Decision ID: 32344218-520f-4c97-b8e6-7b2efa20bf37
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Ehescheidung
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes (7. Abteilung) des  Zürich vom 22. Mai 2018; Proz. FE170138
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Rechtsbegehren: (act. 1 S. 2)
" 1. Es sei die Ehe der Gesuchsteller gestützt auf Art. 112 ZGB zu .
2. Es seien die scheidungsrechtlichen Nebenfolgen gerichtlich zu regeln. 3. Unter antragsgemässen Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten
der Gesuchsteller (zuzüglich MwSt). "
Urteil des Bezirksgerichtes Zürich (7. Abt.) vom 22. Mai 2018: (act. 131 S. 33 ff.)
1. Die Ehe der Gesuchsteller wird gestützt auf Art. 112 ZGB geschieden.
2. Die Kinder C._, geboren am tt.mm.2012, und D._, geboren am
tt.mm.2015, werden unter der gemeinsamen elterlichen Sorge der Gesuchsteller
belassen und unter die alleinige Obhut der Gesuchstellerin gestellt.
3. Die Teil-Vereinbarung der Gesuchsteller vom 18./20. März 2018 über die Schei-
dungsfolgen wird im Übrigen genehmigt. Sie lautet im Volltext wie folgt:
"1. Scheidung
Die Parteien beantragen dem Gericht gemeinsam die Scheidung ihrer Ehe im  von Art. 112 ZGB.
2. Elterliche Sorge, Obhut und Besuchsrecht
a) Elterliche Sorge
Die Parteien beantragen dem Gericht, die elterliche Sorge für die Kinder - C._, geboren am tt.mm.2012
- D._, geboren am tt.mm..2015 beiden Eltern gemeinsam zu belassen.
Entsprechend sind die Parteien verpflichtet, sämtliche wesentlichen Fragen der Pflege, Erziehung und Ausbildung miteinander abzusprechen. Den Parteien ist , dass ein Aufenthaltswechsel der Kinder der Zustimmung beider Eltern , wenn der neue Aufenthaltsort im Ausland liegt, oder der Wechsel des  erhebliche Auswirkungen auf die Ausübung der elterlichen Sorge und die persönlichen Kontakte zwischen einem Elternteil und den Kindern hat.
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b) Obhut
Die Parteien beantragen, es sei die Obhut für die Kinder der Mutter zuzuteilen.
c) Besuchsrecht
Der Vater ist berechtigt und verpflichtet, die beiden Kinder auf eigene Kosten wie folgt zu sich oder mit sich zu Besuch zu nehmen:
- jeweils am ersten und dritten Wochenende eines jeden Monats von Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr. Der Gesuchsteller holt beide Kinder am Freitag direkt bei der Krippe bzw. beim Hort bzw. Schule ab. - in Jahren mit gerader Jahreszahl von Gründonnerstag, 18.00 Uhr, bis , 18.00 Uhr und in Jahren mit ungerader Jahreszahl von Donnerstag vor Pfingsten, 18.00 Uhr, bis Pfingstmontag, 18.00 Uhr (das auf diese  folgende Wochenende verbringen die Kinder bei der Mutter, womit die abwechselnde Wochenendregelung von neuem beginnt). - über Neujahr vom 31. Dezember 18.00 Uhr bis und mit 2. Januar 18.00 Uhr.
Ausserdem ist der Vater berechtigt und verpflichtet, die Kinder im Jahr 2018  der Kindergarten- bzw. Schulferien für insgesamt zwei Wochen (maximal eine Woche zusammenhängend) und ab dem Jahr 2019 für insgesamt drei Wochen pro Jahr (maximal zwei Wochen zusammenhängend) auf eigene Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen.
Die Eltern sprechen sich über die Aufteilung der Ferien mindestens drei Monate im Voraus ab. Können sie sich nicht einigen, so kommt dem Vater in Jahren mit  Jahreszahl das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien zu; in Jahren mit ungerader Jahreszahl der Mutter.
3. Erziehungsgutschriften
Die Parteien vereinbaren, dass die Erziehungsgutschriften für die Berechnung  AHV-/IV-Renten ausschliesslich der Mutter angerechnet werden. Die Parteien werden die betroffenen Ausgleichskassen über diese Regelung informieren.
4. Kinderunterhalt
Die Parteien beantragen, es sie über den Kinderunterhalt gerichtlich zu .
5. Nachehelicher Unterhalt
Die Gesuchstellerin akzeptiert die Berechnung des Gerichts, wonach mangels  des Gesuchstellers kein nachehelicher Unterhalt zugesprochen  kann. Gestützt darauf verzichtet sie einstweilen auf nachehelichen Unterhalt.
6. Vorsorgeausgleich
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Die Parteien verpflichten sich zum Ausgleich der während der Ehe geäufneten  aus beruflicher Vorsorge.
Aufgrund der vorliegenden Berechnungen der beteiligten Vorsorgeeinrichtungen verpflichtet sich der Gesuchsteller, von seinem während der Ehe geäufneten  bei der ... Pensionskasse (Versichertennummer ...) den Betrag von CHF 15'406.80, zuzüglich Zins ab 23. Februar 2017, auf das Konto der  bei der UBS (Freizügigkeitskonto ...) zu übertragen.
7. Güterrecht
Die Parteien sind in güterrechtlicher Hinsicht vollständig auseinandergesetzt. Jede Partei behält, was sie zurzeit besitzt respektive was auf ihren Namen lautet.
8. Kosten- und Entschädigungsfolgen
Die Parteien übernehmen die Gerichtskosten unabhängig vom gerichtlichen  über die Frage des Kinderunterhalts je zur Hälfte und verzichten gegenseitig auf eine Parteientschädigung."
4. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für die Kinder C._ und
D._ monatliche Kinderunterhaltsbeiträge von je Fr. 700.-- zuzüglich allfälliger
Kinder- und Familienzulagen zu bezahlen, zahlbar ab Rechtskraft des Scheidungs-
urteils bis zum Abschluss einer angemessenen Erstausbildung der Kinder, auch
über deren Mündigkeit hinaus.
Die Unterhaltsbeiträge und die Familienzulagen sind an die Gesuchstellerin zahl-
bar, und zwar jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats.
Die Zahlungsmodalitäten gelten solange das jeweilige Kind im Haushalt der Ge-
suchstellerin lebt und keine eigenen Ansprüche gegenüber dem Gesuchsteller stellt
bzw. keine anderen Zahlungsempfänger bezeichnet.
Der Gesuchsteller hat der Gesuchstellerin zudem jedes Jahr unaufgefordert den
Lohnausweis innert zehn Tagen nach Erhalt zuzustellen. Ist darin eine Bonuszah-
lung von mehr als Fr. 1'500.-- ausgewiesen, so ist der Gesuchsteller verpflichtet,
der Gesuchstellerin unaufgefordert innert der genannten Frist von zehn Tagen ab
Erhalt des Lohnausweises einen Anteil im Umfang von Fr. 80.-- pro Monat (rückwir-
kend und pro rata temporis ab Rechtskraft des Scheidungsurteils), maximal für ein
ganzes Jahr somit Fr. 960.--, für die Deckung des Barunterhalts der beiden Kinder
C._ und D._ zu bezahlen. Der Betrag fällt je zur Hälfte auf die beiden
Kinder.
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Mit diesen Unterhaltsbeiträgen ist der gebührende Unterhalt der beiden Kinder nicht
gedeckt. Zur Deckung des gebührenden Unterhaltes fehlen monatlich die folgenden
Beträge:
C._: bis April 2022: Fr. 63.50
ab Mai 2022: Fr. 263.50
D._: bis März 2025: Fr. 693.50 (davon Fr. 555.-- Betreuungsunterhalt)
ab April 2025: Fr. 338.50.
5. Die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 4. basiert auf folgenden
Grundlagen:
Einkommen netto pro Monat, inkl. Anteil 13. Monatslohn, Familienzulagen separat:
- Gesuchstellerin:CHF 2'245.-- bis und mit März 2025 (50% Pensum) CHF 3'140.-- ab April 2025 (70% Pensum)
- Gesuchsteller: CHF 4'910.-- (100% Pensum, inkl. Bonus)
- C._ und D._:je die Familienzulage von derzeit CHF 200.-
Vermögen:
- Gesuchstellerin: CHF 0.-- - Gesuchsteller: CHF 0.-- - C._ und D._: CHF 0.--
familienrechtlicher Bedarf (derzeit, gerundet):
- Gesuchstellerin: CHF 2'800.-- - Gesuchsteller: CHF 2'675.-- - C._: CHF 1'005.-- - D._: CHF 1'080.--
6. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 4. basieren auf dem Landesindex der Kon-
sumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende April 2018 von 101.7
Punkten (Basis Dezember 2015 = 100 Punkte). Sie sind jeweils auf den 1. Januar
jedes Jahres, erstmals auf den 1. Januar 2020, dem Stand des Indexes per Ende
November des Vorjahres anzupassen. Die Anpassung erfolgt nach folgender For-
mel:
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Neuer Unterhaltsbeitrag = alter Unterhaltsbeitrag x neuer Index
alter Index
7. Die Pensionskasse des Gesuchstellers, die ... Pensionskasse, wird angewiesen,
mit Rechtskraft des Scheidungsurteils vom Vorsorgekonto des Gesuchstellers
(Versichertennummer: ..., Mitgliednummer: ..., AHV-Nummer: ...) den Betrag von
CHF 15'406.80, zuzüglich Zins ab 23. Februar 2017, auf das UBS
Freizügigkeitskonto ... der Gesuchstellerin zu überweisen.
8. Die Erziehungsgutschriften für die Berechnung der AHV/IV-Renten werden allein
der Gesuchstellerin angerechnet.
9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
CHF 5'000.-- die weiteren Gerichtskosten betragen:
CHF 631.25 Dolmetscher
10. Die Kosten des Verfahrens werden den Gesuchstellern je zur Hälfte auferlegt, je-
doch zufolge der beidseitigen Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einst-
weilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Gesuchsteller werden auf die Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO hingewiesen.
11. Vom gegenseitigen Verzicht der Gesuchsteller auf Parteientschädigung wird Vor-
merk genommen.
12. Schriftliche Mitteilung an
- die Gesuchsteller (je gegen Empfangsschein),
sowie nach Eintritt der Rechtskraft
- mit Formular an das für Zürich zuständige Zivilstandsamt, - mit Formular an die Einwohnerkontrolle der Gemeinde E._, - an das Migrationsamt des Kantons Zürich,
- an die ... Pensionskasse, ... [Adresse] (im Auszug gemäss Dispositiv-Ziffern 1 und 7 des Urteils),
je gegen Empfangsschein.
13. (Rechtsmittel)"
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Berufungsanträge:
des Gesuchstellers und Berufungsklägers (act. 128 S. 2 f):
"1. Dispositiv-Ziffer 4 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 22. Mai 2018 (Ge-
schäfts-Nr. 170138-L) sei aufzuheben und wie folgt abzuändern:
Der Berufungskläger wird verpflichtet, der Berufungsbeklagten für die Kinder C._ und D._ monatliche Kinderunterhaltsbeiträge von je CHF 160.00  allfälliger Kinder- und Familienzulagen zu bezahlen, zahlbar ab  des Scheidungsurteils vom 22. Mai 2018 bis zum Abschluss einer  Erstausbildung der Kinder auch über deren Mündigkeit hinaus.
Die Unterhaltsbeiträge und die Familienzulagen sind an die Berufungsbeklagte zahlbar, und zwar jeweils monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats.
Die Zahlungsmodalitäten gelten über die Volljährigkeit hinaus, solange das  Kind im Haushalt der Berufungsbeklagten lebt und keine eigenen Ansprüche gegenüber dem Berufungskläger stellt bzw. keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet.
2. Dispositiv-Ziffer 5 des Bezirksgerichts Zürich vom 22. Mai 2018 (Geschäfts-
Nr. 170138-L) sei aufzuheben und wie folgt abzuändern:
Die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 4 basiert auf folgenden Grundlagen:
Einkommen netto pro Monat, inkl. Anteil 13. Monatslohn, Familienzulagen separat: - Gesuchstellerin: CHF 2'245.-- bis und mit Juli 2021 (50% Pensum)
CHF 2'694.-- ab August 2021 bis und mit April 2025 (60% Pensum)
CHF 3'140.-- ab April 2025 (70% Pensum) - Gesuchsteller: CHF 4'780.-- (100% Pensum, exkl. Bonus) - C._ und D._: je die Familienzulage von derzeit CHF 200.--
Vermögen: - Gesuchstellerin: CHF 0.-- - Gesuchsteller: CHF 0.-- - C._ und D._: CHF 0.--
familienrechtlicher Bedarf (gerundet): - Gesuchstellerin: CHF 2'800.-- - Gesuchsteller: CHF 4'300.-- - C._: bis April 2022: CHF 1'005.-- ab Mai 2022: CHF 1'205.-- - D._: bis März 2025: CHF 1'080.-- ab April 2025: CHF 1'280.--
Den Kindern fehlt zur Deckung des gebührenden Unterhalts monatlich die  Beträge:
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- C._: bis April 2022: CHF 645.-- ab Mai 2022: CHF 848.-- - D._: bis März 2025: CHF 720.-- ab April 2025: CHF 920.--
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuerzusatz zu
Lasten der Berufungsbeklagten."
prozessualer Antrag:
"Es sei dem Berufungskläger die unentgeltliche Rechtspflege in dem Sinne zu , als dass er von der Bezahlung von Vorschüssen, Sicherheitsleistungen und Gerichtskosten befreit wird und es sei ihm in der Person des Unterzeichnenden ein unentgelticher Rechtsbeistand zu bestellen."

Erwägungen:
I.
1. Die Parteien haben am tt. Oktober 2007 geheiratet. Sie sind die Eltern von
C._, geb. tt.mm.2012, und D._, geb. tt.mm.2015 (act. 19). Sie leben seit
dem 8. November 2014 getrennt. Im Rahmen des Eheschutzverfahrens schlos-
sen die Parteien eine Vereinbarung über das Getrenntleben, welche mit Urteil des
Einzelgerichts Zürich vom 27. Februar 2015 genehmigt worden war. Der Beru-
fungskläger verpflichtete sich dort zu Unterhaltszahlungen an die Kinder von je
CHF 350.-- zuzüglich Familien-, Kinder-, und/oder Ausbildungszulagen (im Schei-
dungsverfahren beigezogene Eheschutzakten EE140413 = act. 16/34). Am
tt.mm.2017 ist der Berufungskläger Vater einer weiteren Tochter geworden
(act. 80/33).
2. Am 22. Februar 2017 reichte der Gesuchsteller und Berufungskläger (fortan
Berufungskläger) ein gemeinsames Scheidungsbegehren ein und beantragte, die
Ehe der Parteien zu scheiden und die scheidungsrechtlichen Nebenfolgen ge-
richtlich zu regeln (act. 1 S. 2 und act. 2). Anlässlich der Verhandlung und Anhö-
rung der Parteien vom 30. März 2017 konnten sie sich über die elterliche Sorge,
die Zuteilung der Obhut, weitgehend über die Ausgestaltung des Besuchsrechts
sowie den Vorsorgeausgleich einigen (act. 23). In einer weiteren Teil-
Vereinbarung am 18. bzw. 20. März 2018 (act. 115 und 117) einigten sie sich
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auch über das Feiertags- und Ferienbesuchsrecht, die Erziehungsgutschriften,
das Güterrecht und die Kosten- und Entschädigungsfolgen. In der Vereinbarung
ist auch der einstweilige Verzicht der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten
(fortan Berufungsbeklagte) auf nachehelichen Unterhalt enthalten.
Mit Verfügung vom 22. Mai 2018 verpflichtete die Vorderrichterin in Gutheissung
eines von der Berufungsbeklagten am 9. März 2017 gestellten Begehrens
(act. 108) und in Abänderung des eheschutzrichterlichen Entscheides den Beru-
fungskläger für die Dauer des Verfahrens zur Zahlung von monatlichen Kinderun-
terhaltsbeiträgen von CHF 650.-- je Kind zuzüglich allfälliger Familien-, Kinder-
und/oder Ausbildungszulagen. Mit gleichzeitig ergangenem Urteil wurde die Ehe
der Parteien geschieden, die elterliche Sorge über die beiden Kinder C._ und
D._ beiden Eltern belassen und die Teilvereinbarung der Parteien geneh-
migt. Der Berufungskläger wurde überdies verpflichtet, Kinderunterhaltsbeiträge
von monatlich CHF 700.-- je Kind zuzüglich allfälliger Familien-, Kinder- und/oder
Ausbildungszulagen zu bezahlen, zahlbar ab Rechtskraft des Scheidungsurteils
bis zum Abschluss einer angemessenen Erstausbildung der Kinder, auch über
deren Mündigkeit hinaus (act. 131). Für die Prozessgeschichte des erstinstanzli-
chen Verfahrens im Einzelnen kann auf die entsprechenden Erwägungen im an-
gefochtenen Entscheid verwiesen werden (act. 131 S. 2 - 5). Das Urteil wurde
den Parteien am 31. Mai 2018 zugestellt (act. 124 und 125).
3. Am 2. Juli 2018 erhob der Berufungskläger Berufung. Er stellt die eingangs
aufgeführten Anträge (act. 128 S. 2 ff.). In Anwendung von Art. 312 Abs. 1 ZPO
ist auf die Einholung einer Berufungsantwort zu verzichten. Der Berufungsbeklag-
ten ist mit dem vorliegenden Entscheid je ein Doppel von act. 128 und act. 130/2-
5 zuzustellen.
II.
1. Rechtsmittelvoraussetzungen
Nach Eingang der Berufung prüft die Rechtsmittelinstanz von Amtes wegen, ob
die Rechtsmittelvoraussetzungen erfüllt sind. Die Berufung des Berufungsklägers
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erging innert gesetzlicher Frist (act. 128 i.V.m. act. 124); sie liegt schriftlich be-
gründet und mit Anträgen versehen vor (Art. 311 Abs. 1 ZPO). Dem Eintreten
steht nichts entgegen.
2. Rubrum
Der Berufungskläger weist vorab darauf hin, dass er das Bürgerrecht der Stadt
Zürich erlangt habe, was er mit Einreichung einer Schweizerischen Identitätskarte
belegt (act. 128 S. 5 i.V.m. act. 80/32). Das Rubrum wurde entsprechend geän-
dert.
Die Berufungsbeklagte ist Staatsangehörige von Eritrea, es liegt ein Auslandbe-
zug vor. Die Vorinstanz hat die Zuständigkeit der angerufenen Schweizer Gerich-
te und die Anwendbarkeit des schweizerischen Rechts zutreffend dargelegt; es
kann auf die entsprechenden Erwägungen verwiesen werden (act. 131 S. 5/6).
3. Gegenstand des Verfahrens und Verfahrensgrundsätze
Der Berufungskläger ficht in seiner Berufung einzig die Höhe der Kinderunter-
haltsbeiträge und die diesen zugrunde gelegten Berechnungsgrundlagen an. Ge-
genstand des Verfahrens sind damit Kinderbelange, welche der Untersuchungs-
und Offizialmaxime unterliegen (Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO). Im Berufungsverfah-
ren prüft das Gericht im Rahmen der Berufungsanträge die in der Berufung erho-
benen Einwendungen, soweit die Offizial- und Untersuchungsmaxime dem nicht
entgegenstehen. Mit der Berufung kann die unrichtige Rechtsanwendung sowie
die unrichtige Feststellung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (Art. 310
ZPO), die Berufungsinstanz verfügt über volle Kognition in tatsächlicher und
rechtlicher Hinsicht, d.h. dass die Berufungsinstanz sämtliche gerügten Mängel
frei und unbeschränkt überprüfen kann (statt vieler: REETZ/THEILER, in ZK ZPO,
3.A., Art. 310 N 5 f.). Die Berufungsbegründung hat sich dabei sachbezogen mit
der Begründung des angefochtenen Entscheides auseinanderzusetzen; es ist
konkret aufzuzeigen, weshalb und in welchen Belangen der angefochtene Ent-
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scheid falsch sein soll und welche Dokumente diese Argumentation stützen (vgl.
u.a.: REETZ/THEILER, ZK ZPO, 3. A., Art. 311 N 34 ff.).
Neue Tatsachen und Beweismittel können – auch in Verfahren welche der Unter-
suchungsmaxime unterliegen – nur noch in den Schranken von Art. 317 ZPO vor-
gebracht werden (BGE 138 III 374. E. 4.3.1, BGE 141 III 576 E. 2.3.3). Es bleibt
dem Berufungsgericht im Rahmen der Untersuchungs- und Offizialmaxime im-
merhin erlaubt, von sich aus Untersuchungen anzustellen und ohne Bindung an
die Parteianträge zu entscheiden (5A_528/2015 vom 21. Januar 2016 E. 2).
4. Beanstandungen im Allgemeinen
Der Berufungskläger beanstandet in der Berufung einzelne Annahmen der Vor-
instanz in Bezug auf das ihm anrechenbare Einkommen, verschiedene Bedarfs-
positionen in seinem Bedarf sowie den Umfang der der Berufungsbeklagten zu-
mutbaren Erwerbstätigkeit im Zeitraum August 2021 bis April 2025. Es ist nach-
stehend im Einzelnen darauf einzugehen, soweit dies für die Rechtsfindung erfor-
derlich ist.
Der Vollständigkeit halber festzuhalten ist, dass der Berufungskläger die Abände-
rung der Unterhaltsregelung für die Kinder für die Dauer des Scheidungsverfah-
rens nicht angefochten hat. Er unterliess dies nach eigenen Angaben nicht weil er
damit einverstanden wäre, sondern um weitere zeitintensive und kostspielige Ver-
fahren zu vermeiden (act. 128 S. 5/6).
5. Spesenpauschale
5.1. Die Vorinstanz rechnete dem Berufungskläger ein monatliches Nettoein-
kommen von CHF 4'780.-- (inkl. 13. Monatslohn, exkl. Kinder- und Familienzula-
gen) an, was dieser anerkennt. Der zusätzlich ausgerichteten Spesenpauschale
von CHF 500.-- im Monat stehen gemäss vorinstanzlichem Entscheid (act. 131
S. 11) tatsächliche Ausgaben gegenüber, was vom Berufungskläger ebenfalls als
zutreffend beurteilt wird. Die Vorinstanz erwog bei (aufgerundet) 22 Arbeitstagen
ergebe der Pauschalbetrag von CHF 500.-- einen Betrag von CHF 22.70 für aus-
wärtige Verpflegung. Damit seien die Kosten für die mittägliche Verpflegung an
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den Arbeitstagen vollumfänglich gedeckt. Da diese Pauschale den gemäss Kreis-
schreiben (der Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich be-
treffend die Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenz-
minimums vom 16. September 2009) vorgesehenen Höchstbetrag von CHF 330.--
(rund 22 mal CHF 15.--) für Mehrauslagen bei auswärtiger Verpflegung um
CHF 170.-- übersteige, sei der Grundbetrag um eben diese CHF 170.-- zu redu-
zieren (act. 131 S. 11/12 und S. 15/16).
5.2 Der Berufungskläger beanstandet den erstinstanzlichen Entscheid als wi-
dersprüchlich, wenn zwar angenommen werde, die Spesenpauschale entspreche
tatsächlichen Ausgaben und dann der Grundbetrag um CHF 170.-- reduziert wer-
de (act. 128 S. 5/6). Er verweist auf das Zusatzreglement (seiner Arbeitgeberin)
für Aussendienstmitarbeitende zum Spesenreglement, welches festhalte, dass die
Pauschalspesen sämtliche Mittagessen sowie sämtliche Kleinausgaben bis zur
Höhe von CHF 10.-- pro Ereignis abgelten. Zu letzteren gehörten auch die Zwi-
schenverpflegungen, welche er jeweils auswärts einnehmen müsse. Aufgrund der
körperlich anstrengenden Arbeit bestehe zudem ein erhöhter Nahrungsbedarf im
Sinne von Ziff. 3.1 des Kreisschreibens und als Aussendienstmitarbeiter sei er
immer auswärts auf Baustellen tätig und müsse sich auswärts verpflegen. Auch
wenn CHF 10.-- pro Tag für das Mittagessen im Grundbetrag enthalten seien,
seien die zusätzlichen CHF 22.70 pro Tag in keiner Weise überhöht, sondern rea-
litätsnah und angemessen (act. 128 S. 7/8).
5.3 Bereits im erstinstanzlichen Verfahren machte der Berufungskläger in der
Klagebegründung geltend, er sei zu 100% im Aussendienst tätig, teils bei sehr
weit entfernten Kunden unterwegs, was erhöhte Verpflegungskosten (Mittag- und
teilweise auch Abendessen) mit sich bringe (act. 61 S. 6). In der Replik bekräftigte
er sein Vorbringen, verwies auch auf die Znünipausen, in denen er sich ausrei-
chend verpflegen können müsse und machte geltend, als Kältetechniker benötige
er auch spezielle Arbeitsschuhe, die er selber zu finanzieren habe. Die Spesen
ersetzten reale Ausgaben (act. 78 S. 5). Die Berufungsbeklagte hielt dafür, dass
Mehrkosten nur bis maximal CHF 15.00 pro Mahlzeit berücksichtigt werden könn-
ten (act. 68 S. 6). Sie bestritt notwendige Auslagen für Zwischenverpflegungen
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sowie Mehrauslagen für Arbeitskleider und Schuhe. All dies sei nicht belegt
(Prot. VI S. 22). Auf entsprechende Aufforderung der Vorderrichterin (Prot. VI
S. 44) reichte der Berufungskläger das Spesenreglement und das Zusatzregle-
ment für Aussendienstmitarbeitende ein (act. 85/7 und 85/8). In der persönlichen
Befragung vom 14. November 2017 erklärte der Berufungskläger ausdrücklich,
dass die CHF 500.-- nur für das Essen seien. Der Arbeitgeber stelle spezielle
Schuhe zur Verfügung, die nicht bezahlt werden müssten, aber er wolle diese
nicht (Prot. VI S. 36).
5.4 Gemäss Zusatzreglement für Aussendienstmitarbeitende der F._ AG
sind mit den gewährten Pauschalspesen sämtliche Mittagessen von Montag bis
Freitag sowie sämtliche Kleinauslagen bis zur Höhe von CHF 10.-- pro Ereignis
abgegolten. Unter die Kleinauslagen fallen auch die Zwischenverpflegungen
(Ziff. 2.1 und 2.2). Im Lohnausweis folge entsprechend der Vermerk "Mittagessen
durch Arbeitgeber bezahlt" (Ziff. 2.3). Dieser Vermerk findet sich denn auch auf
den Lohnausweisen des Berufungsklägers (für die Jahre 2010 - 2015: act. 85/1-
6). Werden durch die dem Berufungskläger ausbezahlten Pauschalspesen somit
sämtliche Verpflegungsauslagen während der Arbeitszeit abgedeckt, dann ist
nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz dies bei den finanziell engen Verhält-
nissen der Parteien beim Grundbetrag des Berufungsklägers, welcher insbeson-
dere auch den gesamten Nahrungsbedarf mitumfasst, berücksichtigte und einen
Abzug machte. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern dies widersprüchlich sein sollte.
Wenn sich der Berufungskläger in der Berufung neu und explizit zur Begründung
seines gegenteiligen Standpunktes auf Ziff. 3.1 (erhöhter Nahrungsbedarf bei
Schwerarbeit) und Ziff. 3.2 (Auslagen für auswärtige Verpflegung) der Richtlinien
für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums beruft, vermag
ihm dies nicht zu helfen, weil nach den im Recht liegenden Belegen und den Par-
teivorbringen wie gesehen davon auszugehen ist, dass mit der Pauschale von
CHF 500.-- sämtliche Verpflegungsauslagen abgegolten sind.
Insgesamt erweisen sich die Einwendungen des Berufungsklägers in Bezug auf
sein anrechenbares Einkommen und die von der Vorinstanz vorgenommene Re-
duktion im Grundbetrag als unbegründet.
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6. Überzeit / Bonus
6.1 Der Berufungskläger beanstandet in der Berufung zu Recht nicht die vor-
instanzliche Feststellung, dass er trotz gegenteiliger Behauptung auch im Jahre
2017 durchaus Überstunden leistete (vgl. dazu Lohnabrechnungen act. 42/16 und
act. 85/27/5-7). Zutreffend ist indes, dass ihm nicht mehr als ein 100%-iges Ar-
beitspensum zuzumuten ist.
6.2 Gemäss Arbeitsvertrag (act. 63/21 Ziff. 3.2) wird den Angestellten jährlich
eine Sondervergütung nach freiem Ermessen der Geschäftsleitung ausbezahlt.
Der Berufungskläger beanstandet die vorinstanzliche Aufstellung dieser Entschä-
digungen nicht. Im Durchschnitt der letzten sieben Jahre betrug die Sondervergü-
tung CHF 1'554.-- pro Jahr oder CHF 130.-- pro Monat. Weshalb eine "bonusbe-
zogene Mehrverdienstklausel" wie sie Dispositiv Ziff. 4 des angefochtenen Ent-
scheides vorsieht, nur im Rahmen einer Vereinbarung und nicht für den Urteilsfall
zulässig sein soll, wie der Berufungskläger geltend macht (act. 128 S. 10), ist
nicht einsichtig und kommt entgegen seiner Auffassung auch keiner antizipierten
Abänderung des Scheidungsurteils gleich. Es war und ist Aufgabe des Schei-
dungsgerichts, bei der Festlegung der Unterhaltspflicht der effektiven Leistungs-
fähigkeit der Parteien Rechnung zu tragen, welche im Urteilszeitpunkt bekannt ist.
Mit der erwähnten Klausel wird insbesondere dem Umstand Rechnung getragen,
dass die Sondervergütung freiwillig ausbezahlt wird und der Berufungskläger kei-
nen Anspruch auf deren Auszahlung hat.
7. Einkommen der Berufungsbeklagten
7.1 Im Zusammenhang mit dem Einkommen der Berufungsbeklagten, verlangt
der Berufungskläger, es sei ihr bereits ab Eintritt von D._ in die Primarschule
im August 2021 ein Arbeitspensum von 60% und damit ein Nettoeinkommen von
CHF 2'694.-- pro Monat anzurechnen; dies unter Berücksichtigung der umfassen-
den Fremdbetreuung sowie des Umstandes, dass die Berufungsbeklagte auch bis
zur Geburt des zweiten Kindes gearbeitet habe und sie arbeiten möchte. Ab April
2025 sei, wie von der Vorinstanz vorgesehen, eine Erwerbstätigkeit von 70% an-
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zurechnen (act. 128 S. 11/12). Er beantragt damit eine Änderung der vorinstanzli-
chen Regelung ausschliesslich für den Zeitraum August 2021 bis April 2025.
Die Vorinstanz rechnete der Berufungsbeklagten ab sofort und ohne Gewährung
einer Übergangsfrist ein Erwerbseinkommen für eine Erwerbstätigkeit von 50% an
(act. 131 S. 13/14); dies unter Berücksichtigung der heutigen Betreuungslösung,
welche unumstritten ist. Zutreffend ist dabei insbesondere die Erwägung der Vor-
instanz, dass durch die Fremdbetreuung die Randzeiten nicht abgedeckt sind.
Auch wenn dies vom Berufungskläger nicht explizit so geltend gemacht wird, so
kann insbesondere generell nicht davon ausgegangen werden, dass die Beru-
fungsbeklagte zeitmässig im gleichen Umfang erwerbstätig sein kann wie die Kin-
der fremdbetreut sind. Wenn der Berufungskläger sodann geltend macht, die Be-
rufungsbeklagte habe bereits im Herbst 2017 60% gearbeitet (act. 128 S. 11),
dann trifft dies zu, berücksichtigt aber nicht, dass dies unbestrittenermassen im
Rahmen des Beschäftigungsprogramms und nur für die Dauer eines Monats so
war (a.a.O. und Prot. VI S. 42). Insgesamt erweist sich die vorinstanzliche Rege-
lung als angemessen, der Berufungskläger bringt nichts vor, was die Regelung
als unangemessen erscheinen liesse. Insgesamt bleibt auch der Betreuungsbe-
darf der Kinder nach Eintritt in die Primarschule beträchtlich. Vorbehalten bleibt
die Abänderungsmöglichkeit, sollte die Berufungsbeklagte – wie der Berufungs-
kläger annehmen will – in wesentlich grösserem Umfang erwerbstätig sein, als
dies im erstinstanzlichen Urteil angenommen wurde. Die Berufung des Beru-
fungsklägers erweist sich auch mit Bezug auf das von der Vorinstanz angenom-
mene Einkommen der Berufungsbeklagten als unbegründet.
8. Übriger Bedarf des Berufungsklägers
8.1 Die Vorinstanz rechnete dem Berufungskläger seine tatsächlichen Mietkos-
ten von CHF 932.-- inkl. Nebenkosten (act. 42/15) als Wohnkosten an (act. 131
S. 16/17). Wie schon vor Vorinstanz macht er in der Berufung geltend, dies sei zu
wenig, die Wohnung, welche zwar drei Zimmer aufweise, sei für ihn und die alle
zwei Wochen bei ihm besuchsweise übernachtenden drei Kinder zu klein. Insbe-
sondere sei dies in Zukunft der Fall, wenn die Kinder grösser seien. Er verweist
auf andere obergerichtliche Entscheide und geht aufgrund der in der Gerichtspra-
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xis verschiedentlich angewandten Drittelpraxis davon aus, es seien für ihn allein
Wohnkosten von monatlich CHF 1'593.-- angemessen und unter Berücksichti-
gung der drei Kinder, die jedes zweite Wochenende für zwei Nächte bei ihm sei-
en, CHF 1'800.--. Eventualiter seien CHF 1'600.-- bis alle drei Kinder das sechste
Altersjahr erreicht hätten und ab dann CHF 1'800.-- anzurechnen. Es gehe nicht
nur darum zu beurteilen, ob die Wohnung für die jetzige Situation angemessen
sei, sondern auch, ob der Berufungskläger zukünftig Anspruch auf eine Anpas-
sung der Wohnsituation habe (act. 128 S. 12 - 15).
Beide Eheleute haben Anspruch auf eine ihren finanziellen Verhältnissen ange-
passte Wohnsituation (MAIER, Die konkrete Berechnung von Unterhaltsansprü-
chen im Familienrecht, in: FamPra 2014 S. 302ff., S. 321). Dass die Wohnsituati-
on des Berufungsklägers für ihn heute unangemessen wäre, behauptet dieser
nicht. Die von ihm behauptete flächenmässige Grösse der heutigen Wohnung ist
auch im Berufungsverfahren unbelegt. Unbestritten ist, dass die Wohnung drei
Zimmer aufweist, die Kinder, die ihn an zwei Wochenenden pro Monat besuchen,
ein eigenes Zimmer haben und sich das Haus in einem familenfreundlichen Quar-
tier mit ebensolcher Umgebung befindet (vgl. auch Berufungsbeilage act. 130/3).
Die Wohnung erweist sich daher als geeignet für die Beherbung der Kinder im
Rahmen des Besuchsrechts, wie die Vorinstanz zu Recht feststellte. Es kann aber
bei den gegebenen finanziellen Verhältnissen auch nicht angehen, dem Beru-
fungskläger einen höheren Mietzins anzurechnen als er effektiv zu zahlen hat. Die
von ihm herangezogene Drittelsrechnung (bzw. Viertelsrechnung der Sozialbe-
hörden) ist sodann als oberer Grenzwert zu verstehen und nicht als Betrag, auf
welchen eine Partei Anrecht hat, wie dies der Berufungskläger geltend zu machen
scheint. Sollte sich aus zwingenden Gründen eine Veränderung der Wohnverhält-
nisse ergeben, bliebe auch hier die Abänderung vorbehalten. Schliesslich hat die
Vorinstanz zu Recht darauf hingewiesen, dass sich die neue Partnerin des Beru-
fungsklägers an den Wohnkosten zu beteiligen hätte, sollte sie mit dem dritten
Kind zum Berufungskläger ziehen, weshalb auch diesfalls der nun angerechnete
Mietzins als angemessen erscheint.
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8.2 Der Berufungskläger rügt im Weiteren, die Vorinstanz habe trotz des mit der
Replik eingereichten Beleges (act. 80/35), die höhere Krankenkassenprämie für
das Jahr 2018 nicht berücksichtigt (act. 128 S. 16). Der Einwand trifft zu. Im Be-
darf des Berufungskläger sind daher statt der monatlichen Prämie von
CHF 361.05, CHF 365.50, mithin CHF 4.45 mehr anzurechnen. Diese Differenz
ist indes vernachlässigbar klein und vermag sich im Ergebnis nicht auszuwirken,
weil Unterhaltsbeiträge auch bei noch so sorgfältiger Ermittlung immer eine ge-
wisse Unschärfe haben.
8.3 Mit Bezug auf die Mobilitätskosten macht der Berufungskläger im Beru-
fungsverfahren wie bereits vor Vorinstanz geltend, es seien ihm mindestens
CHF 250.-- zuzugestehen für Ausflüge und Ferien mit den Kindern (act. 128
S. 16). Die Vorinstanz hat demgegenüber im angefochtenen Entscheid zutreffend
festgehalten, dass die Mobilitätskosten für die Ausübung des Besuchsrechts aus
dem Grundbetrag zu bestreiten seien (act. 131 S. 18). Damit setzt sich der Beru-
fungskläger in der Berufung gar nicht auseinander. Unbestritten ist sodann, dass
dem Berufungskläger von der Arbeitgeberin ein Fahrzeug zur Verfügung steht,
das er auch privat gebrauchen bedarf. Bei diesen Verhältnissen besteht kein An-
lass, vom Betrag, welcher die Vorinstanz dem Berufungskläger in seinen Bedarf
eingerechnet hat, abzuweichen. Anzumerken bleibt immerhin, dass der Beru-
fungskläger selbst behauptet, dass er das ZVV-Monatsabonnement vor allem be-
nötige, um seine Tochter G._ zu besuchen, welche in der Stadt wohne
(a.a.O.).
8.4 Der Berufungskläger will neu Kosten für einen Parkplatz von monatlich
CHF 122.-- angerechnet haben. Aufgrund der schwierigen Platzverhältnisse in der
blauen Zone und der strengeren Vorgaben des Arbeitgebers sei er schon seit
langem auf einer Warteliste für einen Garagenplatz in der nahen Einstellhalle der
Vermieterin, den er nun erhalten habe (act. 128 S. 16/17 und act. 130/5). Die Vor-
instanz anerkannte im Bedarf des Berufungsklägers die Kosten für die Blaue Zo-
ne von CHF 360.-- jährlich, nachdem durch die Arbeitgeberin bestätigt worden
war, dass diese vom Berufungskläger zu übernehmen seien (act. 131 S. 18 i.V.m.
act. 88). Die Berufungsbeklagte hatte diese Kosten anerkannt (act. 106).
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Es kann offen bleiben, ob das neue Vorbringen im Berufungsverfahren überhaupt
zulässig ist. Auch wenn die Parkplatzkosten belegt sind (act. 130/5), fehlt jeglicher
Hinweis oder gar Beleg dafür, dass die Miete eines Parkplatzes in der Einstellhal-
le notwendig oder von der Arbeitgeberin verlangt wäre. Hinweise auf Letzteres
ergeben sich auch aus den vorinstanzlichen Akten nicht. Der Betrag kann daher
nicht berücksichtigt werden. Vielmehr muss es bei den angerechneten CHF 30.--
pro Monat für die blaue Zone bleiben.
8.5.1 Der Berufungskläger macht schliesslich wie bereits vor Vorinstanz geltend,
es seien in seinem Bedarf Schuldentilgungsraten zu berücksichtigen, weil gewis-
se Schulden nicht beglichen werden konnten, obwohl eine Schuldentilgung im
Umfang von CHF 140.- und CHF 50.- pro Monat in der eheschutzrichterlichen
Vereinbarung berücksichtigt worden sei und weil weitere Schulden dazugekom-
men seien. Die Vereinbarung im Eheschutzverfahren sei zu berücksichtigen, in-
des habe sie keinen abschliessenden Charakter und enthalte keine güterrechtli-
che Saldoklausel. Er beantragt, es seien ihm monatlich CHF 384.30 für die Til-
gung des Kredits bei der ...-Bank, den er zur Ablösung der vorbestehenden
Schulden (zur Bestreitung des gemeinsamen Lebensunterhalts) aufgenommen
habe, zu berücksichtigen, eventualiter mindestens CHF 8'000.-- Schulden (auf-
grund der Wohnungseinrichtung und des Genossenschaftsanteils [CHF 6'000.--]
sowie der aus den Steuerschulden resultierende Rest [CHF 2'000.--]), d.h. monat-
liche Schuldentilgungsraten von CHF 200.-- für 40 Monate (act. 128 S. 17 - 19).
8.5.2 Die Vorinstanz erwog im angefochtenen Entscheid, gemäss eheschutz-
richterlicher Vereinbarung vom 17. Februar 2015 sei dem Gesuchsteller das
Fahrzeug (herausgelöst aus dem Leasingvertrag im Jahr 2013 für CHF 10'000.--)
überlassen worden, um es schnellstmöglich zu verkaufen, was er vereinbarungs-
widrig nicht getan habe, weshalb er das Risiko des Verlustes zu tragen habe und
die Tilgung von Steuerschulden der Jahre 2013 und 2014 nicht zu berücksichti-
gen seien. In der Steuererklärung per 31. Dezember 2015 sei das Fahrzeug noch
immer mit einem Wert von CHF 6'000.-- ausgewiesen (act. 131 S. 20/21).
Der Berufungskläger macht geltend, selbst wenn ihm die Missachtung der Ver-
einbarung angerechnet werde, verbleibe ein Reststeuerwert von CHF 2'000.-- für
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das Jahr 2014, da die Steuerrechnungen für die beiden Jahre 2013 und 2014 je
etwa CHF 4'000.-- betragen hätten (act. 128 S. 17).
Der Berufungskläger beanstandet zu Recht nicht, dass er das Risiko des verein-
barungswidrigen zu späten Verkaufs des Fahrzeuges zu tragen hat. Gemäss
Trennungsvereinbarung vom 17. Februar 2015 war der Erlös des Fahrzeuges zur
Tilgung der ausstehenden Steuerschulden 2013 und im übersteigenden Betrag
zur Begleichung der Steuern 2014 bestimmt (act. 16/33 S. 3). Was bei einem so-
fortigen Verkauf für das Fahrzeug hätte gelöst werden können, ist nicht bekannt.
Die Vorinstanz hat indes zu Recht angenommen, dass das Risiko, mit dem Erlös
nicht die gesamten Steuerschulden für die Jahre 2013 und 2014 (total
CHF 7'614.10, act. 63/23 und 63/24) tilgen zu können, beim Berufungskläger lag.
Gestützt auf den Steuerwert des Fahrzeuges per Ende 2015, der mit CHF 6'000.--
ausgewiesen ist (act. 6/10), kann der Berufungskläger nichts zu seinen Gunsten
ableiten.
8.5.3 Der Berufungskläger macht geltend, dass mit der Berücksichtigung der
Schuldentilgungsraten von CHF 140.-- und CHF 50.-- pro Monat in der eheschutz-
richterlichen Vereinbarung nicht alle Schulden beglichen werden konnten und
neue dazu gekommen seien. Er wiederholt im Wesentlichen seine vorinstanzli-
chen Vorbringen, indem er geltend macht, dass er die gesamte Schuldenlast aus
der Ehe übernommen habe, ihm aber die Schuldentilgung anzurechnen sei
(act. 62 und act. 128 S. 18). Dass letzteres auch geschah, ergibt sich aus der
Trennungsvereinbarung. Nicht in Frage gestellt und ohne weiteres nachvollzieh-
bar ist, dass aufgrund der Berücksichtigung von monatlichen Schuldentilgungsra-
ten von CHF 190.-- im Bedarf des Berufungsklägers im Rahmen der Trennungs-
vereinbarung die bei H._ und der ...-Bank ausstehenden Beträge bei regel-
mässiger Zahlung bis zum erstinstanzlichen Entscheid bis auf einen Restbetrag
von CHF 145.-- hätten zurückbezahlt werden können. Ebenso wenig stellt der Be-
rufungskläger in der Berufung in Frage, dass den neu begründeten Schulden für
den Bezug einer eigenen Wohnung und die Anschaffung von Hausrat und Mobili-
ar tiefere Wohnkosten und eine nicht unerhebliche Erhöhung des Einkommens ab
Januar 2016 gegenüberstanden, welche zur Schuldentilgung hätten herangezo-
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gen werden können. Der Berufungskläger tut nicht dar, inwiefern diese Erwägun-
gen unzutreffend sein sollen, und dies ist auch nicht ersichtlich. Mit der Wiederho-
lung seines Standpunktes im Berufungsverfahren kommt er seiner Begründungs-
last nicht nach.
8.6 Insgesamt erweisen sich damit – mit Ausnahme des Einwandes zur anre-
chenbaren Krankenkassenprämie – sämtliche Einwendungen zum vorinstanzlich
errechneten Bedarf des Berufungsklägers als unbegründet.
9. Unterhaltsberechnung
Der Berufungskläger äussert sich in der Berufung nicht zur Unterhaltsberechnung,
welche dem angefochtenen Urteil zugrunde gelegt ist. Diese gibt zu keinen Be-
merkungen Anlass; es ist davon auszugehen. Die Berufung ist abzuweisen und
die Unterhaltsregelung gemäss erstinstanzlichem Entscheid zu bestätigen. Bei
diesem Ergebnis erübrigen sich Weiterungen zu den Vorbringen des Berufungs-
klägers zur Frage, ab wann die mit dem vorliegenden Urteil abzuändernden Kin-
derunterhaltsbeiträge geschuldet sein sollen (act. 128 S. 19)
III.
1. Ausgangsgemäss wird der Berufungskläger für das Berufungsverfahren kos-
tenpflichtig (Art. 106 ZPO). Der Streitwert beträgt rund CHF 184'000.--. Die Ent-
scheidgebühr ist auf CHF 4'000.-- festzusetzen, womit dem Aufwand und der
Schwierigkeit des Falles wie auch dem Umstand, dass wiederkehrende Leistun-
gen im Streit liegen, Rechnung getragen wird (§ 4 Abs. 2 und 3 der Gebührenver-
ordnung des Obergerichts [GebV OG]).
2. Der Berufungskläger stellt auch im Berufungsverfahren das Gesuch um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege (act. 128 S. 4). Diese ist in Anwendung
von Art. 117 ZPO zu bewilligen, wenn eine Person nicht über die erforderlichen
Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint. Aussichtslo-
sigkeit ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung anzunehmen, wenn die
Gewinnaussichten eines Rechtsbegehrens beträchtlich geringer sind als die Ver-
lustgefahren und deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden können. Mass-
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gebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, sich bei
vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde. Eine Partei soll
einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht
deshalb anstrengen können, weil er sie einstweilen nichts kostet (BGE 138 III 217
E. 2.2.4 u.w.; HUBER, in; DIKE Komm ZPO, 2.A. Art. 117 N 59 f.). Aus den vorste-
henden Erwägungen ergibt sich, dass sich die Begehren des Berufungsklägers
sofort als unbegründet erweisen und jedenfalls bei Ergreifung des Rechtsmittels
die Verlustgefahren überwogen. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen
Rechtspflege ist daher abzuweisen, auch wenn angesichts der dargelegten Ver-
hältnisse von der Mittellosigkeit auszugehen ist.
3. Entschädigungen sind keine zuzusprechen, dem Berufungskläger nicht, weil
er unterliegt, und der Berufungsbeklagten nicht, weil ihr durch das Berufungsver-
fahren keine entschädigungspflichtige Aufwendungen entstanden sind.