Decision ID: 45f85254-b156-41c8-a549-eacd55f27582
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961,
zuletzt
bis 1992
als Kranführer
tätig
,
meldete sich am 1
5.
Oktober 1993 unter Hinweis auf die Folgen eines Unfalls vom 23. September 1992
(Sturz von einem Gerüst mit verschiedenen Verletzungen)
bei der Invali
denversicherung zum Bezug von Leistungen an (
Urk.
8/4
und
Urk.
8/3/3)
.
Nach Abklärung der beruflich-erwerblichen und medizinischen Verhältnisse leitete
die IV-Stelle des Kantons Thurgau
Umschulungsmassnahmen ein
und
veranlasste
eine polydisziplinäre Begutachtung bei der Medizinischen Abklärungsstelle der Invalidenversicherung
am Kantonsspital
Y._
(MEDAS; Expertise vom 1
9.
April 1996,
Urk.
8/47). Nach weiteren beruflichen
und medizinischen
Abklä
rungen
sprach die IV-Stelle
des Kantons Thurgau
dem Beschw
erdeführer mit Ver
fügung vom 4.
Juni 1999 (
Urk.
8/83 und
Urk.
8/85) eine
unbefristete
ganze Rente nach Massgabe eines Invaliditätsgrades vo
n
83
%
mit Wirkung ab 1. August 1995 zu
mit Unterbrechung zufolge Taggeldzahlungen während den beruflichen Massnahmen.
Die nach Wohnsitzwechsel neu zuständige Sozialversicherungsanstalt des Kan
ton
s
Zürich, IV-Stelle, bestätigte die Weiterausrichtung der ganzen Rente revisi
onsweise mit Mittei
lungen vom 6. April 2001 (Urk. 8/94), 13. Juni 2005 (Urk. 8/102), 1. Dezember 2008 (Urk. 8/108) und 24. Mai 2013 (Urk. 8/117
).
1.2
Im November 2015 leitete die IV-Stelle ein
weiteres
Revisionsverfahren ein
,
in dessen Verlauf
sie den Versicherten
observieren liess (Überwachungsauftrag vom 11. September 2014,
Urk.
8/137). Nach Eröffnung der Abklärungsergebnisse ver
fügte die IV-Stelle am 9. Januar 2017
(
Urk.
8/149)
die Sistierung der Invaliden
re
nte per Ende September 2016, wogegen der Versicherte mit Eingabe vom 2
3.
Januar 2017 (
Urk.
8/15
2/3-13
) Beschwerde beim hiesigen Gericht erhob. Im Rahmen weiterer medizinischer Abklärungen liess die IV-Stelle den Versicherten bei
der
Z._
polydisziplinär begutachten (Expertise vom 3
0.
August 2017,
Urk.
8/169).
Mit Vorbescheid vom 1
5.
Juni 2018 (Urk. 8/177) stellte sie die Einstellung der Invalidenrente in Aus
sicht. Nach erhobenem Einwand vom
7.
August 2018 (
Urk.
8/184) stellte die IV-Stelle die Invalidenrente mit Verfügung vom 1
1.
Oktober 2018 ein (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 1
2.
November 2018 (
Urk.
1) Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom 1
1.
Oktober 2018 sei aufzuheben (1.), dem Beschwerdeführer sei weiterhin eine ganze IV-Rente auszurichten und ihm die vorenthaltenen Rentenleistungen seit Ende September 2016 zuzüglich Verzugszins nachzuzahlen (2.), die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, die angedrohte Rückforderung zu unterlassen (3.) und die Beschwerdegegnerin sei dazu zu verpflichten
Fr.
958.50 an den Beschwerdeführer zu bezahlen
(4.), alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich MwSt. zulasten der Beschwerdegegnerin.
Die IV-Stelle schloss am 2
1.
Dezember 2018 (
Urk.
6) auf Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
7.
Januar 2019 (Urk. 9) zur Kenntnis gebracht wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts;
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1
.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG
]
).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, her
abgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebe
nem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- oder Auf
gabenbereich von Bedeutung (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3). Ferner kann ein Revisionsgrund unter Umständen auch in einer wesentlichen Änderung hin
sichtlich des für die Methodenwahl massgeblichen (hypothetischen) Sachverhalts bestehen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b, je mit Hinwei
sen). Hingegen ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli
chen gleich gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeacht
lich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtli
cher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.4
Ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG betrifft Änderungen in den persönlichen Verhältnissen der versicherten Person (BGE 133 V 454 E. 7.1). Dazu gehört namentlich der Gesundheitszustand. Dabei ist nicht die Diagnose massgebend, sondern in erster Linie der psychopathologische Befund und der Schweregrad der Symptomatik. Aus einer anderen Diagnose oder einer unter
schiedlichen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht allein kann somit nicht auf eine für den Invaliditätsgrad erhebliche Tatsachenänderung geschlossen werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_602/2016 vom 1
4.
Dezember 2016 E. 5.1 mit weiteren Hinweisen).
Eine revisionsbegründende Änderung kann nach der Rechtsprechung des Bun
desgerichts auch gegeben sein, wenn sich ein Leiden bei gleicher Diagnose in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat oder wenn es der versicherten Person gelungen ist, sich besser an das Leiden anzupassen (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3 und 6.3.2; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_339/2015 vom 25. August 2015 E. 3.1 und 9C_330/2014 vom 2
3.
Juli 2014 E. 5.2, je mit Hinweisen).
1.5
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, wel
che auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommens
vergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswir
kungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und zur prozessualen Revision (BGE 133 V 108 E. 5.4)
.
1.6
Die Herabsetzung oder Aufhebung der Renten, der Hilflosenentschädigungen und der Assistenzbeiträge erfolgt gemäss
Art.
88
bis
Abs. 2
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
:
a.
frühestens vom ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgen
den Monats an;
b.
rückwirkend ab Eintritt der für
den Anspruch erheblichen Änderung, wenn die beziehende Person die Leistung zu Unrecht erwirkt hat oder der ihr nach Art. 77 IVV zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist, unabhängig davon, ob die Verletzung der Meldepflicht oder die unrechtmässige Erwirkung ein Grund für die Weiterausrichtung der Leistung war (seit dem 1. Januar 2015 geltende Fassung).
Eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist auch im Anwendungsbereich von Art. 88
bis
Abs. 2
lit
. b IVV erst erheblich, wenn sie gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV berücksichtigt werden darf, das heisst, wenn sie aller Wahrscheinlichkeit nach längere Zeit andauern wird oder ohne wesentliche Unterbrechung bereits drei Monate angedauert hat (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_232/2016 vom 30. September 2016 E. 4 und 9C_1022/2012 vom 16. Mai 2013 E. 3.3.1).
1.
7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründet
e
ihre rentenaufhebende Verfügung
vom 11. Oktober 2018 (
Urk.
2) damit, dass die gutachterliche Untersuchung ergeben habe, dass aus
internistischer Sicht keine Einschränkungen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit mehr feststellbar seien. Wegen eines Karpaltunnelsyndroms seien auf neurologischem Fachgebiet einzig Tätigkeiten, bei welchen die Hand
gelenke einer starken Belastung - wie bei Arbeiten mit einem Presslufthammer - ausgesetzt seien, nicht mehr zumutbar.
Die angestammte Tätigkeit als Kranführer wie jede weitere angepasste Tätigkeit seien dem Beschwerdeführer aber nach wie vor möglich. Die Gutachter hätten sodann berichtet, dass das anlässlich der Observation beobachtete Verhalten dem gesundheitlichen Bild entspreche, wel
ches anlässlich der Begutachtung habe erhoben werden können. Es l
iege
damit ein Widerspruch hinsichtlich der vom Beschwerdeführer selbst reklamierten Beschwerden und dem beobachteten Verhalten vor. Da keine gesundheitlichen Einschränkungen mehr bestünden, welche bei der Invalidenversicherung berück
sichtigt werden könnten, betrage der neu festgestellte Invaliditätsgrad 0
%
. Spä
testens ab November 2014 bis zum Zeitpunkt der Sistierung Ende September 2016 seien daher ungerechtfertigte Rentenleistungen ausgerichtet worden. Diese wür
den zurückgefordert werden. Danach würden die Rentenleistungen dauerhaft ein
gestellt werden. Es habe eine Verbesserung der gesundheitlichen Situation des Beschwerdeführers festgestellt werden können und ein Revisionsgrund sei somit klar ausgewiesen.
2.2
Dagegen macht der Beschwerdeführer geltend (
Urk.
1), dass gemäss Abklärungs
ergebnis der Beschwerdegegnerin feststehe, dass beim Beschwerdeführer keine revisionsbegründende Veränderung im Sinne von Art. 17 ATSG vorliege.
Gemäss Medienberichten würden
die
Z._
beziehungsweise deren Inhaber und ärztli
cher Leiter
,
Prof.
Dr.
A._
,
sowie ein für die
Z._
tätiger Psychiater in Ver
dacht stehen, bewusst falsche Gutachten abgegeben zu haben. Die erhobenen Vorwürfe würden vom Muster her sehr stark an das erinnern, was dem Beschwer
deführer anlässlich seiner eigenen Begutachtung durch
Dr.
B._
wiederfahren sei. Aufgrund der im Raum stehenden
Vorwürfe gegen einen für die
Z._
tätigen Psychiater sei daher von Amtes wegen abzuklären, ob es sich dabei um
Dr.
B._
handle.
Sodann weise d
as psychiatrische Teilgutachten gravierende Mängel auf. Dasselbe gelte bezüglich des neuropsychologischen Teilgutachtens. Die Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers werde mit nichtigen Gründen angezweifelt. Die Kritik am Behandlungs
an
satz sei ebenfalls nicht zu hören, womit
die
dem Beschwerdefüh
rer in diesem Zusammenhang mit separatem Schreiben vom 1
5.
Juni 2018 auf
erlegte Mitwirkungspflicht ebenfalls unberechtigt und damit unverbindlich sei.
Die psychiatrischen und neuropsychologischen Untersuchungen sowie die unsachgemässen Schlussfolgerungen der
Z._
würden unzählige gravierende Mängel aufweisen und seien somit gar nicht geeignet, valide Aussage
n
zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zu liefern. Richtig sei, dass der Beschwer
deführer nach wie vor erwerbsunfähig sei und Anspruch auf eine ganze IV-Rente habe.
Weiter sei d
as von der Beschwerdegegnerin beschaffte Observationsmaterial ohne Rechtsgrundlage beschafft worden. Die erfolgte Observation lasse sich auch im Nachhinein nicht rechtfertigen. Diese selbst wie auch da
s
sich darauf abstützende
Z._
-Gutachten seien aus diesen Gründen aus den Akten zu entfernen. Von einer Verletzung der Meldepflicht könne unter den vorerwähnten Umständen keine Rede sein. Mangels Revisionsbedürftigkeit sei die beabsichtigte Rückforde
rung vielmehr von
v
ornherein ohne Grundlage.
2.3
Umstritten ist vorliegend, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers in einer sich auf die Invalidenrente auswirkenden Weise verbessert hat und falls ja, ob er immer noch Anspruch auf eine Invalidenrente hat. Zeitlicher Referenz
punkt für die Prüfung der anspruchserheblichen Veränderung bildet die Verfü
gung vom 4. Juni 1999, mit welcher dem Beschwerdeführer mit Wirkung
ab 1. August 1995 eine ganze Rente zugesprochen
wurde
(
Urk.
8/83 und Urk. 8/85).
Die zwischenzeitlich ergangenen rentenbestätigenden Revisionsentscheide basierten nicht auf umfassenden Abklärungen, sondern im Wesentlichen auf For
mularberichten der behandelnden Ärzte (
Urk.
8/92,
Urk.
8/100,
Urk.
8/105-106,
Urk.
8/110/3,
Urk.
8/112 und
Urk.
8/114).
3.
3.1
Die Verfügung vom
4.
Juni 1999 (Urk.
8/
83 und
Urk.
8/85
)
basierte laut Feststel
lungsblatt vom
2.
November 1998 (vgl. Urk. 8/75) im Wesentlichen auf nachste
henden medizinischen Unterlagen:
3.
1.1
Dr.
med.
C._
,
Facharzt
Allgemeine Medizin
, hielt in seinem Arztbericht vom 9
.
November 1993 (
Urk.
8/9) folgende Diagnosen fest:
-
Stat
us
nach Polytrauma
-
Oberarmfraktur links
-
Fallhand
-
Beckenfraktur
-
Rippenserienfraktur
Als Beschwerden nannte
Dr.
C._
eine Gefühlsstörung des linken Beins, belastungsabhängige Beckenbeschwerden, schnelle Ermüdbarkeit, Elektrisieren des linken Vorderarms beim Berühren und einen Endphasenschmerz im linken Ellenbogen.
Weiter berichtet
e
er, dass die Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdefüh
rers für die Tätigkeit als Kranführer 100
%
betrage. Nach einer Eingliederung ergebe sich
jedoch
eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
.
3.1.2
In seinem Arztbericht vom 1
2.
Juli 1995 (
Urk.
8/37) hielt
Dr.
C._
ausser
dem fest, dass er keine Tätigkeiten sehe, welche dem Beschwerdeführer unbedingt unzumutbar seien. Er habe dem Beschwerdeführer seine Meinung, dass er mit gutem Willen wieder an seinen Beruf zurückkehren könne, bereits einige Wochen nach dem Unfall mitgeteilt.
Das habe der Beschwerdeführer dann aber nicht wahrhaben wollen. Auf die Frage, ob eventuell durch eine Psychotherapie mit Medikation eine Besserung erreich
t
werden könne
,
antwortete
Dr.
C._
verneinend, dies sei hinausgeworfenes Geld.
3.
1.3
Chefarzt
Dr.
med.
D._
und
Dr.
med.
E._
, Facharzt Innere Medizin FMH
sowie
Dr.
med.
F._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie
von der MEDAS
am Kantonsspital
Y._
nannten in ihrem Gutachten
vom 1
9.
April 1996 (
Urk.
8/47
) respektive dem
Konsilium vom
8.
Februar 1996 (
Urk.
8/45) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 13 f.)
:
-
Status nach Polytrauma im November 1992 mit
-
Offener Ellbogenluxation links
-
Abriss der A.
cubitalis
links
-
Radialisparese
und partiellem Ausfall des
N.
medianus links
-
Lateraler Beckenkompressionsfraktur mit Sprengung im
Iliosacralge
lenk
links
-
Retroperitonealem Hämatom
-
Rippenserienfrakturen VII-XI link
s
mit
Hämatopneumothorax
links
-
Scapulafraktur
-
Aktuelle
residuelle
Defekte:
-
Leichtgradige
residuelle
Medianusläsion
entsprechend einem CTS
-
Hypästhesie im Ellbogenbereich durch posttraumatische postoperative Läsion des
N.
cutaneus
antebrachii
medialis
-
Ellbogenschmerz bei posttraumatischer Deformation des Ellbogen
s
links
-
Psychisch posttraumatische Belastungsstörung
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten die Gutachter folgende Nebendiagnosen:
-
Status nach stumpfe
m
Abdominaltrauma
mit Dünndarmperforation (
Laparatomie
1995 in Jugoslawien)
-
Spannungskopfschmerz
-
Leichte Leukozytose ungeklärter Genese
-
Hypercholesterinämie
Im Rahmen der Begutachtung klagte der Beschwerdeführer über Schmerzen im linken Vorderarm, vorwiegend Ellbogenbereich, mit Kraftminderung im linken Arm, vorwiegend Extension der Hand und Schliessen der Finger mit Missempfin
dungen in den Fingern I-III in Form von Kribbeln, sowie Hypästhesie im ulnaren Unterarmbereich. Daneben
schilderte er
Missempfindungen im Bereich des vent
ralen Oberschenkelbereichs mit Schmerzen zirkulär im Oberschenke
l
beim Stehen sowie Missempfindungen im Bereich des linken Thorax ohne Schmerz. Daneben wurden seit dem Unfall Schwindelgefühle vorwiegend beim Aufstehen und im Stehen
von kurzer Dauer beschrieben e
benso wie häufige frontal- und linksbe
tonte Kopfschmerzen ohne weitere Begleitsymptome
(S. 14)
.
Im Rahmen des Gutachtens wurde der Bes
chwerdeführer ausserdem von Dr.
G._
, Oberarzt Klinik für Neurologie, Kantonsspital
Y._
unter
sucht. Dieser hielt fest, dass die im linken Bein beschriebenen Schmerzen beim Stehen und nach längerem Gehen, das Spannungsgefühl in den Hüften und die diffuse Hypästhesie nicht durch eine relevante Läsion peripherer Nerven zu erklären
seien
(S. 15)
.
Bei lediglich leichtgradiger
residueller
Läsion des
N.
medi
anus hielt der Gutachter die Tätigkeit als Kranführer als zumutbar (S. 16).
Die psychiatrische Exploration des Beschwerdeführers
ergab
eine posttraumati
sche Belastungsstörung vo
n invalidisierendem Wert
. Der Beschwerdeführer habe im Jahr 1992 eine
n schweren Unfall mit Polytrauma
erlitten, von welchem er sich körperlich zum Teil erholt habe, psychisch aber auf den Unfall und seine Folgen fixiert geblieben sei. Nachdem es zu einer Besserung gekommen
sei und Einglie
derungsmassnahmen in Gang gesetzt werden konnten, sei es zu einem zweiten Unfall mit Bauchverletzungen, aber auch zusätzlicher psychischer Traumatisie
rung gekommen, welche sich nicht nur in einer erhöhten Wehleidigkeit bemerk
bar gemacht habe, sondern auch in psychischer Sphäre zum Ausdruck gekommen sei. Es sei zu depressiven
Verstimmungen und in dem Zusammenhang
zu
Insuf
fizienzgefühlen mit Versagensängsten und damit verbundenen Konzentrations
störungen, vor allem bei der Arbeit
,
gekommen. Die durchgemachten Unfälle habe der Beschwerdeführer psychologisch nicht adäquat verarbeiten können. Darauf würden auch die Träume
über gefallene Kräne, Unfälle, Tod, Friedhöfe, eigene mitleidende Familie usw. hinweisen
(
Urk.
8/45 S. 3)
. Der Beschwerdeführer weise psychische Störungen auf, welche eine Arbeitsfähigkeit im Umfang von 50
%
bewirken würden. Er brauche eine psychotherapeutische Behandlung, wel
che längere Zeit in Anspruch nehmen werde, insbesondere deshalb, weil es sich um eine sehr introvertierte Persönlichkeit handle, mit gerin
ger Introspektionsfä
higkeit und
verbaler Kommunikationsfähigkeit. Die Prognose dürfe trotz aller Skepsis doch gut sein
(
Urk.
8/47 S. 17)
.
3.2
Die rentenaufhebende Verfügung vom 11. Oktober 2018 (Urk. 2) beruhte auf nachstehenden medizinischen Unterlagen
:
3.2.1
Dr.
phil.
H._
,
e
idgenössisch anerkannter Psychotherapeut sowie Fachpsycho
loge Psychotherapie FSP, bei welchem sich der Beschwerdeführer seit November 1996 in Behandlung befand nannte in seinem Bericht vom
1.
Februar 2016 (
Urk.
8/123) folgende Diagnose
n
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Multiple Schmerzsymptomatik (chronifiziert seit schwerem Polytrauma 9/1992) mit Spannungskopfschmerz und Migräne ohne Aura
-
Restsymptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) mit Schlafstörungen (ICD-10: F51.0), Alpträumen (ICD-10: F51.5) und Höhenphobie (ICD-10: F40.2)
-
Andauernde Persönlichkeitsänderung (ICD-10: F62.8) nach
Hosp
italisa
tion
/Operationen
1992, 1994, 1995, 1997 mit ausgeprägtem sozialem Rückzug und
dysthym
-depressiver Stimmungslage
-
Neuropsychologische Verlangsamung als Folge des Polytraum
as
1992
Zu den Befunden führte er aus, dass es eine weitere Chronifizierung der somatisch und psychiatrisch verschränkten multiplen Symptomatik seit dem schweren Polytrauma vor 23 Jahren gegeben habe. Es herrsche eine relative psychische Stabilisierung auf niedrigem Funktionsniveau durch eine nunmehr bald 20-jäh
rige ambulante psychiatrische Behandlung. Funktionelle Einschränkungen wür
den auf allen Ebenen bestehen wie:
-
Standunsicherheit, Schwindel, Schwanken beim Aufstehen, Gehen und bei Positionsänderungen des Kopfes, schlechte Koordination beim Gehen
-
Beckenschiefstand, linksseitige Becken- und LWK-Rückenschmerzen beim Gehen und längerem Stehen, eingeschränkte Beweglichkeit der Hüfte
-
Anziehen/Bücken nur unter Schmerzen
-
Schmerzen im linken Bein OS, belastungsabhängig; Kältegefühl, Berüh
rungsempfindlichkeit im Narbenbereich
-
Kraftlosigkeit im linken/ehemals dominanten Arm, UA palmar Parästhe
sien an Narben/elektrisierende Schmerzen bei Temperaturänderungen
-
Als Linkshänder u
nfall
- und o
perationsbedingt verminderte Kraft und ein
geschränkte Feinmotorik, Schuhe binden, Fingernägel schneiden usw. erschwert
-
Kopfschmerzen - durch psychische Anspannung/Belastung induziert - und Migräne zwingen zur Ruhe
-
Sozialer Rückzug, S
chweigen, in Gedanken versunken (Lärm, lange Gespräche, soziale Aktivität/Unruhe überfordern, ermüden und belasten psychisch)
-
Neurokognitive Verlangsamung mit Verzögerungen/Pausen im Gedan
kengang, im Sprechen und Antworten
-
Rasche Ermüdung und Verstärkung der Schmerzen bei körperlicher Akti
vität sowie wegen fehlender Erholung nachts
-
Einschränkung des kognitiven Leistungs- und Funktionsniveaus durch Schmerzsymptomatik,
dysthym
-depressive Stimmungslage, Antriebslo
sigkeit, Schlafstörungen
Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers beurteilte
Dr.
H._
mit 0
%
. Auf
grund der vielfältigen funktionellen Einschränkungen in körperlicher, psychi
scher, kognitiver und sozialer Hinsicht sei keine angepasste Tätigkeit vorstellbar. Das Behandlungssetting bestehe aus einer integrierten psychiatrisch-psychothe
rapeutischen Behandlung (
Trauma
spezifisch
, verhaltensorientiert
supportiv
) sowie aus verschiedenen medikamentösen Versuchen in Zusammenarbeit mit der Hausärztin. Seit Jahren würden verschiedenste Antidepressiva ohne sichtbaren Erfolg eingesetzt werden, welche wegen zum Teil ausgeprägten Nebenwirkungen abgesetzt worden seien. Die Behandlung finde regelmässig alle drei bis vier Wochen statt.
Dr.
H._
gab an, eine Veränderung/Besserung der chronifizierten multiplen Symptomatik nach knapp 20 Jahren integrierter psychiatrisch-psychotherapeuti
scher Behandlung sei nicht zu erwarten. Eine dauernde psychiatrisch-psychothe
rapeutische Begleitung in Zusammenarbeit mit den Hausärzten habe nur eine relative psychische Stabilisierung auf niedrigem Funktionsniveau bewirken kön
nen.
3.2.2
In einem weiteren Arztbericht vom
1.
Mai 2017 (
Urk.
8/165/1-6) hielt
Dr.
phil.
H._
die nachfolgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest
(S. 1)
:
-
Chronifizierte depressive Störung, gegenwärtig mindestens mittelgradige Episode unter antidepressiver Behandlung (ICD-10: F33.11)
-
Multiple Sch
merzsymptomatik (chronifiziert b
ei schwerem Polytraum
a
9/1992) mit Migräne ohne Aura sowie chronischer Spannungskopf
schmerz
-
Reaktivierte
Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) mit Schlafstörungen (ICD-10: F51.0), Alpträumen (ICD-10: F51.5), Höhenpho
bie (ICD-10: F40.2) nach schwerem Polytrauma 9/1992
-
Andauernde Persönlichkeitsänderung (ICD-10: F62.8) nach
Hospitalisa
tion
/Operationen 1992, 1994, 1995, 1997 mit ausgeprägtem sozialem Rückzug
-
Leichte bis mittelschwere kognitive Störung (ICD-10: F06.7), Folge des Polytrauma 1992
Zur Arbeitsfähigkeit hielt
Dr.
phil.
H._
weiterhin fest, dass diese sowohl in der bisherigen als auch in einem angepassten Arbeitsumfeld weiterhin bei 0
%
liege
(S. 2)
. Seit September 2016 leide der Beschwerdeführer an einer ausgeprägten psychischen Destabilisierung mit verstärkter Depressivität und massiver Häufung von Alpträumen. Die anonymen Anzeigen bei der IV-Stelle, welche zu einer Observierung und einem darauf basierende
n
Akten-Entscheid des ärztlichen Dienstes der IV geführt hätten, würden den Beschwerdeführer massiv belasten
(S. 3)
.
3.2.3
Die für das
Z._
-Gutachten vom 3
0.
August 2017 (
Urk.
8/169
/3-85
) verant
wortlich zeichnenden medizinischen Fachpersonen
Dr.
m
ed.
I._
, Facharzt All
gemeine Innere Medizin FMH,
Dr.
med.
J._
, Facharzt Neurologie FMH,
Dr.
med.
K._
, Facharzt Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe
gungsapparates FMH und zertifizierter m
edizinischer Gutachter SIM, Dr.
med.
B._
, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie FMH,
m
ag.
rer
. n
at.
L._
, Experte Psychologie und Neuropsychologie sowie Prof.
Dr.
med.
A._
, Medizini
sche Leitung, nannten als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S.
71):
-
Funktionsstörung des linken Ellenbogengelenks nach stattgehabter Ellbo
genluxation
-
Beckenfehlstatik mit Tiefstand links nach stattgehabter Beckenfraktur links mit ISG-Sprengung
-
Leichtgradiges Karpaltunnelsyndrom links
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit wurden die nachfol
genden aufgeführt (S. 71 f.):
-
Posttraumatische Belastungsstörung unklarer Ausprägung (ICD-10: F43.1)
-
Präadipositas
-
Arterielle Hypertonie
-
DD Analgetika-
Cephalgie
, Migräne
-
Benz
o
diazepin-Fehlgebrauch
-
Haltetremor der Arme, DD: verstärkter physiologischer Tremor, psychoge
ner Tremor, Tremor im Rahmen eines Entzugssyndroms (Benzodiazepine) oder beginnender essentieller Tremor
Des Weiteren hielten sie fest, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der zuletzt ausgeübten sowie jedweder vergleichbaren, zumindest aber in einer anderen, körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarkts nicht als anhand ausreichender objektiver Störungsbefunde belegt limitiert anzusehen sei. Die neuropsychologische Testung habe deutliche Hin
weise auf eine nicht plausible Darbietung von Defiziten gezeigt, was auch den übrigen Beschwerdevortrag in Zweifel ziehe.
Psychiatrischerseits
bestehe eine posttraumatische Belastungsstörung, deren Ausprägung als fraglich anzusehen sei; zudem sei die Therapieführung nicht leitliniengerecht und könne optimiert werden, sodass eine invalidisierende (nicht mehr besserbare) psychiatrische Gesundheitsstörung aus Sicht der Gutachter nicht als überwiegend wahrschein
lich bezeichnet werden könne. Die Fehlmedikation mit Benzodiazepinen könne mittels Entgiftung und Entwöhnung revidiert werden und die Möglichkeit einer
traumaspezifischen
Psychotherapie sei offenkundig nicht ausgeschöpft. Allenfalls könne hier also nochmals eine Kontrolluntersuchung per Ende 2017 erwogen werden. Auf internistischem Gebiet würden sich keine namhafte
n
Einschränkun
gen ergeben. Neu
rologisch seien Arbeiten mit hoher Belastung der linken Hand zu vermeiden (Karpaltunnelsyndrom). Der orthopädische Befund schliesse auf
grund der objektiven Befunde (Ellenbogen, Becken) allenfalls körperliche häufig schwere Arbeiten aus
(S. 74 f.)
.
Die erhobenen objektiven Befunde seien mit einer erhaltenen Selbständigkeit, Selbstversorgung, sozialen Integration und Aktivität vereinbar. Die Ressourcen für eine Arbeitstätigkeit seien also gegeben
(S. 74)
.
Retrospektiv sei aktenkundig vorangehend eine höhergradige psychische Beein
trächtigung - einschliesslich einer namhaften Depressivität - attestiert worden, was
sich
auch aus dem aktuellen objektiven Befund nicht (mehr) ableiten lasse. Auch bestehe kein Anhalt für die im Verlauf aktenkundig attestierte «Persönlich
keitsänderung», da objektive Zeichen einer Persönlichkeitsauffälligkeit in der hie
sigen Verhaltensbeobachtung nicht herauszuarbeiten gewesen seien. Die Bewer
tung der Gutachter gelte also spätestens ex
nunc
(S. 75)
.
Eine Besserung im Ver
gleich zu den Vorberichten sei aus Sich
t
der Gutachter denkbar, ebenso gut jedoch auch lediglich eine andere Bewertung des medizinischen Sachverhalts bei objek
tiv gleichen gesundheitlichen Verhältnissen. Eine überwieg
ende Wahrscheinlich
keit für eine
der beiden Möglichkeit
en
liege aus Sicht der Gutachter nicht vor
(S. 76)
.
Die Gutachter stellten ausserdem fest, dass die reklamierten Beschwerden mit den hiesigen objektiven Befunden zumindest hinsichtlich des reklamierten Ausmasses der Beschwerde
n
nicht in Einklang zu bringen seien. Auch die Ergebnisse der aktenkundig berichteten Observation stünden nicht in Einklang mit den rekla
mierten Beschwerden
(S. 80)
.
Der Benzodia
zepin
-Fehlgebrauch sei geeignet, mit einer posttraumatischen Belastungsstörung negativ zu interferieren (depressive, vegetative Komplikationen, Angststörungen) und sei zudem potenziell suchtin
duzierend (S. 72).
3.2.4
Die beiden RAD-Ärzte, Dr. med.
M._
, Vertrauensarzt (SGV) und Facharzt für orthopädische Chirurgie FMH, und
Dr.
med.
N._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, schlossen sich in ihren auf die Akten gestützten Stellung
nahme
n
vom 18. und 1
9.
September 2017 (Urk. 8/173 S. 6 f.) der Diagnose und der Einschätzung bezüglich Arbeitsfähigkeit dem
Z._
-Gutachten
(vor
stehend E. 3.2.3) an.
4.
4.1
Zu prüfen ist, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit der letzten materiellen Prüfung des Anspruchs und ergangenen Mitteilung vom
4.
Juni 1999
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 1
1.
Oktober 2018 (
Urk.
2) in rentenrelevanter Weise verändert hat (vgl. vorstehend E.
1.3 f.)
.
Die
damalige
Rentenzusprache
erfolgte in erster Linie gestützt auf
das ME
-
DAS-
Gutachten
vom 1
9.
April 1996 (vgl. vorstehend E. 3.1.3) und insbesondere auf den psychiatrischen Teil von
Dr.
F._
vom
8.
Februar 199
6. Dr.
F._
diag
nostizierte
eine
pos
ttraumatische Belastungsstörung
, aus welcher eine
Ar
-
beitsun
fähigkeit
von 50
%
resultierte (vgl. vorstehend E.
3.1.3
)
. Seine Ein
-
schätzung stütz
t
e er hauptsächlich auf die Angaben des Beschwerdeführers, wobei
eine depressive Verstimmung und in
diesem
Zusammenhang Insuffizienz
-
gefühle mit Versagensängsten und die damit verbundenen Konzentrations
-
störungen, vor allem bei der Arbeit, im Vordergrund
standen
(S.
3).
4.2
4.2.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) in medizinischer Hinsicht auf das polydisziplinäre
Z._
-Gutachten (vorstehend E.
3.2.3
), wonach der posttraumatischen Belastungsstörung
keine invalidisierende Schwere zugesprochen wurde. Die Arbeitsfähigkeit in der zuletzt ausgeübten sowie jeder vergleichbaren, zumindest aber in einer anderen, körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit des allgemeinen Arbeitsmarkts wurde dabei
mit
100 % beurteilt.
4.2.2
Das polydisziplinäre
Z._
-Gutachten vom 30. August 2017 (E. 3.2.3) beruht auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen, wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten des Beschwerde
füh
rers
auseinander. Die Gutachter haben die medizinischen Zustände und Zusam
menhänge einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet. Damit entspricht es den bundesgerichtlichen Vorga
ben an ein beweis
kräftiges Gutachten (vorstehend E
. 1.
7
).
4.2.3
Überzeugend
ist
vorliegend
insbesondere das psychiatrische Teilgutachten von
Dr.
B._
(
Urk.
8/169/3-85
S. 45 ff.).
So
beschrieb
dieser
im erhobenen Befund
, dass eine leichtgradige Beeinträchtigung von Stimmung, Antrieb und affektiver Schwingungsfähigkeit zu verzeichnen gewesen
sei
. Eine gravierende eigenstän
dige affektive Erkrankung
konnte er nicht erkennen
.
Die berichtete Symptomatik sei mit einer posttraumatischen Belastungsstörung vereinbar, in deren Konte
x
t auch die leichtgradige depressive Störung einzuordnen sei. Für eine anderweitige psychiatrische Erkrankung bestehe kein Anhalt und
so
würden auch eine eigen
ständige Angst- oder Zwangserkrankung oder Persönlichkeitsstörung n
icht vor
liegen (S. 50).
Des Weiteren legte
Dr.
B._
schlüssig dar, dass die Ausprägung der posttrauma
tischen Belastungsstörung fraglich bleibe. Der klinische Eindruck spreche nicht für eine gravierende psychische Beeinträchtigung, da eher leichtgradig ausge
prägte objektive Störungen im psychiatrischen Befund nach AMDP vorliegen würden. Anamnestisch scheine eine durchaus erhaltene Aktivität und soziale Ein
bindung vorzuliegen und die testpsychologische Symptomvalidierung habe auf ein bewusstseinsnah verzerrendes Antwortverhalten hingewiesen, was die anam
nestischen Angaben zu subjektiven Beschwerden nicht hinreichend verlässlich erscheinen lasse (S. 51).
Nachvollziehbar ist auch die Begründung zur Wiederaufnahme der Arbeitstätig
keit. So sei diese im Gesamtkontext auch therapeutisch und im Sinne des Abbaus von Vermeidungsverhalten und Insuffizienzerleben und des Aufbaus von sozialer Teilhabe, Tagesstruktur und
Selbstwirksamkeitserleben wünschenswert.
Dr.
B._
kam sodann mit überzeugender Begründung zum Schluss, dass eine Fehlmedika
tion mit Benzodiazepinen
vorgelegen hat
.
Diese sei geeignet, zu Ängsten und depressiven Störungen zu führen sowie potenziell suchtinduzierend zu sein. Die Langzeitverordnung von Benzodiazepinen, zudem auch noch
undokumentiert
, gelte im psychiatrischen Kontext für leitlinienwidrig. Als Empfehlung hielt Dr.
B._
eine Benzodiazepin-Entgiftung und Entwöhnung sowie eine parallele Einleitung einer
traumaspezifischen
Therapie-Optimierung, beginnend unter sta
tionären Bedingungen für notwendig (S. 50 f.). Die Prognose erachtete er auch bei einer chronifizierten posttraumatischen Belastungsstörung für günstig, zumal eine entsprechende psychotherapeutische Behandlung bisher nicht durchgeführt worden sei.
Sowohl die Kritik am bisherigen Behandlungsansatz als auch die vor
geschlagenen Massnahmen sind schlüssig und nachvollziehbar.
Namentlich leuchtet die Kritik an der jahrzehntelangen, aus Sicht des behandelnden Psycho
logen erfolglosen, Behandlung in dem Sinne ein, als namentlich keine stationäre Behandlung stattgefunden hat und die Abgabe von Benzodiazepinen zumindest fraglich erscheint (S. 50).
4.3
Die Kritik des behandelnden Psychologen
Dr.
phil.
H._
vom
6.
August 2018 (
Urk.
3/4) vermag die gutachterlichen Schlussfolgerungen nicht in Frage zu stel
len. Der Hauptkritikpunkte der fehlenden stationären
Hospitalisation
stritt
Dr.
phil.
H._
nicht ab und über die Leitlinien betreffend Abgabe von Benzodi
azepinen äusserte er sich nicht weiter, ausser dass der Beschwerdeführer aufgrund der ausgeprägten Somatisierung darauf angewiesen sei (S. 9). Relevant ist indes im vorliegenden Zusammenhang nicht ein allfälliger Mangel der bisherigen The
rapie, sondern die funktionellen Einschränkungen der Pathologie auf die Arbeits
fähigkeit. Diesbezüglich schilderte
Dr.
phil.
H._
einzig allgemein gehaltene Begriffe (Störungen der Regulation von Affekten und Impulsen, der Wahrneh
mung oder des Bewusstseins, d
er
Selbstwahrnehmung und
in der Beziehung zu anderen Menschen, Somatisierung sowie Veränderungen von Lebenseinstellun
gen, S. 3), ohne anzugeben, inwiefern sich dies im Lebensalltag konkret auswirkt.
Der Hinweis des Psychologen, der Beschwerdeführer verbringe die Tage zurück
gezogen zu Hause, meist schweigend und gedankenabwesend (
Urk.
8/165/4), erscheint als ungeprüfte Wiedergabe der Angaben des Beschwerdeführers. In kei
nem der Berichte findet sich eine Auseinandersetzung mit den Ressourcen des Beschwerdeführers, sondern lediglich die Darlegung einer desolaten Situation. Diese ist mit den Erhebungen der Gutachter indes nicht vereinbar und schon gar nicht mit den während der Observation des Beschwerdeführers gezeigten Fähig
keiten (
Urk.
8/128). Der Beschwerdeführer verbrachte keineswegs die Tage zurückgezogen zu Hause, sondern bewegte sich ausser Haus, sogar im Hallenbad, obwohl er nach den Angaben des Psychologen das tiefe Wasser
fürch
-
tet
(
Urk.
8/165/5 unten). Offenbar unbekannt war dem behandelnden Psycho
-
logen auch der Umstand, dass der Beschwerdeführer mit dem Auto nach
Tsche
-
chien
reisen und dort ein Motorradrennen anschauen konnte (
Urk.
8/135/5). Jedenfalls blieb dies - auch in den echtzeitlichen Berichten aus dieser Zeitperiode (2006)
–
unkommentiert. Im
zeitnahesten
Bericht vom 2
5.
November 2008 etwa fand sich - wie aktuell - der Hinweis auf einen sozialen Rückzug, oftmals auch innerfami
liär, der Beschwerdeführer liege oft auf dem Sofa und habe das Bedürfnis nach Ruhe, bei Bewegen ausserhalb des gewohnten Bereiches trete eine psychische Überforderung auf (
Urk.
8/106/9). Dies ist mit den unbestrittenen Fakten nicht vereinbar, jedenfalls nicht ohne - vorliegend fehlende - detaillierte Begründung.
Anzufügen bleibt, dass
Dr.
phil.
H._
kein Arzt ist und seine Berichte daher weniger gewichtig sind als fachärztliche. Seine langjährige Erfahrung als Psycho
therapeut ändert hieran nichts. Sodann ist zu bemerken,
dass er - als behandeln
der Psychologe - in einer auftragsrechtlichen Stellung zum Beschwerdeführer steht, weshalb rechtsprechungsgemäss Zurückhaltung bei der Würdigung seiner Berichte angezeigt ist (BGE 125 V 351 E. 3b/cc).
4.4
4.4
.1
Der Beschwerdeführer bemängelte das
Z._
-Gutachten in seiner Beschwerde (
Urk.
1) in verschiedener Hinsicht.
So brachte
er
vor
, es handle sich bei der gut
achterlichen Einschätzung um eine anderslautende Beurteilung desselben Sach
verhalts wie bei der
Rentenzusprache
, weshalb kein Revisionsgrund vorliege (
Urk.
1 S. 5)
.
Dr.
B._
zeigte - wie bereits ausgeführt - eingehend auf, weshalb der posttraumatischen Belastungsstörung keine invalidisierende Wirkung
mehr
zugesprochen werden
kann
und daher im Vergleich zum Zeitpunkt der Begutach
tung durch die MEDAS-Gutachter 1996 eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes
eingetreten ist.
Die Gutachter verwiesen darauf, dass ret
rospektiv eine höhergradige psychische Beeinträchtigung geschildert wurde, ein
schliesslich einer namhaften Depressivität, was sich aus dem jetzigen objektiven Befund nicht mehr ableiten lasse (
Urk.
8/169/78). Ihre Ausführungen, dass allen
falls auch eine andere Beurteilung des gleichen Sachverhalts vorliegen könnte, verfangen in diesem Zusammenhang nicht, basierte doch die
Rentenzusprache
auf den eindrücklich geschilderten Befunden und liegen diese heute klarerweise nicht mehr vor. Hätten diese schon bei der erstmaligen
Rentenzusprache
nicht vorgelegen, wäre die Rente ursprünglich zu Unrecht zugesprochen worden und eine wiedererwägungsweise Aufhebung angezeigt mit der Folge, dass gar allen
falls Rentenleistungen zurückzufordern wären.
4.4
.2
De
m
Vorwurf
des Beschwerdeführers,
der
psychiatrische
Gutachter
habe die Kri
terien und Merkmale ungenügend geprüft (
Urk.
2 S. 8-11), ist entgegen zu halten, dass dem Umstand, dass keine speziellen Tests
durchgeführt oder nicht alle AMDP Merkmale im Gutachten eingehend diskutiert
wurden, das Gutachten nicht als ungenügend erscheinen lassen. Einem testmässigen Erfassen der Psychopatholo
gie im Rahmen einer psychiatrischen Exploration kann generell nur ergänzende Funktion beigemessen werden, während die klinische Untersuchung mit Anam
neseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung - wie allesamt von
Dr.
B._
vorgenommen -
ausschlaggebend ist. Es liegt im Ermessen der medizinischen Fachperson, ob sie psychologische Tests durchführen oder jedes einzelne Merkmal respektive Kriterium im Gutachten ausführlich diskutieren möchte.
Dr.
B._
hat die massgebenden Kriterien berücksichtigt (
Urk.
8/169/50), in Bezug auf die posttraumatische Belastungsstörung indes - wie der Beschwer
deführer richtig bemerkt (
Urk.
1 S. 10) - die massgeblichen Symptome nicht genannt. Allerdings verwies er auf die Vorgeschichte, die früheren ärztlichen Ein
schätzungen und bestätigte diese. Bei dieser Ausgangslage erübrigte sich eine umfassende Neuerhebung, zumal im vorliegenden Zusammenhang die funktio
nellen Einschränkungen und nicht die gestellten Diagnosen von Relevanz sind.
4.4
.3
Der Beschwerdeführer bringt des Weiteren vor, de
r psychiatrische Gutachter, Dr.
B._
, sei eventuell in ein Strafverfahren verwickelt und sein Teilgutachten sei infolgedessen nicht verwertbar. Vorliegend liegen keine Anhaltspunkte vor, welche einen
Ausstandsgrund
von
Dr.
B._
begründen würden. Beweise oder konkrete Hinweise, dass der psychiatrische Gutachter bewusst falsche Angaben gemacht haben könnte, bringt der Beschwerdeführer
so auch
nicht vor. Auf die
sen Vorwurf ist daher nicht weiter einzugehen.
Anzufügen bleibt
, dass unter dem Gesichtspunkt der wirtschaftlichen Abhängigkeit der regelmässige
Beizug
eines Gutachters oder einer Begutachtungsinstitution durch den Versicherungsträger, die Anzahl der beim selben Arzt in Auftrag gegebenen Gutachten und Berichte sowie das daraus
noch
resultierende Honorarvolumen für sich allein genommen nicht zum Ausstand
führen. Im Rahmen einer administrativen Sachverhaltsab
klärung liegt selbst dann kein formeller
Ausstandsgrund
vor, wenn von einer wirtschaftlichen Abhängigkeit der
Z._
von der Invalidenversicherung auszu
gehen wäre, denn ein
Ausstandsgrund
ist nicht schon deswegen gegeben, weil jemand Aufgaben für die Verwaltung erfüllt, sondern erst bei persönlicher Befangenheit (BGE 137 V 210 E. 1.3.3).
Falls daher
Ärzte der
Z._
tatsächlich in ein Strafverfahren involviert sein sollte
n
, kann daraus keine Befangenheit von
Dr.
B._
abgeleitet werden.
4.5
Nach dem Gesagten kann auf das
Z._
-Gutachten vom
3
0.
August 2017 (Urk. 8/169) abgestellt werden. Es ist daher mit überwiegender Wahrscheinlich
keit erstellt, dass der Beschwerdeführer sowohl als Kranführer als auch in einer angepassten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsfähig war. Aufgrund der beweiskräftigen medizinischen Aktenlage besteht - entgegen dem Beschwerdeführer (
Urk.
1 S. 8, 10, 12, 15, 17 und 19) - kein weiterer Abklärungsbedarf (antizipierte Beweiswür
digung; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_468/2007 vom
6.
Dezember 2006
E.
2.2 mit Hinweisen).
5
.
5
.1
Eine
Leistung
ist dann
rückwirkend vom Eintritt der für den Anspruch erhebli
chen Änderung an auf
zuheben
, wenn die unrichtige Leistungsausrichtung darauf
zurückzuführen ist, dass der Bezüger sie unrechtmässig erwirkt hat oder
der Mel
depflicht
gemäss
Art.
77 IVV nicht nachgekommen ist (
Art.
88
bis
Abs.
1
lit
. b IVV; vgl. E. 1.6).
5
.2
Nach
Art.
31
Abs.
1 ATSG ist jede wesentliche Änderung in den für eine Leistung massgebenden Verhältnissen von den Bezügerinnen und Bezügern, ihren Ange
hörigen oder Dritten, denen die Leistung zukommt, dem Versicherungsträger oder dem jeweils zuständigen Durchführungsorgan zu melden. Der Berechtigte oder sein gesetzlicher Vertreter sowie Behörden oder Dritte, denen die Leistung zukommt, haben jede für den
Leistunganspruch
wesentliche Änderung, insbeson
dere eine solche des Gesundheitszustandes, der Arbeits- oder Erwerbsfähigkeit sowie der persönlichen und gegebenenfalls der wirtschaftlichen Verhältnisse des Versicherten unverzüglich der IV-Stelle anzuzeigen (
Art.
77 IVV). Für den Tatbe
stand der Meldepflichtverletzung ist ein schuldhaftes Fehlverhalten erforderlich, wobei nach ständiger Rechtsprechung bereits eine leichte Fahrlässigkeit genügt (BGE 118 V 214 E. 2a mit Hinweisen).
5
.3
Vorliegend wurde der Beschwerdeführer
in den Jahren 2000 bis 2014 in den Ver
fügungen und Mitteilungen
wiederholt auf die gesetzliche Meldepflicht
hinsicht
lich Veränderungen in seinen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen hingewiesen, so explizit auch bezüglich «Änderungen im Gesundheitszustand» (v
gl.
etwa
Urk.
8/117
). Der Beschwerdeführer meldete sich nie bei der Beschwer
degegnerin. Diesbezüglich ist anzumerken, dass im
Z._
-Gutachten ausdrück
lich festgehalten wurde, dass d
ie
Observations
ergebnisse
nicht den objektiven Befunden des Gutachtens widerspr
echen
, die keine gravierenden psychischen oder kognitiven Störungen belegt haben und auch eine ausreichende spontane Mobilität gezeigt hätten (
Urk.
8/
169/82
).
In Anlehnung an das Gutachten kann somit davon ausgegangen werden, dass es hinsichtlich des Gesundheitszustands des Beschwerdeführers bereits im Oktober 2014 zu einer Verbesserung gekommen ist, wie dies anlässlich der Begutachtung festgestellt werden konnte.
Dem Beschwerdeführer musste bei pflichtgemässer
Aufmerksamtkeit
bewusst sein, dass er nicht zur gleichen Zeit eine ganze Rente basierend auf einem Inva
liditätsgrad von 83
%
beziehen konnte, wenn es ihm zeitgleich ohne
Weiteres
möglich war, die im Rahmen der Observation dokumentierten Aktivitäten selb
ständig und ohne sichtbare Einschränkungen psychischer oder physischer Art zu bewältigen (
Urk.
7). Auch waren offenbar längere
Autofahr
t
en beispielsweise nach
Brünn (Tschechien) im Jahr 2006 (
Urk.
8/135)
durchaus
möglich.
Der Beschwerdeführer hat den verbesserten Gesundheitszustand nicht gemeldet und im Rahmen der Befragung vom 1
6.
September 2016 (
Urk.
8/138) behauptet, er fahre selten mit dem Auto und sei dabei unsicher. Aus diesem Grund fahre er eher kurze Strecken. In den letzten Jahren sei
er
zudem nicht mehr Velo gefahren (S. 4)
was offenkundig nicht zutrifft (
Urk.
8/129/25)
. Ausserdem machte er zahl
reiche Angaben zu seinen einschränkenden körperlichen Beschwerden
(S. 2 ff). Die im Gegensatz dazu belegten Aktivitäten und gutachterlichen Feststellungen sind mit einer
weitgehenden Arbeitsun
fähigkeit nicht zu vereinbaren. Unter die
sen Umständen ist eine Meldepflichtverletzung ohne Zweifel gegeben.
Damit ist die Beschwerdegegnerin zu Recht davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer seine Meldepflicht spätes
tens seit Oktober 2014
(Zeitpunkt der Überwachung)
verletzt hat
, indem er sie über seinen verbesserten Gesundheitszu
stand nicht informierte.
Die rückwirkende Rentenaufhebung per November 2014 und die Rückerstattung mit Blick auf
Art.
25 ATSG sind nicht zu beanstanden.
5
.4
Die angefochtene Verfügung erweist sich als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt
.
6
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf
Fr.
800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Ver
fahrens sind sie dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.