Decision ID: 1ec97269-b695-5f40-bb63-92afdfa7e678
Year: 2009
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer, eigenen Angaben zufolge ein  von Gambia, seinen Heimatstaat am 12. Dezember 2008 , sich anschliessend während rund zwei Monaten im Senegal  und schliesslich über Mali, Niger, Libyen und Italien am 25. Juli 2009 in die Schweiz gelangte, wo er am 26. Juli 2009 um Asyl ,
dass das BFM mit - am gleichten Tag eröffneter - Verfügung vom 26. August 2009 auf das Asylgesuch in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz verfügte und den  - unter Androhung von Zwangsmitteln im Unterlassungsfall - aufforderte, die Schweiz am Tag nach Eintritt der Rechtskraft zu ,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 31. August 2009 () gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht  erhob und dabei sinngemäss die Aufhebung der  Verfügung beantragte,
dass die vorinstanzlichen Akten am 31. August 2009 beim  eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,
dass nach Einsicht in die Akten auf die Beschwerde einzutreten und diese in Anwendung des AsylG, der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311), des  vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das  (VGG, SR 173.32), des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG, SR 173.110), des  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20), des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem  (VGKE, SR 173.320.2) zu beurteilen ist,
Seite 2
D-5450/2009
dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG),
dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn  glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die  festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) oder sich auf Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur  der Flüchtlingseigenschaft oder eines  nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),
dass der Beschwerdeführer anlässlich der Kurzbefragung im  Altstätten vom 10. August 2009 und der Anhörung zu den Asylgründen vom 24. August 2009 zur Begründung des Asylgesuchs im Wesentlichen geltend machte, er habe in Serekunda am 10.  2008 an einer öffentlichen Parteiveranstaltung der United  Party das Wort ergriffen und sich darüber beschwert, dass die Landwirte verpflichtet seien, ihre Erträge der Regierung zu , diese jedoch jeweils lange zuwarte, bis sie die Landwirte bezahle,
dass er noch in derselben Nacht, als er nach Hause zurückgekehrt sei, vom Hausbesitzer erfahren habe, dass Leute der Geheimpolizei nach ihm gefragt hätten, weshalb er die Nacht bei seinen Freunden  habe,
dass er am nächsten Tag nach Hause zurückgekehrt sei und erfahren habe, dass die Geheimdienstleute am Morgen erneut nach ihm gefragt hätten,
dass er sich deshalb entschlossen habe, zu fliehen und am 12.  2008 nach Senegal gegangen sei,
dass der Beschwerdeführer bei der Einreichung des Asylgesuches schriftlich aufgefordert wurde, innert 48 Stunden ein Reise- oder  einzureichen,
dass das BFM in der angefochtenen Verfügung - nach Prüfung der  durch das Gericht - überzeugend dargelegt hat, weshalb die Vor-
Seite 3
D-5450/2009
aussetzungen für einen Nichteintretensentscheid gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG gegeben sind,
dass der Beschwerdeführer bis heute keine Identitätsdokumente  hat,
dass das BFM in der angefochtenen Verfügung zutreffend dargelegt hat, für das Nichteinreichen von Reise- oder Identitätspapieren würden keine entschuldbaren Gründe vorliegen,
dass der Beschwerdeführer insbesondere nur oberflächliche Angaben beziehungsweise keine hinreichend genauen Angaben zu seiner  machen konnte (vgl. act. A9/14 S. 4 ff.),
dass er beispielsweise nicht sagen konnte, wo in Tripolis die Pension gelegen ist, in der er sich während seines dreimonatigen Aufenthalts in Libyen aufgehalten haben soll, und auch nur einsilbig über seine  Auskunft geben konnte, die er dort angeblich verrichtet haben soll,
dass er weiter - wie das BFM zu Recht festhält - nicht schlüssig  konnte, wie er mit dem Auto, ohne ein Schiff benutzt zu haben, von Sizilien aufs italienische Festland gelangen konnte,
dass seine Angaben insgesamt den Eindruck vermitteln, er sei anders als angegeben in die Schweiz gelangt und versuche, die wahren  betreffend den Reiseweg zu verheimlichen,
dass dieser aufgrund seiner protokollierten Angaben gewonnene  zusätzlich etwa durch die realitätsfremde Behauptung in der  untermauert wird, wonach er von Sizilien „mit dem Boot nach Milano“ gereist sei (Beschwerde S. 3 unten),
dass damit auch seine Behauptung, er habe nie Reise- oder  besessen, und seine hierfür abgegebenen Erklärungen nicht glaubhaft erscheinen (vgl. act. A9/14 S. 3 f.),
dass das BFM sodann zu Recht feststellt, die Angaben des  über die Parteiveranstaltung seien hinsichtlich des Inhalts der gehaltenen Reden anderer Personen, der Namen der Redner und hinsichtlich seiner Motivation für seinen öffentlichen Auftritt sehr  gehalten,
Seite 4
D-5450/2009
dass das BFM im Weiteren zutreffend festhält, es sei nicht , weshalb der Beschwerdeführer den Besuch der Geheimpolizei bei ihm zu Hause sofort mit seiner öffentlichen Rede in Verbindung  und sich am folgenden Tag entschlossen habe, Gambia zu , obwohl er mit den Behörden zuvor nie Probleme und angeblich auch keine Angst vor Konsequenzen oder Repressalien wegen seiner Rede gehabt habe,
dass schliesslich mit dem BFM festzuhalten ist, dass nicht ersichtlich ist, wie der Geheimdienst den Beschwerdeführer wenige Stunden nach seiner Teilnahme an der Parteiveranstaltung hätte ausfindig  können, nachdem er dort spontan und ohne seinen Namen zu nennen eine Rede gehalten hat,
dass das BFM in diesem Zusammenhang zudem richtigerweise darauf hinweist, es sei ohnehin erstaunlich, dass der Beschwerdeführer nicht in Erfahrung zu bringen versucht habe, ob die Behörden weitere  bezüglich seiner Person vorgenommen hätte, obwohl er nach seiner Ausreise mit seinem Vater telefonisch in Kontakt  und mithin dazu Gelegenheit gehabt habe,
dass der Beschwerdeführer an der Glaubhaftigkeit seiner  festhält, ohne sich substanziell mit den diesbezüglichen  des BFM auseinanderzusetzen,
dass sich die Erwägungen des BFM hinsichtlich der Glaubhaftigkeit der Vorbringen aufgrund der protokollierten Aussagen des  als vollumfänglich zutreffend erweisen und dieses die  an Art. 3 und 7 AsylG zu Recht als nicht erfüllt erachtet hat,
dass deshalb ohne weitere Erörterungen festzustellen ist, dass das BFM in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG in Verbindung mit Art. 32 Abs. 3 AsylG zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, ohne zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der  oder eines Wegweisungsvollzugshindernisses zu treffen,
dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die  aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein  auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den
Seite 5
D-5450/2009
gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,
dass aus den Akten und den Ausführungen in der Beschwerde keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer in Gambia drohen könnte,
dass auch sonst nicht ersichtlich ist, inwiefern das BFM den Vollzug der Wegweisung in Verletzung der landes- und völkerrechtlichen  der Schweiz zu Unrecht als zulässig bezeichnet haben könnte (Art. 83 Abs. 3 AuG),
dass weder die allgemeine Lage in Gambia noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung des Beschwerdeführers im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat schliessen lassen,
dass der 24-jährige, ledige und offenbar gesunde Beschwerdeführer, der über berufliche Erfahrungen in der Landwirtschaft und im Handel mit gebrauchten Kleidern verfügt (vgl. act. A1/12 S. 2), in der Lage sein sollte, sich in Gambia eine wirtschaftliche Existenzgrundlage , zumal er dort über eine familiäres Beziehungsnetz verfügt (vgl. act. A1/12 S. 3), welches ihn wird unterstützen können,
dass sich der Vollzug der Wegweisung mithin nicht als unzumutbar ,
dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den  schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse  (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihm obliegt, bei der Beschaffung  Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),
dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist, darzutun, inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die offensichtlich unbegründete Beschwerde mit summarischer Begründung im  Verfahren mit Zustimmung eines zweiten Richters  ist,
Seite 6
D-5450/2009
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.-- dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind.
(Dispositiv nächste Seite)
Seite 7
D-5450/2009