Decision ID: f070c17e-d39e-48a8-8b69-2406de6fa3c0
Year: 2017
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Entscheid Verwaltungsgericht, 28.09.2017 Ausländerrecht. Widerruf/Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung. FZA (SR 0.142.112.681). Art. 33 Abs. 3 AuG in Verbindung mit 62 lit. c AuG (SR 142.20).Rechtmässigkeit des Widerrufs bzw. der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung eines sich seit dem Jahr 1991 in der Schweiz aufhaltenden Staatsbürgers von Kosovo.Die geltend gemachte italienische Staatsbürgerschaft der Ehefrau konnte nicht als belegt gelten, weshalb eine Anwendung der FZA-Bestimmungen auf den streitigen Sachverhalt ausser Betracht fiel (Verwaltungsgericht, B 2015/330).
Besetzung
Abteilungspräsident Zürn; Verwaltungsrichterin Reiter, Verwaltungsrichter Zogg;
Gerichtsschreiber Schmid
Verfahrensbeteiligte
X.Y.,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Boris Züst, Dolder Züst Rechtsanwälte,
Sonnenstrasse 5, Postfach 126, 9004 St. Gallen,
gegen
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Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32,
9001 St. Gallen,
Vorinstanz,
Gegenstand
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung
Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. X.Y., Jg. 1986, reiste 1991 mit seinen Eltern von Kosovo in die Schweiz ein. Ein
Asylgesuch wurde damals abgewiesen, jedoch vom Bundesamt für Flüchtlinge (heute:
Staatssekretariat für Migration) am 4. Dezember 1998 die vorläufige Aufnahme der
Familie verfügt. Am 26. April 2002 erhielt X.Y. eine Aufenthaltsbewilligung (Härtefall).
Mit Verfügung vom 20. März 2008 wies das Ausländeramt (heute: Migrationsamt) sein
Gesuch um Erteilung einer Niederlassungsbewilligung ab, da er die zeitlichen
Voraussetzungen nicht erfülle und Schulden habe (act. G 17/12 I/208).
In den Jahren 2001 bis 2011 war X.Y. wie folgt verurteilt worden: am 8. April 2001
wegen geringfügiger Sachbeschädigung und Widerhandlung gegen das
Feuerschutzgesetz zu zwei Halbtagen Arbeitsleistung (act. G 17/12 I/25 f.), am 29.
August 2001 wegen einfachen Diebstahls, Sachbeschädigung sowie Führens eines
ungelösten und nicht versicherten Mofas ohne den erforderlichen Führerausweis zu
drei Halbtagen Arbeitsleistung (act. G 17/12 I/9 ff.), am 16. Dezember 2004 wegen
Tätlichkeiten und Nötigung zu 5 Halbtagen Arbeitsleistung (act. G 17/12 I/174 f.), am
27. Juni 2005 wegen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen zu einer Haftstrafe
von 7 Tagen (act. G 17/12 I/179 f.), am 9. März und 31. Oktober 2006 wegen
mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen zu Bussen (act. G 17/12 I/192
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f. und 215), am 13. Juni 2008 und 18. Dezember 2009 wegen Widerhandlungen gegen
das Transportgesetz zu Bussen (act. G 17/12 I/210 und 222), am 5. März 2010 wegen
mehrfachen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen zu einer Busse (act. G 17/12 I/
223 f.), am 9. April 2010 und 21. Januar 2011 wegen Widerhandlungen gegen das
Personenbeförderungsgesetz zu Bussen (act. G 17/12 I/225 und 241), am 8. Februar
2011 wegen Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen zu einer Busse (act. G 17/12 I/
243 f.), am 26. April 2011 wegen Diebstahls zu einer bedingt aufgeschobenen
Geldstrafe und einer Busse (act. G 17/12 I/328 ff.) sowie am 12. Juni 2011 wegen
Urkundenfälschung zu einer bedingt aufgeschobenen Geldstrafe und einer Busse (act.
G 17/12 I/293 f.). Am 12. August 2011 teilte das Migrationsamt X.Y. mit, dass es seine
Aufenthaltsbewilligung nur noch unter jedem Vorbehalt verlängere (act. G 17/12 I/290).
b. Am 5. Juni 2012 anerkannte X.Y. das Kind K.Y., geb. 2011, von Brasilien. Am 6. Juli
2012 heirateten A.Y., Jg. 1991, von Brasilien, und X.Y. 2012 kam das gemeinsame Kind
L.Y. und 2014 M.Y. zur Welt. Die drei Kinder verfügen wie ihre Mutter über
Niederlassungsbewilligungen. Mit Verfügung vom 11. Oktober 2012 verwarnte das
Migrationsamt X.Y., da sein Verhalten sowohl in strafrechtlicher als auch finanzieller
Hinsicht zu schweren Klagen Anlass gegeben habe. Die Aufenthaltsbewilligung wurde
unter der Bedingung verlängert, dass er sich künftig klaglos verhalte (act. G 17/12 I/
350-354). Hierauf ergaben sich weitere Verurteilungen von X.Y.: Am 2. Mai 2013 wegen
mehrfachen Ungehorsams als Schuldner im Betreibungsverfahren sowie wegen
fahrlässigen rechtswidrigen Aufenthalts zu einer Busse (act. G 17/12 I/376-378) und am
20. Mai 2014 wegen mehrfacher Urkundenfälschung zu einer Geldstrafe (act. G 17/12 I/
437-439). Nach Einräumung des rechtlichen Gehörs (act. G 17/12 I/505 ff.) verweigerte
das Migrationsamt mit Verfügung vom 28. November 2014 die Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung mit der Begründung, X.Y. erfülle die Widerrufsgründe nach Art.
62 lit. c, d und e des Ausländergesetzes (sGS 142.20, AuG; in der bis 30. September
2016 gültig gewesenen Fassung). Das öffentliche Interesse an seiner Fernhaltung
überwiege sein privates Interesse, in der Schweiz bleiben zu können. Auch unter dem
Gesichtspunkt von Art. 8 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und
Grundfreiheiten (SR 0.101; EMRK) erweise sich ein Eingriff ins Familienleben als
zulässig (act. G 17/12 I/520 ff.). Den hiergegen erhobenen Rekurs (act. G 17/1 und
17/8) wies das Sicherheits- und Justizdepartement mit Entscheid vom 7. Dezember
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2015 ab. Das Gesuch von X.Y. um unentgeltliche Rechtsverbeiständung wurde
ebenfalls abgewiesen (act. G 2/1).
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt lic. iur. Boris Züst, St. Margrethen, für
X.Y. am 23. Dezember 2015 Beschwerde mit den Rechtsbegehren, der Entscheid sei
aufzuheben; eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz
zurückzuweisen (Ziff. 1). Die Aufenthaltsbewilligung sei angemessen zu verlängern (Ziff.
2). Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung zu gewähren (Ziff. 3). Unter Kosten- und Entschädigungsfolge
(Ziff. 4; act. G 1). In der Beschwerdeergänzung vom 4. März 2016 bestätigte und
begründete der Rechtsvertreter die gestellten Rechtsbegehren (act. G 13).
b. In der Vernehmlassung vom 21. März 2016 beantragte die Vorinstanz Abweisung der

Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Erwägungen des angefochtenen
Entscheids (act. G 16).
c. Das Migrationsamt reichte am 7. Juni 2016 Unterlagen betreffend eine Strafklage der
Wohnsitzgemeinde des Beschwerdeführers wegen Veruntreuung von
Sozialhilfeleistungen sowie Betrug (act. G 20.1) und am 6. Oktober 2016 die
entsprechende Nichtanhandnahmeverfügung (Nichteintreten auf die Strafanzeige) ein
(act. G 23). Am 22. Dezember 2016 reichte das Migrationsamt einen
Betreibungsregisterauszug vom 21. Dezember 2016 nach (act. G 25). Am 24. Januar
gingen Berichte der Kantonspolizei betreffend Ankauf und Konsum von
Betäubungsmitteln (act. G 29) und am 15. Februar 2017 ein entsprechender Strafbefehl
ein (act. G 32). Am 28. Februar 2017 liess das Migrationsamt dem Verwaltungsgericht
einen Polizeirapport betreffend eine Intervention im häuslichen Bereich (wiederholte
gegenseitige Beschimpfungen und Tätlichkeiten des Ehepaars X.Y. und A.Y.)
zukommen (act. G 34 f.). Am 27. Juli 2017 reichte das Migrationsamt einen Strafbefehl
vom 4. Juli 2017 (act. G 38.1) sowie eine Nichtanhandnahmeverfügung des
Untersuchungsamtes Altstätten vom gleichen Datum (act. G 38.2) nach. Am 13.
September 2017 gingen ein Informationsbericht bezüglich Intervention im häuslichen
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Bereich vom 10. August 2017 sowie ein Polizeirapport vom 6. September 2017 ein
(act. G 40).
d. Auf die Vorbringen in den Eingaben des vorliegenden Verfahrens wird, soweit für den
Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege; sGS 951.1, VRP).
Anfechtungsgegenstand ist der Rekursentscheid der Vorinstanz vom 7. Dezember
2015 (act. G 2/1), der zur Nichtverlängerung der bis 25. April 2013 gültig gewesenen
(vgl. act. G 17/12 I/355) Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers ergangen ist.
Mit Ablauf der Gültigkeitsdauer ist die Aufenthaltsbewilligung des Beschwerdeführers
erloschen (Art. 61 Abs. 1 lit. c AuG). Der Rechtsstreit betrifft mithin die
Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung (vgl. dazu BGer 2C_1020/2012 vom 15.
Oktober 2012 E. 2.1; 2C_235/2012 vom 13. März 2013 E. 1.1). Der Beschwerdeführer,
der während der Dauer des Verfahrens in der Schweiz anwesenheitsberechtigt bleibt
(vgl. Art. 59 Abs. 2 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit;
SR 142.201, VZAE), ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 in
Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingabe vom 23. Dezember 2015
erfüllt in Verbindung mit der Beschwerdeergänzung vom 4. März 2016 die gesetzlichen
Anforderungen in zeitlicher, formaler und inhaltlicher Hinsicht (Art. 64 in Verbindung mit
Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
2.
2.1. Der Beschwerdeführer bestätigt im vorliegenden Verfahren seinen Standpunkt,
dass seine Ehefrau die italienische Staatsbürgerschaft am 24. März 2009 erworben
habe, weshalb das FZA (Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen
Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren
Mitgliedstaaten anderseits über die Freizügigkeit [SR 0.142.112.681]) anzuwenden sei.
Die Vorinstanz verstosse mit ihrem Entscheid gegen das FZA und verletze zudem das
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rechtliche Gehör des Beschwerdeführers. Zudem habe die Vorinstanz den Sachverhalt
willkürlich nicht hinreichend abgeklärt in Bezug auf die Staatsbürgerschaft der Ehefrau
des Beschwerdeführers. Die Vorinstanz verfalle in Willkür, wenn sie geltend mache,
Kinder von italienischen Staatsangehörigen müssten eine Art Anerkennungsverfahren
durchlaufen. Es gebe kein eigentliches Anerkennungsverfahren und die Vorinstanz
habe sich auch gar nicht die Mühe gemacht, diese Interpretation aus der E-Mail des
Generalkonsulats vom 23. April 2015 überhaupt nachzuprüfen. Die Vorinstanz habe
auch deshalb gegen das rechtliche Gehör verstossen, weil sie mit dem Hinweis auf ein
angeblich nicht durchgeführtes Anerkennungsverfahren eine völlig neue Begründung
aus dem Hut gezaubert habe, mit welcher der Beschwerdeführer nicht habe rechnen
müssen. Im Weiteren verstosse die Vorinstanz mit dieser Argumentation gegen das
FZA, indem sie trotz Staatsbürgerschaft der Ehefrau des Beschwerdeführers eine
Wegweisung schützen wolle (act. G 1 S. 3-6, G 13 S. 3 f. und S. 7 ff.).
Die Vorinstanz hatte im angefochtenen Entscheid festgehalten, ein amtliches
Dokument, welches die italienische Staatsbürgerschaft der Ehefrau des
Beschwerdeführers nachweise, sei nicht eingereicht worden. In der E-Mail vom
23. April 2015 habe der italienische Generalkonsul lediglich erklärt, aufgrund der
Sachlage könnte die italienische Staatsbürgerschaft der Ehefrau anerkannt werden
(act. G 17/19 Beilage 1). Aus den Akten sei nicht ersichtlich, dass Italien bis anhin eine
italienische Staatsbürgerschaft der Ehefrau anerkannt habe. Ohne amtliche
Anerkennung (z.B. Registereintrag) der geltend gemachten Staatsbürgerschaft könne
sich der Beschwerdeführer nicht auf das FZA berufen. Ausserdem werde nicht geltend
gemacht, dass ein Verfahren um Anerkennung der italienischen Staatsbürgerschaft der
Ehefrau eingeleitet worden sei (act. G 2/1 S. 5).
2.2. Ein noch nicht volljähriges Kind eines italienischen Staatsbürgers erwirbt
automatisch die italienische Staatsbürgerschaft, wenn es zum Zeitpunkt des Erwerbs
der Staatsbürgerschaft durch den Elternteil mit diesem zusammenlebt (vgl. http://
www.conszurigo.esteri.it/consolato_zurigo/it/i_servizi/per_i_cittadini/cittadinanza/
cittadinanza.html; act. G 17/19 Beilage 1). Als die Mutter der Ehefrau des
Beschwerdeführers zufolge Heirat die italienische Staatsbürgerschaft am 24. März
2009 erhielt (act. G 17/19 Beilage 2), war letztere noch nicht volljährig (geboren 1991,
vgl. act. G 17/8 Beilage 4) und lebte mit der Mutter zusammen (act. G 17/22 Beilagen).
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Insofern scheinen die umschriebenen Voraussetzungen für einen automatischen
Erwerb der italienischen Staatsbürgerschaft grundsätzlich gegeben.
Im vorinstanzlichen Verfahren wurde indes seitens des Beschwerdeführers keine
Bestätigung (bspw. in Form einer Passkopie oder eines Registereintrages) von
italienischen Behörden eingereicht, aufgrund derer ersichtlich ist, dass die Ehefrau -
welche gemäss Familienausweis einzig über die brasilianische Staatsbürgerschaft
verfügt - seitens Italiens als italienische Staatsbürgerin anerkannt worden wäre. Dass -
entgegen der vom Beschwerdeführer vertretenen Ansicht - ein (allenfalls vereinfachtes)
förmliches Anerkennungsverfahren für den Nachweis des Erwerbs der italienischen
Staatsbürgerschaft erforderlich ist, lässt sich ohne weiteres dem zwischen dem
Schwiegervater des Beschwerdeführers und dem italienischen Generalkonsulat
geführten Mailverkehr entnehmen (act. G17/19: Mail vom 23. April 2015: „...si potrebbe
riconoscere la cittadinanza italiana...“) und ist im Übrigen angesichts der mit einer
Staatsbürgerschaft verbundenen Rechte und Pflichten wohl notorisch. Die Vorinstanz
war bei dieser Sachlage nicht verpflichtet, den Sachverhalt von Amtes wegen zu
aktualisieren und eine - wie auch immer geartete - Amtsauskunft beim italienischen
Generalkonsulat einzuholen (vgl. act. G 13 S. 4). Ebenso wenig war sie gehalten, den
Beschwerdeführer bzw. dessen Ehefrau oder deren Schwiegervater anzufragen, ob
zwischenzeitlich ein Verfahren betreffend Erhalt des italienischen Passes laufe (vgl. act.
G 13 S. 11 f.). Es war vielmehr am Beschwerdeführer, aufgrund seiner ihn treffenden
Mitwirkungspflicht (Art. 90 AuG) bereits im vorinstanzlichen Verfahren alle für den
Entscheid wesentlichen Tatsachen vorzubringen und nachzuweisen bzw. allfällige für
den Verfahrensausgang relevante Entwicklungen der tatsächlichen Umstände mit
entsprechenden Belegen zur Kenntnis zu bringen (vgl. BGer 2C_103/2014 vom 13.
Januar 2015, E. 2). Hierzu hätte entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (act.
G 1 S. 4, G 13 S. 4) im vorinstanzlichen Verfahren ohne Weiteres die Möglichkeit
bestanden, ohne dass eine solche Möglichkeit von der Vorinstanz ausdrücklich hätte
eingeräumt werden müssen. Von einer Gehörsverletzung kann somit nicht
ausgegangen werden. Eine Bestätigung der italienischen Staatsbürgerschaft der
Ehefrau, z.B. in Form einer Passkopie oder eines Registereintrages, wurde auch im
Verlauf des vorliegenden Beschwerdeverfahrens nicht eingereicht. Die geltend
gemachte italienische Staatsbürgerschaft der Ehefrau kann daher nicht als belegt
gelten, weshalb eine Anwendung der FZA-Bestimmungen auf den streitigen
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Sachverhalt ausser Betracht fällt. Entsprechend ist somit auch kein willkürliches
Handeln der Vorinstanz ersichtlich.
3. Nach Art. 33 Abs. 3 AuG kann eine Aufenthaltsbewilligung verlängert werden, wenn
keine Widerrufsgründe nach Art. 62 AuG bestehen. Widerrufsgründe bilden unter
anderem erhebliche und wiederholte Verstösse gegen die öffentliche Sicherheit und
Ordnung oder die Gefährdung derselben (Art. 62 lit. c AuG), die Nichteinhaltung der mit
der ausländerrechtlichen Verfügung verbundenen Bedingungen (Art. 62 lit. d AuG) oder
wenn eine Person, für welche die ausländische Person zu sorgen hat, auf Sozialhilfe
angewiesen ist (Art. 62 lit. e AuG). Gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung im
Sinn von Art. 62 lit. c AuG wird gemäss Art. 80 Abs. 1 VZAE unter anderem dann
verstossen, wenn gesetzliche Vorschriften und behördliche Verfügungen missachtet
(lit. a) oder öffentlich- oder privatrechtliche Verpflichtungen mutwillig nicht erfüllt
werden (lit. b). Von einer Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Sinn
von Art. 62 lit. c AuG ist auszugehen, wenn konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen,
dass der Aufenthalt des Ausländers in der Schweiz mit erheblicher Wahrscheinlichkeit
zu einem Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung führt (Art. 80 Abs. 2
VZAE). Sodann kann auch eine Summierung von Verstössen, die für sich genommen
für einen Widerruf nicht ausreichen würden, einen Bewilligungsentzug rechtfertigen,
wobei nicht die Schwere der verhängten Strafen, sondern die Vielzahl der Delikte
entscheidend ist (vgl. BGer 2C_160/2013 vom 15. November 2013, E. 2.1.1).
Mutwilligkeit im erwähnten Sinn setzt ein absichtliches, böswilliges oder zumindest
leichtfertiges Handeln voraus (Hunziker, in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.],
Kommentar zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010,
Rz. 37 zu Art. 62 AuG). Von Mutwilligkeit ist nicht leichthin auszugehen, zumal ein
Widerruf der Aufenthaltsbewilligung kein taugliches schuldbetreibungsrechtliches
Instrument zur Eintreibung bestehender Schulden ist. Eine Wegweisung aus der
Schweiz führt einerseits regelmässig dazu, dass die Gläubiger faktisch keine reellen
Aussichten auf Befriedigung ihrer Forderungen mehr haben. Andererseits bringt ein
weiterer Aufenthalt aber auch die Gefahr mit sich, dass weitere uneinbringliche
Schulden geäufnet werden (BGer 2C_273/2010 vom 6. Oktober 2010, E. 3.3; BGer
2C_329/2009 vom 14. September 2009, E. 4.2.5). Ist der Ausländer hinsichtlich seiner
Schulden bereits verwarnt worden, ist ein Widerruf nur angebracht, wenn keine
wesentliche Verbesserung eingetreten ist und das vom Gesetz als unerwünscht
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bezeichnete Verhalten fortgesetzt wurde. Die betreffende Person muss also trotz
Androhung ausländerrechtlicher Nachteile weiterhin mutwillig Schulden gemacht
haben. Allein aus einem Anstieg der Betreibungen kann hingegen nicht ohne weiteres
auf Mutwilligkeit geschlossen werden. Es kommt vielmehr darauf an, welche
Anstrengungen zur Sanierung zwischenzeitlich unternommen worden sind (vgl.
BGer 2C_273/2010 vom 6. Oktober 2010, E. 3.4).
Nach Art. 43 AuG haben ausländische Ehegatten von Personen mit
Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Nach Auflösung der
Ehe oder Familiengemeinschaft besteht dieser Anspruch weiter, wenn die
Voraussetzungen nach Art. 50 AuG gegeben sind. Soweit Widerrufsgründe im Sinn von
Art. 62 AuG vorliegen, erlöscht ein Anspruch aus Art. 50 AuG (Art. 51 Abs. 2 lit. b AuG).
4.
4.1. Am 12. August 2011 verlängerte das Migrationsamt die Aufenthaltsbewilligung des
Beschwerdeführers mit Hinweis auf hängige Strafverfahren nur noch unter jedem
Vorbehalt (act. G 17/12 I/290). In der Folge verwarnte es ihn mit Verfügung vom
11. Oktober 2012 und beanstandete sein Verhalten sowohl in strafrechtlicher als auch
finanzieller Hinsicht (offene Verlustscheine im Betrag von rund 23‘000.-- Franken,
Unterstützung durch die Sozialhilfe). Die Aufenthaltsbewilligung wurde unter der
Bedingung verlängert, dass er sich künftig klaglos verhalte (act. G 17/12 I/350-354).
Hierauf ergaben sich Verurteilungen am 2. Mai 2013 wegen mehrfachen Ungehorsams
als Schuldner im Betreibungsverfahren sowie wegen fahrlässigen rechtswidrigen
Aufenthalts zu einer Busse (act. G 17/12 I/376-378) und am 20. Mai 2014 wegen
mehrfacher Urkundenfälschung zu einer Geldstrafe (act. G 17/12 I/437-439). Aus seiner
damaligen Tätigkeit als Selbständigerwerbender resultierte kein Einkommen (act. G
17/12 I/380, 386). Einer Aufforderung zur Arbeitsaufnahme im Bauamt vom
23. September 2013 kam er unentschuldigt nicht nach. Trotz Unterstützung für die
Wohnungsmiete von Seiten des Sozialamtes bezahlte er die Miete in der zweiten Hälfte
des Jahres 2013 nur teilweise. Seine Familie und er lebten von der Sozialhilfe (act. G
17/12 I/403, 408, 424-426). Eine Arbeitsaufnahme kam aufgrund des Vorliegens von
unklaren ärztlichen Diagnosen nicht zustande (act. G 17/12 I/500). Eine am 16. Oktober
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2014 angetretene Arbeit übte der Beschwerdeführer lediglich wenige Tage aus bzw.
brach sie mit Hinweis auf das Vorliegen von Schmerzen ab. Gemäss Einschätzung der
dortigen Arbeitgeberin fehlte es an der Motivation des Beschwerdeführers, seine
berufliche und gesundheitliche Situation zu verbessern (act. G 17/12 I/516, 517). Im
August 2014 bestanden bei den Betreibungsämtern Wil, Wattwil und St. Margrethen
Verlustscheine von Fr. 25‘381.55, Fr. 40‘621.-- und Fr. 3‘148.20 (act. G 17/12 I/486,
489-492, 494, 495-497). In den Jahren 2015 und 2016 kamen weitere Verlustscheine
dazu (act. G 26).
4.2.
4.2.1. Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid fest, die vom Beschwerdeführer
zwecks Nachweis seiner Arbeitsbemühungen eingereichten Bewerbungsunterlagen
würden überwiegend Bewerbungen per Mail ausweisen, welche in Bezug auf
Formulierung und Gestaltung als ungenügend zu betrachten seien. Zahlreiche
Bewerbungen bezögen sich auf Stellen, für welche der Beschwerdeführer nicht
genügend qualifiziert sei. Er sei bereits seit Jahren ohne Arbeit. Er habe zwar die
Schule in der Schweiz besucht, jedoch anschliessend keine Ausbildung absolviert bzw.
die begonnenen Lehren in der Metallbaubranche nach wenigen Monaten wieder
abgebrochen (act. G 17/12 I/255). Bis heute habe er lediglich kurzzeitig
Erwerbstätigkeiten ausgeübt, sei jedoch nie im Rahmen einer Festanstellung tätig
gewesen (act. G 17/12 I/86, 196, 199, 229, 380). Von September 2008 bis September
2010 sei die Mutter für den Unterhalt des Beschwerdeführers aufgekommen (act. G
17/12 I/239. In Anbetracht der langen Arbeitslosigkeit und des Verhaltens des
Beschwerdeführers sei an seinem Willen, einer geregelten Erwerbstätigkeit
nachzugehen, zu zweifeln. Auch nach der Einschätzung verschiedener Amtsstellen
bemühe er sich zu wenig um eine Integration in den Arbeitsmarkt (act. G 2/1 S. 9 f. mit
Hinweis auf act. G 17/12 I/349, 403 f., 500, 517). Trotz des im Rekursverfahren in
Aussicht gestellten Stellenantritts gehe er aktuell immer noch keiner Erwerbstätigkeit
nach (act. G 2/1 S. 10 mit Hinweis auf act. G 17/25 Beilage S. 1). Damit stehe fest,
dass der Beschwerdeführer regelmässig und unbelehrbar delinquiere und seit Jahren
nicht bereit sei, gezielt daran zu arbeiten, eine Festanstellung zu erhalten. Zudem
verschulde er sich (mutwillig) stetig weiter, obschon sein Lebensunterhalt von der
Sozialhilfe gedeckt werde. Damit habe er erheblich und wiederholt gegen die
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öffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen. Es sei davon auszugehen, dass er auch
in Zukunft nicht gewillt und fähig sei, sein Verhalten zu ändern. Es sei daher auch von
einer Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung auszugehen. Der
Widerrufsgrund von Art. 62 lit. c AuG sei daher erfüllt. Im Weiteren hielt die Vorinstanz
im angefochtenen Entscheid fest, der Beschwerdeführer habe sich seit der Verwarnung
im Jahr 2012 nicht klaglos verhalten. Er sei verurteilt worden und sei seinen finanziellen
Verpflichtungen nicht nachgekommen. Damit habe er die mit der Bewilligung
verbundenen Bedingungen nicht eingehalten und auch den Widerrufsgrund nach Art.
62 lit. d AuG erfüllt (act. G 2/1 S. 11). Im Weiteren erachtete die Vorinstanz den
Widerrufsgrund der Sozialhilfeabhängigkeit (Art. 62 lit. e AuG) insofern als erfüllt, als der
Beschwerdeführer ohne Arbeit sei und sich nicht ernsthaft bemühe, auf dem
Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. Nachdem infolge des Alters des jüngsten Kindes keine
Mutterschaftsbeiträge mehr ausgerichtet würden (Art. 7 Abs. 1 des Gesetzes über
Mutterschaftsbeiträge; sGS 372.1), sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer
und seine Familie auch künftig wieder vollumfänglich auf Sozialhilfe angewiesen seien
(act. G 2/1 S. 11 f.).
4.2.2. Der Beschwerdeführer wendet unter anderem ein, es liege kein
Ausweisungsgrund vor. Die Vorinstanz bausche die geringfügigen Verstösse gegen die
öffentliche Ordnung massiv auf und gewichte gleichzeitig das erhebliche Interesse der
Familie am Verbleib des Beschwerdeführers zu wenig stark. Es handle sich mit
wenigen Ausnahmen um blosse Übertretungen. Die Vorinstanz habe im Weiteren seine
Arbeitsbemühungen angesichts der erheblichen Schwierigkeiten (junge Familie mit
mehreren Kindern) nur unzureichend gewichtet. Er habe sich auch um nicht qualifizierte
Arbeiten bemüht, wobei die Arbeitsbemühungen gerade auch wegen seiner Krankheit
(Tuberkulose) nicht erfolgreich gewesen seien. Nicht berücksichtigt worden sei auch
der Umstand, dass der Beschwerdeführer sich während der Arbeitsbemühungen der
Ehefrau jeweils auch zeitweise um die Kinder kümmern müsse (act. G 1 S. 6; act. G 13
S. 12 ff.).
4.3.
4.3.1. Aufgrund der in E. 4.1 geschilderten Aktenlage ist davon auszugehen, dass sich
die Verschuldungssituation des Beschwerdeführers im Verlauf der Jahre 2011 bis 2016
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trotz entsprechender Verwarnung mit der Bedingung, seinen finanziellen
Verpflichtungen ordnungsgemäss nachzukommen, nicht verbesserte und trotz
Ausrichtung von Sozialhilfeleistungen immer neue Betreibungen erfolgten. Im Zeitpunkt
des Erlasses des angefochtenen Entscheides und auch danach waren sowohl die
beruflichen als auch die finanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers insgesamt
nicht geregelt. Eine Aussicht auf künftige Besserung der finanziellen Lage erscheint
fraglich, zumal Bemühungen des Beschwerdeführers, sich aus der Schuldenfalle z.B.
im Rahmen von Abzahlungs- und Nachlassvereinbarungen mit Gläubigern zu befreien,
nicht konkret dokumentiert sind. In diesem Kontext bilden die Zahlungsausstände
einen Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung durch Nichterfüllen der
öffentlich- und privatrechtlichen Verpflichtungen gemäss Art. 62 lit. c AuG in
Verbindung mit Art. 80 Abs. 1 lit. b resp. Abs. 2 VZAE. Die Verschuldung dürfte dabei -
wie die Vorinstanz zu Recht vermerkt - zumindest teilweise als vom Beschwerdeführer
selber (mutwillig) verursacht einzustufen sein, zumal sich eine weitere Verschuldung
auch während des Sozialhilfebezugs ergab. Die vom Beschwerdeführer angeführte
Krankheit führte nach Lage der Akten (Arztzeugnis in act. G 14/11) nicht zu einer
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Die ärztlich bescheinigten Gegebenheiten sowie
erhebliche familiäre Schwierigkeiten (junge Familie mit mehreren Kindern, zeitweise
Kinderbetreuung durch den Beschwerdeführer) vermögen unzureichende
Arbeitsbemühungen nicht zu rechtfertigen. Zum Vorbringen des Beschwerdeführers, er
habe sich im Januar 2015 von der Sozialhilfe abgemeldet und beim RAV angemeldet
(act. G 13 S. 15), ist festzuhalten, dass im 2016 wieder ein Sozialhilfebezug vorlag (act.
G 14 Beilage 4). Die von der Vorinstanz in Aussicht genommene künftige
Sozialhilfeabhängigkeit des Beschwerdeführers und seiner Familie lässt sich von daher
nicht von der Hand weisen.
4.3.2. Hinzu kommt eine grössere Anzahl meist geringfügiger Verstösse gegen
gesetzliche Vorschriften in den Jahren 2001 bis 2011 (vgl. vorne A.a [Sachverhalt] und
Spescha, in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli, Kommentar Migrationsrecht, 3. Aufl.,
Zürich 2012, Rz. 7 zu Art. 62 AuG) sowie - im Nachgang zur Verwarnung vom Oktober
2012 - in den Jahren 2013 (mehrfacher Ungehorsams als Schuldner im
Betreibungsverfahren, fahrlässiger rechtswidriger Aufenthalt; act. G 17/12 I/376-378),
2014 (mehrfache Urkundenfälschung; act. G 17/12 I/437-439) sowie 2017 (Gewalt und
Drohung gegen Behörden, einfache qualifizierte Körperverletzung im häuslichen
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Bereich; act. G 38.1). Die wiederholte Straffälligkeit (auch nach Verwarnung) weist
darauf hin, dass beim Beschwerdeführer keine Bereitschaft besteht, sich in die
geltende Rechtsordnung einzufügen (vgl. BGE 137 II 303 f., E. 3.3; Hunziker, a.a.O.,
N 37 zu Art. 62 AuG, mit Hinweisen; Zünd/Arquint/Hill, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/
Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 8.29). Angesichts dieser
Sachlage liegt keine fehlerhafte Ermessensausübung vor, wenn die Vorinstanz das
Vorliegen der Widerrufsgründe nach Art. 62 lit. c, lit. d und lit. e AuG bejahte.
5.
5.1. Rechtmässig ist die Nichtverlängerung einer Aufenthaltsbewilligung nur, wenn sie
sich nach der im Einzelfall vorzunehmenden Interessenabwägung als verhältnismässig
erweist (BGE 135 II 381 E. 4.3). Zu berücksichtigen sind dabei die öffentlichen
Interessen, die persönlichen Verhältnisse sowie der Grad der Integration des
Betroffenen (Art. 96 Abs. 1 AuG), wobei namentlich die Schwere des Verschuldens, die
Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die dem Betroffenen und seiner Familie
drohenden Nachteile ins Gewicht fallen (BGE 135 II 381 E. 4.3; VerwGE B 2010/126
vom 24. August 2010, E. 2.4, B 2011/118 vom 11. August 2011, E. 2.3.1, sowie B
2012/95 vom 15. Oktober 2012, E. 5, www.gerichte.sg.ch). Wird in das durch Art. 8 Ziff.
1 EMRK geschützte Rechtsgut der Achtung des Privat- und Familienlebens
eingegriffen, ist auch eine Verhältnismässigkeitsprüfung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK
vorzunehmen; diese entspricht jener nach Art. 96 Abs. 1 AuG (VerwGE B 2013/247
vom 24. März 2015, E. 4.1 mit Hinweisen). Wenn die Vorinstanz im angefochtenen
Entscheid feststellte, dass in Anbetracht der Nichterfüllung seiner finanziellen
Verpflichtungen und der Verurteilungen sowie der mangelnden Bereitschaft, sich in der
Schweiz wirtschaftlich zu integrieren, ein erhebliches öffentliches Interesse an der
Wegweisung des Beschwerdeführers bestehe (act. G 2/1 S. 13), so erscheint dies
angesichts der vorstehend in E. 4 geschilderten Verhältnisse begründet und lässt sich
demgemäss nicht beanstanden.
5.2. Der Beschwerdeführer hält beschwerdeweise fest, dass seine ganze Kernfamilie in
der Schweiz lebe. Er sei hier verwurzelt und habe keinerlei Beziehungen zu seinem
Heimatland. Die Vorinstanz habe seine begrenzten sprachlichen Fähigkeiten nicht
abgeklärt. Seine Krankheit (Tuberkulose) habe sie unter Verletzung der
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Begründungspflicht überhaupt nicht gewürdigt. Seine Ehefrau verfüge nicht über die
kosovarische Staatsbürgerschaft; sowohl sie als auch die Kinder würden kein Wort
Albanisch sprechen. Zudem werde auch völlig ausser Acht gelassen, dass es sich um
ein (vierjähriges) Kind in der Sozialisation bzw. um ein Kleinkind mit besonderer
Schutzbedürftigkeit handle. Die Annahme, die Kinder könnten den Kontakt zum Vater
mit Kommunikationsmitteln aufrecht erhalten, sei ein haltloses Argument gerade bei
Kleinkindern, die den persönlichen Kontakt zu beiden Elternteilen benötigen würden.
Die enge und intakte Beziehung des Beschwerdeführers zu seiner Kernfamilie sei von
der Vorinstanz unter Verletzung der Abklärungspflicht, des rechtlichen Gehörs und des
Verhältnismässigkeitsprinzips nur unzureichend gewürdigt worden. Sie habe gegen Art.
8 EMRK, Art. 13 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV; SR 101) und gegen die UN-
Kinderrechtskonvention verstossen (act. G 1 S. 5, G 13 S. 5 und S. 14-18).
5.3.
5.3.1. Der Beschwerdeführer wurde in Kosovo geboren und verbrachte dort die ersten
5 Jahre seines Lebens. Seit 1991 hält er sich in der Schweiz auf. Trotz der langen
Aufenthaltsdauer hat er sich im schweizerischen Wirtschaftsleben nicht zurechtfinden
können. Er absolvierte keine Berufsausbildung und ist arbeitslos. Trotz Deckung des
finanziellen Grundbedarfs durch die Sozialhilfe ergaben sich weitere Schulden.
Angesichts der in E. 4. geschilderten Umständen ist von einer weder sozial noch
beruflich gelungenen Integration auszugehen (vgl. BGer 2C_723/2014 vom 6. August
2015, E. 2.1 am Schluss mit Hinweisen). Mit den Sitten und Gebräuchen sowie der
Sprache des Ursprungslandes dürfte der Beschwerdeführer anderseits vertraut sein.
An der Zumutbarkeit einer Rückkehr ins Ursprungsland ändert auch der Umstand
nichts, dass die Lebens- und Arbeitsbedingungen dort gegenüber der Schweiz weniger
günstig sind. Hingegen kann das in Art. 8 Ziff. 1 EMRK verankerte Recht auf Achtung
des Privat- und Familienlebens verletzt sein, wenn einem Ausländer, dessen
Familienangehörige mit gefestigtem Aufenthaltsrecht hier weilen, die Anwesenheit
untersagt und damit das Familienleben vereitelt wird. Das geschützte Familienleben
beschränkt sich in erster Linie auf die Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft der Ehegatten
mit ihren minderjährigen Kindern (vgl. BGE 135 I 143 E. 1.3.2 mit Hinweisen).
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=suv&query_words=%22Art.+8+Abs.+2+EMRK%22+Privat-+und+Familienleben&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-I-143%3Ade&number_of_ranks=0#page143
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5.3.2. Der Beschwerdeführer rügt in formeller Hinsicht sinngemäss eine Missachtung
des Rechts auf Anhörung. Zeugenbefragungen (des Beschwerdeführers und seiner
Ehefrau sowie seiner Mutter) seien unter Verletzung des rechtlichen Gehörs nicht
vorgenommen worden (act. G 1 S. 5, G 13 S. 5 f.). Dazu ist festzuhalten, dass im
ausländerrechtlichen Bewilligungsverfahren kein vorbehaltloser Anspruch auf
persönliche Anhörung besteht (vgl. BGer 2A.423/2005 vom 25. Oktober 2005, E. 5).
Eine Anhörung kann auch auf schriftliche Weise stattfinden (BGer 2A.759/2005 vom 31.
Januar 2006, E. 2.2.2; BGer 2C_192/2011 vom 14. September 2011, E. 3.3.2). Eine
allfällige schriftliche Äusserung durch die Ehefrau oder die Mutter des
Beschwerdeführers erfolgte jedoch nach Lage der Akten während des ganzen
Verfahrensverlaufs nicht. Die Erforderlichkeit einer persönlichen Anhörung bzw.
Zeugenbefragung kann vor diesem Hintergrund nicht als dargetan gelten. Eine
Anhörung der Kinder (vgl. Art. 12 Abs. 2 des Übereinkommens vom 20. November
1989 über die Rechte der Kinder [Kinderrechtekonvention], SR 0.107; KRK) fiel
aufgrund ihres Alters zum vornherein ausser Betracht.
5.3.3. Sowohl die Ehefrau des Beschwerdeführers, welche im Rahmen des
Familiennachzugs im August 2001 als Zehnjährige von Brasilien in die Schweiz kam
(act. G 17/12 II/6), als auch die bei ihr wohnenden gemeinsamen Kinder verfügen über
die Niederlassungsbewilligung und damit über ein selbständiges Anwesenheitsrecht in
der Schweiz. Die Ehefrau kümmert sich um die in den Jahren 2011, 2012 und 2014
geborenen Kinder und geht keiner Erwerbstätigkeit nach. Sie und die Kinder sind nicht
verpflichtet, dem Ehemann bzw. Vater in sein Herkunftsland zu folgen. Angesichts des
unbestritten gebliebenen Umstands, dass weder die Ehefrau noch die Kinder die
albanische Sprache beherrschen und auch sonst über keinen Bezug zu Kosovo
verfügen, erscheint zudem auch fraglich, ob es ihnen zumutbar wäre, dem
Beschwerdeführer in dessen Herkunftsland zu folgen. Wie nachstehend aufzuzeigen
ist, wäre jedoch die Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung des
Beschwerdeführers selbst bei fehlender Zumutbarkeit im erwähnten Sinn nicht
unverhältnismässig.
5.3.4. Der Beschwerdeführer hielt sich zum Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids
seit 14 Jahren in der Schweiz auf. Im Jahr 2015 lagen wie dargelegt (E. 4.1) erhebliche
private Schulden vor. Bei den in den Jahren 2001 bis 2015 begangenen Delikten - vgl.
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vorstehend A.a und A.b - handelt es sich nicht um reine Bagatelldelikte. Der
Beschwerdeführer stellt mit seinem deliktischen und wirtschaftlichen Verhalten die
öffentliche Ordnung und Sicherheit erheblich in Frage, wobei eine Besserung nicht
absehbar ist. In einer solchen Ausgangslage stehen der Schutz der Sicherheit und der
Öffentlichkeit vor weiteren Straftaten und weiterer Anhäufung von Schulden wie auch
das Interesse an der Durchsetzung einer restriktiven Einwanderungspolitik im
Vordergrund. Diese verdrängen das Interesse der Kinder, hier mit beiden Elternteilen
aufwachsen zu können. In Anbetracht aller Umstände erscheint es dem
Beschwerdeführer zumutbar, im Rahmen von Kurzaufenthalten mit seiner Familie
direkten Kontakt zu pflegen und zu leben. Den Kontakt zu seinen Kindern wird der
Beschwerdeführer zumindest mit den gängigen Kommunikationsmitteln und mit
gegenseitigen Besuchen weiterhin aufrechterhalten können. Dies auch daher, weil
allein durch die hier streitige Massnahme Reisen in die Schweiz zu Besuchszwecken
bei Erfüllung der gesetzlichen Einreisevoraussetzungen nicht verunmöglicht werden
(BGE 2C_650/2010 vom 10. Februar 2011 E. 4.2; VerwGE B 2011/16 vom 31. Mai 2011
E. 4.9.3., www.gerichte.sg.ch). Der Umstand, dass der Beschwerdeführer nur bei
weiterem Verbleib in der Schweiz seine Schulden abbauen und seinen wirtschaftlichen
Verpflichtungen gegenüber seinen Kinder nachkommen könnte, stellt für sich allein
betrachtet ebenfalls keinen Grund für den Verzicht auf die Bewilligungsverlängerung
dar. Sodann stehen die geltend gemachten gesundheitlichen Probleme (Tuberkulose;
act. G 14/11) einer Wegweisung nicht entgegen (vgl. BGer 2C_494/2007 vom 17.
Dezember 2007, E. 6.3). Gesundheitliche Probleme stellen unter dem Blickwinkel von
Art. 3 EMRK selbst dann kein völkerrechtliches Wegweisungsvollzugshindernis dar,
wenn im Heimatland der medizinische Standard schlechter sein sollte als in der
Schweiz, zumal die Wegweisung einer unter gesundheitlichen Beschwerden leidenden
Person nur unter ganz aussergewöhnlichen Umständen eine Verletzung von Art. 3
EMRK zur Folge hat (vgl. BVerwGer E-1554/2011 vom 4. September 2013, E. 5.2.3 mit
Hinweisen).
6.
6.1. Zusammenfassend ergibt sich, dass der Vorinstanz keine Ermessensverletzung
bzw. willkürliche Ermessensausübung vorgeworfen werden kann, wenn sie vorliegend
das öffentliche Interesse an der Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung schwerer
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gewichtete als das private Interesse des Beschwerdeführers an der Verlängerung der
Bewilligung. Bei fehlendem Nachweis einer Ermessensüberschreitung bzw. eines
Ermessensmissbrauchs und einer Verletzung des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes
lässt sich der angefochtene Entscheid in materieller Hinsicht nicht beanstanden. Die
Beschwerde ist diesbezüglich abzuweisen.
6.2.
6.2.1. Der Beschwerdeführer stellt für das vorliegende Verfahren ein Gesuch um
unentgeltliche Rechtsverbeiständung und macht im Weiteren geltend, dass im
Rekursverfahren sein Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu Unrecht
wegen Aussichtslosigkeit abgelehnt worden sei (act. G 1 S. 6 und G 13 S. 18). Gemäss
Art. 99 Abs. 2 VRP in Verbindung mit Art. 117 der Schweizerischen
Zivilprozessordnung (SR 272) wird die unentgeltliche Rechtspflege gewährt, wenn der
Gesuchsteller nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und wenn das Verfahren nicht
als aussichtslos erscheint. Als bedürftig gilt, wer die Kosten eines Prozesses nicht
aufzubringen vermag, ohne die Mittel anzugreifen, derer er zur Deckung des
notwendigen Lebensunterhalts für sich und seine Familie bedarf. Die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung ist nur dann zu bewilligen, wenn dies zur Wahrung der im Streit
liegenden Rechte notwendig ist (BGE 135 I 1). Hierbei sind als Kriterien massgebend:
Die Schwierigkeit der sich im Prozess stellenden Fragen, die Rechtskundigkeit der
ansprechenden Partei, die Pflicht zur Herstellung der "Waffengleichheit" und die
Tragweite des Entscheids (V. Rüegg, in: Basler Kommentar, Schweizerische
Zivilprozessordnung, 2. A., Rz. 4 zu Art. 117 ZPO mit Hinweisen). Aussichtslos sind
nach der Rechtsprechung solche Begehren, bei denen die Gewinnaussichten
beträchtlich geringer sind als die Verlustgefahren. Dagegen gilt ein Begehren nicht als
aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr die Waage
halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die
selber über die nötigen Mittel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem
Prozess entschliessen würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene
Rechnung und Gefahr nicht führen würde, nicht deshalb anstrengen, weil er sie nichts
kostet (statt vieler: BGE 129 I 129 E. 2.2.2, 138 III 217 E. 2.2.4).
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6.2.2. Eine Aussichtslosigkeit des Rekursverfahrens kann insofern nicht unterstellt
werden, als die Umstände des fehlenden Nachweises der italienischen
Staatsbürgerschaft der Ehefrau nicht bereits bei Anhängigmachung jenes Verfahrens
zum vornherein klar zu Tage lagen. So erachtete auch die Vorinstanz diesbezüglich das
Einholen weiterer Informationen als erforderlich (vgl. act. G 17/13). Im Weiteren konnte
das Rekursverfahren auch mit Bezug auf das Vorliegen eines Wegweisungsgrundes
und der Verhältnismässigkeit einer Wegweisung nicht ohne Weiteres als aussichtslos
gelten. Die (damalige und heutige) Mittellosigkeit des Beschwerdeführers (vgl. act. G 14
Beilagen 4-6) und die Komplexität der Situation ergeben sich aus den Akten.
Offenkundig ist daher auch, dass eine anwaltliche Vertretung geboten ist. Sein Gesuch
um unentgeltliche Rechtspflege (inkl. -verbeiständung durch Rechtsanwalt lic.iur. Boris
Züst, St. Margrethen) im Rekursverfahren ist daher zu Unrecht wegen
Aussichtslosigkeit abgelehnt worden. Die Sache ist daher zur Festlegung der amtlichen
und ausseramtlichen Kosten bei unentgeltlicher Rechtspflege und -verbeiständung
durch Rechtsanwalt Boris Züst im Rekursverfahren an die Vorinstanz zurückzuweisen.
In diesem Punkt ist die Beschwerde (teilweise) gutzuheissen.
Für das Beschwerdeverfahren, in welchem dieselben Gegebenheiten zur Diskussion
stehen, kann dementsprechend ebenfalls keine Aussichtslosigkeit angenommen
werden. Auch dürfte sich an der Mittellosigkeit des Beschwerdeführers
zwischenzeitlich nichts geändert haben (vgl. act. G 14 Beilage 4). Sein Gesuch um
unentgeltliche Rechtspflege (inkl. Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwalt lic.iur.
Boris Züst, St. Margrethen) für das Beschwerdeverfahren ist daher zu bewilligen.
6.3. Ein nur geringfügiges Obsiegen des Beschwerdeführers, wie es hier vorliegt, wird
bei der Verlegung der Kosten nicht berücksichtigt (R. Hirt, Die Regelung der Kosten
nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Lachen/St. Gallen 2004, S. 94).
Beim erwähnten Ausgang des Verfahrens - Unterliegen des Beschwerdeführers zum
grössten Teil - sind die amtlichen Kosten vollumfänglich dem Beschwerdeführer
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Sie gehen indessen zufolge Gewährung der
unentgeltlichen Rechtspflege vorläufig zulasten des Staates (vgl. Art. 99 Abs. 2 VRP in
Verbindung mit Art. 122 Abs. 1 Ingress und lit. b ZPO). Eine Entscheidgebühr von
Fr. 2'000.-- erscheint angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung,
sGS 941.12). Auf die Erhebung wird verzichtet (Art. 95 Abs. 3 VRP).
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6.4. Die staatliche Honorarordnung wird für Vorbereitung und Durchführung eines
Verfahrens der Verwaltungsrechtspflege angewendet, wenn die unentgeltliche
Verbeiständung bewilligt ist (Art. 30 Ingress lit. b Ingress und Ziffer 2 des
Anwaltsgesetzes; sGS 963.70, abgekürzt AnwG). Bei unentgeltlicher Prozessführung
wird das Honorar um einen Fünftel herabgesetzt (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Kostennote eingereicht. Unter
Berücksichtigung des Aufwandes erscheint ein Pauschalhonorar von Fr. 2‘000.--
zuzüglich Barauslagen von Fr. 100.-- (4%) und Mehrwertsteuer als angemessen. Der
Staat hat somit dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers ein gekürztes Honorar
von Fr. 1‘600.-- zuzüglich Barauslagen von Fr. 80.-- und Mehrwertsteuer auszurichten.