Decision ID: 54b25d05-2365-4ffb-957c-2d65ce618688
Year: 2009
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1. Der im Jahre 1956 geborene X._ leidet seit 1964 an einer poliobedingten Gehbehinderung. Er studierte in "_" Volkswirtschaft und war in der Folge von 1980 bis 1999 bei der Y._ angestellt (Urk. 11/1). Er reiste am 4. Mai 1999 in die Schweiz ein und meldete sich erstmals am 7. Oktober 2000 bei der SVA, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 11/1). Mit Verfügung vom 15. Dezember 2000 lehnte diese das Gesuch des Versicherten mangels Erfüllung der Beitragspflicht ab (Urk. 11/7). Wegen seit März 2003 zusätzlich aufgetretener psychischer Beschwerden meldete sich der Versicherte am 16. September 2004 erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 11/9). Mit Verfügung vom 5. Januar 2005 lehnte die IV-Stelle das Leistungsbegehren erneut ab, da sich der Gesundheitszustand seit der Einreise nicht wesentlich verändert habe (Urk. 11/21). Wegen multipler somatischer und psychischer Beschwerden meldete sich der Versicherte am 10. Juli 2006 erneut zum Rentenbezug an (Urk. 11/27). Nach erfolgten Abklärungen - insbesondere in psychiatrischer Hinsicht - stellte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 14. Juni 2007 die Abweisung des Begehrens in Aussicht (Urk. 11/47) und hielt an diesem Entscheid mit Verfügung vom 27. Dezember 2007 fest (Urk. 11/65 = Urk. 2).
2. Dagegen erhob der Vertreter des Versicherten am 1. Februar 2008 Beschwerde und beantragte es sei die Sache zur Einholung eines neuen psychiatrischen Gutachtens an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Weiter sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und ihm in der Person des Unterzeichnenden Rechtsanwalts ein unentgeltlicher Rechtsbeistand beizugeben; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1 S. 2).
Nachdem die Beschwerdegegnerin mit Beschwerdeantwort vom 22. April 2008 die Abweisung der Beschwerde beantragt hatte (Urk. 10), wurde dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 24. April 2008 die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt und der Schriftenwechsel geschlossen (Urk. 12).

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Die am 1. Januar 2008 in Kraft getretenen Änderungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 6. Oktober 2006 und der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 28. September 2007 (5. IV-Revision) sind nach den allgemeinen übergangsrechtlich Grundsätzen vorliegend nicht anwendbar (vgl. BGE 132 V 215 Erw. 3.1.1). Bei den nachfolgend zitierten Normen handelt es sich demnach um die bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassungen.
1.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 50 Erw. 1.2 mit Hinweisen).
1.3 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG (in der bis zum 31. Dezember 2003 gültig gewesenen Fassung) haben Versicherte Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie mindestens zu 66
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Prozent, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 Prozent, oder auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 Prozent invalid sind. In Härtefällen besteht gemäss Art. 28 Abs. 1
bis
IVG bereits bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente.
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 1 IVG in der seit dem 1. Januar 2004 in Kraft stehenden Fassung).
1.4 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG (seit 1. Januar 2004: in Verbindung mit Art. 28 Abs. 2 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 349 Erw. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5 War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs. 4 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 41 IVG (seit 1. Januar 2003: Art. 17 Abs. 1 ATSG) eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 Erw. 3a mit Hinweis).
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Eine Invalidenrente ist demgemäss nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 f. Erw. 3.5, 117 V 199 Erw. 3b, 113 V 275 Erw. 1a mit Hinweisen). Ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten, der versicherten Person eröffneten rechtskräftigen Verfügung vorlag, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung respektive des Einspracheentscheides (BGE 133 V 108 Erw. 5.4). Dabei stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG und alt Art. 41 IVG dar (BGE 112 V 372 Erw. 2b mit Hinweisen; SVR 1996 IV Nr. 70S. 204 Erw. 3a; Urteil des Bundesgerichts in Sachen C. vom 3. November 2008, 9C_562/2000, Erw. 2.1 mit Hinweis).
1.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 Erw. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 Erw. 4b.cc).
Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 f. Erw. 1c, je mit Hinweisen).
2.
2.1 Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe. Hinsichtlich der körperlichen Beschwerden habe sich die Situation seit den Verfügungen vom 15. Dezember 2000 sowie 5. Januar 2005 nicht verschlechtert. Aufgrund des Gutachtens von Dr. med. Z._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dr. med. A._, welches in allen Belangen den für ein derartiges Beweismittel geltenden Anforderungen genüge, seien keine weiteren medizinischen Abklärungen angezeigt (Urk. 2).
2.2 Demgegenüber machte der Vertreter des Beschwerdeführers im Wesentlichen geltend, dass auf das Gutachten von Dr. Z._ nicht abgestellt werden könne, da nicht von einer seriösen Ermittlung des Sachverhalts gesprochen werden könne. Als albanischer Bosniake sei sein Mandant vom Bund vorläufig in der Schweiz aufgenommen worden, da ihm die Rückkehr in den albanischen Kosovo nicht mehr zuzumuten sei. Trotzdem sei als Dolmetscher ein Albaner bestellt worden, was unerklärlich sei, habe doch der Beschwerdeführer vorgängig auf diesen Umstand hingewiesen. Dies habe den Gutachtern den Blick auf die objektiven Fakten verstellt. Das Gutachten sei denn auch nicht überzeugend ausgefallen; der Ton sei kurz angebunden, die Gründe, die für und gegen eine Arbeitsfähigkeit sprächen, würden nicht sorgfältig gegeneinander abgewogen und die der Auffassung der Gutachter widersprechenden ärztlichen Meinungen würden ohne ausführliche Begründung und ohne Rücksprache mit den behandelnden Ärzten vom Tisch gewischt (Urk. 1 S. 7, 10).
2.3 Beim vorliegenden Verfahren handelt es sich um eine Neuanmeldung, so dass zu prüfen ist, ob und inwieweit sich die gesundheitliche Situation seit der Verfügung vom 5. Januar 2005 verschlechtert hat. Dabei soll vorab geprüft werden, ob sich der medizinische Sachverhalt im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung aufgrund der vorliegenden Unterlagen überhaupt erstellen lässt.
2.4
2.4.1 Dr. med. B._, Oberärztin an der Klinik C._, Privatklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte in ihrem Bericht vom 8. August 2006 eine Wesensveränderung als Folge einer Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung von anderen Gefühlen (ICD-10 F43.23), Probleme in der Verbindung mit der sozialen Umgebung sowie Veränderung der Lebensumstände (soziale Zurückweisung und Ablehnung). Der Beschwerdeführer stehe seit dem 3. September 2004 wegen depressiver Symptomatik in ihrer ambulanten Behandlung und leide an Schlafstörungen in Form von Alpträumen, sei im Affekt deprimiert, innerlich unruhig und latent suizidal (Urk. 11/37).
2.4.2 Dr. med. D._, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, diagnostizierte in seinem Bericht vom 16./22. November 2006 Hypertonie, Beinparese, Epididymitis, chronische Kopfschmerzen, taktile Halluzinationen, chronische Lumbalgien, Angststörung mit somatoformen und panikartigen Zügen sowie Status nach Hephrektomie. Der Beschwerdeführer klage seit Ende 2004 über elektrisierende Nierenschmerzen, Schlafstörungen und chronische Schmerzen in seinem Hoden. Anfangs 2005 sei es zu taktilen Halluzinationen gekommen, anfangs 2006 habe die Hypertonie zugenommen und im April 2006 sei es zu einer Kniedistorsion links gekommen, so dass der Beschwerdeführer aufgrund der Beinparese rechts nicht mehr habe gehen können. Neben den von Dr. B._ gestellten Diagnosen leide der Beschwerdeführer in einer kaum auszuhaltenden Art und Weise an seiner Lichtunverträglichkeit, auf die er gedanklich völlig fixiert sei. Er werte dies als einen Hinweis auf eine paranoide Störung. Wer länger mit dem Beschwerdeführer zu tun habe, dem werde bald klar, dass dieser zu 100 % arbeitsunfähig sei (Urk. 11/35).
2.4.3 Dr. A._ und Dr. Z._ diagnostizierten in ihrem Gutachten vom 4. April 2007 ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung von anderen Gefühlen (ICD-10 F43.23), einen Status nach Poliomyelitis (Kinderlähmung) 1962, einen Status nach operativer Nierenentfernung 2004, eine chronische Epididymitis (Nebenhodenentzündung) rechts, eine arterielle Hypertonie, einen Status nach Sturz am 19. April 2006 mit medialer Seitenbandruptur sowie Tibiaplateaufissur (ein Haarriss im Plateau des Schienbeins), einen Status nach Abszess (Eiteransammlung)-Operation 2003 sowie einen Status nach Harnblasen-Operation 1965. Zurzeit bestehe keine Störung gemäss ICD-10, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würde. Dies gelte insbesondere für eine Dysthymia (F34.1) sowie eine depressive Episode (F32). Die genannten Beschwerden wie zum Beispiel Schlafstörungen und Ängste seien durch externe Faktoren (schwierige Wohnverhältnisse mit Drogenhandel, Gewalt, Lärm) verursacht (Urk. 11/46). Die Diskrepanz zwischen der subjektiven und dem objektiven Abklärungsresultat sei Ausdruck einer "Alles ist schlecht"-Haltung des Versicherten, der bei der Untersuchung nur eine eingeschränkte Kooperation und Motivation gezeigt und viele Fragen unbeantwortet gelassen habe.
2.5 Auffallend ist, dass die in den Testverfahren zum Ausdruck gekommene Selbstbeurteilung des Beschwerdeführers, welche in weiten Teilen der Beurteilung von Dr. B._ und Dr. D._ entspricht, eine erhebliche Depressivität ergibt, während die Gutachter in ihrer Fremdbeurteilung, nach dem MADRAS-Testverfahren, das auch subjektive Momente berücksichtigt, sogar ein leichtes depressives Syndrom ausschlossen (Urk. 11/46 S. 7, S. 22 ff.). Es bleibt im Folgenden zu prüfen, inwieweit dieses Ergebnis nachvollziehbar und schlüssig ist.
Im Bereich "Berichtete Traurigkeit" gehen die Gutachter von einer "vorübergehenden Traurigkeit je nach den Umständen" aus, was auf der Skala von 0 bis 6 Punkten einer Wertung von 0 Punkten entspricht. Diese Annahme wiederspricht klar den Angaben des Beschwerdeführers im BDI-Test, wonach er so traurig und unglücklich sei, dass er es kaum noch ertrage, wonach seinem Gefühl nach die Zukunft hoffnungslos sei und er sich umbringen würde, wenn er die Gelegenheit dazu hätte (Urk. 11/46 S. 20). Weiter gingen die Gutachter auch in den folgenden Bereichen von einer Wertung von 0 Punkten aus: Sichtbare Traurigkeit, Innere Spannung, Appetitverlust, Untätigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten. Dazu ist festzuhalten, dass die Angaben in den Bereichen "Sichtbare Traurigkeit" und "Innere Spannung" den Berichten von Dr. B._ und Dr. D._ (Urk. 11/35, 11/37) deutlich widersprechen. Auch gibt der Beschwerdeführer selber im Testverfahren SCL-90-R beziehungsweise im BDI-Test an, stark unter schlechtem Appetit zu leiden beziehungsweise überhaupt keinen Appetit mehr zu haben (Urk. 11/46/17, 11/46/21). Zudem leide er sehr stark unter Nervosität und innerem Zittern, plötzlichem Erschrecken ohne Grund und unter Konzentrationsschwierigkeiten (Urk. 11/46/17-18). Des weiteren ist seinen Antworten im letztgenannten Test zu entnehmen, dass er überhaupt keine Entscheidungen mehr treffen könne und dass er arbeitsunfähig und zu müde sei, um etwas zu tun; er leide sehr stark unter Energielosigkeit oder Verlangsamung in den Bewegungen oder im Denken (Urk. 11/46/17, 11/46/21). Zu den Gründen, weshalb all diese Äusserungen unbeachtet bleiben, äussern sich die Gutachter nicht. Immerhin scheinen sie das Vorhandensein von Schlafstörungen und gewissen Ängsten anzuerkennen (Urk. 11/46/8-10). Wenn sie diese aber - ohne nähere, einer fachärztlichen Begutachten angemessene Auseinandersetzung mit der Symptomatik oder der Glaubwürdigkeit der Angaben des Beschwerdeführers in den verschiedenen Testverfahren - kurzerhand auf äussere Faktoren, die von ihm geschilderten schwierigen Wohnverhältnissen mit Drogenhandel, Gewalt und Lärm, zurückführen (Urk. 11/46/10), so mutet dies äusserst laienhaft an und stellt dies den Beweiswert des Gutachtens vollends in Frage.
Insgesamt erscheint das Gutachten von Dr. A._ und Dr. Z._ somit nicht schlüssig und überzeugend, so dass nicht darauf abgestellt werden kann. Da auch der neuste Bericht von Dr. B._, der behandelnden Psychiaterin vom 8. August 2006 mangels Angaben zur Arbeitsfähigkeit und angesichts der auftragsrechtlichen Vertrauensstellung dieser Ärztin (vgl. BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc) keine Entscheidungsgrundlage darstellt, erscheint eine erneute, nunmehr fachgerechte psychiatrische Begutachtung des Beschwerdeführers unumgänglich, wozu die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens kann offen bleiben, ob das Gutachten von Dr. A._ und Dr. Z._ auch an weiteren Mängeln leidet (Frage des Dolmetschers). Unabhängig davon ist aber entsprechend den Ausführungen des Vertreters des Beschwerdeführers festzuhalten, dass gerade für die Erstellung eines psychiatrischen Gutachtens die Rolle des Dolmetschers als direkte Ansprechperson von erheblicher Bedeutung ist.
3. Zusammenfassend führt dies zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie zur Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin.
4. Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG in der seit dem 1. Juli 2006 in Kraft stehenden Fassung) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
5. Die Rückweisung einer Sache kommt einem Obsiegen des Beschwerdeführers gleich (Zünd, Kommentar zum Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, Zürich 1998, N 9 zu § 34 GSVGer, mit Judikaturhinweisen). Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin demnach zu verpflichten, dem unentgeltlichen Rechtsbeistand eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwendung von Art. 61 lit. g ATSG in Verbindung mit § 34 GSVGer, namentlich unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses sowie nach Einsicht in die Honorarnote vom 10. August 2009 zu bemessen ist. Dazu ist anzumerken, dass die Eingabe an die Beschwerdegegnerin (gegen den Vorbescheid) im vorliegenden Verfahren nicht zu vergüten ist (Urk. 16), was zu einem hier entschädigungspflichtigen Stundentotal von 6 Stunden und 40 Minuten führt. Die Entschädigung beläuft sich somit auf Fr. 1'433.25 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).