Decision ID: a39f5c1d-eadd-5fbb-a0ad-5cfeab57a0e5
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Jean-Pierre Menge, Quaderstrasse 5, Postfach
26, 7002 Chur,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente (Valideneinkommen)
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1967 geborene A._ meldete sich am 26. November 2002 bei der
Invalidenversicherung an und beantragte Berufsberatung, Umschulung und eine Rente
(act. G 4.3/3). Nach Durchführung gesundheitlicher und erwerblicher Abklärungen
lehnte die IV-Stelle das Rentenbegehren mit Verfügung vom 8. Juni 2004 gestützt auf
einen Invaliditätsgrad von 30% ab (act. G 4.3/58). Auf die Einsprache durch
Rechtsanwalt Dr. iur. Jean-Pierre Menge, Chur, hin (act. G 4.3/62) widerrief sie die
angefochtene Verfügung am 30. September 2004, um weitere Abklärungen
durchzuführen (act. G 4.3/76). Vom 15. bis 19. Mai 2006 wurde der Versicherte im
Zentrum für Medizinische Begutachtung (nachfolgend: ZMB) in Basel rheumatologisch,
neurologisch und psychiatrisch untersucht und begutachtet. Im Gutachten vom 22.
Juni 2006 wurden folgende Hauptdiagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
gestellt: 1. chronische Lumboischialgie links bei lateraler Diskushernie L4/L5 links mit
diskreter, vorwiegend sensibler radikulärer Symptomatik in L5 links mit/bei passagerer
Parese in L5 links, mittlerweile abgeklungen; 2. reaktive depressive Entwicklung,
gegenwärtig leichte bis mittelgradige Phase im Sinn einer schweren Dysthymie sowie
3. Adipositas permagna mit/bei chronischer Refluxoesophagitis, Hiatusgleithernie (ED
2004), aktuell gastroskopisch o.B. Als Nebendiagnosen ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit wurden festgehalten: 1. Senk-/ Spreizfüsse beidseits mit Insuffizienz
der Tibialismuskulatur; 2. posttraumatische Achillodynie rechts; 3. Status nach
Cholezystektomie bei Lithiasis (2000); 4. Achillessehnenruptur links, operativ saniert
(1998); 5. Status nach Tonsillektomie 1992 sowie 6. Status nach Spontanabgang
Nierenstein vor Jahren. Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als
Schichtführer in einer Textilfabrik wurde mit weniger als einem Drittel festgehalten. In
einer adaptierten, d.h. körperlich leichten Tätigkeit, sei er dagegen heute ohne weitere
Massnahmen zumindest zu 70% arbeitsfähig (act. G 4.3/96). Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens wies die IV-Stelle die Begehren des Versicherten betreffend
berufliche Massnahmen bzw. Rentenleistungen mit Verfügungen je vom 10. April 2007
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bei einem Invaliditätsgrad von 37% ab (act. G 4.3/124f.). Die Verfügung betreffend
berufliche Massnahmen erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
A.b Die gegen die Rentenverfügung erhobene Beschwerde vom 11. Mai 2007 (act. G
4.3/131) wies das Versicherungsgericht mit Urteil vom 16. März 2009 (IV 2007/189) ab
(act. G 4.3/146). Infolge der dagegen erhobenen Beschwerde in öffentlich-rechtlichen
Angelegenheiten (act. G 4.3/148) hob das Bundesgericht das kantonale Urteil mit
Entscheid vom 24. August 2009 (9C_418/2009) auf und wies die Sache an die
Verwaltung zurück, damit sie nach ergänzenden Abklärungen im Sinn der Erwägungen
neu verfüge. Insbesondere sei abzuklären, worin die Tätigkeit bei der B._ GmbH
bestanden habe, aus welchen Gründen das Arbeitsverhältnis nicht fortgesetzt worden
sei und ob der Lohn der B._ GmbH auch ordnungsgemäss mit der zuständigen
Ausgleichskasse abgerechnet worden sei, was der Beschwerdeführer bezweifle.
Sodann seien das Valideneinkommen und allenfalls auch das Invalideneinkommen
nochmals zu berechnen und daraus der Invaliditätsgrad neu zu ermitteln (act.
G 4.3/157).
A.c Nach Durchführung verschiedener Abklärungen stellte die IV-Stelle dem
Versicherten mit Vorbescheid vom 23. August 2011 in Aussicht, den Rentenanspruch
abzuweisen (act. G 4.3/183). Dagegen erhob der Rechtsvertreter des Versicherten am
27. September 2011 Einwand (act. G 4.3/185).
A.d Mit Verfügung vom 24. November 2011 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren
des Versicherten ab. Zur Begründung brachte sie vor, dass auf Grund der Löschung
der beiden Firmen B._ GmbH und der E._ AG im Jahr 2010 aus dem
Handelsregister keine Unterlagen über das Arbeitsverhältnis des Versicherten
einverlangt und Rückfragen hätten platziert werden können. Zwar habe die E._ AG
bei der Ausgleichskasse Beiträge auf ihre Löhne abgerechnet, der Beschwerdeführer
selber habe die Löhne aus diesen Verträgen jedoch nicht versteuert. Bei der B._
GmbH werde von einer unseriösen Firma ausgegangen, welche keine
Zukunftsperspektiven für Vertragspartner eröffnet habe. Der Beschwerdeführer habe
das Vertragsverhältnis auch bis zum Beschwerdeverfahren nicht offen gelegt. Daher
seien keine Argumente sichtbar, welche darauf hindeuteten, dass er mit grosser
Wahrscheinlichkeit auch heute noch für diese Firma oder als Versicherungsvertreter
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tätig wäre. Zudem sei davon auszugehen, dass nach anfänglich guten Geschäften -
wie bei der C._ AG - auf Grund seiner fehlenden Ausbildung im Finanz- und
Versicherungsbereich die Kundschaft ausgeblieben wäre und das Arbeitsverhältnis so
keinen Bestand gehabt hätte. Gestützt auf die vorhandenen Unterlagen sei das
Valideneinkommen daher nicht anzupassen (act. G 4.3/186).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 21.
Dezember 2011 mit dem Begehren um Aufhebung und Zusprache einer ganzen
unbefristeten Invalidenrente, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Vorab macht der
Rechtsvertreter Rechtsverzögerung geltend, da seit dem Urteil des Bundesgerichts
vom 24. August 2009 mehr als zwei Jahre vergangen seien bis zur neuen Verfügung.
Schliesslich begründet er die Beschwerde damit, dass der Beschwerdeführer nicht
beweisen müsse, im Falle eines Weiterbestehens der B._ GmbH weiter bei ihr
beschäftigt worden zu sein, wenn er nicht invalid geworden wäre. Erstens sei er in der
Zwischenzeit invalid geworden und zweitens sei die Firma Konkurs gegangen. Ebenso
wenig könne ihm vorgeworfen werden, für eine unseriöse Firma gearbeitet zu haben,
da er nichts von unseriösen Vorgängen gewusst habe. Er habe die Filiale in D._
erfolgreich geführt und auch einen entsprechenden Lohn dafür erhalten, der bei der
AHV deklariert worden sei. Zudem sei es eine reine Unterstellung anzunehmen, dass
die Kundschaft nach einem allfälligen anfänglich guten Geschäftsgang ausgeblieben
wäre. Fest stehe, dass der Beschwerdeführer als Arbeitnehmer im Dienste der B._
GmbH gestanden und einen Lohn erzielt habe, der ordnungsgemäss bei der AHV
gemeldet worden sei (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 8. März 2012 beantragt die Beschwerdegegnerin die
Abweisung der Beschwerde. Nach Ausführungen betreffend die getätigten
Abklärungen kam sie zum Schluss, dass, auch wenn der Beschwerdeführer bei der
B._ GmbH offenbar die Stufe eines Direktors und Geschäftsstellenleiters inne gehabt
habe, dies nicht darüber hinwegzutäuschen vermöge, dass er wegen seiner
unzureichenden Deutschkenntnisse keine erfolgsversprechenden Perspektiven als
Versicherungsagent auf Provisionsbasis oder in einer ähnlichen Tätigkeit im Bereich
der Vermittlung von Finanz- und Versicherungsprodukten gehabt hätte. Bei der B._
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GmbH habe es sich scheinbar um eine Firma gehandelt, die auf Grund der
Hochkonjunktur an den Finanzmärkten anfangs der Nullerjahre gegründet worden sei
und für kurze Zeit wahrscheinlich auch Profit erwirtschaftet habe, der es wohl aber an
genügend qualifiziertem Personal und an einem etablierten und treuen Kundenkreis
fehlte, um sich in der Finanzdienstleistungs- und Versicherungsbranche längerfristig
behaupten zu können. Dass die Firma im Jahr 2006, also vor Ausbruch der Finanzkrise
von 2008, ihre Geschäftstätigkeit wegen finanzieller Schwierigkeiten habe einstellen
müssen, spreche Bände (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 3. Mai 2012 hält der Vertreter des Beschwerdeführers an seinen
Anträgen fest. Er führt weiter aus, dass nun, da die Beschwerdegegnerin aus eigenem
schuldhaften Verhalten nicht in der Lage sei, den Sachverhalt betreffend die B._
GmbH oder der E._ GmbH genau zu eruieren, auf die glaubhaften Angaben des
Beschwerdeführers abgestellt werden müsse. Dies umso mehr, als sich dieser nie in
Widersprüche verwickelt habe. In der Beilage reichte er eine Stellungnahme des
Beschwerdeführers hinsichtlich seiner eigenen Fähigkeiten, seiner Fortbildung und dem
Werdegang vom arbeitsunfähigen Schichtführer zum Firmeninhaber ein (act. G 6, 6.1).
B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 8).
B.e Mit Eingabe vom 8. Juni 2012 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
eine Honorarnote in Höhe von Fr. 3'022.90 ein (act. G 10).
B.f Die Verfahrensleitung des Versicherungsgerichts ersuchte die
Beschwerdegegnerin am
1. Oktober 2012 um Einreichung des IK-Auszugs (act. G 11). Dem kam diese am
4. Oktober 2012 nach (act. G 12).

Erwägungen:
1.
Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers, nachdem die
Beschwerdegegnerin gestützt auf das Bundesgerichtsurteil vom 24. August 2009
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(9C_418/2009) zu weiteren Abklärungen verpflichtet worden war. Die rechtlichen
Grundlagen der Voraussetzungen für den Anspruch auf Invalidenleistungen sind im
Entscheid des Versicherungsgerichts IV 2007/189 dargelegt; darauf kann verwiesen
werden.
2.
2.1 Vorab rügt der Beschwerdeführer eine Rechtsverzögerung im
Verwaltungsverfahren, da die Beschwerdegegnerin für die vom Bundesgericht
verlangten Abklärungen über zwei Jahre gebraucht habe. Wie das Bundesgericht
bereits im Urteil vom 24. August 2009 (a.a.O.) in Erwägung 1.3 festgehalten hat, setzt
der Anspruch auf Feststellung (im Dispositiv) einer Verletzung des
Beschleunigungsgebotes durch die Vorinstanz wie bei jedem anderen Begehren auf
Feststellung des Bestehens, Nichtbestehens oder Umfanges von Rechten oder
Pflichten (Art. 5 Abs. 1 lit. b VwVG) ein schutzwürdiges Interesse voraus (vgl. Art. 59
ATSG). Verlangt ist ein unmittelbares und aktuelles Interesse rechtlicher oder
tatsächlicher Natur (BGE 133 II 252 E. 1.3.1) an der sofortigen Feststellung der
gerügten Rechtsverletzung, dem keine erheblichen öffentlichen oder privaten
Interessen entgegenstehen, und dass dieses schutzwürdige Interesse nicht anderweitig
- durch eine rechtsgestaltende Verfügung - gewahrt werden kann (BGE 126 II 303 E.
2c, 125 V 24 E. 1b, je mit Hinweisen). Auf das Erfordernis des aktuellen praktischen
Interesses kann ausnahmsweise verzichtet werden, wenn sich die gerügte
Rechtsverletzung jederzeit wiederholen könnte, eine rechtzeitige gerichtliche
Überprüfung im Einzelfall kaum je möglich wäre, die aufgeworfenen Fragen sich
jederzeit unter gleichen oder ähnlichen Umständen wieder stellen können und wenn an
deren Beantwortung wegen der grundsätzlichen Bedeutung ein hinreichendes
öffentliches Interesse besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 30. April 2009,
8C_760/2008, E. 4.1).
2.2 Wer eine Verletzung des Beschleunigungsgebots durch die Vorinstanz rügt und
dispositivmässig festgestellt haben will, hat darzulegen, inwiefern er daran ein
schutzwürdiges Interesse hat oder ein Ausnahmetatbestand im dargelegten Sinn
gegeben ist (vgl. BGE 133 II 251 E. 1.1). Der Beschwerdeführer hat dies nicht getan.
Insofern ist daher auf die Beschwerde nicht einzutreten.
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3.
3.1 Hinsichtlich des Abklärungsauftrags der Beschwerdegegnerin betreffend die
konkrete Tätigkeit des Beschwerdeführers bei der B._ GmbH sowie der Frage nach
den Gründen, weshalb das Arbeitsverhältnis nicht fortgesetzt worden war, konnten auf
Grund des im Jahr 2006 erfolgten Konkurses dieser Arbeitgeberin (vgl.
Handelsregisterauszug, act. G 4.3/185-4) keine Ergebnisse erzielt werden. Den
Aussagen des Beschwerdeführers zufolge bezog sich seine Tätigkeit bei der B._
GmbH auf den Bereich der Finanz- und Versicherungsberatung. Daher habe er nach
Eintritt seiner Arbeitsunfähigkeit bei der F._ AG auch gehofft, in diesem Bereich
Eingliederungsmassnahmen zu erhalten (act. G 6.1 Bst. a). Wie sich dem
Handelsregisterauszug entnehmen lässt, beinhaltete der Zweck der B._ GmbH,
Beratungen und Dienstleistungen im Bereich des Finanz- und Versicherungswesens
sowie den Verkauf von diesbezüglichen Produkten, insbesondere Finanzprodukten.
Weiter konnte sich die Gesellschaft an anderen Unternehmen beteiligen sowie
Grundeigentum erwerben, belasten, veräussern und verwalten (act. G 4.3/185-4). Der
Stufenbestätigung der B._ GmbH vom 9. April 2002 ist schliesslich zu entnehmen,
dass der Beschwerdeführer die Stufe 5 des Karriereplans der Arbeitgeberin erreicht
hatte. Damit sei er mit allen Rechten und Pflichten eines Direktors und
Geschäftsstellenleiters eingesetzt gewesen (act. G 4.3/163-1). Diese Einstufung
erstaunt vor dem Hintergrund, dass er in seiner eigenen Stellungnahme vom 8. März
2012 angab, seine beruflichen Qualifikationen hätten im Zeitpunkt des Verlusts seiner
Stelle bei der F._ AG (d.h. im Frühling/Sommer 2002, vgl. act. G 10-4) noch nicht
ausgereicht, um als Versicherungsbroker und Finanzberater in vollem Umfang tätig zu
sein (act. G 6.1 Bst. a). Weshalb der Beschwerdeführer seine Stelle bei der B._
GmbH spätestens im Sommer 2002 (gemäss IK-Auszug erhielt er Lohn bis August
2002, vgl. act. G 12) aufgegeben hat, ob ihm gekündigt worden war oder ob er selber
gekündigt hatte, geht aus den Akten nicht hervor. In der Beschwerde vom 21.
Dezember 2011 macht der Beschwerdeführer geltend, sein Weggang sei infolge der
eingetretenen Arbeitsunfähigkeit erfolgt. Diese Ausführung erscheint allerdings wenig
plausibel, soll doch seine Arbeitsunfähigkeit bereits Ende November 2001 eingetreten
sein, d.h. zu einem Zeitpunkt, in welchem er gemäss Lohnabrechnungen und IK-
Auszug mit seiner Tätigkeit für die B._ GmbH gerade erst begonnen hatte. Mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit handelte es sich denn auch bei der Tätigkeit des
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Beschwerdeführers für die B._ GmbH um eine leidensadaptierte Tätigkeit (körperlich
leicht und wechselbelastend).
3.2 Die vom Bundesgericht verlangten weiteren Abklärungen betreffend das
Arbeitsverhältnis des Beschwerdeführers bei der B._ GmbH verliefen wegen des
bereits im Jahr 2006 erfolgten Konkurses mehrheitlich ohne Ergebnis. Der
Beschwerdeführer selbst verfügt offenbar nicht über zusätzliche Dokumente wie z.B.
Arbeitsvertrag oder Lohnausweise (vgl. G 4.3/160 und 161), einzig das Schreiben der
Arbeitgeberin vom 24. Mai 2002 betreffend finanzielle Schwierigkeiten hat er zusätzlich
zu den Akten gegeben (vgl. act. G 4.3/163-2). Dieses Abklärungsergebnis ist auch
darauf zurückzuführen, dass der Beschwerdeführer das Arbeitsverhältnis mit der B._
GmbH bis zur Beschwerdeerhebung am 11. Mai 2007 der Vorinstanz verschwiegen
hatte. Schon in der IV-Anmeldung vom 26. November 2002 erwähnte er lediglich seine
Nebenerwerbstätigkeit bei der WNB (act. G 4.3/3). Aber auch im Rahmen der
Eingliederungsberatung in den Jahren 2003 und 2006 war keine Rede von dieser - trotz
behaupteter vollständiger Arbeitsunfähigkeit - ausgeübten Tätigkeit (vgl. act. G 4.3/39
und 106). Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer dieses Einkommen auch nicht
versteuert hat (vgl. act. G 4.3/173). Die Beweiswürdigung hat somit nach dem im
Sozialversicherungsrecht üblichen Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
zu erfolgen, wobei jene Partei die Folgen der Beweislosigkeit trägt, welche aus einem
unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten will (vgl. BGE 117 V 264 E. 3.6
mit Hinweis).
4.
4.1 Damit bleibt zu prüfen, ob die Verwaltung den Invaliditätsgrad korrekt bemessen
hat. Es ist unbestritten, dass dies nach der Einkommensvergleichsmethode (vgl. dazu
BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b) zu geschehen hat. Für die Ermittlung des
Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als
Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, der
Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft,
da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne
Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 129 V 224, E. 4.3.1, mit
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Hinweisen). Ein Nebenerwerb als Valideneinkommen ist nur dann mit einzubeziehen,
wenn er bereits im Gesundheitsfall erzielt wurde und ohne Gesundheitsschaden
weiterhin erzielt worden wäre (SZS 2008, 569 mit Hinweis auf Urteil des
Bundesgerichts vom 3. Juli 2008, 9C_45/2008, E. 4.2). Grundsätzlich ist eine
bescheidene Nebenerwerbstätigkeit, die zusätzlich zu einer vollzeitlichen
Haupterwerbstätigkeit ausgeübt wird, zumutbar. Sie bildet also Teil der versicherten
erwerblichen Leistungsfähigkeit. Das Einkommen aus einer solchen
Nebenerwerbstätigkeit ist als zusätzliches Valideneinkommen zu berücksichtigen.
4.2 Vorliegend räumt der Beschwerdeführer selber ein, dass er im Jahr 2002 noch
nicht wirklich fähig gewesen wäre, sich als Versicherungsbroker und Finanzberater zu
betätigen (act. G 6.1 Bst. a). Dies zeigt sich auch in der Kündigung durch die C._ AG,
welche das Arbeitsverhältnis mit ihm auf Grund von Inaktivität per Ende März 2002
aufgelöst hatte (act. G 4.3/34-1), sowie in den Angaben des Beschwerdeführers
anlässlich der ZMB-Begutachtung vom 15. bis 19. Mai 2006, dass ihm die Stelle als
Versicherungsagent auch aus Mangel an kaufmännischer Ausbildung gekündigt
worden sei. Dass ihm dannzumal die deutsche Sprache, v.a. der schriftliche Umgang
mit derselben, ebenfalls grosse Schwierigkeiten bereitete (act. G 4.3/96-11), mag sich
auf das Arbeitsverhältnis zusätzlich negativ ausgewirkt haben. Bezüglich des
Einkommens aus der Tätigkeit bei der C._ AG vom 16. November 1999 bis 31. März
2002 (act. G 4.3/34-1; gemäss Arbeitgeber-Angaben und IK-Auszug war das
Arbeitsverhältnis jedoch lediglich in den Jahren 2000 und 2001 provisionsrelevant, vgl.
act. G 4.3/34-4 und G 12) ist gestützt auf die Akten offensichtlich, dass es nicht als
Validen-einkommen im Sinn der Rechtsprechung zu berücksichtigen ist, weil es der
Beschwerdeführer auch ohne Gesundheitsschaden nicht länger erzielt hätte.
4.3 Abgesehen von den Einkommen durch die C._ AG sind dem IK-Auszug des
Beschwerdeführers folgende Einkommen zu entnehmen: Bei der F._ AG erzielte er im
Jahr 1997 Fr. 53'815.--, im Jahr 1998 Fr. 52'399.--, im Jahr 1999 Fr. 54'005.--, im Jahr
2000 Fr. 56'889.--, im Jahr 2001 Fr. 55'681.-- und von Januar bis August 2002
Fr. 34'393.--, was hochgerechnet (Monatslohn x 13) einen Jahreslohn von Fr. 55'889.--
ergibt. Im Jahr 1998 rechnete die Polygon Marketing AG Anzeigenverwaltung, St.
Gallen, zudem für den Beschwerdeführer ein AHV-Einkommen von Fr. 1'933.-- ab, so
dass er die bei der F._ AG im Vergleich zum Vorjahr erlittene Lohneinbusse auf ein
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Jahreseinkommen von Fr. 54'332.-- aufbessern konnte. Weiter sind dem IK-Auszug die
Löhne der B._ GmbH zu entnehmen, welche dem Beschwerdeführer jeweils von der
E._ AG, Ettingen, ausbezahlt wurden. Von Oktober bis Dezember 2001 belief sich
das Einkommen auf Fr. 1'449.-- und für die Monate Januar bis August 2002 auf
Fr. 19'133.-- (act. G 12). Wie bereits ausgeführt, war der Wegfall dieses Einkommens
von der B._ GmbH überwiegend wahrscheinlich nicht gesundheitsbedingt. So traten
einerseits die geltend gemachten körperlichen Beschwerden ja bereits Ende November
2001 auf und andererseits die psychischen Probleme, insbesondere die reaktive
depressive Entwicklung, erst im Februar 2004 (vgl. ZMB-Gutachten, act. G 4.3/96-26).
Bei der Tätigkeit für die B._ GmbH handelte es sich um eine leidensadaptierte leichte
Tätigkeit. Wie schon bei der C._ AG werden sich aber wohl auch bei dieser Stelle die
fehlende kaufmännische Ausbildung und mangelhaften Deutschkenntnisse des
Beschwerdeführers ausgewirkt haben. Die Behauptung des Beschwerdeführers,
wonach er im Gesundheitsfall neben seiner 100%-igen Beschäftigung für die F._ AG
zusätzlich und auch nach August 2002 für die B._ GmbH tätig geblieben wäre, bleibt
beweislos und erscheint anhand der Akten auch wenig wahrscheinlich. Der
Beschwerdeführer hat denn auch bis ins Jahr 2009 keine ähnliche Tätigkeit wieder
aufgenommen, wofür ebenfalls keine gesundheitlichen Gründe ersichtlich sind. Mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit war somit die Aufgabe dieser Nebenerwerbstätigkeit
nicht invaliditätsbedingt, weshalb auch dieses Einkommen beim Valideneinkommen
nicht zu berücksichtigen ist.
4.4 Damit kann vorliegend offen bleiben, ob es sich bei der B._ GmbH um eine
seriöse oder unseriöse Unternehmung handelte und wie hoch - auf Grund der
Abweichungen zwischen IK-Auszug und Lohnblättern (vgl. act. G 12 und G 4.3/162) -
die dem Beschwerdeführer tatsächlich entrichteten Löhne waren. Ob die B._ GmbH
bei der AHV-Ausgleichskasse die Löhne ordentlich abgerechnet hat oder nicht, braucht
vorliegend ebenfalls nicht weiter eruiert zu werden. Immerhin kann darauf hingewiesen
werden, dass die vom Beschwerdeführer eingereichten Belege auch Spesen
(Büroanteil, vgl. act. G 4.3/162-11 und 14) sowie einen Lohn für "G._" (vgl. act.
G 4.3/162-3) enthielten. Gemäss den Ausführungen in der Beschwerde sollen die
Sozialabzüge jedenfalls ordnungsgemäss deklariert worden sein (vgl. act. G 1).
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4.5 Auf Grund dieser Ausführungen ist beim Valideneinkommen davon auszugehen,
dass der Beschwerdeführer als Gesunder nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit weiterhin seiner Erwerbstätigkeit bei der F._ AG nachgegangen
wäre. Dass im Gesundheitsfall zusätzlich eine Nebenerwerbstätigkeit im Bereich der
Finanz- und Versicherungsberatung beibehalten worden wäre, erscheint dagegen nicht
überwiegend wahrscheinlich.
5.
Damit hat die Beschwerdegegnerin beim Valideneinkommen zu Recht auf das
Einkommen des Beschwerdeführers als Schichtführer abgestellt. Ebenfalls nicht zu
beanstanden ist, dass die Beschwerdegegnerin beim Invalideneinkommen auf die LSE-
Tabellenlöhne abgestellt und dem Beschwerdeführer einen Leidensabzug von 10%
gewährt hat. Letzteres wurde im Übrigen auch nicht bestritten. Damit resultiert bei einer
Gegenüberstellung von Validen- und Invalideneinkommen ein Invaliditätsgrad von 37%.
Somit wurde der Rentenanspruch zu Recht abgewiesen (vgl. Art. 28 IVG).
6.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit auf diese einzutreten ist.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr.
1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Vorliegend erscheint eine Gerichtsgebühr von
Fr. 600.-- als angemessen. Diese ist dem unterliegenden Beschwerdeführer
aufzuerlegen. Der von ihm geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist daran
anzurechnen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht