Decision ID: 04385a74-6a79-5f50-bf0a-ce31112c35b4
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Der Beschwerdeführer ersuchte am 16. Juni 2021 in der Schweiz um Asyl
(Akten der Vorinstanz [SEM-act.] 1, 18/4).
B.
Am 22. Juni 2021 nahm die Vorinstanz seine Personalien auf und stellte
erste Fragen zu seinem Reiseweg. Im Rahmen des persönlichen Dublin-
Gesprächs vom 24. Juni 2021 wurde dem Beschwerdeführer seitens der
Vorinstanz rechtliches Gehör gewährt, insbesondere zur möglichen Zu-
ständigkeit Frankreichs zur Durchführung des Asyl- und Wegweisungsver-
fahrens, zum beabsichtigten Nichteintretensentscheid und zur Überstel-
lung in diesen Dublin-Mitgliedstaat. Dabei bestätigte der Beschwerdefüh-
rer, sich von September 2017 bis Januar 2021 zunächst mit einem Visum
und anschliessend mit einer Aufenthaltsbewilligung zu Studienzwecken in
Frankreich aufgehalten zu haben. Er wolle aber aus Sicherheitsgründen
nicht nach Frankreich zurück. Er fühle sich dort aufgrund von eigenen po-
litischen Aktivitäten bedroht. Im Übrigen sei er nach seinem Aufenthalt in
Frankreich nach Djibouti zurückgekehrt, wobei er diesen Aufenthalt nicht
belegen könne. Schliesslich habe er seinen Heimatstaat wieder verlassen
und sei mit einem gefälschten Reisepass (den der Schlepper nach Ge-
brauch wieder an sich genommen habe) auf dem Luftweg über Äthiopien
und Italien in die Schweiz gelangt. Zu seiner gesundheitlichen Verfassung
befragt gab er gleichen Ortes an, er leide psychisch wegen der Verfolgung,
die er in Djibouti erlitten habe (SEM-act. 14).
C.
Mit Verfügung vom 25. August 2021 – eröffnet am 26. August 2021 – trat
die Vorinstanz in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31)
nicht auf das Asylgesuch ein, ordnete die Wegweisung nach Frankreich an
und forderte den Beschwerdeführer auf, die Schweiz am Tag nach Ablauf
der Beschwerdefrist zu verlassen. Gleichzeitig wies die Vorinstanz auf die
einer allfälligen Beschwerde von Gesetzes wegen fehlende aufschiebende
Wirkung hin und beauftragte den Kanton Zürich mit dem Vollzug der Weg-
weisung (SEM-act. 24).
D.
Mit Beschwerde vom 1. September 2021 gelangte der Beschwerdeführer
an das Bundesverwaltungsgericht. Er beantragte, die vorinstanzliche Ver-
fügung sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, ihre Pflicht oder ihr
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Recht zum Selbsteintritt auszuüben und sich für vorliegendes Asylverfah-
ren zuständig zu erklären. Eventualiter sei die angefochtene Verfügung
aufzuheben und das Verfahren zur erneuten Sachverhaltsfeststellung und
Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher
Hinsicht sei eine angemessene Nachfrist zwecks Beschwerdeergänzung
zu gewähren. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen
und die Vollzugsbehörden seien anzuweisen, von einer Überstellung nach
Frankreich abzusehen, bis das Bundesverwaltungsgericht über die vorlie-
gende Beschwerde entschieden habe. Es sei auf die Erhebung eines Kos-
tenvorschusses zu verzichten und die unentgeltliche Prozessführung zu
gewähren (Akten des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer-act.] 1).
E.
Am 2. September 2021 lagen dem Bundesverwaltungsgericht die Akten in
elektronischer Form vor und gleichentags setzte der Instruktionsrichter den
Vollzug der Überstellung gestützt auf Art. 56 VwVG einstweilen aus
(BVGer-act. 2).
F.
Am 6. September 2021 reichte der Beschwerdeführer über seine neu man-
datierte Rechtsvertretung eine Beschwerdeergänzung nach (BVGer-
act. 4).

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG,
soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).
1.2. Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Der Be-
schwerdeführer ist zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 48
Abs. 1 VwVG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).
1.3. Die Beschwerde erweist sich – wie im Folgenden zu zeigen sein wird
– als offensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterli-
cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungs-
weise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung
eines Schriftenwechsels und mit summarischer Begründung zu behandeln
ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG).
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2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).
3.
3.1. In seiner Rechtsmitteleingabe vom 1. September 2021 macht der Be-
schwerdeführer in mehrfacher Hinsicht geltend, die Vorinstanz habe seinen
Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. So habe sie ihn nicht ausreichend
zu seinem Aufenthalt in Djibouti angehört, diesen zu Unrecht in Frage ge-
stellt bzw. den Sachverhalt unrichtig beurteilt und die französischen Behör-
den entsprechend falsch informiert.
3.2. Die Parteien haben im Verwaltungsverfahren und im verwaltungsge-
richtlichen Verfahren Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV
und Art. 29 ff. VwVG). Dazu gehört, dass die Behörde die Partei anhört,
bevor sie verfügt (Art. 30 Abs. 1 VwVG).
3.3. Die Vorinstanz hat den Beschwerdeführer anlässlich des Dublin-Ge-
sprächs vom 24. Juni 2021 zur Zuständigkeit Frankreichs sowie zur Weg-
weisung dorthin angehört. In Bezug auf den vom Beschwerdeführer gel-
tend gemachten Aufenthalt in Djibouti hat die Vorinstanz festgehalten, er
habe sein Heimatland zuletzt im (...) 2021 verlassen und sei per Flugzeug
über Äthiopien und Italien in die Schweiz gelangt. Zu seinem Aufenthalt in
Djibouti zwischen (...) 2021 und (...) 2021 habe er keine Beweise. Djibouti
kenne keine Wohnsitzbestätigungen und es seien ihm auch seine Ausweis-
papiere abgenommen worden, weshalb er keinen Einreisestempel vor-
weise könne. In die Schweiz sei er mit einem gefälschten Pass gereist, den
er von einem Schlepper erhalten habe, und welcher von diesem auch wie-
der zurückgenommen worden sei. Diese von der Vorinstanz anlässlich des
Gesprächs protokollierten Aussagen hat der Beschwerdeführer rücküber-
setzt erhalten und deren Richtigkeit anschliessend unterschriftlich bestätigt
(SEM-act. 14/1 f.). Gestützt darauf ist anzunehmen, dass ihm seitens der
Vorinstanz in genügender Weise Gelegenheit gegeben wurde, sich zu äus-
sern. Unter den gegebenen Umständen war die Vorinstanz entgegen der
Ansicht des Beschwerdeführers nicht gehalten, nachzufragen und zu ver-
suchen, weiter in die Details zu gehen. Eine Verletzung des Anspruchs auf
rechtliches Gehör ist diesbezüglich nicht erkennbar.
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3.4. Die Rüge des Beschwerdeführers, die Vorinstanz habe die französi-
schen Behörden falsch informiert, betrifft die Informationspflicht des ersu-
chenden Mitgliedstaats. Das Standardformblatt, das gemäss Art. 21 Abs. 3
der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des
Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur
Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-
staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-
trags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO)
für das Aufnahmegesuch zu verwenden ist, muss alle Informationen ent-
halten, anhand derer der ersuchte Mitgliedstaat prüfen kann, ob er gemäss
den in der Dublin-III-VO definierten Kriterien zuständig ist. Eine Verletzung
dieser Verpflichtung kann dazu führen, dass die Zustimmung des ersuch-
ten Mitgliedstaates nicht rechtswirksam ist (vgl. Urteile des BVGer F-3753
vom 12. Dezember 2019 E. 4.2.1; F-1696/2019 vom 10. Mai 2019 E. 7.2
m.w.H.).
3.5. Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers hat die Vorinstanz
in ihrem Übernahmeersuchen an die französischen Behörden alle Anga-
ben des Beschwerdeführers vollständig und korrekt übermittelt und insbe-
sondere auch explizit auf seine behauptete Rückreise nach Djibouti hinge-
wiesen. So hielt sie unter anderem fest, der Beschwerdeführer gebe an,
dass er im (...) 2021 in seinen Heimatstaat zurückgekehrt sei. Angesichts
der fehlenden Belege für die geltend gemachte Rückreise nach Djibouti
erachte man es jedoch als wahrscheinlich, dass er die ganze Zeit über in
Frankreich geblieben und von dort aus direkt in die Schweiz gelangt sei
(SEM-act. 16/6). Damit hat die Vorinstanz den ihr bekannten Sachverhalt
in gebührender Weise den französischen Behörden offengelegt und erläu-
tert, weshalb sie die Angaben des Beschwerdeführers bezüglich seiner
Rückreise nach Djibouti als nicht glaubhaft erachte. Eine falsche Informa-
tion seitens der Vorinstanz, wie vom Beschwerdeführer behauptet, ist dem
Übernahmegesuch nicht zu entnehmen.
3.6. Die formellen Rügen erweisen sich nach dem Gesagten als unbegrün-
det, weshalb dem Eventualbegehren um Rückweisung der Angelegenheit
an die Vorinstanz zwecks Klärung des Sachverhalts und Neubeurteilung
nicht stattzugeben ist. Die vom Beschwerdeführer in diesem Zusammen-
hang weiter vorgebrachten Rügen, wonach die Vorinstanz den Aufenthalt
in Djibouti zu Unrecht in Frage gestellt beziehungsweise den Sachverhalt
unrichtig beurteilt habe, beschlagen hingegen die Frage der materiellen
Richtigkeit der angefochtenen Verfügung, auf welche im Folgenden einzu-
gehen ist.
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4.
4.1. Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-
weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG).
4.2. Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem
einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III der
Dublin-III-VO als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch Art. 7 Abs. 1
Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitglied-
staates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylan-
trag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). Im Rahmen des Wiederauf-
nahmeverfahrens (Art. 23-25 Dublin-III-VO) findet grundsätzlich keine
(neue) Zuständigkeitsprüfung nach Kapitel III Dublin-III-VO mehr statt
(vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1).
4.3. Besitzt ein Antragsteller einen gültigen Aufenthaltstitel, so ist gemäss
Art. 12 Abs. 1 Dublin-III-VO derjenige Mitgliedstaat für die Prüfung des An-
trags auf internationalen Schutz zuständig, der den Aufenthaltstitel ausge-
stellt hat. Dasselbe gilt, wenn der Aufenthaltstitel seit weniger als zwei Jah-
ren abgelaufen ist, sofern der Antragsteller das Hoheitsgebiet der Mitglied-
staaten nicht verlassen hat (Art. 12 Abs. 4 Dublin-III-VO).
4.3.1. Der Beschwerdeführer hatte vor seiner Einreise in die Schweiz in
keinem Drittstaat ein Asylgesuch gestellt. Indessen verfügte er zuvor über
einen befristeten Aufenthaltstitel in Frankreich. So gab er an, ihm sei für ein
Masterstudium zunächst ein Visum, gültig zwischen 2017 und 2018, und
danach eine auf ein Jahr befristete Aufenthaltsbewilligung ausgestellt wor-
den, welche einmal um ein Jahr verlängert worden sei. Seine letzte Aufent-
haltsbewilligung sei ungefähr bis Oktober 2020 gültig gewesen (ihm jedoch
bei seiner Ausreise aus Frankreich im (...) 2021 abgenommen worden).
Dem gestützt auf diese Angaben des Beschwerdeführers gestellten Über-
nahmeersuchen der Vorinstanz vom 24. Juni 2021 stimmten die französi-
schen Behörden gestützt auf Art. 12 Abs. 4 Dublin-III-VO fristgerecht zu
(SEM-act. 21). Demnach ist davon auszugehen, dass der Beschwerdefüh-
rer in Frankreich einen Aufenthaltstitel besass, dessen Ablauf weniger als
zwei Jahre zurückliegt, was vom Beschwerdeführer nicht bestritten wird.
4.3.2. Bestritten wird die Zuständigkeit Frankreichs indes, weil der Be-
schwerdeführer sich von (...) bis (...) 2021 in Djibouti und damit ausserhalb
des Hoheitsgebiets der Dublin-Mitgliedstaaten aufgehalten haben will, und
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damit die Zuständigkeit gemäss Art. 19 Abs. 2 Dublin-III-VO auf die
Schweiz übergegangen sei.
4.3.2.1 In seiner ergänzenden Rechtsmitteleingabe vom 6. September
2021 macht der Beschwerdeführer dazu geltend, er sei bei seiner Einreise
in Djibouti am (...) 2021 von der Grenzpolizei einvernommen und zu den
Gründen für seine Rückkehr sowie zu seinen politischen Aktivitäten befragt
worden. Sein Reisepass sowie weitere Dokumente und Gegenstände
seien dabei konfisziert worden. Eine Herausgabe sei ihm auch Tage später
auf seine Vorsprache hin verweigert worden mit der Begründung, es seien
Ermittlungen gegen ihn im Gang. Am (...) 2021 sei er bei sich zuhause von
der Polizei festgenommen, auf das Commissariat General verbracht und
dort während dreier Tage festgehalten, befragt und gefoltert worden. Nach
seiner Freilassung habe er sich zwei Tage im Spital C._ behandeln
lassen und sei dann untergetaucht. Er habe seine Ausreise geplant und für
die Zeit bis dahin eine Wohnung gesucht, was ihm auch gelungen sei.
Schliesslich habe er am (...) 2021 das Land mit Hilfe eines Schleppers und
mit einem gefälschten Reisepass verlassen können. Dieser Sachverhalt
lasse sich mit zwei gleichzeitig eingereichten Dokumenten, einem vom Spi-
tal C._ am (...) 2021 ausgestellten ärztlichen Rezept und einem auf
den (...) 2021 datierten Mietvertrag, beides auf seinen Namen lautend, be-
legen. Die Dokumente seien von einer in Djibouti lebenden Verwandten
abfotografiert und ihm per Messenger übermittelt worden.
4.3.2.2 Der Beschwerdeführer legt nicht offen, wie er beziehungsweise
seine nicht näher bezeichnete Verwandte an diese Dokumente herange-
kommen sein will. Deren Existenz erstaunt umso mehr, als der Beschwer-
deführer sie noch in seiner Rechtsmitteleingabe vom 1. September 2021
unerwähnt liess. Als eigenartig ist auch die Tatsache zu bewerten, dass der
Beschwerdeführer, der sich ja auf der Flucht vor staatlichen Behörden be-
funden haben will, sich einen schriftlichen, mit seinem Namen versehenen
Mietvertrag ausstellen liess.
4.3.2.3 Schliesslich kann den Dokumenten aber auch deshalb kein rele-
vanter Beweiswert zugesprochen werden, weil es sich um von Hand aus-
gefüllte (und schon deshalb leicht manipulierbare) Formulare handelt, und
deren Authentizität nicht überprüft werden kann, weil sie nicht in Form ei-
nes Originals oder einer qualitativ hochstehenden Kopie, sondern lediglich
als Fotografie eingereicht wurden.
4.3.3. Aus den dargelegten Gründen kann der Beschwerdeführer auch mit
den von ihm nachgereichten Beweismitteln einen Aufenthalt in Djibouti
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nicht glaubhaft darlegen. Folglich durfte die Vorinstanz zu Recht davon
ausgehen, dass er das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten nach seinem Auf-
enthalt in Frankreich nicht wieder verlassen hat, womit die die grundsätzli-
che Zuständigkeit Frankreichs gegeben ist.
5.
Hinweise auf eine im Sinne der EMRK oder anderer verbindlicher völker-
rechtlicher Bestimmungen als unzulässig zu qualifizierende Überstellung
des Beschwerdeführers sind den Akten nicht zu entnehmen. Sollte er tat-
sächlich Grund zur Befürchtung haben, in Frankreich wegen seiner Her-
kunft oder politischen Einstellung von Drittpersonen behelligt zu werden,
so stünde es ihm frei, dagegen die Hilfe staatlicher Organe in Anspruch zu
nehmen. Gründe für eine Anwendung der Ermessensklauseln von Art. 17
Abs. 1 Dublin-III-VO und von Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom
11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) sind ebenfalls nicht ersichtlich;
eine gesetzeswidrige Ermessensausübung durch die Vorinstanz kann
nicht ausgemacht werden.
6.
Die Vorinstanz ist damit zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten und
hat die Überstellung nach Frankreich verfügt. Die Beschwerde ist abzuwei-
sen. Der Antrag auf Gewährung aufschiebender Wirkung erweist sich mit
der Ausfällung des vorliegenden Urteils als gegenstandslos.
7.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist abzuwei-
sen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt
– als aussichtslos zu bezeichnen sind. Die Verfahrenskosten sind dem Be-
schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt
Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht
[VGKE, SR 173.320.2]).
8.
Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).
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