Decision ID: c1003b7d-f68e-486e-bfb1-3103cc3f6d9c
Year: 2022
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) meldete sich am 23. August 2006 erstmals bei
der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an und beantragte eine
Umschulung in den Informatikbereich (IV-act. 1). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren (Vorbescheid vom 4. Januar 2007, IV-act. 22; Einwand vom
26. Januar 2007, IV-act. 23) wies die IV-Stelle das Gesuch mit Verfügung vom
16. Februar 2007 ab, da der Versicherte in einer angepassten Tätigkeit ein annähernd
dem bisherigen entsprechendes Erwerbseinkommen erzielen könne (IV-act. 24). Am
7. Oktober 2015 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf eine Hepatitis und eine
chronische Sarkoidose erneut zum Leistungsbezug an (IV-act. 29; vgl. auch Arztbericht
Klinik für Pneumologie Kantonsspital St. Gallen [KSSG] vom 27. Januar 2016, IV-act.
47), worauf die IV-Stelle gestützt auf eine Stellungnahme der RAD-Ärztin Dr. med.
B._, Fachärztin für Allgemeine Medizin, vom 24. Februar 2016 am gleichen Tag
verfügte, auf die Wiederanmeldung nicht einzutreten (IV-act. 52).
A.a.
In der Folge erlitt der Versicherte eine rechtsventrikuläre Dekompensation
(Hospitalisation vom 16. bis 31. März 2017, Austrittsbericht der Klinik für Kardiologie
des KSSG vom 12. April 2017, IV-act. 81-10 ff.; Bericht der Klinik für Kardiologie des
KSSG vom 24. Mai 2017, IV-act. 64) und wurde wegen einer arteriellen Hypertonie und
A.b.
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einer Sarkoidose im pulmonal-radiologischen Stadium I (vgl. Untersuchungsberichte
der Klinik für Pneumologie und Schlafmedizin KSSG vom 1. Mai 2017, IV-act. 61, und
vom 1. September 2017, IV-act. 71-6 ff.) sowie einer chronischen Hepatitis B und einer
Schistosomiasis (vgl. Bericht Klinik für Gastroenterologie/Hepatologie des KSSG vom
10. Mai 2017, IV-act. 62-1 ff.) abgeklärt bzw. behandelt. Am 31. August 2017 meldete
er sich wiederum zum Leistungsbezug an (IV-act. 54).
Mit Mitteilung vom 8. August 2018 sprach die IV-Stelle dem Versicherten
Arbeitsvermittlung zu (IV-act. 93). Ein im Mai 2018 begonnener Arbeitseinsatz in einem
50 %-Pensum bei C._ musste im Dezember 2018 aus gesundheitlichen Gründen
unterbrochen werden (vgl. Schlussbericht der den Einsatz begleitenden Organisation
D._ vom 19. Dezember 2018, IV-act. 98, sowie Assessment- und Verlaufsprotokoll
des Eingliederungsverantwortlichen, IV-act. 99). Mit Mitteilung vom 4. Januar 2019
wies die IV-Stelle das Gesuch hinsichtlich (weiterer) beruflicher Massnahmen ab (IV-
act. 102).
A.c.
Die Klinik für Pneumologie und Schlafmedizin des KSSG berichtete am
19. Oktober 2018, bezüglich Sarkoidose bestehe aktuell eine Zunahme der
Hautmanifestation bei stabilen Lungenfunktionswerten bei formal leicht restriktiver
Ventilationsstörung. Die pulmonale arterielle Hypertonie unklarer Genese sei aktuell
kardial kompensiert (IV-act. 103-4 ff.; IV-act. 106-2 ff.). Gemäss Bericht der Klinik für
Gastroenterologie/Hepatologie des KSSG vom 6. Februar 2019 zeigten sich
insbesondere mit Bezug auf die Leber keine neuen Aspekte. Es wurde festgehalten, der
Versicherte sei wieder zu 50 % arbeitstätig (IV-act. 103-9 ff.). Die Klinik für Kardiologie
des KSSG führte im Verlaufsbericht vom 14. April 2019 aus, seit der biventrikulären
kardialen Dekompensation im März 2017 sei der Verlauf von kardialer Seite her stabil.
Es persistiere im Alltag eine Anstrengungsdyspnoe NYHA II sowie eine rasche
Ermüdbarkeit nach der Belastung. Dem Versicherten sei eine leichte körperliche
Tätigkeit aus kardiologischer Sicht zumutbar. Seine derzeitige Tätigkeit könne er im
aktuellen Pensum von 50% problemlos ausüben. Aus rein kardialer Sicht spräche auch
nichts dagegen, das Pensum probatorisch leicht zu erhöhen (z.B. primär auf 60 %).
Das Heben und Verschieben schwerer Lasten bzw. körperlich schwere Tätigkeiten
sollten vermieden werden. Eine körperliche Tätigkeit sei während fünf Stunden täglich
zumutbar. Eine Arbeit ohne körperliche Tätigkeit könne probatorisch in höherem
A.d.
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Arbeitspensum versucht werden, wobei auf genügend Pausen zu achten wäre (IV-
act. 107).
Im Auftrag der IV-Stelle wurde der Versicherte durch die asim Begutachtung,
Universitätsspital Basel (nachfolgend asim) polydisziplinär begutachtet (Gutachten vom
7. Februar 2019; Prof. Dr. med. E._, Facharzt für Innere Medizin; Dr. med. F._,
Fachärztin für Dermatologie und Venerologie; Dr. med. G._, Facharzt für
Pneumologie; Dr. med. H._, Facharzt für Gastroenterologie; Untersuchungen 18.,
19. und 26. November 2019 und 4. Dezember 2019; IV-act. 138). Die Gutachter
diagnostizierten als Gesundheitsbeeinträchtigungen mit Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit eine Sarkoidose im pulmonal-radiologischen Stadium I mit
Multiorganbeteiligung (wahrscheinlich Herz, Lunge, Haut, Lymphknoten, Parotis sowie
ossäre, hepatische Beteiligung), ein chronisches Fatigue-Syndrom als Folge der
chronischen Hepatitis B-Infektion, zusätzlicher Leberbeteiligung einer systemischen
Sarkoidose, sowie medikamentöser Nebenwirkung (Plaquenil, Viread) und eines
Verdachts auf ein mittelschweres bis schweres obstruktives Schlafapnoesyndrom
sowie eine arterielle Hypertonie. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestehe ein
Status nach Schistosomiasis (IV-act. 138-6 f.). Der Explorand sei vor allem durch die
multifaktoriell bedingte Müdigkeit in seiner Durchhaltefähigkeit eingeschränkt. Aufgrund
der möglichen kardialen Beteiligung durch die Sarkoidose und der in der
Spiroergometrie festgestellten leichtgradig eingeschränkten Leistungsfähigkeit seien
körperlich schwere Tätigkeiten für den Versicherten ungeeignet (IV-act. 138-8). Für eine
körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit bestehe eine Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit von 30 %, welche hauptsächlich auf die vermehrte multifaktoriell
bedingte Müdigkeit des Exploranden zurückzuführen sei (IV-act. 138-8).
A.e.
Die RAD-Ärztin Dr. B._ nahm am 17. Februar 2020 Stellung, es könne auf das
Gutachten abgestellt werden (IV-act. 139).
A.f.
Mit Vorbescheid vom 18. Februar 2020 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten
das rechtliche Gehör zur vorgesehenen Abweisung des Gesuchs hinsichtlich Rente. Sie
errechnete aufgrund eines sogenannten Prozentvergleichs unter Gewährung eines
Tabellenlohnabzugs von 10 % einen Invaliditätsgrad von 37 % (IV-act. 142). Mit
Einwand durch die Sozialen Dienste der Stadt St. Gallen liess der Versicherte
A.g.
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B.
vorbringen, das Gutachten setze sich mit den Behandlerberichten nicht ausreichend
auseinander. Da er zusätzliche Pausen benötige, sei der Leidensabzug zu erhöhen. Er
habe vor seiner Erkrankung ausschliesslich körperlich schwere Tätigkeiten ausgeübt.
Diese seien als angestammt zu qualifizieren. Da er einen leidensangepassten
Arbeitsplatz und zusätzlich regelmässig Pausen benötige und auch noch permanent
müde zur Arbeit erscheine, sei das Finden einer Stelle im ersten Arbeitsmarkt sehr
fraglich und ein Leidensabzug von 25 %, mindestens aber von 20 % angemessen (IV-
act. 152). Die RAD-Ärztin Dr. B._ nahm am 19. Mai 2020 zu den vom Versicherten
angeführten medizinischen Berichten Stellung und hielt an ihrer Beurteilung des
Gutachtens fest (IV-act. 153).
Mit Verfügung vom 25. Mai 2020 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren
hinsichtlich Rente ab. Zur Begründung führte sie an, medizinisch sei (gemäss RAD-
Stellungnahme) auf das Gutachten abzustellen. Aufgrund der längeren Abwesenheit
vom ersten Arbeitsmarkt sei für die Bestimmung des Valideneinkommens auf den LSE-
Tabellenlohn Hilfsarbeiter abzustellen. Die Annahme eines höheren
Erwerbseinkommens sei nicht plausibel, da der Versicherte auch nie ein höheres
Einkommen erzielt habe. Ein Leidensabzug sei aufgrund der noch möglichen
mittelschweren Tätigkeit nicht gerechtfertigt. Der 10%ige Abzug basiere aufgrund der
Teilzeittätigkeit und sei als angemessen zu werten. Die vom Gutachter genannten
Adaptionskriterien bezögen sich klar auf den ersten Arbeitsmarkt (IV-act. 154).
A.h.
Gegen die Verfügung vom 25. Mai 2020 lässt der Versicherte (fortan:
Beschwerdeführer), vertreten durch die Sozialen Dienste der Stadt St. Gallen, am
19. Juni 2020 Beschwerde erheben. Er beantragt, die angefochtene Verfügung sei
unter Kosten- und Entschädigungsfolge aufzuheben und es seien ihm die ihm
zustehenden gesetzlichen Leistungen der Invalidenversicherung zuzusprechen. Weiter
sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. Zur Begründung lässt er
vorbringen, die Verfügung habe die zusätzlich notwendigen Pausen nicht
berücksichtigt. Diese rechtfertigten eine Erhöhung des Tabellenlohnabzuges auf
mindestens 20 %. Zudem sei nicht nachvollziehbar, weshalb an einer 70%igen
Arbeitsfähigkeit festgehalten werde. Durch den Abbruch der kardiologischen
B.a.
