Decision ID: ab6625d8-f189-4a49-88eb-9127ece1c073
Year: 2019
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- die Bundesanwaltschaft mit Schlussverfügungen vom 11. September 2019 dem brasilianischen Rechtshilfeersuchen vom 25. Januar 2018, ergänzt am 21. März 2018, entsprochen hat; darin die Herausgabe der in den  genannten Unterlagen betreffend die auf die A. S.A. lautende  Nr. 1 bei der Bank B. und das auf sie lautende Konto Nr. 2 bei der Bank C. anordnete sowie zugleich die Sperre des letztgenannten Kontos  (act. 1.4, 1.5);
- dagegen A. S.A. (nachfolgend «Beschwerdeführerin») am 14. Oktober 2019 bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde erheben liess (act. 1);
- die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 15. Oktober 2019 eingeladen
wurde, bis 28. Oktober 2019 einen Kostenvorschuss von Fr. 5'000.-- zu  und ihr dabei mitgeteilt wurde, dass bei Säumnis auf die Beschwerde nicht eingetreten werde (act. 3);
- die Beschwerdeführerin ebenfalls mit Schreiben vom 15. Oktober 2019  wurde, dem Gericht bis 28. Oktober 2019 diverse Unterlagen , die über die Existenz der Gesellschaft und die  Aufschluss geben; diese Aufforderung unter dem Hinweis , dass bei Säumnis auf die Beschwerde nicht eingetreten werde (act. 3);
- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin das Gericht mit Schreiben vom 21. Oktober 2019 um Erstreckung der Frist zur Leistung des  und Einreichung der Unterlagen bis zum 15. November 2019  (act. 4);
- das Gericht die Fristerstreckung mit Faxschreiben vom 21. Oktober 2019 bis zum 8. November 2019 bewilligte (act. 4);
- der entsprechende Kostenvorschuss dem Konto der Bundesstrafgerichts-
kasse am 12. November 2019 gutgeschrieben (act. 5) und die angeforderten Unterlagen dem Gericht am 14. November 2019 eingereicht wurden (act. 6);
- der Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 20. November 2019 die  eingeräumt wurde, die Rechtzeitigkeit der geleisteten Zahlung  (act. 7);
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- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin in ihrer Eingabe vom 22.  2019 angibt, festgestellt zu haben, dass sie das auf dem Schreiben des Gerichts handschriftlich eingetragene Datum (8. November 2019)  habe und dass die Beschwerdeführerin entsprechend ihrer falschen Anweisung gehandelt und daher unverschuldet die erstreckte Frist nicht  habe, weshalb sie um Wiederherstellung der Frist ersucht (act. 8).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten die Bestimmungen des VwVG anwendbar sind (Art. 39 Abs. 2 lit. b i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG), wenn das IRSG nichts anderes bestimmt (Art. 12 Abs. 1 IRSG);
- zur Beschwerdeführung berechtigt ist, wer persönlich und direkt von einer Rechtshilfemassnahme betroffen ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 80h lit. b IRSG); bei der Erhebung von Kontoinformationen namentlich der Kontoinhaber als persönlich und  betroffen im Sinne des Art. 80h lit. b IRSG gilt (Art. 9a lit. a IRSV);
- der Beschwerdeführerin unter Androhung des Nichteintretens eine ange-
messene Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses anzusetzen ist (Art. 63 Abs. 4 VwVG);
- die Frist für die Zahlung eines Kostenvorschusses gewahrt ist, wenn der Be-
trag rechtzeitig zu Gunsten des Bundesstrafgerichts der Schweizerischen Post übergeben oder einem Post- oder Bankkonto in der Schweiz belastet worden ist (Art. 21 Abs. 3 VwVG);
- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin im Schreiben vom 22. Novem-
ber 2019 eingestanden hat, den Kostenvorschuss verspätet geleistet zu  und vorbringt, die Beschwerdeführerin mit E-Mail vom 21. Oktober 2019 fälschlicherweise mitgeteilt zu haben, dass die Frist bis zum 15. November 2019 erstreckt worden sei, ohne der E-Mail das Faxschreiben des Gerichts beigelegt zu haben; die Beschwerdeführerin jedoch weiterhin an der  interessiert sei (act. 8);
- die Frist wiederhergestellt wird, wenn der Gesuchsteller oder sein Vertreter unverschuldeterweise abgehalten worden ist, binnen Frist zu handeln, sofern
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er unter Angabe des Grundes innert 30 Tagen nach Wegfall des  darum ersucht und die versäumte Rechtshandlung nachholt (Art. 24 Abs. 1 VwVG);
- im Interesse der Rechtssicherheit und eines geordneten Verfahrens ein Hinderungsgrund nicht leichthin angenommen werden darf; als  i.S.v. Art. 24 Abs. 1 VwVG ein Versäumnis nur dann gelten kann, wenn dafür objektive Gründe vorliegen und der Partei bzw. der Vertretung keine Nachlässigkeit vorgeworfen werden kann; als erheblich mit anderen Worten nur solche Gründe zu betrachten sind, die der Partei auch bei Aufwendung der üblichen Sorgfalt die Wahrung ihrer Interessen verunmöglicht oder  erschwert hätten (Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts A-7384/2008 vom 20. November 2008 E. 2);
- ein Irrtum nur dann entschuldbar und ein Fristwiederherstellungsgrund sein kann, wenn er auf einer falschen Auskunft beruht, auf welche sich der  nach Treu und Glauben verlassen durfte (EGLI, in: Praxiskommentar Verwaltungsverfahrensgesetz, Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], 2. Aufl. 2016, Art. 24 N 23);
- das Verhalten der Vertretung vollumfänglich der Partei zuzurechnen ist und trifft die Vertretung ein Verschulden an der Versäumung der Frist, die Partei grundsätzlich nicht um Fristwiederherstellung ersuchen kann (EGLI, a.a.O., Art. 24 N 16);
- vorliegend die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin bei Aufwendung der üblichen Sorgfalt die Verlängerung der Frist bis zum 8. November 2019 ohne weiteres hätte feststellen und rechtzeitig handeln können;
- sich die Nachlässigkeit der Rechtsvertreterin damit als verschuldet erweist und der Beschwerdeführerin zuzurechnen ist, wobei ein entschuldbarer  entgegen dem Vorbringen der Rechtsvertreterin der  nicht zu erkennen ist;
- die Voraussetzungen für eine Fristwiederherstellung unter diesen  nicht gegeben sind (vgl. BGE 114 Ib 67 E. 2; EGLI, a.a.O., Art. 24 N 17), weshalb das Gesuch um Wiederherstellung der Frist abzuweisen ist;
- daran auch der Umstand, dass die Beschwerdeführerin vom Faxschreiben des Gerichts betreffend die Fristerstreckung keine Kenntnis gehabt habe, nichts zu ändern vermag; dies umso weniger als dies darauf zurückzuführen
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ist, dass ihr das Schreiben des Gerichts von ihrer Rechtsvertreterin nicht  worden ist und auch dieses Verhalten der Beschwerdeführerin  ist;
- auf die Beschwerde deshalb androhungsgemäss nicht einzutreten ist;
- das Gesagte sinngemäss in Bezug auf die dem Gericht erst am 14.  2019 eingereichten Unterlagen zum Nachweis der Existenz der  und der Zeichnungsberechtigung der die Vollmacht  Person gilt;
- auf die Beschwerde auch aus diesem Grund androhungsgemäss nicht  ist;
- die Gerichtskosten bei diesem Ausgang des Verfahrens der  aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG);
- die Gerichtsgebühr auf Fr. 500.-- festzusetzen ist (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. b des Reglements des  vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und  in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]), unter  des entsprechenden Betrages am verspätet geleisteten  von Fr. 5‘000.--;
- die Bundesstrafgerichtskasse anzuweisen ist, der Beschwerdeführerin Fr. 4‘500.-- zurückzuerstatten.
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