Decision ID: d2bdd8eb-499f-4b0c-9852-33530cdf7022
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1963
geborene
X._
arbeitete seit dem 1.
Januar 1989
als Tramführer
bei
den Y._
und war dadurch bei der Suva obligato
risch gegen die Folgen von Unfällen versichert.
Am 26
.
September 2011
fuhr
er
als Motorradlenker
in einen Inselschutzpfosten
und zog sich dabei eine
komplexe
Unterschenkeltrümmerfraktur mit Weichteildefekt am linken
Bein sowie einen
Sc
haftbruch an der linken Elle zu
.
Die Verletzungen wurden im
Z._
operativ
versorgt. Es folgte
n
eine stationäre Rehabilit
ation in der A._
und anschliessend eine
ambulante
P
hysiotherapie.
Ausserdem wurde dem Versicherten
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert
(
Unfallmeldung vom
1
0.
Oktober 2011
, Urk.
7/2; Unfallrapport der Stadtpolizei Zürich,
Urk.
7/27;
Urk.
7/29/5
f.
;
Urk.
7/44;
Urk.
7/49
f.
;
Urk.
7
/51
)
.
Die Suva
anerkannte ihre Leistungspflicht
und erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Urk.
7/7
).
Nach einem initial guten, postoperativen Heilungsverlauf
traten
ab
Mitte 2012
verschiedentlich Komplikationen
auf
(
chronische Osteo
myelitis,
Pin
lockerung
und
Drahtdurchbruch
am
Ringfixateur)
. Diese
hatte
n
nebst einer Lang
zeitantibiose wiederholte
opera
tive Eingriffe
zur Folge
, zuletzt anfangs 2014
(
Urk.
7/97/2 f.,
Urk.
7/106,
Urk.
7/116 f
.
,
Urk.
7/121,
Urk.
7/150 f.,
Urk.
7/159
,
Urk.
7/172,
Urk.
7/186
,
Urk.
7/216
,
Urk.
7/220
,
Urk.
7/238 f.,
Urk.
7/251
)
.
Per E
nde
September
2013 wurde das bisherige Arbeitsverhältnis
aus gesundheitlichen Gründen
seitens der
Arbeitgeberin aufgelöst
(
Urk.
7/203
)
.
Im November
2015 folgte ein weiterer stationärer
Klinik
aufenthalt in der
A._
(
Urk.
7
/369
)
.
Im Dezember 2015
nahm
Dr.
med. B._
, Fachärztin FMH für Chirurgie, eine
medizinische Beurteilung zur Ein
schätzung des Integritätsschadens sowie
eine
kreisärztliche
Abschluss
beurteilung vor
(Bericht vom 1
8.
Dezember 2015,
Urk.
7
/3
76
f.
)
.
Mit Schreiben vom
19.
Januar 2016
stellte die Suva die Heilungs
kosten- und Taggeldleistungen per
1
.
März
2016
ein (Urk.
7/380
).
Sodann
sprach sie dem V
ersicherten mit Verfügung vom 25
.
Februar 2016
ab dem 1.
März 2016
eine Invaliditätsrente
entsprechend einem Invaliditätsgrad von
39
% sowie gestützt auf
eine Integritätseinbusse von 4
0 % eine Integritätsentschädigung von Fr.
50‘4
00.-- zu
(Urk.
7/393
, vgl. auch Urk.
7/415
).
Die g
egen die Höhe der Inva
liden
rente
erhobene Einsprache (Urk. 7
/
402
)
hiess die Suva m
it
Einsprache
e
nt
scheid
vom 2
6.
Mai 2017
insoweit teilweise gut, als sie dem Versicherten eine Invaliditätsrente
entsprechend einem Invaliditätsgrad von
40 % zusprach. Im Übrigen w
ies sie die Einsprache ab (Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 27
.
Juni 2017
Beschwerde und beantragte, es sei der
Einspracheentscheid
vom
2
6.
Mai 2017
aufzuheben und ihm
eine Rente nach Massgabe eines Invaliditätsgrades von
100
% auszurichten.
Eventualiter sei ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten einzuholen (
Urk.
1 S. 2).
M
it Beschwerde
antwort vom
24
.
August 2017 schloss
die Beschwerdegegnerin
auf Abweisung der Beschwerde (Urk.
6
), was dem Beschwerdeführer am
3
1.
August 2017
zur Kenntnis gebracht wurde
(
Urk.
10).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien sowie die Akten ist, soweit für die
Entscheid
fin
dung
erforderlich, in den Erwägungen einzugehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Festzuhalten ist vorab, dass die mit Verfügung vom 25
.
Februar 2016 zugespro
chene Integritätsentschädigung unangefochten in Rechtskraft
er
wuchs (
Urk.
1 S.
4
, vgl. auch
Urk.
7/402/3
).
Unbestritten ist weiter
, dass in
medizinischer
Hin
s
icht der Endzustand erreicht
und eine
wesentliche
Verbesserung des Gesund
heitszu
standes durch medizinische
Massnahmen
im Zeitpunkt der Rentenprüfung nicht mehr zu erwarten war
(
Urk.
7/369/
2
,
Urk.
7/370/3
, vgl.
Art. 19 Abs. 1 des Bun
desgesetzes über die Unfallversicherung, UVG
)
.
Strittig und zu prüfen ist
einzig
die Höhe des
Rente
nanspruch
s
und
in diesem
Zusammenhang die
Arbeit
sfähigkeit des Beschwerdeführers im Zeitpunkt de
s
Fallabschlusses sowie das Invalideneinkommen
.
1.2
Die massgebenden rechtlichen Grundlagen sind im angefochtenen
Einsprache
ent
scheid
vom
26
. Mai
2017
richtig wiedergegeben (
Urk.
2). Es kann darauf
ver
wiesen werden.
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin, es sei auf das me
di
zinisch-theoretische Belastung
sprofil
im
A
ustrittsbericht der
A._
vom 24.
No
vember 2015 abzustellen und davon auszugehen, dass auf dem ausgegli
chenen Arbeitsmarkt
genügend Einsatzmöglichkeiten bestünden.
Angesichts
der
Aus
bildung
des Beschwerdeführers
als Hochbauzeichner sei zur Ermittlung des Invalidenein
kommens auf den Tabellenlohn der LSE 2014
im Kompetenzniveau
2 abzustellen.
Unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzugs von 20
%
resultiere
aus dem Einkommensvergleich
ein Invaliditätsgrad von aufgerundet 40
%
(
Urk.
2 S. 6 ff.).
2.2
Dagegen w
andte der Beschwerdeführer
ein,
die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
der
Ärzteschaft de
r
RBK vom 2
4.
November 2015
sei
nicht schlüssig
. Insbesondere
sei
auf eine funktionelle
Leistungsprüfung verzichtet
worden
. Als
dann sei
das festgestellte Tätigkeitsprofil
derart eingeschränkt, dass eine Verwertbarkeit
auch
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt unmöglich sei. Selbst bei
gegenteiliger Auffassung bestehe
höchstens eine 50%ige A
rbeitsfähig
keit
, zumal
eine sitzende Arbeitsposition mit einem hochgelager
ten Bein anstrengend
sei
und
zu Rücken
schmerzen
führe
.
Weiter
sei zu berücksichtigen, dass der Beschwerde
führer höchstens 200-300 Meter gehen und keine Treppen steigen könne. Autofahren sei nicht möglich und das Benutzen des Motorrads sei ihm mehrmals explizit untersagt worden.
Vor diesem Hintergrund
sei
ein Arbeitsweg
nicht
zumutbar
.
Zur Feststellung der Resta
rbeitsfähigkeit sowie
des Tätigkeits
profil
s
sei eine funk
tionelle Leistungsprüfung im Rahmen einer Begutachtung unabdingbar.
Im Übrigen
habe sich die Beschwerdegegnerin nicht damit auseinandergesetzt, für welche konkreten Stellen der Beschwerdefüh
rer erwerbsfähig sein
soll
und wie
er
ungeachtet seiner Einschränkungen ein volles Pensum
leisten könnte
. Bei
der
Ermittl
ung des Invalideneinkommens
sei
auf die LSE 2010
abzustellen.
Unter dem
Kompetenznive
a
u
1 der LSE 2012
seien
deutlich weniger und qualitativ teilweise andersartige Stellen erfasst als im Anfor
derungsniveau 4 gemäss LSE
2010; v
iele körperlich anforderungsarme und damit – selbst im Quer
vergleic
h zu strukturell tief
entlöhnte
n
Tätigkeiten – recht schlecht bezahlte Stellen würden neu unter das Kompetenzniveau 2 fallen und so den mass
geblichen statistischen Wert des
Kompetenzniveau
s
1 nicht mehr (redu
zierend) mit
prägen. Überdies sei die Reprä
sentativität der Werte insbesondere bei den tiefen Kompetenzniveaus in der LSE
2012 gegenüber der LSE
2010
deutlich geringer.
Ausserdem
lasse die Beschwer
degegnerin unberück
sichtigt, dass die Vorbildung des Beschwerde
führers als Hochbau
zeichner bereits 35 Jahre zurückliege und
die zwischen
zeitliche Entwick
lung in diesem Bereich
(Computer, CAD, etc.)
rasant verlaufen sei
.
Der
Beschwer
deführer
habe
seit 1989 aus
schliesslich als Tramführer gear
beitet. Mithin könne seine Vorbildung beim heute
zumutbarerweise
erzielbaren Einkommen keine Rolle mehr spielen.
A
ngesichts der
erheblichen gesund
heitlichen Einschränkun
gen sowie langen Betriebs
zugehörigkeit bei der
Y._
sei ihm schliesslich
ein leidensbedingter Abzug von 25
% zu gewähren
(
Urk.
1 S.
5
ff.)
.
3.
3.1
Mit Verlaufsbericht vom 3
1.
Juli 2015 hielt d
er behandelnde Prof.
Dr.
med. C._
,
Facharzt für C
hirurgie und Leitender Arzt der
D._
,
Z._
, fest, das linke Bein sei ohne Gehhilfen nach Massgabe der Beschwerden
voll belastbar.
G
ewisse Einschränkungen
seien
auf die Konstitution des Beschw
erde
führers zurückzuführen
. Für sitzende Tätigkeiten bestünden unter Berücksichti
gung der eingeschränkten Mobilität des Beschwerdeführers formell keine Ein
schränkungen (
Urk.
7/337/2).
Im
Verlaufsbericht vom 2
7.
November 2015 wi
e
derholte Prof.
Dr.
C._
seine Einschätzung, wonach der Beschwerde
führer eine sitzende Tätigkeit ohne Bewältigung grösserer Strecken aufnehmen könne (
Urk.
7/370/3).
3.2
Im Austrittsbericht der
A._
vom 24. November 2015 werden als Hauptdiagnosen (1) Motorradunfall vom 2
6.
September 2011 mit
zweitgradig
offener, proximaler, intraartikulärer Unterschenkelfraktur links, im Verlauf chronische Low-Grad-Osteomyelitis Tibia links (
SKN
und
Staph
.
Aureus
) sowie Unterarmfraktur links, (2) eine arterielle Hypertonie und (3) eine morbide Adipositas (197 cm, a
na
m
n
es
t
isch
160 kg, BMI 41
) festgehalten
(
Urk.
7/369/2). Der Beschwerdeführer habe sich auf die Therapien nicht eingelassen, weshalb
keine messbare Verbesserung der
Mobilität
und physischen Kondition
habe erzielt werden können.
Der Belastungsaufbau
sei
durch die morbide Adipositas
zusätzlich
erschwert
worden
.
Von e
ine
r
Gewichtsreduktion, ggf. bariat
r
isch-chirurgisch,
sei
eine gewisse Ver
besserung der Mobilität und Gesamtkondition
zu erwarten
. Während des Klinik
aufenthaltes habe der Beschwerdeführer diätische Massnahmen abgelehnt.
Eine professionell unterstützte Gewichtsreduktion sei
indes
dringen
d
zu empfehlen.
Weiter habe sich der
Beschwerdeführer auch
a
n Informationen und Anregungen zum besseren U
mgang mit Schmerzen
wenig interessiert gezeigt. E
ntsprechende
Massnahmen auf
psychischer Ebene
seien damit
ebenfalls
abgelehnt worden
. Der Beschwerdeführer sei als Fussgänger mit einem Gehstock
auf der rechten Seite und hinkendem Gangbild mobil über eine Strecke von maximal 200 Met
er am Stück. Stehen könne er während sechs Minuten am Stück
. Danach benötige er eine Sitzpause von einigen Minuten. Die Knieflexion links sei stark eingeschränkt. Die bisher ausgeübte
Tätigkeit als Tramführer sei dem Beschwerdeführer
mangels Möglich
keit zur freien Pausenwahl sowie
Hochlagerung
des linken Beins nicht mehr zuzumuten. In einer
sehr leichten
leidensangepassten vorwiegend sitzenden Verweistätigkeit,
mit Lastenheben bis 5 kg,
ohne längere Gehstrecken,
ohne Zwangshaltungen für das linke Knie, ohne Treppen- und Leitersteigen,
mit frei wählbaren P
ausen für Positionswechsel,
kurzen Stehphasen
sowie der Möglich
keit, das Bein
hochzulagern
, bestehe indes eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
(
Urk.
7/369/3ff., vgl.
auch
Urk.
7/365 f.
).
3.3
Anlässlich einer kreisärztlichen Vorlage hielt
Dr.
B._
am 3
0.
Juni 2015 im Sinne einer ausdrücklichen Grobschätzung fest, hinsichtlich einer sitzenden Tätig
keit sei der Beschwerdeführer mindestens 50-75
%
arbeitsfähig, mit weite
rem Steigerungspotential (
Urk.
7/323).
3.4
Im Rahmen ihrer Aktenbeurteilung vom 1
8.
Dezember 2015 kam Kreisärztin Dr.
B._
zum Schluss,
das
seitens der
A._
erstellte Zumutbarkeitsprofil sei medizinisch nachvollziehbar und decke sich im Übrigen mit der Einschätzung des behandelnden Prof.
Dr.
C._
, weshalb darauf abgestellt werden könne (Urk.
7/377/1).
4.
4.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis)
.
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
).
4.2
Im Hinblick auf die fragliche Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ergibt sich
au
s der insoweit kongruenten
medizinischen
Aktenlage
,
welche den in der Recht
sprechung des Bundesgerichts entwickelten Anforderungen
(vgl. E. 4.1
)
in allen Teilen genügend als beweiskräftig anzusehen und auf welche daher abzustellen ist,
einhellig,
dass der Beschwerdeführer in einer – näher umschriebe
nen
(vgl.
E.
3.2
)
– Verweistätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig ist.
Entgegen dem Beschwer
de
führer ergeben sich auch unter Berücksichtigung der kreisärztlichen Grobschätzung vom 3
0.
Juni 2015 (vgl. E. 3.3) keinerlei ärztliche Differenzen
und ist
nicht
einsichtig, inwiefern die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der
A._
nicht
schlüssig sein soll
(vgl.
Urk.
1
S. 9
).
Insbesondere
hat der Beschwerdeführer nach eigenen An
gaben keine Ruheschmerzen; die g
eklagten Schmerzen und Schwellung
en
im linken Unterschenkel
resp.
Knie
treten belastungsabhängig auf
. Dazu passt
auch
der Gebrauch von
Analgetika (Voltaren
retard
75 mg bei Bedarf,
Urk.
7/369/2,
Urk.
7/369/6,
Urk.
7/370/3
; vgl. auch Konsiliarbericht vom
1.
Juli 2015, wonach die Schmerzen für den Beschwerdeführer nicht im Vordergrund stünden,
Urk.
7/337/3
).
Das Vorbringen des
Beschwerdeführers
, er sei höchstens halbtags arbeitsfähig, zumal das Sitzen an einem Pult in aufrechter Arbeits
hal
tung mit einem hochgelagerten Bein anstrengend sei und rasch zu Rück
en
schmerzen führe (vgl.
Urk.
1 S. 7),
vermag
nicht zu über
zeugen.
Bleiben
dem Beschwerdeführer
doch
sowohl
die
Position (namentlich Sitzwinkel) als auch Dauer des bedarfsweisen Beinhochlagerns unbenommen.
Kommt hinzu, dass im
Zusammenhang mit
der
Schwellungsneigung noch
Besserungspotential
bestand
.
So
wurde
dem Beschwerdeführer die Anwendung einer stärke
ren Kompression empfohlen (
Urk.
7/369/4
, vgl. auch
Urk.
7/366/1
).
Dass
der Beschwerdeführer lediglich 200
-300
Meter zu Fuss gehen kann
,
wurde
im Rahmen der medizini
schen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung
Rechnung getragen
;
Tätigkeiten mit längeren Gehstrecken
wurden ausdrücklich
aus dem zumutbaren
Tätigkeitsprofil ausge
schlossen
.
Bei der eingeschränkten
Einsicht und Motivation
zur
aktiven und eigenverantwortlichen Verbesserung
seiner Situation
sowie fehlenden Compliance des Beschwerdeführers bleibt im Übrigen fraglich, inwieweit
das Beschwerdebild und deren Bewältigung
massgeblich
durch invaliditätsfremde Faktoren v
erursacht resp. behindert wird
.
Dass die Ärzteschaft der
A._
«aus
medizinischen Überlegungen
» auf die Durchführung einer Belastungs
- resp.
funk
tiona
le
n
Leistungsprüfung verzichtete,
ist nicht zu beanstanden.
Waren doch
in Anbetracht
der morbiden Adipositas und unfallfremden
Dekonditionierung
auf
schlussreiche
Ergebnisse betreffend die rein unfallbedingte
n
Einschränkung
en
kaum
zu erwarten.
Mithin sind von
den beantragten weitere
n medizinischen Abklärungen
keine massgeblichen neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung, BGE 124 V 90 E. 4b).
4.3
S
odann
widerspricht das medizinische Belastungsprofil sowohl in quantitativer als auch qualitativer Hinsicht der Darstellung d
es Beschwerdeführers, wonach die Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit angesichts der massiven
gesundheitlichen
Ein
schrän
kungen
faktisch unmöglich sei
(
Urk.
1
Ziff.
4 ff.)
.
Zunächst war der im Zeitpunkt
des Rentenbeginns (März 2016) 53
–jährige Beschwerdeführer
fein
mo
torisch unbeeinträchtigt.
Ausserdem
war
er in einer
vorwiegend sitzenden
Tätig
keit zu 100
%
arbeitsfähig, wobei das Belastungsprofil
in erster Linie
durch einen erhöhten und frei wählbaren Pausenbedarf sowie
das
Erfordernis, das Bein
bedarfsweise
hochzulagern
, eingeschränkt
war
(vgl. E. 3.2
)
.
Alsdann
i
st zu ver
merken
, dass
der Beschwerdeführer eine Berufsausbildung als Hochbauzeichner und damit
augenscheinlich verschiedentlich arbeitsrelevante Fähigkeiten vorzu
weisen hat;
namentlich
gutes räumliches Vorstellun
gsvermögen, Fähigkeit zu
m planerischen
Denken
, eine präzise, sorgfältige Arbeitsweise sowie
mathematische und geometrische Begabung
.
Seine
zuletzt ausgeübte
Tätigkeit als Tramführer
erforderte
ein hohes Mass an Selbst
ändigkeit und
Verantwor
tung
und
beinhaltete
nebst dem Führen der Strassenbahn
etwa
K
undendienste,
kleinere Repara
turar
beiten
am Fahr
zeug
sowie
der
Rapport
besonderer
Vorkomm
nisse und Unfälle (vgl. Stellenbeschrieb,
Urk.
7/327).
Dies zeigt, dass der Beschwerdeführer unter
schiedliche Anforderungsprofile erfüllen kann bzw. konnte. Erwähnenswert ist auch, dass
er
sich
ehrenamtlich in der Gewerkschaft
betätigte
(
Urk.
7/369/6).
Schliesslich hat die Beschwerdegegnerin bereits wiederholt und zutreffend darauf hingewiesen, dass
das
trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbare
r
weise
erzielbare Einkommen
bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln
ist
(
Art.
16 ATSG; BGE
138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis). D
er Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes gemäss Art. 16 ATSG
ist
ein theoretischer und abstrakter Begriff, welcher die konkrete Arbeitsmarktlage nicht berücksichtigt und dazu dient, den Leistungsbereich der Invaliden
- und Unfall
versicherung von jenem der Arbeits
losen
versicherung abzugrenzen (BGE 134 V 64 E. 4.2.1, BGE 110 V 273 E. 4b; vgl. auch BGE 141 V 351 E. 5.2, 141 V 343 E. 5.2). Er umschliesst einer
s
eits ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offenhält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes
(BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 321 E. 3b und 1985 S. 462 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.2). Aus dem beschwerdeweise zitierten Bundesgerichtsentscheid 8C_910/2015
lässt sich nichts Gegenteiliges
und auch nichts zugunsten des Beschwerdeführers
ableiten
(vgl.
Urk.
1 S.
6).
Das
Bundesgericht
geht
in ständiger Rechtsprechung vom Regelfall aus, dass eine medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg der Sel
bsteingliederung verwert
bar ist;
s
o
hat
es
etwa
selbst
bei einem 62 3/4-jährigen Versicherten, welcher nur noch vorwiegend sitzende oder wechselbelastende Arbeiten ausführen konnte, an den oberen Extremitäten aber nicht beeinträchtigt war und somit feinmotorische Tätigkeiten trotz fehlender
diesbezüglicher Erfahrung in Form von Sortier- und Über
wachungsarbeiten möglich waren, die Verwertbarkeit bejaht (Urteil 8C_345/2013 vom 1
0.
September 2013 E. 4.3.3). Auch bei einem 61 Jahre alten Versicherten, der leichte Tätigkeiten nur noch vorwiegend sitzen
d,
aber vollzeit
lich
,
verrichten konnte
,
und in seiner Feinmotorik nicht beeinträchtigt war, erachtete es die Chancen auf eine Anstellung als intakt (Urteil 8C_330/201
5 vom 1
9.
August 2015 E. 3.2).
Bei alle
dem ist davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer seine
Resta
rbeits
fähigkeit im ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwerten kann
. Mit Blick
auf seine
Berufsausbildung
und langjährige
Berufserfahrung
sind
nebst
einfachen
Büro
ar
beiten
etwa
an
Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie
an
die Bedienung und Überwachung von Maschinen oder Produktionseinheiten, die keinen
erhöhten Krafte
insatz voraussetzen,
zu
denken
.
Im Übrigen sind an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten praxisgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hin
weis; vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_293/2016 vom 11. Juli 2017 E. 4.2 mit Hinweisen).
5.
5.1
Unter den Parteien besteht Einigkeit darüber
und
es
gibt kein
en
Anlass zur gerichtli
chen Korrektur
, dass
bei
der Invaliditätsbemessu
ng auf ein
Validen
ein
kommen
von
Fr.
94'684.65 abzustellen ist
(
Urk.
2 S. 11,
Urk.
1 S 4)
.
5.2
5.2.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, nament
lich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herange
zogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1).
5.2.2
Da der Beschwerdeführer nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine Erwerbs-tätigkeit mehr aufgenommen hat, mit welcher er die verbleibende Restarbeitsfä
higkeit voll ausschöpfte, hat die Beschwerdegegnerin zu Recht das Invaliden
ein
kommen an
hand von Lohntabellen ermittelt
.
Mit Blick auf das
medizinis
che Belastungsprofil
sowie
die
Ausbildung des Beschwerdeführers
ist
zusammen mit der Beschwerdegegnerin
gestützt auf die LSE 2014 vom Tabellenlohn
in der Höhe
von Fr.
5'
660
.-- (LSE 2014, Tabelle T
A
1,
TOTAL
,
Männer,
Kompetenzniveau 2) auszugehen.
Daran ändert freilich nichts, dass
seine
Berufsa
usbildung
Jahre zurück
liegt,
der Beschwerdeführer
seither ausschliesslich als Tramführer arbeite
te
und
nach eigenen Angaben
als Hochbauzeichner
in rechnerischer Hinsicht (Computer, CAD) n
icht mehr auf dem neusten
Stand
ist
(
Urk.
1 S. 10
)
.
Insbeson
dere
umfasst
der herangezogene
branchenunspezifische
Tabellenlohn ein
sachlich und
fachlich
b
reit
gefächertes
Tätigkeitssp
ektrum und damit
auch
Stellen
ohne Anforderungen an branchenspezifische
und/oder besondere rechneris
c
h
e
K
ennt
nisse.
Im
Übrigen
ist angesichts seiner
lang
jährige
n
Tätigkeit als Tramführer
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer zumindest über grundlegendste IT-Kenntnisse verfügt
(vgl. Stellenbeschrieb
,
Urk.
7/327/4).
Alsdann
sind e
ntge
gen
seinem
Dafürhalten
(
vgl. Urk. 1 S. 9
)
grundsätzlich immer die aktuellsten statistischen Daten
für den Einkommensvergleich
zu verwenden (Urteile des Bun
desgerichts 8C_78/2015 vom 10. Juli 2015 E. 4 und 9C_526/2015 vom 11. Sep
tember 2015 E. 3.2.2) und hat das Bundesgericht
im
Urteil 9C_632/2015 vom 4. April 2016
(BGE 142 V 178)
die grundsätzl
iche Beweiseignung der LSE 2012
zwecks Festlegung der Vergleichseinkommen im Rahmen
der
Invaliditätsbe
messung ohne W
eiteres bejaht (vgl. E. 2.5.7).
Daran ändert
s
el
bstredend
auch der Hinweis
auf die
seitens des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen daran geäusserte Kritik
nichts
(vgl.
Urk.
1 S
.
10).
Unter
Berücksichti
gung der betriebsüblichen
Arbeitszeit im Jahr 2014 von 41.7
Stunden pro Woche (vgl. Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Ar
beitszeit nach Wirtschaftsabtei
lungen [NOGA 2008], in Stunden pro Woche, 2004-2016, A-S 01-96) sowie der N
ominallohnentwicklung für Männer bis ins massgebliche Jahr 2016 (Indexstand 2220
[2014]
2226
[2015] und
2239
[2016]; vgl.
Bundesamt für Statistik, Schwei
zerischer Lohnindex, Landesindex der Konsumentenpreise, T
39, Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der
Reallöhne, 1976-2016, Nominallöhne Männer
) ergibt sich für ein 100%-Ar
beitspensum somit ein Jahrese
inkommen v
on rund
Fr.
71’413.-- (
Fr.
5’660
.-- : 40 x 41.7
x 12 :
2220 x 2239
) im
massgeblichen
Jahr 2016
(
vgl. E. 1.1,
Urk.
2)
.
5.
3
Der Beschwerdeführer stellte sich
schliesslich
auf den Standpunkt, es sei ihm
in Anbetracht seiner erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen und langen
Betriebszugehörigkeit bei der
Y._
der maximale,
leidensb
e
dingte
Abzug von
25
% zu gewähren (Urk. 1
Ziff. 35
).
5.3.1
Dass die medizinischen Einschränkungen das behauptete Ausmass nicht erreichen und darüber hinaus in Frage zu stellen ist, inwieweit diese auf invaliditätsfremde Faktoren zurückzuführen sind, wurde bereits dargelegt (vgl. E. 4.2 f.).
Sodann darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht nach ständiger Rechtsprechung sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE
126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Ver
waltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Da die
Gewährung eines
20
%ig
en Abzugs vorliegend jedenfalls
keine rechtsfehlerhafte Ermess
ens
ausübung dar
stellt
(vgl. auch Urteil 8C_366/2013 E. 4.2 vom 1
8.
Juni 2013
),
ergibt sich
kein Anlass zur gerichtlichen Korrektur.
Unter Ber
ücksichtigung eines Abzugs von 20
% beträgt das Invalideneinkommen somit rund Fr.
57’130
.--
(
Fr. 71’413
.--
x 0.
80
).
Aus der Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen resultiert eine Erwerbseinbusse von rund Fr.
37’555
.--
, was einen Invaliditätsgrad von
39.66
%
, gerundet
40
%
ergibt.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.