Decision ID: 451ae429-d0e8-4a73-8297-d0c5dbe606d3
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
A.
A.a A._ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) war bei der B._ als
Detailhandelsangestellte in Ausbildung tätig und dadurch bei der Suva (nachfolgend
Versicherung bzw. Beschwerdegegnerin) unfallversichert, als sie am 2. Oktober 2010
einen Verkehrsunfall erlitt. Sie sass als Mitfahrerin auf dem Rücksitz eines
Personenwagens, als ein nachfolgender Personenwagen auffuhr und ihr Fahrzeug
dadurch ins Heck des vorderen stillstehenden Personenwagens gestossen wurde (UV-
act. 1, 6 S. 1, 19 S. 3 ff.).
A.b Die ärztliche Erstbehandlung fand am 3. Oktober 2010 bei Dr. med. C._,
Allgemeine Medizin FMH, Niederuzwil, statt. Die Versicherte litt insbesondere unter
Kopfschmerzen, Übelkeit mit Brechreiz, Schwindel sowie Schmerzen im Nacken und
lumbal (UV-act. 64 S. 2 f.). In der ersten Woche nach dem Unfall suchte sie wegen
zunehmender Beschwerden zweimal das Spital D._ auf (UV-act. 10 S. 1 und 38 S. 2).
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Die bescheinigte Arbeitsfähigkeit betrug ab dem 18. Oktober 2010 25% und ab dem
13. Dezember 2010 50% (UV-act. 11, 12, 18 und 35).
A.c Mit Schreiben vom 22. Februar 2011 informierte die Versicherung über die
Zusprechung von Taggeldern ab dem 5. Oktober 2010 und die Übernahme der
ärztlichen Behandlungskosten (UV-act. 20). Ab dem 26. März 2011 betrug die
Arbeitsfähigkeit 75% (UV-act. 37 und 41). Die Versicherte litt weiterhin unter Kopf-,
Nacken- und Rückenbeschwerden sowie Übelkeit. Bei intensiver Arbeit oder in der
Schule traten nach 20 bis 30 Minuten jeweils Konzentrationsstörungen auf (UV-act. 38).
A.d Im Mai/Juni 2011 absolvierte die Versicherte erfolgreich die
Lehrabschlussprüfungen (UV-act. 56 S. 2). Am 1. August 2011 trat die Versicherte ihre
neue Teilzeitstelle (75%-Pensum) bei der bisherigen Arbeitgeberin an (UV-act. 55). Der
unfallbedingte Minderverdienst wurde von der Versicherung mit Taggeld entschädigt
(UV-act. 79).
A.e Am 23. Januar und 9. Februar 2012 wurden im Schmerzzentrum des
Kantonsspitals St. Gallen Infiltrationen im Bereich C3 bis C5 durchgeführt (UV-act. 117
und 129).
A.f Vom 5. bis 31. März 2012 war die Versicherte in der Klinik Valens hospitalisiert (UV-
act. 131). Bis am 22. April 2012 bestand eine 100%ige und danach bis am 31. August
2012 eine 75%ige Arbeitsunfähigkeit bezogen auf das 75%ige Arbeitspensum (UV-act.
136, 138, 147 und 174). Am 16. Mai 2012 wurde im Kantonsspital St. Gallen eine
Radiofrequenzablation der Medial Branches der Spinalnerven 3, 4 und 5 durchgeführt
(UV-act. 165).
A.g Per 31. August 2012 kündigte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis mit der
Versicherten wegen zu geringer Leistungsfähigkeit (UV-act. 142 S. 2 und 170 S. 2). Am
24. September 2012 konnte die Versicherte ein Praktikum mit einem 50%-Pensum bei
der D._ AG in der Kreditorenbuchhaltung antreten (UV-act. 172 und 179).
A.h Am 25. September 2012 unterzog sich die Versicherte im Kantonsspital St. Gallen
einer Facettengelenksinfiltration (HWK 1/2). Eine akute Schmerzexazerbation bedingte
eine dreitägige notfallmässige Hospitalisierung (UV-act. 177 und 206). In der Folge
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nahm die Versicherte am 1. Oktober 2012 ihr Teilzeitpraktikum wieder auf (UV-act. 179
und 180 S. 4).
A.i Am 15. Januar 2013 begann die Versicherte mit der berufsbegleitenden, von der IV
finanzierten Ausbildung zur Sachbearbeiterin Rechnungswesen/Treuhand
(Ausbildungsdauer: 15. Januar 2013 bis 31. März 2015; UV-act. 185).
B.
Mit Verfügung vom 6. Dezember 2013 eröffnete die Suva der Versicherten die
Einstellung der Versicherungsleistungen per 31. Januar 2014. Zur Begründung wurde
angeführt, dass die noch geklagten Beschwerden organisch nicht hinreichend
nachweisbar seien und nach Prüfung der massgebenden Kriterien die Adäquanz zu
verneinen sei (UV-act. 215). Die gegen diesen Entscheid erhobene Einsprache vom 24.
Januar 2014 (UV-act. 220) wies die Versicherung mit Einspracheentscheid vom 18.
März 2014 ab (UV-act. 224).
C.
C.a Gegen den Einspracheentscheid liess die Versicherte durch Rechtsanwalt Dr. iur.
Rudolf Strehler, Ettenhausen, am 5. Mai 2014 Beschwerde erheben mit folgenden
Rechtsbegehren (act. G 1): 1. Es seien die Verfügung vom 6. Dezember 2013 und der
Einspracheentscheid vom 18. März 2014 aufzuheben. 2. Es sei festzustellen, dass die
geklagten Beschwerden der Beschwerdeführerin Folge des Unfallereignisses vom 2.
Oktober 2010 seien und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der
Beschwerdeführerin ab dem 1. Februar 2014 weiterhin die gesetzlichen Leistungen
nach UVG zu erbringen. 3. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die
Beschwerdeführerin angemessen ausserrechtlich zu entschädigen. Zur Begründung
wurde angeführt, dass von einem mittelschweren Unfall auszugehen und die Adäquanz
vorliegend zu bejahen sei. Von den gemäss Rechtsprechung erforderlichen
Adäquanzkriterien (drei in der einfachen Form oder eines in besonders ausgeprägter
Weise) seien vorliegend vier, eventuell fünf erfüllt: die erheblichen Beschwerden (in
ausgeprägter Weise), die Schwere und besondere Art der erlittenen Verletzungen, die
fortgesetzte spezifische belastende ärztliche Behandlung (in ausgeprägter Weise), der
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schwierige Heilungsverlauf und die erheblichen Komplikationen sowie die erhebliche
Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen. Zudem könnte eine ärztliche
Fehlbehandlung vorliegen.
