Decision ID: f0f812f4-df39-442a-b524-559ddbafdeb3
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. A.Y., geboren 1957, ist IV-Rentnerin und seit 2005 Eigentümerin des mit einem
Wohn- und Geschäftshaus überbauten Grundstücks Nr. 000 an der S.-gasse 01 in X.
Die S.-gasse 01 in X. entsprach auch ihrer Wohnadresse. Gemäss Mutationsmeldung
des Einwohneramtes X. vom 23. Oktober 2009 war sie von der Amtsvormundschaft X.
verbeiratet (act. 15/7-I/5). Per 22. Februar 2012 meldete sie sich beim Einwohneramt X.
ab (act. 15/7-I/3). Am 13. August 2012 wurde die Beiratschaft auf E.F., Q./FR,
übertragen (ABl 2012 S. 3006). Das Steueramt des Kantons St. Gallen stellte die
Formulare für die Steuererklärungen 2012 und 2013 der Beirätin in Q. zu (act. 15/7-II
und III).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 3/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
B. Mit der Ortsangabe X. deklarierte A.Y. am 1. November 2013 für 2012 ein negatives
Nettoeinkommen von CHF 26‘447 und ein steuerbares Vermögen von CHF 167‘074
sowie am 31. März 2014 für 2013 ein steuerbares Einkommen von CHF 5‘126 und ein
steuerbares Vermögen von CHF 148‘317.
Die Veranlagungsbehörde rechnete für 2012 einerseits bei den Renten CHF 41‘542 (für
das ganze Jahr), bei den Einkünften aus selbständigem Haupterwerb ermessensweise
CHF 1, bei den Einkünften aus Wertschriften und Guthaben CHF 36 und bei den
Einkünften aus dem unbeweglichen Vermögen CHF 6‘300 (reduzierter Eigenmietwert
der selbstgenutzten Wohnung) auf. Anderseits liess sie den geltend gemachten
Liegenschaftenunterhalt im Umfang von CHF 38‘550 nicht zum Abzug zu und erhöhte
den Abzug für Versicherungsprämien und Sparzinsen um CHF 2‘481. Beim
Wertschriftenvermögen wurde eine Aufrechnung von CHF 31‘109 vorgenommen. Damit
ergab sich für 2012 ein steuerbares Einkommen von CHF 57‘501 (gerundet
CHF 57‘500) und ein steuerbares Vermögen von CHF 198‘183 (gerundet CHF 198‘000,
act. 15/7-III/9).
Für 2013 wurden die nicht deklarierten Renten von CHF 50‘066 aufgerechnet, die
Einkünfte aus dem unbeweglichen Vermögen um CHF 13‘188 erhöht (von CHF 58‘300
auf CHF 71‘488 entsprechend den Bruttoeinnahmen von CHF 63‘928 zuzüglich 70
Prozent des Eigenmietwerts der selbst genutzten Wohnung CHF 7‘560; act. 15/7-II/81)
und beim Liegenschaftenunterhalt CHF 3‘680 (CHF 2‘000 Eigenverbrauch für
selbstgenutzte Wohnung, CHF 120 Finanzverwaltung, CHF 1‘560 Mietzinsaufwand
Lagerraum) nicht zum Abzug zugelassen, so dass sich ein steuerbares Einkommen von
CHF 72'060 (gerundet CHF 72‘000) ergab; das steuerbare Vermögen blieb unverändert
bei CHF 148‘317 (gerundet CHF 148‘000, act. 15/7-II/7).
Das kantonale Steueramt wies die gegen diese Veranlagungen vom 9. Juni 2015
erhobenen Einsprachen mit Entscheiden vom 23. November 2015 ab.
C. Gegen die Einspracheentscheide erhob A.Y. am 22. Dezember 2015 Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission und beantragte, sie sei mangels unbeschränkter
Steuerpflicht im Kanton St. Gallen für 2012 ohne steuerbares Einkommen und mit
einem steuerbaren Vermögen von CHF 167‘000 und für 2013 mit einem steuerbaren
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 4/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Einkommen von CHF 12‘400 und einem steuerbaren Vermögen von CHF 148‘000 zu
veranlagen. Die Verwaltungsrekurskommission wies den Rekurs mit Entscheid vom
23. August 2016 ab.
D. A.Y. (Beschwerdeführerin) erhob gegen den am 31. August 2016 versandten
Entscheid der Verwaltungsrekurskommission (Vorinstanz) durch ihren Vertreter mit
Eingabe vom 24. September 2016 und Ergänzung vom 24. November 2016
Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, den angefochtenen Entscheid
unter Kosten- und Entschädigungsfolge vollumfänglich aufzuheben, für die Jahre 2012
und 2013 mangels persönlicher Zugehörigkeit die beschränkte Steuerpflicht
festzustellen und die Einkünfte aus Miet- und Pachtzinsen um die aufgerechneten
Eigenmietwert zu reduzieren, die für 2012 deklarierten Verwaltungskosten zum Abzug
zuzulassen sowie die beweglichen Vermögenswerte für 2012 und 2013 nicht
anzurechnen.
Mit Vernehmlassung vom 14. Dezember 2016 verwies die Vorinstanz auf die

Erwägungen des angefochtenen Entscheides und beantragte die Abweisung der
Beschwerde. Am 21. Dezember 2016 verzichtete das kantonale Steueramt
(Beschwerdegegner) auf eine Vernehmlassung und beantragte, die Beschwerde sei
abzuweisen.
Auf die Erwägungen im angefochtenen Entscheid und die Vorbringen der
Beschwerdeführerin zur Begründung ihrer Anträge sowie die Akten wird – soweit
wesentlich – in den Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
2. Umstritten ist in erster Linie, ob die Beschwerdeführerin in den Jahren 2012 und
2013 ihren steuerrechtlichen Wohnsitz im Kanton St. Gallen hatte und damit für diese
Steuerperioden im Kanton St. Gallen unbeschränkt steuerpflichtig ist.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 5/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
2.1. Gemäss Art. 13 StG sind natürliche Personen im Kanton St. Gallen aufgrund
persönlicher Zugehörigkeit steuerpflichtig, wenn sie ihren steuerrechtlichen Wohnsitz
oder Aufenthalt im Kanton haben (Abs. 1); einen steuerrechtlichen Wohnsitz im Kanton
hat eine Person, wenn sie sich hier mit der Absicht dauernden Verbleibens aufhält oder
wenn ihr das Bundesrecht hier einen besonderen gesetzlichen Wohnsitz zuweist
(Abs. 2). Die kantonale Regelung entspricht inhaltlich den Vorgaben von Art. 3 Abs. 1
und 2 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone
und Gemeinden (SR 642.14, StHG). Gemäss Art. 19 Abs. 2 StG endet die Steuerpflicht
unter anderem mit dem Wegzug aus dem Kanton. Nach Art. 4b Abs. 1 Satz 1 StHG
besteht die Steuerpflicht bei Wechsel des steuerrechtlichen Wohnsitzes innerhalb der
Schweiz aufgrund persönlicher Zugehörigkeit für die laufende Steuerperiode im
Kanton, in dem die steuerpflichtige Person am Ende dieser Periode ihren Wohnsitz hat.
Die Steuerbehörden haben die den Steuerwohnsitz konstituierenden
Sachverhaltselemente zwar von Amtes wegen abzuklären. Der Steuerwohnsitz ist als
steuerbegründende Tatsache grundsätzlich von den Steuerbehörden nachzuweisen.
Der Steuerpflichtige ist jedoch zur Mitwirkung und namentlich zu umfassender
Auskunftserteilung über die für die Besteuerung massgebenden Umstände verpflichtet.
Dass eine Wohnsitzverlegung stattgefunden hat, ist somit vom Steuerpflichtigen
darzulegen. Dazu gehört nicht nur die endgültige Lösung der Verbindungen zum
bisherigen Wohnsitz, sondern auch die Darstellung der Umstände, welche zur
Begründung des neuen Wohnsitzes geführt haben (vgl. zum Recht der direkten
Bundessteuer BGE 138 II 300 E. 3.4). Die unbeschränkte Steuerpflicht gilt namentlich
dann als sehr wahrscheinlich, wenn sich das Hauptsteuerdomizil bereits seit längerer
Zeit unangefochten im Kanton befand. Im Zweifelsfall besteht das bisherige
Steuerdomizil fort. Diese Beweislastverteilung gilt im internationalen wie im
interkantonalen Verhältnis (SGE 2010 Nr. 32).
2.2. Die Beschwerdeführerin hat sich am 22. Februar 2012 in X. nach W./SZ
abgemeldet. Diese Abmeldung am bisherigen Wohnort ist als bloss formelles Element –
anders als die Beschwerdeführerin annimmt – nicht entscheidend dafür, dass die
unbeschränkte Steuerpflicht im Kanton St. Gallen endet (vgl. SGE 2008 Nr. 16 und SGE
2002 Nr. 13, BGE 125 I 54 E. 2, 458 E. 2b). Eine Anmeldung in W./SZ weist die
Beschwerdeführerin nicht nach. Die von ihr angegebene dortige Adresse – R.-weg
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 6/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
ohne Hausnummer – bleibt vage. Anhaltspunkte dafür, dass sie sich dort – wenn
überhaupt – mit der Absicht dauernden Verbleibens tatsächlich aufgehalten hätte,
lassen sich den Akten nicht entnehmen. Weder wird ersichtlich, dass sie dort über
Wohneigentum verfügt, noch legt sie einen Mietvertrag vor. Ebensowenig liegt – bei
fehlendem eigenem Wohneigentum und auf die Beschwerdeführerin lautenden
Mietvertrag – die Bestätigung einer Person vor, bei welcher sie am R.-weg in W./SZ
gelebt hätte. Soweit ihr Vertreter in den Rechtsmittelverfahren überhaupt eine Adresse
der Beschwerdeführerin bezeichnete, war dies – gemäss Beschwerdeerhebung vom
24. September 2016 – N./GR. Die Beschwerdeführerin macht auch nicht geltend, sie
sei in den Steuerjahren 2012 und 2013 entsprechend ihrem behaupteten Wegzug in
W./SZ unbeschränkt steuerpflichtig geworden und habe dort Steuererklärungen
eingereicht. Ebensowenig macht sie einen Steuerwohnsitz an einem anderen Ort im
Kanton Schwyz oder in einem andern Kanton geltend.
Auch die gesamte Korrespondenz der Jahre 2012 und 2013, soweit sie Teil der Akten
ist, wurde – mit Ausnahme einer Rechnung vom 25. Mai 2012 (act. II/49), wobei die
gleiche Gläubigerin die folgende Rechnung vom 29. August 2012 wieder der
Amtsvormundschaft X. zustellte (act. II/55) – nicht über den R.-weg, W./SZ
abgewickelt. Als Zustelladressen wurden in den Jahren 2012 und 2013 jene der
Beirätin in Q./FR und der Amtsvormundschaft oder des Sozialamtes X. sowie – in der
weit überwiegenden Zahl – die S.-gasse 01 oder das Postfach 002 in X. verwendet. Am
30. April 2012 bezahlte die Beschwerdeführerin sodann die Versicherungsprämie für
eine Haushaltversicherung – „Hausrat zu Hause X.“ – für die Zeit vom 1. Mai 2012 bis
30. April 2013 (act. II/40). Auch die Rechnung für die Prämie für die Zeit vom 1. Mai
2013 bis 30. April 2014 wurde an die S.-gasse 01 in X. versandt (act. II/102). Soweit sie
selbst – so an ihren Vertreter (act. II/116) – Rechnungen ausstellte, gab sie als
Postadresse das Postfach 002 in X. an. Einzahlungen am Postschalter nahm die
Beschwerdeführerin am 2. Mai 2013 und am 24. Januar 2014 in X. (act. II/101+115), am
4. Juli 2013 und am 7. November 2013 in O. (act. II/109+112) sowie am 24. Dezember
2013 in P. (act. II/114) vor. Die Steuererklärung für 2012 unterzeichnete sie am
1. November 2013 mit der Ortsangabe X. (act. III/12). Dies gilt auch für jene für 2013
vom 31. März 2014 (act. II/84). Den Akten sind damit zahlreiche Hinweise dafür zu
entnehmen, dass sie sich während der Jahre 2012 und 2013 tatsächlich weiterhin in X.
aufgehalten hat.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 7/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe während der Jahre 2012 und 2013 in
X. über keinen Wohnraum verfügt. In diesem Zusammenhang reicht sie im
Beschwerdeverfahren neu einen Mietvertrag vom 17. Dezember 2011 mit der D. GmbH
für die 3,5-Zimmer-Maisonette-Wohnung in der Liegenschaft S.-gasse 01 in X. ein. In
dieser Liegenschaft seien lediglich zwei Einheiten als Wohnung nutzbar und davon
beide fremdvermietet gewesen. Die eingereichte Baubewilligung betrifft das von der
B. AG gemietete Ladenlokal. Gemäss Schätzung aus dem Jahre 2008 verfügt die
Liegenschaft über vier Wohnungen, wovon gemäss Akten im strittigen Zeitraum drei
vermietet waren. Selbst wenn die einst von der Beschwerdeführerin bewohnte
Wohnung ab 1. Januar 2012 an die D. GmbH vermietet worden sein sollte, so schliesst
dies angesichts einer nicht vermieteten Wohnung keineswegs aus, dass die
Beschwerdeführerin weiterhin in der Liegenschaft Nr. 000 wohnhaft blieb. Als
Mietbeginn wird zudem der 1. Januar 2012 angegeben. Die Beschwerdeführerin hat
sich indessen in X. erst am 22. Februar 2012 abgemeldet.
2.3. Zusammenfassend ist deshalb, wie bereits die Vorinstanz zu Recht festgehalten
hat, davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin weder einen Zuzug in W./SZ
noch ihren Wegzug aus X. ausreichend dartut. Angesichts der zahlreichen Hinweise auf
einen tatsächlichen Aufenthalt der Beschwerdeführerin in X. in den Jahren 2012 und
2013 beruht die Weiterführung der Steuerpflicht in X. auch nicht auf einem „rein
fiktiven“ Wohnsitz, weil noch kein neuer effektiver Wohnsitz begründet worden ist (vgl.
P. Locher, Einführung in das interkantonale Steuerrecht, 4. Aufl. 2015, S. 27). Die
Beschwerde erweist sich dementsprechend im Hauptpunkt als unbegründet.
War die Beschwerdeführerin während den Steuerperioden 2012 und 2013 in X./ SG
unbeschränkt steuerpflichtig, erweisen sich auch die Anträge zu den damit
zusammenhängenden im Quantitativen unbestrittenen Aufrechnungen bei den
Einkünften aus Renten und aus dem selbstbewohnten Grundeigentum samt der damit
verbundenen Herabsetzung der Unterhalts- und Verwaltungskosten der Liegenschaften
und beim beweglichen Vermögen als unbegründet.
3. Zu prüfen bleibt die Rüge der Beschwerdeführerin zu den Aufrechnungen bei den
Unterhalts- und Verwaltungskosten für das unbewegliche Vermögen. Der
Beschwerdegegner hat im Einspracheentscheid die aufgerechneten Positionen im
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 8/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Detail bezeichnet (vgl. act. 15/7-II/3). Im Rekursverfahren war – neben der mit der
Eigennutzung zusammenhängenden Aufrechnung von CHF 2‘000 (Erwägung 5a des
vorinstanzlichen Entscheides) – einzig der Abzug einer geltend gemachten Barzahlung
von CHF 6‘000 im Jahr 2012 an eine „Z.-Treuhand“ umstritten (Erwägung 5b des
vorinstanzlichen Entscheids). Auch die Beschwerdebegründung bezieht sich einzig auf
diese Position.
Die Beschwerdeführerin anerkannt zwar ihre diesbezügliche Beweislast. Sie habe den
Beweis auf Nachfrage des Beschwerdegegners aber erbracht, jedoch sei der Abzug
mit dem Hinweis „Empfänger unbekannt“ nicht zugelassen worden. Das lasse auf
einen mangelhaften Zahlungsnachweis schliessen und nicht darauf, dass die Kosten
grundsätzlich nicht abzugsfähig seien. Der Beschwerdegegner habe sich auch in
diesem Punkt nicht an den Untersuchungsgrundsatz gehalten und die
Beschwerdeführerin respektive deren Vertreter weder angehört noch ihnen die
Möglichkeit gegeben, den Mangel zu beseitigen. Obwohl sich der Vertreter der
Beschwerdeführerin im Einspracheverfahren diesbezüglich erklärt habe, fehle im
Einspracheentscheid vom 25. November 2015 eine Begründung.
Soweit sich die Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht auf den angefochtenen
vorinstanzlichen Entscheid vom 23. August 2016 und dessen Begründung, sondern auf
den Einspracheentscheid des Beschwerdegegners vom 25. November 2015 beziehen,
genügt die Begründung den Anforderungen an eine Beschwerde gemäss Art. 48 Abs. 1
VRP nicht (vgl. Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl.
2003, Rz. 922). Die Vorinstanz hat den Abzug mit Hinweis auf die von der
Beschwerdeführerin im Veranlagungsverfahren eingereichte Quittung vom
31. Dezember 2012 (act. 15/7-II/79) mit der Begründung verweigert, es sei unüblich,
den Treuhänder in bar zu bezahlen, und weder die Z.-Treuhand noch K.M. – welcher
für die Z.-Treuhand quittierte – seien in der Schweiz steuerpflichtig. Die Zahlung
erscheine als unglaubwürdig, zumal die Beschwerdeführerin selbst im Rekursverfahren
angegeben habe, über weitere Beweise zu verfügen, ohne sie einzureichen. Unter
diesen Umständen hat es die Vorinstanz mit Hinweis auf Art. 12 Abs. 2 VRP (in
Verbindung mit Art. 161 StG) zu Recht nicht als ihre Aufgabe angesehen, weitere
Beweise zu erheben.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 9/9
Publikationsplattform
St.Galler Gerichte
Die Beschwerdeführerin legt erstmals im Beschwerdeverfahren die Kopie eines am
3. September 2011 mit K.M. abgeschlossenen „Vertrag Liegenschaftsverwaltung“ vor
(act. 12/2). Ein solcher Vertrag ist zwar geeignet, einen entsprechenden
Verwaltungsauftrag und damit die – grundsätzlich unbestrittene – Abzugsfähigkeit
eines Honorars zu belegen. Umso mehr als in Ziffer 5 des Vertrags für die Abwicklung
des Zahlungsverkehrs im Zusammenhang mit der „Verwaltung des Mietobjekts“ ein
Bankkonto der Beschwerdeführerin angegeben wird, vermag das neu eingereichte
Beweismittel aber nichts daran zu ändern, dass eine Barzahlung von CHF 6‘000 als
unüblich und damit als nicht ausreichend nachgewiesen erscheint.
4. (...).