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Untersuchung wegen einer hypertensiven Entgleisung sei nicht sicher beurteilbar,
inwieweit er pulmonal limitiert sei. Beim Einkommensvergleich sei auf dasjenige
Einkommen abzustellen, das er erzielen würde, wenn er weiterhin körperlich schwere
Arbeiten verrichten würde. Dass er im ersten Arbeitsmarkt eine Stelle finden könne, sei
nicht realistisch und zumindest beim Leidensabzug zu berücksichtigen. Angemessen
sei ein solcher von 25 %, zumindest jedoch von insgesamt 20 % (act. G 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 17. September 2020 beantragt die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie bringt vor, das Gutachten
erfülle die bundesgerichtlichen Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische
Entscheidungsgrundlage. Der Beschwerdeführer lege denn auch keine
entgegengesetzte fachärztliche Einschätzung vor. Die Gutachter stützten ihre
Einschätzung auf objektivierbare Befunde und Funktionseinschränkungen. Es sprächen
keine konkreten Indizien gegen die Zuverlässigkeit dieser Expertise, weshalb auf das
Gutachten vollumfänglich abgestellt werden könne. Auch hätten die vom
Beschwerdeführer angeführten Berichte den Gutachtern vorgelegen und seien in die
Arbeitsfähigkeitsschätzung miteinbezogen worden. Zusammenfassend sei somit von
einer Arbeitsfähigkeit von 70 % für körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten
auszugehen. Der Beschwerdeführer sei an verschiedenen Arbeitsstellen jeweils nur für
ein paar Monate angestellt gewesen und habe seit dem Jahr 2003 keine derartige
Tätigkeit mehr ausgeübt. Nach mehreren Jahren ohne Erwerbstätigkeit sei er seit dem
9. Mai 2018 mit Unterbruch in einem 50%-Pensum im C._ (Einsatzprogramm des
Sozialamtes) beschäftigt. Somit könne nicht angenommen werden, er wäre ohne
Gesundheitsschaden noch an der vor dessen Eintritt innegehabten Stelle tätig und es
sei für beide Vergleichseinkommen der Tabellenlohn für Hilfsarbeiter heranzuziehen.
Dem Beschwerdeführer sei aufgrund nur noch möglicher Teilzeittätigkeit ein Abzug
vom Tabellenlohn von 10 % gewährt worden. Die gesundheitlich bedingte
Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeiten zu verrichten, führe nicht zu einer
Verminderung des hypothetischen lnvalidenlohnes, weil der Tabellenlohn für
Hilfsarbeiten im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und
mittelschweren Tätigkeiten umfasse. Die erhöhte Ermüdbarkeit sei bereits mit der
Leistungsminderung von 30 % berücksichtigt worden. Der somit grosszügig gewährte
B.b.
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Erwägungen
1.
Leidensabzug von 10 % sei daher nicht zu beanstanden und ein höherer Abzug sei
nicht vorzunehmen (act. G 3).
Am 30. Oktober 2020 bewilligt die vorsitzende Versicherungsrichterin die
unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und unentgeltliche
Rechtsverbeiständung; act. G 5).
B.c.
Der Beschwerdeführer verzichtet stillschweigend auf eine Replik (act. G 6).B.d.
Am 10. November 2021 macht die vorsitzende Versicherungsrichterin die Sozialen
Dienste unter Hinweis auf die einschlägige Rechtsprechung darauf aufmerksam, dass
die unentgeltliche Rechtsverbeiständung am 30. Oktober 2020 irrtümlich bewilligt
worden sei, die Befreiung von den Gerichtskosten zufolge Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege jedoch weiterhin gelte (act. G 7). Die Gelegenheit für eine
allfällige Stellungnahme oder das Verlangen einer anfechtbaren Verfügung liessen die
Sozialen Dienste unbenutzt verstreichen.
B.e.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der
Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
1.1.
Am 1. Januar 2022 sind mit der Revision zur Weiterentwicklung der
Invalidenversicherung verschiedene Änderungen des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher Hinsicht
grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu
Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben, und weil ferner das
Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf den bis
zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (hier: 25. Mai 2020) eingetretenen
Sachverhalt abstellt, sind im vorliegenden Fall die bis zum 31. Dezember 2021 gültig
gewesenen materiellen Bestimmungen anwendbar (BGE 132 V 215 E. 3.1.1 mit
weiteren Hinweisen).
1.2.
Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) umschreibt Invalidität als voraussichtlich
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit.
1.3.
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Erwerbsunfähigkeit ist der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen.
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar
ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden setzt eine auf
objektivierten Beschwerden beruhende fachärztlich gestellte Diagnose nach einem
wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 141 V 289 E. 3.2).
Erforderlich ist zudem, dass die geltend gemachten Beschwerden objektiviert werden
können und sich auf die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit auswirken (vgl. BGE 143 V 427
E. 6).
1.4.
Nach Art. 28 Abs. 2 IVG (in der bis Ende 2021 gültig gewesenen Fassung) besteht
Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu
70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente,
wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine Viertelsrente, wenn sie mindestens zu
40 % invalid ist. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum
Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).
1.5.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Die urteilenden Instanzen
haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie
umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der
medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob
1.6.
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2.
die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens
eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund
eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten
Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen
gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; Urteil des
Bundesgerichts vom 13. Februar 2019, 8C_801/2018, E. 4.3).
Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Rechtserheblich sind alle
Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder
anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden und das
Versicherungsgericht zusätzliche Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu
veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den
Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (Ueli Kieser, ATSG-
Kommentar, 4. Aufl., Bern/St. Gallen/Zürich 2020, Art. 61 N 107).
1.7.
Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz
nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit
Hinweisen).
1.8.
Eine Wiederanmeldung zum Leistungsbezug wird - wie auch das Gesuch um
Leistungsrevision - nur materiell geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht,
dass sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letzten, rechtskräftigen Entscheidung
in einem für den Rentenanspruch erheblichen Mass verändert haben (Art. 87 Abs. 3 in
Verbindung mit Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR
831.201]; BGE 130 V 72 E. 2.2 mit Hinweisen). Ist die anspruchserhebliche Änderung
glaubhaft gemacht, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungsbegehren
einzutreten und es in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht umfassend zu prüfen (SVR
2014 IV Nr. 33 S. 121, 8C_746/2013 E. 2).
2.1.
Die Beschwerdegegnerin ist auf das erneute Gesuch des Beschwerdeführers vom
31. August 2017 (IV-act. 54) eingetreten. Mit dem ersten Gesuch vom 23. August 2006
beantragte der Beschwerdeführer ausschliesslich Arbeitsvermittlung (IV-act. 1-6);
2.2.
© Kanton St.Gallen 2023 Seite 10/18
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3.
Zu prüfen ist zunächst, ob auf das asim-Gutachten vom 7. Februar 2020 abgestellt
werden kann. Der Beschwerdeführer macht geltend, gemäss den
Arbeitsfähigkeitsschätzungen seiner behandelnden Ärzte sei lediglich von einer
50%igen Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten auszugehen. Es sei abweichend davon
zu Unrecht ohne weitere Begründung auf die gutachterlich bestätigte 70%ige
Arbeitsfähigkeitsschätzung abgestellt worden.
entsprechend hatte die Verfügung vom 16. Februar 2007 (IV-act. 24) lediglich den
Anspruch auf berufliche Massnahmen zum Gegenstand. Ebenso wurde mit der
rechtskräftig gewordenen Nichteintretensverfügung vom 24. Februar 2006 (IV-act. 52)
nicht materiell über den Rentenanspruch entschieden. Das vorliegende Gesuch ist
daher in Bezug auf die Erfüllung des Wartejahres gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG und
des allfälligen Anspruchsbeginns wie ein Erstgesuch zu prüfen.
Gemäss Gutachten bestand seit der Diagnose der Hepatitis B im April 2013 eine
30%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 138-8). Von Ende 2016 bis Mitte 2017 war der
Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsunfähig, danach war er in körperlich leichten bis
mittelschweren Tätigkeiten wieder zu 70 % arbeitsfähig und in schweren Tätigkeiten
weiterhin vollumfänglich arbeitsunfähig (IV-act. 138-9 f.). Ausgehend von einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit im bisherigen, auch körperlich schwere Tätigkeiten
umfassenden Arbeitsbereich seit Ende 2016, ist das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1
lit. b spätestens Ende 2017 abgelaufen. Die Anmeldung des Beschwerdeführers
erfolgte am 31. August 2017, weshalb ein allfälliger Rentenanspruch erst nach Ablauf
der Sechsmonatsfrist gemäss Art. 29 Abs. 1 und 3 IVG, mithin ab 1. Februar 2018,
besteht.
2.3.
Die Gutachter begründen die 30%ige Arbeitsunfähigkeit in angepassten
Tätigkeiten hauptsächlich mit einer multifaktoriell - durch das verdachtsweise
bestehende mittelschwere bis schwere obstruktive Schlafapnoesyndrom, durch die
Hepatitis B und die Nebenwirkung von deren medikamentöser Behandlung - bedingten
vermehrten Müdigkeit. Schwere körperliche Tätigkeiten sind aus kardiologischer Sicht
(kardiale Mitbeteiligung der Sarkoidose, belastungsinduzierte hypertensive Entgleisung)
nicht möglich (IV-act. 138-8 f.). Interdisziplinär führend ist die gastroenterologische
Einschätzung: Demnach schränkten ein chronisches Fatigue-Syndrom, verursacht
durch die gering aktive Hepatopathie (Hepatitis B, Sarkoidose) und die Nebenwirkung
von Medikamenten, sowie eine muskuläre Erschöpfbarkeit, die eher auf einem
Trainingsmangel beruhe, die Arbeitsfähigkeit auf 70 % ein (IV-act. 138-65). Der
3.1.
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pneumologische Gutachter hielt fest, aufgrund des Abbruchs der spiroergometrischen
Untersuchung habe nicht mit letzter Sicherheit festgestellt werden können, inwieweit
eine pulmonale Limitation der Leistungsfähigkeit bestehe (IV-act. 138-49).
Insbesondere bei Besserung der Fatigue-Symptomatik, zum Beispiel durch
Behandlung der vermuteten Schlafapnoe, sei in körperlich mittelschweren Tätigkeiten
ein Pensum von zum Beispiel 80 % bei annähernd normaler Leistungsfähigkeit möglich
(IV-act. 118-54). Aus Sicht der übrigen Gutachter ist der Beschwerdeführer in
angepassten Tätigkeiten voll arbeitsfähig (allgemeininternistisch: IV-act. 138-31;
dermatologisch: IV-act. 138-41; kardiologisch: IV-act. 138-34).
3.2.
Der kardiologische Gutachter kam zum Schluss, aufgrund der
Belastungshypertonie und des hochgradigen Verdachts auf eine kardiale Sarkoidose
seien schwere körperliche Anstrengungen zu vermeiden. Körperlich leichte bis
mittelschwere Tätigkeiten seien dem Beschwerdeführer zu 100 % zumutbar (IV-
act. 138-34). Befundlich erhob er eine normale Pumpfunktion beider Ventrikel und
führte aus, da der Sauerstoff-Puls bis zu 85 % des Solls normal angestiegen sei,
ergäben sich aus der Spiroergometrie keine Hinweise auf eine höhergradige kardiale
Einschränkung; der Beschwerdeführer sei normoton, normokard und kardiopulmonal
kompensiert (IV-act. 138-34; vgl. auch das pneumologische Gutachten, IV-act. 138-53).
Weiter stellte er eine bisher noch nicht beschriebene Akinesie im Bereich der inferioren
Wand des linken Ventrikles fest, die sehr gut zu einer kardialen Beteiligung der
Sarkoidose passe (IV-act. 138-34).
3.2.1.
Die behandelnde Kardiologin des KSSG hatte im Verlaufsbericht vom 17. April
2019 ausgeführt, sowohl subjektiv als auch in den klinischen Untersuchungen hätten
sich keine Hinweise auf eine dekompensierte Herzinsuffizienz ergeben.
Echokardiografisch bestehe weiterhin eine eingeschränkte rechtsventrikuläre
Pumpfunktion bei grenzwertig dimensioniertem rechtem Ventrikel sowie eine erhaltene
linksventrikuläre Pumpfunktion. Echokardiografisch seien keine Hinweise für einen
erhöhten systolischen pulmonalen Druck vorhanden. In der Spiroergometrie ergäben
sich unter steigernder Belastung Hinweise für einen eingeschränkten Anstieg des
Schlagvolumens unter Belastung bei leicht eingeschränkter Leistungsfähigkeit.
Zusätzlich zeigten sich gewisse Hinweise für eine Dekonditionierung. Es ergäben sich
keine Hinweise auf eine relevante AV-Reizleitungsstörung oder relevante
Rhythmusstörungen. Somit sei von einem stabilen Verlauf auszugeben (IV-act. 107-3).
Zur Arbeitsfähigkeit hatte sie festgehalten, im aktuellen Pensum von 50 % würden
3.2.2.
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keine grösseren Probleme bestehen. Aus rein kardiologischer Sicht spräche auch
nichts dagegen, das "Pensum probatorisch leicht zu erhöhen (z. B. primär auf
60 %)" (IV-act. 107-4). Ob die Arbeitsfähigkeit am bisherigen Arbeitsplatz bzw. im
bisherigen Tätigkeitsgebiet verbessert werden könne, könne nicht konklusiv
beantwortet werden. Dem Beschwerdeführer wären auch andere Tätigkeiten zumutbar.
Schwere körperliche Tätigkeiten seien zu vermeiden. Körperliche Tätigkeiten seien
während ca. fünf Stunden pro Tag zumutbar. Eine Arbeit "ohne körperliche Tätigkeit"
könne "probatorisch in einem höherem Arbeitspensum" versucht werden, wobei auf
genügend Pausen zu achten sei (IV-act. 107-5).
Vorab ist festzuhalten, dass der kardiologische Behandlerbericht sieben Monate
vor der Begutachtung erstellt wurde und auf die rechtsprechungsgemäss teilweise
eingeschränkte Beweiskraft von Einschätzungen der behandelnden Haus- sowie
Spezialärzte mit Blick auf die sich vom Gutachtensauftrag unterscheidende Natur des
Behandlungsauftrages hinzuweisen (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 26. Juni
2018, 8C_909/2017, E. 9 und vom 27. September 2017, 8C_295/2017, E. 6.4.2 mit
Hinweisen). Der Gutachter nahm den Bericht vom 17. April 2019 zur Kenntnis, hat ihn
in seine Beurteilung einbezogen und kam nachvollziehbar zum Schluss, dass seine
Einschätzung mit jener der behandelnden Kardiologin weitgehend übereinstimme (IV-
act. 138-35). Die gutachterlichen Ausführungen zu den Befunden betreffend
Pumpleistung und Spiroergometrie sind nachvollziehbar dargestellt und korrekt
erhoben worden. Auch die sieben Monate zuvor durch die Behandlerin erhobenen
Befunde waren bereits nicht schwerwiegend (vgl. dazu E. 3.2.2 vorstehend). Zudem
hatte sie vermerkt, dass gewisse Hinweise auf eine Dekonditionierung bestünden,
insgesamt jedoch seit April 2013 ein stabiler Verlauf bestehe (IV-act. 107-2). Hinzu
kommt, dass Behandlerin und Gutachter übereinstimmend davon ausgehen, dass
schwere Arbeiten gar nicht zumutbar sind, mittelschwere zeitweise ausgeführt werden
können und ganz leichte bzw. gemäss Behandlerin "eine Arbeit ohne körperliche
Tätigkeit" in einem (noch) höheren Pensum (als 5 Stunden täglich) versucht werden
könnten. Der Verdacht auf eine kardiale Beteiligung der Sarkoidose besteht bereits seit
einer Rechtsherzdekompensation im März 2017 (IV-act. 138-34) und ist folglich nicht
neu. Die Einschätzung des kardiologischen Gutachters ist gemäss Gesagtem nicht zu
beanstanden.
3.2.3.
Schliesslich schätzen die Gutachter auch interdisziplinär die Einschränkung
aufgrund der multifaktoriell bedingten Fatigue mit 30 % ähnlich ein wie die
behandelnde Kardiologin. Überdies kann auf die nachvollziehbare Stellungnahme des
RAD vom 19. Mai 2020 verwiesen werden, die zum selben Schluss kommt (IV-act. 153)
3.2.4.
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und zu Recht betont, dass die behandelnden Ärzte davon ausgegangen seien, dass die
Arbeitsfähigkeit durchaus steigerbar sei. Zusammenfassend erscheint nachvollziehbar,
dass auch aufgrund der Ausführungen der behandelnden Kardiologin von einer
Arbeitsfähigkeit nicht unter 70 % auszugehen ist. Ob die Arbeitsfähigkeit aus
kardiologischer Sicht, wie vom Gutachter befunden, noch höher ist, kann offenbleiben,
da auch aus gastroenterologischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % besteht.
Medizinisch nachvollziehbar sind sodann die Ausführungen des
gastroenterologischen Gutachters, wonach eine chronische Fatigue-Syndromatik und
muskuläre Erschöpfbarkeit als Folge der entzündlichen Aktivität der Hepatopathie
(bzw. der Hepatitis B) gewertet werden könnten und für sich alleine zu einer 30%igen
Arbeitsunfähigkeit führten (IV-act. 138-65). Weiter dürften auch psychische Faktoren
wie fehlende Sozialkontakte, eine fehlende planbare Zukunftsperspektive und ein
offensichtliches Angstgefühl in Bezug auf seine chronischen Erkrankungen die Vitalität
des Beschwerdeführers deutlich einschränken (IV-act. 138-66). Soweit in der
interdisziplinären Einschätzung die Arbeitsunfähigkeit bzw. Müdigkeit multifaktoriell,
insbesondere auch mit der vermuteten Schlafapnoe erklärt wird, ist zu berücksichtigen,
dass diesbezüglich erst ein (wenn auch dringlicher) Verdacht vorliegt und durch
Therapie eine Besserung erzielt werden dürfte, was gegebenenfalls im Rahmen einer
Revision zu berücksichtigen wäre. Zudem ist davon auszugehen, dass die Reduktion
des zumutbaren Pensums zur Erholung sowohl von der durch die Lebererkrankung als
auch von der durch das Schlafapnoesyndrom verursachten Müdigkeit genutzt werden
kann, weshalb das Schlafapnoesyndrom keine zusätzliche Einschränkung begründet.
Weiter leuchtet ein, dass die dermatologischen Befunde keine Arbeitsunfähigkeit
bewirken, zumal die durch die Sarkoidose verursachten Hautveränderungen jeweils auf
medikamentöse Behandlung ansprechen (Berichte Klinik für Pneumologie und
Schlafmedizin vom 19. Oktober 2018, IV-act. 103-4 ff., und vom 21. Oktober 2019, IV-
act. 138-91 ff.). Schliesslich ergeben sich aus den Akten auch keine objektiven
Gesichtspunkte, die gegen die pneumologische Einschätzung sprechen.
3.3.
Die Gutachter berücksichtigten die geklagten Beschwerden, die Untersuchungen
waren umfassend. Nebst dem bereits diskutierten kardiologischen Behandlerbericht
ergeben sich auch aus den Berichten der übrigen behandelnden Ärzte keine gegen die
gutachterlichen Einschätzungen sprechenden objektiven Gesichtspunkte,
insbesondere auch nicht aus dem Verlaufsbericht von Dr. med. I._, praktischer Arzt,
vom 1. April 2014 (IV-act. 104). Bei der Würdigung von dessen Einschränkung von
mindestens 50 % ist ebenfalls vorgenannte Rechtsprechung zu berücksichtigen (vgl. E.
3.2.3). So hat bereits die RAD-Ärztin zu Recht darauf hingewiesen, dass dessen
3.4.
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4.
Der Beschwerdeführer stellt in Frage, dass für ihn von der Existenz eines
Nischenarbeitsplatzes ausgegangen werden könne. Er benötige einen angepassten
Arbeitsplatz, regelmässige Pausen und sei aufgrund der chronischen Fatigue, verstärkt
durch das Schlafapnoe-Syndrom, permanent müde (act. G 1-6). Der ausgeglichene
Arbeitsmarkt im Sinne von Art. 7 Abs. 1 ATSG umfasst auch sogenannte
Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei denen Personen mit
Einschränkungen mit einem sozialen Entgegenkommen des Arbeitgebers rechnen
können. Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist insbesondere dann anzunehmen,
wenn die zumutbare Tätigkeit in nur so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der
ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem
Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden
einer entsprechenden Stelle daher zum Vornherein als ausgeschlossen erscheint (Urteil
des Bundesgerichts vom 2. Dezember 2020, 8C_416/2020, E. 4 mit Verweisen). An die
Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten betreffend Verweistätigkeiten sind
rechtsprechungsgemäss keine übermässigen Anforderungen zu stellen (Urteil des
Bundesgerichts vom 22. Dezember 2016, 9C_469/2016, E. 3.2). Der Beschwerdeführer
steht noch nicht in einem Alter, aufgrund dessen die Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit
(zusätzlich) eingeschränkt sein könnte. Qualitativ ist er insoweit eingeschränkt, als ihm
aus kardiologischer Sicht keine körperlich schweren Tätigkeiten zumutbar sind. Weitere
Beeinträchtigungen, welche das Anforderungsprofil limitieren (zum Beispiel
Berichte nur rudimentär ausgefüllt seien, er auf subjektive Einschätzungen abstelle und
weder Befunde noch Funktionseinbussen nenne (vgl. RAD-Stellungnahme vom 19. Mai
2020, IV-act. 153).
Die attestierte Arbeitsfähigkeit von 70 % erscheint auch konsistent zur aktuellen
Arbeit und zum Tagesablauf des Beschwerdeführers: Er gab an, er verrichte im 50 %-
Pensum bei der C._ leichte Arbeiten (IV-act. 138-61). Er arbeite jeweils montags und
dienstags den ganzen Tag und mittwochs bis am Mittag (IV-act. 138-39, 48). Mit dem
aktuellen Pensum fühle er sich wohl (IV-act. 138-34), benötige aber viele Pausen, gehe
früh zu Bett und bleibe meist zu Hause, wenn er keine Verabredungen habe (IV-
act. 138-33, 39, 45 f., 48). Da er zwei Tage nacheinander vollzeitlich arbeitet, erscheint
beispielsweise nachvollziehbar, dass er sich donnerstags erholen und freitags
nochmals arbeiten könnte oder auch, dass er auch täglich ein Pensum von 70 %
absolvieren kann. Nach dem Gesagten ist auf das asim-Gutachten vom 7. Februar
2020 abzustellen und von einer Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von 70 % in
adaptierten Tätigkeiten auszugehen.
3.5.
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wechselbelastende oder vorwiegend im Sitzen durchzuführende Tätigkeit, funktionelle
Einschränkungen der Hände u.ä.) bestehen beim Beschwerdeführer nicht. Quantitativ
ist die Arbeitsfähigkeit durch die multifaktorielle Fatigue bzw. die dadurch verminderte
Durchhaltefähigkeit auf 70 % reduziert. Der verminderten Arbeitsfähigkeit wird durch
eine entsprechend angepasste Entlöhnung Rechnung getragen. Dass die Müdigkeit auf
multiplen Ursachen beruht, beeinflusst allenfalls das Ausmass der quantitativen
Einschränkung, tangiert aber den Kreis der möglichen Arbeiten nicht weiter und
erfordert auch seitens des Arbeitgebers keine speziellen Massnahmen oder
Rücksichtnahme. Insoweit liegen über die reduzierte Arbeitsfähigkeit hinaus keine
besonderen Umstände vor, welche ein spezielles Entgegenkommen eines potentiellen
Arbeitgebers erforderlich machen. Aus dem Gutachten und den übrigen Akten ergeben
sich auch keine Anhaltspunkte, dass der Beschwerdeführer aus medizinischen
Gründen auf einen Arbeitsplatz im zweiten Arbeitsmarkt angewiesen wäre.
5.
Die Beschwerdegegnerin bemass beide Vergleichseinkommen nach dem LSE-
Tabellenlohn für Hilfsarbeiter und gewährte dem Beschwerdeführer einen
Tabellenlohnabzug von 10 %, was zu einem keinen Rentenanspruch begründenden
Invaliditätsgrad von 37 % führte (IV-act. 141).
5.1.
Für die Bestimmung des Valideneinkommens wird in der Regel am zuletzt
erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die
bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (Urteil des
Bundesgerichts vom 21. Dezember 2016, 8C_728/2016, E. 3.1, mit weiteren
Verweisen). Ist ein konkreter Lohn nicht eruierbar, war die versicherte Person zur Zeit
des Eintritts des Gesundheitsschadens arbeitslos oder hätte sie ihre bisherige Stelle
auch ohne die gesundheitliche Beeinträchtigung in der Zeit bis zum Rentenbeginn
verloren, so können die Zahlen der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des
Bundesamts für Statistik (BFS) herangezogen werden (vgl. Urteil 9C_501/2013 vom
28. November 2013 E. 4.2). Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär
von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person
konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der -
kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist,
dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und
erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als
Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein
solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die
5.2.
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6.
versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der
Rechtsprechung ebenfalls Tabellenlöhne gemäss LSE herangezogen werden (BGE 129
V 472, E. 4.2.1, mit weiteren Verweisen; Urteil vom 25. November 2016, 9C_532/2016,
E. 4.1.1). Sind beide Vergleichseinkommen ausgehend von den LSE-Tabellenlöhnen zu
bemessen, insbesondere da sie sich nicht zuverlässig bestimmen lassen, ergibt sich
ein zulässiger Prozentvergleich (vgl. zum Ganzen Urteile des Bundesgerichts vom
12. Juli 2017, 9C_648/2016, E. 6.2.1; vom 14. Juli 2016, 9C_225/2016, E. 6.2.2 und
vom 24. August 2016, 9C_237/2016, E. 2.2).
Der Beschwerdeführer war vom 9. Juni bis 31. Dezember 2000 durch die J._ AG
angestellt (Lohnausweis, IV-act. 3-3 f.: Bruttoeinkommen Fr. 4'462.--). Vom 21. August
bis 31. Oktober 2001 war er für die K._ GmbH tätig (Lohnausweis, IV-act. 3-2:
Bruttoeinkommen Fr. 10'275.--). Zuletzt war er vom 1. Mai bis 30. September 2003 bei
der L._ erwerbstätig (Arbeitsbestätigung der L._ vom 19. Februar 2004, IV-act. 11;
Lohnausweis, IV-act. 3-1: Bruttoeinkommen Fr. 2'981.--). Aufgrund der Höhe der
Einkommen erscheint lediglich für die Stelle im K._ eine Vollzeitbeschäftigung
plausibel. Weitere Stellen hatte der Beschwerdeführer nicht inne (Auszug aus dem
individuellen Konto [IK], IV-act. 58). Die Erwerbstätigkeit im Jahr 2003 endete, bevor
der Beschwerdeführer im Dezember 2004 erstmals krankgeschrieben wurde (vgl. IV-
act. 1). Damit waren nicht gesundheitliche Gründe für die Stellenaufgabe ursächlich,
und der Beschwerdeführer war bei Eintritt der Invalidität arbeitslos. Zudem gehörte die
letzte Stelle offenbar dem zweiten Arbeitsmarkt an. Entgegen dem Vorbringen der
Beschwerde kann in Anbetracht dieser Erwerbsbiografie nicht davon ausgegangen
werden, dass der Beschwerdeführer, wäre er gesund geblieben, längerfristig körperlich
schwere und damit überdurchschnittlich entlöhnte Arbeiten ausgeführt hätte. Aktuell
füllt er das ihm zumutbare Pensum von 70 % nicht aus. Überdies handelt es sich auch
beim Arbeitsplatz bei C._ um einen solchen des zweiten Arbeitsmarktes. Das hier
erzielte tatsächliche Einkommen bildet somit keine Grundlage zur Ermittlung des
Invalideneinkommens. Folglich ist der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene
Prozentvergleich nicht zu beanstanden.
5.3.
Schliesslich rügt der Beschwerdeführer den ihm zugestandenen
Tabellenlohnabzug von 10 % als zu gering.
6.1.
Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25 % gekürzt
werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
6.2.
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gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit einem unterdurchschnittlichen erwerblichen Erfolg zu
verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen
behinderungsbedingten Abzug (BGE 146 V 16 E. 4.1). Nach der Rechtsprechung hängt
die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen - auch von invaliditätsfremden
Faktoren - des konkreten Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung,
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Eine schematische
Vornahme des Leidensabzuges ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI
2002 S. 62 und BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Die Rechtsprechung gewährt
insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte
Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer
Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 146 V 16 E. 4.1). Sind hingegen leichte bis
mittelschwere Arbeiten zumutbar, ist allein deswegen auch bei eingeschränkter
Leistungsfähigkeit noch kein Abzug gerechtfertigt, weil der Tabellenlohn
Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten
umfasst (Urteil des Bundesgerichts vom 22. März 2017, 8C_805/2016, E. 3.4.2). Auch
der Umstand, dass die LSE-Tabellenlöhne Kompetenzniveau 1 ab dem Jahr 2012 auch
Schwerarbeiterlöhne abbilden, rechtfertigt nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung
keinen (zusätzlichen) Tabellenlohnabzug, weil lediglich noch körperlich leichte Arbeiten
verrichtet werden können (BGE 143 V 302 f., E. 4.2; Urteil des Bundesgerichts vom
20. April 2018, 9C_833/2017, E. 5.5).
Der Beschwerdeführer macht geltend, aufgrund seiner multiplen Diagnosen und
Einschränkungen sei ihm ein Tabellenlohnabzug von zumindest 20 % zu gewähren.
Gemäss Rechtsprechung darf eine vorliegende Polymorbidität, sofern ihr bereits im
Rahmen der Arbeitsfähigkeitsschätzung Rechnung getragen wurde, nicht durch einen
Tabellenlohnabzug doppelt berücksichtigt werden (Urteile des Bundesgerichts vom
6. Oktober 2016, 8C_450/2016, E. 5.3.1, und vom 30. November 2015, 9C_437/2015,
E. 2.4). Die attestierte Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt sämtliche Faktoren der Fatigue
(vgl. E. 3.3). Dass der Beschwerdeführer über die attestierte Arbeitsunfähigkeit hinaus
zusätzliche Pausen benötigte, geht aus dem Gutachten nicht hervor (vgl. IV-
act. 138-8 f., IV-act. 138-66 f.). Somit hat es beim von der Beschwerdegegnerin
anerkannten Teilzeitabzug von 10 % sein Bewenden. Der Beschwerdeführer hat
aufgrund eines Invaliditätsgrades von 37 % keinen Anspruch auf eine Rente.
6.3.
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7.