Decision ID: 95d389a2-7340-5dcb-8286-f2f1d6238de5
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
I._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Karl Gehler, LL.M., Hanfländerstrasse 67,
Postfach 1539, 8640 Rapperswil SG,
gegen
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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
Sachverhalt:
A.
A.a I_, Jahrgang 1964, meldete sich im Januar 1999 erstmals zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 123). Mit Verfügung vom 27. Juni
2002 verneinte die IV-Stelle Ansprüche des Versicherten auf berufliche Massnahmen
und auf eine Rente, weil er unterdessen beruflich erfolgreich eingegliedert sei (IV-
act. 153).
A.b Im Oktober 2002 erfolgte eine weitere IV-Anmeldung (IV-act. 119). Im Arztbericht
vom 12. Februar 2003 nannte der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. A._, die
Diagnosen chronisches lumbospondylogenes Syndrom, thorakovertebrogenes
Schmerzsyndrom und Periarthropathie humerus scapularis. In der Tätigkeit als Metzger
sei der Versicherte seit 26. September 2002 nicht mehr arbeitsfähig. Eine adaptierte
Tätigkeit mit wenig Rückenbelastung und ohne repetitive Bewegungen mit hoher
Frequenz und Intensität sei ganztags mit voller Leistung zumutbar (IV-act. 110-3 ff.).
Mit Verfügung vom 11. April 2003 wies die IV-Stelle einen Anspruch auf berufliche
Massnahmen ab (IV-act. 101), wogegen Rechtsanwalt Dr. iur. Karl Gehler, LL.M., am
23. Mai 2003 Einsprache erhob und die Zusprache der gesetzlichen Leistungen,
allenfalls in Form einer IV-Rente, beantragte. Eventualiter sei das Verfahren wegen
noch nicht beendeter medizinischen Abklärungen zu sistieren (IV-act. 88). Dem
Sistierungsantrag entsprach die IV-Stelle am 28. Mai 2003 (IV-act. 87).
A.c Am 23. Juli 2003 erstellte das Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene
GmbH (AEH), Zürich, zuhanden der Krankenversicherung des Versicherten ein
polydisziplinäres Gutachten. Dieses nennt die Diagnosen chronisches
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Panvertebralsyndrom mit dominantem chronischem lumbospondylogenem Syndrom
links, chronische Periarthropathie humerus scapularis links und chronifizierte
mittelschwere depressive Anpassungsstörung. Dem Versicherten sei in Bezug auf die
körperlichen Leiden aus rheumatologisch-orthopädischer Sicht die bisherige Tätigkeit
im Verpackungsdienst zwar zumutbar. Aufgrund der aus psychiatrischer Sicht
kohärenten somatoformen Schmerzstörung bestehe zum gegenwärtigen Zeitpunkt
aber eine Arbeitsunfähigkeit von 70-80%. Eine psychiatrische Reevaluation sei in
spätestens einem halben Jahr angezeigt (IV-act. 86).
A.d Mit Verfügung vom 2. September 2003 widerrief die IV-Stelle die Verfügung vom
11. April 2003 und stellte einen neuen Entscheid nach Durchführung von weiteren
Abklärungen in Aussicht (IV-act. 83). Gestützt auf eine Arbeitsfähigkeit von 25%
berechnete sie einen Invaliditätsgrad von 79% und sprach dem Versicherten mit
Verfügung vom 17. Juni 2004 rückwirkend ab 1. September 2003 eine ganze
Invalidenrente zuzüglich zwei Kinderrenten zu (IV-act. 49).
A.e Im März 2006 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen ein Rentenrevisionsverfahren
ein. Der Versicherte machte im Fragebogen vom 23. März 2006 eine Verschlechterung
seines Gesundheitszustands geltend (IV-act. 35). Auch Dr. A._ bescheinigte am
14. Mai 2006 eine Verschlechterung, die vor allem den psychiatrischen Anteil betreffe
(IV-act. 31-3). Im Auftrag der IV-Stelle begutachtete das Ärztliche Begutachtungsinstitut
GmbH (ABI), Basel, den Versicherten am 29. Mai 2007. Im Gutachten vom 7. August
2007 werden mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit insbesondere folgende Diagnosen
genannt: rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode, anhaltende
somatoforme Schmerzstörung und chronisches lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits. Aus polydisziplinärer Sicht sei der Versicherte für eine
wechselbelastende leichte bis grenzwertig mittelschwere Tätigkeit aus medizinisch-
theoretischer Sicht vollschichtig arbeitsfähig mit einer Leistungseinbusse von 20%,
entsprechend einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80%. Der Zustand habe sich
seit 2003 aus psychiatrischer Sicht mindestens auf objektiver, medizinisch-theore
tischer Ebene verbessert (IV-act. 21).
A.f Gestützt auf die Ergebnisse des ABI-Gutachtens kündigte die IV-Stelle dem
Rechtsvertreter des Versicherten mit Vorbescheid vom 23. Oktober 2007 die
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Renteneinstellung bei einem Invaliditätsgrad von 20% an (IV-act. 18). Trotz Antrags des
Versicherten vom 3. Januar 2008, auf die Revision zu verzichten (IV-act. 9), stellte die
IV-Stelle die Rente mit Verfügung vom 19. Februar 2008 auf Ende des auf die
Zustellung der Verfügung folgenden Monats ein und entzog einer allfälligen
Beschwerde die aufschiebende Wirkung (IV-act. 7).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vom Rechtsvertreter des Versicherten am
31. März 2008 erhobene Beschwerde. Er beantragt die Aufhebung der Verfügung und
die weitere Ausrichtung einer ganzen Rente, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die
Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, die Rente unverändert weiter auszurichten.
Dr. A._ sei der Auffassung, dass sich der Zustand des Beschwerdeführers seit der
Berentung nicht verändert habe. Die gesamte ABI-Begutachtung sei in 35-40 Minuten
durchgeführt worden. Es spotte jeglicher Beschreibung, wenn die Gutachter
behaupteten, innert so kurzer Zeit schlüssige Resultate erhalten zu können. Bereits
betreffend Deutschkenntnisse des Beschwerdeführers liege kein übereinstimmendes
Urteil der ABI-Gutachter vor. Die Behauptung des ABI, der Beschwerdeführer nehme
das verordnete Antidepressivum nicht ein, werde bestritten. Der Beschwerdeführer
habe die Medikation auf Anraten von Dr. A._ wegen Magenbeschwerden einmal kurz
abgesetzt. Zudem habe er am Begutachtungstag auf die Einnahme verzichtet, weil er
mit dem Auto nach Basel gereist sei und Antidepressiva eine einschläfernde
Nebenwirkung hätten. Die ABI-Gutachter würden eine ausgeprägte Selbstlimitierung
beschreiben. Sie hätten jedoch keine Untersuchungen durchgeführt, die eine solche
hätten zutage bringen können. Schliesslich müsse bestritten werden, dass die
Gutachter überhaupt die depressive Problematik des Beschwerdeführers hätten
feststellen können, nachdem sie sich kaum mit ihm unterhalten hätten. Die ABI-
Gutachter würden die abweichende Einschätzung, die Dr. med. B._, Facharzt FMH
für Psychiatrie und Psychotherapie, im Rahmen der AEH-Begutachtung abgegeben
habe, ohne jegliche Begründung zur Seite wischen. Die angefochtene Verfügung sei
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auch deshalb aufzuheben, weil daraus die genaue Berechnung des Invaliditätsgrads
nicht hervorgehe (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 18. Juni 2008 die
Abweisung der Beschwerde und des Gesuchs um Wiederherstellung der
aufschiebenden Wirkung. Das ABI habe zu den Beanstandungen des
Beschwerdeführers am 5. Juni 2008 Stellung genommen. Diese Einwände seien nicht
haltbar und vermöchten daher keine Zweifel an der Richtigkeit der Angaben im ABI-
Gutachten zu wecken noch diese zu widerlegen. Im Gutachten werde nachvollziehbar
beschrieben, weshalb es zu einer Verbesserung des Gesundheitszustands, vor allem
im psychiatrischen Bereich, gegenüber der Situation im Jahr 2003 gekommen sei
(act. G 6). In der Beilage zur Beschwerdeantwort legte die Beschwerdegegnerin die
Stellungnahme des ABI vom 5. Juni 2008 ins Recht (act. G 6.1).
B.c Mit Schreiben vom 19. Juni 2008 lässt der Beschwerdeführer einen Bericht von
Dr. med. C._, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 18. Juni 2008
einreichen, in dem dieser neben der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung eine
rezidivierende mittel- bis schwergradige depressive Episode auf dem Boden
anhaltender psychosozialer und somatischer Belastung diagnostizierte. Der
Beschwerdeführer sei seit Beginn der Behandlung durch ihn am 11. März 2008 70%
arbeitsunfähig (act. G 7.1).
B.d Die Beschwerdegegnerin weist mit Schreiben vom 30. Juni 2008 darauf hin, dass
der Arztbericht von Dr. C._ vom 18. Juni 2008 ausschliesslich den Zeitraum nach
Erlass der angefochtenen Verfügung betreffe und daher für das vorliegende Verfahren
nicht massgebend sei (act. G 9).
C.
C.a Mit Zwischenentscheid vom 15. Juli 2008 lehnte das Versicherungsgericht des
Kantons St. Gallen das Gesuch des Beschwerdeführers um Wiederherstellung der
aufschiebenden Wirkung ab (IV 2008/155 Z; act. G 10).
C.b In der Replik vom 5. September 2008 lässt der Beschwerdeführer an seinen
Rechtsbegehren festhalten. Mit grossem Befremden habe man davon Kenntnis
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genommen, dass die Beschwerdegegnerin im laufenden Verfahren das ABI
eigenmächtig und ohne Veranlassung durch das Gericht kontaktiert habe. Dieses
Verhalten widerspreche jeglichen prozessrechtlichen Grundsätzen bezüglich der
Offerierung und Abnahme von Beweisen. Auch die unkommentierte, vollständige
Herausgabe der Beschwerdeschrift verstosse gegen die Grundsätze des Prozessrechts
und vereitle nunmehr die nachträgliche objektive Beweisabnahme. Den ABI-Gutachtern
sei es nun nämlich ein Leichtes, entsprechende Vorkehrungen zu treffen, damit
allfällige Beweisabnahmen auch so ausfallen würden, dass das ABI-Gutachten gestützt
werde. Im Übrigen habe der Beschwerdeführer bewusst die ABI-Gutachter nicht als
Zeugen offeriert und auch die Beschwerdegegnerin habe dies nicht getan. Das ABI-
Gutachten und die zusätzliche Eingabe des ABI vom 5. Juni 2008 seien infolge
Vorbefassung, eventuell Zeugeninstruktion, aus dem Recht zu weisen. Materiell lässt
der Beschwerdeführer erneut betonen, dass eine unterschiedliche Beurteilung eines im
Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts keine revisionsbegründende Änderung
darstelle. Dr. B._ habe in seinem Gutachten vom 7. Juli 2003 festgehalten, er habe
klinisch keine Hinweise für Simulation im Sinn einer primären, intentionalen
Rentenbegehrlichkeit und keine Hinweise für forcierte Aggravation gefunden. Zur
Medikamentierung lässt der Beschwerdeführer festhalten, diese erfolge in Absprache
mit dem Hausarzt. Dieser könne dazu als Zeuge befragt werden. Der Bericht von
Dr. C._ vom 18. Juni 2008 sei wesentlich, weil er zeige, wie sehr das ABI-Gutachten
von allen übrigen Beurteilungen abweiche. Würde die abweichende Einschätzung der
ABI-Gutachter zutreffen, dann wäre es nicht möglich, dass nur wenige Monate später
ein Psychiater wiederum zum gleichen Schluss komme wie Dr. B._. Es werde
ersichtlich, dass das ABI-Gutachten quer in der Landschaft stehe (act. G 12).
C.c In der Duplik vom 16. September 2008 hält die Beschwerdegegnerin an ihrem
Abweisungsantrag fest. Für sie sei nahegelegen, das ABI selbst zu den gemachten
Vorwürfen Stellung nehmen zu lassen. Anders seien diese gar nicht überprüfbar. Dabei
handle es sich um eine durchaus übliche ergänzende Nachfrage, die die Verwaltung
vor dem Verfassen der Beschwerdeantwort tätigen dürfe (act. G 14).
C.d Auf die übrigen Vorbringen der Parteien wird – sofern entscheidwesentlich – im
Rahmen der Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:
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1.
1.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG;
SR 830.1]). Anlass zur Rentenrevision gibt nach der auch unter dem ATSG
massgeblichen Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu
beeinflussen. Die Invalidenrente ist nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des
Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen
Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustands erheblich
verändert haben (BGE 130 V 349 f. Erw. 3.5). Eine bloss unterschiedliche Beurteilung
eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes stellt dagegen praxisgemäss
keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 Erw. 2b). Ob eine
revisionsbegründende Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des
Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten (der versicherten Person eröffneten)
rechtskräftigen Verfügung bestand, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in
den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108),
mit dem Sachverhalt zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 125 V 369 Erw. 2).
1.2 Vorliegend erfolgte die ursprüngliche Rentenzusprache am 17. Juni 2004
rückwirkend auf den 1. September 2003. Nach dieser Zusprache wurde im März 2006
erstmals ein Rentenrevisionsverfahren eingeleitet; die angefochtene Verfügung vom
19. Februar 2008 sollte dieses Verfahren beenden. Die Frage nach einer
revisionsrelevanten Veränderung des Sachverhalts ist also unter Vergleich der Situation
vom Sommer 2004 mit jenem per Februar 2008 zu beantworten.
2.
2.1 Der Beschwerdeführer wurde am 12. Dezember 2000 bei der Arbeit von einem
Stapelfahrer von hinten angefahren und erlitt eine Traumatisierung der
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Lendenwirbelsäule (LWS). Eine Computertomographie vom 14. Dezember 2000 ergab
eine Discopathie L5/S1 mit breiter, leicht linkslateral betonter Protrusion. Diskushernien
oder Kompressionen der neuralen Strukturen wurden gemäss Bericht des
Röntgeninstituts D._ vom 15. Dezember 2000 nicht gefunden (IV-act. 110-31).
2.2 Dr. med. E._, Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie
Rheumatologie, begutachtete den Beschwerdeführer am 21. Mai 2001 im Auftrag der
IV-Stelle. Zu jenem Zeitpunkt standen offenbar die Schulterbeschwerden links im
Zentrum. Eine volle Arbeitsfähigkeit attestierte Dr. E._ nur unter der Bedingung, dass
die Schulter unterhalb der Horizontalen eingesetzt werde, die Tätigkeit körperlich leicht
sei, repetitives Heben und Bücken vermeidet werde und Wechselpositionen
eingenommen würden (IV-act. 140-5). Wegen einer Exazerbation der lumbalen
Schmerzen erfolgte eine stationäre Rehabilitation in der Klinik Valens vom 6. bis
18. Januar 2003. Bei Austritt wurde für leichte bis mittelschwere Tätigkeiten eine
Arbeitsfähigkeit von 50% bestätigt, wobei der Versuch einer Steigerung nach zwei
Wochen empfohlen wurde (IV-act. 110-32). Bereits seit 26. September 2002 war der
Beschwerdeführer von Dr. A._ in der angestammten Tätigkeit voll arbeitsunfähig
geschrieben (IV-act. 110-3).
2.3 Die AEH-Begutachtung fand im Juni 2003 statt. In Bezug auf die somatische
Situation wurde festgehalten, obschon eine kleine mediolaterale Diskushernie links mit
möglicher Nervenwurzelkompression L5 links bestehe, habe sich inzwischen eine
Symptomausweitung mit den typischen Zeichen einer Somatisierungstendenz ergeben
ohne Hinweise auf eine spezifische Problematik, insbesondere ohne Hinweise auf eine
radikuläre Problematik. Der Beschwerdeführer könne kaum Strategien einsetzen, um
mit seinen Symptomen "zu verhandeln" und konstruktiv mit ihnen umzugehen. In den
Tests hätten die körperlich sicheren Belastungslimiten nicht erreicht werden können,
obwohl der Beschwerdeführer guten Willen gezeigt habe und zu einem gewissen Grad
bereit gewesen sei, sich in den Schmerz hinein belasten zu lassen. Die Beobachtungen
bei den Tests hätten auf eine deutliche Selbstlimitierung gewiesen. Aufgrund des
Schmerzverhaltens sei äusserst fraglich, dass die Belastbarkeit im leichten bis
mittelschweren Gewichtsbereich in einer beruflichen Tätigkeit umgesetzt werden
könne, weshalb eine weitergehende Abklärung bei Dr. B._ erfolgen sollte (IV-
act. 86-3 f.). Dieser attestierte schliesslich eine Arbeitsunfähigkeit von 70-80% im
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Rahmen einer objektivierbaren, arbeitsrelevanten, sicher mittelschweren depressiven
psychopathologischen Alteration im Sinn einer chronifizierenden gemischten
Anpassungsstörung mit Störung der Gefühle und des Sozialverhaltens (F43.25). Der
Krankheitswert sei ausgewiesen. Der Beschwerdeführer sei beim klinischen
Untersuchungsgang kooperativ und bei der neurokognitiven Untersuchung
leistungsbemüht gewesen. Die Auskunftsbereitschaft beurteilte Dr. B._ als adäquat.
Ein affektiv-interpersoneller Rapport sei herstellbar gewesen. Klinisch fand er keine
Hinweise für Simulation im Sinn einer primären, intentionalen Rentenbegehrlichkeit und
für forcierte Aggravation. Die Art der subjektiven Beschwerdezeichnung entspreche der
Psychodynamik des Krankheitsgeschehens, der einfachen Persönlichkeitsstruktur und
dem soziokulturellen, ethnologischen Hintergrund mit aktuell sekundären
psychosozialen Stressoren. Aus psychiatrischer Sicht im Vordergrund stünden typische
depressive Stigmata mit schneller Erschöpfung, Müdigkeit und Energielosigkeit,
Nervosität und Anspannung mit hoher innerpsychischer Spannung, erniedrigte
Frustrationstoleranz mit nachfolgend innerfamiliären Friktionen, interaktionelle
Reizbarkeit, sozialer Rückzug, vermehrte Ängstlichkeit, Lärmempfindlichkeit,
Kopfschmerzen und Schlafstörungen, allgemeine Kraftlosigkeit, Minderwertigkeits- und
Schuldgefühle. Dieses subjektive Beschwerdebild wirke insgesamt angemessen und
glaubhaft. Dr. B._ erlebte den Beschwerdeführer als im Affekt nur wenig verlangsamt.
Das Denken sei inhaltlich und formal unauffällig, Affekt und Stimmung seien erheblich
pessimistisch, negativ und nihilistisch gedrückt, die Modulationsfähigkeit sei leicht
eingeschränkt. Es sei zu affektiven Durchbrüchen mit Weinen gekommen. Zu seiner
Arbeitsfähigkeitsschätzung gelangte Dr. B._ unter explizitem Ausschluss IV-fremder
Faktoren und unter Bezugnahme insbesondere auf Psychopathologie, neurokognitives
Restleistungspotential, sozial-interaktionelles Verhalten, Psychodynamik der Störung,
Krankheitseinsicht und Zumutbarkeit von Krankheitsbewältigungsstrategien. Die Frage
nach der "Zumutbarkeit der Willensanspannung" könne im Rahmen der vorhandenen
innerpsychischen und kognitiv-emotionalen krankheitsbedingten Absorption als
vorläufig nicht gegeben bezeichnet werden (IV-act. 86-15 ff.).
2.4 Die auch vom psychiatrischen ABI-Teilgutachter Dr. med. F._ erkannte
rezidivierende depressive Störung hatte seiner Ansicht nach im Zeitpunkt der ABI-
Begutachtung am 29. Mai 2007 nur noch die Ausprägung einer leichten Episode. Die
Stimmung des Beschwerdeführers erlebte Dr. F._ als bedrückt, leicht depressiv. Der
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Beschwerdeführer ziehe sich zurück, meide den Kontakt zu seinen Verwandten und
halte sich vor allem im Rahmen seiner Familie auf. Die Beziehung zur Ehefrau und
seinen beiden Söhnen sei nach wie vor sehr gut. Im sexuellen Bereich bestünden nur
geringe Schwierigkeiten. Regelmässig unternehme er mit der Ehefrau und den Söhnen
Spaziergänge. Aufgrund der langanhaltenden psychosozialen und emotionalen
Belastungssituation könne die Diagnose der anhaltenden somatoformen
Schmerzstörung gestellt werden. Insgesamt beobachtete Dr. F._ ein ausgeprägtes
demonstratives, histrionisches Verhalten, das im Rahmen der anhaltenden
somatoformen Schmerzstörung gesehen werden könne. Hinweise für eine schwere
depressive Störung würden fehlen. Der Beschwerdeführer leide nicht unter
Konzentrationsstörungen, Antriebsstörungen. Suizidalität sei nicht vorhanden. Aus
psychiatrischer Sicht könne es dem Beschwerdeführer zugemutet werden, trotz der
geklagten Beschwerden die nötige Willensanstrengung aufzubringen, um ganztags
einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, wobei die Leistungsfähigkeit um 20%
vermindert sei (IV-act. 21-9 ff.).
2.5 Dr. B._ Gutachten enthält keine Angaben zum Tagesablauf und zum
gewöhnlichen Lebensvollzug des Beschwerdeführers. Die von ihm erhobenen Befunde
sind mangels Veranschaulichung nicht detailliert nachvollziehbar. Insofern ist
verständlich, dass Dr. F._ Mühe bekundete, die Befunde von Dr. B._ zu
kommentieren. Dennoch erachtete sich Dr. F._ in der Lage, eine Verbesserung des
Gesundheitszustands des Beschwerdeführers zu attestieren. Er habe nur eine leichte
depressive Verstimmung feststellen können. Diese könne wegen mangelnder
Compliance des Beschwerdeführers nicht adäquat behandelt werden (IV-act. 21-14).
Die Ausführungen im ABI-Gutachten vermögen eine effektive Verbesserung des
Gesundheitszustands jedoch nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auszuweisen.
Zwar ist durchaus denkbar, dass der Beschwerdeführer etwa durch Angewöhnung
einen besseren Umgang mit seinen Schmerzen erlernt hat. Eine eigentliche Abnahme
der Schmerzen erlebte er subjektiv allerdings nicht. Keine Hinweise gibt es zudem
dafür, dass er seit der Begutachtung durch Dr. B._ Strategien entwickelt hätte, die
eine ausreichende Schmerzüberwindung ermöglichen würden. Wenn nun Dr. F._ die
Willensanstrengung zur Schmerzüberwindung als zumutbar betrachtet, so scheint es
sich dabei um eine abweichende Einschätzung eines im Wesentlichen gleich
gebliebenen Sachverhalts zu handeln. Dies wurde in der Stellungnahme des ABI
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zuhanden der Beschwerdegegnerin vom 5. Juni 2008 denn auch explizit bestätigt
(act. G 6.2). Dass Dr. F._ grundsätzlich an der Zuverlässigkeit der Einschätzung von
Dr. B._ zweifelte, ergibt sich auch aus seiner Erwähnung, ihm sei aufgefallen, dass
der Beschwerdeführer während des Aufenthalts in der Klinik Valens im Januar 2003
psychiatrisch nicht auffällig gewesen sei, wenige Monate später dann durch Dr. B._
psychiatrisch begutachtet worden sei und dieser eine Arbeitsunfähigkeit von 70%
attestiert habe. Dr. B._ habe eine chronifizierte gemischte Anpassungsstörung mit
Störung der Gefühle und des Sozialverhaltens diagnostiziert. Diese Diagnose könne
streng genommen gar nicht gestellt werden, da sie höchstens drei Monate nach einem
auslösenden Ereignis, hier der Unfall 2001, gestellt werden könne (IV-act. 21-13).
Dr. F._ hatte also offensichtlich Zweifel an der Angemessenheit der seinerzeitigen
Einschätzung durch Dr. B._.
2.6 Aus juristischer Sicht kann es nicht darauf ankommen, ob die ABI-Beurteilung für
plausibler gehalten wird als die Einschätzung des AEH, zumal keine erstmalige
Rentenzusprache zur Diskussion steht, sondern eine Rentenrevision. Die ganze Rente
wurde im Juni 2004 rechtskräftig verfügt. Voraussetzung der revisionsweisen
Renteneinstellung ist eine erhebliche Verbesserung des Gesundheitszustands. Der
Beschwerdegegnerin gelingt es nicht, eine solche mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen. Möglicherweise würde eine
Verlaufsbegutachtung durch das AEH und insbesondere durch Dr. B._ mit intensiver
Auseinandersetzung mit dem gesundheitlichen Verlauf beim Beschwerdeführer eine
Veränderung objektivieren. Im vorliegenden Verfahren ist dies jedoch nicht gelungen,
sodass die Vornahme einer Rentenrevision nicht in Frage kommt und es bis auf
weiteres bei der ganzen Rente sein Bewenden hat. Eine Wiedererwägung der
ursprünglichen rentenzusprechenden Verfügung vom 17. Juni 2004 hat die
Beschwerdegegnerin zu Recht nicht vorgenommen. Immerhin attestierte Dr. C._ am
18. Juni 2008 – wenn auch unter Nennung nur teilweise übereinstimmender Diagnosen
– noch immer eine Arbeitsunfähigkeit von 70%. Wenngleich er nur für die Zeit nach
Erlass der angefochtenen Verfügung sprechen konnte, verwies er doch auf eine
unterdessen chronische Erkrankung bei fast unveränderter Symptomatik. Die aus
unbewussten psychischen Gründen entstandene Schmerzerkrankung sei derart
intensiv, dass sie zu einer faktischen Invalidität geführt habe. Die
psychopathologischen Phänomene würden sich im Unbewussten abspielen und nicht
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der Willenskontrolle des Beschwerdeführers unterstehen (act. G 7.1). Auch dieser
Bericht weist darauf hin, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung und die Beurteilung der
Zumutbarkeit der Willensanstrengung zur Schmerzüberwindung durch Dr. B._
zumindest nicht zweifellos unrichtig waren.
2.7 Wenn dies vorliegend auch nicht entscheidwesentlich ist, so sei am Rand doch
erwähnt, dass das ABI-Gutachten auch unabhängig von der Frage nach einer
Verbesserung des Gesundheitszustands gewisse Zweifel offen lässt. Auffällig ist, der
rheumatologische ABI-Teilgutachter es nicht für nötig erachtete, vom
anerkanntermassen geschädigten Rücken des Beschwerdeführers MRI-Aufnahmen
anfertigen zu lassen. Die letzte aktenkundige MRI-Bildgebung stammte aus dem Jahr
2003 und zeigte immerhin Diskusveränderungen auf der Höhe L4/5 und L5/S1, eine
Diskushernie L5/S2 und eine mögliche Wurzelkompression L5 intraforaminal sowie eine
Diskusprotrusion L4/5 und eine Osteochondrose L5/S1 (vgl. IV-act. 62-8). Die dem ABI-
Gutachter zur Verfügung gestandenen Röntgenaufnahmen von 2007 vermögen über
Diskushernien und Wurzelkompressionen keine zuverlässigen Aufschlüsse zu geben.
Da der Beschwerdeführer selbst die Rückenschmerzen als im Vordergrund stehend
erlebt, wären diesbezüglich besonders sorgfältige Abklärungen angezeigt gewesen. In
Bezug auf die Schmerzmitteleinnahme erachtete das ABI es im Übrigen offenbar als
massgebend, dass der Beschwerdeführer gemäss Blutserumkontrolle keine
Antidepressiva einnehme. Daraus schloss das ABI, dass er selbst sich somit nicht als
besonders depressiv einschätze. Dieses Gericht hat wiederholt darauf hingewiesen,
dass die Blutserumkontrolle nach medizinischer Kenntnis offenbar nicht einmal
zuverlässig auf die Einnahme von Antidepressiva schliessen lässt (vgl. etwa den im
Internet veröffentlichten Entscheid IV 2006/295 vom 8. Mai 2008, Erw. 4.2.3). Auch das
Bundesgericht anerkennt immerhin, dass unterschiedliche Resorption, raschere
Verstoffwechselung oder Non-Responder-Einflüsse die Aussagekraft einer einmaligen
Blutuntersuchung herabsetzen können (Entscheid 8C_474/2008 vom 4. Dezember
2008, Erw. 6). Es ist gerichtsnotorisch, dass in ABI-Gutachten häufig eine nicht näher
begründete Arbeitsunfähigkeit von 20% attestiert wird, wobei jeweils im Dunkeln bleibt,
weshalb die Einschränkung gerade 20% betragen soll und ob und wenn ja, in welcher
Form und Quantität bei dieser Einschätzung die dem Versicherten unterstellte
Nichteinnahme von Antidepressiva berücksichtigt wird. Diese nicht hinreichend
nachvollziehbare Einschätzung stellt auch vorliegend einen nicht unerheblichen Mangel
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am ABI-Gutachten dar. Dies umso mehr, als der behandelnde Hausarzt Dr. A._ im
Lauf seiner Behandlungsdauer getestet hat, ob es dem Versicherten mit oder ohne
Psychopharmaka besser gehe. Zwar sprach er sich aufgrund dieses Vergleichs im
Schreiben vom 30. April 2007 für die Einnahme von Psychopharmaka aus, hielt aber
zugleich fest, dass die Unterschiede marginal seien (IV-act. 22). Da die
Psychopharmaka vorliegend also offenbar weitgehend wirkungslos bleiben, erscheinen
die – ohnehin im Ergebnis unklaren – Schlussfolgerungen des ABI diesbezüglich kaum
brauchbar.
3.
3.1 Bei diesem Verfahrensausgang braucht auf den Antrag des Beschwerdeführers,
das ABI-Gutachten vom 7. August 2007 und die von der Beschwerdegegnerin im
Rahmen des Beschwerdeverfahrens beim ABI eingeholte Stellungnahme vom 5. Juni
2008 seien aus dem Recht zu weisen, nicht abschliessend beurteilt zu werden. In
grundsätzlicher Hinsicht sind jedoch einige Bemerkungen hierzu angezeigt. Auf den
ersten Blick erscheint ein Bedürfnis der Verwaltung, unbürokratisch gewisse
ergänzende Auskünfte einzuholen, zwar als nachvollziehbar. Aus juristischer
Perspektive ist ein solches Vorgehen aber problematisch. Kommt die Verwaltung zum
Schluss, weitere Abklärungen bei den Gutachtern oder in anderer Form seien
notwendig, so anerkennt sie, ihrer Untersuchungspflicht nicht hinreichend
nachgekommen zu sein. Die Praxis pflegt in solchen Fällen, die Verfügung pendente
lite zu widerrufen und das Verwaltungsverfahren wieder aufzunehmen. Tätigt die
Verwaltung alsdann eine Rückfrage wie die hier vorgenommene, so hätte sie die
versicherte Person ins Verfahren miteinzubeziehen und ihr die beabsichtigten
Rückfragen vorab zur Stellungnahme und Ergänzung zuzustellen. Im Anschluss an die
Rückfrage wäre der versicherten Person die Stellungnahme der Gutachter zur Wahrung
des rechtlichen Gehörs wiederum zu unterbreiten, bevor eine Verfügung erlassen
werden könnte. Nötigenfalls wäre entsprechend das Vorbescheidsverfahren zu
wiederholen.
3.2 Eine Alternative der Verwaltung wäre, dem Gericht einen Antrag auf teilweise
Gutheissung der Beschwerde und auf Rückweisung der Sache an sie zur Durchführung
weiterer Abklärungen zu stellen. Erachtet sie nur eine geringfügige Klärung als
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notwendig, so ist ihr nach der Rechtsprechung eine eigene Ergänzung gestattet (vgl.
etwa BGE 127 V 228 Erw. 2b/bb; C_34/02 vom 22. Oktober 2002, Erw. 1.1.3). Bei
grösseren Defiziten hat sie dem Gericht einen entsprechenden Beweisantrag zu stellen.
Eigenmächtig einigermassen umfassende weitere Abklärungen vorzunehmen, ist nicht
statthaft. Mit Erlass der Verfügung wurde das in ihrer Hoheit liegende Verfahren (bzw.
der entsprechende Verfahrensabschnitt) abgeschlossen. Durch die
Beschwerdeerhebung geht die Sache samt der Hoheit über Beweisverfahren und
Beweiserhebung auf das Gericht über (Devolutiveffekt). In diesem Verfahren hat die
Verwaltung lediglich noch Parteistellung. Entsprechend erscheint es tatsächlich als
unzulässig, wenn sie in diesem Verfahrensstadium eigenmächtig umfassende weitere
Ausführungen und Stellungnahmen von Gutachtern verlangt. Damit greift sie dem
Gericht vor und erschwert oder verunmöglicht allenfalls von diesem ansonsten
angestrebte Beweiserhebungen. Vorliegend wären nach der direkt ans ABI
weitergegebenen Kritik in Form der Weiterleitung der Beschwerdeschrift und der im
Ton eher geharnischt anmutenden Reaktion des ABI allfällige durch das Gericht
durchzuführende Beweiserhebungen beim ABI kaum mehr realisierbar, da eine reale
Gefahr einer Vorbefassung besteht.
4.
4.1 Gemäss den obenstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 19. Februar 2008 gutzuheissen. Der Beschwerdeführer
hat auch nach März 2008 weiterhin Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Die
vorhandenen medizinischen Akten belegen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
eine gesundheitliche Verbesserung. Der Beschwerdegegnerin steht es wie erläutert frei,
diesbezüglich weitere medizinische Abklärungen in Auftrag zu geben.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis
Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- für das
Hauptverfahren erscheint als angemessen. Sie ist der unterliegenden
Beschwerdegegnerin als nicht von der Pflicht zur Übernahme amtlicher Kosten
befreiter selbstständiger öffentlich-rechtlicher Anstalt aufzuerlegen ist.
bis
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4.3 Die Kosten für den Zwischenentscheid IV 2008/455 Z vom 15. Juli 2008 wurden
bei der Hauptsache belassen. Der Beschwerdeführer unterlag mit seinem Antrag um
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung. Somit hat er die Kosten für den
Zwischenentscheid zu tragen. Diese sind auf Fr. 200.- festzusetzen und vom
geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.- in Abzug zu bringen. Dem
Beschwerdeführer sind folglich Fr. 400.- zurückzuerstatten.
4.4 Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine
Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird
(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Angemessen erscheint
eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG