Decision ID: a5f576a9-e482-4f38-a11e-bc03f6930c09
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1954 geborene
X._
war seit dem 1.
Juli 1999 bei der
Y._
AG als Consultant angestellt und obligatorisch gegen die Folgen von Unfä
llen versichert, als sie am 23.
August 2017
in der Badewanne
ausrutschte und
sich dabei
am rechten Arm und
an der r
echten Schulter verletzte (Urk.
8/1
).
Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen.
Sie holte eine Aktenbeurteilung ihrer Kreisärztin,
Dr.
med.
Z._
,
Fachärztin Chirurgie, ein (Urk.
8/25). Gestützt darauf stellt
e
sie m
it Verfügung vom 12.
März 2018
die Leis
tungen per 2. Januar 2018 ein (Urk.
8/29). Dagegen e
rhob die Versicherte mit Eingabe
vom 11.
Ap
ril 2018
(Urk. 8/32),
ergänzt am
4.
Mai 2018
(Urk. 8/35)
Ein
sprache unter Beilage eine
r
Stellungnahme
ihres behandelnden Arztes
Dr.
med.
A._
,
Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
g
ie des Bewegungsapparates
, vom 2
4.
April 2018
(Urk.
8/
35 S. 11 ff.
).
In der Folge holte die Suva eine
erneute
Beurteilung ihrer Kreisärztin,
Dr.
Z._
,
ein (Urk. 8/
37). Gestützt darauf wies
sie
die Einsprache der
Versicherten
mit Entscheid vom 12. Dezember 2018 ab (Urk. 8/43
= Urk. 2
).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
26.
Januar 2019
Beschwerde und beantragte,
der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es seien die gesetzli
chen Leistunge
n
über den 2.
Januar
2018 hinaus zu erbringen (Urk. 1 S.
2)
. Mit Beschwerdeantwort vom 28.
Februar 2019 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwer
deführerin mit Verfügung vom 1.
M
ärz 2019 mitgeteilt wurde (Urk. 9). Mit Eingabe vom 9.
April 2019 ersuchte die Beschwerdeführerin um Durchführung eines
zweiten Schriftenwechsels (Urk.
10), woraufhin ihr mit Verfügung vo
m 12.
April 2019 eine Frist zur Stel
lungnahme angesetzt wurde (Urk. 11). Mit Eingabe vom 19.
Juni 2019 reichte sie
eine
Stellungnahme (Urk.
14) sowie eine weitere Beurteilung
von
Dr.
A._
, datiert vom 2
8.
Mai 2019,
ein (Urk.
15)
und ergänzte diese am 2
1.
Juni 2019 mit der Auflage des von diesem zitierten Fachartikels (
Urk.
16 f.)
Die Be
schwerdegegnerin
nahm hierzu
mit Eingab
e vom 19.
August 2019
Stellung
unter Beilage einer Beurteilung ihres beratenden Arztes
med.
pract
.
B._
, Facharzt Chirurgie,
(Urk. 21). Mit Eingabe vom 8.
November 2019 reichte die Beschwerdeführerin e
ine weitere Stellungnahme (Urk.
27) sowie eine weitere Beurtei
lung von
Dr.
A._
(Urk.
28/6) ein, welch
e der Beschwerdegegne
rin am 11.
November 2019 zu
r Kenntnis
nahme
zugestellt
wurde (Urk.
29).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für
die Entscheidfindung erforderlich, in den n
achfolgenden Erwägungen einzuge
hen
.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (
UVG
), in der vor
liegend anwendbaren, seit
1.
Januar 2017 geltenden Fassung,
werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsun
fällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versi
cherung erbringt ihre Leistungen auch bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind (Abs. 2): Knochenbrüche (
lit
. a), Verrenkungen von Gelenken (
lit
. b), Meniskus
risse (
lit
. c), Muskelrisse (
lit
. d), Muskelzerrungen (
lit
. e), Sehnenrisse (
lit
. f), Band
läsionen (
lit
. g) und Trommelfellverletzungen (
lit
. h). Ausserdem erbringt die Ver
sicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
1.2
Gemäss zur Publikation vorgesehenem Urteil
des Bundesgerichts
8C_22/2019 vom 24. September 2019 hat der Unfallversicherer nach Meldung einer Listen
verletzung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG
in der seit 1.
Januar 2017 geltenden Fas
sung die genauen Begleitumstände abzuklären. Ist die Listenverletzung auf ein U
nfallereignis im Sinne von Art.
4
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
zurückzuführen, so ist der Unfallversiche
rer solange leistungspflichtig, bis der Unfall nicht mehr die natürliche und adä
quate Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also nur noch und ausschliess
lich auf unfallfremden Ursachen beruht. Sind hingegen nicht sämtliche Kriteri
en des Unfallbegriffs nach Art.
4 ATSG erfüllt, so wird der Unfallversicherer für
eine Listenverletzung nach Art. 6 Abs.
2 UVG grundsätzlich leistungspflichtig, sofern er nicht den Nachweis dafür erbringt, dass die Verletzung vorwiegend auf Ab
nützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (E. 9.1). Der Entlastungsbeweis des Unfallversicherers ist erbracht, wenn die Listendiagnose zu mehr als 50 % auf Abnützung oder Erkrankung beruht (E. 8.2.2.1, E. 8.6).
1.3
Praxisgemäss sind die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens von der versi
cherten Person glaubhaft zu machen. Kommt sie dieser Forderung nicht nach, indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das
Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubhaft erscheinen lassen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers.
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die sogenannten Aussagen der ersten Stunde ab, denen in beweismäs
siger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die be
wusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
1.4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des na
türlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm ob
liegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Mög
lichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsan
spruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.5
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine),
erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchs
aufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweisgrund
sätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante noch nicht wieder
erreicht
ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kos
tenvergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
Der Beweis des Wegfalls des natürlichen Kausalzusammenhangs muss nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen erbracht werden; ent
scheidend ist allein, ob die unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind. Ebenso
wenig geht es darum, vom Unfall
versicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteil des Bun
desgerichts 8C_167/2018 vom 28.
Feb
ruar
2019 E. 4.2 mit zahlreichen Hin
weisen).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
Einem reinen Aktengutachten kommt voller Beweiswert zu, sofern ein lückenlo
ser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2016 vom 2
4.
März 2017 E. 6.1 mit Hinweisen). Ak
tengutachten sind insbesondere dann von Belang, wenn die relevanten Befunde mehrfach und ohne wesentlichen Widerspruch bereits erhoben worden sind, aber die Zuordnung zu einer Diagnose oder der Kausalzusammenhang und das Aus
mass der Behinderung verschieden bewertet werden. In diesen Fällen kann in einem Aktengutachten das Für und Wider der verschiedenen Meinungen erwogen und die überwiegenden Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Beurteilung deut
lich gemacht werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_540/2007 vom 2
7.
März 2008 E. 3.2).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig er
scheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die Beschwerdegegnerin,
auf die kreisärztli
che Beurteilung von
Dr.
Z._
könne vorliegend abgestellt werden. Die Ein
wände von
Dr.
A._
vermöchten keine Zweifel an der Beurteilung der Kreisärztin zu begründen. Hervorzuheben sei, dass gerade kein geeigneter Unfall
mechanismus vorliege, um die Supraspinatussehne einzuklemmen. Gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung könne konstatiert werden, dass Unfallfolgen im Be
schwerdebild der Versicherten mit überwiegender Wahrscheinlichkeit spätestens vier Monate nach dem Ereignis keine Rolle mehr gespielt hätten. Es sei ferner darauf hinzuweisen, dass ein Vorzustand auch in stummer Form bestehen könne. Zusammenfassend
könne festgehalten werd
en, dass spätestens seit dem 2.
Januar 2018 keine Leistungspf
licht mehr bestanden habe (Urk. 2 S. 8
f.)
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber im Wesentlichen geltend,
dem Be
ric
ht von
Dr.
A._
vom 24.
April 2018 lasse sich nicht nur entnehmen, dass die an der rechten Schulter nach wie vor geklagten Beschwerden eindeutig unfallkausal seien, sondern auch
weshalb.
Dr.
A._
begründe seine Be
urteilung nachvollziehbar und schlüssig und er zeige auch auf, weshalb ein de
generatives Geschehen vorliegend ausser Betr
acht falle. Im Gegensatz zu Dr.
Z._
habe er die Versicherte sodann persönlich untersucht, was seiner Beurtei
lung zusätzliches Gewicht resp. zu
sätzliche Beweiskraft verleihe.
Die
Tatsache, dass sich die Beurteilung
en von
Dr.
A._
und Dr.
Z._
hinsichtlich der Unfallkausalität der persistierenden Beschwerden diametral entgegen stün
den, verpflichte die Beschwerdegegnerin längst zu we
iterführenden Abklärungen (Urk. 1 S.
8).
2.3
Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Leistungs
anspruch der Beschwerdeführerin über den 2.
Januar 2018 hinaus verneinte.
3.
3.1
Die ärztliche E
rstkonsultation erfolgte am 24.
August 2017 bei
Dr.
med.
C._
,
Fachärztin Allgemeine Innere Medizin
.
Dr.
C._
stellte die Diagnose einer Schulterkontusion und die Differentialdiagnose einer Läsion des Infraspinatus. Die Beschwerdeführerin sei am Vortag in der Bade
wanne ausgeschlipft und a
uf die rechte Schulter gestürzt,
i
nitial
ohne Befund
, dann zunehmend Schmerzen über Nacht, R
OM (Range
o
f
Motion
= Bewegungs
umfang
)
eingeschränkt,
k
ein Hämatom
,
Druckdolenz
subacromial (Urk.
8/20).
Im Verlaufseintrag vom 28.
August 2017 hielt sie fest, der Beschwerdeführerin
gehe es besser
,
R
OM
vollständig
,
Jobe
-Test
schmerzhaft, keine Ruptur
(Urk.
8/21).
3.2
Im Krankengeschichtseintrag der Haus
ärztin
Dr.
C._
vom 8.
Dezem
ber 2017 wurde klinisch der Verdacht auf eine
Rotatorenmanschetten
-Läsion und die Differentialdiagnose einer Bursitis genannt
(Urk.
8/22).
3.3
Am 15.
Dezember 2017 wurde am
I
nstitut
D._
ein Ultra
schall des rechten Schultergelenkes durchgeführt. Dieser ergab eine
Tendi
nose
/Tendinitis der Supraspinatussehne mit sonographischem Verdacht auf Par
tialruptur, durch die
Auftreibung
der Sehne konsekutives
subakromiales
Impin
gement
bei mässiger AC-Gelenksarthrose und
Tendinose
der Bizepssehne u
nd der
Subscapularissehne
(Urk.
8/19)
3.4
Am 5.
Januar 2018 wurde am
I
nstitut
D._
ein MRI der rech
ten Schulter durchgeführt. Dieses ergab ein
subakromiales
Impingement
bei
Ak
romion
Typ IV, AC-Gelenksarthros
e und down
sloping
des
Akromion
und
eine partielle nicht transmurale Rupt
ur der Supraspinatussehne (Urk.
8/11).
3.5
Kreisärztin
Dr.
Z._
führt
i
n ihrer Aktenbeurteilung vom 1.
März 2018 aus, die Besc
hwerdeführerin habe sich am 23.
August 2017 bei einem Sturz in der Badewanne die rechte Schulter und den rechten Arm verletzt. Im Rahmen des Schadenfalles sei es zu einer Prellung/Distorsion der rechten Schulter im Sinne einer vorübergehenden Verschlimmerung bei vorbestehenden degenerativen Ver
änderungen im Bereich der
Rotatorenmanschette
gekommen. Unfallkausale strukturelle Läsionen seien nicht dokumentiert. Die Folgen einer Schulterprel
lung/Distorsion
sollten
nach allgemeiner klinischer Erfahrung innerhalb von drei bis vier Monaten abgeklungen
sein. Der Status quo sine sollte dann erreicht sein. Die derzeit noch geltend gemachten Beschwerden im Bereich der rechten Schulter seien auf die vorbestehenden degenerativen Veränderungen zurückzuführen. Laut MRI-Befund vom
5.
Januar 2018 bestehe ein subacromiales
Impingement
bei Acromion
Typ IV, AC-Gelenkarthrose und Down-
Sloping
des Acromions. Diese Konstellation begünstige die nachgewiesenen degenerativen Veränderungen im Bereich der Supraspinatussehne.
Der dazugehörige Muskelbauch sei bereits leicht verschmälert.
Es bleibe festzuhalten, dass die derzeit noch geltend gemachten Beschwerden an der rechte
n
Schulter nicht mehr als unfallkausal zu beurteilen seien
(Urk.
8/25)
.
3.6
Dr.
A._
hält
in seiner Stellungnahme vom 24.
April 2018 zuhanden des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin
fest
,
die Bes
chwerdeführerin habe ihm am 16.
April 2018 gezeigt, wie sie in der Badewanne ausgerutscht sei
. Die rechte Hand, mit der sie sich habe halten wollen, sei an der Glaswand nach unten und hinten gerutscht und der rechte Arm sei so nach hinten gequetscht worden. Sie habe den rechten Arm dann nicht selber nach vorne nehmen können und habe mit der linken Hand nachhelfen müssen. Die Beschwerdeführerin sei dann auf eine gut einmonatige Reise mit ihrem handgeschalteten For
d
Puma gegangen.
Die Schmerzen i
m
rechten Arm seien so gewesen, dass sie mit links habe schalten müssen
.
Das MRI vom 5.
Januar 2018 zeige im Wesentlichen eine nicht trans
murale Partialruptur der Supraspinatussehne. Es sei einmal infiltriert worden.
Zur Suva-Beurteilung vom 1.
März 2018 sei festzuhalten, dass vier Monate nach Schultertrauma natürlich keine aktuellen strukturellen Läsionen im Sinne einer Traumatisierung mehr vorhanden seien. Ein
Bone
bruise
oder ein gröberes Ödem seien sicher nicht mehr da. Was richtig sei, sei dass die Folgen einer Schulterprel
lung/Distorsion nach allgemeiner klinischer Erfahrung innerhalb von drei bis vier Monaten abgeklungen seien
. Hier sei aber die Supraspinatussehne, so wie es die
Beschwerdeführerin zeige, beim Sturz zwischen Humeruskopf und Acromion ein
geklemmt und beschädigt worden. Dass das Ganze nicht vorbestehend sei, zeige, dass keine Verfettung der zugehörigen Muskulatur aufgetreten sei. Trotz Acro
mion Typ IV, AC-Gelen
k
sarthrose und Down
Sloping
des Acromions sei die Be
schwerdeführerin bis zum Unfallereignis beschwerdefrei gewesen. Die aufgetre
tenen Beschwerden seien eindeutig
auf das Unfallereignis vom 23.
August 2017 zurückzuführen. Es sei
ein gewaltsames Einklemmen der Supraspinatussehne un
ter dem Acromion durch Retroversion und Adduktion des rechten Armes erfolgt
.
Die Suva-Beurteilung vom 1.
März 2018 sei absolut willkürlich und an den Haa
ren herbeigezog
en. Bei der Untersuchung am 16.
April 2018 hätten sich weiterhin Zeichen der Einschränkung der
Supraspinatusfunktion
für die rechte Schulter ge
funden. Wenn das Ganze, wie von der Suva behauptet
, degene
r
ati
v
wäre
, müsste das Acromion bzw. der Down
Slope
die Supraspinatussehne von aussen durch
raspeln. Der
Schaden
sei aber hier
klar
humerusseitig
. Das spreche für etwas akut Stattgehabtes. Ebenfalls nicht für das akut Degenerative spreche, dass der zuge
hörige
Muskelbauch kräfti
g und nicht verfettet sei
(Urk. 8/35 S. 11
ff.).
3.7
In ihrer Beurteilung vom 9.
Mai 2018
führt Kreisärztin
Dr.
Z._
aus
,
dass Dr.
A._
in seinem Bericht vom 24.
April 2018 festhalte, dass die Sup
ras
pinatussehne beim Sturz vom 23.
August 2017 (mit
adduziertem
und retro
viertem Arm) zwischen Hu
m
eruskopf und Acromion gewaltsam eingeklemmt und beschädigt worden sei. Das Studium der anatomischen Gegebenheiten zeige,
dass bei Retroversion und gleichzeitiger Adduktion des Armes die Supraspinatussehne vor dem Acromion liege. Der anatomische Raum erweitere sich zudem bei dem geschilderten Bewegungsablauf.
Es sei festzuhalten, dass damit im Rah
m
en des Unfallereignisses
keine Einklemmung der
Suprapinatussehne
zwischen Hu
m
erus
kopf und
Acrom
ion eingetreten sei
. Die Aussage von
Dr.
A._
könne so nicht nachvollzogen werden. Weiter schildere
Dr.
A._
, dass im MRI keine Verfettung der zugehörigen Muskulatur dokumentiert sei, was zeige, dass der Befund nicht vorbestehend sei.
Bei Durchsicht der MRI-Bilder zeige sich,
dass zwar keine Verfettung der zugehörigen Muskulatur aufgetreten sei, wohl jedoch eine deutliche Atrophie der Muskulatur, eine Retraktion der Sehne sowie eine Zystenbildung im Humeruskopf. Diese Veränderungen seien Zeichen der vorbe
stehenden und langsam fortschreitenden Degeneration im Bereich des Schulter
gelenks.
Die Beschreibung von Brückensymptomen stütze die Argumentationsli
nie «
post
hoc ergo
propter
hoc».
Der Aussage von Dr.
A._
,
dass, wenn das Ganze degenerativ wäre, das A
c
romion bzw.
d
er Down
Slope
die Supraspi
natussehne von aussen durchraspeln müsste, sei entgegenzuhalten, dass
eine Ein
klemmung im verengten
Subacromialraum
zu Krafteinwirkungen auf der Ober- und Unterseite der Sehne
führen könne.
Im vorliegenden Fall handle es sich um eine
Delaminierung
des unteren Blattes der Supraspinatussehne mit Sehnenret
raktion als Hinweis auf eine degenerative und langsam fortschreitende Verände
rung
(Urk.
8/
37).
3.8
Dr.
A._
verweist
in seiner Stellungnahme vom 28.
Mai 2019 zuhanden des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin
auf einen Artikel
des Schweizeri
schen Medizin-Forums 2019 (
PD
Dr.
med. Alexandre
Lädermann
et al.:
«Degene
rative oder traumatische Läsionen der
Ro
tatorenmanschette
» [Urk.
17]) und hält fest,
die forcierte Aussenrotation bei
adduziertem
(anliegendem) Arm sei von ihm
genau so
als Unfallursache beschrieben worden. Die
subchondrale
Sklerose und die
subchondralen
Zysten des Tuberculum majus stellten
keine Prädik
a
toren für eine chronische
Rotatorenmanschetten
-Läsion dar. Diese Erscheinungen hätten eine grosse
Interobserver
-Variabilität und einen niedrigen Vorhersagewert. Sie seien somit keine zuverlässigen Kriterien für eine chronische oder degenerative Schädigung der
Rotatorenmanschette
. Eine anteriore oder
posteriore
Ausdehnung bei einem zuvor asymptomatischen Patienten lasse ein Trauma vermuten. A
b
schliessend und zusammenfassend liege hier mit überwiegender Wahrscheinlich
keit eine traumatische Schädigung der Supraspinatussehne bedingt durch den Sturz in der Badewanne vor
(Urk.
15)
.
3.9
Med.
pract
.
B._
führt
in seiner Beurteilung vom 25.
Juli 2019 aus,
b
ei einer akuten traumatischen Verletzung einer Sehne sei
mit zeitnah einsetzenden star
ken Schmerzen und
Funktionsa
usfällen
und nicht mit zeitverzöge
rt einsetzenden und dann zunehmen
den Beschwerden
zu rechnen
.
Es sei dokumentiert, dass die Beschwerdeführerin bereits
fünf Tage nach dem Ereignis
vom 23.
August 2017
wieder eine
vollständig freie Schulterfunktion
gehabt habe. Das spreche nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dafür, dass
das Ereignis vom 23.
August 2017 zu einer strukturellen Verletzung der Supraspinatussehne geführt habe. Schmer
zen beim
Jobe
-Test – ohne die Dokumentation einer Kraftminderung – sprächen für eine Beeinträchtigung der Sehne des Musculus supraspinatus. Eine Unfallkau
salität könne aber aus den Schmerzen beim
Jobe
-Test nicht abgeleitet werden.
Die Schilderung von
Dr.
A._
, wonach die Beschwerdeführerin auf ihrer gut einmonatigen Reise mit ihrem handgeschalteten Ford Puma wegen der Schmerzen im rechten Arm links geschaltet habe, erscheine unglaubwürdig, denn das Bedienen des Schaltgetriebes über den Schalthebel, der bei einem Ford Puma in der Mittelkonsole lokalisiert sei, liesse artistisch anmutende Ausweichbewe
gungen des rechten Arms im Schultergelenk für jeden Schaltvorgang erwarten, die mit schmerzhaften Einschränkungen der Schulterfunktion rechts schwerlich zu vereinbaren seien.
Die Verkehrssicherheit wäre wohl in diesem Fall gefährdet und
es wäre zu erwarten, dass die Fahrt nicht fortgeführt worden wäre. Wichtig erscheine der Hinweis auf die Nachtschmerzen, die als Ausdruck eine
s chroni
schen Prozesses gälten.
Am 15.
Dezember 2017 sei eine sonographische Untersuchung der rechten Schul
ter durchgeführt worden. Die Sonographie stelle ein gut geeignetes Verfahren zur Diagnostik von Pathologien der Sehnen der
Rotatorenmanschette
dar.
Eine
Tendi
nose
mehrerer Sehnen der
Rotatorenmanschette
und zugleich der
Bicepssehne
gelte als Ausdruck eines chronischen Reizzustandes dieser Sehnen durch eine Fehl- und/oder Überbelastung im Sinne einer rezidivierenden Mikrotraumatisie
rung und
nicht als Hinweis auf eine einmalige traumatische Verletzung der Seh
nen. Die Entzündung des subacromialen Schleimbeutels (
Bursitis subacromialis
) gelte als typischer
Ausdruck eines chronischen Reizzustandes bei einem subacro
mialen
Impingement
.
Am 5.
Januar 2018 sei eine MR-Tomographie der rechten Schuler durchgeführt worden. Als Ergebnis der Untersuchung seien ein subacromiales
Impingement
bei einem Ac
romion Typ IV, eine AC-Gelenksarthrose, ein
Downsloping
des Acromi
ons und eine partielle nicht transmurale Ruptur der Supraspinatussehne genannt worden. Diese Sehne sei um mehr als 50
%
ausgedünnt. Der zugehörige Mus
k
el
bauch sei leicht verschmälert.
Mit diesem radiologischen Befund
würden nicht Folgen einer Traumatisierung der rechten Schulter, sondern
anatomische Varia
tionen in Kombination mit einem chronischen Verschleissleiden
beschrieben
.
Dr.
A._
dokumentiere als Ergebnis seines Gesprächs mit
der Beschwer
deführerin vom 16.
April 2018
in seiner Stellungnahme vom 24.
April 2018, die rechte Hand, mit der sich die Beschwerdeführerin habe halten wollen, sei nach unten und hinten gerutscht und dadurch sei der rechte Arm nach hinten ge
quetscht worden.
Eine Quetschung des rechten Arms oder der rechten Hand sei anhand der vorliegenden medizinischen Befunde jedoch nicht zu objektivieren
. Die Beschwerdeführerin habe weder bezüglich des rechten Arms noch der rechten Hand
bei der Erstuntersuchung am 24.
August 2017 Beschwerden angegeben. Das Vorliegen eines Hämatoms habe die Hausärztin explizit verneint und eine Quetschmarke habe sie nicht dokumentiert.
Dr.
A._
habe m
it seiner Stellungnahme vom 28.
Mai 2019 postuliert, er habe eine forcierte Aussenrota
tion bei
adduziertem
Arm als Unfallursache beschrieben, die Supraspinatussehne sei eingeklemmt und dadurch beschädigt worden.
Biomechanisch sei eine Ein
klemmung oder Quetschung der Supraspinatussehne durch eine Aussenrotation im Schultergelenk bei angelegtem Arm nicht zu begründen.
Der subacromiale Raum, in dem die Supraspinatussehne verlaufe, werde bei
adduziertem
Arm sogar erweitert.
Durch eine erzwungene
Aussenrotation könne eine Schädigung der Sehne des Musculus supraspinatus nicht begründet werden, weil der Musculus supraspinatus an Rotationsbewegungen nicht beteiligt sei.
Eine Zerreissung der
Subscapularissehne
hingegen wäre dabei denkbar.
Dr.
A._
verweise auf die mit der Publikation von
Lädermann
et al. gemachten Aussage, dass die Ex
pertengruppe davon ausgehe, dass bei einem Direkttrauma der Schulter ohne ex
plizit ausgestrecktem Arm ebenfalls eine Läsion der
Rotatorenmanschette
entste
hen könne
. Damit werde lediglich ei
n
e Mö
glichkeit genannt und keine überwie
gende Wahrscheinlich
k
eit
. Die Expertengruppe stehe mit ihrer Meinung im Ver
gleich mit der internationalen Literatur relativ allein da.
Eine isolierte traumati
sche Schädigung einer einzelnen Sehne der
Rotatorenmanschette
gelte als aus
sergewöhnlich.
Es sei nicht überwiegend wahrschein
lich, dass das Ereignis vom 23.
August 2017 zu einer Einklemmung und darüber hinaus zu einer traumati
schen Schädigung der Supraspinatussehne im rechten Schultergelenk der Be
schwerdeführerin geführt habe.
Das Ereignis vom 23.
August 2017 liege zum Zeitpunkt der MR-Tomographie un
gefähr viereinhalb Monate zurück. Selbst wenn eine traumatische Zerreissung der Supraspinatussehne zu diesem Zeitpunkt erfolgt wäre,
wäre nach derzeitiger wis
s
enschaftlicher Erkenntnis am 5.
Januar 2017 noch nicht mit dem Nachweis einer relevanten Verfettung zu rechnen gewesen. Im vorliegenden Fall sei eine trans
murale Zusammenhangstrennung der Supraspinatussehne gar nicht objektiviert, sondern nur eine partielle Zusammenhangstrennung und eine
Tendinose
.
Eine relevante Fetteinlagerung in den Muskel sei bei dieser Ko
n
stellation nicht zu er
warten. Eine
fehlende relevante Verfettung des Musculus s
u
praspinatus könne im vorliegenden Fall daher weder als Beleg für eine traumatische Genese der Verän
derung dieser Sehne noch für eine degenerative Genese angeführt werden.
Dr.
A._
führe als Argument für eine Unfallkausalität an, dass die Be
schwerdefü
hrerin vor dem Ereignis vom 23.
A
u
gust 2017 beschwe
rdefrei gewesen sei. Nahezu 100
% der Allgemeinbevölkerung habe im fortgeschrittenen Lebens
alter eine Arthrose des AC-Gelenks, jedoch bei weitem nicht alle hätten Beschwer
den.
Lädermann
et al. hätten, wie bereits andere Autoren zuvor, darauf hinge
wiesen, dass ein
Downsloping
des Acromions keinen Beweis für das Vorliegen eines
Rotatorenmanschettenschadens
darstelle. Ein
Downsloping
des Acromions gelte als eine mögliche Ursache für ein subacromiales
Impingement
-Syndrom der Schulter, könne somit Beschwerden verursachen, müsse jedoch nicht.
Entgegen der Auffassung von
Dr.
A._
gelte ein positives Tangentenzei
chen als sicherer Hinweis für eine Atrophie des
Supra
s
pinatusmuskels
.
Dr.
A._
führe als Argument gege
n das Vorliegen degenerativer Ve
rän
derunge
n
der rechten Schulter der Beschwerdeführerin
die Aussage in
der beige
fügten Publikation
an, dass
subchondrale
Cysten
des
Tuberkulum
majus keine Prädiktoren für eine chronische
Rotatorenmanschettenläsion
darstellten. Es
werde auf
eine grosse Inter-Observer-Variabilität und einen niedrigen Vorhersa
gewert
verwiesen
. Durch eine aktuelle Publikation aus dem Jahr 2019 würden diese Aussagen erheblich in Frage gestellt
. Die Autoren zeigten, dass anterior und
posterior
im
Tuberkulum
majus gelegene
Cysten
mit hoher Evidenz mit Läsionen der Infra- und Supraspinatussehne vergesellschaftet seien. Da solche
cystischen
Veränderungen des Knochens über lange Zeiträume ents
tünden, sei es überwie
gend
wahrscheinlich, dass die mit MRI vom
5.
Januar 2018 objektivierte
Cyste
des proximalen Humeruskopfes bereits zum Zeitpunkt des Ereignisses vom 2
3.
August 2017 vorhanden gewesen sei.
Die relativ grosse
Cyste
im Bereich des Tuberculum majus des proximalen Humerus spreche mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit dafür, dass bereits seit längerer Zeit auch ein Schaden an der in der Region ansetzenden Supraspinatussehne vorhanden sei.
Es sei somit überwie
gend wahrscheinlich, dass eine partielle Zusammenhangstrennung
der Supraspi
natussehne bereits im Ze
itpunkt des Ereignisses vom 23.
August 2017 vorhanden gewesen sei.
Es sei überwiegend wahrscheinlich, dass die ausgeprägte
Tendinose
der Supras
pi
natussehne mit deutlicher
Auft
reibung
der Sehne bereits zum Ze
itpunkt des Er
eignisses vom 23.
August 2017 vorhanden gewesen sei, denn es seien bereits un
gefähr vier M
onate später Zeichen ei
n
e
r partiellen Zusammenhangstrennung
bildgebend dokumentiert. Dieser Vorgang benötige nach allgemeiner Erfahrung länger als nur vier Monate.
Zusammenfassend sei überwiegend wahrschein
lich, dass das Ereignis vom 23.
August 2017 einen – wohl asymptomatischen – degenerativen Vorzustand der rechten Schulter mit einer fortgeschrittenen Arthrose des AC-Gelenkes und einem chronischen Verschleissleiden der Supraspinatussehne getroffen habe. Treffe ein
e
Kontusion und Distorsion der Schulter auf einen Vorzustand eines Verschleissleidens, so könne nach allgemeiner traumatologischer Erfahrung eine längere Zeit bis zur Heilung der Unfallfolgen benötigt werden, als dies ohne Vor
zustand zu erwarten wäre.
Im vorliegenden Fall sei bereits fünf Tage nach dem Ereignis wieder eine freie Funktion der rechten Schulter erreicht worden und ein Hämatom sei nicht vorhanden gewesen. Dies spreche gegen eine schwere Kon
tusion oder Distorsion.
Es sei daher von einer leichten bis allenfalls mässiggradi
gen Kontusion/Distorsion auszugehen. Der Zustand, wie er auch ohne den Unfall eingetreten wäre, sei nach allgemeiner traumatologischer Erfahrung nach sechs bis maximal zwölf Wochen erreicht. Im vorliegenden Fall sei dieser Zustand da
mit
spätestens Mitte November 2017 erreicht gewesen.
Die ab dem 8.
Dezember 2017 dokumentierte, gegenüber zuvor deutlich gewandelte Symptomatik sei nicht mit überwiegender Wahrscheinli
chkeit auf das Ereignis vom 23.
August 2017 zu
rückzuführen. Die Zunahme der Symptomatik zeuge eher von einer entzündlichen Reaktion, die mit dem
Befund der Sonographie vom 15.
Dezember 2017 bestätigt worden sei. So sei
en
eine Tendinitis und eine Bursitis subacromialis genannt wor
den.
Das Ereignis vom 23.
August 2017 habe mit überwiegender Wahrscheinlichkeit einen einem chronischen Verschleissleiden des AC-Gelenkes und der Supraspi
natussehne entsprechenden Vorzustand getroffen. Da
unfallkausa
le strukturelle Veränderungen im Bereich der rechten Schulter bildgebend nicht objektiviert
worden seien und bereits am 28.
August 2017 ein deutliches Decrescendo der Beschwerden dokumentiert worden sei, sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass das Ereignis vo
m
2
3.
August 2017 zu einer vorüberge
henden und nicht richtunggebenden Verschlimmerung des Vorzustandes geführt habe.
Die partielle Zusammenhangstrennung der Supraspinatussehne sowie die
Tendinose
/Tendin
itis, wie sie bildgebend am 15. Dezember 2017 und am 5.
Ja
nuar 2018 dokumentiert worden seien, seien nicht mit überwiegender Wahr
scheinli
chkeit auf das Ereignis vom 23.
August 2017 zurückzuführen. Der Zu
stand, wie er auch ohne das
Ereignis vom 23.
August 2017 eingetreten wäre, sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit spätestens Anfang bis Mitte November 2017 erreicht gewesen. In diesem Zeitraum sei die Beschwerdeführerin stets in ihrem angestammten Beruf als Consultant arbeitsfähig gewesen
(Urk.
21).
3.10
Dr.
A._
hält
in seiner Kurzbeurteil
ung vom 6.
November 2019
zuhan
den des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin
zum Unfallhergang
fest,
der rechte Oberarm sei nach hinten gedrückt worden. Es habe hier keine erzwungene Aussenrotation des rechten Armes gegeben, sondern eher ein Einklemmen und ein Halten. Das Festhalten sei im Vordergrund gestanden.
Sie habe
keine Schmer
zen im Arm bzw. der Schulter gehabt.
Es sei «noch alles gegangen», aber sie habe mit der linken Hand den Arm nach vorne nehmen müssen.
Die Beschwerdefüh
rerin habe dann Nachtschmerzen gehabt und am Morgen sei es
«
satanisch
»
ge
wesen.
Am
28.
August 2017
sei es
ihr
besser
gegangen. Der
Jobe
-Test sei aber schmerzhaft gewesen, das heisse positiv.
Ein positiver
Jobe
-Test gelte als Zeichen einer
Supraspinatusvorderrandläsion
.
Nachtschmerzen seien typisch für eine Ro
tatorenmanschettenruptur. Im vorliegenden Fall sei der
Schmerz initial und
nicht wie
Dr.
B._
behaupte verzögert aufget
reten. Der
Jobe
-Test sei am 28.
August 2017 positiv gewesen, es habe sich also fünf Tage nach dem Unfall ein
Funkti
onsverlust
gezeigt. Die Schilderung der Beschwerdeführerin und die Läsion im
Arthro
-MRI seien vereinbar mit dem Schaden, wie er unfallmässig gesetzt worden sei. Insbesondere bestehe keine Verfettung der
Rotatorenmanschettenmuskulatur
und die Supraspinatussehne sei
humerusseitig
geschädigt, was ebenfalls für d
ie traumatische Läsion spreche
(Urk.
28/6).
4.
4.1
Unbestritten ist, da
ss ein Unfall im Sinne von Art.
4 ATSG vorlieg
t.
Anlässlich der Befragung vom 29. Januar 2018 durch die Beschwerdegegnerin, schilderte die Beschwerdeführerin den Unfallhergang wie folgt: Sie sei während des Duschens ausgerutscht. Während des Falles habe sie versucht, sich mit ge
strecktem rechten Arm an der Glasduschwand abzustützen/festzuhalten. Dies sei nicht gelungen und der Sturz sei weitergegangen. Sie sei anschliessend mit der rechten Schulter gegen die Glaswand geprallt und sei an dieser hinuntergerutscht, bis sie auf den Knien gelandet sei. Während des Runterrutschens habe sich die rechte Schulter/der rechte Arm an dieser Glasduschwand befunden. Durch das Rutschen habe es ihren Arm nach hinten gezogen (Urk. 8/14).
4.2
Die Ausführungen des behandelnden Orthopäden
Dr.
A._
zum Unfall
hergang
im Rahmen des
vorliegenden Beschwerdeverfahrens
sind
widersprüch
lich und nicht nachvollziehbar. So hielt er in seiner Stellungnahme vom 28. Mai 2019
unter
Verweis
auf die Publikation
Lädermann
et al.
(Urk. 17)
fest, eine
for
cierte Ausse
nrotation bei
adduziertem
(
anliegendem) Arm sei von ihm als Unfall
ursache genau so beschrieben worden (Urk. 15
S.
2). In
seiner Stellungnahme vom 6.
November 2019 stellte er die von ihm
selbst
vorgebrachte forcierte
Aus
se
n
rotation
wieder
in Abrede
,
indem er
ausführte, es habe keine erzwungene Aus
senrotation des rechten Armes gegeben, sondern eher ein Einklemmen und ein Halten. Hier stehe das Festhalten im Vordergrund (Urk. 28/6). Dies überzeugt je
doch insofern nicht, als die Beschwerdeführerin angegeben hat, dass es ihr eben nicht gelungen sei, sich an der Glasduschwand festzuhalten bzw. abzustützen und sie an dieser hinuntergerutscht und auf den Knien gelandet sei.
Es besteht kein Anlass, an der ursprünglichen Schilderung des Unfallherganges der Beschwerde
führerin zu zweifeln. Die im Rahmen des Beschwerdeverfahrens vorgebrachten Darstellungen des Unfallherganges scheinen hingegen eher von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher Art beeinflusst zu sein
(vgl
.
vorn
e E.
1.3)
. Der Unfallhergang ist somit erstellt und
es wird nachfolgend
darauf Bezug ge
nommen
.
5.
5.1
Zu
prüfen ist
, ob
die nach dem 2.
Januar 2018 bestehenden Schulterbeschwerden
noch überwiegend
wahrscheinlich
in einem Kausalzusammen
hang zum Unfaller
eignis vom 23.
August 2017 stehen
.
5.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Leistungseinstellung in medizini
scher Hinsicht im Wesentlichen auf die Aktenbeurteilunge
n ihrer Kreisärztin
Dr.
Z._
, welche i
m Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens
durch die
versicherungsinterne
Aktenbeurteilung von
med.
pract
.
B._
ergänzt wurde
.
Ein medizinischer Aktenbericht als
Entscheidgrundlage
ist zulässig, wen
n die Ak
ten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status er
geben und diese Daten unbestritten sind; der Untersuchungsbefund muss lücken
los vorliegen, damit der Experte imstande ist, sich aufgrund der vorhan
denen Unterlagen ein vollständiges Bild zu verschaffen (Urteil des Bundesgerichts 8C_833/2009 vom 26. Januar 2010 E. 5.1 mit Hinwe
isen, vgl. vorne E.
1.4), was vorliegend der Fall ist
(vgl. auch die vollständige Krankengeschichte der erstbe
handelnden Ärztin samt bildgeben
d
er Dokumentation,
Urk.
8/19-22,
Urk.
8/9-11)
.
Die Aktenbeurteilungen
von Dr.
Z._
und
med.
pract
.
B._
erfüllen
zu
dem
die Anforderungen an beweiskräftige medizinische
En
tscheidgrundlagen
(vgl. vorne E. 1
.6
).
Sie wurden in einlässlicher Auseinandersetzung mit den rele
vanten
Vorakten
erstattet. Die Darlegung der medizinischen Zustände und
Zu
sammenhänge ist einleuchtend und die Schlu
ssfolgerungen sind nachvollzieh
bar
begründet
.
Der Um
stand, dass
die versicherungsin
t
ernen Ärzte
keine eigene Un
tersuchung durchgeführt
haben
, vermag den Beweiswert
ihrer
Beurteilung
en
nicht zu schmälern, zumal es mit der Frage nach der Unfallkausalität einen fest
stehenden medizinischen Sachverhalt zu erörtern galt, ohne dass zusätzliche Un
tersuchungen notwendig gewesen wären.
Praxisgemäss
können
unter diesen Vo
raussetzun
gen auch reine Aktengutach
ten voll beweiswertig sein (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_325/2009 vom
23. September 2009 E. 3.4.1 mit Hinwei
sen).
5.3
Dr.
Z._
gelangt in ihren sorgfältig begründeten Beurteilungen nachvollzieh
bar zum Schluss
, dass es im Rahmen des Schadenfalles zu einer Prel
lung/Distorsion der rechten Schulter im Sinne einer vorübergehenden Verschlim
merung bei vorbestehenden degenerativen Veränderungen im Bereich der
Rota
torenmanschette
gekommen
ist
. Unfallkausale strukturelle Lä
sionen seien nicht dokumentiert
(vgl.
vorne
E.
3
.5
).
Bei Durchsicht der MRI-Bilder zeige sich, dass zwar keine Verfettung der zugehörigen Muskulatur aufgetreten sei, wohl jedoch eine deutliche Atrophie der Muskulatur, eine Retraktion der Sehne sowie eine
Zystenbildung im Humeruskopf. Diese Veränderungen seien Zeichen der vorbe
stehenden und langsam fortschreitenden Degeneration im Bereich des Schulter
gelenks
.
Im vorliegenden Fall handle es sich um eine
Delaminierung
des unteren Blattes der Supraspinatussehne mit Sehnenretraktion als Hinweis auf eine dege
nerative und langsam fortschreitende Veränderung
(vgl. vorne E.
3.7).
In Über
einstimmung mit
Dr.
Z._
hält
med.
pract
.
B._
fest
,
dass m
it
dem
radiolo
gischen Befund
vom 5. Januar 2018
nicht Folgen einer Traumatisierung der rech
ten Schulter, sondern
anatomische Variationen in Kombination mit einem chro
nischen Verschleissleiden
beschrieben
w
ü
rden
. Unter Verweis auf e
ine aktuelle Publikation fügt med
.
pract
.
B._
an,
die relativ grosse Z
yste im Bereich des Tuberculum majus des proximalen Humerus spreche dafür, dass bereits seit län
gerer Zeit ein Schaden an der in der Region ansetzenden Supraspinatussehne vorhanden
gewesen
sei.
Er gelangt
unter eingehender Würdigung der medizini
schen Berichte sowie des Bildmaterials
zum Schluss, dass das Ereignis vom 23. August 2017 einen – wohl asymptomatischen – degenerativen Vorzustand der rechten Schulter mit einer fortgeschrittenen Arthrose des AC-Gelenkes und einem chronischen Verschleissleiden der Supraspinatussehne getroffen habe.
Es sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass das Unfaller
eignis zu einer vorübergehenden und nicht richtunggebenden Verschlimmerung des Vorzustandes geführt habe.
Dass bereits fünf Tage nach dem Ereignis wieder eine freie Funktion der rechten Schulter erreicht worden sei und ein Hämatom nicht vorhanden gewesen sei, spreche gegen eine schwere Kontusion oder Distor
sion.
Es sei daher von einer leichten bis alle
nfalls mässiggradigen Kontusion bzw.
Distorsion auszugehen. Der Zustand, wie er auch ohne den Unfall eingetreten wäre, sei nach allgemeiner traumatologischer Erfahrung nach sechs bis maximal zwölf Wochen und damit spätestens Mitte
November 2017 erreicht gewesen
(vgl. vorne E.
3
.9
)
.
5.4
Was der behandelnde Orthopäde
Dr.
A._
da
gegen einwendet, vermag nicht zu überzeugen.
So
kam er von seine
m
in seinen Stellungnahmen vom
24. April 2018
und vom
28. Mai 2019
dargestellten
gewaltsamen Einklemmen der Supraspinatussehne unter dem Acromion durch Retroversion und Adduktion des rechten Armes
in seiner aktuellsten Stellungnahme vom
6. November 2019
wieder ab
(vgl. vorne E
.
3.10)
, nachdem
Dr.
Z._
und
med.
pract
.
B._
diese Darstellung entkräfteten
, indem sie darauf hinwiesen, dass
eine Einklemmung oder Quetschung der Supraspinatussehne durch eine Aussenrotation im Schulter
gelenk bei angelegtem Arm biomechanisch nicht zu begründen
sei. Der subacro
miale Raum, in dem die Supraspinatussehne verlaufe, werde bei
adduziertem
Arm sogar erweitert (vgl. vorne E. 3.7 und
E.
3.9)
.
Soweit
Dr.
A._
nun mit seiner
revidierten
Aussage,
wonach
das Festhalten im Vordergrund
stehe
(vgl. vorne E.
3.10), einen Sturz mit
fixiertem Arm
resp. einen starken Zug beim Fest
halten
konstruieren
will,
kann ihm ebenfalls nicht gefolgt werden,
weil
dies
e Dar
s
tellung
– wie bereits erwähnt (vgl. vorne E.
4
.2
) - mit dem von der Beschwerde
führerin geschilderten Unfallhergang nicht übereinstimmt.
Die
Beschwerdeführe
rin
ist
mit der rechten Schulter gegen die Glaswand geprallt und an dieser hin
untergerutscht, bis sie auf den Knien gelandet i
st
. Das beabsichtigte Fes
t
hal
ten
/Abstützen
ist ihr nicht gelungen
(vgl. vorne E.
4.1)
. Da sie lediglich der Glas
wand entlang gerutscht ist und sich schliesslich mit den Knien aufgefangen hat,
kann auch nicht von einem Sturz mit erheblicher Beschleunigung
des Körpers gesprochen werden, wie dies in der Publikation von
Lädermann
et al. beschrieben wird
(vgl. Urk.
17 S.
263).
Somit
liegt
kein
Traumahergang
vor
,
der geeignet wäre, eine strukturelle Schädigung der
Rotatorenmanschette
zu bewirken.
Med.
pract
.
B._
hält
des
W
eiteren
fest
,
dass bereits fünf Tage nach dem Un
fallereignis wieder eine freie Funktion der rechten Schulter erreicht worden sei und ein Hämatom nicht vorhanden gewesen sei. Dies spreche gegen eine schwere Kontusion oder Distorsion.
Es sei daher von einer leichten bis allenfalls mäs
siggradigen Kontusion bzw. Distorsion auszugehen. Diese Aussage hält
Dr.
A._
für nicht zutr
effend, da der
Jobe
-Test am 28.
August 2017 positiv gewe
sen sei. Aus den Akten geht hervor, dass
die
Hausärztin am 28.
August 2017, mithin fünf Tage nach dem Unfallereignis,
ein
en vollständigen
Bewegungsum
fang
der rechten Schulter
und einen schmerzhaften
Jobe
-Test
beschrieb
(vgl. vorne E.
3.1)
.
Entgegen der Auffassung von
Dr.
A._
(vgl. vorne E. 3.10) ist kein Funktionsverlust dokumentiert.
Med.
pract
.
B._
weist darauf hin, dass Schmerzen beim
Jobe
-Test – ohne die Dokumentation einer Kraftminderung – für eine Beeinträchtigung der Sehne des Musculus supraspinatus sprächen. Eine Un
fallkausalität könne aber aus den Schmerzen beim
Jobe
-Test nicht abgeleitet wer
den (vgl. vorne E. 3.9).
Die Hausärztin
verneinte
bei der Erstkonsultation zudem ausdrücklich
ein Hämatom
(vgl.
vorne E.
3.1)
, weshalb auch deshalb nicht von einer schweren Kon
t
usion bzw. Distorsion
auszugehen ist
.
Auch eine relevante Quetschung des rechten Arms ist anhand der vorliegenden medizinischen Be
funde nicht
zu objektivieren (vgl. vorne E.
3.9).
Somit sprechen sowohl der Ver
letzungsmechanismus wie auch die zu geringe Gewalteinwirkung gegen eine traumatisch bedingte Schädigung.
Dr.
A._
bringt weiter vor,
dass
die Beschwerdeführerin
im September nach dem Unfallereignis auf eine rund vierwöchige Ferienreise mit ihrem hand
geschalteten Ford Puma gegangen sei. Wegen der Schmerzen habe sie mit der lin
ken Hand schalten müsse
n (Urk. 8/35 S.
1
und Urk. 28/6 S.
2), was doch ziem
lich realitätsfremd erscheint.
Es ist auch nicht ersichtlich
, was er daraus zu ihren Gunsten
ableiten will.
Selbst wenn dies zutreffen sollte, könnte er damit ke
ine
Unfallkausalität
begründen
.
Es erübrigt sich daher, näher darauf einzugehen.
Die Argumentation von
Dr.
A._
, dass
die
Beschwerdeführerin bis zum Unfallereignis beschwerdefrei gewesen sei
und
die Beschwerden
daher
eindeutig auf das Unfallereignis zurückzuführen seien (vgl. vorne E. 3.6), entspricht letzt
lich der unzulässigen Beweisregel "
post
hoc ergo
propter
hoc", welche
zum Be
weis
eines natürlichen Kausalzusammenhanges
nic
ht genügt (BGE 119 V 335 E. 2b/
bb
;
Urteil des Bundesgerichts 8
C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E.
5.1)
.
Soweit
Dr.
A._
in seiner aktuell
sten Stellungnahme
wiederholt
darauf hinweist, dass keine Verfettung der
Rotatorenmanschettenmuskulatur
bestehe
, was für eine traumatische Läsion spreche
(vgl. vorne E.
3.10)
, ist fes
t
zuhalten,
dass sich
Dr.
Z._
und
med.
pract
.
B._
mit diesem Einwand bereits einge
hend auseinander
ge
setzt
haben
. So hielt
Dr.
Z._
fest, dass zwar keine Ver
fettung der Muskulatur aufgetreten sei, jedoch eine
deutliche Atrophie (vgl.
vorne E.
3.7).
Med.
pract
.
B._
führte aus
, dass das Unfallereignis zum Zeitpunkt der MR-Tomographie ungefähr viereinhalb Monate zurückgelegen sei. Selbst wenn beim Unfall eine traumatische Zerreissung der
Supraspinatusshene
erfolgt wäre, wäre nach derzeitiger wissenschaftli
cher Erkenntnis am 5.
Januar 2017 noch nicht mit dem Nachweis einer relevanten
Verfettung zu rechnen gewesen. Es sei denn auch keine t
r
ansmurale Zusammenhangstrennung der Supraspinatussehne objektiviert, sondern nur eine partielle Zusammenhangstrennung und eine
Tendi
nose
. Bei dieser Ko
n
stellation sei keine relevante Fetteinlagerung in den Muskel zu erwarten. Eine fehlende relevante Verfettung des Musculus supraspinatus könne daher nicht als Beleg für eine traumatische Genese angeführt werden (vgl. vorne E
.
3.9).
Insgesamt vermag die Kritik von Dr.
A._
an den versicherungsinternen
Be
urtei
lungen
nicht zu überzeugen und
es gelingt ihm
damit
nicht,
die nachvoll
ziehbaren Schlussfolgerungen von
Dr.
Z._
und med.
pract
.
B._
zu ent
kräften
. Es entsteht vielmehr der Eindruck, dass er als behan
delnder Spezialarzt aufgrund seiner auftragsrechtlichen Stellung zugunsten seine
r Patientin aussagt (vgl.
BGE 125 V 353 E. 3b/cc mit Hinweisen)
.
Der medizinische Sachverhalt ist hinreichend abgeklärt. Von ergänzenden Abklä
rungen sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten.
5.5
Nach dem Gesagten ist von einer
vorübergehenden Verschlimmerung eines de
generativen Vorzustandes
und dem
Eintreten des Status quo sine spätestens zwölf Wochen nach dem Unfallereignis auszugehen. Somit ist ein Kausalzusammen
hang zwischen dem Unfallereignis vom 23. August 2017 und den über den 2. Ja
nuar 2018 hinaus anhaltenden Beschwerden der Beschwerdeführerin mit über
wiegender
Wahrscheinlichkeit
weggefallen
. Demzufolge hat die Beschwerdegeg
nerin einen Anspruch der Beschwerdeführerin auf weitere Leistungen zu Recht verneint. Die Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen.