Decision ID: 6d928f9a-bce8-4c58-a815-52cd718f84ad
Year: 2021
Language: de
Court: BS_APG
Chamber: BS_APG_001
Canton: BS
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A_ wurde mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt vom 15. Februar 2017 zu 30 Tagen Ersatzfreiheitstrafe aus Geldstrafe (aufgrund Strassenverkehrsdelikten) sowie mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt vom 21. August 2017 zu 77 Tagen Ersatzfreiheitstrafe aus Geldstrafe (aufgrund Strassenverkehrsdelikten) verurteilt. Mit Verfügung vom 8. Oktober 2020 lud die Abteilung Straf- und Massnahmenvollzugs des Amts für Justizvollzug A_ zum Strafantritt am 12. Januar 2021 ins Gefängnis Bässlergut vor.
Mit undatierter Eingabe (Postaufgabe 28. Dezember 2020, Posteingang 29. Dezember 2020) wendet sich A_ an das Verwaltungsgericht und fragt nach, ob die Möglichkeit bestehe, den Strafantritt zu verschieben, damit er den Verkauf seines Elternhauses in Italien abwickeln könne, um die Geldstrafen in Höhe von CHF 17'054.55 zu begleichen. Mit Verfügung vom 30. Dezember 2020 teilte ihm der Verfahrensleiter mit, es sei vorliegend davon auszugehen, dass die Rechtsmittelfrist bereits abgelaufen und der Vollzugsbefehl somit in Rechtskraft erwachsen sei. Da die Eingabe von A_ vom 28. Dezember 2020 aber auch vom Wortlaut her nicht als Rechtsmittel, sondern als Nachfrage abgefasst sei, werde sie an den Straf- und Massnahmenvollzug überwiesen. Sollte A_ eine formelle Behandlung seiner Eingabe durch das Verwaltungsgericht fordern, hätte er einen Kostenvorschuss in Höhe von CHF 500.– zu leisten. Mit Eingabe vom 6. Januar 2021 teilt A_ dem Verwaltungsgericht mit, dass er die «bisher unbenutzte Rechtsmittelfrist, welche den Vollzugsbefehl zufolge hatte», formell behandelt haben möchte. Gleichzeitig belegt er die Leistung des Kostenvorschusses.
Mit Verfügung vom 7. Januar 2021 wies sodann die Abteilung Straf- und Massnahmenvollzug das überwiesene undatierte Gesuch (Posteingang 29. Dezember 2020) um Verschiebung des Strafantritts ab. Der Verfahrensleiter machte A_ mit Verfügung vom 15. Januar 2021 darauf aufmerksam, dass er gegen die Verfügung des Straf- und Massnahmevollzugs vom 7. Januar 2021 ebenfalls unverzüglich Rekurs anmelden müsste, wenn er sein Anliegen materiell behandelt wissen will.
Die weiteren Tatsachen und die Einzelheiten der Parteistandpunkte ergeben sich, soweit sie für den Entscheid von Bedeutung sind, aus den nachfolgenden Erwägungen.

Erwägungen
1.
1.1
Die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts für die Beurteilung des vorliegenden Rekurses ergibt sich aus § 33 Abs. 2 des Justizvollzugsgesetzes (JVG, SG 258.200). Nach § 92 Abs. 1 Ziff. 11 des Gerichtsorganisationsgesetzes (GOG, SG 154.100) wäre grundsätzlich das Dreiergericht zum Entscheid berufen. Da jedoch auf den Rekurs infolge Säumnis nicht eingetreten werden kann, ist der Einzelrichter
bzw. der Verfahrensleiter für die Behandlung sowie den Kostenentscheid
zuständig (§ 44 Abs. 1 GOG).
1.2
Der Rekurs ist gemäss § 16 Abs. 1 des Gesetzes über die  Verwaltungsrechtspflege (VRPG, SG 270.100) binnen zehn Tagen nach der Zustellung der Verfügung schriftlich beim Verwaltungsgericht einzureichen. Für die Berechnung der Fristen sowie deren Einhaltung verweist § 21 Abs. 1 VRPG auf die entsprechenden Bestimmungen des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVG, SR 172.021). Die Parteieingabe muss am letzten Tag der Frist der Behörde spätestens während der Geschäftszeit oder zu deren Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden (§ 21 Abs. 1 VRPG in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 VwVG; vgl. Rhinow et al., Öffentliches Prozessrecht, 3. Auflage, Basel 2014, Rz. 910).
Die angefochtene Verfügung vom 8. Oktober 2020 wurde dem Rekurrenten am 9. Oktober 2020 zugestellt (vgl. act. 1 S. 10). Die zehntägige Frist zur Rekursanmeldung ist daher am 19. Oktober 2020 abgelaufen. Der Rekurrent hat sich mit undatierter Eingabe erstmals über zwei Monate später an das Verwaltungsgericht gewandt. Sein Schreiben wurde am 28. Dezember 2020 der Post übergeben und ist am 29. Dezember 2020 beim Verwaltungsgericht eingegangen. Die Rekursanmeldung ist somit nicht innert Frist erfolgt. Folglich ist auf den Rekurs nicht einzutreten.
1.3
Nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Verfügung des Straf- und Massnahmenvollzugs vom 7. Januar 2021, mit welcher die Vollzugsbehörde das Verschiebungsgesuch des Rekurrenten abgewiesen hat. Wie in dieser Verfügung korrekt festgehalten wird, hätte der Rekurrent dagegen wiederum innert 10 Tagen an das Verwaltungsgericht zu rekurrieren. Indes würde dadurch nicht die verpasste Rechtsmittelfrist der Verfügung vom 8. Oktober 2020 wieder aufleben. Auch in der Sache wäre der Rekurs nicht erfolgreich gewesen, da keine neuen wichtigen Gründe für eine Verschiebung des Strafantrittsdatums ersichtlich sind, hätte der Rekurrent doch seit 2017 mehr als genug Zeit gehabt, sich um den Hausverkauf zu kümmern, um – wie von ihm geltend gemacht – die Geldstrafen zu bezahlen.
2.
Da auf den Rekurs aufgrund verspäteter Rekursanmeldung nicht eingetreten werden kann, dringt der Rekurrent mit seinen Anträgen nicht durch und unterliegt somit. Diesem Ausgang des Verfahrens entsprechend trägt der Rekurrent dessen Kosten mit einer Gebühr von CHF 500.– (vgl. § 30 Abs. 1 VRPG). Die Gerichtskosten werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet.