Decision ID: a2921f9f-061b-517d-91db-a9a2b2277933
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1961 geborene
X._
meldete sich am 12. März 2002 unter Hin
weis
auf chronische Rückenschmerzen
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Rentenleistungen an (U
rk. 7/3). Mit Verfügung vom 24.
September 2002
(Urk. 7/94)
sprach ihr die IV-Stelle eine halbe Rente der Invalidenversicherung mit Wirkung ab
1.
Janua
r 2002 zu
. Im Rahmen
des Ende
April 2003 von Amtes wegen initiierten Revisionsverfahrens (Urk. 7/22) erhöhte die IV-Stelle
gestützt auf ein Gutachten von Dr. med.
Z._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
FMH
,
(Expertise vom 9. März 2004; Urk. 7/34)
die Rente mit Verfügung vom
1.
April 2004 mit Wirkung ab
1.
August 2003 auf eine ganze Rente (Urk. 7/38). Diese bestätigte sie in der Folge anlässlich der in den Jahren 2007 und 2010 (Urk. 7/41, Urk. 7/47) durchgeführten ordentlichen Revisionsverfahren mit Mitteil
ungen vom 24. April 2007 und 8.
Juli 2010 (Urk. 7/45, Urk. 7/55).
1.2
Im Rahmen eines weiteren, von Amtes wegen im Juni 2013 eingeleiteten Revisi
onsverfahrens stellte die IV-Stelle gestützt auf ein polydisziplinäres Gutachten des
A._
AG (
A._
; Expertise vom 16.
Juli 2014 [Urk. 7/75])
mit Verfügung vom 3
0.
Januar 2015 (Urk. 7/92)
die bisherige ganze Rente per Ende
Februar 2015
ein
. Die dagegen am 2. März 2015 erhobene Beschwerde (Urk. 7/96/3-15) wies das hiesige Gericht mit Urteil vom 23. August 2016 (Urk. 7/100, Prozess IV.2015.00275) ab.
1.3
Am 3. November 2016 meldete sich die Versicherte bei der Invalidenversicherung für Massnahmen zur Wiedereingliederung
im Rahmen der Rentenaufhebung nach
lit
.
a
Abs.
1 der Schlussbestimmungen zur
6.
IV-Revision
an (Urk. 7/103). Am 27. März 2017 erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache für ein Aufbautraining vom 13. März bis 9. Juni 2017 bei der
B._
AG (Ur
k. 7/108) und verfügte am 24. April 2017 die Weiterausrichtung einer ganzen Invalidenrente ab 1. März 2017 für die Dauer der Massnahmen zur Wiedereingliederung respektive längs
te
n
s bis 30. September 2018 (Urk. 7/113). Mit Verfügung vom 30. August 2017
(Urk. 7/136)
brach die IV-Stelle die Wiedereingliederungsmassnahmen per 30. Juni 2017 ab
und stellte die Weiterausrichtung der ganzen Invalidenrente per gleichen Datum ein
, da subjektiv keine minimale Eingliederungsfähigkeit bestehe und entsprechende Massnahmen deshalb weder sinnvoll noch zielorientiert seien.
1.4
Am 10. Oktober 2017 meldete sich die Versicherte
unter Auflage verschie
dener Unterlagen (Urk. 7/140-141
)
unter Hinweis auf eine Depression, Schmerzen an Füssen und Händen sowie Kopf-
,
Gelenk- und Rückenschmerzen erneut zum Leis
tungsbezug an (Urk. 7/142, Urk. 7/144).
A
m 12. Dezember 2017
erteilte die
IV-Stelle
Kostengutsprache für orthopädische S
eriens
chuhe (Urk. 7/149).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/147) trat die IV-Stelle am 16. Januar 2018 auf das Leistungsbegehren nicht ein
(Urk. 2)
.
2.
Dagegen erhob die Versicherte
unter Auflage
verschiedener
Unterlagen
(Ur
k.
3/
3
-6)
am 15. Februar 2018 Beschwerde (Urk. 1) und beantragte, die Verfügung vom 16. Januar 2018 sei aufzuheben und es sei auf ihr neues Begehren vom 11. Oktober 2017
(richtig
:
10. Oktober)
einzutreten und ihr weiterhin eine ganze Rente der Invalidenversicherung auszurichten (S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 9. April 2018 (Urk. 6) schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Be
schwerde, was der Beschwerdeführerin am 10. April 2018 zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetz
es
über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts (ATSG). Sie kann Folge von Geburts
gebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über
die Invalidenversicherung, IVG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgegliche
nen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3 der
Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen,
dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versi
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des
Invaliditätsgrades auch
tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.3
Mit
Art.
87
Abs.
3 in Verbindung mit
Abs.
2 IVV soll verhindert werden, dass sich die Verwaltung nach vorangegangener rechtskräftiger Leistungsverweige
rung immer wieder mit
gleich lautenden
und nicht näher begründeten, das heisst keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE 109 V 108 E. 2a, 262 E. 3). Hingegen kann diese
Eintretensvorschrift
nicht dahingehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes Anspruchselement betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungsabweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen, wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem gesamten für die Rentenberechtigung erheblichen Tatsachenspektrum glaubwür
dig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leistungs
begehren einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbstverständlich auch in rechtlicher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 71 E. 2.2 mit Hinweisen).
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Tatsachen
änderung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E. 5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheb
lichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen. Erheblich ist eine
Sachverhaltsänderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Invalidenrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.3; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung (Urk. 2) damit, dass sich weder die berufliche noch medizinische Situation wesentlich geändert habe, weshalb nicht auf das neue Gesuch eingetreten werden könne. Daran än
dere a
uch das Schreiben der
Inclusion
Handicap betreffend Neuregelung bei der IV für Teilerwerbstätige nichts, da die Beschwerdeführerin bei den ursprünglichen Abklärungen als vollzeitig erwerbstätig eingestuft worden sei (S. 1 f.).
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen gelt
end, die Be
schwerdegegnerin ha
be
mit
der
Nichteintretensverfügung
vom 16. J
anuar 2018 gegen Art. 43 Abs. 1
ATSG verstossen, wonach sie verpflichtet sei, den Sach
v
er
halt von Amtes wegen abzuklären (S. 3). Die rheumatologischen Beschwerden würden die Gelenke respektive Hände der Beschwerdeführerin nicht selten un
brauchbar machen und letztere sei durch die
entsprechenden
Schmerzen
sowie die psychischen Leiden sehr belastet.
Sie
ziehe sich deshalb stetig zurück und vernachlässige sich selber, ihren Ehemann, ihre Kinder und ihr soziales Leben. Die Befunde
des C._
vom 8. Dez
ember 2017 sowie die Berichte
von
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Innere Medizin FMH, und von
Dr.
med.
E._
,
Facharzt FMH für allgemeine und innere Medizin,
vom 19. Januar 2018 stellten neue medizinische Tatsachen dar
. Entsprechend seien die Gesund
heitsbeeinträchtigungen der Beschwerdeführerin erneut fachlich und sachlich
zu untersuchen und zu prüfen
(S. 4 f.)
.
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung vom Oktober 2017 zu Recht nicht eingetreten ist. Prozessthema ist demnach die Frage, ob die Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 87 Abs. 3 IVV glaub
haft ge
macht hat, dass sich ihre gesundheitlichen Verhältnisse seit der Verfügung vom 30. Januar 2015 (Urk.
7/92
) bis zum Erlass de
s
nunmehr angefochtenen
Ent
scheids
vom 16. Januar 2018 (Urk. 2) in einer für den Rentenanspruch erhebli
chen Weise verändert haben.
3
.
3
.1
3.1.1
Die Renteneinstellung vom 3
0.
Januar 2015 (Urk.
7/92
) basiert
e
im Wesentlichen auf
dem von der Beschwerdegegnerin
eingeholten
polydisziplinären
A._
-Gutachte
n vom 16. Juli 2014 (Urk. 7/75)
, wobei die Experten
keine sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden Diagnos
en
stellten und d
en nachstehenden Diag
nosen keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bei
massen
(S. 41)
:
-
c
hronifiziertes
, generalisiertes weichteilrheumatisches Schmerzsyndrom ohne adäquates organisches Korrelat
-
c
hronische Dyspepsie
-
a
symptomatische
Sigmadivertikulose
-
Leberhämangiom im Segment VII
-
Status nach Problemen in Verbindung mit Berufstätigkeit und Arbeitslo
sigkeit (Mobbing ab 1994 bis zur Kündigung 2004; ICD-10 Z56)
3
.
1.
2
Die in
ternistische Untersuchung habe -
so Dr. med.
F._
, Facharzt FMH für Innere Medizin – das Bild einer
altersentsprechend aussehenden,
normosomen
und ausgesprochen weinerlichen
Beschwerdeführerin
in normalem Allgemein
zu
stand
ergeben. Der internistische Status sei
unauffällig
gewesen. Sie sei
normoton
und
normokard
und weise
keine klinischen Zeichen für eine Herzin
suffizienz auf.
Es würden sich auch
keine Anhaltspunkte für eine pulmonale oder abdominelle Pathologie
finden
. Ausser einer Halbseitenhypästhe
sie der rechten Körperhälfte sei
auch die detaillierte neurologische Untersuchung un
auffällig
geblieben
, so dass am ehesten von einer funktionel
len Genese dieser Störung ausge
gangen
wer
den müsse.
Aus internistischer Sicht
lasse sich keine Einschränkung der Arbeits
fähigkeit begründen (S. 45).
3
.
1.
3
Dr. med.
G._
, Facharzt FMH für Rheumatologie, berichtete in seinem rheuma
to
logischen Fachgutachten, die
durchgeführte
Exploration
habe eine 53-jä
hrige, gesund wirkende
Beschwerdeführerin gezeigt
, welche jedoch beim Untersuch der Wirbe
lsäule und der Gelenke dauernd dagegen gespannt
und beim Berühren jeg
licher Körperteile
geseufzt habe
. Die Untersuchung der Wirbelsäule
habe
sich jedoch nach Zuhilfenahme von Ablenkungsmanövern normal, frei und schmerz
los
gestaltet
. Es
hätten
sich weder
spondylogene
noch
radikuläre
Zeichen im Be
reiche der Arme oder Beine ab
gezeichnet
, was
mit der Bildgebung übereinstimme
.
A
usser im Bereich
der rechten Hüfte
seien alle Gelenke
frei und schmerzlos be
weglich
gewesen
. Der Rotationsschmerz der rechten Hüfte, welcher sich in den Tro
chanter projiziere
,
sei
Ausdruck der bereits früher
beschrie
benen grenzwerti
gen Hüft
d
ysplasie. Diese Beschwerden seien aber
nicht limi
tierend und
würden
der
Beschwerdeführerin
mitunter auch grössere Spaziergänge
er
lauben
. Die nicht
dermatombe
zogene
Hyposensibilität am rechten Arm und Bein sei
als fun
ktionell zu betrachten und passe
gut in dieses
syndromale
Beschwerdebild.
Aus rheuma
tologischer Sicht bestehe in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Hausangestellte eine volle Arbeitsfähigkeit (S. 28).
3
.
1.
4
Dem psychiatrischen Gutachten von med.
pract
.
H._
, Fachärztin FMH für Psy
chiatrie und Psychotherapie, kann entnommen werden, dass eine
im Rahmen der Begutachtung durchgeführte spr
achfreie Überprüfung der Konsistenz
die schon klinisch vorhandenen Hinweise auf eine Aggravation mit
dysfunktio
nalen Be
wältigungsme
chanismen und einer Tendenz zur Selbstlimitierung
be
stätigte
. Es
könne
von einer deutlichen Symptomausweitung ausgegangen
wer
den. D
ie Schmerzen könn
t
en nicht durch
die somatischen Befunde erklärt
wer
den. Unter Berücksichtigung der Akten, der
Anamnese, der subjektiven Anga
ben der
Be
schwerdeführerin
sowie de
s
e
rhobenen psychischen Befundes könne
keine
psy
chische Störung
diagnostiziert werden, insbesondere keine anhal
tende somato
forme Schmerzstörung. Es
würden
sich keine Anhaltspunkte für vorbestehende unbewusste Konflikte
finden;
eine
Mobbing-Situation sei
immer eine arbeitsbe
zogene Problematik und primär keine psychische Erkrankung. Die damals erlit
tene Kränkung u
nd Zurücksetzung aufgrund der dritten
Schwan
gers
chaft habe die Schmerzsymptomatik ausgelöst.
E
ine Dauer von nun
mehr 20
Jahren
sei allerdings
nicht nachvollziehbar. Zudem sei der Konflikt kündi
gungsbe
dingt nicht mehr vorhanden und die
Beschwerdeführerin habe noch zehn Jahre darüber hinaus in einem
50
%
-Pensum weiterarbeiten können, bevor sie ihre Arbeit voll
ständig nieder
gelegt habe
. Gesamthaft
sei
eine eigenständige psychische Störung im Sinne einer
anhaltend somatoform
en Schmerzstörung somit nicht zu diagnos
tizieren.
Die Gutachterin berichtete weiter, es lasse
sich
ebenfalls keine relevante psychiatrische
Komorbidit
ät, mit der eine ausge
wie
sene Leistungseinschränkung begründet werden könnte
, feststellen. Es sei der Beschwerdeführerin de
shalb die Willensanstrengung zuzumuten, die Schmerzen zu
überwinden
.
Ausserdem seien auch
keine weiteren Faktoren vorhanden, die einer zumutbaren Willensanstren
gung bei der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit im Wege stehen
würden.
Sämtliche bisher durchgeführte
n
Therapien
hätten
zu keiner Änderung d
es Zustandsbildes geführt. Dr.
Z._
habe
in ihrem Gut
achten sehr treffend beschrieben
, dass erst nach Einsichtsvermittl
ung in die psychischen Komponenten der Beschwerden eine Psychotherapie erfolgverspre
chend sei,
was
allerdings einen entsprechenden psychischen Leidensdruck vor
aussetze. Bei der
Beschwerdeführerin
beziehe sich der Leidensdruck ausschliess
lich auf die körperliche Ebene.
Auch d
ie aktuell be
handelnde türkischsprachige Psychiaterin, zu der sich die
Beschwerdeführerin
einmal monatlich beg
ebe, be
schreibe
einen unveränderten, gleichbleibenden Zu
stand
. Aus psychiatrischer Sicht bestehe
keine Arbeitsunfähigkeit (S. 38
ff.).
3.
1.
5
Zur Frage der Arbeitsfähigkeit führten die involvierten Spezialärzte zusammen
fassend aus, unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Befunde sei die Be
schwerdeführerin aus interdisziplinärer
Sicht zu 100 % arbeitsfähig (S.
47).
3.2
3.2.1
Bei Erlass der angefochtenen
Nichteintretensverfügung
vom 16. Januar 2018 (Urk. 2) präsentierte sich die medizinische Sachlage wie folgt:
3.2
.
2
Dr.
D._
bestätigte am 27. September 2017, dass die Beschwerdeführerin bei ihm in ärztlicher Behandlung stehe und sie aufgrund ihrer Krankheit weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig sei (Urk. 7/140/4).
3.2
.
3
Am 28. September 2017 berichtete Dr.
E._
darüber, dass er die Beschwerdefüh
rer
in
seit vielen Jahren aufgrund ihres multisomatischen Schmerzsyndrom
s
im Sinne eines
fibromyalgischen
Formenkreises behandle. Trotz Analgetika-Einsatz und nervenwirksamen Medikamenten gelinge keine Heilung, weshalb die Be
schwerdeführer
in
nach wie vor unter teils kaum ertragbaren verschiedenen Schmerzlokalisationen leide. Eine Arbeitsleistung könne ihr in diesem Zusta
nd nicht zugemutet werden (Urk. 7/140/2
).
3.2
.
4
Die behandelnde Psychiaterin,
Dr.
med.
I._
, FMH Psychiatrie und Psy
chotherapie
, hielt in ihrem Bericht vom 3.
Oktober 2017 (Urk. 7/140/1) fest, dass sich der Zustand der Beschwerdeführerin seit anfangs 2017 erheblich verschlech
tert habe, weshalb sie aktuell die Diagnose einer mittel
-
bis
schwergradigen
depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11 respektive F32.2) stelle. Die Beschwerdeführerin leide im Vergleich zu früher an einer stärkeren depressiven Stimmung und könne infolge ihrer Antriebsarmut die Wohnung kaum mehr verlassen, vernachlässige ihre Körperpflege und könne den Haushalt nicht mehr erledigen. Die versuchte Arbeitswiedereingliederung
im Frühjahr
2017 sei infolge der verstärkten
depressiven Verfassung gescheitert.
4.
4.1
4.1.1
Aus dem Bericht von Dr.
D._
vom 27. September 2017 (
vgl. E. 3.2
.2
hievor
) ergeben sich keine Hinweise auf eine
Veränderung
des
somatischen
Gesundheits
zustands seit Februar 201
5.
Der Arzt
hielt lediglich fest
, dass die bei ihm in Be
handlung stehende
Beschwerdeführerin weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig sei,
wobei er insbesondere weder eine Diagnose noch eine
Verschlechterung
der ge
sundheitlichen Situation erwähnte und
keine einleuchtende und durch Befunde untermauerte medizinisch-theoretische Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vornahm
.
Im Übrigen ist die Erfahrungstatsache zu berücksichtigen, dass behan
delnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (B
GE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351
E. 3b/cc).
4.1.2
Gleiches gilt mit Bezug auf d
as ärztliche Zeugnis
von Dr.
E._
vom
28. Septem
ber 2017 (vgl. E. 3.2
.3
hievor
;
vgl. auch Urk. 7/140/3
), welcher
ebenfalls kein
en
Bezug auf eine Veränderung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin nahm
und keine
Begründung für die von ihm postulierte
100%ige
Arbeitsunfä
higkeit anführte.
4.1.3
Im Weiteren ist eine
anspruchsrelevante
Verschlechterung auch aufgrund des Be
richts der
behandelnden Psychiaterin
Dr.
I._
vom
3. Oktober 2017
(vgl. E. 3.2.4
hievor
)
nicht in rechtsgenügender Weise glaubhaft gemacht worden.
Im Rahmen der Eingliederungsberatung teilte die Beschwerdeführerin der Be
schwerdegegnerin am 28. Dezember 2016 mit, dass sie sich eine sehr leichte Tä
tigkeit in einem Pensum von maximal drei S
tunden pro Tag vorstellen könne.
Die Beschwerdegegnerin wies diesbezüglich darauf hin
, dass ihrer Ansicht nach kein minimaler Eingliederungswille und keine Eingliederungsfähigkeit bestehe, wes
halb sie Eingliederungsmassnahmen als
nicht
sinnvoll
und
zielorientiert erachte. Am 30. Dezember 2016 informierte die Beschwerdeführerin die Beschwerdegeg
nerin darüber, dass sie sich nun vorstellen könne, zirka 70 bis 80 % zu arbeiten.
Am 15. Februar 2017 wurde zwischen
der Beschwerdeführerin
und der Beschwer
degegnerin
vereinbart, dass
erstere
ein Informationsgespräch bei der
B._
organisier
t
und am 13. März 2017 wurde das Aufbautraining bei der
B._
auf
genommen (Urk. 7/119 S. 3 f
.
)
.
Vor diesem Hintergrund
ist
die von Dr.
I._
postulierte erhebliche Ver
schlechterung des psychischen Zustands aufgrund einer nunmehr bestehenden mittel- bis
schwergradigen
depressiven Episode mit somatischem Syndrom (im Vergleich zu einer
von der Ärztin im Juni 2013 diagnostizierten
rezidivierenden depressiven Störung
respektive
mittelgradige
n
depressiven Episode mit somati
schem Syndrom
,
Urk. 7/100 S. 9 Ziff. 4.2.3)
nicht
plausibel
. Wäre die gesundheit
liche Verfassung Anfang 2017 tatsächlich so (
ver
)schlecht(
ert
) gewesen, so hätte die Beschwerdeführerin Ende Dezember 2016 kaum von sich aus ein 70 bis 80%iges Arbeitspensum vorgeschlagen und am 13. März 2017 ein dreimonatiges Aufbautraining
aufnehmen können
(Urk. 7/116)
. Des Weiteren wurde im Rahmen
des Gesprächs vom 28. Dezember 2016
sowie seitens der
B._
während der Dauer des Aufbautrainings
keine
persönliche Vernachlässigung thematisiert, stattdessen wurde
– wie bereits im
A._
-Gutachten vom 16. Juli 2014, in wel
chem
unter anderem von einer ausgesprochen weinerlichen Beschwerdeführerin und
einer deutlichen Symptomausweit
ung
die Rede war (Urk. 7/75 S. 38
, S. 45
) –
auf einen
sehr
leidenden Zustand respektive ein hohes subjektives Schmerz- und Leidensempfinden
der Beschwerdeführerin
verwiesen
(Urk. 7/119 S. 1, S. 3
, Urk. 7/116 S. 4
).
Was den Hinweis von Dr.
I._
angeht, die Beschwerde
führerin verlasse kaum mehr die Wohnung und könne den Haushalt nicht mehr erledigen, ist
zu berücksichtigen
, dass letztere gemäss eigenen Angaben bereits im Jahre 2013 nicht mehr
fähig gewesen
ist, den Hau
shalt zu führen
und
im Jahre 201
4
die meiste Zeit
untätig
in der Wohnung verbrachte (
Urk. 7/67 S. 2,
Urk. 7/75
S. 19).
An dieser Beurteilung vermag auch die von der Beschwerdeführerin ein
gereichte Übersicht der von ihr zwischen 27. Januar 2016 und 23. Juni 2017 be
zogenen Medikamente inklusive entsprechende ärztliche Verordnung (Urk. 7/140/5-8) nichts zu ändern
,
da damit über das quantitative Element einer relevanten, die Arbeitsfähigkeit schmälernde Veränderung des Gesundheitszu
stands
nicht zwingend etwas ausgesagt wird
.
Gleiches gilt betreffend den Auszug aus dem
B._
-Abschlussbericht vom 23. Mai
2017 (Urk. 7/141, Urk. 116), da in letzterem kein Bezug auf eine Veränderung des Gesundheitszustands genommen wird
.
4.2
Was das Schreiben und
den Bericht
von Dr.
D._
vom 17. November 2017
und
19. Januar 2018 (Urk. 3/3, Urk. 3/5
)
, den Bericht des
C._
vom 8. Dezember 2017 (Urk. 3/4)
sowie das ärztliche Zeugnis von Dr.
E._
vom 19. Januar 2018 (Urk. 3/6)
betrifft, ist im Grundsatz festzuhalten, dass die versicherte Person die massgeblichen Tatsachenänderungen gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre
chung bereits mit der Neuanmeldung glaubhaft machen muss. In erster Linie ist es Sache der versicherten Person, substanzielle Anhaltspunkte für eine allfällige neue Prüfung des Leistungsanspruchs darzulegen (vgl. auch bezüglich Nach
fristansetzung zur Einreichung ergänzender, in der Neuanmeldung lediglich in Aussicht gestellter Beweismittel BGE 130 V 64 E. 5.2.5).
Nachdem die in Frage stehende
n
Unterlagen
erst im Rahmen des Beschwerdever
fahrens eingereicht wurde
n
, sind sie im hiesigen Verfahren nicht relevant (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts (8C_315/2016 vom 2
0.
Juni 2016 E. 4.3), weshalb nicht darauf einzugehen ist.
Entsprechend geht der Einwand de
r
Be
schwerdeführer
in
, wonach die
betreffenden
Berichte neue medizinische Tatsa
chen darstellten
und von der Beschwerdegegnerin zu berücksichtigen seien
(Urk. 1 S. 4 f.)
,
ins Leere.
4.3
Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin eine erhebliche rentenrelevante Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes nicht glaubhaft dargetan hat. Die angefochtene Verfügung vom 16. Januar 2018 (Urk. 2), mit welcher die Beschwerdegegnerin auf das erneute Leistungsgesuch nicht eingetre
ten ist, erweist sich demzufolge als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
Der Beschwerdeführerin bleibt es selbstredend unbenommen, sich allenfalls gestützt auf die im Beschwerdeverfahren eingereichten Berichte (Urk. 3/3-6) erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anzumelden.
5.
Die Kosten des Verfahrens gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
6
00
.--
anzusetzen
und entsprechend dem Ausgang des Verfahrens der un
ter
liegenden
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen.