Decision ID: 1afc1b2e-96ed-4112-a8ff-6fa54f0caf3a
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1958,
war seit dem
1.
Mai 198
9 bei der
Z._
AG
angestellt und dadurch bei der Schweizeri
schen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Betriebs- und Nichtbetriebsunfällen sowie Berufskrankheiten obligatorisch versichert.
Am 2
3.
November 2009 war er damit beschäftigt, mit dem Hallenkran ein 346 kg schweres Eisengewicht (60 x 28 x 28cm) von einem PW-Anhänger unterhalb einer Rampe auf ein Betonpodest über dem Kellereingang zu heben. Nachdem er das Eisengewicht vom Kranhaken abgehängt hatte, habe
sich
das Steuerkabel des Krans bei den neben dem Eisengewicht aufgeschichteten, leeren, 34 kg schweren Metallbehältern ein
gehängt
und drei von diesen Be
hältnissen vom Gestell gerissen
. Gemäss Angaben im Polizeirapport
wurde
der Versicherte von einem dieser Metallbehältnisse am K
opf und ev. am Rücken getroffen
.
In der Folge
geriet er ins Straucheln
,
stürzte
von der Rampe und
prallte
mit dem Rücken möglicherweise auf den vor d
er Rampe parkierten PW-Anhänger
. Schliesslich
blieb
er auf dem 118 cm tiefer befindlichen Betonboden der Ein
fahrt mit massiven Rückenverletzungen liegen
(
Urk.
8/3)
.
Der
Austritts
b
ericht d
e
s
S
pital
s
A._
vom 7. Dezember 2009
hielt
folgende Diagnosen fest: Stumpfes
Thorakoabdominaltrauma
/Axiales Stauchungstrauma Wirbel
säule mit instabiler Wirbelkörperquerfraktur BWK 12 bis in den
Proc
essus
spinosus
ziehend
und
Wirbelkörperfaktur LWK 3 mit Beteiligung der
Hinterkante
ohne
Protrusion
; Schädelkontusion; fragliche Fissur Sternum (Corpus)
(
Urk.
8/6).
Die SUVA erbrachte ab dem Unfalldatum die gesetzlichen Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen. Am 1
4.
September 2011 erfolgte eine kreisärztliche Untersuch
ung durch
Dr.
med. B._
, Facharzt für Orthopädie und Unfall
chi
rurgie. In seinem gleichentags verfassten Bericht hielt der Arzt fest, aus soma
tischer Sicht sei der Endzustand erreicht
. Das Ausmass der aktuell noch geklag
ten Beschwerden sei aus kreisärztlicher Sicht nicht vollständig nachvoll
ziehbar. Nach Kenntnis der medizinischen Unterlagen und einer laufenden psychiatrisch-psychologischen Behandlung scheine im konkreten Fall eine erhebli
che Anpassungsstörung bzw. eine posttraumatische Belastungsstörung vorzu
liegen. In einer leidens
a
daptierten Tätigkeit sei der Versicherte ganztags arbeits
fähig
(
Urk.
8/119).
In einer weiteren Stellungnahme vom 2
2.
September
2011 bezifferte Kreisarzt
Dr.
B._
de
n
Integritätssch
a
d
en
auf 5 – 10
%
(
Urk.
8/1
1
8).
Mit Verfügung vom 2
3.
Dezember 2011 sprach die SUVA dem Versicherten für die verbliebene Beeinträchtigung aus dem Unfall ab
1.
Februar 2012 eine Inva
liden
rente aufgrund einer Erwerbsunfähigkeit von 12
%
und eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer Integritätseinbusse von 10
%
zu. Dagegen verneinte die SUVA einen adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den psychischen Beschwerden und dem Unfall
(
Urk.
8/146)
.
Der Versicherte
liess dagegen durch
Y._
von der Or
ganisation
memos
Osmani am 2
7.
Ja
nuar/2
9.
Februar 2012
Einsprache erheben
(
Urk.
8/172;
Urk.
8/176)
. Letztere wurde von
der
SUVA mit Entscheid vom
9.
Juli 2012
abgewiesen
(
Urk.
2).
2.
Hiergegen
erhob
der Versicherte am
1.
September 2012
Beschwerde mit dem Rechtsbegehren, es sei die angefochtene
Verfügung aufzuheben; es sei der adäquate Kausalzusammenhang zu bejahen und die Sache zur Vornahme ergän
zender Abklärungen bzw. Korrekturen an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin (
Urk.
1). In ihrer Beschwerdeantwort vom 1
9.
November 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin, es sei die Beschwerde abzuweisen und der
Einspracheentscheid
vom
9.
Juli 2012, mit welchem die Verfügung vom 2
3.
Dezember 2011 geschützt worden sei, zu bestätigen (
Urk.
7). Dem Beschwerdeführer wurde dies mit Schreiben vom 2
2.
November 2012 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
9).
3.
Auf die einzelnen Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge
gangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
6
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) wer
den, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt.
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein Tag
geld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % (Art. 8 ATSG) invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Renten
anspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und all
fällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sin
ne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als einge
treten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürli
chen Kau
salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die al
lei
nige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schä
digende Ereignis zu
sammen mit anderen Bedingungen die kör
perliche oder geistige Integrität der versicherten Person beein
trächtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge
dacht werden kann, ohne dass auch die ein
getretene gesund
heitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E.
4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesund
heitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang be
steht, ist eine Tatfrage, worüber die V
erwaltung beziehungsweise im Be
schwerdefall das Gericht im Rah
men der ihm obliegenden Beweis
würdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht übli
chen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinwei
sen).
1.3
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
salzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolgs zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolgs also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 E.
3.2, 405 E. 2.2, 125 V 461 E. 5a).
1.4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu
würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer
den berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1 S.
232; 125 V 351 E. 3a S. 352).
2.
Im Folgenden ist die medizinische Aktenlage darzustellen:
2.1
Das
S
pital
A._
, Chirurgische Klinik und Poliklinik, wo der Versi
cherte nach dem Unfall vom 2
3.
November bis
3.
Dezember 2009 stationär behandelt wurde, stellte in
seinem
Austrittsbericht vom
7.
Dezember 2009 fol
gende Diagnosen:
Stumpfes
Thorakoabdominaltrauma
/Axiales Stauchungstrauma Wirbelsäule mit instabiler Wirbelkörperquerfraktur BWK 12 bis in den
Proc
essus
spinosus
ziehend
und
mit Wirbelkörperfaktur LWK 3 mit Beteiligung der
Hinterkante
ohne
Protrusion
; Schädelkontusion; fragliche Fissur Sternum (Corpus).
In Bezug auf den Verlauf wurde festgehalten, nach primär dorsaler
Spondylodese
BWK11-LWK1 und LWK2-4 am 23.11.09 habe sich ein kompli
kationsloser Verlauf gezeigt. Daher habe bereits am 26.11.09 die ventrale
Spondylodese
LWK2/3 durchgeführt werden können. Der postoperative Verlauf habe sich erneut komplikationslos mit
Regredienz
der Schmerzen dargestellt. Das postoperative Ergebnis sei mit einer Röntgenaufnahme dokumentiert worden. Die Mobilisation unter Anleitung der Physiotherapie habe sich während der
Hospitalisation
problemlos gestaltet. Der Patient sei in gutem Allgemeinzustand mit reizlosen Wundverhältnissen nach Hause entlassen worden. Bei Austritt sei er beschwerdefrei gewesen. Es hätten keine sensomotorischen Ausfälle an der oberen oder unteren Extremität bestanden. Das
Gangbild
sei flüssig gewesen und
es
hätten allseits seitengleich lebhafte Reflexe wie auch reizlose Wundverhältnisse bestanden (
Urk.
8/6)
.
2.2
Die
K
linik
C._
, wo der Beschwerdeführer vom 2
7.
Januar bis
8.
April 2010 stationär behandelt wurde, stellte in ihrem Austrittsbericht vom
8.
April 2010
(
Urk.
8/21)
folgende Diagnosen:
Unfall vom 23.11.2009, mit/
bei
stumpfem
Thorako-Abdominaltrauma
;
axialem Stauchungstrauma der Wirbelsäule, mit
instabiler
Wirbelkörper
querfraktur
BWK 12 bis in den
Proc
essus
spinosus
ziehend mit
Wirbel
körperfaktur
LWK 3 mit Beteiligung der
Hinterkante
ohne
Protrusion
;
Schädelkontusion;
fraglicher Fissur Sternum (Corpus);
laut Angaben des Beschwerdeführers Frontzahnverletzung;
erhebliche Anpassungsstörung mit
psychotrauma
to
logischer
, ängstlicher und leicht depressiver Symptomatik (ICD-10: F43.28).
In ihrer Beurteilung hielten die Klinikärzte fest, bei Eintritt am 2
7.
Januar 2010 hätten beim Beschwerdeführer belastungsabhängige
cervikale
und lumbale Rückenschmerzen im Vordergrund gestanden. Zudem hätten eine verminderte Gesamtbelastbarkeit sowie der Verdacht auf eine posttraumatische Anpassungsstörung bestanden. Durch ein multimodales Therapieprogramm habe nur eine leichte Verbesserung der allgemeinen Kondition erreicht werden können. Bezüglich der Schmerzsymptomatik lumbal und
cervikal
habe keine wesentliche Verbesserung erreicht werden können. Das Hauptproblem des Beschwerde
führers seien belastungsabhängige Schmerzen im Bereich der LWS und paravertebral lumbal
bds
. sowie belastungsabhängige Schmerzen im Schulter
/Nackenbereich
bds
. Die Schmerzstärke sei mit NRS 8/10 paravertebral im gan
zen Rücken beschrieben worden, sowohl bei isometrischer Anspannung der Rücken
muskulatur als auch bei weiterführenden Bewegungen in den Wirbeln. Die Beweglichkeit der gesamten Wirbelsäule sei schmerzbedingt in alle Rich
tungen eingeschränkt. Der Patient sei aufgrund der Schmerzproblematik in den ADL
(
activities
of
daily
living
)
verlangsamt, jedoch selbständig. Die max.
Gehdauer
betrage ca.
30
Minuten. Die Bewegungsübergänge seien vom Beschwer
deführer stark verlangsamt durchgeführt worden. Er habe Angst vor auftreten
den Schmerzen bei grossen Körperbewegungen (z.B.
Crosswalker
oder auf dem Boden sitzen) und
kommuniziere
dies jeweils in der Therapie klar.
Während des Aufenthalts sei der Patient sodann psychosomatisch mitbetreut worden.
Im Rahmen des am 3
1.
März 2010 durchgeführten Konsiliums habe er äusserlich gepflegt, im Kontakt freundlich, kooperativ und hilfesuchend gewirkt. Es habe sich ein rascher, unkomplizierter Gesprächsaufbau ergeben. Der Beschwerdeführer habe sich bewusstseinsklar und allseits orientiert präsentiert. Das Denken sei formal unauffällig gewesen, inhaltlich seien die Beschwerden und Ängste im Vordergrund gestanden. Die kognitiv-
mnestischen
Funktionen (Konzentration, Auffassungsgabe, Gedächtnis) seien in den Gesprächen nicht beeinträchtigt erschienen. Der affektive und inte
l
lektuelle Rapport seien gut herstellbar gewesen. In der Stimmung sei der Patient gedämpft und
labilisiert
erschienen. Die affektive Schwingungsfähigkeit sei erhalten gewesen.
Gemäss Angaben des Beschwerdeführer
s
seien einmal vor und einmal während des Klinikaufenthalts Suizidgedanken aufgetreten, von welchen er sich jedoch habe distanzieren können, und er habe glaubhaft versprochen, sich nichts anzutun. Aktuell sei von keiner Suizidalität auszugehen. Es zeigten sich beim Beschwer
deführer gewisse ängstlich-abhängige Persönlichkeitszüge, welche sich darin äusserten, dass er viele „Versicherungen“ und Bekräftigungen brauche, Ent
scheidungen lieber abgebe und sich schnell verunsichern lasse. Wie sehr diese Züge vorbestehend oder Teil der Diagnose seien, lasse sich schwierig beurteilen. Weiter hätten sich Hinweise auf eine erhöhte körperbezogene Ängstlichkeit gefunden, welche sich in
katastrophi
si
erenden
Gedankengängen abgebildet habe (z.B. sich bei einem neuerlichen Sturz eine Lähmung zuzuziehen oder zu sterben). Seit dem Unfall sei der Beschwerdeführer vorsichtiger geworden und meide Menschenansammlungen/Gedränge o.ä., weil er befürchte, angerempelt bzw. umgestossen zu werden und dadurch erneut Verletzungen am Rücken zu erleiden. Der Patient könne das Unfallgeschehen detailliert wiedergeben, darüber zu berichten falle ihm gemäss eigenen Angaben jedoch schwer und mache ihn nervös. Daneben sei für ihn auch das Thema Arbeit angstbesetzt. Wegen seinen Rückenschmerzen fühle er sich aktuell nicht arbeitsfähig. Längerfristig befürchte er einen Stellenverlust, da er sich aufgrund seiner kör
perlichen Einschränkungen den Anforderungen bei der Arbeit nicht mehr gewachsen fühle. Symptome eines „
Hyperarousals
“ hätten sich in den Gesprä
chen nicht beobachten lassen. Die Psychomotorik sei unauffällig erschienen und Zeichen einer erhöhten Nervosität seien nicht direkt beobachtbar gewesen. Es h
ätten
keine Hinweise für psychotisches Erleben (Wahn, Wa
hrnehmungs- oder Ich-Störungen) vorgelegen. Psychiatrische Vorerkrankungen seien nicht bekannt.
In der psychiatrischen Beurteilung wurde festgehalten,
s
eit dem Unfall leide
d
er
Beschwerdeführer
unter anhaltenden
lumbovertebralen
und zervikalen Schmerzen, Schlafproblemen, erhöhter körperbezogener Ängstlichkeit, Alpträu
men und einer Stimmungslabilität mit rascher Verunsicherung.
Insgesamt
scheine die Symptomatik ein Ausmass anzunehmen, welches sich an der Grenze zwischen posttraumatischer Belastungsstörung und erheblicher Anpassungsstörung (mit
psychotraumatologischer
, ängstlicher und leicht depressiver Symptomatik [ICD
10: F43.28]) einordnen
lasse
. Aus psychiatrisch-psychologi
scher Sicht sei beim Patienten von mindestens leichten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit auszugehen. Ein erleichterter Wiedereinstieg in die Arbeit, mit Halbtagestätigkeit zu Beginn, sei zu empfehlen.
Eine psychiatrisch-psychothera
peutische Betreuung nach Austritt scheine sinnvoll zu sein. Es sei diesbezüglich bereits ein erster Termin für den
Patienten vereinbart worden am 1
2.
April 2010 bei Frau Dipl. Psych.
D._
(
Urk.
8/21-22).
2.3
In ihrem Verlaufsbericht vom
8.
Juni 2010 führten die Ärzte des
S
pitals
A._
aus, der Beschwerdeführer sei zur zweiten postoperativen klinischen Kontrolle erschienen. Insgesamt habe er seit ca. vier Wochen leicht vermehrte Rückenschmerzen, v.a. bei positivem Press- und Hustenschmerz. Des Weiteren habe er seine auf 2x täglich erhöhten Spaziergänge bis zu 1 km leicht redu
zieren müssen.
Radikuläre
Schmerzen seien nicht vorhanden. Unter den Befun
den wurde dargelegt, es habe sich eine reizlos verheilte Narbe präsentiert. Das
Gangbild
sei sicher gewesen. Es hätten keine sensomotorischen Defizite der unteren Extremität bei
bds
. unsicherem
Einbeinstand
bestanden. Subjektiv habe der Beschwerdeführer diffuse
Kältedysästhesien
rechtsseitig persistierend angegeben. Die radiologische Kontrolle habe keine Schraubenlockerung oder Materialdislokation gezeigt. Im Übrigen sei eine beginnende gute
Durchbauung
fest
gestellt worden. Die körperliche Belastung sollte nach Massgabe der Beschwer
den erfolgen. Bis zur nächsten klinischen Verlaufskontrolle am 2
0.
Juli 2010 sei der Beschwerdeführer weiterhin arbeitsunfähig (
Urk.
8/33).
2.4
Dr.
med. E._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie
, und D._
,
dipl.
Psychologin, nannten in ihrem Arztbericht vom
7.
Juli 2010 als Diagnose eine erhebliche Anpassungsstörung mit
psychotraumatologischer
, ängstlicher und leicht depressiver Symptomatik (ICD-10: F. 43.28); DD: posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.10). Seit einem schweren Arbeitsunfall i
m
November 2009 leide der Beschwerdeführer an anhaltenden Schmerzen in mehreren Körperregionen, Nervosität, Alpträumen, einer generell erhöhten Ängstlichkeit und Stimmungslabil
ität, Gedankenkreisen um die Zu
kunft, „Flash
backs
“ um das Unfallgeschehen, Weinerlichkeit und Reizbarkeit sowie Schlaf
störungen. Angstbesetzt sei vor allem auch das Thema Arbeit. Es seien mittler
weile vier Sitzungen mit dem Beschwerdeführer durchgeführt worden. Er melde sich spontan bzw. bei Bedarf, um sich mentale Unterstützung in Form von schriftlich festgelegten „positiven Gedanken“ an Handlungsanweisungen abzu
holen. Diese Methode („Notfallkoffer“) habe er in der
K
linik
C._
gelernt und sie scheine ihm weiterhin Halt zu geben, ausserdem praktiziere er Entspannungsü
bungen ab CD zuhause. Es werde im weiteren Verlauf darum gehen, gemeinsam mit dem Beschwerdeführer Strategien zu erarbeiten, die für den Heilungsprozess förderlich seien: Ablenkung durch andere Aktivitäten, Gestaltung der Freizeit, Übungen zu Gedul
d. Schliesslich wurde festgehalten, die Arbeitsfähigkeit sei abhängig von der Schmerzverarbeitungsfähigkeit. Der Beschwerdeführer gebe an, ca. 75
%
des Tages liegend zu verbringen, d.h. die Arbeitsfähigkeit betrage 0
%
(
Urk.
8/37).
2.5
Mit Verlaufsbericht vom 1
4.
September 2010 hielten die behandelnden Ärzte
des
S
pitals
A._
fest, der Beschwerdeführer habe im Rahmen der letzten Untersuchung vom 3
0.
August 2010 über einen guten weiteren Verlauf berichtet. Im Vordergrund hätten noch Schmerzen im BWS- und LWS-Bereich gestanden, vor allem bei Rotation des Oberkörpers.
Radikuläre
Schmerzen seien keine vorhanden gewesen. Unter den Befunden wurde ausgeführt, es habe sich eine reizlos verheilte Narbe präsentiert. Subjektiv habe der Beschwerdeführer über der LWS ein
en
Klopf- und Druckschmerz angegeben. Es sei ein paravertebraler Muskelhartspann auszumachen gewesen. E
in
sensomotorisches Defizit habe sich nicht gefunden. Die Röntgenaufnahmen hätten eine regelrechte Lage des
Spondylodesematerials
mit guter knöcherner Konsolidierung gezeigt. Bei bisher unauffälligem postoperative
m
Verlauf würden nu
n
von neurochirurgi
scher Seite aus die dorsalen Fixateure, welche
unfusionierte
Segemente
über
brückten, entfernt. Diese Operation sei mit dem Beschwerdeführer auf Ende Oktober 2010 terminiert worden (
Urk.
8/63).
2.6
Im Nachgang zu diesem Eingriff
(
Hospitalisation
im
S
pital
A._
vom 2
8.
Oktober bis
2.
November 2010
)
berichteten die behandelnden Ärzte am
9.
November 2010 über einen insgesamt komplikationslosen Verlauf mit unproblematischer Mobilisation. Die Wundverhältnisse s
eien zu jedem Zeit
punkt reizlos
gewesen. Bei Austritt habe sich das
Gangbild
flüssig präsentiert, jedoch leicht verlangsamt. Zehen- und Fer
sengang seien unsicher gewesen, der
Einbeinstand
intakt. Es sei kein Trendelenburgzeichen auszumachen gewesen. Bei Bewegung der LWS habe der Patient starke Schmerzen beschrieben, welche von lumbal nach abdominal ausstrahlten (
Urk.
8/74).
Nach einer weiteren Konsul
t
ation vom 3
0.
November 2010 hielten die behandelnden Ärzte des
S
pitals
A._
in ihrem Bericht vom
9.
Dezember
2010 fest, es habe sich ein unauffälliger weiterer Verlauf präsentiert. Angesichts der Ausdehnung des Operationsdefekts seien die belastungsabhängigen Rückenschmerzen durch
aus erklärbar. Die Arbeitsunfähigkeit sei bis Ende Jahr verlängert worden. Die Schmerzmedikamente sollten im Verlauf reduziert werden. Mit zunehmender Beweglichkeit sollte dann eine physiotherapeutische Behandlung eingeleitet werden. Eine Verordnung sei ausgehändigt worden (
Urk.
8/82).
2.7
In einem Zwischenbericht vom 1
6.
August 2011 zuhanden der Beschwerdegegnerin führte
Dr.
F._
aus, der Beschwerdeführer sei von Seiten der BWS/LWS ohne Belastung mehr oder weniger beschwerdefrei. Sodann bestehe eine reaktive depressive Verstimmung bei Familienproble
men/Arbeitsplatzverlust und chronischen Rückenschmerzen. Der Patient mache regelmässig Physio
therapie, gehe selbständig ins Thermalbad
und nehme
Psycho- und Schmerzverarbeitungstherapie bei
Dr.
E._
in Anspruch
(
Urk.
8/115).
2.8
Kreisarzt
Dr.
B._
hielt in seiner Beurteilung vom 1
4.
September 2011 fest, beim Beschwerdeführer präsentiere sich eine
mässiggradig
ausgeprägte Bewegungseinschränkung des Rumpfes (BWS/LWS) und
eine
mässiggradige
Belastungsintoleranz des Achsenorgans bei Zustand nach
Spondylodese
Th12/L1 und L2-S4 vom 2
3.
November 2009 nach Sturz am 2
3.
November 200
9.
Die vom Beschwerdeführer beklagten Beschwerden der Brust- und Lendenwirbelsäule hätten sich trotz laufender Wassergymnastik und Physiotherapie nicht wesent
lich verändert. Nur die Schmerzmittelkombination halte die Beschwerden in einem erträglichen Mass. Belastungen, wie längeres Gehen und Bücken, führten zu einer Verstärkung der lumbalen Schmerzsymptomatik. Darüber hinaus schlafe das linke Bein häufig ein. Die b
ei der aktuellen Untersuchung erhobenen funktionellen Einschränkungen des Achsenorgans im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule hätten eine
mässiggradige
Bewegungseinschränkung in alle Bewegungsrichtungen gezeigt, ohne neurologische bzw.
radikuläre
Symptoma
tik. Auch in Anbetracht der Schwere der damaligen Verletzung zweier Lendenwirbelkörper sei das Ausmass der aktuell geklagten Beschwerden aus kreisärztlicher Sicht nicht vollständig nachvollziehbar. Nach Kenntnis der medizinischen Unterlagen und einer laufenden psychiatrisch-psychologischen Behandlung scheine im konkreten Fall eine erhebliche Anpassungsstörung bzw. eine post
traumatische Belastungsstörung vorzuliegen. Sämtliche bildgebenden Befunde der Brust- und Lendenwirbelsäule, letztlich vom 3
0.
August 2010, hätten ein reizlos liegendes
Osteosynthesematerial
und knöchern vollständig konsolidierte Wirbelkörperfrakturen ohne relevante Fehlstellung dokumentiert. Bezüglich Zumutbarkeit ergebe sich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt eine Leistungsfä
higkeit für leichte körperliche Tätigkeiten, ganztags. Arbeiten, die mit Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, mit häufigem Bücken, ausschliesslichem Gehen oder Stehen verbunden seien, seien ebenso aus dem Tätigkeitsprofil aus
zuschliessen wie Einwirkungen im Sinne von Vibrationen und Schlägen auf die Lendenwirbelsäule. Anzustreben sei eine überwiegend sitzende Tätigkeit, die durch kurze stehende Anteile bzw. durch kurze Gehstrecken aufgelockert wer
den könne. Aus kreisärztlicher Sicht sei im konkreten
Fall
von einem medizini
schen Endzustand auszugehen. Die noch laufende physiotherapeutische Behandlung könne beendet werden. Weitere Therapiemassnahmen seien nicht indiziert bzw. führten nicht mehr zu einer relevanten Verbesserung des Beschwerdebilds und der funktionellen Einschränkungen des Achsenorgans. Die
Beschwerdegegnerin werde für die Schmerzmittel und für drei bis vier Arztkonsultationen im Jahr aufkommen (
Urk.
8/119).
2.9
Am 2
2.
September 2011 nahm Kreisarzt
Dr.
B._
eine Schätzung des Integritätsschadens vor.
Den betreffenden
Ausführungen ist zu entnehmen
, aufgrund der Unfallfolgen
sei
bei operativ behandelter BWK12- und LWK3
Fraktur eine
mässiggradige
Einschränkung des Achsenorgans (Brust
/Lendenwirbelsäule) in allen Bewegungsrichtungen verblieben. Nach Feinrastertabelle 7, Integritätsentschädigung gemäss UVG, werde eine Fraktur der Lendenwirbelsäule mit geringen Dauerschmerzen und verstärkten Belastungsbeschwerden mit einer Integritätsentschädigung von 5
%
bis 10
%
eingeschätzt. Aufgrund der doch erheblichen funktionellen Einschränkungen und der operativen Revision sei eine Integritätsentschädigung von 10
%
gerechtfertigt (
Urk.
8/118).
2.10
Die Orthopädie der
K
linik
G._
nannte in ihrem Verlaufsbericht vom
2.
Mai 2012
, nebst den bekannten orthopädischen Diagnosen, diejenige einer
Anpassungsstörung mit
psychotraumatologischer
, ängstlicher und leicht depressiver Symptomatik (ICD-10: F43.28).
Die behandelnden Ärzte führten aus
, der Beschwerdeführer bericht
e über unveränderte Beschwerden, hauptsächlich Rückenschmerzen. Diese würden durch
Reklination
verstärkt. Die Ausstrahlung im Bereich der Leiste links könne in der Bildgebung nicht nachgewiesen wer
den. Dem Patienten sei eine Facettengelenksinfiltration empfohlen worden. Dieser möchte das noch mit seinem Hausarzt besprechen und werde sich bei Bedarf melden (
Urk.
8/179).
2.11
Dr.
E._
/
D._
führten in ihrem Verlaufsbericht vom 2
0.
April 2012 aus, die Familie des Beschwerdeführers leiste die anfänglich gewährte Rücksicht
nahme nicht mehr, was bei diesem immer wieder zu ängstlich-depressiven Stimmungen und Gewissenskonflikten führe. Er sei leicht reizbar und reagiere öfters aggressiv, deshalb fühle er sich sozial immer mehr isoliert. Eine Compu
tertomographie habe seine körperlichen Schmerzen (lagerungsbedingt?) für ca.
zwei Monate verstärkt. Die ängstliche Besorgnis über den Heilungsprozess und die chronischen Schmerzen (die ihn gelegentlich zwingen würden, 75
%
des Tages liegend zu verbringen) hätten bis jetzt leider nicht durch ablenkende Massnahmen in Form von Freizeitaktivitäten gemildert werden können. In der letzten Konsultation vom
4.
April 2012 habe der Beschwerdeführer berichtet, dass er bei einem RAV-Kurs psychisch
dekompensiert
sei, er fühle sich überfor
dert, habe mehrmals das Kurslokal verlassen und den einwöchigen Kurs vorzei
tig abbrechen müssen. Zusammenfassend müsse festgestellt werden, dass trotz des fortgeschrittenen körperlichen Heilungsverlaufs die psychische Symptoma
tik leider noch nicht die gewünschte Besserung erreicht habe. Es müss
e in Belastungssituationen weiterhin mit einer Verschlechterung des psychischen Zustands gerechnet werden. Was die Arbeitsfähigkeit betreffe, sei diese ab
hängig von der Schmerzverarbeitungsfähigkeit und der Minderung der körperbezogenen Ängste. Der Beschwerdeführer habe grosse Ängste vor unbedachten Bewegungen, die zum Bruch des Titanwirbelkörperersatzes führen könnten. Plötzliche bewegungsabhängige Schmerzen könnten diese Ängste auslösen, z.B. in der Physiotherapie und im privaten Alltag. Dadurch sei sein Aktionsradius immer noch sehr reduziert (
Urk.
8/181).
2.12
Am 1
9.
Juli 2012 erstatteten
Dr.
E._
/
D._
im Auftrag des Beschwerde
führers
einen weiteren Bericht. Sie bezogen sich darin auf ein psy
chiatrisches Gutachten
von
Dr.
med. H._
(nicht bei den Akten), welches
anscheinend
von der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
in Auftrag gegeben worden war
(vgl.
Urk.
8/177).
Seitens der beiden Therapeu
tinnen wurde festgehalten, der von
Dr.
H._
gestellten Diagnose einer Post
traumatischen Belastungs
störung
gemäss ICD-10: F43.1 werde zugestimmt. Es hätten sich im Verlauf erneut wieder signifikante Symptome dieser Klassifika
tion gezeigt: Wiederholtes Erleben des Traumas
mit
in sich aufdrängenden Erinnerungen (Nachhallerinnerungen,
flashbacks
)
und
mit vegetativer
Überregtheit
. Der Beschwerdeführer habe einen solchen Zustand geschildert, der während der psychiatrischen Begutachtung aufgetreten sei, als er von seinem Arbeitsunfall erzählen sollte. Ebenso habe er bei der Frage nach vorausgegan
genen Handlungen in suizidaler Absicht gezittert, geschwitzt und mehrmals die Toilette aufsuchen müssen.
Seit längeren Intervallen seien diese Erinnerungen nicht mehr aufgetreten bzw. nicht mehr im therapeutischen Setting erwähnt worden. Der Beschwerdeführer habe gesagt, er möchte lieber sterben als noch
mals eine solche Befragungssituation zu erleben. Ein RAV-Kurs sei als ähnlich belastend erlebt worden, er habe mehrmals den Unterrichtsraum verlassen müssen, sei psychisch überfordert gewesen, sei zeitweise von der Kursleiterin einzelbetreut und vorzeitig nach Hause geschickt worden. Dieses Erleben spre
che für eine stark verminderte Belastbarkeit. Es stelle sich die Frage, ob inzwi
schen von einer andauernden Persönlichkeitsveränderung nach psychischer Erkrankung im Sinne von ICD-10: F62.1 ausgegangen werden müsse. Diese Form einer Persönlichkeitsveränderung könne ohne Berücksichtigung des sub
jektiven, gefühlsmässigen Erlebens und der prämorbiden Persönlichkeit, ihrer Anpassung und ihrer Vulnerabilität nicht vollständig geklärt werden.
Folgende klinischen Merkmale würden diagnostische Hinweise für diesen Typus der Persönlichkeitsänderung liefern: Erhöhte Abhängigkeit und Anspruchshaltung (Familie, Hausarzt, delegiert alle administrativen Aufgaben), Überzeugung
,
durch die vorangegangene Krankheit bzw. den Unfall verändert oder stigmati
siert worde
n zu sein („Psychopath“); infolgedessen Unfähigkeit zur Aufnahme und Beibehaltung enger und vertrauensvoller persönlicher Beziehungen sowie soziale Isolation („Familie, Freunde und Kollegen wenden sich ab, wollen nichts mehr mit ihm zu tun haben, er ziehe sich ins Schlafzimmer zurück“); Passivität; verminderte Interessen und Vernachlässigung von Freizeitbeschäftigungen; Kla
gen über körperliche Beschwerden, verbunden mit hypochondrischen Ängsten (häufige ängstlich-besorgte Konsultationen beim Hausarzt);
dysphorische
und labile Stimmung. Im Vergleich zum prämorbiden Niveau sei eine deutliche Störung der sozialen und beruflichen Funktionsfähigkeit auszumachen. Beim Beschwerdeführer würden folgende psychopathologischen Symptome mit Krankheitswert vorliegen: Depressive Stimmungsschwankungen, Affektlabilität, mangelnde Frustrationstoleranz, gedankliche Einengung auf Körperbefindlichkeit, ängstliche Besorgtheit, Selbstwertproblematik, sozialer Rückzug, Schlaf
störungen (schmerzbedingt). Was die Arbeitsfähigkeit betreffe, benötige der Beschwerdeführer aufgrund der beschriebenen Symptomatik eine sorgfältige berufliche Wiedereingliederung, in einem angepassten geschützten Rahmen, entsprechend de
n
begutachteten somatischen und psychiatrischen Ein
schränkungen.
Die objektive Arbeitsfähigkeit lasse sich nur praktisch, durch geeignete berufliche Massnahmen, und nicht theoretisch, beurteilen (
Urk.
3).
3.
Streitig und zu prüfen ist
zunächst
, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die Kausalität zwischen dem Unfall vom 2
3.
November 2009 und den vom Beschwerdeführer geklagten psychischen Beschwerden verneint hat.
4.
Was die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang zwischen Unfal
l
ereignis und den psychischen Beschwerden betri
fft, führte Kreisarzt
Dr.
B._
in seiner Beurteilung vom 1
4.
September 2011 aus,
dass
das Ausmass der aktuell geklagten Beschwerden aus kreisärztlicher Sicht nicht vollständig nachvoll
ziehbar
sei und vermutete
eine erhebliche Anpassungsstörung bzw. eine post
traumatische Belastungsstörung (
Urk.
8/119). Zur
genauen Ursache der
Ent
stehung dieser psychischen Beschwerden äusserte sich der
Kreisa
rzt nicht
(vgl. E. 2.8)
.
Von Seiten der behandelnden Ärzte hatte
erstmals
die
K
linik
C._
in ihrem Bericht vom
8.
April 2010
eine
erhebliche Anpassungsstörung mit
psychotraumatologischer
, ängstlicher und leicht depressiver Symptomatik (ICD
10: F. 43.28); DD: posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.10)
erwähnt
(E. 2.2)
.
Von dieser Diagnose waren
anschliessen
d
auch die beiden Therapeutinnen
Dr.
E._
/
D._
ausgegangen, zuletzt im Bericht vom 2
0.
April
2012 (
Urk.
8/181).
Im neusten Bericht vom 1
9.
Juli 2012 wurde hinge
gen eine posttraumatische Belastungsstörung nach ICD-10 F43.1 diagnostiziert und daneben eine andauernde Persönlichkeitsveränderung nach psychischer Erkrankung ICD-10: F62.1 in Betracht gezogen. Die Therapeutinnen wiesen dabei darauf hin, ihre Beurteilung stehe im Einklang mit dem - aktenmässig nicht dokumentierten - IV-Gutachten von
Dr.
H._
(
Urk.
3).
Aus
den
Berichten
von
Dr.
E._
/
D._
bzw. der
K
linik
C._
geht letztlich ebenfalls unzureichend hervor, wie es aufgrund des Unfalls vom 2
3.
November 2009 zu
r
Entstehung von psychischen Besch
werden gekommen ist.
Inwieweit diese Beschwerden natürlich kausal auf den Unfall zurückzuführen sind,
braucht indes nicht abschliessend beantwortet zu werden. Fehlt es nämlich ohnehin am adäquaten Kausalzusammenhang zwischen einem Unfall und einer psychischen Störung, kann die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang offen gelassen werden
(
BGE 135 V 465 E. 5.1 S. 472 mit Hinweisen
).
Das ist nachfol
gend zu prüfen
.
5.
Der Beschwerdeführer beruft sich einerseits darauf, die Adäquanz zwischen Unfall und psychischen Beschwerden gründe auf einem erlittenen Schreckereignis.
Rechtsprechung und Lehre haben schreckbedingte plötzliche Einflüsse auf die Psyche seit jeher als Einwirkung auf den menschlichen Körper (im Sinn des geltenden Unfallbegriffs) anerkannt und für ihre unfallversicherungsrechtliche Behandlung besondere Regeln entwickelt. Danach setzt die Annahme eines Unfalls voraus, dass es sich um ein aussergewöhnliches Schreckereignis, ver
bunden mit einem entsprechenden psychischen Schock, handelt; die seelische Einwirkung muss durch einen gewaltsamen, in der unmittelbaren Gegenwart des Versicherten sich abspielenden Vorfall ausgelöst werden und in ihrer über
raschenden Heftigkeit geeignet sein, auch bei einem gesunden Menschen durch Störung des seelischen Gleichgewichts typische Angst- und Schreckwirkungen (wie Lähmungen, Herzschlag etc.) hervorzurufen. In jüngerer Zeit wurde diese Rechtsprechung bestätigt und dahingehend präzisiert, dass auch bei Schreckereignissen nicht nur die Reaktion eines (psychisch) gesunden Menschen als Ver
gleichsgrösse dienen kann, sondern auch in diesem Zusammenhang ebenfalls auf eine "weite Bandbreite" von Versicherten abzustellen ist (BGE 129 V 177 E.
2.1; SVR 2008 UV Nr. 7 S. 22 E.
2.2). Die Beurteilung der Adäquanz zwischen Schreckereignissen, bei welchen die versicherte Person zwa
r (auch) körperliche Beeinträch
tigungen davonträgt, diese indessen nicht entscheidend ins Gewicht fallen, und psychischen Schäden hat nach der allgemeinen Adäquanzformel (gewöhnlicher Lauf der Dinge und allgemeine Lebenserfahrung) zu erfolgen (SVR 2008 UV Nr. 7 S. 22 E. 2.4 mit
Hinweisen). An den adäquaten Kausalzu
sammenhang zwischen Schreckereignissen und nachfolgenden psychischen Beschwerden werden hohe Anforderungen gestellt. Andererseits ist der Versi
cherungsschutz wie erwähnt einer weiten Bandbreite von Versicherten zu gewähren (BGE 129 V 177 E. 3.3 mit Hinweisen). Damit sind die strengen Anforderungen insbesondere an den Beweis der Tatsachen, die das Schreckereignis ausgelöst haben, und an die Aussergewöhnlichkeit dieses Ereignisses sowie den entsprechenden psychischen Schock zu stellen. Nach der Rechtspre
chung besteht die übliche und einigermassen typische Reaktion auf solche Ereignisse erfahrungsgemäss darin, dass zwar eine Traumatisierung stattfindet, diese aber vom Opfer in aller Regel innert einiger Wochen oder Monate über
wunden wird (BGE 129 V 177, SVR 2008 UV Nr. 7 S. 22 E. 2.5, je mit Hinwei
sen).
Vorliegend ist festzustellen, dass
im Bericht
des erstbehandelnden
S
pitals
A._
vom
7.
Dezember 2009 (
Urk.
8/6)
weder ein psychischer Schock noch andere psychische Auffälligkeiten oder typische Angst- und Schreckwirkungen beschrieben
wurden
.
Schon angesichts dessen erscheint fraglich, ob hier von einem Schreckereignis im Rechtssinn ausgegangen werden kann. Selbst wenn dies bejaht
würde
, wäre
indes
kein
adäquate
r
Kausalzusam
menhang zwischen
Unfall und
psychischen Beschwerden
gegeben.
Zwar kann dem Geschehen eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abgesprochen werden. Den
noch erscheint es nach der allgemeinen Lebenserfahrung - auch unter Berück
sichtigung einer "weiten Bandbreite" von Versicherten - nicht geeignet, psy
chische Störungen
über eine Dauer, wie sie beim Beschwerdeführer vorliegen soll,
auszulösen.
Die Adäquanz ist nachstehend somit – entsprechend den Aus
führungen der Beschwerdegegnerin im angefochtenen
Einspracheentscheid
– nach der Rechtsprechung
zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133
; „Psycho-Praxis“
)
zu prüfen
.
6.
6
.1
Gemäss BGE 115 V 133
setzt die Bejahung de
s adäquaten Kausalzusammen
hangs
zwischen einem Unfallereignis und einer anschliessend einsetzen
den psy
chischen Fehlentwicklung
im Einzelfall voraus, dass dem Unfallereignis für die Ent
stehung der psychisch bedingten
Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutun
g zukommt. Dies trifft dann zu,
wenn es objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsth
aft ins Gewicht
fällt (BGE 115 V 141 E. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser
Frage ist an das Unfallereignis
anzuknüpfen, wobei
ausgehend vom augenfälli
gen Geschehensablauf
folgende
Einteilung der Unfälle in drei Gruppen zweckmässig erscheint: banale b
zw. leichte Unfälle einerseits,
schwere Unfälle
anderseits und schliesslich der dazwi
schen liegende mittlere Bereich
(vgl. BGE 115 V 138 E. 6). Während bei leichten bzw. banalen Unfällen
der adäquate Kausalzusammen
hang
in der Regel ohne weiteres verneint werden kann,
weil auf Grund der all
gemeinen
Lebenserfahrung, aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer
Erkenntnisse davon ausgegangen
werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen
erheblichen Gesundheitsschaden
zu verursachen, ist der adä
quate Kausalz
usammenhang zwischen Unfall und
Folgen bei schweren Unfällen in der Regel zu bejahen. Denn
nach dem gewöhnlichen Lauf der
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unf
älle geeignet, invalidi
sierende
psychische Gesundheitsschäden zu bewirken.
6
.
2
Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Un
falls;
die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
körperliche Dauerschmerzen;
ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 109 E. 6.1, 115 V 133 E. 6c/
aa
).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genü
gen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, wel
cher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr.
U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie zum Beispiel eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfä
higkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere
unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Be
reich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffal
lender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Wür
digung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Beja
hung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfä
higkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 133 E. 6c/
bb
, vgl. auch BGE 120 V 352 E. 5b/
aa
; RKUV 2001 Nr. U 442 S.
544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 E. 2).
7
.
7
.1
Bei der Frage nach der Schwere des Unfalls ist im
Rahmen
einer objektivierten Betrachtungsweise
zu prüfen
, ob der Unfall eher als leicht, als
mittelschwer oder als schwer erscheint, wobei im mittleren Bereich
gegebenenfalls eine weitere Differenzierung nach der Nähe zu den leichten oder
schweren Unfällen erfolgt. Massgebend sind der augenfällige Geschehensablauf
mit den sich dabei entwi
ckelnden Kräften, nicht jedoch Folgen des Unfalles oder
Begleitumstände, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden können.
Derartigen dem eigentlichen Unfallgeschehen nicht zuzuordnenden Faktoren ist
gegebenenfalls bei den Adäquanzkriterien Rechnung zu tragen. Dies gilt etwa für
die - ein eigenes Kriterium bildenden - Verletzungen, welche sich die
versicherte Person zuzieht, aber auch für - unter dem Gesichtspunkt der
besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des
Unfalls zu prüfende - äussere Umstände, wie eine allfällige Dunkelheit im
Unfallzeitpunkt oder Verletzungs- resp. gar Todesfolgen, die der Unfall für
andere Personen nach sich zieht (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, U 2/07 E. 5.3.1).
Das vorliegende Unfallereignis wird von den beiden Parteien übereinstimmend als mittelschwer qualifiziert, eine Annahme, die aufgrund der Akten nicht zu beanstanden ist.
Demnach kann die
Adäquanz nur bejaht werden, wenn mindestens dr
ei der sieben Adäquanzkriterien
erfüllt sind oder eines besonders ausgeprägt v
orliegt (SVR 2013 UV Nr. 3 S. 7
E. 6 Ingress [8C_398/2012], 2010 UV Nr. 25 S. 100 E. 3 und 4.5 [8C_897/2009]).
7
.2
7
.2.1
Das
Krite
rium der besonders dramatischen
Begleitumstände oder besonder
en Eindrücklichkeit des Unfalls beurteilt
sich objektiv und nicht aufgrund des sub
jektiv
en Empfindens bzw. Angstgefühls
der versicherten Person. Jedem min
destens
mittelschweren Unfall ist eine
gewisse Eindrücklichkeit eigen, die somit n
och nicht für eine Bejahung des
Kriteriums ausreichen kann (nicht
publ
. E.
3.5.
1 des Urteils BGE 137 V 199, in
SVR 2012 UV Nr. 2 S. 3 [8C_100/2011]; SVR 2013
UV Nr. 3 S. 7 E. 6 Ingress und
6.1). Es wird nur das Unfallgeschehen an sic
h und nicht die dabei erlittene
Verletzung betrachtet. Der nachfolgende
Heilungsprozess wird bei diesem
Kriterium nicht einbezogen (Urteile 8C_893/2012
vom
4.
März 2013 E. 4.3 und 5.3
sowie 8C_885/2011 vom 1
8.
Januar 2012 E. 4 und 6.1).
7
.2.2
In Bezug auf den genauen Hergang des Unfalls vom 2
3.
November 2011 präsen
tiert sich die Aktenlage uneinheitlich.
Dem im Polizeirapport
vom
7.
Dezember 2009
dargestellten Sachverhalt, welcher sich auf die damalige Aussage des Beschwerdeführer stützt, ist zu entnehmen, der Beschwerdeführer sei von einem der drei herabstürzenden Metallbehältnissen am Kopf und even
tuell am Rücken getroffen worden. Durch den Schlag sei er ins Straucheln geraten, von der Rampe gestürzt, mit dem Rücken möglicherweise auf den vor der Rampe parkierten PW-Anhänger geprallt und schliesslich auf dem 118 cm tiefer befindlichen Betonboden der Einfahrt liegen geblieben (
Urk.
8/
3
).
Davon abweichend gab der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde an,
zunächst sei ihm
eine Metallkiste von ca. 34 kg von hinten auf den Rücken gefallen
.
Eine zweite dieser Kisten sei ihm direkt auf den Kopf gefallen. Anschliessend sei er ca. 1.5 m tief nach hinten von der Rampe gefallen. Gemäss Angaben in der Beschwerdeschrift stütze sich dieser Sachverhalt auf die Aussagen des Beschwerdeführers und des Arbeitgebers sowie auf den Polizeirapport.
Dies ist indes unzutreffend. Wie soeben au
f
gezeigt wurde, kann dem Polizeirapport bzw. den damaligen Aussagen des Beschwerdeführers nicht entnommen werden, dass er noch von einer zweiten Kiste am Kopf getroffen worden sei, ebenso wenig
den Angaben des Arbeitgebers (vgl.
Urk.
8
/3, S. 5).
An dieser Stelle ist ausser
dem auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts hinzuweisen, wonach
b
ei sich widersprechenden An
gaben des Versicherten über den
Unfallhergang die soge
nan
nten
spontanen "Aussagen der ersten Stunde
" in der Regel unbefangener und
zuverlässiger sind als spätere Darstellun
gen, die bewusst oder unbewusst
von nachträglichen Überlegungen versic
herungsrechtlicher oder anderer
Art beeinflusst sein können. Wenn der V
ersicherte seine Darstellung im
Laufe der Zeit wechselt, kommt den Angab
en, die er kurz nach dem Unfall
gemacht hat, meistens grösseres Gewicht z
u als jenen nach Kenntnis einer
Ablehnungsverfügung des Versicherers (B
GE 115 V 143 E. 8c; RKUV 1988
Nr. U 55 S. 363 E.
3b/
aa
mit Hinweisen).
Demgemäss
ist
hier den Aussagen des Beschwer
deführers vom 2
3.
November 2009, welche dieser rund eine Stunde nach dem Unfall gegenüber der Polizei gemacht hatte, e
in höheres Gewicht
beizumessen als den
Schilderungen in der Beschwerdeschrift
bzw. kann auf letztere
nicht abgestellt werden. Nicht nachvollziehbar bzw. für die vorliegenden Belange nicht massge
bend sind im Übrigen weitere in
den
Akten zu findende Unfall
darstellungen, wie etwa jene im Bericht des
S
pitals
A._
vom
7.
Dezember 2009
(
Urk.
8/6)
, wo festgehalten wurde, der Beschwerdeführer habe in einer Maschinenhalle mit einem Kran eine schwere Metallkiste (ca. 80 kg) transportiert, wel
che ihm direkt
auf den Kopf gefallen sei, wobei er
an
schliessend noch
aus ca. 2 m Höhe von einer Leiter nach hinten gestürzt
sei
. Für die Beurteilung des Adäquanzkriteriums der besonders dramatischen
Begleit
umstände oder besonder
en Eindrücklichkeit des Unfalls ist hier im Ergebnis
somit
auf jene
n
Sachverhalt abzustellen, welcher aus dem Polizeirapport
vom
7.
Dezember 2009
hervorgeht.
7
.2.3
Wie schon im Rahmen der Ausführungen zum Schreckereignis festgehalten wurde, kann dem vorliegenden Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abgesprochen werden. Von einer besonderen Eindrücklichkeit im Sinne des betreffenden Kriteriums ist jedoch nicht auszugehen.
Des Weiteren lassen ent
gegen der Behauptung des Beschwerdeführers der
Regaeinsatz
, die operativen Eingriffe, der längere stationäre Rehabilitationsaufenthalt wie auch der Umstand, dass er am Unfalltag in seiner angestammten, vertrauten Umgebung gearbeitet habe, nicht auf dramatische Begleitumstände schliessen.
Soweit sich der Beschwerdeführer in Bezug auf die Bejahung des Kriteriums ausserdem beruft, er sei nach dem Sturz hilflos dagelegen, im Schock, noch sinnesanwesend und ganz alleine, ohne zu wissen, ob und wann Hilfe komme, kann dem ebenfalls nicht gefolgt werden.
Vielmehr ist zu
berücksichtigen, dass Arbeits
kollegen des Beschwerdeführers schnell auf dessen Hilferufe aufmerksam geworden waren und sogleich die Sanität verständigt hatten. Gesamthaft ist das Kriterium der dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls somit zu verneinen.
7.3
Was das Kriterium der schweren oder besonderen Art der erlittenen Verletzun
gen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklun
gen auszulösen, betrifft, hatte der Beschwerdeführer eine BWK12- und LWK3-Frak
tur jeweils mit Beteiligung der
Hinterkante
erlitten, die operativ im Sinne einer
Spondylodese
von Th12 bis L1 und L2 bis L4 versorgt wurden. Am Achsenorgan
ist
aufgrund der Unfallfolgen bei operativ behandelter BWK12
und LWK3-Fraktur eine
mässiggradige
Einschränkung von Brust- und Lendenwirbelsäule in allen Bewegungsrichtungen verblieben
.
Angesichts der erhebli
chen Rückenverletzungen bzw. der daraus resultierenden funktionellen Ein
schränkungen der Wirbelsäule kann das hier in Frage stehende
Adäquanzkriterium bejaht werden, ei
ne
besondere Ausprägung ist hingegen nicht ge
geben.
7.4
Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der ärztlichen Behandlung ist nicht allein nach einem zeitlichen Massstab zu beurteilen.
Von
Bedeutung sind auch Art und Intensität de
r Behandlung sowie der Umstand,
inwieweit noch eine Besserung des Gesundhei
tszustandes zu erwarten ist. Es
muss, gesamthaft betrachtet, eine kont
inuierliche, mit einer gewissen
Planmässigkeit auf die Ver
besserung des
Gesundheitszustandes gerichtete
ärztliche Behandlung von ungewöhnlich langer Dauer vorliegen.
Manualtherapeutische
Massnahmen zur Erhaltung
des Zustandes und medikamentöse
Schmerzbekämpfung allein genü
gen diesen
Anforderungen nicht. Einzig der
Abklärung des Beschwerdebildes dienenden Vor
kehren kommt nicht die Qualität
einer Heilmethodik in diesem Sinne zu (Urteil 8
C_729/2012 vom
4.
April 2013 E.
8.3).
Vorliegend war der Beschwerdeführer nach dem Unfall vom 2
3.
November bis
3.
Dezember 2009 im
S
pital
A._
hospitalisiert. Vom 2
7.
Januar bis
8.
April 2010 erfolgte ein stationärer Aufenthalt in der
K
linik
C._
.
Anschliessend wurden regelmässige Konsultationen durch den Hausarzt durchgeführt. Dane
ben sind drei Verlaufskontrollen sowie die Entfernung eines dorsalen USS-Fixateurs intern BWK 11/L1 und LWK24/4 im
S
pital
A._
mit kurzem stationären Aufenthalt
dokumentiert. In Bezug auf all diese ärztlichen Behandlungen ist festzustellen, dass diesen nicht die von der Rechtsprechung geforderte Intensität zukommt.
Dasselbe gilt für die Schmerzmittel, die der Beschwerdeführer täglich zu sich nehmen muss, sowie für die Physiotherapie und die Wassergymnastik, die er regelmässig in Anspruch nimmt. Was schliess
lich die psychotherapeutische Behandlung bei
Dr.
E._
/
D._
betrifft,
dauert diese bereits seit April 201
0.
Gemäss dem neusten
Bericht vom 1
9.
Juli 2012 (
Urk.
3)
finden diese
Sitzungen
indes nur
3
bis 6-wöchentlich
statt
, wobei sich der Beschwerdeführer jeweils spontan bei Bedarf melde. Diesen Behand
lungen kann deshalb
ebenfalls
nicht eine Intensität beigemessen werden
,
wie sie für die Annahme einer ungewöhnlich
lange
n
Dauer der ärztlichen Behandlung
vorausgesetzt wird
. Gesamthaft ist dieses Adäquanzkriterium im vorliegenden Fall somit zu verneinen.
7.
5
Die Beurteilung von körperlichen Dauerbeschwerden richtet sich
nach den glaub
haften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt
(vgl.
Urteil des Bundes
gerichts 8C_172/2009 vom 2
1.
Juli 2009 E. 5.3.3).
Im Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung vom 1
4.
September 2011 gab der Beschwerdeführer an, an Schmerzen im Rücken, an der Brust- und Lendenwirbelsäule und auch im Nacken zu leiden.
Die Schmerzen seien immer
vorhanden, sie verstärkten sich bei Belastungen wie z.B. beim Gehen nach 300 m. Im Liegen seien die Schmer
zen am wenigsten ausgeprägt (
Urk.
8/119).
Demgegenüber ist dem Bericht von
Dr.
F._
vom 1
6.
August 2011 zu entnehmen, der Patient sei von Seiten der BWS/LWS mehr oder wenig
er beschwerdefrei, wo
gegen die Rückenschmerzen chronisch
seien (
Urk.
8/115)
Gegenüber den behandelnden Ärzten erwähnte
der Beschwerdeführer
ausserdem, oftmals bis zu 75
%
Tages liegen zu müssen
(vgl. z.B.
Urk.
8/116)
. Das Kriterium der körperlichen Dauerbeschwerden kann
hier
grundsätzlich bejaht werden. Allerdings liegt es höchstens
ansatzweise
vor.
Diesbezüglich ist
vor allem auch
daraufhin hinzuweisen, dass der Beschwerde
führer nach wie vor in der Lage ist, wesentliche ausserhäusliche Tätigkeiten auszuüben, wie etwa der Umstand deutlich macht, dass es ihm offenbar möglich ist, für längere Zeit in die Ferien zu fahren (vgl.
Urk.
8/23;
Urk.
8/108).
7.6
Den Akten lassen sich keine Hinweise auf eine ärztliche Fehlbehandlung ent
nehmen, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte. Eine solche wird vom Beschwerdeführer auch nicht geltend gemacht.
7.7
Auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erheb
liche Komplikationen
kann nicht berei
ts aus der Dauer der ärztlichen
Behandlung und der geklagten Beschwerden geschlossen werden. Es bedar
f dazu
besonderer Gründe, welche die Heilung beeinträc
htigt haben (SVR 2007 UV Nr. 25
S. 81 E. 8.5, U 479/05). Solche Gründe sind hier nicht gegeben.
Vielmehr ist auf die Feststellung von Kreisarzt
Dr.
B._
in dessen Bericht vom 1
4.
September 2011 hinzuweisen, wonach sämtliche bildgebenden Befunde der Brust- und Lendenwirbelsäule, letztlich vom 3
0.
August 2010, ein reizlos liegendes
Osteosynthesematerial
und knöchern vollständig konsolidierte Wirbelkörperfrakturen ohne relevante Fehlstellung dokumentiert hätten (
Urk.
8/119). Im Ergebnis ist dieses Adäquanzkriterium ebenfalls zu verneinen
.
7.8
Das Kriterium des Grades und d
er Dauer der physisch bedingten
Arbeitsun
fähigkeit bezieht sich nicht allein
auf das Leistungsvermögen im
angestammten Beruf (SVR 2012 UV Nr. 23 S. 83 E.
4.2.6 [8C_435/2011]; RKUV 2001
Nr. U 442 S. 544 [U 56/00]; Urteil 8C_729/2012 E. 8.7).
Vorliegend bestand beim Beschwerdeführer nach dem Unfall eine 100%ige Arbeitsunfähig
keit. Nach der Verlaufskontrolle vom 3
1.
Mai 2010 führten die Ärzte des
S
pitals
A._
in ihrem Bericht vom
8.
Juni 2010
aus
, es bestehe wei
terhin Arbeitsunfähigkeit bis zur nächsten klinischen Nachkontrolle vom 2
0.
Juli 2010 (
Urk.
8/33)
. Nachdem der Beschwerdeführer anscheinend nicht zu diesem Termin erschienen war
(
Urk.
8/43)
, fand die nächste Kontrolle am 3
0.
August 2010 statt. Im betreffenden Bericht wurden keine Angaben zur Arbeitsfähigkeit gemacht
(
Urk.
8/63)
. Hingegen äusserten sich die Spitalärzte nach der Abschlusskontrolle vom 3
0.
November 2010
wieder dazu.
Im betref
fenden
Bericht vom
9.
Dezember 2010
wurde zunächst erklärt, angesichts der Ausdehnung des Operationsdefekts seien die belastungsabhängigen Rücken
schmerzen durchaus erklärbar. Folglich verlängerten die Ärzte
die Arbeitsunfä
higkeit bis Ende des Jahres. Gestützt auf die Einschätzungen der behandelnden Ärzte des
S
pitals
A._
ist somit von einer somatisch bedingten vollen Arbeitsunfähigkeit
im bisherigen Beruf
ab dem Unfalldatum bis Ende Dezember 2010 auszugehen.
Dabei bleibt indes zu beachten, dass der Kreisarzt bereits im September 2010 eine leichte Arbeitstätigkeit stundenweise für zumutbar erachtete, die Aufnahme einer solchen beim bisherigen Arbeitgeber zu zwei Stunden am Tag jedoch vom Hausarzt
Dr.
F._
verhindert wurde (
Urk.
8/61). Hierfür gab
Dr.
F._
auch psychische Gründe an. Ferner hielten die behandelnden Fachpersonen der
K
linik
C._
bereits im Frühjahr 2010 fest, dass die psychische Situation den Wiedereinstieg in die Arbeit und eine volle Arbeitsfähigkeit behindere, wobei sie aus psychiatrischer Sicht die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit halbtags beginnend empfahlen (E. 2.2). Wenn
Dr.
F._
ab
1.
Januar 2011 weiterhin eine volle Arbeitsunfähigkeit attes
tierte, so beruht diese offensichtlich nicht (allein) auf der somatischen Beein
trächtigung.
Dr.
F._
differenzierte
diesbezüglich
auch nicht, weder hinsichtlich der Ursa
chen noch der Auswirkungen. Spätestens anlässlich der Beurteilung durch Kreisarzt
Dr.
B._
(1
4.
September 2011) war dem Beschwerdeführer indes aus somatischen Gründen die Ausübung einer leidensadaptierten Tätigkeit ganztags zumutbar (
Urk.
8/119). Aufgrund des Dargelegten ist davon auszugehen, dass bereits im Frühjahr 2010 die Wiederaufnahme einer den somatischen Beein
trächtigungen angepasste
n
Arbeit durch psychische Faktoren behindert wurde, weshalb das Kriterium einer lange andauernden Arbeitsunfähigkeit aus somati
schen Gründen nicht gegeben ist.
7.9
Zusammenfassend sind im vorliegenden Fall
zwei
der Adäquanzkriterien als erfüllt zu betrachten, jedoch keines davon in besonders ausgeprägter Weise. Gemäss obigen Erwägungen (E. 7.1) genügt dies nicht, um den adäquaten Kau
salzusammenhang zwischen dem Unfall und den psychischen Beschwerden zu bejahen. Bei diesem Ergebnis kann letztlich auch offen bleiben, inwieweit die psychischen Beschwerden natürlich kausal auf das Unfallereignis zurückzufüh
ren sind.
8.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen des Unfalls vom 2
3.
November 200
9.
8.1
Vorliegend hielt
Kreisarzt
Dr.
B._
in seiner Beurteilung vom 1
4.
September 2011 fest, bezüglich Zumutbarkeit ergebe sich auf dem allgemei
nen Arbeitsmarkt eine Leistungsfähigkeit für leichte körperliche Tätigkeiten, ganztags. Arbeiten, die mit Heben und Tragen von Lasten über 10
kg, mit häu
figem Bücken, ausschliesslichem Gehen oder Stehen verbunden seien, seien ebenso aus dem Tätigkeitsprofil auszuschliessen wie Einwirkungen im Sinne von Vibrationen und Schlägen auf die Lendenwirbelsäule. Anzustreben sei eine überwiegend sitzende Tätigkeit, die durch kurze stehende Anteile bzw. durch kurze Gehstrecken aufgelockert werden könne (
Urk.
8/119).
D
iesen
kreisärztlichen
Einschätzungen
kommt
im vorliegenden
Verfahren
voller Beweiswert zu.
8.
2
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird gemäss
Art.
16 ATSG das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.
8.
3
Da nach
einer Erfahrungstatsache die versicherte Person im Gesundheitsfall zumeist die bisherige Tätigkeit weitergeführt hätte, ist für die Ermittlung des
Valideneinkommens
in der Regel von der letzten Beschäftigung auszugehen, die die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung ausgeübt hat, und der damit erzielte Lohn der Teuerung und Reallohnentwicklung bis zum Zeit
punkt des Rentenbeginns anzupassen (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100
Erw
. 3b; AHI 2000 S. 303, BGE 128 V 174). Vorliegend ist das von der Beschwerdegegnerin errechnete
Valideneinkommen
in der Höhe von
Fr.
66‘300.--
durch Anga
ben des früheren Arbeitgebers
belegt (
Urk.
8/
136-138,
Urk.
8/141
) und wird vom Beschwerdeführer
auch
nicht
substantiiert
bestritten.
8.
4
8.
4
.1
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versi
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstä
tigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person
nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung entweder Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Sta
tistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die soge
nannten DAP-Zahlen herangezogen werden (BGE 126 V 76 E. 3b mit Hinwei
sen).
8.
4
.2
In BGE 129 V 472 ff. hat sich das Eidgenössische Versicherungsgericht mit der Invaliditätsbemessung aufgrund von Arbeitsplatzbeschreibungen aus der von der SUVA geschaffenen und teilweise auch in der Invalidenversicherung zur Anwendung gelangenden Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) näher befasst und festgestellt, dass die für die Invaliditätsbemessung herangezogenen DAP-Profile im konkreten Einzelfall repräsentativ sein müssen, was voraussetzt, dass im Regelfall mindestens fünf zumutbare Arbeitsplätze angegeben werden. Zusätzlich sind Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Gruppe. Das rechtliche Gehör ist dadurch zu wahren, dass der Versicherer die für die Invaliditätsbemessung im konkreten Fall herangezogenen DAP-Profile mit den erwähnten zusätzlichen Angaben auflegt und der versicherten Person Gelegenheit gibt, sich
hiezu
zu äussern (vgl.
Art.
122
lit
. a UVV, gültig gewesen bis 3
1.
Dezember 2000 [AS 2000 2913] und
Art.
26
Abs.
1
lit
. b
VwVG
; BGE 115 V 297 ff.). All
fällige Einwendungen der versicherten Person bezüglich des Auswahlermessens und der Repräsentativität der DAP-Blätter im Einzelfall sind grundsätzlich im
Einspracheverfahren
zu erheben. Ist der Versicherer nicht in der Lage, im Ein
zelfall den erwähnten Anforderungen zu genügen, kann im Bestreitungsfall nicht auf den DAP-Lohnvergleich abgestellt werden und ist die Invalidität auf
grund von Tabellenlöhnen der vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
gegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) zu ermitteln. Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des angerufenen Gerichts, die Rechtskonformität der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, gegebenenfalls die Sache an den Versicherer zurück
zuweisen oder an Stelle des DAP-Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE vorzunehmen (BGE 129 V 478 E. 4.2.2).
8.
4
.3
Die SUVA hat der Festsetzung des I
nvalideneinkommens gemäss
Verfügung vom
2
3.
Dezember 2011
und
Eins
pracheentscheid
vom
9.
Juli 2012
fünf DAP
Blätter zu Grunde gelegt. Bei
den angeführten Arbeitsplätzen
handelt es sich um eine Stelle als
Montagearbeiter bei der
I._
AG, eine Stelle als Produktionsmitarbeiter bei der
Firma J._
,
zwei Stellen
als
Verpackungsmittelhersteller
bzw. Produktionsmitarbeiter
bei der
K._
AG sowie eine
Stelle
als Monteur bei der
L._
AG. Zunächst ist festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin den formellen Anforderungen gemäss BGE 129 V 472 hinreichend Rechnung getragen hat. So wurden von ihr wie erwähnt die erforderlichen fünf DAP-Blätter aufgelegt und ebenso
machte
sie Angabe
n
über die Gesamtzahl der auf
grund der gegebenen Behinderungen in Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und
Tiefstlohn
sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil entsprechenden Gruppe (vgl.
Urk.
8/185, S. 4).
Der von der SUVA errechnete Betrag von
Fr.
58‘519.-- entspricht dabei
(indexiert)
auch dem Durchschnitt der Löhne gemäss den fünf ausgewählten DAP-Blättern und liegt im Rahmen der Durchschnittslöhne der entsprechenden Gruppe.
Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, auf das von der Beschwerdegegnerin
ermittelte Invalideneinkommen von
Fr.
58‘519.
-- könne nicht
abgestellt werden
,
da der psychischen Fehlentwicklung nicht Rechnung getragen worden sei.
Diesbezüglich ist jedoch darauf hinzuweisen, dass i
m
Rahmen der Invaliditätsbemessung
unfallfremde Faktoren
ausser Acht
bleiben
müssen.
Im Sinne obiger Erwägungen (E. 7), gemäss welchen
die vom Beschwerdeführer geltend gemachten psychischen Beschwerden nicht als unfallkausal qualifiziert werden können
, erweist sich der b
etreffende Einwand somit als
unbehelflich
.
Es
gilt
vorliegend
auch
festzuhalten
, dass die fünf her
angezogenen Stellen allesamt mit dem durch den Kreisarzt erstellten Zumutbarkeitsprofil vereinbar sind. Insbesondere wurde berücksichtigt, dass es sich um körperlich leichte sowie überwiegend im Sitzen zu verrichtende Tätigkeiten handeln muss.
Im Übrigen
ist der Beschwerdeführer der Auffassung
, lohnmässig
fielen
sein bereits vorgerücktes Alter sowie die Tatsache ins Gewicht, dass
er
eine langjährige Tätigkeit (über 20 Jahre) habe aufgeben müssen und in einem neuen Betrieb neu anzufangen habe.
Dieser
Ansicht
kann ebenfalls nicht gefolgt werden. Im
Rahmen des DAP-Systems, wo aufgrund der ärztlichen
Zumutbarkeitsbeurteilung anhand von Arbeitsplatzbeschreibungen kon
krete
Verweisungstätigkeiten ermittelt werden,
sind Abzüge grundsätzlich nicht sachgerecht
. Zum einen wird spezifi
schen Beeinträchtigungen in der
Leistungsfähigkeit bereits bei der Aus
wahl der zumutbaren DAP-Profile
Rechnung getragen. Zum andern ist bezügl
ich der weiteren persönlichen
und beruflichen Merkmale (Teil
zeitarb
eit, Alter, Anzahl Dienstjahre,
Aufenthaltsstatus), die bei der Anwendun
g der LSE zu einem Abzug führen
können, darauf hinzuweisen, dass auf den
DAP-Blättern in der Regel nicht
nur ein Durchschnittslohn, sondern ein Mi
ni
mum und ein Maximum angegeben
sind, innerhalb deren Spannbreite auf d
ie konkreten Umstände Rücksicht
genommen werden kann
(vgl. BGE
129 V 472 E.
4.2.3).
8.
4
.4
Im Ergebnis ist das von der Beschwerdegegnerin ermittelte Invalideneinkommen von
Fr.
58
‘
519.--
nicht zu beanstanden.
Aus der Gegenüberstellung des
Validenlohnes
von
Fr.
66‘300.-- und des Invalidenlohnes von
Fr.
58'519.-- resultiert
eine Erwerbseinbusse von
Fr.
7‘781.--
bzw. ein Invaliditätsgrad
von
aufgerundet 12
%
.
9.
9.1
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine angemes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dau
ernde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistige
n Integrität erleidet. Die Inte
gritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwe
re des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Entschädi
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhän
gig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelte
n für die Bemessung der Integri
tätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen
zusammen, so wird die Integri
tätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
9.2
Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich laut Art. 25 Abs. 1 U
VG nach der Schwere des Integri
tätsschadens. Diese beurteilt sich nach dem medizinischen Befund. Bei gleichem
medizinischen
Befund ist der Integritätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. Die Integritätsentschädigung der Unfallversicherung unterscheidet sich daher von der privat
rechtlichen Genugtuung, mit welcher der immaterielle Nach
teil indivi
duell unter Würdigung der besonderen Umstände bemessen wird. Es lassen sich im Gegensatz zur Bemessung der Genugtuungssumme im Zivilrecht (vgl. BGE 112 II 131 E. 2) ähnliche Unfallfolgen miteinander vergleichen und auf medizinischer Grundlage allgemein gültige Regeln zur
Bemessung des Integritätsschadens aufstellen; spezielle Behinderungen der Betroffenen durch den Integritätsschaden bleiben dabei unberücksich
tigt. Die Bemessung des Integri
tätsschadens hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalles ab; auch geht es bei ihr nicht um die Schätzung erlittener Unbill, sondern um die medi
zinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträchtigung der körper
lichen oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1, 113 V 218 E. 4b mit Hinweisen; RKUV 2001 Nr. U 445 S.
555 ff.).
9.3
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Integritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typi
sche Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (
Ziff.
1
Abs.
1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (
Ziff.
1
Abs.
2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 Prozent nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (
Ziff.
1
Abs.
3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teil
weisem Verlust und teilweiser Gebrauchsunfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Entschädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 Prozent des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (
Ziff.
2).
9.4
Die Medizinische Abteilung der SUVA hat in Weiterentwicklung der
bundesrätlichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinraster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
9.5
Vorliegend
sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung von 10
%
zu. Sie stützte sich dabei auf die Beurteilung von
Kreisarzt
Dr.
B._
vom 2
2.
September 2011, wonach
am Achsenorgan auf
grund der Unfallfolgen bei operativ behandelter BWK12- und LWK3-Fraktur eine
mässiggradige
Einschränkung des Achsenorgans
(Brust
/Lendenwirbelsäule) in allen Bewegungsrichtungen verblieben
sei
. Nach Feinrastertabelle 7, Integritätsentschädigung gemäss UVG, werde eine Fraktur der Lendenwirbelsäule mit geringen Dauerschmerzen und verstärkten Belastungsbeschwerden mit einer Integritätsentschädigung von 5
%
bis 10
%
einge
schätzt. Aufgrund der doch erheblichen funktionellen Einschränkungen und der operativen Revision sei eine Integritätsentschädigung von 10
%
gerechtfertigt (
Urk.
8/118)
. Der Beschwerdeführer
stellt sich auf den Standpunkt die Schätzung des Integritätsschadens sei unvollständig, da seine psychischen
Beschwerden ausser Acht gelassen worden seien.
D
iesbezüglich
ist
wiederum auf den Umstand hinzu
weisen, dass die psychischen Beschwerden
nicht unfallkausal sind, weshalb sie auch im Rahmen der Bemessung des Integritätsschadens keine Rolle spielen können.
Hinweise für die Rechtsfehlerhaftigkeit der kreisärztlichen
Ein
schätzungen
liegen im Übrigen nicht vor. Im Ergebnis erweist sich die von der Beschwerdegegnerin
gestützt auf diese Beurteilung
zugespro
chene Integritätsentschädigung von 10
%
als angemessen.
10.
Zusammenfassend bleibt es somit bei dem von der Beschwerdegegnerin er
mittel
ten Invaliditätsgrad von
12
%
und einer Integritätsentschädigung von 10
%
. Die Beschwerde ist daher abzuweisen.