Decision ID: c1dccc48-8cd5-4667-8f16-8698d1490109
Year: 2020
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A._ (nachfolgend: Versicherter), gelernter Lastwagenchauffeur, meldete sich am
10. Dezember 2002 zum Bezug von IV-Leistungen (Berufsberatung/Umschulung/Rente)
an. Er litt an einer koronaren Herzkrankheit (Bypass-Operation im November 2001) und
war infolgedessen seit dem 26. Oktober 2001 arbeitsunfähig (IV-act. 1ff., 7, 20). Da
dem Versicherten die angestammte Tätigkeit als Lastwagenchauffeur wegen der damit
verbundenen körperlichen Belastung nicht mehr zumutbar war (IV-act. 27-1), sprach
ihm die IV-Stelle mit Verfügung vom 15. September 2003 als berufliche Massnahme die
Umschulung zum Technischen Kaufmann zu (IV-act. 33). Während der Ausbildung
bekundete er zunehmende Mühe mit dem theoretischen Schulunterricht und den
Prüfungssituationen (vgl. Zwischenbericht der IV-Stelle vom 24. September 2004, IV-
act. 44f.). Deshalb sprach ihm die IV-Stelle als Ersatzmassnahme eine Umschulung in
Form eines Arbeitsversuchs als Kranführer ab dem 11. Oktober 2004 zu (IV-act. 50, 64).
Da die Arbeitgeberin kurze Zeit später alle Kräne verkaufte, arbeitete er versuchsweise
erneut als Lastwagenchauffeur. Die IV-Stelle übernahm die Kosten für die verlängerte
Einarbeitungszeit bis am 30. Juni 2005 (IV-act. 69, 72).
A.a.
Im September 2005 wurde der Versicherte im Auftrag der IV-Stelle von der
MEDAS Ostschweiz, St. Gallen, in den Fachbereichen Orthopädie und Psychiatrie
begutachtet. Im Gutachten vom 4. Januar 2006 wurden als Diagnosen mit Einfluss auf
die Arbeitsfähigkeit eine Zervikobrachialgie linksseitig bei deutlichen degenerativen
Veränderungen in der unteren HWS und bei AC-Arthrose linksseitig, persistierende
A.b.
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Beschwerden im Bereich des Sternums und hemithorakal links nach Bypass-Operation
im November 2001 sowie eine koronare Herzkrankheit NYHA 1 gestellt. Eine relevante
psychische Störung wurde nicht festgestellt. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit als Lastwagenchauffeur wurde erklärt, dass qualitative
Einschränkungen bestehen würden. Dauerstress und Schichtwechsel seien zu
vermeiden. Ohne Einschränkungen zumutbar seien dem Versicherten leichte bis
mittelschwere Tätigkeiten ohne die Notwendigkeit des Hebens schwerer Lasten (IV-act.
88).
Da der Versicherte weiterhin als Lastwagenchauffeur arbeitete (vgl. IV-act. 95-1),
erachtete ihn die IV-Stelle als angemessen eingegliedert und verfügte deshalb am 27.
September 2006 den Abschluss der beruflichen Massnahmen (IV-act. 100). Eine
Rentenprüfung erfolgte nicht.
A.c.
Ab dem 3. Februar 2014 war der Versicherte wegen Kniebeschwerden (mediale
Gonarthrose Knie links) in der angestammten Tätigkeit als Lastwagenchauffeur zu
100 % arbeitsunfähig (IV-act. 139-2, 141-2). Am 14. März 2014 wurde ihm linksseitig
eine Kniegelenkstotalprothese eingesetzt (IV-act. 112-2ff.). Daraufhin löste die
Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis per 30. Juni 2014 auf (IV-act. 151-3).
A.d.
Am 1. Oktober 2014 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-
Leistungen (berufliche Integration/Rente) an (IV-act. 104).
A.e.
Vom 25. November bis 2. Dezember 2014 war der Versicherte im Kantonsspital St.
Gallen (nachfolgend: KSSG) wegen kardialer Probleme (Infarkt) hospitalisiert (IV-act.
116).
A.f.
Wegen persistierender Knieschmerzen links erfolgten im Jahr 2015 weitere
medizinische Behandlungen (vgl. Arztberichte der Klinik für Orthopädische Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG vom 26. Februar, 14. April, 17.
Juni und 6. Oktober 2015, IV-act. 126-2f./5f., 137f.; Operationsbericht über die
Punktion des Kniegelenks links vom 17. März 2015, IV-act. 126-4; Operationsbericht
über die diagnostische und therapeutische Kniegelenksinfiltration links vom 5. Mai
2015, IV-act. 126-1).
A.g.
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In der Stellungnahme vom 19. November 2015 ging die RAD-Ärztin Dr. B._
hinsichtlich der angestammten Tätigkeit als Lastwagenchauffeur seit dem 3. Februar
2014 von einer 100%igen und für leichte wechselbelastende Tätigkeiten ohne
Einnahme von Zwangshaltungen der Halswirbelsäule, ohne Überkopfarbeiten, ohne
Besteigen von Treppen und Leitern, ohne Einnahme hockender oder kniender
Stellungen und ohne Gehen auf unebenem Gelände seit dem 30. Oktober 2015 von
einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit aus (IV-act. 141).
A.h.
Anfangs 2016 führte eine schwere Gonarthrose auch zu Schmerzen im rechten
Knie. Eine für den 8. März 2016 vorgesehene rechtseitige Implantation einer
Kniegelenkstotalprothese musste wegen einer Entzündung im Unterbauch auf den 7.
April 2016 verschoben werden (IV-act.153-1f., 156-3, 157, 160, 162, 167, 175-6f.). Mit
Schreiben vom 8. April 2016 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass aufgrund
seines Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen
möglich seien (IV-act. 165).
A.i.
In der Stellungnahme vom 8. September 2016 schätzte die RAD-Ärztin Dr. B._
die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten leichten wechselbelastenden Tätigkeit
(überwiegend sitzend, ohne repetitive Tätigkeiten, keine längeren Gehstrecken sowie
kein Gehen auf unebenem Gelände) derzeit auf 50 %, steigerbar auf ein volles Pensum
per Ende 2016 (IV-act. 178).
A.j.
Mit Schreiben vom 6. Oktober 2016 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten
Berufsberatung; diese sollte alle beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten abklären (IV-
act. 183). Die durchgeführten Abklärungen ergaben, dass eine erfolgreiche
Umschulung mit einer anschliessenden Eingliederung nicht realistisch sei. Zudem sehe
sich der Versicherte ebenfalls aus medizinischen wie auch aus kognitiven Gründen
nicht in der Lage, eine Umschulung durchzuführen und einer Arbeitstätigkeit
nachzugehen (IV-act. 188; vgl. auch IV-act. 187, 189). Mit Schreiben vom 8. März 2017
teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass, nachdem er sich nach ihren
Abklärungen nicht in der Lage fühle, an Eingliederungsmassnahmen mitzuwirken,
berufliche Massnahmen nicht angezeigt seien (IV-act. 197).
A.k.
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Mit Vorbescheid vom 22. März 2017 informierte die IV-Stelle den Versicherten,
dass vorgesehen sei, das Leistungsbegehren für eine Invalidenrente abzuweisen.
Begründet wurde dies damit, dass eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe für jede
adaptierte Tätigkeit, welche wechselbelastend sei, überwiegend im Sitzen erledigt
werden könne und für welche keine längeren Gehstrecken und kein Gehen auf
unebenem Gelände erforderlich sei. Der vorgenommene Einkommensvergleich habe
einen nicht rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 4 % ergeben (Validenlohn:
Fr. 69'371.-, Invalidenlohn: Fr. 66'720.-, Erwerbseinbusse: Fr. 2'651.-, IV-act. 200; zum
Einkommensvergleich vgl. IV-act. 198). Am 9. Mai 2017 erhob der Rechtsvertreter des
Versicherten, Rechtsanwalt lic. iur. Jürg Jakob, St. Gallen, Einwand gegen den
Vorbescheid vom 22. März 2017 (IV-act. 205). In der Einwandbegründung vom 12. Juni
2017 forderte der Rechtsvertreter die Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente ab dem
1. Februar 2015 und eventualiter eine polydisziplinäre medizinische Begutachtung (IV-
act. 211).
A.l.
Daraufhin veranlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre Untersuchung des
Versicherten bei der Abklärungsstelle Neurologie C._ (IV-act. 233). Die
Untersuchungen fanden statt am 12. Dezember 2017 durch Dr. med. D._, Facharzt
für Allgemeine Innere Medizin und Facharzt für Kardiologie, in den Disziplinen
Allgemeine Innere Medizin und Kardiologie, und durch Dr. med. E._, Facharzt für
orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, in der Disziplin
Orthopädie sowie am 19. Februar 2018 durch med. prakt. F._, Facharzt für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, in der Disziplin Psychiatrie (IV-act. 244-1). Das
Gutachten stammt vom 6. März 2018 (IV-act. 244). Dr. D._ erhob aus
allgemeinmedizinischer und kardiologischer Sicht keine Diagnosen mit Auswirkungen
auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 244-15/23). Dr. E._ diagnostizierte eine
Funktionsstörung beider Kniegelenke bei einliegenden Knietotalendprothesen und
mass diesem Befund Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu (IV-act. 244-36). Med.
prakt. F._ konnte mit Ausnahme einer reaktiven Anpassungsstörung im Jahr 2004
keine psychiatrische Erkrankung erheben (IV-act. 244-53/58). In der
Konsensbeurteilung wurde als die Leistungsfähigkeit einschränkender
Gesundheitsschaden die Funktionsstörung beider Kniegelenke bei einliegenden
Knieendtotalprothesen genannt. Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit
A.m.
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B.
wurde wie folgt geschätzt: 0 % vom 3. Februar bis 30. Oktober 2014, 50 % vom 1. bis
24. November 2014, 0 % vom 25. November 2014 bis 19. Januar 2015, 80 % vom 20.
Januar 2015 bis 6. April 2016, 0 % vom 7. April bis 30. Oktober 2016 und 60 % seit
1. November 2016. Bezüglich einer optimal leidensangepassten Tätigkeit, die
überwiegend im Sitzen ausgeübt werden könne, kein häufiges Steigen von Treppen
oder Leitern und keine hockende oder kniende Position erfordere sowie ohne Arbeiten
im Akkord- oder Nachtschichtbetrieb wurde die Arbeitsfähigkeit auf 0 % vom 3.
Februar bis 30. Oktober 2014, auf 100 % vom 1. bis 24. November 2014, auf 0 % vom
25. November 2014 bis 19. Januar 2015, auf 100 % vom 20. Januar 2015 bis 6. April
2016, auf 0 % vom 7. April bis 30. Oktober 2016 und auf 100 % seit 1. November 2016
geschätzt (IV-act. 244-63f.).
In der Stellungnahme vom 13. März 2018 erklärte RAD-Ärztin Dr. B._, dass das
Gutachten plausibel und nachvollziehbar sei und darauf abgestellt werden könne (IV-
act. 245).
A.n.
Mit Vorbescheid vom 20. März 2018 informierte die IV-Stelle den Versicherten,
dass vorgesehen sei, das Leistungsbegehren für eine Invalidenrente abzuweisen.
Begründet wurde dies damit, dass in der angestammten Tätigkeit als
Lastwagenchauffeur eine 60%ige und in jeder adaptierten Tätigkeit, welche
überwiegend sitzend sei, ohne häufiges Treppen oder Leitern steigen und nicht in
hockender oder kniender Position verrichtet werden müsse, eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit bestehe. Der Einkommensvergleich habe einen nicht
rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 4 % ergeben (IV-act. 248; zum
Einkommensvergleich vgl. IV-act. 247).
A.o.
Am 7. Mai 2018 liess der Versicherte Einwand gegen den Vorbescheid vom 20.
März 2018 erheben (IV-act. 251). In der Einwandbegründung vom 22. Juni 2018
forderte der neue Rechtsvertreter des Versicherten, Rechtsanwalt Dr. iur. Ronald
Pedergnana, St. Gallen, die Ausrichtung mindestens einer vorübergehenden
Invalidenrente. Bei der Rentenprüfung sei ein Leidensabzug zu gewähren. Im Weiteren
wurde geltend gemacht, dass der Versicherte Anspruch auf eine geeignete
B.a.
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C.
Umschulung habe. Der Einwandbegründung beigelegt war das Arztzeugnis von Dr.
med. G._, Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, vom 1. Juni 2018 (IV-act. 258).
In der Stellungnahme vom 2. Juli 2018 erklärte RAD-Ärztin Dr. B._, dass die vom
Versicherten geltend gemachten Beschwerden von den Gutachtern korrekt gewürdigt
und berücksichtigt (Schulterbeschwerden) bzw. ausgeschlossen
(Schmerzverarbeitungsstörung) worden seien. Weitere medizinische Abklärungen
erachtete sie als nicht erforderlich (IV-act. 260).
B.b.
Mit Verfügung vom 12. Juli 2018 wies die IV-Stelle den Anspruch auf eine
Invalidenrente bei einem ermittelten Invaliditätsgrad von 4 % ab (IV-act. 261).
B.c.
Gegen die Verfügung vom 12. Juli 2018 richtet sich die vorliegende Beschwerde
vom 14. September 2018. Der Beschwerdeführer beantragt darin deren Aufhebung und
die Zusprache einer vorübergehenden Invalidenrente mindestens ab 3. Februar 2015
bis 31. Januar 2017 sowie die Zurückweisung der Angelegenheit zur weiteren
Abklärung; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin
(act. G 1). Zur Begründung lässt der Beschwerdeführer im Wesentlichen vorbringen,
dass er seit dem 3. Februar 2014 bis zum 1. November 2016 praktisch durchgehend
arbeitsunfähig gewesen sei respektive nie mehr als drei Monate eine theoretische
Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte Tätigkeit gemäss den Gutachtern und dem RAD
erlangt habe. Von einer vollen Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten sei erst ab
dem 1. November 2016 auszugehen. Für die Zeit ab 1. Februar 2017 seien weitere
medizinische Abklärungen hinsichtlich der Schmerzstörung angezeigt. Sollte sich dabei
herausstellen, dass er gesund sei, so müssten berufliche Massnahmen in Angriff
genommen werden, welche zuvor mit Hilfe der IV-Stelle zu evaluieren wären. Die
Annahme, dass er kein Interesse an Massnahmen zur Wiedereingliederung habe, treffe
nicht zu.
C.a.
Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 19. November
2018 die Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung wurde auf die Ausführungen in
der Verfügung verwiesen (act. G 4).
C.b.
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Erwägungen
1.
Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch
des Beschwerdeführers.
2.
Mit Schreiben vom 29. November 2018 verzichtete der Beschwerdeführer auf die
Einreichung einer Replik (act. G 6).
C.c.
Mit Eingabe vom 3. März 2019 rügte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
die gutachterliche Würdigung des Halswirbelsäulenleidens. Dabei verwies er auf den
beigelegten Bericht von Dr. med. H._ und Dr. med. I._ vom 14. Februar 2019.
Gemäss diesem wurde beim Versicherten am 9. Januar 2019 eine Spondylodese C4 -
C7 vorgenommen. Die Ärzte attestieren dem Beschwerdeführer eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit seit dem 29. November 2018 bis auf weiteres (act. G 8, G 8.1). Mit
einer erneuten Eingabe vom 7. März 2019 machte der Rechtsvertreter geltend, dass
der bei der Begutachtung festgestellte erhöhte Wert an Leukozyten auf ein
entzündliches Geschehen hinweise, was im Gutachten hätte diskutiert werden müssen
(act. G 10, G 10.1). Die Beschwerdegegnerin nahm zu den Eingaben vom 3. und 7.
März 2019 keine Stellung (vgl. act. G 9, G 11).
C.d.
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare
Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a),
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens
40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens
40 % invalid sind (lit. c).
2.1.
Der Rentenanspruch entsteht frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach
Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 des Bundesgesetzes
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1), jedoch
frühestens im Monat der auf die Vollendung des 18. Altersjahrs folgt (Art. 29 Abs. 1
2.2.
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IVG). Die Rente wird vom Beginn des Monats ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch
entsteht (Abs. 3).
Art. 8 Abs. 1 ATSG umschreibt Invalidität als voraussichtlich bleibende oder
längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist
der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und nach zumutbarer
Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem
in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die
Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen
der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit
liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.3.
Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte
(Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG). Nach
Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die
versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie
mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine
Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 % invalid ist.
2.4.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen; BGE 115 V 134 E. 2).
2.5.
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese)
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen; BGE 141 V 14 E. 6.3.1). Im Sinne
einer Richtlinie ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten
von externen Spezialärzten und -ärztinnen, welche aufgrund eingehender
Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht
2.6.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 10/20
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3.
Zu prüfen ist vorab, ob die vorliegende medizinische Aktenlage für eine Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit ausreicht und die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das Gutachten
vom 6. März 2018 (IV-act. 244) abgestellt hat.
erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen,
volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die
Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 E. 1.3.4; BGE 125 V 353 E. 3b/
bb).
Im Sozialversicherungsrecht gilt der Untersuchungsgrundsatz. Verwaltung und
Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (BGE 122 V 158 E. 1a).
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und das Sozialversicherungsgericht zusätzliche Abklärungen
stets dann vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden Anhaltspunkte
hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a). Im Sozialversicherungsrecht hat
das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht,
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V
360 E. 5b; BGE 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen).
2.7.
Das polydisziplinäre Gutachten vom 6. März 2018 beruht insbesondere auf den
Untersuchungen des Beschwerdeführers vom 12. Dezember 2017 und 19. Februar
2018 sowie der damaligen Aktenlage (IV-act. 244-1ff.).
3.1.
Im allgemeinmedizinischen und kardiologischen Teilgutachten (IV-act. 244-8ff./
19ff.) führte Dr. D._ aus, dass der Beschwerdeführer hinsichtlich der Herzerkrankung
beschwerdefrei sei und es keine Hinweise auf eine Erkrankung der inneren Organe
gebe. Hinsichtlich des Diabetes mellitus sei er akzeptabel eingestellt. Diagnosen mit
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit stellte er keine. Ohne Einfluss auf die
Arbeitsfähigkeit seien die koronare Drei-Gefässerkrankung, der Diabetes mellitus Typ 2
(insulinpflichtig), die arterielle Hypertonie, die Dyslipidämie, das Übergewicht (BMI
29.8), der fortgesetzte starke Nikotinkonsum sowie der Verdacht auf schädlichen
Alkoholkonsum. Hinsichtlich der angestammten Tätigkeit als Lastwagenchauffeur ging
er – mit Ausnahme einer befristeten Arbeitsunfähigkeit infolge des Herzinfarkts und der
interventionellen Behandlung im November 2014 – von einer vollen Arbeitsfähigkeit
3.2.
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 11/20
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aus, sofern die Tätigkeit nicht im Nachtschichtbetrieb geleistet werden müsse (IV-act.
244-25). Zur Beweiskraft des Teilgutachtens ist festzustellen, dass Dr. D._ ergänzend
zu den selbst gewonnen Untersuchungserkenntnissen auch die früheren Arztberichte
gewürdigt und bei seinen Einschätzungen mitberücksichtigt hat. Die aus
allgemeinmedizinischer und kardiologischer Perspektive erfolgte Diagnosestellung wie
auch die Arbeitsfähigkeitsschätzung sind nachvollziehbar und erscheinen zuzutreffen.
3.3.
Im orthopädischen Teilgutachten berücksichtigte Dr. E._ insbesondere die
folgenden Vor-/Begleiterkrankungen: den dreifachen Bandscheibenersatz an der
Halswirbelsäule (2013), die Knieprothesenimplantation links (14. März 2014), die
Kniemobilisierung links (4. Juli 2014), die Knieprothesenimplantation rechts (7. April
2016) sowie die Karpaltunnelspaltung Hand links (6. März 2017; IV-act. 244-31). Die
fachärztliche Untersuchung der Halswirbelsäule ergab keine
Beweglichkeitseinschränkung. Beim Rotieren oder Seitenneigen des Kopfes traten
keine Beschwerden auf. Eine Beeinträchtigung der linken Schulter konnte nicht
feststellt werden. Die Röntgenbilder der Knie zeigten beidseits anatomiegerecht
einliegende Prothesen ohne Aufbruch- oder Lockerungszeichen. Die Beugefähigkeit lag
beidseits bei 120 Grad und die Streckung war uneingeschränkt möglich. Das tiefe
Abhocken war bis zu einem Kniebeugewinkel von 100 Grad ausführbar. Die
Untersuchung der oberen und unteren Extremitäten sowie der Wirbelsäule ergab
ansonsten keine Auffälligkeiten (IV-act. 244-32ff.). Zur vom Beschwerdeführer geltend
gemachten Druckempfindlichkeit und zu den Schmerzen im linken Knie beim passiven
Durchbewegen sowie beim Hochkommen aus der Hockstellung erklärte Dr. E._, dass
die ausgeprägte Beschwerdesymptomatik nicht einem organpathologischen Korrelat
zugeordnet werden könne. Er wies diesbezüglich darauf hin, dass die Ärzte des KSSG
bereits am 11. August 2017 auf gewisse Verdeutlichungstendenzen hingewiesen hätten
(IV-act. 244-38). Dr. E._ erhob als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
eine Funktionsstörung beider Kniegelenke bei einliegenden Knietotalprothesen. Die
Bandscheibenprothesen an der Halswirbelsäule sowie das operierte
Karpaltunnelsyndrom links hätten keine funktionellen Auswirkungen (IV-act. 244-36).
Zur Arbeitsfähigkeit erklärte er, dass sich durch die Knieprothesen eine
Minderbelastbarkeit für Tätigkeiten mit überwiegendem Stehen und Gehen –
sogenannten "rauhen Belastungen" – ergebe. Darüber hinaus sollten keine Tätigkeiten
mit häufigem Treppen oder Leitern steigen sowie in kniender oder in hockender
Haltung durchgeführt werden. Hinsichtlich der Tätigkeit als Lastwagenchauffeur gebe
es Einschränkungen beim Besteigen und Verlassen der Fahrerkabine sowie – wenn
3.3.1.
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entsprechende Hilfsmittel bzw. Ladevorrichtungen fehlen würden – beim Be- und
Entladen des Lastwagens. Die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als
Lastwagenchauffeur schätzte er für die Zeit nach Abschluss der Rehabilitation nach der
ersten Knieprothesenimplantation links auf 80 % und nach der weiteren
Knieprothesenimplantation rechts noch auf 60 %. Dabei ging er davon aus, dass für
die Be- und Entladung des Lastwagens stets Ladevorrichtungen und Hilfsmittel zur
Verfügung stehen und demzufolge keine erheblichen körperlichen Belastungen
auftreten würden (IV-act. 244-37f.). Bezüglich einer optimal leidensangepassten
Tätigkeit, überwiegend sitzend, ohne häufiges Treppen- oder Leiternsteigen und nicht
in hockender oder kniender Position ging er aus orthopädischer Sicht von einer
Arbeitsfähigkeit von 0 % vom 3. Februar bis 30. Oktober 2014, von 100 % vom 1.
November 2014 bis 6. April 2016, von 0 % vom 7. April bis 30. Oktober 2016 sowie von
100 % seit dem 1. November 2016 aus (IV-act. 244-39).
Festzustellen ist, dass der orthopädische Gutachter eine umfassende und
detaillierte Befundaufnahme vornahm und dabei die Arztberichte der Voruntersucher
beizog. Die gutachterliche Diagnosestellung ist nachvollziehbar und erscheint stimmig
und zutreffend. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeitsschätzung in der angestammten
Tätigkeit als Lastwagenchauffeur ist ergänzend anzumerken, dass diese nicht
verallgemeinert werden kann, denn gemäss dem Anforderungsprofil des Berufs
"Strassentransportfachmann/-frau EFZ" sind "gute Gesundheit und körperliche Fitness
(Zeugnis des Vertrauensarztes nötig)" unabdingbar (abrufbar unter:
www.berufsberatung.ch/dyn/show/1900?id=3881; zuletzt abgerufen am 10. September
2020). Die Arbeitgeberin kündigte denn auch nur wenige Wochen nach der ersten
Knieoperation das mehrjährige Arbeitsverhältnis mit dem Beschwerdeführer aus
gesundheitlichen Gründen (vgl. Angaben im Fragebogen für Arbeitgebende vom 19.
Januar 2016, IV-act. 151-3). Folglich muss davon ausgegangen werden, dass der
Beschwerdeführer – obwohl er die verkehrsmedizinischen Anforderungen der
Führerausweiskategorie C weiterhin zu erfüllen vermag – nicht mehr in der Lage ist,
den Beruf des Lastwagenchauffeurs selbständig, d.h. ohne eine Hilfsperson,
auszuüben, denn nebst dem Lenken des Lastwagens gehören auch weitere Tätigkeiten
wie das Be- und Entladen des Fahrzeuges sowie Reinigungs-, Unterhalts- und kleinere
Reparaturarbeiten dazu. Ausserdem ist der Fahrzeuglenker dafür verantwortlich, dass
sein Fahrzeug stets betriebssicher ist, was auch ein Besteigen der Ladefläche des
Fahrzeuges erfordert (bspw. zur Ladungssicherung und -kontrolle). Die Ärzte des
KSSG, der Hausarzt Dr. G._ und der RAD gehen denn auch von einer andauernden
gänzlichen Arbeitsunfähigkeit als Lastwagenchauffeur aus (IV-act. 139-2/19, 141). In
3.3.2.
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Anbetracht des Gesagten ist von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in der
angestammten Tätigkeit als Lastwagenchauffeur seit dem 3. Februar 2014
auszugehen. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit in einer optimal leidensangepassten
Tätigkeit ist entsprechend der Einschätzung im orthopädischen Teilgutachten von einer
100%igen Arbeitsfähigkeit ab 1. November 2016 auszugehen, zumal es
leidensangepasste Tätigkeiten geben dürfte, die der Beschwerdeführer in einem vollen
Pensum ausüben könnte. Ebenfalls dem Gutachten entsprechend ist von einer
100%igen Arbeitsunfähigkeit in der Zeit vom 3. Februar bis 30. Oktober 2014
(Operation linkes Knie) und vom 7. April bis 30. Oktober 2016 (Operation rechtes Knie)
auszugehen. Hinsichtlich der dazwischenliegenden Zeitspanne vom 1. November 2014
bis 6. April 2016 vermag die gutachterliche Einschätzung einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit nicht zu überzeugen, zumal im
Gutachten jegliche Begründung dazu fehlt. Aus den weiteren Akten ergibt sich, dass
der Beschwerdeführer während der genannten Zeitspanne wegen persistierender
Knieschmerzen sowie in Folge der Nachbetreuung nach dem Infarkt (Therapie mit
Brilique; vgl. bspw. IV-act. 126-2ff.) in ärztlicher Behandlung war. Wegen der
Kniebeschwerden beanspruchte der Beschwerdeführer Physiotherapien und unterzog
sich einer Kniegelenkspunktion am 17. März 2015, einer Kniegelenksinfiltration am
5. Mai 2015 sowie einer Kniegelenkspunktion im September 2015 (IV-act. 126, 137f.).
Im Februar 2016 wurde wegen der zunehmenden Schmerzen im rechten Knie ebenfalls
die Einsetzung einer Kniegelenkstotalprothese in Betracht gezogen (vgl. IV-act.
156-2f.). In Anbetracht des Gesagten und gestützt auf die Arztberichte von Dr. med.
J._, Orthopädie K._, vom 12. November 2014 (IV-act. 112-1) und von Dr. G._
vom 28. Oktober 2015 (IV-act. 139-1ff.) sowie die Stellungnahme des RAD vom 19.
November 2015 (IV-act. 141) ist in Abweichung zum Gutachten im Zeitraum vom 1.
November 2014 bis 6. April 2016 von einer orthopädisch bedingten 50%igen
Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen.
Im psychiatrischen Teilgutachten führte med. prakt. F._ aus, dass eine namhafte
psychische Beeinträchtigung nicht aufspürbar gewesen sei. Die Konzentration und die
Aufmerksamkeit seien nicht eingeschränkt und der formale Gedankenlauf sei geordnet
gewesen. Ängste und Befürchtungen sowie ein Vermeidungsverhalten hätten nicht
erhoben werden können. Der Beschwerdeführer habe weder über eine Grübelneigung
noch über phobisches Verhalten oder Panikattacken berichtet. Der gerichtete
motorische Handlungsantrieb sei adäquat gewesen. Die Einnahme von
Psychopharmaka habe der Beschwerdeführer verneint (IV-act. 244-40ff.). Med. prakt.
F._ erhob keine fachspezifische Diagnose (IV-act. 244-53). Ergänzend dazu führte er
aus, dass keine depressive Störung vorliege, denn die Kriterien wie tiefe Traurigkeit,
3.4.
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Antriebslosigkeit und Interessenlosigkeit seien nicht erfüllt. Eine Persönlichkeitsstörung
oder Persönlichkeitsakzentuierung liege nicht vor, da der Beschwerdeführer nicht über
namhafte interaktionelle Probleme – mit Ausnahme der Zeit während der ersten Ehe –
berichtet habe. Es gebe keine Anhaltspunkte für eine Schmerzverarbeitungsstörung im
Sinne einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung oder einer chronischen
Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Faktoren, denn es fehle an einem
unverarbeiteten/fehlverarbeiteten/innerseelischen Konflikt (IV-act. 244-53f.). Aufgrund
der früheren Arztberichte könne lediglich im Jahr 2004 vom Vorliegen einer erheblichen
psychischen Erkrankung ausgegangen werden (IV-act. 244-54f./58). Ansonsten lasse
sich derzeit wie auch retrospektiv lediglich eine subsyndromale, reaktiv bedingte
psychische Beeinträchtigung, insbesondere resultierend aus enttäuschten
Versorgungserwartungen und einer daraus resultierenden Kränkungssituation,
objektivieren. Das Ausmass einer psychischen Erkrankung werde jedoch nicht erreicht
(IV-act. 244-55). Eine Notwendigkeit für eine psychiatrische oder psychotherapeutische
Behandlung sei nicht gegeben. Der Versicherte sei aus psychiatrischer Sicht voll
arbeitsfähig (IV-act. 244-57). Festzustellen ist, dass die Befundaufnahme umfassend
und die Folgerungen des Gutachters nachvollziehbar sind und zutreffen dürften, zumal
der Beschwerdeführer zum Begutachtungszeitpunkt weder in psychiatrischer
Behandlung war noch sich in den Akten Hinweise auf eine namhafte psychische
Erkrankung finden lassen.
Nachfolgend ist auf die weitere Kritik des Beschwerdeführers an den
gutachterlichen Einschätzungen einzugehen.
3.5.
Nach Ansicht des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers wurde die
Schmerzproblematik nicht ausreichend abgeklärt, weshalb nach Abschluss einer
multimodalen Schmerztherapie eine erneute Beurteilung erfolgen müsse (vgl.
Einwandbegründung vom 22. Juni 2018, IV-act. 258-1f., und Beschwerde vom 14.
September 2018, act. G 1-6f.). Dieses Begehren ist abzuweisen, denn zum Zeitpunkt
der Begutachtung lag ein ausreichend stabiler Gesundheitszustand vor. Zudem wurde
die polydisziplinäre Begutachtung vom damaligen Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers verlangt (vgl. Eventualantrag im Einwand vom 12. Juni 2017 gegen
den Vorbescheid vom 22. März 2017, IV-act. 211-1).
3.5.1.
In den Eingaben vom 3. und 7. März 2019 (act. G 8, G 10) erachtete der
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers das Gutachten als unvollständig und verlangte
deshalb eine erneute Auseinandersetzung mit den Leiden des Beschwerdeführers.
Begründet wurde das Begehren insbesondere damit, dass der Beschwerdeführer am 9.
3.5.2.
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4.
Nachfolgend sind die erwerblichen Auswirkungen der zuvor ermittelten
Januar 2019 wegen eines eitrigen Infekts auf Höhe C4/C5 mit Kollaps der
Bandscheibenprothesen (bei Status nach Prothesenimplantation C4-C7 am 1. Juli
2013) erneut habe operiert werden müssen (Explantation der drei Prothesen und
nachfolgende Spondylodese zwischen C4 und C7; vgl. Arztberichte von 14. Februar
und 6. März 2019, act. G 8.1, G 10.1). Der Rechtsvertreter äusserte die Vermutung,
dass der bei der Begutachtung festgestellte erhöhte Wert an Leukozyten im
Zusammenhang mit der HWS-Problematik stehe. Da dies im Gutachten nicht diskutiert
worden sei, sei das Gutachten unvollständig (act. G 10). Festzustellen ist, dass die
Argumentationskette des Beschwerdeführers auf etlichen Vermutungen beruht.
Insbesondere war zum Begutachtungszeitpunkt die erneute Operation an der
Halswirbelsäule am 9. Januar 2019 nicht voraussehbar. Zudem konnte der
orthopädische Gutachter anlässlich der Untersuchung des Beschwerdeführers am 12.
Dezember 2017 keine halswirbelsäulenbedingten Einschränkungen erheben (vgl.
Erwägung 3.3.1). Auch liegen keine Arztberichte vor, aus welchen sich eine
Verschlechterung des Zustandes der Halswirbelsäule vor dem Verfügungszeitpunkt (12.
Juli 2018) ergibt. Da die erneute Behandlungsbedürftigkeit der Halswirbelsäule erst
nach dem Verfügungszeitpunkt eintrat, ist diese im vorliegenden Beschwerdeverfahren
unbeachtlich (vgl. BGE 142 V 341 E. 3.2.2).
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der medizinische Sachverhalt per
Verfügungszeitpunkt rechtsgenüglich abgeklärt war. Auf die Expertise und speziell auf
die Befunderhebung und Diagnosestellung der Gutachter kann abgestellt werden. In
Abweichung zum Gutachten ist hinsichtlich der angestammten Tätigkeit als
Lastwagenchauffeur ab dem 3. Februar 2014 andauernd von einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit und hinsichtlich einer optimal leidensangepassten Tätigkeit vom 1.
November 2014 bis 6. April 2016 von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
Folglich beträgt die Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit vom
3. Februar bis 30. Oktober 2014 0 %, vom 1. bis 24. November 2014 50 %, vom 25.
November 2014 bis 19. Januar 2015 0 %, vom 20. Januar 2015 bis 6. April 2016 50 %,
vom 7. April bis 30. Oktober 2016 0% und seit dem 1. November 2016 100 %.
3.6.
Bei dieser Ausgangslage erübrigen sich weitere medizinische Abklärungen wie dies
der Beschwerdeführer in der Beschwerde vom 14. September 2018 forderte (act. G
1-2).
3.7.
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Arbeitsfähigkeiten zu bestimmen. Dabei ist der Invaliditätsgrad unbestrittenermassen
anhand eines Einkommensvergleichs zu ermitteln (vgl. Erwägung 2.4).
4.1.
Bei der Bestimmung des Valideneinkommens wird in der Regel am zuletzt
erzielten Einkommen angeknüpft, weil davon auszugehen ist, dass die versicherte
Person ohne den Eintritt der Arbeitsunfähigkeit die bisherige Tätigkeit weitergeführt
hätte (BGE 134 V 322 E. 4.1). Gemäss Arbeitgeberfragebogen vom 19. Januar 2016
betrug das Einkommen des Beschwerdeführers in seiner letzten Tätigkeit als
Lastwagenchauffeur im Jahr 2014 Fr. 69'095.- (IV-act. 151-6). Dementsprechend ist
das Valideneinkommen unter Vornahme der Nominallohnbereinigung auf Fr. 69'371.-
für das Jahr 2015 festzusetzen (vgl. dazu IV-act. 247).
4.1.1.
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflichen
Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein
effektives Erwerbseinkommen gegeben, namentlich, weil die versicherte Person nach
Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare
neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprechung
statistische Werte, insbesondere die Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für
Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE), beigezogen
werden (BGE 139 V 592 E. 2.3). Kurze Zeit nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit im
Februar 2014 löste die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis auf. Der Beschwerdeführer
war aktenkundig seither nicht mehr arbeitstätig (vgl. IV-act. 244-11). Da er den
angestammten Beruf als Lastwagenchauffeur nicht mehr ausüben kann (vgl. Erwägung
3.3.2), über keine weitere Berufsausbildung verfügt und eine Umschulung insbesondere
mit Blick auf das Alter des Beschwerdeführers nicht mehr verhältnismässig ist, ist zur
Bestimmung des Invalideneinkommens auf die vorstehend erwähnten Tabellen
zurückzugreifen. Gemäss der LSE haben Männer im Kompetenzniveau 1 bei einer
betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden im Jahr 2015
durchschnittlich ein Jahreseinkommen von Fr. 66'633.- erzielt (vgl. Anhang 2 der IVG-
Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2019).
4.1.2.
Die IV-Stelle gewährte dem Beschwerdeführer keinen Abzug vom Tabellenlohn
(vgl. IV-act. 247). Mit dem Tabellenlohnabzug wird berücksichtigt, dass gesundheitlich
beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten (Hilfsarbeiter) Tätigkeiten behindert
sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren
arbeitnehmenden Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand
4.1.3.
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5.
Nachfolgend ist der Zeitraum des Rentenanspruchs zu bestimmen.
Rechnung getragen, dass weitere persönliche und berufliche Merkmale einer
versicherten Person, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität, oder
Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe
haben können (BGE 129 V 481 E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2). Vorliegend
hat sich der Beschwerdeführer im vorgerückten Alter (Jahrgang 1960) nach einer
leidensangepassten Tätigkeit umzusehen. Hinzu kommen körperlich bedingte
Einschränkungen, bezüglich derer von einer künftigen Verschlechterung ausgegangen
werden muss (u.a. beide Knie, Halswirbelsäule, Blutkreislauf / Herz, Diabetes mellitus;
vgl. dazu bspw. den Arztbericht vom Dr. H._ und Dr. I._ vom 14. Februar 2019, act.
G 8.1). Infolgedessen ist er gegenüber gesunden Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt in
einem relevanten Ausmass beeinträchtigt. Unter diesen Umständen erscheint ein
Leidensabzug von 10 % als angemessen (bezüglich Angemessenheit vgl. BGE 123 V
150 E. 2 mit Hinweisen). Folglich ist von einem Invalideneinkommen bei 50%iger und
100%iger Arbeitsfähigkeit von Fr. 29'985.- (Fr. 66'633.- x 0.9 x 0.5) bzw. von
Fr. 59'970.- (Fr. Fr. 66'633.- x 0.9) auszugehen.
Der Invaliditätsgrad in den Zeiträumen mit 50%iger und 100%iger
Arbeitsfähigkeit beträgt somit aufgerundet 57 % ([Fr. 69'371.- - Fr. 29'985.-] /
Fr. 69'371.-) bzw. 14 % ([Fr. 69'371.- - Fr. 59'970.-] / Fr. 69'371.-).
4.1.4.
Der Beschwerdeführer hat sich am 1. Oktober 2014 erneut zum Bezug von IV-
Leistungen angemeldet (IV-act. 104). Die sechsmonatige Karenzfrist lief somit am 1.
April 2015 ab (vgl. Erwägung 2.2). Das Wartejahr ist mit der nachweislich vorliegenden
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ab 3. Februar 2014 eröffnet worden (IV-act. 139-2,
141-2, 244-63). Angesichts der während eines Jahres vorliegenden durchschnittlichen
Arbeitsunfähigkeit von mehr als 40 % hat der Beschwerdeführer das Wartejahr am 3.
Februar 2015 erfüllt. Folglich kann eine Rentenzahlung nicht wie vom
Beschwerdeführer verlangt ab dem 3. Februar 2015 (vgl. act. G 1-2), sondern erst ab
dem 1. April 2015 erfolgen (vgl. Art. 29 Abs. 3 IVG).
5.1.
Bei der rückwirkenden Zusprache einer abgestuften und/oder befristeten
Invalidenrente finden gemäss Rechtsprechung die für die Rentenrevision geltenden
Normen (Art. 17 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 88a der Verordnung über die
Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]) analog Anwendung (Urteil des Bundesgerichts
vom 16. April 2013, 8C_93/2013, E. 2; BGE 121 V 264 E. 6b/dd mit Hinweis). Gemäss
5.2.
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Art. 88a IVV ist bei einer Verbesserung (Abs. 1) oder Verschlechterung (Abs. 2) der
Erwerbsfähigkeit die anspruchsbeeinflussende Änderung zu berücksichtigen, sobald
sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat.
Nach dem Gesagten hat der Beschwerdeführer grundsätzlich Anspruch auf eine
halbe Rente für den Zeitraum vom 1. April 2015 bis 30. Juni 2016 und auf eine ganze
Rente für den Zeitraum vom 1. Juli 2016 bis jedenfalls 31. Januar 2017. Es wäre ihm
demnach eine rückwirkend abgestufte und befristete Rente zuzusprechen.
5.3.
5.4.
Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind bei Personen, deren
Rente revisionsweise herabgesetzt oder aufgehoben werden soll oder zeitgleich mit der
Rentenzusprache über deren Befristung und/oder Abstufung befunden wird, nach
mindestens fünfzehn Jahren Bezugsdauer oder wenn sie das 55. Altersjahr
zurückgelegt haben, in der Regel vorgängig Massnahmen zur Eingliederung
durchzuführen, bis sie in der Lage sind, das medizinisch-theoretisch (wieder)
ausgewiesene Leistungspotenzial mittels Eigenanstrengung auszuschöpfen und
erwerblich zu verwerten (vgl. bspw. BGE 145 V 209 E. 5; Urteile des Bundesgerichts
vom 19. Mai 2020, 8C_80/2020, E. 2.3 und E. 3, sowie vom 16. Juli 2020,
8C_798/2019, E. 6). Ausnahmen von der diesfalls grundsätzlich ("vermutungsweise")
anzunehmenden Unzumutbarkeit einer Selbsteingliederung liegen namentlich dann vor,
wenn die langjährige Absenz vom Arbeitsmarkt auf invaliditätsfremde Gründe
zurückzuführen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 19. Juni 2015, 9C_819/2014, E. 4
mit Hinweisen), wenn die versicherte Person besonders agil, gewandt und im
gesellschaftlichen Leben integriert ist (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Mai 2016,
9C_68/2011, E. 3.3) oder wenn sie über besonders breite Ausbildungen und
Berufserfahrungen verfügt (Urteil des Bundesgerichts vom 24. April 2012, 8C_39/2012,
E. 5.2). Verlangt sind immer konkrete Anhaltspunkte, die den Schluss zulassen, die
versicherte Person könne sich trotz ihres fortgeschrittenen Alters und/oder der langen
Rentenbezugsdauer mit entsprechender Absenz vom Arbeitsmarkt ohne
Hilfestellungen wieder in das Erwerbsleben integrieren (Urteil des Bundesgerichts vom
19. August 2015, 9C_183/2015, E. 5). Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass
entgegen der Regel die versicherte Person in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch
(wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteingliederung
erwerblich zu verwerten (BGE 145 V 209 E. 5.1). Die Aufhebung der bisherigen Rente
kann in Fällen der nicht zumutbaren Selbsteingliederung erst nach der Durchführung
von Eingliederungsmassnahmen erfolgen. Mithin ist in solchen Fällen die Prüfung und
5.4.1.
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6.
allfällige Durchführung von Eingliederungsmassnahmen Voraussetzung der
Rentenaufhebung (Urteile des Bundesgerichts vom 26. März 2019, 9C_707/2018, E.
5.1 und 5.2, vom 22. März 2018, 8C_582/2017, E. 6.4, vom 12. Januar 2015,
8C_446/2014, E. 4.2.4, und vom 10. August 2011, 9C_367/2011, E. 3.4). Die
Rentenaufhebung ohne vorherige Abklärungen bzw. ohne eine den Verhältnissen
angepasste Durchführung befähigender Massnahmen ist daher bundesrechtswidrig
(Urteile des Bundesgerichts vom 16. Juli 2020, 8C_798/2019, E. 6 und vom 19. August
2015, 9C_183/2015, E. 5). Diese Rechtsprechung ist gemäss BGE 145 V 214 E. 5.4
auch dann anzuwenden, wenn - wie vorliegend - zeitgleich mit der Rentenzusprache
über deren Befristung und/oder deren Abstufung befunden wird.
Neben der Zulässigkeit aus medizinischer Sicht ist die allfällige
Rentenherabsetzung oder -aufhebung demzufolge auch im vorliegenden Fall an die
weitere Voraussetzung der Zumutbarkeit der Selbsteingliederung geknüpft, denn zum
Zeitpunkt des Erlasses der Rentenverfügung vom 12. Juli 2018 war der
Beschwerdeführer nahezu 58 Jahre alt. Die Beschwerdegegnerin hat, nachdem sie
einen Rentenanspruch verneinte, diese Voraussetzung nicht geprüft. Dies wird sie
nachzuholen haben, wofür ihr die Sache zurückzuweisen ist.
5.4.2.
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 12.
Juli 2018 aufzuheben. Die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zur Prüfung der Frage,
ob dem Beschwerdegegner die Selbsteingliederung zumutbar ist, zurückzuweisen.
Alsdann wird sie über die Rente im Sinne der Erwägungen und insbesondere über die
Dauer des Anspruchs neu verfügen.
6.1.
Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis
Fr. 1'000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-
erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem
Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin
aufzuerlegen (vgl. betreffend Überklagung den Entscheid des Versicherungsgerichts
des Kantons St. Gallen vom 1. April 2016, IV 2014/126, E. 6.2 mit Hinweis). Der vom
Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- ist ihm zurückzuerstatten.
6.2.
bis
Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom
Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der
Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In
6.3.
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7.
Da der Gerichtsschreiber verhindert ist, wird der Entscheid für diesen stellvertretend
von einer mitwirkenden Richterin unterzeichnet (Art. 39 Abs. 2 des Gesetzes über die
Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).