Decision ID: 360b16c3-70b5-49d9-ad48-9bf8c1ab179f
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
R._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh, Waisenhausstrasse 17, Postfach,
9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rentenrevision
Sachverhalt:
A.
R._, geboren 1959, meldete sich am 30. August 2001 aufgrund seiner
Rückenschmerzen, Kniebeschwerden sowie chronischer Hautausschläge zum Bezug
von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 2-5/7). Die MEDAS
Zentralschweiz stellte in ihrem polydisziplinären Gutachten vom 21. März 2003 als
Diagnose (mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit) eine leichte bis mittelgradige
depressive Episode mit somatischem Syndrom sowie ein unspezifisches lumbales
Rückenleiden fest (IV-act. 19). In der bisherigen Tätigkeit als Hilfsmaler wurde von einer
Arbeitsfähigkeit von 50 % ausgegangen. Auch in einer behinderungsangepassten
Tätigkeit wurde eine Arbeitsfähigkeit von 50 % angenommen, wobei mehrheitlich das
psychiatrische Leiden als bestimmend bezeichnet wurde (IV-act. 19-8/18).
Insbesondere gestützt auf diese Beurteilung durch die MEDAS sprach die IV-Stelle
dem Versicherten mit Verfügungen vom 25. Juni und 27. August 2003, gestützt auf
einen Invaliditätsgrad von 50 %, mit Wirkung ab 1. August 2002 eine halbe Rente zu
(IV-act. 34 und 41). Eine dagegen erhobene Einsprache wurde mit Entscheid vom 7.
November 2003 abgelehnt (IV-act. 44). Im darauffolgenden Beschwerdeverfahren
bestätigte das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 11. Mai
2004 im Ergebnis die Zusprechung der halben IV-Rente ab 1. August 2002 bei einem
IV-Grad von knapp 60 % und wies die Beschwerde ab (IV-act. 52). Dieser Entscheid ist
unangefochten in Rechtskraft erwachsen (IV-act. 63).
B.
B.a Mit Eingabe vom 6. Juli 2004 stellte R._ ein Revisionsgesuch (IV-act. 54 und 55).
Dazu führte Dr. med. A._, FMH Innere Medizin, in seinem ärztlichen Zeugnis vom 6.
Juli 2004 aus, dass der Gesundheitszustand in Bezug auf die Rückenprobleme
stationär geblieben sei und sich diesbezüglich keine körperlich bedingte Änderung
hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit ergebe. Hingegen habe sich die depressive
Komponente mit einer Angststörung deutlich akzentuiert, sodass aktuell von einer
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100 %-igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. In seinem Verlaufsbericht vom 19.
Oktober 2004 stellte Dr. A._ bei unveränderter Diagnose eine Verschlechterung des
Gesundheitszustandes fest. Die neurotisch-depressiven Symptome hätten
zugenommen und der Patient sei in intensiver psychiatrischer Behandlung bei Dr.
B._. Er erachte ihn insbesondere aus psychischen Gründen als nicht mehr
arbeitsfähig (IV-act. 65-1ff./16). Im Verlaufsbericht des Psychiaters Dr. med. B._ vom
18. Februar 2005 wird eine depressive Störung mit somatischen Symptomen und
intensiven Ängsten sowie ein chronifiziertes Schmerzsyndrom bei bekannter
Wirbelsäulen-Problematik diagnostiziert (IV-act. 69). Der Zustand habe sich chronifiziert
und einen weiteren invalidisierenden Verlauf genommen. Der Versicherte sei deswegen
seit Anfang 2004 aus psychiatrischer Sicht zu 75 % arbeitsunfähig.
B.b Vom 13. bis 15. September 2005 wurde der Versicherte durch die MEDAS
Zentralschweiz erneut polydisziplinär abgeklärt. Im Verlaufsgutachten vom 9.
Dezember 2005 wurde ein chronifiziertes lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei
Fehlstatik mit lumbosakraler Hyperlordose, schwerer Osteochondrose L5/S1,
Chondrose L4/5 mit nicht-neurokompressiver Diskushernie L4/5, leichter
Spondylarthrose L4/S1 beidseits sowie bei Status nach Diskushernie L5/S1, ein
rezidivierendes zervikospondylogenes Syndrom bei mässiger Osteochondrose C5/6
sowie leichter Chondrose C6/7 und eine mittelgradige depressive Episode mit
somatischem Syndrom diagnostiziert (IV-act. 79-20/36). Seit der IV-Verfügung vom 25.
Juni 2003 sei es sowohl aus rheumatologischer als auch aus psychiatrischer Sicht zu
einer Verschlechterung gekommen. In der früher ausgeübten Tätigkeit als Bauarbeiter
und in der zuletzt ausgeübten als Maler bestehe keine Arbeitsfähigkeit mehr. Dabei
seien die rheumatologischen mehr als die psychopathologischen Befunde limitierend.
In einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit
von 45 %, wobei dabei die psychopathologischen mehr als die rheumatologischen
Befunde limitierend seien (IV-act. 79-21/36).
B.c Mit Verfügung vom 20. Januar 2006 wurde dem Versicherten bei einem IV-Grad
von 65 % mit Wirkung ab 1. Juli 2004 eine 3⁄4-Rente zugesprochen (IV-act. 93).
Dagegen liess der Versicherte mit Eingabe vom 10. Februar und Ergänzung vom 20.
April 2006 Einsprache erheben mit dem Antrag auf Ausrichtung einer ganzen
Invalidenrente (IV-act. 96 und 105). Mit Bericht vom 15. März 2006 stellte Dr. med.
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C._ aufgrund der durchgeführten vertebro-spinalen Kernspintomographie (C0 bis
Th6) insbesondere eine relativ ausgeprägte Spondylosis C5/6 mit breitbasiger
subligamentärer Hernierung der Bandscheibe C5/6 mit bilateral vor allem recessaler
Einengung und Nervenwurzelirritation fest. Zudem wurde auch eine leichte
Discusprotrusion C6/7 sowie eine mässiggradige Spondylose der oberen
Brustwirbelsäule festgestellt (IV-act. 106). Im Verlaufsbericht vom 13. Juni 2006 führte
Dr. A._ u.a. aus, dass es in den letzten Monaten zunehmend zu cervikalen
Beschwerden mit Ausstrahlung in beide Arme gekommen sei. Der psychische
Gesundheitszustand habe sich seit der Begutachtung durch die MEDAS im Jahre 2005
nicht relevant verschlechtert. Seit Anfang März 2006 stünden die radikulären
Schmerzen C6 im Vordergrund der Beschwerden. In der derzeitigen Verfassung
bestehe keine reelle Arbeitsfähigkeit mehr (IV-act. 108-1/3). Mit Stellungnahme vom 21.
Juli 2006 führte der regionale ärztliche Dienst der IV u.a. aus, die im MEDAS-Gutachten
nicht beschriebene breitbasige subligamentäre Diskushernie der Bandscheibe C5/6 mit
Nervenwurzelirritation müsse als Verschlechterung des Gesundheitszustandes bzw. als
neuer Befund interpretiert werden, zumal der Hausarzt Dr. A._ erst in den letzten
Monaten zunehmende zervikobrachiale Schmerzen als Symptom der Hernie festgestellt
habe. Die Verschlechterung bestehe seit Anfang März 2006. Aktuell sei von keiner
zumutbaren Arbeitsfähigkeit in der freier Wirtschaft auszugehen (IV-act. 109).
B.d Aufgrund dieser im Einspracheverfahren erfolgten zusätzlichen medizinischen
Abklärungen teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit Schreiben vom 18. September
2006 mit, dass der regionale ärztliche Dienst aufgrund der ärztlichen Unterlagen eine
Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes ab März 2006 bestätige. Nach
dreimonatiger Verschlechterung bestehe ab 1. Juni 2006 Anspruch auf eine ganze
Rente bei einem IV-Grad von 100 %. Demnach bestünde ab 1. Juli 2004 ein Anspruch
auf eine Dreiviertelsrente und ab 1. Juni 2006 ein Anspruch auf eine ganze Rente der IV
(IV-act. 112). Nachdem der Versicherte mit Schreiben vom 13. Oktober 2006 und mit
Verweis auf die Einsprachebegründung der IV-Stelle mitteilte, dass er nach wie vor
auch für den Zeitraum vom 1. Juli 2004 bis 1. Juni 2006 von einem IV-Grad von über 65
% ausgehe, erliess die IV-Stelle am 4. Juni 2007 ihren Einspracheentscheid, worin sie
dem Beschwerdeführer ab Juni 2006 eine ganze Rente zusprach. Im Übrigen wurde die
Einsprache abgewiesen (act. G 1.1).
C.
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C.a Dagegen richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 5. Juli 2007 mit Ergänzung
vom 3. Oktober 2007 (act. G 1 und 7). Der Beschwerdeführer beantragt die Aufhebung
des Einsprachentscheides in Bezug auf die Berentung in der Zeit vom 1. Juli 2004 bis
31. Mai 2006 und die Zusprechung einer ganzen Rente auch für diese Zeitperiode. Er
macht insbesondere geltend, aufgrund des Befundes einer relativ ausgeprägten
Spondylosis könne geschlossen werden, dass er bereits vor dem 15. März 2006
aufgrund seines Nackenleidens in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen sei.
Bereits anlässlich der MEDAS-Begutachtung im Jahre 2005 habe er gegenüber den
Gutachtern ausdrücklich die auftretenden Nackenbeschwerden erwähnt. Eine
Kernspintomographie sei trotz der vom Beschwerdeführer beklagten Leiden von der
MEDAS nicht durchgeführt worden, ansonsten die Spondylosis C5/6 bereits im
Zeitpunkt der MEDAS-Begutachtung erkannt worden wäre. Zudem habe der
Beschwerdeführer die Nackenbeschwerden gegenüber Dr. A._ bereits am 6. Januar
2005 erwähnt. Es sei daher davon auszugehen, dass bereits im Januar 2005 eine
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorgelegen habe, welche die Ausrichtung einer
ganzen Invalidenrente rechtfertige. Nachdem nun ausgewiesen sei, dass er aufgrund
der Veränderungen in der Halswirbelsäule an medizinisch begründbaren und nicht
lediglich hypochondrisch bedingten Schmerzen leide, würden sich auch die
Ausführungen des psychiatrischen Gutachters als nicht schlüssig erweisen. Zudem
werde im Bericht des behandelnden Psychiaters Dr. med. B._ vom 27. September
2007 ausgeführt, dass die MEDAS besonders den Angstsymptomen zu wenig
Aufmerksamkeit geschenkt habe. Es sei in psychiatrischer Hinsicht auf die Beurteilung
von Dr. B._ abzustellen, welcher dem Beschwerdeführer seit Anfang 2004 eine
Arbeitsunfähigkeit im Unfang von 75 % attestiere, oder es sei ein ergänzendes
psychiatrisches Gutachten einzuholen. Insgesamt sei aufgrund der erheblichen
Arbeitsunfähigkeit die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente bereits ab Juli 2004
gerechtfertigt. Schliesslich sei entgegen dem von der Beschwerdegegnerin
berücksichtigten Leidensabzug im Umfang von 10 % ein solcher von 20 %
vorzunehmen.
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Eingabe vom 9. Oktober 2007 und mit

Verweis auf die Erwägungen im Einspracheentscheid die Abweisung der Beschwerde
(act. G 9). Im Übrigen verzichtete sie auf weitere Ausführungen, sodass kein zweiter
Schriftenwechsel durchgeführt wurde.
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Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung bzw. des Einspracheentscheids (4. Juni 2007) eingetretenen
Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366 E. 1b), sind vorliegend die bis zum
31. Dezember 2007 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.
2.
2.1 Vorliegend ist die Frage streitig, ab welchem Zeitpunkt die revisionsweise
Erhöhung auf eine ganze Invalidenrente vorzunehmen ist. Während die
Beschwerdegegnerin erst ab 1. Juni 2006 von einer ganzen Rente ausgeht und für den
Zeitraum vom 1. Juli 2004 bis 31. Mai 2006 die zuvor mit Verfügung vom 25. Juni 2003
mit Wirkung ab 1. August 2002 zugesprochene halbe Rente auf eine Dreiviertelsrente
erhöht hat, beansprucht der Beschwerdeführer bereits ab dem 1. Juli 2004 eine ganze
Rente.
2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 aIVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente,
wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente,
wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens
50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Um den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die
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Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch
zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
2.3 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer rentenbeziehenden Person erheblich, so wird
die Rente gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die
Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben. Anlass zu einer
Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die
geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Ob
eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes,
wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung bestanden hat, mit
demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (vgl. BGE 125 V 369 E. 2 mit
Hinweis). Nach der Rechtsprechung ist die Invalidenrente nicht nur bei einer
wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar,
wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen
Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5). Eine bloss
unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhalts
stellt praxisgemäss keine revisionsbegründende Änderung dar (BGE 112 V 372 E. 2 mit
Hinweisen). Eine anspruchsbeeinflussende Änderung – zum Beispiel eine massgebliche
Verbesserung oder Verschlimmerung des Gesundheitszustandes – ist zu
berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert
hat (Art. 88a der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]).
3.
3.1 Mit Verfügung vom 25. Juni 2003 war dem Beschwerdeführer rückwirkend ab
1. August 2002 eine halbe IV-Rente zugesprochen worden. Dass sich seither eine
relevante Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingestellt hat, ist unbestritten.
Die Beschwerdegegnerin hat jedoch gestützt auf das MEDAS-Gutachten vom 9.
Dezember 2005 und der dort festgelegten Resterwerbsfähigkeit von 45 % in körperlich
leichten, wechselbelastenden Tätigkeiten bei einem IV-Grad von 65 % am 20. Januar
2006 eine Dreiviertelsrente ab 1. Juli 2004 verfügt und schliesslich im Rahmen des
Einspracheverfahrens nach Feststellung einer weiteren gesundheitlichen
Verschlechterung seit März 2006 mit Entscheid vom 4. Juni 2007 eine ganze Rente ab
1. Juni 2006 zugesprochen. Demgegenüber macht der Beschwerdeführer einen
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Anspruch auf eine ganze Rente bereits ab 1. Juli 2004 geltend, da bereits zu diesem
Zeitpunkt die gesundheitliche Verschlechterung seit der ursprünglichen
Rentenzusprache Anspruch auf eine ganze Rente gegeben habe.
3.2 Der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. A._, hat im Bericht vom 6. Juli 2004 an
dessen Rechtsvertreter (IV-act, 63-2/2) die Rückenprobleme als unverändert
beschrieben und körperlich bedingte Veränderungen hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit
verneint. Hingegen bescheinigte er dem Beschwerdeführer aktuell eine vollständige
Arbeitsunfähigkeit, weil sich die depressive Komponente mit einer Angststörung
deutlich akzentuiert hätte. Gegenüber der IV-Stelle wiederholte Dr. A._ am 19.
Oktober 2004 diese Einschätzung, dass sich vor allem der psychische
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verschlechtert habe, weshalb er eine
psychiatrische Abklärung für angezeigt halte (IV-act. 65-2/16). Nach Auffassung von Dr.
B._, bei dem der Beschwerdeführer wegen des psychischen Leidens seit April 2002
in Behandlung ist, hätten sich die depressiven und Angstsymptome neben den
körperlichen Beschwerden verstärkt, weswegen seit Anfang 2004 eine 75 %-ige
Arbeitsunfähigkeit bestehe (Bericht vom 18. Februar 2005, IV-act. 69). Im
Verlaufsgutachten der MEDAS-Zentralschweiz vom 9. Dezember 2005 (Untersuchung
des Beschwerdeführers 13./14./15. September 2005, IV-act. 79) wird gegenüber der
Erstbegutachtung im Jahre 2003 in somatischer Hinsicht eine Verschlechterung
beschrieben, indem die lumbosakrale Degeneration und die lumbosakrale
Hyperlordose nun als schwer zu bezeichnen seien. Neu sei auch der Befund eines
zervikospondylogenen Syndroms bei degenerativen Veränderungen der untersten zwei
HWS-Segmente. Nackenschmerzen habe der Beschwerdeführer erwähnt, doch eher
im Hintergrund stehend. Aus rheumatologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit nun auch
für die Tätigkeit als Maler gänzlich nicht mehr gegeben. Für körperlich leichte,
vorzugsweise wechselbelastende Tätigkeiten betrage sie noch 70 %. Auch bei der
psychischen Situation wird im MEDAS-Verlaufsgutachten eine Verschlechterung
gegenüber Januar 2003 beschrieben; bedingt durch die psychopathologischen
Befunde betrage die Arbeitsfähigkeit für ausserhäusliche Tätigkeiten noch 45 %. Die
geschätzte reduzierte Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit datierten die
Gutachter auf den Tag der Schlussbesprechung, den 31. Oktober 2005.
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3.3 In der Gesamtbeurteilung des Gesundheitszustandes und der Restarbeitsfähigkeit
des Beschwerdeführers im Zeitraum der polydisziplinären Untersuchung (September
2005) ist das MEDAS-Verlaufsgutachten umfassend, differenziert und überzeugend.
Was der Beschwerdeführer dagegen vorbringt, vermag daran keine Zweifel zu wecken.
Eine Verschlechterung im zervikalen Bereich (gegenüber der Begutachtung im Januar
2003) wurde von den Gutachtern - auf Grund sowohl klinischer wie bildgebender
Untersuchung - festgestellt; indessen konnten dabei keine radikulären Reiz- oder
Ausfallsymptome ausgemacht werden. Es ist ohne Weiteres davon auszugehen, dass
die Gutachter auch diese Befunde bei ihrer Arbeitsfähigkeitsschätzung
mitberücksichtigt haben. Dass die Beschwerdegegnerin im Verfügungszeitpunkt auf
das MEDAS-Verlaufsgutachten abgestützt und auf Grund der darin erfolgten
Arbeitsfähigkeitsschätzung den Einkommensvergleich vorgenommen hat, ist jedenfalls
nicht zu beanstanden.
3.4 Bei dem im Rahmen einer vertebro-spinalen kernspintomographischen
Untersuchung am 15. März 2006 erhobenen Befund (relativ ausgeprägte Spondylosis
C5/6 mit breitbasiger subligamentärer Hernierung der Bandscheibe C5/6 mit bilateral
vor allem recessaler Einengung und Nervenwurzelirritation, begleitende Unkarthrosis,
leichte Diskusprotusion C6/7, mässiggradige Spondylose der oberen Brustwirbelsäule)
ist die Beschwerdegegnerin zu Recht von einer weiteren Verschlechterung des
Gesundheitszustandes im Zeitverlauf ausgegangen. Aus den Akten ergibt sich, dass
der Beschwerdeführer zwar erstmals im Januar 2005 beim Hausarzt über
Nackenbeschwerden geklagt hatte. Da diese leichteren Grades waren, empfahl der
Arzt lokale Behandlung mit Perskindol. Erst am 27. Oktober 2005 konsultierte der
Beschwerdeführer seinen Hausarzt wieder wegen eines Kraftdefizits in beiden Armen,
vor allem im Bereich der Vorderarme und der Hände (act. G 7.1), worauf die
kernspintomographische Untersuchung veranlasst wurde. Anlässlich der MEDAS-
Begutachtung Mitte September 2005 hatte der Beschwerdeführer noch nicht über
solche Beschwerden geklagt. Nackenschmerzen hatte er zwar gegenüber dem
Untersucher erwähnt; diese würden jedoch eher im Hintergrund stehen. Unter diesen
Umständen ist davon auszugehen, dass die Verschlechterung mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit im Oktober 2005 eingetreten ist. Auf Grund dieser weiteren
Verschlechterung ist – was unbestritten ist – von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit
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auszugehen. In Anwendung von Art. 88a Abs. 2 IVV hat der Beschwerdeführer somit ab
1. Januar 2006 Anspruch auf eine ganze Rente.
4.
Im Folgenden ist der IV-Grad bis 1. Januar 2006 zu überprüfen auf der Grundlage einer
Arbeitsfähigkeit von 45 % in einer leichten wechselbelastenden Tätigkeit, wie sie im
MEDAS-Verlaufsgutachten beschrieben worden ist.
4.1 Die Beschwerdegegnerin hat das massgebende Invalideneinkommen -
entsprechend dem Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11.
Mai 2004 (vgl. IV-act. 52-10 und 11/12, Erw. 3b) - zu Recht anhand statistischer
Durchschnittslöhne ermittelt und ging dabei für das Jahr 2003 gestützt auf die
Tabellenlöhne gemäss Lohnstrukturerhebung von einem Einkommen von Fr. 57'745.--
bei voller Arbeitsfähigkeit aus, was unbestritten geblieben ist (act. G 1.1 S. 5 Erw. 6).
Dieser Betrag ist um 55 % zu kürzen, weil der Beschwerdeführer nur noch zu 45 %
arbeitsfähig ist, was Fr. 25'985.-- ergibt. Da davon auszugehen ist, dass sich Validen-
und Invalideneinkommen in etwa gleich entwickeln werden, können die
entsprechenden Einkommenszahlen aus zurückliegenden Jahren ohne Anpassung an
die teuerungsbedingte Lohnentwicklung einander gegenübergestellt werden. Die
Beschwerdegegnerin hat somit zu Recht als Vergleichseinkommen das
Valideneinkommen des Jahres 2003 von Fr. 65'717.-- berücksichtigt (vgl. act. G 1.1 S.
5 Erw. 6 und IV-act. 52-10/12).
4.2 Die Beschwerdegegnerin hat zusätzlich einen Abzug von 10% anerkannt, weil der
Beschwerdeführer nur noch leichte Hilfstätigkeiten mit Wechselbelastung ausführen
kann.
4.2.1 Der oftmals als "Leidensabzug" bezeichnete Abzug hat mit dem Leiden als
solchem nichts zu tun. Vielmehr sollen damit jene Nachteile ausgeglichen werden,
welche die versicherte Person mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung dadurch
erleidet, dass das Invalideneinkommen ausgehend von statistisch erhobenen
Durchschnittslöhnen ermittelt wird. Dies bewirkt - neben der Arbeitsunfähigkeit - auf
den realen Arbeitsmarkt bezogen nicht selten eine zusätzliche Lohneinbusse. Denn die
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Durchschnittslöhne, die Ausgangsbasis zur Ermittlung des zumutbaren
Invalideneinkommens bilden, werden von gesunden Arbeitskräften erzielt. In
BGE 126 V 75 neues Fenster hat das Bundesgericht festgestellt, dass die Frage, ob
und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen
persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalls (leidensbedingte
Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und
Beschäftigungsgrad) abhängig ist. Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das
Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, d.h.
dass nicht für jedes Merkmal der entsprechende Abzug zu quantifizieren ist und die
einzelnen Abzüge zusammenzuzählen sind. Schliesslich ist der Abzug auf höchstens
25% zu begrenzen. Bei der Überprüfung des gesamthaft vorzunehmenden Abzugs darf
das Sozialversicherungsgericht sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle
desjenigen der Verwaltung setzen; es muss sich somit auf Gegebenheiten abstützen
können, die seine abweichende Ermessensausübung als nahe liegender erscheinen
lassen.
4.2.2 Vorliegend fällt ins Gewicht, dass der Beschwerdeführer gegenüber einem
gesunden Konkurrenten für einen bestimmten Arbeitsplatz ein deutlich höheres
Krankheitsrisiko hat. Aus der Sicht eines ökonomisch denkenden Arbeitgebers senkt
dieses Risiko, dessen Verwirklichung die Gesamtlohnkosten des Betriebes erhöhen
würde, den "Wert" des Beschwerdeführers als Arbeitnehmer. Um dies zu
kompensieren und konkurrenzfähig zu bleiben, müsste er mit einem entsprechend
tieferen Lohn rechnen. Der Beschwerdeführer ist infolge seiner körperlich und
psychischen Einschränkungen gegenüber einem gesunden Konkurrenten mit einem
Teilpensum von 45 % klar benachteiligt, sodass er eine Lohneinbusse wird in Kauf
nehmen müssen. Die Beschwerdegegnerin hat dies mit einem Abzug von 10 %
berücksichtigt.
4.2.3 Bei Männern im tiefsten Anforderungsniveau ist Teilzeitarbeit statistisch gesehen
hochgerechnet auf ein Vollpensum schlechter entlöhnt als Vollzeitarbeit (vgl. z.B.
Tabelle T2* auf S. 16 der LSE 2006 oder Tabelle T6* auf S. 25 der LSE 2004). Wie
bereits in RKUV 1999 S. 412 ff. anerkannte das Bundesgericht im Entscheid 9C_603/07
vom 8. Januar 2008, dass nicht nur Teilzeitarbeit als solche, sondern auch ein
ganztägiger Einsatz bei reduzierter Leistungsfähigkeit die Vornahme eines Abzugs
https://swisslex.westlaw.com/search/Document.asp?DocService=DocLink&D=BGEx126xVx75_82&AnchorTarget=BGEx126xVx75
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rechtfertige. Es hielt fest, ein rund hälftiges Arbeitspensum, das lediglich über einen
ganzen Arbeitstag verteilt erbracht werden könne und nicht etwa nur vormittags oder
nachmittags, sei aus betriebswirtschaftlicher Sicht (Auslastung des Arbeitsplatzes) als
lohnmässig relevantes Erschwernis für die erwerbliche Verwertung der verbleibenden
Arbeitsfähigkeit anzuerkennen (Erw. 4.2.3). Obwohl das Bundesgericht in einigen
Entscheiden gegenteilig argumentiert (vgl. etwa I 69/07 vom 2. November 2007),
erscheint es als gerechtfertigt, den sogenannten Teilzeitabzug auch bei ganztägiger
Anwesenheit mit reduzierter Leistungsfähigkeit anzuerkennen. Denn erbringt eine
versicherte Person, die ganztägig beschäftigt wird, während dieses Vollpensums nur
eine 50 %-Leistung, so wird sie gewiss keinen höheren Lohn erwarten können als jener
Mitarbeiter, der für die gleiche Leistung nur einen halben Tag benötigt. Somit ist dem
Bundesgericht in seiner Argumentation gemäss dem Entscheid 9C_603/07 zu folgen.
Im davon abweichenden Entscheid I 69/07 nannte das Bundesgericht als Beispiel eines
Faktors, der eine Vollzeittätigkeit mit eingeschränktem Leistungsvermögen für einen
Arbeitgeber attraktiver erscheinen lasse als eine Teilzeittätigkeit, grössere Flexibilität
bei der Einsatzplanung bei vollzeitlicher Anwesenheit (Erw. 5.2). Dieses Beispiel vermag
insofern nicht zu überzeugen, als gerade bei der Einsatzplanung stets darauf Rücksicht
genommen werden muss, dass der invalide Arbeitnehmer nur 50% Leistung erbringen
kann, auch wenn er physisch ganztags anwesend ist. Der reduzierten Leistung müsste
durch zusätzliches Personal oder durch Mehrarbeit der Arbeitskollegen Rechnung
getragen werden. Kein Arbeitgeber wird bereit sein, dem ganztägig anwesenden
Arbeitnehmer für eine Leistung von 45% einen höheren Lohn zu bezahlen als dem
zeitlich nur 45% Anwesenden ohne Leistungseinbusse; tendenziell dürfte eher das
Gegenteil der Fall sein. Da dies jedoch statistisch nicht belegbar ist, erscheint es als
angezeigt, den statistisch ausgewiesenen Teilzeitnachteil sowohl bei teilzeitlich
Beschäftigten mit voller Leistung als auch bei vollzeitlich beschäftigten, aber mit
eingeschränkter Leistung arbeitsfähigen Versicherten anzuwenden. Der Teilzeitnachteil
hat nach dem Gesagten also auch im vorliegenden Fall bei der Annahme einer
ganztägigen Anwesenheit (im psychiatrischen Teilgutachten wird diesbezüglich die
Möglichkeit einer Präsenzzeit von 90% – 100% mit vermehrten Pausen erwähnt, vgl.
IV-act. 79-36/36) bei reduzierter Leistungsfähigkeit zum Tragen zu kommen. Männer im
tiefsten Anforderungsniveau erzielten im Jahr 2006 mit einem zwischen 25% und 49%
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liegenden Arbeitspensum ein aufgerechnet auf ein Vollpensum um 19.2% tieferes
Einkommen (LSE 2006, Tabelle T2*).
4.2.4 Insgesamt erscheint unter Berücksichtigung sämtlicher Faktoren vorliegend ein
Abzug von 20% als gerechtfertigt. Das Invalideneinkommen beläuft sich demnach auf
Fr. 20'788.-- (Fr. 57'745.-- x 0.45 x 0.8).
4.3 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 65'717.-- und einem Invalideneinkommen
von Fr. 20'788.-- ergibt sich somit bei einer gegebenen Restarbeitsfähigkeit von 45 %,
wie dies die Beschwerdegegnerin für die Zeit ab Juli 2004 annimmt, ein Invaliditätsgrad
von 68.37 % bzw. gerundet 68 %. Die Beschwerdegegnerin hat somit zu Recht eine
Dreiviertelsrente zugesprochen.
4.4 Die Beschwerdegegnerin hat die revisionsweise Erhöhung auf eine
Dreiviertelsrente mit Wirkung ab dem Monat der Anmeldung verfügt. Zwar wird im
MEDAS-Verlaufsgutachten die geschätzte reduzierte Arbeitsfähigkeit in einer
leidensadaptierten Tätigkeit auf den 31. Oktober 2005 festgelegt. Auf dieses Datum
kann indessen nicht abgestellt werden. An diesem Tag fand die Schlussbesprechung
der Gutachter statt; die Untersuchung des Beschwerdeführers, anlässlich welcher die
zur Arbeitsfähigkeitsschätzung führenden Befunde erhoben wurden, erfolgte Mitte
September 2005. Spätestens ab diesem Zeitpunkt stand somit für die Gutachter die
reduzierte Arbeitsfähigkeit von 45 % fest. Indessen ist davon auszugehen, dass die
Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers bereits früher
eingetreten ist. Gemäss den Berichten des Hausarztes Dr. A._ vom 6. Juli 2004 und
19. Oktober 2004 hat sich insbesondere der psychische Gesundheitszustand des
Beschwerdeführers verschlechtert. Im ärztlichen Zeugnis vom 6. Juli 2004 bescheinigte
Dr. A._ dem Beschwerdeführer aktuell eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, weil sich
die depressive Komponente mit eine Angststörung deutlich akzentuiert habe (IV-act.
63-2/2). Diese Einschätzung wiederholte Dr. A._ in seinem Verlaufsbericht vom 19.
Oktober 2004 gegenüber der IV-Stelle (IV-act. 65-1/16). Dr. B._ attestierte in seinem
Bericht vom 18. Februar 2005 aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von
75% seit anfangs 2004 (IV-act. 69-2/5). Vor dem Hintergrund der unsicheren Aktenlage
über den konkreten Beginn der gesundheitlichen Verschlechterung und dem Umstand,
dass sich darüber im Nachhinein keine genaueren Angaben mehr erheben lassen, ist
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/15
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St.Galler Gerichte
insbesondere auch unter Berücksichtigung von Art. 88a Abs. 2 IVV nicht zu
beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die revisionsweise Erhöhung auf eine
Dreiviertelsrente auf den 1. Juli 2004 festlegte.
5.
5.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gegen den
Einspracheentscheid vom 4. Juni 2007 teilweise gutzuheissen. Der Beschwerdeführer
hat ab 1. Januar 2006 Anspruch auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (lit. b der Übergangsbestimmungen zur
Änderung des IVG vom 16. Dezember 2005).
5.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen
(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor
Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.--
bis Fr. 12'000.--. Im vorliegenden Fall erscheint im Hinblick auf die einzig strittige Frage
des Beginns des Anspruches auf eine ganze Rente sowie unter Berücksichtigung des
nur teilweisen Obsiegens eine Parteientschädigung von Fr. 2'500.-- (inklusive
Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG