Decision ID: bc937adf-e49b-58ca-bebd-4eedc73910b1
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ bezog während Jahren eine Ergänzungsleistung zu einer Rente der
Invalidenversicherung. Hauptsächlich wegen der Anrechnung je eines hypothetischen
Erwerbseinkommens des EL-Bezügers und seiner Ehefrau resultierte in einem
Revisionsverfahren ein Einnahmenüberschuss, der zur Aufhebung der
Ergänzungsleistung führte (vgl. den Entscheid EL 2010/27 des St. Galler
Versicherungsgerichtes vom 23. Juni 2011). Am 28. Oktober 2013 beantragte das
Sozialamt B._ eine „Sistierung des hypothe¬tischen Erwerbseinkommens“ (act. G
4.1.85). Es machte geltend, weder der EL-Ansprecher noch seine Ehefrau hätten – trotz
ernsthaften Arbeitsbemühungen – eine Arbeitsstelle gefunden. Die „sprachlichen
Verhältnisse“, die „nicht optimal“ seien, hätten die Stellensuche erschwert. Die
Ergänzungsleistung müsse ohne die Berücksichtigung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens neu berechnet werden. Am 13. Januar 2014 liess der nun
anwaltlich vertretene EL-Ansprecher eine Neuanmeldung zum Bezug von
Ergänzungsleistungen einreichen (act. G 4.1.78 f.). Am 22. April 2014 notierte ein
Sachbearbeiter der EL-Durchführungsstelle, die Ehefrau des EL-Ansprechers habe sich
in den Monaten Oktober 2013 bis und mit März 2014 ausreichend um eine Arbeitsstelle
bemüht; die Arbeitsbemühungen des EL-Ansprechers selbst seien dagegen als
ungenügend zu qualifizieren (act. G 4.1.73). Mit einer Verfügung vom 24. Mai 2014
sprach die EL-Durchführungsstelle dem EL-Ansprecher rückwirkend ab dem 1.
Oktober 2013 eine Ergänzungsleistung von 1'478 Franken pro Monat (Oktober,
November und Dezember 2013) be¬ziehungsweise von 1'502 Franken pro Monat (ab
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Januar 2014) zu (act. G 4.1.67). Bei der Anspruchsberechnung hatte sie der
Prämienpauschale für die obligatorische Krankenpflegeversicherung, den
Nichterwerbstätigenbeiträgen an die AHV, dem Mietzins und der Pauschale für den
allgemeinen Lebensbedarf die Rente der Invalidenversicherung sowie ein
hypothetisches Erwerbseinkommen des EL-Ansprechers gegenübergestellt (act. G
4.1.68 f.). Am 24. Juni 2014 ersuchte das Sozialamt B._ um eine Korrektur der
Verfügung vom 24. Mai 2014 (act. G 4.1.60). Es hielt fest, der EL-Bezüger habe sich im
massgebenden Zeitraum ausreichend um eine Arbeitsstelle bemüht, weshalb ihm kein
hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet werden dürfe. Ein Sachbearbeiter der
EL-Durchführungsstelle notierte am 4. Juli 2014, gemäss den vom Sozialamt
eingereichten Nachweisen habe sich der EL-Bezüger ausreichend um eine Arbeitsstelle
bemüht, weshalb die Ergänzungsleistung ab dem 1. Oktober 2013 neu ohne ein
hypothetisches Erwerbseinkommen berechnet werden müsse (act. G 4.1.59). Mit einer
Verfügung vom 9. Juli 2014 sprach die EL-Durchführungsstelle dem EL-Bezüger mit
Wirkung ab dem 1. Oktober 2013 eine Ergänzungsleistung von 2'461 Franken pro
Monat und mit Wirkung ab dem 1. Januar 2014 eine solche von 2'485 Franken pro
Monat zu (act. G 4.1.52). Die Anspruchsberechnung entsprach jener zur – durch diese
Verfügung ersetzten – Verfügung vom 24. Mai 2014, beinhaltete aber kein
hypothetisches Erwerbseinkommen mehr
A.b Am 7. November 2014 forderte die EL-Durchführungsstelle den EL-Bezüger auf,
Nachweise über die Stellenbemühungen seiner Ehefrau einzureichen (act. G 4.1.48).
Dieser Aufforderung kam der EL-Bezüger am 25. November 2014 nach (act. G 4.1.47).
Mit einem Schreiben vom 9. Dezember 2014 teilte die EL-Durchführungsstelle ihm mit,
dass sie weiterhin kein hypothetisches Erwerbseinkommen anrechnen werde; sie
forderte ihn aber auf, seine Ehefrau anzuhalten, monatlich wenigstens zwei schriftliche
Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen statt wie bislang nur mündliche
Blindbewerbungen zu tätigen (act. G 4.1.45). Der Sohn des EL-Bezügers teilte am 16.
Dezember 2014 mit, seine Mutter sei Analphabetin und könne deshalb keine
schriftlichen Bewerbungsschreiben verfassen (elektronische Notiz zu act. G 4.1.45).
A.c Am 16. März 2015 beschloss die IV-Stelle, dem EL-Bezüger revisionsweise –
rückwirkend ab dem 1. Februar 2013 – eine ganze Rente zuzusprechen (act. G 4.1.37).
Am 6. Mai 2015 forderte die EL-Durchführungsstelle den EL-Bezüger erneut auf,
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Nachweise über die Arbeitsbemühungen seiner Ehefrau einzureichen (act. G 4.1.31).
Am 26. Mai 2015 gingen ihr die einverlangten Nachweise sowie ein Attest der
Hausärztin Dr. med. C._ zu, laut dem die Ehefrau des EL-Bezügers eine Analphabetin
sei (act. G 4.1.30). Am 29. Mai 2015 forderte die EL-Durchführungsstelle den EL-
Bezüger auf, seine Ehefrau zur Beantwortung verschiedener Fragen anzuhalten (act. G
4.1.28). Diese sollte angeben, was sie sich von den Bewerbungen erhoffe, in welchem
Pensum sie arbeiten könnte und welche Arbeit sie gerne ausüben würde. Die Ehefrau
antwortete am 12. Juni 2015 (act. G 4.1.25), sie könnte eine leichte Tätigkeit in einem
Pensum von 20 Prozent ausüben. Bis jetzt habe ihr aber niemand eine geeignete
Tätigkeit anbieten können. Am 23. Juni 2015 notierte ein Sachbearbeiter der EL-
Durchführungsstelle (act. G 4.1.11), da sich die Ehefrau des EL-Bezügers als praktisch
vollständig arbeitsunfähig erachte, obwohl sie gemäss einem Gutachten einer
medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS) für leidensadaptierte Tätigkeiten
uneingeschränkt arbeitsfähig sei, müssten ihre Stellenbemühungen als nicht ernsthaft
qualifiziert werden. Folglich müsse ein hypothetisches Erwerbseinkommen
angerechnet werden. Gestützt auf die Ergebnisse der vom Bundesamt für Statistik
regelmässig durchgeführten Lohnstrukturerhebung (LSE) für das Jahr 2012 sei von
einem Jahreseinkommen von 47'149 Franken auszugehen (TA1, Wirtschaftszweige 55,
56 und 96, ohne Kaderfunktionen). Davon sei ein Abzug von 30 Prozent wegen des
Alters der Ehefrau vorzunehmen. Für die Sozialversicherungsbeiträge sei ein Abzug von
6,25 Prozent zu berücksichtigen. Somit ergebe sich ein hypothetisches
Erwerbseinkommen von 30'941 Franken.
A.d Die IV-Stelle erliess am 9. Juli 2015 eine Verfügung, mit der sie die laufende halbe
Rente rückwirkend per 1. Februar 2013 auf eine ganze Rente erhöhte (act. G 4.1.18).
Mit einer Verfügung vom 11. Juli 2015 setzte die EL-Durchführungsstelle die
Ergänzungsleistung rückwirkend ab dem Anspruchsbeginn am 1. Oktober 2013 neu
fest. Sie berücksichtigte die ganze Rente der Invalidenversicherung; die übrigen
Berechnungspositionen blieben unverändert (act. G 4.1.12). Am Folgetag, am 12. Juli
2015, erliess die EL-Durchführungsstelle eine weitere Verfügung, mit der sie die
Ergänzungsleistung per 31. Juli 2015 aufhob (act. G 4.1.9), weil die
Anspruchsberechnung – bei im Übrigen unveränderten Berechnungspositionen – unter
Berücksichtigung eines hypothetischen Erwerbseinkommens der Ehefrau von 30'941
Franken (und dafür ohne die Berücksichtigung der Nichterwerbstätigenbeiträge; vgl.
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act. G 4.1.10 mit act. G 4.1.14) einen Einnahmeüberschuss ergeben hatte. Am 6.
August 2015 liess der EL-Bezüger eine Einsprache gegen die Verfügung vom 11. Juli
2015 erheben (act. G 4.2.17). Sein Rechtsvertreter beantragte die Aufhebung der
Verfügung bezüglich des Zeitraums ab dem 1. August 2015 und die Neuberechnung
der Ergänzungsleistung ohne die Berücksichtigung eines hypothetischen
Erwerbseinkommens.
A.e Nachdem auch die berufliche Vorsorgeeinrichtung ihre Rente rückwirkend erhöht
hatte, erliess die EL-Durchführungsstelle am 7. August 2015 eine weitere Verfügung,
mit der sie die Ergänzungsleistung erneut rückwirkend per 1. Oktober 2013 neu
festsetzte (act. G 4.1.1). Sie rechnete nun die höhere Rente der beruflichen Vorsorge
an; die übrigen Berechnungspositionen blieben unverändert. Der EL-Anspruch belief
sich nun ab dem 1. Oktober 2013 auf monatlich 1'164 Franken, ab dem 1. Januar 2014
auf monatlich 1'134 Franken und ab dem 1. Januar 2015 auf monatlich 1'171 Franken.
Am 7. September 2015 liess der EL-Bezüger auch eine Einsprache gegen die
Verfügung vom 7. August 2015 erheben (act. G 4.2.13). Am 18. September 2015
beantragte der Rechtsvertreter die unentgeltliche Rechtsverbeiständung für das
Einspracheverfahren (act. G 4.2.11). Gleichentags attestierte Dr. C._ der Ehefrau des
EL-Bezügers eine vollständige Arbeitsunfähigkeit infolge einer schweren endogenen
Depression und einer massiven somatoformen Schmerzstörung (act. G 4.2.8). Am 30.
September 2015 machte der Rechtsvertreter geltend (act. G 4.2.7), das Gutachten der
MEDAS, auf das die EL-Durchführungsstelle abgestellt habe, sei schon längst nicht
mehr aktuell. Die Ehefrau des EL-Bezügers habe sich regelmässig, aber erfolglos um
eine Arbeitsstelle bemüht. Sie sei nicht in der Lage, das von der EL-
Durchführungsstelle berücksichtigte Erwerbseinkommen zu erzielen. Mit einem
Entscheid vom 17. Dezember 2015 wies die EL-Durchführungsstelle sowohl die
Einsprachen als auch das Gesuch um eine unentgeltliche Rechtsverbeiständung ab
(act. G 4.2.4). Zur Begründung führte sie aus, der aktuelle Bericht von Dr. C._
entspreche hinsichtlich der Diagnosen und der Arbeitsfähigkeitsschätzung den früheren
Berichten von Dr. C._ und damit unter anderem auch jenem vom 3. September 2009,
den das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen als nicht geeignet qualifiziert
habe, Zweifel an der Arbeitsfähigkeitsschätzung der MEDAS zu wecken. Eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Ehefrau des EL-Bezügers seit der
MEDAS-Begutachtung sei vor diesem Hintergrund unwahrscheinlich. Sollte sich der
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Gesundheitszustand aber tatsächlich erheblich verschlechtert haben, müsste sich die
Ehefrau bei der IV-Stelle neu anmelden. Weder der Analphabetismus noch die
fehlenden Deutschkenntnisse hinderten die Ehefrau an der Verrichtung einer Hilfsarbeit.
Der Umstand, dass diese nur ein Arbeitspensum von 20 Prozent verrichten wolle,
obwohl sie uneingeschränkt arbeitsfähig sei, wecke Zweifel an der Ernsthaftigkeit der
Stellenbemühungen. Das angerechnete hypothetische Erwerbseinkommen sei eher zu
tief angesetzt worden, da der Ausgangswert statistisch höher gewesen sei und da der
gewährte Altersabzug von 30 Prozent als grosszügig bezeichnet werden müsse. Eine
anwaltliche Vertretung sei im Einspracheverfahren nicht erforderlich gewesen. Zudem
hätten die Gewinnaussichten deutlich weniger als 50 Prozent betragen. Folglich
bestehe kein Anspruch auf eine unentgeltliche Rechtsverbeiständung.
B.
B.a Dagegen liess der EL-Bezüger (nachfolgend: der Beschwerdeführer) am 1. Februar
2016 eine Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die
Aufhebung des Einspracheentscheides vom 17. Dezember 2015, die Rückweisung der
Sache an die EL-Durchführungsstelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) zur
Neuberechnung der Ergänzungsleistung ohne die Berücksichtigung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens und eventualiter unter Berücksichtigung eines
hypothetischen Erwerbseinkommens von maximal 12'000 Franken pro Jahr, die
Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für das Einspracheverfahren
sowie die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung für das
Beschwerdeverfahren. Zur Begründung führte er aus, die Voraussetzungen für die
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit seien in Bezug auf die Ehefrau des
Beschwerdeführers nicht erfüllt, denn diese habe keine Berufsausbildung absolviert, sei
nie erwerbstätig gewesen, habe keine Kontakte ausserhalb ihrer Familie geknüpft, sei
heute unfähig zu sozialen Kontakten ausserhalb der Familie, sei schon 56 Jahre alt und
intellektuell stark limitiert, verfüge über keine Deutschkenntnisse und könne sich solche
auch nicht aneignen, da sie Analphabetin sei. Sie habe sich in der Vergangenheit
wiederholt und ernsthaft um eine Arbeitsstelle bemüht, doch diese Bemühungen seien
erfolglos gewesen. Es wäre unzumutbar und überspitzt formalistisch, von ihr „weiterhin
und immer wieder“ Stellenbemühungen zu verlangen, die „schlicht und einfach
aussichtslos“ seien. Gesundheitlich sei die Ehefrau nicht in der Lage, ein Vollpensum
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zu leisten. Die Beschwerdegegnerin könne ihre diesbezügliche Abklärungspflicht nicht
einfach auf die IV-Stelle abschieben. Der Rechtsvertreter bestehe darauf, dass sich das
Versicherungsgericht einen persönlichen Eindruck von der Ehefrau verschaffe. Er
beantrage daher eine mündliche Verhandlung mit einer Befragung der Ehefrau unter
Beizug eines Dolmetschers. Die Voraussetzungen für eine unentgeltliche
Rechtsverbeiständung im Einspracheverfahren seien entgegen der Auffassung der
Beschwerdegegnerin erfüllt.
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte am 17. Februar 2016 unter Hinweis auf die
Erwägungen im angefochtenen Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde
(act. G 4).
B.c Am 25. Februar 2016 bewilligte die verfahrensleitende Richterin die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung für das Beschwerdeverfahren (act. G 8).
B.d Am 15. März 2017 räumte das Versicherungsgericht der Beschwerdegegnerin die
Möglichkeit ein (act. G 11), Stellung zum Beweisantrag des Beschwerdeführers
(Befragung der Ehefrau) zu nehmen. Die Beschwerdegegnerin machte von dieser
Möglichkeit keinen Gebrauch. Mit einem Zwischenentscheid vom 7. April 2017 wies
das Versicherungsgericht den Beweisantrag ab (act. G 12).
B.e Mit einem Schreiben vom 28. Juli 2017 wies das Versicherungsgericht den
Beschwerdeführer darauf hin (act. G 13), dass der von der Beschwerdegegnerin
berücksichtigte ungewöhnlich hohe Abzug vom statistischen Medianlohn bei der
Berechnung des hypothetischen Erwerbseinkommens der Ehefrau allenfalls
rechtswidrig sein könnte. Folglich bestehe die Möglichkeit einer reformatio in peius.
Das Gericht räumte dem Beschwerdeführer die Möglichkeit zur Stellungnahme oder
zum Beschwerderückzug ein. Dieser liess am 3. August 2017 an seiner Beschwerde
festhalten (act. G 14).
B.f Der Beschwerdeführer verzichtete am 18. August 2017 auf die Durchführung einer
mündlichen Verhandlung (act. G 16).

Erwägungen
1.
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Mit dem angefochtenen Einspracheentscheid scheint die Beschwerdegegnerin nicht
eine, sondern zwei Einsprachen abgewiesen zu haben, nämlich jene vom 6. August
2015 gegen die Verfügung vom 11. Juli 2015 und jene vom 7. September 2015 gegen
die Verfügung vom 7. August 2015. Bei der ersten Verfügung vom 11. Juli 2015 muss
es sich um eine Revisionsverfügung im Sinne des Art. 53 Abs. 1 ATSG oder um eine
Wiedererwägungsverfügung gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG gehandelt haben, denn mit
ihr hat die Beschwerdegegnerin ihre Verfügung vom 9. Juli 2014 (mit der sie ihre
ursprüngliche leistungszusprechende Verfügung vom 24. Mai 2014
wiedererwägungsweise ersetzt hatte) integral, das heisst rückwirkend ab dem
Anspruchsbeginn am 1. Oktober 2013 ersetzt. Der Beschwerdeführer hat zwar eine
Einsprache gegen diese Verfügung erhoben, aber diese hat sich inhaltlich gar nicht
gegen die rückwirkende Neufestsetzung der Ergänzungsleistung, sondern vielmehr
gegen die am 12. Juli 2015 verfügte revisionsweise Aufhebung der Ergänzungsleistung
per 31. Juli 2015 gerichtet. Formal hat der Beschwerdeführer aus nicht
nachvollziehbaren Gründen die Verfügung vom 12. Juli 2015, mit der er
augenscheinlich nicht einverstanden gewesen ist, nicht angefochten. Folglich hätte die
Beschwerdegegnerin sich mit der Frage auseinandersetzen müssen, ob eine der
beiden Verfügungen vom 11. und 12. Juli 2015 überhaupt rechtsgenüglich angefochten
worden sei. Allerdings ist dann noch während der laufenden Rechtsmittelfrist die
Verfügung vom 7. August 2015 ergangen, mit der die Beschwerdegegnerin den
Ergänzungsleistungsanspruch des Beschwerdeführers erneut integral rückwirkend per
1. Oktober 2013 neu festgesetzt hat. Die Verfügung vom 7. August 2015 kann nichts
anderes als eine Widerrufsverfügung im Sinne des Art. 53 Abs. 3 ATSG gewesen sein.
Sie hat also die beiden Verfügungen vom 11. und 12. Juli 2015 komplett ersetzt.
Dadurch ist die Einsprache vom 6. August 2015 – unabhängig davon, ob auf diese
hätte eingetreten werden können – jedenfalls gegenstandslos geworden. Den
Anfechtungsgegenstand eines allfälligen Einspracheverfahrens hat also bloss noch die
Verfügung vom 7. August 2015 bilden können. Tatsächlich hat der Beschwerdeführer
dann am 7. September 2015 eine Einsprache gegen diese Verfügung erheben lassen.
Richtigerweise hätte die Beschwerdegegnerin deshalb die Einsprache vom 6. August
2015 als gegenstandslos abschreiben und nur die sich gegen die Verfügung vom 7.
August 2015 richtende Einsprache vom 7. September 2015 materiell behandeln
müssen. Als Gegenstand des mit dem angefochtenen Entscheid abgeschlossenen
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Einspracheverfahrens und damit auch als Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens
verbleibt somit nur der Inhalt des Verwaltungsverfahrens, das mit der Verfügung vom 7.
August 2015 abgeschlossen worden ist. Dieser Gegenstand ist allerdings wesentlich
weiter, als die Parteien anzunehmen scheinen, denn er umfasst den gesamten
Ergänzungsleistungsanspruch ab dem 1. Oktober 2013 und – damit notwendigerweise
verbunden – sämtliche Revisionen zwischen dem 1. Oktober 2013 und dem 7. August
2015.
2.
2.1 Die Invalidenversicherung und die berufliche Vorsorgeeinrichtung haben dem
Beschwerdeführer zwar rückwirkend ab dem 1. Februar 2013 eine höhere Rente
zugesprochen. Diese revisionsweise Rentenerhöhung ist aber erst im Sommer 2015
erfolgt. Tatsächlich hat der Beschwerdeführer also nicht schon ab dem 1. Februar 2013
höhere Rentenleistungen erhalten. Vielmehr hat er ab Sommer 2015 je eine höhere
laufende Rente und zusätzlich je eine Nachzahlung für die Zeit von Februar 2013 bis
Sommer 2015 erhalten. Würde auf die tatsächlichen Vorgänge abgestellt, dürfte die
Ergänzungsleistung nicht rückwirkend per 1. Oktober 2013 (EL-Neuanmeldung)
herabgesetzt werden. Vielmehr müsste sie mit Wirkung ab der Zusprache der höheren
laufenden Rente angepasst werden, wobei die Nachzahlungen als (blosser)
Vermögenszuwachs zu betrachten wären. In der Praxis wird in einer solchen Situation
aber nicht auf die tatsächlichen Verhältnisse abgestellt. Vielmehr wird fingiert, die
Auszahlung der höheren Renten sei sofort per 1. Feb¬ruar 2013 erfolgt und es sei
folglich gar nie zu einer Nachzahlung gekommen. Nur mit einer solchen Fiktion kann
dem Gleichbehandlungsgebot vollumfänglich Rechnung getragen werden, denn ohne
sie würde das für den Ergänzungsleistungsanspruch irrelevante Sachverhaltselement
„Datum der Rentenerhöhungsverfügung“ zu einer unterschiedlichen Behandlung von
EL-Bezügern führen: Jene, denen die erhöhte Rente sofort ausbezahlt wurde, müssten
sich von Beginn weg entsprechend höhere Einnahmen anrechnen lassen, während
jene, denen die höhere Rente erst rückwirkend mittels einer Nachzahlung ausbezahlt
wird, zunächst weiterhin eine höhere Ergänzungsleistung beziehen könnten und sich
später nur die Anrechnung eines höheren Vermögens gefallen lassen müssten. Die
Anrechnung eines höheren Vermögens respektive eines entsprechend höheren
Vermögensverzehrs führt aber aufgrund der gesetzlichen Konzeption
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(Vermögensfreibetrag; Anrechnung nur eines Bruchteils des Vermögens als Einnahme)
zu einer wesentlich tieferen Zunahme der anrechenbaren Einnahme als die Anrechnung
der sofort ausbezahlten höheren Rentenleistungen. Folglich würden all jene EL-
Bezüger, die eine Rentennachzahlung erhalten, wesentlich besser als jene EL-Bezüger
gestellt, die ihre Rente umgehend erhalten. Dieser sachlich nicht gerechtfertigten
Ungleichbehandlung wird mit der oben erwähnten Fiktion begegnet (vgl. zum Ganzen
auch den Entscheid EL 2016/44 des St. Galler Versicherungsgerichtes vom 20. März
2017, E. 3.2). Folglich müssen dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab dem 1. Oktober
2013 – fiktiv – die höheren Renten der Invalidenversicherung und der beruflichen
Vorsorge angerechnet werden. Im Gegenzug darf ihm aber für die Zeit ab dem 1.
Oktober 2013 kein hypothetisches Erwerbseinkommen mehr angerechnet werden. Die
von der Beschwerdegegnerin vorgenom¬mene revisionsweise Neuberechnung des
Ergänzungsleistungsanspruchs für die Zeit ab dem 1. Oktober 2013 (vgl. act. G 4.1.3
mit act. G 4.1.69) erweist sich diesbezüglich als rechtmässig.
2.2 Per 1. Januar 2014 haben sich nur die Durchschnittsprämien für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung geändert (vgl. act. G 4.1.63 mit act. G 4.1.69). Folglich hat
die Ergänzungsleistung mit Wirkung ab dem 1. Januar 2014 nur an diese
Sachverhaltsveränderung angepasst respektive entsprechend (geringfügig) erhöht
werden müssen. Daran haben die rückwirkenden Rentenerhöhungen der
Invalidenversicherung und der beruflichen Vorsorge selbstverständlich nichts geändert.
Die Neuberechnung des EL-Anspruchs für die Zeit ab dem 1. Januar 2014 muss
folglich der ursprünglichen Anspruchsberechnung ab jenem Zeitpunkt entsprechen,
darf aber kein hypothetisches Erwerbseinkommen des Beschwerdeführers enthalten
und muss im Gegenzug die höheren Rentenleistungen berücksichtigen. Auch dieser
Teil der im Zuge der rückwirkenden Revision erfolgten Neuberechnung der
Ergänzungsleistung durch die Beschwerdegegnerin (vgl. act. G 4.1.5 mit act. G 4.1.63)
erweist sich als rechtmässig.
2.3 Der am 9. Juli 2014 verfügten rückwirkenden Neuberechnung der
Ergänzungsleistung per 1. Oktober 2013 – nun ohne die Berücksichtigung eines
hypothetischen Erwerbs¬einkommens – kommt angesichts des Umstandes, dass
zufolge des Bezuges einer ganzen Rente der Invalidenversicherung ohnehin kein
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hypothetisches Erwerbseinkommen hat angerechnet werden dürfen, keine Bedeutung
mehr zu.
2.4 Per 1. Januar 2015 haben sich die Durchschnittsprämie für die obligatorische
Krankenpflegeversicherung, die Pauschale für den allgemeinen Lebensbedarf und die
Rente der Invalidenversicherung (leicht) erhöht (vgl. act. G 4.1.41 mit G 4.1.57). Auch
diesen Veränderungen muss im Zuge der rückwirkenden Neufestsetzung der
Ergänzungsleistung Rechnung getragen werden. Die Anspruchsberechnung der
Beschwerdegegnerin (vgl. act. G 4.1.2 mit G 4.1.41) ist auch diesbezüglich als
rechtmässig zu qualifizieren.
3.
3.1 Mit Wirkung ab dem 1. August 2015 hat die Beschwerdegegnerin der Ehefrau des
Beschwerdeführers ein hypothetisches Erwerbseinkommen angerechnet (vgl. act. G
4.1.4 mit act. G 4.1.2). Zur Begründung hat sie angeführt, die Ehefrau des
Beschwerdeführers sei arbeitsfähig, habe sich aber mangels Arbeitswillens nicht
ausreichend ernsthaft um eine Arbeitsstelle bemüht.
3.2 Gemäss dem Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG sind Einnahmen, auf die verzichtet worden
ist, so anzurechnen, wie wenn sie erzielt worden wären. Der Art. 11 Abs. 1 lit. g ELG
sieht also eine Abweichung vom Grundsatz vor, wonach nur jene Einnahmen zu
berücksichtigen sind, die tatsächlich erzielt werden. Mit der Anrechnung von fiktiven
Einnahmen, auf die verzichtet worden ist, wird der Verletzung der EL-spezifischen
Schadenminderungspflicht, den eigenen Bedarf möglichst aus eigenen Mitteln und
Kräften zu decken, begegnet. Die Frage, ob ein Verzicht respektive eine Verletzung der
EL-spezifischen Schadenminderungspflicht vorliegt, ist anhand eines Vergleichs
zwischen den tatsächlich erzielten Einnahmen und jenen Einnahmen zu beantworten,
die erzielt werden könnten, wenn der EL-Bezüger und die in die EL-
Anspruchsberechnung miteinbezogenen und damit ebenfalls von einer
Ergänzungsleistung profitierenden Personen ihre zumutbaren Möglichkeiten zur
Erzielung möglichst hoher Einnahmen vollumfänglich ausnützen würden. Bezüglich des
in der Praxis häufigsten Falls eines (möglichen) Verzichtes auf die Erzielung eines
Erwerbseinkommens ist massgebend, welches Erwerbseinkommen eine von einer
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Ergänzungsleistung profitierende Person erzielen könnte, wenn sie ihre zumutbare
Arbeitsfähigkeit (unter Berücksichtigung allfälliger Betreuungspflichten) auf dem
massgebenden tatsächlichen Arbeitsmarkt ausnützen würde. Entscheidend sind also
die Arbeitsfähigkeit, allfällige Betreuungspflichten und die Erwerbsmöglichkeiten auf
dem tatsächlichen Arbeitsmarkt.
3.3 Laut einem Gutachten der medizinischen Abklärungsstelle (MEDAS)
Zentralschweiz vom 26. Mai 2009 (act. G 4.3.1) hat die Ehefrau des Beschwerdeführers
damals an einer essentiellen arteriellen Hypertonie sowie – ohne Auswirkung auf die
Arbeitsfähigkeit – an einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und
psychischen Faktoren, an beginnenden polysegmentalen degenerativen
Veränderungen, an degenerativen Aortenklappenveränderungen, an einer
Aortensklerose, an einem Vitamin D3-Mangel, an einem Klimakterium praecox, an einer
leichtgradigen Gastritis, an rezidivierenden Harnwegsinfekten sowie an Knick-
Senkfüssen gelitten. Die Sachverständigen haben ihr eine uneingeschränkte
Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten attestiert. Die Hausärztin Dr. C._ hat
am 18. September 2015 berichtet (act. G 4.2.8), dass die Ehefrau des
Beschwerdeführers an einer „schweren endogenen Depression“ mit einer
somatoformen Schmerzstörung leide. Darin könnte eine wesentliche Verschlechterung
des Gesundheitszustandes der Ehefrau in der Zeit vom Frühjahr 2009 bis zum Herbst
2015 erblickt werden. Allerdings hatte Dr. C._ bereits im September 2009 eine
massive anhaltende somatoforme Schmerzstörung bei einer erheblichen endogenen
depressiven Störung diagnostiziert, was vom Versicherungsgericht des Kantons St.
Gallen in dessen Entscheid vom 23. Juni 2011 als nicht überzeugend qualifiziert
worden war. Weder hinsichtlich der Diagnose noch bezüglich der
Arbeitsfähigkeitsschätzung enthält der Bericht vom 18. September 2015 also einen
Hinweis auf eine relevante Veränderung des Gesundheitszustandes der Ehefrau des
Beschwerdeführers. Vielmehr enthält der Bericht (wie schon jener vom 3. September
2009) bloss eine von den Schlussfolgerungen der Sachverständigen der MEDAS
Zentralschweiz abweichende Beurteilung. Eine Begründung für die anderslautende
Diagnosestellung und Arbeitsfähigkeitsschätzung findet sich im Attest allerdings nicht.
Dr. C._ hat mit keinem Wort Bezug auf das Gutachten der MEDAS Zentralschweiz
genommen, von dem sie damals eine Kopie erhalten hatte. Jedenfalls fehlt in ihrem
Bericht vom 18. September 2015 jeder Hinweis auf eine relevante Veränderung des
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Gesundheitszustandes der Ehefrau des Beschwerdeführers. Auch in den übrigen Akten
finden sich keinerlei Hinweise auf eine relevante Sachverhaltsveränderung.
Überwiegend wahrscheinlich ist die Ehefrau des Beschwerdeführers folglich nach wie
vor in der Lage, eine leidensadaptierte Tätigkeit ohne jede Einschränkung zu verrichten.
3.4 Eine Betreuungspflicht, die die Ehefrau des Beschwerdeführers an der Aufnahme
einer Erwerbstätigkeit hindern würde, besteht nicht. Folglich könnten allein die
Verhältnisse auf dem in Betracht fallenden tatsächlichen Arbeitsmarkt die Verrichtung
einer Erwerbstätigkeit beziehungsweise die Erzielung eines Erwerbseinkommens
verunmöglichen. Das müsste mittels ausreichend ernsthafter, aber erfolgloser
Stellenbemühungen nachgewiesen sein. Da die Ehefrau des Beschwerdeführers
offenkundig davon überzeugt ist, höchstens eine ganz leichte Tätigkeit in einem
Pensum von maximal 20 Prozent verrichten zu können, müssen sämtliche
Stellenbemühungen, die sich auf eine dieser subjektiven Überzeugung entsprechenden
Belastung übersteigende Arbeitstätigkeit beziehen, als nicht ernsthaft qualifiziert
werden. Wenn der Ehefrau des Beschwerdeführers nämlich eine entsprechende
Arbeitsstelle angeboten worden wäre, hätte sie dieses Angebot abgelehnt, weil sie sich
nicht in der Lage gefühlt hätte, die entsprechende Tätigkeit auch tatsächlich zu
errichten. Ihre Stellenbemühungen hat sie also nur pro forma respektive zum Zweck
des Bezuges einer entsprechend höheren Ergänzungsleistung getätigt. Das ist nicht
geeignet, die objektive Unmöglichkeit des Auffindens einer geeigneten Tätigkeit auf
dem tatsächlichen Arbeitsmarkt zu belegen. Folglich liegt eine selbstverschuldete
Arbeitslosigkeit vor, weshalb der Ehefrau des Beschwerdeführers ein hypothetisches
Erwerbseinkommen angerechnet werden muss.
3.5 Für die Bestimmung der Höhe des hypothetischen Erwerbseinkommens muss auf
statistische Angaben abgestellt werden. Die neusten Ergebnisse zu den statistischen
Löhnen resultieren aus der Lohnstrukturerhebung (LSE) 2012. Gemäss der Tabelle TA1
hat der Medianwert der Löhne für Frauen, die einfache Tätigkeiten körperlicher oder
handwerklicher Art verrichtet haben (Kompetenzniveau 1), 4'112 Franken pro Monat bei
einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden betragen. Das Lohnniveau in der
Grossregion Ostschweiz ist allerdings etwa zehn Prozent unter dem
gesamtschweizerischen Lohnniveau (vgl. LSE 2012, K1; [6'099 + 5'600] ÷ 2 ÷ 6'439 =
0,9084). Unter Berücksichtigung dieser Differenz, der betriebsüblichen wöchentlichen
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Arbeitszeit von 41,7 Stunden im Jahr 2015 und der Nominallohnentwicklung von 2,13
Prozent in den Jahren 2012–2015 (Indexstand Frauen 2012: 2630; Indexstand Frauen
2015: 2686) ergibt sich ein Ausgangswert für das hypothetische Erwerbseinkommen
von 47'283 Franken. Bei einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit besteht
grundsätzlich kein Anlass, einen Tabellenlohnabzug (vgl. BGE 126 V 75) zu
berücksichtigen. Unter Berücksichtigung der zahlreichen Beschwerden, die aus
medizinischer Sicht keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit haben, aber den
wirtschaftlichen Wert der Arbeitskraft der Ehefrau dennoch schmälern könnten, ist
davon auszugehen, dass diese nicht in der Lage sein wird, ihre Arbeitsfähigkeit mit
einem durchschnittlichen wirtschaftlichen Erfolg zu verwerten, das heisst einen dem
Zentralwert aller Hilfsarbeiterinnenlöhne entsprechenden Lohn zu erzielen. Deshalb
rechtfertigt es sich hier, einen Abzug von zehn Prozent zu berücksichtigen, womit sich
ein Erwerbseinkommen von 42'554 Franken ergibt. Das von der Beschwerdegegnerin
berücksichtigte Erwerbseinkommen von 30'941 Franken erweist sich damit als zu tief.
3.6 Schon die Anrechnung des zu tiefen Erwerbseinkommens von 30'491 Franken hat
zu einem Einnahmenüberschuss geführt. Durch die Berücksichtigung des oben
ermittelten höheren hypothetischen Erwerbseinkommens vergrössert sich der
Einnahmenüberschuss, weshalb für die Zeit ab dem 1. August 2015 (erst recht) kein
Anspruch auf eine Ergänzungsleistung mehr bestehen kann. Der Fehler der
Beschwerdegegnerin bei der Berechnung des hypothetischen Erwerbseinkommens
wirkt sich also nicht auf das Ergebnis aus, weshalb jener Teil der Beschwerde, der sich
gegen die Aufhebung der laufenden Ergänzungsleistung richtet, abzuweisen ist.
4.
Für das Einspracheverfahren wird eine unentgeltliche Rechtsverbeiständung gemäss
dem Art. 37 Abs. 4 ATSG nur gewährt, wenn die Vertretung erforderlich ist. Das ist nur
dann der Fall, wenn sich schwierige tatsächliche oder rechtliche Fragen stellen (vgl.
dazu den Entscheid EL 2016/17 des St. Galler Versicherungsgerichtes vom 31. Januar
2017, E. 2.1 und 2.2). In solcher Fall liegt hier nicht vor, denn abgesehen von der etwas
verzwickten Verfahrenssituation, der allerdings keine entscheidende Bedeutung
zukommt, hat sich der Rechtsstreit nur um die Anrechnung des hypothetischen
Erwerbseinkommens der Ehefrau des Beschwerdeführers gedreht. Dabei haben sich
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weder schwierige tatsächliche noch komplexe rechtliche Fragen gestellt. Wie in
vergleichbaren Fällen auch (vgl. die Hinweise im Entscheid EL 2016/17 vom 31. Januar
2017, E. 2.3) ist deshalb das Gesuch um eine unentgeltliche Rechtsverbeiständung für
das Einspracheverfahren abzuweisen. Diesbezüglich erweist sich der angefochtene
Einspracheentscheid als rechtmässig.
5.
Die Beschwerde ist zusammenfassend integral abzuweisen. Gerichtskosten sind keine
zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Zufolge der Bewilligung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung hat der Staat der Beschwerdeführerin eine Entschädigung
auszurichten. Der erforderliche Vertretungsaufwand ist angesichts der wenigen
relevanten Akten, der Beschränkung auf eine isolierte Rechtsfrage und des einfachen
Schriftenwechsels als deutlich unterdurchschnittlich zu qualifizieren, weshalb die
Entschädigung auf 80 Prozent (vgl. Art. 31 Abs. 3 AnwG) von 2'000 Franken, das heisst
auf 1'600 Franken festgesetzt wird.