Decision ID: dbc55e84-6bf1-4f80-93d0-e7d194900abe
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1956, war zuletzt bis Ende Juni 1999 als
Betriebsmitarbeite
rin
bei der
Z._
AG,
A._
, beschäftigt (Urk. 6/
2 Ziff. 1 und 6
). Am 25. September 1999 meldete sie sich ein erstes Mal
wegen Schulter- und
Rücken
beschwerden
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug (Rente) an (Urk. 6/
1 Ziff. 7.8
). Mit Verfügung vom 5. April 2001 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren der Versicherten ab (Urk. 6/17). Am 6. April 2001 wurde die Verfügung vom 5. April 2001 aufgehoben (vgl. Urk. 6/19). In der Folge veran
lasste die IV-Stelle ein
e
psychiatrische
Begutachtung
,
wobei das
Gutachten
am 16. Juli 2001 erstattet
wurde
(Urk. 6/21). Mit Verfügung vom 26. September 2001 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren der Versicherten ab, da in der bis
herigen Tätigkeit für sämtliche Arbeiten eine 70%ige Arbeitsfähigkeit bestehe (Urk. 6/24). Die von der Versicher
ten dagegen erhobene Beschwerde
vom 26. Oktober 2001 (Urk. 6/37/1-10)
wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 25. September 2002 ab
(
Urk. 6/26; Prozess-Nr. IV.2001.00664).
1.2
Am 21. Mai 2003 meldete sich die Versicherte erneut bei der Invalidenversiche
rung
zum Leistungsbezug (Rente) an (Urk. 6/29/6 Ziff. 7.8). Die IV-Stelle ver
an
lasst
e ein psychiatrisches Gutachten
, welches am 28. Januar 2004 erstattet wurde
(Urk. 6/42). Mit Verfügung vom 3. September 2004 (Urk. 6/51 = Urk. 6/58) sprach
die IV-Stelle der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 50 % ab 1. Januar 2003 eine halbe Rente zu (Urk. 6/51/3 unten). Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte am 8. Oktober 2004 Einsprache (Urk. 6/54). Im Rahmen des
Ein
spra
cheverfahrens
veranlasste
die IV-Stelle ein interdisziplinä
res Gutachten bei der
MEDAS
B._
(MEDAS), welches am 1. Dezember 2005 erstattet (Urk. 6/76
) und am 6. März 2006 ergänzt (Urk. 6/83) wurde. In der Folge veran
lasste sie ein weiteres interdisziplinäres Gutachten bei der
C._
,
D._
, welches am 24. November 2006 erstattet wurde
(Urk. 6/89). Mit Schreiben vom
9.
Februar 2007 drohte die IV-Stelle der Versi
cherten eine
reformatio
in
peius
an (Urk. 6/91), worauf diese am 14. Februar 2007
die Einsprache vom 8. Oktober 2004 zurückzog (Urk. 6/94). Mit Verfügung vom 8. Mai 2007 wurde das
Ein
spracheverfahren
als durch Rückzug der Einsprache erledigt abgeschrieben (Urk. 6/96).
1.3
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 6/98-104) hob die IV-Stelle mi
t Verfügung vom 6. März 2008 (Urk. 6/105) die Rente wegen zweifelloser Unrich
tigkeit der Verfügung vom 3. September 2004 auf. Gegen die Verfügung vom 6. März 2008 erhob die Versicherte am 22. April 2008 Beschwerde (Urk. 6/
106
),
welche vom hiesigen Gericht mit Urteil vom
1. Februar 2010 gut
geheissen wurd
e mit der Feststellung, dass die Versicherte weiterhin Anspruch auf eine halbe
Rente habe
(
Urk. 6/109;
Prozess-Nr. IV.2008.00411)
. In Umset
zung dieses Urteils
sprach die IV-Stelle der Versicherten mit Wirkung ab 1. Mai 2008 eine halbe Rente zu (Verfügung vom 13. Juli 2010, Urk. 6/114, Urk. 6/118).
1.4
Am 9. Oktober 2012 ersuchte die Beschwerdeführerin um eine Rentenerhöhung (Urk. 6/121), worauf die IV-Stelle
medizinische
Abklärungen tätigte
(Urk. 6/124, Urk. 6/130, Urk. 6/133) und insbesondere eine psychiatrische Begutachtung ver
anlasste (Urk. 6/146). Mit Schreiben vom 8. August 2013
auferlegte die IV-Stelle
der Versicherten im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht die Auf
nahme einer fachärztlichen Psycho- und Pharmakotherapie (Urk. 6/151). Nach durch
ge
führtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 6/153, Urk. 6/156, Urk. 6/173), in dessen
Rahmen aktuelle Arztberichte eingingen (Urk. 6/158, Urk. 6/163, Urk. 6/167), wies die IV-Stelle mit Verfügung vom
3. April 2014 eine
Rentener
höhung
ab und
bestätigte bei einem Invaliditätsgrad von 50 % die bisherige halbe Rente (Urk. 6/175
= Urk. 2)
.
2.
Gegen die Verfügung vom 3. April 2014 (Urk. 2) erhob die Versicherte am 13. Mai 2014 Beschwerde und beantragte die
rückwirkende
Zusprache
einer höh
eren Rente
sowie eventualiter die Rückweisung der Sache an die IV-Stelle
zu weiteren Abklärungen und zur Neubeurteilung
(
Urk. 1 S. 2).
D
ie IV-Stelle
schloss
mit Beschwerdeantwort vom 11. Juni 2014 auf Abweisung der Be
schwerde (Urk. 5). Mit Verfügung vom 3. September 2014
wurde die zuständige
Vorsorgeeinrichtung Ausgleichskasse
Y._
zum Prozess beigeladen und antrags
gemäss
(Urk.
1 S.
2)
die unentgeltliche
Prozess
führung
und Rechtsvertretung be
willigt (Urk. 10). Mit Schreiben vom 10. September 2014 verzichtete die
Aus
gleichskasse
Y._
auf eine Stellung
nahme (Urk. 12), was den Verfahrensbe
teiligten am 15. Oktober 2014 mitgeteilt wurde (Urk. 13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung
des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E.
3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai
2009 E.
1.2 und I 212/03 vom 28. August
2003
E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswir
kungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im
Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurtei
lung
einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit
rechts
konformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Invaliditätsbe
messung
beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
mens
vergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E.
3 und 133 V 108 E.
5.4 mit Hinweis). Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre
chung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durch
geführten
Revision keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde
(Art. 74
ter
lit
. f der Verordnung über die Invalidenversiche
rung, IVV) und die bisherige Invalidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprech
ende Mitteilung hin keine Verfügung verlangt (Art. 74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den Vergleichszeitpunkt einer (ordentlichen) rechts
kräftigen Verfü
gung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. Septem
ber 2010 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010, je E. 2.2, mit Hinweisen).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in der angefochtenen Verfügung aus, seit der letzten Beurteilung im Jahre 2007 habe sich der Gesundheitszustand ver
schlechtert. Nachdem jedoch nach wie vor eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in jeder Erwerbstätigkeit zumutbar sei, erreiche die Verschlechterung kein Ausmass, wel
ches eine Rentenerhöhung rechtfertige. Es bestehe weiterhin Anspruch auf
die bisherige halbe Rente. Die neu eingereichten Unterlagen würden keine neuen
Tatsachen und Befunde ausweisen. Die im Oktober 2013 durchgeführte
Kata
rakt
operation
führe nach der klinischen Erfahrung nicht zu einer anhalten
den Arbeitsunfähigkeit (Urk. 2 S. 2).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend,
Dr.
E._
habe seiner Fachdisziplin entsprechend lediglich psychiatrische Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt. Gemäss Dr.
E._
bestehe sowohl in der an
gestammten als auch in einer adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 % (Urk. 1 S. 5 Ziff. 2). Im Urteil vom 1. Februar 2010 sei jedoch festgestellt worden, dass in physischer/somatischer Hinsicht eine Arbeitsfähigkeit von 75 %
zumutbar sei. Seither sei sie nur noch psychiatrisch begutachtet worden, woraus zu schliessen sei, dass sie in physischer/somatischer Hinsicht auch heute noch zu mindestens 25 % arbeits- und erwerbs
un
fähig sei (S. 5 Ziff. 3).
Eine ange
passte Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin gemäss Urteil vom 1. Februar 2010 nur schon aus somatischer Hinsicht zu maximal 75 % möglich. Zusätzlich zu beachten sei sodann die 50%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psy
chi
s
chen Gründen gemäss Dr.
E._
. Beim Einkommensvergleich
sei
zudem ein Leidensabzug von 20 % wenn nicht sogar 25 % vorzunehmen (S. 7 oben). Ins
gesamt betrage der Invaliditätsgrad 70 % und begründe damit einen An
spruch auf eine ganze statt der bisherigen halben Rente (S. 7 Ziff. 7).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin aufgrund einer Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes einen Anspruch auf eine höhere als die ihr bereits zugesprochene halbe Rente hat.
3.
3.
1
Der Hausarzt Dr. med.
F._
, Facharzt für Allgemeinmedizin, nannte in seinem Bericht vom 26. Oktober 2012 folgende Diagnosen (Urk. 6/124):
Panvertebralsyndrom
und Weichteilschmerzen
chronisches invalidisierendes thorakales Schmerzsyndrom bei Status nach BWS-Kontusion
leichte Hüftdysplasie beidseits
Spondylolisthesis
L5/S1 bei bilateraler
Spondylolyse
arterielle Hypertonie
rezidivierende depressive Zustände
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
Er kenne die Beschwerdeführerin seit Januar 2010, es würden seither alle zwei
bis vier Wochen Konsultationen stattfinden. Der medizinische Zustand sei stabil
, es sei in den vergangenen drei Jahren zu keiner wesentlichen medizini
schen Veränderung gekommen. Er schätze sie auch für eine angepasste Tätig
keit zu
100 % arbeitsunfähig ein. Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit mit me
dizi
ni
schen
oder nicht medizinischen Massnahmen halte er für unwahrschein
lich (Urk. 6/124).
3.
2
In ihrem Bericht vom 18. November 2011 nannten die verantwortlichen Ärzte
des
G._
folgende Diagnosen (Urk. 6/130 S. 1):
Panvertebralsyndrom
und Weichteilschmerzen
chronisches invalidisierendes thorakales Schmerzsyndrom bei Status nach BWS-Kontusionstrauma
leichte Hüftdysplasie beidseits ohne Hinweis auf eine sekundäre
Cox
arthrose
Spondylolisthesis
L5/S1 um 1 cm bei bilateraler
Spondylolyse
, zumin
dest leichte
Spondylarthrose
der unteren zwei lumbalen Niveaus
Status nach Suizidversuch
Hypertonie
mittelgradige depressive Episode
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
Spannungskopfschmerz
In psychiatrischer Hinsicht sei die Beschwerdeführerin aufgrund der deutlichen Depression auch in angepasster Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig (S. 5). Insge
samt
bestehe
unter Einbezug auch der somatischen Beschwerden
sowohl in der bisherigen Tätigkeit als Konditoreimitarbeiterin als auch in einer körperlich leichten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Eine Arbeit auf dem freien Arbeitsmarkt sei der Patientin nicht mehr zumutbar (S. 6).
3.
3
Der behandelnde Psychiater
Dr.
med.
H._
, Spezialarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, nannte in seinem Bericht vom 28. Dezember 2012 folgende Diagnosen (Urk. 6/133 S. 2):
mittel- bis
schwergradige
zum Teil
chronifizierte
depressive Episode
Panikstörung
chronifiziertes
Schmerzsyndrom bei bekannten Wirbelsäulenänderungen
Die Beschwerdeführerin stehe seit Dezember 2004 in seiner psychotherapeuti
schen Behandlung mit Antidepressiva und
Anxiolytika
. Seit Anfang 2011 zeige sich eine wesentliche Verschlechterung der psychischen Störung. Seit dieser Zeit sei sie sehr niedergeschlagen, bekomme häufig Panikattacken und wage sich deswegen kaum, ohne Begleitung weg zu gehen. Es stelle sich nun wieder die Frage eines stationären Aufenthaltes, den die Patientin im Moment wegen ihrer Ängste, von zu Hause wegzugehen, nicht akzeptieren könne. Im Alltag werde sie von intensiven Beschwerden sehr stark beeinträchtigt. Für eine auswärtige Arbeit bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, im Haushalt sei sie um 80 % in ihren Kräften reduziert (S. 2).
3.
4
Am 10. Juni 2013 wurde die Beschwerdeführerin im Auftrag der
Beschwerde
gegnerin
psychiatrisch begutachtet.
Dr.
med.
E._
,
Facharzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie, erstattete am 27. Juni 2013 sein Gutachten, für welches er sich auf den eigenen Untersuchungsbefund, eine testpsychologische Untersuchung
sowie die vorhandenen Akten stützte (Urk. 6/146 S. 1). Dabei di
agnostizierte er eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgra
dige bis schwere Episode mit somatischem Syndrom (S. 10 Ziff. 5.1).
Der psy
chische Zustand habe sich seit dem Bericht des
G._
vom November 2011 sowohl subjektiv als auch gemäss den vorlie
genden Berichten zunehmend verschlechtert. Anlässlich der Begutachtung habe die Be
schwerdeführerin Symptome einer mindestens mittelgradigen depressiven Episode
aufgewiesen, weshalb in diagnostischer Hinsicht in den letzten Jahren von der Entwicklung einer rezidivierenden depressiven Störung, mehrheitlich in mittel
gra
digem Ausmass, ausgegangen werden könne, welche aufgrund der mittel
schweren Einschränkungen ihrer psychokognitiven Funktionen die Ar
beits
fähig
keit der Beschwerdeführerin um 50 % einschränke (S. 11 unten).
Für die verbleibende 50%ige Arbeitsfähigkeit seien für die Beschwerdeführerin Tätigkeiten mit sehr hohen Anforderungen an die Konzentration, die geistige
Flexibilität und die psychische Belastbarkeit sowie unregelmässige Arbeitszei
ten,
insbesondere Nach
t
arbeiten, nicht geeignet
(S. 12 Ziff. 7.4).
Unter etablierten therapeutischen Massnahmen, ergänzend mit einem antriebssteigernden Anti
depressivum, sei mit der Erhaltung der 50%igen Arbeitsfähigkeit zu rechnen. Eine weitere Verbesserung sei aber nicht zu erwarten (S. 12 Ziff. 8.1).
Unter Bezugnahme auf frühere Arztberichte
verneinte Dr.
E._
ausdrücklich das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung
wie auch einer anhaltenden
soma
to
formen
Schmerzstörung
.
Ausserdem könne er die
in den Berichten des
G._
, von Dr.
F._
sowie Dr.
H._
attestierte 100%ige
Arbeitsunfä
higkeit nicht bestätigen. Die mittelgradige depressive Symp
tomatik schränke die Arbeitsfähigkeit anhaltend um höchstens 50 % ein. Es sei aber nicht auszuschliessen, dass die Explorandin intermittierend unter akzent
u
ierten depressiven Symptomen gelitten habe. Anhaltend könne man aber von einer mittelgradigen depressiven Symptomatik ausgehen, welche eine 50%ige Ar
beitsunfähigkeit rechtfertige (S. 13 Ziff. 8.6).
3.
5
Die Ärzte des
G._
hielten in ihrem Bericht vom 1. Oktober 2013 fest, eine
fachgerechte antidepressive Behandlung sei be
reits mehrfach in die Wege geleitet worden, bislang jedoch an den Nebenwir
kungen konsequent gescheitert. Medikamentös und therapeutisch seien die Op
tionen daher ausgeschöpft, mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit könne nicht gerechnet werden. Die Beschwerdeführerin sei auch für angepasste Tätig
keiten zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 6/158 S. 2).
3.
6
Am 21. November 2013 hielt Dr.
H._
an den Diagnosen einer rezidivierenden mittel- bis
schwergradigen
depressiven Störung, einer ängstlichen
Persönlich
keitsstörung
sowie eines
chronifizierten
Schmerzsyndroms fest. Die Beschwer
deführerin sei im
I._
behandelt worden, da der Zustand längere Zeit keine Besserung gezeigt habe. Auch bei ihm habe sich die Therapie intensiviert, in den letzten zwei Jahren hätten sich psychotherapeuti
schen Gespräche alle zwei Wochen stattgefunden. Trotz dieser therapeutischen Anstrengungen zeige der Zustand eine Tendenz zur
Chronifizierung
, die Symp
tome hätten sich intensiviert. Die psychische Störung wirke sich sehr auf die Arbeitsfähigkeit aus, die Patientin sei in ihrer bisherigen als auch in einer an
deren Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig (Urk.
6/163).
3.
7
Dr.
med.
J._
, Facharzt für Ophthalmologie, nannte in seinem Bericht vom 3. Februar 2014 folgende Diagnosen, welche sich jedoch nicht auf die Ar
beitsfähigkeit auswirkten (Urk. 6/167 Ziff. 1):
Status nach
Phako
und Implantation einer hinteren Kammerlinse rechts am 24. Oktober 2013
Cataracta
corticonuclearis
links
Postoperativ müsse kurz nach der Kataraktoperation mit einer Einschränkung
der alltäglichen Tätigkeit bei maximal zwei Wochen gerechnet werden (Ziff. 1.6).
Erwartungsgemäss sollte die Patientin ab dem 8. November 2013 ihre alltäg
liche Tätigkeit wieder aufnehmen können (Ziff. 1.7). Zukünftig müsse mit einer Kataraktoperation links gerechnet werden (Ziff. 1.11).
4.
4.1
Mit Urteil des hiesigen Gerichts vom 1. Februar 2010 beziehungsweise Verfü
gung vom 13. Juli 2010
wurde die der Beschwerdeführerin per 1. Januar 2003 zugesprochene halbe Rente gestützt auf
die
Gutachten der
Medas
sowie des
C._
bestätigt und ein Wiedererwägungsgrund verneint (vgl. Urk.
6/109
). Zeitlicher Referenzpunkt bildet demnach das Urteil vom 1. Februar 2010
.
4.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung insbeson
dere auf das Gutachten von Dr.
E._
und anerkannte die von diesem festge
stellte Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Gleichzeitig
legte sie ihrer Berechnung des Invaliditätsgrades weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % zugrunde und
verneinte
mit dem Gutachter eine
höhere
Arbeitsunfähigkeit (vgl. E. 2.1). Die nachvollziehbar und plausibel begründeten Schlussfolgerungen von Dr.
E._
in seinem psychiatrischen Gutachten vom 27. Juni 2013 wur
den in
der Folge auch von der Beschwerdeführerin ausdrücklich anerkannt
(Urk.
1 S.
5
f.)
.
Dazu ist festzuhalten, dass Dr.
E._
insbesondere eine Verschlech
te
rung in Bezug auf die depressive Störung festgestellt hat. Hingegen verneinte er
nach
vollziehbar und plausibel begründet das Vorliegen
sowohl
der früher dia
g
nos
tizierten Persönlichkeitsstörung
als
auch der anhaltenden
somatoformen
Schmerzstö
rung
(E. 3.4). Diese beiden Diagnosen hatten im Zeitpunkt der
Renten
zusprache
vorgelegen und waren dabei auch berücksichtigt worden. Dass Dr.
E._
trotz der festgestellten Verschlechterung keine höhere Arbeitsun
fähig
keit attestiert hat, erscheint unter diesen Umständen nachvollziehbar und ist nicht zu bean
standen.
An dieser Einschätzung vermögen auch die anderslautenden Beurteilungen du
rch
den Hausarzt Dr.
F._
, den
behandelnde
n
Psychiater Dr.
H._
sowie die be
handelnden Ärzte des
G._
nichts zu än
dern. Diese hatten übereinstimmend eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attes
tiert, wobei jedoch auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen
ist
, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E.
3b/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und um
fassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unter
schiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Per
son
einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten
fachmedizi
ni
schen
Experten anderseits (BGE 124 I 170
E. 4
) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Ab
klärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen b
eziehungsweise
Therapie
kräfte
zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten blei
ben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslauten
den Einschätzungen wichtige - und nicht rein subjektiver Interpre
tation ent
springende - Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder un
gewürdigt geblieben sind (Urteil
des Bundesgerichts
8C_677/2014 vom
2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1
[I
514/06]
).
Im Übrigen hat Dr.
E._
in seinem Gutachten zutreffend ausge
führt, dass
die Beschwerdeführerin zwar möglicherweise tatsächlich intermittie
rend unter akzentuierten depressiven Symptomen gelitten habe, anhaltend je
doch trotzdem von einer mittelgradigen depressiven Symptomatik auszugehen sei, welche eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit rechtfertige (E. 3.4).
In psychiatrischer Hinsicht ist demnach
davon auszugehen,
dass die Be
schwerde
führerin aufgrund ihrer psychischen Beeinträchtigungen seit No
vember 2011
sowohl in der bisherigen als auch in jeder anderen angepassten Tätigkeit
zu 50 % in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist.
4.3
Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, die
im
Urteil vom 1. Februar 2010
festgestellte und seither
unverändert bestehende Arbeitsunfähigkeit von 25 %
aus somatischen Gründen sei
nebst
den aus psychiatrischer Sicht attestierten
Einschränkungen zu berücksichtigen, kann diesem Einwand nicht gefolgt werden
.
In diesem Zusammenhang hielt das Bundesgericht fest, dass sich beim Zusam
mentreffen verschiedener Gesundheitsbeeinträchtigungen deren erwerbliche Aus
wirkungen in der Regel
überschneiden
. Eine blosse Addition der mit Bezug auf einzelne Funktionsstörungen und Beschwerdebilder geschätzten
Arbeitsun
fähig
keitsgrade
ist nicht zulässig (Urteil des Bundesgerichts
8C_518/2007 vom 7. Dezem
ber 2007 E.
3.2, mit Hinweisen). So nahmen denn auch bereits die Gut
achter sowohl der
Medas
als auch des
C._
eine
Gesamtbe
urteilung
vor und
gingen nicht von einer Addition der fachspezifischen
Teilar
beitsunfähigkeiten
aus
(vgl. Urk. 6/76 S. 24
lit
. B.1, Urk. 6/83 S. 2, Urk. 6/89 S. 20 Ziff. 6.2 und 6.4).
Dementsprechend
wären
die 50%ige Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischen Grün
den sowie die
von der Beschwerdeführerin geltend gemachte, zusätzliche Ar
beitsunfähigkeit von 25 % aus somatischen Gründen
auch dann
nicht zu addieren
wenn letztere sich aus den medizinischen Berichten ergäbe.
Vielmehr
ist insgesamt von einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % sowohl in der bisheri
gen als auch in einer behinderungsangepassten Tätigkeit a
uszugehen, zumal die somatischen Diagnosen in Wesentlichen unverändert bleiben und daher nicht davon auszugehen ist, dass sie die A
rbeitsfähigkeit
zusätzlich einschränken
.
4.4
Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, ihr Gesundheitszustand habe sich seit der Begutachtung im Juni 2013 verschlechtert, kann diesem Einwand nicht gefolgt werden. Dr.
H._
spricht in seinem Bericht vom 21. November 2013 zwar tatsächlich von einer Intensivierung der Beschwerden, allerdings bereits in den letzten zwei Jahren, weshalb die psychotherapeutischen Gespräche seither
alle zwei Wochen stattfinden (E. 3.6). Eine weitere Verschlechterung seit Juni 2013
ist damit jedoch nicht ausgewiesen und es kann auf weitere Abklärungen verzichtet werden
(antizipierte Beweiswürdigung, BGE 122 V 157)
.
Keine weiteren Abklärungen drängen sich auch betreffend das Augenleiden auf. Bei dem bei der Beschwerdeführerin vorgenommenen Eingriff handelt es sich um eine Kataraktoperation, welche gemäss den Angaben von Dr.
J._
zu einer maximal zweiwöchigen Einschränkung der alltäglichen Tätigkeit führt (E. 3.7). Eine Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit führt jedoch nur dann zu einer Än
derung des Anspruchs, wenn sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate gedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV). Dementsprechend erübrigen sich weitere Abklärungen selbst dann, wenn auch am
linken Auge
eine Kataraktoperation
notwendig werden sollte
(antizipierte Beweiswürdigung, BGE 122 V 157)
.
4.5
Zusammenfassend ist der medizinische Sachverhalt somit als dahingehend erstellt zu betrachten, dass die Beschwerdeführerin
trotz der eingetretenen Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes
in der bisherigen als auch in einer leidensangepassten Tätigkeit weiterhin zu 50 % arbeitsunfähig ist.
5.
5.1
Es bleibt die Prüfung der erwerblichen Auswirkungen der bestehenden Ein
schrän
kungen mittels Einkommensvergleich.
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gege
n
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.2
Für die Ermittlung des ohne invalidisierenden Gesundheitsschaden erzielbaren Einkommens (
Valideneinkommen
) ist entscheidend, was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit ohne den Gesundheitsschaden, aber sonst bei un
ver
änderten Verhältnissen verdienen würde (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 E. 3b
mit Hinweis), wobei für die Vornahme des Einkommensvergleiches grundsätz
lich
auf die Gegebenheiten im Zeitpunkt der
Rentenrevision
, mithin das Jahr
2012, abzustellen ist (BGE 128 V 174, BGE 129 V 222).
Die Beschwerdegegnerin stützte sich für die Berechnung des
Valideneinkom
mens
auf die Tabellenlöhne mit der Begründung, das letzte Einkommen der Be
schwer
deführerin liege über zehn Jahre zurück (Urk. 2 S. 2). Nachdem jedoch der
Inva
liditätsgrad
im Rahmen der ursprünglichen
Rentenzusprache
gestützt auf den letzten Verdienst berechnet wurde (vgl. Feststellungsblatt vom 22. September 2003, Urk. 6/49 S. 1), kann der Einkommensvergleich vorliegend nicht mittels Tabellenlöhnen erfolgen. Es ist daher auch im
vorliegenden Fall vom letzten Einkommen der Beschwerdeführerin als Betriebsmitarbeiterin aus
zugehen.
Dabei erzielte sie im Jahre 1999 bei einem Pensum von 100 % ein Einkommen in der Höhe von Fr. 40‘560.-- (Urk. 6/2 Ziff. 9 und 20).
Unter Be
rücksichtigung der
Nominallohnerhöhung (Schweizerischer Lohnindex insge
samt [1939 = 100], Frauen,
Stand 1999: 2156, Stand 2012: 2630;
www.bfs.admin.ch
, Arbeit und
Erwerb, Löhne/Erwerbseinkommen, detaillierte Da
ten, Lohnentwicklung) ergibt dies für das Jahr 2012 ein Jahreseinkommen von rund Fr. 49‘477.-- (Fr. 40‘560.
--
:
2156 x 2630).
5.3
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-er
werblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht
. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder je
denfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufge
nommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen
Lohnstrukturerhebun
gen
(LSE) heran
ge
zogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472
E.
4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standar
di
sier
ten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hin
weis), wobei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist. Bei
der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass
ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zu
grunde liegt, weshalb der
massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende
be
triebsübliche
Wochenar
beits
zeit
aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E.
3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a
.
Nachdem die Beschwerdeführerin seit dem Jahre 1999 nicht mehr erwerbstätig ist (vgl. Urk. 6/1 Ziff. 6.3.1), ist für die Ermittlung des Invalideneinkommens auf
die Tabellenlöhne abzustellen. Im Jahre 2010 belief sich dieser für Frauen, wel
che
Hilfsarbeiten ausübten, auf Fr. 4‘225.-- monatlich (LSE 2010, Bundesamt für Statistik, Neuenburg 2012, TA1, Total, Niveau 4), mithin Fr. 50‘700.-- pro Jahr
(Fr. 4‘225.-- x 12)
. Unter Berücksichtigung der Nominallohnerhöhung
(Schwei
ze
rischer Lohnindex insgesamt [1939 = 100]. Frauen, Stand 2010: 2579, Stand 2012: 2630; vgl. vorstehend E. 5.2) sowie einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden (betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, To
tal;
www.bfs.admin.ch
, Arbeit und Erwerb, Erwerbstätigkeit und Arbeitszeit, de
tail
lier
te Daten) ergibt sich ein Jahreseinkommen von rund Fr. 53‘900.--
(Fr. 50‘700.
-- :
2579 x 2630 : 40 x 41.7). Nachdem der Beschwerdeführerin auch
in einer leidensangepassten Tätigkeit lediglich noch ein Pensum von 50 % zu
gemutet werden kann, ist von einem Jahreseinkommen in der Höhe von Fr. 26‘950.--
auszugehen.
5.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kür
zen.
Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass ver
sicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit ver
richteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durch
schnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ur
sprünglich nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu
einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merk
male der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre ge
sundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen ver
werten kann. Bei der Bestim
mung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merk
male auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). Dabei ist zu beachten, dass allfällige bereits bei der Parallelisierung der
Vergleichsein
kommen
mitverant
wort
liche invaliditätsfremde Faktoren im Rahmen des soge
nannten
Leidensab
zuges
nicht nochmals berücksichtigt werden dürfen (BGE 134 V 322 E.
5.2).
Die Beschwerdegegnerin
nahm ohne weitere Begründung kei
nen Abzug vor
(Urk. 2), wohingegen die Beschwerdeführerin einen solchen von 20 % bezieh
ungs
weise sogar den Maximalabzug von 25 % beantragte (Urk. 1 S. 7). Nach
de
m der Beschwerdeführerin nur noch körperlich leichte,
rü
ckenadaptierte
Tätig
kei
ten in Wechselbelastung und unter Vermeidung von re
petitivem Heben und Tragen von Lasten über 5 bis 10 kg (vgl. Urk. 6/76 S. 25 Ziff. 2.1; Urk. 6/89 S. 20 Ziff. 6.4) sowie ohne sehr hohe Anforderungen an die Konzentration, die geistige Flexibilität und die psychische Belastbarkeit sowie mit regelmässigen
Arbeitszeiten (vgl. E. 3.4) zugemutet werden können, und sie während über zehn
Jahren aus dem Arbeitsprozess ausgeschieden und damit der Wiedereinstieg er
schwert ist, trägt ein Abzug von 15 % den Gegebenheiten des vorliegenden Falles
angemessen Rechnung.
5.5
Bei einem Abzug von 15 % beträgt das Invalideneinkommen rund Fr.
22‘907.50
(Fr. 26‘950.-- x 0.85; vorstehend E. 5.3). Bei einem
Valideneinkommen
von Fr. 49‘477.--
(vorstehend E. 5.2) ergibt sich somit eine Einkommenseinbusse von Fr. 26‘569.50, was einem Invaliditätsgrad von gerundet 53.7 % entspricht. Damit besteht weiterhin Anspruch auf eine halbe Invalidenrente. Zu beachten ist, dass selbst ein Abzug in der Höhe von 20 % oder gar 25 % keinen Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
begründen würde.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
6.
6.1
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind
sie der Beschwerdeführerin aufzuerlegen, zufolge Ge
währung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Ge
richts
kasse zu nehmen. Die Beschwerdeführerin ist auf
§ 16 Ab. 4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
)
hinzuweisen.
6.2
Für das Beschwerdeverfahren wurde das Gesuch der Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsvertretung mit Verfügung vom
3. September 2014
gutgeheissen
(Urk.
10
). Mit Honorarnote
n
vom
5. Juni 2015
machte Rechtsanwalt
Tomas Kempf, Uster
, Aufwendungen von insgesamt
4.7 Stunden für die Zeit bis Ende des Jahres 2014
und 2.5 Stunden ab Januar 2015
sowie Auslagen von
insgesamt
Fr.
44.50
geltend (Urk.
14)
, was angemes
sen erscheint. Unter Berücksichtigung eines Stundenansatzes von Fr.
200.--
für die Zeit bis Ende 2014 sowie Fr. 220.-- ab Januar 2015
(zuzüglich Mehrwert
steuer) ist eine Entschädigung von
insgesamt
Fr.
1‘657.25
zu bezahlen.