Decision ID: d1e8f361-9c50-4d3f-a926-5079b17c39e5
Year: 2022
Language: de
Court: AG_OG
Chamber: AG_OG_007
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten:
1.
1.1.
Die 1978 geborene Beschwerdeführerin wurde am 29. Mai 1994 aufgrund
einer Gehörlosigkeit von ihrer Mutter bei der IV-Stelle des Kantons Q. zum
Bezug von Leistungen der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an-
gemeldet. Diese gewährte ihr daraufhin – jeweils auf entsprechendes Be-
gehren – verschiedene Leistungen, unter anderem erteilte sie mit Verfü-
gung vom 28. Juli 1998 Kostengutsprache für eine erstmalige berufliche
Ausbildung zur hauswirtschaftlichen Mitarbeiterin. Diese berufliche Mass-
nahme konnte mit Verfügung vom 18. Januar 2001 – nach erfolgter renten-
ausschliessender Eingliederung – abgeschlossen werden.
1.2.
Nach dem Umzug der Beschwerdeführerin in den Kanton Aargau wies die
nun zuständige Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 30. Juli 2004 ein
weiteres Gesuch um Kostengutsprache für berufliche Massnahmen ab. In
der Folge erteilte sie der Beschwerdeführerin wiederholt Kostengutsprache
für Hilfsmittel. Mit Mitteilungen vom 19. März 2018, vom 8. Juni 2018, vom
19. November 2018 sowie vom 13. März 2019 gewährte die Beschwerde-
gegnerin der Beschwerdeführerin, die zwischenzeitlich Mutter zweier Kin-
der geworden und deswegen seit längerem nicht mehr erwerbstätig gewe-
sen war, – auf deren entsprechendes Ersuchen hin – Unterstützung bei der
Suche eines Arbeitsplatzes sowie ein Bewerbungs- und ein Jobcoaching.
Nach erfolgreicher Reintegration in den 1. Arbeitsmarkt wurde der Einglie-
derungsprozess von der Beschwerdegegnerin im April 2019 formlos abge-
schlossen. Zwecks Erhalts des bestehenden Arbeitsverhältnisses ge-
währte die Beschwerdegegnerin anschliessend erneut Frühinterventions-
massnahmen (Support am Arbeitsplatz, PC-Grundlagenkurs; vgl. Mitteilun-
gen vom 29. November 2019 sowie vom 22. Januar 2020). Nachdem das
Arbeitsverhältnis seitens der Arbeitgeberin aufgelöst worden war, schloss
die Beschwerdegegnerin die berufliche Integration mit Mitteilung vom
31. März 2020 ab.
1.3.
Mit Eingabe vom 19. Mai 2020 ersuchte die Beschwerdeführerin die Be-
schwerdegegnerin erneut um Unterstützung bei der Stellensuche. Diese
gewährte ihr daraufhin am 2. Oktober 2020 Kostengutsprache für eine Po-
tenzialabklärung. Nach Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD) und durchgeführtem Vorbescheidverfahren wies die Beschwerde-
gegnerin das Rentenbegehren der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom
13. Juli 2021 ab. Mit Mitteilung vom 21. Juli 2021 erteilte sie ihr (erneut)
Kostengutsprache für eine Begleitung durch einen Jobcoach.
- 3 -
2.
2.1.
Gegen die Verfügung vom 13. Juli 2021 erhob die Beschwerdeführerin mit
Eingabe vom 13. September 2021 fristgerecht Beschwerde und stellte fol-
gende Rechtsbegehren:
"1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 13.07.2021 sei .
2. Es sei die Angelegenheit zu ergänzenden medizinischen  an die Vorinstanz zurückzuweisen.
3. Eventualiter seien berufliche Massnahmen zuzusprechen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer) zulasten der Beschwerdegegnerin."
2.2.
Mit Vernehmlassung vom 6. Oktober 2021 beantragte die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde.

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung:
1.
Vorab ist hinsichtlich des (Eventual-) Antrags der Beschwerdeführerin auf
Zusprache von beruflichen Massnahmen (vgl. Beschwerde S. 2) auf Fol-
gendes hinzuweisen: Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren
sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen und zu beurteilen,
zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in
Form einer Verfügung – Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die
Verfügung den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegen-
stand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an
einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung er-
gangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 164 f.; vgl. auch BGE 135 V 148 E. 5.2
S. 150 und 135 V 141 E. 1.4 S. 144 ff.). Die Beschwerdegegnerin hat mit
der hier angefochtenen Verfügung vom 13. Juli 2021 einzig einen Invali-
denrentenanspruch der Beschwerdeführerin verneint, sich aber materiell
nicht zu allfälligen Eingliederungsmassnahmen geäussert. Soweit die Be-
schwerdeführerin mithin Eingliederungsmassnahmen beantragt, ist auf die
Beschwerde – mangels Anfechtungsgegenstands – nicht einzutreten.
2.
2.1.
Die Beschwerdegegnerin ging in ihrer Verfügung vom 13. Juli 2021 gestützt
auf das Ergebnis ihrer medizinischen Abklärungen davon aus, dass der
Beschwerdeführerin die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als "Löterin" sowie eine
leidensangepasste Tätigkeit seit Eintritt ins Erwerbsalter "maximal im Aus-
mass eines 70%-Pensums zumutbar" seien. Da keine mindestens 40%ige
- 4 -
Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit vorliege, bestehe kein Anspruch auf eine
Invalidenrente. Für den Rentenentscheid müsse das Ende der beruflichen
Eingliederung nicht abgewartet werden, sei doch eine abschliessende, ren-
tenausschliessende versicherungsmedizinische Beurteilung bereits jetzt
möglich. Dies gelte umso mehr, als es sich bei der aktuellen Eingliede-
rungsmassnahme ohnehin nur um ein Jobcoaching/eine Unterstützung bei
der Arbeitssuche handle und für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit die
medizinisch-theoretische Einschätzung gegenüber den Ergebnissen eines
Arbeitstrainings Vorrang habe (vgl. Vernehmlassungsbeilage [VB] 206
S. 1 f.).
Die Beschwerdeführerin stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt,
dass die Beschwerdegegnerin den medizinischen Sachverhalt nicht rechts-
genüglich abgeklärt habe. Ihre angestammte Tätigkeit sei entsprechend ih-
rer Ausbildung diejenige als hauswirtschaftliche Mitarbeiterin und nicht als
"Löterin". Der RAD widerlege in seinem Bericht die von ihm "bescheinigte"
Arbeitsfähigkeit von 60-70 % gleich selber, indem er davon ausgehe, dass
ein Arbeitsversuch in einem Betrieb mit Arbeitsplätzen für Gehörlose mit
einem Anfangspensum von 40 % durchzuführen sei. Sie sei aufgrund ihrer
durch die Taubstummheit bedingten Kommunikationsschwierigkeiten nur
reduziert arbeitsfähig; es sei abzuklären, ob für sie überhaupt noch eine
rentenausschliessende Arbeitsmöglichkeit im ersten Arbeitsmarkt bestehe.
Die Abklärung "der Integrationsbemühungen" und allenfalls weiterer beruf-
licher Massnahmen sei noch nicht abgeschlossen, weshalb "über die Frage
der Berentung im Sinne eines abschliessenden Einkommensvergleichs"
noch nicht befunden werden könne (vgl. Beschwerde S. 8 f.).
2.2.
Strittig und nachfolgend zu prüfen ist somit, ob die Beschwerdegegnerin zu
Recht mit Verfügung vom 13. Juli 2021 den Anspruch der Beschwerdefüh-
rerin auf eine Invalidenrente verneint hat.
3.
3.1.
Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern
können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-
schnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind
und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG)
sind (Art. 28 Abs. 1 IVG).
3.2.
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde
ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG; vgl. BGE 130
V 343 E. 3.3 S. 347 f.). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit
- 5 -
oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Als Gegenstand der Versicherung ist
nicht die Gesundheitsbeeinträchtigung an sich zu betrachten; vielmehr hat
sie im Gebiet der Invalidenversicherung rechtliche Bedeutung nur und erst,
wenn sie sich – über die Arbeitsfähigkeit (vgl. Art. 6 ATSG) – auf die Er-
werbsfähigkeit (vgl. Art. 7 ATSG) in andauernder und erheblicher Weise
negativ auswirkt. Wer nicht aus gesundheitlichen Gründen mindestens teil-
weise arbeitsunfähig ist, kann auch nicht erwerbsunfähig und mithin nicht
invalid im Sinne des Gesetzes sein (MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung
des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl. 2014, N. 1 f. zu Art. 4 IVG mit Hinweis
unter anderem auf BGE 105 V 139 E. 1b S. 141).
4.
Aus den Akten ergibt sich bezüglich des Gesundheitszustandes der Be-
schwerdeführerin im Wesentlichen Folgendes:
4.1.
Dem Schreiben des Spitals B., Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Oh-
renkrankheiten, Kopf- und Halschirurgie, vom 20. Dezember 2018 ist zu
entnehmen, dass die Beschwerdeführerin an einer beidseitigen, an Taub-
heit grenzenden Schwerhörigkeit leidet (vgl. VB 131 S. 6).
4.2.
4.2.1.
Dr. sc. C., Psychologin FSP, R., bei welcher sich die Beschwerdeführerin
seit dem 8. Juni 2020 in psychotherapeutischer Behandlung befindet (vgl.
VB 198 S. 1), schätzte anlässlich eines Telefongesprächs vom 26. August
2020 mit der Eingliederungsberaterin der Beschwerdegegnerin ein Arbeits-
pensum von 50 % als realistisch und zumutbar ein; ein Arbeitspensum in
dieser Höhe entspräche auch dem Wunsch der Beschwerdeführerin. Pri-
mär sei eine Anstellung im ersten Arbeitsmarkt anzustreben, wobei die Be-
schwerdeführerin allenfalls im zweiten Arbeitsmarkt oder an einem Ni-
schenarbeitsplatz besser aufgehoben sei (vgl. Aktennotiz vom 26. August
2020; VB 173). In einem weiteren Telefongespräch mit der Eingliederungs-
beraterin am 25. November 2020 führte Dr. sc. C. aus, dass die – nebst
einer Anpassungsstörung bestehende – Depression "nicht so im Vorder-
grund" stehe. Es sei für die Beschwerdeführerin wichtig, eine Arbeitsstelle
auf dem ersten oder zweiten Arbeitsmarkt zu finden (vgl. Aktennotiz vom
25. November 2020; VB 183). Am 3. Februar 2021 äusserte sie gegenüber
der Eingliederungsberaterin der Beschwerdegegnerin Zweifel, ob ange-
sichts des erheblichen Einarbeitungsaufwandes überhaupt eine Arbeits-
stelle im ersten Arbeitsmarkt gefunden werden könne (vgl. Aktennotiz vom
3. Februar 2021; VB 194).
- 6 -
4.2.2.
Im von Dr. sc. C. am 24. März 2021 durchgeführten Intelligenz-Struktur-
Test erzielte die Beschwerdeführerin mehrheitlich Werte im unteren Norm-
bereich (vgl. VB 198 S. 3, S. 9).
4.2.3.
In ihrem Bericht vom 27. April 2021 diagnostizierten Dr. sc. C. und
med. pract. D., Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, R., eine
Taubstummheit (ICD-10 H91.3) sowie eine leichte depressive Episode
(ICD-10 F32.0), "reaktiv aufgrund von Kommunikationseinschränkungen
und Diskriminierungen", welche sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten.
Sie sähen "ab sofort" für den ersten und zweiten Arbeitsmarkt eine "Arbeits-
untauglichkeit" von 100 %, da die Beschwerdeführerin erhebliche Kommu-
nikationseinschränkungen sowie Intelligenzwerte im unteren Normbereich
aufweise. Weitere Gründe für die Arbeitsunfähigkeit seien eine fehlende
Selbständigkeit sowie starke familiäre Belastungen. Die Gehörlosigkeit
schränke die Beschwerdeführerin kommunikativ ein; überdies sei sie "ak-
tuell" "psychisch reduziert". Ihre reduzierte Aufnahmefähigkeit sowie ihre
erschwerten Kommunikationsmöglichkeiten wirkten sich bei der Arbeit vor
allem in der Einarbeitungszeit (negativ) aus. Eingearbeitet und in einer ein-
fachen Tätigkeit sollte die Beschwerdeführerin ihrer Auffassung nach eine
"annähernd" volle Leistung zeigen können. "Je nach Verlauf" könne mit ei-
ner Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit bzw. einer Erhöhung der
Einsatzfähigkeit gerechnet werden (vgl. VB 198 S. 1 ff.).
4.3.
Im Hinblick auf eine Vermittlung der Beschwerdeführerin in den ersten Ar-
beitsmarkt war vom 17. November bis am 14. Dezember 2020 in der
Rehaklinik E. eine Potenzialabklärung durchgeführt worden. Die zuständi-
gen Eingliederungsfachpersonen hielten in ihrem Bericht vom 17. Dezem-
ber 2020 fest, dass die Beschwerdeführerin beim Wiedereinstieg in den
ersten Arbeitsmarkt auf Unterstützung und Begleitung angewiesen sei. Sie
weise unter anderem eine verlangsamte Kommunikationsfähigkeit und ein
limitiertes Textverständnis auf, benötige bei komplexen und sich ständig
wechselnden Aufgaben mehrfache Wiederholungen mit einer langen Ein-
arbeitungszeit und Unterstützung und sei in ihrer Fähigkeit zu logischem
und abstraktem Denken sowie in ihrer Problemlöse- und Lernfähigkeit ein-
geschränkt. Sie sei aufgrund der Ergebnisse der Potenzialanalyse halbtags
belastbar. Gesucht werde ein wohlwollender Arbeitgeber, welcher auf Ge-
hörlosigkeit sensibilisiert sei. Eine angepasste Tätigkeit solle repetitive,
kognitiv leicht- bis mittelschwere Arbeiten beinhalten, wobei es eine längere
Einarbeitungszeit benötige. Sie würden eine Unterstützung bei der Stellen-
suche sowie bei der Einarbeitung durch eine geeignete Fachperson und
einen begleiteten Arbeitsversuch/ein begleitetes Praktikum in einer ange-
passten Arbeitsstelle auf dem ersten Arbeitsmarkt empfehlen. Zudem sei
- 7 -
ein Hirnleistungs- bzw. ein kognitives Training angezeigt. Wenn diese Vo-
raussetzungen erfüllt seien, sei von einer positiven Prognose bei der Ein-
gliederung in den ersten Arbeitsmarkt auszugehen (vgl. VB 189 S. 1 f.).
4.4.
In einer Stellungnahme vom 1. Juni 2021 führte RAD-Arzt Dr. med. F.,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, aus, die Beschwerdeführerin
leide an Taubstummheit und einer leichten depressiven Episode (ICD-10
F32.0), wobei die somatische Erkrankung "die gesundheitliche Grundprob-
lematik" darstelle. Ohne entsprechende Anpassungen sei die Beschwerde-
führerin seit Eintritt ins Erwerbsalter nicht arbeitsfähig, mit entsprechenden
Anpassungen sollte sie – ebenfalls seit diesem Zeitpunkt – eine "gute und
rel. hohe" bzw. eine "volle" Arbeitsfähigkeit "erbringen" können. Depressi-
onsbedingt sei die Beschwerdeführerin jedoch auch in einer aufgrund der
Taubstummheit angepassten Tätigkeit seit Beginn der depressiven Erkran-
kung nur zu 60-70 % arbeitsfähig. Nicht vermindert werde hingegen die Ar-
beitsfähigkeit durch den IQ im unteren Normbereich. Die Beschwerdefüh-
rerin sei aufgrund ihrer somatischen Beeinträchtigung auf Unterstützung,
so etwa auf berufliche Massnahmen, angewiesen.
Werde als angestammte Tätigkeit die Tätigkeit als "Löterin" angesehen, sei
von einer Arbeitsfähigkeit von 60-70 % auszugehen. Es sei prognostisch
eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit nach 6-12 Monaten zu erwarten. Er
empfehle, die Beschwerdeführerin bei einem Arbeitsversuch in einem Be-
trieb zu unterstützen, "in dem auch eine Stelle für Gehörlose möglich" sei,
beginnend mit einem Arbeitspensum von 40 % und einer Steigerung um
eine ganze oder eine halbe Stunde pro Monat bis zu einem maximalen
Pensum von 70 %. Dasselbe gelte für die aktuelle und prognostische Ar-
beitsfähigkeit sowie die Steigerungsfrequenz in einer angepassten Tätig-
keit. Aktuell und prognostisch zumutbar seien Tätigkeiten ohne Hektik bzw.
allzu schnelle Arbeitsabläufe, mit festen sowie geregelten Arbeitszeiten,
ohne Wechselschicht und Einsätze auf Abruf und mit einem sehr verständ-
nisvollen Vorgesetzten (vgl. VB 200 S. 2 f.).
5.
5.1.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-
ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-
zinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet
und ob die Schlussfolgerung des Experten begründet sind (BGE 134 V 231
E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352).
- 8 -
5.2.
Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-
dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen
praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder im
Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebe-
nen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c
S. 160 ff.). Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gut-
achtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge An-
forderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuver-
lässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststel-
lungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465
E. 4.4 S. 469 f. und 122 V 157 E. 1d S. 162 f.).
5.3.
Beweistauglich kann auch eine reine Aktenbeurteilung sein, wenn es im
Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen
Sachverhalts geht und sich neue Untersuchungen erübrigen. Dies ist ins-
besondere der Fall, wenn genügend Unterlagen aufgrund anderer persön-
licher Untersuchungen vorliegen, die ein vollständiges Bild über Anam-
nese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben. Der medizinische Sach-
verständige muss sich insgesamt aufgrund der vorhandenen Unterlagen
ein lückenloses Bild machen können (Urteile des Bundesgerichts
8C_46/2019 vom 10. Mai 2019 E. 3.2.1; 8C_641/2011 vom 22. Dezember
2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen).
6.
6.1.
Die Aktenbeurteilung von RAD-Psychiater Dr. med. F. vermag insgesamt
nicht zu überzeugen: Dieser ging davon aus, dass die Beschwerdeführerin
in einer den durch ihre Taubstummheit bedingten Einschränkungen ange-
passten Tätigkeit seit dem Eintritt ins Erwerbsleben grundsätzlich vollstän-
dig arbeitsfähig, die Arbeitsfähigkeit jedoch aufgrund einer depressiven Er-
krankung seit deren Auftreten um 30-40 % eingeschränkt sei (vgl. VB 200
S. 2). Die behandelnde Psychologin Dr. sc. C. wies hingegen darauf hin,
dass die Depression nicht im Vordergrund stehe (vgl. VB 183 S. 1), die Be-
schwerdeführerin hauptsächlich die ständigen Misserfolge auf der Stellen-
suche sowie den letztlich gescheiterten Arbeitsversuch als "Löterin" als
sehr belastend schildere und sie im Rahmen der Potenzialanalyse in der
Rehaklinik E. festgestellt habe, dass sich ein geregelter Alltag positiv auf
ihr psychisches Wohlbefinden auswirke (vgl. VB 183 S. 1, VB 198 S. 2).
Dr. sc. C. und med. pract. D. bezeichneten die leichte depressive Episode
ausdrücklich nur als "reaktiv aufgrund von Kommunikationseinschränkun-
gen und Diskriminierungen" (vgl. VB 198 S. 1) und führten die depressive
Erkrankung nicht als Grund für die von ihnen bescheinigte vollständige Ar-
beitsunfähigkeit an (vgl. VB 198 S. 3 f.). Wäre die Beschwerdeführerin mit-
hin arbeitstätig, würde gemäss der Einschätzung von Dr. sc. C. und
- 9 -
med. pract. D. die Hauptursache ihrer Depression – nämlich die (durch die
aus der Taubstummheit resultierenden Beeinträchtigungen bedingte) er-
folglose Stellensuche – entfallen. Es ist somit nicht nachvollziehbar, dass
die Beschwerdeführerin gemäss Dr. med. F. (ausschliesslich) aufgrund ih-
rer depressiven Erkrankung in einer (ihrer Taubstummheit) angepassten
Tätigkeit vermindert arbeitsfähig sein sollte. Überdies nahm der RAD-Psy-
chiater bei der Beurteilung der durch die depressive Symptomatik beding-
ten Einschränkung des funktionellen Leistungsvermögens keine Abgren-
zung allfälliger dafür relevanter (invalidenversicherungsrechtlich grundsätz-
lich ausser Acht zu lassender) psychosozialer Faktoren vor bzw. setzte sich
mit diesen (so etwa mit der schwierigen familiären Situation der Beschwer-
deführerin bzw. deren anhaltenden Arbeitslosigkeit; vgl. auch VB 198 S. 2)
überhaupt nicht auseinander (vgl. hierzu auch Urteil des Bundesgerichts
8C_559/2019 vom 20. Januar 2020 E. 3.2 mit Hinweisen).
6.2.
Auch bezüglich des somatischen Gesundheitszustandes erweisen sich die
Ausführungen von Dr. med. F. als unvollständig und nicht schlüssig: So
fehlt es einerseits überhaupt an einem aktuellen Bericht eines Facharztes
für Oto-Rhino-Laryngologie, welcher sich zu den Auswirkungen der Gehör-
losigkeit auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin äussern würde
und auf welchen sich der RAD-Psychiater hätte stützen können. Anderer-
seits wiesen Dr. sc. C. und med. pract. D. – wenn die entsprechende Beur-
teilung auch nicht in ihren Fachbereich fällt – ausdrücklich darauf hin, dass
insbesondere die durch die Gehörlosigkeit bedingten Schwierigkeiten in der
Kommunikation sowie in der Aufnahmefähigkeit die Beschwerdeführerin in
deren funktionellen Leistungsfähigkeit einschränkten (vgl. VB 198 S. 3).
Dr. med. F. richtete das von ihm definierte Zumutbarkeitsprofil einer ange-
passten Tätigkeit indes primär auf die seiner Auffassung nach im Vorder-
grund stehende Depression aus, ohne dabei den durch die Taubstummheit
bedingten Einschränkungen bei den Anforderungen an eine leidensange-
passte Tätigkeit gebührend Rechnung zu tragen (vgl. VB 200 S. 3). Dar-
über hinaus erachtete er die Beschwerdeführerin zwar "ohne entspre-
chende Anpassungen" aufgrund ihrer Taubstummheit als nicht arbeitsfähig
(vgl. VB 200 S. 2), ging dann allerdings – im Widerspruch dazu – von einer
Arbeitsfähigkeit von 60-70 % aus, "wenn [als] die angestammte Tätigkeit
die Tätigkeit als Löterin angesehen [werde]" (vgl. VB 200 S. 3). Es ist denn
auch nicht ersichtlich, weshalb die letzte Tätigkeit als "Löterin" der ange-
stammten Tätigkeit entsprechen sollte, nachdem diese (einzig) im Rahmen
eines (letztlich gescheiterten) rund fünfzehnmonatigen begleiteten "Arbeits-
versuchs" ausgeübt worden war (vgl. VB 120, VB 167 S. 5) und die Be-
schwerdeführerin ursprünglich eine Anlehre als Hauswirtschaftsmitarbeite-
rin absolviert hatte (vgl. VB 3 S. 13, VB 5.5 S. 1). Eine nachvollziehbare
und widerspruchsfreie Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der angestamm-
ten Tätigkeit wäre jedoch vorliegend umso mehr erforderlich gewesen, als
- 10 -
die Beschwerdegegnerin – unter Annahme einer maximal 70%igen Arbeits-
fähigkeit der Beschwerdeführerin seit deren Eintritt ins Erwerbsalter – man-
gels einer durchschnittlich mindestens 40-prozentigen Arbeitsunfähigkeit
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch bereits die Renten-
anspruchsvoraussetzungen gemäss Art. 6 und Art. 8 ATSG i.V.m. Art. 28
Abs. 1 IVG (vgl. E. 3.1. hiervor) als nicht erfüllt erachtete und aus diesem
Grund auf eine Abklärung der erwerblichen Auswirkungen des Gesund-
heitsschadens verzichtete (vgl. VB 206 S. 1).
6.3.
RAD-Psychiater Dr. med. F. vertrat in seiner Aktenbeurteilung vom 1. Juni
2021 die Auffassung, dass bei der Beschwerdeführerin sowohl in der an-
gestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit eine Erhöhung der
Arbeitsfähigkeit nach sechs bis zwölf Monaten "zu erwarten" sei. Er "emp-
fehle", die Beschwerdeführerin bei einem vorgängigen Arbeitsversuch in
einem Betrieb mit Arbeitsplätzen für Gehörlose zu unterstützen, wobei ein
anfängliches Pensum von 40 % jeden Monat um eine halbe oder eine
Stunde (pro Tag) zu steigern sei, bis ein maximales Pensum von 70 % er-
reicht werde (vgl. VB 200 S. 3). Letztere Formulierung deutet zwar eher auf
eine lediglich generelle Empfehlung des RAD hin, ohne die zwingende Not-
wendigkeit einer vorgängigen Durchführung beruflicher Massnahmen im
Sinne eines Vorbehalts zur attestierten Arbeitsfähigkeit zu beschreiben.
Gleichzeitig brachte Dr. med. F. jedoch mit der von ihm nur "erwarteten"
Erhöhung der Arbeitsfähigkeit nach sechs bis zwölf Monaten zum Aus-
druck, dass er das Erreichen einer Arbeitsfähigkeit im Rahmen eines zu-
mutbaren Pensums von 60-70 % selbst nach Durchführung eines Arbeits-
versuchs als nicht gesichert ansah. Auch diesbezüglich erweist sich die
RAD-Stellungnahme als widersprüchlich und unklar, so dass nicht darauf
abgestellt werden kann.
7.
7.1.
7.1.1.
Bedingt die Ausschöpfung eines theoretischen Erwerbspotenzials gemäss
ärztlichen Feststellungen bestimmte Therapiemassnahmen, ist danach zu
fragen, ob die notwendigen Schritte der versicherten Person allein überant-
wortet werden können. Wenn die versicherte Person das prinzipiell vorhan-
dene erwerbliche Potential aus Gründen, die mit dem Gesundheitsschaden
zusammenhängen, auch bei zumutbarer Willensanstrengung nicht in eige-
ner Verantwortung realisieren kann, muss geprüft werden, ob es zur Akti-
vierung der grundsätzlich gegebenen Arbeitsfähigkeit noch der Durchfüh-
rung weiterer – der Invalidenversicherung obliegender – Eingliederungs-
massnahmen bedarf. Dabei sollen, etwa im Rahmen eines Arbeitstrainings,
den Folgen des Gesundheitsschadens zugehörige, nicht aus eigenem An-
trieb überwindbare Defizite in erwerbsrelevanten Fertigkeiten ausgeglichen
- 11 -
oder etwa das krankheitsbedingt verlorene Vertrauen in die physische Be-
lastbarkeit (im Umfang der objektiven Leistungsfähigkeit) wiederaufgebaut
werden (Urteile des Bundesgerichts 9C_755/2020 vom 8. März 2021
E. 5.2; 8C_385/2017 vom 19. September 2017 E. 5.3.1, je mit weiteren Hin-
weisen).
7.1.2.
Eine Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit ist erst anzunehmen, wenn
die zumutbare Tätigkeit in nur so eingeschränkter Form möglich ist, dass
sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter
nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitge-
bers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von
vorneherein als ausgeschlossen erscheint. Fehlt es an einer wirtschaftlich
verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähig-
keit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet (vgl.
etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_535/2021 vom 25. November 2021
E. 5.3.3 mit Hinweisen).
7.2.
Ausweislich der Akten absolvierte die Beschwerdeführerin nach Abschluss
ihrer Anlehre als Hauswirtschaftsmitarbeiterin von August 2000 bis Januar
2001 ein Praktikum als Pflegeassistentin (vgl. VB 3 S. 12 f., VB 81 S. 2),
arbeitete von April bis Juni 2001 in einer Schokoladenfabrik (vgl. VB 81
S. 2) und war von Juli 2001 bis Dezember 2003 in der Wäscherei eines
Alters- und Pflegeheims tätig (vgl. VB 30 S. 1, VB 81 S. 2 f.). Anschlies-
send widmete sie sich bis Herbst 2017 während rund vierzehn Jahren ihren
Aufgaben als Mutter und Hausfrau und ging keiner Erwerbstätigkeit nach
(vgl. VB 78). Trotz Unterstützung durch die Beschwerdegegnerin (vgl.
VB 80, VB 88, VB 104, VB 117) suchte die Beschwerdeführerin alsdann
längere Zeit erfolglos eine neue Arbeitsstelle. Die schliesslich Mitte März
2019 angetretene Stelle als "Löterin" (vgl. VB 125) wurde ihr – obwohl wei-
terhin begleitet und unterstützt (vgl. VB 127, VB 141, VB 142, VB 148) –
auf den 30. Juni 2020 gekündigt (vgl. VB 167 S. 5), insbesondere da der
auf sie entfallende Betreuungsaufwand für den Arbeitgeber zu hoch, die
Fehlerquote zu gross und das Arbeitstempo zu gering war sowie erhebliche
Kommunikations- und Konzentrationsschwierigkeiten bestanden (vgl.
VB 138, VB 139, VB 150, VB 152, VB 163.2). Ihre behandelnde Psycholo-
gin Dr. sc. C. äusserte denn auch Zweifel, ob ein Arbeitsplatz im ersten
Arbeitsmarkt gefunden werden könne (vgl. VB 194 S. 1). Sie wies darauf
hin, dass die Beschwerdeführerin im zweiten Arbeitsmarkt oder in einem
Nischenarbeitsplatz allenfalls besser aufgehoben wäre (vgl. VB 173 S. 1)
und eine Arbeitsstelle im zweiten Arbeitsmarkt "von Beginn weg mitge-
dacht, gesucht und besetzt" werden solle (vgl. VB 198 S. 3). Unter diesen
Umständen erscheint fraglich, ob die Beschwerdeführerin über eine Ar-
beitsfähigkeit verfügt, die (allenfalls nach Durchführung weiterer Eingliede-
rungsmassnahmen) auf dem ersten Arbeitsmarkt wirtschaftlich verwertbar
- 12 -
ist. Die Beschwerdegegnerin wird daher auch hinsichtlich des Bestehens
einer auf dem ersten Arbeitsmarkt noch verwertbaren Arbeitsfähigkeit wei-
tere (medizinische) Abklärungen vorzunehmen haben.
8.
Der anspruchsrelevante (medizinische) Sachverhalt erweist sich demnach
im Lichte der Untersuchungsmaxime (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG;
BGE 133 V 196 E. 1.4 S. 200; 132 V 93 E. 5.2.8 S. 105; KIESER, ATSG-
Kommentar, 4. Aufl. 2020, N. 13 ff. zu Art. 43 ATSG) als nicht rechtsgenüg-
lich erstellt, weshalb sich der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin
nicht abschliessend beurteilen lässt. Bei diesem Ergebnis kann sich die
Beschwerdegegnerin nicht auf die Rechtsprechung berufen, wonach der
Rentenentscheid – entgegen dem Prinzip "Eingliederung vor Rente" – un-
abhängig von allfälligen Eingliederungsmassnahmen gefällt werden kann,
wenn ein Rentenanspruch durch allenfalls noch vorzunehmende berufliche
Eingliederungsmassnahmen aufgrund eines bereits jetzt nicht gegebenen
rentenbegründenden Invaliditätsgrades nicht mehr beeinflusst werden
kann (Urteile des Bundesgerichts 8C_691/2015 vom 11. Februar 2016 E. 4
und 8C_187/2015 vom 20. Mai 2015 E. 3.2.1, je mit Hinweisen; vgl. VB 206
S. 2).
Die Sache ist dementsprechend antragsgemäss (vgl. Beschwerde S. 2) zu
ergänzenden Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
(vgl. BGE 139 V 99 E. 1.1 S. 100; 137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264 f.). Dabei
wird sie im Rahmen ihrer Abklärungen auch zu prüfen haben, in welchem
Pensum die Beschwerdeführerin, wäre sie gesund, einer Erwerbstätigkeit
nachginge und in welchem Umfang sie im Aufgabenbereich Haushalt tätig
wäre. So hat die Beschwerdeführerin wiederholt kundgetan, aufgrund von
Haushalts- und (Kinder-) Betreuungsaufgaben nur in einem Pensum von
50-60 % arbeiten zu wollen (vgl. VB 84 S. 2, VB 138 S. 1, VB 139 S. 1,
VB 152 S. 1).
9.
Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde – soweit darauf einzutreten ist
(vgl. E. 1. hiervor) – in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtene
Verfügung vom 13. Juli 2021 aufzuheben und die Sache zur weiteren Ab-
klärung und zur Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei-
sen ist.
10.
10.1.
Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten
werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im
Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende
Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-
gang der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
- 13 -
10.2.
Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf Ersatz der
richterlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG).