Decision ID: 534242a8-daf0-585c-8ced-52b30905de3c
Year: 2012
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Bei der Eidgenössischen Schätzungskommission Kreis 10 (nachfolgend:
ESchK) sind zahlreiche Entschädigungsverfahren wegen der Enteignung
nachbarrechtlicher Abwehrbefugnisse infolge Fluglärms, ausgehend vom
Landesflughafen Zürich, hängig. In diesen Verfahren treten die Flughafen
Zürich AG und der Kanton Zürich (Baudirektion, Immobilienamt, Abteilung
Landerwerb) als Enteigner auf.
B.
Mit Entscheid vom 1. März 2010 sprach die ESchK A._ in einem
Pilotfall zu Lasten der Flughafen Zürich AG und des Kantons Zürich eine
Minderwertentschädigung in Höhe von Fr. 326'000.- nebst Zins seit dem
1. Januar 2002 zu (Ziff. 1), auferlegte der Flughafen Zürich AG sowie dem
Kanton Zürich die Verfahrenskosten für das fragliche Schätzungsverfah-
ren (Ziff. 3) und gewährte A._ eine Parteientschädigung von
Fr. 4'000.- (Ziff. 4, Verfahrens-Nr. 1999-137 P/019). Bei der Festlegung
der Minderwertentschädigung stützte sich die ESchK auf ein eigens zu
diesem Zweck entwickeltes hedonisches Berechnungsmodell, das von
einem ihrer Fachmitglieder, B._, und der IAZI AG (Informations-
und Ausbildungszentrum für Immobilien) ausgearbeitet worden war
(nachfolgend: Modell ESchK).
C.
Gegen dieses Urteil reichten sowohl A._ als auch die Flughafen
Zürich AG und der Kanton Zürich Beschwerde beim Bundesverwaltungs-
gericht ein. Die Beschwerde von A._ hiess das Bundesverwal-
tungsgericht mit Urteil A-2684/2010 vom 19. Januar 2011 im Kostenpunkt
gut und sprach ihr für das vorinstanzliche Verfahren eine Parteientschä-
digung von Fr. 14'325.80 zu. Im Übrigen wies es beide Beschwerden ab.
Die dagegen erhobenen Beschwerden wies das Bundesgericht mit Urteil
1C_100/2011 und 1C_102/2011 vom 9. Dezember 2011 ab.
D.
Am 5. August 2010 stellte der damalige Präsident der ESchK, C._,
der Flughafen Zürich AG und dem Kanton Zürich zwei Rechnungen
betreffend die Leistungen des Fachmitglieds der ESchK, B._, im
Zeitraum von 2009 bis 2010 über Fr. 74'038.- (Rechnung Nr. 026/2010)
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und über Fr. 32'618.30 (Rechnung Nr. 028/2010) mit einem Begleitschrei-
ben zu.
E.
Mit Eingabe vom 10. September 2010 erheben die Flughafen Zürich AG
(nachfolgend: Beschwerdeführerin) und der Kanton Zürich gegen die
Rechnung 028/2010 einschliesslich des zugehörigen Begleitschreibens
Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht mit dem Antrag, die ange-
fochtene Rechnung sei aufzuheben. Eventualiter sei in Anpassung der
verrechneten Stundenansätze und der verrechneten Stunden der Rech-
nungsbetrag neu festzusetzen bzw. es sei die Angelegenheit zwecks
Neufestsetzung des Rechnungsbetrags an die Vorinstanz zurückzuwei-
sen. In prozessualer Hinsicht beantragen sie, einen zweiten Schriften-
wechsel durchzuführen und das Verfahren bis zum Entscheid des Bun-
desverwaltungsgerichts im Verfahren A-2684/2010 bezüglich den Pilotfall
A._ zu sistieren.
F.
Mit Zwischenverfügung vom 27. Oktober 2010 sistiert der Instruktionsrich-
ter das vorliegende Beschwerdeverfahren bis zum Vorliegen eines
rechtskräftigen Entscheids betreffend den Pilotfall A._ (A-
2684/2010 bzw. 1C_100/2011 und 1C_102/2011). Auf die hiergegen er-
hobene Beschwerde tritt das Bundesgericht mit Urteil
1C_542/2010/1C_544/2010 vom 14. Februar 2011 mangels Legitimation
der ESchK nicht ein.
G.
Mit Zwischenverfügung vom 30. Dezember 2011 nimmt der Instruktions-
richter das vorliegende Verfahren wieder auf und lädt die Vorinstanz ein,
bis zum 25. Januar 2012 eine Vernehmlassung einzureichen. Diese Frist
erstreckt er mit prozessleitender Verfügung vom 27. Januar 2012 bis zum
24. Februar 2011. Gleichzeitig lädt er B._ (nachfolgend: Beigela-
dener) zum Verfahren bei und räumt ihm die Möglichkeit ein, bis zu dem-
selben Zeitpunkt eine Stellungnahme einzureichen.
H.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 23. Februar 2012
auf Abweisung der Beschwerde. Mit Eingabe vom 16. Mai 2012 nimmt
der Beigeladene zur Beschwerde Stellung, wobei er sich nur zur Frage
äussert, ob die von ihm ausgeübte Tätigkeit einen technischen Beruf dar-
stellt.
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I.
Die Beschwerdeführerin erneuert in ihren Schlussbemerkungen vom
30. März 2012 ihre Anträge und vertieft ihre entsprechende Argumenta-
tion.
J.
Am 22. Mai 2012 zieht der Kanton Zürich die Beschwerde gegen die
Rechnung Nr. 028/2010 zurück. Mit prozessleitender Verfügung vom
24. Mai 2012, berichtigt am 31. Mai 2012, schreibt der Instruktionsrichter
in der Folge das Beschwerdeverfahren bezüglich des Kantons Zürich als
erledigt ab.
K.
Am 23. August 2012 zieht das Bundesverwaltungsgericht von Amtes we-
gen die Akten im Verfahren A-2684/2010, am 11. September 2012 jene im
Verfahren A-2800/2010 bei.
L.
Mit prozessleitender Verfügung vom 18. September 2012 gewährt das
Bundesverwaltungsgericht A._ (nachfolgend: Beschwerdegegne-
rin) unter Bekanntgabe der Zusammensetzung des Spruchkörpers Gele-
genheit, sich zu den nach dem 1. März 2010 entstandenen und in der
Rechnung Nr. 028/2010 der Beschwerdeführerin auferlegten Verfahrens-
kosten zu äussern.
M.
Mit Eingabe vom 4. Oktober 2012 beantragt die Beschwerdegegnerin, es
sei festzustellen, dass sie die Verfahrenskosten der ESchK im Beschwer-
deverfahren A-2684/2010 vor Bundesverwaltungsgericht nicht zu tragen
habe.
N.
Auf die weiteren Ausführungen der Beteiligten und die sich bei den Akten
befindlichen Schriftstücke wird – soweit entscheidrelevant – im Rahmen
der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
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Seite 6

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
In seiner Eigenschaft als damaliger Präsident der ESchK hat C._
(nachfolgend: Vorinstanz) der Beschwerdeführerin am 5. August 2010
Fr. 32'618.30 unter Einräumung einer dreissigtägigen Zahlungsfrist in
Rechnung gestellt.
1.1. Ob die Beschwerdeführerin eine solche Anordnung beim Bundes-
verwaltungsgericht anfechten kann, beurteilt sich nach der allgemeinen
Rechtsmittelordnung (Art. 77 Abs. 1 und 2 des Enteignungsgesetzes vom
20. Juni 1930 [EntG, SR 711], vgl. dazu ausführlich: Urteile des Bundes-
verwaltungsgerichts A-6471/2010 vom 20. September 2012 E. 1.1,
A-3043/2011 vom 15. März 2012 E. 2.2.1, A-3045/2011 vom 1. März 2012
E. 2.1.1). Danach können beim Bundesverwaltungsgericht grundsätzlich
nur Rechtsverhältnisse angefochten werden, die in Art. 32 VGG nicht
ausgeschlossen werden und zu denen eine der in Art. 33 VGG aufgeführ-
ten Vorinstanzen vorgängig in Form einer Verfügung im Sinne von Art. 5
des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG,
SR 172.021) Stellung genommen hat (Art. 31 des Verwaltungsgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).
1.1.1. Die Rechnung 028/2010 wurde der Beschwerdeführerin am
5. August 2010 gemeinsam mit der Rechnung 026/2010 zugestellt. Im
zugehörigen Begleitschreiben hielt die Vorinstanz erläuternd fest, die
Rechnung 026/2010 betreffe die im Zusammenhang mit der Entwicklung
des Modells ESchK entstandenen Verfahrenskosten, während sich die
Rechnung 028/2010 auf weitere Arbeiten des Beigeladenen beziehen
würde, wobei insbesondere die aufwändige Stellungnahme zur Be-
schwerde der Beschwerdeführerin gegen den Leitentscheid 1999-137
P/019 (Pilotfall A._) ins Gewicht gefallen sei. Sowohl dieses Be-
gleitschreiben als auch die Rechnung sind vom damaligen Präsidenten
der ESchK, B._, unterzeichnet, jedoch weder als Verfügung be-
zeichnet noch mit einer Rechtsmittelbelehrung versehen. Sie enthalten
indessen eine unmissverständliche Zahlungsaufforderung, welche die
Vorinstanz dadurch unterstrichen hat, dass sie der Beschwerdeführerin
auf Anfrage hin mitgeteilt hat, sie habe, um die Anfechtung von Rechnun-
gen zu ermöglichen, in der Vergangenheit nie eine besondere Verfügung
erlassen und darauf verzichtet, Rechnungen mit Rechtsmittelbelehrungen
zu versehen. Jedenfalls unter diesen Umständen stellt das Begleitschrei-
ben vom 5. August 2010 unter Einschluss der Rechnung 028/2010 eine
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Seite 7
Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG dar (vgl. dazu ausführlich: Urteil des
Bundesverwaltungsgerichts A-6471/2010 vom 20. September 2012
E. 1.1.2).
1.1.2. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass es die Vorinstanz in
Missachtung von Art. 35 VwVG unterlassen hat, die fragliche Verfügung
als solche zu bezeichnen und mit einer Rechtsmittelbelehrung zu verse-
hen. Denn diese Form- bzw. Eröffnungsmängel bewirken nur die Anfecht-
barkeit der interessierenden Verfügung, nicht deren Nichtigkeit (BGE 137
I 275 f. E. 3.1, BGE 136 II 495 f. E. 3.3; Urteil des Bundesverwaltungsge-
richts A-6471/2010 vom 20. September 2012 E. 1.1.3). Dasselbe gilt für
die fehlende sachliche Zuständigkeit der Vorinstanz zum Erlass der ange-
fochtenen Verfügung (vgl. dazu E. 5 hiernach) und des nur teilweise er-
folgten Einbezugs von A._ in das vorinstanzliche Verfahren (vgl.
E. 7 hiernach), weil diese Mängel nicht offensichtlich sind und die An-
nahme der Nichtigkeit der angefochtenen Verfügung die Rechtssicherheit
erheblich gefährden würde (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-
6471/2010 vom 20. September 2012 E. 1.1.3; HÄFELIN/MÜL-
LER/UHLMANN, a.a.O., N. 956, N. 961 und N. 964). Beim Begleitschreiben
vom 5. August 2010 mit der zugehörigen Rechnung 028/2010 handelt es
sich folglich um ein taugliches Anfechtungsobjekt. Für die Beurteilung der
dagegen erhobenen Beschwerde ist das Bundesverwaltungsgericht zu-
ständig, zumal mit dem Präsidenten der ESchK eine Vorinstanz des Bun-
desverwaltungsgerichts im Sinne von Art. 33 Bst. f VGG entschieden hat
und eine Ausnahme, was das Sachgebiet betrifft, nicht vorliegt (vgl.
Art. 32 VGG und Art. 77 Abs. 1 EntG).
1.2. Die Beschwerdelegitimation richtet sich nach Art. 78 Abs. 1 EntG. Im
Übrigen gelten die allgemeinen Voraussetzungen von Art. 48 Abs. 1
VwVG (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-3043/2011 vom
15. März 2012 E. 1.3, A-2684/2010 vom 19. Januar 2011 E. 1.2; MO-
SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 1.5). Die Beschwerdeführerin ist
Adressatin der angefochtenen Verfügung und durch die ihr darin auferleg-
te Zahlungspflicht materiell beschwert, womit sie ein schutzwürdiges Inte-
resse an deren Überprüfung hat. Sie ist folglich zur Beschwerdeführung
berechtigt, und zwar ungeachtet dessen, ob die angefochtene Verfügung
als Zwischen- oder Endentscheid zu qualifizieren ist (vgl. dazu: Urteile
des Bundesverwaltungsgerichts A-3043/2011 vom 15. März 2012 E. 1.2,
A-3035/2010 vom 1. März 2012 E. 1.2).
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1.3. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht (Art. 50 und Art. 52 VwVG)
eingereichte Beschwerde ist damit einzutreten.
2.
Die Beschwerdegegnerin ersucht das Bundesverwaltungsgericht, festzu-
stellen, dass sie die Verfahrenskosten der ESchK im bundesverwaltungs-
gerichtlichen Beschwerdeverfahren A-2684/2010 nicht zu tragen habe.
Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung über die Verfahrens-
kosten entschieden, die aufgrund des Beizugs des Beigeladenen bei der
Redaktion des Entscheids der Vorinstanz vom 1. März 2010 (Verfahrens-
Nr. 1999-137 P/019) sowie im Zusammenhang mit den Vernehmlassun-
gen der Vorinstanz im Beschwerdeverfahren A-2684/2010 vor Bundes-
verwaltungsgericht entstanden sind; nicht jedoch die weiteren Verfah-
renskosten der ESchK, die auf die Tätigkeit ihres damaligen Präsidenten,
der zuständigen Aktuarin sowie weiterer vom Beigeladenen im bundes-
verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren A-2684/2010 getätigten
Arbeiten zurückzuführen sind. Der Antrag der Beschwerdegegnerin
sprengt somit insoweit den Streitgegenstand, als er über die in der ange-
fochtenen Verfügung beurteilten Verfahrenskosten hinausgeht. In dieser
Beziehung kann darauf daher nicht eingetreten werden (BGE131 V 140
E. 2.1; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessie-
ren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 2.8, je m.w.H.).
Im Übrigen ist zu beachten, dass die Beschwerdegegnerin kein schüt-
zenswertes Interesse an der Überprüfung ihres Feststellungsbegehrens
hat (MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.30), da in Form eines
Leistungsurteils über die strittigen Verfahrenskosten zu befinden sein
wird, diese mithin im gesetzlich geschuldeten Umfang der bzw. den im
Enteignungsverfahren kostenpflichtigen Partei(en) aufzuerlegen sind. Auf
den Antrag der Beschwerdegegnerin, das Bundesverwaltungsgericht ha-
be festzustellen, dass sie die im Beschwerdeverfahren A-2684/2010 vor
Bundesverwaltungsgericht entstandenen Verfahrenskosten nicht zu tra-
gen habe, kann daher nicht eingetreten werden.
3.
Die Beschwerdeführerin ersucht das Bundesverwaltungsgericht, die
Rechnung Nr. 028/2010 aufzuheben, evtl. den Rechnungsbetrag in An-
passung der verrechneten Stundenansätze und der verrechneten Stun-
den neu festzusetzen bzw. die Angelegenheit zu diesem Zweck an die
Vorinstanz zurückzuweisen. Ob sich einer dieser Anträge ganz oder teil-
weise als begründet erweist, prüft das Bundesverwaltungsgericht mit vol-
ler Kognition. Gerügt werden kann nicht nur die Verletzung von Bundes-
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Seite 9
recht (Art. 49 Bst. a VwVG) und die unrichtige oder unvollständige Fest-
stellung des Sachverhalts (Art. 49 Bst. b), sondern ebenfalls die Unan-
gemessenheit der angefochtenen Verfügung (Art. 49 Bst. c VwVG, Urteile
des Bundesverwaltungsgerichts A-6471/2010 vom 20. September 2012
E. 2, A-2144/2011 vom 30. Juli 2012 E. 5). Dabei hat das Bundesverwal-
tungsgericht die massgeblichen Rechtsnormen von Amtes wegen festzu-
stellen (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Insofern ist es gehalten, auf den festge-
stellten Sachverhalt die gesetzlichen Bestimmungen zur Anwendung zu
bringen, die es als zutreffend erachtet, und ihnen die Auslegung zu ge-
ben, von der es überzeugt ist. Das Bundesverwaltungsgericht kann daher
eine Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen
gutheissen oder den angefochtene Entscheid im Ergebnis mit einer Be-
gründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (sog. Motiv-
substitution, Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-2848/2011 vom
27. Oktober 2011 E. 2; THOMAS HÄBERLI, Praxiskommentar, Art. 62 N. 40,
MADELEINE CAMPRUBI, VwVG-Kommentar, Art. 62 N. 15).
4.
Die angefochtene Verfügung erweist sich – wie erwähnt (vgl. E. 1.1.2
hiervor) – insofern als formell mangelhaft, als es die Vorinstanz versäumt
hat, diese als Verfügung zu bezeichnen und mit einer Rechtsmittelbeleh-
rung zu versehen, welche das zulässige ordentliche Rechtsmittel, die
Rechtsmittelinstanz und die Rechtsmittelfrist nennt (vgl. Art. 35 VwVG).
Diese Mängel haben die Beschwerdeführerin allerdings nicht daran ge-
hindert, sich rechtzeitig mit dem zulässigen Beschwerdemittel an das
Bundesverwaltungsgericht zu wenden. Der Beschwerdeführerin ist dem-
zufolge aus den entsprechenden Fehlern der Vorinstanz kein Nachteil
erwachsen (Art. 38 VwVG). Damit kann sie sich auf die der angefochte-
nen Verfügung anhaftenden Form- bzw. Eröffnungsmängel nicht berufen
(BGE 114 Ib 116 E. 2a; FELIX UHLMANN/ALEXANDRA SCHWANZ, Praxis-
kommentar, Art. 38 N. 7, MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.22),
wovon denn auch die Verfahrensparteien übereinstimmend ausgehen.
5.
In der angefochtenen Verfügung hat die Vorinstanz der Beschwerdeführe-
rin Verfahrenskosten im Betrag von Fr. 32'618.30 für die nebenrichterliche
Tätigkeit des Beigeladenen im Zeitraum von November 2009 bis Juni
2010 auferlegt. Es stellt sich die Frage, ob sie hierfür sachlich zuständig
ist.
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Seite 10
5.1. Die ESchK erhebt für ihre Inanspruchnahme Verfahrenskosten, über
die im Einspracheverfahren laut Art. 114 Abs. 4 EntG das in der Sache
zuständige Departement (Art. 55 EntG) oder die nach Art. 46 Abs. 2 des
Bundesgesetzes vom 22. Dezember 1916 über die Nutzbarmachung der
Wasserkräfte (Wasserrechtsgesetz, WRG, SR 721.80) zuständige kanto-
nale Behörde entscheidet. Wird das Verfahren mit der Einigungsverhand-
lung abgeschlossen oder urteilt der Präsident allein, so entscheidet er
über die Kosten; in den anderen Fällen steht der Entscheid der Schät-
zungskommission zu. Welche Bedeutung dieser Regelung beizumessen
ist, hat das Bundesverwaltungsgericht im Urteil A-6471/2010 vom
20. September 2012 nach den gängigen Methoden der Auslegung unter
Berücksichtigung der hierzu existierenden Rechtsprechung und Lehre
analysiert. Dabei ist es zur Überzeugung gelangt, dass die einzelnen Aus-
legungsmethoden, soweit sie Rückschlüsse auf Inhalt und Tragweite von
Art. 114 Abs. 4 EntG zulassen, allesamt dafür sprechen, dass die Eidge-
nössische Schätzungskommission über die Verfahrenskosten zu ent-
scheiden hat, die mit einem von ihr gefällten Einsprache-, Einigungs- oder
Schätzungsentscheid zusammenhängen. Trifft der Präsident der Eidge-
nössischen Schätzungskommission einen verfahrensabschliessenden
Entscheid, so legt er die hiermit verbundenen Verfahrenskosten fest.
Dasselbe dürfte für dessen verfahrensleitende Verfügungen gelten. Hin-
gegen schreibt das Enteignungsgesetz nicht vor, dass über die Verfah-
renskosten zugleich mit der Hauptsache zu entscheiden ist (vgl. Urteil
des Bundesverwaltungsgerichts A-6471/2010 vom 20. September 2012
E. 5.1-5.8). Gemäss Art. 114 Abs. 4 EntG war die Vorinstanz demnach
berechtigt, über die strittigen Verfahrenskosten in einem separaten Ent-
scheid zu befinden, wenn diese mit einem von ihr getroffenen verfahrens-
abschliessenden, allenfalls auch prozessleitenden Entscheid zusammen-
hängen.
5.2. Hinsichtlich des Verfahrensgegenstandes hält die Rechnung
028/2010 fest, der Beschwerdeführerin würden darin die Verfahrenskos-
ten auferlegt, welche durch die Tätigkeit des Beigeladenen im Zusam-
menhang mit den Entschädigungsverfahren wegen der Enteignung nach-
barrechtlicher "Abwehrrechte infolge Fluglärms ("4. Welle"), Gemeinde
Opfikon-Glattbrugg, insbesondere Leitentscheid A._ [Nov. 2009 bis
Juni 2010], Enteignungsnummer 1999-137/019" entstanden seien. Diese
Angaben werden in den Details zur Rechnung 028/2010 dahingehend
präzisiert, als es sich bei den strittigen Verfahrenskosten um das "Hono-
rar für Bemühungen seit November 2009 bis Juni 2010 i.S. Leitentscheid
A._, Ent.Nr. 1999-137/019" handelt. Aufgeführt als getätigte Arbei-
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Seite 11
ten werden anschliessend die Vorbereitung sowie Teilnahme an einer
Präsentation des Modells MIFLU II in Kloten, deren Nachbearbeitung, das
Studium der Akten des Falles A._ sowie des von der Aktuarin
diesbezüglich ausgearbeiteten Urteilsentwurfs, dessen Besprechung mit
der Aktuarin, diverse Gespräche mit dem damaligen Präsidenten der
ESchK sowie der Aktuarin in dieser Angelegenheit, Vorbereitung und Prä-
sentation des Modells ESchK am Sitz der IAZI AG, Studium der gegen
den Leitentscheid A._ erhobenen Beschwerden sowie des von der
Aktuarin in dieser Sache redigierten Vernehmlassungsentwurfs und
schliesslich dessen persönliche und telefonische Besprechung. Diese Ar-
beiten stehen allesamt im Zusammenhang mit dem Leitfall A._.
Freilich wurde ein Teil der Arbeiten getätigt, nachdem die ESchK mit Urteil
1999-137 P/019 vom 1. März 2010 die der Beschwerdegegnerin zuste-
hende Minderwertentschädigung festgelegt hatte. Dies vermag jedoch
nichts daran zu ändern, dass diese Kosten dem Schätzungsverfahren
A._ zuzuordnen sind. Darüber hätte demnach die ESchK als in
der Hauptsache zuständige Behörde entscheiden müssen. Dasselbe gilt,
wenn ein ausreichend enger Sachbezug zum Verfahren A._ abzu-
lehnen wäre, fiele doch in diesem Fall der Entscheid über die Verfahrens-
kosten der ESchK aufgrund ihrer Auffangkompetenz zu (Art. 114 Abs. 4
Satz 2 letzter Halbsatz EntG). Die Vorinstanz war demzufolge nicht be-
fugt, über die strittigen Verfahrenskosten zu befinden. Die angefochtene
Verfügung wurde folglich von einer sachlich unzuständigen Behörde ge-
fällt, weshalb sie sich als formell mangelhaft erweist.
5.3. Ein solcher Mangel hat im Beschwerdeverfahren regelmässig die
Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Rückweisung der Angele-
genheit zur Neubeurteilung an die zuständige Behörde zur Folge. Stammt
die angefochtene Verfügung indessen von einer örtlich unzuständigen IV-
Stelle, so darf nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung im Rechts-
mittelverfahren in der Sache entschieden werden, wenn die beschwerde-
führende Partei die Unzuständigkeit der Vorinstanz nicht gerügt hat und
sich die zu beurteilende Angelegenheit als spruchreif erweist (Urteile des
Bundesgerichts 9C_891/2010 vom 31. Dezember 2010 E. 2.2, I 232/03
vom 22. Januar 2004 E. 4.2.1, I 8/02 vom 16. Juli 2002 E. 1.1, U 152/02
vom 18. Februar 2003 E. 2.1; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
C-2687/2006 vom 27. August 2008 E. 3.2.2). Nach der Auffassung des
Bundesverwaltungsgerichts lässt sich diese Rechtsprechung auf im eid-
genössischen Schätzungsverfahren ergangene Kostendekrete übertra-
gen, wenn ein erhebliches Interesse an der raschen Verfahrenserledi-
gung besteht und keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die zuständi-
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Seite 12
ge Behörde einen anderen Entscheid als den angefochtenen gefällt hätte,
womit die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Rückweisung an
die zuständige Behörde zu einem prozessualen Leerlauf verkommen
würde (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-6471/2010 vom
20. September 2012 E. 5.10).
5.4. Die Beschwerdeführerin hat die mangelnde Zuständigkeit der Vorin-
stanz nicht gerügt. Zudem erlaubt die materielle Aktenlage eine Überprü-
fung der strittigen Angelegenheit. Überdies ist zu beachten, dass die den
angefochtenen Verfahrenskosten zugrunde liegenden Arbeiten im Zeit-
raum von November 2009 bis Juni 2010 erbracht und der Beigeladene
hierfür bis anhin nicht entschädigt worden ist. Dieser wartet folglich be-
reits seit mehr als zwei Jahren auf Entlöhnung, so dass ihm ein weiteres
Zuwarten nur schwerlich zugemutet werden kann. Schliesslich deutet in
den Akten nichts darauf hin, dass die ESchK im Falle der Aufhebung der
angefochtenen Verfügung einen anderslautenden Entscheid als den an-
gefochtenen fällen würde. Unter diesen Umständen erscheint es vorlie-
gend ausnahmsweise gerechtfertigt, auf eine Aufhebung der angefochte-
nen Verfügung wegen der fehlenden Zuständigkeit der Vorinstanz zu ver-
zichten.
6.
In beweisrechtlicher Hinsicht beantragt die Vorinstanz, die Akten des mitt-
lerweile rechtskräftig abgeschlossenen Beschwerdeverfahrens des Bun-
desverwaltungsgerichts A-3043/2011 beizuziehen. Zur Begründung die-
ses Antrags bringt sie im Wesentlichen vor, im fraglichen Verfahren seien
ebenfalls die Verfahrenskosten strittig, welche die Vorinstanz für die Mit-
wirkung von Fachmitgliedern erhoben und der Beschwerdeführerin aufer-
legt habe. In diesem wie im vorliegenden Verfahren stelle sich damit die
Frage, wie die entsprechenden Regelungen der Verordnung vom 10. Juli
1968 über Gebühren und Entschädigungen im Enteignungsverfahren
(Kostenverordnung, SR 711.3) auszulegen seien. Welche Bedeutung
Rechtsnormen zukommt, ist eine Rechtsfrage, die das Bundesverwal-
tungsgericht in alleiniger Verantwortung zu beantworten hat (BGE 130 I
345 E. 5.4.1, BGE 113 II 432 E. 31; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O.,
Rz. 3.135) und die infolgedessen dem Beweisverfahren entzogen ist
(BERNHARD WALDMANN/JÜRG BICKEL, Praxiskommentar, Art. 33 N. 14).
Der Antrag der Beschwerdeführerin, die Akten des Verfahrens des Bun-
desverwaltungsgerichts A-3043/2011 beizuziehen, ist deshalb abzuwei-
sen.
A-6465/2010
Seite 13
7.
Die Vorinstanz hat der Beschwerdegegnerin weder Gelegenheit geboten,
sich vorgängig zu den strittigen Verfahrenskosten zu äussern, noch hat
sie ihr die angefochtene Verfügung zugestellt. Die Beschwerdegegnerin
erachtet ein solches Vorgehen als entbehrlich, habe doch das Bundes-
verwaltungsgericht der Beschwerdeführerin die im Beschwerdeverfahren
A-2684/2010 angefallenen Verfahrenskosten auferlegt. Die dagegen er-
hobene Beschwerde habe das Bundesgericht abgewiesen. Über die Ver-
legung der Kosten im Verfahren A-2684/2010 sei somit – jedenfalls mit
Bezug auf die Beschwerdegegnerin – rechtskräftig entschieden worden.
Auf diese Frage könne allein das Bundesgericht in einem allfälligen Revi-
sionsverfahren zurückkommen.
7.1. Gemäss Art. 114 Abs. 1 EntG hat die Enteignerin die aus der Gel-
tendmachung des Enteignungsrechts entstehenden Verfahrenskosten zu
tragen. Bei offensichtlich missbräuchlichen Begehren oder bei offensicht-
lich übersetzten Forderungen können die Verfahrenskosten indessen
ganz oder teilweise der Enteigneten auferlegt werden. Wenngleich diese
in Art. 114 Abs. 2 EntG statuierte Regelung nur ausnahmsweise zum Tra-
gen kommt (HEINZ HESS/HEINRICH WEIBEL, Das Enteignungsrecht des
Bundes, Bern 1986, Art. 114 N. 6), hat sie doch zur Folge, dass bei der
Verteilung der Verfahrenskosten eine Kostenpflicht der Enteigneten in Be-
tracht zu ziehen ist, wenn sie sich mit eigenen Anträgen am Schätzungs-
verfahren beteiligt hat. Für das erstinstanzliche Schätzungsverfahren
dürfte dies stets zutreffen (vgl. Art. 57 EntG); für das sich hieran allenfalls
anschliessende Rechtsmittelverfahren jedenfalls dann, wenn die Enteig-
nete mit einem getroffenen Entscheid nicht einverstanden ist und dage-
gen Beschwerde einreicht. In diesen Fällen eröffnet Art. 114 Abs. 2 EntG
die Möglichkeit, der Enteigneten die Verfahrenskosten der Eidgenössi-
schen Schätzungskommission ganz oder teilweise aufzuerlegen. Die
Enteignete ist deshalb in Verfahren betreffend deren Verteilung und Be-
messung als Partei im Sinne von Art. 6 VwVG anzusehen (vgl. zum Par-
teibegriff: VERA MARTANTELLI-SONANINI/SAID HUBER, Praxiskommentar,
Art. 6 N. 7, N. 12, ISABELLE HÄNER, VwVG-Kommentar, Art. 6 N. 6, MO-
SER/BEUSCH/ KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.74 ff.) und damit in solche Ver-
fahren zumindest solange einzubeziehen, als nicht rechtskräftig entschie-
den wurde, der Enteignerin sämtliche Verfahrenskosten zu überbinden.
7.2. Die Beschwerdegegnerin forderte am 16. November 1998 gegenüber
dem Kanton Zürich als damaligem Halter des Landesflughafen Zürichs
eine Entschädigung wegen des fluglärmbedingten Minderwertes ihrer im
A-6465/2010
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Bereich der Abflüge von Piste 16 liegenden Liegenschaft an der Brugg-
ackerstrasse 20 in 8152 Glattbrugg. Dieses Begehren wurde am 22. Juni
1999 – zusammen mit einer Vielzahl weiterer Forderungen aus der glei-
chen Gemeinde – der ESchK überwiesen, welche diese unter der Verfah-
rensnummer 199-137 P/019 prüfte und der Beschwerdegegnerin in die-
sem Verfahren Parteistellung zuerkannte. Mit Urteil vom 1. März 2010
sprach die ESchK der Beschwerdegegnerin schliesslich eine Minderwert-
entschädigung von Fr. 326'000.- nebst Zins seit dem 1. Januar 2002 zu
(Ziff. 1), auferlegte der Beschwerdeführerin und dem Kanton Zürich die
Verfahrenskosten für das fragliche Schätzungsverfahren (Ziff. 3) und ge-
währte der Beschwerdegegnerin eine Parteientschädigung von Fr. 4'000.-
(Ziff. 4). Dieses Urteil erwuchs in Bezug auf die Verfahrenskosten unan-
gefochten in Rechtskraft, so dass die Kostenpflicht der Beschwerdegeg-
nerin für die bis dahin im Schätzungsverfahren entstandenen Verfahrens-
kosten auszuschliessen ist. Insoweit sich die angefochtene Verfügung auf
diese Kosten bezieht, durfte die Vorinstanz folglich davon absehen, die
Beschwerdegegnerin in das strittige Verfahren einzubeziehen.
Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung jedoch nicht nur über
im erstinstanzlichen Schätzungsverfahren entstandene Kosten entschie-
den, sondern der Beschwerdeführerin ausserdem gewisse, nach dem
1. März 2010 entstandene Verfahrenskosten auferlegt, die sich in erster
Linie auf das Beschwerdeverfahren A-2684/2010 vor Bundesverwal-
tungsgericht beziehen. Im fraglichen Verfahren hatte die Beschwerde-
gegnerin eine eigene Beschwerdeschrift eingereicht, in der sie neben der
Erhöhung der Parteientschädigung auf Fr. 41'303.20 die Zusprechung ei-
ner Minderwertentschädigung von Fr. 663'247, verzinslich ab dem
1. Januar 1997, forderte. Unter diesen Umständen kann die Kostenpflicht
der Beschwerdegegnerin für die während des fraglichen Beschwerdever-
fahrens vor Bundesverwaltungsgericht entstandenen Kosten nicht von
vornherein ausgeschlossen werden, weshalb sie als potentiell kosten-
pflichtige Partei in das erstinstanzlich Verfahren hätte einbezogen werden
müssen, es sei denn, es liege ein rechtskräftiger Entscheid vor, der die
Beschwerdeführerin zur Tragung sämtlicher im bundesverwaltungsge-
richtlichen Verfahren A-2684/2010 entstandenen Verfahrenskosten ver-
pflichtet.
Das Bundesverwaltungsgericht hat der Beschwerdeführerin im Urteil
A-2684/2010 vom 19. Januar 2011 die im Beschwerdeverfahren angefal-
lenen Verfahrenskosten im Betrag von Fr. 7'000.- auferlegt. Die dagegen
erhobene Beschwerde wies das Bundesgericht mit Urteil 1C_100/2011
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Seite 15
und 1C_102/2011 vom 9. Dezember 2011 ab (vgl. Sachverhalt C.). Die-
ses in Anwendung von Art. 116 Abs. 1 EntG ergangene Kostendekret be-
zieht sich allerdings ausschliesslich auf die Verfahrenskosten des Bun-
desverwaltungsgerichts, nicht jene der ESchK, die im vorliegenden Ver-
fahren strittig sind. Ob die Beschwerdegegnerin diese Kosten ganz oder
teilweise zu tragen hat, wurde somit noch nicht rechtskräftig entschieden.
Die Vorinstanz wäre daher verpflichtet gewesen, der Beschwerdegegne-
rin als potentiell kostenpflichtiger Partei im vorinstanzlichen Verfahren
Parteistellung einzuräumen. Davon hat sie abgesehen, weshalb sich das
angefochtene Verfahren in dieser Beziehung als mangelhaft erweist.
7.3. Allein deswegen ist die vorliegende Beschwerde allerdings nicht gut-
zuheissen und die Angelegenheit zur Durchführung eines korrekten Ver-
fahrens an die Vorinstanz zurückzuweisen. Fraglich ist bereits, ob sich die
Beschwerdeführerin auf einen solchen Verfahrensmangel berufen kann
(vgl. zu dieser Problematik: BVGE 2010/53 E. 6-8 [Nichtanstellungsverfü-
gung]). Selbst wenn dies jedoch zu bejahen wäre, kann die Beschwerde-
führerin daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten, hat doch das Bundes-
verwaltungsgericht der Beschwerdegegnerin im Beschwerdeverfahren die
Möglichkeit eingeräumt, zur Verteilung und Bemessung der nach dem
1. März 2010 entstandenen und in der angefochtenen Verfügung beurteil-
ten Verfahrenskosten Stellung zu nehmen. Damit kann der dem vo-
rinstanzlichen Verfahren diesbezüglich anhaftende Mangel als geheilt gel-
ten, zumal das Bundesverwaltungsgericht mit voller Kognition entscheidet
(vgl. E. 2 hiervor) und eine Rückweisung der strittigen Angelegenheit an
die Vorinstanz zur Durchführung eines korrekten Verfahrens zu einem
prozessualen Leerlauf verkommen würde, der mit dem (der Anhörung
gleichzustellenden) Interesse an der beförderlichen Streiterledigung nicht
zu vereinbaren wäre (vgl. dazu statt vieler: BGE 133 I 201 E. 2.2,
BGE 132 V 390 E. 5.1; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.112).
8.
Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin die ihr in der ange-
fochtenen Verfügung auferlegten Verfahrenskosten zu tragen hat.
8.1. Die Vorinstanz führt diesbezüglich im Wesentlichen aus, der Beigela-
dene habe dem damaligen Präsidenten der ESchK für seine Arbeiten als
Fachmitglied der ESchK eine Rechnung von Fr. 32'618.30 gestellt. Dieser
Rechnungsbetrag beziehe sich – wie sich aus der beigelegten Auflistung
ergebe – auf insgesamt 111 Arbeitsstunden. Unter Zugrundelegung dieser
Angaben habe die Vorinstanz die angefochtene Verfügung erlassen, wo-
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Seite 16
bei die erbrachten Arbeiten der Beschwerdeführerin zuzüglich der ge-
schuldeten Sozialversicherungsbeiträge und der Staatsgebühr in Rech-
nung gestellt worden seien. Deren Überprüfung zusammen mit dem in-
zwischen beigeladenen Fachmitglied habe ergeben, dass sich diese Ar-
beiten nicht direkt auf die Entwicklung des Modells ESchK, sondern auf
andere Arbeiten bezogen hätten, die der Beigeladene persönlich erbracht
habe. Hinsichtlich der hierfür geschuldeten Entschädigung sei zu berück-
sichtigen, dass der Beigeladene in keinem Angestelltenverhältnis zur IAZI
AG stehe. Er rechne über seine Sozialabzüge vielmehr als Selbständig-
erwerbender ab. Ausserdem ergebe sich aus dem Handelsregisterauszug
vom 24. Juni 2011, dass er seit Februar 2002 eine Einzelunternehmung
mit dem Zweck "Einbringen von Dienstleistungen aller Art im Finanz- und
Immobilienbereich" führe. Sodann habe die Sozialversicherungsanstalt
des Kantons Zürich bestätigt, dass er bei ihr als selbständig erwerbend
im Haupterwerb angeschlossen sei. Damit sei die selbständige Erwerbs-
tätigkeit des Beigeladenen rechtsgenügend ausgewiesen. Als haupter-
werblich Selbständigerwerbender könne er für seine Tätigkeit gemäss
Art. 7 Kostenverordnung ein berufsübliches Entgelt beanspruchen. Der
vom Beigeladenen in Rechnung gestellte Stundenansatz von Fr. 250.-
erweise sich als branchenüblich und bewege sich ausserdem in der
Bandbreite der Honorare der übrigen Fachmitglieder der ESchK. Die strit-
tigen Verfahrenskosten seien somit nicht zu beanstanden.
8.2. Die Beschwerdegegnerin führt ergänzend aus, der Enteigneten könn-
ten nur Verfahrenskosten auferlegt werden, wenn sie völlig aussichtslose
oder missbräuchliche Begehren oder übersetzte Forderungen stelle. Die
Beschwerdegegnerin sei mit ihren Entschädigungsbegehren insgesamt
überwiegend durchgedrungen. Soweit sie unterlegen sei, könne ihr nicht
zum Vorwurf gemacht werden, sie habe missbräuchliche oder aussichts-
lose Anträge gestellt, was übrigens sowohl vom Bundesverwaltungsge-
richt A-2684/2010 E. 28.1 als auch vom Bundesgericht im Urteil
1C_102/2011 E. 15 bestätigt worden sei. Gegenteiliges werde denn auch
von der Beschwerdeführerin nicht geltend gemacht. Die vorliegende Be-
schwerde sei im Übrigen augenscheinlich vom Bestreben gekennzeich-
net, der ESchK quasi das Handwerk zu legen, auf dass sie in künftigen
Fällen ja nicht nochmals auf die Idee komme, ein eigenes Entschädi-
gungsmodell von einem ihrer Fachmitglieder entwickeln zu lassen. Mit ih-
rer Auffassung zum Milizcharakter der Kommissionstätigkeit, welche sie
als nur symbolisch zu entschädigende Freiwilligenarbeit im Dienste der
Öffentlichkeit verstanden haben möchte, idealisiere die Beschwerdeführe-
rin in beinahe rührender Weise die Zeiten, aus denen das geltende Ent-
A-6465/2010
Seite 17
eignungsgesetz stamme. Die Kommissionstätigkeit sei richterliche Tätig-
keit, die besonderen Sachverstand erfordere. Von niemandem könne
heute noch erwartet werden, dass er seine beruflichen Fachkenntnisse zu
einem symbolischen Tarif zur Verfügung stelle; dies umso weniger, als es
in der Sache ja um Fragen mit grossem Streitwert ginge, deren Ursache
von Enteignern mit der Verfolgung gewinnstrebiger Tätigkeiten gesetzt
werde. Die Vorschriften zur Entschädigung von Kommissionsmitgliedern
müssten daher in geltungszeitlicher Weise ausgelegt werden, sodass die
ESchK als erstinstanzliches Gericht operational tätig bleiben und ihre
Aufgabe auch in der rechtsstaatlich geforderten Unabhängigkeit erfüllen
könne.
8.3. Dieser Argumentation hält die Beschwerdeführerin entgegen, der
Beigeladene habe sich als Redner bei der Swiss Pension Conference als
CEO und Mitinhaber der IAZI AG ankündigen lassen. Ein Chief Exekutive
Officer sei definitionsgemäss unter keinen Umständen Auftragnehmer,
sondern immer Angestellter. Auch auf der aktuellen Homepage der IAZI
AG werde der Beigeladene als Geschäftsführer der IAZI AG aufgeführt.
Ebenso zeichne er regelmässig für die IAZI AG und verwende die ent-
sprechende E-Mail Adresse. Schliesslich sei der Beigeladene Mitinhaber,
d.h. wohl einer der Hauptaktionäre der IAZI AG. Nach aussen gebe er
sich somit klarerweise als Angestellter der IAZI AG aus. Das nun offenge-
legte Konstrukt über eine Einzelfirma mit der Verrechnung von Honoraren
an die IAZI AG vermöge nicht über die obigen Tatsachen hinwegzutäu-
schen. Daran ändere auch nichts, dass die Sozialversicherungsanstalt
des Kantons Zürich dem Beigeladenen im Jahr 2002, aus welchen Grün-
den auch immer, den Status eines Freischaffenden zuerkannt und auf
diesen – aufgrund obiger Fakten offensichtlich falschen – Entscheid seit-
her offenbar nicht mehr zurückgekommen sei. Der Beigeladene sei nach
dem vorstehend Ausgeführten faktisch hauptberuflich bei der IAZI AG tä-
tig, weshalb er für seine Tätigkeit gemäss Art. 7 Satz 1 Kostenverordnung
ein Taggeld von Fr. 400.- beanspruchen könne. Dies müsse für den vor-
liegenden Fall umso mehr gelten, als sich andernfalls die im Leitfall
A._ ergangenen Urteile des Bundesverwaltungsgerichts und des
Bundesgerichts als krass fehlerhaft erweisen würden. Hinsichtlich des
geltend gemachten Zeitaufwandes sei zumindest der für das Beschwer-
deverfahren getätigte Aufwand als übermässig einzustufen, zumal der
Beigeladene die Vernehmlassung nicht selber geschrieben, sondern nur
einen ihm von der Aktuarin vorgelegten Entwurf überarbeitet habe. Die
hierfür aufgewendeten 100.5 Stunden seien weder ausgewiesen noch
angemessen. Ansonsten könne vollumfänglich auf das Urteil des Bun-
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Seite 18
desverwaltungsgerichts A-3043/2011 vom 15. März 2012 verwiesen wer-
den. Im Sinne dieser Ausführungen seien die in Rechnung gestellten Ar-
beitsstunden auf ein angemessenes Mass zu reduzieren, die verbleiben-
den Stunden mit Fr. 47.05, evtl. mit Fr. 58.80 zu multiplizieren und die auf
diesem Taggeldanspruch geschuldeten Abgaben entsprechend anzupas-
sen.
8.4. Die ESchK amtet für das Gebiet des Kantons Zürich als erstinstanzli-
ches Fachgericht für Enteignungen nach Bundesrecht. Für ihre Inan-
spruchnahme erhebt sie Verfahrenskosten, welche als Kausalabgaben,
genauer als (Verwaltungs-)Gebühren, zu qualifizieren sind. Solche Abga-
ben haben aufgrund ihrer Rechtsnatur, des Grundsatzes der Verhältnis-
mässigkeit, des Rechtsgleichheitsgebots sowie des Willkürverbots das
Kostendeckungs- und Äquivalenzprinzip zu beachten (BGE 132 II 84
E. 2.1, BGE 126 I 188 E. 3a, Urteile des Bundesverwaltungsgerichts
A-6471/2010 vom 20. September 2012 E. 5.6, A-3043/2012 vom
15. März 2012 E. 3.1; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 2636). Im
Übrigen sind bei deren Überprüfung die spezifischen gesetzlichen Vor-
aussetzungen zu beachten. Das Enteignungsgesetz begnügt sich damit,
den Grundsatz der vollständigen Überbindung der Verfahrenskosten an
die Parteien des Schätzungsverfahrens zu statuieren (Art. 114 Abs. 1 und
2 EntG). Die Regelung der übrigen Fragen überlässt es dem Bundesrat
(vgl. zur Zulässigkeit dieser Gesetzesdelegation: Urteil des Bundesver-
waltungsgerichts A-3043/2011 vom 15. März 2012 E. 5.2). Dieser hat von
dieser Möglichkeit durch den Erlass der Kostenverordnung Gebrauch
gemacht. Bei dieser Ausgangslage erweisen sich die in der angefochte-
nen Verfügung erhobenen Verfahrenskosten demnach als rechtmässig,
wenn sie aufgrund der massgeblichen Regelungen der Kostenverordnung
geschuldet und weder unter dem Blickwinkel des Kostendeckungs- noch
unter jenem des Äquivalenzprinzips zu beanstanden sind.
8.4.1. Das Urteil der ESchK im Pilotfall A._ haben deren damaliger
Präsident, C._, E._ und F._ gefällt. Der Beigelade-
ne war daran insofern beteiligt, als unter seiner Leitung und Aufsicht das
diesem Urteil zugrunde gelegte hedonische Bewertungsmodell zur Be-
messung des fluglärmbedingten Minderwertes von Renditeliegenschaf-
ten, sog. Modell ESchK, entwickelt wurde (vgl. Sachverhalt B.). Deshalb
wurde er sowohl bei der Redaktion des Urteils der ESchK vom 1. März
2010 (Verfahrens-Nr. 1999-137 P/019) als auch beim Verfassen der Stel-
lungnahmen im Beschwerdeverfahren A-2684/2010 vor Bundesverwal-
tungsgericht einbezogen. Hinsichtlich der Stellung des Beigeladenen bei
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Seite 19
der Entwicklung des Modells EschK hat das Bundesverwaltungsgericht
im Urteil A-6471/2010 vom 20. September 2012 unter Berufung auf BGE
138 II 81 E. 3.1 entschieden, dass der Beigeladene diesbezüglich nicht
als externer Sachverständiger, sondern in seiner Eigenschaft als Mitglied
der Eidgenössischen Schätzungskommission tätig war. Dasselbe muss
für die vorliegend zu beurteilenden Arbeiten gelten (vgl. hinsichtlich der
einzelnen Arbeiten die Aufzählung in E. 5.2 hiervor und E. 8.5 hiernach),
weil ihm diese aufgrund seiner Funktion bei der Entwicklung des Modells
ESchK zugewiesen wurden. Hierfür ist er somit nicht als externer Sach-
verständiger, sondern als Fachmitglied der ESchK zu entschädigen, wo-
von denn auch die Parteien ausgehen.
8.4.2. Die Mitglieder der Eidgenössischen Schätzungskommissionen be-
ziehen für die ihnen von der Eidgenössischen Schätzungskommission
oder deren Präsident im erstinstanzlichen Schätzungsverfahren sowie ei-
nem allfälligen hieran anschliessenden Beschwerdeverfahren zugewie-
senen richterlichen Aufgaben ein Taggeld (Art. 114 Abs. 1 EntG und Art. 7
Kostenverordnung). Das Taggeld beträgt für Mitglieder der Eidgenössi-
schen Schätzungskommission Fr. 400.-. Freierwerbende Angehörige
technischer Berufe wie Architekten, Ingenieure und Geometer haben An-
spruch auf ein berufsübliches Honorar. Diese Regelung erweist sich laut
der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts insoweit als verfas-
sungswidrig, als der Bundesrat darin auf eine durchgängige Privilegierung
von Mitgliedern der Eidgenössischen Schätzungskommission, die haupt-
beruflich eine selbständige Erwerbstätigkeit ausüben, verzichtet hat (Ur-
teile des Bundesverwaltungsgerichtes A-6471/2010 vom 20. September
2012 E. 7.2.1, A-3043/2011 vom 15. März 2012 E. 5.3). Die sich daraus
ergebende Lücke ist durch analoge Anwendung von Art. 7 Satz 3 Kosten-
verordnung zu schliessen. Demzufolge steht Mitgliedern der Eidgenössi-
schen Schätzungskommission, die hauptberuflich einer selbständigen
Erwerbstätigkeit ausserhalb eines technischen Berufes ausüben, für ihre
nebenrichterliche Tätigkeit ein Taggeld von Fr. 500.- zu (Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts A-3043/2011 vom 15. März 2012 E. 6).
8.4.3. Das Taggeld ist darauf ausgerichtet, den Arbeitsaufwand eines ne-
benamtlichen Richters am Verhandlungstag abzugelten. Mit Hilfe dieses
Vergütungsmodelles lassen sich Arbeiten, welche Mitglieder der Eidge-
nössischen Schätzungskommissionen an verschiedenen Tagen während
einiger Stunden vornehmen, allerdings nur schwerlich angemessen ent-
löhnen. Die infolgedessen nach der Rechtsprechung des Bundesverwal-
tungsgerichts bestehende Lücke in der Kostenverordnung ist vor dem
A-6465/2010
Seite 20
Hintergrund der bestehenden Vergütungsordnung dahingehend zu-
schliessen, dass Arbeiten von Mitgliedern der Eidgenössischen Schät-
zungskommission, die nicht am Tag einer Einigungs-, Schätzungs- und
Instruktionsverhandlung erbracht werden, mit einer Stundenpauschale zu
entschädigen sind, die sich aus der Division des massgeblichen Taggeld-
ansatzes durch die übliche Tagessollarbeitszeit von 8.5 Stunden ergibt
(Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-6471/2010 vom 20. September
2012 E. 7.2.2, A-3043/2011 vom 15. März 2012 E. 8.4).
8.4.4. Die nach Massgabe dieser Grundsätze zu bestimmende Entschä-
digung für die nebenrichterliche Tätigkeit der Mitglieder der Eidgenössi-
schen Schätzungskommission zuzüglich der darauf zu entrichtenden So-
zialversicherungsbeiträge und der auf den Taggeldern geschuldeten
Staatsgebühr (Art. 5 Kostenverordnung) hat die kostenpflichtige Partei zu
tragen (Art. 18 Kostenverordnung, Art. 20 Kostenverordnung und Art. 56
Abs. 1 VESchK, vgl. zum Ganzen: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
A-3043/2011 vom 15. März 2012 E. 5 und 13).
8.5. Laut dem im Recht liegenden Stundenrapport hat der Beigeladene
für die Vorbereitung und die Teilnahme an der Präsentation des Modells
MIFLU II 2.5 Stunden, für deren Nachbearbeitung 0.5 Stunden, für die
Lektüre und Diskussion des von der Aktuarin redigierten Urteilsentwurfs
im Pilotfall A._ 2.0 Stunden (1.0 + 1.0), für dessen Validierung mit
Philippe Sormani 3.5 Stunden, für die Anpassung des Entscheides
A._ und das nachfolgende Telefonat mit der zuständigen Aktuarin
insgesamt 8.5 Stunden, für diverse Schlussarbeiten 3 Stunden, für meh-
rere Telefonate mit der Aktuarin und C._ in dieser Angelegenheit
insgesamt 1.08 Stunden (0.25 Stunden + 0.33 Stunden + 0.50 Stunden),
für die Präsentation des Modells ESchK, einschliesslich der hierfür erfor-
derlichen Vorbereitungsarbeiten, 8.0 Stunden, für die Analyse der Be-
schwerde der Beschwerdeführerin und jener der Beschwerdegegnerin
insgesamt 49 Stunden, für die Diskussion sowie Überarbeitung der Stel-
lungnahme zur Beschwerde der Beschwerdeführerin 30 Stunden (8 + 8 +
8 4.0 + 1.5 Stunden) und schliesslich für die Lektüre der Stellungnahme
zur Beschwerde der Beschwerdegegnerin 3 Stunden aufgewendet. In
den Akten finden sich keine Anhaltspunkte, die daran zweifeln lassen,
dass der Beigeladene diese insgesamt 110.58 Arbeitsstunden persönlich
für die ESchK tätig war (0.5 + 2.0 + 0.5 + 1 + 1 + 12 + 3 + 0.25 + 0.33 +
0.50 + 6 + 2 + 49 + 8 + 8 + 8 + 3 + 4 + 1.5). Diese sind somit in dem im
Stundenrapport angegebenen Umfang als ausgewiesen zu betrachten.
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8.6. Welches Taggeld hierfür geschuldet ist, hängt – wie vorangehend
ausgeführt (vgl. E. 8.4.2 hiervor) – unter anderem davon ab, ob der Bei-
geladene als selbständig oder unselbständig erwerbend im Sinne von
Art. 7 Kostenverordnung zu qualifizieren ist. Nach der Rechtsprechung
des Bundesverwaltungsgerichts ist diese Frage aufgrund der im Sozial-
versicherungsrecht geltenden Umschreibung der (un-)selbständigen Er-
werbstätigkeit zu beurteilen (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts
A-6471/2010 vom 20. September 2012 E. 7.3.3, A-3043/2011 vom
15. März 2012 E. 8.1.2). Danach ist derjenige grundsätzlich als unselb-
ständig erwerbend zu qualifizieren, der von seinem Arbeitgeber in be-
triebswirtschaftlicher bzw. arbeitsorganisatorischer Hinsicht abhängig ist
und kein spezifisches Unternehmerrisiko trägt (BGE 122 V 171 E. 3a).
Demgegenüber gilt als selbständig erwerbend, wer durch Einsatz von Ar-
beit und Kapital in frei bestimmter Selbstorganisation und nach aussen
hin sichtbar am wirtschaftlichen Verkehr teilnimmt mit dem Ziel, Dienst-
leistungen zu erbringen oder Produkte zu schaffen, deren Inanspruch-
nahme oder Erwerb durch finanzielle bzw. geldwerte Leistungen abgegol-
ten wird (BGE 119 V 163 E. 3b, BGE 115 V 170 E. 9a; UELI KIESER,
Schweizerisches Sozialversicherungsrecht, Zürich/St. Gallen 2008, § 4
Rz. 40). Ob das eine oder andere zutrifft, ist nach der gefestigten Recht-
sprechung unter Zugrundelegung des formell rechtskräftigen AHV-Status
zu entscheiden, sofern sich dieser nicht als offensichtlich unrichtig erweist
(BGE 119 V 158 E. 3a, BGE 115 Ib 42 E. 4b; HANS ULRICH STAUF-
FER/BARBARA KUPFER BUCHER, in: Murer/Stauffer [Hrsg.], Rechtsprechung
des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über
die obligatorische Arbeitslosenversicherung und Insolvenzentschädigung,
3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2008, S. 7, je m.w.H.).
8.6.1. Das Bundesverwaltungsgericht stufte den Beigeladenen im Urteil
A-3043/2011 vom 15. März 2012 ausgehend von dieser Definition als im
Haupterwerb selbständig erwerbend ein (E. 8.2). Diese Einschätzung hat
das Bundesverwaltungsgericht im Urteil A-6471/2010 vom 20. September
2012 bestätigt (E. 7.3.4 f.). Es besteht kein Anlass, von dieser Auffassung
abzuweichen.
8.6.2. Bei diesem Ergebnis hängt die Höhe der Entschädigung des Beige-
ladenen davon ab, ob er haupterwerblich einen technischen Beruf ausübt,
mithin – wie sich Art. 7 Kostenverordnung ausdrückt – einem technischen
Beruf angehört. Wie es sich diesbezüglich verhält, ist nach der Recht-
sprechung des Bundesverwaltungsgerichts aufgrund der Berufsnomen-
klatur 2000 zu entscheiden (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-
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6471/2010 vom 20. September 2012 E. 7.3.6, A-3043/2011 vom
20. September 2012 E. 7.3.6, A-3045 vom 15. März 2012 E. 5.3.6). Diese
unterscheidet zwischen Land- und forstwirtschaftlichen Berufen, Berufen
der Tierzucht (1), Produktionsberufen in der Industrie und im Gewerbe
(ohne Bau) (2), technischen Berufen sowie Informatikberufen (3), Berufen
des Bau- und Ausbaugewerbes und des Bergbaus (4), Handels- und Ver-
kehrsberufen (5), Berufen des Gastgewerbes und Berufen zur Erbringung
persönlicher Dienstleistungen (6), Berufen des Managements und der
Administration, des Banken- und Versicherungsgewerbes und des
Rechtswesens (7), Gesundheits-, Lehr- und Kulturberufe, Wissenschaftler
(8) sowie nicht klassierbaren Angaben. Den technischen Berufen werden
die Ingenieurberufe, Techniker/innen, technische Zeichenberufe, techni-
sche Fachkräfte und Maschinisten/ Maschinistinnen zugeordnet.
8.6.3. Weder die Erwerbstätigkeit als Dozent an der Universität Bern
(Gruppe 8) noch jene als Einzelkaufmann (wohl Gruppe 7) und als ge-
schäftsführendes Vorstandsmitglied der IAZI AG (wohl Gruppe 7) zählen
nach der Berufsnomenklatur 2000 zu den technischen Berufen (vgl. dazu:
Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-6471/2010 vom 20. September
2012 E. 4.3.7, A-3043/2011 vom 15. März 2012 E. 8.3). Wie hinsichtlich
der vom Beigeladenen im erstinstanzlichen Schätzungsverfahren sowie
im anschliessenden Beschwerdeverfahren ausgeübten Funktion zu ent-
scheiden wäre, kann dahingestellt bleiben, richten sich doch die Taggeld-
ansätze nach der Erwerbstätigkeit(en), die ein Mitglied der Eidgenössi-
schen Schätzungskommission zusätzlich zu seiner nebenrichterlichen Tä-
tigkeit ausübt. Die entsprechenden Tätigkeiten des Beigeladenen gehö-
ren, ungeachtet des von ihm im Jahr 1997 abgeschlossenen Nachdip-
lomkurses in angewandter Statistik, nicht zu den technischen Berufen.
Für die zu beurteilenden Arbeiten kann der Beigeladene folglich ein Tag-
geld von Fr. 500.- bzw. einer Stundenpauschale von Fr. 58.80 (Fr. 500.- :
8.5) beanspruchen.
8.7. Dass die fraglichen Arbeiten einen direkten Bezug zu einer Eini-
gungs-, Schätzungs-, Instruktionsverhandlung oder andersartigen Kom-
missionsitzung aufweisen, ist weder geltend gemacht worden noch er-
sichtlich. Sie sind daher mit einer Stundenpauschale von Fr. 58.80 zu
entschädigen. Demnach kann der Beigeladene für die in der angefochte-
nen Verfügung beurteilten Arbeiten eine Entschädigung von Fr. 6'526.80
(111.0 x Fr. 58.80) beanspruchen. Zuzüglich der darauf von der ESchK
als Arbeitgeberin zu entrichtenden AHV-/IV-/EO-/ALV-Beiträge von
Fr. 401.40 (6.15 % x Fr. 6'526.80), der Arbeitgeberbeiträge an die Famili-
A-6465/2010
Seite 23
enausgleichskasse in Höhe von Fr. 126.60 (1.94% x Fr. 6'526.80) sowie
der Staatsgebühr von Fr. 652.70 (10% x Fr. 6'526.80) resultieren daraus –
unter Ausklammerung eines allenfalls geschuldeten Beitrags an die beruf-
liche Vorsorge – Verfahrenskosten von total Fr. 7'707.50 (Fr. 6'526.80 +
Fr. 401.40 + Fr. 126.60 + Fr. 652.70).
8.8. Diese Kosten haben die Parteien des Schätzungsverfahrens jedoch
nur zu tragen, wenn deren Erhebung weder gegen das Kostendeckungs-
noch das Äquivalenzprinzip verstösst (vgl. E. 7.3 hiervor).
8.8.1. Das Kostendeckungsprinzip besagt, dass der Gesamtertrag der
Gebühren die gesamten Kosten des betreffenden Verwaltungszweiges
nicht oder nur geringfügig übersteigen darf (BGE 132 II 374 E. 2.1,
BGE 126 I 188 E. 3a/aa; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., N. 2637, Ur-
teile des Bundesverwaltungsgerichts A-6471/2010 vom 20. September
2012 E. 5.6, A-5998/2010 vom 29. März 2012 E. 4.2; ROBERT HAU-
SER/ERHARD SCHWERI/VIKTOR LIEBER, Kommentar zum zürcherischen
Gesetz über die Gerichts- und Behördenorganisation im Zivil- und Straf-
prozess, Zürich/Basel/Genf 2012, Vorbemerkungen zu §§ 199 N. 6 f.).
Dass die Vorinstanz die strittigen Verfahrenskosten in Verletzung dieses
Grundsatzes erhoben hat, rügt die Beschwerdeführerin angesichts der
gerichtsnotorisch angespannten Finanzlage der ESchK zu Recht nicht
(vgl. dazu: Urteil des Bundesgerichts 1C_224/2012 vom 6. September
2012 E. 5 und 7, Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts vom
11. März 2010).
8.8.2. Demzufolge bleibt die Einhaltung des Äquivalenzprinzips zu prüfen.
Dieses konkretisiert den Grundsatz der Verhältnismässigkeit im Abgabe-
recht und verlangt, dass die Höhe der Gebühr im Einzelfall in einem ver-
nünftigen Verhältnis stehen muss zum Wert, den die staatliche Leistung
für die kostenpflichtige Partei hat, wobei ein gewisser Ausgleich im Hin-
blick auf die wirtschaftliche Bedeutung und das Interesse der Privaten an
der Leistung ebenso zulässig ist, wie in beschränktem Ausmass eine
Pauschalisierung aus Gründen der Verwaltungsökonomie (BGE 132 II
375 E. 2.1, BGE 128 I 52 E. 4a; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts
A-6471/2010 vom 20. September 2012 E. 5.6, A-5112/2011 vom
20. August 2012 E. 5.2; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., N. 2641, HAU-
SER/SCHWERI/EHRHARD, a.a.O., Vorbemerkungen zu §§ 199 N. 7). Bei der
Ermittlung des Gesamtaufwandes sind zu den laufenden Ausgaben des
betreffenden Verwaltungszweiges (wie z.B. Portos, Telefonkosten, Löhne
und Mietzinsen) auch angemessene Rückstellungen, Abschreibungen
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und Reserven hinzuzurechnen (BGE 126 I 180 E. 3a/aa). Zudem kann
auch ein Anteil am Aufwand der leitenden Behörde hinzugerechnet wer-
den (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-5998/2010 vom 29. März
2012 E. 4.2).
8.8.3. Die Beschwerdeführerin beanstandet unter dem Gesichtspunkt des
Äquivalenzprinzips in erster Linie die für die Mitwirkung des Beigeladenen
im Beschwerdeverfahren A-2684/2010 erhobenen Verfahrenskosten.
8.8.3.1 Die Begründung eines Entscheids hat grundsätzlich selbsterklä-
rend zu sein. Sie bildet damit im Regelfall eine ausreichende Grundlage
für die Beurteilung der Beschwerde (FREIBURGHAUS/AFHELDT, in: Sutter-
Somm/ Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung [ZPO], Zürich/Basel/Genf 2010, Art. 324 N. 4).
Nichts desto trotz kann es hilfreich sein, wenn eine Vorinstanz der
Rechtsmittelbehörde nicht nur die Akten übermittelt, sondern sich zu den
in den Beschwerdeschriften erhobenen Vorbringen äussert. Dies gilt für
die Eidgenössischen Schätzungskommissionen umso mehr, als diese
hierfür im Unterschied zum Bundesverwaltungsgericht auf die Hilfe ihrer
fachkundigen Mitglieder zurückgreifen können. Dass die ESchK im Ver-
fahren A-2684/2010 ihre Stellungnahmen unter Mithilfe des fachkundigen
Beigeladenen verfasst hat, ist deshalb zu begrüssen. Fraglich und nach-
folgend zu prüfen ist ausschliesslich die Angemessenheit des hierfür ge-
tätigten Aufwandes.
8.8.3.2 Diesbezüglich steht aufgrund der Details zu den Rechnungen
019/2010, 024/2010 und 028/2010 fest, dass der damalige Präsident der
ESchK, C._, die Aktuarin, D._, sowie der Beigeladene für
das Verfassen der insgesamt 24 Seiten umfassenden Vernehmlassungen
in den Verfahren A-2684/2010 und A-2800/2010, beide datierend vom
24. Juni 2010, insgesamt 102.5 Stunden aufgewendet haben (10 Stunden
[C._] + 11 Stunden [Aktuarin] + 81.5 Stunden [Beigeladener]).
Hinsichtlich dessen Angemessenheit ist zu beachten, dass C._ im
Schätzungsverfahren A._ als Instruktionsrichter und D._
als Aktuarin tätig waren, während – wie bereits mehrfach festgehalten –
unter der Leitung und Aufsicht des Beigeladenen das Modell ESchK ent-
wickelt wurde, das dem Pilotfall A._ zugrunde gelegt wurde. Die
fraglichen Personen hatten demnach bereits Kenntnis von den sich im
Fall A._ stellenden Sach- und Rechtsfragen, als sie mit der Re-
daktion der Vernehmlassungen beauftragt wurden. Allerdings ist zu be-
denken, dass es die Vorinstanz versäumt hat, den Parteien Gelegenheit
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zu bieten, sich im erstinstanzlichen Verfahren zum Modell ESchK und den
diesem zugrundeliegenden Berechnungsparametern zu äussern. Dies
hatte zur Folge, dass sich die Diskussion über dessen Zuverlässigkeit
und Validität grossteils ins Beschwerdeverfahren verlagert hat, weshalb
der Aufwand für die Vernehmlassungen zur Beschwerde der Beschwer-
deführerin und jener der Beschwerdegegnerin grösser ausgefallen ist als
im Normalfall. Während sich unter diesem Blickwinkel der von C._
und D._ getätigte Aufwand als angemessen erweist, erscheint je-
ner des Beigeladenen übermässig. Dies umso mehr, als die EschK im
Weiteren am 15. Oktober 2010 in einer zweiseitigen Duplik zu den einge-
reichten Beschwerden Stellung genommen, am 15. Dezember 2010 unter
Ergänzung ihrer Ausführungen Beweismittel eingereicht und der Beigela-
dene das Modell ESchK ausserdem an der dreieinhalbstündigen Instruk-
tionsverhandlung eingehend erläutert und zum von der Beschwerdeführe-
rin vorgeschlagenen Modell MIFLU II Stellung genommen hat. Jedenfalls
bei dieser Ausgangslage erscheinen 81.5 Arbeitsstunden für die Mitwir-
kung an den beiden ersten, insgesamt gerade einmal 24 Seiten umfas-
senden Stellungnahmen der ESchK, die durch weitere Instruktionsmass-
nahmen ergänzt werden mussten, als übermässig. Der vom Beigelade-
nen getätigte Arbeitsaufwand ist unter diesen Umständen in Anwendung
des Äquivalenzprinzips auf 60 Stunden herabzusetzen, wodurch sich die
Verfahrenskosten auf Fr. 4'178.55 reduzieren (Fr. 3'528.- [60.0 Stunden x
58.80] + Fr. 229.30 [6.5% x Fr. 3'528.-] + Fr. 68.45 [1.94% x Fr. 3'528.-] +
Fr. 352.80 [10% x Fr. 3'528.-]).
8.8.4. Soweit die Beschwerdeführerin hinsichtlich der im vorinstanzlichen
Verfahren angefallenen Verfahrenskosten die Verletzung des Äquivalenz-
prinzips rügt, ist anzumerken, dass die ESchK im Pilotfall A._
erstmals ein den vom Bundesgericht in BGE 134 II 182 ff. formulierten
Kriterien genügendes Bewertungsmodell zur Anwendung gebracht hat.
Deshalb musste sie dessen Funktionsweise eingehend erläutern und sich
mit alternativen Bewertungsmodellen auseinandersetzen. Zu diesem
Zweck hat die ESchK sowohl bei der Urteilsfällung als auch bei der Ur-
teilsredaktion den Beigeladenen konsultiert. Die hierfür vom fachkundigen
Beigeladenen aufgewendeten 17.58 Arbeitsstunden stehen in einem ver-
nünftigen Verhältnis zur erbrachten Leistung, zumal ansonsten wohl der
Arbeitsaufwand der ESchK sowie jener der Aktuarin und damit die da-
durch verursachen Verfahrenskosten höher ausgefallen wären. Die dar-
aus resultierenden Verfahrenskosten von Fr. 1'127.50 (Fr. 1'033.70 [17.58
x Fr. 58.80] + 63.50 [6.15% x Fr. 1'033.70] + Fr. 20.00 [1.94% x
Fr. 1'033.70] + 10.30 [10% x Fr. 1'033.70]) sind folglich unter dem Blick-
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winkel des Äquivalenzprinzips nicht zu beanstanden. Dasselbe gilt für die
geltend gemachten Präsentationskosten von Fr. 208.30 (Präsentation
MIFLU II: Fr. 176.40 [3.0 x 58.80] + Fr. 10.85 [6.15% x 176.40] + Fr. 3.40
[1.94% x 176.40] + 17.65 [10% x 176.40]) bzw. Fr. 590.25 (Fr. 499.80 [8.5
Stunden x Fr. 58.80] + Fr. 30.75 [6.15% x Fr. 499.80] + Fr. 9.70 [1.94% x
Fr. 499.80] + 50.00 [10% x Fr. 499.80]), wovon denn auch die Beschwer-
deführerin, soweit ersichtlich, ausgeht.
8.9. Die nach dem vorangehend Ausgeführten den Parteien des Schät-
zungsverfahrens A._ zu überbindenden Verfahrenskosten im Be-
trag von Fr. 6'203.80 (Fr. 5'237.90 [89.08 x 58.80] + Fr. 340.50 [6.5% x
Fr. 5'237.90] + Fr. 101.60 [1.94% x Fr. 5'237.90] + Fr. 523.80 [10% x
Fr. 5'237.90]) hat jedoch die Beschwerdeführerin nur insoweit zu tragen,
als diese nicht in Anwendung von Art. 114 Abs. 2 EntG der Beschwerde-
gegnerin zu überbinden sind (vgl. dazu: E. 7.1 hiervor). Diese Frage wur-
de in Bezug auf die erstinstanzlichen Verfahrenskosten im Urteil der
ESchK vom 1. März 2010 rechtskräftig entschieden. Demgegenüber fehlt
ein solcher Entscheid hinsichtlich der im Beschwerdeverfahren A-
2684/2010 angefallenen und im vorliegenden Verfahren zu beurteilenden
Verfahrenskosten (vgl. E. 7.2 hiervor). Diesbezüglich ist zu berücksichti-
gen, dass die Beschwerdegegnerin, worauf sie zu Recht hinweist, im Be-
schwerdeverfahren A-2684/ 2010 vor Bundesverwaltungsgericht weder
rechtsmissbräuchliche noch offensichtlich übersetzte Forderungen ge-
stellt hat. Bei dieser Ausgangslage sind der Beschwerdeführerin die ge-
samten in der angefochtenen Verfügung beurteilten Verfahrenskosten von
Fr. 6'203.80 zu überbinden.
9.
Zusammenfassend kann damit festgehalten werden, dass der Vorinstanz
an sich die sachliche Zuständigkeit gefehlt hat, um die angefochtene Ver-
fügung zu erlassen. Ausserdem hat sie es versäumt, die Beschwerde-
gegnerin im vorinstanzlichen Verfahren hinsichtlich der nach dem 1. März
2010 entstandenen und in der angefochtenen Verfügung beurteilten Ver-
fahrenskosten Parteistellung einzuräumen. Trotz dieser Verfahrensmän-
gel ist jedoch unter den gegebenen Umständen auf eine Rückweisung
der Angelegenheit an die Vorinstanz zu verzichten und in der Sache zu
entscheiden. Die entsprechende Prüfung ergibt, dass die Beschwerdefüh-
rerin als kostenpflichtige Enteignerin für die vom Beigeladenen im Zeit-
raum von November 2009 bis Juni 2010 getätigten Arbeiten Verfahrens-
kosten von Fr. 6'203.80 zu tragen hat. Die gegen die angefochtene Kos-
tenverfügung erhobene Beschwerde ist demzufolge teilweise gutzuheis-
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sen und die der Beschwerdeführerin aufzuerlegenden Verfahrenskosten
sind auf Fr. 6'203.80 zu reduzieren.
10.
Die Beschwerdeführerin trägt als Enteignerin ungeachtet des Verfah-
rensausgangs die Kosten des Verfahrens vor Bundesverwaltungsgericht
im Betrag von Fr. 4'500.- (Art. 116 Abs. 1 EntG). Diese werden mit dem
geleisteten Kostenvorschuss in der gleichen Höhe verrechnet. Ausser-
dem hat sie die Beschwerdegegnerin für ihre Aufwendungen im vorlie-
genden Verfahren mit Fr. 1'000.-, inkl. MwSt. und Barauslagen, zu ent-
schädigen. Die Beschwerdeführerin selbst kann als kostenpflichtige Ent-
eignerin keine Parteientschädigung beanspruchen.