gemäss den Aussagen von führenden Psychiatern
nur bedingt aussagekräftig. Die Ergebnisse hingen unter anderem sehr stark von der
Tagesform ab. Bei Dr. F._ habe die Versicherte einmal 21 Punkte erreicht. Am 4.
November 2009 teilte Dr. G._ der Krankentaggeldversicherung mit (IV-act. 230–1), er
habe die Stellungnahme von Dr. F._ studiert und anschliessend mit diesem
telefoniert. Dabei habe sich gezeigt, dass Dr. F._ den Sachverhalt lediglich anders
beurteile; eine relevante Veränderung des Gesundheitszustandes sei nicht eingetreten.
Am 15. März 2010 wurde der Versicherten eine Hüft-Totalendoprothese eingesetzt (IV-
act. 244–6 f.). Im Oktober 2010 berichtete Dr. C._, die Versicherte befinde sich noch
in der Rehabilitationsphase und sei deswegen bis auf weiteres vollständig
arbeitsunfähig (IV-act. 244–1 ff.). Im November 2010 teilte Dr. F._ mit (IV-act. 243),
der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich verbessert. Seit Ende Februar
2010 habe nur noch eine leichtgradige depressive Störung vorgelegen. Die Behandlung
sei im März 2010 abgeschlossen worden.
A.e Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Medizinisches Gutachtenzentrum St. Gallen
(MGSG) GmbH ein orthopädisch-psychiatrisches Gutachten (IV-act. 257). Der
orthopädische Sachverständige hielt fest, die Versicherte leide an einer initialen
Osteochondrose L4/5 und L5/S1 mit leichten Discusprotrusionen L2/3 bis L4/5 bei
einer leichten foraminalen Einengung L5/S1 rechts ohne eine neurale Kompression bei
einer rechtskonvexen Torsionsskoliose der Lendenwirbelsäule sowie an einer
Schmerzpersistenz bei einem Status nach Implantation einer zementfreien Hüft-
Totalendoprothese rechts. Das Ausmass der geklagten Beschwerden und der
subjektiven Einschränkung könne angesichts der minimalen objektiven Befunde nicht
nachvollzogen werden. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Kassiererin sei seit Oktober
2010 nur noch im Umfang von 65 Prozent zumutbar, da sie vorwiegend sitzend
verrichtet werden müsse. Körperlich leichte Tätigkeiten, die abwechselnd sitzend und
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stehend ausgeübt werden könnten, die nicht mit häufigem Laufen respektive
Positionen in der Hocke, in inklinierten, reklinierten oder rotierten Körperhaltungen
verbunden seien und bei denen nicht regelmässig Gegenstände über fünf Kilogramm
gehoben oder getragen werden müssten, seien seit Oktober 2010 zu 90 Prozent
zumutbar. Während der postoperativen Rehabilitation (März bis September 2010) habe
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. Der psychiatrische Sachverständige
führte aus, die Versicherte leide an einer rezidivierenden depressiven Störung mit einer
mittelgradigen depressiven Episode im Zeitraum zwischen Januar 2009 und Januar
2010 und einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode seit Februar 2010
sowie an akzentuierten (ängstlichen, vulnerablen und abhängigen)
Persönlichkeitszügen. Für die Zeit zwischen Januar 2009 und Januar 2010 sei die
Versicherte zu 50 Prozent arbeitsunfähig gewesen. Ab Februar 2010 könne ihr die
zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Kassiererin im Umfang von 60 Prozent zugemutet
werden. Tätigkeiten ohne eine erhöhte emotionale Belastung, ohne einen erhöhten
Zeitdruck, ohne eine erforderliche geistige Flexibilität und ohne eine
überdurchschnittliche Dauerbelastung seien der Versicherten seit Februar 2010 im
Umfang von 70 Prozent zumutbar. Aus bidisziplinärer Sicht sei der Versicherten eine
ideal leidensadaptierte Tätigkeit in der Zeit von November 2007 bis Dezember 2008 zu
75 Prozent, von Januar 2009 bis Januar 2010 zu 60 Prozent und seit Februar 2010 zu
70 Prozent zumutbar. Die RAD-Ärztin Dr. E._ qualifizierte das Gutachten der MGSG
GmbH als „plausibel“ (IV-act. 260). Im Dezember 2011 fand eine weitere
Haushaltsabklärung statt. Der Abklärungsbeauftragte berichtete (IV-act. 265), die
Versicherte habe angegeben, dass sie ohne eine Gesundheitsbeeinträchtigung in
einem Vollpensum erwerbstätig wäre, da die Familie auf das Einkommen angewiesen
sei und da sie gerne unter die Leute komme. Der Abklärungsbeauftragte erachtete
diese Angabe als plausibel. Er bezifferte die Einschränkung im Haushalt auf 23,4
Prozent. Der Einkommensvergleich ergab einen Invaliditätsgrad von 31 Prozent, wobei
der Abklärungsbeauftragte als Valideneinkommen den Lohn einer Coiffeuse mit etwa
zehn Jahren Berufserfahrung einsetzte, den er auf 52’000 Franken schätzte. Als
Invalideneinkommen berücksichtigte er 70 Prozent des massgebenden Tabellenlohnes.
Mit einem Vorbescheid vom 17. Februar 2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit,
dass sie die Abweisung des Rentenbegehrens vorsehe (IV-act. 268).
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A.f Dagegen liess die Versicherte am 21. März 2012 einwenden (IV-act. 269), das
Gutachten der MGSG GmbH überzeuge nicht. Obwohl sich der Gesundheitszustand
der Versicherten in orthopädischer Hinsicht seit August 2002 offensichtlich
verschlechtert habe, sei vom orthopädischen Sachverständigen ohne eigentliche
Begründung eine Arbeitsfähigkeit von 90 Prozent attestiert worden, während die
Arbeitsfähigkeit im August 2002 lediglich 55 Prozent (recte: 70 Prozent) betragen habe.
Die Ausführungen des orthopädischen Sachverständigen der MGSG GmbH zur
Arbeitsfähigkeit der Versicherten in der Vergangenheit seien ungenügend; der
Sachverständige hätte sich intensiver mit den Vorakten auseinandersetzen müssen. Die
Ausführungen des Sachverständigen seien teilweise widersprüchlich. Im Rahmen der
Begutachtung hätte eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit durchgeführt
werden müssen. Die geltend gemachte Verbesserung des Gesundheitszustandes ab
Oktober 2010 sei nicht nachvollziehbar. Angesichts der von den Sachverständigen
erwähnten vielfältigen Restriktionen bezüglich einer ideal leidensadaptierten Tätigkeit
sei die Restarbeitsfähigkeit realistischerweise nicht mehr verwertbar. Bezugnehmend
auf diese Einwände hielt der orthopädische Sachverständige am 12. November 2012
fest (IV-act. 276), für die Vergangenheit liessen sich keine zuverlässigen Angaben
machen, weil die Aktenlage äusserst dürftig sei. Am 15. Januar 2013 liess die
Versicherte geltend machen, bei der Invaliditätsbemessung müsse ein
Tabellenlohnabzug von 20 Prozent berücksichtigt werden (IV-act. 281). In einem
Schreiben vom 14. März 2013 führte Dr. C._ aus (IV-act. 287), er könne keine
Stellung zum Gutachten der MGSG GmbH nehmen, da er als behandelnder Arzt ein
Stück weit befangen sei und da er sich mit dem Gutachtenwesen nicht auskenne.
Seines Erachtens weise das Gutachten einige Widersprüchlichkeiten auf, die noch
nicht ausgeräumt worden seien. Er schlage eine Oberbegutachtung vor.
A.g Der RAD-Arzt Dr. med. H._ empfahl im April 2013, bei sämtlichen behandelnden
Ärzten aktuelle Berichte einzuholen (IV-act. 288). Der Allgemeinmediziner Dr. med. I._
berichtete im Oktober 2013 (IV-act. 298), der Gesundheitszustand der Versicherten
habe sich verschlechtert. Sie klage weiterhin über sehr starke Schwindelsensationen.
Zusätzlich leide sie an einer Nausea, an einem Herzrasen und an vielen anderen
somatischen Beschwerden. Der Behandlungserfolg sei bislang nicht sehr gross
gewesen. Ende Oktober 2013 gab Dr. F._ an, dass er die Versicherte schon seit
Monaten nicht mehr gesehen habe (IV-act. 305). Der Allgemeinmediziner Dr. med. J._
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berichtete im Dezember 2013 (IV-act. 310), er hege den Verdacht, dass die Versicherte
an einer mittelgradigen depressiven Episode mit einem rezidivierenden Schwindel und
phasenweise auftretenden Panikattacken leide. Im Januar 2014 berichtete Dr. C._
über einen stationären Zustand (IV-act. 311). Im März 2014 teilte die Psychiaterin Dr.
med. K._ mit (IV-act. 320), die Versicherte leide an akzentuierten
Persönlichkeitszügen mit selbstunsicheren und ängstlichen Zügen. Die
Beschwerdesymptomatik wirke sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten aus.
Im Mai 2014 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie nach wie vor die
Abweisung des Rentenbegehrens vorsehe (IV-act. 322). Die Versicherte liess in der
Folge darauf hinweisen, dass sie sich aktuell wieder in orthopädischer Behandlung
befinde (IV-act. 327). Im Oktober 2014 berichtete Dr. C._ (IV-act. 331), der
Gesundheitszustand der Versicherten habe sich verschlechtert. Sie leide neu an einer
radiculären Symptomatik im rechten Bein bei einer aktivierten Spondylarthrose L5/S1
rechts und einer neuroforaminalen Stenose sowie an einer radiculären Symptomatik im
linken Arm. Am 6. Januar 2015 hielt Dr. C._ ergänzend fest (IV-act. 337), der
bildgebende Befund bezüglich der Lendenwirbelsäule entspreche in etwa jenem aus
dem Jahr 2009. Betreffend die Halswirbelsäule liege nur das MRI vom Juli 2013 vor.
Die bildgebenden Befunde passten zur klinischen Symptomatik. Er habe schon im
März 2013 mitgeteilt, dass er eine weitere Begutachtung zur Ausräumung von
Widersprüchlichkeiten vorschlage. Der RAD-Arzt Dr. H._ empfahl im Januar 2015 die
Ein¬holung eines Verlaufsgutachtens bei der MGSG GmbH (IV-act. 338). Gegen die
entsprechende Mitteilung der IV-Stelle (IV-act. 339) liess die Versicherte am 29. Januar
2015 einwenden (IV-act. 343), sie verlange eine Begutachtung durch nicht vorbefasste
Sachverständige. Mit einer Verfügung vom 3. Februar 2015 „hielt“ die IV-Stelle an der
Abklärungstelle „fest“ (IV-act. 344). Eine dagegen erhobene Beschwerde vom 5. März
2015 (vgl. IV-act. 346) wurde vom Versicherungsgericht mit einem Entscheid vom 10.
März 2016 abgewiesen (IV 2015/79; vgl. IV-act. 355).
A.h Die MGSG GmbH erstattete ihr Verlaufsgutachten am 1. Juni 2016 (IV-act. 364).
Das Gutachten enthielt den Hinweis, dass die Versicherte im Jahr 2012 zum zweiten
Mal Mutter geworden war. Der orthopädische Sachverständige führte aus, die
Versicherte leide an einer Pseudolumbofemoralgie rechts, an einer Schmerzpersistenz
nach der Implantation einer zementfreien Hüft-Totalendoprothese sowie – ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – an einem Thoracovertebralsyndrom, an einer
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Gonalgie rechts, an einem Status nach einem Morbus Sinding Larsen und Osgood
Schlatter, an Senk-/Spreizfüssen und an einer Präadipositas. Das Ausmass der
Schmerzen in der Brustwirbelsäule und der subjektiv eingeschränkten körperlichen
Leistungsfähigkeit seien angesichts der quasi normalen Untersuchungs- und
radiologischen Befunde nicht nachvollziehbar. Die lumbalen Schmerzen und die
pathologischen objektiven Befunde der Lendenwirbelsäule könnten grösstenteils auf
die Pseudolumbofemoralgie rechts zurückgeführt werden. Die Ausstrahlung in das
rechte Kniegelenk und die bei der Untersuchung angegebene Hyposensibilität des
gesamten rechten Oberschenkels seien nicht objektivierbar. Das Ausmass der
Schmerzen und der abnormen objektiven Befunde der rechten Hüfte seien nicht
nachvollziehbar. Die Schmerzen im linken Kniegelenk seien im Rahmen eines Status
nach einem Morbus Sinding Larsen und Osgood Schlatter zu interpretieren, aber das
Ausmass der Schmerzen sei nicht plausibilisierbar. Der objektive Befund entspreche
weitgehend jenem bei der ersten Begutachtung, weshalb weiterhin eine
Arbeitsfähigkeit von 90 Prozent für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten zu attestieren sei.
Die aktuell ausgeübte Tätigkeit als Textilverkäuferin sei der Versicherten zu 65 Prozent
zumutbar. Der psychiatrische Sachverständige hielt fest, in der Untersuchung habe die
Stimmung der Versicherten überwiegend bedrückt gewirkt. Die affektive
Schwingungsfähigkeit sei leicht vermindert gewesen. Der Antrieb habe als eher
vermindert imponiert. Die Auffassung, die Aufmerksamkeit, die Konzentrationsfähigkeit
und die Gedächtnisleistungen hätten intakt erschienen. Eine Blutuntersuchung habe
deutlich unterhalb der zu erwartenden Konzentrationen von Escitalopram und Trazodon
liegende Werte ergeben. Diagnostisch lägen nach wie vor eine rezidivierende
depressive Störung mit einer leichten bis mittelgradigen depressiven Episode sowie –
ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – akzentuierte (ängstliche, vulnerable und
abhängige) Persönlichkeitszüge vor. Der psychische Gesundheitszustand habe sich im
Vergleich zu jenem bei der ersten Begutachtung nicht verändert. Eine leidensadaptierte
Tätigkeit könne der Versicherten noch immer im Umfang von 70 Prozent zugemutet
werden. Aus bidisziplinärer Sicht liege ein im Wesentlichen seit dem Jahr 2011
unveränderter Gesundheitszustand vor. Der RAD-Arzt Dr. H._ erachtete das
Verlaufsgutachten als überzeugend (IV-act. 365). Mit einem Vorbescheid vom 28. Juni
2016 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie die Abweisung ihres
Rentenbegehrens bei einem nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 31 Prozent
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vorsehe (IV-act. 367). Dagegen liess die Versicherte einwenden (IV-act. 371), das
„Ergebnis“ des Gutachtens der MGSG GmbH überrasche nicht. Die Versicherte habe
nicht umsonst verlangt, von einer anderen Stelle begutachtet zu werden. Sie sei nicht
zu 70 Prozent arbeitsfähig. Bei der Invaliditätsbemessung müsse ein
Tabellenlohnabzug von mindestens 20 Prozent berücksichtigt werden. Das Psychiatrie-
Zentrum L._ berichtete am 29. September 2016 (IV-act. 372–2 f.), die Versicherte
leide an einer rezidivierenden depressiven Störung mit einer gegenwärtig
mittelgradigen Episode sowie an einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen
und psychischen Faktoren, an einer Panikstörung und an akzentuierten
Persönlichkeitszügen. Die Arbeitsfähigkeit betrage höchstens 50 Prozent. Der RAD-Arzt
Dr. H._ sah keinen Anlass, von der Arbeitsfähigkeitsschätzung der Sachverständigen
der MGSG GmbH abzuweichen (IV-act. 373). Mit einer Verfügung vom 4. November
2016 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren ab (IV-act. 374).
B.
B.a Am 5. Dezember 2016 liess die Versicherte (nachfolgend: die Beschwerdeführerin)
eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 4. November 2016 erheben (act. G 1). Ihr
Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die
Zusprache mindestens einer halben Rente und eventualiter die Rückweisung der Sache
zur weiteren Abklärung und zur anschliessenden neuen Verfügung an die IV-Stelle
(nachfolgend: die Beschwerdegegnerin). Zur Begründung führte er an, die ursprünglich
im Dezember 2002 zugesprochene Rente sei einzig und allein deshalb aufgehoben
worden, weil die Beschwerdeführerin am 22. Mai 2006 Mutter geworden sei. Seit dem
rechtskräftigen Urteil des EGMR in Sachen Di Trizio gegen die Schweiz vom 2. Februar
2016 sei bekannt, dass die Anwendung der gemischten Methode den Art. 14 EMRK in
Verbindung mit dem Art. 8 EMRK verletze. Die Beschwerdegegnerin hätte die Rente
deshalb nicht aufheben dürfen. Die Beschwerdeführerin hätte also weiterhin einen
Anspruch auf die bisherige halbe Rente gehabt. Aus dem Umstand, dass das Urteil des
EGMR erst anfangs 2016 ergangen sei, dürfe der Beschwerdeführerin kein Nachteil
erwachsen. Da sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in der
Zwischenzeit nicht verbessert, sondern vielmehr verschlechtert habe, sei die
Rentenaufhebung als rechtswidrig zu qualifizieren. Das Gutachten der MGSG GmbH
überzeuge nicht. Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich im
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Oktober 2010 nicht verbessert. Die Berichte der behandelnden Ärzte zeigten, dass die
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin tiefer als von den Sachverständigen der
MGSG GmbH behauptet sei. Ohnehin hätte die Beschwerdeführerin einen Anspruch
auf eine Begutachtung durch eine andere Abklärungsstelle gehabt, woran der
Entscheid IV 2015/29 des Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen vom 10.
März 2016 nichts ändere. Die „Ergebnisse“ der MGSG GmbH seien wenig
überraschend und belegten, dass die Beschwerdeführerin allen Grund gehabt habe,
sich gegen die Zwischenverfügung vom 3. November 2015 zu wehren.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 11. Januar 2017 die Abweisung der
Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie aus, das Gutachten der MGSG
GmbH sei in jeder Hinsicht überzeugend. Gestützt auf die klare Rechtsprechung des
Bundesgerichtes zur adäquaten Therapie bei leicht- bis mittelgradigen Depressionen
sei allerdings davon auszugehen, dass bei der Beschwerdeführerin keine
Therapieresistenz vorliege, weshalb die im Gutachten diagnostizierte leichte bis
mittelgradige depressive Episode als nicht invalidisierend gelte. Bei der
Invaliditätsbemessung sei ein Tabellenlohnabzug von zehn Prozent vorzunehmen, weil
die Beschwerdeführerin nur noch leichte Tätigkeiten verrichten könne. Im Ergebnis
erweise sich die angefochtene Verfügung als rechtmässig.
B.c Die Beschwerdeführerin liess am 14. März 2017 an ihren Anträgen festhalten (act.
G 10). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 11 f.).

Erwägungen
1.
Mit der angefochtenen Verfügung vom 4. November 2016 hat die Beschwerdegegnerin
ein mit einer sogenannten Neuanmeldung geltend gemachtes Begehren der
Beschwerdeführerin um die Zusprache einer Rente der Invalidenversicherung
abgewiesen. Da die Beschwerdeführerin eine relevante Sachverhaltsveränderung seit
der Aufhebung einer früheren Rente mit der Verfügung vom 18. September 2007
glaubhaft gemacht hat und da die Beschwerdegegnerin deshalb zu Recht auf die
Neuanmeldung eingetreten ist, hat das Rentenbegehren der Beschwerdeführerin
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umfassend und ohne jede Bindung an frühere Beurteilungen geprüft werden müssen.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. z.B. BGE 109 V 108 und BGE 117
V 198 E. 3a S. 198) müsste zwar das mit der angefochtenen Verfügung vom 4.
November 2016 abgeschlossene Verwaltungsverfahren wohl als ein Revisionsverfahren
qualifiziert werden, aber die bundesgerichtliche Rechtsprechung (vgl. z.B. BGE 141 V
9) müsste auch dazu zwingen, den Sachverhalt umfassend und ohne jede Bindung an
frühere Beurteilungen zu prüfen, womit im Ergebnis kein Unterschied zwischen der
Anwendung der gesetzlichen Regelung und der Befolgung der bundesgerichtlichen
Praxis besteht (vgl. zum Ganzen auch den Entscheid IV 2010/428 des St. Galler
Versicherungsgerichtes vom 5. November 2012, E. 1.2). Vor diesem Hintergrund ist
nicht ersichtlich, worauf der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit seinen
Ausführungen zum Urteil des EGMR in Sachen Di Trizio gegen die Schweiz und zur
Aufhebung der früheren Rente wegen eines Methodenwechsels mit der längst formell
rechtskräftigen Verfügung vom 18. September 2007 hinaus will. Jedenfalls kann es das
erwähnte Urteil des EGMR sicherlich nicht erlauben, sowohl die formell rechtskräftige
Verfügung vom 18. September 2007 als auch die gesetzliche Regelung des
Sozialversicherungsverfahrensrechts komplett zu ignorieren. Wenn überhaupt, könnte
das Urteil des EGMR nur dazu zwingen, den Rentenanspruch der Beschwerdeführerin
nochmals umfassend zu prüfen (vgl. den – diese Sachverhaltskonstellation allerdings
nicht explizit erfassenden – Abs. 2 der Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV
vom 1. Dezember 2017). Damit hätte die Beschwerdeführerin aber nichts gewonnen,
da die Beschwerdegegnerin den Rentenanspruch ja ohnehin – zu Recht – nochmals
umfassend geprüft hat.
2.
2.1 Laut dem Art. 28 Abs. 1 IVG hat eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit
nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder
verbessern kann, die während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, einen Anspruch auf eine
Rente der Invalidenversicherung. Für die Bemessung der Invalidität wird gemäss dem
Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit dem Art. 16 ATSG das Erwerbseinkommen, das
die versicherte Person nach dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung und nach
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der Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei einer
ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu jenem
Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund gewesen wäre.
2.2 Die Beschwerdeführerin hat nach dem Schulabschluss – mit der Unterstützung der
Beschwerdegegnerin – versucht, eine Handelsschule zu absolvieren. Dieser Versuch ist
gescheitert. Das angeborene Hüftleiden kann dieses Scheitern aber nicht erklären,
denn die Beschwerdeführerin musste deswegen zwar dem Unterricht etwas häufiger
als gewöhnlich fernbleiben, aber sie hat im Gegenzug intensive Fördermassnahmen
erhalten, die diesen Nachteil aufgewogen haben. Trotzdem sind die Schulnoten der
Beschwerdeführerin so schlecht gewesen, dass sie keine Chance gehabt hat, die
Handelsschulausbildung regulär abzuschliessen. In der Folge hat sie eine Ausbildung
zur Coiffeuse begonnen, wobei es ihr aber nicht gelungen ist, die Berufsausbildung mit
einem eidgenössischen Fähigkeitsausweis zu absolvieren; sie hat aber immerhin eine
Anlehre zur Coiffeuse abgeschlossen. Vor diesem Hintergrund steht mit dem
erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die
Beschwerdeführerin unabhängig vom angeborenen Hüftleiden nicht in der Lage
gewesen ist, eine ordentliche Berufsausbildung zu absolvieren. Ihre Validenkarriere
hätte folglich auch ohne das Hüftleiden in der Verrichtung einer Hilfsarbeit bestanden.
Damit liegt hier kein Anwendungsfall des Art. 26 IVV vor. Die Anlehre zur Coiffeuse hat
es der Beschwerdeführerin nicht ermöglicht, ein Erwerbseinkommen zu erzielen, das
wesentlich höher als der statistische Zentralwert der Hilfsarbeiterinnenlöhne gewesen
wäre, denn erfahrungsgemäss verdient sogar eine voll ausgebildete Coiffeuse in aller
Regel nicht wesentlich mehr als eine durchschnittlich entlöhnte Hilfsarbeiterin.
Umgekehrt kann aber natürlich nicht behauptet werden, die Beschwerdeführerin hätte
nach dem Abschluss der Anlehre nur einen sogar unter dem Durchschnitt der
Hilfsarbeiterinnenlöhne liegenden Lohn erzielen können, denn selbst wenn eine
angelernte Coiffeuse weniger als eine durchschnittlich entlöhnte Hilfsarbeiterin
verdienen würde, könnte sie ihre Einkommenssituation durch einen Wechsel in eine
durchschnittlich entlöhnte Hilfsarbeit verbessern. Das hat denn die Beschwerdeführerin
vorliegend auch getan, wobei natürlich auch eine Rolle gespielt hat, dass die Tätigkeit
als angelernte Coiffeuse mit Blick auf das angeborene Hüftleiden als offensichtlich
nicht leidensadaptiert qualifiziert werden muss. Die Validenkarriere der
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Beschwerdeführerin entspricht folglich der Verrichtung einer durchschnittlich
entlöhnten Hilfsarbeit. Als Betrag für das Valideneinkommen ist deshalb der Zentralwert
der Hilfsarbeiterinnenlöhne einzusetzen.
2.3 Für die Bestimmung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens sind
die medizinischen Angaben zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von
massgebender Bedeutung. Dabei steht das Gutachten der MGSG GmbH vom 1. Juni
2016 als aktuellstes bidisziplinäres Gutachten im Vordergrund. Der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin hat sinngemäss geltend gemacht, dass man nicht darauf abstellen
könne, weil die Sachverständigen vorbefasst gewesen seien. Offenbar hat er nicht
realisiert, dass es sich um ein Verlaufs- und nicht um ein Obergutachten gehandelt hat,
obwohl darauf bereits im formell rechtskräftigen Entscheid IV 2015/79 des
Versicherungsgerichtes vom 10. März 2016 hingewiesen worden ist. Dem
Verlaufsgutachten lässt sich denn auch entnehmen, dass die Sachverständigen die
nach der Erstellung ihres ersten Gutachtens entstandenen medizinischen Akten
gewürdigt und dass sie die Beschwerdeführerin nochmals eingehend persönlich
untersucht haben. Sie haben also nicht etwa an einer vorgefassten Meinung
festgehalten, sondern ihren Auftrag zur Verlaufsbegutachtung völlig ernst genommen.
Das orthopädische Teilgutachten ist zwar relativ knapp gehalten, aber daraus kann
nicht geschlossen werden, dass der orthopädische Sachverständige die
Beschwerdeführerin nicht lege artis untersucht hätte. Er hat nämlich überzeugend
dargelegt, dass der massgebende objektive klinische Befund weitgehend unauffällig
gewesen sei. Das hat der übrigen Aktenlage entsprochen, denn bereits bei der ersten
Begutachtung durch die MGSG GmbH war der objektive klinische Befund weitgehend
unauffällig gewesen und Dr. C._ hatte am 6. Januar 2015 explizit festgehalten, dass
sich der orthopädische Sachverhalt seit der ersten Begutachtung nicht wesentlich
verändert hatte. In den gesamten medizinischen Akten finden sich keine Hinweise auf
eine somatische Erkrankung, die die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in einer
ideal leidensadaptierten Tätigkeit wesentlich einschränken könnte. Vor diesem
Hintergrund erweist sich die Arbeitsfähigkeitsschätzung des orthopädischen
Sachverständigen für eine ideal leidensadaptierte Tätigkeit als überzeugend. Der
psychiatrische Sachverständige hat sich eingehend mit den Berichten der
behandelnden Ärzte, den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin und den
objektiven klinischen Befunden auseinandergesetzt. Er hat den massgebenden
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psychiatrischen Sachverhalt also umfassend und lege artis erhoben. Seine
Ausführungen zur Diagnosestellung sind ohne Weiteres nachvollziehbar und
überzeugend. Allerdings weist sein Teilgutachten bezüglich der
Arbeitsfähigkeitsschätzung eine leicht verminderte Begründungsdichte auf. Der
Hinweis auf die durch die depressive Störung bedingten Beeinträchtigungen der
emotionalen Belastbarkeit, der geistlichen Flexibilität, des Antriebs, der Interessen, der
Motivation und der Dauerbelastbarkeit erscheint als zu pauschal, um eine
überzeugende Erklärung für das Attest einer Arbeitsunfähigkeit von 30 Prozent selbst
für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten darstellen zu können. Die Beschwerdeführerin ist
als Hilfsarbeiterin zu qualifizieren, weshalb es nicht einleuchtet, dass die
Beeinträchtigungen der emotionalen Belastbarkeit, der geistigen Flexibilität, der
Interessen und der Motivation sich in einem so hohen Mass auf ihre Arbeitsfähigkeit als
Hilfsarbeiterin auswirken sollten. Die behandelnden Ärzte haben teilweise eine
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestiert. Die Ressourcenschilderung im
psychiatrischen Teilgutachten der MGSG GmbH erweckt den Eindruck einer wenig
eingeschränkten Arbeitsfähigkeit, wird dort doch erwähnt, dass die
Beschwerdeführerin einer Teilzeitbeschäftigung nachgegangen sei, den Haushalt und
die Kinder (allerdings mit einer Mithilfe des Ehemannes und der Mutter) versorgt habe
und normale soziale Kontakte gepflegt sowie ihre Tochter bei den Hausaufgaben
unterstützt habe. Das lässt sich mit einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um 30
Prozent selbst für eine ideal an die psychische Beeinträchtigung adaptierte Tätigkeit
nur schwerlich vereinbaren. Zusammenfassend lässt sich zwar der genaue
Arbeitsunfähigkeitsgrad nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit bestimmen, aber er kann jedenfalls überwiegend wahrscheinlich
nicht mehr als 30 Prozent betragen.
