Decision ID: b9cd2273-3fd9-47a2-b8fb-7bf318ea5a99
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (Ledigname: B._; vgl. act. G 12; nachfolgend: Versicherte) meldete sich
am 3. November 2014 bei der IV-Stelle für berufliche Massnahmen und
Rentenleistungen an (IV-act. 21). Sie war in diesem Zeitpunkt bei der C._ AG als
Sachbearbeiterin Treuhand in einem Pensum von 80 % (zunächst 70 %) angestellt
gewesen (vgl. act. G 6.2-4 S. 52). Parallel zur Anstellung hatte sie sich in einer
Weiterbildung zur eidgenössischen Fachfrau Rechnungswesen befunden, jedoch die
Abschlussprüfung im Jahr 2014 nicht bestanden. Im April 2014 war es zu einem
Zusammenbruch am Arbeitsplatz gekommen (vgl. act. G 6.2-2 S. 40, unten), der eine
notfallmässige ambulante Behandlung im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) und eine
Arbeitsunfähigkeit nach sich gezogen hatte (act. G 6.2-1 S. 4 und 9). Nach dem
Zusammenbruch hatte sich die Versicherte aufgrund einer ausgeprägten Erschöpfung
in die Klinik D._ in Behandlung begeben (vgl. act. G 6.2-1 S. 16 f.; vgl. ferner IV-
act. 51 S. 3). Ab Ende Mai 2014 hatte Dr. med. E._, Arzt für Allgemeinmedizin und
Pädiatrie FMH, Klinik D._, die Versicherte sodann für längere Zeit zu 100 %
krankgeschrieben (act. G 6.2-1 S. 15 ff.; vgl. ferner Krankschreibung durch den
damaligen Hausarzt act. G 6.2-1 S. 13). Im September 2014 hatte die Versicherte ihre
Arbeit in einem reduzierten Pensum wieder aufgenommen (vgl. act. G 6.2-1 S. 15 ff.
und 42). Ab dem 10. Oktober 2014 hatte Dr. E._ der Versicherten erneut eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert und bei der Diagnose eines Burnouts einen
Wechsel des Arbeitsplatzes empfohlen (act. G 6.2-1 S. 33 und 41 f.; act. G 6.2-2 S. 88
f. und 105; vgl. ferner IV-act. 29 S. 1). Noch im Oktober 2014 hatte die Versicherte das
Arbeitsverhältnis per 31. Dezember 2014 gekündigt (IV-act. 29 S. 7).
A.a.
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Am 27. Januar 2015 wurde die Versicherte im Auftrag der
Krankentaggeldversicherung von Prof. Dr. med. F._, FMH Neurologie, FMH
Psychiatrie und Psychotherapie, psychiatrisch untersucht (act. G 6.2-2 S. 32). In
seinem Gutachten vom 31. Januar 2015 nannte Prof. F._ als psychiatrische
Hauptdiagnosen eine undifferenzierte Somatisierungsstörung sowie eine mittelgradige
depressive Episode mit somatischem Syndrom (act. G 6.2-2 S. 44 f.). Als
psychiatrische Nebendiagnose erwähnte er den Verdacht auf eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung mit einerseits ängstlich-dependenten-unsicheren und
andererseits leistungsorientierten Zügen. Als fachfremde Diagnosen führte er einen
Nummular Headache, den Verdacht auf einen analgetikainduzierten Dauerkopfschmerz
sowie eine nicht substituierte Hypothyreose auf (act. G 6.2-2 S. 45). Weiter hielt Prof.
F._ fest, dass die in der Klinik D._ gestellte Diagnose eines Burnout-Syndroms
anfänglich wohl korrekt gewesen sein dürfte. Die aktuelle Symptomatik übersteige
diese Z-Diagnose in ihrer Psychopathologie jedoch deutlich (vgl. act. G 6.2-2 S. 46 f.).
Die Versicherte sei in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit derzeit nicht einsetzbar. Auch sei
sie aktuell nicht vermittelbar. Sie müsse dringend einer leitliniengerechten Therapie
zugeführt werden. Die Schwere der Störung erfordere eine unverzügliche stationäre
Behandlung in einer psychosomatischen Klinik. Danach müsse eine ambulante
psychiatrisch-psychotherapeutische Betreuung fortgesetzt werden. Unter Einleitung
einer stationären Behandlung und anschliessender Fortführung der Psychotherapie sei
die Prognose grundsätzlich als gut zu beurteilen. Allerdings sei nicht mit einer baldigen
Rückkehr an den Arbeitsplatz zu rechnen. Ausserdem sollten die Kopfschmerzen einer
adäquaten Therapie zugeführt werden (act. G 6.2-2 S. 48 f.).
A.b.
Vom 7. bis 30. Mai 2015 befand sich die Versicherte in stationärer
psychosomatischer Behandlung in der Klinik G._. Im Austrittsbericht nannten die
behandelnden Ärzte als Diagnosen eine undifferenzierte Somatisierungsstörung, eine
Histamin-Allergie, Sichelfüsse, einen Verdacht auf einen Bandscheibenprolaps HWS C
6/7, eine Pilzerkrankung im Darm sowie anamnestisch eine Hyperthyreose. Weiter
hielten die Ärzte fest, dass sich die Versicherte zwar gut auf Themen wie Defizite in der
Fähigkeit zur Abgrenzung, Konfliktmanagement und perfektionistische
Leistungsanforderungen an sich selbst habe einlassen können. Dennoch sei es der
Versicherten nicht gelungen, die körperlichen Beschwerden im Rahmen einer
A.c.
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psychosomatischen Reaktion zu sehen. Sie habe durchgehend daran festgehalten,
dass die diagnostizierte Lebensmittelallergie Auslöser und Ursache ihres körperlichen
Befindens sei. Weitere körperliche Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule (HWS)
mit Schmerzausstrahlung und Sensibilitätsstörungen hätten sich durch Physiotherapie
nicht verbessern lassen. Zum Ausschluss einer organischen Ursache bestehe
diesbezüglich Abklärungsbedarf. Die Ärzte attestierten der Versicherten vom 7. Mai bis
13. Juni 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 6.2-2 S. 9 ff.). Eine MRT-
Untersuchung der Lendenwirbelsäule vom 17. Juni 2015 brachte ein
altersentsprechend regelrechtes lumbo-vertebrales Kerspintomogramm ohne
Nachweis einer neural kompromittierenden Diskusprotrusion/-hernie zur Darstellung
(IV-act. 153 S. 90). Eine CT-Untersuchung des Neurokraniums vom 24. Juni 2015
zeigte eine kortikale Verdickung lokal linksseitig parietal mit einer Grösse von ca. 3 cm
und einer Dicke der kortikalen Strukturen von bis zu ca. 5 mm unklarer Ätiologie mit
normalen darunterliegenden ossären Strukturen, unauffälliger Galea und normaler
übriger Schädelkalotte (IV-act. 153 S. 91).
In einem Bericht vom 28. September 2015 nannte Dr. E._ als Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach Burnout, eine Beeinträchtigung
zerebraler Leistungen unter Druck mit Verwirrung und Gedächtnisstörungen, eine
allgemeine grosse Erschöpfung, eventuell im Rahmen eines beginnenden Chronic-
Fatigue-Syndroms, sowie schmerzhafte Muskelverspannungen unterschiedlicher
Lokalisation. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erwähnte er eine
Nahrungsmittelunverträglichkeit, ausgeprägte kardiale Arrhythmien, eine
Histaminunverträglichkeit und eine massive Diarrhoe im Zusammenhang mit
Nahrungsmittelallergien. Weiter hielt er fest, die Versicherte habe bereits seit der
Jugend eine schwache Gesundheit. Schon früh seien Infekte und Probleme im Magen-
Darm-Trakt aufgetreten. Die Versicherte habe in einem fordernden Beruf gearbeitet und
zusätzlich an einer Weiterbildung mit intensiven Prüfungsvorbereitungen
teilgenommen. Sie habe sich überfordert und im April 2014 sei es zu einem
Zusammenbruch gekommen. Seit April 2014 befinde sich die Versicherte auch in seiner
Behandlung. Bei den ersten Konsultationen seien die Symptome eines Burnouts wie
Erschöpfung, Beeinträchtigung zerebraler Funktionen unter Belastung sowie eine Reihe
funktioneller Beschwerden im Vordergrund gestanden. Später habe sich die
A.d.
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Entwicklung chronifiziert. Es seien immer wieder neue Probleme aufgetreten. Die
Versicherte sei seit April 2014 mit einem kurzen Unterbruch im Sommer 2014 zu 100 %
arbeitsunfähig gewesen. Eine buchhalterische Tätigkeit ohne Druck sei in einem
Pensum von 30 % mit einem langsamen Steigerungspotential möglich (IV-act. 51 S. 2
ff.). In einer Stellungnahme vom 26. Oktober 2015 hielt der regionale ärztliche Dienst
(RAD) fest, dass für die Prüfung der beruflichen Eingliederungsmassnahmen
provisorisch auf die von Dr. E._ attestierte Arbeitsfähigkeit von 30 % abgestellt
werden könne. Eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit könne nur erreicht werden,
wenn die von Prof. F._ und den Ärzten der Klinik G._ empfohlene psychiatrisch-
psychotherapeutische Therapie begonnen werde (IV-act. 53 S. 2).
Am 3. November 2015 stellte sich die Versicherte bei Dr. med. H._, Kardiologie
und Allgemeine Innere Medizin, vor. Im Untersuchungsbericht hielt dieser fest, dass bei
der Versicherten eine monotope ventrikuläre Extrasystolie vorliege. Die Ergometrie
sowie die Echokardiographie seien unauffällig (IV-act. 95 S. 3 f.).
A.e.
Ab Februar 2016 begab sich die Versicherte in ambulante psychotherapeutische
Behandlung zum Psychotherapeuten lic. phil. I._ (delegierender Arzt Dr. med. J._,
Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Psychiatrie und Psychotherapie
FMH; IV-act. 61). Am _ April 2016 trat die Versicherte eine Anstellung als
kaufmännische Angestellte im Homeoffice in einem Pensum von ca. 10-20 % an (IV-
act. 58). Lic. phil. I._ nannte in einem bei der IV-Stelle am 29. April 2016
eingegangenen Bericht als psychiatrische Diagnose eine mittelschwere depressive
Störung mit somatischem Syndrom. Der Gedankeninhalt der Versicherten kreise um
die zahlreichen somatischen Beschwerden und um Panikattacken beim Gedanken an
die beruflichen Anforderungen. Um das Vertrauen in die eigene Arbeitsfähigkeit
zurückzugewinnen und die vorhandenen beruflichen Fähigkeiten wieder nutzbar zu
machen, sollte ein Arbeitseinstieg mit gutem Coaching höchstens mit einem Pensum
von 20 % erfolgen (IV-act. 61). Auf eine entsprechende Anfrage seitens der IV-Stelle
erklärte die Versicherte am 30. Mai 2016, dass keine neurologische Abklärung sowie
Abklärung der HWS stattgefunden habe, da Dr. E._ dies nicht mehr für notwendig
gehalten habe, nachdem die Nackenschmerzen nach dem Aufenthalt in der Klinik
G._ besser geworden seien (IV-act. 65; vgl. dazu auch IV-act. 63 S. 1 f.). Anfangs
September 2016 schloss die Versicherte einen Arbeitsvertrag für eine Stelle als
A.f.
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Sachbearbeiterin Treuhand mit einem Beschäftigungsgrad von 50 % und Arbeitsbeginn
am _ Oktober 2016 ab (IV-act. 75), wobei sie ihre Homeofficetätigkeit beim anderen
Arbeitgeber auf 10 % reduzieren konnte (vgl. IV-act. 89 S. 4, oben). Am 21. September
2016 unterzeichnete sie einen Eingliederungsplan der IV-Stelle mit dem Ziel des
Arbeitsplatzerhaltes (IV-act. 76). Mit Mitteilung vom 23. September 2016 sprach die IV-
Stelle der Versicherten Beratung und Unterstützung beim Erhalt des Arbeitsplatzes zu
(IV-act. 77). Mit einer E-Mail vom 10. Oktober 2016 teilte die Versicherte der IV-Stelle
mit, dass die im Oktober 2016 angetretene Stelle mit einem Pensum von 50 % nicht
machbar sei. Sie sei ab sofort krankgeschrieben und habe die Stelle auf Anweisung
des Arztes gekündigt (vgl. IV-act. 89 S. 4). In einem Telefonat vom Folgetag erklärte die
Versicherte, ihr Vorgänger habe die Arbeiten, die sie in einem Pensum von 50 % habe
erledigen müssen, in einem Pensum von 100 % geleistet. Es seien chaotische
Zustände gewesen. Niemand habe sie einarbeiten können. Der Vorgesetzte sei auch
wie ausgewechselt gewesen, habe sie ignoriert und habe ihr gesagt, sie sei zu langsam
(IV-act. 89 S. 4). Gleichentags unterzeichnete die Versicherte einen Eingliederungsplan
der IV-Stelle mit dem Ziel der Arbeitsvermittlung (IV-act. 81). Im November 2016
kündigte die Versicherte auch ihre im Pensum von noch 10 % ausgeübte
Homeofficetätigkeit (IV-act. 89 S. 5). Anfangs Dezember 2016 unterzeichnete sie einen
neuen Arbeitsvertrag für eine Anstellung als Treuhandmitarbeiterin mit einem Pensum
von 50 % und Stellenantritt per _ Januar 2017 (IV-act. 90), wobei sich bereits vor
Stellenantritt erste Probleme mit den Erwartungen des Arbeitgebers ankündigten
(vgl. IV-act. 89 S. 6, oben). In einem Bericht vom 23. Dezember 2016 hielt Dr. E._
fest, dass sich die Gesamtsituation der Versicherten durch die verschiedenen
medizinischen Massnahmen deutlich gebessert habe. Zurzeit sei die Versicherte noch
zu 50 % arbeitsunfähig. Als Folge des Burnouts bestehe weiterhin eine hochgradige
Erschöpfung. Arbeit unter Druck und schwierigen Bedingungen sei nicht möglich. Da
die Versicherte aufgrund ihrer Krankheitsanamnese auf dem ersten Arbeitsmarkt keine
Stelle in einem Pensum von 50 % finde, sei sie bisher immer an ungünstige Arbeitgeber
geraten, die selbst in Drucksituationen gestanden und grosse Anforderungen gestellt
hätten. Zunächst müsse eine Eingliederung in eine Arbeitstätigkeit in einem Pensum
von 50 % erfolgen. Danach könne an eine schrittweise Steigerung des Pensums
gedacht werden (IV-act. 85 S. 1 f.). Anlässlich einer Besprechung vom 26. Januar 2017
berichtete die Versicherte von starkem Druck seitens des Chefs, völliger Erschöpfung
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und der Befürchtung des Stellenverlustes. Weiter erklärte die Versicherte, sie wisse
mittlerweile, dass sie sicherlich nicht mehr in einem Pensum von über 50 % arbeiten
könne. Sie wünsche eine Rentenprüfung (IV-act. 89 S. 6 f.).
Mit Mitteilung vom 14. Februar 2017 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren um
berufliche Massnahmen ab, da die Versicherte damit einverstanden sei, dass die
Unterstützung beim Erhalt des derzeitigen Arbeitsplatzes beendet werde (IV-act. 93
S. 1). Gegen diese Leistungseinstellung wandte sich die Versicherte mit einem
Schreiben vom 24. Februar 2017, da sie davon ausgegangen war, die
Leistungsablehnung würde auch bereits das Rentengesuch umfassen. Auf
entsprechende Nachfrage seitens der IV-Stelle vom 2. März 2017 erklärte sie sich mit
der Rentenprüfung als einverstanden (IV-act. 94). In einem Schreiben vom 6. April 2017
hielt lic. phil. I._ fest, dass die Versicherte darauf angewiesen gewesen sei, die ihr
angebotenen Teilzeitstellen anzunehmen. Die Arbeitgeber schienen in den
Vorstellungsgesprächen die Wiedereingliederungssituationen akzeptiert zu haben,
hätten im Berufsalltag jedoch keine der Wiedereingliederungssituation angepassten
Aufgabenstellungen, geschweige denn wohlwollende Unterstützung gezeigt. So sei es
zu neuen Überforderungen gekommen. Er sei noch immer davon überzeugt, dass die
Versicherte mit einem verständnisvollen und unterstützenden Arbeitgeber den
Wiedereinstieg schaffen werde, jedoch brauche sie ein eng begleitendes Coaching
seitens der IV-Stelle (IV-act. 98 S. 4 f.). Die Anstellung im 50 % Pensum als
Treuhandmitarbeiterin kündigte die Versicherte schliesslich per Mitte April 2017 (IV-
act. 101 f.). Mit Schreiben vom 1. Juni 2017 bat die Versicherte die IV-Stelle um
erneute Unterstützung bei der beruflichen Eingliederung. Ihr Z._ eröffne im Herbst
2017 eine neue Praxis und sie könnte bei ihm täglich in einem Pensum von ca. 10-20
% im Sekretariats- und Buchhaltungsbereich arbeiten. Er würde das Risiko einer
Anstellung eingehen, wenn sie Unterstützung von der IV-Stelle erhalte (IV-act. 105). In
einem Bericht vom 12. Juni 2017 hielt Dr. E._ fest, dass die Versicherte an einem
komplexen Krankheitsbild leide, welches mit der Diagnose einer undifferenzierten
Somatisierungsstörung nicht ausreichend erfasst werde. Die Versicherte leide an
starken Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die urtikarielle Hauterscheinungen, starke
Durchfälle oder krampfartige Bauchschmerzen auslösen könnten. Weiter bestünden
starke Kopfschmerzen links mit einer tastbaren Vorwölbung. In einer CT-Untersuchung
A.g.
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vom Juni 2015 habe sich eine kortikale Verdickung gezeigt, deren Ursache nicht
eindeutig geklärt sei. Auch bestünden Herzrhythmusstörungen. Seit Beginn des
Burnouts bestehe eine ausgeprägte Erschöpfung. Bei der letzten Arbeitsstelle habe
sich gezeigt, dass die Versicherte in einem Pensum über 50 % nicht arbeiten könne
(IV-act. 106).
Im Oktober und November 2017 wurde die Versicherte im Auftrag der IV-Stelle
von der SMAB AG polydisziplinär (psychiatrisch, orthopädisch, allgemeininternistisch,
neurologisch, kardiologisch und neuropsychologisch) untersucht (IV-act. 153 S. 1 ff.). In
ihrem polydisziplinären Konsens im Gutachten vom 12. Januar 2018 (bzgl. Datum
Gutachten vgl. IV-act. 153 S. 1) nannten sie als Diagnose mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit eine undifferenzierte Somatisierungsstörung. Als Diagnosen ohne
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erwähnten sie eine abhängige
Persönlichkeitsakzentuierung, eine geringe Veränderung der Fussform im Sinne einer
Sichelfussstellung links und rechts, eine unklare Schwellung der linken Schädelkalotte,
eine Atrophie des rechten musculus pectoralis major unklarer Genese, eine funktionelle
Diarrhoe bei Nahrungsmittelunverträglichkeit, Histaminunverträglichkeit und
Fructoseintoleranz, Kopfschmerzen (vermutlich schmerzmittelinduzierter Kopfschmerz)
sowie eine ventrikuläre Extrasystolie (IV-act. 153 S. 13). Weiter hielten die Gutachter
fest, auf orthopädischem Fachgebiet seien weder im Bereich der oberen noch im
Bereich der unteren Extremitäten versicherungsrechtlich relevante Auffälligkeiten
gefunden worden, sodass die Versicherte aus orthopädischer Sicht in ihrer
Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt sei. Auf internistischem Fachgebiet bestünden bei
der Versicherten abdominelle Beschwerden im Sinne einer funktionellen Diarrhoe bei
bekannten Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Aufgrund der von der Versicherten seit
Jahren eingehaltenen Diät sei es jedoch zu einer Besserung der Beschwerden
gekommen, sodass die Arbeitsfähigkeit aus internistischer Sicht ebenfalls nicht
eingeschränkt sei (IV-act. 153 S. 15). Aus kardiologischer Sicht sei festzuhalten, dass
die Versicherte seit einigen Jahren Palpitationen verspüre, weshalb wiederholte
kardiologische Abklärungen erfolgt seien, zuletzt 2015 mittels Langzeit-EKG, welches
abgesehen von Extrasystolen keine gravierenden Arrhythmien aufgedeckt habe.
Zusammen mit der aktuellen Untersuchung und Befragung könne mit weitreichender
Sicherheit gesagt werden, dass bei der Versicherten keine Pathologie am Herzen
A.h.
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bestehe. Vor diesem Hintergrund komme den Extrasystolen, die auch bei
Herzgesunden häufig vorkämen, keine prognostische Bedeutung zu. Die beklagten
Extrasystolen würden zwar als störend empfunden, seien aber nicht gefährlich und
würden die Versicherte nicht in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen. Eine gewisse
Limitierung ergäbe sich nur bei maximaler körperlicher Aktivität, was bei der
Versicherten nicht zur Diskussion stehe (IV-act. 153 S. 16 f.). Aus neurologischer Sicht
bestehe aufgrund der anamnestischen Angaben, des unauffälligen neurologischen
Befundes und der täglichen Einnahme von Schmerzmitteln der dringende Verdacht auf
einen medikamenteninduzierten Kopfschmerz. Die Kriterien für eine Neuralgie seien
aufgrund der aktuellen neurologischen Untersuchung nicht erfüllt. Durch die
bilddiagnostisch sichtbare Verdickung der Schädelkalotte seien die Kopfschmerzen
ebenfalls nicht erklärbar, da dadurch keine nervalen Strukturen beeinflusst würden.
Auch hätten sich aus neurologischer Sicht keine Hinweise für eine Gedächtnisstörung
ergeben. Die Arbeitsfähigkeit sei aus neurologischer Sicht nicht eingeschränkt (IV-
act. 153 S. 15 f.). Aus neuropsychologischer Sicht wurde festgehalten, dass aufgrund
einer verminderten Leistungsbereitschaft der Versicherten in der Testung kein gültiges
Testprofil habe erstellt werden können. Es sei von nicht authentischen kognitiven
Störungen auszugehen. Aufgrund der nicht plausiblen Angaben im
Fragebogenverfahren seien die Beschwerdeschilderungen ebenfalls als nicht
authentisch einzustufen. Eine bewusstseinsnahe Selbstlimitierung bei angestrebtem
Krankheitsgewinn könne nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund der erhobenen
Testwerte könnten aus neuropsychologischer Sicht somit weder die Art noch das
Ausmass kognitiver Defizite oder Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit angegeben
werden (IV-act. 153 S. 17 f.). Aus psychiatrischer Sicht sei vor dem Hintergrund
ungünstiger biografischer Bedingungen anzunehmen, dass die Versicherte kein
ausreichend stabiles und insbesondere von äusserer Leistung unabhängiges
Selbstwertgefühl habe entwickeln können. Es sei anzunehmen, dass die Versicherte
durch gute äussere Leistungen ihr Selbstwertgefühl zu stabilisieren versucht habe, was
über lange Zeit relativ gut gelungen sei. Nach einem beruflichen Misserfolg sei sie dann
zusammengebrochen. Durch die körperliche bzw. psychosomatische Symptomatik
könne die Versicherte ihr Selbstwertgefühl stabilisieren, jedoch auf dysfunktionale
Weise. Die Versicherte klage neben körperlichen Symptomen über kognitive
Störungen. Unter Berücksichtigung der neuropsychologischen Testergebnisse sei bei
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zweifelsfrei vorhandenem externalem Krankheitsgewinn (angestrebte IV-Rente) und
fehlender alternativer Erklärung von einer ausgeprägten Aggravation auszugehen. Auch
wenn kognitive Defizite aufgrund des fehlenden Testprofils nicht mit letzter Sicherheit
ausgeschlossen werden könnten, sei anzunehmen, dass zumindest keine stark
ausgeprägten kognitiven Beeinträchtigungen vorlägen. Eine gewisse Erschöpfbarkeit
sei bei der vorliegenden undifferenzierten Somatisierungsstörung mit verschiedenen
körperlichen Beschwerden plausibel, jedoch nicht in dem von der Versicherten
geschilderten Ausmass. In affektiver Hinsicht wirke die Versicherte bei der
Thematisierung der körperlichen Symptome und der beruflichen Situation leicht
bedrückt. Dabei dürfte es sich aber um eine normalpsychologische Reaktion auf
Gesundheitsprobleme und berufliche Schwierigkeiten handeln. Gesamthaft werde
eingeschätzt, dass auch nach Abzug der Aggravation noch von einer
krankheitsbedingten Verminderung der Durchhaltefähigkeit auszugehen sei, sodass
sowohl in der bisherigen als auch in einer angepassten Tätigkeit nur eine
Arbeitsfähigkeit von 70 % vorliege (IV-act. 153 S. 13 f.). Nicht geeignet seien emotional
belastende Tätigkeiten sowie Tätigkeiten mit besonderem Zeitdruck (IV-act. 153 S. 18).
Retrospektiv sei anzunehmen, dass die Versicherte im Zeitpunkt der Begutachtung von
Prof. F._ zu 100 % arbeitsunfähig gewesen sei, nachdem sie ab April 2014 zu 100 %
krankgeschrieben worden sei. Zwischen dem Gutachten von Prof. F._ und dem
Eintritt in die Klinik G._ am 7. Mai 2015 sei es offensichtlich zu einer Besserung
gekommen, was daran erkennbar sei, dass im Bericht der Klinik G._ die Diagnose
einer mittelgradigen depressiven Episode nicht mehr erwähnt worden sei. Demnach
werde eingeschätzt, dass bei Eintritt in die Klinik eine Arbeitsfähigkeit von 20 %
vorgelegen habe. Während des Klinikaufenthaltes sei die Arbeitsfähigkeit aufgehoben
gewesen. Gemäss dem Bericht der Klinik G._ habe sich eine Verbesserung von Kraft
und Ausdauer erreichen lassen, wobei dazu etwas widersprüchlich mitgeteilt worden
sei, dass bestenfalls eine Stabilisierung des psychischen Zustandsbildes habe erzielt
werden können. Zumindest eine gewisse Besserung scheine erreicht worden zu sein.
Ab Austritt der Klinik G._ werde die Arbeitsfähigkeit daher auf 30 % geschätzt. In
einem Bericht vom 23. Dezember 2016 sei Dr. E._ von einer deutlichen Besserung
der Gesamtsituation ausgegangen, sodass er ein Pensum von 50 % für möglich
gehalten habe. Allerdings habe Dr. E._ das Problem der Aggravation nicht
berücksichtigt, weshalb die Arbeitsfähigkeit bei der Versicherten ab Ende 2016 nicht
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B.
nur auf 50 %, sondern auf 70 % geschätzt werde (IV-act. 153 S. 19). Der RAD
bezeichnete das Gutachten in einer Stellungnahme vom 30. Januar 2018 als
umfassend und schlüssig (IV-act. 154 S. 2).
Mit Vorbescheid vom 23. Februar 2018 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Zur Begründung führte sie im
Wesentlichen aus, sie sei in ihrer angestammten Tätigkeit als Sachbearbeiterin
Treuhand als auch in sämtlichen anderen angepassten Tätigkeiten zu 70 %
arbeitsfähig. Bei einem Erwerbsanteil von 80 % ergebe dies einen Invaliditätsgrad von
24 % (IV-act. 158).
A.i.
Gegen diesen Vorbescheid wandte die Versicherte, vertreten durch den Verband
Procap, St. Gallen-Appenzell, am 10. April bzw. 16. Mai 2018 ein, dass die IV-Stelle sie
zur Berechnung des Invaliditätsgrades zu Unrecht als Teilzeiterwerbstätige eingestuft
habe. Sie habe nach dem Abschluss ihrer Lehre in einem Pensum von 100 %
gearbeitet. Die Reduktion des Arbeitspensums sei aus gesundheitlichen Gründen
erfolgt. Sodann bemängelte sie das ihr angerechnete Invalideneinkommen. Sie könne
zwar noch eine kaufmännische Tätigkeit im Backoffice ausüben, nicht mehr möglich
seien jedoch emotional belastende und stressige Tätigkeiten, sodass sie nicht mehr ein
gleich hohes Einkommen wie bei früheren Arbeitsstellen erzielen könne. Ausserdem
habe vor November 2016 eine höhere Arbeitsunfähigkeit vorgelegen (vgl. IV-act. 172
i.V.m. 169).
A.j.
In ihrer Verfügung vom 29. Mai 2018 trug die IV-Stelle dem Einwand der
Versicherten dahingehend Rechnung, dass sie diese neu als Vollerwerbstätige
einstufte. Gleichwohl wies sie das Rentenbegehren bei einem neu errechneten
Invaliditätsgrad von 30 % ab. Neu fügte die IV-Stelle an, dass bei
versicherungsrechtlicher Auslegung genau genommen gar kein invalidisierender
Gesundheitsschaden bestehen würde (IV-act. 173).
A.k.
Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin),
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. N. D'Amico, Verband Procap Schweiz, Olten,
am 28. Juni 2018 Beschwerde (act. G 1). Sie beantragte, die Verfügung der IV-Stelle
B.a.
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Erwägungen
1.
Vorliegend strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine
Invalidenrente.
2.
(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 29. Mai 2018 sei aufzuheben und ihr seien ab
dem frühestmöglichen Zeitpunkt Rentenleistungen auszurichten. Eventualiter sei die
Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen;
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer)
zulasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 11. Oktober 2018 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 6).
B.b.
In ihrer Replik vom 20. November 2018 hielt die Beschwerdeführerin an den in der
Beschwerde gestellten Rechtsbegehren vollumfänglich fest (act. G 8).
B.c.
Mit Schreiben vom 23. November 2018 hielt die Beschwerdegegnerin an dem in
der Beschwerdeantwort gestellten Antrag fest und verzichtete auf die Erstattung einer
ausführlichen Duplik (act. G 10).
B.d.
Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder
verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses
Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf
eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad
von mindestens 50 % besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Invalidität ist
gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere
2.1.
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Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird in Art.
7 Abs. 1 ATSG als der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und
Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf
dem in Betracht kommenden ausgeglichen Arbeitsmarkt definiert. Die Invalidität ist bei
im Gesundheitsfall Vollzeiterwerbstätigen durch einen Einkommensvergleich zu
ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen kann, in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG). Wenn eine versicherte
Person auch ohne die Gesundheitsbeeinträchtigung nicht voll, sondern nur
teilerwerbstätig gewesen wäre, ist der Invaliditätsgrad gemäss der langjährigen Praxis
des Bundesgerichts nicht anhand eines reinen Einkommensvergleichs (vgl. Art. 16
ATSG), sondern anhand der sogenannten gemischten Methode zu berechnen (BGE
141 V 20 f. E. 3.2). Hierbei ist der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit
im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu
bemessen (vgl. Art. 28a Abs. 3 IVG; Art. 27 der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]; BGE 141 V 20 f. E. 3.2). Ob eine versicherte
Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig
einzustufen ist, ergibt sich gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung aus der
Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (Urteil des Bundesgerichts vom 17. April
2019, 8C_820/2018, E. 3.2). Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum
Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische
Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten Erwerbstätigkeit der im
Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erforderlich ist (Urteil des Bundesgerichts vom 11. August 2016, 9C_179/2016, E. 4.2.1
mit Hinweisen).
bis
Um den Arbeitsfähigkeitsgrad bestimmen zu können, ist die Verwaltung - und im
Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Für das gesamte Verwaltungs-
und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art.
61 lit. c ATSG). Danach haben die urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne
2.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/22
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3.
Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen
und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen
und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts
eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben
worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der
Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).
Zunächst ist zu prüfen, ob aufgrund der vorliegenden medizinischen Aktenlage der
Arbeitsfähigkeitsgrad der Beschwerdeführerin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
feststeht (zum Beweismass siehe BGE 138 V 221 E. 6 und Urteil des Bundesgerichts
vom 2. August 2017, 8C_128/2017, E. 2).
3.1.
Die Beschwerdegegnerin stützt sich für die Ablehnung des Rentenanspruchs in
medizinischer Hinsicht in erster Linie auf das Gutachten der SMAB AG, wobei sie aber
einen Rentenanspruch unabhängig der gutachterlich attestierten Arbeitsunfähigkeit aus
rechtlichen Überlegungen ablehnt. Sie ist der Auffassung, dass die im Gutachten
gestellte Diagnose einer undifferenzierten Somatisierungsstörung vage sei und die
Gutachter eine Aggravation beschrieben hätten. Gemäss der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung bestehe beim Vorliegen von Ausschlussgründen wie einer
vorhandenen Aggravation von vornherein keine Grundlage für eine Invalidenrente,
selbst wenn die klassifikatorischen Merkmale einer somatoformen Schmerzstörung
erfüllt sein sollten. Zwar anerkennt die Beschwerdegegnerin, dass die Gutachter trotz
der beschriebenen Aggravation aufgrund der Somatisierungsstörung von einer
eingeschränkten Restarbeitsfähigkeit ausgegangen seien, kommt jedoch aufgrund
einer von ihr durchgeführten Prüfung der von der Rechtsprechung entwickelten
Indikatoren zum Schluss, dass eine volle Arbeitsfähigkeit anzunehmen sei (vgl. act. G
6; IV-act. 173).
3.2.
Demgegenüber bestreitet die Beschwerdeführerin den Beweiswert des Gutachtens
an sich und insbesondere den Vorwurf der Aggravation und Selbstlimitierung. Es lägen
zahlreiche ärztliche Berichte vor, in denen Krankheitsgewinn, Widersprüche oder
Diskrepanzen nie eine Rolle gespielt hätten. Prof. F._ habe in seinem Gutachten
sogar ausdrücklich festgehalten, dass keine Hinweise auf Verdeutlichungstendenzen,
3.3.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/22
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Aggravation oder Simulation bestünden. Nur weil den Gutachtern alternative
Erklärungen für ein bestimmtes Verhalten fehlten, könne nicht auf Aggravation
geschlossen werden. Die behandelnden Ärzte hätten sie jeweils in ihren
Eingliederungsbemühungen sogar bremsen müssen, damit es nicht zu erneuten
Dekompensationen gekommen sei. Die Annahme einer Aggravation erscheine auch vor
dem Hintergrund widersprüchlich, dass die Gutachter im retrospektiven Verlauf ab April
2014 bis Ende 2016 von einer 70-100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgingen. Weiter
widerspreche die gutachterliche Einschätzung, dass keine depressive Störung vorliege,
diametral derjenigen der behandelnden Ärzte. Sämtliche Ärzte seien einhellig von einer
schweren Erkrankung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ausgegangen.
Schliesslich werde bestritten, dass der RAD-Arzt über die notwendige fachliche
Qualifikation verfügt habe, um die Schlüssigkeit des Gutachtens zu beurteilen.
Allerdings hätten auch die Gutachter in ihrer interdisziplinäreren Beurteilung trotz
Hinweisen auf eine Aggravation eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % angenommen. Selbst
wenn also auf das Gutachten abgestellt würde, sei die Annahme der
Beschwerdegegnerin, wonach kein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege,
falsch. Schliesslich liege nach der gutachterlichen Einschätzung von April 2014 bis
Ende 2016 eine Arbeitsunfähigkeit von 70-100 % vor, sodass zumindest ein befristeter
Rentenanspruch bestehe (act. G 1 und 8).
Das SMAB Gutachten beruht auf eigenständigen Abklärungen. Die medizinischen
Vorakten und die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden sind
berücksichtigt worden. Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv
wesentliche Tatsachen im Gutachten keine Beachtung gefunden hätten. Die von den
Gutachtern unter Berücksichtigung der von der Rechtsprechung entwickelten
Standardindikatoren vorgenommene Arbeitsfähigkeitsschätzung leuchtet sodann in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation ein. So stimmt die retrospektive Einschätzung der Gutachter,
wonach ab April 2014 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorgelegen habe, mit
derjenigen von Dr. E._ überein (vgl. IV-act. 51 S. 3). Auch Prof. F._ ist in seinem
Gutachten vom 31. Januar 2015 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen
(act. G 6.2-2 S. 47). Ob sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin bereits
vor Eintritt in die Klinik G._ leicht verbessert hat, wie die Gutachter aufgrund der von
den Ärzten der Klinik gestellten Diagnosen annehmen (vgl. IV-act. 153 S. 19), muss
nicht abschliessend beurteilt werden, da dies ohne Einfluss auf die
Invaliditätsbemessung bleibt (vgl. dazu E. 2.1 und 4). Für den Klinikaufenthalt haben die
Gutachter in Übereinstimmung mit den Ärzten der Klinik G._ (vgl. act. G 6.2-2 S. 11)
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit angenommen (vgl. IV-act. 153 S. 19). Die
3.4.
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gutachterliche Einschätzung einer 30%igen Arbeitsfähigkeit nach Austritt aus der Klinik
ist wiederum gut nachvollziehbar (IV-act. 153 S. 19). Denn zum einen ist nach einem
Klinikaustritt zumeist eine Verbesserung der gesundheitlichen Situation zu erwarten.
Zum anderen haben die Gutachter zu Recht darauf hingewiesen, dass im
Austrittsbericht der Klinik G._ immerhin eine Verbesserung von Kraft und Ausdauer
im Vergleich zum Eintritt beschrieben worden ist, wenn auch gleichzeitig von einer
bestenfalls erreichten Stabilisierung des psychischen Zustandsbildes gesprochen
worden ist (act. G 6.2-2 S. 11). Diese im Austrittsbericht angesprochene Stabilisierung
könnte für die Annahme der Gutachter sprechen, dass sich der psychische Zustand
bereits vor Eintritt in die Klinik leicht verbessert hatte. Jedenfalls ist anzunehmen, dass
sich der Zustand spätestens nach Klinikaustritt verbessert hat, sodass die
gutachterliche Einschätzung einer 30%igen Arbeitsfähigkeit stimmig erscheint. Dies gilt
umso mehr, als auch Dr. E._ in einem Bericht vom 28. September 2015 und der RAD
in einer Stellungnahme vom 26. Oktober 2015 von einer 30%igen Arbeitsfähigkeit
ausgegangen sind (IV-act. 51 S. 2 ff. und 53 S. 2). Überdies hat die Versicherte ab April
2016 auch einen ersten Arbeitsversuch in einem Pensum von 10-20 % unternommen
(vgl. IV-act. 58) und lic. phil I._ hat im April 2016 ebenfalls eine 20%ige
Arbeitsfähigkeit attestiert (IV-act. 61). Schliesslich sind die Gutachter in
Übereinstimmung mit einem Bericht von Dr. E._ vom 23. Dezember 2016 davon
ausgegangen, dass ab Ende des Jahres 2016 von einer Verbesserung der
gesundheitlichen Situation ausgegangen werden könne (vgl. IV-act. 153 S. 19 und 85
S. 1 f.). Während Dr. E._ eine 50%ige Arbeitsfähigkeit als oberstes Limit beschrieben
hat (vgl. IV-act. 85 S. 1 f.), gehen die Gutachter von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit aus
(vgl. IV-act. 153 S. 19). Dabei ist zu berücksichtigen, dass den Ärztinnen und Ärzten bei
Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit ein gewisser Ermessenspielraum offensteht
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 10. August 2011, 8C_997/2010, E. 3.2).
Schliesslich haben die Gutachter ihre von Dr. E._ leicht abweichende Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit aber auch nachvollziehbar begründet, indem sie erklärt haben, dass
die von ihnen vorgenommene Einschätzung der Arbeitsfähigkeit unter
Berücksichtigung der von ihnen entdeckten Aggravation erfolgt sei, während Dr. E._
diese wohl unberücksichtigt gelassen habe (IV-act. 153 S. 19). Entgegen der Ansicht
der Beschwerdeführerin ist es auch nicht widersprüchlich, dass die Gutachter trotz der
bei ihren Untersuchungen entdeckten Aggravation für eine gewisse Zeit in der
Vergangenheit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit annehmen, da die Aggravation wohl
eben nicht von Anfang an bestanden hat. Vielmehr haben die Gutachter
nachvollziehbar aufgezeigt, wie die Beschwerdeführerin nach anfänglicher psychischer
Dekompensation vermutlich in dysfunktionaler Weise ihr Selbstwertgefühl durch die
körperliche bzw. psychosomatische Symptomatik zu stabilisieren versuchte (vgl. IV-
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act. 153 S. 13 f.). Demnach ist es auch nachvollziehbar, weshalb Prof. F._ in seiner
gutachterlichen Untersuchung im Januar 2015 noch keine Aggravationstendenzen
erkannt hat (vgl. act. G 6.2-2 S. 32 ff.). Unter Beachtung der von den Gutachtern
insbesondere im Rahmen der neuropsychologischen Untersuchung entdeckten
Aggravationstendenz ist die Einschätzung einer 70%igen Arbeitsfähigkeit ab Ende
2016 jedenfalls einleuchtend. Möglicherweise hat auch bereits vor Ende 2016
mindestens phasenweise eine höhere Arbeitsfähigkeit als 30 % oder sogar 50 %
vorgelegen, hat die Beschwerdeführerin doch bereits im Oktober 2016 neben einer neu
angetretenen Stelle von 50 % noch eine Homeofficetätigkeit von 10 % innegehabt
(vgl. IV-act. 75 und 89 S. 4). Allerdings hat sie die Stelle mit dem Pensum von 50 %
kurz nach Antritt bereits wieder aufgegeben (vgl. IV-act. 89 S. 4). Ganz generell scheint
die Eingliederungsphase im Jahr 2016 noch von einem instabilen Gesundheitszustand
geprägt gewesen zu sein, sodass die Annahme einer bloss 30%igen Arbeitsfähigkeit
bis Ende November 2016 als gerechtfertigt erscheint. Spätestens ab Dezember 2016
ist jedoch von einer nachhaltigen Verbesserung des Gesundheitszustandes
auszugehen. Dr. E._ hat nämlich die von ihm in seinem Bericht vom 23. Dezember
2016 beschriebene Verbesserung der Gesundheitssituation mit einem Anstieg der
Arbeitsfähigkeit auf 50 % (vgl. IV-act. 85 S. 1 f.) durch seinen Bericht vom 12. Juni
2017, in welchem er noch immer von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen ist,
bestätigt (vgl. IV-act. 106). Dass auch ab Dezember 2016 durchgehend nur eine
20%ige Arbeitsfähigkeit vorgelegen haben soll, wie dies aus einem Bericht von lic. phil.
I._ und Dr. J._ vom 26. Juni 2018 abgeleitet werden könnte (vgl. act. G 1.3), ist
nicht nachvollziehbar. Zum einen hat die Beschwerdeführerin bereits in der Zeit vor
Dezember 2016 teilweise in einem höheren Pensum gearbeitet (vgl. IV-act. 75, 89 und
90). Zum anderen hat, wie bereits dargelegt, auch Dr. E._ eine Steigerung der
Arbeitsfähigkeit auf mindestens 50 % für möglich gehalten (vgl. IV-act. 85 S. 1 f. und
IV-act. 106) und selbst die Beschwerdeführerin hat sich in einer Besprechung von
Januar 2017 als zu 50 % arbeitsfähig eingestuft (vgl. IV-act. 89 S. 6 f.). Sollte sich die
Beurteilung von lic. iuI._ und Dr. J._ lediglich auf die Zeit ab Juni 2018 beziehen, ist
sie für dieses Verfahren unbeachtlich, da sie sich diesfalls auf den Zeitraum nach Erlass
der angefochtenen Verfügung beziehen würde. Sollte sich der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung verschlechtert
haben, steht es ihr frei, sich erneut bei der Beschwerdegegnerin anzumelden. Nach
dem Gesagten begründet der Bericht von lic. phil. I._ und Dr. J._ vom 26. Juni
2018 jedenfalls keine ernsthaften Zweifel an der gutachterlichen Einschätzung der
Arbeitsfähigkeit.
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4.
Angesichts dessen, dass die Gutachter ihre Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
unter Berücksichtigung der einschlägigen Standardindikatoren und namentlich auch
unter Ausschluss der von ihnen entdeckten aggravatorischen Tendenzen
vorgenommen haben, besteht entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin keine
Notwendigkeit für eine juristische Korrektur der ärztlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung.
Das strukturierte Beweisverfahren soll nämlich keine von den medizinischen
Einschätzungen losgelöste juristische Parallelüberprüfung ermöglichen. Vielmehr haben
sich sowohl die medizinischen Sachverständigen als auch die Organe der
Rechtsanwendung im Rahmen des strukturierten Beweisverfahrens bei der Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit an den normativen Vorgaben zu orientieren. Kommt der
Rechtsanwender nach der Beweiswürdigung zum Schluss, ein Gutachten erfülle
sowohl die mit BGE 141 V 281 definierten versicherungsmedizinischen Massstäbe als
auch die allgemeinen rechtlichen Beweisanforderungen, ist es grundsätzlich als
beweiskräftig anzusehen und die darin enthaltene Schätzung der Arbeitsfähigkeit somit
zu übernehmen (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Juni 2018, 9C_194/2018, E. 4.1 mit
Hinweisen). Demnach ist auf die schlüssige und nachvollziehbare gutachterliche
Einschätzung abzustellen. Folglich ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
auszugehen, dass bei der Beschwerdeführerin sowohl in ihrer angestammten als auch
in einer anderen leidensangepassten Tätigkeit im Zeitraum April 2014 bis November
2016 eine Arbeitsfähigkeit von 0-30 % vorgelegen hat und ab Dezember 2016 eine
Arbeitsfähigkeit von 70 % gegeben ist (vgl. IV-act. 153 S. 19).
3.5.
Ausgehend von der gutachterlichen Arbeitsfähigkeitsschätzung bleiben die
erwerblichen Auswirkungen der Leistungsbeeinträchtigung zu prüfen. Zu Recht hat die
Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin in der angefochtenen Verfügung nicht
mehr als Teilzeiterwerbstätige, sondern als Vollzeiterwerbstätige eingestuft (vgl. IV-
act. 173). Denn wie die Beschwerdeführerin in ihrem Einwand gegen den Vorbescheid
plausibel dargelegt hat (vgl. IV-act. 172), hat sie nach Abschluss der Lehre zunächst in
Stellen mit einem Pensum von 100 % gearbeitet (vgl. IV-act. 172 S. 17 f.). Reduziert hat
sie ihr Pensum aufgrund ihrer Weiterbildung, wobei die diesbezügliche Reduktion des
Pensums von Anfang an nur als vorübergehend geplant gewesen ist. So ist im
damaligen Arbeitsvertrag bereits vorgesehen gewesen, dass sie nach Abschluss der
Weiterbildung wieder in einem Pensum von 100 % arbeiten werde (vgl. IV-act. 172
S. 25). Die im Nachgang an die Weiterbildung beibehaltene Reduktion des Pensums
bzw. weitergehende Reduktion des Pensums (vgl. IV-act. 172 S. 16) dürfte
gesundheitlichen Gründen geschuldet gewesen sein, wie dies Dr. med. K._,
4.1.
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Allgemeine Medizin FMH, bestätigt hat (vgl. IV-act. 172 S. 4). Demnach ist der
Invaliditätsgrad, wie von der Beschwerdegegnerin zuletzt ebenfalls angenommen,
anhand eines Einkommensvergleichs zu bestimmen.
Massgebend für den Einkommensvergleich sind grundsätzlich die Verhältnisse im
Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruchs (vgl. BGE 129 V 222). Die Anmeldung der
Beschwerdeführerin ist bei der IV-Stelle am 3. November 2014 eingegangen (vgl. IV-
act. 21). Der früheste Beginn eines allfälligen Rentenanspruchs im Sinne von Art. 29
Abs. 1 und 3 IVG fällt somit auf den 1. Mai 2015. Das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1
lit. b IVG dürfte zu diesem Zeitpunkt bereits verstrichen gewesen sein, da die
Arbeitsunfähigkeit gemäss gutachterlicher Einschätzung bereits im April 2014 ihren
Anfang genommen hat (vgl. IV-act. 153 S. 19). Für den Einkommensvergleich
massgebend ist somit das Jahr 2015.
4.2.
Für das Valideneinkommen ist entscheidend, was die versicherte Person aufgrund
ihrer beruflichen und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen
Rentenbeginns verdient hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG;
BGE 135 V 59 E. 3.1 und 139 V 30 E. 3.3.2, je mit Hinweisen). Die Beschwerdegegnerin
hat im Vorbescheid für das Valideneinkommen der Beschwerdeführerin auf das von der
C._ AG für das Jahr 2014 für ein Pensum von 80 % angegebene Gehalt (vgl. IV-
act. 29 S. 2), hochgerechnet auf ein Pensum von 100 % und hochindexiert auf das Jahr
2015 (= Fr. 85'179.--), abgestellt (vgl. IV-act. 156 und 158). Zwar ist die
Beschwerdeführerin bei dieser Anstellung möglicherweise bereits gesundheitlich
angeschlagen gewesen, sodass das damals erzielte Gehalt für das Valideneinkommen
nicht zwingend repräsentativ ist (vgl. IV-act. 172 S. 4). Bei einer früheren Anstellung bei
der L._ AG, hatte die Beschwerdeführerin einst eine Führungsfunktion inne (vgl.
Stellenbeschreibung in IV-act. 172 S. 17) und es ist anzunehmen, dass sie im
Gesundheitsfall weiterhin eine solche Tätigkeit hätte ausüben können. Allerdings
bewegte sich das bei der C._ AG erzielte Gehalt (hochgerechnet auf ein Pensum von
100 %) im ähnlichen Rahmen wie dasjenige bei der L._ AG bzw. ist sogar noch höher
ausgefallen (vgl. IV-act. 31 S. 8). Bei einer Anstellung bei der M._ AG, welche laut
Arbeitsvertrag ebenfalls keine Führungsfunktion bzw. höchstens in stellvertretender
Funktion umfasste (vgl. IV-act. 172 S. 25), fiel das Gehalt höher aus als bei der L._
AG (vgl. Monatslohn von Fr. 5870.-- versus Fr. 5'900.--; IV-act. 31 S. 9 und 32 S. 8).
Demnach ist davon auszugehen, dass die von der Beschwerdeführerin einst
innegehabte Führungsfunktion bei der L._ AG im Rahmen der gut zwei Jahre nach
dem erfolgreichen Lehrabschluss als Kauffrau angetretenen Anstellung nicht von
4.3.
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solcher Bedeutung war, dass sie einen messbaren Einfluss auf die Lohnhöhe hatte.
Das von der Beschwerdegegnerin im Vorbescheid angenommene Valideneinkommen
ist deshalb nicht zu beanstanden. Dass die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen
Verfügung jedoch plötzlich von einem geringeren Valideneinkommen wie im
Vorbescheid ausgegangen ist (vgl. IV-act. 173 S. 1 Fr. 84'666.-- versus IV-act. 158 S. 2
Fr. 85'179.--), dürfte auf eine von der Beschwerdeführerin in ihrem Einwand vom 16.
Mai 2018 genannte Zahl zurückzuführen sein (vgl. IV-act. 172 S. 2), ist jedoch nicht
nachvollziehbar. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, ihr sei aufgrund der
angefangenen Weiterbildung ein noch höheres Valideneinkommen anzurechnen
(vgl. IV-act. 172 S. 2), kann ihr nicht gefolgt werden. Es ist nämlich nicht ausgewiesen,
dass sie die Weiterbildung zur Fachfrau Rechnungswesen im Gesundheitsfall
tatsächlich hätte abschliessen können bzw. dass der Misserfolg der Weiterbildung
einzig auf gesundheitliche Gründe zurückzuführen ist.
Für das Invalideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin zu Recht auf dieselbe
Lohnsumme wie beim Valideneinkommen, reduziert um die gutachterlich attestierte
Arbeitsunfähigkeit, abgestellt (vgl. IV-act. 158 und 173). Denn gemäss den SMAB-
Gutachtern bezieht sich die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit sowohl auf die bisherige
Tätigkeit als auch auf adaptierte Tätigkeiten. Demnach ist anzunehmen, dass die
Gutachter davon ausgegangen sind, dass eine Tätigkeit als Sachbearbeiterin dem von
ihnen definierten Adaptionsprofil entspricht, also in der Regel nicht besonders
emotional belastend oder unter besonderem Zeitdruck auszuüben ist (vgl. IV-act. 153
S. 18). Zwar würde eine Führungsposition, wie sie die Beschwerdeführerin einst
innehatte, aufgrund der damit einhergehenden höheren Verantwortung wahrscheinlich
mehr Stress bedeuten und somit möglicherweise nicht leidensangepasst sein. Wie
bereits bei den Ausführungen zum Validenlohn festgehalten worden ist, haben die
Anstellungen jedoch gezeigt, dass die Beschwerdeführerin als Sachbearbeiterin ohne
explizite Führungsfunktion eine gleich gut bezahlte Stelle wie diejenige bei der L._ AG
finden kann. Auch die in den Akten enthaltenen im Rahmen der Eingliederungsphase
unterschriebenen Arbeitsverträge haben, hochgerechnet auf ein Pensum von 100 %
und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung, keine wesentlich schlechtere
oder sogar eine bessere Besoldung als bei bisherigen Anstellungen vorgesehen
(vgl. IV-act. 90 S. 2 und 75 S. 1). Folglich ist mit der Beschwerdegegnerin anzunehmen,
dass sowohl hinsichtlich des hypothetischen Valideneinkommens als auch des
Invalideneinkommens derselbe Lohn für ein Pensum von 100 % zugrunde zu legen ist.
Demnach kann der Einkommensvergleich anhand eines sogenannten
Prozentvergleichs vorgenommen werden. Dabei entspricht der Invaliditätsgrad dem
Grad der Arbeitsunfähigkeit, allenfalls unter Berücksichtigung eines Abzugs vom
4.4.
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5.
Tabellenlohn (vgl. BGE 126 V 75). Ob ein solcher im vorliegenden Fall, in dem nicht auf
Tabellenlöhne abgestellt wird, überhaupt in Frage kommt, und ob ein solcher konkret
gerechtfertigt wäre, braucht nicht näher erläutert zu werden (vgl. zum Ganzen Philipp
Geertsen, Der Tabellenlohnabzug, in Kieser/Lendfers (Hrsg.), Jahrbuch zum
Sozialversicherungsrecht 2012, S. 139 ff., insbesondere S. 151 Fn 57 mit Hinweis auf
das Urteil des Bundesgerichtes vom 10. August 2011, 8C_10/2011, E. 7). Denn selbst
ein Tabellenlohnabzug von 10 % würde zu keiner Änderung in der
Anspruchsberechtigung führen. Gründe, die gar einen 10 % übersteigenden Abzug
rechtfertigen könnten, liegen jedenfalls nicht vor.
Bei einem Arbeitsfähigkeitsgrad von 70 %, wie er ab Dezember 2016 anzunehmen
ist, resultiert demnach ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 30 %. In der
Zeit von April 2014 bis November 2016, wonach sich die Arbeitsfähigkeit gemäss der
gutachterlichen Einschätzung zwischen 0 und 30 % bewegt hat, hat der
Invaliditätsgrad zwischen 0 und 30 % gelegen, sodass in diesem Zeitraum ein
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente besteht, wobei der Rentenanspruch allerdings
erst ab Mai 2015 entstanden ist (vgl. E. 4.2). Aufgrund der Übergangsfrist von Art. 88a
Abs. 1 IVV ist die ganze Invalidenrente während dreier Monate nach Wegfall des
invalidisierenden Gesundheitszustandes weiterhin auszurichten. Folglich besteht ein
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente für den Zeitraum von Mai 2015 bis Februar
2017.
4.5.
Abschliessend ist anzumerken, dass das von der Beschwerdeführerin am 1. Juni
2017 gestellte Gesuch um berufliche Massnahmen (vgl. IV-act. 105) von diesem
Entscheid nicht berührt ist. Laut E-Mail der Beschwerdeführerin vom 7. Dezember 2017
scheint die im Gesuch erwähnte Anstellung zwar ohnehin nicht mehr in Frage zu
kommen (vgl. IV-act. 152 S. 1; vgl. ferner IV-act. 172 S. 16), möglicherweise jedoch
andere Eingliederungsmassnahmen.
4.6.
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde teilweise gutzuheissen ist
und die Beschwerdeführerin für die Dauer vom 1. Mai 2015 bis 28. Februar 2017 einen
Anspruch auf eine ganze Rente hat. Die Sache ist zur Festsetzung und Ausrichtung der
geschuldeten Leistungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
5.1.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
als angemessen. Die Beschwerdeführerin hat gemessen am Antrag um Zusprache
5.2.
bis
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6.
Da die Gerichtsschreiberin verhindert ist, wird der Entscheid für diese stellvertretend
von einer mitwirkenden Richterin unterzeichnet (Art 39 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).