Decision ID: a2e80559-56b3-4139-b7c6-e38aa4be88a6
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 23.09.2010 Art. 29 Abs. 3 BV (SR 101), Art. 16 Abs. 2, Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG (SR 741.01). Verletzung des rechtlichen Gehörs durch die Verwaltungsbehörde; Heilung im Rekursverfahren. Bindung der Administrativbehörde an die Sachverhaltsfeststellungen im Strafurteil (Verwaltungsrekurskommission, Abteilung IV, 23. September 2010, IV-2010/32).
Präsident Urs Gmünder, Mitglieder Urs Früh und Beat Fritsche; Gerichtsschreiber Vitus
Demont
X, Rekurrent,
vertreten durch lic.iur. Gian Reto Pedolin, Rechtsanwalt, Löwenstrasse 16,
8280 Kreuzlingen,
gegen
Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt, Abteilung Administrativmassnahmen,
Moosbruggstrasse 11, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,
betreffend
Führerausweisentzug (Warnungsentzug)
Sachverhalt:
A.- Am Montag, 9. November 2010, um 00.10 Uhr, lenkte X seinen Personenwagen auf
der Langensteigstrasse in Dietfurt Richtung Lichtensteig. Beim Weiler Langensteig
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rannte gemäss Aussage von X ein Tier, wahrscheinlich ein Dachs, vor sein Fahrzeug
auf die Strasse. Um eine Kollision zu verhindern, leitete er eine Vollbremsung ein.
Dadurch rutschte der Personenwagen auf dem nassen Teerbelag rechtsseitig von der
Strasse ab, prallte in der Folge mit der rechten Fahrzeugfront gegen die rechte
Fahrzeugseite eines parkierten Fahrzeugs und rutschte schliesslich weiter über den
Vorplatz der Liegenschaft, bis er frontal gegen einen Beleuchtungskandelaber prallte
und zum Stehen kam. An der Strassenanlage sowie an den beteiligten Fahrzeugen
entstand ein Sachschaden von insgesamt Fr. 14'000.--.
B.- Mit rechtskräftiger Bussenverfügung des Untersuchungsamtes Gossau vom
16. Dezember 2009 wurde X wegen Nichtbeherrschens des Fahrzeugs gestützt auf
Art. 31 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 90 Ziff. 1 SVG zu einer Busse von Fr. 400.-- verurteilt.
C.- Am 18. Februar 2010 eröffnete das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des
Kantons St. Gallen (nachfolgend: Strassenverkehrsamt) ein
Administrativmassnahmeverfahren. X erhielt Gelegenheit zur Stellungnahme. Mit
Eingabe seines Rechtsvertreters vom 17. März 2010 beantragte er die Einstellung des
Verfahrens ohne Verfügung einer Massnahme, eventualiter sei eine Verwarnung
auszusprechen. In der Folge entzog das Strassenverkehrsamt mit Verfügung vom
19. März 2010 X den Führerausweis wegen Nichtbeherrschens des Fahrzeugs für die
Dauer eines Monats.
D.- Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 1. April 2010 und Ergänzung vom
22. April 2010 erhob X gegen diese Verfügung Rekurs bei der
Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, die Verfügung sei unter Kosten- und
Entschädigungsfolge aufzuheben; eventualiter sei die Streitsache zu neuer
Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Vorinstanz verzichtete auf eine
Vernehmlassung.
Auf die weiteren Ausführungen zur Begründung der Anträge sowie auf die Akten wird,

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
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1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die
Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur
Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 1. April 2010 mit Ergänzung vom 22.
April 2010 ist rechtzeitig eingereicht worden und erfüllt in formeller und inhaltlicher
Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 , 45, 47 und 48 des Gesetzes über
die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den Rekurs ist
einzutreten.
2.- Der Rekurrent rügt eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Insbesondere habe die
Vorinstanz nicht genügend dargelegt, was er falsch gemacht haben soll und wie er sich
richtig hätte verhalten sollen.
a) Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (SR 101, abgekürzt: BV) gewährt den Parteien
Anspruch auf rechtliches Gehör. Aus diesem Anspruch leitet das Bundesgericht die
Pflicht der Behörde ab, ihre Verfügungen und Entscheide zu begründen (z.B. BGE 133
III 439 E. 3.3). Als persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht verlangt dieser
Grundsatz, dass die Behörden die Vorbringen des vom Entscheid oder der Verfügung
in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsächlich hört, sorgfältig und ernsthaft prüft
und in der Entscheidfindung berücksichtigt (G. Steinmann, in: St. Galler Kommentar,
2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2008, N 27 zu Art. 29 BV). Der von einem Entscheid oder
einer Verfügung Betroffene soll wissen, warum die Behörde entgegen seinem Antrag
entschieden hat; die Begründung muss deshalb so abgefasst sein, dass der Betroffene
den Entscheid oder die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann (BGE
133 III 439 E. 3.3). Dies ist nur möglich, wenn sich sowohl der Betroffene als auch die
Rechtsmittelinstanz über die Tragweite des Entscheids oder der Verfügung ein Bild
machen können; in diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt
werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf welche sich ihr Entscheid
stützt. Auf der anderen Seite bedeutet dies nicht, dass sich die Behörde ausdrücklich
mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand
auseinandersetzen muss; vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid oder die
Verfügung wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 133 I 270 E. 3.1). Ist die
Sachlage klar und sind die anwendbaren Normen bestimmt, kann ein Hinweis auf diese
Rechtsnormen genügen, während ein weiter Spielraum der Behörde – aufgrund von
Ermessen oder unbestimmten Rechtsbegriffen – und eine Vielzahl von in Betracht
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fallenden Sachverhaltselementen eine ausführliche Begründung gebieten (Urteil des
Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen B 2009/211 vom 18. März 2010, E. 2.1 mit
Hinweisen zur Lehre und Rechtsprechung).
b) Der Rekurrent machte gegenüber der Vorinstanz im Wesentlichen geltend, dass sie
die administrativrechtlichen Folgen trotz offenbar bereits rechtskräftiger
Bussenverfügung vom 16. Dezember 2009 selbst zu prüfen habe. Dies bedeute, dass
sie zu untersuchen habe, ob ihm ein Fahrfehler vorzuwerfen sei. Im Polizeibericht sei
die Schilderung, wonach unmittelbar vor dem Personenwagen ein Tier über die Strasse
gerannt sei, als glaubhaft bezeichnet worden. Es gebe auch keine weiteren Umstände,
welche bei diesem sehr erfahrenen Fahrzeuglenker darauf schliessen lasse, dass er
sonst wie unaufmerksam gewesen und deshalb ein Selbstunfall entstanden sei. Ein
anderer durchschnittlicher Autofahrer hätte sich gleich wie der Rekurrent verhalten und
eine Vollbremsung eingeleitet. Es könne ihm deshalb kein Verschulden vorgeworfen
werden. Im Übrigen sei die Bussenverfügung allein deshalb nicht angefochten worden,
weil der Rekurrent keine Kenntnis von der Zustellung erhalten habe. Andernfalls hätte
er auch die Bussenverfügung angefochten, da er die Angelegenheit auch aus
strafrechtlicher Sicht bestreite.
c) Die Vorinstanz hielt der mehrseitigen schriftlichen Eingabe des Rekurrenten
entgegen, dass die Stellungnahme des Rechtsvertreters vom 17. März 2010 geprüft
worden sei. Die Argumente würden den Führerausweisentzug nicht abzuwenden
vermögen. Demzufolge könne den Anträgen nicht entsprochen werden.
Diese Ausführungen vermögen den Anforderungen an das rechtliche Gehör nicht zu
genügen. Denn die Vorinstanz ist auf die wesentlichen Vorbringen des Rekurrenten –
selbständige Prüfungspflicht der Administrativbehörde hinsichtlich des Verhaltens des
Rekurrenten, Unklarheit hinsichtlich der Zustellung der Bussenverfügung – nicht
eingegangen. Etwas anderes ergibt sich aus der angefochtenen Verfügung nicht. Der
Einwand der Verletzung des rechtlichen Gehörs ist daher begründet, weshalb die
angefochtene Verfügung aufzuheben und die Angelegenheit an die Vorinstanz zu neuer
Beurteilung zurückzuweisen wäre. Von einer Rückweisung ist im vorliegenden Fall nur
deshalb abzusehen, weil ein solches Vorgehen gemäss den Ausführungen in der
Rekursbegründung keinen Sinn mache. Hinzu kommt, dass die
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Verwaltungsrekurskommission über volle Kognition verfügt (Art. 46 Abs. 1 VRP), mithin
können alle Mängel gerügt werden, und das Gericht kann die Begründung nachholen.
Die Heilung der Gehörsverletzung im Rekursverfahren darf für den Betroffenen
indessen keinen Nachteil zur Folge haben, was unabhängig vom Entscheid in der
Sache - im Rahmen der Kostenverlegung zu berücksichtigen ist.
3.- Nach ständiger Rechtsprechung darf die Verwaltungsbehörde von den
tatsächlichen Feststellungen im Strafurteil nur abweichen, wenn sie Tatsachen feststellt
und ihrem Entscheid zu Grunde legt, die dem Strafrichter unbekannt waren oder die er
nicht beachtet hat, wenn sie zusätzliche Beweise erhebt, deren Würdigung zu einem
anderen Entscheid führt, oder wenn die Beweiswürdigung durch den Strafrichter den
feststehenden Tatsachen klar widerspricht (hat sie hingegen keine zusätzlichen
Beweise erhoben, hat sie sich grundsätzlich an die Würdigung des Strafrichters zu
halten) oder schliesslich wenn der Strafrichter bei der Rechtsanwendung auf den
Sachverhalt nicht sämtliche Rechtsfragen abgeklärt hat, insbesondere die Verletzung
bestimmter Verkehrsregeln übersehen hat (BGE 124 II 103). Die Verteidigungsrechte
und allfällige Rechtsmittelmöglichkeiten hat der Beschuldigte bereits im Strafverfahren
wahrzunehmen, wenn er weiss oder annehmen muss, dass gegen ihn auch ein
Führerausweisentzugsverfahren durchgeführt werden wird.
a) Der Rekurrent wurde im Strafverfahren wegen Nichtbeherrschens des Fahrzeugs
gemäss Art. 31 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 90 Abs. 1 SVG zu einer Busse von Fr. 400.--
verurteilt. Der Strafentscheid stützt sich auf den Polizeirapport vom 23. November 2009
(act. 1). Der Rekurrent wurde darauf hingewiesen, dass gegen die Bussenverfügung
innert 14 Tagen Einsprache erhoben werden könne. Zudem wurde ihm mitgeteilt, dass
die Zulassungsbehörde über die Verzeigung orientiert werde (vgl. act. 1, S. 3 des
Befragungsprotokolls). Er musste demnach auch mit der Eröffnung eines
Administrativmassnahmeverfahrens rechnen. Dessen ungeachtet liess er die
Bussenverfügung in Rechtskraft erwachsen, weshalb die Verwaltungsbehörde im
Administrativmassnahmeverfahren an die tatsächlichen Feststellungen im
Strafentscheid grundsätzlich gebunden ist.
b) Gegenüber der Vorinstanz erklärte der Rekurrent, dass die Bussenverfügung nur
deshalb nicht angefochten worden sei, weil er von der Zustellung des Strafentscheids
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keine Kenntnis erhalten habe. Daraus kann er jedoch nichts zu seinen Gunsten
ableiten. Abklärungen der Gerichtsleitung haben zwar ergeben, dass die
Bussenverfügung vom 16. Dezember 2009 am 29. Dezember 2009 mit dem Vermerk
"Nicht abgeholt" zurückgeschickt wurde. Am 8. Januar 2010 stellte das
Untersuchungsamt die Bussenverfügung mit A-Post zu, und zwar mit dem Hinweis,
dass Letztere als am siebten Tag der Abholfrist zugestellt gelte und die
Rechtsmittelfrist einen Tag später zu laufen begonnen habe. Der Rekurrent wurde auch
auf die Möglichkeit der Wiederherstellung gemäss Art. 85 ff. GerG hingewiesen. Er hat
indessen kein entsprechendes Gesuch eingereicht.
Der Selbstunfall geschah am 9. November 2009. Bereits am 16. Dezember 2009, d.h.
etwas mehr als einen Monat später, wurde die Bussenverfügung erlassen. Sie wurde
an die Adresse des Rekurrenten geschickt, welche auch auf dem Polizeirapport
aufgeführt ist. Er wurde von der Polizei darauf hingewiesen, dass der Polizeirapport
dem Untersuchungsamt zugestellt werde und musste demnach damit rechnen, dass er
von den Strafbehörden angeschrieben wird. Der Rekurrent war deshalb verpflichtet,
dafür zu sorgen, dass ihm behördliche Akte zugestellt werden können.
c) Der Rekurrent macht geltend, dass ihm kein Verschulden vorgeworfen werden
könne. Damit rüttelt er indessen an den Grundfesten des Strafentscheids. Die
entsprechenden Einwände hätte er im Strafverfahren vorbringen müssen. Darauf ist im
Administrativmassnahmeverfahren aufgrund der Bindungswirkung des Strafentscheids
nicht mehr einzugehen. Aus demselben Grund ist auch der Beweisantrag, es seien der
Rekurrent, die beiden vor Ort anwesenden Polizeibeamten und der Halter des vom
Unfall betroffenen Personenwagens als Zeugen einzuvernehmen, abzuweisen.
Abgesehen davon könnten diese Personen ohnehin keine Angaben zum Selbstunfall
machen, da sie den Unfall nicht beobachtet haben.
4.- Gemäss Art. 16 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01, abgekürzt: SVG)
wird nach Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften, bei denen das
Verfahren nach dem Ordnungsbussengesetz (SR 741.03) ausgeschlossen ist, der
Lernfahr- oder Führerausweis entzogen oder eine Verwarnung ausgesprochen. Das
Gesetz unterscheidet zwischen leichten (Art. 16a SVG), mittelschweren (Art. 16b SVG)
und schweren Widerhandlungen (Art. 16c SVG). Eine leichte Widerhandlung begeht,
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wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer
hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG).
Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung von Verkehrsregeln
eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1
lit. a SVG). Ist die Verletzung der Verkehrsregeln grob und wird dadurch eine ernstliche
Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen oder in Kauf genommen, ist die
Widerhandlung schwer (Art. 16c Abs. 1 lit. a SVG).
Im Strafverfahren wurde der Rekurrent wegen Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90
Ziff. 1 SVG verurteilt. Der Strafrichter ging somit von einem aufgrund der Bussenhöhe
von Fr. 400.-- allerdings leichten Verschulden aus. Entgegen den Ausführungen im
Rekurs besteht kein Anlass, im vorliegenden Verfahren von dieser Auffassung
abzuweichen. Im Weiteren ist aus dem Polizeirapport ersichtlich, dass sich der
Selbstunfall in einem bewohnten Gebiet kurz nach Mitternacht ereignet hat. Es kann
nicht ausgeschlossen werden, dass sich zu jener Zeit noch Personen am späteren
Unfallort hätten aufhalten können. Aufgrund des erheblichen Sachschadens ist zudem
davon auszugehen, dass die Kollision mit dem parkierten Personenwagen recht heftig
war. Unter diesen Umständen war die Gefahr für die Sicherheit anderer nicht mehr
gering und die Annahme einer leichten Widerhandlung gemäss Art. 16a Abs. 1 lit. a
SVG scheidet aus. Da auch die Voraussetzungen einer schweren Widerhandlung gegen
die Verkehrsvorschriften nicht erfüllt sind, bleibt die mittelschwere Widerhandlung
gemäss Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG.
5.- Zu prüfen bleibt die von der Vorinstanz verfügte Dauer des Führerausweisentzugs
von einem Monat.
a) Bei der Festsetzung der Dauer des Lernfahr- oder Führerausweisentzugs sind
gemäss Art. 16 Abs. 3 SVG die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen,
namentlich die Gefährdung der Verkehrssicherheit, das Verschulden, der Leumund als
Motorfahrzeugführer sowie die berufliche Notwendigkeit, ein Motorfahrzeug zu führen.
Die Mindestentzugsdauer darf jedoch nicht unterschritten werden. Gemäss Art. 16b
Abs. 2 lit. a SVG wird der Lernfahr- oder Führerausweis nach einer mittelschweren
Widerhandlung mindestens für einen Monat entzogen.
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b) Die Vorinstanz hat dem Rekurrenten in der angefochtenen Verfügung den
Führerausweis für die gesetzlich vorgeschriebene minimale Entzugsdauer von einem
Monat entzogen. Da das Gesetz eine Unterschreitung dieser Mindestentzugsdauer
ausschliesst (Art. 16 Abs. 3 SVG), erübrigt es sich, massnahmemindernde Umstände
wie eine berufliche Angewiesenheit des Rekurrenten auf das Führen eines
Motorfahrzeugs (vgl. zum früheren Recht SJZ 97/2001 S. 524 f.) oder seinen
ungetrübten automobilistischen Leumund zu prüfen. Angesichts der zwingenden Natur
der gesetzlichen Mindestentzugsdauer verbleibt der rechtsanwendenden Behörde
auch kein Ermessensspielraum, innerhalb dessen sie Überlegungen zur
Verhältnismässigkeit der Massnahme im Sinn der Erforderlichkeit zur Besserung des
Betroffenen anstellen könnte (vgl. Botschaft, a.a.O., S. 4486). Eine Entzugsdauer von
einem Monat ist somit nicht zu beanstanden.
6.- Zusammenfassend ergibt sich, dass der Rekurs abzuweisen ist. Aufgrund der
festgestellten Gehörsverletzung sind die amtlichen Kosten entgegen dem
Verfahrensausgang dem Staat aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 2 VRP). Eine Entscheidgebühr
von Fr. 1'200.-- erscheint angemessen (vgl. Art. 13 Ziff. 522 des Gerichtskostentarifs,
sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 1'200.-- ist dem Rekurrenten
zurückzuerstatten
Der Rekurrent hat Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung (Art. 98 Abs. 1 und
2 VRP). Ein Honorar von Fr.1'500.-- (Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, abgekürzt: HonO), zuzüglich 4%
Barauslagen (Fr. 60.--, Art. 28 HonO) und 7,6% Mehrwertsteuer (Fr. 118.60, Art. 29
HonO) erscheint angemessen; kostenpflichtig ist der Staat.