Decision ID: 559fd701-220f-4e03-acad-4ce75130030c
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1974, meldete sich am 2
7.
Februar 2009 bei der Invali
denver
sicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
6/2 =
Urk.
6/5). Die Sozialver
sicherungs
anstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, teilte dem
Versicherten am
3.
September 200
9 mit, dass
keine
E
ingliederungsmassnahmen
möglich seien (
Urk.
6/27). In der Folge zog sie Akten über ein Strafverfahren gegen den Versicherten (
Urk.
6/54
; Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 1
1.
Juni 2012 betreffend mehr
facher Verbrechen gegen das
Betäubungsmittelgesetz
;
Urk.
54/4-126
) bei. Mit Verfügung vom 1
9.
Februar 2014 (
Urk.
6/64) verneinte
die IV-Stelle
unter Hin
weis auf die derzeitige Haftstrafe des Versicherten einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung.
1.2
Der Versicherte meldete sich am 2
8.
Januar 2016 erneut bei der Invalidenver
sicherung an (
Urk.
6/83). Die IV-Stelle zog
die
von der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich in Auftrag gegebene
n
psychiatrischen
Gutachten (
Urk.
6/93
; Expertisen von
Dr.
med.
Y._
vom
3.
November 2011 sowie vom
9.
März 2012
) zum Verfahren bei und holte
zusätzlich
ein
rheumatologisches
(
Urk.
6/124
/2-118
; Expertise
Dr.
med.
Z._
) und ein psychiat
risches Gutachten (
Urk.
6/126
; Expertise
Dr.
med.
A._
vom 2
0.
Februar 2018
) ein. Am
4.
Juni 2018 (
Urk.
6/128) erliess sie den Vorbescheid. Der Versicherte brachte dagegen Einwände (
Urk.
6/134-135,
Urk.
6/140,
Urk.
6/153) vor.
Mit Verfügung vom 2
0.
Mai 2019 (
Urk.
6/158 =
Urk.
2) verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung.
2.
2.1
Der Versicherte erhob am 2
0.
Juni 2019 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
0.
Mai 2019 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2 Mitte). Ver
fahrensrechtlich beantragte er die Bewilligung der unentgeltlichen Prozess
füh
rung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung (
Urk.
1 S. 2 unten).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2.
September 2019 (
Urk.
5) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde dem Beschwerdeführer am
5.
September 2019 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
7).
2.2
Der Beschwerdeführer reichte dem Gericht am 2
4.
August 2021 (
Urk.
18) ein vom
Sozialdienst B._
in Auftrag gegebenes psychiatrisches Gutachten (
Urk.
19
;
Expertise
Dr.
med.
C._
vom
3.
August 2021
) ein. Die Beschwerdegegnerin ver
zichtete am 2
0.
September 2021 (
Urk.
21) auf eine Stellungnahme dazu.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art.
8 Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art.
7 Abs.
1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art.
7 Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40
% arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40
% invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40
% besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50
% auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60
% auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70
% auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin hielt im angefochtenen Entscheid (
Urk.
2) fest,
d
ie
ein
geholten Gutachten
hätten ergeben, dass der Beschwerdeführer
aufgrund seiner
somatischen Erkrankungen
in der bisherigen Tätigkeit als LK
W-Chauffeur beein
trächtigt sei
(S. 1).
Diese
Gutachten seien beweiswertig
(S. 2 Mitte). Die psychiatrischen Einschränkungen hätten bei einer leitliniengerechten Behand
lung, Therapieadhärenz und
Me
dikamen
tencompliance
keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Aus
dem Bericht der
D._
gehe hervor, dass der Beschwerde
führer nicht am Therapieprogramm der Klinik teilgenommen und mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit auch die Medikamente nicht
immer
einge
nommen habe. Es könne daher nicht von einer adäquaten Behandlung ausge
gangen wer
den. Dem Beschwerdeführer sei eine leichte bis knapp mittelschwere Tätigkeit zu 100
%
zumutbar
. Damit stehe ihm auf dem
ersten Arbeitsmarkt ein weites Spekt
rum an Tätigkeiten zur Verfügung
und er könne
ein
rentenaus
schliessendes Ein
kommen erzielen
(S. 2 unten).
2.2
Der Beschwerdeführer brachte vor,
die im Rahmen der Begutachtung
durch
PD
Dr.
med.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
erfolgte
Blut
ent
nahme widerspreche
der
ihm unterstellten ungenügende
n
Behandlung
und
Medikamenteneinnahme.
Den
Gutachten
fehle es schon aus diesem Grund
an Überzeugungskraft
. Ausserdem werde nicht beantwortet, ob eine
schwerwiegende
Zwangsstörung vorliege
(
Urk.
1 S. 4 oben). Während des Klinikaufenthaltes
in der
D._
sei die Teilnahme am multimodalen Therapieprogramm aufgrund der ausgeprägten Zwangsstörung nicht möglich gewesen. Damit sei erstellt, dass eine leitliniengerechte Behandlung der Zwangsstörung und ein damit verbundener stationärer Aufenthalt
zu
k
einer Verbesserung des Gesund
heitszustandes geführt
habe
(S. 5 oben).
Die Beschwerdegegnerin habe den Grund für die nicht erfolgte Teilnahme am Therapieprogramm in der angefochtenen Verfügung übergangen (S. 6 oben). Es liege eine IV-relevante Schädigung mit Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit vor (S. 6 Mitte).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob ein Rentenanspruch besteht
.
3.
3.1
Die Ärzte der
E._
,
Klinik für Affektive Erkrankungen und Allgemeinpsychiatrie,
berichteten am
2.
September 2009 (
Urk.
6/28) über
die
stationäre Behandlung
des Beschwerdeführers
in der
E._
vom
3.
April bis 2
3.
Juli 2009 (S. 2
Ziff.
1.3). Sie stellten
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 2
Ziff.
1.1):
-
Zwangsstörung seit Kindheit, vorwiegend Zwangshandlungen (ICD-10 F42.1)
-
psychogener Husten
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1)
Die Ärzte der
E._
führten zur Anamnese aus
,
seit frühester Kindheit bestünden Zwangsgedanken und Zwangshandlungen
,
die den Patienten immer stärker ein
schränkten.
Die Beschwerden hätten zu
eine
r
soziale
n
Isolation und
einer
zuneh
menden
Unmöglichkeit
geführt,
am a
lltäglichen Leben teilzunehmen. Zudem bestehe
eine zunehmende Einschränkung bei der Arbeit
mit der
Unmög
lichkeit
,
den engstrukturierten Zeitplan als Lastenwagenchauffeur einzuhalten
(S.
2
Ziff.
1.4). Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit bestehe seit dem
3.
April 2009 bis auf Weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. Es werde davon ausge
gangen, dass bei einer deutlichen Verbesserung der Symptome die Wiederauf
nahme der Arbeit als Lastwagenchauffeur zumutbar sei (S. 3
Ziff.
1.6 und 1.7).
3.2
Dr.
med.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
nannte im Bericht vom 2
9.
Dezember 2009 (
Urk.
6/32/2-6) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte depressive Episode mit somatischen Beschwerden (ICD-1
0 F32.01), eine motorische Tick-
Störung (ICD-10 F95) und
einen
Alkohol
missbrauch. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit nannte er psychogene Hustenanfälle (S. 1
Ziff.
1.1).
Dr.
F._
führte zur Anamnese aus, der Patient behaupte seit der Entlassung aus der Klinik, dass er nicht arbeiten könne, da er mit seinen Hustenanfällen auf der Baustelle sofort in Stress gerate (S. 2
Ziff.
1.4). Der Psychiater attestierte
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit vom
1.
Juni bis
3
0.
(richtig wohl: 31.)
Oktober 2009 ein
e Arbeitsunfähigkeit von 100
%
und seit
dem
1.
November 2009 von 50
%
(S.
2
Ziff.
1.6). In einer angepassten Tätigkeit bestehe seit dem
1.
November 2009 eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
. Ab dem
1.
April 2010 bestehe eine Arbeitsfähig
keit von 100
%
(S.
3
Ziff.
1.7 und 1.9).
Der Patient drohe, er werde sich bei der
E._
hospitalisieren lassen, falls er das Taggeld nicht voll erhalte (S. 3
Ziff.
1.11).
3.3
Vom
8.
bis 1
6.
März 2010 erfolgte eine weitere stationäre Behandlung in der
E._
(
Urk.
6/47 S. 2
Ziff.
1.3).
3.4
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Leiten
der Oberarzt,
Institut für
H._
,
Universität
I._
, erstattete am
9.
März 2012 (
Urk.
6/93/29-51)
zuhanden der Staatsanwaltschaft II des Ka
ntons Zürich ein
forensi
s
ch-
psychiatrisches
G
ut
achten (
Massnahmebegutachtung
; vgl. auch das Gutachten von
Dr.
Y._
vom
3.
November 2011 zur Hafterstehungs- und Verhandlungsfä
higkeit,
Urk.
6/93/3-
28).
Dr.
Y._
führte
im Gutachten vom
9.
März 2012
aus, die diagnostische Einschät
zung des Verhaltens und Erlebens des Beschwerdeführers bereite durch
aus Schwierigkeiten. Von Seiten der Ärzte
psychiatrischer
Kliniken und der
ambulan
t behandelnden Ärzte
seien wiederholt eine Zwangsstörung mit vorwie
gend
Zwangshandlungen sowie depressive Episoden beschrieben und diagnosti
ziert worden. Dazu müsse auch festgehalten werden, dass sämtliche bisherigen Thera
pieversuche einen nur sehr geringen oder gar keinen Erfolg
gebracht hätten (S.
16
Ziff.
5.2 oben). Beim Beschwerdeführer liege sicher keine vollständige Simu
lation vor.
Es
bestünden
jedoch
Hinw
e
ise auf eine Aggravation im Sinne einer Überzeichnung der psychischen Symptomatik. Der Verdacht ergebe sich aus den Erkenntnissen des Ermittlungsverfahrens
und aus
den Explorationsge
sprächen
. Hierbei sei der Eindruck einer Überzeichnung der Zwangsphänomene entstanden
. So habe
der Beschwerdeführer wiederholt darauf bestanden, diese vorzuführen. Weiter
sei die
beschriebene Hilflosigkeit bei konkreten Fragen zu den vorgewor
fenen Taten
gänzlich verschwunden
. Der Beschwerdeführer habe sich in solchen Situationen nahezu symptomfrei verhalten (S. 17 oben). Es bestünden sicherlich psychiatrische Auffälligkeiten, welche am ehesten mit der bestehenden Diagnose einer Zwangsstörung sowie den typischerweise begleiten
den depressiven und ängstlichen Elementen zu vereinbaren seien (S. 17 Mitte). Bei der intensiven Untersuchung des Beschwerdeführers hätten sich
aber
Zweifel
zumindest
an der Ausprägung der Zwangsstörung ergeben (S. 21
Ziff.
6.1
lit
.
b).
3.5
Der Beschwerdeführer
befand sich
seit September 2013 bei
Dr.
med.
J._
, Fach
ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
in ambulanter psychiat
rischer Behand
lung (
Urk.
6/89/1
Ziff.
1.2).
Dr.
J._
nannte im Bericht vom 2
2.
Februar 2016 (
Urk.
6/89) als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit eine Zwangs
störung (ICD-10 F42) und eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.3, S. 1
Ziff.
1.1).
Sie
attestierte für die Tätigkeit als Hilfsarbeiter seit 2009 bis auf Weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
(S. 2
Ziff.
1.6 und 1.7).
3.6
3.
6
.1
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatolo
gie, erstattete am 1
3.
Februar 2018 (
Urk.
6/124
/2-117
) im Auftrag der Beschwer
degegnerin ein rheumatologisches Gutachten. Die Untersuchung
erfolgte am 1
5.
Januar 2018 (
Urk.
6/124/1).
Dr.
Z._
führte aus, der Beschwerdeführer spüre gemäss seinen Angaben lumbale Schmerzen sowie Hüft- und Beckenschmerzen
.
Die linke Seit
e schmerze mehr als die rechte
.
Die Schmer
zen
lägen nie unter
fünf
auf der visuellen
Analogskala.
Die letzte Physiotherapie sei im Juli 2017 erfolgt.
Sie
habe nicht geholfen
. Er absolviere zu Hause gymnas
tische Übungen
(S. 95
Ziff.
7.2 oben).
3.
6
.2
Dr.
Z._
stellte
folgende rheumatologische
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 103
Ziff.
9.1):
-
Spondylitis
ankylosans
(Erstdiagnose Februar 2010)
-
HLA B27 negativ mit
-
fraglich entzündlichen Veränderungen bei Th9/10 sowie entzündlichen Veränderungen der vorderen oberen Ecke von LWK 3 sowie Verände
rungen
der
Ileosakralgelenke
(ISG)
mit fast vollständiger
Ankylosie
rung
der ISG beidseits und entzündlicher Aktivität der ISG beidseits, links etwas mehr
als rechts
(Röntgenbilder und MRI September 2016)
-
klinisch und radiologisch weiterhin keine
n
Hinweise
n
auf eine
Anky
losierung
des Stammskeletts (Röntgenbilder und MRI September 2016)
-
Behandlung mit TNF-Blocker von November 2016 bis Februar 2017 mit fehlender Wirkung und deutlicher Nebenwirkung
-
verminderte Belastbarkeit und Beschwerden der L
endenwirbelsäule (LWS)
bei
-
kongenitaler
Hemisakralisation
von LWK5 links mit aktivierter
Nearth
ros
(MRI September 2016)
Dr.
Z._
stellte keine Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 103
Ziff.
9.2).
Der Beschwerdeführer sei mit
einer Anomal
ie des untersten Lendenwirbels bezie
hungsweise
einer
Hemisakralisation
von
L5 links mit
Nearthros
-Bildung
zur Welt gekommen. Er habe eine Spondylitis
ankylosans
entwickelt, die im Februar 2010 diagnostiziert worden
sei
. Am Untersuchungstag sei es dem Beschwerde
führer so schlecht wie meistens in der letzten Zeit gegangen (S. 104
Ziff.
10 oben). Es seien Diskrepanzen aufgefallen. Der Beschwerdeführer huste oft heftig, wobei der Husten bei Ablenkung aufhöre. Bei sanfter Berührung zucke er oft heftig.
Bei
Ablenkung
trete das Zucken nicht auf
(S. 104
Ziff.
10 Mitte).
Eine Versteifung der Wirbelsäule sei o
ffensichtli
ch nicht eingetreten. Radikuläre
Zeichen seien nicht vorhanden. Der Lasègue sei beidseits normal (S. 104
Ziff.
10 unten).
Die Röntgenbilder der LWS und der ISG hätten beidseitig
e
Ankylosierungen
der ISG ergeben, jedoch keine Syndesmophyten. Die Untersuchungen der
Brustwir
belsäule (BWS)
,
der
LWS und beider ISG (MRI) hätten im Bereich der BWS eine fragliche entzündliche Veränderung bei Th9/10 bei minimalen degenerativen Veränderungen ergeben
. In der LWS seien entzündliche Veränderungen in der vorderen oberen Ecke von LWK4 festgestellt worden. Die ISG zeigten beidseits entzündliche Veränderungen, links etwas mehr als rechts. Die Befunde seien nicht besonders gravierend, insbesondere da bildgebend keine Zeichen einer
Ankylo
sierung
des Stammskeletts vorhanden seien
(S. 105 oben). Eine Haaranalyse habe ergeben, dass der Beschwerdeführer im Zeitraum Anfang August 2017 bis Anfang Januar 2018
Seroquel
im mittleren Bereich und Anafranil im unteren Bereich konsumiert habe. Es bestünden teils angeborene, teils erworbene Veränderungen der BWS der LWS und beider ISG, die die Leistungsfähigkeit des Beschwerdefüh
rers einschränkten. Der Beschwerdeführer könne dabei eine angepasste Tätigkeit bezogen auf ein Pensum von 100
%
zu 100
%
ausüben (S. 105 unten).
3.
6
.3
Der Beschwerdeführer sei in Ex-Jugoslawien neun Jahre lang als Chauffeur tätig gewesen (S. 106
Ziff.
11.1 oben). Die angestammte Tätigkeit als LKW-Chauffeur finde bei Kälte, Nässe und grossen Temperaturschwankungen statt. Ausserdem müssten dabei wahrscheinlich schwere Lasten hantiert werden. Der Beschwerde
führer könne diese Tätigkeit nicht
mehr
ausüben (S. 106
Ziff.
11.1 unten). In einer angepassten Tätigkeit habe
jedoch
nie eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden
. Für eine adaptierte Tätigkeit bestehe bezogen auf ein Pensum von 100
%
eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
(S. 107
Ziff.
11.2 und 11.3). Wegen der Spondylitis
ankylosans
seien Tätigkeiten in Nässe, Kälte oder bei grossen Tempe
raturschwankungen nicht möglich. Der Beschwerdeführer könne weiter nur Lasten bis 12.5 kg hantieren (leichtes bis knapp mittel
schweres Belastungsprofil,
S. 107
Ziff.
11
.
4 unten).
3.7
3.7.1
Dr.
A._
erstattete am 2
0.
Februar 2018 (
Urk.
6/126) im Auftrag der Beschwer
degegnerin ein psychiatrisches Gutachten.
Die psychiatrische Untersuchung fand am 1
8.
Januar 2018 statt (S. 1 unten).
Dr.
A._
führte aus, gemäss den Angaben des Beschwerdeführers sei die Kind
heit und Jugend
zeit
durch die schon damals bestehenden Zwangshandlungen belastet gewesen (S. 4 oben). Der Beschwerdeführer sei 1992 in die Schweiz
eingereist
, wobei er zunächst als Hilfsarbeiter «schwarz» gearbeitet habe. In der Folge sei er
bei mehreren A
rbeitgebern
mit einem Pensum von 100
%
als Lagerist und Cha
uf
feur
angestellt
gewesen (S. 4 unten).
Wegen Zuwiderhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz habe
er
vom 2
9.
Juli 2010 bis 2
8.
Juli 2015 eine Haft
strafe verbüsst.
N
ach zwei
Dritteln der Freiheitsstrafe
sei er
auf Bewährung
aus dem Strafvollzug entlassen worden (S. 5 oben). Der Explorand habe zahl
reiche Beispiele aus dem Alltag beschrieben, in denen Zwangsgedanken un
d Zwangs
handlungen dominierten
(S. 6 oben).
Weiter leide er seit vielen Jahren an einem Husten. Dieser sei während der Haftstrafe ab 2010 deutlich schlimmer geworden sei (S. 7 oben). Er meide sodann Menschen und Orte, an denen geraucht werde (S
.
7 Mitte).
Der Beschwerdeführer sei fast wöchentlich
bei
Dr.
J._
in ambulanter psychi
atrischer Behandlung.
Auf
wiederholtes Nachfragen
habe er
bekräftigt, dass er die Medikamente Anafranil und
Seroquel
seit vielen Jahren täglich und aus
nahmslos ohne Unterbruch eingenommen habe.
Sie
machten ihn müde, hätten aber ansonsten keine Wirkung (S. 10 Mitte).
Der Beschwerdeführer könne damit immerhin besser schlafen (S. 10 unten). Kollegen habe er eigentlich keine mehr. Der Explorand habe weiter angegeben, dass er sich ausserstande fühle, einer
Arbeitstätigkeit nachzugehen, weil er
mit den
täglichen Zwangshandlungen ein
genommen sei und er durch diese auch extrem müde werde (S. 11 oben).
Als der Explorand über die diversen Zwangshandlungen berichtet habe, hätten die
Husten-Episoden abgenommen und seien zeitweise ganz verschwunden (S. 12 oben).
Im formalen Denken habe er eine ausserordentliche Einengung auf seine Verhaltensweisen gezeigt, die er in der Begutachtung im Detail und facettenreich beschrieben habe. Im Grunde genommen sei er im Denken kaum je zur Ruhe gekommen. Das formale Denken sei
aber
insgesamt jederzeit gut verständlich und unauffällig organisiert gewesen, wenn auch eher einfach strukturiert (S. 12 unten).
Der Gutachter habe der behandelnden Psychiaterin telefonisch mitgeteilt, dass nach den Laboruntersuchungen weder Anafranil noch
Seroquel
in den Plasma
spiegelbestimmungen nachweisbar gewesen sei
en
. Im Verlauf der bisherigen Therapie sei noch keine Bestimmung des Plasmaspiegels durchgeführt worden
(S.
13 unten).
Gemäss dem Institut für Rechtsmedizin fänden sich bei
regelmäs
siger Einnahme von Quetiapin in aller Regel Werte im vierstelligen Bereich. Die Werte in der Haaranalyse
sprächen
mit einiger Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine kurz
fristige
Einnahme von Quetiapin erfolgt sei.
Ansonsten wären die Metaboliten nicht derart tief ausgefallen. Mit einiger Wahrschein
lichkeit könne darauf geschlossen werden, dass im Verlauf der letzten vier Monate keine regel
mässige Einnahme des Medikamentes erfolgt sei (S. 15 oben). Der Wert für Clomipramin sei ausgesprochen tief ausgefallen. Man könne daher ebenfalls sagen, dass die üblichen Werte bei einer regelmässigen Einnahme um ein Vielfaches höher ausfallen würden (S. 15 Mitte).
3.7.2
Dr.
A._
stellte keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkei
t nannte er eine Zwangs
stö
rung,
Zwangsgedanken und -handlungen, gemischt (ICD-10 F42.2, S
.
15
Ziff.
4).
Es sei zwar gelungen, eine Zwangsstörung zu diagnostizieren. Es lasse sich jedoch nicht zweifelsfrei ausschliessen, dass einzelne Verhaltensweisen des Exploranden bewussten Mechanismen ents
pringen würden (S. 16
Ziff.
2).
Er
habe mitgeteilt
,
dass er schon als Kind unter Z
wangshandlungen gelitten habe, wobei insbeson
dere
seine Schwestern Mühe mit seinem Verhalten gehabt
hätten
. Die spätere Berufsanamnese habe er so dargestellt, dass diese durch die wiederholten Zwangshandlungen beeinträchtigt gewesen sei. Schliesslich sei ihm wegen schlechter Leistungen gekündigt worden (S. 23
Ziff.
4 oben). Es bestünden gleich
ermassen Zwangshandlungen und Zwangsgedanken. Der Explorand habe diese in der Begutachtung eindrücklich schildern können.
Wenn man den subjektiven Angaben folge, seien im Grunde sämtliche Lebensbereiche von den Zwangssymp
tomen erfasst (S. 24 oben). Der Explorand
habe
bei der Begutachtung vom ersten
bis zum letzten Moment ein histrionisches Element
gezeigt
.
Dies scheine zu erklären, dass k
eine affektiv neutrale Schilderung der Beschwerden
bestanden habe
. So habe
der Beschwerdeführer
, als
er
zur Medikamenteneinnahme und seinem Alkoholkonsum befragt worden sei, jäh mit Husten aufgehört (S. 24 unten). Er sei hier mit Fragen konfrontiert gewesen, deren Antworten er möglicherweise zunächst habe abwägen müssen, sodass sein Fokus nicht mehr auf die Zwangssymptome gerichtet gewesen sei (S. 24 f.). Der Explorand habe sodann im Rahmen der rheumatologischen Begutachtung kaum annähernd jenes Verhalten einschliesslich des Hustens gezeigt, welches er in der psychiatrischen Begutachtung präsentiert habe (
S. 25 oben)
.
Der Beschwerdeführer habe mitgeteilt, dass er sich beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln unwohl fühle und er dann auch schon in Angstzustände geraten sei. Diese Ängste bringe er in eine ausserordentliche enge Assoziation mit den Befürchtungen, von anderen Menschen berührt zu werden. Dies führe dazu, dass er seine üblichen Rituale durchführen müsse. Eine eigentliche Agoraphobie beziehungsweise eine Angststörung könnten vor dem Hintergrund des phäno
menologischen Zusammenhangs nicht diagnostiziert werden
. Eine eigentliche hypochondrische Störung liege
ebenfalls
nicht vor
(S. 25 f.
Ziff.
5). Eine relevante Affektpathologie
liege
aus o
bjektiver Sicht nicht vor
. Der Explorand habe im objektiven Psychostatus nur bisweilen eine leichte depressive G
rundstimmung gezeigt (S. 26
Ziff.
6 oben).
3.7.3
Anhand
der Aktenlage, der Laboruntersuchungen und der objektiven Unter
su
chungsbefunde seien Inkonsistenzen nachgewiesen worden.
Der Explorand zeige eine histrionische Dimension in der Art und Weise, wie er seine Beschwer
den sowohl verbal als auch szenisch darstelle. Hierfür dürften soziokulturelle Fakto
ren mitverantwortlich sein (S
.
27
Ziff.
7 oben). Aus früheren Berichten von
Dr.
F._
wisse man, dass der Explorand darauf fixiert gewesen sei, mit den Hustenanfällen nicht arbeiten zu könne
n
. Dabei habe er auch geltend gemacht, dass er sich psychiatrisch hospitalisieren lassen
werde
, wenn ihm keine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert werde. Hier würden bewusste Mechanismen anklin
gen. Grundsätzlich solle nicht in Abrede gestellt werden, dass seit der Kindheit eine Zwangsstörung bestehe, die den Exploranden lebensgeschichtlich immer wieder belastet und möglicherweise auch ausgegrenzt habe. Er baue die Zwangs
symptomatik jedoch zumindest in der histrionischen Berichterstattung aus
(S. 27
Ziff.
7 Mitte). Nach den polizeilichen Ermittlungen habe der Explorand in Tele
fongesprächen keine Auffälligkeiten bezüglich eines ausgeprägten Hustens gezeigt.
Es sei keine Seltenheit i
n der Psychiatrie, dass psychische Phänomene vorübergehend verschwinden würden, wenn die betroffenen Patienten abgelenkt seien (S. 27
Ziff.
7 unten). Die
Angaben könnten dahingehend interpretiert wer
den, dass die Zwangsphänomene nicht dauerhaft oder
zumindest
nicht so dauer
haft auftreten würden, wie dies in
der
Begutach
tung beschrieben worden sei (S.
27 f.
Ziff.
7).
Der Beschwerdeführer habe
bei
früheren ärztlichen Untersuchungen offenbar mit
geteilt, dass
er
ein albanisches Diplom als Elektroingenieur besitze. In der aktu
ellen Begutachtung habe er
angegeben
,
dass
dies falsch geschrieben worden
sei
und er keine Berufs
aus
bildung durchlaufen
habe
(S. 28 oben). Als weitere Inkon
sistenzen seien die nachgewiesene fehl
ende Medikamenten-Compliance und
das delinquente Verhalten zu erwähnen, welches zu einer
Haftstrafe
geführt habe. Der Beschwerdeführer habe sowohl der rheumatologischen Gutachterin als auch dem
psychiatrischen
Gutachter gegenüber
mitgeteilt, dass er Anafranil und
Seroquel
regelmässig und täglich einnehme (S
.
28 Mitte). In einem Bericht vom 2
1.
Oktober 2011
werde erwähnt
, dass in der Gefängniszelle des Exploranden Tabletten gefunden worden seien. Die
s
weise darauf hin, dass er die Medikamente nicht regelmässig eingenommen habe. Die Angabe zur Medikamenteneinnahme könne kaum unb
ewussten Mechanismen zugeordnet werden.
Es seien bewusste Mechanismen verantwortlich zu machen (S. 28 f.). Während die Er
gebnisse der ersten Bestimmung
des Plas
maspiegels für Que
tiapin derart tiefe Werte aufgewie
sen habe, dass von einer fehlenden Nachweisbarkeit gesprochen werden könne, hätten die Werte vier Tage später im oberen
Referenzbe
reich gelegen
(S. 29
Mitte). Mit Sic
herheit bestehe keine tägliche und
lang
andauernde Einnahme der Medi
kamente durch den Exploranden, im Gegensatz zu den subjektiven Angaben in der Begutachtung. Weiter müsse davon ausgegangen werden,
dass
der Explorand Quetiapin zwischen dem 1
5.
und 1
8.
Januar 2018 wieder eingenommen habe, allenfalls erst unmittelbar nach der psychotherapeutischen Sitzung vom 1
9.
Januar 2018
(S. 29 unten).
Die Inkonsistenzen seien auch deshalb störend, weil sie für Patienten mit Zwangs
störungen atypisch seien. Weiter werde dadurch die Frage aufgeworfen, inwiefern die Angaben des Exploranden zu seiner Zwangsstörung schlechthin valide seien (S. 30 oben).
Das
Ausmass des delinquenten Verhaltens, wie es in den beiden
forensisch
-
psychiatrischen Gutachten eingehend beschrieben worden sei, sei mit
den
Z
wangsbeschwerden nicht zu vereinbaren, wie sie der Explorand in der Begutachtung mitgeteilt habe. Nach seinen subjektiven Angaben wäre er kaum in der Lage, über genügend lange Zeiträume hinweg zielgerichteten Handlung
en nachzugehen, geschweige denn
diese zu planen und zu strukturieren. Die delin
quenten Handlungen erforderten
jedoch
eine ausserordentlich hohe Planungs- und Strukturierungsfähigkeit, die durch sich immer wieder aufdrän
gende
Zwangssymptome nicht tangiert beziehungsweise gestört werden dürften (S. 30 unten).
Dr.
J._
habe über ein
seit Jahren
weitgehend konstantes Beschwerdebild berichtet (S. 31 oben).
Es
lägen psychosoziale Belastungsfaktoren vor, die die Entwicklung der Beschwerden möglicherweise relevant beeinflussen würden. Die eheliche Situation bleibe unklar. Die Ehefrau
des Beschwerdeführers
lebe zusam
men mit dem gemeinsamen Kind im Kosovo. Die finanzielle Situation bleibe ebenfalls unklar (S. 31
Ziff.
9).
Der Explorand habe in einem möglicherweise sehr kurzen Zeitraum eine hohe Dosierung von Quetiapin - nicht aber von Clomipramin - eingenommen. Dies verdeutliche, dass
er
durchaus in der Lage sei, Handlungen zu planen und allfällige Konsequenzen von Verhaltensweisen zu erkennen und abzuschätzen. Die Inkonsistenzen
bed
euteten letztlich, dass sich der Explorand einer validen und erfahrungsgemäss wirkungsvollen Behandlung immer wieder entziehe oder dass
er
eine solche zumindest nicht regelmässig und konsequent wahrnehme. Es sei die Frage zu stellen, ob tatsächlich all jene störungsbedingten qualitativen Funktionseinbussen bestünden, die bei einer der
art schweren Zwangsstörung zu erwarten wären (S. 32 unten).
3.7.4
U
nter der Voraussetzung einer einwandfreien medikamentösen C
ompliance
sei die Prognose
gut, dass der Explorand im ersten Arbeitsmarkt vollzeitlich arbeits
tätig sein werde (S. 34 oben). Aus psychiatrischer Sicht bestehe in der ange
stammten Tätigkeit und in einer Verweistätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
(S. 34
Ziff.
6-7). Weiter bestünden keine Hinweise dafür, dass die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht jemals relevant beeinträchtigt gewesen sei (S. 34
Ziff.
8).
3.7.5
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
kamen
am 2
0.
Februar 2018 (
Urk.
6/126/
3
9)
gesamt
haft zur Einschätzung, dass
keine psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe und der
Beschwerdeführer
eine LWS-schonende Tätig
keit benötige. Dabei könne er Lasten bis zu 12.5 kg hantieren und nicht in Nässe, Kälte oder grossen Temperaturschwankungen tätig sein. Diesem Profil entspre
chende Tätigkeiten könne er, bezogen auf ein Pensum von 100
%
, zu 100
%
aus
üben.
In einer
angepassten Tätigkeit
habe
nie eine lang andauernde Arbeitsunfä
higkeit bestanden.
3.8
Dipl. med.
K._
, Facharzt für Neurologie und für P
sychiatrie und Psychothera
pie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am 2
0.
März 2018 (
Urk.
6/127 S. 5 f.) Stellung zu den Gutachten von
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
.
Er
führte aus,
das Gutachten von
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
erfülle
die formalen Qualitätskriterien,
sei nachvollziehbar und in den Schlussfolgerungen plausibel (S. 5 unten).
Für die
bisherige Tätigkeit als Hilfs
arbeiter und LKW-Chauffeur besteh
e
eine reduzierte Belastbarkeit des Achsenske
letts. Zu vermeiden seien
zudem
eine Kälte-
und Nässeexposition und das Heben und Tragen schwerer Lasten. Als Belastungsprofil
komme
eine leichte bis knapp mittelschwere Tätig
keit
in Frage
mit Gewichten bis 12.5 kg. In der bisherigen Tätigkeit als LKW-Chauffeur bestehe seit Februar 2010 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
. In einer angepassten Tätigkeit habe nie eine länger andauernde Einschränkung bei einer Arbeitsfähigkeit von 100
%
bestanden (S. 6 oben).
Im Fall einer leitliniengerech
ten Behandlung und Therapieadhärenz und bei einer entsprechenden Medika
menten
-C
ompliance sei ein Rückgang der Zwangssymp
tome zu erreichen. Für die Erhaltung der Arbeitsfähigkeit sollte die psychiatrische Behandlung fortgeführt werden. Der Plasmaspiegel der Medikamente sollte regel
mässig überwacht wer
den (S. 6 Mitte).
Der Morbus Bechterew (Spondylitis
ankylosans
) beeinträchtige die Arbeitsfähig
keit in der bisherigen Tätigkeit. Infolge vieler Inkonsistenzen und Falschaussagen des Beschwerdeführers sei das Ausmass der psychischen Störung nicht so hoch, dass sie die Arbeitsfähigkeit einschränke (S. 6 unten).
3.9
Die Ärzte der
D._
berichteten am 2
8.
November 2018 (
Urk.
6/146/1-4) über eine stationäre Behandlung des Beschwerdeführers
in der
D._
vom 2
9.
August bis
3.
Oktober 2018 (S. 1 oben).
Sie
nannten als psychiatrische Diagnosen Zwangs
gedanken und -handlungen, gemischt (ICD-10 F42.2) und eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 F33.0). Als somatische Diagnose nannten sie eine Spondyloarthritis (S. 1 Mitte).
Die Ärzte der
D._
führten aus, der Beschwerdeführer sei zur Krisenintervention und zur medika
mentösen Optimierung in die Klinik eingetreten. Vorbekannt sei eine seit der Kindheit bestehende schwere Zwangsstörung mit Z
wangshandlun
gen und -gedanken. Er habe sich beim Eintritt sehr verzweifelt gezeigt und einen sehr hohen Leidensdruck erlebt, da die Zwangsstörung sei
n
en gesamten Alltag domi
niere und mitunter auch zu grossen Entscheidungsschwierigkeiten beitrage (S. 3 oben). Aufgrund der ausgeprägten Zwangsstörung sei die Teilnahme am multi
modalen Therapieprogramm nicht möglich gewesen. Der Patient habe sich haupt
sächlich in seinem Zimmer aufgehalten. Seit dem Eintritt in die Klinik habe er neue Zwangsgedanken und -handlungen entwickelt (S. 3 Mitte).
Während des Aufenthaltes sei der Spiegel für Clomipramin bestimmt worden. Es sei festgestellt worden, dass der Wert weit unterhalb des Referenzbereiches gele
gen habe, worauf das Medikament schrittweise aufdosiert worden sei (S. 3 unten).
3.10
3.10.1
Dr.
med.
C._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothera
pie, erstattete am
3.
August 2021 (
Urk.
19) im Auftrag des Sozialdienstes
O._
ein psychiatrisches Gutachten. Die Untersuchung erfolgte am
3.
Juni 2021 (S. 1).
Dr.
C._
führte aus, gemäss
den Angaben des
Explorand
en
leide er an einer
somatisch bedingten Schmerzproblematik,
an einer seit der Kindheit bestehenden Zwangssymptomatik und an einem depressiven Zustandsbild.
Er habe
über seit etwa 2008 bestehende Rückenschmerzen berichtet mit Ausweitung in die Hüft- und Beckenregion und in thorakale Regionen. Seit der frühen Kind
heit bestünden Zwänge, zunächst in Form von Zwangshandlungen. Seine Schwestern hätten darauf mit Angst und Abscheu und später mit Gewalt regiert (S. 6
Ziff.
3.1 oben).
Der Explorand empfinde das Leiden
insgesamt als
stationär bis tendenziell pro
gredient (S. 6
Ziff.
3.3). Nach der obligatorischen Schulzeit habe er über mehrere Jahre diverse Hilfstätigkeiten
mit schwerer
körperlicher
Belastung
ausgeübt. In der Schweiz habe er zunächst
Gelegenheitsarbeiten verrichtet. Anschliessend
sei er
bei zwei Unternehmen mit einem Pensum von 100
%
als Lagerist
angestellt gewesen
. Von 2005 bis 2009 habe er bei der
L._
AG mit einem Pensum von 100
%
als Lagerist und Chauffeur gearbeitet
(S. 7 Mitte).
Der Explorand pflege kaum soziale Kontakte. Die Partnerschaft und das Fami
lienleben seien durch seinen Gesundheitszustand sehr belastet. Obwohl er sich freue, dass seine Familie seit einem Jahr bei ihm sei, stehe er nun unter einem erheblichen Druck (S. 8 unten).
Zur Zwangssymptomatik beschreibe er eine glo
bale Anhedonie, eine
Dyssomnie
mit
einer durch eine Grübelneigung beding
ten
Einschlafstörung und
einer schmerzbedingten
Durchschlafstörung mit konse
k
utiv anhaltender Müdigkeit und einer schnellen
Erschöpfbarkeit.
Aufgrund eines
zunehmenden sozialen Rückzug
s
fehlten dem Beschwerdeführer jegliche Aussen
kontakte (S. 9 unten).
3.10.2
Der Beschwerdeführer habe sich für seinen Husten entschuldigt, welcher psy
chisch bedingt sei (S. 10
Ziff.
4.1). Er habe über die Entwicklung des komple
xen, insgesamt progredienten Beschwerdebildes und
ein
zum Teil gewaltsame
s
Unver
ständnis des familiären und sozialen Umfeldes berichtet. Der Explorand wirke in der Grundstimmung deutlich zum depressiven Pol hin verschoben und ange
spannt und belastet (S. 10
Ziff.
4.3 unten).
Die Schilderung der Zwangs
gedanken und -handlungen
sei
umfassend und anschaulich
erfolgt
.
Hinsichtlich der
Kon
zentration und Aufmerksamkeit
sei
es
zu einem tendenziellen Leistungs
abbruch
gekommen
. Die Beantwortung von Fragen sei zum Teil etwas umständ
lich erfolgt, jedoch ohne logische Brüche
. Anhaltspunkte für Wahnstörungen, eine Störung des Ich-Erlebens oder Wahrnehmungsstörungen hätten nicht bestanden
(S. 11 oben).
Der Explorand erlebe sich
im Zusammenhang mit der Entwicklung des Beschwerdebildes als zunehmend angespannt, gereizt und belastet (S. 11 Mitte). Die Stimmung habe er als schlecht bezeichnet. Die Mimik und Gestik hätten eine als belastend empfundene Lebe
ns- und Alltagssituation wider
gespiegelt, die vom Exploranden
auch verbalisiert
worden sei
(S. 11 unten). In Bezug auf das psychi
sche Beschwerdebild sei er krankheitseinsichtig und behandlungswillig (S. 12 oben). Das Beck-Depressionsinventar entspreche dem Wert einer mittelgradigen Depression (S. 12 Mitte).
Der Beschwerdeführer sei seit 2013 kontinuierlich bei
Dr.
J._
in
ambulanter
Behandlu
ng mit wöchentlichen Sitzungen. Diese erfolgten je nach
Verlauf und dem Z
ustandsbild sogar mehrmals wöchentlich
(S. 12
Ziff.
5 unten).
Dr.
J._
habe
keinen Anlass, an der Compliance des Exploranden zu zweifeln (S. 13 oben). Der seit früher Kindheit bestehenden Zwangssymptomatik sei durch die familiäre und soziale Umgebung feindselig bis gewalttätig begegnet worden. Bei der Ent
wicklung der Strukturvulnerabilität sei eine posttraumatische Genese nahe
lie
gend. Der Explorand habe beschrieben, dass er sehr früh Fremdartigkeits- und Entfremdungsgefühle gehabt habe (S. 14 oben).
Dr.
C._
nannte als psychiatrische Diagnosen (S. 14 unten):
-
Zwangsstörung, Zwangsgedanken und -handlungen, gemischt (ICD-10 F42.2), Differentialdiagnose: anankastische (zwanghafte) Persönlichkeits
störung (ICD-10 F60.5)
-
Rezidivierende depressive Störung mit Somatisierung und intermittieren
den suizidalen Phasen (ICD-10 33.2).
Das aktuelle Beschwerdebild entspreche eine
r
schwergradigen psychischen Beeinträchtigung.
Es bestehe eine deutliche Einschränkung der Funktionalität im Alltag und
vor allem in
der Lebensqualität. Bei einer fortgeschrittenen Chronifi
zierung, einer innerpsychischen Verfestigung und psychodynamisch relevanten Kontextfaktoren sei von einer höhergradigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen (S.
14 unten).
Der Leidenszustand des Exploranden sei geprägt von der alles umfassenden Zwangssymptomatik, gepaart mit einer zunehmend affektiv geprägten Resigna
tion (S. 16 unten). Es falle auf, dass der psychiatrische Gutachter
Dr.
A._
im Rahmen der Konsistenzprüfung durch seine kriminalistisch ambitionierten Betrachtungen und Überlegungen
zwar
Aktenkenntnis nachgewiesen habe. Er laufe allerdings Gefahr, seine gutachterliche Neutralität zu Gunsten einer vorein
genommenen Betrachtungsweise zu gefährden (S. 16 f.).
Mehrere
behandelnde Fachärzte
hätten
von einer komorbiden Problematik bei einer Zwangserkrankung und einer chronisch depressiven S
törun
g berichtet
(S.
17 oben). Die depressive Symptomatik erfülle nahezu alle typischen Symp
tome beziehungsweise diagnostische
n
Kriterien für eine schwergradige depressive
Episode nach ICD-10 F33.2, S. 17 unten). Der Explorand leide neben der schwer
gradigen Zwangs
störung an einer chronifizierten
komo
r
biden depressiven Prob
lematik und einer somatisch bedingten Schmerzproblematik
, verbunden mit einem tendenziell ängstlich-vermeidende
n
Sc
hmerzverhalten. Dieses limitier
e möglicherweise die bisherigen ambulanten Therapieversuche. Mittlerweile sei von einer
fortgeschrittenen
innerpsychischen Verfestigung, einer konsekutiven Chronifizierung und einer zunehmenden Invalidisierung des Leidens auszugehen (S. 18
Ziff.
7.2). Der Explorand befinde sich seit 2013 kontinuierlich in einer hochfreque
nten psychiatrischen Behandlung. Aus den Angaben über den Verlauf der Behandlung
würden
die Schwere der Erkrankung und die Verschlechterung des Zustandsbildes seit 2019 durch eine komorbid
exazerbierende
depressive Störung sowie eine gute Therapieadhärenz objektiviert (S. 18 f.
Ziff.
7.2).
Zwangshandlungen, -gedanken und Zwangsstörungen stellten eine schwergra
dige psychiatrische Alteration dar. Häufig seien wie vorliegend depressive Störungen komorbid feststellbar.
Prognostisch günstig wirkten das als tragend geschilderte Bezugssystem zur Ehefrau und den Söhnen und die Einschätzung des Exploranden, der die Psychotherapie als psychisch entlastend und tendenziell stabilisierend erlebe (S. 19 unten).
3.10.3
Das aktuelle Beschwerdebild entspreche einer schwergradigen (zwanghaft-obsessiven, depressiven) psychiatrischen Beeinträchtigung. Die Einschränkung der Funktionalität im Alltag und
in
der Lebensqualität sei deutlich. Es sei von einer höhergradigen
Arbeitsunfähigkeit auszugehen, wobei
eine Arbeitsunfähig
keit von mindestens 80
%
gerechtfertigt
sei
. Der Explorand sei auch in einer adap
tierten Tätigkeit mindestens zu 80
%
arbeitsunfähig (S. 20
Ziff.
8 oben). Er komme auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht zurecht. Sämtliche Massnahmen soll
ten einen therapeutischen Zweck erfülle
n
. Eine Unterstützung zur Reintegra
tion im Sinne eines
allmählichen Wiedereinstiegs in eine Funktions- und Arbeits
tä
tigkeit erscheine aktuell wenig sinnvoll. Therapeutische Massnahmen zur Struk
turierung und Wiederherstellung einer Tagesstruktur seien sinnvoll und indiziert. Grundsätzlich sei eine Tätigkeit sinnvoll, in der es um eine regelmässige Präsenz von mindestens einigen Stunden halbtags gehe. Inwieweit in dieser Zeit eine Leis
tungsfähigkeit bestehe, lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund der einmali
gen Exploration schwer einschätzen. In einem Beschäftigungsprogramm sei eine Präsenzzeit von zwei bis vier Stunden am Tag möglich und zumutbar
(S.
20
Ziff.
8 unten).
4.
4.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE
134 V 231 E.
5.1, 125 V 351 E.
3a, 122 V 157 E.
1c).
4.2
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art.
4 Abs.
1 IVG sowie Art.
3 Abs.
1 und Art.
6 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE
145 V 215 E.
5.1, 143 V 409 E.
4.5.2, 141 V 281 E.
2.1, 130 V
396
E.
5.3 und E.
6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krank
heit
ist jedoch nicht ohne W
eiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE
145 V
215 E.
5.3.2,
1
43 V 409 E.
4.2.1, 141 V 281 E.
3.7, 13
9 V 547 E.
5.2, 127 V 294 E.
4c; vgl. Art.
7 Abs.
2 ATSG).
4.3
Mit BGE
143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E.
6 und
7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indikatoren, die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer
seits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE
141 V 281 E.
2, E.
3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 15
.
Februar 2018 E.
5.1). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Inva
liditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweis
losigkeit zu tragen (BGE
141 V 281 E.
6; vgl. BGE
144 V 50 E.
4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_
580/2017 vom 16.
Januar 2018 E.
3.1 mit Hinweisen).
5.
5.1
Der B
eschwerdeführer ist seit 2013 bei
Dr.
J._
i
n
ambulanter psychiatrischer B
ehandlung (E. 3.5 hiervor).
Aktenkundig sind zudem mehrere stationäre psychi
atrische Behandlungen
(vgl. E. 3.1, 3.3 und 3.9).
Zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers liegen im
Wesentlichen
das rheumatologische Gutachten von
Dr.
Z._
vom 1
3.
Februar 2018,
das psychiat
rische Gutachten von
Dr.
A._
vom 2
0.
Februar 2018
sowie
das psychiatrische Gutachten von
Dr.
C._
vom
3.
August 2021 vor.
Dr.
Z._
nannte als rheuma
tologische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeit
sfähigkeit eine Spondylitis
ank
y
l
osans
. Die Gutachterin kam zur Einschät
zung, dass
in der
angestammte
n
Tätigkeit als LKW-C
hauffeur eine Arbeitsun
fähigkeit von 100
%
bestehe. In einer angepassten Tätigkeit habe dagegen nie eine langandauernde Arbeitsunfähigkeit bestanden
(vorstehend E. 3.6.2 und 3.6.3
)
.
Dr.
A._
nannte als
Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine Zwangsstörung und
Zwangsgedanken und -handlungen, gemischt (E. 3.7.2).
Vor dem
Hintergrund der
im Gutachten diskutierten
Inkonsistenzen
attestierte
der Gutachter
für die angestammte
und
für
eine angepasste
Tätigkeit eine Arbeits
fähigkeit von 100
%
(E
.
3.7.4 hiervor)
.
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
kamen
gesamthaft
zur Einschätzung, dass
in einer ange
passten Tätigkeit nie eine
längerdauernde Arb
eitsunfähigkeit bestanden habe (E
.
3.7.5).
Dr.
C._
nannte als psychiatrische Diagnosen
eine
Zwangsstörung, Zwangsge
danken und -handlungen, gemischt
,
sowie
eine rezidivierende depressive Störung mit Somatisierung und intermittierenden suizidalen Phasen. Als Differential
diagnose nannte sie eine anankastische Persönlichkeitsstörung (
vorstehend
E.
3.10.2). Die Gutachter
in
attestierte eine Arbei
t
sunfähigkeit von 80
% (E.
3.10.3).
5.2
Die
Gutachten von
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
beruhen auf den erforderlichen
rheu
matologischen und psychiatrischen
Untersuchungen und
erweisen sich für die streitigen Belange als umfassend.
Dr.
A._
ging
detailliert auf den
Befund des Labors
zur Medikamenten
-C
ompliance ein
.
Die Überprüfung
ergab
unter anderem
, dass der Medikamenten
spiegel für Quetiapin zunächst im Bereich der fehlenden Nachweisbarkeit und vier Tage später im oberen Referenzbereich
lag.
N
ach der Konfrontation des Beschwerdeführers mit den Ergebnissen
wurde das Medikament
mutmasslich kurzfristig eingenommen
.
Der
Gutachter
hielt
dazu fest
,
dass
bewusste Mechanis
men
für
die nachw
eisbar falsche
n
Angabe
n
des Beschwerdeführers
zur
Einnahme der Medikamente
verantwortlich
zu machen
sind
(E. 3.7.3 hiervor)
.
Dr.
A._
wies weiter darauf hin, dass der Beschwerdeführer gegenüber
Dr.
F._
eine Krank
schreibung beziehungsweise die Ausrichtung eines vollen Krankentag
geldes gefordert hatte (
vgl.
E. 3.2). Das
beschriebene
Verhalten lässt
tendenziell
darauf schliessen, dass der Beschwerdeführer
auf eine Rente
fixiert ist
.
Weiter wurde angegeben
, dass die Intensität der bei der Begutachtung beschriebenen Zwangs
symptome mit
dem aktenkundigen
delinquenten Verhalten des Beschw
erdefüh
rers
nicht
zu ve
reinbaren
ist
, da die
begangene
Straftat
eine hohe Planungs- und Strukturierungsfähigkeit voraus
setz
t
.
G
emäss
dem Ermittlungs
verfahren
hat
der Beschwerdeführer
bei Telefongesprächen
zudem
keine Auffälligkeiten bezüglich eines Hustens gezeigt
(E. 3.7.3).
Der psychiatrische Gutachter
setzte
sich
sodann
detailliert mit den Angaben des Beschwerdeführers und mit dem
Krankheitsverlauf auseinander und die
Diagnose
wurde
ausführlich hergeleitet.
Das psychiatrische Gutachten von
Dr.
A._
ver
mag im
Hinblick auf die Diskussion der
laut seiner Einschätzung für Patienten mit Zwangsstörungen gerade atypischen
Inkonsistenzen zu überzeugen
, wobei insbesondere auch auffällt, dass der Beschwerdeführer bei der rheumatologischen Begutachtung nicht annähernd das in der psychiatrischen Untersuchung gezeigte Verhalten präsentiert hat (E. 3.7.2)
.
Überzeugend
schloss
Dr.
A._
sodann auch
eine Panikstörung und eine relevante Affektpathologie
aus
(
Urk.
6/126 S. 25 f.
Ziff.
5-6
).
Es
erweist sich daher
als nachvollziehbar, dass
der Gutachter für die angestammte und eine angepasste Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
attestierte. Die Gutachten von
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
vermögen
somit
bezüglich
der Darstellung
der medizinischen
Situation
und der Schlussfolgerun
gen der Gut
achter zu überzeugen.
Die Gutachten von
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
erweisen
sich
demzufolge
als beweistauglich (vgl. E. 4.1).
5.3
Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherungsgericht die Gesetzmässigkeit des angefochtenen Entscheids in der Regel nach dem Sachver
halt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens gegeben war. Tat
sachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 131 V 242 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b).
Im Rahmen des vorliegenden Verfahrens sind
daher
grundsätzlich die Verhältnisse zum Zeitpunkt der Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2
0.
Mai 2019 zu beurteilen.
Dr.
C._
äusserte sich
im
psychiatrischen Gutachten vom
3.
August 2021
nicht näher
zum Krankhe
itsverlauf (E. 3.10.2 hiervor
;
Urk.
19 S. 18
Ziff.
7.2
).
Damit erscheint
zumindest
fraglich, ob d
as
fast zwei Jahre nach
Verfügungserlass
datierende
Gutachten
Rückschlüsse auf den Gesundheits
zustand des Beschwerdeführers im Mai 2019
erlaubt
.
Weiter
nahm
Dr.
C._
im Rahmen
ihrer
Begutachtung t
rotz
entsprechen
der Hin
weise im Gutachten von
Dr.
A._
offenbar
keine
eigene
Überprüfung des Medi
kamentenspielgels
vor
(vgl.
Urk.
19 S. 1
, S. 8 oben
)
.
Die Gutachter
in
ging auch nicht
näher
auf die
weiteren
von
Dr.
A._
beschriebenen Inkonsistenzen ein.
Zudem erfolgte
weder
eine eingehende Auseinandersetzung mit den
– nicht voll
ständig vorliegenden (
Urk.
19 S. 3
Ziff.
1.3, S. 4 f.
Ziff.
2
) -
Vorakten
noch wur
den anhand der genauen Befunde die – im Übrigen mit
Dr.
A._
übereinstim
menden - Diagnosen und insbesondere die daraus resultie
renden funktionellen Einschränkungen schlüssig hergeleitet. Dies wäre aber gerade auch im Hinblick auf die attestierte hohe Arbeitsunfähigkeit von mindes
tens 80
%
unabdingbar gewesen
.
Das Gutachten von
Dr.
C._
erfüllt die Anforderungen an den Beweis
wert eines medizinischen Gutachtens
daher
nicht.
5.4
D
ie Ärzte der
D._
äusserten sich
im Bericht vom 2
8.
November 2018
nicht zur Arbeitsfä
higkeit des Beschwerdeführers
(vorstehend E. 3.9)
. Der Bericht ist
somit
nicht geeignet, die Beurteilung durch
Dr.
A._
in Zweifel zu ziehen.
Im Übrigen
stellten
die Ärzte
einen bei Eintritt
im August 2018
weit unter dem Referenzwert liegenden
Clomipraminspiegel
fest
.
Dies deckt sich insofern mit den Ausführun
gen von
Dr.
A._
, als er
bereits
anlässlich seiner Begutachtung im Januar 2018
darauf hinwies, dass
sich der Beschwerdeführer einer wirkungs
vollen Behandlung immer wieder entzieht (E. 3.7.3).
Der Beurteilung durch
Dr.
J._
aus dem Jahre 2016 (E. 3.5) sowie
der
im Gutachtenszeitpunkt
bei ihr
eingeholten Fremdaus
kunft (
Urk.
6/126 S. 13
oben
)
kann ebenfalls nicht gefolgt werden.
In diesem
Zusammenhang ist auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass Hausärzte - beziehungsweise regelmässig behandelnde Spezialärzte (vgl. Urteil des Bundes
gerichts I 551/06 vom
2.
April 2007 E. 4.2) - mitunter im Hin
blick auf ihre auf
tragsrechtliche Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patien
ten aussagen. Der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch die behandelnde Psy
chiaterin kann daher nicht gefolgt werden.
Dr.
A._
stellte die
Diagnose einer Zwangsstörung, Zwangsgeda
nken und -handlungen, gemischt
, welche
sich jedoch nicht einschränkend auf die Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers
aus
wirkt
.
Gemäss
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
ist dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als LKW-Chauffeur aus rheu
matologischer
Sicht zwar nicht mehr möglich. Da in einer angepassten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
besteht, vermag
der Beschwerdeführer
damit
ein
rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen. Eine Invalidität und ein Renten
anspruch
sind
daher zu verneinen.
5.5
Zusammenfassend verneinte die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Rentenan
spruch. Die angefochtene Verfügung vom 2
0.
Mai 2019 erweist sich
nach dem Gesagt
e
n
als rechtens. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.
6.
6.1
Der Beschwerdeführer beantragte die Bewilligung der unentgeltlichen Prozess
führung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung (
Urk.
1 S. 2
unten
).
Die Voraussetzungen zur Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen Rechtsvertretung sind vorliegend erfüllt.
6.2
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtkosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG). Vor
liegend sind die Kosten auf
Fr.
800.-- fest
zusetzen
. Ausgangsgemäss sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Zufolge
Gewährung der unentgeltlichen Prozess
führung sind die Kosten jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
6.3
De
r
unentgeltliche Rechtsvertreter ist für seine Aufwendungen
bei einem praxis
gemässen Stundenansatz von
Fr.
220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) mit
Fr.
1’800
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
6.4
Der Beschwerdeführer ist auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht (GSVGer) hinzuweisen, wonach er zur Nachzahlung der Gerichts
kosten und der Auslagen für die Vertretung verpflichtet werden kann, sofern er dazu in der Lage ist.