Decision ID: d9f630e6-2edb-42fa-917d-0a85f335a2f7
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
G._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Advokat lic. iur. Martin Boltshauser, c/o procap, Froburgstrasse 4,
Postfach, 4601 Olten,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
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Beschwerdegegnerin,
betreffend
Hilfsmittel
Sachverhalt:
A.
A.a G._, Jahrgang 1987, leidet an mehreren Geburtsgebrechen und bezieht seit
1. August 2007 eine ganze Invalidenrente und eine Hilflosenentschädigung für
Hilflosigkeit schweren Grades (IV-act. 521-523). Die Invalidenversicherung (IV)
finanzierte ihr während Jahren notwendige Orthesen. Die A._ AG, Orthopädie- und
Rehabilitationstechnik, erstellte am 8. August 2007 zuhanden der IV einen
Kostenvoranschlag für Knieorthesen über Fr. 7'015.10 (IV-act. 509). Mit Mitteilung vom
15. August 2007 gewährte die IV-Stelle der Versicherten Kostengutsprache für Ober-
und Unterschenkelorthesen ab 8. August 2007 bis 8. August 2017 (IV-act. 511).
A.b Am 19. Dezember 2007 reichte die A._ AG der IV-Stelle eine Rechnung für
Beinorthesen über Fr. 17'787.65 ein (IV-act. 525). Der zuständige Arzt des IV-internen
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) hielt in einer Stellungnahme vom 20. Februar
2008 fest, die Rechnung entspreche nicht der medizinischen Verordnung von Dr. med.
B._ und sei nicht nachvollziehbar (IV-act. 527). Die A._ AG erläuterte mit Schreiben
vom 25. März 2008, dass eine umfangreiche Gesamtlösung notwendig gewesen sei
(IV-act. 529). Der RAD-Arzt stellte sich am 25. April 2008 auf den Standpunkt, die
Orthesen würden Behandlungsgeräte und nicht Hilfsmittel darstellen. Weil die
Versicherte bereits im 21. Lebensjahr sei, könnten die Behandlungsgeräte nicht
übernommen werden (IV-act. 530).
A.c Mit Vorbescheid vom 7. Mai 2008 und Verfügung vom 30. Juli 2008 verweigerte die
IV-Stelle die Kostengutsprache für Ober- und Unterschenkelorthesen ab 1. Oktober
2007, zog die Mitteilung vom 15. August 2007 in Wiedererwägung und erteilte
Kostengutsprache für Orthesen ab 8. August 2007 bis 30. September 2007 (act. G 1.1).
B.
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B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde der procap, Schweizerischer
Invalidenverband, in Vertretung der Versicherten vom 15. September 2008. Beantragt
wird die Aufhebung der Verfügung und die Vergütung der Kosten für die Ober- und
Unterschenkelorthesen (act. G 1). Mit Beschwerdeergänzung vom 4. Dezember 2008
lässt die Beschwerdeführerin eventualiter die Vornahme weiterer Abklärungen sowie
die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege beantragen, unter Kosten- und
Entschädigungsfolgen. Unbestritten sei, dass die Beschwerdeführerin auf die
Versorgung mit der Orthese in der vorliegenden Form angewiesen sei. Gemäss
Arztbericht von Dr. B._ brauche die Versicherte die Oberschenkelorthesen für die
begrenzte Geh- und Stehfähigkeit unabdingbar. Die Physiotherapeutin C._ habe am
14. November 2008 mitgeteilt, dass die Orthesen eine Bewegungsfunktion und eine
Therapiefunktion hätten. Ohne Orthesen sei die Beschwerdeführerin in ihrer gesamten
Gehfähigkeit eingeschränkt, sei sie doch dann überhaupt nicht mehr in der Lage, auch
nur eine beschränkte Geh- und Stehfähigkeit auszuüben, und somit ein 100%-iger
Pflegefall. Für den Fall, dass das Gericht die Voraussetzungen für die Zusprache des
Hilfsmittels aufgrund der Unterlagen als nicht möglich erachte, werde die Rückweisung
an die Beschwerdegegnerin zur genaueren Abklärung der Restgehfähigkeit beantragt
(act. G 8).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 22. Januar
2009 die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin könne sich gemäss
Abklärungsbericht vom 31. März 2004 nicht mehr fortbewegen. Sie sei in der Wohnung
und im Freien auf den Rollstuhl angewiesen. Auch könne sie sich in der Wohnung
mittels Begleitung (gemeint wohl: ohne Begleitung) nicht mehr fortbewegen. Sie sei bei
sämtlichen Transfers auf Hilfe angewiesen. Die Orthesen seien zwar notwendig,
entsprächen aber nicht dem Hilfsmittelbegriff im Sinn des IVG. Als Behandlungsgerät
könnten sie ebenfalls nicht von der IV übernommen werden, da dies nur bis zum
vollendeten 20. Lebensjahr möglich sei (act. G 10).
B.c Die zuständige Verfahrensleitung des Versicherungsgerichts bewilligte am
28. Januar 2009 das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den
Gerichtskosten; act. G 12).
B.d Die Beschwerdegegnerin lässt am 17. Februar 2009 an ihren Anträgen festhalten
und verzichtet im Übrigen auf die Einreichung einer Replik (act. G 13).
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Erwägungen:
1.
1.1 Nach Art. 13 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG;
SR 831.20) haben Versicherte bis zum vollendeten 20. Altersjahr Anspruch auf die zur
Behandlung von Geburtsgebrechen notwendigen medizinischen Massnahmen. Der
Bundesrat bezeichnet die Gebrechen, für welche diese Massnahmen gewährt werden.
Dies hat er mit dem Erlass von Art. 3 IVV getan, worin festgehalten wird, dass die Liste
der Geburtsgebrechen im Sinn von Art. 13 IVG Gegenstand einer besonderen
Verordnung bilde. Nach Art. 1 Abs. 1 der Verordnung über die Geburtsgebrechen (GgV)
gelten als Geburtsgebrechen im Sinn von Art. 13 IVG Gebrechen, die bei vollendeter
Geburt bestehen. Der Zeitpunkt, in welchem ein Geburtsgebrechen als solches erkannt
wird, ist unerheblich. Der Anspruch beginnt mit der Einleitung von medizinischen
Massnahmen (Art. 2 Abs. 1 GgV). Der Anspruch auf Behandlung von
Geburtsgebrechen erlischt am Ende des Monats, in dem der Versicherte das 20.
Altersjahr zurückgelegt hat, selbst wenn eine vor diesem Zeitpunkt begonnene
Massnahme fortgeführt wird (Art. 3 GgV; vgl. auch A6 Rz. 15 des Kreisschreibens über
die medizinischen Eingliederungsmassnahmen [KSME]). Diese Bestimmung ist
gesetzmässig (BGE 120 V 277; I 184/02 vom 20. Mai 2003, Erw. 3).
1.2 Unbestritten ist, dass die Beschwerdeführerin an mehreren Geburtsgebrechen
leidet und deshalb medizinische Massnahmen beanspruchen kann. Dieser Anspruch
endet indes Ende September 2007, da die Beschwerdeführerin in jenem Monat das 20.
Altersjahr vollendete. Daran ändert auch die weiterhin bestehende
Behandlungsbedürftigkeit nichts.
2.
2.1 Versicherte Personen haben gemäss Art. 21 Abs. 1 IVG im Rahmen einer vom
Bundesrat aufgestellten Liste Anspruch auf jene Hilfsmittel, deren sie für die Ausübung
einer Erwerbstätigkeit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich, zur Erhaltung oder
Verbesserung der Erwerbsfähigkeit, für die Schulung, die Aus- und Weiterbildung oder
zum Zweck der funktionellen Angewöhnung bedürfen. Ohne Rücksicht auf die
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Erwerbsfähigkeit haben Versicherte Anspruch auf Hilfsmittel, wenn sie diese infolge
ihrer Invalidität für die Fortbewegung, für die Herstellung des Kontakts mit der Umwelt
oder für die Selbstsorge benötigen (Art. 21 Abs. 2 IVG). Der Bundesrat hat seine
Verordnungskompetenz im Hilfsmittelbereich an das Eidgenössische Departement des
Innern delegiert (Art. 14 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR
831.201]). Dieses erliess die Verordnung über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die
Invalidenversicherung (HVI; SR 831.232.51). Im Rahmen der Liste im Anhang besteht
nach Art. 2 Abs. 1 HVI Anspruch auf Hilfsmittel, soweit diese für die Fortbewegung, die
Herstellung des Kontakts mit der Umwelt oder für die Selbstsorge notwendig sind.
Gemäss Art. 1 Abs. 2 HVI gelten die Art. 3-9 der Verordnung sinngemäss für die
Abgabe von Behandlungsgeräten, die einen notwendigen Bestandteil einer
medizinischen Eingliederungsmassnahme im Sinn der Art. 12 und 13 IVG bilden und
die nicht in der im Anhang der HVI enthaltenen Liste aufgeführt sind. Bei
Gegenständen, die ihrer Natur nach sowohl den Charakter eines Hilfsmittels als auch
denjenigen eines Behandlungsgeräts oder eines anderen Behelfs aufweisen können, ist
gemäss Rz. 1006 des vom Bundesamt für Sozialversicherung herausgegebenen
Kreisschreibens über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Invalidenversicherung
(KHMI) zu beachten, dass das Gerät den vom Gesetz genannten Zweck
(Fortbewegung, Herstellung des Kontakts mit der Umwelt, Selbstsorge) unmittelbar
erfüllt. So könne z.B. ein Behelf, der nur nachts verwendet werde, den Hilfsmittelbegriff
nicht erfüllen. Die Liste im Anhang der HVI enthält unter anderem Beinorthesen
(Ziff. 2.01).
2.2 Dr. B._ betonte im Schreiben vom 30. September 2008, die Orthesen seien für
die begrenzte Geh- und Stehfähigkeit der Beschwerdeführerin unabdingbar. Ohne die
Orthesen seien auch die wenigen Schritte, die die Beschwerdeführerin benötige, um
vom Rollstuhl auf einen Sitz oder auf das WC zu kommen, nicht möglich. Das
Stehtraining und auch das wenige Gehen seien für die gesamte Situation
unentbehrlich, da die Beschwerdeführerin ohne Stehen und Gehen eine ausgeprägte
Osteoporose entwickeln werde, die Frakturgefahr dann rasch ansteigen und die
Beschwerdeführerin ihre Steh- und Gehfähigkeit und somit auch die Transferfähigkeit
ganz verlieren werde (act. G 8.1). Am 27. Juni 2008 hatte Dr. B._ darauf hingewiesen,
die Ober- und Unterschenkelorthesen würden regelmässig nachts sowie für Steh- und
Gehübungen benützt (IV-act. 541). Im Abklärungsbericht vom 29. April 2004 war
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festgehalten worden, dass die Beschwerdeführerin früher ein paar Schritte habe gehen
können. Dies sei heute nicht mehr möglich. Sie benötige am Tag wie in der Nacht
Windeln (IV-act. 369-1; 369-4). Auch die Physiotherapeutin hatte darauf hingewiesen,
dass Wickeln notwendig sei (act. G 8.2).
2.3 Die Orthesen werden gemäss diesen Angaben nicht nur für die Nachtlagerung der
Beschwerdeführerin verwendet, sondern dienen dem täglichen Training. Beinorthesen
sind in der Liste im Anhang zur HVI genannt. Den Orthesen der Beschwerdeführerin ist
Hilfsmittelcharakter zuzubilligen. Auch als Hilfsmittel können sie jedoch nur dann von
der Beschwerdegegnerin übernommen werden, wenn sie die Anforderungen von
Art. 21 Abs. 2 IVG bzw. Art. 2 Abs. 1 HVI erfüllen, also zur Fortbewegung, zur
Herstellung des Kontakts mit der Umwelt oder für die Selbstsorge notwendig sind.
2.4 Aus den zitierten Akten ergibt sich, dass bei der Beschwerdeführerin mit den
Orthesen weder eine eigentliche Selbstsorge, noch eine selbstständige Fortbewegung,
noch im engeren Sinn die Herstellung des Kontakts mit der Umwelt direkt gewährleistet
werden. Mit der 1. IV-Revision vom 5. Oktober 1967 wurde der Hilfsmittelanspruch auf
Personen ausgedehnt, die das Hilfsmittel nicht für die Eingliederung ins Erwerbsleben
benötigen. Gemäss der Botschaft des Bundesrats vom 6. April 1967 zur 1. IV-Revision
hatte die ursprüngliche Fassung des IVG zur Konsequenz, dass praktisch nur
Schwerstinvalide vom Hilfsmittelbezug ausgeschlossen waren. Für solche Versicherte
würden jedoch Behelfe, die der Förderung der Selbstständigkeit und des Kontakts mit
der Umwelt dienten, eine sehr wertvolle Hilfe darstellen. Der Bundesrat schloss sich
der Expertenkommission an, die den Hilfsmittelbezug auch diesen Versicherten nicht
vorenthalten wollte. Eine gewisse Zurückhaltung sei hinsichtlich der Art der
abzugebenden Hilfsmittel empfohlen. Es solle vermieden werden, dass die IV wegen
geringfügiger Aufwendungen in Anspruch genommen werde. Mit der
Expertenkommission empfehle man daher, die Abgabe von Hilfsmitteln, die nicht der
Eingliederung ins Erwerbsleben, der Schulung oder der Ausbildung dienten, zu
beschränken auf kostspielige Geräte zur Ermöglichung der Fortbewegung, der
Selbstsorge und zur Herstellung des Kontakts mit der Umwelt (BBl 1967 I 676 f.). Diese
Ausführungen verdeutlichen, dass es nicht der Wille des Gesetzgebers war, ein
Hilfsmittel nur dann zu vergüten, wenn die versicherte Person damit in den genannten
drei Bereichen (Fortbewegung, Herstellung des Kontakts mit der Umwelt, Selbstsorge)
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selbstständig würde. Vielmehr wollte man explizit auch Schwerstinvalide nicht
grundsätzlich vom Hilfsmittelanspruch ausnehmen. Es hat zu genügen, wenn durch
das Hilfsmittel eine gewisse Erhöhung der Selbstständigkeit erreicht wird. Die Orthesen
beeinflussen die Selbstständigkeit der Beschwerdeführerin insofern positiv, als dass sie
selbst stehen kann, womit die pflegerischen Massnahmen (Waschen, Wickeln,
Anziehen) wesentlich erleichtert werden. Durch die Ermöglichung des Stehens wird
auch die Fortbewegung positiv beeinflusst, müsste die Beschwerdeführerin doch sonst
zum Beispiel zum Transport vom Bett in den Rollstuhl gehoben werden. Fortbewegung
und Selbstsorge werden durch die Orthesen also jedenfalls erheblich begünstigt.
Dasselbe hat indirekt auch für die Herstellung des Kontakts mit der Umwelt zu gelten.
Es ist davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin bei noch stärker
eingeschränkter Transferfähigkeit noch seltener transportiert würde und ihr Bett wohl
kaum mehr verlassen könnte.
3.
3.1 Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen ist der Anspruch der
Beschwerdeführerin auf Hilfsmittel in Form der Orthesen ausgewiesen. Die A._ AG
hat die hohen Kosten, die für die Orthesen insgesamt angefallen sind, ausführlich
begründet (IV-act. 529; vgl. auch IV-act. 543). Im Beschwerdeverfahren rügt die
Beschwerdegegnerin nicht mehr, die Kosten seien zu hoch. Es kann davon
ausgegangen werden, dass die Orthesen die Anforderungen der Einfachheit und
Zweckmässigkeit gemäss Art. 2 Abs. 4 HVI erfüllen. Die Beschwerde ist folglich unter
Aufhebung der angefochtenen Verfügung gutzuheissen.
3.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis
Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint
als angemessen. Die Beschwerdegegnerin unterliegt vollumfänglich, sodass ihr als
nicht von der Pflicht zur Übernahme amtlicher Kosten befreiter selbstständiger
öffentlich-rechtlicher Anstalt die ganze Gerichtsgebühr aufzuerlegen ist. Das bereits
bewilligte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten)
wird damit gegenstandslos.
bis
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3.3 Bei diesem Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine
Parteientschädigung, die vom Gericht ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen wird
(Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. VRP/SG, sGS 951.1). Angemessen erscheint
eine Parteientschädigung von Fr. 3'000.- (einschliesslich Barauslagen und
Mehrwertsteuer).
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG