Decision ID: 757249e7-3ff2-4f81-acb6-225d7cc5f1e8
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1961 geborene
X._
, welche über keine abgeschlossene Berufsausbildung verfügt, seit 2011 verwitwet und Mutter von zwei erwachsenen Kindern ist, reiste im März 2003 in die Schweiz ein und war von 2004 bis 2011 bei verschiedenen Arbeitgebern – namentlich bei der
Y._
AG,
Z._
AG, der
A._
AG, der
B._
AG sowie bei verschiedenen Privatpersonen – als Reinigungskraft tätig (Urk. 8/8/2, Urk. 8/11 und
Urk.
8/12). Am 27. Januar 2012 (Eingangsdatum) sowie am 14. März 2013 (Eingangsdatum) meldete sie sich unter Hinweis auf seit 2003 be
stehende Rückenbeschwerden bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zü
rich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an (Urk. 8/2 und Urk. 8/17). Im Rahmen der Abklärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse zog die IV-Stelle die Akten des Krankentaggeldversicherers (Urk. 8/13 und Urk. 8/35) sowie einen Auszug aus dem individuellen Konto (Urk. 8/12) bei und holte Berichte der behandelnden Ärzte (Urk. 8/9, Urk. 8/10, Urk. 8/16, Urk. 8/31-34, Urk. 8/36-37 und Urk. 8/41) ein.
Nach Einholung eines
polydisziplinäre
n (internistisch, neurologisch, orthopädisch, psychiatrisch) Gut
achtens bei der
C._
GmbH (
C._
;
Urk.
8/51 und
Urk.
8/52),
verneinte die IV-Stelle mit Verf
ügung vom 18. Juni 2014 (Urk. 8/60
) einen Rentenanspruch
der Versicher
ten
.
1.2
Die gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde hiess das
hiesige Gericht
mit Urteil vom 3
1.
Mai 2016 (Prozess Nr. IV.2014.00807) in dem Sinne gut, dass die angefochtene Verfügung vom 1
8.
Juni 2014 aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zurückgewiesen wurde, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über den Rentenanspruch der Versicherten neu verfüge (Urk. 8/73).
1.3
Im Rahmen der weiteren Abklärungen holte
die IV-Stelle eine
Stellungnahme der
C._
-Gutachter (
Urk.
8/81,
Urk.
8/84) sowie Berichte der behandelnden Ärzte (
Urk.
8/87,
Urk.
8/89-91) ein und liess die Versicherte
bei der Gutachterstelle
E._
bidisziplinär
begutachten (orthopä
disch-neurologisches
Gutachten vom
1
1.
April
2017,
Urk. 8/96). Nach durchge
führtem
Vorbescheidverfahren
(Vorbescheid vom 14. Juli 2017,
Urk.
8/99,
und
Einwand vom 3
0.
November 2017
,
Urk.
8/110
) verneinte die IV-Stelle mit Verfü
gung vom 1
2.
Februar 2018 einen Rentenanspruch der Versicherten (
Urk.
8/113 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 1
5.
März 2018 Beschwerde und beantragte,
es sei
die angefochtene Verfügung
aufzuheben und es seien
ihr
die gesetzlichen
Leistungen auszurichten (
Urk.
1 S. 2).
In prozessualer Hinsicht ersuchte
sie
um Gewährung der unentgeltlichen
Prozessführung und um Bestellung von Rechts
anwalt Christos
Antoniadi
s
als unentgeltlichen Rechtsbei
stand
(
Urk.
1 S.
12).
Am
5.
April 2018 reichte die Beschwerdeführerin das ihr vom Gericht zugestellte For
mular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (
Urk.
5) samt Beilagen
(
Urk.
6/1-5) ein. Die Beschwerdegegnerin beantragte m
it Beschwerdeantwort vom 2
6.
April 2018
die
Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was der Beschwerdefüh
rerin mit Verfügung vom 2
7.
April 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
Mit Eingabe vom
7.
Mai 2018 (
Urk.
10) ersuchte
Rechtsanwalt Christos
Antonia
di
s
um Mitteilung, ob das Formular zur prozessualen Bedürftigkeit, welches von der Beschwerdeführerin persönlich dem Gericht eingereicht worden war, voll
ständig und korrekt ausgefüllt worden sei, und
,
falls d
ies nicht der Fall
sein
sollte, um Erstreckung der Frist zur Einreichung des Formulars
. Unter dem Hinweis, dass die eingereichten Akten zum Nachweis der Bedürftigkeit unvollständig erschie
nen, wurde der Beschwerdeführerin mit Ver
fügung vom 25.
Mai 2018 (
Urk.
11) Frist angesetzt, um das Formular vollständig ausgefüllt
beziehungsweise ergänzt
sowie unter Beilage sämtlicher Belege zur aktuellen finanziellen Situation dem Gericht erneut einzureichen. Die Beschwerdeführerin reichte innert der angesetz
ten Frist weder das Formular noch Belege ein.
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes
über die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.
2
1.2.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.2.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustel
len und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist
im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestell
ten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen be
ruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychi
schen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfol
gerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog in der angefochtenen Verfügung
von 1
2.
Februar 2018
im Wesentlichen, die Beschwerdeführerin
würde
ohne gesundheitliche Ein
schränkungen weiterhin als Raumpflegerin i
n einem
100%-Pensum arbeiten
. Diese Tätigkeit sei ihr nicht mehr zumutbar. Für e
i
ne körperlich leichte Tätigkeit bestehe jedoch eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Wegen
der verminderten Belast
barkeit und der Tempoverlangsamung sowie des erhöhten Pausenbedarfs bei Schmerzen werde eine 30%ige Verminderung der Arbeitsfähigkeit anerkannt.
Es sei daher von einer Arbeitsfähigkeit von 70
%
für eine angepasste Tätigkeit aus
zugehen.
Aus dem Einkommensvergleich resultiere ein
rentenausschliessender
In
validitätsgrad von 33
%
(
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen
im Wesentlichen
vor, sie sei bei der Be
gutachtung 56-jährig gewesen. Sie werde deshalb kaum mehr in der Lage sein, eine Anstellung zu finden, auch nicht auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Ein zukünftiger Arbeitgeber müsste erhebliche Rücksicht auf
ihre
Behinderungen nehmen und würde höchstwahrscheinlich eine Per
son jüngeren Alters bevorzu
gen.
Die von den
E._
-Gutachtern vorgenommene Reduktion der Arbeitszeit erweise sich als zu niedrig – respektive die Gutachter hätten überhaupt keine Reduktion der Arbeitszeit vorgenommen, was den Ergebnissen der Evaluation der Funktio
nellen Leistungsfähigkeit
(EFL) widerspreche.
Die
E._
-Gutachter
hätten
zudem
nicht etwa eine Restarbeitsfähigkeit von 70
%
festgehalten, wie die Beschwerde
gegnerin in ihrer Verfügung angebe, sondern eine solche von 60 bis 70
%
.
Es sei daher höchstens von einer 65%igen Restarbeitsfähigkeit auszugehen. Im Rahmen des Einkommensvergleichs
, bei welchem auf die Tabellenlöhne der Lohnstruk
turerhebung des Jahres 2012 abzustellen sei,
sei
aufgrund der Notwendigkeit der vermehrten Pausen, der re
duzierten Arbeitsschnelligkeit sowie
der reduzierten Belastbarkeit und Durchhaltefähigkeit
ein Abzug vom Tabellenlohn von
mindes
tens 10
%
vorzunehmen
. (Urk.
1).
3.
3.1
Das hiesige Gericht kam mit Urteil vom 3
1.
Mai 2016
(
Urk.
8/73)
zum Schluss, es sei erstellt, dass die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht in ihrer Ar
beitsfähigkeit nicht eingeschränkt ist. Es könne jedoch der neurologische und der orthopädische Gesundheitszustand nicht zuverlässig beurteilt werden.
3.2
Die
E._
-Gutachter hielten in ihrem im Nachgang zum Urteil vom 3
1.
Mai 2016
(
Urk.
8/73)
erstellten
bidisziplinären
Gutachten vom
1
1.
April
2017
folgende
Diagnosen mit Einfluss
auf die Arbeitsfähigkeit fest (
Urk.
