Decision ID: b8ca2499-afc9-5bfe-86bb-2e71ee3597f8
Year: 2018
Language: de
Court: BE_VB
Chamber: BE_VB_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt
1. Die Beschwerdeführer reichten am 13. Januar 2017 bei der Gemeinde Worb ein
Baugesuch ein für den Einbau eines Garagentors anstelle von zwei Fenstern an der gegen
Südosten gerichteten Stirnseite des bestehenden Gebäudes auf Parzelle Worb
Grundbuchblatt Nr. C._. Das ehemalige Käserei-Metzgereigebäude mit Ründi
befindet sich in der Zone mit Planungspflicht Dorfzentrum K 18 sowie im
Ortsbildschutzgebiet und ist Teil der Baugruppe D._.
Mit Entscheid vom 11. August 2017 erteilte die Gemeinde Worb dem Bauvorhaben den
Bauabschlag.
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2. Dagegen reichten die Beschwerdeführer am 29. August 2017 Beschwerde bei der
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragen die
Aufhebung des Entscheides vom 11. August 2017 und die Erteilung der Baubewilligung.
3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, gab der
Gemeinde die Möglichkeit zur eingereichten Beschwerde Stellung zu nehmen und forderte
sie auf, die Vorakten einzureichen. Zudem holte es einen Fachbericht der kantonalen
Denkmalpflege (KDP) ein. Die Parteien erhielten Gelegenheit, sich zum Bericht der KDP zu
äussern und Schlussbemerkungen einzureichen.
4. Auf die Rechtsschriften und den Fachbericht der KDP wird, soweit für den Entscheid
wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen
1. Sachurteilsvoraussetzungen
Bauentscheide können nach Art. 40 BauG2 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit
Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit für die Beurteilung
der Beschwerde zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die
Baugesuchsteller, die Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige
Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführer, deren Baugesuch
abgewiesen wurde, sind durch den vorinstanzlichen Entscheid beschwert und daher zur
Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist
einzutreten.
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191). 2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721).
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2. Auswirkungen der Publikation des Bauvorhabens
a) Die Beschwerdeführer bringen vor, da die Gemeinde das Bauvorhaben publiziert
habe, obwohl sie alle Unterschriften der Nachbarn eingeholt hätten, seien sie davon
ausgegangen, dass die Gemeinde mit dem Bauvorhaben einverstanden sei.
b) Die Gemeinde hat das Bauvorhaben im Anzeiger vom 9. und 16. Februar 2017
publizieren lassen. Am 14. Februar 2017 hat die Gemeinde festgestellt, dass sie noch
weitere Unterlagen für die materielle Beurteilung benötigt. Sie hat daher die
Beschwerdeführer mit Schreiben vom 24. Februar 2017 gebeten, die entsprechenden
Unterlagen nachzureichen. Am 17. Mai 2017 hat die Gemeinde den Beschwerdeführern
mitgeteilt, das Bauvorhaben könne nicht bewilligt werden und hat sie aufgefordert
mitzuteilen, ob sie das Baugesuch zurückziehen wollten oder einen beschwerdefähigen
Entscheid wünschten. Auf Grund der entsprechenden Antwort der Beschwerdeführer
erliess die Gemeinde am 11. August 2017 den negativen Bauentscheid.
c) Die Baubewilligungsbehörde macht ein Baugesuch grundsätzlich durch
Veröffentlichung bekannt (Art. 26 BewD3). Betrifft ein baubewilligungspflichtiges
Bauvorhaben nur die Nachbarinnen und Nachbarn, so kann eine kleine Baubewilligung
ohne Bekanntmachung erteilt werden. Dazu genügt die Mitteilung an diese Personen resp.
darauf kann ebenfalls verzichtet werden, wenn diese dem Bauvorhaben schriftlich
zugestimmt haben (Art. 27 Abs. 1 und 4 BewD). Die Erteilung der Baubewilligung als kleine
Baubewilligung ist aber insbesondere dann nicht möglich, wenn Interessen des
Ortsbildschutzes berührt sind (Art. 27 Abs. 5 BewD). Wenn die Gemeinde bei der Prüfung
eines Bauvorhabens zum Schluss kommt, dieses sei nicht bewilligungsfähig, kann sie den
Bauabschlag auch ohne Bekanntmachung erteilen (Art. 24 BewD). Gemäss Art. 25 BewD
kann die Baubewilligungsbehörde mit der Bekanntmachung eines Gesuchs bis nach der
materiellen Prüfung zuwarten, sofern die Gesuchstellenden diese nicht früher verlangen.
Abgesehen davon schreibt das Gesetz nicht vor, in welcher Reihenfolge die
Baubewilligungsbehörde die materielle Prüfung und die Bekanntmachung eines
Baugesuchs vorzunehmen hat. Sie kann die materielle Prüfung und die Bekanntmachung
auch parallel durchführen.4
3 Dekret über das Baubewilligungsverfahren vom 22. März 1994 (Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1). 4 Heidi Walther Zbinden, Die Änderungen im Baubewilligungsverfahren auf den 1.1.1995 - Auswirkungen auf die kleinen Gemeinden.
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d) Die Erteilung einer kleinen Baubewilligung für das vorliegend zu beurteilende
Bauvorhaben wäre nicht möglich, da es sich in einer Baugruppe sowie in einem
Ortsbildschutzgebiet befindet. Die Unterschriften der Nachbarn hätten daher nicht gereicht,
um das Bauvorhaben ohne Bekanntmachung bewilligen zu können. Das Bauvorhaben
benötigte eine ordentliche Baubewilligung, daher war das Gesuch grundsätzlich zu
veröffentlichen.
Im vorliegenden Fall hat sich die Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Worb dafür
entschlossen, die materielle Beurteilung des Bauvorhabens sowie die Publikation parallel
durchzuführen. Damit hat sie sich noch nicht zur allfälligen Bewilligungsfähigkeit des
Bauvorhabens geäussert. Dieser von der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Worb
gewählte Verfahrensablauf ist zulässig und nicht zu beanstanden. Die Beschwerdeführer
können aus diesem Vorgehen nichts zu ihren Gunsten ableiten. Die Rüge erweist sich als
unbegründet.
3. Kommunale Ästhetikvorschriften und Denkmalschutz
a) Die Gemeinde hat dem Bauvorhaben den Bauabschlag erteilt mit der Begründung,
das Gebäude liege an zentraler und prominenter Lage des Weilers D._. Die gegen
Südosten gerichtete Fassade befinde sich weitestgehend im ursprünglichen Zustand und
die Symmetrie sei noch vorhanden. Da der geplante Einbau eines Garagentors diese
Symmetrie aufheben würde, störe das Bauvorhaben das intakte Gesamtbild erheblich.
b) Die Beschwerdeführer bringen vor, die dargelegten Argumente seien weder plausibel
noch schlüssig. Zudem sei es eine sehr individuelle Ansicht, wo und was prominent sei.
Insbesondere gebe es kein Gesetz, das verlange, dass eine Fassade haargenau
symmetrisch sein müsse. Schliesslich stehe das Gebäude nicht unter Denkmalschutz und
im Übrigen gehe das Bauvorhaben weitgehend auf den Vorschlag der Dankmalpflege ein,
indem das geplante Sektionaltor die Sturzhöhe und Breite der bisherigen Fenster
übernehme.
c) Bei der Beurteilung des umstrittenen Bauvorhabens sind verschiedene kantonale und
kommunalen Vorschriften zum Ortsbildschutz und zum Denkmalschutz zu berücksichtigen:
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Einerseits sind dies die allgemeinen Ästhetikvorschriften des Kantons Bern und der
Gemeinde Worb sowie die Vorschriften zum Ortbildschutzgebiet D._ (Art. 9 BauG
und Art. 12 und 57 GBR5). Andererseits sind auch die Vorschriften zum besonderen
Landschaftsschutz und zum Schutz von Baudenkmälern (Art. 10 ff. BauG) relevant.
Bauten, Anlagen, Reklamen, Anschriften und Bemalungen dürfen Landschaften, Orts- und
Strassenbilder nicht beeinträchtigen (Art. 9 Abs. 1 BauG). Diese Vorschrift stellt die
„ästhetische Generalklausel“ im Sinne eines allgemeinen Beeinträchtigungsverbots dar.
Die Gemeinden dürfen eigene Ästhetikvorschriften erlassen, die über die kantonalen
Vorschriften hinausgehen können. Derartige Vorschriften müssen, um selbständige
Bedeutung zu erlangen, konkreter gefasst sein als die Anordnungen des kantonalen
Rechts, sie dürfen Letztere nicht bloss allgemein anders formulieren.6
Das Baureglement der Gemeinde Worb verlangt, dass Bauten und Anlagen so zu gestalten
sind, dass zusammen mit der bestehenden Umgebung eine gute Gesamtwirkung entsteht.
Bei der Beurteilung, ob eine gute Gesamtwirkung entsteht, ist unter anderem besonders
auf die Stellung, die Proportionen sowie die Gestaltung von Fassaden und Dach des
Gebäudes einzugehen (Art. 12 GBR). Ortsbildschutzgebiete sind insbesondere in ihrem
äusseren Gesamtbild, ihren traditionellen Elementen und charakteristischen Einzelheiten
zu erhalten. Bei Umbauten ist die traditionelle Bauweise bezüglich Fassaden- und
Dachgestaltung sowie Form-, Farb- und Materialwahl anzuwenden (Art. 57 Abs. 1 und 4
GBR).
Diese Bestimmungen gehen weiter als Art. 9 Abs. 1 BauG; ihnen kommt daher
selbständige Bedeutung zu. Der Begriff „gute Gesamtwirkung“ stellt einen unbestimmten
kommunalen Gesetzesbegriff dar, bei dessen Auslegung die kommunalen Behörden einen
gewissen Beurteilungsspielraum haben. Jedoch dürfen auch an das Erfordernis der guten
Gesamtwirkung nicht unverhältnismässig hohe Ansprüche gestellt werden. Die gute
Gesamtwirkung ist weder an geringen noch an besonders hohen architektonischen
Qualitäten zu messen. Das bedeutet bei durchschnittlichen örtlichen Gegebenheiten, dass
das Mittelmass der Umgebung nicht gestört werden darf und sich eine neue Baute oder
5 Baureglement der Gemeinde Worb vom 7. März 1993, genehmigt durch die BVE mit Änderungen gemäss Beschluss vom 16. August 1993. 6 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 9/10 N. 4 und 13; BVR 2009 S. 328 E. 5.2 mit Hinweisen.
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Anlage an den qualitativ hochwertigeren Bauten und Anlagen der Umgebung zu orientieren
hat.7
Das Gebäude, auf welches sich das Bauvorhaben bezieht, ist Teil einer Baugruppe. Da
Baugruppen in Bauinventare aufgenommen werden und als Baudenkmäler gelten (Art. 10a
BauG), finden auch die Vorschriften zum Schutz von Baudenkmälern Anwendung.
Baudenkmäler können nach den Bedürfnissen des heutigen Lebens und Wohnens für
bisherige oder passende neue Zwecke genutzt und unter Berücksichtigung ihres Wertes
verändert werden. Sie dürfen durch Veränderungen in ihrer Umgebung nicht beeinträchtigt
werden (Art. 10b Abs. 1 BauG). Dieser sogenannte Umgebungsschutz ist Ausdruck eines
denkmalpflegerischen Verständnisses, das sich nicht auf den Schutz von Altertümern und
einzelner Bauten von überragender Schönheit beschränkt. Vielmehr bezieht sich das
Schutzinteresse über das einzelne Objekt hinaus auch auf das Ensemble von Bauten und
den Raum um ein Einzelobjekt herum. Die Wirkung einer Baugruppe kann schon durch das
Wegfallen oder Verändern eines einzelnen Elements oder das Hinzufügen eines
Fremdkörpers, allenfalls auch durch Bauvorhaben in der Umgebung, empfindlich gestört
werden. Allfällige Veränderungen innerhalb einer Baugruppe sind deshalb sorgfältig, mit
Blick auf das Ganze und unter Beratung der Fachstelle zu planen.8
d) Die Landwirtschaft, die bis in die 1960er Jahre die Haupterwerbsquelle der
Bevölkerung bildete, prägt bis heute das Siedlungsbild der Baugruppe D._. Neben
stattlichen Bauernhäusern des 17.-20. Jahrhunderts finden sich zahlreiche gut erhaltene
Speicher aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Die Bebauung konzentriert sich hauptsächlich
auf die in Nordwest-Südost Richtung verlaufende Wegachse (E._weg-
F._weg), zwei weitere, kurze Bebauungsarme bestehen an der G._- und
an der H._strasse. Das äussere Ortsbild wird massgebend von den Fronten der
südwestwärts gerichteten Bauernhäuser geprägt.9
Die kantonale Denkmalpflege hat ausgeführt, das 1955 erbaute Käserei- und
Metzgereigebäude liege in der zentralen Wegspinne. Heute diene es als Wohn- und
7 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 9/10 N. 4a; BVR 2009 S. 329 E. 5.3, BVR 2006 S. 491 E. 6.3.1. 8 VGE 2016/91 vom 14. Januar 2016, E. 4.1; BVR 2015 S. 541 E. 6.3. 9 Vgl. Beschreibung der Baugruppe D._, einsehbar unter: https://www.erz.be.ch/erz/de/index/kultur/denkmalpflege/bauinventar/bauinventar_online.html.
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Gewerbehaus. Im Erdgeschoss befänden sich die Gewerberäume, im Obergeschoss die
Wohnnutzung. Im Erdgeschoss längsseitig zur Strasse sei die Fassade entsprechend den
inneren Nutzungen gestaltet worden. Im hinteren Teil erschliesse eine Rampe ein hohes
Tor, der mittlere Teil sei zum Untergeschoss als Graben geöffnet und der vordere Teil sei
mit einer frei schwebenden Verladezone und einer Milchtüre erschlossen. An der gegen
Südosten gerichteten Stirnseite habe das Gebäude einige kleinere Veränderungen
erfahren. Insbesondere sei der Eingang vom Haupteingang zu einem Gewerbeeingang
verändert worden. Die symmetrische Befensterung neben dem Eingang scheine aber
bauzeitlich zu sein. Insgesamt kommt die KDP zum Schluss, der Bau habe seinen
Charakter als Käserei / Metzgerei nicht verloren.
Die KDP hat weiter ausgeführt, ein Gebäude mit Ründi habe eine zentrale Achse. Wenn
die Nutzungen im Erd- und Obergeschoss unterschiedlich seien, könnten die
Fassadierungen variieren, die Symmetrie sei aber nach Möglichkeit nicht zu stören. Da das
Gebäude seine Wirkung auf den Platz entwickle, werde es stark übers Eck
wahrgenommen. Somit sei auch aus dieser Optik ein stimmiges Bild zu gestalten. Ein
stirnseitiges Garagentor verlange daher für die logische funktionale Erscheinung eher eine
geschlossene Fassadenseite. Mit der entsprechend konsequenten Umsetzung würde aber
der Charakter der Käserei verloren gehen, da dies den Abbruch der Verladerampe und das
Vermauern der Milchtüre bedingte. Unabhängig davon werde aber die Symmetrie mit dem
Einbau eines Garagentors ohnehin gestört. Wenn das Tor die Sturzhöhe und die Breite der
beiden Fenster übernehme, so bleibe der Fassadeneinschnitt links und rechts der Tür
faktisch gleich gross. Wenn das Tor innen angeschlagen, zweiflügelig ausgeführt und
farblich angepasst werde, so sei die Störung nicht zentral. Wenn das Tor aussen
angeschlagen werde, so sei die Störung grösser, da keine Leibungstiefe mehr sichtbar
wäre. Unabhängig von der konkreten Gestaltung, führe der Eingriff aber dazu, dass der
Charakter der Käserei in Frage gestellt werde, da ein neues Tor ein Störfaktor sei. Daher
empfehle sie den Einbau eines Tores an der Südostfassade nicht zu bewilligen.
e) In einem Umkreis des Bauvorhabens von 100 m befinden sich zehn im Bauinventar
einzeln verzeichnete Gebäude. Die örtlichen Gegebenheiten sind entsprechend von
überdurchschnittlicher architektonischer Qualität und das Bauvorhaben hat sich an
hochwertigen Bauten zu orientieren. Bauliche Veränderungen müssen sich somit an einem
hohen Standard messen und sorgfältig erfolgen, damit die gute Gesamtwirkung
beibehalten werden kann.
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Auf den eingereichten Fotos ist ersichtlich, dass die gegen Südosten gerichtete Fassade
des Gebäudes der Beschwerdeführer symmetrisch aufgebaut ist. Das Dachgeschoss ist
mit einer halbrunden Holzverschalung (Ründi) ausgestaltet. Im ersten Geschoss weist die
Fassade vier gleichmässig angeordnete Fenster sowie seitlich je einen Balkon auf. Im
Erdgeschoss befindet sich in der Mitte eine Eingangstüre. Rechts und links davon verfügt
das Gebäude über je zwei identische Fenster. Das Garagentor würde die äusseren Masse
der bisherigen Fenster auf der linken Seite der Eingangstüre in Bezug auf die Breite und
Höhe faktisch übernehmen. Die in der Fassade ersichtliche Öffnung wäre nur gegen unten
deutlich grösser. Das Sektionaltor würde sich gegen oben öffnen und könnte nicht
zweiflügelig ausgestaltet werden.
Unabhängig von der konkreten Ausgestaltung würde der Einbau eines Garagentors die
bisherige Symmetrie des Gebäudes der gegen Südosten gerichteten Fassade im
Erdgeschoss aufheben. Auf der einen Seite der Eingangstüre befänden sich weiterhin
Fenster, auf der anderen Seite ein Garagentor. Wie die KDP nachvollziehbar dargelegt hat,
widerspräche diese Veränderung der klassischen Erscheinung eines Gebäudes mit Ründi.
Das Bauvorhaben würde den Charakter des Gebäudes in Frage stellen. Damit
berücksichtigt das Bauvorhaben die traditionelle Bauweise nicht. Insbesondere da sich das
Gebäude verkehrstechnisch an einem zentralen Punkt des Weilers befindet, beeinflusste
die Veränderung auch die Wirkung des Gebäudes auf die umliegende Siedlungsstruktur.
Da diese Wirkung den ursprünglichen Charakter des Gebäudes und der umliegenden
Bauten des ländlich geprägten Weilers negiert, führt das Bauvorhaben nicht zu einer guten
Gesamtwirkung mit seiner Umgebung. Überdies würde die Wahrnehmung des Gebäudes
übers Eck nicht mehr stimmen, da die gegen Südwesten gerichtete Fassade mit der
schwebenden Verladezone und der Milchtüre im vorderen Teil eine andere Nutzung
suggeriert als eine Garage. Der Einbau eines Garagentors führte somit auch bei der
seitlichen Betrachtung nicht zu einem stimmigen Bild. Das Bauvorhaben ist daher
insbesondere mit den strengen Vorgaben für Bauvorhaben in Ortsbildschutzgebieten der
Gemeinde Worb nicht vereinbar.
Die bauliche Veränderung würde an der gegen Südosten gerichteten Stirnseite der
ehemaligen Käserei / Metzgerei erfolgen. Wie bereits dargelegt, würde das Bauvorhaben
die Symmetrie und damit ein wesentliches Merkmal des Gebäudes aufheben. Damit
verlöre das Gebäude ein klassisches Element von Bauten in ländlich geprägten Weilern.
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Diese Veränderung berücksichtigte den Wert der Baugruppe nicht und würde sich daher
negativ auf die gesamte Baugruppe auswirken. Diese Wirkung ist insbesondere auf Grund
der zentralen Stellung des Gebäudes innerhalb der Baugruppe nicht vernachlässigbar,
sondern beeinträchtigt das Baudenkmal insgesamt. Wie gut die Veränderung vom
öffentlichen Raum her wahrgenommen wird, ist für das denkmalpflegerischen
Schutzbedürfnis unerheblich. Da sich das Bauvorhaben nicht mit dem Charakter der
Baugruppe vereinbaren lässt und deren bisherige Erscheinung beeinträchtigte, ist es mit
den denkmalpflegerischen Vorschriften nicht vereinbar.
Das Bauvorhaben ist somit weder mit den kommunalen Ästhetikvorschriften noch mit dem
kantonalen Schutz von Baudenkmälern vereinbar und erweist sich daher als nicht
bewilligungsfähig. Die Beschwerde ist entsprechend abzuweisen und der Entscheid der
Gemeinde Worb zu bestätigen.
4. Kosten
a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die Beschwerdeführer. Sie haben
die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt auf eine
Pauschalgebühr von Fr. 800.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV10).
b) Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1 und 4 VRPG).