Decision ID: df0d44ae-61e9-4627-9d16-10d1a4388b1a
Year: 2021
Language: de
Court: GR_VG
Chamber: GR_VG_002
Canton: GR
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: social_law

I. Sachverhalt:
1. A._ erhielt von August 2002 bis Ende September 2019 öffentliche
Sozialhilfe in der Höhe von insgesamt CHF 188'133.70 für sich und ihren
minderjährigen Sohn. Am 7. November 2019 erhielt sie nach dem Tod
ihres Ehemannes eine Kapitalleistung 2. Säule von der C._ Vorsorge
im Gesamtbetrag von CHF 406'166.10 ausbezahlt. Mit Verfügung vom 13.
Dezember 2019 teilten die Sozialen Dienste der Gemeinde B._
A._ mit, sie sei aufgrund der verbesserten Vermögensverhältnisse
verpflichtet, die bezogene Sozialhilfe zurückzuerstatten. Am 19.
Dezember 2019 erhob A._ dagegen Beschwerde.
2. Am 14. Februar 2020 stellte die Gemeinde B._ beim zuständigen
Regionalgericht das Gesuch um Arrest, das zunächst abgelehnt wurde,
auf Beschwerde der Gemeinde B._ an das Kantonsgericht von
Graubünden aber am 25. Februar 2020 gutgeheissen wurde. Gleichzeitig
wurde der Arrestbefehl erteilt. Zwei weitere Arrestbefehle folgten bezüglich
den an den Sohn von A._ überwiesenen Geldern.
3. Mit Entscheid vom 17. März 2020, mitgeteilt am 25. März 2020, wies der
Gemeinderat der Gemeinde B._ (nachfolgend: Gemeinderat) die
Beschwerde ab und verpflichtete A._ gleichzeitig, der Gemeinde
innert 30 Tagen seit Mitteilung dieses Entscheids den Betrag von
CHF 188'133.70 zu bezahlen.
4. Dagegen erhob A._ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 6. April
2020 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden
(nachfolgend: Verwaltungsgericht) und liess beantragen, der
angefochtene Entscheid des Gemeinderats vom 17./25. März 2020
(SRB.2020.184) sei aufzuheben und die Rechtssache den zuständigen
Vorinstanzen zur neuen Entscheidung zurückzuverweisen (Ziff. 1 des
Rechtsbegehrens). Vorliegender Beschwerde sei vorweg und provisorisch
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sofort präsidialiter aufschiebende Wirkung zuzuerkennen und die
Gemeinde B._ vorweg präsidialiter anzuweisen, jegliche
betreibungsrechtliche, konkursrechtliche oder/und arrestrechtliche
Massnahmen gegenüber der Beschwerdeführerin bis zur Rechtskraft des
verwaltungsgerichtlichen Urteils zu unterlassen (Ziff. 2). In
verfahrensrechtlicher Hinsicht sei zur Kenntnis zu nehmen, dass die
Beschwerdeführerin die vorliegende Beschwerde innert offener
Beschwerdefrist ergänzen werde (Ziff. 3). Unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zu Lasten der Gemeinde B._ (Ziff. 4).
5. Mit Stellungnahme vom 29. April 2020, beschränkt zur aufschiebenden
Wirkung, beantragte die Gemeinde B._ (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin), Ziff. 2 der Rechtsbegehren gemäss
Beschwerdeeingabe vom 6. April 2020 sei kostenfällig abzuweisen, sofern
überhaupt darauf eingetreten werden könne. Nicht einzutreten sei auf den
Antrag in Ziff. 2 der Beschwerde bezüglich Anweisung zur Unterlassung
von Massnahmen des SchKG, weil dem Verwaltungsgericht die
Zuständigkeit fehle.
6. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 30. April 2020 lehnte die
Instruktionsrichterin des Verwaltungsgerichts das Begehren der
Beschwerdeführerin um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der
Beschwerde ab (U 20 28 a). Diese Verfügung ist unangefochten in
Rechtskraft erwachsen.
7. Aufgrund Covid-19-bedingtem Fristenstillstand ergänzte die
Beschwerdeführerin am 19. Mai 2020 ihre Beschwerdeschrift innert Frist
und hielt darin an ihrem Rechtsbegehren gemäss Ziff. I./1. fest. Materiell
begründete sie die Beschwerde im Wesentlichen mit dem Fehlen einer
vorgängigen Feststellungsverfügung vor Erlass der
Rückforderungsverfügung vom 13. Dezember 2019, mit der
ungenügenden Abklärung der Einkommens- und Vermögenssituation der
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Beschwerdeführerin im März 2020 sowie mit der beschränkten
Pfändbarkeit der Kapitalleistung aus 2. Säule gemäss Art. 93 SchKG.
8. Am 9. Juni 2020 reichte die Beschwerdegegnerin ihre Vernehmlassung
ein, in der sie die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde verlangte;
unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.
9. Die Beschwerdeführerin replizierte am 22. Juni 2020. Im Wesentlichen
machte sie damit geltend, dass ein Verfahren betreffend Pfändbarkeit vor
Kantonsgericht hängig sei (KSK 20 71) und dass die Pensions-
Kapitalabfindung, die einer monatlichen Ehegattenrente von CHF 1'248.--
entspreche, nicht pfändbar sei bzw. nur insoweit pfändbar sei, als das aus
der einmaligen Kapitalzahlung effektiv noch vorhandene Vermögen in eine
lebenslängliche Rente umgerechnet werde und zusammen mit dem
übrigen Einkommen einer Schuldnerin einen überschüssigen, pfändbaren
Betrag ergäbe (BGE 115 III 45 E.1, 5A_338/2019 E.6.2.1).
10. Am 6. Juli 2020 reichte die Beschwerdegegnerin die Duplik ein, in der sie
an den Rechtsbegehren festhielt und ihre bisherigen Ausführungen weiter
untermauerte.
11. Am 9. Juli 2020 reichte die Beschwerdeführerin eine Triplik ein. Darin
erfolgte im Wesentlichen der Hinweis auf das pendente Verfahren vor dem
Kantonsgericht bezüglich Pfändbarkeit der Kapitalabfindungssumme (Art.
93 SchKG), die die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen ausbezahlt
erhalten habe. Zudem stellte die Beschwerdeführerin in
verfahrensrechtlicher Hinsicht den Antrag, es sei das vorliegende
Beschwerdeverfahren bis zur rechtskräftigen Entscheidung des
Pfändungsbeschwerdeverfahrens KSK 20 69/71, derzeit rechtshängig vor
dem Kantonsgericht, zu sistieren, da die Frage der Pfändbarkeit auch die
vorliegend entscheidende Frage tangiere, ob durch die
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Beschwerdegegnerin die notwendigen Abklärungen betreffend Gefahr
einer neuen Bedürftigkeit getroffen worden seien.
12. Mit Quadruplik vom 16. Juli 2020 verlangte die Beschwerdegegnerin die
Ablehnung des Sistierungsantrags, weil es sich beim fraglichen
Kantonsgerichtsverfahren (KSK 20 69/71) um ein
Aufsichtsbeschwerdeverfahren im Sinne von Art. 17 SchKG gegen das
Betreibungs- und Konkursamt D._ handle, und die
Beschwerdegegnerin zusammen mit drei weiteren Parteien als betroffene
Gläubigerin beigeladen worden sei. Es ginge darum, ob das Amt die
Pfändungen rechtmässig vorgenommen habe. Jenes Verfahren stehe in
keinem Zusammenhang mit der angefochtenen Rückerstattung von
Sozialhilfe. Die Beschwerdegegnerin vertiefte zudem ihre bisherigen
Standpunkte.
13. Mit Verfügung der Instruktionsrichterin vom 22. Juli 2020 wurde die
Sistierung des Beschwerdeverfahrens abgelehnt (U 20 28 b). Diese
Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
14. Unaufgefordert ersuchte die Beschwerdeführerin persönlich mit
Zuschriften vom 3. August 2020 und 7. Dezember 2020 um möglichst
beförderliche Behandlung des Verfahrens.
Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften sowie
auf die angefochtene Verfügung wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:
1. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der
Entscheid der Beschwerdegegnerin vom 17. März 2020, mitgeteilt am 25.
März 2020, mit welchem die Beschwerde der Beschwerdeführerin vom 19.
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Dezember 2019 abgewiesen und sie verpflichtet wurde, der
Beschwerdegegnerin innert 30 Tagen seit Mitteilung des Entscheids den
Betrag von CHF 188'133.70 zu bezahlen. Der angefochtene Entscheid
stellt nach Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) ein taugliches
Anfechtungsobjekt dar. Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin des
angefochtenen Entscheids ohne Weiteres zur Beschwerdeerhebung
legitimiert (Art. 50 VRG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht
eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 38 f., 52 VRG;
SR 173.110.4 Verordnung vom 20. März 2020 über den Stillstand der
Fristen in Zivil- und Verwaltungsverfahren zur Aufrechterhaltung der Justiz
im Zusammenhang mit dem Coronavirus [COVID-19]).
2. Die Beschwerdeführerin rügt das rechtsmissbräuchliche Verhalten der
Beschwerdegegnerin betreffend zitierter Rechtsprechung in Bezug auf die
Auszahlung des Kapitals und Verschweigens des hängigen
aufsichtsrechtlichen Verfahrens (KSK 20 71) vor dem Kantonsgericht von
Graubünden.
Diesbezüglich hält die Beschwerdegegnerin entgegen, dass nota bene die
Beschwerdeführerin die Aufsichtsbeschwerde gegen das Betreibungs-
und Konkursamt D._ initiiert habe und es nicht rechtsmissbräuchlich
sei, wenn sie nicht darauf hinweise. Es treffe zu, dass die Gemeinde
B._ im besagten Verfahren vor dem Kantonsgericht Graubünden
(KSK 20 71) als betroffene Gläubigerin beigeladen worden sei, sich jedoch
daran nicht zwingend beteiligen müsse. Das besagte Verfahren richte sich
in erster Linie im Sinne einer Aufsichtsbeschwerde gemäss Art. 17 SchKG
gegen das Betreibungs- und Konkursamt der Region D._ und um die
Frage, ob die Pfändungen korrekt vorgenommen worden seien. Es sei
nicht nachvollziehbar, inwiefern dieses Verfahren im vorliegenden
Verfahren U 20 28 hätte erwähnt werden müssen. Unverständlich sei auch
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der diesbezügliche Vorwurf, wonach sich die Stadt rechtsmissbräuchlich
verhalten habe.
Mit der Beschwerdegegnerin ist die Rüge der Beschwerdeführerin nicht zu
hören. Der offenbare Missbrauch eines Rechts findet keinen Rechtsschutz
(Art. 2 Abs. 2 ZGB). Als allgemeiner Rechtsgrundsatz gilt das
Rechtsmissbrauchsverbot in der ganzen Rechtsordnung mit Einschluss
des öffentlichen Rechts sowie des Prozess- und Vollstreckungsrechts. Es
bildet Bestandteil des schweizerischen Ordre public und ist von jeder
Instanz von Amtes wegen anzuwenden (BGE 143 III 666 E.4.2; 128 III 201
E.1c; je mit Hinweisen). Rechtsmissbrauch liegt vor, wenn ein
Rechtsinstitut zweckwidrig zur Verwirklichung von Interessen verwendet
wird, die dieses Rechtsinstitut nicht schützen will (BGE 143 III 279 E.3.1;
140 III 583 E.3.2.4; 138 III 425 E.5.2; 128 II 145 E.2.2; je mit Hinweisen).
Ob eine Berechtigung missbräuchlich ausgeübt wird, hängt von den
Umständen des Einzelfalles ab (BGE 143 III 279 E.3.1; 138 III 425 E.5.2;
135 III 162 E.3.3.1; 121 III 60 E.3d; je mit Hinweisen). Rechtsmissbrauch
liegt weiter vor, wenn der Rückgriff auf das Rechtsinstitut mit dem
angestrebten Zweck nichts zu tun hat oder diesen gar ad absurdum führt
(HEINRICH HONSELL, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch, 6. Aufl.,
Basel 2018, N. 51 zu Art. 2 ZGB). Die Geltendmachung eines Rechts ist
missbräuchlich, wenn sie im Widerspruch zu einem früheren Verhalten
steht und dadurch erweckte berechtigte Erwartungen enttäuscht.
Rechtsmissbrauch ist restriktiv anzunehmen. Einen Grundsatz der
Gebundenheit an das eigene Handeln gibt es nicht. Vielmehr ist in einem
Widerspruch zu früherem Verhalten nur dann ein Verstoss gegen Treu und
Glauben zu erblicken, wenn dieses ein schutzwürdiges Vertrauen
begründet hat, das durch die neuen Handlungen enttäuscht wird (BGE 143
III 666 E.4.2 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1039/2019
vom 16. Juni 2020 E.2.3.2). Es ist nicht ersichtlich, dass die
Beschwerdegegnerin ein Rechtsinstitut zweckwidrig zur Verwirklichung
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von nicht schützenswerten Interessen verwendet hätte. Auch ist kein
Verhalten der Beschwerdegegnerin auszumachen, wonach sie sich
widersprüchlich, krass unrechtmässig oder dadurch allfällige berechtigte
Erwartungen enttäuschend verhalten hätte. Dies umso weniger, als es im
Beschwerdeverfahren gegen Pfändungen vor dem Kantonsgericht (KSK
20 69/71), welches durch die Beschwerdeführerin selbst initiiert wurde, um
die Zulässigkeit und Rechtmässigkeit der Pfändung samt Verarrestierung
von Vermögenswerten der Beschwerdeführerin durch das Betreibungs-
und Konkursamt der Region D._ und damit um
vollstreckungsrechtliche Fragen geht und die Beschwerdeführerin somit
Kenntnis vom Verfahren hatte.
3.1. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des Gesetzes über die Unterstützung Bedürftiger
(Kantonales Unterstützungsgesetz, UG; BR 546.250) ist bedürftig, wer für
seinen Lebensunterhalt und den seiner Familienangehörigen mit gleichem
Wohnsitz nicht hinreichend oder nicht rechtzeitig aus eigenen Mitteln
aufkommen kann. Diese Bedürftigkeit war bei der Beschwerdeführerin
zwischen August 2002 und September 2019 gegeben, weshalb sie
Sozialhilfe der Gemeinde B._ bezog. Gemäss Art. 11 Abs. 2 UG
haben die Unterstützten, sofern sich ihre Vermögens- oder
Erwerbsverhältnisse verbessern, die in den letzten 15 Jahren bezogene
Unterstützungshilfe ohne Zins zurückzuerstatten. Die Rückerstattung hat
dabei nur soweit zu erfolgen, als dass dadurch keine neue Bedürftigkeit
entsteht. Es spielt keine Rolle, aus welchem Grund das Vermögen der
Beschwerdeführerin zugekommen ist. Ausschlaggebend ist alleine die
Tatsache, dass ihr Vermögen zugeflossen ist und sie zur Rückerstattung
in der Lage ist, so dass keine neue Bedürftigkeit resultiert. Gestützt auf
Art. 1 der Ausführungsbestimmungen zum kantonalen
Unterstützungsgesetz (ABzUG; BR 546.270) sind die für die Gemeinden
im Kanton Graubünden für verbindlich erklärten SKOS-Richtlinien zu
beachten (vgl. https://richtlinien.skos.ch/e-anrechnung-von-einkommen-
https://richtlinien.skos.ch/e-anrechnung-von-einkommen-und-vermoegen/e1-einkommen/e11-grundsatz/
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und-vermoegen/e1-einkommen/e11-grundsatz/;Stand 2020). Nach
SKOS-Richtlinie 3.1 ist Personen, die infolge eines erheblichen
Vermögensanfalles keine Unterstützung mehr benötigen, ein
angemessener Betrag zu belassen (Einzelperson CHF 25'000.--,
Ehepaare CHF 40'000.--, zuzüglich pro minderjähriges Kind CHF 15'000.-
-). Diese Freibeträge sollen auch zur Anwendung kommen, wenn nach
Abschluss der Unterstützung innerhalb der kantonal geregelten
Verjährungs- und Verwirkungsfristen bei späterem Vermögensanfall eine
Pflicht zur Rückerstattung früher bezogener Leistungen besteht. Gemäss
Sozialhilfe-Behördenhandbuch des Kantons Zürich ist es grundsätzlich
unerheblich für die Rückerstattungsforderung, ob die unterstützte Person
im Zeitpunkt der Rückforderung nach wie vor in günstigen Verhältnissen
lebt oder nicht. Gibt sie also das ihr zugeflossene Vermögen sogleich
wieder aus, bspw. für die Tilgung von Schulden, so hat dies keinen
Einfluss auf die Rückerstattungsforderung (vgl. Kantonales Sozialamt
Zürich [Hrsg.], Sozialhilfe-Behördenhandbuch des Kantons Zürich vom 5.
Juni 2020, Kap. 15.2.03). Diesbezüglich hält auch das Verwaltungsgericht
des Kantons Zürich fest, dass es grundsätzlich unerheblich für die
Rückerstattungsforderung sei, ob die unterstützte Person im Zeitpunkt der
Rückforderung nach wie vor in günstigen Verhältnissen lebe oder nicht.
Gäbe sie das ihr zugeflossene Vermögen sogleich wieder aus, habe dies
keinen Einfluss auf die Rückerstattung (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts
des Kantons Zürich VB.2017.00020 vom 4. Mai 2017 E.3.3). Dies
erscheint einleuchtend und sachlogisch, da sich andernfalls ein
ehemaliger Sozialhilfebezüger seiner Rückerstattungspflicht entledigen
könnte, indem er sein Vermögen, das den Freibetrag übersteigt, vor Erlass
der Verfügung ausgibt.
3.2. Gemäss Steuerbescheid vom 6. November 2019 ist eine Kapitalleistung
2. Säule der C._ Vorsorge an die Beschwerdeführerin im Betrag von
CHF 406'166.10 am 7. November 2019 unbestritten
https://richtlinien.skos.ch/e-anrechnung-von-einkommen-und-vermoegen/e1-einkommen/e11-grundsatz/
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(Beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 2). Mit Verfügung vom 17. März
2020, mitgeteilt am 25. März 2020, wurde die Beschwerdeführerin dazu
verpflichtet, der Beschwerdegegnerin CHF 188'133.70 zu bezahlen (Bg-
act. 4). Streitig und zu prüfen ist unter anderem, ob die
Beschwerdegegnerin zu Recht die Beschwerdeführerin zur
Rückerstattung der bezogenen Sozialhilfe verpflichtete. In der
Vernehmlassung wies die Beschwerdegegnerin auf eine erfolgte
Rückzahlung in der Höhe von CHF 870.-- hin, womit sich – abweichend
vom angefochtenen Entscheid – die ausstehende Forderung auf
CHF 187'263.70 reduziert (Bg-act. 11). Zu den Rügen der
Beschwerdeführerin im Einzelnen:
3.3. Die Beschwerdeführerin rügt das Fehlen einer vorgelagerten
Feststellungsverfügung und stellt sich auf den Standpunkt, das
Bestätigungs- bzw. Auskunftsschreiben der Sozialen Dienste vom 18.
Oktober 2019 sei keine rechtsgültige Verfügung. Auch habe sie im Vorfeld
jenes Schreibens keine Gelegenheit gehabt, sich zur Sache oder
Rechtslage zu äussern, womit ihr rechtliches Gehör verletzt worden wäre,
sollte denn geschlossen werden, es handle sich bei der Auskunft vom 18.
Oktober 2019 doch um eine eigentliche Verfügung.
Dem entgegnet die Beschwerdegegnerin, dass am 18. Oktober 2019
seitens der Sozialen Dienste die Feststellungsverfügung ergangen sei. Die
darin festgehaltene, rückerstattungspflichtige Summe ergebe sich aus
dem detaillierten Buchungskonto, das von den Sozialen Diensten für jede
Unterstützungseinheit – hier Mutter und Sohn – geführt werde. Die
Beschwerdeführerin habe am 13. März 2020 eine Rückzahlung in der
Höhe von CHF 870.-- getätigt, so dass sich die offene Forderung auf
CHF 187'263.70 reduziert habe. In materieller Hinsicht sei das rechtliche
Gehör nicht verletzt, weil gegen die Forderung der Sozialen Dienste ein
stadtinternes Beschwerdeverfahren zur Verfügung stehe und dem
Gemeinderat als Rechtsmittelinstanz die uneingeschränkte Kognition
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zukomme. Die in der Rückzahlungsverfügung festgehaltene Summe
könne von der Beschwerdeführerin ohne Einschränkung in Bestand und
Höhe angefochten werden, weshalb keinerlei Nachteile ersichtlich seien
und keine Gehörsverletzung vorliege.
Nach Ansicht des streitberufenen Gerichts geht die Beschwerdeführerin
selbst davon aus und war ihr damit auch klar, dass ihr Dossier bei den
Sozialen Diensten per 1. Oktober 2019 abgeschlossen wurde, was mit
Schreiben vom 18. Oktober 2019 bestätigt wurde (Bg-act. 1). Eine
eigentliche Feststellungsverfügung über die erbrachten
Sozialhilfeleistungen ist nicht zwingend erforderlich und auch nicht
gesetzlich vorgeschrieben (Art. 11 UG; SKOS-Richtlinien E.3.1, H.9). Die
Rückzahlungsverfügung der Sozialen Dienste der Gemeinde B._
vom 13. Dezember 2019 ermöglichte es der Beschwerdeführerin, die
Rückzahlung in Bestand und Höhe anzufechten, es entstand der
Beschwerdeführerin damit kein Nachteil (Auslassen oder Kürzen des
Instanzenzugs) und keine Gehörsverletzung aufgrund des städtischen
Beschwerdeverfahrens, welches mit voller Kognition erfolgt und worin
bezüglich Gehörswahrung nachgeholt wurde, was bis zur
Rückzahlungsverfügung vom 13. Dezember 2019 der Sozialen Dienste
der Gemeinde B._ unterblieben war. Die Rüge der Gehörsverletzung
verfängt somit nicht.
3.4. Die Beschwerdeführerin rügt im Weiteren die ungenügende Abklärung der
Vermögens- oder Erwerbsverhältnisse zum Zeitpunkt des angefochtenen
Entscheids. Die Beschwerdegegnerin habe pflichtwidrig die effektiven
Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Beschwerdeführerin zum
Zeitpunkt des Verfügungserlasses, auf den abzustellen war, also Mitte
März 2020, nicht abgeklärt. Hätte die Beschwerdegegnerin diese
Verpflichtung wahrgenommen, hätte sie feststellen können bzw. müssen,
dass die Beschwerdeführerin im Arrestverfahren 2020 0002 des
Betreibungsamtes D._ ca. CHF 30'200.-- (gerundet) für
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Schuldentilgung habe aufbringen müssen und bis Mitte März 2020 zwecks
Abwendung eines Konkurses und zur Tilgung weiterer finanzieller
Verpflichtungen weitere Abgänge zu Lasten der Kapitalzahlung zu
verzeichnen gehabt habe, so rund CHF 8'000.-- für rückständige Mieten;
CHF 25'000.-- als Schuldentilgung an den eigenen Vater; CHF 25'000.--
für diverse ausstehende, längst fällige Rechnungen; CHF 9'000.-- für
Bundessteuern; CHF 6'000.-- an E._ Krankenkasse; CHF 2'000.-- an
Rechtsanwalt F._; weitere CHF 20'000.-- für Privatschulden; diverse
Auslagen in Höhe von rund CHF 3'000.-- im Zusammenhang mit dem
Ableben des Ehegatten etc. Dies alles im Detail nachzuweisen sei nicht
Aufgabe der Beschwerdeführerin. Die Abklärungspflicht und damit auch
die Beweislast trage die Beschwerdegegnerin, der es im Kern nur darum
gehe, die Beschwerdeführerin wieder "in den finanziellen Ruin" zu treiben,
alles mit der Konsequenz, dass die Sozialhilfe wieder (in höherem oder
tieferem Umfang) Verpflichtungen zu ihren Gunsten eingehen müsse.
Die Beschwerdegegnerin bestreitet den Vorwurf, sie habe die effektiven
Vermögens- oder Erwerbsverhältnisse der Beschwerdeführerin nicht
überprüft. Die rückerstattungspflichtige Summe bzw. die bezogene
Sozialhilfe sei im angefochtenen Entscheid verbindlich festgestellt worden.
Der Anspruch sei nicht verjährt, erfolgten die letzten Abrechnungen aus
der Sozialhilfe doch im Jahr 2019. Aufgrund der Steuermeldung vom 6.
November 2019 sei erstellt, dass die Beschwerdeführerin ein Vermögen
in der Höhe von CHF 406'166.10 ausbezahlt erhalten habe. Damit sei
diese offensichtlich in verbesserte finanzielle Verhältnisse geraten und zur
Rückerstattung der bezogenen Fürsorgegelder verpflichtet. Der
Vermögensfreibetrag von CHF 25'000.-- für Einzelpersonen laut den
SKOS-Richtlinien würde selbst dann überschritten, wenn eine
Schuldentilgung in der Höhe von insgesamt rund CHF 100'000.-- wie
behauptet erfolgt sein sollte. Der Nachweis der finanziell günstigen
Verhältnisse sei damit ohne weiteres erbracht worden und weitere
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Abklärungen der Beschwerdegegnerin dazu seien nicht notwendig
gewesen. Im Übrigen habe auch das Kantonsgericht in seinem Entscheid
vom 25. Februar 2020 in Erwägung 4.2.4 (Bg-act. 8) festgehalten,
aufgrund des im Konkursverfahren aufgenommenen Inventars sei erstellt,
dass die Beschwerdeführerin aktuell über Vermögenswerte von
mindestens CHF 283'295.20 verfüge. Ihre Vermögensverhältnisse hätten
sich demzufolge zweifelsohne erheblich verbessert, so dass die
Voraussetzungen für eine Rückforderung der Sozialhilfeleistungen im
geltend gemachten Umfang gegeben seien. Zudem betrage ihr Vermögen
ein Mehrfaches des sozialhilferechtlichen Freibetrages.
Nach Ansicht des streitberufenen Gerichts kann der Beschwerdegegnerin
gefolgt werden. Aktenmässig ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin
Sozialhilfeleistungen im Umfang von CHF 188'133.70 erhalten hat und am
7. November 2019 den Vorsorgekapitalbetrag von CHF 406'166.10
ausbezahlt erhielt. Am 11. November 2019 liess die Beschwerdeführerin
nach Feststellungen des Betreibungs- und Konkursamtes D._ den
Betrag von CHF 150'000.-- von der Graubündner Kantonalbank auf die
Raiffeisenbank auf ein auf sie lautendes Konto überweisen, bezog diesen
Betrag von CHF 150'000.-- am 6. Dezember 2019 – während pendentem
Konkursverfahren seit 4. Dezember 2019 – bereits wieder vollumfänglich
in bar und übergab davon CHF 100'000.-- dem Dienststellenleiter des
Betreibungs- und Konkursamtes D._ anlässlich einer persönlichen
Vorsprache in der Wohnung der Beschwerdeführerin am 13. Dezember
2019; wobei sie angab, die restlichen CHF 50'000.-- bereits ausgegeben
zu haben (Bg-act. 5). Gemäss Konkursinventar per 13. Dezember 2019
verfügte die Beschwerdeführerin über Guthaben in der Höhe von
geschätzt CHF 283'295.20 (Bg-act. 6). Mit Entscheid vom 25. Februar
2020 erteilte das Kantonsgericht von Graubünden dem Betreibungsamt
der Region D._ zu Gunsten der Beschwerdegegnerin einen
Arrestbefehl für die Forderung von CHF 188'133.70 (Bg-act. 8 und 9). Zwei
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weitere Arrestbefehle folgten bezüglich den an den Sohn der
Beschwerdeführerin überwiesenen Geldern (Bg-act. 10a und 10b). Das
Kantonsgericht von Graubünden hielt im Entscheid vom 25. Februar 2020
(Referenz KSK 20 4) fest, dass die Beschwerdeführerin über ein
Vermögen von mindestens CHF 283'295.20 verfüge (Bg-act. 8; E.4.2.4).
Gemäss den SKOS-Richtlinien liegt im Zusammenhang mit
Rückerstattungen der Vermögensfreibetrag für Einzelpersonen bei
CHF 25'000.-- und für jedes minderjährige Kind bei zusätzlichen
CHF 15'000.--. Dabei spielt es gemäss dem Verwaltungsgericht des
Kantons Zürich keine Rolle, ob die erwirtschafteten Vermögenswerte
sofort oder erst später realisierbar und ob sie zum Zeitpunkt der
Rückforderung noch vorhanden sind. Selbst unter Berücksichtigung der
von der Beschwerdeführerin geltend gemachten, jedoch unbelegt
gebliebenen Auslagen von CHF 128'200.-- und des Vermögensfreibetrags
gemäss SKOS-Richtlinie E.3.1 von CHF 25'000.-- für Einzelpersonen und
CHF 15'000.-- pro minderjähriges Kind entspräche dies einem Betrag von
insgesamt CHF 168'200.--, womit noch immer ein Überschuss der
Kapitalleistung aus 2. Säule von CHF 237'966.10 (CHF 406'166.10 minus
CHF 168'200.--) bestünde und somit die Sozialhilfeleistungen in der Höhe
von CHF 187'263.70 zurückgefordert werden können. Bei einem
verbleibenden Restvermögen von rund CHF 50'702.40 liegt keine
(erneute) Bedürftigkeit vor. Die Gefahr erneuter Bedürftigkeit ist das
einzige Kriterium bei der Prüfung, ob Sozialhilfegelder zurückgefordert
werden können. In BGE 144 III 531 – obschon es darin um die Prüfung
der Bedürftigkeit im Sinne der unentgeltlichen Rechtspflege ging – hielt
das Bundesgericht fest, dass frei verfügbares Kapital als Vermögen
anzurechnen sei, auch wenn es ursprünglich zu Vorsorgezwecken
geäufnet wurde (BGE 144 III 531 E.3.1 siehe auch E.4.2-4.3). Es geht
nicht an, öffentliche Gelder zu beanspruchen, obwohl eigentlich Vermögen
vorhanden wäre (BGE 144 III 531 E. 4.2.4). Da bei der Vermögenslage
der Beschwerdeführerin wie dargelegt keine neue Bedürftigkeit drohte,
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forderte die Beschwerdegegnerin die ausgerichteten Sozialhilfeleistungen
zu Recht zurück.
3.5. Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, bei pflichtgemässer
Abklärung des gesamten Sachverhalts hätte die Beschwerdegegnerin
feststellen müssen, dass die von ihr geltend gemachte Kapitalzahlung eine
solche aus Pensionsversicherung gewesen sei, die im Sinne von Art. 93
SchKG nicht bzw. nur beschränkt pfändbar, sohin vollstreckbar sei;
pfändbar nur, soweit in eine lebenslängliche Rente umgerechnet und
zusammen mit dem Einkommen der Schuldnerin ein überschüssiger,
pfändbarer Betrag gegeben war. Es könne nicht Aufgabe des
Verwaltungsgerichts sein, all diesen detaillierten, von der
Beschwerdegegnerin zwingend abzuklärenden Aspekten in einem
Beschwerdeverfahren nachzugehen. Ferner sei das Urteil des
Bundesgerichts 5A_338/2019 E.6.2.1 nicht einschlägig, weil die
Beschwerdeführerin das erhaltene Kapital nicht mit dem übrigen
Vermögen vermischt habe, sie vor der Auszahlung des Kapitals
vermögenslos gewesen sei und erst die Kapitalzahlung "der sozialen
Dienste der Gemeinde B._" (sic!) einen Fallabschluss per 1. Oktober
2019 ermöglicht habe. Eine Vermischung mit nicht vorhandenem
Vermögen sei schon objektiv gar nicht möglich gewesen.
Die Beschwerdegegnerin verweist darauf, dass die Kapitalauszahlung in
der Höhe von CHF 406'166.10 als Barauszahlung ausgerichtet worden sei
und ohne Einschränkung Bestandteil des Vermögens der
Beschwerdeführerin bilde, über das sie frei verfügen könne und über das
sie offenbar auch frei verfügt habe. Der Kapitalbezug sei damit ohne
Einschränkung pfänd- und verwertbar. Gemäss BGE 115 III 48 sei der
bezweckte Sozialschutz von Art. 93 SchKG (beschränkt pfändbares
Einkommen) nicht mehr gerechtfertigt, wenn eine Schuldnerin – wie
vorliegend – eine Kapitalabfindungssumme mit ihrem übrigen Vermögen
vermischt habe oder auf andere Weise zu erkennen gebe, dass sie es
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zweckwidrig nicht für ihren Unterhalt verwenden möchte. Nach BGE 144
III 531 sei gemäss konstanter Bundesgerichtsrechtsprechung verfügbares
Kapital als gewöhnliches Vermögen anzurechnen, auch wenn es
ursprünglich zu Vorsorgezwecken geäufnet worden sei.
Wie bereits in der verfahrensleitenden Verfügung vom 22. Juli 2020
(Ablehnung der Sistierung; Gerichtsakte E2) in Erwägung 1.2 festgehalten
wurde, besteht keine präjudizielle Bedeutung bzw. Wirkung zwischen den
Beschwerdeverfahren gegen Pfändungen vor Kantonsgericht (KSK 20
69/71) und dem vorliegenden Beschwerdeverfahren betreffend
Rückerstattung von bezogener Sozialhilfe. Während es in den
erstgenannten Verfahren um die Zulässigkeit und Rechtmässigkeit der
Pfändung samt Verarrestierung von Vermögenswerten der
Beschwerdeführerin und damit um vollstreckungsrechtliche Fragen geht,
dreht sich das verwaltungsgerichtliche Verfahren um die
unterstützungsrechtliche Frage, ob ein Rückerstattungsanspruch der
Beschwerdegegnerin gegenüber der Beschwerdeführerin für
ausgerichtete Sozialhilfeleistungen besteht, sofern sich die Einkommens-
und/oder Vermögensverhältnisse der bisherigen Sozialhilfeempfängerin
derart gebessert haben, dass sie in der Lage sein soll, das Erhaltene
zurückzubezahlen, ohne dass dadurch eine neue Bedürftigkeit entsteht. In
BGE 115 III 45 E.1.c wurde offengelassen, ob der bezweckte Sozialschutz
gemäss Art. 93 SchKG auch dann noch gerechtfertigt ist, wenn eine
Schuldnerin die Kapitalabfindungssumme mit ihrem übrigen Vermögen
vermischt hat oder auf andere Weise zu erkennen gibt, dass sie es
zweckwidrig nicht für ihren Unterhalt zu verwenden gedenkt. Damit war
der Weg geebnet für eine Praxisänderung bezüglich der eingeschränkten
Pfändbarkeit gemäss Art. 93 SchKG. Auch wenn der danach ergangene
BGE 118 III 18 den Fall einer Barauszahlung einer
Personalfürsorgeeinrichtung an einen Arbeitnehmer betraf, der sich
selbständig machte, stellte das Bundesgericht fest, dass eine
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Barauszahlung, über die die Empfängerin frei verfügen kann, zum
Vermögen gehört und ohne Einschränkung pfändbar ist und mit Arrest
belegt werden kann (Urteil des Bundesgerichts 5A_338/2019 vom 23.
September 2019 E.6.2.1; BGE 118 III 18 E.3; vgl. dazu auch BGE 144 III
531). Vorliegendenfalls erhielt die Beschwerdeführerin die
Kapitalauszahlung zur freien Verfügung und verfügte darüber auch
unmittelbar und in hohen Summen, indem sie CHF 150'000.-- in bar bezog
und rund CHF 130'000.-- ihrem Sohn auf die St. Galler Kantonalbank
überwies (Bg-act. 10a und 10b). Die Beschwerdeführerin hat über die
Kapitalabfindung verfügt wie über normales Geldvermögen, indem sie es
für private Zwecke verwendete und/oder auf das Bankkonto ihres Sohnes
transferierte. Damit bestritt sie nicht nur den eigenen Unterhalt und
verfolgte auch nicht Vorsorgezwecke. Unter Auslassung pfändungs- und
vollstreckungsrechtlicher Einschätzungen darf doch festgehalten werden,
dass eine Barzahlung aus zweiter Säule, wie die Beschwerdeführerin sie
am 7. November 2019 von der C._ Vorsorge erhielt, zu ihrem frei
verfügbaren Vermögen gehört und damit früher bezogene
Sozialhilfeleistungen rückforderbar werden. Die Voraussetzungen von
Art. 11 Abs. 2 UG von verbesserten Vermögens- oder
Erwerbsverhältnissen der Beschwerdeführerin sind erfüllt und es besteht
auch bei Rückzahlung nicht die Gefahr einer erneuten Bedürftigkeit, so
dass die Rückzahlung rechtskonform angeordnet wurde. Eine Edition
weiterer Akten (Pfändung, Arrest, Aufsichtsbeschwerde) erübrigt sich
damit. Die Frage der Pfändbarkeit von Vermögen bzw. ob und wie die
Forderung nach SchKG vollstreckbar ist, stellt sich zudem im vorliegenden
Beschwerdeverfahren nicht.
3.6. Zusammenfassend ergibt sich, dass sich der angefochtene Entscheid vom
17. März 2020 mit einer Reduktion auf eine Rückzahlungsforderung von
CHF 187'263.70 als rechtmässig erweist, was zu einer teilweisen
Gutheissung der Beschwerde führt.
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4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten gestützt
auf Art. 73 Abs. 1 VRG zulasten der unterliegenden Beschwerdeführerin.
Es waren zwei verfahrensleitende Anordnungen (Aufschiebende Wirkung,
Sistierung) notwendig, die von der Beschwerdeführerin anbegehrt wurden;
die Kostenauferlegung blieb jeweils dem Entscheid in der Sache
vorbehalten. Entsprechend ist die Staatsgebühr unter Berücksichtigung
des Umfangs und der Schwierigkeit der Streitsache sowie des Interesses
und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin auf
insgesamt CHF 2'500.-- festzusetzen. Das minimale Unterliegen der Stadt
im Umfang von CHF 870.-- auf einen Rückforderungsbetrag von
CHF 187'263.70 fällt kostenmässig nicht ins Gewicht. Der Gemeinde als
Beschwerdegegnerin steht nach Art. 78 Abs. 2 VRG keine ausseramtliche
Entschädigung zu.