Decision ID: 10618897-cdb8-4092-94f4-ae3710531752
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1983, war vor Eintritt der Arbeitslosigkeit vom
1. Sep
tember 2010 bis 31. Juli 2012 bei der
Z._
,
A._
, als
Automechaniker
tätig (Urk. 7/56 Ziff. 2). Am 27. Juni 2012 meldete er sich beim Regio
nalen
Arbeits
ver
mittlungs
zentrum
A._
(RAV)
für die Zeit
ab 1. August 2012 zur Arbeitsver
mittlung an (Urk. 7/55) und am 5. Juli 2012 bei der Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich zum Bezug von
Arbeits
losen
entschä
digung
(Urk. 7/54) an.
Am
24. September 2012 wies das RAV dem Versicherten eine Arbeitsstelle als Reifen-/
Pneumonteur
bei der
B._
,
C._
, zu und forderte
ihn
auf, sich bis spätestens 27. September 2012 bei dieser zu bewerben (
Urk.
7/13). Der
Versicherte
kam
dieser Aufforderung nach, worauf
die
B._
dem RAV am 1. Oktober 2012 mit
teilte
, dass es nicht zu einer Anstellung ge
kommen sei, weil
der Versicherte ihr gegenüber
am 1. Oktober 2012
erklärt
habe,
dass
er Pneus
nicht
montieren
könne
(
Urk.
7/15)
.
Am 17. Oktober 2012
überwies das RAV die Sache an das Amt für Wirtschaft und Arbeit
(AWA)
zum Entscheid über eine Einstellung in der
Anspruchsbe
rechtigung
(Urk.
7/3
).
Mit Verfügung vom
29. Oktober
2012 (Urk.
7/4
) stellte das AWA
den
Versicherte
n
für die Dauer von 36 Tagen ab dem
2.
Oktober
2012 in der
Anspruchs
berechtigung
ein, weil
er
durch die Nichtannahme einer zu
mutbaren Arbeit Kontrollvorschriften
verletzt
beziehungsweise Weisungen der Organe der Arbeitslosenversicherung nicht befolgt habe. Die
vom
Versicherten am
1
2.
Dezember
2012 da
gegen erhobene Einsprache (Urk.
7/6
) wies das AWA mit Ent
scheid vom
19. Dezember 2012
(Urk. 2) ab.
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 19. Dezember 2012 (
Urk.
2)
erhob
der
Versi
cherte am
23. Januar 2013
Beschwerde und bean
tragte
dessen
Aufhebung
sowie
die ungekürzte Ausrichtung von
Arbeitslosen
entschä
digung
und die Ein
holung einer Stellungnahme eines Neurologen
,
eventuell eine Reduktion der
Anzahl Einstelltage (Urk. 1 S. 2
).
Mit Beschwerdeantwort vom
6. Februar 2013 (
Urk.
6)
beantragte das AWA die Abwei
sung der Beschwerde, wovon
der Versicherte
am
20. Februar 2013 in Kenntnis gesetzt
wurde (Urk.
8
).
Der Einzelrichter

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert Fr. 20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der Be
schwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit (§ 11 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Nach Art. 17 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenver
sicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) muss die versicherte Person, die Versicherungsleistungen beanspruchen will, mit Unterstützung des zustän
digen Arbeitsamtes alles Zumutbare unterneh
men, um Arbeitslosigkeit zu ver
meiden oder zu verkürzen. Ins
beso
nde
re ist sie verpflichtet, Arbeit zu suchen, nötigenfalls auch ausserhalb ihres bisherigen Berufes. Sie muss ihre Bemühun
gen nachweisen können.
1.3
Gemäss Art. 16 Abs. 1 AVIG muss die versicherte Person zur
Schadensminde
rung
grundsätzlich jede Arbeit unverzüglich annehmen.
Unzumutbare Arbeit darf die arbeitslose Person ohne
versiche
rungsrechtlich
nachteilige Folgen ablehnen. Gemäss Art. 16 Abs. 2 AVIG ist eine Arbeit unzu
mutbar und somit von der Annahmepflicht ausgenommen,
wenn sie den berufs- und ortsüblichen, insbesondere den gesamt- oder nor
malarbeitsvertraglichen Bedingungen nicht entspricht (
lit
. a);
wenn sie nicht angemessen auf die Fähigkeiten oder auf die bisherige Tätig
keit des Versicherten Rücksicht nimmt (
lit
. b);
wenn sie dem Alter, den persönlichen Verhältnissen oder dem Gesund
heits
zustand des Versicherten nicht angemessen ist (
lit
. c);
wenn sie eine Wiederbeschäftigung des Versicherten in seinem Beruf we
sentlich erschwert, falls darauf in absehbarer Zeit überhaupt Aussicht be
steht (
lit
. d);
wenn sie in einem Betrieb auszuführen ist, in dem wegen einer kollektiven Arbeitsstreitigkeit nicht normal gearbeitet wird (
lit
. e);
wenn sie einen Arbeitsweg von mehr als zwei Stunden je für den Hin- und Rückweg notwendig macht, und wenn für die versicherte Person am Arbeitsort keine angemessene Unterkunft vorhanden ist, oder wenn bei Vorhandensein einer entsprechenden Unterkunft die versicherte Person ihrer Betreuungspflicht gegenüber den Angehörigen nicht ohne grössere Schwierigkeiten erfüllen kann (
lit
. f);
wenn sie eine ständige
Abrufsbereitschaft
des Arbeitnehmers über den Um
fang der garantierten Beschäftigung hinaus erfordert (
lit
. g);
wenn sie in einem Betrieb auszuführen ist, der Entlassungen zum Zwecke vorgenommen hat, Neu- oder Wiedereinstellungen zu wesentlich schlech
teren Arbeitsbedingungen vorzunehmen (
lit
. h);
oder wenn sie der versicherten Person einen Lohn einbringt, der geringer ist als 70 Prozent des versicherten Verdienstes, es sei denn, sie erhalte Kompensationsleistungen nach Art. 24 AVIG (Zwischenverdienst), wobei in Ausnahmefällen das regionale Arbeitsvermittlungszentrum mit Zu
stimmung der
tripartiten
Kommission auch eine Arbeit für zumutbar er
klären kann, deren
Entlöhnung
weniger als 70 Prozent des versicherten Verdienstes beträgt (
lit
. i).
1.4
Gemäss Art. 30 Abs. 1
lit
.
d AVIG ist die versi
cherte Person in der
Anspruchs
be
rechtigung
einzustellen, wenn sie die
Kon
trollvorschriften
oder die Weisungen der zuständigen Amtsstelle nicht befolgt, namentlich eine zumutbare Arbeit nicht annimmt oder eine
arbeitsmarktliche
Massnahme ohne entschuldbaren Grund nicht antritt, abbricht oder deren Durch
führung oder Zweck durch ihr Verhalten beeinträchtigt oder verunmög
licht.
1.5
Eine Ablehnung vermittelter zumutbarer Arbeit liegt nicht nur dann vor, wenn die versicherte Person eine Stelle aus
drücklich zurückweist, sondern auch, wenn sie eine nach den Umständen gebotene ausdrückliche Annahmeerklärung unter
lässt. Sie hat bei den Verhand
lungen mit künftigen Arbeitgeberinnen oder Ar
beitgebern klar und eindeutig die Bereit
schaft zum Vertragsabschluss zu be
kun
den, um die Beendigung der Arbeitslosigkeit nicht zu gefährden (ARV 1984
Nr.
14 S. 167). Der erwähnte Tatbestand der Ablehnung zumutbarer Ar
beit ist nicht nur erfüllt, wenn die arbeits
lose Person bei eigent
lichen Vertragsver
hand
lungen eine nach den Umständen gebo
tene ausdrückliche Annahmeerklä
rung unter
lässt, sondern auch dann, wenn sie sich trotz Zuweisung einer Stelle durch das Ar
beitsamt gar nicht ernsthaft um die Aufnahme von Ver
trags
ver
hand
lungen bemüht (ARV 1986 Nr. 5 S. 22, BGE 122 V 38 E. 3b, Urteile des Bundes
gerichts C 272/05 vom 13. Dezember 2005 E. 1 und C 300/05 vom 9. Februar 2006 E. 1).
2.
2.1
Der Beschwerdegegner ging im angefochtenen
Einspracheentscheid
vom 19. De
-
zember
2012 (
Urk.
2) davon aus,
dass der
Beschwerdeführer
lediglich
bei der Ausübung von Tätigkeiten mit extremen Kopfstellungen beeinträchtigt gewesen sei,
weshalb es sich bei der ihm zugewiesenen
Arbeitsstelle als
Reifenmonteur bei der
B._
um eine seinem
Gesundheitszustand
angemessene Stelle gehandelt
habe,
weshalb
der
Beschwerdeführer wegen Nichtannahme ei
ner
ihm zugewiesene
n
Arbeitsstelle ohne entschuldbare Gründe
im
Rahmen ei
nes schweren Verschuldens für 36 Tage in der Anspruchsberechtigung einzu
stellen sei
.
2.2
Der Beschwerdeführer bringt
hiegegen
vor, dass es ihm auf Grund seiner
ge
-
sund
heitlichen
Einschränkung nicht möglich gewesen
sei
, eine Tätigkeit als
Pneumonteur
auszuüben
(
Urk.
1 S. 3).
3.
3.1
Mit
Schreiben vom 1. Oktober 2012 (
Urk.
15) teilte die
B._
dem RAV mit, dass sich der Beschwerdeführer am 1. Oktober 2012 auf die zuge
wiesene Arbeitsstelle als Reifen- und
Pneumonteur
beworben habe, dass es in der Folge jedoch nicht zu einer Anstellung gekommen sei, weil der Beschwer
deführer ihr gegenüber ausgesagt habe, dass er keine Pneus montieren könne.
In ihrer Stellungnahme vom 9. Oktober 2012 (Eingangsstempel;
Urk.
7/14) teilte die
B._
dem RAV mit, dass es sich bei der dem Beschwerdefüh
rer zugewiesenen Arbeitsstelle als Reifenmonteur um eine Arbeitsstelle bei der
D._
im Umfang eines Arbeitspensums von 100 % und bei einem Stundenlohn von
Fr.
23.-- gehandelt habe.
3.2
In seiner Stellungnahme vom 9. Oktober 2012 (
Urk.
7/17) führte der Beschwerde
führer aus, dass er sich schriftlich bei der
B._
auf die zugewiesene Stelle beworben habe, und
dass diese ihn anschliessend ange
rufen habe. Anlässlich dieses Telefongesprächs mit der
B._
habe er dieser gegenüber erwähnt, dass er seit seiner Ausbildung (zum
Automechani
ker
; vgl.
Urk.
7/48/1) keine
Pneuwechsel
mehr durchgeführt habe, da er an sei
nem letzten Arbeitsplatz (bei der
Z._
) dafür nicht zuständig gewesen sei.
3.3
In seiner Einsprache vom 2
2.
November 2012 (
Urk.
7/9)
gab der
Beschwer
-
defüh
rer
an, dass er der
B._
zwar mitgeteilt habe, dass er seit seiner Ausbildung keinen
Pneuwechsel
mehr durchgeführt habe, dass er
sich indes bereit erklärt habe,
dies jedoch
trotzdem
zu versuchen
.
3.4
In seiner zuhanden des Beschwerdegegners verfassten Stellungnahme vom 1
2.
Dezember 2012 (
Urk.
7/6) führte der Beschwerdeführer aus, dass er aus ge
sundheitlichen Gründen Tätigkeiten mit starken Kopfbewegungen und insbe
sondere auch die Tätigkeit als Reifenmonteur nicht habe ausüben können, und dass er aus diesem Grunde, der
B._
mitgeteilt habe, er könne keine
Pneuwechsel
durchführen.
3.5
Beschwerdeweise erwähnte der Beschwerdeführer, dass er der
B._
mitgeteilt habe, dass er auf Grund eines ärztlichen Attests keine belastenden und mit extremen Kopfstellungen
verbundene
Tätigkeiten ausüben könne (Urk. 1 S. 2).
4.
4.1
Nach Gesagtem steht
mit dem massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 129 V 153 E. 2.1 mit Hinweisen) fest,
dass
der Be
schwerdeführer die ihm zugewiesene Arbeitsstelle bei der
B._
zwar nicht ausdrücklich abgelehnt hat, dass
er
diesbezüglich hingegen keine klare und vorbehaltlose Bereitschaft zum Abschluss eines Arbeitsvertrages be
kundet hat.
Vielmehr teilte der Beschwerdeführer der
B._
mit, das er die Arbeit des Pneu- und Reifenmonteurs nicht ausüben könne, weil er diese Tätigkeit seit seiner Ausbildung zum Automechaniker nicht mehr ausge
übt habe, beziehungsweise, das er diese Tätigkeit nicht ausüben könne, weil ihm aus gesundheitlichen Gründen Tätigkeiten mit extremen Kopfstellungen nicht zuzumuten seien.
4.2
Zu prüfen ist im Folgenden daher, ob es sich bei der dem Beschwerdeführer zuge
wiesenen Arbeitsstelle um eine
ihm
aus gesundheitlichen zumutbare Arbeit gehandelt oder ob es sich dabei um eine seinem Gesundheitszustand nicht an
gemessene Arbeit und daher im Sinne von Art. 16
Abs.
2
lit
. c AVIG unzumut
bare Arbeit gehandelt hat.
4.3
Mit
Zeugnis vom 5. November 2012 (
Urk.
7/8)
attestierte
Dr.
med.
E._
, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, dem Beschwerdeführer grundsätz
lich eine volle Arbeitsfähigkeit und hielt präzisierend fest, dass in der Ausübung einer normalen Tätigkeit als Automechaniker keine Einschränkung bestehe, dass dem Beschwerdeführer jedoch die Ausübung von belaste
nd
en Tätigkeiten mit einer „extremen Kopfstellung“ nicht zuzumuten sei.
5.
5.1
Bei der Beurteilung der Frage nach der Zumutbarkeit der dem
Beschwerdeführer zugewiesenen Tätigkeit als Reifen- und
Pneumonteur
in gesundheitlicher Hin
sicht kann auf die Umschreibung der Tätigkeit des
Reifenpraktikers EBA
abge
stellt werden
(www.sbfi.admin.ch/bvz/grundbildung; www.biz-berufsinfo.ch; www.berufsberatung.ch;
Urk.
7/48/3):
„
Reifenpraktiker/innen überprüfen Reifen und Räder von Fahrzeugen,
wechseln
sie fachgerecht aus und reparieren sie. Sie
führen auch kleinere Servicearbeiten am Fahrzeug aus.
Reifenpraktiker/innen arbeiten in Reifenfachhäusern oder
Autowerkstätten.
Sie beurteilen den Zustand von Reifen. Falls ein Reifen
abge
fahren oder beschädigt ist, reparieren oder ersetzen sie
diesen. Sie informieren die Kundschaft über verschiedene Angebote
und deren Kosten.
Für einen Rei
fen- oder Räderwechsel sichern Reifenpraktiker/innen das Fahrzeug. Die alten Reifen und Räder demontieren
sie und montieren neue mit einer
Pneumontier
maschine
. Dabei
wissen sie genau, wie sie mit verschiedenen Reifentypen um
gehen
müssen. Falls die Kundschaft es wünscht, rüsten sie Autos von
Normal- auf Breitbereifung um. Haben sie neue Reifen montiert,
pumpen sie diese auf und reinigen Felgen, Pneus und auf Wunsch
das ganze Fahrzeug.
Zu den Auf
gaben der Reifenpraktiker/innen gehört das Auswuchten
der Räder, mit dem die Unwucht - eine Ungleichverteilung der
Masse am drehenden Rad - ausgegli
chen wird. Dazu spannen
Reifenpraktiker/innen die Räder auf spezielle Maschi
nen und messen
die Unwucht. Unterschiede gleichen sie durch Gewichte an
den Felgen aus oder korrigieren sie durch das Drehen des Reifens
auf der Felge. Möglich ist auch eine Korrektur mit einer elektronischen
Feinwuchtung
. Diese führen sie durch, wenn die Räder am
Fahrzeug montiert sind.
Zuständig sind Reifenpraktiker/innen auch für die richtige Lagerung
von Sommer- und Win
terreifen. Sie montieren und demontieren
Schneeketten und warten Werkzeuge sowie Maschinen. Ausserdem
führen sie einfache Kontroll- und Servicearbeiten am Fahrzeug
aus. Sie überprüfen etwa Lenkung, Bremse, Auspuff und
Aussen
beleuchtung auf sichtbare Schäden und messen die Füllstände
von Öl, Brems-, Batte
rie- und anderen Flüssigkeiten
.“
5.2
Der erwähnten Umschreibung der Tätigkeit des Reifenpraktikers lässt sich entneh
men, dass es sich
hierbei um ein körperlich mittelschwere,
wechselbelas
tende
Tätigkeit handelt, welche von den körperlichen Anforderungen und Be
lastungen her
grundsätzlich
mit
den entsprechenden Anforderungen der
Tätig
keit
eines Automonteurs vergleichbar
ist. Sodann ist davon auszugehen, dass die Ausübung der Tätigkeit des Reifenpraktikers weder die Einnahme von kör
perlichen Zwangshaltungen noch die Einnahme von „extremen Kopfstellungen“ erfordert. Dem Beschwerdeführer kann daher nicht gefolgt werden, wenn er vorbringt, dass die ihm die Ausübung der ihm durch das RAV zugewiesenen Tätigkeit als Reifen- und
Pneumonteur
aus gesundheitlichen Gründen nicht zu
zumuten
gewesen
sei (
Urk.
1 S. 3).
Vielmehr ist davon auszugehen, dass die dem Beschwerdeführer zugewiesene Tätigkeit als Reifen- und
Pneumonteur
, bei wel
cher es sich nicht um eine belastende, mit extremen Kopfstellungen verbundene Tätigkeit handelt, um eine dem
Zumutbarkeitprofil
von
Dr.
E._
(vorste
hende E.
4.3
) entsprechende und damit um eine
zumutbare und insbesondere dem
Gesundheitszustand
des
Beschwerdeführes
angemessen
e Tätigkeit handelte.
5.3
Die Einwendung des
Beschwerdeführes
vermögen an diesem Beweisergebnis nichts zu ändern und es ist - angesichts der klaren Aktenlage - von ergänzen
den Beweismassnahmen und insbesondere, entgegen der diesbezüglichen Vor
bringen des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 2), von der Einholung einer weiteren ärztlichen Stellungnahme abzusehen
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d mit Hinweis).
5.4
Dass die Ausübung der dem Beschwerdeführer zugewiesenen Tätigkeit als Rei
fen- und
Pneumonteur
diesem aus anderen Gründen nicht zuzumuten gewesen wäre, wird
von ihm
nicht geltend gemacht (
Urk.
1).
Anhaltspunkte
für eine Un
zumutbarkeit
aus anderen Gründen sind in den Akten
sodann
nicht zu erken
nen
. Demzufolge ist
davon auszugehen, dass
der Beschwerdeführer die ihm zu
gewiesene Arbeitsstelle als Reifen- und
Pneumonteur
bei der
B._
mit einem Arbeitseinsatz bei der
D._
, bei
welcher es sich um eine Tätigkeit bei
einem Arbeitspensum von 100
%
und
bei
einem Stundenlohn von Fr. 23.-- (vgl.
Urk.
7/14)
handelte,
im Rahmen der ihm obliegenden Pflicht zur Schadenminderung
unverzüglich
hätte annehmen müssen
(Art. 16
Abs.
1 AVIG).
6.
Der Beschwerdeführer, welcher die ihm zugewiesene Arbeitsstelle bei der
B._
zwar nicht ausdrücklich abgelehnt hat, welcher diesbezüglich hin
gegen keine klare und vorbehaltlose Bereitschaft zum Abschluss eines Arbeits
vertrages bekundet hat, ist der ihm obliegenden Pflicht zur Schadenminderung
daher
nicht in vollem Umfange gerecht geworden. Vielmehr hätte
er
seine ein
deutige Bereitschaft zum Abschluss eines Arbeitsvertrages bekunden müssen. Mit seinem Verhalten nahm er in Kauf, dass die
B._
andere Stellenbewerber kontaktieren und die Stelle anschlies
send anderweitig besetzen werde. Sein Verhalten muss unter den gegebenen Umständen daher im Sinne einer Teilkausalität mitursächlich für die
Nicht
anstellung
gewertet werden. Hie
rin liegt sein Verschulden an der Fortdauer der Arbeitslosigkeit. Der
Einstel
lungstatbestand
der Nichtbefolgung der
Kontroll
vor
schriften
und Weisungen der Organe der Arbeitslosenversicherung im Sinne von Art. 30 Abs. 1
lit
. d AVIG ist mithin erfüllt (vgl. Urteil des Bundesgerichts C 17/07 vom 22. Februar 2007 E. 3.1.1 mit Hinweisen).
7
.
7
.1
Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Verschuldens (Art. 30 Abs. 3 AVIG) und beträgt 1 bis 15 Tage bei leichtem, 16 bis 30
Tage bei
mittelschwerem und 31
bis 60 Tage bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 2 der Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insol
venzentschädigung AVIV).
7
.2
Gemäss Art. 45 Abs. 3 AVIV liegt ein schweres Verschulden vor, wenn die versi
cherte Person ohne entschuldbaren Grund eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusi
cherung einer neuen aufgegeben oder eine zumutbare Arbeit abge
lehnt hat. Nach der Rechtsprechung (BGE 130 V 125; Urteil des Bundesgerichts C 20/06 vom 30. Oktober 2006 E. 4.2) ist indes auch bei Ablehnung einer amt
lich zugewiese
nen zumutbaren Arbeitsstelle oder
arbeitsmarktlichen
Massnahme oder bei Nichtannahme einer selbst gefundenen zumutbaren Arbeitsstelle nicht zwin
gend von einem schweren Verschulden auszugehen, falls ein „entschuld
ba
rer Grund" im Sinne von Art. 45 Abs. 3 AVIV vorliegt. Unter einem ent
schuld
baren Grund im Sinne dieser Bestimmung ist ein Grund zu verstehen, der das Ver
schulden als mit
telschwer oder leicht erscheinen lassen kann. Ein sol
cher im konkreten Einzel
fall liegender Grund kann die subjektive Situation der betroffe
nen Person oder eine objektive Gegebenheit beschlagen (BGE 130 V 130 E. 3.5).
7
.3
E
ntschuldbare Gründe für
eine Ablehnung der Arbeitsstelle bei der
B._
sind in den Akten nicht zu erkennen. Um einen solchen Grund handelt es sich insbesondere nicht bei der dem Beschwerdeführer durch
Dr.
E
._
attestierten Einschränkung bei der Ausübung von belastenden Tätigkeiten mit extremen Kopfstellungen (
Urk.
7/8), da es sich bei der dem Be
schwerdeführer zugewiesenen Tätigkeit nicht um eine solche Tätigkeit handelte (vorstehende E.
5.2
). Nicht um einen entschuldbaren Grund handelt es sich so
dann um den Umstand, dass der Beschwerdeführer in der zuletzt vor Eintritt der Arbeitslosigkeit ausgeübten Tätigkeit als Automechaniker nicht für den Reifen-
Pneuwechsel
zuständig war,
sowie beim Umstand,
dass er die Tätigkeit des Rei
fen- und
Pneuwechsels
zuletzt während seiner Ausbildung zum
Automechani
ker
ausgeübt
hat
(vorstehende E.
3.3
). Denn
auf Grund des Umstandes, dass
der Reifen- und
Pneuwechsel
Teil der Ausbildung des
Beschwerdeführers zum
Au
tomechaniker
darstellte, ist davon auszugehen, dass diese Tätigkeit den berufli
chen Fähigkeiten des Beschwerdeführers angemessen war. Der Umstand, dass der Beschwerdeführer nach Abschluss seiner Berufsausbildung keine
n
Reifen- und
Pneuwechsel
mehr ausführte, kann daher
kein entschuldbarer Grund im Sinne von Art. 45 Abs. 3 AVIV darstellen.
7
.4
Zusammenfassend steht fest, dass das Verschulden de
s Beschwerdeführers
nicht als minder schwer erscheint, weshalb eine Einstellung im Rahmen des schweren Verschuldens gerechtfertigt ist, wobei die Dauer von 36 Tagen im unteren Be
reich des anwendbaren Rahmens liegt, was den Umständen und den persönli
chen
Verhältnissen des Beschwerdeführers
angemessen Rechnung trägt.
Damit erweist sich der angefochtene
Einspracheentscheid
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.