Decision ID: bafdc6c7-711a-45bb-9090-5ef5ac6f6ae3
Year: 2022
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,
dass der Beschwerdeführer am 11. November 2022 in der Schweiz um Asyl
nachsuchte,
dass ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der «Eu-
rodac»-Datenbank vom 15. November 2022 ergab, dass er bereits in
Schweden (am 8. Oktober 2015), in Frankreich (am 5. September 2021)
und in Deutschland (am 31. August 2022) um Asyl ersucht hatte (SEM
act. 8/1),
dass am 28. November 2022 ein persönliches Gespräch gemäss Art. 5 der
Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Ra-
tes vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-
stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-
staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-
trags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO)
durchgeführt wurde und dem Beschwerdeführer dabei das rechtliche Ge-
hör zur möglichen Zuständigkeit von Schweden, Deutschland oder Frank-
reich für sein Asylgesuch sowie zu seiner gesundheitlichen Situation ge-
währt wurde (SEM act. 14/3),
dass er im Wesentlichen erklärte, die schwedischen Behörden hätten sein
Asylgesuch im Jahr 2018 oder 2019 abgelehnt, ihm jedoch nach einer Ge-
setzesänderung eine Aufenthaltsbewilligung erteilt, wobei diese inzwi-
schen widerrufen und ihm ein Abschiebungsentscheid (...) ausgestellt wor-
den sei,
dass er Schweden vor rund zwei bis drei Monaten verlassen habe, wobei
er davor etwa ein halbes Jahr in Deutschland gewesen sei, bis man ihn
wieder nach Schweden zurückgeschickt habe,
dass er auch in Frankreich ein Asylgesuch gestellt habe, den Ausgang des
dortigen Verfahrens aber nicht abgewartet habe,
dass er in Bezug auf seinen Gesundheitszustand angab, dass es ihm gut
gehe,
dass das SEM die schwedischen Behörden am gleichen Tag gestützt auf
Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO um Wiederaufnahme des Beschwerde-
führers ersuchte (SEM act. 15/5),
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dass die schwedischen Behörden dem Gesuch am 7. Dezember 2022 zu-
stimmten (SEM act. 18/1),
dass der Beschwerdeführer gemäss ärztlichen Berichten vom 22. Novem-
ber und 19. Dezember 2022 an einem (...) und (...) beziehungsweise an
(...) bei (...)störung und (...) leidet (SEM act. 12/2 und 25/2),
dass das SEM mit Verfügung vom 14. Dezember 2022 – gleichentags er-
öffnet – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf
das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz nach
Schweden anordnete und den Beschwerdeführer aufforderte, die Schweiz
spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen,
dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-
scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung
der editionspflichtigen Akten an den Beschwerdeführer verfügte,
dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 21. Dezember 2022 gegen
diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und
dabei beantragte, es sei der Entscheid vom 14. Dezember 2022 aufzuhe-
ben und die Zuständigkeit der Schweiz für die materielle Prüfung des Asyl-
gesuchs festzustellen, eventualiter sei das Verfahren zur Neubeurteilung
an die Vorinstanz zurückzuweisen,
dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht darum ersuchte, der Beschwerde
sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen, der Vollzug sei vorsorglich aus-
zusetzen, es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und auf
die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten,
dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am
22. Dezember 2022 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3
AsylG),

und zieht in Erwägung,
dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel
– so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen
(Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 VGG;
Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),
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dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-
men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105
AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),
dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG),
dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-
ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich,
wie nachfolgend aufgezeigt wird, um ein solches Rechtsmittel handelt,
weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2
AsylG),
dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-
zichtet wurde,
dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich
Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),
dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-
chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des
Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a
Abs. 1 Bst. b AsylG),
dass diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung kommt und gemäss
Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzigen Mitglied-
staat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III als zuständiger
Staat bestimmt wird,
dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-
geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt
wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO),
dass im Fall eines sogenannten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge)
die in Kapitel III (Art. 8–15 Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort
aufgeführten Rangfolge (Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien;
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vgl. Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO) anzuwenden sind, und dabei von der Situ-
ation in demjenigen Zeitpunkt auszugehen ist, in dem der Asylsuchende
erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat (Art. 7 Abs. 2 Dub-
lin-III-VO),
dass im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back)
demgegenüber grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeitsprüfung nach
Kapitel III stattfindet (vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 E. 6.2 und 8.2.1
m.w.H.),
dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-
keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-
ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den
eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche
Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-
bedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische
Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder
entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 der Charta der Grund-
rechte der Europäischen Union (ABl. C 364/1 vom 18.12.2000, nachfol-
gend: EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, und nach den Regeln der
Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitgliedstaat bestimmt werden
kann,
dass der nach dieser Verordnung zuständige Mitgliedstaat verpflichtet ist,
einen Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen, dessen Antrag abgelehnt
wurde und der in einem anderen Mitgliedstaat einen Antrag gestellt hat
oder der sich im Hoheitsgebiet eines anderen Mitgliedstaats ohne Aufent-
haltstitel aufhält, nach Massgabe der Art. 23, 24, 25 und 29 wieder aufzu-
nehmen (Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO),
dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann,
einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen gestell-
ten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach den in
dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zuständig ist
(Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht),
dass ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der «Eu-
rodac»-Datenbank vom 15. November 2022 ergab, dass er bereits in
Schweden (am 8. Oktober 2015), in Frankreich (am 5. September 2021)
und in Deutschland (am 31. August 2022) um Asyl ersucht hatte (SEM
act. 8/1),
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dass das SEM die schwedischen Behörden am 28. November 2022 ge-
stützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO um Wiederaufnahme des Be-
schwerdeführers ersuchte (SEM act. 15/5),
dass die schwedischen Behörden dem Gesuch am 7. Dezember 2022 zu-
stimmten (SEM act. 18/1),
dass die Zuständigkeit Schwedens somit grundsätzlich gegeben ist,
dass es keine wesentlichen Gründe für die Annahme gibt, das Asylverfah-
ren und die Aufnahmebedingungen für Antragsteller in Schweden würden
systemische Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmensch-
lichen oder entwürdigenden Behandlung im Sinne des Art. 4 der EU–
Grundrechtecharta mit sich bringen,
dass Schweden Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom
10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche
oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-
kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK,
SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967
(SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-
tungen nachkommt,
dass auch davon ausgegangen werden darf, Schweden anerkenne und
schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des
Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013
zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-
ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom
26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen,
die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben,
dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2
Dublin-III-VO nicht gerechtfertigt ist,
dass der Beschwerdeführer erklärte, nicht nach Schweden zurückkehren
zu können, weil ihm dort gesagt worden sei, dass er das Land verlassen
müsse,
dass die schwedischen Behörden sein Asylgesuch im Jahr 2018 oder 2019
abgelehnt hätten, ihm jedoch nach einer Gesetzesänderung eine Aufent-
haltsbewilligung erteilt hätten, wobei diese inzwischen widerrufen und ihm
ein Abschiebungsentscheid (...) ausgestellt worden sei,
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dass er in seiner Rechtsmitteleingabe im Wesentlichen geltend macht,
Schweden betreibe eine Asylpolitik, welche immer wieder Überstellungen
nach Afghanistan vollzogen habe,
dass es ihm aufgrund seiner gesundheitlichen Situation ohne rechtliche
Unterstützung nicht möglich sein werde, seine Asylgründe gestützt auf die
neue Situation erneut darzustellen,
dass ihm aus diesen Gründen durch die Überstellung nach Schweden eine
Verletzung des Non-Refoulement-Grundsatzes und von Art. 3 EMRK drohe
(Beschwerde, S. 6 f.),
dass der Beschwerdeführer mit seinem Vorbringen implizit die Anwendung
der Ermessensklausel von Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO respektive der – das
Selbsteintrittsrecht im Landesrecht konkretisierenden – Bestimmung von
Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1,
SR 142.311) fordert, gemäss welcher das SEM das Asylgesuch «aus hu-
manitären Gründen» auch dann behandeln kann, wenn dafür gemäss Dub-
lin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre,
dass die schwedischen Behörden in ihrem Schreiben vom 7. Dezember
2022 festhielten, dem Beschwerdeführer sei in Schweden kein internatio-
naler Schutz gewährt worden (SEM act. 18/1),
dass negative Asyl- und Wegweisungsentscheide einer Überstellung in
den zuständigen Mitgliedstaat jedoch grundsätzlich nicht entgegenstehen,
dass Schweden nach Ablehnung des Asylgesuchs für die Wegweisung des
Beschwerdeführers aus dem Dublin-Raum zuständig bleibt,
dass keine konkreten Hinweise dafür bestehen, die schwedischen Behör-
den hätten den Antrag des Beschwerdeführers auf internationalen Schutz
nicht unter Einhaltung der Bestimmungen der Verfahrensrichtlinie geprüft,
dass entgegen den Ausführungen in der Beschwerde auch nicht davon
ausgegangen werden muss, die schwedischen Behörden könnten den Be-
schwerdeführer zur Ausreise nach Afghanistan oder in ein anderes Land
zwingen, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund
nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet wäre oder in dem er Gefahr laufen
würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden,
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dass es dem Beschwerdeführer offensteht, nach seiner Überstellung nach
Schweden einen Folgeantrag (Art. 40 Verfahrensrichtlinie) zu stellen und
sich auf diese Weise um eine erneute Überprüfung des negativen Asyl- und
Wegweisungsentscheids zu bemühen (vgl. Urteil des BVGer F-2521/2022
vom 13. Juni 2022 E. 7.3 m.w.H.),
dass keine genügenden Anhaltspunkte dafür vorliegen, die festgestellten
gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers – (...) – wür-
den eine erneute Überprüfung seines Schutzersuchens in Schweden ver-
unmöglichen,
dass es vor diesem Hintergrund nicht zu beanstanden ist, wenn das SEM
in Bezug auf die aktuelle Asylpraxis Schwedens betreffend Asylgesuche
von afghanischen Staatsangehörigen keine weitergehenden Abklärungen
vorgenommen hat,
dass sich demnach auch die Rüge der unvollständigen Sachverhaltsabklä-
rung und ungenügenden Begründung der angefochtenen Verfügung als
nicht stichhaltig erweist,
dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen
Problemen nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK
darstellen kann,
dass die bereits erwähnten gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Be-
schwerdeführers einer Überstellung nach Schweden nicht entgegenstehen
(vgl. BVGE 2011/9 E. 7 mit Hinweisen auf die damalige Praxis des Euro-
päischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR]; Urteil des EGMR
Paposhvili gegen Belgien 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 41738/10,
§§ 180–193 m.w.H.),
dass Schweden zudem über eine ausreichende medizinische Infrastruktur
verfügt,
dass die Zuständigkeit Schwedens für die Durchführung des Asyl- und
Wegweisungsverfahrens demnach zu bestätigen ist,
dass der angefochtene Entscheid weder Art. 3 EMRK noch eine andere,
die Schweiz bindende völkerrechtliche Bestimmung verletzt,
dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen
zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine
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gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG)
durch die Vorinstanz zu entnehmen sind,
dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer
Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält,
dass es nach dem Gesagten keinen Grund für eine Anwendung der Ermes-
sensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt und an dieser Stelle festzuhal-
ten bleibt, dass die Dublin-III-VO den Schutzsuchenden kein Recht ein-
räumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber auszuwählen (vgl. auch
BVGE 2010/45 E. 8.3),
dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b
AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und
– weil der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts-
oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die
Überstellung nach Schweden angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),
dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss
Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG (SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das
Fehlen von Überstellungshindernissen bereits Voraussetzung des Nicht-
eintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE
2015/18 E. 5.2 m.w.H.),
dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist und die Verfü-
gung des SEM zu bestätigen ist,
dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist,
weshalb sich der Antrag auf vorsorgliche Aussetzung des Vollzugs und auf
Gewährung der aufschiebenden Wirkung als gegenstandslos erweist,
dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-
geltlichen Prozessführung abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus
den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen wa-
ren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt
sind,
dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒
3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem
Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).
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