Decision ID: 1e2e5007-7071-4b3b-9c90-a4c419fc67e8
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 28.11.2008 Rentenrevision nach Art. 53 Abs. 1 ATSG. Anforderungen an ein Revisionsgutachten: Ein Gutachten, das sich nicht zur Veränderung des medizinischen Sachverhalts äussert, eignet sich grundsätzlich nicht als Revisionsgutachten. Basiert eine Begutachtung in erster Linie auf Belastungstests und können diese aufgrund des Zustands der versicherten Person nicht durchgeführt werden, bestehen Zweifel an der Vollständigkeit der Abklärung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. November 2008, IV 2007/256).
Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus,
Versicherungsrichter Franz Schlauri; a.o. Gerichtsschreiberin Bettina Surber
Entscheid vom 28. November 2008
in Sachen
M._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Näscher, Alte Landstrasse 106,
9445 Rebstein,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rentenrevision
Sachverhalt:
A. Sachverhalt
A.a Am 4. September 2002 meldete sich M._, Jahrgang 1965, zum Bezug von IV-
Leistungen an (IV-act. 1). Als Grund wurde ein generalisiertes myofasziales
Schmerzsyndrom angegeben. Die Versicherte ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern
(Jahrgang 1989 und 1992) und war zuletzt vom 14. Juni 1999 bis 31. August 2002 an
der A._ als Pflegehelferin zu 80% angestellt (IV-act. 8).
A.b Mit Verfügung vom 25. November 2003 sprach die IV-Stelle der Versicherten eine
ganze Invalidenrente zu (IV-act. 20). Als Begründung führte die IV-Stelle an, die
Versicherte sei als zu 20% im Haushalt und zu 80% im Beruf tätig einzustufen. Für
ausserhäusliche Tätigkeiten sei sie 100% eingeschränkt und im Haushalt 10%, womit
von einem Invaliditätsgrad von 82% auszugehen sei. Dieser Invaliditätsgrad begründe
gemäss Art. 28 IVG Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Die IV-Stelle stützte sich
bei der damaligen Beurteilung im Wesentlichen auf zwei Arztberichte der behandelnden
Ärzte. In einem Bericht an die IV-Stelle vom 28. Oktober 2002 hatte Dr. med. B._,
Ärztehaus Cristal, Bad Ragaz, eine Arbeitsunfähigkeit von 100% seit dem 22.
November 2001 bescheinigt (IV-act. 10-1). Die Diagnosen mit Auswirkungen auf die
Arbeitsfähigkeit lauteten: generalisiertes myofaziales Schmerzsyndrom/Fibromyalgie
mit/bei muskulärer Dysbalance, muskulärer Insuffizienz und depressiver Verstimmung
bei Maladaptation. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sei eine intermittierende
kleine axiale Hiatushernie mit Dyspepsie. Durch medizinische Massnahmen könne die
Arbeitsfähigkeit nicht verbessert werden, berufliche Massnahmen seien angezeigt.
Dem Arztbericht wurde ein Austrittsbericht der Klinik Valens über einen stationären
Aufenthalt der Beschwerdeführerin vom 9. Mai 2002 bis 30. Mai 2002 beigelegt (IV-act.
