Decision ID: 0d5b6fef-9e35-5a78-ad02-35f8b5b62be2
Year: 2021
Language: de
Court: FR_TC
Chamber: FR_TC_011
Canton: FR
Region: Espace_Mittelland
Law Area: social_law

Sachverhalt
A. A._, geboren 1949, ledig, wohnhaft in B._, arbeitete seit dem 8. Juli 2017 als Serviceangestellte bei der C._ AG (heute: C._ AG in Liquidation), mit Sitz in D._. Sie war im Rahmen dieser Anstellung bei der Suva gegen Berufs- und  sowie Berufskrankheiten versichert.
Am 26. Oktober 2017 geriet sie auf der Arbeit in einer hektischen Situation in eine andere Person und musste samt Teller in der Hand auf die Seite ausweichen, rutschte dabei in ein Loch bei der Fussbodenplatte und zog sich eine Prellung der LWS zu. In der Folge wurde zudem eine  rechts sowie eine aktivierte Spinalkanalstenose diganostiziert. Die Suva übernahm die gesetzlichen Leistungen.
Mit Verfügung vom 7. August 2019 stellte die Suva die Versicherungsleistungen per 31. August 2019 ein. Ab diesem Tag sei der Status quo sine vel ante erreicht.
Dagegen erhob A._ am 19. September 2019 Einsprache und beantragte implizit, die  der Suva bestehe über den 31. August 2019 hinaus.
Mit Einspracheentscheid vom 13. Mai 2020 trat die Suva auf die Einsprache nicht ein. Diese sei verspätet eingereicht worden.
B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhebt A._ am 15. Juni, verbessert am 3. Juli 2020, Beschwerde an das Kantonsgericht Freiburg und stellt implizit den Antrag, die Suva sei zu Unrecht nicht auf ihre Einsprache eingetreten.
Die Suva bestätigt in ihren Bemerkungen vom 9. September 2020 ihre Ausführungen im  und beantragt die Abweisung der Beschwerde.

Die weiteren Elemente des Sachverhalts ergeben sich, soweit für die Urteilsfindung massgebend, aus den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen.
Erwägungen
1.
Die Beschwerde vom 15. Juni 2020 gegen den Einspracheentscheid der Suva vom 13. Mai 2020 ist fristgerecht bei der sachlich und örtlich zuständigen Beschwerdeinstanz eingereicht worden. Die Beschwerdeführerin hat ein schutzwürdiges Interesse, dass das Kantonsgericht, I. , prüft, ob die Suva zu Recht auf die Einsprache vom 19. September 2019 nicht eingetreten ist.
1.1. Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen und zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig  – in Form einer Verfügung – Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Der Einspracheentscheid tritt an die Stelle der Verfügung. Er ist alleiniger Anfechtungsgegenstand des erstinstanzlichen Beschwerde-
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verfahrens. Die ursprüngliche Verfügung, soweit angefochten, hat mit Erlass des  jede rechtliche Bedeutung verloren (Urteil BGer 8C_592/2012 vom 23. November 2012 E. 3.1 f. mit Hinweisen).
Ferner stellt eine Auseinandersetzung lediglich mit der materiellen Seite des Falles bei der  eines vorinstanzlichen Nichteintretensentscheide keine sachbezogene Begründung und damit keine rechtsgenügliche Verwaltungsgerichtsbeschwerde dar (BGE 123 V 335).
1.2. Insofern die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde auch den Antrag stellt, die Suva sei weiterhin leistungspflichtig, kann darauf nicht eingetreten werden. Das vorliegende Verfahren hat nicht die Abklärung eines allfälligen materiellen Leistungsanspruchs zum Inhalt, sondern beschränkt sich auf die Frage, ob die Suva auf die Einsprache vom 19. September 2019 hätte eintreten müssen oder nicht.
Auf die Beschwerde ist mit dieser Einschränkung einzutreten.
2.
2.1. Gegen Verfügungen kann innerhalb von 30 Tagen bei der verfügenden Stelle Einsprache erhoben werden (Art. 52 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1], welches hier gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20] zur  kommt).
Dabei handelt es sich um eine gesetzlich festgelegte Frist, die gemäss Art. 40 Abs. 1 ATSG nicht erstreckt werden kann. Eine nach Tagen berechnete Frist, welche der Mitteilung an die Parteien bedarf, beginnt gemäss Art. 38 ATSG am Tag nach ihrer Mitteilung zu laufen (Abs. 1). Ist der letzte Tag der Frist ein Samstag, ein Sonntag oder ein vom Bundesrecht oder vom kantonalen Recht anerkannter Feiertag, so endet sie am nächstfolgenden Werktag. Massgebend ist das Recht des Kantons, in dem die Partei oder ihr Vertreter beziehungsweise ihre Vertreterin Wohnsitz oder Sitz hat (Abs. 3). Gesetzliche oder behördliche Fristen, die nach Tagen oder Monaten bestimmt sind, stehen still vom 15. Juli bis und mit dem 15. August (Abs. 4 Bst. b).
Nach Art. 39 Abs. 1 i. V. m. Art. 52 Abs. 1 ATSG ist die 30-tägige Frist nur gewahrt, wenn die Einsprache spätestens am letzten Tag der Frist dem Versicherungsträger eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder  Vertretung übergeben wird. Falls die Frist unbenützt abläuft, wächst der  in (formelle) Rechtskraft mit der Wirkung, dass der Versicherungsträger auf eine verspätet eingereichte Einsprache nicht eintreten darf (BGE 124 V 400 Erw. 1a).
2.2. Im Sozialversicherungsverfahren bestehen keine Vorschriften darüber, wie die  ihre Verfügungen zustellen sollen. Daher ist der Versand der Verfügung bzw. des Einspracheentscheids mit der Versandart "A-Post Plus" nicht zu beanstanden. Die Eröffnung muss bloss so erfolgen, dass sie dem Adressaten ermöglicht, von der Verfügung oder der Entscheidung Kenntnis zu erlangen. Bei uneingeschriebenem Brief erfolgt die Zustellung bereits dadurch, dass er in den Briefkasten oder ins Postfach des Adressaten gelegt wird und damit in den Macht- bzw. Verfügungsbereich des Empfängers gelangt. Dass der Empfänger vom Entscheid tatsächlich Kenntnis nimmt, ist nicht erforderlich. Bei der Versandmethode "A-Post Plus" wird der Brief mit einer Nummer versehen und ähnlich wie ein eingeschriebener Brief mit A-Post spediert. Im  zu den eingeschriebenen Briefpostsendungen wird aber der Empfang nicht quittiert. Der
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Adressat wird im Falle seiner Abwesenheit auch nicht durch Hinterlegung einer  avisiert. Die Zustellung wird vielmehr elektronisch erfasst, wenn die Sendung in das Postfach oder in den Briefkasten des Empfängers gelegt wird. Auf diese Weise ist es möglich, mit Hilfe des von der Post zur Verfügung gestellten elektronischen Suchsystems "Track & Trace" die Sendung bis zum Empfangsbereich des Empfängers zu verfolgen (Urteil BGer 8C_604/2019 vom 18.  2019 E. 5.2 mit Hinweisen).