Decision ID: 8336d45c-d9ad-426f-b7ed-15107d35e114
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Barbara Wyler, Zürcherstrasse 191, Post-
fach 1011, 8501 Frauenfeld,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 21. Februar 2006/13. April 2006 zum Bezug von Leistungen
der IV (Rente) an (act. G 4.1/1). Ihre zuvor ausgeübte Stelle bei der B._, bei der sie als
Hilfskraft im Verpackungsbereich tätig gewesen war, kündigte sie per Ende Juni 2005,
da es ihr gesundheitlich nicht so gut gehe und sie sich mehr der Familie widmen
möchte (act. G 4.1/13.1 und 13.7). Mit Arztbericht vom 21. April 2006 diagnostizierte
Dr. med. C._, Allgemeinmedizin, unter anderem ein lumbovertebrogenes- und
lumboradikuläres Schmerzsyndrom links bei Spondylarthrose L3/4, L4/5 und L5/S1,
eine diskrete Spondylosis Th12/L1 und L2/3, eine Dehydratation der Disci L4/5 und L5/
S1 sowie eine Depression mit Somatisierung. Der Zustand sei stationär bis sich
verschlechternd (act. G 4.1/9). Mit Arztbericht vom 13. November 2006 diagnostizierte
Dr. D._, Neurochirurgie FMH, zusätzlich myalgiforme Schmerzen im
Schultergürtelbereich beidseits. Er erachtete die Versicherte in ihrer angestammten
Tätigkeit als Käsereimitarbeiterin ab 1. Mai 2005 zu 100 % arbeitsunfähig. Auch andere
Tätigkeiten seien ihr nicht mehr zumutbar (act. G 4.1/20). Ein bei der Klinik Teufen
eingeholtes psychiatrisches Gutachten vom 14. Juni 2007 konnte das Vorliegen einer
klinisch relevanten depressiven Störung nicht erhärten. Auch eine somatoforme
Schmerzstörung wurde verneint, sodass kein nach ICD-10 klassifizierbares
Krankheitsbild mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit diagnostiziert werden konnte
(act. G 4.1/33). In seinem orthopädischen Gutachten vom 19. Juni 2007 diagnostizierte
Dr. E._ sodann eine mässige Bandscheibendegeneration C4/5 mit etwas
linksakzentuierter Protrusion und leichter relativer diskogener Spinalkanalenge ohne
neurale Kompression sowie eine mässige Spondylarthrose L4 bis S1 mit
Bandscheibendegeneration L3 bis 5 und kleineren Protrusionen ohne neurale
Kompression und bei Status nach Morbus Scheuermann L1 bis 3. Dr. E._ bezifferte
die Arbeitsfähigkeit für körperlich schwere Tätigkeiten in kalter und feuchter
Umgebung, die vorwiegend sitzend oder stehend ausgeführt werden müssen und die
mit häufigen unphysiologischen insbesondere inklinierten oder reklinierten Stellungen
der Wirbelsäule sowie dem regelmässigen Heben und Tragen von Lasten über 10 kg
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verbunden seien, als nicht mehr vollumfänglich zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit als
Hilfsarbeiterin in der Verpackungsabteilung einer Frischkäsefirma betrage bei voller
Stundenpräsenz ca. 65 %. Körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen seien
bei voller Stundenpräsenz zu ca. 90 % zumutbar. Diese Arbeitsfähigkeitsschätzung
floss auch in den orthopädisch-psychiatrischen Konsens ein (act. G 4.1/34.7). Am 15.
April 2007 füllte die Versicherte den Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend
Erwerbstätigkeit/Haushalt aus (act. G 4.1/37). Am 8. Mai 2007 führte die IV eine
Abklärung im Haushalt der Versicherten durch. Dabei wurde der Haushalt mit 20 % und
die Erwerbstätigkeit mit 80 % gewichtet. Es wurde eine Einschränkung im
Haushaltbereich von 10.2 % ermittelt (act. G 4.1/38).
A.b Gestützt auf die Abklärungen erliess die IV-Stelle St. Gallen am 27. September
2007 einen Vorbescheid, mit welchem sie einen Anspruch auf eine Invalidenrente
verneinte. Mit Einwand vom 28. Oktober 2007 macht die Rechtsvertreterin der
Versicherten im Wesentlichen geltend, dass noch kein stationärer Gesundheitszustand
vorliege. So habe sich die Versicherte im März 2007 in Spitalpflege begeben müssen.
Ausserdem befinde sich die Versicherte gemäss einem Schreiben der Klinik St. Georg
am Bodensee vom 15. September 2007 auch dort in einem stationären Aufenthalt, der
höchstwahrscheinlich im Zusammenhang mit einer Operation stehe. Weitere
medizinische Abklärungen seien deshalb notwendig. Wenn noch kein medizinischer
Endzustand vorliege, könne auch noch keine seriöse Arbeitsfähigkeitsschätzung
vorgenommen werden. Das heutige Leiden rühre ausschliesslich daher, dass sich die
Versicherte, die vorher völlig gesund gewesen sei, während vier Jahren in den nassen
und kalten Räumen der Käserei aufgehalten habe. Eine weitere 100 %-ige Präsenzzeit
in diesen Räumen würde sich sehr negativ auf die physische Gesundheit auswirken. Im
Gutachten würden weder die Arbeitsfähigkeitsschätzung für die angestammte noch für
eine adaptierte Tätigkeit näher begründet. Zu bemängeln sei ausserdem, dass keine
möglichen Verweisungstätigkeiten angegeben würden, was ebenfalls nachzuholen sei.
Das Gutachten E._ sei somit unbrauchbar und oberflächlich. Es werde nicht erklärt,
wie die Differenz zum Arztbericht vom 13. November 2006 (Dr. D._) zu Stande
komme (act. G 4.1/47).
A.c Mit Verfügung vom 12. November 2007 wies die IV-Stelle St. Gallen den Antrag auf
eine Invalidenrente ab. Ihr Gesundheitszustand sei anlässlich der Begutachtung im
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April 2007 umfassend abgeklärt worden. Im März 2007 sei sie wegen Beschwerden
hospitalisiert gewesen, die nichts mit dem gutachterlich abgeklärten Beschwerdebild
zu tun gehabt hätten. Es liege deshalb kein instabiler Zustand vor. Weitere Abklärungen
seien nicht angezeigt. Auch seien die möglichen Verweistätigkeiten im Gutachten
umschrieben worden. Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier- und Prüfarbeiten
würden die dort genannten Bedingungen erfüllen. Der Versicherten wäre es möglich,
weiterhin ein Einkommen von etwa Fr. 36'000.-- zu erzielen, so dass daraus keine
Erwerbseinbusse resultiere. Die Einschränkung im Haushaltsteil betrage gemäss
Abklärung rund 10 %, so dass daraus ein Invaliditätsgrad von 2 % resultiere (act. G
4.1/50).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 13.
Dezember 2007 mit den Anträgen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es
sei der Beschwerdeführerin ab Mai 2006 eine angemessene Invalidenrente
auszurichten. Dazu seien zusätzliche medizinische Abklärungen vorzunehmen. Falls
eine Arbeitsfähigkeit bejaht werde, sei zudem eine konkrete Verweisungstätigkeit
anzugeben. Zur Begründung werden im Wesentlichen die Ausführungen im Einwand
vom 28. Oktober 2007 wiederholt. Zusätzlich wird ausgeführt, dass die
Rechtsvertreterin in der Zwischenzeit mit Dr. med. F._, FMH Anästhesiologie, der
Klinik St. Georg, telefonische Rücksprache habe nehmen können. Gemäss Beurteilung
dieses Arztes leide die Beschwerdeführerin an einem Diabetessyndrom. Zudem leide
sie an einer Veränderung der kleinen Gefässe im Kopf auf Grund der
Blutzuckerstörung, einer Marklagerischämie. Diese zerebralen Veränderungen führten
zu einer veränderten Wahrnehmung bezüglich physiologischer Prozesse. Zudem
bestehe ein Schmerzsyndrom. Im Sinn von F45.9 ergebe sich das Krankheitsbild einer
Veränderung der Persönlichkeit. Die Behandlung sei noch nicht abgeschlossen, der
behandelnde Arzt gehe aber davon aus, dass eine berufliche Tätigkeit nicht mehr
zumutbar sei. Diese Befunde im Kopf lägen mit Sicherheit nicht erst jetzt vor, sondern
wären bei einer korrekten neuro- und neuropsychologischen Abklärung bei der
Begutachtung erkannt worden (act. G 1).
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B.b Mit Beschwerdeantwort vom 7. Februar 2008 beantragt die Verwaltung Abweisung
der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin sei durch Dr. E._ ausführlich untersucht
worden. Bei der Beschwerdeführerin lägen einzig degenerative Veränderungen im
Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule vor. Neurale Kompressionen oder
neurologische Ausfälle lägen dagegen nicht vor. Etwas Anderes ergebe sich auch aus
dem Bericht D._ nicht, weshalb dessen Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht überzeuge.
Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Beschwerdeführerin auf Grund der nicht
schwer wiegenden Befundlage in adaptierten Tätigkeiten voll arbeitsunfähig sein soll.
Demgegenüber habe das Gutachten die degenerativen Veränderungen im Rücken
berücksichtigt, indem es der Beschwerdeführerin sogar in einer angepassten Tätigkeit
nur noch einen Arbeitsfähigkeitsgrad von 90 % attestiert habe. Die Beschwerdeführerin
könne auch aus dem Austrittsbericht des Spitals Flawil nichts zu ihren Gunsten
ableiten, sei doch dort keine Pathologie gefunden worden und die Beschwerdeführerin
in einem gebesserten Allgemeinzustand nach Hause entlassen worden. Schliesslich
ergäben sich auch keine Hinweise, dass sie an einer Diabetes mit Auswirkungen auf die
Hirnfunktion leide. Dies hätte dem begutachtenden Psychiater auffallen müssen. Im
entsprechenden Gutachten der Klinik Teufen werde aufgeführt, dass keine Störungen
der mnestischen Funktionen, Auffassung oder Konzentration hätten gefunden werden
können. Mithin seien keine weiteren Abklärungen mehr nötig (act. G 4).

Erwägungen:
1.
Vorliegend geht die Beschwerdegegnerin davon aus, dass die Beschwerdeführerin vor
Eintritt des geltend gemachten Gesundheitsschadens zu 80 % erwerbstätig und zu 20
% im Haushalt tätig war und dass die Beschwerdeführerin im Haushalt zu rund 10 %
eingeschränkt ist (vgl. act. G 4.1/38.7f.). Dies wird von der Beschwerdeführerin nicht
konkret bestritten. Indessen erscheint auf Grund der Umstände fraglich, ob hier
tatsächlich von einer Teilerwerbstätigen - und damit von der gemischten Methode -
auszugehen ist. So erzielte die Beschwerdeführerin gemäss IK-Auszug in den Jahren
2003 und 2004 ein ahv-pflichtiges Einkommen von mehr Fr. 36'000.--/Jahr (act. G
4.1/8.1; vgl. auch Lohnausweise 2003 und 2004 [act. G 4.1/13.4 - 13.6]). Zudem betrug
die wöchentliche Normalarbeitszeit bei ihrem letzten Arbeitgeber 45 Stunden, bzw. 9
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Stunden pro Tag (act. G 4.1/13.2), wobei die Beschwerdeführerin von weiteren
Arbeitseinsätzen spricht, so dass sie teilweise an sechs Wochentagen auf Abruf und
bis zu 13 Stunden täglich habe arbeiten müssen (act. G 4.1/38.2). Nicht
ausgeschlossen ist deshalb, dass die Beschwerdeführerin im Ergebnis als
Vollerwerbstätige anzusehen ist, wie sie das auch selber gegenüber der Klinik Teufen
anlässlich der psychiatrischen Begutachtung vom 24. April 2007 äusserte (act. G
4.1/33.2). Die Frage kann jedoch offen bleiben, da, wie im Folgenden zu zeigen sein
wird, ohnehin kein Anspruch auf eine Rente besteht. Umstritten und zu prüfen ist somit,
ob für den Erwerbsteil auf das von der Beschwerdegegnerin eingeholte Gutachten vom
19. Juni 2007 und dessen psychologisches Teilgutachten vom 14. Juni 2007,
insbesondere auf die dort getroffenen Arbeitsfähigkeitsschätzungen für die
angestammte und für eine adaptierte Erwerbstätigkeit, abgestellt werden kann.
2.
2.1 Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 Erw. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung vom 12. November 2007 eingetretenen Sachverhalt
abzustellen ist (BGE 121 V 366 Erw. 1b), sind vorliegend die bis zum 31. Dezember
2007 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.
2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG (in der vom 1. Januar 2004 bis 31. Dezember 2007 gültig
gewesenen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 %
besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
40 % Anspruch auf eine Viertelsrente. Für die Bemessung der Invalidität von
erwerbstätigen Versicherten ist gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG Art. 16 ATSG anwendbar.
Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität (Art. 8
ATSG) wird durch einen Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und
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nach der Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt wird zum
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 16 ATSG).
2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. In diesem
Rahmen haben Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgericht zusätzliche
Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hiezu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 Erw. 4a; BGE 100 V 52 = ZAK 1985, 53,
Erw. 4a mit Hinweisen). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a). In
beweisrechtlicher Hinsicht gilt in Bezug auf alle Unterlagen der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung (BGE 122 V 157; BGE 123 V 331 Erw. 1c).
3.
3.1 Vorliegend stellte die Beschwerdegegnerin für die Festlegung der Einschränkung
der Arbeitsfähigkeit auf die Schätzung Dr. E._ und der Klinik Teufen in deren
Gutachten vom 14. Juni 2007 (psychiatrischer Teil) bzw. vom 19. Juni 2007
(orthopädischer Teil und Gesamtbeurteilung) ab. Demgegenüber macht die
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin einerseits geltend, das Gutachten stehe im
Widerspruch zum Bericht von Dr. D._ vom 13. November 2006, welcher der
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Beschwerdeführerin eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten
bescheinige, und andererseits, dass noch kein medizinischer Endzustand vorliege. So
habe sich die Beschwerdeführerin vom 17. bis 20. März 2007 in Spitalpflege begeben
müssen. Zudem habe Dr. med. F._ in der Klinik St. Georg neue Befunde erhoben;
dessen Abklärungen seien noch nicht abgeschlossen, weshalb ein entsprechendes
Arztzeugnis noch ausstehe.
In Bezug auf den Aufenthalt im Spital Flawil ist mit der Beschwerdegegnerin davon
auszugehen, dass es sich dabei nicht um die Gesundheit dauerhaft einschränkende
Beschwerden handelte. Im entsprechenden Austrittsbericht vom 26. März 2007
diagnostizierte das Spital Flawil im Wesentlichen einen Thoraxschmerz unklarer
Genese sowie einen Verdacht auf eine ausklingende Sinusitis maxillaris. Der Verdacht
auf ein akutes koronares Syndrom konnte jedoch nicht erhärtet werden und unter
Analgesie konnte ein rasches Nachlassen der Symptomatik im Bereich des Thorax
festgestellt werden. Ebenso konnten die Schmerzen im Bereich der linken
Gesichtshälfte, welche im Rahmen einer bis 14. März 2007 behandelten Otitis gewertet
wurden, mit Nasentropfen und Somucol zur Schleimlösung behandelt werden. Bei
Austritt waren sowohl die Gesichts- als auch die Thoraxschmerzen deutlich gebessert
(act. G 4.1/31.1). Im Übrigen vermag der Aufenthalt im Spital Flawil schon deshalb
keine nach Erstellung des Gutachtens eingetretene Verschlechterung des
Gesundheitszustands zu belegen, als dieser Aufenthalt vor der Begutachtung stattfand.
Im Weiteren vermag auch der im Rahmen des Vorbescheidverfahrens
vermutungsweise geltend gemachte Aufenthalt in der Klinik St. Georg keinen noch
nicht stabilisierten Gesundheitszustand zu belegen. Vielmehr wurden bereits von Dr.
D._ in seinem Bericht vom 13. November 2006 lumbale Schmerzen mit Ausstrahlung
über den linken Oberschenkel bis zum lateralen Malleol sowie myalgiforme Schmerzen
im Schultergürtelbereich beschrieben (act. G 4.1/20.1f.). Anlässlich sowohl der
psychiatrischen als auch der orthopädischen Begutachtungen vom 4. und 24. April
2007 gab die Beschwerdeführerin ebenfalls im Wesentlichen an, sie leide seit vier
Jahren an Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in den Hinterkopf und in die Finger
sowie seit fünf Jahren an lumbalen Beschwerden mit Ausstrahlung in die linke Ferse,
wobei sie die Schmerzen jeweils als zunehmend beschrieb (act. G 4.1/34.3 und 34.11).
Mithin ist - zumindest was die Art der geklagten Beschwerden betrifft - von einem seit
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längerer Zeit stabilen Gesundheitszustand auszugehen. Daran vermag auch das
Schreiben der Klinik St. Georg vom 15. September 2007 nichts zu ändern. Darin
ersuchte die Klinik die Beschwerdegegnerin um Zustellung des IV-Gutachtens vom
14./19. Juni 2007. Ausser der blossen Tatsache, dass die Beschwerdeführerin offenbar
in Kontakt mit dieser Klinik getreten war, kann aus diesem Schreiben nichts weiter
abgelesen werden (vgl. act. G 4.1/42). Naheliegend erscheint, dass dort entweder eine
Behandlung der bereits bekannten Beschwerden oder weitere medizinische
Abklärungen erfolgten. Auch die Rechtsvertreterin vermochte in ihrem Einwand vom
28. Oktober 2007 keine genaueren Angaben dazu zu machen. Vielmehr mutmasste sie,
abgeleitet aus der Tatsache, dass das nämliche Schreiben der Klinik von einem
Anästhesiologen unterzeichnet war, es müsse sich offenbar um eine Operation handeln
(act. G 4.1/47.4). Einen Arztbericht von Dr. F._ reichte sie trotz Ankündigung nicht
ein.
3.2 Weiter macht die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin geltend, das von der
Beschwerdegegnerin eingeholte Gutachten widerspreche dem Arztbericht von Dr.
D._ vom 13. November 2006. Dieser Arzt diagnostizierte damals ein
therapieresistentes lumbovertebrogenes und lumboradikuläres Schmerzsyndrom links,
bei Spondylarthrose L3/L4, L4/L5 und L5/S1 sowie diskreter Spondylosis Th12/L1 und
L2/L3, myalgiforme Schmerzen im Schultergürtelbereich beidseits sowie eine
Depression mit Somatisierung. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit attestierte er ab 1.
Mai 2005 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Ebenso hielt er auch eine andere
Tätigkeit für nicht mehr zumutbar (act. G 4.1/20.1f.).
Das psychiatrische Gutachten vom 14. Juni 2007 setzte sich mit der von Dr. D._
vorgenommenen Diagnose der depressiven Somatisierung auseinander und kam zum
Schluss, dass eine solche nicht vorliege. Weder die aktuelle Befunderhebung noch im
Rahmen der durchgeführten testpsychologischen Diagnostik habe sich der Befund
einer klinisch relevanten depressiven Störung ergeben. Für die mögliche Diagnose
einer somatoformen Schmerzstörung fehlten sodann Hinweise auf besondere
psychosoziale Belastungsfaktoren oder auf einen intrapsychischen Konflikt, so dass
die Kriterien für diese Diagnose nicht erfüllt seien. Insgesamt könne keine nach ICD-10
klassifizierbare psychische Störung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
diagnostiziert werden (act. G 4.1/33.5). Mit der Beschwerdegegnerin ist weiter
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festzustellen, dass anlässlich der psychiatrischen Untersuchung keine Störung der
mnestischen Funktionen, der Auffassung und Konzentration gefunden werden konnte.
Der formale Gedankengang war geordnet und flüssig; es ergaben sich keine Hinweise
auf Ich-Störungen, Sinnestäuschungen oder psychotisches Erleben. Mithin ergaben
sich zum Untersuchungszeitpunkt keine Hinweise auf die nun geltend gemachte
Marklagerischämie mit Persönlichkeitsveränderung. Ein entsprechender Arztbericht
liegt im Übrigen - trotz der Ankündigung, weitere medizinische Unterlagen
insbesondere von Dr. F._ einzureichen - auch jetzt noch nicht vor.
Auch in somatischer Hinsicht nimmt das Gutachten die von Dr. D._ gemachten
Diagnosen der lumbovertebrogenen und lumboradikulären Beschwerden sowie der
myalgiformen Schmerzen im Schultergürtelbereich auf. So wurden am 4. und 5. April
2007 diverse bildgebende Verfahren an der Wirbelsäule und am Becken durchgeführt.
Die daraus abgeleiteten Diagnosen lauteten auf mässige Bandscheibendegeneration
C4/5 mit etwas linksakzentuierter Protrusion und leichter relativer diskogener
Spinalkanalenge ohne neurale Kompression sowie eine mässige Spondylarthrose L4
bis S1 mit Bandscheibendegeneration L3 bis 5 und kleineren Protrusionen ohne
neurale Kompression und bei Status nach Morbus Scheuermann L1 bis 3 (act. G
4.1/34.4f.). Nachdem somit mit der Beschwerdegegnerin davon auszugehen ist, dass in
psychiatrischer Hinsicht keine und in somatischer Hinsicht nur geringgradige
degenerative Abnützungserscheinungen objektiviert werden konnten, erscheint die von
den Gutachtern vorgenommene Arbeitsfähigkeitsschätzung - insbesondere jene für
eine adaptierte Tätigkeit - als plausibel. Jedenfalls erscheint auf Grund der
vorliegenden Befundlage die von Dr. D._ attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit in
sämtlichen Tätigkeiten nicht ausgewiesen, zumal diese auch nicht näher begründet
wurde.
Zusammenfassend erscheint das Gutachten schlüssig und berücksichtigt
insbesondere die (bisher) geklagten Beschwerden. Weiter wurde es in Kenntnis der
Vorakten abgegeben, leuchtet in der Beurteilung der medizinischen Situation und der
daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen ein, weshalb keine weiteren Abklärungen mehr
vorzunehmen sind. Demgegenüber vermögen die vorgebrachten Einwände das
Gutachten nicht zu erschüttern. Namentlich vermag dies auch der möglicherweise im
Herbst 2007 durchgeführte Aufenthalt in der Klinik St. Georg nicht, bleiben doch die
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diesbezüglichen Ausführungen der Beschwerdeführerin zu vage. Jedenfalls ergibt sich
aus der von der Rechtsvertreterin genannten Diagnose F45.9 (Beschwerde, S. 5) keine
Persönlichkeitsveränderung (H. Dilling/M.H. Schmidt [Hrsg.], Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V, 5. Aufl., F45.9). Vielmehr
handelt es sich dabei um eine Sammelbezeichnung für nicht näher bezeichnete
somatoforme Schmerzstörungen. Eine solche wurde aber vom Gutachten
ausgeschlossen. Auch für die geltend gemachte Marklagerischämie gibt es bislang
keinerlei aktenkundige Hinweise. Sollten sich in Zukunft aber nebst den bisher
geklagten und diagnostizierten (Rücken-)Beschwerden noch neue entwickeln, steht es
der Beschwerdeführerin frei, sich erneut bei der IV anzumelden.
3.3 Schliesslich bemängelt die Beschwerdeführerin, die in Frage kommenden
Verweistätigkeiten seien nicht genügend spezifiziert. Dem ist jedoch mit der
Beschwerdegegnerin entgegen zu halten, dass der Beschwerdeführerin mit den im
Gutachten umschriebenen Einschränkungen (körperlich leichte Tätigkeiten in
temperierten Räumen, abwechselnd sitzend und stehend, keine regelmässig inklinierte
oder reklinierte Körperhaltungen, keine Gewichte über 10 kg) Maschinenbedienungs-,
Kontroll-, Sortier- und Prüfarbeiten offen stehen. Eine solche Tätigkeit kann sie gemäss
Gutachten bei voller Stundenpräsenz zu 90 % ausüben. Bei den genannten
Einschränkungen kann jedenfalls nicht davon ausgegangen werden, die massgeblichen
Einschränkungen seien derart limitierend, dass nur noch Tätigkeiten in Frage kommen,
die der allgemeine Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) praktisch nicht kennt, oder dass sie nur
unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers
möglich wären und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb zum Vornherein
als ausgeschlossen erscheint (vgl. ZAK 1991 S. 320 E. 3b, 1989 S. 321 E. 4a). Vielmehr
beinhaltet der Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes nach ständiger
Rechtsprechung nicht nur ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem Angebot und der
Nachfrage nach Stellen, sondern bezeichnet auch einen Arbeitsmarkt, der von seiner
Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, und zwar sowohl
bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie
auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276 mit
Hinweisen; ZAK 1991 S. 321 E. 3b).
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Indessen ist bei der Berechnung des Invaliditätsgrades zu berücksichtigen, dass die
Beschwerdeführerin an ihrer letzten Arbeitsstelle ein unterdurchschnittliches
Einkommen erzielte. So erzielte sie gemäss Lohnausweis im Jahr 2005 (bis Juni) ein
Einkommen von rund Fr.18'200.-- oder rund Fr. 36'400.-- pro Jahr (act. G 4.1/13.4).
Nachdem das durchschnittliche Einkommen im Jahr 2005 für Frauen (hochgerechnet
auf die betriebsübliche Arbeitszeit) bei Fr. 49'120.-- lag (Anhang 2 in: IVG-Ausgabe der
Informationsstelle AHV/IV), sind Validen- und Invalideneinkommen zu parallelisieren
(BGE 134 V 322). Das Invalideneinkommen beträgt somit bei einer um 10 %
eingeschränkten Leistungsfähigkeit Fr. 32'760.-- (90 % von Fr. 36'400.--). Selbst unter
zusätzlicher Berücksichtigung eines Leidensabzugs von 10 % ergäbe sich somit im
Erwerbsbereich ein Invaliditätsgrad von nur 19 % (Invalideneinkommen von Fr. Fr.
29'484.--). Bei Anwendung der gemischten Methode würde sich der
Gesamtinvaliditätsgrad auf 17,2 % reduzieren, da die Einschränkung im
Haushaltsbereich nur 10 % beträgt (80 % X 19 %. + 20 % X 10 %).
3.4 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung der
Verfügung vom 12. November 2007 abzuweisen. Die vollumfänglich unterliegende
Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten zu tragen. Diese bemessen sich nach dem
Verfahrensaufwand (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist die
geschuldete Gerichtsgebühr getilgt.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG