Decision ID: 679b4330-1cbf-5bcf-818c-e15492122e91
Year: 2021
Language: de
Court: BE_VG
Chamber: BE_VG_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der 1964 geborene A._ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), gelernter ..., meldete sich erstmals im November 1998 bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an und ersuchte dabei um Übernahme einer medizinischen Behandlung betreffend Otosklerose im Jahr 1996 (Akten der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 1.1 S. 49 ff). Dieses Leistungsbegehren wies die IVB mit Verfügung vom 8. April 1999 (act. II 1.1 S. 26) ab, was mit Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 8. Januar 2001 (VGE IV 55383; act. II 4) bestätigt wurde.
Im Juli 2009 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf eine Rückenoperation erneut zum Leistungsbezug an (act. II 5). Die IVB tätigte in der Folge erwerbliche und medizinische Abklärungen, wobei sie insbesondere eine Begutachtung durch die MEDAS C._ veranlasste (Expertise vom 12. Dezember 2013 [act. II 121.1]). Mit Verfügung vom 20. Juni 2014 (act. II 130 S. 2 ff.) sprach die IVB dem Versicherten eine von 1. Januar 2010 bis 31. Oktober 2010 befristete ganze Invalidenrente zu. Diese Verfügung blieb unangefochten.
Auf eine Neuanmeldung vom Juni 2015 (act. II 134) trat die IVB mangels einer glaubhaft gemachten wesentlichen Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen mit Verfügung vom 16. Oktober 2015 (act. II 153) nicht ein. Die dagegen erhobene Beschwerde wurde mit Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 17. Februar 2016 (VGE IV/2015/1007; act. II 157) abgewiesen.
B.
Am 13. Februar 2017 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf einen Herzinfarkt abermals bei der IVB zum Leistungsbezug an (act. II 160). Nachdem die IVB erwerbliche und medizinische Abklärungen
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vorgenommen hatte, verneinte sie mit Verfügung vom 3. April 2018 (act. II 195) einen Rentenanspruch. Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 24. September 2018 (VGE IV/2018/354; act. II 200) insoweit gut, als die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache zwecks ergänzender Abklärungen im Sinne der Erwägungen an die IVB zurückgewiesen wurde. Nachdem die IVB beim MEDAS D._ eine polydisziplinäre Begutachtung veranlasst und ergänzende Stellungnahmen eingeholt hatte (Expertise vom 11. März 2020 [act. II 258]; Stellungnahmen vom 9. Juli [act. II 266.1] und 18. August 2020 [act. II 269.1]), stellte sie mit Vorbescheid vom 6. Oktober 2020 (act. II 270) in Aussicht, das Leistungsbegehren mangels eines Revisionsgrundes abzuweisen. Nach dagegen erhobenem Einwand (act. II 275) verfügte die IVB am 21. Dezember 2020 dem Vorbescheid entsprechend (act. II 277).
C.
Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B._, mit Eingabe vom 29. Januar 2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern und beantragte, in Aufhebung der Verfügung vom 21. Dezember 2020 sei ihm „die volle gesetzliche IV-Rente“ ab 1. November 2010, eventualiter ab 13. Februar 2017, zuzusprechen. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, weitere Abklärungen vorzunehmen oder Untersuchungen (Gutachten) anzuordnen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 4. März 2021 auf Abweisung der Beschwerde.
Mit prozessleitender Verfügung vom 18. März 2021 ordnete der Instruktionsrichter weitere Beweismassnahmen an: Am 25. März 2021 gingen beim Gericht die Behandlungsunterlagen des Spitals E._, am 31. März 2021 die Behandlungsunterlagen der Klinik F._, am 6. April 2021 die Unterlagen der behandelnden Diplom-Psychologin G._, eidg. anerkannte Psychotherapeutin, sowie am 8. April 2021
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die Behandlungsunterlagen von Dr. med. H._, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin sowie Psychiatrie und Psychotherapie, ein.
Mit Eingaben vom 27. April bzw. vom 11. Mai 2021 reichte die Beschwerdegegnerin Schlussbemerkungen bzw. eine abschliessende Stellungnahme ein. Der Beschwerdeführer liess sich nicht mehr vernehmen.
Erwägungen:
1.
1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.
1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 21. Dezember 2020 (act. II 277). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers und in diesem Zusammenhang insbesondere, ob seit
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der Verfügung vom 20. Juni 2014 (act. II 130 S. 2 ff.) eine Veränderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist.
1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).
1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).
2.
2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbereich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).
2.2
2.2.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer  ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE
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145 V 215 E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).
2.2.2 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 E. 2.1.1 S. 285). Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeeinträchtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 E. 2.2.1 S. 287). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturierten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 E. 7.2 S. 429).
2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätzlich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die versicherte Person mindestens
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70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.
2.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).
2.4.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).
2.4.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsgesuch ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).
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2.4.3 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).
2.4.4 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1).
2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).
3.
3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung vom Februar 2017 (act. II 160) eingetreten, weshalb die Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu beurteilen ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Indes ist durch einen Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der Verfügung vom 20. Juni 2014 (act. II 130 S. 2 ff.) – als letztmals eine allseitige Überprüfung der Leistungsvoraussetzungen erfolgte – mit demjenigen Sachverhalt im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 21. Dezember 2020 (act. II 277) zu prüfen, ob in den tatsächlichen Verhältnissen eine wesentliche Änderung eingetreten ist, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad in anspruchsbegründender Weise zu beeinflussen (vgl. E. 2.4 hiervor).
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Mit Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. September 2018, IV/2018/354 (act. II 200), wurden in Bezug auf die kardiologische Erkrankung ungenügende Abklärungen festgestellt (E. 3.4.4). Die Sache wurde daher zu weiteren Abklärungen im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen (E. 3.6). Was die übrige medizinische Sachlage betraf, hielt das Gericht fest, dass keine Veränderung ausgewiesen sei.
3.2 Hinsichtlich des der Verfügung vom 20. Juni 2014 zugrundeliegenden Sachverhalts kann integral auf die Ausführungen dieses Gerichts in seinem Urteil vom 24. September 2018, IV/2018/354, E. 3.1 (act. II 200 S. 6 f.), verwiesen werden. Was die Sachverhaltsentwicklung bis zum Erlass der (gerichtlich aufgehobenen) Verfügung vom 3. April 2018 (act. II 195) betrifft, ist auf die ebendort enthaltene Erwägung 3.2 (act. II 200 S. 7 ff.) zu verweisen.
Hinsichtlich der Entwicklung im Nachgang zu VGE IV/2018/354 (act. II 200) ist den Akten in medizinischer Hinsicht das Folgende zu entnehmen:
3.2.1 Im Gutachten der MEDAS D._ vom 11. März 2020 (act. II 258.1) führten die Dres. med. I._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, J._, Facharzt für Neurologie, K._, Facharzt für Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie, L._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Kardiologie, und M._, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, in der interdisziplinären Gesamtbeurteilung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit folgende Diagnosen auf (S. 8 f. Ziff. 4.2):
1. Chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom nach Dekompression und Stabilisation mittels Coflex-Stabilisator vom 1. April 2009 mit möglicher radikulärer Reizung;
2. Sich in Rückbildung befindliche Frozen-Shoulder beidseits mit leicht- bis mittelgradiger Funktionseinschränkung;
3. Kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-F61); 4. Anhaltende mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1); 5. Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4); 6. Koronare 3-Gefäss-Erkrankung
- Status nach Vorderwandinfarkt am 22. Januar 2017; - Koronarangiographie am 23. Januar 2017 mit hochgradiger Stenose
im proximalen RIVA (linkes Hauptgefäss) – PTCA und Stenteinlage, schwere Stenose im mittleren RIVA – PTCA und 2 x Stenteinlage,
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schwere Stenose der RCX (2. linkes Hauptgefäss) – PTCA und Stenteinlage sowie hochgradige Stenose der RCA (rechtes Gefäss) mit PTCA und 2-fach Stenteinlage, Ejektionsfraktion (EF) 65 %;
- Re-Koronarangiographie am 22. Januar 2018: nicht signifikante (und damit nicht behandlungswürdige) Instent-Re-Stenose im mittleren RIVA, übrige behandelte Gefässe mit gutem Ergebnis, EF 65 %.
Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden folgende Diagnosen aufgeführt (S. 9 f. Ziff. 4.2):
1. Chronische Kopfschmerzen (DD Migränekopfschmerz, DD Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch);
2. Anamnestische Hinweise auf zweimalige Hirnstammischämie; 3. Gangstörung ohne sicheres organisches Korrelat; 4. Opioidabhängigkeit (ICD-10 F11.2) – chronischer Tramadolkonsum; 5. Leichtes Übergewicht, BMI 27.8 kg/m2; 6. Hypercholesterinämie ED Juni 2017, sehr gut eingestellt; 7. Kolonpolyposis ED Februar 2015, Mehrfachpolypektomie; 8. Leichte Sigmadivertikulose; 9. Vitamin B12-Mangel; 10. Folsäuremangel; 11. Vitamin D-Mangel; 12. Adenosin-Intoleranz ED März 2019; 13. Kardiovaskuläre Risikofaktoren:
- Arterielle Hypertonie; - Positive Familienanamnese (Vater mit koronarer Herzerkrankung); - Nikotinabusus, fortgesetzt; - Hyperurikämie.
Aus somatischer Sicht (orthopädisch, neurologisch, internistisch und kardiologisch) führe die Gesundheitsstörung zu einer Einschränkung der möglichen körperlichen Arbeitsschwere. Unter Berücksichtigung dieser Belastungsgrenzen sei aus somatischer Sicht eine leidensadaptierte Tätigkeit nicht eingeschränkt (S. 10 Ziff. 4.3). Orthopädisch sei der Beschwerdeführer in der Lage, wechselbelastende leichte Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten bis zu max. zehn Kilogramm durchzuführen. Tätigkeiten in Zwangshaltung (Vorbeuge) sollten vermieden werden wie auch Tätigkeiten unter extremen Temperaturschwankungen wie Hitze, Kälte und Nässe (Ziff. 4.5). Die maximale Präsenz betrage in einer angepassten Tätigkeit 8.5 Stunden, wobei die Arbeitsfähigkeit aufgrund chronischer Rückenschmerzen, die zu einer Einschränkung der Schnelligkeit und Produktivität führten, in einem Ausmass von 20 % eingeschränkt sei (act. II 258.3 S. 11 Ziff. 8). Aus psychiatrischer Sicht zeige sich, dass die Arbeitsfähigkeit derzeit aufgehoben sei. Dies gelte sowohl für die angestammte Tätigkeit in der ... als auch für denkbare andere Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt (act. II 258.1 S.10
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Ziff. 4.3). Auch wenn die kombinierte Persönlichkeitsstörung wahrscheinlich durch die Arbeitsunfähigkeit nach dem Unfall im Dezember 2008 zu dekompensieren begonnen habe, sei diese erst seit 2016 (Arztbericht von Dr. med. N._, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 15. September 2017, act. II 178) hinlänglich ausgewiesen. Auf der Persönlichkeitsebene zeigten sich weit in die Psychobiographie zurückreichende Merkmale einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit histrionischen, narzisstisch kränkbaren, aber auch emotional instabilen, impulsiven Zügen, Frustrationstoleranz und Impulskontrolle seien reduziert, die Impulskontrolle sei insgesamt nur knapp erhalten (Ziff. 4.4). Sowohl somatisch als auch psychiatrisch ergäben sich Inkonsistenzen (S. 11 Ziff. 4.6). Als medizinische Massnahmen wurden eine fortgesetzte intensive Fachbehandlung sowie gegebenenfalls nochmals eine psychopharmakologische Mitbehandlung aufgeführt. Kardiologisch sei eine konsequente medikamentöse Behandlung zwingend. Dann sei davon auszugehen, dass der Krankheitsprozess kontrolliert werden könne. Wünschenswert seien ein Nikotinstopp und eine Gewichtsreduktion (S. 12 Ziff. 4.10). Als Schadenminderungs-Massnahme wurde ein Opioidentzug sowie eine fortgesetzte psychiatrische Fachbehandlung aufgeführt. Eine Arbeitsfähigkeit in der Grössenordnung von etwa 50 % könne bei optimalem Therapieverlauf innert ein bis zwei Jahren erreicht werden (S. 12 Zusatzfrage lit. a und b).
In der Stellungnahme vom 9. Juli 2020 (act. II 266.1) hielten die Gutachter fest, die objektivierbaren somatischen Befunde hätten sich seit der Verfügung vom 20. Juni 2014 (act. II 130 S. 2 ff.) nicht verändert. Der psychopathologische Befund habe sich im Vergleich zur Vorbegutachtung (2013) deutlich verschlechtert. Es sei also nach 2008 zu einer klaren weiteren psychischen Dekompensation gekommen (S. 3 lit. c zu Frage 1). Abweichend zur Einschätzung des Psychiaters im MEDAS C._ seien sie der Auffassung, dass eine kombinierte Persönlichkeitsstörung vorliege. Der Beschwerdeführer schildere plausibel und nachvollziehbar jahrelange Misshandlungen, Übergriffe und sexuelle Traumatisierungen seit der Kindheit. Diesem Sachverhalt habe der psychiatrische Gutachter aus ... ihrer Ansicht nach keine ausreichende Bedeutung zugemessen. Möglicherweise sei anlässlich der damaligen Begutachtung das Thema der
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Traumatisierungen in der Kindheit zwar erwähnt, jedoch – weil schambesetzt – nicht eingehend erörtert worden. Die Dekompensation der Persönlichkeitsstörung habe sodann anlässlich der Behandlung in der Klinik F._ zu einer eingehenden psychotherapeutischen Auseinandersetzung mit der Psychobiographie geführt. Vor diesem Hintergrund könnten sie sich der dortigen Auffassung anschliessen, dass eine Persönlichkeitsstörung vorläge, welche jedoch zunächst durch berufliche Integration Kompensation gefunden habe und erst später, unter dem Einfluss weiterer Belastungsfaktoren dekompensiert sei. Das Gutachten der MEDAS C._ habe sich in der Diskussion nicht ausreichend mit den Feststellungen der Klinik F._ und den dortigen Einschätzungen auseinandergesetzt (S. 3 f. zu Frage 2). Mit einem Opioidentzug als Teilmassnahme könne die Grundbelastbarkeit gesteigert werden (S. 4 zu Frage 3). Die Diskrepanz zwischen Verhalten und Körpersprache einerseits sowie angegebener Schmerzintensität andererseits spreche keineswegs gegen das Vorliegen einer somatoformen Schmerzstörung. Diese Diskrepanz berühre die Arbeitsunfähigkeit nicht, da diese massgeblich durch die Persönlichkeitsstörung begründet sei. Die somatoforme Schmerzstörung stelle dabei nur einen Teilaspekt dar (S. 5 zu Frage 5).
In der ergänzenden Stellungnahme vom 18. August 2020 (act. II 269.1) führte der Kardiologe Dr. med. L._ aus, dass die Behandlung nach dem Herzinfarkt vom 22. Januar 2017 regelrecht verlaufen sei. Die angegebenen kardialen Beschwerden liessen sich auch unter Berücksichtigung der weiteren Abklärungen nicht kardial erklären (S. 2). Der aktuelle kardiale Befund begründe aus rein kardiologischer Sicht keine Arbeitsunfähigkeit (S. 3).
3.2.2 Im Bericht vom 24. August 2020 zwecks Verlängerung der ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung zu Handen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (edierte Akten [act. III] 77 ff.) führten Dr. med. H._ und die Diplom-Psychologin G._ aus, der Beschwerdeführer habe bei der Einnahme der verschriebenen Opiate gemerkt, dass diese helfen würden, seinen destruktiven Selbstanteil sowie die Flashbacks/Intrusionen zu kontrollieren und allgemein auch den
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psychischen Schmerz zu dämpfen. Mit der Psychotherapie seien nun Motivation und Sicherheit gewachsen, die Reduktion und gegebenenfalls, wenn möglich, die Abstinenz von Opiaten anzugehen (act. III 78).
3.2.3 In dem vom Beschwerdeführer im Vorbescheidverfahren eingereichten Bericht (datierend vom 24. Januar 2020 [act. II 275 S. 15 ff.]; richtig wohl November 2020) führten Dr. med. H._ und die  G._ aus, die psychiatrische Begutachtung durch Dr. med. K._ stelle nicht nur eine klar unterschiedliche Beurteilung eines vorbestehenden Leidens dar, sondern auch eine weitere deutliche Verschlechterung des psychischen Zustandes seit der Beurteilung 2013 (S. 15 Ziff. 1.1). Betreffend die Persönlichkeitsstörung sei der Beschwerdeführer im Jahr 2013 noch nicht ausreichend in der Lage gewesen, dem Gutachter über sein aktuelles psychisches Befinden und seine Psychobiographie zu berichten, was sich etwa darin zeige, dass im Gutachten von 2013 bezüglich der Traumatisierungen ausschliesslich die sexuelle während der ... erwähnt werde. Hingegen sei nicht erwähnt worden, dass der Beschwerdeführer ab dem Kleinkindalter vom Vater verprügelt worden sei (S. 16 Ziff. 1.1). Betreffend die somatoforme Schmerzstörung führten sie ebenfalls aus, dem Gutachter hätten 2013 wesentliche Informationen gefehlt, um das Vorliegen dieser Diagnose zu beurteilen, da der Beschwerdeführer 2013 aus den angeführten Gründen noch nicht in der Lage gewesen sei über die erlittenen Traumatisierungen, die Vernachlässigung und psychische Abwertung in der Kindheit sowie deren Folgen zu berichten (S. 17 Ziff. 1.2). Dr. med. H._ und die Diplom-Psychologin G._ führten die Verschlechterung der Impulskontrolle auf die Reduktion der Opiate zurück (S. 18 Ziff. 2). Überdies habe die Reduktion der Opiate in den letzten Monaten zu einer erheblichen Zunahme der Flashbacks und trauma-assoziierten Intrusionen geführt. Die Tagesstruktur sei heute in noch erheblicherem Masse eingeschränkt. Die Angst, in der Öffentlichkeit zu dissoziieren mit der Folge, dass der gewaltbereite Persönlichkeitsanteil das Handeln übernehmen könnte, sei so gross, dass der Beschwerdeführer sich kaum mehr ohne Begleitung aus dem Haus wage (S. 19 Ziff. 2).
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3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).
Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352).
Externen Beurteilungen, die nach Art. 44 ATSG im Verwaltungsverfahren eingeholt wurden, ist bei überzeugendem Beweisergebnis volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 137 V 210 E. 1.3.4 S. 227; 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Insbesondere lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4 S. 175) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil diese wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der
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Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3, 2017 IV Nr. 49 S. 148 E. 5.5).
3.4 Aus dem Gutachten der MEDAS D._ vom 11. März 2020 (act. II 258) wie auch der ergänzenden Stellungnahmen vom 9. Juli 2020 (act. II 266.1) sowie 18. August 2020 (act. II 269.1) ergibt sich, dass in somatischer Hinsicht seit der letzten Beurteilung keine massgebliche Veränderung eingetreten ist. Insbesondere auch für den anlässlich der letzten gerichtlichen Beurteilung einzig als noch nicht hinreichend geklärten kardiologischen Bereich haben die nun getätigten Abklärungen ergeben, dass der Herzinfarkt umgehend behandelt werden konnte und der Beschwerdeführer unter lebenslanger Medikation derzeit mit keinen weiteren Einschränkungen rechnen muss (vgl. act. II 269.1). Aus somatischer Sicht kann damit eine massgebliche Veränderung ausgeschlossen werden und es liegt in dieser Hinsicht kein Revisionsgrund vor. Zu klären bleibt, wie es sich mit den vom Beschwerdeführer geklagten psychischen Beschwerden verhält:
3.4.1 Psychiatrischerseits wurde im Gutachten der MEDAS D._ mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine kombinierte Persönlichkeitsstörung, eine anhaltend mittelgradige depressive Episode sowie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert und als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Opioidabhängigkeit – chronischer Tramadolkonsum – aufgeführt (act. II 258.5 S. 13 Ziff. 6). Betreffend die Persönlichkeit hielt der psychiatrische Experte weit in die Psychobiographie zurückreichende Merkmale einer kombinierten Persönlichkeitsstörung fest (S. 11 Ziff. 4.3). Die Diagnose der Persönlichkeitsstörung wird gutachterlich in das Jahr 2008 gelegt (vgl. act. II 258.5 S. 12 Ziff. 6). Ausgeführt wurde, diese Störung sei seit 2008 mit dem Einsetzen der Arbeitsunfähigkeit zunehmend dekompensiert und verhindere derzeit eine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt (act. II 258.5 S. 16 Ziff. 8). Dem kann von vornherein insoweit nicht gefolgt werden, als sich dieses Gutachten über die erstmalige gutachterliche Einschätzung vom 12. Dezember 2013 (act. II 121.1) hinwegsetzt. Wie dieses Gericht bereits im Urteil vom 24. September 2018, IV/2018/354 E. 3.4.2 (act. II 200 S. 11), festgestellt hat, konnte die Frage
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nach der genauen diagnostischen Einordnung damals offen gelassen werden, weil massgebliche Veränderungen nicht ausgewiesen waren. Dies gilt für diesen Zeitraum nach wie vor. Gestützt auf das damals Festgehaltene ist erstellt, dass bis mindestens zum Bericht der seinerzeit behandelnden Ärztin Dr. med. N._ (act. II 178, vgl. auch IV/2018/354 E. 3.2.3 [act. II 200 S. 8 f.]) eine Veränderung der Verhältnisse auf psychischer Ebene auszuschliessen ist. Es sind keine (neuen) echtzeitlichen Akten vorhanden, welche diese Einschätzung in Frage stellen würden. Wie sich die Situation nach September 2017 entwickelt hat, ist jedoch nicht geklärt und kann auch anhand der derzeit vorliegenden Akten, insbesondere anhand des von der Beschwerdegegnerin eingeholten Gutachtens der MEDAS D._ (act. II 258), nicht beurteilt werden. Dies aus folgenden Gründen:
3.4.2 Zunächst begründet der Gutachter weder die gestellte Diagnose der Persönlichkeitsstörung noch daraus sich ergebende Einschränkungen anhand der diagnostischen Leitlinien. Es findet sich im Gutachten denn auch keine den Leitlinien der Persönlichkeitsstörung folgende Diskussion der entsprechenden Kriterien. Daran ändert auch nichts, dass Dr. med. K._ einen seit Jahren bestehenden (und bereits anlässlich der letzten Begutachtung bekannt gewesenen [act. II 121.1 S. 13 Ziff. 4.1.3]) Medikamentenmissbrauch festhält. Zu beachten ist schliesslich auch, dass, wie der Psychiater selbst zutreffend festhielt, eine Persönlichkeitsstörung sich in der Kindheit oder im frühen Erwachsenenalter hätte manifestieren müssen – zumal entsprechend den Angaben des Beschwerdeführers vorliegend nach der Jugend kein massgebliches Trauma mehr gesetzt wurde (vgl. act. II 258.5 S. 3 Ziff. 3.2) – und sich nach den Leitlinien im Erwachsenenalter auf Dauer festsetzt (vgl. hierzu auch DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F],  Leitlinien, 10. Aufl., 2015, S. 274). Eine hinreichende Diskussion des ersten Gutachtens, in welchem eine Persönlichkeitsstörung mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit explizit ausgeschlossen wurde (vgl. act. II 121.1 S. 14 Ziff. 4.1.5 und S. 15 Ziff. 4.1.8), findet sich im psychiatrischen Teilgutachten der MEDAS D._ nicht. Dabei übersieht Dr. med. K._, dass die Diagnose einer
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Persönlichkeitsstörung nicht etwa erst 2015 diskutiert wurde (vgl. act. II 258.5 S. 15 Ziff. 7.3), sondern bereits Jahre zuvor als Verdachtsdiagnose auch von den behandelnden Ärzten und anlässlich der Behandlung in der Klinik F._ aufgenommen (vgl. act. II 102 S. 2, 154 S. 21, 178 S. 2 Ziff. 1.1, 227 S. 4 Ziff. 2.5), dann aber nicht weiterverfolgt worden war. Dem Gutachter gelang es denn auch nicht nachvollziehbar darzulegen, weshalb die Arbeitsunfähigkeit – entsprechend einem Bericht von Dr. med. N._ vom 15. September 2017 (act. II 178; vgl. zu diesem Bericht auch VGE IV/2018/54, E. 3.4.2) – ab dem 18. Januar 2016 aufgehoben sei.
Schliesslich werden vom Gutachter auch die Inkonsistenzen (vgl. act. II 258.1 S. 11 Ziff. 4.6 und S. 14 Ziff. 6) sowie die in den jahrelangen psychologischen und psychiatrischen Behandlungen erlernten Verhaltensweisen gegenüber Ärzten und Gutachtern nicht diskutiert und gewürdigt. Der Beschwerdeführer geht entgegen dem anlässlich der Begutachtung von 2013 festgestellten Leistungsprofil, wonach er in einer körperlich leicht bis mittelschwer, wechselbelastenden Tätigkeit zu 100 % arbeits- und leistungsfähig sei (vgl. act. II 121.1 S. 26 Ziff. 6.2), seit langer Zeit keiner Erwerbstätigkeit mehr nach. Überdies wies bereits Dr. med. N._ explizit darauf hin, sie habe den Eindruck, dass ihr beim Beschwerdeführer wichtige Informationen fehlten (act. II 178 S. 5 Ziff. 1.11). Insoweit ist davon auszugehen, dass diese Psychiaterin davon ausging, dass der Beschwerdeführer seine Aussenwirkung und seine Angaben bewusst (vgl. auch act. II 258.5 S. 9 Ziff. 4.1; act. III 78) beeinflussen kann. So fällt denn auch auf, dass die Angaben etwa zu seiner Kindheit immer umfangreicher (vgl. etwa act. II 102 S. 3, 121.1 S. 11 Ziff. 4.1.1.2, 258.5 S. 5 Ziff. 3.2) sowie mit Bezug auf die anhand von Zeugnissen dokumentierte Erwerbsbiographie (act. II 258.5 S. 6 Ziff. 3.2; vgl. zum Grund der Scheidung auch act. II 103.1 S. 286) zunehmend inkonsistent erscheinen.
Das Gutachten der MEDAS D._ vom 11. März 2020 (act. II 258) überzeugt daher in psychiatrischer Hinsicht nicht, schliesst eine Veränderung nach September 2017 jedoch auch nicht aus. Vielmehr bestehen entsprechende Hinweise (vgl. E. 3.4.3 nachfolgend).
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3.4.3 Was den im Rahmen des Vorbescheidverfahrens eingereichten Bericht von Dr. med. H._ und der Diplom-Psychologin G._ vom 24. Januar 2020 (act. II 275 S. 15 ff.) betrifft, ist zunächst dem Umstand Rechnung zu tragen, dass das Thema der Traumatisierung bereits Gegenstand der ersten Begutachtung war. Schon der damalige Gutachter war in der Lage, Zeichen für eine erwähnte Störung zu erkennen, wenn sie vorgelegen hätten, zumal er selbst seine Diskussion darauf bezog. So hielt der psychiatrische Gutachter der MEDAS C._ explizit fest, möglicherweise seien auch lebensgeschichtliche Enttäuschungen und Traumatisierungen reaktiviert worden (act. II 121.1 S. 15 Ziff. 4.1.7). Nicht ausser Acht zu lassen ist, dass Dr. med. H._ und die Diplom-Psychologin G._ spätestens mit der Formulierung „begrüssen wir den Rekurs gegen diesen Entscheid“ für den Beschwerdeführer Partei ergriffen, womit sie einen eigentlichen Rollenwechsel weg von der ärztlichen Tätigkeit vollzogen (vgl. Entscheid des BGer vom 26. November 2019, 8C_588/2019, E. 4.3). So hielten sie denn auch explizit fest, die Befundlage habe sich nicht geändert, sondern die Unterschiede in den beiden Begutachtungen seien auf eine erheblich andere Datenlage infolge noch schwer beeinträchtigter Selbstbeurteilung in der Anamnese sowie Krankheitseinsicht des Beschwerdeführers im damaligen Zeitpunkt (2013) zurückzuführen. Sie führten damit zwar aus, der Gesundheitszustand habe sich erheblich verschlechtert, ohne jedoch den Beschwerdeführer damals selbst behandelt zu haben, noch neue objektivierbare Befunde vorzubringen. Betreffend den durch den Beschwerdeführer vorgebrachten Suizidversuch (Beschwerde S. 12 Rz. 32) fehlen echtzeitliche Belege. Auch seitens der behandelnden Psychologin war eine zeitnahe Nachprüfung unterlassen worden (vgl. act. III 117 unten). Dies ist mit Blick auf die therapeutische Bedeutung eines solchen Vorgangs nicht nachvollziehbar und wäre angesichts fehlender echtzeitlicher Unterlagen umso wichtiger gewesen. So hätte etwa die behauptete massgebliche Verbrennung durch einen schweren Suizidversuch mit einem selbstgebastelten elektrischen Stuhl (act. II 275 S. 19; act. III 144, 147) ohne weiteres festgestellt werden können und wären solch schwere Verletzungen zu behandeln gewesen. Aus den Behandlungsunterlagen (vgl. act. III 102 ff.) ergibt sich überdies der Eindruck, dass der Beschwerdeführer möglicherweise weniger der früheren
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Erlebnisse gewahr wird, sondern versucht – auch durch Weiterentwicklungen des Erlebten –, die von ihm antizipierten Erwartungen der Therapeutin und des Helfernetzes zu erfüllen. Diese Schilderungen und Verhaltensweisen des Beschwerdeführers werden durch die  G._ zwar festgehalten, allerdings in keinen weiteren Kontext gestellt (vgl. etwa act. III 146, 162). Trotz dieser gegen eine Veränderung sprechenden Elemente der derzeitigen Akten ergeben sich aus den den Behandlungsprotokollen der behandelnden Psychologin (vgl. act. III 102 ff.) und dem Bericht vom 24. August 2020 (act. III 77) von Dr. med. H._ und der Diplom-Psychologin G._ gewisse Anzeichen, dass sich die Situation seit September 2017 in psychischer Hinsicht verändert haben könnte. So haben sich vorab die suggestiven Anteile in der Persönlichkeit des Beschwerdeführers offenbar zusehends verstärkt. Ausserdem lässt sich etwa den gerichtlich edierten Behandlungsprotokollen der Diplom-Psychologin G._ entnehmen, dass die Reduktion des Tramadol den Beschwerdeführer in Berührung mit seinen Gefühlen bringe: Er fühle sich lebendiger, die spürbar gewordene Trauer über sein schweres Leben sei jedoch auch hoch belastend. Dazu komme, dass der abgespaltene hoch aggressive Persönlichkeitsanteil für ihn schwerer zu kontrollieren sei (act. III 144, vgl. act. III 146, 154, 165). Durch die Einnahme der verschriebenen Opiate habe der Beschwerdeführer gemerkt, dass diese hälfen, seinen destruktiven Selbstanteil sowie die Flashbacks/Intrusionen zu kontrollieren und allgemein auch den psychischen Schmerz zu dämpfen (act. III 78). Ob und in welcher Weise die heute festgestellte Befundlage tatsächlich auf einer psychischen Störung gründet und in welchem Zusammenhang eine allfällige solche Erkrankung mit der Tramadol-Abhängigkeit steht, wurde bis anhin nicht hinreichend geklärt. Gleichermassen ungeklärt ist entsprechend auch, ob und in welchem Umfang eine allfällige (veränderte) Erkrankung Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit hat. Die derzeitigen Akten erlauben diesbezüglich keine abschliessende Beurteilung.
3.5 Folglich ist eine erneute psychiatrische Begutachtung indiziert (vgl. E. 3.4 hiervor). Die bisher vorgenommenen somatischen Begutachtungen überzeugen grundsätzlich, sind jedoch bei unbestrittenen somatischen Diagnosen zwecks Klärung des weiteren auch diesbezüglichen Verlaufs zu
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erneuern. Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie dem Eventualantrag entsprechend eine neue, interdisziplinäre Begutachtung für die Zeit seit September 2017 bei einer bis anhin mit dem Beschwerdeführer nicht befassten  anordne und anschliessend über den Anspruch ab frühestens Oktober 2017 neu befinde. Soweit weitergehend ist die Beschwerde abzuweisen.
4.
Die Aktenstücke aus den Behandlungsunterlagen (Bericht vom 24. August 2020 von Dr. med. H._ und Diplom-Psychologin G._ [act. III 77-81.]; Behandlungsunterlagen der Diplom-Psychologin G._ [act. III 102-168]), welche Grundlage des vorliegenden Urteils bilden, werden mit dem Urteil in Kopie der Beschwerdegegnerin zur integralen Aufnahme ins IV-Dossier zugestellt.
5.
5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen.
Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- ist dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten.
5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG).
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Mit Kostennote vom 23. März 2021 macht Rechtsanwalt B._ ein Honorar von Fr. 3'758.--, Auslagen von Fr. 150.35 und Mehrwertsteuer (MWST) von Fr. 301.-- geltend. Dies ist nicht zu beanstanden und die dem Beschwerdeführer durch die Beschwerdegegnerin zu ersetzende Parteikosten sind somit auf Fr. 4'209.70 (inkl. Auslagen und MWST) festzusetzen.