Decision ID: 4f02b502-2703-42a1-8190-31d6e18c78e1
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der im Jahre
1964 geborene
X._
verfügt über keine berufliche Ausbil
dung und reiste 1980 aus der
Y._
in die Schweiz ein, wo er seither als
Hilfs
koch
tätig war. Infolge seit 1990 bestehender Bauchbeschwerden, Erbrechen und Durchfall meldete sich der Versicherte am 14. September 1998 bei der
Sozi
alversicherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
10/2). Mit Verfügung vom 19. Mai 1999 und Wirkung ab
1. September 1997 sprach die IV-Stelle dem Versicherten eine
Viertelsrente
, für die Zeit ab
1. November 1997 ausgehend vo
n einem Invaliditätsgrad von 50
% eine halbe Rente zu (
Urk.
10/16); dieser Anspruch wurde revisionsweise mit Verfügung vom 13. September 2000 bestätigt (
Urk.
10/23).
Im März 2003 wurde eine wei
tere Überprüfung des Rentenanspruchs in die Wege geleitet (
Urk.
10/25). Nach erfolgten Abklärungen
sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 3. November 2003 und Wirkung ab 1. Mai 2003 eine ganze Rente zu, aus
gehend von einem
Invaliditätsgrad von 100
%
(
Urk.
10/43). An dieser Einschät
zung wurde revisionsweise mit Mitteilung vom 23. September 2005 festgehalten (
Urk.
10/49). Mit Verfügung vom 21. Dezember 2005 wurde dem Versicherten mit Wirkung ab 1. August 2004 eine
Hilflosenentschädigung
leichten
Grad
es
zugesprochen (
Urk.
10/54). Im September 2008 wurde erneut eine
revisions
weise
Überprüfung der Leistungsansprüche in die Wege geleitet (Urk. 10/60).
Mit Mitteilungen vom 27. November 2008 sowie 29. Januar 2009 wurde sowohl der
Hilflosenentschädigungs
- als auch der Rentenanspruch bestätigt (
Urk.
10/64,
Urk.
10/68).
Die vorerst letzte revisionsweise Überprüfung der
Leistungsansprü
che
erfolgte anfangs 2012 (
Urk.
10/69), wobei erstmals eine polydisziplinäre Begutachtung des Versicherten erfolgte (
Z._
-Gutachten vom 5. November 2012,
Urk.
10/86). Mit Vorbescheid vom 14. Dezember 2012 stellte die IV-Stelle die Einstellung der Invalidenrente in Aussicht (
Urk.
10/91) und hielt an diesem Entscheid nach ergänzenden Abklärungen bei
der Gutachterstelle (
Urk.
10/102
) mit Verfügung vom 14. Januar 2014 fest (Urk. 10/111 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob der Vertreter des Versicherten am 6. Februar 2014 Beschwerde und beantragte, es sei dem Beschwerdeführer die bisherige Rente weiterhin aus
zurichten; eventualiter sei ein gerichtliches polydisziplinäres Gutachten, even
tualiter eine gerichtliche
gastroenterologische
Teilbegutachtung in Auftrag zu geben. Eventualiter sei das Verfahren an die Beschwerdegegnerin zurückzuwei
sen zur Neubeurteilung der Leistungsansprüche nach Vorliegen der Ergebnisse
der Haushaltsabklärung; unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Gunsten des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 2).
Nachdem mit Schreiben vom 1
2.
Februar 2014 Frist zur Einreichung der
Be
schwerdeantwort
angesetzt w
o
rde
n war
(
Urk.
5), reichte der Vertreter des Be
schwerdeführers mit Schreiben vom 5. März 2014
ergänzende ärztliche Unterla
gen zu den Akten (
Urk.
7 f.).
D
ie Beschwerdegegnerin
beantragte
mit
Beschwer
deantwort
vom 11. März 2014 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
9), was dem Beschwerdeführer mit Scheiben vom 13. März 2014 mitgeteilt wurde (
Urk.
12).
Mit Schreiben vom 1. März 2015 reichte der Vertreter des Beschwerdeführers weitere medizinische Unterlagen ein, welche der Beschwerdegegnerin zur Stel
lungnahme zugestellt wurden (
Urk.
12 ff.); die Beschwerdegegnerin liess sich am 17. März 2015 vernehmen (
Urk.
16). Mit Schreiben vom
2.
Mai 2015 reichte der Vertreter des Beschwerdeführers einen weit
eren Arztbericht ein (Urk.
18 f.).
Mit Verfügung vom 20. Juli 2015 wurde dem Vertreter des Beschwerdeführers Frist angesetzt, um zur Frage
einer
offensichtlichen Unrichtigkeit der ursprüng
lich rentenzusprechenden Verfügung Stellung zu nehmen (
Urk.
21); die entspre
chende Eingabe datiert vom 20. August 2015 (Urk. 23).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8
Abs.
1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts:
ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7
Abs.
2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv bestimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Erwerbstätig
keit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychischen Beeinträchti
gung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur soweit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versicherten Person so
zial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbezü
gers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17
Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bun
desgerichts 9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. Au
-
gust
2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von Art. 17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Ren
tenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71
E. 3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.4
Nach Art. 17 ATSG sind laufende Renten für die Zukunft zu erhöhen, herabzuset
zen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede we
sentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den
In
validitätsgrad
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Ob eine solche Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung bestanden hat, mit demje
nigen zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 105 V 29).
Fehlen die in Art. 17 ATSG genannten Voraussetzungen, so kann die
Rentenverfü
gung
lediglich nach den für die Wiedererwägung rechtskräftiger Verwaltungsverfügungen geltenden Regeln abgeändert werden. Danach ist die Verwaltung befugt, auf eine formell rechtskräftige Verfügung, welche nicht Ge
genstand materieller richterlicher Beurteilung gebildet hat, zurückzukommen, wenn sich diese als zweifellos unrichtig erweist und ihre Berichtigung von er
heblicher Bedeutung ist (Art. 53
Abs.
2 ATSG; BGE 110 V 176 E. 2a, E. 1 mit Hinweisen). Das Gericht kann eine zu Unrecht ergangene Revisionsverfügung gegebenenfalls mit der substituierten Begründung schützen, dass die ursprüng
liche Rentenverfügung zweifellos unrichtig und die Berichtigung von erhebli
cher Bedeutung ist (BGE 125 V 368 E. 2 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 128
V 272 E. 5b/
bb
; Urteile des Bundesgerichts 9C_121/2014 vom
3.
September 2014 E. 3.2.2, 9C_762/2013 vom 2
4.
Juni 2014 E. 4.2 und 9C_562/2008 vom 3. November 2008 E. 2.2 je mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit, dass es zu einer teilweisen Genesung gekommen sei. Seit Mai 2011 sei gestützt auf die Ergebnisse des
Z._
-Gutachtens vom
5.
November 2012 in einer
behinde
rungsangepassten
Tätigkeit von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit auszuge
hen, was unter Berücksichtigung eines leidens
bedingten
Abzuges von 10
%
zu einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 3
%
führe (
Urk.
2).
2.2
Demgegenüber machte der Vertreter des Beschwerdeführers
im Wesentlichen geltend, dass das
Z._
-Gutachten in keiner Weise zeige, inwiefern sich der Gesundheitszustand des Beschwer
deführers verbessert haben soll
e
. Die Ein
schätzung der Gutachter stelle lediglich eine
second
opinion
dar, auf welche
im Rahmen eines Revisionsverfahrens nicht abgestellt werden könne. Aufgrund der
Berichte der behandelnden Ärzte sei vielmehr davon auszugehen, dass der Be
schwerdeführer im Laufe der Jahre immer stärkere depressive Symptome entwi
ckelt habe und heute an einer mittelschweren bis schweren Depression leide.
Weiter hätten die Gutachter eine der Hauptdiagnosen, die Reizdarm-Beschwer
den
,
überhaupt nicht abgeklärt (
Urk.
1).
2.3
Vergleichsbasis im vorliegenden Revisionsverfahren bildet die Verfügung vom
3.
November 2003
,
mit welcher dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab dem
1.
Mai 2003 und ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 100
%
eine ganze Rente zugesprochen wurde (
Urk.
10/43
; vgl.
Urk.
10/89 S. 3 unten
). In medizi
nischer Hinsicht stützte sich die genannte Verfügung im Wesentlichen auf den Bericht von
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Allg
e
meine Medizin, vom 2
3.
Mai 2003, welcher dannzumal mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die folgenden Diagnosen stellte: Colon
irritabile
mit rezidivierenden chronischen
Abdominalschmerzen
und Stuhlunregelmässigkeiten; Hämoglobinabfall mit Anämie bei Status nach Biopsien während
Gastro
- und Koloskopie am 2
8.
Februar 2003; chronisch rezidivierendes
lumbovertebrales
Syndrom mit Weichteilrheumatismus mit Generalisierungstendenz; depressives Zustandsbild; arterielle Hypertonie.
Nach den gross angelegten diagnostischen Untersuchun
gen im März 2003 habe die Stuhlregelmässigkeit verbessert werden können, die rezidivierenden
Abdominalbeschwerden
seien nach wie vor nicht kontrollierbar.
Nach Erholung des Hämoglobingehalts habe der Beschwer
deführer
versucht,
die Arbeit auf
zunehmen, was aber zu einer Verschlechterung der
lumbovertebralen
Beschwerden geführt habe, so dass erneut von einer 100%igen Arbeitsunfähig
keit auszugehen sei. Die Prognose hinsichtlich der Arbe
itsfähigkeit sei sehr schlecht,
im Moment sei dem Beschwerdeführer die Ausübung einer Erwerbstä
tigkeit nicht zuzumuten. I
nfolge sprachlicher Schwierigkeiten könne der Einsatz einer psychotherapeuti
schen Behandlung nicht erfolgen. Seinerseits begrenze er die Behandlung dieser
somatoformen
generalisierten Störung auf die Auswahl des geeigneten Antidepressivums sowie auf die Behandlung der
exazerbierten
körperlichen Beschwerden
(
Urk.
10/27).
3.
3.1
Die für das
Z._
-Gutachten vom
5.
November 2012 verantwortlichen Fach
ärzte diagnostizierten mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach
lumbo-radikulärem
Reizsyndrom L5 und S1 rechts bei grosser
Diskusher
nie
L4/5 und bekannter Diskushernie L3/4 gemäss MRT der LWS vom
4.
Januar 2011 mit Status nach
interlaminärer
Fensterung L4/5 rechts und Diskektomie sowie
dekompressiver
interlaminärer
Fensterung L3/4 rechts am
7.
Februar 2011 sowie ein persistierendes
Lumbovertebral
-Syndrom mit
spondylogener
Schmer
zausstrahlung
ins rechte Bein (ICD-10 M51.1 und M54.4)
.
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit leide der Beschwerdeführer an ei
nem chronischen,
multilokulären
Schmerzsyndrom, nicht einem rheumatologi
schen Krankheitsbild entsprechend; einer muskulären
Dysbalance
am Schulter
gürtel beidseits (
Trapezius
); einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung (ICD-10 F45.1)
; einer
somatoformen
autonomen Funktionsstörung des unteren Verdauungstraktes (ICD-10 F45.2); einem
Diabe
tes mellitus; einer arterielle
n
Hypertonie sowie an einer
Hyperlipidaemie
.
Von Sommer 2010 bis Ende April 2011 habe aufgrund der Rückenproblematik in jeder Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ab Mai 2011 könne für alle leichten bis mittelschweren rückenadaptierten Tätigkeiten eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert werden (
Urk.
10/86 S. 30 f.).
3.2
Mit Schreiben vom
6.
Juni 2013 nahmen die für das
Z._
-Gutachten verant
wortlichen Fachärzte (Rheumatologie, Psychiatrie) insbesondere zum Verlauf der Beschwerden Stellung.
Aus rheumatologischer Sicht sei es von Sommer 2010 bis April 2011 zu einer vorübergehenden Verschlechterung gekommen. Ab Mai 2011 sei von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tä
tigkeit auszugehen, so dass auch keine Hilflosigkeit bestehe. Es würden keine Befunde am Bewegungsapparat vorliegen, die sich diesbezüglich negativ aus
wirken würden. Dabei sei festzuhalten, dass das
multilokuläre
Schmerzsyndrom, das aus subjektiver Sicht wohl diesbezüglich wichtig sei, keinem rheumatologi
sche
n
Krankheitsbild entspreche. Aus psychiatrischer Sicht sei festzuhalten, dass nie eine Depression
diagnostiziert worden sei, eine solche werde lediglich und nur zeitweise in den Berichten des Hausarztes erwähnt, jedoch nicht näher be
gründet oder mit Befunden belegt. Aus diesem Grund habe im psychiatrischen Teilgutachten auch keine Verbesserung im Vergleich mit früheren Befunden festgestellt werden können (
Urk.
10/102).
3.3
Da es sich vorliegend um ein Revisionsverfahren handelt, ist insbesondere von Interesse, inwiefern es zu einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustan
des gekommen ist. Im Rahmen der mit Verfügung vom
3.
November 2003 er
folgten
Rentenzusprache
standen
die
lumbovertebralen
Beschwerden sowie die nach wie vor nicht kontrollierbaren
Abdominalbeschwerden
im Vordergrund (
Urk.
10/27).
Über diese Beschwerden klagte der Beschwerdeführer auch im Rahmen des
Z._
-Gutachtens, wobei
er neu insbesondere auch über andau
ernde Schmerzen in beiden Unterarmen sowie über Kopf- und
Nackenschmer
zen
klagte (
Urk.
10/86 S. 13). Allein aus den Angaben des Beschwerdeführers kann demnach nicht auf eine Verbesserung der Situation geschlossen werden. Was die objektivierte Einschätzung des Beschwerdebildes betrifft, ergibt sich a
us dem Bericht von
Dr.
A._
vom 2
3.
Mai 2003, dass die vorliegenden Beschwerden schon dannzumal
höchstens
teilweise objektivierbar gewesen wa
ren.
Vor diesem Hintergrund kann a
us den Angaben der
Z._
-Gutachter, dass das aus subjektiver Sicht wichtige
multilokuläre
Schmerzsyndrom keinem rheumatologische
n
Krankheitsbild zugeordnet werden könne, keine Verbesse
rung der gesundheitlichen Situation abgeleitet werden. Vielmehr zeigt sowohl der rheumatologische als auch der psychiatrische Teil der Begutachtung, dass streng genommen von einem seit Jahren unveränderten Zustand auszugehen ist, abgesehen von einer vorübergehenden Verschlechterung im Rahmen der Rückenoperation.
Unbestritten ist dabei, dass die
Z._
-Gutachter die Situa
tion hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit völlig anders einschätzen. Dabei handelt es sich aber um eine im Rahmen eines Revisionsverfahrens unbeachtliche un
terschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen unveränderten Sachverhalts.
3.4
Was die Frage betrifft, ob die revisionsweise Aufhebung der Rente allenfalls mit einer substituierten Begründung geschützt werden könnte, ist anzumerken, dass im vorliegenden Verfahren die Verfügung vom
3.
November 2003 als
Ver
gleichsbasis
dient. Das Bundesgericht hielt in diesem Zusammenhang mehrfach fest, dass
Berentungen bei Verhältnissen wie den vorliegenden seinerzeit einer weit verbreiteten Rechtspraxis
entsprochen hätten
und insbesondere auch ver
einbar mit dem damals seitens der Durchführungsorgane noch nicht einlässlich hinterfragten subjektiven Krankheitsbegriff in der praktizierenden Medizin
ge
wesen seien
. Gegenläufige objektivierende Gesichtspunkte
seien
erst mit der
4.
und
5.
IV-Revision und der Begründung der Rechtsprechung BGE 130 V 352 zur anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 683/03 vom 1
2.
März 2004) in den Vordergrund
gerückt (Urteil
e
des Bundesgerichts 9C_125/2013 vom 1
2.
Februar 2014 E. 4.3.2 und 9C_994/201
0 vom 1
2.
April 2011 E. 3.2.2).
Auch wenn sich die vorliegende Referenzverfügung somit hauptsächlich auf eine hausärztliche medizinische Einschätzung stützte
und die vorliegenden Be
schwerden schon dannzumal als höchstens teilweise objektivierbar bezeichnet wurden
, kann allein daraus nicht auf eine zweifellose Unrichtigkeit geschlossen werden, wie dies
auch
der Vertreter des Beschwerdeführers in seiner Eingabe vom 2
0.
August 2015 ausführte (
Urk.
23 S. 8 f.).
3.5
Bezüglich der zuletzt eingereichten ärztlichen Unterlagen (
Urk.
13,
Urk.
19) ist
schliesslich
anzumerken, dass die angefochtene Verfügung vom 1
4.
Januar 2014 die Grenze der Überprüfungsbefugnis bildet, so dass
den
genannten Be
richte
n
im Rahmen des vorliegenden Verfahrens keine massgebende Bedeutung
zukommt
.
Zudem ist anzumerken, dass die neu zur Diskussion gestellte
Ver
dachtsdiagnose
CADASIL (
Cerebral
Autosomal Dominant
Arteriopathy
with
Subcortical
Infarcts
and
Leukoencephalopathy
) weder bestätigt noch definitiv ausgeschlossen werden konnte, so dass diesbezüglich von einem ungeklärten diagnostischen Sachverhalt auszugehen ist (
Urk.
13/3 f.).
Zusammenfassend führt dies in Gutheissung der Beschwerde zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie zur Feststellung, dass der Beschwerdeführer weiterhin Anspruch auf eine ganze Rente hat.
4.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entsprechend dem Aus
gang des Verfahrens sind sie der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
Ausgangsgemäss ist die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerde
führer eine angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen, welche in Anwen
dung von Art. 61
lit
. g ATSG, namentlich unter Berücksichtigung der Bedeu
tung der Streitsache und der Schwi
erigkeit des Prozesses auf
Fr.
2'6
00.-- (in
klusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen ist.