Decision ID: edb4e106-0237-5de2-8082-50dd003f54b3
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ meldete sich am 24. Mai 2012 bei der Invalidenversicherung (IV) zum
Leistungsbezug an (IV-act. 1).
A.b In einem zuhanden des Krankentaggeldversicherers verfassten Bericht vom 21.
Juni 2012 bestätigte Dr.med. B._, Facharzt Psychiatrie/Psychotherapie, die Diagnose
einer Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion (ICD-10: F43.21). Nebst dem
Tod des Bruders im August 2010 seien das Auseinandergehen der ursprünglichen
Familie, die Überforderung mit dem Haushalt mit zwei Kindern im Vorschulalter und
gleichzeitigem Erwerbsleben sowie die Eheprobleme (bestehend seit zwei Jahren)
ausschlaggebend für das Gefühl der Überforderung. Die 100 %ige Arbeitsunfähigkeit
werde nicht nur durch die reaktive Depression, sondern durch viele nicht
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invalidisierende Faktoren begründet. Unter deren Ausblendung bleibe nur noch ein
leichtes depressives Zustandsbild reaktiver Natur. Daneben sei eine Neurasthenie
(ICD-10: F48.0) zu erwähnen, die nach bundesgerichtlicher Praxis als syndromales
Leiden eingestuft werde und alleine keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
begründe. Die Versicherte sei in ihrem erlernten Beruf als Dentalassistentin (vgl. IV-act.
5-1) ab 7. Mai 2012 (Zeitpunkt der Untersuchung) voll arbeitsfähig (Fremdakten, act. G
6.2).
A.c Dr.med. C._, Psychiatrie/Psychotherapie FMH, und lic. phil. D._,
Psychotherapeutin FSP, hielten im Arztbericht vom 4./18. August 2012 als Diagnosen
eine mittelgradige (bis schwere) depressive Episode mit somatischem Syndrom
(ICD-10: F32.11) seit August 2010 im Sinne einer pathologischen Trauerreaktion sowie
eine generalisierte Angststörung (ICD-10: F41.1), bestehend seit wenigen Jahren, fest.
Die (nach der Ausbildung ausgeübte) Tätigkeit als Call Center Agentin (vgl. IV-act. 19-1;
IV-act. 36-2) sei aufgrund fehlender bzw. reduzierter Aufmerksamkeit, Konzentration,
Stresstoleranz, Belastbarkeit sowie wegen des Leistungstempos und der Angst vor
Anrufen nicht mehr möglich bzw. zumutbar. Die ruhigere Arbeit als Dentalassistentin
sei während ein bis zwei Tagen pro Woche möglich, es bestehe eine verminderte
Leistungsfähigkeit von ca. 30 % (IV-act. 21).
A.d Die IV-Stelle teilte der Versicherten am 26. Oktober 2012 mit, zurzeit seien keine
beruflichen Massnahmen möglich; die medizinischen Behandlungsmassnahmen
ständen aktuell im Vordergrund (IV-act. 25).
A.e Im Verlaufsbericht vom 3. Januar 2013 bezeichneten Dr. C._ und lic. phil. D._
den Gesundheitszustand als stationär. Als neue Diagnosen erwähnten sie (nebst der
mittelgradigen bis schweren depressiven Episode mit somatischem Syndrom) eine
posttraumatische Belastungsstörung - es fänden sich in der Anamnese mehrfache
Traumatisierungen, die entsprechenden Symptome seien vorhanden, ausgelöst durch
den Suizid des Bruders - sowie auf Bewegungsmangel zurückzuführende
Rückenschmerzen. In einer ruhigen Tätigkeit in verständnisvollem Umfeld bzw. in
geschütztem Rahmen bestehe eine Arbeitsfähigkeit von zwei Tagen pro Woche; die
Leistungsfähigkeit sei um ca. 50 % reduziert (IV-act. 30). Im Verlaufsbericht vom 18.
Juni 2013 beschrieben sie einen stationär bis verschlechterten Gesundheitszustand.
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Die bisherige Tätigkeit sei nicht und andere Tätigkeiten seien eher nicht zumutbar, die
Arbeitsunfähigkeit habe sich auf 80 % erhöht (IV-act. 41).
A.f Die Eingliederungsverantwortliche schloss am 6. August 2013 den Fall ab (IV-act.
44). Am 19. September 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, aufgrund des
Gesundheitszustandes seien zurzeit keine beruflichen Massnahmen möglich (IV-act.
46).
A.g Med. prakt. E._, Facharzt Neurologie und Psychiatrie/Psychotherapie,
diagnostizierte gemäss Arztbericht vom 4. Oktober 2013 eine schwere depressive
Störung und eine chronische generalisierte Angststörung, bestehend je seit 2010,
sowie den Verdacht auf eine abhängige Persönlichkeit. Die Versicherte leide unter
massiven Schuldgefühlen, latenter Suizidalität, intensiven diffusen körperlichen
Beschwerden, Schmerzen und Schlafstörungen. Es bestehe eine schwere depressive
Symptomatik, die Versicherte sei selbst mit den Alltagsaufgaben überfordert. Weder
die bisherige noch andere Tätigkeiten seien zumutbar (IV-act. 48-1 ff.; vgl. auch Bericht
vom 31. Januar 2014 an Dr.med. F._, Allgemeine Innere Medizin FMH, IV-act. 52-4
ff.). Im Verlaufsbericht vom 13. März 2014 äusserte med. prakt. E._ den Verdacht auf
eine abhängige und selbstunsichere Persönlichkeitsstörung bzw.
differenzialdiagnostisch eine Persönlichkeitsstörung nach Extrembelastung. Auf Druck
ihres Ehemannes habe die Versicherte mit stundenweiser Tätigkeit in einem Call Center
begonnen (IV-act. 52-1 ff.); diese umfasste ein effektives Pensum von 10 % bis 20 %
und dauerte von März bis Mai 2014 (Abklärungsbericht Haushalt vom 20. Juni 2014 IV-
act. 57-2). Im Verlaufsbericht vom 23. Juli 2014 beschrieb med. prakt. E._ den
Gesundheitszustand als verbessert. Die Arbeitsfähigkeit als Zahnarzthelferin oder in
anderen Tätigkeiten betrage 20 % (zwei Stunden täglich) und sei steigerungsfähig (IV-
act. 60).
A.h Die Versicherte arbeitete ab 18. August 2014 zu 20 % als medizinische
Praxisassistentin (Arbeitsvertrag vom 19. Juni 2014, IV-act. 68) und gab an, damit sei
sie nicht nur psychisch, sondern auch körperlich an ihrer Grenze (Strategieprotokoll
vom 23. Oktober 2014, IV-act. 69). Die Eingliederungsverantwortliche schloss den Fall
am 28. Oktober 2014 ab (IV-act. 70-4 f.), und die IV-Stelle teilte der Versicherten am 30.
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Oktober 2014 mit, zurzeit seien gemäss erneuten Abklärungen keine beruflichen
Eingliederungsmassnahmen möglich (IV-act. 73).
A.i Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die Swiss Medical Assessment- and Business-
Center (SMAB) AG am 9. April 2015 ein bidisziplinäres Gutachten (Dr.med. G._,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Untersuch 18. März 2015; Dr.med.
H._, Facharzt für Orthopädie und Traumatologie, Untersuch 17. Februar 2015). Als
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine rezidivierende
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F32.1), eine emotional
instabile Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.31) sowie eine kombinierte
Persönlichkeitsstörung mit abhängigen und ängstlich vermeidenden Zügen (ICD-10:
F61) erhoben. Die Gutachter schätzten die Arbeitsunfähigkeit auf 50 % in Tätigkeiten
ohne Wechselschicht und Akkord-/Bandarbeit. Sie führten aus, durch die
psychiatrische kombinierte Störung ergäben sich Einschränkungen hinsichtlich der
Ausdauerfähigkeit, Durchsetzungsfähigkeit, des Anpassungsvermögens und der
sozialen Interaktion. Eine wesentliche Veränderung im Verlauf seit dem 31. Mai 2012
(beziehungsweise seit September 2011) könne nicht nachgewiesen werden (IV-act. 82).
A.j Mit Vorbescheid vom 19. Juni 2015 stellte die IV-Stelle der Versicherten die
Zusprache einer halben Rente ab 1. November 2012 in Aussicht (IV-act. 88). Mit
Einwand vom 21. August 2015 liess die Versicherte geltend machen, es habe seit 2010
durchgehend eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit bestanden; die Einschätzung der
Gutachter könne erst ab dem Zeitpunkt der Begutachtung (18. März 2015) gelten (IV-
act. 92-1 f.).
A.k Mit Verfügung vom 17. September 2015 sprach die IV-Stelle der Versicherten eine
halbe Rente ab 1. November 2012 zu. Im Gutachten der SMAB sei eine adaptierte
Arbeitsfähigkeit von 50 % festgestellt worden, dies auch retrospektiv. Dieser
Einschätzung könne voll und ganz gefolgt werden, sei doch im bisherigen Fallverlauf
keine relevante Verbesserung des Gesundheitszustandes ersichtlich (IV-act. 99).
B.
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B.a Gegen die Verfügung vom 17. September 2015 lässt A._ am 20. Oktober 2015
Beschwerde erheben. Die angefochtene Verfügung sei unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen aufzuheben. Es sei ihr mit Wirkung ab 1. November 2012 bis
zum 17. März 2015, eventuell bis 12. März 2014, eine ganze Invalidenrente und ab 18.
März 2015, eventuell ab 13. März 2014 eine halbe Invalidenrente zuzusprechen.
Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Das bidisziplinäre Gutachten attestiere der
Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht eine medizinisch-theoretische
Arbeitsfähigkeit von 50 % als Praxisassistentin seit September 2011. Gemäss dem
Bericht von med. prakt. E._ vom 4. Oktober 2013 habe seit dem Jahr 2010 eine
schwere depressive Störung bestanden. Erst im Bericht vom 13. März 2014 halte er
eine rezidivierende depressive Störung, derzeit mittelgradig, fest. Die Gutachterin setze
sich lediglich mit dem Bericht vom 13. März 2014 auseinander, bei welchem sie keine
grossen Differenzen zu ihrer eigenen Beurteilung sehe. Entsprechend sei die
retrospektive Beurteilung der Gutachterin zurück auf das Jahr 2011 nicht schlüssig und
auch aktenwidrig. Bis mindestens zum Bericht von med. prakt. E._ vom 13. März
2014 sei aufgrund der vorliegenden Akten von einem instabilen Gesundheitszustand
und einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % auszugehen. Eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit
wäre frühestens ab dem 13. März 2014 gegeben, wobei dies fraglich erscheine und
eine nähere Auseinandersetzung mit dem Bericht durch die Gutachterin fehle.
Entsprechend müsste die Arbeitsfähigkeit von 50 % auf den Zeitpunkt der
Begutachtung vom 18. März 2015 festgelegt werden. Die Beschwerdegegnerin führe
zum Einwand aus, im Verlaufsbericht von med. prakt. E._ sei lediglich von einer
diskreten Verbesserung des Gesundheitszustandes die Rede. Wenn also keine
relevante Verbesserung des Gesundheitszustandes erfolgt sei, sei bis zum
Gutachtenszeitpunkt eine ganze Rente geschuldet (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 30. November 2015 beantragt die
Beschwerdegegnerin, es sei festzustellen, dass die Beschwerdeführerin keinen
Anspruch auf eine IV-Rente habe. Im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen. Es gebe
keine Hinweise, dass die von der SMAB AG diagnostizierte mittelgradige depressive
Störung eine eigenständige psychische Erkrankung darstelle, die nicht im
Zusammenhang mit der schwierigen psychosozialen Situation stehe. Die im Gutachten
von Dr. B._ festgehaltenen psychosozialen Belastungsfaktoren begründeten für sich
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allein keine Invalidität. Auch die im SMAB-Gutachten diagnostizierte
Persönlichkeitsstörung sei nicht invalidisierend. Eine Persönlichkeitsstörung entwickle
sich im Lauf der Kindheit bzw. im Jugendalter. Die Beschwerdeführerin sei in der Lage
gewesen, nach neun Jahren Regelschule eine Ausbildung als Dentalassistentin zu
absolvieren, die sie im Juli 2005 abgeschlossen habe. Danach habe sie sechs Monate
auf ihrem Beruf und ab dann bis August 2010 in einem Vollzeitpensum als Mitarbeiterin
in einem Callcenter gearbeitet. Demnach habe die diagnostizierte
Persönlichkeitsstörung keinen massgeblichen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführerin gehabt. Die beiden der Beschwerdeführerin im SMAB-Gutachten
attestierten psychischen Leiden fänden ihre hinreichende Erklärung in psychosozialen
Umständen und der subjektiven Auffassung der Beschwerdeführerin, weshalb von
einer vollen Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht auszugehen sei. Auf die
Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden med. prakt E._ und Dr. C._ könne
ebenfalls nicht abgestellt werden. Demnach sei gestützt auf das schlüssige Gutachten
von Dr. B._ davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin seit dem zu
beurteilenden Zeitpunkt ab November 2012 voll arbeitsfähig sei. Sie habe somit keinen
Rentenanspruch (act. G 6).
B.c Mit Replik vom 19. Januar 2016 hält die Beschwerdeführerin an den
Rechtsbegehren und Ausführungen der Beschwerde vom 20. Oktober 2015
vollumfänglich fest. Wäre die Beschwerdegegnerin der Ansicht, es sei keine Rente
geschuldet, hätte sie die (angefochtene) Verfügung widerrufen und neu verfügen
können. Sowohl Antrag als auch Begründung (der Beschwerdeantwort) widersprächen
ihrer eigenen Verfügung. Ihr Antrag könne nur so verstanden werden, dass eine
Aufhebung der Verfügung zufolge einer Wiedererwägung lite pendente beantragt werde
(act. G 10).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtet auf eine Duplik (act. G 12).

Erwägungen
1.
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In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt die Beschwerdegegnerin im Sinne einer
reformatio in peius, es sei der Beschwerdeführerin keine Invalidenrente zuzusprechen.
Dieser Antrag liegt im Rahmen des Streitgegenstandes, der den Rentenanspruch als
Ganzes umfasst (vgl. BGE 125 V 415 f., E. 2a und 2b; BGE 130 V 502, E. 1.1). Das
Bundesgericht betrachtet es als zulässig, wenn eine IV-Stelle im erstinstanzlichen
Verfahren weniger beantragt, als sie selber mit der angefochtenen Verfügung
zugesprochen hat (U. KIESER, Kommentar ATSG, 3. Aufl., Zürich 2015, Art. 61 N 151).
Alternativ hätte die Beschwerdegegnerin bis zur Einreichung der Beschwerdeantwort
die Möglichkeit gehabt, die angefochtene Verfügung auch zu Ungunsten der
Beschwerdeführerin in Wiedererwägung zu ziehen (Art. 53 Abs. 3 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Eine
solche lite pendente erlassene Verfügung hätte allerdings wiederum nur einen Antrag
an das Gericht dargestellt (vgl. KIESER, a.a.O., Art. 53 N 77). So oder anders ist der
Rentenanspruch ohne Bindung an die Parteibegehren und unter Vorbehalt der
Gewährung der Gelegenheit zum Rückzug der Beschwerde bei in Betracht kommender
reformatio in peius (Art. 61 lit. d ATSG) zu prüfen.
2.
2.1 Art. 8 Abs. 1 ATSG umschreibt Invalidität als voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist
der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem
in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR
831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person
mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 %, auf eine
halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie
mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
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Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; Urteil vom 1. Dezember
2015, 8C_586/2015, E. 2). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist
entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen
Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die
Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen;
BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne einer Richtlinie ist den im Rahmen des
Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, welche
aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die
Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/
bb).
3.
3.1 Medizinische Grundlage der angefochtenen Verfügung bildet das bidisziplinäre
Gutachten der SMAB AG vom 9. April 2015 (IV-act. 82). Es ist vorab zu klären, ob
dieses beweistauglich ist.
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3.2 Der orthopädische Gutachter erhob umfassend Anamnese und Befunde (IV-act.
82-28 ff.) und kam zum Schluss, die von der Beschwerdeführerin beklagten lumbal
lokalisierten Rückenschmerzen würden nicht zu einer Arbeitsunfähigkeit führen. Es
fänden sich keine Symptome einer vertebragenen
Nervenwurzelkompressionssymptomatik. Klinisch-funktionell sei die Beweglichkeit der
Wirbelsäule und des Rumpfes sowie sämtlicher Extremitätengelenke uneingeschränkt.
Die Beschwerdeführerin sei aus rein orthopädisch-somatischer Sicht im Rahmen ihres
grazilen Habitus und ihres Lebensalters uneingeschränkt belastbar (keine schweren
körperlichen Arbeiten, Gewichtslimite 15 kg). In der bisherigen Tätigkeit als Praxis-/
Dentalassistentin sowie in einer Verweistätigkeit bestehe eine (quantitativ)
uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (IV-act. 82-32 f.). In der psychiatrischen Anamnese
wurde festgehalten, die Beschwerdeführerin berichte über ständig traurige Stimmung,
Antriebsstörung, Konzentrations- und Ausdauermängel, wiederholte
Verfolgungsängste. Im Umgang mit anderen Menschen sei sie schreckhaft, schnell
gekränkt und fühle sich oft überfordert, in der Erziehung ihrer Kinder sei sie oft sehr
ängstlich, überbehütend. Sie leide auch unter Kraftlosigkeit, Energiemangel und
wiederholten Rückenschmerzen. Ihr Selbstbewusstsein sei tief, sie fühle sich oft sehr
verunsichert und ihrer Umgebung ausgeliefert. Die Familie sei im Krieg geflohen und
eine Schwester sei mit zwei Jahren auf der Flucht tödlich verunglückt. In den
Folgejahren sei das Leben unstet, chaotisch und von Bedrohung gezeichnet verlaufen.
Die Beschwerdeführerin sei immer wieder bei Verwandten untergebracht worden und
habe zahlreiche negative Erlebnisse gehabt, die sie bis heute verfolgten. Sie habe die
jeweils bewohnten Räumlichkeiten nicht verlassen dürfen, die Eltern seien mit sich
selbst und den politischen Verhältnissen beschäftigt und die Atmosphäre sei
gewalttätig gewesen. Sie habe die Kindheit in schlechter Erinnerung und sich oft
deprimiert, unglücklich und auch ängstlich gefühlt. Sie habe dann geheiratet und einen
Sohn geboren. Im Jahr 2010 habe sich nach langen psychischen Symptomen ihr
Lieblingsbruder suizidiert. In der zweiten Schwangerschaft (mit der am _. Mai 2011
geborenen Tochter I._, vgl. IV-act. 4-8) habe sie erhebliche Depressionen
bekommen, auch halluziniert. Zu den Depressionen habe auch der Tod ihres Bruders
beigetragen, den sie bis heute nicht verwunden habe. Sie selbst habe in den letzten
Jahren ihre Depressionen nicht ablegen können, fühle sich oft gequält, sei auch mit
Ängsten behaftet. Während ihrer Jugend habe sie ernsthaft vorgehabt, sich
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umzubringen (zweimal erhängen, einmal vor den Zug werfen). Zur Verzweiflung, die der
Suizid des Bruders bei ihr ausgelöst habe, sei die gesellschaftliche Ächtung bei
Landsleuten hinzugekommen, da der Selbstmord als schwere Sünde gelte. Sie fühle
sich seit Jahren oft schlecht, habe kein gutes Verhältnis zu ihrem Körper, traue sich
wenig zu und habe kein Durchsetzungsvermögen. Die Erledigung des Haushalts, die
Versorgung der Kinder und die Aufmerksamkeit ihnen gegenüber überforderten sie
häufig. Mit dem Ehemann gäbe es viele Auseinandersetzungen, zunächst wegen der
Einmischung seiner Brüder und der traditionellen Rollenverteilung der Unterwerfung,
später bis aktuell wegen Geldmangels. Ihr Ehemann werfe ihr auch ihre psychische
Labilität vor und habe bereits mehrfach mit Trennung gedroht. Sie fühle sich von ihm
abhängig und oft in einer ausweglosen Situation. Zu ihren Eltern und Geschwistern
bestünden lose Kontakte, Freundinnen, Kolleginnen oder Bekannte habe sie nicht. Sie
habe immer wieder Angst vor anderen Menschen und verstehe vieles auch gegen sich
gerichtet, sei schnell kränkbar und fühle sich oft durch zwischenmenschliche
Beziehungen überfordert. Sie fahre auch Auto und besorge Einkäufe für die Familie.
Der Tagesablauf bestehe aus Liegen, Hausarbeiten (vor allem Vorbereiten der
Mahlzeiten) und sich Kümmern um die Kinder. Es fehle an Energie und Kraft (IV-act.
82-19 ff.). Beruflich habe sie nach der Lehre sechs Monate als Dentalassistentin
gearbeitet. Später habe sie aus finanziellen Gründen zu 100 % und nach der zweiten
Schwangerschaft vorerst zu 100 % und dann zu 50 % in einem Callcenter gearbeitet.
Dies sei wegen ihrer psychischen Probleme nicht mehr möglich gewesen. Seit August
2014 arbeite sie zu 20 % als Praxisassistentin. Sie fühle sich an der Leistungsgrenze
und ihr Chef sei oft unzufrieden, da sie unkonzentriert sei. Sie fühle sich auch immer
wieder zu wenig anerkannt und von ihrem Chef herabgesetzt (IV-act. 82-22). Die
psychiatrische Gutachterin stellte eine durchgehende Aufmerksamkeit und
Konzentration, regelrechte Gedächtnisfunktionen, eine eher schwach ausgebildete Ich-
Funktion mit etwas eingeschränkter Durchsetzungsfähigkeit, einen Verdacht auf
abhängige und auch diskrete emotional instabile Persönlichkeitszüge, Ambivalenz-
Konflikte, eine wechselhaft und teilweise eingeschränkt wirkende Antriebsbildung, eine
herabgesetzte Ausdauer- und Anpassungsfähigkeit fest. Die Beschwerdeführerin wirke
vorzeitig erschöpfbar. Die Affektlage sei mittelgradig depressiv ausgelenkt. Es
bestünden resignativ pessimistische Erlebensinhalte und die emotionale
Schwingungsfähigkeit sei etwas eingeengt. Der Angstaffekt sei leicht erhöht (IV-act.
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82-23 f.). Beurteilend hielt die Gutachterin fest, die geschilderte Symptomatik spiegle
sich im Befund wieder. Es zeigten sich Einschränkungen des Affekts, der Ich-
Funktionen, der Anpassungs- und Durchsetzungsfähigkeit, zudem bestünden
Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion. Die Kriterien einer ängstlich vermeidenden
und abhängigen Persönlichkeitsstörung seien erfüllt, zudem zeigten sich auch Zeichen
einer leichten emotional instabilen Persönlichkeitsstörung. Im Vordergrund stehe die
depressive Störung, die auch zusätzlich mit einer Beeinträchtigung des Antriebs
einhergehe. Aus objektiver Sicht stelle sich im Gegensatz zur Auffassung der
Beschwerdeführerin eine erhöhte Arbeitsfähigkeit von 50 % dar, zumal auch soziale
familiäre Faktoren mit zur "Krankheitsunterhaltung" beitrügen und nicht in die
psychopathologischen Funktionsstörungen einzuordnen seien. Eine Arbeitsfähigkeit
von 50 % (in der bisherigen Tätigkeit oder in einer Verweistätigkeit) sei medizin-
theoretisch gegeben. Qualitativ sei die Beschwerdeführerin auf einen wohlwollenden
Arbeitsplatz ohne Akkordbedingungen oder Wechselschicht angewiesen (IV-act.
82-25).
3.3 Das psychiatrische Teilgutachten steht insoweit im Einklang mit dem
behandelnden med. prakt. E._, als eine mittelgradig ausgeprägte rezidivierende
depressive Störung und weitere Störungen aus dem Bereich Angst sowie emotional
instabiler und abhängiger, selbstunsicherer Persönlichkeit erhoben wurden (IV-act.
82-24; Bericht med. prakt. E._ vom 13. März 2014, IV-act. 52-1). Die psychiatrische
Gutachterin führte nachvollziehbar aus, in diagnostischer Hinsicht bestehe keine
wesentliche Differenz zur Beurteilung Dr. E._s (IV-act. 82-25). Dieser hatte im
Verlaufsbericht vom 23. Juli 2014 eine steigerbare Arbeitsfähigkeit von 20 % attestiert
(IV-act. 60). Die Gutachterin erklärt die Differenz zwischen ihrer Einschätzung (50 %
Arbeitsfähigkeit) und der subjektiven bzw. der von den behandelnden Fachpersonen
geschätzten Arbeitsfähigkeit grundsätzlich schlüssig durch das Vorhandensein von in
ihrer Beurteilung ausgeklammerten psychosozialen Faktoren (IV-act. 82-25).
3.4 Dr. B._ verneinte im Bericht vom 21. Juni 2012 eine
invalidenversicherungsrechtlich relevante Arbeitsunfähigkeit, da nicht invalidisierende
psychosoziale Belastungsfaktoren vorhanden seien, die zur Entstehung und zum
Fortbestehen des Beschwerdebildes wesentlich beigetragen hätten. Ausserdem könne
die differenzialdiagnostisch erwähnte Neurasthenie gemäss bundesgerichtlicher
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Rechtsprechung die Arbeitsfähigkeit nicht einschränken (Fremdakten, act. G 2 S. 6 und
S. 8). Letzteres ist weniger eine medizinische als eine rechtliche Einschätzung. Zudem
ist die invalidenversicherungsrechtliche Relevanz nicht schon deshalb ausgeschlossen,
weil psychosoziale Faktoren die Entstehung, Aufrechterhaltung oder Verschlimmerung
des Leidens bewirken (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 28. Juni 2012,
9C_537/2011, E. 3.2, vom 16. September 2009, 9C_272/2009, E. 5.2, und vom 7.
Januar 2015, 9C_140/2014, E. 3.3). Keine invalidisierende Gesundheitsschädigung ist
lediglich gegeben, wenn der medizinische Gutachter im Wesentlichen nur Befunde
erhebt, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Belastungen aufgehen
(Urteile des Bundesgerichts vom 7. Januar 2015, 9C_140/2014, E. 3.3, mit Verweis auf
BGE 127 V 294 E. 5a S. 299, und vom 28. Juni 2012, 9C_537/2011, E. 3.2, mit weiteren
Verweisen). Schliesslich stellten Dr. C._ und lic. phil. D._ nur wenige Wochen
später nachvollziehbar gestützt auf eine detailliert dokumentierte Befund- und
Anamneseerhebung deutlich schwerwiegendere Diagnosen, nämlich eine mittelgradige
(bis schwere) depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11), seit
August 2010 im Sinne einer pathologischen Trauerreaktion und eine generalisierte
Angststörung (ICD-10: F41.1; Arztbericht vom 4. August 2012, IV-act. 21-1 ff.). Somit
vermag der Bericht von Dr. B._ nicht zu überzeugen und vor allem auf die
umfassende Beurteilung im rund drei Jahre später erstatteten SMAB-Gutachten nicht
in Frage zu stellen.
3.5 Zum retrospektiven Verlauf hielt die Gutachterin fest, die letzte Tätigkeit als
Callcenter-Agentin sei am 31. Mai 2012 aus Krankheitsgründen beendet worden,
obwohl es sich um eine 50 %- Tätigkeit gehandelt habe. Offenbar habe diese auch
nicht dem psychiatrisch empfohlenen Leistungsprofil entsprochen (IV-act. 82-13). Es
ergebe sich kein "eindeutiger Anhalt", dass eine besser angepasste Tätigkeit zu diesem
Zeitpunkt nicht zu 50 % möglich gewesen sei (IV-act. 82-14). Eine Begründung dieser
retrospektiven Einschätzung ist dem Gutachten nicht zu entnehmen. Sie weicht auch
von den vorliegenden echtzeitlichen Akten deutlich ab: Dr. C._ und lic. phil. D._
attestierten im Bericht vom 18. Juni 2013 eine 80 %ige Arbeitsunfähigkeit und führten
aus, dies hätten sie aufgrund des psychischen Zustands der Beschwerdeführerin
bereits früher tun können. Es habe aber die Hoffnung bestanden, die
Beschwerdeführerin dadurch zu Arbeitsbemühungen zu motivieren; sie habe dies auch
so gewollt. Die bisherige Psychotherapie habe zu keiner Verbesserung geführt. Die
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Beschwerdeführerin sei in ihrem Hass auf die Mutter, die sie für die schweren
Probleme der Geschwister und ihre eigenen verantwortlich mache, gefangen (IV-act.
41-4). Dr. E._ diagnostizierte gemäss Bericht vom 4. Oktober 2013 unter anderem
eine schwere depressive Störung und eine chronische generalisierte Angststörung,
beide bestehend seit 2010. Es bestehe eine schwere depressive Symptomatik, die
Beschwerdeführerin sei selbst mit den Alltagsaufgaben (Kinderbetreuung und
Haushaltsführung) überfordert. Weder die bisherige noch eine andere Tätigkeit seien
zumutbar (IV-act. 48-5). RAD-Arzt Dr. J._ schloss sich dem in seiner ursprünglichen
Stellungnahme vom 25. November 2013/24. Februar 2014 an (0 % medizinisch
zumutbare Arbeitsfähigkeit seit 2010; IV-act. 51). Im Verlaufsbericht vom 13. März 2014
stufte Dr. E._ die rezidivierende depressive Störung als aktuell mittelgradig ein,
bezeichnete den Gesundheitszustand insgesamt jedoch noch als stationär (IV-act.
52-1). Am 23. Juli 2014 berichtete er von einem verbesserten Gesundheitszustand und
legte die Arbeitsfähigkeit mit zunächst 20 % fest. Er erwähnte deutliche Veränderungen
im Bewältigungsmodus; die Beschwerdeführerin sei aktiver, klärender (IV-act. 60). Die
retrospektive Einschätzung der psychiatrischen Gutachterin vermag nach dem
Gesagten nicht zu überzeugen, zumal sie keine Begründung für ihre anderslautende
Beurteilung gibt. Vielmehr ist gestützt auf die echtzeitlichen Berichte von Dr. C._ / lic.
phil. D._ und Dr. E._ von einem Verlauf auszugehen, in dem bis zur geänderten
Diagnose im März 2014 (mittelgradige statt schwere Symptomatik) von einer
ausgewiesenen Arbeitsunfähigkeit von (mindestens) 80 % auszugehen.
3.6 Aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht liegt nicht eine behandlungsfähige
leichte bis mittelschwere Depression vor, sondern eine ursprünglich mittelschwere bis
schwere, deren Auswirkungen durch eine zumutbare Behandlung erst soweit gemildert
werden konnten, dass nun eine 50 %ige Arbeitsfähigkeit vorliegt. Einer weiteren
Verbesserung ist gegebenenfalls durch eine Revision Rechnung zu tragen. Nachdem
die vorhandenen psychosozialen Belastungsfaktoren durch die Gutachter in ihre
Schätzung der Arbeitsfähigkeit einbezogen worden sind, können sie nicht ein weiteres
Mal bzw. in höherem Ausmass herangezogen werden. Auf den Bericht von Dr. B._
vom 21. Juni 2012 kann aufgrund der späteren Beurteilungen mit schwerwiegenderen
Diagnosen und insbesondere nach der ausdrücklichen und abweichenden Bewertung
der psychosozialen Belastungsfaktoren im SMAB-Gutachten vom 9. April 2015 nicht
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abgestellt werden (vgl. E. 3.4). Auch in rechtlicher Sicht ist somit von einer (mindestens)
80 %igen bzw. 50 %igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
4.
4.1 Gestützt auf die echtzeitlichen Arztberichte und die psychiatrische Einschätzung
im Gutachten war die Beschwerdeführerin in ihrer bisherigen Tätigkeit vom 6.
September 2011 bis 31. Mai 2012 zu 100 % (Arztbericht Dr. C._ vom 4. August 2012,
IV-act. 21-3) und ist seither zu mindestens 80 % bzw. ab März 2014 zu 50 %
arbeitsunfähig. Das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG war somit am 5.
September 2012 erfüllt. Aufgrund der Anmeldung am 24. Mai 2012 (IV-act. 1) besteht
indes ein allfälliger Rentenanspruch erst ab 1. November 2012 (Art. 29 Abs. 1 und 3
IVG). Massgebend für den Einkommensvergleich ist somit das Jahr 2012 (BGE 129 V
222).
4.2 Die Beschwerdeführerin erlangte am 1. Juli 2005 das Fähigkeitszeugnis als
Dentalassistentin mit Röntgenberechtigung (IV-act. 5-1). Gemäss Auszug aus dem
individuellen Konto (IK) war sie danach temporär erwerbstätig und zwischenzeitlich
nichterwerbstätig und nahm am 1. Januar 2009 ihre Tätigkeit im Callcenter auf (IV-act.
66), welche sie nach ihrer Schwangerschaft gesundheitsbedingt nicht mehr ausübte
(IV-act. 19-10 f.). Als Callagentin im Stundenlohn erzielte sie vorübergehend ein
Einkommen, welches unter dem Durchschnittswert gemäss Lohnstrukturerhebung
(LSE) und Lohnentwicklung des Bundesamtes für Statistik (BFS), Anforderungsniveau
4, Frauen, liegt (2009: Fr. 46'447.-- [IV-act. 66--1] gegenüber Fr. 52'457.--
[Informationsstelle AHV/IV, IV, Ausgabe 2015, Bern 2015, Anhang 2]). Nachdem die
Beschwerdeführerin bereits im Folgejahr vor allem wegen Krankheit noch weniger
verdiente, fehlt eine Grundlage für die Annahme eines repräsentativen
Valideneinkommens. Für die Bemessung des Validen- und Invalideneinkommens ist
deshalb vom gleichen Tabellenlohn auszugehen und der Invaliditätsgrad kann durch
einen Prozentvergleich bestimmt werden (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Februar
2015, 9C_888/2014, E. 2). Die Verbesserung des Gesundheitszustandes im März 2014
(E. 3.5) wird gemäss Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung
(IVV; SR 831.201) auf den 1. Juli 2014 rentenwirksam. Die Beschwerdeführerin hat
somit ab 1. November 2012 Anspruch auf eine ganze und ab 1. Juli 2014 auf eine halbe
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Rente. Auch wenn angenommen würde, die Beschwerdeführerin hätte ohne
Gesundheitsschaden wieder eine Arbeitsstelle als Dentalassistentin angenommen,
würde sich daran nichts ändern: Ausgehend von einem aktuell durchschnittlichen
Monatslohn von Fr. 4'300. (http://www.lohncheck.ch/lohn/gesundheit/Dentalassistent/
geschlecht, eingesehen am 17. Januar 2017) wäre von einem Jahreseinkommen von
Fr. 55'900.-- (13 x Fr. 4'300.--) auszugehen. Unter Berücksichtigung der
Nominallohnentwicklung beläuft es für das Jahr 2012 auf höchstens Fr. 54'735.-- (der
Nominallohnindex ist erst für das Jahr 2015 verfügbar und beträgt für Frauen 2015:
2686, 2012: 2630; vgl. update Informationsstelle AHV/IV, IV, Ausgabe 2015, abrufbar
unter http://www.shop.ahv-iv.ch/data/docs/download/ 21902/de/Anhaenge-1-Saeule-
Stand-Januar-2017.pdf). Bei einem für das Invalideneinkommen massgeblichen Lohn
im Jahr 2012 von Fr. 51'441.-- (Informationsstelle AHV/IV, a.a.O.) und einem der
Erwerbsfähigkeit von 50 % entsprechenden Invalideneinkommen von Fr. 25'721.--
würde kein den Anspruch auf eine Dreiviertelsrente begründender Invaliditätsgrad
erreicht (Fr. 54'735.-- ./. Fr. 25'721.-- = Fr. 29'014.-- Erwerbseinbusse bzw. 53 %).
5.
5.1 In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 17. September
2015 aufzuheben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. November 2012 eine
ganze und ab 1. Juli 2014 eine halbe Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung und
Ausrichtung der Rentenleistung ist die Sache an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint
in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die
Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
zu bezahlen. Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss von Fr.
600.-- ist ihr zurückzuerstatten.
5.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädigung. Diese ist vom Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei
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insbesondere der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen
ist (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). In der vorliegenden
Streitsache erscheint eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 3'500.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) angemessen.