Decision ID: c6f49850-25d9-47e9-8817-2eaf94bb4118
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1962, ist gelernte Servicefachangestellte
und arbeitete als solche bis 1991
(
Urk.
10/3/9
und 10/8
).
Anschliessend widmete sie sich
der Kindererziehung und Führung des Haushalts
(
Urk.
10/4 und 10/
8)
. Fer
ner wurde sie im Herbst 2003 infolge der
Trennung von ihrem Ehemann
in der
Z._
stationär behandelt (
Urk.
10/9/9-12).
Angestellt war sie zuletzt
von 2008 bis 2010
zu 50
%
als
V
erkäuferin
in einer Bäckerei,
jedoch scheiterten alle
Arbeitsversuche
nach
November 2009
(
Urk.
10/11
,
10/25/3, 10/55/3
, 10/56/1
,
10/85/
30 und 10/85/
49
)
.
1.2
Im September 2009 meldete
sich die Versicherte
wegen Rücken
beschwerden
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nachfolgend:
IV-Stelle), zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/5). Diese
holte
neben einem
Auszug aus dem Individuellen Konto (
Urk.
10/8)
auch
einen Bericht
beim Hausarzt (
Urk.
10/9)
,
beim
Chiropraktiker (
Urk.
10/13)
sowie
d
e
r
Arbeitgeber
in
(
Urk.
10/11) ein
.
Zu dieser Zeit
liess
sich die Versicherte in
einer
Schmerzklinik
behandeln
und
musste
zufolge Kammerflimmerns nach
einer
R
o
pivacain
-Infilt
ration
Anfang 2010 rund fünf Wochen
hospitalisiert werden (
Urk.
10/15
, 10/18
,
10/19/6
-9
und
10/19/12
).
Des Weiteren unterzog sich die Versicherte i
m April 2010
eine
r
Operation
ihrer
Diskushernie L4/5
(
Urk.
10/21/5-10
)
.
Nach Feststel
lung einer
Rezidivhernie
wurde sie
im Dezember 2010 erneut operiert
(
Urk.
10/22/5 und 10/23/5-9)
. Der postoperative Verlauf
zeigte sich
protrahiert
(
Urk.
10/26/7,
10/27/5, 10/28/2 und 10/29/6)
.
Die
IV-Stelle
holte
einen
weiteren
Bericht
beim
Hausarzt
ein
(
Urk.
10/30
) und
klärte
die Qualifikation ab
(
Urk.
10/31)
, bevor sie der
Versicherten
m
it Verfügungen vom 1.
März 2012
rückwirkend
ab 1.
März 2010 eine halbe, ab 1. März 2011 eine ganz
e und ab
1.
März 2012 wiederum
eine halbe Invalidenrente zu
sprach
(
Urk.
10/38 und 10/40
-42
).
Den Anspruch auf berufliche Massnahmen hatte sie bereits zuvor mit Mitteilung vom
4.
März 2010 verneint (
Urk.
10/17).
Im April 2012
wurde
bei der
Versicherten
eine
Spondylodese
der Segmente
L2-L5
vorgenommen
,
da der knöcherne
Durchbau
nach der letzten Operation aus
geblieben war und sich die Schraube gelockert hatte
. Die Operation wurde, wie die beiden zuvor, von
Dr.
med.
A._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie,
durchge
führt
(
Urk.
10/50/8). Der s
t
ationäre
Rehabilitation
s
aufenthalt
im Anschluss
dauerte bis zum
1
6.
Mai 2012
(
Urk.
10/54)
.
Infolge
dessen
liess die Versicherte durch ihren Hausarzt
mit Schreiben vom
2
5.
Juli 2012
eine Erhöhung der Rente beantragen
(
Urk.
10/44).
Dr.
med.
B._
vom
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD)
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und
Traumatologie,
entschied, die Versicherte
nun
selbst orthopädisch-rheumato
logisch zu untersuchen. Gestützt auf seinen
B
e
richt vom 2
9.
Januar 2013 (
Urk.
10/55
)
bzw. seine Stellungnahme vom 2
3.
Februar 2013
(
Urk.
10/58/3-4)
verfügte
die IV-Stelle
am
7.
Mai 2013
eine ganze
R
ente
rückwirkend ab
1.
Juli 2012 (
Urk.
10/66)
.
In der aktuellen Revision
liess
die IV-Stelle
die
Versicherte einen Fragebogen aus
füllen
(
Urk.
10/69)
und
holte einen Auszug aus dem Individuellen Konto (
Urk.
10/70)
sowie
Bericht
e
beim Hausarzt
(
Urk.
10/71)
und beim
Operateur
(
Urk.
10/72 und 10/82) ein.
Zudem
gab sie ein
polydisziplinäres
Gutachten bei
m
C._
in Auftrag (
Urk.
10/76-77)
. Dieses wurde am 17.
Dezember 2014 erstattet (
Urk.
10/85).
Hierauf
stellte
die IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 2
2.
Januar 2015
eine Herabsetzung
ihrer
Rente
in Aussicht
(
Urk.
10/88). Dage
gen erhob
diese
Einwand und verlangte
neu
Eingliederungsmassnahmen (
Urk.
10/89).
Wie angekündigt setzte die IV-Stelle die bisherige ganze
R
ente
mit Verfügung vom
5.
März 2015
mit Wirkung
ab
1.
Mai 2015 auf eine halbe herab
und entzog einer allfälligen Beschwerde gegen den Entscheid die aufschiebende Wirkung
(
Urk.
2
).
Ferner führte sie mit der Versicherten am
2
3.
A
pril 2015 ein Standortgespräch betreffend
„Eingliederung aus der Rente“
(
Urk.
10/99).
2.
Mit Beschwerde vom 2
9.
März 2015
(
Urk.
1; Beilagen
Urk.
3/1-3)
beantragte die Versicherte die Aufhebung der Verfügung vom
5.
März 2015 sowie die Wieder
herstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde. Ferner
stellte sie ein Gesuch
um
Gewährung der
unentgeltliche
n
Prozessführung. Um dieses zu bele
gen, reichte sie mit Eingabe vom 2
6.
April 2015 (
Urk.
6) das ausgefüllte For
mular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit (
Urk.
7) sowie weitere Unterlagen
(
Urk.
8/1-12)
ein.
Die IV-Stelle schloss in der Beschwerdeantwort vom
7.
Mai 2015 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9).
Das
Sozialversiche
rungsgericht
entschied
in der Folge
über das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde
, welches es mit
Verfügung vom 2
5.
Juni 2015
abgewiesen hat
(
Urk.
11).
Ferner lud es die im Verteiler der angefochtenen Verfügung aufgeführte
Y._
zum Prozess bei (
Urk.
13). Diese erklärte mit Eingabe vom
5.
Oktober 2016 Verzicht auf Stellungnahme unter Hinweis auf ihr Schreiben vom
9.
Juli 2012, mit welchem sie das Leistungsbegehren der Versicherten abgewiesen habe (
Urk.
14).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach Art. 17
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversiche
rungsrechts
(ATSG)
sind laufende Renten für die Zukunft zu erhöhen, herabzu
setzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszu
stands, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkun
gen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustands erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349 ff. mit Hinweisen).
Dazu gehört auch eine Erhöhung der Arbeitsfähigkeit zufolge Adaption an das Leiden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_104/2015 vom
3.
Juli 2015 E. 4.1).
Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unver
ändert gebliebenen Gesundheitszustands auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
materiellen
Revisionsgrund dar. Die Frage der wesentlichen Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten rechtskräftigen und auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs (mit rechtskonformer
Sachverhaltsab
klärung
, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung) beruhenden Verfügung bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 134 V 131
E. 3, 133 V 108 E. 5.4
;
vgl. zum Ganzen
Urteil des Bundesgerichts
9C_490/2014 vom 2
3.
Januar 2
015
E. 4.1).
1.
2
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können,
sind Verwaltung und Gericht
auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
un
fähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist
grundsätzlich
ent
scheidend, ob es
für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht,
d
ie geklagten Beschwer
den berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit de
n
Vorakten
abgegeben worden ist und
in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet,
ferner ob
die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann,
und
der Experte nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deut
lich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
Im
Revisionsverfahren ist
darüber hinaus zu beachten, dass es einer von frühe
ren medizinischen Einschätzungen abweichenden Beur
teilung in der Regel am Beweiswert fehlt, wenn sie sich nicht hinreichend dar
über ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des Gesundheitszustandes stattgefunden hat, selbst wenn die Ausführungen für sich allein betrachtet voll
ständig, nachvollziehbar und schlüssig und daher für eine erstmalige Beurtei
lung der
Rentenberechti
gung
beweistauglich wären. Eine verlässliche Abgren
zung der tatsächlich ein
getretenen von der nur angenommenen Veränderung ist als erforderliche Beweisgrundlage nicht erreicht, wenn bloss nominelle Diffe
renzen diagnos
tischer Art bestehen. Hingegen ist die Feststellung über eine seit der früheren Beurteilung eingetretene tatsächliche Änderung genügend unter
mauert, wenn der medizinische Sachverständige aufzeigt, welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Verlauf der Arbeitsunfä
higkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung und Einschätzung des Schweregrades der Störungen geführt haben. Je mehr bei einer Diagnose ärztli
ches Ermessen eine Rolle spielt, desto wichtiger sind klinische Feststellungen, gutachtliche
Ver
laufsbeobachtungen
und anamnestische Daten (Urteil des Bun
desgerichts 9C_49/2012 vom 12. Juli 2012 E. 7.1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Gestützt auf das Gutachten der
C._
erwog d
ie Beschwerdegegnerin, seit Januar 2014
sei der Beschwerdeführerin
wieder
ein 50%-
P
ensum in einer
behinderungsangepasst
en
Tätigkeit
zumutbar.
Sie führte
dementsprechend
einen neuen Einkommensver
gleich durch, wobei sie für das
Belastungsprofil einen Abzug von 10
%
berücksichtigte
. Es resultierte
ein
Inval
iditätsgrad von 57
%
(
Urk.
2).
Im Übrigen
verwies sie
a
uf die
letzte
Stel
lungnahme des RAD
(
Urk.
9).
2.2
Die Beschwerdeführer
in
hielt dem entgegen, aufgrund ihres Alters
,
der langen Absenz
vom Arbeitsmarkt und des
ärztlich
attestierten Risikos längerer Ausfälle am Arbeitsplatz sei eine Wiedereingliederung fast unmöglich. Dennoch sei man
bisher bei der Eingliederung nicht behilflich gewesen
. Die Schmerzen würden
ferner
zu einem Schlafmangel führen und die Medikamenteneinnahme
zeitige
beeinträchtigende Nebenwirkungen.
Ausserdem
müsse sie täglich 1.5 Stunden Turnübungen machen und benötige Hilfe im Haushalt.
Schliesslich plane sie
,
am 2
4.
April 2015 einen unabhängigen Psychiater aufzusuchen und den ärzt
lichen Befund zeitnah nachzureichen (
Urk.
1).
3.
3.1
Der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin wurde letztmals mit Verfügung vom
7.
Mai 2013 materiell
beurteilt
(
Urk.
10/66
).
Damals sprach ihr die
Beschwerdegegnerin
aufgrund der
Arbeitsfähigkeitse
inschätzung
des
RAD-Arz
tes Dr.
B._
rückwirk
end ab
1.
Juli 2012 eine ganze Invalidenr
ente zu (
Urk.
10/55
und 10/58/3-4
)
.
Der angefochtenen Verfügung
legte die
Beschwer
degegnerin
das
Gutachten der
C._
vom 17.
Dezember 2014 zugrunde,
das
die Fachrichtungen Orthopädie und Traumatologie, Neurologie, Psychiatrie und Innere Medizin umfasst (
Urk.
10/85).
Dr.
B._
hatte dieses
in seiner Stellung
nahme vom
5. Januar 2015 – ohne
dies näher auszuführen
–
als umfassend, die beklagten Beschwerden berücksichtigend, in Kenntnis und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstellt, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge einleuchtend und in Bezug auf die Herleitung der Schlussfolgerungen nachvoll
ziehbar beurteilt (
Urk.
10/87).
Es ist somit
insbesondere anhand eines Vergleichs
d
er
vorerwähnten
medizinischen Unterlagen zu prüfen, ob zwischen dem
7.
Mai 2013 und dem
5.
März 2015 eine wesentliche Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse im Sinne eines materiellen Revisionsgrundes eingetreten ist.
3.2
3.2.1
Bei der letzten Rentenprüfung stellte
der RAD-Arzt
Dr.
B._
a
m
5.
Dezember 2012
fest
, die Arztberichte
– namentlich erwähnte er nur Berichte
von
Dr.
A._
–
seien schlüssig und weitgehend deckungsgleich bzw. sich ergän
zend.
Man könne sich darauf beziehen.
Begründet mit zunehmenden Schmerzen liege ein relevanter Gesundheitsschaden seit 2
3.
Januar 2012 vor. Indessen korreliere die von
Dr.
A._
am 2
8.
August 2012 festgestellte Arbeitsfähigkeit von 0
%
nicht mit den von ihm ange
gebenen physiologischen Befunden, wes
halb e
in Untersuch in den Räumen des RAD geplant
sei
(
Urk.
10/58/3)
.
3.2.2
N
achdem
Dr.
B._
die Beschwerdeführerin am 1
8.
Dezember 2012 selbst untersucht hatte,
diagnostizierte
er in seiner
Stellungnahme vom
2
3.
Februar 2013
eine
schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkung der
Len
denwirbelsäule
(1) bei einem Status nach Verlängerungs- und
Respondylodese
L2 bis L5 am 1
9.
April 2012 bei fehlendem
Durchbau
der
Spondylodese
L4/5 und
Pedikelschraubenlockerung
beidseits sowie ausgeprägter
Ostechondrose
L2/3, (2) bei einem Status nach perkutaner
Spondylodese
L4/5 und Dekompres
sion L4/5 rechts am 1
6.
Dezember 2010 bei
foraminaler
Stenose L4/5 rechts und (3) bei einem Status nach Dekompression L4/5 rechts bei medianer Diskushernie am 2
1.
Mai 201
0.
Er kam zum Schluss, damit sei
ein
somatischer
Gesundheits
schaden
ausgewiesen.
In der bisherigen Tätigkeit als Bäckereiverkäuferin bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 0
%
seit 1
6.
Dezember 2010 auf Dauer. Dabei sei die bisherige Tätigkeit
(in
Urk.
10/55/3 definiert als typische Tätigkeit einer Bäckereiverkäuferin, aber ohne schweres Heben oder Tragen) als
dem
Belas
tungsprofil
angepasste
anzusehen. Der Gesundheitszustand sei inde
ssen
besse
rungsfähig, d.h. in einem Jahr sollte wieder eine Teilarbeitsfähigkeit
bestehen
(
Urk.
10/58/3-4).
3.2.3
Dem ausführlicheren Untersuchungsbericht von
Dr.
B._
vom 29. Januar 2013 ist ergänzend zu entnehmen, die Beschwerdeführerin habe angegeben, sie leide an Schmerzen im Rücken und im rechten Bein vorne aussen im Ober
schenkel über die Wade und das Schienbein bis zum Rist des rechten Fusses ziehend; die Schmerzqualität sei dumpf. Zudem habe sie Schmerzen in der Brustwirbelsäule bei vorgeneigter Haltung. Am
b
elastendsten
seien die immer vorhandenen Kreuzschmerzen mit belastungsabhängiger Schmerzverstärkung. Sie könne etwa eine halbe Stunde
s
tehen, eine Stunde
s
itzen und eine Stunde langsam
g
ehen. Danach müsse sie jeweils mit gekrümmtem Rücken abliegen. Liege sie gerade, bekomme sie starke einstrahlende Schmerzen ins rechte Bein (
Urk.
10/55/1). Sie nehme täglich eine Tablette
Pantozol
(40 mg), drei bis vier Tabletten
Irfen
(600 mg), zwei Kapseln
Lyrica
(75 mg) und je eine Tablette
Remeron
und
Seresta
. Zweimal pro Woche mache sie Aquagymnastik und täg
lich ihr Heimübungsprogramm (
Urk.
10/55/2).
Ferner hielt
Dr.
B._
fest, das Auskleiden sei flüssig im Stehen mit Block
-
bewe
gungen
des Rumpfes erfolgt, ebenso das Ankleiden. Das Gangbild sei langsam, aber
hinkfrei
und ohne Hilfsmittel. Zur Brust-/Lendenwirbelsäule notierte er: Physiologische Schwingung der Brustwirbelsäule, aufgehobene
Len
denlordose
, Wirbelsäule im Lot, reizfreie Narben, physiologisch ausgebildete
Paravertebralmuskulatur
, muskulärer Hartspann lumbal-paravertebral beidseits, Klopfschmerz der Dornfortsätze der unteren Lendenwirbelsäule, Druckschmerz
der Dornfortsätze der gesamten Lendenwirbelsäule, Federungsschmerz T12 bis S1, Druckschmerz
iliolumbal
, Druckschmerz der
Iliosakralgelenke
beidseits, Druckschmerz der
Musculus
Piriformis
-Gruppe beidseits,
Laségue
beidseits negativ,
Langsitz
nicht möglich,
Valleix
beidseits negativ,
Nervus
Femoralis
-Dehnungstest beidseits negativ, lumbaler Extensionsschmerz, Ott 30/31 cm, Schober 10/12 cm und Fingerbodenabstand Kniehöhe mit lumbaler
Schmerzan
g
a
be
, Rotation und Seitneigung rechts/links jeweils 20°-0-20° mit beidseits
en
d
gradiger
Schmerzangabe und
Reklination
0° mit lumbaler Schmerzangabe (
Urk.
