Decision ID: 3b80abf2-051c-4ca2-b573-3c6e8ce0aeff
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
1./ a) Die X. AG, Zürich, ist Eigentümerin der Grundstücke Nrn. C3632, C3847 und
C3631, Grundbuch St. Gallen Centrum. Die drei Liegenschaften (St. Leonhard-Strasse
31, Kornhausstrasse 18 und Vadianstrasse 22) sind in geschlossener Bauweise erstellt
und bilden zusammen mit weiteren Gebäuden ein Geviert. Dieses wird im Norden von
der St. Leonhard Strasse, im Osten von der Kornhausstrasse und im Süden von der
Vadianstrasse (alles Gemeindestrassen 1. Klasse) sowie im Westen von der
Gutenbergstrasse (Gemeindeweg 1. Klasse) umschlossen. Der Häuserblock wird
zudem über den Innenhof via einen Durchgang im westlichen Nachbargebäude
Vadianstrasse 24 zur Vadianstrasse hin erschlossen.
Auf der gegenüberliegenden Seite der Vadianstrasse befindet sich das
Einkaufszentrum Neumarkt 4, an das westlich der so genannte Vadianplatz anschliesst.
b) Das Parlament der Politischen Gemeinde St. Gallen hiess am 17. Januar 2012 das
überarbeitete Projekt für die Neugestaltung des Vadianplatzes und den
entsprechenden Kredit gut. Das Referendum gegen den Beschluss betreffend das
Projekt wurde nicht ergriffen. Am 20. März 2012 erliess der Stadtrat den zugehörigen
Teilstrassenplan. Das Projekt sieht unter anderem vor, die Verkehrsfläche für
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Motorfahrzeuge auf der Vadianstrasse zwischen Kornhaus- und Gutenbergstrasse auf
eine Breite von 5 m zu verschmälern. Stattdessen sollen der Gehwegbereich auf der
Nordseite der Strasse auf etwa 5,2 m verbreitert und die heutigen Parkplätze
aufgehoben werden. Auf der Kornhausstrasse sind eine Fussgängerinsel und eine
Velofurt geplant, wobei eine Fahrspur aufgehoben werden soll. Mit dem
Teilstrassenplan werden heute noch unklassierte Flächen zwischen der gewidmeten
Strassenfläche und der Gebäudefassade des Einkaufszentrums Neumarkt 4 (Parz.-
Nr. C3082) sowie der Vadianplatz (Parz.-Nr. C4710) klassiert.
c) Mit Beschluss vom 27. März 2012 verfügte der Stadtrat entsprechende
Verkehrsanordnungen, Signalisations- und Markierungsmassnahmen. Diese
verkehrspolizeilichen Massnahmen beinhalten unter anderem auf der Vadianstrasse
eine teilweise Einbahnregelung für den Verkehr. Demnach ist vorgesehen, dass nur
noch von Osten her über die Kornhausstrasse in die Vadianstrasse bis zur
Tiefgaragenzufahrt Neumarkt gefahren werden kann. Die Wegfahrt aus der Tiefgarage
erfolgt westwärts über die Vadianstrasse. Von Westen her darf die Vadianstrasse bloss
noch bis zur Tiefgaragenzufahrt befahren werden. Die Zufahrt für die Belieferung der
Liegenschaften an der Vadianstrasse zwischen Kornhausstrasse und
Tiefgaragenzufahrt wird künftig ebenfalls nur noch von der östlich verlaufenden
Kornhausstrasse her möglich sein, wobei die Wegfahrt nicht mehr über die öffentliche
Strasse, sondern über ein privates Grundstück auf der Rückseite des Neumarktes 1
und 2 erfolgen kann. Die entsprechenden Rechte sind im Personaldienstbarkeitsvertrag
(Fahrwegrecht) zu Gunsten der Politischen Gemeinde St. Gallen vom 26. Juni 2012
festgelegt.
