Decision ID: 3e288c2a-ab2d-5258-91a1-25f203daab55
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die Schweizer Wort-/Bildmarke CH 714'895 "giardino (fig.)" wurde am
4. April 2018 in Swissreg veröffentlicht. Sie ist für folgende Waren und
Dienstleistungen eingetragen:
Klasse 12 Fahrzeuge; Autobusse; Boote; E-Bikes; Elektrofahr-
zeuge; Fahrräder; Flugzeuge; Jachten; Kleinbusse; zivile
Drohnen
Klasse 35 Beratung in Bezug auf Verwaltung und Leitung von Ho-
tels; Geschäftsführung von Hotels; Büroarbeiten; Unter-
nehmensverwaltung; Werbung
Klasse 43 Beherbergung von Gästen in Hotels, Motels und Pensio-
nen; Bewirtung von Gästen; Verpflegung von Gästen; Be-
ratung in Bezug auf Hotels
Die Marke hat folgendes Aussehen:
B.
Gegen diese Eintragung wurde Widerspruch erhoben, basierend auf der
Wortmarke CH 717'525 "Giardino". Diese ist für folgende Dienstleistungen
eingetragen:
Klasse 35 Werbung (soweit nicht den Garten betreffend); Ge-
schäftsführung; Unternehmensverwaltung; Büroarbeiten
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Klasse 43 Dienstleistungen zur Verpflegung von Gästen in Hotels,
Restaurants und Beherbergungsbetrieben, ausgenom-
men Verpflegung in Gärten; Dienstleistungen zur Beher-
bergung von Gästen in Hotels, Appartements, Herbergen
C.
Mit Verfügung vom 30. Oktober 2019 hiess die Vorinstanz den Widerspruch
hinsichtlich der Dienstleistungen der Klassen 35 und 43 gut und widerrief
die Eintragung der angefochtenen Marke im genannten Rahmen. Für die
Waren der Klasse 12 wies sie den Widerspruch ab. Die Vorinstanz begrün-
dete diesen Entscheid im Wesentlichen wie folgt: Die Waren der Klasse 12
seien nicht gleichartig mit den Dienstleistungen der Klassen 35 oder 42,
weshalb diesbezüglich der Widerspruch abgewiesen werden müsse. Hin-
gegen bestehe zwischen den beanspruchten Dienstleistungen der Klassen
35 und 43 jeweils entweder Gleichheit oder starke Gleichartigkeit. Weiter
sei aufgrund der beidseitigen Verwendung des Begriffs giardino eine Zei-
chenähnlichkeit gegeben. Da zudem die ältere Marke integral in die jün-
gere Marke übernommen werde, bestehe eine Verwechslungsgefahr.
Gründe, welche für eine Ausnahme von der Verwechslungsgefahr spre-
chen würden, lägen nicht vor.
D.
Gegen diese Verfügung wurde mit Schriftsatz vom 3. Dezember 2019 Be-
schwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht. Der Beschwerde-
führer beantragt, die Verfügung vom 30. Oktober 2019 aufzuheben, soweit
sie in Ziffer 1 in den Klassen 35 und 43 den Widerspruch gutheisse. Alles
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zu
Lasten der Beschwerdegegnerin.
Der Beschwerdeführer begründet seine Beschwerde im Wesentlichen mit
dem Argument, dass die Dienstleistungen Beratung in Bezug auf Verwal-
tung und Leitung von Hotels der Klasse 35 sowie Beratung in Bezug auf
Hotels der Klasse 43 der angefochtenen Marke mit den Dienstleistungen
der Widerspruchsmarke nicht gleichartig seien. Denn die angefochtene
Marke beanspruche die Dienstleistung der Beratung eines Geschäftsbe-
triebs wohingegen die Widerspruchsmarke die Dienstleistung der Ausfüh-
rung eines Geschäftsbetriebs beanspruche. Weiter argumentiert der Be-
schwerdeführer, dass die Widerspruchsmarke kennzeichnungsschwach
sei, da die beanspruchten Dienstleistungen am Ort, den die Marke be-
schreibe, nämlich einem Garten, erbracht werden können. Zusammen mit
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den Bildelementen der angefochtenen Marke ergäbe sich dadurch ein ge-
nügender Abstand zwischen den beiden Marken, sodass eine Verwechs-
lungsgefahr ausgeschlossen werden könne.
E.
Mit Schreiben vom 20. Februar 2020 verzichtete die Vorinstanz unter Hin-
weis auf die angefochtene Verfügung auf eine Vernehmlassung.
F.
Mit Beschwerdeantwort vom 22. April 2020 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zu Lasten des Beschwerdeführers.
Im Wesentlichen argumentiert die Beschwerdegegnerin, dass die Gleich-
artigkeit zwischen den Dienstleistungen der Widerspruchsmarke Ge-
schäftsführung; Unternehmensverwaltung und der Beratung in Bezug auf
Verwaltung und Leitung von Hotels sowie Beratung in Bezug auf Hotels der
angefochtenen Marke sehr wohl gegeben sei. Es existierten durchaus Un-
ternehmen, welche bspw. sowohl Beratung als auch die eigentliche Unter-
nehmensverwaltung für Hotels und Gastrounternehmen anbieten würden.
Der Unterschied dieser zwei Dienstleistungen sei fliessend, denn sie be-
friedigten letztlich dasselbe Bedürfnis. Weiter ist die Beschwerdegegnerin
der Ansicht, dass die Kennzeichnungskraft der Widerspruchsmarke nicht
geschwächt sei, da gerade die möglicherweise beschreibende Erbringung
der beanspruchten Dienstleistungen in einem Garten per Disclaimer aus-
geschlossen wurde. Vielmehr sei die Kennzeichnungskraft sogar gestei-
gert, da einerseits eine Markenserie mit dem Element giardino bestehe und
andererseits das Widerspruchszeichen intensiv gebraucht würde. Diesbe-
züglich legt die Beschwerdegegnerin entsprechende Beweismittel ins
Recht. Im Übrigen seien die Bildelemente der angefochtenen Marke, fünf
Sterne und ein Hotel, beschreibend und würden daher kaum zum Zeichen-
abstand beitragen.
G.
Mit Eingabe vom 21. Juli 2020 replizierte der Beschwerdeführer nach zwei-
malig erstreckter Frist. Er hält an den Beschwerdeanträgen fest. Im We-
sentlichen widerspricht der Beschwerdeführer in seiner Replik der Ansicht
der Beschwerdegegnerin, wonach die Grenze der strittigen Dienstleistun-
gen fliessend seien und ist der Ansicht, dass es sich bei den genannten
Dienstleistungen um zwei verschiedene Märkte handle. Bezüglich der Ver-
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wechslungsgefahr wiederholt er die bereits gemachten Argumente und be-
streitet, dass die von der Beschwerdegegnerin eingereichten Belege eine
erhöhte Verkehrsbekanntheit generieren würden.
H.
Die Beschwerdegegnerin sowie die Vorinstanz verzichteten auf eine Dup-
lik.
I.
Eine Parteiverhandlung fand nicht statt.
J.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien wird, soweit erheblich, in den Ur-
teilserwägungen detaillierter eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Beurteilung von Beschwerden ge-
gen Verfügungen der Vorinstanz in Widerspruchssachen zuständig
(Art. 31, 32 und 33 Bst. e des Verwaltungsgerichtsgesetzes [VGG,
SR 173.32]). Als Hinterlegerin und Adressatin der angefochtenen Verfü-
gung ist die Beschwerdelegitimation im Sinne von Art. 48 des Verwaltungs-
verfahrensgesetzes (VwVG, SR 172.021) beim Beschwerdeführer gege-
ben. Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht und der ver-
langte Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet (Art. 50 Abs. 1, Art. 52 Abs. 1
und Art. 63 Abs. 4 VwVG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
2.
2.1 Vom Markenschutz sind Zeichen ausgeschlossen, die einer älteren
Marke ähnlich und für gleiche oder gleichartige Waren oder Dienstleistun-
gen bestimmt sind, so dass sich daraus eine Verwechslungsgefahr ergibt
(Art. 3 Abs. 1 Bst. c des Markenschutzgesetzes vom 28. August 1992
[MSchG, SR 232.11]). An die Unterschiedlichkeit der beanspruchten Waren
und Dienstleistungen sind umso höhere Anforderungen zu stellen, je ähn-
licher sich die Zeichen sind, und umgekehrt. Eine Verwechslungsgefahr
besteht, wenn aufgrund der Ähnlichkeit der Marke Fehlzurechnungen zu
befürchten sind, welche das besser berechtigte Zeichen in seiner Individu-
alisierungsfunktion beeinträchtigen (BGE 128 III 445 E. 3.1 "Appenzeller
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Switzerland [fig.]/Appenzeller Natural [fig.]"; 128 III 99 E. 2c "Orfina"; Letz-
terer m.H.).
2.2 Die Gleichartigkeit von Waren und Dienstleistungen beurteilt sich auf-
grund der Registereinträge. Für die Annahme gleichartiger Waren und
Dienstleistungen sprechen u.a. eine einheitliche Wertschöpfungskette, ein
sinnvolles Leistungspaket der zu vergleichenden Waren, deren marktübli-
che Verknüpfung oder enge Zusammengehörigkeit mit gleichen Abneh-
merkreisen und Vertriebsstätten (Urteile des BVGer B-6761/2017 vom
5. Juni 2019 E. 2.2 f. "Qnective und Qnective [fig.]/Q qnnect [fig.]" m.H.;
B-2269/2011 vom 9. März 2012 E. 6.5.1 "Bonewelding [fig.]").
2.3 Die Markenähnlichkeit beurteilt sich nach dem Gesamteindruck, den
die Marken in der Erinnerung der angesprochenen Verkehrskreise hinter-
lassen. Diese werden die beiden Zeichen meist nicht gleichzeitig wahrneh-
men. Vielmehr ist davon auszugehen, dass dem direkt wahrgenommenen
einen Zeichen bloss das mehr oder weniger verschwommene Erinnerungs-
bild des früher wahrgenommenen anderen Zeichens gegenübersteht
(BGE 121 III 377 E. 2a "Boss/Boks").
2.4 Bei kombinierten Wort-/Bildmarken sind die einzelnen Bestandteile
nach ihrer Kennzeichnungskraft zu gewichten. Entscheidend für den Ge-
samteindruck sind die prägenden Wort- oder Bildelemente, während kenn-
zeichnungsschwache Wort- und Bildelemente diesen weniger beeinflus-
sen. Enthält eine Marke sowohl charakteristische Wort- wie auch Bildele-
mente, können diese den massgeblichen Erinnerungseindruck gleicher-
massen prägen (Urteile des BVGer B-7057/2016 vom 4. Mai 2018 E. 5.5
"7seven [fig.]/Sevenfriday" und B-4159/2009 vom 25. November 2009
E. 2.4 "Efe [fig.]/Eve" je m.w.H.). Entsprechend kann bereits angesichts ei-
ner hohen Zeichenähnlichkeit in Bezug auf das Wort- oder das Bildelement
eine Verwechslungsgefahr resultieren. Sind die Bildelemente einer kombi-
nierten Wort-/Bildmarke nur wenig kennzeichnungskräftig, treten sie beim
Zeichenvergleich in den Hintergrund (Urteil des BVGer B-7057/2016 vom
4. Mai 2018 E. 5.5 "7seven [fig.]/Sevenfriday" m.w.H.).
2.5 Bei reinen Wortmarken ist der Wortklang, das Schriftbild und gegebe-
nenfalls der Sinngehalt massgebend (BGE 127 III 160 E. 2b/cc "Securitas";
121 III 377 E. 2b "Boss/Boks"). Dabei genügt es für die Annahme der Ähn-
lichkeit, wenn diese in Bezug auf eines dieser Kriterien bejaht wird (Urteil
des BVGer B-2635/2008 vom 1. Dezember 2008 E. 6.1 "Monari/Anna Mo-
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linari"). Der Wortklang wird im Wesentlichen durch die Silbenzahl, die Aus-
sprachekadenz und die Aufeinanderfolge der Vokale bestimmt, das Er-
scheinungsbild durch die Wortlänge und die optische Wirkung der Buch-
staben. Schliesslich ist zu beachten, dass der Wortanfang respektive Wort-
stamm und die Endung in der Regel grössere Beachtung finden als dazwi-
schen geschobene, unbetonte weitere Buchstaben oder Silben (BGE 127
III 160 E. 2b/cc "Securitas"; 122 III 382 E. 5a "Kamillosan/Kamillan").
3.
Vorab sind die relevanten Verkehrskreise und deren Aufmerksamkeitsgrad
festzustellen. Hierfür ist vom Warenverzeichnis der Widerspruchsmarke
auszugehen (Urteil des BVGer B-7202/2014 vom 1. September 2016 E. 5
"GEO/Geo influence"). Die Widerspruchsmarke wird für Dienstleistungen
der Klasse 35 und 43 beansprucht. Dienstleistungen der Klasse 35 richten
sich an ein zwar breites, aber typischerweise geschäftlich interessiertes
Publikum (vgl. Urteil des BVGer B-6761/2017 vom 5. Juni 2019 E. 3.2
"Qnective und Qnective [fig.]/Q qnnect [fig.]"). Dienstleistungen der
Klasse 43 hingegen richten sich an das breite Publikum. Insgesamt kann
damit von einer leicht erhöhten Aufmerksamkeit der Verkehrskreise ausge-
gangen werden.
4.
Als nächstes ist die Gleichartigkeit der beanspruchten Dienstleistungen zu
prüfen.
4.1 Die Vorinstanz bejahte die Gleichartigkeit zwischen den Dienstleistun-
gen der Widerspruchsmarke
Klasse 35 Werbung (soweit nicht den Garten betreffend); Ge-
schäftsführung; Unternehmensverwaltung; Büroarbeiten
Klasse 43 Dienstleistungen zur Verpflegung von Gästen in Hotels,
Restaurants und Beherbergungsbetrieben, ausgenom-
men Verpflegung in Gärten; Dienstleistungen zur Beher-
bergung von Gästen in Hotels, Appartements, Herbergen
und den folgenden Dienstleistungen der angefochtenen Marke
Klasse 35 Beratung in Bezug auf Verwaltung und Leitung von Ho-
tels; Geschäftsführung von Hotels; Büroarbeiten; Unter-
nehmensverwaltung; Werbung
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Klasse 43 Beherbergung von Gästen in Hotels, Motels und Pensio-
nen; Bewirtung von Gästen; Verpflegung von Gästen;
Beratung in Bezug auf Hotels
4.2 Der Beschwerdeführer bestreitet, dass die Dienstleistungen Beratung
in Bezug auf Verwaltung und Leitung von Hotels der Klasse 35 sowie Be-
ratung in Bezug auf Hotels der Klasse 43 mit den Dienstleistungen der Wi-
derspruchsmarke gleichartig seien. Die Gleichartigkeit in den übrigen
Dienstleistungen ist indes nicht bestritten. Entsprechend werden vorlie-
gend nur die tatsächlich angefochtenen Dienstleistungen behandelt.
4.3 Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, dass die Dienstleistungen der
Widerspruchsmarke Geschäftsführung; Unternehmensverwaltung einen
anderen Abnehmerkreis hätten und einem anderen Markt zugeordnet wer-
den müssten, als die genannten Dienstleistungen der angefochtenen
Marke. Denn die angefochtene Marke konzentriere sich auf die Beratungs-
tätigkeit, wohingegen die Dienstleistungen der Widerspruchsmarke Tätig-
keiten der zu beratenden Art darstellten. Einen fliessenden Übergang zwi-
schen beratender Tätigkeit und der Tätigkeit an und für sich sieht der Be-
schwerdeführer nicht. Demgegenüber ist die Beschwerdegegnerin der Auf-
fassung, dass es durchaus Anbieter gebe, welche sowohl Beratung als
auch tatsächliche Geschäftsführung als Service anbieten würden.
4.4 Es ist in der Tat so, dass zwischen der Beratung einer Tätigkeit und der
Tätigkeit selbst nicht ohne weiteres eine Gleichartigkeit besteht. Die Bera-
tung im Bereich Restauration hat bspw. gänzlich andere Abnehmer und
benötigt anderes Know-How, als die Dienstleistung Restauration selbst.
Dieser Unterschied fällt indes nicht in jedem Fall so deutlich aus. Vorlie-
gend sind einerseits Beratungsdienstleistungen im Bereich Verwaltung,
Leitung und Hotels an und für sich, andererseits Geschäftsführung und Un-
ternehmensverwaltung beansprucht. Das erforderliche Know-How sowie
die einzusetzenden Mittel sind hierfür in beiden Fällen – wenn nicht iden-
tisch – so zumindest sehr ähnlich. Auch die Abnehmerkreise sind diesel-
ben, nämlich Gastrounternehmer. Wie die Beschwerdegegnerin aufzeigt,
gibt es denn auch Unternehmen, welche sowohl Beratung in Geschäftsfüh-
rung von Gastrobetrieben als auch die Geschäftsführung von Gastrobetrie-
ben an und für sich anbieten. Auch im klassischen Treuhandgeschäft ist
bspw. das Anbieten von Beratung und die Ausführung der tatsächlichen
Arbeit ein fliessender Übergang, wenn es um Geschäftsführung, Unterneh-
mensverwaltung oder Büroarbeiten geht. Im vorliegenden Fall erscheint es
daher artifiziell, zwischen der Beratungstätigkeit und der Tätigkeit an und
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für sich unterscheiden zu wollen. Eine markenrechtliche Gleichartigkeit
zwischen den Dienstleistungen Geschäftsführung; Unternehmensverwal-
tung; Büroarbeiten der Klasse 43 der Widerspruchsmarke und den Dienst-
leistungen Beratung in Bezug auf Verwaltung und Leitung von Hotels der
Klasse 35 sowie Beratung in Bezug auf Hotels der Klasse 43 ist somit ge-
geben.
4.5 Dass die angefochtenen Dienstleistungen in unterschiedlichen Klassen
eingeordnet sind, ist dieser Erkenntnis nicht abträglich, da die Nizzaklassi-
fikation lediglich ein mögliches Indiz der Gleichartigkeit ist, jedoch keinerlei
präjudizierende Wirkung hat (vgl. Urteil des BGer 4C_392/2000 vom 4. Ap-
ril 2001 E. 2b "Jaguar [fig.]/Jaguar"; Urteil des BVGer B-7562/2016 E. 3.3
"MERCI/Merci [fig.]"). Auch der vom Beschwerdeführer zitierte Entscheid
des EUIPO B 3 021 774 (FTI Touristik GmbH ./. FIT Gesellschaft für ge-
sundes Reisen mbH), welcher keine Gleichartigkeit der genannten Dienst-
leistungen erkennt, vermag an dem Gesagten nichts zu ändern. Einerseits
sind Entscheide des EUIPO im vorliegenden Widerspruchsverfahren nicht
bindend, andererseits ist der zitierte Entscheid lediglich sehr summarisch
und pauschal begründet, ohne auf die Differenzierung zwischen der Bera-
tung einer Tätigkeit und der Tätigkeit selber einzugehen. Entsprechend
kann der Beschwerdeführer aus diesem Entscheid nichts zu seinen Guns-
ten ableiten.
5.
Als nächstes ist die Zeichenähnlichkeit zu prüfen. Es stehen sich die Wort-
marke "Giardino" und die Wortbildmarke "giardino (fig.)" gegenüber.
5.1 Die vollständige Übernahme der Widerspruchsmarke in die angefoch-
tene Marke bringt grundsätzlich bereits eine starke Zeichenähnlichkeit mit
sich. Sie ist daher gemäss ständiger Rechtsprechung unter dem Gesichts-
punkt der Verwechslungsgefahr unzulässig, wenn das ältere Zeichen nicht
wesentlich verändert wird. Die Übernahme einer Marke kann ausnahms-
weise zulässig sein, wenn der übernommene Bestandteil derart mit der
neuen Marke verschmolzen wird, dass er seine Individualität verliert und
nur noch als untergeordneter Teil des jüngeren Zeichens erscheint (Urteile
des BVGer B-552/2017 vom 4. Dezember 2018 E. 5.1 f. "Hirsch/Apfel-
hirsch"; B-5697/2016 vom 27. Juni 2018 E. 5.1 f. "Manufactum/espresso
manufactum"; B-3328/2015 vom 18. Oktober 2017 E. 8.1 f. "Stingray/Roa-
mer Stingray"; B-4772/2012 vom 12. August 2013 E. 5.2 "Mc [fig.]/MC2
[fig.]"; B-3118/2007 vom 1. November 2007 E. 2 und E. 6.1 "Swing/Swing
Relaxx, Swing & Swing Relaxx [fig.]"; je m.H.).
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5.2 Die Widerspruchsmarke besteht vorliegend einzig aus dem Wort giar-
dino. Die angefochtene Marke besteht aus dem Wort giardino, allerdings
in einer stilisierten Schriftart und ohne Grossbuchstaben. Dem Wort sind
weiter fünf Sterne beigefügt, sowie die Abbildung eines grösseren Gebäu-
des mit einem Hauptteil mit grossem Eingang und je einem linken und rech-
ten Flügel, welcher von je einem Baum begrenzt wird. Diese Bildelemente
haben durchaus eine gewisse Wirkung im Gesamteindruck der Marke. Al-
lerdings ist diese Wirkung keinesfalls derart, dass die Widerspruchsmarke
in der angefochtenen Marke verschmölze, sodass ihre Individualität verlo-
ren ginge. Eine Ähnlichkeit der Zeichen ist damit zu bejahen.
6.
6.1 Der Beschwerdeführer argumentiert, die Kennzeichnungskraft der Wi-
derspruchsmarke sei allerdings derart gering, dass die Widerspruchs-
marke dem Gemeingut zuzurechnen sei. Dadurch resultiere eine Überein-
stimmung in lediglich gemeinfreien Teilen, weshalb die Verwechslungsge-
fahr zu verneinen sei. Im Folgenden ist somit die Kennzeichnungskraft der
Widerspruchsmarke zu prüfen.
6.2 Das Wort giardino bedeutet auf Deutsch Garten. Ein Zeichen, welches
genau den Ort der beanspruchten Dienstleistungen direkt beschreibt, ist in
der Tat nicht unterscheidungs- bzw. kennzeichnungskräftig (vgl. Urteile des
BVGer B-3549/2013 vom 8. Oktober 2014 E. 5.2.2 "Palace [fig.] und
B-3269/2009 vom 25. März 2011 E. 5.2.3 "Grand Casino Luzern"). Dies
könnte für die beanspruchten Dienstleistungen der Klasse 43 zutreffen. Al-
lerdings ist vorliegend zu beachten, dass die Widerspruchsmarke mit ei-
nem Disclaimer versehen wurde. Von den beanspruchten Dienstleistungen
werden jene ausgenommen, die in Gärten erbracht werden. Entgegen der
Auffassung des Beschwerdeführers wäre es unstatthaft, die mittels Disclai-
mer vom Markenschutz ausgeschlossenen Arten der Dienstleistungen zu
einem späteren Zeitpunkt als Grund heranzuziehen, um eine Marke als
Gemeingut zu charakterisieren (Urteil des BVGer B-552/2017 vom 4. De-
zember 2018 E. 6.1 "Hirsch/Apfelhirsch"). Aufgrund des Ortes der Erbrin-
gung der beanspruchten Dienstleistungen wird vorliegend die Kennzeich-
nungskraft daher nicht geschwächt. Weitere Gründe, wieso die Wider-
spruchsmarke als kennzeichnungsschwach zu beurteilen wäre, bringt der
Beschwerdeführer nicht vor.
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6.3 Es kann damit mindestens von einer normalen Kennzeichnungskraft
der Widerspruchsmarke ausgegangen werden. Aufgrund der nachfolgen-
den Ausführungen kann offenbleiben, ob die Kennzeichnungskraft durch
erhöhten Gebrauch bzw. durch Verwendung einer Serienmarke gesteigert
ist.
7.
Letztlich ist die Verwechslungsgefahr aufgrund der besprochenen Kriterien
zu bestimmen. Vorliegend besteht Gleichartigkeit zwischen den bean-
spruchten Dienstleistungen bei einer leicht erhöhten Aufmerksamkeit der
Verkehrskreise. Die Widerspruchsmarke hat mindestens eine normale
Kennzeichnungskraft. Die ältere Marke wird integral in die jüngere über-
nommen und leicht modifiziert sowie mit grafischen Elementen ergänzt. Die
Modifikation und die grafischen Elemente vermögen allerdings das ältere
Zeichen nicht zum Verschwinden zu bringen. Insgesamt kann damit eine
Verwechslungsgefahr nicht ausgeschlossen werden. Die Beschwerde er-
weist sich als unbegründet und ist abzuweisen.
8.
8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Gerichtsgebühren sind
nach Umfang und Schwierigkeit der Streitsache, Art der Prozessführung
und finanzieller Lage der Parteien festzulegen (Art. 63 Abs. 4bis VwVG,
Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 73.320.2]). Im Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsge-
richt ist dafür ein Streitwert zu veranschlagen (Art. 4 VGKE), wobei im Wi-
derspruchsbeschwerdeverfahren das Interesse der Widersprechenden an
der Löschung, beziehungsweise jenes der Widerspruchsgegnerin am Be-
stand der angefochtenen Marke zu gewichten ist. Bei eher unbedeutenden
Zeichen wird praxisgemäss ein Streitwert zwischen Fr. 50'000.– und
Fr. 100'000.– angenommen (BGE 133 III 490 E. 3.3 "Turbinenfuss"). Von
diesem Erfahrungswert ist auch im vorliegenden Verfahren auszugehen.
Da im Parallelverfahren B-6456/2019 der Sachverhalt sowie die Rechtsfra-
gen ähnlich gelagert sind, wie im vorliegenden Verfahren, rechtfertigt es
sich, die Verfahrenskosten zu reduzieren. Damit sind die Gerichtskosten
auf Fr. 3'500.– festzusetzen.
8.2 Der obsiegenden Partei kann von Amtes wegen oder auf Antrag eine
Entschädigung für die ihr erwachsenen notwendigen Kosten zugesprochen
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werden (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 VKGE). Die Parteient-
schädigung umfasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere not-
wendige Auslagen der Partei (Art. 8 VGKE). Vorliegend hat die Beschwer-
degegnerin keine Kostennote eingereicht. Unter Würdigung sämtlicher
massgeblicher Berechnungsfaktoren erscheint eine Parteientschädigung
in der Höhe von Fr. 2'600.– als gerechtfertigt.
9.
Gegen dieses Urteil steht keine Beschwerde an das Bundesgericht offen
(Art. 73 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005, BGG,
SR 173.110). Es wird daher mit der Eröffnung rechtskräftig.