Decision ID: 60da9077-da0a-404f-9804-beb1e5ecd646
Year: 2022
Language: de
Court: AG_OG
Chamber: AG_OG_008
Canton: AG
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Das Obergericht entnimmt den Akten:
1.
1.1.
Mit Strafbefehl vom 14. Juni 2021 sprach die Staatsanwaltschaft Lenzburg-
Aarau den Beschuldigten der Verletzung der Verkehrsregeln durch
Überschreitung der signalisierten Höchstgeschwindigkeit innerorts gemäss
Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1 SVG schuldig und bestrafte ihn mit
einer Busse von Fr. 600.00, ersatzweise 6 Tage Freiheitsstrafe.
Dem Strafbefehl liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Der Beschuldigte
soll am 11. Februar 2021, um ca. 20.45 Uhr, auf der Bernstrasse West in
Suhr als Lenker des Lieferwagens Iveco, B, mit einer Geschwindigkeit von
77 km/h gefahren sein. Nach Abzug der Sicherheitsmarge von 5 km/h habe
er die dort signalisierte Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h um 22 km/h
überschritten.
1.2.
Die Präsidentin des Bezirksgerichts Aarau sprach den Beschuldigten auf
Einsprache hin mit Urteil vom 27. Oktober 2021 der Verletzung der
Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1 SVG
schuldig und bestrafte ihn dafür mit einer Busse von Fr. 600.00,
ersatzweise 6 Tage Freiheitsstrafe.
2.
2.1.
Mit bereits begründeter Berufungserklärung vom 21. Februar 2022
beantragte der Beschuldigte, er sei von Schuld und Strafe freizusprechen.
2.2.
Mit Verfügung vom 23. Februar 2021 wurde die Durchführung des
schriftlichen Verfahrens angeordnet.
2.3.
Am 14. März 2022 reichte der Beschuldigte seine abschliessende
Berufungsbegründung ein.
2.4.
Mit Berufungsantwort vom 18. März 2022 beantragte die Staatsanwalt-
schaft die Abweisung der Berufung.
- 3 -

Das Obergericht zieht in Erwägung:
1.
1.1.
Die Vorinstanz hat den Beschuldigten wegen Verletzung der
Verkehrsregeln durch Missachtung der signalisierten und zulässigen
Höchstgeschwindigkeit innerorts schuldig gesprochen. Der Beschuldigte
beantragt einen Freispruch.
1.2.
Nach Art. 90 Abs. 1 SVG macht sich wegen Verletzung der Verkehrsregeln
strafbar, wer Verkehrsregeln des Strassenverkehrsgesetzes oder der
Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt.
Art. 27 Abs. 1 SVG hält fest, dass u.a. Signale zu befolgen sind. Zu den
Signalen im Sinne von Art. 27 Abs. 1 SVG gehören auch die
Geschwindigkeitssignale gemäss Art. 22 SSV. Gemäss Art. 32 Abs. 2 SVG
beschränkt der Bundesrat die Geschwindigkeit der Motorfahrzeuge auf
allen Strassen. Entsprechend wird in Art. 4a Abs. 1 lit. a VRV festgehalten,
dass die allgemeine Höchstgeschwindigkeit in Ortschaften 50 km/h beträgt.
Der Tatbestand der Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 1
SVG kann vorsätzlich oder fahrlässig begangen werden (Art. 100 Ziff. 1
SVG). Vorsätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat für
möglich hält und in Kauf nimmt (sog. Eventualvorsatz, Art. 12 Abs. 2 StGB).
1.3.
Gegenstand des erstinstanzlichen Hauptverfahrens bildete ausschliesslich
die mit Busse bedrohte Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90
Abs. 1 SVG und somit eine Übertretung (Art. 103 StGB). Mit Berufung kann
daher nur geltend gemacht werden, das Urteil sei rechtsfehlerhaft oder die
Feststellung des Sachverhalts sei offensichtlich unrichtig oder beruhe auf
einer Rechtsverletzung (Art. 398 Abs. 4 Satz 1 StPO). Die Rüge der
offensichtlich unrichtigen oder auf Rechtsverletzungen beruhenden
Feststellung des Sachverhalts entspricht Art. 97 Abs. 1 BGG (Urteil des
Bundesgerichts 6B_560/2015 vom 17. November 2015 E. 2.1).
Offensichtlich unrichtig ist eine Sachverhaltsfeststellung, wenn sie
willkürlich ist. Somit prüft das Obergericht den von der Vorinstanz
festgestellten Sachverhalt nur auf Willkür (Urteil des Bundesgerichts
6B_764/2016 vom 24. November 2016 E. 2.3.2). Willkür liegt vor, wenn der
angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist oder zur tatsächlichen
Situation in klarem Widerspruch steht.
Gemäss Art. 398 Abs. 4 Satz 2 StPO können neue Behauptungen und
Beweise nicht vorgebracht werden. Neu im Sinne dieser Bestimmung sind
Tatsachen und Beweise, die im erstinstanzlichen Verfahren nicht
- 4 -
vorgebracht worden sind (Urteil des Bundesgerichts 6B_764/2016 vom
24. November 2016 E. 2.3.2 mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts
6B_362/2012 vom 29. Oktober 2012 E. 8.4.1).
2.
2.1.
In formeller Hinsicht rügt der Beschuldigte eine Verletzung des
Anklagegrundsatzes. Ihm werde (im zur Anklage erhobenen Strafbefehl)
vorgeworfen, er sei mit 77 km/h auf der Bernstrasse West in Suhr gefahren.
Die konkrete Hausnummer sei dabei jedoch nicht angegeben worden. Es
sei davon auszugehen, dass der Beschuldigte mit 77 km/h auf der
Bernstrasse West auf einem 80-er Streckenabschnitt gefahren sei. Weiter
moniert der Beschuldigte, die Staatsanwaltschaft dürfe nicht ohne Weiteres
von einer vorsätzlichen Tatbegehung ausgehen. Wenn die Vorinstanz
aktenwidrig behaupte, die Staatsanwaltschaft habe die vorsätzliche
Begehung der Fahrt mit überhöhter Geschwindigkeit auf dem 50-er
Streckenabschnitt angeklagt, so verletze sie den Anklagegrundsatz
(Berufungserklärung, E. 4.2. und Berufungsbegründung, E. 3.).
Es ist keine Verletzung des Anklagegrundsatzes auszumachen. Der
anwaltlich vertretene und ortskundige Beschuldigte wusste gestützt auf den
zur Anklage erhobenen Strafbefehl genau, was ihm vorgeworfen worden
wird, nämlich eine am 11. Februar 2021, 20.45 Uhr, mit dem Lieferwagen
Iveco mit dem Kennzeichen B in Suhr auf der Bernstrasse West innerorts
begangene Geschwindigkeitsüberschreitung um toleranzbereinigte 22
km/h. Auch der im Strafbefehl aufgeführte Art. 4a Abs. 1 lit. a VRV macht
deutlich, dass es um eine Überschreitung der allgemeinen
Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h in Ortschaften ging. Dementsprechend
wurde bei der zulässigen Geschwindigkeit auch «50 km/h» angegeben.
Dass es in der Folge beim Ort nur «5034 Suhr, Bernstrasse West» heisst
und nicht zusätzlich eine Hausnummer angegeben worden ist, schadet
unter diesen Umständen nicht. Die Annahme, es sei von einer Messung
auf einem 80-er Streckenabschnitt auszugehen, ist abwegig. Im Übrigen
handelt es sich bei der Frage, wo genau die Messung stattgefunden hat,
aber sowieso nicht um eine Frage des Anklagegrundsatzes, sondern der
Beweiswürdigung. Diesbezüglich kann festgehalten werden, dass sowohl
auf dem Polizeirapport (act. 1) als auch auf dem Messprotokoll (act. 23) die
Hausnummer 72 aufgeführt worden ist. Somit ist die Richtigkeit des in der
Anklage vorgebrachten Sachverhaltes anhand der Aktenlage überprüfbar.
Mithin ist nicht ersichtlich, inwiefern eine wirksame Verteidigung erschwert
oder verunmöglicht worden sein soll.
Soweit der Beschuldigte zudem vorbringt, dass sich aus der Anklage nicht
ergebe, ob ihm Vorsatz oder Fahrlässigkeit vorgeworfen werde
(Berufungsbegründung, E. 3), so ist ihm nicht zu folgen. Im zur Anklage
erhobenen Strafbefehl heisst es vielmehr «Der Beschuldigte hat
- 5 -
vorsätzlich, d.h. mit Wissen und Willen, die örtlich zulässige
Höchstgeschwindigkeit missachtet». Inwiefern der Beschuldigte tatsächlich
vorsätzlich gehandelt hat, betrifft sodann nicht den Anklagegrundsatz,
sondern ist eine Frage der Beweiswürdigung.
2.2.
Der Beschuldigte macht mit Berufung weiter geltend, dass die
Radarmessung vom 11. Februar 2021 unverwertbar und er somit von
Schuld und Strafe freizusprechen sei. Er führt aus, dass das erste
Messprotokoll, welches die Messung an der Ringstrasse Helgenfeld in Suhr
von 15.21 Uhr bis 18.02 Uhr betrifft, ein «Bredar Messgerät RS-GS11» mit
METAS-Nummer 15588 aufführt. Weiter sei ersichtlich, dass zu Beginn der
Geschwindigkeitsmessung an diesem Standort Wm mbV D. Testbilder
geschossen habe. Beim Messprotokoll betreffend den Standort
Bernstrasse West hingegen sei ein «Bredar-Messgerät GS 11» vermerkt.
Zudem sei auch keine Metas Nummer protokolliert worden und die
Testbilder sowie die Objektbrennweite seien nicht angegeben. Somit sei
das Messprotokoll nicht verwertbar und der Beschuldigte sei aus diesen
Gründen freizusprechen (Berufungsbegründung, E. 4.8.).
Soweit der Beschuldigte vorbringt, dass das Messprotokoll den ASTRA-
Weisungen widerspreche und für sich allein schon zur Unverwertbarkeit der
Geschwindigkeitsmessung führen müsse, ist festzuhalten, dass mit dem
Messgerät «Bredar GS 11», welches im Messprotokoll betreffend den
Standort an der Bernstrasse West aufgeführt ist (act. 23), offensichtlich
dasselbe Messgerät der Firma Bredar mit der Bezeichnung «RS-GS11»
gemeint ist, wie im Messprotokoll betreffend den Standort an der
Ringstrasse Helgenfeld aufgeführt (act. 22). Es ist dem Beschuldigten zwar
dahingehend zuzustimmen, dass das Messprotokoll der Messung an der
Bernstrasse West unsorgfältig ausgefüllt wurde und gewisse Angaben
fehlen. Da der Messbeamte Wm mbV D. am selben Tag und in kurzer
Zeitdistanz an zwei unterschiedlichen Orten Messungen durchführte, ist
jedoch nicht daran zu zweifeln, dass es sich bei beiden Geräten um das
identische Messinstrument handelt. Indem der Beschuldigte die
Unverwertbarkeit mit einem Widerspruch zu den ASTRA-Weisungen
begründen will, übersieht er, dass das ASTRA über keine delegierte
Gesetzgebungskompetenz verfügt, die es ihm erlauben würde, für die
Gerichte verbindliche und von der Strafprozessordnung abweichende
Regeln für die Beweiserhebung, Beweisverwertung und Beweiswürdigung
zu erlassen (Urteil des Bundesgerichts 6B_1023/2014 vom 23. Februar
2015 E. 1.3.2). Vielmehr ist mit der Vorinstanz, auf deren Erwägungen
verwiesen werden kann, festzuhalten, dass an der Richtigkeit des
Messprotokolls keine Zweifel bestehen (vorinstanzliches Urteil, E. 4.3.; Art.
82 Abs. 4 StPO).
- 6 -
Entgegen dem Beschuldigten (Berufungsbegründung, E. 4.7) bestehen
auch keine Zweifel an der Echtheit des Ausbildungszertifikats von Wm mbV
D.. Das angezweifelte Zertifikat bestätigt, dass Wm mbV D. die Schulung
für das Radarsystem «GATSO Radar RS-GS11» bei der Regionalpolizei
Suret mit Erfolg absolviert hat (act. 25). Es bestehen keine Hinweise, dass
an der Echtheit des Zertifikats zu zweifeln ist oder dass der Polizist nicht
über die erforderliche Ausbildung verfügt haben soll. Mit der Vorinstanz ist
von der gehörigen Ausbildung des Polizisten auszugehen.
Im vorinstanzlichen Verfahren monierte der Beschuldigte, dass Wm mbV
D. für ein Messgerät des Typus «Gatso RS-GS11» ausgebildet sei und
nicht für die Handhabung eines Messgerätes des Typus «Gatso GS11»
(act. 57). Sofern der Beschuldigte nun erstmals im Berufungsverfahren
vorbringt, dass das Ausbildungszertifikat an sich nicht echt sei, ist darauf
gemäss Art. 398 Abs. 4 StPO nicht einzutreten. Damit ist auch der
Beweisantrag auf Befragung von Oblt E. und Wm mbV D. von der
Regionalpolizei Suret (Berufungsbegründung, E. 4.7) ohne Weiteres
abzuweisen.
3.
3.1.
Der Beschuldigte bestreitet mit Berufung, die dem vorinstanzlichen
Schuldspruch zugrundeliegende Geschwindigkeitsüberschreitung
begangen zu haben, da nicht er das Tatfahrzeug am 11. Februar 2021, um
20.45 Uhr auf der Bernstrasse West in Suhr gelenkt habe. Bei dem auf dem
Radarbild abgebildeten Lenker handle es sich um eine andere Person
(Berufungsbegründung, E. 5).
3.2.
In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt sowie unbestritten, dass der
Lieferwagen Iveco mit dem Kontrollschild B am 11. Februar 2021 um 20:45
Uhr auf der Bernstrasse West in Fahrtrichtung Oberentfelden mit einer
Geschwindigkeit von 77 km/h (ohne Toleranzabzug) geblitzt worden ist.
Ferner steht fest, dass der Lieferwagen auf die «C.», dessen Gesellschafter
und Geschäftsführer der Beschuldigte ist und an dessen Wohnadresse die
«C.» ihre Domiziladresse hat, eingelöst worden ist. Die «C.» unterhält vier
Firmenfahrzeuge und beschäftigt acht Mitarbeiter (act. 4). Fraglich ist, ob
die Annahme der Vorinstanz, dass der Beschuldigte im Tatzeitpunkt am
Steuer des besagten Lieferwagens Iveco sass, auf Willkür beruht.
Die Vorinstanz hat hinsichtlich der Identifikation des Beschuldigten als
Lenker ausgeführt (vorinstanzliches Urteil, E. 5.3.), dass auf dem Radarfoto
(act. 11) ohne Zweifel zu erkennen sei, dass es sich um eine männliche
Person, die eine Gesichtsmaske trägt, handle. Sodann hat sich die
Vorinstanz anlässlich der Hauptverhandlung vom 27. Oktober 2021, an
welcher der Beschuldigte persönlich anwesend war, davon überzeugt, dass
- 7 -
es sich bei der Person auf dem Radarfoto um den Beschuldigten gehandelt
hat. Darin ist keine Willkür zu erkennen, woran sich auch durch den
offensichtlichen Verschrieb in E. 5.3. des vorinstanzlichen Urteils («oben
rechts in act. 43») nichts ändert. Auf der Aufnahme der Radarmessung,
wenn auch etwas undeutlich, ist eine männliche Person mit dunklem
Haaransatz und dunklen, markanten Augenbrauen sowie schmaler
Nasenpartie zu erkennen (act. 11). Der Beschuldigte weist auf dem
Passfoto diesbezüglich identische Gesichtszüge auf (act. 43 und
Berufungsbegründung, Beilage 2). Dabei ist unerheblich, dass die
Mitarbeiter des Beschuldigten, die zum Tatzeitpunkt ebenfalls Lenker des
besagten Fahrzeuges hätten sein können auch dunkle Haare haben und
sich optisch nicht gänzlich vom Beschuldigten unterscheiden. Über ein Alibi
verfügt der Beschuldigte für den Tatzeitpunkt unbestrittenermassen nicht.
Im Gegenteil spricht auch der Umstand, dass die Missachtung der
zulässigen Höchstgeschwindigkeit im Februar relativ spät um 20.45 Uhr in
Suhr in Fahrtrichtung Oberentfelden, also in Richtung des Wohnortes des
Beschuldigten, erfolgt ist, ebenfalls für die Täterschaft des Beschuldigten.
Die bloss theoretische, jedoch unwahrscheinliche Möglichkeit, dass auch
ein anderer zur Lenkung des Lieferwagens berechtigter Mitarbeiter um
diese Uhrzeit an diesem Ort unterwegs gewesen sein soll, lässt das von
der Vorinstanz aufgrund eigener Wahrnehmung gewonnene
Beweisergebnis jedenfalls nicht als willkürlich erscheinen.
Zusammenfassend ist somit erstellt, dass der Beschuldigte am 11. Februar
2021 um 20.45 Uhr auf der Bernstrasse West in 5034 Suhr die zulässige
Höchstgeschwindigkeit nach Abzug der Sicherheitsmarge von 5 km/h um
22 km/h überschritten hat.
3.3.
Entgegen den Ausführungen des Beschuldigten (Berufungsbegründung,
E. 3.) ist mit der Vorinstanz (vorinstanzliches Urteil, E. 7.2.) von einer
vorsätzlichen Tatbegehung auszugehen. Der in Q. wohnhafte Beschuldigte
ist zweifellos ortskundig, handelt es sich bei der Bernstrasse West doch um
die Hauptverbindungsstrasse zwischen Suhr und Q.. Der Beschuldigte ist
auf der Bernstrasse West in Fahrtrichtung Oberentfelden gefahren. Er ist
somit aus dem signalisierten Innerortsbereich gekommen. Am Ort der
Geschwindigkeitsmessung befinden sich auf der rechten Seite entlang der
Bernstrasse West mehrere Häuser. Mithin ist ausgeschlossen, dass der –
ortskundige – Beschuldigte hätte davon ausgehen können, sich bereits im
Ausserortsbereich mit einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h
befunden zu haben. Die 80er-Strecke beginnt in Richtung Oberentfelden
vielmehr erst im Bereich, wo es rechts keine Häuserreihe mehr hat, was
mit einem entsprechenden Verkehrssignal angezeigt wird und dem
ortskundigen Beschuldigten auch bestens bekannt ist.
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4.
Die Vorinstanz hat den Beschuldigten für die Verkehrsregelverletzung
gemäss Art. 90 Abs. 1 SVG mit einer Busse von Fr. 600.00, ersatzweise 6
Tage Freiheitsstrafe, bestraft.
Der Beschuldigte setzt sich in seiner Berufung mit der vorinstanzlichen
Strafzumessung nicht auseinander, sondern bemängelt diese einzig als
Konsequenz des angefochtenen Schuldspruches aufgrund der
Geschwindigkeitsüberschreitung. Es kann deshalb grundsätzlich auf die
unbestritten gebliebenen Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden
(vorinstanzliches Urteil, E. 8.). Die ausgefällte Busse von Fr. 600.00
befindet sich trotz der deutlichen Überschreitung der Höchst-
geschwindigkeit am unteren Ende des Strafrahmens von bis zu
Fr. 10'000.00 Busse. Da es dem Beschuldigten ohne weiteres möglich
gewesen wäre, sich an die Geschwindigkeitsvorschriften zu halten,
erscheint die Höhe der Busse als vergleichsweise mild, zumal entgegen
der Vorinstanz unter den vorliegenden Umständen nicht mehr von einem
bloss «sehr leichten» Verschulden ausgegangen werden kann. Sie kann
unter keinem Titel herabgesetzt werden. Aufgrund des
Verschlechterungsverbots ist eine Erhöhung der Busse jedoch
ausgeschlossen, so dass es bei der von der Vorinstanz festgesetzten
Busse von Fr. 600.00 sowie der Ersatzfreiheitsstrafe von 6 Tagen sein
Bewenden hat.
5.
5.1.
Die Berufung des Beschuldigten erweist sich als unbegründet und ist daher
abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die oberge-
richtlichen Verfahrenskosten von Fr. 2'000.00 (§ 18 VKD) dem
Beschuldigten aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO) und er hat keinen
Anspruch auf Entschädigung (Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 429 Abs. 1 StPO
e contrario).
5.2.
Die vorinstanzliche Kostenverlegung erweist sich als zutreffend und bedarf
keiner Korrektur. Der Beschuldigte wird verurteilt und hat deshalb die
Verfahrenskosten zu tragen (Art. 428 Abs. 3 i.V.m. Art. 426 Abs. 1 StPO).
Ausgangsgemäss hat der Beschuldigte auch seine erstinstanzlichen
Parteikosten selbst zu tragen (Art. 429 Abs. 1 StPO e contrario).
6.
Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es
ein neues Urteil, welches das vorinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO,
Art. 81 StPO). Das ist auch der Fall, wenn eine Berufung vollumfänglich
abgewiesen wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_761/2017 vom 17. Januar
2018 E. 4 mit Hinweisen).
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