Decision ID: 8cab084f-21ce-483e-aab5-b0134d32889c
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Michael Bührer, GN Rechtsanwälte, St. Leonhard-
Strasse 20, Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
Vaudoise Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft AG, Place de Milan, Case postale
120, 1001 Lausanne,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherte) war als Sekretariatsmitarbeiterin bei den
ehemaligen B._ Privatbankiers angestellt und dadurch bei der Vaudoise Allgemeine
Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: Vaudoise) gegen die Folgen von Unfällen
versichert, als dieser am 17. Mai 2010 folgender Vorfall der Versicherten vom 15. Mai
2010 gemeldet wurde: "Die Verletzte verspürte einen sehr starken Krampf im rechten
Bein, der ihr das Sitzen und Liegen nahezu verunmöglichte. Sie versuchte deshalb
aufzustehen, kam jedoch zu Sturz. (Am 9. März 2010 sind an beiden Beinen - nicht
unfallbedingte - Fehlstellungen korrigiert worden.) Notoperation im Spital St. Gallen,
danach Überführung ins C._-Krankenhaus und erneute Operation." (UV-act. 1). Die
Versicherte war gleichentags mit dem Rettungsdienst in die Klinik für Orthopädische
Chirurgie des Kantonsspital St. Gallen (KSSG) gebracht worden (UV-act. 8), wo die
behandelnden Ärzte nach Durchführung einer Röntgenuntersuchung des Femurs eine
distale Femurfraktur nach Implantation eines Distraktionsnagels am 9. März 2010 durch
Prof. Dr. med. D._ diagnostizierten. Die Femurfraktur wurde im KSSG unter
Kurznarkose mit einer geschlossenen Reposition und Anlage einer Neopren-Schiene
zur Immobilisation therapiert. Anschliessend liess sich die Versicherte auf eigenen
Wunsch ins C._-Krankenhaus zur definitiven operativen Versorgung durch Prof. Dr.
D._ verlegen (UV-act. 8.1, 9). Vom 25. Mai bis 10. Juli 2010 hielt sie sich zwecks
Durchführung einer muskuloskelettalen Rehabilitation stationär in der Klinik Valens auf
(UV-act. 25). Die auf Zuweisung von Prof. Dr. D._ am 16. Juli 2010 im E._
durchgeführte radiologische Untersuchung zeigte im rechten Oberschenkel eine
ausgedehnte Kallusbildung im distalen Drittel nach Spiralfraktur. Bei der proximaleren
Verriegelungsschraube rechtsseitig im distalen Anteil war ein Schraubenbruch sichtbar.
Die Darstellung der distalen Verriegelungsschraube rechts sowie auch der Schraube im
proximalen Anteil seien normal. Die Distraktion im rechten Oberschenkel betrage
aktuell noch ca. 3 cm (UV-act. 23).
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A.b Im Fragebogen "Unfallbegriff - mit AU" der Vaudoise hielt die Versicherte am 13.
Juli 2010 fest, sie habe einen Krampf im rechten Bein verspürt und habe deshalb ein
paar Schritte gehen wollen, worauf sie gestürzt sei (UV-act. 11). Mit Schreiben vom 23.
Juli 2010 ersuchte die Vaudoise Prof. Dr. D._, ihr sämtliche, den Unfall betreffenden
Berichte sowie den Operationsbericht für die Implantation des Distraktionsnagels vom
9. März 2010 zuzustellen (UV-act. 13). Am 1. September 2010 stellte sich die
Versicherte in der Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG vor. Im Bericht vom
gleichen Datum wurde zum Verlauf festgehalten, dass Prof. Dr. D._ eine
Osteosynthese mittels Frakturnagel durchgeführt habe. Seither sei es zu einer
Verkürzung der Beinlänge um 7cm gekommen. Ansonsten sei die Behandlung gut
verlaufen. Nun sei geplant, am 1. Oktober 2010 erneut einen Distraktionsnagel zu
implantieren, um die - auch in der Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG
erhobene - Beinlängendifferenz von 7 cm kontinuierlich auszugleichen. Die Versicherte
wünsche eine Zweitmeinung. Die röntgenologische Untersuchung des Femurs zeigte
einen geraden Osteosynthesenagel in situ, gebrochene distale
Verriegelungsschrauben, distal im Bereich der Fraktur vom 15. Mai 2010 eine schöne
Kallusbildung und Verheilung sowie im Bereich der proximalen Osteotomiestelle noch
ca. 2 cm fehlender Knochen, hier jedoch auch eine Kallusbildung (UV-act. 15). Mit
Schreiben vom 14. September und 19. Oktober 2010 ersuchte die Vaudoise das C._-
Krankenhaus, den ebenfalls behandelnden Arzt Dr. med. F._, Allgemeine Medizin
FMH, sowie die Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG um Einreichung eines
ärztlichen Zwischenberichts (UV-act. 17, 17a, 19, 19a, 29, 30). Dr. F._ sowie die
Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG bzw. deren leitender Arzt Dr. med. G._
kamen dem Ersuchen am 26. bzw. 28. Oktober 2010 nach (UV-act. 33, 34). Das
Caritas-Krankenhaus liess hingegen nichts von sich hören. Dr. G._ hielt unter
anderem fest, dass die Versicherte, soweit bekannt, einen Krampfanfall im
Oberschenkel gehabt habe. Inwieweit zusätzlich ein Sturz mitbeteiligt gewesen sei,
habe nicht eruiert werden können (UV-act. 34).
A.c Laut Bericht der Klinik Valens vom 5. November 2010 hatte bei der Versicherten
inzwischen am 29. September 2010 eine operative Versorgung mit Neuimplantation
des Distraktionsmarknagels rechts und Wechsel des Ostosynthesematerials des
Femurs stattgefunden, weshalb sie sich erneut vom 6. bis 16. Oktober 2010 in der
Klinik Valens zur Rehabilitation aufgehalten hatte (UV-act. 39).
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A.d Nachdem die Versicherte am 19. November 2010 gegenüber der Vaudoise
neuerlich den Hergang des Vorfalls vom 15. Mai 2010 geschildert hatte (UV-act. 43),
erbat diese mit Schreiben vom 8. Dezember 2010 das C._-Krankenhaus abermals
um Zusendung sämtlicher Dokumente (Eintritt, Austritt, Verlauf, Operation,
bildtechnische Abklärung) sowie eine Äusserung zum weiteren Verlauf nach dem
letzten Eingriff vom 29. September 2010 (UV-act. 44). Am 13. Januar 2011 reichte Dr.
F._ einen Verlaufsbericht ein (UV-act. 48). Am 14. Januar 2011 folgte eine weitere
Schilderung des Vorfalls vom 15. Mai 2010 durch die Versicherte (UV-act. 50). Mit
Schreiben vom 5. Mai 2011 sowie E-Mail vom 19. Mai 2011 forderte die Vaudoise das
C._-Krankenhaus (UV-act. 54) bzw. Prof. Dr. D._ (UV-act. 58) wieder auf, die
ärztlichen Unterlagen (insbesondere die Operationsberichte vom 9. März, 16. Mai und
29. September 2010) zuzustellen und machte ihn darauf aufmerksam, dass ein
Ausstand nachteilig für die Versicherte sei bzw. nach wiederholtem Ausbleiben der
Zustellung aufgrund der vorliegenden Akten verfügt werden müsse.
A.e Am 6. Juni 2011 ersuchte die Vaudoise ihren beratenden Arzt Dr. med. H._, FMH
für orthopädische Chirurgie, Sporttraumatologie, um eine ärztliche Beurteilung des
Schadenfalls bzw. der folgenden im Vordergrund stehenden Fragen: Ist von einem
Unfallereignis auszugehen oder kann die Fraktur krankheitsbedingt, also ohne äussere
traumatische Einwirkung verursacht worden sein? Sofern von einem Unfallereignis
auszugehen ist: welche Behandlungen/Kosten und welche Arbeitsunfähigkeit sind
unfallbedingt? Das rechte Bein soll verkürzt worden sein. Worin liegen die Gründe
hierfür? Unfall- oder krankheitsbedingte Ursache? (UV-act. 60). Dr. H._ nahm zu
diesen Fragen am 23. Juni 2011 Stellung (UV-act. 68).
A.f Mit E-Mail vom 28. Juni 2011 teilte das Sekretariat von Prof. Dr. D._ mit, dass er
nach seinem Urlaub vom 27. Juni bis 20. Juli 2011 die Unterlagen zusammenstellen
werde (UV-act. 71). Am 30. Juni 2011 forderte die Vaudoise Prof. Dr. D._ dennoch
nochmals schriftlich auf, die fraglichen Operationsberichte zuzustellen (UV-act. 70). Mit
E-Mail vom 3. August 2011 bestätigte das Sekretariat von Prof. Dr. D._ nochmals die
Bearbeitung der angeforderten Berichte bis Ende der folgenden Woche (UV-act. 73).
Am 15. September 2011 wurde Prof. Dr. D._ vom Vertrauensarzt der Vaudoise, Dr.
med. I._, FMH Orthopädische Chirurgie, angehalten, auch ihm die Röntgenbilder des
ganzen Verlaufs der Verlängerungsosteotomie beider Femuren zukommen zu lassen
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(UV-act. 74). Mit E-Mail vom 25. Oktober 2011 teilte die Arbeitgeberin der Versicherten
der Vaudoise mit, sie werde die Versicherte auffordern, ihre eigenen Bemühungen zum
Erhalt der Unterlagen von Prof. Dr. D._ zu intensivieren, da sie bis heute keinerlei
Taggelder von der Vaudoise im Zusammenhang mit dem Vorfall vom 15. Mai 2010
erhalten habe (UV-act. 75, vgl. dazu auch UV-act. 77).
A.g Mit Schreiben vom 10. November 2011 stellte der Rechtsvertreter der
Versicherten, Rechtsanwalt lic. iur. M. Bührer, St. Gallen, fest, dass die Vaudoise - wie
der Anfrage an Dr. H._ vom 6. Juni 2011 zu entnehmen sei - offenbar am Vorliegen
eines Unfallgeschehens zweifle. Entgegen der Aussage im Bericht des KSSG vom 10.
Oktober 2010 - inwieweit ein Sturz zusätzlich mitbeteiligt sei, habe nicht eruiert werden
können (UV-act. 34) - sei aber aufgrund der Akten klar, dass ein Unfallgeschehen
vorliege (UV-act. 79). Der Rechtsverteter legte ein Schreiben von Dr. G._ vom 31.
Oktober 2011 bei, worin dieser nochmals zum Vorfall vom 15. Mai 2010 sowie zur
Frage der Ursache der Femurfraktur Stellung nahm (UV-act. 76).
A.h Am 28. März 2012 legte die Vaudoise den Schadenfall ihrem Vertrauensarzt
Dr. I._ zur Beurteilung vor, welche dieser am 16. April 2012 abgab (UV-act. 85.1, 86).
In der Folge teilte die Vaudoise dem Rechtsvertreter der Versicherten mit Schreiben
vom 29. März 2012 mit, dass Dr. I._ nach eingehender Prüfung der medizinischen
Akten sowie der Röntgenbilder vom 15. Mai und 1. September 2010 zum Schluss
gekommen sei, dass längstens bis zum 28. September 2010 von einer Auswirkung des
Unfalls auf den Gesundheitszustand der Versicherten ausgegangen werden könne. Bis
zu diesem Datum würden die Heilbehandlungen im Betrag von Fr. 16'437.30
übernommen. Eine Kostenübernahme aller weitergehenden Heilbehandlungen,
insbesondere der Operation vom 29. September 2010, werde abgelehnt (UV-act. 85,
85.1). Mit Schreiben vom 29. August 2012 erklärte sich der Krankenversicherer der
Versicherten, die Helsana Versicherungen AG, mit der Leistungsablehnung ab 29.
September 2010 nicht einverstanden. Die betreffende vertrauensärztliche
Stellungnahme von Dr. I._ könne den Akten nicht entnommen werden, weshalb die
Aussage, die Behandlungen ab dem 29. September 2010 würden nicht mehr im
Zusammenhang mit dem Unfall vom 15. Mai 2010 stehen, mangels Schlüssig- und
Nachvollziehbarkeit nicht ausreichen könne, um die Kausalität der aktuellen
Beschwerden zum Unfallereignis in Frage zu stellen (UV-act. 93). Mit Schreiben vom
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26. September 2012 stellte sich auch Rechtsanwalt Bührer auf den Standpunkt, dass
der Bericht von Dr. I._ nicht geeignet sei, die Meinung zu stützen, dass die
Beschwerden der Versicherten nur bis 28. September 2010 mit dem Unfall im
Zusammenhang stünden. Er legte einen Bericht von PD Dr. med. J._, K._ Klinik,
Zentrum für Gelenk- und Sportchirurgie, vom 6. Juni 2012 bei, welcher nach der von
Prof. Dr. D._ am 29. September 2010 durchgeführten Operation die Nachkontrollen
beaufsichtigt hatte. Sollte die Vaudoise die Unfallkausalität weiterhin nur bis 28.
September 2010 bejahen, werde eine anfechtbare Verfügung verlangt (UV-act. 90).
A.i Mit Schreiben vom 8. November 2012 informierte die Vaudoise den
Rechtsvertreter der Versicherten dahingehend, dass für das Nachgehen ihrer
Abklärungspflicht die Operationsberichte vom 9. März 2010 (Implantation des
Distraktionsnagels), 16. Mai 2010 (Stabilisierung mittels Marknagel) sowie vom 29.
September 2010 (Einsatz Verlängerungsnagel) unerlässlich seien. Des Weiteren bitte ihr
Vertrauensarzt um Zustellung sämtlicher seit dem 9. März 2010 aufgenommenen
Röntgenbilder. Bekanntlich seien die obgenannten Unterlagen von Prof. Dr. D._
schon mehrmals einverlangt worden. Es sei sinnvoller, erst nach Vorliegen dieser
Dokumente und anschliessender Beurteilung ihres Vertrauensarztes zu verfügen (UV-
act. 97). Mit Schreiben vom 18. November 2012 ersuchte die Versicherte Prof. Dr.
D._ um Zustellung der fraglichen Unterlagen (UV-act. 100.5). Mit Schreiben vom 4.
Januar 2013 erhielt die Vaudoise von Rechtsanwalt Bührer mehrere Röntgenbilder. Im
Weiteren reichte er den Entlassungsbericht von Prof. Dr. D._ an die Klinik Valens vom
25. Mai 2010 (UV-act. 100.1), den Bericht von Prof. Dr. D._ an die Klinik Valens vom
7. Juni 2010 (UV-act. 100.2) sowie den vorläufigen Entlassungsbericht von Prof. Dr.
D._ an PD Dr. J._ vom 24. Juli 2011 UV-
act. 100.3) ein. Der Rechtsvertreter hielt ausserdem fest, dass sich die Versicherte
bisher erfolglos um die Operationsberichte von Prof. Dr. D._ bemüht habe. Nicht die
Versicherte, sondern die Vaudoise müsse jedoch die notwendigen Abklärungen treffen
und die erforderlichen Auskünfte einholen (UV-act. 100). Mit eingeschriebenem Brief
vom 31. Januar 2013 mahnte die Vaudoise den Rechtsvertreter der Versicherten unter
Hinweis auf Art. 43 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) bzw. die Möglichkeit des
Versicherungsträgers, auf Grund der Akten zu verfügen, wenn die Versicherte ihrer
Auskunfts- und Mitwirkungspflicht in unentschuldbarer Weise nicht nachkomme, die
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Operationsberichte von Prof. Dr. D._ innert 30 Tagen einzureichen (UV-act. 101). Am
19. Februar 2013 wandte der Rechtsvertreter der Versicherten ein, es könne keine
Rede davon sein, dass die Versicherte ihren Mitwirkungspflichten in unentschuldbarer
Weise nicht nachkommen würde. Die Vaudoise verfüge bereits über zwei der drei
verlangten Berichte bzw. über die Berichte betreffend die Operationen vom 9. März
und 16. Mai 2010. Kein Bericht eingereicht werden könne über die Operation vom 29.
September 2010, da die Versicherte keinen solchen Bericht habe und nicht wisse, ob
ein solcher überhaupt bestehe. Um der Aufforderung der Vaudoise nachzukommen,
könnte die Versicherte die Herausgabe von Berichten durch Prof. Dr. D._ einzig noch
auf dem Rechtsweg erzwingen. Indessen sei dazu die Einschaltung eines deutschen
Rechtsanwalts notwendig, was mit hohen Kosten verbunden sei (UV-act. 103). Mit
Schreiben vom 15. März 2013 erklärte die Vaudoise, dass es sich bei den eingereichten
Berichten nicht um Operations-, sondern um Entlassungsberichte handle. Ihr
Vertrauensarzt könne auf diese verzichten, nicht jedoch auf die Röntgenbilder vom 9.
März, 19. März sowie von Anfangs Mai 2010 (UV-act. 106). Mit Schreiben vom 4. April
2013 reichte der Rechtsvertreter der Versicherten weitere Gesuche der Versicherten
sowie eines mit ihr befreundeten Rechtsanwalts, lic. oec. et lic. iur. Z._, an Prof. Dr.
D._ ein, die erforderlichen Unterlagen zuzustellen (UV-act. 111).
A.j Am 17. Mai 2013 legte die Vaudoise den Schadenfall Dr. med. L._,
Orthopädische Chirurgie FMH, zur Beurteilung vor (UV-act. 112). Dr. L._ liess sich am
6. Juni 2013 vernehmen (UV-act. 114).
A.k Mit Verfügung vom 10. Juli 2013 hielt die Vaudoise fest, dass sie ihre
Leistungspflicht für das Ereignis vom 14. (richtig: 15.) Mai 2010 und dessen
unmittelbare Folgen anerkannt habe. Die Beschwerden, welche am 29. September
2010 eine erneute Beinverlängerung notwendig gemacht hätten, stünden hingegen im
Zusammenhang mit der Beinverlängerung vom 9. März 2010 und könnten nicht mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 15. Mai
2010 zurückgeführt werden. Der Status quo sine sei spätestens am 28. September
2010 eingetreten und die Angelegenheit sei somit ab dem 29. September 2010 durch
die Krankenversicherung zu übernehmen (UV-act. 116).
B.
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Die gegen diese Verfügung vom Rechtsvertreter der Versicherten am 7. August 2013
erhobene Einsprache (UV-act. 119) wies die Vaudoise mit Einspracheentscheid vom
1. November 2013 ab (UV-act. 121).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid vom 1. November 2013 liess die Versicherte
durch Rechtsanwalt Bührer mit Eingabe vom 11. November 2013 Beschwerde
erheben. Der Rechtsvertreter beantragte, der angefochtene Einspracheentscheid und
die diesem zugrundeliegende Verfügung vom 10. Juli 2013 seien aufzuheben. Der
Beschwerdeführerin seien die gesetzlichen Leistungen auszurichten, insbesondere
seien ihr Heilungskosten ab 28. September 2010 zuzusprechen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge (act. G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 9. Dezember 2013 beantragte die Beschwerde
gegnerin Abweisung der Beschwerde (act. G 3).
C.c Mit Replik vom 19. Dezember 2013 hielt der Rechtsvertreter der
Beschwerdeführerin unverändert an den gestellten Anträgen fest (act. G 7).
C.d Die Beschwerdegegnerin hielt ihrerseits in der Duplik vom 8. Januar 2014 an der
beantragten Beschwerdeabweisung fest (act. G 9).

Erwägungen:
1.
1.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR
832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen,
Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes
bestimmt. Art. 4 ATSG umschreibt als Unfall die plötzliche, nicht beabsichtigte
schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den
menschlichen Körper. Das Ereignis muss sich in der Aussenwelt zutragen. Die Folgen
können sich aber unter Umständen im Körperinnern zeigen, so etwa, wenn der Schlag
auf den Kopf keine äusserliche Verletzung, jedoch eine Hirnerschütterung verursacht
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(Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007
sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 20. August 2007, U 491/06, E.
4.1.3; A. Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 165
f.). Nach Lehre und Rechtsprechung kann das Merkmal des ungewöhnlichen äusseren
Faktors auch in einer unkoordinierten Bewegung bestehen (BGE 130 V 117 E. 2.1). Bei
Körperbewegungen gilt dabei der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren
Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn der normale Bewegungsablauf durch etwas
Programmwidriges wie ein Ausgleiten, Stolpern oder Abwehren eines Sturzes
unterbrochen bzw. gestört wird. Bei einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der
ungewöhnliche äussere Faktor zu bejahen, denn der äussere Faktor - Veränderung
zwischen Körper und Aussenwelt - ist wegen der erwähnten Programmwidrigkeit
zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (A. Rumo-Jungo/A. P. Holzer, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 40; Maurer, a.a.O., S. 166;
RKUV 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 4c, 1994 Nr. U 18 S. 38 E. 2 mit Hinweisen).
1.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem
Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein
natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen
Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der
eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht
zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser
Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht
erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher
Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen
Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne
dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1,
119 V 337 E. 1, 118 V 289 1b, je mit Hinweisen). Der Unfallversicherer haftet sodann
nur für jene Folgen, die mit dem Unfall adäquat-kausal zusammenhängen (SVR 2000
UV Nr. 14 S. 45). Während es Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist, den natürlichen
Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Fragen nach dem
adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 112 E. 3a). Im Bereich
klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen
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Veränderungen (ein organisches Substrat konnte mit bildgebenden
Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] nachgewiesen
werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen
Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine
Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE
127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb mit
Hinweisen).
2.
2.1 Im konkreten Fall ist unbestritten, dass bei der Beschwerdeführerin am 15. Mai
2010 in der Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG eine distale Femurfraktur
diagnostiziert wurde (UV-act. 9). Am 16. Mai 2010 fand durch Prof. Dr. D._ deren
operative Behandlung mittels Marknagelosteosynthese statt (UV-act. 8.1). Aktenkundig
ist ausserdem, dass bei der Beschwerdeführerin zuvor am 9. März 2010 aus
unfallfremden Gründen bzw. bei ästhetisch störender Oberschenkellänge an beiden
Beinen eine Verlängerungsosteotomie mit Distraktionsnägeln durchgeführt worden war
(UV-act. 9, 25) und nach der Heilung der Femurfraktur am 29. September 2010 im
rechten Oberschenkel infolge Verkürzung der Beinlänge erneut ein Verlängerungsnagel
eingesetzt wurde (UV-act. 90). Auch diese beiden Operationen wurden durch Prof. Dr.
D._ vorgenommen.
2.2 Streitig und zu prüfen ist die Frage, ob die Beschwerdegegnerin für die
Implantation eines Verlängerungsnagels am 29. September 2010 Leistungen zu
erbringen hat. Es versteht sich von selbst, dass eine Leistungspflicht zunächst nur
dann in Betracht fällt, wenn die Femurfraktur vom 15. Mai 2010 durch einen Unfall
verursacht worden ist. Die Beschwerdegegnerin hält im angefochtenen
Einspracheentscheid zutreffend fest, dass ein Krampf - wie er sich gemäss den
verschiedenen Schilderungen des Ereignisses vom 15. Mai 2010 ereignet hat (UV-act.
1, 9, 25, 34, 50) - keinen (programmwidrigen) äusseren Faktor darstellt. Wiederholt ist
in den Akten jedoch auch beschrieben, dass die Beschwerdeführerin am 15. Mai 2010
infolge eines Krampfs aufgestanden sei und versucht habe, ein paar Schritte zu gehen.
Dabei sei sie gestürzt bzw. ausgerutscht. Anschliessend habe sie ein Knacken verspürt
(UV-act. 1, 25,43, 50, 52). Unstreitig ist, dass mit einem Sturz ein ungewöhnlicher
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äusserer Faktor auf den Körper einwirken würde und damit einen Unfalltatbestand nach
Art. 4 ATSG erfüllt wäre.
2.3 Im Regelfall ist bei Vorliegen einer Femurfraktur von einem erlittenen Unfall
auszugehen. Nachdem jedoch Dr. G._ in seinem Bericht vom 28. Oktober 2010 (UV-
act. 34) festgehalten hatte, die Beschwerdeführerin habe, soweit bekannt, einen
Krampfanfall erlitten und es habe nicht eruiert werden können, inwieweit ein Sturz
zusätzlich mitbeteiligt gewesen sei, stellte die Beschwerdegegnerin die Frage nach
dem Vorliegen eines Unfallgeschehens bzw. liess diese durch ihren beratenden Arzt
Dr. H._ beantworten. Dr. H._ hielt in seiner Beurteilung vom 23. Juni 2011 (UV-act.
68) - gegen ein Unfallereignis sprechend - fest, dass gemäss den ursprünglichen Akten
von einem Krampf bei Status nach Verlängerungsosteotomie an beiden Oberschenkeln
auszugehen sei. Ein Sturz sei damals nicht erwähnt worden (vgl. dazu UV-act. 9). Dr.
G._ habe in seinem Bericht vom 28. Oktober 2010 festgehalten, dass der
Verlängerungsnagel sicherlich den Knochen etwas geschwächt habe (vgl. UV-act. 34).
Es sei also durchaus denkbar, dass der beschriebene Muskelkrampf zu einer Fraktur
geführt habe. Aufgrund der heutigen Aktenlage sei mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass es ohne die Verlängerungsosteotomie nie zu
einer solchen Fraktur gekommen wäre und somit diese Fraktur mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit als Komplikation bei Status nach Korrektur respektive
Distraktionsosteotomie zu sehen sei. Mit Schreiben vom 31. Oktober 2011 erklärte
jedoch Dr. G._, dass nach erneuter Durchsicht der Akten und Röntgenbilder klar zu
vermerken sei, dass sich damals ein Sturz ereignet habe und es sich nicht einfach um
einen Krampfanfall gehandelt habe. Sie hätten seinerzeit ebenfalls fälschlicherweise
vermutet, dass die Fraktur wegen der Schwächung des Knochens entstanden sei. Weil
die Fraktur etwa 10 cm unterhalb des Nagels geschehen sei, sei dem jedoch zu
widersprechen. Somit sei die Fraktur nicht in direktem Zusammenhang mit diesem
Nagel zu sehen (UV-act. 76). Gestützt auf diese Erklärung sowie die Tatsache, dass
bereits in der frühen Unfallmeldung vom 17. Mai 2010, aber auch in späteren Akten von
einem Sturz die Rede ist, anerkannte die Beschwerdegegnerin in der Folge die
Femurfraktur zu Recht als Unfall gemäss Art. 4 ATSG und erbrachte
Versicherungsleistungen (UV-act. 85).
3.
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3.1 Damit bleibt die Frage zu beantworten, ob zwischen der Femurfraktur und der
durch Prof. Dr. D._ am 29. September 2010 vorgenommenen - von der
Beschwerdegegnerin nicht mehr entschädigten - Distraktionsnagelimplantation ein
natürlicher Kausalzusammenhang besteht bzw. ob es sich bei der genannten Operation
um eine Operation von Unfallfolgen oder nur um eine nochmalige Beinverlängerung
handelte.
3.2 Im Sozialversicherungsrecht herrscht der Grundsatz der Untersuchungspflicht.
Danach hat die Behörde den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen
abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien gebunden zu sein. Sie hat aus
eigener Initiative vorzugehen und darf Parteivorbringen nicht mit der Begründung
abtun, diese seien nicht belegt worden (vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG; U. Kieser, ATSG-
Kommentar, 2. Aufl. Zürich 2009, Art. 43 ATSG N 9; A. Rumo-Jungo, Rechtsprechung
des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 3. Aufl. 2003, S. 348; B. Kupfer Bucher, Das nichtstreitige
Verwaltungsverfahren nach dem ATSG und seine Auswirkungen auf das AVIG, Diss.
Freiburg 1996, S. 117). Die Untersuchungspflicht dauert gemäss Urteil des
Bundesgerichts vom 16. Mai 2008, 9C_288/2008, E. 2, so lange, bis über die für die
Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit
besteht (vgl. auch BGE 132 V 368 E. 5 S. 374). Es geht somit nicht darum, möglichst
viele oder gar alle vorhandenen Beweismittel einzuholen. Zur Klärung des
rechtserheblichen Sachverhalts sind jedoch weitere Abklärungsmassnahmen
vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn dazu auf Grund der Parteivorbringen oder
anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht,
wobei alle Tatsachen rechtserheblich sind, von deren Vorliegen es abhängt, ob über
den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 25. Juni 2007, I 110/07, E. 4.2.2, mit Hinweisen; BGE 117 V 282 f.
E. 4a). Wie überall im Sozialversicherungsrecht gilt auch im Rahmen der Untersuchung
der Unfallkausalität der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 134 V
125 E. 9.5). Die blosse Möglichkeit einer Unfallkausalität genügt nicht. Die
Sozialversicherungsorgane und das Gericht haben vielmehr jenem Sachverhalt zu
folgen, den sie von allen möglichen Sachverhalten als Wahrscheinlichsten würdigen
(vgl. BGE 126 V 360 E. 5b; Th. Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts,
3. Aufl. Bern 2003, S. 451 f.).
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3.3 Der Untersuchungsgrundsatz wird durch die in Art. 28 ATSG geordneten
allgemeinen verfahrensrechtlichen Mitwirkungspflichten der leistungsbeanspruchenden
Person sowie Dritten ergänzt. Mitwirkungspflichten haben dort Bedeutung, wo die
betreffende Person von der fraglichen Tatsache bessere Kenntnis hat als der
Versicherungsträger, weshalb aus verfahrensökonomischen Gründen eine Mitwirkung
zu erfolgen hat (Kieser, a.a.O., Art. 28 N 19; vgl. dazu auch Locher, a.a.O., S. 443 ff.).
Während Art. 28 Abs. 2 ATSG die Pflicht zur Auskunftserteilung der
leistungsbeanspruchenden Person festhält, bezieht sich Abs. 3 auf die Mitwirkung
Dritter an der Sachverhaltsabklärung. So sind insbesondere Ärztinnen und Ärzte zur
Auskunft verpflichtet. Als verfahrensrechtliche Konsequenz bei einer Verletzung der
Auskunfts- oder Mitwirkungspflicht kann der Versicherungsträger gemäss Art. 43 Abs.
3 ATSG aufgrund der Akten verfügen oder einen Nichteintretensentscheid fällen. Diese
Bestimmung ist nur massgebend, wenn die Pflichtverletzung auf die
leistungsbeanspruchende Person selber, nicht aber auf jene einer Drittperson
zurückgeht. Wird also beispielsweise die Auskunftspflicht durch eine Ärztin bzw. einen
Arzt nicht befolgt, ist mittels sonstiger Abklärungsmassnahmen anzustreben, den
massgebenden Sachverhalt zu erstellen (Kieser, a.a.O., Art. 43 N 49 f.). Die im
konkreten Fall zur Diskussion stehende Herausgabe von Unterlagen von Prof. Dr. D._
(vgl. nachstehende Erwägungen 4.2 ff.) ist in Art. 28 ATSG nicht geregelt. Art. 55 Abs. 1
der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) hält bezüglich
Mitwirkung fest, dass der Versicherte oder seine Hinterlassenen alle erforderlichen
Auskünfte erteilen und ausserdem die Unterlagen zur Verfügung halten müssen, die für
die Klärung des Unfallsachverhalts und die Unfallfolgen sowie für die Festsetzung der
Versicherungsleistungen benötigt werden, insbesondere medizinische Berichte,
Gutachten, Röntgenbilder und Belege über die Verdienstverhältnisse. Sie müssen Dritte
ermächtigen, solche Unterlagen herauszugeben und Auskunft zu erteilen. Art. 55 Abs. 1
UVV sieht damit gegenüber Art. 28 Abs. 3 ATSG vor, dass die versicherte Person Dritte
nicht nur zur Erteilung von Auskünften, sondern auch zur Herausgabe von (sonstigen)
Unterlagen zu ermächtigen hat. Demgegenüber ist hier die Mitwirkung Dritter nicht
geregelt. Als Verordnungsbestimmung entfällt allerdings Art. 55 Abs. 1 UVV als
gesetzliche Grundlage für eine solche Regelung. Gestützt auf Art. 55 Abs. 1 ATSG in
Verbindung mit Art. 17 des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVG; SR 172.021) ergibt
sich jedoch, dass auch Dritte, unter bestimmten Voraussetzungen Urkunden, die sich
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in ihren Händen befinden, herauszugeben haben (vgl. Kieser, a.a.O., Art. 28 N 38).
Genauso wie eine Auskunftspflichtverletzung durch eine Ärztin bzw. einen Arzt nicht zu
dem in Art. 43 Abs. 3 ATSG festgelegten Vorgehen führen kann, ist dies sodann bei der
Nichtherausgabe von Unterlagen durch eine Ärztin bzw. einen Arzt anzunehmen (vgl.
Kieser, a.a.O., Art. 43 N 49 f.). Hieraus ist abzuleiten, dass der Mitwirkungspflicht der
versicherten Person bei der Herausgabe von medizinischen Akten durch eine Ärztin
bzw. einen Arzt - ausser, dass die versicherte Person die Ärztin bzw. den Arzt dazu zu
ermächtigen hat oder sie selber über die Akten verfügt - keine Bedeutung zukommt.
Wie bereits erwähnt, ist in solchen Fällen mittels sonstiger Abklärungsmassnahmen
anzustreben, den massgebenden Sachverhalt zu erstellen.
3.4
3.4.1 Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn der
Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen
mithin die Parteien die Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der
Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen
Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Während bei der Frage, ob ein
Kausalzusammenhang überhaupt jemals gegeben ist, die versicherte Person
beweisbelastet ist, trägt die Beweislast für einen behaupteten Wegfall der Kausalität
aufgrund des Erreichens des Status quo sine oder allenfalls des Status quo ante die
Unfallversicherung (RKUV 1994 Nr. U 26 S. 326; Urteil des Bundesgerichts vom 6.
August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2; Rumo-Jungo/ Holzer, a.a.O., S. 54).
3.4.2 Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der
Einspracheentscheid vom 1. November 2013 (UV-act. 121). Diesem liegt die Verfügung
vom 10. Juli 2013 zu Grunde (UV-act. 119a). Gegenstand von Verfügung und
Einspracheentscheid war einzig die Nichtübernahme der Kosten der Operation vom 29.
September 2010, auch wenn die Verfügung als Einstellungsverfügung formuliert ist und
damit missverstanden werden könnte. Es stellt sich die Frage, ob mit der fraglichen
Operation Unfallfolgen behandelt wurden. Für diesen Nachweis trägt nach dem
Gesagten (vgl. Erwägung 3.4.1) die Beschwerdeführerin die Folgen der Beweislosigkeit.
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3.4.3 Die Frage, wer die Folgen einer allfälligen Beweislosigkeit zu tragen hat, stellt
sich jedoch ohnehin erst, wenn Verwaltung und - im Beschwerdefall - das Gericht dem
Untersuchungsgrundsatz rechtsgenüglich nachgekommen sind und es sich als
unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer
Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit
für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 138 V 222 E. 6, 117 V 264 E. 3b, je
mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b), was vorliegend - wie zu zeigen sein
wird - nicht zutrifft.
4.
4.1 Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass die Beschwerdegegnerin
Untersuchungen zur Sachverhaltsabklärung bzw. Beurteilung der Unfallkausalität
vorgenommen hat, indem sie verschiedene medizinische Akten eingeholt hat. Gestützt
auf diese hat sie den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen der Femurfraktur und
der durch Prof. Dr. D._ am 29. September 2010 vorgenommenen
Distraktionsnagelimplantation, d.h. deren Unfallkausalität verneint, und einen
entsprechenden Leistungsanspruch abgelehnt. Im Folgenden stellt sich die Frage, ob
die Beschwerdegegnerin die Untersuchungen abschliessen und gestützt auf die
vorhandenen Akten entscheiden durfte. Dies wäre im konkreten Fall anzunehmen,
wenn die Würdigung der Beweismittel mit dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit das Nichtbestehen eines Leistungsanspruchs der
Beschwerdeführerin ergibt oder diesbezüglich Beweislosigkeit vorliegen würde.
4.2 Dem Einsatzrapport des Rettungsdienstes des KSSG vom 15. Mai 2010 ist die
Diagnose "Ausbruch Distraktionsnagel Os rechts ohne Trauma, Status nach OP
Distraktionsnägel bds. 9. März 2010" zu entnehmen (UV-act. 8). Sowohl anlässlich der
radiologischen Untersuchung im E._vom 16. Juli 2010 (UV-act. 23) als auch der
Röntgenuntersuchung in der Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG vom 1.
September 2010 (UV-act. 15) zeigte sich im rechten Femur eine Fraktur der distalen
Verriegelungsschraube. Dr. F._ hielt diese in seinem ärztlichen Zwischenbericht vom
26. Oktober 2010 ebenfalls fest und fügte hinzu, dass deshalb eine erneute Distraktion
indiziert sei (UV-act. 33). Im ärztlichen Zwischenbericht der Klinik Valens vom 5.
November 2010 wird die Operation vom 9. März 2010 mit einer Korrekturosteotomie
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und Vorbereitung der dynamischen kontinuierlichen Verlängerung an beiden
Oberschenkeln durch voll implantierbare Distraktionsnägel beschrieben. Hinsichtlich
der Operation vom 29. September 2010 wurde sodann festgehalten, es sei eine
erneute operative Versorgung mit Neuimplantation des Distraktionsmarknagels rechts
und Wechsel vom Osteosynthesematerial des Femurs erfolgt (UV-act. 39). Bereits die
dargelegten Beweismittel bieten Anlass zur Nachfrage, indem sie eine Unfallkausalität
zumindest nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
ausschliessen lassen, sondern eher nahelegen. Nachdem entgegen des Zusatzes
"ohne Trauma" im Einsatzrapport des Rettungsdienstes des KSSG am 15. Mai 2010
ein Trauma stattgefunden hat (vgl. Erwägung 2.3), steht der genannte Ausbruch des
Distraktionsnagels rechts als Folge dieses Traumas im Raum. Unklar ist ausserdem, ob
die in den Berichten des E._, der Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG und
von Dr. F._ genannten frakturierten Verriegelungsschrauben im Zusammenhang mit
der mittels Osteosynthesenagel behandelten distalen Femurfraktur oder der
Distraktionsosteotomie stehen und falls letzteres der Fall wäre, ob die Fraktur der
Verriegelungsschraube eine Folge des Sturzes vom 15. Mai 2010 sei. Wäre ein
Kausalzusammenhang zum Sturz gegeben, würde durch den Zusatz von Dr. F._
("weshalb eine erneute Distraktion indiziert ist") ein unfallkausaler Zusammenhang
hergestellt. Schliesslich liesse sich durch den Umstand, dass anlässlich der Operation
vom 29. September 2010 auch ein Wechsel des Osteosynthesematerials des Femurs
stattgefunden hat, ebenfalls eine (Teil-)ursächlichkeit des Unfalls vom 15. Mai 2010
annehmen. Angesichts dessen, dass es sich jedoch nur um einzelne Hinweise in den
medizinischen Akten handelt und kein entsprechender, klärender Operationsbericht
und keine radiologischen Aufnahmen vor der Verlängerungsosteotomie vom 29.
September 2010 vorliegen, lässt sich kein überwiegend wahrscheinlicher Sachverhalt
bestimmen. Die Unerlässlichkeit dieser Akten für eine abschliessende Beurteilung wird
von Dr. L._ im Bericht vom 6. Juni 2013 ausdrücklich festgehalten (UV-act. 114). Der
Orthopäde führt aus, dass er die vorgelegten Akten und Röntgenbilder gesichtet habe,
jedoch zur Abklärung der Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin weitere Unterlagen
zur Verfügung haben müsse. Unabdingbar seien alle Krankengeschichte-Einträge,
Berichte an Hausärzte, Operationsberichte und Abklärungen vor der
Verlängerungsosteotomie an beiden Oberschenkeln und ebenso unabdingbar sei es,
dass die radiologischen Voraufnahmen vorgelegt würden. Seine weitere Aussage, aus
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den vorgelegten Röntgenbildern sei letztendlich ausser der
Verlängerungsdokumentation rechts nichts Relevantes im Zusammenhang mit der
ursprünglichen Fraktur abzulesen (Unfallbilder würden ebenfalls fehlen), ist nicht als
Verneinung der Unfallkausalität zu verstehen, sondern als Feststellung einer
unvollständigen bzw. nicht aussagekräftigen Beweismittelsituation. So hält
Dr. L._ nochmals fest, dass die Beschwerdegegnerin gebeten sei, ihm vorgängig
einer Aktenbeurteilung alle vorgenannten Daten zuzustellen. Seine Meinungsäusserung,
dass möglicherweise nicht alles entweder lege artis erfolgt sei oder aber grob
fahrlässige Massnahmen ergriffen worden seien und somit das Problem am rechten
Oberschenkel eine zu erwartende Komplikation nach der Verlängerungsosteotomie
darstelle, entspricht der blossen Vermutung einer fehlenden Unfallbedingtheit. Mit den
von Dr. L._ für eine Beurteilung als unerlässlich genannten Akten wäre jedoch das
Gegenteil offensichtlich ebenso möglich. Den medizinischen Akten liegt schliesslich ein
Bericht des Vertrauensarztes der Beschwerdegegnerin, Dr. I._, vom 16. April 2012
bei (UV-act. 86). In ihrem Schreiben betreffend Übernahme von
Heilbehandlungskostenleistungen vom 29. März 2012 (UV-act. 85) hält die
Beschwerdegegnerin fest, Dr. I._ sei zum Schluss gekommen, dass die
Beschwerden der Beschwerdeführerin bis spätestens zum 28. September 2010 im
Zusammenhang mit dem Unfall vom 14. (richtig und nachfolgend korrigiert: 15.) Mai
2010 stehen könnten. In einem Journal vom 31. August 2012 schrieb die
Beschwerdegegnerin, der Schadenfall sei Dr. I._ am 28. März 2012 vorgelegt
worden. Gemäss seinem Bericht vom 16. April 2012 habe der Unfall vom 15. Mai 2010
eine schräge Fraktur im distalen Femur verursacht, die gemäss den
Röntgenaufnahmen vom 1. September 2010 konsolidiert sei. Gemäss der Konsulation
beim KSSG vom 1. September 2010 (UV-act. 15) sei distal im Bereich der Fraktur vom
15. Mai 2010 eine schöne Kallusbildung und Verheilung zu sehen. Die Verkürzung um 7
cm (gemäss Dr. I._ könne sie nicht so gross sein) sei nicht auf die Fraktur vom 15.
Mai 2010 zurückzuführen, sondern auf die Osteotomie vom 9. März 2010. Die
Operation vom 29. September 2010 habe nichts mit dem Sturz vom 15. Mai 2010 zu
tun, sondern sei wieder eine Beinverlängerung. Laut Bericht von Dr. I._ habe die
Verlängerung der Beine am 15. Mai 2010 4 cm und am 1. September 2010 nur noch 1
cm betragen. Somit habe die Beschwerdeführerin beim Sturz vom 15. Mai 2010 3 cm
Beinverlängerung verloren (UV-act. 85.1). Der Bericht von Dr. I._ enthält nun aber
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folgende Aussagen: Ein radiologisches Bild AP des mittleren Femurs vom 15. Mai 2010
(der proximale und distale Femur seien nicht sichtbar) zeige eine Verlängerung
unterhalb des Trochanter von ungefähr 4 cm, wo ein Kallusschatten im Bereich der
Osteotomieöffnung erscheine. Auf dem Profil desselben Datums sei der distale Femur
sichtbar mit einer schräg liegenden Fraktur mittlerer Länge am Ende des Schafts, in
Flexion auseinandergehend. Unglücklicherweise existierten keine radiologischen Bilder
vor dem 15. Mai 2010. Die radiologischen Bilder vom 1. September 2010 zeigten nach
der Ablösung des Nagels einen neuen Verriegelungsnagel mit Metallumschlingung und
Verschraubung der Fraktur. Die Verlängerung sei praktisch nicht grösser als 1 cm. Die
schräg liegende, diaphysäre distale Fraktur sei konsolidiert mit einem kleinen
knochigen Kallus. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hielt daher in seiner
Eingabe vom 26. September 2012 zutreffend fest, dass sich Dr. I._ nicht ansatzweise
zur Unfallkausalität äusserte (UV-act. 94). Tatsächlich führt er nur die radiologischen
Befunde vom 15. Mai und 1. September 2010 auf. Die von der Beschwerdegegnerin
auf den Bericht von Dr. I._ abgestützte Schlussfolgerung, die nach der Fraktur vom
15. Mai 2010 aufgetretene Verkürzung von 7cm sei nicht auf die Fraktur, sondern auf
die Osteotomie vom 9. März 2010 zurückzuführen, ist dem Bericht mit keinem Wort zu
entnehmen und kann aus den von Dr. I._ angeführten Befunden auch nicht abgeleitet
werden. Vielmehr geht aus dem Bericht grundsätzlich eine Reduktion der Verlängerung
von 4 cm auf 1 cm hervor. Auch Dr. I._ hat ausserdem Prof. Dr. D._ mit Schreiben
vom 15. September 2011 gebeten, ihm die Röntgenbilder des ganzen Verlaufs der
Verlängerungsosteotomie beider Femuren zukommen zu lassen und hat festgehalten,
dass es ihm ohne diese Verlaufs-Röntgenbilder unmöglich sei, den vorliegenden
Schadenfall zu verstehen (UV-act. 74). Der fragliche Bericht ist somit nicht geeignet, die
Schlussfolgerung der Beschwerdegegnerin zu stützen.
4.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich anhand der vorliegenden Akten
nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit annehmen lässt, bei
der Distraktionsnagelimplantation vom 29. September 2010 habe es sich nicht um eine
Operation von Unfallfolgen gehandelt. Der einzige, sich zur Kausalitätsfrage äussernde
Bericht von Dr. L._ bestätigt ausdrücklich, dass weitere medizinische Akten für eine
abschliessende Beurteilung erforderlich sind. Dr. L._ führt diese Akten explizit an
(insbesondere weitere radiologische Aufnahmen und die Operationsberichte). Gleich
beurteilt wurde die Sachlage durch Dr. I._ (UV-act. 74). Auch die
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Beschwerdegegnerin war sich offensichtlich der Erforderlichkeit zusätzlicher Akten
bewusst, indem sie die von Dr. L._ erwähnten Akten wiederholt bei Prof. Dr. D._
einzuholen versuchte (vgl. UV-act. 13, 17, 30, 44, 54, 58, 70) und gegenüber dem
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 8. November 2012
äusserte, erst nach Vorliegen der fraglichen Dokumente und anschliessender
Beurteilung durch ihren Vertrauensarzt zu verfügen (UV-act. 97).
4.4 Die Entlassungsberichte von Prof. D._ an die Klinik Valens bzw. Dr. J._ vom
25. Mai und 24. Juli 2011 (UV-act. 100.1, 100.3) sowie sein Bericht an die Klinik Valens
vom 7. Juni 2010 (UV-act. 100.2) vermögen die Aktenlücke nicht zu füllen. Ihnen sind
hinsichtlich Unfallkausalität keine aufschlussreichen Erkenntnisse zu entnehmen. Die
blossen Formulierungen von Dr. J._ "Diesen Sturz haben Sie als Unfallversicherung
anerkannt. In der Folge ergab sich eine Verkürzung des rechten Beines um mehr als
zehn Zentimeter." können nicht als Kausalitätsbeurteilung aufgefasst werden. Damit
wird lediglich ausgedrückt, dass die Beinverkürzung zeitlich nach dem Unfall
aufgetreten ist, was nichts über eine allfällige Unfallkausalität auszusagen vermag (vgl.
dazu Maurer, a.a.O., S. 460 N 1205; BGE 119 V 335 E. 2b/bb in fine). Insgesamt ist die
Frage der Unfallkausalität somit ungenügend abgeklärt. Die Beschwerdegegnerin trifft
diesbezüglich grundsätzlich eine weitere Abklärungspflicht bzw. sie wird die Aktenlage
noch zu vervollständigen und hinsichtlich dieser anschliessend eine medizinische
Beurteilung zu veranlassen haben.
4.5 Angesichts dessen, dass bei Durchführung von Operationen und radiologischen
Untersuchungen im Regelfall im Rahmen jedes Arztfalles entsprechende Berichte
erstellt werden und Prof. Dr. D._ die Akten im Übrigen auch in Aussicht gestellt hat
(vgl. UV-act. 71, 73), ist im konkreten Fall davon auszugehen, dass im Rahmen des
Untersuchungsgrundsatzes noch die Möglichkeit besteht, einen Sachverhalt zu
ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu
entsprechen, der Untersuchungsgrundsatz noch nicht erschöpft ist und damit keine
Beweislosigkeit vorliegt. Von einer objektiven Unmöglichkeit des Aktenbeizugs und
damit Beweislosigkeit wäre beispielsweise erst dann auszugehen, wenn die Akten nicht
mehr vorhanden wären oder gegen Prof. Dr. D._ alle zur Verfügung stehenden
Druckmassnahmen ausgeschöpft worden sind und nichts genützt haben, worauf die
Frage nach der Beweislast zu stellen wäre. Der Beschwerdegegnerin kommt aber
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vorerst die Untersuchungspflicht zu, d.h. sie ist für die Einholung der noch offenen
medizinischen Akten zuständig. Können die fraglichen Akten nicht auf dem direkten
Weg bei Prof. Dr. D._ eingeholt werden, wird die Beschwerdegegnerin die
staatsvertraglichen Möglichkeiten zur Sachverhaltsermittlung in M._ auszuschöpfen
haben. Bis jetzt hat sie Prof. Dr. D._ lediglich angedroht, dass sich der
Aktenausstand nachteilig auf die Beschwerdeführerin auswirken werde - was Prof. Dr.
D._ nicht massgebend betroffen haben dürfte -, und hat ihn ohne Androhung einer
Konsequenz darauf aufmerksam gemacht, dass von Gesetzes wegen alle
medizinischen Akten zugestellt werden müssten (vgl. UV-act. 58, 70). Wie in Erwägung
3.3 festgehalten, kann sich die Beschwerdegegnerin im konkreten Fall nicht mit
Berufung auf die Mitwirkungspflicht der Beschwerdeführerin von ihrer
Untersuchungspflicht befreien. Der Vollständigkeit halber ist zudem festzuhalten, dass
die Beschwerdeführerin bei der Einholung der fraglichen Akten bei Prof. Dr. D._ im
Rahmen ihrer Möglichkeiten möglichst mitgewirkt hat (vgl. dazu UV-act. 57, 100.5,
111).
5.
5.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einspracheentscheids vom 1. November 2013 teilweise gutzuheissen und die
Angelegenheit zur Vornahme der Abklärungen im Sinn der Erwägungen und zu neuer
Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei
Anspruch auf eine Parteientschädigung. Als Obsiegen gilt auch die Rückweisung der
Sache an die Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 127 V 234 E. 2b/bb).
Die Parteientschädigung ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. des sankt-gallischen Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]). Der Bedeutung und dem Aufwand der
Streitsache angemessen erscheint vorliegend eine Parteientschädigung von pauschal
Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer).
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Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39
VRP