Decision ID: 3a53ad99-5b1e-5fe3-b4a5-643f32445463
Year: 2008
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
J._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Duri Poltera, Hadwigstrasse 6a, 9000 St. Gallen,
gegen
Kantonale Arbeitslosenkasse, Davidstrasse 21, 9001 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Einstellung in der Anspruchsberechtigung (Selbstkündigung)
Sachverhalt:
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A.
Die 1970 geborene J._ meldete sich am 12. März 2007 zum Leistungsbezug bei der
Arbeitslosenversicherung an. Im Antragsformular bestätigte sie, dass sie das
Arbeitsverhältnis bei der A._ AG, am 23. Februar 2007 auf Ende März 2007 aufgelöst
habe. Als Kündigungsgrund gab sie "diverse Gründe, unhaltbare menschliche und
organisatorische Zustände" an (act. G 3.7). Nachdem der Versicherten am 11. April
2007 von Seiten der Kantonalen Arbeitslosenkasse die Möglichkeit eingeräumt worden
war, zum Kündigungsgrund Stellung zu nehmen, und eine Einstellung in der
Anspruchsberechtigung in Aussicht gestellt worden war (act. 3.12), äusserte sich die
Versicherte im Schreiben vom 7. Mai 2007 (act. G 3.28). Mit Verfügung vom 1. Juni
2007 stellte die Arbeitslosenkasse die Versicherte wegen selbstverschuldeter
Arbeitslosigkeit für 36 Tage in der Anspruchsberechtigung ein. Die von ihr angeführten
Kündigungsgründe vermöchten die Unzumutbarkeit der Stelle nicht zu belegen. Sie
habe die Festanstellung aufgegeben, ohne dass objektiv zwingende Gründe dies
nahegelegt hätten (act. G 3.37). Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache (act.
G 3.40, 3.46) hiess die Arbeitslosenkasse mit Einspracheentscheid vom 19. Juli 2007
teilweise gut und reduzierte die Dauer der Einstellung in der Anspruchsberechtigung
auf 29 Tage.
B.
B.a Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Dr. D. Poltera, St. Gallen, für die
Versicherte am 3. September 2007 Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid sei
teilweise aufzuheben, und die Beschwerdeführerin sei für maximal 15 Tage in der
Anspruchsberechtigung einzustellen. Zur Begründung führte der Rechtsvertreter unter
anderem aus, die Beschwerdeführerin habe bei der ehemaligen Arbeitgeberin zu viert,
später zu dritt in einem Grossraumbüro zu arbeiten gehabt. Die Beschwerdeführerin
habe als Stellvertreterin ihres direkten Vorgesetzten (B._) nach kurzer Einführung
bereits diverse Abwesenheiten meistern müssen. Dabei habe sie nicht nur ihre Arbeit,
sondern auch noch die Arbeit des Chefs machen müssen. Dies habe zu einer
Dauerbelastung und einem Dauerdruck geführt. Die Kommunikation sei schlecht
gewesen. Die unbefriedigende Situation habe auch zur Kündigung eines Mitarbeiters
im Logistikbereich geführt. Diese Kündigung habe nicht kompensiert werden können,
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was den Arbeitsdruck im Bereich Logistik zusätzlich verschärft habe. Bereits ab Januar
2007 habe sich die Beschwerdeführerin nach neuen Stellen umgesehen. Sie habe nicht
mehr länger an dieser Arbeitsstelle ausharren können. Genau gleich sei es weiteren
Angestellten gegangen. Die Kündigung der Arbeitsstelle sei erfolgt, um nicht definitiv
krank zu werden. Gegen Ende des Arbeitsverhältnisses im März 2007 habe die
Beschwerdeführerin des öfteren hausärztliche Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Sie
habe sich bereits per 30. August 2007 wieder von der Arbeitslosenversicherung
abmelden können, da sie eine neue Stelle gefunden habe. Sie habe die Arbeitgeberin
nicht aus Überempfindlichkeit, sondern aus mehrheitlich objektiven Gründen verlassen.
Es liege in diesem Sinn höchstens ein leichtes Verschulden vor. Es wäre der
Beschwerdeführerin nur möglich gewesen, weiterhin an der Arbeitsstelle zu bleiben,
wenn sie die Verschlimmerung des krankhaften Geschehens in Kauf genommen hätte.
Sie hätte von ihren Vorgesetzten (rein theoretisch) die Einhaltung von Art. 328 OR
einfordern können, was aber kaum viel genützt hätte. Sie habe sich dafür entschieden,
die Stelle zu kündigen, um nicht krank zu werden. Die Beschwerdegegnerin scheine im
Einspracheentscheid davon auszugehen, dass eine Selbstkündigung entweder
gerechtfertigt oder nicht gerechtfertigt sei. Sie scheine nicht ernsthaft in Betracht zu
ziehen, dass im Einzelfall auch ein leichtes Verschulden vorliegen könne.
B.b In der Beschwerdeantwort vom 18. September 2007 beantragte die
Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung hielt sie unter
anderem fest, die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Gründe würden nicht
ausreichen, um eine Unzumutbarkeit am bisherigen Arbeitsplatz zu belegen. Ein
schwieriges Verhältnis zu Vorgesetzten und Mitarbeitern begründe noch keine
Unzumutbarkeit. Die Umstände seien auch nicht derart gewesen, dass die
Beschwerdeführerin in ihrer Gesundheit beeinträchtigt worden sei. Die konkreten
Umstände seien mit der Reduktion der Einstellung auf 29 Tage genügend
berücksichtigt worden.
B.c Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin verzichtete auf die Einreichung einer
Replik.

Erwägungen:
1.
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1.1 Nach Art. 30 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die obligatorische
Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung (AVIG) ist eine versicherte
Person in der Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes
Verschulden arbeitslos ist. Selbstverschuldet ist die Arbeitslosigkeit namentlich dann,
wenn die versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus aufgelöst hat, ohne
dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihr das Verbleiben an der
Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV). Im Bereich der
freiwilligen Stellenaufgabe findet das sozialversicherungsrechtliche
Schadenminderungsprinzip seine Grenze bei der Zumutbarkeit (Art. 16 Abs. 2 AVIG).
Eine Stelle, die im Sinne von Art. 16 Abs. 2 AVIG unzumutbar und damit von der
Annahmepflicht ausgenommen ist, kann der versicherten Person auch nicht zum
Beibehalten zugemutet werden.
1.2 Im Weiteren ist bei der Prüfung der Frage, ob eine Sanktion wegen Selbstaufgabe
der Stelle im Sinne von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV zulässig ist, das Übereinkommen
Nr. 168 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über die Beschäftigungsförderung
und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 21. Juni 1988 (SR 0.822.726.8,
nachfolgend Übereinkommen) zu beachten, das für die Schweiz am 17. Oktober 1991
in Kraft getreten ist. Nach Art. 20 lit. c des Übereinkommens können Leistungen der
Arbeitslosenversicherung verweigert, zum Ruhen gebracht oder gekürzt werden, wenn
die zuständige Stelle festgestellt hat, dass die betreffende Person ihre Beschäftigung
freiwillig ("volontairement") ohne triftigen Grund ("sans motif légitime") aufgegeben hat.
Diese staatsvertragliche Norm ist im Einzelfall direkt anwendbar (BGE 124 V 236 E. 3c)
und geht den nationalen Bestimmungen für den Erlass einer Einstellungsverfügung vor.
Damit dürfen bei einer völkerrechtskonformen Auslegung von Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV
an die Zumutbarkeit des Verbleibens am Arbeitsplatz keine überhöhten Anforderungen
gestellt werden; insbesondere sind bei der Zumutbarkeitsprüfung auch subjektive
Beweggründe der versicherten Person zu berücksichtigen (Jacqueline Chopard, Die
Einstellung in der Anspruchsberechtigung, Diss. Zürich 1998, S. 80). Wie auch das
Bundesgericht festgehalten hat, kann nicht von einer freiwilligen
Beschäftigungsaufgabe im Sinne des Übereinkommens gesprochen werden, wenn
eine versicherte Person nicht von sich aus, sondern vom Arbeitgeber oder durch die
Entwicklung am Arbeitsplatz zur Kündigung gedrängt wird. Gleiches gilt für den Fall, da
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die versicherte Person für das Verlassen der Stelle legitime Gründe zu nennen vermag
(BGE 124 V 238 E. 4b/aa).
2.
2.1 Die Beschwerdeführerin lässt im Beschwerdeantrag einzig die Festlegung der
Einstelldauer im Rahmen eines leichten Verschuldens geltend machen. In der
Begründung lässt sie jedoch zudem die Zumutbarkeit des streitigen
Arbeitsverhältnisses als solche in Frage stellen. Zu prüfen ist damit vorweg, ob die
Beschwerdeführerin aus triftigen Gründen ihre Stelle bei der A._ AG aufgegeben hat
oder ob ihr zuzumuten gewesen wäre, an der Stelle zu verbleiben, bis sie eine
Anschlussstelle gefunden und so die Arbeitslosigkeit vermieden hätte. Die
Beschwerdeführerin war bei der A._ AG vom 1. April 2006 bis Ende März 2007 tätig.
Am 10. Januar und 31. März 2007 stellte ihr die Arbeitgeberin Arbeitszeugnisse aus,
welche grundsätzlich positiv lauteten, wobei sich hinsichtlich der Formulierungen
allerdings Unstimmigkeiten ergaben (act. G 3.4, 3.8, 3.9, 3.23, 3.25). Die
Beschwerdeführerin machte im Rahmen der Verschuldensabklärung als Grund für die
Stellenaufgabe geltend, die Organisation, der Umgang mit und unter Mitarbeitern, die
Kommunikation untereinander, die Professionalität einiger Vorgesetzter und viele
weitere Punkte hätten sich in den letzten Monaten in einer Weise verschlechtert, die ihr
die Aufrechterhaltung des Arbeitsverhältnisses verunmöglicht habe. Sie sei vor die
Wahl gestellt gewesen, die Stelle entweder zu kündigen oder psychiatrische Hilfe in
Anspruch nehmen zu müssen. Sie habe sich vor der Kündigung, während laufender
Kündigungsfrist und nach Austritt aus der A._ AG intensiv um eine neue Stelle
bemüht. Ihr Vorgesetzter habe sie nicht ernstgenommen (act. G 3.28, 3.18). Eigentliche
gesundheitliche Gründe für die Kündigung verneinte sie (act. G 3.36). In der
Beschwerde liess die Beschwerdeführerin ausführen, die Arbeitsplätze bei der
ehemaligen Arbeitgeberin im Grossraumbüro seien nicht im Raum verteilt gewesen,
sondern alle dicht beieinander, so dass man sich dauernd beobachtet, kontrolliert und
eingeengt gefühlt habe. Sie habe als Stellvertreterin ihres direkten Vorgesetzten (B._)
nach kurzer Einführung bereits diverse Abwesenheiten meistern müssen. So im Juli
und Oktober 2006 (Ferien des Chefs), im September 2006 (Gefahrengutkurs) und im
November/Dezember 2006 (Militärdienst des Chefs). Sie habe einen grossen
Arbeitseinsatz geleistet, um in einem hektischen Umfeld und nach kurzer Einführung
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diese Abwesenheiten des Chefs zu kompensieren. Dabei habe sie nicht nur ihre Arbeit,
sondern auch noch die Arbeit des Chefs machen müssen. In der A._ AG seien alle
Mitarbeiter dauernd unter Druck gewesen. Die Kommunikation sei schlecht gewesen.
Jeder habe seinen Ärger an andere weitergegeben. Alle Mitarbeiter seien "auf dem
Zahnfleisch" gelaufen, alles habe immer in letzter Sekunde gemacht werden müssen.
Die unbefriedigende Situation habe auch zur Kündigung eines Mitarbeiters im
Logistikbereich geführt. Diese Kündigung habe nicht kompensiert werden können, was
den Arbeitsdruck im Bereich Logistik zusätzlich verschärft habe. Die Abteilung Logistik
müsse oft die terminlichen Probleme ausbaden, welche andere Abteilungen angerichtet
hätten. Oft sei es so gewesen, dass die Verkäufer sehr viel versprochen hätten, und
dies ohne Absprache mit der Abteilung Technik. Die Folge davon sei gewesen, dass im
Technikbereich grosse Verzögerungen entstanden seien. Der Druck sei schliesslich bei
der Speditionsabteilung gelandet, welche dann mit Feuerwehrübungen und grosser
Hektik alles noch möglichst fristgerecht über die Bühne zu bringen gehabt habe. Hinzu
sei gekommen, dass es auch Mitarbeiter gegeben habe, welche unbeholfen und nicht
in der Lage gewesen seien, ihre Probleme zu meistern, sondern mit diesen dauernd zu
der Beschwerdeführerin gekommen seien. Dies habe den Druck und die Nervosität
zusätzlich erhöht. Bei der Beschwerdeführerin hätten sich sog. Burnout-Symptome
gehäuft (Überlastungsgefühle, Gedankenkreisen zum Thema Arbeit, fehlende Freude
am Leben, Alkoholkonsum zur Beruhigung der Nerven, Schlafprobleme usw.). Der
direkte Vorgesetzte der Beschwerdeführerin (B._) sei auf dem Absprung gewesen,
weil er die Arbeitsbedingungen nicht mehr als zumutbar empfunden habe. Folge davon
sei gewesen, dass er sich zu wenig für seine Mitarbeiter eingesetzt habe, sondern nur
noch irgendwie habe durchkommen wollen. B._ habe Ende 2006 innerlich gekündigt
und dann seine Mitarbeiter gleichsam im Regen stehen lassen. Ende Februar 2007
habe er (parallel mit der Beschwerdeführerin) die Stelle aufgegeben. Ab Januar 2007
habe sich die allgemein-latente Aggressivität speziell gegen die Beschwerdeführerin
gerichtet. Man habe sie für Sachen verantwortlich gemacht, die sie schlicht und einfach
aus Zeitgründen nicht sofort habe erledigen können oder für die andere zuständig
gewesen seien. All das habe zu einer Aussprache mit ihren Chefs geführt. Man habe
aber keine gemeinsame Gesprächsbasis mehr gefunden. Bereits ab Januar 2007 habe
sich die Beschwerdeführerin nach neuen Stellen umgesehen. Eine Kombination von
Faktoren (zu wenig Mitarbeiter in der Firma, ungenügende Organisation, ungenügende
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Führung, schlechte Kommunikation, zu hohe Arbeitslast, zunehmend aggressiver
Umgangston usw.) hätten dazu geführt, dass die Beschwerdeführerin immer mehr in
eine Überlastungssituation mit Burnout-Symptomen geraten sei. Genau gleich sei es
weiteren Angestellten gegangen. Als Zeugin könne S._ genannt werden. Für die
Auswirkungen der krankmachenden Arbeitsbedingungen könne als Zeuge der Freund
der Beschwerdeführerin (C._) genannt werden. Er habe miterlebt, wie die
Beschwerdeführerin immer mehr in ein Loch gefallen sei. Die Kündigung der
Arbeitsstelle sei erfolgt, um nicht definitiv krank zu werden. Es sei quasi eine
Notbremsung gewesen. Ein E-Mail von einem Techniker der A._ AG (act. G 3.46
Beilage) handle vom geschilderten Problem. Gegen Ende des Arbeitsverhältnisses im
März 2007 habe die Beschwerdeführerin des öfteren hausärztliche Hilfe in Anspruch
nehmen müssen. Sie hätte die Arbeitsstelle nicht freiwillig verlassen, wenn dies nicht
unumgänglich gewesen wäre. Sie habe sich bereits per 30. August 2007 wieder von
der Arbeitslosenversicherung abmelden können, da sie eine neue Stelle gefunden
habe. Sie habe die Arbeitgeberin nicht aus Überempfindlichkeit, sondern aus
mehrheitlich objektiven Gründen verlassen. Es liege in diesem Sinn höchstens ein
leichtes Verschulden vor. Es wäre der Beschwerdeführerin nur möglich gewesen,
weiterhin an der Arbeitsstelle zu bleiben, wenn sie die Verschlimmerung des
krankhaften Geschehens in Kauf genommen hätte. Sie habe sich dafür entschieden,
die Stelle zu kündigen, um nicht krank zu werden (act. G 1).
2.2 Mit Blick auf die vorstehenden Darlegungen und insbesondere auch das
arbeitgeberinterne E-Mail vom 7. Dezember 2006 (act. G 3.46 Beilage) ist davon
auszugehen, dass die Abteilung, in welcher die Beschwerdeführerin bei der A._ AG
tätig war, in der Zeit vor der Kündigung des Arbeitsverhältnisses, d.h. insbesondere vor
Jahresende 2006, unter erheblichem arbeitsmässigem Druck stand. Die
Beschwerdeführerin schilderte neben einer Beeinträchtigung des Wohlbefindens auch
vermehrte Hausarztbesuche als Folge der Arbeitsplatz-Situation, ohne allerdings eine
unmittelbare gesundheitliche Beeinträchtigung geltend zu machen und zu belegen.
Bei der Zumutbarkeitsprüfung sind auch subjektive Beweggründe zu
berücksichtigen. Allerdings bleibt zu beachten, dass weder gesundheitliche
Beschwerden, solange sie nicht ärztlich attestiert wurden, noch Spannungen am
Arbeitsplatz, ein schlechtes Arbeitsklima sowie Meinungsverschiedenheiten mit
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Vorgesetzten oder Arbeitskollegen aus arbeitslosenversicherungsrechtlicher Sicht
ausreichen, um den Verbleib an der bisherigen Stelle bis zur Zusicherung eines neuen
Arbeitsplatzes als unzumutbar erscheinen zu lassen (vgl. Urteile des Eidgenössischen
Versicherungsgericht [EVG; seit 1. Januar 2007: sozialrechtliche Abteilungen des
Bundesgerichts] vom 12. März 2007 i/S Kant. Arbeitslosenkasse/T. [C 153/06], Erw.
3.4, und vom 30. März 2001 [C 122/00], Erw. 2b/cc). Mit dem Hinweis allein, dass sie
ihren Vorgesetzten während dessen Abwesenheit habe vertreten und daneben auch
ihre eigene Arbeit noch habe erledigen müssen, ist nicht erstellt, dass die
Arbeitsbedingungen der Beschwerdeführerin unerträglich gewesen wären und die
Aufrechterhaltung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar gemacht hätten. Auch die
schwierige Zusammenarbeit im Betrieb und der (psychische) Druck vermögen keine
Unzumutbarkeit zu begründen. Zwar erscheinen die von der Beschwerdeführerin
angeführten Gründe durchaus nachvollziehbar. Aus der Sicht der
Arbeitslosenversicherung können sie aber nicht als triftige Gründe für eine
Stellenaufgabe ohne Anschlussstelle gewertet werden. Die geschilderten Umstände
können jedoch jedenfalls verschuldensmindernd berücksichtigt werden (vgl. Urteil des
EVG vom 16. Februar 2001 i/S T. [C 15/00]).
2.3 Die Dauer der Einstellung ist gemäss Art. 30 Abs. 3 AVIG nach dem Grad des
Verschuldens zu bemessen und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei
mittelschwerem und 31 bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 2 AVIV).
Ein schweres Verschulden liegt namentlich vor, wenn die versicherte Person ohne
entschuldbaren Grund eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen
aufgegeben hat (Art. 45 Abs. 3 AVIV).
Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin im Nachgang zur Kündigung bis
Ende August 2007 arbeitslos war. Im angefochtenen Entscheid, in welchem eine
Reduktion der Einstellung in der Anspruchsberechtigung von 36 Tagen auf 29 Tage
erfolgte, wurden die dargelegten Verhältnisse zureichend gewürdigt. Die
Beschwerdeführerin lässt zwar geltend machen, es habe eine Aussprache mit den
Vorgesetzten stattgefunden, welche keine gemeinsame Basis ergeben habe. Konkrete
Schritte zur Bereinigung der Situation erfolgten jedoch nach ihren Angaben nicht. Sie
liess denn auch lediglich ausführen, sie hätte von ihren Vorgesetzten (rein theoretisch)
die Einhaltung von Art. 328 OR (Schutz der Persönlichkeit des Arbeitnehmers)
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einfordern können, was aber kaum viel genützt hätte (act. G 1). Es fehlt damit an
konkreten Anhaltspunkten, welche die Annahme eines leichten Verschuldens
rechtfertigen würden, und es liegen auch keine Gründe für einen Eingriff in das
Ermessen der Beschwerdegegnerin (vgl. dazu BGE 126 V 353 Erw. 5d) bzw. eine
weitere Reduktion der Einstelldauer im Rahmen des mittelschweren Verschuldens vor.
3.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten
sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG