Decision ID: 15136c1a-e61b-42a9-8864-e5c7177cbf6f
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1978 geborene
X._
arbeitete von 2002 bis 2006 bei der
Y._
AG als Schichtführer Produktion bei einem 100%-Pensum und war danach zeitweilig temporär tätig, bevor er am 1. Juni 2008 bei der
Z._
GmbH als Gerüstbauer eine Stelle antrat und die Arbeit nach dem 13. Juni 2008 wegen Rückenbeschwerden niederlegte (Urk. 7/6 und Urk. 10/16). Am 1
0
. November 2008 (Eingangsdatum) meldete sich der Versicherte wegen seit Februar 2006 bekannten Rückenbeschwerden bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk. 7/6). In der Folge tätigte die IV-Stelle medizinische und erwerbliche Abklärungen. Mit Verfügung vom 30. September 2009 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf berufliche
Massnahmen
(Urk. 7/33), nachdem
X._
mit Schreiben vom 31. Juli 2009 (Urk. 7/28) erklärt hatte, wegen Schmerzen zurzeit keine Umschulung absolvieren zu können. Mit unangefochten in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 3. Dezember 2009 (Urk. 7/38) wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des Versicherten unter Hinweis auf einen
rentenaus
schliessenden
Invaliditätsgrad von 18 % ab.
1.2
Nachdem der Versicherte von Februar bis Oktober 2011 bei der
A._
GmbH als Vorarbeiter Gerüstbau
angestellt
gewesen war (Urk. 7/76/44), meldete er sich am 10. November 2011 (Eingangsdatum) wegen Verschlechterung des Gesund
heitszustandes erneut zum Leistungsbezug an (Urk. 7/45, unter Nachreichung diverser Arztberichte, Urk. 7/47). Mit Vorbescheid vom 6. Januar 2012 (Urk. 7/50) stellte die IV-Stelle
X._
das Nichteintreten auf sein erneutes Leistungsbegehren in Aussicht. Dagegen erhob der Versicherte am 26. Januar beziehungsweise am 16. März 2012 Einwand (Urk. 7/51 und Urk. 7/57). Am 21. Mai 2012
führte
Dr. med.
B._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) eine psychiatrische Untersuchu
ng des Versicherten durch
(Untersuchungsbericht vom 11. Juni 2012, Urk. 7/61, und Stellungnahme vom 12. Juni 2012, Urk. 7/65/2).
Ausserdem
holte die IV-Stelle den Bericht der
C._
vom 9. Oktober 2009 (Urk. 7/62) ein, wo
X._
vom 22. September bis 10. Oktober 2009 zur Rehabilitation hospitalisiert war. Mit Vorbescheid vom 12. Juli 2012 kündigte die IV-Stelle die Abweisung des Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 30 % an (Urk. 7/67), wogegen der Versicherte am 30. August
mit ergänzender Begründung vom
21. September 2012 Einwand (Urk. 7/72 und Urk. 7/75) erhob. Die IV-Stelle forderte daraufhin die Akten der Kollektiven Krankentaggeldversicherung Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (Zürich AG,
Urk. 7/76-79) an,
worunter auch Unterlagen über eine von dieser veranlassten Observation.
Am 8. November 2012 nahm der RAD nach Durchsicht der Observationsunterlagen Stellung zur Arbeitsfähigkeit des
Versicherten
(Urk. 7/80). Am 9. November 2012 verfügte die IV-Stelle die vorbeschiedene Abweisung des Rentengesuchs (Urk. 7/81). Die dagegen am 1
0.
Dezember 2012 erhobene Beschwerde (Urk. 7/85) wurde mit Urteil IV.2012.01292 vom 31. März 2014 in dem Sinne
gutgeheissen
, dass die angefochtene Verfügung vom 9. November 2012 aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde, damit diese - nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen - über den Rentenanspruch von
X._
neu verfüge (Urk. 7/94).
1.3
Im Nachgang zu diesem Urteil aktualisierte die IV-Stelle die medizinische und erwerbliche Aktenlage und liess
X._
durch die
D._
po
lydisziplinär begutachten (
D._
-
Gutachten vom 5. Oktober 2015, Urk. 7/133). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
7/
140
-
146) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 13. September 2016
einen Rentenanspruch
erneut (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob
X._
am 1
4.
Oktober 2016 Beschwerde und beantragte, es sei ihm unter Aufhebung der Verfügung vom 13. September 2016 ab 1. Mai 2012 eine Rente zuzusprechen, eventuell sei die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen, um den medizinischen Sachverhalt rechtskonform abzuklären und hernach neu über den Rentenanspruch zu entscheiden; subeventuell seien ihm berufliche Massnahmen zuzusprechen. Zudem ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Bestellung von Rechtsanwalt
lic
.
iur
. Stephan Kübler zum unentgeltlichen Rechtsbeistand (Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 22. November 2016 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6, unter Beilage ihrer Akten, Urk. 7/1-157), was dem Beschwerdeführer am 30. November 2016 mitgeteilt wurde (Urk.
9
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
1.2.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss
ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit
Krank
heitswert
besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.2.2
Zur Annahme der Invalidität nach
Art.
8 ATSG ist – auch bei psychischen Erkrankungen – in jedem Fall ein medizinisches Substrat unabdingbar, das (fach-)ärztlicherseits schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Je stärker psychosozi
ale und soziokulturelle Faktoren wie beispielsweise Sorge um die Familie oder Zukunftsängste (etwa ein drohender finanzieller Notstand) im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert vor
handen sein. Das bedeutet, dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen, welche von den belastenden soziokulturellen Faktoren herrühren, bestehen darf, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen hat, zum Beispiel eine von depressiven
Verstimmungszu
ständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im fachmedizinischen Sinne oder einen damit vergleichbaren psychischen Leidenszustand. Solche von der soziokulturellen Belastungssituation zu unterscheidende und in diesem Sinne verselbständigte psychische Störungen mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, damit überhaupt von Invali
dität gesprochen werden kann. Wo die begutachtende Person dagegen im Wesentlichen nur Befunde erhebt, welche in den psychosozialen und soziokul
turellen Umständen ihre hinreichende Erklärung finden, gleichsam in ihnen aufgehen, ist kein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden gegeben (BGE 127 V 294 E. 5a; Urteil des Bundesgerichts 8C_730/2008 vom 23. März 2009 E. 2).
Wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentli
chen Beeinträchtigung der psychischen Integrität führen, indem sie einen ver
selbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungs
-
grad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehen
-
den – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegründend aus
wirken (Urteil des Bundesgerichts 9C_537/2011 vom 2
8.
Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %
besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine
ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erz
ielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkom
mensvergleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beur
teilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und
gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversiche
rung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gut
achten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Im Urteil IV.2012.01292 vom 31. März 2014 (Urk. 7/94), mit dem die Sache vom hiesigen Gericht zur Vornahme weiterer Abklärungen an die
Beschwerde
gegnerin
zurückgewiesen wurde, konnte der Gesundheitszustand des Beschwer
deführers sowie dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestützt auf die damals vorhandene medizinische Aktenlage - mangels Gesamtbetrachtung des somatischen und psychischen Leiden
s
- nicht rechtsgenügend ermittelt werden.
2.2
Da die von der Verwaltung im Nachgang zum Urteil des
Sozialversicherungsge
richtes
vom 31. März 2014 eingeholten Arztberichte bis zur
polydiszip
linären Begutachtung im
D._
(August 2015) im Gutachten vom 5. Oktober 2015 zusammengefasst wurden (Urk. 7/133 S. 17 f.), werden sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben.
2.3
Das polydisziplinäre
D._
-Gutachten vom 5. Oktober 2015 (Urk. 7/133) nannte folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Lumbovertebrales
Schmerzsyndrom bei/mit
-
klinisch deutlich eingeschränkter Beweglichkeit
-
in einem MRI der LWS erstmals am 1. Juni 2006 dokumentierter
rechts paramedianer Diskushernie L4/5 und weiterer leicht
rezessal
betonter medianer Diskushernie L5/S1
-
im aktuellen MRI der LWS vom 2
4.
August 2015 Bestätigung der
am 1. Juni 2006 vorbeschriebenen
Diskopathien
im Sinne einer
flächenhaften
Diskushernierung
L4/5 ohne Neurokompression und
einer medianen
Diskusprotrusion
bis
Hernierung
L5/S1 mit
Kontakt zum Abgang der Nervenwurzel S1 rechts ohne
Kompromittierung
im Liegen. Insgesamt degenerative
Veränderungen der drei distalen lumbalen Bewegungselemente
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verblieben folgende Diagnosen:
-
Leicht
e
depressive Episode (ICD-10: F 32.0)
-
Subjektiv
Zervikalgien
ohne zugrunde liegende klinisch-funktionelle
Einbussen
-
Chronische Kopfschmerzen
-
Verdacht auf Gastritis
-
Verdacht auf Hypercholesterinämie
Anlässlich der psychiatrischen Exploration habe sich ein Beschwerdeführer mit in den Vordergrund gerückten Schmerzen und Klagen über innere
Unruhezu
stände
, Impulskontrollverluste, aggressive Affektregulationsstörungen sowie depressive Gefühle präsentiert. Die eingehende psychiatrische Untersuchung zeige allerdings deutliche Inkonsistenzen zwischen den geklagten Beschwerden und dem Verhalten des Beschwerdeführers. Kontrastierend zu der vorgetragenen ausgeprägten Schmerzsymptomatik verhalte sich der Beschwerdeführer über weite Strecken der Exploration bemerkenswert lebhaft, ohne jeglichen Hinweis auf schmerzassoziierte Beeinträchtigungen der Körpersprache, der Gestik und Mimik. Die vom Beschwerdeführer zu Beginn der Untersuchung gezeigten Ein
schränkungen der Beweglichkeit beim Betreten des Untersuchungszimmers ver
lören sich rasch und sein Verhalten ändere während der Exploration mehrfach, sodass über weite Strecken keinerlei depressive Hemmung von Denkabläufen, Psychomotorik, Sprechen und Körpersprache vorhanden sei. Auch die vom Beschwerdeführer geschilderten Rückzüge aus dem Sozialverhalten liessen sich nicht im geschilderten Umfang bestätigen. Schliesslich sei beim Beschwerde
führer allenfalls das Bild einer leichten depressiven Episode festzuhalten, wobei erhebliche Zuflüsse durch psychosoziale Belastungen eine Rolle spielten. Hin
sichtlich der in der Vergangenheit diagnostizierten chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren sei festzuhalten, dass die dokumen
tierten Videosequenzen zu keinem Zeitpunkt Hinweise auf Beeinträchtigen durch quälende Schmerzwahrnehmung zeigten. Auch Gestik und Mimik sowie die in den Videosequenzen dokumentierte Interaktionsfähigkeit des Beschwer
deführers sei
en
ohne jeglichen Hinweis auf hemmende depressive Phänomene. Auch im Rahmen der erfolgten psychiatrischen Exploration könnten Symptome einer mittelschweren oder gar schweren Depression nicht objektiviert werden. Da die Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung daran geknüpft se
i
, dass ein Betroffener unter andauernden schweren und quälenden Schmerzen leide, die in enger Verknüpfung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen Belastungen aufträten beziehungsweise bei denen entsprechende Belastungsfaktoren massgeblich an der Aufrechterhaltung der Symptomatik beteiligt seien, müssten Zweifel an der Diagnose der Schmerzstörung geäussert werden. Die vielfältigen Videosequenzen an verschiedenen Tagen widerlegten ein Verhalten des Beschwerdeführers, welches durch schwere und quälende
Schmerzzustände nachhaltig beeinträchtigt werde. Aus der leichten depressiven Episode lasse sich keine Relevanz für die Arbeitsfähigkeit ableiten, da der Beschwerdeführer über
ausreichend Ressourcen in den Be
reichen
Realitätsprü
fung
und Urteilsbildung, Beziehungsfähigkeit, Selbstwertregulation, Intentiona
lität und Antrieb verfüge. Zusammenfassend sei mithin festzuhalten, dass
k
eine Diagnose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers aus psy
chiatrischer Sicht gestellt werden könne. Die Diagnose einer leichten depressi
ven Episode begründe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, zumal erhebli
che psychosoziale Belastungsfaktoren an der depressiven Symptomatik und deren Aufrechterhaltung beteiligt seien. Die Diagnose einer anhaltenden Schmerzstörung könne letztlich nicht mit hinlänglicher Sicherheit bestätigt werden, da es zahlreiche Inkonsistenzen gebe. Vielmehr sei von einer
bewusst
seinsnahen
Aggravation auszugehen. Bislang sei im Rahmen der Behandlungen kein nachhaltiger Behandlungserfolg erzielt worden, allerdings ergäben sich Zweifel an der Veränderungsmotivation des Beschwerdeführers. Auch berufliche Eingliederungsversuche
seien
erfolglos
geblieben
, seien jedoch bislang auch nicht nachhaltig betrieben worden. Gravierende somatische
Komorbiditäten
, welche den Beschwerdeführer daran hindern könnten, Willenskräfte zu mobili
sieren, um seelisch bedingte Hemmungen gegenüber einer Arbeitsaufnahme zu überwinden, lägen ebenfalls nicht vor und die Diagnose einer schweren Depression oder gar einer Psychose lasse sich nicht bestätigen. Realitätsprüfung und Urteilsbildung seien dem Beschwerdeführer durchaus möglich, so habe er dies auch innerhalb der Exploration gezeigt, beispielsweise in der Auseinan
dersetzung mit der Konfrontation von Videosequenzen. Die Kontaktgestaltung und Beziehungsfähigkeit des Beschwerdeführers zeig
ten
ausreichende Ressour
cen, auch wenn gelegentliche Impulskontrollstörungen beschrieben worden seien. Insgesamt seien die Beeinträchtigungen im Bereich der Affektregulation nicht so nachteilig, dass es ihm unzumutbar wäre, einer Tätigkeit nachzugehen. Der Beschwerdeführer sei auch einem Arbeitgeber trotz seiner gelegentlichen Impulskontrollstörungen zumutbar. Intentionalität und Antrieb seien erhalten, was das Verhalten des Beschwerdeführers deutlich zeige. Ein sozialer Rückzug aus allen Lebensbereichen liege nicht vor. Der Beschwerdeführer zeige darüber hinaus zahlreiche Inkonsistenzen, welche auf eine Aggravation der geklagten Symptomatik hindeuteten. Der Beschwerdeführer erlebe sich subjektiv vollstän
dig invalidisiert. Auffällige Inkonsistenzen im Verhalten des Beschwerdeführers, die fehlende Medikation, Hinweise auf fehlenden Leidensdruck sprächen für eine Aggravation. Denke man den Anteil der Aggravation hinweg, verbleibe es bei einer allenfalls leichten depressiven Episode ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit.
Bei der orthopädisch/
traumatologischen
Untersuchung zeige sich, dass die stati
sche Belastbarkeit und die Beweglichkeit der LWS und des Rumpfes des Beschwerdeführers - gründend auf den aktuellen und in der Vergangenheit mehrfach bestätigten MRI-Pathologien der LWS - beeinträchtigt sei
en
. Beson
ders auffallend sei, dass zumindest in den letzten Jahren keine eindeutige neu
rochirurgische/wirbelsäulenchirurgische Aussage zu einer operativen
Behand
lungsindikation
formuliert worden sei. Es handle sich um einen chronischen
lumbovertebralen
Schmerzzustand, dem offenbar mit den bisherigen Strat
egien
nicht beizukommen gewesen sei. Insofern sollte diesem Beschwerdeführer eine alsbaldige Konsultation bei einem Wirbelsäulenchirurgen/Neurochirurgen im Sinne einer Schadenminderungspflicht nahegebracht werden. Vorerst bestehe die Schlussfolgerung, dass die vorgetragenen Beschwerden und auch die Klinik nicht vollumfänglich befriedigend mit den objektiv dokumentierten MRI-Befun
den korrelierten. Es fänden sich auch keine zum Beispiel in der Folge einer langjährigen Schonung eingetretenen Atrophien. Laut neurologischer Abklä
rung bestehe auch keinerlei diesbezüglich
lumbovertebral
assoziierte Pathologie. Beruflich habe der Beschwerdeführer zuletzt im Jahre 2011 für einen kurzen Zeitraum von nur 3 Wochen eine Tätigkeit im Gerüstbau ausgeübt. Seither habe er bis dato keinerlei Tätigkeit mehr ausgeübt. Bei den beschriebenen orthopädi
schen Befunden der LWS sei die Wiederaufnahme einer körperlich belastenden Tätigkeit im Gerüstbau naturgemäss dauerhaft nicht mehr möglich. Rückbli
ckend werde seit 2011 von einer vollschichtigen Arbeitsfähigkeit für eine sehr leichte bis maximal leichte rückenadaptierte Tätigkeit ausgegangen. Stellung nehmend zu den videodokumentierten Observationen sei festzuhalten, dass die vorliegende
n Videodokumentationen
nicht hinreichend geeignet seien, eine verwertbare Aussage zur aktuellen körperlichen Belastbarkeit aus orthopädi
scher Sicht zu treffen. Immerhin sei unter anderem zu beobachten gewesen, dass der Beschwerdeführer aus dem Stand ein Kleinkind habe anheben können. Zum damaligen Zeitpunkt seien somit keine „dramatischen“
Rückenbeschwer
den
aktuell gewesen. Im Übrigen fänden sich keine Situationen, welche hinrei
chend verwertbar Bewegungsabläufe der Wirbelsäule und des Rumpfes doku
mentierten, welche eine eindeutige Korrelation der Wirbelsäulenfunktionen in Bezug auf die bildgebende MRI-Pathologie herzustellen erlauben würden.
Anlässlich der neurologischen Untersuchung wurde festgehalten, dass der Beschwerdeführer aktenkundig erstmals 2006 wegen eines akuten
lumboradi
kulären
Schmerzsyndroms behandelt worden sei. Neurologische Ausfälle hätten zu keinem Zeitpunkt festgestellt werden können, es fänden sich nie
Radikulo
pathien
oder auf spinale Veränderungen zurückgehende Symptome. Im Jahre 2011 sei eine Abklärung in der Kopfwehschmerzstunde der Neurologischen Poliklinik am
E._
erfolgt und man habe die Verdachtsdiagnose einer chronischen Migräne, einer Migräne mit (atypischer) Aura und teils
trigemino
-autonomen Begleitsymptomen gestellt. Zum Begutachtungs-Zeitpunkt könne man diese Diagnose nicht vorbehaltlos nachvollziehen, es fänden sich keine Zeichen
trigemino
-autonomer Funktionsstörungen und
Auraphänomene
klassischer Manier seien ebenfalls nicht vorhanden. Wenn wellenförmiges Sehen angegeben werde, gehöre dies eher zu einer funktionellen Angelegenheit und nicht zu einer Aura (wobei allerdings der Begriff „atypisch“ erwähnt worden sei). Das geschilderte Kopfweh habe den Aspekt von chronischen Kopfschmerzen vom Spannungstyp. Für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei dies alles nicht relevant.
Bei der durchgeführten internistischen Untersuchung fänden sich keine Erkran
kungen, welche die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen würden.
Zusammenfassend und aus polydisziplinärer Sicht seien dem Beschwerdeführer allenfalls körperlich sehr leichte bis maximal leichte Tätigkeiten zumutbar. Diese Tätigkeiten müssten rückenadaptiert und wechselbelastend möglich sein. Das Heben, Tragen und Bewegen von Lasten sei mit 5 Kilogramm und in Aus
nahmefällen mit 10 Kilogramm möglich. Eine entsprechende angepasste und auch dem Ausbildungs- und Kenntnisstand des Beschwerdeführers entspre
chende Tätigkeit könne retrospektiv seit 2011 auf einem 100%-Niveau zuge
mutet werden. Die Arbeitsfähigkeit für die schwere Tätigkeit als Gerüstbauer sei seit 2011 aufgehoben, sodass eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorliege. Die Prognose sei zweifelhaft, da der Beschwerdeführer keine
Veränderungsmotiva
tion
zeige. Aus somatischer Sicht könnte eine neurochirurgische operative Revision der beide distalen lumbalen Bewegungssegmente L4/5 und L5/S1 eine günstige Entwicklung nach sich ziehen, sodass medizinisch-theoretisch sechs Monate nach operativer Behandlung leichte bis mittelschwere Arbeiten zumut
bar wären, sofern ein komplikationsloser, günstiger Verlauf vorliege.
3.
3.1
Das polydisziplinäre
D._
-Gutachten vom 5. Oktober 2015 (Urk. 7/133) basiert auf einer umfassenden psychiatrischen, orthopädisch-
traumatologischen
, neu
rologischen und internistischen Untersuchung und wurde in Kenntnis und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
(Anamnese) abgegeben. Die Gutachter haben detaillierte und nachvollziehbare Befunde und Diagnosen erhoben und sich mit den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden auseinandergesetzt. Zudem wurden die medizinische Zusammenhänge und die medizinische Situa
tion einleuchtend dargelegt und die Schlussfolgerung nachvollziehbar begrün
det. Dem polydisziplinären Gutachten kommt demnach grundsätzlich volle Beweiskraft zu (vgl. E. 1.5).
3.2
3.2.1
Der begutachtende Orthopäde stellte fest, dass der somatische
Gesundheitsscha
den
(Rückenleiden), welcher sich auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auswirkt, mit der dargelegten Diagnose ausgewiesen ist.
Er
führte jedoch schlüssig aus, dass diese Diagnose einer behinderungsangepassten Tätigkeit zu 100 % mit einem besonderen Anforderungsprofil, welches auf die geklagten Beschwerden abgestimmt ist, nicht entgegensteht.
3.2.2
Der psychiatrische Gutachter schloss aufgrund der aktuellen Befundlage die Diagnose einer psychiatrischen Störung mit Krankheitswert aus und verwies dabei hauptsächlich auf die zahlreichen Inkonsistenzen als Hinweis für eine Aggravation des Beschwerdeführers. Abzüglich des
aggravatorischen
Verhaltens verbleib
t
lediglich allenfalls eine leichte depressive Episode ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, welche überdies von psychosozialen Belastungsfaktoren überlagert
wird
.
Leichte bis höchstens mittelschwere psychische Störungen aus dem depressiven Formenkreis gelten grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
(Urteil des Bun
desgerichts 8C_759/2013 vom 4. März 2014 E. 3.6.1 mit Hinweisen). Ein Ren
tenanspruch kann grundsätzlich nicht entstehen, solange zumutbare therapeu
tische und andere schadenmindernde Vorkehren nicht ausgeschöpft werden. Solange durch eine tatsächlich realisierbare Veränderung der für die gesund
heitliche Situation bedeutsamen Rahmenbedingungen eine wesentliche Besse
rung des (psychischen) Gesundheitszustandes und damit der dadurch einge
schränkten Arbeitsfähigkeit bewirkt werden kann, liegt kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor. Dies folgt aus dem Grundsatz der
Selbsteingliede
rungs
- und Schadenminderungspflicht.
Wie im psychiatrischen Teilgutachten nachvollziehbar dargelegt wurde, kann der diagnostizierten leichten Depression aufgrund der festgestellten Inkonsis
tenzen, der fehlenden Medikation sowie den Hinweisen auf fehlenden
Leidens
druck
keine invalidisierende Wirkung zugesprochen werden. Hierfür spricht auch der von Eigenaktivitäten gezeichnete Tagesablauf, wie er anlässlich der Observation an verschiedenen Tagen zu unterschiedlichen Tageszeiten beo
bachtet werden konnte. Hinzu kommt, dass die depressive Störung auch durch psychosoziale Belastungsfaktoren (finanzielle Situation, langjährige Arbeitslo
sigkeit), welche nach invalidenversicherungsrechtlichen Kriterien nicht in die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit einbezogen werden dürfen (vgl. E. 1.2.2), überlagert wird.
Angesichts dessen
stellt die diagnostizierte
depressive Störung
k
ein invaliden
-
versicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden
dar
.
3.2.3
Auch das Vorliegen einer
somatoformen
Schmerzstörung wurde verneint und überzeugend damit begründet, dass aufgrund der zahlreichen Inkonsistenzen von einer bewusstseinsnahen Aggravation auszugehen sei und überdies auch anhand der vielfältigen Videosequenzen aus der Observation zu keinem Zeit
punkt Hinweise auf Beeinträchtigungen durch quälende Schmerzwahrnehmung
bestanden
.
3.3
Auch die Einwände des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 5-10) vermögen an dieser Einschätzung nichts zu ändern:
3.3.1
Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers, wonach der somatische Teil des polydisziplinären Gutachtens de
s
D._
nicht verwertbar sei, da die von den Ärzten des
Arbeitsassessments
am
E._
attestierte verminderte Leistungsfähigkeit von 20 % (vgl. E. 2.1.2 von Urk. 7/94) nicht diskutiert worden sei (Urk. 1 S. 10), berücksichtigt der begutachtende Orthopäde die geklagten Rückenschmerzen sehr wohl. So führte er diese einerseits als orthopädische Diagnose auf (Urk. 7/133 S. 42) und andererseits nahm er auch im Rahmen der versicherungsmedizinischen Beurteilung Bezug dazu, indem er aufgrund dieser objektivierbaren
orthopädischen Beschwerden die
schwere Tätigkeit als Gerüstbauer als nicht mehr zumutbar erklärte. Ausserdem verkennt der Beschwerdeführer, dass
die Ärzte des
E._
explizit festhielt
en
, dass sich diese 20%ige Verminderung der Leistungsfähigkeit durch
Beschwerdekumula
tion
im Tagesverlauf bei optimaler Kooperation durch medizinische Massnah
men innerhalb von
3 bis 4 Monaten beheben liesse
. Diesbezüglich führte der Gutachter plausibel aus, dass beim Beschwerdeführer eine operative neurochi
rurgische/wirbelsäulenchirurgische Behandlungsindikation besteh
en könnte
. Der Umstand, dass trotz chronischem Schmerzzustand während Jahren keine neue
Behandlungsstrategie ins Auge gefasst wurde, hängt mit der festgestellten man
gelnden Veränderungsmotivation (vgl. psychiatrisches Teilgutachten S. 34) des Beschwerdeführers zusammen,
welche mangels Krankheitswert
invalidenversi
cherungsrechtlich
unbeachtlich ist. Eine langandauernde verminderte Leis
tungsfähigkeit ist demnach durch den
E._
-Bericht nicht ausgewiesen.
3.3.2
Das Observationsmaterial wu
rde durch die Ärzte der
D._
ausreichend disku
tiert und gewürdigt, womit dem Rückweisungsentscheid des hiesigen Gerichtes vom 31. März 2014 genüge getan wurde (vgl. Einwand des Beschwerdeführers Urk. 1 S. 6). Insbesondere der psychiatrische Gutachter würdigte die vielfältigen Videosequenzen unmittelbar (mangelnde quälende Schmerzwahrnehmung fest
stellbar), konfrontierte den Beschwerdeführer aber auch mehrere Male konkret mit den Ergebnissen der Observation und konnte aus dessen Reaktion nachvoll
ziehbare Folgerungen auf den psychischen Gesundheitszustand treffen. Auch der begutachtende Orthopäde würdigte das Observationsmaterial,
stellte indes in erster Linie auf
eigene umfassende Befunde
ab
und konnte gestützt darauf eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit feststellen
, wenn auch eine mangelnde Korrelation der vorgetragenen Beschwerden mit den MRI-Befunden vorliegt
. Deshalb kann auch auf den somatischen Teil des Gutachtens abgestellt werden.
3.3.3
Der Versuch des Beschwerdeführers, die Nichteinnahme seiner Medikamente mit dem Umstand zu erklären, dass er diese extra im Hinblick auf die Begutachtung
im
D._
vom 19., 2
1.
und 24. August 2015 abgesetzt habe, um die Autofahrt nach Bern selbst machen zu können (Urk. 1 S. 7), scheitert. Gestützt auf den Laborbefund de
s
D._
waren die Medikamente
Duloxetin
,
Quetiapin
,
Lorazepam
und Tramadol nicht nachweisbar
,
was bei
so kurzfristig
em
Absetzen medizinisch nicht erklärbar ist.
Es ist vielmehr aufgrund dieser fehlenden Medi
kamenten-Compliance auf einen fehlenden Leidensdruck zu schliessen. Im Weiteren haben sowohl der begutachtende Psychiater (Urk. 7/133 S. 26) als auch der Orthopäde (S. 41) im Rahmen der Befundaufnahme explizit festgehal
ten, dass der Beschwerdeführer durch einen Freund mit dem Auto zum
Untersu
chungstermin
gefahren worden sei,
was auf Informationen des Beschwerdefüh
rers selbst beruhen muss und seiner Erklärung widerspricht.
3.3.4
Die im psychiatrischen Teilgutachten aufgeführten Ressourcen des Beschwerde
führers sind durchaus nachvollziehbar. So wurde im Rahmen der
Befundauf
nahme
(Urk. 7/133 S. 29-32) detailliert und ausführlich dargelegt, wie die Per
sönlichkeit des Beschwerdeführers aufgestellt ist und seine Lebensumstände sind. Gestützt darauf kann ein psychiatrischer Facharzt ohne
Weiteres
valable
Rückschlüsse auf die Ressourcen vornehmen.
3.3.5
Eine eingehende Auseinandersetzung mit der Beurteilung von
Dr.
F._
drängt sich im vorliegenden Fall nicht auf. Einerseits handelt es sich beim im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht vom 13. Oktober 2016
(Urk. 3/3)
um einen nachträglichen Abschlussbericht, den
Dr.
F._
als ehemals behandelnde Hausärztin anhand eines Aktenstudiums des Dossiers vom Psychotherapeuten
lic
. phil.
G._
erstellte. Eine solche Einschätzung einer Allgemeinmedizinerin anhand blosser Akten der durchgeführten psychotherapeutischen Behandlung ist wenig aussagekräftig. Und auch aufgrund der Erfahrungstatsache, dass Hausärzte und Hausärztinnen mitunter im Hinblick auf die auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer (wenn auch ehemaliger) Patienten aussagen, sind die Aussagen von
Dr.
F._
mit Vorbehalt zu würdigen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc, BGE 122 V 160 E. 1c je mit Hinweisen).
3.4
Zusammenfassend kann aufgrund der überzeugenden Feststellungen im polydisziplinären Gutachten de
s
D._
vom 5.
Oktober 2015 (Urk. 7/133) davon ausgegangen werden, dass dem Beschwerdeführer eine behinderungsangepasste Tätigkeit (sehr leichte bis leichte, rückenadaptierte, wechselbelastende Tätig
-
keit
, in der Heben und Tragen von Lasten bis 5 Kilogramm - selten 10 Kilogramm - anfallen) seit 2011 zu 100 % zumutbar ist.
Somit kann von weiteren medizinischen Abklärungen abgesehen werden (antizipierte Beweis
-
würdigung: BGE 124 V 90 E. 4b; 122 V 157 E. 1d).
4.
4.1
Im Weiteren ist zu prüfen, wie sich die eingeschränkte Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt. Für die Vornahme des Einkommensvergleichs ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt des (hypothetischen) Rentenbeginns abzustellen (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
D
er Beschwerdeführer
meldete sich
am 10. November 2011 bei der IV-Stelle neu zum Leistungsbezug an (Urk. 7/45), womit die sechsmonatige Frist gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG im Mai 2012 endete und der frühestmögliche Rentenbeginn im Mai 2012 liegt.
4.2
4.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Valideneinkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
Einkom
mensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfah
rung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge
setzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Der bei der Bemessung des Invalideneinkommens zu berücksichtigenden ausgeglichenen Arbeitsmarktlage (Art. 16 ATSG) ist grundsätzlich auch bei der Festsetzung des
Validenlohnes
Rechnung zu tragen, wobei auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen
Lohnstruk
turerhebung
(LSE) abgestellt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 9C_192/2014 vom 23. September 2014 E. 3.2 mit Hinweisen
).
4.2.2
Da der Beschwerdeführer nur kurz als Gerüstbauer arbeitete (im Juni 2008 rund 2 Wochen bei der
Z._
GmbH [Urk. 7/16] und im Februar 2011 rund 3 Wochen
bei der
A._
GmbH [Urk. 1 S. 3
]) und ihm seine letzte Stelle als Schichtführer bei der
Y._
AG, wo er von 2002 bis 2006
(vgl. auch
Urk.
7/14/2)
gearbeitet und einen deutlich tieferen Lohn erzielt hatte (vgl. Urk. 7/21: knapp 57‘600.-- im Jahre 2006), aus invaliditätsfremden Gründen gekündigt worden war, rechtfertigt es sich nicht
,
auf den Lohn als Gerüstbauer per 2012 mit Fr. 98‘168.85 abzustellen, sondern es ist zu
r
Ermittlung des
Valideneinkommens
auf die Tabellenlöhne abzustellen. Dabei kann davon ausgegangen werden, dass sich der Beschwerdeführer als gelernter
Mechapraktiker
und zuletzt als Schichtführer in der Produktion
(vgl.
Urk.
7/10)
auch praktische Erfahrungen
in dieser Branche
angeeignet hat.
Aus der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung für das Jahr 2012 (LSE 2012) ergibt sich aus der Tabelle TA1 (Ziffern 5-43) als Bruttomonatslohn
(
Zentral
wert
)
für Tätigkeiten in der Produktion im Kompetenzniveau 2
(praktische Tätigkeiten)
für Männer Fr. 5‘865.--. Bei einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden (vgl. Bundesamt für Statistik, „Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008]“, Periode 1990-2015) ergibt dies ein Jahreseinkommen von Fr. 73‘371.--.
4.3
4.3.1
Vorliegend ist auch zur Ermittlung des Invalideneinkommens auf die
Tabellen
löhne
abzustellen, da der Beschwerdeführer keine neue Tätigkeit
aufgenom
-
men
hat. Aus der LSE 2012 ergibt sich als Zentralwert für Arbeitnehmer des Kompetenzniveaus 1 (
einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art)
im privaten Sektor ein Bruttomonatslohn von Fr. 5‘210.-- (Tabelle TA1, Ziffern 5-96, S. 35). In Anbetracht der betriebsüblichen Arbeitszeit im Jahr 2012 für alle Sektoren von 41.7 Stunden (vgl. Bundesamt für Statistik, „Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [NOGA 2008]“, Periode 1990-2015) resultiert ein Einkommen von Fr. 65‘177.--.
4.3.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverantwortliche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten Leidensabzuges nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E. 5.2).
Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen. Es ist nicht von dem von der IV-Stelle vorgenommenen Abzug auszugehen und dieser ange
messen zu erhöhen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_796/2013 vom 28. Januar 2014 E.
3
.
2 mit Hinweis auf
SVR 2011 IV Nr. 31 S. 90, 9C_728/2009 E. 4.1.2).
4.3.3
Der Beschwerdeführer verlangt einen Leidensabzug von 15 %, da er die frühere, sehr schwere körperliche Tätigkeit als Gerüstbauer nicht mehr ausüben könne (Urk. 1 S. 11).
Wie bereits ausgeführt, kann diese Tätigkeit nicht als angestammte Tätigkeit betrachtet werden. Ob ein
Mechapraktiker
ausschliesslich dem
Gerüstebauer
entsprechende schwere körperliche Tätigkeiten ausüben muss, kann aufgrund des Nachfolgenden offen gelassen werden.
Ob und in welchem Umfang ein leidensbedingter Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen ist, liegt im
pflichtgemässen
Ermessen der Verwaltungsbehörde. Bei der Überprüfung des gesamthaft vorzunehmenden Abzuges, der eine Schät
zung darstellt und von der Verwaltung kurz zu begründen ist, darf das Sozial
versicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen (BGE 126 V 75, Regeste). Diesbezüglich ist auf die zutreffende Argumentation der Beschwerdegegnerin in der angefochte
nen Verfügung vom 13. September 2016 (Urk. 2) zu verweisen, wonach
sich ein l
eidensbedingter Abzug von maximal 10 % rechtfertig
t
, da dem Beschwerde
führer lediglich sehr leichte bis leichte Tätigkeiten zumutbar sind. Zudem kann davon ausgegangen werden, dass auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt auch unter Berücksichtigung des Anforderungs- und Belastungsprofils noch ein genügend breites Spektrum an zumutbaren Verweistätigkeiten vorhanden
ist
.
4.4
Die Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen ergibt eine
Erwerbseinbusse
von Fr.
14‘712
.-- (Fr. 73‘371.-- - Fr. 58‘659.-- [Fr. 65‘177.-- x 0.9]) und führt somit zu einem
rentenausschliessenden
Invaliditätsgrad von
20
%.
5.
5.1
5.1.1
Der Beschwerdeführer beantragt subeventuell – wie schon im
Einwandverfahren
– berufliche Massnahmen.
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfü
gung beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einspracheentscheid
den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Einspracheentscheid
ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
Zum beschwerdeweise anfechtbaren Verfügungsgegenstand gehören indes auch jene Rechtsverhältnisse, hinsichtlich deren es die Verwaltung zu Unrecht unter
lassen hat, verfügungsweise zu befinden. Ferner bleibt zu beachten, dass nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts das verwaltungsgerichtliche Verfahren aus prozessökonomischen Gründen auf eine ausserhalb des
Anfechtungsgegen
standes
, das heisst ausserhalb des durch die Verfügung beziehungsweise durch
den
Einspracheentscheid
bestimmten Rechtsverhältnisses liegende spruchreife Frage ausgedehnt werden kann, wenn diese mit dem bisherigen Streitgegen
stand derart eng zusammenhängt, dass von einer Tatbestandsgesamtheit gesprochen werden kann, und wenn sich die Verwaltung zu dieser Streitfrage mindestens in Form einer Prozesserklärung geäussert hat (BGE 130 V 501, 122 V 34 E. 2a mit Hinweisen).
5.1.2
Der Vorbescheid vom 2
3.
März 2016 – wie bereits das vorangegangene Beschwerdeverfahren IV.2012.01292 – befasste sich sowohl im Titel wie in der Begründung einzig mit dem Rentenanspruch (
Urk.
7/140). Mit Einwand vom
3.
Mai 2016 (
Urk.
7/143) bzw. Ergänzung vom
1.
Juli 2016 (
Urk.
7/146) bean
tragte der Beschwerdeführer berufliche Massnahmen, konkret Arbeitsvermitt
lung und Berufsberatung. Hierauf ging die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 1
3.
September 2016 insoweit ein, als sie nach kurzer Darlegung der
Leis
tungsvoraussetzungen
und einer Begründung den Anspruch auf Arbeitsver
mittlung und Berufsberatung verneinte und im Dispositiv das „
Leistungsbegeh
ren
“ abwies, auch wenn sie im
Betreffnis
sowie der Einleitung einzig auf „den Anspruch auf eine Invalidenrente“ Bezug nahm. Damit wies sie mit der ange
fochtenen Verfügung sinngemäss auch das eventuelle Leistungsbegehren auf berufliche Massnahmen ab, jedenfalls hätte sie aufgrund der schon im
Ein
wandverfahren
erhobenen Leistungsbegehren hierüber verfügen müssen und erweist sich diese Streitfrage als spruchreif.
5.2
Arbeitsunfähige (
Art.
6 ATSG) Versicherte, welche eingliederungsfähig sind, haben gemäss
Art.
18
Abs.
1 IVG Anspruch auf aktive Unterstützung bei der Suche eines geeigneten Arbeitsplatzes (
lit
. a) und auf begleitende Beratung im Hinblick auf die Aufrechterhaltung ihres Arbeitsplatzes (
lit
. b). Die IV-Stelle veranlasst diese Massnahmen unverzüglich, sobald eine summarische Prüfung ergibt, dass die Voraussetzungen dafür erfüllt sind (
Abs.
2).
5.2
D
er Anspruch auf berufliche
Massnahmen
unterliegt
den allgemeinen Anspruchsvoraussetzungen
gemäss
Art. 8 IVG. Für den vorliegend allenfalls in Frage kommenden Anspruch auf Arbeitsver
mittlung nach Art. 18 IVG
reicht grundsätzlich der Eintritt einer Arbeitsunfähigkeit; sie muss sich nicht zur Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG) oder gar zur Invalidität (Art. 8 ATSG) ver
dichtet haben; insofern ist der Arbeitsvermittlungsanspruch gegenüber der von der Invalidenversicherung sonst grundsätzlich verlangten Voraussetzung der (leistungsspezifischen) Invalidität losgelöst. Entsprechend der Legaldefinition von Art. 6 ATSG wird auch eine teilweise Arbeitsunfähigkeit genügen; doch darf sie nicht
bloss
vorübergehender Natur sein, sondern hat sie quantitativ, qualitativ und zeitlich so beschaffen zu sein, dass sie die versicherte Person
erheblich behindert (vgl. Urteil
des Bundesgerichts
9C_236/2012
vom 15. Februar 2013 E. 3.7
;
Meyer
/
Reichmuth
, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG,
Rz
. 3 f. zu Art. 18
)
.
Sodann muss zwischen dem Gesundheitsschaden und der Notwendigkeit der Arbeitsvermittlung ein Kausalzusammenhang beste
hen (vgl. Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG), und muss die ver
sicherte Person bei der Stellensuche aus invaliditätsbedingten Gründen auf das Fachwissen und entsprechende Hilfe der Vermittlungsbehörden angewiesen sein (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 9C_966/2011 vom 4. Mai 2012 E. 3.2 mit Hinweisen).
5.
3
Vorliegend ist nicht ersichtlich, inwiefern die fehlende
berufliche
Eingliederung im Sinne der Verwertung der bestehenden Arbeitsfähigkeit auf gesundheitlich bedingte Schwierigkeiten bei der Stellensuche zurückzuführen wäre und die Arbeitsvermittlung in die Zuständigkeit der IV (statt gegebenenfalls in den Bereich der Arbeitslosenversicherung, ALV) fiele. Ist die Arbeitsfähigkeit einzig soweit eingeschränkt, als dem Versicherten leichte Tätigkeiten voll zumutbar sind, bedarf es zur Begründung des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung zusätzlich einer spezifischen Einschränkung gesundheitlicher Art (Meyer
/
Reichmuth
,
a.a.O.,
Rz
. 6 zu Art. 18
), was vorliegend entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers (Urk. 1 S. 12) offensichtlich nicht gegeben ist. Kommt
schliesslich
hinzu, dass vorliegend keine speziellen, invaliditätsbedingten Anforderungen an den Arbeitsplatz (z.B. Sehhilfen) und/oder den Arbeitgeber (z.B. Toleranz gegenüber invaliditätsbedingt notwendigen Ruhepausen) zu stel
len sind.
5.4
Hinsichtlich dem Begehren auf Berufsberatung (
Art.
15 IVG) kann auf die zutreffenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin verwiesen werden.
5.
5
Zusammenfassend ist mit dem im Sozialversicherungsrecht
massgebenden
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass es dem Beschwerdeführer bei Aufbietung allen guten Willens (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen) und in Nachachtung des im Sozialversicherungsrecht allgemein geltenden Grundsatzes der Schadenminderungspflicht jedenfalls seit 2011 zuzumuten ist, ohne berufliche
Massnahmen
einer
rentenausschliessenden
Erwerbstätigkeit nachzugehen.
Die Beschwerde erweist sich damit als unbegründet und ist abzuweisen.
6.
6.1
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der
Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
6.2
Der Beschwerdeführer wird
gemäss
Leistungsentscheid vom 9. Mai 2016 (Urk. 3/1/1-2) von seiner Wohngemeinde
H._
seit Juni 2012 finanziell unterstützt. Mit Blick darauf ist er im vorliegenden Verfahren bezogen auf den
massgebenden
Zeitpunkt als prozessual bedürftig zu qualifizieren. Da auch die weiteren Anspruchsvoraussetzungen (fehlende Aussichtslosigkeit und sachliche Notwendigkeit der
Rechtsverbeiständung
) knapp erfüllt sind, ist dem Beschwer
deführer in Bewilligung seines Gesuchs vom 14. Oktober 2016 (Urk. 1 S. 2) Rechtsanwalt
lic
.
iur
. Stephan Kübler, Winterthur, als unentgeltlicher Rechts
vertreter für das vorliegende Verfahren zu bestellen, und es ist ihm die unent
geltliche Prozessführung zu gewähren.
6.3
Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert zu bemessen sind (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), sind auf Fr. 600.-- anzuset
zen und dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.
6.4
Mit Eingabe vom
9.
Dezember 2016 (
Urk.
10) macht
Rechtsanwalt
Stephan
Küb
ler
einen Aufwand von 12:50 Stunden und Barauslagen im Umfang von
Fr.
35.90 geltend. Dies erweist sich knapp innerhalb des notwendigen Aufwan
des, weshalb der unentgeltliche Rechtsvertreter mit einer Entschädigung von
Fr.
3‘089.--
(inklusive Mehrwertsteuer und Auslagenersatz) aus der Gerichts
kasse zu entschädigen
ist
.
6.5
Der Beschwerdeführer ist darauf hinzuweisen, dass er zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Kosten für die unentgeltliche Rechtspflege verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist (§ 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht,
GSVGer
).
Das Gericht beschliesst
:
In Bewilligung des Gesuchs vom 14. Oktober 2016 wird dem Beschwerdeführer Rechtsanwalt Stephan Kübler, Winterthur, als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende
V
erfahren bestellt und es wird ihm die unentgeltliche Prozessführung bewilligt
;
und erkennt:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen.
Der Beschwerdeführer wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss
§
16
Abs.
4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Stephan Kübler, Winterthur,
wird mit
Fr. 3‘089
.--
(inklusive
Barauslagen und M
ehrwertsteuer
) aus der Gerichtskasse entschädigt.
Der Beschwerdeführer wird
auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwalt Stephan Kübler
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse
5.