Decision ID: 76db5198-df5d-4e0f-920c-9869f30a3ff8
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
D
e
r
Ehemann der
1947 geborene
n
X._
stellte
am
3. Januar 2009 ein Gesuch um Ausrichtung von Zusatzleistungen zu seiner
ganzen
Invalidenrente (
Urk.
8/B1
,
Urk.
9/1
). Mit Verfügung vom 14. Mai 2009 verneinte die Gemeinde
Y._
, Verwaltungsstelle für Zusatzleistungen zur AHV/IV
(nachfolgend:
Durch
führungsstelle
)
,
da
s Bestehen eines entsprechenden Anspruchs (
Urk.
8/C1). Diese Verfügung erwuchs in Rechtskraft. Am 23. Juli 2011 verstarb der Ehemann (
Urk.
8/A1-2).
1.2
Am 4. Juli 2012 meldete sich
X._
bei der Durchführungsstelle
zum Bezug von Zusatzleistungen zur AHV/IV-Rente an (
Urk.
8/B; vgl. auch
Urk.
8/D1-4). Mit Verfügung
en
vom
16. August 2013
wies die Durchführungsstelle dieses Gesuch ebe
nfalls ab (
Urk.
8/C3-4
; vgl. auch
Urk.
8/D5
).
Da die Versicherte d
iese Verfügung
beanstandete
(
Urk.
8/D6-11)
und der Durchführungsstelle
weitere Unterlagen
einreichte
(
Urk.
8/D15)
,
nahm die Durchführungsstelle
nochmals
eine Prüfung vor
und
entschied mit drei Verfügungen vo
m 16. Mai 2014 wiedererwägungsweise über den
Zusatzleist
ungsanspruch der Versicherten in den Jahren 2012 und 2013 sowie erstmals
über den Anspruch ab 1. Januar 2014, wobei sie jeweils einen
Zusatz
leistungsanspruch verneinte
(
Urk.
8/C6-8
; vgl. auch
Urk.
7 S. 2,
Urk.
8/D15
). Die von der Versicherten dagegen erhobene Einsprache (
Urk.
8/C9) wies sie mit Entscheid vom 3. September 2014 ab (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Dorothee
Jaun
, mit Eingabe vom 6. Oktober 2014
Beschwerde mit dem Antrag, es seien ihr ab 1. Januar 2014 Ergänzungsleistungen zuzusprechen
, wobei bei der Berechnung von einem Vermögensverzicht in Höhe von
Fr.
6‘989.-- per 31. Dezember 2013 auszugehen sei
(
Urk.
1).
In der
Beschwerdeantwort vom
14. November 2014
anerkannte die Durchführungsstelle, dass die Beschwerdeführerin ab 1. Januar 2014
bei Anrechnung eines Verzichtsvermögens von
Fr.
101‘900.--
Anspruch auf
Ergänzungsleistungen
habe. Sie werde eine entsprechende Verfügung erlassen und die Leistungen rückwirkend ausrichten. Im Übrigen sei die Beschwerde abzuweisen (
Urk.
7 S. 8).
In der Folge richtete die Dur
ch
führungsstelle rückwirkend ab 1. Januar 2014 (
Urk.
16
,
Urk.
17/3; vgl. auch
Urk.
11,
Urk.
13
)
provisorisch Leistungen
aus
und stellte dem Gericht am 27. März 2015
ein
Berechnungsblatt
zu,
wonach
die
Beschwerdeführerin ab 1. Januar 2014, ausgehend von einem
Vermögens
verzicht
in Höhe von
Fr.
101‘900.--,
Anspruch auf
monatliche
Ergänzungsleis
tungen
in Höhe von
Fr.
363
.--
hat
(
Urk.
17/1
; vgl. auch
Urk.
16,
Urk.
17/3,
Urk.
20/
1-
2
).
Am 11. November 2015 teilte die Durchführungsstelle dem Gericht mit, dass die Gemeinde
Y._
ab 1. Januar 2016 die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Zusatzleistungen
,
mit der Verwaltung der Zusatzleistungen zur AHV/IV betraut habe und diese deshalb neu auch für den vorliegenden Fall zuständ
ig
sei (
Urk.
24; vgl. auch
Urk.
23).
Auf die Ausführungen in den Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
9
Abs.
1 ELG entspricht die jährliche Ergänzungsleistung dem
Be
trag, um den die anerkannten Ausgaben (
Art.
10 des Bundesgesetzes über
Er
gänzungsleistungen
zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung [ELG]) die anrechenbaren Einnahmen (
Art.
11 ELG) übersteigen.
Als Einnahmen angerechnet werden auch
Einkünfte aus beweglichem und unbeweglichem Ver
mögen (Art. 11 Abs. 1
lit
. b ELG),
ein Zehntel des Reinvermögens von
Al
ters
ren
tnerinnen
und Altersrentnern, soweit es bei
alleinstehenden Personen
Fr. 37‘5
00.
--
über
steigt (
Art.
11
Abs.
1
lit
. c), sowie Einkünfte und Vermögens
werte, auf die ver
zichtet worden ist (
Art.
11
Abs.
1
lit
. g ELG).
1.2
Zweck der Ergänzungsleistungen ist eine angemessene Deckung des
Existenzbe
darfs
. Bedürftigen Rentnern der Alters- und Hinterlassenen- sowie der Invali
denversicherung soll ein regelmässiges Mindesteinkommen gesichert werden. Die Einkommensgrenzen haben dabei die doppelte Funktion einer
Bedarfslimite
und eines garantierten Mindesteinkommens. Deshalb sind bei der
Anspruchs
berechnung
nur tatsächlich vereinnahmte Einkünfte und vorhandene Vermö
genswerte zu berücksichtigen, über die der Leistungsansprecher ungeschmälert verfügen kann. Dieser Grundsatz gilt nicht, wenn die versicherte Person ohne rechtliche Verpflichtung sowie ohne adäquate Gegenleistung auf Einkünfte oder Vermögen verzichtet hat und wenn sie einen Rechtsanspruch auf bestimmte Einkünfte und Vermögenswerte hat, davon aber faktisch nicht Gebrauch macht oder ihre Rechte nicht durchsetzt (
Urteile des Bundesgerichts 9C_934/2009 vom 28. April 2010, E. 3, sowie
9C_558/2013 vom 1
2.
November 2013
,
E. 3.1.2
,
mit Hinweisen). Dies gilt auch betreffend erb- oder ehegüterrechtliche Ansprüche (Urteil des Bundesgerichts 9C_198/2010 vom 9. August 2010 E. 3.1 mit
Hinweisen
;
Carigiet
/Koch, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV,
2.
Auflage, Zürich 2009, S. 173
Fn
530;
Jöhl
/
Ursinger
-Egger
,
Ergän
zungsleistungen
zur AHV/IV, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR],
Band XIV, 3. Auflage, Basel 2016, S. 1859
Fn
771, S. 1865
Fn
801 mit Hinweisen
).
Ist ein einmal bestehendes Vermögen nicht mehr vorhanden, so trägt die
Leis
tungsansprecherin
oder der Leistungsansprecher die Beweislast dafür, dass es in Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung oder gegen adäquate Gegenleis
tung hingegeben worden ist, wobei der Beweisgrad der überwiegenden Wahr
schein
lichkeit gilt (BGE 131 V 329, 121 V 204; Urteil des Bundesgerichts 8C_1039/2008 vom 25. Februar 2009, E. 2 mit Hinweisen). Derjenige, der nicht darzutun vermag, dass seine Geldhingabe im Austausch gegen eine adäquate Gegenleistung erfolgt ist, kann sich mithin nicht auf den gegebenen Vermö
gensstand berufen, sondern muss sich die Frage nach den Gründen für den Vermögensrückgang gefallen und mangels entsprechenden Beweisen hypothe
tisches Vermögen entgegenhalten lassen (BGE 121 V 205 E. 4b).
Gemäss Art. 17a Abs. 1
der
Verordnung über
die
Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen-
und Invalidenversicherung (ELV)
wird der anzurech
nende Betrag von Vermögens
werten, auf die verzichtet worden ist, jährlich um 10'000 Franken vermindert. Der Wert des Vermögens im Zeitpunkt des Ver
zichts ist unverändert auf den 1. Januar des Jahres, das auf den Verzicht folgt, zu übertragen und dann jeweils nach einem Jahr zu vermindern (Abs. 2). Für die Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistung ist der verminderte Betrag am 1. Januar des Be
zugsjahres massgebend (Abs. 3
; vgl. dazu auch
Jöhl
/
Ursinger
-Egger
,
a.a.O., S. 1868 ff.
).
1.3
Zeitlich massgebend für die Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistung sind in der Regel die während des vorausgegangenen Kalenderjahres erzielten an
rechenbaren Einnahmen sowie das am 1. Januar des Bezugsjahres vorhan
dene Vermögen (Art. 23 Abs. 1 ELV).
2.
2.1
Die Beschwerdeführerin macht vorab geltend, die Durchführungsstelle habe ihren Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt, indem sie sich im angefochtenen
Einspracheentscheid
nicht ernsthaft mit
ihren
Vorbringen in der Einsprache vom 2
2.
Juni 2014 auseinandergesetzt habe. Sie habe sich damit begnügt, ihre eigenen Verfügungen zu verteidigen, aktenwidrige Behauptungen aufgestellt und nicht einmal jene Fehler korrigiert, welche offensichtlich seien (
Urk.
1 S. 2).
2.2
Gemäss Art. 42
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
-
versiche
rungsrechts
(ATSG)
haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. Sie müssen nicht angehört werden vor Verfügungen, die durch Einspra
che anfechtbar sind.
Nach der Rechtsprechung kann eine - nicht besonders schwerwiegende - Ver
letzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/
aa
).
2.3
Selbst wenn
der Durchführungsstelle eine Gehörsverletzung im
E
insprachever
fahren
vorgeworfen werden könnte, so wäre diese jedenfalls nicht als besonders schwerwiegend zu qualifizieren.
In der Begründung des angefochtenen
Ein
spracheentscheids
sind die grundsätzlichen Überlegungen der
Durchführungs
stelle
nämlich
aufgeführt
, wobei mindestens zum Teil auf die Einwendungen der Beschwerdeführerin eingegangen wird (
Urk.
2)
.
Da sich die Beschwerdeführerin im vorliegenden Beschwerdeverfahren nochmals zur Sache äussern konnte und das hiesige Gericht sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage frei über
prüfen kann, kann eine allfällige leichte Verletzung des rechtlichen Gehörs im
Einspracheverfahren
als geheilt gelten.
3
.
3
.1
In der Beschwerdeantwort vom 14. November 2014 anerkannte die
Durchfüh
rungsstelle
, dass die Beschwerdeführerin ab 1. Januar 2014 bei Anrechnung eines Verzichtsvermögens von
Fr.
101‘900.-- Anspruch auf
Ergänzungsleis
tungen
habe. Weiter hielt sie fest, sie werde
eine entsprechende Verfügung erlassen
und
die Leistungen
rückwirkend ausrichten (
Urk.
7 S. 8).
In der Folge
erliess
s
ie
aber
keine neue
(Wiedererwägungs-)Verfügung,
trotz dahingehender Bemühungen der Beschwerdeführerin (
Urk.
11,
Urk.
13-14,
Urk.
16,
Urk.
17/3
)
. Das dem Gericht am 27. März 2015 (vgl.
Urk.
16) eingereichte Berechnungsblatt betreffend den Ergänzungsleistungsanspruch ab 1. Januar 2014
hat
trotz
der in der Titelzeile enthaltenen Bezeichnung „Verfügung vom 29. Januar 2015“ (
Urk.
17/1 S. 1
; vgl. auch
Urk.
9/4/3
)
auch nach Ansicht der Parteien keine
n
Verfügung
scharakter
und ist lediglich provisorischer Natur (
Urk.
20/1-2)
.
Darauf deutet auch der Umstand hin, dass dem Berechnungsblatt im Gegensatz zu den von der Durchführungsstelle versandten Verfügungen (
Urk.
8/C6-8) keine Begründung und keine Rechtsmittelbelehrung vorangestellt wurde.
Auf aus
drücklichen Wunsch der Beschwerdeführerin
richtete
ihr
die
Durchführungs
stelle
rückwirkend ab 1. Januar 2014 Ergänzungsleistungen gemäss ihrem
Berechnungsblatt aus
. Die Durchführungsstelle
hielt aber ausdrücklich fest, diese Zahlungen seien nur provisorischer Natur, und
behielt sich vor, den aus
bezahlten Betrag zurückzuverlangen, falls
im vorliegenden Verfahren
das Bestehen eines
entsprechenden
Leistungsanspruch
s
verneint
werde (
Urk.
11
-12
,
Urk.
20/1-2)
.
Mit
den provisorischen Zahlungen
hat die Durchführungsstelle ihre
n
Einspracheentscheid
vom 3. September 2014
also
auch nicht faktisch in Wiedererwägung gezogen.
Anfechtungsgegenstand bleibt da
mit
der
Einsprache
entscheid
vom
3. Septemb
er 2014
(
Urk.
2).
Der teilweisen Anerkennung der Beschwerde kommt lediglich der Charakter eines Antrags an das Gericht zu
, wie die Beschwerde zu erledigen sei
,
wobei
zu beachten ist, dass
das
Sozialver
-
sicherungsgericht
gemäss Art. 61
lit
.
d ATSG nicht an die
Parteianträge gebunden ist.
3
.2
3
.2.1
Der
einen Anspruch auf Zusatzleistungen verneinenden
Verfügung vom 16. Mai 2014 liegt die Annahme der
Durchführungsstelle
zugrunde, dass der Beschwer
deführerin
bei der Berechnung des Ergänzungsleistungsanspruchs ab 1. Januar 2014
ein Vermögensverzicht
in Höhe
von
Fr.
103‘450.-- in den Jahren 2006-2011 sowie ein Vermögensverzicht von
Fr.
183‘538.-- ab 2011 anzurechnen sei
(
Urk.
8/C8 S. 2)
.
Im
Einspracheentscheid
vom 3. September 2014, womit die Verfügung vom 16. Mai 2014 bestätigt wurde, wird zur Begründung des ange
rechneten Verzichtsvermögens ausgeführt, die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann hätten
in
den Jahren 2006-2011 nach Abzug der Fixkosten monatlich durchschnittlich
Fr.
25‘000.
-- vom Vermögen aufgebraucht
, was übliche Lebenshaltungskosten überschreite und deshalb
,
soweit der Verbrauch nicht bereits belegt worden sei,
erklärungsbedürftig sei. Die Beschwerdeführerin habe diesen Verbrauch auf Anfrage nicht erklären können.
Da der Ehemann verstor
ben sei, sei
ihr
entsprechend der höchstrichterlichen Rechtsprechung nur die Hälfte des nicht belegten Vermögensverbrauchs während der Ehe angerechnet worden
.
Für die darauffolgende
Zeit als A
lleinstehend
e
sei davon auszugehen, dass
die Beschwerdeführerin
für die Lebenshaltung rund
Fr.
2‘000.-- pro Monat und
Fr.
24‘000.-- pro Jahr von ihrem Vermögen habe verbrauchen müssen
. Unter Berücksichtigung des vom Gesetz vorgesehenen Minderungsbetrags von
Fr.
10‘000.-- pro Jahr ergebe sich der für die Jahre 2011-201
3 angerechnete Verzichtsbetrag
(
Urk.
2).
3
.2.2
Demgegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom
6. Oktober 2014
auf den Standpunkt,
per 31. Dezember 2013 sei ihr ein
Vermö
gensverzicht
von lediglich
Fr.
6‘989.-- anzurechnen,
weshalb ihr
ab 1. Januar 2014 Zusatzleistungen
zustünden
(
Urk.
1 S. 1)
.
Ab
dem Jahr
2006 bis zum Tod ihres Ehemanns habe folgende finanzielle Situa
tion bestanden: Sie habe im Jahr 2007 ihre Arbeitsstelle verloren, danach währe
nd knapp zwei Jahren Arbeitslos
engelder bezogen und sich im Jahr 2009 für einen
Vorbezug
der AHV-Rente entschieden. Ihr Ehemann habe eine Invali
denrente bezogen, welche ab 2009 wegen einer zusätzlichen Erwerbstätigkeit herabgesetzt worden sei.
Gemäss den Steuerauskünften der Wohngemeinde hätten sich die gemeinsamen Einkünfte 2006 auf
Fr.
96‘100.--jährlich oder
Fr.
8‘008.-- monatlich, 2007 auf
Fr.
72‘700.-- jährlich oder
Fr.
6‘058.-- pro Monat, 2008 auf
Fr.
86‘800.-- jährlich respektive
Fr.
7‘233.--monatlich, 2009 auf
Fr.
39‘200.
-- pro Jahr
und
Fr.
3‘267.
-- pro Monat
, 2010 auf
Fr.
53‘400.-- jährlich respektive
Fr.
4‘450.-- monatlich und bis Juli 2011 auf
Fr.
47‘500.-- oder
Fr.
3‘958.-- pro Monat belaufen.
Im Jahr 2006 hätten die Eheleute aus dem Verkauf ihrer Eigentumswohnung einen Bruttoerlös von
Fr.
40‘000.-- erzielt, wovon nach Abzug der Strafzahlung an die Bank wegen der vorzeitigen Auf
lösung der Festhypothek und der Notariatskosten
ein Nettoerlös von
Fr.
34‘171.37 geblieben sei. Sodann hätten sie nach Abzug der Steuern Aus
zahlungen aus den Säulen 3A und aus Freizügigkeitskonten von
Fr.
60‘252.
--
im Jahr 2006,
Fr.
164‘043.
--
im Jahr 2007 sowie
Fr.
38‘296.
--
im Jahr 2008 erhalten
(
Urk.
1 S. 3 ff.)
.
Sie habe die Unterlagen ihres Mannes vernichtet, soweit diese nicht dem Kon
kursamt übergeben worden seien. Seit dem Tod ihres Mannes erhalte sie eine AHV-Rente von
Fr.
2‘199.-- im Monat (bis Ende 2011) beziehungsweise
Fr.
2‘118.-- (ab Januar 2012). Zudem habe sie im Jahr 2011 von der Pensions
kasse ihres Ehemanns eine Kapitalauszahlung von
Fr.
256‘882.-- erhalten und im Jahr 2012 die darauf entfallenden Steuern von
Fr.
19‘955.-- bezahlt
(
Urk.
1 S. 6).
Es sei unzulässig, ihr den Vermögensverbrauch ihres Ehemannes anzurechnen. Seinem Vermögen seien im Zeitpunkt seines Todes erhebliche Schulden gegen
übergestanden, was schliesslich zur Ausschlagung der Erbschaft geführt habe. Es könne nicht angehen, dass der Vermögensverbrauch eines Ehepaares auf Jahre hinaus belegt werden müsse,
selbst nachdem einer der Ehepartner ver
storben sei. Sie sei nicht
v
erantwortlich für das Finanzgebaren ihres Mannes, und habe keinen Zugriff auf die entsprechenden Unterlagen, da sich diese beim Konkursamt befänden beziehungsweise da sie nach der Ausschlagung der Erb
schaft von der Bank mangels Erbenstellung keine Auszüge der Konten ihres Mannes erhalte (
Urk.
1 S. 6 f.).
Wenn davon ausgegangen werde, dass sie sich nach dem Hinschied ihres Ehe
manns diejenigen Vermögenswerte zur Hälfe anrechnen lassen müsse, deren Verbrauch sie nicht belegen könne
, so müsse bei der Ermittlung des
Verzichts
vermögens
der
jenige
Vermögensverbrauch, der wahrscheinlich für einen ange
messenen Lebensunterhalt nötig gewesen sei, unberücksichtigt bleiben.
In den Jahren 2006 bis 2008 habe sie gemeinsam mit ihrem Mann über Einkünfte
von durchschnittlich
Fr.
7‘200.-- pro Monat verfügt. In den Jahren
2009 bis 2011 hätten sie über geringere
monatliche
Einkünfte verfügt, nämlich
über
Fr.
3‘267.-- im Jahr 2009,
Fr.
4‘450.-- im Jahr 2010 sowie
Fr.
3‘958.-- im Jahr 2011. Ihr Bedarf habe sich, berechnet nach den Richtlinien des Obergerichts über das betreibungsrechtliche Existenzminimum, auf monatlich
Fr.
5‘220.-- belaufen. Deshalb sei es mehr als wahrscheinlich, dass sie in den
Jahren ab 2009 ihr Ver
mögen zur Bestreitung des Lebensunterhalts
angezehrt
hätten. Da sie nicht ver
pflichtet gewesen seien, auf dem Existenzminimum zu leben
, seien zusätzliche monatliche Ausgaben für Ausflüge, Freizeit, Anschaffungen
sowie über den Grundbedarf hinausgehende Verpflegung und Kleider zu berücksichtigen. Daher sei von monatlichen Ausgaben von
Fr.
7‘220.-- auszugehen.
Auch ohne Belege sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass sie und ihr Ehemann ab 2009 Lebenshaltungskosten in bisheriger Höhe gehabt hätten.
Ausgehend von monatlichen Lebenshaltungskosten von
Fr.
7‘220.-- bestehe
unter B
erücksichti
gung des Einkommens im Jahr 2009 ein monatlicher Fehlbetrag von
Fr.
3‘953.--, was einen Vermögensverbrauch von
Fr.
47‘436.-- in diesem Jahr erkläre.
Für das Jahr 2010 sei bei einem monatlichen Fehlbetrag von
Fr.
2‘770.-- von einem Vermögensverbrauch von
Fr.
33‘240.-- auszugehen, und für 2011 könne auf diese Weise bei einem monatlichen Fehlbetrag von
Fr.
3‘262.-- ein Vermögens
verbrauch von
Fr.
22‘834.-- erklärt werden. Zusätzlich seien in diesen Jahren die zulässigen Vermögensentäusserungen in Höhe von
Fr.
10‘000.-- zu berück
sichtigen, sowie
Umzugskosten in den Jahren 2006 und 2008 von mindestens
Fr.
5‘000.--. Schliesslich habe ihr Ehemann in der Zeit vom 31. Dezember 2006 bis
31. Dezember 2010 seine Schulden um
Fr.
23‘864.-- reduziert, was mit vier gleichen jährlichen Tranchen in den Jahren 2007 bis 2010 à
Fr.
5‘966.-- anzu
rechnen sei. Beim Tod ihres Ehemanns im Juli 2011 resultiere aufgrund dieser Ausführungen ein nicht belegter Vermögensverbrauch von höchstens
Fr.
109‘498.-- (vgl. auch
Urk.
3/7a), welcher ihr höchstens zur Hälfte anzurech
nen sei
(
Urk.
1 S. 7 ff.)
.
Für die Jahre
2011
bis 2013
sei aufgrund lückenloser Bank- und Postbelege mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
bew
i
e
sen, dass sie ihr Vermögen
für den täglichen Lebensbedarf
verbraucht und nicht verschenkt habe
. Das Auto, welches sie Ende 2013 ihrem Sohn verschenkt habe, habe per 31. Dezember 2013 einen Verkaufswert von
Fr.
6‘989.-- aufgewiesen. Dieser Betrag sei ihr als Verzicht anzurechnen
(
Urk.
1 S. 10 ff.)
.
3
.2.3
In der Beschwerdeantwort geht die Durchführungsstelle hinsichtlich des anzurech
nenden Verzichtsvermögens
unter Berücksichtigung der von der Beschwerdeführerin im Beschwerdeverfahren eingereichten Unterlagen (
Urk.
3/2-22)
neu dav
on
aus, dass der Beschwerdeführerin im Jahr 2014 – unter Berücksichtigung der jährlichen Amortisationen in Höhe von
Fr.
10‘000.-- - ein Verzichtsvermögen von
Fr.
101‘900.-- anzurechnen sei. Dabei rechnete sie der Beschwerdeführerin drei Viertel des beim Tod des Ehemanns vorhandenen Ver
mögens an
(
Urk.
7 S. 3 ff.; vgl. auch
Urk.
17/1).
4.
4.1
Aus den Akten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin
per 1. Januar 2014 nur noch über ein geringes Vermögen verfügte, obwohl
ihr und ihrem im Jahr 2011 verstorbenen Ehemann seit dem Jahr 2006
Mittel in beträchtlicher Höhe
zuge
flossen waren
(
Urk.
7 S. 6,
Urk.
8/A4,
Urk.
8/C5,
Urk.
8/C8). Stri
ttig und zu prüfen ist die Höhe des ihr anzurec
hnenden Verzichts
vermögens
.
4.2
4.2.1
Den Angaben des Steueramts ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann
im Jahr 2005
kein Vermögen versteuerten
und
Einkünfte in Höhe von
Fr.
90‘200.
-- hatten
(
Urk.
8/A4 S. 3). Es kann davon ausgegangen werden
, dass das Einkommen für den Lebensunterhalt aufgewendet wurde.
D
er Ehemann
hatte sodann
am 2
2.
März 2005 einen Bankkredit in Höhe von
Fr.
52‘653.-- aufgenommen, wobei sich die Gesamtverschuldung wegen eines Teilzahlungszuschlags von
Fr.
15‘933.-- auf
Fr.
68‘586.
--
belief
(
Urk.
5/1;
vgl. auch
Urk.
1 S. 9)
.
Der Durchführungsstelle ist beizupflichten, dass sich ange
sichts des hohen Einkommens der Eheleute im Jahr 2005 die Frage
stellt
, wofür der Kredit verwendet wurde (
Urk.
7 S. 6). Die Beschwerdeführerin belegt ledig
lich die Aufnahme des Kredits durch ihren Ehemann, legt aber nicht dar, wofür der Kreditbetrag verwendet wurde (
Urk.
4,
Urk.
1 S. 9).
Die Amortisationszah
lungen sind, was die Beschwerdeführerin korrekt geltend macht (
Urk.
1 S. 9), belegt und sie erfolgten aufgrund einer bestehenden Rechtspflicht.
Verzichts
rechtlich
von Bedeutung ist jedoch nicht dieser Umstand, sondern dass die
Beschwerdeführerin keine Angaben dazu machte, wofür das Darlehenskapital seinerzeit verwendet wurde. Da der Nachweis einer adäquaten Gegenleistung beziehungsweise Hingabe der entsprechenden Mittel aufgrund einer rechtlichen Verpflichtung ausgeblieben ist, muss das Darlehenskapital in der Höhe von
Fr.
52‘653.-- aufgrund der geltenden Rechtslage als Verzichtsvermögen berück
sichtigt werden. Vom Verzicht nicht betroffen sind die Kreditkosten, insbeson
dere die Zinsen. Die Aufnahme eines Kredits als solcher ist verzichtsrechtlich ohne Bedeutung und die Rückzahlung des Darlehens ist Teil der
Vertragser
füllung
. Eine allfälliger Verzicht ergibt sich erst im Zusammenhang mit der Verwendung des zugeflossenen Kapitals (zu weiteren Einzelheiten vgl. nachste
hende E. 4.2.8).
4.
2.2
Im Jahr 2006 hatten
die Eheleute
laut den Steuerunterlagen
Einkünfte in Höhe von
Fr.
96‘100.--
(
Urk.
8/A4
S. 3
), welche
sie unbestrittenermassen zur Bestrei
tung ihres gewohnten Lebensstandards im Verlaufe des Jahres aufbrauchten
(
Urk.
1 S. 9,
Urk.
7 S. 3)
.
Ferner
floss dem Ehepaar aus dem Verkauf ihrer Eigentumswohnung nach Abzug einer Strafzahlung an die Bank
ein Brutt
oerlös von
Fr.
60‘000.-- (
Fr.
20‘000.-- vorab und
Fr.
40‘000.-- durch Banküberweisung am Tag der Eigentumsübertragung)
und - nach Abzug der
Notariatsgebühren von
Fr.
638.50
sowie
eine
r
Strafzahlung
an die Bank wegen vorzeitiger A
uflö
sung der Hypothek in Höhe von
Fr.
5‘
190.20 – ein Nettoerlös von
Fr.
54‘171.40 zu (
Urk.
3/4-5,
Urk.
8/C6
,
Urk.
9/1 S. 3
).
Entgegen der Ansicht der
Durchfüh
rungsstelle
kann die Überweisung eines Teils des Kaufpreises in Höhe von
Fr.
35‘000.-- auf das Säule 3A-Konto nicht berücksichtigt werden, da diese Zahlung, jedenfalls zum damaligen Zeitpunkt, nicht an die Beschwerdeführerin und ihren Ehemann ging (
Urk.
7 S. 3,
Urk.
8/C6,
Urk.
9/1 S. 3).
Zusätzlich erhielten
die Eheleute
, nach Abzug der Steuern,
eine Kapitalauszahlung aus der Säule 3A von
Fr.
60‘252.75 (
Urk.
1 S. 5,
Urk.
3/6 S. 4,
Urk.
7 S. 3
,
Urk.
8/A4
S. 3
). Vom gesamt
en
Vermögenszuwachs im Jahr 2006 von
Fr.
114‘424.15 sind Ausgaben von
Fr.
5‘000.-- wegen Umzugskosten (
Urk.
3/7a
,
Urk.
8/A4 S. 3 f.
) sowie – bei grosszügiger Betrachtung – der von der Durchführungsstelle aner
kannte zusätzliche Pauschalbetrag von
Fr.
20‘000.-- für die Anschaffung neuer Möbel und andere mit dem Umzug zusammenhängende ausserordentliche Auf
wendungen abzuziehen (
Urk.
7 S. 3 f.
,
Urk.
8/D13-14
). Entgegen der Ansicht der Durchführungsstelle besteht dagegen keine gesetzliche Grundlage, um einen weiteren „nicht zu belegenden jährlichen Betrag“ von
Fr.
10‘000.-- anzuerken
nen
(
Urk.
7 S. 3;
vgl.
dagegen
die Erwägung
en 1.2, 4.2.8 und
4.4.2
zur jährli
chen Verminderung des Verzichtsvermögens um
Fr.
10‘000.--
)
.
Da die Beschwerdeführerin nicht zu belegen vermag, wofür der verbleibende Betrag
von
Fr.
89‘424.15 verwendet wurde, ist ihr dieser als
hypothetisches V
ermögen anzurechnen.
4.2.3
Das Einkommen des Ehepaars im Jahr 2007 gemäss den Steuerunterlagen in Höhe
von
Fr.
72‘700
.--
(
Urk.
8/A4
S. 4
) wurde unbestrittenermassen zur Bestreitung des Lebensunterhalts aufgebraucht
(
Urk.
1 S. 9,
Urk.
7 S. 4
).
Ferner erhielt das Ehepaar in diesem Jahr - und nicht wie von der Durchführungsstelle angenommen im Jahr 2009 (
Urk.
7 S. 4) - eine Kapitalauszahlung aus der Säule 3A von
Fr.
164‘043.-- nach Abzug der Steuern (
Urk.
1 S. 4 f.,
Urk.
8/A4 S. 4
,
Urk.
8/C7).
E
ine Reduktion des Vermögens
zur Rückzahlung von Schulden in Höhe von
Fr.
6‘000.
-- kann entgegen der Ansicht der Durchführungsstelle
(
Urk.
7 S. 4)
nicht anerkannt werden
, da es dabei offensichtlich um die Amor
tisation des Kredits geht
(vgl.
Urk.
3/7a,
Urk.
5/2 sowie
nach
stehend E. 4.2.
8
)
.
Ferner kann
auch in diesem Jahr keine weitere pauschale, nicht zu belegende Reduktion des Vermögens in Höhe von
Fr.
10‘000.-- anerkannt werden.
Da die Beschwerdeführerin nicht zu belegen vermag, dass
das Vermögen in Höhe von
Fr.
164‘043.--
aufgrund einer rechtlichen Verpflichtung oder
im Austausch gegen eine adäquate Gegenleistung
entäussert
wurde, hat sie sich in dieser Höhe
hypothe
tisches Vermögen
anrechnen zu lassen.
4.2.4
Auch hinsichtlich des den Steuerunterlagen zu entnehmenden Einkommens des Ehepaars im Jahr
2008 von
Fr.
86‘800.-- kann
unbestrittenermassen
davon aus
gegangen werden, dass es zur Bestreitung des Lebensunterhalts verwendet wurde
(
Urk.
8/A4 S. 4
). In diesem Jahr erhielten die Eheleute eine weitere
Kapi
talauszahlung aus der Säule 3A von
Fr.
38‘296.90 nach Abzug der Steuern (
Urk.
1 S. 5,
Urk.
8/A4 S.
4
). Mit der Durchführungsstelle können
ausseror
-
dentliche
Ausgaben von
Fr.
5000.-- für einen weiteren Umzug als erwiesen betrachtet werden (
Urk.
3/7a,
Urk.
7 S. 8
,
Urk.
8/A4 S. 4
; vgl. auch
Urk.
8/D13-14
).
Demgegenüber kann der Durchführungsstelle
erneut
nicht gefolgt werden, soweit sie
auch für dieses Jahr
ausserordentliche Ausgaben von
Fr.
6‘000.-- für die Rückzahlung von Schulden (vgl.
Urk.
3/7a,
Urk.
5/2 sowie
nachstehend E. 4.2.8
) sowie
eine
weitere pauschale, nicht zu belegende Reduktion des Vermö
gens in H
öhe von
Fr.
10‘000.-- anerkennt
. Damit verbleiben
für 2008
nicht belegte und als Verzichtsvermögen anzurechnende Ausgaben in Höhe von
Fr.
33‘296.90
(welche zumindest teilweise mit den in diesem Jahr erfolgten Zahlungen zur Amortisation des Bankkredits in Höhe von
Fr.
28‘525.45
erklärt werden können [
Urk.
5/1 S. 2 f. sowie vorstehend
E. 4.2.1]
)
.
4.2.5
Im Jahr 2009 verfügten die Eheleute laut den Steuerunterlagen über ein Einkom
men von
Fr.
39‘200.--
respektive
Fr.
3‘267.-- pro Monat
(
Urk.
1 S. 4,
Urk.
8/A4 S. 2).
Es kann ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass sie dieses Geld zur Bestreitung ihres Lebensunterhalts aufwendeten.
Entgegen der Ansicht der Durchführungsstelle ist ihnen die Kapitalauszahlung von
b
rutto
Fr.
174‘000.-- beziehungsweise n
etto
Fr.
164‘043.-- nicht in diesem Jahr (
Urk.
7 S. 4), sondern bereits 200
7 zugeflossen (vorstehend E. 4.2.3
).
Gemäss in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 14. Mai 2009 verfügten die Eheleute
am Anfang des Jahres mit Ausnahme von
frei verfügbaren
Bankgut
haben über rund
Fr.
300.--
über kein Vermögen mehr
(
Urk.
8/C1)
.
Dass diese Zahlen realistisch sind, wird durch den Umstand bestätigt, dass
die Eheleute
gemäss Steuerunterlagen
im Jahr 2009
kein Vermögen versteuert
en
und
am
3. Januar 2009 ihr erstes Gesuch um Ausrichtung von Zusatzleistungen einge
reicht hatten (
Urk.
8/B1,
Urk.
9/1)
.
Hätten sie – wie die Beschwerdeführerin nun behauptet
(
Urk.
1 S. 7 ff.)
–
noch über genügend Vermögensreserven verfügt, um entsprechend dem durchschnittlichen monatlichen Einkommen in den Jah
ren 2006 bis 2008
Fr.
7
‘
200
.-- pro Monat für den Lebensunterhalt auszugeben
, hätten sie sich wohl nicht zum Bezug von Ergänzungsleistungen angemeldet.
Die entsprechende Behauptung ist deshalb nicht glaub
haft
und entsprechende Ausgaben im Jahr 2009 sind nicht belegt.
Im Jahr 2009
machte die
Invalidenversicherung gegenüber dem Ehemann
offen
bar
eine
Rückerstattungsforderung
wegen zu viel b
ezogener
Rentenbe
treffnisse
in Höhe von
Fr.
60‘000.
-- geltend
.
Grund dafür war
eine rückwir
kende Kürzung der Invalidenrente
,
weil
der Ehemann
eine zusätzliche
Erwerbs
tätig
keit nicht gemeldet hatte.
Es ist nicht zu beanstanden
, dass diese Forderung von der Durchführungsstelle nicht als Ausgabe anerkannt wurde, da sie vom Ehemann nicht beglichen wurde
(
Urk.
1 S. 3,
Urk.
2 S. 2,
Urk.
7 S. 7,
Urk.
8/D13).
Demgegenüber kann der Durchführungsstelle erneut nicht gefolgt werden, soweit sie auch für dieses Jahr ausserordentliche Ausgaben von
Fr.
6‘000.-- für die Rückzahlung von Schulden (vgl.
Urk.
3/7a,
Urk.
5/2 sowie
nach
stehend E. 4.2.
8
) sowie eine weitere pauschale, nicht zu belegende Reduk
tion des Vermögens in Höhe von
Fr.
10‘000.-- anerkennt
. Aus der
Teilzahlungs
abrechnung
der Bank vom
2.
Oktober 2014 ergibt sich im Übrigen, dass im Jahr 2009 keine Amortisationszahlungen erfolgten (
Urk.
5/1 S. 2 f.).
Damit ist entgegen der Ansicht der Parteien (
Urk.
1 S. 7 ff.,
Urk.
7 S. 4) nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen, dass die Eheleute im Jahr 2009 Ausgaben tätigten, welche ihr Jahreseinkommen übertrafen.
4.2.6
Im Jahr 2010 fiel den Eheleuten kein weiteres Vermögen zu. Es kann
wiederum
davon ausgegangen werden, dass sie mit ihren Einkünften gemäss den
Steuer
unterlagen
von
Fr.
53‘400.-- ihren Lebensunterhalt bestritten.
Zusätzliche Aus
gaben, insbesondere
ausserordentliche
Ausgaben von
Fr.
6‘000.-- für die Rück
zahlung von Schulden (vgl.
Urk.
3/7a,
Urk.
5/2,
Urk.
5/1 S. 3
) sowie eine weitere pauschale, nicht zu belegende Reduktion des Vermögens in Höhe von
Fr.
10‘000.--, können entgegen der Ansicht der Durchführungsstelle
(
Urk.
7
S. 5)
nicht anerkannt werden
(vgl. vorstehende E. 4.2.1-2)
. Ebenso wenig
können die
von der Beschwerdeführerin geltend gemachten
Ausgaben
von
Fr.
7‘200.-- pro Monat für Lebenshaltungskosten anerkannt werden. Es ist nämlich nicht ausgewiesen, dass die Eheleute nebst ihrem Einkommen über die nötigen flüssi
gen Mittel verfügten, um Ausgaben
in dieser Höhe
tätigen zu können (vgl. auch die vorstehende Erwägung).
4.2.7
Gemäss Steuerunterlagen 2010 war
Ende 2010 praktisch
kein Vermögen mehr vorhanden
(
Urk.
3/7,
Urk.
8/A4 S. 2
)
. D
eshalb konnte
der
Lebensunterhalt
im Jahr 2011 bis zum Hinschied des Ehemanns
auch nicht
– entgegen den Anga
ben der Beschwerdeführerin (
Urk.
1 S. 9) -
in wesentlichem Ausmass aus dem
Anzehren
von Vermögenswerten bestritten werden. Es ist davon auszugehen, dass hierfür das
laufende
Einkommen
verwendet wurde
(
Urk.
1 S. 4,
Urk.
8/A4)
.
Die Kapitalauszahlung aus einer Personalvorsorgestiftung in Höhe von
Fr.
256‘882.45 kam der Beschwerdeführerin erst nach dem Tod ihres Ehemanns am 1
.
Oktober 2011 zu (
Urk.
1 S. 11,
Urk.
8/C3).
4.2
.8
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen
berechnet sich das
beim Tod des Ehe
gatten der Beschwerdeführerin am 23. Juli 2011
noch vorhandene hypothe
tische Vermögen,
unter Berücksichtigung der jährlichen
Verminderung des hypothetischen Vermögens um
Fr.
10‘000.-- jeweils am 1. Januar gemäss Art. 17a ELV, folgendermassen:
Jahr
Verzicht
svermögen am 1. Januar
Verzicht
Amortisation
2006
Fr.
0.--
Fr.
89‘424.15
Fr.
0.--
2007
Fr.
89‘424.15
Fr.
164‘043.--
Fr.
0.--
2008
Fr.
253‘467.15
Fr.
33‘296.90
Fr.
10‘000.--
2009
Fr.
276‘764.05
Fr.
0.--
Fr.
10‘000.--
2010
Fr.
266‘764.05
Fr.
0.--
Fr.
10‘000.--
2011
Fr.
256‘764.05
---
---
Den Ausführungen in vorstehender E. 4.2.1 folgend, ist das Kapital des 2005 aufgenommenen Bankdarlehens in der Höhe von
Fr.
52‘653.-- zum ermittelten Verzichtsvermögen von Fr. 256‘764.05 hinzuzurechnen. Abzuziehen sind hin
gegen die Amortisationskosten, das heisst die Rückzahlung des Kredites und die Kreditkosten. Diese Kosten belaufen sich auf insgesamt
Fr.
68‘586.-- (
Urk.
5/1). Der Saldo und damit das Verzichtsvermögen im Zeitpunkt des Todes des Ehe
mannes beträgt somit
Fr.
240‘831.05.
4.3
4.3
.1
Die Beschwerdeführerin schlug das Erbe ihres am 23. Juli 2011 verstorbenen Ehemanns am 1
2.
September 2011 aus, da keine Aktiven mehr vorhanden waren, sondern nur Schulden (
Urk.
1 S. 7,
Urk.
8/C9
S. 4
). Als gesetzlicher Erbe verblieb damit bloss noch der Sohn, welcher das Erbe ebenfalls ausschlug (
Urk.
3/2-3
; vgl. auch
Urk.
1 S. 12
). Der Konkurs über den Nachlass wurde am 3. Februar 2012 mangels Aktiven eingestellt (
Urk.
1 S. 3,
Urk.
7 S. 5,
Urk.
8/C9; vgl. auch
Urk.
3/3
,
Urk.
8/D10
).
4.3
.2
Nach
Art. 9
Abs.
2 ELG sind die anerkannten Ausgaben und die anrechenbaren Einnahmen von Ehegatten zusammenzurechnen
, und zwar ohne Rücksicht auf den Güterstand
.
Dementsprechend sind auch Einkommens- und
Vermögensver
zichte
beider Ehegatten zu berücksichtigen, ungeachtet der eigentums- oder ehegüterrechtlichen Situation
. Auch bei der Berechnung des Anspruchs auf eine Ergänzungsleistung für den überlebenden Ehegatten ist deshalb der während der Ehe vom verstorbenen Ehegatten vorgenommene Vermögensverzicht auf
zurechnen. Dies gilt generell für sämtliche Vermögenswerte (Urteil
des Bundes
gerichts P 30/06 vom 5. Februar 2007
,
E. 3.5
mit Hinweisen).
Mit dem Tod
des anderen Ehegatten
ist eine güter- und erbrechtliche Auseinan
dersetzung zur Bestimmung des Nachlasses
v
orzunehmen. Das aus der güter- und erbrechtlichen Auseinandersetzung resultierende
V
ermögen
des überleben
den Ehegatten steht in dessen Alleineigentum und
ist bei der Berechnung der Ergänzungsleistung
v
ollumfänglich zu berücksichtigen.
Das muss gleichermas
sen gelten, wenn nicht ein effektiv vorhandenes, sondern ein verzichtetes Ver
mögen zu beurteilen ist. Dieses ist so zu berechnen, wie wenn der
Vermögens
verzicht
nicht stattgefunden hätte
, mithin wie wenn das Vermögen noch vor
handen wäre
(
Urteil
des Bundesgerichts P 30/06 vom 5. Februar 2007
,
E.
4.3.2).
Soweit das Vermögen des Verstorbenen erbrechtlich an Dritte geht, handelt es sich nicht mehr um Vermögen
des überlebenden Ehegatten. Es darf daher auch nicht bei der Berechnung des Anspruchs auf eine Ergänzungsleistung berück
sichtigt werden. Dies gilt jedenfalls, wenn das Vermögen an gesetzliche Erben geht: Diese haben einen unmittelbaren gesetzlichen Anspruch auf ihren Erbteil.
Die Auszahlung dieses Anspruchs kann daher nicht als Vermögensverzicht betrachtet werden. Gleich verhält es sich, wenn der fragliche Vermögensteil nicht mehr vorhanden, sondern vor dem Tod des Erblassers bereits im Sinne eines Vermögens
verzichts hingegeben worden ist (Urteil
des Bundesgerichts P 30/06 vom 5. Februar 2007
,
E.
4.4).
Hat der Verstorbene einen überschuldeten Nachlass hinterlassen, und wurde die Erbschaft von allen nächsten gesetzlichen Erben ausgeschlagen,
kann dem überlebenden Ehegatten
erbrechtlich kein (zusätzliches) Vermögen angerechnet werden. Das gilt indessen nicht in Bezug auf das Vermögen, auf das der ver
storbene Ehegatte zu Lebzeiten verzichtet hat. Dieses stellt im Umfang der
Erbquote
des überlebenden Ehegatten anrechenbares Verzichtsvermögen dar (BGE 139 V 505;
vgl. dazu auch
Jöhl
/
Ursinger
-Egger
, Ergänzungsleistungen zur AHV/IV, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR],
Band XIV, 3. Auflage, Basel 2016, S. 1867
Fn
814
).
4.3
.3
D
ie
gegen die Anrechnung von Verzichtsvermögen des verstorbenen Ehegatten
erhobenen
grundsätzlichen Einwendungen der Beschwerdeführerin
sind mit Blick auf die dargelegte höchstrichterliche Rechtsprechung
unbehelflich
. Dies gilt insbesondere auch für das Argument der Beschwerdeführerin,
sie sei nicht
v
erantwortlich für das Finanzgebaren ihres Mannes
, da Einkommens- und
Ver
mögensverzichte
beider Ehegatten zu berücksichtigen sind, ungeachtet der eigentums- oder ehegüterrechtlichen Situation.
Es fehlen Anhaltspunkte, dass die Beschwerdeführerin und ihr Ehemann nicht dem ordentlichen Güterstand der
Errungenschaftsbeteiligung
unterstanden
(vgl.
Urk.
8/C6 S. 7)
. Auch die Durchführungsstelle ging davon aus (
Urk.
7 S. 5)
. Bei diesem Güterstand wird der Vorschlag ohne anderslautende Vere
inbarung hälf
tig geteilt (Art. 215 des Schweizerischen
Zivilgesetzbuch
es [
ZGB
]
)
, sodass
ver
mutungsweise
auch ein (vorhandenes oder verzichtetes) Vermögen güterrecht
lich hälftig geteilt werden kann
(vgl. BGE 139 V 505 E. 1, E. 2.3; Urteil
des Bundesgerichts P 30/06 vom 5. Februar 2007
,
E.
4.5). Demnach ist der Beschwerdeführerin zunächst die Hälfte des Verzichtsvermögens im Zeitpunkt des Todes des Ehemanns in
Höhe von
Fr.
2
40
‘
831.05
, also
Fr.
12
0
‘
415.50,
anzurechnen. Zusätzlich
stellt die ihrem verstorbenen Ehemann
zuzuord
n
ende andere Hälfte des Verzichtsvermögens im Umfang ihrer
Erbquote
ebenfalls anrechenbares Verzichtsvermögen dar (BGE 139 V 505 E. 2.2-3). Die
Durchfüh
rungsstelle
ging
in der Beschwerdeantwort
von
der gesetzlichen Erbr
egelung
aus
und rechnete d
er Beschwerdeführerin demgemäss
, entsprechend der Rege
lung in Art. 4
62
Ziff.
1 ZGB
für
überlebende Ehegatte
n, welche
mit Nachkom
men zu teilen haben,
die
Hälfte des dem verstorbenen Ehemann zuzuordnenden
Verzichtsvermögens
an (
Urk.
7 S. 5). D
ies ist nicht zu beanstanden, d
a in den Akten Anhaltspunkte fehlen, dass
der Ehemann der Beschwerdeführerin testa
mentarisch eine andere Regelung vorgesehen hat
te
,
zumal
die Beschwerdefüh
rerin nach Erhalt der Beschwerdeantwort die diesbezüglichen Annahmen der Durchführungsstelle nicht bestritten hat.
Insgesamt ist deshalb nach der erb- und güterrechtlichen Auseinandersetzung von einem Verzichtsvermögen der Beschwerdeführerin in
Höhe von
Fr.
180
‘
623
.
25
auszugehen.
4.4
4.4.1
Nach dem Tod ihres Ehemanns erhielt die Beschwerdeführerin am
1.
Oktober 2011 eine Kapitalauszahlung aus einer Personalvorsorgestiftung in Höhe von
Fr.
256‘882.45 (
Urk.
1 S. 11,
Urk.
8/C3). Per
1.
Januar 2014 verfügte sie nur noch über ein geringes Vermögen (
Urk.
8/C5,
Urk.
8/C8). Die
Durchführungs
stelle
erachtet es
aufgrund der
von der Beschwerdeführerin im
Beschwerdever
fahren
neu aufgelegten Belege (
Urk.
1 S. 10 ff.,
Urk.
3/8-20) grundsätzlich als erwiesen, dass der Rückgang des Vermögens bis
1.
Januar 2014 nicht auf einen Verzicht zurüc
kzuführen ist (
Urk.
7 S. 5 ff.).
Ob dieser Sichtweise angesichts der
doch erheblichen Barbezüge in den Jahren 2011-2013, deren Verwendung nicht belegt wurde
(
Urk.
3/14,
Urk.
3/17,
Urk.
3/20; vgl. auch
Urk.
3/12-13,
Urk.
3/
15-16,
Urk.
3/18-19)
,
zu folgen ist,
kann ang
esichts der folgenden Erwä
gung 4.4.3
offen bleiben.
4.4.2
Unbestritten ist auch, dass die Beschwerdeführerin ihr Auto im Jahr 2013 ihrem Sohn
schenkte
, weshalb ihr der Verkaufswert des Autos als Vermögensverzicht anzurechnen ist (
Urk.
1
S. 12,
Urk.
2 S. 3). Dabei ist
unbestrittenermassen
(
Urk.
1 S. 12,
Urk.
7 S. 6)
gestützt auf die von der
Beschwerdeführerin einge
reichte
Bewertung
des Autos pe
r 3
1.
Dezember 2013 (
Urk.
3/22
)
von einem
Ver
kaufswert
von
Fr.
6‘989.-- auszugehen.
4.4.3
Nach dem Gesagten hat sich das Verzichtsvermögen nach dem Hinschied des Ehemanns der Beschwerdeführerin und davon ausgehend, dass ihr aufgrund der
güter- und erbrechtliche
n
Auseinandersetzung
ab dem 2
4.
Juli 2011
ein
hypo
thetisches Vermögen
in
Höhe von
Fr.
1
80
‘
623.25
anzurechnen ist, folgender
massen
entwickelt.
Jahr
Verzichtsvermögen am
1.
Januar
Verzicht
Amortisation
2011
Fr.
1
80
‘
623.25
Fr.
0.--
Fr.
10‘000.--
2012
Fr.
170
‘
623.25
Fr.
0.--
Fr.
10‘000.--
2013
Fr.
160‘623.25
Fr.
6‘989.--
Fr.
10‘000.--
2014
Fr.
143‘634.25
---
---
4.5
Es ergibt sich, dass für die Berechnung des Zusatzleistungsanspruchs per
1.
Januar 2014 von einem Verzichtsvermögen der Beschwerdeführerin in Höhe von
Fr.
1
43
‘
634.25
auszugehen ist.
D
ieser Betrag
übersteigt
den von der Durchführungsstelle
bei Erstattung der Beschwerdeantwort
angenommenen Verzichtsbetrag
von
Fr.
101‘900.-- (
Urk.
7 S. 8)
.
Ausgehend von den übrigen, unbestrittenen Einkommens- und Vermögenszahlen (
Urk.
8/C8 S. 2,
Urk.
9/4/3) ergibt sich per
1.
Januar 2013 ein
gesamthaftes Vermögen von
Fr.
160
‘
623.2
5.
Nach Abzug der
F
reigrenze von
Fr.
37‘500.
--
verbleibt ein Vermögen von
Fr.
1
23
‘12
3
.
25
, wovon ein Zehntel, also
Fr.
12
‘
312
.
3
0
,
als Ein
kommen anzurech
n
en ist
(vgl. die vorstehende Erwägung 1.1)
.
Da den nunmehr anrechenbaren Einnahmen von
Fr.
38‘928.30 (Vermögensverzehr zzgl.
Renten
einkommen
von
Fr.
26‘616.--) auch ohne Berücksichtigung eines
Vermögenser
trages
tiefere anerkannte Ausgaben von
Fr.
36‘766.-- gegenüberstehen
(vgl.
Urk.
8/C8 S. 3), ist ein Leistungsanspruch zu verneinen.
Im Ergebnis
ist
der angefochtene
Einspracheentscheid
rechtens und
die Beschwerde
ist
abzuweisen
;
es bleibt dabei, dass die Beschwerdeführerin ab
1.
Januar 2014 keinen Anspruch auf Zusatzleistungen hat.
Dieser Ausgang bedeutet keine Schlechterstellung der Beschwerdeführerin (im Sinne einer „
r
eformatio
in
peius
“),
da nach dem in Erwägung 3
.1 Gesagten der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
3.
September 2014
, mit welchem ein Leistungsanspruch verneint wurde,
das Anfechtungsobjekt bildet. Wie bereits dargelegt wurde, ist nicht davon auszugehen, dass der
Einspracheentscheid
von der Durchführungsstelle in Wiedererwägung gezogen worden ist. Ferner ist das
Gericht nicht an den sinngemässen Antrag der Durchführungsstelle auf teil
weise Gutheissung der Beschwerde (
Urk.
7 S. 8)
gebunden.