Decision ID: 1e8884ea-5dbd-5a24-8e4d-d25c50692a61
Year: 2011
Language: de
Court: SG_VG
Chamber: SG_VG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ M. K. ist Eigentümer der 6,5 ha grossen Parzelle Nr. 111, Grundbuch E. Das
Grundstück liegt nach dem Zonenplan der Gemeinde E. vom 3. November 1994 in der
Landwirtschaftszone. Für einen kleineren Teil der Parzelle liegt der Hinweis "Wald" vor.
Zwei Bereiche sind der Grünzone d GN zugewiesen. Gemäss Geoinformationssystem
sieht die genaue Bodenbedeckung wie folgt aus:
Acker, Wiese 43'928 m
fliessendes Gewässer 7 m
Gartenanlage 2'319 m
Gebäude Assek.-Nr. 657 93 m
Gebäude Assek.-Nr. 659 163 m
Gebäude Assek.-Nr. 661 5 m
geschlossener Wald 15'945 m
Hoch-, Flachmoor 2'358 m
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Strasse, Weg 256 m
übrige bestockte Fläche 165 m
Der kantonale Richtplan weist die Landwirtschaftsparzelle dem Lebensraum bedrohter
Arten - Schongebiete zu. Die Schutzverordnung der Gemeinde samt Schutzplan vom 3.
November 1994 nimmt diese Zuteilung auf und teilt das Grundstück, nebstdem sie
dieses dem Landschaftsschutzgebiet zuweist, ebenfalls dem Lebensraum
Schongebiete zu. Die im Zonenplan ausgeschiedenen Grünzonen sind gemäss
Schutzverordnung der Gemeinde E. vom 3. November 1994 im Verzeichnis der
Naturschutzgebiete als Nrn. T1 (Trockenstandort L. [trockene Magerwiese in
südexponierter Steilhanglage mit typischer Trockenpflanzengesellschaft]) und N1
(Bodenholz [sehr schönes, langgezogenes Flachried mit Wasserfall an der
Entwässerungsstelle]) aufgeführt.
B./ Am 17. Februar 2009 erliess der Gemeinderat E. eine revidierte Schutzverordnung
und den dazugehörigen Schutzplan. Darin sind die beiden Naturschutzgebiete T1 und
N1 wiederum verzeichnet, letzteres neu mit einer Pufferzone. M. K. erhob innerhalb der
Auflagefrist vom 3. März 2009 bis 1. April 2009 Einsprache gegen die Revision der
Schutzverordnung. Er verlangte insbesondere, dass die erwähnten Trocken- und
Nassstandorte nicht über das heutige Ausmass hinaus erweitert würden. Der
Gemeinderat wies die Einsprache am 16. Dezember 2009 ab und verfügte die
Anweisung, dass der bereits rechtskräftig ausgeschiedene Trockenstandort wiederum
vorschriftsgemäss extensiv bewirtschaftet werde. Dagegen liess der Einsprecher durch
seinen Rechtsvertreter am 31. Dezember 2009 beim Baudepartement Rekurs erheben.
Dieses holte beim Amt für Raumentwicklung und Geoinformation (abgekürzt AREG)
eine koordinierte Vernehmlassung ein und wies den Rekurs sodann mit Entscheid vom
5. Oktober 2010 ab, soweit er nicht zufolge Rückzugs als gegenstandslos
abgeschrieben werden konnte.
C./ Gegen den Rekursentscheid erhob M. K. mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom
19. Oktober 2010 Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit den Anträgen, der
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angefochtene Entscheid sei kostenpflichtig aufzuheben, soweit damit sein Rekurs
abgewiesen werde. Sein Rechtsmittel sei insofern zu schützen, als das
Naturschutzgebiet Nr. T1 auf den steilen Grashang zu beschränken sei und nicht über
die Krete hinaus erweitert werde. Das Naturschutzgebiet Nr. N1 sei nicht über das
heutige Ausmass hinaus zu erweitern.
Mit Beschwerdeergänzung vom 3. November 2010 wehrt er sich dagegen, dass der
Schutzumfang des Nassstandorts mit der neuen Schutzverordnung vergrössert werde.
Die Gemeinde habe ja selbst angegeben, dass sich die räumliche Ausdehnung auf
Grund einer Neuvermessung um rund 140 m vergrössert habe. Diese Erweiterung sei
für den Schutz des Riets weder zweckmässig noch nötig. Der Trockenstandort sei vor
etlichen Jahren durch ein Mitglied der Naturschutzkommission ausgepflockt worden,
und zwar einzig im Bereich des Steilhangs. Beim Kauf des Grundstücks im Jahr 2007
habe ihm folglich nicht bewusst sein müssen, dass er auch einen Teil der Ebene
oberhalb des Hangs bloss extensiv bewirtschaften dürfe. Einen Teil der Schutzfläche
müsse er ohnehin für die Bewirtschaftung des dahinter liegenden Landes befahren
können. Der Schutzgegenstand, soweit dieser im flachen Bereich liege, könne somit
nicht wirklich geschont werden, weshalb die Unterschutzstellung im heutigen Rahmen
unzweckmässig sei. Auch bei der Ertragswertschätzung bleibe der Trockenstandort Nr.
T1 unberücksichtigt. Mithin bezahle er Steuern, als ob es keinen Trockenstandort gebe.
D./ Das Baudepartement beantragt am 22. November 2010, die Beschwerde
abzuweisen. Es bestreitet, dass die beiden Schutzobjekte durch die revidierte
Schutzverordnung gegenüber den in der aktuell gültigen Schutzverordnung bereits
rechtskräftig verfügten Einschränkungen Erweiterungen erfahren würden. Beim
Nassstandort Nr. N1 habe sich einzig das Messresultat verändert, weil die Fläche neu
mit dem Global Positioning System (abgekürzt GPS) vermessen worden sei, nicht aber
der diesem zu Grunde liegende Umfang. Aber auch beim rechtsverbindlich
festgelegten Trockenstandort Nr. T1 habe sich an der Schutzwürdigkeit nichts
geändert.
E./ Der Gemeinderat beantragt mit Stellungnahme vom 8. Dezember 2010 die
Abweisung der Beschwerde.
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F./ Der Gerichtspräsident sistierte das Verfahren mit Verfügung vom 2. März 2011 bis
zur Genehmigung der angefochtenen Schutzverordnung durch das Baudepartement.
Diese erfolgte am 11. April 2011, worauf das Gericht das Verfahren am 12. April 2011
wieder aufgenommen hat. Der Beschwerdeführer teilte am 13. April 2011 mit, dass er
an der Beschwerde festhalte.

Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Der Beschwerdeführer beantragt einen Augenschein.
Der Augenschein ist die unmittelbare sinnliche Wahrnehmung von Tatsachen durch die
entscheidende Instanz. Er dient dem besseren Verständnis des Sachverhalts. Ob ein
Augenschein durchzuführen ist, liegt im pflichtgemässen Ermessen der urteilenden
Instanz. Unbestrittene Tatsachen brauchen nicht durch einen Augenschein überprüft zu
werden, sofern eine Nachprüfung nicht durch öffentliche Interessen geboten ist
(Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003,
Rz. 966).
Die tatsächlichen Verhältnisse ergeben sich im vorliegenden Fall aus den
massgeblichen Plänen, den Fotografien, dem Geoportal (www.geoportal.ch) und aus
den übrigen Verfahrensakten. Auf einen Augenschein ist daher zu verzichten.
3. Bei den beiden Standorten Nrn. N24 und T1 handelt es sich um ein Flachried bzw.
eine trockene Magerwiese und damit um zwei hochwertige Lebensräume für eine
Vielzahl gefährdeter einheimischer Tiere und Pflanzen. Beide Biotope sind nach Art. 18
Abs. 1bis des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz (SR 451, abgekürzt
NHG) besonders zu schützen bzw. als Schutzgegenstände zu erhalten (Art. 17 Abs. 1
lit. d des Raumplanungsgesetzes, SR 700, abgekürzt RPG; Art. 98 Abs. 1 lit. d des
Baugesetzes, sGS 731.1, abgekürzt BauG). Mit der Einführung des Art. 18 Abs. 1bis
und Abs. 1ter NHG ist der Schutz dieser Lebensräume verbindlich (J. Rohrer in: Keller/
Zufferey/Fahrländer [Hrsg.], Kommentar NHG, Zürich 1997, Rz. 19 zum 1. Kapitel).
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4. Die Art der Schutzmassnahme richtet sich nach dem zu schützenden Objekt.
Während sich für Einzelobjekte Verfügungen eignen, sind für ganze Landschaften oder
Ortsbilder planerische Massnahmen in Zonen- und Sondernutzungsplänen oder
Schutzverordnungen angezeigt (Art. 99 Abs. 4 BauG; B. Heer, St. Gallisches Bau- und
Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 1060). Wird ein Schutzgebiet nach Art. 12 der
Naturschutzverordnung (sGS 671.1, abgekürzt NHV) errichtet, ist darüber eine
Schutzverordnung zu erlassen (Heer, a.a.O., Rz. 1071). Konkret hat der nach Art. 101
Abs. 1 BauG zuständige Gemeinderat die beiden schützenwerten Nass- und
Trockenstandorte vor knapp zwanzig Jahren als Schutzgegenstände erklärt und sie im
Verzeichnis der Naturschutzgebiete der am 9. Juni 1992 bzw. 16. September 1992
beschlossenen und am 3. November 1994 vom Baudepartement genehmigten
Schutzverordnung als Standorte Nr. N1 und Nr. T1 aufgenommen. In den Akten
befindet sich sodann ein Bewirtschaftungsvertrag vom September/Oktober 1992,
woraus hervorgeht, dass der damalige Bewirtschafter schon zu jener Zeit für die
vorschriftsgemässe Pflege des geschützten Rieds (22 Aren) und der entsprechenden
Pufferzone (15 Aren) entschädigt worden ist.
5. In der Zwischenzeit hat der Gemeinderat die Schutzverordnung vollständig
überarbeitet und die beiden Nachträge vom 13. Oktober 2003 und 24. September 2004
integriert.
5.1. Die Raumplanung bildet eine ständige und durchgehende Aufgabe, die eine
Veränderung der Verhältnisse und neue Erkenntnisse zu berücksichtigen hat. Eine
Planung gilt nur als sachgerecht, wenn sie bei Bedarf mit der Wirklichkeit in
Übereinstimmung gebracht wird. Baureglement, Zonen- und Sondernutzungspläne
sowie Schutzverordnungen werden deshalb geändert oder aufgehoben, wenn es aus
wichtigen öffentlichen Interessen geboten ist, insbesondere wenn sich die Grundlagen
ihres Erlasses wesentlich geändert haben oder wenn wesentliche neue Bedürfnisse
nachgewiesen sind (Art. 21 Abs. 2 RPG, Art. 32 Abs. 1 BauG). Die Eigentumsgarantie
nach Art. 26 der Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt BV) steht der entsprechenden
Anpassung der Nutzungsplanung nicht entgegen, da die Planung dem Eigentümer
keinen Anspruch darauf gibt, dass sein Land dauernd in der gleichen Zone zugeteilt
verbleibe (Waldmann/Hänni, Rauplanungsgesetz, Bern 2006, Rz. 11 mit Hinweisen).
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5.2. Das AREG attestierte der Gemeinde im Vorprüfungsbericht vom 12. Dezember
2007 zur überarbeiteten Schutzverordnung, dass die Naturobjekte bereits in der
bisherigen Verordnung mustergültig inventarisiert und dokumentiert seien. Darüber
hinaus verlangte es aber, dass die Schutzobjekte in einem vergrösserten Ausschnitt
und parzellengenau dargestellt würden und dass namentlich beim Nassstandort Nr. N1
Ost zusätzlich eine Pufferzone ausgeschieden und beim Trockenstandort Nr. T1 der
Waldspickel, der im Plan neu in die Schutzfläche ragt, weggelassen werde. Bei
Verkleinerungen der Naturschutzgebiete, insbesondere wenn ein Waldeinwuchs
stattgefunden hat, empfiehlt die Abteilung Natur- und Landschaftsschutz des Amtes für
Natur, Jagd und Fischerei regelmässig, das Schutzobjekt nicht zu verkleinern, solange
die Fläche für das Naturschutzgebiet nicht endgültig wertlos geworden ist bzw. mit
einer erneut konsequent durchgeführten Pflege gleichwohl erhalten werden kann. Unter
Umständen kann in einem Naturschutzgebiet selbst ein beispielsweise mit Föhren oder
Sträuchern eingewachsener Flächenteil neben einer normal bewirtschafteten
Magerwiese Sinn machen. Es kann aber auch sein, dass mit einer erkannten und
lokalisierten Verbuschung entsprechende Pflegemassnahmen geplant werden können,
solange die Fläche nicht aufgegeben wird. Dementsprechend genehmigte das
Baudepartement am 11. April 2011 die entsprechend ihren Vorgaben überarbeitete
Schutzverordnung vom 17. Februar 2009.
5.3. Biotope werden nach Art. 14 Abs. 2 der Verordnung über den Natur- und
Heimatschutz (SR 451.1, abgekürzt NHV) insbesondere durch Massnahmen zur
Wahrung oder nötigenfalls Wiederherstellung ihrer Eigenart und biologischen Vielfalt (lit.
a), durch Unterhalt, Pflege und Aufsicht zur langfristigen Sicherung des Schutzziels (lit.
b), durch Gestaltungsmassnahmen, mit denen das Schutzziel erreicht, bestehende
Schäden behoben und künftige Schäden vermieden werden können (lit. c) sowie durch
Ausscheidung ökologisch ausreichender Pufferzonen (lit. d) geschützt. Daraus folgende
Eigentumsbeschränkungen, die zum Schutz von Objekten des Natur- und
Heimatschutzes nötig sind (Art. 78 BV), liegen allgemein im öffentlichen Interesse. Wie
weit dieses Interesse reicht bzw. in welchem Ausmass ein Objekt Schutz verdient, ist
im Einzelfall zu prüfen. Dabei ist der Grundsatz der Verhältnismässigkeit zu beachten,
wobei zu beachten ist, dass dem Denkmalschutz, dem Biotop-, Landschafts- und
Ortsbildschutz sowie dem Moorschutz ein sehr hohes Gewicht zukommt (B. Heer,
a.a.O., Rz. 1056 mit Hinweisen).
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6. Vorliegend ist unbestritten, dass die beiden Schutzgegenstände Nrn. N1 und T1 an
sich nach wie vor schutzwürdig sind. Streitig sind einzig ihre räumlichen
Abgrenzungen.
6.1. Der Nassstandort Nr. N1 Bodenholz wird in der neuen Schutzverordnung wie
vormals als langgezogenes Ried entlang eines Fliessgewässers mit einem Wasserfall
an der Entwässerungsstelle beschrieben. Die planerische Darstellung des Moors im
überarbeiteten Schutzplan 1:5000 entspricht derjenigen im bisherigen Plan, dazu
gekommen ist die ausgeschiedene Pufferzone, die das Schutzgebiet umschliesst.
Konkret wehrt sich der Beschwerdeführer dagegen, dass das geschützte Moor mit der
neuen Schutzverordnung flächenmässig um 140 m vergrössert wird.
6.1.1. Die Begrenzung des schützenswerten Lebensraums erfolgt nach den Kriterien
von Art. 14 Abs. 3 NHV, wobei über die Grenzen des eigentlichen Biotops hinaus
ökologisch ausreichende Pufferzonen ausgeschieden werden müssen (K. L. Fahrländer
in: Keller/Zufferey/Fahrländer [Hrsg.], a.a.O., Rz. 41 ff. zu Art. 18a NHG; H. Maurer in:
Keller/Zufferey/Fahrländer [Hrsg.], a.a.O., Rz. 18 zu Art. 18b NHG). Die Pufferzone ist
eine Vorzone, in der von einer extensiven Beweidung durch Rindvieh abgesehen die
Bewirtschaftung eingeschränkt ist. Pufferzonen zählen vom Hochmoorumfeld
abgesehen grundsätzlich nicht zum Perimeter der zu schützenden Lebensräume. Für
sie gelten hinsichtlich der landwirtschaftlichen Nutzungen regelmässig weniger starke
Einschränkungen als im eigentlichen Schutzgebiet. Verboten sind von der
unmittelbaren Düngung durch das Weidevieh abgesehen in erster Linie die
Verwendung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln und die Nutzung als Ackerbau
(Art. 9 der Schutzverordnung vom 11. April 2011). Für die Abstimmung auf
angrenzende Zonen ist der Leitfaden bzw. der Pufferzonen-Schlüssel des
Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft BUWAL (heute Bundesamt für Umwelt
BAFU, www.bafu.admin.ch -> Dokumentation -> Publikationen) wegleitend.
6.1.2. Das konkrete Flächenmass des kommunal bedeutsamen Nassstandorts Nr. N1
ist weder in der alten, noch in der neuen Schutzverordnung ziffernmässig festgelegt, es
muss vielmehr aus dem Schutzplan selbst herausgelesen bzw. den bisherigen
Bewirtschaftungsverträgen entnommen werden. Während die planerische Erfassung
der Naturschutzgebiete bisher von Auge erfolgt ist, wurde das Ried für den aktuellen
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Schutzplan anhand des tatsächlich vorgefundenen Florabestands mit GPS vermessen.
Dass daraus eine gewisse Messdifferenz resultiert, ist offenkundig. Eine Abweichung
von 140 m mag zwar auf den ersten Blick als gross erscheinen. Dieser Eindruck wird
aber wesentlich relativiert, wenn man bedenkt, dass die planerische Umsetzung im
Massstab 1:5000 erfolgt, wobei fünf Meter in Realität lediglich noch einem Millimeter
auf der Karte entsprechen. Eine Differenz von einem Meter im tatsächlichen Gelände ist
somit im Plan kaum mehr auszumachen, selbst wenn die Abweichung von einem Meter
in der Breite auf eine Länge von 100 m im tatsächlichen Gelände eine Fläche von 100
m ausmacht. Somit ist der Einwand der Vorinstanz ohne weiteres nachvollziehbar,
dass die geltend gemachte Differenz von 140 m einzig in der Abweichung zwischen
der ursprünglich bloss von Auge erfassten und dementsprechend ungenau in die Karte
übertragenen Schutzfläche und dem heute mit GPS genau vermessenen Schutzgebiet
gründet, ohne dass dabei der Schutzumfang im tatsächlichen Gelände tatsächlich
ausgedehnt worden ist.
6.1.3. Der Beschwerdeführer bringt von der ziffernmässigen Abweichung abgesehen
nichts weiter vor. Insbesondere bezeichnet er keinen konkreten Bereich seines
Grundstücks, der mit dem neuen Schutzplan zusätzlich dem Schutzbereich des
Nassstandorts zugeschlagen worden wäre, noch zeigt er auf, welcher Teil des
Moorbiotops auf seinem Grundstück (wieder) aus dem Schutzperimeter entlassen
werden sollte. Die Notwendigkeit der neu als Pufferzone ausgeschiedenen Fläche
ergibt sich aus dem Gesetz (Art. 14 Abs. 2 lit. d NHV sowie den besonderen
Verordnungen für die verschiedenen Moore) und zählt nicht zum Perimeter des
eigentlichen Schutzgegenstands. Der Beschwerdeführer macht in diesem
Zusammenhang denn auch nicht geltend, noch ist sonstwie ersichtlich, dass bzw.
wieso beim vorliegenden Moorbiotop die gesetzlich vorgeschriebene und von der
Genehmigungsbehörde ausdrücklich verlangte Pufferzone konkret nicht nötig sein
sollte.
6.2. Beim Trockenstandort Nr. T1 L. handelt es sich laut Kurzbeschreibung in der
Schutzverordnung um eine trockene Magerwiese in südexponierter Steilhanglage mit
typischer Trockenpflanzengesellschaft. Magerwiesen sind ungedüngte Wiesen, die ein
bis zwei Mal im Jahr gemäht werden. Sie wachsen auf magerem, trockenem
Untergrund. Die kargen Bedingungen sind Voraussetzung für das Gedeihen vieler
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seltener Pflanzenarten. Magerwiesen werden erst ab Ende Juni oder im Juli
geschnitten, damit sich die meisten Pflanzen versamen können.
6.2.1. Der Beschwerdeführer akzeptiert grundsätzlich auch diesen Schutzgegenstand.
Soweit sich der Perimeter der geschützten Trockenwiese auf das flachere Teilstück
über den Kuppenrand erstreckt, bestreitet er aber, dass auch diese Fläche je
schutzwürdig gewesen sei, bzw. er behauptet, der Trockenstandort sei in diesem
Bereich bereits vor langer Zeit aufgegeben worden. So oder so habe er beim Kauf des
Grundstücks vor vier Jahren nicht gewusst, dass er diesen Teil ebenfalls nur extensiv
bewirtschaften dürfe.
6.2.2. Nutzungspläne - und damit auch Schutzverordnungen - sind für jedermann
verbindlich (Art. 21 Abs. 1 RPG). Haben sich die Verhältnisse erheblich geändert,
werden sie überprüft und nötigenfalls angepasst (Art. 21 Abs. 2 RPG und Art. 32 Abs. 1
BauG). Demnach werden Planerlasse geändert oder aufgehoben, wenn es aus
wichtigen öffentlichen Interessen geboten ist, was insbesondere dann der Fall ist, wenn
sich die rechtlichen oder tatsächlichen Grundlagen ihres Erlasses wesentlich geändert
haben oder wenn wesentliche neue Bedürfnisse nachgewiesen sind. Planungsfehler
dagegen können jederzeit korrigiert werden (Heer, a.a.O., Rz. 189).
6.2.3. Die Behauptung, die trockene Magerwiese sei im bisherigen Umfang gar nie
schützenswert gewesen, entbehrt jeglicher Grundlage, nachdem das
Naturschutzgebiet Nr. T bereits seit siebzehn Jahren rechtskräftig im heutigen
Ausmass ausgeschieden ist. Dass die Berufung auf eine allfällige Unkenntnis der
gesetzlichen Regelung ausser Betracht fällt, versteht sich von selbst (BGE 2A.514/2003
vom 5. November 2003 E. 3.2). Der Beschwerdeführer kann insbesondere nichts zu
seinen Gunsten daraus ableiten, dass sein Rechtsvorgänger - und erst recht nicht,
dass er selbst - den Schutzgegenstand in den letzten Jahren vorschriftswidrig intensiv
bewirtschaftet habe und die Gemeindebehörde seinen Rechtsvorgänger bzw. ihn dabei
nicht besser kontrolliert habe. Eine Vertrauensgrundlage, die der Wiederherstellung der
Rechtmässigkeit ganz oder teilweise entgegenstehen würde, bilden in erster Linie
Rechtsanwendungsakte wie Verfügungen, verwaltungsrechtliche Verträge oder unter
ganz bestimmten Umständen Auskünfte und Zusagen von Behörden. Allein die
behördliche Untätigkeit schafft nur in Ausnahmefällen einen Vertrauenstatbestand
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(Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Auflage, Zürich 2010, Rz.
652 f.). Ein solcher Einzelfall liegt konkret nicht vor. Daran vermag auch nichts zu
ändern, dass ein ehemaliges Mitglied der Naturschutzkommission E. die Fläche der
geschützten Magerwiese vor Jahren allenfalls ungenügend ausgepflockt hat, wie der
Beschwerdeführer geltend macht. Diesbezüglich könnte er sich bloss dann auf den
Vertrauensschutz berufen, wenn er gestützt darauf eine Disposition getätigt hätte, die
er ohne Nachteil nicht wieder rückgängig machen könnte (Häfelin/Müller/Uhlmann,
a.a.O., Rz. 660). Der Beschwerdeführer hat für die vorschriftswidrige
Intensivbewirtschaftung des flachen Teils der Magerwiese nichts unternommen und
namentlich keine besonderen Investitionen getätigt. Auf die Befragung des ehemaligen
Mitglieds der Naturschutzkommission E. als Zeugen kann deshalb verzichtet werden.
Selbst für die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands werden keine Kosten
oder sonstige Aufwände anfallen. Mit der künftig wiederum vorschriftsgemässen
extensiven Bewirtschaftung des Trockenstandorts Nr. T1 wird sich die teilweise
überdüngte und übernutzte Fläche dank der intakten Vernetzung mit dem noch
bestehenden Naturschutzgebiet im Gegenteil in wenigen Jahren wieder selber
regenerieren und die verdrängten Pflanzen sich hier erneut ansiedeln und versamen
können. Der dagegen erhobene Einwand, dass mit dieser Begründung fast jede
Fettwiese unter Schutz gestellt bzw. wiederum in einen Trockenstandort umgewandelt
werden könne, zielt an der Sache vorbei. Bei der trockenen Magerwiese Nr. T1 handelt
es sich um kein beliebiges Intensivgrünland, sondern um einen seit Jahren rechtskräftig
inventarisierten und exakt ausgeschiedenen Schutzgegenstand, der von Gesetzes
wegen in seiner äusseren Erscheinungsform und inneren Zusammensetzung zu
erhalten war bzw. ist (Art. 4 der Schutzverordnungen vom 3. November 1994 und
11. April 2011).
6.2.4. Auch der Einwand des Beschwerdeführers, die Unterschutzstellung sei nicht
zweckmässig, weil die Trockenwiese für die Bewirtschaftung des dahinterliegenden
Grundstückteils befahren werden müsse, überzeugt nicht. Wie schon die Vorinstanz
dagegen vorgebracht hat, wird die flache Hügelkuppe vom Trockenstandort Nr. T1 nur
gerade im vordersten, südlichen Teil berührt. Dazu kommt, dass der dahinterliegende
Teil des Grundstücks Nr. 111 über das im Vergleich zum Südhang nach Norden flacher
abfallende Gelände erreicht werden kann, und zwar idealerweise über den Feldweg,
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der von der Verbindungstrasse E.-Wald abzweigt und unmittelbar entlang der
nördlichen Grundstücksgrenze verläuft.
6.2.5. Der Beschwerdeführer wendet schliesslich gegen die Beibehaltung des
Trockenstandorts im bisherigen Umfang ein, dass die ausgeschiedene Magerwiese bei
seiner Ertragswertschätzung unberücksichtigt geblieben sei.
Während mit dem Eigentum grundsätzlich die Verpflichtung verbunden ist, dass
dessen Gebrauch zugleich dem Wohl der Allgemeinheit dienen soll (so genannte
Sozialbindung des Eigentums), werden Landwirte für den Verzicht auf die bisherige
Nutzung zum Schutz der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt entschädigt (vgl.
Maurer, a.a.O., Rz. 20 zu Art. 18c NHG). So haben Grundeigentümer bzw.
Bewirtschafter Anspruch auf eine angemessene Abgeltung, wenn sie zum Schutz von
Biotopen die bisherige Nutzung einschränken oder dafür eine Leistung ohne
entsprechenden wirtschaftlichen Ertrag erbringen müssen (Art. 18c Abs. 2 NHG). Die
Ausgleichsbeiträge und Abgeltungssätze sind im Gesetz über die ökologischen
Leistungen und der entsprechenden Verordnung (sGS 671.7, abgekürzt GaöL, und sGS
671.71) geregelt. Bundesbeiträge für die gleichen Leistungen werden dabei
grundsätzlich angerechnet (Art. 7 GaöL). Auf Grund des Sockel-Bonus-Systems
können die GaöL-Beiträge unter Umständen sogar zusätzlich bezogen werden (Maurer,
a.a.O., Rz. 28 zu Art. 18c NHG). Der Beschwerdeführer wird demnach entschädigt,
wenn er den ausgeschiedenen Trockenstandort Nr. T1 vorschriftsgemäss unterhält.
Wenn der sinngemäss behauptete Ertragsausfall bzw. Zusatzaufwand in seiner
Ertragswertschätzung keinen Niederschlag gefunden hat, bedeutet dies lediglich, dass
der Beschwerdeführer entweder seiner Pflicht nicht vorschriftsgemäss nachgekommen
ist bzw. keine besonderen Leistungen erbracht hat oder dass die gesetzlichen
Ausgleichszahlungen den Minderertrag vollends ausgleichen, den der
Beschwerdeführer auf Grund der korrekten Bewirtschaftung erleidet, oder dass die
erforderlichen Nutzungseinschränkungen zu keinen messbaren Mindereinnahmen
führen.
7. Zusammenfassend ergibt sich, dass die revidierte Schutzverordnung der Gemeinde
E. vom 11. April 2011 das Naturschutzgebiet Bodenholz Nr. N1 unverändert bzw. in der
gleichen räumlichen Abgrenzung aufführt wie dies schon bei der vorhergehenden
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Schutzverordnung vom 3. November 1994 der Fall war. Die geltend gemachte
Abweichung von 140 m gründet einzig in der neuen Messmethode und nicht darin,
dass der Schutzperimeter tatsächlich ausgeweitet worden wäre. Das neue
Messresultat bedeutet für den Beschwerdeführer im Übrigen eine Besserstellung
gegenüber heute, weil die betroffenen Bewirtschaftungsverträge bzw. die ökologischen
Ausgleichszahlungen für die abgeltungswürdigen Flächen entsprechend angepasst
werden. Bezüglich des Schutzgegenstands Nr. T1 liegen keine Gründe vor, räumlich
vom bisherigen Schutzumfang abzuweichen. Die Anweisung des Gemeinderats, den
Trockenstandort T1 im im Schutzplan festgehaltenen Umfang vorschriftsgemäss
extensiv zu bewirtschaften, ist rechtmässig im Sinn von Art. 36 BV, nachdem sich
gezeigt hat, dass der Beschwerdeführer die Bewirtschaftungsvorschriften bis anhin
missachtet bzw. die Magerwiese zum Teil zu intensiv und zum anderen Teil
ungenügend bewirtschaftet hat, so dass im letzeren Fall der Bereich am Waldrand mit
Bäumen eingewachsen ist. Die Beschwerde erweist sich daher als unbegründet,
weshalb sie abzuweisen ist.
8. (...).
Demnach hat das Verwaltungsgericht