Decision ID: d715c50a-871c-5a75-bd59-95ae77ec69b8
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich im Juli 2017 zum Bezug von Ergänzungsleistungen an (EL-act.
92), nachdem die IV-Stelle ihm für die Zeit ab dem 1. Januar 2014 eine Viertelsrente bei
einem Invaliditätsgrad von 40 Prozent zugesprochen hatte (vgl. EL-act. 89). Er gab an,
dass er seit August 2015 das Angebot einer Tagesstätte nutze, das als eine
Tagesstruktur ohne einen Lohnanspruch anerkannt sei (vgl. EL-act. 97–1). Er sei
Miteigentümer einer Liegenschaft. Diese werde aber seit Juni 2014 nur noch von seiner
Ehefrau und den beiden Kindern bewohnt; die Ehefrau komme alleine für den Unterhalt
der Liegenschaft auf. Er lebe in einer Mietwohnung. Der Marktwert der Liegenschaft
war auf 580’000 Franken geschätzt worden (EL-act. 94). Der EL-Ansprecher hatte bis
und mit April 2015 eine Arbeitslosenentschädigung bezogen; im Mai 2015 waren ihm
die beiden letzten Taggelder ausgerichtet worden (EL-act. 78 f. und 80–23 ff.). Bis und
mit Januar 2015 hatte er zudem Krankentaggeldleistungen bezogen (EL-act. 80–12 f.
und 80–37). Die berufliche Vorsorgeeinrichtung hatte ihm ab dem 1. Februar 2015 eine
Invalidenrente zugesprochen (EL-act. 87). Eine Versicherungseinrichtung hatte dem EL-
Ansprecher im Juli 2017 bestätigt, dass sich der Rückkaufswert einer bei ihr
abgeschlossenen Lebensversicherung per 5. Juli 2017 auf 78’149 Franken belaufen
hatte (EL-act. 93–5). Die Ehefrau hatte im Jahr 2014 einen Jahreslohn von 43’097
Franken erzielt (EL-act. 80–9).
A.a.
Eine Sachbearbeiterin der EL-Durchführungsstelle notierte im November 2017 (EL-
act. 72), bei der EL-Anspruchsberechnung sei die kantonale Durchschnittsprämie für
die obligatorische Krankenpflegeversicherung nicht zu berücksichtigen, da die
A.b.
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Krankenkassenprämien vom Sozialamt bezahlt worden seien. Auch die vom EL-
Ansprecher geschuldeten Kinderunterhaltsleistungen seien nicht anzurechnen, da
diese vom Sozialamt bevorschusst worden seien. Die Liegenschaft sei zum amtlichen
Verkehrswert von 532’000 Franken zu berücksichtigen. Das verbleibende
Freizügigkeitsguthaben der beruflichen Vorsorge und das gebundene Vorsorgekapital
könnten nicht angerechnet werden, weil die Voraussetzungen für einen Kapitalbezug
nicht erfüllt seien, denn der EL-Ansprecher sei unter 60 Jahre alt und er beziehe keine
ganze Rente der Invalidenversicherung. Mit einer Verfügung vom 4. Januar 2018
sprach die EL-Durchführungsstelle dem EL-Ansprecher für die Monate Januar bis und
mit Mai 2014 eine der kantonalen Durchschnittsprämie für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung (als sogenannte Minimalgarantie) entsprechende
Ergänzungsleistung zu (EL-act. 54). Den Berechnungsblättern zur Verfügung liess sich
entnehmen (EL-act. 55 ff.), dass die EL-Anspruchsberechnung für die Monate Januar
bis und mit Mai 2014 einen minimalen Ausgabenüberschuss ergeben hatte, da die
Summe der kantonalen Durchschnittsprämien für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung des EL-Ansprechers, seiner Ehefrau und der beiden Kinder,
der Hypothekarzinsen, der pauschalen Gebäudeunterhaltskosten, des
Eigenmietwertes, der Nebenkostenpauschale und der Lebensbedarfspauschale für ein
Ehepaar mit zwei Kindern leicht höher als die Summe des Erwerbseinkommens der
Ehefrau, der Invalidenrente, des Krankentaggeldes und des Eigenmietwertes gewesen
war. Für die Zeit ab Juni 2014 hatte die EL-Durchführungsstelle nur noch die kantonale
Durchschnittsprämie für die obligatorische Krankenpflegeversicherung des EL-
Ansprechers, die Hälfte der Gebäudeunterhaltspauschale, den Mietzins der vom EL-
Ansprecher ab Juni 2014 bewohnten Mietwohnung und die Lebensbedarfspauschale
für einen Erwachsenen als Ausgaben berücksichtigt. Diesen hatte sie einen Fünfzehntel
des Vermögens (Sparguthaben, Rückkaufswert der Lebensversicherung und Hälfte des
Liegenschaftswertes abzüglich Freibetrag), die Invalidenrente, die Krankentaggelder
und die Hälfte des Eigenmietwertes als Einnahmen gegenüber gestellt. Das hatte einen
Einnahmenüberschuss von 29’010 Franken ergeben. Die Anspruchsberechnung für
den Monat Januar 2015 entsprach abgesehen von geringfügigen betraglichen
Anpassungen jener für die Zeit ab Juni 2014. Ab Februar 2015 hatte die EL-
Durchführungsstelle anstelle des Krankentaggeldes die Arbeitslosenentschädigung und
die Rente der beruflichen Vorsorge angerechnet, wodurch sich der
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Einnahmenüberschuss auf 32’100 Franken erhöht hatte. Ab Mai 2015 hatte sie keine
Arbeitslosenentschädigung mehr angerechnet, sodass sich der Einnahmenüberschuss
auf 6’342 Franken reduziert hatte. Die Anspruchsberechnungen ab Januar 2016, ab
Januar 2017 und ab Januar 2018 unterschieden sich nur durch geringfügige
betragliche Anpassungen von jenen für die jeweils vorhergehende
Berechnungsperiode.
Am 5. Februar 2018 liess der EL-Ansprecher eine Einsprache gegen die Verfügung
vom 4. Januar 2018 erheben (EL-act. 48). Seine damalige Rechtsvertreterin beantragte
die Neuberechnung und die Zusprache von Ergänzungsleistungen. Zur Begründung
führte sie an, die Anrechnung des Rückkaufswertes der Lebensversicherung sei
rechtswidrig, weil es sich dabei um einen Kapitalwert der gebundenen Vorsorge
handle, auf den der EL-Ansprecher nicht zugreifen könne. Auch die Anrechnung des
hälftigen Liegenschaftswertes sei rechtswidrig, denn die Liegenschaft werde als
Familienwohnung benutzt, die einen besonderen Schutz in der Rechtsordnung
geniesse. Die Ehe sei nicht geschieden worden, weshalb der EL-Ansprecher keine
Möglichkeit habe, auf einen Teil des Liegenschaftswertes zuzugreifen. Die EL-
Durchführungsstelle teilte der Rechtsvertreterin am 30. Mai 2018 mit (EL-act. 46), der
Rückkaufswert der Lebensversicherung hätte wohl tatsächlich nicht angerechnet
werden dürfen. Bezüglich des hälftigen Liegenschaftswertes habe die Rechtsvertreterin
in der Einsprache auf einen Entscheid des Versicherungsgerichtes des Kantons St.
Gallen verwiesen, der aber keinen mit dem vorliegenden vergleichbaren Fall betroffen
habe. Insofern sei die Argumentation in der Einsprache nicht nachvollziehbar, weshalb
dem EL-Ansprecher die Möglichkeit eingeräumt werde, dazu nochmals Stellung zu
nehmen. Am 28. Juni 2018 liess der EL-Ansprecher unter Hinweis auf eine Aufstellung
bezüglich der Finanzierung der ehelichen Liegenschaft geltend machen, sein Anteil
daran sei verschwindend gering, weshalb ihm bei der güterrechtlichen
Auseinandersetzung wohl nur ein sehr kleiner Betrag ausbezahlt werde (EL-act. 45). Ein
Sachbearbeiter der EL-Durchführungsstelle notierte im Juli 2018 (EL-act. 44), der
Rückkaufswert der Lebensversicherung dürfe nicht als verzehrbares Vermögen
berücksichtigt werden. Da die Liegenschaft fast ausschliesslich mit Eigengut der
Ehefrau finanziert worden sei, müsse davon ausgegangen werden, dass dem EL-
Ansprecher weder ein nennenswerter Anteil am Kapitalwert noch ein Anspruch auf
A.c.
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Liegenschaftsertrag zustehe, weshalb die Liegenschaft bei der EL-
Anspruchsberechnung nicht berücksichtigt werden dürfe. Allerdings müsse dem EL-
Ansprecher für die Zeit ab Mai 2015 ein hypothetisches Erwerbseinkommen
angerechnet werden, denn der Besuch der Tagesstätte könne nicht als eine Arbeit in
einer geschützten Werkstatt qualifiziert werden, weshalb kein Tatbestand vorliege, der
die Vermutung umstossen würde, dass der EL-Ansprecher ein Erwerbseinkommen
hätte erzielen können. Diesbezüglich müsse dem EL-Ansprecher allerdings nochmals
eine Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt werden. All diese Korrekturen
zusammen hätten zur Folge, dass der EL-Ansprecher ab Mai 2015 einen Anspruch auf
eine Ergänzungsleistung habe.
Am 12. Juli 2018 räumte die EL-Durchführungsstelle dem EL-Ansprecher die
Möglichkeit ein, Stellung zur Frage der Anrechnung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens ab Mai 2015 zu nehmen (EL-act. 43). Am 14. August 2018 liess
der EL-Ansprecher geltend machen (EL-act. 41 f.), er befinde sich in einer
Tagesstruktur, die neben der sozialen Integration auch die berufliche Rehabilitation
zum Ziel habe. Momentan werde seine Präsenz- und Leistungsfähigkeit trainiert. Damit
würden die Voraussetzungen für einen Einstieg in den zweiten Arbeitsmarkt
geschaffen. Er sei offensichtlich nicht in der Lage, im ersten Arbeitsmarkt einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen. Ein Sachbearbeiter der EL-Durchführungsstelle notierte
im August 2018, massgebend sei die Arbeitsfähigkeitsschätzung der IV-Stelle, weshalb
ein hypothetisches Erwerbseinkommen anzurechnen, die Einsprache im Übrigen aber
gutzuheissen sei (EL-act. 40). Mit einer jene vom 4. Januar 2018 ersetzenden
Verfügung vom 19. Dezember 2018 sprach die EL-Durchführungsstelle dem EL-
Bezüger für die Zeit ab Mai 2015 eine Ergänzungsleistung zu (EL-act. 19). In der
Verfügungsbegründung hielt sie fest, der Rückkaufswert der Lebensversicherung und
die Liegenschaft seien antragsgemäss nicht mehr berücksichtigt worden; ab dem 1.
Mai 2015 sei ein hypothetisches Erwerbseinkommen anzurechnen. Da die
Krankenkassenprämien im relevanten Zeitraum vom Sozialamt übernommen worden
seien und da dieses die IPV-Ersatzleistungen zurückfordern könne, seien diese bei der
Anspruchsberechnung nicht berücksichtigt worden. Den Berechnungsblättern zur
Verfügung liess sich entnehmen (EL-act. 20 ff.), dass die EL-Durchführungsstelle für
den gesamten Zeitraum ab Januar 2014 keine Ausgaben für die obligatorische
A.d.
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Krankenpflegeversicherung berücksichtigt hatte. Aus diesem Grund hatte neu für die
Zeit von Januar bis und mit Mai 2014 ein Einnahmenüberschuss resultiert. Ab Juni
2014 hatte sie nur noch den Wohnungsmietzins und die Lebensbedarfspauschale für
einen Erwachsenen als Ausgaben berücksichtigt. Als Einnahmen hatte sie die Rente
der Invalidenversicherung, für die Zeit bis und mit Januar 2015 das Krankentaggeld, ab
Februar 2015 die Rente der beruflichen Vorsorge, für die Monate Februar, März und
April 2015 die Arbeitslosenentschädigung sowie ab Mai 2015 ein hypothetisches
Erwerbseinkommen angerechnet, das vier Drittel der Lebensbedarfspauschale
entsprochen hatte.
Am 31. Januar 2019 liess der EL-Bezüger eine Einsprache gegen die Verfügung
vom 19. Dezember 2018 erheben (EL-act. 9). Seine Rechtsvertreterin machte geltend,
sie habe bereits ausführlich dargelegt, weshalb dem EL-Bezüger kein hypothetisches
Erwerbseinkommen angerechnet werden dürfe. Die EL-Durchführungsstelle sei nicht
darauf eingegangen, weshalb die Argumente nochmals in Erinnerung zu rufen seien.
Per 1. Februar 2019 sei der EL-Bezüger als Hauswart-Mitarbeiter mit IV-Rente
angestellt worden. Es handle sich um einen Arbeitsplatz in einem geschützten Rahmen.
Spätestens ab Februar 2019 dürfe deshalb kein hypothetisches Erwerbseinkommen
mehr angerechnet werden. Mit einem Entscheid vom 4. März 2019 wies die EL-
Durchführungsstelle die Einsprache ab (EL-act. 7). Zur Begründung führte sie aus, der
Kanton St. Gallen unterscheide zwar nicht zwischen Werk- und Tagesstätten, aber aus
den vom EL-Bezüger eingereichten Unterlagen gehe klar hervor, dass er an einem
Freizeit- und Beschäftigungsprogramm einer Tagesstätte teilgenommen habe. Sein
Aufenthalt habe zwar auch der späteren beruflichen Integration gedient, aber er habe
keinen Lohn bezogen und es sei primär offensichtlich nur darum gegangen, ihn zu
stabilisieren. Folglich liege keine Ausnahme vom Grundsatz vor, wonach Teilrentnern
ein hypothetisches Erwerbseinkommen anzurechnen sei. Seit Februar 2019 arbeite der
EL-Bezüger als Hauswartmitarbeiter in einem Pensum von 20 Prozent. Dafür erhalte er
einen Jahreslohn von 1’914 Franken. Gemäss den IV-Akten sei er allerdings in der
Lage, auf dem ersten Arbeitsmarkt in einem Pensum von 60 Prozent erwerbstätig zu
sein. Er nutze seine Erwerbsfähigkeit also offensichtlich nicht vollständig aus, weshalb
auch für die Zeit nach Januar 2019 weiterhin ein hypothetisches Erwerbseinkommen
anzurechnen sei.
A.e.
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St.Galler Gerichte
B.
Am 3. April 2019 liess der EL-Bezüger (nachfolgend: der Beschwerdeführer) eine
Beschwerde gegen den Einspracheentscheid vom 4. März 2019 erheben (act. G 1).
Sein Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheides und die Zusprache einer ohne ein hypothetisches
Erwerbseinkommen berechneten Ergänzungsleistung. Zur Begründung führte er an,
gemäss dem Art. 14a Abs. 3 lit. b ELV dürfe kein hypothetisches Erwerbseinkommen
im Sinne des Art. 14a Abs. 2 ELV angerechnet werden, wenn der Teilinvalide in einer
Werkstätte im Sinne des Art. 3 Abs. 1 lit. a IFEG arbeite. Der Beschwerdeführer sei in
einer solchen Werkstätte tätig, weshalb kein hypothetisches Erwerbseinkommen
angerechnet werden dürfe.
B.a.
Die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte
am 7. Juni 2019 unter Hinweis auf die Erwägungen im angefochtenen
Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde (act. G 6).
B.b.
Am 11. Juli 2018 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege
bewilligt (act. G 7).
B.c.
Im Oktober 2020 forderte das Versicherungsgericht von der Beschwerdegegnerin
die IV-Akten betreffend den Beschwerdeführer an. Diese wurden dem Gericht am 26.
Oktober 2020 zugestellt (act. G 11). Diesen liess sich entnehmen, dass Dr. med. B._
am 13. Juli 2016 im Auftrag der IV-Stelle ein psychiatrisches Gutachten erstellt hatte
(IV-act. 277). Der Sachverständige hatte eine Bipolare-II-Störung diagnostiziert und
festgehalten, die grundsätzliche Schwierigkeit dieser Störung bestehe darin, dass es
immer wieder zu depressiven Episoden und zu Klinikaufenthalten respektive zu
vollständigen Arbeitsausfällen komme, was natürlich von einem Arbeitgeber nur
beschränkt mitgetragen werde und was auch die Chancen, auf dem Arbeitsmarkt eine
Stelle zu finden, verschlechtere. Unter Berücksichtigung dieses Umstandes sei ein
Arbeitsunfähigkeitsgrad von 40 Prozent zu attestieren. Eine darüber hinaus gehende
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit lasse sich nicht begründen. Die von den
behandelnden Ärzten attestierte vollständige Arbeitsunfähigkeit sei massgebend von
psychosozialen Faktoren beeinflusst und nicht medizinisch begründet. Die Kriterien für
die von einem Teil der behandelnden Ärzte gestellte Diagnose einer narzisstischen
B.d.
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Persönlichkeitsstörung seien nicht annähernd erfüllt. Die IV-Stelle hatte das
Rentenbegehren des Beschwerdeführers mit einer Verfügung vom 17. Januar 2017
abgewiesen, weil der gestützt auf das Gutachten von Dr. B._ erstellte
Einkommensvergleich einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 37 Prozent
ergeben hatte (IV-act. 298). Nachdem der Beschwerdeführer eine Beschwerde gegen
diese Verfügung erhoben hatte, hatte die IV-Stelle ihre Verfügung vom 17. Januar 2017
widerrufen (IV-act. 324) und dem Beschwerdeführer mit einer Verfügung vom 4. Juli
2017 beziehungsweise 7. September 2017 eine Viertelsrente mit Wirkung ab dem 1.
Januar 2014 bei einem Invaliditätsgrad von 40 Prozent zugesprochen (vgl. IV-act. 330,
332 und 337).
Der Beschwerdeführer liess am 24. November 2020 Stellung zu den IV-Akten
nehmen und darauf hinweisen (act. G 17), dass er gemäss einem aktuellen Arztbericht
vollständig arbeitsunfähig sei. Im erwähnten Bericht vom 19. November 2020 hatte Dr.
med. C._ festgehalten (act. G 17.1.2), der Beschwerdeführer leide an einer bipolaren
affektiven Störung mit einer gegenwärtig mittelgradig depressiven Episode sowie an
einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Aus psychiatrischer Sicht sei der
Beschwerdeführer vollständig arbeitsunfähig. Aktuell arbeite er zu 20 Prozent als
Hilfskraft in einem geschützten Rahmen. Eine Steigerung des Pensums in diesem
geschützten Rahmen sei aufgrund der weiteren psychosozialen Belastungsfaktoren
nicht möglich. Der Allgemeinmediziner Dr. med. D._ hatte am 17. November 2020
berichtet (act. G 17.1.1), aufgrund der physischen und psychischen Komponenten der
Erkrankung sei der Beschwerdeführer aktuell vollständig arbeitsunfähig. Am 8.
Dezember 2020 liess der Beschwerdeführer einen orthopädischen Bericht einreichen
(act. G 20). Der Orthopäde Dr. med. E._ hatte in jenem Bericht vom 30. November
2020 festgehalten (act. G 20.1.1), der Beschwerdeführer leide an einer beginnenden
Degeneration des rechten Knies, an einer Adipositas, an einem degenerativen
Lendenwirbelsyndrom sowie an einer manisch-depressiven Entwicklung.
B.e.
Die Beschwerdegegnerin nahm keine Stellung zu den Eingaben des
Beschwerdeführers (vgl. act. G 19 und G 21).
B.f.
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Erwägungen
1.
Dieses Beschwerdeverfahren bezweckt die Überprüfung des angefochtenen
Einspracheentscheides auf seine Rechtmässigkeit. Sein Gegenstand muss deshalb
jenem des vorangegangenen Einspracheverfahrens entsprechen. Auch beim
Einspracheverfahren hat es sich um ein „echtes“ Rechtsmittelverfahren gehandelt. Es
hätte sich folglich auf die Überprüfung der Verfügung vom 19. Dezember 2018 auf ihre
Rechtmässigkeit beschränken müssen. Wohl einer entsprechenden
bundesgerichtlichen Auffassung folgend (vgl. statt vieler etwa den jede
nachvollziehbare Begründung vermissen lassenden BGE 129 V 167 E. 1 S. 169 mit
Hinweisen) haben die Parteien aber auch eine Sachverhaltsentwicklung, die sich erst
nach der Eröffnung der Verfügung vom 19. Dezember 2018 eingestellt hatte, zum
Gegenstand des Einspracheverfahrens gemacht, nämlich die Anstellung des
Beschwerdeführers als Hauswartmitarbeiter per 1. Februar 2019. Der entsprechende
Hinweis des Beschwerdeführers in seiner Einsprache kann bei genauer Betrachtung
nichts anderes als ein sinngemässes Revisionsbegehren im Sinne des Art. 17 Abs. 2
ATSG gewesen sein, das auf eine Erhöhung der laufenden Ergänzungsleistung infolge
einer Sachverhaltsveränderung abgezielt hat. Die Beschwerdegegnerin hätte ein
entsprechendes Revisionsverfahren eröffnen und dieses mit einer Revisionsverfügung
abschliessen müssen. Der Beschwerdeführer hätte diese Revisionsverfügung mittels
einer Einsprache anfechten können, wenn er damit nicht einverstanden gewesen wäre.
Indem die Beschwerdegegnerin die Frage nach der Relevanz der per 1. Februar 2019
eingetretenen Sachverhaltsveränderung für den Ergänzungsleistungsanspruch des
Beschwerdeführers direkt im Einspracheverfahren beantwortet hat, hat sie das
Einspracheverfahren (das heisst die Überprüfung der angefochtenen Verfügung vom
19. Dezember 2018 auf ihre Rechtmässigkeit) auf ein ausserhalb des
Streitgegenstandes liegendes Thema, nämlich auf die Prüfung des Revisionsbegehrens
per 1. Februar 2019, ausgedehnt. Dieses Vorgehen hat nicht nur einer gesetzlichen
Grundlage entbehrt, sondern es hat auch eine offensichtlich unzulässige Verkürzung
des Rechtsmittelweges zur Folge gehabt, denn der Beschwerdeführer hat diesen Teil
des Einspracheentscheides nicht mehr mittels Einsprache anfechten können; er hat
sich nur noch beschwerdeweise dagegen wehren können. Soweit er die
Sachverhaltsentwicklung nach dem 19. Dezember 2018 betrifft, muss der
angefochtene Einspracheentscheid nach der konstanten Rechtsprechung des
Versicherungsgerichtes des Kantons St. Gallen (vgl. etwa den Entscheid EL 2012/37
des St. Galler Versicherungsgerichtes vom 2. März 2015) als rechtswidrig qualifiziert
1.1.
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2.
Der Beschwerdeführer hat sich weniger als sechs Monate nach der Zusprache einer
Rente der Invalidenversicherung per 1. Januar 2014 zum Bezug von
Ergänzungsleistungen angemeldet. Da er sämtliche persönlichen
Anspruchsvoraussetzungen erfüllt hat, hat er grundsätzlich ab dem 1. Januar 2014
einen Anspruch auf eine Ergänzungsleistung gehabt (Art. 4 ELG und Art. 12 Abs. 4 ELG
i.V.m. Art. 22 Abs. 1 ELV). Da er bis Ende Mai 2014 mit seiner Ehefrau und den beiden
Kindern zusammengelebt hat, haben die Ausgaben und die Einnahmen des
Beschwerdeführers, der Ehefrau und der beiden Kinder bei der Anspruchsberechnung
für die Zeit von Januar bis und mit Mai 2014 zusammengerechnet werden müssen (Art.
9 Abs. 2 ELG); für die Zeit ab Juni 2014 haben nur noch die Ausgaben und Einnahmen
des (nun im Sinne des Art. 3 Abs. 4 ELV getrennt lebenden und damit alleinstehenden)
Beschwerdeführers berücksichtigt werden dürfen.
3.
werden und deshalb aufgehoben werden. Die Beschwerdegegnerin wird das
Revisionsbegehren in einem noch zu eröffnenden Verwaltungsverfahren prüfen und
dann darüber verfügen.
Die Verfügung vom 19. Dezember 2018, deren Überprüfung das mit dem
angefochtenen Entscheid abgeschlossene Einspracheverfahren bezweckt hat, ist in
formeller Hinsicht eine Widerrufsverfügung im Sinne des Art. 53 Abs. 3 ATSG gewesen,
denn mit ihr hat die Beschwerdegegnerin ihre frühere Verfügung vom 4. Januar 2018
noch während des hängigen Einspracheverfahrens ersetzt. Dieses Vorgehen ist
rechtmässig gewesen. Es hat zur Folge gehabt, dass das (erste) Einspracheverfahren
betreffend die Verfügung vom 4. Januar 2018 gegenstandslos geworden ist, weshalb
die Beschwerdegegnerin es zu Recht abgeschrieben hat. In materieller Hinsicht hat es
sich bei der Widerrufsverfügung vom 19. Dezember 2018 um eine erstmalige
Zusprache von Ergänzungsleistungen für die Zeit ab Januar 2014 gehandelt, weshalb
im anschliessenden, mit dem angefochtenen Entscheid vom 4. März 2019
abgeschlossenen Einspracheverfahren sämtliche Anspruchsvoraussetzungen und
Berechnungspositionen ab Januar 2014 strittig gewesen sind. Auch in diesem
Beschwerdeverfahren sind folglich sämtliche Anspruchsvoraussetzungen und
Berechnungspositionen ab Januar 2014 zu prüfen.
1.2.
Die Beschwerdegegnerin hat bei der Anspruchsberechnung entgegen dem Art. 10
Abs. 3 lit. d ELG die kantonale Durchschnittsprämie für die obligatorische
3.1.
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Krankenpflegeversicherung nicht als Ausgabe berücksichtigt. Zur Begründung hat sie
angeführt, dass der entsprechende Teil einer Ergänzungsleistung direkt an die
obligatorische Krankenpflegeversicherung ausbezahlt werden müsse (Art. 21a ELG).
Weil aber das Sozialamt die Krankenkassenprämien des Beschwerdeführers bereits
bezahlt habe, dürfe keine weitere Auszahlung an die Krankenpflegeversicherung mehr
erfolgen, weshalb die kantonale Durchschnittsprämie bei der Berechnung des
Ergänzungsleistungsanspruchs des Beschwerdeführers von Beginn weg ausser
Betracht bleiben müsse. Diese Ansicht überzeugt nicht, denn die von der
Beschwerdegegnerin berücksichtigten Aspekte betreffen nicht den materiellen
Ergänzungsleistungsanspruch, sondern nur dessen Vollzug in der Form der
Drittauszahlung. Der Vollzug richtet sich aber nach dem materiellen Anspruch und nicht
umgekehrt. Zudem würde das Vorgehen der Beschwerdegegnerin dazu führen, dass
Fürsorgeleistungen in Verletzung des Art. 11 Abs. 3 lit. b ELG der Ergänzungsleistung
vorgehen würden. Das richtige Vorgehen besteht darin, den
Ergänzungsleistungsanspruch – dem Art. 10 Abs. 3 lit. d ELG folgend – unter
Berücksichtigung der kantonalen Durchschnittsprämie für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung zu berechnen und den entsprechenden Teilbetrag einer
allenfalls resultierenden Ergänzungsleistung in Anwendung des Art. 21a ELG direkt an
die obligatorische Krankenpflegeversicherung auszubezahlen. Wie die
Krankenpflegeversicherung und das Sozialamt dieser Situation gerecht werden, ist
nicht Gegenstand dieses Urteils beziehungsweise des anschliessenden
Verwaltungsverfahrens. Der Umstand, dass die Krankenkassenprämien für die Zeit ab
Januar 2014 bereits vom Sozialamt bezahlt worden sind, rechtfertigt demnach keine
Abweichung von der Regelung im Art. 10 Abs. 3 lit. d ELG und im Art. 21a ELG.
Für die Monate Januar bis und mit Mai 2014 sind die kantonalen Durchschnitts
prämien für die obligatorische Krankenpflegeversicherung des Beschwerdeführers, der
Ehefrau und der beiden Kinder zu berücksichtigen. Als „Wohnkosten“ sind die
Hypothekarzinsen für die eheliche Liegenschaft, die Gebäudeunterhaltspauschale und
die Nebenkostenpauschale als Ausgaben anzurechnen. Hinzu kommt die
Lebensbedarfspauschale für ein Ehepaar mit zwei Kindern. Das ergibt ein
Ausgabentotal von 73’437 Franken (vgl. EL-act. 57). Entgegen der Auffassung der
Beschwerdegegnerin (und des Bundesgerichtes) ist der Eigenmietwert der
Liegenschaft mangels einer entsprechenden gesetzlichen Grundlage weder als
Ausgabe noch als Einnahme anzurechnen. Die Anrechnung des Eigenmietwertes
würde sich allerdings nicht auswirken, wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen
werden (vgl. E. 5). Für die Zeit ab Juni 2014 sind nur noch die kantonale
Durchschnittsprämie für die obligatorische Krankenpflegeversicherung des
3.2.
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4.
Beschwerdeführers, der Wohnungsmietzins und die Pauschale für den allgemeinen
Lebensbedarf für einen Erwachsenen als Ausgaben zu berücksichtigen. Das ergibt ein
Ausgabentotal von 34’522 Franken für die Zeit ab Juni 2014, von 34’806 Franken für
das Jahr 2015, von 34’950 Franken für das Jahr 2016, von 35’166 Franken für das Jahr
2017 und von 35’298 Franken für das Jahr 2018 (vgl. EL-act. 55 ff.).
Als Einnahmen sind die Rente der Invalidenversicherung – für die Zeit bis und mit
Mai 2014 einschliesslich der Kinderrenten – und die Sparzinsen zu berücksichtigen. Für
die Monate Januar bis und mit Mai 2014 ist zusätzlich das Erwerbseinkommen der
Ehefrau als Einnahme anzurechnen, wobei allerdings die sogenannte „Privilegierung“
nach Art. 11 Abs. 1 lit. a ELG zu berücksichtigen ist, was bedeutet, dass nur zwei
Drittel des einen Freibetrag von 1’500 Franken übersteigenden Erwerbseinkommens
als Einnahme anzurechnen sind. Der Beschwerdeführer hat bis im Januar 2015 ein
Krankentaggeld von 30’252 Franken pro Jahr bezogen, das ebenfalls als Einnahme
anzurechnen ist. Der Krankentaggeldanspruch ist Ende Januar 2015 erloschen. Bis
zum 31. Januar 2015 hat der Beschwerdeführer noch ein Krankentaggeld bezogen, das
sich umgerechnet auf einen Jahreswert auf 41’772 Franken belaufen hat. Von Februar
bis und mit April 2015 hat der Beschwerdeführer eine Arbeitslosenentschädigung von
25’758 Franken (Jahresbetrag) erhalten, die für jene Monate als Einnahme anzurechnen
ist.
4.1.
Bei der Berechnung des für die Anrechnung eines Vermögensverzehrs
massgebenden Vermögens hat die Beschwerdegegnerin den amtlichen Steuerwert der
ehelichen Liegenschaft von 532’000 Franken berücksichtigt. Für die Zeit, in der der
Beschwerdeführer nicht mehr in der ehelichen Liegenschaft gelebt hat, hätte sie
gemäss dem Art. 17a Abs. 4 ELV allerdings den Marktwert der Liegenschaft
berücksichtigen müssen, der sich gemäss einer sorgfältig erarbeiteten
Marktwertschätzung auf 580’000 Franken belaufen hat. Weil die Liegenschaft aber aus
dem Eigengut der Ehefrau finanziert worden ist, gehört sie nicht zum
ergänzungsleistungsrechtlich massgebenden Vermögen des Beschwerdeführers,
weshalb sie für die Zeit ab Juni 2014 nicht als Vermögensbestandteil des
Beschwerdeführers zu berücksichtigen ist. Der Rückkaufswert der Lebensversicherung
ist nicht als Vermögen anzurechnen, weil es sich um eine Versicherung im Rahmen der
gebundenen Vorsorge handelt und weil der Beschwerdeführer das entsprechende
„Sparguthaben“ nicht hat beziehen können. Das Bankguthaben hat 6’997 Franken
betragen. Für die Zeit von Januar bis und mit Mai 2014 ist folglich ein Bruttovermögen
von 532’000 + 6’997 = 538’997 Franken zu berücksichtigen. Zieht man vom
4.2.
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Bruttovermögen die Hypothekarschuld ab, resultiert ein Nettovermögen von 130’497
Franken. Nach Abzug der Freibeträge von 112’500 Franken und 90’000 Franken
verbleibt kein (fiktiv) verzehrbares Vermögen (vgl. zum Ganzen EL-act. 57).
Bleibt die Frage zu beantworten, ob für die Zeit ab Mai 2015 ein hypothetisches
Erwerbseinkommen anzurechnen ist. Die EL-Anspruchsberechnung beruht zwar auf
dem Grundsatz, dass den tatsächlichen Ausgaben (soweit sie gesetzlich anerkannt
sind; vgl. Art. 10 ELG) nur die tatsächlich erzielten Einnahmen gegenüber zu stellen
sind, weil nur so der effektive Fehlbetrag ermittelt werden kann, der mit der
Ergänzungsleistung zu decken ist. Aber als Versicherungsleistung darf die
Ergänzungsleistung nur jenen Teil des Fehlbetrages respektive des
Ausgabenüberschusses (als versicherungsrechtlichen bzw. EL-spezifischen „Schaden“)
berücksichtigen, der zufällig entstanden ist respektive den die versicherte Person nicht
durch die Erfüllung der ihr möglichen und zumutbaren Schadenverhinderungs- und
Schadenminderungspflicht hätte abwenden können. Bei einer Verletzung der
Schadenverhinderungs- oder Schadenminderungspflicht erlaubt es der Art. 11 Abs. 1
lit. g ELG, bei der Anspruchsberechnung jene hypothetischen Einnahmen zu
berücksichtigen, die die versicherte Person hätte erzielen können, wenn sie ihre
Schadenverhinderungs- und Schadenminderungspflicht vollumfänglich erfüllt hätte.
Wäre es der versicherten Person beispielsweise möglich und zumutbar, einer
Erwerbstätigkeit nachzugehen und ein entsprechendes Erwerbseinkommen zu erzielen,
übt sie tatsächlich aber keine Erwerbstätigkeit aus, ist in Anwendung des Art. 11 Abs. 1
lit. g ELG in Verbindung mit dem Art. 11 Abs. 1 lit. a ELG anstelle des realen
Erwerbseinkommens von null Franken jenes hypothetische Erwerbseinkommen als
Einnahme anzurechnen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie – in
Erfüllung ihrer Schadenverhinderungs- respektive Schadenminderungspflicht – ihre
Erwerbsmöglichkeiten im zumutbaren Ausmass ausnützen würde. Für die
Beantwortung der Frage, ob und allenfalls in welchem Umfang ein EL-Bezüger ein
Erwerbseinkommen erzielen könnte, sind insbesondere die Arbeitsfähigkeit, allfällige
Betreuungspflichten, die der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit entgegen stehen
könnten, und die Aussichten auf dem massgebenden tatsächlichen Arbeitsmarkt, eine
Arbeitsstelle zu finden, ausschlaggebend. Der Beschwerdeführer bezieht eine
Viertelsrente der Invalidenversicherung bei einem Invaliditätsgrad von 40 Prozent.
Dieser Invaliditätsgrad beruht in medizinischer Hinsicht auf dem Gutachten von Dr.
B._ vom 13. Juli 2016, laut dem der Beschwerdeführer auf dem ersten Arbeitsmarkt
zu 60 Prozent arbeitsfähig ist. Die von dieser Einschätzung abweichenden
Arbeitsfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte sind von Dr. B._ widerlegt
worden. Das Attest einer (gemittelten) Arbeitsunfähigkeit von 40 Prozent gemäss den
4.3.
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Ausführungen im Gutachten von Dr. B._ ergibt sich allerdings aus präventiven
Überlegungen (wenn der Beschwerdeführer in Teilzeit arbeiten kann, ist es weniger
wahrscheinlich, dass er wieder einen Schub hat) und aus einer prognostischen
Schätzung (der Beschwerdeführer werde bei jedem weiteren Schub für eine
beschränkte Zeit vollständig arbeitsunfähig sein). Das bedeutet, dass es dem
Beschwerdeführer bei einer strikt objektiven Betrachtung eigentlich sogar zumutbar
sein müsste, jeweils für längere Phasen uneingeschränkt in einem Vollpensum zu
arbeiten. Das bedeutet, dass der Beschwerdeführer im hier massgebenden Zeitraum
auf jeden Fall in der Lage gewesen wäre, eine Arbeitsstelle mit einem Pensum von
wenigstens 60 Prozent anzutreten und ein entsprechendes Erwerbseinkommen zu
erzielen. Mangels einer beruflichen Ausbildung hätte der Beschwerdeführer eine
Hilfsarbeit verrichten müssen, das heisst er hätte 60 Prozent eines durchschnittlichen
Hilfsarbeiterlohnes verdienen können. Betreuungspflichten, die einer Erwerbsaufnahme
im Weg gestanden hätten, haben nicht bestanden. Da sich der Beschwerdeführer nicht
um eine Arbeitsstelle bemüht hat und da keinerlei Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind,
dass auf dem in Frage kommenden regionalen tatsächlichen Hilfsarbeitsmarkt keine
geeigneten Stellen verfügbar gewesen wären, ist davon auszugehen, dass der
Beschwerdeführer bei einer ausreichend ernsthaften Stellensuche eine geeignete
Hilfsarbeitsstelle gefunden hätte. Unter Berücksichtigung eines sogenannten
Tabellenlohnabzuges von zehn Prozent und eines weiteren Abzuges von zehn Prozent,
der aus der Erfahrungstatsache resultiert, dass die Löhne in der Grossregion
Ostschweiz rund zehn Prozent tiefer als die gesamtschweizerischen Löhne sind, sowie
eines Abzuges von insgesamt neun Prozent für die Sozialversicherungsbeiträge an die
AHV, die IV, die EO, die Nichtberufsunfallversicherung und die berufliche Vorsorge
hätte der Beschwerdeführer folglich ab Mai 2015 ein jährliches Erwerbseinkommen von
29’469 Franken (= 60% × 90% × 90% × 91% × 66’633 Franken im Jahr 2015; vgl. den
Anhang 2 der von der Informationsstelle AHV/IV herausgegebenen Textausgabe des
IVG, 10. Aufl. 2019) erzielen können. Grundsätzlich müsste gestützt auf den Art. 11
Abs. 1 lit. g ELG in Verbindung mit dem Art. 11 Abs. 1 lit. a ELG ein Anteil von zwei
Dritteln des den Freibetrag von 1’000 Franken übersteigenden Betrages, also 18’979
Franken, als hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet werden.
Der Verordnungsgeber hat im Art. 14a ELV eine spezifische Regelung betreffend
die Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens einer teilinvaliden Person
aufgestellt, die nach der seit Jahrzehnten konstanten bundesgerichtlichen
Rechtsprechung die (direkte) Anwendung des Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG (in Verbindung
mit dem Art. 11 Abs. 1 lit. a ELG) für Teilinvalide zumindest weitgehend ausschliessen
soll. In diesem Sinne wird auch der Art. 14a Abs. 3 lit. b ELV ausgelegt, laut dem der
4.4.
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Art. 14a Abs. 2 ELV nicht zur Anwendung kommt, wenn die teilinvalide Person in einer
Werkstätte im Sinne des Art. 3 Abs. 1 lit. a IFEG (SR 831.26) arbeitet: Ist diese
Voraussetzung erfüllt, kommt nicht etwa der Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG (in Verbindung mit
dem Art. 11 Abs. 1 lit. a ELG) zur Anwendung, sondern es wird von der Anrechnung
eines hypothetischen Erwerbseinkommens abgesehen. Diese Interpretation des Art.
14a Abs. 3 lit. b ELV kann aber nur dann für sich in Anspruch nehmen, gesetzmässig zu
sein, wenn der Art. 14a Abs. 3 lit. b ELV als ein Beispiel für einen (relativ häufigen)
Anwendungsfall einer Unfähigkeit der versicherten Person verstanden wird, ein
nennenswertes Erwerbseinkommen zu erzielen. Die ratio hinter dem Art. 14a Abs. 3 lit.
b ELV muss also lauten: Wenn eine versicherte Person in einer Werkstätte im Sinne des
Art. 3 Abs. 1 lit. a IFEG arbeitet, weil sie ihre Resterwerbsfähigkeit nicht mehr auf dem
freien Arbeitsmarkt verwerten kann, ist kein hypothetisches Erwerbseinkommen
anzurechnen. Die Anwendung des Art. 14a Abs. 3 lit. b ELV darf also – entgegen dem
den eigentlichen Sinn und Zweck verschleiernden Wortlaut – nicht daran anknüpfen, ob
eine versicherte Person in einer geschützten Werkstätte tätig ist, sondern sie muss
voraussetzen, dass die Resterwerbsfähigkeit objektiv nur noch in einem geschützten
Rahmen verwertbar ist. Würde man nicht an der zumutbaren Resterwerbsfähigkeit,
sondern allein daran anknüpfen, ob eine versicherte Person gerade in einer
geschützten Werkstätte tätig ist, hätte die Anwendung des Art. 14a Abs. 3 lit. b ELV
gesetzwidrige und das Gleichbehandlungsgebot verletzende Resultate zur Folge.
Folglich spielt es für den vorliegenden Fall keine Rolle, ob der Beschwerdeführer in
einer geschützten Werkstätte erwerbstätig gewesen ist. Massgebend ist nur, ob es ihm
zumutbar gewesen ist, seine Resterwerbsfähigkeit in der freien Wirtschaft zu verwerten.
Das ist gemäss dem überzeugend begründeten Gutachten von Dr. B._ vom 13. Juli
2016 überwiegend wahrscheinlich der Fall gewesen. Die Anrechnung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens erweist sich damit als rechtmässig. Bezüglich des
Betrages des anrechenbaren Erwerbseinkommens hat die Beschwerdegegnerin aber
offenbar übersehen, dass der im Art. 14a Abs. 2 lit. a ELV erwähnte Betrag nach dem
klaren Wortlaut des Art. 14a Abs. 2 ELV nur eine untere Grenze im Sinne eines
Mindestbetrages darstellt, der als hypothetisches Erwerbseinkommen anzurechnen ist.
Da das zumutbarerweise erzielbare Erwerbseinkommen vorliegend deutlich höher als
dieser Mindestbetrag gewesen ist, wäre es gesetzes- und verfassungswidrig (das
Gleichbehandlungsgebot verletzend), wenn nur dieser Mindestbetrag als
hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet würde.
Zusammenfassend haben sich die anrechenbaren Einnahmen in der Zeit bis und
mit Mai 2014 auf insgesamt 65’516 Franken belaufen (Rentenleistungen,
Erwerbseinkommen der Ehefrau, Krankentaggeld und Vermögensertrag). In der Zeit
4.5.
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5.
von Juni bis und mit Dezember 2014 hat das Einnahmentotal 36’098 Franken betragen
(Rentenleistungen, Krankentaggeld und Vermögensertrag). Für den Monat Januar 2015
sind Einnahmen von insgesamt 47’642 Franken anzurechnen (Rentenleistungen,
Krankentaggeld und Vermögensertrag). In den Monaten Februar bis und mit April 2015
hat der Beschwerdeführer kein Krankentaggeld, aber dafür eine
Arbeitslosenentschädigung und neu eine Rente der beruflichen Vorsorge bezogen. Das
Einnahmentotal hat sich in diesen Monaten auf 39’129 Franken belaufen. Ab Mai 2015
sind als Einnahmen die Rentenleistungen, der geringfügige Vermögensertrag sowie ein
hypothetisches Erwerbseinkommen anzurechnen. Für die Zeit von Mai bis und mit
Dezember 2015 resultiert ein Einnahmentotal von 32’980 Franken. Für das Jahr 2016
ist ein leicht höheres hypothetisches Erwerbseinkommen von 29’544 Franken (= 60% ×
90% × 90% × 91% × 66’803 Franken) respektive – „privilegiert“ – von 18’696 Franken
anzurechnen. Ab dem Jahr 2016 hat der Beschwerdeführer keine Sparzinsen mehr
erhalten. Das Einnahmentotal setzt sich folglich aus den Rentenleistungen von 13’369
Franken und dem hypothetischen Erwerbseinkommen von 18’696 Franken zusammen;
das Total beträgt 32’065 Franken. Für das Jahr 2017 ist ein hypothetisches
Erwerbseinkommen von 29’677 Franken (= 60% × 90% × 90% × 91% × 67’102
Franken) respektive – „privilegiert“ – von 18’785 Franken anzurechnen, womit sich ein
Einnahmentotal von 32’154 Franken ergibt. Für die Zeit ab Januar 2018 kann nicht auf
den Anhang 2 der Textausgabe des IVG abgestellt werden, da dort nur die Beträge bis
und mit 2017 hinterlegt sind. Der statistische Zentralwert des standardisierten
Monatslohns der Hilfsarbeiter hat sich gemäss der Tabelle A1 der Schweizer
Lohnstrukturerhebung für das Jahr 2018 auf 5’417 Franken belaufen, was unter
Berücksichtigung einer betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden
im Jahr 2018 einem Jahreslohn von 67’767 Franken entspricht. Der für die Zeit ab
Januar 2018 anrechenbare Betrag des hypothetischen Erwerbseinkommens beläuft
sich folglich auf 29’971 Franken (= 60% × 90% × 90% × 91% × 67’767 Franken)
respektive – „privilegiert“ – auf 18’981 Franken. Das Einnahmentotal ab Januar 2018
beträgt also 32’350 Franken.
Für die Monate Januar bis und mit Mai 2014 stehen sich Einnahmen von
insgesamt 65’516 Franken und Ausgaben von total 73’437 Franken gegenüber, was
einen Ausgabenüberschuss von 7’921 Franken ergibt. Für diesen Zeitraum hat folglich
ein Anspruch auf die sogenannte Minimalgarantie bestanden, die dem Total der
kantonalen Durchschnittsprämien für die obligatorische Krankenpflegeversicherung
aller in die Anspruchsberechnung einzubeziehenden Personen von insgesamt 10’224
5.1.
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6.
Gerichtskosten sind in Anwendung des Art. 82a ATSG in Verbindung mit der bis 31.
Dezember 2020 gültigen Fassung des Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben. Der
unterliegende Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.
Zufolge der Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung hat der Staat dem
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers eine Entschädigung auszurichten, die 80
Prozent des erforderlichen Vertretungsaufwandes abdeckt (Art. 31 Abs. 3 AnwG).
Gestützt auf die Honorarnote vom 24. November 2020 (act. G 17.2) ist die
Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsverbeiständung auf 2’370.10 Franken
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen. Sollten es seine
wirtschaftlichen Verhältnisse dereinst gestatten, wird der Beschwerdeführer zur
Franken entsprochen hat. Würde man (der bundesgerichtlichen Auffassung folgend)
den Eigenmietwert der selbstbewohnten Liegenschaft als Ausgaben- und als
Einnahmenposition berücksichtigen, ergäbe sich ein um 4’420 Franken tieferes
Ausgabentotal, weil der „volle“ Eigenmietwert von 19’420 Franken als Einnahme, aber
nur das gesetzliche Mietzinsmaximum von 15’000 Franken als Ausgabe anzurechnen
wäre. Der resultierende Ausgabenüberschuss würde aber ebenfalls einen Anspruch auf
die sogenannte Minimalgarantie begründen, weshalb sich die Antwort auf die Frage
nach der Anrechenbarkeit des Eigenmietwertes nicht auf das Ergebnis auswirkt.
Für die Monate Juni bis und mit Dezember 2014 resultiert ein
Einnahmenüberschuss (des alleinstehenden Beschwerdeführers) von 36’098 – 34’522 =
1’576 Franken, für den Monat Januar 2015 ein solcher von 47’642 – 34’806 = 12’836
Franken und für die Monate Februar bis und mit April 2015 ein solcher von 39’129 –
34’806 = 4’323 Franken. Für die Monate Mai bis und mit Dezember 2015 resultiert ein
Ausgabenüberschuss von 34’806 – 32’980 = 1’826 Franken pro Jahr, weshalb für
diesen Zeitraum ein Anspruch auf die sogenannte Minimalgarantie von 4’332 Franken
besteht. Für das Jahr 2016 resultiert wieder ein Ausgabenüberschuss: 34’950 – 32’065
= 2’885 Franken, weshalb für das Jahr 2016 ein Anspruch auf die Minimalgarantie von
4’476 Franken besteht. Für das Jahr 2017 ergibt sich ein Ausgabenüberschuss von
35’166 – 32’154 = 3’012 Franken, der zum Bezug der Minimalgarantie von 4’692
Franken berechtigt. Für die Zeit ab Januar 2018 resultiert ein Ausgabenüberschuss von
35’298 – 32’350 = 2’948 Franken, weshalb für die Zeit ab Januar 2018 ein Anspruch
auf die Minimalgarantie von 4’824 Franken besteht. Im Ergebnis erweist sich der
angefochtene Einspracheentscheid damit als rechtmässig, weshalb die Beschwerde
abzuweisen ist.
5.2.
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Rückerstattung dieser Entschädigung verpflichtet werden können (Art. 99 Abs. 2 VRP
i.V.m. Art. 123 ZPO).