8/96/72
-73
):
-
chronisches
lumbosakrales
Schmerzsyndrom mit Bewegungseinschrän
kung (ICD-10 M54.1)
mit/
bei:
-
Spinalkanalstenose L3/L4 mit
Stenosierung
des Duraschlauchs
-
Diskusprotrusion
betont im Segment L3/L4 mit begleitender
Spon
dylarthrose
-
Status
nach
Laminektomie
L4,
partiell
L3, 1999 (Portugal)
-
Status nach mikrotechnischer chirurgischer Dekompression L3/L4 beid
seits und L4/5 links 20
08 (Universitätsklinik D._
)
-
Status nach
epiduraler
Infiltration 2011 und Sakralblock 2012 ohne klinische Besserung
-
(inkomplett)
radikulären
Ausstrahlungsschmerzen S1 rechts und zudem Muskelatrophie des
M
usculus
vastus
medialis
rechts bei
Claudicatio
spinalis
sowie distalen polyneuropathischen Beschwerden und Hinwei
sen auf Störungen des
lemniscalen
Systems bei bekannter
cervicaler
Myelopathie
-
chronisches
cervicocephales
Schmerzsyndrom (ICD-10 M35.0) mit
-
endgradiger
Bewegungseinschränkung für die linksseitige Kopfseitnei
gung sowie Rotation
-
deutlich eingeschränkter
Reklination
-
Status nach
Korpektomie
C6 und ventraler
Spondylodese
C5-C7 bei
cervicaler
Spinalkanalstenose
-
residueller
cervicaler
Myelopathie C5/6
-
Diskusprotrusion
en
im Segment C3/C4 sowie C4/C5
-
Hinweisen auf Störungen des
lemniscalen
Systems bei bekannter
cer
vicaler
Myelopathie und ohne
radikuläre
Symptome
-
Polyneuropathie der distalen unteren Extremitäten und
Hinterstrang
symptome
(ICD-10 G62)
-
Bewegungseinschränkung im Bereich des linken Schultergelenks (ICD-10 M57.4) mit
-
knöchernem
Outletimpingement
-
Supraspinatussehnenteilruptur
-
AC-Gelenksarthrose links mit
Randosteophyten
und
subtotal
aufge
brauchtem Gelenkspalt entsprechend einer
Chondropathie
Grad
Kellgren
II – III (ICD
-
10 F19.01)
-
medial betonte Gonarthrose des linken Kniegelenks mit einer
Chondropa
thie
Grad
Kellgren
I
(ICD-10 M17.9)
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
nannten
die Gutachter (Urk. 8/96/73):
-
e
rworbener Senk-Spreizfuss beidseits (ICD-10 M21.68)
-
r
echtsbetontes sensomotorisches Carpaltunnelsyndrom beidseits (ICD-10 G56.0)
-
s
ensomotorisch
demyelin
i
sierendes
Muster; rechts OP-würdiger Befund
-
linksseitiges Rezidiv bei Status nach Carpaltunnelsyndrom-Operation links 2011
A
us rein neurologischer Sicht ohne die Bewertung von Funktionsstörungen, die sich aufgrund von Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates erg
ä
ben, sei die Beschwerdeführerin in der Funktion ihrer Wirbelsäule aufgrund der struk
turellen Veränderungen und des Status nach dreifacher Operation eingeschränkt. In Berücksichtigung der Schlussfolgerungen und Empfehlungen der
EFL
vom 21.
April 2014 umfasse das negative Leistungsbild das Heben und Tragen mittel
schwererer bis schwerer Gegenstände, sowie Arbeiten, welche Bücken oder
vorn
übergeneigte
Haltungen erforderten. Auch seien keine Arbeiten zumutbar, welche mit regelhaften In- und
Reklinationen
der
HWS
verbunden seien. Feinmotorische Arbeiten seien nicht mehr leistbar. Ebenso seien aktuell Arbeiten in unebenem Gelände, sowie auf Leitern und Ge
rüsten nicht mehr
zumutba
r
. Das positive Leis
tungsbild beinhalte alle leichten Arbeiten in Wechselbelastung. Die zuletzt aus
geübte Tätigkeit als Reinigungskraft sei nicht mehr zumutbar (100%ige Arbeits
unfähigkeit). In allen adaptierten Tätigkeiten gemäss dem vorgenannten positiven
Leistungsbild
sei
die Beschwerdeführerin aus rein neurologischer Sicht
(
ohne Be
wertung von zusätzlichen Störungen des Stütz- und Bewegungsapparates
)
bezo
gen auf ein Vollpensum
zu 60
%
bis 70
%
arbeitsfähig. Das Rendement von 30
%
bis 40
%
ergebe sich aufgrund der verminderten Belastbarkeit und einer Tem
poverlangsamung sowie eines erhöhten Pausenbedarfs bei Schmerzen (100%
-
Pensum; 60
%
bis 70
%
Leistung). Zum Verlauf der neurologischen Arbeitsfähig
keitseinschätzung sei zu sagen, dass die zuvor genannten funktionellen Ein
schränkungen seit
etwa
Juni 2011 bestünden und die Beurteilung seit diesem Zeitpunkt sowohl in der zuletz
t au
sgeübten wie auch in einer
adaptierten Tätig
keit gleichermassen gälten (
Urk.
8/96/74).
Aus
orthopädischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in der biomechanischen Funktion ihrer
HWS und LWS
, ihres linken Schultergelenks sowie bezogen auf die unteren Extremitäten in der biomechanischen F
unktion ihres linken Kniege
lenk
s limitiert mit einer daraus unweigerlich resultierenden Einschränkung der Steh- und Gehfähigkeit. Die festgestellten wesentlichen Gesundheitsstörungen auf orthopädisch-chirurgischem Fachgebiet ergäben nachfolgende Leistungsein
schränkungen in qualitativer Hinsicht:
m
ehr a
ls leichte körperliche Arbeiten;
He
ben und Tragen von Lasten körperfern über 5
kg ohne technische Hilfsmittel;
Heben und Tragen von Lasten körpernah über 8 kg ohne
technische Hilfsmittel;
repetitive stereotype Bewegungsabläufe, Tätigkeiten mit repetitivem Bücken, Kauern und Hocken
;
das mehr als gelegentliche Arbeiten in Zwangsha
ltungen;
Tätigkeiten mit vermehrter Vibrationsbelastung
;
Tätigkeiten mit Pressen oder Stemmen, welche zu einer int
raspinalen Druckerhöhung führen;
Anheben von Gegenständen über Brusthöhe (
Hyperlordosierung
der LWS
);
das mehr als gele
gentliche Heben von Lasten über die Horizont
ale (
Hyperlordosierung
der LWS);
jedwede Tätigkeiten mit vermehrter
Umwendbewegung
der
HWS
(Fliessbandtä
tigkeit)
; das Gehen auf unebenem Gelände;
das Besteigen von Leiter
n, Gerüsten und schrägen Ebenen;
kniende Tätigkeiten
;
Tätigkeiten mit
längerwährender
Ei
n
nahme nur einer Körperposition;
Tätigkeiten, welche überwiegend kniend sowie
im
Hocksitz
durchgeführt werden; Tätigkeiten über Brusthöhe;
repetitive kraft
volle Drehbewegungen des linken Armes auf Schu
lterhöhe;
jedwede Tätigkeiten, welche eine körpersichernde Funktion der linken Hand bedingen (Körpersich
e
rung an Seilen oder Geländern);
Tätigkeiten im Freien ohne Schutz vor Kälte, Zugluft, Nässe sowie Tätigkeiten auf regen- und eisglattem Untergrund und Tä
tigkeiten
unter Zeitdruck und Akkordarbeit (
Urk.
8/96/75). Unter Wahrung der qualitativen Schonkriterien bestehe für eine knie-, rücken-, und schulteradap
tierte Tätigkeit mit intermittierender stehender, gehender und sitzender Körper
position aus orthopädisch-versicherungsmedizinischer Sicht bezogen auf ein vol
les Pensum eine quantitativ limitierte Arbeitsfähigkeit von 70
%
. Die Einschrän
kung von 30
%
ergebe sich
infolge
der reduzierten Belastbarkeit und Durch
hal
tefähigkeit,
der
vermehrte
n
Pausen sowie
der reduzierten
Arbeitsschnelligkeit
. In der angestammten Tätigkeit ergebe sich keine Arbeitsfähigkeit mehr
. Diese Ein
schränkungen aus orthopädischer Sicht gälten sei dem 2
7.
Januar 2012
(
Urk.
8/96/76)
.
A
us
bidisziplinärer
neurologisch-orthopädischer
Sicht
sei die
Beschwerdeführerin in
der
zuletzt ausgeübte
n
Tätigkeit nicht mehr einsetzbar (Arbeitsfähigkeit 0
%
). In adaptierten Tätigkeiten gemäss den oben genannten Spezifikationen bestehe ein Rendement von 30
%
bis 40
%
. Dies ergebe sich aufgrund der verminderten Belastbarkeit und einer Tempoverlangsamung sowie eines erhöhten Pausenbe
darf
s
bei Schmerzen (100%
-
Pensum,
60
%
bis 70 % Leistung
;
Urk.
8/96/76).
4.
4.1
Das
bidisziplinäre
E._
-
Gutachten vom
1
1.
April
2017
(Urk. 8/96) beruht auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen, wurde in Kenntnis der und Auseinan
dersetzung mit de
n
Vorakten
, namentlich auch der im Rahmen der
C._
-Begutachtung durchgeführten
EFL
(vgl.
Urk.
8/96/193 ff.
)
, erstattet, berücksich
tigt die geklagten Beschwerden und
setzt sich mit diesen sowie dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander. Die Gutachter haben die medizinischen Zu
stände und Zusammenhänge einleuchtend dargelegt und ihre Schlussfolgerungen nachvollziehbar begründet.
Hinsichtlich des Einwandes der Beschwerdeführerin, die
E._
-Gutachter hätten die Schlussfolgerungen aus der EFL ungenügend berücksichtigt und keine erheb
liche Reduktion der Arbeitszeit vorgenommen
(vgl.
Urk.
1 S. 9 f.)
,
ist festzuhalten,
dass die
E._
-Gutachter
unter Berücksichtigung der EFL beziehungsweise
der ver
minderten Belastbarkeit, der Tempoverlangsamung und
der
erhöhten Pausenbe
darfs
auch in angepasster Tätigkeit von einer 30
-
bis 40%igen Einschränkung der Leistungsfähigkeit ausgegangen sind
(
Urk.
8/96/74 und
Urk.
8/96/76).
Es ist nicht ersichtlich und wird auch von der Beschwerdeführerin nicht dargetan, inwieweit sich aus der EFL (vgl.
Urk.
8/52/22 ff.) eine weitergehe
nde Einschränkung ergeben soll
.
Das
E._
-Gutachten
erfüllt nach dem Gesagten
die rechtsprechungsgemässen An
forderungen an ein
beweiskräftiges
Gutachten (vgl. E. 1.
3
). Es kann daher darauf abgestellt werden
4.2
Die Beschwerdeführerin macht
geltend, die Gutachter seien von einer Leistungs
einschränkung von 30 bis 40
%
ausgegangen, weshalb sich eine Reduktion um nur 30
%
als ungenügend herausstelle, es sei maximal von einer Leistungsfähig
keit von 65
%
auszugehen. Dem ist beizupflichten, rechtfertigt sich doch gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung in Konstellationen, bei welchen eine Pro
zent-Spanne als Beurteilung angegeben wird, einen Mittelwert heranzuziehen (Urteil des Bundesgerichts 9C_730/2012 vom
4.
Juni 2013 E. 4.2).
4.3
Nach dem Gesagten steht mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass der Beschwerdefüh
rerin eine adaptierte Tätigkeit unter Berücksichtigung des Zumutbarkeitsprofils zu 65 %
zumutbar
ist.
5.
5.1
Zur Ermittlung der erwerblichen Auswirkungen der gesundheitlich bedingten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ist ein Einkommensvergleich vorzunehmen.
Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des (hypothe
tischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und Invali
deneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige renten
wirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3, 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2, 128 V 174).
Nachdem die Beschwerdeführerin seit Juni 2011 ihre angest
a
mmte Tä
tigkeit nicht mehr ausüben kann (
Urk.
8/96/198) und sie sich am 2
7.
Januar 2012 zum Leistungsbezug anmeldete (vgl. 8/2), ist der hypothetische Rentenbeginn im J
uli
2012
.
5.2
5.2.1
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr
ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) be
rechnet werden, wobei die für die
Entlöhnung
im Einzelfall gegebenenfalls rele
vanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2).
5.2.2
Wie im Urteil des hiesigen Gerichts vom 3
1.
Mai 2016 dargelegt (
Urk.
8/73 E. 5) ist das
Valideneinkommen
der Beschwerdeführerin gestützt auf die Schweizeri
sche Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik
(LSE)
zu berechnen.
Die Beschwerdeführerin macht zutreffend geltend,
dass die Tabellenwerte
der LSE 2012
heranzuziehen
sind (
Urk.
1 S. 10;
Urteil des Bundesgerichts 9C_414/2017 vom 21. September 2017 E. 4.2)
, wobei
die Tabelle T17
anwendbar
ist
(vgl. Urteil des hiesigen Gerichts vom 3
1.
Mai 2016 E. 5, Urteil des Bundesgerichts 8C_212/2
018 vom 1
3.
Juni 2018 E. 4.4.1). Innerhalb dieser Tabelle ist d
er Zentralwert gemäss Ziffer 91
(Reinigungspersonal und Hilfskräfte)
m
assgebend
,
da die Beschwerdeführerin, was überdies unbestritten blieb, ohne Gesundheits
schaden weiterhin in der Reinigungsbranche
in einem Pensum von
100
%
tätig gewesen wäre
(vgl. Urteil des hiesigen Gerichts vom 3
1.
Mai 2016 E. 5).
Es ist somit von einem Einkommen als Rei
nigungskraft/Hilfskraft von Fr.
4’393
.-- aus
zugehen
(LSE 201
2
, Tabelle T17, monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Be
rufsgruppen, Lebensalter und Geschlecht, privater und öffentlicher Sektor
zusam
men, >= 50 Jahre, Frauen, Ziff. 91). Unter Berücksichtigung der durchschnittli
chen
wöchentlichen
Arbeitszeit im Jahr 201
2
von 41,
9
Stunde
n (vgl. Bundesamt für Statistik
, betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche,
Ziffern 94-96
)
r
esult
i
er
t
ein
Valideneinkommen
von Fr. 55‘
220.--
(Fr. 4‘
393
.
-- :
40 x 41,
9
x 12
)
.
5.3
5.3.1
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln (Art. 16 ATSG; BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweis
).
Dabei ist nicht von realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten auszugehen. Es können nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der gesamten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumutbar sind. An die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind jedoch rechtsprechungsgemäss
keine übermässigen Anforderungen
zu stellen (Urteil des Bundesgerichts 9C_910/2011 vom 30. März 2012 E. 3.1 mit Hinweis; vgl. BGE 138 V 457 E. 3.1). Der ausgeglichene Arbeits
markt umfasst auch sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeits
angebote, bei denen Behinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten
des Arbeitgebers rechnen können (Urteil des Bundesgerichts 8C_582/2015 vom 8. Oktober 2015 E. 5.11 mit Hinweisen). Von einer Arbeitsgelegenheit kann nicht mehr gesprochen werden, wenn die zumutbare Tätigkeit nur noch in so einge
schränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durch
schnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichtes 8C_434/2017 vom 3. Januar 2018 E. 7.2.1 und 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E. 2.2.1, je mit weiteren Hinweisen).
Für die Invaliditätsbemessung ist nicht massgebend, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig, ob sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nach Arbeitsplätzen bestünde (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 4.3.2 mit Hinweis; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die
Invalidenversicherung, 3. Auflage
2014,
R
n
132 zu Art. 28a
).
Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumut
bar ist. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leis
tungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalles ab. Massgebend können die Art und Beschaffenheit des Gesund
heitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungs
aufwand und in diesem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhan
dene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder An
wendbarkeit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V 457 E. 3.1 mit Hinweisen). Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeits
fähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht (BGE 138 V 457 E. 3.2 mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_645/2017 vom 23. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
Gemäss BGE 138 V 457 richtet sich der Zeitpunkt, in welchem die Frage nach der Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird,
nach dem Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätig
keit (E. 3.3). Als ausgewiesen gilt die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil-)Er
werbstätigkeit, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuverläs
sige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 143 V 431 E. 4.5.1; vgl. BGE
138 V 457 E. 3.4).
5.3.2
Wie dargelegt sind der Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht sämtliche Arbeiten zu 100
%
zumutbar. Aus neurologisch-orthopädischer Sicht besteht
auf
grund
einer
verminderten Belastbarkeit und Tempoverlangsamung sowie eines erhöhten Pausenbedarf
s
bei Schmerzen
eine Leistungsfähigkeit von
65
%, wobei die Ausübung eines 100%-Pensums in einem angepassten Belastungsprofil zu
mutbar ist (vgl.
Urk.
8/96/7
6
)
.
Entgegen der Ansicht de
r
Beschwerdeführer
in
darf vorliegend angenommen werden, dass auf dem hypothetischen Arbeitsmarkt ge
nügend Tätigkeiten existieren, welch
e dem gutachterlich festgestellten Anforde
rungsprofil entsprechen.
Insbesondere sind
der Beschwerdeführerin
Überwa
chungsarbeiten weiterhin möglich.
Es kann
nicht gesagt werden, dass eine
zu
mutbare Tätigkeit
nur noch
in s
o eingeschränkter Form möglich wäre
, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von vornherein als aus
geschlossen erscheint (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_82/2009 vom 9. Ok
tober 2009 E. 5.5 mit Hinweisen
).
Unter Berücksichtigung, dass die Be
schwerdeführerin
im Zeitpunkt des
E._
-Gutachtens
(
1
9.
April 2017,
Urk.
8/96) 56 Jahre alt war
und ihr somit noch
acht Jahre bis zur Pensionierung blieben und dass das Bundesgericht für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit älterer Menschen relativ hohe Hürden entwickelt hat (
vgl. Urteil 8C_345/2013 vom 10. S
eptember 2013 E. 4.3.3), ist
die Verwertbarkeit der verbliebenen Arbeitsfä
higkeit
der Beschwerdeführerin
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch
als
möglich und zumutbar
zu erachten
(vgl. den Einwand de
r
Beschwerdeführer
in
, Urk. 1 S.
8-9
).
5.3.3
Nachdem die Beschwerdeführerin keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, ist das
Inva
lideneinkommen
gestützt auf
die
Tabellenlöhne der LSE
2012
zu berechnen. Mass
gebend ist dabei die Tabelle TA
1.
Innerhalb dieser Tabelle ist
der
Medianlohn von Frauen, welche einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art verrichten
,
heranzuziehen. Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 12) ist dabei nicht auf den Lohn für sonstige wirtschaftliche Dienstleis
tungen, sondern auf den Totalwert abzustellen. Dieser beträgt Fr. 4'112.--.
Unter Berücksichtigung der betriebsüblichen
wöchentlichen
Arbeitszeit im Jahr 201
2 in allen Branchen
von 41
,
7 Stunden (vgl.
Bundesamt für Statistik
, betriebsübliche
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche,
Total)
ergibt sich bei einem zumutbaren Arbeitspensum von 65 % ein Jahreseinkommen
von
Fr. 33'436.75
(Fr. 4‘
112
.
-- :
40 x 41.7 x 12
x 0,65
).
5.3.4
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/aa). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/aa). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/bb-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/bb). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1).
D
ie
Beschwerdeführerin
kann e
ine adaptierte Tätigkeit vollzeitlich ausüben, auf
grund des
erhöhten Pausenbedarf
s
,
der
verminderte
n
Belastbarkeit und
der
Tem
poverlangsamung
besteht jedoch
eine 35%ige Einschränkung der Leistungsfähig
keit
(vgl. E. 3.2
und E. 4.2
). Diese
r quantitativen
Einschränkung
der Leistungsfä
higkeit wird
bereits
mit der 35%igen Reduktion der Arbeitsfähigkeit Rechnung getragen
,
weshalb sie
keinen
Anlass für einen
zusätzlichen
Abzug vom Tabellen
lohn
gibt
(
vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_126/2011 vom 8. Juli 2011 E. 5.2 mit zahlreichen Hinweisen
)
.
Wie sich aus dem
E._
-Gutachten
vom 1
1.
April
2017
ergibt,
ist
die 1961 gebo
rene
Beschwerdeführerin
, welche lediglich über Berufserfahrung als
Arbeiterin in der Landwirtschaft und als
Reinigungskraft verfügt
(
Urk.
8/96/169 und
Urk.
8/17/4)
,
auch qualitativ in der Arbeitsfähigkeit
erheblich
eingeschränkt (vgl. E. 3.2).
Diese Einschränkungen
führen zwar nicht zur Unverwertbarkeit der ver
bliebenen Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 5.3.2), sie schränken aber
das Spektrum an
zumutbaren Tätigkeiten
merklich ein
. Es scheint daher gerechtfertigt, einen Ab
zug
vom Tabellenlohn von 10
% vorzunehmen.
Unter Berücksichtigung eines Abzugs vom Tabellenlohn von 10
%
ergibt sich ein
Valideneinkommen
in Höhe von Fr. 30'093.10 (Fr. 33'436.75
x 0,9).
5.4
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr. 55‘
220.--
und einem Invalideneinkommen von
Fr.
30’093.10
ergibt sich eine Einkommenseinbusse
von Fr.
25'126.90
(
Fr. 55‘
220.--
-
Fr. 30'093.10
) und ein Invaliditätsgrad
von
45,5
%
(
Fr.
25'126.
90
:
Fr. 55‘
220.--
).
Bei einem Invaliditätsgrad von
45,5
%
besteht
grundsätzlich
An
spruch auf eine
Viertelsrente
.
Es wird Sache der Beschwerdegegnerin sein, die Koordinationsregeln in Bezug auf die Anspruchskonkurrenz mit der Witwenrente zu beachten (
Art.
43
Abs.
1 IVG).
Diese ist mit Wirkung ab
1.
Juli 2012 auszu
richten (vgl. E. 5.1).
6
.
Nach dem Gesagten
hat die Beschwerdeführerin mit Wirkung ab
1.
Juli 2012
ge
stützt auf einen Invaliditätsgrad von 45,5
%
Anspruch auf eine
Rente
der Invalidenversicherung
. Die Beschwerde ist in dem Sinne teilweise gutzuheissen.
7
.
7.1
Gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV
-Leistungen abweichend von Art.
61
lit
. a ATSG vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.-- bis
Fr.
1'000.-- festgelegt.
Vorliegend sind sie auf Fr. 800.
anzusetzen.
Es rechtfertigt sich,
diese
den
Parteien je zur Hälfte (je Fr.
400.--) aufzuerlegen
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_568/2010 vom 3. De
zember 2010 E. 4.2)
.
7
.2
Bei Obsiegen hat die vertretene Partei gestützt auf § 34 Abs. 1 und 3 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) Anspruch auf eine Prozessentschä
digung. Diese ist unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses festzusetzen. Unter Berücksichtigung dieser Grund
-
s
ätze
erweist sich eine
Parteientschädigung von Fr. 2’0
00.-- (inkl. Barauslage und Mehrwertsteuer) als angemessen. Obwohl dem Begehren
der Beschwerdeführerin
nur teilweise entsprochen wurde, hat
ihr
«Überklagen» den Prozessaufwand nicht wesentlich beeinflusst. Von einer Kürzung der Prozessentschädigung ist daher
abzusehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_568/2010 vom 3. Dezember 2010 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen).
7.3
7.3.1
Die Beschwerdeführerin beantragte mit
ihrer Beschwerde vom
1
5.
März 2018 (
Urk.
1) die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und die Bestellung von Rechtsanwalt Christos
Antoniadis
als unentgeltlichen Rechtsvertreter.
In Anbetracht der von der Beschwerdegegnerin auszurichtenden Parteientschädi
gung erweist sich das Gesuch der Beschwerdeführerin
um
Bestellung von Rechts
anwalt Christos
Antoniadis
als gegenstandslos.
7.3.2
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen Prozessführung erfüllt, wenn der Prozess nicht aus
sichtslos
und
die Partei bedürftig
ist
(BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
7.3.3
Nach der Rechtsprechung hat eine Person, die ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege stellt, ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse darzulegen. Insoweit trifft
die gesuchstelle
nde
Person
eine umfas
sende Mitwirkungsobliegen
heit. Sie hat sowohl ihr
e Einkommens- und Vermögensverhältnisse als auch sämtliche finanziellen Verpflichtungen vollständig anzugeben und soweit mög
lich zu belegen. Überdies muss
sie
nachweisen, dass
sie
den behaupteten Ver
pflichtungen auch tatsächlich nachkommt. An die klare und gründliche Darstel
lung der finanziellen Situation durch
die
gesuchstellende Person
selbst dürfen umso höhere Anforderungen gestellt werden, je komplexer diese Verhältnisse sind. Verweigert ein
e
gesuchstellende Person die zur Beurteilung ihrer
aktuellen Gesamtsituation erforderlichen Angaben oder Belege, so kann die Bedürftigkeit ohne Verletzung des verfassungsmässigen Anspruchs verneint werden (vgl. zum Ganzen etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_58/
2014 vom 2
4.
September 2014, E.
7.3 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Mit Verfügung vom 2
0.
März 2018
(
Urk.
3)
wurde die anwaltlich vertretene Be
schwerdeführerin aufgefordert, das Formular zur Abklärung der prozessualen Be
dürftigkeit vollständig auszufüllen und dieses dem Gericht unter Beilage sämtli
cher Belege zur finanziellen Situation einzureichen. Damit verbunden war die Androhung, dass bei ungenügender Substantiierung oder fehlenden respektive ungenügenden Belegen zur finanziellen Situation davon ausgegangen wird, dass keine p
rozessuale Bedürftigkeit besteht. D
ie Beschwerdeführerin
persönlich reichte in der Folge
Formu
lar samt Beilagen zu den Akten
(
Urk.
5, Urk.
6/1-5).
Nachdem der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin um
Mitteilung
gebeten
hatte,
ob das Formular vollständig und kor
rekt ausgefüllt worden sei, und,
falls
dies nicht der Fall sein sollte, um Erstreckung der Frist zur Einreichung
des For
mulars
ersuchte
(
Urk.
10), wurde der Beschwerdeführeri
n mit Verfügung vom 25.
Mai 2018
(
Urk.
11)
unter dem Hinweis, dass
d
ie eingereichten Akten zum Nachweis der Bedürftigkeit insbesondere hinsich
tlich der Vermögensverhältnisse
(Liegenschaft in Portugal) und in Bezug auf die Einkommens
-
respektive Fami
lienverhältnisse unvollständig erscheinen,
Frist angesetzt, um das Formular voll
ständig und wahrheitsgetreu ausgefüllt
beziehungsweise
ergänzt sowie unter Bei
lage sämtlicher Belege zur aktuellen finanziellen Situation dem Gericht einzu
reichen
. Diese Fristansetzung war mit der
Androhung
verbunden
, dass bei unge
nügender Substantiierung oder fehlenden oder ungenügenden Belegen zur finan
ziellen Situation davon ausgegangen w
ird
, dass keine prozessuale Bedürftigkeit besteh
t
(
Urk.
11). Die
angesetzte Frist wurde der
Beschwerdeführerin in der Folge
zweimal
erstreckt (
Urk.
13,
Urk.
14)
.
Das Formular oder weitere Belege reichte die Beschwerdeführerin jedoch nicht ein.
Gestützt auf die
eingereichten Unterlagen (
Urk.
5,
Urk.
6/1-5)
allein kann insbe
sondere aufgrund der unklaren Verhältnisse betreffend die Liegenschaft der Be
schwerdeführerin in Portugal
nicht rechtsgenügend auf Bedürftigkeit gesch
lossen werden
.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist daher mangels ausgewiesener Bedürftigkeit abzuweisen.