Decision ID: 5e1e0ad0-fdb3-4f2f-95d7-445e85a124b6
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1971, meldete sich am
4.
September 2006
unter Hinweis auf
ein chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
, Arthrose sowie
Fibromyalgie
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
12/2
).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische u
nd erwerbliche Situation (
Urk.
12/1
,
Urk.
12/9-10,
Urk.
12/12-14,
Urk.
12/16-17,
Urk.
12/20
) ab, holte Arbeitgeberberichte
(
Urk.
12
/
7-8
) e
in und
veranlasste eine psychiatrische Begutachtung, welche am 2
0.
Dezember 2007 erstattet wurde (
Urk.
12/23)
,
und
eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt, über welche am 3
0.
April 2008 berichtet wurde (
Urk.
12/25).
Mit Verfügung vom
1
7.
Juni
2008 (
Urk.
12
/33
) verneinte die IV-Stelle einen Anspruch der Versicherten auf b
erufliche Massnahmen, sprach ihr
jedoch mit Verfügung vom
1
0.
Juli 2008
(
Urk.
12/37
) mit Wirkung
ab
1.
März 2007
eine
Dreiviertelsrente
bei einem Invaliditätsgrad von
68
%
zu.
1.2
Nach Eingang des Revisionsfragebogens vom
4.
Mai 2011
(
Urk.
12/42
) klärte die IV-Stelle die medizinische und erwerbliche S
ituation der Versicherten (
Urk.
12/43-44,
Urk.
12/46
,
Urk.
12/59
)
erneut
ab und
veranlasste ein
bidisziplinäres
Gutachten
in den Bereichen Rheumatologie und Psychiatrie
, welches am
2
9.
April
und
1
4.
Mai 2013
erstattet wurde (
Urk.
12/67-68
)
. Die
bidisziplinäre
Zusammenfassung wurde am 1
6.
Mai 2013 (
Urk.
12/69) erstattet.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
12/77
,
Urk.
12/79
) hob die IV-Stelle die bisherige
Dreiviertelsrente
mit V
erfügung vom 1
5.
Januar 2014
(
Urk.
12/92
=
Urk.
2) auf.
2.
Die Versicherte erhob am 3
0.
Januar 2014 Beschwerde
(
Urk.
1)
gegen die Verfügung vom 1
5.
Januar 2014 (
Urk.
2) und beantragte
mit nachgereichten
Begründung
en
vom 1
1.
Februar 2014
(
Urk.
5) und 1
5.
Februar 2014 (
Urk.
9) sinngemäss
, diese sei aufzuheben und
es sei ihr weiterhin eine
Dreiviertelsrente
zuzusprechen. Schliesslich
sei eine umfassende Abklärung ihres G
esundheitszustandes vorzunehmen
. Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
8.
März 2014 (
Urk.
11
) die Abweisung der Beschwerde, was der Beschwerdeführerin am
2
5.
März
2014 zur
Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
13).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes übe
r
die Invalidenversicherung (
IVG
)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (
Art.
17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
säch
lichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai
2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige Ein
spracheentscheid, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Renten
anspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hinweisen).
1.4
Der Revisionsordnung gemäss
Art.
17 ATSG geht jedoch der Grundsatz vor, dass die Verwaltung befugt ist, jederzeit von Amtes wegen auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Gegenstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn diese zweifellos unrichtig und ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist (BGE 110 V 176 E. 2a;
Art.
53
Abs.
2 ATSG). Unter diesen Voraussetzungen kann die Verwaltung eine
Renten
verfügung
auch dann abändern, wenn die Revisionsvoraussetzungen des
Art.
17
Abs.
1 ATSG nicht erfüllt sind. Wird die zweifellose Unrichtigkeit der ursprüng
lichen Rentenverfügung erst vom Gericht festgestellt, so kann es die auf
Art.
17
Abs.
1 ATSG gestützte Revisionsverfügung der Verwaltung mit dieser Begrün
dung schützen (BGE 125 V 368 E. 2 mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung lässt sich eine allgemein gültige
betragliche
Grenze für die Voraussetzung der Erheblichkeit der Berichtigung nicht festlegen. Massgebend sind vielmehr die gesamten Umstände des Einzelfalles. Bei periodischen Leistungen ist die Erheb
lichkeit der Berichtigung zu bejahen (BGE 119 V 475 E. 1c; Urteil des Bundes
gerichts 9C_11/2008 vom 29. April 2008 E. 4.2 mit Hinweisen.
1.5
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
be
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein
leuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2)
gestützt auf die medizinischen Abklärungen
davon aus, dass
sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verbessert habe. Aus rheumatologischer Sicht bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit (wechselbelastend,
Gewichtslimite
15
kg, ohne Zwangshaltungen). Aufgrund der psychiatrischen Befunde erg
e
be sich eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 35
%
. Auf eine erneute Abklärung der Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit im Haushalt werde verzichtet
(S. 2). Die Beschwerdeführerin leide an einem Schmerzsyndrom, welches an sich keinen invalidisierenden Charakter habe und somit auch keine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit begründen könne. Bei der psychi
atri
schen Diagnose l
ie
ge keine psychische
Komorbidität
gemäss den Foerster-Kriterien vor, so dass aus rechtlicher Sicht kein IV-relevanter Gesundheitsschaden vorl
ie
ge (S. 3).
2.2
Demgegenüber vertrat die Bes
chwerdeführerin den Standpunkt
,
ihr Gesund
heitszustand habe sich verschlechtert. Sie sei nicht in der Lage
,
ein selbständiges Leben zu führen, da si
e
ständig durch ihre Angstzustände behindert würde. Zudem
bestünden
noch weitere
Beschwerden
(
Urk.
5). Sie habe Beschwerden mit den Zähnen, dauernde Rückenschmerzen, ausgeprägte Neurodermitis an Händen und Fussgelenken, Verfärbungen an
den
Fingern und mangelndes Fingergefühl, Magendarm-Probleme (Stuhlgang und Magensäure), eine sc
hwache Blase (unkontrolliertes U
rinieren) und weitere Befunde, welche der Krankenakte ent
nommen werden könn
t
en
. Die Beschwerdeführerin vertrat weiter die Ansicht, eine IV-Ärztin könne sich nicht innert drei bis vier Stunden ein Bild ih
res Krankheitszustandes bilden. Schliesslich beantragte sie eine umfassendere Ab
klärung ihres Gesundheitszustandes (
Urk.
9).
2.3
Strittig und zu prüfen ist
, ob die Rentenaufhebung gerechtfertigt ist
.
3.
3.1
Der Verfügung vom 1
0.
Juli 2008 (
Urk.
12/37) lagen im Wesentlichen die nach
folgenden Arztberichte zugrunde.
3.2
Die Ärzte der
Höhenklinik
Z._
gaben mit Bericht vom
8.
Mai 2006 (
Urk.
12/1/1-4) an, die Beschwerdeführerin sei vom 3
0.
März 2006 bis zum 2
7.
April 2006 bei ihnen hospitalisiert gewesen.
Sie diagnostizierten hauptsächlich
ein chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom beidseits, einen Verdacht auf
Somatisierungsstörun
g
sowie
eine psychogene
intrinsic
Neurodermitis (S. 1).
Sie empf
a
hlen eine ambulante Fortsetzung der medikamentösen Therapie sowie der Physiotherapie mit dem Ziel eines weiteren Belastungsaufbaus (S. 4).
3.3
Dr.
med.
A._
, Facharzt
für P
hysikalische Medizin und Rehabilitation sowie für Rheumatologie, nannte mit Schreiben vom
6.
Juni 2006 (
Urk.
12/12/5-6)
als Diagnosen
ein chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom
beidseits
bei degenerativen
Veränderungen der Lendenwirbelsäule
(
LWS
)
sowie eine
somatoforme
Schmerzkrankheit mit Symptomausweitung. Eindeutige neurologische Störungen h
ätten
nach wie vor nicht festgestellt werden können.
Er schlage die Fortsetzung der bisherigen Psychotherapie sowie der Physiotherapie vor. Die Arbeitsfähigkeit werde weiterhin auf 50
%
belassen (S.
2).
Mit
B
ericht vom 1
0.
Oktober 2006 (
Urk.
12/
13/5-6
) bestätigte
Dr.
A._
die gestellten Diagnosen und die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit.
3.4
PD
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
gab i
m
Formular zur Arbeitsbelastbarkeit vom 2
8.
September 2006 (
Urk.
12/12/3-4) an,
der Beschwerdeführerin sei
ab März 2006
die
bisherige Berufstätigkeit halb
tags und eine behinderungsangepasste Tätigkeit
ganztags zumutbar
.
PD
Dr.
B._
diagnostizierte mit Bericht vom
2.
Oktober 2006 (
Urk.
1
2/12/1-2) eine degenerative
Disk
opathie
L5/S1 und L4/5 ohne neurologische Ausfälle (S. 1). Die Arbeitsfähigkeit könne durch medizinische Massnahmen verbessert werden. Die Beschwerdeführerin sei seit dem 1
9.
Mai 2006 nicht mehr in seiner Behandlung (S. 2).
3.5
Dr.
med. C._
, Fachärztin
für Physikalische Medizin und Rheumatologie
, führte mit Arztbericht vom 1
6.
Oktober 2006 (
Urk.
12/16) folgende Diagnosen mit Auswirku
ng auf die Arbeitsfähigkeit auf (S. 1):
chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom mit
Iliosakralgelenk
(
ISG
)
Irritation
beidseits
bei Fehlhaltung der Wirbelsäule mit
Protrusionen
und
Osteochondrosen
L4/5 und L5/S1,
Osteochondrose
L3/4
chronisches
Fibromyalgiesyndrom
K
arpaltunnelsyndrom
beidseits
rechtsbetont
psychogene
instrinsic
Neurodermitis
Colon
irritabile
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie eine depressive Entwicklung (S. 1). Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sei stationär. In Anbetracht der rheumatologischen und der psychischen Situation scheine sie auch für die Zukunft nicht mehr als 50
%
arbeitsfähig zu sein (S. 2).
3.6
Die Ärzte der Höhenklinik
Z._
(vorstehend E. 3.2) bestätigten mit Bericht vom 1
6.
Oktober 2006 (
Urk.
12/17) die früher gestellten Diagnosen (S.
1). Die Beschwerdeführerin sei in einer behinderungsangepassten Tätigkeit halbtags arbeitsfähig
(S. 5)
.
3.7
Med.
pract
.
D._
,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
, gab mit
B
ericht vom 1
0.
Juli 2007 (
Urk.
12/20) an, dass sie die Beschwerdeführerin seit dem
4.
Mai
2006 behandle (S. 2) und diagnostizierte eine anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) sowie eine mittelgradige depressive Episode mit Erschöpfung, Gereiztheit und diffusen Ängsten ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F32.10), bestehend seit 2005 (S. 5).
Der Gesundheitszustand sei stationär. Die Arbeitsfähigkeit könne durch medizinische Massnahmen nicht verbessert werden (S. 2). In einer behinderungsangepassten Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin eine Erwerbstätigkeit halbtags zumutbar (S. 3). Die Prognose sei aufgrund des bisherigen
chronifizierten
Verlaufes und der Komplexität des Krankheitsbildes mit Vermischung von körperlichen und psychischen Beschwerden mittel- und langfristig nicht gut (S. 6).
3.8
Am
6.
Dezember 2007 erfolgte die von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene
psychiatrische Begutachtung der Beschwerdeführerin.
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete sein Gutachten am 2
0.
Dezember 2007 (
Urk.
12/23) und nannte folgende Diagnosen (S. 5):
mittelgradige depressive Episode mit Ängstlichkeit und somatischem Syn
drom (ICD-10 F32.11)
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4
)
, mit grösster Wahrscheinlichkeit überlagert mit obiger Diagnose
diverse somatische Diagnosen (siehe medizinische Aktenlage)
Die Beschwerdeführerin sei in einer körperlich leichten und psychisch nicht allzu belastenden Tätig
keit zu circa 50
%
arbeitsfähig. Es würden
vor allem
psychische Symptome überwiegen
. Ob die Arbeitsunfähigkeit dauerhaft sei, bleibe zurzeit noch unklar. Es sei der Belastungstest durch die Beschwerdegegnerin abzuwarten (S. 7).
3.9
Dr.
med.
F._
, praktischer Arzt, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), gab mit Stellungnahme vom 1
8.
Januar 2008 an, es könne anhand des Gutachtens sowohl für leichte Tätigkeiten in der freien Wirtschaft als auch für Haushaltstätigkeiten von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden. Falls die Beschwerdeführerin ein 50%-Haushaltspensum voll ableiste, wäre daneben keine weitere Erwerbstätigkeit zumutbar (
Urk.
12/26 S. 4).
3.10
Am 1
9.
Februar 2008 fand eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt statt, worüber am 3
0.
April 2008 berichtet wurde (
Urk.
12/25). Die Beschwerdeführerin habe dabei erklärt, dass sie bei guter Gesundheit einer ausserhäuslichen Erwerbstätigkeit im Rahmen von 50
%
nachgehen würde (S. 3
Ziff.
2.5). Diejenigen Aufgaben, welche invaliditätsbedingt nicht mehr verrichtet werden könnten, würden der Ehemann und die Kinder erledigen. Die Einschränkung im Haushaltsbereich wurde mit 35
%
veranschlagt (S. 7).
3.
11
Gestützt darauf nahm die Beschwerdegegnerin an, der Beschwerdeführerin sei neben ihrer Haushalttätigkeit keine Erwerbstätigkeit mehr zumutbar. Im
Haus
haltsbereich
sei sie zu 35
%
eingeschränkt. Bei einer Qualifizierung der Beschwer
deführerin als
zu
50
%
erwerbstätig
und
zu
50
%
im Aufgabenbereich tätig
ermittelte die Beschwerdegegnerin
sodann
einen Gesamtinvaliditätsgrad von 68
%
und sprach der Beschwerdeführerin ab
dem
1.
März 2007 eine
Dreiviertelsrente
zu (
Urk.
12/32
,
Urk.
12/37
).
4.
4.1
Beim Erlass der vorliegend angefochtenen,
rentenaufhebenden
Verfügung
vom 1
5.
Januar 2014 (
Urk.
2)
stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die nachfolgenden Berichte.
4.2
Dr.
med.
G._
, Facharzt für physikalische Medizin und Rehabilitation, gab mit Bericht vom 1
6.
September 2011 (
Urk.
12/44) an, dass er die Beschwerdeführerin seit dem 1
0.
Februar 2010 behandle (S. 7
Ziff.
1.2) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 7
Ziff.
1.1):
chronisches
Panvertebralsyndrom
chronisches
Lumbovertebralsyndrom
(LVS)
chronisches
C
ervik
overtebrals
yndrom
Angststörung
somatoforme
Schmerzstörung
Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine chronische Gastritis sowie rezidivierende Sinusitiden
(S. 7
Ziff.
1.1).
Neben den körperlichen chronischen Beschwerden bestehe eine schwer behandelbare Angststörung (S. 8).
Mit einer Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit beziehungsweise Erhöhung der Einsatzfähigkeit könne nicht gerechnet werden (S. 3
Ziff.
1.9). Es bestehe
ab dem 1
0.
Februar 2010 bis auf weiteres
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 8
Ziff.
1.5).
4.3
Med.
pract
.
D._
(vorstehend E. 3.7) nannte
mit Bericht vom 2
1.
Dezember 2011 (
Urk.
12/46)
folgende
,
nach
steh
end gekürzt a
n
geführt
e
Diagnosen
(S. 1)
:
chronifizierte
mittel-schwere depressi
ve Episode (ICD-10 F32.1-
2)
chronifizierte
recht schwere generalisierte
Angststörung (ICD-10 F41.1) mit spezifischer
Katzen-Phobie
(ICD-10 F40.2
)
chronifizierte
schwere anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
Die Beschwerdeführerin sei seit Beginn der Therapie zu 100
%
arbeitsunfähig. Sie sei nicht einmal fähig
,
den Haushalt zu versorgen und zu kochen (S. 3). Es sei aktuell keine Tätigkeit vorstellbar (S. 4).
4.4
Dr.
med.
H._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Arbeitsmedizin, RAD, gab mit Stellungnahme vom
3.
Juli 2012 an, die vorliegende Diagnose gehöre zu den ätiologisch-
pathogenetisch
unklaren
syndromalen
Zustandsbildern ohne nachweisbare organische Grundlage. Den Akten seien keine objektivierbaren anatomischen Befunde zu entnehmen, welche aus versicherungsmedizinischer Sicht eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit begründen könnten
. Es lägen keine Anhaltspunkte für eine vom Schmerzerleben losgelöste, eigenständige, erhebliche psychiatrische
Komorbidität
oder sonstige schwere Funktionseinschränkungen vor
(
Urk.
12/55 S. 3).
4.5
Dr.
G._
(vorstehend E. 4.2) diagnostizierte mit Schreiben vom 3
1.
August 2012 (
Urk.
12/59) ein chronisch
myofasziales
Schmerzsyndrom sowie ein chronisch, ängstlich depressives Zustandsbild.
Auf Grund des Gelenkstatus könne die Beschwerdeführerin theoretisch einer leichten Arbeit nachgehen.
Dr.
G._
führte weiter aus, dass er die Beschwerdeführerin aber als ängstlich und depressiv erlebe.
Aus seiner Sicht sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsunfähig.
4.6
Med.
p
ract
.
D._
(vorstehend E. 3.7,
E. 4.3)
führte
mit Schreiben vom
4.
September 2012 (
Urk.
12/62)
aus, dass
d
ie Beschwerdeführerin unter komplexen
psycho-somatischen Beschwerden
leide
und wirklich zu 100
%
arbeits- und erwerbsunfähig
sei
(S. 1).
4.7
Am 1
7.
April 2013 und
2.
Mai 2013 erfolgte die von der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene
bidisziplinäre
Begutachtung
der Beschwerdeführerin
in den Bereichen Rheumatologie und Psychiatrie
.
Dr.
med. und
Dr.
sc. nat. ETH
I._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und für Rheumatologie, erstattete ihr internistisch-rheumatolo
gisches Teilgutachten am 2
9.
April 2013 (
Urk.
12/67).
Sie führte insbesondere aus,
dass die vorhandenen Befunde das Ausmass der Beschwerden nicht erklär
t
en (S. 33). Die im Oktober 2008 nachgewiesene rechtslaterale Diskushernie sei nicht mehr sichtbar. Es sei hier zu einer wesentlichen Besserung gekommen. Bei unauffälligen klinischen und bildgebenden Befunden bestehe die Diagnose eines
Cervikalsyndroms
beziehungsweise eines
cervikospondylogenen
Syndroms nicht mehr. A
us rheumatologischer Sicht
habe
nie eine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit bestanden (S. 38).
PD
Dr.
med.
J._
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete sein psychiatrisches Teilgutachten am 1
4.
Mai 2013 (
Urk.
12/68).
Dabei führte er aus,
dass
die Beschwerdeführerin,
als sie
über die Schmerzen berichtet habe, etwas verdeutlichend
gewirkt habe
. Zusammen mit den nicht genügend vorliegenden somatischen Korrelaten spreche dies fü
r eine
somatoforme
Ausweit
ung im Sinne einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung. Es fände sich auch die psychosoziale Belastungssituation wieder
. Zudem läge auch eine Depressivität und eine Ängstlichkeit vor, so dass auch die emotionale Belastung gegeben sei. Da die Beschwerdeführerin unter Belastung auch eine
neurodermitische
Symptomatik entwickle und seit
einer
Hysterektomie an einem Reizdarmsyndrom vom
Mischtyp
leide, sei zusätzlich zur anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung eine
somatoforme
autonome Funktionsstörung
zu diagnostizieren
. Die Beschwerdeführerin leide weiter an einer
leichten bis
mittelgradigen depressiven Episode beziehungsweise Störung. Sie habe über eine
weitgehe
nd
fehlende Fähigkeit
,
Freude zu erleben, über häufi
ge Interesse- und Lustlosigkeit
, über eine anhaltende Müdi
gkeit und häufige
Erschöpftheit
und auch über einen darniederl
i
e
genden inneren Antrieb
berichtet
. Auf der anderen Seite
z
eige der objektive Psychostatus auch Befunde, die in einer gewissen Diskrepanz zu diesen subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin
stünden
(S. 10).
Dr.
J._
führte weiter aus, die Beschwerdeführerin könne einzelnen
Haushalts
tätigkeiten
nachgehen, treffe sich regelmässig
mit einigen Kolleginnen und
gehe zweimal im Monat schwimmen, so dass noch einige erhaltene innerpsychische Ressourcen dargelegt werden können. Die Beschwerdeführerin stehe in regelmässiger ambulanter psychiatrischer Behandlung. A
ktuell und seit längerer Zeit
finde aber
keine regelrechte
antidepressive Medikation statt
. Es
bestehe
hier noch deutliches Optimierungspotential
(S. 11)
.
Unter optimalen
Behandlungsbe
dingungen
wäre nicht auszuschliessen, dass die qualitativen Funktionseinbussen weiter reduziert werden könnten (S. 14).
Er teile die Meinung von
med.
pract
.
D._
nicht
, dass es sich um eine
chronifizierte
Störung handle, zumal das Behandlungspotential nicht optimal ausgeschöpft werde (S.
15).
Die tiefe Dosierung von maximal
einer Tablette
Temesta
pro Woche spreche klar gegen eine schwerwiegende Angststörung. Überdies gelinge es der Beschwer
deführerin mittels eigenen Expositionsversuchen, diese Ängste zu überwinden (zum Beispiel Einkaufen gehen). Auch die lediglich monatlich stattfinden
d
en ambulant-psychiatrischen Gespräche würden darauf hindeuten, dass die Angstpathologie, aber auch die Affektpathologie, nicht sonderlich schwer ausfallen könne (S. 12).
Schliesslich führte
PD
Dr.
J._
zu
m Vergleich
mit
den psychopathologischen Befunden von
Dr.
E._
aus, dass diese in der hiesigen Untersuchung le
icht besser ausgefallen seien,
was auch erkläre, dass nicht nur eine mittelgradige Dimension der depressiven Störung zu erkennen sei, sondern auch eine leichte Dimension innerhalb dieser depressiven Störung (S. 17).
In der
bidisziplinären
Zusammenfassung vom 1
6.
Mai 2013
(
Urk.
12/69) führten die Ärzte
folgende
,
nach
steh
end gekürzt a
n
geführt
e
Diagnosen auf:
leichte bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.0/F32.1) mit ängstlicher Färbung
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
somatoforme
autonome Funktionsstörung (ICD-10 F45.3)
lumbospondylogenes
Syndrom rechts mehr als links
Aus rheumatologischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in einer leichten bis mittelschweren angepassten LWS-schonenden Tätigkeit mit Hantieren von Lasten bis zu 15
kg zu 100
%
beziehungsweise ganztags arbeitsfähig. Aus psychiatrischer Sicht sei sie in jeglicher Tätigkeit zu 35
%
arbeitsunfähig.
4.8
Dr.
G._
(vorstehend E. 4.2, E. 4.5) führte mit Schreiben vom 1
9.
August 2013 (
Urk.
12/82) aus, dass die Beschwerdeführerin aufgrund seiner Beurteilung eine ganz klare psychiatrische Krankheit habe, welche ihr eine Arbeitstätigkeit verunmögliche.
5.
5
.1
Die Beschwerdegegnerin stützte ihre Annahme einer Verbesserung des Gesund
heitszustandes auf das rheumatologisch-psychiatrische Gutachten von
Dr.
I._
und
PD
Dr.
J._
(vorstehend E. 4.7)
, wonach die Beschwerdeführerin aus rheumatologischer Sicht in einer leichten bis mittelschweren angepassten LWS-schonenden Tätigkeit mit Hantieren von Lasten bis zu 15
kg zu 100
%
arbeitsfähig
und aus
psychiatrischer Sicht
in jeglicher Tätigkeit zu 65
%
arbeits
fähig
sei. Demgegenüber erachteten
Dr.
G._
(vorstehend E. 4.2, E.
4.5
, E.
4.8
) und
med.
pract
.
D._
(vorstehend E. 4.3, E.
4.6) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit als gegeben, so dass von keiner Verbesserung des Gesundheitszustandes auszugehen sei.
5.2
Das Gutachten
(vorstehend E. 4.7)
berücksichtigt die von der
Beschwerdeführer
in
geklagten Beschwerden in angemessener Weise, wurde in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet und trägt der konkreten medizinischen Situation Rechnung.
PD
Dr.
J._
setzte sich
insbesondere
auch
mit den Berichten
von
Dr.
G._
und med.
pract
.
D._
auseinander und erklärte, weshalb
in einzelnen Punkten
nicht
darauf
abgestellt werden k
önne
.
So führte
Dr.
J._
die Gründe auf, weshalb
keine schwerwi
egende Angststörung vorliegen könne
. Die Beschwerdeführerin
sei
weitgehend selbständig, t
reffe
sich regelmässig mit Kolleginnen, treib
e Sport und gehe
täglich einkaufen.
Weiter erklärte er, weshalb es sich nicht um eine
chronifizi
erte
depressive Störung handle
und diese lediglich leicht bis mittelgradig und nicht schwer
sei
. Beide Gutachter bejahten schliesslich ausdrücklich eine Verbesserung des Gesundheitszustandes,
mithin
sowohl in somatischer als auch in psychischer Hinsicht.
Die Beurteilung leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich begründet. Das Gutachten erfüllt damit die praxisgemässen Kriterien (vorstehend E. 1.5) vollumfänglich, so dass darauf ab
zustellen ist.
5.3
In Bezug auf die Berichte
von
Dr.
G._
und
med.
pract
.
D._
ist der Erfah
rungstatsache Rechnung zu tragen, dass nicht nur allgemeinpraktizierende Hausärzte, sondern auch behandelnde Spezialärzte (vgl. Urteile I 383/04 vom 2
6.
November 2004, E. 3.4, und I 139/04 vom 2
0.
Oktober 2004, E. 4.2.2, je mit Hinweisen) im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in
Zwei
felsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 353 E.
3b/cc mit Hinweisen). Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass eine psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist. Daher und unter Beachtung der Divergenz von medizinischem Behandlungs- und Abklärungsauftrag kann es nicht angehen, eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte nachher zu unterschiedlichen Einschätzungen gelangen oder an solchen vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten (Urteil 8C_694/2008 vom
5.
März 2009 E. 5.1).
Im Übrigen lassen die Ausführungen von
med.
pract
.
D._
betreffend die Berentung der Beschwerdeführerin
sowie die Tatsache, dass sie Einwände gegen den Vorbescheid
und die Verfügung erhob,
(
Urk.
6,
Urk.
12/62,
Urk.
12/88-89)
, fraglich e
r
scheinen, ob die zur Objektivität der Beurteilung erforderliche
gewisse Distanz gegeben sei. Dr.
G._
sodann bewegte sich mit
der Bewertung psychiatrischer Diagnosen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (vorstehend E.
4.2, E.
4.5, E. 4.8)
ausserhalb
sein
es
Fachgebiet
es
der physikalische
n
Medizin und Rehabilitation. Für die verlässliche Beurteilung des psychischen Gesundheitszustandes und seiner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit sind in der Regel psychiatrische Fachärzte beizuziehen (BGE 130 V 352 E. 2.2.3., Urteil des Bundesgerichts 8C_989/2010 vom 1
6.
Februar 2011 E. 4.4.2 mit Hinweisen), weshalb die Berichte von
Dr.
G._
den allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen nicht
zu
genügen
vermögen
.
5.4
D
ie besagten Berichte
vermögen
nach dem Gesagten
ein Abweichen vom umfas
senden
reumathologisch
-
psychiatrischen Gutachten nicht zu rechtfertigen.
Z
udem
ist
nicht ersichtlich, inwiefern die von der Beschwerdeführerin geforderte umfassendere Abklärung ihres Gesundheitszustandes (vorstehend E.
2.2) für die Beurteilung des vorliegenden Falls entscheidende Erkenntnisse liefern könnte, sodass darauf im Sinne der antizipierten Beweiswürdigung zu verzic
hten ist (BGE 122 V 157 E. 1d).
5.5
Die von der Beschwerdeführerin
genannten
weiteren
– teilweise durch die Akten bestätigten – Beschwerden an den Zähnen, Neurodermitis, Verfärbungen an Fingern und mangelndes Fingergefühl
, und weitere
(vorstehend E. 2.2), sind ohne
Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit und demzufolge im vorliegenden Verfahren
ohne Belang
.
Dasselbe gilt für die
von
med.
pract
.
D._
diagnostizierte
Katzenphobie (
vorstehend E. 4.3
).
5
.6
Der Vollständigkeit halber zu erwähnen bleibt, dass die rentenzusprechende Verfügung vom 1
0.
Juli 2008 (
Urk.
12/37) zweifellos unrichtig war und die Rente der Beschwerdeführerin somit auch hätte
in Wiedererwägung gezogen
werden können (vorstehend E. 1.3
). Bei einer
damals
ausgewiesenen Arbeitsfähigkeit von 50
%
und
einer Qualifizierung der Beschwerdeführerin als zu 50
%
erwerbstätig und zu 50
%
im Aufgabenbereich tätig
beträgt die Einschränkung im Erwerbsbereich 0 % und es
kann rein rechnerisch
nicht d
er
damals
angegnommene
Invaliditätsgrad
resultieren.
Weitere Ausführungen hierzu erübrigen sich
allerdings
, da die Rentenrevision bereits aufgrund von
Art.
17
Abs.
1 ATSG erfolgen kann
.
5.7
Nach dem Gesagten
ist mit dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, dass sich der für die
Rentenzusprache
entscheidende Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verbessert hat. Damit besteht Anlass für eine Rentenrevision im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG. Eine Revision
nach lit. a
Abs.
1 der am
1.
Januar 2012 in Kraft
getretenen Schlussbestimmungen der Änderung vom 1
8.
März 2011 des IVG (
6.
IV-Revision, erstes
Massnahmepaket
) ist
somit
nicht mehr zu prüfen.
6.
6.1
Es stellt sich im Folgenden die Frage, ob der
ausgewiesene
Gesund
heitsschaden
der Beschwerdeführerin
eine Invalidität
im Sinne von
Art.
8 ATSG
begründet
(vorstehend E. 1.1)
.
In psychischer Hinsicht
leidet die
Beschwerdeführerin
an
eine
r
leichte
n
bis mittelgradige
n
depressive
n
Episode, eine
r
anhaltende
n
somatoforme
n
Schmerzstörung sowie eine
r
somatoforme
n
autonome
n Funktionsstörung
. Da
sowohl
eine
somatoforme
S
chmerzstörung
als auch eine
somatoforme
autonome Funktionsstörung
nur ausnahmsweise
inva
lidisierenden Charakter aufweisen
und eine leichte bis mittelgradige depressive Episode als grundsätzlich therapierbar gilt
(vgl. nachstehend E. 6.2
-3
),
ist
in diesem Zusammenhang insbesondere die Frage der Überwindbarkeit zu klären.
Der somatische Gesundheitszustand
der Beschwerdeführerin
begründet
gemäss Gutachten
für sich allein
keine Invalidität
(vorstehend E.
4.7
)
.
6.
2
Eine fachärztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende
somatoforme
Schmerz
störung
begründet als solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die
somatoforme
Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte
Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im
Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen
Komorbidität
von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere mit gewisser Intensität
und Konstanz erfüllte Faktoren, so: chronische körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger,
chronifizierter
Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung; ein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; „Flucht in die Krankheit"); ein
unbefriedigendes Behandlungsergebnis
trotz konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlung (auch
mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung (kooperative
Haltung) der versicherten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 130 V 352, 131 V
49 E. 1.2, BGE 139 V 547 E. 3).
6.3
Nach der Rechtsprechung werden leicht- bis mittelgradige Episoden einer Depres
sion und selbst mittelgradige depressive Episoden
regelmässig
nicht als von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im Sinne eines verselbständigten Gesundheitsschadens betrachtet, die es der betroffenen Person verunmöglicht, die Folgen der bestehenden Schmerzproblematik zu überwinden. Daran ändert nichts, wenn die depressive Episode vor dem Hintergrund einer rezidivierenden depressiven Störung diagnostiziert worden ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_104/2014 vom 2
6.
Juni 2014 E. 3.3.4 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil 9C_856/2013 vom 8. Oktober 2014 E. 5.1.2).
Zwar ist eine invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Störung nicht schlechthin
auszuschliessen
, indes bedingt deren Annahme, dass es sich nicht
bloss
um eine Begleiterscheinung einer Schmerzkrankheit, sondern um ein selbständiges, vom psychogenen Schmerzsyndrom losgelöstes depressives Leiden handelt und im Weiteren, dass eine konsequente Depressionstherapie befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist (
Urteil des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom
3.
April 2014 E.
4.2 mit Hinweisen).
6.
4
PD
Dr.
J._
erachtete
mit
der leichten bis mittelgradigen depressiven Episode
in medizinischer Hinsicht
eine psychische
Komorbidität
zur anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung sowie zur
somatoformen
autonomen Funktionsstörung
als gegeben
(
Urk.
12/68 S. 13).
Dr.
E._
ging davon aus, dass die depressive Episode höchstwahrscheinlich mit der
somatoformen
Schmerzstörung überlagert sei (vorstehend E. 3.8).
Eine leichte bis mittelgradige depressive Episode gilt grundsätzlich als therapierbar und ist in der Regel keine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im Sinne eines verselbständigten Gesundheitsschadens, die es der betroffenen Person verunmöglicht, die Folgen der Schmerzstörung zu überwinden (vorstehend E. 6.3).
Aus
rechtsanwenderischer
Sicht
handelt es sich demgemäss bei der leichten bis mittelgradigen depressiven Episode nicht um ein selbständiges, vom Schmerzsyndrom losgelöstes Leiden im Sinne einer psychischen
Komorbidität
. Selbst wenn dies allerdings bejaht würde, wäre die praxisgemässe notwendige Erheblichkeit der Schwere, Ausprägung und
Intensität nicht gegeben.
So handelt es sich nach
PD
Dr.
J._
insbesondere nicht um eine
chronifizierte
Störung
, zumal das Behandlungspotential noch nicht optimal ausgeschöpft worden sei
(vorstehend E. 4.7).
Die übrigen rechtsprechungsgemäss relevanten Kriterien, die einem adäquaten Umgang mit den geklagten Schmerzen entgegenstehen können, sind nicht hin
reichend gehäuft und ausgeprägt erfüllt, um insgesamt den rechtlichen Schluss auf eine invalidisierende Gesundheitsschädigung zu gestatten.
So liegen
zwar
objektivierbare chronische kö
rperliche Begleiterkrankung
en
vor. Von einem ausgewiesenen sozialen Rückzug in allen Belangen des Lebens kann indessen
nicht gesprochen werden
.
So führte PD
Dr.
J._
aus, dass die Beschwerdeführerin täglich einkaufen gehe, sich
regelmässig
mit Kolleginnen treffe oder zweimal pro Monat schwimmen gehe (vorstehend E. 4.7).
Mangels einer eigentlichen antidepressiven medikamentösen Therapie und relativ grossräumigen
The
rapieintervallen
bei der behandelnd
en Psychiaterin
, kann auch nicht von einem gescheiterten Behandlungsergebnis trotz sämtlichen Bemühungen gesprochen werden.
Die Beschwerdeführerin war zwar
vom
3
0.
März 2006 bis zum 2
7.
April 2006
in stationärer Betreuung in der Höhenklinik
Z._
, dies allerdings aufgrund der somatischen Beschwerden (vorstehend E. 3.2). Eine erfolgte psychiatrische stationäre Behandlung ist den Akten nicht zu entnehmen. Der Gutachter ging
schliesslich
davon aus, dass bei besserer Compliance die qualitativen
Funktionseinbussen
w
eiter reduziert werden könnten (vorste
hend E. 4.7).
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass die Kriterien, die ein Abweichen von der Überwindbarkeitsvermutung erlauben würden,
in der Gesamtwürdigung
nicht oder nicht in genügendem Ausmass erfüllt sind, weshalb
in Bezug auf die
somatoforme
Schmerzstörung
und die
somatoforme
autonome Funktionsstörung
kein invalidisierend
er Gesundheitsschaden vorliegt.
6.5
Zusammenfassend ist somit
bei der Beschwerdeführerin
kein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen.
Die abschliessende Beantwortung der Frage, ob eine invalidisierende Gesundheitsschädigung vorliegt oder nicht, ist rechtlicher Natur und obliegt damit den rechtsanwendenden Behörden. Es ist folglich mit der bundesgerichtlichen Rechtsprechung vereinbar, einem Gutachten vollen Beweiswert zuzuerkennen, jedoch von der medizinischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung sozialversicherungsrechtlicher Aspekte abzuweichen (BGE 140 V 193 E. 3.1 f., 132 V 393 E. 3.1 f., 130 V 352 E. 3; Urteil des Bundesgerichts 9C_636/2007 vom 2
8.
Juli 2008 E. 3.3.1).
Da kein invalidisierender Gesundheitsschaden ausgewiesen ist, erübrigt sich somit auch die von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Berechnung
des Invaliditätsgrades (
Urk.
2 S. 2)
.
Die angefochtene Verfügung erweist sich demnach
im Ergebnis
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzuerle
gen.