Decision ID: faf28a31-05b0-4d74-b816-29317f993739
Year: 2014
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 13.05.2014 Art. 28 IVG. Der Versicherungsfall war bei Einreise in die Schweiz noch nicht eingetreten. Würdigung eines medizinischen Gutachtens. Rückweisung zu weiteren Sachverhaltsabklärungen. IV 2013/485 und IV 2013/125: Art. 37 Abs. 4 ATSG. Anspruch auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren. Beurteilung der Voraussetzung der Erforderlichkeit der Rechtsvertretung. (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Mai 2014, IV 2013/125, 484, 485)
Entscheid Versicherungsgericht, 13.05.2014
Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider,
Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Annina Baltisser
Entscheid vom 13. Mai 2014
in Sachen
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller, Engelgasse 214, 9053 Teufen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente
unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren
Sachverhalt:
A.
A.a A._ meldete sich am 3. November 2009 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an. Er gab an, er sei
italienischer Staatsbürger und 1996 in die Schweiz eingereist. Seit 2007 leide er unter
einer schweren Depression (IV-act. 2 der Verfahren IV 2013/484 und 485; soweit nicht
anders vermerkt, werden nachfolgend die Akten dieser Verfahren zitiert). Vom 13. bis
20. Juli 2009 war der Versicherte in der Psychiatrischen Klinik B._ stationär
behandelt worden. Im Austrittsbericht vom 24. Juli 2009 hatten die Ärzte folgende
Diagnosen genannt: Anpassungsstörung mit gemischter Störung von Gefühlen und
Sozialverhalten, bei akuter Suizidalität, respektive aggressive Impulsstörung (ICD-10:
F43.25), schädlicher Gebrauch von Sedativa oder Hypnotika, hier Benzodiazepin
(ICD-10: F13.1), schädlicher Gebrauch von Cannabis (ICD-10: F12.1) sowie Verdacht
auf kombinierte Persönlichkeitsstörung mit Störung der Impulskontrolle, emotionaler
Instabilität und narzisstischer Persönlichkeitsakzentuierung (IV-act. 36).
A.b Ab dem 20. Juli 2009 war der Versicherte in der Klinik C._, in stationärer
Behandlung. Die behandelnden Ärzte diagnostizierten eine bipolare affektive Störung,
gegenwärtig schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen (ICD-10:
F31.5), eine Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen Anteilen, narzisstischer
Kränkbarkeit, Impulskontrollstörung und paranoidem Misstrauen (ICD-10: F61.0) sowie
differenzialdiagnostisch eine schizoaffektive Störung. Die erste depressive Episode sei
anamnestisch 19_ aufgetreten. Der Versicherte sei seit März 2007 in psychiatrischer
Behandlung; seit mindestens neun Monaten sei von einer schweren Symptomatik mit
schweren Beeinträchtigungen auszugehen. Es bestehe eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit (vgl. den Bericht vom 12. Dezember 2009, IV-
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act. 11). Am 29. Januar 2010 trat der Versicherte aus der Klinik C._ aus (vgl. IV-act.
35).
A.c Die behandelnden Ärzte des Psychiatrie-Zentrums D._, führten im Bericht vom
22. Oktober 2010 aus, der Versicherte sei erstmals im Jahr 2007 aufgrund der
depressiven Symptomatik in ambulanter Behandlung gewesen. Im Jahr 2008 sei ein
erneuter Eintritt zur ambulanten psychiatrischen Behandlung erfolgt. Diese habe der
Versicherte jedoch nach wenigen Terminen abgebrochen. Seit Mai 2009 befinde er sich
wiederum in ambulanter Therapie im Psychiatrie-Zentrum. Es bestünden eine
Verminderung von Antrieb, Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer, rasche
Ermüdbarkeit, Stimmungsschwankungen, Impulsivität sowie Schwierigkeiten
(Misstrauen, leichte Kränkbarkeit) im Kontakt mit anderen Menschen. Insgesamt
bestehe eine psychisch stark eingeschränkte Belastbarkeit. Der Versicherte sei bis auf
Weiteres zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 23).
A.d Im Verlaufsbericht vom 9. Mai 2011 führten die Ärzte des Psychiatrie-Zentrums
D._ aus, der Gesundheitszustand des Versicherten sei stationär. Aufgrund der
weiterhin bestehenden bipolaren Störung mit aktuell mittelgradiger depressiver
Episode und der komplexen Persönlichkeitsstörung bestünden weiterhin Defizite im
Bereich des Antriebes, eine Stimmungslabilität und Einschränkungen im kognitiven
Bereich. Unverändert zeige der Versicherte Schwierigkeiten im Umgang mit anderen
Menschen, da er gegenüber anderen sehr misstrauisch reagiere, schnell und leicht
kränkbar sei und die Gegenwart fremder Menschen nur sehr schlecht aushalte (IV-act.
29).
A.e Vom 7. bis 14. Juni 2011 erfolgte eine weitere stationäre Behandlung in der Klinik
C._. Dabei stellten die behandelnden Ärzte im Wesentlichen die Diagnose bipolare
affektive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode ohne psychotische
Symptome (ICD-10: F31.4), und hielten fest, mit einer prompten Wiedererlangung der
Arbeitsfähigkeit sei derzeit nicht zu rechnen (IV-act. 34).
A.f Am 20. September 2011 wurde der Versicherte von Dr. med. E._, Facharzt FMH
für Psychiatrie und Psychotherapie, vom IV-internen Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD), untersucht. Dieser stellte die Diagnose kontinuierliche paranoide Schizophrenie
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(ICD-10: F20.00) und führte im Bericht vom 30. September 2011 aus, beim
Versicherten liege eine schwere wahnhafte Schizophrenie vor, welche trotz hoher
Neuroleptika- und Benzodiazepin-Dosen chronisch produktiv und gefährlich quo ad
vitam verlaufe. Es sei echtzeitlich ausgewiesen, dass die Arbeitsunfähigkeit seit
mindestens Mai 2009 bestehe. Wenn auch nicht lückenlos dokumentiert, sei
retrospektiv davon auszugehen, dass der Versicherte wohl seit 2007 oder früher nicht
mehr arbeitsfähig sei (IV-act. 38).
A.g Im Fragebogen für Arbeitgebende gab die ehemalige Arbeitgeberin des
Versicherten, die F._ AG im Oktober 2011 an, der Versicherte sei seit 2007 als
Hilfsarbeiter in ihrer Unternehmung tätig gewesen. Per 31. März 2009 habe sie das
Arbeitsverhältnis wegen "Unzuverlässigkeit" gekündigt (IV-act. 40; vgl. auch den IK-
Auszug, IV-act. 10).
A.h Im Verlaufsbericht vom 30. Januar 2012 bezeichneten die behandelnden Ärzte des
Psychiatrie-Zentrums D._ den Gesundheitszustand des Versicherten erneut als
stationär bei unveränderten Diagnosen. Die Prognose bezüglich einer deutlichen
Verbesserung von Erkrankung und Arbeitsfähigkeit sei aufgrund des chronischen
Verlaufs mittelfristig schlecht (IV-act. 44).
A.i Im Telefongespräch vom 1. Februar 2012 gab die frühere Arbeitgeberin gegenüber
der IV-Stelle an, psychiatrische Beeinträchtigungen seien ihr beim Versicherten nicht
aufgefallen, auch keine vermehrten Aggressionen und keine depressiven Symptome. Er
sei nach einem Jahr nicht mehr so zuverlässig gewesen und sei oft mit einer Stunde
Verspätung zur Arbeit erschienen. Deshalb sei auch die Kündigung ausgesprochen
worden (IV-act. 45).
A.j Im März 2012 stellte das Migrationsamt St. Gallen, Ausländerabteilung, der IV-
Stelle auf Ersuchen Akten im Zusammenhang mit Asyl- sowie Strafverfahren betreffend
den Versicherten zu (IV-act. 52).
B.
B.a Mit Schreiben vom 13. Februar 2013 beantragte der neu mandatierte
Rechtsvertreter des Versicherten, Rechtsanwalt lic. iur. Daniel Ehrenzeller, Teufen, die
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Zusprache einer ganzen IV-Rente spätestens mit Wirkung ab Juli 2010 sowie die
Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren (IV-
act. 69).
B.b Mit verfahrensleitender Verfügung vom 28. Februar 2013 wies die IV-Stelle das
Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren mit der
Begründung ab, eine anwaltliche Verbeiständung dränge sich nach der
Rechtsprechung vor Erlass eines Vorbescheides nur in Ausnahmefällen auf, und im
vorliegenden Fall seien keine Gründe für eine solche Ausnahme gegeben (IV-act. 70).
B.c Dagegen erhob der Rechtsvertreter des Versicherten am 14. März 2013
Beschwerde mit dem Antrag, die Verfügung vom 28. Februar 2013 sei aufzuheben und
dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Verbeiständung im Verwaltungsverfahren
zu gewähren, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
Beschwerdegegnerin. Zusätzlich sei dem Beschwerdeführer auch im vorliegenden
Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren (act. IV 2013/125 G
1; IV-act. 74-2 ff.).
B.d Mit Beschwerdeantwort vom 16. April 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin
die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen an, es
werde nicht dargelegt, inwiefern schwierige rechtliche oder tatsächliche Fragen
vorlägen. Zudem bestünde für den Beschwerdeführer die Möglichkeit, sich an eine
soziale Institution zu wenden (act. IV 2013/125 G 4; IV-act. 77).
B.e Am 29. April 2013 bewilligte die zuständige Verfahrensleitung das Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege für das Verfahren vor Versicherungsgericht (act. IV
2013/125 G 6).
B.f Am 17. Mai 2013 wurde der Versicherte im Auftrag des RAD (vgl. IV-act. 71 f.) von
Dr. med. G._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neurologie,
psychiatrisch begutachtet. Dr. G._ nannte im entsprechenden Gutachten vom 20.
Mai 2013 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Störung durch
Cannabinoide, schädlicher Gebrauch (ICD-10: F12.1), Störung durch Sedativa und
Hypnotika (hier Benzodiazepine), schädlicher Gebrauch (ICD-10: F13.1), sowie bipolare
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affektive Störung (ICD-10: F31.9). Er führte aus, entscheidend für die Diagnose einer
bipolaren Störung sei, dass Episoden vorgekommen seien, in denen lediglich affektive
Symptome vorgelegen oder vorgeherrscht hätten. Die Diagnose einer Schizophrenie
könne beim Versicherten wegen der Bedeutung der affektiven Symptome nicht gestellt
werden. Die von den behandelnden Ärzten diagnostizierte Persönlichkeitsstörung lasse
sich nicht hinreichend beweisen. Für zumindest gewisse Akzentuierungen der
Persönlichkeit sprächen eigentümliche Verhaltensweisen schon im jungen
Erwachsenenalter und eine brüchige Erwerbsbiografie. Im Weiteren führte Dr. G._
aus, die theoretische Gesamtarbeitsfähigkeit in der angestammten sowie in einer
angepassten Tätigkeit betrage etwa 20%, der Beginn sei auf den Juli 2009 festzulegen,
als die erste stationäre Behandlung erfolgt sei (IV-act. 80, insb. 80-21 ff., 26 ff.).
B.g In einer internen Stellungnahme vom 28. Mai 2013 hielt der RAD fest, auf das
psychiatrische Gutachten könne vollumfänglich abgestellt werden. Es sei entsprechend
davon auszugehen, dass seit Juli 2009 eine Arbeitsunfähigkeit anzunehmen sei (IV-act.
81).
B.h Mit Replik vom 28. Mai 2013 im Verfahren betreffend unentgeltliche
Verbeiständung im Verwaltungsverfahren hielt der Rechtsvertreter des Versicherten an
seinem Antrag fest (act. IV 2013/125 G 8; IV-act. 83).
B.i Im Strategie-Protokoll vom 18. Juni 2013 hielt die IV-Stelle fest, beim Versicherten
bestehe eine bipolare affektive Störung, auch wenn die Befundsicherheit nicht ganz
gegeben sei. Nehme man eine solche an, sei die krankheitsbedingte Störung bereits im
14. Altersjahr aufgetreten. Entsprechend sei der Versicherte mit Behinderung eingereist
und die versicherungsmässigen Voraussetzungen seien nicht erfüllt. Weitere
medizinische Abklärungen würden keine neue Tatsachen hervorbringen (IV-act. 84).
C.
C.a Mit Vorbescheid Rente vom 24. Juni 2013 stellte die IV-Stelle dem Versicherten
die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht mit der Begründung, es bestehe
seit 1986 eine mindestens 40%ige Arbeitsunfähigkeit und die Einreise sei mit
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Behinderung erfolgt. Die versicherungsmässigen Voraussetzungen seien nicht erfüllt
(IV-act. 87).
C.b Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 8. Juli 2013 auf die Einreichung einer
Duplik im Verfahren betreffend die unentgeltliche Verbeiständung im
Verwaltungsverfahren (act. IV 2013/125 G 11).
C.c Gegen den Vorbescheid Rente erhob der Rechtsvertreter des Versicherten am 22.
August 2013 Einwand und beantragte die Zusprache einer ganzen IV-Rente mit
Wirkung spätestens ab Juli 2010 sowie die Gewährung der unentgeltlichen
Verbeiständung im Vorbescheidverfahren. Er machte im Wesentlichen geltend, die
Behauptung, der Versicherte leide möglicherweise bereits seit seiner Jugend an
depressiven Störungen und sei deshalb bereits bei der Einreise in die Schweiz
psychisch krank gewesen, finde in den Akten keine Stütze. Gemäss Gutachten vom 20.
Mai 2013 weise nichts darauf hin, dass eine Arbeitsunfähigkeit vor Juli 2009 vorhanden
gewesen sei (IV-act. 92).
C.d Am 29. August 2013 verfügte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid Rente (IV-act. 95).
Zur Begründung verwies sie im Wesentlichen auf die Stellungnahme des RAD vom 28.
August 2013, gemäss welcher nach eingehendem Aktenstudium daran festgehalten
werde, dass beim Versicherten bereits bei der Einreise eine Behinderung vorgelegen
habe und durch den Einwand keine neuen medizinischen Tatsachen bekannt geworden
seien (IV-act. 94).
C.e Mit Verfügung vom 13. September 2013 wies die IV-Stelle das Gesuch um
unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Vorbescheidverfahren mangels sachlicher
Gebotenheit ab und führte aus, es handle sich weder medizinisch noch rechtlich um
einen besonders komplexen Sachverhalt (IV-act. 97; vgl. auch die Stellungnahme des
RAD, IV-act. 96).
D.
D.a Mit Eingaben vom 25. September 2013 erhob der Rechtsvertreter Beschwerden
gegen die Rentenverfügung vom 29. August 2013 (act. IV 2013/484 G 1) sowie gegen
die Verfügung vom 13. September 2013 betreffend unentgeltliche Verbeiständung im
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Vorbescheidverfahren (act. IV 2013/485 G 1). Der Rechtsvertreter beantragte, die
Verfügungen seien aufzuheben, dem Beschwerdeführer sei im Vorbescheidverfahren
die unentgeltliche Verbeiständung zu gewähren und es sei ihm spätestens ab Juli 2010
eine ganze IV-Rente zuzusprechen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten
der Beschwerdegegnerin. Darüber hinaus ersuchte der Rechtsvertreter um Gewährung
der unentgeltlichen Rechtspflege für die gerichtlichen Verfahren (IV-act. 98-8 ff.).
D.b Das Versicherungsgericht vereinigte am 26. September 2013 die die beiden
Beschwerdeverfahren IV 2013/484 und IV 2013/485 (act. G 2) und bewilligte das
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Gerichtsverfahren (act. G 3).
D.c Mit Beschwerdeantwort vom 23. Oktober 2013 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerden. Zur Begründung verwies sie im
Wesentlichen auf die RAD-Stellungnahme vom 28. August 2013 (IV-act. 94) und
machte geltend, die Voraussetzung der Befundsicherheit sei nicht vollends zu bejahen.
Falls die erhobenen Befunde korrekt seien, sei überwiegend wahrscheinlich, dass der
Gesundheitsschaden seit den Jugendjahren bestehe. Falls nicht, sei durchaus davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer absichtlich Unwahrheiten erzählt habe, wie er
dies auch im Asylverfahren getan habe. Von weiteren Abklärungen sei nichts mehr zu
erwarten. Hinsichtlich der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung führt die
Beschwerdegegnerin aus, im Vorbescheidverfahren hätten sich keine besonders
schwierigen Rechtsfragen gestellt. Der Beschwerdeführer habe nach wie vor nicht
begründet, weshalb er sich bezüglich der Interessenswahrung nicht an eine soziale
Institution gewandt habe. Auch hätte er sich an seinen Hausarzt wenden können (act.
G 4).
D.d Mit Replik vom 22. Januar 2014 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
an seinen Anträgen fest und bestritt das Vorbringen der Beschwerdegegnerin, der
Beschwerdeführer sei bereits bei seiner Einreise im Jahr 1996 arbeitsunfähig gewesen.
Vom letzten Arbeitgeber sei bekannt, dass diesem bezüglich Arbeitsunfähigkeit nichts
aufgefallen und die Kündigung aus anderen Gründen erfolgt sei. Auch gemäss
Gutachten vom 20. Mai 2013 weise nichts darauf hin, dass eine Arbeitsunfähigkeit vor
Juli 2009 vorhanden gewesen sei. Die Beschwerdegegnerin lege nicht konkret dar,
worauf sie die Vermutung, der Gesundheitsschaden bestehe seit den Jugendjahren,
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stütze. Bezüglich des Antrags auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung machte der
Rechtsvertreter geltend, im Vorbescheidverfahren habe sich die Situation aufgrund der
Begutachtung verkompliziert und auch der Einwand der fehlenden
versicherungsmässigen Voraussetzungen habe die Angelegenheit nochmals sachlich
und rechtlich komplexer gemacht (act. G 10).
D.e Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (vgl. act.
G 12).

Erwägungen:
1.
Am 26. September 2013 vereinigte das Versicherungsgericht die Beschwerdeverfahren
betreffend Rentenanspruch (IV 2013/484) und betreffend unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren ab Vorbescheid (IV 2013/485; vgl. act.
G 2). Streitgegenstand des Verfahrens IV 2013/125 bildet die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren bis zum Erlass des Vorbescheids. Da
die Streitgegenstände der bereits vereinigten Verfahren und des Verfahrens IV
2013/125 eng zusammenhängen und sich dieselben Parteien gegenüberstehen,
rechtfertigt es sich, das Verfahren IV 2013/125 mit den Verfahren IV 2013/484 und 485
zu vereinigen.
2.
Zwischen den Parteien sind der Rentenanspruch (Verfügung vom 29. August 2013)
sowie der Anspruch auf unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Verwaltungsverfahren
(Verfügungen vom 28. Februar und 13. September 2013) umstritten.
3.
Zunächst ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers zu prüfen.
3.1 Die Parteien streiten darüber, ob die versicherungsmässigen Voraussetzungen für
den Anspruch auf eine Invalidenrente erfüllt sind.
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3.2 Gemäss Art. 6 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) haben ausländische Staatsangehörige, vorbehältlich Art. 9 Abs. 3 IVG, dann
Anspruch auf Leistungen, solange sie ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art.
13 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
[ATSG; SR 830.1]) in der Schweiz haben und sofern sie bei Eintritt der Invalidität
während mindestens eines vollen Jahres Beiträge geleistet oder sich ununterbrochen
während zehn Jahren in der Schweiz aufgehalten haben. Betreffend Renten legt Art. 36
Abs. 1 IVG fest, dass der Anspruch auf eine ordentliche Rente besteht, wenn bei Eintritt
der Invalidität während mindestens eines vollen Jahres Beiträge geleistet wurden. Die
Invalidität gilt als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruchs auf die
jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat (Art. 4 Abs. 2 IVG).
3.3 Anspruch auf eine Invalidenrente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die
ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder
herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), die während eines Jahres ohne
wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen
sind (lit. b) und die nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c),
denn ein Rentenanspruch besteht erst ab diesem Invaliditätsgrad (Art. 28 Abs. 2 IVG).
Entsprechend gilt der Versicherungsfall "Invalidität" dann als eingetreten, wenn die
versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch
durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen ist. War die versicherte
Person jedoch bei der erstmaligen Einreise in die Schweiz bereits zu mindestens 40%
invalid, ist der rentenspezifische Versicherungsfall eingetreten, bevor die
Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sein konnten (BGE 136 V 369 E. 1.1, mit Hinweisen;
Urteil des Bundesgerichts vom 30. Mai 2006, I 76/05, E. 2).
3.4 Die Beschwerdegegnerin hat das Vorliegen der versicherungsmässigen Voraus
setzungen mit der Begründung verneint, dass die krankheitsbedingte Störung bereits
im 14. Altersjahr des Beschwerdeführers aufgetreten sei. Damit bestehe seit 19_ eine
mindestens 40%ige Arbeitsunfähigkeit und die Einreise in die Schweiz im Jahr 1996 sei
mit Behinderung erfolgt. Der Beschwerdeführer macht demgegenüber unter Verweis
auf das Gutachten von Dr. G._ vom 20. Mai 2013 (IV-act. 80) geltend, er sei bei
seiner Einreise in die Schweiz nicht arbeitsunfähig gewesen.
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3.5 Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes bzw. der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Es hat
demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist,
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V
352 E. 3a mit Hinweisen).
3.6 Dr. G._ führte im Gutachten vom 20. Mai 2013 zum Beginn der
Arbeitsunfähigkeit aus, dieser sei auf den Juli 2009, als die erste stationäre
psychiatrische Behandlung erfolgt sei, festzusetzen. Zum zeitlichen Verlauf gab er an,
gemäss den Akten habe der Beschwerdeführer bis Ende März 2009 gearbeitet und im
April 2009 eine Ferienreise unternommen. Bis dahin sei keine Arbeitsunfähigkeit
nachweisbar; weder für frühere Zeiten, noch für die Zeit nach Beginn der
psychiatrischen Behandlung im Jahr 2007. Weder mache der Versicherte Angaben, die
für diese Zeit eine Arbeitsunfähigkeit belegen würden, noch gebe es Expertisen, welche
das ergäben. Ab Juli 2009 seien Stimmungsveränderungen und Verhaltensänderungen
beschrieben, welche eine erhebliche Minderung der Leistungsfähigkeit ergäben (IV-act.
80-28 f.). In seiner Stellungnahme vom 28. Mai 2013 führte RAD-Arzt Dr. med. H._ in
Würdigung des psychiatrischen Gutachtens aus, es sei nachvollziehbar, dass ab Mitte
2009 für die meiste Zeit eine relevante Arbeitsunfähigkeit vorgelegen habe. Auf das
Gutachten könne vollumfänglich abgestellt werden (IV-act. 81). Auch im Strategie-
Protokoll vom 18. Juni 2013 wird das Gutachten als aus medizinischer Sicht gründlich,
detailliert und fundiert bezeichnet (IV-act. 84). Schliesslich findet sich auch in der
Stellungnahme von RAD-Arzt Dr. med. I._ vom 28. August 2013 die Aussage, die
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Einschätzung des Gutachters werde absolut nicht in Frage gestellt (vgl. IV-
act. 94-2).
3.7 Dr. G._ setzte sich ausführlich mit der persönlichen, beruflichen und
gesundheitlichen Entwicklung des Beschwerdeführers auseinander und nahm zu
früheren medizinischen Beurteilungen umfassend Stellung. Die medizinischen Vorakten
wurden verwertet und die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden gewürdigt.
Die entsprechenden gutachterlichen Ausführungen erscheinen medizinisch fundiert und
die diesbezüglichen Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar. Weiter bestehen keine
Anhaltspunkte dafür, dass in medizinischer Hinsicht objektiv wesentliche Tatsachen
nicht berücksichtigt worden wären. Insgesamt leuchtet die Festlegung des Eintritts der
relevanten Arbeitsunfähigkeit in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und
in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Es besteht keine Veranlassung, vom
gutachterlich festgesetzten Eintritt der Arbeitsunfähigkeit abzuweichen.
3.8 Zusammenfassend ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vom Beginn der
relevanten Arbeitsunfähigkeit im Juli 2009 auszugehen. Was die erstmals im Strategie-
Protokoll vom 18. Juni 2013 (IV-act. 84) vorgebrachte Argumentation der
Beschwerdegegnerin, bei Annahme einer Befundsicherheit sei der Eintritt der
Behinderung in der Jugend des Beschwerdeführers festzusetzen, betrifft, so vermag
diese vor dem Hintergrund der nachvollziehbaren und im Grundsatz unbestrittenen
gutachterlichen Ausführungen Dr. G._ nicht zu überzeugen. So hielt der Gutachter im
Rahmen der Beurteilung der Kindheit und Jugend des Beschwerdeführers lediglich im
Sinne einer Vermutung fest, dass beim Beschwerdeführer "möglicherweise mit 14, also
19_" erstmals eine Phase mit deprimierter Stimmung vorhanden gewesen sei (IV-act.
80-20) und offenbar mehrere, mehr oder weniger klar voneinander abgrenzbare
depressive Episoden vorgelegen hätten, "möglicherweise bereits seit der Jugend" (IV-
act. 80-21). In Übereinstimmung mit den Ausführungen des Gutachters ist es
vorliegend lediglich als möglich, nicht aber als überwiegend wahrscheinlich zu
erachten, dass beim Beschwerdeführer bereits ab dem Jugendalter aufgrund von
negativen Ereignissen psychische Beeinträchtigungen in einer Intensität vorgelegen
haben, aufgrund welcher das Vorliegen einer 40%igen Invalidität bei Einreise in die
Schweiz angenommen werden müsste. Genügend verlässliche Hinweise darauf, dass
seit Einreise keine längerdauernde Phase einer 40% unterschreitenden Invalidität
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vorgelegen haben soll, liefern die Akten darüber hinaus nicht. Hinzu kommt, dass sich
die damalige psychische Verfassung des Beschwerdeführers mit weiteren Abklärungen
im Nachhinein nicht mehr zuverlässig eruieren lässt, zumal er auch bis anhin kaum zur
Konkretisierung seiner Krankengeschichte beigetragen hat (vgl. IV-act. 80-11). So
macht die Beschwerdegegnerin selbst geltend, von weiteren medizinischen
Abklärungen seien keine neuen Erkenntnisse mehr zu erwarten (vgl. IV-act. 84-3).
3.9 Damit ist festzuhalten, dass der Versicherungsfall im Zeitpunkt der Einreise des
Beschwerdeführers in die Schweiz mit überwiegender Wahrscheinlichkeit noch nicht
eingetreten war.
4.
4.1 Wie in Erwägung 3 dargelegt, erscheint das psychiatrische Gutachten vom 20.
Mai 2013 als in medizinischer Hinsicht fundiert und schlüssig, was im Übrigen auch
nicht bestritten wird. Fraglich ist jedoch, ob im vorliegenden Fall der den
gutachterlichen Ausführungen zugrunde liegende Sachverhalt für die Rentenbeurteilung
rechtsgenüglich abgeklärt worden ist.
4.2 Dr. G._ wies in seinem Gutachten wiederholt auf Inkonsistenzen bei den
biographischen Angaben und Schilderungen der Beschwerden hin. Er betonte,
insgesamt sei die Befundsicherheit eher gering (IV-act. 80-21). Der Beschwerdeführer
mache zu den nicht beobachtbaren Beschwerden überwiegend vage Angaben und sei
nicht kooperativ, wenn es um die Konkretisierung dieser Angaben gehe. Teilweise
reagiere er aggressiv. Es sei nicht ausgeschlossen, dass dieses Verhalten Teil seiner
psychischen Störung sei. Beweisen lasse sich dies aber auch nicht. Aus den Akten
ergäben sich erhebliche Widersprüche und der Beschwerdeführer mache auch zu
anderen Themen inkonsistente Angaben. Insgesamt verbleibe der Eindruck, dass die
Angaben des Beschwerdeführers nicht sehr verlässlich seien. Die Befundsicherheit sei
am meisten dadurch beeinträchtigt, dass der Beschwerdeführer sich nicht konkret zu
Symptomen und Erleben von Beschwerden explorieren lasse, was Versuche der
Konkretisierung unterbinde. Dieses Verhalten sei nicht ohne Weiteres als
Krankheitssymptom oder Reaktion auf ein Symptom (z.B. Misstrauen) zu verstehen. Dr.
G._ verwies sodann auf die Akten des Sozialamtes der Gemeinde J._ (vgl. IV-act.
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52-34) und hielt fest, es ergebe sich der Verdacht, dass der Beschwerdeführer schon
früher vermieden habe, sich anzustrengen, um zu arbeiten und dazu geneigt habe,
Leistungen des sozialen Sicherungssystems mehr in Anspruch zu nehmen, als bei
gutem Willen zu erwarten gewesen wäre (IV-act. 80-26 f.). Im Sinne einer
abschliessenden Bemerkung führte der Gutachter aus, es bestünden keine
vernünftigen Zweifel, dass der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt der Untersuchung
erheblich unter einer psychischen Krankheit gelitten habe und in seiner
Leistungsfähigkeit erheblich eingeschränkt gewesen sei. Es gebe aber viele den Akten
zu entnehmende Inkonsistenzen und es bestehe eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass
der Beschwerdeführer nicht immer zutreffende Angaben zu seinen Beschwerden
gemacht habe. Das vermindere die Befundsicherheit und die Sicherheit der
diagnostischen Zuordnung. Eine Veränderung dieser diagnostischen Zuordnung würde
Veränderungen hinsichtlich Behandlung, beruflicher Rehabilitation sowie Prognose
bewirken. Hätte der Beschwerdeführer in erheblichem Umfang ein falsches Bild seiner
Beschwerden gezeichnet, würde das die bestehenden Diagnosen in Zweifel ziehen (IV-
act. 80-24, 31).
4.3 Insgesamt vermögen diese gutachterlichen Ausführungen im Zusammenhang mit
der Befundsicherheit Zweifel an den Sachverhaltsgrundlagen zu begründen. Die
Beschwerdegegnerin wies sodann selbst darauf hin, dass eine Befundsicherheit
offensichtlich nicht vollends zu bejahen sei (vgl. act. G 4, Ziff. 3). Vor diesem
Hintergrund ist es als nicht nachvollziehbar zu erachten, dass sie die im Strategie-
Protokoll vom 18. Juni 2013 angedeuteten weiteren Abklärungen (vgl. IV-act 84-3)
unterlassen hat. Die Sache ist deshalb an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen,
damit sie die verpassten Sachverhaltsabklärungen zur Validierung der Angaben des
Beschwerdeführers nachhole. Eine Möglichkeit der weiteren Abklärung zur Validierung
der Schlussfolgerungen von Dr. G._ liegt beispielsweise in der Einholung
fremdanamnestischer Angaben, wobei mit Blick auf die dem Beschwerdeführer
gewährte sozialhilferechtliche Unterstützung (vgl. IV-act. 52-17) insbesondere die
Befragung der zuständigen Auskunftspersonen der Sozialen Dienste K._ sowie des
Ausländeramtes des Kantons St. Gallen
naheliegt. Auch die Einholung von Auskünften von Nachbarn oder weiteren (auch
ehemaligen) Bezugspersonen könnte weitere Klärung bringen. Zu denken ist
diesbezüglich insbesondere an die Befragung der Ex-Ehefrau, zu welcher der
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Beschwerdeführer offenbar aufgrund der Wochenendbesuche der Kinder noch Kontakt
hat (vgl. act. IV 2013/125 G 5.3), zu dessen sozialen Kontakten sowie an die Einholung
von Auskünften betreffend frühere Arbeitstätigkeiten (z.B. über die Arbeitseinsätze bei
der L._ AG vom Juni 1998 bis Januar 2000 und beim M._ vom November 2002 bis
September 2003, vgl. IV-act. 10-2 f.). Darüber hinaus ist es der Beschwerdegegnerin zu
überlassen, auf welche Art und Weise sie den zugrunde zu legenden Sachverhalt
evaluiert.
4.4 Sollte sich aufgrund der vorzunehmenden Abklärungen ergeben, dass die
gutachterlichen Ausführungen auf einer fehlerhaften oder nicht hinreichend
zuverlässigen Sachverhaltsgrundlage beruhten, sind die gewonnenen Erkenntnisse
dem psychiatrischen Gutachter vorzulegen, welcher auf dieser Grundlage eine neue
Beurteilung vornehmen bzw. sich mit allfällig höherer Befundsicherheit nochmals
äussern soll. Ergeben die Abklärungen des Sachverhalts hingegen keine Hinweise,
dass die gutachterlich geäusserten Zweifel berechtigt sind, so ist dem
Beschwerdeführer auf der Grundlage des in medizinischer Hinsicht unbestrittenen
psychiatrischen Gutachtens ausgehend von einer Arbeitsunfähigkeit von 80% eine
Invalidenrente mit Wirkung ab 1. Juli 2010 zuzusprechen.
5.
Zu prüfen bleibt die Frage der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im
Verwaltungsverfahren.
5.1 Gemäss Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV; SR 101) hat jede Person, die
nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und deren Rechtsbegehren nicht
aussichtslos erscheint, Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege. Falls es zur Wahrung
ihrer Rechte notwendig ist, hat sie ausserdem Anspruch auf unentgeltlichen
Rechtsbeistand. Beim Anspruch gemäss Art. 29 Abs. 3 BV handelt es sich um einen
"eigentlichen Pfeiler des Rechtsstaates" (BGE 132 I 214 E. 8.2).
5.2 Der gesuchstellenden Person wird im Sozialversicherungsverfahren ein
unentgeltlicher Rechtsbeistand bewilligt, wo die Verhältnisse es erfordern (Art. 37 Abs.
4 ATSG). Voraussetzungen für die Bewilligung der unentgeltlichen
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Rechtsverbeiständung sind (in Analogie zum gerichtlichen Verfahren) die finanzielle
Bedürftigkeit, die fehlende Aussichtslosigkeit und die Erforderlichkeit der Vertretung
(vgl. BBl 1999 4595). Den höheren Anforderungen im Verwaltungsverfahren soll
insofern Rechnung getragen werden, als die Erforderlichkeit der Vertretung eingehend
zu prüfen ist. Dabei wird auf die Schwierigkeit des Falles und auf die Verfahrensphase
abgestellt (BBl 1999 4595; vgl. auch BGE 132 V 201; Urteil des Bundesgerichts vom
12. März 2009, 9C_816/2008, E. 4.1). Als Beispiel für die Notwendigkeit der
unentgeltlichen Vertretung im Verwaltungsverfahren nennt die
sozialversicherungsrechtliche Literatur u.a., dass zu einem Gutachten Stellung zu
beziehen und die Erforderlichkeit von Ergänzungsfragen zu prüfen sei oder dass
komplexe sachverhaltliche oder rechtliche Fragen aufträten (Ueli Kieser, ATSG-
Kommentar, 2. Auflage, 2009, Rz 23 zu Art. 37).
5.3 Die Beschwerdegegnerin stellte sowohl im Verfahren IV 2013/125 als auch im
Verfahren IV 2013/485 die Erforderlichkeit der Vertretung in Abrede. Entgegen ihrer
Argumentation, es liessen sich keine schwierigen rechtlichen oder tatsächlichen Fragen
ausmachen, lassen vorliegend insbesondere die zu beurteilenden unterschiedlichen
psychiatrischen Diagnosen und damit einhergehende Befundunsicherheit (vgl. dazu
Erwägung 4), die rechtliche Würdigung des psychiatrischen Gutachtens sowie die
Prüfung der versicherungsmässigen Voraussetzungen im Zusammenhang mit der zwei
Jahrzehnte zurückliegenden Einreise des Beschwerdeführers in die Schweiz eine
anwaltliche Verbeiständung ohne Weiteres als notwendig erscheinen. Insgesamt ist der
vorliegend zu beurteilende Sachverhalt sowohl in medizinischer als auch in rechtlicher
Hinsicht als komplex zu erachten. Dass der Beizug eines Rechtsanwalts bereits vor
Erlass des Vorbescheids geboten war, ist aufgrund der Tatsache ausgewiesen, dass
das Verfahren bei im Jahre 2009 erfolgter Anmeldung zum Leistungsbezug und
Einholung der letzten Akten im Juni 2012 erst nach Einwand des Rechtsvertreters im
Februar 2013 wieder anhand genommen und das vom RAD bereits im Triage-Protokoll
vom 10. April 2012 (IV-act. 53) als notwendig erachtete psychiatrisches Gutachten
veranlasst wurde. Bei dieser Verfahrenssituation erscheint es gerechtfertigt, dass der
Beschwerdeführer, welcher unbestrittenermassen ein juristischer und medizinischer
Laie ist, sich an einen Rechtsanwalt wandte, um das Verfahren zu beschleunigen.
Dabei ist auch nicht zu übersehen, dass das Invalidenversicherungsrecht insbesondere
in den vergangenen Jahren an Umfang und Komplexität stark zugenommen hat. Damit
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ist nicht nur das Bedürfnis der versicherten Person gewachsen, in IV-
Verwaltungsverfahren von einem sachkundigen Rechtsbeistand beraten und vertreten
zu werden; vielmehr besteht auch auf Seiten der Verwaltungsbehörden ein Interesse
daran, in schwierigen Fällen auf die Unterstützung eines Rechtsbeistandes zählen zu
können, der die versicherte Person sach- und rechtskundig vertritt und berät (vgl. BGE
112 Ia 17 E. 3b betreffend Verwaltungsstreitigkeiten). Dies hat umso mehr zu gelten, als
sich der Umgang mit dem Beschwerdeführer im vorliegenden Fall aufgrund seiner
psychischen Beeinträchtigungen (Gereiztheit, Neigung zu Ärger und Aggressivität,
Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen, Misstrauen, IV-act. 80-24; vgl.
auch IV-act. 29) als schwierig gestaltet. Insgesamt war somit auch in diesem
Verfahrensstadium eine Rechtsverbeiständung geboten.
5.4 Schliesslich ist dem Einwand der Beschwerdegegnerin, der Beschwerdeführer
hätte sich zur Wahrung seiner Interessen an eine soziale Institution, wie die N._ oder
die O._, oder allenfalls auch an seinen Hausarzt wenden können (act. G 4, Ziff. 6; act.
IV 2013/125 G 4, Ziff. 3), nicht zu folgen. Wie im Entscheid IV 2013/237 des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. September 2013 (bestätigt durch
das Urteil des Bundesgerichts 9C_692/2013) ausführlich dargelegt, besteht keine
Schadenminderungspflicht, die es jeder gesuchstellenden Person aufträgt, vor
Inanspruchnahme der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung zunächst sämtliche
möglichen unentgeltlichen Rechtsberatungen auszuschöpfen, zumal fraglich ist, ob
entsprechende rechtskundige Beratungen, geschweige denn rechtskundige
Vertretungen, die den Beizug einer anwaltlichen Vertretung entbehrlich machen
würden, überhaupt voraussetzungslos und jeder Person kostenlos zur Verfügung
stehen. Schon gar nicht geht es an, der gesuchstellenden Person bezüglich einer
hypothetischen Beratungsmöglichkeit die Beweislast aufzuerlegen (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 26. November 2012, 9C_878/2012, E. 3.6.2; anders offenbar noch
Urteile des Bundesgerichts vom 18. September 2009, 9C_315/2009, E. 2.2, sowie vom
28. Juni 2012, 8C_438/2012, E. 2.2.1, worin indessen entsprechende
Beratungsgelegenheiten nicht konkret benannt werden und nicht mehr von einer
Verbeiständungsmöglichkeit, sondern entgegen der früheren Rechtsprechung bloss
noch Beizugsmöglichkeit die Rede ist).
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5.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aufgrund der vorliegenden Verhältnisse
eine anwaltliche Verbeiständung erforderlich war. Die Voraussetzung der finanziellen
Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ist vorliegend ohne Weiteres zu bejahen (vgl.
insbesondere das Schreiben der Sozialen Dienste St. Gallen vom 16. November 2009,
IV-act. 52-17 sowie act. IV 2013/125 G 5 samt Beilagen) und auch die Voraussetzung
der Nichtaussichtslosigkeit ist aufgrund der Aktenlage erfüllt. Insgesamt waren somit
die Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im
Verwaltungsverfahren erfüllt und die Sache ist zur Festsetzung und Ausrichtung der
Entschädigung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Im Übrigen wird die
Beschwerdegegnerin zu beachten haben, dass der angezeigte Aufwand des
Rechtsvertreters insbesondere im Zeitraum bis zum Erlass des Vorbescheids
bescheiden gewesen sein dürfte.
6.
6.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde im Verfahren IV 2013/484 unter
Aufhebung der angefochtenen Rentenverfügung vom 29. August 2013 teilweise
gutzuheissen. Die Sache ist im Sinne der vorstehenden Erwägungen zur weiteren
Abklärung und anschliessender Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen.
6.2 Die Beschwerden gegen die Verfügungen betreffend unentgeltliche Rechtsverbei
ständung im Verwaltungsverfahren vom 28. Februar 2013 (IV 2013/125) und 13.
September 2013 (IV 2013/485) sind gutzuheissen. Dem Beschwerdeführer ist die
unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das gesamte Verwaltungsverfahren ab Datum
der Gesuchstellung (13. Februar 2013, IV-act. 69) zu bewilligen und Rechtsanwalt lic.
iur. Daniel Ehrenzeller, Teufen, ist zum unentgeltlichen Vertreter zu benennen. Zur
Festsetzung und Ausrichtung der Entschädigung ist die Sache an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.3 Das Beschwerdeverfahren ist bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die
Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom
Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG).
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Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint im Verfahren IV 2013/484 als
angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles
Obsiegen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin
vollumfänglich. Sie hat deshalb die gesamte Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu
bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer
zurückzuerstatten.
6.4 In den Beschwerdeverfahren IV 2013/125 und IV 2013/485 betreffend unentgelt
liche Verbeiständung im Verwaltungsverfahren sind keine Gerichtskosten zu erheben
(Art. 61 lit. a ATSG). Die Kostenregelung von Art. 69 Abs. 1 IVG findet keine
Anwendung (vgl. den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 12. Januar 2012, IV
2010/270, E. 6.4).
6.5 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art.
22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im zu
beurteilenden Verfahren IV 2013/484 erscheint eine pauschale Parteientschädigung
von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
6.6 Dem Prozessausgang entsprechend steht dem Beschwerdeführer auch in den
Verfahren IV 2013/125 und IV 2013/485 eine Parteientschädigung zu. Im hier zu
beurteilenden Fall erscheint mit Blick auf die eingeschränkte Streitfrage und den eher
als gering einzustufenden Aufwand des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers eine
Parteientschädigung von pauschal Fr. 1'500.-- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer) als angemessen.
6.7 Die am 29. April 2013 (act. IV 2013/125 G 6) und am 26. September 2013 (act. G
3) bewilligte unentgeltliche Rechtspflege wird damit gegenstandslos.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP
bis
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