Decision ID: 697edf5d-006e-4989-bc47-5dcc5f4897ce
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1958, gelernte Verkäuferin
,
ist seit dem
1.
Oktober 2012
bei
Y._
als
Kleiderverkäuferin
mit einem Pensum von
55
%
tätig
(
Urk.
10/43)
.
Unter Hinweis auf
Rücken
beschwerden meldete
sich
die Ver
sicherte
am
2
4.
Januar 2012
bei der Invalidenversicher
ung zum
Leistungs
be
zug
an (
Urk.
10/8
). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
klärte die medizinische
und erwerbliche Situation ab.
Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
10/53-64) verneinte
die IV-Stelle
mit Verfügung vom
3.
September 2013
einen Rentenanspruch (
Urk.
10/65
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am
3.
Oktober 2013
Beschwerde (
Urk.
1)
gegen die Verfü
gung vom
3.
September 2013
(
Urk.
2) und beantra
gte, diese sei aufzuheben
(S.
1
Ziff.
1)
und es sei
ihr
eine halbe Rente
zuzusprechen
(S.
1
Ziff.
2)
, eventuell sei
en
weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen
(S.
1
Ziff.
3
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
5.
November 2013
(
Urk.
8
) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Replik vom 2
7.
März 2014 (
Urk.
15) hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest. Mit Eingabe vom
2.
Mai 2014 (
Urk.
18) verzichtete die Beschwerdegegnerin auf das Einreichen
einer Duplik.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende
ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von
Art.
4
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) in Verbindung mit
Art.
8
ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun
gen
der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten
Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das
Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist,
ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätig
keit auf dem aus
ge
glichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchti
gung vereinbar ist. Ein
psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsun
fähig
keit (
Art.
7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeits
fähigkeit (
Art.
6 ATSG) sei der versicherten Person so
zial-praktisch nicht mehr zu
mutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Er
werbseinkommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E.
3a,
122 V 157 E.
1c).
1.5
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die
Sache eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (
§
26
Abs.
1
des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss stän
di
ger Rechtsprechung ist in der Regel von der Rückweisung - da diese das Ver
fahren verlängert und verteuert - abzusehen, wenn die Rechtsmittelinstanz den
Prozess ohne wesentliche Weiterungen erledigen kann. In erster Linie kommt eine
Rückweisung in Frage, wenn der Versicherungsträger auf ein Be
gehren über
haupt
nicht eingetreten ist oder es ohne materielle Prüfung abge
lehnt hat, wenn schwie
rige
Ermessensentscheide zu treffen sind, oder wenn der
entscheidrele
vante
Sachverhalt ungenügend abgeklärt ist (vgl. SVR 1995 ALV Nr. 27 S. 69).
Von der Rückweisung der Sache an den Versicherungsträger zur Gewährung des rechtlichen Gehörs ist nach dem Grundsatz der Verfahrensökonomie dann ab
zusehen, wenn dieses Vorgehen zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem gleichlaufenden und der Anhörung gleichgestellten Interesse der versicherten Person an einer möglichst
beförderlichen
Beurteilung ihres Anspruchs nicht zu vereinbaren sind (BGE 116 V 182 E. 3c und d; Urteil des Bundesgerichts I 30/00 vom 1
9.
April 2000 E. 3).
Bezüglich der Frage der gerichtlichen Rückweisung an den Versicherungsträger bei ungenügenden medizinischen Abklärungen ist
BGE 137 V 210
zu beachten.
Ge
mäss
dessen E. 4.4.1.4 hat die Beschwerdeinstanz im Regelfall ein
Gerichts
gutachten
einzuholen; eine Rückweisung an den Versicherungsträger ist zuläs
sig, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher vollständig un
geklärten Frage begründet liegt oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisie
rung oder Ergänzung von gutachtliche
n Ausführungen erforderlich ist (Urteil des Bundesgerichts
8C_815/2012 vom 21.
Oktober 2013 E.
3.4 publiziert in SVR 1/2014 UV Nr. 2 S. 3)
.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung vom
3.
Sep
tem
ber
2013 (
Urk.
2) gestützt auf ihre Abklärungen davon aus, dass der Beschwerde
führerin eine angepasste Tätigkeit ab Januar 2012 zu 100
%
zumut
bar sei (S.
2 oben). Gestützt darauf errechnete sie einen Invaliditätsgrad von 0
%
.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1),
kein einziger Arzt, der sie untersucht habe, erachte sie als zu 100
%
arbeitsfä
hig
.
Ein Konsilium über das Zusammenspiel der körperlichen Beschwerden und der
psychischen Schwäche habe nicht stattgefunden
(S. 3
Ziff.
4).
Sie unter
nehme alles
Zumutbare, um arbeitsfähig zu sein und zu bleiben. Ihre derzeitige Ar
beits
stelle sei für ihre Beschwerden optimal angepasst
. So habe sie das
Pen
sum auf 55
%
steigern können, was jedoch ihre Leistungsgrenze darstelle
(S. 3 f.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist vorliegend der Invaliditätsgrad der Beschwerdeführe
rin.
3.
3.1
Die Ärzte
der
Z._
, Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, berichteten am
2.
Mai 2011 (
Urk.
9/3) und nannten fol
gende Diagnosen (S. 1):
lumbospondylogenes
Syndrom links
klinisch Facettengelenksdysfunktion L5/S1 (L4/5 links)
Verdacht auf ISG-Dysfunktion links
myofasziales
Syndrom der Nackenmuskulatur beidseitig
Sie führten aus, die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden ent
sprä
chen aufgrund der klinischen Befunde am ehesten einer
Facettenge
lenks
dysfunktion
L5/S1 links mehr als L4/5 links mit Schmerzwiedererkennung in der Untersuchung. Weiter lägen gewisse Zeichen für eine ISG-Dysfunktion links vor mit entsprechender
Druckdolenz
am
Oberpol
des ISG, wobei der
Men
nell-Test
beidseitig negativ sei (S. 2 unten).
3.2
Die Ärzte der
A._
,
Orthopädie, berichteten am 2
0.
Februar 2012 (
Urk.
10/14) über die dreimalige konsiliarische Untersuchung der Beschwerde
führerin in der rheumatologischen Poliklinik. Sie nannten folgende Diagnosen mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1 f.):
chronifizierte
Schmerzen ISG und
gluteal
links
am ehesten
muskuloskelettal
, Differentialdiagnose
lumbospondylogen
weder anamnestisch noch klinisch Hinweise auf das Vorliegen einer
Spondylarthropathie
vorbeschrieben degenerative Veränderungen an der
Lendenwirbel
säule
(LWS)
rezidivierendes
myofasziales
Schmerzsyndrom der Nackenmuskulatur
Sie führten aus, dass gemäss Akten vom 1
8.
Oktober bis 2
3.
Oktober 2011 eine
100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert worden sei. Weiter sei die Beschwerde
füh
rerin vom 1
6.
November bis 3
1.
Dezember 2011 als arbeitsunfähig einge
schätzt worden. Danach sei ein erneuter Arbeitsversuch mit einem Pensum von 40
%
emp
fohlen worden (S. 1).
3.3
Die Ärzte des
Z._
,
Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, be
rich
teten am 2
7.
Februar 2012 (
Urk.
10/15) und nannten folgende Diagnosen mit Aus
wirkungen auf die Arbeitsfähigkeit (S.
1
Ziff.
1.1):
ISG-Dysfunktion links
lumbospondylogenes
Syndrom links
myofasziales
Syndrom der Nackenmuskulatur beidseitig
Sie führten aus, dass sich klinisch eine Klopf- und
Druckdolenz
über den lum
ba
len Wirbelfortsätzen sowie sekundär
myofasziale
Befunde paravertebral lum
bal links und eine ausgeprägte
Druckdolenz
über beiden ISG zeigten (S.
2
Ziff.
1.4).
3.4
Dr.
med.
B._
,
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, berichtete am
7.
März 2012 (
Urk.
10/18/3-4) und führte aus, dass er die Beschwerdeführerin
seit
Oktober 2011 behandle. Es bestehe eine somatische Grundproblematik mit
depressiver
Komorbidität
. Die Behandlung erfolge kombiniert psycho- und pha
r
makotherapeutisch. Im Zeitbereich vom 2
1.
Oktober 2011 bis heute habe keine psy
chisch bedingte Arbeitsunfähigkeit bestanden. Es handle sich um ei
nen
güns
tigen Heilungsverlauf und per 1
2.
März werde eine neue Tätigkeit mit eine
m Pensum von 50
%
aufgenommen.
Am
6.
Juli 2012 führte
Dr.
B._
aus (
Urk.
10/44/3), es zeige sich ein erfreuli
cher
Verlauf. Die depressive Symptomatik sei in vollständiger Remission unter
antidepressiver Therapie. Dank Analgetika sei die Beschwerdeführerin in der Lage,
das 50%ige Pensum als Kleiderverkäuferin zu leisten. Allerdings sei die Grenze der aktuellen Leistungsfähigkeit erreicht. Dies sei dadurch dokumentiert, dass anlässlich einer einwöchigen
Steigerung des Pensums
wegen Abwesenheit einer Kollegin eine einschneidende Schmerzverstärkung und stark vermehrter Erholungsbedarf festzustellen gewesen sei.
3.
5
Dr.
med.
C._
,
Innere Medizin FMH, berichtete am 1
8.
August 2012 (
Urk.
10/46/6-7) und führte aus,
bei Verharren in gebückter Stellung respektive
bei Arbeitsbelastung mit Stehen bestünden progrediente lumbale Schmerzen und
danach oft depressive Zustände.
Seit der Wiederaufnahme der Arbeit per
1.
März
2012 seien die Rückenbeschwerden stabil geblieben und die psychische Störung
habe sich leicht verbessert.
Der Beschwerdeführerin sei seit dem
1.
März 2012 ein
50%iges Pensum ohne rückenbelastende Arbeiten zumutbar. Die Tätigkeit als Verkäuferin sei das ideale Arbeitsumfeld. Eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei nicht zu erwarten.
3.6
Dr.
med.
D._
,
Facharzt FMH Rheumatologie, Innere Medizin, bera
ten
der Arzt der
Taggeldversicherung der Beschwerdeführerin
, nahm am 2
1.
Sep
tem
ber 2012 Stellung (
Urk.
10/46/12) und führte aus,
zusammenfassend bestün
den verschiedene Ungereimtheiten mit nicht nachvollziehbarer anhalten
der 50%iger
Arbeitsunfähigkeit. Er empfehle bei einer solch schwierigen Frage mit komple
xen
somatischen und psychischen Problemen und der Frage nach einer zumutbaren Tätigkeit eine konsiliarische Untersuchung durchzuführen.
Die Akten seien zu spärlich, um die Arbeitsfähigkeit beurteilen zu können.
3.7
Dr.
C._
berichtete am 2
1.
April 2013 (
Urk.
10/48) und nannte als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine ISG-Blockade sowie eine
Gemüts
depression
(S.
1
Ziff.
1.1).
Er führte aus,
die Beschwerdeführerin sei vom 1
8.
Ok
to
ber
2011 bis 2
9.
Februar 2012 zu 100
%
, vom
1.
März 2012 bis 3
0.
September
2012 zu 50
%
und seit dem
1.
Oktober 2012 zu 40
%
arbeitsun
fähig (S.
2
Ziff.
1.6).
3.
8
Med.
pract
.
E._
,
Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Trau
matologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin, nahm am
1
5.
Mai 2013 Stellung (
Urk.
10/52/
2-3) und führte aus,
ausweislich des
Befund
berichts
des Psychiaters der Beschwerdeführerin sei die Depression seit Juli 2012
unter Medikation abgeklungen. Die Einschränkung der Arbeitsfä
higkeit begrün
de sich durch die Grundkrankheit auf rheumatologischem Fach
gebiet
(S.
1)
.
Aus
versicherungsmedizinischer Sicht bestehe bei einer Funkti
onsstörung der ISG keine
dauerhafte Einschränkung der Belastbarkeit der LWS. Es handle sich um
eine Störung ohne dauerhafte organische Veränderung, die der Behandlung durch
Muskelaufbau und physikalische
Massnahmen gut zu
gänglich sei. Vorübergeh
end bestehe eine verminderte Belastbarkeit für regel
mässiges mittelschweres und
schweres Heben, Tragen und Transportieren von Lasten, für Arbeiten mit
Über
streckbelastung
der Wirbelsäule über Kopf- und Schulterhöhe, auf Leitern und
Gerüsten, für ausschliesslich stehende Tätigkeiten, für häufiges Bücken sowie für
Tätigkeiten in körperlichen Zwangshaltungen. Leichte angepasste Tätigkeiten in Wechselbelastung unter Ausschluss ungünsti
ger Witterungsbedingungen, auch mit gelegentlichem Heben, Tragen und Transportieren von Lasten bis maximal 10 kg körpernah, ohne Verharren in Zwangshaltungen, seien der Beschwerde
führerin medizinisch-theoretisch ab Ja
nuar 2012 zu 100
%
zumutbar.
3.
9
Dr.
C._
führte am 2
7.
Juli 2013 zur Stellungnahme der RAD-Ärztin aus (
Urk.
10/62
=
Urk.
3/3
), die Komplexität der Störung werde wohl in Unkenntnis der detailreichen Untersuchungen und Behandlungen nicht genügend berück
sichtigt. Zudem sei diese Beurteilung wohl nur auf Grund unvollständiger Akten und ohne persönliche Untersuchung erfolgt.
3.
10
Dr.
B._
berichtete am 2
5.
September 2013 (
Urk.
3/2)
und führte aus,
als die Beschwerdeführerin im Oktober 2011 erstmals in seine psychiatrische Behand
lung gekommen sei, sei sie aufgrund eines Wirbelsäulenleidens und der damit verbundenen Schmerzen vollständig arbeitsunfähig gewesen. Die psychiatrische Problematik sei weder damals noch im weiteren Verlauf mitbegründend für die Arbeitsunfähigkeit gewesen.
Nach Einleitung der psychiatrischen Therapie sei es innerhalb von zwei Monaten zu einer deutlichen Besserung der Depression ge
kommen und zusätzlich seien die Schmerzen erheblich zurückgegangen (S. 1).
In dieser gebesserten Verfassung sei ab dem 2
1.
Februar 2012 eine 50%ige Ar
beitsfähigkeit attestiert worden. Aus seiner Sicht scheine es inzwischen klar, dass
die Beschwerdeführerin nach einer längeren Phase von vollständiger Ar
beitsun
fähigkeit heute praktisch optimal wiedereingegliedert sei.
Bei einer län
gerdau
ern
den oder dauerhaften Überforderung sei mit grösster Wahrscheinlich
keit je
doch
mit einer Dekompensation im Sinne von intensivsten Schmerzen, De
pression und Verlust der Arbeitsfähigkeit zu rechnen (S. 2 unten).
Aufgrund des
Gesagten entspreche nach seiner Überzeugung die medizinische Beurteilung durch
die RAD-Ärztin, wonach der Beschwerdeführerin seit Januar 2012 eine an
gepasste Tätigkeit zu 100
%
zumutbar sei, einer Fehleinschätzung. Aufgrund des Krankheits- und Leistungsverla
ufs sowie der somatisch-psychi
schen
Komor
bidität
halte er eine angepasste Tätigkeit mit einem Maximalpensum von 50
%
für
zumutbar (S.
3).
3.
1
1
Dr.
C._
berichtete am 2
6.
Oktober 2013 (
Urk.
9/1)
und führte aus, die von der Beschwerdeführerin ausgeübte Tätigkeit als Kleiderverkäuferin entspreche ziem
lich gut d
em zumutbaren Belastungsprofil. T
rotzdem
habe die Beschwerdefüh
rerin
in der zweiten Tageshälfte und am Abend Rückenschmerzen, welche
über Nacht
jedoch
wieder
weggingen
(S. 2 oben).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stellte zur Begründung der angefochtenen Verfügung
(
Urk.
2)
auf die
Stellungnahme
der
RAD-Ärztin
pract
. med.
E._
ab, wo
nac
h bei der Beschwerdeführerin
keine dauerhafte Einschränkung der Belast
barkeit der LWS
bestehe
und
ihr
ab Januar 2012
eine optimal angepasste Tätig
keit ge
mäss beschriebenem Zumutbarkeitsprofil zu 100
%
zumutbar
sei
(vgl. vorstehend
E. 3.
8
)
.
4.2
Entgegen den Ausführungen der RAD-Ärztin finden sich in den Akten keinerlei
Belege für die Annahme lediglich einer Funktionsstörung der ISG sowie einer sich
daraus ergebenden vollen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ab Ja
nuar 201
2
.
Das Abstellen der Beschwerdegegnerin auf die Stellungnahme der RAD-Ärztin erscheint
vor allem
mit Blick darauf, dass diese ohne eigene Un
ter
suchung der Beschwerdefü
hrerin erstellt wurde und sich nicht detailliert mit den vorhandenen Akten, insbesondere mit der Diagnosestellung im Bericht des
Z._
vom
2.
Mai 2011
, auseinandersetzt, nicht nachvollziehbar.
So hielten die Ärzte des
Z._
(vgl. vorstehend E. 3.1, 3.3) fest, dass die von der Beschwerde
führerin geklagten Beschwerden aufgrund der klinischen Befunde am ehesten einer Facettengelenksdysfunktion entsprächen. Weiter seien jedoch gewisse Zei
chen für eine ISG-Dysfunktion vorhanden, wobei der
Mennell
-Test
beidseitig negativ
gewesen sei.
Dr.
C._
führte sodann in seinen Berichten (vgl.
vorste
hend E.
3.5,
3.7,
3.9,
3.11) aus, dass
die
Rückenbeschwerden
der Be
schwer
de
führerin
seit der Arbeitsaufnahme im März 2012 stabil geblieben seien,
die
von
ihr ausgeübte
50%ige
Tätigkei
t
optimal
den
Beschwerden angepasst und
eine Stei
gerung der Arbeitsfähigkeit nicht zu erwarten sei.
Auch
Dr.
B._
führte
aus
(vgl. vorstehend E.
3.4, 3.10)
, dass die Beschwerdeführerin dank Analgetika
in der
Lage sei, ein 50%iges Pensum zu leisten. Aufgrund des Krankheits- und
Leis
tungs
verlaufs
sowie der somatisch-psychischen
Komorbidität
halte er die an
ge
passte Tätigkeit für maximal 50
%
zumutbar.
Ansonsten sei bei einer län
ger
dau
ernden oder dauerhaften Überforderung mit einer Dekompensation zu rech
nen. Die medizinische Beurteilung der RAD-Ärztin sei
somit seiner Meinung nac
h eine Fehleinschätzung. Schliesslich
ist insbesondere auch die divergie
rende Be
ur
teilung des beratenden Arztes der Taggeldversicherung der Be
schwerde
füh
rerin
(vgl. vorstehend E.
3.6) zu beachten, wonach die Aktenlage zur Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit ungenügend erscheine. Auch diese Aussage b
estätigt
die Zweifel
an der Stellungnahme der RAD-Ärztin, welche
im Übrigen
wie
soeben ausge
führt in sämtlichen übrigen
Arztberichten
keine Bestätigung
findet.
Nach dem Ge
sagten steht fest, dass sich aus
den angeführten ärztlichen Beurteilungen so
wohl der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin als auch deren Arbeits
fähig
keit sowie insbesondere die Frage, ob die derzeit ausgeübte Tätigkeit als optimal angepasste Tätigkeit zu gelten hat, nur ungenügend beur
teilen
lassen
.
4.3
Z
usammenfassen
d
lässt d
ie genannte, sich teilweise widersp
rechende medizini
sche
Aktenlage
eine Beur
teilung der Arbeitsfähigkeit der
Beschwerdeführer
in
in e
iner angepassten
Tätigkeit nicht zu.
Erforderlich ist
eine medizinische
Gesamt
betrachtung
, welche sowohl die
rheumatischen als auch die psychischen
Be
schwer
den
der Beschwerdeführerin
berücksichtigt.
Die Sache ist daher an die
IV-Stelle zurückzuweisen, damit sie ein
bisdisziplinäres
(rheumatologisch / psy
chia
trisches) Gutachten einhole, welches sich sowohl zur Arbeitsfähigkeit in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit ausspricht. Anschliessend wird die IV-Stelle über den Rentenanspruch neu
zu
verfügen
haben
.
Weitere Ausführungen zu den Einwänden der B
eschwerdeführerin, insbesondere
zur
Invaliditätsbemessung
im engeren Sinn
, erübrigen sich somit.
4.
4
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die an
ge
fochtene Verfügung vom
3
.
September
201
3
aufzuheben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückzuweisen ist, damit diese nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, neu ver
füge.
5.
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG sind ermessensweise auf Fr. 600.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerle
gen.