Decision ID: 53a6bffe-a6b5-4c70-a97d-698b9e9ab89a
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- die Strafverfolgungsbehörden Schwedens unter anderem gegen B. ein Straf-
verfahren wegen Betrugs führen und in diesem Zusammenhang am 18. Au-
gust 2020 u.a. um Beschlagnahme von Vermögenswerten bis zum Betrag
von EUR 10'000'000.-- auf den bei der Bank C. geführten, auf die A. S.A. in
Z. (KT ZH) lautenden Konten ersuchte;
- die Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz mit Eintretens- und Zwischen-
verfügung vom 13. Januar 2021 auf das Ersuchen eintrat und die bei der
Bank C. geführten, auf die A. S.A. lautenden Konten sperrte (act. 1.2);
- die A. S.A. dagegen mit Eingabe vom 1. Februar 2021 bei der Beschwerde-
kammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde erhob;
- sie im Hauptpunkt die Aufhebung der angeordneten Kontosperre beantragt
und in prozessualer Hinsicht darum ersucht, der Beschwerde sei die auf-
schiebende Wirkung zu erteilen (act. 1);
- auf die Durchführung eines Schriftenwechsel verzichtet wird (Art. 57 Abs. 1
VwVG e contrario).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
- auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten die
Bestimmungen des VwVG anwendbar sind (Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37
Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG), wenn das IRSG nichts anderes bestimmt (Art. 12
Abs. 1 IRSG);
- einer Schlussverfügung in Rechtshilfeangelegenheiten vorangehende Zwi-
schenverfügungen nur selbstständig angefochten werden können, sofern sie
durch die Beschlagnahme von Vermögenswerten und Wertgegenständen
(Art. 80e Abs. 2 lit. a IRSG) oder durch die Anwesenheit von Personen, die
am ausländischen Prozess beteiligt sind (Art. 80e Abs. 2 lit. b IRSG), einen
unmittelbaren und nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken;
- die beschwerdeführende Person diesfalls nach der Rechtsprechung mit kon-
kreten Angaben glaubhaft machen muss, inwiefern die rechtshilfeweise Be-
schlagnahme von Vermögenswerten bzw. die Verweigerung einer (Teil-)
Freigabe zu einem nicht wieder gutzumachenden Nachteil führt;
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- dabei insbesondere drohende Verletzungen von konkreten vertraglichen
Verpflichtungen, unmittelbar bevorstehende Betreibungsschritte, der dro-
hende Entzug von behördlichen Bewilligungen oder das Entgehen von kon-
kreten Geschäften in Betracht kommen;
- der drohende unmittelbare und nicht wieder gutzumachende Nachteil glaub-
haft gemacht werden muss und dessen blosse Behauptung nicht genügt
(zum Ganzen BGE 130 II 329 E. 2; 128 II 353 E. 3; je m.w.H.; Urteile des
Bundesgerichts 1C_575/2013 vom 30. August 2013 E. 1.2; 1B_285/2011
vom 18. November 2011 E. 2.3.2; TPF 2008 7 E. 2.2);
- die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang geltend macht, sie ver-
füge nur bei einer Bank, nämlich der Bank C., über Konten; diese Konten
aber nunmehr gesperrt seien;
- sie am 19. Dezember 2019 ein Darlehen bei der D. AG in der Höhe von
CHF 89'000.-- aufgenommen habe, welches bis zum 10. Januar 2021 befris-
tet gewesen sei;
- eine Rückzahlung des Darlehens infolge der Kontosperre nicht möglich sei,
weshalb ihr Schritte der Zwangsvollstreckung durch die D. AG drohen wür-
den, welche letztlich in der Konkurseröffnung enden könnten (act. 1 S. 5);
- der dem Gericht eingereichte Darlehensvertrag vom 19. Dezember 2019 zwi-
schen der Beschwerdeführerin und der D. AG sowohl für die Darlehensge-
berin als auch die Darlehensnehmerin jeweils von B. unterzeichnet worden
ist, welcher den entsprechenden Handelsregisterauszügen zufolge zum Zeit-
punkt der Vertragsunterzeichnung bis heute bei beiden Gesellschaften die
Funktion des Verwaltungsratspräsidenten innehat(te);
- gemäss Darlehensvertrag vom 19. Dezember 2019 sowohl die Beschwerde-
führerin wie auch die D. AG zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung die
gleiche Adresse aufwiesen; gemäss den die D. AG betreffenden Handelsre-
gisterauszug diese jedoch seit ihrer Gründung im Jahre 2009 ihren Sitz stets
im Kanton Thurgau hatte;
- vor diesem Hintergrund fraglich ist, ob die D. AG tatsächlich auf die Durch-
setzung ihrer angeblichen vertraglichen Rechte bestehen würde;
- dessen ungeachtet es sich ohnehin bei den Ausführungen der Beschwerde-
führerin, wonach sie über keine anderen als die gesperrten Vermögenswerte
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verfügen soll, um eine reine Behauptung handelt, die durch nichts belegt ist
(z.B. Auszug der aktuellen Steuererklärung der Beschwerdeführerin);
- es damit bei einer blossen Behauptung eines unmittelbaren und nicht wie-
dergutzumachenden Nachteils bleibt, was jedoch unter Hinweis auf die zi-
tierte Rechtsprechung für die selbständige Anfechtung einer Zwischenverfü-
gung nicht genügt;
- auf die Beschwerde daher nicht einzutreten ist;
- das Gesuch um Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde
damit als gegenstandslos geworden abzuschreiben ist;
- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten der Beschwerdefüh-
rerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 39 Abs. 1 lit. b
StBOG) und diese auf Fr. 2'000.-- festzusetzen ist.
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