10/55/3-4).
3
.3
3.3.1
Die Gutachter der
C._
diagnostizierten
ein chronisches
lumbovertebrales
und -
spondylogenes
Schmerzsyndrom mit/bei (1) einem Status nach Re- bzw. Verlängerungs-
Spondylodese
L2-L5 im April 2012 mit/bei vorausgegangener
bisegmentaler
Diskushernie L2/3 und L4/5, (2) einem Status nach primärer Dekompression L4/5 im April 2010 und nach
Spondylodese
L4/5 im Dezember 2010 mit postoperativer Entwicklung einer Schraubenlockerung und Ausbil
dung einer
Pseudarthrose
und
(3) einem rumpfmusk
u
lären Globaldefizit infolge Langstrecken-
Spondylodese
L2-L5 im April 2012,
aber
(4) ohne lumbal bezo
gene neurologische Ausfälle.
Ferner
stellten sie die Diagnosen einer r
ezidivie
rende
n
depressive
n
Störung, leichte depressive Episode (ICD-10: F33.0), und
einer
asthen-dependente
n
Persönlichke
it (ICD-10: F60.7;
Urk.
10/85/19
).
3.3.2
In der konsiliarischen Be
sprechung vom 1
2.
Dezember 2014
erläuterten
sie dazu
, orthopädisch-somatisch handle es sich vorrangig um ein gravierendes
lumbospondylogenes
und -vertebrales Rückenproblem mit problematischen wirbelsäulenchirurgischen Verläufen. Im Rahmen einer
langstreckigen
Spondy
lodese
L2-L5 seien die vorbestehenden Rückenprobleme inzwischen soweit wie möglich chirurgisch austherapiert.
S
tatisch belastende Arbeiten wie z.B. aus
schliesslich stehende Tätigkeiten als Bäckereiverkäuferin könnten naturgemäss nicht mehr geleistet werden. Dabei
betonten
die Gutachter
insbesondere, dass erst mit Abschluss der medizinischen Rehabilitation Ende 2013 die Wiederher
stellung einer Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten auf einem
Halbtags
niveau
erreicht worden sei
.
Die zweite Formulierung
lautete zurückhaltender,
leidensangepasste Tätigkeiten
seien
auf einem 50%-Niveau „vorstellbar“. Im Übrigen stand für die Gutachter fest, von einer weiteren Verbesserung der
50%-
Arbeitsfähigkeit sei dauerhaft nicht mehr auszugehen, indessen sei die Prognose für
deren
Erhalt günstig
(
Urk.
10/85/
19
-21)
.
Hinsichtlich der
p
sychischen Störungen
verwiesen die Gutachter auf die im psy
chiatrischen Teilgutachten attestierte
Arbeitsfähigkeit von 70
%
bzw. sechs
Stunden pro Tag für die bisherige
oder
auch
eine angepasste Tätigkeit. Die
dies
bezügliche
Prognose sei offen. Ob mit psychopharmakologischen und intensi
ven psychotherapeutischen Massnahmen eine wesentliche Besserung
der Arbeitsfähigkeit
zu erreichen sei, sei mit Blick auf den langen Verlauf und der in der frühen Adoleszenz wurzelnden Persönlichkeitsstörung zu bezweifeln.
F
achgebietsübergreifend
resultiere somit
für die bisherige Tätigkeit orthopädisch somatisch eine Arbeitsfähigkeit von 0
%
und für eine angepasste Tätigkeit – ebenfalls auf den führenden orthopädisch somatischen Befunden gründend – eine solche
von 50
% (
Urk.
10/85/
20
-21).
Soweit sich die Gutachter mit den
Vorakten
auseinandersetzten, hielten sie fest, die von
Dr.
B._
im Dezember 2012 prognostizierte Besserung sei eingetre
ten.
P
artielle Abweichungen ergäben sich zum Bericht von
Dr.
A._
vom 1
9.
Mai 201
4.
Indessen sei die Langstrecken-
Spondylodese
L2-L5 stabil. Mit diesem günstigen postoperativen Befund seien seit Ende 2013 adaptierte Tätig
keiten wie vorbeschrieben halbtägig möglich (
Urk.
10/85/22). Damit habe sich der Zustand seit dem Jahr 2012
bzw.
nach der zuletzt erfolgreich durchgeführ
ten Langstrecken-
Spondylodese
L2-L5
gebessert (
Urk.
10/85/25).
3.3.3
Ergänzend ist dem von
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Orthopädie und Trau
matologie, verfassten
orthopädisch-
traumatologischen
Teilgutachten
zu ent
nehmen,
die Beschwerdeführerin beklage ständige intensive Beschwerden im Bereich der mittleren und unteren Wirbelsäule und des Rückens. Diese würden dumpf in das rechte Bein bis zum Fuss ausstrahlen. Sie könne maximal eine halbe Stunde zu Fuss gehen, dann müsse sie wegen Intensivierung der
Rücken
beschwerden
Pausen einlegen und absitzen. Bergabgehen vertrage sie schlechter als Bergaufgehen
.
Aktuell nehme sie täglich bis zu vier Tabletten
Irfen
(600 mg), vier bis fünf Tabletten
Dafalgan
(1 mg [recte: g]), zwei Kapseln
Lyrica
(75 mg), eine Tablette
Seresta
, Magnesium-Pulver und einen Magenschutz.
Jeweils einmal pro Woche b
esuche sie die Physiotherapie und gehe mit ihrer Schwester schwimmen (
Urk.
10/85/29
).
Das Gangbild
beschrieb
Dr.
D._
als
sicher und flott, indessen zeig
t
e sich die Beschwerdeführerin beim An- und Auskleiden mit Be
schwerden in der Höhe des
thorak
ol
u
mbalen
Überganges, tieflumbal schmerzgeplagt und mit erhöhtem Zeitaufwand (
Urk.
10/85/31). Zur Wirbelsäule und zum Rumpf hielt
der Gut
achter
fest: massiver
lumbosacraler
Federungsschmerz, Rumpfmuskulatur mit ausgeprägtem Defizit der
autochtonen
Rückenstrecker, paralumbaler
d
ru
ckdo
lenter
Hartspann, Bauchmuskulatur mit globalem Defizit,
iliolumbale
Bänder
teste
negativ, aktives Anheben des Oberkörpers bei fixiertem Becken aus der Bauch
-
und
R
ückenlage nicht möglich, Weber-Krause-Test mit ausgeprägtem
Defizit, Rumpfbeweglichkeit deutlich defizitär, Fingerbodenabstand bei nur angedeutet durchführbarer Rumpfbeuge 60 cm, Aufrichten aus der gering vor
n
über gebeugten Position mit positivem Kletterphänomen, Ott 30/31.5 cm, Scho
ber 10/11 cm, Seitneigung rechts/links 10°-0-10° und Rotation links/rechts 30°-0-30°. Die Beschwerdeführerin sei mit einem Rückenstützmieder der Marke
Orliman-Lumbitec
aus
Drellstoff
mit Klettverschluss, elastischen Stäben und Bauhebezügen ausgestattet (
Urk.
10/85/32).
Dr.
D._
kam zum Schluss, k
linisch-funktionell finde sich postoperativ nach Langstrecken-
Spondylodese
L2-L5 eine konsekutiv weitgehend atrophierte Rumpfmuskulatur. In der Beschreibung der Röntgenbilder vom 1
6.
Mai 2014 und
5.
Dezember 2014 sei die
Spondylodese
L2-L5 als durchbaut interpretiert worden. Die beschriebene
lumbosacrale
Hyperlordose und
Facettengelenkatro
pat
h
ie
gehe zumindest teilweise zulasten der postoperativen Fehlstatik (
Urk.
10/85/33).
Unter
dem Titel „Würdigung der Akten“
beschränkte
er sich im Grossen und Ganzen
auf eine Zusammenfassung des Austrittsberichts der
E._
sowie der letzten Berichte
von
Dr.
A._
(
Urk.
10/85/34). Zum retrospektiven Verlauf der Arbeitsfähigkeit in einer
lei
densadaptierten
Tätigkeit führt er wörtlich aus: „Nach der ersten
Wirbelsäulen
operation
mit Dekompression L4/5 war der Verlauf des Rücken
-
leidens proble
matisch. Es erfolgte eine leider erfolglose
Spondylodese
L4/5 mit Ausbildung einer
Pseudarthrose
und der Notwendigkeit einer
Schraubenentf
ernung
/
Pseudarthrosensanierung
sowie einer Verlängerungs-
Spondylodese
der Etagen L2-5 am 1
9.
April 201
2.
Inzwischen ist die medizinische Rehabilitation abgeschlossen. Seit ca. Dezember 2013 sind leidensadaptierte Tätigkeiten halb
tags zumutbar. Eine weitergehende Besserung ist dauerhaft nicht mehr zu erwarten.“
3.3.4
Der Vollständigkeit halber sei angefügt, dass die Beschwerdeführerin laut internis
tischem Teilgutachten
ebenfalls
über Rückenschmerzen mit Ausstrah
lung vor allem ins rechte Bein klagte und angab
,
sich nach kurzer Zeit Stehen oder Gehen hinlegen zu müssen (
Urk.
10/85/56).
Im Übrigen findet sich darin der Hinweis, dass
sich
die Beschwerdeführerin in der Mitte der 120minütigen Exploration wegen zunehmender Schmerzen habe hinlegen müssen (
Urk.
10/85/58).
Davon teilweise abweichend ist d
em neurologischen
Teilgut
achten
z
u entnehmen,
d
ie Schmerzen würden zwar nicht mehr ins rechte Bein ausstrahlen, die Beschwerdeführerin habe jetzt aber im Bereich des Beckens und der unteren Lendenwirbelsäule ein Brennen. Sie sei überempfindlich, die Schmerzen seien immer da, mal mehr, mal weniger
(
Urk.
10/85/39
und 10/85/43)
. Gleichzeitig wird
in diesem Teilgutachten angemerkt
, die leichte Gefühlsveränderung am rechten Fuss könnten Reste der ursprünglichen
Wurzel
kompression
L5 rechts sein (
Urk.
10/85/43). Das freie Gehe
n
wurde
überdies
als
schmerzgeplagt verlangsamt, sehr vorsichtig und mit verkürzter Schrittlänge
beschrieben
(
Urk.
10/85/42).
3.4
Es ist somit vorab
festzustellen,
dass
die
Diagnosen
in den
vorerwähnten
Arzt
berichten
nicht auf eine
zwischenzeitlich
relevante Veränderung des Gesund
heitszustandes
schliessen
l
assen
.
Die somatische Diagnose
wurde
im Gutachten der
C._
bloss anders formuliert
als von
Dr.
B._
.
Sodann wurden
zwar
neu
eine rezidivierende depressive Störung und eine Persönlichkeitsstörung
diagnostiziert
. Indessen hatte
Dr.
B._
der
Beschwerdeführerin
im Jahr 2012 bereits
aus somatischer Sicht
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert
und
sich
daher
n
achvollziehbar
nicht zu einer
mögliche
n
psychische
n
Beeinträch
tigung
geäussert
.
Es
gab
jedoch
bereits damals konkrete Anhaltspunkte für
das Bestehen
einer solchen
, da die
Beschwerdeführerin in
seiner
Untersuchung
angegeben
hatte
, regelmässig
Psychopharmaka (
Remeron
und
Seresta
)
einzu
nehmen
(
Urk.
10/55/2)
. Ausserdem war
en
bereits
im Austrittsbericht des
F._
vom 3
0.
Okt
ober 2003
eine
rezidivierende depres
sive Störung, gegenwärtig schwere Epis
ode ohne psychotische Symptome (
ICD-10: F33.2
)
,
und
der
Verdacht auf eine abhängige Persönlichkeitsstörung
(
ICD-10: F60.7
)
diagnostiziert
worden
(
Urk.
10/9/9-12
; vgl.
ferner auch
Urk.
10/30
).
3.5
Die Gutachter
der
C._
massen den psychischen Störungen
zumindest
fachübergreifend
für die E
inschätzung der Arbeitsfähigkeit
keine Bedeutung
bei. Das
Bundesgericht
hat
wiederholt darauf hin
ge
wies
en
, dass l
eichte bis höchs
tens mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkr
eis
in der Regel therapierbar
seien
und
daher
invalidenversicherungsrechtlich
zu keiner Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit führen
würden
(vgl. z.B. Urteil des Bundesge
richts 9C_168/2015 vom 1
3.
April 2016 E. 4.2).
Dies muss
für die diagnosti
zierte
leichte depressive Episode
umso mehr gelten
, als
die
Beschwerdeführerin
im
Zeitpunkt der Begutachtung durch die
C._
keine regelmässige psychi
atrische Behandlung in Anspruch
nahm
(
Urk.
10/85/56)
und offenbar
heute noch
nicht nimmt
, zumal sie
nicht wie angekündigt
den
Bericht eines
neutralen
Psychiaters
nachreichte
.
Auch
konnte die
psychopharmakologische Behandlung
seit dem Untersuch
im Jahr 2012 reduziert werden, insoweit die Beschwerde
führerin kein
Remeron
mehr benötigt.
Im Übrigen wurde d
ie
Persönlichkeitsstörung
im psychiatrischen Teilgutachten
, verfasst von
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neurologie,
ohne Bezug zu konkreten Vorkommnissen
begründet
(
vgl.
Urk.
10/85/51).
Zudem
finden sich
in der Erwerbsbiographie
der Beschwerde
führerin
(
Urk.
10/8 und
Urk.
10/56) keine
augenfälligen Besonderheiten
. Es
ist
daher
nicht ohne Weiteres ersichtlich
, inwiefern die
angegebene
Störung der Affektregulation, der Ausdauer und des Durch
h
alt
e
vermögens
,
die lediglich Tätigkeiten einfacher geistiger Natur mit geringen Verantwortungsbereichen, ohne besondere Anforderungen an die Team- und Konfliktfähigkeit
im Umfang von täglich sechs Stunden erlaubt
, nicht
bloss auf die
grundsätzlich
therapier
bare
leichte depressive Episode zurückzuführen ist. Die Feststellung,
dass der Persönlichkeitsstruktur im Sinne einer vermehrten Dekompensationsbereitschaft bei Belastungen eine nicht unwesentliche Rolle zukomm
t
(
vgl.
Urk.
10/85/53)
, leuchtet
angesichts der einmaligen zweiwöchigen psychiatrischen
Hospitalisa
tion
im Jahr 2003
(
Urk.
10/9/9) vorderhand nur für
ausserordentliche
emotio
nale Belastungen
ein
.
3.
6
Folgerichtig waren für die Gutachter
der
C._
, wie bereits für
Dr.
B._
, letztlich die
somatischen Beschwerden
ausschlaggebend
.
Dabei führten sie d
ie
Wiedererlangun
g der Arbeitsfähigkeit von 50
%
stets auf den
Ende Dezember 2013
erfolgten
Abschluss der Rehabilitation
zurück, ohne jedoch deren Verlauf
in der konsiliarischen Besprechung oder im
orthopädisch-
traumatologischen
Teilgutachten
darzulegen.
Ebenso verzichteten
sie
darauf,
eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit anhand der
Befunde, de
r
geklagten Beschwerden oder der Medikation
zu plausibilisieren
. Vielmehr noch wird
– allerdings nur
i
m neuro
logischen Teilgutachten –
festgehalten,
sämtliche
bisher durch
geführten Mass
nahmen
hätten
zu keiner wesentlichen Befundänderung geführt
(
Urk.
10/85/42).
V
ergleicht man die von
den
beiden
Orthopäden
erhobenen Befunde
,
fällt denn auch einzig eine Verbesser
ung des D
ruck
schmerzes im Hüftbereich
auf.
Zudem
ist aus den Angaben der
Beschwerdeführerin
zu schliessen, dass sie sich
wohl weniger
oft, aber immer noch regelmässig
zum Ausruhen hinlegen
muss
(vgl.
auch
Tagesablauf
Urk.
10/85/29
,
Selbstei
nschätzung
Urk.
10/85/41).
Kleiner
e
Abweichungen in der Anamnese lassen sich mit den unterschiedlich
en
Unter
suchungsdaten
und dem Fokus auf der eigenen Fachrichtung erklären.
Hervor
zuheben ist indessen, dass d
ie
Schmerzmittelmedikation
nach wie vor beacht
lich
und
die Ausdauer, soweit sich dazu
überhaupt
aktuelle
re
Angaben finden,
gering
ist
.
Auf einen andauernd hohen Leidensdruck
weisen
ferner
die
täglichen
Heimübungen, das regelmässige Schwimmen und der Besuch der Physiotherapie
hin.
Es
lässt sich
daher
nicht ergründen, welche Massnahmen und Fortschritte zwischen Mai und Dezember 2013 – mithin 20 Monate nach der letzten
Spon
dylodese
–
eine
Verbesserung der
Arbeitsfähigkeit von 0 auf 50 %
bewirkt
haben sollen.
Dies muss umso mehr gelten, als
einerseits
grundsätzlich da
mit zu rechnen ist, dass
leichte Tätigkeiten
schon
nach wenigen Wochen
und
solche mit grösserer körperlicher Belastung innerha
lb eines halben Jahres nach einer
Spondylodese
wieder aufgenommen werden können. So beträgt auch die
Dauer bis zum knöchernen
Durchbau
in der Regel
nur
ein halbes bis ein Jahr
.
Anderseits
sind
vor allem dann gute Operationsresultate zu erwarten, wenn nur ein oder zwei Segmente versteift
wurden
und die übrige Wirbelsäule weitgehend gesund und frei beweglich ist
. D
ie
verloren gegangene Beweglichkeit
muss
nämlich
in den Nachbarsegmenten kompensiert werden
, wobei d
ie
zusätzlich
e
Beanspruchung zu neuen Schmerzen führen
kann
– wie dies offenbar vorliegend der Fall ist (vgl. auch E. 3.7)
.
Überdies
ist bei älteren Patienten
meist
von eingeschränkten A
daptionsmöglichkeiten
auszugehen
(vgl.
dazu
Alfred M.
Debrunner
, Orthopä
die, orthopädische Chirurgie: patientenorientierte Diagnostik und Therapie des Bewegungsapparates,
4.
Aufl., Bern 2002, S. 870 f.;
Deutsche Rentenversiche
rung Bund, Berlin [Hrsg.], Sozialmedizinische Begutachtung für die gesetzliche Rentenversicherung,
7.
Aufl.,
Berlin/Heidelberg/New York 2011, Tabelle 7.7 Postoperative Belastbarkeit
; Urteil des Bundesgerichts 8C_222/2010 vom 1
9.
Juli 2010 E. 4.2
zur
Begründung eines verz
ö
gerten postoperativen Verlaufs;
www.balgrist.ch/Portaldata/1/Resources/_files/orthopaedie/WEB_ Wirbelsaeule4
_Spondylodese_Web.pdf
; Einschätzung
des RAD
bei den früheren Operationen
Urk.
10/34/4 und 10/34/6
)
.
Es
kommt hinzu, dass
Dr.
G._
im psychiat
rischen Teilgutachten anmerkte,
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung im engeren Sinne liege nicht vor. I
m Zuge der
asthen-dependenten
Persönlich
keit sowie der depressiven Symptomatik neige die Beschwerdeführerin
aber
zu einer vermehrt nach innen gerichteten Selbstwahrnehmung mit einer ausge
prägt verstärkten Empfindung von Schmerzen sowie einer dysfu
nktionalen Schmerzverarbeitung
(
Urk.
10/85/52, vgl. auch
Urk.
10/85/53).
Gegen eine wesentliche
B
esserung d
er
somatischen
Beschwerden
in der zweiten Jahreshälfte
2013 spricht
letztlich
auch, dass die Gutachter
der
C._
im Gegensatz zu
Dr.
B._
die stehende Tätigkeit als Bäckereiverkäuferin nicht mehr als angepasste beurteilten
.
Vielmehr
definierten sie
ein
äusserst einge
schränkte
s
Belastungs-/Ressourcenprofil
,
wonach der
Beschwerdeführerin
nur noch körperlich sehr leichte bis maximal leichte Tätigkeiten zumutbar
sind
. Sie müsse
zudem
in der Lage sein, ihre jeweilige Arbeitsposition im freien Ermessen zwischen Sitzen, Gehen und Umhergehen wechseln zu können. Weder länger
fristig sitzende noch längerfristig stehende Tätigkeiten seien möglich. Das Heben, Tragen und Bewegen von Lasten sei mit 5 kg bis in seltenen Fällen allenfalls 10 kg limitiert. Rückenbelastende Tätigkeiten in Zwangshaltungen wie vornüber gebeugt stehend, kniend, hockend, kauernd, repetitiven Bewegungs
anforderungen an
den Rumpf etc. seien zu meiden
(
Urk.
10/85/20)
.
Nicht gewürdigt wurde von den Gutachtern
dabei
der
von der Beschwerdeführerin mehrfach erwähnte
Umstand, dass
sie sich
immer wieder
ausruhen bzw. hinle
gen müsse
.
Mit anderen Worten
fehlt es an einer Auseinandersetzung mit
der Frage nach der
Leistungsfähigkeit
gemessen an der Präsenzzeit
bzw. dem
Pau
senbedarf
.
3.
7
Ergänzend ist auf die Berichte
zu den Verlaufskontrollen
bei
Dr.
A._
hinzu
weisen. Er
berichtete
bei der letztmaligen Rentenprüfung am 2
8.
August 2012,
die Beschwerdeführerin habe beim Gehen deutlich weniger lumbale Schmerzen
, aber
ein sehr starkes Ermüdungsgefühl im Rücken und könne sich nicht gut bücken. Das Gangbild sei normal, die Wirbelsäulen-Inklination sei einge
schränkt und der Fingerbodenabstand betrage 30 cm. Obschon die Schmerzen
abgenommen hätten, sei die Beschwerdeführerin in diesem Zustand nicht arbeitsfähig (
Urk.
10/50/6).
Daran hielt
er in der Folge fest
.
So
führte
er
auch
im
letzten Bericht vom 1
9.
Mai 2014
aus
,
er sehe nicht
, dass die Beschwerdeführe
rin in einen Arbeitsprozess eingegliedert werden könne. Klinisch und morpho
logisch sei die
Spondylodese
zwar stabil, doch habe die Beschwerdeführerin erhebliche Restschmerzen. Sie gehe regelmässig Schwimmen und mache etwas Bewegungstherapie, was sie fortführen solle. Es sei leider mit einem gleichblei
benden Verlauf zu rechnen (Urk. 10/72/2).
Hinsichtlich der
Befunde notierte
Dr.
A._
im
Bericht
vom 2
5.
Oktober 2013,
die Beschwerdeführerin habe nach wie vor einen sehr wechselhaften Verlauf mit wiederkehrenden lumbalen Schmerzen sowie persistierenden krampfartigen Schmerzen im rechten Bein.
Aufgrund der erheblichen Restbeschwerden veran
lasse er eine Magnetresonanz-Abklärung (
Urk.
10/71/6). Bei der bildgebenden Untersuchung zeigte sich gemäss Bericht
vom 1
2.
November 2013
auf Höhe Th12/T1 eine paramediane und
foraminale
Diskushernie links sowie eine Ein
dellung des Duralsacks.
Dr.
A._
interpretierte
die Beschwerden ausgehend vom
lumbosakralen
Übergang mit Überbelastung der
Fazettegelenke
L5/S
1.
Die Diskushernie Th12/L1 sei wahrscheinlich nicht schmerzverursachend (
Urk.
10/75/5).
3.8
Zusammenfassend ist mit dem
blossen
Hinweis auf den Abschluss der Rehabilita
tion
nicht
dargetan, inwiefern bei
der über 50jährigen, psychisch beeinträchtigten Beschwerdeführerin mit
mehrsegmentaler
Versteifung der
Len
denwirbelsäule
und
neu
en Beschwerden zufolge Überbelastung
der Nachbar
segmente
, die sich fortwährend in
Therapie
befindet,
im
zweiten Jahr postope
rativ
eine erhebliche Verbesserung des Gesundheitszustandes oder
eine
besser
e
Leid
ens
adaption eingetreten sein soll, die eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 50
%
überwiegend wahrscheinlich
erscheinen lässt
.
Die überzeugende
Arb
eitsfähigkeitseinschätzung
des
operierenden Wirbelsäulenspezialisten
geht
vorliegend
der
Erfahrungstatsache
vor
, dass behandelnde Arztpersonen mitun
ter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 135 V 4
65 E. 4.5, 125 V 351
E. 3b/cc).
In Würdigung der gesamten Umstände ist
daher
festzuhalten, dass sich im Gutachten der
C._
kein
e konkreten Anhaltspunkte
für das Vorliegen eines Revisionsgrundes im Sinne
von
Art.
17
ATSG
finden
. Ebenso wenig gibt es Anlass zu weiteren Abklärungen.
4.
4.1
D
a
s Gericht
kann
eine
zu Unrecht ergangene Revisionsverfügung
gegebenen
falls mit der substituierten Begründung schützen
,
dass
die
ursprüngliche
(noch nicht gerichtlich beurteilte)
Rentenverfügung zweifellos unrichtig und die Berichtigu
ng von erheblicher Bedeutung ist. Mit anderen Worten kann es die Rentenverfügung unter den Voraus
setzungen nach Art. 53 Abs. 2 ATSG in
Wie
dererwägung
ziehen (
BGE 110 V 176 E. 2a
und 1
25 V 368 E. 2 mit Hinweisen; BGE 128 V 272 E. 5b/
bb
; Urteile des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 3.2.2, 9C_762/2013 vom 2
4.
Juni 2014 E. 4.2 und 9C_562/2008 vom 3. November 2008 E. 2.2 je mit Hinweisen).
4.2
Der RAD-Arzt
Dr.
B._
hatte die Beschwerdeführerin
im Dezember 2012
im Sinne von
Art.
49
Abs.
2
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
selbst untersucht und
das
Untersuchungse
rgebnis schriftlich festgehalten (
Urk.
10/55). D
er Beweiswert
eines solchen
RAD-Bericht
s
ist mit jenem externer medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie den
praxis
gemässen
Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Letzteres steht bei
Dr.
B._
ausser Frage. Indessen verwies er für die medizinisch
-
technischen Untersuchungen
nur
auf das Dossier und obschon er sich mit den
Vorakten
offensichtlich auseinander
setzte und eine Untersuchung anordnete, versäumte er es, seine Überlegungen zu notieren. So erschliesst sich einem medizinischen Laien letztlich nicht,
inwiefern seine eigene Untersuchung ein vollkommen anderes Bild ergeben haben soll
, als von
Dr.
A._
dargestellt
(
Urk.
10/55/6).
4.3
Indessen geht es b
ei
Beschwerden
hauptsächlich
somatischen Ursprungs und
Einigkeit
aller untersuchenden
Fachärzte
bezüglich der Diagnosen
letztlich ein
zig
um die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit. Wie das Bundesgericht bereits mehrfach festhielt, weist die medizinische Folgenabschätzung notgedrungen eine hohe Variabilität auf und trägt unausweichlich Ermessenszüge (vgl. BGE 140 V 193 E. 3.1). Dabei haben der operierende Wirbelsäulenchirurg
Dr.
A._
und der RAD-Arzt
Dr.
B._
nach eigener Untersuchung
im Vorfeld der
Ren
tenverfügung
vom
7.
Mai 2013
generell
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert
(
Urk.
10/50/6,
Urk.
10/55/6)
. Unter diesen Gesichtspunkten kann
jene
Verfügung nicht als offensichtlich unrichtig qualifiziert werden.
Daran vermag auch die Arbeitsfähigkeitseinschätzung des Gutachters
Dr.
D._
nichts zu ändern, welche bei Erlass
jener
Verfügung noch nicht vorlag und darüber hin
aus
mit einem
maximal
einschränkende
n
Belastungsprofil
verknüpft wurde
(vgl.
Urk.
10/85/34 f.)
.
5.
Zusammenfassend ist weder ein Revisionsgrund nach
Art.
17 ATSG noch ein Wiedererwägungsgrund nach
Art.
53
Abs.
2 ATSG gegeben. Angesichts
dieses Verfahrensausgangs
erübrigen sich Ausführungen zu
m geltend gemachten
Ein
gliederungsbedarf
.
Die Beschwerde ist gutzuheissen und die Verfügung vom
5.
März 2015
folglich
vollumfänglich aufzuheben sowie festzustellen, dass die Beschwerdeführerin weiterhin Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat.
6.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200.
--
b
is Fr. 1‘000.
--
festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche
rung, IVG
). Sie sind auf
Fr.
800.
--
anzusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Damit erweist sich das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung als gegenstandslos.