Decision ID: 27915bfd-3660-4a7a-afa5-3b72e554e99d
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich am 20. April 2020 beim Regionalen
Arbeitsvermittlungszentrum (nachfolgend: RAV) an und beantragte bei der Unia
Arbeitslosenkasse (nachfolgend: Kasse) Arbeitslosenentschädigung (vgl. act. G 3.1/
A51, Eintrag vom 20. April 2020). Die Kasse bestätigte am 11. Juni 2020 seinen
Anspruch ab dem 1. Mai 2020 und legte den versicherten Verdienst, die
Taggeldleistungen sowie die Höchstzahl der Taggelder fest (vgl. act. G 8.1/262).
A.a.
Vom 1. August 2021 bis 31. Dezember 2021 arbeitete der Versicherte in einem
befristeten Arbeitsverhältnis bei der C._ in D._ (act. G 3.1/A2). Aufgrund des langen
Arbeitswegs beantragte er am 17. August 2021 Pendlerkosten- und
Wochenaufenthaltsbeiträge (PEWO) (act. G 3.1/A1). Weiterhin reichte er die Nachweise
für Stellenbemühungen ein, jener für den Monat September 2021 am 7. Oktober 2021
(act. G 3.1/A7, A13, A19, A30 und A31).
A.b.
Mit Verfügung vom 11. Oktober 2021 verneinte die Kasse den Anspruch auf
Arbeitslosenentschädigung für die Kontrollperiode August 2021, da der erzielte
Tagesverdienst höher war, als das ihm zustehende Taggeld der
Arbeitslosenentschädigung in der betroffenen Periode (act. G 3.1/A28, Verfügung vom
11. Oktober 2021). Auch für die weiteren Monate verhielt es sich so. Übernommen hat
die Kasse jedoch den Wochenaufenthaltsbeitrag von Fr. 890.90 in den entsprechenden
Monaten (vgl. Einspracheentscheid vom 10. Dezember 2021, act. G 3.1/A33).
A.c.
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Das RAV stellte den Versicherten mit Verfügung vom 25. November 2021 für fünf
Tage ab 1. Oktober 2021 in seiner Anspruchsberechtigung ein. Das RAV begründet
den Entscheid damit, dass der Versicherte seinen Arbeitsbemühungen ungenügend
nachgekommen sei. Er habe den Nachweis der Arbeitsbemühungen für die
Kontrollperiode September 2021 erst am 7. Oktober 2021 und somit nach der
gesetzlichen Frist eingereicht. Die Einreichefrist der Stellenbemühungen bis zum 5. Tag
des Folgemonats sei dem Versicherten mehrfach mitgeteilt worden, weshalb eine
Einstellung in den finanziellen Leistungen gerechtfertigt sei (act. G 3.1/A30).
A.d.
Der Versicherte reichte mit Eingabe vom 13. Dezember 2021 Einsprache gegen die
Verfügung vom 25. November 2021 ein. Er machte im Wesentlichen geltend, es lägen
entschuldbare Gründe für die verspätete Einreichung der Stellenbemühungen vor. Er
arbeite 100 % bei der AOZ entweder in der Frühschicht von 6:30 bis 15:30 Uhr bzw.
7:00 bis 16:30 Uhr oder in der Spätschicht von 13:00 bis 22:00 Uhr. Er sei aufgrund
seiner Arbeitszeiten darauf angewiesen, in D._ zu übernachten, da seine Arbeitsstelle
zu diesen Zeiten von seinem Wohnort nicht mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar sei.
Vom 28. September bis 1. Oktober 2021 habe er in der Spätschicht gearbeitet. Am
Samstag, dem 2. Oktober 2021, sei er mit Fieber aufgewacht und deshalb nicht nach
Hause zurückgekehrt. Er habe weder die Formulare noch einen Computer bei sich
gehabt. Am Montag und Dienstag, dem 4. und 5. Oktober 2021, habe er jeweils in der
Spätschicht gearbeitet, weshalb ihm die Heimreise wiederum nicht zumutbar gewesen
sei. Als er am 6. Oktober 2021 spät abends nach Hause gekommen sei, habe er
umgehend das Formular ausgefüllt und am 7. Oktober 2021 versandt. Für die
verspätete Einreichung der Stellenbemühungen lägen somit objektive
Hinderungsgründe vor. Die Einstellung sei für ihn nicht nachvollziehbar, da er mehrere
Zwischenverdienste ausübe und somit auf ein Pensum weit über 100 Stellenprozent
komme. Seine Arbeitsbemühungen seien in Betracht seines Arbeitspensums
offensichtlich genügend und eine Einstellung aufgrund einmaliger verspäteter
Einreichung unverhältnismässig. Mit der Beratung durch das RAV sei er ebenfalls nicht
zufrieden, da die Personalberaterin kaum Verständnis für seine Lage gezeigt und sich
zudem auch unnötig in seine finanziellen Verhältnisse eingemischt habe (act. G 3.1/
A34).
A.e.
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B.
Im Einspracheentscheid vom 22. Februar 2022 führte das RAV aus, dass dem
Versicherten die Heimkehr während der Spätschicht unzumutbar gewesen sei, werde
nicht bestritten. Nicht nachgewiesen sei jedoch, dass der Versicherte am 2. Oktober
2021 aufgrund Fiebers nicht nach Hause zurückgekehrt sei. Der Versicherte habe
diesbezüglich kein Arztzeugnis eingereicht. Aus den Akten gehe zudem hervor, dass er
am 29. September 2021 eine Bewerbung getätigt habe. Es sei dem Versicherten
deshalb zumutbar gewesen, auch den Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen
elektronisch einzureichen. Die Einstellung sei deshalb zu Recht erfolgt. Dass sich der
Versicherte jedoch innerhalb der Rahmenfrist nichts zu Schulden habe kommen lassen
und die Einreichung lediglich mit einem Tag Verspätung erfolgt sei, rechtfertige eine
Reduktion der Einstellungsdauer auf zwei Tage. Die Einsprache sei deshalb teilweise
gutzuheissen (act. G 3.1/A47).
A.f.
Gegen den Einspracheentscheid vom 22. Februar 2022 richtet sich die vorliegende
Beschwerde vom 19. März 2022. Der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer)
beantragt sinngemäss, die Beschwerde sei gutzuheissen und der Entscheid somit
aufzuheben. Er bringt vor, ihm seien bereits vor einem Monat die zwei Tage von der
Anspruchsberechtigung abgezogen worden, woraus sich zeige, dass sich das RAV
(nachfolgend: Beschwerdegegner) bereits im Vorfeld des Einspracheentscheids eine
Meinung gebildet habe. Er habe sich bei der Kasse informiert, was für
Voraussetzungen es für die Einstellung gebe. Dabei sei ihm mitgeteilt worden, dass bei
einem befristeten Arbeitsverhältnis nur während drei Monaten Arbeitsbemühungen
vorgewiesen werden müssten. Da er zwischen dem 1. August und dem 31. Dezember
2021 in einem 100 % Pensum gearbeitet und dadurch kein Taggeld bezogen habe,
hätte er bis Oktober 2021 keinen Stellennachweis erbringen müssen. Es sei zudem
nicht gerechtfertigt, dass ihm wegen des fehlenden Arztzeugnisses Vorwürfe gemacht
würden. Es sei normal, dass sich Menschen am Wochenende auskurieren und dabei
nicht einen Arzt aufsuchen, um ihnen dies bescheinigen zu lassen. Es handle sich
schliesslich nicht um Arbeitszeit, für welche ein solches Attest notwendig gewesen
wäre. Er habe teilweise Bewerbungen mit dem Mobiltelefon getätigt. Bei den
persönlichen Arbeitsbemühungen sei dies jedoch nicht möglich. Die Dokumente des
RAV bewahre er zu Hause auf und nicht in D._, weshalb ihm nichts Anderes
B.a.
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Erwägungen
1.
übriggeblieben sei, als die Arbeitsbemühungen erst nach seiner Heimkehr einzureichen
(act. G 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 4. Mai 2022 nahm der Beschwerdegegner Stellung
zu den Einwänden in der Beschwerde. Er verwies weitgehend auf den Entscheid vom
22. Februar 2022. Weiter liess er sich vernehmen, es sei zwar nachvollziehbar, dass der
Beschwerdeführer für den 2. Oktober 2021 kein Arztzeugnis vorweisen könne. Jedoch
wäre von ihm erwartet worden, dass er sich am Montag, dem 4. Oktober 2021, bei der
Personalberatung gemeldet hätte, um mitzuteilen, dass er seinen Nachweis nicht
rechtzeitig einreichen könne. Diese Untätigkeit stelle eine Pflichtverletzung dar, welche
die Einstellung der finanziellen Leistungen rechtfertige (act. G 3).
B.b.
Mit Schreiben vom 25. Juli 2022 ersuchte das Versicherungsgericht die Kasse um
Einreichung der Unterlagen des Beschwerdeführers (act. G 6). Diesem kam die Kasse
mit Eingabe vom 5. August 2022 nach (act. G 8).
B.c.
Den Parteien wurde mit Schreiben vom 19. August 2022 die Möglichkeit
eingeräumt, die vom Gericht eingeforderten Akten der Kasse einzusehen und
diesbezüglich nochmals Stellung zu nehmen (act. G 9). Der Beschwerdeführer reichte
am 8. September 2022 eine Stellungnahme ein (act. G 10). Auch dieses Schreiben
wurde dem Beschwerdegegner zur Kenntnis- und allfälligen Stellungnahme zugestellt,
wobei der Beschwerdegegner auf eine Stellungnahme verzichtete (act. G 11).
B.d.
Strittig ist, ob der Beschwerdeführer zu Recht in seiner Anspruchsberechtigung
wegen einer Pflichtverletzung (zu spätes Einreichen der Nachweise für die
Stellenbemühungen) für zwei Tage eingestellt wurde. Gemäss den vorliegenden Akten
war der Beschwerdeführer vom 1. August bis 31. Dezember 2021 bei der D._ in
einem befristeten Arbeitsverhältnis angestellt. Zu prüfen ist vorab, ob der
Beschwerdeführer trotz des befristeten Arbeitsverhältnisses vom August bis Dezember
2021 noch als arbeitslos galt.
1.1.
Als arbeitslos gilt, wer in keinem Arbeitsverhältnis steht und eine
Vollzeitbeschäftigung sucht (Art. 10 des Bundesgesetzes über die obligatorische
1.2.
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Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0]). Als
teilweise arbeitslos gilt, wer: a.) in keinem Arbeitsverhältnis steht und lediglich eine
Teilzeitbeschäftigung sucht oder b.) eine Teilzeitbeschäftigung hat und eine Vollzeit-
oder eine weitere Teilzeitbeschäftigung sucht (Abs. 2). Nicht mehr als arbeitslos und
somit vom Bezug von Arbeitslosentaggeldern ausgeschlossen ist, wer eine zumutbare
Arbeit im Sinne von Art. 16 AVIG annimmt (BGE 114 V 345 E. 2d). Wieweit ein
Einkommen aus einer Beschäftigung lohnmässig zumutbar ist, wird durch den
Vergleich des Taggeldes mit dem umgerechneten Bruttotagesverdienst festgestellt,
wobei bei der Umrechnung des Monatsverdienstes in den Tagesverdienst, der
Monatslohn durch den Divisor 21.7 geteilt wird. Ist der Bruttotagesverdienst tiefer als
das Bruttotaggeld, handelt es sich um Zwischenverdienst, andernfalls liegt eine
lohnmässig zumutbare Arbeit vor und für die Annahme eines Zwischenverdienstes
bleibt kein Raum (Barbara Kupfer-Bucher, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
AVIG, 5. Aufl. 2019, S. 176 f.). Als Kontrollperiode gilt jeder Kalendermonat. Die
Arbeitslosigkeit wird ab Aufnahme einer zumutbaren Arbeit beendet und setzt nach
Aufgabe dieser wieder ein (vgl. Weisung des Staatssekretariats für Wirtschaft [SECO]
vom Januar 2022, AVIG-Praxis Arbeitslosenentschädigung [nachfolgend: AVIG-Praxis
ALE], C139).
Als Zwischenverdienst gilt somit jedes Einkommen aus unselbstständiger oder
selbstständiger Erwerbstätigkeit, welches die arbeitslose Person innerhalb einer
Kontrollperiode erzielt und welches geringer ist als die ihr zustehende
Arbeitslosenentschädigung. Versicherte, die im Zwischenverdienst arbeiten, haben
deshalb gemäss Art. 10 Abs. 2 AVIG als Teilzeitarbeitslose Anspruch auf Ersatz ihres
Verdienstausfalls. Als Verdienstausfall gilt die Differenz zwischen dem in der
Kontrollperiode erzielten Zwischenverdienst, mindestens aber dem berufs- und
ortsüblichen Ansatz für die betreffende Arbeit, und dem versicherten Verdienst.
1.3.
Aus dem Arbeitsvertrag des Beschwerdeführers geht hervor, dass er zwischen
dem 1. August und dem 31. Dezember 2021 in einem befristeten Arbeitsverhältnis bei
der AOZ angestellt war. Der Lohn wurde auf Stundenbasis berechnet. Ein festes
Arbeitspensum wurde gemäss dem Arbeitsvertrag nicht vereinbart (vgl. act. G 3.1/A2).
Der Bruttoverdienst abzüglich Ferienentschädigung des Beschwerdeführers aus den
Arbeitsverhältnissen bei der AOZ und der HEKS/EPER betrug im August 2021
Fr. 5'749.10 (vgl. act. 8.1/141 und 143). Daraus resultiert ein täglicher
Bruttotagesverdienst von Fr. 261.30 (siehe Berechnung der Arbeitslosenkasse;
act. G 3.1/28). Da der Bruttotagesverdienst höher lag als das dem Beschwerdeführer
zustehende Bruttotaggeld der Arbeitslosenentschädigung in der Höhe von Fr. 177.75
1.4.
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2.
(vgl. act. G 8.1/121), zahlte die Kasse dem Beschwerdeführer keine
Arbeitslosentaggelder in dieser Kontrollperiode aus (vgl. Verfügung der Kasse vom
11. Oktober 2021, act. G 7.1/A28). Aus den Akten der Kasse ist ersichtlich, dass der
Beschwerdeführer auch in den Monaten September, Oktober, November und
Dezember 2021 keine Taggeldleistungen durch die Kasse erhielt (vgl. act. G 8.1/122,
108, 78, 63). Somit ging der Beschwerdeführer in dieser Zeit einer lohnmässig
zumutbaren Arbeit gemäss Art. 16 AVIG nach. Die Arbeitslosigkeit galt ab diesem
Zeitpunkt als beendet. Dass der Beschwerdeführer zwischen August und Dezember
2021 Pendlerkostenbeiträge gemäss Art. 68 AVIG (arbeitsmarktliche Massnahme)
erhielt, ist für die Prüfung, ob eine zumutbare Arbeit vorliegt, nicht massgebend.
Versicherte haben Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung sofern sie ihre
Pflichten gemäss Art. 17 AVIG erfüllen. Nach Art. 30 Abs. 1 lit. c AVIG ist die
versicherte Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie sich
persönlich nicht genügend um zumutbare Arbeit bemüht. Im Rahmen der in Art. 17
Abs. 1 AVIG verankerten Schadenminderungspflicht muss die versicherte Person, die
Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zuständigen
Arbeitsamtes alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu
verkürzen (vgl. Gerhard Gerhards, Kommentar zum Arbeitslosenversicherungsgesetz
[AVIG], Bd. I, 1987, N 12 zu Art. 17). Aus der Pflicht, den Eintritt der Arbeitslosigkeit zu
verhindern, fliesst die Last für die versicherte Person, sich bereits vom Zeitpunkt der
Kündigung des früheren Arbeitsverhältnisses an und damit vor Eintritt der
Arbeitslosigkeit intensiv um eine neue Arbeit zu bemühen. Die versicherte Person hat
sich dementsprechend während einer allfälligen Kündigungsfrist, aber auch generell
während der Zeit vor der Anmeldung, unaufgefordert um Stellen zu bemühen (BGE 139
V 524 E. 2.1.2).
2.1.
Die Pflicht, sich um eine neue Arbeitsstelle zu bemühen, beginnt grundsätzlich ab
dem Zeitpunkt, ab dem die versicherte Person Kenntnis davon hat, von Arbeitslosigkeit
bedroht zu sein. Dies trifft üblicherweise während der Kündigungsfrist zu (vgl.
BGE 139 V 524 E. 4.2). Bei befristeten Arbeitsverhältnissen oder Arbeitsverhältnissen
mit häufigen Wechseln ist einerseits das Ende des Arbeitsverhältnisses meistens schon
im Voraus klar, zweitens muss aufgrund der kurzen Kündigungsfristen grundsätzlich
immer von einer drohenden Arbeitslosigkeit ausgegangen werden. Deshalb müssen in
diesen Fällen Arbeitsbemühungen mindestens während der letzten drei Monate
nachgewiesen werden (AVIG-Praxis ALE/B314). Die Sanktion für fehlende oder
2.2.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 8/9
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3.
ungenügende Arbeitsbemühungen einer versicherten Person ist nach Art. 30 Abs. 1
lit. c AVIG die Einstellung in der Anspruchsberechtigung.
Da der Beschwerdeführer in den Monaten August bis Dezember 2021 nicht mehr
als arbeitslos galt, war er im strittigen Monat September 2021 nicht gehalten, die vom
RAV verlangten Kontrollvorschriften zu erfüllen. Obwohl dies dem RAV-Berater
aufgrund des Arbeitsvertrags anfangs nicht bekannt sein konnte, hätte spätestens bei
Erlass der Sanktionsverfügung am 25. November 2021 auffallen müssen, dass der
Beschwerdeführer seit August nicht mehr als arbeitslos qualifiziert werden konnte (vgl.
auch Entscheid des Sozialversicherungsgerichts Zürich vom 24. Oktober 2005, AL.
2005.00472, E. 3.2: "Ist die Arbeit ab dem [...] nicht als Zwischenverdienst zu
qualifizieren, bestand für die Beschwerdeführerin nicht während der ganzen Zeit der
Arbeitsausübung die Pflicht, eine unbefristete Stelle zu suchen. Dagegen hätte sie, um
Arbeitslosigkeit zu vermeiden, sich auf das Ende der befristeten Stelle bei der [...] um
eine neue Anstellung bemühen müssen"). Der Beschwerdeführer war aufgrund seines
befristeten Arbeitsvertrags einzig im Rahmen seiner Schadenminderungspflicht
angehalten, Stellenbemühungen während den letzten drei Monaten seines
Arbeitsverhältnisses zu tätigen. Gemäss den vorliegenden Akten ist der
Beschwerdeführer seiner Pflicht um Stellensuche in den Monaten Oktober, November
und Dezember 2021 lückenlos nachgekommen (vgl. act. G 3.1/A19, A31, A37). Der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung zufolge sind die Kontrollvorschriften für
abgemeldete Personen nicht anwendbar. Die persönlichen Arbeitsbemühungen
müssen deshalb nicht bis zum 5. Tag des folgenden Monats und jeden Monat
eingereicht werden (vgl. Art. 26 Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung; AVIV, SR 837.02). Erst
wieder ab Anmeldung ist die versicherte Person im Sinne von Art. 17 Abs. 2 AVIG
verpflichtet, die Kontrollvorschriften (Art. 18-27 AVIV) zu befolgen (BGE 139 V 524
E. 4.1). Der Beschwerdeführer wurde gemäss den Akten faktisch auf den 1. Januar
2022 wieder angemeldet (vgl. act. G 3.1/51, Eintrag vom 4. Januar 2022). Er hatte
somit erst ab Januar 2022 die Kontrollperiodenregelung von Art. 26 in Verbindung mit
Art. 27a AVIV einzuhalten und damit dem monatlichen Nachweis der
Arbeitsbemühungen nachzukommen.
2.3.
Gemäss den vorstehenden Ausführungen erfolgte die Einstellung in der
Anspruchsberechtigung folglich zu Unrecht. Die weiteren Einwände des
Beschwerdeführers, insbesondere die Gründe für das verspätete Einreichen der
Stellenbewerbungen für die Kontrollperiode September 2021, müssen deshalb nicht
3.1.
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