Decision ID: 6991babe-b230-5c44-b19b-0dcb3f77231f
Year: 2007
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
C._,
Beschwerdeführer,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
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A.
A.a Der 1946 geborene C._ war bei der A._ angestellt und bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und
Nichtberufsunfällen versichert, als er sich am 8. Juni 1969 beim Fussballspielen eine
Querfraktur am rechten Unterschenkel zuzog. Die Verletzung wurde im Krankenhaus
Wattwil operativ versorgt. Der Versicherte konnte seine angestammte Tätigkeit am 2.
März 1970 ohne wesentliche Einschränkung wieder aufnehmen (UV act. 18). Nach
mehreren Rückfällen, die zu Arbeitsunfähigkeiten, Hospitalisationen und Operationen
führten (vgl. UV act. 160), sprach ihm die Suva mit Verfügung von 2. Dezember 1987 ab
1. Mai 1987 eine Invalidenrente für eine Erwerbsunfähigkeit von 25% und eine
Integritätsentschädigung für einen Integritätsschaden von 10% zu (UV act. 165). Auch
danach stand der Versicherte regelmässig in ärztlicher Kontrolle und Behandlung. In
einem Bericht vom 7. Januar 2002 hielt die Dermatologische Klinik des
Universitätsspitals Zürich fest, Testungen hätten ergeben, dass der Versicherte positiv
auf Manganchlorid und Zinkchlorid sowie Nickelsulfat und Wollwachsalkohole reagiere
(UV act. 201). Am 11. Februar 2002 berichtete die Schulthess Klinik, Zürich, es bestehe
eine schmerzhafte trikompartimentale Gonarthrose rechts bei Status nach distaler
Femur-Osteotomie mit Sekundärinfekt mit Staphylococcus epidermitis im Jahr 1982.
Man habe dem Versicherten schon 2001 eine Total-Kniearthroplastik empfohlen. Er
habe damit aber noch zuwarten wollen. Wegen der positiven Metallreaktionen, komme
nur eine Arthroplastik aus Titan in Frage (UV act. 199).
A.b Am 24. August 2004 wurde im Kantonsspital St. Gallen wegen des Verdachts auf
einen Kniegelenkinfekt rechts eine Arthroskopie mit Spülung durchgeführt (UV act. 204
bis 206). Bis 11. Oktober 2004 und wegen eines weiteren Entzündungsschubs wieder
ab 18. Oktober 2004 bestand vollständige Arbeitsunfähigkeit (UV act. 209). Am 7.
Januar 2005 wurden im Kantonsspital St. Gallen die Ausräumung von zwei
Osteomyelitis-Herden im distalen Femur rechts und eine Synovektomie im rechten
Kniegelenk vorgenommen (UV act. 218). Am 31. Mai 2005 wurde eine Knie-
Totalendoprothese implantiert (UV act. 223). Wegen Verdachts auf eine Infektion hielt
sich der Versicherte vom 12. bis 19. Juli 2005 nochmals im Kantonsspital St. Gallen
auf.
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A.c Nachdem der Versicherte seit August 2004, nur unterbrochen durch eine
einwöchige Arbeitsfähigkeitsperiode im Oktober 2004, weiterhin vollständig
arbeitsunfähig gewesen war, bestätigten die Fachärzte des Kantonsspitals St. Gallen
nach einer Verlaufskontrolle vom 25. Januar 2006 auch künftig eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf als Chauffeur. Bei einer abwechselnd
sitzenden und stehenden Tätigkeit ohne wesentliche körperliche Belastung bestehe
eine Arbeitsfähigkeit von 50% (UV act. 246). Weil in der Transportfirma welche die
bisherige Arbeitgeberin des Versicherten, im Jahr 2005 übernommen hatte, keine den
körperlichen Einschränkungen des Versicherten angemessene Tätigkeit gefunden
werden konnte (UV act.250) und das Arbeitsverhältnis deswegen auf den 30. Juni 2006
gekündigt worden war (UV act. 255), empfahl die Suva dem Versicherten, sich bei der
Arbeitslosenversicherung zu melden. Ab 20. März 2006 werde ihm ein Taggeld von
50% ausgerichtet (UV act. 251). In den Arztberichten vom 1. Mai 2006 und 19. Juli
2006 führte Dr. med. B._ aus, die Belastbarkeit für eine abwechselnd sitzend und
stehend auszuführende Tätigkeit ohne wesentliche körperliche Belastung betrage je
nach dem 30 bis 50%. In der Tätigkeit als Chauffeur bestehe weiterhin eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% (UV act. 254 und 257).
