Decision ID: 1f32a4d2-721e-44c3-8185-1e8a6975e18e
Year: 2016
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. Die Luftseilbahn X. AG (Lufag) ist Eigentümerin des Grundstücks Nr. 0000. Die
Liegenschaft, auf welcher sich die Bergstation der Gondelbahn X. befindet, liegt
gemäss Zonenplan der Gemeinde Y. (Ortsteil M.) vom 27. Januar 1993 überwiegend in
der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen. Das nordöstlich angrenzende Gebiet ist
der Wohnzone W2b zugeordnet. Im Jahr 2003 ersuchte die Bahnbetreiberin die
Politische Gemeinde Y. um Bewilligung für den Ersatz der bestehenden Pendelbahn
durch eine Bahn mit Achtergondeln. Mit Beschluss vom 11. März 2004 erteilte der
Gemeinderat die Baubewilligung unter anderem für den Umbau und die Erweiterung
der Bergstation X. Der Gemeinderat verpflichtete die Bauherrin dazu, die Einhaltung der
Grenzwerte der öffentlich-rechtlichen Lärmempfindlichkeitsstufe II bei der Bergstation
X. nach Bauvollendung in geeigneter Form nachzuweisen. Nachdem die neue Bahn im
Winter 2005 ihren Betrieb aufgenommen hatte, beanstandeten Anwohner der
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Bergstation die Lärmentwicklung der Neuanlage. Der Gemeinderat forderte die
Bahnbetreiberin am 30. März 2006 deshalb auf, den mit der Baubewilligung verlangten
Nachweis zu erbringen, dass die gesetzlichen Lärmgrenzwerte eingehalten seien. Die
Betreiberin ergriff darauf verschiedene bauliche und technische Vorkehrungen. Im Jahr
2007 reichte die Betreiberin ein Baugesuch für eine Lärmschutzwand ein. Das Gesuch
wurde am 30. Oktober 2008 bewilligt. Die Lufag errichtete in der Folge einen Teil der
bewilligten Lärmschutzwand. Mit Schreiben vom 15. Juni 2009 teilte sie dem
Gemeinderat mit, mit den durchgeführten Massnahmen erachte sie die gesetzlichen
Vorgaben als erfüllt. Der Gemeinderat Y. nahm am 7. Januar 2010 von der Expertise
"Lärmnachweis bei Seilbahnen - Praxis bei den Pegelkorrekturen nach
Lärmschutzverordnung" Kenntnis. Er anerkannte die baulichen und technischen
Verbesserungen. Art. 11 des Bundesgesetzes über den Umweltschutz (USG; SR
814.01) erachtete er als im Grundsatz erfüllt. Die Immissionsgrenzwerte nach Anhang 6
Ziff. 2 der Lärmschutzverordnung (LSV; SR 814.41) seien eingehalten. Weitere
Massnahmen würden nicht vorgeschrieben. Gegen diese Verfügung erhoben acht
Grundeigentümer in der Nachbarschaft der Bergstation am 25. Januar 2010 durch
Rechtsanwalt Dr. Gieri Caviezel, Chur, Rekurs beim Baudepartement des Kantons
St. Gallen mit dem Antrag, der angefochtene Beschluss sei kostenpflichtig aufzuheben
und zum Schutz der Rekurrenten vor Lärmimmissionen sei die Bahnbetreiberin zu
verpflichten, die Schallschutzwand auf die gesamte Länge und der gesamten Höhe des
Einfahrtsbereichs der Bergstation zu verlängern. Eventuell sei die Streitsache an die
Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese die verlangte Massnahme anordne (act. G
10/7/2 Beilage).
b. Das Baudepartement hiess den Rekurs am 10. Dezember 2010 gut und hob den
angefochtenen Beschluss auf. Bei der Gondelbahn handle es sich um eine Neuanlage
im Sinn des USG, die nicht bloss die höheren Immissionsgrenzwerte, sondern
grundsätzlich die strengeren Planungswerte einhalten müsse. Als Massnahme stehe
zwar die Lärmschutzwand im Vordergrund. Davon abgesehen, dass es nicht klar sei,
wie diese konkret auszugestalten sei, damit die gesetzlichen Vorgaben erfüllt werden
könnten, seien die erforderlichen Lärmschutzmassnahmen auch unter dem Aspekt des
Vorsorgeprinzips zu prüfen. Damit seien nebst baulichen Massnahmen auch
technische oder betriebliche Vorkehrungen denkbar. Vorstellbar sei zum Beispiel, dass
die Fahrtenzahl vermindert werde, ohne dass die Betriebszeiten reduziert werden
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müssten. Dem stehe nicht entgegen, dass der Luftseilbahn auch eine
Erschliessungsfunktion zukomme. Insbesondere sei dafür nicht nötig, dass alle
20 Sekunden eine Gondel in der Bergstation eintreffe und dass während der ganzen
Betriebszeit bis zu 1'200 Personen pro Stunde auf den M. gelangen könnten. Andere
öffentliche Verkehrsmittel würden ebenfalls nicht annähernd vergleichbare Frequenzen
aufweisen. Es sei an der kommunalen Behörde, die nötigen Lärmschutzmassnahmen
anzuordnen und namentlich deren Ausmass zu bestimmen. Ein allfälliges Gesuch um
Erleichterung im Sinn von Art. 7 Abs. 2 der LSV müsse deshalb ebenfalls beim
Gemeinderat als zuständiger Vollzugsbehörde gestellt werden. Nachdem die
Bahnbetreiberin noch immer nicht nachgewiesen habe, dass ihre Anlage die
gesetzlichen Grenzwerte einhalte, sei es am Gemeinderat, der rechtskräftig erlassenen
Auflage Nachachtung zu verschaffen und die erforderlichen Massnahmen zu
bestimmen (act. G 10/7/30). Gegen den Rekursentscheid erhob die Bahnbetreiberin am
12. Januar 2011 durch Rechtsanwalt Dr. Hubert Bühlmann, St. Gallen, beim
Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen Beschwerde (act. G 10/7/31 Beilage).
Dieses wies die Beschwerde mit Entscheid vom 17. Januar 2012 (B 2011/7) ab.
c. Nach Anhörung der Lufag und der betroffenen Anwohner erteilte der Gemeinderat Y.
mit Beschluss vom 5. Juli 2012 der Z. AG den Auftrag zur Erfassung der aktuellen
Lärmsituation (Ist-Zustand; act. G 10/7/56). Die Z. AG führte im September 2012 auf
den betroffenen Liegenschaften und drei Kontrollpunkten Lärmmessungen durch und
erstattete am 30. November 2012 ihr Gutachten (act. G 10/7/61, G 3/2, G 7/9). Mit
Eingabe vom 1. März 2013 stellte die Lufag vier Ergänzungsfragen und beantragte eine
Gutachtenergänzung (act. G 10/7/69). Die in der Folge erstattete Gutachtenergänzung
der Z. AG datiert vom 29. April 2013 (act. G 10/7/81, G 7/11). Mit Beschluss vom 22.
August 2013 führte der Gemeinderat Y. aus, dass aufgrund der Lärmimmissionen der
Luftseilbahn auf den Grundstücken Nr. 0001, 0002 und 0003 die Planungswerte am
Tag überschritten seien, und verpflichtete die Lufag zur Herstellung des rechtmässigen
Zustands bzw. zur Vorlage eines Konzepts zur Einhaltung der Planungswerte und zur
Wahrung des Vorsorgeprinzips bis 30. November 2013 (act. G 10/7/88). Den gegen
diesen Beschluss von Rechtsanwalt Bühlmann für die Lufag eingereichten Rekurs (act.
G 10/1, 10/3) hiess das Baudepartement mit Entscheid vom 7. August 2014 teilweise
gut und passte Ziff. 2 des Beschlusses des Gemeinderates Y. vom 22. August 2013
wie folgt an: „Die Rekurrentin wird verpflichtet, dem Gemeinderat Y. innert drei
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Monaten nach Rechtskraft dieses Entscheides ein Konzept vorzulegen, mit welchen
Massnahmen die Lärmimmissionen der Luftseilbahn vermindert werden können, dass
die Planungswerte und das Vorsorgeprinzip gewahrt sind. Es ist ihr frei gestellt,
gleichzeitig ein Gesuch um Erleichterungen zu stellen.“ (act. G 2; Dispositiv Ziff. 1).
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Bühlmann für die Lufag am 29. August
2014 Beschwerde mit den Rechtsbegehren, der Entscheid sei aufzuheben und die
Streitsache sei zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen (act. G 1). Mit
Beschwerdeergänzung vom 16. September 2014 bestätigte und begründete er diese
Anträge (act. G 6).
b. In der Vernehmlassung vom 26. September 2014 beantragte die Vorinstanz
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Darlegungen im
angefochtenen Entscheid und äusserte sich ergänzend zu Vorbringen in der
Beschwerde (act. G 9). Rechtsanwalt Caviezel beantragte für die Beschwerdegegner
mit Eingabe vom 16. Oktober 2014 Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und
Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdeführerin (act. G 13).
c. Mit Replik vom 24. November 2014 bestätigte die Beschwerdeführerin ihren
Standpunkt (act. G 15).
d. Auf die Darlegungen der Verfahrensbeteiligten in den Eingaben des vorliegenden

Verfahrens wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. (...).
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2. Die Beschwerdeführerin beanstandet vorab, dass der angefochtene
Rekursentscheid keinen Erledigungsbeschluss bezüglich der aus dem Rekursverfahren
ausgeschiedenen K. AG enthalte. Ihr Rechtsvertreter habe mitgeteilt, dass sie nicht
mehr Verfahrensbeteiligte sei (act. G 3 Beilage 3 S. 2). Dass sie bloss im Rubrum des
angefochtenen Rekursentscheids nicht mehr erscheine, genüge den Anforderungen
von Art. 57 VRP nicht. Der angefochtene Entscheid sei rechtswidrig (act. G 1 S. 3).
Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass die K. AG im Rekursverfahren zu keinem
Zeitpunkt Partei war. So war sie denn auch in der Rekursantwort vom 31. Oktober
2013 (act. G 10/8) nicht als Rekursgegnerin aufgeführt worden. Eine
Verfahrensbeteiligung ist auch aus der Eingabe vom 17. Januar 2014 nicht ersichtlich.
Vielmehr teilte Rechtsanwalt Caviezel darin explizit mit, dass die K. AG nicht mehr
Verfahrenspartei im laufenden Verfahren sei (act. G 10/14). Dies nachdem sie im
Verfahren vor der Gemeinde noch beteiligt gewesen war (vgl. act. G 10/7/2 Beilage). Da
es somit an einer Verfahrensbeteiligung im Rekurs fehlte, konnte sie auch nicht in die
Verlegung der Verfahrenskosten einbezogen werden, und es bedurfte auch keines sie
betreffenden Erledigungsbeschlusses.
3.
3.1. Ortsfeste Anlagen dürfen nur errichtet werden, wenn die dadurch allein
erzeugten Lärmimmissionen die Planungswerte in der Umgebung nicht überschreiten.
Die Bewilligungsbehörde kann eine Lärmprognose verlangen (Art. 25 Abs. 1 USG). Die
Lärmemissionen einer neuen ortsfesten Anlage müssen so weit begrenzt werden, dass
die von der Anlage allein erzeugten Immissionen die Planungswerte nicht überschreiten
(Art. 7 Abs. 1 lit. b LSV). Gleiches gilt hinsichtlich der Änderung einer neuen ortsfesten
Anlage (Art. 8 Abs. 4 LSV). Wird dagegen eine bestehende ortsfeste Anlage wesentlich
geändert, müssen die Lärmemissionen der gesamten Anlage mindestens so weit
begrenzt werden, dass die Immissionsgrenzwerte nicht überschritten werden (Art. 8
Abs. 2 LSV). Als wesentliche Änderungen ortsfester Anlagen gelten Umbauten,
Erweiterungen und vom Inhaber der Anlage verursachte Änderungen des Betriebs,
wenn zu erwarten ist, dass die Anlage selbst oder die Mehrbeanspruchung
bestehender Verkehrsanlagen wahrnehmbar stärkere Lärmimmissionen erzeugen (Art.
8 Abs. 3 LSV). Bei Seilbahnen erfolgt die Lärmbeurteilung nach Anhang 6 LSV
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"Belastungsgrenzwerte für Industrie und Gewerbelärm" (Ziff. 1 Abs. 2 des Anhangs 6
zur LSV), differenziert nach Empfindlichkeitsstufen (vgl. hierzu Art. 43 LSV) und der
Tageszeit. Art. 8 LSV darf nicht unbesehen auf alle Fälle von Änderungen bestehender
ortsfester Anlagen angewendet werden. Werden bestehende Anlagen in konstruktiver
oder funktionaler Beziehung so verändert, dass das, was von der bisherigen Anlage
weiterbesteht, von geringerer Bedeutung erscheint als der erneuerte Teil, kommt Art. 7
LSV zur Anwendung. Eine bestehende Anlage wird dann zu einer neuen Anlage, wenn
ihr Zweck vollständig geändert wird (vgl. Art. 2 Abs. 2 LSV) oder wenn sie baulich oder
betrieblich derart weitgehend verändert wird, dass das Bestehende in lärmmässiger
Hinsicht im Vergleich zum Neuen nur noch von untergeordneter Bedeutung ist (BGer
1C_10/2010 vom 16. September 2010 E. 4 mit Hinweisen).
3.2. Im VerwGE B 2011/7, a.a.O., führte das Verwaltungsgericht unter anderem
aus, die Gondelbahn habe zwar eine vorbestandene Luftseilbahn abgelöst. In
konstruktiver und funktionaler Hinsicht sei sie aber derart verändert worden, dass nicht
mehr von einer blossen Änderung einer bestehenden Anlage gesprochen werden
könne. Statt der früheren zwei Grosskabinen seien im Vollbetrieb neu 65 Gondeln im
Einsatz, die konstant mit einem Abstand von rund zwanzig Sekunden die offen
konstruierte Bergstation durchlaufen würden. Die Gondelbahn habe daher in
lärmschutzrechtlicher Hinsicht den gleichen Anforderungen wie eine Neuanlage zu
genügen. Damit müssten die Lärmemissionen, welche die Bahn verursache, so weit
begrenzt werden, als dies technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich
tragbar sei und dass die von der Umlauf-Gondelbahn erzeugten Lärmimmissionen die
Planungswerte nicht überschreiten würden. Die Baubewilligung vom 11. März 2004
stelle keine Vertrauensgrundlage dafür dar, dass die Beschwerdeführerin lediglich die
weniger strengen Grenzwerte für bloss geänderte ortsfeste Anlagen hätte einhalten
müssen (VerwGE B 2011/7, a.a.O. E. 2.5 bis 3.3). Seien keine weiteren Begrenzungen
der Emissionen bei der Quelle mehr möglich, könnten regelmässig ergänzende
Massnahmen getroffen werden. Schliesslich lasse sich der Lärm auch mit geeigneten
Nutzungsbeschränkungen reduzieren, so dass keine über die Planungswerte
hinausgehenden Belastungswerte mehr auftreten würden. Eine wirtschaftliche
Belastung, die sich wie vorliegend hätte vermeiden lassen, wenn die betreffende
Anlage rechtzeitig und umsichtig geplant worden wäre, dürfe nicht zu Gunsten von
Erleichterungen berücksichtigt werden (VerwGE B 2011/7, a.a.O., E. 4.3 mit Hinweis
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auf R. Wolf, Kommentar zum Umweltschutzgesetz, 2. Aufl. 2004, Rz. 77 ff. zu Art. 25
USG).
4.
4.1.
4.1.1. Streitgegenstand im Beschwerdeverfahren ist ein durch Entscheid geregeltes
Rechtsverhältnis, soweit es noch umstritten ist (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 478).
Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet vorab die Einhaltung der
Planungswerte der Empfindlichkeitsstufe II (Art. 43 Abs. 1 lit. b LSV sowie Anhang 6
Ziff. 2 LSV) von 55 dBA am Tag und 45 dBA in der Nacht durch die - gestützt auf die in
Rechtskraft erwachsene Baubewiligung vom 11. März 2004 erstellte - Gondelbahn. Im
Gutachten vom 30. November 2012 kam die Z. AG zum Schluss, dass die
Planungswerte bei drei Gebäuden auf den Grundstücken Nr. 0001, 0002 und 0003
überschritten seien (act. G 10/7/61 S. 16: mit 62 dBA wird bei Grundstück Nr. 0002 am
Tag auch der Immissionsgrenzwert von 60 dBA überschritten). Die Vorinstanz führte im
angefochtenen Entscheid aus, auch wenn auf fünf Grundstücken die Planungswerte
(teilweise auch nur knapp) eingehalten seien, seien die Geräusche der Bahn (Brummen,
Auskoppeln der Gondeln, Vibration der Masten) auf diesen Grundstücken hörbar. Die
Eigentümer hätten daher ein schutzwürdiges Interesse an Massnahmen, die der
Lärmbegrenzung dienen würden. Wenn die Beschwerdeführerin weitere
Lärmschutzmassnahmen ergreifen müsse, weil die Planungswerte auf anderen
Grundstücken überschritten seien, so würden auch diese Eigentümer von einer
geringeren Lärmbelastung profitieren. Sämtliche Rekursgegner hätten sowohl ein
eigenes schutzwürdiges Interesse an der Einhaltung des Vorsorgeprinzips als auch an
der Umsetzung der Baubewilligung (act. G 2 S. 9). Die Beschwerdeführerin stellt sich
demgegenüber auf den Standpunkt, spätestens mit der Rechtskraft des
Baubewilligungsentscheides sei die Legitimation der Beteiligten am
Baubewilligungsverfahren erloschen. Soweit die Grenzwerte der Empfindlichkeitsstufe
II eingehalten seien, bestehe kein Anspruch mehr auf weitergehende Massnahmen. Ob
dem dahingefallenen Anspruch formeller oder materieller Charakter zukomme, sei
unerheblich. Werde er dem Rechtsschutzinteresse zugeordnet, sei dieses für die
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Eigentümer der Grundstücke Nr. 0004, 0005, 0006, 0007 und 0008 mit den durch sie
anerkannten Messergebnissen der Z. AG dahingefallen; sei er dagegen materieller
Natur, sei die Auflage bei den erwähnten Grundstücken erfüllt und die Begehren der
betreffenden Eigentümer abzuweisen. Die Bereinigung der Verfahrensbeteiligten sei
auch aus praktischen Gründen erforderlich. Die zu treffenden Massnahmen würden
wesentlich vom Kreis der durch die Grenzwertüberschreitungen betroffenen
Grundeigentümer, der Lage ihrer Grundstücke und dem Grad der Abweichungen
abhängen. Die Ausführungen der Vorinstanz zur Legitimation und zum Vorsorgeprinzip
würden sich auf das Baubewilligungsverfahren beziehen. Sie seien für das vorliegende
Vollstreckungsverfahren nicht massgeblich (act. G 6 S. 5 f.; G 1 S. 4). Implizit erachtet
die Beschwerdeführerin damit die Passivlegitimation der Eigentümer der Grundstücke
Nr. 0004, 0005, 0006, 0007 und 0008 als nicht gegeben.
4.1.2. Nach Art. 45 Abs. 1 VRP ist zum Rekurs berechtigt, wer durch die
angefochtene Verfügung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren
Aufhebung oder Änderung hat. Dabei wird verlangt, dass der Rekurrent durch den
angefochtenen Entscheid mehr als jedermann betroffen ist und in einer besonders
nahen Beziehung zum Streitgegenstand steht. Bei Beschwerden wegen Lärmbelastung
sind nach der Praxis all jene beschwerdeberechtigt, die in der Nähe der lärmigen
Anlage wohnen, den Lärm deutlich sowie von den übrigen Immissionen abhebbar
wahrnehmen und dadurch in ihrer Ruhe gestört werden (BGE 120 Ib 379 E. 4c mit
Hinweisen; 119 Ib 179 E. 1c). Dabei gibt es keine absolute räumliche Grenze der
Beschwerdebefugnis; diese hängt vielmehr von Intensität und Ausmass der
Immissionen ab. Bei grossflächigen Immissionen kann ein sehr weiter Kreis Betroffener
zur Beschwerdeführung legitimiert sein, ohne dass von einer Popularbeschwerde
gesprochen werden kann (BGE 120 Ib 379 E. 4c; BGE 124 II 293 E. 3; BGE 136 II 281
E. 2.3.1). Nicht erforderlich ist, dass auf der betroffenen Liegenschaft der
Immissionsgrenzwert überschritten wird (BGE 119 Ib 179 E. 1c S. 184 mit Hinweisen).
Als wichtiges Kriterium zur Beurteilung der Betroffenheit dient in der Praxis die
räumliche Distanz zur umstrittenen Lärmquelle. Die Rechtsprechung bejaht meistens
die Legitimation von Nachbarn, deren Liegenschaften sich in einem Umkreis von bis zu
rund 100 Metern befinden (vgl. BGer 1C_346/2011 vom 1. Februar 2012 E. 2.3, in: URP
2012 S. 692). Bei grösseren Entfernungen bedarf der Nachweis der Betroffenheit
regelmässig einer näheren Begründung, welche die Beeinträchtigung aufgrund der
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konkreten Gegebenheiten glaubhaft erscheinen lässt. In der Praxis ist die Legitimation
von Personen bejaht worden, die 800 bis 1'000 Meter von einer Schiessanlage entfernt
wohnten, aber deren Lärm noch deutlich wahrnahmen (BGE 133 II 181 E. 3.2.2).
Ebenso sind 1,2 Kilometer von einem Windpark wohnhafte Grundeigentümer zur
Beschwerde legitimiert, wenn sie dadurch deutlich wahrnehmbarem zusätzlichem Lärm
ausgesetzt werden (BGer 1C_33/2011 vom 12. Juli 2011 E. 2.3, zusammengefasst in:
ZBl 112/2011 S. 620).
4.1.3. Mit Blick auf die geschilderte Rechtsprechung lässt sich nicht beanstanden,
dass die Vorinstanz auch diejenigen Personen als Rekursgegner zum Verfahren zuliess,
für deren Liegenschaften die Planungswerte gutachterlich als eingehalten bestätigt
wurden. Die streitige Anlage führt zu Lärmimmissionen, die deutlich wahrnehmbar und
von ihrer Art und Intensität so beschaffen sind, dass sie auch bei objektivierter
Betrachtungsweise als Nachteil empfunden werden können. Auch von den räumlichen
Verhältnissen her erscheinen die Rekursgegner vom beanstandeten Vorhaben
besonders berührt. Sie haben nicht nur eine direkte Sichtverbindung zur Gondelbahn,
sondern können auch die entstehenden Lärmimmissionen hörbar wahrnehmen (vgl.
dazu Situationsplan in act. G 10/7/61 S. 20). Angesichts dieser Sachumstände liegt die
besondere Beziehungsnähe offensichtlich vor, und der praktische Nutzen für die
Beschwerdegegner bestand unter anderem in der Verminderung von
Lärmimmissionen, ohne dass hierzu auf ihrem eigenen Grundstück Lärmgrenzwerte
überschritten sein mussten (vgl. BGer 1C_26/2009 vom 27. Februar 2009, E. 2.4 mit
Hinweisen).
4.2.
4.2.1. Die Beschwerdebeteiligte legte die Gutachtenergänzung der Z. AG vom 29.
April 2013 den Verfahrensbeteiligten vor Beschlussfassung nicht zur Einsicht- und
Stellungnahme vor, weshalb die Vorinstanz zur nachträglichen Gehörsgewährung einen
zweiten Schriftenwechsel durchführte (vgl. act. G 2 S. 7) und im angefochtenen
Entscheid eine Gehörsverletzung bejahte, diese jedoch - mit Kostenfolgen für die
Beschwerdebeteiligte - als geheilt erachtete (act. G 2 S. 10 f.). Den im vorliegenden
Verfahren vorerst erhobenen Einwand, dass die Gehörsverletzung zu einer
Rückweisung der Sache an die Beschwerdebeteiligte hätte führen müssen (act. G 1 S.
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=suv&query_words=Legitimation+L%E4rmimmission&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-II-181%3Ade&number_of_ranks=0#page181
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3 f.), liess die Beschwerdeführerin in der Beschwerdeergänzung fallen (act. G 6 S. 2). In
materieller Hinsicht bestätigt sie jedoch ihren Einwand, wonach der Vorsorgegrundsatz
in einem Verfahren, in welchem eine rechtskräftige Baubewilligung vorliege und es
lediglich noch um deren Vollstreckung gehe, nicht zu beachten sei (act. G 6 S. 5).
4.2.2. Gemäss den Feststellungen des Verwaltungsgerichts im Urteil B 2011/7 ist bei
der Gondelbahn von einer neuen ortsfesten Anlage auszugehen (vorstehende E. 3.2).
Die Lärmemissionen einer solchen Anlage müssen gemäss Art. 7 Abs. 1 LSV nach den
Anordnungen der Vollzugsbehörde so weit begrenzt werden, als dies technisch und
betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist (lit. a; Vorsorgegrundsatz) und dass
die von der Anlage allein erzeugten Lärmimmissionen die Planungswerte nicht
überschreiten (lit. b). Die Vorinstanz legte mit ausführlicher und überzeugender
Begründung dar, dass das Vorsorgeprinzip auch dort zur Anwendung kommt, wo es
um den Vollzug der in der Baubewilligung festgelegten Lärmgrenzwerte geht (act. G 2
S. 12). Auf diese Darlegungen ist zu verweisen. Ergänzend ist festzuhalten, dass eine
Anlage immer auch unter dem Vorbehalt der nachträglichen Kontrolle (Art. 12 LSV)
bewilligt wird. Wenn sich hier zeigt, dass sich eine wesentliche zusätzliche Reduktion
der Immissionen mit verhältnismässig geringem Aufwand erreichen lässt, so sind diese
in Anwendung des Vorsorgeprinzips zu realisieren. Auch von daher wird somit der
Vorsorgegrundsatz mit der rechtskräftig erteilten Baubewilligung nicht hinfällig. Die
Bestätigung ihres Einwands der Nichtanwendbarkeit des Vorsorgegrundsatzes
begründete die Beschwerdeführerin denn auch nicht weiter und nahm insbesondere
auf die diesbezüglichen Ausführungen im vorinstanzlichen Entscheid nicht konkret
Bezug.
4.3.
4.3.1. In der Gutachtenergänzung hielt die Z. AG unter anderem fest, bei Anlagen,
welche im Winter und Sommer in Betrieb seien, hänge der Einfluss von Schnee auf die
Lärmbelastung stark von der Anzahl Neuschneetage ab und könne aufgrund der
energetischen Mittelung der Sommer- und Winterpegel allenfalls vernachlässigt
werden. Der Einfluss von Schnee könne nur durch eine Messkampagne bei vier oder
fünf verschiedenen Schneeverhältnissen seriös abgeklärt werden. Eine Ausdünnung
von Lärm aufgrund z.B. von Wartungsarbeiten sei mit dem Vorsorgeprinzip nicht
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vereinbar. Es seien auch Messungen an Kontrollmesspunkten bei Bestückungen
(Anzahl Gondeln) von 100% und 50% sowie Geschwindigkeiten von 4 m/s und 5 m/s
durchgeführt und festgestellt worden, dass sich die Lärmpegel der beiden
Bestückungsvarianten (lediglich) um ca. 1 dBA unterscheiden würden. Auf eine
Korrektur für die jahresdurchschnittliche Bestückung von 75% sei verzichtet worden.
Aufgrund der Komplexität der Verhältnisse könne nicht vorausgesagt werden, wie sich
das System bei einer Bestückung von 75% verhalten würde. Da die Messungen bei
einer Bestückung von 100% erfolgen würden, entspreche es der gängigen Praxis, auf
eine unsichere Korrektur zu verzichten und auf die plausiblen Messresultate
abzustellen. Die Anzahl der einfahrenden Gondeln hänge sowohl von der Bestückung
als auch von der Geschwindigkeit ab. Die Störwirkung sei bei höheren
Geschwindigkeiten grösser. Der Unsicherheit bezüglich Lärmbelastung bei einer
Bestückung von 75% zu Ungunsten der Bahnbetreiberin sei Rechnung getragen
worden, indem zugunsten der Bahnbetreiberin von einer Geschwindigkeit von 4 m/s
ausgegangen worden sei. Es entspreche bei Lärmgutachten dem Normalfall, dass
Annahmen getroffen würden. Ziel sei, die Auswirkungen dieser Annahmen fair für beide
Seiten zu verteilen. Dies sei vorliegend geschehen. Auf Korrekturen sei ohne detaillierte
Kenntnisse der Auswirkungen zu verzichten. Es sei auch der Zustand bei laufender
Anlage, jedoch ohne Ein- und Ausfahrten der Gondeln an der Bergstation, gemessen
worden. Die Lärmpegel seien dabei im Durchschnitt um 1.7 dBA tiefer gewesen. An der
Beurteilung am Tag ändere sich durch das per Dezember 2012 geänderte
Fahrplanregime nichts. Der Planungswert sei bei den drei Liegenschaften nach wie vor
überschritten. In der Nachtphase finde neu kein Lärm mehr statt (act. G 10/7/81). Im
Amtsbericht vom 16. Dezember 2013 führte das Amt für Umwelt und Energie (AFU)
unter anderem aus, die Lärmmessung habe seines Erachtens nicht im Winter und bei
frisch gefallenem Neuschnee zu erfolgen, da die Bahn auch bei wenig bzw. fehlendem
Schnee betrieben werde. Frisch gefallener Schnee würde die Messwerte durch
Absorption reduzieren. Es sei auf die Messung bei wenig oder fehlendem Schnee
abzustellen. Eine Verdünnung des Lärms über das ganze Jahr widerspreche den
Bestimmungen der LSV. Die Lärmpegel mit und ohne Schnee seien für die
Lärmbeurteilung nicht zu mitteln. Es sei auf diejenigen Messergebnisse abzustellen,
welche die maximalen Immissionen über mehrere Wochen ergeben würden. Der
elfwöchige Betriebsstopp während der Seilbahnrevision sei bei der Berechnung des
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Beurteilungspegels nicht zu berücksichtigen. Zudem werde die Seilbahn während
mehrerer Wochen mit einer hundertprozentigen Bestückung betrieben; diese werde in
der Regel nicht täglich gewechselt, weshalb die Lärmbelastung für die Vollbestückung
zu berechnen sei. Auch könne die im Mittel zwei Stunden (pro Tag) dauernde, höhere
Geschwindigkeit und damit höhere „Impulshaftigkeit“ mitberücksichtigt werden, wobei
dies nur zu einer minimen Erhöhung des Endresultats führe (act. G 10/12).
4.3.2. Die Vorinstanz führte im angefochtenen Entscheid aus, nachdem vorliegend
die Luftseilbahn ganzjährig betrieben werde und in der überwiegenden Zeit kein
Neuschnee liege, seien für die Lärmbeurteilung ausschliesslich die Lärmpegel zu Zeiten
ohne Schnee von Bedeutung. Eine Mittelung wäre nur möglich, wenn sich die Zeiten, in
welchen Schnee liege, und die schneefreien Zeiten kurzfristig abwechseln würden. Dies
sei nicht der Fall. Eine Lärmmessung bei Schneelage sei deshalb - dem Amtsbericht
des AFU folgend - nicht repräsentativ für eine mehrwöchige maximale Belastung.
Zudem werde eine Mittelung bei verschiedenen Lärmquellen, und nicht bei einer relativ
gleichmässigen Lärmquelle (Luftseilbahn) vorgenommen. Selbst wenn eine Messung
bei Schnee als repräsentativ erachtet würde, würde eine solche Messung an der
Überschreitung der Planungswerte nichts ändern. Auch wenn auf eine allfällige
Reduktion bei Neuschneelage abgestellt werden könnte (was nicht der Fall sei), würde
diese äusserst gering ausfallen. Zudem seien auf einer Höhe von 1‘380 m.ü.M. die
Schneeverhältnisse von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Da die Unterschiede sehr gross
sein könnten, wäre es schwierig, hieraus verlässliche Grundlagen für die
Lärmbeurteilung abzuleiten. Messungen seien im Allgemeinen jedoch bei möglichst
repräsentativen Bedingungen durchzuführen. Es sei daher auf die Messergebnisse
ohne Schnee abzustellen (act. G 2 S. 13 f.).
Sodann legte die Vorinstanz dar, dass die Luftseilbahn grundsätzlich ganzjährig
betrieben werde. Während elf Wochen würden die jährlichen Revisionsarbeiten
erfolgen. In dieser Zeit sei der Betrieb eingeschränkt. Dies bedeute umgekehrt, dass in
den übrigen 41 Wochen die Luftseilbahn ohne Einschränkungen betrieben werden
könne. Von Lärmspitzen, bei welchen eine Lärmverdünnung in Frage käme, könne
vorliegend nicht gesprochen werden. Im Weiteren sei die Bahn im Winter während
mehrerer aufeinanderfolgender Wochen vollbestückt, so dass eine Mittelung der
Bestückung im Sommer (50%) und im Winter (100%) nicht zulässig sei. Aufgrund der
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Feststellungen im Gutachten der Z. AG sei in erster Linie die gefahrene
Geschwindigkeit massgebend. Auch gemäss dem Amtsbericht des AFU sei die
Hörbarkeit des Impulses bei höherer Geschwindigkeit grösser. Die Bestückungsmenge
zeige jedoch keinen Einfluss auf den Impulsgehalt (act. G 2 S. 15 f.).
4.3.3. Die Beschwerdeführerin wendet ein, das Abstellen auf Messergebnisse, welche
die maximalen Immissionen über mehrere Wochen ergeben würden, sei sachlich nicht
gerechtfertigt und willkürlich. Wenn schon auf die maximalen Immissionen abgestellt
werden solle, so müssten diese korrekt und unter Beachtung der Verhältnisse im
betreffenden Zeitraum ermittelt werden (act. G 1 S. 4 f.). Zutreffend sei, dass die Bahn
im Sommer vorwiegend mit einer Bestückung von 50% und im Winter vorwiegend mit
einer solchen von 100% betrieben werde. Hauptsaison sei die Skisaison, weshalb es
erstaune, dass die Vorinstanz ausschliesslich auf den Lärmpegel zu Zeiten ohne
Schnee abstelle. Sachlich verfehlt sei es, der Beurteilung die Bestückung während der
Skisaison zugrunde zu legen, wenn die Lärmpegel zu Zeiten ohne Schnee als
massgeblich betrachtet würden. Die für die Beschwerdeführerin nachteiligen Faktoren
würden auf diese Weise kumuliert. Würde dem Mittelungspegel die während der
Sommersaison übliche Bestückung zugrunde gelegt, wäre die Lärmbelastung (gemäss
den Gutachten Z. AG) um 1-2 dBA tiefer als bei einer Bestückung von 100%. Diese
Reduktion hätte zur Folge, dass der Planungswert auch bei der Parzelle Nr. 0003
eingehalten wäre. Die Mittelung der Bestückung werde vom AFU und von der
Gutachterin unterschiedlich beurteilt. Die Vorinstanz berufe sich ohne nähere
Begründung auf die Haltung des AFU. Dass Messungen bei Schneelage nicht üblich
seien, sei kein stichhaltiges Argument (act. G 6).
4.3.4. Nach der Rechtsprechung (BGE 138 II 331) ist für die Zulässigkeit des von
einer Anlage erzeugten Lärms anhand der Umstände des Einzelfalles zu prüfen, ob auf
die effektive Betriebsdauer der Lärmquelle selbst oder des Gesamtbetriebes abgestellt
wird. Eine auch als "Lärmverdünnung" bezeichnete Umrechnung des Lärms kommt
namentlich bei Verkehrsanlagen in Frage. Damit sind maschinelle Lärmspitzen nicht
vergleichbar. Wenn der während der effektiven Betriebszeit verursachte Lärm den
zulässigen Planungswert und sogar den Immissionsgrenzwert übersteigt, steht dies der
Erteilung einer Baubewilligung grundsätzlich entgegen (E. 2-4). Eine Ausnahme ist nur
zulässig, wenn die Lärmspitzen von der Dauer und Häufigkeit her zeitlich beschränkt
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auftreten (E. 5). In diesem Urteil ging es um eine geplante Anlage, welche durch die
Lärmeinwirkungen von drei unterschiedlich lauten Maschinen mit je beschränkter
Betriebsdauer gekennzeichnet war. Dabei erzeugte eine dieser Maschinen deutlich
stärker wahrnehmbaren Lärm als die beiden anderen Maschinen. Die lauteste
Maschine war nicht für einen ganzjährigen Einsatz, sondern für einen solchen von 285
Stunden/Jahr bzw. umgerechnet von 36 Tagen/Jahr vorgesehen (vgl. BGE 138 II 331 E.
3.1). Das Bundesgericht kam unter anderem zum Schluss, mit einer vorgesehenen
Betriebstätigkeit des mobilen Brechers an mindestens 36 Tagen übersteige das
Vorhaben jedenfalls eindeutig eine Grössenordnung, bei der noch von einer begrenzten
Dauer im eher unwahrscheinlichen Fall, dass der Einsatz des Brechers einphasig
erfolgen sollte, oder von einer beschränkten Häufigkeit bei einem wahrscheinlicheren
wiederholten bzw. mehrphasigen Einsatz des Brechers ausgegangen werden könnte.
Eine nur schon den Planungswert übersteigende Lärmbelastung an mindestens 36
Tagen im Jahr sei den Menschen auf den Nachbarliegenschaften nicht zumutbar (BGE
138 II 331 E. 5.2).
4.3.5. Diese Gegebenheiten sind mit der vorstehend zur Diskussion stehenden
Lärmeinwirkung insofern vergleichbar, als im Gutachten der Z. AG nach Anpassung der
Messresultate an jahresdurchschnittliche Bedingungen die Überschreitung des
Planungswerts bei drei Gebäuden bestätigt wurde (act. G 10/7/61 S. 15 f.; G 10/7/81).
Von einer begrenzten Dauer dieser Planungswert-Überschreitungen bzw. von
Lärmspitzen, welche unter Umständen eine „Lärmverdünnung“ im erwähnten Sinn
rechtfertigen könnten, kann somit offensichtlich nicht gesprochen werden. Für die
Beurteilung der Lärmbelastung ist angesichts der geschilderten Rechtsprechung auf
diejenigen Messergebnisse abzustellen, welche die höchsten Immissionen über einen
längeren Zeitraum ergeben. Eine Mittelung der Immissionen über die jährliche Anzahl
Betriebstage lehnte die Vorinstanz somit zu Recht ab. Ausschlaggebend erscheint
hierbei, dass auch eine Messung bei Neuschnee an der im Gutachten der Z. AG
festgestellten Überschreitung der Planungswerte während eines längeren Zeitraums
ohne Neuschnee nichts zu ändern vermöchte. Hinzu kommt, dass gemäss den
Feststellungen in der Gutachtenergänzung nur der lockere Neuschnee (nicht jedoch
harter bzw. vereister Schnee) lärmabsorbierend wirkt (vgl. act. G 10/7/81 S. 2 mit
Hinweis auf Beilage 1). Winterbetriebstage mit Neuschnee dürften dabei eher die
Minderheit bilden. Wenn die Beschwerdeführerin auf die von der L. AG (act. G 7
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Beilage 13) ermittelten tieferen Lärmwerte bei Schneelage verweisen und die
Feststellung der Vorinstanz betreffend Geringfügigkeit der Lärmreduktion bei
Neuschneelage beanstanden lässt (act. G 6 S. 8), so ist festzuhalten, dass die
lärmmindernde Wirkung einer (weichen) Schneedecke vom Grundsatz her unbestritten
sein dürfte. Nur ist es so, dass eine ganzjährige Betrachtung auch die höheren
Lärmwerte bei hartem Schnee und ohne Schneedecke beinhaltet. Selbst wenn somit
die Planungswerte im Fall von Neuschnee bei den in Frage stehenden drei
Liegenschaften unterschritten würden, bliebe es bei den regelmässig anfallenden
Planungswertüberschreitungen in der übrigen Zeit. Von einer willkürlichen Kumulation
von für die Beschwerdeführerin nachteiligen Faktoren (act. G 6 S. 6 f.) kann vor diesem
Hintergrund nicht gesprochen werden, und es besteht kein begründeter Anlass, die
Lärmverhältnisse bei Vorliegen von Neuschnee durch weitere Messungen abzuklären.
Dies umso weniger, als die von der Beschwerdeführerin beanspruchte Mittelung
gemäss ihrer eigenen Darstellung nur bei Parzelle Nr. 0003 zur Einhaltung der
Planungsgrenzwerte führen würde (vgl. vorstehende E. 4.3.3 am Schluss und act. G 6
S. 7 Ziff. 4.2 Abs. 2).
Unbestritten ist, dass die Bahn während mehrerer Wochen im Winter ununterbrochen
mit Vollbestückung betrieben wird. Die in dieser Zeit tatsächlich anfallenden
Lärmimmissionen werden für die Betroffenen nicht dadurch gemildert, dass im
Sommer die Lärmimmissionen aufgrund der lediglich hälftigen Bestückung geringer
sind. Den Messungen der Gutachterin liegt dementsprechend eine Vollbestückung der
Bahn zugrunde; auf eine Korrektur für die jahresdurchschnittliche Bestückung von 75%
wurde (aufgrund der geringen Lärmpegeldifferenz zwischen den Bestückungsvarianten
50% und 100% von 1 dBA) verzichtet (act. G 10/7/81 Ziff. 2.2/3. erster Absatz). Die
Gutachterin trug jedoch der Unsicherheit der Lärmbelastung bei mittlerer Bestückung
(75%) durch die Zugrundelegung einer niedrigeren Fahrgeschwindigkeit (4 m/s statt 5
m/s) zugunsten der Beschwerdeführerin Rechnung. Dadurch reduzieren sich die
Messwerte um 2 dBA (vgl. act. G 10/7/81 Ziff. 2.2/3. Absätze 4 und 5 und G 10/7/61
Ziff. 2.3). Die angenommene (tiefere) Fahrgeschwindigkeit wird vom AFU nicht in Frage
gestellt. Der Vorwurf einer willkürlichen Kumulation von für die Beschwerdeführerin
nachteiligen Faktoren (act. G 6 S. 6 f.) erweist sich auch von daher als nicht berechtigt.
Dies umso mehr, als nach ihren eigenen Angaben im Sommer ca. eine Stunde pro Tag
und im Winter ca. zwei Stunden pro Tag mit 5 m/s - und damit mit einer um 25%
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höheren Geschwindigkeit, als dem Gutachten als Annahme zugrunde liegt - gefahren
wird (act. G 10/7/61 Ziff. 2.3). Das Vorbringen der Beschwerdeführerin, dass die Frage
der Mittelung der Bestückung vom AFU und von der Gutachterin unterschiedlich
beurteilt werde (act. G 6 S. 7), trifft somit insofern nicht zu, als beide Stellungnahmen
auf Messungen mit Vollbestückung der Bahn basieren.
Im Weiteren erscheint die Feststellung in der Gutachtenergänzung der Z. AG, wonach
eine Ausdünnung von Lärm aufgrund von Wartungsarbeiten mit dem Vorsorgeprinzip
nicht vereinbar sei (act. G 10/7/81 Ziff. 2.2/2.), insofern begründet, als die daraus
während elf Wochen resultierende Einschränkung des Seilbahnbetriebs die in der
übrigen Zeit des Jahres regelmässig anfallenden Planungswertüberschreitungen nicht
hinfällig werden lassen. Die wartungsbedingte Lärmminderung während gut zwei
Monaten pro Jahr ist m.a.W. nicht geeignet, den in der ganzen übrigen Zeit tatsächlich
anfallenden Lärm im Ergebnis für die Betroffenen auch nur teilweise zu „neutralisieren“.
4.3.6. Insgesamt wird aufgrund des Gutachtens der Z. AG (einschliesslich Ergänzung)
deutlich, dass bei der Umsetzung der Akustik in der Praxis nicht alles genormt und
jeder Anwendungsfall in seiner Gesamtheit zu betrachten ist. Dadurch kommt der
Beurteilung der Verhältnisse und deren Interpretation durch den Akustiker ein hoher
Stellenwert zu. Konkrete Anhaltspunkte dafür, dass die Gutachterin unzutreffende
Sachverhaltsannahmen getroffen hätte, sind nicht ersichtlich. Mit der Annahme der
Gutachterin hinsichtlich der (für die Lärmimmission entscheidenden)
Fahrgeschwindigkeit "zugunsten" der Beschwerdeführerin wurden lärmtechnische
"Sicherheitsmargen" berücksichtigt. Angesichts der geschilderten Aktenlage ist davon
auszugehen, dass nachträgliche Messungen an den bereits vorliegenden gutachterlich
bestätigten Resultaten im Gesamtergebnis nichts zu ändern vermöchten. Die
vorinstanzliche Ermessensausübung gestützt auf die Ergebnisse des Lärmgutachtens
hat das Verwaltungsgericht, das nach Art. 61 Abs. 1 VRP nur zur Rechtskontrolle
befugt ist, zu respektieren. Eine Ermessenskontrolle steht ihm nicht zu, zumal es
konkret auch an einem Anlass dafür fehlen würde.
4.4. Hinsichtlich der Frist von drei Monaten zur Erarbeitung eines
Massnahmenkonzepts hielt die Vorinstanz fest, die Beschwerdeführerin sei seit
nunmehr zehn Jahren zur Einhaltung der Planungswerte verpflichtet. Die
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Überschreitung der Werte könne den Anwohnern nicht mehr zugemutet werden und sei
umgehend zu beheben. Eine dreimonatige Frist sei unter diesen Umständen alles
andere als zu kurz bemessen. Den Beginn des Fristenlaufs setzte die Vorinstanz auf
den Zeitpunkt der Rechtskraft des Rekursentscheids (act. G 2 S. 17).
Die Beschwerdeführerin wendet ein, aufgrund des Lärmgutachtens seien die
Planungswerte bei fünf von acht Grundstücken eingehalten. Bei zwei weiteren
Parzellen beschränke sich die Grenzwertüberschreitung auf den Tag und bewege sich
im Bereich der „Wahrnehmbarkeitsgrenze“. Bei einem einzigen Grundstück seien
markante Grenzwertabweichungen ermittelt worden. Von Unzumutbarkeit der
Lärmbelastung für die Anwohner könne abgesehen vom Grundstück Nr. 0002 nicht
gesprochen werden. Auf die Dauer von technischen Untersuchungen und
Rechtsverfahren habe sie (die Beschwerdeführerin) keinen Einfluss. Gegen den Vorwurf
der Vorinstanz, nach mehr als 10 Jahren den Nachweis der Einhaltung der
Planungswerte immer noch nicht erbracht zu haben, verwahre sie sich. Die Abklärung
weiterer technischer Lärmschutzmassnahmen sei komplex. Sollten tatsächlich keine
technischen Massnahmen mehr zur Verfügung stehen (act. G 7 Beilage 14), seien
Betriebseinschränkungen zu prüfen. Wenn auch diese nicht zum Ziel führten, müssten
Erleichterungen beantragt werden. Es sei offenkundig, dass die erforderlichen
Abklärungen und Planungen nicht in drei Monaten abgeschlossen werden könnten.
Unter Berücksichtigung des Umstands, dass die Ausarbeitung des vorinstanzlichen
Entscheids sechs Monate beansprucht habe, sei die gesetzte Frist von drei Monaten
verfehlt und willkürlich (act. G 6 S. 9 f.). Die von den Beschwerdegegnern geforderte
„Einwandung“ hätte die Ummantelung der Bergstation zur Folge; blosse
Schallschutzwände kämen aus statischen (Winddruck) und Schallschutzgründen
(Schallreflexion) nicht in Betracht. Die Ummantelung hätte unverhältnismässige Kosten
und eine Verschandelung des Ortsbildes zur Folge. Betriebliche Einschränkungen seien
nur eingeschränkt möglich, da die Bahn Teil des öffentlichen Verkehrsnetzes sei.
Weitere Schallschutzmassnahmen würden davon abhängen, welche Verbesserungen
an welchen Empfangspunkten erreicht werden sollen. Dies sei nach wie vor unklar, was
nicht die Beschwerdeführerin zu verantworten habe (act. G 15).
Die konkreten Gegebenheiten hinsichtlich Lärmimmissionen sowie Massnahmen zu
deren Verringerung wurden umfassend abgeklärt. Grundsätzlich unbestritten blieb,
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dass weitere Lärmverringerungsmassnahmen in Betracht kommen. Ein Grund, die
Vorlage eines Konzeptes zur Immissionsverminderung (act. G 2 Dispositiv Ziff. 1) - und
damit noch nicht zur Behebung der Planungswertüberschreitungen - länger als drei
Monate nach rechtskräftigem Entscheid hinauszuschieben, wird weder von der
Beschwerdeführerin konkret angeführt noch ist ein solcher aus den Akten nicht
ersichtlich.
5.
5.1. (...).
5.2. (...).