Decision ID: 35035274-58c5-448d-a1b6-d40900d46b62
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1990 geborene
X._
war
zuletzt
in einem 100 %-Pensum als Sach
bearbeiterin
Underwriting
MF
bei de
r
Z._
AG
an
ge
stellt (Urk. 6/
14
).
Über ihre Arbeitgeberin und unter Hinweis auf psychische Prob
leme meldete
sie sich
am 7. Januar 2016 bei der Sozial
ver
siche
rungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zur Früherfassung (Urk. 6/5)
und – im An
schluss an das Früherfassungsgespräch vom 13. Januar 2016 (Urk. 6/6) –
am 17. Januar 2016 zum Leistungsbezug an (Urk. 6/8).
Die IV-Stelle tätigte beruflich-er
werb
li
che
und medizinische
Abklärungen (Urk. 6/14
, 6/20
, 6/41
), zog die Akten des Kran
ken
tag
geld
ver
sicherers bei (Urk. 6/18)
,
erteilte mit Schreiben vom 5. Juli 2016 (Urk. 6/24
, 6/26
)
sowie mit Schreiben vom 11. Oktober 2016 (Urk. 6/34
, 6/37
)
Kosten
gut
sprache für den ersten
und den zweiten
Teil der «Ar
beits
ver
mitt
lung plus»
und richtete Taggelder aus (Urk. 6/34-36
,
6/46
)
.
Infolge einer Fest
an
stellung per 1. April 2017
(
Urk.
6/43)
teilte die IV-Stelle der Versicherten am 10. April 2017 mit, mit Ausnahme der Nachbetreuung werde das Arbeitstraining
zu
gunsten der Fest
anstellung
ab
ge
brochen (Urk. 6/46
); g
leichentags erteilte
sie
Kosten
gut
sprache für einen Ein
ar
beitungszuschuss während
180 Tagen
(Urk. 6/47
, 6/49
).
Mit Schreiben vom 6. Juli 2017 teilte die IV-Stelle der Ver
si
cherten den Abschluss der Arbeits
ver
mittlung mit (Urk. 6/52).
1.2
Im Hinblick auf die Prüfung einer
Rentenzusprache
holte die IV-Stelle
einen
medi
zi
nische
n Verlaufsbericht
ein (Urk. 6/55)
und
zog erneut die Akten des Kran
ken
tag
geldversicherers bei (Urk. 6/56).
Mit Vorbescheid vom 29. November 2017 stellte sie der Versicherten die
Verneinung
eines
Rentenanspruches in Aussicht (Urk. 6/61).
Dagegen erhob die Versicherte am 18. Dezember 2017 Einwand (Urk. 6/63), welchen sie am 26. Januar 2018 ergänzte (Urk. 6/66).
Aufgrund
eines stationären
psychiatrischen
Aufenthaltes der Versicherten holte die IV-Stelle
wei
tere
medizinische Berichte ein (Urk. 6/80, 6/82, 6/87
, 6/93
).
A
m 5. Dezember 2018
er
teilte die IV-Stelle
Kostengut
sprache für ein Aufbautraining (Urk. 6/89
, 6/91
) und richtete
vom
3.
Dezember 2018 bis
5.
Mai 2019
erneut
Tag
gelder aus (Urk.
6/90, 6/95
, 6/104
).
Infolge einer Fest
an
stellung per 6. Mai 2019
(
Urk.
6/101)
teilte die IV-Stelle der Versicherten am 20. Juni 2019 den Ab
bruch des Aufbautrainings mit (Urk. 6/10
4) und gewährte ihr für die An
fangs
phase
der An
stellung
Unterstützung
in Form
ein
es
Job Coaching
s
(Urk. 6/105
, 6/106
).
Mit Schreiben vom 12. Juli 2019 teilte die IV-Stelle der Ver
sicherten den Ab
schluss der Arbeitsvermittlung mit (Urk. 6/108).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 11. November 2019 [Urk. 6/114]; Einwand vom 12. Dezember 2019 [Urk. 6/115])
verneinte
die IV-Stelle mit Verfügung vom
13. Januar 2020
einen Rentenanspruch
der Versi
cherten
(Urk. 2 [= Urk. 6/
118
]).
2.
Gegen die Verfügung
vom 13. Januar 2020 (Urk. 2)
erhob die Versicherte mit Ein
gabe vom 11. Februar 2020 Beschwerde und
beantragte
die Aufhebung der an
gefoch
tenen Verfügung,
die Zusprechung einer
Viertelsrente
vo
n
1. April 2017 bis 30. April 2018 sowie die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente vo
m
1. Mai 2018 bis 28. Februar 2019, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (Urk. 1).
Die IV-Stelle schloss mit Be
schwerde
ant
wort vom 16. März 2020 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5), worüber die Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 19. März 2020 in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. 7).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundes
gesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
). Er
werbs
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psy
chischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
glie
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliess
lich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über
windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art.
28 Abs.
1
des Bundes
gesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
täti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art.
28 Abs.
2 IVG).
1.
3
Gemäss BGE 143 V 418 sind grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem struk
tu
rierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen
(E. 7.2; vgl. BGE 143 V 409 E.
4.5.1).
Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diag
nostischen Ein
ordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beurteilungs
grundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu er
bringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 unter Hinweis auf BGE
141
V
281 E. 3.7.2
; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3
).
1.4
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psy
chi
schen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE
143
V
418
;
143
V
409
;
141
V
281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
2.
2.1
Die IV-Stelle stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den Standpunkt,
bereits im Jahr 2017 sei von einem besserungsfähigen Gesundheitszustand aus
gegangen worden, da die Beschwerdeführerin über persönliche Ressourcen, eine
gute berufliche Ausbildung sowie über Ressourcen aus dem persönlichen Umfeld ver
füg
t habe
. I
m Anschluss an den stationären
psychiatrischen
Aufenthalt im Jahr 2018
habe sich ihr Gesundheitszustand
s
tetig verbessert
,
es bestehe nach wie vor kein erhebliches und länger andauerndes psychiatrisches Leiden. Die Be
schwer
deführerin arbeite
heute
in einem 80 %-Pensum.
Folglich sei die Aus
übung einer Erwerbstätigkeit
wieder
rentenausschliessend möglich (Urk. 2).
In
der
Vernehmlassung vom 16. März 2020 hielt die IV-Stelle ergänzend fest, ge
mäss der durchgeführten
Indi
ka
torenprüfung
liege aus rechtlicher Sicht keine Er
werbs
unfähigkeit vor (Urk. 5).
2.2
Die Beschwerdeführerin argumentierte demgegenüber,
gemäss ihrer be
han
deln
den Psychiaterin habe ab November 2015 bis Ende März 2017 eine vollständige Ar
beitsunfähigkeit vorgelegen, welche sich per April 2017 auf eine 40%ige Ar
beits
unfähigkeit reduziert habe.
Die Prognose sei als gut bezeichnet worden. Zu der
selben Einschätzung sei der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) gekommen, wel
cher ein entsprechendes Belastungsprofil erstellt habe. Prognostisch sei
die
RAD
-Ärztin
bei Weiterführung der Behandlung von einer Stabilisierung des Ge
sund
heits
zustandes ausgegangen, so dass innerhalb von einem oder zwei Jahren mit einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit
habe
gerechnet werden kön
ne
n
.
Dessen ungeachtet habe die Beschwerdegegnerin im ersten Vor
bescheid auf
grund der
Indikatorenprüfung
das Vorliegen einer relevanten Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit verneint, obwohl weder Aggravation oder Simu
lation noch man
gelnde Kooperations
-, Eingliederungs- oder Behand
lungs
be
reitschaft oder feh
lende Konsistenz hinsichtlich der Ein
schränkung des Aktivi
täts
niveaus in sämt
lichen Lebensbereichen
vorgelegen hätten
.
Gute persönliche oder soziale Res
sourcen genügten indes nicht, um eine klar diagnostizierte und medi
zinisch schlüssig begründete Einschränkung der Ar
beits
fähigkeit zu ver
neinen.
Die im April 2017 noch immer vorhandenen er
heb
lichen Fun
ktions
ein
schrän
kungen seien sowohl von ihrer Psychiaterin als auch vom RAD auf den psy
chischen Ge
sund
heitsschaden zurückgeführt worden.
Folglich habe sie ab April 2017 An
spruch auf eine
Viertelsrente
; a
uch die Kranken
tag
geld
ver
siche
rung
habe die 40%ige Arbeitsunfähigkeit
anerkannt und weiterhin Taggelder aus
ge
richtet.
Be
stätigt worden sei diese fehlende volle Arbeitsfähigkeit durch den er
littenen Ein
bruch im
Februar
2018, der eine stationäre psychiatrische Be
handlung sowie einen mehr
monatigen teil
stationären Aufenthalt in einer Tages
klinik nach sich gezogen habe.
Diese gesundheitliche Ver
schlechterung
sei zu be
rücksichtigen und führe ab Mai 2018 bis Februar 2019 zu einer ganzen In
va
li
den
rente, wobei die be
zogenen Taggelder zu berücksichtigen seien (Urk. 1).
3.
3.1
Die rentenablehnende Verfügung vom 13. Januar 2020 (Urk. 2) begründete die IV-Stelle im Wesentlichen gestützt auf die folgenden medizinischen Unterlagen:
Dr. med.
A._
,
Praxis
B._
,
führte in ihrem Bericht vom 17. November 2015
als Dia
gnose einen Status nach Episode mit Perseverationen, starrem Blick, Be
wusst
seins
verlust und fraglich motorischen Phänomenen am 6. November 2015, Diffe
ren
tialdiagnose epileptischer Anfall
,
auf
(Urk. 6/18 S. 1).
3.2
Vom 14. Dezember 2015 bis 25. Februar 2016 war die Beschwerdeführerin in der
K
linik
C._
hospitalisiert.
Dem Austrittsbericht vom 1. März 2016 sind die folgenden Diagnosen zu entnehmen (Urk. 6/18 S. 6
ff.
):
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1)
-
Soziale Phobien (ICD-10: F40.1)
-
Intermenstruelle Blutungen (ICD-10: N92.1)
Die Beschwerdeführerin
leide unter leichtem Verfolgungswahn, Stimmenhören,
Gedankenkreisen,
Ge
fühllosigkeit, sei deprimiert, hoffnungslos ängstlich in Be
zie
hungen, innerlich un
ruhig und gereizt und habe ausgeprägte In
suffi
zienz
ge
fühle sowie Schuld
ge
fühle. Sie leide unter Einschlaf
-, Konzentrations- und Ge
dächt
nis
störungen, Müdi
gkeit, vermindertem Appetit und sei sozial zurück
ge
zo
gen.
Sie tanze und bewege sich gern, höre Musik und reise gern, was zurzeit indes brachliege.
Im Rahmen der Therapie habe sie sich motiviert und zu
verlässig ge
zeigt,
sich aktiv und verbindlich beteiligt,
der Therapieverlauf sei als sehr po
sitiv zu beurteilen. Im Ent
las
sungs
zeit
punkt hätten sich eine Reduktion der de
pres
si
ven Symptomatik sowie der Abbau der so
zialen Ängste gezeigt
(Urk. 6/18 S.
8-10
).
3.
3
Die behandelnde Psychiaterin,
Dr. med.
D._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie,
hielt im Bericht vom 4. April 2016 (Urk. 6/20) folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest:
-
Verdacht auf polymorphe psychotische Störung (ICD-10: F23.1), derzeit unvollständige Remission mit persistierenden Alterationen
Sie
führte
aus, die Be
schwerde
führerin habe be
reits in der Ver
gangenheit psy
chi
atrisch-psycho
thera
peutische Be
handlungen in Anspruch ge
nommen
,
von
Juli 2014
bis November 2014
in
ihr
er Praxis
. Im Oktober 2015 sei es auf
grund einer er
neuten mas
siven Ver
schlech
terung des Ge
sund
heitszustandes
infolge von Pro
blemen am Arbeitsplatz
zu einer not
fall
mässigen Kon
sultation ge
kom
men und die Beschwerdeführerin habe sich zum Ein
tritt in die
K
linik
C._
ent
schlossen.
Die dort gestellte Diagnose sei für sie indes nicht mit dem be
schrie
be
nen psy
cho
patho
logischen Befund vereinbar.
Seit dem Austritt im Feb
ruar 2016 werde die Be
handlung ein
schliess
lich Psy
cho
phar
makotherapie am
bu
lant durch
ge
führt.
Auch wenn die
poly
forme psy
cho
tische
Symptomatik noch nicht voll
ständig re
gre
diert sei, habe auf
grund der Medi
kamente eine deutliche Be
ruhi
gung statt
ge
funden.
Noch immer persistiere indes eine klare Tendenz zur para
noiden Wahrnehmung, die Beschwerdeführerin fühle sich beobachtet, höre noch immer Stimmen, was aber deutlich abgenommen habe, ihr Vertrauen in sich und ihre Mitmenschen sei tief erschüttert, sie fühle sich verletzlich. Sie
pflege
zwar
wieder soziale Kon
tak
te und traue sich, die ge
wohnte Um
gebung zu ver
lassen
, sobald sie alleine sei, werde sie aber von Zukunftssorgen überflutet
. Die Prognose hin
sicht
lich ihrer Arbeits
fähigkeit sei gut
, zurzeit sei sie indes zu 100 % ar
beits
un
fähig
.
Es bestünden Ein
schränkungen der psy
chischen Leistungs
fähig
keit im kog
ni
tiven Bereich (Konzentration, Auf
merk
sam
keit), auch seien Durch
hal
te
ver
mögen,
Ab
gren
zungs
-
,
Ent
schei
dungs
- und
Gruppen
fähig
keit
sowie die
Flexi
bilität ein
ge
schränkt, was mit einer er
höh
ten Fehlerquote, Ar
beits
unter
brüchen, erhöhter Kon
fliktanfälligkeit sowie inter
per
sonellen Schwie
rig
keiten ein
hergehe.
3.
4
Im Arztbericht vom 2. Februar 2017
(Urk. 6/41)
führte Dr.
D._
als Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
den Status nach polymorpher psy
cho
tischer Störung (ICD-10: F23.1), derzeit unter Neuroleptika-Medikation fast voll
ständig remittiert (mit diskreten Alterationen)
,
auf
und hielt fest,
die so
ziale Situation sei stabil, die Beschwerdeführerin verfüge über ein stabiles so
ziales Netz aus Familie, Freundeskreis und Kollegen. Sie bemühe sich, auf ihre Work-Life-Balance zu achten.
Seit dem 1
0.
Oktober 2016 absolviere sie ein Arbeitstrai
ning, zunächst in einem Pensum von 50 % und seit Januar 2017 in einem solchen von 60 %.
Aufgrund der aktuell erreichten Grenze der Be
last
bar
keit könne im Moment nicht mit einer kurzfristigen Steigerung des Ar
beits
pensums ge
rechnet werden; der weitere Verlauf müsse abgewartet werden, um beurteilen zu können, ob sie ihre volle Arbeitsfähigkeit wieder erreichen könne.
Bis Ende April 2017 sei die Beschwerdeführerin zu 100 % arbeitsunfähig.
3.
5
Am
15. Juli 2017 (Urk. 6/55) hielt Dr.
D._
fest,
bei gleicher Dia
g
nose
best
ünden
weiterhin eine herabgesetzte psychische Be
last
bar
keit sowie eine ein
ge
schränkte Leistungsfähigkeit. Das aktuelle Arbeitspensum von 60 % ent
spreche der objektiven Einschätzung der Arbeitsfähigkeit; in diesem Um
fang be
stehe kei
ne weitere Einschränkung der Leistungsfähigkeit.
3.6
Unter Einbezug der vorstehend aufgeführten Berichte hielt RAD-Ärztin Dr. med.
E._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, in ihrer Stellungnahme vom 2. August 2017 (Urk. 6/62 S. 3-5) fest, die Be
schwerde
füh
rerin sei von November 2015 bis März 2017 vollständig arbeitsunfähig ge
wesen, seit April 2017 sei ihre Arbeitsfähigkeit in angestammter und angepasster Tätig
keit um 40 % reduziert.
3.
7
Vom 16. März 2018 bis 13. Juni 2018 war die Beschwerdeführerin in der Klinik
F._
hospitalisiert.
Dem
Austrittsbericht vom 9. Juli 2018 (Urk. 6/80) sind folgende Diagnosen
zu entnehmen
:
-
Hauptdiagnose: Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittel
gradige Episode (ICD-10: F33.1)
-
Nebendiagnosen: Adipositas Grad I sowie HWS-Syndrom
G._
, M. Sc., Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, und Dr. med.
H._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie,
führten aus
, die Beschwerdeführerin
berichte
über depressive Symp
tome mit Schlaf
- und Kon
zentrations
störungen, Energie- und Antriebslosigkeit sowie Ent
schei
dungs
schwie
rigkeiten.
Der Zustand habe sich mit zunehmendem Druck an der Arbeits
stelle deutlich verschlechtert, die Kündigung habe sie zusätzlich de
sta
bili
siert.
Sie wirke im Affekt arm und deprimiert, hoffnungslos, innerlich grü
belnd
und auf die Arbeitssituation fokussiert
, im An
trieb arm und gehemmt.
Es bestünden aber keine Hinweise auf Zwänge, Wahn, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen.
Die Beschwerdeführerin lebe mit ihrem Partner in einer Wohnung, sie habe ein gutes Verhältnis zu ihrer Familie. Sie
habe
sich
im Verlauf
e
der Therapie zu
nehmend offener und zugänglich ge
zeigt und wieder vermehrt soziale Kontakte ge
pflegt
, auch hätten sich die Schlafstörungen deutlich verbessert
. Die finanzielle, Arbeits- und Kündigungssituation sei auffallend stark im Zentrum der Behandlung ge
stan
den, Themen darüber hinaus seien nur schwer zu
gänglich ge
wesen.
Im Ver
laufe habe die Beschwerdeführerin indes einen zunehmend adäquaten Umgang mit ihrer beruflichen und finanziellen Situation gefunden.
Sie habe in stabilisier
tem Zustand austreten können.
In der Austrittswoche sei von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit, im Anschluss daran von einer 40%igen Arbeits
fähig
keit mit zustandsangepasster Steigerung auszugehen.
3.
8
Dr. med.
I._
und Dr. phil.
J._
,
i
ntegrierte Psy
chi
a
trie
K._
, stellten im Bericht
vom 17. Septem
ber 2018 (Urk. 6/87)
folgende Diagnosen
mit Auswirkung auf die Ar
beits
fähig
keit
:
-
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichtgradige Episode (ICD-10: F33.1
; richtig: F33.0
) seit 2010
-
Anamnestisch akut polymorphe psychotische Störung mit Symptomen einer Schizophrenie seit 2016, Differentialdiagnose Erkrankungen des schizophrenen Krankheitsspektrums (ICD-10: F23.1)
Sie führten aus
,
die Beschwerdeführerin habe gedanklich leichte
Grübel
ten
den
zen
, sei ansonsten geordnet im Denken
;
es lägen keine Hinweise auf
höher
gradige
Defizite im Bereich von Konzentration, Aufmerksamkeit oder Gedächtnis vor, auch nicht auf
eine
floride
psychotische Symptom
atik
.
D
ie Beschwerde
füh
rerin
habe
Zukunftsängste und Befürchtungen, keine Arbeitsstelle mehr zu fin
den, ihre Stimmung sei eher depressiv verstimmt bis verflacht, bei ver
min
der
ter affektiver Schwingungsfähigkeit. Sie gebe einen vermehrten sozialen Rückzug an. Indes habe sie
sich
im Rahmen der
ab 18. Juni 2018 durchgeführten
tages
kli
nischen Be
handlung deutlich stabilisieren
können
.
Aktuell sei sie zu 100 % ar
beits
un
fä
hig; l
angfristig sei
bei
einer gün
stigen Ent
wicklung
mit
einer Teil
ar
beits
fähig
keit (50 bis 60 %) zu rechnen
, auch wenn
im Rah
men einer depressiven De
kom
pen
sation
bei starken Belastungen die Stabilität fehle
. Die Be
schwerde
füh
rerin habe zahlreiche so
ziale Kompetenzen,
verfüge über
Intelligenz und eine gute Aus
bil
dung
,
über so
ziale Kontakte, eine Partnerschaft, Hobbies sowie Frei
zeit
be
schäf
ti
gungen
und werde wöchentlich von einer psy
chia
trischen Spitex be
treut
, wes
halb sie parallel zur tagesklinischen Behandlung verhältnismässig gut inte
griert sei
. S
ie sei sehr motiviert und könne im Umfang von vier Stunden pro Tag an einem Auf
bau
training teil
nehmen.
3.
9
Im Verlaufsbericht vom 11. Dezember 2018 (Urk. 6/93) führte Dr.
D._
schliesslich aus,
die psychische Krise im Frühling 2018 habe ambulant nicht mehr aufgefangen werden können, weshalb eine stationäre Behandlung er
for
derlich gewesen sei. Nach dem Austritt sei die Behandlung im intensiven teil
stationären Rahmen fortgesetzt worden, womit die gewünschte Stabilität wieder habe erlangt werden können. Es imponierten
bei derselben Diagnose
sowie bei einem Status nach einer mittelschweren depressiven Episode (ICD-10: F33.2)
im Frühling 2018
auf der psy
cho
pathologischen Ebene noch diskrete kognitive Beeinträchtigungen im Sinne von Kon
zen
tra
tions
schwächen bei komplexen Auf
gaben und/oder unter Leis
tungs
druck und herab
ge
setzter psychischer Leistungs
fähigkeit mit schneller Er
schöpfung.
Im Umfang von
täglich
viereinhalb Stunden sei die Be
schwerde
füh
rerin aktuell belastbar
im administrativen-kaufmännischen Bereich. Ob eine Verminderung der Leistungsfähigkeit bestehe, könne sie nicht beantworten; dies werde aktuell in der Stiftung
L._
abgeklärt.
4.
4.1
Zu prüfen ist, ob die IV-Stelle den Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine In
va
liden
rente zu Recht verneint hat.
4.2
Soweit die IV-Stelle d
en
Anspruch auf eine
Viertelsrente
ab 1. April 2017 mit dem Argument
verneinte
,
leichte bis mittelgradige Störungen aus dem depres
si
ven For
men
kreis seien in der Regel therapierbar und führten zu keiner Ein
schrän
kung der Arbeits
fähigkeit (Urk. 6/62 S. 5-7)
,
kann ihr nicht gefolgt werden
, zumal
sie
dies nicht näher begründete, sondern sich dabei wohl irrtümlich auf die bereits seit einiger Zeit (genauer seit 30. November 2017) geänderte Recht
sprechung des Bundes
gerichts stützte (vgl. BGE 143 V 409).
Dessen ungeachtet
ist
unter Vornahme einer
Indikatorenprüfung
(vgl. vorstehend E. 1.4) festzustellen
, ob die IV-Stelle
zu Recht von der
ab April 2017
attestierten 40%igen Ar
beits
unfähigkeit der Beschwerdeführerin
(vgl. vorstehend E. 3.5 und 3.6)
abwich
.
4.
3
4.3.1
Hinsichtlich des Komplexes «Gesundheitsschädigung» respektive der Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde ist festzuhalten, dass sich die depressive Sym
p
to
matik im Rahmen der Therapie in der
K
linik
C._
reduziert sowie die sozialen Ängste
abgebaut
haben
(vgl. vorstehend E. 3.2).
Die von Dr.
D._
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
diagnostizierte poly
morphe psychotische Störung
ist
fast voll
ständig re
mittiert
; die
Ein
schrän
kun
gen der psy
chischen Leistungs
fähig
keit im kog
ni
tiven Bereich, des Durch
hal
te
ver
mögens, der
Ab
gren
zungs
-,
Ent
schei
dungs
- und Gruppen
fähig
keit sowie der Flexi
bilität
gehen
mit einer um 40 % eingeschränkten
Arbeits
fähigkeit einher
(vgl. vorstehend E. 3.3-3.
6
).
Vor diesem Hintergrund erweist sich der Indikator der diagnoserelevanten Befunde damit als leichtgradig ausgeprägt.
Bezüglich des Indikators «Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder
–
resis
tenz
»
ist anzumerken, dass sich die Beschwerdeführerin in stationäre Behandlung be
gab, nach welcher sich ihr Zustand verbesserte. Darüber hinaus
steht
sie in
regel
mäs
siger
am
bu
lanter Behandlung mit Neurol
eptika-Medikation, welche zu einer Be
ruhigung
der Symptomatik
ge
führt haben
(vgl. vorstehend E. 3.2-3.4)
.
RAD-Ärztin Dr.
E._
ging davon aus, dass sich der Gesundheitszustand durch die Fort
führung der be
reits eta
blier
ten Be
hand
lung weiter stabilisieren könne (Urk. 6/62 S. 5), weshalb von keiner Be
hand
lungs
resis
tenz auszugehen ist.
Die Ein
gliederungsmassnahmen kon
nten
zugunsten einer Fest
anstellung ab
ge
brochen
werden (
Urk. 6/46 und 6/52
)
; im Rahmen dieser Massnahmen zeigte sich die Beschwerdeführerin sehr moti
viert (Urk. 6/33, 6/40, 6/51)
.
Komorbiditäten liegen bei der Beschwerdeführerin keine vor.
4.3.2
Zum Komplex «Persönlichkeit» ist anzumerken, dass bei der Beschwerdeführerin keine Anhaltspunkte für eine ressourcenhemmende Persönlichkeit vorliegen.
4.3.3
Hinsichtlich des Komplexes «Sozialer Kontext» ist festzuhalten, dass die Be
schwer
deführerin über ein stabiles soziales Netz mit Familie, Freunden und Kol
le
gen verfügt und sich bemüht, auf ihre Work-Life-Balance zu achten (vgl. vor
stehend E. 3.4 und 3.5).
4.3.4
Im Rahmen der
beweisrechtlich relevante
n
Kategorie der «Konsistenz»
ist von kei
nen Inkonsistenzen auszugehen, zumal Dr.
D._
nach einge
tre
tener Besserung des Gesundheitszustandes festhielt, die Beschwerdeführerin pfle
ge wieder soziale Kontakte und traue sich, die gewohnte Umgebung zu ver
lassen
(vgl. vorstehend E. 3.3)
.
Hinweise auf eine
n
fehlenden Leidensdruck
oder man
gel
hafte Medikamenteneinnahme
bestehen
keine,
zumal die Be
schwerde
führe
rin in regelmässiger, wöchentlicher bis zweiwöchentlicher
ambulanter Behandlung
mit Psychopharmakotherapie
steht
und sich, gemäss
Dr.
D._
,
auf
grund der Medikamente eine Beruhigung der Sym
pto
matik ergeben habe (vgl. vor
stehend E. 3.
3
; vgl. auch Urk. 6/20 S. 3
)
.
4.3.5
In Anbetracht der leichtgradig ausgeprägten Befunde, d
er unauffälligen Per
sön
lich
keit,
der
vorhandenen Ressourcen
sowie der
vorhandenen
Konsistenz
lässt sich
die von Dr.
D._
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 40 % in an
ge
stammter und an
ge
passter Tätig
keit
ab April 2017
mit Blick auf die Stand
ard
indikatoren nachvollziehen
, zumal
die
Mehrheit der Indikatoren für eine Ein
schränkung der funktionellen Leistungsfähigkeit spricht
.
4.
4
4.4.1
Zu prüfen ist
weiter
, wie sich diese Arbeitsunfähigkeit in erwerblicher Hinsicht auswirkt.
4.4.2
Bei er
werbs
tätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
ge
glichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Ein
kommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Er
werbs
ein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
über
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad be
stimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Ein
kommens
ver
gleichs; BGE
130 V 343 E. 3.4.2
; 128 V 29 E. 1
).
4.4.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Ein
kom
mens
entwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Er
fahrung ent
spricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fort
gesetzt worden wäre. Aus
nahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt s
ein (BGE
139
V
28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1;
134 V 322 E. 4.1).
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
ist auf den von der Beschwerde
füh
rerin zuletzt erzielten effektiven Jahreslohn abzustellen. Die Be
schwerde
fü
hrerin arbeitete zuletzt bei der
Z._
AG und verdiente im Jahr 2015 Fr. 66'240.-- (Urk. 6/14 S. 2), wodurch unter Be
rück
sich
ti
gung der Nomi
nal
lohn
entwicklung bis ins massgebliche Jahr 2017 (0.7 % im Jahr 2016 und 0.4 % im Jahr 2017; vgl. Bundesamt für Statistik, Nominal
lohn
index 2009-2011) ein
Vali
deneinkommen
von Fr. 66'970.50 resultiert.
4.4.4
Auch
wenn f
ür die Bestimmung des In
va
liden
ein
kommens nach der Recht
spre
chung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundes
amt für Statistik periodisch heraus
gegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) he
ran
ge
zogen werden
können
(BGE 139 V 592 E. 2.3
;
135 V 297 E. 5
.2; 129 V 472 E. 4.2.1
)
, so ist deren Verwendung
subsidiär
.
D
eren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkom
mens auf
grund und nach Mass
gabe der kon
kre
ten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7
;
139 V 592 E. 2.3
;
135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reich
muth
,
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Art. 28a N 55 und 89
).
Vorliegend war d
ie Beschwerdeführerin ab April 2017 bei der
M._
AG tätig
, weshalb sich ein Abstellen auf die konkreten Gegebenheiten recht
fertigt. Sie
verdiente in einem 60 %-Pensum Fr. 36'000.-- (Urk. 6/43), was
zugleich
einem Invalideneinkommen von Fr. 36'000.-- entspricht.
4
.4.5
Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen (
Valideneinkommen
Fr. 66'970.50; Invalideneinkommen Fr. 36'000.--) resultiert vorliegend eine Er
werbs
einbusse von Fr. 30'970.50, was einem Invaliditätsgrad von gerundet 46 % entspricht (vgl. vorstehend E. 1.2).
4.5
Der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin entstand gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungs
anspruches (Anmeldung
vom 17. Januar 2016; Urk. 6/8) sowie
nach Ablauf des sogenannten Wartejahres (Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG; aktenkundige Arbeitsun
fä
hig
keit
ohne wesentlichen Unterbruch gemäss
Art.
29
ter
der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]
seit
3. November 2015, vgl. Urk. 6/8 S. 4; vgl. auch Urk. 6/56 S. 101), mithin frühestens am 2. Novem
ber 201
6.
Allerdings ist
zu beachten, dass nach Art. 29 Abs. 2 IVG ein Rentenanspruch nicht
entsteht, solange die ver
sicherte Person ein Taggeld
nach
Art.
22 IVG
beanspruchen kann;
dementsprechend
stehen Taggeld
zahlungen der Entstehung eines Rentenanspru
ches entgegen oder unterbrechen diesen (vgl. Meyer/
Reichmuth
,
a.a.O.,
Art. 29 N 11 f.). Die Beschwerdeführerin bezog bis
31.
März 2017 im Rahmen der beruf
lichen Massnahmen
IV-
Taggelder (Urk. 6/46).
Angesichts
dieses Umstandes
ent
stand der Rentenanspruch nach Art. 29 Abs. 2 IVG
folglich
erst am 1. April 201
7.
Ab diesem Zeitpunkt hat sie Anspruch auf eine
Viertelsrente
(vgl. vorste
hend E. 1.2).
5.
5
.1
Es bleibt zu prüfen, wie sich die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Ver
schlechterung ihres Gesundheitszustandes ab Februar 2018 auswirkt (vgl. vor
ste
hend E. 2.2).
Diesbezüglich finden die revisionsrechtlichen Bestimmungen von Art. 17 ATSG
in Verbindung mit
Art. 88
bis
Abs. 2 IVV
analog
Anwendung (BGE
109 V 125 E. 4a
und 4b
; vgl. auch
Meyer/
Reichmuth
, a.a.O., Art. 29 N 10
)
. Ob die Vo
raussetzungen für eine Heraufsetzung der Rente gegeben sind, beruht dabei auf einem Vergleich der zeitlich massgeblichen Sachverhalte
, was bedeutet,
dass der Sachverhalt zum Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen anlässlich der He
raufsetzung der Rente zu vergleichen ist (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hin
weisen; vgl. statt vieler Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis)
.
Die Ver
än
de
rung der Verhältnisse muss dabei erheblich, mithin hinsichtlich der Aus
wir
kun
gen auf den Invaliditätsgrad rentenwirksam sein (BGE 130 V 343 E. 3.5.2)
.
Zu berücksichtigen ist e
ine
anspruchsrelevante Verschlechterung der Er
werbs
fä
hig
keit, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate ange
dauert hat (
Art. 88a Abs. 2 IVV
; statt vieler BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
).
5.2
Ein Vergleich der Sachverhalte im Zeitpunkt des Beginns des Rentenanspruches sowie im Zeitpunkt der geltend gemachten gesundheitlichen Verschlechterung
lässt auf keine wesentliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes schlie
s
sen. So diagnostizierten
sowohl
die
K
linik
C._
als auch
die
Klinik
F._
eine
rezidivierende de
pressive Störung, gegenwärtig mittel
gra
dige Episode, welche
bereits beim Austritt aus den Kliniken als sta
bi
li
siert res
pek
tive als reduziert beschrieben wurde (vgl. vorstehend E. 3.2 und
E. 3.7
).
Im An
schluss an den stationären Auf
ent
halt
in der
F._
wurde im Rahmen der teil
stationären Be
handlung in der
K._
denn auch
eine rezi
divierende depressive Störung, gegen
wärtig leichtgradige Episode (ICD-10: F33.0) seit 2010 dia
gnos
ti
ziert
und fest
ge
halten, es lägen keine Hinweise auf
höhergradige
Defi
zite im Bereich von Kon
zen
tration, Auf
merksamkeit oder Gedächtnis vor.
Nebst leichten
Grübeltendenzen
bestanden Zukunftsängste und Befürchtungen, keine Arbeitsstelle mehr zu finden. Die Stimmung wurde als eher depressiv verstimmt bis verflacht, bei verminderter affektiver Schwingungsfähigkeit
,
beschrieben.
Überdies
wurde ein vermehrter sozialer Rückzug
vermerkt
(
vgl. vorstehend E. 3.8
), was indes im Widerspruch steht zur Angabe im Austrittsbericht der Klinik
F._
, wonach die Beschwerdeführerin
nach und nach
wieder zuneh
mend soziale Kontakte
gepflegt habe (vgl. vorstehend E. 3.7
). Selbst wenn
sodann
im Rahmen der ab dem 18. Juni 2018 durchgeführten tagesklinischen Behand
lung in der
K._
eine weitere Stabilisierung eintrat (
vgl. vorstehend E. 3.8
), so erfolgte die fragliche Behandlung
gemäss
Angaben der Beschwerdeführerin
ins
besondere
im Hinblick auf die Einhaltung einer
Tagesstruktur (Urk.
6/109/3-4, vgl. auch Urk. 6/80/5).
Die be
han
delnde Psychiaterin Dr.
D._
hielt im Verlaufsbericht vom 11. Dezember 2018 dieselbe Diagnose wie im Zeit
punkt des Rentenbeginns fest, zusätzlich den Status nach einer mittel
schweren depres
siven Episode
.
Sie bezeichnete die aktuelle psychische Situation der Beschwerdeführerin als stabil und bezifferte deren Arbeitsfähigkeit im administrativen/kaufmännischen Bereich mit 4.5 Stunden pro Tag (vgl. vor
stehend E. 3.9), was auf der Basis einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden rund 56 % – mithin annähernd der vormaligen Arbeitsfähigkeit von 60 % (
vgl.
vor
stehend E. 4.3.5) – entspricht. Dass dabei zusätzlich eine Verminderung der Leis
tungsfähigkeit vorgelegen hätte, erscheint unter Berücksichtigung des Ver
laufes des vom 3. Dezember 2018 bis 3. Mai 2019 absolvierten Aufbautrainings bei der Stiftung
L._
(vgl. Gesprächsprotokolle vom 22. November und 7. Dezember 2018 sowie vom 14. Januar, 27. Februar und 28. März 2019 [Urk. 6/88, 6/94, 6/96, 6/98-99] und Abschlussbericht vom 6. Juni 2019 [Urk. 6/103]) nicht als überwiegend wahrscheinlich. Schliesslich trat die Beschwerdeführerin am 6. Mai 2019 beim Schulamt der Stadt Zürich eine 80 %-Anstellung als Schulleitungs
sekretärin an
(Urk. 6/101). Vor diesem Hintergrund ist gestützt auf die durch eine belastende Situation am Arbeitsplatz ausgelöste und unter dem Eindruck sowohl des abschlägigen Vorbescheids vom 29. November 2017 betreffend Rente (Urk. 6/61) als auch der Kündigung der Arbeitsstelle bei
M._
AG stehende vorübergehende Verschlimmerung des psychischen Gesundheitszustandes mit
Hospitalisation
in der Klinik
F._
vom 16. März bis 13. Juni 2018 (vgl. Urk. 6/80 S. 2 «aktuelle Beschwerden») nicht auf eine anspruchsrelevante Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit von mindestens drei Monaten Dauer (Art. 88a Abs. 2 IVV) zu schliessen, zumal im Austrittsbericht der Klinik
F._
vom 9. Juli 2018 eine Arbeitsfähigkeit von 40 % mit zustandsangepass
ter Steigerung postuliert wurde.
5.3
Aufgrund des Umstandes, dass eine
länger andauernde
Verschlechterung des Ge
sund
heits
zustandes
nicht ausgewiesen ist,
hat
die Beschwerdeführerin
seit
1. April 2017
unverändert
An
spruch auf eine
Viertelsrente
(vgl. vorstehend E. 4.
5)
.
6.
6.1
Die
Beschwerdeführerin
bezog
ab 3. Dezember 2018 im Rahmen beruflicher Mass
nahmen erneut Taggelder (vgl. Urk. 6/90, 6/95),
was Auswirkungen auf die auszurichtende
Viertelsrente
hat
, indem der Taggeldanspruch einen bereits ent
stan
denen Rentenanspruch unter
bricht
(vgl.
vorstehend E.
4.5
;
ferner
EVGE 1968 E. 1
)
.
6.2
Nach Art. 47
Abs. 1
ter
IVG
wird
ein Taggeld
grundsätzlich
zusätzlich zur Rente aus
gerichtet, dieses wird jedoch während der Dauer des Doppelanspruches bei der Durch
füh
rung von Abklärungs- oder Eingliederungsmassnahmen um einen Dreissigstel des Rentenbetrages gekürzt.
Während einer Eingliede
rungs
mass
nahme, die zu einer länger als drei Monate dauernden Taggeldberechtigung führt, wird die Ren
ten
zahlung unterbrochen. Nach Wegfall des Taggeldanspruch
e
s lebt die Rente wieder auf,
wobei der
Rentenanspruch
für die Zukunft unter dem Gesichtspunkt der Revision zu erfolgen hat (AHI 1998 179 E.
2–3).
Vorliegend erstreckte sich die Dauer des Taggeldbezuges über eine längere Zeit als drei Monate (vgl. Urk. 6/95), was die Sistierung
des Rentenanspruches
zur Folge hat. Entsprechend
ruhte der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin vo
m
1.
April
2019
(Ende des dritten vollen Monates, der dem Beginn der Massnahme folgte, vgl. Art. 47 Abs. 1
bis
lit
. b IVG
; Urk. 6/89
) und lebte
am 1.
Mai 201
9
(Monat, in dem der Taggeldanspruch endete, vgl. Art. 47 Abs. 2 IVG
; Urk. 6/104
) grundsätzlich wieder auf.
Aufgrund des Doppelanspruches w
ährend der Monate Dezember 2018,
Januar
2019
,
Februar 2019
und März 2019
ist das Taggeld um einen Dreissigstel des Renten
betrages zu kürzen
(Art. 47 Abs. 1
ter
IVG)
.
6.3
Die Beschwerdeführerin
trat am 6. Mai 2019 eine neue Arbeitsstelle mit einem Pen
sum von 80 % an
(Urk. 6/101)
,
weshalb
ihr die IV-Stelle mitteilte, sie sei
ab diesem Zeitpunkt renten
aus
schliessend eingegliedert
(Urk. 6/108)
.
Dies wird
v
on den Parteien nicht bestritten; e
ntsprechend
hat die Beschwerdeführerin ab
1. Mai 2019
keinen An
spruch mehr auf eine Rente der Invalidenversicherung
.
7
.
Nach dem Gesagten
steht fest, dass die Beschwerdeführerin vo
m
1. April 2017 bis
31. März
2019
Anspruch auf eine
Viertelsrente
der Invalidenversicherung
hat
(vgl. vorstehend E. 4.5
)
. Für die Monate Dezember 2018, Januar 2019
,
Februar 2019
sowie März 2019
sind die Taggelder in Anwendung von Art. 47 Abs. 1
ter
IVG um einen Dreissigstel des Rentenbetrages zu kürzen
(vgl. vor
ste
hend E. 6.2)
.
Insofern
ist die Beschwerde gutzuheissen.
Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
8
.
8.1
Die Verfahrenskosten
sind auf Fr. 8
00.-- festzusetzen
(
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
) und ausgangsgemäss den Parteien
je zur Hälfte
aufzuerlegen
.
8.2
Nach §
34 Abs.
1
des Gesetzes über das Sozi
a
lversicherungsgericht (
GSVGer
)
hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Parteikos
ten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Be
deu
tung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Ob
sie
gens bemes
sen (§ 34 Abs.
3
GSVGer
).
Ist das Quantitative einer Leistung
streitig
, so rechtfertigt
eine «
Überklagung
»
n
ach
der in Rentenangelegenheiten ergangenen
bundesger
ichtlichen
Recht
spre
chung
eine Reduktion der Parteientschädigung nur, wenn das ziffern
mässig be
stimmte Rechtsbegehren den Prozessaufwand
wesentlich
beeinflusst hat
(
BGE 117 V 401 E. 2c; vgl. auch
Urteil des Bun
des
gerichts
8C_568/2010
vom
3
.
Dezember
2010
E.
4.1
).
Dies
ist
vorliegend nicht
der Fall
, weshalb
die
IV-Stelle
zu ver
pflich
ten
ist
, de
r
Beschwerdeführerin
eine volle Pro
zess
ent
schä
di
gung zu be
zahlen
, welche
bei
Anwendung des
gerichts
üblichen
Stun
den
ansatz
es
von Fr.
185
.-- (zu
züglich M
ehrwertsteuer) auf Fr.
1
’
8
00.--
(inklusive Barauslagen un
d Mehr
wert
steuer) festzusetzen
ist
.