Decision ID: 71505cfe-93a2-5d74-a3de-c743072ebcc4
Year: 2019
Language: de
Court: FR_TC
Chamber: FR_TC_001
Canton: FR
Region: Espace_Mittelland
Law Area: civil_law

Sachverhalt
A. A._ ist seit vielen Jahren Mieterin einer 2-Zimmerwohnung an der C._ in D._.
In seinem Entscheid vom 10. Januar 2014, bestätigt durch den II. Zivilappellationshof mit Entscheid vom 5. Januar 2015 (102 2014 79), hielt das Mietgericht des Sense- und Seebezirks fest, dass die im Mietvertrag vom 24. Januar 1994 vereinbarten Akontozahlungen von monatlich CHF 110.- (bzw. die in den Folgejahren nach oben angepassten Nebenkostenakonti) mangels genauer Umschreibung einzig den ausgewiesenen Aufwand für Heizkosten/Warmwasser decken, jedoch keine vertragliche Grundlage darstellen für die Positionen „Nebenkosten“, „TV-Gebühren“, „Lift-Service“ und „Service Feuerlöscher“. Somit sei bezüglich dieser Nebenkosten zwischen den Parteien keine Vereinbarung i.S.v. Art. 257a Abs. 2 OR zustande gekommen, woraus sich eine Zahlungspflicht der Mieterschaft ableiten liesse. Als Folge davon gelte der allgemeine Grundsatz, dass der Vermieter die übrigen Nebenkosten zu tragen habe. Entsprechend hiess es die  von A._ teilweise gut.
B. Der Cablecom-Anschluss in der Wohnung von A._ mit monatlichen Kosten von CHF 30.- wurde im Juli 2016 gekündigt.
C. Nach einer erfolglosen Schlichtungsverhandlung reichte A._ am 1. Mai 2018 beim Mietgerichtspräsidenten des Sense- und Seebezirks eine Klage gegen die B._ (vormals: E._) ein (act. 1) und beantragte, diese sei zu verpflichten, ihr einen Betrag von CHF 751.35 zu bezahlen. Der monatliche Mietzins sei ab dem 1. Juni 2018 um CHF 30.- . Zudem sei die B._ zu verpflichten, A._ die Parteikosten im  im Betrag von CHF 2‘022.30 zu ersetzen. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Die B._ beantragte in ihrer Klageantwort vom 2. Juli 2018 die Abweisung der Klage, soweit darauf einzutreten sei.
An der Sitzung des Präsidenten des Mietgerichts des Sense- und Seebezirks vom 11. Juli 2018 wurde die für die B._ anwesende F._ zur Sache befragt; A._ wurde vom persönlichen Erscheinen dispensiert. Ihr Rechtsvertreter änderte Ziff. 1 der Rechtsbegehren  ab, dass ein Betrag von CHF 811.35 gefordert werde. Am 12. Juli 2018 reichte die B._ den verlangten Wartungsvertrag ein. A._ nahm am 13. Juli und 8. August 2018 Stellung dazu.
Mit Entscheid vom 7. September 2018 wies der Präsident des Mietgerichts des Sense- und Seebezirks die Klage ab. Die Prozesskosten wurden A._ auferlegt.
D. A._ (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) reichte am 18. Oktober 2018 Beschwerde ein mit folgenden Anträgen:
1. Das Urteil des Gerichtspräsidenten vom 7. September 2018 sei aufzuheben.
2. Die B._ sei zu verpflichten, A._ einen Betrag von CHF 811.35 zu bezahlen.
3. Der monatliche Mietzins von A._ sei ab dem 1. Juni 2018 um CHF 30.- pro Monat herabzusetzen.
Kantonsgericht KG Seite 3 von 8
4. Die B._ sei zu verpflichten, A._ die Parteikosten im Schlichtungsverfahren im Betrag von CHF 2‘022.30 zu ersetzen.
5. Die Gerichts- und Parteikosten des erstinstanzlichen Verfahrens seien der B._ zu übertragen.
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
Die B._ (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragt in ihrer Stellungnahme vom 26. November 2018 die kosten- und entschädigungsfällige Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des erstinstanzlichen Entscheids vom 7. September 2018.
Auf die Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird nachfolgend, soweit erforderlich, ausführlich eingegangen. Im Übrigen wird auf die Akten verwiesen.

Erwägungen
1.
1.1. End- und Zwischenentscheide des Mietgerichts oder seines Präsidenten unterliegen der Berufung an das Kantonsgericht, sofern der Streitwert mindestens CHF 10‘000.- beträgt (Art. 308 ff. ZPO und Art. 52 des Justizgesetzes vom 31. Mai 2010 [JG; SGF 130.1]). Zur Berechnung des erforderlichen Streitwertes wird auf die zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren abgestellt. Massgebend sind damit die bis zur Eröffnung des erstinstanzlichen Entscheides vorgebrachten Erklärungen der Parteien und nicht der erstinstanzliche Entscheid selbst, die Rechtsmittelanträge oder die Parteierklärungen im Rechtsmittelverfahren (REETZ/THEILER, in Kommentar zur  Zivilprozessordnung, 3. Aufl. 2016, Art. 208 N. 39 f.). Nicht berufungsfähige  Endentscheide, Zwischenentscheide und Entscheide über vorsorgliche Massnahmen sind mit Beschwerde anfechtbar (Art. 319 Bst. a ZPO).
Die Vorinstanz setzte den Streitwert auf CHF 751.35 fest und aus der Rechtsmittelbelehrung geht ebenfalls hervor, dass sie von einem CHF 10‘000.- nicht übersteigenden Streitwert ausgeht. Zinsen und Kosten des laufenden Verfahrens werden nicht berücksichtigt (Art. 91 Abs. 1 ZPO). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
1.2. Über Beschwerden aus dem Gebiet des Mietrechts entscheidet der II. Zivilappellationshof (Art. 52 JG; Art. 17 Abs. 1 Bst. a des Reglements des Kantonsgerichts betreffend seine  und seine Arbeitsweise vom 22. November 2012 [RKG; SGF 131.11]).