Decision ID: b7d52cf4-03ed-4fa1-b299-f0ae750b4b3b
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961, war bis Anfang November 2003 als Kunden
dienst-Mitarbeiter für die
Y._
tätig (Urk. 8/7
/
1). Diese Anstellung wurde per April 2005 gekündigt (Urk. 8/13
/
1). Er
litt
insbesondere unter Kopf
schmerzen und psychischen Beschwerden (Urk. 8/5
/
11, Urk. 8/13
/
1, Urk. 8/41
/
10, Urk. 8/53
/-6
).
Am 9. Juli 2004 hatte sich der Versicherte bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug angemeldet (Urk. 8/2). Nach Abklärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse und Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
sprach die
Sozialver
sicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle (nach
folgend: IV-Stelle),
ihm mit Ver
fü
gung vom 19. April 2005 ab dem 1. No
vember 2004 eine
ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 100 % zu (Urk. 8/24).
Im
Juli 2009
wurde beim Ver
sicher
ten
ein
Tonsillenkarzinom
mit Lymphknotenmetastase festgestellt
,
wes
wegen
er im Sommer
2009
mehrmals operiert
wurde
(Urk. 8/62
/
1, Urk. 8/62
/12-18
).
1.2
Im Rahmen eines Anfang 2008 eröffneten Revisionsverfahrens (Urk. 8/26) hob die IV-Stelle die Rente mit Verfügung vom 7.
März 2011
auf Ende des fol
gen
den Monats nach Zustellung der Verfügung
auf (Urk. 8/88). Die dagegen mit Eingabe vom
11. April 2011
erhobene Beschwerde (Urk. 8/101/3-11) hiess das Sozial
versicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 31. Januar 2013
in dem Sinne gut, dass
es
die angefochtene Verfügung
aufhob
und
feststellte
, dass der Be
schwerdeführer weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente der Invali
denversicherung ha
be
(Verfahren Nr. IV.2011.00413, Urk. 8/178)
.
1.3
Ab Mai 2011 hatte die IV-Stelle
dem Versicherten
Integrationsmassnahmen bei der
Z._
(
Urk. 8/124, Urk. 8/129
, Urk. 8/142
) gewährt, in deren Verlauf
er
a
b Dezember 2011 im Rahmen des exter
nen Arbeitstrainings und Job Coaching als Fachmitarbeiter Werkstatt bei der
Z._
eingesetzt
wurde
(Urk.
8/152
, Urk. 8/158, Urk. 8/160, Urk. 8/169, Urk. 8/
172
). Ab Juni 2012 wurde der Beschwerdeführer von der
Z._
als Werkstattmitarbeiter und Arbeits-
Agoge
mit einem
100%igen Arbeitspensum bei 7
0%ige
r
Arbeitsleistung
angestellt (Urk.
8/147
)
.
Mit Mit
teilungen vom 4. Juni 2012 (Urk.
8/154
) und vom 31. August 2012 (Urk.
8/159
) erteilte die Beschwerdegegnerin dem Be
schwerde
führer respektive der
Z._
Kostengutsprache für
Ein
arbei
tungs
zuschüsse
für die Zeit vom 1. Juni bis 30. November 2012
(vgl. auch Urk. 8/161)
.
1.4
In der Folge kündigte die IV-Stelle mit Vorbescheid vom 10. Juni 2013 die Her
absetzung
der bisherigen ganzen Rente ab dem 1. Juni 2012 auf eine
Vier
tels
rente
und die Erhöhung ab dem 1. Dezember 2012 auf eine halbe Rente an (Urk. 8/184). Dagegen erhob der Versicherte mit Schreiben vom 11. Juli 2013 Einwände
zum bei der Bemessung des Invaliditätsgrades berücksichtigten
Vali
deneinkommen
(Urk. 8/187). Mit Verfügung vom 20. Novem
ber 2013 setzte die IV-Stelle die laufende ganze Rente ab 1. Juni 2012 bis 30. November 2012 auf eine
Viertelsrente
herab und sprach ab 1. Dezember 2012 eine halbe Rente zu.
Betraglich
verfügte sie
vorerst
über die monatlichen
Leistungen ab 1. No
vember 2013 und
kündigte eine separate Verfügung betreffend die Leis
tungen zwischen 1. Mai 2011 und 31. Oktober 2013 an (Urk. 2).
2.
Mit Eingabe vom 9. Januar 2014 erhob der Versicherte g
egen die Verfügung vom 20. November 2013 Beschwerde und beantrag
te,
diese sei
teilweise aufzu
heben und es sei der Invaliditätsgrad ab dem 1. Dezember 2012 neu zu be
stim
men, sowie es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm ab
dem
1. De
zember 2012 eine
Drei
viertelsrente
auszurichten (Urk. 1 S. 2). Die
Be
schwerde
gegnerin
schloss in der Beschwerdeantwort vom 13. Februar 2014 auf Abwei
sung der Beschwerde (Urk. 7).
3.
Am
12. Februar 2014 erliess die IV-Stelle – wie angekündigt –
weitere
Ver
fü
gung
en
, mit welche
n
sie
vom
1. Mai bis 31. August 2011 eine ganze Rente bei einem Invaliditätsgrad von 100 %
(Urk.
14/6)
und
vom
1.
Juni bis 30. No
vem
ber 2012
eine
Viertelsrente
bei einem Invaliditätsgrad von
41
%
(Urk. 14/5)
sowie vom
1. Dezember 2012 bis 31. Oktober 2013
eine halbe Rente
bei einem Invaliditätsgrad von 59 %
festlegte (Urk.
10/
2).
Dagegen
erhob
der Versicherte
mit Eingabe vom 19. Februar 2014 Beschwerde
(Urk. 10/1), woraufhin
das
Ver
fahren
Nr
. IV.2014.00202 eröffnet wurde. Der Be
schwerdeführer
beantragte, es sei
die
Ver
fügung
, mit welcher die Renten
leistun
gen
vom 1.
Dezember 2012 bis 31. Okto
ber 2013 festgelegt
worden seien
,
auf
zuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu ver
pflichten, ihm ab dem 1. Dezember 2012 eine
Dreiviertelsrente
aus
zu
richten
.
In prozessualer Hinsicht stellte er den Antrag, das Beschwerdeverfahren sei mit dem unter der Prozess-Nr. IV.2014.00021 bereits
hängigen
Beschwerde
verfahren
zu vereinen
(Urk. 10/1 S. 2).
4.
Mit Verfügung vom
25. Februar 2014 wurde das Verfahren Nr. IV.2014.00202 mit dem vorliegenden Prozess Nr. IV.2014.00021 antragsgemäss
vereint
und unter dieser Prozessnummer weiter
geführt sowie das Verfahren Nr. IV.2014.00202 als dadurch erledigt
abgeschrieben und
dessen Akten im vorliegenden Prozess als Urk. 10/0-4
zu den Akten genommen
(Urk. 11 S. 3)
.
Mit Eingabe vom 31. März 2014 nahm die Beschwerdegegnerin zur Beschwerde vom
19. Februar 2014 (Urk. 10/1) Stellung und schloss auf Abweisung der Be
schwerde (Urk. 13). Der Beschwerdeführer verzichtete mit Eingabe vom 4. April 2014 auf eine weitere Stellungnahme (Urk. 17).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundes
gesetzes über den Allgem
ei
nen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankhei
t oder Unfall sein (Art. 4 Abs.
1
des Bun
desgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsun
fähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs
möglich
keiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück
sich
tigen. Eine Erwerbsunfä
higkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalidenein
kom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
an
der gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommens
ver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
B
ei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent ergibt sich ein Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei
einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Pro
zent Anspruch auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Ge
such hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Ände
rung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheits
zustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hin
weisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in de
n
angefochtenen Verfügung
en
vom
20. November
2013 (Urk. 2)
und vom 1
2.
Februar 2014 (Urk. 10/2)
auf den Stand
punkt,
die erwerblichen Verhältnisse
hätten sich aufgrund der Anstellung bei der
Z._
ab dem 1. Juni 2012 erheblich geändert, womit ein
Revisions
grund
vorliege.
Bei der
Rentenzusprache
im Jahr 2004 sei von einem
Validen
ein
kommen
von
Fr.
109‘500.-- ausgegangen worden, was unter Berück
sich
ti
gung der Nominallohnentwicklung bis im Jahr der Rentenrevision von 2012 ein
Valideneinkommen
von Fr. 121‘405.-- ergebe. Gemessen am
Invalideneinkom
men
von Fr. 71‘500.--
bis zum Ende der Einarbeitungszuschüsse Ende Novem
ber 2012 und von
Fr.
50‘050.--
ab Dezember 2012
resultiere ein Invaliditätsgrad von 41 % ab 1. Juni und von 59 % ab 1. Dezember 2012
(Urk. 2 S. 5 ff.).
2.2
Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein,
be
im
Valideneinkommen
sei die bei der
damaligen Arbeitgeberin, der
Y._
, leistungsabhängige Gratifikation zu berücksichtigen. Denn bei vollständiger Gesundheit hätte er eine solche mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erhalten.
Der Verdienst
gemäss dem Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug)
in den letzten zehn Jahre
n
(vor
Ren
tenbeginn
) sei mehrfach höher gewesen als
das
von der Arbeit
geberin an
ge
ge
bene Einkommen von
Fr.
109‘500.--
, wobei zu beachten sei, dass die
Lohn
aus
weise
der Jahre 2001 bis 2003 vermutlich wegen der nicht AHV-pflich
tigen Krankentaggelder
mit dem IK-Auszug nicht übereinstimm
t
e
n
. D
aher sei wie auch bei der Fest
legung des Taggeldes während der
Integrationsmass
nahmen
von einem
Jahres
verdienst
von rund Fr. 115‘000.--
im Jahr 2003 auszugehen, was die
Aus
gleichskasse
für das Jahr 2011 auf ein
en
Jahresverdienst von Fr.
124‘758.-- hoch
gerechnet habe. Die Hochrechnung sei
auf das Jahr 2012 zu ergänzen
(Urk.
1 S. 3 f., Urk. 10/1).
2.3
2.3.1
Indem
die Beschwerdegegnerin
den Rentenanspruch
für
den Zeitraum ab Mai 2011 rückwirkend mit mehreren Verfügungen festsetzte, sprach sie rückwirkend
eine abgestufte
Rente durch einen zeitlich gestaffelten Verfügungserlass zu, was auf
Ver
waltungsstufe
aus
materiellrechtlichen
Gründen un
zulässig ist. Eine rückwirkend vorgenommene befristete
und/oder abgestufte
Rentenzusprechung hat aus einem einheitlichen Beschluss der IV-Stelle heraus zu erfolgen und ist zeitgleich verfügungsweise zu eröffnen (BGE 135 V 141 E. 1.4.4; 131 V
164 E.
2.3.3
). Von einer Aufhebung
der
Verfügungen
ist aus prozessökonomischen Gründen abzu
sehen, zumal dem Beschwerdeführer zufolge der zweiten Be
schwerde gegen die Verfügung
vom 1
2.
Februar 2014
(Urk. 10/2) jedenfalls kein Nachteil erwächst
.
Anfechtungsgegenstand ist das ganze
Rentenbetreffnis
ab April 2011.
2.3.2
Die Parteien sind sich zu Recht darin einig, dass
mit dem Abschluss der be
rufli
chen Massnahmen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9
C_
163/2009 vom 10. September 2010 E. 4.1.2)
per Ende November 2012 und
dem bei der
Z._
ab De
zember 2012 mit einem 70%igen Pensum erzielten
monatlichen
(In
validen-)
Ein
kommen von Fr.
50‘050.--
([13 x Fr. 5‘500.--] x 0,7
; Urk. 8/147/1-2, Urk. 8/174/1
) ein Revisionsgrund
im Sinne von
Art.
17 ATSG
vorliegt.
Strittig und zu prüfen ist einzig, ob die Beschwerdegegnerin bei der Bemessung des Invaliditätsgrades
ab Dezember 2012
zu Recht von einem
Validenein
kom
men
von Fr. 121‘405.40 ausging.
3.
3.1
Der Invaliditätsgrad ist mittels eines Einkommensvergleichs von
Validen- und Invali
deneinkommen auf zeitidentisch
er Grundlage - hier im Jahr 2012
- zu er
heben (vgl. BGE 129 V 223 f. E. 4.2 in
fine
, 128 V 174).
3.
2
3.2.1
Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühest
möglichen Rentenbeginns respektive der Re
vi
sion nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Ge
sunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigen
falls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Ver
dienst angeknüpft, weil es der Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätig
keit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müs
sen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 134 V 322 E. 4.1 mit Hin
weis; Urteil des Bundesgerichts 8C_322/2011 vom 21. Juli 2011 E. 4.1). Fehlen aussagekräftige konkrete Anhaltspunkte, ist auf Erfahrungs- und Durchschnitts
werte zurückzu
greifen
(Urteil des Bundesgerichts 9C_266/2008 vom 28. August 2008 E. 3.2.2).
Angesichts der in
Art.
25
Abs.
1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
vorgesehenen Gleichstellung der invalidenversicherungsrechtlich mass
ge
benden hypothetischen Vergleichseinkommen mit den nach AHV-Recht bei
tragspflichtigen Erwerbseinkommen kann das
Valideneinkommen
aufgrund der Einträge im Individuellen Konto der AHV
(IK-Auszug)
bestimmt werden. Dies gilt einmal für
Selbständigerwerbende
(SVR 201
0 IV Nr. 26 S. 79, 8C_9/2009 E.
3.3; SVR 2009 IV Nr. 28 S. 79, 8C_576/2008 E. 6.2 und 6.3), aber auch für (vormals)
Unselbständigerwerbende
(SVR 2008 IV Nr. 28 S. 89, I
433/06 E.
4.1.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_8/2012 vom 1
2.
März 2012 E. 2.1.2).
Weist das bis zum Eintritt der Invalidität erzielte Einkommen starke und ver
hältnismässig kurzfristig in Erscheinung getretene Schwankungen auf, ist dabei auf den während einer längeren Zeitspanne erzielten
Durchschnitts
verdienst
ab
zustellen (
SVR 2009 IV Nr. 28 S. 79, 8C_576/2008 E. 6.2 mit Hinweisen; Urteile des Bundesgerichts 8C_684/2010 vom 2
5.
Januar 2011 E. 2.3,
8C_576/2008 vom 1
0.
Februar 2009 E. 6.2
und
8C_167/2011
vom 2
1.
Juni 2011
E. 4.2
).
3.2.2
Es ist unstrittig, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfall weiterhin bei der
Y._
als Kundendienst-Mitarbeiter tätig wäre
, wo er von März 1991 bis Anfang November 2003 arbeitete (Urk. 8/7/1
). Es ist
somit
das
Einkommen massgeblich, das er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung in dieser Anstellung im Revisionszeitpunkt am
1.
Dezember 2012 verdient hätte.
Bei der erstmaligen
Rentenzusprache
mit Verfügung vom 19. April 2005
ab dem 1. November 2004
(Urk. 8/24) wurde von einer Arbeitsunfähigkeit des Be
schwerde
führers ab dem 1. November 2003 ausge
gangen (vgl. Feststellungsblatt vom 3. März 2005, Urk. 8/18/3).
Gemäss dem Arbeitgeberbericht der
Y._
vom 2
1.
Juli 2004 hatte der Beschwerdeführer seit dem
1.
Januar 2001
An
spruch auf
einen AHV-beitrags
-
pflichtigen Lohn von Fr. 109‘500.-- pro Jahr, den er auch noch im Jahr 2004 erzielt
hätte
(Urk.
8/7/2
).
Die
tatsächlich erziel
ten
Einkommen der letzten Jahre entsprachen indes nicht diesem Betrag.
Die Angaben des Arbeitgebers zum
Jah
res
verdienst
in den Jahren 2001
und 2002
von Fr. 98‘363.-- und Fr. 51‘132.--
, welche unregelmässige Monatsein
kommen zu
züglich je eine Gratifikation von Fr. 12‘662.-- und Fr. 10‘904.-- ausweisen
(Urk. 8/7/2)
,
entsprechen
den
im IK-Auszug
aufgeführten Beträgen
(Urk. 8/6/2)
je ohne Lohnersatzleistungen, namentlich Krankentaggelder
n
.
Die
Beschwerde
gegnerin
ging daher zu Recht
nicht von diesen Beträgen aus
(
vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_167/2011 vom 2
1.
Juni 2011 E. 4.3.1)
.
Dem
Arbeitgeberbericht der
Y._
vom 21.
Juli 2004 (Urk. 8/7/2)
und
dem Bericht von
Dr.
med.
A._
, Facharzt für All
gemeinmedizin, vom 16. Juli 2004 (Urk. 8/5/1) ist
denn auch
zu entnehmen, dass
der Be
schwerde
führer bereits
vom
3.
Juli 2001
bis
im
Juli 2002 und erneut ab dem 22.
Oktober 2003
in unter
schiedlichem Ausmass krank g
eschrieben war, und zwar vom 3.
Juli bis 3
1.
Dezember 2001
zu 100
%
, vom 1. Ja
nuar bis 1
0.
Februar 2002 zu 70
%, vom 1
1.
Februar bis 3
1.
Mai 2002 zu 50
%
, vom
1.
Juni bis 2
1.
respektive
22.
Juli 2002 zu 30
%
sowie vom 2
2.
Oktober bis
2.
Novem
ber 2003 zu 75
%
und ab dem
3.
November 2003 zu 100
%
.
Die
Einkommen der letzten Jahre
vor
dem
Jahr 2001
, nämlich von
1994
bis 2000,
hatte
n
sich gemäss dem IK-Auszug auf Fr. 107‘218.-- (1994), Fr.
112‘141.--
(1995), Fr.
113‘897.--
(1996), Fr.
102‘849
.-- (1997), Fr.
95‘397
.-- (1998), Fr.
117‘704
.-- (1999) und Fr.
95‘762
.-- (2000) belaufen (
Urk.
8/6/2
), im Durch
schnitt mithin auf Fr.
106‘424.--
(Fr. 744‘968.-- : 7).
Wenn die
Beschwer
de
gegnerin
auf das vom Arbeitgeber für den Gesundheitsfall im Jahr 2004 ange
gebene hypothetische Einkommen von Fr. 109‘500.-- abstellt, ist dies
somit
nicht zum Nachteil des Beschwerdeführers. Entgegen
seiner
Ansicht darf bei derart unregelmässigen Einkommen der letzten Jahre vor Eintritt der Invalidität, jedenfalls nicht allein eines der höchsten Jahres
einkom
men berücksichtigt wer
den
, auch wenn dies dem Jahr des Eintritts der invalidisierenden Arbeits
unfä
higkeit (2003) entspricht
.
Das von der Beschwerdegegnerin
festgesetzte
Valideneinkommen
von Fr. 109‘500.-- für das Jahr 2004 und unter Berücksichtigung der
Nominal
lohn
ent
wicklung
bis im Jahr 2012
von
Fr. 121‘405.40 (
2004-2010: Fr. 109‘500.-- : 113,3, x 123,
4 = Fr. 119‘261.25; 2010-
2012: Fr. 119‘261.25 : 100, x 101,7 = Fr. 121‘288.70; vgl.
Bundesamt für Sta
tistik [BFS], Schweizerischer Lohnindex nach
Wirtschaftszweigen
[
Index Basis 1993
= 100; im Internet abrufbar],
Nomi
nal
lohnindex
Männer [T1.1.
93], Total; 2004
:
113.3
; 20
10
:
123.4;
[
Index Basis 2010
= 100], Nominallohnindex Männer [T1.1.
10
], Total; 20
10
:
100
; 20
12
:
101.7
) ist nach dem Gesagten nicht zu beanstanden.
Sämtliche
weiteren
Vor
bringen des
Beschwerdeführer
s
führen zu keine
r
anderen
Betrachtungsweise
.
Insbesondere i
st
davon auszu
gehen, dass die Gratifi
kation
, welche in den Jahren 2001 bis 2003 je in der Höhe zwischen Fr. 12‘662.-- und Fr. 11‘994.-- ausbe
zahlt wurde
(
Urk.
8/7/2
),
darin enthalten ist.
3.3
3.3.1
Gemessen am
Invalideneinkommen
von
Fr. 50‘050.--
resultiert bei einer
Leistungs
einbusse
von Fr.
71‘355.40
der
von der Beschwerdegegnerin korrekt ermittelte
Invaliditätsgrad von gerundet
59
%
,
was
einen
Anspruch auf eine
halbe
Rente be
gründet (Art. 28 Abs. 2 IVG).
Ebenfalls korrekt und zu Recht unstrittig ist damit im Übrigen auch der für die Zeit vom
1.
Juni bis 31. November 2012 mit einem Invalideneinkommen von Fr. 71‘500.-- (
[13 x Fr. 5‘500.--]
)
ermittelte Invalidit
ätsgrad von gerundet 41
%
(
Urk.
2 S. 6), was Anspruch auf eine
Viertelsrente
begründet.
3.3.2
In Anwendung von
Art.
88a IVV ist
die bisherige ganze Rente
(vgl.
Urk.
14/6) jedoch nicht schon ab dem
1.
Juni 2012 auf eine
Viertelsrente
herabzusetzen und ab dem 1. Dezember 2012 auf eine halbe Rente zu erhöhen, sondern es ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde festzuhalten, dass der Beschwerde
führer weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente hat und ab dem 1. September 2012 Anspruch auf eine
Viertelsrente
sowie ab dem
1.
März 2013 Anspruch auf eine halbe Rente hat. Die Verfügungen vom 20. November 2013 (
Urk.
2) und vom 12. Februar 2014 (Urk. 14/5, Urk. 10/2) sind dementsprechend zu ändern.
Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.
4
.
Da der Streitgegenstand die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungs
leistungen betrifft, ist das Ver
fahren kostenpflichtig. Die Ge
richts
kosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und un
abhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und
ermessens
wei
se
auf Fr. 800.-- anzusetzen.
Da
der Be
schwerdeführer
nur
teilweise
obsiegt, rechtfertigt es sich,
ihm
die Ge
richtskosten
zu
drei Vierteln
und der
Beschwerde
gegnerin
zu
einem Viertel
aufzuerlegen.
Dem Beschwerdeführer
steht ausgangsgemäss eine entsprechend reduzierte
Pro
zessent
schädigung
zu (vgl. Urteil des Bundesgerichts
8C_471/2007 vom 1. Februar 2008 E. 3.2)
. Die
Prozess
entschädigung
ist nach Art. 61
lit
. g ATSG in Verbindung mit § 34 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, nach der Schwierigkeit des Prozesses, dem Zeitaufwand und den Barauslagen festzu
set
zen. Unter Berücksichtigung dieser Grundsätze ist de
m
Beschwerdeführer eine reduzierte
Prozess
entschädigung
von Fr.
6
00
.-- (inkl. Mehr
wertsteuer und
Bar
auslagen
) zuzusprechen.