Decision ID: f5bea316-dd80-5f1a-be1c-ce8626b8aeac
Year: 2021
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ meldete sich am 11. November 2015 wegen einer schweren Depression zum
Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons
St. Gallen an (IV-act. 1). Der behandelnde med. pract. B._, Facharzt für Psychiatrie
und Psychotherapie, berichtete am 13. November 2015 dem leistungspflichtigen
Krankentaggeldversicherer, die Erstkonsultation sei am 13. August 2015 erfolgt. Das
klinische Erscheinungsbild sei initial eine akute polymorph-psychotische Störung im
Sinn einer Belastungsreaktion infolge kumulativer Überlastung am Arbeitsplatz sowie
durch die Begleitung der Agonie der Mutter der Versicherten gewesen. Im
Behandlungsverlauf habe sich das Zustandsbild allmählich verändert, so dass man
aktuell die Diagnose einer schweren depressiven Episode mit flüchtigen
psychotischen/dissoziativen Erlebensweisen sowie somatischem und kognitiv-
mnestischem Syndrom stellen müsse (fremd-act. 1-7 f.). Vom 23. November bis
24. Dezember 2015 befand sich die Versicherte zur stationären psychosomatisch-
sozialmedizinischen Behandlung in der Privatklinik C._. Die dort behandelnden
medizinischen Fachpersonen diagnostizierten eine mittelgradige depressive Episode
(ICD-10: F32.1) im Rahmen einer komplexen psychosozialen Belastungssituation mit
Ausbildung eines Erschöpfungssyndroms (ICD-10: Z56, Z63, Z73), eine
Eisenmangelanämie (ICD-10: D56) und ein zervikales Schmerzsyndrom mit muskulärer
Dysbalance (ICD-10: M54.92). Die Versicherte habe in einem deutlich gebesserten
psychophysischen Zustandsbild entlassen werden können (Austrittsbericht vom
29. Dezember 2015, IV-act. 20-4 ff.). Im Bericht vom 14. März 2016 hielt med.
pract. B._ der Versicherten eine tägliche Arbeitszeit von 2 1⁄2 bis 3 Stunden im
angestammten Beruf als Product Manager (IV-act. 1-6) für zumutbar (IV-act. 20-1 f.).
A.a.
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Am 14. Juli 2016 wurde die Versicherte vom Vertrauensarzt des
Krankentaggeldversicherers, Dr. med. D._, Facharzt u.a. für Psychiatrie und
Psychotherapie, untersucht. Dieser diagnostizierte eine mittelgradige depressive
Episode (ICD-10: F32.1) bei Verdacht auf Restsymptome einer dissoziativen Amnesie
(ICD-10: F44.0) vor dem Hintergrund einer Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10:
Z73.1). Nach der Behandlung in der Privatklinik C._ sei es zu einer deutlichen
Stabilisierung des Gesundheitszustands der Versicherten gekommen. Danach sei es
aber aufgrund weiterer erheblicher Belastungen zu einer erneuten Verschlechterung
des Zustandsbilds gekommen. Wegen des auch dieses Mal deutlich reaktiven
Charakters der Symptome und bei Berücksichtigung des vorangegangenen Verlaufs
sei für einen Zeitraum von 4 Wochen ab Begutachtungstermin weiter von einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit bezogen auf das bisherige Arbeitspensum von 60 %
auszugehen. Danach könne mit einer beruflichen Wiedereingliederung begonnen
werden, wobei hierfür eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestehe. Innert eines Zeitraums von
6 Wochen könne das Arbeitspensum danach auf 100 % (bezogen auf das bisherige
Arbeitspensum von 60 %) gesteigert werden (Gutachten vom 27. Juli 2016, fremd-
act. 3). In der psychiatrischen Kurzbeurteilung/Reevaluation vom 26. September 2016
führte Dr. D._ aus, bei Berücksichtigung des bisherigen Krankheitsverlaufs sei die
Prognose grundsätzlich gut. Es bestehe jedoch weiterhin eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit. Nach Ablauf von 2 Monaten sei eine Reevaluation zur Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit sinnvoll (IV-act. 34). In der psychiatrischen Reevaluation vom
17. März 2017 gab Dr. D._ an, bei fehlendem therapeutischem Fortschritt bzw.
fehlender Dokumentation des Therapieverlaufs, fehlender psychodynamischer
Einschätzung durch den behandelnden Arzt und fehlender Befunddokumentation
könne bei den aufgrund der «vorwürflich» gereizten Haltung der Versicherten nur
eingeschränkten Untersuchungsmöglichkeiten eine Beurteilung des zukünftigen
Krankheitsverlaufs nur insofern abgegeben werden, als innert eines Zeitraums von
6 Monaten eine Tätigkeit von wirtschaftlichem Wert nicht möglich erscheine (fremd-
act. 9-1 ff.; zur ergänzenden Stellungnahme vom 27. März 2017 siehe fremd-
act. 9-8 ff.). Hierzu äusserte sich med. pract. B._ am 20. April 2017 kritisch (fremd-
act. 10-2 f.).
A.b.
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Die seit 27. September 2017 behandelnde Dr. med. I. E._, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 22. Januar 2018, die Versicherte leide
an einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne
psychotische Symptome. Sie bescheinigte dieser eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (IV-
act. 77).
A.c.
Die IV-Stelle führte am 18. April 2018 eine Abklärung im Haushalt der Versicherten
durch (zu deren vorgängigen Angaben im Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend
Erwerbstätigkeit/Haushalt vom 16. Februar 2018 siehe IV-act. 83). Die
Abklärungsperson hielt im Abklärungsbericht vom 30. Mai 2018 fest, die Versicherte
würde ohne gesundheitliche Einschränkung weiterhin einer Teilerwerbstätigkeit mit
einem 60%igen Beschäftigungsgrad nachgehen. Unter Berücksichtigung der
Schadenminderungs- bzw. Mitwirkungspflicht des Ehegatten ermittelte sie eine 0%ige
Einschränkung im Haushaltsbereich (IV-act. 91; zur Stellungnahme der Versicherten
vom 24. April 2018 siehe IV-act. 91-13 f.).
A.d.
Dr. E._ hielt im Verlaufsbericht vom 15. Juni 2018 fest, die Versicherte zeige ein
schwer depressives antriebsarmes Zustandsbild mit verlangsamtem Denken,
Einengung der Gedanken und stark verringerter Belastbarkeit bei geringsten
Anforderungen. Sie benötige rasch Rückzugsmöglichkeiten, zeige sich sehr
reizempfindlich und könne kleinste Stressoren kaum ertragen. Die Versicherte komme
in 14-tägigem Intervall regelmässig zum ambulanten Gespräch (IV-act. 94). RAD-Arzt
Dr. med. F._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, empfahl eine
polydisziplinäre Begutachtung der Versicherten. Der Fokus der
versicherungsmedizinischen Abklärungen liege auf der Darstellung des Ausmasses
einer im engeren Sinn krankheitsbedingten Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit in
Abgrenzung von nachvollziehbaren, aber nicht krankheitswertigen Belastungen im
privaten/persönlichen Umfeld der Versicherten (Stellungnahme vom 13. August 2018,
IV-act. 103).
A.e.
Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am 6., 9., 13. und 21. November
2018 im MZR Medizinisches Zentrum Römerhof polydisziplinär (allgemeininternistisch,
orthopädisch, psychiatrisch und neuropsychologisch) begutachtet. Die
Sachverständigen stellten folgende «relevanten Diagnosen mit und ohne Auswirkungen
A.f.
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B.
auf die Arbeitsfähigkeit»: 1. eine Hypercholesterinämie; 2. ein lokales oberes zervikales
Wirbelsäulensyndrom; 3. ein unteres Lumbalsyndrom; 4. eine minimale
neuropsychologische Störung teilweise bei der geteilten Aufmerksamkeit, der
Wortflüssigkeit und bei der kognitiven Flexibilität und 5. eine Neurasthenie (ICD-10:
F48.0). Die Versicherte sei sowohl für die angestammte als auch für jede andere in
Frage kommende Tätigkeit seit jeher 8 Stunden pro Tag ohne Leistungseinschränkung
100 % arbeitsfähig. Die (früher) attestierten Arbeitsunfähigkeiten seien im Rahmen von
belastenden psychosozialen Umständen entstanden (Gutachten vom 8. Februar 2019,
IV-act. 127; zu den fehlenden Seiten 1 und 2 des neuropsychologischen Teilgutachtens
siehe IV-act. 128-38 f.). RAD-Arzt Dr. F._ vertrat in der Stellungnahme vom 21. März
2019 die Ansicht, die gutachterliche Beurteilung entspreche im Wesentlichen den
geltenden versicherungsmedizinischen Kriterien (IV-act. 129).
Die IV-Stelle ermittelte sowohl für den mit 60 % gewichteten Erwerbsbereich als
auch für den mit 40 % gewichteten Haushaltsbereich einen 0%igen Invaliditätsgrad
und stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom 22. März 2019 die Abweisung des
Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 132). Dagegen erhob die Versicherte am 10. Mai
2019 Einwand (IV-act. 139), den sie am 4. Juni 2019 ergänzend begründete (IV-
act. 142). Zur von ihr am MZR-Gutachten geäusserten Kritik nahm RAD-Arzt Dr. F._
am 13. Juni 2019 Stellung (IV-act. 145). Mit Verfügung vom 24. Juni 2019 verfügte die
IV-Stelle die Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 146).
A.g.
Gegen die Verfügung vom 24. Juni 2019 erhob die Versicherte (nachfolgend:
Beschwerdeführerin) am 23. August 2019 Beschwerde. Sie beantragte darin, sie sei im
Fachbereich Psychiatrie einer erneuten unabhängigen Begutachtung zu unterziehen
und die Expertenstelle sei direkt durch das angerufene Gericht zu bezeichnen.
Eventualiter sei ihr basierend auf einem 76%igen Invaliditätsgrad mit Wirkung ab 1. Juli
2016 eine ganze Rente auszurichten; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur
Begründung machte sie im Wesentlichen verschiedene Mängel am MZR-Gutachten
geltend, die dessen Beweiswert erschüttern würden. Des Weiteren kritisierte sie die
von der Beschwerdegegnerin im Rahmen der Invaliditätsbemessung für den
Haushaltsbereich angerechnete Schadenminderungspflicht ihres Ehegatten (act. G 1).
B.a.
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
der Beschwerdeführerin.
Mit der Beschwerde reichte sie u.a. Kurzberichte von Dr. E._ vom 25. Juli und
9. August 2019 ein (act. G 1.3.2 f.).
Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom 24. Oktober
2019 die Abweisung der Beschwerde. Sie machte im Wesentlichen geltend, dass die
Kritik der Beschwerdeführerin am MZR-Gutachten nicht stichhaltig sei und dessen
Beweiswert nicht erschüttere. Gestützt auf die darin enthaltene
Arbeitsfähigkeitsschätzung und auf die Ergebnisse des Abklärungsberichts vom
30. Mai 2018 sei das Rentengesuch zu Recht abgewiesen worden (act. G 4).
B.b.
In der Replik vom 20. Januar 2020 hielt die Beschwerdeführerin unverändert an
der Beschwerde fest (act. G 9).
B.c.
Die Beschwerdegegnerin verzichtete stillschweigend auf eine Duplik (act. G 11).B.d.
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a);
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens
40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens
40 % invalid sind (lit. c). Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG verweist bezüglich des Begriffs der
Invalidität auf Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1).
1.1.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Einglie
derung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in
Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
1.2.
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2.
Zunächst ist die zwischen den Parteien umstrittene Frage zu beantworten, ob der
Sachverhalt in medizinischer Hinsicht spruchreif abgeklärt ist. Die Beschwerdegegnerin
stützte ihren Rentenentscheid im Wesentlichen auf das MZR-Gutachten vom
8. Februar 2019. Demgegenüber hält die Beschwerdeführerin die gutachterliche
Beurteilung nicht für beweiskräftig.
liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2
ATSG).
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG).
1.3.
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im
Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität
nach Art. 16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig (und
ist ihnen die Aufnahme einer Vollerwerbstätigkeit nicht zumutbar; Art. 8 Abs. 3 ATSG),
so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach Art. 28a Abs. 2 IVG festgelegt. In diesem
Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb
des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich
festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen (Art. 28a Abs. 3
IVG).
1.4.
Die Beschwerdeführerin macht unbestrittenermassen hauptsächlich psychische
Beeinträchtigungen geltend. Bei psychischen oder psychosomatischen
Krankheitsbildern steht das Beweisproblem im Vordergrund, dass sich die Beurteilung
dieser Gesundheitsschäden und der dadurch bedingten Arbeitsunfähigkeiten - mangels
zuverlässiger bzw. bewährter Messmethodik - zwangsläufig zunächst auf die Angaben
der versicherten Person und deren Leidenspräsentation stützen, da es an einer
eigentlichen davon unabhängigen, direkten Objektivierbarkeit fehlt. Deshalb ist die um
fassende Prüfung der Konsistenz und der Plausibilität der Leidensschilderung sowie -
präsentation für die möglichst objektive bzw. medizinisch-wirklichkeitsgetreue
Beurteilung der gesundheitlichen Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit von zentraler
Bedeutung (vgl. hierzu bereits die Ausführungen im Rechtsgutachten Prof. Dr. G._
2.1.
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und Dr. iur. H._ vom 20. November 2012, S. 66 ff. mit Hinweis auf den Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 19. Juni 2012, IV 2010/336, E. 3.2.3; dieser Entscheid
wurde vom Bundesgericht unter der damaligen Praxis gemäss BGE 137 V 64 und 130
V 352 im Urteil vom 13. Januar 2013, 8C_552/2012, aufgehoben; zur inzwischen
erfolgten Praxisänderung des Bundesgerichts siehe etwa BGE 141 V 281). Um eine
möglichst objektive, von der Selbsteinschätzung der versicherten Person unabhängige,
der tatsächlichen Funktionsfähigkeit entsprechende Arbeitsfähigkeitsbeurteilung im
Sinn von Art. 7 Abs. 1 und 2 ATSG zu gewährleisten (vgl. hierzu bzw. zur
Massgeblichkeit des tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens etwa das Urteil des
Bundesgerichts vom 11. Mai 2020, 9C_765/2019, E. 4.2), haben die medizinischen
Fachpersonen nebst den Erkenntnissen der eigenen Untersuchung deshalb nach
Möglichkeit bei ihrer Expertise sämtliche Lebensaspekte zu würdigen, bei denen
Beeinträchtigungen und Ressourcen einer versicherten Person in Erscheinung treten.
Dabei sich zeigende Umstände wie etwa Inkonsistenzen, die auf krankheitsfremde
Faktoren deuten oder ernsthafte Zweifel am objektiven Umfang der geklagten
gesundheitlichen Beeinträchtigung begründen, sind zu benennen. Geltend gemachte
Beeinträchtigungen, die auf solchen krankheitsfremden bzw. nicht krankheitswertigen
Faktoren beruhen oder zweifelhaft erscheinen, sind bei der Beurteilung des
Gesundheitsschadens sowie der Arbeitsfähigkeit auszuklammern. Denn massgebend
für die Ermittlung der Erwerbsunfähigkeit bzw. Invalidität sind nur gesundheitliche
Beeinträchtigungen, deren Vorhandensein aus objektiver Sicht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit bejaht werden kann. Aus diesen Gründen sehen die
Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten der Schweizerischen
Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP, 3. vollständig überarbeitete
und ergänzte Auflage, 16. Juni 2016) denn auch vor, dass eine Stellungnahme zur
Authentizität von Beschwerden, von präsentierten Symptomen und von
Leistungseinschränkungen obligatorischer Bestandteil eines
versicherungspsychiatrischen Gutachtens zu sein hat. Das beinhaltet eine
Stellungnahme zur Frage, ob die berichteten Beschwerden und präsentierten
Symptome in sich konsistent sind oder ob Diskrepanzen, allenfalls sogar Widersprüche
bestehen. Dies gelingt am ehesten durch eine Gegenüberstellung der erhobenen
Informationen mit Hilfe der verschiedensten methodischen Zugänge. Diesbezüglich
sind Hinweise aus der Verhaltensbeobachtung und dem Anamneseverlauf relevant
(Qualitätsleitlinien, S. 29). Eine besondere Bedeutung bei der Exploration kommt der
detaillierten Beschreibung eines üblichen Tagesablaufs durch die versicherte Person
zu, da sich hieraus häufig Hinweise auf Interessen, Aktivitäten, Alltagsgewohnheiten
und damit Potential und Ressourcen, jedoch auch Diskrepanzen zu anderen Angaben
oder zum Verhalten in der Untersuchung ergeben (Qualitätsleitlinien, S. 16; siehe zum
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Ganzen den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 5. Juni 2020, IV 2018/124,
E. 3.1).
Vorliegend ist zunächst von Bedeutung, dass die Beschwerdeführerin bezüglich
ihres Funktionsniveaus eine tiefe Selbsteinschätzung zum Ausdruck bringt. Gegenüber
Dr. E._ gab sie an, sozial zurückgezogen zu leben. Sie könne (bloss noch) leichte
Haushaltstätigkeiten durchführen. Sie benötige rasch Rückzugsmöglichkeiten, zeige
sich sehr reizempfindlich und könne kleinste Stressoren kaum ertragen (IV-act. 94-2).
Sie machte eine stark verringerte Belastbarkeit bei geringsten Anforderungen geltend
(IV-act. 94-3 oben). Anlässlich der Begutachtung im MZR teilte sie mit, sie erlebe sich
aufgrund der Erschöpfung, Müdigkeit, Kraftlosigkeit und Antriebslosigkeit überwiegend
vollständig arbeitsunfähig (IV-act. 127-54). Demgegenüber ergeben sich aus den Akten
zahlreiche Ressourcen der Beschwerdeführerin, die sich mit ihrer
Krankheitsüberzeugung nicht vereinbaren lassen. Sie vermag sich um den Haushalt zu
kümmern, geht einkaufen, bereitet das Mittagessen vor, geht spazieren, liest Zeitung,
telefoniert mit Freunden und schreibt E-Mails. Abends sieht sie fern oder liest Bücher.
Zudem geht sie auch in den Ausgang (fremd-act. 3-8 unten; vgl. auch fremd-act. 9-3
unten sowie IV-act. 127-51 f.; zum Lesen und mit Freunden zusammen sein siehe IV-
act. 22-4 oben; zu ihrer «Leidenschaft, dem Lesen», mit der sie Einschlafstörungen
vorbeuge, siehe IV-act. 91-2 Mitte), verrichtet Haus- und Gartenarbeiten (IV-act. 91-3)
und spielt gerne Sudoku (IV-act. 127-7). Die Beschwerdeführerin und ihr Ehegatte
verreisen «wie vor Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung» einmal jährlich, wobei
lediglich der Inhalt und die Intensität des Programms inzwischen angepasst worden
seien (IV-act. 91-10; zur Reise- bzw. Ferienaktivität siehe auch IV-act. 101). Die
Beschwerdeführerin ist auch in der Lage, öffentliche Verkehrsmittel zu benützen und
ein Auto zu lenken (siehe IV-act. 127-29 oben und IV-act. 127-38 oben; vgl. auch act.
G 9, Rz 10b). Auch die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin zweieinhalb Stunden
ruhig, konzentriert und engagiert an der neuropsychologischen Begutachtung
mitzuwirken vermochte (IV-act. 127-38 unten), spricht offensichtlich gegen die
Darstellung, selbst bei geringsten Anforderungen stark verringert belastbar zu sein (IV-
act. 94-3; siehe hierzu eingehend nachstehende E. 2.1.2). Das Gleiche gilt erst recht
hinsichtlich der bis dreimal wöchentlich von ihr und ihrem Ehegatten erbrachten
Betreuung der Kleinkinder der Nachbarin (fremd-act. 9-3 und IV-act. 91-3 Mitte), zumal
diese Tätigkeit gerichtsnotorisch mit erhöhter Reiz- und Stressbelastung verbunden ist.
2.1.1.
Die von der Beschwerdeführerin beklagten bzw. subjektiv empfundenen
kognitiven Einbussen (siehe etwa IV-act. 91-2 Mitte) konnten im Rahmen der
umfassenden neuropsychologischen Begutachtung ebenfalls nicht objektiviert werden
2.1.2.
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(IV-act. 127-43 unten). Vielmehr wurden sie als «nicht plausibel» bezeichnet (IV-
act. 127-45). Auffallend ist in diesem Zusammenhang das zu Beginn der
neuropsychologischen Untersuchung von der Beschwerdeführerin präsentierte
symptomverdeutlichende Verhalten. So hielt die neuropsychologische Gutachterin fest,
die Beschwerdeführerin «antwortete in kurzen Sätzen, versuchte nicht zu weinen und
brach doch immer wieder in Tränen aus. Ein flüssiges Gespräch war kaum möglich.
Auffassungsfähigkeit, Aufmerksamkeit und Konzentration waren während des
Gesprächs eingeschränkt» (IV-act. 127-38). «Nach dem Absolvieren der ersten
Testeinheit wurde eine Motivationsunterstützung angeboten, danach änderte sich ihr
Verhalten. Sie wirkte ruhig und konzentriert und arbeitete die zweieinhalb Stunden
engagiert mit» (IV-act. 127-38 unten; zu den vor der Motivationsunterstützung
auffälligen Werten der Symptomvalidierungstests und dem aggravierenden Verhalten
der Beschwerdeführerin siehe IV-act. 127-40). Im Licht dieser Umstände ist davon
auszugehen, dass die von der Beschwerdeführerin zunächst dargestellten affektiven
Beeinträchtigungen primär verdeutlichenden bzw. aggravierenden Charakter hatten
und diese Leidenspräsentation hauptsächlich motivational bedingt war. Der
motivationale Aspekt der Leidensdarstellung wird auch dadurch bestätigt, dass
«Anstösse, Motivation, positive Zusprüche des Ehegatten» sich fördernd auswirken (IV-
act. 91-3 Mitte) und offenbar keine relevanten Beeinträchtigungen bestehen bei
Aktivitäten, «welche die Versicherte gerne macht» (IV-act. 127-7). Schliesslich
bezeichnete auch der psychiatrische Gutachter die Motivation der Beschwerdeführerin
als fraglich (IV-act. 127-58).
Vor diesem Hintergrund leuchtet die Schlussfolgerung der neuropsychologischen
MZR-Gutachterin und des psychiatrischen MZR-Gutachters im Ergebnis ein, dass
objektiv keine krankheitsbedingte Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit vorliegt und die
Krankheitsüberzeugung der Beschwerdeführerin im Wesentlichen in einer Fokussierung
auf schwierige und tragische Lebensereignisse aufgeht (IV-act. 127-23), bei allem
Verständnis für deren anspruchsvolle Bewältigung. In diesem Sinn äusserte sich auch
RAD-Arzt Dr. F._, wenn er ausführt, die Beschwerdeführerin scheine mit grosser
dysfunktional-neurotischer oder nur eigenwilliger Energie in der geschilderten
Randposition zu verharren. Er bestätigte auch eine Fixierung auf eine Opferrolle (die
Beschwerdeführerin habe «sich faktisch offenbar in eine ausgeprägte und sich
selbstverstärkende Randposition des Sich-Nicht-Mehr-Fähig-Fühlens
zurückgezogen»), die mit der erhaltenen Funktionsfähigkeit (IV-act. 145-3) bzw. den
ausgewiesenen Ressourcen (siehe hierzu vorstehende E. 2.1.1 f.) kontrastiert. RAD-Arzt
2.1.3.
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Dr. F._ bestätigte denn auch plausibel eine «psychische Energie» «auf hohem
Niveau» (IV-act. 145-4).
Die von der Beschwerdeführerin gegen die Beweiskraft des MZR-Gutachtens ins
Feld geführten Berichte anderer psychiatrischer Fachpersonen vermögen keinen
weiteren Abklärungsbedarf zu begründen (act. G 1, Rz 25 ff.). Was die Beurteilungen
von Dr. D._ anbelangt, so beruhen diese nicht auf einer überzeugenden Konsistenz-
und Ressourcenprüfung. Zudem bleibt letztlich unklar, gestützt auf welche objektiven
Befunde Dr. D._ eine krankheitsbedingte Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit für
ausgewiesen hielt. Vielmehr kritisierte er im Reevaluations-Bericht vom 17. März 2017
zu Recht, dass die Berichte des damals behandelnden med. pract. B._ keine
verwertbaren Angaben enthielten (fremd-act. 9-7). Aus dem Reevaluations-Bericht vom
26. September 2016 geht ausserdem ein Widerwillen der Beschwerdeführerin hervor,
hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit über Details des Tagesablaufs zu
berichten (siehe IV-act. 34-3 unten mit Hinweis auf eine deutlich abweisende,
vorwurfsvolle Haltung mit u.a. gereiztem Nachfragen bei der Untersuchung vom
13. September 2016). Im Übrigen musste Dr. D._ zweimal, am 13. September 2016
und am 21. Februar 2017, seine Untersuchung aufgrund des vorwurfvollen Verhaltens
der Beschwerdeführerin vorzeitig abbrechen (fremd-act. 8-4; siehe auch fremd-act. 9-9
oben). Die in qualitativer Hinsicht knappen, im Wesentlichen die Selbsteinschätzung
der Beschwerdeführerin übernehmenden Beurteilungen von Dr. D._, die bloss auf
unvollständigen Untersuchungen beruhen, und auch diejenigen von med. pract. B._
waren folglich einer eingehenden Auseinandersetzung durch den psychiatrischen MZR-
Gutachter kaum zugänglich. Nichts anderes gilt hinsichtlich der (Kurz-)Berichte von
Dr. E._ (IV-act. 77, IV-act. 94, act. G 1.3.2 f. und act. G 9.1), zumal die darin
bescheinigte vollständige Arbeitsunfähigkeit sich namentlich nicht mit den Ressourcen
der Beschwerdeführerin und den Ergebnissen der neuropsychologischen Abklärung
vereinbaren lässt (siehe hierzu vorstehende E. 2.1.1 f.). Vielmehr scheint Dr. E._ -
ihrem Behandlungsauftrag entsprechend - die tiefe Selbsteinschätzung der
Beschwerdeführerin unkritisch übernommen zu haben, was etwa darin zum Ausdruck
kommt, dass sie «absolut keine Hinweise auf eine Symptomverdeutlichung» zu
erkennen vermochte (act. G 1.3.3; siehe demgegenüber vorstehende E. 2.1.1 f.). Unter
diesen Umständen stellt es auch keinen Mangel dar, dass der psychiatrische MZR-
Gutachter aufgrund fehlender schlüssiger objektiv-kritischer Vorbeurteilungen seine
davon abweichende Beurteilung hauptsächlich damit begründete, dass die damals
gestellten Diagnosen sich anlässlich der aktuellen Untersuchung nicht bestätigen
liessen (IV-act. 127-64) und die attestierten Arbeitsunfähigkeiten im Rahmen von
belastenden psychosozialen Umständen erfolgt seien (IV-act. 127-7 unten). Da weder
2.2.
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aus den Akten hervorgeht noch von der Beschwerdeführerin geltend gemacht wird,
dass es seit den Beurteilungen der Dres. D._ und E._ sowie von med. pract. B._
zu einer relevanten gesundheitlichen Verbesserung kam (zum von Dr. E._ am 25. Juli
2019 attestierten «unverändert schwer depressivem Zustandsbild» siehe etwa act.
G 1.3.2), erscheint auch die rückwirkend bescheinigte Arbeitsfähigkeit plausibel. In
diesem Zusammenhang ist des Weiteren darauf hinzuweisen, dass ein den
Beweisanforderungen grundsätzlich genügendes medizinisches Gutachten (BGE 125 V
351 f. E. 3a und b), wie das vorliegende MZR-Gutachten, nicht in Frage gestellt werden
kann und nicht Anlass zu weiteren Abklärungen besteht, wenn und sobald die
behandelnden medizinischen Fachpersonen nachher zu einer unterschiedlichen
Beurteilung gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen
festhalten. Anders verhält es sich nur, wenn objektiv feststellbare Gesichtspunkte
vorgebracht werden, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben waren und
die geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu führen (Entscheid des
Versicherungsgerichts vom 30. Juli 2019, IV 2017/216, E. 2.2.1 mit Hinweis auf das
Urteil des Bundesgerichts vom 29. Juli 2008, 9C_830/2007, E. 4.3). Solche objektiven
Gesichtspunkte lassen sich weder den (Kurz-)Berichten von Dr. E._ noch den
Ausführungen von med. pract. B._ entnehmen. Ergänzend kann auf die eingehenden
und überzeugenden Ausführungen des RAD-Arztes Dr. F._ zur Kritik der
Beschwerdeführerin an der gutachterlichen Beurteilung verwiesen werden (IV-
act. 145-2 f.).
Soweit die Beschwerdeführerin auf die Ergebnisse der Hamilton-Depressionsskala
oder das Beck Depression Inventar hinweist (act. G 9, Rz 11), vermag sie daraus nichts
zu ihren Gunsten abzuleiten. Denn das Beck Depression Inventar bzw. dessen
Ergebnisse beruhen auf einer reinen Selbstbeurteilung (Urteil des Bundesgerichts vom
12. Juli 2018, 9C_302/2018, E. 4.2.2). Mit Blick auf die Abklärung mittels Hamilton
Depressionsskala, deren Items grösstenteils ebenfalls gestützt auf die Selbstangaben
der untersuchten Person zu beurteilen sind (etwa bezüglich Schlafstörungen,
depressiver Verstimmung, Schuldgefühlen, Krankheitseinsicht, Suizidalität usw.; siehe
hierzu Wolfgang Meier und andere, Dimensionen der Hamilton-Depressionsskala
[HAMD], Eur Arch Psychiatr Neurol Sci [1985] 234: 417-422), gilt es zu beachten, dass
einem solchen Verfahren im Rahmen psychiatrischer Begutachtungen höchstens
ergänzende Funktion zukommt. Entscheidend bleibt die klinische Untersuchung mit
Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung. Unabhängig
vom Ergebnis der Hamilton Depressionsskala braucht es zur Annahme einer psychisch
bedingten Invalidität in jedem Fall ein medizinisches Substrat, das (fach-)ärztlich
schlüssig festgestellt wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und
2.3.
© Kanton St.Gallen 2022 Seite 13/14
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3.
Gestützt auf die Beurteilung gemäss MZR-Gutachten ist - auch retrospektiv - von einer
100%igen Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit auszugehen, womit der
Invaliditätsgrad für den Erwerbsbereich auf 0 % festzusetzen ist. Vorliegend kann
offenbleiben, ob die Fähigkeit der Beschwerdeführerin, den Haushalt zu besorgen,
überhaupt krankheitsbedingt eingeschränkt ist. Denn selbst wenn zu ihren Gunsten von
einer 40%igen Einschränkung ausgegangen würde, wie sie von der Abklärungsperson
vor Anrechnung einer Schadenminderungs-/Mitwirkungspflicht des Ehegatten gestützt
auf die Angaben der Beschwerdeführerin ermittelt wurde (IV-act. 91-19), resultierte bei
einem unbestrittenermassen mit 40 % gewichteten Anteil des Haushaltsbereichs und
einem Teilinvaliditätsgrad von 0 % für den Erwerbsbereich ein offensichtlich nicht
rentenbegründender Gesamtinvaliditätsgrad von 16 % (40 % x 40 %).
4.
Gemäss den vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Das
Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
Erwerbsfähigkeit aus objektiver Sicht wesentlich beeinträchtigt (Urteil des
Bundesgerichts vom 17. Oktober 2014, 8C_578/2014, E. 4.2.7). Ein solches haben der
psychiatrische MZR-Gutachter und die neuropsychologische MZR-Gutachterin mit
eingehender Begründung sowie unter Berücksichtigung der Ressourcen der
Beschwerdeführerin und unter Hinweis auf psychosoziale Umstände nachvollziehbar
im Rahmen des ihnen zustehenden Ermessens verneint (siehe etwa IV-act. 127-5 ff.).
Bei der Würdigung des MZR-Gutachtens fällt weiter ins Gewicht, dass es auf
eigenständigen gründlichen, einschliesslich neuropsychologischen Abklärungen beruht
und für die streitigen Belange umfassend ist. Die medizinischen Vorakten wurden
verwertet und die von der Beschwerdeführerin geklagten Leiden berücksichtigt und -
insbesondere unter Einbezug der ihr verbliebenen Ressourcen - objektiv gewürdigt. Die
im MZR-Gutachten vorgenommene Arbeitsfähigkeitsschätzung leuchtet in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation über den gesamten von der MZR-Gutachterin und -Gutachtern
beurteilten Zeitraum ein. Weiter bestehen keine Anhaltspunkte dafür, dass objektiv
wesentliche Tatsachen nicht berücksichtigt worden wären. Ein weiterer
Abklärungsbedarf ist zu verneinen und das Gesuch der Beschwerdeführerin um eine
neuerliche psychiatrische Begutachtung abzuweisen.
2.4.
bis
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erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdeführerin
aufzuerlegen. Der von ihr geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihr daran
anzurechnen. Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.