Decision ID: 6d50ee2e-4a68-545f-b83a-77f618d6da0a
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer suchte am 6. März 2021 in der Schweiz um Asyl
nach und gab an, er sei am (...) geboren worden.
B.
Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac)
ergab, dass der Beschwerdeführer am 26. November 2019 illegal nach Ita-
lien eingereist und von den italienischen Behörden registriert worden war.
Gestützt darauf ersuchte das SEM die italienischen Behörden am 18. März
2021 um zusätzliche Informationen im Sinne von Art. 34 der Verordnung
(EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom
26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung
des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehö-
rigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-
nationalen Schutz zuständig ist (Neufassung) (ABl. L 180/31 vom
29.6.2013; nachfolgend: Dublin-III-VO). Die italienischen Behörden teilten
mit, gestützt auf seine eigenen Angaben sei der Beschwerdeführer bei
ihnen mit dem Geburtsdatum (...) registriert worden.
C.
Am 25. März 2021 führte das SEM mit dem Beschwerdeführer eine Erst-
befragung durch. Dabei wurde er unter anderem zu seinem Alter und sei-
nem Aufenthalt in Europa befragt und darüber informiert, dass er zu einer
Altersabklärung eingeladen werde.
D.
Das Altersgutachten vom Institut für Rechtsmedizin des Kantonsspitals
St. Gallen datiert vom 7. April 2021. Am 1. April 2021 wurden eine Rönt-
genuntersuchung der (linken) Hand, eine Computertomografie der Schlüs-
selbein-/Brustbeingelenke, eine Panoramaröntgenuntersuchung des
Ober- und Unterkiefers sowie eine körperliche Untersuchung durchgeführt.
In der zusammenfassenden Beurteilung wurde festgestellt, die erhobenen
Befunde ergäben ein durchschnittliches Lebensalter von 18 bis 23 Jahren.
In einer Gesamtwürdigung aller Untersuchungsbefunde lasse sich beim
Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Untersuchung am 1. April 2021 ein Min-
destalter von 19 Jahren ermitteln. Das vom Betroffenen angegebene Ge-
burtsdatum (chronologisches Lebensalter von 15 Jahren und 11 Monaten)
könne somit aufgrund der Ergebnisse der forensischen Altersschätzung
nicht zutreffen.
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Seite 3
E.
Am 8. April 2021 gewährte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer das
rechtliche Gehör zur beabsichtigten Anpassung seines Alters auf den 1. Ja-
nuar 2002 im Zentralen Migrationsinformationssystem (ZEMIS) von Amtes
wegen auf den 1. Januar 2002.
F.
Die Rechtsvertretung des Beschwerdeführers nahm mit Eingabe vom
16. April 2021 Stellung dazu.
G.
Am 19. April erfasste die Vorinstanz den 1. Januar 2002 als Geburtsdatum
des Beschwerdeführers im ZEMIS (mit Bestreitungsvermerk) und betrach-
tete ihn für das weitere Verfahren als volljährig.
H.
Am 23. April 2021 ersuchte die Vorinstanz die italienischen Behörden um
Übernahme des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-
VO. Die italienischen Behörden nahmen innerhalb der festgelegten Frist
zum Übernahmeersuchen des SEM keine Stellung.
I.
Mit Eingabe vom 12. Mai 2021 reichte der Beschwerdeführer ein Farbfoto
seiner gambischen Geburtsurkunde ein.
J.
Mit Verfügung vom 24. Juni, eröffnet am 25. Juni 2021, trat die Vorinstanz
auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, wies ihn aus der
Schweiz in den für ihn zuständigen Dublin Mitgliedstaat Italien weg, hielt
fest, er müsse die Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist ver-
lassen, und beauftragte den zuständigen Kanton mit dem Vollzug der Weg-
weisung. Weiter stellte die Vorinstanz fest, einer allfälligen Beschwerde
komme keine aufschiebende Wirkung zu. Dem Beschwerdeführer wurden
zudem die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis ausgehän-
digt.
K.
Dagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 2. Juli 2021 beim
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragte, die vorinstanzliche
Verfügung sei aufzuheben, auf sein Asylgesuch einzutreten und ein natio-
nales Asylverfahren durchzuführen, eventualiter sei die Sache zur weiteren
Abklärung an die Vorinstanz zurückzuweisen und das im ZEMIS geänderte
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Geburtsdatum auf den (...) zu berichtigen. Der vorliegenden Beschwerde
sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen und ihm die unentgeltliche Pro-
zessführung zu gewähren, insbesondere sei von der Erhebung eines Kos-
tenvorschusses abzusehen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-
lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig
und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-
gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG).
1.2 Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdefüh-
rung legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1
VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist – unter
Vorbehalt von E.3 – einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 105 AsylG
i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
2.
Auf das Rechtsbegehren, das Geburtsdatum im ZEMIS sei auf den (...) zu
ändern, ist nicht einzutreten, da bis zum jetzigen Zeitpunkt keine entspre-
chende beschwerdefähige Verfügung des SEM erfolgt ist und der ZEMIS-
Eintrag insbesondere nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung ist.
Es ist dem Beschwerdeführer unbenommen, mit einem entsprechenden
Gesuch an das SEM zu gelangen, das zur Behandlung eines solchen ver-
pflichtet ist.
3.
Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im Ver-
fahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten
Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weiterungen und mit summarischer
Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).
4.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige oder
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
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Seite 5
5.
5.1 Eine geltend gemachte Minderjährigkeit ist von der asylsuchenden Per-
son zu beweisen, soweit ihr ein Beweis möglich ist, und andernfalls we-
nigstens glaubhaft zu machen, da sie die Beweislast dafür trägt, auch wenn
das SEM die entscheidrelevanten Sachverhaltsmomente von Amtes we-
gen festzustellen hat (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweize-
rischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 30 E. 5.3.3; BVGE
2018/VI/3 E. 4.2.3 m.w.H.). Im Rahmen einer Gesamtwürdigung ist eine
Abwägung aller Anhaltspunkte, die für oder gegen die Richtigkeit der be-
treffenden Altersangabe sprechen, vorzunehmen (vgl. BVGE 2009/54
E. 4.1).
5.2 Das SEM stützt sich zur Begründung der Volljährigkeit des Beschwer-
deführers im Wesentlichen auf das Altersgutachten des Instituts für Rechts-
medizin des Kantonsspitals St. Gallen vom 7. April 2021, das in einer Ge-
samtwürdigung aller Untersuchungsbefunde beim Beschwerdeführer im
Zeitpunkt der Untersuchung am 1. April 2021 ein Mindestalter von 19 Jah-
ren ermittelte. Im Weiteren hielt die Vorinstanz fest, dass die Altersangaben
des Beschwerdeführers in den Befragungen vor den Schweizer Asylbehör-
den im Widerspruch zu seinen Altersangaben in Italien stünden, wo er sich
als volljährig habe registrieren lassen. Im Übrigen komme der eingereich-
ten Geburtsurkunde ein lediglich geringer Beweiswert zu, da es sich um
eine leicht manipulierbare Farbkopie handle.
5.3 In der Beschwerde wird im Wesentlichen geltend gemacht, der Be-
schwerdeführer habe in den Befragungen substantiierte und widerspruchs-
freie und mithin glaubhafte Angaben zu seinem Alter und zu seiner Biogra-
fie gemacht. Im Weiteren habe er glaubhaft dargelegt, dass er gegenüber
den italienischen Behörden nie Angaben zu seinem Alter gemacht habe.
Vielmehr sei er von den italienischen Behörden absichtlich als volljährig
registriert worden, damit sie ihn in Haft hätten nehmen können. Zudem sei
das vom SEM in Auftrag gegebene Altersgutachten zweifelhaft und habe
keine ganzheitliche Einschätzung im Sinne von körperlichen, psychologi-
schen wie auch kulturellen Entwicklungs- und Umweltfaktoren berücksich-
tigt.
5.4 Was das Alter des Beschwerdeführers anbelangt, kann vorab vollum-
fänglich auf die zutreffenden Ausführungen in der angefochtenen Verfü-
gung verwiesen werden. Gegen die behauptete Minderjährigkeit des Be-
schwerdeführers spricht vorab die forensische Altersschätzung, welche
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beim Untersuchungsdatum vom 1. April 2021 ein Mindestalter von 19 Jah-
ren ergab. Der unsubstantiierte Einwand des Beschwerdeführers, das Gut-
achten habe keine ganzheitliche Einschätzung im Sinne von körperlichen,
psychologischen wie auch kulturellen Entwicklungs- und Umweltfaktoren
berücksichtigt, überzeugt nicht. So stützt sich die forensische Altersschät-
zung nebst einer Anamnese auf ein Röntgen der linken Hand und der
Zähne sowie ein Schlüsselbein-Computertomogramm und es legt die an-
gewandte Methodik wissenschaftlich dar (vgl. medizinisches Sachverstän-
digengutachten, SEM act. 1090029-19/7). Das Bundesverwaltungsgericht
hat keine Veranlassung, die Schlussfolgerung des Altersgutachtens in
Zweifel zu ziehen. Im Weiteren führte die Vorinstanz in ihrer Verfügung zu-
treffend aus, dass es sich bei der vom Beschwerdeführer eingereichten
Geburtsurkunde um eine Kopie handle, der aufgrund der leichten Manipu-
lierbarkeit ein lediglich geringer Beweiswert zukomme. Überdies gibt die-
ses Dokument als Geburtstag den «(...)» an, während der Beschwerdefüh-
rer angab, am (...) geboren worden zu sein (vgl. Befragungsprotokoll, SEM
act. 1090029-14/12 S. 2). Mithin vermag das Beweismittel die geltend ge-
machte Minderjährigkeit ebenfalls nicht zu stützen. Darüber hinaus erge-
ben sich aus den Akten weitere Ungereimtheiten betreffend das vom Be-
schwerdeführer angegebene Alter. Die italienischen Behörden teilten der
Vorinstanz mit, dass er dort ursprünglich mit dem Geburtsdatum (...) regis-
triert worden sei. Für dieses Geburtsdatum findet sich sowohl in der Stel-
lungnahme vom 16. April 2021 als auch in der Beschwerde keine plausible
Erklärung. Schliesslich sind die Aussagen des Beschwerdeführers im Rah-
men der Erstbefragung zu seinem Alter sowie familiären Umfeld und Schul-
bildung auffallend vage ausgefallen. Beispielsweise führte er aus, als Kind
eine Koranschule besucht zu haben, konnte aber nicht darlegen, wie alt er
damals gewesen sei. Weiter erinnerte er sich nicht daran, wie alt er damals
gewesen sei, als er in Gambia Kunden für eine Auto-Garage angeworben
habe. Nach dem Gesagten lassen weder die sich in den Akten befindenden
Beweismittel noch die unsubstantiierten Aussagen des Beschwerdeführers
stichhaltige Rückschlüsse auf die behauptete Minderjährigkeit im Zeitpunkt
der Einreichung seines Asylgesuchs in der Schweiz zu. Zusammenfassend
ergibt sich, dass das SEM zu Recht von der Volljährigkeit des Beschwer-
deführers ausgegangen ist. Es kann daher darauf verzichtet werden, auf
die weiteren diesbezüglichen Vorbringen in der Beschwerde einzugehen.
6.
6.1 Auf Asylgesuche ist in der Regel nicht einzutreten, wenn Asylsuchende
in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des Asyl-
und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
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Seite 7
Abs. 1 Bst. b AsylG). Zur Bestimmung des staatsvertraglich zuständigen
Staates prüft das SEM die Zuständigkeitskriterien gemäss Dublin-III-VO.
Führt diese Prüfung zur Feststellung, dass ein anderer Mitgliedstaat für die
Prüfung des Asylgesuchs zuständig ist, tritt das SEM, nachdem der betref-
fende Mitgliedstaat einer Überstellung oder Rücküberstellung zugestimmt
hat, auf das Asylgesuch nicht ein (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 6.2).
6.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem
einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III als
zuständiger Staat bestimmt wird. Das Verfahren zur Bestimmung des zu-
ständigen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat
erstmals ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO).
6.3 Im Falle eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge)
sind die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der
dort aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskri-
terien; vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden, und es ist von der Si-
tuation im Zeitpunkt, in dem der Antragsteller erstmals einen Antrag in ei-
nem Mitgliedstaat gestellt hat, auszugehen (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO). Im
Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) findet dem-
gegenüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach Ka-
pitel III statt (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.).
6.4 Wenn eine antragstellende Person, aus einem Drittstaat kommend, die
Land-, See- oder Luftgrenze eines Mitgliedstaates illegal überschritten hat,
ist dieser Staat gemäss Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO für die Prüfung des
Antrags auf internationalen Schutz zuständig. Die Zuständigkeit endet ge-
mäss dieser Norm zwölf Monate nach dem Tag des illegalen Grenzüber-
tritts.
6.5 Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller in den eigentlich zu-
ständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche Gründe für die
Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für
Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische Schwachstellen aufwei-
sen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden Behand-
lung im Sinne von Artikel 4 der Charta der Grundrechte der Europäischen
Union (2012/C 326/02, nachfolgend: EU-Grundrechtecharta) mit sich brin-
gen, ist zu prüfen, ob aufgrund dieser Kriterien ein anderer Mitgliedstaat
als zuständig bestimmt werden kann. Kann kein anderer Mitgliedstaat als
zuständig bestimmt werden, wird der die Zuständigkeit prüfende Mitglied-
staat zum zuständigen Mitgliedstaat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO).
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Seite 8
6.6 Der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat ist verpflichtet,
eine antragstellende Person, die in einem anderen Mitgliedstaat einen An-
trag gestellt hat, nach Massgabe der Art. 21, 22 und 29 Dublin-III-VO auf-
zunehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. a Dublin-III-VO).
6.7 Jeder Mitgliedstaat kann abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO
beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-
tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn
er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-
fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO). Dieses sogenannte
Selbsteintrittsrecht wird im Landesrecht durch Art. 29a Abs. 3 der Asylver-
ordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) konkretisiert und
das SEM kann das Asylgesuch gemäss dieser Bestimmung «aus humani-
tären Gründen» auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO
ein anderer Staat zuständig wäre.
7.
Die Dublin-III-VO räumt den Schutzsuchenden grundsätzlich kein Recht
ein, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch
BVGE 2010/45 E. 8.3). Den vorliegenden Akten ist zu entnehmen, dass
der Beschwerdeführer am 26. November 2019 illegal nach Italien einge-
reist und von den italienischen Behörden registriert worden war. Am
23. April 2021 ersuchte die Vorinstanz die italienischen Behörden gestützt
auf Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO um Übernahme des Beschwerdeführers.
Diese liessen das Ersuchen innert der in Art. 22 Abs. 1 Dublin-III-VO vor-
gesehenen Frist unbeantwortet, womit sie ihre Zuständigkeit implizit aner-
kannten (Art. 22 Abs. 7 Dublin-III-VO). Die grundsätzliche Zuständigkeit
Italiens ist somit gegeben. Dies gilt insbesondere angesichts der oben fest-
gestellten Volljährigkeit des Beschwerdeführers (vgl. Art. 7 Abs. 4 Dublin-
III-VO).
8.
8.1 Die Vorinstanz hält zur Begründung ihres Nichteintretensentscheids zu
Recht fest, der geäusserte Wunsch, nicht nach Italien zurückzukehren,
habe keinen Einfluss auf die Zuständigkeit für das Asyl- und Wegweisungs-
verfahren. Es obliege den italienischen Behörden, das Asylgesuch des Be-
schwerdeführers zu prüfen, seinen Aufenthaltsstatus zu regeln oder gege-
benenfalls eine Wegweisung ins Heimatland anzuordnen. Es würden keine
konkreten Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass sich Italien nicht an seine
völkerrechtlichen Verpflichtungen halten und die Asyl- und Wegweisungs-
verfahren nicht korrekt durchführen würde.
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8.2 In der Beschwerde werden unter Bezugnahme auf verschiedene Quel-
len mehrere Mängel im italienischen Asylwesen geltend gemacht. Es sei
unter den momentanen Umständen nicht klar, ob er in Italien überhaupt
Zugang zu einem fairen Asylverfahren und zu einer Unterbringung haben
werde. Asylsuchende hätten grundsätzlich nur noch Zugang zu den Notun-
terkünften (und teilweise nicht einmal mehr das), wo es weder genügend
medizinische noch psychologische Betreuung noch angemessene sanitäre
Anlagen gebe und die hygienischen Zustände sehr schlecht seien. Men-
schen aus den Asylstrukturen würden auch auf Schiffen in Quarantäne un-
tergebracht. Nach dem dortigen Aufenthalt würden sie nicht automatisch in
die angestammten Unterkünfte zurückgebracht und es werde nicht einmal
garantiert, dass sie wieder ins Asylverfahren aufgenommen würden. Ins-
gesamt sei davon auszugehen, dass in Italien systematische Mängel be-
stünden in Bezug auf die Unterbringung von Asylsuchenden, deren medi-
zinische Versorgung und der Rechtsstaatlichkeit des Verfahrens. Bei einer
Rückkehr laufe er Gefahr, wieder auf der Strasse zu landen, nicht genug
Essen und Trinken zu erhalten oder gar unter unmenschlichen Bedingun-
gen und grundlos inhaftiert zu werden. Eine Ausschaffung nach Italien sei
in seinem Fall als Verletzung von Art. 3 EMRK zu werten.
8.3 Im Lichte von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO ist zu prüfen, ob es wesentli-
che Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfahren und die Aufnahmebe-
dingungen für Asylsuchende in Italien würden systemische Schwachstellen
aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder entwürdigenden
Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU-Grundrechtecharta mit sich
bringen würden.
Italien ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. Dezem-
ber 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder ernied-
rigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens
vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK,
SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967
(SR 0.142.301) und es kann nach wie vor davon ausgegangen werden,
Italien komme seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflichtungen
nach und anerkenne und schütze weiterhin die Rechte, die sich für Schutz-
suchende aus den Richtlinien des Europäischen Parlaments und des Ra-
tes 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zu-
erkennung und Aberkennung des internationalen Schutzes (sog. Verfah-
rensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von
Normen für die Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz bean-
tragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben.
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Diese Ansicht wird durch den EGMR bestätigt, indem dieser in seiner bis-
herigen Rechtsprechung festhält, dass in Italien kein systemischer Mangel
an Unterstützung und Einrichtungen für Asylsuchende bestehe, obwohl die
allgemeine Situation und insbesondere die Lebensumstände von Asylsu-
chenden, anerkannten Flüchtlingen und Personen mit einem subsidiären
Schutzstatus in Italien gewisse Mängel aufweisen würden (vgl. die Urteile
des EGMR Mohammed Hussein und andere gegen die Niederlande vom
2. April 2013 [Beschwerde-Nr. 27725/10] und A.S. gegen die Schweiz vom
30. Juni 2015 [Beschwerde-Nr. 39350/13]).
Unter diesen Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO
nicht gerechtfertigt.
8.4 Sodann kann jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-
III-VO beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder
Staatenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch
wenn er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die
Prüfung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbstein-
trittsrecht). Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999
(AsylV 1, SR 142.311) konkretisiert das Selbsteintrittsrecht landesrechtlich
und legt es ins pflichtgemässe Ermessen des SEM, ein Gesuch aus huma-
nitären Gründen auch dann zu behandeln, wenn die Prüfung ergeben hat,
dass ein anderer Staat dafür zuständig ist. Indessen besteht auf die Aus-
übung des Selbsteintrittsrecht ein einklagbarer Anspruch, wenn die Über-
stellung des Antragsstellers in den an sich zuständigen Mitgliedstaat über-
geordnetes Recht, namentlich eine Norm des Völkerrechts, verletzen
würde (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.2; ferner Urteil des BVGer F-3457/2019
vom 11. Juli 2019 E. 4.4, je m.w.H.).
8.4.1 Zwar kann die Vermutung, Italien halte seine völkerrechtlichen Ver-
pflichtungen ein, insbesondere mit Blick auf Art. 3 EMRK im Einzelfall wi-
derlegt werden (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4 f.; Urteil des BVGer
D-5698/2017 vom 6. März 2018 E. 5.3.1). Was seine diesbezüglichen Ein-
wände anbelangt, ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer bis anhin in
Italien noch gar kein Asylgesuch gestellt hat. Im Weiteren ist er gehalten,
sich – nach der Stellung eines Asylgesuchs – gegebenenfalls bei einer vo-
rübergehenden Einschränkung nötigenfalls an die italienischen Behörden
wenden und die ihm zustehenden Aufnahmebedingungen auf dem Rechts-
weg einfordern (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie). Neben den staatlichen
Strukturen nehmen sich auch zahlreiche private Hilfsorganisationen der
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Seite 11
Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen an, bei denen der Be-
schwerdeführer bei Bedarf ebenfalls um Unterstützung nachsuchen kann.
Den Akten sind auch keine Gründe für die Annahme zu entnehmen, Italien
werde in seinem Fall den Grundsatz des Non-Refoulements missachten
und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem sein Leib, Leben oder
seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet sind
oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land ge-
zwungen zu werden. Es besteht somit kein Grund zur Annahme, der Be-
schwerdeführer gerate in Italien wegen fehlenden Zugangs zum Asylver-
fahren oder ungenügender Aufenthaltsbedingungen in eine existenzielle
Notlage. Insgesamt ergibt sich in diesem Zusammenhang aus der Über-
stellung nach Italien mithin keine Verletzung von Art. 3 EMRK oder anderer
völkerrechtlicher Verpflichtungen.
8.4.2 Was den medizinischen Sachverhalt anbelangt, ist darauf hinzuwei-
sen, dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheit-
lichen Problemen nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3
EMRK darstellen kann. Eine vom EGMR definierte Konstellation betrifft
Schwerkranke, die durch die Abschiebung – mangels angemessener me-
dizinischer Behandlung im Zielstaat – mit einem realen Risiko konfrontiert
würden, einer ernsten, raschen und unwiederbringlichen Verschlechterung
ihres Gesundheitszustands ausgesetzt zu werden, die zu intensivem Lei-
den oder einer erheblichen Verkürzung der Lebenserwartung führen würde
(vgl. Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016,
Grosse Kammer 41738/10, §§ 180–193 m.w.H.).
8.4.3 Laut dem Bericht der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich vom
(...) leidet der Beschwerdeführer im Wesentlichen an einer akuten Belas-
tungsreaktion (ICD-10, F43.0) und einer latenten Hyperthyreose (ICD-10,
E05.9). Laut dem Bericht wird nach der ersten Stabilisierung eine Behand-
lung mittels Medikation empfohlen. Zudem würden beim Beschwerdeführer
gemäss dem Bericht intermittierende Suizidgedanken bestehen, gegen-
wärtig aber ohne solche Absichten oder Pläne.
8.4.4 Das Bundesverwaltungsgericht hat in seinem bereits erwähnten Re-
ferenzurteil E-962/2019 vom 17. Dezember 2019 festgestellt, dass der Zu-
gang für asylsuchende Personen zum italienischen Gesundheitssystem
über die Notversorgung hinaus grundsätzlich gewährleistet ist, auch wenn
es in der Praxis zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann (vgl. Referenz-
urteil E-962/2019 vom 17. Dezember 2019 E 6.2.7). Strengere Kriterien für
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Seite 12
Dublin-Überstellungen nach Italien gelten nur für schwer erkrankte Asylsu-
chende, die sofort nach der Ankunft in Italien auf lückenlose medizinische
Versorgung angewiesen sind. In solchen Fällen wurde das SEM verpflich-
tet, individuelle Zusicherungen betreffend die Gewährleistung der nötigen
medizinischen Versorgung und Unterbringung bei den italienischen Behör-
den einzuholen (vgl. a.a.O. E. 7.4.3).
8.4.5 Die beim Beschwerdeführer diagnostizierten Beeinträchtigungen
sind nicht als so gravierend einzustufen, als dass der Beschwerdeführer im
Fall einer Überstellung nach Italien mit dem Risiko einer ernsten, raschen
und unwiederbringlichen Verschlechterung seines Gesundheitszustands
konfrontiert wäre. Die medikamentöse Behandlung und eine allfällige psy-
chiatrische Therapie kann in Italien weitergeführt werden. Das beschrie-
bene Krankheitsbild vermag die Annahme der Unzulässigkeit im Sinne der
restriktiven Rechtsprechung mithin nicht zu rechtfertigen. Aufgrund des ge-
genwärtigen Gesundheitszustands kann der Beschwerdeführer nicht zur
Gruppe besonders verletzlicher Personen im Sinn des besagten Referen-
zurteils E-962/2019 gezählt werden, womit es keiner individuellen Zusiche-
rungen der italienischen Behörden bezüglich Unterbringung und medizini-
scher Versorgung bedarf. Italien verfügt über eine ausreichende medizini-
sche Infrastruktur und der Zugang zum dortigen Gesundheitssystem ist für
asylsuchende Personen – wie bereits ausgeführt – über die Notversorgung
hinaus gewährleistet (vgl. a.a.O. E. 6.2.7). Es darf somit davon ausgegan-
gen werden, dass der Beschwerdeführer adäquate medizinische Betreu-
ung finden wird. Es liegen keine konkreten Hinweise vor, wonach Italien
ihm diese verweigern würde.
8.4.6 Die schweizerischen Behörden, die mit dem Vollzug der angefochte-
nen Verfügung beauftragt sind, werden – wie das SEM dargelegt hat – die
italienischen Behörden bei der Bestimmung der konkreten Modalitäten der
Überstellung über die medizinischen Umstände informieren (vgl. Art. 31 f.
Dublin-III-VO). Gegebenenfalls kann dem Beschwerdeführer zur Sicher-
stellung einer lückenlosen Behandlung für die erste Zeit eine Reservemedi-
kation mitgegeben werden. Art. 3 EMRK steht somit einer Überstellung des
Beschwerdeführers nach Italien auch aus gesundheitlichen Gründen nicht
entgegen.
8.5 Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts verfügt das SEM bei
der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 über einen Ermessensspiel-
raum (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 und 8). Die angefochtene Verfügung ist unter
diesem Blickwinkel nicht zu beanstanden; insbesondere sind den Akten
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Seite 13
keine Hinweise auf einen Ermessensmissbrauch oder ein Über- respektive
Unterschreiten des Ermessens zu entnehmen. Das Gericht enthält sich
deshalb in diesem Zusammenhang weiterer Äusserungen. Zusammenfas-
send besteht kein Grund für die Anwendung der Ermessensklauseln von
Art. 17 Dublin-III-VO sowie von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1.
8.6 Allfällige Verzögerungen aufgrund der herrschenden Situation im Zu-
sammenhang mit der COVID-19-Pandemie stellen – gemäss aktuellem
Kenntnisstand – lediglich temporäre Vollzugshindernisse dar und vermö-
gen am Ausgang des vorliegenden Verfahrens nichts zu ändern (vgl. Urteil
des BVGer F-1829/2020 vom 9. April 2020 E. 5.2).
9.
Das SEM ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten. Weil
der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Nie-
derlassungsbewilligung ist, wurde die Überstellung nach Italien in Anwen-
dung von Art. 44 AsylG zu Recht angeordnet (Art. 32 Bst. a AsylV 1).
Gründe für eine Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeur-
teilung sind nicht ersichtlich.
10.
Da das Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des
Nichteintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist, sind
allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20)
unter diesen Umständen nicht mehr zu prüfen (vgl. BVGE 2015/18 E. 5.2
m.w.H.).
11.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einge-
treten wird.
12.
Da das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist,
sind die Anträge auf Erteilung der aufschiebenden Wirkung und auf Ver-
zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos gewor-
den.
13.
Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG. Aufgrund der vorstehenden
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Erwägungen ergibt sich, dass seine Begehren als von vornherein aus-
sichtslos zu gelten haben. Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Vo-
raussetzungen nicht gegeben, weshalb dem Gesuch nicht stattzugeben ist.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1–
3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE], SR 173.320.2) somit
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
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