10/3). In diesem diagnostizierten die Ärzte ein generalisiertes myofasziales
Schmerzsyndrom mit/bei muskulärer Dysbalance und muskulärer Insuffizienz in
Verbindung mit psychischen Faktoren, Verhaltensfaktoren und Kontextfaktoren. Als
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Faktoren werden ein maladaptives Copingverhalten bei ungenügend integrierten
Konflikten der Kategorien Versorgung vs. Autonomie und Selbst- vs. Objektwert sowie
eine Belastung durch fehlende berufliche Perspektiven genannt. Vorabklärungen
laborchemischer sowie bildgebender Art durch Skelettszintigrafie hätten keine
Hinweise auf das Vorliegen einer entzündlichen rheumatologischen Erkrankung
gebracht. Es liege eher ein generalisiertes Schmerzsyndrom und keine echte
Fibromyalgie vor. Das Vorliegen einer Borreliose sei extrem unwahrscheinlich. Die
Symptomatik scheine eher durch psychische Faktoren, Verhaltensfaktoren und
Kontextfaktoren bestimmt zu sein. Die Arbeitsunfähigkeit liege noch für zwei Wochen
bei 100%, anschliessend solle die Patientin die Arbeit wieder aufnehmen, für die ersten
vier Wochen zu 50%. Gemäss Arztbericht von Dr. B._ hat die Beschwerdeführerin
diesen Arbeitsversuch unternommen, jedoch nach zwei Tagen zweistündiger Arbeit
infolge eines Kollapses wieder abbrechen müssen (IV-act. 10/2). Neben dem Bericht
von Dr. B._ lag der IV-Stelle eine Stellungnahme von Dr. med. C._, Fachstelle für
Sozialpsychiatrie und Psychotherapie Sargans vor. Im Wesentlichen gab er die von der
Klinik Valens getroffenen Diagnosen wieder und ergänzte, anamnestisch seien
Konzentrations- und Gedächtnisstörungen vorhanden und die Denkabläufe leicht bis
mittelgradig auf die Schmerzen eingeengt. Es bestünden keine Hinweise auf Zwänge,
Wahnsymptome, Sinnestäuschungen oder Ich-Störungen. Der Antrieb der Patientin sei
mittelgradig reduziert. Sie lebe sozial zurückgezogen und es bestehe ein ausgeprägtes
Krankheitsgefühl – jedoch eine reduzierte Krankheitseinsicht bei ambivalenter
Einstellung gegenüber der Behandlung und insbesondere der aktiven Mitarbeit, zudem
leide die Patientin an schmerzbedingten Durchschlafstörungen. Die Therapie sei im
Dezember 2002 abgeschlossen worden, da die Patientin zu diesem Zeitpunkt nur
wenig motiviert gewesen sei. Die Prognose sei aus psychiatrischer Sicht sehr
zurückhaltend zu beurteilen. Er bescheinigte eine Arbeitsunfähigkeit von 100%. Die
medizinische Rehabilitation sei aus medizinischer Sicht erschöpft, sämtliche
Massnahmen zur Steigerung der Aktivität oder der Arbeitsfähigkeit seien gescheitert.
B.
B.a Am 18. und 19. August 2005 wurde die Versicherte im Rahmen eines von der IV-
Stelle eingeleiteten Revisionsverfahren am Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und
Hygiene AG (AEH) polydisziplinär untersucht. Dr. med. Dr. phil. D._, Facharzt FMH für
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Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte eine prolongierte gemischte
Anpassungsstörung mit Störung der Gefühle und des Sozialverhaltens (F43.25), eine
andauernde hypochondrisch-asthenische und reizbar-impulsive
Persönlichkeitsveränderung im Sinne einer "irritierten Persönlichkeit" nach psychischer
Erkrankung (F62.1) und/oder eine "relevante affektive Störung als nicht näher zu
bezeichnende Restkategorie" (F38.8) (IV-act. 38/10). Die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit
liege für ausserhäusliche Tätigkeiten bei 50%, für häusliche Tätigkeiten bei 80-100%.
Aus somatischer Sicht diagnostizierte Dr. med. E._, Fachärztin für physikalische
Medizin und Rehabilitation FMH, ein generalisiertes myofasziales Schmerzsyndrom
mit/bei muskulärer Dysbalance und muskulärer Insuffizienz in Verbindung mit
psychischen Faktoren, eine kleine Hiatushernie mit dyspeptischen Beschwerden und
eine Sinustachykardie unklarer Ätilogie ohne morphologische kardiale Veränderungen
(IV-act. 41/6). Aus somatischer Sicht sei für eine wechselbelastende Tätigkeit sowohl
ausserhäuslich als auch im Haushalt eine Arbeitsfähigkeit von 50% gegeben. Aus
interdisziplinärer Sicht resultiere sowohl für berufliche als auch für Haushaltstätigkeiten
eine Arbeitsunfähigkeit von 50%.
B.b In einer internen Stellungnahme vom 17. März 2006 teilte F._ vom
Regionalärztlichen Dienst der Invalidenversicherung (RAD) der IV-Stelle mit, aus dem
AEH-Gutachten könne gegenüber den Arztberichten, auf die sich die laufende ganze
Rente stütze, kein objektivierbarer medizinischer Revisionsgrund herausgelesen
werden (IV-act. 42). Deshalb handle es sich seines Erachtens lediglich um eine andere
Beurteilung des im Wesentlichen gleichen Sachverhalts. Darüber hinaus sei die
ursprüngliche Verfügung aus versicherungsmedizinischer Sicht nicht offensichtlich
falsch.
B.c Am 8. September 2006 führte die IV-Stelle bei der Versicherten eine
Haushaltsabklärung durch (IV-act. 49). Im Bericht hält die Abklärungsperson fest, die
Versicherte würde im Zeitpunkt der Abklärung ohne gesundheitliche Beeinträchtigung
einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Aus finanziellen Gründen und da die
Kinderbetreuung altersbedingt abgenommen habe, liege das hypothetische
ausserhäusliche Arbeitspensum bei 100%.
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B.d Mit Vorbescheid vom 20. November 2006 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit,
die bisher ganze Rente werde auf eine halbe herabgesetzt, da die Versicherte gemäss
Haushaltsabklärung neu als Vollerwerbstätige einzustufen sei und die Arbeitsfähigkeit
für eine leidensangepasste Tätigkeit bei 50% liege (IV-act. 56).
B.e Mit Schreiben vom 21. Dezember 2006 liess die Beschwerdeführerin, vertreten
durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Näscher, Rebstein, Einwand erheben. In der
nachgereichten Begründung vom 8. März 2007 wurde geltend gemacht, dass sich der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in den letzten Jahren nicht gebessert
habe (IV-act. 64-31). Dies würden verschiedene Arztberichte belegen. Das Gutachten
des AEH sei unter Befangenheit der zuständigen Ärzte erstellt worden. Die Revision sei
dazu benutzt worden, den Invaliditätsgrad absichtlich nach unten zu senken.
B.f In einer internen Stellungnahme vom 10. April 2007 teilte Dr. G._ vom
Regionalärztlichen Dienst der Invalidenversicherung (RAD) der IV-Stelle mit, für eine
Rentenrevision sei die Dynamik des Gesundheitszustands entscheidend (IV-act. 65).
Ihrer Meinung nach sei der Nachweis nicht erbracht, dass sich der Gesundheitszustand
im Vergleich zum Referenzdatum im Juli 2003 signifikant verändert habe. Es sei keine
medizinische, sondern eine juristische Frage, auf welche Arbeitsfähigkeit – auf die
frühere 100%ige oder die vom AEH festgesetzte 50%ige - abzustellen sei.

B.gIn der Verfügung vom 22. Mai 2007 hielt die IV-Stelle an den Erwägungen des
Vorbescheids fest (IV-act. 71). Bei einer Arbeitsfähigkeit von 50% ergebe sich eine
Einschränkung von 54%, weshalb die Rente entsprechend herabzusetzen sei. Neu
habe die Versicherte nur noch Anspruch auf eine halbe Rente.
C.
C.a Mit Schreiben vom 25. Juni 2007 lässt die Versicherte fristgerecht Beschwerde mit
den Begehren führen, die Verfügung vom 23. Mai 2007 sei aufzuheben und ihr sei eine
ganze Invalidenrente auf der Grundlage eines Invaliditätsgrades von 100%
auszurichten. Eventualiter wird beantragt, dass ein neutrales Gutachten bezüglich der
Arbeitsfähigkeit einzuholen sei. Zudem sei für das Verfahren die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung zu gewähren (act. G 1). Als Begründung wird angeführt, es sei
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über Jahre keine Besserung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin
eingetreten. Es mute merkwürdig an, dass plötzlich eine 50%-Arbeitsfähigkeit vorliegen
solle. Dr. B._ habe in einem Verlaufsbericht vom 3. Dezember 2004 eine
unveränderte Diagnose gestellt und geschrieben, eine Besserung des Zustands sei
nicht zu erwarten. Plötzlich solle die Beschwerdeführerin nun 50% arbeitsfähig sein –
und dies ausgerechnet zu demjenigen Zeitpunkt, in dem sie als 100% Erwerbstätige
einzustufen sei. Es liege die Vermutung nahe, dass die Revision gerade dazu benutzt
worden sei, den Invaliditätsgrad nach unten zu senken. Über all die Jahre sei kein
Revisionsgrund vorgelegen, auch dann nicht, als im Rahmen einer BSV-Kontrolle die
verfügten Leistungen in Frage gestellt worden seien. Es sei offensichtlich, dass der
Bericht des AEH unter deutlicher Befangenheit verfasst worden sei. Um das von
Politikern gesetzte Leistungsziel zu erreichen, seien die Verantwortlichen der IV-Stelle
auf "günstige" Gutachten angewiesen. Die Befangenheit werde noch offensichtlicher,
wenn man die Resultate des AEH mit den Beobachtungen von Dr. B._ und Dr. med.
H._ an der Fachstelle für Sozialpsychiatrie und Psychotherapie Heerbrugg vergleiche.
Dr. B._ diagnostiziere auch heute noch eine Fibromyalgie. Dagegen seien täglich
Schmerzmedikamente in sehr hohen Dosen nötig. Gemäss Dr. B._ bestehe weiterhin
eine Arbeitsunfähigkeit von 100%. Dr. H._ attestiere aus psychiatrischer Sicht
ebenfalls eine Arbeitsunfähigkeit von 100%. Beide Ärzte seien nach dem Erlass der
angefochtenen Verfügung überrascht, ja gar schockiert, dass der Beschwerdeführerin
die ganze Invalidenrente auf eine halbe gekürzt werden solle. Die Beschwerdeführerin
habe weiterhin einen Anspruch auf eine ganze Rente. Sollte das Gericht diese Meinung
nicht teilen, wird die Einholung eines neutralen Gutachtens beantragt.
C.bIn der Beschwerdeantwort vom 29. August 2007 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G. 3). Zur Begründung führt
sie an, die Verfügung vom 23. Mai 2007 stütze sich u.a. auf das Gutachten des AEH
vom 26. Februar 2006. Dieses sei in allen Punkten überzeugend, weshalb darauf
abgestellt werden könne. Bezüglich der Gutachter des AEH seien keine
Befangenheitsgründe erkennbar. Richtigerweise sei der Beschwerdeführerin
entgegenzuhalten, dass dem Urteil der behandelnden Ärzte unter dem Vorbehalt der
Befangenheit begegnet werden müsse. Diese hätten aufgrund ihrer patientennahen
Stellung nicht mehr die Funktion von Sachverständigen, sondern allenfalls von
Auskunftspersonen. Nach konstanter Rechtsprechung habe das Urteil unabhängiger
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Gutachter Vorrang gegenüber jenem der behandelnden Ärzte. Unbestritten sei, dass
die Beschwerdeführerin als Gesunde ganztags arbeiten würde. Die IV-Stelle habe
daher zu Recht eine Rentenrevision durchgeführt und auch die erwerblichen
Auswirkungen der Krankheit erneut überprüft. Im Jahr 2002 hätten Hilfsarbeiterinnen
bei den damals in der Schweiz üblichen 41.7 Wochenstunden ein durchschnittliches
Jahreseinkommen von Fr. 47'788.- erzielt. Bei einem Valideneinkommen von Fr. 48'620
und einer Arbeitsunfähigkeit von 50% sowie einem Leidensabzug von 10% errechne
sich ein Invaliditätsgrad von knapp 56%. Der angefochtenen Verfügung liege ein
Invaliditätsgrad von 54% zugrunde. Dieser stelle beim Invalideneinkommen auf die
tieferen Löhne der Grossregion Ostschweiz ab, was nach der Rechtsprechung des
Bundesgerichts nicht zulässig sei. Im Gegenzug sei jedoch auch kein Leidensabzug
vorgenommen worden, weshalb die angefochtene Verfügung insgesamt richtig sei.
Für den Fall, dass das Gericht zur Auffassung gelangen sollte, aufgrund eines
unveränderten medizinischen Sachverhalts sei keine Anpassung der Rente zulässig,
wird beantragt, die angefochtene Verfügung sei mit der substituierten Begründung
einer Wiedererwägung zu schützen. Im Zeitpunkt der ersten Rentenzusprache sei der
Sachverhalt nur ungenügend abklärt gewesen. Im Bericht vom Dr. B._ vom 28.
Oktober 2002 seien keine Diagnosen angegeben worden, die eine Arbeitsunfähigkeit
von 100% nachvollziehbar machen würden. Es falle auch auf, dass im Bericht von Dr.
B._ von einer Fibromyalgie gesprochen, das Vorliegen einer solchen im Bericht der
Klinik Valens aber gerade verneint worden sei. Auch der behandelnde Psychiater, Dr.
C._, habe im Bericht vom 2. April 2003 keine greifbare invalidisierende Diagnose
gestellt. Es sei beiden Berichten eigen, dass sie von behandelnden Ärzten stammten,
die grundsätzlich als befangen gelten müssten und dass objektive Befunde fehlten.
Weiter sei die für die Anwendung der gemischten Methode obligate
Haushaltsabklärung nicht vorgenommen worden. Im Bericht der Klinik Valens sei
festgehalten worden, dass nach kurzer Zeit eine zumindest teilweise Arbeitsfähigkeit
sowie der Wiedereinstieg in den Beruf zu erwarten seien und es seien
Therapievorschläge gemacht worden. Unter diesen Umständen sei es nicht zulässig
gewesen, nach einem einzigen kurzen Arbeitsversuch von einer abgeschlossenen
Eingliederung und von einer bleibenden vollen Erwerbsunfähigkeit auszugehen. Die
Rentenverfügung sei deshalb auch unter Verletzung des Grundsatzes "Eingliederung
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vor Rente" ergangen. Die Wiedererwägung solle vom Gericht vorgenommen werden
und – da keine Meldepflichtverletzung vorliege – ex nunc et pro futuro wirken.
C.c In der Replik vom 19. November 2007 lässt die Beschwerdeführerin geltend
machen, das Gutachten des AEH überzeuge nicht, da die Tests für die Evaluation der
arbeitsbezogenen und funktionellen Leistungsfähigkeit aufgrund des hohen Ruhe- und
Belastungspulses abgebrochen worden seien (act. G 13). Daher habe auch die
Zumutbarkeit der angestammten wie auch einer anderen beruflichen Tätigkeit nicht
beurteilt werden können. Weiter könne ein Gutachten nicht per se Vorrang gegenüber
Berichten der behandelnden Ärzte haben. Vielmehr gelte für das gesamte Verwaltungs-
und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren der Grundsatz der freien
Beweiswürdigung. Danach hätten Versicherungsträger und Sozialversicherungsrichter
die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und
pflichtgemäss zu würdigen. Im vorliegenden Fall würden sich die Meinungen der Ärzte
stark widersprechen, weshalb die Einholung eines Obergutachtens sinnvoll sein
könnte. Bezüglich des Antrags der Beschwerdegegnerin, bei Verneinen eines
Revisionsgrundes eine Wiedererwägung vorzunehmen, wird geltend gemacht, die
Praxis der substituierten Begründung der Wiedererwägung durch ein Gericht sei als
sehr problematisch anzusehen. Zudem sei die ursprüngliche Verfügung nicht
widerrechtlich, wobei auf diesen Punkt nicht weiter eingegangen werde.
Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 Erw. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366
Erw. 1b; 132 V 215 Erw. 3.1.1), sind vorliegend die bis zum 31. Dezember 2007 gültig
gewesenen materiellen Bestimmungen anzuwenden.
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1.2 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 130 V 349 f. Erw. 3.5, BGE 112 V 372 Erw. 2b).
Ob eine revisionsbegründende Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich
des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten (der versicherten Person eröffneten)
rechtskräftigen Verfügung bestand, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in
den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108),
mit dem Sachverhalt zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 125 V 369 Erw. 2).
Eine bloss unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen
Sachverhalts stellt praxisgemäss keine revisionsbegründende Änderung dar.
1.3 Eine wesentliche, den Invaliditätsgrad beeinflussende Veränderung kann in der
Evolution des Gesundheitszustands liegen. Vorliegend wurde zur Feststellung einer den
Invaliditätsgrad beeinflussenden Veränderung der gesundheitlichen Beeinträchtigung
ein Gutachten beim AEH in Auftrag gegeben. Das vom AEH erstellte Gutachten mag
nicht in allen Belangen zu überzeugen. Es wurde von der IV-Stelle mit dem klaren
Auftrag zur Prüfung von medizinischen Revisionsgründen in Auftrag gegeben (vgl. IV-
act. 33-2: Die IV-Stelle stellte dem AEH im Auftrag zur medizinischen Abklärung die
Frage, ob eine objektivierbare und relevante Änderung des Gesundheitszustands seit
2002 eingetreten sei). Im Gutachten finden sich jedoch keinerlei Ausführung der Ärzte
über die Entwicklung des Gesundheitszustands. Es kann nicht schlüssig beurteilt
werden, ob und gegebenenfalls in welchem Ausmass sich die Beeinträchtigungen der
Beschwerdeführerin seit Rentenzusprache im Jahr 2003 verändert haben. Zudem
könnte das Gutachten auch dann nicht vollständig überzeugen, wenn es auf eine erste
Feststellung einer rentenwirksamen Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin hin
erstellt worden wäre. Die somatische Begutachtung und Beurteilung fiel äusserst
knapp aus. Obschon ein für die Bemessung eines Rentengrades bestimmtes
Gutachten im Hinblick auf den körperlichen Belastungsgrad der versicherten Person
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hin erstellt werden muss, wird angegeben, die Zumutbarkeit der angestammten
beruflichen Tätigkeit und die Zumutbarkeit einer andern beruflichen Tätigkeit könne
aufgrund der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit nicht abschliessend
beurteilt werden. Aufgrund kardiologischer Probleme hatte ein erster Leistungstest am
15. und 19. August abgebrochen werden müssen (IV-act. 40). Gemäss Aktennotiz
bestand die Absicht, die Beschwerdeführerin im Januar 2006 erneut zu einem Test
aufzubieten. Im Gutachten vom 28. Februar 2006 wird dann aber angegeben, es sei auf
einen weiteren Test verzichtet worden (IV-act.41-6). Dies mit der Begründung, die
Beschwerdeführerin habe in allen Tests ein selbstlimitiertes Verhalten gezeigt und es
sei mit grösster Wahrscheinlichkeit auch bei einer erneuten Evaluation mit
Selbstlimitierung zu rechnen. Damit sei eine abschliessende Beurteilung der
funktionellen Leistungsfähigkeit nicht möglich (IV-act. 41-6). Die Beurteilung müsse
daher medizinisch-theoretisch erfolgen. Das Gutachten trägt das Datum vom 26.
Februar 2006 und wurde damit erst ein halbes Jahr nach der Begutachtung im August
2005 abgeschlossen. Noch am 10. November 2005 hatte das AEH der IV-Stelle
mitgeteilt, es werde einen weiteren Leistungstest durchführen. Im Februar 2006 wurde
ein solcher dann als nicht mehr erfolgversprechend angeschaut. Es stellt sich die
Frage, wie zuverlässig die Ärzte die Arbeitsfähigkeit ohne zusätzliche Tests und
Untersuche feststellen konnten. Die Begutachtung am AEH setzt sehr stark auf
arbeitsbezogene Leistungstests. Lediglich eine Stunde der somatischen Begutachtung
dient Empfang, Gespräch und Beurteilung durch einen Arzt, während vier Stunden für
die alltags- und arbeitsbezogenen Tests aufgewendet werden (IV-act. 37-3). Vorliegend
hatten also grosse Teile der Begutachtung gar nicht stattgefunden, was gewisse
Zweifel an der Vollständigkeit des Gesamtgutachtens entstehen lässt. Weiter stellt sich
die Frage, ob es aufgrund des diffusen Krankheitsbildes im Rahmen einer umfassenden
Begutachtung nicht angezeigt gewesen wäre – mangels Vorliegen bildgebender
Unterlagen – Röntgenaufnahmen anzufertigen.
1.4 Sowohl aus somatischer als auch aus psychiatrischer Sicht wurde der
Beschwerdeführerin eine Arbeitsunfähigkeit von 50% attestiert. Gesamthaft resultiert
daraus gemäss den AEH-Gutachtern aus interdisziplinärer Sicht ein
Arbeitsunfähigkeitsgrad von 50% (IV-act. 41-7). Um eine Gesamtschätzung der
Arbeitsunfähigkeit vornehmen zu können, muss gewürdigt werden, inwieweit die
somatischen Beschwerden die psychischen Beschwerden auslösen resp. beeinflussen
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und umgekehrt – und wie psychische und physische Faktoren zusammenwirken. Dies
geht aus dem vorliegenden Gutachten, das sich zu sehr in theoretischen Erörterungen
verliert, deren Schlussfolgerungen für den konkreten Fall nicht klar und nachvollziehbar
ausgeführt sind, zu wenig deutlich hervor.
1.5 Hinzukommt, dass die behandelnden Ärzte weiterhin sowohl aus somatischer als
auch aus psychiatrischer Sicht von einer Arbeitsunfähigkeit von 100% ausgehen (act.
G 1.1.6 und 1.1.7). Zwar muss bezüglich Berichten von Hausärzten beachtet werden,
dass die behandelnden Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten
aussagen (BGE 125 V 351) und zudem, dass sich behandelnde Ärzte bei der
Arbeitsfähigkeitsschätzung Gedanken darüber machen müssen, ob ein positiver
Heilungsverlauf oder eine mögliche Therapie eine Reduktion oder sogar eine
vorübergehende Aufgabe der Arbeitstätigkeit voraussetzt, wodurch ihr Blick weniger
auf eine dauernde und damit invaliditätsrelevante Arbeitsunfähigkeit gerichtet ist. Im
vorliegenden Fall erweckt aber bereits das Vorgehen des AEH gewisse Zweifel an der
Vollständigkeit und Schlüssigkeit des Gutachten und den Berichten der behandelnden
Ärzten kann doch insoweit Bedeutung zugemessen werden, als dass sie diese Zweifel
bekräftigen.
1.6 Aus den genannten Gründen vermag das AEH-Gutachen nicht vollständig zu
überzeugen und es drängt sich eine nochmalige Begutachtung auf. Diese muss sich
der Frage annehmen, ob sich seit 2003 eine erhebliche Veränderung in den
tatsächlichen Verhältnissen ergeben hat, wozu der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin in umfassender Weise abzuklären ist. Aufgrund des wenig
fassbaren, die Ärzte aber beeindruckenden und damit plausiblen Krankheitsbildes
würde sich eine stationäre Aufnahme der Beschwerdeführerin zur interdisziplinären
Abklärung empfehlen. Diese Abklärung hätte den Vorteil, dass über längere Zeit hinweg
Medikamente angepasst und die Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin getestet
werden könnten. Zudem könnte auch festgestellt werden, wie physische und
psychische Faktoren zusammenwirken und wie sie sich gegenseitig beeinflussen.
Weiter wird im Gutachten darauf hingewiesen, dass eine kardiologische Abklärung eine
Sinustachykardie unklarer Ätilogie ohne morphologische kardiale Veränderungen
gezeigt hätte (IV-act. 41-6). Eine stationäre Aufnahme hätte den Vorteil, dass die
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Ursache für die Sinustachykardie ermittelt und allfällige Massnahmen ergriffen werden
könnten, wodurch die Beschwerdeführerin allenfalls in die Lage versetzt würde, ihre
Belastungsgrenze zu steigern.
1.7 Nach dieser Begutachtung wird neu über eine Revision der Rentenverfügung vom
25. November 2003 zu befinden sein. Sollte das Gutachten ergeben, dass sich der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der Rentenzusprache nicht in
erheblicher Weise verändert hat, so ist im Übrigen zu bemerken, dass über einen
blossen Methodenwechsel aufgrund einer hypothetischen Entwicklung die Rechtskraft
der ursprünglichen Verfügung nach Art. 53 ATSG nicht aufgehoben werden kann. Es
läge lediglich eine neue Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen
Sachverhalts vor. Es fehlt an einer Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen,
welche für die Bejahung eines Revisionsgrundes zwingend erforderlich wäre. Denn die
Annahme eines Statuswechsels basiert auf der Unterstellung einer rein hypothetischen
Entwicklung. Die Annahme einer hypothetischen Statusänderung ohne erhebliche reale
Sachverhaltsveränderung kann nicht dazu benutzt werden, unter Durchbrechung der
Rechtskraft das gesamte Rentenverhältnis neu festzulegen. Wollte man sich nicht
daran halten und neue Statushypothesen als ausreichende revisionsrelevante
Sachverhaltsänderungen gelten lassen, müsste man vorliegend als bewiesen
annehmen, dass die Beschwerdeführerin heute als Vollerwerbstätige einzustufen wäre.
Dies würde dazu führen, dass sich der Invaliditätsgrad bei einem Statuswechsel von
einem 80%-Pensum auf ein 100%-Pensum vorliegend nicht verkleinern, sondern
vergrössern würde.
1.8 Wird im neu zu erstellenden Gutachten keine Veränderung des
Gesundheitszustands festgestellt, so steht es der IV-Stelle frei, ein
Wiedererwägungsverfahren nach Art. 53 Abs. 2 ATSG zu eröffnen und zu prüfen, ob
die ursprüngliche Verfügung zweifellos unrichtig war.
2.
2.1 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde teilweise
gutzuheissen. Die Revisionsverfügung vom 23. Mai 2007 ist aufzuheben. Die Sache ist
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zur umfassenden medizinischen Abklärung im Sinne der Erwägungen und zu
entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
2.2 Es rechtfertigt sich bei diesen Umständen, von einem vollständigen Unterliegen
der Beschwerdegegnerin auszugehen und ihr die Gerichtskosten, die nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festgelegt werden (Art. 69 Abs. 1
IVG), gesamthaft aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von
Fr. 600.-- erscheint angemessen.
2.3 Die Beschwerdeführerin hat bei (prozessual betrachtet; vgl. SVR 1995 IV Nr. 51
S. 143) vollem Obsiegen Anspruch auf Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der
Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff.
VRP). Der Anwalt der Beschwerdeführerin macht in einer am 10. Dezember 2007
eingereichten Kostennote einen Aufwand von Fr. 2'350.- (inkl. Barauslagen und
Mehrwertsteuer) geltend (act. G 6). Dem kann entsprochen werden.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG