Decision ID: 1bd567dc-8b0b-4744-9112-693673e37fc8
Year: 2007
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X. und Y. Z. leben seit 1. März 2005 im eigenen Einfamilienhaus am H-weg in
Bazenheid; zuvor waren sie an der T-strasse ebenfalls in Bazenheid wohnhaft. Der
Ehemann arbeitet als ... in Bütschwil, die Ehefrau ist als ... in der Nähe des
Bahnhofplatzes in St. Gallen tätig.
B.- In der Steuererklärung 2005 deklarierten X. und Y. Z. ein steuerbares Einkommen
von Fr. 86'173.-- und kein steuerbares Vermögen. Die Veranlagungsbehörde nahm
verschiedene Korrekturen vor. Sie verweigerte insbesondere den geltend gemachten
Abzug für die Kosten des privaten Motorfahrzeugs für den Arbeitsweg der Ehefrau von
Fr. 9'021.--, gewährte aber stattdessen einen Abzug für die kombinierte Benützung von
öffentlichem und privatem Verkehrsmittel ("Park-and-Ride") von Fr. 3'168.--.
Infolgedessen wurden X. und Y. Z. für 2005 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr.
94'500.-- und ohne steuerbares Vermögen veranlagt.
Eine gegen diese Veranlagung am 21. November 2006 erhobene Einsprache hiess das
kantonale Steueramt mit Entscheid vom 4. April 2007 teilweise gut und setzte das
steuerbare Einkommen auf Fr. 90'300.-- fest. Den geltend gemachten Abzug für die
Kosten des privaten Fahrzeugs der Ehefrau gewährte es nicht, da die Zeitersparnis
gegenüber den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht über 90 Minuten betrage. Wegen der
Entfernung vom Wohnort bis zum Bahnhof Bazenheid wurde der Abzug für die
Autofahrt zum Bahnhof Wil gewährt, was eine Erhöhung der Autokosten von Fr. 300.--
auf Fr. 2'400.-- zur Folge hatte. Insgesamt gewährte damit das kantonale Steueramt
einen Abzug für Arbeitswegkosten der Ehefrau von Fr. 5'268.--.
C.- Gegen diesen Einsprache-Entscheid erhoben X. und Y. Z. mit Eingabe vom 1. Mai
2007 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, die Kosten für das
private Motorfahrzeug der Ehefrau seien von Fr. 2'400.-- auf Fr. 9'021.-- zu erhöhen
und die Kosten für die öffentlichen Verkehrsmittel ("Park-and-Ride") zu streichen.
Dementsprechend sei das steuerbare Einkommen auf Fr. 86'573.-- zu reduzieren.
Die Vorinstanz beantragte am 11. Juni 2007 die kostenfällige Abweisung des Rekurses.
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Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung der Anträge wird,

soweit notwendig, in den Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 1. Mai 2007 ist rechtzeitig eingereicht
worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen
(Art. 194 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG; Art. 48 des Gesetzes
über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist
einzutreten.
2.- Anfechtungsobjekt ist der Einsprache-Entscheid des kantonalen Steueramts vom 4.
April 2007 betreffend Staats- und Gemeindesteuern 2005. Dieser Entscheid bildet die
sachliche Begrenzung des Anfechtungsverfahrens (vgl. Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz 579). Hinsichtlich
der direkten Bundessteuer ist noch kein Einsprache-Entscheid ergangen. In diesem
Rekursverfahren kann daher ausschliesslich die Veranlagung betreffend Staats- und
Gemeindesteuern 2005 überprüft werden.
3.- Zu entscheiden ist im Folgenden einzig über den Abzug für die Fahrtkosten der
Ehefrau vom Wohnort zur Arbeitsstätte.
a) Im Rekurs wird vorgebracht, für die Berechnung des Mehrzeitaufwands sei von der
nächstgelegenen Haltestelle auszugehen. Diese sei in ihrem Fall Bazenheid und nicht
Wil. Die Haltestelle Bazenheid sei mehr als 15 Minuten entfernt und es sei kein "Park-
and-Ride" möglich. Gehe man bei der Berechnung von der Haltestelle Bazenheid aus,
sei der zeitliche Mehraufwand von 90 Minuten gegeben. Es könne nicht sein, dass die
Veranlagungsbehörde wahllos eine Haltestelle heranziehe, wo eine gute Zugverbindung
vorhanden sei, um einen Mehrzeitaufwand von 90 Minuten nachweisen zu können.
Die Vorinstanz verweist in ihrer Vernehmlassung auf ihren Einsprache-Entscheid vom 4.
April 2007, wo sie festhielt, dass zwischen Bazenheid und St. Gallen sehr gute
Zugverbindungen bestehen würden und der zeitliche Mehraufwand für den Arbeitsweg
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von Bazenheid nach St. Gallen mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht über 90 Minuten
betrage. Wegen der Entfernung vom Wohnort der Rekurrenten zum Bahnhof Bazenheid
werde der Abzug für die Autofahrt zum Bahnhof Wil gewährt.
b) Bei unselbständiger Erwerbstätigkeit können nach Art. 39 Abs. 1 StG die
notwendigen Kosten für Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte (lit. a), die
notwendigen Mehrkosten für Verpflegung ausserhalb der Wohnstätte und bei
Schichtarbeit (lit. b), die übrigen für die Ausübung des Berufes erforderlichen Kosten
(lit. c) sowie die mit dem Beruf zusammenhängenden Weiterbildungs- und
Umschulungskosten abgezogen werden (lit. d). Für die Berufskosten nach Abs. 1 lit. a
bis c sind in Art. 18 der Steuerverordnung (sGS 811.11, abgekürzt: StV) Pauschalen
festgesetzt; dem Pflichtigen steht im Falle von Abs. 1 lit. a und c der Nachweis höherer
Kosten offen (Art. 39 Abs. 2 StG).
Nach Art. 18 Abs. 1 StV werden als notwendige Kosten für Fahrten zwischen Wohn-
und Arbeitsstätte bei Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel die tatsächlich
anfallenden Auslagen abgezogen. Nach Art. 18 Abs. 2 StV sind bei Benützung privater
Fahrzeuge als notwendige Kosten die Auslagen abziehbar, die bei Benützung der
öffentlichen Verkehrsmittel angefallen wären. Die Kosten des privaten Fahrzeugs
werden nach Art. 18 Abs. 3 StV gemäss den für die direkte Bundessteuer
massgebenden Pauschalansätzen (Anhang zu Art. 3 der Verordnung über den Abzug
von Berufskosten der unselbständigen Erwerbstätigkeit bei der direkten Bundessteuer,
SR 642.118.1, in Verbindung mit AS 2004 S. 3559; abgekürzt: BerufskostenV)
abgezogen, wenn kein öffentliches Verkehrsmittel zur Verfügung steht oder soweit
dessen Benützung dem Steuerpflichtigen nicht zugemutet werden kann, sowie für die
Anfahrt bis zur nächsten Haltestelle des öffentlichen Verkehrsmittels. Der Nachweis
höherer Kosten bleibt vorbehalten.
Die Benützung des öffentlichen Verkehrsmittels gilt in der Regel als nicht zumutbar,
wenn sehr schlechte Bahn- und Busverbindungen oder ein ungünstiger Fahrplan
bestehen. Der zeitliche Mehraufwand kann als Begründung für die Benützung des
privaten Verkehrsmittels nur angeführt werden, wenn bei einmaliger Hin- und Rückfahrt
der zeitliche Mehraufwand mehr als 90 Minuten pro Tag beträgt (vgl. StB 39 Nr. 3 Ziff.
2.2). Für den Zeitvergleich darf nicht beim privaten Verkehrsmittel stets auf optimale
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und bei den öffentlichen Verkehrsmitteln stets auf ungünstige Verhältnisse abgestellt
werden (SGE 2002 Nr. 5). Für einen Steuerpflichtigen, der zufolge unregelmässiger
Arbeitszeit oder qualifizierter Präsenzpflicht die öffentlichen Verkehrsmittel nicht oder
nur unter erschwerten Bedingungen beanspruchen kann oder der zur Mitnahme des
Autos an den Arbeitsort gezwungen ist, weil er es dort für berufliche Fahrten einsetzen
muss, kann die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel trotz grundsätzlich guter
Verbindungen unzumutbar sein (StB 39 Nr. 3 Ziff. 2.2). In gewissen Fällen ist auch eine
kombinierte Benützung von öffentlichem und privatem Verkehrsmittel zumutbar ("Park-
and-Ride"; Weidmann/Grossmann/Zigerlig, Wegweiser durch das st. gallische
Steuerrecht, 6. Aufl. 1999, S. 42). Die Kosten für das private Verkehrsmittel können bis
zur Haltestelle, welche über Parkplätze verfügt, geltend gemacht werden (VRKE I/
1-2004/238 vom 23. August 2005 in Sachen K.E.v.P., S. 8).
Aufgrund dieser Vorschriften spielt es keine Rolle, wie die Rekurrentin ihren Arbeitsweg
zurücklegt; massgebend für den Abzug der Kosten ist einzig die Zumutbarkeit der
Benützung öffentlicher Verkehrsmittel. Wenn es ein Pflichtiger aus Bequemlichkeit
vorzieht, auch bei Zumutbarkeit des öffentlichen Verkehrsmittels das Auto zu benützen,
so kann er die entsprechenden Mehrkosten nicht von den Steuern abziehen (vgl.
VerwGE vom 9. November 2006 in Sachen B.D., E. 2).
c) Nach der allgemeinen Beweislastregel im Steuerrecht trägt die Veranlagungsbehörde
gemäss konstanter Rechtsprechung die Beweislast für steuerbegründende oder
steuererhöhende Tatsachen, während den Steuerpflichtigen die Beweislast für
Tatsachen trifft, welche die Steuerschuld aufheben oder mindern (GVP 1980 Nr. 6;
Weidmann/Grossmann/Zigerlig, a.a.O., S. 379 f.). Damit haben die Rekurrenten
nachzuweisen, dass die Voraussetzungen für den Fahrkostenabzug gegeben sind.
d) Die Rekurrentin macht Aufwendungen von Fr. 9'021.-- für das private Motorfahrzeug
geltend. Die Vorinstanz will ihr einen Abzug von Fr. 2'148.-- für die öffentlichen
Verkehrsmittel zuzüglich Fr. 2'400.-- für die Autofahrt vom Wohnort zum Bahnhof Wil
sowie die Kosten des "Park-and-Ride" von Fr. 720.-- gewähren, was insgesamt
Fr. 5'268.-- ergibt. Der Arbeitsplatz der Rekurrentin in St. Gallen befindet sich offenbar
am Bahnhofplatz. Die Rekurrenten wohnten bis Ende Februar 2005 nur rund 300 m
vom Bahnhof entfernt an der T-strasse in Bazenheid. Die Beteiligten sind jedoch bei
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der Berechnung des Fahrkostenabzugs einzig vom neuen Wohnsitz ausgegangen. Da
dieses Vorgehen unbestritten ist und auch keine wesentlichen Auswirkungen auf die
Berechnung hat, ist der Einfachheit halber auch im Rekursverfahren einzig auf den
neuen Wohnort am H-weg abzustellen.
Zunächst ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass für die
Rekurrentin die Bewältigung ihres Arbeitswegs mit ausschliesslich öffentlichen
Verkehrsmitteln nicht zumutbar ist. Ihr Wohnort befindet sich 1,1 Kilometer vom
Bahnhof Bazenheid entfernt. Diese Wegstrecke kann inklusive Wartezeit am Bahnhof in
knapp 20 Minuten zurückgelegt werden. An öffentlichen Verkehrsmitteln (Zug) standen
der Rekurrentin im Jahre 2005 morgens und abends folgende relevante Verbindungen
zur Verfügung, wobei bei allen Verbindungen in Wil umgestiegen werden muss
(offizielles Kursbuch 2004/2005 für Bahnen):
Bazenheid ab 05.48 Uhr 06.48 Uhr 07.20 Uhr
Spalte 1 Spalte 2 Spalte 3 Spalte 4
Wil an 05.57 Uhr 06.57 Uhr 07.28 Uhr
Wil ab 06.02 Uhr 07.02 Uhr 07.40 Uhr
St. Gallen HB an 06.33 Uhr 07.33 Uhr 08.11 Uhr
45 Min. 45 Min. 51 Min.
St. Gallen HB ab17.25 Uhr 17.48 Uhr 18.25 Uhr 19.25 Uhr
Wil an 17.55 Uhr 18.08 Uhr 18.55 Uhr 19.55 Uhr
Wil ab 18.02 Uhr 18.30 Uhr 19.02 Uhr 20.02 Uhr
Bazenheid an 18.07 Uhr 18.36 Uhr 19.07 Uhr 20.07 Uhr
42 Min. 48 Min. 42 Min. 42 Min.
In St. Gallen benötigt die Rekurrentin für den Fussmarsch vom Hauptbahnhof zum
Arbeitsort und retour nach eigener Darstellung 15 Minuten, was glaubhaft ist. Der
tägliche Zeitbedarf für den Arbeitsweg mit dem öffentlichen Verkehrsmittel liegt damit
bei 145 Minuten pro Tag. Absolviert die Rekurrentin dagegen den Arbeitsweg von
täglich 68 km mit dem Privatauto, benötigt sie dafür gemäss dem Programm Twixroute
(Standardkonfiguration) für diese Strecke 58 Minuten. Damit liegt die Zeitersparnis bei
der Benutzung des Privatautos zwischen 85 und 90 Minuten pro Tag. Auch wenn
vorliegend der zeitliche Mehraufwand knapp unter 90 Minuten liegen mag, ist aufgrund
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des täglichen Zeitbedarfs von 40 Minuten für den Fussmarsch zwischen Wohnort und
Bahnhof Bazenheid von einer Unzumutbarkeit auszugehen.
Zu prüfen bleibt, ob eine kombinierte Benützung von öffentlichem und privatem
Verkehrsmittel ("Park-and-Ride") zumutbar ist.
Die Vorinstanz hat der Rekurrentin den Abzug für die Autofahrt vom Wohnort zum
Bahnhof Wil, die Kosten des "Park-and-Ride" in Wil sowie die Auslagen für die
öffentlichen Verkehrsmittel von Wil nach St. Gallen gewährt. Die Nutzung des "Park-
and-Ride"-Angebots am Bahnhof Bazenheid, wo acht Parkplätze zur Verfügung
stehen, erachtete die Vorinstanz für die Rekurrentin im Jahr 2005 als unzumutbar, da in
diesem Jahr die Zugverbindungen noch nicht halbstündlich gewesen seien. Ob auch
die geringe Anzahl Parkplätze am Bahnhof Bazenheid und die nicht optimalen
Zugverbindungen am frühen Morgen sowie abends ebenfalls eine Unzumutbarkeit
begründen, muss daher nicht geklärt werden.
Die Vorinstanz geht bei ihrer Berechnung des Abzugs für den Arbeitsweg von der
kombinierten Benützung von öffentlichem und privatem Verkehrsmittel ("Park-and-
Ride") ab dem Bahnhof Wil aus. Für die Bahnfahrt zwischen Wil und St. Gallen ist
durchschnittlich von einem täglichen Zeitaufwand von rund 60 Minuten auszugehen.
Beim Bahnhof Wil sind für Parkplatz/Wartezeit am Morgen zehn Minuten und am
Abend fünf Minuten dazuzurechnen. Für die Fahrzeit mit dem Auto von Bazenheid zum
Bahnhof Wil und retour ist mit einer täglichen Nettofahrzeit gemäss TwixRoute von 24
Minuten zu rechnen. Dazu kommt ein Zeitbedarf von rund 15 Minuten pro Tag für den
Fussweg zwischen Bahnhof St. Gallen und dem Arbeitsplatz. Es ergibt sich somit ein
täglicher Zeitbedarf für den Arbeitsweg von rund 115 Minuten. Der Mehrbedarf für die
kombinierte Benützung von öffentlichem und privatem Verkehrsmittel ("Park-and-Ride")
ab dem Bahnhof Wil beträgt 55 Minuten und liegt damit klar unterhalb der Schwelle
von 90 Minuten, bei der in jedem Fall Unzumutbarkeit vorliegt. Wird die 90-
Minutenschwelle nicht erreicht, heisst das aber noch nicht, dass die Benutzung des
öffentlichen Verkehrsmittels zumutbar wäre. Ungünstige Verbindungen, lange
Fusswege, häufiges Umsteigen, Relation von Reisezeit und Zeitersparnis müssen bei
der Beurteilung der Zumutbarkeit, wenn ein zeitlicher Mehraufwand von deutlich mehr
als einer Stunde ausgewiesen ist, ebenfalls berücksichtigt werden (SGE 2006 Nr. 27).
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Vorliegend beträgt der zeitliche Mehraufwand bei der kombinierten Benützung von
öffentlichem und privatem Verkehrsmittel ("Park-and-Ride") weniger als eine Stunde
pro Tag. In zeitlicher Hinsicht ist das zumutbar. Zudem stehen der Rekurrentin
zwischen Wil und St. Gallen - auch am frühen Morgen und abends - günstige
Zugverbindungen zur Verfügung. Schliesslich befindet sich der Arbeitsplatz der
Rekurrentin in der Nähe des Hauptbahnhofs, weshalb sie auf kein zusätzliches
Verkehrsmittel angewiesen ist. Die kombinierte Benützung von öffentlichem und
privatem Verkehrsmittel ("Park-and-Ride") ab dem Bahnhof Wil erweist sich auch unter
diesen Aspekten als zumutbar. Soweit die Rekurrenten vorbringen, dass für die
Beurteilung der Zumutbarkeit der kombinierten Benützung von öffentlichem und
privatem Verkehrsmittel ("Park-and-Ride") einzig auf die nächstgelegene Haltestelle -
vorliegend Bazenheid - abzustellen ist, kann dem nicht zugestimmt werden. Auch bei
der Prüfung der Frage, welcher Bahnhof für das "Park-and-Ride" heranzuziehen ist,
kann einzig die Zumutbarkeit entscheidend sein. Der Bahnhof Wil ist für die Rekurrentin
der nächstgelegene Bahnhof mit Schnellzuganschluss und damit guten
Zugverbindungen nach St. Gallen. Er ist von Bazenheid aus in 12 Minuten zu erreichen
und es stehen genügend Parkplätze zur Verfügung. Es kann nicht gesagt werden, dass
die Vorinstanz diesen Bahnhof wahllos herangezogen hätte. Eine tägliche Fahrzeit von
24 Minuten zwischen Wohnort und Bahnhof Wil sowie ein zeitlicher Aufwand von
täglich 15 Minuten für die Parkplatzsuche und Wartezeit erscheinen zumutbar.
Insgesamt ergibt sich, dass der Rekurrentin der geltend gemachte Abzug für die
Benützung des Privatautos für den gesamten Arbeitsweg nicht zu gewähren ist. Es ist
auch nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz stattdessen einen Abzug für die
Kosten des Arbeitswegs von Fr. 5'268.--, bestehend aus den Kosten des
Bahnabonnements von Fr. 2'148.--, den Kosten des "Park-and-Ride" in Wil von Fr.
720.-- sowie den Kosten für die Wegstrecke Bazenheid - Bahnhof Wil von Fr. 2'400.--,
zugesteht. Der Rekurs ist daher abzuweisen.
2.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten den Rekurrenten
aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 800.-- ist angemessen
(vgl. Ziff. 362 Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss von
Fr. 600.-- ist zu verrechnen.