Decision ID: cb93ad8c-74f4-5495-858d-e5e05fe21ffd
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A. Der in Deutschland wohnhafte X._ ist seit dem Herbstsemester 2008 als Doktorand
im Doktoratsprogramm für Betriebswirtschaftslehre der Universität St. Gallen
eingeschrieben. Mit Verfügung vom 29. Oktober 2012 wies die Programmkommission
seine kumulative Dissertation mit dem Titel „(...)“ zur Überarbeitung zurück. Der
Studiensekretär eröffnete ihm diese Verfügung am 31. Oktober 2012 per Post an seine
damalige Adresse in P._.
B. Mit Verfügung vom 19. Mai 2014 lehnte die Programmkommission des
Doktoratsprogramms für Betriebswirtschaftslehre der Universität St. Gallen die
Dissertation von X._ (Beschwerdeführer) definitiv ab. Die von ihm dagegen erhobenen
kantonalen Rechtsmittel blieben ohne Erfolg; zuletzt, mit Entscheid VerwGE B 2016/73
vom 28. März 2017, wies das Verwaltungsgericht die gegen den abschlägigen
Entscheid des Universitätsrates der Universität St. Gallen (Vorinstanz) vom 7. März
2016 erhobene Beschwerde ab. Mit Urteil BGer 2C_478/2017 vom 9. April 2018 hiess
das Bundesgericht seine dagegen am 19. Mai 2017 erhobene Beschwerde gut und hob
den angefochtenen Verwaltungsgerichtsentscheid auf. Es wies die Universität St.
Gallen an, die Dissertation des Beschwerdeführers als Erst- und nicht als
Zweiteinreichung abzulehnen und damit dem Beschwerdeführer eine Gelegenheit zur
Überarbeitung einzuräumen. Mit Eingabe vom 19. April 2018 ersuchte der
Beschwerdeführer das Verwaltungsgericht, die Kosten vor den kantonalen Instanzen
neu zu regeln (act. 3).
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Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Das Bundesgericht hob den Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 28. März 2017
auf. Damit entsprach es den Begehren, welche der Beschwerdeführer erfolglos vor den
kantonalen Rechtsmittelinstanzen gestellt hatte. Angesichts der Gutheissung von
dessen Beschwerde und der damit verbundenen Aufhebung des
verwaltungsgerichtlichen Entscheids ist über die amtlichen und ausseramtlichen
Kosten der kantonalen Verfahren zu entscheiden. Dass das Bundesgericht die
Rückweisung zur Neuverlegung dieser Kosten nicht im Dispositiv seines Entscheids
angeordnet hat, ändert daran nichts. In einer vergleichbaren Konstellation (vgl.
Entscheide BGer 2C_1023 und 1024/2013 vom 8. Juli 2014) erläuterte das
Bundesgericht in BGer 2G_5/2014 vom 17. Oktober 2014 nachträglich, durch
Gutheissung der Beschwerde sei nicht nur der angefochtene Entscheid der Vorinstanz
in materieller Hinsicht vollständig abgeändert, sondern auch die getroffene
Kostenregelung vollumfänglich aufgehoben worden. Damit sei eine für das kantonale
Verfahren zwingend zu regelnde Frage wieder offen geworden. Das Bundesgericht
habe (trotz fehlender Neuregelung bzw. Rückweisung) nicht beabsichtigt, die
unterliegende Partei für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht von den Kosten zu
befreien (E. 2.2). Angesichts dieser klaren Rechtsprechung und der identischen Praxis
des Verwaltungsgerichts (vgl. VerwGE B 2017/82 vom 30. Mai 2017 E. 1 mit Hinweis
auf VerwGE B 2015/156 vom 23. September 2015) erübrigt es sich, beim
Bundesgericht für den konkreten Fall ein Begehren um Erläuterung oder Berichtigung
des Urteils vom 9. April 2018 zu stellen.
2. Dem Ausgang der Verfahren entsprechend gehen die amtlichen Kosten von CHF
2‘000 (Verwaltungsgericht), CHF 1‘500 (Vorinstanz) und CHF 250 (Rekurskommission
der Universität St. Gallen) vollständig zulasten der Universität St. Gallen (Art. 95 Abs. 1
VRP). Auf die Erhebung wird verzichtet (Art. 95 Abs. 3 VRP). Die vom
Beschwerdeführer geleisteten Kostenvorschüsse von CHF 2‘000 (Verwaltungsgericht),
CHF 1‘500 (Vorinstanz) und CHF 250 (Rekurskommission) sind zurückzuerstatten.
Der Beschwerdeführer hat in den Verfahren vor den kantonalen Instanzen obsiegt,
weshalb ihn die Universität St. Gallen ausseramtlich zu entschädigen hat (Art. 98 VRP
in Verbindung mit Art. 98 VRP). Sein Rechtsvertreter hat keine Kostennoten bis
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eingereicht, weshalb die Entschädigung nach Ermessen festzulegen ist (vgl. Art. 30
Ingress und lit. b Ziff. 1 und Art. 31 Abs. 1 und 2 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70,
AnwG, sowie Art. 6 und 19 der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten,
sGS 963.75, HonO). Eine Entschädigung von insgesamt CHF 4‘500 zuzüglich vier
Prozent Barauslagen ist angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. a und b und Art. 28 HonO).
Weil der Wohnsitz des Beschwerdeführers als Empfänger der anwaltlichen
Dienstleistung im Ausland liegt, ist keine Mehrwertsteuer bzw. kein Zuschlag für die
Mehrwertsteuer zu entrichten (Art. 1 Abs. 2 i.V.m. Art. 8 Abs. 1 und Art. 18 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über die Mehrwertsteuer, Mehrwertsteuergesetz; SR 641.20, MWSTG,
vgl. hierzu auch MWST-Branchen-Info 18 des Eidgenössischen Steuerverwaltung ESTV
vom Januar 2010, Ziff. 2.1, www.estv.admin.ch).
3. Für diesen Entscheid werden keine amtlichen Kosten erhoben (Art. 97 VRP).