Decision ID: bd039e13-8884-5ad3-924e-69e11d21f2e0
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X besitzt den Führerausweis der Fahrzeugkategorien A2, B, D2, E, F und G seit
4. Oktober 1994. Am 4. September 2014 wurde sie vom Strassenverkehrs- und
Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen verwarnt, nachdem sie am 7. April 2014 in
St. Gallen im Innerortsbereich die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h um 16
km/h überschritten hatte.
B.- Am Samstag, 30. August 2014, um 10.37 Uhr, überschritt X mit einem
Personenwagen auf der Autobahn A1 bei Mörschwil die signalisierte
Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h um 49 km/h. Am Freitag, 16. Januar 2015, um
08.00 Uhr, missachtete sie erneut eine Geschwindigkeitsbeschränkung, indem sie mit
einem Personenwagen auf der Autobahn A1 bei Wiesendangen im Kanton Zürich mit
einer Geschwindigkeit von 150 km/h statt der erlaubten 120 km/h fuhr.
C.- Am 27. Mai 2015 eröffnete das Strassenverkehrsamt ein Administrativverfahren
gegen X und gewährte ihr das rechtliche Gehör. Da sie den eingeschriebenen Brief auf
der Post nicht abholte, wurde er ihr am 8. Juni 2015 ein zweites Mal per A-Post
zugestellt. Mit Verfügung vom 24. Juni 2015 entzog das Strassenverkehrsamt X den
Führerausweis wegen schwerer Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften (Geschwindigkeitsüberschreitung vom 30. August 2014)
für die Dauer von fünf Monaten. In der Begründung führte es aus, die massive
Geschwindigkeitsüberschreitung von 49 km/h sowie der Vorfall vom 16. Januar 2015
(leichte Verkehrsregelverletzung) und der getrübte Leumund (Verwarnung vom
4. September 2014) würden eine Erhöhung der Entzugsdauer von drei auf fünf Monate
rechtfertigen. X holte auch diese eingeschriebene Postsendung nicht ab. Das
Strassenverkehrsamt stellte ihr die Verfügung mit Schreiben vom 9. Juli 2015 deshalb
nochmals per A-Post zu.
D.- Mit Strafbefehl des Untersuchungsamtes St. Gallen vom 20. Juli 2015 wurde X im
Zusammenhang mit der Geschwindigkeitsüberschreitung vom 30. August 2014 der
groben Verletzung von Verkehrsregeln schuldig gesprochen und im Zusatz zum
Strafbefehl des Untersuchungsamtes St. Gallen vom 15. Dezember 2014 zu einer
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bedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je Fr. 90.– sowie zu einer Busse von
Fr. 700.– verurteilt.
E.- Gegen die Verfügung des Strassenverkehrsamtes vom 24. Juni 2015 erhob X mit
Eingabe ihres damaligen Rechtsvertreters vom 22. Juli 2015 Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission. Sie beantragte, die angefochtene Verfügung sei
vollumfänglich aufzuheben. Es sei von einem Warnungsentzug abzusehen und sie sei
allerhöchstens zu verwarnen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Rekursgegnerin. Mit Rekursergänzung vom 13. August 2015 stellte der damalige
Rechtsvertreter der Rekurrentin den Antrag, das Verfahren bis zum rechtskräftigen
Abschluss des Strafverfahrens zu sistieren. Mit Schreiben vom 14. August 2015
sistierte der Abteilungspräsident der Verwaltungsrekurskommission das
Rekursverfahren bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Strafentscheids.
F.- Am 5. November 2015 stellte das Strassenverkehrsamt der
Verwaltungsrekurskommission den rechtskräftigen Strafbefehl des
Untersuchungsamtes St. Gallen vom 20. Juli 2015 zu. Mit Schreiben vom 6. November
2015 hob der Abteilungspräsident die Sistierung des Rekursverfahrens auf und fragte
nach, ob die Rekurrentin an ihrem Rekurs festhalten wolle. Nachdem innert Frist keine
Rückmeldung eingegangen war, wurde wie angekündigt angenommen, die Rekurrentin
wolle nach wie vor eine gerichtliche Überprüfung der angefochtenen Verfügung.
Auf die Ausführungen der Rekurrentin wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen
eingegangen. Auf das Einholen einer Vernehmlassung des Strassenverkehrsamtes
wurde verzichtet.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 22. Juli 2015 ist rechtzeitig eingereicht
worden und erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen
(Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; bis
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sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Die Frage, ab welchem Zeitpunkt die Rechtsmittelfrist zu
laufen begann, kann vorliegend offen bleiben, da der Rekurs unter Berücksichtigung
der siebentägigen Abholfrist und der Gerichtsferien selbst dann rechtzeitig erhoben
wurde, wenn die erste Zustellung der angefochtenen Verfügung massgebend ist
(vgl. Art. 58 Abs. 1 und Art. 30 Abs. 1 VRP in Verbindung mit Art. 138 Abs. 3 lit. a und
Art. 145 Abs. 1 lit. b der Schweizerischen Zivilprozessordnung, SR 272). Auf den
Rekurs ist somit einzutreten.
2.- Gemäss Art. 16 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01; abgekürzt: SVG)
wird nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das
Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz vom 24. Juni 1970 ausgeschlossen ist,
der Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das
Gesetz unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG)
und schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine leichte Widerhandlung begeht,
wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer
hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG).
Ist die Verletzung der Verkehrsregeln grob und wird dadurch eine ernstliche Gefahr für
die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen, ist die Widerhandlung
schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG). Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer
durch Verletzung von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft
oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Von einer mittelschweren
Widerhandlung ist immer dann auszugehen, wenn nicht alle privilegierenden Elemente
einer leichten und nicht alle qualifizierenden Bestandteile einer schweren
Widerhandlung erfüllt sind (vgl. Botschaft, in: BBl 1999 S. 4487).
a) Im Rekursverfahren wird in tatsächlicher Hinsicht zu Recht nicht bestritten, dass die
Rekurrentin am 30. August 2014 mit einem Personenwagen auf der Autobahn A1 bei
Mörschwil in Richtung Arbon fuhr und dabei die signalisierte Höchstgeschwindigkeit
von 100 km/h um 49 km/h überschritt. Im Strafverfahren wurde sie deswegen der
groben Verletzung von Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 2 SVG schuldig gesprochen
(vgl. act. 18). Die Strafbestimmung von Art. 90 Abs. 2 SVG entspricht in Wortlaut und
Sinn Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG (vgl. BGE 132 II 234 E. 3.2).
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b) Nach Art. 4a Abs. 1 lit. d der Verkehrsregelnverordnung (SR 741.11, abgekürzt: VRV)
beträgt die allgemeine Höchstgeschwindigkeit für Fahrzeuge auf der Autobahn unter
günstigen Bedingungen 120 km/h. Dieser allgemeinen Höchstgeschwindigkeit gehen
abweichende signalisierte Höchstgeschwindigkeiten vor (Art. 4a Abs. 5 VRV). Aus
Gründen der Rechtsgleichheit hat das Bundesgericht für die Beurteilung von
Geschwindigkeitsüberschreitungen präzise Regeln aufgestellt. Unabhängig von den
konkreten Umständen liegt ein objektiv schwerer Fall etwa dann vor, wenn die
Geschwindigkeit jeweils mindestens um 25 km/h innerorts, 30 km/h ausserorts oder
35 km/h auf einer Autobahn überschritten wird (vgl. Urteil des Bundesgerichts [BGer]
1C_335/2011 vom 26. Oktober 2011 E. 2.2 mit Hinweis auf 1C_83/2008 vom
16. Oktober 2008 E. 2). Nach dieser Rechtsprechung stellt eine
Geschwindigkeitsüberschreitung von 49 km/h auf der Autobahn, wie sie die
Rekurrentin am 30. August 2014 beging, ungeachtet der konkreten Verhältnisse
objektiv eine schwere Widerhandlung dar, und zwar unabhängig davon, ob die
allgemein zulässige Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen von 120 km/h oder eine
davon abweichende (tiefere) signalisierte Höchstgeschwindigkeit galt.
c/aa) In subjektiver Hinsicht verlangt Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG ein rücksichtsloses oder
sonst schwerwiegend verkehrswidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei
fahrlässigem Handeln mindestens grobe Fahrlässigkeit. Bei einer Überschreitung der
zulässigen Höchstgeschwindigkeit, die in objektiver Hinsicht den Tatbestand von
Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG erfüllt, geht das Bundesgericht in konstanter Rechtsprechung
davon aus, dass dem Lenker eine solche Überschreitung nicht verborgen bleiben kann
und sie zumindest auf grober Fahrlässigkeit beruht, es sei denn, es bestehe eine
Ausnahmesituation (vgl. BGer 1C_263/2011 vom 22. August 2011 E. 2.6 mit Hinweisen
auf BGE 123 II 37 E. 1f und 1C_222/2008 vom 18. November 2008 E. 2.3).
Die Rekurrentin bringt vor, sie habe sich anlässlich ihrer Fahrt vom 30. August 2014 in
einer Ausnahmesituation befunden. Auf dem Weg ans SummerDays-Festival in Arbon
sei ihr Sohn plötzlich ohnmächtig geworden, weshalb ihr keine andere Möglichkeit
geblieben sei, als umgehend von der Autobahn runter und mit ihrem Kind in die
Notfallaufnahme zu gehen. Nur so habe sie die konkrete Gefährdung eines
Menschenlebens abwehren können (vgl. act. 1).
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bb) Im Strafverfahren wurde die Rekurrentin im Zusammenhang mit der
Geschwindigkeitsüberschreitung vom 30. August 2014 wegen grober Verletzung von
Verkehrsregeln rechtskräftig verurteilt (act. 18). Nach konstanter Rechtsprechung darf
die Verwaltungsbehörde von den tatsächlichen Feststellungen im Strafurteil nur
abweichen, wenn sie Tatsachen feststellt und ihrem Entscheid zugrunde legt, die dem
Strafrichter unbekannt waren oder die er nicht beachtet hat, wenn sie zusätzliche
Beweise erhebt, deren Würdigung zu einem anderen Entscheid führt, wenn die
Beweiswürdigung durch den Strafrichter den feststehenden Tatsachen klar
widerspricht, oder wenn der Strafrichter bei der Rechtsanwendung auf den Sachverhalt
nicht sämtliche Rechtsfragen abgeklärt hat, namentlich die Verletzung bestimmter
Verkehrsregeln übersehen hat (BGer 1C_476/2014 vom 29. Mai 2015 E. 2.3; BGE 124 II
103 E. 1c; VRKE IV-2012/126 vom 21. März 2013, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch).
Im Strafbefehl vom 20. Juli 2015 wird ausgeführt, die Rekurrentin habe die signalisierte
Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h um 49 km/h überschritten. Von einer
medizinischen Notsituation ist nicht die Rede. Der Sachbearbeiter mit
staatsanwaltlichen Befugnissen stützte sich beim Schuldspruch im Wesentlichen auf
den Polizeibericht vom 13. Mai 2015. Darin wurde festgehalten, die Aussage der
Rekurrentin, wonach ihr Sohn während der Fahrt vom 30. August 2014 einen
medizinischen Notfall erlitten habe und im Sanitätszelt auf dem Festivalgelände
medizinisch versorgt worden sei, könne nicht zutreffen. Zwar habe der neunzehnjährige
Sohn der Rekurrentin die Aussagen seiner Mutter bestätigt. Keine der
Sanitätspersonen oder Notfallärzte habe sich jedoch an eine entsprechende
Behandlung erinnern können. Es sei zudem kein Eintrag in der Patientenliste vorhanden
und das Sanitätszelt sei erst um 12.00 Uhr geöffnet worden und somit zum Zeitpunkt,
als die Rekurrentin ihren Sohn zur Behandlung gebracht haben will (ca. 11.00 Uhr),
geschlossen gewesen (vgl. act. 5/16 ff. inkl. Einvernahmen). Es gibt keinen Grund, an
diesen detaillierten Feststellungen im Strafverfahren zu zweifeln. Die Vorbringen der
Rekurrentin wurden von der Polizei ausführlich abgeklärt und vom Sachbearbeiter mit
staatsanwaltlichen Befugnissen gewürdigt. Somit ist die Entzugsbehörde an die
tatsächlichen Feststellungen im Strafbefehl gebunden. Im Übrigen hat die Rekurrentin
die Verteidigungsrechte sowie allfällige Rechtsmittelmöglichkeiten bereits im
Strafverfahren wahrzunehmen, wenn sie weiss oder annehmen muss, dass gegen sie
ein Führerausweisentzugsverfahren durchgeführt werden wird (BGer 6A.86/2006 vom
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28. März 2007, E. 2). Die Rekurrentin wurde durch die Polizei auf die Mitteilung an das
Strassenverkehrsamt und das Untersuchungsamt St. Gallen hingewiesen und im
Verteiler des Strafbefehls vom 20. Juni 2015 war das Strassenverkehrsamt aufgeführt.
Zudem wurde sie am 4. September 2014 wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung
verwarnt. Die Rekurrentin musste somit aufgrund der ihr zugekommenen Informationen
und ihrer Vorkenntnisse mit einer Administrativmassnahme rechnen. Schliesslich sind
die Entzugsbehörden zu eigenen Sachverhaltserhebungen nur verpflichtet, wenn klare
Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die Sachverhaltsfeststellungen im Strafurteil
unrichtig sind (vgl. BGer 6A.78/2006 vom 28. Dezember 2006 E. 2 und 6A.35/2004 vom
1. September 2004 E. 3.3 mit Hinweisen auf BGE 119 Ib 158 E. 3c/aa und 103 Ib 101
E. 2b). Solche Anhaltspunkte liegen nicht vor.
cc) Die Vorbringen der Rekurrentin müssen daher als Schutzbehauptungen gewertet
werden. Weil kein medizinischer Notfall vorlag, kann auch nicht von einer
Ausnahmesituation – oder einem Notstand – ausgegangen werden. Die Rekurrentin
musste sich demnach aufgrund des Ausmasses der Geschwindigkeitsüberschreitung
bewusst gewesen sein, dass sie die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h
massiv überschreitet. Ihr Verschulden ist mithin als schwer einzustufen und eine
schwere Widerhandlung nach Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG auch in subjektiver Hinsicht zu
bejahen.
d) Demzufolge stellt die Geschwindigkeitsüberschreitung der Rekurrentin vom 30.
August 2014 eine schwere Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften im
Sinn von Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG dar; davon ist auch die Vorinstanz ausgegangen.
3.- Bei der Festsetzung der Dauer des Lernfahr- oder Führerausweisentzugs sind die
Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen, namentlich die Gefährdung der
Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als Motorfahrzeugführer sowie die
berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen (Art. 16 Abs. 3 SVG). Die
Mindestentzugsdauer darf jedoch nicht unterschritten werden. Diese beträgt gemäss
Art. 16c Abs. 2 lit. a SVG nach einer schweren Widerhandlung mindestens drei Monate.
Eine solche schwere Widerhandlung liegt unter anderem dann vor, wenn ein
Fahrzeuglenker die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn um 35 km/h
oder mehr überschritten hat (vgl. E. 2 lit. b). Diesen Grenzwert überschritt die
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Rekurrentin am 30. August 2014 massiv, und zwar war sie 49 km/h zu schnell
unterwegs. Die Mindestentzugsdauer ist deshalb spürbar zu erhöhen. Die Verwarnung,
welche der Rekurrentin am 4. September 2014 nach einer
Geschwindigkeitsüberschreitung vom 7. April 2014 erteilt worden war, führt wegen
getrübten automobilistischen Leumunds nicht zu einer Erhöhung der Entzugsdauer;
denn verschiedene Massnahmearten (Verwarnung und Führerausweisentzug) können
nicht aufgerechnet werden (vgl. VRKE IV-2010/38 vom 23. September 2010 E. 5b/aa).
Da sich die Rekurrentin indessen am 16. Januar 2015 – und damit innert weniger als
zwei Jahre nach der Verwarnung vom 4. September 2014 – eine weitere leichte
Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften
(Geschwindigkeitsüberschreitung auf der Autobahn um 30 km/h) zu Schulden kommen
liess, hätte das Ereignis vom 16. Januar 2015 einen mindestens einmonatigen
Führerausweisentzug zur Folge (Art. 16a Abs. 2 SVG); entsprechend ist die
Entzugsdauer zu erhöhen. Weder vor der Vorinstanz noch im Rekursverfahren wurde
eine berufliche Angewiesenheit der Rekurrentin auf den Führerausweis substantiiert
dargetan. Aus den Akten ergibt sich ebenfalls nichts dergleichen, weshalb die
vorinstanzlich verfügte Entzugsdauer sicher nicht als zu lang erscheint und zu
bestätigen ist.
4.- Zusammenfassend ergibt sich somit, dass der Rekurs abzuweisen ist. Dem
Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten der Rekurrentin
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1‘200.– (vgl. Art. 7
Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12) erscheint angemessen. Der
Kostenvorschuss von Fr. 1‘200.– ist zu verrechnen.