2.4 Da der Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens dem
statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterinnenlöhne und damit auch dem
Valideneinkommen entspricht, kann der Betrag bei der Berechnung des
Invaliditätsgrades mathematisch keine Rolle spielen. Der Invaliditätsgrad ist folglich
anhand eines sogenannten Prozentvergleichs zu bestimmen, das heisst er entspricht
dem Arbeitsunfähigkeitsgrad, korrigiert um einen allfälligen Abzug vom Tabellenlohn.
Ein solcher Abzug wird berücksichtigt, wenn eine Person mit einer
Gesundheitsbeeinträchtigung ihre verbliebene Restarbeitsfähigkeit nicht mit einem
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durchschnittlichen wirtschaftlichen Erfolg verwerten kann. Für die Beantwortung der
Frage, ob im Einzelfall ein Tabellenlohnabzug zu berücksichtigen ist, muss folglich
geprüft werden, ob ein strikt betriebswirtschaftlich-ökonomisch denkender potentieller
Arbeitgeber, der selbst dem rauen Wind der freien Marktwirtschaft ausgesetzt ist, der
versicherten Person einen (dem zumutbaren Pensum entsprechenden)
durchschnittlichen Lohn bezahlen könnte. Das ist der Fall, wenn die versicherte Person
ihre Restarbeitsfähigkeit so verwerten kann, dass der Wert ihrer Arbeitsleistung
betriebswirtschaftlich-ökonomisch betrachtet jenem einer gesunden, durchschnittlich
leistungsfähigen Person entspricht, die im selben Pensum angestellt ist. Unterliegt die
Arbeitsleistung der versicherten Person aber krankheits- oder unfallbedingt starken
Schwankungen, ist die versicherte Person nicht in der Lage, ihre Arbeitsleistung
konstant zuverlässig und damit im Voraus planbar zu erbringen, besteht das Risiko von
vermehrten unerwarteten krankheitsbedingten Absenzen oder liegen ähnliche Gründe
vor, die den betriebswirtschaftlich-ökonomischen Wert der Arbeitsleistung der
versicherten Person schmälern, muss ein Tabellenlohnabzug vorgenommen werden.
Bei der Beschwerdeführerin liegen solche Umstände vor, die einen Tabellenlohnabzug
rechtfertigen: Aufgrund ihrer depressiven Störung wird sie nicht in der Lage sein, ihre
Leistung konstant, zuverlässig und damit planbar zu erbringen; ihre Arbeitsleistung wird
krankheitsbedingt stetigen Schwankungen unterliegen. Ein betriebswirtschaftlich-
ökonomisch denkender potentieller Arbeitgeber muss auch das Risiko vermehrter
krankheitsbedingter Absenzen als Minderwert vorweg einkalkulieren. Die Auswirkungen
sind insgesamt allerdings nicht allzu stark ausgeprägt. Praxisgemäss rechtfertigt sich
deshalb ein Tabellenlohnabzug von zehn Prozent. Der Invaliditätsgrad beträgt damit 37
Prozent (= 100% – 90% × 70%). Damit erweist sich die Abweisung des
Rentenbegehrens im Ergebnis als rechtmässig.
3.
Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen. Die Gerichtskosten von 600 Franken sind der
unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Sie sind durch den von dieser
geleisteten Kostenvorschuss von 600 Franken gedeckt. Die unterliegende
Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.