Decision ID: eac0ad8c-c124-47ce-a2dd-e55baeb9c9ef
Year: 2013
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rony Kolb, Diepoldsauerstrasse 24, Postfach
217, 9443 Widnau,
gegen
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Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach
4358, 6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen
Sachverhalt:
A.
A.a A._ (nachfolgend Versicherte, Patientin oder Beschwerdeführerin) war als
Näherin bei der B._ AG angestellt und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend Suva, Unfallversicherung oder
Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen Unfälle versichert (UV-act. 1). Am Morgen
des 10. Dezember 2008 wurde sie von einem Motorroller angefahren, währenddem sie
einen Zebrastreifen überquerte, und an den rechten Strassenrand geschleudert. Dabei
erlitt sie eine Unterschenkel-Schaftfraktur am rechten Bein, eine Commotio cerebri
sowie eine Halswirbelsäulen(HWS)- und Schädelkontusion rechts. Als weitere
Diagnosen wurden im Austrittsbericht des Kantonsspitals St. Gallen (nachfolgend
Kantonsspital) vom 22. Dezember 2008 eine posttraumatische Belastungsstörung und
ein "passagerer HWI" ("HWI" vermutlich als Abkürzung für Harnweginfekt gebraucht)
angegeben (UV-act. 6; ein eigener Bericht über das psychosomatische Konsil, das
wegen der posttraumatischen psychischen Überlastungssituation durchgeführt worden
war und offenbar zur psychiatrischen Diagnose geführt hatte, liegt nicht bei den Akten
und wurde trotz entsprechender Anregung des Kreisarztes im Untersuchungsbericht
vom 24. Juni 2010 [UV-act. 79; vgl. auch nachstehende Ausführungen unter A.k] nicht
eingeholt). Die Unterschenkel-Schaftfraktur war noch am Unfalltag mit einem Sirus-
Nagel gerichtet und die Patientin am 18. Dezember 2008, "in zufriedenstellendem
Allgemeinzustand, bei reizlosen Wundverhältnissen mit noch liegendem Nahtmaterial,
guter Stockmobilisation, unauffälligem neurologischem Befund sowie mässigem
Schwindel und noch deutlichen Nacken- und Kopfschmerzen bei Commotio cerebri
und HWS-Kontusion", nach Hause entlassen worden (vgl. Angaben unter Verlauf in UV-
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act. 6). Sie wurde zu 100% arbeitsunfähig geschrieben. Die Suva erbrachte die
gesetzlichen Versicherungsleistungen (Heilungskosten und Taggelder).
A.b Anlässlich der Nachkontrolle vom 6. Februar 2009 am Kantonsspital berichteten
Unterassistentin H._ und Dr. med. C._, Klinik für orthopädische Chirurgie (UV-act.
8), über ein hämatogenes Kontaktekzem, das mittels Hautbiopsie vom 29. Januar 2009
am rechten Unterschenkel nachgewiesen worden sei, sowie über eine palmoplantare
Dyshidrosis und Xerosis cutis als zusätzliche Diagnosen. Weiter führten sie aus, dass
die Hautproblematik laut Angaben der Patientin nicht mehr aufgetreten sei. Am rechten
Unterschenkel stellten sie reizlose Narbenverhältnisse und noch Fadenmaterial an der
Biopsie-Entnahmestelle fest sowie eine intakte periphere Durchblutung, Motorik und
Sensibilität (DMS). Die Kniegelenksbeweglichkeit war frei, die aktive Dorsalextension
bei gestrecktem Kniegelenk betrug 0o, Dorsalextension und Plantarflexion sowie Pro-
und Supination waren schmerzfrei möglich. Die Röntgenuntersuchung zeigte eine
regelrechte Implantatlage und die Fraktur in der Konsolidationsphase. Der Patientin
wurde Physiotherapie verordnet; da sie den rechten Fuss beim Gehen vermehrt
aussenrotierte, mit Schwerpunkt Gangschulung. - Dr. med. D._ und Dr. med. E._,
Klinik für orthopädische Chirurgie am Kantonsspital, erhoben bei der Nachkontrolle
vom 20. März 2009 (UV-act. 12) reizlose Narbenverhältnisse am rechten Unterschenkel
und eine Schwellung über dem lateralen oberen Sprunggelenk (OSG). Kniegelenk und
OSG waren uneingeschränkt beweglich, über den Narben sowie über der Tibia-
Vorderkante und im mittleren Drittel des lateralen Oberschenkels bestanden
Druckschmerzen. Die Röntgenbilder zeigten noch deutliche Frakturspalten bei
beginnender Konsolidierung der tibialen Fraktur. Weiter wurde eine deutliche
Bewegungseinschränkung des Kopfes in alle Richtungen und rechtsbetonte, zerviko-
okzipitale Kopf- bzw. Druckschmerzen erhoben. Schwindel wurde in Inklination
provoziert. Aufgrund der Beschwerdesymptomatik bei Status nach Commotio cerebri
wurden ein Magnetresonanztomogramm (MRI) des Kopfes und eine neurologische
Untersuchung der Patientin angeordnet. - Obwohl sie neben dem Schwindel über
lageunabhängige, okzipital und parietal betonte Kopfschmerzen von andauernder
Maximalstärke (zehn von zehn Punkten auf der Visual Analogue Scale [VAS]) klagte,
fanden Dr. med. F._ und Assistenzärztin G._, die die Versicherte am 30. April 2009
in der Schmerz-Sprechstunde der Klinik für Neurologie des Kantonsspitals
untersuchten, weder klinisch noch MR-tomografisch Anhaltspunkte für eine
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symptomatische Kopfschmerzursache. Sie diagnostizierten einen chronischen
posttraumatischen Kopf- und Nackenschmerz nach Schädelanpralltrauma und hielten
in ihrer Beurteilung im Bericht vom 7. Mai 2009 (UV-act. 14) unter anderem fest: "Im
Vordergrund steht eine depressive Symptomatik mit Angst- und Albträumen,
Hyperventilationsattacken und neurasthenen Beschwerden." Sie empfahlen die
Intensivierung der psychiatrischen Behandlung mit Erhöhung der Frequenz ambulanter
Konsultationen oder einer Hospitalisation.
A.c I._, diplomierte Psychologin, und Dr. med. J._, leitender Arzt am Psychiatrie-
Zentrum, berichteten am 18. Juni 2009, die Patientin sei seit dem 14. April 2009 in der
integrierten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung, wozu sie immer in
Begleitung eines Familienmitglieds erscheine (UV-act. 19). Bei der Aufnahme sei eine
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10: F32.2)
diagnostiziert worden. Im Verlauf sei zunehmend deutlicher geworden, dass die
Patientin auch Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10: F43.1)
aufweise. Von Beginn der Behandlung an sei ein stationärer Aufenthalt zur ersten

psychischen Stabilisierung in Erwägung gezogen, auf Wunsch der Patientin und ihrer
Familie seien aber vorerst die ambulanten Möglichkeiten ausgeschöpft worden. Die
begonnene antidepressive Therapie mit Remeron und Cymbalta habe zu einer leichten
Verbesserung der Schlafstörungen und geringer psychischer Stabilität geführt. Eine
stationäre Behandlung werde weiterhin avisiert.
A.d Anlässlich der Verlaufskontrolle ein halbes Jahr nach der Sirusnagel-
Osteosynthese ging die Versicherte weiterhin an Stöcken, da sie noch Schmerzen im
Bereich von OSG und Knie sowie etwas im Bereich der Tibia habe, belastete aber voll.
Bei der Röntgenuntersuchung vom 5. Juni 2009 zeigten sich im Vergleich zu den
Voruntersuchungen erheblich mehr Anzeichen einer Konsolidierung. Es wurden ein
geringer Kniegelenks-Erguss und ein Erguss im Sprunggelenk erhoben. Weil letzterer
die Schmerzen etwas überlagerte, konnte das Sprunggelenk nicht differenziert
untersucht werden. Der Versicherten wurde bei einem leichten Valgus eine mediale
Fussranderhöhung verordnet (vgl. Bericht vom 11. Juni 2009 UV-act. 27). - Hausarzt
Dr. med. K._, Allgemeinmedizin FMH, berichtete der Unfallversicherung am 3. August
2009 über einen schlechten Verlauf (UV-act. 28). Die Patientin habe immer noch starke
Schmerzen und könne ohne Stöcke kaum gehen. Zudem leide sie unter der weiterhin
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starken Depression und sei deswegen in psychiatrischer Behandlung. Eine
Arbeitsaufnahme sei so nicht möglich. - Dr. med. L._, Assistenzarzt an der Klinik für
orthopädische Chirurgie am Kantonsspital, fasste auf die Fragen der Unfallversicherung
am 11. August 2009 die am 5. Juni 2009 erhobenen Befunde zusammen und hielt fest
(vgl. UV-act. 27, 30), die Patientin mache unter Physiotherapie geringe Fortschritte. Die
Vollbelastung sei mittlerweile erreicht, ein stockfreies Gehen jedoch noch nicht
möglich. Die Therapiefortsetzung sei nötig, um bei persistierendem posttraumatischem
Syndrom ein sicheres Gangbild an Stöcken zu ermöglichen und unter
physiotherapeutischer Anleitung das Abtrainieren der Stöcke beginnen zu können.
Zudem bestehe posttraumatisch ein Valgus im Bereich des Unterschenkels, der sicher
zusätzlich für eine gewisse Zeitverzögerung verantwortlich sei. Die Valgus-Fehlstellung
sei in der letzten Kontrolle vom 5. Juni 2009 mittels Einlagen ausgeglichen worden. Die
Patientin benötige sicher noch einige Zeit der Rekonvaleszenz mit Physiotherapie.
A.e Vom 1. September bis 1. Oktober 2009 wurde die Versicherte in der Klinik
St. Pirminsberg stationär psychiatrisch behandelt. Die Angaben beim Eintritt seien von
den sie begleitenden Angehörigen (Ehemann und Schwiegersohn) gemacht worden,
die Patientin sei nicht auskunftsbereit gewesen, habe introvertiert gewirkt und nur kurz
Antwort gegeben. Auch habe ihr der Schwiegersohn alles übersetzen müssen, obwohl
sie laut Austrittsbericht gut Deutsch spreche und verstehe. Da sich dort ihr Zustand
kaum verbesserte, sie das Therapieangebot nicht als hilfreich beurteilte und mehrfach
den Wunsch auf Entlassung äusserte, trat sie nach einem Monat aus der Klinik aus. Es
wurde ihr die Weiterführung der ambulanten Therapie empfohlen (vgl. nicht datierter
Austrittsbericht mit SCAN-Stempel vom 20. Oktober 2009, UV-act. 36).
A.f Am 9. November 2009 fand am Arbeitsort eine Besprechung des
Aussendienstmitarbeiters der Unfallversicherung mit der Versicherten im Beisein ihres
Schwiegersohns statt (Bericht UV-act. 38). Dabei gab sie an, dass die stationäre
Behandlung in der Klinik St. Pirminsberg keine grossen Fortschritte gebracht habe und
sie ihren Zustand als unverändert beurteile. Mangels Belastbarkeit des rechten Beins,
aufgrund der dortigen Schmerzen und Schwellungen sowie wegen der Kopfschmerzen,
der eingeschränkten Beweglichkeit des Kopfes, des Schwindels und den körperlichen
Einschränkungen "am ganzen Körper" gehe es ihr sehr schlecht. Die Versicherte
äusserte auch die Meinung, eine Arbeitsaufnahme sei aktuell und vermutlich auch in
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Zukunft nicht möglich, obwohl sie arbeiten wolle, sofern sie gesund sei. Anschliessend
wurde der Leiter des Arbeitgeberbetriebs orientiert, dass mit einer Arbeitsaufnahme der
Mitarbeiterin in absehbarer Zeit nicht zu rechnen sei. Dieser führte aus, dass deren
übliche Arbeit als Näherin zu mindestens 90% sitzend ausgeführt werde, wobei das
Pedal mit beiden Beinen zu bedienen sei. Ausser einem Arbeitsplatz, an dem im Stehen
und ohne Pedalbedienung gearbeitet werde, stünden im Betrieb keine Alternativen
oder leichtere Arbeiten zur Verfügung.
A.g Bei der Nachkontrolle an der Klinik für orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals
ein Jahr nach dem Unfall und der operativen Reposition am rechten Unterschenkel
berichtete die Versicherte über persistierende Schmerzen seitens des rechten Beins,
ausgehend von der Lendenwirbelsäule (LWS). Der rechte Unterschenkel schmerze
nach wie vor, so dass eine stockfreie Mobilität nicht möglich sei. Gelegentlich gebe
unter ihr das Bein nach, sie habe dann keine Kraft im Oberschenkel. Dr. med. M._
und Dr. med. N._ erhoben in ihrem Bericht vom 10. Dezember 2009 über diese
Nachkontrolle (exakt ein Jahr nach dem Unfall; UV-act. 44) ein rechts stark hinkendes
Gangbild an zwei Unterarm-Gehstützen bei normaler Abnützung der zirka drei Monate
alten Schuhe. Es lag kein Hinweis auf eine Muskelatrophie im Bereich des rechten
Beines vor, am rechten Kniegelenk jedoch eine lateralseitige Hyposensibilität. Aufgrund
von Verständigungsschwierigkeiten konnten die Ärzte die Kraft nicht überprüfen. Den
weiteren Befund gaben sie wie folgt wieder: "Druckschmerzen diffus im Bereich des
gesamten Unterschenkels, sowohl auf Höhe der Fraktur als auch auf Höhe des Knie-
und Sprunggelenks. Keine Einschränkung der Kniemobilität mit Flexion/Extension
140/0/0o. Auch das obere Sprunggelenk ist nicht eingeschränkt mit maximaler
Dorsalextension/Plantarflexion 25/0/40o. Keine Schwellungen, leicht glänzige Haut über
dem Frakturbereich, hier leicht bräunlich verfärbt, keine vermehrte Behaarung im
Bereich des rechten Beins. Schmerzangabe tieflumbal bei der Lasègue-Prüfung bei ca.
30o. Kurz darauf ist eine sitzende Position mit 90o Hüftflexion problemlos möglich." Auf
den Röntgenbildern zeigten sich eine konsolidierte Tibiaschaft-Fraktur bei intaktem
Unterschenkel-Nagel und Bolzen sowie eine Pseudarthrose im Bereich des
Fibulaschafts. Da der Ursprung der geklagten Schmerzen, die sich in Zusammenhang
mit den Beinschmerzen vor allem tief lumbal zeigten, unklar blieb und die Lasègue-
Prüfung nicht konklusiv war, stellten sie die Versicherte den Kollegen von der
Wirbelsäulen-Sprechstunde vor. Dr. med. O._ und Dr. med. P._ zeigten sich auf
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den Röntgenbildern vom 19. Januar 2010 eine normale LWS-Lordosierung, keine
frischen ossären Läsionen, eine leicht beginnende Spondylarthrose vor allem im
Bereich L5/S1 sowie eine leichte rechtskonvexe Skoliose lumbal (vgl. UV-act. 53). Das
Wirbelsäulen-MRI vom 21. Januar 2010 (UV-act. 57) zeigte keinen Anhalt für eine
neuroforaminale Kompression und damit bestand keine Indikation für eine chirurgische
Intervention. Bei dessen Besprechung mit der Versicherten am 2. Februar 2010
erhoben Unterassistentin Q._ und Dr. P._ weiterhin ein stark hinkendes Gangbild
an zwei Unterarm-Gehstützen und nicht dermatomspezifische Hypästhesien im ganzen
rechten Bein. Hüftbeugung und Kniestreckung rechts waren nur deutlich eingeschränkt
möglich, die linke Hüfte frei beweglich. Die Quadrizepskraft war rechts im Vergleich zu
links deutlich vermindert. Die Wirbelsäulen-Spezialisten empfahlen eine Weiterführung
der konservativen Therapie und überwiesen die Patientin dazu an die Kollegen der
Schmerztherapie/Anästhesie und zusätzlich zur Planung der Osteosynthese-
Materialentfernung im Sommer (2010) an die Knie- bzw. Beinspezialisten (vgl. Bericht
vom 4. Februar 2002, UV-act. 56).
A.h Eine Vorsprache des Suva-Aussendienstmitarbeiters im Betrieb ergab am 4. März
2010, dass der Arbeitsplatz der Versicherten immer noch gesichert und eine Kündigung
bis anhin kein Thema gewesen sei. Zur Arbeit, die sie vor dem Unfall vom
10. Dezember 2008 ausgeübt hatte, wurde präzisiert, dass das Fusspedal auch mit
einem Fuss - egal mit welchem - bedient werden könne. Neben dem Nähen im Sitzen
müssten gelegentlich kurze Wegstrecken gegangen werden, um neue Stoffe an die
Nähmaschine zu holen. Dies könnte der Versicherten aber auch durch Kolleginnen
abgenommen werden. Bei der Besprechung vom 11. März 2010 am bisherigen
Arbeitsort, zu der sich die Versicherte von ihrem Sohn begleiten liess, berichtete sie
über einen eigentlich immer gleichen Zustand. Vor allem die ganze rechte Körperseite
schmerze, angefangen beim rechten Bein über die rechte Hüfte, die rechte Seite des
Rückens bis zu rechtsseitigen Kopfschmerzen. Das rechte Bein könne sie nur mit
Stöcken belasten, da ansonsten Schwellungen und viel stärkere Schmerzen auftreten
würden. Lediglich in der Wohnung versuche sie manchmal, ohne Stöcke
herumzugehen. In Absprache mit der Betriebsleitung wurde vorgesehen, dass die
Versicherte ab dem 22. März 2010 aus therapeutischen Gründen wieder täglich am
Arbeitsplatz erscheine und versuche, eine Stunde tätig zu sein; dies bei vollen
(Taggeld-)Leistungen der Suva (vgl. Bericht vom 11. März 2010, UV-act. 62). Am
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24. März 2010 wurde der Unfallversicherung telefonisch mitgeteilt, die Versicherte sei
am Morgen des 22. März 2010 zur Arbeit erschienen und von ihren Arbeitskolleginnen
und -Kollegen herzlich begrüsst worden. Man habe wie vereinbart eine sitzende
Tätigkeit zur Verfügung gestellt. Nach nur fünf Minuten habe die Versicherte über
Schmerzen am ganzen Körper geklagt. Sie habe ihren Einsatz beendet und sei nach
Hause gegangen (vgl. Telefonnotiz vom 24. März 2010, UV-act. 65).
A.i Hausarzt Dr. K._ führte im April 2010 aus, er habe die Patientin am 23. März 2010
letztmals gesehen (UV-act. 74; Datum lautet "14.11.10", Bericht wurde der Suva am
7. April 2010 per Telefax übermittelt und verfügt über zwei [Eingangs-]Stempel vom
13. April 2010). Trotz medikamentöser Therapie leide sie unter einer schweren
Depression. Sie gehe auch immer noch an Stöcken, obwohl diese nicht nötig seien. Die
Therapie sei seit Monaten unverändert. Einnahme von mehreren Antidepressiva und
Analgetika. Da die Depression therapieresistent sei, bestehe kein vernünftiger
Vorschlag für die weitere Behandlung.
A.j Am 14. Mai 2010 berichtete Dr. med. R._, Fachärztin FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, über die ambulante Behandlung der Versicherten, die bei ihr seit dem
29. Oktober 2009 bzw. seit der Entlassung aus der psychiatrischen Klinik
St. Pirminsberg stattfinde (UV-act. 77). Ihre Diagnose lautete auf mittelgradige
depressive Episode ICD-10: F32.1 mit restlicher posttraumatischer Symptomatik in
Form von Albträumen. Eine Umstellung der antidepressiven Medikation im Dezember
2009 habe eine leichte Besserung gebracht. Die Patientin leide aber immer noch an
den starken Kopfschmerzen und Albträumen sowie Beinschmerzen. Ein Versuch, sie in
die Tagesklinik zu integrieren, sei gescheitert, so dass sie ihren Tag meistens zu Hause
verbringe. Psychotherapeutisch sei sie wenig zugänglich und zeige eine geringe
Introspektionsfähigkeit, so dass die therapeutische Behandlung eine begleitend-
stützende Form habe. Von einer körperlich orientierten Therapie (Massage, Physio
therapie, Wassertherapie usw.) würde die Patientin wahrscheinlich auch profitieren. Die
Gesprächstermine fänden ein Mal in drei bis vier Wochen statt.
A.k Am 23. Juni 2010 fand zur medizinischen Bilanzierung eine Untersuchung durch
Kreisarzt Dr. med. X._, Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie, statt. Die Angaben
über die Versicherte machte weitgehend deren Ehemann. Sie gab sich ausgesprochen
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wortkarg. Der Kreisarzt erhob in seinem Bericht vom 24. Juni 2010 (UV-act. 79) ein
katatones Erscheinungsbild. Für die Schmerzen an der rechten Körperhälfte,
besonders am rechten Unterschenkel, konnte er keine traumatisch gesetzte Läsion
haftbar machen. Strukturelle Veränderungen an der Halswirbelsäule seien mit
bildgebenden Verfahren ausgeschlossen worden. Der Unterschenkelbruch sei
radiologisch knöchern durchbaut, der Nagel liege stabil ein. Eventuell bestehe noch
eine leichte Instabilität auf Höhe der Fibula. Von der Nagelentfernung am rechten
Unterschenkel erwartete Dr. X._ mit grosser Wahrscheinlichkeit keinen Einfluss auf
das jetzige Beschwerdebild. Posttraumatische Restfolgen, die durch die Suva zu
kompensieren wären, machte er keine aus und empfahl der Verwaltung, den
Fallabschluss vorzubereiten.
A.l Anlässlich der Nachkontrolle vom 23. Juni 2010 am Kantonsspital nahmen die
Unterassistentin S._, Dr. med. T._ und Dr. N._ folgende Diagnosen in den Bericht
vom 24. Juni 2010 auf (UV-act. 83): "Unklare Lumboischialgien rechts bei Status nach
Sirusnagel-Osteosynthese rechts bei: Unterschenkel-Fraktur vom 10. Dezember 2008,
Status nach Verkehrsunfall 2008, persistierendem posttraumatischem Syndrom mit
persistierenden posttraumatischen Kopf- und Nackenschmerzen nach
Schädelanpralltrauma; klinisch und MR-tomographisch kein kausaler Befund;
Nackenschmerzen nach fraglicher HWS-Beschleunigungsverletzung; vegetative
Syndrome (Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerz); posttraumatische Belastungsstörung".
Unter Verlauf wurde auch über das Konsil vom 12. März 2010 in der Schmerzambulanz
und die dort vorgenommene Anpassung der (Schmerz-)Medikamente berichtet (ein
eigener Bericht darüber liegt nicht bei den Akten). Am rechten Bein wurden
Bewegungseinschränkungen im Knie und Hüftgelenk sowie eine gegenüber links
deutlich verminderte Quadrizepskraft erhoben. Bei konsolidierter Tibiaschaft-Fraktur
(gemäss Röntgenbildern vom 23. Juni 2010) und wegen persistierender Schmerzen
wurde der Patientin die operative Entfernung des Sirusnagels empfohlen. Diese erfolgte
am 15. Oktober 2010 problemlos; die Versicherte weilte dazu vom 14. bis 18. Oktober
2010 bei komplikationslosem Verlauf im Kantonsspital (vgl. Austrittsbericht
Kantonsspital vom 19. Oktober 2010 und Operationsbericht vom 15. Oktober 2010,
UV-act. 99).
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A.m Zwischenzeitlich war der Versicherten das Arbeitsverhältnis per 31. Dezember
2010 gekündigt worden, nachdem sich ihr Gesundheitszustand nicht gebessert hatte
(Kündigung vom 22. September 2010, UV-act. 96). Dr. K._ berichtete der
Unfallversicherung am 15. November 2010 (UV-act. 101) über einen normalen
Heilungsverlauf nach der Entfernung des Sirusnagels. Die Patientin dürfte voll belasten,
möchte aber noch an Stöcken gehen. Allein limitierend sei die massive
posttraumatische Depression. Gestützt auf diesen Bericht des Hausarztes und auf die
übrigen Akten hielt Kreisarzt Dr. X._ am 7. Dezember 2010 fest, am rechten
Unterschenkel könne keine Unfallfolge mehr festgestellt werden, die eine
Integritätsentschädigung begründen würde oder die eine verminderte Belastbarkeit
nach sich zöge, wodurch allenfalls eine reduzierte Zumutbarkeit begründet werden
könnte (UV-act. 102).
A.n Am 26. Januar 2011 und 11. März 2011 fanden oto-neurologische Abklärungen an
der Hals-Nasen-Ohrenklinik des Kantonsspitals statt. Im Bericht vom 6. April 2011
hielten die diplomierte Ärztin U._ und Dr. med. V._ fest, es könne keine definitive
Aussage gemacht werden, da die Patientin bei allen Untersuchungen eine sehr
schlechte Compliance gezeigt habe. In der Zusammenschau bestehe wahrscheinlich
eine periphere Vestibulopathie rechts, welche noch nicht kompensiert sei. Weitere
diagnostische Möglichkeiten stünden im Moment nicht zur Verfügung (UV-act. 113).
A.o Röntgenaufnahmen vom 10. Mai 2011 ergaben eine normale Darstellung des
rechten Kniegelenks mit normal weitem Gelenkspalt und normalem
Femoropatellargelenk, normalen periartikulären Weichteilen und einen Status nach
Verriegelungsnagel tibial mit nur noch residuellen Veränderungen. Am rechten
Unterschenkel zeigte sich die Tibiafraktur vollständig durchgebaut bei einer
Pseudarthrose im Fibulabereich und residuellen Veränderungen nach
Verriegelungsnagel der Tibia. Die ossären Strukturen im rechten OSG waren normal,
der Gelenkspalt normal weit. Radiologe Dr. med. W._, der die Röntgenbilder
interpretierte, warf die Frage nach einer Fehlstellung der distalen Fibula infolge der
Pseudarthrose auf (vgl. UV-act. 118 S. 2). - Dr. med. Y._, Facharzt FMH für Chirurgie,
der am 10. Mai 2011 die kreisärztliche Abschlussuntersuchung der Versicherten
durchführte, konnte aufgrund ihrer Schmerzangaben die Gelenkfunktionen am rechten
Bein nicht überprüfen. Er hielt in seiner Beurteilung fest, das rechte Knie werde
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kontinuierlich in Streckstellung gehalten, da eine Beugung aufgrund von Schmerzen
nicht möglich sei; die radiologische Untersuchung des rechten Kniegelenks vom
gleichen Tag zeige dieses jedoch in Beugestellung. Die Flexion im rechten Hüftgelenk
sei anlässlich der Untersuchung schmerzbedingt nur bis 30 Grad möglich gewesen,
kurze Zeit später habe die Patientin jedoch ohne jegliche Schmerzangabe im Langsitz
eine Beugung des rechten Hüftgelenks von 100 Grad eingenommen. Für den Kreisarzt
waren die geäusserten Schmerzen der gesamten rechten Körperhälfte aus chirurgisch-
traumatologischer Sicht nicht nachvollziehbar. Wegen der bildgebend ausgewiesenen
strukturellen Schädigung, die als Folge des Unfalls zu sehen sei, wären aus
traumatologischer Sicht Schmerzen im rechten Unterschenkel möglich. Ohne
Berücksichtigung des psychischen Zustands der Versicherten könne aufgrund der
objektivierbaren, rein somatischen Befunde von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer
rein sitzenden Tätigkeit ausgegangen werden, die bei entsprechender Compliance der
Patientin durch eine intensive Physiotherapie und Gangschulung noch gesteigert
werden könnte (vgl. vom 9. bzw. 10. Mai datierter Bericht, UV-act. 117). - Die
Ganzbein-Röntgenaufnahmen vom 19. Mai 2011 bestätigten die in Valgus-Fehlstellung
verheilte Tibiafraktur mit Pseudarthrose der Fibula, ergaben eine Fehlstellung von zirka
sechs bis acht Grad rechts und liessen Dr. W._ eine leichte Rotations-Fehlstellung im
Unterschenkel rechts vermuten (vgl. UV-act. 118 S. 1). - Auf Zuweisung durch Dr. Y._
wurde die Versicherte am 6. Juli 2011 an der Klinik für orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Kantonsspitals nochmals untersucht. Dr. med. Z._ und Dr. N._
bestätigten im Bericht vom 7. Juli 2011 (UV-act. 125) eine gewisse posttraumatische
Fehlstellung im Bereich der rechten unteren Extremität bei schon vorbestehender
Valgusachse beider Beine. Für eine genaue Verifizierung der Achsen-Fehlstellung im
Unterschenkel/OSG-Bereich müsste ein Computertomogramm (CT) durchgeführt und
dabei nach der Achsen- und Rotationsbestimmung gefragt werden. Diese
Untersuchung würde aber nur vor dem Hintergrund einer geplanten Korrekturoperation
Sinn machen. Für einen solchen Eingriff qualifiziere die Patientin ihres Erachtens nicht
und die Prognose einer Verbesserung hierdurch würden sie wenig optimistisch sehen.
Eine Arbeitsfähigkeit von 50% für rein sitzende Tätigkeit bei Beurteilung der rein
somatischen Befunde hielten sie für möglich. - Am 20. Juli 2011 nahm Kreisarzt
Dr. Y._ unter Berücksichtigung seiner Untersuchungsergebnisse vom 10. Mai 2011
und der weiteren Akten, besonders der neueren Röntgenbilder und des Berichts von
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Dr. Z._ und Dr. N._, eine erneute Beurteilung vor (UV-act. 132). Er führte aus, eine
wesentliche Besserung sei wahrscheinlich auch durch weitere medizinische
Massnahmen nicht zu erwarten, auch im Hinblick auf die bei der psychischen Situation
mangelnde Compliance der Patientin. Ein allfälliger Zusammenhang der psychischen
Situation mit dem Unfallereignis unterliege einer Adäquanzbeurteilung. Aufgrund der
radiologisch nachgewiesenen strukturellen Veränderungen am linken Unterschenkel -
posttraumatisch/postoperativ etwas vermehrte Valgusstellung, Pseudarthrose der
Fibula und Verdacht auf eine leichte Rotations-Fehlstellung -, die Dr. Y._ auf den
Unfall zurückführte, schätzte er die Integritätseinbusse der Versicherten auf 25% des
Wertes von 50%, der gemäss Feinrastertabelle 2.2 dem Integritätsschaden bei völliger
Gebrauchsunfähigkeit eines Beines entspreche, mithin auf 12.5% (UV-act. 131). -
Damit die Aktivität der Pseudarthrose beurteilt werden könne, wurde am 8. September
2011 beim Kantonsspital eine Skelettszintigraphie in Auftrag gegeben (UV-act. 139).
Dr. Za._ und Prof. Zb._, Klinik für Nuklearmedizin, beurteilten diese am 5. Oktober
2011 wie folgt: "Anhaltende ossäre Umbauzonen in der Pseudarthrose der Fibula
rechts ohne entzündliche Komponente. Leicht erhöhter Knochenstoffwechsel in der
konsolidierten Tibiafraktur und im Markraum der Tibia rechts bei Status nach
Marknagelung ohne sicheren Krankheitswert. Sehr wahrscheinlich degenerativ
bedingter Uptake in den übrigen beschriebenen Lokalisationen." (UV-act. 142). - Am
25. Oktober 2011 hielt Dr. Y._ abschliessend fest (UV-act. 149), die
Skelettszintigraphie vom 5. Oktober 2011 habe keine somatisch-objektivierbare
Begründung für das Schmerzsyndrom der Patientin ergeben. Aus somatischer Sicht
ergebe sich somit die ab sofort gültige Zumutbarkeitsbeurteilung, dass eine sitzende
Tätigkeit ohne besondere Beanspruchung des rechten Fusses ganztags möglich sei.
Gehen bzw. Stehen auf einer ebenen Unterlage sei bis zu 30 Minuten ohne
Unterbrechung möglich, sollte jedoch intervallweise maximal bis höchstens 50% der
Arbeitszeit ausmachen. Nicht möglich sei das Besteigen von Leitern oder Gerüsten
oder Gehen in unwegsamem Gelände, das Begehen von Treppen nur ausnahmsweise.
Die Gewichtsbelastung über kurze Strecken bei ebener Unterlage könne dabei
höchstens 10 kg betragen.
A.p Mit Schreiben vom 15. November 2011 an den Rechtsvertreter der Versicherten,
Rechtsanwalt Dr. iur. André Hutter, Altstätten, hielt die Suva fest, aufgrund der ärzt
lichen Untersuchungen sei eine medizinische Behandlung nicht mehr notwendig. Die
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Heilkosten- und Taggeldleistungen würden daher per 30. November 2011 eingestellt.
Es werde geprüft, ob weitere Versicherungsleistungen ausgerichtet werden könnten
(UV-act. 152). Am 18. November 2011 verfügte die Unfallversicherung die Zusprechung
einer Integritätsentschädigung von Fr. 15'750.-- für eine Integritätseinbusse von 12.5%.
Sie verneinte den Anspruch der Versicherten auf eine Invalidenrente sowie mangels
Kausalität auf weitere Versicherungsleistungen aufgrund der psychisch bedingten
Gesundheitsbeeinträchtigungen (UV-act. 154).
B.
Am 21. November 2011 liess die Versicherte vorsorglich Einsprache gegen die
Verfügung vom 18. November 2011 erheben und diese innert erstreckter Frist am
12. Januar 2012 begründen. Mit Entscheid vom 3. September 2012 wies die Suva die
Einsprache ab.
C.
C.a Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 3. Oktober 2012 der neu durch
Rechtsanwalt lic. iur. M.B.L. HSG Rony Kolb, Widnau, vertretenen Versicherten (act.
G 1). Darin wird geltend gemacht, wegen kurzfristiger Mandatierung und fehlender
Akten könne die Beschwerde nicht eingehend begründet werden. Daher werde
beantragt, dem Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin Akteneinsicht zu gewähren
und ihm eine angemessene Frist zur Beschwerdeergänzung und Begründung
anzusetzen. Mit Schreiben vom 10. Oktober 2012 hat der damalige Präsident der
Abteilung III des Versicherungsgerichts den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin
darauf hingewiesen, dass die Beschwerde den gesetzlichen Minimalanforderungen
gemäss Art. 61 lit. b des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) nicht genüge, und ihm eine Nachfrist bis
19. Oktober 2012 angesetzt für einen Antrag in der Sache und zumindest eine
summarische Begründung (act. G 2). Mit Eingabe vom 18. Oktober 2012 (act. G 3) liess
die Beschwerdeführerin folgende Anträge stellen:
1. Der Einspracheentscheid vom 3. September 2012 sei aufzuheben;
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2. Die eingestellten Taggeldzahlungen seien mit Wirkung ab verfügter Einstellung bzw.
ab dem 1. Dezember 2011 weiterhin bis zur Erreichung des medizinischen
Endzustandes, eventuell bis zum Abschluss des Rentenprüfungsverfahrens zu leisten;
3. Der Grad der Beeinträchtigung der Beschwerdeführerin sei neu zu erheben und die
Integritätsentschädigung sei neu zu bemessen, festzulegen und zur Ausrichtung
zuzusprechen;
4. Die Beschwerdeführerin sei auf die Folgen des Unfalls vom 10. Dezember 2008
polydisziplinär abzuklären und zu begutachten;
5. Dem Rechtsbeistand der Beschwerdeführerin seien die gesamten Verfahrensakten
zur kurzen Einsichtnahme zuzustellen und es sei ihm eine angemessene Nachfrist zur
Beschwerdeergänzung aufgrund der Akteneinsicht einzuräumen;
6. Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung
durch den unterzeichneten Rechtsanwalt zu gewähren;
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Am 4. Dezember 2012 hat der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin dem Gericht
mitgeteilt, auf das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung werde verzichtet (act.
G 10). Innert erstreckter Frist und nach Einsicht in die Akten der Suva hat er am
7. Januar 2013 die Beschwerde ergänzt (act. G 11). Zur Begründung der unveränderten
Anträge brachte er zusammengefasst vor, die Beschwerdeführerin leide unter einer
posttraumatischen Belastungsstörung, die eine ausschliessliche Unfallfolgen darstelle.
Vor dem Unfall vom 10. Dezember 2008 sei sie beschwerdefrei, gesund und voll
arbeitsfähig gewesen und habe weder physiologisch noch psychologisch relevante
Beeinträchtigungen zu verzeichnen gehabt. Die ausschliessliche Unfallkausalität werde
auch in den medizinischen Unterlagen dokumentiert. Vor dem Hintergrund der
erlittenen Verletzungen sei die Vorinstanz auch zu Unrecht von einem mittelschweren
Unfall ausgegangen. Die Beschwerdeführerin habe Anrecht auf eine polydisziplinäre
Abklärung, wie in ähnlichen Fällen üblich und auch rechtlich gefordert. Eine solche sei
nicht durchgeführt worden und daher nachzuholen.
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C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 8. Februar 2013,
auf die Beschwerde vom 3. Oktober 2012 sei nicht einzutreten, eventuell sei die
Beschwerde abzuweisen und der Einspracheentscheid vom 3. September 2012 zu
bestätigen (act. G 13). Zur Begründung führte sie an, Rechtsanwalt Kolb hätten
zwischen der Mandatierung bzw. Unterzeichnung der Vollmacht am 23. September
2012 und dem Ablauf der Beschwerdefrist frühestens am 4. Oktober 2012 mindestens
elf Tage zur Verfügung gestanden, während denen es ihm möglich gewesen wäre, die
Vorakten einzuholen. Indem er in der Lage gewesen sei, am 18. Oktober 2012 einzig
gestützt auf den Einspracheentscheid vom 3. September 2012 eine ausformulierte
Beschwerde mit materiellen Anträgen und ebensolchen Begründungen einzureichen,
habe er gezeigt, dass es ihm mit der materiell weder fundierten noch begründeten
Eingabe vom 3. Oktober 2012 einzig darum gegangen sei, die nicht erstreckbare
gesetzliche Rechtsmittelfrist von Art. 60 Abs. 1 ATSG faktisch zu verlängern. Dieses
Verhalten sei rechtsmissbräuchlich und auf die Beschwerde vom 3. Oktober 2012 sei
daher nicht einzutreten. In der Sache selbst seien die Einwendungen der
Beschwerdeführerin unbegründet und vermöchten am Standpunkt der Suva nichts zu
ändern. Der Endzustand in Bezug auf den unfallkausalen physischen Schaden am
rechten Unterschenkel sei im Zeitpunkt der Leistungseinstellung (30. November 2011)
erreicht gewesen. Weitere organisch objektivierbare Unfallfolgen würden weder im
Schädel-/Hirnbereich noch im gesamten Rückenbereich vorliegen und die geltend
gemachten Schmerzen an der gesamten rechten Körperhälfte seien aus
traumatologischer Sicht nicht nachvollziehbar. Aufgrund der Tatsachen, dass nach
dem Unfall von Anfang an ausgeprägte psychische Beschwerden im Vordergrund
gestanden hätten, das bunte Beschwerdebild eines Schleudertraumas oder eines
schleudertraumaähnlichen Vorgangs zeitnah zum Unfall nicht vorgelegen habe, eine
chronifizierte syndromale Beschwerdesymptomatik aktenkundig sei und die
diagnostizierte posttraumatische Belastungsstörung eine eigenständige, nicht zum
Beschwerdebild eines Schleudertraumas gehörende psychische Fehlentwicklung
darstelle, sei die Adäquanz nach der Psycho-Praxis und nicht nach der
Schleudertrauma-Praxis zu prüfen. Bezüglich der Einstufung des Unfalls vom
10. Dezember 2008 als mittelschwer seien den beschwerdeführerischen
Rechtsschriften keine substanziierten Einwände zu entnehmen und der adäquate
Kausalzusammenhang der psychischen bzw. physisch nicht objektivierbaren
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Beschwerden zu Recht verneint worden. Da der medizinische Endzustand in Bezug auf
die physisch objektivierbaren Unfallfolgen bereits mit den vorliegenden ärztlichen
Unterlagen dokumentiert sei und es für die psychischen bzw. physisch nicht
objektivierbaren Beschwerden an der (rechtlichen) Leistungsvoraussetzung des
adäquaten Kausalzusammenhangs fehle, erübrige sich eine polydisziplinäre
medizinische Begutachtung der Beschwerdeführerin. Weiter sei ein Rentenanspruch
mangels Erwerbseinbusse zu Recht verneint und der physisch bedingte
Integritätsschaden am rechten Unterschenkel korrekt und schlüssig bestimmt worden.
C.c Mit Stellungnahme vom 15. März 2013 (Replik, act. G 15) verwehrte sich der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin gegen den Vorwurf, am 3. Oktober 2012
bewusst eine unvollständige Beschwerde eingereicht zu haben. Die
Eintretensvoraussetzungen seien gegeben und das Eintreten auf nachträglich ergänzte
Beschwerden würde der Praxis des Versicherungsgerichts entsprechen. Am
Standpunkt, dass weiterer Abklärungsbedarf mittels polydisziplinärer medizinischer
Begutachtung gegeben und die weiterhin bestehenden Gesundheitsbeeinträchtigungen
ausschliesslich auf den Unfall vom 10. Dezember 2008 zurückzuführen seien, werde
weiterhin festgehalten.
C.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 2. Mai 2013 auf eine einlässliche Duplik
(act. G 17). Sie entgegnete auf einzelne Punkte zur Eintretensfrage und hielt
zusammenfassend fest, die Bemerkungen der Replik würden allesamt ins Leere
stossen und vermöchten weder die formell-rechtlichen noch die (vorsorglich
vorgetragenen) materiell-rechtlichen Ausführungen der Beschwerdeantwort zu
erschüttern.
D.
Auf die weiteren Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der
übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
Erwägungen:
1.
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1.1 Streitig und zu prüfen ist vorab, ob auf die Beschwerde vom 3. Oktober 2012
einzutreten ist.
1.2 Lit. b von Art. 61 ATSG schreibt für Beschwerden an die kantonalen
Versicherungsgerichte vor, dass sie eine gedrängte Darstellung des Sachverhalts, ein
Rechtsbegehren und eine kurze Begründung enthalten müssen. Genügt eine
Beschwerde diesen Anforderungen nicht, so setzt das Versicherungsgericht der
Beschwerde führenden Person eine angemessene Frist zur Verbesserung und
verbindet damit die Androhung, dass sonst auf die Beschwerde nicht eingetreten
werde. Dieser Grundsatz der Nachfristansetzung ist Ausdruck des Verbots des
überspitzten Formalismus und stellt einen allgemeinen prozessualen Rechtsgrundsatz
dar, der sich aus dem in Art. 61 lit. a ATSG verankerten Prinzip des einfachen
Verfahrens ergibt (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. Zürich 2009, N 52 zu
Art. 61, mit weiteren Hinweisen). Vom Ansetzen einer Nachfrist ist lediglich dann
abzusehen, wenn ein rechtsmissbräuchliches Verhalten vorliegt, wobei das
Bundesgericht in 134 V 168 f. E. 5.2 entschieden hat, dass ein solches nicht bereits
gegeben ist, wenn der Rechtsvertreter der Beschwerde führenden Person rechtskundig
ist. Falls aufgrund der Sachlage eine rechtsgenügliche Beschwerdebegründung
praktisch nicht ohne Aktenkenntnis möglich ist, die rechtsunkundige Partei, die selbst
die Akten nicht besitzt, in gutem Glauben erst kurz vor Ablauf der Beschwerdefrist
einen Rechtsvertreter mandatiert hat, und diesem weder eine rechtzeitige
Aktenbeschaffung noch eine sonstige hinreichende Beurteilung des Sachverhalts
möglich ist (z.B. aufgrund eines Instruktionsgesprächs mit der Klientin), wird es nach
dem zitierten Urteil des Bundesgerichts (BGE 134 V 168 f. E. 5.2) als genügend
erachtet, wenn der Rechtsvertreter unverzüglich die Akten einholt und nach deren
Eingang die innert Frist vorsorglich eingereichte Beschwerde mit einer Begründung
ergänzt.
1.3 Rechtsanwalt Kolb macht geltend, mangels Aktenkenntnis sei es ihm nicht möglich
gewesen, aufgrund des mangelhaft begründeten Einspracheentscheids eine einlässlich
begründete Beschwerde zu erheben. Wegen der fehlenden Sprachkenntnisse der
Beschwerdeführerin und der Tatsache, dass keine geordneten Akten vorgelegen
hätten, habe die Instruktion durch seine Mandantin nur sehr rudimentär erfolgen
können. Er sei auch relativ kurzfristig beauftragt worden und abwechselnd mit der
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Beschwerdeführerin abwesend gewesen, so dass es ihm nicht möglich gewesen sei,
innert Frist eine ausführliche Beschwerdeschrift zu verfassen. Zudem entspreche es
der Praxis des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen, vorsorgliche
Beschwerden mit dem Antrag auf Akteneinsicht und Beschwerdeergänzung
entgegenzunehmen und darauf einzutreten. - Die Beschwerdegegnerin unterstellt dem
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin rechtsmissbräuchliches Vorgehen und rechnet
ihm vor, dass er seit der Unterzeichnung der Vollmacht am 23. September 2012 bis
zum Ablauf der Rechtsmittelfrist (frühestens) am
4. Oktober 2012 elf Tage Zeit gehabt habe, eine zumindest summarisch begründete
Beschwerde mit einem Antrag in der Sache zu erheben. Durch seine Eingabe vom
18. Oktober 2012 habe er gezeigt, dass ihm dies rein aufgrund des angefochtenen
Einspracheentscheids, der ihm für die ursprüngliche Beschwerde vom 3. Oktober 2012
vorgelegen habe, möglich gewesen sei.
1.4 Zwar erstaunt es, dass der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin nicht
umgehend bei der Suva Akteneinsicht verlangte, als die am 23. September 2012
unterzeichnete Vollmacht seiner Mandantin am Abend des 25. September 2012 bei ihm
einging, wie er geltend macht. Mit Beschwerde vom 3. Oktober 2012 (act. G 1) und mit
Ergänzung vom 18. Oktober 2012 (act. G 3) stellte er vielmehr dem
Versicherungsgericht den Antrag auf Akteneinsicht. Die Vorakten gingen denn auch
erst auf entsprechende Aufforderung des damaligen Präsidenten der Abteilung III an
die Suva vom 22. Oktober 2012, ihm diese zuzustellen, am 31. Oktober 2012 bei ihm
ein (vgl. act. G 4, G 8). Die Erhebung der Beschwerde vom 3. Oktober 2012 mit den
Anträgen auf Akteneinsicht und Fristansetzung zur Beschwerdeergänzung und
Begründung stellt jedoch keinen offenbaren Rechtsmissbrauch dar - und nur ein
solcher findet gemäss Art. 2 Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB;
SR 210) keinen Rechtsschutz (vgl. THOMAS GÄCHTER, Rechtsmissbrauch im
öffentlichen Recht, Zürich 2005, S. 67 f., BGE 134 V 33 E. 4). Die Einsichtnahme in die
vollständigen Vorakten bildete Voraussetzung für die Begründung der Beschwerde. Die
Tatsache, dass der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin diese beim Gericht
beantragte und nicht - vor der Beschwerdeerhebung am 3. Oktober 2012 - direkt an
die Beschwerdegegnerin gelangte, kann nicht als nicht mehr zu billigendes (vgl.
GÄCHTER, a.a.O. S. 68) und somit offenbar rechtsmissbräuchliches Vorgehen
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qualifiziert werden, das dem Gericht eine Nachfristansetzung gemäss Satz 2 von
Art. 61 lit. b ATSG gleichsam verboten hätte. Selbst wenn er nach Eingang der
Vollmacht umgehend direkt bei der Beschwerdegegnerin die Vorakten zur Einsicht
angefordert hätte, ist nämlich offen, ob ihm diese rechtzeitig vor Ablauf der
Beschwerdefrist zugegangen wären und er noch Zeit gehabt hätte, eine den
Anforderungen gemäss Art. 61 lit. b 1. Satz ATSG genügende Beschwerde zu
verfassen.
1.5 Nachdem die unvollständige Beschwerde vom 3. Oktober 2012
unbestrittenermassen innerhalb der Rechtsmittelfrist gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG
erhoben, innert Nachfrist ergänzt worden und nicht rechtsmissbräuchlich im Sinn der
Rechtsprechung war, hat sie als rechtzeitig erfolgt zu gelten. Die
Eintretensvoraussetzungen der Rechtzeitigkeit und der Rechtsgenüglichkeit sind damit
erfüllt. Auch die Voraussetzungen der örtlichen und sachlichen Zuständigkeit des
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen sind gegeben. Auf die Beschwerde vom
3. Oktober 2012, ergänzt am 18. Oktober 2012 und 7. Januar 2013, ist daher
einzutreten.
2.
2.1 In der Sache ist streitig und zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin die
Heilungskosten und Taggeldzahlungen zu Recht per 30. November 2011 eingestellt
und den adäquaten Kausalzusammenhang der andauernden
Gesundheitsbeeinträchtigungen der Beschwerdeführerin zum Unfall vom 10. Dezember
2008, soweit sie nicht die Folgen am rechten Unterschenkel betreffen, verneint hat.
2.2 Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid die
rechtlichen Voraussetzungen der Leistungspflicht der Unfallversicherung für
Unfallfolgen gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung
(UVG; SR 832.20) und der einschlägigen Rechtsprechung zutreffend dargestellt
(E. 1.a ff.). Darauf kann verwiesen werden.
2.3
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2.3.1 Nach dem Unfall vom 10. Dezember 2008 blieben als organische Befunde im
Sinn nachweisbarer unfallkausaler struktureller Veränderungen eine in Valgus-
Fehlstellung verheilte Fraktur des rechten Unterschenkels mit einer Pseudarthrose der
Fibula und bei Verdacht auf eine leichte Rotations-Fehlstellung im rechten
Unterschenkel zurück (vgl. UV-act. 117 f., 125, 131, 142, 149 und zur Umschreibung
der organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen SVR 2012 UV Nr. 5 S. 17
[8C_310/2011], E. 4.1, und SVR 2010 UV Nr. 6 S. 25 [8C_216/2009], E. 2 [nicht
publiziert in BGE 135 V 465], je mit Hinweisen). Die beim Unfall erlittene Commotio
cerebri und die rechtsseitigen HWS- und Schädelkontusionen führten nicht zu
nachweisbaren strukturellen Veränderungen (vgl. UV-act. 6, 17, 56 f., 79, 117, 149). Die
Punktwerte der Beschwerdeführerin auf der Glasgow Koma Skala (oder Glasgow Coma
Scale, abgekürzt GCS) sanken nach der Hirnerschütterung (Commotio cerebri) nie
unter 15 (vgl. UV-act. 6). Bei diesem Höchstwert kann - wie bereits ab einem Punktwert
von 13 der Fall - nur von einem leichten Schädel-Hirntrauma gesprochen werden (vgl.
Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 262. Aufl., Berlin/New York 2011, S. 759 zu
"Glasgow Coma Scale" mit Tabelle S. 760 und S. 1839 zu "Schädelhirntrauma"). Die
anlässlich der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 10. Mai 2011 weiterhin
geäusserten Schmerzen an der gesamten rechten Körperhälfte waren aus chirurgisch-
traumatologischer Sicht nicht nachvollziehbar; ihnen entsprach nur am rechten Bein die
vorstehend beschriebene, unfallkausale strukturelle Schädigung (UV-act. 117).
2.3.2 Die psychiatrische Diagnose war anlässlich des Fallabschlusses nicht mehr durch
eine Fachperson aus der Psychiatrie aktualisiert worden. Sie hatte von einer
posttraumatischen Belastungsstörung im Austrittsbericht des Kantonsspitals vom
22. Dezember 2008 (UV-act. 6) auf diejenige einer schweren depressiven Episode ohne
psychotische Symptome (ICD-10: F32.2) bei Aufnahme der psychotherapeutischen
Behandlung im Psychiatrie-Zentrum gewechselt; wobei dort im Verlauf zunehmend
auch Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10: F43.1)
festgestellt worden waren (UV-act. 19). Anlässlich der stationären psychiatrischen
Behandlung vom 1. September bis 1. Oktober 2009 in der Klinik St. Pirminsberg wurde
ausschliesslich eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) diagnostiziert
(UV-act. 36), während Dr. J._ für die anschliessende ambulante Behandlung ab
29. Oktober 2009 eine mittelgradige depressive Episode ICD-10: F32.1 mit restlicher
posttraumatischer Symptomatik in Form von Albträumen verzeichnete (UV-act. 77). Für
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die Dauer von rund drei Jahren, während denen sie Versicherungsleistungen erbrachte
(vom Unfalltag [10. Dezember 2008] bis am 30. November 2011), anerkannte die
Beschwerdegegnerin die Unfallkausalität auch der psychischen
Gesundheitsbeeinträchtigungen.
2.3.3 Die physischen Folgen des Unfalls wurden so umfassend wie möglich und
sinnvoll abgeklärt mittels körperlicher Untersuchungen der Beschwerdeführerin durch
Fachpersonen für Chirurgie/Traumatologie bzw. Orthopädie, Neurologie und Oto-
Rhino-Laryngologie sowie mittels bildgebender Erhebungen (Röntgen, MRI,
Skelettszintigraphie). Verschiedene Abklärungen scheiterten an der mangelnden
Mitwirkung der Beschwerdeführerin, so insbesondere die Vestibularisabklärung bzw.
die oto-neurologischen Untersuchungen vom 26. Januar 2011 und 11. März 2011,
teilweise weil sie trotz mehrfachen Versuchen, ihr diese abzutrainieren, auch mehr als
zwei Jahre nach dem Unfall weiterhin nur an Unterarm-Gehstützen mobil war (UV-act.
113 bzgl. Romberg und Unterberger Tretversuch, UV-act. 12, 30, 74, 79, 99, 101 bzgl.
stockfreiem Gehen). Aber auch Teile der chirurgisch-traumatologischen Abklärungen,
im Verlauf derer die Untersuchenden die Gelenkfunktionen der rechten unteren
Extremität wegen kontinuierlicher Schmerzangabe der Patientin, teilweise auch wegen
Verständigungsschwierigkeiten, nicht überprüfen konnten, waren nicht umfassend
möglich (vgl. UV-act. 44, 53, 117, 125). Ein CT mit der Frage nach Achsen- und
Rotationsbestimmung im Unterschenkel/OSG-Bereich als mögliche zusätzliche
Abklärungsmassnahme wurde aufgrund der Beurteilung von Dr. Z._ und Dr. N._
gar nicht erst in Auftrag gegeben, weil es nur vor dem Hintergrund einer geplanten
Korrekturoperation Sinn machen würde, und von der sie bei der Patientin aufgrund
ihrer pessimistischen Prognose von vornherein abzusehen empfahlen (vgl. UV-act.
125). Die vorliegenden Entscheidgrundlagen stützen sich auf sämtliche
Untersuchungsergebnisse und Verlaufsberichte und beziehen, soweit möglich, auch
Indizien in die Beurteilung ein (z.B. die Abnützung der Schuhe oder fehlende Hinweise
auf eine Muskelatrophie am rechten Bein, UV-act. 44), womit das Bild abgerundeter
wird. Die Beurteilungen der versicherungsexternen und -internen Fachpersonen sind
widerspruchsfrei und schlüssig. Bei dieser Ausgangslage darf das Gericht den Prozess
ohne Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens -
abschliessen (vgl. BGE 135 V 469 f. E. 4.3.2 und E. 4.4 mit Hinweisen). Da der
adäquate Kausalzusammenhang der psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen zu
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verneinen ist, wie nachfolgend (E. 2.7) zu zeigen sein wird, erübrigt sich eine weitere
Ergründung ihres natürlichen Kausalzusammenhangs zum Unfallereignis (vgl. BGE 135
V 472 E. 5.1 mit Hinweisen). Der Antrag der Beschwerdeführerin auf Anordnung eines
polydisziplinären Gerichtsgutachtens ist daher abzuweisen.
2.4 Für die physischen Unfallfolgen der Beschwerdeführerin stand mit den
Abschlussuntersuchungen durch Dr. Y._ vom 10. Mai 2011 (UV-act. 117) sowie von
Dr. Z._ und Dr. N._ vom 6. Juli 2011 (UV-act. 125) und aufgrund der zusätzlichen,
vor allem bildgebenden Untersuchungen fest (UV-act. 118, 142, 149), dass von einer
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des
Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin mehr zu erwarten war und daher in
Anwendung von Art. 19 Abs. 1 UVG ihr Anspruch auf allfällige weitere
Versicherungsleistungen geprüft werden konnte. Praxisgemäss ist das auch der
Zeitpunkt für die Prüfung der (adäquaten) Kausalität (vgl. BGE 134 V 113 ff. E. 4 und
Urteil des Bundesgerichts vom 31. Juli 2013, 8C_970/2012, E. 2.3 mit weiteren
Hinweisen). Die Wahl des Datums vom 30. November 2011 für die Einstellung der
vorübergehenden Versicherungsleistungen (Heilungskosten und Taggeld), die
Adäquanzprüfung sowie die Prüfung des Anspruchs auf eine allfällige Invalidenrente
und eine Integritätsentschädigung erweist sich vor diesem Hintergrund als begründet
und rechtsprechungskonform.
2.5 Die Adäquanzprüfung erfolgt nach der Schleudertrauma-Praxis wenn ein
Schleudertrauma bzw. eine Distorsion der HWS durch zuverlässige ärztliche Angaben
gesichert ist. Dasselbe gilt auch für Schädelhirntraumata (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 1. Februar 2010, 8C_792/2009, E. 6.1 mit weiteren Hinweisen). Es
ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma der
HWS, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67
E. 2) oder ein Schädel-Hirntrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die
Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die
Abklärungen indessen, dass die versicherte Person eine der soeben erwähnten
Verletzungen erlitten hat, muss beurteilt werden, ob die zum typischen Beschwerdebild
einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen (vgl. dazu: BGE 119 V 337
E. 1, BGE 117 V 360 E. 4b) zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen
Problematik aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die
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Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit
psychischen Folgeschäden aufgestellten Grundsätze massgebend; andernfalls erfolgt
die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 367 E. 6a beschriebenen und
in BGE 134 V 126 ff. E. 10 modifizierten Kriterien (BGE 138 V 250 f. E. 4). Das Vorliegen
eines Schädelhirntraumas, worunter sämtliche Hirnfunktionsstörungen mit oder ohne
morphologisch fassbare Schädigung des Gehirns und seiner Hüllen, einschliesslich
Gehirnschädel und Kopfschwarte subsumiert werden (Otmar Trentz/Volker Bühren,
Checkliste Traumatologie, Stuttgart/New York 2001, S. 122 ff.), rechtfertigt die analoge
Anwendung der Schleudertrauma-Praxis, wenn die erlittene Hirnerschütterung
mindestens im Grenzbereich zwischen einer Commotio und Contusio cerebri liegt.
Leichte Hirnerschütterungen hingegen reichen hierfür nicht aus (vgl. Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007 sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 6. Mai 2003, U 6/03, E. 3.2). Ein
Schleudertrauma bzw. ein kranio-zervikales Beschleunigungstrauma ist bei der
Beschwerdeführerin nicht attestiert worden (vgl. UV-act. 6). Im Bericht über die Unter
suchung vom 30. April 2009 in der Schmerz-Sprechstunde hielten die Ärztinnen
ausdrücklich fest, aufgrund der fehlenden anamnestischen Aussagen zum
Unfallhergang sei die Diagnose eines HWS-Beschleunigungstraumas nicht möglich
(UV-act. 14). Hingegen wurde von Anfang an eine Hirnerschütterung diagnostiziert (UV-
act. 6). Dr. F._ und Assistenzärztin G._ führten im Bericht vom 7. Mai 2009 weiter
an, nach der Klassifikation der International Headache Society (IHS) könne ein
chronischer posttraumatischer Kopf- und Nackenschmerz nach Schädelanpralltrauma
diagnostiziert werden (UV-act. 14). Das erlittene Schädelhirntrauma mit GCS-Werten
von durchwegs 15 war im Sinn der zitierten Rechtsprechung leicht und es kann nicht
im Grenzbereich zwischen einer Commotio und einer Contusio cerebri eingeordnet
werden. Aus diesen Gründen ist die Adäquanz der über den Einstellungszeitpunkt von
Ende November 2011 hinaus andauernden Gesundheitsbeeinträchtigungen der
Beschwerdeführerin nach der sogenannten Psycho-Praxis (nach BGE 115 V 133) zu
prüfen und findet die Schleudertrauma-Praxis keine Anwendung. Die Adäquanzprüfung
hat auch schon deshalb nach der sogenannten Psycho-Praxis zu erfolgen, weil die
Beschwerdeführerin bereits seit der Erstbehandlung am Kantonsspital an einer
posttraumatische Belastungsstörung litt (UV-act. 6) und die psychiatrischen
Beschwerden - teilweise auch in Form einer schweren oder mittelschweren
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depressiven Episode (ICD-10: F32.2 bzw. F32.1, vgl. UV-act. 19, 77) - durchwegs im
Vordergrund standen und die Auswirkungen der physischen Unfallfolgen in den
Hintergrund drängten (vgl. UV-act. 14, 27 f., 74, 101).
2.6 Die Unfallschwere, die für die Adäquanzprüfung zuerst zu bestimmen ist, ist
objektiv aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei
entwickelnden Kräften zu beurteilen. Nicht zu berücksichtigen sind die Folgen des
Unfalls oder Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet
werden können; derartigen Faktoren ist gegebenenfalls bei den Adäquanzkriterien
Rechnung zu tragen (SVR 2013 UV Nr. 3 S. 7 [8C_398/2012] E. 5.2, SVR 2012 UV
Nr. 23 S. 83 [8C_435/2011] E. 4.2). Das Unfallereignis vom 10. Dezember 2008 kann
weder als leicht bzw. banal noch als schwer qualifiziert werden. Die
Beschwerdeführerin wurde laut Polizeirapport vom 11. Januar 2009 auf der linken
Körperseite vom Motorrad des Unfallverursachers erfasst und an den rechten
Strassenrand geschleudert (UV-act. 4). Dieses Ereignis hat die Beschwerdegegnerin in
Übereinstimmung mit der einschlägigen Rechtsprechung zu Recht als mittelschwer
eingestuft (vgl. SVR 2013 UV Nr. 3 S. 7 [8C_398/2012] E. 5.2 mit ausführlicher Kasuistik
und weiteren Hinweisen). Was die Beschwerdeführerin gegen diese Einstufung
vorbringen lässt, bezieht sich nicht auf den objektivierten Geschehensablauf, sondern
beruht auf den Unfallfolgen, und ist nach der Rechtsprechung bei der Beurteilung des
Schweregrads des Ereignisses gerade nicht zu berücksichtigen.
2.7
2.7.1 Bei der Adäquanzprüfung nach der sogenannten Psycho-Praxis werden die
zusätzlich zu beachtenden Kriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (vgl.
BGE 134 V 112 E. 2.1, BGE 115 V 140 E. 6c/aa). Die Adäquanz der weiterhin geklagten
Gesundheitsbeeinträchtigungen zum Unfall vom 10. Dezember 2008 - ausser
denjenigen am rechten Unterschenkel, die gegeben ist - kann nur bejaht werden, wenn
mindestens drei der sieben Adäquanzkriterien erfüllt sind oder eines besonders
ausgeprägt vorliegt (vgl. SVR 2013 UV Nr. 3 S. 7 [8C_398/2012] E. 6 Ingress mit
Hinweisen; Adäquanzkriterien besonders dramatische Begleitumstände oder
besondere Eindrücklichkeit des Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen
Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische
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Fehlentwicklungen auszulösen; ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
körperliche Dauerschmerzen; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen
erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit).
2.7.2 Die Beschwerdeführerin lässt ausführen, die besondere Art der erlittenen
Verletzungen, die psychische Fehlentwicklung nach dem Unfall, die ungewöhnlich
lange Dauer der Behandlung und die weiteren Unfallfolgen in Form von körperlichen
Beeinträchtigungen, Schmerzen und der offensichtlich schwierige Heilungsverlauf
seien näher abzuklären und zu würdigen. Eine detaillierte Begründung, weshalb eines
der angesprochenen Adäquanzkriterien erfüllt sein soll, führt sie nicht an, wobei die
psychische Fehlentwicklung nach dem Unfall gerade kein Adäquanzkriterium nach der
vorstehenden Liste ist (vgl. E. 2.7.1).
2.7.3 An physischen Verletzungen erlitt die Beschwerdeführerin beim Unfall vom
10. Dezember 2008 einen Bruch des Unterschenkels und stiess sich Kopf und Hals an,
was zu einer leichten Hirnerschütterung führte (UV-act. 4, 6). Dabei handelt es sich
nicht um Verletzungen, die erfahrungsgemäss geeignet sind, psychische
Fehlentwicklungen zu verursachen; sie erfüllen das Adäquanzkriterium der Schwere
oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen nicht (vgl. SVR 2012 UV Nr. 23 S. 83
[8C_435/2011] E. 4.2.7 und Kasuistik in SVR 2013 UV Nr. 3 S. 7 [8C_398/2012] E. 6.2).
2.7.4 Das Adäquanzkriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen
Behandlung ist ausschliesslich für die somatischen Unfallfolgen zu prüfen. Die
Unterschenkel-Fraktur war am Unfalltag mit einem Marknagel gerichtet und fixiert
worden und die Beschwerdeführerin war während neun Tagen (10. bis 18. Dezember
2008) hospitalisiert (UV-act. 6). Danach fanden die üblichen Nachkontrollen zwei und
dreieinhalb Monate sowie ein halbes, ein und eineinhalb Jahre nach dem Unfall statt
(UV-act. 8, 12, 27, 44, 83). Anlässlich der Nachkontrolle vom 23. Juni 2010 wurde die
Entfernung des Marknagels empfohlen, die am 15. Oktober 2010 durchgeführt wurde
und zu einer Hospitalisation vom 14. bis 18. Oktober 2010 führte. Danach sahen die
Ärztinnen und Ärzte der Klinik für orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals keine
Kontrollen mehr vor (UV-act. 83, 98 f.). Zusätzlich zu den orthopädisch-chirurgischen
Abklärungen fand am 30. April 2009 eine einmalige Untersuchung in der Schmerz-
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Sprechstunde des Kantonsspitals mit vorgängigem MRI des Neurocraniums am
31. März 2009 statt (UV-act. 14, 17). Die Untersuchung der Wirbelsäule erfolgte am
19. Januar 2010, das MRI derselben wurde am 21. Januar 2010 erstellt und am
2. Februar 2010 mit der Patientin besprochen (UV-act. 53, 56 f.). Die Physiotherapie,
vor allem zur Gangschulung, wurde etwa zwei Monate nach der Operation
aufgenommen, wobei anlässlich der Schmerz-Sprechstunde vom 30. April 2009 und
der Besprechung vom 9. November 2009 Therapien zweimal wöchentlich berichtet
wurden (UV-act. 8, 14, 28, 30, 38). Anfängliche Angaben zur Häufigkeit fehlen auch für
die Konsultationen beim Hausarzt, für die am 9. November 2009 ein zweiwöchentlicher
Rhythmus angegeben wurde (UV-act. 38). Allerdings betrafen diese Konsultationen
spätestens ab 3. August 2009 vorwiegend die psychischen Beeinträchtigungen, die bei
der Adäquanzbeurteilung nicht berücksichtigt werden können (vgl. Kurzbericht
Dr. K._ vom 3. August 2009, UV-act. 28). Am 15. November 2010 hielt der Hausarzt
denn auch ausdrücklich fest, dass bei ihm keine Behandlung mehr stattfinde, die
Patientin dafür zum Psychiater gehe und er sie nur bei Bedarf berate (UV-act. 101).
Auch die übrigen ärztlichen Untersuchungen an der Hals-Nasen-Ohrenklinik vom
26. Januar 2011 und 11. März 2011 (UV-act. 113), durch Kreisarzt Dr. X._ am 23. Juni
2010 (UV-act. 79) und durch Kreisarzt Dr. Y._ am 10. Mai 2011 (UV-act. 117), die von
der Suva veranlasste Nachkontrolle an der Klinik für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Kantonsspitals vom 6. Juli 2011 (UV-act. 125) sowie die
Skelettszintigraphie vom 5. Oktober 2011 (UV-act. 142) dienten vor allem der
Abklärung der Unfallfolgen. Die eigentliche Behandlung der somatischen Unfallfolgen
beschränkte sich nach dem Ende des Spitalaufenthalts unmittelbar nach dem Ereignis
auf die Einnahme von Analgetika und auf Physiotherapie. Die Ärzte kontrollierten
lediglich die Fortschritte der Frakturheilung und verordneten Physiotherapie. Dabei
kann nicht von einer kontinuierlichen, mit einer gewissen Planmässigkeit auf eine
Verbesserung des Gesundheitszustandes gerichteten ärztlichen Behandlung
gesprochen werden. Abklärungsmassnahmen und blossen ärztlichen Kontrollen kommt
rechtsprechungsgemäss nicht die Qualität einer regelmässigen, zielgerichteten
Behandlung zu (vgl. SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 [U 479/05] E. 8.3 und Urteil des
Bundesgerichts vom 18. Dezember 2008, 8C_359/2008, E. 6.3, je mit Hinweisen). Das
Adäquanzkriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung ist
vorliegend somit nicht erfüllt.
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2.7.5 Die Beschwerdeführerin macht weiter Schmerzen geltend, die sie an der
gesamten rechten Körperhälfte lokalisiert. Bereits anlässlich der Schmerz-Sprech
stunde vom 30. April 2009 fanden sich weder klinisch noch MR-tomographisch
Anhaltspunkte für eine symptomatische Kopfschmerzursache und kein sicheres
motorisches oder sensibles Defizit in der neurologischen Untersuchung. Vielmehr
standen schon damals die psychiatrischen Beschwerden mit einer schweren
Depression im Vordergrund und wurde in erster Linie eine Intensivierung der
psychiatrischen Behandlung vorgeschlagen (UV-act. 14). Die Schmerzen waren und
sind zu einem wesentlichen Teil psychisch bedingt und fallen daher bei der
Adäquanzprüfung ausser Betracht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 15. Juni 2007,
U 159/05, E. 5.3).
2.7.6 Zur Bejahung des Kriteriums des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheb
lichen Komplikationen bedarf es besonderer Gründe, die die Heilung beeinträchtigt
haben (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 12. Mai 2011, 8C_1044/2010, E. 4.4.5 mit
weiterem Hinweis). Solche sind vorliegend nicht ersichtlich. Die kurzzeitig
aufgetretenen Hautprobleme (vgl. UV-act. 8, Sachverhalt A.b) stellen keine erhebliche
Komplikation dar. Dieses Adäquanzkriterium ist daher ebenfalls zu verneinen.
2.7.7 Für die Erfüllung der weiteren Adäquanzkriterien besonders dramatische
Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls, ärztliche
Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, sowie Grad und
Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit bestehen keine Anhaltspunkte. Grad
und Dauer der Arbeitsunfähigkeit sind bei der Beschwerdeführerin ebenfalls
weitgehend durch die psychischen Gesundheitsbeeinträchtigungen bestimmt und
damit hier nicht zu berücksichtigen. Spätestens als sie das rechte Bein wieder voll
belasten durfte, was anlässlich der Nachkontrolle vom 20. März 2009 bestätigt worden
war (UV-act. 12), wäre es der Beschwerdeführerin nämlich möglich gewesen, ihre
Arbeitstätigkeit als Näherin, die sie zu 90% in sitzender Position ausübte, wieder
aufzunehmen.
2.7.8 Zusammenfassend ist keines der sieben Adäquanzkriterien erfüllt. Die
Beschwerdegegnerin hat den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den über
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Ende November 2011 andauernden Gesundheitsbeeinträchtigungen und dem
erlittenen Unfall daher zu Recht verneint.
2.8 Die Beschwerdeführerin lässt die Unfallkausalität ihrer anhaltenden
Gesundheitsbeeinträchtigungen weitgehend damit begründen, dass sie vor dem Unfall
gesund und voll arbeitsfähig gewesen sei und keinerlei Anzeichen für eine
Beeinträchtigung physischer oder psychischer Natur vorgelegen hätten. Als Auslöser
käme nur der Unfall vom 10. Dezember 2008 in Frage, weshalb er als Ursache zu
anerkennen sei. Die dabei angewendete Formel "post hoc ergo propter hoc" oder
"danach ist deswegen" ist jedoch nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts
unfallmedizinisch nicht haltbar und beweisrechtlich nicht zulässig, sofern eine
Verletzung keine strukturellen Schädigungen verursacht hat (vgl. SVR 2009 UV Nr. 13
S. 52 [8C_590/2007] E. 7.2.4 sowie Urteile des Bundesgerichts vom 5. Dezember 2011,
8C_476/2011, E. 7.2.1 und vom 9. Mai 2011, 8C_979/2010, E. 6.2, je mit Hinweisen).
Aus den genannten Argumenten der Beschwerdeführerin kann daher nichts abgeleitet
werden.
2.9 Wie dargestellt (im Detail E. 2.7), wurde der adäquate Kausalzusammenhang der
anhaltenden Gesundheitsbeeinträchtigungen zum Unfall vom 10. Dezember 2008 zu
Recht verneint, wobei die Unfallfolgen am rechten Unterschenkel - wie bereits erwähnt
- ausgenommen sind. Da auch der Einstellungszeitpunkt bzw. Zeitpunkt der
Adäquanzprüfung mit dem 30. November 2011 korrekt gewählt worden war (vgl.
E. 2.4), wurden die Heilungskosten und Taggeldleistungen zu Recht auf diesen
Zeitpunkt hin eingestellt.
3.
3.1 Im Folgenden bleibt zu prüfen, ob die Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin
allein
durch die Folgen der unfallkausalen strukturellen Schädigung an ihrem rechten
Unterschenkel eingeschränkt ist und sie daher Anspruch auf eine Invalidenrente der
Unfallversicherung hat.
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3.2 Im angefochtenen Einspracheentscheid hat die Beschwerdegegnerin auch die
rechtlichen Voraussetzungen eines Anspruchs auf eine Invalidenrente der Unfallver
sicherung gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG sowie den Begriff der Erwerbsunfähigkeit
zutreffend dargestellt (E. 2.a). Auch darauf kann verwiesen werden.
3.3
3.3.1 Die Beschwerdeführerin lässt insbesondere geltend machen, allein schon
aufgrund ihres psychischen Zustands 100% arbeitsunfähig und daher gänzlich
erwerbsunfähig zu sein. Wie in E. 2, besonders E. 2.7, dargestellt, fehlt der
Kausalzusammenhang der psychischen und übrigen Gesundheitsbeeinträchtigungen,
soweit sie nicht - wie diejenigen am rechten Unterschenkel - auf eine strukturelle
Schädigung zurückzuführen sind. Die Prüfung, ob deshalb eine Erwerbsunfähigkeit
vorliegt, ist daher allein auf Letztere zu beschränken. Da die Beschwerdeführerin
weitere Gesundheitsbeeinträchtigungen aufweist, für deren (wirtschaftliche) Folgen, wie
ausgeführt, ab Dezember 2011 nicht mehr die Unfallversicherung aufzukommen hat,
und weil sie nach dem Unfall keine Erwerbstätigkeit mehr aufgenommen hat, müssen
ihre Erwerbsunfähigkeit und ihr allfälliger Anspruch auf eine Invalidenrente der
Unfallversicherung hypothetisch geprüft werden (vgl. BGE 130 V 346 f. E. 3.2).
3.3.2 Die Beschwerdegegnerin hat die Beschreibung der früheren Tätigkeit der
Beschwerdeführerin als Näherin und die Tatsache, dass sie dabei zu 90% sitzend
arbeiten konnte, im angefochtenen Einspracheentscheid korrekt aus den Akten
zusammengetragen (E. 3.a f. mit Verweis auf UV-act. 38, 59). Die von Kreisarzt
Dr. Y._ am 25. Oktober 2011 formulierte Zumutbarkeitsbeurteilung (UV-act. 149),
eine sitzende Tätigkeit ohne besondere Beanspruchung des rechten Fusses sei
ganztags möglich; Gehen bzw. Stehen auf einer ebenen Unterlage sei bis zu 30
Minuten ohne Unterbrechung möglich, sollte jedoch intervallweise maximal bis
höchstens 50% der Arbeitszeit ausmachen; nicht möglich sei das Besteigen von
Leitern oder Gerüsten oder Gehen in unwegsamem Gelände, das Begehen von
Treppen nur ausnahmsweise; die Gewichtsbelastung über kurze Strecken bei ebener
Unterlage könne dabei höchstens 10 kg betragen; führte in der angestammten Arbeit
als Näherin nicht zu Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit, da Tätigkeiten, die nicht
oder nur eingeschränkt möglich waren, dabei nicht vorkamen. Die Folgen der
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psychischen Beeinträchtigungen sind bei der Ermittlung der hypothetischen
Arbeitsfähigkeit vorliegend ausser Acht zu lassen. Rein aufgrund der adäquat kausalen
Unfallfolgen ist diese nicht eingeschränkt. Bei einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit
resultiert ein zumutbares Invalideneinkommen, das dem Valideneinkommen entspricht,
so dass keine Erwerbseinbusse und keine Invalidität entstehen. Das gilt sowohl in der
Erwerbstätigkeit als Näherin als auch - wie von der Beschwerdegegnerin in der
Verfügung vom 18. November 2011 (UV-act. 154) zusätzlich korrekt dargelegt - in einer
leidensadaptierten Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Die
Beschwerdegegnerin hat somit zu Recht einen Anspruch auf eine Invalidenrente der
Unfallversicherung verneint.
4.
4.1 Weiter sind der Zeitpunkt, zu welchem die Integritätseinbusse zu bestimmen ist,
und deren Ausmass streitig. Letzteres sollte nach Auffassung der Beschwerdeführerin
anlässlich der beantragten polydisziplinären Begutachtung unter Berücksichtigung
sämtlicher Unfallfolgen bestimmt werden.
4.2 Die vorstehenden Ausführungen (E. 2.4) zum Zeitpunkt der Adäquanzprüfung, der
Einstellung der vorübergehenden Leistungen und Prüfung des Anspruchs auf weitere
Versicherungsleistungen treffen in Anwendung von Art. 24 Abs. 2 UVG auch auf die
Zusprechung der Integritätsentschädigung zu, da diese mit der Invalidenrente oder
allenfalls bei Beendigung der ärztlichen Behandlung festgelegt wird. Wie in E. 2.3
dargelegt, ist der Antrag der Beschwerdeführerin auf Anordnung einer polydisziplinären
Begutachtung abzuweisen und sind die (physischen) Unfallfolgen genügend
dokumentiert. Eine unfallkausale Integritätseinbusse besteht bei ihr am rechten
Unterschenkel. Für weitere Gesundheitsbeeinträchtigungen wurde die Unfallkausalität
verneint (vgl. E. 2.7) und ergibt sich daher auch kein Anspruch auf eine
Integritätsentschädigung.
4.3
4.3.1 Dr. Y._ hatte am 20. Juli 2011 die Integritätseinbusse der Beschwerdeführerin
mit 12.5% eingeschätzt. Dabei ging er von 25% des Wertes von 50% aus, der gemäss
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Feinrastertabelle 2.2 dem Integritätsschaden bei völliger Gebrauchsunfähigkeit eines
Beines entspreche (Feinrastertabelle 2.2 abrufbar unter <http://www.suva.ch/startseite-
suva/unfall-suva/versicherungsmedizin-suva/
integritaetsentschaedigung-suva.htm>). Diesen Wert begründete der Kreisarzt mit dem
Status nach Unterschenkel-Schaftfraktur rechts vom 10. Dezember 2008 mit operativer
Versorgung mittels Tibia-Marknagel, in Valgus-Fehlstellung verheilt, mit Pseudarthrose
der Fibula und Verdacht auf leichte Rotations-Fehlstellung im rechten Unterschenkel.
Er führte weiter aus, dass aufgrund der Verletzungsfolgen zumindest im Sprunggelenk
eine Arthrose entstehen werde, die sich aber noch nicht zeige (UV-act. 131).
4.3.2 Gegen diese Einschätzung bringt die Beschwerdeführerin keine substanziierten
Einwände vor. Sie ist in korrekter Anwendung der einschlägigen Gesetzes- und
Verordnungsbestimmungen festgelegt worden (Art. 24 f. UVG, Art. 36 der Verordnung
über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202] und Anhang 3 zur UVV, wo der Verlust
eines Beines im Kniegelenk mit 40% und oberhalb des Kniegelenks mit 50%
Integritätsentschädigung skaliert wird). Insbesondere ist die voraussehbare
Verschlimmerung des Integritätsschadens durch die Entwicklung einer Arthrose im
Sprunggelenk gemäss Abs. 4 von Art. 36 UVV berücksichtigt worden.
4.3.3 Die Integritätsentschädigung ist auch korrekt berechnet worden. 12.5% des zum
Zeitpunkt des Unfalls vom 10. Dezember 2008 höchstversicherten Jahresverdienstes
von Fr. 126'000.-- (vgl. Art. 25 Abs. 1 UVG in Verbindung mit Art. 18 ATSG, Art. 15
Abs. 3 UVG und Art. 22 Abs. 1 UVV) ergeben den von der Beschwerdegegnerin
errechneten Betrag von Fr. 15'750.--. Sie ist daher nicht zu beanstanden.
5.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 3. Oktober 2012
abzuweisen. Gerichtskosten sind gemäss Art. 61 lit. a ATSG keine zu erheben.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39