Decision ID: 0d10d512-a3a8-4e41-bf6b-5e5b3b61902b
Year: 2019
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Sachverhalt:
A. Mit Strafbescheid vom 17.Oktober 2018 befand die Eidgenössische  (nachfolgend «ESBK») A. der Organisation von  ausserhalb konzessionierter Spielbanken und des Aufstellens von Glücksspielautomaten ohne Prüfung, Konformitätsbewertung oder  zum Zwecke des Betriebs durch Anbieten des Gerätes im Restaurant B. im Februar 2015 für schuldig. A. wurde zu einer Busse von Fr. 4'400.-- sowie einer Ersatzforderung in der Höhe von Fr. 15'000.-- verurteilt. Zudem wurden ihm die anteilsmässigen Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 5'200.-- auferlegt. Im Übrigen wurde das Verfahren eingestellt ( ESBK, pag. 07 041 ff.). Der Strafbescheid wurde A. am 24.  2018 eröffnet (Verfahrensakten ESBK, pag. 07 045).
B. Am 23. November 2018 erhob A. durch seinen Rechtsvertreter Rechtsanwalt Martin Schwaller Einsprache gegen den Strafbescheid (Verfahrensakten ESBK, pag. 07 050 f.). Er beantragte die Aufhebung der Schuldsprüche, der Busse und der Ersatzforderung, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. Zur Begründung führte der Rechtsvertreter lediglich aus, A. bestreite eine Widerhandlung gegen das Bundesgesetz vom 18. Dezember 1998 über Glücksspiele und Spielbanken (Spielbankengesetz [SBG]; AS 2000 677, 2006 2197 5599, 2018 5103; s. auch historische SR-Fassung 935.52)  zu haben. Er ersuchte um Einsichtnahme in die Akten und erklärte, anschliessend die Begründung und die Beweismittel mitzuteilen.
C. Mit Schreiben vom 27. November 2018 sandte die ESBK dem  die Verfahrensakten, welche diesem am Folgetag zugingen, ausdrücklich für kurze Zeit zur Einsicht zu (Verfahrensakten ESBK, pag. 07 059 f.). Nach eineinhalb Monaten setzte die ESBK dem Rechtsvertreter mit Schreiben vom 15. Januar 2019, welches diesem am Folgetag eröffnet wurde, Frist bis 22. Januar 2019 zur Rücksendung der Akten an (Verfahrensakten ESBK, pag. 07 061 f.). Mehr als drei Wochen nach Ablauf der angesetzten Frist sandte der Rechtsvertreter mit Schreiben vom 14. Februar 2019 die Akten zurück (Verfahrensakten ESBK, pag. 07 063), welche am 18. Februar 2019 bei der ESBK eingingen (Verfahrensakten ESBK, pag. 07 064).
D. Noch vor Eintreffen der Akten am 18. Februar 2019 forderte die ESBK den Rechtsvertreter mit Schreiben vom 15. Februar 2019 zum dritten Mal zur Rücksendung der Akten auf, dieses Mal innert fünf Tagen ab Zustellung des
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Schreibens. Gleichzeitig wurde ihm in Anwendung von Art. 68 Abs. 3 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsstrafrecht vom 22. März 1974 (VStrR; SR 313.0) eine kurze Nachfrist von ebenfalls fünf Tagen zur Verbesserung der Einsprache eingeräumt. Er wurde darauf hingewiesen, dass bei  Fristablauf gemäss Art. 68 Abs. 4 VStrR auf die Einsprache nicht eingetreten werde (Verfahrensakten ESBK, pag. 07 065 f.). Dieses  wurde dem Rechtsvertreter am 21. Februar 2019 eröffnet ( ESBK, pag. 07 067).
E. Mit Schreiben vom 1. März 2019 (eingegangen bei der ESBK am 4. März 2019) teilte der Rechtsvertreter der ESBK mit, dass die ihm zugestellten  unvollständig seien. Er ersuchte um Zustellung der fehlenden Akten. Weiter hielt er fest, dass sich den vorliegenden Akten eine Widerhandlung gegen das Spielbankengesetz nicht ableiten lasse, und es fraglich sei, ob die Allgemeinen Bestimmungen des «StGB» eingehalten worden seien. So sei kein Durchsuchungsbefehl der ESBK aktenkundig. Es mache den , die Ermittlungen seien in Form einer sog. «fishing expedition» erfolgt (Verfahrensakten ESBK, pag. 07 068 f.).
F. Mit Nichteintretensentscheid vom 27. März 2019 trat die ESBK auf die  von A. aufgrund verspäteter Eingabe bzw. mangelnder Begründung nicht ein (Verfahrensakten ESBK, pag. 07 084 ff.).
G. Mit Eingabe vom 1. April 2019 erhob A. gegen den Nichteintretensentscheid vom 27. März 2019 Beschwerde. Er beantragte zur Hauptsache die  des Nichteintretensentscheids und das Eintreten auf seine Einsprache. Eventualiter seien seine mit Eingabe vom 23. November 2018 gestellten  gutzuheissen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge ( ESBK, pag. 07 089 ff.).
H. Mit Beschwerdeentscheid vom 23. April 2019 wies der Direktor der ESBK die Beschwerde ab, soweit er darauf eintrat (Verfahrensakten ESBK, pag. 07 098 ff.).
I. Gegen diesen Beschwerdeentscheid erhebt A. mit Eingabe vom 29.  2019 Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts. Er beantragt die Aufhebung des Beschwerdeentscheids vom 23. April 2019
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und die Rückweisung zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz.  seien seine Einspracheanträge vom 23. November 2018 gutzuheissen unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 7. Juni 2019 beantragt die ESBK die Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des  (act. 5). Diese Eingabe wurde dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 11. Juni 2019 zur Kenntnis zugestellt (act. 6).
J. Mit Eingabe ebenfalls vom 1. April 2019 an die ESBK erhob A. unter  auf Art. 26 Abs. 1 VStrR Beschwerde gegen die ESBK «betreffend  Untersuchungsführung». Er beantragte, es sei festzustellen, dass die Untersuchungsmassnahmen der Regionalpolizei Zofingen vom 28.  2015 im gegen ihn geführten Verfahren wegen Widerhandlung gegen das SBG rechtswidrig erfolgt seien. Die Untersuchungsbeamtin der ESBK sei weiter anzuweisen, das gegen den Beschwerdeführer geführte Verfahren wegen Widerhandlung gegen das SBG ohne Berücksichtigung der durch die Regionalpolizei Zofingen am 28. Februar 2015 erhobenen Beweismittel durchzuführen resp. wieder aufzunehmen (Beschwerdeverfahren BV.2019.19, act. 1). Mit Schreiben vom 5. April 2019 leitete der Direktor der ESBK die Beschwerde unter Berufung auf Art. 26 Abs. 3 VStrR der  des Bundesstrafgerichts mit seiner Stellungnahme weiter. Er beantragt, es sei auf die Beschwerde nicht einzutreten. Der  hätte die Beschwerde innert drei Tagen nach Kenntnisnahme erheben müssen. Die dem Untersuchungsorgan vorgeworfenen Verfehlungen seien erstmals 2019 gerügt worden, was zu spät erfolgt sei. Der Beschwerdeführer hätte sodann die Möglichkeit gehabt, seine Vorbringen im Rahmen der  darzulegen. Der Beschwerdeführer habe freilich diese Möglichkeit verwirkt, da er die entsprechende Frist verpasst habe (Beschwerdeverfahren BV.2019.19, act. 2 S. 3).
K. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen Bezug genommen.
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Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:
1. 1.1 Mit Datum vom 1. Januar 2019 ist das Bundesgesetz vom 29. September
2017 über Geldspiele (Geldspielgesetz, BGS; SR 935.51) in Kraft getreten. Es ersetzt unter anderem das auf diesen Zeitpunkt ausser Kraft getretene Spielbankengesetz. Nach Art. 134 Abs. 1 BGS ist bei Widerhandlungen im Zusammenhang mit den Spielbankenspielen und bei Hinterziehung der Spielbankenabgabe das VStrR anwendbar. Neue Verfahrensvorschriften sind durch alle Instanzen unverzüglich anzuwenden, ausser sie führten eine grundlegend neue Ordnung ein (BGE 129 V 113 E. 2.2; TSCHANNEN//MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 2014, S. 202).  Behörde im Sinne von Art. 20 Abs. 1 VStrR ist wie schon unter altem Recht das Sekretariat der ESBK (Art. 134 Abs. 2, Art. 104 Abs. 5 BGS). Das Sekretariat vertritt die ESBK vor eidgenössischen und kantonalen Gerichten (Art. 104 Abs. 5 BGS).
1.2 Auch nach dem Inkrafttreten der Eidgenössischen Strafprozessordnung
(StPO; SR 312.0) und des Strafbehördenorganisationsgesetzes des Bundes (StBOG; SR 173.71) am 1. Januar 2011 bleibt das VStrR auf Fälle der  in Verwaltungsstrafsachen weiterhin anwendbar. Das VStrR wurde durch die StPO (Anhang 1 Ziff. II/11) und das StBOG (Anhang Ziff. II/9) teilweise geändert. Die Bestimmungen der StPO sind insoweit  oder sinngemäss anwendbar, als das VStrR dies ausdrücklich  (vgl. Art. 22, Art. 30 Abs. 2-3, Art. 31 Abs. 2, Art. 41 Abs. 2, Art. 43 Abs. 2, Art. 58 Abs. 3, Art. 60 Abs. 2, Art. 80 Abs. 1, Art. 82, Art. 89 und Art. 97 Abs. 1 VStrR). Soweit das VStrR einzelne Fragen nicht abschliessend regelt, sind die Bestimmungen der StPO grundsätzlich analog anwendbar (BGE 139 IV 246 E. 1.2 S. 248, E. 3.2 S. 249; Urteile des Bundesgerichts 1B_210/2017 vom 23. Oktober 2017 E. 1.1; 1B_91/2016 vom 4. August 2016 E. 4.1; zum Ganzen Urteil des Bundesgerichts 1B_433/2017 vom 21. März 2018 E. 1.1). Die allgemeinen strafprozessualen und verfassungsrechtlichen Grundsätze sind jedenfalls auch im Verwaltungsstrafverfahren zu  (BGE 139 IV 246 E. 1.2 und E. 3.2; vgl. hierzu auch TPF 2016 55 E. 2.3; Beschluss des Bundesstrafgerichts BV.2017.26 vom 6.  2017 E. 1.2 und E. 1.3).
2. 2.1 Gegen einen Beschwerdeentscheid des Direktors oder Chefs der beteiligten
Verwaltung kann innert drei Tagen bei der Beschwerdekammer des  Beschwerde geführt werden, wobei nur die Verletzung von
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Bundesrecht, einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des  gerügt werden kann (Art. 27 Abs. 3 VStrR i.V.m. Art. 37 Abs. 2 lit. b StBOG; Art. 28 Abs. 3 VStrR). Zur Beschwerde ist berechtigt, wer durch den Beschwerdeentscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung oder Änderung hat (Art. 28 Abs. 1 VStrR).
2.2 Gegenstand der hier zu beurteilenden Beschwerde bildet der  des Direktors der Beschwerdegegnerin, den dieser am 23.  2019 gestützt auf Art. 27 VStrR erlassen hat. Die vorliegende Beschwerde wurde form- und fristgerecht erhoben. Der Beschwerdeführer ist durch den angefochtenen Beschwerdeentscheid berührt. Entsprechend hat er ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung. Auf die  ist einzutreten.
3. 3.1 Gegen den Beschwerdeentscheid bringt der Beschwerdeführer vor, die Be-
schwerdegegnerin habe einen Sachentscheid erlassen, bevor die erste  durch das Bundesstrafgericht und allfällig weitere  entschieden worden sei. So habe der Beschwerdeführer in jenem Parallelverfahren beantragt, die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, das gegen ihn geführte Verfahren wieder aufzunehmen. Dies sei damit  worden, dass die Beschwerdegegnerin rechtswidrig erhobene  verwendet habe. Zudem und damit zusammenhängend seien die dem Beschwerdeführer vorgelegten Akten unvollständig (act. 1 S. 4).
3.2 Im Beschwerdeverfahren BV.2019.19 (s. supra lit. J) stellt der  mit seiner Beschwerde das Hauptbegehren um Feststellung der Rechtswidrigkeit einer Untersuchungsmassnahme aus dem Jahre 2015 und Wiederaufnahme des Verwaltungsstrafverfahrens. Sein  bezieht sich auf eine Verwaltungsstrafsache, welche sich bereits im Rechtsmittelverfahren befindet. Mit Beschluss BV.2019.19 vom 19. Juli 2019 wird ausgeführt, weshalb seine beschwerdeweise Erhebung des  unzulässig ist. Um unnötige Wiederholungen zu vermeiden, ist vollumfänglich auf die Erwägungen im vorgenannten Beschluss zu . Damit geht einher, dass der Beschwerdeführer durch die  Erhebung eines Feststellungsbegehrens auch nicht das dem  Beschwerdeverfahren zugrunde liegende Rechtsmittelverfahren, namentlich nicht den Beschwerdeentscheid, hinauszögern kann. Der  dringt nach dem Gesagten mit seiner Rüge nicht durch.
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4. 4.1 Wie supra unter lit. F dargelegt, trat die Beschwerdegegnerin mit Nichtein-
tretensentscheid vom 27. März 2019 auf die Einsprache des  aufgrund verspäteter Eingabe bzw. mangelnder Begründung nicht ein (Verfahrensakten ESBK, pag. 07 084 ff.). Mit Beschwerdeentscheid vom 23. April 2019 wies der Direktor der Beschwerdegegnerin die Beschwerde gegen diesen Nichteintretensentscheid ab, soweit er darauf eintrat ( ESBK, pag. 07 098 ff.; s. supra lit. H). Er hielt darin fest, dass auf die Einsprache zu Recht nicht eingetreten worden sei, weil der  die Einsprachefrist verpasst habe (Verfahrensakten ESBK, pag. 07 098 ff.; S. 5).
4.2 Gemäss Art. 67 Abs. 1 VStrR ist innert 30 Tagen seit der Eröffnung  gegen den Strafbescheid zu erheben. Die Einsprache ist schriftlich bei der Verwaltung einzureichen, die den angefochtenen Bescheid erlassen hat (Art. 68 Abs. 1 VStrR). Die Einsprache hat einen bestimmten Antrag zu  und die zur Begründung dienenden Tatsachen anzugeben; die  sollen bezeichnet und, soweit möglich, beigelegt werden (Art. 68 Abs. 2 VStrR). Genügt die Einsprache den in Abs. 2 umschriebenen  nicht, oder lassen die Begehren des Einsprechers oder deren  die nötige Klarheit vermissen und stellt sich die Einsprache nicht als offensichtlich unzulässig heraus, so wird dem Einsprecher eine kurze Nachfrist zur Verbesserung eingeräumt (Art. 68 Abs. 3 VStrR). Gemäss Art. 68 Abs. 4 VStrR verbindet die Verwaltung diese Nachfrist mit der , nach unbenutztem Fristablauf auf Grund der Akten zu entscheiden , wenn Begehren, Begründung oder Unterschrift fehlen, auf die  nicht einzutreten.
4.3 Vorliegend ist offensichtlich, dass der Beschwerdeführer die Einsprachefrist bzw. die ihm in Anwendung von Art. 68 Abs. 4 VStrR angesetzte Nachfrist zur Verbesserung verpasst hat (s. supra lit. D und E). Den diesbezüglichen Erwägungen im angefochtenen Beschwerdeentscheid kann ohne weiteres gefolgt werden, weshalb darauf vollumfänglich zu verweisen ist. Der  hält diesen Ausführungen auch nichts entgegen und äussert sich mit keinem Wort zur Frage der Frist. Vielmehr macht er in seiner  zur Hauptsache ausschliesslich Verstösse gegen  im Verwaltungsstrafverfahren geltend, welche indes die  massgebliche Frage der Frist nicht berühren. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Auf die Rügen in der Sache ist bei diesem  nicht einzugehen.
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5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem  aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG analog; TPF 2011 25 E. 3). Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 2’000.-- festzusetzen (Art. 25 Abs. 4 VStrR i.V.m. Art. 73 StBOG und Art. 5 und 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]).
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