Decision ID: dd6ff089-059c-44b5-9dcf-e3179305100b
Year: 2018
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Versicherungsgericht, 11.07.2018 Art. 6 UVG. Der Beschwerdegegnerin misslingt mit den vorhanden medizinischen Unterlagen der überwiegend wahrscheinliche Beweis, dass der Status quo sine/ante per Leistungseinstellungszeitpunkt erreicht ist. Nachdem der (medizinische) Sachverhalt noch nicht spruchreif abgeklärt ist, wird die Streitsache zu weiteren (medizinischen) Abklärungen (inkl. externe orthopädische Begutachtung) an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. Juli 2018, UV 2016/43).
Entscheid vom 11. Juli 2018
Besetzung
Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider und
Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Markus Lorenzi
Geschäftsnr.
UV 2016/43
Parteien
A._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Robert Baumann, Advokatur
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Robert Baumann AG, Waisenhausstrasse 17, Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach
4358, 6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
Gegenstand
Versicherungsleistungen
Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter) war von Anfang März 1998 bis Ende Juni 2015 bei
der B._ AG als Zimmermann tätig und dadurch bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten
versichert (Suva-act. I/59).
B.
B.a Am 16. August 2013 stürzte der Versicherte auf einer Baustelle in C._ aus einer
Höhe von rund zwei Metern von einer wegrutschenden Leiter seitlich links hinunter. Er
landete vorerst auf den Füssen, fiel danach aber auf die linke Hüfte (Suva-act. I/1, I/11).
Anlässlich der Erstbehandlung vom 28. August 2013 diagnostizierte Dr. med. D._,
Allgemeinmedizin FMH, gemäss Arztzeugnis UVG vom 9. September 2013 eine
Kontusion der LWS und der Hüfte links mit Bursitis trochanterica und attestierte dem
Versicherten bis 6. September 2013 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit. Per 7.
September 2013 bestand beim Versicherten wieder eine volle Arbeitsfähigkeit als
Zimmermann (Suva-act. I/5). Die Suva anerkannte mit Schreiben vom 16. September
2013 ihre Leistungspflicht für das Ereignis vom 16. August 2013 (Suva-act. I/6 ff.), kam
für die Behandlungsmassnahmen auf und entrichtete Taggelder.
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B.b Am 11. Oktober 2013 rutschte der Versicherte bei der Montage eines
Dachfensters in C._ auf einem nassen Eternitdach aus und prellte sich dabei den
linken Ellbogen (Suva-act. II/1, II/31). Die Suva anerkannte mit Schreiben vom 26.
November 2013 ihre Leistungspflicht für das Ereignis vom 11. Oktober 2013 (Suva-act.
II/3 ff.). Dr. D._ diagnostizierte bei Erstbehandlung am 21. Oktober 2013 mit
Arztzeugnis UVG vom 3. Januar 2014 eine Kontusion Ellbogen links mit
posttraumatischer Epicondylitis radialis humeri links (Suva-act. II-14). Der Heilverlauf
präsentierte sich ondulierend mit mehreren Phasen von Arbeitsunfähigkeiten (Suva-act.
II/10 f., II/18-2, II/22 ff., II/27, II/30). Am 24. Februar 2014 wurde ein MRI am linken
Ellbogen durchgeführt (Suva-act. II/28). Das Ende der Arbeitsunfähigkeit wurde von Dr.
med. E._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates FMH, per 22. März 2014 festgelegt (Suva-act. II/36). Am 26. Mai
2014 wurde beim Versicherten bei lateraler Epicondylopathie bei posttraumatischer
lateraler Kollateralbandläsion und funktioneller postero-lateraler Instabilität Ellbogen
links eine diagnostische Ellbogenarthroskopie mit Plicaresektion sowie posterolateraler
Stabilisierung mittels LUCL-Rekonstruktion (Tricepssehne) und Extensorenfixierung
Ellbogen links durchgeführt (Suva-act. II/50). Entsprechend kam es zu erneuten
Arbeitsunfähigkeiten (Suva-act. II/51-2: vom 26. Mai bis 18. Juli 2014, Suva-act. II/70:
bis 22. September 2014).
B.c Bereits am 26. März 2014 war der Versicherte gemäss Meldung der Arbeitgeberin
vom 27. Mai 2014 auf einer Baustelle in F._ auf nassem Boden ausgerutscht und auf
die rechte Schulter gestürzt (Suva-act. III/1). Dr. med. G._, Arzt m.b.F. der
Orthopädie des Spitals H._, hatte nach durchgeführtem MRI des rechten
Schultergelenks (am 13. Mai 2014; Suva-act. I/42-4) mit Bericht vom 23. Mai 2014 eine
symptomatische SLAP II-III-Läsion der glenoidalen Bizepssehneninsertion als auch
Pulleyläsion mit gelenkseitiger Supraspinatus- als auch kranialer
Subscapularissehnenläsion Schulter rechts sowie posttraumatische
Schulterbeschwerden mit Verdacht auf Rotatorenmanschettenbeteiligung Schulter
rechts bei Status nach Schulterdistorsionstrauma vom 26. März 2014 diagnostiziert.
Die SLAP-Läsion sei sicherlich mit einer Unfallkausalität in Verbindung zu setzen (Suva-
act. I/13). Am 3. September 2014 führte der Versicherte anlässlich eines Gesprächs mit
der Suva aus, dass er zwischen zwei Gerüstebenen auf einem nach unten gestellten
nassen Gerüstbrett ausgerutscht und auf das Gesäss gefallen sei. Dabei habe er zuerst
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mit dem rechten Ellbogen aufgeschlagen, wobei es ihm einen heftigen Stoss,
verbunden mit einem Zwick in der Schulter, versetzt habe. Er habe aufgrund des
sofortigen Auftretens von Schmerzen in der Schulter gemerkt, dass etwas nicht in
Ordnung sei (Suva-act. III/14-2).
B.d Am 17. September 2014 wurde der Versicherte durch Kreisarzt Dr. med. I._,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
FMH, untersucht. In seinem Bericht führte dieser Arzt zusammengefasst aus, dass
aufgrund des vorliegenden MRI-Befundes mit Nachweis einer SLAP-Läsion an der
rechten Schulter mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein Zusammenhang zum
geschilderten Unfall vom 26. März 2014 bestehe. Die bildgebend nachgewiesene
Bursitits trochanterica sei bei durchgehender Schmerzsymptomatik ebenfalls
unfallkausal. Im weiteren Behandlungsverlauf sei zunächst eine Forcierung der
physiotherapeutischen Behandlung bezüglich des linken Ellbogengelenks anzuraten.
Insbesondere sollte versucht werden, das Streckdefizit des linken Ellbogengelenks zu
verbessern (Suva-act. III/17-7).
B.e Vom 26. März bis 23. April 2015 kam es bei protrahiertem Heilverlauf zu einem
Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik Bellikon (Suva-act. II/106). Während dieser Zeit
wurde am 7. April ein weiteres MRI der rechten Schulter (Suva-act. II/107-3) und am 9.
April ein solches des linken Ellbogens durchgeführt (Suva-act. II/107-1 f.).
B.f Am 2. Juli 2015 wurde der Versicherte durch Kreisarzt Dr. med. J._, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH,
untersucht (Suva-act. I/42). Mit Bericht vom 6. Juli 2015 kam dieser Arzt zum Schluss,
dass sämtliche vom Versicherten im Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung
angegebenen Beschwerden und demonstrierten Funktionseinschränkungen mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht mehr in kausalem Zusammenhang mit den
verschiedenen Unfallereignissen vom 16. August 2013, 11. Oktober 2013 und 26. März
2014 stünden, da die vom Versicherten erlittenen Unfallfolgen mit Prellung des linken
Hüftgelenks, linken Ellbogengelenks und rechten Schultergelenks in der Zwischenzeit
folgenlos verheilt seien. Der Status quo sei in allen Fällen spätestens ein Jahr nach dem
jeweiligen Schadenereignis eingetreten (Suva-act. I/42-10).
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B.g Mit Verfügung vom 20. Juli 2015 stellte die Suva die Versicherungsleistungen per
31. Juli 2015 ein und verneinte den Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen
(Suva-act. I/43).
C.
Am 7. September 2015 liess der Versicherte gegen die Verfügung vom 20. Juli 2015
durch die Orion Rechtsschutz-Versicherung AG Einsprache erheben (Suva-act. I/50).
Mit Eingabe vom 30. November 2015 ergänzte sie die Einsprachebegründung (Suva-
act. I/54-1 ff.) und verwies dabei insbesondere auf den neu eingereichten Bericht von
Dr. med. K._, Arzt Orthopädie des Spitals H._, vom 17. November 2015 (Suva-act.
I/54-ff.). Nachdem die Dossiers und der vorerwähnte Bericht dem Kreisarzt zur
Stellungnahme vorgelegt worden waren, wobei dieser mit Beurteilung vom 4. Januar
2016 vollumfänglich an seinen Einschätzungen vom 6. Juli 2015 (vgl. vorstehende lit.
B.f) festgehalten hatte (Suva-act. I/57), wies die Suva die Einsprache mit
Einspracheentscheid vom 25. Mai 2016 ab (Suva-act. I/59).
D.
D.a Gegen den Einspracheentscheid vom 25. Mai 2016 liess der Versicherte
(nachfolgend: Beschwerdeführer) am 27. Juni 2016 durch seinen neuen Rechtsvertreter
(Fürsprecher Urs Kröpfli, Frauenfeld) Beschwerde erheben mit folgenden
Rechtsbegehren: 1. Der Einspracheentscheid vom 25. Mai 2016 und damit die
Verfügung vom 20. Juli 2015 seien aufzuheben; 2. Es sei die Suva (nachfolgend:
Beschwerdegegnerin) zu verpflichten, weitere fachärztliche medizinische Abklärungen
vorzunehmen; 3. Es sei festzustellen, dass die geklagten Beschwerden Folgen der
Unfallereignisse vom 16. August 2013, vom 11. Oktober 2013 und vom 26. März 2014
seien, und es seien dem Beschwerdeführer weiterhin die gesetzlichen Leistungen nach
UVG zu erbringen; 4. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, den
Beschwerdeführer angemessen ausserrechtlich zu entschädigen (act. G 1).
D.b Mit Schreiben vom 20. Juli 2016 informierte Rechtsanwalt lic. iur. Robert Baumann,
St. Gallen, das Versicherungsgericht dahingehend, dass der Beschwerdeführer neu ihn
mit der Wahrung seiner Interessen beauftragt habe (act. G 5).
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D.c In der Beschwerdeantwort vom 16. August 2016 beantragte die
Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde vom 27. Juni 2016 und die
Bestätigung des Einspracheentscheids
vom 25. Mai 2016 (act. G 7).
D.d Mit Replik vom 23. November 2016 liess der Beschwerdeführer unverändert an
seinen Anträgen und deren Begründungen festhalten (act. G 16). Zudem liess er einen
Bericht von Dr. med. L._, Spezialarzt FMH für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie, vom 8. Juli 2016 sowie von Dr. med. M._, Orthopädie N._, vom 19.
September 2016 einreichen (act. G 16.1 f.). Die Beschwerdegegnerin reichte am 20.
Dezember 2016 eine Duplik ein, wobei auch sie an den Anträgen und deren
Begründungen gemäss Beschwerdeantwort festhielt (act. G 18).
D.e Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie die Ausführungen in
den medizinischen Akten wird, soweit entscheidnotwendig, in den nachfolgenden

Erwägungen eingegangen.
Erwägungen
1.
Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss den Übergangsbestimmungen werden
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor Inkrafttreten der Änderung ereignet
haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach
bisherigem Recht gewährt. Vorliegend stehen Unfälle aus den Jahren 2013 und 2014
zur Diskussion. Es finden daher die bis 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen
Anwendung.
2.
Im angefochtenen Entscheid vom 25. Mai 2016 sind die Bestimmungen über den
Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung (Art. 6 Abs. 1 UVG, Art. 10 UVG
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[Heilbehandlung], Art. 16 UVG [Taggelder]) sowie die Grundsätze über den für die
Leistungspflicht des Unfallversicherers nebst anderem vorausgesetzten natürlichen und
adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen
Schaden (BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 mit Hinweisen) zutreffend dargelegt. Gleiches
gilt für die Ausführungen zur Sachverhaltsabklärung und zur antizipierten
Beweiswürdigung, zu Beweismass und Beweislast, zum Beweiswert von Arztberichten
sowie zum Status quo sine vel ante (act. G 1.2). Darauf wird verwiesen.
3.
Die Beschwerdegegnerin hat für die vom Beschwerdeführer im Zusammenhang mit
den Unfallereignissen vom 16. August 2013 (Hüfte links), 11. Oktober 2013 (Ellbogen
links) und 26. März 2014 (Schulter rechts) geklagten Beschwerden Ansprüche
anerkannt und bis am 31. Juli 2015 Leistungen erbracht. Strittig und zu prüfen ist, ob
sie ihre Leistungspflicht über dieses Datum hinaus zu Recht unter Hinweis auf die
fehlende Unfallkausalität der noch geltend gemachten Gesundheitsstörungen
verneinte. Dies ist der Fall, wenn ihr der überwiegend wahrscheinliche Beweis gelingt,
dass per Leistungseinstellungsdatum keine unfallkausalen Restfolgen mehr bestanden
haben bzw. der Zustand, wie er unmittelbar vor den Unfällen bestanden hat (Status
quo ante), oder aber derjenige, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines
Vorzustands auch ohne die Unfälle früher oder später eingestellt hätte (Status quo
sine), erreicht war (vgl. dazu ALEXANDRA RUMO-JUNGO/ANDRÉ PIERRE HOLZER,
Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz
über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 54). Renten- und/oder
Integritätsentschädigungsansprüche stehen nicht zur Beurteilung. Diesbezüglich fehlt
es an einem Anfechtungsgegenstand. Die in der Verfügung enthaltene „Ablehnung“ des
Anspruchs auf „weitere Versicherungsleistungen“ lässt gesamthaft und mit Blick auf
den folgenden Satz, der sich auf Taggeld und Heilbehandlung beschränkt, nicht auf
eine implizite Prüfung anderer Leistungen schliessen.
4.
Während der Beschwerdeführer gestützt auf die Arztberichte (insbesondere diejenigen
von Dr. K._ vom 17. November 2015 [act. G 1.3] und Dr. M._ vom 19. September
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2016 [act. G 16.1; bezüglich Ellbogenproblematik]) eine Kausalität der geklagten
Beschwerden weiterhin als erwiesen erachtet bzw. die Vornahme weiterer
fachärztlicher medizinischer Abklärungen für notwendig hält, stellt die
Beschwerdegegnerin auf die kreisärztlichen Berichte von Dr. J._ vom 6. Juli 2015
(Suva-act. I/42) und 4. Januar 2016 (Suva-act. I/57) ab, welche die aus den Unfällen
vom 16. August 2013 (Hüfte links), 11. Oktober 2013 (Ellbogen links) und 26. März 2014
(Schulter rechts) erlittenen Verletzungen spätestens per 31. Juli 2015 als abgeheilt
beurteilen.
4.1 Ergänzend zu den Ausführungen der Beschwerdegegnerin im Einspracheentscheid
bleibt anzumerken, dass hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts entscheidend
ist, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen
Untersuchungen beruht, auch die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind.
Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich
weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder
in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E.
5.1). Reinen Aktengutachten kann gleichfalls voller Beweiswert zukommen, sofern ein
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung
eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht (Urteil des
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche
Abteilungen des Bundesgerichts] vom 8. Februar 2007, U 223/06, E. 5.1.2). Auch
Berichte und Gutachten, welche die Versicherungen während des
Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und Ärztinnen einholen, können
beweistauglich sein. An deren Beweiswürdigung sind indes strenge Anforderungen zu
stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen
vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 mit Hinweis; bestätigt in Urteil des Bundesgerichts
vom 23. November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3).
4.2
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4.2.1 Dr. J._ führt mit Bericht vom 6. Juli 2015 in Bezug auf die Problematik an
der linken Hüfte (Unfall vom 16. August 2013; vgl. vorstehende lit. B.a) aus, dass die
Kontusion der Lendenwirbelsäule und des linken Hüftgelenks mit vermutlich
posttraumatischer Bursitis trochanterica unfallabhängig sei. Unfallunabhängig seien
eine chronische Insertionstendopathie der Gluteus medius-Sehne pertrochantär links
sowie der Verdacht auf eine somatoforme Schmerzstörung (Suva-act. I/42-7). Im
Anschluss an das Ereignis vom 16. August 2013 beschreibe Dr. D._ als
erstbehandelnder Arzt eine Druckdolenz und schmerzhafte Inklination der unteren
Wirbelsäule und einen Druckschmerz über dem grossen Rollhügel (trochanter Major)
linksseitig. Hämatome, Schürfwunden oder eine erhebliche Funktionseinschränkung
des linken Hüftgelenks und der Wirbelsäule würden sich in der Erstdokumentation vom
9. September 2013 nicht finden. In der Folge sei eine Bursitis trochanterica und
Ansatz-Tendinose am Trochanter linksseitig diagnostiziert und behandelt worden.
Unter Berücksichtigung der Echtzeitdokumentation sei allenfalls von einer minimen
Prellung des linken Hüftgelenkbereichs und der Lendenwirbelsäule ohne relevante
Gewalteinwirkung und ohne bildgebend objektivierbare strukturelle Veränderungen
auszugehen. Die anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung vom 2. Juli 2015 beklagte
Beschwerdesymptomatik und demonstrierte Belastungsunfähigkeit des linken Beins
stehe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in keinem kausalen Zusammenhang mit
dem angegebenen Schadenereignis, sondern beruhe ausschliesslich auf
unfallunabhängigen Erkrankungen der Sehnenansätze, des Tractus iliotibialis und des
peritrochantären Schleimbeutelkomplexes (Suva-act. I/42-8). Die Prellung des linken
Hüftgelenks sei folgenlos ausgeheilt, der Status quo spätestens ein Jahr nach dem
Schadenereignis eingetreten (Suva-act. I/42-10).
4.2.2 Dr. K._ führt mit Bericht vom 17. November 2015 in Bezug auf die
Hüftproblematik aus, dass bezüglich der Trochanterbeschwerden resp. der Bursitis das
Trauma zum Zeitpunkt der Einstellung der Leistungen im Juli 2015 zwei Jahre her sei.
Noch am 22. September 2014, d.h. über ein Jahr nach dem Initialtrauma, sei das
Problem noch als Unfallfolge akzeptiert worden. Warum dies jetzt nicht mehr der Fall
sein solle, sei nicht zu verstehen. Es handle sich wohl um eine chronifizierte
posttraumatische Bursitis, die ohne Trauma sicherlich nicht entstanden wäre, zumal
kontralateral auch keine Bursitis bestehe. Die Hüftproblematik sei auch aktuell noch mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit als Traumafolge zu sehen (Suva-act. I/54-6).
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4.2.3 Mit kreisärztlichem Bericht vom 4. Januar 2016 führt Dr. J._ aus, dass ein
Zeitintervall von sieben Monaten, in denen der Beschwerdeführer weder eine ärztliche
Leistung wegen der von ihm erlittenen Kontusion der Lendenwirbelsäule noch des
linken Hüftgelenks/Trochanters in Anspruch genommen habe, auffällig sei. Bei der
persönlichen Einsichtnahme der bildgebenden Dokumente des Kernspintomogramms
des Beckens vom 30. April 2014 hätten sich keine Echoalterationen dargestellt, die
nach einer Zeit von sieben Monaten unter Berücksichtigung eines Zeitintervalls ohne
relevante Brückensymptomatik als Spätfolge einer Kontusion dieses Bereichs
interpretiert werden könnten. Vielmehr müssten die Echoalterationen, die sich im
Übrigen in identischer Weise auf der Gegenseite darstellen würden, als Zeichen einer
degenerativ bedingten Insertionstendinopathie der Gluteus medius- und minimus-
Sehne am Trochanter angesehen werden. Ein kausaler Zusammenhang der vom
Beschwerdeführer weiterhin beklagten Beschwerdesymptomatik – die eher den
Symptomen einer chronischen unfallunabhängigen Insertionstendinopathie entspreche
– mit dem angeschuldigten Ereignis sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu
verneinen (Suva-act. I/57-3 f.).
4.2.4 Bereits initial hatte Dr. D._ mit Arztzeugnis vom 9. September 2013 (bei
Erstbehandlung am 28. August 2013) eine Kontusion der Hüfte links mit Bursitis
trochanterica diagnostiziert (Suva-act. I/5). Diese Diagnose wurde durchgehend
bestätigt, einerseits durch das MRI vom 30. April 2014 (Suva-act. I/15), insbesondere
aber auch von Dr. J._ im kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 2. Juli 2015
(Suva-act. I/42-7). Die Bursitis trochanterica wurde unbestrittenermassen überwiegend
wahrscheinlich durch den Unfall vom 16. August 2013 verursacht, war entsprechend
nicht vorbestehend und bestand zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 31. Juli
2015 weiterhin. Damit weckt die Beurteilung von Dr. J._, dass die Hüftproblematik
nicht mehr unfallkausal sei, zumindest gewisse Zweifel, welche auch mit seiner
Beurteilung vom 4. Januar 2016 nicht ausgeräumt wurden. Zwar deutet die fehlende
Brückensymptomatik über mehrere Monate darauf hin, dass die Beschwerden
rückläufig waren, sie bestätigt aber nicht überwiegend wahrscheinlich, zumal weitere
(gravierendere und daher prioritär zu behandelnde) Gesundheitsschäden
hinzugekommen sind, einen Status quo sine/ante spätestens per 31. Juli 2015. In dem
Sinne ist die Sache in Bezug auf die Hüftbeschwerden noch nicht spruchreif. Es sind
weitere medizinische Abklärungen zu tätigen. Ergeben diese Abklärungen keinen
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Status quo sine/ante, so sind die temporären Leistungen aufgrund des Hüftleidens bei
Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen des jeweiligen Leistungsanspruchs
grundsätzlich weiter zu erbringen bzw. ist bei keiner zu erwartenden namhaften
Besserung im Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG über einen allfälligen Renten- und
Integritätsentschädigungsanspruch zu befinden.
4.3
4.3.1 Dr. J._ diagnostiziert mit Bericht vom 6. Juli 2015 in Bezug auf die
Ellbogenproblematik links (Unfall vom 11. Oktober 2013; vgl. vorstehende lit. B.b) eine
unfallabhängige Kontusion des linken Ellbogengelenks nach direktem Anprall am
Olecranon links. Unfallunabhängig seien eine chronische Epikondylopathie
humeroradialis linksseitig, ein Zustand nach Stabilisierungsoperation linkes
Ellbogengelenk bei Verdachtsdiagnose einer lateralen Kollateralbandläsion und
funktioneller posterolateraler Instabilität Ellbogengelenk links, ein Zustand nach
Ellbogenarthroskopie mit Plica-Resektion und posterolateraler Stabilisation
Ellbogengelenk links und ein Verdacht auf somatoforme Schmerzstörung (Suva-act. I/
42-7). In Würdigung der Akten sei es vermutlich durch den leichten Anprall des
Ellbogengelenks zu einer vorübergehenden Verschlimmerung der vorbestehenden
enthesiopathischen Ansatzveränderungen der Extensoren am Epikondylus laterales
und einer leichten Überdehnung der ulnaren und lateralen Kollateralbandanteile des
linken Ellbogens gekommen. Im fachradiologischen Befundbericht vom 24. Februar
2014 würden keine relevanten strukturellen Läsionen, knöcherne Ödeme und
Kontinuitätsunterbrechungen der Kollateralbänder beschrieben. Im
Erstbehandlungsbericht vom 21. Oktober 2013 seien durch Dr. D._ eine Druckdolenz
des Epikondylus radialis linksseitig und typische klinische Zeichen einer chronischen
Überlastung der Extensoren-Ansätze am Ellbogengelenk dokumentiert. Zeichen einer
Traumatisierung des Ellbogengelenks mit Schürfwunden, Hämatomen, deutlicher
Einschränkung der Funktionsfähigkeit (Beweglichkeit) des linken Ellbogengelenks
würden im Erstbericht keine Erwähnung finden. Ebenfalls werde keine
Druckschmerzhaftigkeit im Bereich der vom Beschwerdeführer angegebenen
Anprallstelle am Olecranon beschrieben. Die durchgeführte Stabilisationsoperation des
linken Ellbogengelenks sei angesichts der klinischen und bildgebenden Befunde im
Anschluss an das Schadenereignis und unter Berücksichtigung der objektivierbaren
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bildgebenden Befunde nicht nachvollziehbar und adressiere keine Folgen des
Ereignisses. Die aktuell angegebene Beschwerdesymptomatik am linken
Ellbogengelenk stehe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in keinem kausalen
Zusammenhang zum Schadenereignis vom 11. Oktober 2013, sondern beruhe
ausschliesslich auf den klinischen Auswirkungen einer chronischen Epikondylopathie
humeroradialis linksseitig und den Folgen der Ellbogengelenkoperation vom 26. Mai
2014 (Suva-act. I/42-8 f.). Die Prellung des linken Ellbogengelenks sei folgenlos
ausgeheilt, der Status quo spätestens ein Jahr nach dem Schadenereignis eingetreten
(Suva-act. I/42-10).
4.3.2 Dr. K._ führt mit Bericht vom 17. November 2015 in Bezug auf die
Ellbogenproblematik aus, dass Dr. G._ neben der Insertionstendinopathie eine
Instabilität des Gelenks und sogar eine OP-Indikation gesehen habe. Die
Argumentation von Dr. J._, dass eine Traumafolge ausgeschlossen sei, unter
anderem weil im MRI über vier Monate postoperativ keine Kollateralbandläsion
beschrieben werde, sei nicht haltbar, da die Bänder sechs Wochen posttraumatisch
wieder vernarbt seien. Zudem beschreibe Dr. med. O._, FMH Radiologie und FMH
Nuklearmedizin, eine ödematöse Alternierung der Kollateralbänder, was zumindest auf
eine Partialruptur schliessen lasse. Die Ellbogenproblematik links sei auch aktuell noch
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als Traumafolge zu sehen (Suva-act. I/54-6).
4.3.3 Mit kreisärztlichem Bericht vom 4. Januar 2016 führt Dr. J._ aus, dass
sowohl der erstbehandelnde Dr. D._ als auch Dr. E._ die vom Beschwerdeführer in
der Folgezeit geäusserten Beschwerden als durch eine Kontusion ausgelöste
Aktivierung einer vorbestehenden Enthesiopathie der Strecksehnenansätze im Sinne
einer Epycondylopathia radialis links interpretieren würden. Es werde bei den
Untersuchungen keine Instabilität des radialen oder ulnaren Kollateralbandapparates
festgestellt. Auf den bildgebenden Dokumenten würden sich neben typischen
tendinopathischen Verschleisserscheinungen der Strecksehnenansätze auch
verschleissbedingte Veränderungen der proximalen Anteile des radialen als auch
ulnaren Kollateralbandes darstellen. Die beschriebene Signalerhöhung im Sinne einer
Flüssigkeitseinlagerung im Bereich der Ansätze der Kollateralbänder entspreche laut
dem Radiologen und auch nach persönlicher Einsichtnahme entzündlichen
Veränderungen und nicht traumatisch bedingten narbigen Verdickungen. Die von Dr.
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K._ erwähnte Interpretation einer Partialruptur sei ebenso wie die von Dr. G._
gestellte Diagnose einer Instabilität des ulnaren Kollateralbandapparates angesichts
der kernspintomographischen Befunde und der klinischen Voruntersuchung nicht
nachvollziehbar. Auch wenn der Indikationsstellung zur arthroskopischen Abklärung
der typischen Symptomatik einer therapieresistenten Epycondylopathia radialis noch
gefolgt werden könne, sei die intraoperative Entscheidung einer Rekonstruktion des
ulnaren Streckapparates angesichts des bekannten Unfallhergangs, der
kernspintomographischen Befunde und auch der Voruntersuchungen durch
verschiedene qualifizierte Ärzte nicht nachvollziehbar. Das (negative)
Operationsergebnis unterstütze diese Aussage. Ein kausaler Zusammenhang der vom
Beschwerdeführer weiterhin beklagten Ellbogensymptomatik mit dem erlittenen Anprall
des Ellbogengelenks sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu verneinen (Suva-act.
I/57-4 f.).
4.3.4 Dr. M._ führt mit Bericht vom 19. September 2016 aus, dass die aktuellen
Beschwerden weiterhin mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zumindest teilweise
Folge der Unfälle seien. Zwar hätten in der Erstbehandlung nach dem Unfall zwei Ärzte
keine Instabilität am Ellbogen links feststellen können. Dies könne aber auch noch
kompensiert worden sein durch den guten Muskelmantel, der dann nach einigen
Wochen schwinde und so eine Instabilität resultiere. So könne es sein, dass die
Instabilität mit beginnender Partialruptur und dann vollständiger Ruptur erst später
erkannt worden sei. Dr. G._ habe die richtige Diagnose und Indikation für den Eingriff
gestellt. Das MRT sei nicht zu 100% sensitiv und es könne sein, dass es sich auch
ohne beschriebene Kollateralbandläsion um eine Vernarbung der Bänder handle. Die
MRT-Untersuchung sei keine dynamische Untersuchung und könne bei dynamischer
Veränderung keine Aussage geben (act. G 16.1).
4.3.5 Die Einwände der Dres. K._ und M._ in Bezug auf eine allfällig durch den
Unfall erlittene Kollateralbandläsion/Instabilität schüren genügend Zweifel an der
grundsätzlich umfassenden Würdigung durch Dr. J._. Gerade die Ausführungen von
Dr. M._, dass durch einen guten Muskelmantel eine Instabilität kompensiert werden
kann, leuchten ein. Auch in Bezug auf die Indikation zur Ellbogenoperation vom 26. Mai
2014 widersprechen sich die Beurteilungen von Dr. J._ und offensichtlich die des
operierenden Arztes Dr. G._, aber auch von Dr. M._. Es liegen damit verschiedene
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gleichwertige Einschätzungen im Recht, wobei ohne weitere medizinische Abklärungen
die Kausalitätsfrage nicht beantwortet werden kann. Falls sich ergeben sollte, dass die
Operation nicht indiziert gewesen wäre, wäre allenfalls die Übernahme der Folgekosten
gestützt auf Art. 6 Abs. 3 UVG zu prüfen. Insgesamt misslingt der Beschwerdegegnerin
mit den vorhandenen medizinischen Unterlagen der rechtsgenügliche Beweis, dass
spätestens per 31. Juli 2015 die Unfallfolgen bezüglich des liken Ellbogens als
abgeheilt zu betrachten sind. Die Sache ist noch nicht spruchreif und es sind weitere
medizinische Abklärungen zu tätigen.
4.4
4.4.1 Dr. J._ diagnostiziert mit Bericht vom 6. Juli 2015 in Bezug auf die
Schulterbeschwerden rechts (Unfall vom 26. März 2014; vgl. vorstehende lit. B.c) eine
unfallabhängige Prellung des rechten Schultergelenks. Unfallunabhängig seien eine
degenerative Supra- und Subscapularissehnen-Teilläsion, eine degenerativ bedingte
Pulley Läsion, eine degenerativ bedingte Veränderung des oberen
Gelenklippenkomplexes (Verdacht auf SLAP II-Läsion) und ein Verdacht auf
somatoforme Schmerzstörung (Suva-act. I/42-7). Eine Echtzeitdokumentation von
Unfallfolgen des vom Beschwerdeführer angegebenen Ereignisses sei nicht
aufzufinden. Erst im Sprechstundenbericht des Spitals H._ vom 7. Mai 2014, sieben
Wochen nach dem inkriminierten Ereignis, würden die Beschwerden auf Seiten des
rechten Schultergelenks erstmals erwähnt. In der Folge sei kritiklos die Diagnose
„posttraumatische Schulterbeschwerden mit Verdacht auf
Rotatorenmanschettenbeteiligung Schulter rechts“ in allen Berichten übernommen
worden. Auf dem MRI des rechten Schultergelenks vom 13. Mai 2014 würden sich
keine Anzeichen einer relevanten Gewalteinwirkung in Form von Knochenödemen des
Oberarmkopfes, Flüssigkeitskollektion oder Hämatom im Bereich des das
Schultergelenk umgebenden Weichteilmantels oder ein intraartikulärer Gelenkerguss
finden. Es finde sich eine fortgeschrittene degenerative Verschleisserkrankung des AC-
Gelenks, aktivierte AC-Gelenksarthrose und ansatznahe kleinste partielle
Gewebeausdünnungen der Supra¬spinatussehne im Sinne einer längerstreckigen,
unfallunabhängigen Ansatz-Tendinose der Rotatorenmanschette. Weiterhin werde eine
Schädigung des oberen Gelenklippenkomplexes mit Ausdehnung in den
signalveränderten Bizepssehnenanker beschrieben und eine SLAP-Läsion Grad III bis
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IV diagnostiziert. In einer späteren kernspintomographischen Untersuchung des
rechten Schultergelenks werde diese Aussage relativiert und die Diagnose einer SLAP
II-Schädigung beschrieben. Unklar sei, um welche Art einer Schädigung des
Gelenklippenkomplexes es sich bei unterschiedlichen Einschätzungen der
bildgebenden Dokumente handle und ob diese tatsächlich vorliege. Der vom
Beschwerdeführer geschilderte Hergang mit Anpralltrauma des rechten
Schultergelenks sei weder geeignet, eine Rissbildung im Bereich des Ansatzes der
Supraspinatussehne noch die als Verdachtsdiagnose beschriebene Schädigung des
Gelenklippenkomplexes hervorzurufen. Dieser Verletzungsmechanismus sei, und dabei
bestehe uneingeschränkte Einigkeit in der Fachliteratur, nicht geeignet, die
festgestellten Schäden der Sehnenmanschette und des Pulley-Komplexes
hervorzurufen. Schädigungen in der Rotatorenmanschette und des Pulley-Komplexes
seien mit zunehmendem Alter häufige Folge von Abnutzungserscheinungen und
könnten ohne ursächliches Unfallereignis vorkommen (Suva-act. I/42-9 f.). Die Prellung
des rechten Schultergelenks sei folgenlos ausgeheilt, der Status quo spätestens ein
Jahr nach dem Schadenereignis eingetreten (Suva-act. I/42-10).
4.4.2 Dr. K._ führt mit Bericht vom 17. November 2015 aus, dass auch die
Schulterproblematik rechts weiterhin überwiegend wahrscheinlich eine kausale
Unfallfolge sei. Es bestehe nach wie vor eine doch um zehn Grad reduzierte
Innenrotationsfähigkeit, welche entweder konstitutionell oder eben eine Traumafolge,
z.B. im Sinne einer Kapselreaktion, sei. Gemäss MRI würden sicherlich alters- und
belastungsentsprechende Veränderungen bestehen. Andererseits werde auch eine
mögliche ventrale Kapselruptur als mögliche Traumafolge beschrieben, zudem eine
aktivierte AC-Gelenksarthrose und eine Bursitis subacromialis mit Tendinose resp.
intratendinösen Rissen der Supraspinatussehne. Zudem werde eine SLAP II-Läsion
beschrieben. Entgegen der Beurteilung durch Dr. J._ könnten all diese Schäden sehr
wohl zumindest traumatisch aktiviert und chronifiziert sein. Inwiefern hier ein Status
quo ante nach gut einem Jahr vorliege, sei ebenfalls schwierig zu beurteilen. Jedenfalls
habe der Beschwerdeführer bis zu dem Unfall vom 26. März 2014 mit der Schulter
körperlich und angeblich beschwerdefrei gearbeitet. Auch die Schulterbeschwerden
rechts seien aktuell als Traumafolge zu sehen, jedoch mit deutlichen degenerativen
Vorschädigungen, sodass nach ein bis zwei Jahren von einem Status quo
ausgegangen werden könne (Suva-act. I/42-6).
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4.4.3 Mit kreisärztlichem Bericht vom 4. Januar 2016 führt Dr. J._ aus, dass das
zwölf Tage nach dem Unfallereignis erstellte MRI des rechten Schultergelenks keine
Echoalterationen darstellen würde, die für eine relevante Traumatisierung des rechten
Schultergelenks sprechen würden. Es würden sich weder Flüssigkeitskollektionen,
Knochenödeme, ein intraartikulärer Gelenkerguss, Signalerhöhungen im Bereich der
das Schultergelenk umgebenden Weichteile noch anderweitige unfallspezifische
Veränderungen, die den vom Beschwerdeführer geschilderten Unfallhergang
bestätigten, finden. Die Echoerhöhungen des AC-Gelenks seien mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit einem aktiven Zustand einer vorbestehenden
Verschleisserkrankung (Arthrose) zuzuordnen und stünden nicht im Zusammenhang mit
dem inkriminierten Ereignis, da sich kollaterale Veränderungen des das Schultergelenk
umgebenden Weichteilmantels nicht darstellen würden. Aufgrund der bildgebenden
Befunde sei allenfalls von einer minimsten Prellung des rechten Schultergelenks
auszugehen. Es werde auf die gängige Literatur verwiesen, wonach Verletzungen der
Rotatorenmanschette, des Pulley-Apparates und eine Schädigung des oberen
Gelenklippenkomplexes (SLAP) als Folge eines Anpralls einhellig ausgeschlossen
würden. Ein kausaler Zusammenhang der vom Beschwerdeführer beklagten
Beschwerdesymptomatik des rechten Schultergelenks mit dem behaupteten
Unfallereignis vom 26. März 2014 sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu
verneinen (Suva-act. I/57-5).
4.4.4 Die Beurteilungen von Dr. K._ und Dr. J._ variieren hinsichtlich des Status
quo sine/ante nur insoweit, als Dr. J._ diesen spätestens per 31. Juli 2015 annimmt,
Dr. K._ dagegen von einem solchen ein oder zwei Jahre nach dem Unfallereignis
vom 26. März 2014 ausgeht. Dr. J._ legt seiner Beurteilung ein Anpralltrauma des
rechten Schultergelenks und als Diagnose eine Prellung zugrunde (Suva-act. I/47-7, 9).
Bei diesem Unfallhergang erscheinen die Einschätzungen von Dr. J._ schlüssig und
nachvollziehbar in dem Sinne, als das Anpralltrauma nicht geeignet ist, die
kernspintomographisch objektivierten Schädigungen der Rotatorenmanschette und
des Pulley-Komplexes zu verursachen. Der Unfallhergang, wie er in der
Schadenmeldung UVG beschrieben ist (Suva-act. III/1), wurde vom Beschwerdeführer
indes anlässlich einer Besprechung mit der Beschwerdegegnerin vom 3. September
2014 präzisiert (Suva-act. III/14-2; vgl. vorstehende lit. B.c). Jener Unfallmechanismus
(mit Anprall am rechten Ellbogen und Zwick in der rechten Schulter), welcher zum
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damaligen Zeitpunkt erstmals präzis erfragt wurde, erscheint glaubhaft – weil detailliert
und nachvollziehbar – und wurde von Dr. J._ nicht in seine Beurteilung einbezogen,
womit es an einer umfassenden Würdigung fehlt. Weiter fällt auf, dass Dr. J._ bei
seiner Beurteilung vom 4. Januar 2016, die Schulterproblematik betreffend, in zeitlicher
Hinsicht und nicht irrelevant ungenau ist. Er spricht von zeitnahen, zwölf Tage nach
dem Unfallereignis erstellten, kernspintomographischen Bildern, auf welchen sich
keinerlei Echoalterationen dargestellt hätten, die für eine relevante Traumatisierung
sprechen würden (Suva-act. I/57-5). Zwölf Tage nach dem Unfallereignis wurde kein
MRI erstellt. Das erste MRI der Schulter rechts datiert vom 13. Mai 2014 (Suva-act.
Suva-act. I/42-4), über sechs Wochen nach dem Unfallereignis vom 26. März 2014, das
zweite vom 7. April 2015 (Suva-act. II/107-3). Offensichtlich verwechselte Dr. J._ die
Jahre 2014 und 2015, nachdem er im vorgenannten Bericht als Unfalldatum einmal den
26. März 2015 erwähnt (Suva-act. I/57-5) und das zweite MRI genau zwölf Tage nach
diesem Datum, am 7. April 2015, durchgeführt wurde. Insgesamt bestehen damit auch
in Bezug auf die Schulterproblematik rechts Zweifel an der Zuverlässigkeit und
Schlüssigkeit der Beurteilungen durch Dr. J._, weshalb der (medizinische)
Sachverhalt auch in diesem Punkt nicht spruchreif ist und weitere Abklärungen zu
tätigen sind.
5.
5.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde dahingehend
gutzuheissen, dass die Streitsache zu ergänzenden medizinischen Abklärungen und
neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. Aufgrund der bereits
im Recht liegenden unterschiedlichen medizinischen Beurteilungen drängt sich eine
externe, zumindest orthopädische Begutachtung auf.
5.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Hingegen hat der
obsiegende Beschwerdeführer Anspruch auf eine Parteientschädigung gegenüber der
Beschwerdegegnerin (Art. 61 lit. g ATSG). Es rechtfertigt sich, diese ermessensweise –
wie in vergleichbar aufwändigen Fällen üblich – auf pauschal Fr. 4'000.--
(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.