B./ Gegen diese Verkehrsanordnungen erhob die X. AG am 16. April 2012 Rekurs beim
Sicherheits- und Justizdepartement. Dieses sistierte das Rekursverfahren am 3. Mai
2012 vorläufig bis zum rechtskräftigen Verfahrensausgang der baulichen und
strassenrechtlichen Gegebenheiten.
C./ Während der Auflagefrist erhob die X. AG am 2. Mai 2012 gegen das
Strassenbauprojekt und den Teilstrassenplan Einsprache beim Stadtrat. Dieser wies
die Einsprache am 7. August 2012 im Wesentlichen ab, wogegen die Einsprecherin am
22. August 2012 beim Baudepartement des Kantons St. Gallen Rekurs erhob. Das
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Baudepartement hiess den Rekurs am 9. Oktober 2013 insofern gut, als es festhielt,
dass die Erschliessung aller drei Grundstücke der Rekurrentin entweder mit einer
Anpassung der bereits errichteten Personaldienstbarkeit oder mit einem
entsprechenden Teilstrassenplan sicherzustellen sei. Darüber hinaus wies es den
Rekurs ab, soweit es darauf eintrat.
D./ Gegen den Entscheid des Baudepartements erhob die Rekurrentin am 25. Oktober
2013 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen, wobei sie unter
anderem den Verfahrensantrag stellt, die Streitsache sei kostenpflichtig an die
Vorinstanz zurückzuweisen und diese habe ein mit dem vor dem Sicherheits- und
Justizdepartement hängigen Rekurs betreffend Verkehrsanordnungen koordiniertes
Verfahren durchzuführen.
E./ Das Baudepartement beantragt mit Vernehmlassung vom 25. November 2013, die
Beschwerde abzuweisen. Gleichzeitig reichte es die Genehmigungsverfügung vom
25. November 2013 betreffend Teilstrassenplan "Neugestaltung Vadianplatz" ein.
F./ Die Direktion Bau und Planung der Stadt St. Gallen beantragt mit Eingabe vom
11. Dezember 2013, die Beschwerde abzuweisen, den Verfahrensantrag abzuweisen
und das Beschwerdeverfahren fortzusetzen. Dabei stellt sie klar, dass entgegen der
tatsächlichen Ausführungen im Rekursentscheid nicht die nördlich der Vadianstrasse
gelegene private Fläche neu gewidmet und klassiert werden soll, sondern der südlich
davon gelegene Bereich.
G./ Statt - wie aufgefordert - allenfalls zu den Vernehmlassungen Stellung zu nehmen,
focht die Beschwerdeführerin am 23. Dezember 2013 auch die
Genehmigungsverfügung beim Verwaltungsgericht an (B 2013/267). Das
Baudepartement beantragt am 20. Januar 2014, auf diese Beschwerde unter
Kostenfolge nicht einzutreten. Die Direktion Bau und Planung der Stadt St. Gallen
ihrerseits beantragt mit Vernehmlassung vom 10. Februar 2014, auf die Beschwerde
nicht einzutreten bzw. diese abzuweisen.
H./ Auf die übrigen Ausführungen der Verfahrensbeteiligten wird - soweit erforderlich -

in den Erwägungen eingegangen.
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Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. Die Sachurteilsvoraussetzungen werden von Amtes wegen geprüft.
1.1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Die
Beschwerdeverfahren B 2013/232 und B 2013/267 betreffen den gleichen
Streitgegenstand, wobei sie die gleichen Tatbestands- und zum Teil die gleichen
Rechtsfragen aufwerfen. Nachdem der Schriftenwechsel bei beiden Verfahren soweit
durchgeführt worden ist, dass die hier zu beurteilende Teilfrage der
Koordinationspflicht in der Hauptsache zum Einen und die Genehmigungsfähigkeit des
Strassen- bzw. Nutzungsplans zum Anderen beurteilt werden kann, rechtfertigt es sich,
die beiden Beschwerden in einem einzigen Entscheid zu behandeln.
1.2. Die Beschwerdeeingaben sind rechtzeitig erfolgt und erfüllen die formellen
Voraussetzungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 VRP).
1.3. Betreffend die Beschwerde gegen den Rekursentscheid des Baudepartements ist
die Beschwerdeführerin als Adressatin des angefochtenen Entscheids ohne Weiteres
zur Ergreifung des Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1
VRP).
1.4. Einer speziellen Prüfung bedarf ihre Legitimation hinsichtlich der
Genehmigungsverfügung vom 25. November 2013, die das Baudepartement bzw. der
Leiter Tiefbauamt mit dessen Ermächtigung erlassen hat (Art. 13 Abs. 2 des
Strassengesetzes [sGS 732.1] in Verbindung mit Anhang 6 der
Ermächtigungsverordnung [sGS 141.41]).
1.4.1. Gemäss Art. 26 Abs. 2 des Raumplanungsgesetzes (SR 700, abgekürzt RPG) ist
die Genehmigungsbehörde verpflichtet, die Nutzungspläne auf ihre Übereinstimmung
mit den Richtplänen und dem Bundesrecht zu prüfen (Waldmann/Hänni, Kommentar
zum Raumplanungsgesetz, Bern 2006, N 12 und 14 zu Art. 26 RPG). Weitere
Genehmigungsvoraussetzungen sind vorbehalten. So ist im Kanton St. Gallen der
Nutzungsplan auch auf seine Zweckmässigkeit oder Angemessenheit hin zu prüfen
(Art. 3 Abs. 2 des Baugesetzes, sGS 731.1, abgekürzt BauG). Dabei ist zu
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berücksichtigen, dass die im Rahmen des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes
vorzunehmende Eignungsprüfung zur Rechtskontrolle gehört und daher von
Bundesrechts wegen vorzunehmen ist. In Berücksichtigung von Art. 2 Abs. 3 RPG und
der Gemeindeautonomie belässt es die Genehmigungsbehörde dabei beim Ermessen
der Planungsbehörde und schreitet nur ein, wenn sich die Lösung auf Grund
überkommunaler öffentlicher Interessen als unzweckmässig erweist, wenn diese den
wegleitenden Grundsätzen und Zielen der Raumplanung nicht entspricht oder ihnen
unzureichend Rechnung trägt (Waldmann/Hänni, a.a.O., N 15 zu Art. 26 RPG). Die
Genehmigung ist Gültigkeitserfordernis (Art. 26 Abs. 3 RPG).
1.4.2. Der grundsätzlich anfechtbare Genehmigungsentscheid der kantonalen Behörde
eröffnet keine Möglichkeit, das (während des Auflageverfahrens verpasste)
Rechtsmittel gegen den Planerlass nachzuholen. Erteilt die kantonale
Genehmigungsbehörde die Genehmigung vollständig, so ändert sich dadurch inhaltlich
nichts mehr am gemeindlichen Planerlass. Das Genehmigungsverfahren ist dem
allgemeinen Rechtsmittelverfahren nachgeordnet, weshalb die Genehmigung
regelmässig erst nach Abschluss sämtlicher gegen den Erlass der Gemeinde
gerichteten Anfechtungsverfahren erfolgt. Zu diesem Zeitpunkt sind für den einzelnen
Planbetroffenen die verwaltungsinternen Rechtsmittelverfahren abgeschlossen. Durch
Ablauf der Rechtmittelfristen ist die entsprechende Rechtsmittelberechtigung deshalb
verwirkt (B. Heer, St. Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, N 265; GVP 1997
Nr. 14, S. 34).
1.4.3. Wurde der Nutzungsplan bereits im verwaltungsinternen Rechtsmittelverfahren
auf seine Recht- und Zweckmässigkeit hin überprüft, findet im Genehmigungsverfahren
keine nochmalige summarische Prüfung durch die Genehmigungsbehörde mehr statt.
Dem Genehmigungsbeschluss kommt in diesem Fall keine eigenständige Bedeutung
mehr zu, weshalb er auch nicht mehr separat angefochten werden müsste oder könnte
(vgl. VerwGE B 2010/246 und 250 sowie B 2011/38 bis 40 vom 15. Dezember 2011 E.
1.2., VerwGE B 2012/91 und B 2013/132 vom 8. November 2013 E. 2, beide abrufbar
unter www.gerichte.sg.ch). Weil die formelle Genehmigung für die Gültigkeit des
Nutzungsplans aber trotzdem nötig bleibt, verlangt das Verwaltungsgericht im Fall der
verwaltungsinternen Bestätigung, dass dieser auch noch genehmigt werde, ansonsten
es grundsätzlich nicht über die Beschwerde entscheidet (Heer, a.a.O., N 226 und 987).
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1.4.4. Vorliegend liegt der Nutzungsplan selbst im Streit und wurde von der
Rekursinstanz bereits auf seine Recht- und Zweckmässigkeit hin überprüft. Nach dem
Gesagten teilt die Genehmigungsverfügung deshalb das rechtliche Schicksal des
genehmigten Planerlasses, weshalb sie nicht mehr separat angefochten werden kann.
Sollte das Gericht den Nutzungsplan aufheben, fiele auch deren Genehmigung ohne
Weiteres dahin. Mithin fehlt es der Beschwerdeführerin an einem schutzwürdigen
Interesse, die Genehmigungsverfügung separat anfechten zu können (und zu müssen),
weshalb auf ihre diesbezügliche Beschwerde nicht eingetreten werden kann.
1.5. Nach dem Gesagten ist auf die Beschwerde im Verfahren B 2013/232, nicht aber
auf jene im Verfahren B 2013/267 einzutreten.
2. Die Beschwerdeführerin beantragt, das Verfahren zunächst auf die Frage der
unterlassenen Koordination der Verfahren betreffend Teilstrassenplan,
Strassenbauprojekt und Verkehrsanordnungen zu beschränken.
2.1. Der Koordinationsgrundsatz ist in Art. 25a RPG verankert. Nach Art. 25a Abs. 3
RPG sollen die Verfügungen keine Widersprüche enthalten. Koordiniert muss auch
werden, wenn für die verschiedenen Bewilligungen nur eine Behörde zuständig ist. Die
Natur der zu koordinierenden Bewilligungen - namentlich wenn es sich um
raumplanungs- bzw. umweltschutzrechtliche oder um gewerbepolizeiliche Verfügungen
handelt - ist dabei unerheblich (Waldmann/Hänni, a.a.O., N 22 zu Art. 25a RPG). Im
kantonalen Recht ist der Koordinationsgrundsatz im Gesetz über die
Verfahrenskoordination in Bausachen (sGS 731.2, abgekürzt VKoG) umgesetzt. Die
Koordination bezweckt die inhaltliche und zeitliche Abstimmung von Verfügungen und
die zügige Abwicklung der Verfahren (Art. 2 VKoG).
2.2. Die Koordinationspflicht setzt demnach voraus, dass zwischen den
anzuwendenden Vorschriften ein enger sachlicher Zusammenhang besteht, womit
diese Vorschriften nicht getrennt und unabhängig voneinander beurteilt werden dürfen,
ansonsten die gesonderte Behandlung sachlich zu unhaltbaren Ergebnissen führen
könnte (vgl. P. Hänni, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 5. Auflage,
Bern 2008, S. 458). Spezialbewilligungen von untergeordneter Bedeutung, die separat
erteilt werden können, fallen dagegen nicht unter die Koordinationspflicht. Das ist dann
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der Fall, wenn eindeutig feststeht, dass die Bewilligungen mit den übrigen Entscheiden
nicht abgestimmt werden müssen, die Rechte des Baugesuchstellers und der
Drittbetroffenen nicht tangiert werden und soweit die Abtrennung auf Grund des
kantonalen Rechts zulässig ist (A. Baumann in: Baumann/van den Bergh/Gossweiler/
Häuptli/Sommerhalder Forestier [Hrsg.], Kommentar zum Baugesetz des Kantons
Aargau, Bern 2013, N 6 f. zu § 64 BauG/AG mit Hinweis; VerwGE B 2004/157 vom
2. Dezember 2004 E. 3. mit Hinweisen, abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch).
2.3. Die genannten Grundsätze gelten gemäss Art. 25a Abs. 4 RPG für das
Nutzungsplanverfahren sinngemäss. Auch das VKoG wird bei Verfahren zum Erlass
oder zur Änderung von Sondernutzungsplänen sachgemäss angewendet, wenn die
Bewilligung einer Baute oder Anlage die Mitwirkung von Stellen des Staats erfordert
(Art. 1 lit. a VKoG; vgl. Heer, a.a.O., Rz. 980). Der Staat wirkt bei
Sondernutzungsplänen insofern mit, als diese Planerlasse ohne Genehmigung durch
den Kanton keine Gültigkeit erlangen können. Für eine sinngemässe Anwendung auf
das Nutzungsplanverfahren eignet sich Art. 25a Abs. 1 RPG, wonach eine für die
Koordination zuständige Behörde bezeichnet werden soll. Dabei wird regelmässig das
Nutzungsplanverfahren zum Leitverfahren bestimmt, weil dieses eine umfassende
Prüfung ermöglicht (Waldmann/Hänni, a.a.O., N 75 zu Art. 25a RPG). Ebenfalls analog
anwendbar sind die Vorschriften bezüglich verfahrensmässiger und inhaltlicher
Abstimmung, namentlich bei der Publikation, beim Einholen von Stellungnahmen und
bei der gemeinsamen oder gleichzeitigen Entscheideröffnung. Hängen alle Verfahren
voneinander ab, ohne dass die Möglichkeit besteht, eines davon vorzuziehen,
entspräche es dem Koordinationsgrundsatz am besten, alle Entscheide gemeinsam zu
eröffnen und für sie ein einheitliches Rechtsmittel vorzusehen (Waldmann/Hänni,
a.a.O., N 74 und 76 zu Art. 25a RPG).
2.4. Die Aufgaben der für die Koordination zuständigen Behörde legt Art. 5 VKoG fest.
Die federführende Stelle des Staates entscheidet insbesondere bei Widersprüchen von
Entscheiden und Stellungnahmen der mitwirkenden Stellen des Staates (Art. 5 lit. c
VKoG). Haben Stellen des Staates eine umfassende Interessenabwägung vorzunehmen
und bestehen Widersprüche zu mitwirkenden Stellen, entscheidet die Regierung, wenn
die Stellen des Staates verschiedenen Departementen angehören. In den übrigen
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Fällen entscheidet das Departement, dem die federführende Stelle des Staates
angehört (Art. 7 Abs. 1 VKoG).
2.5. Das VKoG enthält auch Vorschriften zum Rechtsschutz. Nach Art. 33 Abs. 4 RPG
sind von Bundesrechts wegen einheitliche Rechtsmittelinstanzen für alle zu
koordinierenden Verfahren vorgeschrieben. Rechtsmittelinstanz ist das
Verwaltungsgericht, wenn die Regierung oder das Departement als Schiedsstelle
entschieden oder am Vorhaben mitgewirkt hat (Art. 8 Abs. 1 lit. a VKoG), die Regierung,
wenn staatliche Stellen eine umfassende Interessenabwägung vorzunehmen haben
und Regierung oder Departement nicht als Schiedsstelle entschieden hat (Art. 8 Abs. 1
lit. b VKoG), und in den übrigen Fällen das Departement, dem die federführende Stelle
des Staats angehört (Art. 8 Abs. 1 lit. c VKoG). Für einen innerkommunalen
Rechtsmittelweg besteht kein Platz mehr. Gesamtentscheide sind deshalb an sich
direkt an die kantonale Rechtsmittelinstanz weiterziehbar (vgl. dazu Heer, a.a.O.,
N 986). Die Koordinationsgrundsätze schreiben den Kantonen an sich kein besonderes
Verfahren vor. Nötig ist aber zumindest, dass die umfassende Prüfung durch eine
einzige Rechtsmittelinstanz erfolgt. So erachtete das Bundesgericht die Voraussetzung
der hinreichenden Koordination hinsichtlich der Baubewilligungen einer Schiessanlage,
die sich über mehrere Gemeinden im Kanton St. Gallen erstreckte, als erfüllt, obgleich
für die verschiedenen Bewilligungen und Verfügungen kein einheitlicher
Rechtsmittelweg vorgegeben war, nachdem im Rekursverfahren die gesamte
Angelegenheit von der gleichen Behörde - konkret der Regierung - koordiniert beurteilt
worden war (BGer 1A.183/2001 vom 18. September 2002 E. 4.3).
2.6. Vorliegend verneinte die Vorinstanz eine Koordinationspflicht deshalb, weil die
verkehrspolizeilichen Massnahmen ihrer Meinung nach bloss Folge, nicht aber
Voraussetzung des zu überprüfenden Strassenbauprojekts und Teilstrassenplans
seien.
2.6.1. In anderen Fällen mag dies zutreffen, insbesondere im Umkehrfall, wenn bereits
umgesetzte geänderte verkehrspolizeiliche Massnahmen erst nachträglich mit
baulichen Massnahmen nachvollzogen werden sollen. Konkret soll mit dem
Strassenbauprojekt aber der Fussgängerbereich auf Kosten der Fahrbahn für den
Motorverkehr erheblich verbreitert werden, wobei das Baudepartement selbst ausführt,
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dass der verbleibende Fahrstreifen von 5 m (nur) dank der vorgesehenen
Einbahnregelung ausreichen werde (angefochtener Entscheid E. 4.3.). Damit besteht
grundsätzlich die Gefahr, dass der Teilstrassenplan und das Strassenbauprojekt
rechtskräftig und umgesetzt werden, ohne dass feststeht, ob die dafür erforderlichen
Signalisationen ebenfalls angebracht werden können. Wie erwähnt liegen die
Verkehrsanordnungen aber ihrerseits im Streit und werden erst noch auf ihre Recht-
und Zweckmässigkeit hin überprüft werden müssen. Ohne die für das vorliegende
Strassenbauprojekt vorausgesetzte Einbahnregelung stünde die hinreichende
Erschliessung der Liegenschaften der Beschwerdeführerin aber in Frage, weil die
Verschmälerung der Fahrbahnbreite zwingend eine Einbahnregelung bedingt. In
diesem Sinn hat auch seinerseits der Stadtrat im Beschluss Nr. 4849 vom 7. August
2012 (E. 1. b und 3. b) ausdrücklich festgehalten, dass das angefochtene
Strassenprojekt mit seinen baulichen und gestalterischen Massnahmen zusammen mit
dem geplanten Verkehrsregime ein Gesamtkonzept bilde.
2.6.2. Nach dem Gesagten kann das vorliegende Projekt - so wie bewilligt - nur
realisiert werden, wenn feststeht, dass die entsprechenden, ebenfalls angefochtenen
Verkehrsanordnungen gleichermassen umgesetzt werden können. Damit sind die
verkehrspolizeilichen Massnahmen nicht bloss Folge des Projekts, sondern
präjudizieren dieses vielmehr, weshalb sie auch gleichzeitig bzw. zusammen mit dem
Projekt und dem Teilstrassenplan überprüft werden müssen. Der Koordinationsbedarf
zwischen dem Strassenbauprojekt, dem Teilstrassenplan und den entsprechenden
Verkehrsanordnungen ist damit ausgewiesen.
2.7. Nach dem Gesagten ist es nötig, dass die gesamte Angelegenheit spätestens im
Rahmen des Rekursverfahrens koordiniert überprüft werden kann, wofür an sich ein
einheitlicher Rechtsmittelweg nötig wäre. Dem stehen aber die gesetzlich
unterschiedlich organisierten Zuständigkeitsregelungen der drei vorliegenden Verfahren
entgegen. Somit stellt sich als Nächstes die Frage, wie das Strassenbauprojekt, der
Teilstrassenplan und die Verkehrsanordnungen gleichwohl gesamthaft überprüft
werden können.
2.7.1. Rekursinstanz in Strassenbausachen ist das Baudepartement (Art. 43bis lit. a
VRP in Verbindung mit Art. 25 Abs. 1 lit. a des Geschäftsreglements der Regierung und
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der Staatskanzlei; sGS 141.3), wobei in solchen Fällen regelmässig das Tiefbauamt
rekurssachbearbeitende Abteilung ist. Alsdann werden Teilstrassenpläne ebenfalls
durch das Baudepartement bzw. in Ermächtigung durch den Leiter Rechtsdienst
Tiefbauamt genehmigt. Konkret erfolgte die Genehmigung unter Vorbehalt der
Rechtskraft des diesem Teilstrassenplan zu Grunde liegenden Strassenbauvorhabens,
jedoch ohne die ebenfalls erforderlichen Verkehrsanordnungen zu erwähnen (Ziff. 1 der
Genehmigungsverfügung vom 25. November 2013). Schliesslich ist bei
Strassenbauvorhaben gemäss Ziff. 2.5. des Anhangs 1 der Verordnung über
Verfahrenskoordination und Fristen in Bausachen (sGS 731.21) ebenfalls das
Tiefbauamt des Baudepartements federführende Stelle. Diese Bestimmung kann hier
zwar nicht direkt angewendet werden. Gleichwohl ist sie aber Indiz dafür, dass bei
Angelegenheiten, bei denen die Strassenraumgestaltung im Vordergrund steht, dem
Baudepartement auch auf Rekursstufe die führende Stellung zukommen soll. Es
erscheint somit sachgerecht, dass die auf Rekursstufe notwendige materielle
Koordination durch das Baudepartement vorgenommen wird.
2.7.2. Aus dem Gesagten folgt, dass das Baudepartement die drei Verfahren als
gesamthafte Angelegenheit beurteilen soll. Dafür ist es nötig, dass auch das
Rekursverfahren beim Sicherheits- und Justizdepartement betreffend
Verkehrsanordnungen vorangetrieben und dessen Entscheid entweder in Form einer
Art "Zustimmungsverfügung" im Entscheid des Baudepartements integriert oder
zumindest inhaltlich abgesprochen zusammen mit demjenigen des Baudepartements
eröffnet wird, damit im Beschwerdefall das Verwaltungsgericht die
zusammenhängenden Entscheide gesamthaft überprüfen kann. Eine solche materielle
Koordination auf Verwaltungsstufe ist nun aber nicht mehr möglich, nachdem das
Strassenbauprojekt und der Teilstrassenplan bereits beim Verwaltungsgericht anhängig
sind, während das Verfahren betreffend die Verkehrsanordnungen beim Sicherheits-
und Justizdepartement immer noch sistiert ist. Mit Blick auf die vorstehenden
Erwägungen genügt es dem Koordinationsprinzip aber nicht, wenn erst das
Verwaltungsgericht, das in seiner Kognition beschränkt ist (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP),
das Strassenbauprojekt, den Teilstrassenplan und die Verkehrsanordnungen
koordiniert überprüft. Deshalb kommt für das beim Sicherheits- und Justizdepartement
noch hängige Verfahren auch keine Sprungbeschwerde nach Art. 43ter VRP in Frage.
Es wird stattdessen an der Vorinstanz sein, eine koordinierte Beurteilung der drei
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inhaltlich zusammenhängenden und sich gegenseitig bedingenden Verfahren
nachzuholen.
3. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde gegen den Entscheid
betreffend Teilstrassenplan und Strassenbauprojekt im Gebiet Vadianstrasse/
Kornhausstrasse gutzuheissen, der entsprechende Entscheid aufzuheben und zur
koordinierten Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist. Auf die Beschwerde
gegen die Genehmigungsverfügung betreffend Teilstrassenplan Neugestaltung
Vadianplatz ist demgegenüber mangels Legitimation der Beschwerdeführerin nicht
einzutreten.
4. In Streitigkeiten hat jener Beteiligte die amtlichen Kosten zu tragen, dessen
Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden (Art. 95 Abs. 1 VRP).
Die Beschwerdeführerin obsiegt im Verfahren VerwGE B 2013/232, das Verfahren
VerwGE B 2013/267 endet dagegen mit einem Nichteintretensentscheid. Im letzteren
Fall ist die Beschwerdeführerin damit als unterliegend zu betrachten (R. Hirt, Die
Regelung der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St.
Gallen 2004, S. 100). Diesem Verfahrensausgang entsprechend hat die
Beschwerdeführerin somit teilweise obsiegt. Es rechtfertigt sich daher, dass sie die
amtlichen Kosten zu einem Viertel und die Beschwerdegegnerin zu drei Vierteln
bezahlt. Angemessen erscheint eine Entscheidgebühr von insgesamt Fr. 3'000.-- (Art. 7
Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Anteil der
Beschwerdeführerin von Fr. 750.-- ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss von
Fr. 3'000.-- im Verfahren B 2013/232 zu verrechnen und dieser im Mehrbetrag von
Fr. 2'250.-- zurückzuerstatten. Auf die Erhebung des Kostenanteils der
Beschwerdegegnerin wird verzichtet (Art. 95 Abs. 3 VRP).
5. Die ausseramtliche Entschädigung wird den am Verfahren Beteiligten nach Obsiegen
und Unterliegen auferlegt (Art. 98bis VRP).
Ohne Kostennote wird die Entschädigung nach Ermessen festgelegt (Art. 6 der
Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, abgekürzt HonO).
Angemessen für das Beschwerdeverfahren erscheint vorliegend eine Entschädigung
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von Fr. 2'000.-- inklusive Barauslagen, nachdem sich der Streitgegenstand im
Wesentlichen auf die Frage der Koordination beschränkt hat. Unterliegen bzw.
obsiegen die Beteiligten in unterschiedlichem Mass, wird die Entschädigung -
entgegen den vorinstanzlichen Erwägungen (Ziff. 8) - der mehrheitlich obsiegenden
Partei mit der Differenz der Bruchteile multipliziert, für die beide Parteien kostenpflichtig
werden (Hirt, a.a.O., S. 183). Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin
demnach mit Fr. 1'000.-- ausseramtlich zu entschädigen. Die Mehrwertsteuer wird
grundsätzlich dazu gerechnet (Art. 29 HonO). Da die Beschwerdeführerin aber selber
mehrwertsteuerpflichtig ist, kann sie die der Honorarrechnung ihrer Anwältin belastete
Mehrwertsteuer als Vorsteuer in Abzug bringen. Daher muss die Mehrwertsteuer bei
der Bemessung der ausseramtlichen Entschädigung nicht zusätzlich berücksichtigt
werden (Hirt, a.a.O., S. 194). Die Vorinstanz hat grundsätzlich keinen
Entschädigungsanspruch (Hirt, a.a.O., S. 176). Die Beschwerdegegnerin hat aus dem
gleichen Grund zu Recht keine geltend gemacht.
Demnach hat das Verwaltungsgericht