Decision ID: 81d3ad27-87d1-41e7-9215-4152a86a0591
Year: 2018
Language: de
Court: CH_BSTG
Chamber: CH_BSTG_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: penal_law

Die Beschwerdekammer hält fest, dass:
- mit Eingabe vom 18. April 2018 A. bei der Bundesanwaltschaft Anzeige ge-
gen B. und Bundesrichter C. wegen Amtsmissbrauchs und Verstosses ge-
gen Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung (GAFI-
Empfehlungen) erstattete (Verfahrensakten BA, Ordner Lasche 1);
- A. zusammenfassend der Ansicht sei, dass indem B. die Sendung von A. an
das Obergericht Zürich nicht entgegengenommen und weitergeleitet habe,
und Bundesrichter C. im Zusammenhang mit dem über A. eröffneten Kon-
kurs kein Revisionsdossier eröffnet habe und A. im Beschwerdeverfahren
die unentgeltliche Rechtspflege nicht gewährt habe, sich B. und Bundesrich-
ter C. strafbar gemacht hätten;
- die Bundesanwaltschaft am 18. Juni 2018 die Nichtanhandnahme der Straf-
sache verfügte (act. 1.1);
- A. dagegen mit Beschwerde vom 27. Juni 2018 an die Beschwerdekammer
des Bundesstrafgerichts gelangt und sinngemäss die Aufhebung der Nicht-
anhandnahmeverfügung vom 16. April 2018 beantragt (act. 1);
- die Verfahrensakten der Bundesanwaltschaft mit Schreiben vom 3. Juli 2018
beigezogen wurden (act. 2);
- auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet wurde (Art. 390
Abs. 2 StPO e contrario).

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass:
- gegen Verfügungen und Verfahrenshandlungen der Bundesanwaltschaft bei
der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde erhoben wer-
den kann (Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG);
- die Bundesanwaltschaft mit Nichtanhandnahmeverfügung vom 18. Juni
2018 mangels hinreichenden Tatverdachts keine Strafuntersuchung eröff-
nete (act. 1.1);
- gemäss Art. 309 Abs. 1 lit. a StPO für die Eröffnung einer Untersuchung ein
hinreichender Tatverdacht verlangt wird, welcher sich aus den Informationen
und Berichten der Polizei, aus der Strafanzeige oder aus eigenen Feststel-
lungen der Staatsanwaltschaft ergeben kann;
- 3 -
- sich nach Art. 312 StGB strafbar macht, wer als Mitglied einer Behörde oder
als Beamter seine Amtsgewalt missbraucht, um sich oder einem andern
einen unrechtmässigen Vorteil zu verschaffen oder einem andern einen
Nachteil zuzufügen; Missbrauch der Amtsgewalt nur vorliegt, wenn der Täter
in der Absicht der Erlangung eines unrechtmässigen Vorteils oder Zufügung
eines widerrechtlichen Nachteils Machtbefugnisse, die ihm sein Amt verleiht,
unrechtmässig anwendet (ISENRING, in: Donatsch et al. [Hrsg.], Kommentar
StGB/JStG, 20. Aufl. 2018, Art. 312 StGB N. 6e);
- der Strafanzeige des Beschwerdeführers kein konkreter Sachverhalt ent-
nommen werden kann, der einen hinreichenden Tatverdacht begründen
könnte;
- das vom Beschwerdeführer in der Anzeige geschilderte Vorgehen von B.
zwar unter dem Gesichtspunkt von Art. 143 Abs. 1 ZPO problematisch ist,
vorliegend jedoch keine Hinweise ersichtlich sind, die darauf deuten würden,
dass B. in der Absicht der Zufügung eines widerrechtlichen Nachteils gehan-
delt hätte;
- sich die Einwendungen des Beschwerdeführers in Bezug auf Bundesrichter
C. gegen Urteile richten, die im Zusammenhang mit dem über den Be-
schwerdeführer eröffneten Konkurs ergangenen sind; ein für den Beschwer-
deführer ungünstiger richterlicher Entscheid in aller Regel keinen Amtsmiss-
brauch darstellt; vorliegend auch keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass
Bundesrichter C. seine Amtsgewalt missbraucht hätte;
- die Beschwerdegegnerin daher zu Recht keine Strafuntersuchung eröffnet
hat;
- die angefochtene Verfügung kurz, jedoch ausreichend begründet ist, sodass
deren Anfechtung ohne Weiteres möglich war; eine Verletzung der Begrün-
dungspflicht deshalb zu verneinen ist;
- sich die Beschwerde damit als offensichtlich unbegründet erweist, weshalb
sie abzuweisen ist;
- bei diesem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführer die Kosten zu
tragen hat (Art. 428 Abs. 1 StPO);
- die Gerichtsgebühr auf Fr. 300.-- festzusetzen ist (Art. 73 StBOG und Art. 5
und 8 Abs. 1 BStKR).
- 4 -