A.d Am 26. Juli 2006 fand die kreisärztliche Abschlussuntersuchung statt. Dr. med.
D._, Facharzt für Chirurgie, beurteilte das Leistungsvermögen des Versicherten bei
ganztägiger Arbeit ohne besonders kniegelenkbelastende, in wechselnder
Arbeitshaltung und vorwiegend sitzend auszuführenden Tätigkeiten um 25%
eingeschränkt. Arbeiten auf Leitern und Gerüsten, mit häufigem Treppensteigen sowie
Heben und Tragen von schweren und mittelschweren Lasten seien ebenso unzumutbar
wie Arbeiten in der Hocke und kniend. Eine Verbesserung der Situation sei nicht mehr
zu erwarten (UV act. 263). Mit Schreiben vom 7. August 2006 teilte die Suva dem
Versicherten mit, dass ab 21. August 2006 kein Anspruch mehr auf Taggeldleistungen
bestehe, da die Arbeitsunfähigkeit lediglich noch 25% betrage (UV act. 264).
A.e Nachdem Dr. D._ den Integritätsschaden wegen der Pangonarthrose bei
mässiger Ausprägung mit geringer bis mässiger Gelenkspaltverminderung und
deutlicher Knochenapposition im Gelenkspalt und retropatellär gemäss Tabelle 5 auf
zwischen 10 bis 30% und die noch auszurichtende Integritätseinbusse auf 10%
geschätzt hatte (UV act. 262), sprach die Suva dem Versicherten wegen erheblicher
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Verschlimmerung der gesundheitlichen Folgen des Unfalls und Zunahme der
Integritätseinbusse mit Verfügung vom 7. August 2006 eine zusätzliche
Integritätsentschädigung von 10% zu. Da die Erwerbsfähigkeit von der
Verschlechterung des Gesundheitszustandes nicht erheblich betroffen sei, sei ihm im
Rahmen der 25%-igen Rente eine volle Arbeitstätigkeit auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt zumutbar (UV act. 265). Der Versicherte erhob dagegen am 17. August
2006 vorsorglich Einsprache und wies darauf hin, dass er am 30. August 2006 einen
Untersuchungstermin im Kantonsspital St. Gallen wahrnehmen werde.
A.f Dr. med. E._, Leitender Arzt der Klinik für orthopädische Chirurgie am
Kantonsspital St. Gallen, teilte am 30. August 2006 mit, dass er die Meinung des
Hausarztes teile und den Versicherten nach wie vor in wechselnd sitzend und stehend
auszuführenden Tätigkeiten ohne wesentliche körperliche Belastung als 50%
arbeitsunfähig betrachte. Im angestammten Beruf als Chauffeur bestehe eine
Arbeitsunfähigkeit von 100% (UV act. 269). In der Einsprachebegründung vom 8.
September 2006 wies der Versicherte darauf hin, dass er zur Zeit an einem
Einsatzprogramm in der Werkstatt Rosengarten teilnehme. Er arbeite 50% und sei am
Mittag jeweils ziemlich müde und habe unter anderem fast kein Gefühl mehr im Fuss.
Längeres Sitzen und Stehen bereite ihm grosse Mühe. Er könne nicht während mehr
als vier Stunden täglich einer Arbeit nachgehen (UV act. 270).
A.g Nach einer weiteren Verlaufskontrolle am 8. Januar 2007 hielt Dr. E._ an seinen
bisher abgegebenen Arbeitsfähigkeitsbeurteilungen (100% arbeitsunfähig im
angestammten Beruf, 50% arbeitsunfähig in wechselbelastender, körperlich leichter
Arbeit) fest (UV act. 276). Versicherungsmediziner Dr. med. F._, Facharzt für
orthopädische Chirurgie, dem die widersprüchlichen ärztlichen Leistungsbeurteilungen
vorgelegt worden waren, kam aufgrund einer Beurteilung der Akten gemäss Bericht
vom 29. März 2007 zum Schluss, der gesamte Integritätsschaden betrage aktuell 33%
(1987: 30%), wovon 20%, wie schon früher festgehalten, in der KUVG-Zeit entstanden
und 10% bereits entschädigt worden seien. Somit würde die
Differenzintegritätsentschädigung 3% betragen. Bei der Bemessung der erwerblichen
Leistungsfähigkeit sei vernünftigerweise das von ihm im Bericht aufgezeigte
Zumutbarkeitsprofil anzuwenden. Arbeiten in sitzender Position seien ganztägig
uneingeschränkt zumutbar, in stehender Position höchstens vielleicht zwei Mal
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während einer Stunde täglich und in gehender Position (kurze Strecken) manchmal
zumutbar. Ideal wäre auch eine Tätigkeit in Wechselposition, wobei die sitzende
Komponente 50 bis 60%, die stehende 10 bis höchstens 20% und kurze Gehstrecken
den Rest ausmachen sollten. Neben den im Zumutbarkeitsprofil aufgezählten
Tätigkeiten seien auch Tätigkeiten in der Hocke und in Kauerstellung sowie mit sehr
häufigem Niederknien unzumutbar. In einer Tätigkeit mit dem erwähnten, der
Behinderung angepassten Arbeitsbelastungsprofil sei ein ganztägiger Einsatz möglich
und auch zumutbar (UV act. 278).
B.
Mit Einsprache-Entscheid vom 17. April 2007 wies die Suva die Einsprache ab. Die
zugesprochene zusätzliche Integritätsentschädigung von 10% sei nicht angefochten
worden. Diesbezüglich sei die Verfügung somit in Rechtskraft erwachsen. Strittig sei,
ob dem Versicherten im Rahmen der vorbestehenden Invalidenrente von 25% auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt eine Tätigkeit mit einem Pensum von 100% zumutbar sei und
die vorbestehende Invalidenrente von 25% zu Recht nicht erhöht worden sei. Kreisarzt
Dr. D._ gehe bei nicht besonders kniebelastenden Tätigkeiten und Einhaltung
weiterer Auflagen von einem ganztägigen Leistungsvermögen im Rahmen der 25%igen
Invalidenrente aus. Demgegenüber hielten die Fachärzte des Kantonsspitals und der
Hausarzt des Versicherten diesen in einer wechselnd sitzenden und stehenden
Tätigkeit lediglich zu 50% bzw. zwischen 30 und 50% arbeitsfähig. Unter Einhaltung
verschiedener Anforderungen an den Arbeitsplatz sei gemäss der Beurteilung von Dr.
F._ sogar ein ganztägiger Einsatz möglich und zumutbar. Auf die Beurteilung von Dr.
F._ sei abzustellen. Sie sei in Kenntnis sämtlicher Akten entstanden und äussere sich
nachvollziehbar zu den zumutbaren Tätigkeiten. Hinsichtlich der höheren
Arbeitsunfähigkeitsschätzungen der behandelnden Ärzte des Kantonsspitals und des
Hausarztes sei der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass diese im Zweifelsfall
eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen würden. Ihre Einschätzungen seien nicht
geeignet, die Beurteilung von Dr. F._ zu entkräften. Zudem würden die Auskünfte von
Dr. D._ und Dr. F._ übereinstimmen. Auszugehen sei somit von einer im Rahmen
der vorbestehenden Rente und unter Berücksichtigung der im Zumutbarkeitsprofil
formulierten Einschränkungen vollen Arbeitsfähigkeit. Gegenüber der gesundheitlichen
Situation wie sie von Kreisarzt Dr. med. G._ im Jahr 1987 festgestellt worden sei,
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habe sich der Zustand durch die Implantation der Knieprothese offensichtlich geändert.
Heute sei dem Versicherten auch eine vorwiegend stehende Arbeit nicht mehr
zumutbar. Im Jahr 1987 sei von einem Valideneinkommen von monatlich Fr. 3'400.--
bzw. von jährlich Fr. 40'800.-- ausgegangen worden. Unter Berücksichtigung der
seither eingetretenen Nominallohnentwicklung betrage das hypothetische
Valideneinkommen im Jahr 2006 Fr. 62'290.--. Ausgehend vom statistischen
Tabellenlohn (LSE 2006) ergebe sich bei einer 100%igen Beschäftigung ein
Invalideneinkommen von Fr. 58'409.--. Da dem Versicherten gemäss
Zumutbarkeitsprofil eine ganztägige Tätigkeit zumutbar sei, sei kein Abzug aufgrund
des Beschäftigungsgrades vorzunehmen. Unter Würdigung aller Umstände erscheine
ein Abzug von 20% vom statistischen Invalideneinkommen angemessen. Daraus
resultiere eine Erwerbseinbusse von aufgerundet 25%. Ein maximaler Abzug von 25%
vom Invalideneinkommen sei vorliegend nicht angemessen. Eine für die Revision der
laufenden Invalidenrente vorauszusetzende erhebliche Veränderung sei daher nicht
eingetreten. Da dem Versicherten eine Tätigkeit mit einem Pensum von 100%
zumutbar sei, sei das Taggeld ab 26. Juli (recte: 21. August, vgl. UV act. 264) 2006 zu
Recht eingestellt worden.
C.
Gegen diesen Entscheid richtet sich die Beschwerde vom 14. Mai 2007 mit dem Antrag
auf rückwirkende Ausrichtung einer Invalidenrente unter Berücksichtigung der von den
Ärzten des Kantonsspitals und des Hausarztes bestätigten Arbeitsunfähigkeit von 50%
in einer angepassten Tätigkeit. Das gleichzeitig gestellte Gesuch um unentgeltliche
Rechtsverbeiständung wies der Präsident des Verscherungsgerichts mit Schreiben
vom 17. August 2007 mangels Bedürftigkeit des Versicherten ab. Der
Beschwerdeführer bringt vor, während des laufenden Einsatzprogramms, an dem er
sich mit einem Pensum von 50% beteilige, stelle er immer wieder fest, dass ein höhere
Pensum wegen des mehrmals operierten Knies nicht möglich sei. Allenfalls seien
weitere medizinische Abklärungen durch unabhängige Spezialärzte zu veranlassen.
D.
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In der Beschwerdeantwort vom 6. August 2007 beantragt die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde. Dem Beschwerdeführer sei ein ganztägiger Einsatz unter
Berücksichtigung des von Dr. F._ geschilderten Zumutbarkeitsprofils möglich. Daran
werde festgehalten. Bei einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr
2006 von 41,7 Stunden betrage das Valideneinkommen Fr. 61'783.--. Bei einem
leidensbedingten Abzug von 20% resultiere ein Invalideneinkommen vom Fr. 46'023.--.
Der Invaliditätsgrad betrage somit gerundet nur 24%. Da eine erhebliche Veränderung
der Invalidenrente nicht vorliege, sei eine Erhöhung der Rente nicht gerechtfertigt.
E.
Der Beschwerdeführer hält unter Verweis auf seine Vorbringen in der Beschwerde und
den Arztbericht des Kantonsspitals vom 30. August 2006 an seinen Anträgen fest.
F.
Mit Verfügungen vom 4. Januar 2006 hat die IV-Stelle des Kantons St. Gallen sowohl
das Begehren um berufliche Wiedereingliederungsmassnahmen als auch das
Rentenbegehren abgelehnt (UV act. 244 und 245).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2003 sind das Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) und die dazugehörige Verordnung (ATSV;
SR 830.11) in Kraft getreten. Vorliegend ist - nachdem Leistungen ab 21. August 2006
(Datum der Einstellung der Taggeldleistungen) streitig sind - dieses neue Gesetz
anwendbar. Der Gesetzesänderung kommt jedoch insofern nur beschränkte Tragweite
zu, als mit dem Inkrafttreten des ATSG an den von der Rechtsprechung entwickelten
Begriffen der Arbeitsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit, Invalidität und Bemessung der
Invalidität nichts Grundlegendes geändert hat (BGE 130 V 345 ff. Erw. 3.1 bis 3.4;
RKUV 2004 Nr. U 529 S. 572).
2.
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Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Gericht die Gesetzmässigkeit eines
angefochtenen Entscheids in der Regel nach dem Sachverhalt, der zur Zeit des
Entscheids, vorliegend also am 17. April 2007, gegeben war (BGE 121 V 366 Erw. 1b
mit Hinweisen). Streitig und zu prüfen ist, ob sich die Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers seit der ursprünglichen Rentenzusprache vom 2. Dezember 1987
erheblich verändert hat. Fraglich ist vorab, in welchem Umfang der Beschwerdeführer
arbeitsfähig ist. Dabei ist entscheidend, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die
Beurteilungen ihrer eigenen Ärzte Dr. D._ und Dr. F._ abgestellt und die
Zumutbarkeitsbeurteilungen des Hausarztes Dr. B._ und des Facharztes des
Kantonsspitals Dr. E._ ausser Acht gelassen hat. Die in der Verfügung vom 7. August
2006 mit zusätzlichen 10% zu entschädigende Integritätseinbusse hat der
Beschwerdeführer nicht angefochten. In diesem Punkt ist die Verfügung somit in
Rechtskraft erwachsen (BGE 119 V 350).
3.
3.1 Wird eine versicherte Person infolge eines Unfalls zu mindestens 10% invalid, so
hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Als invalid gilt, wer
voraussichtlich bleibend oder für längere Zeit in seiner Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt
ist (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts, SR 830.1, ATSG). Gemäss Art. 16 ATSG wird für die
Bestimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte
Person nach Eintritt der (unfallbedingten) Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zu dem Erwerbseinkommen, das sie
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Va¬lideneinkommen).
3.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung - und im
Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeit die
versicherte Person arbeitsfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Aussagen eine
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wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen einer
Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 Erw. 4, 115 V 134, 114 V 314).
3.3 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die
urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln
sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig
davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht,
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der
Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind. Auch den Berichten
versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kann rechtsprechungsgemäss Beweiswert
beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit
bestehen (BGE 125 V 352 Erw. 3a und b mit Hinweis). Auch reinen Aktengutachten
kann voller Beweiswert zukommen, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im
Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden
medizinischen Sachverhalts geht (RKUV 1993 Nr. U 167 S. 95). Da die Suva in
beweisrechtlicher Hinsicht ein zur Objektivität verpflichtetes gesetzesvollziehendes
Organ ist, kann auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte
Beweiswert zugemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass die befragte medizinische
Fachperson in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht
schon auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr
besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung
objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung,
welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die
Unparteilichkeit allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 353 f. Erw. 3b/
33, 122 V 157 mit Hinweisen).
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3.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Die Frage,
ob eine erhebliche Verschlimmerung der Unfallfolgen vorliegt, beurteilt sich durch den
Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der ursprünglichen Verfügung mit demjenigen
im Zeitpunkt des die Revision betreffenden Einsprache-Entscheids (RKUV 1989 S. 70).
Die Invalidenrente ist nicht nur bei wesentlichen Veränderungen des
Gesundheitszustandes, sondern auch dann zu revidieren, wenn sich die
wirtschaftlichen Auswirkungen bei gleich bleibendem Gesundheitszustand erheblich
verändert haben (ALEXANDRA RUMO-JUNGO, Rechtsprechung des Bundesgerichts
zum UVG, 2003, S. 151).
3.5 Die erwerbliche Verwertbarkeit der in Frage kommenden Tätigkeiten ist davon
abhängig, dass diese - konkret und objektiv substantiiert - auf dem ausgeglichenen
Arbeitsmarkt auch grundsätzlich vorhanden sind. Insoweit ist auch die Lage des realen
und aktuellen Arbeitsmarktes bei der Invaliditätsbemessung von Bedeutung. Eine
Arbeitsgelegenheit im Sinn des Gesetzes darf also nur angenommen werden, wenn auf
dem allgemeinen Arbeitsmarkt genügend Stellen zu finden sind, deren
Anforderungsprofil mit den gesundheitlich bedingten Einschränkungen der versicherten
Person vereinbar sind (SVR 1998 IV Nr. 2 S. 10 Erw. 5b/aa).
4.
Die ursprüngliche Zusprache einer Invalidenrente bei einem Erwerbsausfall von 25% ab
1. Mai 1987 erfolgte gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung von Dr. med. G._ vom
7. September 1987 (UV act. 160). Dr. G._ bezeichnete es damals als günstig, dass
der Versicherte jetzt eine Arbeit mit Wechselbelastung ausführen könne. Tätigkeiten in
kniender oder hockender Position wären kaum ausführbar. Auch das Heben von
schweren Lasten sowie das häufige Treppen- oder Leiternsteigen wurde als nicht
zumutbar bezeichnet. Die Leistungseinbusse bei der aktuellen Beschäftigung mit
stehender, teilweise sitzender Arbeit mit kurzen Gehstrecken wurde auf 25% geschätzt.
Prognostisch müsse in den kommenden Jahren mit der Zunahme der Arthrose
gerechnet werden.
5.
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5.1 Seither ist es zu einer Veränderung der gesundheitlichen Situation gekommen. Das
unfallbedingt zunehmend arthrotische Kniegelenk wurde, nachdem es im Verlauf der
Jahre zu zahlreichen Komplikationen und Verschlechterungen gekommen war, am 31.
Mai 2005 durch eine Prothese ersetzt. Fraglich ist, ob damit auch eine Änderung der
erwerblichen Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers eingetreten ist. In der
Verfügung ging die Beschwerdegegnerin aufgrund der Beurteilung von Kreisarzt Dr.
D._, wonach weiterhin eine Leistungseinschränkung von 25% in dem Knieleiden
angepassten ganztags auszuführenden Tätigkeiten bestehe (UV act. 263), von einem
im Ergebnis unveränderten Sachverhalt aus. Nachdem sowohl Dr. E._ als
orthopädischer Facharzt des Kantonsspitals St. Gallen und Dr. B._ als Hausarzt den
Beschwerdeführer auch in einem knieschonenden Arbeitsumfeld mindestens zu 50%
arbeitsunfähig bezeichnet hatten (UV act. 257, 269 und 276), holte die
Beschwerdegegnerin im Einsprache-Verfahren das Aktengutachten von
Versicherungsmediziner Dr. F._ vom 29. März 2007 ein. Dr. F._ erachtete
Tätigkeiten, die idealerweise abwechselnd sitzend (50% bis 60%), stehend (10% bis
höchstens 20%) und wenig gehend ausgeführt werden könnten, als uneingeschränkt
zumutbar und bezeichnete den Beschwerdeführer bei Arbeiten, die zusätzlich
bewältigt werden können, als ganztägig arbeitsfähig (UV act. 278). Im Einsprache-
Entscheid verzichtete die Beschwerdegegnerin daraufhin auf eine Reduktion des
Invalideneinkommens wegen einer Leistungseinbusse. Sie gewährte aber einen
ohne lange oder sehr lange Gehstrecken,–
ohne sehr häufiges Treppensteigen,–
ohne Besteigen von Leitern und Gerüsten,–
ohne häufiges Gehen auf unebenem Untergrund,–
ohne Heben und Tragen von Lasten über 25 kg,–
mit ganz seltenem Heben zwischen 10 und 25 kg,–
mit häufigem Heben bis 10 kg und uneingeschränkt bis 5 kg,–
nicht in der Hocke, nicht in Kauerstellung und nicht sehr häufig in kniender Position–
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Leidensabzug von 20%, womit sie beim Einkommensvergleich wiederum zu einem IV-
Grad von aufgerundet 25% gelangte. Ob Dr. F._ bei seiner Beurteilung die bereits
bestehende erwerbliche Einschränkung von 25% berücksichtigt hat oder ob er davon
ausgeht, dass bei vollständiger Berücksichtigung des Arbeitsplatzprofils keine
rentenrelevante Einschränkungen mehr bestehen, geht allerdings aus seinem Bericht
nicht mit genügender Deutlichkeit hervor. Das Vorgehen der Beschwerdegegnerin bei
der Bemessung des Invaliditätsgrads wirft daher Fragen auf. Folgt man dem Wortlaut
der Beurteilung von Dr. F._, ist von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit bei einer
Tätigkeit innerhalb des von ihm spezifizierten Zumutbarkeitsprofils auszugehen. Damit
weicht seine Beurteilung allerdings nicht nur von jenen der behandelnden Ärzte,
sondern auch von der Einschätzung der Leistungsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten
von Kreisarzt Dr. D._ ab. Zusätzlich fehlen in den vorhandenen Akten jegliche
Hinweise auf Verweisungstätigkeiten, die dem Beschwerdeführer, trotz der
aufgezählten, zahlreichen Rücksichtsnahmen, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt noch
offen stehen.
Ebenfalls bei wörtlicher Interpretation der Ausführungen von Dr. F._ ist sodann davon
auszugehen, dass er - in Übereinstimmung mit den übrigen Ärzten - die bisher vom
Beschwerdeführer ausgeübte Tätigkeit der aktuellen körperlichen Belastbarkeit
offenbar nicht mehr als angemessen erachtet. Aussagen über die dadurch
eingetretenen Folgen fehlen. Sie wären zur Beurteilung der vorliegend relevanten
Frage, ob zwischenzeitlich eine Verschlechterung der erwerblichen Situation
eingetreten sei, indessen von massgeblicher Bedeutung. Denn abgesehen davon, dass
sich der Katalog der Einschränkungen gegenüber der ursprünglichen Beurteilung im
Jahr 1987 wesentlich verlängert hat, weist die Tatsache, dass die bisher, trotz der seit
Jahren bestehenden erheblichen schmerzhaften arthrotischen Veränderungen
ausgeübte Tätigkeit nicht mehr zumutbar ist, auf eine erhebliche gesundheitliche
Verschlechterung hin, die sich auch erheblich auf das Finden einer zumutbaren Stelle
und die erwerbliche Leistungsfähigkeit auswirken dürfte. Vor diesem Hintergrund
erscheint die Arbeitsunfähigkeitschätzung der behandelnden Ärzte, wonach lediglich
noch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bestehe, zumindest als nachvollziehbar. Jedenfalls
können diese Beurteilungen angesichts der gesamten Umstände nicht einfach mit dem
Vermerk, behandelnde Ärzte würden allgemein zu Gunsten des Patienten aussagen,
relativiert werden. Die unvollständigen und abweichenden Beurteilungen der Suva-
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Ärzte bieten dazu keine genügende Grundlage. Es fehlt vorliegend an zuverlässigen
Ausführungen darüber, wie die Restarbeitsfähigkeit angesichts der medizinisch
festgestellten Einschränkungen und den vorhandenen Fähigkeiten des
Beschwerdeführers auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt verwertet werden könnte.
Die blosse Annahme, es könnte zumutbarerweise eine volle Arbeitsleistung erbracht
werden, ohne dies auch erwerblich zureichend zu begründen, stellt im
Sozialversicherungsrecht keine rechtsgenügliche Beweisgrundlage dar. Je restriktiver
die - im Wesentlichen medizinischen - Vorgaben gefasst sind, umso präziser ist die
effektive Verwertbarkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt abzuklären und möglichst
konkret nachzuweisen (vgl. SVR 1998 IV Nr. 2 S. 11 Erw. 5d). Eine optimale
Eingliederung des Beschwerdeführers in eine Tätigkeit, deren Anforderungen ein
Minimum an Berührungspunkten mit den gesundheitlichen Restriktionen aufweist, darf
bei der Invaliditätsbemessung nur angenommen, wenn sie auch die in der
Persönlichkeit des Beschwerdeführers liegenden Eigenschaften berücksichtigt. Dabei
ist an seine berufliche Ausbildung und an die Sprachkenntnisse zu denken, die bei der
Zuweisung einer Erwerbstätigkeit ebenfalls zu beachten sind. Eine abstrakte, nur den
Gesundheitsschaden berücksichtigende optimale Eingliederung ist nicht durchführbar
(vgl. SVR 1998 IV Nr. 2 Erw. 4d).
5.2 Nachdem mit Blick auf die Abklärungen der Beschwerdegegnerin nicht vom
Vorliegen schlüssiger Beweisgrundlagen ausgegangen werden kann und sich aus den
vorhandenen strukturellen und funktionellen Diagnosen die arbeitsbezogenen
Fähigkeiten und Defizite nicht zuverlässig ableiten lassen, erscheint es notwendig, eine
ergonomische Abklärung, beispielsweise eine Evaluation der funktionellen
Leistungsfähigkeit (EFL) zu veranlassen. Aufgrund der bereits vorliegenden ärztlichen
Stellungnahmen kann erwartet werden, dass derartige Abklärungen zu einer Klärung
bezüglich der zumutbaren Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers führen werden
(vgl. in diesem Zusammenhang auch: Suva - Medizinische Mitteilungen 2006 Nr. 77 S.
51). Erst nach dem Vorliegen dieser Ergebnisse wird eine abschliessende Beurteilung
der erwerblichen Auswirkungen des bekannten medizinischen Sachverhalts möglich
sein. Die Streitsache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie
eine zusätzliche Abklärung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers durchführe.
Wenn darüber Klarheit besteht, kann über die Höhe des IV-Grades entschieden
werden. Rechtsprechungsgemäss (BGE 131 V 367 Erw. 2.2.2 in fine) entfaltet dabei die
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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St.Galler Gerichte
Invaliditätsschätzung der Invalidenversicherung keine Bindungswirkung gegenüber
dem Unfallversicherer. Dass die Invalidenversicherung im vorliegenden Fall von einem
IV-Grad von 25% ausgeht (UV act. 245), kann somit unbeachtet bleiben (vgl. AHI 2004
S. 181 Erw. 5.2).
6.
6.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des
Einsprache-Entscheids vom 17. April 2007 mit Bezug auf die Invalidenrente teilweise
gutzuheissen und die Streitsache zur Durchführung ergänzender medizinischer
Abklärungen über den Umfang der unfallbedingten Leistungseinbusse an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATAG). Eine
Parteientschädigung ist dem nicht durch einen Rechtsanwalt vertretenen
Beschwerdeführer nicht zuzusprechen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG