Decision ID: da17fc6e-111c-5ff8-9444-1a437a19f089
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A. Der Beschwerdeführer verliess sein Heimatland eigenen Angaben  am 14. November 2008 auf dem Luftweg und gelangte am 18. November 2008 in die Schweiz, wo er gleichentags um Asyl . Am 20. November 2008 wurde er summarisch befragt. Am 25. November 2008 führte das BFM eine Anhörung durch.
Dabei machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend,  Ethnie zu sein und aus _ zu stammen. Seine Eltern seien beim Tsunami ums Leben gekommen. Er habe sich geweigert, die LTTE zu unterstützen. Sein Bruder habe sich indes dieser Bewegung angeschlossen. Aus diesem Grund sei er (der Beschwerdeführer) durch die Sicherheitskräfte behelligt worden. Man habe ihn wiederholt in einem Armeelager festgehalten, misshandelt und zu Belangen  Bruders befragt. Zudem sei er mit dem Tode bedroht worden. In Anbetracht dieser Sachlage sei er mit Hilfe seiner Tante nach Colombo geflohen. Dort habe er zuerst in einer Lodge und anschliessend im Haus eines Bekannten gewohnt. Einige Zeit vor der Ausreise aus Sri Lanka sei er in _ polizeilich festgenommen, inhaftiert und  worden. Die Polizei habe Geld von ihm verlangt. Durch  der Tante sei es ihm gelungen, den geforderten Betrag zu , worauf man ihn aus der Haft entlassen habe.
Als Beweismittel gab der Beschwerdeführer eine Haftbestätigung zu den Akten.
B. Das BFM stellte mit Verfügung vom 21. September 2009 fest, die  des Beschwerdeführers seien aufgrund widersprüchlicher und realitätsfremder Angaben nicht glaubhaft. Demzufolge verneinte es die Flüchtlingseigenschaft und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig  es die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz und ordnete den Vollzug an. Betreffend Zumutbarkeit des  erwog das BFM, eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den Norden Sri Lankas sei mit Blick auf die allgemeine dortige  nicht zumutbar. Im Süden und Westen des Landes habe sich die menschenrechts- und sicherheitspolitische Situation ebenfalls . Namentlich für Tamilen hätten sich die  aufgrund der inzwischen drastisch verschärften Sicherheitsbestim-
Seite 2
D-6625/2009
mungen erschwert. Dennoch bestehe im Süden und Westen des  keine Situation allgemeiner Gewalt, weshalb der  dorthin nicht generell als unzumutbar zu bezeichnen sei. Dem Beschwerdeführer sei es mit Blick auf die ihm zukommende  vorliegend insbesondere zuzumuten, in Colombo  zu nehmen. Dort habe er ein Jahr lang bei einem Bekannten gratis wohnen können. Dieser Bekannte könne ihn bei der Rückkehr . Zudem habe er (der Beschwerdeführer) angegeben, in  viele Leute zu kennen. Als jungem und gesundem Mann, welcher als Fischer gearbeitet habe, sollte es ihm möglich sein, mit Hilfe seiner Bekannten und Freunde vor Ort eine gesicherte Existenz aufzubauen.
C. Mit Eingabe seiner Rechtsvertretung vom 22. Oktober 2009 beantragte der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht die Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids in den Dispositivziffern 4 und 5, die Feststellung der Unzulässigkeit respektive Unzumutbarkeit des  verbunden mit der vorläufigen Aufnahme in der Schweiz sowie in prozessualer Hinsicht die unentgeltliche  samt Entbindung von der Vorschusspflicht (Art. 65 Abs. 1 des  vom 20. Dezember 1968 [VwVG, SR 172.021]). Zur Begründung machte er unter Hinweis auf das Urteil BVGE 2008/2 geltend, die dort formulierten Anforderungen für die  der Zumutbarkeit des Vollzugs seien in seinem Fall nicht erfüllt. Er stamme aus _. Seine Angehörigen lebten alle im Norden des Landes. Der Bekannte, bei welchem er ein Jahr lang gelebt habe, sei aus Colombo weggezogen und in den Norden zurückgekehrt. Er habe die Wohnung in Colombo aufgegeben. Entsprechend könne er (der Beschwerdeführer) nicht mehr dort wohnen. Auch eine finanzielle Unterstützung durch diesen Bekannten komme nicht in Betracht. Bei den weiteren von ihm erwähnten Personen in Colombo handle es sich um Tamilen, die wie er die Ausreise aus dem Heimatland vorbereitet hätten. Es sei davon auszugehen, dass diese Sri Lanka inzwischen ebenfalls verlassen hätten. Entsprechend bestehe vor Ort aktuell  ein tragfähiges Beziehungsnetz noch eine gesicherte . Auch die geforderten konkreten Möglichkeiten der Sicherung des Existenzminimums seien nicht vorhanden. Er sei Analphabet und habe keinerlei berufliche Qualifikation. Es sei unwahrscheinlich, dass er sich in Colombo als Fischer die nötigen finanziellen Mittel zum Überleben beschaffen könne. Generell hätte er in Anbetracht der wirtschaftlich äus-serst schwierigen Situation grosse Probleme, als aus dem Aus-
Seite 3
D-6625/2009
land zurückkehrender Tamile, welcher überdies aus dem Norden , in Colombo in absehbarer Zeit Arbeit zu finden. Demnach verfüge er dort nicht über eine zumutbare innerstaatliche . Aus-serdem müsste er damit rechnen, wegen seines Bruders  bei der Wiedereinreise in den Fokus der Behörden zu geraten, weshalb sich der Wegweisungsvollzug auch als unzulässig erweise. Der Eingabe lag eine Bestätigung für seine Bedürftigkeit bei.
D. Mit Verfügung vom 27. Oktober 2009 verzichtete die  antragsgemäss auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und hiess das Gesuch im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG gut.
E. Das BFM hielt in seiner Vernehmlassung vom 11. November 2009  an seiner Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Die vorinstanzliche Stellungnahme wurde dem  am 12. November 2009 zur Kenntnis gebracht.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht  gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM, welche in  des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31)  sind; das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in diesem  endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des  vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).
1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der  hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise . Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, Art. 50 und Art. 52 VwVG). Auf die  ist einzutreten.
2. Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht können die  von Bundesrecht, die unrichtige oder unvollständige Feststellung
Seite 4
D-6625/2009
des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3. Die vorliegende Beschwerde richtet sich allein gegen den Vollzug der Wegweisung. Die Ziffern 1 (Verneinung der Flüchtlingseigenschaft), 2 (Ablehnung des Asylgesuches) und 3 (Anordnung der Wegweisung) des Dispositivs der angefochtenen Verfügung sind demzufolge  Anfechtung in Rechtskraft erwachsen. Gegenstand des  Beschwerdeverfahrens bildet somit lediglich die Frage, ob wegen Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit oder Unmöglichkeit des Vollzugs der Wegweisung die vorläufige Aufnahme anzuordnen ist (vgl. Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]).
4. Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG).
4.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche  der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des  in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat  (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land  zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der  [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende  oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand in einen Staat ausgeschafft werden, in dem ihm Folter oder eine andere Art  oder erniedrigender Strafe oder Behandlung droht.
Seite 5
D-6625/2009
4.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder  auf Grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).
4.3 Der Vollzug der Wegweisung ist nicht möglich, wenn die  oder der Ausländer weder in den Heimat- oder in den  noch in einen Drittstaat ausreisen oder dorthin gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 AuG).
5. Im Folgenden bleibt zu prüfen, ob die Wegweisung des  nach Sri Lanka vollzogen werden kann oder ob stattdessen die vorläufige Aufnahme anzuordnen ist. In diesem Zusammenhang ist vorab festzustellen, dass die erwähnten drei Bedingungen für einen (vorläufigen) Verzicht auf den Vollzug der Wegweisung – , Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit – alternativer Natur sind: Ist eine dieser Voraussetzungen erfüllt, so ist der Vollzug der Wegweisung als undurchführbar zu erachten und die weitere Anwesenheit in der Schweiz gemäss den Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme zu regeln (vgl. die zutreffenden und weiterhin gültigen Ausführungen in Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  [EMARK] 2006 Nr. 6 E. 4.2 S. 54 f.).
5.1 Das Bundesverwaltungsgericht hat in BVGE 2008/2 E. 7 eine  Beurteilung der Situation in Sri Lanka vorgenommen. Es hat dabei unter anderem festgestellt, dass die Rückschaffung  Asylgesuchsteller aus Sri Lanka in die Nordprovinz (Distrikte , Mannar, Vavuniya, Mullaitivu und Jaffna) und in die  (Distrikte Trincomalee, Batticaloa und Ampara) angesichts der dort herrschenden allgemeinen Lage unzumutbar ist. Bei  Tamilen, die aus der Nord- oder Ostprovinz stammen, kann zudem nicht von der generellen Zumutbarkeit der Inanspruchnahme einer  Aufenthaltsalternative im Süden des Landes,  im Grossraum Colombo, ausgegangen werden. Damit die  abgewiesener tamilischer Asylsuchender in den Grossraum  als zumutbar qualifiziert werden kann, bedarf es dem erwähn-
Seite 6
D-6625/2009
ten Grundsatzurteil zufolge besonders begünstigender, das heisst  individueller Umstände wie namentlich ein tragfähiges Familien- oder sonstiges Beziehungsnetz, die konkrete Möglichkeit der  des Existenzminimums und eine gesicherte Wohnsituation.
Seit Erlass des vorstehend zitierten Grundsatzurteils hat sich die  in Sri Lanka weiter verschlechtert. Die Behörden  namentlich im Grossraum Colombo die Sicherheitsmassnahmen erneut verschärft. Das Risiko, als Tamile willkürlichen Verhaftungen und Ausweisungen ausgesetzt zu sein, ist weiter gestiegen.  haben die Behörden in Bezug auf Personen tamilischer Ethnie  neue Formen der Registrierung eingeführt, da namentlich aus dem Norden und Osten zugezogene Tamilen in Colombo als  Sicherheitsrisiko angesehen werden (vgl. dazu das Urteil des  vom 21. April 2009 i. S. E-8381/2007 E. 9.2.2). Obwohl die srilankische Regierung Ende Mai 2009 den militärischen Sieg über die tamilischen Rebellen verkündet hat, ist im heutigen  nach wie vor nicht klar, ob der seit rund 26 Jahren schwelende Bürgerkrieg damit tatsächlich zu Ende ist. Ebenfalls offen ist die Frage, was der militärische Sieg der Regierung für die Tamilen konkret  und wie sich die allgemeine Sicherheits- und  in Sri Lanka in Zukunft entwickeln wird.
5.2 Der Beschwerdeführer gab zu Protokoll, ethnischer Tamile zu sein und aus _ zu stammen. Das BFM hat weder die ethnische  noch die Herkunft aus _ in Frage gestellt oder , weshalb diese Angaben als erstellt zu erachten sind. Gestützt auf die unter E. 5.1 gemachten Ausführungen ist demnach , dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in seine Heimatregion wegen Unzumutbarkeit nicht in Betracht kommt. Somit muss geprüft werden, ob für ihn in einer anderen Region seines , namentlich im Grossraum Colombo, eine zumutbare  besteht. Eigenen Angaben zufolge verfügt der  über keine Verwandte in Colombo und damit über ihm nahestehende Personen mit einem dortigen (und allenfalls gefestigten) Anwesenheitsrecht. Allerdings legte er dar, vor der Ausreise ungefähr ein Jahr lang bei einem Bekannten gewohnt zu haben. Diesbezüglich wird in der Beschwerde geltend gemacht, der besagte Bekannte sei in der Zwischenzeit ins Dorf zurückgekehrt, weshalb die vormalige  nicht mehr bestehe. Ob diese Behauptung zutrifft, erscheint in Anbetracht des Aussageverhaltens des Beschwerdeführers und an-
Seite 7
D-6625/2009
gesichts dessen, dass der Bekannte schon seit vielen Jahren in  gelebt habe (vgl. A9/13, Antwort 68), zwar als fraglich.  dieser Umstände macht die (vormalige) Anwesenheit eines  des Heimatdorfes in Colombo, der mit dem Beschwerdeführer offenbar nicht verwandt ist, aber ohnehin nicht bereits ein tragfähiges Beziehungsnetz aus. Dies umso weniger, als der Bekannte gemäss Aktenlage nur den Wohnraum zur Verfügung stellte; für den  des Beschwerdeführers soll sich dessen Tante aus dem Norden gekümmert haben, wobei sie sich offenbar verschulden musste (A 9/13, Antwort 85). Die vom BFM ferner erwähnten "Freunde" des Beschwerdeführers sind in der Beschwerde in nachvollziehbarer  als ebenfalls die Ausreise vorbereitende Tamilen bezeichnet ; ein tragfähiges Beziehungsnetz ist jedenfalls auch so nicht . Im Übrigen entsteht in Würdigung der fraglichen  vielmehr der Eindruck, der Beschwerdeführer habe die Frage der Anhörungsperson nicht richtig begriffen (A 9/13, Antwort 86).  muss das Kriterium des Vorhandenseins eines tragfähigen  ausserhalb der Heimatregion mithin verneint werden. Es kann nach dem Gesagten auch nicht davon ausgegangen werden, der Beschwerdeführer würde bei einer Rückkehr nach Sri Lanka in der  Colombo ohne weiteres eine längerfristig gesicherte Unterkunft vorfinden. Angesichts der Tatsache, dass er lediglich über eine  Schulbildung verfügt und kein Singhalesisch spricht, ist auch seine Chance, sich in Colombo aus eigener Kraft eine dauerhafte wirtschaftliche Existenz aufzubauen, als gering einzuschätzen. Als  aus dem Norden ohne tragfähigem Beziehungsnetz dürfte es ihm entgegen der vorinstanzlichen Sichtweise kaum gelingen, in  ein hinreichendes Einkommen zu generieren (A 1/11, S. 3 f.). Nebst wirtschaftlichen Existenzproblemen hätte eine Rückschaffung des Beschwerdeführers nach Colombo möglicherweise auch eine  seiner persönlichen Sicherheit zur Folge, da Personen  Ethnie den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts  in Sri Lanka generell einem erhöhten Risiko willkürlicher und  Polizeimassnahmen ausgesetzt sind, und zwar  dann, wenn sie – wie es vorliegend beim Beschwerdeführer der Fall wäre – seinen Aufenthalt in Colombo nicht mit einem triftigen Grund (sogenannte valid reason) rechtfertigen können. Insbesondere die obligatorische Registrierung bei den lokalen Polizeibehörden sowie die zahlreichen Checkpoints bergen für Tamilen ein hohes . Mit Blick auf die vorstehenden Erwägungen ist daher fest-
Seite 8
D-6625/2009
zustellen, dass dem Beschwerdeführer innerhalb seines Heimatlandes keine zumutbare Aufenthaltsalternative zur Verfügung steht.
5.3 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Sri Lanka als unzumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu qualifizieren. Die Beschwerde ist gutzuheissen. Folglich sind die Dispositivziffern 4 und 5 der  Verfügung aufzuheben. Da den Akten keine Hinweise auf  im Sinne von Art. 83 Abs. 7 AuG entnommen werden können, ist der Beschwerdeführer vom BFM in der Schweiz vorläufig aufzunehmen.
6.
6.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten  (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG).
6.2 Dem obsiegenden und vertretenen Beschwerdeführer ist zulasten der Vorinstanz eine Parteientschädigung für die ihm erwachsenen  und verhältnismässig hohen Kosten zuzusprechen (vgl. Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem  [VGKE, SR 173.320.2]). Seitens der Rechtsvertretung wurde keine Kostennote eingereicht. Da sich der notwendige  aufgrund der Aktenlage hinreichend zuverlässig  lässt, ist auf Fristansetzung zwecks deren Nachreichung zu verzichten. Die von der Vorinstanz auszurichtende  ist unter Berücksichtigung der massgebenden  von Amtes wegen auf Fr. 800.– festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 VGKE).
(Dispositiv nächste Seite)
Seite 9
D-6625/2009