Decision ID: 06b8c463-8946-4645-80c9-cd858d8d54dd
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend: Versicherter) war seit 16. Mai 1994 bei der B._ AG, als
Produktionsmitarbeiter angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen
versichert, als am 31. Januar 2007 folgendes Ereignis vom 31. Oktober 2003 von der
Arbeitgeberin des Versicherten gemeldet wurde: "Auf frisch geputzten Fliesen
ausgerutscht." (Suva-act. 2).
A.b Am 14. Januar 2004 hatte der Versicherte wegen linksseitigen Schmerzen "nach
Sturz auf Fliesen vor drei bis vier Monaten" seine Hausärztin Dr. med. C._, FMH
Allgemeine Innere Medizin und HNO, konsultiert, welche nach einer
Röntgenuntersuchung mit dem Ergebnis eines etwas schmäleren Gelenkspalts links
die Diagnose "Schmerzen re. Hüfte" (richtig: linke Hüfte) gestellt hatte. Die Behandlung
war am 28. Januar 2004 abgeschlossen worden (Suva-act. 6). Wegen schwachen, aber
immer wieder aufgetretenen Hüftschmerzen war beim Versicherten auf Zuweisung von
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Dr. C._ am 23. Januar 2007 eine MRI-Untersuchung des knöchernen Beckens,
speziell der linken Hüfte, durch Dr. med. D._, FMH Radiologie, durchgeführt worden,
welche eine ausgeprägte Coxarthrose links sowie beginnende arthrotische
Veränderungen auch rechts hervorgebracht hatte. Dr. D._ hatte im gleichentags
erstellten radiologischen Bericht ausgeführt, dass der Befund eher nicht mit dem
Trauma von Ende 2003 in Zusammenhang stehe, das Trauma aber möglicherweise die
Arthrose aktiviert habe (Suva-act. 1).
A.c Am 6. März 2007 teilte die Arbeitgeberin des Versicherten der Suva mit, dass sie
vom Unfall erst am Tag der Unfallmeldung durch den Versicherten an sie Kenntnis
erhalten habe. Dadurch habe sich auch ihre Unfallmeldung an die Suva verzögert. Der
Versicherte habe wegen Unterlassung seiner Unfallmeldung ihre Verspätung
verschuldet (Suva-act. 4). Nach Einholung einer kreisärztlichen Beurteilung (Suva-act.
7) lehnte die Suva mit formlosem Schreiben vom 21. März 2007 ihre Leistungspflicht
mit der Begründung ab, dass aufgrund der medizinischen Unterlagen zwischen dem
Ereignis vom 31. Oktober 2003 und den gemeldeten Hüftbeschwerden kein sicherer
oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang bestehe (Suva-act. 8).
A.d Am 7. Januar 2016 wurde beim Versicherten in der Klinik für Orthopädische
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des Kantonsspitals St. Gallen
(nachfolgend: KSSG) bei der Diagnose "Dysplasie-Coxarthrose links > rechts"
minimalinvasiv eine Hüft-TP-Implantation links vorgenommen (Suva-act. 29), weshalb
der Versicherte bis 11. Januar 2016 hospitalisiert war. Danach folgte eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 27).
A.e Am 15. Januar 2016 liess der Versicherte durch seine Arbeitgeberin einen Rückfall
zum Ereignis vom 31. Oktober 2003 melden. Wie vom Arzt vorausgesagt, sei als Folge
des vorgenannten Ereignisses eine Arthrose aufgetreten. Von einer Operation an der
Hüfte habe nicht mehr abgesehen werden können (Suva-act. 10).
A.f Am 28. Januar 2016 reichte Dr. C._ das Arztzeugnis UVG für Rückfall ein, worin
sie eine Unfallkausalität des MRI-Befundes vom 23. Januar 2007 weder verneinte noch
bejahte und ein Fragezeichen beifügte (Suva-act. 19).
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A.g Mit Verfügung vom 25. Februar 2016 wies die Suva auf ihre Leistungsablehnung
hinsichtlich der Hüftbeschwerden links im Schreiben vom 21. März 2007 hin und lehnte
die Erbringung von Versicherungsleistungen erneut ab, indem sie eine bei ihr
versicherte Gesundheitsschädigung mit dem Fehlen der leistungsbegründenden
Voraussetzungen eines versicherten Unfalls oder einer unfallähnlichen
Körperschädigung verneinte (Suva-act. 20).
B.
Mit Eingabe vom 22. März 2016 liess der Versicherte durch Rechtsanwalt Dr. iur. H.
Altherr, Trogen, gegen die Verfügung Einsprache erheben (Suva-act. 22). Mit
Einspracheentscheid vom 27. April 2016 wies die Suva die Einsprache ab (Suva-act.
32).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid erhob der Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführer) durch seinen Rechtsvertreter am 30. Mai 2016 Beschwerde mit
dem Antrag, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und es sei die Leistungspflicht
der Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) festzustellen. Eventualiter sei die
Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen,
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1).
C.b In der Beschwerdeantwort vom 13. Juni 2016 beantragte die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des Einspracheentscheids vom 27. April
2016 (act. G 3).
C.c Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat auf die Einreichung einer Replik
verzichtet (act. G 5 f.).
C.d Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der

übrigen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen
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1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur
Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die
sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem
Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden
daher, nachdem ein Ereignis aus dem Jahr 2003 zur Debatte steht, die bis 31.
Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.
2.
2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden, sofern dieses Gesetz nichts anderes bestimmt,
Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten
gewährt.
2.2 Als Unfall gilt die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den
Tod zur Folge hat. (Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).
2.3 Art. 9 Abs. 2 UVV enthält eine abschliessende Aufzählung von
Körperschädigungen, welche auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung den
Unfällen im Sinne von Art. 4 ATSG gleichgestellt sind, sofern sie nicht eindeutig auf
eine Erkrankung oder eine Degeneration zurückzuführen sind. Dazu zählen unter
anderem Knochenbrüche (lit. a), Verrenkungen von Gelenken (lit. b) und Bandläsionen
(lit. g).
2.4 Die Leistungspflicht des Versicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwischen
dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein
natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (vgl. BGE 129 V 181 E. 3). Bei
unfallähnlichen Körperschädigungen ist ein kausales unfallähnliches Ereignis
wenigstens im Sinne eines auslösenden Faktors erforderlich (ALFRED BÜHLER, Die
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unfallähnliche Körperschädigung, SZS 1996 S. 90, 93; BGE 123 V 45). Im Falle
physischer Unfallfolgen hat indessen die Adäquanz gegenüber dem natürlichen
Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 118 V 291 f. E.
3a). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein
natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung
bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung
nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs
genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit
weiteren Verweisen).
2.5 Gemäss Art. 11 UVV werden Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und
Spätfolgen gewährt. Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer
vermeintlich geheilten Krankheit bzw. vermeintlich geheilter Unfallfolgen, so dass es zu
ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu einer weiteren Arbeitsunfähigkeit
kommt, während von Spätfolgen dann gesprochen wird, wenn ein scheinbar geheiltes
Leiden im Laufe längerer Zeit organische oder psychische Folgen bewirkt, die zu einem
andersgearteten Krankheitsbild führen können. Rückfälle und Spätfolgen schliessen
begrifflich an ein Unfallereignis in der Vergangenheit an. Dementsprechend können sie
eine Leistungspflicht des (damaligen) Unfallversicherers nur dann auslösen, wenn
zwischen den erneut vorgebrachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten
Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht
(BGE 118 V 296 f. E. 2c).
3.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist, ob die
Beschwerdegegnerin mit dem angefochtenen Einspracheentscheid vom 27. April 2016
(Suva-act. 32) zu Recht einen Anspruch des Beschwerdeführers aus der
obligatorischen Unfallversicherung für die von ihm bzw. dessen Arbeitgeberin am 15.
Januar 2016 als "Rückfall" zum Ereignis vom 31. Oktober 2003 gemeldeten
Hüftbeschwerden links (Suva-act. 10), insbesondere für die am 7. Januar 2016 im
KSSG durchgeführte Hüft-TP-Implantation links (Suva-act. 29), abgelehnt hat.
4.
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Auch wenn die Beschwerdegegnerin mit der dem angefochtenen Einspracheentscheid
(Suva-act. 32) zugrunde liegenden Verfügung vom 25. Februar 2016 (Suva-act. 20) die
Ablehnung ihrer Leistungspflicht damit begründete, die Voraussetzungen eines
versicherten Unfalls (vgl. Art. 4 ATSG) oder einer unfallähnlichen Körperschädigung
(vgl. Art. 6 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs. 2 UVV) seien nicht erfüllt, scheint
sie letztlich zumindest das Vorliegen eines Unfallereignisses richtigerweise nicht in
Frage zu stellen. So enthalten weder der angefochtene Einspracheentscheid (Suva-act.
32) noch das Schreiben vom 21. März 2007 (Suva-act. 8; vgl. nachfolgende Erwägung
6.3.2) oder die Beschwerdeantwort vom 13. Juni 2016 (act. G 3) anderslautende
Erwägungen und es darf in Bezug auf das Ereignis vom 31. Oktober 2003, so wie es
ursprünglich gemeldet wurde (vgl. Suva-act. 2: "auf frisch geputzten Fliesen
ausgerutscht"; vgl. auch Suva-act. 6: "Sturz auf Fliesen"), ohne Weiteres ein Unfall im
Sinne von Art. 4 ATSG angenommen werden (vgl. dazu ALEXANDRA RUMO-JUNGO/
ANDRÉ PIERRE HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 40 f.; ALFRED MAURER, Schweizerisches
Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 176 f.). Materiell-rechtlich ist jedoch zu
wiederholen, dass als weitere Leistungsvoraussetzung ein natürlicher und adäquater
Kausalzusammenhang zwischen dem gemeldeten Gesundheitsschaden und dem
Unfallereignis gegeben sein muss (vgl. Art. 6 Abs. 1 UVG), also auch bei einem Unfall
letztlich entscheidend ist, welche Verletzung die verunfallte Person im konkreten Fall
tatsächlich erlitten hat.
5.
Vorliegend ist aktenmässig belegt, dass die Beschwerdegegnerin mit formlosem
Schreiben vom 21. März 2007 (Suva-act. 8) einen Leistungsanspruch des
Beschwerdeführers bezüglich der von seiner Arbeitgeberin am 31. Januar 2007
gemeldeten Hüftbeschwerden links (vgl. Suva-act. 2) mit der Begründung verneint hat,
diese würden nicht mit dem im Sozialversicherungsrecht grundsätzlich geltenden
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. dazu THOMAS LOCHER/
THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. Bern 2014, § 70
N. 58; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 4; UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl.
Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 43 N 46) in einem kausalen Zusammenhang zum Ereignis
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vom 31. Oktober 2003 stehen (Suva-act. 8). Die Verweigerung von
Versicherungsleistungen hat zwar gemäss Art. 49 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art.
124 lit. b UVV in Form einer schriftlichen Verfügung zu geschehen. Eine zu Unrecht
formlos mitgeteilte Leistungsverweigerung entfaltet jedoch nach einer bestimmten Frist
- laut Bundesgericht im Regelfall nach einem Jahr (BGE 134 V 145; vgl. auch KIESER,
a.a.O., Art. 51 N 24) - in gleicher Weise Rechtswirkungen, wie wenn sie als Verfügung
erlassen worden wäre, wenn sie von der betroffenen Person nicht in Frage gestellt bzw.
von ihr nicht der Erlass einer Verfügung verlangt wird (vgl. Art. 51 Abs. 2 ATSG in
Analogie). Im konkreten Fall hat der Beschwerdeführer unbestrittenermassen nie gegen
die mit formlosem Schreiben vom 21. März 2007 mitgeteilte Leistungsablehnung
interveniert. Insofern wird auch deren Rechtsverbindlichkeit zu Recht nicht in Frage
gestellt. Mithin kann der Entscheid nicht mehr mit einem ordentlichen Rechtsmittel
angefochten werden und es ergibt sich eine Rechtslage, die mit derjenigen bei
formellen Verfügungen übereinstimmt (KIESER, a.a.O., Art. 51 N 26 f.).
6.
6.1 Von der formellen Rechtsbeständigkeit abzugrenzen ist die materielle
Rechtsbeständigkeit eines Entscheids. Diese bedeutet Massgeblichkeit des Entscheids
- hier der formlosen Leistungsverweigerung der Beschwerdegegnerin vom 21. März
2007 - in jeder späteren Auseinandersetzung zwischen den gleichen Parteien; der
Entscheid ist inhaltlich unbestreitbar und unabänderlich, er hat Bindungswirkung und
stellt eine res iudicata dar. Das Verfahren kann nicht nochmals mit einem ordentlichen
Rechtsmittel in Gang gesetzt werden. Dies gilt nur bezüglich derjenigen Parteien, die
am Verfahren beteiligt waren, bezüglich des nämlichen Streitgegenstandes und des
Urteilsdispositivs sowie bezüglich der Tatsachen- und Rechtslage zur Zeit der
Verfügung respektive der formlosen Leistungsverweigerung (RENÉ RHINOW/
HEINRICH KOLLER/CHRISTIAN KISS/DANIELA THURNHERR/DENISE BRÜHL-
MOSER, Öffentliches Prozessrecht, 3. Aufl. Basel 2014 § 14 Rz. 955; vgl. auch ULRICH
HÄLFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl.
Zürich/St. Gallen 2016, § 15 Rz. 1093; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER/MARTIN
BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl.
Zürich/Basel/Genf 2013, S. 230 Rz. 665; Urteil des Bundesgerichts vom 25. Februar
2013, 4A_496/2012, E. 3.1).
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6.2 Ein unveränderter Sachverhalt kann mithin nicht mehrmals - gar unterschiedlich -
beurteilt werden. Ein seinerzeit negativer Entscheid bzw. eine seinerzeit rechtskräftig
beurteilte Leistungsablehnung steht jedoch unter dem Vorbehalt einer Anpassung an
einen später geänderten Sachverhalt. Dieser in der Invalidenversicherung durch das
Institut der Neuanmeldung (Art. 87 Abs. 4 der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]) geregelte Grundsatz gilt auch im
Unfallversicherungsrecht, indem es einer versicherten Person jederzeit freisteht, einen
Rückfall oder Spätfolgen (vgl. Erwägung 2.5) eines rechtskräftig beurteilten
Unfallereignisses geltend zu machen und unter Vorbringen eines nachträglich
geänderten Sachverhalts erneut Leistungen der Unfallversicherung zu beanspruchen
(Art. 11 UVV; RKUV 1994 Nr. U 189 S. 139 E. 3a; BGE 118 V 297 E. 2d). Rückfälle und
Spätfolgen stellen insoweit revisionsrechtliche Tatbestände dar (RUMO-JUNGO/
HOLZER, a.a.O., S. 79). Unter diesem Titel stellte denn auch der Beschwerdeführer am
15. Januar 2016 sein neues Leistungsbegehren (Suva-act. 10).
6.3
6.3.1 Wie die formelle Rechtsbeständigkeit der formlosen Leistungsverweigerung
vom 21. März 2007 wird vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers im Grundsatz
auch dessen materielle Rechtsbeständigkeit nicht bestritten. Uneinig sind sich jedoch
die Verfahrensparteien hinsichtlich der Frage, ob die formlose Ablehnung der
Leistungspflicht im Jahr 2007 für den im vorliegenden Beschwerdeverfahren -
hinsichtlich eines Leistungsanspruchs des Beschwerdeführers - zu treffenden
Entscheid von Bedeutung ist bzw. welcher rechtliche Inhalt durch die formlose
Leistungsverweigerung vom 21. März 2007 materielle Rechtsbeständigkeit erlangt hat.
6.3.2 Am 14. Januar 2004 war der Beschwerdeführer erstmals wegen
Hüftschmerzen links bei Dr. C._ in Behandlung, der nach einer Röntgenuntersuchung
Schmerzen rechte (richtig: linke) Hüfte diagnostiziert und die Behandlung am 28.
Januar 2004 abgeschlossen hatte (Suva-act. 6). Die wegen immer wieder
aufgetretenen Hüftschmerzen links durch Dr. D._ am 23. Januar 2007 durchgeführte
MRI-Untersuchung hatte als strukturellen und schmerzverursachenden
Gesundheitsschaden eine ausgeprägte Coxarthrose links hervorgebracht (Suva-act. 3).
Mit der formlosen Leistungsverweigerung vom 21. März 2007 wurde eindeutig die
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Leistungspflicht bezüglich dieser Coxarthrose links mangels natürlichen
Kausalzusammenhangs mit dem Unfallereignis vom 31. Oktober 2003 verneint. Die
Unfallkausalität der Coxarthrose hat als Begründungselement notwendigerweise Anteil
an der formellen und materiellen Rechtskraft des Schreibens vom 21. März 2007. Diese
Begründung wirkt sich nicht bloss auf einen zeitlich beschränkten Zeitraum aus,
sondern ist endgültig. Die rechtskräftige Verneinung einer Unfallkausalität eines
bestimmten Leidens schliesst daher - vorbehältlich der prozessualen Revision oder der
Wiedererwägung (vgl. hierzu Art. 53 ATSG und nachfolgende Erwägung 6.4) - jeden
neuen Entscheid über die Leistungsberechtigung im Zusammenhang mit der
Coxarthrose aus bzw. führt zur Ablehnung sämtlicher künftiger Leistungsbegehren
aufgrund desselben Leidens; dies gilt auch hinsichtlich geltend gemachter Rückfälle
oder Spätfolgen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 27. August 2013,
8C_359/2013, E. 5.1; RKUV 1998 Nr. U 310 S. 465 f. E. 2).
6.3.3 Im Rahmen der im angefochtenen Einspracheentscheid geprüften
Rückfallmeldung stand gleichfalls eine Leistungspflicht hinsichtlich der am 23. Januar
2007 radiologisch erhobenen Coxarthrose (Suva-act. 2, 19) bzw. deren operativer
Behandlung (Suva-act. 27, 29) in Frage. Etwas anderes macht auch der Rechtsvertreter
des Beschwerdeführers nicht geltend, wurde doch die Rückfallmeldung im
Zusammenhang mit der Operation der Coxarthrose eingereicht. Das Anspruchselement
des Rückfallverfahrens war mithin dasselbe wie dasjenige des ursprünglichen
Verfahrens. Es geht um dasselbe Unfallereignis vom 31. Oktober 2003 und dessen
Kausalität für die Coxarthrose. Eine Ablehnung des neuen Leistungsbegehrens vom 15.
Januar 2016 (Suva-act. 10) ist damit die Konsequenz.
6.3.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der angefochtene
Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 27. April 2016, mit welchem die
Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht hinsichtlich der am 15. Januar 2016 als
Rückfall gemeldeten Hüftbeschwerden links und damit auch für die Hüft-TP-
Implantation vom 7. Januar 2016 abgelehnt hat, nicht zu beanstanden ist.
6.4 Wie bereits erwähnt, müsste bzw. könnte die Beschwerdegegnerin das
rechtsverbindliche Schreiben vom 21. März 2007 korrigieren, wenn die
Voraussetzungen der prozessualen Revision bzw. der Wiedererwägung gemäss Art. 53
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ATSG gegeben wären (vgl. Erwägung 6.3.2). Während diese Rückkommenstitel die
Ausgangslage der anfänglichen Unrichtigkeit eines Entscheids betreffen, beziehen sich
die revisionsrechtlichen Tatbestände - Rückfall und Spätfolgen -, wie dargelegt (vgl.
Erwägungen 6.2 und 6.3.2), auf eine nachträgliche Änderung des massgebenden
Sachverhalts. Insofern ist die materielle Rechtskraft im Rahmen von Art. 53 ATSG nur
eingeschränkt anzunehmen (vgl. KIESER, a.a.O., Art. 53 N 4 f.). Die
Beschwerdegegnerin weist in der Beschwerdeantwort vom 13. Juni 2016
zutreffenderweise darauf hin, dass die Frage einer Wiedererwägung oder einer
prozessualen Revision des formlosen Schreibens vom 21. März 2007 nicht
Anfechtungsgegenstand des angefochtenen Einspracheentscheids gebildet haben und
somit auch nicht Streitgegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens sein
können. Der Vollständigkeit halber ist anzufügen, dass der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers bis anhin offenbar auch nie ein Wiedererwägungsgesuch gestellt
hat (vgl. dazu KIESER, a.a.O., Art. 53 N 61, N 69) und zumindest die
Beschwerdegegnerin die Voraussetzungen für eine von Amtes wegen einzuleitende
prozessuale Revision (vgl. dazu KIESER, a.a.O., Art. 53 N 35) offensichtlich als nicht
gegeben erachtet.
7.
7.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist der Einspracheentscheid vom 25.
Februar 2016 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde
abzuweisen.
7.2 Gerichtskosten sind gemäss Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.
7.3 Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.