Decision ID: ed90a1ae-84ab-43eb-a872-827d6a74e0f6
Year: 2019
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Eheschutz
Berufung gegen eine Verfügung und ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Hinwil vom 14. März 2019 (EE190007-E)
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Rechtsbegehren:
der Gesuchstellerin (Urk. 10 S. 1): "1. Es sei festzustellen, dass die Parteien seit 1.12.2018 getrennt le-
ben. 2. Die eheliche Liegenschaft an der C._-Strasse ... in ...
D._ sei während der Dauer des Getrenntlebens samt  und Mobiliar der Gesuchstellerin zur Benützung zuzuweisen.
3. Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin mit Wirkung ab 1.12.2018 während der Dauer des Getrenntlebens monatlich im voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge von Fr. 2'000.– zu bezahlen.
4. Es sei die Gütertrennung anzuordnen. alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. MWSt) zu
Lasten des Gesuchsgegners."
des Gesuchsgegners (Urk. 12 S. 2 f.): Hauptanträge: "1. Auf das Gesuch der Gesuchstellerin vom 25. Januar 2019 sei
nicht einzutreten. 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Gesuch-
stellerin." Eventualanträge: "1. Es sei den Parteien das Getrenntleben ab 1. Dezember 2018 zu
bewilligen. 2. Die eheliche Wohnung an der C._-Strasse ... in ... D._
sei für die Dauer des Getrenntlebens der Gesuchstellerin zur  Benützung zuzuteilen.
3. Der Gesuchstellerin sei das gesamte Mobiliar und sämtliche  der Wohnung an der C._-Strasse ... in ... D._ für die weitere Dauer des Getrenntlebens zur  Benutzung zuzuweisen.
4. a) Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin für die Dauer des Getrenntlebens an deren Unterhalt einen jeweils im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats zu , gerichtsüblich indexierten und ab Verfall zu 5%- verzinslichen Unterhaltsbeitrag von maximal Fr. 80.00 zu bezahlen.
Eine abschliessende Bezifferung wird bis zum Abschluss des Beweisverfahrens vorbehalten.
b) Folgende vom Gesuchsgegner geleistete Zahlungen sind an die Unterhaltspflicht anzurechnen:
- Fr. 750.00 Akonto Unterhalt April 2019 vom 11.03.2019
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- Fr. 750.00 Akonto Unterhalt März 2019 vom 28.02.2019 - Fr. 2'235.00 Akonto Unterhalt für die Monate Dezember
2018, Januar 2019 und Februar 2019 vom 25.01.2019 5. Die Gütertrennung sei anzuordnen. 6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Gesuch-
stellerin."
Verfügung des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am  Hinwil vom 14. März 2019 (Urk. 14 S. 23 f. = Urk. 17 S. 23 f.):
1. Auf das Eheschutzgesuch wird eingetreten. 2. [Schriftliche Mitteilung] 3. [Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist 10 Tagen, ohne Stillstand]
Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Hinwil vom 14. März 2019 (Urk. 14 S. 24 f. = Urk. 17 S. 24 f.):
1. Den Parteien wird das Getrenntleben bewilligt. Es wird festgestellt, dass sie seit dem 1. Dezember 2018 getrennt leben.
2. Die eheliche Liegenschaft an der C._-Strasse ... in ... D._ wird für die Dauer des Getrenntlebens der Gesuchstellerin samt Hausrat und  zur alleinigen Benützung zugewiesen.
3. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin für die Dauer des Getrenntlebens für sie persönlich monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 1'288.– zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats, erstmals rückwirkend ab 1. Dezember 2018. Die vom Gesuchsgegner für die entsprechende Periode nachweislich bereits geleisteten Unterhaltsbeiträge sind auf diese Unterhaltspflicht anzurechnen. Insbesondere wird vorgemerkt, dass die Parteien übereinstimmend , dass der Gesuchsgegner für die Zeit von Januar 2018 bis April 2019  Unterhalt von Fr. 3'735.– an die Gesuchstellerin bezahlt hat.
4. Zwischen den Parteien wird mit Wirkung ab dem 29. Januar 2019 die  angeordnet.
5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: Fr. 5'000.– ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 412.50 Dolmetscherkosten
Fr. 5'412.50 Total
6. Die Gerichtskosten werden der Gesuchstellerin zu einem Viertel und dem Gesuchsgegner zu drei Vierteln auferlegt.
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7. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 3'000.– (inklusive Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
8. [Schriftliche Mitteilung] 9. [Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist 10 Tagen, ohne Stillstand; gegen die
Zusprechung des Prozesskostenvorschusses sowie die Regelung der - und Entschädigungsfolgen: Beschwerde, Frist 10 Tage, ohne Stillstand]
Berufungsanträge:
des Gesuchsgegners und Berufungsklägers (Urk. 16 S. 2 f. und Urk. 31 S. 1 f.): Hauptanträge 1. Die Verfügung und das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil (Ge-
schäfts-Nr. EE190007-E/U01) vom 14. März 2019 seien  aufzuheben und auf das Gesuch der Berufungsbeklagten vom 25. Januar 2019 sei nicht einzutreten.
2. Die Verfügung und das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil (-Nr. EE190007-E/U01) vom 14. März 2019 seien  aufzuheben und die Gerichtskosten des erstinstanzlichen Verfahrens seien der Berufungsbeklagten aufzuerlegen und es sei die Berufungsbeklagte zu verpflichten, dem Berufungskläger für das erstinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 6'000.– auszurichten.
3. Eventualiter seien die Verfügung und das Urteil des  Hinwil (Geschäfts-Nr. EE190007-E/U01) vom 14. März 2019 aufzuheben und es sei die Angelegenheit zur Ergänzung des Sachverhalts und zur Neubeurteilung zurückzuweisen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der , eventualiter der Vorinstanz.
Eventualanträge: 1. Dispositiv Ziff. 3 des Urteils des Bezirksgerichts Hinwil (Ge-
schäfts-Nr. EE190007-E/U01) vom 14. März 2019 sei aufzuheben und wie folgt abzuändern:
Der Berufungskläger sei zu verpflichten, der Berufungsbeklagten für die Dauer des Getrenntlebens an deren Unterhalt einen  im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats zu , gerichtsüblichen indexierten und ab Verfall zu 5%- verzinslichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 295.95, erstmals ab 1. Dezember 2019, zu bezahlen.
Folgende vom Berufungskläger nachweislich bezahlten  seien dabei anzurechnen:
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- Zahlung Fr. 750.00 Akonto Unterhalt April 2019 vom 11.03.2019
- Zahlung Fr. 750.00 Akonto Unterhalt März 2019 vom 28.02.2019
- Zahlung Fr. 2'235.00 Akonto Unterhalt für die Monate  2018, Januar 2019 und Februar 2019 vom 25.01.2019
- Zahlung Fr. 750.00 Akonto Unterhalt Mai 2019 vom 24.04.2019
- Zahlung Fr. 1'288.00 Akonto Unterhalt Juni 2019 vom 31.05.2019
- Zahlung Fr. 1'288.00 Akonto Unterhalt Juli 2019 vom 28.06.2019
- Zahlung Fr. 1'288.00 Akonto Unterhalt August 2019 26.07.2019
- Zahlung Fr. 3'243.00 Akonto Fehlbetrag rückwirkender  für die Monate Dezember 2018 bis Mai 2019 vom 31. Mai 2019
2. Dispositiv-Ziff. 6 und 7 des Urteils des Bezirksgerichts Hinwil (-Nr. EE190007-E/U01) vom 14. März 2019 seien  und die Kosten- und Entschädigungsfolgen seien neu , mithin seien die Gerichtskosten des erstinstanzlichen  hälftig zu teilen und die Parteikosten wettzuschlagen.
3. Eventualiter seien die vorinstanzlichen Dispositiv-Ziff. 3, 6 und 7 des Urteils des Bezirksgerichts Hinwil (Geschäfts-Nr. /U01) vom 14. März 2019 aufzuheben und es sei die  zur Ergänzung des Sachverhalts und zur Neubeurteilung über die Berufungsanträge Ziff. 1 und 2 zurückzuweisen.
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der , eventualiter der Vorinstanz.
der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten (Urk. 25 S. 2): "Die Berufung (Hauptanträge, Eventualanträge, Subeventualanträge und Prozessanträge) sei vollumfänglich abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. MWSt) zu Lasten des Berufungsklägers."

Erwägungen:
I.
1. Die Parteien sind seit dem tt. Oktober 1995 verheiratet (Urk. 11/1) und
leben seit dem 1. Dezember 2018 getrennt. Die Gesuchstellerin ist philippinische
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Staatsangehörige und kam im Jahre 1991 zusammen mit ihrer vorehelichen
Tochter E._, geb. 1991, in die Schweiz. Der Gesuchsgegner hat zwei er-
wachsene voreheliche Kinder. Gemeinsame Kinder haben die Parteien keine (vgl.
zum Ganzen, Urk. 10 S. 1; Urk. 11/1; Urk. 12 S. 4 und S. 7).
2. Mit Eingabe vom 25. Januar 2019 machte die Gesuchstellerin bei der
Vorinstanz ein Eheschutzverfahren anhängig (Urk. 1). Der weitere Prozessverlauf
vor Vorinstanz kann dem erstinstanzlichen Urteil entnommen werden (Urk. 17
E. 1.2, S. 3). Am 14. März 2019 erliess die Vorinstanz die eingangs wiedergege-
benen Entscheide (Verfügung und Urteil, Urk. 17).
3. Gegen diese Entscheide erhob der Gesuchsgegner am 18. April 2019
rechtzeitig (vgl. Urk. 15) Berufung mit den eingangs zitierten Berufungsanträgen
(Urk. 16). Gleichzeitig mit seiner Berufung stellte er ein Gesuch um Erteilung der
aufschiebenden Wirkung (vgl. Urk. 16 S. 3), welches mit Verfügung vom 26. April
2019 abgewiesen wurde (Urk. 21). Der vom Gesuchsgegner einverlangte Kosten-
vorschuss von Fr. 3'000.– ging innert Frist bei der Obergerichtskasse ein (Urk. 21;
Urk. 22). Mit Eingabe vom 11. Juni 2019 erstattete die Gesuchstellerin fristgerecht
(vgl. Urk. 23) ihre Berufungsantwort samt Beilagen (Urk. 25-27/1-9). Am 13. Juni
2019 ging beim hiesigen Gericht ein weiteres Schreiben der Gesuchstellerin ein
(Urk. 28). Mit Verfügung vom 2. Juli 2019 wurde dem Gesuchsgegner Frist zur
Stellungnahme zu den Noven angesetzt (Urk. 29). Der Gesuchsgegner reichte am
25. Juli 2019 – innert erstreckter Frist (vgl. Urk. 30) – eine Stellungnahme samt
Beilagen ins Recht (Urk. 31-33/7-13). Auf die Zustellung dieser Eingabe reagierte
die Gesuchstellerin mit einer Stellungnahme, welche dem Gesuchsgegner zur
Kenntnisnahme zugestellt wurde (Urk. 35). Weitere Eingaben der Parteien folgten
nicht.
4. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-15). Das Ver-
fahren erweist sich als spruchreif.
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II.
1. Prozessuale Vorbemerkungen
1.1 Gemäss Art. 272 ZPO gilt in eherechtlichen Summarverfahren die
eingeschränkte Untersuchungsmaxime. Im Geltungsbereich des Eheschutzver-
fahrens hat das Gericht den Sachverhalt nicht von Amtes wegen zu erforschen,
sondern lediglich festzustellen. Im Berufungsverfahren gilt aber auch im Bereich
der Untersuchungsmaxime die Rüge- bzw. Begründungsobliegenheit, was bedeu-
tet, dass die Berufung führende Partei sich sachbezogen mit dem Entscheid der
Vorinstanz im Einzelnen auseinanderzusetzen und konkret aufzuzeigen hat, was
am angefochtenen Urteil oder am Verfahren vor der Vorinstanz falsch gewesen
sein soll. Dieser Anforderung genügt ein Berufungskläger nicht, wenn er lediglich
auf die vor erster Instanz vorgetragenen Vorbringen verweist bzw. diese wieder-
holt, sich mit Hinweisen auf frühere Prozesshandlungen zufrieden gibt oder den
angefochtenen Entscheid in allgemeiner Weise kritisiert (BGer 4A_580/2015 vom
11. April 2016, E. 2.2, m.w.H.). Was nicht in einer den gesetzlichen Begrün-
dungsanforderungen genügenden Weise beanstandet wird, braucht von der
Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden. In diesem Rahmen ist insoweit auf
die Parteivorbringen einzugehen, als dies für die Entscheidfindung erforderlich ist
(BGE 134 I 83 E. 4.1).
1.2 Überdies ist zu beachten, dass gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO neue
Tatsachen und Beweismittel im Berufungsverfahren nur noch berücksichtigt wer-
den, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden (lit. a) und trotz zumutbarer Sorg-
falt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (lit. b). Die Beru-
fungsinstanz soll zwar den erstinstanzlichen Entscheid umfassend überprüfen,
nicht aber alle Sach- und Rechtsfragen völlig neu aufarbeiten und beurteilen. Al-
les, was relevant ist, ist grundsätzlich rechtzeitig in das erstinstanzliche Verfahren
einfliessen zu lassen (ZK ZPO-Reetz/Hilber, Art. 317 N 10, m.w.H.). Jede Partei,
welche neue Tatsachen und Beweismittel vorbringt, hat zunächst zu behaupten
und zu beweisen, dass dies ohne Verzug geschieht. Will eine Partei unechte No-
ven geltend machen, so trägt sie die Beweislast für deren Zulässigkeit (Steininger,
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DIKE-Komm-ZPO, Art. 317 N 7; BGer 5A_330/2013 vom 24. September 2013,
E. 3.5.1, m.w.H.). Das Bundesgericht hat für Berufungsverfahren, die der einge-
schränkten Untersuchungsmaxime unterstehen, eine analoge Anwendung von
Art. 229 Abs. 3 ZPO abgelehnt und festgehalten, dass einzig die Novenregelung
gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO massgeblich sei (BGE 138 III 625 E. 2.2). Unver-
schuldet nicht vorgetragene unechte Noven sind im Sinne von Art. 317 Abs. 1
lit. a ZPO ohne Verzug, d.h. mit der Berufungsbegründung bzw. Berufungsantwort
vorzubringen. Nach Berufungsbegründung und -antwort können grundsätzlich nur
noch echte Noven vorgebracht werden (BGE 138 III 788 E. 4.2; BSK ZPO-
Spühler, Art. 317 N 1 ff.).
2. Eintretensentscheid
2.1 Der Gesuchsgegner ist der Ansicht, die Vorinstanz sei zu Unrecht auf
das Eheschutzbegehren der Gesuchstellerin eingetreten (Urk. 16 S. 9 ff.). Bereits
vorinstanzlich machte er in diesem Zusammenhang geltend, für den Inhalt des
Gesuchs im summarischen Verfahren seien mangels abweichender Spezialbe-
stimmungen die Vorgaben des ordentlichen Verfahrens massgebend. Entspre-
chend müssten im Gesuch die wesentlichen Tatsachenbehauptungen enthalten
sein. Die Möglichkeit, ein unbegründetes Rechtsbegehren einzureichen und Tat-
sachen und Beweismittel erst an der folgenden Verhandlung vorzubringen, sei in
der ZPO nicht vorgesehen. Sofern ein Kläger überhaupt keine Tatsachenbehaup-
tungen aufstelle und eine Klage ohne jegliche Begründung eingereicht habe, fehle
dem Prozess jede Grundlage, weshalb auf die entsprechende Klage nicht einzu-
treten sei. Da die Gesuchstellerin ihr schriftliches Eheschutzgesuch vom
25. Januar 2019 – wohl aus taktischen Gründen – überhaupt nicht begründet und
den Unterhaltsbeitrag nicht beziffert habe, sei sie ihrer Begründungs- und Be-
hauptungslast nicht nachgekommen. Erstmalige Tatsachenbehauptungen und
Beweisofferten anlässlich der mündlichen Verhandlung seien nicht mehr zulässig,
sofern das Gesuch unbegründet eingereicht worden sei. Entsprechend sei auf
das Gesuch nicht einzutreten (vgl. zum Ganzen Urk. 12 S. 6 f.). Im Berufungsver-
fahren hält der Gesuchsgegner an diesen Ausführungen fest (vgl. Urk. 16
S. 10 ff.). Ergänzend macht er geltend, es sei mit dem Grundsatz der Waffen-
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gleichheit und der Verfahrensfairness nicht vereinbar, wenn bei der Gesuchsein-
reichung – wie vorliegend – keine Beweismittel offeriert würden. Der Gesuchs-
gegner sei an der Verhandlung mit Belegen und Behauptungen "überfahren" wor-
den, zumal die Gesuchstellerin trotz gerichtlicher Aufforderung vor der Verhand-
lung keinerlei Beweismittel eingereicht und er nicht einmal gewusst habe, wie
hoch ihre Unterhaltsforderungen seien. Da die Gesuchstellerin über die finanziel-
len Verhältnisse des Gesuchsgegners Bescheid wisse, wäre es ihr ohne Weiteres
möglich gewesen, ihre Anträge entsprechend zu begründen und zu beziffern.
Überdies seien die vorinstanzlichen Ausführungen zu Laieneingaben einerseits
falsch und andererseits gar nicht einschlägig. So sei die Gesuchstellerin anwalt-
lich vertreten und ihre Rechtsvertreterin hätte wissen müssen, dass sie in einem
Eheschutzgesuch die wesentlichen Tatsachenbehauptungen bei der Gesuchsein-
reichung hätte vorbringen, die Beweismittel hätte offerieren und ihren Unterhalts-
anspruch wenigstens – gemäss den Vorschriften zur unbezifferten Forderungs-
klage nach Art. 85 Abs. 1 ZPO – in einem Mindestbetrag hätte beziffern müssen.
Da die Gesuchstellerin all dies unterlassen habe, die Vorinstanz aber dennoch auf
das Gesuch eingetreten sei, sei das Recht unrichtig angewandt worden (Urk. 16
S. 11-13).
2.2 Die Vorbringen des Gesuchsgegners sind unbegründet. Das Ehe-
schutzverfahren bezweckt die Vermittlung in der ersten Stunde. Dieser Grundauf-
trag prägt die Interpretation der prozessualen Vorschriften. Entsprechend muss
das Eheschutzgericht – unabhängig davon, ob die Parteien anwaltlich vertreten
sind oder nicht – einen einfachen Zugang zum Verfahren öffnen und baldmög-
lichst persönlichen Kontakt zu den Ehegatten aufnehmen (FamKomm Schei-
dung/Vetterli, Anh. ZPO Art. 271 N 1 m.w.Hinw.). Eheschutzmassnahmen werden
im summarischen Verfahren angeordnet, für welche die Grundsätze der Schnel-
ligkeit und Flexibilität gelten. Beschleunigt wird das Verfahren insbesondere durch
das herabgesetzte Beweismass des Glaubhaftmachens und durch das strenge
Fristenregime. Beweglich ist das Verfahren, weil die Freiheit besteht, den Ablauf
zweckmässig zu gestalten (FamKomm Scheidung/Vetterli, Anh. ZPO Art. 271
N 4 ff.). Die Parteien können insbesondere wählen, ob sie ihr Begehren schriftlich
einreichen oder mündlich durch persönliches Erscheinen zu Protokoll geben
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(Art. 252 Abs. 2 ZPO). Die Vorschriften des ordentlichen Verfahrens gelten auf-
grund des allgemeinen Verweises in Art. 219 ZPO zwar auch für andere Verfah-
ren, wenn das Gesetz nichts Besonderes vorsieht. Das streng dialektische
Grundmuster des klassischen Zivilprozesses kann allerdings aufgrund der beson-
deren Ausgestaltung des Eheschutzverfahrens als laienfreundliches und lösungs-
orientiertes Verfahren gerade nicht direkt übernommen werden (FamKomm
Scheidung/Vetterli, Anh. ZPO Art. 271 N 14; so im Ergebnis auch Baum-
gartner/Dolge/Markus/Spühler, Schweizerisches Zivilprozessrecht mit Grundzü-
gen des internationalen Zivilprozessrechts, 10. Aufl. 2018, § 51 Rz 226).
Das Eheschutzgesuch muss ein Rechtsbegehren enthalten. Als Verfahrens-
anstoss genügt praxisgemäss jedoch ein Antrag auf "Regelung der Folgen des
Getrenntlebens", wie er beispielsweise im Formular der Zürcher Gerichte durch
Ankreuzen des entsprechenden Feldes gestellt werden kann (www.gerichte-
zh.ch, "Themen", "Ehe und Familie", "Eheschutz", "Formular"). Da Anträge in ei-
nem vom Untersuchungsgrundsatz beherrschten Verfahren noch bis zur Urteils-
beratung präzisiert und modifiziert werden können (BGE 140 III 231 E. 3.5;
BK ZPO-Spycher, Art. 272 N 7), kann insbesondere ein Antrag auf Zusprechung
"angemessener Unterhaltsbeiträge" im Laufe des Verfahrens noch beziffert wer-
den. Nichts anderes gilt in Bezug auf die Begründung des Eheschutzgesuches:
Die Eventualmaxime, d.h. der Grundsatz, dass die Rechtsbegehren, Tatsachen
und Beweismittel bis zu einem gewissen Zeitpunkt in den Prozess einzubringen
sind, wird im Bereich der eingeschränkten Untersuchungsmaxime – d.h. auch im
Eheschutzverfahren (Art. 272 ZPO) – durch die Bestimmung von Art. 229 Abs. 3
ZPO verdrängt (ZK ZPO-Sutter-Somm/Hostettler, Art. 272 N 16). Demgemäss
sind neue Tatsachen und Beweismittel bis zur Urteilsberatung zulässig, weshalb
ein allgemein gehaltenes Gesuch keine prozessualen Nachteile bewirkt (Fam-
Komm Scheidung/Vetterli, Anh. ZPO Art. 272 N 9). Diese Grundsätze gelten un-
abhängig davon, ob eine Partei anwaltlich vertreten ist oder nicht. Aufgrund der
Flexibilität des Verfahrens steht es nämlich jedem Ehegatten frei, ob er eine ei-
gentliche Rechtsschrift mit exakten Anträgen und einer detaillierten Begründung
oder lediglich ein Formular einreichen oder gar ein mündliches Gesuch stellen
möchte (FamKomm Scheidung/Vetterli, Anh. ZPO Art. 272 N 11).
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Vorliegend hat die anwaltlich vertretene Gesuchstellerin mit Eingabe vom
25. Januar 2019 ein kurz begründetes Eheschutzgesuch samt Anträgen in der
Sache (Feststellung des Getrenntlebens, Zuweisung der ehelichen Liegenschaft
samt Hausrat und Mobiliar, Zusprechung von angemessenen Unterhaltsbeiträgen
sowie Anordnung der Gütertrennung) gestellt (Urk. 1). Dass die detaillierte Be-
gründung des Gesuchs, die Bezifferung der Unterhaltsbeiträge und die Nennung
bzw. Einreichung von Beweismitteln erst anlässlich der Verhandlung vom
14. März 2019 erfolgte (vgl. Prot. I S. 4 i.V.m. Urk. 10 und Urk. 11/1-20), ist nach
dem Gesagten genauso wenig zu beanstanden wie das Vorgehen der Vorinstanz.
Letztere hat die Eingabe vom 25. Januar 2019 zu Recht als genügenden Verfah-
rensanstoss qualifiziert und die Parteien in Anwendung von Art. 273 ZPO sogleich
zur mündlichen Verhandlung vorgeladen (Urk. 4). An derselben wurde dem an-
waltlich vertretenen Gesuchsgegner nach der mündlichen Gesuchsbegründung
ein Verhandlungsunterbruch gewährt, in welchem die Gesuchsantwort vorbereitet
werden konnte (Prot. I S. 4). Bei drohender Verletzung des Grundsatzes der Waf-
fengleichheit wäre es dem Gesuchsgegner freigestanden, eine Vertagung der
Verhandlung zu beantragen, was er jedoch nicht getan hat. Insofern ist seine
nachträgliche Berufung auf den Grundsatz des fairen Verfahrens bzw. der Waf-
fengleichheit unbehelflich. Wie die vorstehenden Ausführungen zeigen, zielen zu-
dem sowohl die gesuchsgegnerischen Vorbringen in Bezug auf die fehlende
Grundlage des Prozesses wie auch diejenigen betreffend mangelnde Begrün-
dung, Behauptung und Bezifferung durch die Gesuchstellerin ins Leere. Demge-
mäss ist die Vorinstanz zu Recht auf das Eheschutzgesuch eingetreten, womit die
Hauptberufungsanträge des Gesuchsgegners abzuweisen sind.
III.
1. Unterhalt
1.1 Vorinstanzliche Unterhaltsberechnung
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Zur Berechnung der Unterhaltsbeiträge wandte die Vorinstanz die sog.
zweistufige Berechnungsmethode (Existenzminimumberechnung mit Über-
schussverteilung) an (Urk. 17 E. 4.4.1 und E. 4.4.4, S. 10 ff.). Auf Seiten der Ge-
suchstellerin, welche in einem Vollzeitpensum beschäftigt ist, berücksichtigte sie
ein Nettoeinkommen von Fr. 4'940.– pro Monat. Dem pensionierten Gesuchsgeg-
ner wurden monatliche Einnahmen von insgesamt Fr. 7'326.– angerechnet, be-
stehend aus Fr. 2'350.– AHV-Rente und Fr. 4'976.40 BVG-Rente (Urk. 17
E. 4.4.2, S. 11). Den familienrechtlichen Notbedarf der Gesuchstellerin bezifferte
die Vorinstanz auf Fr. 5'458.– pro Monat, denjenigen des Gesuchsgegners auf
Fr. 5'268.– pro Monat (Ur. 17 E. 4.4.3, S. 12 ff.). Entsprechend der gewählten Be-
rechnungsmethode stellte die Vorinstanz den Gesamtbedarf der Parteien ihrem
Gesamteinkommen gegenüber, woraus ein Freibetrag von Fr. 1'540.– resultierte.
Dieser wurde den Parteien je zur Hälfte zugewiesen. Schliesslich errechnete die
Vorinstanz den persönlichen Unterhalt der Gesuchstellerin, indem sie von deren
Bedarf zuzüglich hälftigem Überschussanteil deren Einkommen abzog
(Fr. 5'458.– zuzüglich Fr. 770.– abzüglich Fr. 4'940.– ergibt Fr. 1'288.–). Entspre-
chend wurde der Gesuchsgegner verpflichtet, der Gesuchstellerin ab Auszug aus
der gemeinsamen Liegenschaft, d.h. rückwirkend ab 1. Dezember 2018, monatli-
che Unterhaltsbeiträge von Fr. 1'288.– zu bezahlen, unter Anrechnung der bereits
bezahlten Beiträge von insgesamt Fr. 3'735.– (Urk. 17 E. 4.4.4, S. 21).
1.2 Gegenstand des Berufungsverfahrens
Der Gesuchsgegner verlangt mit seiner Berufung die Reduktion der Unter-
haltsbeiträge auf Fr. 295.95 pro Monat, erstmals zahlbar ab 1. Dezember 2019
und unter Anrechnung der für die Monate Dezember 2018 bis August 2019 be-
reits bezahlten Unterhaltsbeiträge von gesamthaft Fr. 11'592.– (Urk. 16 S. 2 ff.;
Urk. 31 S. 1 ff.). Im Einzelnen beanstandet er die Berechnung des Einkommens
der Gesuchstellerin sowie diverse Positionen der Bedarfsberechnung beider Par-
teien (vgl. Urk. 16 S. 13 ff.).
Die Gesuchstellerin, welche selber keine Berufung gegen das vorinstanzli-
che Urteil erhoben hat, macht im Rahmen ihrer Berufungsantwort geltend, ihr Un-
terhaltsanspruch würde eigentlich Fr. 2'417.– pro Monat betragen (Urk. 25 S. 17).
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Auch sie beanstandet diverse Positionen der Bedarfsberechnung beider Parteien
und zudem die Einkommensberechnung auf Seiten des Gesuchsgegners (Urk. 25
S. 7 ff.).
1.3 Einkommen der Gesuchstellerin
Die Vorinstanz stellte auf die Angaben der Gesuchstellerin ab, wonach sich
ihr Nettoeinkommen auf monatlich (gerundet) Fr. 4'940.– belaufe und erwog dazu,
dass der Gesuchsgegner diesen Betrag mit Ausnahme des Abzugs der Kranken-
taggeld-Beiträge (nachfolgend KTB) und der nun höheren Nichtberufungsunfall-
Versicherung (nachfolgend NBU) nicht bestritten habe. In Bezug auf die KTB und
NBU-Beiträge seien die Ausführungen der Gesuchstellerin glaubhaft und durch
die Bestätigung der zuständigen Sachbearbeiterin ihrer Arbeitgeberin belegt,
weshalb auf die Einkommensberechnung der Gesuchstellerin abzustellen sei
(Urk. 17 E. 4.4.2.1, S. 11).
Der Gesuchsgegner bestreitet auch im Berufungsverfahren, dass der Bei-
tragssatz der NBU-Versicherung tatsächlich gestiegen sei. Er macht geltend, es
lägen weder eine Police noch aktuelle Lohnabrechnungen im Recht. Zudem sei
auch nicht nachvollziehbar, weshalb der Versicherungswechsel erst im März 2019
vollzogen worden sei. Es sei somit davon auszugehen, dass das monatliche Ein-
kommen Fr. 4'956.40 betrage. Falls vom tieferen Betrag gemäss vorinstanzlicher
Rechnung ausgegangen werde, sei dieser erst ab April 2019 zu berücksichtigen
(Urk. 16 S. 13).
Wie die Gesuchstellerin im Rahmen ihrer Berufungsantwort zu Recht vor-
bringt (vgl. Urk. 25 S. 7), wurde mit der eingereichten Arbeitgeber-Bestätigung
vom 13. März 2019 (Urk. 11/2e) glaubhaft gemacht, dass der NBU-Beitragssatz
von 0.953 % auf 1.24 % gestiegen ist. Aus den neu eingereichten Lohnabrech-
nungen der Monate März bis Mai 2019, welche allesamt nach dem vorinstanzli-
chen Entscheid entstanden und damit im vorliegenden Verfahren als echte Noven
zuzulassen sind (vgl. zu den diesbezüglichen Parteivorbringen Urk. 31 S. 7 und
Urk. 35 S. 2), geht zudem hervor, dass der höhere Beitragssatz von 1.24 % be-
reits ab März 2019 zur Anwendung kam (vgl. Urk. 27/2). Die Einreichung der ent-
- 14 -
sprechenden Police ist damit obsolet. Da im Eheschutzverfahren keine auf den
Franken genaue Berechnungen vorzunehmen, sondern gewisse Pauschalisierun-
gen vorzunehmen sind, ist beim Einkommen der Gesuchstellerin für die gesamte
Dauer der Unterhaltspflicht mit dem aktuellen Beitragssatz von 1.24 % zu rech-
nen. Des Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass die Gesuchstellerin in der vor-
instanzlichen Befragung vom 14. März 2019 glaubhaft dargelegt hat, dass sie für
das Hüten ihres Enkels keine Entschädigung erhalte (vgl. Prot. I S. 7). Insofern
bestand – entgegen der Ansicht des Gesuchsgegners (vgl. Urk. 16 S. 13 f.) – kein
Anlass, zur Ermittlung ihres Einkommens weitere Unterlagen zu edieren. Alles in
allem hat die Vorinstanz das Nettoeinkommen der Gesuchstellerin somit zu Recht
auf Fr. 4'940.– pro Monat beziffert.
1.4 Einkommen des Gesuchsgegners
Die Vorinstanz erwog, dass sich die monatlichen Einnahmen des Gesuchs-
gegners auf insgesamt Fr. 7'326.– beliefen, was von beiden Parteien anerkannt
worden sei (Urk. 17 E. 4.4.2.2, S. 11 mit Verweis auf Urk. 10 S. 4 und Urk. 12
S. 8). Diesbezüglich bringt die Gesuchstellerin im Rahmen ihrer Berufungsantwort
zu Recht vor, sie habe in ihrer Gesuchsbegründung ein Gesamteinkommen von
Fr. 7'346.40 geltend gemacht und mithin den Betrag von Fr. 7'326.– nicht aner-
kannt (vgl. Urk. 25 S. 7 i.V.m. Urk. 10 S. 4). Wie aus den im Recht liegenden Un-
terlagen hervorgeht, ist die monatliche AHV-Rente des Gesuchsgegners per
1. Januar 2019 um Fr. 20.– auf Fr. 2'370.– gestiegen (Urk. 7/3). Unter Hinzurech-
nung der BVG-Rente von Fr. 4'976.– (vgl. Urk. 7/2) belaufen sich die aktuellen
Einkünfte des Gesuchsgegners damit auf Fr. 7'346.–. Gestützt auf vorerwähnte
Überlegungen (vgl. vorstehende Ziff. 1.3) rechtfertigt es sich, auch auf Seiten des
Gesuchsgegners für die gesamte Dauer der Unterhaltspflicht mit diesem aktuellen
Betrag zu rechnen.
1.5 Bedarf der Gesuchstellerin
a) Grundbetrag
- 15 -
Der angerechnete Grundbetrag von Fr. 1'200.– pro Monat wird von keiner
Partei beanstandet, weshalb sich weitere Ausführungen dazu erübrigen.
b) Wohnkosten
Auf Seiten der Gesuchstellerin, welche die im hälftigem Eigentum der Par-
teien stehende Liegenschaft bewohnt, berücksichtigte die Vorinstanz Wohnkosten
von gesamthaft Fr. 1'923.–, davon Fr. 1'163.– für den Hypothekarzins, Fr. 406.–
für Nebenkosten, Fr. 300.– für Unterhalt/Reparaturen und Fr. 54.– für die Gebäu-
deversicherung (Urk. 17 E. 4.4.3.2/2, S. 13 f.). Weiter wurden der Gesuchstellerin
monatliche Kosten von Fr. 167.– für die Amortisation der Hypothekarschulden an-
gerechnet (Urk. 17 E. 4.4.3.2/10, S. 19 f.).
Der angerechnete Hypothekarzins von Fr. 1'163.– pro Monat wird von keiner
Partei beanstandet und ist demnach ohne Weiteres zu übernehmen.
Mit Bezug auf die Nebenkosten von Fr. 406.– pro Monat macht der Ge-
suchsgegner geltend, die Vorinstanz habe zu Unrecht auf die von der Gesuchstel-
lerin eingereichte Betriebskostenrechnung abgestellt, welche undatiert sei und
auch bloss eine provisorische Kosteneinschätzung darstellen könnte. Massge-
bend sei vielmehr die von ihm eingereichte Abrechnung vom 5. März 2018, wel-
che Gesamtkosten von Fr. 3'725.80, d.h. einen monatlichen Betrag von Fr. 310.–
ausweise. Die höheren Kosten könnten insbesondere auch deshalb nicht berück-
sichtigt werden, da selbst die Vorinstanz festhalte, dass die Differenz zwischen
den in den beiden Abrechnungen aufgeführten Beträgen nicht genau nachvoll-
ziehbar sei und sie mit ihrer Formulierung überdies erhebliche Zweifel an den
Kosten zum Ausdruck bringe (Urk. 16 S. 14 f.). Wie bereits die Vorinstanz zutref-
fend festhielt (Urk. 17 E. 4.4.3.2/2, S. 13), betreffen sowohl der von der Gesuch-
stellerin eingereichte Beleg (Urk. 11/19) wie auch derjenige des Gesuchsgegners
(Urk. 13/33) die Zeitperiode Januar bis Dezember 2017. Dass es sich bei dem
von der Verwaltung ausgestellten Beleg der Gesuchstellerin bloss um eine provi-
sorische Kosteneinschätzung handeln soll, ist nicht glaubhaft, zumal dieser mit
"Betriebskosten-Abrechnung" betitelt ist und überdies den Hinweis enthält, dass
"die Originalbelege zur vorliegenden Betriebskosten-Abrechnung [...] gegen tele-
- 16 -
fonische Voranmeldung [...] eingesehen werden [können]" (vgl. Urk. 11/19). Plau-
sibel ist vielmehr, dass – wie bereits von der Gesuchstellerin und der Vorinstanz
angenommen (vgl. Prot. I S. 10; Urk. 17 E. 4.4.3.2/2, S. 13) – im vom Gesuchs-
gegner eingereichten Beleg nicht sämtliche Nebenkosten aufgeführt sind, da es
sich dabei nicht um eine eigentliche Abrechnung, sondern um eine "Aufstellung
über effektive Unterhalts- und Verwaltungskosten zur Steuererklärung" handelt
(vgl. Urk. 13/33). Ein Vergleich der beiden Belege zeigt denn auch – wie die Ge-
suchstellerin zu Recht vorbringt (vgl. Urk. 25 S. 8) –, dass verschiedene Positio-
nen, wie beispielsweise "Nebenkosten nach Wohnungen" sowie "Wasser-
/Abwasserkosten nach Verbrauch", welche in der Betriebskosten-Abrechnung
enthalten sind (vgl. Urk. 11/19), in der Aufstellung für die Steuererklärung
(Urk. 13/33) nicht aufgeführt sind. Insofern hat die Vorinstanz zu Recht den höhe-
ren Betrag gemäss Betriebskosten-Abrechnung 2017 (Urk. 11/19) berücksichtigt.
Die neuen Vorbringen der Gesuchstellerin, wonach die Akontozahlungen im Jahr
2018 monatlich Fr. 461.– betragen und mithin den Betrag von Fr. 406.– überstie-
gen hätten (Urk. 25 S. 8 i.V.m. Urk. 27/3c), haben im vorliegenden Verfahren un-
berücksichtigt zu bleiben, zumal nicht ersichtlich ist, weshalb die Gesuchstellerin
dies nicht bereits im vorinstanzlichen Verfahren hätte geltend machen können
(vgl. oben E. II/1.2). Entgegen ihrem entsprechenden Hinweis (vgl. Urk. 35 S. 2)
ist denn auch nicht ersichtlich, inwiefern diese Noven erst durch die vorinstanzli-
che Urteilsbegründung veranlasst worden sein sollten. Alles in allem bleibt es
damit bei Nebenkosten von gerundet Fr. 406.– pro Monat.
Der Gesuchsgegner beanstandet im Weiteren die Anrechnung von Fr. 300.–
für Unterhalt/Reparaturkosten. Diese Kosten seien nicht ausgewiesen und bereits
vorinstanzlich bestritten worden. Die Vorinstanz habe diesbezüglich insbesondere
ausgeführt, dass bei Stockwerkeigentum 0.7 % des Verkehrswertes für Repara-
tur- und Unterhaltskosten veranschlagt würden. Diese Berechnungsweise habe
sie dann jedoch nicht angewandt, zumal dies unter Berücksichtigung des Kauf-
preises der Liegenschaft von Fr. 665'000.– einen Betrag von jährlich Fr. 4'655.–
resp. von monatlich Fr. 387.90 ergeben hätte. In diesem Betrag wären alsdann
sämtliche Kosten (Nebenkosten, Unterhalt und Reparaturen) enthalten, womit
maximal Fr. 387.90 pro Monat anzurechnen gewesen wären. Indem die Vorin-
- 17 -
stanz den Pauschalbetrag von Fr. 300.– jedoch zusätzlich zu den Nebenkosten
von Fr. 406.– berücksichtigt habe, habe sie das Recht unrichtig angewandt bzw.
den Sachverhalt unrichtig festgestellt (Urk. 16 S. 15 f.). Der Einwand der unzuläs-
sigen Mischrechnung erfolgt zu Recht, zumal es nicht angehen kann, dass zu-
nächst die konkreten Nebenkosten in den Bedarf eingesetzt werden und hernach
zusätzlich 1 % oder 0.7 % des Liegenschaftswerts als jährlicher Unterhaltsauf-
wand berücksichtigt werden (vgl. OG ZH LE150008 vom 26. Oktober 2015,
E. III/2.1, S. 9). Stattdessen sind die Nebenkosten entweder konkret zu bestim-
men oder aber mit einem jährlichen Pauschalbetrag von 1 % des Liegenschafts-
werts (bei Einfamilienhäusern) resp. von 0.7 % (bei Stockwerkeigentum) zu ver-
anschlagen (vgl. Six, Eheschutz, 2. Aufl., Bern 2014, Rz 2.94; Philipp Maier,
Die konkrete Berechnung von Unterhaltsansprüchen im Familienrecht, dargestellt
anhand der Praxis der Zürcher Gerichte seit Inkraftsetzung der neuen ZPO, in:
FamPra.ch 2014, S. 322). Vorliegend unterliess es die Gesuchstellerin vor
Vorinstanz, Ausführungen zum Zustand der ehelichen Liegenschaft bzw. zu an-
stehenden Unterhalts- oder Reparaturarbeiten zu machen oder den Liegen-
schaftswert auch nur annähernd zu beziffern, verwies sie in Bezug auf die geltend
gemachten Fr. 300.– für wohnungsinterne Unterhalts- und Reparaturkosten doch
einzig auf das Alter der ehelichen Liegenschaft von fast 9 Jahren (Urk. 10 S. 5).
Ihre erstmals im Berufungsverfahren aufgestellte Behauptung, der Verkehrswert
der ehelichen Liegenschaft belaufe sich gemäss einer vom Gesuchsgegner Ende
Oktober 2018 eingeholten "Parteieinschätzung" der F._ Immobilien AG auf
Fr. 850'000.– (Urk. 25 S. 9), erweist sich damit als verspätet und kann demnach
nicht mehr berücksichtigt werden. Einziger Anhaltspunkt ist daher der von der
Vorinstanz herangezogene Kaufpreis von Fr. 665'000.– (Urk. 17 E. 4.4.3.2/2,
S. 14 i.V.m. Urk. 11/3a). Unter Berücksichtigung des für Stockwerkeigentumslie-
genschaften vorgesehenen Ansatzes von 0.7 % ergibt sich somit eine Pauschale
von jährlich Fr. 4'655.– bzw. von monatlich Fr. 388.–. Da die effektiven Nebenkos-
ten diesen Betrag bereits übersteigen, bleibt für die Anrechnung weiterer Repara-
tur- und Unterhaltskosten kein Raum.
Hinsichtlich der Kosten für die Gebäudeversicherung macht der Gesuchs-
gegner geltend, die Vorinstanz habe zu Unrecht Kosten von jährlich Fr. 651.16
- 18 -
resp. von monatlich Fr. 54.– angerechnet. Soweit er vorbringt, die Gebäudeversi-
cherung betrage gemäss der eingereichten Police lediglich Fr. 77.15 pro Jahr,
wohingegen die übrigen Kosten insbesondere die Hausrat- und Privathaftpflicht-
versicherung beträfen (Urk. 16 S. 15), ist ihm zuzustimmen (vgl. Urk. 11/5). Aller-
dings weist die Gesuchstellerin zu Recht darauf hin, dass der Gesuchsgegner vor
Vorinstanz Gebäudeversicherungskosten von Fr. 15.– pro Monat anerkannt hatte
(Urk. 25 S. 8 i.V.m. Urk. 12 S. 9). Entsprechend sind statt der vorinstanzlich ange-
rechneten Fr. 54.– pro Monat Fr. 15.– pro Monat zu berücksichtigen.
Der Einwand der Gesuchstellerin, wonach zu den anrechenbaren Neben-
kosten auch die individuellen EWZ-Kosten von monatlich Fr. 40.– gehören wür-
den (vgl. Urk. 25 S. 8), geht ins Leere, zumal Energiekosten (ohne Heizung) be-
reits im Grundbetrag enthalten sind (vgl. zu den zutreffenden Ausführungen der
Vorinstanz Urk. 17 E. 4.4.3.2/2, S. 14 mit Verweis auf Ziffer II des Kreisschreibens
der Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich betreffend
Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums vom
16. September 2009 [nachfolgend Kreisschreiben]). Dass es sich bei dem EWZ-
Kosten nicht um Heizkosten handelt, geht zudem aus dem Umstand hervor, dass
Heiz- und Warmwasserkosten bereits in der Betriebskosten-Abrechnung 2017
enthalten sind (vgl. Urk. 11/19).
Hinsichtlich der Amortisationen von monatlich Fr. 167.– macht der Gesuchs-
gegner – wie bereits vor Vorinstanz (vgl. Prot. I S. 5) – geltend, dass solche Kos-
ten im Bedarf nicht hinzuzurechnen seien, zumal diese der Schuldenreduktion
und somit der Vermögensbildung dienten (Urk. 16 S. 22). Überdies sei zu berück-
sichtigen, dass mit dem Eheschutzurteil die Gütertrennung angeordnet worden
sei, womit die Vermögensbildung einseitig zu Gunsten der Gesuchstellerin gehen
würde (Urk. 16 S. 22 f.). Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte (vgl. Urk. 17
E. 4.4.3.2/10, S. 19), ist die Amortisation von Grundpfandschulden bei der Be-
rechnung von Unterhaltsbeiträgen im Bedarf nur ausnahmsweise zu berücksichti-
gen, wenn der Schuldner gesetzlich oder vertraglich zur Amortisation verpflichtet
ist und es die finanziellen Verhältnisse zulassen. Ergänzend ist festzuhalten, dass
es bei Abzahlungsschulden auch darauf ankommen muss, ob die Darlehensver-
- 19 -
pflichtung gleichermassen und weiterhin den Interessen beider Ehegatten dient
(FamKomm Scheidung/Schwenzer/Büchler, Art. 125 N 104 mit Verweis auf
BGE 127 III 289 E. 2a/bb; siehe auch BGer 5A_780/2015 vom 10. Mai 2016,
E. 2.7). Vorliegend haben sich die Parteien im Darlehensvertrag vom 16. August
2010 gemeinsam gegenüber der G._-Bank dazu verpflichtet, ihre auf der
ehelichen Liegenschaft lastende Festhypothek von Fr. 510'000.– mit jährlich
Fr. 2'000.– zu amortisieren (vgl. Urk. 11/3a). Die Hypothekarschuld wurde damit
vor Aufhebung des gemeinsamen Haushalts zum Zwecke des Unterhalts beider
Ehegatten begründet. Zudem liegt es auch im Interesse des Gesuchsgegners,
dass die Amortisation nach der Aufnahme des Getrenntlebens weiterhin vertrags-
gemäss bezahlt wird, zumal damit die gemeinsame Darlehensschuld gegenüber
der G._-Bank verringert wird. Die Anordnung der Gütertrennung hat zwar zur
Folge, dass sämtliche ab 29. Januar 2019 geleisteten Amortisationen nicht mehr
als Leistungen aus Errungenschaft sondern als solche aus Eigengut zu qualifizie-
ren sind. Ob solche von der Gesuchstellerin geleisteten, aber über den Unterhalt
des Gesuchsgegners finanzierten Abzahlungen bei der güterrechtlichen Ausei-
nandersetzung als variable Ersatzforderung des Eigenguts der Gesuchstellerin zu
berücksichtigen wären (vgl. Art. 209 Abs. 3 ZGB), steht jedoch im heutigen Zeit-
punkt noch nicht fest, sondern wird im Rahmen des Güterrechts bei der Schei-
dung zu klären sein. Insofern kann nicht gesagt werden, dass die Rückzahlung
der Darlehensschuld resp. die Anrechnung der entsprechenden Amortisations-
zahlungen einzig im Interesse der Gesuchstellerin liegt. Wie noch zu zeigen sein
wird (vgl. unten Ziff. 1.7), resultiert aus der Gegenüberstellung der Gesamtein-
kommen und Gesamtbedarfe der Parteien ein Überschuss, sodass auch die fi-
nanziellen Verhältnisse der Parteien eine Berücksichtigung der Amortisationszah-
lung von Fr. 167.– ohne Weiteres erlauben. Alles in allem erfolgte die Anrechnung
dieses Betrages somit zu Recht.
Mit derselben Argumentation sind – wie die Gesuchstellerin zu Recht vor-
bringt (vgl. Urk. 25 S. 15) – auch die Prämien der verpfändeten Lebensversiche-
rung von Fr. 562.– pro Monat in ihrem Bedarf zu berücksichtigen: Gemäss dem
im Recht liegenden Verpfändungsvertrag vom 16. August 2010 hat die Gesuch-
stellerin ihre Ansprüche aus der gebundenen Lebensversicherung bei der
- 20 -
H._ Versicherung der G._-Bank verpfändet und sich damit verpflichtet,
die Prämien für die verpfändete Lebensversicherung gemäss Police Nr. ... pünkt-
lich zu entrichten (Urk. 11/11a Ziff. 1 und Ziff. 3). Dass diese Verpfändung an die
Hypothekarbank der Parteien zur Sicherstellung der auf der ehelichen Liegen-
schaft lastenden Grundpfandschuld erforderlich war, blieb vorinstanzlich genauso
unbestritten wie die geltend gemachte Dauer der Verpflichtung bis 1. Dezember
2020 (vgl. Urk. 10 S. 6; Urk. 12 S. 8 ff.; Prot. I S. 5 und S. 14). Damit erfolgte die
mit der Verpfändung einhergehende Schuldverpflichtung der Gesuchstellerin
ebenfalls zum Zwecke des Unterhalts beider Ehegatten. Da das Pfand auch für
Forderungen der Bank gegenüber dem Gesuchsgegner haftet (vgl. Urk. 11/11a
Ziff. 2) und die Hypothekarschuld durch Einzahlung der verpfändeten Versiche-
rungsprämien indirekt amortisiert wird, liegt es auch im Interesse des Gesuchs-
gegners, dass die Lebensversicherungsprämien weiterhin bezahlt werden. Die
Frage, wie die nach dem Wechsel zum Güterstand der Gütertrennung einbezahl-
ten Prämien güterrechtlich zu behandeln sind, ist – wie erwähnt – nicht im vorlie-
genden Verfahren zu klären. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz (vgl.
Urk. 17 E. 4.4.3.2/11, S. 20) erscheint es damit nicht gerechtfertigt, die sog. indi-
rekte Amortisation im Rahmen der Bedarfsberechnung anders zu behandeln wie
die direkte Amortisation.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die Wohnkosten der Gesuch-
stellerin auf gesamthaft Fr. 2'313.– belaufen (Fr. 1'163.– Hypothekarzinsen,
Fr. 406.– Nebenkosten, Fr. 15.– Gebäudeversicherung, Fr. 167.– direkte Amorti-
sation, Fr. 562.– Lebensversicherungsprämien bzw. indirekte Amortisation).
c) Hausrat- und Haftpflichtversicherung
Diesbezüglich stellte die Vorinstanz auf die im Recht liegende Haushaltsver-
sicherungs-Police der H._ Versicherungs-Gesellschaft AG vom 2. Mai 2016
ab, gemäss welcher eine Jahresprämie von Fr. 584.70 und mithin eine Monats-
prämie von Fr. 49.– ausgewiesen sei (Urk. 17 E. 4.4.3.2/3, S. 15). Soweit der Ge-
suchsgegner im Berufungsverfahren erneut vorbringt, es sei lediglich mit dem ge-
richtsüblichen Betrag von Fr. 30.– gemäss Empfehlung der "Arbeitsgruppe neues
Unterhaltsrecht" zu rechnen (vgl. Urk. 16 S. 18), kann auf die zutreffenden Aus-
- 21 -
führungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. Urk. 17 E. 4.4.3.2/3, S. 15).
Sein weiterer Einwand, wonach gemäss neuerer Aufstellung der Gesuchstellerin
lediglich Fr. 45.– ausgewiesen seien (Urk. 16 S. 18 mit Verweis auf Urk. 11/5), er-
folgt verspätet, zumal die undatierte Police der L._ (Urk. 11/5) bereits im vor-
instanzlichen Verfahren vorlag, der Gesuchsgegner dannzumal jedoch nicht gel-
tend gemacht hatte, dass es sich dabei um eine aktuellere Police handeln soll. In-
sofern bleibt es beim vorinstanzlich angerechneten Betrag von Fr. 49.– pro Mo-
nat.
d) Kommunikationskosten
Die Vorinstanz berücksichtigte bei beiden Parteien Kommunikationskosten
von je Fr. 200.– pro Monat und erwog dazu, dass dieser Aufwand zwar über dem
gerichtsüblichen Betrag liege. Angesichts des Umstandes, dass beide Parteien
Verbindungen ins Ausland hätten und die finanziellen Verhältnisse der Parteien
zudem ausreichend seien, rechtfertige sich jedoch bei beiden Parteien eine Erhö-
hung der gerichtsüblichen Pauschale auf Fr. 200.– pro Monat (Urk. 17
E. 4.4.3.2/4, S. 15). Mit diesen Erwägungen setzt sich der Gesuchsgegner in sei-
ner Berufungsschrift nicht auseinander. Er hält lediglich daran fest, dass gemäss
der Empfehlung der "Arbeitsgruppe neues Unterhaltsrecht" Billaggebühren von
Fr. 40.– und Kommunikationskosten von Fr. 120.– gerichtsüblich seien (Urk. 16
S. 18; so bereits in Urk. 12 S. 9). Seine weiteren Ausführungen betreffend Man-
kosituation (vgl. Urk. 16 S. 18) sind zudem nicht einschlägig, zumal weder ge-
mäss vorinstanzlicher noch gemäss vorliegender Unterhaltsberechnung ein Man-
ko resultiert (vgl. Urk. 17 E. 4.4.4, S. 21 sowie unten Ziff. 1.7). Unbegründet ist
auch das Vorbringen der Gesuchstellerin, wonach ihr die effektiven und belegten
Kommunikationskosten von Fr. 200.– pro Monat zuzüglich Radio- und Fernseh-
gebühr von Fr. 30.– anzurechnen seien (vgl. dazu Urk. 25 S. 10). Dass die Vorin-
stanz nicht die effektiven Kommunikationskosten, sondern lediglich eine erhöhte
Pauschale eingesetzt hat, ist nicht zu beanstanden, zumal bei der zweistufigen
Berechnungsmethode grundsätzlich kein Anspruch auf Anrechnung der tatsächli-
chen, dem bisherigen Lebensstandard entsprechenden Ausgaben besteht (vgl.
OGer ZH LE170003 vom 22. November 2017, E. II/4.1 und E. III/2.1 m.w.H.). So-
- 22 -
weit die effektiven Kommunikationskosten der Gesuchstellerin den angemesse-
nen Pauschalbetrag von Fr. 200.– übersteigen, hat sie diese somit aus ihrem
Überschuss zu bezahlen.
e) Krankenkassenprämien
Die Vorinstanz rechnete der Gesuchstellerin die in der Police der I._
vom 26. Oktober 2018 ausgewiesenen Krankenkassenprämien von insgesamt
Fr. 337.–, nämlich Fr. 305.– KVG und Fr. 31.60 VVG an (Urk. 17 E. 4.4.3.2/5,
S. 16 i.V.m. Urk. 11/9). Dieser Gesamtbetrag wurde vom Gesuchsgegner vor-
instanzlich anerkannt (vgl. Prot. I S. 5 i.V.m. Urk. 10 S. 5). Bereits aus diesem
Grund zielt sein in der Berufungsschrift erhobener Einwand, es seien Fr. 2.40 für
die Unfallversicherung abzuziehen und mithin lediglich Fr. 334.20 anzurechnen
(vgl. Urk. 16 S. 18), ins Leere.
f) Ungedeckte Gesundheitskosten
Die Vorinstanz gestand der Gesuchstellerin ungedeckte Gesundheitskosten
von monatlich Fr. 200.– zu, welche vom Gesuchsgegner bestritten wurden (vgl.
dazu Urk. 12 S. 10; Prot. I S. 5). Dazu erwog sie, die Gesuchstellerin habe im
Jahr 2017 Krankheits- und Unfallkosten von Fr. 2'040.10 und im Jahr 2018 solche
von Fr. 273.45 selbst tragen müssen. Für das Jahr 2019 seien zwei ärztliche
Zeugnisse und eine Untersuchungsaufforderung der Radiologie des ... Spitals
J._ beigebracht worden, die zumindest zeigen würden, dass auch im laufen-
den Jahr wieder Arztbesuche anstehen würden. Da die Gesuchstellerin gemäss
Arztzeugnis an einer rezidivierenden Pneumonie leide, erscheine der von ihr gel-
tend gemachte Betrag von Fr. 200.– pro Monat für Selbstbehalt und Franchise
durchaus angemessen (Urk. 17 E. 4.4.3.2/6, S. 17 mit Verweis auf Urk. 11/10a-
10d). Der Gesuchsgegner macht berufungsweise geltend, es seien bloss die be-
legten Durchschnittskosten der Jahre 2017 und 2018 und mithin monatlich
Fr. 96.40 (Fr. 170.– im Jahr 2017 sowie Fr. 22.80 im Jahr 2018) anzurechnen,
zumal Kosten im Hinblick auf die Pneumonie nicht belegt worden seien (Urk. 16
S. 19 f.). Im vorinstanzlichen Verfahren führte die Gesuchstellerin mit Bezug auf
künftig anfallende Gesundheitskosten aus, sie sei aufgrund ihrer phasenweise
- 23 -
wiederkehrenden Lungenentzündung im Jahr 2019 bereits zweimal zu 100 % ar-
beitsunfähig gewesen und habe medikamentös behandelt werden müssen. Auch
habe sie sich deswegen einer Abklärung im ... Spital J._ unterzogen. Die Er-
gebnisse der Abklärung und die Arztrechnungen 2019 seien ausstehend, weshalb
dazu noch keine Unterlagen eingereicht werden könnten (Urk. 10 S. 5). Im Beru-
fungsverfahren reicht die Gesuchstellerin schliesslich zwei Leistungsabrechnun-
gen der I._ sowie einen Radiologiebefund des ... Spitals J._ nach
(Urk. 27/6-7). Die erste Leistungsabrechnung datiert vom 9. März 2019 (Urk. 27/6
Blatt 2) und damit vor dem erstinstanzlichen Urteil. Da die Gesuchstellerin nicht
dargelegt hat, weshalb sie dieses unechte Novum nicht bereits im vorinstanzli-
chen Verfahren nachreichen konnte (vgl. Urk. 25 S. 11; Urk. 35 S. 2), hat die erste
Leistungsabrechnung vorliegend unberücksichtigt zu bleiben. Gleiches gilt für den
Radiologiebefund vom 25. Februar 2019 (Urk. 27/7). Als echtes und zulässiges
Novum zu berücksichtigen ist demgegenüber die Leistungsabrechnung vom
6. April 2019 (Urk. 27/6 Blatt 1). Gemäss Police der I._ 2019 beträgt die Jah-
resfranchise der Gesuchstellerin Fr. 1'500.– und ihr Selbstbehalt Fr. 700.– pro
Jahr (Urk. 11/9). Da mit der Leistungsabrechnung vom 6. April 2019 bereits unge-
deckte Gesundheitskosten für die Behandlung vom 4. Januar bis 15. März 2019 in
der Höhe von Fr. 1'137.55 ausgewiesen sind (Urk. 27/6 Blatt 1), erscheint glaub-
haft, dass die Gesuchstellerin ihre Franchise auch im Jahr 2019 ausschöpfen
wird. Unter Hinzurechnung des Selbstbehalts ergeben sich somit monatliche Kos-
ten von rund Fr. 183.– (Fr. 1'500.– zuzüglich Fr. 700.– geteilt durch 12 Monate).
Insofern erweist sich der zuletzt erhobene Einwand des Gesuchsgegners, es sei-
en anstatt der monatlichen Kosten von Fr. 200.– maximal Fr. 183.– anzurechnen
(vgl. Urk. 31 S. 10), als berechtigt.
g) Mobilitätskosten
Die Vorinstanz ging mit der Gesuchstellerin davon aus, dass diese für den
Arbeitsweg auf ein Fahrzeug angewiesen sei, zumal sie mit den öffentlichen Ver-
kehrsmittel pro Wegstrecke über eine Stunde benötigen würde, was nicht zumut-
bar sei. Für den Arbeitsweg wurden daher Kosten von Fr. 411.60 (Fr. 0.70 x
28 km x 21 Arbeitstage) berücksichtigt. Zudem wies die Vorinstanz darauf hin,
- 24 -
dass darüber hinausgehende Kosten für das Fahrzeug "keinen Kompetenzcha-
rakter" hätten. Nichtsdestotrotz wurden der Gesuchstellerin für die privat gefahre-
nen Kilometer zusätzlich Fr. 100.– pro Monat angerechnet, dies mit der Begrün-
dung, die Benützung des eigenen Fahrzeugs habe seit vielen Jahren zum eheli-
chen Standard gehört (Urk. 17 E. 4.4.3.2/7, S. 17 f.). Soweit der Gesuchsgegner
den Kompetenzcharakter des Fahrzeugs in Bezug auf den Arbeitsweg bestreitet
(vgl. Urk. 16 S. 20 f.), kann ihm nicht gefolgt werden. Wie die Gesuchstellerin vor-
instanzlich glaubhaft dargelegt und mittels entsprechender Internet-Auszügen be-
legt hat (Urk. 10 S. 6 i.V.m. Urk. 11/12b-12c), würde die Gesuchstellerin mit den
öffentlichen Verkehrsmitteln für ihren Arbeitsweg etwas mehr als eine Stunde be-
nötigen, wohingegen sie die 14 Kilometer lange Strecke von D._ nach
K._ mit dem Auto innert 12 Minuten zurücklegen kann. Daraus ergibt sich pro
Arbeitstag eine Zeitersparnis von über eineinhalb Stunden, was die Benützung
der öffentlichen Verkehrsmittel bei einem 100 %-Pensum als unzumutbar er-
scheinen lässt. Zuzustimmen ist dem Gesuchsgegner jedoch darin, dass für Pri-
vatfahrten keine weiteren Kosten im Notbedarf der Gesuchstellerin anzurechnen
sind (vgl. Urk. 16 S. 21). Solche Kosten sind bei der zweistufigen Berechnungs-
methode nämlich grundsätzlich auch dann aus dem Überschuss zu bezahlen,
wenn sie bis anhin zum ehelichen Lebensstandard gehört haben. Entgegen der
Ansicht der Gesuchstellerin (vgl. Urk. 25 S. 12 f.) sind daher auch für die zusätzli-
chen Fahrtkosten im Zusammenhang mit der Enkel-Betreuung keine weiteren
Kosten anzurechnen. Überdies ist darauf hinzuweisen, dass Kosten für den Rad-
wechsel – wie sie die Gesuchstellerin im Berufungsverfahren neu geltend macht
(vgl. Urk. 25 S. 13 i.V.m. Urk. 27/8) – bereits in der Kilometerpauschale von
Fr. 0.70 enthalten sind. Alles in allem sind somit lediglich Mobilitätskosten von
Fr. 412.– zu berücksichtigen.
h) Kosten für auswärtige Verpflegung
Die Vorinstanz erachtete es als angemessen, für die auswärtige Verpflegung
Auslagen von Fr. 10.– pro Arbeitstag bzw. von Fr. 220.– pro Monat im Bedarf der
Gesuchstellerin einzusetzen (Urk. 17 E. 4.4.3.2/8, S. 18 f.). Der Gesuchsgegner
ist der Ansicht, die Gesuchstellerin habe keinerlei Kosten für auswärtige Verpfle-
- 25 -
gung nachgewiesen, weshalb auch keine solchen zu berücksichtigen seien
(Urk. 16 S. 22). Wie die Gesuchstellerin im Rahmen ihrer Berufungsantwort zu
Recht vorbringt (vgl. Urk. 25 S. 14), blieb im vorinstanzlichen Verfahren unbestrit-
ten, dass ihre Mittagspause kurz ist, dass sie am Arbeitsort über keine Kantine
verfügt und dass sie vom Arbeitgeber auch keine Spesenentschädigung für die
Mittagsverpflegung erhält (vgl. Urk. 10 S. 6; Prot. I S. 5). Bereits daraus ergibt
sich, dass die Gesuchstellerin ihr Mittagessen weder vergünstigt beziehen, noch
zu Hause einnehmen kann. In der persönlichen Befragung vom 14. März 2019 hat
die Gesuchstellerin zudem glaubhaft dargelegt, dass sie derzeit aufgrund der Un-
terstützung ihrer kranken Tochter sowie wegen der vielen eigenen Arzttermine
nicht dazu komme, jeden Abend etwas vorzukochen, sodass sie für die Mittags-
verpflegung manchmal auf ein Restaurant angewiesen sei (vgl. Prot. I S. 7). Ent-
sprechend fallen ihr effektiv Mehrauslagen für die auswärtige Verpflegung an,
welche mit einem Zuschlag zu berücksichtigen sind. Der von der Vorinstanz an-
gewandte Ansatz von Fr. 10.– pro Mittagessen erscheint dabei als angemessen
(vgl. dazu auch Six, Eheschutz, Handbuch für die Praxis, 2. Aufl., Rz 2.122). Da
die Gesuchstellerin jedoch selbst angab, sich nicht jeden Mittag, sondern nur
manchmal im Restaurant zu verpflegen (vgl. Prot. I S. 7), rechtfertigt es sich, nur
für jeden zweiten Arbeitstag Mehrkosten von Fr. 10.– aufzurechnen. Insgesamt
sind daher nur monatlich Fr. 110.– für die auswärtige Verpflegung einzusetzen.
i) Verwandtenbesuche
Soweit die Gesuchstellerin in ihrer Berufungsantwort beanstandet, dass die
Vorinstanz ihr keine Kosten für die Reisen zu ihren Verwandten in Kanada und
auf den Philippinen angerechnet hat (vgl. Urk. 25 S. 15), kann ihr nicht gefolgt
werden. Solche Reisen sind bei der zweistufigen Berechnungsmethode – selbst
wenn sie zum ehelichen Lebensstandard gehört hätten – aus dem Überschuss zu
finanzieren und somit nicht im Rahmen der Berechnung des familienrechtlichen
Existenzminimums zu berücksichtigen (vgl. OGer ZH LE170003 vom
22. November 2017, E. III/2.1 m.w.H.).
j) Steuern
- 26 -
Die Vorinstanz schätzte die künftige Steuerlast der Gesuchstellerin auf mo-
natlich Fr. 650.– pro Monat (Urk. 17 E. 4.4.3.2/12, S. 20 f.). Der Gesuchsgegner
ist der Ansicht, es sei lediglich mit Fr. 500.– pro Monat zu rechnen. Dies begrün-
det er lediglich damit, dass nach seiner Berechnung tiefere Unterhaltsbeiträge ge-
schuldet seien (vgl. Urk. 16 S. 23). Da die Höhe der Unterhaltsbeiträge vorliegend
nicht geändert wird (vgl. unten Ziff. 1.7), zielen seine Vorbringen ins Leere.
k) Total
Unter Berücksichtigung der vorgenannten Änderungen beläuft sich der Ge-
samtbedarf der Gesuchstellerin auf Fr. 5'454.– pro Monat.
1.6 Bedarf des Gesuchsgegners
a) Grundbetrag
Auch auf Seiten des Gesuchsgegners blieb der angerechnete Grundbetrag
von Fr. 1'200.– pro Monat unangefochten, weshalb sich weitere Ausführungen
dazu erübrigen.
b) Wohnkosten
Hinsichtlich der Wohnkosten erwog die Vorinstanz, dass die aktuellen Miet-
zinse von brutto Fr. 2'210.– pro Monat – entgegen der Ansicht der Gesuchstellerin
– dem Gesuchsgegner vollumfänglich zuzugestehen seien, zumal diese dem bis
anhin gelebten ehelichen Standard entsprächen und sich in einem ähnlichen
Rahmen wie diejenigen der Gesuchstellerin bewegen würden. Zudem seien auch
die Kosten des Parkplatzes von monatlich Fr. 140.– anzurechnen. Da der Ge-
suchsgegner nicht mehr berufstätig sei, komme dem Fahrzeug zwar an sich keine
Kompetenzqualität im Sinne des Kreisschreibens zu. Das Fahrzeug gehöre je-
doch zum ehelichen Standard, hätten die Parteien doch während vieler Jahre
über zwei Fahrzeuge verfügt. Alles in allem seien somit die vom Gesuchsgegner
geltend gemachten Wohnkosten von Fr. 2'350.– in der Bedarfsrechnung einzu-
setzen (Urk. 17 E. 4.4.3.2/2, S. 14). In seiner Berufungsschrift beanstandet der
Gesuchsgegner die vorinstanzlichen Erwägungen zum Fahrzeug und macht unter
- 27 -
Hinweis auf seinen Gesundheitszustand geltend, dass er auf ein Fahrzeug ange-
wiesen sei (vgl. Urk. 16 S. 16 ff.). Da er die Wohnkosten an sich jedoch nicht be-
streitet, ist auf seine Ausführungen an dieser Stelle nicht weiter einzugehen (vgl.
zu den Mobilitätskosten unten lit. g). Die Gesuchstellerin hält Wohnkosten von
monatlich Fr. 2'350.– nach wie vor für unangemessen und macht geltend, die Par-
teien hätten bisher zu zweit in der ehelichen Wohnung gelebt, die weniger Kosten
verursache. Der Gesuchsgegner habe keinen Anspruch auf Anrechnung von hö-
heren Wohnkosten als die Gesuchstellerin (Urk. 25 S. 9). Da der Gesuchstellerin
zur Finanzierung der ehelichen Eigentumsliegenschaft – in welcher sie im Übrigen
ebenfalls alleine wohnt – zusätzlich die Kosten der direkten und indirekten Amor-
tisation und mithin gesamthaft monatlich Fr. 2'313.– angerechnet werden (vgl.
oben Ziff. 1.5/b), zielt ihre Berufung auf den Gleichbehandlungsgrundsatz ins Lee-
re. Auch ihre Beanstandungen in Bezug auf die Parkplatzkosten (vgl. dazu
Urk. 25 S. 9) sind unbegründet, zumal dem Gesuchsgegner – wie noch zu zeigen
sein wird (vgl. unten lit. g) – ein Fahrzeug zuzugestehen ist.
c) Hausrat- und Haftpflichtversicherung
Die Vorinstanz rechnete dem Gesuchsgegner gestützt auf die im Recht lie-
gende Police der L._ monatlich Fr. 24.– für die Hausrat- und Haftpflichtversi-
cherung an (Urk. 17 E. 4.4.3.2/3, S. 15). Die Kritik des Gesuchsgegners, wonach
monatlich Fr. 25.– ausgewiesen seien, zumal die Police erst ab dem 15. Januar
2019 gelte (vgl. Urk. 16 S. 18), ist unbegründet. Bei dem in der Police aufgeführ-
ten Betrag von Fr. 287.96 handelt es sich um eine Jahresprämie (vgl. Urk. 7/15),
weshalb der Zeitpunkt des Vertragsbeginns nicht von Relevanz ist.
d) Kommunikationskosten
Soweit der Gesuchsgegner die Anrechnung der Kommunikationskosten von
Fr. 200.– in seinem Bedarf beanstandet, kann auf das bereits Ausgeführte ver-
wiesen werden (vgl. oben Ziff. 1.5/d). Da die Gesuchstellerin vor Vorinstanz
Fr. 200.– im Bedarf des Gesuchsgegners anerkannte (vgl. Urk. 10 Anhang), sind
ihre neuen Vorbringen in der Berufungsantwort (vgl. Urk. 25 S. 10) vorliegend
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nicht mehr zu hören. Es bleibt damit bei Kommunikationskosten von Fr. 200.– pro
Monat.
e) Krankenkassenprämien
Die Vorinstanz kürzte die in der Police der I._ ausgewiesenen Kranken-
kassenprämien von gesamthaft monatlich Fr. 566.20 (KVG und VVG) auf
Fr. 488.–. Sie erwog dazu, die Gesuchstellerin habe glaubhaft dargelegt, dass der
Gesuchsgegner über eine Lohnausfall-Taggeldversicherung – die sog. M._
Taggeldversicherung für Fr. 11.– pro Monat – verfüge, welche er infolge Pensio-
nierung gar nicht benötige. Auch der von der Gesuchstellerin geltend gemachte
Abzug für die sog. N._ Spitalgeldversicherung von monatlich Fr. 67.50 sei
berechtigt, da eine solche bezwecke, anfallende Kosten für eine Haushaltshilfe,
für die Betreuung von Kindern oder für allfällige Einkommensausfälle auszuglei-
chen, was der Gesuchsgegner ebenfalls nicht benötige (Urk. 17 E. 4.4.3.2/5,
S. 16). Im Berufungsverfahren beanstandet der Gesuchsgegner diese beiden Ab-
züge (Urk. 16 S. 19). Da er vor Vorinstanz nicht bestritt, dass er die M._-
Taggeldversicherung nicht benötige (vgl. Prot. I S. 6), kann er aus seinem Vor-
bringen, es handle sich dabei um eine KVG- und nicht um eine VVG-
Versicherung, nichts zu seinen Gunsten ableiten. Auch soweit er vorbringt, die
Prämien dieser Taggeldversicherung seien ihm bis mindestens zum nächstmögli-
chen Kündigungstermin Ende 2019 anzurechnen, zumal er diese bis dahin zu be-
zahlen habe (Urk. 16 S. 19), kann ihm nicht gefolgt werden. Die Gesuchstellerin
hat vorinstanzlich dargelegt, dass der Gesuchsgegner die Möglichkeit habe, diese
Versicherung sofort aufzulösen, weil er die Voraussetzungen für deren Abschluss
(Nichterreichen des AHV-Alters) nicht erfüllt habe (vgl. Urk. 10 S. 8; Prot. I S. 13).
Dies wurde weder bestritten, noch hat der Gesuchsgegner dargelegt geschweige
denn belegt, dass es ihm nicht möglich wäre, die Versicherung per sofort aufzulö-
sen (vgl. Prot. I S. 6 und S. 15). Überdies rechtfertigt es sich auch aufgrund der
Geringfügigkeit des Betrages (Fr. 11.– pro Monat) nicht, diese während einer kur-
- 29 -
zen Übergangsfrist anzurechnen, könnte der Gesuchsgegner diesen Betrag doch
ohne Weiteres aus seinem Überschuss decken, sofern eine sofortige Auflösung
der Versicherung denn nicht möglich sein sollte. Auch die im Berufungsverfahren
erhobene Kritik an der Nichtberücksichtigung der Prämien der N._ Spital-
geldversicherung von Fr. 67.50 pro Monat (vgl. dazu Urk. 16 S. 19) ist unbegrün-
det. Die Gesuchstellerin hat vor Vorinstanz glaubhaft dargelegt und unter Einrei-
chung eines entsprechenden Internet-Auszugs belegt, dass der Zweck einer sol-
chen Versicherung darin bestehe, während den Aufenthaltstagen im Spital allfälli-
ge zu Hause anfallende Kosten für Kinderbetreuung, Haushaltshilfe oder andere
Einkommensausfälle abzudecken (Urk. 10 S. 8 i.V.m. Urk. 11/16c). Da der Ge-
suchsgegner vorinstanzlich nicht dargelegt hat, inwiefern ihm im Falle eines Spi-
talaufenthalts solche Kosten anfallen würden, schloss die Vorinstanz zu Recht da-
rauf, dass er keine solche Versicherung benötige. Soweit er nunmehr Ausführun-
gen zur Notwendigkeit einer solchen Versicherung macht und sich insbesondere
darauf beruft, diese Versicherung ermögliche auch die freie Spitalwahl, die Zim-
merwahl und einen schnellen Zugang zu Spezialisten sowie Zweitbeurteilungen
(vgl. Urk. 16 S. 19), erfolgen diese Vorbringen verspätet und sind somit nicht
mehr zu berücksichtigen. Mithin sind die angerechneten Krankenkassenprämien
im Betrag von Fr. 488.– zu bestätigen.
f) Zusätzliche Gesundheitskosten
Die Vorinstanz rechnete dem Gesuchsgegner zusätzliche Gesundheitskos-
ten von Fr. 206.– pro Monat an und stellte dabei auf den Durchschnittswert der
belegten Kosten der Jahre 2017 und 2018 (Urk. 7/13-14) ab. Sie erwog zudem,
dass aus den eingereichten Berichten verschiedener Ärzte keine konkreten Zah-
len hervorgingen, weshalb diese bei der Feststellung der genauen Höhe der Ge-
sundheitskosten wenig hilfreich seien (Urk. 17 E. 4.4.3.2/6, S. 17 mit Verweis auf
Urk. 13/28-31). Der Gesuchsgegner hält daran fest, dass ihm mindestens
Fr. 300.– pro Monat anzurechnen seien, zumal er gesundheitlich schwer ange-
schlagen sei. Insbesondere habe er sich am 19. März 2019 einem operativen
Eingriff am Fuss unterziehen müssen, da sich nach der operativen Korrektur des
Hallux valgus eine therapieresistente Wunde sowie Zysten gebildet hätten. Der
- 30 -
operative Eingriff an der Wunde sei Voraussetzung für die anschliessend drin-
gend erforderliche Operation eines Aneurysmas der Bauchschlagader gewesen.
Die Wunde am Fuss sei mittlerweile zwar erfolgreich operiert worden, doch sei
beim Gesuchsgegner nunmehr Lungenkrebs diagnostiziert worden. Insofern wür-
den weitere die Gesundheit sehr belastende Behandlungen und allenfalls Opera-
tionen anstehen. Zudem benötige er in grösserem Masse pflegerischen Aufwand.
Es sei daher davon auszugehen, dass die ungedeckten Krankheitskosten zusätz-
lich steigen würden, was auch sein Hausarzt Dr. med. O._ in seinem Arztbe-
richt festhalte (vgl. zum Ganzen Urk. 16 S. 6 f. und S. 20). Dem entgegnet die
Gesuchstellerin im Wesentlichen, dass nach wie vor keine konkreten Zahlen zur
Höhe der Arztkosten bekannt seien. Im neu eingereichten Arztbericht vom 4. April
2019 werde zudem keine weitere Behandlung und/oder Operation bestätigt. Aus-
serdem habe der Gesuchsgegner weder Spitex noch Haushaltshilfe. Da davon
auszugehen sei, dass sämtliche noch bestehenden Gesundheitsprobleme von der
Grundversicherung KVG übernommen würden, sei künftig nicht mit ungedeckten
Kosten zu rechnen. Gemäss eigenen Angaben des Gesuchsgegners belaufe sich
der maximale Selbstbehalt auf Fr. 700.– und die Franchise auf Fr. 1'500.– pro
Jahr, was monatlichen Kosten von Fr. 183.– entspreche (Urk. 25 S. 12 mit Ver-
weis auf Prot. I S. 8). Zwar hat der Gesuchsgegner mit dem im Berufungsverfah-
ren neu eingereichten Entlassungsbericht der P._-Klinik ... vom 9. Juli 2019
(Urk. 33/7) rechtsgenügend belegt, dass insbesondere wegen seinem Aorten-
aneurysma und seiner verschiedenen Lungenerkrankungen weitere stationäre
Behandlungen und Operationen erfolgten bzw. weitere Arztbesuche und Behand-
lungen anfallen werden. Allerdings ist mit der Gesuchstellerin davon auszugehen,
dass die hierfür anfallenden Behandlungs-, Operations-, und Spitalkosten von der
Krankenkasse gedeckt werden, soweit sie Franchise und Selbstbehalt überstei-
gen. Der Gesuchsgegner hat weder im vorinstanzlichen Verfahren noch vor Beru-
fungsinstanz dargelegt, inwiefern in Zukunft nicht versicherte Kosten auf ihn zu-
kommen werden. Der blosse Hinweis auf die Bestätigung des Hausarztes
Dr. med. O._, wonach aufgrund verschiedener ernsthafter Erkrankungen
künftig von einem erhöhten pflegerischen Aufwand auszugehen sei (vgl.
Urk. 13/31), genügt diesbezüglich nicht, zumal der Gesuchsgegner auch im Beru-
- 31 -
fungsverfahren keine konkreten Pflege-, Betreuungs-, Haushaltshilfekosten oder
Ähnliches behauptet, geschweige denn belegt hat. Bei dieser Ausgangslage er-
scheint es – entsprechend dem Vorgehen der Vorinstanz – als angemessen, hin-
sichtlich der ungedeckten Gesundheitskosten auf den Durchschnitt der letzten
beiden Jahre abzustellen (vgl. Urk. 7/13-14) und dem Gesuchsgegner Fr. 206.–
pro Monat anzurechnen.
g) Mobilitätskosten
Wie bereits erwähnt (vgl. oben lit. b), sprach die Vorinstanz dem Fahrzeug
des Gesuchsgegners die Kompetenzqualität ab, gestand dem Gesuchsgegner
aber dennoch – unter Hinweis auf den bisherigen Lebensstandard – Fahrzeug-
kosten zu. Dabei erwog sie, dass lediglich die Kosten der Privatnutzung, nicht je-
doch diejenigen, welche im Zusammenhang mit dem freiwillig und unentgeltlich
ausgeübtem "Q._"-Fahrdienst (Fahrdienst für behinderte Personen) entstün-
den, zu berücksichtigen seien. Da der Gesuchsgegner nicht erklärt habe, wie vie-
le Kilometer er tatsächlich pro Monat zurücklege, sei ihm ein Pauschalbetrag von
Fr. 200.– anzurechnen, was in etwa einer Tankfüllung pro Monat sowie einem
monatlichem Anteil an die Kosten für die Strassenverkehrsabgabe und die Motor-
fahrzeugversicherung entspreche. Darüber hinausgehende Fahrzeugkosten habe
der Gesuchsgegner über seinen Frei- oder Grundbetrag zu finanzieren (Urk. 17
E. 4.4.3.2/7, S. 18). Der Gesuchsgegner beanstandet, dass ihm nicht die geltend
gemachten Fr. 369.90 angerechnet worden seien (vgl. Urk. 16 S. 21). Seine Kritik
an der Nichtberücksichtigung der "Q._"-Fahrdienstkosten (vgl. dazu Urk. 16
S. 21) ist unbegründet. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, sind die diesbe-
züglich anfallenden Kosten gerade deshalb nicht im familienrechtlichen Notbedarf
anzurechnen, weil der Gesuchsgegner diese Tätigkeit ehrenamtlich ausübt. So-
weit der Gesuchsgegner weiterhin "Q._"-Fahrdienste leistet, was angesichts
seines derzeitigen Gesundheitszustands fraglich ist, so hat er die damit zusam-
menhängenden Kosten aus seinem Freibetrag zu decken. Dies erscheint auch
aus Gleichbehandlungsüberlegungen gerechtfertigt, werden doch auf Seiten der
Gesuchstellerin gar keine Kosten für Privatfahrten angerechnet (vgl. oben
Ziff. 1.5/g). Damit ist bereits gesagt, dass das Fahrzeug auch dem Gesuchsgeg-
- 32 -
ner nicht zur Beibehaltung des Lebensstandards zuzugestehen ist, sondern viel-
mehr weil er gemäss ärztlicher Bestätigung (vgl. Urk. 13/31) wegen seiner ge-
sundheitlichen Beschwerden zum Erhalt der Selbständigkeit und Mobilität auf ein
solches angewiesen ist. Der Gesuchsgegner hat denn auch – entgegen der An-
sicht der Gesuchstellerin (vgl. Urk. 25 S. 13) – glaubhaft dargetan, dass er trotz
der bereits erfolgten Fuss-Operationen (Hallux und Wunde) aufgrund weiterbe-
stehender Leiden (starke Schmerzen beim Gehen insbesondere wegen periphe-
rer Polyneuropathie, peripherer arterieller Verschlusskrankheit und therapierefrak-
tärem Lumbovertebralsyndrom, vgl. dazu Urk. 13/28) zur Erledigung von Existen-
ziellem (Einkäufe, Arzttermine etc.) ein Fahrzeug benötigt (vgl. Urk. 16 S. 7 und
S. 21). Dass der Gesuchsgegner keinen aktuellen Fahrtauglichkeitstest einge-
reicht hat, vermag – entgegen den Vorbringen der Gesuchstellerin (vgl. Urk. 25
S. 13) – keine Zweifel an seiner Fahrfähigkeit zu begründen, zumal der Gesuchs-
gegner bereits im Rahmen der persönlichen Befragung vom 14. März 2019
glaubhaft dargelegt hat, dass er sich alle zwei Jahre einer Kontrolle unterziehen
müsse und den letzten Test im Februar oder Mai 2018 bestanden habe (vgl. Prot.
I S. 8). Genauso wenig kann aus dem Umstand, dass im Garagen-Mietvertrag
keine Autonummer eines Autos aufgeführt ist (vgl. Urk. 7/8 S. 3), darauf ge-
schlossen werden, dass der Gesuchsgegner gar kein Fahrzeug mehr besitze (vgl.
zu den diesbezüglichen Vorbringen der Gesuchstellerin Urk. 25 S. 14). So ist es
nicht unüblich, keine Autonummer im Garagenmietvertrag aufzunehmen. Über-
dies hat der Gesuchsgegner diese neue Behauptung der Gesuchstellerin im Beru-
fungsverfahren widerlegt, indem er einen aktuellen Verkehrsregisterauszug ins
Recht gelegt hat (vgl. Urk. 33/13). Alles in allem ist damit nicht zu beanstanden,
dass die Vorinstanz dem Gesuchsgegner Mobilitätskosten für die Benützung sei-
nes Fahrzeuges angerechnet hat. In Bezug auf die Höhe dieser Kosten macht der
Gesuchsgegner geltend, er habe vorinstanzlich sehr wohl dargelegt, welche Fahr-
ten er zurücklege und dazu entsprechende Auszüge aus "google-maps" einge-
reicht. Es seien Fahrten zu seinen Ärzten in Zürich und Umgebung, zur
"Q._"-Station in Dübendorf und zum Einkaufen. Insgesamt fielen dabei mo-
natlich etwa 400 Kilometer an, was unter Berücksichtigung eines Ansatzes von
Fr. 0.70 pro Kilometer Kosten von monatlich Fr. 280.– verursache. Hinzuzurech-
- 33 -
nen seien sodann die Kosten für Verkehrssteuern (Fr. 18.15 pro Monat) und Mo-
torfahrzeugversicherung (Fr. 71.75 pro Monat), woraus monatliche Kosten von
Fr. 369.90 resultieren würden (Urk. 16 S. 21). Wie bereits erwähnt, sind die Fahr-
ten zur "Q._"-Station nach Dübendorf nicht zu berücksichtigen. Da diese
gemäss Angaben des Gesuchsgegners bereits 240 Kilometer pro Monat ausma-
chen (einmal pro Woche 55 Kilometer, vgl. Urk. 12 S. 14 und Prot. I S. 9), ist mo-
natlich mit deutlich weniger als 400 Kilometern zu rechnen. Für die Fahrten zum
Einkaufen und zum Hausarzt in D._ dürften monatlich wohl maximal 100 Ki-
lometer anfallen (vgl. Urk. 13/36 Blatt 2). Hinzuzurechnen sind Fahrten zu Fach-
ärzten insbesondere in Zürich (vgl. Urk. 13/36 Blatt 3-5), deren Häufigkeit nicht
genau abgeschätzt werden kann. Unter Berücksichtigung dieser Umstände er-
scheint der vorinstanzlich angerechnete Pauschalbetrag von Fr. 200.– pro Monat
jedenfalls weder als zu tief noch als zu hoch angesetzt.
h) Steuern
Die Vorinstanz schätzte die künftige Steuerlast des Gesuchsgegners auf
Fr. 600.– pro Monat. Dabei erwog sie insbesondere, dass der Gesuchsgegner bei
seiner Steuerberechnung 2018 die inskünftig zu leistenden Unterhaltsbeiträge
nicht abgezogen habe, weshalb sich die von ihm budgetierte Steuerlast von mo-
natlich Fr. 926.65 als zu hoch erweise (Urk. 17 E. 4.4.3.2/12 S. 20 f.). Die vom
Gesuchsgegner erhobene Kritik, es seien selbst nach Abzug der Unterhaltsbei-
träge "ermessensweise" immer noch monatlich Fr. 750.– und nicht bloss Fr. 600.–
anzurechnen (vgl. Urk. 16 S. 23), ist unsubstantiiert und zudem auch unbegrün-
det. Ausgehend von den Steuergrundlagen der Steuerberechnung 2018
(Urk. 7/25) und nach Abzug der zuzusprechenden Unterhaltsbeiträge von jährlich
Fr. 15'456.– (Fr. 1'288.– pro Monat, vgl. unten Ziff. 1.7) ergibt sich unter Zuhilfe-
nahme des kantonalen Steuerrechners sogar eine noch tiefere Steuerbelastung
als vorinstanzlich angenommen. Da die Gesuchstellerin ihrerseits die Steuerposi-
tion jedoch nicht beanstandet (vgl. Urk. 25 S. 15), ist mit dem vorinstanzlich zuge-
standenen Betrag von Fr. 600.– zu rechnen.
- 34 -
i) Zusammenfassung
Alles in allem sind sämtliche Beanstandungen der Parteien mit Bezug auf
die Bedarfspositionen des Gesuchsgegners unbegründet. Sein Bedarf beläuft sich
somit auf insgesamt Fr. 5'268.– pro Monat.
1.7 Konkrete Unterhaltsberechnung
Nach dem Gesagten beläuft sich das Gesamteinkommen der Parteien auf
Fr. 12'286.– (Fr. 4'940.– Einkommen Gesuchstellerin, vgl. oben Ziff. 1.3;
Fr. 7'346.– Einkommen Gesuchsgegner, vgl. oben Ziff. 1.4) und ihr Gesamtbedarf
auf Fr. 10'722.– (Fr. 5'454.– Bedarf Gesuchstellerin, vgl. oben Ziff. 1.5; Fr. 5'268.–
Bedarf Gesuchsgegner, vgl. oben Ziff. 1.6). Aus der Gegenüberstellung von Ge-
samteinkommen und Gesamtbedarf resultiert ein monatlicher Überschuss von
Fr. 1'564.–. Entsprechend dem im Berufungsverfahren unbeanstandet gebliebe-
nen Vorgehen der Vorinstanz (vgl. Urk. 17 E. 4.4.4, S. 21) ist dieser den Parteien
je zur Hälfte zuzuweisen. Die Gesuchstellerin hätte somit Anspruch auf Deckung
eines Betrages von Fr. 6'236.–, nämlich ihres Bedarfs von Fr. 5'454.– sowie des
hälftigen Überschussanteils von Fr. 782.–. Mit ihrem Einkommen kann sie
Fr. 4'940.– selbst decken. Entsprechend ergäbe sich ein Fehlbetrag bzw. eine
monatliche Unterhaltspflicht des Gesuchsgegners von Fr. 1'296.–. Da der Ge-
suchsgegner mit seiner Berufung eine Reduktion der Unterhaltsbeiträge verlangt
und die Gesuchstellerin selber keine Berufung erhoben hat, dürfen die vorinstanz-
lich festgesetzten Unterhaltsbeiträge im Berufungsverfahren jedoch nicht erhöht
werden (Dispositionsmaxime und Verbot der reformatio in peius, vgl. BGE 129 III
417 E. 2.1). Es bleibt damit beim vorinstanzlich festgesetzten Unterhaltsbeitrag
von Fr. 1'288.– pro Monat, weshalb die Berufung abzuweisen ist.
1.8 Rückwirkender Unterhalt / Anrechnung geleisteter Zahlungen
Gemäss vorinstanzlichem Urteil sind die monatlichen Unterhaltsbeiträge von
Fr. 1'288.– rückwirkend ab 1. Dezember 2018 geschuldet (vgl. Urk. 17 E. 4.4.4,
S. 21 und Dispositiv-Ziffer 3). Der Gesuchsgegner beantragt im Berufungsverfah-
ren, die Unterhaltspflicht erst ab 1. Dezember 2019 festzusetzen (vgl. Urk. 16
- 35 -
S. 2). Da dieser Antrag nicht weiter begründet wird (vgl. Urk. 16 S. 4 ff.), ist darauf
grundsätzlich nicht weiter einzugehen.
Zu berücksichtigen ist aber, dass bei einer rückwirkenden Verpflichtung zur
Leistung von Unterhaltsbeiträgen die tatsächlich bereits erbrachten Unterhaltsleis-
tungen anzurechnen sind (ZK-Bräm, Art. 163 ZGB N 150; BK-Hausheer/Reusser/
Geiser, Art. 173 ZGB N 23; ZR 107 Nr. 60). Das Eheschutzgericht darf den Un-
terhaltsschuldner nicht zur Zahlung einer zur Zeit der Festsetzung der Unterhalts-
beiträge bereits erfüllten Schuld verpflichten, da ein allfälliger Anspruch des Un-
terhaltsgläubigers im Umfang der bereits erfolgten Leistung untergegangen ist.
Wenn somit ein Unterhaltsschuldner behauptet, der Unterhaltsgläubigerin seit der
Trennung der Ehegatten bereits Unterhaltsleistungen bezahlt zu haben, dann ist
es notwendig, dass der Eheschutzrichter über die Beträge entscheidet, die an die
ausstehende Schuld angerechnet werden können, und zwar gestützt auf die Be-
hauptungen und die im Verfahren offerierten Beweise (ZR 107 Nr. 60, E. II.2.4;
BGE 135 III 315 E. 2.5; BGE 138 III 583 E. 6.1.1). Im vorinstanzlichen Entscheid
wurden bereits bezahlte Beiträge von insgesamt Fr. 3'735.– berücksichtigt
(Urk. 17 E. 4.4.4, S. 21 und Dispositiv-Ziffer 3), was im Berufungsverfahren von
keiner Partei beanstandet wird (vgl. Urk. 16 S. 3 und S. 25 f.; Urk. 25 S. 17). Ent-
gegen der Vormerkung im vorinstanzlichen Dispositiv betreffen diese bereits ge-
leisteten Zahlungen unbestrittenermassen nicht die Zeitperiode von Januar 2018
bis April 2019 sondern von Dezember 2018 bis April 2019 (vgl. Urk. 12 S. 16;
Prot. I S. 10). Mit Eingabe vom 11. Juni 2019 orientierte die Gesuchstellerin das
hiesige Gericht sodann darüber, dass sämtliche ausstehenden Unterhaltsbeiträge
inzwischen beglichen worden seien (vgl. Urk. 28). Alsdann beantragte der Ge-
suchsgegner in seiner Stellungnahme vom 25. Juli 2019, es seien für die Zeitperi-
ode Dezember 2018 bis August 2019 – neben den bereits vorinstanzlich vorge-
merkten Zahlungen – weitere nachweislich bezahlte Unterhaltsbeiträge von ge-
samthaft Fr. 7'857.– anzurechnen (Urk. 31 S. 2 und S. 14). Diese Zahlungen sind
allesamt durch entsprechende Kontobuchungsunterlagen belegt (vgl. Urk. 33/8-
12). Da die Zahlungen nach dem vorinstanzlichen Urteil getätigt worden sind,
handelt es sich bei diesen neuen Behauptungen und Beweismitteln um echte und
zulässige Noven. Es sind somit auch die weiteren Zahlungen von Fr. 7'857.– an
- 36 -
die rückwirkende Unterhaltspflicht anzurechnen. Insgesamt ist der Gesuchsgeg-
ner seiner Unterhaltspflicht bis und mit August 2019 damit bereits vollumfänglich
nachgekommen (Gesamtzahlungen von Fr. 11'592.– geteilt durch Fr. 1'288.–
ergibt 9 Monate). Entsprechend ist Dispositiv-Ziffer 3 des angefochtenen Urteils
aufzuheben und der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin ab
1. September 2019 und für die weitere Dauer des Getrenntlebens monatliche Un-
terhaltsbeiträge von Fr. 1'288.– zu bezahlen, zahlbar monatlich im Voraus auf den
Ersten eines jeden Monats.
2. Erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen
2.1 Die Vorinstanz setzte die Gerichtsgebühr unangefochten auf
Fr. 5'000.– fest (Urk. 17 E. 5.1, S. 22; Urk. 16 S. 2 und S. 26 ff.). Hinsichtlich der
Verteilung der Prozesskosten erwog sie, dass der Gesuchsgegner mit seinem
Hauptantrag (Nichteintreten) vollumfänglich unterliege. Bei den Unterhaltsbeiträ-
gen obsiege die Gesuchstellerin teilweise, da die festgelegten Unterhaltsbeiträge
näher bei ihrem Antrag lägen als bei demjenigen des Gesuchsgegners. Bei den
übrigen Belangen – welche von untergeordneter Bedeutung gewesen seien – hät-
ten die Parteien übereinstimmende Anträge gestellt. Alles in allem rechtfertige es
sich somit, die Gerichtskosten zu 1/4 der Gesuchstellerin und zu 3/4 dem Ge-
suchsgegner aufzuerlegen. Bei diesem Verfahrensausgang sei der Gesuchsgeg-
ner überdies zu verpflichten, der Gesuchstellerin eine auf die Hälfte reduzierte
Parteientschädigung von Fr. 3'000.– zu bezahlen (vgl. zum Ganzen Urk. 17
E. 5.4 f., S. 23).
2.2 Der Gesuchsgegner ist der Ansicht, die vorinstanzlichen Gerichtskos-
ten hätten den Parteien je hälftig auferlegt und die Parteientschädigungen wettge-
schlagen werden sollen (vgl. Urk. 16 S. 3). Zusammengefasst macht er geltend,
dass sein Nichteintretensantrag bei der Kostenverteilung hätte unberücksichtigt
bleiben müssen, zumal die Prozessvoraussetzungen von Amtes wegen zu prüfen
seien und es somit nicht darauf ankommen könne, ob diesbezüglich ein formeller
Antrag gestellt werde oder nicht. Dass für die Abklärung der Prozessvorausset-
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zungen keine Kosten zu verteilen seien, ergebe sich auch daraus, dass die Vorin-
stanz nur beim Urteil, nicht jedoch bei der Verfügung Kosten festgesetzt habe. Im
Widerspruch dazu habe die Vorinstanz den Antrag auf Nichteintreten im Rahmen
des Urteils jedoch trotzdem beachtet. Zu berücksichtigen sei ferner, dass es dem
Gesuchsgegner aufgrund der unbezifferten Forderungsklage der Gesuchstellerin
im Vornherein nicht möglich gewesen sei, genaue Unterhaltsbeitragsforderungen
zu stellen und er den Unterhaltsbeitrag gestützt auf Annahmen habe beantragen
müssen. Da die Bezifferung äusserst schwierig gewesen und die Höhe der Unter-
haltsbeiträge zum Teil auch vom Ermessen des Gerichts abhängig sei, wäre zu-
mindest von einer hälftigen Verteilung auszugehen gewesen. Zu berücksichtigen
sei ferner, dass in familienrechtlichen Fällen in der Regel von der Verteilung nach
Obsiegen und Unterliegen abgewichen werde. Aufgrund der gleichlautenden An-
träge der Parteien betreffend Trennung, Wohnung, Hausrat und Gütertrennung
wäre dies vorliegend denn auch angemessen gewesen (Urk. 16 S. 26 ff.).
2.3 Wie die Gesuchstellerin zu Recht vorbringt (vgl. Urk. 25 S. 17), geht
aus den Erwägungen der Vorinstanz klar hervor, dass auch die Eintretensverfü-
gung Teil der Kosten- und Entschädigungsfolgen des Gesamtentscheides war.
Dies wurde auch mit der Verwendung des Begriffs "Entscheidgebühr" im Urteils-
dispositiv zum Ausdruck gebracht. Insofern erweist sich die Rüge der Wider-
sprüchlichkeit als unbegründet. Dass der Nichteintretensantrag im Rahmen der
Kostenverteilung berücksichtigt wurde, ist denn auch gerechtfertigt. So hätte die
Vorinstanz ohne die diesbezüglichen Vorbringen des Gesuchsgegners ihr Eintre-
ten nicht gesondert begründen müssen, sondern implizit durch Fällung eines Ur-
teils in der Sache zum Ausdruck bringen können. Insofern ist durch den Hauptan-
trag des Gesuchsgegners ein zusätzlicher Aufwand entstanden, was bei der Kos-
tenverteilung Berücksichtigung finden darf. Ferner ist darauf hinzuweisen, dass
die Gesuchstellerin im Rahmen ihrer Gesuchsbegründung anlässlich der Ver-
handlung die geforderten Unterhaltsbeiträge beziffert und unter Einreichung ent-
sprechender Unterlagen dargelegt hat, wie sich die vorgetragenen Zahlen zu-
sammensetzen. Der Gesuchsgegner war demnach – entgegen seiner Annahme –
nicht mit einer unbezifferten Forderungsklage konfrontiert. Die Verhältnisse waren
denn auch nicht besonders komplex, die eingereichten Unterlagen überdies über-
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schaubar. Insofern kann dem Gesuchsgegner nicht gefolgt werden, wenn er vor-
bringt, die Bezifferung sei vorliegend äusserst schwierig gewesen (vgl. Urk. 16
S. 27). Unter Verweis auf diese Umstände lässt sich eine hälftige Kostenvertei-
lung daher nicht begründen. Ferner ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz
bei ihrem Kostenentscheid in Bezug auf den Unterhaltsstreit das Obsiegen und
Unterliegen berücksichtigt hat (Art. 106 Abs. 1 und Abs. 2 ZPO), zumal sich dies-
bezüglich nicht wie bei den nichtvermögensrechtlichen Kinderbelangen eine hälf-
tige Kostenauflage unabhängig vom Verfahrensausgang rechtfertigt (Art. 107
Abs. 1 lit. c ZPO; ZR 84 Nr. 41). Vor Vorinstanz verlangte die Gesuchstellerin für
die Dauer des Getrenntlebens die Zusprechung von monatlichen Unterhaltsbei-
trägen von Fr. 2'000.– pro Monat (Urk. 10 S. 1), was bei einer angenommenen
Gültigkeitsdauer der vorliegenden Eheschutzmassnahmen von 3 Jahren gesamt-
haft Fr. 72'000.– entspricht. Demgegenüber verlangte der Gesuchsgegner, die
Unterhaltsbeiträge seien auf Fr. 80.– pro Monat festzusetzen (vgl. Urk. 12 S. 2;
entsprechend gesamthaft Fr. 2'880.–). Zugesprochen werden insgesamt rund
Fr. 43'500.– (Fr. 1'288.– x 36 Monate). Ausgehend von den Parteianträgen im
vorinstanzlichen Verfahren obsiegte die Gesuchstellerin damit in Bezug auf den
Unterhaltsstreit zu rund 2/3. Da die Parteien hinsichtlich der übrigen Belange
gleichlautende Anträge gestellt haben, erwies sich der diesbezügliche Aufwand
als geringfügig, weshalb die Vorinstanz diesen Belangen beim Kostenentscheid
zu Recht kein besonderes Gewicht beigemessen hat. Unter Berücksichtigung des
vollumfänglichen Unterliegens des Gesuchsgegners in Bezug auf seinen Nichtein-
tretensantrag und sein Unterliegen zu 2/3 in Bezug auf den Unterhaltsstreit er-
scheint die vorinstanzliche Kostenverteilung im Verhältnis 1/4 (Gesuchstellerin) zu
3/4 (Gesuchsgegner) als angemessen. Entsprechend ist die Berufung auch in
diesem Punkt abzuweisen.
IV.
1. Die Entscheidgebühr für das Berufungsverfahren ist gestützt auf § 12
Abs. 1 und 2 i.V.m. § 5 Abs. 1 und § 6 Abs. 2 lit. b der Gebührenverordnung des
Obergerichts vom 8. September 2010 (GebV OG) auf Fr. 4'500.– festzusetzen.
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2. Da die Änderung in Bezug auf Dispositiv-Ziffer 3 des angefochtenen
Urteils lediglich infolge Anrechnung der bisher geleisteten Zahlungen erfolgt, die
Berufung jedoch im Ergebnis abgewiesen wird (vgl. oben E. III/1.7-1.8), sind die
Gerichtskosten für das Berufungsverfahren dem vollumfänglich unterliegenden
Gesuchsgegner aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO).
3. Zudem ist der Gesuchsgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin für
das Berufungsverfahren eine volle Parteientschädigung zu bezahlen. Diese ist in
Anwendung von § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 3, § 11 Abs. 1 und § 13 Abs. 1 und 2 der
AnwGebV auf Fr. 2'800.– zuzüglich 7.7 % MwSt. (vgl. Urk. 25 S. 2), mithin auf
Fr. 3'016.– festzusetzen.