Decision ID: a1043e1e-23bc-5cd0-b564-2a92019f5dcb
Year: 2020
Language: de
Court: SG_VWEK
Chamber: SG_VWEK_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- Nach einem Unfall als Lenker eines Motorrads wurde X wegen Nichtgewährens des
Rechtsvortritts am 4. Oktober 2010 der Lernfahrausweis für einen Monat entzogen. Am
3. August 2011 erwarb er den Führerausweis für die Fahrzeugkategorie B. Dieser
wurde ihm am 14. Januar 2016 wegen einer erneuten mittelschweren Widerhandlung
gegen die Strassenverkehrsvorschriften (Geschwindigkeitsüberschreitung) für einen
Monat entzogen.
B.- Am 30. Mai 2019 lenkte X um 19.32 Uhr einen Personenwagen von Zuzwil in
Richtung Wil. Bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h wurde er mit
einer Geschwindigkeit von 155 km/h gemessen, was nach Abzug der Sicherheitsmarge
von 5 km/h eine rechtlich relevante Geschwindigkeit von 150 km/h ergab. Die Polizei
nahm ihm den Führerausweis auf der Stelle ab und stellte den Personenwagen, einen
Y, sicher. Das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen verfügte
am 14. Juni 2019 einen vorsorglichen Führerausweisentzug. Am 10. Juli 2019 ordnete
es zudem eine verkehrspsychologische Untersuchung an.
C.- X wurde am 21. August 2019 von Z, Fachpsychologe FSP für Verkehrspsychologie,
untersucht. Dieser kam zum Schluss, dass sich Hinweise auf eine charakterliche
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Problematik ergeben würden, weshalb eine erhöhte Wahrscheinlichkeit gegeben sei,
dass die untersuchte Person künftig erheblich oder wiederholt gegen
strassenverkehrsrechtliche Bestimmungen verstossen werde bzw. sich in Zukunft mit
erhöhter Wahrscheinlichkeit nicht an das Strassenverkehrsgesetz halten werde. Die
Fahreignung sei deshalb zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus charakterlichen Gründen zu
verneinen. Daraufhin entzog das Strassenverkehrsamt den Führerausweis mit
Verfügung vom 23. September 2019 auf unbestimmte Zeit mit einer Sperrfrist von 24
Monaten (30. Mai 2019 bis 29. Mai 2021). Als Bedingungen für die Aufhebung des
Entzugs wurden ein klagloses Verhalten, das Absolvieren einer Verkehrstherapie von
mindestens acht bis zehn Sitzungen und eine positiv lautende verkehrspsychologische
Kontrolluntersuchung festgelegt.
Am 11. Mai 2020 wurde X erneut von Z verkehrspsychologisch untersucht. Dieser
erkannte nunmehr keine Hinweise mehr darauf, dass jener künftig erheblich oder
wiederholt gegen strassenverkehrsrechtliche Bestimmungen verstossen werde. Am 14.
Juli 2020 hob das Strassenverkehrsamt die Verfügung vom 23. September 2019
vollumfänglich auf (Ziffer 1 des Rechtsspruchs), sprach einen zweijährigen
Führerausweisentzug wegen qualifiziert schwerer Widerhandlung gegen die
Strassenverkehrsvorschriften aus und hielt fest, dass der Entzug vom 30. Mai 2019 bis
29. Mai 2021 dauere (Ziffer 2). Es auferlegte X eine Gebühr von Fr. 150.–.
D.- Gegen die Verfügung vom 14. Juli 2020 erhob X mit Eingabe seines
Rechtsvertreters vom 28. Juli 2020 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission des
Kantons St. Gallen (VRK). In der Rekursergänzung vom 14. September 2020 beantragte
er, von einem Verbot für das Führen eines Motorfahrzeugs sei abzusehen. Auf die
Ausführungen im Rekurs wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Die Vorinstanz verzichtete am 30. September 2020 auf eine Vernehmlassung.

Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die VRK ist zum
Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs
vom 28. Juli 2020 ist rechtzeitig eingereicht worden. Zusammen mit der
Rekursergänzung erfüllt er die gesetzlichen Anforderungen in formeller und inhaltlicher
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Hinsicht (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege,
sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist einzutreten.
2.- a) Motorfahrzeugführer müssen über Fahreignung und Fahrkompetenz verfügen
(Art. 14 Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt: SVG). Die
Fahreignung ist gegeben, wenn die betroffene Person das Mindestalter erreicht hat
(Art. 14 Abs. 2 lit. a SVG), die erforderliche körperliche und psychische
Leistungsfähigkeit zum sicheren Führen von Motorfahrzeugen hat (lit. b), frei von einer
Sucht ist, die das sichere Führen von Motorfahrzeugen beeinträchtigt (lit. c) und nach
ihrem bisherigen Verhalten Gewähr bietet, als Motorfahrzeugführer die Vorschriften zu
beachten und auf die Mitmenschen Rücksicht zu nehmen (lit. d). Ist die Fahreignung
nicht gegeben, wird der Führerausweis auf unbestimmte Zeit entzogen (Art. 16d Abs. 1
SVG). Ein solcher Sicherungsentzug wurde gegenüber dem Rekurrenten am 23.
September 2019 verhängt, nachdem er die zulässige Höchstgeschwindigkeit
ausserorts von 80 km/h um 70 km/h überschritten und eine verkehrspsychologische
Untersuchung aufgrund einer charakterlichen Problematik eine ungünstige
Legalprognose ergeben hatte (vgl. Art. 16d Abs. 1 lit. c SVG).
b) Tritt ein Sicherungsentzug gemäss Art. 16d Abs. 1 SVG an die Stelle eines Entzugs
nach den Artikeln 16a bis c SVG, wird damit eine Sperrfrist verbunden, die bis zum
Ablauf der für die begangene Widerhandlung vorgesehenen Mindestentzugsdauer läuft
(Art. 16d Abs. 2 SVG). Hat eine Widerhandlung zur Abklärung und Verneinung der
Fahreignung geführt, wird mit dieser Bestimmung bezweckt, dass der
Sicherungsentzug mindestens so lange dauert, wie ein Warnungsentzug für die
entsprechende Widerhandlung gedauert hätte (Botschaft zur Änderung des
Schweizerischen Strassenverkehrsgesetzes vom 31. März 1999, in: BBl 1999, S. 4491).
Art. 16d Abs. 2 SVG stellt damit sicher, dass ein im Zusammenhang mit einer
Widerhandlung gegen die Strassenverkehrsvorschriften verhängter Sicherungsentzug
nicht weniger lang dauert als ein nach Art. 16a bis c SVG ausgesprochener
Warnungsentzug (Ph. Weissenberger, Kommentar SVG und OBG, 2. Aufl., Zürich/
St. Gallen 2015, Art. 16d N 48). Die Sperrfrist bringt damit zum Ausdruck, mit welcher
Entzugsdauer die Widerhandlung administrativrechtlich sanktioniert worden wäre,
wenn nicht gleichzeitig eine fehlende Fahreignung vorgelegen hätte. Dass der Sperrfrist
gemäss Art. 16d Abs. 2 SVG die Funktion eines Warnungsentzugs zukommt, ergibt
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sich auch daraus, dass einer solchen Sperrfrist im Kaskadensystem gemäss Art. 16b
Abs. 2 und 16c Abs. 2 SVG die gleiche Wirkung zukommt wie einem früheren
Warnungsentzug (ausführlich dazu BGE 141 II 220 E. 3.3).
c) Vor diesem Hintergrund wirft die Vorgehensweise der Vorinstanz insbesondere aus
prozessualer Sicht Fragen auf. Sie verfügte am 23. September 2019 zufolge fehlender
Fahreignung einen Führerausweisentzug auf unbestimmte Zeit (Sicherungsentzug). Da
Hintergrund dieser Massnahme ein Raserdelikt war, setzte sie eine zweijährige
Sperrfrist vom 30. Mai 2019 bis 29. Mai 2021 fest (act. 14/53). Dieser Sicherungsentzug
und die damit verbundene Sperrfrist wurden nicht angefochten und deshalb
rechtskräftig. Den Umstand, dass es dem Rekurrenten mit Gutachten vom 23. Mai
2020 (act. 14/60 ff.) gelang, die Behebung des Fahreignungsmangels aus
verkehrspsychologischer Sicht nachzuweisen, nahm die Vorinstanz zum Anlass zur
integralen Aufhebung der Sicherungsentzugsverfügung vom 23. September 2019.
aa) In einem neueren Entscheid hat die VRK erwogen, dass nach der Annullierung des
Führerausweises auf Probe ein die Fahreignung aus verkehrspsychologischer Sicht
bejahendes Gutachten frühestens vor Ablauf der Sperrfrist eingereicht werden könne,
nicht älter als drei Monate sein dürfe (vgl. Art. 11 Abs. 4 der
Verkehrszulassungsverordnung, SR 741.51) und diese Regel auch bei der Aufhebung
eines Sicherungsentzugs und der Wiedererteilung des Führerausweises analog
anzuwenden sei (Entscheid IV-2020/14 vom 25. Juni 2020 E. 3c, im Internet abrufbar
unter: www.sg.ch/recht/gerichte und dort unter Rechtsprechung). Immerhin hat sich
der Rekurrent als Bedingung für die Aufhebung des Sicherungsentzugs während der
ganzen Sperrfrist klaglos zu verhalten, was im Rahmen der verkehrspsychologischen
Untersuchung ebenfalls überprüft werden müsste. Das Gutachten deckt jedoch nur die
Hälfte der zweijährigen Sperrfrist ab. Hinzu kommt, dass der Beweis der Fahreignung
während der Sperrfrist ausgeschlossen ist. Insbesondere soll die betroffene Person
kein Gesuch um Wiedererteilung stellen können, auch wenn der Entzugsgrund gemäss
Art. 16d Abs. 1 SVG weggefallen ist (Urteil des Bundesgerichts 1C_21/2016 vom
12. September 2016 E. 3.2 und 3.3). Der Rekurrent liess sich bereits nach rund der
Hälfte der Sperrfrist verkehrspsychologisch begutachten. Im Zeitpunkt der
voraussichtlichen Wiedererteilung des Führerausweises wird das Gutachten rund ein
Jahr alt und deshalb nicht mehr aktuell sein. Von einer Aufhebung der Ziffer 1 der
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angefochtenen Verfügung (Aufhebung des Sicherungsentzugs) ist indessen abzusehen,
weil die Vorinstanz in Bezug auf den Zeitpunkt der Einholung des
verkehrspsychologischen Gutachtens keine Vorgaben gemacht, sondern nur darauf
hingewiesen hat, dass die Fahreignungsabklärung oder Massnahmen zur Behebung
einer Fahreignungsproblematik bereits vor Ablauf der Sperrfrist durchgeführt werden
könnten (act. 14/55). Dieser Hinweis berücksichtigt nicht, dass im Zeitpunkt der
Wiedererteilung des Führerausweises ein aktuelles Gutachten, welches nicht älter als
drei Monate sein darf, vorliegen muss. Er hat den Rekurrenten dazu verleitet, sich zu
früh einer verkehrspsychologischen Untersuchung zu unterziehen. Zudem dauert es bis
zur vorgesehenen Wiedererteilung des Führerausweises per Ende Mai 2021 nur noch
rund fünf Monate.
bb) Weshalb die Vorinstanz am 2. Juni 2020 zusätzlich ein neues Verfahren eröffnete,
einen Führerausweisentzug wegen einer qualifiziert schweren Widerhandlung für die
Dauer von mindestens zwei Jahre in Aussicht stellte (act. 14/70 f.) und in der Folge
auch entsprechend verfügte (act. 14/72), erschliesst sich demgegenüber nicht. Sie
wiederholte damit nur, was sie schon mit der Sperrfrist gemäss Verfügung vom 23.
September 2019 angeordnet hatte: Der Rekurrent darf wegen der qualifiziert schweren
Widerhandlungen vom 30. Mai 2019 während zwei Jahren (30. Mai 2019 bis 29. Mai
2021) kein Motorfahrzeug lenken. Die Sperrfrist bezweckte, dass der Rekurrent auch
bei vorzeitigem Wegfall des Fahreignungsmangels während zwei Jahren nicht
fahrberechtigt ist. Dementsprechend hatte das positive Ergebnis der
verkehrspsychologischen Begutachtung keine Auswirkung auf den Lauf der Sperrfrist.
Dafür spricht auch, dass Art. 17 Abs. 3 SVG die Wiedererteilung des Führerausweises
nach einem Sicherungsentzug unter anderem vom Ablauf einer allenfalls verhängten
Sperrfrist abhängig macht. Die Vorinstanz hat demnach die Ziffer 2 der Verfügung vom
23. September 2019 zu Unrecht aufgehoben, weshalb die Ziffer 2 der angefochtenen
Verfügung aufzuheben ist. Es bleibt bei der zweijährigen Sperrfrist vom 30. Mai 2019
bis 29. Mai 2021. Somit kann in diesem Verfahren auch nicht mehr geprüft werden, ob
eine zweijährige Entzugsdauer angemessen ist oder nicht; darüber wurde am 23.
September 2019 bereits rechtskräftig verfügt. Abgesehen davon handelt es sich beim
zweijährigen Fahrverbot um die Mindestentzugsdauer gemäss Art. 16c Abs. 2 lit. a
SVG, die weder aus persönlichen, wozu auch gesundheitliche Einschränkungen
gehören, noch beruflichen Gründen unterschritten werden darf (Art. 16 Abs. 3 SVG).
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d) aa) Im Übrigen erlässt der Bundesrat die zum Vollzug des Strassenverkehrsgesetzes
notwendigen Vorschriften und bezeichnet die zur Durchführung zuständigen
eidgenössischen Behörden (Art. 106 Abs. 1 SVG). Er kann das ASTRA (Bundesamt für
Strassen) zur Regelung von Einzelheiten ermächtigen. Ansonsten führen die Kantone
das SVG durch. Ob die Festsetzung des Datums des Vollzugs des
Führerausweisentzugs oder die Möglichkeit einer Verschiebung des Vollzugs in die
Kompetenz der Kantone gemäss Art. 106 Abs. 2 SVG fällt oder ob dies ein Element der
Verfügung über den Führerausweisentzug ist, hat das Schweizerische Bundesgericht,
soweit ersichtlich, noch nicht entschieden. Im Bundesgerichtsurteil 6A.78/2003 vom
27. November 2003 E. 2.3 wurde die Frage unter dem damaligen Recht offengelassen.
Immerhin ergibt sich aus dem bundesgerichtlichen Urteil aber, dass kantonales Recht
anzuwenden ist, wenn es sich um eine Vollzugsfrage handelt. Die neuere Literatur,
namentlich Ph. Weissenberger (a.a.O., Art. 106 SVG N 8), spricht sich dafür aus, dass
etwa die Festsetzung des Datums des Vollzugs oder die Möglichkeit einer
Verschiebung des Vollzugs in die Kompetenz der Kantone fallen, weil es sich um
Vollzugsfragen handle; dasselbe gilt für die Frage der vorzeitigen Abgabe des Führer
ausweises.
bb) Nach kantonalem Recht sind Verfügungen und Entscheide vollstreckbar, wenn sie
mit ordentlichen Rechtsmitteln nicht oder nicht mehr angefochten werden können, es
sei denn, die erlassende Behörde habe die Vollstreckbarkeit auf einen späteren
Zeitpunkt festgesetzt (Art. 101 Abs. 1 VRP). Das VRP unterscheidet zwischen dem
Erkenntnis- und dem Vollstreckungsverfahren. Die Sachverfügung als Ergebnis des
Erkenntnisverfahrens regelt den Bestand und den Umfang öffentlicher Rechte und
Pflichten. Im separaten, vom Erkenntnisverfahren abgetrennten
Vollstreckungsverfahren, erfolgt die Durchsetzung der Sachverfügung. Die
Sachverfügung geht somit dem Vollstreckungsverfahren voraus (PK VRP/SG-Looser,
Zürich/St. Gallen 2020, Vor Art. 101-107 N 1).
cc) Indem die Vorinstanz in der Verfügung vom 14. Juli 2020 nicht nur den
Führerausweis für die Dauer von zwei Jahren entzog, sondern in derselben Verfügung
auch den Vollzugszeitraum (30. Mai 2019 bis 29. Mai 2021) nochmals festsetzte,
vermischte sie unzulässigerweise das Erkenntnis- und das Vollstreckungsverfahren.
Dieses Vorgehen erscheint problematisch, weil sich die beiden Verfahren in
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wesentlichen Punkten unterscheiden: So beträgt die Rechtsmittelfrist bei
Vollstreckungsverfügungen fünf Tage (Art. 47 Abs. 2 VRP) und bei Sachverfügungen 14
Tage (Art. 47 Abs. 1 VRP). Sodann ist für die Beurteilung eines Rekurses gegen eine
Vollstreckungsverfügung der Präsident zuständig (Art. 44 Abs. 2 in Verbindung mit
Art. 58 VRP), während das Gericht als Kollegialbehörde über Rekurse gegen
Sachverfügungen zu befinden hat. Zu berücksichtigen ist auch, dass das VRP – dies im
Unterschied zu Art. 337 der Schweizerischen Zivilprozessordnung (SR 272, abgekürzt:
ZPO) – keine "direkte Vollstreckung" vorsieht (vgl. BSK ZPO-Droese, Art. 337 N 1 ff.).
Auch aus diesem Grund ist es der Vorinstanz – ausgenommen von der Möglichkeit,
einem allfälligen Rekurs die aufschiebende Wirkung zu entziehen (Art. 51 Abs. 1 VRP),
worum es hier aber nicht geht – verwehrt, in der Sachverfügung gleichzeitig
Vollstreckungsmassnahmen anzuordnen, worunter insbesondere die zeitliche
Festsetzung des Beginns und des Endes einer administrativrechtlichen Massnahme
fällt; darauf wurde in früheren Entscheiden schon mehrfach hingewiesen. Dass es für
die Vorinstanz angesichts der grossen Anzahl zu bearbeitender Fälle und der im
Vergleich zu den erledigten Verfahren geringen Anzahl an Weiterzügen ans Gericht
weniger aufwändig ist, in der Hauptverfügung auch den Vollzug der Massnahme
zeitlich festzulegen, ändert nichts daran, dass diese Vorgehensweise nicht
gesetzmässig ist. Die VRK hebt deshalb vorinstanzlich angeordnete Vollzugsdauern in
Sachverfügungen (Warnungsentzüge) unter Kostenfolgen zulasten der Vorinstanz
regelmässig auf, wenn diese aufgrund der Dauer des Rekursverfahrens nicht bereits
gegenstandslos geworden sind. Das Strassenverkehrsamt hat dann nach Eintritt der
Rechtskraft der Sachverfügung eine Vollstreckungsverfügung zu erlassen (vgl. Gächter/
Egli, in: Auer/Müller/Schindler, Art. 39 VwVG Rz. 39).
3.- Zusammenfassend ergibt sich, dass die Ziffer 2 der angefochtenen Verfügung
aufzuheben und der Rekurs im Übrigen abzuweisen ist. Dem Verfahrensausgang
entsprechend sind die amtlichen Kosten vom Staat zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 1'200.– erscheint angemessen (vgl. Art. 7 Ziffer 122 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist dem
Rekurrenten zurückzuerstatten.
Unter Berücksichtigung der Verlegung der amtlichen Kosten hat der Rekurrent
Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung (Art. 98 und 98 VRP). Der bis
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Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht und um eine ermessensweise
Festsetzung der Entschädigung ersucht. Im Verfahren vor der VRK wird das Honorar
nicht nach Zeitaufwand, sondern als Pauschale ausgerichtet; der Rahmen liegt
zwischen Fr. 1'500.– und Fr. 15'000.– (Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung, sGS
963.75; abgekürzt: HonO). Innerhalb dieses Rahmens wird das Grundhonorar nach den
besonderen Umständen, namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der
Schwierigkeit des Falls und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten,
bemessen (Art. 19 HonO). Angesichts der nicht allzu schwierigen Tatsachen- und
Rechtslage erscheint ein Honorar von Fr. 1'700.– als angemessen. Hinzuzuzählen sind
die Barauslagen von Fr. 68.– (Art. 28 Abs. 1 HonO, 4 % auf Fr. 1'700.–) und die
Mehrwertsteuer von Fr. 136.15 (Art. 29 HonO; 7,7 % auf Fr. 1'768.–), so dass die
ausseramtliche Entschädigung insgesamt Fr. 1'904.15 beträgt; kostenpflichtig ist der
Staat (Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt).