Decision ID: a1cf8812-57bd-44d6-9386-704636094d02
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1959 geborene und zuletzt als Sicherheitsangestellter erwerbstätig gewesene
X._
meldete
sich
am 4. Dezember 2012
unter Hinweis auf ein p
sychisches Leiden
bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, zum Leistungsbezug an
(Urk. 10/5)
.
In der Folge erteilte die IV-Stelle Kostengutsprache
zunächst
für ein
Belastbarkeitstraining
bei der
Y._
(
Urk. 10/24
), dann für ein
verlängertes Aufbautraining
bei der gleichen Institu
tion
(
Urk. 10/36, Urk. 10/46
)
und schliesslich
für ein Arbeitstraining in einem Altersheim
im Rahmen einer Umschulung als Mitarbeiter im technischen Dienst
(Urk. 10/52).
Am
5. August 2014
schloss die IV-Stelle die beruflichen Mass
nahmen ab
(Urk. 10/60)
.
Nach Einholung von aktuellen Auskünfte
n
der behan
delnden Ärzte führte sie das
Vorbescheidverfahren
durch
(Urk. 10/71 ff.)
und verneinte m
it Verfügung vom 2. Februar 2015 den Anspruch des Versicherten auf eine Invalidenrente (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 5. März 2015 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren um Zusprechung einer ganzen Rente, eventualiter um
Anord
nung
eines unabhängigen psychiatrischen Gerichtsgutachten
s
. Daneben ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
(Urk. 1 S. 2). Mit Beschwerdeantwort vom 4. Juni 2015 schloss die Verwaltung auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 9), worüber der Beschwerdeführer mit der ihm die unent
geltliche Prozessführung gewährende
n
Verfügung vom 7. Juli 2015 orientiert wurde (Urk. 12).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des
Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.
3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage,
welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.
4
Versicherungsträger und Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfüg
baren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines
Arztbe
richtes
ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grund
sätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut
achten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin verneint den Rentenanspruch des Beschwerdeführe
rs mit der Begründung, dass bei
diesem
eine gesundheitliche
Situation bestehe, welche keine längere Zeit dauernde und regelmässige Einschränkung in der Erwerbsfähigkeit begründe. Es bestehe eine psychosoziale Belastungssituation mit finanziellen Schwierigkeiten und motivationalen Problemen, die im Zusammenhang
mit
der bestehenden Erwerbslosigkeit zu setzen seien. Die Diagnose einer
schizotypen
Störung sei nicht nachvollziehbar. Falls dennoch eine jahrelange Persönlichkeitsstörung vorgelegen habe, so habe sie die Arbeitsfähigkeit in den letzten 20 Jahren nicht tangiert.
Für eine neu eingetre
tene, darauf beruhende Arbeitsunfähigkeit müsse eine Verschlechterung der Persönlichkeitsstörung nachgewiesen werden, was medizinisch-theoretisch nicht möglich sei, da die Störungen mehr oder weniger dauerhaft in gleicher Intensi
tät seit frühen Jahren vorlägen. Weiter bringt die Beschwerdegegnerin vor, dass der Versicherte vorübergehend
als Folge der Kündigung
im Rahmen einer Anpassungsstörung mit depressiven Symptomen arbeitsunfähig gewesen sei, bleibe nach wie vor plausibel. Letztere hätten sich, soweit aktenkundig, aber
verbessert und eine weitere Arbeitsunfähigkeit sei nicht mehr plausibel
(Urk. 2 S. 2
f.
).
2.2
Demgegenüber stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, dass er an einer
schizotypen
Störung leide. Diese Diagnose sei nach einer diagnostischen Beurteilung im Längsschnitt über zwei Jahre Behandlung gestellt worden, was für deren
Zuverlässigkeit spreche. Es sei durchaus möglich, dass die Erkrankung seit Jahren bestehe und die heute ausgeprägten Symptome in einer geringeren Ausprägung vorgelegen hätten (Urk. 1 S. 4 f.). Das Fehlen einer Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt werde auch durch das Ergebnis der beruflichen Eingliederungsbemühungen bestätigt.
Zurzeit
sei lediglich eine Arbeit im geschützten Rahmen möglich mit dem Ziel, eine geregelte Tagesstruktur und eine leichte Verbesserung der krankheitsbedingten Symptomatik zu erreichen (Urk. 1 S. 6 f.).
3.
3.1
Den Akten lässt sich entnehmen, dass der Beschwerdeführer, gelernter
Bau
zeich
ner
, vom 1. September
2001
bis zum letzten Arbeitstag am 26. Juni 2012 für die
Z._
als Sicherheitsangestellter erwerbstätig war
.
Das Arbeits
verhältnis wurde von der Arbeitgeberin
per
31. März 2013 aufgelöst (
Arbeit
geber
fragebogen
vom 12. Februar 2013, Urk. 10/21).
3.2
Seit dem 11. Juli 2012 ist der Beschwerdeführer in der
A._
in ambulanter Behandlung. Anfänglich stellten die behandelnden Klinikärzte die Diagnose einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21
). Der Beschwerdeführer empfinde
seine
hohe Verschuldung als stark belastend. Ausserdem falle es ihm schwer, sich gegenüber anderen Personen durchzusetzen beziehungsweise seine Meinungen in adäquater Weise zu vertreten. So sei er in der Vergangenheit wiederholt übervorteilt worden. Aktuell habe er das Gefühl, bei der Arbeit gemobbt zu werden. Diesbezüglich reagiere er resignativ, hoffnungslos und teilweise sarkas
tisch
. Für die ausgeübte Tätigkeit als Sicherheitsangestellter attestierten die berichtenden Ärzte folgende Arbeitsunfähigkeiten: 100 % vom 11. Juli bi
s
4. September 2012, 50 % vom
5.
bis 30. September
2012
, 100 % ab 1. Oktober 201
2.
Prognostisch gingen sie von einer 4- bis 6-monatigen Behandlungsdauer bis zur Remission
aus
(Bericht vom 16. Oktober 2012 an den Krankentaggeld
versicherer, Urk. 10/17/2-5
).
3.3
Vom 8. April bis zum 28. Juni 2013 fand das Belastbarkeitstraining bei der
Y._
statt
. Laut Bericht der Institution vom 28. Juni 2013 (Urk. 10/40) erreichte der Beschwerdeführer die angestrebte Präsenzzeit von vier Stunden täglich. Er
sei fähig und bereit gewesen,
sich zu reflektieren und zu hinterfra
gen. Es habe ihm aber zeitweise
noch Mühe
bereitet
, über sein Befinden und seine Wünsche Auskunft zu geben. Rückmeldungen und Anregungen
habe
er konstruktiv entgegen
genommen
.
Er habe
rasch Kontakt zu anderen Mandanten auf
genommen, sich
für ihre Lebenssituationen, ihr Befinden und ihre Entwick
lung
interessiert
und sich anderen gegenüber hilfsbereit
gezeigt
.
Er verfüge
über gute kognitive Kompetenzen. Bei der Arbeit
sei
eine noch verlangsamte Verar
beitung von Informationen und Umsetzung von Arbeitsanweisungen zu beobachten
gewesen
. Hier
bedürfe
es eines weiteren Aufbaus der
Konzentra
tions
- und mentalen Leistungsfähigkeit.
Der Beschwerdeführer
habe
genau
gearbeitet
und seine Arbeits- und Entwick
l
ungsschr
i
tte
dokumentiert
. Hier
gelte
es, die Produktivität weiter zu erhöhen und das Zeitmanagement zu verbessern.
Schliesslich sei der Beschwerdeführer
bereit
gewesen
, Anstrengungen auf sich zu nehmen und
habe
sich
bemüht
, das Training erfolgreich zu absolvieren.
3.4
Im Bericht vom 26. Juli 2013 (Urk. 10/42) stellten die behandelnden Ärzte
der
A._
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
(S. 2)
:
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
V.a.
schizotype
Störung (ICD-10 F21), ED 2013
-
Probleme in Verbindung mit Wohnbedingungen und ökonomischen Verhältnissen (Verschuldung und
Messie
-Syndrom; ICD-10 Z59)
-
aktenanamnestisch intermittierende belastungsabhängige Polyarthralgien
-
aktenanamnestisch chronisch rezidivierendes
Lumbovertebralsyndrom
-
aktenanamnestisch Vitamin-D Mangel, substituiert
-
Hypothyreose, substituiert (ICD-10 E05.9)
Folgenden weiteren
Diagnosen
massen sie keine
Auswirkung auf die Arbeitsfä
higkeit
bei
(S. 2)
:
-
Anamnestisch
St.n
.
Chlamydieninfektion
, 2009
-
Anamnestisch
St.n
.
Condylomata
acuminata
, 2009
Weiter führten sie aus, die Untersuchungsergebnisse der neuropsychologischen Testung hätten leichte bis mittelgradige Beeinträchtigungen in Teilbereichen der Exekutivfunktionen gezeigt. Diese hätten sich in verlangsamtem Ein- und Umstellen auf eine neue Aufgabe respektive einem erschwerten Wechseln zwi
schen verschiedenen Aufgaben sowie der Umständlichkeit bei der Überwachung und Kontrolle einer zielgerichteten Handlung geäussert. In der Zusammenschau der erhobenen Befunde, der Vorgeschichte und des klinischen Verlaufes der letzten Monate gingen sie am ehesten von einer
schizotypen
Persönlichkeits
störung
aus. Aufgrund der initial bekla
gten depressiven Symptome
hätten sie eine medikamentöse Therapie etabliert, worunter sich eine zunehmende Stimmungsaufhellung gezeigt habe
(S. 3).
Zum psychopathologischen Befund gaben sie
sodann
leichte Auffassungsstö
rungen (
Konkretismus
) an. Der Beschwerdeführer sei formalgedanklich umständlich, weitschweifig und teilweise danebenredend. Es bestünden teilweise lange
Antwortlatenzen
. Im Kontaktverhalten habe sich der Beschwerdeführer freundlich gezeigt. Der affektive Rapport sei streckenweise gut herstellbar gewesen mit
teilweise auffälligem
parathymem
Verhalten
(S. 4)
.
Sodann führte
n
die berichtenden Klinikärzte aus, g
emäss ICD-10 handle es sich bei der
schizotypen
Persönlichkeitsstörung um eine Störung mit exzentrischem Verhalten und Anomalien des Denkens und der Stimmung, die schizophren wirkten, obwohl nie eindeutige und charakteristische schizophrene Symptome aufgetreten seien. Es kämen vor: ein kalter Affekt,
Anhedonie
und seltsames und exzentrisches Verhalten, Tendenz zu sozialem Rückzug, paranoische oder bizarre Ideen, die aber nicht bis z
u
eigentlichen Wahnvorstellungen gingen, zwanghaftes Grübeln, Denk- und Wahrnehmungsstörungen, gelegentlich vorübergehende, quasipsychotische Episoden mit intensiven Illusionen, akusti
schen oder anderen Halluzinationen und wahnähnlichen Ideen, meist ohne äussere Veranlassung. Es lasse sich kein klarer Beginn feststellen.
Entwicklung und Verlauf entsprächen gewöhnlic
h einer Persönlichkeitsstörung (S. 4).
Bei dem Beschwerdeführer sähen die berichtenden Ärzte diese Kriterien grössten
teils
als
erfüllt
an
. Des Weiteren bestünden
Defizite in der sozialen Interaktion, anhaltende formalgedankliche Schwierigkeiten in Form von
Dane
benreden
, Sprunghaftigkeit sowie
erhebliche Defizite, seine persönlichen und administrativen Angelegenheiten für sich und seine Tochter zu überblicken, so dass 2012 eine freiwillige Beistandschaft errichtet worden sei (
S. 4;
vgl
. ferner
Beschluss der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde
B._
vom 14. Februar 2013
, Urk. 10/23
)
.
Zu den Einschränkungen bei der Ausübung der bisherigen Tätigkeit nannten die Klinikärzte
Defizite in der sozialen Interaktion
, die anhaltenden
formalgedankli
chen
Schwierigkeiten in Form von Danebenreden, Sprunghaftigkeit und langen
Antwortlatenzen
, die deutlichen Auffälligkeiten der Auffassung (
Konkretismus
), der nur streckenweise herstellbare affektive Rapport, sowie das teilweise
parathyme
Wirken im Gespräch.
Allerdings bestünden keine Anhaltspunkte für produktiv psychotisches Erleben.
Diese Einschränkungen seien mit einer Tätig
keit auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht vereinbar
(S. 5)
.
Schliesslich gaben
sie
an, während das Konzentrationsvermögen nicht einge
schränkt sei, bestehe eine leichte Einschränkung des Auffassungsvermögens. Leicht bis mittelgradig eingeschränkt seien die Anpassungsfähigkeit und die Belastbarkeit (S. 8).
3.5
Am Ende des vom 29. Juni 2013 bis 31. Januar 2014 dauernden Aufbau
training
s
wurden laut Bericht der
Y._
vom 13. Februar 2014 (Urk. 10/55) eine Präsenzzeit von sechs Stunden pro Tag und eine Arbeitsfähig
keit von etwa 50 % erreicht.
Die Energie des Beschwerdeführers habe zuge
nommen und er habe zunehmend präsen
ter und aufgeschlossener
gewirkt
. Die weitere Stundensteigerung bis total
sechs Stunden pro
Tag
habe der Beschwer
deführer
gut bewältigen
können
. Zeitweise
habe
er die Startzeit am Morgen nicht einhalten
können
und sich
verspätet
, u.a. aufgrund der Betreuung der Tochter an einzelnen Wochentagen. So
sei
die Startzeit entsprechend angepasst
worden, um konstante Ar
beitszeiten gewährleisten zu können
. Am 3. Februar 2014 habe der Beschwerdeführer
ein sechsmonatiges Arbeitstraining an einer
Stell
e als Mitarbeiter Hauswartung in einem
Alterszentrum mit einem
Start
pensum
von 50
% und Steigerungsmöglichkeit
antreten können.
3.6
Laut Abschlussbericht vom 29. Juli 2014 der für das bis Ende Juli dauernde Arbeitstraining verantwortlichen Durchführungsstelle
C._
(Urk. 10/58),
hat
sich der Beschwerdeführer gut ins Team eingelebt.
Nach einer
Einarbeitungszeit habe er
die jeden Tag wiederkehrende
A
bfall
tour selbständig und in einer befriedigenden Zeit
erledigt
. Neue Arbeitsinhalte zu erfassen und umzusetzen
sei
für
ihn
eine Herausforderung be
züglich Kon
zentrationsfähigkeit u
nd Ausdauer
gewesen
. Er
habe
die ihm übertragenen Auf
gaben bereitwillig
erledigt
, jedoch
sei
seine Leistungsfähigkeit bezüglich seines Arbeits
t
empos und zum Teil auch seiner Arbeitsqualität noch nicht auf dem Niveau des ersten Arbeitsmarktes.
Der Beschwerdeführer habe
zum Teil leicht abwesend
gewirkt
und er
sei
manchmal
durch
situ
a
tionsunangemessene Bemer
kungen im Team auf
gefallen
. Überlegungen
hinsichtlich einer
beruflichen Per
spektive
seien für ihn
im Moment eine Überforderung
.
Er
habe
auch wiederholt über Schmerzen in den Fingern (bei
Büroarbeiten)
oder in den Gelenken und Knien
geklagt
. Eine Steigerung des Pensums auf 60
%
sei
möglich
gewesen
. Gegen Ende des Arbeitstrainings
sei der Beschwerdeführer
am Morgen vielfach zu spät
gekommen
und
habe
über Schlafprobleme
geklagt
.
Momentan sei er
mit der Suche nach einer Arbeit und deren Erhalt im ersten Arbeitsmarkt überfor
dert.
Es wäre
für
ihn
förderlich, wenn er einer Arbeit im zweiten Arbeitsmarkt nachgehen kö
nnte, damit er die Tagesstrukturen
nicht ver
liere
und die
lebens
praktisch
en
Fertigkeiten beibehalte und weiter einübe.
3.
7
Laut
Verlaufsbericht
der
A._
vom 18. August 2014 (Urk. 10/63)
erhärtete sich die Verdachtsdiagnose auf eine
schizotype
Störung (ICD-10 F21). Im Übrigen führten die behandelnden Ärzte aus, der Gesundheitszustand des Beschwerde
führers sei unverändert. Prognostisch gingen sie von dauerhaften Einschrän
kungen aus, die mit einer Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht
vereinbar seien, weshalb sie eine angepasste Tätigkeit im geschützten Bereich empfählen.
3.
8
M
ed.
pract
.
D._
, Facharzt für Neurologie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst der IV-Stelle
(RAD)
nahm am
8. Oktober 2014
zur medizinischen Aktenlage Stellung
(Urk. 10/70 S. 5)
. Dazu führte er aus, die Arbeitsunfähigkeit
wegen einer Persönlichkeitsstörung
sei
in Anbetracht der
langjährigen Berufstätigkeit
nicht nachvollziehbar.
Der Versicherte arbeite seit dem 20.
Lebensjahr
durchge
hend.
Falls eine Persönlichkeitsstörung seit 35 Jahren bestehe, so habe sie zumindest die Arbeitsfähigkeit nicht tangiert. Persönlichkeitsstörungen bestün
den in der Regel seit der Kindheit/Jugend und führten immer wieder zu Proble
men, was hier nicht erkennbar werde. Eine elfjährige Beschäftigung im Sicher
heitsdienst wäre mit einer relevanten Persönlichkeitsstörung kaum vorstellbar gewesen. Unabhängig davon sei eine Anpassungsstörung in Folge der Kündi
gung mit Entwicklung einer psychischen Krisensituation nachvollziehbar. Die depressiven Symptome hätten sich offenbar verbessert.
Eine depressive Störung werde im Arztbericht der
A._
bereits nicht mehr genannt.
Es persistierten sozi
ale Probleme
(Verschuldung)
, die zu einem motivationalen Problem beziehungs
weise eine
r
dadurch bedingte
n
Verhaltensveränderung führten. Der
Zwischen
bericht der
Y._
vom 10. Juni 2013 (Urk. 10/34)
zeige, dass der Beschwerdeführer sein Verhalten auch anpassen könne.
3.
9
In der ärztlichen
Stellungnahme
vom 15. Dezember 2014 (Urk. 10/78)
führten die behand
e
l
nden Ärzte
der
A._
auf Fragen der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers
aus, nach initial erfolgter diagnostischer Abklärung mittels
cMRI
, ausführlich
en
Laborkontrollen sowie zweimaliger neuropsychologischer Testung, seien sie vom Verdacht auf eine
schizotype
Störung
(nach ICD-10 F21)
ausgegangen. Die definitive Diagnose hätten sie nach diagnostischer Beurtei
lung im Längsschnitt über zwei Jahre entsprechend d
er diagnostischen Leitli
nien der
ICD-10 geste
llt. Diese Einschätzung basiere auf ihren
regelmässigen klinischen Verlauf
s
beurteilungen im Rahmen der ambulanten psychiatrischen Behandlung.
Gemäss den ICD-10
Kriterien gebe es kein beherrschendes oder typisches Merkmal der Erkrankung; jedes der folgenden könne vorhanden sein: 1. I
nadäquater oder eingeschränkter Affekt
(der Patient erscheine kalt und unnahbar)
;
2.
S
eltsames, exzentrisches oder eigentümliches Verhalten und Erscheinung
;
3.
W
e
nig soziale Bezüge und Tendenz
zu sozialem Rückzug
;
4. Seltsame Glaubensinhalte und magisches Denken, die das Verhalten beein
flussen und im Widerspruch zu (
sub
)kulturellen Normen stehen;
5.
Misstrauen oder paranoide Ideen
;
6. Zwanghaftes Grübeln ohne inneren Widerstand, oft mit
dysmorphophoben
, sexuellen oder aggressiven Inhalten; 7. Ungewöhnliche Wahrnehmungserlebnisse mit Körpergefühlstörungen oder anderen Illusionen,
Depersonalisations- oder
Derealisationserleben
;
8.
Denken und Sprache vage, umständlich, metaphorisch, gekünstelt, stereotyp oder anders seltsam,
ohne ausgeprägte Zerfahrenheit
; 9. Gelegentlich vorübergehend
e quasipsychotische Episoden mi
t
intensiven Illusionen, akustischen oder anderen Halluzinationen und wahnähnlichen Ideen; diese Episoden träten in allgemeinen ohne äussere Veranlassung auf
.
Die Störung zeige einen chronischen Verlauf mit unter
schiedlicher Intensität. Um die Diagnose
schizotype
Störung stellen zu dürfen, sollten drei oder vier der oben aufgelisteten typischen Merkmale mindestens zwei Jahre lang ständig oder episodisch vorhanden gewesen sein. Der Beschwerdeführer erfülle die Merkmale 1, 2, 3, 5, und
8.
Untermauert werde die Diagnose des Weiteren durch die erfolgte berufliche
Wiedereingliederungsmass
nahme
der Invalidenversicherung von 2013-2014
, wo sich die
krankheitsbe
dingten
Einschränkungen und Defizite deutlich abgebildet hätten. Die Diagnose einer Anpassungsstörung sei nicht mehr aktuell.
Weiter führten die Ärzte unter anderem aus, d
ie Kriterien dafür seien zu Beginn der diagnostischen Beurteilung des Beschwerdeführers erfüllt gewesen (S. 1
und 2
).
Beim Beschwerdeführer bestehe keine Persönlichkeitsstörung nach ICD-10 F60
69, sondern eine
schizotype
Störung nach ICD-10 F21, welche zu den Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis
zähle
. Es sei durchaus m
ög
lich, dass
die Erkrankung des Beschwerdeführers seit Jahren bestehe
und
die
obgenannten
Einschränkungen geringer ausgeprägt
gewesen seien als zum heutigen Zeitpunkt. Auch sei es denkbar, dass der Verlust des Arbeitsplatzes und die Scheidung einen zusätzlich verstärkenden Einfluss auf die
k
rankheits
bedingten
Einschränkungen und Defizite des Beschwerdeführers gehabt hätten. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Sicherheitsangestellter im Nachtdienst könne durchaus zum damaligen Zeitpunkt mit der Grunderkrankung vereinbar gewe
sen sein, da die Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion sowie die kognitiven Defizite im Rahmen dieser
Tätigkeit weniger zum T
ragen kämen
. Die Sympto
matik sei klar der zugrundeliegenden
schizotypen
Störung zuzuordnen und lasse sich nicht durch
„soziale Probleme“
hinreichend erklären
.
Aufgrund des aktuellen Schweregrades der oben beschriebenen Beschwerden und Symptome der
schizotypen
Störung sei der Beschwerdeführer gegenwärtig in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig
(S. 2 und 3)
. Trotz der krankheitsbedingten Ei
nschränkungen und Defizite empfa
hlen die berich
tenden Ärzte
,
eine störungsangepasste Tätigkeit im geschützten Bereich zu erw
ägen. Dadurch erhofften sie sich
, neben der Schaffung einer geregelten Tages
struktur, eine zumindest leichte Verbesserung der Symptomatik zu erzielen. Prognostisch
gingen
sie jedoch eher von
eine
n
ungünstigen Verlauf aus und rechne
te
n mit
bleibenden Einschränkungen, die sich kaum psychothe
rapeutisch oder pharmakologisch modulieren liessen (S. 3).
3.
10
Am
19. Januar 2015 (Urk.
10/80 S. 3 f.)
nahm
der RAD-Arzt Dr.
D._
dazu Stellung und führte
aus,
Im Bericht der
A._
vom 26.
Juli 2013 heisse
es, dass keine inhaltlichen Denkstörungen vorl
ägen
. Im
F
ormalgedanklichen
bestünden
allenfalls lange
Antwortlatenzen
und Danebenreden ohne nähere Konkre
tisierung. Die schizophren anmutenden Anomalien des Denkens w
ürden nicht sicher erkennbar.
Auch würden
weder kalter Affekt,
Anhedonie
, seltsames und exzentrisches Ver
halten, paranoische oder bizarre Ideen, die aber nicht bis zu eigentlichen Wahn
vorstellungen
gingen
, zwanghaftes Grübeln, Denk- und
Wahrnehmungsstörun
gen
, gelegentlich vorübergehende, quasipsychotische Episoden mit intensiven Illusionen, akustischen oder anderen Halluzinationen und wahnähnlichen Ideen genannt. Sinnestäuschungen und inhaltliche Denkstörungen (Wahn)
würden
explizit verneint. Ein kalter Affekt
sei
unwahrscheinlich, da wie im
Bericht
angegeben „ein affektiver Rapport herstellbar war und die Stimmung
euthym
war". Erkennbar
werde
lediglich eine Tendenz zu sozialem Rückzug, der erstens auch bei anderen psychischen Störungen auftreten
könne
und zweitens per se kein eindeutiges Z
eichen einer Krankheit darstelle
. Es g
ebe
auch gesunde Men
schen, die sozial zurückgezogen leb
t
en. Zudem
sei
der soziale Rückzug nicht plausibel, da
der Versicherte
„rasch Kontakt zu anderen Menschen" auf
ge
nommen habe
(siehe
Y._-B
ericht
vom
12.
Juni 20
13 S
.
1, 3.1). Menschen mit einer
schizotypen
Störung h
ätt
en in der Regel deutliche Schwierigkeiten im sozialen Kontakt. Das
sei
hier erkennbar nicht der Fall
gewesen.
Das
Kriterium
einer Persönlichkeitsstörung werde
nicht erfüllt. Wie bereits
vor
gängig erläutert (siehe RAD-
Stellungnahme vom 8.
Oktober
2014),
habe der Versicherte seit dem 20.
Lebensjahr durchgehend
gearbeitet
. Psychische Krisen
seien
nach beruflichen Schwierigkeiten auf
getreten und wü
rden sonst nicht erkennbar. Wie bereits genannt
,
wäre eine 11-jährige Tätigkeit im Sicherheits
dienst bei Vorliegen vo
n Wahnvorstellungen, zwanghaftem
Grübeln, Denk- und Wahrnehmungsstörungen sowie vorübergehenden, quasipsychotischen Episoden mit intensiven Illusionen, akustischen oder anderen Halluzinationen (Kriterien der
schizotypen
Störung siehe
oben) kaum vorstellbar gewesen.
Die Diagnose einer
schizotypen
Störung
sei
nicht nachvollziehbar und zudem zunächst als reine Verdachtsdiagnose gestellt
worden
. Die Diagnose
werde
auch nicht durch die spätere Benennung der Diagnose ohne „V.a." im
Bericht
der
A._
vom 18.
August
2014 wahrscheinlicher. Die formalgedanklichen
Probleme und die
Parathymie
rechtfertig
t
en die Diagnose einer
sch
izotypen
Störung alleine nicht.
Falls dennoch eine jahrelange (wie dies nach den Kriterien gefordert
werde
)
Per
sönlichkeitsstörung
vorgelegen habe
, so ha
be
sie die Arbeitsfähigkeit in den letzten 20 Jahren nicht tangiert. Für eine neu eingetretene darauf beruhende Arbeitsunfähigkeit müsste eine
Verschlechterung der Persönl
ichkeitsstörung nachgewiesen werden, was medizin
isch
-theoretisch nicht möglich
sei
, da die Störungen mehr oder weniger dauerhaft in gleicher Intensität seit frühen Jahren vorl
ä
gen. Möglich wäre allenfalls eine Persönlichkeitsänderung
z
.B. nach Extrembela
stung, die aber nicht genannt we
rd
e.
Dass
der Versicherte
in Folge der Kündigung eine psychi
sche Krisensituation entwickelt
habe
und vorübergehend im Rahmen einer Anpassungsstörung mit depressiven Symptomen arbeitsunfähig
gewesen sei, bleibe
nach wie vor plausi
b
el. Die depressiven Symptome hätt
en sich soweit aktenkundig aber verbessert und eine weitere Arbeitsunfähigkeit
sei
nicht mehr plausibel. Wie bereits genannt
, zeige dies auch der
Y._-B
ericht.
Es f
ä
nden sich darüber hinaus im
Y._-B
ericht auch keine Hinweise für eine
schizotype
Störung oder andere psychische Probleme. Gegenteilig
habe der Versicherte
„rasch Kontakt zu anderen Menschen" auf
genommen
. Er
habe
gute kognitive Kompetenzen
gezeigt
. Formalgedankliche Störungen hätten hier deutlich auffallen müssen. Gegenteilig
könne er
sogar über sein Verhalten gut reflektieren. Eine
schizotype
Störung
sei
selbst bei nicht-medizinischer Beurtei
lung als überwiegend unwahrscheinlich anzusehen und
sei
kongruent
(richtig wohl: inkongruent)
zur Leistungs
fähigkeit der letzten 20 Jahre.
3.
1
1
Den Ausführungen von Dr.
D._
entgegneten die Ärzte der
A._
in ihrer
Stellungnahme vom 25. Februar 2015 (Urk. 3/4)
im Wesentlichen
, dass mindes
tens drei der Kriterien einer
schizotypen
Störung gemäss ICD-10 vorhanden seien: inadäquater Affekt, seltsames und eigentümliches Verhalten sowie vages und umständliches Denken.
Zwar lasse sich kein eindeutiger
Beginn der Störung erkennen, jedoch lägen Hinweise auf bereits in der Adoleszenz bestandene Symptome vor. Der Beschwerdeführer habe zwar über zehn Jahre im Sicher
heitsdienst arbeiten können, jedoch wiederholt Reklamationen von Kunden bekommen, was schliesslich zu einer Kündigung geführt habe. Damit könne die berufliche Situation nicht als alleiniger Auslöser der Beschwerden gewertet werden. Am ehesten handle es sich um eine
Exacerbation
der vorhandenen Symptome bei Verlust der Arbeitsstelle, welche ein
en wichtigen
stabilisierenden
Faktor dargestellt habe.
Eine
Anpassungsstörung mit depressiver Symptomatik
(mögliche Differenzialdiagnose gemäss RAD)
er
kläre
nicht die psychopatholo
gischen Auffälligkeiten
, welche im Rahmen der mehrjährigen ambulanten Behandlung konsistent aufgefallen seien.
Die depressiven Symptome hätten sich verbessert, dennoch
bestehe
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit aufgrund einer
schizotypen
Störung.
Die Diagnose einer
schizotypen
Störung werde des Wei
teren durch die erfolgten beruflichen Wiedereingliederungsmassnahmen
der Invalidenversicherung von 2013 und 2014
untermauert, wo sich die
krankheits
bedingte
n
Einschränkungen und Defizite
des Patienten deutlich
abgebildet hätten.
3.
1
2
Am 1. Juni 2015 nahm der RAD-Arzt med.
pract
.
E._
, Facharzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie,
im Rahmen der Vernehmlassung der
Beschwerde
gegnerin
zur Aktenlage Stellung
(Urk. 11).
Er legte detailliert dar, wieso sich seiner Meinung nach f
ür die von den Ärzten der
A._
als erfüllt genannten Kri
terien
nach ICD-10
[siehe oben E. 3.9]
keine eindeutigen Belege/Befunde
fän
den
. Ausserdem
fand er, dass
die behandelnden Ärzte
die psychosozialen Belastungsfaktoren zwar erwähnt, aber deren
Einflüsse nicht erörtert
hätten. Weiter führte er aus, d
ie Berichte der
Y._
und
von
C._
,
erhell
t
en
die reale Lage
.
Die
Y._
berichte
am 13.
Februar 20
14
[
Urk. 10/55; E. 3.5
]
über einer verlangsamte Verarbeitung und Arbeitsweise, aber auch über seine Zuverlässigkeit und genaue Arbeitsweise und die hohen Ansprüche, die sich in
Ü
berorganisation auswirkten.
Der Beschwerdeführer habe
viel und zu rasch Hilfestellungen an andere an
geboten
. Hier zeig
t
en sich soziale Schwierigkeiten, aber auch ein deutlicher Beleg, dass das ICD-
10-
Kriterium („kalt und unnahbar") sicher nicht erfüllt
sei
.
Ebenso berichte
die
Y._
am 10.
Juni 20
13
(
Urk. 10/34)
, der Beschwerdeführer habe
rasch Kontakt zu ande
ren Mandanten auf
genommen, sich
für ihre Lebenssituation, ihr Befinden und ihre Entwicklung
interessiert
und sich anderen gegenüber hilfsbereit
gezeigt.
Auch hier zeig
t
en sich soziale Defizite,
[nicht]
aber die Kriterien einer
schizoty
pen
Störung. Die
C._
,
berichte
am 29.
Juli 20
14
[Urk.
10/58; E. 3.6
]
, der Beschwerdeführer
habe
sich
,
a
nfänglich sehr zurückhaltend
,
doch gut ins Team ein
gelebt
. Trotzdem
sei er
manchmal durch
situationsunange
messene
Bemerkungen im Team auf
gefallen
. Auch
hier erfülle
der Beschwerde
führer
nicht das ICD-
10-Kriterium. Der Lebenslauf zeige
ein jahrelanges gutes Funktionsniveau, häufige Aus- und Weiterbildungen, und ein
e
jahrelange Berufs
tätigkeit als Sicherheitsangestellter von 2001 bis 201
2.
Das
Standortge
spräch
am 16.
Januar
2013
[Urk. 10/11]
erwähne
ein administratives Chaos, aber kein
Messie
-Syndrom
:
„
Anfänglich
schwierige
Situation, da der Versicherte kaum zugänglich
war
und kein Wort
sprach
. Es
konnte
nun jedoch ein gutes Verhältnis aufgebaut werden
“
. Auch diese Schilderung
spreche
gegen eine
schizotype
Störu
ng.
aus psychiatrischer Sicht sei daher den Anmer
kungen des Neurologen
D._
zuzustimmen.
4.
4.1
Im Vordergrund steht somit die Streitfrage, ob beim Beschwerdeführer über
haupt ein versicherungsrechtlich relevanter Gesundhe
itsschaden
(eine
schizo
type
Störung; ICD-10 F21) vorliegt oder nicht. Je nach Beantwortung dieser streitentscheidenden Frage attestieren die involvierten Fachärzte auch eine Arbeitsunfähigkeit oder verneinen eine solche.
Den oben wiedergegebenen Akten lassen sich
nun
zwar gewisse Hinweise, jedoch nicht genügend Angaben entnehmen, um die Zuverlässigkeit der von den behandelnden Ärzte der
A._
attestierten 100%igen Arbeitsunfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beziehungsweise den Schweregrad und die Kon
sistenz der funktionellen Auswirkungen der psychischen Problematik aus recht
licher Sicht beurteilen zu können.
Zwar
können dem Lebenslauf und dem Verhalten des Beschwerdeführers sei
t
der Dekompensation Ende Juni 2012 Hinweise auf
eine
mögliche
psychiatrische Pathologie
erblickt werden, die ihn trotz Aufbietung allen guten Willens an der Ausübung einer Erwerbstätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt hindert.
Zu
bemerken
ist
hier
insbesondere, dass
der
Beschwerdeführer
gemäss der Ein
schätzung der behandelnden Ärzte sowie der an der beruflichen Eingliederung beteiligten Durchführungsstellen
bei Abschluss der
über ein Jahr dauernden Massnahme trotz dessen motivierter Mitwirkung die Erwerbsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht wiederzuerlangen vermochte.
Weiter spricht das vorsichtige Vorgehen der behandelnden Ärzte bei der Diagnostizierung einer
schizotypen
Störung nach Auss
chluss weiter in Frage kommender
Diagnosen
eher
für die Zuverlässigkeit der in der
A._
vorgenommene
n
Beurteilung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers
(vgl. die Stellungnahmen vom 15. Dezember 2014 und 25. Februar 2015, Urk. 10/78 und Urk. 3/4; E. 3.9 und E. 3.11).
Jedoch lassen sich
weder
den Berichten der
A._
noch
denjenigen der
Y._
sowie der
C._
, schwerwiegende Befunde, beziehungsweise Auffälligkeiten
entnehmen
, welche
eine
schizotype
Störung (ICD-10 F21) und eine daraus resultierende
Arbeit
sunfähigkeit
für das Gericht
nachvollziehbar zu begründen vermögen. Mit Bezug auf die Zeit vor der Dekompensation Ende Juni 2012 sprechen sodann sowohl das
über
zehnjährige Arbeitsverhältnis mit der
Z._
als auch zwei mehrjährige Ehen (vgl. Scheidungsurteile vom 23. August 2001 und 5. Juli 2011, Urk. 10/1 und Urk. 10/4) gegen eine schwere psychische Symptomatik.
Weiter scheinen invaliditätsfremde Faktoren
, so z.B. die
Betreuung der Tochter
(oben
E. 3.5)
voran liegen
, welche sich negativ auf die zuverlässige Ausübung einer Erwerbstätigkeit auszuwirken scheinen.
Sodann fehlen Angaben zum genauen Inhalt der seit Juli 2012 in der
A._
durch
geführten Therapie und zur Kooperation des Beschwerdeführers. Unter diesen Umständen erlaubt das Ausbleiben eines durchschlagenden Erfolg
s
der bisherigen therapeutischen Massnahmen keine Rückschlüsse auf den
Schwere
grad
der psychischen Störung. Andererseits weist die kontinuierliche Inan
spruchnahme von therapeutischen Optionen durch den Beschwerdeführer auf einen tatsächlichen Leidensdruck hin.
Unter diesen Umständen vermag die Einschätzung einer 100%igen Arbeitsunfä
higkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht zu überzeugen.
4.
2
Demgegenüber
ist b
ei der Würdigung der Stellungnahmen
des Neurologen Dr.
D._
sowie des Psychiater
s
med.
pract
.
E._
zu berücksichtigen, dass
interne Berichte des RAD eine andere Funktion als medizinische Gutachten (Art. 44 ATSG) oder Untersuchungsberichte des RAD im Sinne von Art. 49 Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) haben. Zu deren Verfassung erheben die RAD-Ärzte nicht selber medizinische Befunde, sondern setzen sich mit den vorhandenen Unterlagen auseinander. Die Funktion dieser Berichte besteht darin, aus medizinischer Sicht
gewissermassen als Hilfe
stellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben
den medizini
schen Sachverhalt zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen sei (Bundesgerichtsurteil 9C_692/2014 vom 22. Januar 2015 E. 3.3 mit Hinweisen).
Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
ist mit jenem externer medizinischer Sachver
ständigengutachten vergleichbar, sofern sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (
BGE 134 V 231
E. 5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügt (
BGE 137 V 210
E. 1.2.1). Allerdings kann auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher Abklärungen
zu denen die RAD-Berichte gehören
nicht abgestellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit bestehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E. 4.2 mit Hinweisen auf
BGE 139 V 225
E. 5.2;
135 V 465
E. 4.4 und E. 4.7).
Im vorliegenden Fall lagen
den
Stellungnahmen der RAD-Ärzt
e
die medizini
schen Berichte der
A._
sowie die Berichterstattung über den Verlauf der Ein
gliederungsmassnahmen
vor
.
Weder wurde eine persönliche Untersuchung des Beschwerdeführers im RAD durchgeführt noch wurden fremdanamnestische Auskünfte
eingeholt. Die im Rahmen einer mehrjährigen psychiatrischen Behandlung beziehungsweise der einjährigen beruflichen Eingliederungsmass
nahmen festgestellten Symptome und Einschränkungen des Beschwerdeführers
sind allerdings grundsätzlich geeignet, gewisse Zweifel an der
Verneinung eines relevanten Gesundheitsschadens
zu wecken
. Unter diesen Umständen wäre
der
RAD
gehalten gewesen, zusätzliche
(externe) psychiatrische
Abklärungen zu empfehlen oder
den Beschwerdeführer
(zumindest)
persönlich zu untersuchen.
Die
zu abweichenden Schlussfolgerungen führenden
Stellungnahme
n beruhen
weder auf der Würdigung eines umfassend abgeklärten Sachverhaltes noch auf den Befunden einer persönlichen Untersuchung
des
Beschwerdeführe
rs
, weshalb
allein
darauf
ebenfalls
nicht abgestellt werden darf.
4.3
Aus dem Gesagten folgt, dass die vorliegenden medizinischen Akten keine hinrei
chende
beziehungsweise rechtsgenügende
Grundlage zur Klärung der streitentscheidenden medizinischen
Diagnose
beziehungsweise
der Frage nach
der
Arbeits
fähigkeit des Beschwerdeführers
darstellen. Die Sache erweist sich
demzufolge als nicht spruchreif und ist daher
unter Aufhebung der angefochte
nen Verfügung vom
2. Februar 2015
(Urk. 2) an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese die notwendigen Abklärungen
in Form eines psychiatrischen Gutachtens
veranlasse und her
nach über den Rentenanspruch des
Beschwerde
führers
neu verfüge.
5.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
800
.-- festzulegen und ausgangsgemäss von der Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).