Decision ID: 9e008a22-5854-5a2d-bef7-c4fc15fdb373
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
X._ (im Folgenden: Beschwerdeführer) legte im Jahr 2020 die eid-
genössische Prüfung in Pharmazie ab. Mit Verfügung vom 8. Oktober 2020
teilte ihm die Prüfungskommission Pharmazie (nachfolgend: Vorinstanz)
mit, dass er die Prüfung nicht bestanden habe. Er habe die Einzelprüfun-
gen 1 (Pharmakotherapie, Recht und Ökonomie), 2 (Arzneimittelherstel-
lung in kleinen Mengen) und 3 (Pharmaceutical Care und Gesundheitsför-
derung [OSCE]) nicht bestanden.
B.
B.a Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe
vom 10. November 2020 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er
begehrt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Bewertung der
Einzelprüfung 3 mit "bestanden" und die vollständige Akteneinsicht in die
Bewertungsunterlagen dieser Einzelprüfung. Er begründet seine Begehren
pauschal mit "Verfahrensfehler". Die detaillierte Begründung folge nach ge-
währter Akteneinsicht. Die Ergebnisse der Einzelprüfungen 1 und 2 aner-
kenne er. Er fechte nur das Ergebnis der Einzelprüfung 3 an. Zudem er-
sucht er in einer separaten Eingabe gleichen Datums um unentgeltliche
Rechtspflege.
B.b Mit Instruktionsverfügung vom 19. November 2020 wies das Bundes-
verwaltungsgericht den Antrag auf Akteneinsicht ab und forderte den Be-
schwerdeführer auf, seine Beschwerdebegründung und sein Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege zu ergänzen.
B.c In seiner Beschwerdeergänzung vom 9. Dezember 2020 führt der Be-
schwerdeführer sinngemäss an, entgegen der Vorgaben der Medizinalbe-
rufekommission (MEBEKO) seien alle zehn Posten (im Folgenden auch:
Stationen) der Einzelprüfung 3 nur durch einen Examinator geprüft worden.
Vier Posten dieser Prüfung seien unvollständig protokolliert worden, wes-
halb ihm bei ihr eine zu tiefe Note erteilt worden sei. Es fehle eine Video-
oder Tonaufzeichnung der OSCE-Prüfung. Zudem ergänzt er gleichentags
sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.
C.
Mit Zwischenverfügung vom 15. Dezember 2020 hiess das Bundesverwal-
tungsgericht das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche
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Rechtspflege in dem Sinne gut, dass er von der Bezahlung allfälliger Ver-
fahrenskosten befreit ist.
D.
In ihrer Vernehmlassung vom 5. Februar 2020 beantragt die Vorinstanz die
Abweisung der Beschwerde. An jedem Posten würden jeweils zwei Exami-
natoren eingesetzt. Der eine spiele einen standardisierten Patienten, der
andere führe das Protokoll. Unmittelbar nach der Prüfung kreuzten sie auf
einer Checkliste nach bestem Wissen und Gewissen die vom Kandidaten
behandelten Aspekte an, protokollierten sie dessen Aussagen und glichen
sie die Antworten des Kandidaten in einer gemeinsamen Besprechung mit-
einander ab. Die Prüfungsbestimmungen sähen keine Ton- und Videoauf-
nahmen vor. Selbst wenn dem Beschwerdeführer alle von ihm begehrten
Punkte zugesprochen würden, würde er die OSCE-Prüfung nicht beste-
hen.
E.
Der Beschwerdeführer hält in seiner Replik vom 7. März 2021 daran fest,
dass im vorliegenden Fall je Posten ausschliesslich ein ausgebildeter Ex-
aminator – der Protokollführer – die Prüfung protokolliert und bewertet
habe. Was seine Prüfung anbelange, seien die Protokolle teilweise unvoll-
ständig, unterschieden sich mehrfach von seinem Gedächtnisprotokoll und
seien oft widersprüchlich. Er würde bei jedem Posten die für das Bestehen
erforderliche Punktzahl erreichen. Aus diesem Grund wäre eine Video-
oder Tonaufzeichnung entscheidend. Abschliessend beantragt der Be-
schwerdeführer in Ergänzung zu seinen bisherigen Rechtsbegehren, es
sei die Liste der in der OSCE-Prüfung 2020 eingesetzten Protokollführer
und Schauspieler parteiöffentlich zu machen oder dem Gericht zur Über-
prüfung vorzulegen.
F.
Mit Duplik vom 28. März 2020 hält die Vorinstanz an ihrem Abweisungsan-
trag fest. In der Einzelprüfung 3 seien ausschliesslich eidgenössisch diplo-
mierte Apothekerinnen und Apotheker eingesetzt worden, bei welchen der
Erwerb des eidgenössischen Diploms mindestens fünf Jahre zurückliege
und welche die OSCE-Prüfung sehr gut kennen würden. Die Vorinstanz
legt dabei dem Gericht die Namen und das Jahr des Diplomerhalts dieser
Examinatoren offen. Zudem weist die Vorinstanz erneut darauf hin, dass
bei den einzelnen Prüfungsposten jeweils zwei Examinatoren den Be-
schwerdeführer bewertet hätten. Er bringe weiterhin keine stichhaltigen
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und mit Nachweisen belegten Einwände vor, welche die unmittelbar an-
lässlich der Prüfung gemachten Aufzeichnungen der Examinatoren ent-
kräften oder gar widerlegen könnten.
G.
In einer weiteren Stellungnahme vom 25. Mai 2021 führt der Beschwerde-
führer erneut aus, dass ausschliesslich der Protokollführer die einzelnen
Prüfungsposten bewertet habe und ihm bei den Prüfungsposten 3 ("Euthy-
rox"), 5 ("Verbrennung"), 6 ("Fentanyl") und 10 ("Allergie") richtigerweise
ein "Pass" zu erteilen wäre. Ergänzend beantragt er als weiteres Beweis-
mittel eine schriftliche Auskunft der zehn eingesetzten Schauspieler, na-
mentlich
"● ob es überhaupt – nach Studentenaustritt – eine gemeinsame Aus- und
Bewertung mit den jeweiligen Protokollführerinnen stattfand bzw. ob sie ak-
tiv und ausführlich die Aus- und Bewertung gemeinsam durchgearbeitet
haben;
● wie und von wem – zwischen den Posten – die vorgeschriebenen Corona-
Massnahmen (desinfizieren, wechseln etc.) wahrgenommen wurden."
H.
In ihrer Stellungnahme vom 25. Juni 2020 hält die Vorinstanz weiterhin an
ihrem Abweisungsantrag und dessen Begründung fest. Sie ergänzt, dass
jeweils beide Examinatoren den Kandidaten bewertet hätten. Die ange-
fochtene Prüfung sei korrekt durchgeführt worden.
I.
In seiner Stellungnahme vom 12. Juli 2021 räumt der Beschwerdeführer
ein, dass die fehlende Video- oder Tonaufzeichnung zwar nicht vorge-
schrieben sei, eine solche im vorliegenden Fall aber entscheidend sei.
Denn gäbe es keine Differenzen zu seinem Gedächtnisprotokoll, hätte er
die Prüfungsposten 3, 5, 6 und 10 bestanden. Er halte deshalb an seinem
Rechtsbegehren fest, die angefochtene Verfügung aufzuheben, diese Prü-
fungsposten als bestanden zu erachten und die Sache an die Vorinstanz
zwecks Überprüfung oder Abänderung des Ergebnisses der OSCE-Prü-
fung zurückzuweisen.
J.
Auf die Eingaben und Vorbringen der Parteien wird – soweit entscheider-
heblich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Der Entscheid der Vorinstanz vom 8. Oktober 2020 stellt eine Verfügung
im Sinne von Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 (VwVG, SR 172.021) dar. Das Bundesverwaltungsgericht ist ge-
mäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG,
SR 173.32) Beschwerdeinstanz gegen Verfügungen, welche von eidge-
nössischen Kommissionen erlassen werden (Art. 33 Bst. f VGG). Als sol-
che ist auch die Vorinstanz zu qualifizieren.
2.
2.1 Die Beschwerdelegitimation richtet sich im Verfahren vor Bundesver-
waltungsgericht nach Art. 48 Abs. 1 VwVG.
Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen
und ist als Adressat der angefochtenen Verfügung von dieser besonders
berührt (Art. 48 Abs. 1 Bst. a und b VwVG). Näher zu prüfen ist aber, ob er
auch ein schutzwürdiges Interesse an deren Änderung oder Aufhebung
hat.
2.2 Die eidgenössische Prüfung in Pharmazie kann aus einer oder mehre-
ren Einzelprüfungen bestehen. Dabei können Einzelprüfungen auch Teil-
prüfungen enthalten. Jede Einzelprüfung wird mit "bestanden" oder "nicht
bestanden" bewertet. Die eidgenössische Prüfung ist bestanden, wenn
jede Einzelprüfung mit "bestanden" bewertet worden ist (Art. 5 Abs. 1-3 der
Prüfungsverordnung MedBG vom 26. November 2008 [SR 811.113.3]). Im
Fall einer Wiederholung einer nicht bestandenen eidgenössischen Prüfung
müssen nur die Einzelprüfungen wiederholt werden, die als "nicht bestan-
den" bewertet wurden (Art. 18 Abs. 2 Prüfungsverordnung MedBG).
Vorliegend richtet sich die Beschwerde allein gegen die Bewertung der Ein-
zelprüfung 3 (OSCE-Prüfung), nicht jedoch gegen die ebenfalls als unge-
nügend bewerteten Einzelprüfungen 1 und 2, weshalb selbst eine Gutheis-
sung der Beschwerde nicht zum Bestehen der eidgenössischen Prüfung
führen würde (Art. 5 Abs. 3 Prüfungsverordnung MedBG). Die Bewertung
der Einzelprüfung 3 wirkt sich jedoch direkt auf den Umfang einer künftigen
Wiederholungsprüfung aus (Dispositiv-Ziff. 2 der angefochtenen Verfü-
gung; Art. 18 Abs. 2 i.V.m. Art. 5 Prüfungsverordnung MedBG). Aus diesem
Grund hat der Beschwerdeführer auch ein schutzwürdiges Interesse an der
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Überprüfung dieser Einzelprüfung (Art. 48 Abs. 1 Bst. c VwVG; vgl. aus-
führlich Urteil des BVGer B-5160/2017 vom 1. Februar 2018 E. 1.3).
2.3 Eingabefrist sowie Anforderungen an Form und Inhalt der Beschwer-
deschrift sind gewahrt (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auch die
übrigen Sachurteilsvoraussetzungen sind erfüllt (Art. 44 ff. VwVG). Auf die
Beschwerde ist deshalb einzutreten.
3.
3.1 Im Bereich der universitären Medizinalberufe wird die Ausbildung mit
der eidgenössischen Prüfung abgeschlossen (Art. 14 Abs. 1 des Medizi-
nalberufegesetzes vom 23. Juni 2006 [MedBG, SR 811.11]). Mit der Prü-
fung wird abgeklärt, ob die Studierenden über die fachlichen Kenntnisse,
Fertigkeiten und Fähigkeiten sowie über die Verhaltensweisen und die so-
ziale Kompetenz verfügen, die sie zur Ausübung des entsprechenden Me-
dizinalberufs benötigen, und ob sie die Voraussetzungen für die erforderli-
che Weiterbildung erfüllen (Art. 14 Abs. 2 MedBG).
3.2 Gemäss Art. 4 Abs. 1 Prüfungsverordnung MedBG regelt das Eidge-
nössische Departement des Innern (EDI) die Grundsätze und Einzelheiten
der verschiedenen Prüfungsformen. Die Einzelheiten zur strukturierten
praktischen Prüfung sind im 3. Abschnitt der Prüfungsformenverordnung
vom 1. Juni 2011 (SR 811.113.32) geregelt. Die – vorliegend in Frage ste-
hende – OSCE-Prüfung besteht aus mindestens zehn verschiedenen Sta-
tionen, die in Form eines Parcours angelegt sind (Art. 12 und Art. 14 Abs. 1
Prüfungsformenverordnung). Eine Station kann eine oder mehrere prakti-
sche Aufgaben, beispielsweise mit echten oder standardisierten Patienten
oder Modellen, umfassen (Art. 12, Art. 13 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 1 Prü-
fungsformenverordnung). Die Aufgabentypen sind in Art. 13 Prüfungsfor-
menverordnung geregelt. An jeder Station beurteilt jeweils ein anderer Ex-
aminator während oder nach der Prüfung die Leistung des Kandidaten an-
hand vorgegebener Beurteilungskriterien in Form einer Checkliste (Art. 14
Abs. 2 Prüfungsformenverordnung). Die Prüfungskommission legt für jede
Prüfung fest, welche Struktur die Checkliste aufzuweisen hat (Art. 14
Abs. 3 Prüfungsformenverordnung).
3.3 Die MEBEKO, Ressort Ausbildung, erlässt für jeden universitären Me-
dizinalberuf auf Vorschlag der entsprechenden Prüfungskommission jähr-
lich "Vorgaben" betreffend Inhalt, Form, Zeitpunkt sowie Aus- und Bewer-
tung der eidgenössischen Prüfung sowie "Richtlinien" über die Details der
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Durchführung der eidgenössischen Prüfung (Art. 5a Bst. a und b Prüfungs-
verordnung MedBG). Vorliegend kommen die für die Prüfungsjahre 2020
und 2021 gültigen Vorgaben und Richtlinien der MEBEKO für die eidge-
nössische Prüfung in Pharmazie zur Anwendung (nachfolgend: Vorgaben
MEBEKO und Richtlinien MEBEKO; diese Vorgaben und Richtlinien sind
abrufbar unter: <http://www.bag.admin.ch> > Berufe im Gesundheitswesen
> Medizinalberufe > Eidgenössische Prüfungen universitärer Medizinalbe-
rufe > Eidgenössische Prüfung in Pharmazie, besucht am 26. Oktober
2021).
Nach den "Vorgaben" der MEBEKO sind die einzelnen Kriterien und die zu
berücksichtigenden Aspekte für jede Station in einem gewichteten Punkte-
schlüssel abgebildet. Neben der Bewertung der im Voraus festgelegten Kri-
terien und Aspekte, bei welcher jedes Kriterium mit einer vorgängig festge-
legten Punktzahl bewertet wird, geben die Examinatoren pro Station und
Kandidat während der Prüfung ein Globalurteil ab (z.B. gute, genügende,
knapp genügende oder sicher ungenügende Leistung). Dieses Globalurteil
kann zur Kontrolle der festgelegten Bewertungskriterien und Bestehens-
grenzen dienen und kann – bei einer Nichtübereinstimmung – zur Korrektur
der Auswertung führen. Zudem wird für jede einzelne Station die Beste-
hensgrenze festgelegt. Als Bestehensgrenze gilt die Summe der minimal
zu erreichenden Punkte. Ferner wird definiert, wie viele Stationen bestan-
den werden müssen, um die gesamte OSCE-Prüfung zu bestehen. Die
Prüfungskommission entscheidet nach der Auswertung der Prüfung ab-
schliessend über die definitiven Bestehensvoraussetzungen (Ziff. 4.3.1 der
Vorgaben MEBEKO).
Bei der eidgenössischen Prüfung in Pharmazie 2020 gilt die OSCE-Prü-
fung gemäss Beschluss der Prüfungskommission Pharmazie als bestan-
den, wenn von den zehn Stationen höchstens drei als ungenügend bewer-
tet werden (vgl. Vernehmlassung der Vorinstanz, S. 9). Dieser Beschluss
stützt sich auf den drittletzten Satz von Ziff. 4.3.1 der Vorgaben MEBEKO
und wird vom Beschwerdeführer nicht bestritten.
3.4 Die Checklisten, deren Verwendung den gesetzlichen und reglementa-
rischen Vorgaben gemäss Art. 5a Prüfungsverordnung MedBG und Art. 14
Abs. 2 Prüfungsformenverordnung entspricht, sind äusserst detailliert aus-
gearbeitet und enthalten sämtliche Bewertungskriterien sowie die von den
Kandidaten erwarteten "Aspekte". Als Bewertungskriterien werden in casu
unter anderem "Problemerfassung/Fragen zum Rezept", "Anamnese",
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"Rezeptvalidierung", "Therapie/Arzneimittelkenntnisse", "zusätzliche Infor-
mationen/Nachsorge", "Sozialkompetenz", "Kommunikation" und "Ethik"
genannt. Aspekte sind beispielsweise "Informationen zum Rezept", "Zeit /
Verlauf", "Komorbiditäten / Komedikation", "Ausschluss spezifische KI",
"Klinische Parameter", "Risikofaktoren" und "Lifestyle-Fragen". Bei jedem
einzelnen dieser Aspekte hat der Examinator zu beurteilen, ob er erfüllt
worden ist, was mit Ankreuzen richtiger Antworten oder vorgegebener Un-
tersuchungsschritte festzuhalten ist. Durch das Zusammenzählen der
Punkte für jeden einzelnen Aspekt erhält der Examinator das Ergebnis, das
er mit einer Gesamtbeurteilung "sehr guter Eindruck", "guter Eindruck",
"durchzogener Eindruck" oder "schlechter Eindruck" ergänzen kann. Im
Kommentarfeld können Ausführungen zur Begründung sowie weitere Be-
merkungen zur gezeigten Leistung notiert werden.
In casu kreuzten die Examinatoren in den Checklisten die Aspekte an, wel-
che der Beschwerdeführer in seiner Prüfung nannte, und es finden sich
verschiedene handschriftliche Notizen der jeweiligen Examinatoren zu sei-
nen Antworten und Untersuchungsschritten. Zudem geht aus diesen Listen
hervor, wie viele Punkte der Beschwerdeführer je Bewertungskriterium und
Unterkriterium und welche Gesamtpunktzahl er insgesamt erreicht hat.
Schliesslich ist jeweils angekreuzt, welchen Gesamteindruck die Examina-
toren vom Beschwerdeführer bei der betreffenden Teilprüfung gewonnen
haben.
4.
4.1 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die Verlet-
zung von Bundesrecht unter Einschluss der Überschreitung oder des Miss-
brauchs des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung
des rechtserheblichen Sachverhalts sowie die Unangemessenheit der an-
gefochtenen Verfügung gerügt werden (Art. 49 VwVG).
Im vorliegenden Verfahren ist streitig, ob die Vorinstanz bei der OSCE-Prü-
fung des Beschwerdeführers Bundesverfahrensrecht verletzte und diese
Prüfung angemessen beurteilte.
4.2 Bei der Bewertung von Prüfungsleistungen, die seitens der Gerichte
nur schwer überprüfbar sind, auferlegen sich das Bundesverwaltungsge-
richt und das Bundesgericht in ständiger Rechtsprechung eine gewisse Zu-
rückhaltung (vgl. BGE 136 I 229 E. 6.2 und 131 I 467 E. 3.1 mit Hinweisen;
Urteile des BVGer B-160/2021 vom 4. August 2021 E. 2.2, B-2588/2020
vom 7. Juli 2021 E. 4.1 und B-5185/2019 vom 6. März 2020 E. 5.2). Ohne
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Not wird dabei nicht von der Beurteilung der Experten abgewichen.
Voraussetzung ist, dass die Experten zu den Parteivorbringen Stellung ge-
nommen haben und ihre Auffassung, insbesondere soweit sie von derjeni-
gen der Partei abweicht, nachvollziehbar und einleuchtend ist (vgl. BVGE
2010/11 E. 4.2, 2010/10 E. 4.1 sowie 2008/14 E. 3.1 f. und 4.3.2; PATRICIA
EGLI, Gerichtlicher Rechtsschutz bei Prüfungsfällen: Aktuelle Entwicklun-
gen, in: Schweizerisches Zentralblatt für Staats- und Verwaltungsrecht
[ZBl] 10/2011, S. 556). Auf die Rüge der Unangemessenheit der Bewertung
von Prüfungsleistungen ist deshalb nur dann detailliert einzugehen, wenn
die beschwerdeführende Partei selbst substantiierte Anhaltspunkte mit den
entsprechenden Beweismitteln dafür liefert, dass das Ergebnis materiell
nicht vertretbar ist, eindeutig zu hohe Anforderungen gestellt oder die Prü-
fungsleistungen offensichtlich unterbewertet wurden (vgl. Urteil des BGer
2D_6/2013 vom 19. Juni 2013 E. 3.2; BVGE 2010/21 E. 5.1, 2010/11 E. 4.3
und 2010/10 E. 4.1; EGLI, a.a.O., S. 553 ff., insb. 555 f. mit weiteren Hin-
weisen).
Diese Zurückhaltung gilt aber nur für die materielle Bewertung der Prü-
fungsleistungen. Ist die Auslegung oder Anwendung von Rechtsvorschrif-
ten, insbesondere bei verfassungsrechtlichen Verfahrensgarantien, streitig
oder werden formelle Verfahrensmängel im Prüfungsablauf gerügt, so hat
das Bundesverwaltungsgericht die erhobenen Einwendungen mit umfas-
sender Kognition zu prüfen (vgl. BGE 106 Ia 1 E. 3c; Urteil des BGer
2P.83/2004 vom 9. August 2004 E. 5.1; BVGE 2010/11 E. 4.2, 2010/10
E. 4.1 und 2008/14 E. 3.3; Urteil des BVGer B-6114/2020 vom 27. Mai
2021 E. 4.4, B-3872/2020 vom 29. März 2021 E. 5.2 und B-3674/2020 vom
27. Oktober 2020 E. 2.4). Als Verfahrensfragen sind all jene Einwände und
Vorbringen eines Beschwerdeführers zu qualifizieren, die den äusseren
Ablauf der Prüfung, die Aufgabenstellung oder das Vorgehen bei der Be-
wertung betreffen (vgl. BGE 106 Ia 1 E. 3c; Urteile des BGer 2D_6/2010
vom 24. Juni 2010 E. 5.2 und 2P.83/2004 vom 9. August 2004 E. 5.1; Ur-
teile des BVGer B-6114/2020 vom 27. Mai 2021 E. 4.4 und B-2585/2017
vom 21. Dezember 2018 E. 4.4). Die Beweislast für allfällige Verfahrens-
fehler obliegt dem Beschwerdeführer (vgl. Urteile des BVGer B-671/2020
vom 6. Oktober 2020 E. 2.5, B-832/2019 vom 20. Februar 2020 E. 2.5,
B-1364/2019 vom 29. Januar 2020 E. 2.5, B-5621/2018 vom 19. Juni 2019
E. 2.5 und B-5284/2018 vom 14. Januar 2019 E. 3.3). Nicht jede Unstim-
migkeit im Prüfungsverfahren kann freilich zum Anlass genommen werden,
das Prüfungsergebnis in Frage zu stellen: Mängel im Prüfungsverfahren
sind nur dann rechtserheblich, wenn sie das Prüfungsergebnis entschei-
dend beeinflussen können oder beeinflusst haben (vgl. BGE 147 I 73
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E. 6.7; Urteile des BGer 2D_6/2010 vom 24. Juni 2010 E. 5.2 und
1P.420/2000 vom 3. Oktober 2000 E. 4b).
5.
5.1 Im vorliegenden Verfahren bezweifelt der Beschwerdeführer in formel-
ler Hinsicht, dass es sich bei allen Examinatoren der OSCE-Prüfung um
ausgebildete Apotheker mit langjähriger Berufserfahrung gehandelt habe.
5.2 Art. 10 Abs. 3 Prüfungsverordnung MedBG sieht vor, dass als Exami-
natoren nur Fachleute in Frage kommen, die in der universitären Ausbil-
dung oder in der Praxis tätig sind. Sie werden von der entsprechenden
Prüfungskommission vorgeschlagen und von der MEBEKO gewählt (Art. 7
Abs. 4 Bst. f und Art. 10 Abs. 2 Prüfungsverordnung MedBG). Die MEBEKO
führt eine Liste der berechtigten Examinatoren (Art. 10 Abs. 1 Prüfungsver-
ordnung MedBG).
5.3 Die Vorinstanz hat mit Duplik (vgl. dortige S. 2 f.) eine Liste der in der
OECD-Prüfung eingesetzten Examinatoren zu den Akten gereicht. Aus die-
ser Liste gehen die Namen der Examinatoren und das Jahr ihres Beste-
hens der eidgenössischen Prüfung in Pharmazie oder – in einem Fall – das
Jahr des Bestehens des Deutschen Staatsexamens und das Jahr dessen
Anerkennung als eidgenössische Prüfung in Pharmazie hervor. Das Beste-
hens- bzw. Anerkennungsjahr lag bei allen Examinatoren mindestens sie-
ben Jahre zurück. Aus den Akten ergeben sich keine Anhaltspunkte, die
darauf hinweisen würden, dass diese Angaben falsch sein könnten. Bei al-
len Examinatoren handelt es sich somit nachweislich um ausgebildete Apo-
theker, die seit mindestens sieben Jahren als solche beruflich tätig sein
konnten. Das Vorbringen des Beschwerdeführers erweist sich demnach als
unbegründet.
6.
6.1 Der Beschwerdeführer bemängelt in seiner Replik des Weiteren, die
einzelnen Posten der OSCE-Prüfung seien allein von einem ausgebildeten
Examinator protokolliert worden. Bei der zweiten Person im Prüfungsraum
habe es sich lediglich um eine Simulationspatientin gehandelt, die nicht bei
jedem dieser Posten eine ausgebildete Examinatorin gewesen sei. Die Vor-
instanz verletze damit die eigenen Verfahrensvorschriften und die Prü-
fungsordnung.
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Seite 11
6.2 Die Protokollierung während der OSCE-Prüfung wird weder im
MedBG, noch in der Prüfungsverordnung MedBG, noch in der Prüfungs-
formenverordnung, noch in den Richtlinien MEBEKO, und auch nicht in den
Vorgaben MEBEKO geregelt. Die in diesen Vorschriften vorgesehenen
Checklisten bzw. Bewertungsbogen dienen allein der Bewertung der Ant-
worten und der Untersuchungsschritte des Beschwerdeführers in der
OSCE-Prüfung (vgl. E. 3.4 hiervor), so dass sich aus den Bestimmungen
über diese Listen ebenfalls keine eigenen Regeln für die Protokollierung
ergeben. Letztere wird in diesen Vorschriften nirgends verlangt. Eine Ver-
pflichtung zur schriftlichen Aufzeichnung von mündlichen Prüfungen lässt
sich aus Art. 29 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (BV, SR 101)
nicht ableiten (vgl. Urteile des BGer 2C_505/2019 vom 13. September
2019 E. 4.1.1, 2C_632/2013 vom 8. Juli 2014 E. 4.2, 2D_25/2011 vom 21.
November 2011 E. 3.2, 2P.23/2004 vom 13. August 2004 E. 2.4 und 3.4
und 2P.223/2002 vom 7. Februar 2002 E. 3b). Demgemäss kann aus die-
sen Normen nicht gefolgert werden, wie viele Examinatoren an einem all-
fälligen Protokoll mitzuwirken haben. Es lag daher im Ermessen der Vorin-
stanz, die Protokollierung während der einzelnen Prüfung dem einen Exa-
minator und während des weiteren Prüfungstags beiden Examinatoren zu
überlassen, wie dies die Vorinstanz in casu getan hatte (vgl. Vernehmlas-
sung, S. 3, und Duplik, S. 3). Diese Rüge des Beschwerdeführers erweist
sich damit ebenfalls als unbegründet.
7.
7.1 Der Beschwerdeführer rügt in seiner Stellungnahme vom 25. Mai 2021
sodann, die Examinatoren hätten bei den strittigen Posten 3, 5, 6 und 10
zum Teil richtige Antworten und richtige Untersuchungsschritte nicht proto-
kolliert. So würde sich das Protokoll bei den Aspekten 1, 2, 4 und 8 des
Postens 3, bei den Aspekten 15 und 17 des Postens 5, bei den Aspekten
3, 4, 7 und 9 des Postens 6 sowie bei den Aspekten 5 und 6 des Postens 10
von seinem eigenen Gedächtnisprotokoll unterscheiden. Die Protokolle
seien zudem oft widersprüchlich.
Demgegenüber hält die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung fest, dass dem
Beschwerdeführer auch dann, wenn er alle Aussagen so gemacht hätte,
wie er es in seinem eigenen Gedächtnisprotokoll festgehalten habe, die
OSCE-Prüfung nicht bestehen würde. Die Vorinstanz ist in ihrer Duplik je-
doch der Ansicht, dass die Protokollierung in allen gerügten Fällen korrekt
erfolgt sei. Nach ihr vermag der Beschwerdeführer die Aufzeichnungen,
welche die Examinatoren unmittelbar an der Prüfung gemacht hätten, nicht
zu entkräften oder gar zu widerlegen. In ihrer Stellungnahme vom 25. Juni
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Seite 12
2020 ergänzt die Vorinstanz, dass die Examinatoren verpflichtet seien,
Aussagen, die nicht durch ein Kreuz festgehalten werden könnten, hand-
schriftlich zu protokollieren. Die Protokolle seien daher gut geführt worden.
7.2 Wie oben aus E. 4.2 hervorgeht, liegt die Beweislast für allfällige Ver-
fahrensfehler beim Beschwerdeführer. Dieser ist indes der Ansicht, dass
hier "Aussage gegen Aussage" stehe. Damit stellt sich hier die Frage nach
der Beweislast im öffentlichen Verfahrensrecht.
7.3 Im Verwaltungsverfahren besteht zwar die Pflicht zur amtlichen Sach-
verhaltsfeststellung (Art. 12 VwVG). Der Untersuchungsgrundsatz, welcher
im Beschwerdeverfahren durch die Rüge- und Substantiierungspflicht des
Beschwerdeführers durchbrochen wird, ändert jedoch nichts an der mate-
riellen Beweislast (vgl. Urteile des BVGer B-5888/2019 vom 7. September
2020 E. 4.5, B-2880/2018 vom 19. März 2020 E. 6.2.2 und B-6405/2016
vom 5. Dezember 2017 E. 5.3.1; KRAUSKOPF/EMMENEGGER/BABEY, in:
Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, 2. Aufl. 2016
[nachfolgend: Praxiskommentar VwVG], Art. 12 N 50 und 59; MICHELE AL-
BERTINI, Der verfassungsmässige Anspruch auf rechtliches Gehör im Ver-
waltungsverfahren des modernen Staates, 2000, S. 261 ff.).
Gemäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts richtet sich die
Beweislast im öffentlichen Recht und damit auch im Bereich der Medizinal-
berufsprüfungen nach der Beweislastregel von Art. 8 des Zivilgesetzbuchs
vom 10. Dezember 1907 (ZGB, SR 210), sofern das massgebliche Recht
keine spezifische Beweisregel enthält (vgl. Urteile des BVGer B-4774/2019
vom 24. August 2021 E. 3.2, B-5888/2019 vom 7. September 2020 E. 4.5
und B-7253/2015 vom 9. August 2016 E. 5.1; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜH-
LER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz.
3.150). Danach hat derjenige die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen, der
aus einer unbewiesen gebliebenen Tatsache Rechte zu seinen Gunsten
ableiten will (vgl. Urteile des BVGer B-5888/2019 vom 7. September 2020
E. 4.5, B-6357/2016 vom 27. Juni 2017 E. 2, B-7428/2010 vom 31. Mai
2011 E. 4.2 und B-2213/2006 vom 2. Juli 2007 E. 5.2.2). Es obliegt daher
der beschwerdeführenden Person, an der Beweisbeschaffung mitzuwir-
ken, auf die für sie günstigen Umstände hinzuweisen und sie zu belegen
(vgl. Urteile des BVGer B-6946/2016 vom 3. Mai 2018 E. 5.3 und
B-6405/2016 vom 5. Dezember 2017 E. 5.3.1; AUER/BINDER, in: Auer/Mül-
ler/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwal-
tungsverfahren [VwVG], 2. Aufl. 2019, Art. 13 N 19; KRAUSKOPF/EMMENEG-
GER/BABEY, a.a.O., Art. 12 N 207 ff.).
B-5606/2020
Seite 13
Grundsätzlich gilt eine beweisbedürftige Tatsache nur dann als erwiesen,
wenn der volle Beweis erbracht ist. Dieser gilt als erbracht, wenn das Ge-
richt nach objektiven Gesichtspunkten von der Richtigkeit der behaupteten
Tatsache überzeugt ist. Absolute Gewissheit kann dabei nicht verlangt wer-
den. Es genügt, wenn das Gericht am Vorliegen der behaupteten Tatsache
keine ernsthaften Zweifel mehr hat oder allenfalls verbleibende Zweifel als
leicht erscheinen (vgl. BGE 143 II 425 E. 5.1, 130 II 482 E. 3.2, 130 III 321
E. 3.2 und 128 III 271 E. 2b/aa; BVGE 2012/21 E. 5.1; Urteile des BVGer
B-1446/2020 vom 4. März 2021 E. 8.4, B-1014/2019 vom 24. Juli 2020
E. 8.3 und B-6405/2016 vom 5. Dezember 2017 E. 5.3.1; MO-
SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.141).
Ausnahmen vom Regelbeweismass, in denen eine überwiegende Wahr-
scheinlichkeit oder ein blosses Glaubhaftmachen als ausreichend betrach-
tet wird, können sich aus Gesetz oder Rechtsprechung ergeben. Eine Her-
absetzung des Beweismasses setzt nach bundesgerichtlicher Rechtspre-
chung voraus, dass ein strikter Beweis nach der Natur der Sache nicht
möglich oder nicht zumutbar ist. Eine solche sog. Beweisnot ist aber nicht
schon darin begründet, dass eine Tatsache, die ihrer Natur nach ohne Wei-
teres dem unmittelbaren Beweis zugänglich wäre, nicht bewiesen werden
kann, weil der beweisbelasteten Partei die Beweismittel fehlen. Blosse Be-
weisschwierigkeiten im konkreten Einzelfall führen weder zu einer Be-
weiserleichterung noch zu einer Umkehr der Beweislast (vgl. BGE 140 III
610 E. 4.1, 130 III 321 E. 3.2 und 128 III 271 E. 2b/aa; Urteile des BVGer
A-2138/2020 vom 22. Juli 2020 E. 7.2, B-6946/2016 vom 3. Mai 2018
E. 5.3, B-6405/2016 vom 5. Dezember 2017 E. 5.3.1 und A-7570/2009
vom 22. Juni 2011 E. 2.3.2).
Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung sind Beweise frei, ohne
Bindung an förmliche Beweisregeln, umfassend und pflichtgemäss zu wür-
digen. Dabei sind alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stam-
men, objektiv zu prüfen (Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 des Bundesgesetzes
vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess [BZP, SR 273]; vgl.
BGE 137 II 266 E. 3.2; Urteile des BVGer A-4864/2019 vom 15. September
2020 E. 2, A-702/2017 vom 26. März 2019 E. 2.2 und B-6405/2016 vom
5. Dezember 2017 E. 5.3.1).
7.4 Vorliegend liegen unstrittig weder ein wörtliches Protokoll noch eine
Aufzeichnung in Ton oder Bild vor, welche den Ablauf der Prüfung im Ein-
zelnen darlegen. Laut dem Beschwerdeführer wäre eine solche Aufzeich-
nung in casu entscheidend. Eine Video- oder Tonaufzeichnung der OSCE-
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Seite 14
Prüfung ist jedoch in den rechtlichen Grundlagen der eidgenössischen Prü-
fung in Pharmazie 2020 – insbesondere im MedBG und in der Prüfungs-
verordnung MedBG – unstrittig nicht vorgesehen. Aus Art. 29 BV lässt sich
ebenfalls keine Verpflichtung zu akustischen Aufzeichnungen mündlicher
Prüfungen herleiten (vgl. Urteil des BGer 2P.23/2004 vom 13. August 2004
E. 2.4; Urteil des BVGer B-5676/2018 vom 21. März 2019 E. 3.4). Somit
konnte die Vorinstanz im vorliegenden Fall auf die Erstellung einer Video-
oder Tonaufzeichnung der OSCE-Prüfung verzichten. Auch wenn der Be-
schwerdeführer wünscht, dass die Vorinstanz künftig solche Aufzeichnun-
gen erstellt (vgl. Replik, S. 8, und Stellungnahme vom 25. Mai 2021, S. 8),
sind solche Aufzeichnungen nicht erforderlich.
Die Prüfungsleistung des Beschwerdeführers wurde an jedem Prüfungs-
posten mittels einer ausgefüllten Checkliste für eine nachträgliche Über-
prüfung rechtsgenüglich protokolliert (vgl. oben E. 6.2). Aus diesen nicht
parteiöffentlichen Listen geht hervor, dass der Beschwerdeführer bei den
Posten 3, 5, 6 und 10 relevante Fragen nicht stellte und relevante Untersu-
chungsschritte nicht durchführte, was die Examinatoren in der jeweiligen
Checkliste detailliert festhielten. Mit den Differenzen dieser Listen zum Ge-
dächtnisprotokoll des Beschwerdeführers hat sich die Vorinstanz objektiv
nachvollziehbar und schlüssig auseinandergesetzt (dazu in E. 10 hier-
nach). Es bestehen keine Anhaltspunkte, an den Darstellungen der Exami-
natoren ernsthaft zu zweifeln.
Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, die jeweiligen Checklisten
seien fehlerhaft, trifft ihn die Beweislast. Im vorliegenden Fall ergeben sich
aus Gesetz und Rechtsprechung jedenfalls keine Ausnahmen vom Regel-
beweismass, weshalb der volle Beweis zu erbringen ist. Obwohl dieser bei
einer mündlichen oder praktischen Prüfung, bei welcher die Prüfungsexa-
minatoren ihre Bewertung lediglich gestützt auf ihre eigenen Aufzeichnun-
gen darlegen, naturgemäss schwer zu erbringen ist, führt dies nicht zu ei-
ner Umkehr der Beweislast (vgl. Urteile des BVGer B-6405/2016 vom
5. Dezember 2017 E. 5.3.2 und B-2213/2006 vom 2. Juli 2007 E. 5.2.2).
In casu beruft sich der Beschwerdeführer bei seinen Einwänden auf sein
eigenes Gedächtnisprotokoll, das er im Nachgang zur mündlichen OSCE-
Prüfung erstellt hatte. Gestützt auf dieses eigene Protokoll – das mit der
ausgefüllten Checkliste nicht übereinstimmt – legt er dar, welche Antworten
er gegeben und welche Untersuchungsschritte er durchgeführt habe.
Selbst wenn die Examinatoren die Protokolle unvollständig geführt hätten,
könnte jedoch – entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers – nicht im
B-5606/2020
Seite 15
Sinne einer Beweislastumkehr auf sein nachträglich und allein erstelltes
Gedächtnisprotokoll abgestellt werden und gestützt darauf eine Neubewer-
tung seiner Prüfungsleistung stattfinden, da in casu keine Hinweise dafür
bestehen, dass die Examinatoren ihre Bewertungen in unqualifizierter oder
unkorrekter Weise erstellt oder eine nachträgliche Überprüfung der Bewer-
tung der Prüfungsleistung bewusst hätten vereiteln wollen (vgl. Urteile des
BVGer B-2528/2015 vom 29. März 2017 E. 2.5, B-4385/2008 vom 16. Feb-
ruar 2009 E. 5.1.1 und B-2213/2006 vom 2. Juli 2007 E. 5.2.2; unveröffent-
lichter Beschwerdeentscheid der Rekurskommission [REKO] des Eidge-
nössischen Volkswirtschaftsdepartements EVD 01/HB-10 vom 11. Sep-
tember 2001 E. 1.6). Das Gedächtnisprotokoll enthält daher lediglich Par-
teivorbringen, welche die erbrachte Prüfungsleistung nicht belegen kön-
nen. Somit greift in casu die Beweislastregel zum Nachteil des Beschwer-
deführers, da ein Protokoll eines Examinators jeweils vorhanden, in korrek-
ter Weise ausgefüllt sowie von diesem und einem zweiten Examinator un-
terzeichnet ist.
Demnach ist vorliegend den Darstellungen der Prüfungsexaminatoren zu
folgen und davon auszugehen, dass sich die vom Beschwerdeführer be-
haupteten Sachumstände nicht verwirklicht haben. Die Examinatoren sind
vielmehr qualifizierte, unabhängige Fachpersonen (vgl. E. 8.4 hiernach)
und konkrete Hinweise auf deren Befangenheit fehlen. Zudem erscheint
die Beurteilung der Examinatoren nicht als fehlerhaft oder unangemessen
(vgl. unten E. 10). Somit vermag der Beschwerdeführer mit seinen Rügen
zu den Bewertungen und Qualifikationen der Examinatoren nicht durchzu-
dringen.
8.
8.1 Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, dass die einzelnen Posten der
OSCE-Prüfung jeweils immer nur von einem ausgebildeten Examinator,
dem Protokollführer, bewertet worden seien. Die Simulationspatientin sei
nicht immer vom Fach gewesen. Die Vorinstanz weist demgegenüber zu
Recht darauf hin, dass der Beschwerdeführer vor Ort nicht moniert habe,
dass nur eine Person im Prüfungsraum anwesend gewesen sei, und er
behauptet dies auch im vorliegenden Verfahren nicht.
8.2 Die Vorinstanz wendet gegen diese Vorbringen des Weiteren ein, es
seien jeweils zwei eidgenössische Apothekerinnen und Apotheker pro Prü-
fungsraum eingeteilt, welche die Bewertung der Kandidaten gemeinsam
vornähmen. Ein Examinator fülle während der laufenden Prüfung die Be-
wertungsbogen aus, und der zweite Examinator, der während der Prüfung
B-5606/2020
Seite 16
den Schauspieler darstelle, ergänze und bewerte genauso. Die Präsidentin
der Prüfungskommission habe die Frage, ob bei der OECD-Prüfung des
Beschwerdeführers eine gemeinsame Bewertung durch beide Examinato-
ren stattgefunden habe und ob beide aktiv und ausführlich die Bewertung
gemeinsam durchgearbeitet hätten, mit jedem einzelnen Examinator abge-
klärt.
8.3 Nach Art. 14 Abs. 2, Satz 1 Prüfungsformenverordnung beurteilt an je-
der Station jeweils ein Examinator die Leistung während oder nach der
Prüfung eines Kandidaten anhand vorgegebener Beurteilungskriterien in
Form einer Checkliste. An jeder Station wird diese Beurteilung von einem
anderen Examinator vorgenommen (Art. 14 Abs. 2, Satz 2 Prüfungsfor-
menverordnung).
Somit gibt Art. 14 Abs. 2 Prüfungsformenverordnung vor, dass die Bewer-
tung bei jeder Station zumindest durch einen Examinator vorzunehmen ist.
Wäre die Bewertung in casu tatsächlich – was von der Vorinstanz aber
bestritten wird – nur durch einen Examinator erfolgt, könnte der Vorinstanz
daher gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts diesbezüglich kein
Rechtsverstoss vorgeworfen werden (vgl. Urteile des BVGer B-6512/2013
vom 8. Juli 2014 E. 5.2 und B-6049/2012 vom 3. Oktober 2013 E. 4.7).
8.4 Demgegenüber regeln die Vorgaben MEBEKO, welche gestützt auf
Art. 5a Bst. a der Prüfungsverordnung MedBG erlassen worden sind, die
Frage, wie viele Personen die Prüfungsleistungen an der OSCE-Prüfung
bewerten, präziser: Nach Ziff. 3.3 i.V.m. Ziff. 4.3.1 f., je Satz 1 der Vorgaben
MEBEKO erfolgt die Bewertung der Prüfungsleistungen an der OSCE-Prü-
fung pro Standort immer durch zwei qualifizierte, unabhängige Examinato-
ren, welche in der Regel Mitglieder der Arbeitsgruppe OSCE sind. So kann
der eine Examinator einen Kandidaten prüfen, während sich der andere
Examinator als Simulationspatient zur Verfügung stellt.
Vorliegend waren bei allen einzelnen Posten der OSCE-Prüfung sowohl
die Protokollführerin als auch die Simulationspatientin universitär ausgebil-
dete Apothekerinnen mit mehrjähriger Berufserfahrung (vgl. E. 5.2 f. hier-
vor). Dabei füllte die jeweilige Protokollführerin unstrittig während den ein-
zelnen Postenprüfungen die Checkliste bzw. den Bewertungsbogen aus.
Der Beschwerdeführer behauptet zwar, dass die jeweilige Simulationspati-
entin nach den einzelnen Postenprüfungen keine Bewertung vorgenom-
men habe, substantiiert dies jedoch nicht näher. Die Unabhängigkeit der
Examinatoren wird vom Beschwerdeführer ebenfalls nicht bestritten.
B-5606/2020
Seite 17
8.5 Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, die jeweilige Simulationspatien-
tin habe die vier Minuten zwischen den einzelnen Kandidaten lediglich für
einen geordneten Kandidatenwechsel und für die Einhaltung der Corona-
Schutzmassnahmen benutzt. Dass dabei die Simulationspatientin und die
Protokollführerin in dreieinhalb Minuten gemeinsam die Checkliste bzw.
den Bewertungsbogen abschliessend ausgefüllt hätten, sei unrealistisch.
Die Simulationspatientinnen könnten gar nicht aktiv, ausführlich und ge-
nauso wie die Protokollführerinnen die Bewertung seiner Prüfungen durch-
geführt haben. Dies nicht nur, weil sie dafür vielmehr Zeit zur Verfügung
haben müssten, sondern auch, weil sich alle Simulationspatienten und -in-
nen ausnahmslos während des Desinfizierens an der Bewertung beteiligt
hätten. Damit hätten sie an dieser faktisch lediglich rein förmlich teilgenom-
men. Um seine Behauptungen zu belegen, stellt er einen Beweisantrag.
8.6 Die Vorinstanz antwortet hierauf, dass die Examinatoren die vier Minu-
ten benutzten hätten, um gemeinsam die Checkliste bzw. den Bewertungs-
bogen abschliessend auszufüllen. Zudem sei den Examinatoren während
des Prüfungstags und an dessen Ende zusätzlich die von ihnen benötigte
Zeit zur Verfügung gestanden, alles zu dokumentieren, was noch nicht auf
dem Bewertungsbogen erfasst worden sei. Die Pausen zwischen den ein-
zelnen Kandidaten seien im Prüfungsjahr 2020 überdies von zwei auf vier
Minuten erhöht worden.
8.7 Gemäss Art. 14 Abs. 1, Satz 2 Prüfungsformenverordnung sind in die
Prüfung angemessene Pausen zu integrieren. Bezüglich der OSCE-Prü-
fung regelt Ziff. 3.3 der Richtlinien MEBEKO das Nähere. Die Kandidaten
haben gemäss Abs. 1 Satz 1 dieser Ziffer während eines Parcours fest zu-
geteilte Pausen. Nach Ziff. 3.3 Abs. 1 Satz 2 der Richtlinien MEBEKO exis-
tiert für die Examinatoren eine spezielle und adäquate Pausenregelung.
Normen, welche festlegen, wieviel Zeit die Examinatoren während der Prü-
fungspausen für die Bewertung der Prüfungsleistung der einzelnen Kandi-
daten verwenden müssen, finden sich indes nicht. Die Regelung dieser
Frage liegt demnach im Ermessen der Prüfungskommission.
8.8 In casu dauerten die Pausen zwischen den einzelnen Postenprüfungen
unbestrittenermassen vier Minuten. Die Examinatoren konnten die einzel-
nen Checklisten bzw. Bewertungsbogen während dieser Pausen sowie
während der weiteren, längeren Kaffee- und Lunchpausen im Lauf des Prü-
fungstags unstrittig gemeinsam zu Ende ausfüllen und finalisieren. Die Be-
wertungsbogen sind zudem unbestrittenermassen sehr detailliert und es
B-5606/2020
Seite 18
besteht eine gewisse Gewährleistung, dass die Examinatoren diese kor-
rekt ausfüllen, zumal sie über den genauen Aufbau der Checklisten infor-
miert und in deren Anwendung instruiert worden sind. Eine Zeitbeschrän-
kung für die gemeinsame Bewertung am Prüfungstag wurde weder be-
hauptet, noch ist eine solche ersichtlich. Insbesondere war die gemein-
same Bewertung nicht auf die erwähnten vier Minuten beschränkt. Dem-
nach hat die Vorinstanz den Examinatoren eine angemessene Zeit ge-
währt, um den Bewertungsbogen gemeinsam auszufüllen und zu finalisie-
ren.
Somit ist im vorliegenden Fall davon auszugehen, dass nebst der Proto-
kollführerin auch die jeweilige zweite fachlich ausgebildete und als Simula-
tionspatientin auftretende Person am Prüfungstag genügend Zeit hatte,
selbst die Prüfungsleistungen des Beschwerdeführers zu bewerten, und
dass sie diese Bewertung auch tatsächlich vornahm. Der Beweismittelan-
trag des Beschwerdeführers vom 25. Mai 2021 ist daher abzuweisen.
9.
9.1 Schliesslich rügt der Beschwerdeführer einen Mangel an Transparenz.
Zumindest Aspekt 5 des Postens 3 ("Euthyrox") stehe im Widerspruch zur
Regel, dass bei den Aspekten nicht die Maximalpunktzahl, sondern die
konkrete Punktzahl genannt werde.
9.2 Die Vorinstanz führt demgegenüber aus, in der dem Fall zugeordneten
Checkliste seien die Punkte pro genanntem Aspekt klar definiert. Bei den
Aspekten gebe es keine Maximalpunkte. Daher sei bei den Aspekten die
konkrete Punktzahl genannt worden. Im Rahmen der Einsichtnahme in die
Prüfungsunterlagen habe der Beschwerdeführer Einsicht in die Checklis-
ten erhalten. Mit den Ausführungen zur Punkteverteilung, namentlich zu
den einzelnen Aspekten, der maximalen Punktzahl und der Stellungnahme
zu einzelnen Einwänden sei ihm die bestmöglich erlaubte Transparenz ge-
währt worden.
9.3 Sowohl die Bewertungskriterien als auch die Aspekte sind, da sie aus
dem Bewertungsbogen hervorgehen (vgl. E. 3.4 hiervor), Teil der Prüfungs-
unterlagen. Deren Herausgabe kann gemäss Art. 56 MedBG zur Sicher-
stellung der Geheimhaltung der Prüfungsfragen in Medizinalprüfungen ver-
weigert, die Herstellung von Kopien oder Abschriften verboten und die
Dauer der Einsichtnahme beschränkt werden. Nach Ziff. 6.3, Satz 1 der
Richtlinien MEBEKO sind unter anderem die Bewertungskriterien der
B-5606/2020
Seite 19
OSCE-Prüfungen – und entsprechend auch die davon umfassten Aspek-
te – geheim. Im Rahmen der Akteneinsicht können Prüfungsunterlagen
aber gestützt auf Ziff. 8.1, 8. Spiegelstrich der Vorgaben MEBEKO einge-
sehen werden. Dabei ist die Anfertigung handschriftlicher Notizen erlaubt,
nicht jedoch das Abschreiben, Fotografieren und dergleichen ganzer Beur-
teilungskriterien (Ziff. 8.1, 8. Spiegelstrich der Vorgaben MEBEKO).
9.4 In casu gewährte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer unstrittig Ein-
sicht in seine Prüfungsunterlagen und damit insbesondere in die pro As-
pekt erteilte Punktzahl. Wie aus der Vernehmlassung (vgl. dortige S. 3 ff.),
der Duplik (vgl. dortige S. 4 ff.) und der Stellungnahme vom 25. Juni 2020
(vgl. dortige S. 2 f.) hervorgeht, nannte die Vorinstanz bei allen Aspekten
die jeweilige konkrete Punktzahl, so auch beim Aspekt 5 des Postens 3
(vgl. Vernehmlassung, S. 5 f., Duplik, S. 5, und Stellungnahme vom
25. Juni 2020, S. 3). Diese Bewertungsweise stimmt mit Ziff. 4.3.1 Abs. 2
der Vorgaben MEBEKO (vgl. E. 3.3 hiervor) überein. Der Beschwerdefüh-
rer nennt keine anderen Bewertungen, welche der Regel widersprechen,
bei Aspekten die konkrete Punktzahl statt der Maximalpunktzahl zu nen-
nen. Auch bezeichnet er weder andere Verletzungen des Transparenzprin-
zips noch substantiiert er solche. Demnach ist auf seine Transparenzrüge
nicht weiter einzugehen.
9.5 Auch was seine Vorbringen bezüglich der Glaubwürdigkeit der Vorin-
stanz anbelangt, legt der Beschwerdeführer selber nicht weiter dar, inwie-
fern die anlässlich seiner OSCE-Prüfung geltenden rechtlichen Vorgaben
konkret verletzt worden wären. Es gelingt ihm daher auch hier nicht, einen
beachtlichen formellen Mangel im Prüfungsablauf geltend zu machen.
10.
In materiellrechtlicher Hinsicht beanstandet der Beschwerdeführer, ihm
seien bei den Posten 3, 5, 6 und 10 einzelne Punkte unzutreffenderweise
nicht erteilt worden und die Benotung sei nicht richtig erfolgt.
10.1 Grundsätzlich ist es Sache des Beschwerdeführers, anlässlich der
Prüfung aufzuzeigen, dass er in ausreichendem Ausmass über die erfor-
derlichen Kompetenzen verfügt. Im Rechtsmittelverfahren obliegt es ihm,
anhand objektiver, substantiierter und überzeugender Argumente sowie
den entsprechenden Beweismitteln konkret darzulegen, dass er diese Prü-
fungsleistung tatsächlich erbracht hat und inwieweit die Examinatoren zu
hohe Anforderungen gestellt haben, das Ergebnis materiell nicht vertretbar
ist oder die Leistung offensichtlich unterbewertet wurde (vgl. BVGE
B-5606/2020
Seite 20
2010/21 E. 5.1, 2010/11 E. 4.3 und 2010/10 E. 4.1; Urteile des BVGer
B-6357/2016 vom 27. Juni 2017 E. 4.1, B-7253/2015 vom 9. August 2016
E. 5.1 und B-6727/2013 vom 8. Juli 2014 E. 4). Es reicht daher nicht aus,
sich im Rahmen einer Beschwerde auf pauschale und nicht substantiierte
Behauptungen zu beschränken, wonach eine bestimmte Frage gestellt,
eine bestimmte Antwort gegeben, eine Untersuchung durchgeführt wor-
den oder eine Checkliste oder die Bewertung auf selbiger (in welchem
Umfang auch immer) "falsch" sei, ohne diese Behauptungen eingehend zu
begründen oder zu belegen (vgl. BVGE 2010/21 E. 5.1). Bei einer mündli-
chen oder praktischen Prüfung der vorliegenden Art ist der geforderte
Nachweis zwar naturgemäss schwer zu erbringen. Diese Schwierigkeit
führt indessen nicht dazu, dass sich an der in E. 7.3 dargestellten Beweis-
lastregel etwas ändert, noch können den vom Beschwerdeführer ins Recht
gelegten Bestätigungen und Zeugnissen irgendein Beweiswert in Bezug
auf die Frage zugemessen werden, ob er an der OECD-Prüfung eine ge-
nügende Leistung erbracht hat oder nicht (vgl. Urteile des BVGer
B-6357/2016 vom 27. Juni 2017 E. 4.1 und B-6837/2014 vom 24. Septem-
ber 2015 E. 6.3).
10.2 Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass die Prüfungsexperten
in der Lage sind, ihre Beurteilung kritisch zu hinterfragen. Solange die Be-
urteilung – was auch nachträglich möglich ist – objektiv nachvollziehbar
begründet wird und ein Beschwerdeführer nicht konkret und überzeugend
darlegt, dass und inwiefern sich diese Begründung als unhaltbar erweist,
sieht sich das Bundesverwaltungsgericht nicht veranlasst, die Einschät-
zung der hierfür eingesetzten Fachexperten in Frage zu stellen und eine
eigene Bewertung vorzunehmen (vgl. auch oben E. 4.2; BVGE 2010/21
E. 5.1; Urteile des BVGer B-6357/2016 vom 27. Juni 2017 E. 4.1 und
B-6837/2014 vom 4. September 2015 E. 3). Würde das Gericht anders
handeln, liefe dies vielmehr auf eine in einem Einzelfall vorgenommene
willkürliche und im Verhältnis zu den übrigen Prüfungskandidaten rechts-
ungleiche Kompetenzanmassung hinaus.
10.3 Beim Posten 3 ("Euthyrox") erreichte der Beschwerdeführer 31 Punk-
te. Die Bestehensgrenze liegt demgegenüber bei 77 Punkten. Laut der Vor-
instanz könnten ihm unter Umständen zusätzlich maximal 2 Punkte gutge-
schrieben werden, wenn er alle Antworten so gegeben hätte, wie er diese
in seinem Gedächtnisprotokoll festgehalten hat. Bei einer Korrektur ge-
mäss diesem Protokoll käme er damit auf 33 Punkte. Nach der Vorinstanz
ist aber nur der Aspekt "30min vor Frühstück einnehmen" nicht entspre-
B-5606/2020
Seite 21
chend jenem Protokoll protokolliert worden, für welchen 2 Punkte zuge-
sprochen worden seien (vgl. Vernehmlassung, S. 6). Diese Ausführungen
der Vorinstanz sind objektiv nachvollziehbar und schlüssig.
Beim Aspekt 1 erteilte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer keine Punkte
für seine Antwort "Levothyroxin Sandoz". Dieser ist jedoch der Meinung,
dass dieses Präparat existiere. Er sei richtigerweise davon ausgegangen,
dass dieses ein Präparat aus dem Ausland sei. Denn gemäss Art. 20 Abs. 2
des Heilmittelgesetzes dürften Apothekerinnen und Apotheker Arzneimittel
aus dem Ausland importieren, solange in der Schweiz kein alternativ ein-
setzbares Arzneimittel verfügbar sei. Somit sei die in Aspekt 1 vorgesehene
Maximalpunktzahl zu erteilen. Die Vorinstanz begründet die fehlende Punk-
terteilung damit, dass dieses Präparat gar nicht existiere und der Be-
schwerdeführer keine Alternative angeboten habe (vgl. Vernehmlassung,
S. 5 f.). Bei der Eingabe von "Levothyroxin" im Suchfeld werde in der Com-
pendiums-App "Levothyroxin Sandoz" nicht als Option vorgeschlagen. Es
würden ausschliesslich in der Schweiz zugelassene Präparate gelistet (di-
verse Präparate von Tirosint, Euthyrox, Eltroxin, Novothyral). Ein ausländi-
sches Präparat dürfte nur abgegeben werden, wenn kein gleichwertiges
Präparat in der Schweiz verfügbar sei. Da in der Schweiz zugelassene Prä-
parate im vorliegenden Fall verfügbar seien, sei die Abgabe von Levothy-
roxin Sandoz nicht gestattet (vgl. Duplik, S. 5). Diese Begründung der Vor-
instanz erscheint ebenfalls objektiv nachvollziehbar und schlüssig, zumal
Art. 20 Abs. 2 des Heilmittelgesetzes vom 15. Dezember 2000 (HMG,
SR 812.21) lediglich vorsieht, dass der Bundesrat erlauben kann, dass
nicht zugelassene, verwendungsfertige Arzneimittel in kleinen Mengen von
Einzelpersonen für den Eigengebrauch (Bst. a) oder von Medizinalperso-
nen (Bst. b) eingeführt werden.
Ferner erhielt der Beschwerdeführer beim Aspekt 4 keine Punkte. Er rügt
indessen, hier zwei konkrete Lösungen geliefert zu haben: zuerst Levothy-
roxin Sandoz, dann Eltorxin einschliesslich der Dosierung (0.05mg 1.5 Tbl.
täglich). Letztere habe er der Patientin erklärt. Somit seien ihm für die zwei
konkrete Vorschläge und für die Dosierung die vorgesehenen maximalen
Punkte zu erteilen. Er habe selbst mittels des Compendiums herausgefun-
den, dass Eltroxin und andere Präparate Vorschläge wären. Die Vorinstanz
begründet die fehlende Punkteerteilung demgegenüber damit, dass für
eine generelle Analyse keine Punkte vorgesehen seien. Es müsse ein kon-
kretes Präparat genannt werden. Im Protokoll sei eindeutig festgehalten,
dass die Examinatorin die Lösung, dass man die äquivalente Dosis anpas-
sen und einnehmen müsse (eine Tabl. Euthyrox 75 mcg = 1.5 Tab. Eltroxin
B-5606/2020
Seite 22
0.05 mg), selber gegeben habe. Nenne die Examinatorin eine Alternative
und die Dosierung, dürften dem Kandidaten gemäss der "Regie" keine
Punkte erteilt werden. Der Beschwerdeführer habe laut Protokoll keine Al-
ternative angeboten (vgl. Vernehmlassung, S. 5 f., und Duplik, S. 5). Aus
dem Protokolleintrag "Das habe ich auch gedacht, Wechsel ist absolute
Ausnahme" gehe hervor, dass der Beschwerdeführer in der Prüfung bestä-
tigt habe, die Alternative selbst nicht genannt zu haben (vgl. Duplik, S. 5).
Auch diese Darlegungen der Vorinstanz sind deshalb objektiv nachvoll-
ziehbar und schlüssig.
Schliesslich bringt der Beschwerdeführer vor, dass weitere Punkte zu er-
teilen wären, wenn man von seiner Gegendarstellung und den Beweismit-
teln ausginge. Auf diese Weise könne er mindestens die Bestehensgrenze
von 77 Punkten erreichen. Er substantiiert diese Rüge allerdings nicht nä-
her. So führt er namentlich nicht aus, für welche Antworten er jeweils zu-
sätzliche Punkte erhalten sollte. Somit ist die vorinstanzliche Bewertung
des Postens 3 mit "fail" nicht rechtsfehlerhaft erfolgt.
10.4 Beim Posten 5 ("Verbrennung") erreichte der Beschwerdeführer
72 Punkte. Die Bestehensgrenze befindet sich bei 77 Punkten. Nach der
Vorinstanz liegt einzig beim Aspekt 7 eine mögliche Differenz der Antwor-
ten des Beschwerdeführers zum Gedächtnisprotokoll vor. Alle anderen
Ausführungen seien entweder protokolliert oder irrelevant. Wenn er alle
Aussagen so gemacht hätte, wie er es in seinem Gedächtnisprotokoll fest-
gehalten habe, könnten ihm maximal 3 Punkte beim Aspekt 17 gutgeschrie-
ben werden (vgl. Vernehmlassung, S. 8). Diese Begründung der Vorinstanz
ist objektiv nachvollziehbar und schlüssig.
Der Beschwerdeführer ist beim Aspekt 1 der Meinung, dass ihm hier die
vorgesehene Maximalpunktzahl zu erteilen sei, da er danach gefragt habe,
ob er sich die Wunde anschauen dürfe und nicht, für wen das Verbands-
material sei. Die Vorinstanz erteilte ihm für diese Antwort keine Punkte. Sie
begründet dies damit, dass der Beschwerdeführer die Frage an die Frau,
ob sie das Verbandsmaterial für sich persönlich benötigen würde, erst ge-
stellt habe, nachdem die Patientin den Freund bereits erwähnt gehabt habe
(vgl. Vernehmlassung, S. 6). Laut eigener Aussage des Beschwerdefüh-
rers fragte er die Frau aber zuerst, ob sie das Verbandsmaterial für sich
persönlich oder für jemanden anderen verwenden wolle (vgl. Replik, S. 5).
Diese Aussage widerspricht jedoch dem von ihm angegebenen Grund,
weshalb die Maximalpunktzahl zu geben sei. Die Begründung der Vorin-
stanz ist daher objektiv nachvollziehbar und schlüssig.
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In Bezug auf den Aspekt 2 behauptet der Beschwerdeführer, die Frau habe
geantwortet, dass das Verbandsmaterial nicht für sie selbst, sondern für
ihren Freund sei, der sich verbrannt habe. Nach der Vorinstanz ist diese
Behauptung falsch. Der Beschwerdeführer habe bereits beim Aspekt 1 für
den Verwendungszweck des Verbandsmaterials 2 Punkte erhalten (vgl.
Vernehmlassung, S. 6). Wie die vorstehende Darlegung zum Aspekt 1
zeigt, war die Frage nach dem Verwendungszweck in der Tat bereits Ge-
genstand jenes Aspekts. Damit ist die vorinstanzliche Begründung auch
hinsichtlich dieses Aspekts objektiv nachvollziehbar und schlüssig.
Bei Aspekt 5 ist die Punkteerteilung nicht strittig (vgl. Beilage der Be-
schwerdeergänzung, S. 2; Vernehmlassung, S. 6), so dass auf diesen As-
pekt nicht weiter einzugehen ist.
Hinsichtlich des Aspekts 10 behauptet der Beschwerdeführer, es sei nicht
protokolliert worden, dass er der Frau erklärt habe, dass bis zum Verbren-
nungsgrad 2a eine Apotheke helfen könnte und man ab Verbrennungsgrad
2b zum Arzt oder in den Notfall gehen müsse. Die Vorinstanz schliesse
selbst nicht aus, dass es sich um eine Brandwunde Typ 2b handeln könnte.
Gemäss der Vorinstanz ist die Behauptung des Beschwerdeführers falsch.
Er habe bereits 6 Punkte beim Aspekt 3 für "Wundbesuch ohne Arztbesuch
möglich" erhalten, wobei 3 Punkte für "vermutlich Brandwunde Typ 2a" er-
teilt worden seien (vgl. Vernehmlassung, S. 7). Laut der Checkliste zum
Posten 5 antwortete er in der Prüfung, dass unbedingt beim Hausarzt ein
Termin zu "machen" sei, ohne eine Wundkontrolle oder einen Verbands-
wechsel in der Apotheke anzubieten (vgl. Vernehmlassungsbeilage 30). Da
ein Hausarztbesuch unstrittig nicht als zwingend erforderlich zu betrachten
war, ist die Begründung der Vorinstanz nachvollziehbar und schlüssig.
Bezüglich des Aspekts 11 rügt der Beschwerdeführer, es sei nicht protokol-
liert worden, dass er der Frau erklärt habe, es wäre besser, wenn ihr
Freund selbst vorbeikäme. Laut der Vorinstanz sind für diesen Aspekt keine
Punkte vorgesehen (vgl. Vernehmlassung, S. 7). Die Antwort der Vorin-
stanz stimmt mit den vorliegenden Akten überein, weshalb auf diese Rüge
nicht weiter einzugehen ist.
Was den Aspekt 15 anbelangt, macht der Beschwerdeführer geltend, dass
er sicher empfohlen habe, in die Apotheke zur Nachkontrolle zu gehen.
Den Beweis dafür liefere die Vorinstanz selbst, da er diese Verbrennung
als "zwischen Typ 2a und 2b" eingeschätzt habe. Er habe der Frau als
Nachbetreuung ausdrücklich empfohlen, dass ihr Freund in drei Tagen in
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die Apotheke oder zum Arzt gehen solle. Die Vorinstanz bringt vor, Punkte
seien nur für die Aufforderung vorgesehen, in der Apotheke nochmals vor-
beizukommen, damit hier die Wunde des Freunds kontrolliert und versorgt
werden könne. Diese Nachkontrolle empfehle der Beschwerdeführer ge-
mäss Protokoll nicht (vgl. Vernehmlassung, S. 7; Duplik, S. 6). Da eine
Nachkontrolle beim Arzt nicht notwendig sei, weil es sich um eine Brand-
wunde Typ 2a handle, gebe die Empfehlung zu einer ärztlichen Nachkon-
trolle keine Punkte (vgl. Duplik, S. 6). Diese Begründung der Vorinstanz ist
objektiv nachvollziehbar und schlüssig.
Demnach kann der Beschwerdeführer entgegen seiner Ansicht die Beste-
hensgrenze beim Posten 5 auch dann nicht erreichen, wenn man für die
Aspekte 15 und 17 von seinem Gedächtnisprotokoll ausgehen würde. Da-
mit ist die vorinstanzliche Bewertung dieses Postens mit "fail" nicht rechts-
fehlerhaft erfolgt.
10.5 Was den Posten 6 ("Fentanyl [Durogesic]") betrifft, räumt die Vorin-
stanz ein, dass dem Beschwerdeführer zusätzlich maximal 8 Punkte gut-
geschrieben werden könnten, wenn er alle Aussagen so gemacht hätte,
wie er es in seinem Gedächtnisprotokoll festgehalten habe. Er käme damit
auf 69 Punkte. Die Bestehensgrenze bei diesem Posten sei bei 67 Punk-
ten. Es würde also zu einem "Pass" reichen (vgl. Vernehmlassung, S. 9).
Diese Ansicht der Vorinstanz ist objektiv nachvollziehbar und schlüssig. In-
folgedessen könnte zu Gunsten des Beschwerdeführers davon ausgegan-
gen werden, dass er diesen Posten bestanden hat.
10.6 Beim Posten 10 ("Allergie") erreichte der Beschwerdeführer 66 Punk-
te. Die Bestehensgrenze liegt bei 75 Punkten. Gemäss der Vorinstanz (vgl.
Vernehmlassung, S. 4, und Duplik, S. 4) könnten dem Beschwerdeführer
zusätzlich höchstens 6 Punkte für zwei Antworten gutgeschrieben werden,
die er angeblich erwähnt habe, aber im Protokoll nicht festgehalten worden
seien. Es handelt sich hierbei um die Aspekte 5 (Frage nach Tränen und
Schmerzen) und 10 (Empfehlung Arztbesuch einschliesslich Nennung des
Red Flag). Er würde diesfalls insgesamt 72 Punkte erhalten.
Der Beschwerdeführer macht über diese beiden Antworten 5 und 10 hinaus
geltend, im Aspekt 2 sei seine Antwort "nach Foto für Kindesaugen ... fra-
ge" nicht protokolliert. Im Fall 8 (Posten "Verbrennung") seien für diese Ant-
wort 3 Punkte vorgesehen. Die Vorinstanz wendet ein, dass im Fall 10 für
diese Antwort keine Punkte vorgesehen seien (vgl. Vernehmlassung, S. 4).
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Diese Begründung der Vorinstanz ist objektiv nachvollziehbar und schlüs-
sig.
Der Beschwerdeführer ist zwar der Ansicht, dass die für das Bestehen noch
erforderlichen 3 Punkte entweder bei der Bewertung untergegangen seien
oder sich in seinen Antworten irgendwo verbergen würden. Er substantiiert
dieses Vorbringen jedoch nicht näher, so dass daraus insbesondere nicht
hervorgeht, für welche Antworten er zusätzliche Punkte erhalten sollte. Die
Vorinstanz hat dem Beschwerdeführer überdies bereits dargelegt, dass im
Fall 10 für die Aspekte 1 und 6 keine Punkte vorgesehen seien und für die
Aspekte 3 und 4 sowie 9-11, die entgegen der Ansicht des Beschwerde-
führers protokolliert worden seien, 14 Punkte vergeben worden seien. Ein
Aspekt, der nicht festgehalten worden sei, hätte nichts zum Gesamtergeb-
nis beigetragen, da die Gesamtpunktzahl im betreffenden Abschnitt bereits
erreicht worden sei (vgl. Vernehmlassung, S. 4). Auch diese Begründung
der Vorinstanz ist objektiv nachvollziehbar und schlüssig. Demnach ist die
vorinstanzliche Bewertung des Postens 10 mit "fail" nicht rechtsfehlerhaft
erfolgt.
10.7 Zusammenfassend ist die Vorinstanz vorliegend im Rahmen des drei-
fachen Schriftenwechsels ausführlich auf die einzelnen materiellen Ein-
wände des Beschwerdeführers eingegangen. Die Ausführungen der Vor-
instanz sind insgesamt nachvollziehbar und einleuchtend. Eine Anpassung
der erreichten Punktzahl aufgrund des Gedächtnisprotokolls des Be-
schwerdeführers würde einzig beim Posten 6 dazu führen, dass er die Be-
stehensgrenze erreichen kann. Hingegen würden dem Beschwerdeführer
beim Posten 3 noch 44 Punkte und beim Posten 5 noch 2 Punkte bis zur
jeweiligen Bestehensgrenze von 77 Punkten sowie beim Posten 10 noch
3 Punkte bis zur Bestehensgrenze von 75 Punkten fehlen. Somit würden
weiterhin fünf Posten als ungenügend bewertet (vgl. Vernehmlassung,
S. 9). Bezüglich dieser fünf Posten vermag der Beschwerdeführer nicht
substantiiert darzulegen und die entsprechenden Beweismittel zu liefern,
inwiefern ihm Punkte in dem für ein Bestehen notwendigen Umfang zu Un-
recht nicht gutgeschrieben worden seien. Es rechtfertigt sich angesichts
des der Vorinstanz zukommenden fachlichen Ermessens deshalb nicht,
von der objektiv begründeten und nachvollziehbaren Bewertung der Vorin-
stanz abzuweichen. Da das korrigierte Prüfungsresultat die Bestehens-
grenze nicht erreicht, ist keine Beurteilung der OSCE-Prüfung als "bestan-
den" und damit auch keine Aufhebung der angefochtenen Verfügung an-
gezeigt.
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11.
Der Beschwerdeführer vermag somit mit seinen Begehren insgesamt nicht
durchzudringen, weshalb die Beschwerde als unbegründet abzuweisen ist.
12. .
12.1 Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens hätte der Beschwerde-
führer grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG
sowie Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR
173.320.2]). Da dem Beschwerdeführer jedoch mit Zwischenverfügung
vom 15. Dezember 2020 die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde,
ist er von der Bezahlung von Verfahrenskosten zu befreien (Art. 65 Abs. 1
und 3 VwVG; vgl. MARCEL MAILLARD, Praxiskommentar VwVG, Art. 65
N 48).
12.2 Der Beschwerdeführer hat als unterliegende Partei keinen Anspruch
auf eine Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1
VGKE e contrario). Auch der Vorinstanz wird keine Parteientschädigung
zugesprochen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 3 VGKE).
13.
Nach Art. 83 Bst. t des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG,
SR 173.110) ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten
an das Bundesgericht unzulässig gegen Entscheide über das Ergebnis von
Prüfungen und anderen Fähigkeitsbewertungen, namentlich auf den Ge-
bieten der Schule, der Weiterbildung und der Berufsausübung. Unter die-
sen Ausschlussgrund fallen Prüfungsergebnisse im eigentlichen Sinn, aber
auch alle anderen Entscheide, die sich auf eine Bewertung der intellektu-
ellen oder physischen Fähigkeiten oder die Eignung eines Kandidaten be-
ziehen (vgl. BGE 147 I 73 E. 1.2.1 und 138 II 42 E. 1.1, je mit weiteren
Hinweisen). Wenn andere Entscheide im Zusammenhang mit einer Prü-
fung strittig sind, insbesondere solche organisatorischer oder verfahrens-
rechtlicher Natur, bleibt das Rechtsmittel zulässig (vgl. BGE 147 I 73
E. 1.2.1; Urteil des BGer 2C_769/2019 vom 27. Juli 2020 E. 1.2.1, je mit
weiteren Hinweisen).
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