Decision ID: 80fe5e18-7cc4-5824-beeb-7cfcf2979643
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen, Ausgleichskasse des Kantons St.
Gallen, Brauerstrasse 54, Postfach, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Ergänzungsleistung zur IV
Sachverhalt:
A.
A.a Der [...] geborene A._ meldete sich am 31. Mai 2010 (act. 8) zum Bezug von
Ergänzungsleistungen zur IV an. Er und seine Frau wohnten in der eigenen
Liegenschaft. Ein Erwerbseinkommen erzielten sie nicht. Sie bezahlten keine
Nichterwerbstätigenbeiträge. Sie bezögen Leistungen einer Kranken- bzw.
Unfallversicherung; das Taggeld werde ab 1. Oktober 2010 wegfallen. - Dem EL-
Ansprecher war mit IV-Verfügung vom 3. Februar 2010 (act. 9-7) ab 1. März 2010 eine
ganze Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 100 % zugesprochen worden. Die
Verfügung für die Zeit ab 1. November 2009 werde folgen. Die Ehefrau des EL-
Ansprechers hatte offenbar schon länger eine Invalidenrente (bei einem Invaliditätsgrad
von 41 %) bezogen, welche wegen des Rentenbezugs des Ehemannes mit Verfügung
vom 3. März 2010 (act. 9-4) ab November 2009 neu berechnet wurde.
A.b Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen wies einen EL-Anspruch
des Versicherten ab 1. März 2010 mit einer Verfügung vom 15. Juli 2010 (act. 5) ab. In
der Berechnung hatte sie als Ausgaben unter anderem Hypothekarzinsen und
Unterhaltskosten von zusammen Fr. 9'563.-- und Mietkosten von Fr. 15'000.-- pro Jahr
berücksichtigt. Als (hypothetisches) Erwerbseinkommen wurden Fr. 24'960.-- (davon
anrechenbar Fr. 15'640.--) angerechnet. Bei den Einnahmen waren auch die Taggelder
von Fr. 29'484.-- verzeichnet worden. Ausserdem war ein Ertrag aus der
selbstbewohnten Liegenschaft von Fr. 15'330.-- als Einnahme in die Rechnung gesetzt
worden.
A.c Am 20. Juli 2010 verfügte die Sozialversicherungsanstalt
Nichterwerbstätigenbeiträge für das Jahr 2009 in der Höhe von Fr. 1'040.60 und für
das Jahr 2010 von (akonto) Fr. 473.80 (act. 4).
A.d Am 3. August 2010 erhob der EL-Ansprecher Einsprache gegen die abweisende
Verfügung vom 15. Juli 2010 (act. 2). Ab Oktober 2010, dem Zeitpunkt, ab welchem er
Anspruch gestellt habe, würden die Zahlungen der Krankenversicherung wegfallen. Es
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sei ihm unverständlich, wie es zur Anrechnung eines Erwerbseinkommens von
Fr. 24'960.-- gekommen sei. Sein Einkommen bestehe lediglich aus der Rente und bis
Ende September 2010 den Taggeldern.
A.e Am 1. September 2010 teilte die Sozialversicherungsanstalt dem EL-Ansprecher
mit, es müsse, da seine Ehefrau keiner Erwerbstätigkeit nachgehe, aufgrund von
Art. 14a ELV für sie ein hypothetisches Einkommen angerechnet werden. Damit geprüft
werden könne, ob eine Anrechnung zu entfallen habe, seien die vollständigen
Bewerbungsunterlagen der Ehefrau ab Juli 2009 einzureichen.
A.f Der EL-Ansprecher erklärte mit Schreiben vom 15. September 2010 (act. 17),
Bewerbungsunterlagen könnten nicht eingereicht werden, denn seine Frau sei absolut
nicht in der Lage, einer Arbeit nachzugehen, und sie sei auch im Haushalt sehr
eingeschränkt. Das sollte aus den IV-Unterlagen ersichtlich sein.
A.g Mit Entscheid vom 25. November 2010 wies die Sozialversicherungsanstalt die
Einsprache ab. Gemäss Art. 14a Abs. 2 lit. a ELV sei bei einem Invaliditätsgrad
zwischen 40 % und weniger als 50 % mindestens ein Erwerbseinkommen
anzurechnen, das dem um einen Drittel erhöhten Lebensbedarf für Alleinstehende
entspreche, also ein solches von Fr. 24'960.--. Es handle sich um eine gesetzliche
Vermutung, die mittels Einreichens von Unterlagen, insbesondere von erfolglosen
Bewerbungsunterlagen, umgestossen werden könne. Dies sei hier nicht der Fall. Der
EL-Ansprecher mache geltend, seine Ehefrau sei nicht in der Lage, einer Arbeit
nachzugehen, vermöge dies aber nicht zu belegen. Sie beziehe gemäss rechtskräftiger
Verfügung vom 29. Januar 2009 eine Viertelsrente. Auch für die Zeit ab Oktober 2010 -
ohne Anrechnung von Taggeldern - ergebe sich ein Einnahmenüberschuss.
B.
Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde vom 15. Dezember
2010. Der Beschwerdeführer beantragt, der angefochtene Entscheid sei zu überprüfen,
und sinngemäss, es sei eine Ergänzungsleistung auszurichten. Seine Ehefrau habe
sich, wie den Beilagen zu entnehmen sei, nochmals bemüht, eine Arbeitsstelle zu
erhalten. Gemäss dem zuständigen Sachbearbeiter des Regionalen
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Arbeitsvermittlungszentrums (RAV), mit welchem Rücksprache zu nehmen sei, habe sie
vom Gesundheitszustand und vom Alter her keine Chance mehr, irgend eine Arbeit zu
bekommen. Auch die Wohnkosten seien zu überprüfen. Ferner seien die AHV-Beiträge
nicht berücksichtigt worden. Ohne Ergänzungsleistungen könnten er und seine Ehefrau
nicht auskommen.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 20. Januar 2011 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Selbst bei Berücksichtigung der
Nichterwerbstätigenbeiträge bleibe ein Einnahmenüberschuss übrig.
D.
Von der ihm mit Schreiben vom 20. Januar 2011 eingeräumten Möglichkeit, zur
Beschwerdeantwort Stellung zu nehmen, hat der Beschwerdeführer zunächst keinen
Gebrauch gemacht. - Am 18. Februar 2011 hat er elf Absageschreiben auf
Stellenbewerbungen seiner Ehefrau eingereicht.
E.
Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Stellungnahme verzichtet.

Erwägungen:
1.
Im Streit liegt der Entscheid vom 25. November 2010, mit welchem die
Beschwerdegegnerin die Einsprache des Beschwerdeführers gegen die Abweisung des
EL-Anspruchs ab März 2010 abgewiesen hat.
2.
2.1 Personen mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt in der Schweiz haben
Anspruch auf Ergänzungsleistungen, wenn sie unter anderem Anspruch haben auf eine
Rente der Invalidenversicherung (vgl. Art. 4 Abs. 1 lit. c ELG). Ausländerinnen und
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Ausländer müssen sich unmittelbar vor dem Zeitpunkt, ab dem die Ergänzungsleistung
verlangt wird, während zehn Jahren ununterbrochen in der Schweiz aufgehalten haben
(Karenzfrist; Art. 5 Abs. 1 ELG).
2.2 Gemäss Art. 12 Abs. 1 ELG besteht der Anspruch auf eine jährliche
Ergänzungsleistung ab Beginn des Monats, in dem die Anmeldung eingereicht worden
ist, sofern sämtliche gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Wird die Anmeldung für
eine jährliche Ergänzungsleistung innert sechs Monaten seit der Zustellung der
Verfügung über eine Rente der AHV oder der IV eingereicht, so beginnt der Anspruch
mit dem Monat der Anmeldung für die Rente, frühestens jedoch mit der
Rentenberechtigung (Art. 22 Abs. 1 ELV).
2.3 Der Beschwerdeführer hat sich im Mai 2010 zum Bezug einer Ergänzungsleistung
angemeldet. Ihm war mit Verfügung vom 3. Februar 2010, also weniger als sechs
Monate zuvor, eine Rente zugesprochen worden. Die Beschwerdegegnerin hat den
potentiellen EL-Anspruchsbeginn in Anwendung von Art. 22 Abs. 1 ELV auf März 2010
festgelegt und die Voraussetzungen ab diesem Zeitpunkt geprüft in der Annahme, der
IV-Rentenanspruch habe im März 2010 eingesetzt (vgl. act. 8-1). Der Rentenanspruch
besteht aber gemäss der IV-Verfügung wohl bereits ab November 2009 (vgl. act. 9-7).
Es ist möglich, dass die in Aussicht gestellte IV-Verfügung für die Zeit ab 1. November
2009 inzwischen ergangen ist. Wann die IV-Anmeldung erfolgte, ist den vorhandenen
Akten ebenfalls nicht zu entnehmen. Jener Zeitpunkt ist allerdings nach dem
Dargelegten für einen allfälligen EL-Anspruchsbeginn in erster Linie massgebend (in
zweiter Linie der Beginn der Rentenberechtigung). Dass die Ehefrau nach der
Aktenlage schon früher Bezügerin einer Rente war, vermag an der Anwendbarkeit der
Regel von Art. 22 Abs. 1 ELV nichts zu ändern. Mit der Berentung des
Beschwerdeführers ist eine Änderung der wirtschaftlichen Verhältnisse eingetreten (vgl.
diesbezüglich auch die Wertung in Art. 22 Abs. 2 ELV).
2.4 Die Beschwerdegegnerin hat den möglichen Anspruchsbeginn daher zu Unrecht
auf März 2010 festgelegt und den Sachverhalt demnach für einen zu kurzen Zeitraum
abgeklärt. Wenn der Beschwerdeführer, der sich im Mai 2010 angemeldet hatte,
nachträglich in der Einsprache und in seiner Eingabe vom 15. September 2010
festgehalten hat, der EL-Antrag sei erst für die Zeit ab Oktober 2010 gestellt worden,
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hat er damit
- eher als einen eigentlichen Verzicht zu erklären - wohl seine Annahme zum Ausdruck
gebracht, dass sich erst für die Zeit nach Wegfall des Taggelds ein Bedarf an
Ergänzungsleistungen bzw. ein Ausgabenüberschuss nach ELG ergeben werde.
Letzteres dürfte nach der gegenwärtigen Aktenlage auch zutreffen, ist aber ohne
weitere Sachverhaltsabklärungen nicht abschliessend beurteilbar. Abgesehen von
einem allfälligen Verzichtstatbestand (im Sinne einer allfälligen Verkürzung der
Nachzahlungsperiode durch Modifikation der Anmeldewirkungen) ist der Anspruch ab
einem (noch zu bestimmenden) früheren Zeitpunkt als März 2010 zu prüfen.
3.
3.1 Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht dem Betrag, um den die anerkannten
Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen (Art. 9 Abs. 1 ELG). Die
anerkannten Ausgaben sowie die anrechenbaren Einnahmen von Ehegatten werden
zusammengerechnet (vgl. Art. 9 Abs. 2 ELG).
3.2 Der Beschwerdeführer beantragt eine Überprüfung der Wohnkosten. Als
Ausgaben werden nach Art. 10 ELG bei Personen, die nicht dauernd oder längere Zeit
in einem Heim oder Spital leben (zu Hause lebende Personen; Abs. 1) unter anderem
anerkannt der Mietzins einer Wohnung und die damit zusammenhängenden
Nebenkosten (lit. b). Als jährlicher Höchstbetrag werden bei Ehepaaren Fr. 15'000.--
anerkannt (Ziff. 2). Auslagen für Garagen und Autoabstellplätze werden nicht
berücksichtigt (vgl. Rz 3026 der vom Bundesamt für Sozialversicherungen
herausgegebenen Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV = WEL);
sie dienen nicht Wohnzwecken. Auch Eigentümern, Nutzniessern und Inhabern eines
Wohnrechts ist ein Mietzins als Ausgabe zuzuerkennen, und zwar in der Höhe des
Eigenmietwertes (ZAK 1968 S. 248). Für die Bemessung des Mietwertes der vom
Eigentümer bewohnten Wohnung sind die Grundsätze der Gesetzgebung über die
direkte kantonale Steuer im Wohnsitzkanton massgebend (vgl. Art. 12 Abs. 1 ELV).
Nach Art. 34 Abs. 3 des st. gallischen Steuergesetzes (sGS 811.1) wird der Mietwert
des Eigenheims, das der Steuerpflichtige an seinem Wohnsitz dauernd selbst bewohnt,
um 30 % herabgesetzt. - Der Ertragswert der Wohnung (ohne Keller, Garagenboxe und
Autoabstellplatz) macht gemäss der amtlichen Schätzung vom 6. Januar 2004
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Fr. 13'770.-- aus. 70 % des (zu berücksichtigenden) Mietwerts machen somit
Fr. 9'639.-- aus. Gemäss Art. 16a Abs. 1 ELV wird bei Personen, die eine ihnen
gehörende Liegenschaft bewohnen, für die Nebenkosten ausschliesslich eine
Pauschale anerkannt. Die Pauschale beträgt pro Jahr Fr. 1'680.-- (Art. 16a Abs. 3 ELV).
Es ergeben sich auf diese Weise für 2010 insgesamt Mietkosten von Fr. 11'319.--
(Fr. 9'639.-- zuzüglich Fr. 1'680.--) statt Fr. 15'000.--, wie die Beschwerdegegnerin sie
berücksichtigt hat.
3.3 Als Ausgaben werden ferner die Gebäudeunterhaltskosten und Hypothekarzinse
bis zur Höhe des Bruttoertrages der Liegenschaft anerkannt (Art. 10 Abs. 3 lit. b ELG).
Für die Gebäudeunterhaltskosten gilt der für die direkte kantonale Steuer im
Wohnsitzkanton anwendbare Pauschalabzug (Art. 16 Abs. 1 ELV). Nach Art. 29 Abs. 1
der st. gallischen Steuerverordnung (sGS 811.11) kann für vorwiegend Wohnzwecken
dienende Liegenschaften anstelle der tatsächlichen Kosten ein Pauschalabzug von
20 % des Bruttomietertrags ohne Nebenkosten oder des angerechneten
Eigenmietwerts geltend gemacht werden. Vorliegend sind die
Gebäudeunterhaltskosten somit auf Fr. 2'146.-- zu setzen (20 % des steuerbaren
Eigenmietwerts des ganzen Grundstücks von Fr. 10'731.--, siehe unten). Die
Hypothekarzinse machen nach Angaben des Beschwerdeführers Fr. 6'497.50
(gerundet Fr. 6'497.--) pro Jahr aus. Zusammen ergibt sich ein Betrag von Fr. 8'643.--.
- Der Bruttoertrag der Liegenschaft (insgesamt, mit Keller, Garage und Abstellplatz)
beläuft sich gemäss Schätzung auf Fr. 15'330.--, 70 % davon machen somit
Fr. 10'731.-- aus. Angerechnet werden kann der ganze Betrag von Fr. 8'643.--. Die
Beschwerdegegnerin hat stattdessen Fr. 9'563.-- in die Rechnung gesetzt.
3.4 Als Einnahmen werden unter anderem nach Art. 11 Abs. 1 lit. b ELG Einkünfte
aus beweglichem und unbeweglichem Vermögen angerechnet. Gemäss dem oben
erwähnten Art. 12 Abs. 1 ELV gelangt daher ein Mietwert von Fr. 10'731.-- zur
Anrechnung (70 % von Fr. 15'330.--), und zwar anstelle der von der
Beschwerdegegnerin berücksichtigten Fr. 15'330.--. Aus den diesbezüglichen
Änderungen ergibt sich im Vergleich zur Berechnung der Beschwerdegegnerin
insgesamt eine Differenz von lediglich Fr. 2.-- pro Jahr (Ausgaben von Fr. 11'319.-- und
Fr. 8'643.-- abzüglich Einnahmen von Fr. 10'731.--; die Beschwerdegegnerin hatte
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Ausgaben von Fr. 15'000.-- und Fr. 9'563.-- einer Einnahme von Fr. 15'330.--
gegenübergestellt).
4.
4.1 Als Einnahmen werden nach Art. 11 Abs. 1 ELG des Weiteren zwei Drittel der
Erwerbseinkünfte in Geld oder Naturalien, soweit sie bei Ehepaaren Fr. 1'500.--
übersteigen (lit. a), und Einkünfte und Vermögenswerte, auf die verzichtet worden ist
(lit. g), angerechnet. Eine Verzichtshandlung liegt unter anderem vor, wenn die
versicherte Person aus von ihr zu verantwortenden Gründen von der Ausübung einer
möglichen und zumutbaren Erwerbstätigkeit absieht (Entscheid des Bundesgerichts i/S
B. vom 6. Februar 2008, 8C_172/07; BGE 121 V 205 E. 4a; AHI 2001 S. 133 E. 1b).
4.2 Vorliegend können bei erfüllten Anspruchsvoraussetzungen beide Ehegatten
grundsätzlich einen EL-Anspruch begründen, da beide Anspruch auf eine Rente der IV
haben. Die 1956 geborene Ehefrau des Beschwerdeführers bezieht gemäss der
Verfügung vom 3. März 2010 eine Rente bei einem Invaliditätsgrad von 41 %.
4.3 Basierend auf Art. 9 Abs. 5 lit. c ELG betreffend die Anrechnung von Einkünften
aus einer zumutbaren Erwerbstätigkeit bei teilinvaliden Personen ist gemäss Art. 14a
Abs. 2 lit. a ELV Invaliden unter 60 Jahren bei einem Invaliditätsgrad von 40 % bis unter
50 % mindestens der um einen Drittel erhöhte Höchstbetrag für den Lebensbedarf von
Alleinstehenden nach Art. 10 Abs. 1 lit. a ELG anzurechnen. Dieser Höchstbetrag belief
sich in den Jahren 2009 und 2010 auf Fr. 18'720.-- (Art. 1 lit. a der Verordnung 09 über
Anpassungen bei den Ergänzungsleistungen zur AHV/IV vom 26. September 2008,
AS 2008 4723). Das zutreffende Erwerbseinkommen betrug demnach Fr. 24'960.--.
Dieses Einkommen hat die Beschwerdegegnerin als hypothetischen Erwerb der
Ehefrau des Beschwerdeführers angerechnet.
4.4 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts (bis 31. Dezember 2006
Eidgenössisches Versicherungsgericht, EVG) kann im Hinblick auf die berechtigten
Interessen der Vereinfachung und der rascheren Behandlung von Einzelfällen
grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass es einer teilinvaliden versicherten
Person vermutungsweise möglich und zumutbar ist, im Rahmen ihres von den Organen
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der Invalidenversicherung festgestellten verbliebenen Leistungsvermögens die in Art.
14a ELV festgelegten Grenzbeträge zu erzielen. Die gesetzliche Vermutung kann durch
den Beweis des Gegenteils umgestossen werden, indem der Ansprecher auch
Umstände geltend machen kann, welche bei der Bemessung der Invalidität ohne
Bedeutung waren, ihm jedoch verunmöglichen, seine theoretische Restarbeitsfähigkeit
wirtschaftlich zu nutzen. Bei der Prüfung der Frage, ob der teilinvaliden versicherten
Person die Ausübung einer Tätigkeit in grundsätzlicher wie masslicher Hinsicht möglich
und zumutbar ist, sind - entsprechend der Zielsetzung der Ergänzungsleistungen -
sämtliche Umstände zu berücksichtigen, welche die Realisierung eines Einkommens
verhindern oder erschweren, wie Alter, mangelnde Ausbildung oder Sprachkenntnisse,
aber auch persönliche Umstände, die es dem Leistungsansprecher verunmöglichen,
seine verbliebene Erwerbsfähigkeit in zumutbarer Weise auszunützen (BGE 117 V 156
E. 2c).
4.5 Zu eigenen Abklärungen im Sinne des Untersuchungsgrundsatzes ist die EL-
Durchführungsstelle in den Fällen von Art. 14a (und Art. 14b) ELV nach der
Rechtsprechung nur (aber immerhin) gehalten, wenn aus den Akten hervorgeht, dass
die versicherte Person ausserstande ist, das fragliche Einkommen zu erzielen, oder
wenn die versicherte Person selber geltend macht, sie sei nicht in der Lage, ein
entsprechendes Erwerbseinkommen zu erzielen (BGE 117 V 205, vgl. Entscheid des
Bundesgerichts i/S M. vom 9. Oktober 2007, P 35/06). Der EL-Ansprecher muss vor
Erlass der Verfügung auf die Widerlegbarkeit der Vermutung gemäss Art. 14a Abs. 2
ELV hingewiesen werden und es muss ihm die Gelegenheit gegeben werden, gegen
diese Vermutung "substantiierte Einwendungen zu machen und soweit als möglich zu
belegen, für den Fall, dass er die in Aussicht gestellte Vermutungsfolge der Art. 14a
oder b ELV nicht gelten lassen will" (BGE 117 V 158). Art. 42 Satz 2 ATSG, wonach das
rechtliche Gehör nicht gewährt zu werden braucht vor Verfügungen, die durch
Einsprache anfechtbar sind, vermag nichts daran zu ändern, dass diese Hinweise vor
Erlass der Verfügung zu erfolgen haben. Denn der EL-Ansprecher müsste ansonsten
Einsprache erheben, um die vollständige Abklärung des leistungserheblichen
Sachverhalts zu erreichen, was nicht der Zweck der Einsprache ist (nicht
veröffentlichter Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S Z. vom
15. August 2006).
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4.6 Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer vor Erlass der
Verfügung keinerlei Kenntnis von der vorgesehenen Anrechnung eines hypothetischen
Einkommens für seine Ehefrau (noch von der Vermutung oder deren Widerlegbarkeit)
gegeben und damit den Untersuchungsgrundsatz verletzt.
4.7 Im Einspracheverfahren hat sich der Beschwerdeführer auf gesundheitliche
Einschränkungen seiner Frau als Hinderungsgrund berufen, hat er doch auf die IV-
Akten verwiesen. Mit Bezug auf die invaliditätsbedingte Beeinträchtigung der
Erwerbsfähigkeit haben sich die EL-Organe und der Sozialversicherungsrichter
grundsätzlich an die Invaliditätsbemessung durch die Invalidenversicherung zu halten
(BGE 117 V 202). Gemäss der in den Akten liegenden IV-Verfügung der Ehefrau weist
sie wie erwähnt einen Invaliditätsgrad von 41 % auf. In einer Stellungnahme des
Fachbereichs vom 29. September 2010 (act. 18) wird allerdings ein Invaliditätsgrad von
"(43.75 % im Erwerb)" erwähnt. Das lässt darauf schliessen, dass der Invaliditätsgrad
anhand der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung festgesetzt wurde. Das
Verhältnis der allfälligen Aufteilung der Tätigkeitsbereiche ist nicht bekannt. Welches
die der Bemessung des Invaliditätsgrades zugrunde liegende massgebliche
Arbeitsunfähigkeit der Ehefrau des Beschwerdeführers für den Bereich der
Erwerbstätigkeit war, kann den vorliegenden Akten nicht entnommen und daraus nicht
abgeleitet werden. - Bei einer Berechnung des Invaliditätsgrades nach der gemischten
Methode gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann hinter dem Ergebnis
eines Teilinvaliditätsgrades im Erwerbsteil von beispielsweise 40 % eine
Arbeitsunfähigkeit in angepasster Tätigkeit von sogar 90 % stehen. (Z.B. beträgt das
auf statistischer Grundlage von rund Fr. 50'000.-- bemessene Valideneinkommen bei
einem Pensum von 50 % Erwerb Fr. 25'000.--. Das Invalideneinkommen macht bei
einer Arbeitsfähigkeit von 10 % bei gleicher statistischer Basis Fr. 5'000.-- aus. Der
Ausfall von 80 % findet mit dem Faktor 0.5 als Teilinvaliditätsgrad von 40 % Eingang in
den nach gemischter Methode bemessenen Gesamtinvaliditätsgrad.) Vom
Invaliditätsgrad kann also bei solchen Verhältnissen nicht ohne weiteres auf den
Arbeitsunfähigkeitsgrad geschlossen werden. Von der Ehefrau des Beschwerdeführers
eine Erwerbstätigkeit in einem Pensum gemessen an einem so bestimmten
Teilinvaliditätsgrad statt am Ausmass der Arbeitsunfähigkeit zu verlangen, ginge nicht
an.
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4.8 In der Beschwerde hat der Beschwerdeführer nun auch das Alter seiner Frau und
den Arbeitsmarkt als Gründe benannt, welche ihre Arbeitssuche als aussichtslos
erscheinen lassen würden. Über die relevanten Verhältnisse sind bis anhin keine
ausreichenden Angaben vorhanden. Der Beschwerdeführer hat mehrere Absagen auf
Stellenbewerbungen seiner Ehefrau eingereicht. Die Würdigung deren Bedeutung lässt
sich aber nicht abschliessend vornehmen, solange die übrigen massgeblichen
Verhältnisse nicht bekannt sind. - Die Beschwerdegegnerin, an welche die Sache
zurückzuweisen ist, wird ergänzende Abklärungen zur Frage des Verzichts auf
Erwerbseinkommen zu tätigen haben.
4.9 Es ist allerdings anzumerken, dass angesichts des von der Beschwerdegegnerin
für die Zeit bis 30. September 2010 errechneten Einnahmenüberschusses von mehr als
Fr. 30'000.--, solange noch Taggelder anzurechnen sind, nicht mit einem Anspruch zu
rechnen ist, da selbst bei einem völligen Wegfall des anrechenbaren hypothetischen
Erwerbseinkommens von Fr. 15'640.-- bei ansonsten unveränderten Verhältnissen ein
Einnahmenüberschuss resultierte.
5.
Der Beschwerdeführer beanstandet ferner, er und seine Frau bezahlten AHV-Beiträge,
welche nicht berücksichtigt worden seien. Sollte es nach dem Ergebnis der weiteren
Abklärungen bei der Anrechnung eines hypothetischen Erwerbseinkommens der
Ehefrau des Beschwerdeführers bleiben, so sind die AHV-Beiträge als
Nichterwerbstätige nicht als Ausgaben anzurechnen, sofern die Höhe des
angerechneten hypothetischen Nettoerwerbseinkommens unterstellen lässt, dass die
Ehefrau mehr als den doppelten Mindestbeitrag entrichten müsste. Denn diesfalls ist -
fiktiv - Art. 3 Abs. 3 lit. a AHVG anwendbar, d.h. der vom Beschwerdeführer zu
entrichtende AHV-Mindestbeitrag würde als bezahlt gelten (vgl. Entscheid des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S F. vom 17. August 2009, EL 2009/8).
6.
6.1 Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer ein Freizügigkeitsguthaben
von Fr. 132'605.-- angerechnet. Die Leistung der beruflichen Vorsorge wird nicht erst
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fällig, wenn der Vorsorgenehmer sie verlangt, sondern bereits im Zeitpunkt, in welchem
die Leistung gefordert werden "kann" bzw. "darf" (Entscheid des Eidgenössischen
Versicherungsgerichts vom 29. Mai 2006, P 56/05; vgl. Hans Michael Riemer,
Berührungspunkte zwischen beruflicher Vorsorge und ELG sowie kantonalen
Sozialhilfegesetzen bzw. SKOS-Richtlinien, in: SZS 2001 S. 331 ff., S. 333). Nach
Art. 16 Abs. 1 der Verordnung über die Freizügigkeit in der beruflichen Alters-,
Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (FZV) dürfen Altersleistungen von
Freizügigkeitspolicen und Freizügigkeitskonten frühestens fünf Jahre vor Erreichen des
Rentenalters nach Art. 13 Abs. 1 BVG (Zurücklegung des 65. Altersjahres) ausbezahlt
werden. Da der Beschwerdeführer im Jahr 2011 die Altersgrenze erreicht, ist das
Vermögen grundsätzlich zu Recht bereits vor der Auszahlung als anrechenbar in der
EL-Berechnung berücksichtigt worden. Wie hoch das Vermögen ist, welches der
Beschwerdeführer bereits fordern könnte, wird noch ergänzend abgeklärt werden
müssen. Der Kontoauszug enthält einen Vermerk über einen in Wertschriften
investierten Teil.
6.2 Was die Höhe der Taggelder betrifft, ist auf das Jahr gerechnet gemäss act. 9-6
von einem Betrag von Fr. 28'926.-- (365 mal Fr. 79.25) statt von Fr. 29'484.-- (12 mal
Fr. 2'457.--) auszugehen.
7.
Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Sache unter Aufhebung des
angefochtenen Einspracheentscheids vom 25. November 2010 teilweise zu schützen
und die Sache ist zu ergänzenden Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu
entsprechender neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP