Decision ID: 614b8248-6d5f-5a97-9bf3-c2bdbdf6fd0c
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._, geboren 1963 und zuletzt tätig als Kellner, meldete sich am 6. März 2015 (Eingangsdatum) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf Angst- und depressive Störung, Burnout, Blut
hochdruck, ADHS, Alkoholprobleme, Schmerzen im linken Knie (Meniskus operiert) und Rückenschmerzen nach Wirbelbruch 2000 in London zum Leis
tungsbezug an (Urk. 7/3). Die IV-Stelle tätigte erwerbliche und medizinische Ab
klärungen und holte insbesondere das polydisziplinäre Gutachten des Z._ vom 14. April 2016 ein (Urk. 7/38). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (Vorbescheid vom 23. Mai 2016, Urk. 7/40; Einwand vom 30. Mai 2016, Urk. 7/41; ergän
zen
de Einwandbegründung vom 9. September 2016, Urk. 7/52) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verfügung vom 21. September 2016 ab (Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob der Versicherte am 19. Oktober 2016 Beschwerde und bean
tragte, es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei ihm eine ganze Rente beginnend ab 1. September 2015 zu gewähren. Eventualiter sei ihm eine Viertelsrente, beginnend ab 1. September 2015, zu gewähren. Subeventualiter seien ihm Massnahmen beruflicher Art zu gewähren. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1). Mit Be
schwerdeantwort vom 25. November 2016 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6 unter Beilage ihrer Akten, Urk. 7/1-59), was dem Beschwerdeführer am 29. November 2016 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8). Mit Eingabe vom 21. August 2017 reichte der Beschwerdeführer den vollständigen Bericht des A._ vom 5. Oktober 2016 ein (Urk. 10 und Urk. 11).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung dafür, dass gestützt auf das Gutachten des Z._ keine körperlichen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit vorlägen. Es bestünden allerdings Einschränkungen bei der Auf
merksamkeit und Konzentration, welche zu einer reduzierten Lernfähigkeit und zu einem reduzierten Anpassungsvermögen führten. Genau strukturierte Arbeiten und Aufgaben in ruhiger und reizarmer Atmosphäre seien bei aus
rei
chender Anleitung mit Fremdkontrolle in einem vollen Pensum zumutbar. Der Beschwerdeführer verfüge über genügend Ressourcen, womit es ihm möglich sei, ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen (Urk. 2).
Der Beschwerdeführer brachte demgegenüber im Wesentlichen vor, dass ihm im Gutachten des Z._ eine 30%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer angepassten als auch in der angestammten Tätigkeit attestiert werde. Allerdings
sei nicht nachvollziehbar, dass sie den Beschwerdeführer in der bisherigen Tätig
k
eit als Oberkellner zu 70 % arbeitsfähig erachteten, da diese dem beschrie
be
nen Belastungsprofil nicht entspreche und er wieder in Versuchung kommen
könnte, vermehrt Alkohol zu trinken. Entgegen den Ausführungen der Beschwer
degegnerin sei entsprechend ein Einkommensvergleich vorzunehmen, wobei beim
Valideneinkommen das Kompetenzniveau 3 im Gastgewerbe heranzuziehen sei. Das Invalideneinkommen sei gestützt auf den Tabellenlohn als Hilfsarbeiter festzusetzen, so dass unter Berücksichtigung der 40%igen Arbeitsfähigkeit, welche von den behandelnden Ärzten festgesetzt worden sei, ein Anspruch auf eine Invalidenrente resultiere. Des Weiteren sei ein Leidensabzug aufgrund der Teilzeittätigkeit und des eingeschränkten Belastungsprofils vorzunehmen, so dass bei einem Pensum von 40 % und einem leidensbedingten Abzug von total 21.5 % eine ganze Rente resultiere. Selbst unter Zugrundelegung der im Gut
achten attestierten 70%igen Arbeitsfähigkeit resultiere unter Berücksichtigung des leidensbedingten Abzuges ein Anspruch auf eine Viertelsrente (Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 25. November 2016 führte die Beschwerdegegnerin ergänzend aus, dass - mit Blick auf die bisherigen erzielten Einkommen - für das Valideneinkommen auf das Kompetenzniveau 2 abzustellen sei. Auch sei kein Leidensabzug gerechtfertigt, da sämtliche Einschränkungen bereits bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sowie des Belastungsprofils berücksichtigt worden seien (Urk. 6).
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Ge
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
träch
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sacht
e und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden aus
geglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zu
dem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krank
heits
wert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130
V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezem
ber
2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Inva
lidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
2.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.4
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erle
di
gen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beant
wortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verun
möglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351
E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialver
siche
rung
, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht, GSVGer). Gemäss stän
diger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung – da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert – abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Begehren überhaupt nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abgelehnt hat, wenn schwierige Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der ent
scheid
relevante Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts U 209/02 vom 10. September 2003 E. 5.2).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung vom 21. Septem
ber 2016 (Urk. 2
) im Wesentlichen auf das
polydisziplinäre Gut
achten des Z._ vom 14. April 2016
ab. Darin werden die bis zur Beg
utachtung des Beschwerdeführers
aktenkundigen medizinischen Berichte zusammengefasst (Urk.
7/38/2 ff.
), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben
werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwägungen aber darauf
Bezug genommen.
3.2
Die begutachtenden Ärzte des Z._ diagnostizierten eine Aktivitäts- und Auf
merksamkeitsstörung (ADHS, ICD-10 F90.0) mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit.
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit qualifizierten sie folgende Diag
nosen (Urk. 7/38/54):
-
Status nach
langjähriger Polytoxikomanie mit/
bei:
-
Störung durch Alkohol, episod
ischer Substanzgebrauch (ICD-10
F26)
-
Störungen durch Opioide, gegenwärtig Teilnahme an einem ärztlich überwachten Ersatzdrogenprogramm (ICD-10 F11.22)
-
Zustan
d nach Kokainmissbrauch (ICD-10
F14.20).
-
Leichte depressive Episode ohne somatisches Syndrom
(ICD-10
F32.00)
-
Status nach Hepatitis A, B und C mit/bei:
-
Status nach Interferon-Therapie 2000
-
aktuell normalen Leberwerten
-
Chronischer Nikotinabusus (kumulativ 50 pack years) mit/bei:
-
aktuell n
ormaler Lungenfunktionsprüfung
-
Essentielle arterielle Hypertonie, aktuell unter kom
binierter antihyper
tensiver Therapie gut eingestellt
-
Status nach Hyperhidrose wahrscheinlich
multifaktorieller Ätiologie (diffe
rentialdiagnostisch medikamentös, psychogen)
-
Adipositas Grad l nach WHO (BMI von 30.6 kg/m
2
)
-
Hyperurikämi
e
-
Chronisches th
orakolumbales Schmerzsyndrom mit/
bei:
-
Status nach traumatischer
Brustwirbelkörper- (
BWK
-)
12-Fraktur 2000
-
aktuell ohne Radikulopathie
-
Diskr
eter Senk-Spreizfuss beidseits
-
Chronisch-venöse Insuffizienz mi
t Teleangiektasien beidseits mit/
bei:
-
Status nach Crossektomie un
d Varizen-Stripping rechts 2013
-
Status nach Kniearthroskopie mit Aussenme
niskusteilresektion links 2013
-
Status nach Entfernung des rechten Lungenoberflügels
bei Verdacht auf Karzinom 2003
Die begutachtenden Ärzte konstatierten, dass sowohl allgemein-internistisch als
auch orthopädisch-chirurgisch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor
liege
(Urk. 7/38/58 f.).
Bei der neuropsy
chologischen Untersuchung fänden
sich Einbussen im Bereich der Lern- und Gedächtnisleistung (wo hauptsächlich im Bereich der nonver
balen Lern- und Speicherleistungen de
utliche Defizite gemessen worden seien), im Bereich der Aufmerksam
keits- und
Konzentrationsl
eistungen (wo die selek
tive
Aufmerksamkeitsleistung bei ei
ner leicht erhöhten Anzahl
an Fehlern leicht ungenügend gewesen sei
, wo die geteilte Aufmerksamkeitsleistung bei einer deutlich erhöhten Anzahl
an Auslassfehlern ungenügend sei
) sowie auch in isolierten Exeku
tiv-Funktionen (wo die verbale Ideen-Produktion quanti
tativ i
n einem ungenügenden Bereich gelegen habe
und die intellektuelle kognitive Flexi
bilität ebenfalls ungenügend sei
). Weiter
sei
die mental
e Rotationsfähigkeit unterdurch
schnittlich. Genügende Leistungen zeig
t
en sich im Bereich der konstruktiv-praktischen Fähigkeiten, im Bereich der
Wahrnehmungsfunktione
n, im Bereich der Handlungsfunk
tionen, im Bereich der sprach- und sprach
asso
ziierten Funktionen, im Bereich der verbalen Lern- und Gedächtnisleistungen, in der verbalen Merkspanne, in der Mehrheit der Exekutiv-Funktionen (figurale Ideenproduktion, Konzepterkennen, Interferenzkontro
lle) sowie in Dimension der Aufm
erksamkeits- und K
onzentrationsleistung (gerichte
te Aufmerksamkeits
leistung, tonische und phasische Alertness). Die Auswertung der ADHS
-spezi
fischen Fragebogen liefer
e deutliche Hinweise auf das Vorliegen einer Aufmerk
samkeits- und Hyperaktivitätsstörung mit definitionsgemässem Beginn in der Kindheit.
D
ie eigenanamnestisch besseren
kognitiven Leistungen unter ei
ne
m
Methylphenidat-Präparat sowie die paradoxe Wirkung von Kokain erhärte
te
n
e
benfalls die Verdachtsdiagnose. Die aktuellen ko
gnitiven Leistungseinbussen
seien somit mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht Folgen des langjährigen Sub
stan
z
konsums, sondern bedingt durch eine nicht therapierte Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung. Die Einbus
sen entsprä
chen einer leichten bis maxi
mal mittelgradigen neuropsychologischen Stö
rung, das heisse
, dass eine oder allenfalls zwei kognitive Teilfunktionen deutlich (mehr als 2 SD unter dem Mittel
wert) sowie weitere leicht verminde
rt (1 bis 2 SD unter dem Mittelwert) seien
und/oder leichte bis mittelschwere Auffälligke
iten in den Bereichen der Affek
tivität, des Verhalte
ns oder der Persönlichkeit vorlägen. Die Funktions
fähigkeit sei
im Alltag und unter den meisten beruflichen Anforderungen leicht eingeschränkt. Die Per
son falle
in ihrem sozialen Umfeld leicht auf. In Berufen oder bei Aufg
aben mit hohen Anforderungen sei
die Funktionsfähigkeit aber mittelgradig eingeschränkt.
Im Rahmen der aktuellen psych
iatrischen Exploration habe
der
Beschwerde
führer
berichtet, er ha
be schon als Kind unter einem ADHS-Syndrom gelitten. Er sei unruhig gewesen, nervös, sei in viele Schlägereien verwickelt worden und habe die
7.
Klasse wiederholen müssen
. Dann habe er
die Schule abgebrochen und keine Berufsausbildung gemacht. Prägend für den
Beschwerdeführer sei
die Zeit der Drogenabhängigkeit
gewesen, er habe regelmäs
sig Kokain, später auch Her
o
in
i.v. konsumiert, bis vor etwa zwei
Jahren. Er sei aktuell in einer Subs
titutionstherapie, erhalte Sevre-Long 390
mg am Tag. Bezüglich der Abhängig
keit gebe
es Unstimmigkeiten, so berichte der Beschwerdeführer
, er habe zuletzt Kokain vor 2 Jahren genommen, trinke auch kaum Alkohol, selten Bier. Au
s den Akten sei
aber zu entnehmen, dass der
Beschwerdeführer
Anfang 2015 zum Entzug von Alkohol und Kokain in die
B._
eingew
iesen worden sei. Auf diesen Widerspruch angesprochen, gebe
der
Be
schwerdeführer
an, er habe in dieser Zeit nur Kokain und Alkohol konsumiert, um in die Klinik zu kommen, wegen der IV-Abklärung. Diese Erklä
rung wirke
wenig
glaubhaft. Groborientierend seien
keine kognitiven Einschränkungen
erkennbar, der Beschwerdeführer könne Daten wie z.
B. Geburtstage der Eltern
angeben, er könne seine persönliche Anamnese und Krankheitsgeschichte lücke
n
los und nachvoll
ziehbar er
zählen, die Aufmerksamkeit lasse
auch während des ganzen Gespräches nicht nach. Gleichwohl w
ü
rden in der neuropsycholo
gischen Testung Defizite festge
stellt
,
vor allem eine verminderte Aufmerksamke
its
funk
tion. Diese Defizite seien
am ehesten auf die diagnostizierte Aktivitäts- und
Aufmerksamkeitsstörung (ADHS, ICD- 10 F90.0) zurückzuführen und mit grosse
r Wahrscheinlichkeit nicht als Folgen des multiplen Substanzkon
sums zu deuten. Festzuhalten sei
auch, dass die verminderte Konzentrationsfähigkeit und die
Vergesslichkeit, welche der Beschwerdeführer angebe, auch als depressive Sym
p
tome gewertet werden könn
ten. Klinisch zeige
sich eine Depression von Krank
heitswert, leichtgradiger Ausprägung. Der
Beschwerdeführer berichte
neben den Konzentrations- und Gedächtnisstörungen von Einschlafstörungen und Durch
schlaf
störungen, die allerdings unter Sequa
se gebessert hätten. Er berichte
weiter von einer verminderten Belastbarkeit, von einem Freudeverlust. Es liessen
sich auch objektiv de
pr
essive Symptome erkennen, so sei
die affektive Schwing
ungsfähigkeit leicht eingeschränkt, ins Depre
ssive verschoben. Affektiv wirke
der Beschwerdeführer
leicht deprimiert, innerlich unruhig, angesp
annt, nervös und
besorgt bezügli
ch der gesundheitlichen Situation. Die Vitalgefühle seien
allerdings nicht herabgesetzt, der
Beschwerdeführer berichte
auch nicht vo
n einer raschen Erschöpfbarkeit oder
ein
er ständigen Müdigkeit. Es liege
kein sozialer Rückzug vor, eb
enfalls kein Interessensverlust.
Es l
iessen sich aber ver
schie
dene psychosoziale Belastungssituationen erkennen, so berichte
er
, er leide unter der schwierigen finanziellen Situation, unter der Arbeitslosigkeit, aber auch unter den beengten
Wohnverhältnissen. Es fä
nden
sich
auch keine Hin
weise für eine pathologische Persönlichkeitsstruktur, es
sei
bisher auch von keinem behandelnden Therapeuten eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert
worden. Aus versicherungspsychiatrischer Sicht sei
die Arbeitsfähigkeit des
Be
schwerdeführers wegen seines ADHS um höchs
tens 30
%
eingeschränkt
. Die depressive Symptomatik sei
nur leichtg
radig ausgeprägt und legitimiere
keine dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, ebenso wenig die p
ersistierende Suchtproblematik (Urk. 7/38/59 ff.).
Zusammenfassend und unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Befun
de
sei der Versicherte
aus somatischer (internistischer und orthopädisch-chirur
gi
scher) Sicht in seiner Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt. Aus neuropsy
cho
lo
gischer bzw. psychi
atr
isc
her Sicht kö
nn
e
ihm für seine bisherige Tätigkeit
als Kellner und in anderen Ver
weistätigkeit ein
e
maximal 30%ige Einschränkung der
Arbeitsfähigkeit attestiert wer
den, dies bedingt durch seine neurokognitiven Leistungsschwächen im Rahmen des ADHS. Aus int
erdisziplinärer Sicht resul
tiere daraus eine 70%
ige Restarbeitsfähigkeit angestammt und angepasst
(Urk. 7/38/61).
4.
4.1
Das
polydisziplinäre
Gutachten
des Z._
vom
14. April 2016
erfüllt sämtliche rechtsprechungsgemäss erforderlichen Kriterien für beweiskräftige ärztliche Ent
scheidungsgrundlagen (vgl. E. 2.4). Es beruht auf fachärztlichen Untersu
chung
e
n durch die Gutachter
(Urk. 7/38/18 ff.; Urk. 7/38/21 ff.; Urk. 7/38/39 ff.; Urk. 7/38/46 ff.)
und wurde in Kenntnis der relevanten Vorakten abgegeben
(Urk. 7/38/2 ff.). Es würdigt die vorhandenen Arztberichte sorgfältig (Urk.
7/38/62),
berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen hinreichend auseinander. Die Darlegung der medi
zinischen Zusammenhänge ist einleuchtend und das Gutachten ist
grundsätzlich
schlüssig
(vgl. E. 5.3)
.
4.2
4.2.1
Der Beschwerdeführer brachte dagegen im Wesentlichen vor, dass auf die behandelnden Ärzte, insbesondere den Bericht des A._ vom 5. Oktober 2016 abzustellen sei.
Der behandelnde Arzt
Dr.
med.
C._
und die behandelnde Therapeutin,
M.Sc. D._
vom
A._
hielten im Bericht vom
5.
Oktober 2016
(Urk. 3/4; Urk. 11) eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ICD-10
F90.0), eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode (ICD-10 F33.0) und eine generalisierte Angststörung (ICD-10 F41.1) mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest. D
er Beschwerdeführer
sei
aufgrund der klinischen Einschätzung in beschützender, stressarmer und wohlwollender Arbeitsumgebung
maximal
30-50
%
arbeitsfähig.
Um zu verifizieren, inwiefern eine Anstellung im ersten Arbeitsmarkt überhaupt möglich sei, empfählen sie ein Belastungstraining durchzuführen
(
Urk. 1
1).
Gemäss
bundesgerichtliche
r
Rechtsprechung
vermag allerdings
der Umstand allein, dass behandelnde Fachärzte eine vom eingeholten Gutachten abwei
chen
de Meinung äussern, nicht Anlass zu weiteren Abklärungen
zu geben
oder das Gutachten in Frage zu s
tellen
; anders würde es sich verhalten, wenn die behan
delnden Ärzte konkrete, objektiv fassbare Aspekte namhaft machen, die dem ärztlichen Experten entgangen sind oder mit denen er sich nicht befasst hat (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom
2.
August 2006 U 58/06 E. 2.2) - was vor
liegend allerdings nicht der Fall ist
, insbesondere nach dem der Beschwerde
führer im Rahmen der Begutachtung pathologische Ängste weitgehend verneint hatte (Urk. 7/38/48)
.
4.2.2
Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, die attestierte 30%ige Einschränkung in der angestammten Tätigkeit widerspreche dem Belastungsprofil (vgl. hierzu Feststellungsblatt vom 23. Mai 2016, Urk. 7/39/4) ist festzuhalten, dass - wie folgend gezeigt wird - vorliegend offen bleiben kann, ob dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit noch zumutbar ist oder nicht.
5.
Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen der gutachterlich attestierten eingeschränkten Arbeitsfähigkeit.
5.1
5.1.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalidenein
kommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invali
di
tätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommens
ver
gleichs;
BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
5.1.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnittswerten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichteten und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nurmehr beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende
durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprüng
lich
nur bei Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen behinderungsbedingten Abzug, wobei die Recht
sprechung dem Umstand Rechnung trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der Betriebs
zugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können. Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall Anhalts
punkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwer
ten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt auf höchstens 25
%
des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75).
5.2
Der Beschwerdeführer brachte vor (Urk. 1), das Valideneinkommen sei gestützt auf den Tabellenlohn der Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik 2012 (LSE 2012), für einen Mitarbeiter in der Gastronomie im Kompetenzniveau 3 (
Komplexe praktische Tätigkeiten welche ein grosses Wissen in einem Spezial
gebiet voraussetzen
) in Höhe von Fr. 5‘362.-- festzusetzen (LSE 2012, TA1 Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenz
niveau und Geschlecht, Privater Sektor, Ziff. 55-56). Die Beschwerdegegnerin brachte dagegen vor, dass mit Blick auf den IK-Auszug das Kompetenzniveau 3 nicht gerechtfertigt sei, sondern auf das Kompetenzniveau 2 (Praktische Tätig
keiten wie Verkauf/Pflege/Datenverarbeitung und Administration/Bedienen von Maschinen und elektronischen Geräten/Sicherheitsdienst/Fahrdienst) abzustellen sei (Urk. 6).
Im IK-Auszug von 20. März 2015 sind die in der Schweiz seit 1985 erzielten Einkommen ersichtlich (Urk. 7/8), woraus hervorgeht, dass das Abstellen auf ein Einkommen von monatlich Fr. 5‘362.-- nicht angezeigt ist. Des Weiteren ist auch mit Blick auf die Arbeitszeugnisse der letzten Arbeitgeber nicht davon
auszugehen, dass der Beschwerdeführer komplexe praktische Tätigkeiten, welc
he ein Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen, ausführte (vgl. Urk. 7/14/5; Urk. 7/14/8).
Dementsprechend ist das Valideneinkommen maximal gestützt auf den Tabel
len
lohn für einen Mitarbeiter in der Gastronomie im Kompetenzniveau 2 (Prak
tische Tätigkeiten wie Verkauf/Pflege/Datenverarbeitung und Administration/Be
d
ienen von Maschinen und elektronischen Geräten/Sicherheitsdienst/Fahrdienst) in Höhe von Fr. 4‘230.-- festzusetzen (
LSE 2012, TA1 Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor,
Ziff.
55-56
, Männer, Kompetenzniveau 2
)
. Bereinigt um die Nominallohnentwicklung (Bundesamt für Statistik,
T1.1.10 Nominallohnindex, Männer, 2011-2015
, Ziff. 55/56; Stand 2012 = 101.9, Stand 2015 = 103.7) sowie die betriebsübliche Arbeitszeit von 42.4 Stunden (Bundesamt für Statistik,
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen
in Stunden pro Woche, Ziff. 55-56 Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie, Jahr 2015) resultiert daraus ein anrechenbares Valideneinkommen für das Jahr 2015 in Höhe von Fr. 54‘756.05 (Fr. 4‘230.-- : 40 x 42.4 : 101.9 x 103.7 x 12).
5.3
Dem Beschwerdeführer ist gestützt auf das Gutachten des Z._ zu 70 % arbeitsfähig (vgl. E. 3.2).
Das Invalideneinkommen ist entsprechend in der Höhe des Einkommens eines Hilfsarbeiters gestützt auf die LSE 2012 in Höhe von Fr. 5‘210.-- festzusetzen (
LSE 2012, TA1 Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sektor,
Männer, Total, Kompe
tenz
niveau 1
)
. Bereinigt um die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden
(Bundesamt für Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabtei
lungen
in Stunden pro Woche,
Total
, Jahr 2015)
sowie die Nominallohnentwicklung bis ins Jahr 2015 (Bundesamt für Statistik,
T1.1.10 Nominallohnindex, Männer, 2011-2015,
Total
; Stand 2012 =
101.7
, Stand 2015 =
103.5
)
resultiert ein
anrechenbares Invalideneinkommen in Höhe von Fr. 66‘330.70 bei voller Arbeits
fähigkeit
(Fr. 5‘210.-- : 40 x 41.7 : 101.7 x 103.5 x 12). Unter Berücksichtigung der gutachterlich attestierten 70%igen Arbeitsfähigkeit ist das anrechenbare Invalideneinkommen auf Fr. 46‘431.50 festzusetzen (Fr. 66‘330.70 x 0.7).
Aufgrund des Gutachtens ist nicht abschliessend klar, ob der Beschwerdeführer in einem vollen Pensum eine reduzierte Leistungsfähigkeit aufweist oder er aber lediglich ein Pensum von 70 % zu leisten vermag (vgl. E. 3.2). Ist der Be
schwerdeführer in vollem Pensum reduziert leistungsfähig, rechtfertigt dies nach
bundesgerichtlicher Rechtsprechung keinen Leidensabzug (
vgl.
Urteil des Bun
des
gerichts 9C_796/2013 vom 2
8.
Januar 2014 E. 3.1.2 mit Hinweisen
)
. Ent
spre
chend lässt sich auch der Leidensabzug nicht abschliessend beurteilen. Aller
dings kann dies - zumindest für die Rentenprüfung - vorliegend offen bleiben, da selbst bei einem maximalen Leidensabzug von 25 % noch ein renten
aus
schliessender Invaliditätsgrad in Höhe von rund 36 % resultiert (Fr. 46‘431.50 x
0.75 = Fr. 34‘823.60, Fr. 54‘756.05 - Fr. 34‘823.60 = Fr. 19‘932.45; Fr. 19‘932.45
: Fr. 54‘756.05 = 36.4 %).
5.4
Entsprechend verneinte die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Anspruch auf eine Invalidenrente.
6.
Zu prüfen bleibt der Anspruch auf Massnahmen beruflicher Art.
6.1
Invalide o
der von einer Invalidität (Art.
8 ATSG) bedroht
e Versicherte haben gemäss Art.
8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
(Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen erfüllt sind
.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Abs. 1
bis
). Nach Massgabe der Art. 13 und 21 IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig von der Möglichkeit einer Einglie
derung ins Erwerbsleben oder in den Aufgabenbereich (Abs. 2). Nach Massgabe von Art. 16 Abs. 2 lit. c IVG besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliederungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu erhalten oder zu verbessern (Abs. 2
bis
).
Die Massnahmen beruflicher Art umfassen die Berufsberatung, die erstmalige berufliche Ausbildung, die Umschulung, die Arbeitsvermittlung und die Kapital
hilfe (Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG).
6.2
Da der Leidensabzug - wie gezeigt (vgl. E. 5.3) - nicht definitiv festgelegt werden kann, ist die Prüfung der notwendigen Voraussetzungen zur Zusprache von Massnahmen beruflicher Art nur beschränkt möglich. Hinzu kommt, dass die Beschwerdegegnerin - infolge nicht weiter ausgeführter Ressourcen von der Zumutbarkeit eines vollschichtigen Pensums und keiner längerdauernden Ein
schränkung ausging, so dass eine vertiefte Prüfung der Anspruchsvoraus
set
zungen für Massnahmen beruflicher Art nicht erfolgte (vgl. Feststellungsblatt vom 23. Mai 2016, Urk. 7/39/5; Feststellungsblatt vom 21. September 2016, Urk. 7/54; Vorbescheid vom 23. Mai 2016, Urk. 7/40; Urk. 2).
Die Sache ist demnach
in teilweiser Gutheissung der Beschwerde
an die Beschwer
degegnerin zurückzuweisen
, damit sie
einen allfälligen Anspruch auf Mass
nahmen beruflicher Art - nach Rückfrage bei den Gutachtern zur Klar
stellung der Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit (vgl. E. 5.3) - neu entscheidet.
7
.
7
.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 600.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
zu 2/3 dem Beschwerdeführer und zu 1/3 der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7
.2
Der vorliegende Prozess kann nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden. Des Weiteren ist der Beschwerdeführer bedürftig (Urk.
3/3
). Antragsge
mäss (Urk. 1) ist ihm deshalb die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen. Die dem Beschwerdeführer auferlegten Gerichtskosten sind demnach einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
Kommt der Beschwerdeführer künftig in günstige wirtschaftliche Verhältnisse, so kann ihn das Gericht zur Nachzahlung der Auslagen für die unentgeltliche Prozessführung verpflichten (§ 16 Abs. 4 des Gesetzes über das Sozialver
siche
rungsgericht, GSVGer).
Das Gericht beschliesst,
In Bewilligung des Gesuchs vom
19. Oktober 2016
wird dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung gewährt,
und erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne teilweise gutgeheissen, dass
die angefochtene Ver
fügung vom 21. September 2016 in Bezug auf die Abweisung des Gesuchs um Mass
nahmen beruflicher Art
aufgehoben wird, damit
die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich
,
IV-Stelle,
nach erfolgter Abklärung
im Sinne der Erwägungen
neu ver
füge.
Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
dem Beschwerdeführer zu zwei Dritteln (Fr. 400.--) sowie der Beschwerdegegnerin zu einem Drittel
(Fr. 200.--)
auferlegt.
Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung werden die
dem Beschwerde
führer
auferlegten Kosten von
Fr.
400
.-- einstweilen auf die Gerichtskasse genommen.
Der Beschwerdeführer wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4 GSVGer hin
gewiesen.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
den
Kostenpflichtigen nach Ein
tritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Stadt Zürich Soziale Dienste
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle unter Beilage je einer Kopie von Urk. 10 und Urk. 11
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.