Decision ID: 571fb61f-427a-4129-9dc7-b5e75e8dce43
Year: 2011
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Werner Caviezel, Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a Der 1952 geborene A._ meldete sich am 14./18. Mai 2004 zum Bezug von
Leistungen der IV an und beantragte namentlich Umschulung, Arbeitsvermittlung und
eine Rente. Er habe den Beruf des Elektromonteurs gelernt und sei von 1998 bis 2002
als Chauffeur und von Juli 2002 bis Dezember 2003 als Disponent tätig gewesen. Er
leide seit 1992 an Sprunggelenksbeschwerden, seit 2003 an chronischen
Kniebeschwerden, ausgelöst durch Dickdarmgewebeentzündung, und seit 2004 an
Hüftgelenksproblemen.
A.b Dr. med. B._, Innere Medizin FMH, bezeichnete in seinem Arztbericht vom
11. August 2004 (IV-act. 16) als Diagnosen: (erstens) eine Femurkopfnekrose rechts bei
St. n. Implantation einer Hüft-TP 4/04, (zweitens) eine posttraumatische OSG-Arthrose
links und (drittens) eine rezidivierende Gonarthritis rechts, DD: reaktive Arthritis im
Zusammenhang mit mikroskopischer Colitis. Als Chauffeur und Disponent sei der
Versicherte seit dem 29. Dezember 2003 zu 100 % arbeitsunfähig. Bei längerem
Einhalten der gleichen Sitzposition und beim Anlaufen komme es zu einer
Schmerzverstärkung. Die maximale Gehdistanz betrage ca. 300 bis 500 m, danach
müsse der Versicherte einen Halt und Lockerungsübungen machen. Langes Sitzen und
Auf- und Abladen führten zu massiver Schmerzverstärkung im Bereich der Hüfte, des
Kniegelenks und des OSG links. Andere als die bisherigen Tätigkeiten seien dem
Versicherten an vier Stunden pro Tag zumutbar, nämlich leichte, wechselbelastende,
vorwiegend im Sitzen auszuübende, mit Ruhemöglichkeiten versehene Tätigkeiten
ohne Hebebelastung.
A.c Dr. med. C._, Fachärztin für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
diagnostizierte gemäss ihrem Arztbericht vom 1. September 2004 (IV-act. 17; erstens)
eine Oligoarthritis assoziiert mit einer mikroskopischen Kolitis, (zweitens) eine TP-
Implantation in die rechte Hüfte wegen Femurkopfnekrose, (drittens) eine
posttraumatische OSG-Arthrose bei St. n. bimalleolarer Fraktur 1992 links, und
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(viertens) ein lumbospondylogenes Syndrom. Seit dem 29. Dezember 2003 sei der
Versicherte zu 100 % arbeitsunfähig; die bisherige Tätigkeit führe zu einer Zunahme
der Schmerzen und Schwellung in beiden Knien und im linken Sprunggelenk. Eine
sitzende Arbeit könnte der Versicherte indessen zu 100 % ausüben.
A.d Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung befürwortete am
29. November 2004 (IV-act. 18) eine Begutachtung. Es frage sich, ob der Versicherte
noch eingliederungsfähig sei.
A.e Im Gutachten des Zentrums für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG (AEH)
vom 28. Juni 2005 (IV-act. 31) wurden (im Wesentlichen) folgende Diagnosen benannt:
chronische seronegative Oligoarthritis, St. n. Femurkopfnekrose rechts 2/2004,
persistierende OSG-Schmerzen, mikroskopische Kolitis, intermittierendes
lumbospondylogenes bis möglicherweise lumboradikuläres Reizsyndrom, leichte
Niereninsuffizienz bei unklarer Nephropathie und arterielle Hypertonie. Die Tätigkeit als
Chauffeur sei nicht zumutbar, diejenige als Disponent mit ausschliesslich im Sitzen zu
verrichtender Bürotätigkeit wie jede andere berufliche Tätigkeit vorwiegend sehr
leichter und sitzender Art sei theoretisch halbtags zumutbar. Die Mobilität sei allerdings
momentan aufgrund der Fussproblematik noch so stark eingeschränkt, dass
realistischerweise von einer vollen Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten auszugehen
sei, bis eine Verbesserung der Sprunggelenksproblematik links (Reduktion der
belastungsabhängigen Schmerzen und Verbesserung der Mobilität) erreicht werde. Es
sei ein Rehabilitationsaufenthalt zu empfehlen. Gemäss den Ergebnissen der EFL war
eine angepasste (d.h. sehr leichte, vorwiegend im Sitzen zu verrichtende) Tätigkeit als
maximal halbtags zumutbar betrachtet worden.
A.f Der RAD schlug am 13. Juli 2005 (IV-act. 33) vor, den Verlauf abzuwarten und
Abklärungen zu treffen.
A.g Einem Bericht des Spitals Grabs vom 6. September 2005 (IV-act. 35-2) an
Dr. B._ war zu entnehmen, dass die Schmerzen im rechten Bein sich einer
Spinalkanalstenose zuordnen liessen. - Dr. B._ teilte im Verlaufsbericht vom 6. April
2006 (IV-act. 40) mit, es lägen eine Spinalkanalstenose L4/5 und ein St. n.
Rearthrodese OSG li 2/06 vor.
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A.h Dr. B._ reichte am 27. November 2006 den Bericht über eine kreisärztliche
Untersuchung des Versicherten vom 14. November 2006 ein. Darin (IV-act. 53) war
(unter anderem bei St. n. Débridement einer OSG-Zyste ventral links am 8. September
2006, Ankylose des USG links und schmerzhaftem Lymphoedem Sprunggelenksregion
links) dafürgehalten worden, dem Versicherten sei eine behinderungsgeeignete
Tätigkeit (überwiegend im Sitzen auszuüben, unterbrochen von kurzen Geh- oder
Stehphasen, ohne repetitives Heben von Lasten über 10 kg, ohne Gehen auf unebener
Unterlage oder auf Leitern oder Gerüsten, ohne häufiges Treppensteigen) ab dem
1. Januar 2007 während zweimal zwei bis zweieinhalb Stunden täglich mit verlängerter
Mittagspause zumutbar (50 %). Der RAD schloss sich dieser kreisärztlichen Beurteilung
an (IV-act. 57). - Am 5. Dezember 2006 (IV-act. 56) hatte die Unfallversicherung die
Akten eingereicht. Diesen liess sich entnehmen, dass der Versicherte bei einem
Arbeitsunfall am 19. August 1992 eine Trimalleolarluxationsfraktur links erlitten hatte.
A.i Die IV-Berufsberaterin berichtete am 22. Mai 2007 (IV-act. 67), der Versicherte
sehe sich ausserstande, regelmässig einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Er
müsse sich nach wie vor verschiedenen Untersuchungen unterziehen, wie sich aus den
Berichten der Rehaklinik Bellikon, der Rheumaklinik des Universitätsspitals Zürich und
des Kantonsspitals Graubünden ergebe. Berufliche Massnahmen seien aufgrund dieser
subjektiven Arbeitsunfähigkeit nicht möglich. - Die Rehaklinik Bellikon hatte im
Austrittsbericht vom 23. April 2007 (IV-act. 62; unter Berücksichtigung einer
konsiliarischen Abklärung auf der Rheumatologie des Universitätsspitals Zürich, vgl. IV-
act. 63) erklärt, der Versicherte sei vom 28. Februar bis 28. März 2007 hospitalisiert
gewesen. Er sei für eine angepasste leichte bis mittelschwere Tätigkeit ganztags
arbeitsfähig.
A.j Die ärztliche Abschlussuntersuchung der Unfallversicherung vom 25. Juni 2007
(IV-act. 68-6 ff.) ergab, dass dem Versicherten aufgrund ausschliesslich unfallkausaler
Befunde leichte Beschäftigungen in behinderungsgerechten Körperpositionen unter
den festgelegten Voraussetzungen ganztags zumutbar seien. Das Departement Innere
Medizin/Nephrologie am Kantonsspital St. Gallen berichtete am 28. Juni 2007 über
eine Untersuchung des Versicherten (Rezidiv einer Glomerulonephritis; IV-act. 68-1 ff.).
Daraufhin wurde eine weitere Begutachtung in Aussicht genommen (vgl. IV-act. 69),
welche Dr. B._ gemäss Schreiben vom 29. August 2007 (IV-act. 71) für unnötig hielt,
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weil der Versicherte in absehbarer Zeit nicht die Möglichkeit haben werde, wieder eine
Arbeitsfähigkeit zu erlangen.
A.k Am 31. Januar 2008 (IV-act. 84) leitete die IV-Stelle der Gutachterstelle je einen
Bericht des Departements Innere Medizin/Nephrologie am Kantonsspital St. Gallen und
von Dr. C._, beide vom 18. Januar 2008, weiter.
A.l Im Gutachten des AEH vom 16. Juni 2008 (IV-act. 87) wurden als Diagnosen
(hauptsächlich) bezeichnet: ein chronisches persistierendes Schmerzsyndrom OSG
links, ein chronisches lumbospondylogenes Syndrom rechtsbetont, eine
symptomatische Gonarthrose bds., ein St. n. Hüft-TP-Implantation rechts 2004, eine
chronische Niereninsuffizienz bei unklarer Nephropathie mit zunehmender Proteinurie,
eine mikroskopische Kolitis, eine Hepatopathie und arterielle Hypertonie. Trotz der
nunmehr zumindest klinisch und radiologisch stabilen Verhältnisse am rechten (recte:
linken) OSG bleibe es bei der vollen Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit.
Medizinisch-theoretisch sei der Versicherte aus rheumatologisch-funktioneller Sicht
mindestens für eine leichte, wechselbelastende, überwiegend im Sitzen auszuübende
Tätigkeit ganztags arbeitsfähig. Aufgrund der internistischen Komorbidität sei jedoch
von einer relevanten, funktionell limitierenden verminderten Erholungsfähigkeit
auszugehen. Gesamthaft betrachtet sei der Versicherte für eine angepasste Tätigkeit zu
50 % (halbtags) arbeitsfähig. Gehen und Treppensteigen sollten maximal während
dreier Stunden pro Tag vorkommen, das Stehen sollte unterbrochen werden können.
Aus der EFL war geschlossen worden, die Resultate der Belastbarkeitstests seien für
die Beurteilung nur teilweise verwertbar. Die Leistungsbereitschaft des Versicherten sei
fraglich gewesen, die Beobachtungen wiesen auf eine Selbstlimitierung hin, die
Konsistenz sei mässig gewesen. Aufgrund der allgemeinen Dekonditionierung und weil
er bereits seit einigen Jahren nicht mehr im Arbeitsprozess gestanden habe, sei ein
anfängliches Arbeitspensum von 50 % mit Steigerung auf 100 % innerhalb von drei bis
sechs Monaten zu empfehlen. Die Zumutbarkeitsbeurteilung könne nicht abschliessend
aufgrund der EFL erfolgen.
A.mDer RAD schloss sich dem Gutachten an (IV-act. 89). - Gemäss dem
Schlussbericht der IV-Eingliederungsberatung vom 11. August 2008 (IV-act. 93) fühle
sich der Versicherte subjektiv nicht arbeitsfähig.
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A.n Am 15. August 2008 (IV-act. 95) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des
Kantons St. Gallen dem Versicherten mit, die Arbeitsvermittlung bzw. die
Eingliederungsbemühungen würden abgeschlossen. - Der RAD befürwortete am
6. November 2007, ab Januar 2007 von einer Arbeitsfähigkeit von 50 % für adaptierte
Tätigkeiten auszugehen (IV-act. 100).
A.o Mit Vorbescheid vom 26. November 2008 (IV-act. 104 f.) stellte die IV-Stelle dem
Versicherten die Ausrichtung einer ganzen Rente ab 1. Dezember 2004 und einer
Dreiviertelsrente ab 1. Januar 2007 in Aussicht (bei einem Valideneinkommen von
Fr. 75'333.--, einem Invalideneinkommen in der zweiten Phase von Fr. 24'279.-- und
einer Erwerbseinbusse von Fr. 51'054.--).
A.p Die liechtensteinische AHV/IV/FAK sprach dem Versicherten am 18. Mai 2009 (IV-
act. 122-13 f.) eine halbe Invalidenrente (Teilrente) bei einem Invaliditätsgrad von 57 %
zu.
A.q Mit (gestaffelter) Verfügung vom 11. Juni 2009 (IV-act. 119) sprach die
Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen dem Versicherten im Sinne
des Vorbescheids ab 1. Dezember 2004 eine ganze Rente von Fr. 1'620.-- und ab
1. Januar 2005 von Fr. 1'651.-- pro Monat zu und setzte diese ab 1. Januar 2007 auf
eine Dreiviertelsrente bei einem Invaliditätsgrad von 68 % herab, welche bis
31. Dezember 2008 Fr. 1'273.-- und ab 1. Januar 2009 Fr. 1'314.-- pro Monat
ausmachte. Bis 31. Juli 2005 kamen dazu zwei Kinderrenten, danach noch eine
Kinderrente. Es handelte sich um Vollrenten bei einem massgebenden
durchschnittlichen Jahreseinkommen von Fr. 39'990.-- (2005; bzw. Fr. 39'246.-- 2004;
vgl. Kassen-act. 24-11 f.).
B.
Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 30. Juni 2009. Der
Beschwerdeführer beantragt die Überprüfung der angefochtenen Verfügung und
sinngemäss die Ausrichtung einer höheren Rente. Mit der zugesprochenen Rente von
Fr. 1'314.-- und allen anderen Einkünften zusammen erreiche er ein Einkommen von
Fr. 3'325.-- (bzw. Fr. 3'315.--). Das reiche für ihn, seine Ehefrau und das 15-jährige
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Kind nicht aus. Eine beigelegte Liste weise die monatlichen finanziellen Verpflichtungen
aus (mit Fr. 2'925.-- [nur Miete, Strom, öffentlicher Verkehr, Steuern und
Versicherungen]). Er habe mehr als 30 Jahre lang AHV-Beiträge geleistet. Die Rente
erscheine ihm daher unrealistisch tief. So werde er ja zum Sozialfall. Es entstehe der
Eindruck, er werde dafür bestraft, dass er aus gesundheitlichen Gründen keiner Arbeit
mehr nachgehen könne. Andere IV-Rentner mit weniger Beitragsjahren würden eine
höhere Rente beziehen.
C.
In ihrer Beschwerdeantwort vom 3. November 2009 beantragt die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Für die Maximalrente von Fr. 2'150.-- im Jahr 2005
wäre ein durchschnittliches Jahreseinkommen von Fr. 77'400.-- erforderlich gewesen.
Das relativ tiefe Durchschnittseinkommen des Beschwerdeführers ergebe sich, weil er
nur vereinzelt das Niveau dieser Obergrenze erreicht habe, weil ein Teil der Einkommen
im Fürstentum Liechtenstein erzielt worden sei, wo er einen eigenen Rentenanspruch
habe, und weil das Einkommen infolge der Scheidung habe gesplittet werden müssen.
Vor dem Splitting habe die Lohnsumme Fr. 1'225'958.-- ausgemacht, danach
Fr. 785'038.--. Zur Existenzsicherung sei die AHV faktisch heutzutage zu tief. Es sei
eine Abklärung im Hinblick auf einen allfälligen Ergänzungsleistungsanspruch hängig.
Bei Festsetzung des Anspruchs auf die Dreiviertelsrente sei die IV davon ausgegangen,
dass der Beschwerdeführer eine Resterwerbsfähigkeit habe, mit welcher er ein
Einkommen von Fr. 24'279.-- (Stand 2008) erzielen könne. Die Rente sei korrekt
berechnet worden.
D.
D.a Mit Replik vom 12. November 2009 bringt der Beschwerdeführer vor, die
Unfallversicherung habe ihm eine Rente bei einer Arbeitsunfähigkeit von 20 %
zugesprochen. Die Beschwerdegegnerin habe diesen Entscheid abgewartet und ihn
dann auf einen Invaliditätsgrad von 68 % eingestuft; andernfalls wäre es bestimmt eine
volle (wohl: ganze) Rente geworden. Das von der Invalidenversicherung als
Berechnungsgrundlage gewählte Jahreseinkommen entspreche nicht den heutigen
Verhältnissen. Trotz der IV-Leistung könne er nicht eine Lebenshaltung wie vor
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fünfzehn oder 20 Jahren haben. Was die Resterwerbstätigkeit betreffe, seien der
Beschwerdegegnerin seine Beschwerden und der Umstand bekannt, dass er - mit den
restlichen 12 % Arbeitsfähigkeit (bei 20 % UV-Arbeitsunfähigkeit und 68 % IV-
Arbeitsunfähigkeit) - zu einer Arbeitstätigkeit nicht in der Lage sei. Die Sache sei neutral
zu beurteilen. Bei den Diagnosen zählten fälschlicherweise offenbar nur jene, welche
von Ärzten stammten, die für die IV arbeiteten, nicht aber diejenigen der ihn seit Jahren
behandelnden Ärzte. - Der Beschwerdeführer legte eine Verfügung der
Unfallversicherung vom 13. November 2008 bei, womit ihm ab 1. Dezember 2008 eine
UV-Invalidenrente bei einer Erwerbsunfähigkeit von 20 % zugesprochen worden war.
D.b In einer Replikergänzung vom 18. Januar 2010 beantragt Rechtsanwalt
Dr. Werner Caviezel für den Beschwerdeführer, die angefochtene Verfügung sei
aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei auch ab dem 1. Januar 2007 eine ganze
Rente auszurichten. Der Beschwerdeführer habe auf den Vorbescheid hin keinen
Einwand erhoben, weil er davon ausgegangen sei, mit Fr. 51'054.-- seine jährliche
Erwerbseinbusse entschädigt zu erhalten. Die Berechnung der Rente sei nicht mehr
streitig. Hingegen sei der Beschwerdeführer nicht damit einverstanden, dass er ein
zumutbares Einkommen von Fr. 24'279.-- sollte erzielen können. Die Annahme, er sei
bei angepasster Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig, treffe leider nicht zu. Wahrscheinlich
beruhe sie darauf, dass bei der Testung eine Selbstlimitierung angenommen worden
sei. Dr. B._, der den Beschwerdeführer sehr gut kenne, stelle in dem beigelegten
Kurzbericht vom 14. Januar 2010 fest, der Beschwerdeführer sei immer arbeits- und
einsatzwillig gewesen. Seine körperlichen Behinderungen, vornehmlich jene des
Bewegungsapparates, würden ihn daran hindern, arbeitstätig zu sein. Der Arzt sei
bereit, dies auf Ersuchen näher zu begründen. Seine Beurteilung überrasche aber in
Anbetracht der vielfältigen und gesundheitlich sehr einschneidenden Diagnosen nicht.
Die Einschätzung des Beschwerdeführers, dass er nicht arbeitsfähig sei, beruhe nicht
auf fehlender Bereitschaft oder auf Selbstlimitierung, sondern auf Fakten. Für den
Sinneswandel mit Herabsetzung auf einen Invaliditätsgrad von 68 % finde sich keine
Begründung. Es gehe dem Beschwerdeführer seit dem 1. Januar 2007 nicht besser.
Die Begutachtung vom 16. Juni 2008 vermöge nicht zu überzeugen, denn das im
Bericht des Kantonsspitals Chur vom 3. Mai 2007 diagnostizierte Nierenleiden sei nicht
auf seine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hin überprüft worden. Analoges gelte
für die Kolitis, die sich inzwischen verstärkt bemerkbar mache. Die zentrale Aussage
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trage Behauptungs- und nicht Beweischarakter, wenn die Gutachterstelle schreibe, es
könne davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer bei gutem Effort mehr
leisten könnte, als er im Rahmen der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit
demonstriert habe. Der Beschwerdeführer würde ferner gegenwärtig Fr. 78'000.--
verdienen. Sollte entgegen der fachärztlichen Beurteilung eine Restarbeitsfähigkeit
angenommen werden, bewegte sie sich im Bereich von einer halben bis zu zwei
Stunden pro Tag und wäre, da sie erst noch unsicher wäre, nicht mehr verwertbar.
Selbst wenn es eine leidensangepasste Tätigkeit gäbe, würde sie mit höchstens ca.
Fr. 1'000.-- pro Monat entschädigt.
E.
In ihrer Duplik vom 17./18. Februar 2010 legt die Beschwerdegegnerin dar, es gebe
keinen Grund, an der Richtigkeit der gutachterlichen Beurteilung zu zweifeln. Es könne
nicht auf die Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers abgestellt werden. Auch die
Meinung von Dr. B._ habe keine ausschlaggebende Bedeutung. Die lange dauernde
Beschäftigung eines Hausarztes mit dem Gebrechen des Patienten könne auch gegen
die Überzeugungskraft seiner Einschätzung sprechen. Die pessimistische subjektive
Einschätzung eines Patienten schlage sich in der Arbeitswelt sofort nieder, indem die
Kündigung erhalte, wer sich als arbeitsunfähig bezeichne und nicht mehr arbeite. Das
wiederum erwecke den Anschein, die Selbsteinschätzung sei richtig. Auf die
Beurteilung von Dr. B._ abstellen zu wollen, nach dessen Auffassung es vornehmlich
die Behinderungen des Bewegungsapparates seien, welche an der Arbeit hinderten,
und anderseits zu monieren, das Gutachten habe die internistischen Leiden nicht auf
die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit überprüft, widerspreche sich. Der
Beschwerdeführer habe beim Untersuch im April 2008 eine nephrologische Situation
geschildert, die ihn nicht behindere. Dennoch hätten die Experten einen Einfluss der
internistischen Problematik auf die Arbeitsfähigkeit angenommen. Bei der zweiten
Untersuchung habe die erhoffte Verbesserung der Sprunggelenksproblematik
festgestellt werden können. Es liege somit ein Anpassungsgrund vor. Der
Beschwerdeführer habe seit vielen Jahren nicht mehr auf dem erlernten Beruf
gearbeitet. Die dabei erzielten Einkommen hätten - aufgewertet auf die Verhältnisse
von 2008 - Fr. 75'000.-- nicht überschritten. Am 2. Juli 2002 habe der
Beschwerdeführer einen Vertrag mit einem Lohn von Fr. 5'400.-- abgeschlossen. Das
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entspreche einem Jahreseinkommen von Fr. 70'200.-- oder im Jahr 2008 knapp
Fr. 76'000.--. Obwohl die Sprunggelenksfraktur bereits 1992 erfolgt sei, bestehe kein
Grund zur Annahme, die Verletzung habe sich unverzüglich auf die
Erwerbsmöglichkeiten ausgewirkt. Das bis 2002 erzielte Einkommen könne Basis für
das Valideneinkommen bilden. Für die These, dieses mache Fr. 78'000.-- aus, bestehe
aktenmässig kein Beleg. Der von den Tabellenlöhnen vorgenommene Leidensabzug
von 20 % habe als sehr hoch zu gelten.

Erwägungen:
1.
1.1 Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die
Beschwerdegegnerin hat die angefochtene Verfügung am 11. Juni 2009, also unter der
Geltung des Rechts dieser Revision, erlassen. Zu beurteilen ist der Sachverhalt, wie er
sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses dieser Verfügung entwickelt hat. Dieser
Sachverhalt reicht in eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision zurück. Soll auf
bestimmte Sachverhalte nicht neues Recht Anwendung finden, sondern das
aufgehobene Recht massgebend bleiben, muss eine geltende Norm die
Weiteranwendbarkeit aufgehobenen Rechts für bestimmte Sachverhalte anordnen. Die
5. IV-Revision enthält keine die Rente betreffende übergangsrechtliche Bestimmung.
Das Bundesamt für Sozialversicherungen unterstellt aber zu Recht eine
ausfüllungsbedürftige Lücke (vgl. das Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007).
Die Definition der Sachverhalte, auf die noch altes Recht anwendbar sein soll, sollte
durch ein materiellrechtliches, unbeeinflussbares Merkmal erfolgen. In Frage kommen
der Zeitpunkt der Entstehung des Auszahlungsanspruchs oder der Eintritt des
Versicherungsfalls, beide definiert nach dem alten, ausser Kraft getretenen Recht (zum
Ganzen im Detail der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S
M. vom 28. Oktober 2009, IV 2009/5). Bezüglich des Rentenbeginns sind deshalb
vorliegend angesichts der IV-Anmeldung von 2004 und des Eintritts der
Arbeitsunfähigkeit im Dezember 2003 die bis zum 31. Dezember 2007 gültig
gewesenen Bestimmungen (im Folgenden angeführt) anzuwenden. Für die
Invaliditätsbemessung hat sich indessen materiell keine Änderung der Rechtslage
ergeben.
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1.2 Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin dem
Beschwerdeführer eine abgestufte Rente zugesprochen. Die Arbeitsvermittlung war am
15. August 2008 eingestellt worden. Der Beschwerdeführer lässt in diesem Verfahren
nur (weitere) Rentenleistungen beantragen. Zum Streitgegenstand gehört aber
notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz "Eingliederung vor
Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht des Beschwerdeführers zu Massnahmen
korrekt in Anspruch genommen habe. Denn wie sich aus Art. 16 ATSG ergibt, ist der
Einkommensvergleich zur Bemessung des Invaliditätsgrades erst nach Durchführung
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen
vorzunehmen und hat die versicherte Person, wenn ohne berufliche Massnahmen ein
Rentenanspruch droht, die Pflicht, sich geeigneten und zumutbaren
Eingliederungsmassnahmen zu unterziehen. Die Verwaltung ihrerseits hat die Pflicht,
vor dem Entscheid über die Rentenfrage von Amtes wegen alle
Eingliederungsmöglichkeiten zu prüfen und hierüber zu entscheiden.
2.
2.1 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente,
wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.
2.2 Im Falle einer rückwirkenden Rentenfestsetzung ist es unter Umständen
notwendig, den Invaliditätsgrad für verschiedene zurückliegende Zeitabschnitte nach
Massgabe der jeweiligen Erwerbsunfähigkeit unterschiedlich hoch zu bemessen (vgl.
BGE 106 V 16; BGE 109 V 125). Bei der rückwirkenden stufenweisen
Rentenzusprechung richtet sich der Zeitpunkt einer Rentenherabsetzung oder -
aufhebung ausschliesslich nach Art. 88a Abs. 1 IVV. Art. 88 Abs. 2 IVV findet keine
Anwendung (BGE 106 V 16). Nach Art. 88a Abs. 1 IVV ist die anspruchsbeeinflussende
Änderung bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit für die Herabsetzung oder
Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem
angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in
bis
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jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei
Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird.
3.
3.1 Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen
von Bedeutung. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu
beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in
der Folge eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch
tatsächlich ausübt, ist für die Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046
des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über die
Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH).
3.2 Zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers liegen zahlreiche medizinische
Berichte bei den Akten. Nachdem Dr. B._ im August 2004 für angepasste Tätigkeiten
eine Arbeitsfähigkeit für vier Stunden pro Tag (knapp 50 %) angenommen hatte und
Dr. C._ im September 2004 von einer vollen Arbeitsfähigkeit für sitzende Arbeit
ausgegangen war, hatte eine erste Begutachtung stattgefunden. Dem Gutachten vom
Juni 2005 war zu entnehmen, dass eine angepasste (d.h. sehr leichte, vorwiegend im
Sitzen zu verrichtende) Tätigkeit gemäss den Ergebnissen der EFL maximal halbtags
zumutbar wäre. Bei der medizinischen Beurteilung wurde indessen festgehalten, dass
aufgrund der Fussproblematik die Mobilität des Beschwerdeführers so stark
eingeschränkt sei, dass schon der Weg zur Arbeit und die Transfers am Arbeitsort
erhebliche Probleme machten. Deshalb sei momentan und bis zu einer Verbesserung
der Sprunggelenksproblematik links eine Arbeitsfähigkeit nicht realistisch. Im
Vordergrund standen damals die Schmerzen am OSG; erschwerend kam die
verminderte muskuläre Stabilisationsfähigkeit der rechten Hüfte hinzu.
3.3 Bei der zweiten Begutachtung 2008 wurde festgestellt, dass die Resultate der
Belastbarkeitstests für die Beurteilung nur teilweise verwertbar seien und die
Zumutbarkeitsbeurteilung nicht abschliessend aufgrund der EFL erfolgen könne.
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Wegen Dekonditionierung und längerer Arbeitsabsenz wäre danach eine schrittweise
Erhöhung der Arbeitsfähigkeit von 50 % auf 100 % vorzusehen gewesen. Die
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers wurde im Gutachten mit 50 % festgelegt.
Dabei ist festgehalten worden, dass rheumatologisch-funktionell betrachtet mindestens
eine leichte, wechselbelastende, überwiegend im Sitzen auszuübende Tätigkeit
ganztags zumutbar sei. Die Einschränkung auf ein Halbtagspensum ist danach infolge
einer verminderten Erholungsfähigkeit aus internistischen Gründen erforderlich.
3.4 Während die Beobachtungen bei der zweiten EFL auf eine Selbstlimitierung
hinwiesen, die Konsistenz bei den Tests mässig und eine gewisse Symptomausweitung
festzustellen war, zeigte sich der Beschwerdeführer bei den klinischen Untersuchungen
im Rahmen der zweiten Begutachtung durchwegs konsistent. Ein
symptomverdeutlichendes Verhalten sei zu keiner Zeit festzustellen gewesen. Die
Beschwerden und Einschränkungen seien mit den klinischen und radiologischen
Befunden weitestgehend vereinbar. Dass bei der gutachterlichen Einschätzung auf eine
bloss hypothetische, eine Selbstlimitierung ausblendende Annahme abgestellt worden
wäre, lässt sich nicht bestätigen.
3.5 Aus den - allerdings bezüglich der zweiten Testung wie erwähnt nur teilweise
verwertbaren - Ergebnissen der EFL wie den gutachterlichen Schätzungen lässt sich
gleichermassen schliessen, dass die medizinisch zumutbare Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers von der ersten bis zur zweiten Begutachtung angestiegen ist. Der
Beschwerdeführer lässt einwenden, es gehe ihm seit Januar 2007 nicht besser. Im
Gutachten von 2008 wird denn auch festgehalten, seit der Begutachtung von 2005
hätten sich sowohl die muskuloskelettale wie auch die internistische Problematik
verstärkt. Der Beschwerdeführer leide an einem lumbospondylogenen Syndrom bei
deutlicher Wirbelsäulenfehlstatik und zentral und foraminal stenosierenden
degenerativen Veränderungen L3/4 und L4/5, an einem funktionell limitierenden
Schmerzsyndrom im Bereich des linken oberen Sprunggelenks und an beidseitigen
symptomatischen Gonarthrosen mit intermittierenden Reizergüssen. Obwohl sich der
Beschwerdeführer durch die internistischen Erkrankungen wenig beeinträchtigt fühle,
sei anzunehmen, dass die Kolitis und die Nephropathie in der Gesamtschau zu einer
zusätzlichen funktionellen Einschränkung führten. Anderseits konnte festgestellt
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werden, dass am linken OSG 2008 zumindest klinisch und radiologisch stabile
Verhältnisse hatten vorgefunden werden können (act. 87-10).
3.6 Insgesamt ist davon auszugehen, dass, auch wenn sich muskuloskelettal und
internistisch gesamthaft eine Verstärkung der Problematik eingestellt hat, doch
immerhin insofern eine Verbesserung eingetreten ist, als die Beschwerdesituation am
linken oberen Sprunggelenk dank der Stabilisierung dieses Gelenks nicht mehr wie
früher eine zumutbare Arbeitstätigkeit des Beschwerdeführers ganz ausschliesst.
Während bei der ersten Begutachtung ausserdem eine verminderte muskuläre
Stabilisationsfähigkeit der rechten Hüfte zu verzeichnen gewesen war (act. 31-6 unten),
fühlte sich der Beschwerdeführer zur Zeit der zweiten Begutachtung durch das rechte
Hüftgelenk nurmehr wenig eingeschränkt. Bei der Erhebung des Status zeigten sich die
Hüftgelenke beidseits unauffällig (act. 87-6 oben). Bei der EFL wurde allerdings eine
schmerzbedingt verminderte Belastungstoleranz des rechten Hüftgelenks als
arbeitsbezogenes Problem bezeichnet.
3.7 Dass sich im Zeitablauf eine Verbesserung eingestellt hat und das Gutachten von
2008 mit seiner Schlussfolgerung stichhaltig ist, erscheint auch aufgrund der übrigen
medizinischen Akten überwiegend wahrscheinlich. Nach der ersten Begutachtung (im
April 2005) war eine Re-Arthrodese OSG links (im Februar 2006) vorgenommen und im
September 2006 eine Weichteilzyste ventral des Arthrodesespaltes am OSG links
entfernt worden (vgl. IV-act. 52). Nach kreisärztlicher Beurteilung vom November 2006
war dem Beschwerdeführer unfallmedizinisch gesehen in angepasster Tätigkeit ab
Januar 2007 eine Arbeitsfähigkeit von 50 % zumutbar gewesen. Im März 2007 hatte ein
Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon stattgefunden. Nach deren Beurteilung vom April
2007 (IV-act. 62-2 f.) war dem Beschwerdeführer eine leichte bis mittelschwere
angepasste Tätigkeit (unter Berücksichtigung auch des Knies und des Rückens, aber
Ausserachtlassen der internistischen Aspekte) ganztags zumutbar. Diese Einschätzung
stimmt somit mit der Beurteilung des AEH überein. Dass den internistischen
Gesichtspunkten und ihren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu wenig Rechnung
getragen worden wäre, dafür gibt es keine Anhaltspunkte. Aus den nephrologischen
Berichten und dem Bericht von Dr. C._ vom Januar 2008 ergibt sich nichts, was den
Beweiswert des Gutachtens mindern würde. Die abweichenden Einschätzungen von
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Dr. B._ vom 29. August 2007 und vom 14. Januar 2010 vermögen beweisrechtlich
unter diesen Umständen gegen das Begutachtungsergebnis nicht anzukommen.
3.8 Die Beurteilungen der beiden Gutachten sind nachvollziehbar begründet. Die
Gutachter hatten Kenntnis von den Vorakten und Röntgenbildern, erfragten die
Angaben des Beschwerdeführers und erhoben die Befunde. Es standen ihnen
ausserdem die Evaluationen der Leistungsfähigkeit zur Verfügung. Auf ihre Ergebnisse
kann nach dem Dargelegten abgestellt werden. Der Beschwerdeführer war in der
angestammten Tätigkeit ab Dezember 2003 voll arbeitsunfähig. Es kann gestützt auf
die erste Begutachtung davon ausgegangen werden, dass bei Ablauf der Wartezeit im
Dezember 2004 eine volle Arbeitsunfähigkeit auch in angepasster Tätigkeit vorgelegen
hatte. Nach der Aktenlage ist - abweichend von der Einschätzung gemäss IV-act. 100 -
anzunehmen, dass sich die orthopädische Situation nach dem
Rehabilitationsaufenthalt ab April 2007 (vgl. Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom
23. April 2007) verbessert hatte, denn erst da war die volle Arbeitsfähigkeit unter
diesem Aspekt erreicht worden. Internistisch muss von einer ungefähr gleichzeitigen
(vgl. IV-act. 65; Mai 2007) Verschlimmerung ausgegangen werden. Das
Wiedererreichen einer Arbeitsfähigkeit von 50 % kann demnach auf April 2007 datiert
werden.
4.
4.1 Was die erwerblichen Auswirkungen der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
betrifft, wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades nach Art. 16 ATSG das
Erwerbseinkommen, das die versicherte Person durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
geworden wäre (Valideneinkommen). Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist
rechtsprechungsgemäss entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des
frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die
Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Da nach empirischer
Feststellung in der Regel die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall weitergeführt
worden wäre, ist Anknüpfungspunkt für die Bestimmung des Valideneinkommens
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grundsätzlich der letzte vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielte, nötigenfalls der
Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepasste Verdienst (vgl.
Bundesgerichtsentscheid i/S. K. vom 23. März 2009, 8C_515/2008).
4.2 Gemäss einem Arbeitsvertrag vom 2. Juli 2002 (IV-act. 7-4 ff.) betrug der
Monatslohn des Beschwerdeführers in seiner letzten Anstellung Fr. 5'400.-- (13mal; pro
Jahr Fr. 70'200.--). Für das Jahr 2003 ist von einem Lohn von Fr. 5'454.-- pro Monat
oder Fr. 70'902.-- pro Jahr auszugehen (vgl. Anmeldung durch den Arbeitgeber bei der
Taggeldversicherung, UV-act.). Wenn auch die Kündigungsgründe nicht bekannt sind,
kann doch angenommen werden, dass dieses Einkommen für das Valideneinkommen
des Beschwerdeführers repräsentativ ist. An die Nominallohnentwicklung von 2003 bis
ins massgebende Jahr 2004 (Rentenbeginn) angepasst (1975/1958 gemäss T1.39
LE 2009), ergibt sich ein Betrag von Fr. 71'518.--. Dass die OSG-Problematik bereits zu
einer Verdiensteinbusse geführt hätte, ist nicht anzunehmen, hatte doch das
Lohnniveau im Unfalljahr 1992 bei Fr. 53'400.-- (Unfallmeldung) gelegen, was für das
Jahr 2004 aufgewertet (Nominallohnentwicklung bei Löhnen von Männern: 1975/1699;
T1.39 LE 2009) Fr. 62'074.-- entspricht. Das Valideneinkommen 2004 kann daher auf
Fr. 71'518.-- festgelegt werden.
5.
5.1 Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-
erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Da
der Beschwerdeführer nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine neue
Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, können nach der Rechtsprechung statistische
Werte (Tabellenlöhne) beigezogen werden (BGE 129 V 472 E. 4.2.1,
Bundesgerichtsentscheid i/S C. vom 19. Juni 2008, 9C_81/2008).
5.2 Der Beschwerdeführer lässt einwenden, die ihm verbliebene Arbeitsfähigkeit sei
nicht mehr verwertbar, da sie zu gering und zudem unsicher sei. Der Umfang der
Arbeitsfähigkeit richtet sich nach der medizinischen Zumutbarkeitsbeurteilung.
Unbestrittenermassen ist bezüglich der Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit nicht darauf
abzustellen, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen
tatsächlich vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob und in welchem Rahmen
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sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die
verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprächen (AHI 1998
S. 291 E. 3b). Es wird nämlich von einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage
ausgegangen (vgl. Art. 16 ATSG). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt (eine Fiktion, vgl.
BGE 129 V 480 E. 4.2.2) hat rein hypothetischen Charakter und dient dazu, die Risiken
Arbeitslosigkeit und Invalidität voneinander abzugrenzen (vgl. Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S C. vom 16. Juli 2003, I 758/02; BGE 110 V
276 E. 4b). Ein solcher Arbeitsmarkt beinhaltet von seiner Struktur her sowohl
bezüglich der beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen als auch hinsichtlich des
körperlichen Einsatzes einen Fächer verschiedenartiger Stellen (Entscheid des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S O. vom 22. November 2006, U 303/06).
Allerdings dürfen keine realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten berücksichtigt werden.
Insbesondere kann von einer zumutbaren Tätigkeit im Sinne von Art. 16 ATSG dort
nicht gesprochen werden, wo sie nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie
der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht
realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre
und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb von vornherein als
ausgeschlossen erscheint (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S
S. vom 5. September 2006, I 447/06; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b). - Der
Beschwerdeführer ist auf eine leichte, wechselbelastende, überwiegend im Sitzen
auszuübende Tätigkeit angewiesen, bei welcher Gehen und Treppensteigen nur
manchmal vorkommen und das Stehen unterbrochen werden kann. Er kann die
Arbeitsleistung nur halbtags erbringen. Diese Bedingungen sind nicht so
einschränkend, dass eine Erwerbstätigkeit geradezu als unrealistisch erscheinen
müsste. Es kann daher auf die Tabellenlöhne abgestellt werden.
5.3 Im statistischen Mittel (Zentralwert; vgl. AHI 1999 S. 50) konnten Männer im Jahr
2004 mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten im privaten Sektor Fr. 55'056.-- (12mal
Fr. 4'588.--) erzielen (vgl. Tabelle TA1 der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung des
Bundesamtes für Statistik, LSE 2004). Dabei ist zu berücksichtigen, dass die
betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit im Jahr 2004 bei 41.6 Stunden lag (vgl.
T2.5.2), während der Tabellengruppe A generell eine Arbeitszeit von 40 Stunden pro
Woche zugrunde liegt. Das Durchschnittseinkommen für das Jahr 2004 macht somit
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Fr. 57'258.-- aus. Für die Phase nach Wiedererreichen einer zumutbaren
Leistungsfähigkeit von 50 % reduziert sich dieser Betrag auf Fr. 28'629.--.
5.4 In der Praxis werden die zur Bestimmung des Invalideneinkommens
herangezogenen Tabellenlöhne gekürzt, wenn Versicherte, die in ihrer letzten Tätigkeit
körperliche Schwerarbeit verrichteten, nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für
leichtere Arbeiten nur beschränkt einsatzfähig sind, wenn sie - unabhängig von der
früher ausgeübten Tätigkeit - als gesundheitlich Beeinträchtigte im Rahmen leichter
Hilfsarbeitertätigkeiten nicht mehr voll leistungsfähig sind oder wenn weitere
persönliche und berufliche Merkmale wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit,
Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die
Lohnhöhe haben. Der Abzug ist nicht schematisch vorzunehmen. Vielmehr ist der
Einfluss aller Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im
Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Letztlich ist der
Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung aller jeweils in Betracht fallenden
Merkmale auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen (vgl. BGE 126 V 75). - Wenn
auch die Einschränkung selbst bei leichter Hilfstätigkeit in Form einer verminderten
Erholungsfähigkeit bei der Bestimmung der Arbeitsunfähigkeit bereits berücksichtigt
ist, erscheint doch ein Abzug am Platz. Die Tabellenlöhne werden bei gesunden
Arbeitnehmern erhoben. Der Beschwerdeführer ist auf eine Teilzeitarbeit angewiesen.
Insgesamt ist damit zu rechnen, dass er im Vergleich mit gesunden Mitbewerbern einen
gewissen Lohnnachteil wird in Kauf zu nehmen haben. Ein höherer als der von der
Beschwerdegegnerin zugestandene Abzug von den Tabellenlöhnen von 20 % ist
allerdings auszuschliessen. Das Invalideneinkommen 2004 stellt sich damit auf
Fr. 22'903.--, der Invaliditätsgrad für die Zeit hälftiger Arbeitsunfähigkeit auf 68 %.
5.5 Unter der Voraussetzung, dass der Invaliditätsgrad sich nicht durch berufliche
Massnahmen senken liess, ist demnach von einem Rentenanspruch auszugehen. Dass
die Beschwerdegegnerin von beruflichen Massnahmen abgesehen hat, lässt sich
vorliegend nicht beanstanden. Allein die subjektive Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung
des Beschwerdeführers schlösse solche zwar nicht aus, denn geeignete Massnahmen
müssten in einem Mahn- und Bedenkzeitverfahren durchgesetzt werden. Doch war
nicht zu erwarten, dass eine im Vergleich zu der verbleibenden Aktivitätsdauer
verhältnismässige, geeignete Massnahme zur Verfügung gestanden hätte, mit der sich
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eine Senkung des Invaliditätsgrades hätte erreichen lassen, zumal sich die
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in jeder Tätigkeit gleichermassen auswirkt.
5.6 Nach Erfüllung des Wartejahres mit einem ausreichenden Durchschnitt an
Arbeitsunfähigkeit (100 %) und anschliessender voller Erwerbsunfähigkeit ist, wie die
Beschwerdegegnerin zu Recht festgehalten hat, ab 1. Dezember 2004 Anspruch auf
eine ganze Rente entstanden. Im April 2007 ergab sich eine Verbesserung im
Gesundheitszustand mit Senkung der Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit. Gemäss
Art. 88a Abs. 1 IVV ist der Rentenanspruch demnach ab 1. Juli 2007 auf eine
Dreiviertelsrente herabzusetzen.
6.
6.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 11. Juni 2009 insofern teilweise zu schützen, als der ab
1. Dezember 2004 eingetretene Anspruch auf eine ganze Rente mit Wirkung ab 1. Juli
2007 (statt schon ab 1. Januar 2007) auf eine Dreiviertelsrente herabzusetzen ist, im
Übrigen aber ist sie abzuweisen.
6.2 Nach Art. 69 Abs. 1 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die
Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt.
Sie sind ermessensweise auf Fr. 600.-- zu veranschlagen.
6.3 Der Beschwerdeführer obsiegt nur geringfügig und hat die Gerichtskosten
deshalb zur Hauptsache zu tragen (vgl. Art. 95 Abs. 1 VRP), ermessensweise im
Umfang von Fr. 480.--. Die Beschwerdegegnerin hat Fr. 120.-- Gerichtskosten zu
bezahlen. Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege mit Präsidialverfügung
vom 9. November 2009 ist der Beschwerdeführer von der Bezahlung seines Teils der
Gerichtsgebühr zu befreien. Wenn seine wirtschaftlichen Verhältnisse es ihm gestatten,
kann er allerdings zur Nachzahlung der Gerichtskosten verpflichtet werden; Gleiches
gilt für die Auslagen für die Vertretung (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 Abs. 2
VRP/SG).
bis
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6.4 Der Beschwerdeführer hat bei teilweisem Obsiegen Anspruch auf Ersatz der
Parteikosten, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung
der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61
lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP). Sein Rechtsvertreter hat am 13. April 2010 eine
(ungekürzte) Honorarnote eingereicht, welche Fr. 2'250.-- Honorar, Fr. 67.50
Barauslagen und Fr. 176.15 MWSt (total Fr. 2'493.65) umfasst. Die Honorarnote
erscheint angemessen. Es rechtfertigt sich, die Beschwerdegegnerin zur Ausrichtung
einer (anteilsmässigen) Parteientschädigung von Fr. 498.75 (ein Fünftel der Kostennote,
Fr. 450.-- und Fr. 13.50 und Fr. 35.25) zu verpflichten. Für die restlichen Kosten hat
zufolge der Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung vom 21. Januar
2010 der Staat den Rechtsbeistand des Beschwerdeführers zu entschädigen, wobei
das Honorar um einen Fünftel herabgesetzt wird (vgl. Art. 31 Abs. 3 AnwG/SG; sGS
963.70). Der Staat hat somit eine Entschädigung von Fr. 1'607.55 (Fr. 1'440.--
zuzüglich Fr. 54.-- Barauslagen [ungekürzt] und Fr. 113.55 Mehrwertsteuer) zu
bezahlen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht