Decision ID: c9d28c2c-c559-51c7-9aaf-b2424d044489
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer – sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer Eth-
nie aus der (...) – suchte am 12. Dezember 2016 in der Schweiz um Asyl
nach.
Er machte im Wesentlichen geltend, er habe seinem (Verwandten) in des-
sen (...) geholfen und dabei hätten sie für (...) (...) für den Gedenktag der
Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) (...). Er sei deswegen im Jahr 2016
vom Criminal Investigation Department (CID) befragt, zwei respektive
sechs Tage lang festgehalten und misshandelt worden. Er habe aber keine
Informationen zu den Auftraggebern der (...) geben können. Nach seiner
Freilassung, die ohne Auflagen erfolgt sei, sei erneut nach ihm gesucht
worden, weshalb er sich zwecks Organisation der Ausreise nach Colombo
begeben habe. Nachdem die Behörden ihn nicht hätten ausfindig machen
können, habe das CID an seiner Stelle seinen (Verwandten) festgenom-
men. Er habe Sri Lanka im (...) 2016 mit dem ihm von den sri-lankischen
Behörden im (...) ausgestellten Reisepass über den Flughafen Colombo
verlassen. Im Jahr nach seiner Ausreise respektive den folgenden Jahren
sei sein Elternhaus einmal respektive dreimal durch eine kriminelle Bande
angegriffen worden.
B.
Mit Verfügung vom 19. Februar 2020 stellte das SEM fest, dass der Be-
schwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle. Es lehnte das Asyl-
gesuch ab und ordnete die Wegweisung sowie den Vollzug an.
Es führte an, die Aussagen des Beschwerdeführers würden erhebliche Wi-
dersprüche und Ungereimtheiten aufweisen und er vermöge damit nicht
glaubhaft zu machen, vor der Ausreise asylrelevanten Verfolgungsmass-
nahmen ausgesetzt gewesen zu sein. Es sei auch nicht ersichtlich, wes-
halb er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka nunmehr in den Fokus der Be-
hörden geraten und in asylrelevanter Weise verfolgt werden sollte.
C.
Die vom Beschwerdeführer dagegen erhobene Beschwerde wies das Bun-
desverwaltungsgericht mit Urteil D-1668/2020 vom 1. Dezember 2020 ab.
D.
Mit als Wiedererwägungsgesuch betitelter Eingabe vom 20. Februar 2021
ersuchte der Beschwerdeführer beim SEM erneut um Gewährung des
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Asyls. Er habe bisher nicht erzählt, dass sein (Verwandter) die (...) gegrün-
det habe, die das Ziel gehabt habe, sich gegen die B._ zu wehren.
Es sei zu einem Bandenkrieg gekommen. Sein (Verwandter) sei von der
B._ bedroht worden und für ihn (den Beschwerdeführer) bestehe
die Gefahr einer Reflexverfolgung seitens dieser Gruppe. Die Angriffe auf
das Elternhaus seien durch die B._ erfolgt.
Das SEM erachtete sich für die Prüfung der neuen Vorbringen als nicht
zuständig und überwies die Eingabe an das Bundesverwaltungsgericht.
Das Gericht nahm diese zur Behandlung als Revisionsgesuch gegen das
Urteil vom 1. Dezember 2020 entgegen. Mit Zwischenverfügung vom
10. März 2021 stellte es fest, dass das Revisionsgesuch aussichtslos er-
scheine. Es forderte den Beschwerdeführer auf, einen Kostenvorschuss zu
bezahlen, ansonsten auf das Revisionsgesuch nicht eingetreten werde.
Nach ungenutzt abgelaufener Zahlungsfrist trat das Bundesverwaltungs-
gericht mit Urteil D-955/21 vom 7. April 2021 auf das Revisionsgesuch
nicht ein.
E.
E.a Mit als Wiedererwägungsgesuch bezeichneter Eingabe vom 7. Mai
2021 ersuchte der Beschwerdeführer beim SEM erneut um Gewährung
des Asyls, eventualiter um Gewährung der vorläufigen Aufnahme wegen
Unzulässigkeit oder Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Er machte
im Wesentlichen geltend, er könne mit neuen Beweismitteln die Gefahr ei-
ner (Reflex-)Verfolgung belegen. C._, bei dem es sich um (...)
handle, auf die er weiterhin grossen Einfluss ausübe, und der auch ein
ehemaliges Mitglied des (...) sei, habe ihn über Facebook am (...) 2021
kontaktiert, ihn nach seinem (Verwandten) gefragt und ihm gedroht, falls er
sich gegen die B._ stellen sollte. Seine Reflexverfolgung durch
C._ beruhe auf den Aktivitäten seines (Verwandten); er verweise
hierzu auf seine als Revisionsgesuch behandelte Eingabe vom 20. Februar
2021. Opfern der B._ werde kein staatlicher Schutz geboten. Zu-
dem habe C._ am (...) 2021 ein Bild von ihm (dem Beschwerdefüh-
rer) gepostet, auf dem er eine LTTE-Fahne hochhalte und das mit roter
Farbe durchgekreuzt sei. Mittlerweile sei dieser Post gelöscht, aber
C._ habe ihm geschrieben, dass er das Bild dem Geheimdienst zu-
geschickt habe.
Er reichte folgende Dokumente (in Kopie) ein: Zeitungsartikel D._
vom (...) (mit Übersetzung), Anzeige (...) von C._ für (...), Face-
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book-Nachrichten von C._ vom (...) 2021 (mit Übersetzung), Face-
book-Post von C._ vom (...) 2021, Bericht der Schweizerischen
Flüchtlingshilfe (SFH) vom 10. April 2020 ("Sri Lanka: Aktuelle politische
Situation, Überwachung der Diaspora, Geldsammeln im Ausland für
Kriegsopfer"), "Wiedererwägungsgesuch" vom 20. Februar 2021.
E.b Mit Eingabe vom 1. Juni 2021 reichte der Beschwerdeführer weitere
Beweismittel ein (Facebook-Nachricht von C._ vom (...) 2021 [mit
Übersetzung], Artikel von (...) vom (...) 2021, CD, Foto). Er führte dazu
aus, C._ habe ihm am (...) 2021 eine auf seinen Namen lautende
Vorladung des CID und ein Foto, das am (...) in E._ am (...) 2021
aufgenommen worden sei und auf dem er mit einer Flagge der LTTE zu
sehen sei, geschickt. Dies zeige, dass seine exilpolitischen Aktivitäten be-
obachtet würden. Des Weiteren sei in zwei Videos auf der CD erkennbar,
wie ein junger Mann, der seinen Eltern bei der Dachreparatur geholfen
habe, in der Umgebung seines Elternhauses von der Polizei abgeführt wor-
den sei. Die Polizei sei wohl davon ausgegangen, dass es sich um ihn
handle. Das Foto zeige die Eltern beim Tor vor dem Haus, das auch auf
den Videos zu erkennen sei.
F.
Das SEM nahm die Eingabe vom 7. Mai 2021 als (qualifiziertes) Wiederer-
wägungsgesuch entgegen. Es wies dieses mit Verfügung vom 2. Juni 2021
ab und erklärte die Verfügung vom 19. Februar 2019 (recte: 19. Februar
2020) für rechtskräftig und vollstreckbar.
G.
Die vom Beschwerdeführer dagegen am 5. Juli 2021 erhobene Be-
schwerde hiess das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D-3090/2021
vom 20. Juli 2021 gut, soweit die Aufhebung der angefochtenen Verfügung
beantragt wurde. Es hob die Verfügung vom 2. Juni 2021 aufgrund einer
Gehörsverletzung seitens der Vorinstanz (Nichtberücksichtigung der Ein-
gabe vom 1. Juni 2021) auf und wies die Sache zur vollständigen Sachver-
haltsfeststellung und Neubeurteilung an das SEM zurück.
H.
Mit Verfügung vom 25. August 2021 – eröffnet am 26. August 2021 – wies
das SEM das Wiedererwägungsgesuch vom 7. Mai 2021, ergänzt am
1. Juni 2021, ab und erklärte die Verfügung vom 19. Februar 2019 (recte:
19. Februar 2020) für rechtskräftig und vollstreckbar. Des Weiteren wies es
die Gesuche um Erlass von Verfahrenskosten und um unentgeltliche
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Rechtsverbeiständung ab und erhob eine Gebühr von Fr. 600.–. Zudem
stellte es fest, dass einer allfälligen Beschwerde gegen die Verfügung keine
aufschiebende Wirkung zukomme.
Es führte im Wesentlichen an, dass der Beschwerdeführer auch mit den
neu eingereichten Beweismitteln nicht glaubhaft zu machen vermöge, dass
er in Sri Lanka in flüchtlingsrechtlich relevanter Weise verfolgt würde, res-
pektive dass bei ihm Risikofaktoren im Sinne des Referenzurteils des Bun-
desverwaltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 vorliegen würden.
Den von (...) bis (...) 2021 datierenden Chat-Protokollen und Facebook-
Einträgen komme nur verminderter Beweiswert zu, da diese leicht selber
verfasst oder aus Gefälligkeit von Dritten im Auftrag des Beschwerdefüh-
rers verfasst werden könnten. Eine tatsächliche persönliche Bedrohung
des Beschwerdeführers durch C._ lasse sich daraus nicht glaubhaft
herleiten. Allfälligen Drohungen seitens der in erster Linie aus kriminellen
Motiven handelnden B._ würde es zudem an der Asylrelevanz feh-
len. Im Übrigen sei aus den Verhaftungen und Verurteilungen verschie-
denster Mitglieder dieser Gruppierung ersichtlich, dass der sri-lankische
Staat diesbezüglich schutzfähig und -willig sei. Auch aus den am 1. Juni
2021 nachgereichten Fotos und Videos über die Verhaftung eines Mannes
lasse sich kein glaubhafter Hinweis auf eine flüchtlingsrechtlich relevante
Verfolgung des Beschwerdeführers herleiten, könnten diese Beweismittel
doch unter völlig anderen Umständen als vorgebracht und zu einem ande-
ren Zeitpunkt und andere Personen betreffend entstanden sein.
I.
Mit Eingabe vom 23. September 2021 erhob der Beschwerdeführer beim
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er ersuchte um Aufhebung der
vorinstanzlichen Verfügung vom 25. August 2021 und um Gewährung des
Asyls, eventualiter um Gewährung der vorläufigen Aufnahme wegen Unzu-
lässigkeit oder Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Zudem er-
suchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und um Ver-
zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie um Beiordnung ei-
nes unentgeltlichen Rechtsbeistands.
Auf die Begründung der Beschwerdebegehren wird – soweit für den Ent-
scheid wesentlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
J.
Am 27. September 2021 setzte die Instruktionsrichterin den Vollzug der
Wegweisung im Sinne einer vorsorglichen Massnahme einstweilen aus.
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K.
Mit Zwischenverfügung vom 11. Oktober 2021 stellte die Instruktionsrich-
terin fest, dass die Beschwerde aussichtslos erscheine. Sie hob deshalb
den am 27. September 2021 angeordneten einstweiligen Vollzugsstopp
auf und wies die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-
rung und Rechtsverbeiständung sowie um Verzicht auf die Erhebung eines
Kostenvorschusses ab. Sie forderte den Beschwerdeführer auf, bis zum
26. Oktober 2021 einen Kostenvorschuss von Fr. 1500.– zu bezahlen, an-
sonsten auf die Beschwerde nicht eingetreten werde.
Der Kostenvorschuss wurde fristgerecht geleistet.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-
lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig
und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-
gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG).
1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-
schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-
würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist
daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108
Abs. 6 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-
schwerde ist einzutreten.
2.
Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen
richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-
länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).
3.
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-
hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf
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Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwech-
sels verzichtet.
4.
4.1 Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich ge-
regelt (vgl. Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist dem SEM
innert 30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrunds schriftlich
und begründet einzureichen; im Übrigen richtet sich das Verfahren nach
den revisionsrechtlichen Bestimmungen von Art. 66-68 VwVG (Art. 111b
Abs. 1 AsylG).
4.2 In seiner praktisch relevantesten Form bezweckt das Wiedererwä-
gungsgesuch die Änderung einer ursprünglich fehlerfreien Verfügung an
eine nachträglich eingetretene erhebliche Veränderung der Sachlage (vgl.
BVGE 2014/39 E. 4.5 m.w.H.). Falls die abzuändernde Verfügung unange-
fochten blieb – oder ein eingeleitetes Beschwerdeverfahren mit einem
blossen Prozessentscheid abgeschlossen wurde – können auch Revisi-
onsgründe einen Anspruch auf Wiedererwägung begründen (zum soge-
nannten "qualifizierten Wiedererwägungsgesuch" vgl. BVGE 2013/22
E. 5.4 m.w.H.). Darüber hinaus sind Revisionsgründe, die sich auf Tatsa-
chen und Beweismittel abstützen, die erst nach Abschluss eines Be-
schwerdeverfahrens entstanden sind, stets unter dem Titel der Wiederer-
wägung bei der Vorinstanz einzubringen (vgl. Art. 45 VGG i.V.m. Art. 123
Abs. 2 Bst. a [letzter Satz] BGG; BVGE 2013/22). Nach Art. 66 Abs. 2
VwVG liegen Revisionsgründe unter anderem dann vor, wenn eine Partei
neue erhebliche Tatsachen oder Beweismittel vorbringt (Bst. a). Neue Be-
weismittel im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG müssen entweder den
Beweis für neue erhebliche Tatsachen oder den Beweis für Tatsachen er-
bringen können, deren Existenz oder Eigenschaften im Beschwerdeverfah-
ren respektive im Asylverfahren vor dem SEM zum Nachteil des Beschwer-
deführers unbewiesen geblieben sind.
4.3 Das SEM hat die Eingabe des Beschwerdeführers vom 7. Mai 2021,
ergänzt am 1. Juni 2021, als (qualifiziertes) Wiedererwägungsgesuch ent-
gegengenommen und materiell geprüft. Es hat damit den Anspruch des
Beschwerdeführers auf Behandlung des besagten Gesuchs nicht in Ab-
rede gestellt. Im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist deshalb zu prüfen,
ob das SEM zu Recht davon ausgegangen ist, dass keine Gründe vorlie-
gen, welche die Rechtskraft der Verfügung vom 19. Februar 2020 zu be-
seitigen vermögen.
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Seite 8
5.
5.1 Das SEM erachtete die Vorbringen des Beschwerdeführers und die
eingereichten Beweismittel im Wiedererwägungsverfahren als nicht geeig-
net, um die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG zu begründen. Die-
ser Einschätzung ist im Ergebnis beizupflichten (vgl. auch nachfolgend
E. 5.2 – 5.3). Der Rechtsmitteleingabe vom 23. September 2021 sind
keine stichhaltigen Entgegnungen zu entnehmen. Dem Beschwerdeführer
wurde bereits mit Zwischenverfügung vom 11. Oktober 2021 dargelegt,
weshalb seine Beschwerdevorbringen keine Änderung in der Frage der
Flüchtlingseigenschaft und des Asyls sowie des Wegweisungsvollzugs zu
bewirken vermögen. Seither wurde keine Veränderung der Sachlage dar-
getan, so dass ebenfalls auf die Ausführungen in der besagten Zwischen-
verfügung verwiesen werden kann.
5.2 Im Rahmen des ordentlichen Asylverfahrens vermochte der Beschwer-
deführer nicht nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, dass
er in Sri Lanka asylrechtlich relevanter Verfolgung ausgesetzt gewesen sei,
oder dass ihm bei einer Rückkehr entsprechende Verfolgungsmassnah-
men drohen würden (vgl. Verfügung des SEM vom 19. Februar 2020 und
Beschwerdeurteil vom 1. Dezember 2020). Das vom Beschwerdeführer mit
der Furcht vor einer Reflexverfolgung durch die B._ begründete Re-
visionsgesuch vom 20. Februar 2021 wurde vom Bundesverwaltungsge-
richt als aussichtslos qualifiziert (vgl. die Zwischenverfügung vom 10. März
2021 im Revisionsverfahren D-955/2021).
Der Einschätzung des SEM, dass die nun neu eingereichten Beweismittel
und Vorbringen des Beschwerdeführers in den Eingaben vom 7. Mai 2021
und 1. Juni 2021 nicht geeignet seien, die als unglaubhaft erachteten Asyl-
vorbringen glaubhaft zu machen respektive eine flüchtlingsrechtlich rele-
vante (Reflex-)Verfolgung seiner Person zu belegen, ist zuzustimmen. Das
SEM hat zutreffend festgestellt, dass den eingereichten Kopien von Chat-
Protokollen und Facebook-Posts von (...) bis (...) 2021 nur ein geringer
Beweiswert zukommt. Mit diesen Dokumenten vermag der Beschwerde-
führer nicht glaubhaft zu belegen, dass er von einem (...) persönlich be-
droht worden ist, und dass C._ Ermittlungen seitens des CID gegen
den Beschwerdeführer wegen der Teilnahme an einem (...) in E._
am (...) 2021 angestossen hat. In Bezug auf allfällige Drohungen seitens
der B._ gegen den Beschwerdeführer oder seine Familie ist zudem
auf die Rechtsprechungspraxis zu verweisen, wonach das Bundesverwal-
tungsgericht davon ausgeht, dass die B._ in erster Linie aus rein
kriminellen Motiven heraus handle, und der sri-lankische Staat – entgegen
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der vom Beschwerdeführer vertretenen Ansicht – in Bezug auf die
B._ schutzfähig und -willig sei (vgl. bspw. Urteil des BVGer E-
4915/2020 vom 14. Januar 2021 E. 6.6 und auch die Ausführungen des
BVGer zu diesem Thema in der den Beschwerdeführer betreffenden Zwi-
schenverfügung vom 10. März 2021 im Revisionsverfahren D-955/2021).
Der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Furcht vor Reflexverfol-
gungsmassnahmen seitens der B._ fehlt es somit – unabhängig
von der Frage der Glaubhaftigkeit der entsprechenden Vorbringen – an der
Asylrelevanz. Vor diesem Hintergrund ist in diesem Zusammenhang auch
kein völkerrechtliches Vollzugshindernis gegeben. Eine flüchtlingsrechtlich
relevante Verfolgung des Beschwerdeführers seitens der sri-lankischen
Behörden vermögen die im Wiedererwägungsverfahren vorgelegten Be-
weismittel ebenfalls nicht zu belegen. Der Beschwerdeführer hat Sri Lanka
seinen Angaben zufolge im (...) 2016 mit einem ihm im (...) von den hei-
matlichen Behörden ausgestellten Reisepass verlassen, was gegen das
Bestehen eines Verfolgungsinteresses der sri-lankischen Behörden
spricht. Wie das SEM zutreffend festgestellt hat, sind aus der nun im Rah-
men des Wiedererwägungsverfahrens vorgebrachten polizeilichen Abfüh-
rung eines jungen Mannes in der Umgebung des Elternhauses des Be-
schwerdeführers und den diesbezüglichen Beweismitteln (Videos, Foto der
Eltern vor dem Grundstück) keine Rückschlüsse auf eine bestehende
staatliche Verfolgung des Beschwerdeführers zu ziehen, sind doch die Hin-
tergründe der Mitnahme der besagten Drittperson nicht bekannt. Dass eine
Verwechslung mit dem Beschwerdeführer vorgelegen habe, ist eine unbe-
legte Vermutung. Im Beschwerdeurteil D-1668/2020 vom 1. Dezember
2020 wurde festgestellt, dass der Beschwerdeführer kein Risikoprofil im
Sinne des Referenzurteils E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 aufweist. Dass
nunmehr eine behördliche Verfolgung des Beschwerdeführers wegen der
Teilnahme an einer (...) am (...) 2021 in E._ bestehen soll, vermag
die Kopie einer Facebook-Nachricht von C._ vom selben Tag – wie
bereits festgestellt – nicht zu belegen. Für die Echtheit der in dieser Nach-
richt enthaltenen Vorladung des CID besteht keinerlei Gewähr. Die Ausstel-
lung einer Vorladung durch eine sri-lankische Behörde wegen einer erst
gerade am selben Tag in der Schweiz erfolgten Veranstaltung würde denn
auch sehr erstaunen, dies umso mehr als Sri Lanka der Schweiz in zeitli-
cher Hinsicht mehrere Stunden voraus liegt. Der Beschwerdeführer war
seinen Angaben im Asylverfahren zufolge bisher nicht exilpolitisch aktiv
(vgl. vorinstanzliche Akte A34 S. 13 F104 und Beschwerdeurteil
D-1668/2020 vom 1. Dezember 2020 E. 5.6.3) und allein mit der nun gel-
tend gemachten Teilnahme an einem (...) vermag er kein Gefährdungspro-
fil im Sinne des besagten Referenzurteils zu begründen, zumal er auf der
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betreffenden Abbildung eine Gesichtsmaske trägt und keine ihn bei der be-
sagten Veranstaltung exponierende Stellung erkenntlich ist (vgl. die einge-
reichte Kopie des Artikels des Onlinemediums (...) vom (...) 2021).
Insgesamt betrachtet hat das SEM die im Rahmen des Wiedererwägungs-
verfahrens neu vorgelegten Beweismittel damit zu Recht als nicht beweis-
tauglich zum Beleg einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung des Be-
schwerdeführers im Sinne von Art. 3 AsylG, und somit auch nicht als er-
heblich im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG erachtet. Eine flüchtlings-
rechtlich relevante Verfolgung des Beschwerdeführers seitens der sri-lan-
kischen Behörden, der B._ oder von Drittpersonen vermögen die
im Wiedererwägungsverfahren vorgelegten Beweismittel nicht zu belegen.
Den Akten lassen sich auch keine konkreten Hinweise auf das nunmehrige
Bestehen von Wegweisungsvollzughindernissen entnehmen. Der Wegwei-
sungsvollzug ist daher weiterhin als durchführbar zu erachten.
5.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die vom Beschwerdeführer
im Wiedererwägungs- und vorliegenden Beschwerdeverfahren vorgeleg-
ten Dokumente und seine diesbezüglichen Vorbringen nicht geeignet sind,
zu einer Anpassung der Verfügung des SEM vom 19. Februar 2020 zu füh-
ren. Das SEM hat das Wiedererwägungsgesuch vom 7. Mai 2021, ergänzt
am 1. Juni 2021, zu Recht abgelehnt.
6.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-
wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich
überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen.
7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-
führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 1500.–
festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die
Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2]). Der einbezahlte Kostenvorschuss ist zur Begleichung der
Verfahrenskosten zu verwenden.
(Dispositiv nächste Seite)
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