Decision ID: 318ebeae-726a-4af3-9a48-f1a287d0971c
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1972, war von 1995 bis
2002
bei
der
Y._ AG
in der
Einzieherei
und von 2002 bis 2014 für diverse Arbeitgeber
zunächst
als Haushälterin und
zirka ab dem Jahr 2003 als
Reinigerin
tätig (Urk.
6/6/2 Ziff. 2.7;
Urk.
6/37; Urk. 6/42/2, Urk. 6/157 S. 9 Ziff. 3.1.2
,
Urk. 6/157
S. 22 Ziff. 4.3.1 unten
).
Unter Hinweis auf
einen Schlaganfall
meldete sie sich am
27. Februar 2014
bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
6/2
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab, zog Akten der
Helsana Versiche
rungen AG als Krankentaggeldversicherung
bei (Urk.
6/30; Urk. 6/68
) und holte bei
m
I
nstitut
Z._
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am
5. Dezember 2017
erstattet wurde (Urk.
6/157
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
6/167
; Urk.
6/174
) sprach die IV-Stelle
der Versicherten
mit Verfügung vom
9
.
August
2018
b
ei einem Invali
ditätsgrad von 100
%
eine ganze
Rente
von
Januar 2015 bis
J
uni 2016 und bei einem Invaliditätsgrad von 51
%
eine halbe Rente ab Juli 2016
zu
(
Urk.
2
= Urk. 6/186-199
; Urk.
6/
180+
181
)
.
2.
Die Versicherte erhob am
14. September 2018
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
9
.
August
2018
(
Urk.
2
)
und beantragte, diese sei aufzuheben und es sei
die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die gesetzlichen Versicherungsleistungen auszurichten
(Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
16. Oktober 2018
(Urk.
5
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde der Beschwerdeführerin am
31. Ok
tober 2018
zur Kenntnis gebracht (Urk.
7), worauf diese mit Eingabe vom 21. No
vember 2018 (Urk. 8) noch einmal Stellung nahm.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts
,
ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente
umfasst einerseits die Zusprechung der Leis
tung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung (BGE 125 V 413 E. 2d; Urteil des Bundesgerichts 8C_780/2007 vom 27. August 2008 E. 2.3; vgl. Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
11 zu Art. 30–31). Rechtsprechungsgemäss bildet eine solche Verfügung insgesamt den Anfechtungs- und Streitgegenstand und unterliegt integral der gerichtlichen Prüfung, selbst wenn nur einzelne Punkte davon bestritten sind (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_440/2017 vom 25. Juni 2018 E. 5.1 [in BGE 144 V 153 nicht publiziert] und 9C_50/2011 vom 25. Mai 2011 E. 2.1).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung ausgeklammert blieben. Die gerichtliche Prü
fung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise gere
gelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen). Dabei ist in anfechtungs- und streitge
genständlicher Hinsicht irrelevant, ob eine rückwirkende Zusprechung einer ab
gestuften oder befristeten Invalidenrente in einer oder in mehreren Verfügungen gleichen Datums eröffnet wird (BGE 131 V 164 Regeste; Urteil des Bundesge
richts 8C_489/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.1 mit Hinweis).
1.4
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimmun
gen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der
Verordnung
über die Invali
denversicherung, IVV
) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinwei
sen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die Abstufung oder Befristung erforderliche Revi
sionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeit
punkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog an
wendbaren Art. 88a Abs. 1
der Verordnung über die Invalidenversicherung (
IVV
)
festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchsänderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis
).
Ist eine anspruchserhebliche Änderung des Sachverhalts nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, bleibt es nach dem Grundsatz der materiellen Beweis
last beim bisherigen Rechtszustand (Urteil des Bundesgerichts
9C_418/2010
vom 29. August 2011).
1.
5
Gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu berücksich
tigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesent
liche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird.
Nach der bundesgerichtlichen Praxis zu Art. 88a Abs. 1 IVV ist eine Leistungs
anpassung in der Regel erst nach Ablauf von drei Monaten seit dem Eintritt der Änderung vorzunehmen (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5.3; vgl. ZAK 1984 S. 134; vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_32/2015 vom 10. September 2015 E. 4.1 und I 583/05 vom 15. März 2006 E. 2.3.2 je mit Hinweisen).
1.
6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stützte sich beim Erlass
der angefochtenen Verfügung
auf das polydisziplinäre Gutachten de
s
Z._
. Sie ging davon aus
(Urk. 6/181)
, dass der Beschwerdeführerin nach Ablauf der Wartefrist im Januar 2015 weiterhin keine Erwerbstätigkeit zumutbar
gewesen
sei, woraus sich ein Invaliditätsgrad von 100
%
ergebe. Die gesundheitliche Situation habe sich
dann
verbessert. Die frühere Tätigkeit im Reinigungsbereich sei der Beschwerdeführerin zwar weiter
hin nicht möglich, ab 25. März 2016 sei ihr aber eine ihren Einschränkungen angepasste Tätigkeit wieder zu 50
%
zumutbar
. Dabei sollte es eine Tätigkeit sein, bei der der Einsatz der linken Hand nicht oder nur gelegentlich ohne Belastung als Haltehand notwendig sei. Der Einkommensvergleich ergebe einen Invalidi
tätsgrad von 51
%
(
S. 1 unten). Unter Berücksichtigung dessen, dass die Verbes
serung 3 Monate angedauert habe, habe die Beschwerdeführerin ab 1. Juli 2016 Anspruch auf eine halbe Rente (S. 2 oben). Betreffend den im Einwand geltend gemachten Leidensabzug von 20 bis 25
%
führte die Beschwerdegegnerin
aus, die
Einhändigkeit
stell
e faktisch zwar eine erschwerte Verwertbarkeit
dar. Da die Einschränkung aber nicht die dominante Hand betreffe, sei ein Abzug nicht ge
rechtfertigt (S. 2 Mitte).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk. 1), der Verfügung vom 9. August 2018 könne keine Begründung entnommen wer
de
n
. Erst aus den
beigezogenen Akten ergebe sich, dass die Beschwerdegegnerin eine Begründung vorbereitet habe, welche aber in die erlassene Verfügung nicht Eingang gefunden habe. Dadurch sei
ihr
Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden, weshalb die Verfügung aufzuheben sei (S. 4 Ziff. 3).
Es bestehe gemäss dem polydisziplinären Gutachten eine quantitativ und quali
tativ erheblich eingeschränkte Arbeitsfähigkeit auch in angepassten Tätigkeiten, die Behinderung resultiere vor allem aus der aufgehobenen Einsatzfähigkeit der linken Hand (faktische
Einhändigkeit
) und der kognitiven Beeinträchtigung. Ge
mäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung sei ein Leidensabzug von 20 bis 25
%
einzuräumen, wenn eine Hand nur noch als Hilfshand eingesetzt werden könne. Hinzu komme vorliegend die kognitive Beeinträchtigung. Ein Leidensab
zug von mindestens 25
%
sei somit ausgewiesen. Entsprechend sei der Invalidi
tätsgrad zu erhöhen (S. 5 f. Ziff. 5).
Sodann sei die angebliche Verbesserung per März 2016 nicht erstellt. Gemäss Gutachten könne die Arbeitsfähigkeit von 50
%
«arbiträr» ab März 2016 ange
nommen werden, was mit Sicherheit ab November 2017 zu bestätigen sei. Dem
nach sei erst per November 2017 mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit eine
Verbesserung erstellt, während
es sich bei der Verbesserung ab März 2016 erklärtermassen nur um eine gutachterliche Annahme handle. Eine allfällige Rentenherabsetzung könne daher frühestens per Februar 2018 erfolgen (S. 6 Ziff. 6).
2.3
In der Beschwerdeantwort (Urk. 5) führte die Beschwerdegegnerin aus, die Be
schwerdeführerin sei bis zum 24. März 2016 in stationärer Behandlung in der Klinik
A._
gewesen. Nach Klinikaustritt habe in angepasster Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
bestanden, was im Gutachten bestätigt werde. Die Ver
besserung des Gesundheitszustandes sei somit überwiegend wahrscheinlich per März 2016 eingetreten (S. 1 oben). Die Einschränkung
durch die faktische
Ein
händigkeit
betreffe nicht die dominante rechte Hand, weshalb ein zusätzlicher Abzug nicht gerechtfertigt sei (S. 1 Mitte).
2.4
Die Beschwerdeführerin wies in ihrer
Stellungnahme vom 21. Oktober 2018
(Urk. 8) darauf hin, dass
dem Gutachten keine Begründung für die angebliche Verbesserung der Arbeitsfähigkeit per Klinikaustritt zu entnehmen sei. Im defini
tiven Austrittsbericht sei denn auch per Austritt eine Arbeitsunfähigkeit von 80
%
bis auf Weiteres attestiert worden (S. 2 f. Ziff. 2). Das Bundesgericht habe sodann auch bei betroffener
adominanter
Hand Leidensabzüge gewährt, was der zuneh
menden Tendenz entspreche, nicht mehr zwischen dominanter und
adominanter
Hand zu unterscheiden (S. 3 Ziff. 3).
2.5
Betreffend die von der Beschwerdeführerin monierte Verletzung des rechtlichen Gehörs
(vorstehend E. 2.2)
ist dieser
insoweit zuzustimmen, als dass die renten
abweisende Verfügung vom 9. August 2018 (Urk. 2 = Urk. 6/186-199) wohl effektiv ohne ihren zweiten Teil (Urk. 6/181) versandt wurde, welcher deren Begründung beinhaltete. Indes entsprach diese Begründung im Wesentlichen der
jenigen des Vorbescheids vom 3. April 2018 (Urk.
6/167), was erfahrungsgemäss der Regel entspricht. Der bereits im
Vorbescheidverfahren
anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin wurde die Verfügung vom 9. August 2018 sodann am 13. August 2018 zugestellt (Urk. 1 S. 2), worauf sie bereits am 14. August 2018 ein Akteneinsichtsgesuch stellte (Urk. 6/201), welchem am 15. August 2018 ent
sprochen wurde (Urk. 6/202), wodurch die Begründung der Verfügung (Urk. 6/181) spätestens
dann
transparent wurde. Die Verletzung des rechtlichen Gehörs wiegt somit sehr leicht und wurde
zeitnah
geheilt
(vgl. BGE 127 V 431
E.
3d/
aa
).
2.
6
Der Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin als solcher ist unumstritten, ebenso der Invaliditätsgrad von 100
%
für die erste Zeit nach dem erlittenen Schlaganfall. Streitig und zu prüfen ist hingegen die Höhe des
Invaliditätsgrades nach eingetretener Verbesserung des Gesundheitszustandes sowie der Zeitpunkt dieser Verbesserung.
3.
3.1
Die Ärzte der Klinik für Neurologie des Universitätsspitals
B._
führten im Austrittsbericht vom 29. Januar 2014 (Urk. 6/30/11-16
= Urk. 6/38/13-18
) aus, die Patientin sei vom 21. Januar bis am 4. Februar 2014 hospitalisiert gewe
sen. Sie nannten folgende, hier verkürzt wiedergegebene
n
Diagnosen (S. 1 f.):
-
zerebrale Ischämie im Media- und
Anteriorstromgebiet
rechts am 21. Ja
nuar 2014
-
Vitamin B12 Mangel (Erstdiagnose [ED] im Januar 2014)
Die notfallmässige Zuweisung per Sanität sei am 21. Januar 2014 wegen einer um 7 Uhr akut aufgetretenen Halbseitenschwäche links und einer Sprechstörung erfolgt. In der durchgeführten kranialen Computertomographie (
cCT
) habe sich eine akute Ischämie im
arteria
-cerebri-media-Stromgebiet rechts bei Teilver
schluss des M2-Segmentes gezeigt, die zerebrale Magnetresonanztomographie (MRI) habe zudem eine Is
chämie im Bereich der
Arteria
cerebri anterior auf der rechten Seite gezeigt (S. 6 oben).
3.2
Dr.
C._
, Facharzt für Neurologie, führte im Austrittsbericht vom 12. Mai 2014 (Urk. 6/18) aus, die Beschwerdeführerin habe sich vom 4. Februar bis zum 9. Mai 2014 in stationärer Behandlung zur intensi
ven Neurorehabilitation befunden. Er nannte
die
folgende
n, hier verkürzt ange
führten
Diagnosen (S. 1):
-
i
schämischer Insult im Media- und
Anteriorstromgebiet
rechts am 21. Ja
nuar 2014
-
residuell
: Parese des linken Armes, minime Parese des linken Beines,
Fazialiparese
links
-
Vitamin B12 Mangel (
ED
Januar 2014)
-
Verdacht auf Allergie auf ASS
(
Acetylsalicylsäure
)
mit Urtikaria und
Quincke
Ödem
Die Patientin habe sich während ihres Aufenthaltes sehr gut erholt. Insbesondere die Armfunktion habe sich deutlich gebessert.
Residuell
bleibe noch eine Parese insbesondere der Hand,
welche
die Patientin im Alltag einschränke (S. 3 unten).
Die aktuelle neuropsychologische Abklärung zeige eine leichte kognitive Störung mit Einschränkungen im Bereich der Aufmerksamkeit. Zudem zeige sich eine leicht verminderte verbale Merkspanne. Die anderen getesteten Gedächtnisleis
tungen und Exekutivfunktionen zeigten sich im Normbereich (S. 3 Mitte).
3.3
Im Zwischenbericht vom 4. August 2014 zuhanden der Krankentaggeldversiche
rung (Urk. 6/30/
17-19) führte
Dr
.
C._
(vorstehend E. 3.2) aus, in ihrem Job als Reinigungskraft werde die Patientin vermutlich nicht mehr arbeiten können, in einer sitzenden Tätigkeit ohne hohe Anforderungen an die Arm- und Handfunk
tion vermutlich schon (Ziff. 10).
3.4
Im Bericht vom 2. Oktober 2014 (Urk. 6/15) führte
Dr
.
C._
aus, die Parese am linken Arm bewirke Einschränkungen der manuellen Tätigkeit. Abhängig vom Verlauf sei die bisherige Tätigkeit als Haushaltshilfe zumutbar. Aktuell bestehe eine verminderte Leistungsfähigkeit von 50
%
wegen Tagesmüdigkeit nach Schlaganfall. Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei während zwei bis drei Stunden pro Tag möglich (S. 2 f. Ziff. 1.7).
3.
5
Die Ärzte der Abteilung Neuropsychologie der Klinik für Neurologie,
B._
, führten im Bericht zur neuropsychologischen Untersuchung vom 2. Februar 2015 (Urk. 6/36) aus, es finde sich eine leicht verminderte
konzentrative
Belastbarkeit, insbesondere bei zeitgleicher Ausführung von motorischen und kognitiven Auf
gaben (S. 3 oben). Abgesehen von einer leichten Beeinträchtigung der Aufmerk
samkeit in Form einer Aufmerksamkeitsverschiebung nach rechts verfüge die Pa
tientin über durchschnittliche kognitive Fähigkeiten. Es
werde vermutet, dass sie auf kognitiver Ebene in den nächsten Jahren auf ein durchschnittliches Niveau gelangen könne (S. 3 Mitte).
3.6
Die Ärzte der Klinik für Neurologie,
B._
, führten im Bericht vom 2. Februar 2014 (richtig: 2015) aus, die bisherige Tätigkeit als Reinigung
skraft sei nicht mehr zu
mutbar.
Betreffend behinderungsangepasste Tätigkeit seien aktenanamnestisch eine stehende/ge
hende Tätigkeit beziehungsweise
Arbeiten mit
bimanueller
Koordination nicht möglich (Urk. 6/38/1-5 Ziff. 1.7).
3.7
Dr.
D._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
führte im Bericht vom 4. März 2015 (Urk. 6/39) aus, er behandle die Beschwerdeführerin seit dem 28. Januar 2008 (S. 2 Ziff. 1.2.1.1. Es bestehe in der linken oberen Extremität eine Einschränkung der Grob- und Feinmotorik in Bezug auf Bewegungsumfang, Koordination, Kraft und Ausdauer (S. 2 Ziff. 1.7.1.3)
sowie in der linken unteren Extremität eine moderate Beeinträchtigung beim Gehen (S. 2 Ziff. 1.7.1.4).
Es be
stehe auch eine
mässige Beeinträchtigung der
konzentrative
n
Belastbarkeit
und Ausdauer,
der konstruktiven zukunftsgerichteten
Planung und Realisation sowie
der
Kommunikation durch
eine
moderat reaktive depressive Restsymptomatik und zum Teil bestehende Gefühlsinkontinenz
(S. 2
f.
Ziff. 1.7.3.1). Es werde davon ausgegangen, dass d
ie
Patientin die
bislang innegehabte Arbeit als Raumpflegerin
nicht mehr ausüben könne (S. 3 Ziff. 1.7.4.1). Bei der ambulanten Rehabilitation seien relevante Fortschritte gemacht worden. Das Wesentliche, das möglich sei, dürfte nun zu einem grossen Teil erreicht sein, obwohl noch weiter an sich ab
zeichnenden Detailverbesserungen gearbeitet werden müsse. Es sei sehr wichtig, dass die Patientin nun in einen neuen behinderungsangepassten Arbeitsbereich eingearbeitet oder umgeschult werden könne (S. 3 Ziff. 1.7.9.1).
3.8
Dr.
E._
, Fachärztin für Neurologie,
führte im Bericht vom 7. Dezember 2015 zur Konsultation vom 4. Dezember 2015
aus, bei der Patientin liege eine
residuelle
, jedoch sich kontinuierlich unter der intensiven Therapie bes
sernde distal- und armbetonte Hemiparese links vor (Urk. 6/67/29-31).
3.9
Im Verlaufsbericht vom 2.
Februar 2016
(Urk. 6/67/1-4)
nannte
Dr.
D._
(vor
stehend E. 3.7)
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Ziff. 1.2):
-
zerebrale Ischämie im Media- und
Anteriorstromgebiet
rechts am 21. Ja
nuar 2014
-
Residualsymptomatik vor allem betreffend obere Extremität links, im Besonderen Sensibilität und Motorik der Hand
-
weiterbestehende geringfügige Beschwerden die linke untere Extremi
tät betreffend
-
weiterbestehende geringfügige neuropsychologische Veränderungen
-
weiterbestehende geringgradige reaktive Depression
Entscheidend betreffend die Behinderung der Patientin seien weiterbestehende, vor allem distal lokalisierte Defizite der linken oberen Extremität, im Besonderen die Funktionalität der Hand betreffend (Ziff. 1.3)
. Betroffen seien Sensibilität und Motorik inklusive Kraft und Ausdauer (Ziff. 2.1). Diese Defizite seien noch be
schränkt verbesserungsfähig (Ziff. 2.1.1.1). Diese Verbesserungen seien aber un
genügend, um die Arbeitsfähigkeit in der vorangehend inne gehabten Tätigkeit wiederherzustellen (Ziff. 2.1.2.1). In einer angepassten Tätigkeit, zu deren Aus
führung nur eine sehr untergeordnete Hilfestellung durch die linke Hand notwen
dig sei, dürfte bei nun optimal geführtem Integrationsprozess eine beschränkte Arbeitsfähigkeit erreicht werden können, wobei die Leistungsfähigkeit stark ein
geschränkt se
in dürfte (Ziff. 2.1.2.2). Dies
betreffend müsse eine Beurteilung durch spezialisierte Fachpersonen erfolgen (Ziff. 2.2.2).
Konsultationen erfolgten alle ein bis zwei Monate, bei Bedarf auch interkurrent
(Ziff. 3.1.2
.
1).
3.10
Vom 29. Februar bis am 24. März 2016 war die Beschwerdeführerin in der Klinik
A._
hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 24. März 2016 (Urk. 6/81) führten deren Ärzte aus, die Patientin sei von Dr.
D._
zur erneuten Neurorehabilita
tion zugewiesen worden. Ein Hauptfokus habe in der Besserung der Armfunktio
nalität im Alltag bestanden
.
Es habe sich eine Verbesserung in der Extension der Finger links von 15
%
auf 50
%
und mit einem Fingertape auf
60
%
Streckung gezeigt. Im Alltag hätten sich ebenso Verbesserungen gezeigt (S. 2 Mitte). Im Ver
lauf habe sich auch eine Zunahme der Kraft in den Fingerextensoren sowie des Beines links gezeigt. Die Hauptdefizite bestünden nach wie vor in der Handfunk
tion links. Begleitend sei eine Psychotherapie bei psychosozialer Belastungssitu
ation und erschwerter Krankheitsverarbeitung erfolgt (S. 2 unten). Es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 80
%
bis auf Weiteres. Eine
Revaluation
erfolge in 4 Wo
chen durch den Hausarzt (S. 3 oben).
3.
11
Die Ärzte der Klinik für Neurologie,
B._
, führten im Bericht zur
neuroangiologi
schen
Untersuchung vom 26. Januar 2017 (Urk. 6/134/4-7) aus, die Patientin
be
richte
über einen stabilen Verlauf der
residuellen
arm- und distal betonten
mässiggradigen
Hemiparese links. Seit der letzten
Vorstellung
(am 17. September 2015; vgl. S. 1 oben und Urk. 6/67/36-38)
habe sie unter regelmässiger Physio- und Ergotherapie weitere Fortschritte machen können. Leider könne sie die linke Hand bei fehlender Fingerbeweglichkeit nur beschränkt einsetzen. Sie finde sich jedoch im Alltag gut zurecht (S. 3 oben).
3.12
Dr.
F._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, führte im Bericht vom 29. März 2017 (Urk. 6/133/6-9) aus, er behandle die Beschwer
deführerin seit dem 1. Juni 2016 (S. 2 unten). Als psychiatrische Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine mittelgradige depressive Epi
sode gemäss ICD-10 F32.1 (S. 1 Ziff. 1.1). Die Beschwerdeführerin sei bis zum
zerebrovaskulären
Ereignis im Jahr 2014 eine aktive und starke Frau gewesen,
seither habe sie sich aber psychisch verändert. Es bestehe ein depressives Syn
drom, welches bis heute fortbestehe. Sie fühle sich wie eine Schnecke, alles gehe nur noch langsam (S. 2 Mitte). Aus psychiatrischer Perspektive bestehe für die zuletzt ausgeübte und für eine angepasste Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
(S. 3 Ziff. 1.6). Es liege eine depressive Stimmungslage vor mit verminderter emotionaler Belastbarkeit, Freudlosigkeit, Ängstlichkeit, vorzeitige
r
Erschöpfbar
keit, psychophysischer Verlangsamung und sozialem Rückzug. Das Selbstwertge
fühl sei vermindert und die Fähigkeit zur Selbstbehauptung herabgesetzt. Die Konzentrationsfähigkeit sei bei höheren Anforderungen vermindert (S. 3 Ziff. 1.7).
4.
4.1
Am 5. Dezember 2017 erstatteten Dr.
G._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Dr.
H._
, Facharzt für Neurologie,
I._
sowie Dr.
J._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Z._
, ihr polydisziplinäres Gutachten (Urk. 6/157).
4.2
Dr
.
G._
führte im allgemeininternistischen Teilgutachten (S. 8-11) aus, ganz im Vordergrund stünden bei der Explorandin die Beschwerden von Seiten des Schlaganfalles, zu welchen aus neurologischer und neuropsychologischer Sicht Stellung bezogen werde. Ansonsten könnten aus isoliert allgemeininternis
tischer Sicht keine weiteren Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden (S. 10 Ziff. 3.4).
4.3
Dr.
J._
nannte im psychiatrischen Teilgutachten (S. 11-16) keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (F43.21)
bei Status nach Schlaganfall a
m 21. Januar 201
4.
Zwischen den neurologischen Behinderungen und der depressiven Reaktion bestehe eine lineare Verbindung insofern, als die depressive Reaktion vollständig durch den Schlaganfall
verursacht sei. Für eine eigenständige, unabhängige depressive Stö
rung ergäben sich keine Hinweise (S. 13 Ziff. 4.1.4).
Die depressive Reaktion sei leichtgradig und führe weder zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der bisherigen noch in einer angepassten Tätigkeit. Es sei davon auszugehen, dass sie vorübergehender Natur sei und durch eine adäquate Behandlung abklinge (S. 13 Ziff. 4.1.5).
4.4
Dr.
H._
nannte im neurologischen Teilgutachten (S.
16-22)
keine neuen Diagnosen (S. 20 Ziff. 4.2.3).
Die Explorandin gebe an, dass die Situation in letz
ter Zeit im Wesentlichen immer gleich sei, sie sehe keine Fortschritte mehr. Das Hauptproblem sei ihre linke Hand. Diese funktioniere einfach nicht mehr auto
matisch, sie müsse alles ganz bewusst machen, sie müsse die Hand quasi «zwin
gen», etwas zu tun. Die Feinmotorik sei massiv beeinträchtigt
, vor allem könne sie die Faust nicht öffnen respektive die Finger nicht strecken
(S. 18 Ziff. 4.2.1.2 oben).
Zum neurologischen Status
wurde
aus
geführt
, es bestehe eine etwas wechselnd ausgeprägte, aber eindeutig spastische Tonuserhöhung am linken Arm. Dieser werde im Wesentlichen vor sich hergetragen. Im Vorhalteversuch der Arme gebe es kein Absinken links, es komme aber zu einem langsamen Einkrallen vor allem der radialen Finger. Die
Diadochokinese
sei links deutlich verlangsamt und
ver
plumpt
, die Feinmotorik massiv reduziert bis aufgehoben. So könne die Explo
randin zum Beispiel nicht Klavier spielen. Die Bewegung vom Daumen zum Zei
gefinger (
Dig
. II) gelinge nur in supinierter Vorderarm- und Handstellung, nicht in Pronation. Die übrigen Finger könnten mit dem Daumen nicht erreicht werden. Es bestünden sch
were Paresen für das Fingerspreizen und –strecken inklusive Daumen, während die Flexionsfunktionen recht kräftig seien, die Explorandin könne gut eine Faust machen, bringe allerdings den Daumen nicht ganz hinein. Eine leichte Schwäche finde sich für die Handgelenksextension, keine relevante im Ellbogenbereich.
Die Schulterfunktion sei schmerzbedingt schwierig prüfbar, Bewegungen seien hier aber gegen recht kräftigen Widersta
nd möglich (S. 19 Ziff. 4.2.2).
Die Feinmotorik sei links massiv reduziert, die Explorandin könne den Daumen nicht opponieren und die Langfinger nicht vollständig strecken und die Streckung sei paretisch, schwerer betreffend die Faust, den Zeigefinger und den Mittelfinger (
Dig
. I-III) als die beiden kleinen Finger. Die Bewegungen erfolgten langsam und unkoordiniert. Die Reflexe seien auf der ganzen linken Seite gesteigert, das
Ba
binski-Zeichen
sei links positiv. Am linken Bein könne keine relevante Parese objektiviert werden, das Gehen sei auch recht flüssig möglich (S. 21 Ziff. 4.2.4 oben)
.
Zusammengefasst persistiere - trotz unter Berücksichtigung des initial schweren Zustandsbilds insgesamt erfreulichen Verlaufs – eine schwere Behinderung in der Einsatzfähigkeit der
adominanten
linken Hand insofern, als diese nur noch als Hilfshand eingesetzt werden könne. Es fehle die Kraft (vor allem für die Streck
funktionen
)
, die Koordination, die Geschicklichkeit und die Schnelligkeit. Die Einschränkung am linken Bein sei gering. Bald 4 Jahre nach Auftreten der Schä
digung sei von einem Residualzustand auszugehen (S. 21 Ziff. 4.2.4
unten
).
Für die früher ausgeübte Tätigkeit in der Reinigung bestehe Arbeitsunfähigkeit. Theoretisch möglich wäre noch eine Tätigkeit, bei der die linke Hand nicht res
pektive nur selten als Hilfshand eingesetzt werden müsste. Diese müsste vorwie
gend sitzend sein, wobei zwischendurch Aufstehen und Umhergehen möglich wäre. Theoretisch wäre dies bei einer reinen Überwachungstätigkeit der Fall. Für jegliche «durchschnittliche»
bimanuelle
Tätigkeit sei die Explorandin als arbeits
unfähig zu beurteilen. Im Haushalt, wo die Tätigkeit ohne Zeitdruck frei eingeteilt werden könne, sei die Einschränkung mit 50
%
zu quantifizieren (S. 21 Ziff. 4.2.5).
Die Einschränkung für
die angestammte Tätigkeit gelte seit dem 21. Januar 201
4.
Ab diesem Zeitpunkt habe bis zur Beendigung des Rehabilita
tionsaufenthalts in der Klinik
A._
am 24. März 2016 auch für alle übrigen Tä
tigkeiten Arbeitsunfähigkeit bestanden. Seither gelte das attestierte Ausmass (S. 21 Ziff. 4.2.6).
4
.5
I
m neuropsychologischen Teilgutachten (S. 22-26)
wurde
als Diagnose eine leichte kognitive Beeinträchtigung
genannt
(S. 24 Ziff. 4.3.3). So bestehe für Bewegungsabläufe eine leichte Verminderung der Merkfähigkeit. Die Aufmerk
samkeitsfunktionen seien im Sinne der selektiven Aufmerksamkeit und der kog
nitiven Geschwindigkeit bei visuell-verbalen Interferenzangaben deutlich redu
ziert.
Bei
der Aufgabe, mehrere Items gleichzeitig zu beachten, sinke das Arbeits
tempo deutlich (S. 25 Ziff. 4.3.4). Die Arbeitsfähigkeit aus neuropsychologischer Sicht sei in der medizinischen Einschätzung enthalten (S. 25 Ziff. 4.3.5).
4
.6
In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung (S. 26-28) führten die
Z._
-Gutachter aus,
es bestehe für alle Tätigkeiten mit
bimanueller
Anforderung, so auch als Reinigerin, eine bleibend aufgehobene Arbeitsfähigkeit. Es seien lediglich sehr leichte Tätigkeiten mit einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit von maximal 50
%
möglich, bei denen die linke Hand nicht oder nur gelegentlich als Hilfshand ein
gesetzt werde und welche nur geringe kognitive Anforderungen stellten. Das Pen
sum könnte über 4-6 Stunden pro Tag umgesetzt werden, je nach Möglichkeit bei einer hypothetischen Arbeit, Pausen einzulegen oder stundenweise zu arbeiten (S. 27 Ziff. 6.2). Es werde davon ausgegangen, dass die Arbeitsfähigkeit seit dem 21. Januar 2014 für jegliche nicht adaptierten Tätigkeiten aufgehoben sei. Die aktuelle Arbeitsfähigkeit in gut adaptierten Verweistätigkeiten könne arbiträr ab März 2016 angenommen werden, was mit Sicherheit ab November 2017 zu be
stätigen sei (S. 27 Ziff. 6.3).
5
.
5
.1
Das
Z._
-Gutachten vom 5. Dezember 2017 (Urk. 6/157) ist für die streitigen Be
lange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt auch die geklagten Beschwerden, wurde in Kenntnis der
Vorakten
abgegeben, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation ein und seine Schlussfolgerungen sind begründet. Es vermag somit den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert einer me
dizinischen
E
xpertise (vgl. vorstehend E. 1.6
) zu genügen, weshalb grundsätz
lich darauf abgestellt werden kann. Sein Beweiswert wird denn auch von keiner
Partei in Frage gestellt
.
5.2
Eine
Arbeitsunfähigkeit von 100
%
in
jeder
nicht adaptierten
Tätigkeit seit dem Schlaganfall
vom
21. Januar 2014
wird nicht nur von den Gutachtern attestiert, sondern
findet ihre Stütze
auch
in den zahlreichen seither erstatteten echtzeitli
chen ärztlichen Berichten (vgl. vorstehend E. 3).
Sie ist klarerweise erstellt.
Auf- und angegriffen wurde von der Beschwerdeführerin demgegenüber die gut
achterliche Einschätzung, wonach die Arbeitsfähigkeit
in einer angepassten Tä
tigkeit
von 50
%
«arbiträr» ab März
2016
angenommen werde, was mit Sicherheit ab
November
2017 zu bestätigen sei.
Damit sei
eine Verbesserung erst per No
vember 2017 mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt (vorstehend E. 2.2)
.
Diese gutachterliche Einschätzung ist nachfolgend einer näheren Prüfung zu un
terziehen.
5
.3
Weder für noch gegen den Standpunkt der Beschwerdeführerin spricht die von ihr zitierte Beurteilung durch die Ärzte der Klinik
A._
im März 2016
, wonach eine Arbeitsunfähigkeit von 80
%
bis auf Weiteres bestehe (vorstehend E. 3.10), da nicht näher präzisiert wurde, ob sich diese Angabe auf
die angestammte oder auf eine angepasste
Tätigkeit beziehe.
Wäre letzteres der Fa
ll
gewesen, so wäre dies zudem vermutlich explizit
deklariert worden
.
Die Bedeutung von «arbiträr» lautet gemäss Duden «
dem Ermessen überlassen, beliebig; nach Ermessen, willkürlich
»
(Duden – Die deutsche Rechtschreibung, 27. Auflage 2017).
Hinzuweisen ist zunächst darauf, dass
eine solche
relativie
rende Formulierung
zwar in der interdisziplinären Gesamtbeurteilung verwendet wurde, nicht aber
im vorliegend entscheidenden neurologischen Teilgutachten (vgl. vorstehend E. 4.4).
Sie könnte
durchaus mit der
oftmals bei Ärzten an
zutreffenden
Zurückhaltung
beziehungsweise mit der Hemmung
,
bei fehlenden eigenen echtzeitlichen Untersuchungen einer rückwirkenden Beurteilung
abso
lute Geltung
verleihen zu wollen
, erklärt werden. So entspricht es einer Erfah
rungstatsache, dass Gutachter dazu neigen, eingetretene Verbesserungen erst ab dem Zeitpunkt der eigenen Untersuchung
als
definitiv
gesichert
zu
bezeichnen
. Eine solche Zurückhaltung hat sich die rechtsanwend
ende Behörde nicht aufzu
erlegen:
Der Eintritt einer rentenrelevanten Veränderung de
s Gesundheitszustan
des muss nur, aber
immerhin
,
überwiegend wahrscheinlic
h sein (vgl. vorstehend E. 1.4).
5.4
Dass d
ie
Z._
-Gutachter
es
mit der Beschwerdeführerin (vorstehend E. 2.2)
ver
pa
ssten, ihre arbiträre Einschätzung
näher zu
begründen, muss als Mangel ge
wertet werden.
Auch ohne detaillierte Begründung ist
diese
Einschätzung jedoch aufgrund der ergangenen echtzeitlichen ärztlichen Berichte ohne Weiteres nachvollziehbar. So hatte Dr.
D._
bereits im März 2015 ausgeführt, das Wesentliche, was an Fort
schritten möglich sei, sei wohl zu einem grossen Teil schon erreicht worden, wo
bei noch an Detailverbesserungen gearbeitet werden müsse (vorstehend E. 3.4). Nachdem Dr.
E._
anfangs Dezember 2015 von einer sich unter der intensiven Therapie kontinuierlich bessernde Hemiparese links berichtet
hatte
(vorstehend E. 3.8), führte Dr.
D._
anfangs Februar 2016 aus,
die noch bestehenden Defi
zite seien nur noch beschränkt verbesserungsfähig (vorstehend E. 3.9). Klare Ver
besserungen wurden denn auch in der
sogleich
folgenden Neurorehabilitation in der Klinik
A._
erzielt: So konnte die Extension der Finger links von 15
%
bis auf 60
%
(mit Fingertape) gesteigert, Verbesserungen im Alltag
und eine Zu
nahme der Kraft in den Fingerextensoren erzielt werden (vorstehend E. 3.10).
I
n der Untersuchung
vom 31. Oktober 2017
zur Erstellung des
neurologischen Teilgutachten
s
wurden weiterhin
schwere Paresen für das Fingerspreizen und
strecken festgestellt und die Feinmotorik links als massiv reduziert bezeich
net.
Das von den Gutachtern erarbeitete Belastungsprofil sieht entsprechend kei
nen Einsatz der linken Hand bei den noch möglichen sehr leichten Tätigkeiten vor, beziehungsweise sollte diese nur gelegentlich als Hilfshand
eingesetzt wer
den (vorstehend E.
4.4; Urk. 6/151).
Es ist
angesichts dieses auf die Untersuchung vom Oktober 2017 gestützte
n
, stark eingeschränkten Belastungsprofils
nicht einzusehen,
welche Tätigkeiten
der Be
schwerdeführerin
zu diesem Zeitpunkt
hätten möglich sein sollen, welche ihr nicht bereits Ende März 2016 möglich gewesen waren. Dies umso weniger, als die Beschwerdeführerin anlässlich ihrer Untersuchung durch den
neurologischen Teilgutachter
angab, die Situation sei in letzter Zeit im Wesentlichen immer gleich, sie sehe keine Fortschritte mehr (vorstehend E. 4.4; Urk. 6/151).
Es sind denn für diesen Zeitraum auch keinerlei Verbesserungen in medizinischer Hin
sicht mehr dokumentiert.
Dies steht mit der Einschätzung
durch
Dr.
D._
im Einklang, welcher vor dem Eintritt in die Klinik
A._
ausgeführt hatte, die be
stehenden Defizite seien nur noch beschränkt verbesserungsfähig. Entsprechend forderte er in seinen Berichten mit Nachdruck Integrationsbemühungen seitens der Beschwerdegegnerin (vorstehend
E. 3.7 und E. 3.9).
Hierin sah er also das
Optimierungspotential, weniger hingegen in medizinischer Hinsicht
.
Die
gutachterliche Annahme einer Verbesserung ab 24. März 2016 ist nach dem Gesagten durchwegs stimmig mit
den
echtzeitlichen ärztlichen Berichte
n
in Ein
klang zu bringen.
5.5
Es ist somit
mit dem Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
erstellt, dass die Beschwerdeführerin ab dem Austritt aus der Klinik
A._
am 24. März 2016
für
behinderungsangepasste sehr leichte Tätigkeiten
mit geringen kogniti
ven Anforderungen
, bei denen die linke Hand nicht oder nur gelegentlic
h als Hilfshand eingesetzt wird, zu 50
%
arbeitsfähig war.
6.
6.1
Gemäss der Haushaltsabklärung vom 6. März 2018 (Urk. 6/162) ist die Beschwer
deführerin als 100
%
Erwerbstätige zu qualifizieren, was von keiner Partei be
stritten wird und worauf abzustellen ist.
6.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er
werbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt
(sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6
.3
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
einkommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
ge
passten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis).
Ist
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die versicherte Person die bisherige Tätigkeit unabhängig vom Eintritt der Invalidität nicht mehr ausgeübt hätte, kann das
Valideneinkommen
auf Grundlage der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) berechnet werden, wobei die für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren zu berücksichtigen sind (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 128 V 29 E. 4e; Urteil des Bundesgerichts 9C_887/2015 vom 12. April 2016 E. 4.2). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3
).
6
.4
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
be
nen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind
ebenfalls
die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu ver
wenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl.
BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweise
n auf die Rechtsprechung).
6
.5
Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Brut
to
löhne (Tabellengruppe A) abgestellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wo
bei jeweils vom so genannten Zentralwert (Median) aus
zugehen ist.
Zulässig ist zur Ermittlung des
Valideneinkommens
auch das Heranziehen der Tabellen
gruppe T17 (vgl. Urteil des Bundesgericht
s
8C_300/2015 vom 10. November 2015 E. 7.2
).
Bei der Anwen
dung der
beider
Tabellengruppe
n
gilt es ausserdem zu be
rücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübli
che Wochenarbeitszeit aufzu
rech
nen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E.
3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
6
.6
Für die Vornahme des Einkommensvergleichs ist grund
sätzlich auf die Gegeben
heiten im Zeitpunkt des hypothetischen Rentenbeginns abzustellen (BGE 129 V 222). Ein Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruches. Die IV-Anmeldung ging am 18. März 2014 bei der Beschwerdegegnerin ein (Urk. 6/1 sowie Aktenver
zeichnis zu Urk. 6). Ein Rentenanspruch bestünde somit frühes
tens ab dem 1. September 2014. Da aber die Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1
lit
. b IVG vorliegend erst im Januar 2015 abläuft, entsteht
der
Renten
anspruch
erst
zu diesem Zeitpunkt.
Aus der vollständigen Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten ab dem 21. Ja
nuar 2014 bis zum Eintritt der Verbesserung am 24. März 2016 ergibt sich ein anfänglicher Invaliditätsgrad von 100
%
. Nach Ablauf von 3 Monaten ab diesem Zeitpunkt ist grundsätzlich eine Leistungsanpassung per 1. Juli 2016 vorzun
eh
men (vgl. vorstehend E. 1.5).
6
.7
In den Jahren
vor dem Schlaganfall
erzielte die Beschwerdeführerin
gemäss dem IK-Auszug (Urk. 6/37)
folgende Bruttolöhne
:
Fr. 13'91
9.-- im Jahr 2009, Fr. 20'103.-- im Jahr 2010, Fr. 23'676.--
im Jahr 2011, Fr. 26'754.-
-
im Jahr 2012 und Fr. 29'651.-
-
im Jahr 201
3.
Anlässlich der Haushaltsabklärung wurde fest
gehalten, die verbuchten Einkommen liessen auf ein Pensum von 60
%
schliessen (Urk. 6/162 S. 2 Ziff. 2.1). Wie diese
Pensumsangabe
genau zustande kommen soll, lässt sich dem Bericht allerdings nicht entnehmen und es befinden sich keine Arbeitsverträge oder detaillierte Lohnabrechnungen in den Akten, die eine Veri
fizierung erlauben würden. Dass die Beschwerdeführerin zudem ab August 2013 versuchte, ihr Pensum weiter auf bis zu 100
%
aufzustocken (Urk. 6/162 S. 4 Ziff. 2.5), erschwert zusätzlich eine zuverlässige Evaluation des
Valideneinkom
mens
. Entsprechend rechtfertigt es sich mit der Beschwerdegegnerin (vgl. Urk. 6/164 und Urk. 6/181), auf
statistische Werte, namentlich auf den stan
dardisierten Durchschnittslohn für Reinigungspersonal und Hilfskräfte im priva
ten und öffentlichen Sektor, abzustellen (LSE 201
6
, Tabellengruppe T 17,
Total, Berufsgruppe 91).
6
.8
Das im Jahr 201
6
von Frauen dieser Berufsgruppe im Durchschnitt erzielte
stan
dardisierte Durchschnittseinkommen
betrug pro Monat Fr. 4‘
131
.
--
, mithin Fr.
49'572
.-- im Jahr (Fr. 4‘
131
.-- x 12). Der durch
schnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr
201
6
von 41.7 Stunden
(Bundesamt für
Statistik, Betriebsüb
liche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, T. 03.02.03.01.04
.01)
angepasst, resultiert ein
hypothetisches
Valideneinkommen
von rund Fr.
51'679
.-- (Fr.
49'572
.-- : 40.0 x 41.7).
6.9
Da die Beschwerdeführerin
bislang
keine behinderungsangepasste Tätigkeit auf
genommen hat, ist auch das Invalideneinkommen gestützt auf statistische Werte zu ermitteln.
6.10
Angesichts der Zumutbarkeit einer 50%igen behinder
ungsangepassten Tätig
keit bestehen für die
Beschwerdeführerin auch bei Beachtung dessen, dass diese sehr leicht und mit geringen kognitiven Anforderungen zu sein hat und den Einsatz der
adominanten
linken Hand nicht oder nur gelegentlich erfordern darf,
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt gemäss gefestigter Rechtsprechung (vgl. dazu Urteil
des Bundesgerichts 8C_31/2017 vom 3
0.
März 2017, E.
6.2) genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten
.
Zu denken ist etwa an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie an die Bedienung und Überwachung von (halb-) automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten sowie die Arbeit als Muse
ums- oder Parkplatzwärter
in
(Urteile 8C_622/2016 vom 2
1.
Dezember 2016 E.
5.2.2, 8C_477/2016 vom 2
3.
November 2016 E. 4.3, 8C_345/2016 vom
1.
Sep
tember 2016 E. 5, 8C_37/2016 vom
8.
Juli 2016 E. 5.1.2).
Es rechtfertigt sich daher, für die Bemessung des Invaliden
einkommens auf den standardisierten Durch
schnittslohn für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Ar
beit in sämtlichen
Wirtschaftszweigen des privaten Sektors abzu
stellen (LSE 201
6
,
Tabellengruppe
TA1_tirage_skill_level
,
korrigierte Fassung vom
8.
Novem
ber 2018
, Total
, Niveau 1).
6.11
Das im Jahr 201
6
von Frauen im Durchschnitt aller einfachen Tätigkeiten kör
perlicher oder handwerklicher Art erzielte Einkommen betrug pro Monat Fr. 4‘
429
.--, mithin Fr.
53'148
.-- im Jahr (Fr. 4‘
429
.-- x 12). Der durch
schnittli
chen wöchentlichen Arbeitszeit im Jahr 201
6
von 41.7 Stunden
(Bundesamt für
Statistik, Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, T.
03.02.03.01.04
.01)
angepasst, ergibt dies den Betrag von rund Fr.
55'407
.-- (Fr.
53
'148
.-- : 40 x 41.7).
Bei einem zumutbaren Arbeitspensum von 50
%
re
sultiert ein Jahreseinkommen von rund Fr.
27'703
.-- (Fr.
55'
407
.-- : 2).
6
.
1
2
Wird das Invalideneinkommen
auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungs
grad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schät
zen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit ein
geschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesund
heitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbe
ding
ten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Ge
sichts
punkts führen dürfen (Urteil des Bundesgerichts 9C_846/2014 vom 22. Januar 2015 E. 4.1.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1)
.
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Ta
bellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75
geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstüt
zen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender er
scheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festset
zung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berück
sichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichtes
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2 und
8C_808/2013 vom 14. Februar 2014 E. 7.1.1 mit Hinweisen).
6.13
Im von der Beschwerdeführerin zitierten Urteil U 173/06 vom 4. Dezember 2006 (vgl. Urk. 8 S. 3 Ziff. 3) hatte das Bundesgericht anlässlich der Invaliditätsbemes
sung die Höhe des Leidensabzugs zu prüfen, nachdem bei ordentlich erhaltener Feinmotorik die Funktion der linken
adominanten
Hand nach einer
Handgelenks
arthrodese
schmer
zbedingt
vermindert
war (E. 2.1). Die Belastbarkeit der linken Hand war eindeutig eingeschränkt,
sie
konnte aber für Feingriffe und als Hilfs
hand für Gegenhalten ohne Weiteres eingesetzt werden (E. 2.2). Das Bundesge
richt berücksichtige, dass die linke
adominante
Hand nur
ziemlich
reduziert ein
gesetzt werden konnte, was den Versicherten bei der Suche eines geeigneten Ar
beitsplatzes einschränke und ein besonderes Entgegenkommen des Arbeitgebers erfordere (E. 2.5), wobei noch Kniebeschwerden aus einem früheren Unfall hin
zukamen. Es erachtete den von Verwaltung und Vorinstanz gewährten Abzug von 15
%
vom Tabellenlohn als eher wenig, insgesamt aber noch angemessen (E. 3.1).
Im Allgemeinen
erachtet die bundesgerichtliche Rechtsprechung bei faktischer
Einhändigkeit
Leidensabzüge von 20 bis 25
%
als angemessen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_418/2008 E. 3.3).
6.14
Die Parteien gehen
aufgrund
des stark eingeschränkten Belastungsprofils zu Recht von einer faktischen
Einhändigkeit
aus (vorstehend E. 2.2 und 2.3). Dies ist eine
sehr gewichtige
Behinde
rung
selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsar
beitertätigkeiten
, die die Beschwerdeführerin
faktisch von zahlreichen potentiel
len Arbeitsstellen zum Vornherein ausschliesst und ein besonderes Entgegenkom
men des Arbeitgebers erfordert.
Dieses Merkmal hat die Beschwerdegegnerin, welche keinerlei Abzug
vom Tabellenlohn
gewährte, zu Unrecht nicht berück
sichtigt, womit dieser gesamthaft neu zu schätzen ist.
E
rschwerend
auf die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit
wirkt sich
vorliegend
weiter
aus, dass lediglich sehr leichte Tätigkeiten i
n Frage kommen, wobei sich diese Einschränkung
aber
teilweise
bereits aus der faktischen
Einhändigkeit
ergibt.
Diese dürfen zudem nur geringe kognitive Anforderungen stellen, woraus sich selbst bei einfachen Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art weitere Schwierigkeiten bei der Stellensuche ergeben
.
M
it Blick auf die oben
wiedergegebene
Bundesgerichtspraxis
(vorstehend E. 6.13
)
und Vergleichsfälle
am hiesigen Gericht (vgl. etwa IV.2018.00522 E. 5.1)
erweist sich
der maximal mögliche
Abzug von 2
5
% vom Tabellenlohn als angemessen, was zu einem Inva
lideneinkommen von rund Fr.
20
’
777
.-- (Fr.
27'703
.-- x 0.75
) führt.
6.15
Der Vergleich des
Valideneinkommens
von Fr.
51'679
.--
(vgl. vorstehend E. 6.8)
mit dem Invalidenein
kommen von Fr.
20
’
777
.-- ergibt eine Einkommensbusse von Fr.
30'902
.-- und som
it einen Inval
iditätsgrad von
59.80
beziehungsweise gerundet (BGE 130 V 121) 60
%
.
In
teilweiser
Gut
heissung der Beschwerde ist die
Verfügung vom 9
. August 2018
dah
ingehend abzuändern
, dass die
Beschwerdeführer
in
ab
dem 1. Juli
2016
An
spruch
auf eine
Dreiviertelsrente
hat.
7.
7.1
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 800.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.
7.2
Nach
§
34
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerdeführerin
Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens bemessen (
§
34
Abs.
3
GSVGer
).
Angesichts des
ganz überwiegenden
Obsiegens der Beschwerdeführerin ist die Prozessentschädig
ung
nicht
zu reduzieren
(vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_311/2013 vom 1
2.
November 2013 E. 7
)
.
Beim praxisgemässen Stundenansatz von Fr. 220.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) ist die Prozessentschäd
igung ermessensweise auf Fr. 2’
3
00.--
(inklu
sive Baraus
lagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen und der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.