C.b In der Beschwerdeantwort vom 9. Juli 2014 beantragte die Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Stefan Mattmann, Luzern, die Abweisung der
Beschwerde und Bestätigung des Einspracheentscheids vom 18. März 2014 und der
Verfügung vom 6. Dezember 2013. Zur Begründung wurde u.a. angeführt, dass nicht
genügend Adäquanz-Prüfkriterien erfüllt seien (act. G 5).
C.c In der Replik vom 11. September 2014 hielt die Beschwerdeführerin an ihren
Rechtsbegehren unverändert fest (act. G 8). In der Begründung wurde insbesondere
dargelegt, wieso nach Ansicht der Beschwerdeführerin ein Unfall im mittleren Bereich
vor¬liege und weswegen die einzelnen Adäquanz-Prüfkriterien erfüllt seien.
C.d In der Duplik vom 1. Oktober 2014 hielt die Beschwerdegegnerin an ihren Anträgen
fest (act. G 10). Zur Begründung wurde insbesondere angeführt, dass es sich um einen
mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen handle. Von den
Adäquanz-Prüfkriterien seien nur die erheblichen Beschwerden erfüllt, wenn auch nicht
in ausgeprägter Weise.

Erwägungen
1.
Streitig ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die im Nachgang zum
Unfall vom 2. Oktober 2010 erbrachten Leistungen (Übernahme der Kosten für
Heilbehandlung und Taggeld) auf den 31. Januar 2014 einstellte sowie den Anspruch
auf weitere Leistungen der Unfallversicherung mangels Adäquanz ablehnte.
2.
Die medizinische Sachlage präsentiert sich wie folgt:
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2.1 Die Beschwerdeführerin suchte einen Tag nach dem Unfall, am Sonntag, den 3.
Oktober 2010, Dr. C._ auf, da sie unter Kopfschmerzen, Übelkeit mit Brechreiz,
Schwindel sowie Schmerzen im Nacken und lumbal litt (UV-act. 9 und 64 S. 2 f.). Die
bildgebenden Untersuchungen vom 3. Oktober 2010 zeigten keine Anhaltspunkte für
eine frische Fraktur an der HWS (UV-act. 9 S. 3). Wegen der zunehmenden Schmerzen
und der Übelkeit mit Brechreiz suchte die Beschwerdeführerin innert der ersten Woche
nach dem Unfall zweimal den Notfall des Spitals D._ auf (UV-act. 10 und 38 S. 2). Am
11. Oktober 2010 fand durch Dr. med. F._, Fachärztin für Radiologie FMH, Zentrum
für bildgebende Diagnostik, eine MRI-Abklärung der HWS statt (UV-act. 26). Der
Befund lautete: „Kein Hinweis auf eine frische Fraktur der abgebildeten Skelettanteile.
Streckfehlstellung der HWS, beginnende Kyphosierung, Scheitelpunkt HWK 4/5. Keine
Gefügestörung. Keine cervicale Diskushernie. Keine Spinalkanalstenose, keine
foraminalen Stenosen. Keine Hinweise auf eine Wurzelkompression. Das abgebildete
Myelon regulär.“ Die neurologischen Abklärungen vom 10. November 2010 durch Dr.
med. G._, Facharzt für Neurologie, ergaben keinen Hinweis für ein peripheres
Kompressionssyndrom der untersuchten Nerven (UV-act. 10 S. 3).
2.2 Im Bericht vom 9. März 2011 hielt Dr. H._, Chiropraktor SCG/ECU, fest, dass die
Beschwerdeführerin an einem konstanten Spannungstypkopfweh mit
Nackenverspannung und Bewegungseinschränkungen der HWS leide (UV-act. 33). Die
am 26. Mai 2011 erfolgte neurologische Untersuchung durch Dr. med. I._, Facharzt
Neurologie FMH, ergab, dass bei der Beschwerdeführerin ein ausgeprägtes
myofasziales Schmerzsyndrom des Nackens und zervikogene Kopfschmerzen mit sehr
häufig überlagerten Migräne-Attacken im Vordergrund stehen (UV-act. 51). Am 26. Juli
2011 wurde ein ambulantes Assessment in der Rehaklinik in Bellikon durchgeführt (UV-
act. 65). Diagnostiziert wurde ein HWS-Distorsion (QTF III) und ein zervikales Syndrom.
Als aktuelle Probleme wurden genannt dauerhafte Nackenschmerzen unter
Belastungsverstärkung, intermittierende haubenförmige Kopfschmerzen, gepaart mit
Augenbrennen und Verschwommensehen, gelegentliche Übelkeit und Erbrechen,
gepaart mit Kopfschmerzen und subjektive Konzentrationsstörung. Empfohlen wurde
eine Fortsetzung der ambulanten Therapie mit leichter Erhöhung der Frequenz und
Dauer auf dreimal wöchentlich à 60 Minuten, die Durchführung von
Entspannungsübungen, eine Wiederaufnahme der Ausdaueraktivitäten sowie eine
psychosomatisch orientierte Behandlung. Ab Mitte 2011 wurde die Versicherte
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unterstützt von lic. phil. J._, Klinischer Psychologe SVKP, Psychotherapeut ASP/
FSP, (UV-act. 86 und 88).
2.3 Da der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin insbesondere bezüglich des
myofaszialen Zervikalsyndroms stagnierte, empfahl der Neurologe Dr. I._ am
28. August und erneut am 2. September 2011 die Teilnahme am einem vierwöchigen
stationären Reha-Programm für Schleudertraumatapatienten in der Rehaklinik Zurzach
(UV-act. 69 und 73). Diese Anträge wurden von der Beschwerdegegnerin mit Schreiben
vom 18. August und 2. September 2011 abgelehnt, da mit Hinblick auf die aktuelle
berufliche Situation eine stationäre Rehabilitation nicht zu empfehlen sei (UV-act. 71
und 75).
2.4 Gemäss der biomechanischen Kurzbeurteilung vom 20. September 2011 von der
Arbeitsgruppe für Unfallmechanik, Zürich, ist bei der Heckkollision von einer
kollisionsbedingten Geschwindigkeitsänderung (Delta-v) von ca. 15 km/h auszugehen.
Die Gutachter kamen zum Schluss, dass die von der HWS ausgehenden Beschwerden
und die Befunde durch die Kollisionseinwirkung erklärbar seien (UV-act. 89).
2.5 Am 7. Dezember 2011 wurde die Versicherte im Kantonspital St. Gallen
untersucht. Im Arztbericht vom 15. Dezember 2011 erklärten Dr. med. K._,
Oberärztin, und Dr. med. L._, leitender Arzt, dass die Versicherte an einem
chronifizierten Schmerzsyndrom im Bereich der zervikalen Wirbelsäule leide. Zudem
zeige sich eine reaktive depressive ängstliche Entwicklung. Dringend empfohlen wurde
eine stationäre Rehabilitation sowie die Fortführung der psychotherapeutischen
Behandlung (UV-act. 108). In der Stellungnahme vom 29. Dezember 2011 erklärte der
Kreisarzt Dr. med. M._, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates FMH, dass den geklagten Beschwerden ein organisches
Substrat im Sinne einer unfallbedingten strukturellen Veränderung fehle und nicht
davon ausgegangen werden könne, dass sich die gesundheitliche Situation im Rahmen
einer stationären Behandlung grundlegend ändern würde (UV-act. 110).
2.6 Am 23. Januar und 9. Februar 2012 wurden im Schmerzzentrum des
Kantonsspitals St. Gallen Infiltrationen im Bereich C3 bis C5 durchgeführt. Die
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Infiltrationen hatten jedoch keine nachhaltige Wirkung (UV-act. 117 und 129). Vom 5.
bis 31. März 2012 war die Versicherte in der Klinik Valens hospitalisiert (UV-act. 131).
Gemäss dem Austrittsbericht vom 18. April 2012 konnte trotz intensiven Therapien die
Schmerzsymptomatik kaum beeinflusst werden. Festgestellt wurden u. a. ein
Analgetika-indizierter Kopfschmerz sowie eine mittelgradig agitiert-depressive
Symptomatik (UV-act. 136 S. 2). Nach dem Klinikaufenthalt war die Versicherte in
psychologischer und (weiterhin) physiotherapeutischer Behandlung. Zudem absolvierte
sie nebst dem täglichen Selbsttraining zwei- bis dreimal in der Woche ein MTT (UV-act.
142). Bis am 22. April 2012 wurde eine 100%ige und danach bis am 31. August 2012
eine 75%ige Arbeitsunfähigkeit bezogen auf das bisherige 75%ige Arbeitspensum
bescheinigt (UV-act. 136, 138, 147).
2.7 Im Arztbericht vom 16. August 2012 diagnostizierte Dr. med. N._, Fachärztin für
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, eine leichte bis mittelgradige Reaktion im
Zusammenhang mit dem Verkehrsunfall vom 2. Oktober 2010. Erforderlich sei ein
kombinierter therapeutischer Ansatz. Aufgrund des bisherigen Verlaufs sei eine längere
Behandlung nötig (UV-act. 163). Am 16. Mai 2012 wurde im Kantonsspital St. Gallen
eine Radiofrequenzablation der Medial Branches der Spinalnerven 3, 4 und 5
durchgeführt (UV-act. 165). Am 25. September 2012 fand eine weitere Infiltration
diesmal Höhe C1 und C2 statt (UV-act. 177 und 206). Dieser Eingriff verlief nicht wie
erhofft, sondern führte zu massiven Beschwerden (Schmerzexazerbation) und zu einer
mehrtägigen Hospitalisation. Auch einen Monat nach der Infiltration konnte das
Gesundheitsniveau vor dem Eingriff noch nicht erreicht werden (UV-act. 180). In den
folgenden Monaten konnten kleine Fortschritte im Bereich der Beweglichkeit und der
Haltungsstabilisierung erreicht werden, jedoch traten selbst nach einem Jahr noch
vermehrt stärkere Kopfschmerzen und ein „Quietschen“ im Bereich der Halswirbelsäule
auf (UV-act. 190 f.).
2.8 Im Arztbericht vom 14. August 2013 erklärte der Konsiliarpsychiater der Suva, Dr.
med. O._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH dass gestützt auf die
Angaben der behandelnden Psychiaterin bei der Versicherten nicht mehr von einer
psychiatrischen Pathologie auszugehen sei (UV-act. 200; vgl. dazu auch UV-act. 199).
Im Herbst 2013 war die Beschwerdeführerin weiterhin in interdisziplinärer medizinischer
Behandlung (einmal pro Woche eine Physiotherapiesitzung, ein bis zwei Mal pro
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Woche MTT, einmal pro Monat eine Besprechung im Schmerzzentrum des
Kantonsspitals St. Gallen und alle ein bis zwei Monate eine psychologische
Therapiesitzung; UV-act. 206).
2.9 Ab dem 11. November 2013 behandelte Dr. P._, Chiropraktiker, die
Beschwerdeführerin (UV-act. 222). Gemäss dem Bericht vom 28. Januar 2014 konnte
die Empfindlichkeit der Wirbelsäule nach sechsmaliger chiropraktischer Behandlung
verbessert werden. Der Fachspezialist schlug wegen der stark eingeschränkten
Beweglichkeit der Halswirbelsäule vor, das obere Kopfgelenk unter Anästhesie zu
manipulieren (UV-act. 222). Die Beschwerdegegnerin lehnte jedoch mit Schreiben vom
4. Februar 2014 die Kostengutsprache wegen des laufenden Einspracheverfahrens ab
(UV-act. 223). Im Juni und Juli 2014 wurden im Schmerzzentrum Q._ durch Dr. R._,
Chiropraktor SCG/ ECU, je eine Manipulation an der Halswirbelsäule unter Anästhesie
durchgeführt. Die Kopfrotation konnte durch die Eingriffe verbessert werden. Ein
weiterer Eingriff wurde geplant (act. G 1 S. 6 und G 8 S. 2).
3.
3.1 Die von der Beschwerdeführerin über den 31. Januar 2014 hinaus geklagten
Beschwerden sind nicht mit klar ausgewiesenen organischen Befunden im Sinn
nachweisbarer struktureller Veränderungen erklärbar, ergaben doch die nach dem
Unfall durchgeführten bildgebenden Untersuchungen (CT/MRI) keine frischen Läsionen
(UV-act. 9 S. 3 und UV-act. 26).
3.2 Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert
und liegt - wie vorliegend - kein fassbarer organischer (unfallbedingter) Befund an der
HWS vor, muss für die Bejahung der natürlichen Kausalität ein typisches
Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen,
Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit
und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw.
gegeben sein (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 E. 3e; Bestätigung in
BGE 134 V 109 E. 9). Dieses Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden
muss jedoch nicht in seiner um¬fassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens
72 Stunden nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem
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Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS manifestieren (Urteile des
Bundesgerichts vom 30. Januar 2007, U 215/05, und vom 15. März 2007, U 258/06;
RKUV 2000 Nr. U 359 S. 29 E. 5e). Nicht erforderlich ist gemäss Rechtsprechung das
Vorliegen des gesamten Beschwerdekatalogs, um von einer Unfallkausalität ausgehen
zu können (vgl. z.B. Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 4.
November 2005, U 312/05).
3.3 Im Dokumentationsbogen für Erstkonsultationen nach kranio-zervikalem
Beschleunigungstrauma vom 3. Oktober 2010 gab die Beschwerdeführerin gemäss
den Einträgen von Dr. C._ an, dass sie auf die Kollision nicht gefasst gewesen sei.
Sie habe mit rotierter Kopfstellung auf dem Rücksitz des Personenwagens gesessen
und ihr Kopf sei bei der Kollision am Vordersitz angeprallt. Sofort nach dem Unfall habe
sie an Kopf- und Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in den Arm links, Schwindel und
Übelkeit sowie an einer Lumbalgie mit Ausstrahlung ins Bein links gelitten. Als Befund
erhob Dr. C._ Ruhe- und Druckschmerzen der HWS, lumbale Schmerzen,
Parästhesien an beiden Händen sowie Hypästhesien (D4 ulnar, D5 links und rechts).
Der Arzt ging diagnostisch von einem Grad III der Quebec Task Force (QTF)
Klassifikation aus (Nackenbeschwerden und neurologische Befunde [abgeschwächte
oder fehlende Muskeleigenreflexe, Muskelschwäche und sensible Ausfälle mit
eingeschlossen]; UV-act. 9).
3.4 In Würdigung des medizinischen Sachverhaltes (vgl. Erwägung 2.1, 2.3 und 3.3) ist
festzuhalten, dass das unmittelbar nach dem Unfall aufgetretene Beschwerdebild mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit die natürlich-kausale Unfallfolge eines HWS-
Traumas ist. Auch die Beschwerdegegnerin führte im Einspracheentscheid aus, dass
die Beschwerdeführerin entsprechende Verletzungen erlitten hatte und die zum
typischen Beschwerdebild gehörenden Beeinträchtigungen vorhanden waren (vgl. UV-
act. 224).
4.
4.1 Gemäss Gesetzgebung und Praxis setzt der Anspruch auf die UV-Leistungen
Heilbehandlung (Art. 10 UVG) und Taggeld (Art. 16 f. UVG) voraus, dass von einer
Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des -
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unfallbedingt beeinträchtigten - Gesundheitsschadens erwartet werden kann oder dass
noch Eingliederungsmassnahmen der IV laufen. Trifft beides nicht (mehr) zu, hat der
Versicherer den Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen abzuschliessen
und den Anspruch auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung zu
prüfen (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 134 V 109 E. 4; vgl. auch BGE 137 V 199 E. 2.1).
4.2 Die Voraussetzung, dass keine Eingliederungsmassnahmen der IV laufen, ist
nachfolgend zu prüfen.
4.2.1 Die IV-Stelle bewilligte nach Prüfung der medizinischen Sachlage und
entsprechenden Abklärungen für eine leidensadaptierte Tätigkeit gestützt auf den
Eingliederungsplan vom 28. Januar 2013 am 7. März 2013 als berufliche Massnahme
die berufsbegleitende Ausbildung zur Sachbearbeiterin Rechnungswesen und
Treuhand am Berufs- und Weiterbildungszentrum S._ vom 15. Januar 2013 bis 31.
März 2015. Als Eingliederungsziel wurde eine rentenausschliessende Eingliederung in
der freien Wirtschaft festgelegt (vgl. UV-act. 229, Fremdakten der IV-Stelle: „Mitteilung:
Kostengutsprache für erstmalige berufliche Ausbildung vom 07.03.2013“,
„Eingliederungsplan vom 28.01.2013“ und „Beschreibung des Ausbildungslehrgangs
am Berufs- und Weiterbildungszentrum WWU des Kantons St. Gallen“).
4.2.2 Bei der Ausbildung der Beschwerdeführerin zur Sachbearbeiterin
Rechnungswesen und Treuhand handelt es sich um eine Eingliederungsmassnahme
der Invalidenversicherung in Form einer beruflichen Massnahme (vgl. Art. 16 IVG). Es ist
davon auszugehen, dass die Umschulung geeignet ist, den der Invalidenrente der
Unfallversicherung zu Grunde zu legenden Invaliditätsgrad zu beeinflussen (vgl. Urteil
des Bundesgerichts vom 14. Januar 2016, 8C_651/2015, E. 3.3.2; Art. 8 Abs. 3 lit. b
IVG; Art. 19 Abs. 1 UVG).
4.2.3 Die Beschwerdegegnerin erliess die Leistungseinstellungsverfügung per 31.
Januar 2014 am 6. Dezember 2013 sowie den Einspracheentscheid am 18. März 2014.
Die IV-Stelle erliess die Verfügung betreffend die berufliche Massnahme jedoch bereits
am 7. März 2013 (vgl. UV-act. 229, Fremdakten der IV-Stelle: Mitteilung:
Kostengutsprache für erstmalige berufliche Ausbildung). Beim Erlass der
Leistungseinstellungsverfügung hätte der Beschwerdegegnerin bekannt sein müssen,
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dass sich die Beschwerdeführerin seit dem 15. Januar 2013 in einer beruflichen
Massnahme der IV befand, denn die Beschwerdegegnerin erhielt die von ihr
angeforderten IV-Akten bereits am 23. August 2013 (vgl. UV-act. 202).
4.2.4 Im Weiteren hätte der Beschwerdegegnerin die Stellungnahme von Dr. med.
S._ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Ostschweiz vom 24. Juni 2013 auch
bekannt sein müssen. So erklärte der Arzt, dass das Ziel einer rentenausschliessenden
beruflichen Reintegration der Beschwerdeführerin weiterhin realistisch sei (UV-act. 229:
Fremdakten der IV-Stelle: Aktennotiz des RAD vom 24. Juni 2013).
4.2.5 Folglich hat die Beschwerdegegnerin, da die Eingliederungsmassnahme der IV
noch nicht abgeschlossen war, den Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 ff. UVG)
zu früh geprüft (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG).
4.3 Auch bezüglich der zweiten Voraussetzung, dass von einer Fortsetzung der
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des - unfallbedingt beeinträchtigten -
Gesundheitsschadens mehr erwartet werden kann, durfte - wie nachfolgend zu zeigen
sein wird - zum Zeitpunkt des Erlasses des Einspracheentscheids nicht ausgegangen
werden.
4.3.1 Was unter einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes zu
verstehen ist, bestimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden
Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, wobei die durch weitere
Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende
Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115; A. MAURER,
Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl., Bern 1989, S. 274). Erforderlich für den
Fallabschluss bzw. die Rentenprüfung ist lediglich, dass von weiteren medizinischen
Massnahmen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr erwartet
werden kann, nicht aber, dass eine ärztliche Behandlung nicht länger erforderlich ist
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. November 2008, 8C_467/2008, E. 5.2.2.2; BGE
137 V 199 E. 2.2.3.1). Von einer namhaften Besserung des Gesundheitszustandes kann
auch dann nicht gesprochen werden, wenn eine therapeutische Massnahme mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nur die sich aus einem stationären
Gesundheitsschaden ergebenden Beschwerden für eine begrenzte Zeit zu lindern
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vermag (RKUV 2005, 388). Für die Bejahung eines medizinischen Endzustandes wird
denn auch keine vollständige Schmerzfreiheit vorausgesetzt (vgl. BGE 134 V 112 ff. E.
3 und 4; A. RUMO-JUNGO/A. P. HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl., Zürich/
Basel/Genf 2012, S. 143 f.).
4.3.2 Kreisarzt Dr. M._ erklärte im Arztbericht vom 29. Dezember 2011 (UV-act
110): „All die bisherigen therapeutischen Massnahmen haben offenbar die Situation
nicht verbessert und es besteht primär auch kein hinreichender Grund davon
auszugehen, dass sich dies im Rahmen einer stationären Behandlung ändern würde.“
In der Stellungnahme vom 4. Dezember 2013 führte Kreisarzt Dr. med. T._ aus, dass
von einer weiteren ärztlichen Behandlung keine erhebliche Besserung der
unfallbedingten somatischen Beschwerden mehr zu erwarten sei (UV-act. 212).
4.3.3 Im Arztbericht vom 18. Dezember 2013 erläuterte Dr. K._, Oberärztin
Palliativzentrum des Kantonsspital St. Gallen, dass die Beschwerdeführerin durch die
Beschwerden deutlich eingeschränkt sei und noch kein stabiler Gesundheitszustand
habe erreicht werden können. Die voraussichtliche Dauer der Behandlung sei nicht
absehbar. Die Fachärztin zog nochmals eine Rehabilitation bzw. einen stationären
Aufenthalt in einer Schmerzklinik in Betracht (UV-act 218).
4.3.4 In der Einsprache vom 24. Januar 2014 wies der Rechtsvertreter
Beschwerdeführerin darauf hin, mit, dass die Beschwerdeführerin seit November 2013
beim Chiropraktiker Dr. P._ in Behandlung sei. Er forderte die Beschwerdegegnerin
auf, einen Arztbericht und die neuen Röntgenbilder, anhand welcher die geklagten
Beschwerden eindeutig objektivierbar seien, anzufordern (UV-act. 220). Mit Bericht
vom 28. Januar 2014 informierte Dr. P._ die Beschwerdegegnerin über den
Behandlungsstand. Bereits nach wenigen Therapiesitzungen habe die Empfindlichkeit
der Wirbelsäule stark verbessert werden können. Bisher habe er jedoch erst den
Bereich des cervicothorakalen Übergangs behandeln können. Der Fachspezialist
empfahl wegen der stark eingeschränkten Beweglichkeit der HWS das obere
Kopfgelenk in der Schmerzklinik Q._ in Zürich unter Anästhesie zu manipulieren (UV-
act. 222).
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4.3.5 Festzuhalten ist soweit, dass sich seit der Stellungnahme des Kreisarztes Dr.
T._ vom 4. Dezember 2013 neue Erkenntnisse zum Gesundheitszustand und zu den
Behandlungsmöglichkeiten der Beschwerdeführerin ergeben haben. Sowohl Dr. K._
als auch Dr. P._ gingen davon aus, dass die erheblichen gesundheitlichen
Beschwerden der Beschwerdeführerin mit Therapien verbessert werden könnten. Erste
Behandlungserfolge nach wenigen Therapiesitzungen lagen vor. Aufgezeigt wurden
ebenfalls die nächsten Behandlungsschritte.
4.3.6 Gemäss der Rechtsprechung sind an die Beweiswürdigung strenge
Anforderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen
Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen,
so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (Urteil des Bundesgerichts vom 23.
November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3; BGE 135 V 465 E. 4.4 mit Hinweis).
4.3.7 Folglich durfte sich die Beschwerdegegnerin beim Erlass der
Einspracheentscheids nicht mehr unbesehen alleinig auf die „Kurz“-Stellungnahme des
Kreisarztes vom 4. Dezember 2013 abstützen, zumal die damalige Stellungnahme,
dass von einer weiteren ärztlichen Behandlung keine erhebliche Besserung der
unfallbedingten somatischen Beschwerden mehr zu erwarten sei, weder auf einer
persönlichen Untersuchung der Beschwerdeführerin beruhte noch eine Begründung
enthielt. Eine Auseinandersetzung mit der aktuellen gesundheitlichen Situation der
Beschwerdeführerin (ärztliches Gutachten oder zumindest ein ausführlicher ärztlicher
Bericht beruhend auf einer persönlichen Untersuchung der Beschwerdeführerin) wäre
daher erforderlich gewesen. Da entsprechende Abklärungen nicht getätigt wurden, war
es nicht statthaft, im Einspracheentscheid von einem Behandlungsabschluss per 31.
Januar 2014 auszugehen. Der Entscheid über die Einstellung aller Leistungen erfolgte
damit verfrüht.
4.4 Nachfolgend ist der Anspruch auf eine Integritätsentschädigung zu prüfen.
4.4.1 Die Integritätsentschädigung wird gemäss Art. 24 Abs. 2 UVG mit der
Invalidenrente festgesetzt oder, wenn kein Rentenanspruch besteht, bei der
Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt. Diese Bestimmung schreibt dem
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Unfallversicherer nicht nur vor, wann er über eine Integritätsentschädigung zu verfügen
hat, sondern legt auch den massgeblichen Zeitpunkt fest, in dem die materiellen
Anspruchsvoraussetzungen zu prüfen sind (Urteil des Bundesgerichts vom 23.
November 2012, 8C_592/2012, E 4.2; RKUV 2002 Nr. U 460 S. 417 E. 7a mit Hinweis
auf BGE 113 V 48 E. 4). Weil die Integritätsentschädigung dem Ausgleich von
Dauerschäden dient, kann dieser Anspruch erst beurteilt werden, wenn sich der
Gesundheitszustand der versicherten Person stabilisiert hat und von medizinischen
Massnahmen keine Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des
Bundesgerichts vom 25. April 2012, 8C_820/2011, E. 2.3).
4.4.2 Da der Zeitpunkt des materiellen Anspruchsbeginns hinsichtlich der
Integritätsentschädigung vom Beginn eines allfälligen Rentenanspruchs abhängt, ist
folgerichtig zuerst über den Anspruch auf eine Invalidenrente zu befinden (RKUV 2004
Nr. U 508 S. 265, U 105/03 E. 5.2). Folglich hat die Beschwerdeführerin nicht nur über
den Anspruch auf eine Rente, sondern auch über den Anspruch auf eine
Integritätsentschädigung (Art. 24 f. UVG) zu früh entschieden (vgl. Art. 24 Abs. 2 UVG).
5.
Selbst wenn der Fallabschluss zulässig gewesen wäre, ist, wie nachfolgend dargestellt,
von einer andauernden Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin auszugehen.
5.1 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers entfällt erst, wenn das Dahinfallen jeder
kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit
dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es sich
dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als
bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang
gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV
2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen). Dabei muss nicht etwa der Beweis für
unfallfremde Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes
Leiden hat, ist unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der Unfallversicherer bei einmal
bejahter Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde Ursachen nicht mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein, ob
unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren
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haben, also dahin gefallen sind (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b). Ebenso wenig
geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein
Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die versicherte Person nun bei voller
Gesundheit sei (Urteile des EVG vom 18. Dezember 2003, U 258/02, vom 25. Oktober
2002, U 143/02, und vom 31. August 2001, U 285/00).
5.2 Sind Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, ist eine eigenständige
Adäquanzbeurteilung durchzuführen. Da gemäss den Abklärungen vom Vorliegen eines
Schleudertraumas auszugehen ist (vgl. Erwägung 3) und nach Lage der Akten eine
eindeutige Dominanz psychischer Probleme ausgeschlossen werden kann bzw. als
nicht nachgewiesen gilt (vgl. Erwägung 2.8; BGE 123 V 98 E. 2a), hat die Beurteilung
der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten und in BGE 134 V 109
präzisierten Kriterien zu erfolgen.
5.3 Ausgangspunkt der Adäquanzprüfung bildet das (objektiv erfassbare)
Unfallereignis. Abhängig von der Unfallschwere sind je nach dem weitere Kriterien in
die Beurteilung einzubeziehen (BGE 134 V 109 E. 10.1). Massgebend für die
Unfallschwere ist der augenfällige Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden
Kräften.
5.3.1 Hinsichtlich der Unfallschwere ist insbesondere auf die Erkenntnisse aus der
biomechanischen Kurzbeurteilung vom 20. September 2011 abzustellen (UV-act. 89).
Die Gutachter gingen aufgrund der gegebenen technischen Informationen und eines
unfallanalytischen Gutachtens der AXA Winterthur Versicherung vom 9. Mai 2011 (UV-
act. 78) von einer kollisionsbedingten Geschwindigkeitsänderung (Delta-v) bei der
Heckkollision von 12.2 und 16.7 km/h und beim nachfolgenden frontalen Anprall
zwischen 6.8 und 10.4 km/h aus. Die Geschwindigkeitsänderung trat bei der
Heckkollision in Vorwärtsrichtung und beim frontalen Anprall hauptsächlich im Sinne
einer Verlangsamung der Fahrzeuggeschwindigkeit auf. Die Beschwerdeführerin
bewegte sich relativ zum Fahrzeug erst gerade nach hinten (Heckkollision) und
anschliessend nach vorn (frontaler Anprall). Gemäss den Gutachtern kommt der
Heckkollision in Bezug auf die Beschwerden der Halswirbelsäule die grössere
Bedeutung zu. Da der Delta-v-Bereich durch eine umfassende technische
Unfallanalyse ermittelt wurde, gingen die Gutachter von einem oberen Wert von 15 km/
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h aus. Der kritische Wert für nicht unerhebliche HWS-Beschwerden nach
Heckkollisionen liegt im Normalfall für das angestossene Fahrzeug in einem Bereich
zwischen 10 und 15 km/h. Die Gutachter folgerten aufgrund der technischen
Bewertung und der medizinischen Unterlagen, dass die im Anschluss an das Ereignis
bei der Beschwerdeführerin festgestellten, von der HWS ausgehenden Beschwerden
und Befunde durch die Kollisionseinwirkung im Normalfall, wie im vorliegenden Fall,
erklärbar seien. Bei dieser Einstufung sind individuelle erschwerende Umstände nicht
berücksichtigt. So sass die Beschwerdeführerin als Mitfahrerin hinten links im Auto.
Zum Kollisionszeitpunkt hatte sie ihren Kopf abgedreht. Hinzu kommt, dass die
Kopfstütze auf der Rücksitzbank schlecht eingestellt war und die Beschwerdeführerin
mit dem Kopf am Vordersitz anprallte (UV-act. 64 S. 2; siehe auch nachfolgende
Erwägung 5.4.2; vgl. dazu Rechtsprechung zum Abweichen vom Normalfall: Urteil des
Bundesgerichts vom 22. Juli 2010, 8C_327/2010, E. 5.2.1, mit Hinweis auf Urteile vom
4. Januar 2010, 8C_786/2009, E. 4.6.1, vom 29. April 2008, 8C_582/2007, E. 4.1 mit
Hinweisen).
5.3.2 Beim Unfallereignis vom 2. Oktober 2010 mit Heck- und Anprallkollision ist -
was grundsätzlich auch die Beschwerdegegnerin anerkennt (UV-act. 224 S. 8 und act.
G 5 S. 3) - in Würdigung der Akten zum Unfallereignis (UV-act. 19, 30 bis 32 und 78)
von einem mittelschweren Unfall auszugehen, da weder von einem ausserordentlich
schweren, lebensbedrohlichen Geschehen im Sinn der Praxis (dargestellt in RKUV
1995, Nr. U 215, S. 91; vgl. auch Urteil des EVG vom 13. Juni 2005, U 276/04, E. 2.3)
noch von einem mittelschweren Ereignis im Grenzbereich zu den leichten Unfällen
auszugehen ist (vgl. dazu etwa die Sachverhalte in den Urteilen des EVG vom 14. April
2000, U 257/99, und des Bundesgerichts vom 24. August 2007, U 497/06, E. 4.2,
sowie vom 22. August 2008, 8C_609/2007, E. 4.1.3).
5.4 Nachfolgend sind die einzelnen Adäquanzkriterien zu prüfen (vgl. BGE 117 V 359
E. 6 und 134 V 109 E. 10).
5.4.1 Die Beschwerdeführerin macht zu Recht nicht geltend, dass die Kriterien
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls
erfüllt seien.
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5.4.2 Zur Bejahung des Kriteriums Schwere oder besonderen Art der erlittenen
Verletzung genügt gemäss BGE 134 V 109 die Annahme einer HWS-Distorsion für sich
allein nicht. Es bedarf hierzu einer besonderen Schwere der dafür typischen
Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das Beschwerdebild beeinflussen
können (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86, U 339/06 E. 5.3; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236, U
380/04 E. 5.2.3 mit Hinweisen). Diese können beispielsweise in einer beim Unfall
eingenommenen besonderen Körperhaltung und den dadurch bewirkten
Komplikationen bestehen (SVR 2007 UV Nr. 26 S. 86, U 339/06 E. 5.3; RKUV 2003 Nr.
U 489 S. 357, U 193/01 E. 4.3 mit Hinweisen). Die Beschwerdeführerin sass beim
Unfallereignis angegurtet auf dem Rücksitz hinter dem Beifahrersitz. Gemäss der
Beschwerdeführerin leitete der Fahrzeuglenker unerwartet eine Vollbremsung ein. Um
feststellen zu können, was der Grund des Bremsmanövers war, habe sie ihren
Oberkörper nach vorne und nach links gedreht, um zwischen den beiden Vordersitzen
hindurch schauen zu können. Deshalb sei ihre Wirbelsäule zum Zeitpunkt der
Heckkollision und des kurz darauf folgenden Aufpralls nach vorne links abgedreht
gewesen. Diese Körperhaltung habe dazu geführt, dass sie an der Rückseite des
Beifahrersitzes angeschlagen habe. Diese Schilderung ist nachvollziehbar und
glaubwürdig, gab doch die Beschwerdeführerin bereits beim Ausfüllen des
Dokumentationsbogens für Erstkonsultationen nach kraniozervikalem
Beschleunigungstrauma an, dass sie auf die Kollisionen nicht gefasst, ihre Kopfstellung
beim Kollisionsereignis rotiert gewesen und ein Kopfanprall ausserhalb der Kopfstütze
erfolgt sei (UV-act. 9 S. 1 und 64 S. 2). Die besondere bzw. ungewöhnliche
Körperhaltung vermag wohl zu erklären, dass die Beschwerdeführerin selbst nach
Monaten noch stark in der Beweglichkeit der Halswirbelsäule eingeschränkt war. Die
Schwere der erlittenen Verletzungen zeigt sich auch darin, dass ein mehrwöchiger
Klinikaufenthalt, „normale“ Physiotherapien und mehrere Injektionen keine nachhaltige
Verbesserung der Beweglichkeit brachten. Die Situation nach dem Unfall war auch
psychisch belastend und bedurfte entsprechender ärztlicher Behandlung (vgl.
Erwägung 2.5, 2.6 und 2.8). Erschwerend hinzu kam der gesundheitliche Rückschlag
als Folge der misslungenen vierten Injektion bzw. der daran anschliessenden
Komplikationen im September 2012 (vgl. Erwägung 2.7). Erst mit der gut drei Jahre
nach dem Unfall begonnenen chiropraktischen Therapie sowie den ergänzend
durchgeführten Manipulationen am Kopfgelenk unter Anästhesie konnten bedeutende
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gesundheitliche Fortschritte erzielt werden. Im Sommer 2014 war die
Beschwerdeführerin weiterhin in Behandlung. Geplant war auch ein weiterer
chiropraktischer Eingriff (vgl. Erwägung 2.9). Insgesamt ist festzuhalten, dass das
Kriterium der Schwere bzw. der besonderen Art der erlittenen Verletzung vorliegend zu
bejahen ist, wenn auch nicht in ausgeprägter Weise (vgl. Erwägung 2.9 f.; BGE 134 V
109 E. 10.2.2 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_421/2009 vom 2. Oktober
2009 E. 5.2).
5.4.3 Hinsichtlich des Kriteriums fortgesetzte spezifische und belastende ärztliche
Behandlung ist festzustellen, dass an die Bejahung praxisgemäss hohe Anforderungen
gestellt werden (vgl. etwa SVR 2009 UV Nr. 22 S. 80, 8C_209/2008 E. 5.4; Urteil des
Bundesgerichts vom 12. Juni 2009, 8C_25/2009, E. 4.2.2 mit Hinweisen). Dass es sich
um einen aussergewöhnlichen Fall handelt, zeigt sich auch an der überdurchschnittlich
langen Behandlungsdauer von mehreren Jahren. Vorliegend hat die
Beschwerdeführerin über vier Jahre hinweg stets alle Therapiemöglichkeiten genutzt,
sofern die Beschwerdegegnerin die Kostengutsprache dafür erteilte (vgl. Erwägung 2.3
und 2.9). Die durchgeführten Behandlungen umfassten nicht nur Physiotherapien, MTT,
psychologische Sitzungen und einen stationären Rehabilitationsaufenthalt im März
2012, sondern auch mehrere Injektionen an der HWS durchgeführt im Kantonsspital St.
Gallen sowie Manipulationen an der Halswirbelsäule unter Anästhesie im
Schmerzzentrum Q._. Anzumerken ist, dass die Beschwerdeführerin - mit Ausnahme
des stationären Reha-Aufenthalts - stets einer teilzeitlichen Erwerbstätigkeit nachging.
Die Beschwerdeführerin war auch stets um ihre berufliche Wiedereingliederung
bemüht. So schloss sie trotz den gesundheitlichen Beeinträchtigungen ihre
Berufsausbildung erfolgreich ab und nahm anschliessend - auf den beruflichen
Kenntnissen aufbauend - eine berufsbegleitende Umschulung bzw. Weiterausbildung
in Angriff. Aufgrund der Dauer, der Intensität und der Art der Behandlungen in
Kombination mit der teilzeitlichen Berufstätigkeit (Lehrabschlussvorbereitung,
Praktikum bei neuer Arbeitgeberin, berufliche Massnahme der IV) ist vorliegend von
einer fortgesetzten spezifischen, belastenden ärztlichen Behandlung auszugehen. Das
Kriterium ist daher erfüllt.
5.4.4 Hinsichtlich des Kriteriums schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche
Komplikationen ist vorliegend insbesondere relevant, dass es am 25. September 2012
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bei der vierten Infiltration auf Höhe C1 und C2 im Kantonsspital St. Gallen zu einem
Zwischenfall kam, welcher zu erheblichen Komplikationen führte. So musste die
Beschwerdeführerin wegen einer Schmerzexazerbation der Nackenbeschwerden
während mehrerer Tage im Kantonsspital St. Gallen hospitalisiert werden. Selbst
Monate nach diesem „verunglückten“ Eingriff konnte der Gesundheitszustand, wie er
vor dem Eingriff war, trotz Therapien (noch) nicht erreicht werden (vgl. Erwägung 2.7).
In Würdigung dieser Komplikationen und der gesamten Krankheitsgeschichte vom
Unfall bis zu den Manipulationen an der Halswirbelsäule unter Anästhesie (vgl.
Erwägung 2) ist die Erfüllung dieses Kriterium zu bejahen, wenn auch nicht in
ausgeprägter Weise.
5.4.5 Das Kriterium ärztliche Fehlbehandlung ist vorliegend nicht erfüllt, obwohl
beim Eingriff im Kantonsspital St. Gallen am 25. September 2012 eine fehlplatzierte
Injektionsnadel zur Schmerzexazerbation geführt haben dürfte, denn jeder (invasive)
ärztliche Eingriff beinhaltet ein bestimmtes Risiko. Zudem wurde auch nicht geltend
gemacht, dass der Eingriff medizinisch nicht indiziert gewesen sei oder die
Beschwerdeführerin der Behandlung in Kenntnis der Risiken nicht zugestimmt habe.
5.4.6 Nachstehend ist das Kriterium erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz
ausgewiesener Anstrengungen zu prüfen. Die Beschwerdeführerin schaffte es trotz den
erheblichen gesundheitsbedingten Einschränkungen ihre Lehre als
Detailhandelsangestellte bei B._ im Sommer 2011 erfolgreich abzuschliessen. Nach
Lehrende trat sie bei ihrer bisherigen Arbeitgeberin trotz den gesundheitlichen
Einschränkungen eine Festanstellung mit einem 75%igen Arbeitspensum an. Die
Beschwerdeführerin konnte jedoch auch nach Monaten gesundheitsbedingt die
Erwartungen der Arbeitgeberin nicht erfüllen, so dass diese nach einem Jahr den
Arbeitsvertrag wieder auflöste (vgl. UV-act. 142 S. 2). Die Beschwerdeführerin bemühte
sich sofort wieder um eine Anstellung. So gelang es ihr, bereits nach wenigen Wochen
eine befristete Teilzeitanstellung (50%-Pensum) als Praktikantin zu finden. Um ihre
Restarbeitsfähigkeit künftig optimal zu nutzen, begann sie am 15. Januar 2013 mit der
von der IV finanzierten, berufsbegleitenden Ausbildung zur Sachbearbeiterin
Rechnungswesen und Treuhand (vgl. UV-act. 185). Zusammenfassend ist festzuhalten,
dass die Arbeitsunfähigkeit im erlernten Beruf erheblich war, so dass eine Umschulung
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erforderlich wurde. Die Beschwerdeführerin war zudem stets bestrebt, sich schnellst
möglich wieder im ersten Arbeitsmarkt einzugliedern. Das Kriterium ist folglich erfüllt.
5.4.7 Das Kriterium erhebliche Beschwerden ist unbestrittenermassen erfüllt. So litt
die Beschwerdeführerin u.a. an permanenten und an mehrmals wöchentlich
auftretenden migräneartigen Schmerzen sowie an den Nebenwirkungen der
verschriebenen Medikamente.
5.5 Zusammenfassend ist festzustellen, dass fünf der sieben Adäquanzkriterien erfüllt
sind. Da bei einem mittelschweren Unfallereignis im engeren Sinn bereits die Erfüllung
von drei Kriterien ausreicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. Januar 2010,
8C_897/2009, E. 4.5; RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 65), erübrigt sich die Prüfung,
ob ein Kriterium besonders ausgeprägt vorliegt. Da die Adäquanz des
Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfallereignis vom 2. Oktober 2010 und den
über den 31. Januar 2014 hinaus anhaltend geklagten Beschwerden somit gegeben ist,
ist die Beschwerdegegnerin auch aus diesem Grunde weiterhin leistungspflichtig.
6.
6.1 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass bei der Beschwerdeführerin das
Beschwerdebild eines Schleudertraumas vorliegt. Da die Beschwerdeführerin beim
Erlass des Einspracheentscheids eine berufliche Massnahme der Invalidenversicherung
absolvierte, ihr Gesundheitszustand noch nicht stabil war, erfolgsversprechende
medizinische Behandlungen angesagt waren und die Beschwerdegegnerin auch keine
aktuellen ärztlichen Gutachten vorlegte, welche die Einschätzungen der behandelnden
Fachspezialisten widerlegen, erfolgte der Entscheid über die Einstellung aller
Leistungen verfrüht. Im Übrigen ist, da vorliegend von einem mittelschweren Unfall
auszugehen ist und mehr als drei Adäquanzkriterien entsprechend der
bundesgerichtlicher Rechtsprechung in der einfachen Form erfüllt sind, der adäquate
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 2. Oktober 2010 und den weiter
geklagten Beschwerden zu bejahen und von einer andauernden Leistungspflicht der
Beschwerdegegnerin auszugehen.
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6.2 Folglich ist in Gutheissung der Beschwerde der Einspracheentscheid vom 18. März
2014 aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der
Beschwerdeführerin auch über den 31. Januar 2014 hinaus die gesetzlichen Leistungen
für den am 2. Oktober 2010 erlittenen Unfall zu erbringen.
7.
7.1 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1].
7.2 Die Beschwerdeführerin hat bei diesem Ausgang des Verfahrens Anspruch auf
Ersatz der ausseramtlichen Kosten (Art. 98 Abs. 1 VRP in Verbindung mit Art. 61 lit. g
ATSG). Gemäss Art. 22 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und
Rechtsagenten (sGS 963.75) beträgt das Honorar in Verwaltungsstreitigkeiten vor
Versicherungsgericht pauschal Fr. 1'000.- bis Fr. 12'000.-. Im vorliegenden Fall ist der
Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit seinen Begehren durchgedrungen. Mit
Blick auf die gesamten Umstände erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 4'000.-
(einschliesslich Mehrwertsteuer und Barauslagen) zulasten der Beschwerdegegnerin
angemessen.