Decision ID: 453f80b9-4630-548d-89e1-3f50929e9eb7
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a Die C._ AG war seit 1. August 2011 - nach Übernahme des Personals der D._
AG, über welche am 3. Juli 2012 der Konkurs eröffnet wurde (vgl. Prozedur AHV
2015/3, act. G 3.3/280.1) - als beitragspflichtige Arbeitgeberin bei der Kantonalen
Ausgleichskasse St. Gallen angeschlossen. Am 10. Januar 2014 wurde über die
Gesellschaft der Konkurs eröffnet und am 3. Februar 2014 mangels Aktiven wieder
eingestellt (vgl. Online-Handelsregisterauszug; abgerufen am 20. Mai 2016). A._ war
vom 20. März 1992 bis zum 14. Oktober 2011 Präsident des Verwaltungsrats und ab
18. Juli 2013 Mitglied des Verwaltungsrats. B._ war vom 20. März 1992 bis zum 13.
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September 2000 und vom 14. Oktober 2011 bis zum 28. März 2013 (erneut, nunmehr
mit Einzelunterschrift) Mitglied des Verwaltungsrats. Mit Verfügung vom 7. Juli 2014
forderte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen als kantonale
Ausgleichskasse und Familienausgleichskasse von A._ Schadenersatz für
entgangene Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von Fr. 101‘155.40 (AHV/IV/EO: Fr.
88‘719.20; FAK: 12‘436.20). Mit einer weiteren Verfügung vom 7. Juli 2014 forderte sie
sodann von B._ unter solidarischer Haftung mit A._ Schadenersatz in Höhe von Fr.
70‘989.75 (AHV/IV/EO: Fr. 62‘236.40; FAK: Fr. 8‘753.35). Nach Art. 716a Abs. 1 Ziff. 5
und Art. 717 OR habe die Verwaltung die mit der Geschäftsführung beauftragten
Personen zu überwachen und sich regelmässig über den Geschäftsgang unterrichten
zu lassen. A._ und B._ hätten als Verwaltungsräte die Pflicht gehabt, dafür zu
sorgen, dass die der Gesellschaft als Arbeitgeberin übertragenen öffentlich-rechtlichen
Aufgaben korrekt erfüllt würden. Dies hätten sie offensichtlich unterlassen, weshalb sie
für den entstandenen Schaden aufzukommen hätten (act. G 3.2/3 und G 4.2/5).
A.b Mit gemeinsamer Einsprache vom 8. September 2014 beriefen sich A._ und
B._ auf die Verjährung der Beiträge. Die Sozialversicherungsanstalt habe bis 8.
September 2012 8 Betreibungen über rund 42'000.-- angehoben und jedes Mal einen
Pfändungsverlustschein erhalten. Weiter habe die Sozialversicherungsanstalt genaue
Kenntnis gehabt, dass weitere Gesellschaften der Gruppe, zu der auch die C._ AG in
Konkurs gehört habe, in massiven finanziellen Schwierigkeiten gewesen seien. Die
Gesellschaft sei seit ihrer Betriebsaufnahme im Januar 2012 nie in der Lage gewesen,
ihren finanziellen Verpflichtungen zur Leistung der Sozialversicherungsbeiträge
nachzukommen. Damit habe die Sozialversicherungsanstalt im Juli 2012 sichere
Kenntnis gehabt, dass die C._ AG in Konkurs schlicht nicht in der Lage sein werde,
ihren Verpflichtungen nachzukommen. Ab Juli/August 2012 habe die
Sozialversicherungsanstalt somit auch sichere Kenntnis gehabt, dass sie zu Schaden
kommen werde, weshalb die zweijährige Verjährungsfrist nach Art. 52 Abs. 3 AHVG
abgelaufen sei. Jedenfalls seien die angefochtenen Verfügungen dahingehend zu
korrigieren, als dass die Beiträge vor September 2012 verjährt seien, weil die
Sozialversicherungsanstalt für diese Beiträge seit September 2012 genaue Kenntnis
gehabt habe, dass sie definitive Verlustscheine erhalten habe und dass die Gruppe
nicht in der Lage sei dies aufzufangen. Für diese Beiträge sei die Verjährung jedenfalls
eingetreten, weshalb sich der Schadenersatz um Fr. 38'330.60 (Verlustscheine Januar
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bis August 2012) reduziere und demgemäss B._ noch Fr. 23'905.80 und A._ noch
Fr. 50'388.60 an Schaden zu übernehmen hätten (act. G 3.2/4).
A.c Mit zwei gleich lautenden Entscheiden vom 19. Februar 2015 wies die
Sozialversicherungsanstalt St. Gallen die Einsprache(n) ab. Zwar sei zutreffend, dass
die Ausgleichskasse gegenüber der Gesellschaft seit Januar 2012 auf Grund nicht
erfüllter Zahlungspflichten regelmässig Betreibungsverfahren habe anheben müssen.
Diese hätten am 25. März 2014 erstmals zu definitiven Pfändungsverlustscheinen
geführt, nachdem zuvor am 3. Februar 2014 das am 10. Januar 2014 eröffnete
Konkursverfahren eingestellt worden sei. Dem Einwand der Einsprecher, die
Ausgleichskasse habe auf Grund der mehrfachen Betreibungen bereits früher Kenntnis
des Schadens gehabt, sei entgegen zu halten, dass definitive, nicht aber provisorische
Verlustscheine kenntnisauslösend seien. Da bei Pfändungen die Vermögenswerte, die
für eine Firma zur Weiterführung ihrer Geschäftstätigkeit notwendig seien, nicht
eingefordert bzw. verwertet werden dürften, könne es sein, dass im Konkursverfahren
noch grössere Vermögenswerte zur Deckung der Schulden beigezogen werden
könnten. Vorliegend habe die Kasse mit SHAB-Meldung vom 10. Februar 2014 (richtig:
7. Februar 2014) fristauslösend zur Kenntnis genommen, dass das Konkursverfahren
am 3. Februar 2014 eingestellt worden sei. Die Verjährungsfristen nach Art. 52 Abs. 3
AHVG seien damit ohne weiteres gewahrt (act. G 3.2/10 und G 4.2/14).
B.
B.a Gegen diese Entscheide richtet sich die gemeinsame Beschwerde von A._ und
B._ vom 23. März 2015 mit dem Antrag, die angefochtenen Einspracheentscheide
seien aufzuheben. Es wird im Wesentlichen wiederum geltend gemacht, die relative
zweijährige Verjährungsfrist sei abgelaufen, da die Beschwerdegegnerin bereits vor Juli
2012 Kenntnis des Schadens gehabt habe. Seit dem 16. Januar 2012 bis zum Konkurs
habe die C._ AG nie Sozialversicherungsbeiträge bezahlt. Vielmehr habe die
Beschwerdegegnerin jeweils nach jeder Betreibung einen Verlustschein nach Art. 149
SchKG erhalten. Dass die Beschwerdegegnerin erstmals in der Betreibung Nr. 1205474
vom 18. September 2012 einen definitiven Verlustschein erhalten haben wolle, werde
bestritten und sei nicht bewiesen. Aus dem Betreibungsauszug vom 31. Juli 2014
ergebe sich klar, dass neun frühere Betreibungen vorgelegen hätten, die allesamt in
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definitiven Verlustscheinen geendet hätten. Entgegen der Ansicht der
Beschwerdegegnerin sei nicht einfach die Zustellung des definitiven
Pfändungsverlustscheins in der Betreibung Nr. 1205474 ausschlaggebend. Es sei zu
klären, ob nicht frühere Pfändungsverlustscheine von deutlich früher angehobenen
Betreibungen vorlägen. Wer acht Betreibungen anhebe und im Rahmen der
Pfändungen nie Geld erhalte, was im Juli 2012 der Fall gewesen sei, verfüge über
sichere Kenntnis, dass der Schuldner seinen Verpflichtungen nie werde nachkommen
können (act. G 1).
B.b Mit zwei identischen Beschwerdeantworten vom 12. Mai 2015 beantragt die
Verwaltung Abweisung der Beschwerde(n). Die Behauptung der Beschwerdeführer, die
Beschwerdegegnerin habe jeweils nach den Betreibungen sofort Verlustscheine
erhalten, treffe nicht zu. Die C._ AG habe in der Regel Rechtsvorschlag erhoben, so
dass die Beiträge zunächst hätten verfügt werden müssen, um den Rechtsvorschlag
beseitigen zu können. Die ersten beiden (definitiven) Verlustscheine habe die
Verwaltung am 25. März 2014, alle anderen erst am 4. Juni 2014 erhalten.
Fristauslösende Schadenskenntnis sei mit der Publikation der Einstellung des
Konkurses mangels Aktiven im Schweizerischen Handelsamtsblatt am 10. Februar
2014 (richtig: 7. Februar 2014) gegeben (act. G 3 und G 4). Ein weiterer
Schriftenwechsel fand nicht statt.

Erwägungen
1.
Fügt ein Arbeitgeber durch absichtliche oder grobfahrlässige Missachtung von
Vorschriften der Versicherung einen Schaden zu, so hat er diesen zu ersetzen (Art. 52
Abs. 1 AHVG). Nach ständiger Rechtsprechung gilt diese Haftung entgegen dem
(früheren) Wortlaut des Gesetzes nicht nur für die Arbeitgeber, sondern auch für die
Organe von Arbeitgebern (BGE 129 V 11, 126 V 237, 123 V 12 E. 5b S. 15, je mit
Hinweisen; seit 1. Januar 2012 ausdrücklich geregelt in Art. 52 Abs. 2 AHVG). Die
Arbeitgeber sind verpflichtet, von dem von ihnen ausgerichteten Einkommen aus
unselbständiger Erwerbstätigkeit die Arbeitnehmerbeiträge in Abzug zu bringen, mit der
Ausgleichskasse abzurechnen sowie die erforderlichen Angaben zu machen, und die
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Beiträge zusammen mit dem Arbeitgeberbeitrag periodisch der Ausgleichskasse zu
entrichten (Art. 14 Abs. 1 und Art. 51 AHVG, Art. 34 und 36 AHVV). Die Missachtung
dieser Pflichten verletzt Vorschriften der Versicherung im Sinne von Art. 52 AHVG. Art.
52 Abs. 1 AHVG sieht eine Verschuldenshaftung nach öffentlichem Recht vor. Damit
eine Schadenersatzpflicht entstehen kann, müssen alle Haftungsvoraussetzungen
gegeben sein, d.h. es muss ein Schaden eingetreten sein, der auf ein widerrechtliches
und schuldhaftes Verhalten des verantwortlichen Organs zurückzuführen ist. Zudem
muss zwischen dem Verhalten der belangten Person und dem eingetretenen Schaden
ein adäquater Kausalzusammenhang gegeben sein. Diese Haftungsordnung gilt auch
für die Beitragsforderungen der Familienausgleichskasse (Art. 47 des
Kinderzulagengesetzes [KZG SG; sGS 371.1] in Verbindung mit Art. 25 lit. c des
Bundesgesetzes über die Familienzulagen [SR 836.2]). Die Schadenersatzforderung
verjährt zwei Jahre nachdem die zuständige Ausgleichskasse vom Schaden Kenntnis
erhalten hat, spätestens aber fünf Jahre nach Eintritt des Schadens (Art. 52 Abs. 3
AHVG).
2.
2.1 Vorliegend bestreiten die Beschwerdeführer im Wesentlichen die Rechtzeitigkeit
der Schadenersatzforderung. Sinngemäss machen sie geltend, dass die
Schadenersatzforderung zur Zeit des Verfügungserlasses am 7. Juli 2014 bereits
verjährt gewesen sei. Die Beschwerdegegnerin hätte auf Grund der Tatsache, dass sie
zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere definitive Pfändungsverlustscheine im Sinn von
Art. 149 SchKG erhalten habe, erkennen müssen, dass die C._ AG nicht in der Lage
sei und sein werde, ihren Verpflichtungen je nachkommen zu können. Damit vom
Ablauf der relativen Verjährungsfrist ausgegangen werden könnte, müsste die
Beschwerdegegnerin vor dem 7. Juli 2012 über Schadenskenntnis verfügt haben.
Entgegen dieser Ansicht der Beschwerdeführer ergibt sich aus den Akten jedoch kein
Hinweis, dass die Beschwerdegegnerin schon vor der Konkurseröffnung vom 3.
Februar 2014 mehrere definitive Pfändungsverlustscheine in Händen hielt. Vielmehr
datieren die ersten definitiven Verlustscheine nach Art. 149 SchKG vom 25. März 2014
(act. G 3.3/367 f.). Das geht auch aus dem von den Beschwerdeführern im
Einspracheverfahren eingereichten Auszug aus dem Betreibungsregister vom 31. Juli
2014 (act. G 3.2/4-13) hervor, weshalb sich ein Aktenbeizug beim Betreibungsamt
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E._ erübrigt. Die frühesten Pfändungen, jene vom 12. Oktober 2012 betreffend die
Betreibungsnummern 1'200'172, 1'201'560, 1'202'197, 1'204'850, 1'204'251,
1'203'606, 1'203'018, 1'200'873 und 1'204'848, und jene vom 25. Januar 2013
betreffend die Betreibungsnummern 1'205'474 und 1'206'130, wie auch jene vom 4.
April 2013 und vom 5. Juni 2013 erzielten damals ein genügendes Ergebnis (act. G
3.3/152.7, 220.4, 241 und 290). Die erste Pfändung mit ungenügendem Ergebnis wurde
am 31. Oktober 2013 durchgeführt, was entsprechend einen provisorischen
Verlustschein im Sinn von Art. 115 Abs. 2 SchKG zur Folge hatte (act. G 3.3/329.5).
Provisorische Verlustscheine begründen rechtsprechungsgemäss noch keine
genügende Schadenskenntnis (vgl. etwa Urteil 9C_48/2010 vom 9. Juni 2010 E. 2.2,
mit Hinweisen). Selbst wenn dies der Fall wäre, wäre die Schadenersatzverfügung vom
7. Juli 2014 innerhalb der Zweijahresfrist und damit rechtzeitig ergangen. Nachdem
somit der Schaden (mangels früherer definitiver Verlustscheine) erst mit der
Konkurseröffnung eingetreten war (vgl. BGE 141 V 487 E. 2.2 mit Hinweisen), konnte
die Beschwerdegegnerin auch nicht zu einem früheren Zeitpunkt Kenntnis davon
gehabt haben. Sonst würde die absurde Situation eintreten, dass die relative
zweijährige Verjährungsfrist zu laufen beginnt und die Ausgleichskasse Schadenersatz
fordern müsste, bevor der Schaden überhaupt entstanden ist. Schliesslich vermag
auch eine historisch mangelhafte Compliance der Arbeitgeberin keine
Schadenskenntnis zu bewirken, stellt eine solche für Aussenstehende doch keinen
sicheren Gradmesser für die Fähigkeit oder eben Unfähigkeit einer Arbeitgeberin dar,
ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. Zusammenfassend ist
festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin mit der SHAB-Publikation der Einstellung
des Konkurses mangels Aktiven am 7. Februar 2014 über fristauslösende
Schadenskenntnis verfügte. Mit dem Erlass der Schadenersatzverfügungen am 7. Juli
2014 hat sie die zweijährige relative Verjährungsfrist ohne weiteres eingehalten.
2.2 Im Weiteren machen die Beschwerdeführer geltend, die angefochtenen
Verfügungen bzw. Einspracheentscheide seien jedenfalls dahingehend abzuändern,
dass die Beiträge vor September 2012 verjährt seien und die Schadensummen um Fr.
38'330.60 (Verlustscheine Januar bis August 2012) auf Fr. 50'388.60 bzw. Fr. 23'905.80
zu reduzieren seien. Die Beschwerdegegnerin habe für diese Beiträge seit September
2012 genaue Kenntnis gehabt, dass sie definitive Verlustscheine erhalten habe und
dass die Gruppe nicht in der Lage sei, dies je aufzufangen. Diese Argumentation ist
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unbehelflich. Wie gerade ausgeführt, wurden der Beschwerdegegnerin der erste
provisorische Verlustschein am 9. Dezember 2013 und die ersten definitiven
Verlustscheine am 25. März 2014 zugestellt (act. G 3.3/329.5 und 367 f.). Es bestand
zumutbare Schadenskenntnis ab Februar 2014. Inwiefern nun vor September 2012
(anstatt vor Juli 2012) fristauslösende Schadenskenntnis bestanden haben soll, ist nicht
nachvollziehbar. Selbst wenn dem so wäre, wäre die Schadenersatzverfügung vom 7.
Juli 2014 rechtzeitig erfolgt. Auch die fünfjährige absolute Verjährungsfrist, die mit der
Entstehung des Schadens per Konkurseröffnung am 10. Januar 2014 zu laufen
begonnen hat, ist mit der Schadenersatzverfügung vom 7. Juli 2014 ohne weiteres
gewahrt. Diese ist somit rechtzeitig ergangen.
3.
3.1 Die gerichtliche Überprüfung ergibt, dass auch die weiteren Voraussetzungen für
die Geltendmachung von Schadenersatz gegenüber den Beschwerdeführern erfüllt
sind, wenn auch die Beschwerdegegnerin in ihrer Verfügung vom 7. Juli 2014 und in
den angefochtenen Einspracheentscheiden vom 19. Februar 2015 nur rudimentäre
Ausführungen dazu gemacht hat. So bestreiten die Beschwerdeführer zu Recht nicht,
dass sie als Mitglieder des Verwaltungsrats der konkursiten C._ AG für die
Beitragsablieferung der Arbeitgeberin verantwortlich waren und damit als Organ
gemäss Art. 52 Abs. 2 AHVG in Anspruch genommen werden können (vgl. Art. 716a
Abs. 1 OR).
3.2 Der Schaden wird von den Beschwerdeführern mit Nichtwissen bestritten.
Gegenüber dem Beschwerdeführer 1 macht die Beschwerdegegnerin Schadenersatz in
Höhe von Fr. 101'155'40 geltend. Dieser setzt sich gemäss Aufstellung in der
Verfügung vom 7. Juli 2014 aus den abgeschriebenen Sozialversicherungsbeiträgen
samt Nebenkosten für den Zeitraum von August 2011 bis Mai 2013 zusammen (Posten
2011/0001, 0002 und 0003; 2012/0001, 0002, 0004, 0005, 0006, 0010, 0011, 0012,
0013 und 0014; 2013/0006, 0008, 0009, 0012 und 1000). Dieser Schaden ist
grundsätzlich ausgewiesen (vgl. Kontoauszug vom 29. April 2015 [act. G 3.1/4]). Vom
Beschwerdeführer 2 verlangt die Beschwerdegegnerin Schadenersatz in Höhe von Fr.
70'989.75. Darin eingeschlossen sind die Lohnbeiträge samt Nebenkosten für den
Zeitraum vom August 2011 bis zum Dezember 2012 (Posten 2011/0001, 0002 und
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0003, 2012/0001, 0002, 0004, 0005, 0006, 0008, 0009, 0010, 0011, 0012, 0013 und
0014 [act. G 4.2/5.3]). Der geltend gemachte Betrag erscheint auf Grund der Akten
ebenfalls ausgewiesen (vgl. Kontoauszug vom 29. April 2015 [act. G 4.1/4]). Im Übrigen
bringen die Beschwerdeführer keine substantiierten Einwände weder gegen die
Schadensberechnung an sich noch gegen die Aufschlüsselung in die bundesrechtliche
und kantonalrechtliche Schadenersatzforderungen vor. Insbesondere wurde die in der
Beschwerde vom 23. März 2015 angekündigte Stellungnahme (zum Schaden) nicht
eingereicht.
3.3 Weitere Haftungsvoraussetzung für die Schadenersatzforderung ist die
Widerrechtlichkeit. Vorliegend kam die Gesellschaft der Beitragsablieferungspflicht
nach Art. 14 Abs. 1 und Art. 51 Abs. 1 AHVG in Verbindung mit Art. 34 ff. AHVV nicht
vollumfänglich nach, was zum Schaden der Beschwerdegegnerin geführt hat. Die
Gesellschaft bzw. deren Organe haben damit die Beitragszahlungspflicht betreffend die
von der Beschwerdegegnerin geltend gemachten Ausstände missachtet, womit die
Widerrechtlichkeit als Haftungsvoraussetzung gegeben ist. Ein Rechtfertigungsgrund
ist nicht ersichtlich und wird von den Beschwerdeführern auch nicht vorgebracht.
3.4 Die Haftung nach Art. 52 AHVG ist keine Kausalhaftung, sondern setzt nach dem
klaren Wortlaut und Sinn des Gesetzes ein zumindest grobfahrlässiges Verhalten
voraus (BGE 136 V 268 E. 3 S. 274). Der Begriff der Grobfahrlässigkeit im Sinn von Art.
52 AHVG ist gleich zu verstehen wie im übrigen Haftpflicht- und Versicherungsrecht, so
dass grobfahrlässig handelt, wer eine elementare Vorsichtsmassnahme missachtet
bzw. das ausser Acht lässt, was jedem verständigen Menschen in gleicher Lage und
unter gleichen Umständen als beachtlich hätte einleuchten müssen (Urteil
9C_330/2010 vom 18. Januar 2011 E. 3.2 mit Hinweisen). Vorausgesetzt ist des
Weiteren, dass die Möglichkeit zu einem rechtmässigen Alternativverhalten bestand,
was zutrifft, wenn ein pflichtgemäss handelndes Organ den Schaden hätte verhindern
können.
3.4.1 Der Beschwerdeführer 1 fungierte zunächst bis 14. Oktober 2011 als Präsident
des Verwaltungsrats der C._ AG (Online-Handelsregisterauszug, abgerufen am 20.
Mai 2016). Mithin war er grundsätzlich (zumindest vorerst) bis zu diesem Zeitpunkt für
die Beitragsablieferung verantwortlich. Die erste Beitragsrechnung betreffend den
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Zeitraum von August bis Oktober 2011 erfolgte sodann zwar erst am 3. November
2011 (vgl. Posten 2011/0001 [act. G 3.1/4]), und damit nach dem Ausscheiden des
Beschwerdeführers 1 als Verwaltungsratspräsident, womit er grundsätzlich nicht mehr
für deren Bezahlung verantwortlich war. Indessen ist im konkreten Fall - wie auch der
Beschwerdeführer 1 gegenüber der Beschwerdegegnerin selber angegeben hat (vgl.
Telefonnotiz vom 25. Oktober 2011 [Proz. AHV 2015/3, act. G 3.3/280.1] und
Jahresabrechnungen 2011 [act. G 3.3/251.2 f. und Proz. AHV 2015/3 act. G 3.3/280.2])
- festzustellen, dass die C._ AG per 1. August 2011 die Arbeitnehmenden der
ebenfalls konkursiten D._ AG teilweise übernahm, bei welcher Gesellschaft der
Beschwerdeführer 1 ebenfalls als (einziger) Verwaltungsrat fungierte. Unter diesen
Umständen kann ihm nicht zugute gehalten werden, dass die Beitragsrechnung für die
Monate August bis Oktober 2011 erst nach seinem Ausscheiden aus dem
Verwaltungsrat der C._ AG ergangen ist. Vielmehr wäre er verpflichtet gewesen, die
zu erwartenden Sozialversicherungsbeiträge sicherzustellen, oder aber nur so viele
Löhne auszuzahlen, als darauf Beiträge bezahlt werden können, zumal die verzögerte
Beitragserhebung bei der C._ AG im Wesentlichen auf die durch den
Beschwerdeführer 1 veranlasste "Umbuchung" des Personals von der D._ AG auf
diese Gesellschaft zurückzuführen ist. Bei der D._ AG waren die Beiträge für die
Monate August, September und Oktober 2011 bereits am 11. August, 12. September
und 13. Oktober 2011 in Rechnung gestellt worden (Proz. AHV 2015/3, act. G 3.1/5). Es
darf angenommen werden, dass die Beiträge ohne "Umbuchung" auch bei der C._
AG zum gleichen Zeitpunkt in Rechnung gestellt worden wären, mithin zu einem
Zeitpunkt, als der Beschwerdeführer 1 noch Verwaltungsratspräsident dieser
Gesellschaft war. Er war damit verantwortlich für die Bezahlung dieser Beiträge und
haftet demzufolge für den Ausfall von Fr. 11'933.50, wovon Fr. 1'480.75 für
kantonalrechtliche Ausstände (vgl. act. G 3.2/3.3; Abschreibung Lohnbeiträge August -
Oktober 2011 inkl. Nebenkosten [Posten 2011/0001, act. G 3.1/4]). Für die weiteren
offenen Beitragsforderungen könnte der Beschwerdeführer 1 demgegenüber nur
haftbar gemacht werden, wenn er in seiner späteren Funktion als Mitglied des
Verwaltungsrats, welchem er wiederum ab dem 18. Juli 2013 angehört hatte, nicht das
ihm Mögliche unternommen hätte, um die bestehenden Ausstände zu begleichen.
Darauf wird nachfolgend zurückzukommen sein (nachstehende Erwägung 3.4.3).
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3.4.2 Für die Ablieferung der Beiträge war somit grundsätzlich der
Beschwerdeführer 2 verantwortlich. Dieser war vom 14. Oktober 2011 bis zum 28.
März 2013 als einziges Mitglied des Verwaltungsrats im Handelsregister eingetragen
(Online-Handelsregister-auszug, abgerufen am 20. Mai 2016). Die der
beschwerdegegnerischen Schadenersatzforderung an den Beschwerdeführer 2 zu
Grunde liegenden Betreffnisse wurden mit Rechnungen im Zeitraum vom 3. November
2011 bis zum 13. Dezember 2012 gegenüber der Gesellschaft geltend gemacht und
fallen damit in den massgebenden Zeitraum, als der Beschwerdeführer 2 dem
Verwaltungsrat angehört hatte. Dieser hat es als zuständiger Verwaltungsrat
zugelassen, dass die C._ AG seit ihrem Anschluss an die Beschwerdegegnerin per
August 2011 bis Ende 2012, also während knapp anderthalb Jahren, Löhne in
beträchtlicher Höhe ausgerichtet hat, ohne die darauf anfallenden
Sozialversicherungsbeiträge abzuführen. Ab Januar 2013 bis April 2013 wurden nur
noch Löhne in geringem Umfang ausbezahlt (vgl. Jahresabrechnung 2011: Lohnsumme
Fr. 218'571.80 [act. G 3.3/251], Jahresabrechnung 2012: Lohnsumme Fr. 450'151.05
[act. G 3.3/236], Jahresabrechnung 2013: Lohnsumme Fr. 14'672.30 [act. G 3.3/262]).
Die Beschwerdegegnerin musste von Anfang an jede Monatspauschale mahnen und
betreiben. Soweit die Gesellschaft (bzw. das Betreibungsamt) überhaupt Zahlungen
geleistet hatte, geschah dies jeweils um Monate oder gar Jahre verspätet. Der
Beschwerdeführer 2 macht nicht geltend, und es ist aus den Akten nicht ersichtlich,
dass es dafür einen nachvollziehbaren Grund gibt. Bei einer derart lang anhaltenden
Phase, während der eine Gesellschaft ihrer Beitragsablieferungspflicht nicht
ordnungsgemäss nachkommt, kann ohnehin nicht mehr von einem entschuldbaren
Grund ausgegangen werden. Die Rechtsprechung anerkennt es als entschuldbar, wenn
eine Gesellschaft während maximal eines Jahres die Beiträge aussetzt, vorausgesetzt,
die verantwortlichen Organe konnten bei objektiver Betrachtungsweise davon
ausgehen, die vorübergehende Nichtablieferung der Beiträge führe zu einer baldigen
Sanierung der Gesellschaft und damit zur Aussicht, die Forderungen der
Ausgleichskasse innert nützlicher Frist begleichen zu können (Urteil des
Bundesgerichts 9C_111/2007 vom 17. September 2007 E. 3.1). Zudem muss ein auch
in zeitlicher Hinsicht konkretes Sanierungskonzept vorliegen (Urteil H 34/02 vom 4.
März 2004 E. 5.2). Nicht entschuldbar ist die Beitragsrückbehaltung, wenn eine
Sanierung nicht ernsthaft erwartet werden kann (Urteil 9C_117/2011 vom 29. März
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2011 E. 4 mit Hinweis auf Urteil 9C_330/2010 vom 18. Januar 2011 E. 3.4 und Urteil H
28/84 vom 21. August 1985 E. 3). Indem der Beschwerdeführer 2 trotz offenbar
schlechter Finanzlage der Gesellschaft während rund anderthalb Jahren Löhne
auszahlte, ohne die darauf anfallenden Sozialversicherungsbeiträge abzuliefern und
ohne erkennbares Konzept, wie die Situation der Gesellschaft verbessert werden
könnte, mithin ohne Aussicht, die ausstehenden Beiträge innert nützlicher Frist
begleichen zu können, ist ihm zumindest ein grob fahrlässiges Verhalten vorzuwerfen.
Daran vermag auch nichts zu ändern, dass die Gesellschaft den Personalbestand
offenbar per Anfang 2013 massiv reduziert hatte. Falls diese Massnahme überhaupt auf
ein Sanierungskonzept zurückzuführen war, kam dieses jedenfalls zu spät und vermag
nichts mehr daran zu ändern, dass die Gesellschaft seit der (Wieder-)Aufnahme der
Geschäftstätigkeit im August 2011 unter anderem auf Kosten der Sozialversicherungen
geführt wurde. Die Schadenersatzforderung in Höhe von Fr. 70'989.75 gegenüber dem
Beschwerdeführer 2 ist damit zu bestätigen.
3.4.3 Ab dem 18. Juli 2013 war wiederum der Beschwerdeführer 1 alleiniges
formelles Mitglied des Verwaltungsrats (Online-Handelsregisterauszug, abgerufen am
20. Mai 2016). Allerdings ist davon auszugehen, dass er spätestens ab April 2013 eine
faktische Organstellung in der Gesellschaft inne hatte. So erstellte er am 8. April 2013
eine Beitragsabrechnung für 2012 und reichte am 13. Mai 2013 die Jahresabrechnung
2012 ein (act. G 3.3/237 ff.). Für die am 21./22. Mai 2013 erstellte Jahresabrechnung
2011 trat ebenfalls der Beschwerdeführer 1 als Kontaktperson in Erscheinung (act. G
3.3/251). Am 4. Juni 2013 teilte er der Beschwerdegegnerin telefonisch mit, dass die
C._ AG ab 1. Mai 2013 keine Mitarbeitenden mehr beschäftige und er die Firma aus
gesundheitlichen Gründen vorläufig stilllegen werde (act. G 3.3/263). In der Anmeldung
für die Mutterschaftsentschädigung betreffend G._ wies schliesslich auch der
unterzeichnende Beschwerdeführer 2 darauf hin, dass ab 4. April 2013 wiederum der
Beschwerdeführer 1 die zuständige Kontaktperson sei (act. G 3.3/295.5). Zwar wurden
ab Mai 2013 keine Löhne mehr ausbezahlt (vgl. act. G 3.3/262.1, 263 und 283; vgl.
auch Kontoauszug vom 29. April 2015, Posten 2013/0010 [act. G 3.1/4]). Dem
Beschwerdeführer 1 kann damit immerhin zugute gehalten werden, dass keine
weiteren Beitragsforderungen aufliefen und er den Schaden nicht noch weiter
vergrössert hatte. Indessen war er verpflichtet, die bestehenden sowie die neu
ermittelten Ausstände (Jahresabrechnung 2011 vom 4. Juni 2013 [Posten 2013/0008]
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und Jahresabrechnung 2012 vom 10. Juni 2013 [Posten 2013/0009]) zu begleichen,
zumal noch am 5. Juni 2013 eine Reingewinn-Pfändung mit genügendem Ergebnis
erfolgte (act. G 3.3/290 ff.). Indem er dies unterliess, ist ihm auch in Bezug auf die
weiteren offenen Beitragsforderungen ab November 2011 (Posten 2011/0002) ein
grobes Verschulden anzulasten, was im Übrigen unbestritten geblieben ist. Er haftet
deshalb auch für diese Beiträge im Umfang von Fr. 89'221.90, total somit Fr.
101'155.40.
3.5 Schliesslich muss zwischen der schuldhaften Verletzung von Vorschriften und dem
Eintritt des Schadens ein adäquater Kausalzusammenhang bestehen. Ein Ergebnis hat
dann als adäquate Ursache eines Schadens zu gelten, wenn es nach dem
gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach allgemeiner Lebenserfahrung an sich geeignet
ist, einen Erfolg in der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt des Erfolgs
durch das Ereignis also allgemein als begünstigt erscheint (AHI 1994 S. 204 mit
Hinweisen). Vorliegend ist ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen den
Unterlassungen der Beschwerdeführer und dem eingetretenen Schaden gegeben.
Hätten die Beschwerdeführer dafür gesorgt, dass die C._ AG ihrer
Beitragsablieferungspflicht nachkommt bzw. nur so viele Löhne ausbezahlt, als darauf
Beiträge entrichtet werden können, wäre kein Schaden in dieser Höhe entstanden.
4.
4.1 Zusammenfassend sind die Voraussetzungen für die Leistung von Schadenersatz
bei beiden Beschwerdeführern erfüllt. Exkulpations- oder Rechtfertigungsgründe liegen
keine vor. Die Beschwerdegegnerin hat demnach den Beschwerdeführer 1 zu Recht
verpflichtet, Schadenersatz für entgangene Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von
Fr. 101'155.40 (davon kantonalrechtliche Beiträge in Höhe von Fr. 12'436.20) - bis Fr.
70'989.75 unter solidarischer Haftung mit dem Beschwerdeführer 2 - zu bezahlen. Sie
hat weiter den Beschwerdeführer 2 zu Recht verpflichtet, Schadenersatz in Höhe von
Fr. 70‘989.75 (wovon Fr. 8'753.35 für kantonalrechtliche Ausstände) - in solidarischer
Haftung mit dem Beschwerdeführer 1 - zu bezahlen. Die Beschwerde ist demzufolge
abzuweisen.
4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
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