Decision ID: 05e8ae1c-ecd8-4377-b51d-9055b3d792c8
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1982, war seit Mai 2016 als Gipser bei der
Y._
GmbH angestellt (
Urk.
8/1,
Urk.
8/9/1,
Urk.
8/31/1) und dadurch obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 1
5.
Mai 2019 stürzte er während der Arbeit
auf einer Treppe
. Gemäss
Schaden
meldung
vom 22.
Mai 2019
verstauchte sich
der Versicherte hierbei den rechten Fuss (
Urk.
8/1). Am Folgetag begab sich der Versicherte ins Notfallzentrum des
Spitals Z._
. Die dortigen
Ärzte
untersuchten die rechte S
chulter, die
Hüfte
rechts
und den linken Fuss klinisch und bildgebend mittels Röntgen und diagnostizierten eine Kontu
sion von Schulter, Hüfte und Fuss, verordneten Schmerzmittel und empfahlen im Falle einer Beschwerdepersistenz ein
e Kontrolle in der hausärztlichen Praxis (Urk.
8/5/1). Ferner
attestierten
sie
eine vollständige
Arbeitsunf
ähigkeit
vom
1
6.
bis zum 20.
Mai 2019 (
Urk.
8/2).
1.2
Am
1
8.
Dezember 2019
reichte die Arbeitgeberin eine weitere
S
ch
adenmeldung ein. D
iese
enthielt
eine ergänzende Schilderung zum Hergang des Sturzes
vom 1
5.
Mai 2019
und den Hinweis
,
der Versicherte
habe
zum
Unfall
erst nachträglich
genauere Angaben gemacht
(
Urk.
8/9). Die Suva dokumentierte sich in der F
olge
zum einen
mit dem Bericht von Dr.
med. A._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
vom 1
4.
Dezember 2019,
worin
dieser
eine komplexe Verletzung der Sehnen im
rechten Schultergelenk
als Folge des Sturzes
am
1
5.
Mai 2019 erwähnte (
Urk.
8/10),
zum anderen
mit dem
Arbeitsunfähigkeitsattest von
Dr.
med. B._
, Leitender Arzt der Klinik für Chirurgie
des
Spitals C._
, vom 11.
Dezember 2019, worin dieser eine vollständig
e Arbeitsun
fähigkeit
vom
11.
Dezember 2019 bis
zum
3
1.
Januar 2019 (richtig: 2020)
attes
tierte (
Urk.
8/11)
,
und
ferner mit
d
em Bericht des
Spitals Z._
vom 2
8.
November 2019 über
die
am 2
5.
November 2019 durchgeführte MR
-Untersuchung der rechten Schulter (
Urk.
8/13).
Zusätzlich
liess die Suva vom Versicherten ein Formular ausfüllen, in dem dieser
am 1
9.
Dezember 2019
Anga
ben zum Ablauf des Ereignisse
s vom 1
5.
Mai 2019 machte (Urk.
8/14). Schliess
lich holte die Suva die Stellungnahme von Kreisarzt
Dr.
med. D._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie,
vom 3
0.
Dezember 2019 ein (Urk.
8/15).
Mit Schreiben vom
7.
Januar 2020
orientierte
die Suva den Versicherten darüber
,
sie gedenke die
bislang
erbrachten Versicherungsleistungen
per 31.
Januar 2020 einzustellen, da sie insbesondere die Beschwerden im Bereich der rechten Schulter als unfallfremd beurteile
(
Urk.
8/16)
,
und sie wies am 15.
Januar 2020
das
Gesuch des
Spitals C._
um Kostengutsprache für eine operative Behandlung de
r rechten Schulter ab (
Urk.
8/23
).
Dr.
B._
ersuchte die Suva mit Schreiben vom 1
7.
Januar 2020
darum, ihren Entscheid und den diesem
zu
Grunde liegen
den Sachverhalt erneut zu prüfen (
Urk.
8/27).
Die Suva
liess in der Folge den
Versicherten
durch eine Aussendienstmitarbeiterin
zu
seiner
Tätigkeit für die
Y._
GmbH, zum Ablauf des Ereignisses vom 1
5.
Mai 2020 und zum Heilungs
verlauf
befragen
(
Urk.
8/31) und sie
holte
ergänzende Angaben von
Dr.
A._
(
Urk.
8/30)
sowie
die Beurteilung des Kreisarztes
Dr.
med. E._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, vom 2
0.
Februar 2020 ein (
Urk.
8/34). Am
6.
Februar 2020 berichtet
e Dr.
B._
über die zwischen
zeitlich am
5.
Februar 2020 durchgeführte rechtsseitige Schulterarthroskopie mit
Rekonstruktion der
Ro
tatorenmanschette
(
Urk.
8/35). Am 2
4.
Februar 2020 erliess
die Suva
die Verfügung, mit der sie
die
Leistungen im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 1
5.
Mai 2019 per 3
1.
Januar 2020 einstellte
. In der Verfügung hielt sie insbesondere fest, der Gesundheitszustand
sei
zwischenzeitlich
so, wie er
sich
auch ohne das Unfallereignis
entwickelt
hätte
(
Urk.
8/36).
1.3
Gegen die Verfügung vom 2
4.
Februar 2020 erhob der Versicherte am
1.
April 2020 E
insprache mit dem Antrag, es seien die Versicherungsleistungen auch weiterhin zu erbringen (
Urk.
8/46/1-4)
,
und
er
reichte hierzu insbesondere die Stellungnahme von
Dr.
B._
vom 2
8.
Februar 2021 ein (
Urk.
8/46/5). In der Folge holte die Suva die Beurteilung von Kreisa
rzt med.
pract
. F._
, Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie sowie
Viszeralchirurgie
, vom
1.
Dezember 2020 ein (
Urk.
8/53). Daraufhin erliess die Suva am 1
4.
Dezember 2020 den Einspracheentscheid, mit dem sie die E
insprache abwies (
Urk.
2 = Urk.
8/54).
2.
Gegen den Einspracheentscheid vom 1
4.
Dezember 2020
erhob der Versicherte am 2
9.
Januar 2021 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren,
in Aufhebung des angefochtenen Entscheides sei festzustellen, dass die Defekte der Rotatoren
manschette
rechts
Folg
e des Unfalles vom 1
5.
Mai 2019
seien
. Sodann beantragte er,
die Suva
sei
zu verpflichten, weiterhin, das heisst ab dem
1.
Februar 2020
,
Versicherungsleistungen (Taggelder und Heilungskosten) zu erbringen
(Urk. 1
S. 2
)
.
Die Suva beantragte in der Beschwerdeantwort vom 1
6.
Februar 2021 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Die
s wurde dem Versicherten am 18.
März 2021 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
9).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Der Beschwerdeführer beantragt mit seinem Rechtsbegehren die Feststellung, dass die Defekte der Rotatorenmanschette der rechten Schulter Folge des Unfalles vom 1
5.
Mai 2019 seien (
Urk.
1 S. 2). Gleichzeitig stellt
er den Antrag, die Beschwer
degegnerin sei zu verpflichten, ab dem
1.
Februar 2020 weiterhin die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Mit anderen Worten
liegen
sowohl ein Fe
ststellungs
begehren als auch der
Antrag auf einen rechtsgestaltenden gerichtlichen Entscheid
vor
.
Das Interesse an der Feststellung des Besteh
ens, Nichtbestehens oder des Umf
angs von Rechten und Pflichten ist namentlich dann zu bejahen, wenn das Rechtsschutzinteresse nicht durch einen rechtsgestaltenden Entscheid gewahrt werden kann (
Kieser
, ATSG-Kommentar,
4.
Aufl., Zürich 2020,
Art.
59
Rz
11).
Da das Interesse des Beschwerdeführer
s
an
der Feststellung des Bestehens von Rechten durch den ebenfalls
beantragte
n
rechtsgestaltenden E
ntscheid gewährleistet
wird
, ist das Interesse an der separaten Feststellung
der hier in Frage
stehenden Rechte und Pflichten zu verneinen.
Diesbezüglich ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.
2.
2.1
Ein Unfall ist gemäss Art. 4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat.
2.2
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes üb
er die Unfallversicherung (UVG)
werden – soweit das Gesetz nichts
anderes
bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch
bei den im Einzelnen in Abs. 2 auf
geführten
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leis
tungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des
ordentlichen Rentenalters ereignet hat (
Art.
18 Abs. 1 UVG)
.
Erleidet die versi
cherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körper
lichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
2.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invali
dität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhanden
sein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal
zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.4
Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit nach
gewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Unfallversiche
rers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache des Gesund
heitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der (krank
hafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksals
mässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungs
begründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens
mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der über
wiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatsache handelt, liegt die entsprechende Beweislast
anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist
nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer. Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten mass
gebend (Urteile des Bundesgerichts 8C_600/2021 vom 3. März 2022 E. 3.2 und 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E. 2.2, je mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch dieser Zustand noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG Leis
tungen zu erbringen (Urteil des Bundesgerichts 8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.2.3 mit Hinweisen).
2.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE
145 V 97 E. 8.5,
142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
3.
Strittig ist, ob es sich beim Leiden an der rechten Schulter, dessentwegen sich der Beschwerdeführer
namentlich
am
5.
Februar 2020 einer operativen Behandlung unterziehen musste,
um eine
Folge des Ereignisses vom 1
5.
Mai 2019
mit ent
sprechend andauernder Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin handelt
. Eine Leistungspflicht im Zusammenhang mit
den übrigen
Auswirkungen
des Treppen
sturzes
(
Kontusion rechte Hüfte und linker Fuss;
vgl.
Urk.
8/5)
macht der Beschwerdeführer hingegen nicht geltend. Die Schulterbeschwerden betreffend erfolgte
n
a
m 2
5.
November 2019
durch
Dr.
med.
G._
, Leitender Arzt,
Spital Z._
,
bildgebende
Abklärungen (
Arthro
-MRI Schulter rechts und
Schulter
arthrographie
rechts
; Urk.
8/13)
,
nachdem
der Beschwerdeführer
am 9.
November 2019 aufgrund von Bewegungseinschränkungen
der rechten Schulter
und
wegen nächtlicher
Ruheschmerzen
mit gestörtem Schlaf bei seinem Hausarzt
Dr.
A._
vorstellig geworden war
(
Urk.
8/10).
Dr.
G._
nannte als Diagnose
eine Läsion der Rotatorenmanschette mit
vollständiger Ruptur der
Supraspinatus
sehne
und massiver
Sehnenretraktion nach Patte III,
mit
grossvolumige
r
Ruptur der kranialen Hälfte der
Subscapula
r
issehne
und
konsekutiver Luxation der langen
B
i
zepssehne
nach ventral
, mit
kleinvolumige
r
partielle
r
Ruptur am Ober
rand der
I
nfraspinatussehne
, mit Atrophie des
Musculus
supraspinatus
und der kranialen Hälfte des
Musculus
subscapularis
nach
Goutallier
Grad III
und
infra
spinatus
Grad I
.
Sodann erwähnte
Dr.
G._
eine prominente
Akromionspitze
und grossvolumige
Osteophytenbildung
am
Tuberculum
majus
und minus
(Urk.
8/13/2).
Dr.
B._
, der den Beschwerdeführer am
5.
Februar 2020 an der r
echten Schulter operierte (Urk.
8/35)
, ging
bereits zuvor
in seinem Bericht vom 11.
Dezember 2019, nachdem er den Beschwerdeführer untersucht hatte, von einer traumatischen Läsion an der rechten Schulter als Folge des Sturzes
am 15.
Mai 2019
aus
(Urk.
8/
7). An dieser Beurteilung hielt
Dr.
B._
auch i
m weiteren Verlauf
fest (Urk.
8/27,
Urk.
8/45,
Urk.
8/47/3
=
Urk.
3/3). Die Kreisärzte der Suva hingegen gelangten in mehreren Beurteilungen zum Schluss, das Schä
digungsbild an der rechten Schulter sei Folge
früherer
Verletzung
en
respektive
Folge
eines
auf die
Zeit
vor dem Ereignis vom 1
5.
Mai 2019
zurückreichenden degenerativen Prozesses (
Urk.
8/15,
Urk.
8/28,
Urk.
8/32
, Urk.
8
/34,
Urk.
8/42,
Urk.
8/49/ Urk.
8/53). Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei ihrem Entscheid auf die kreisärztlichen Darlegungen
und
hielt fest
, nach längstens sechs Monaten
sei der Zustand eingetreten
, wie er sich in der Folge auch ohne den Unfall
darge
stellt
hätte
(
Urk.
2 S. 3 ff.,
Urk.
7 S. 2 f.)
. Der
Beschwerdeführer
vertritt demge
genüber
den Standpunkt, die Darlegungen von
Dr.
B._
seien überzeugen
der, weswegen die Schädigung an der rechten Schulter, die insbesondere die operative Behandlung im Februar 2020 erforderlich gemacht habe,
als
Folge des
Ereignisses
vom 1
5.
Mai 2019
zu qualifizieren
sei
(
Urk.
1 S. 2 ff.).
4.
Die Beschwerdegegnerin hat das Ereignis vom 1
5.
Mai 2019 als Unfall im Rechts
sinne
beurteilt
, das heisst als
plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwir
kung eines ungewöhnlichen äusseren Fakto
rs auf den menschlichen Körper
, die eine
Bee
inträchtigung der körperlichen
Gesundheit zur Folge hat
te
(vgl.
Art.
4 ATSG), und sie hat gestützt darauf
grundsätzlich und zumindest
zeitlich
befristet ihre
Leistungspflicht anerkannt.
Auffallend ist, dass in der Schadenmeldung vom
2
2.
Mai 2019
zunächst einzig
eine
Verletzung
am rechten Fuss
festgehalten
wurde (
Urk.
8/1).
E
ine Schulterverletzung
wurde
erst in der späteren
,
zweiten Schadenmeldung vom 1
8.
Dezember 2019
erwähnt
. Die Arbeitgeberin vermerkte dort, der Beschwerdeführer habe es zunächst versäumt mitzuteilen, dass er sich auch an der Schulter verletzt habe. Dies habe sich für sie (die Arbeitgeberin) erst
aus
den ä
rztlichen Darlegungen ergeben
(Urk.
8/9/2). Für die Richtigkeit dieser Ergänzung spricht, dass dem Bericht des Notfallzentrums des
Spitals Z._
vom 1
6.
Mai 2019 zu entnehmen ist, anlässlich der Erstbehandlung
einen
Tag nach dem
Sturzereignis
habe der Beschwerdeführer über Schmerzen im linken Fuss
sowie auch
über Schmerzen in der rechten Schulter und der rechten Hüfte geklagt, wobei in der Folge ausgehend von diesen Angaben
namentlich
die rechte Schulter einer Funktionsprüfung unterzogen und überdies ein Röntgenbild ange
fertigt
worden sei
.
Mit dem Hinweis auf klinisch unauffällige
U
ntersuchungs
befunde gingen die erstbehandelnden Ärzte von einer Kontusion von Schulter, Hüfte und
rechtem
Fuss aus
(
Urk.
8/5/1).
Die
s
lässt hinreichend darauf sc
hliessen, dass vom Sturz am 15.
Mai 2019 tatsächlich auch die rechte Schulter betroffen war und es sich bei
der
Schadenmeldung vom 1
8.
Dezember 2019 um eine Rich
tigstellung zum tatsächlichen Ereignishergang handelt und nicht um eine Ergän
zung des Sachverhaltes aufgrund
gegebenenfalls
erst nachträglich aufgetretener Schulterbeschwerden.
5.
5
.1
Anlässlich der
ersten
Abklärungen
am Tag
nach dem
Ereignis
vom 1
5.
Mai 2019
ergaben sich
die rechte Schulter betreffend
keine auffälligen Befunde
. Die Ärzte des
Spitals Z._
erwähnten in ihrem Bericht vom 1
6.
Mai 2019 gestützt auf eine Funktionsprüfung der rechten Schulter
sowie gestützt auf eine Röntgen
aufnahme der rechten Schulter bei fehlenden Hinweisen auf eine Fraktur eine freie aktive und passive
Beweglichkeit,
fehlende
Druckdolenzen
über den knöchernen Strukturen und
einen ohne
Einschränkung durchführbare
n
Nacken- und Schürzengriff (
Urk.
8/5/1-2).
Die Ärzte des
Spitals Z._
verordneten
Schmerzmittel und sie
attestierten bis zum 2
0.
Mai 2019 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
8/2).
Den Angaben des Beschwerdeführers zufolge nahm dieser seine Arbeit innert dreier Tage wieder auf
(
Urk.
8/31/1).
5.2
Am 1
4.
Dezember 2019 berichtete
Dr.
A._
, am
9.
November 2019 habe ihn der Beschwerdeführer wegen Bewegungseinschränkungen der rechten Schulter und nächtlichen Ruheschmerzen mit gestörtem Schlaf aufgesucht. Die in der Folge durchgeführte MRI-Diagnostik habe
gezeigt, dass eine komplexe Verlet
zung der Sehnen im Bereich des Schultergelenks rechts bestehe, die eine operati
ve Behandlung erforderlich mache
(
Urk.
8/10).
Im Arztzeugnis vom
8.
Januar 2020 gab
Dr.
A._
an, anlässlich der Unter
suchung am
9.
November 2019 sei die Beweglichkeit der rechten Schulter deut
lich eingeschränkt gewesen. Beim Ankleiden hätten sich Ausweichbewegungen gezeigt (
Urk.
8/22/1).
Im Bericht vom
1.
Februar 2020 führte
Dr.
A._
aus, nach der Behandlung vom 1
6.
Mai 20
19
habe der Beschwerdeführer während dreier Tage die Arbeit ausgesetzt und dann wiederaufgenommen. In der Folge habe
er
die Arbeit nicht mehr ausgesetzt und auch keinen Arzt aufgesucht. Das Arbeitstempo sei
im wei
teren Verlauf
immer schlechter geworden. Schlimm seien
auch die Näch
te gewe
sen, weil
er schmerzbedingt schle
c
ht un
d unruhig geschlafen habe (Urk.
8/30).
5.3
Zuvor, am 1
1.
Dezember 2019, hatte
Dr.
B._
vom
Spital C._
zur chirurgischen Sprechstunde
vom gleichen Tag
festgehalten,
nach dem Vorfall vom 1
5.
Mai 2019 sei der Beschwerdeführer in einem anderen Spital vorstellig geworden, wobei man dort von einer Kontusion ausgegangen sei.
In der Folge
hätten die Beschwerden persistiert und der Beschwerdeführer
habe in der rechten Schulter einen deutlichen K
raftverlust
verspürt
.
In der klinischen Untersuchung seien Flexion, Abduktion, Innen- sowie Aussenrotation stark schmerzhaft gewe
sen. Der Beschwerdeführer habe auch über nachts auftretende
Ruheschmerzen
geklagt
.
Es sei
daher eine MR
-Untersuchung der rechten Schulter durchgeführt worden.
MR-diagnostisch habe sich eine Massenruptur mit grosser Retraktion der
Supraspinatussehne
und schon deutlicher Atrophie gezeigt. Die lange
Bizepssehne
sei luxiert, der
Subscapularis
wahrscheinlich k
omplett abgerissen, wohl aber nur leicht
retrahiert
. Das AC-Gelenk sei nur leicht verändert und klinisch indolent.
Es
sei davon auszugehen, dass es sich bei der
R
otatorenman
schettenläsion
um eine
Folge des Ereignisses vom 1
5.
Mai 20
19 handle.
Die Schulterverletzung sollte so rasch wie möglich operativ behandelt werden (
Urk.
8/7/1-2).
Der
Suva
-
Kreisarzt
Dr.
D._
stellte sich in seiner Stellungnahme vom 3
0.
Dezember 2019 auf den gegenteiligen Standpunkt, indem er festhielt, es liege eine schwer vorgeschädigte Schulter vor mit einer Massenläsion der Rotatoren
manschette und Sekundärveränderungen. Neue strukturelle Veränderungen hin
gegen lägen nicht vor. Es sei davon auszugehen, dass das Ereignis vom 1
5.
Mai 2019 rund ein halbes Jahr danach keinen Einfluss auf das Beschwerdebild mehr gehabt habe (Urk.
8/15/1).
5.4
Am 1
7.
Januar 2020 führte
Dr.
B._
ergänzend
aus,
der Beschwerdeführer sei 1982 geboren und somit noch jung.
Dermassen grosse und komplexe Verlet
zungen der Rotatorenmanschette seien bei jungen Patienten in aller Regel trau
matisch bedingt
, insbesondere bei Luxationen der langen
Bizepssehne
und kompletter Ruptur der
Subscapularissehne
. Leider sei die Verletzung initial unterschätzt und erst spät eine MR-Untersuchung durchgeführt worden, weswe
gen sich auch die bereits vorhandene Atrophie der Manschette erklären lasse. Seiner Auffassung nach sei eindeutig von einer traumatischen Ursache auszu
gehen (
Urk.
8/27/3).
In der Folge führte
Dr.
B._
am
5.
Februar 2020 die operative Rekonstruk
tion der Rotatorenmanschette durch. Im Bericht vom gleichen Tag beschrieb er die einzelnen Schritte des Eingriffs (
Urk.
8/35).
5.5
Der
Suva
-
Kreisarzt
Dr.
E._
nahm am 2
0.
Februar 2020 Stellung.
N
ach Einsicht in die Berichte und Stellungnahmen der behandelnden Ärzte
(
vgl. Urk.
8/34/1 f.)
führte er
aus, der Beschwerdeführer habe nach kurzzeitiger Arbeitsunfähigkeit von drei Tagen Dauer die Arbeit als Gipser
wieder
aufnehmen
können und habe diese dann in leicht reduzierter Form auch weiterhin ausgeübt.
Die anlässlich der MR-Diagnostik festgestellte
Rotatorenmanschettenläsion
weise Anzeichen für eine seit Jahren bestehende Symptomatik auf.
Die anhand der Bild
gebung
sichtbaren Sehnenstümpfe
seien abge
rundet und stark
retrahiert
, was
auf eine lang zurückliegende
Arthropathie
zurückzuführen sei. Es sei somit mit über
wiegender Wahrscheinlichkeit zu einer Prellung der rechten Schulter und damit zu einer Verschlimmerung des
vorbestehenden Leidens gekommen. Allerdings sei diese
nur als vorübergehend zu bewerten. Der Beschwerdeführer
habe
bereits
nach wenigen Tagen die Arbeit
wieder
aufgenommen
. I
m September 2019 sei
en
als Folge
eines erhöhten Arbeitsaufkommens
erneut
Beschwerden
aufgetreten
. Eine frische Ruptur der Rotatorenmanschette
durch den Sturz am 1
5.
Mai 2019 hätte
den Beschwerdeführer
zur sofortigen Aufgabe der Tätigkeit als Gipser
gezwungen
.
Zusätzliche strukturelle Schädigungen - ausser den vorbestehenden degenerativen - seien nicht nachweisbar gewesen, weswegen davon auszugehen
sei, dass das Unfallereignis zu einer bloss vorübergehenden Schädigung des vorbestehenden Leidens geführt habe (
Urk.
8/34/3 f.).
In der Stellungnahme vom 2
4.
Februar 2020 ergänzte
Dr.
E._
, die
Rotato
renmanschettenruptur
sei aufgrund der MR-Diagnostik nachgewiesen.
Die Ergeb
nisse der bildgebenden Abklärungen legten es jedoch nahe, dass von einer deut
lich älteren Läsion auszugehen sei. Dafür spräche
n
die hochgradigen und sichtbaren
Verfettun
gen
, ins
besondere im Bereich der
Muscul
i
supraspinatus
,
subsc
apularis
und
infraspinatus
. Das Ereignis vom Mai 2019 habe zu einer Schul
terkontusion geführt, deren Folgen nach längstens sechs Monaten wieder ausge
heilt gewesen seien (
Urk.
8/42).
5.6
Am 2
8.
Februar 2020 führte
Dr.
B._
aus, die Verletzung sei von de
n erst
behandelnden Ärzten leider
komplett unterschätzt worden.
Die MR-Untersuchung sei verspätet durchgeführt worden.
Zwar habe der Beschwerdeführer kurz nach dem Unfall wieder gearbeitet, habe aber weiterhin unter Schulterbeschwerden gelitten und die meisten Arbeiten mit der Gegenseite erledigt. Der MR-Befund zeige wohl schon Atrophien, insbesondere im
S
ubsc
apularisbereich
. Hier sei allerdings festzuhalten, dass der
S
ubsc
apularisbereich
bei
kompletten Rupturen sehr schnell atrophiere, was auch aus der
einschlägigen
Literatur
bekannt
sei. Ob der
Supraspinatus
tatsächlich eine so grosse Atrophie wie das MRI gezeigt habe
, sei nicht unbedingt beweisend
, da der
Supraspinatus
natürlich
retrahiert
sei und aus dem
Messfeld
nach zentral zurückgerutscht sei. Auch
dazu
g
e
be es einschlä
gige Literatur
. Es sei
nochmals festzuhalten
, dass bei
einem 38-jährigen Patienten
im degenerativen Setting eigentlich keine langen
Bizepsse
hnenluxationen
und Komplettrupt
uren des
S
ubsc
apularis
passieren könnten
.
Er
(
Dr.
B._
) habe
dies
in seiner langjährigen Praxis jedenfalls noch nicht erlebt (
Urk.
8/47/3).
5.7
Suv
a-Kreisarzt
med.
pract
.
F._
nahm am
1.
Dezember 2020 zur Sache Stellung. Unter Bezugnahme auf die medizinischen Vorakten und die bildgebenden Befunde vom Mai und November 2019
(
Urk.
8/53/1-5)
führte er aus, wäre es beim Vorfall vom 1
5.
Mai 2019 zu einer akuten
Zerreissung
der
Supraspinatussehne
, der
Subscapularissehne
und teilweise der
Infras
pinatussehne
gekommen, so wäre
es dem Beschwerdeführer nicht mehr möglich gewesen, den
rechten
Arm aktiv und frei zu bewegen. Am 1
6.
Mai 2019 aber habe eine freie aktive und passive Funktion festgestellt werden können und auch der Schürzen- und der Nackengriff seien
möglich gewesen. Typisches Merkmal akuter Zerreissungen von Sehnen der Rotatorenmanschette seien sofort einsetzende starke Schmerzen
,
verbunden mit einer erheblichen Funktionseinschränkung bis hin zu einer Pseudoparalyse. Anzeichen dieser Art seien beim Beschwerdeführer zeitnah zum Unfall nicht dokum
entiert (Urk.
8/53
/6).
Dr.
med. H._
, Leitender Arzt der Radiologie des
Spitals Z._
, habe
zum Röntgenbefund festgehalten, es sei an der rechten Schulter ein Hochstand des
Humeruskopfes
festzustellen (vgl.
Urk.
8/12/1). Dies treffe effektiv zu. Neben dem Hochstand
des
Humeruskopfes
sei auch ein
kräftiger
Osteophyt
am
Acro
mion
dokumentiert, was als Zeichen eine
s
chronischen Reiz
z
ustandes zu bewer
ten sei (
Traktionsosteophyt
). Zu einem Hochstand des
Humeruskopfes
komme es erst, wenn ein Defekt der Rotatorenmanschette bereits längere Zeit bestehe. Durch den Röntgenbefund seien somit mehrere Zeichen einer chronischen degenera
tiven Veränderung an der rechten Schulter
dokumentiert (
Urk.
8/53
/6 f.).
Drei
Tage nach dem
Sturz auf der Treppe habe der Beschwerdeführer die körper
liche bel
astende Arbeit als Gipser erneut
aufgenommen
(vgl.
Urk.
8/31/1)
.
Über
dies habe der
Beschwerdeführer
angegeben, er habe nach dem Sturz bei der Arbeit
ziehende Schmerzen in der rechten Schulter verspürt
(vgl.
Urk.
8/31/1)
. Diese Beschwerden seien mit einer erlittenen Kontusion oder Distorsion gut erklärbar. Gegen eine akute Zerreissung mehrerer Sehnen der Rotatorenmanschette spreche auch die Angabe des Beschwerdeführers, er habe den rechten Arm über Kopf anheben können, sobald dieser
«
warm
»
gewesen sei.
Gerade
dieser Umstand spre
che für einen degenerativen Zustand, wie er beispielsweise auch bei Arthrosen bestehe. Es sei nicht überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer die Arbeiten, die er gegenüber der Aussendienstmitarbeiterin im Februar 2020
geschildert
habe (vgl.
Urk.
8/31/1), mit einer akuten Zerreissung der Sehnen der Rotatorenmanschette hätte ausführen können. Selbst wenn die Sehnen der Rota
torenmanschette bereits vor dem Unfall mit Defekten vorgeschädigt gewesen und als Folge des Sturzes auf der Treppe weiter eingerissen wären, so wäre doch auch dann mit einer akuten Symptomatik mit starken Schmerzen und einer erheblichen Funktionsbeeinträchtigung zu rechnen gewesen
und es wäre ein Tag nach dem Unfall keine aktiv und passiv freie Beweglichkeit der Schulter gegeben gewesen (
Urk.
8/53/7 f.).
Entgegen der Auffassung von
Dr.
B._
lägen keine Anhaltspunkte dafür vor,
dass der Beschwerdeführer anlässlich der Erstbehandlung nicht gründlich untersucht worden sei und die behandelnden Ärzte falsche Schlüsse gezogen hätten.
Dr.
B._
unterstelle dies lediglich. Der von
Dr.
G._
anhand der bildgebenden Untersuchungen beschriebene Schweregrad der
Rotatorenman
schettenruptur
, insbesondere das Ausmass der Atrophie des Muskelg
ewebes und das fortgeschrittene
Stadium der Fettinfiltrati
onen, leg
t
e
n
eine degenerative Ent
stehung nahe. Durch Studien sei belegt, dass eine ausgeprägte fettige Infiltration des
Musculus
subscapularis
und des
Musculus
infraspinatus
erst rund drei respektive zweieinhalb Jahre nach der Durchtrennung der Sehne eintrete. Bei
gleichzeitiger Schädigung mehrerer Sehnen könne der Prozess zwar beschleunigt ablaufen, jedoch auch in diesem Fall nicht innert
nur
weniger Monate.
Auch das hier dokumentierte Ausmass der Atrophie spreche eindeutig für einen länger dauernden degenerativen Prozess. Von einem blossen Zurückrutschen des
Musculus
supraspinatus
, was Dr.
B._
postuliere, könne nicht ausgegangen werden.
Die von Dr.
B._
erwähnt Studie untermauere
sodann
nicht dessen
Auffassung
hinsichtlich des Zeitraums, in welchem fettige Infiltrationen
nach einer Läsion an der Rotatorenmanschette
aufträten, sondern es
werde darin das Ausmass der fettigen Infiltration vor und nach einer Operation verglichen (
Urk.
8/53/8 f.).
Zu bedenken sei auch, dass nur rund 10
%
aller kombinierten Kontinuitätsunter
brechungen der
Supraspinatussehne
und der
Subscapularissehne
traumatischer Natur seien. Hinzu komme, dass Schäden an der Rotatorenmanschette aufgrund einer Fehl- und Überbelastung bereits
bei
jugendlichen oder jungen Erwachsenen aufträten. Diese Form der Veränderung w
e
rde als Werfer- oder Sportlerschulter bezeichnet. Nicht nur sportliche Betätigung, sondern auch repetitive Überkopf
belastungen könnten dazu führen und häufig seien Betroffene trotz
des
bild
gebenden Nachweises von partiellen oder
transmuralen
Sehnendefekten symp
tomfrei.
Insgesamt sprächen die initial beschriebenen Befunde, die rasche Aufnahme der körperlich belastenden Arbeit und der Umstand, dass der Beschwer
deführer erst im November 2019 wegen schmerzbedingter Beeinträchtigungen an der rechten Schulter einen Arzt konsultiert habe
,
dafür, dass er sich am 1
5.
Mai 2019 lediglich eine Schulterkontusion zugezogen habe. Es entspreche
traumato
logischer
Erfahrung, dass die Folgen einer solchen Kontusion spätestens nach einem halben Jahr abklängen und damit der
status
quo sine eintrete (
Urk.
8/53/9 f.).
6.
6.1
Dr.
B._
vertritt die Auffassung, die Erstuntersuchung am Tag nach dem Sturz auf der Treppe sei unzureichend gewesen, da «die Verletzung leider komplett unterschätzt und nur konventionell radiologisch abgeklärt» worden sei (
Urk.
8/27/2
; vgl. auch
Urk.
8/7/1
).
Au
fgrund welcher Überlegungen Dr.
B._
zu diesem Schluss gelangte, legte er nicht näher dar. Zwar klagte der Beschwerdeführer
am 1
6.
Mai 2019
im Notfallzentrum des
Spitals Z._
über Schmerzen in der rechten Schulter, bei der
klinischen
Befundaufnahme konnte indessen eine aktiv und passiv freie Beweglichkeit der Schulter festgestellt werden und sowohl der Nacken- al
s auch der Schürzengriff konnte
ohne Einschränkung
demonstriert werden.
Die Rotatorenmanschette wurde als intakt bezeichnet.
Ferner konnten die untersuchenden Ärzte keine
Druckdolenzen
über den knöchernen Strukturen feststellen.
Zum Röntgenbefund wurde festgeh
alten, es sei eine leichte
subac
romiale
Schleifenbildung bei
Humeruskopfhochstand
ohne Frakturnachweis festzustellen (
Urk.
8/5/1 f.). Die erstbehandelnden Ärzte verord
neten in der Folge Schmerzmittel und sie attestierten eine Arbeitsunfähigkeit bis zum 2
0.
Mai 2019 (
Urk.
8/2,
Urk.
8/5/1). Im Gespräch mit der Aussendienstmit
arbeiterin der Suva vom 1
3.
Februar 2020 gab der B
eschwerdeführer an
, bereits nach drei Tagen habe er seine Arbeit
wieder
aufgenommen
und er habe seinen rechten Arm - s
obald dieser «warm» gewesen sei -
auch über Kopf anheben können (
Urk.
8/31/1).
Vor diesem H
intergrund ist nicht ersichtlich, welche weitere
n
ärztliche
n
Massnahmen sich im damaligen Zeitpunkt
konkret
aufge
drängt hätten.
Solche erfolgten, was nachvollziehbar ist, nachdem sich ab Herbst 2019 aufgrund einer Zunahme des Arbeitsvolumens die Beschwerden verstärkten, sowohl hinsichtlich Häufigkeit und auch I
ntensität
,
und
nachdem
zunehmend auch Ruheschmerzen auf
traten
, die einen gestörten Schlaf zur Folge hatten (
Urk.
8/31/2).
6.2
Zunächst aber war der Beschwerdeführer im Stande, seiner Arbeit drei Tage
nach dem Sturz auf der Treppe wieder nach
zu
gehen und seinen rechten Arm auch
für Überkopfarbeiten
ein
zusetzen. Der Beschwerdeführer relativierte jedoch,
es
sei
ihm
damals
nicht möglich gewesen,
grössere
Gewichte anzuheben und zu tragen, weswegen er
diesbezüglich
auf die Hilfe von Arbeitskollegen angewiesen gewesen sei. Gewicht
e
bis zu zwei Kilogramm
aber
habe er
bis
auf B
rusthöhe
heben können
(
Urk.
8/31/1).
Welche
Arbeitsbelastungen die rechte Schulter vor dem Ereignis vom 1
5.
Mai 2019
ohne Weiteres
tolerierte, ist nicht aktenkundig. Selbst wenn limitierende Beschwerden erst
mals
nach dem
Ereignis
vom 1
5.
Mai 2019 auftra
ten, kann daraus in Bezug auf die Frage der Unfallkausalität nicht
s
abgeleitet werden. Der Grundsatz «
post
hoc ergo
propter
hoc»
,
wonach ein Gesundheits
schaden schon dann als durch einen Unfall verursacht gilt, weil er nach diesem aufgetreten ist
,
ist beweisrechtlich ohne Bedeutung (
BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
, Urteil des Bundesgerichts 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1
). Aufschluss
reicher ist der Befund
der Röntgenuntersuchung vom 16.
Mai 201
9.
Zum hierzu vermerkten
Hochstand des
Humeruskopfes
(Urk.
8/12/1
; vgl. auch
Urk.
8/5/2
)
führte
med.
pract
.
F._
aus,
ein
solcher
entstehe erst, wenn
bereits
längere Zeit
ein Defekt der Rotatorenmanschette bestehe. Zudem wies
med.
pract
.
F._
darauf hin, der auf dem Röntgenbild sichtbare
Osteophyt
am
Acromion
sei
eben
falls
ein Zeichen für eine chronische degenerative Veränderung an der rechten Schulter (
Urk.
8/53/6 f.). Ob
Dr.
B._
die Röntgenaufnahme kannte und welche Schlüsse
er aus dieser zog, ist nicht aktenkundig. Konkret jedenfalls nahm er in keiner seiner Stellungnahmen
dar
auf Bezug.
Mit blossem
Verweis auf seinen persönlichen Hintergrund vertrat
Dr.
B._
ferner den Standpunkt, bei einem 38-jährigen Patienten sei eine Degeneration im hier festgestellten Ausmass unwahrscheinlich (
Urk.
8/
47/
3).
Med.
pract
.
F._
dagegen
legte begründet dar, dass
effektiv
nur 10
%
aller kombinierten Kontinuitätsunterbrechungen von
Supraspinatus
-
und
Subscapularissehne
, das heisst
antero
-superio
re
n
Rotatoren
manschettenläsionen
,
eine traumatische Ursache hätten und bereits im
jugend
lichen
Alter degenerative
Veränderungen dieser Art, bekannt auch als Werfer- oder Sportlerschulter
, auftreten könnten
(
Urk.
8/53
/9 f.).
6.3
Die Beurteilung von
med.
pract
.
F._
beruht nicht allein auf einer Analyse der Berichte über die Erstbehandlung
und
der Röntgenaufnahme, sondern auch auf einer Bewertung der im November 2019 erfolgten MR-Untersuchung.
Dabei kam
med.
pract
.
F._
zum Schluss, der anhand des MR-Befundes
erkennbare
Schwe
regrad
der
Rotatorenmanschettenruptur
mit deutlicher
Atrophie des Muskel
gewebes
und
fortg
eschrittenen Fettinfiltrationen
lege eine degenerative Entste
hung nahe.
Namentlich führte er aus,
ausgeprägte fettige Infiltration
en
des
Musculus
subscapularis
und des
Musculus
infraspinatus
träten
erst nach rund
zweieinhalb respektive
drei Jahren nach der Durchtrennung der Sehne
auf
,
und
er
wies besonders darauf hin, b
ei gleichzeitiger Schädigung mehrerer Sehnen könne der Prozess zwar beschleunigt ablaufen,
nicht
jedoch innert
nur
weniger Monate
(Urk.
8/53/8 f.)
.
Die gegenteilige Auffassung, dass nämlich der
Musculus
subscapularis
bei kompletten Rupturen sehr sch
nell atrophiere, begründete Dr.
B._
allein mit dem Verweis auf nicht näher genannte einschlägige Literatur (
Urk.
8/47/3). Die ferner geäusserte Auffassung, ob der
Musculus
supra
spinatus
effektiv eine so grosse Atrophie aufweise wie das MRI gezeigt habe, sei nicht unbedingt beweisend, da der Muskel
ret
r
ahiert
und au
s dem
Messfeld
nach zentral zurückgerutscht sei
. Auch hierfür verwies
Dr.
B._
auf nicht näher genannte medizinische Fachliteratur
(
Urk.
8/47/3).
Dies vermag die Darlegung
en
von
med.
pract
.
F._
,
das Ausmass der Atrophie des
Musculus
supraspinatus
lasse sich durch Ta
ngenten
zeichen zuverlässig ermitteln, wozu auf namentlich genannte Fachliteratur und Studien
verwiesen wird (
Urk.
8/53/8 f.),
nicht zu ent
kräften.
Auch
Dr.
E._
hatte auf die hochgradigen
Verfettungen
als Anzei
chen einer degenerativen Ursache für die geschädigte Rotatorenmanschette hingewiesen (
Urk.
8/42).
Dr.
E._
legte überdies dar, die anhand der Bild
gebung sichtbaren Sehnenstümpfe seien abgerundet und stark
retrahiert
, was auf eine lang zurückliegende
Arthropathie
zurückzuführen sei (
Urk.
8/34/3).
Mithin ist angesichts fortgeschrittener Muskelatrophien und aufgrund der vorhandenen
Fettinfiltrationen gestützt auf die Darlegungen von
med.
pract
.
F._
und von
Dr.
E._
darauf zu schliessen, dass die
Rotatorenmanschettenläsion
, die
mittels der
MR-Untersuchung vom
25.
November 2019
erkannt
und beschrieben sowie
hernach am
5.
Februar 2020
durch
Dr.
B._
operativ behandelt
worden war
(Urk.
8/13
,
Urk.
8/35
)
,
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit einem degenerativen Prozess zuzuschreiben und nicht Folge des Ereignisses vom 1
5.
Mai 2019 ist.
6.4
Die vom Beschwerdeführer in der Beschwerde vorgebrachten Argumente vermö
gen das Beweisergebnis nicht umzustossen. Soweit der Beschwerdeführer respek
tive sein Rechtsvertreter den massgeblichen Sachverhalt selber einer medizi
nischen Würdigung unterziehen, insbesondere unter Bezugnahme auf medizi
nische Fachliteratur zum Thema d
egenerative oder traumatische Läsionen der Rotatorenmanschette
(
Urk.
1 S. 4 f
f
.
Ziff.
5.1
-4
), kann darauf nicht abgestellt werden.
Der Beschwerdeführer ist direkt betroffen und, wie auch seine Vertretung, medizinischer Laie.
Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die Beurteilung von
med.
pract
.
F._
- entgegen der Darstellung des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 5) -
gerade nicht
von
einer Beschwerdefreiheit vor dem Ereignis vom 1
5.
Mai 2019
ausgeht
, zumal den Akten diesbezüglich nichts entnommen werden kann.
Med.
pract
.
F._
stützt
e
seine Beurteilung
vielmehr
auf eine Analyse der erho
benen Befunde. Auf die Argumente des Beschwerdeführers kann auch insofern nicht eingega
n
gen werden, als
sie
Elemente
enthalten
, die mit
den Sachverhalts
feststellungen im Abklärungsverfahren
nicht übereinstimmen.
Diesbezüglich liegen unbelegte Parteibehauptungen vor. Konkret ist der Verlauf der Beschwer
den zwischen der Unfallbehandlung am 1
6.
Mai 2019 (
Urk.
8/5) u
nd der Arzt
konsultation bei Dr.
A._
am
9.
November 2019 (
Urk.
8/30) nicht
akten
kundig, da der Beschwerdeführer in dieser Zeit keine ärztliche Behandlung bean
sprucht hat, so dass sich hieraus keine Schlussfolgerungen ziehen lassen.
Auch die Einzelheiten des Sturzes und damit der genaue S
turzmechani
smus
bleiben
unklar, da Einzelheiten erst im Laufe des Verfahrens und teilweise erst gemacht wurden, als eine Verneinung der Kausalität bereits in Aussicht gestellt worden war (vgl.
Urk.
8/20,
Urk.
8/31).
Ob der Beschwerdeführer
effektiv
auf den ausge
streckten Arm gestürzt ist (vgl.
Urk.
1 S. 5) und was daraus aus medizinischer
Sicht
abzuleiten wäre
,
bleibt damit offen.
7.
Zusammenfassend steht aufgrund der überzeugenden und nachvollziehbaren kreisärztlichen Beurteilung
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
fest, dass
ein degenerativer Prozess
ursächlich
für die Schädigungen an d
er Rotatorenman
schette gewesen
ist
. Damit ist auch hinlänglich der Nachweis dafür erbracht, dass
der Vorfall vom 1
5.
Mai 2019 zu einer Kontusion der rechten Schulter und damit zu einer vorübergehenden
Beeinträchtigung geführt
hat
,
wobei die
Folgen
davon
spätestens
ein halbes Jahr später wieder abgeklungen
waren (
Urk.
8/53/10). Demgemäss ist der Entscheid der Beschwerdegegnerin, zwischen dem Ereignis vom 1
5.
Mai 2019 und der Schädigung der Rotatorenmanschette, die
operativ
behandelt werden musste
(
Urk.
8/
35
), fehle es am erforderlichen Kausalzusam
menhang, nicht zu beanstanden. Damit erweist sich die Beschwerde als unbe
gründet und ist abzuweisen.
Aufgrund der Umstände erübrigt sich die Prüfung eines Leistungsanspruchs gestützt auf
Art.
6
Abs.
1 UVG.
Ist wie hier nachgewiesen
, dass ein Unfallereignis im Sinne von
Art.
4 ATSG
nicht die Ursache
einer diagnostizierten Listenver
letzung
(Sehnenriss;
Art.
6
Abs.
2
lit
. f UVG) ist
und besteht kein Hinweis auf ein nach dem Unfall eingetretenes initiales Ereignis als mögliche Verletzungsursache, so ist damit gleichzeitig auch die Bedingtheit der Listenverletzung durch Abnüt
zung oder Erkrankung erstellt (
BGE 146 V 51 Regeste u. E. 9.2
).