Decision ID: f1bb0688-88cc-4323-981d-4beffeac32c7
Year: 2020
Language: de
Court: BE_SRK
Chamber: BE_SRK_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: public_law

hat die Steuerrekurskommission den Akten entnommen:
A. In der Steuererklärung 2018 deklarierten A._ (Rekurrent) und B._ (Rekurrentin; zusammen Rekurrenten) unter anderem einen Betrag von CHF 45'000.-- als nicht
steuerbare Einkünfte. Die Rekurrenten bezeichneten diesen Betrag als "Genugtuung aus
Verfahren missbräuchliche Kündigung". Ferner deklarierten die Rekurrenten CHF 13'203.-- als
steuerbare Einkünfte mit dem Vermerk "Parteientschädigung missbräuchliche Kündigung".
B. Nachdem die Steuerverwaltung des Kantons Bern, _ (Steuerverwaltung), mit Schreiben vom 12. Juni 2019 namentlich betreffend die Genugtuungszahlung von den
Rekurrenten Belege einforderte, reichten diese unter anderem eine Vereinbarung
vom 19. März 2018 zwischen der Rekurrentin und der Einwohnergemeinde E._
(EG E._) ein. Aus dieser geht insbesondere hervor, dass das Arbeitsverhältnis
zwischen der Rekurrentin und der EG E._ per Ende Februar 2016 aufgelöst wurde und
dass sich die EG E._ verpflichtete, der Rekurrentin bis zum 15. April 2018 einen Betrag
von CHF 45'000.-- als "Entschädigung" sowie einen Betrag von CHF 13'203.-- als "Partei-
entschädigung" zu bezahlen.
C. In der Folge eröffnete die Steuerverwaltung den Rekurrenten am 20. August 2019 die Veranlagungsverfügungen betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern sowie die direkte
Bundessteuer pro 2018. Darin stufte sie die Zahlung von CHF 45'000.-- als steuerbare
Einkünfte ein. Sie begründete dies damit, dass die Zahlung gemäss eingereichter Vereinbarung
vom 19. März 2018 nicht als Genugtuungssumme bezeichnet werde. Demgegenüber
qualifizierte sie die CHF 13'203.-- als nicht steuerbare Einkünfte, zumal es sich bei
Parteienentschädigungen um Schadenersatz handle.
D. Gegen diese Verfügungen erhoben die Rekurrenten am 18. September 2019 elektronische Einsprache. Zur Begründung führten sie aus, dass die EG E._ am
26. November 2015 die Kündigung des Arbeitsverhältnisses mit der Rekurrentin verfügt habe.
Diese Verfügung sei vom Regierungsstatthalteramt F._ (Regierungsstatthalteramt) am
19. Mai 2017 und letztmals mit Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern
(Verwaltungsgericht) vom 1. Februar 2018 als missbräuchlich eingestuft worden. Nachdem die
missbräuchliche Kündigung definitiv aufgehoben worden sei, sei das Verfahren vor dem
Regierungsstatthalteramt zwecks Festlegung der Entschädigung fortgesetzt worden. Mit der
Vereinbarung vom 19. März 2018 sei eine Entschädigung von CHF 45'000.-- festgesetzt
worden. Das Arbeitsverhältnis sei nicht verlängert worden, sondern blieb die Auflösung per 28.
(recte 29.) Februar 2016 bestehen. Entgegen den Ausführungen der Steuerverwaltung handle
es sich bei dieser Zahlung um keine Lohnzahlung, so sei auf den CHF 45'000.-- auch kein AHV-
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Abzug vorgenommen worden. Vielmehr habe dieser Betrag Schadenersatzcharakter und sei
eine Genugtuungsleistung. Eine Entschädigung wegen missbräuchlicher Kündigung habe auch
Genugtuungsfunktion. Eine solche Entschädigung könne auch bei einer aussergerichtlichen
Vereinbarung vorliegen.
E. Mit Schreiben vom 29. Oktober 2019 teilte die Steuerverwaltung den Rekurrenten mit, dass sie beabsichtige, die Einsprache abzuweisen. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen
aus, dass das Verwaltungsgericht bereits entschieden habe, dass es sich um eine Abgangs-
entschädigung und nicht um eine Genugtuungssumme handle. Ferner lägen weder die
Voraussetzungen für die Besteuerung mit einer Jahressteuer zum Vorsorgetarif noch diejenigen
für die Besteuerung zum Rentensatz vor, weshalb die Abgangsentschädigung mit dem übrigen
Einkommen besteuert werde. Nachdem sich die Rekurrenten hierzu innert der angesetzten Frist
nicht vernehmen liessen, wies die Steuerverwaltung die Einsprache mit Einspracheentscheid
vom 4. Februar 2020 ab. Zur Begründung wurde auf die Ausführungen im Schreiben vom
29. Oktober 2019 verwiesen.
F. Hiergegen haben die Rekurrenten mit Eingabe vom 3. März 2020 Rekurs und Beschwerde an die Steuerrekurskommission des Kantons Bern (Steuerrekurskommission)
erhoben und beantragt, dass die CHF 45'000.-- als steuerfreies Einkommen zu qualifizieren
seien. Zusammengefasst bringen sie vor, dass für die rechtliche Qualifikation der rechtliche
Charakter der Forderung entscheidend sei. So habe die Rekurrentin die Absicht gehabt,
Schadenersatz für alle materiellen und immateriellen Schäden im Zusammenhang mit dem
Vorgehen der (ehemaligen) Arbeitgeberin einzufordern. Die Rekurrentin habe viel Unheil und
Schmerzen erlebt, habe im Sommer 2015 nachweislich einen Nervenzusammenbruch erlitten
und sei für mehrere Monate krank geworden. Dabei bestehe ein klarer Zusammenhang
zwischen dieser Persönlichkeitsverletzung und der Verletzung der Fürsorgepflicht durch die
(ehemalige) Arbeitgeberin. Die Rekurrentin habe diverse Verfahren gegen die (ehemalige)
Arbeitgeberin geführt. Erst nachdem die Kündigung als missbräuchlich aufgehoben worden sei
und die Rekurrentin ihre Absicht auf Durchsetzung von Schadenersatzforderungen geäussert
habe, sei die (ehemalige) Arbeitgeberin zu einem Vergleich bereit gewesen. Ob die Rekurrentin
Anspruch auf eine Abgangsentschädigung oder andere Entschädigungen gehabt hätte, sei im
verwaltungsgerichtlichen Verfahren offengelassen worden. Bei der Rekurrentin seien im
Kündigungsverfahren Ausgaben für Anwälte von ca. CHF 9'000.-- angefallen, welche im
verwaltungsrechtlichen Verfahren nicht hätten entschädigt werden können. Mit dem Vergleich
seien auch diese Kosten ausgeglichen worden. Bei der Zahlung von CHF 45'000.-- handle es
sich weder um Lohnersatz noch um Lohnfortzahlung. Es gebe keine Vermögensvermehrung.
So sei es die Absicht
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sämtlicher Beteiligten gewesen, mit der Vereinbarung vom 19. März 2018 die Rekurrentin für
alle Schäden zu entschädigen und alle weiteren Ansprüche per Saldo wettzutun. Es habe eine
Zahlung ohne Sozialversicherungsabzüge gegeben; das Arbeitsverhältnis sei per 26. (recte 29.)
Februar 2016 beendet worden. Die Steuerverwaltung habe keine umfassende Abklärung des
Sachverhalts vorgenommen.
G. Am 22. April 2020 hat sich die Steuerverwaltung vernehmen lassen. Sie schliesst auf Abweisung von Rekurs und Beschwerde und führt namentlich aus, dass sich die EG
E._ mit der Vereinbarung vom 19. März 2018 unter anderem verpflichtet habe, der
Rekurrentin eine Rückzahlung der Prämienbefreiung der Pensionskasse in der Höhe von
CHF 1'970.40 und eine Auszahlung einer Parteientschädigung von CHF 13'203.-- auszurichten.
Hierbei handle es sich unbestrittenermassen um steuerfreie Schadenersatzzahlungen. Die
separate Auflistung dieser Zahlungen in der Vereinbarung lasse darauf schliessen, dass sich
die EG E._ mit der Vereinbarung bereit erklärt habe, den finanziellen Schaden,
welchen die Rekurrentin aufgrund der Auflösung des Arbeitsverhältnisses erlitten habe, zu
übernehmen. Daraus lasse sich schlussfolgern, dass im Betrag von CHF 45'000.-- keine
weiteren Schadenersatzzahlungen enthalten seien. Der Umstand, dass es sich bei der Zahlung
um nicht steuerbares Einkommen handle, sei von den Rekurrenten zu beweisen. Diese hätten
bis heute keinen entsprechenden Nachweis erbracht. Aus der Sicht der Steuerverwaltung lasse
sich weder aus dem Entscheid des Regierungsstatthalteramts noch aus demjenigen des
Verwaltungsgerichts ableiten, dass es sich bei der Zahlung um eine Genugtuungsleistung
handle. Die Rekurrentin habe nie belegt, wie sie den Ersatz für materiellen und immateriellen
Schaden beziffere. Ebenso wenig sei belegt worden, inwiefern die EG E._
diesbezüglich je irgendwelche Zugeständnisse an die Rekurrentin gemacht habe. Sofern die
Steuerrekurskommission dennoch zum Schluss gelange, dass es sich bei der Zahlung um
steuerfreies Einkommen handle, beantragt die Steuerverwaltung die Kostenauferlegung an die
Rekurrenten, zumal diese im bisherigen Verfahren nur beschränkt mitgewirkt und relevante
Beweismittel nur auszugsweise eingereicht hätten, was eine vollständige Überprüfung des
Sachverhalts verunmöglicht habe.
H. Mit Schreiben vom 30. April 2020 haben die Rekurrenten zur Vernehmlassung der Steuerverwaltung Stellung genommen. Sie machen insbesondere geltend, dass die Steuerver-
waltung über genügend Informationen verfügt habe, um die Zahlung von CHF 45'000.-- als
Genugtuungsleistung zu qualifizieren. Die Einschätzung der Steuerverwaltung im Schreiben
vom 29. Oktober 2019, wonach das Verwaltungsgericht festgestellt habe, dass es sich bei der
Zahlung um eine Abgangsentschädigung und nicht um eine Genugtuung handle, sei falsch. Zu
ihrer Mitwirkung im steuerrechtlichen Verfahren halten sie fest, dass bei der elektronischen
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Einsprache nur Unterlagen von bis zu zwei Megabytes hätten hochgeladen werden können und
sie deshalb die Dokumente nur auszugsweise eingereicht hätten, was sie im Übrigen so in der
Einsprache festgehalten hätten. Sodann liesse sich aus dem Umstand, dass Prämienbefreiung
und Anwaltskosten in der Vereinbarung vom 19. März 2018 separat aufgelistet worden seien,
keine Rückschlüsse darauf ziehen, dass es sich bei der Zahlung von CHF 45'000.-- nicht um
eine Schadenersatzzahlung handle. So seien der Rekurrentin die beiden Zahlungen bereits mit
dem Verwaltungsgerichtsurteil vom 1. Februar 2018 zugesprochen worden. Auf eine
differenzierte Beschreibung des Begriffs "Entschädigung" sei bewusst verzichtet worden.
Jedoch sei allen Beteiligten klar gewesen, dass es sich bei der Entschädigungssumme vor
allem um eine Entschädigung für die der Rekurrentin zugefügte seelische und körperliche Unbill
im Zusammenhang mit der Kündigung sowie die nicht erstatteten Parteikosten von CHF 9'000.--
gehandelt habe. Allen Parteien sei zudem bewusst gewesen, dass die Rekurrentin die klare
Absicht gehabt habe, im Uneinigkeitsfall rechtliche Schritte zur Durchsetzung ihrer Forderungen
einzuleiten.
I. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat sich nicht vernehmen lassen.
Auf die weiteren Vorbringen der Parteien wird, soweit rechtserheblich, in den nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Die Steuerrekurskommission zieht in Erwägung:
1. Einspracheentscheide der Steuerverwaltung betreffend die Einkommens- und Vermögensveranlagung können bei der Steuerrekurskommission durch Rekurs bzw.
Beschwerde angefochten werden (Art. 195 ff. des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG
661.11] und Art. 140 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte
Bundessteuer [DBG; SR 642.11] i.V.m. Art. 9 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den
Vollzug der direkten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Die Steuerrekurskommission ist
deshalb sachlich und örtlich zuständig. Die Rekurrenten sind im vorinstanzlichen Verfahren mit
ihren Anträgen nicht durchgedrungen. Sie sind daher beschwert und zur Anfechtung befugt (Art.
195 Abs. 2 StG und Art. 140 ff. DBG i.V.m. Art. 3 BStV i.V.m. Art. 86 und 65 des Gesetzes vom
23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]). Auf die form- und
fristgerecht eingereichte Eingabe ist deshalb einzutreten.
Die vorliegende Streitsache wird von der Steuerrekurskommission in Dreierbesetzung beurteilt,
da der Streitwert über CHF 10'000.-- liegt (Art. 70 Abs. 3 und Abs. 4 Bst. c des Gesetzes vom
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11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG;
BSG 161.1]).
2. Vorliegend ist unbestritten, dass die Zahlung der Parteientschädigung von CHF 13'203.-- gemäss Ziff. 3.3 der Vereinbarung vom 19. März 2018 als blosser Auslagenersatz eine nicht
steuerbare Leistung darstellt. Strittig ist hingegen, wie die ausgerichtete Entschädigung von
CHF 45'000.-- gemäss Vereinbarung vom 19. März 2018 steuerrechtlich zu qualifizieren ist,
mithin, ob es sich dabei um steuerbares Einkommen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit
oder um eine steuerfreie Genugtuungsleistung handelt.
3. Der Einkommenssteuer unterliegen alle wiederkehrenden und einmaligen Einkünfte (Art. 19 Abs. 1 StG; Art. 16 Abs. 1 DBG). Der steuerrechtliche Einkommensbegriff ist gemäss
der höchstrichterlichen Rechtsprechung geprägt durch die Reinvermögenszugangstheorie
(vgl. Reich/Weidmann in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über
die direkte Bundessteuer [DBG], 3. Aufl., 2017, N. 7 zu Art. 16 DBG). Danach ist als
Einkommen die Gesamtheit der Wirtschaftsgüter zu betrachten, welche dem Pflichtigen
während einer bestimmten Zeit zufliessen und die er ohne Schmälerung (Verzehr) seines
Vermögens zur Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse und seiner laufenden Wirtschaft
(Zuwendungen, Sparen, Anlage, Deckung von eingetretenen Verlusten) verwenden kann
(BGer 2P.233/2002 vom 27.1.2003, E. 3.2, mit Hinweisen). Einkommen gilt steuerrechtlich erst
in jenem Zeitpunkt als realisiert, in dem der Steuerpflichtige einen festen Anspruch auf die
Leistung erwirbt und tatsächlich darüber verfügen kann. Voraussetzung für die Realisation ist
somit ein abgeschlossener Rechtserwerb, der Forderungs- oder Eigentumserwerb sein kann,
wobei der Forderungserwerb in der Regel die Vorstufe des Eigentumserwerbs (z.B. einer
Geldleistung) darstellt
(Kästli/Iff in: Praxiskommentar zum Berner Steuergesetz, Band 1, Artikel 1 bis 125, 2014, N. 10
zu Art. 70 StG).
3.1 Zum steuerbaren Einkommen gehören folglich auch alle Einkünfte aus privatrechtlichem oder öffentlich-rechtlichem Arbeitsverhältnis einschliesslich der Nebeneinkünfte (Art. 20 StG
bzw. Art. 17 Abs. 1 DBG). Gemäss Art. 28 Bst. a StG und Art. 23 Bst. a DBG stellen
Ersatzeinkünfte, die an die Stelle des Einkommens treten, ebenfalls steuerbares Einkommen
dar. Der Begriff des Ersatzeinkommens ist ein im Steuerrecht grundsätzlich eingelebter Begriff.
Er dient dabei in erster Linie der Umschreibung von bestimmten Einkünften innerhalb des
umfassenden Begriffs des steuerbaren Einkommens und ist damit, was seine Tragweite betrifft,
aus der konkreten normativen Umschreibung des steuerbaren Einkommens heraus zu
verstehen. Dementsprechend werden als Ersatzeinkommen alle Einkünfte qualifiziert, die dazu
bestimmt sind, einem Steuerpflichtigen, der seine Erwerbstätigkeit dauernd oder
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vorübergehend, freiwillig oder unfreiwillig, ganz oder teilweise einstellt, die weggefallenen
ordentlichen Arbeitseinkünfte zu ersetzen (Hunziker/Mayer-Knobel in: Kommentar zum
Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer [DBG], 3. Aufl.,
2017, N. 5 zu Art. 23 DBG). Zu den
Ersatzeinkommen zählen dabei insbesondere auch die Leistungen des Arbeitgebers, soweit sie
nicht unmittelbares Entgelt für geleistete Arbeit darstellen, sondern zur Abdeckung
anderweitiger Ansprüche erbracht werden. Dazu gehören beispielweise
Abgangsentschädigungen sowie Abfindungen, soweit sie nicht Einkünfte aus Vorsorge bzw.
Entschädigungen für die Aufgabe oder Nichtausübung einer Tätigkeit darstellen. Dabei fallen
unter die Ersatzeinkünfte ausschliesslich Leistungen, die nicht anderen Einkommensarten
zuzuordnen sind (vgl. Hunziker/Mayer-Knobel, a.a.O., N. 9 zu Art. 23 DBG).
3.2 Der Einkommensbegriff umfasst neben periodischen auch einmalige Leistungen des Arbeitgebers. Deshalb gehören auch durch den Arbeitgeber entrichtete Kapitalzahlungen
grundsätzlich zu den steuerbaren Einkünften. Entrichtet der Arbeitgeber anlässlich der
Beendigung eines Arbeitsverhältnisses eine Kapitalzahlung, so kann dies aus verschiedenen
Gründen erfolgen. Oft handelt es sich dabei um pauschale Abfindungssummen mit unklarer
Zweckbestimmung. Bei Kapitalzahlungen des Arbeitgebers ist deshalb der Auszahlungsgrund
für die
Besteuerungsart massgeblich. Haben Kapitalzahlungen des Arbeitgebers Vorsorgecharakter
werden sie besonders besteuert (vgl. Art. 17 Abs. 2 DBG i.V.m. Art. 38 DBG und Art. 44 Abs. 1
Bst. c StG). Haben Kapitalzahlungen des Arbeitgebers keinen Vorsorgecharakter, befindet sich
ihre Besteuerungsgrundlage in der Regel in Art. 17 Abs. 1 DBG bzw. Art. 20 StG. Bei der
Steuerberechnung ist jedoch zu differenzieren, ob mit der Kapitalzahlung wiederkehrende
Leistungen abgegolten werden oder nicht. Werden wiederkehrende Leistungen abgegolten, so
wird die Kapitalzahlung nach Art. 37 DBG bzw. Art. 43 StG besteuert (vgl. Richner/Frei/Kauf-
mann/ Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. Aufl., 2016, N. 77 ff. zu Art. 17 DBG und N. 21 ff.
zu Art. 37 DBG; Leuch/Kästli in: Praxiskommentar zum Berner Steuergesetz Artikel 1 bis 125,
2014, N. 5 ff. zu Art. 43 StG). Liegen die Voraussetzungen für eine entsprechende
(vorteilhafte) Besteuerung nicht vor, so wird die Kapitalzahlung zusammen mit dem übrigen
Einkommen besteuert (Kreisschreiben Nr. 1 [W03-001D vom 3.10.2002], Ziff. 5; abrufbar unter
<https://www.estv.admin.ch> Rubriken "Dokumentation / Direkte Bundessteuer /
Kreisschreiben"; Praxis der Steuerverwaltung zu Abgangsentschädigungen, Ziff. 5, abrufbar
unter <http://www.taxinfo.sv.fin.be.ch> Rubriken "Themen / 2. Einkommens- und
Vermögenssteuern / Abgangsentschädigung").
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3.3 Demgegenüber sind Kapitalzahlungen des Arbeitgebers, die eine Genugtuung darstellen steuerfrei (Art. 29 Bst. h StG; Art. 24 Bst. g DBG). Die Genugtuung ist Wiedergutmachung einer
durch Persönlichkeitsverletzung hervorgerufenen immateriellen Unbill und hat zum Zweck,
durch eine Geldleistung einen gewissen Ausgleich für Leid, körperliche Schmerzen,
verminderte Lebensfreude, Beeinträchtigung des Lebensgenusses und ähnliche Ursachen
seelischen Unbehagens zu bieten (NStP 1987 S. 126 f. mit Hinweisen; vgl. Hunziker/Mayer-
Kobel, a.a.O., N. 25 ff. zu Art. 24 DBG). Die Höhe der Summe, die als Abgeltung erlittener
Unbill in Frage kommt, lässt sich naturgemäss nicht errechnen, sondern nur schätzen. Den
kantonalen Behörden steht bei der Festsetzung der Höhe der Genugtuung ein weiter
Ermessensspielraum zu (BGer 4C.263/2006 vom 17.1.2007, E. 7.3, mit weiteren Hinweisen).
Entschädigungen aus privatrechtlichen Arbeitsverhältnissen, welche gemäss Art. 336a und Art.
337c Abs. 3 des Schweizerischen Obligationenrechts (OR; SR 220) aufgrund missbräuchlicher
Kündigung beziehungsweise ungerechtfertigter fristloser Entlassung von der (ehemaligen)
Arbeitgeberin beziehungsweise vom (ehemaligen) Arbeitgeber geleistet werden, gelten als den
Genugtuungszahlungen nahestehende Leistungen (BGE 135 III 405 E. 3.1;
VGE 100 2019 248/249 vom 7.8.2020, E. 2.3). Die in der Lehre vertretene Auffassung, wonach
derartige Entschädigungen ebenfalls steuerfrei seien (Peter Locher, Kommentar zum
Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, I. Teil, Art. 1 - 48 DBG, 2. Aufl., 2019, N. 55 zu
Art. 24 DBG; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N. 96 zu Art. 24 DBG), wird durch die
Rechtsprechung insofern konkretisiert, als dass aufgrund der vielfältigen Natur entsprechender
Entschädigungen eine einzelfallgerechte, differenziertere Betrachtung vorzunehmen und nur
der jeweils als Genugtuung qualifizierte Anteil von der Steuerpflicht auszunehmen ist (vgl.
VGE 100 2019 248/249 vom 7.8.2020, E. 2.3 f.; Steuerrekursgericht ZH ST.2011.82 vom
14.7.2011, E. 3c; Steuergericht SO SGSTA.2013.30 vom 9.12.2013 in: StE 2014 B 21.1 Nr. 25
E. 5).
3.4 Ob eine steuerfreie Genugtuungsleistung oder steuerbares Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit vorliegt, ist demzufolge im Einzelfall gestützt auf die
tatsächlichen Verhältnisse zu ermitteln (VGE 100 2019 248/249 vom 7.8.2020, E. 2.4).
Basierend auf Art. 8 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs (ZGB; SR 210) trägt die
Steuerbehörde die Beweislast für steuerbegründende oder -erhöhende Tatsachen, während
den Steuerpflichtigen die Beweislast für Tatsachen trifft, welche die Steuerschuld aufheben
oder mindern (vgl. BGE 144 II 427 E. 2.3.2; BGE 143 II 661 E. 7.2;
Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N. 77 ff. zu Art. 123 DBG). Demzufolge ist für das
Vorliegen einer Genugtuungsleistung der Empfänger beweisbelastet (vgl.
Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N. 97a zu Art. 24 DBG). Bleibt eine
feststellungsbedürftige Tatsache unbewiesen, ist zu Ungunsten desjenigen zu urteilen, der die
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Beweislast trägt, d.h. die zu dessen Gunsten sprechende beweislos gebliebene Tatsache ist als
nicht verwirklicht zu betrachten (Zweifel/Hunziker in: Kommentar zum Schweizerischen
Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer [DBG], 3. Aufl., 2017, N. 27 zu
Art. 130 DBG).
4. Die Rekurrenten bringen vor, dass die Zahlung von CHF 45'000.-- einerseits aus nicht erstatteten Parteikosten von CHF 9'000.-- und andererseits aus einer Entschädigung für die von
der Rekurrentin im Zusammenhang mit der Kündigung erlittene Unbill bestehe. Demgegenüber
ist die Steuerverwaltung der Ansicht, dass die Rekurrenten nicht zu beweisen vermöchten, dass
die Zahlung Schadenersatz oder eine Genugtuungsleistung enthalte. Sowohl das
Regierungsstatthalteramt als auch das Verwaltungsgericht sind in ihren Entscheiden
übereinstimmend
zum Schluss gekommen, dass die Kündigung des Arbeitsverhältnisses zwischen der
EG E._ und der Rekurrentin gegen den Grundsatz von Treu und Glauben verstossen
habe, indem diese innerhalb einer anlässlich eines Mitarbeitergesprächs gesetzten
"Bewährungsfrist" ausgesprochen worden sei. Auf die Anträge der Rekurrentin um Erstattung
einer Entschädigung trat mangels gültigen Anfechtungsobjekts jedoch weder das
Regierungsstatthalteramt noch das Verwaltungsgericht ein.
4.1 Aus dem Inhalt der Vereinbarung vom 19. März 2018 ergibt sich kein Hinweis auf den Charakter der fraglichen Zahlung von CHF 45'000.--. So wird diese unter Ziff. 3.1 einzig als
"Entschädigung" bezeichnet. Zudem ergeben sich auch aus dem Rest der Vereinbarung
(insbesondere aus der Präambel) keine Hinweise auf die Umstände der Kündigung bzw.
allfällige Verschuldensanerkennungen. Die Behauptung der Rekurrenten, wonach sämtlichen
beteiligten Parteien klar gewesen sei, dass es sich bei der Entschädigung von CHF 45'000.--
um eine Entschädigung für die der Rekurrentin zugefügte seelische und körperliche Unbill im
Zusammenhang mit der Kündigung sowie die nicht erstatteten Parteikosten von CHF 9'000.--
gehandelt habe (Bst. H hiervor), findet damit in der Vereinbarung keine Abstützung. Entgegen
dem Vorbringen der Steuerverwaltung lässt sich nach Auffassung der Steuerrekurskommission
hingegen aus dem blossen Umstand, dass in der Vereinbarung vom 19. März 2018 mehrere
Zahlungen separat aufgeführt sind (Ziff. 3.1 bis 3.3) auch nicht ableiten, dass die
Entschädigung von CHF 45'000.-- keine Schadensersatzkomponente beinhaltet. So wurde
insbesondere die Parteientschädigung bereits gerichtlich festgesetzt, wobei die Vereinbarung
vom 19. März 2018 diesbezüglich lediglich Zahlungsmodalitäten regelt. Die Natur der
Entschädigung von CHF 45'000.-- lässt sich somit nicht aus der Vereinbarung selbst
herauslesen. Ferner liegen offenbar keine Gesprächsprotokolle der Einigungsverhandlung vor,
welche bei der Frage, ob es sich bei der Zahlung um eine Genugtuung handelt, allenfalls hätten
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dienlich sein können. Die Qualifikation der Zahlung muss sich somit anderweitig ergeben;
namentlich aus den Umständen, welche zur Kündigung und schliesslich zum Abschluss der
Vereinbarung vom 19. März 2018 geführt haben.
4.2 Sowohl das Regierungsstatthalteramt als auch das Verwaltungsgericht stellten den Sachverhalt, welcher schliesslich zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses geführt hatte,
ausführlich fest (VGE 100 2017 178/179 vom 1.2.2018, E. 4; Steuerakten, pag. 147-153).
Entgegen dem Vorbringen der Rekurrenten geht aus keinem der beiden Entscheide hervor,
dass die Kündigung unter Umständen erfolgte, welche allenfalls eine Genugtuung rechtfertigen
würden. So wird in den Entscheiden im Sinn einer Sachverhaltsfeststellung zwar jeweils
festgehalten, dass die Rekurrentin infolge des Mitarbeitergesprächs an einer depressiven
Episode erkrankt sei (gemäss den Attesten des Psychiaters; vgl. Steuerakten, pag. 149 und
VGE 100 2017 178/179 vom 1.2.2018, E. 4.4); weder das Regierungsstatthalteramt noch das
Verwaltungsgericht kommen jedoch in ihren Erwägungen zum Schluss, dass diese Erkrankung
unmittelbar durch das Fehlverhalten der Arbeitgeberin bzw. des direkten Vorgesetzten der
Rekurrentin ausgelöst worden sei, zwischen dem Verhalten des Vorgesetzten und der
Erkrankung der Rekurrentin mithin ein kausaler Zusammenhang besteht. Vielmehr stellt das
Verwaltungsgericht im Zusammenhang mit der fraglichen Konfliktsituation am Arbeitsplatz gar
explizit fest, dass es der Rekurrentin offenbar schwergefallen sei, von ihrem damaligen
Abteilungsleiter Kritik anzunehmen, dass ihr Verhalten diesem gegenüber unnachgiebig gewirkt
habe und dass sich nicht restlos klären lasse, wer die Verantwortung für die Eskalation des
Konfliktes trage (VGE 100 2017 178/179 vom 1.2.2018, E. 7.3 f.). Zwar werden der
EG E._ gewisse Fehler im Zusammenhang mit der Kündigung des Arbeitsverhältnisses
attestiert; so namentlich die Kündigung
innert der angesetzten "Bewährungsfrist" sowie der Verzicht auf ein externes Coaching
(vgl. VGE 100 2017 178/179 vom 1.2.2018, E. 8.1). Insgesamt handelt es sich aber dabei nicht
um derart schwere Verletzungen der Fürsorgeplicht des Arbeitgebers, dass von einer
besonders schweren Verletzung der Persönlichkeitsrechte der Rekurrentin auszugehen ist. Der
blosse Verstoss gegen den Grundsatz von Treu und Glauben ist nicht per se geeignet, eine
derartige seelische Unbill zu verursachen, dass eine Genugtuungszahlung gerechtfertigt wäre.
Dies wäre erst dann anzunehmen, wenn nachgewiesen werden könnte, dass die bei der
Rekurrentin unstrittig ärztlich festgestellte psychische Erkrankung auf ein allfälliges
Fehlverhalten der ehemaligen Arbeitgeberin zurückzuführen ist. Wie dargelegt, geht ein
solches, die psychische Erkrankung der Rekurrentin auslösendes, Fehlverhalten weder aus den
beiden Entscheiden hervor, noch wird es durch die Rekurrenten anderweitig rechtsgenüglich
belegt. Die blosse Absicht der Rekurrentin, von der EG E._ Schadenersatz für alle
materiellen und immateriellen Schäden im Zusammenhang mit deren Verhalten einzufordern
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(vgl. Bst. F hiervor), genügt nicht zur Annahme einer Genugtuungsleistung. Ebenso wenig hat
die EG E._ mit dem Abschluss der Vereinbarung vom 19. März 2018 die
Schadenersatzforderungen der Rekurrentin bzw. das Bestehen von Umständen, welche eine
Genugtuungsleistung rechtfertigen würden, implizit anerkannt (vgl. hierzu
VGE 100 2015 322/323 vom 1.6.2017, E. 4.3).
4.3 Wie vorstehend ausgeführt, haben sowohl Regierungsstatthalteramt als auch Verwaltungsgericht einzig darüber entschieden, ob die Kündigung rechtmässig erfolgt ist.
Darüber, ob und in welchem Umfang der Rekurrentin aus dem Umstand, dass die Kündigung
gegen den Grundsatz von Treu und Glauben verstossen hat, allfällig eine Entschädigung
zugestanden hätte, wurde (mit Ausnahme der vorliegend nicht umstrittenen Zahlung betreffend
Parteientschädigung) gerichtlich nicht entschieden. Die Frage nach dem Vorliegen der
Voraussetzungen einer derartigen Entschädigung wäre erst in einem weiteren Verfahren
abzuklären gewesen (VGE 100 2017 178/179 vom 1.2.2018, E. 3.2), was jedoch mit dem
Abschluss der Vereinbarung vom 19. März 2018 hinfällig wurde. Nichtsdestotrotz ist bei der
Frage nach der Natur der vorliegend strittigen Zahlung abzuklären, welche Art von
Entschädigung der Rekurrentin in einem allfälligen folgenden Verfahren hätte zugesprochen
werden können. Auf das Arbeitsverhältnis zwischen der Rekurrentin und der EG E._ ist
das Personalrecht des Kantons Bern, mithin das Personalgesetz vom 16. September 2004 (PG;
BSG 153.01) anwendbar (VGE 100 2017 178/179 vom 1.2.2018, E. 2.1). Als Entschädigung
wäre vorliegend folglich eine Abgangsentschädigung i.S.v. Art. 32 Abs. 1 PG in Frage
gekommen. Eine solche ist gemäss Art. 29 Abs. 1 und 2 i.V.m. Art. 32 Abs. 1 PG dann
geschuldet, wenn die Kündigung ohne triftigen Grund erfolgt ist und eine Weiterbeschäftigung
aus Gründen, welche die betroffene Person nicht zu vertreten hat, unmöglich ist. Ob diese
Voraussetzungen vorliegend erfüllt gewesen wären, kann offenbleiben, zumal auch eine
derartige Abgangsentschädigung nicht steuerfrei gewesen wäre. So sieht Art. 32 Abs. 4 PG vor,
dass die Leistung ganz oder teilweise zu kürzen ist, wenn die betroffene Person innert 18
Monaten seit der Auflösung des Arbeitsverhältnisses eine zumutbare Stelle beim Kanton oder
einem anderen Arbeitgeber antritt. Folglich kommt einer derartigen Abgangsentschädigung
ausschliesslich Lohncharakter (Lohnfortzahlung) zu. Damit ist sie mangels
Genugtuungscharakter nicht vergleichbar mit der Entschädigung gemäss Art. 336a OR,
weshalb nicht von einer steuerfreien genugtuungsähnlichen Zahlung (vgl. E. 3.4 hiervor)
ausgegangen werden kann. Entsprechend den vorstehenden Ausführungen in E. 4.2 gelingt es
den Rekurrenten sodann ohnehin nicht nachzuweisen, inwiefern der Zahlung in
irgendwelcher Form eine Genugtuungsfunktion zukommt, was aber für die Ausscheidung einer
allfälligen Genugtuungskomponente erforderlich wäre (vgl. E. 3.3 hiervor). Im Übrigen ist
festzuhalten, dass das Arbeitsverhältnis gemäss Ziff. 2 der Vereinbarung vom 19. März 2018 in
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gegenseitigem Einvernehmen (und nicht durch missbräuchliche Kündigung) aufgelöst worden
ist, weshalb eine Entschädigung gemäss Art. 336a OR nach der Rechtsprechung des
Verwaltungsgerichts von Vornherein ausgeschlossen wäre (vgl. VGE 100 2015 322/323 vom
1.6.2017, E. 4.4).
4.4 Ferner liegen auch keine Hinweise vor, welche für den Umstand sprächen, dass in der Zahlung von CHF 45'000.-- ein Anteil für die nicht gedeckten Parteikosten von CHF 9'000.--
enthalten ist.
5. Folglich gelingt es den Rekurrenten nicht, rechtsgenüglich darzulegen, dass es sich bei der fraglichen Zahlung von CHF 45'000.-- um eine nicht steuerbare Genugtuungsleistung bzw.
um eine nicht steuerbare Schadenersatzzahlung handelt. Die Rekurrenten tragen die Folgen
der Beweislosigkeit, weshalb die Zahlung vollumfänglich als Einkommen aus unselbständiger
Erwerbstätigkeit zu qualifizieren ist (vgl. E. 3.5 hiervor). Weil zudem der Zahlung von
CHF 45'000.-- vorliegend kein Vorsorgecharakter zukommt und auch nicht ersichtlich ist, dass
mit dieser Zahlung wiederkehrende Leistungen abgegolten werden, sind auch die Voraus-
setzungen für eine vorteilhafte Besteuerung nicht erfüllt, weshalb die CHF 45'000.-- zusammen
mit dem übrigen Einkommen zu besteuern sind (vgl. E. 3.2 hiervor).
6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Rekurrenten kostenpflichtig. Sie haben die gesamten Verfahrenskosten zu tragen einschliesslich allfälliger Auslagen für Gutachten
oder andere externe Kosten (Art. 144 Abs. 1 und 5 DBG sowie Art. 200 Abs. 1 StG i.V.m. Art. 1,
2, 53, 58 und 59 des Dekrets vom 24. März 2010 betreffend die Verfahrenskosten und die
Verwaltungsgebühren der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft
[Verfahrenskostendekret, VKD; BSG 161.12]). Vorliegend werden die Verfahrenskosten auf
einen Pauschalbetrag von CHF 2'000.-- festgesetzt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss
verrechnet.
Da die Rekurrenten im vorliegenden Fall unterliegen, werden keine Parteikosten gesprochen
(Art. 200 Abs. 4 StG sowie Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG;
SR 172.021]).