Decision ID: b2760347-adff-47f6-be4e-0e3c81f127ad
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Forderung
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes (10. Abteilung) des  Zürich vom 15. November 2019; Proz. FV180135
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Rechtsbegehren:
1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin CHF 15'683.80 nebst Zins zu 5% seit 1. November 2017 zu bezahlen.
2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten.
Urteil des Bezirksgerichtes:
1. In teilweiser Gutheissung der Klage wird die Beklagte verpflichtet, der Klägerin Fr. 13'523.80 nebst 5% Zins seit 8. Februar 2018 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird die Klage abgewiesen.
2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 2'546.– festgesetzt.
3. Die Gerichtskosten werden der Klägerin zu 4/25 und der Beklagten zu
21/25 auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss der Klägerin verrechnet.
4. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine reduzierte Parteient-
schädigung von Fr. 2'732.– (inkl. Mwst) zu bezahlen. Zudem hat sie der Klägerin die Kosten des Schlichtungsverfahrens von Fr. 420.– und den von der Klägerin geleisteten Kostenvorschuss für die Entscheidgebühr im Umfang von Fr. 2'138.60 zu ersetzen.
5./6. (Mitteilung, Rechtsmittel)
Berufungsanträge:
der Beklagten (act. 40):
1. Die Berufung sei gutzuheissen und das Urteil des Bezirksgerichts  vom 15. November 2019 sei vollumfänglich aufzuheben.
2. Die Klage der Berufungsbeklagten sei vollumfänglich abzuweisen.
3. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zu-
rückzuweisen.
4. Unter solidarischer Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. MWSt) zu
Lasten der Berufungsbeklagten.
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Erwägungen:
1.1 Die Klägerin liefert, installiert und wartet Ausrüstung auf dem Gebiet
der ..., vorwiegend in Russland und in anderen Mitgliedern der Gemeinschaft un-
abhängiger Staaten. Sie hat ihren Sitz in C._ im Kanton Zug. Die Beklagte
mit Sitz früher in C._, jetzt in Zürich, erbringt Beratungs- und Treuhand-
Dienstleistungen. D._, einziges Organ der Beklagten, war von Dezember
2014 bis November 2015 neben zwei in Moskau lebenden Personen auch Mit-
glied der Geschäftsführung der Klägerin mit Einzelunterschrift. Am 13. April 2012
schlossen die Parteien (die Klägerin noch in der Rechtsform einer in Gründung
begriffenen Gesellschaft mit beschränkter Haftung) einen Vertrag ab, nach wel-
chem die Beklagte die administrativen Belange der zu gründenden Gesellschaft
besorgen werde (act. 4/7).
Im Jahr 2015 (nach Darstellung der Klägerin: im November) wurde ein neuer
Vertrag abgeschlossen, zwischen einer E._ AG (die Klägerin bezeichnet die-
se als "die Beklagte") und der mittlerweile in eine Aktiengesellschaft umgewandel-
ten Klägerin, mit dem im Wesentlichem selben Inhalt wie im Vertrag von 2012
(act. 4/1 = act. 12/1). Zusätzlich schlossen die Klägerin und die E._ AG einen
Mietvertrag für "a space" in den Geschäftsräumlichkeiten der letzteren in
C._, zu Fr. 300.-- zuzüglich Mehrwertsteuer im Monat (act. 12/2). Mit einem
weiteren als "Management agreement" bezeichneten Vertrag zwischen der Kläge-
rin, deren in Moskau lebenden Organen und D._ wurde zudem die Tätigkeit
des letzteren als Direktor der Klägerin geregelt (act. 4/6).
Auf den 24. Oktober 2017 liess die Klägerin mit einem E-Mail an D._
("D._@A._.ch") die Kündigung des "Fiduciary agreement" erklären (act.
4/23); die Parteien scheinen sich einig zu sein, dass diese Kündigung auch den
Mietvertrag betraf.
Die E._ AG wurde am 15. März 2018 durch das Zürcher Handelsgericht
in Liquidation versetzt (Art. 731b Abs. 1 Ziff. 3 OR), am 10. Januar 2019 wurde
das Liquidationsverfahren mangels Aktiven eingestellt, und am 24. April 2019
wurde die Gesellschaft im Register gelöscht. Diese Vorgänge sind darum heute
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nicht von Bedeutung, weil die Beklagte nach eigener (und von der Klägerin unbe-
strittener) Darstellung die Rechte und Pflichten aus dem Vertrag mit der E._
AG übernommen hat (act. 2 Rz. 11 und Rz. 15).
1.2 Die Klage auf Zahlung von Fr. 15'683.80 setzte sich aus fünf Teilbeträ-
gen zusammen. Der Einzelrichter beurteilt eine Position von Fr. 2'160.-- als nicht
ausgewiesen und heisst die Klage im Übrigen gut. Dagegen richtet sich die Beru-
fung.
2. Die Berufung wurde rechtzeitig erhoben (act. 35 und act. 40), sie ent-
hält einen Antrag und eine Begründung.
Den ihr auferlegten Kostenvorschuss von Fr. 2'200.-- zahlte die Beklagte auf
erste Aufforderung hin.
Die Akten des Einzelrichters wurden beigezogen.
Die Beklagte behält sich in der Berufung "für den Fortgang des Verfahrens"
weitere Ausführungen und das Nennen weiterer Beweismittel vor (act. 40 S. 8).
Dabei verkennt sie, dass sie mit neuen Behauptungen und Beweismitteln grund-
sätzlich ausgeschlossen ist (Art. 317 ZPO) und die Berufung innert Rechtsmittel-
frist abschliessend begründet werden muss (nur so ist der sofortige Entscheid im
Sinne von Art. 312 Abs. 1 ZPO überhaupt denkbar). Die Sache ist vielmehr
spruchreif.
3.1 Die Position von Fr. 2'000.-- begründete die Klägerin beim Einzelrichter
damit, dass die Beklagte ihr am 15. März 2016 Fr. 5'130.-- in Rechnung gestellt
und diesen Betrag in der Folge auch bezogen habe. Darin sei ein Vorschuss von
Fr. 2'000.-- enthalten gewesen, welcher aber in der Folge in keiner Abrechnung
mehr erscheine (act. 2 Rz. 14 ff.). Die Beklagte erklärte, gemäss dem Vertrag ha-
be sie das Depositum beziehen dürfen, zur Erfüllung laufender Verpflichtungen
der Klägerin gegenüber Dritten. "Demgemäss sei diese Summe als Ausgleichung
der Schulden des Klägers, die zurzeit vorhanden sind, zu verwenden" (act. 11
passim, besonders S. 2 und 4 f.).
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Der Einzelrichter heisst die Position gut. Die Beklagte habe nicht ausgeführt,
für was für Verpflichtungen der Klägerin gegenüber Dritten die Summe verwendet
worden sei, und dazu könne daher kein Beweis erhoben werden (Urteil S. 8 ff.).
Die Beklagte wendet mit der Berufung ein, die Fr. 2'000.-- seien für Mietzin-
sen gemäss dem "rental agreement" verwendet und entsprechend verrechnet
worden (act. 40 S. 4 f., mit ausführlichen Erläuterungen zu diesem "agreement").
Das Vorbringen ist allerdings soweit ersichtlich neu (die Beklagte erläutert nicht,
wo sie das bereits – und mit konkreten Zahlen – behauptet habe) und damit nicht
zulässig (Art. 317 ZPO; eine mögliche Ausnahme vom Novenverbot wird nicht
geltend gemacht und ist nicht ersichtlich).
Das Urteil ist in diesem Punkt zu bestätigen.
3.2 Die Klägerin machte beim Einzelrichter geltend, die Beklagte habe im
Jahr 2017 noch Geld bezogen für Leistungen, welche sie in der Folge nicht er-
brachte: für den Jahresabschluss 2017 und die entsprechende Steuererklärung
Fr. 1'850.--, und für die Mehrwertsteuerabrechnung des 3. und 4. Quartals 2017
Fr. 375.--. Sie berief sich für die tatsächliche Zahlung dieser Beträge auf Rech-
nungen und Kontoauszüge (act. 2 S. 8).
Die Beklagte wandte ein, diese Beträge seien ihr "unbekannt" (act. 11 S. 2).
Der Einzelrichter heisst die Forderung gut. Er entnimmt den von der Klägerin
vorgelegten Akten, dass die Beklagte im Jahr 2017 quartalsweise Rechnungen für
"Maintenance service" stellte, und dass die entsprechenden Beträge zeitnah auf
den Kontoauszügen der Klägerin erscheinen. Dass sie die von der Klägerin mo-
nierten vertraglichen Arbeiten nicht (mehr) erbrachte, bestreite die Beklagte nicht,
und die behaupteten Zahlen entsprächen dem Vertrag (Urteil S. 12 ff.).
In der Berufung behauptet die Beklagte, die vertraglichen Vergütungen seien
gar nicht quartalsweise, sondern jährlich zu zahlen gewesen. Alle Bezüge vom
Konto der Klägerin seien mit dieser abgesprochen gewesen. Und einen Jahresab-
schluss 2017 hätten die Parteien nie besprochen, und dafür könne daher auch
gar keine Akontorechnung beglichen worden sein (act. 40 S. 6).
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Ob die Honorare der Beklagten gemäss Vertrag jährlich oder quartalsweise
zu zahlen waren, kann offen bleiben (immerhin hatte der erste Vertrag aus dem
Jahr 2012 genau das ausdrücklich vorgesehen; auch wenn das Honorar im zwei-
ten Vertrag mit jährlichen Beträgen definiert wurde, wäre das Fortschreiben von
quartalsweisen Rechnungen/Zahlungen jedenfalls nicht auffällig). Die Beklagte
kann aber die von der Klägerin ins Recht gelegten vierteljährlichen Rechnungen
für "Maintenance service" nicht bestreiten und tut das auch nicht. Offenkundig wa-
ren das akonto-Rechnungen. Die Beklagte bestritt es zwar (act. 11 S. 3 oben), ar-
gumentierte aber insoweit gegen die Akten: die von der Klägerin eingelegten
Rechnungen nennen ausdrücklich die jeweiligen Quartale des Jahres 2017, und
die Rechnung, welche die Beklagte selber einreicht, trägt den Vermerk "Mainte-
nance service in Q2, 2016" (act. 12/4) – die Rechnungen/Zahlungen aus dem
Jahr 2017, auf welche sich die Klägerin stützt, beziehen sich also gerade nicht auf
Leistungen aus dem Vorjahr. Der Standpunkt der Beklagten ist umso wider-
sprüchlicher, als sie wie gesehen selber behauptet, nach Vertrag sei nur einmal
im Jahr abzurechnen gewesen. Wie der Einzelrichter zutreffend erwogen hat,
sieht der Vertrag für "annual financial statement" und "tax declaration" Honorare
von Fr. 950.-- resp. Fr. 900.-- vor: das entspricht den mit der Klage geltend ge-
machten Beträgen von vier Mal Fr. 462.50 (= Fr. 1'850.--). Und für "VAT calculati-
on and reports" sollte die Klägerin im Jahr Fr. 750.-- zahlen, also für zwei Quartale
Fr. 375.-- (act. 4/1). Wenn der Beklagten die Beträge "unbekannt" waren, wie sie
dem Einzelrichter vortrug, hatte sie offenbar ihren eigenen Vertrag nicht mehr prä-
sent.
Dass die Klägerin den Jahresabschluss 2017 nicht erstellte, ist nicht streitig.
Die Beklagte behauptet auch nicht, sie habe vor der Kündigung des Vertrages En-
de Oktober 2017 noch eine Abrechnung für die Mehrwertsteuer für das dritte
Quartal erstellt. Es mag sein, dass sie die quartalsweisen Bezüge mit der Klägerin
absprach. Es geht aber hier nicht darum, dass sie sich die Akontozahlungen ei-
genmächtig und unerlaubt überwiesen hätte, sondern dass sie die mit diesen Zah-
lungen im Voraus (und auf Abrechnung) bezahlten Leistungen nicht mehr er-
brachte. Zu Recht macht sie nicht geltend, die Klägerin habe sie mit Kündigung
am Erbringen ihrer Leistung gehindert. Zwischen den Parteien bestand ein einfa-
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cher Auftrag im Sinne der Art. 394 ff. OR, und dieser konnte von der Klägerin je-
derzeit widerrufen werden (Art. 404 Abs. 1 OR).
Das angefochtene Urteil ist in diesem Punkt zu bestätigen.
3.3 Die Position von Fr. 9'298.80 begründete die Klägerin damit, D._
von der Beklagten habe ihr in den Tagen der Diskussion um eine Beendigung des
Vertrages Ende Oktober 2017 namens der Beklagten eine Rechnung unter dem
Titel "Zahlungen für Leistungen Dritter" zukommen lassen, und diesen Betrag so-
gleich auf das Konto der Beklagten anweisen lassen (act. 4/21 und 4/22). Die ver-
traglich geschuldeten Honorare habe die Klägerin aber bereits quartalsweise be-
zahlt gehabt (act. 2 Rz. 17 ff.).
Die Beklagte hielt dem in erster Instanz entgegen, D._ sei befugt gewe-
sen, alleine über das Bankkonto der Klägerin zu verfügen, insbesondere für Steu-
ern und andere Abgaben, und für Dritte, welche Leistungen erbrachten im Bereich
von "accounting, secretarial, audit, notary and other services required for the pro-
per functioning of the company", und damit habe er im Rahmen seiner Kompe-
tenzen gehandelt (act. 11 S. 3).
Der Einzelrichter erwägt, die Beklagte begründe die hier streitige Zahlung
mit Leistungen, welche unter dem Vertrag gegen ein Honorar von mindestens
Fr. 2'450.-- im Jahr zu erbringen waren, für welche die Beklagte auch tatsächlich
Rechnung stellte, und dass sie Zahlung für diese Rechnungen bezog. Weshalb
darüber hinaus Dritte beigezogen werden mussten, habe die Beklagte nicht erläu-
tert, und es sei deshalb dazu auch kein Beweis zu führen. Vielmehr habe die Klä-
gerin im Umfang von Fr. 9'298.80 einen vertraglichen Anspruch gegen die Be-
klagte auf Rückerstattung (Urteil S. 14 ff.).
In der Berufung argumentiert die Beklagte, ein Betrag von Fr. 2'450.-- erge-
be sich nicht aus dem Vertrag. Zudem übergehe das angefochtene Urteil, dass
gar nicht die Beklagte, sondern deren Direktor D._ das Bankkonto der Kläge-
rin führte. Der Beklagten fehle demnach die Passivlegitimation für Ansprüche der
Klägerin aus Handlungen D._s (act. 40 S. 7).
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Die Zahl von Fr. 2'450.-- als jährliches Mindesthonorar könnte tatsächlich auf
einem Irrtum beruhen: der Vertrag von 2012 nennt ein vierteljährliches Honorar
von Fr. 2'400.--, und die neben den Buchhaltungsarbeiten à Fr. 150.-- pro Stunde
vereinbarten fixen Teil-Positionen im Vertrag von 2015 geben Fr. 4'400.--
(Fr. 1'800.-- + Fr. 750.-- + Fr. 950.-- + Fr. 900.--). Darauf kommt es freilich nicht
entscheidend an, denn der Einzelrichter wollte an dieser Stelle offenkundig einzig
ausdrücken, die Beklagte habe nach dem Vertrag ein substanzielles Honorar zu-
gut gehabt und das aufgrund der Akten auch bezogen. Das Letztere wird in der
Berufung nicht bestritten. Es kommt demnach darauf an, ob die Beklagte An-
spruch auf zusätzliche Vergütungen hatte. Der Einzelrichter erwägt, die unter die-
sem Titel geltend gemachten Leistungen Dritter seien in den vertraglichen Leis-
tungen der Beklagten enthalten – seien die dafür vereinbarten Zahlungen erfolgt,
stehe der Beklagten kein weiterer Anspruch zu. Das ist gewiss richtig, und wenn
die Beklagte sich darauf beschränkt, die Erwägungen des Einzelrichters als "nicht
nachvollziehbar" zu kritisieren, stellt das den Entscheid nicht ernsthaft in Frage.
Dies insbesondere deshalb, weil die Beklagte selber geltend gemacht hatte, im
Umfang von Fr. 9'298.80 habe sie Drittleistungen abgegolten. Zwar sah der mit
D._ persönlich abgeschlossene Vertrag vor, dass er das Konto der Klägerin
belasten lassen dürfe für "accounting, secretarial, audit, notary and other services
required for the proper functioning of the company". Diese sehr allgemeine Klau-
sel ist aber kein Freibrief dafür, dass die Beklagte sich die vertraglich versproche-
nen Leistungen zum vereinbarten Tarif zahlen lässt, die Arbeit aber gar nicht aus-
führt, sondern Dritten überträgt und deren Honorar zusätzlich der Klägerin belas-
tet. Allenfalls erforderliche "notary services" konnte die Beklagte wohl nicht selber
erbringen. Es ist ferner nicht ausgeschlossen, dass auch unter den anderen im
Vertrag genannten Titeln Arbeiten anfallen konnten, welche nach Auslegung des
"Maintenance contract" und / oder nach Treu und Glauben den vertraglichen Leis-
tungsumfang der Beklagten überstiegen und Dritten übertragen werden durften,
oder "for the proper functioning of the company" sogar übertragen werden muss-
ten. In jedem Fall obläge es aber der Beklagten, darzulegen sowie in tatsächlicher
Hinsicht zu behaupten und allenfalls zu beweisen, dass diese Arbeiten im Leis-
tungsumfang des Vertrages nicht enthalten waren. Dazu hat sie nichts vorgetra-
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gen. Das Argument, der Vertrag habe solche Kontobelastungen erlaubt, ist so-
dann irrtümlich: gegenüber der Bank war diese Bestimmung selbstredend nötig,
weil die neben D._ anderen Organe der Klägerin in Moskau wohnten
(act. 4/3). Eine Vollmacht ist aber noch kein entsprechender Auftrag (anders als
umgekehrt: Art. 396 Abs. 2 OR).
Es bleibt der Einwand der Beklagten, sie sei für eine Forderung unter die-
sem Titel nicht die richtige rechtliche Adresse, weil (nur) ihr Direktor D._ über
das Konto der Klägerin habe verfügen dürfen, und daher auch nur er für eine all-
fällige Überschreitung seiner Kompetenzen hafte. Der Einwand ist zwar so weit
ersichtlich neu, aber rechtlicher Natur und darum zulässig (Art. 57 ZPO). Aus-
gangspunkt ist wie immer der Grundsatz, dass eine natürliche Person im Zweifel
und vermutungsweise für sich selber handelt – offenbar hat D._ den Auftrag
zur Belastung des Kontos gegeben, und insoweit ist der Beklagten zu folgen. Es
liegt auch ein Vertrag der Organe der Klägerin mit D._ persönlich im Recht,
wonach D._ als Direktor der Klägerin handeln werde und namentlich ermäch-
tigt sei, für seinen Lohn von Fr. 9'500.-- jährlich und für Rechnungen Dritter über
das Bankkonto der Klägerin zu verfügen (act. 4/6). Die drei im Recht liegenden
Verträge unter den Parteien des Prozesses sind alle von D._ unterzeichnet,
dessen Unterschrift mit dem Zusatz "President & CEO" unter der Firma steht
("A._ AG" resp. "E._ AG"), und alle Verträge nennen im Ingress aus-
drücklich die jeweilige Gesellschaft als Vertragspartei. Juristische Personen kön-
nen bekanntlich als rein rechtliche Konstrukte nicht selber handeln und brauchen
darum als Organe natürliche Personen, welche für sie handeln (Art. 55 Abs. 1
ZGB). Mit der Bezeichnung "President & CEO" drückte D._ das aus, was
sich auch aus dem Handelsregister ergibt (act. 4/4): die Beklagte hat gar kein an-
deres Organ. Die Rechnung über die hier streitigen Fr. 9'298.80 wurde auf Brief-
papier der Beklagten erstellt (act. 4/21), und die Zahlung erfolgte auf ein Konto
der Beklagten (act. 4/22). Es mag sein – und der erwähnte Vertrag der Organe
der Klägerin mit D._ persönlich sieht es vor –, dass der Letztere gegenüber
der Bank über das Konto der Klägerin verfügen können sollte, und wahrscheinlich
erscheint auf einer entsprechenden Vollmacht auch sein Name. Unter den gege-
benen Umständen besteht aber kein Zweifel daran, dass sich D._ bei der
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hier streitigen Rechnungstellung als Organ seiner Gesellschaft verstand – bei ob-
jektiver Betrachtung und nach Treu und Glauben im Geschäftsverkehr war sein
Verhalten auch nur so zu verstehen. Als Organ der Beklagten vertrat und ver-
pflichtete er diese (Art. 55 Abs. 2 ZGB), selbst wenn er für sein Handeln vielleicht
darüber hinaus persönlich verantwortlich wurde (Art. 55 Abs. 3 ZGB), und wie ge-
sehen, ist der streitige Betrag auch tatsächlich auf ein Konto der Beklagten ge-
flossen. Der Einwand, die Klage richte sich in diesem Punkt gegen die falsche
Person, ist demnach nicht begründet.
Die Berufung ist auch in diesem Punkt abzuweisen.
3.4 Die Erwägungen des angefochtenen Urteils zum von der Beklagten ge-
schuldeten Zins und zu den Kostenfolgen werden in der Berufung nicht beanstan-
det und sind rechtlich zutreffend. Das angefochtene Urteil ist demnach im vollen
Umfang zu bestätigen.
4. Die Entscheidgebühr des Berufungsverfahrens geht ausgangsgemäss
zu Lasten der Beklagten.
Eine Parteientschädigung ist nicht zuzusprechen: der Beklagten nicht, weil
sie unterliegt, der Klägerin nicht, weil ihr mit der Berufung keine zu einer Entschä-
digung berechtigenden Aufwendungen entstanden.