Decision ID: cc142767-e219-45dd-b630-00ef7f99a1a4
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1969, meldete sich am 19. Juni 2008 (Urk. 10/10) und 21. Juni 2008 (Urk. 10/15) wegen eines Nieren- und ei
nes Leistenleidens (Ziff. 6.2) bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Nach durch
ge
führtem Vorbescheidverfahren (Urk. 10/
44-
45, Urk. 10/48, Urk. 10/55) sprach die
IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügungen vom 26. April 2010
(Urk. 10/57, Urk. 10/63)
von Mai bis August 2008 eine ganze Rente und von September 2008 bis August 2
009 eine halbe Rente zu
.
Die vom Versicherten am 2
3.
Mai 2010 dagegen erhobene Beschwerde (
Urk.
10/67/3-5) wies das hiesige Gericht mit dem un
angefochten in Rechtskraft er
wach
senen Entscheid vom
1
1.
Oktober 2011
(Prozess Nr. IV.
2010.00506
; Urk.
10/100
)
ab.
1.2
Am
1
5.
M
a
i 2016
meldete sich de
r
Versicherte erneut zum Leistungsbezug an (Urk.
10/131
).
Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (
Urk.
10/141
-142
, Urk. 10/177)
trat die IV-Stelle mit
Verfügung vom 3
1.
Oktober
2016
(Urk.
10/180
= Urk. 2) auf die
Neuanmeldung
des
Versicherten
nicht ein.
2.
Gegen die Verfügung vom
3
1.
Oktober 2016
(Urk. 2) erhob
der
Versicherte am
29
. November
2016
Beschwerde
(
Urk.
1)
und beantragte,
diese
sei aufzuheben
,
und es sei die IV-Stelle anzuweisen, auf die Neuanmeldung
vom 15
.
Mai
201
6
einzutreten,
sodann seien
bei den behandelnden Ärzten aktuelle Berichte und ein interdisziplinäres
Medas
-Gutachten einzuholen
(S. 2).
In prozessualer Hin
sicht beantragte
der
Versicherte gleichzeitig die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsvertretung (S. 3).
Mit Beschwerdeantwort vom
1
1.
Januar 2017
(Urk.
9
) beantragte die IV
-
Stelle
die Abwei
sung der Beschwerde.
Mit Verfügung vom
1.
Februar 2017 (
Urk.
12) wurde dem Beschwerdeführer eine Kopie der Beschwerdeantwort zugestellt und es wurde ihm die unentgeltliche Prozessführung bewilligt.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertels
rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.2
Wurde eine
Rentewegen
eines zu geringen
Invaliditätsgradesverweigert
, so wird nach Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Vo
raus
setz
ungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Re
vi
sionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der ver
si
cherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmel
dung ein, so hat sie die Sache materiell abzu
klären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Person glaub
haft
ge
machte Veränderung des Invalidi
tätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie
hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall nach Art. 17 Abs. 1
ATSG vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt
sie fest, dass der Invaliditäts
grad seit Erlass der früheren rechts
kräftigen Verfügung keine Veränderung er
fahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. An
dern
falls hat sie zunächst noch zu
prüfen, ob die festgestellte Veränderung ge
nügt, um nunmehr eine an
spruchs
be
gründende Invalidität zu be
jahen, und her
nach zu beschliessen. Im Be
schwer
defall obliegt die gleiche materielle Prü
fungs
pflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.3
Nach Eingang einer Neuanmel
dung ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung
ver
pflichtet, ob die Vorbringen der versicherten Person überhaupt glaubhaft sind;
verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Dabei wird sie unter anderem zu berücksichtigen haben, ob die frühere Verfügung nur kurze oder schon längere Zeit zurückliegt, und dement
sprechend an die Glaubhaftma
chung höhere oder weniger hohe Anfor
derungen
stellen (ZAK 1966 S. 279, vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E.
2.2 mit Hin
wei
sen). Insofern steht ihr ein ge
wisser Beurteilungsspielraum zu, den das Ge
richt grundsätzlich zu respektieren hat. Daher hat das Gericht die Be
handlung der Ein
tretensfrage durch die Ver
waltung nur zu überprüfen, wenn das Ein
tre
ten
streitig ist, das heisst wenn die Verwaltung gestützt auf Art. 87 Abs. 3 IVV Nicht
eintreten beschlossen hat und die versicherte Person deswegen Beschwerde
führt; hingegen unterbleibt eine richterliche Beurteilung der Ein
tretensfrage,
wenn die Verwaltung auf die Neu
anmeldung eingetreten ist (BGE 109 V 108 E. 2b).
1.4
Zur Frage des Bedeutungsgehalts des
Art.
87
Abs.
2 und 3
IVV hat
das Bund
es
gericht in BGE 130 V 64 E.
5.2.5
festgehalt
en, dass die versicherte Person mit dem Revisionsgesuch oder der Neuanmeldung die massgebliche Tatsachenän
de
rung glaubhaft machen muss, ihr mithin ausnahmsweise eine Beweisfüh
rungs
last zukommt. Tritt die Verwaltung auf das erneute Leistungsbegehren ein, hat sie demgegenüber gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz von Amtes we
gen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserhebliche
n Sachver
haltes zu sorgen (Art. 43 ATSG, Art.
57 IVG in Verbindung mit Art.
69 ff. IVV; SVR
2006 IV Nr. 10 S. 39 E. 4.1 [I
457/04
]; vgl. auch BGE 117 V 198 E. 3a
).
1.5
Mit Art. 87 Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2 IVV soll verhindert werden, dass sich
die Verwaltung nach vorangegangener rechtskräftiger Leistungsverweige
rung immer wieder mit
gleich lautenden
und nicht näher begründeten, d. h. keine
Veränderung des Sachverhalts darlegenden Gesuchen befassen muss (BGE 109 V 108 E. 2a, 264 E. 3). Hingegen kann diese Eintretensvorschrift nicht da
hin
gehend ausgelegt werden, dass die glaubhaft zu machende Änderung gerade jenes Anspruchselement betreffen muss, welches die Verwaltung der früheren rechtskräftigen Leistungsabweisung zugrunde legte. Vielmehr muss es genügen,
wenn die versicherte Person zumindest die Änderung eines Sachverhalts aus dem
gesamten für die Rentenberechtigung erheblichen Tatsachenspektrum glaub
wür
dig dartut. Trifft dies zu, ist die Verwaltung verpflichtet, auf das neue Leis
tungsbegehren einzutreten und es in tatsächlicher (wie selbstverständlich auch in rechtlicher) Hinsicht allseitig zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 3a und E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 64 E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen).
1.6
Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens im Sinne des
Art.
87
Abs.
2 und 3 IVV sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden: Die Tatsa
chen
änderung muss nicht nach dem im Sozialversicherungsrecht sonst üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 353 E.
5b) erstellt sein. Es genügt, dass für das Vorhandensein des geltend gemachten rechts
erheblichen Sachumstandes wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der Möglichkeit zu rechnen ist, bei eingehender
Abklärung werde sich die behauptete Änderung nicht erstellen lassen (BGE 130 V 64 E. 5.2, 130 V 71 E. 2.2 mit Hinweisen). Erheblich ist eine Sachverhalts
änderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine (höhere) Invalidenrente sei begründet, falls sich die geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (Urteil des Bundesgerichts 8C_844/2012 vom
5.
Juni 2013 E. 2.3 mit Hinweisen auf 8C_1009/2010 vom
7.
April 2011 E. 2.2 und 9C_838/2011 vom 2
8.
Februar 2012 E. 3.3.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung
vom 3
1.
Oktober 2016
(Urk. 2) davon
aus, dass
der Beschwerdeführer
eine im Hinblick auf ei
nen Rentenanspruch mass
gebliche Verän
de
rung des Sachverhalts nicht rechts
ge
nü
gend glaubhaft ge
macht habe, wes
halb auf die Neuanmeldung nicht ein
zutreten sei.
2.2
Der Beschwerdeführer
bringt
hiegegen
vor, dass sich
sein
Gesundheitszustand
seit Erlass der eine befristete Rente zusprechenden Verfügungen
vom 26. April 2010 (Urk. 10/57, Urk. 10/63) verschlechtert habe
, dass er
sich im Jahre 2010 den Fuss gebrochen
habe
, und dass er
sich
im Jahre 2011 im Bereich seiner linken Leiste
eine
r
Operation
habe
unterziehen müssen
.
Des Weiteren
leide er an Beschwerden im Bereich seiner
recht
en Leiste und habe im Juli 2015 eine Disto
rsion
seines
rechten oberen Sprunggelenks (OSG) erlitten
(
Urk.
1).
2.3
Prozessthema bildet die Frage, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die Neu
anmeldung vom
1
5.
Mai 2016
(
Urk.
10/131
) nicht eingetreten ist bezie
hungs
weise
die Frage, ob
der
Beschwerdeführer glaub
haft gemacht hat, dass sich
seine
ge
sundheitlichen Verhältnisse im massge
ben
den Zeit
raum seit der letzten rechts
kräftigen materiellen Prüfung des Rentenanspruchs
bei
Erlass der mit
Urteil des hiesigen Gerichts
vom 1
1.
Oktober 2011 (Prozess Nr. IV.2010.00506;
Urk.
10/100)
bestätigten
Verfügungen vom 26. April 2010 (Urk. 10/57, Urk. 10/63)
bis zum
Erlass der an
ge
fochtenen Verfügung vom 31. Oktober 2016 (Urk. 2) in einer für den Renten
anspruch erheblichen Weise ver
ändert ha
ben.
3.
3.1
Die massgebende medizinische Aktenlage bei Erlass der
ursprünglichen Ver
fügungen vom 26. April 2010 (Urk. 10/57, Urk. 10/63)
stellt sich wie folgt dar:
3.2
Laut dem am 30. Juni 2008 erstatteten Bericht (Urk. 10/20) wurde der Be
schwer
deführer von Mai 2007 bis am 4. März 2008 in der Urologischen Kli
nik des
Y._
behandelt (Ziff. 3.1), insbesondere wurden - gemäss den gestellten Diagnosen (Ziff. 1.1) - am 31. Mai 2007 eine
lapa
ros
kopische
Nierenbeckenplastik, am 5. November 2007 ein
Inguinalher
nienrepair
und am 10. Januar 2008 eine offene
Pyelolithotomie
, Narbenexzision und Nieren
beckenplastik vorgenommen. Im Rahmen der Abschlusskontrolle wurden noch wetterabhängige inguinale Schmer
zen links angegeben (Ziff. 3.4), worauf die urologische Behandlung abgeschlossen wurde (Ziff. 5.5).
3.3
Dr. med.
Z._
, Facharzt für Allgemein
e Innere Medizin
, stellte in seinem Bericht vom 6. Mai 2008 (Urk. 10/23/6-7) die folgenden Diagnosen (Ziff. 1):
-
ausgeprägte
pyeloureterale
Vernarbung und
Nephrolithiasis
mit / bei
-
Status nach
laparoskopischer
Nierenbeckenplastik Mai 2007
-
postoperativem
Urinom
bei
Pigtaildysfunktion
-
Status nach
offener
Pyelolithotomie
, Narbenexzision und Nieren
becken
plastik links am 10. Januar 2008,
Y._
-
unklarer Kraftverlust Hand / Arm links
-
Status nach operativer Sanierung einer
Inguinalhernie
links November 2007
-
Pollinosis
nasi
Zu den subjektiven Beschwerden führte Dr.
Z._
aus, nebst den anhaltenden Narbenbeschwerden in der Flanke links klage der Beschwerdeführer über Ge
fühlsstörungen und Kraftverlust im linken Arm beziehungsweise der linken Hand
(Ziff. 2a). Als objektive Beschwerden nannte er eine beim Faustschluss links deutlich verminderte Kraft gegenüber der rechten Seite (Ziff. 2b). Die Arbeitsun
fähigkeit als Schreiner beziffert
e
Dr.
Z._
mit 100 % (Ziff. 4).
Sodann führte er aus, in anderer Tätigkeit ohne Heben und Tragen von schwe
ren Gewichten wäre eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 50 % denkbar (Ziff. 5).
3.4
In ihrem Bericht
vom
9. September 2008
(
Urk.
10/30/6-10) stellten
die Ärzte der Klinik und P
oliklinik für Innere Medizin des
A._
die
folgende
n
Diagnosen (S. 1):
-
intermittierende, linksseitige Beinschmerzen unklarer Ätiologie
-
muskuläre Dysbalance im Ansatzbereich der Hüftadduktoren links und im Bereich des M.
Quadratus
lumborum
links
-
Differentialdiagnosen (DD):
myof
aszial
geprägtes Schmerzsyndrom
-
Reizsyndrom N.
ilioinguinalis
/ N.
genitofemoralis
links bei Status nach Nierenbeckenplastik, Dekonditionierung
-
funktionell
-
kleine, asymptomatische
Inguinalhernie
rechts (Sonographie 23. Juni 20
08)
-
Status nach operativer Sanierung einer
Inguinalhernie
links Novem
ber 2007
-
irritative
Miktionsbeschwerden bei
-
Status nach offener
Pyelolithotomie
, Narbenexzision und
Nieren-becken
plastik
links am 10. Januar 2008 (
Y._
)
-
bei ausgeprägter
pyeloureteraler
Vernarbung und
Nephrolithiasis
-
Status nach
laparoskopischer
Nierenbeckenplastik Mai 2007 mit post
operativem
Urinom
bei
Pigtaildysfunktion
-
zwei Episoden einer unklaren Bewusstseinsstörung
-
DD: funktionell,
epileptogen
-
intermittierende linksseitige Armschmerzen unklarer Ätiologie
-
Pollinose
-
Allergien / Unverträglichkeiten: Kontrastmittel (Hautrötung)
Die Ärzte berichteten, der Beschwerdeführer
klage
über intermittierende Schmer
zen im Bereich der linken Leiste, welche seit der
Inguinalhernienopera
tion
im November 2007 bestünden und nie ganz sistiert hätten, sowie
über
seit 2 Monaten intermittierende Schmerzen im linken Arm und der linken Hand und einen Drehschwindel beim Aufwachen (S. 2).
Bezüglich der Beinschmerzen könne - zusammengefasst - keine sichere Zuord
nung vorgenommen werden; eine zusätzliche orthopädische Abklärung sei noch vorgesehen (S. 4 Ziff. 1). Bezüglich
Inguinalhernie
habe die Sonographie keinen Hinweis auf ein linksseitiges Rezidiv ergeben, jedoch eine kleine und asympto
matische
Inguinalhernie
rechtsseitig (S. 4). Die urologische Abklärung habe keine Hinweise auf eine Nierenstauung ergeben; der zeitliche Zusammen
hang der Schmerzen mit der Nierenoperation und
Pigtail
-Einlage, der vom Be
schwerdeführer angegeben werde, scheine bei unauffälligem Urin und der vom Beschwerdeführer geschilderten Klinik eher unwahrscheinlich (S. 5). Be
züglich der Bewusstseinsstörungen sei, in Übereinstimmung mit der neurologi
schen Beurteilung, im Rahmen der psychosozialen Situation mit erfolgter Kün
digung, Vereinsamung und finanziellen Problemen am ehesten an eine psycho
gene Genese zu denken; dafür spreche unter anderem die geschilderte Länge der Bewusstseinsstörung von fast 9 Stunden (S. 5 Ziff. 4).
Zusammenfassend könne gesagt werden, dass beim Beschwerdeführer eine kom
plexe Problematik vorliege. Bisher habe keine der zahlreichen Untersu
chungen eine abschliessende Beurteilung der Situation beziehungsweise Sym
ptome erlaubt. Aufgrund des prolongierten Verlaufes, der diffusen Symptome, der immer wieder neu auftretenden Symptome, der psychosozialen Situation mit Kündigung, Schmerzbeginn mit Kündigung, Vereinsamung sowie finan
ziellen Problemen und dem unermüdlichen Aktivismus des Beschwerdeführers
für weiterführende Abklärungen sowie Interventionen stehe differentialdia
gnos
tisch eine somatoforme Schmerzstörung im Vordergrund (S. 5).
3.5
Am 15. Oktober 2008
(Urk. 10/30/4-5) stellte
der Leitende Arzt der Urologischen Klinik des
Y._
die
folgende
n
Diagnosen (S. 1):
-
multiple polyneuropathische Schmerzsyndrome, insbesondere der linken Körperhälfte
-
Status nach offener
Pyelolithotomie
, Narbenexzision und Nierenbecken
plastik links Januar 2008 bei Status nach
laparoskopischer
Nierenbe
ckenplastik Mai 2007 mit postoperativem
Urinom
bei
Pigtaildysfunktion
-
Status nach Netzimplantation bei
Inguinalhernie
links November 2007
Als Beurteilung führte der Arzt aus, von urologischer Seite her liege eine erfreuli
che Situation vor, der obere Harntrakt funktioniere regelrecht bei besten Abflussverhältnissen, ohne erneute Konkremente. Leider verhinderten die di
ver
sen genannten Schmerzsyndrome und häufig auch die morgendliche Übel
keit eine Arbeitsaufnahme des Beschwerdeführers (S. 2 oben).
3.6
Gemäss Eintrittsbericht des
B._
vom
5. De
zem
ber 2008 (Urk.
10
/39/56-57) wurde
die
folgende Diag
nose gestellt (Ziff
. 5):
-
Anpassungsstörung in psychosozialer Belastungssituation (anhaltende kör
perliche Beschwerden nach komplizierten Nierenoperationen, für diese anhaltenden Beschwerden habe bisher kein somatisches Korrelat gefunden werden können; unklare Zukunft und belastende finanzielle Situation)
-
DD: undifferenzierte Somatisierungsstörung
Es wurde eine Anmeldung bei der Sozialberatung vorgenommen und ein Folge
termin vereinbar
t
(Ziff. 6).
3.7
Vom 12. Februar bis 19. März 2009 weilte der Beschwerdeführer stationär in der
C._
, worüber am 19. Mä
rz 2009 berichtet wurde (Urk. 10
/39/50-52).
Dabei wurden
die
folgende
n
Diagnosen
gestellt
(S. 1):
-
Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt
-
chronische Schmerzstörung mit / bei
-
intermittierend linksseitigen Armschmerzen und linksseitigen Bein
schmerzen
-
muskulärer Dysbalance im Ansatzbereich der Hüftadduktoren links und im Bereich des M.
Quadratus
lumborum
links, DD:
myofaszial
geprägtes Schmerzsyndrom
-
Reizsyndrom N.
ilioinguinalis
/ N.
genitofemoralis
links bei Status nach Nierenbeckenplastik, Dekonditionierung
-
irritative
Miktionsbeschwerden mit / bei
-
Status nach offener
Pyelolithotomie
, Narbenexzision und
Nieren-becken
plastik
links (10. Januar 2008,
Y._
) bei ausgeprägter
pyeloureteraler
Vernarbung und
Nephrolithiasis
-
Status nach
laparoskopischer
Nierenbeckenplastik (Mai 2007) mit post
operativem
Urinom
bei
Pigtaildysfunktion
-
zwei Episoden einer unklaren Bewusstseinsstörung November 2008; DD: funktionell,
epileptogen
-
asymptomatische
Inguinalhernie
rechts (Sonographie 23. Juni 2008)
-
Status nach operativer Sanierung einer
Inguinalhernie
links Novem
ber 2007
-
Pollinose
Als Beurteilung wurde eine Anpassungsstörung mit Angst und Depression ge
mischt sowie chronischer Schmerzstörung und
irritativen
Miktionsbeschwerden bei Status nach mehrfachen Eingriffen im Nierenbereich linksseitig sowie Status nach einer operativen Sanierung einer
Inguinalhernie
linksseitig festgehalten. Der Beschwerdeführer habe - unter anderem - sich psychophysisch beginnend regenerieren können (S. 3). Bei Austritt habe noch eine 100%ige Arbeitsun
fähig
keit bis einschliesslich 29. März 2009 bestanden
(S. 3).
3.8
Im Bericht des radiologischen Instituts des
Y._
vom 24. Dezember 2008 über ein
e
am Vortag erstellte
Magnetresonanztomographie (
MRI
)
des kleinen Beckens wurde ausgeführt, es zeige sich im distalen Verlauf des
Nervus
ilioinguinalis
links keine Raumforderung, die eine Kompression verursachen würde. Aller
dings verlaufe dieser in naher anatomischer Beziehung zur Niere, so dass sich in Zusammenschau mit der Anamnese die Frage stelle, ob es im Rahmen
post
in
ter
ventioneller
Vernarbun
gen zu einer Beeinträchtigung des proximalen Anteiles des
Nervus
ilioinguinalis
komme; dies wäre bildgebend nur
schwierig darzu
stellen (Urk. 10
/39/55).
3.9
Am 18. Juli 2009 erstatteten med. pract.
D._
, Fachärztin für
Allgemeine
Innere Medi
zin, Gutachterin, Dr. med.
E._
, Facharzt für Psychiatrie
und Psy
chotherapie
, Dr. med.
F._
, Fachärztin für Physikalisch
e Medi
z
in und Rehabilitation
, und Dr. med.
G._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
, Chefarzt
H._
, ein Gutach
ten im Auf
trag der Beschwerdegegnerin (Urk. 1
0
/39/1-46). Als vom Beschwerdeführer aktuell im Vordergrund stehend genannte Beschwer
den erwähnten sie Schwin
del
attacken, begleitet von Übelkeit, sowie belastungs
abhängige Schmerzen im Bereich der linken Leiste, zudem rezidivierend starke Schmerzen am Übergang der Ferse zum Mittelfuss (S. 19, S. 41 Ziff. 7.3).
Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit stellten die Gutachterinnen und Gutachter keine (S. 38 Ziff. 6.1). Als Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfä
higkeit nannten sie (S. 38 Ziff. 6.2):
-
chronisches generalisiertes Schmerzsyndrom im Sinne eines funktionel
len
Hemisyndroms
links mit / bei:
-
Fehlhaltung und diskreter Fehlstatik
-
myostatischer
Insuffizienz mit
Ansatztendinose
im Bereich der Adduk
toren links
-
bildgebend Zeichen eines Cam-
Impingements
links mit mässigen
fe
moro-acetabulären
Knorpelschäden (
Arthro
-MRI der linken Hüfte vom 6. November 2008; vgl. Urk. 1
0
/39/47), ohne klinische
Impinge
mentzeichen
-
irritative
Miktionsbeschwerden mit / bei
-
Status nach
laparoskopischer
Nierenbeckenplastik links im Mai 2007 wegen
Nephrolithiasis
bei
Ureterabgangstenose
links mit postoperati
vem
Urinom
bei
Pigtail
-Dysfunktion
-
Status nach offener
Pyelolithotomie
, Narbenexzision und
Nieren-becken
plastik
links am 10. Januar 2008
-
anamnestisch Inkontinenz bei unauffälligem oberen Harntrakt mit sehr guten Abflussverhältnissen und ohne Nachweis erneuter Kon
kremente
-
Status nach operativer Sanierung einer
Inguinalhernie
links im Novem
ber 2007 mit / bei
-
asymptomatischer
Inguinalhernie
rechts (Sonographie vom 23. Juni 2008)
-
Rhinitis
allergica
bei
Pollinosis
-
Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt
-
akzentuierte
histrionische
, hypochondrische und ängstliche Persönlich
keitszüge
In der Beurteilung wurde ausgeführt, die internistische Untersuchung ergebe das Bild eines 40-jährigen,
normosomen
und kardiopulmonal kompensierten Versi
cherten in unauffälligem Allgemeinzustand (S. 41). Aus internistischer Sicht lasse sich eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nicht begründen, weder in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit noch in einer dem Alter und dem Habitus ange
passten Verweistätigkeit
.
Bei der rheumatologischen Untersuchung seien die vom Beschwerdeführer ge
klagten Beschwerden beziehungsweise Funktions
ein
schränkungen zwar weitest
gehend konsistent, es bestünden aber eine Ver
deutlichungstendenz sowie ge
wisse Hinweise für eine Selbstlimitation (S. 42).
Zusam
mengefasst fänden sich, abgesehen von der ausgeprägten
myostatischen
Insuf
fizienz und dem hypertonen Adduktorenansatz im Bereich des linken Hüft
ge
lenks, aus rein rheumatologischer Sicht für die vom Beschwerdeführer ge
klag
ten Beschwerden keine nachweisbaren pathologisch-anatomischen Korre
lat
e.
Unter Berück
sichtigung aller Gegebenheiten und Befunde bestehe auf orthopä
disch-rheumatologischem Fachgebiet kein Gesundheitsschaden, der eine dauer
hafte Limitierung der Arbeitsfähigkeit bezogen auf die zuletzt ausgeübte Tätig
keit als (Möbel
-)
Schreiner begründen könnte. Auch in allen allfälligen Verweis
tätigkeiten sei der Beschwerdeführer aus rein rheumatologischer Sicht gemäss seinem allgemeinen Leistungsprofil uneingeschränkt arbeitsfähig (S. 43).
Bei der psychiatrischen Exploration zeige sich ein ängstlich-besorgt, zeitweise aber auch verärgert-anklagend wirkender Versicherter. Die Beschwerdeschilde
rungen hätten einen deutlich
histrionischen
Charakter und seien dramatisierend
bis
katastrophisierend
. Es würden dysfunktionale Bewältigungsmechanismen mit
einer Tendenz zur Selbstlimitierung bei hypochondrisch akzentuierten Per
sön
lichkeitszügen deutlich. Die erhobenen Untersuchungsbefunde sprächen in diag
nostischer Hinsicht für eine Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt, bei Beeinträchtigung der allgemeinen Leistungsfähigkeit und Verunsicherung durch eine urologische Problematik mit kompliziertem Krank
heitsverlauf. Des Weiteren seien akzentuierte
histrionische
, hypochondrische
und ängstliche Persönlichkeitszüge mit überzogener Anforderungshaltung an di
e eigene psychophysische Leistungsfähigkeit erkennbar, die jedoch nicht das Aus
mass einer Persönlichkeitsstörung aufwiesen. Aus versicherungsmedizini
scher Sicht begründeten eine Anpassungsstörung und / oder akzentuierte Per
sönlich
-
keitszüge
jedoch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 43).
Zusammenfassend und unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Be
fu
nde sei der Beschwerdeführer aus interdisziplinärer Sicht zu 100 % arbeitsfä
hig (S.
44 Ziff. 7.4). Dies gelte mit Blick auf den Austrittsbericht der Höhenkli
nik Davos vom 19. März 2009 seit dem 1. April 2009 (S. 44 Ziff. 7.5).
3.10
Am 26. März 2010 berichteten die Ärzte des Spitals Wetzikon über die gleichen
tags erfolgte Behandlung (Urk.
10/67/32-33)
. Anlass der Behandlung sei die no
t
fallmäs
sige Selbstzuweisung per Ambulanz bei
exazerbierten
Schmerzen bei seit drei Jahren bestehender unklarer,
multipelst
abgeklärter Schmerz
sympto
ma
tik der linken Flanke (S. 1). Anamnestisch wurde unter anderem ausgeführt, im Herbst 2009 habe ein dreiwö
chiger stationärer Aufenthalt in der Klinik Kirsch
garten stattgefunden. Im März 2010 sei durch einen bisher nicht involvierten, in den Augen des Be
schwerdeführers unbelasteten Urologen eine Blasenspiegelung durchgeführt worden, wobei eine streifige Rötung beim
Ureterostium
gesehen worden sei, worauf für 30 Tage ein Medikament verschrieben worden sei (S. 1).
Diagnostiziert wurde ein
Verdacht auf somatoforme Schmerzstörung bei chirur
gisch sanierter
pyeloureteraler
Abgangsstenose mit Hydronephrose links (S. 1).
In der Beurteilung wurde ausgeführt, das chronische Schmerzsyn
drom der linken
Körperseite sei seit Jahren bekannt und
multipelst
abgeklärt ohne wesentliche
Diagnose. Klinisch präsentiere sich der Beschwerdeführer nur leicht einge
schränkt
. Die Behandlung habe in Absprache mit dem Beschwerde
führer aus symp
tomatischer Analgesie bestanden (S. 2).
4.
4.1
Wie bereits erwähnt (vorstehend E.
1.2
), wird eine neue Anmeldung nach einer Verneinung des Rentenanspruchs
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades nur geprüft, wenn damit glaubhaft gemacht wird, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den
Leistungsa
nspruch erheblichen Weise geändert hat.
Dabei
bildet die zeitliche Vergleichsbasis
im Neuanmeldeverfahren
für die Fra
ge, ob eine rentenrelevante Veränderung des Sachverhalts glaubhaft ist, der Zeit
punkt der letzten umfassenden materiellen Prüfung des Rentenanspruchs. Der Vergleichszeitraum erstreckt sich grundsätzlich bis zur Prüfung und Beurteilung des Gesuchs durch die Verwaltung und endet mit dem Erlass der Verfügung betreffend die Neuanmeldung. Für die beschwerdeweise Überprüfung einer
Nicht
eintretensverfügung
ist somit der Sachverhalt, wie er sich der Verwaltung bot, beziehungsweise die Aktenlage bei Erlass dieser Verfügung massgeblich (BGE 130 V 64 E. 5.2.5; Urteile des Bundesgerichts 8C_244/2016 vom 2
1.
Juni 2016 E.
2.1 und 9C_683/2013 vom
2.
April
2014 E.
3.3; Ulrich Meyer
, Recht
sprechu
ng des Bundesgerichts zum IVG,
3.
Aufl.
, Zürich
2014
,
Art. 30-31 IVG N 122
).
4.2
Demnach ist im Folgenden
zu prüfen, ob der
Beschwerdeführer
für den Zeit
raum
seit Erlass der ursprünglichen Verfügungen vom 26. April 2010
bis zum
Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 3
1.
Oktober 2016 (
Urk.
2)
eine anspruchsbeeinflussende Tatsachenänderung
beziehungs
weise
eine für den Renten
an
spruch massgebliche Ver
schlech
terung
seines
Gesundheitszu
standes glaubhaft ge
macht hat.
4.3
In ihrem Beric
ht vom
6.
Dezember 2012 (
Urk.
10
/161/1-3) stellten die Ärzte des
Y._
fest, dass eine am
3.
Dezember 2012 durchgeführte
Ileokoloskopie
keine entzündlichen Veränderungen, sondern eine reizlose und entzündungsfreie Schleimhaut im gesamten Kolon und ein vollständig unauf
fälli
ges Rektum (S. 1) ohne Hinweise für eine Colitis
ulcerosa
ergeben habe.
Da die histologischen Befunde indes auf eine sich in Remission befindende ch
ro
nis
ch-entzündliche Darmerkrankung (IBD) hindeuteten, wäre grundsätzlich eine remissionserhaltende Behandlung angezeigt (S. 2).
4.4
Dr.
med.
I._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
,
führte in seiner Stellungnahme vom 3
0.
Dezember 2015 (
Urk.
10/171/1-2) aus, dass der Beschwerdeführer der Ansicht sei, dass er urologisch fehlerhaft behandelt worden sei, und dass die früheren IV-Akten nicht zu berücksichtigen seien, da andernfalls eine objektive Beurteilung nicht möglich sei. Seit Jahren müsse
er
regelmässig täglich Darmspülungen durchführen, um seinen Darm entleeren zu können. Er sei sodann negativ gegenüber „ausländischen“ Ärzten eingestellt, da diese ihn nicht richtig verstünden (S. 1).
4.5
Die Ärzte der
J._
, Fuss-/Sprunggelenk, stellten mit Be
richt vom
7.
März 2016 (
Urk.
10/136/10-11) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
unklare Schmerzen im Bereich des rechten OSG
-
Metatarsalgien
Dig
. I und V rechts mit/bei:
-
Status nach alter Fraktur im Bereich des
Processus
anterius
calcanei
mit/bei Status nach OSG-Distorsion
rechts im Juli 2015
-
anamnestisch Verwachsungsbauch mit chronischer Obstipation mit/bei:
-
täglich notwendigen Darmspülungen
-
Arbeitsunfähigkeit seit dem Jahre 2008 mit/bei Status nach mehreren urologischen und abdominalen Eingriffen
Sie erwähnten, dass eine am
1.
März 2016 durchgeführte MRI des rechten Vor- und Rückfusses ein diffuses Knochenmark
s
ödem in den
Lisfranc
-Gelenken und
tarsal
sowie eine beginnende Arthrose im
Tarsometatarsalgelenk
I
(
Fusswurzel-
Mittelfuss-Gelenke, TMT I-Gelenk) ergeben habe. Für die geschilderten Beschwer
den im Bereich des rechten OSG habe das MRI indes kein Korrelat ergeben
. Dem Beschwerdeführer seien orthopädische Serienschuhe mit
Fussbett
nach Mass und Abrollhilfe verschrieben worden (S. 2).
4.
6
Dr.
med.
K._
, Facharzt für
Allgemeine Innere Medizin
, stellte in seinem Bericht vom
7.
Juni 2016 (
Urk.
10/135/1-3) die folgenden
Diagnosen
(S. 1 f.)
:
psychiatrische Diagnosen:
-
rezidivierende depressive
Störung, gegenwärtig lei
cht- bis mittelgradige Episode
-
Anpassungsstörung bei anhaltender Schmerzsymptomatik
-
Persön
lichkeitsveränderung bei chronischem Schmerzsyndrom
somatische Diagnosen
:
-
c
hron
ische
Leistenschmerzen links
-
Proctocolitis
ulcerosa
(Erstdiagnose
am
2
5.
April 20
12
)
-
s
ymptomatische Distorsion
des rechten OSG
mit subjektivem Instabili
täts
gefühl
-
Verdacht auf alte Fraktur im Bereiche des
Processus
anterius
calcanei
Aus psychiatrischer
Sicht sei grundsätzlich von einer schwierigen Persönlich
keits
struktur auszugehen. Dazu komme die Chronizität der Schmerzproblematik,
welche
im Verlauf zu einer zunehmenden Anpassungsstörung und Persönlich
keitsveränderung mit unflexiblem und unangepasstem Verhalten
geführt habe. Die Symptomatik äussere sich unter anderem in einem sozialen
Rückzug,
einer
feindliche
n und misstrauischen
Haltung
gegenüber der Umgebung und lasse eine berufliche Integration nicht mehr zu.
Seit
dem Jahre
2007 seien viele a
b
dominal-chirurgische Eingriffe durchgeführt worden.
Der Beschwerdeführer leide an chronischen
,
täglich vorhandenen abdo
mi
na
len Beschwerden, auch in Ruhestellung
,
und
könne daher keine kurz- oder
langfristigen Unternehmungen planen. Praktisch täglich müssten Darmspü
lungen
vorgenommen werden,
um den Darm entleeren zu können. Erschwerend wirke sich sodann
die
Proctocolitis
ulcerosa
aus (S. 2)
.
Eine berufliche
Integration
sei dem Beschwerdeführer
nicht möglich
(S. 3)
.
4.
7
Mit Bericht vom 1
6.
Juni 2016 (
Urk.
10/176/1-3)
erwähnten die
Ärzte der
J._
, Zentrum für Paraplegie,
dass eine anamnestisch durch
geführte MRI des Schädels sowie eine
Elektroenzephalografie (EEG
) unauffällige Befunde ergeben hätten. Die
am 2
6.
Mai
2016 durchgeführten neurologischen und neurophysiologischen Untersuchungen
hätten sodann keine Hinweise auf
eine neurogene Ursache der beschriebenen Symptomatik (im Bereich des rech
ten OSG) und insbesondere keine Hinweise auf eine Polyneuropathie ergeben (S. 2).
4.8
Dr.
med.
L._
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Gas
tro
enterologie, stellte in seinem Bericht vom
5.
September 2016 (
Urk.
3/33) fest,
dass gleichentags durchgeführte
Gastro
- und Koloskopien einen normalen
Be
-
fu
nd
ergeben hätten (S.
1), und dass die Ergebnisse der histologischen
Unter
-
suchungen
die Beschwerden im Bereich des Abdomens mit chronischer
Obstipa
-
tion
, welche den Beschwerdeführer regelmässig zur Durchführung von Ein
läufen veranlassten, nicht zu erklären seien. Angesichts der Anamnese sei von einer funktionellen Symptomatik im Sinne eines Colon
irritabile
vom Obstipa
tionstyp auszugehen (S. 2).
5.
5.1
In erster Linie ist es Sache der versicherten Person, substanzielle Anhaltspunkte für eine allfällige neue Prüfung des Leistungsanspruchs darzulegen (vgl. BGE 130 V 64 E. 5.2.5). Wenn die der Neuanmeldung beigelegten ärztlichen Berichte so wenig substanziiert sind, dass sich eine neue Prüfung nur aufgrund weiterer Erkenntnisse allenfalls rechtfertigen würde, ist die IV-Stelle
indes
unter Um
stän
den zur Nachforderung weiterer Angaben gehalten. Dies ist nur, aber immer
hin dann der Fall, wenn den - für sich allein genommen nicht Glaub
haftigkeit begründenden - Arztberichten konkrete Hinweise entnommen werden
können, wonach möglicherweise eine mit weiteren Erhebungen erstellbare rechts
erhebliche Änderung vorliegt (
Urteile des Bundesgerichts 8C_244/2016 vom 2
1.
Juni 2016 E. 2.3;
9C_286/2009
vom 2
8.
Mai 2009 E.
2.2.3
und 8C_759/2015 vom
2
5.
Februar 2016 E. 2.2).
5.2
Die medizinischen Unterlagen sind
s
oweit einzubeziehen, als sie einerseits Rück
schlüsse auf die Entwicklung des Gesundheitszustandes bis zum
3
1.
Oktober 2016
(
vorstehend E.
4.2
) zulassen und anderseits rechtzeitig in das Verfahren eingebracht wurden.
5.3
Den obenerwähnten medizinischen Akten
bei Erlass der ursprünglichen Ver
fügungen vom 26. April 2010 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer zu diesem Zeitpunkt unter starken Leistenschmerzen stechenden Charakters litt (
Urk.
10/39/1-45 S. 25)
. Der Beschwerdeführer litt
zu diesem Zeitpunkt noch
nicht unter Obstipation, sondern wies einen normalen Stuhlg
ang auf (Urk. 10/39/
1-45 S. 16)
. Demgegenüber litt der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt
bei Erlass der Verfügung vom 3
1.
Oktober 2016
unter Obstipation und
gab an,
seit Jahren
täglich Darmspülungen durchzuführen (vorstehend E. 4.4 - 4.6). Während die Ärzte der
J._
, Fuss-/Sprunggelenk, in ihrem Bericht vom
7.
März 2016 (vorstehend E.
4.5
)
die anamnestische Diagnose eines Verwachsungsbauchs mit chronischer Obstipation aufführten, d
iagnostizierte
Dr.
K._
in seinem Bericht vom
7.
Juni 2016 (vorstehend E.
4.6
) eine seit dem Jahre 2012 bestehende
Proctocolitis
ulcerorsa
. Bei der Obstipation und der von
Dr.
K._
diagnostizierten
Proctocolitis
ulcerorsa
handelt es sich um einen vom früheren
Befund
abweichende
n Befund
.
Für sich alleine sind die Beurteilungen durch
Dr.
I._
,
Dr.
K._
und
durch
d
i
e Ärzte der
J._
indes
nicht geeignet, Glaubhaftigkeit zu begründen. Denn die Ärzte des
Y._
stellten in ihrem Bericht vom
6.
Dezember 2012 (vorstehend E.
4.3
) fest, dass eine am
3.
Dezember 2012 durch
geführte
Ileokoloskopie
keine entzündlichen Veränderungen, sondern eine reizlose und entzündungsfreie Schleimhaut im gesamten Kolon und ein voll
stän
dig unauffälliges Rektum
,
ohne Hinw
eise für eine Colitis
ulcerosa
,
ergeben habe.
5.4
Da indes der Bericht der Ärzte des
Y._
vom
6.
Dezember 2012 (vorstehend E.
4.3
) schon einige Jahre zurücklag, und da die
Ärzte des
Y._
in diesem Bericht feststellten, dass
die histologischen Befunde auf eine sich in Remission befindende chronisch-entzündliche Darmer
krankung (IBD) hindeuteten
, war ein erneutes Auftreten eines Krankheits
schu
bes im Rahmen einer rezidivierenden
chronisc
h-entzündlichen Darmerkrankung
beziehungsweise einer Colitis
ulcero
sa
nicht gänzlich auszuschliessen
, weshalb die Beschwerdegegnerin bei Prüfung der vom Beschwerdeführer eingere
ichten medizinischen Unterlagen
gehalten gewesen
wäre,
den Beschwerdeführer dies
be
züg
lich
zu weiteren
Angaben
aufzufordern. Aus diesem Grunde
ist der Bericht von
Dr.
L._
vom
5.
September 2016 (vorstehend E.
4.8) vorliegend zu berücksichtigen, obwohl dieser Bericht, welchen der Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde beim hiesigen Gericht einreichte, der Beschwerdegegnerin bei Erlass der Verfügung vom 3
1.
Oktober 2016 nicht bekannt war
.
5.5
In seinem Bericht vom
5.
September 2016 (vorstehend E.
4.8
) stellte
Dr.
L._
fest, dass
die
gleichentags durchgeführte
n
Gastro
- und Koloskopien nor
male Befunde ergeben hätten, dass die Beschwerden im Bereich des Abdomens mit chronischer Obstipation, welche den Beschwerdeführer regelmässig zur Durchführung von Einläufen veranlassten, ni
cht zu erklären seien, und dass
von einer funktionellen Symptomatik im Sinne eines Colon
irritabile
vom
Obstipa
tionsyp
auszugehen s
ei
.
Dr
L._
empfahl
dem Beschwerdeführer sodann
eine ausreichenden Stuhlregulation
mit
Balaststoffen
beziehungsweise mit „
Meta
mucil
“ oder „
Colosan
mite
“.
D
es Weiteren lässt sich d
em Bericht von
Dr.
L._
entnehmen, dass der Beschwerdeführer zur Vorbereitung der D
arm
spiegelung seinen Darm mittels eines medikamentösen
Laxantiums
(„
Movi
prep
“ 3 Liter)
gereinigt habe
, und dass die Vorbereitung
der Koloskopie
beziehungsweise die Darmreinigung von guter Qualität
gewesen sei
(Urk.
3/33 S. 1). Dieser Umstand stellt ein Indiz dafür dar, dass der Beschwerdeführer
allfällige Obstipationen mittels medikamentöser
Laxantien
hätte behandeln kö
nnen,
und dass
dafür Darmspülungen, von der Art, wie sie vom Beschwer
deführer gemäss seinen Angaben praktiziert wurden,
weder
erforderli
ch
noch
angezeigt
waren
.
In
Würdigung der
blanden
Ergebnisse der am
5.
September 2016 durchgeführten
Gastro
- und Koloskopien
und
d
er weiteren Umstände
erscheint in Bezug auf das Abdomen beziehungsweise den
Gastrointestinaltrakt
des Beschwerdeführers eine hinsichtlich des Rentenanspruchs massgebliche Verschlechterung des Gesundheitszustand
es
daher
nicht als rechtsgenüglich glaubhaft gemacht.
5.6
Eine
erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes erscheint auch hin
sichtlich des rechten OSG nicht als hinreichend glaubhaft gemacht. Denn obwoh
l
Dr.
K._
in seinem Bericht vom
7.
Juni 2016 (vorstehend E.
4.6
) eine symptomatische Distorsion des rechten OSG mit subjektivem Instabilitätsgefühl diagnostizierte, stellten die Ärzte der
J._
, Fuss-/Sprung
gelenk, am
7.
März 2016 (vorstehend E.
4.5
) fest, dass eine am
1.
März 2016 durchgeführte MRI des rechten Vor- und Rückfusses für die vom Beschwerde
führer angegebenen Beschwerden im Bereich des rechten OSG kein Korrelat ergeben habe.
Diesbezüglich hatte die Beschwerdegegnerin daher keine Veran
lassung beim Beschwerdeführer weitere Angaben einzuholen, weshalb
die Akten
lage bei Erlass der angefochtenen Verfügung 3
1.
Oktober 2016
diesbezüglich
mass
geblich
ist (vorstehend
E.
4.2
)
. Der vom
Beschwerde
führer erst
mit seiner Beschwerde vom 2
9.
November 2016 (
Urk.
1)
eingereichte Bericht der Ärzte des
Y._
, Departement Chirurgie, vom 2
1.
November 2016 (
Urk.
3/35) ist bei der Prüfung der streitigen Frage nach der Glaubhaftmachung
eine
r
anspruchs
beeinflussende
n
Tatsachenänderung
somit
nicht zu berück
sich
tigen.
5.7
Zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer in psychischer Hinsicht eine hinsichtlich
des Rentenanspruchs erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes
glaub
haft
machte.
Dr.
K._
diagnostizierte
in seinem Bericht vom
7.
Juni
2016 (
vorstehend E.
4.6
)
eine
rezidivierende depressive Störung, gegen
wärtig leicht- bis mittelgradige Episode
, eine
Anpassungsstörung bei anhal
tender Schmerzsymptomatik
und eine
Persönlichkeitsverände
rung bei einem chronischen Schmerzsyndrom.
Diesbezüglich gilt es indes zu beachten, dass nach der Rechtsprechung (BGE 141 V 281 E. 2; Urteil des Bundesgerichts 8C_841/2016 vom 3
0.
November
2017 E.
4.5.2) eine rentenbegründende Inva
lidi
tät eine psychiatrische, lege
artis
gestellte Diagnose voraussetzt.
Insofern
Dr.
K._
, welcher
Facharzt für Allgemeine Innere
Medizin
und nicht Psychiater
ist, einen psychiatrischen Befund erhob und psychiatrische Diag
nosen stellte,
erscheint
seine Beurteilung
mangels einer
Weiterbildung
als Fach
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie
daher
nicht
als
geeignet, Glaubhaftig
keit zu begründen
.
5.8
Des Weiteren hat vorliegend bereits
der psychiatrische
Teilg
utachter im poly
disziplinären Gutachten
der Ärzte des
H._
vom
1
8.
Juli 2009 (
vorstehend E.
3.9
)
e
in psychisches Leiden im Sinne einer
Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt
sowie
akzentuierte
r
histrionische
r
, hypochon
dr
i
sche
r
und ängstliche
r
Persönlich
keitszüge
diagnostiziert und festgehalten, dass dieses die Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtige.
Im Vergleich dazu ist die Beurteilung durch
Dr.
K._
, welcher eine rezidivierende depressive Stö
rung, gegenwärtig leicht- bis mittelgradige Episode, eine Anpassungsstörung bei anhaltender Schmerzsymptomatik und eine Persönlichkeitsveränderung bei einem chronischen Schmerzsyndrom postulierte, auch in inhaltlicher Hinsicht nicht geeignet
,
eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers
mit Einfluss
auf
dessen Leistungsfähigkeit
glaubhaft zu machen.
5
.9
Da sich dem Bericht von
Dr.
K._
vom
7.
Juni 2016 (vorstehend E.
4.6
)
und den weiteren
,
vor Erlass der angefochtenen
Verfügung vom 3
1.
Oktober 2016
(
Urk.
2) der Beschwerdegegnerin eingereichten Unterlagen
keine
konkrete
n
Hinweise entnommen werden
können
, wonach möglicherweise eine mit weite
ren Erhebungen erstellbare rechtserhebliche
Veränderung des psychischen Ge
sundheitszustandes vorliege, war die
Beschwerdegegenerin
nicht verpflichtet, den Beschwerdeführer zur Nachforderung weiterer Angaben in psychischer Hin
sicht aufzufordern. Demzufolge ist in psychischer Hinsicht die Aktenlage bei Erlass der angefochtenen Verfügung
vom
3
1.
Oktober 2016 massgeblich (vor
steh
ende E.
4.2
)
,
und es ist der vom Beschwerdeführer erst während des vor
-
liegenden Beschwerdeverfahrens mit Eingabe vom
9.
März 2017 (
Urk.
15) ein
ge
reichte
psychiatrische
Bericht der Ärzte des
B._
vom
1.
Februar 2017 (Urk. 16/2) bei der Prüfung der Frage
, ob der Beschwer
deführer eine
anspruchsbeeinflussende Tatsachenänderung
glaubhaft gemacht hat, nicht zu berücksichtigen.
6.
6.
1
Nach Gesagtem lassen sich den
vom Beschwerdeführer
bis zum Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung vom 3
1.
Oktober 2016
eingereichten medizinischen Unter
lagen keine ge
nü
genden Anhaltspunkte für eine in Bezug auf den Renten
anspruch
erhebliche
,
die Arbeitsfähigkeit beeinflussende Veränderung
seines
Ge
sundheitszu
standes ent
nehmen.
6.2
In Würdigung der gesamten Umstände ist daher davon auszugehen, dass
der Be
schwerdeführer
eine (voraussichtlich dauerhafte) für den Anspruch auf eine
Invalidenrente erhebliche Verschlechterung
seines
Gesund
heitszustandes im mass
geblichen Zeitraum nach Erlass
der Verfügungen vom 26. April 2010 (Urk. 10/57, Urk. 10/63)
bis zum
Erlass der an
ge
fochtenen Verfügung vom 31. Oktober 2016 (Urk. 2)
nicht recht
sgenügend glaubhaft gemacht hat. Es ist folglich nicht zu beanstanden, dass die
Beschwerdegegnerin
mit der Verfügung vom 3
1.
Oktober 2016
auf die Neuanmeldung
des Beschwerdeführers nicht ein
ge
treten ist, weshalb
die Beschwerde abzuweisen
ist
.
7
.
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kan
to
na
len Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind
nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert
unter Berücksichti
gung des
gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr.
8
00.-- fest
zusetzen und
dem
unte
rliegenden Beschwerde
führer
aufzuerlegen.
Zufolge der Gewährung der
unentgeltlichen Prozessführung sind sie jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen.
8.
8.1
Zu prüfen bleibt das Gesuch des Beschwerdeführe
r
s
um Gewährung der unent
geltlichen Rechts
vertretung.
8.2
Nach
§
34
Abs.
3 GSVGer bemisst sich die Höhe der gerichtlich festzusetzenden Entschädigung nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Pro
zesses und dem Mass des Obsiegens, jedoch ohne Rücksicht auf den Streitwert. Gemäss
§
8 in Verbindung mit
§
7
Abs.
1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) wird - auch im Rahmen der unentgeltlichen Rechtsvertretung - namentlich für unnötigen Aufwand kein Ersatz gewährt.
8.3
Für den Beschwerdeführer, welcher von seiner Wohngemeinde wirtschaftliche Hilfe bezieht (
Urk.
3/40-41), sind die Voraussetzungen zur Bestellung einer unent
geltlichen Rechtsvertretung gemäss
§
16
Abs.
2 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) vorliegend erfüllt, weshalb ihm Rechtsan
walt
Dr.
Pierre Heusser, Zürich, als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren zu bestellen ist. Der
Beschwerdeführer
verfügt bei seiner Rechtsschutzversicherung indes noch über ein
e
Restdeckung im Betrag von
Fr.
776.20
(Urk.
8/1-2)
, weshalb ein Betrag in diesem Umfang von der Ent
schädigung der unentgeltlichen
Rechtsvertretung in Abzug zu bringen ist.
8.4
Ausgangsgemäss
ist der
unentgeltliche
Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt
Dr.
Pierre Heusser, Zürich
, bei einem gerichtsüblichen Stunden
-
ansatz von Fr. 220.-- (zuzüglich
Mehrwertsteuer)
,
abzüglich
der Restdeckung der Rechtsschutzversicherung im Betrag von
Fr.
776.20
,
nach Einsicht in die Honorarnote vom
8.
Februar 2017 (Urk. 14)
mit Fr.
1‘
055
.--
(inklusive Baraus
-
lagen und Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.