Decision ID: 479bb046-7153-5fd9-9267-2ac144b73f72
Year: 2009
Language: de
Court: SG_VSG
Chamber: SG_VSG_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
T._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Harald Solenthaler, Obere Bahnhofstrasse 58,
Postfach 1144, 8640 Rapperswil SG,
gegen
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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rentenrevision
Sachverhalt:
A.
Die 1957 geborene, damals im Kanton Graubünden wohnhafte T._ meldete sich am
30. Dezember 1996 bei der Invalidenversicherung an und beantragte wegen starker
Rückenschmerzen Berufsberatung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit,
Arbeitsvermittlung, besondere medizinische Eingliederungsmassnahmen und eine
Rente. Nach Einholung diverser ärztlicher Berichte, eines Arbeitgeberberichts und nach
Durchführung einer psychiatrischen Begutachtung sprach die IV-Stelle des Kantons
Graubünden der Versicherten mit Verfügungen vom 10. Januar 2001 (act. G 3.1/46 und
47) bei einem Invaliditätsgrad von 50% ab 1. August 1998 bis 31. März 1999 eine halbe
und bei einem Invaliditätsgrad von 67% ab dem 1. April 1999 eine ganze Invalidenrente
zu.
B.
B.a Im Dezember 2005 leitete die IV-Stelle des Kantons St. Gallen, wohin die
Versicherte in der Zwischenzeit gezogen war, ein Revisionsverfahren ein. Die
Versicherte gab im Fragebogen für die Revision der Invalidenrente vom 10. Januar
2006 an, ihr Gesundheitszustand sei gleich geblieben und sie sei in Behandlung bei
Dr. med. A._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, (IV-act. 2). Dr. A._ führte im
Verlaufsbericht vom 22. Februar 2006 aus, der Gesundheitszustand der Versicherten
sei stationär, sie leide unverändert an Symptomen/Beschwerden im Sinn eines
chronifizierten lumbospondylogenen Schmerzsyndroms bei Spinalkanalstenose und
Diskushernie, es bestehe keine Arbeitsfähigkeit (IV-act. 52).
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B.b Der zuständige Arzt des IV-internen Regionale Ärztliche Dienstes (RAD) hielt in
seiner Stellungnahme vom 6. März 2006 fest, es sei nicht mit einer rentenrelevanten
Verbesserung des Rückenleidens zu rechnen, was durch den Verlaufsbericht von Dr.
A._ bestätigt worden sei. Selbst wenn sich die psychische Problematik gebessert
haben sollte, was allerdings auch kaum anzunehmen sei, würde dies zu keiner höheren
Arbeitsfähigkeit führen. Es bleibe somit insgesamt bei der bisher festgelegten
medizinisch-theoretischen Restarbeitsfähigkeit von zwei mal zwei Stunden täglich, wie
sie im Arztbericht von Dr. med. B._, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, vom
17. Dezember 1999 (IV-act. 35-2) festgehalten worden sei (IV-act. 53).
B.c Mit Verfügung vom 28. März 2006 setzte die IV-Stelle die Rente der Versicherten
bei einem Invaliditätsgrad von 64% ab 1. Mai 2006 auf eine Dreiviertelsrente herab (IV-
act. 58-3 ff.).
B.d Mit Schreiben vom 31. März 2006 teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, ihr
Gesundheitszustand habe sich stark verschlechtert. Ihre Migräneanfälle hätten sich
verstärkt, der Blutdruck verschlechtert, und seit einer Knieoperation am 13. Juni 2002
habe sie zudem Knieschmerzen beim Treppensteigen (IV-act. 58-1 f.). Am 12. Mai 2006
erhob Rechtsanwalt lic. iur. Harald Solenthaler, Rapperswil, für die Versicherte
Einsprache mit den Anträgen, die Verfügung vom 28. März 2006 sei aufzuheben und es
seien ergänzende Abklärungen in orthopädischer, neurologischer und psychiatrischer
Hinsicht vorzunehmen, bevor über die Arbeitsfähigkeit bzw. die Höhe der IV-Rente
entschieden werde. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, der
Gesundheitszustand der Versicherten habe sich seit der Verfügung vom 10. Januar
2001 verschlechtert, die Kniebeschwerden hätten sich verstärkt, was zu einer
zusätzlichen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit führe. Auch der psychische Zustand
der Versicherten habe sich laut dem beigelegten Schreiben von Dr. med. C._,
Facharzt FMH für Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Rheumatologie, vom
9. Mai 2006 (IV-act. 64-9) verschlechtert, weshalb eine Abklärung unumgänglich sei (IV-
act. 63).
B.e Die IV-Stelle holte daraufhin einen Verlaufsbericht bei Dr. C._ ein. In seinem
Bericht vom 24. November 2006 teilte dieser mit, der Gesundheitszustand der
Versicherten habe sich seit dem 22. Februar 2006 verschlechtert, es sei zusätzlich eine
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depressive Entwicklung aufgetreten, die eine fachärztliche Behandlung ab dem 24. Mai
2006 notwendig gemacht habe. Seit diesem Zeitpunkt sei die Versicherte aus
psychiatrischen Gründen zu 100% arbeitsunfähig. Der Verlauf der chronischen
Schmerzerkrankung sei unveränderbar, aus rein rheumatologischer Sicht bestehe eine
Arbeitsunfähigkeit von 50%. Die bisherige Arbeitstätigkeit als Zimmermädchen sei
nicht mehr zumutbar, eine leichte körperliche Tätigkeit mit Wechselpositionen und
ohne Arbeiten über Kopf und repetitives Heben vom Boden auf Tischhöhe sei aus rein
rheumatologischer Sicht zu 50% zumutbar, vorzugsweise aufgeteilt auf zwei Stunden
vormittags und zwei Stunden nachmittags (IV-act. 67-1 ff.). Seinem Bericht legte Dr.
C._ ein ärztliches Zeugnis von Dr. med. D._, Facharzt FMH für Psychiatrie und
Psychotherapie, in dem dieser der Versicherten eine Arbeitsunfähigkeit von 100% ab
dem 24. Mai 2006 attestierte (IV-act. 67-5), sowie einen Bericht der Klinik Valens vom
14. Juli 2006 bei. Diesem Bericht ist zu entnehmen, dass die Versicherte an einer
mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11),
einem chronischen unspezifischen weichteilrheumatischen Schmerzsyndrom mit
ausgeprägten myofaszialen Beschwerden zervikothorakal, degenerativer Veränderung
der Wirbelsäule und muskulärer Dysbalance/Dekonditionierung (ICD-10: R52.2), einer
generalisierten Osteoarthrose mit beginnender medialer Gonarthrose beidseits und
Fingerpolyarthrose (ICD-10: M15.0) sowie an arterieller Hypertonie (ICD-10: I10) leidet.
Aus interdisziplinärer Sicht sei die Versicherte in einer körperlich leichten und
wechselbelastenden Tätigkeit zu 50% arbeitsfähig. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Zimmermädchen sei als schwer einzustufen und der Versicherten aufgrund der
somatischen und psychiatrischen Befunde nicht mehr möglich (IV-act. 67-8 ff.).
B.f Dr. D._ führte in seinem Verlaufsbericht vom 8. März 2007 aus, die Versicherte
leide an einer therapieresistenten Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10: F41.0) und an
einer mittel- bis schwergradigen rezidivierenden depressiven Episode mit somatischem
Syndrom (ICD-10: F33.1/33.2). Die Prognose sei nicht gut und eine
psychotherapeutische Behandlung sei im Hinblick auf die organisch fixierte
Interpretation der Beschwerden durch die Versicherte und deren Dauer sowie die
vorliegende Persönlichkeitsstruktur aussichtslos. Aus psychiatrischer Sicht bestehe
eine Arbeitsunfähigkeit von 70% für jegliche Tätigkeit (IV-act. 71).
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B.g Der zuständige RAD-Arzt hielt in seiner Stellungnahme vom 21. März 2007 fest, die
interdisziplinäre Beurteilung der Klinik Valens sei überzeugend, da der gleiche
psychiatrische Gesundheitsschaden beurteilt wurde wie vom behandelnden Psychiater,
eine qualifizierte und nicht zu beanstandende Abklärung der körperlichen Situation
stattgefunden habe und die Untersucher als distanzierter und objektiver gegenüber der
Versicherten eingestellt zu sehen seien, da sie nicht in einem engen therapeutischen
Verhältnis zu der Versicherten stünden bzw. gestanden hätten. Daher sei auf die von
der Klinik Valens festgestellte Arbeitsfähigkeit von 50% abzustellen. Dies entspreche
der für die Rentenerstfestsetzung zugrunde gelegten Arbeitsfähigkeit, so dass
medizinisch keine Veränderung ausgewiesen sei (IV-act. 72).
B.h Mit Stellungnahme vom 15. Juni 2007 liess die Versicherte festhalten, im Bericht
der Klinik Valens werde ihr sowohl aus rein rheumatologischer wie aus
psychosomatisch-psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 50% in einer
adaptierten Tätigkeit attestiert. Wenn sowohl die somatischen als auch die
psychiatrischen Beschwerden zu einer Arbeitsunfähigkeit von je 50% führten, müsse
die gesamte medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit unter allen Umständen mehr
als 50% betragen, im vorliegenden Fall mindestens 70%. Die interdisziplinäre
Beurteilung der Klinik Valens sei widersprüchlich und inakzeptabel. Dr. C._ habe in
seinem Verlaufsbericht vom 17. November 2006 bestätigt, dass sich der
Gesundheitszustand der Versicherten verschlechtert habe und dass ihr aus
rheumatologischer Sicht eine leichte körperliche Tätigkeit mit Wechselbelastung zu
50% zumutbar sei, die Versicherte auf Grund des psychiatrischen Zustandes aber zu
100% arbeitsunfähig sei. Auch der Verlaufsbericht von Dr. D._ vom 8. März 2007
bestätige eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes und attestiere der
Versicherten aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit von 70% für jegliche
Tätigkeit. Entgegen der Stellungnahme des RAD vom 21. März 2007 seien bei der
interdisziplinären Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit durch die Klinik Valens nur die
somatischen Beschwerden berücksichtigt und der psychiatrische Zustand
vernachlässigt worden (IV-act. 82).
B.i Mit Einspracheentscheid vom 25. Juni 2007 wies der Rechtsdienst der
Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (SVA) in Vertretung der IV-Stelle die
Einsprache ab. Die Versicherte sei in der Klinik Valens ausführlich rheumatologisch und
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psychiatrisch untersucht worden. Von einer Vernachlässigung des psychischen
Gesundheitszustands könne somit keine Rede sein. Der Bericht der Klinik Valens sei
ausführlich und dessen Schlussfolgerungen zusammen mit der
Arbeitsfähigkeitsschätzung erschienen als begründet. Demgegenüber gehe aus dem
Verlaufsbericht von Dr. D._ nicht hervor, inwiefern sich der psychische Zustand der
Versicherten seit der Verfügung vom 10. Januar 2001 verschlechtert haben solle. Die
Versicherte habe anlässlich der Untersuchung keine so erheblichen
psychopathologischen Befunde aufgewiesen, welche die Arbeitsfähigkeitsschätzung
von 30% plausibel erklären könnten. Aufgrund der Arbeitsfähigkeitsschätzung von 50%
der Klinik Valens, die sowohl den somatischen wie auch den psychischen
Gesundheitszustand der Versicherten berücksichtige, sei von keiner wesentlichen
Veränderung des Gesundheitszustandes auszugehen. Demnach sei ein Revisionsgrund
nicht gegeben und gestützt auf die Verfügung vom 10. Januar 2001 weiterhin ein
Invaliditätsgrad von 67% anzunehmen, womit infolge der per 1. Januar 2004 in Kraft
getretenen Rechtsänderung (4. IV-Revision) ein Anspruch auf eine Dreiviertelsrente
bestehe (act. G 1.1).
C.
C.a Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die vom Rechtsvertreter der
Versicherten am 27. August 2007 erhobene Beschwerde mit den Anträgen, die
Verfügung der IV-Stelle vom 28. März 2006 und der Einspracheentscheid vom 25. Juni
2007 seien aufzuheben und der Beschwerdeführerin sei nach wie vor eine ganze IV-
Rente auszurichten, eventualiter seien noch ergänzende Abklärungen in orthopädischer
Sicht vorzunehmen. Der Bericht der Klinik Valens attestiere der Beschwerdeführerin
sowohl aus psychiatrischer und psychosomatischer wie auch aus rein internistischer
und rheumatologischer Sicht je eine Arbeitsfähigkeit von 50% für körperlich leichte und
wechselbelastende Tätigkeiten. Im Rahmen einer Gesamtbeurteilung müsse deshalb
der Grad der Arbeitsunfähigkeit über 50% liegen. Im Übrigen sei in der Klinik Valens
kein orthopädischer Status über die Rückenbeschwerden der Beschwerdeführerin
aufgenommen worden, weshalb diese im Bericht eine ungenügende Berücksichtigung
gefunden hätten. Daher sei die Annahme einer medizinisch-theoretischen
Arbeitsunfähigkeit von mindestens 70% gerechtfertigt. Betreffend den psychiatrischen
Zustand handle es sich beim Bericht der Klinik Valens um eine Momentaufnahme,
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während der Verlaufsbericht von Dr. D._ vom 8. März 2007 die Entwicklung des
psychiatrischen Zustandes seit Behandlungsbeginn wiedergebe und zudem viel
aktueller sei. Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin sei somit eine wesentliche
Veränderung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin eingetreten. Im
Übrigen seien bei der Berechnung des Invalideneinkommens ein Leidensabzug von
15% und ein Teilzeitabzug von 10% zu berücksichtigen (act G 1).
C.b Am 31. August 2007 hat die Beschwerdegegnerin unter Verweis auf die
Begründung des angefochtenen Einspracheentscheids die Abweisung der Beschwerde
beantragt und auf weitere Ausführungen verzichtet (act. G 3).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Dadurch sind im
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) verschiedene
Änderungen erfolgt. Da der streitige Einspracheentscheid am 25. Juni 2007, mithin vor
dem 1. Januar 2008, erging, sind vorliegend noch die bis zum 31. Dezember 2007
geltenden materiellen Bestimmungen anwendbar (BGE 127 V 467 E. 1).
2.
2.1 Der Beschwerdeführerin wurde mit Verfügungen vom 10. Januar 2001 bei einem
Invaliditätsgrad von 50% vom 1. August 1998 bis 31. März 1999 eine halbe und – unter
Annahme einer gesundheitlichen Verschlechterung seit Januar 1999 – bei einem
Invaliditätsgrad von 67% ab 1. April 1999 eine ganze Invalidenrente zugesprochen (IV-
act. 46 und 47).
2.2 Mit der Änderung des IVG vom 21. März 2003 (4. IV-Revision, in Kraft seit
1. Januar 2004) wurde unter anderem die Dreiviertelsrente eingeführt, auf die eine
versicherte Person bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60%, aber weniger als
70% Anspruch begründet. Erst ab einem Invaliditätsgrad von mindestens 70% (und
nicht mehr bereits ab 66 ⁄3%) besteht Anspruch auf die Ausrichtung einer ganzen
Rente (vgl. Art. 28 Abs. 1 IVG in der bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung).
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2.3 Nach der Rechtsprechung des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (seit 2007:
Bundesgericht) beschränkt sich die formelle Rechtskraft einer Verfügung über
Dauerrechtsverhältnisse auf den Sachverhalt und die Rechtslage zur Zeit des
Verfügungserlasses (BGE 115 V 312 Erw. 4a). Ergibt sich etwa nachträglich eine
Änderung der objektiven Rechtslage – wie hier in Form eines Eingriffs des
Gesetzgebers, somit in einer neuen für den Anspruch erheblichen Norm –, so hat eine
Anpassung der Verfügung zu erfolgen (vgl. BGE 121 V 161 Erw. 4a; BGE 108 V 119
Erw. 5). Der Gesetzgeber hat in den IVG-Schlussbestimmungen der Änderungen vom
21. März 2003 zur Besitzstandswahrung bei laufenden ganzen Renten (lit. f) folgendes
vorgesehen: Laufende ganze Renten bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 66 ⁄3%
werden nach dem Inkrafttreten dieser Gesetzesänderung für alle jene
Rentenbezügerinnen und Rentenbezüger weitergeführt, die zu diesem Zeitpunkt das
50. Altersjahr zurückgelegt haben. Alle anderen ganzen Renten bei einem
Invaliditätsgrad unter 70% werden innerhalb eines Jahres nach dem Inkrafttreten der
Gesetzesänderung einer Revision unterzogen.
2.4 Wenn anderseits nach Verfügungserlass erhebliche tatsächliche Änderungen
eintreten, so sind sie mittels Leistungs- oder Rentenrevision zu berücksichtigen. Nach
Art. 17 ATSG betreffend die Revision der Invalidenrente und anderer Dauerleistungen
wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend
erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der Invaliditätsgrad einer
Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers erheblich ändert. Anlass zur
Rentenrevision gibt nach der Rechtsprechung jede wesentliche Änderung in den
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den
Rentenanspruch zu beeinflussen. Eine bloss unterschiedliche Beurteilung eines im
Wesentlichen gleich gebliebenen Sachverhaltes stellt praxisgemäss keine
revisionsbegründende Änderung dar (BGE 130 V 343 Erw. 3.5; BGE 112 V 372
Erw. 2b). Ob eine revisionsbegründende Änderung eingetreten ist, beurteilt sich durch
Vergleich des Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der letzten (der versicherten Person
eröffneten) rechtskräftigen Verfügung bestand, die auf einer materiellen Prüfung des
Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und
Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in
den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (BGE 133 V 108),
mit dem Sachverhalt zur Zeit der streitigen Revisionsverfügung (BGE 125 V 369 Erw. 2).
2
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3.
3.1 Die Invaliditätsbemessung soll das Mass der Zurücksetzung der erwerblichen
Leistungsfähigkeit infolge gesundheitlicher Beeinträchtigung ergeben. Um den
Invaliditätsgrad festlegen zu können, sind daher medizinische Grundlagen wesentlich.
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beschreiben und
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die
versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in der Folge eine
wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der
versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 261 Erw. 4; ZAK 1982
S. 34; Rz. 3047 f. des vom Bundesamt für Sozialversicherung erlassenen
Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung =
KSIH). Die IV-Stelle hat zu prüfen, wie sich die invaliditätsbedingten Faktoren auf die
Vermittlungsfähigkeit und die Erwerbsmöglichkeiten auswirken (Rz. 3049 KSIH). Ob die
versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch tatsächlich ausübt, ist für die
Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz. 3046 KSIH).
3.2 Vorliegend bestehen Differenzen in Bezug auf die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
der Beschwerdeführerin. Die Beschwerdegegnerin geht in ihrem Einspracheentscheid
vom 25. Juni 2007 von einer unveränderten Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in
adaptierter Tätigkeit von 50% aus. Sie stützt sich dabei auf die Stellungnahme des
RAD Ostschweiz vom 21. März 2007 (IV-act. 72) und auf den polydisziplinären Bericht
der Klinik Valens vom 14. Juli 2006 (IV-act. 79). Die Beschwerdeführerin lässt
demgegenüber, insbesondere gestützt auf den Verlaufsbericht von Dr. D._ vom
8. März 2007 (IV-act. 71), geltend machen, ihre Arbeitsfähigkeit betrage höchstens
30%. Der Bericht der Klinik Valens attestiere ihr sowohl aus psychiatrischer wie auch
aus rheumatologischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von je 50%. In einer
Gesamtbeurteilung müsse der Grad der Arbeitsfähigkeit deshalb notgedrungen unter
50% liegen. Zudem seien die Rückenbeschwerden ungenügend berücksichtigt
worden. In psychiatrischer Hinsicht stelle der Bericht der Klink Valens lediglich eine
Momentaufnahme dar, die bei depressiven Zuständen keineswegs als schlüssig
erscheine und keine Angaben über einen längeren Leidensverlauf enthalte. Der
Verlaufsbericht von Dr. D._ gebe demgegenüber die Entwicklung des psychiatrischen
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Zustandes der Beschwerdeführerin über einen längeren Zeitraum wieder und sei
überdies auch viel aktueller.
3.3 In den der Verfügung vom 10. Januar 2001 zugrunde liegenden ärztlichen
Berichten (IV-act. 14, 21, 27, 28 und 35) wurde der Beschwerdeführerin aufgrund von
Rückenproblemen, einer Agoraphobie und einem reaktiven depressiven Zustandsbild
eine Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von 50% attestiert. Dr. A._ hielt in
seinem Arztbericht vom 22. Februar 2006 fest, der Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin sei stationär, die Beschwerden seien unverändert und die
Arbeitsfähigkeit betrage 0% (IV-act. 52). Dr. C._ ging in seinem Bericht vom
24. November 2006 aus rheumatologischer Sicht von einem unveränderten Verlauf
einer chronischen Schmerzerkrankung und einer Arbeitsfähigkeit von 50% aus. Der
Gesundheitszustand habe sich jedoch insofern verschlechtert, als zusätzlich eine
depressive Entwicklung eingetreten sei und aus psychiatrischer Sicht eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit vorliege. Dr. D._ diagnostizierte in seinem Verlaufsbericht vom
8. März 2007 eine therapieresistente Agoraphobie mit Panikstörung und eine mittel- bis
schwergradige rezidivierende depressive Episode mit somatischem Syndrom und
attestierte der Beschwerdeführerin eine Arbeitsfähigkeit von 30%. Der Bericht der
Klinik Valens vom 14. Juli 2006 hielt als Diagnosen eine mittelgradige depressive
Episode mit somatischem Syndrom, ein chronisches unspezifisches
weichteilrheumatisches Schmerzsyndrom bei/mit ausgeprägten myofaszialen
Beschwerden zervikothorakal, degenerativer Veränderung der Wirbelsäule und
muskulärer Dysbalance/Dekonditionierung, eine generalisierte Osteoarthrose bei/mit
beginnender medialer Gonarthrose beidseits und Fingerpolyarthrose sowie eine
arterielle Hypertonie fest und attestierte interdisziplinär eine Arbeitsfähigkeit von 50%.
In Bezug auf die rheumatologischen Beschwerden stimmen die ärztlichen Berichte
sowohl bezüglich der Diagnosen wie auch der Umschreibung einer adaptierten
Tätigkeit (körperlich leicht und wechselbelastend) und der geschätzten Arbeitsfähigkeit
überein. Die von Dr. A._ attestierte Arbeitsunfähigkeit von 100% lässt sich damit
erklären, dass er wohl von der ursprünglich ausgeübten Tätigkeit als Zimmermädchen
ausging, die von den anderen Ärzten übereinstimmend als schwer und daher nicht
mehr zumutbar erachtet wurde.
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3.4 Auch in Bezug auf die psychiatrischen Diagnosen stimmen die vorliegenden
ärztlichen Berichte im Wesentlichen überein. Der Bericht der Klinik Valens hält fest, die
Beschwerdeführerin sei allseits orientiert, zunächst etwas zurückhaltend und
angespannt, jedoch freundlich zugewandt in der Gesprächssituation gewesen. Die
Beantwortung der Fragen sei direkt erfolgt, ohne logische Brüche, es habe keine
Anhaltspunkte für formale Denkstörungen, Wahrnehmungsstörungen oder eine Störung
des Ich-Erlebens gegeben. In der Grundstimmung habe sie müde, erschöpft, gedrückt
und zum depressiven Pol hin verschoben gewirkt. Psychomotorisch verlangsamt habe
sie hypomim mit eingeschränkter affektiver Schwingungsfähigkeit und deutlich
spürbarer Anspannung, stellenweise affektlabil, über ihre Lebensumstände berichtet.
Zum Zeitpunkt der Untersuchung habe die Beschwerdeführerin klinisch,
psychometrisch (Hamilton Depressionsskala) und gemäss eigenen Angaben an einer
mittelgradigen depressiven Symptomatik mit somatischem Syndrom mit soziophober
Symptomatik gelitten. Zudem habe eine anhaltende psychosoziale Belastungssituation
mit Verlust eines nahen Angehörigen bestanden. Dr. D._ führt in seinem Bericht aus,
die Beschwerdeführerin wirke sehr nervös und unruhig. Sie sei allseits orientiert, das
Bewusstsein sei klar und es seien keine eruierbaren Wahrnehmungsstörungen
vorhanden. Im Gespräch sei ein leicht abgestumpfter Affekt ohne psychotische
Episode festzustellen. Der Ich-Bezug sei vorhanden, es gebe keine optischen oder
akustischen Halluzinationen, die affektive Modulation sei gut erhalten. Die
Beschwerdeführerin berichte über Müdigkeit und Schlappheitsgefühle bei ausgeprägter
depressiver Stimmungslage. Aufgrund dieser Beobachtungen attestiert der Bericht der
Klinik Valens der Beschwerdeführerin eine Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht
von 50%. Dr. D._ geht demgegenüber von einer Arbeitsfähigkeit von lediglich 30%
aus.
3.5 Die Feststellungen zum Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin aus
psychiatrischer Sicht in den Berichten der Klinik Valens und von Dr. D._ stimmen
somit weitestgehend überein. Der Bericht der Klinik Valens erscheint jedoch insgesamt
überzeugender. Der Bericht von Dr. D._ enthält keine Ausführungen zum Verlauf seit
2001; Hinweise auf eine seither eingetretene Verschlechterung liefert er nicht. Im
Verlaufsbericht vom 8. März 2007 hielt er vielmehr fest, dass die gestellten Diagnosen
anamnestisch seit Jahren bestünden. Mit der abweichenden Einschätzung der Klinik
Valens setzte sich Dr. D._ nicht auseinander. Hingegen ist dem ausführlichen
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psychosomatischen Teilbericht der Klinik Valens vom 11. Juli 2006 etwa zu entnehmen,
dass die Angstsymptomatik im Vergleich zur Erstmanifestation 1997 in den Hintergrund
gerückt sei (IV-act. 78, S. 3). Auch dies spricht nicht für eine Verschlechterung der
psychischen Situation. Die polydisziplinäre Beurteilung der Klinik Valens ist in Bezug
auf die geklagten Beschwerden umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen,
berücksichtigt die geklagten Beschwerden, und ist in Darlegung der medizinischen
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend und
in den Schlussfolgerungen begründet. Sie erfüllt damit im Wesentlichen die von der
Rechtsprechung aufgestellten Kriterien für ein Gutachten (vgl. BGE 122 V 160 Erw. 1c;
BGE 125 V 352 Erw. 3a). Der Verlaufsbericht von Dr. D._ vermag den Bericht der
Klinik Valens nicht derart in Zweifel zu ziehen, dass nicht darauf abgestellt werden
könnte und weitere medizinische Abklärungen angezeigt wären. Die von Dr. D._
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 70% lässt sich nicht schlüssig nachvollziehen. Die
Einschätzung von Dr. D._ ist gegenüber dem Bericht der Klinik Valens als
abweichende Beurteilung desselben Sachverhalts zu betrachten. Sie liesse sich wohl
damit erklären, dass Dr. D._ als behandelnder Arzt mit einem therapeutischen
Auftrag bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit die im Bericht der Klinik Valens
erwähnte anhaltende psychosoziale Belastungssituation mitberücksichtigt hat. Nach
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind jedoch psychosoziale und
soziokulturelle Belastungsfaktoren invaliditätsfremde Gesichtspunkte und vom
sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich (vgl. BGE 130 V 352
Erw. 2.2.5). Eine mathematische Addition von Arbeitsfähigkeitschätzungen von Ärzten
verschiedener Fachgebiete ist im Übrigen nach der Rechtsprechung nicht sachgerecht
(vgl. etwa die Entscheide des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 314/03 vom 17.
November 2003 und I 850/02 vom 3. März 2003, Erw. 6.4.1 mit Hinweisen), weshalb
ein interdisziplinäres Gutachten wie das vorliegende von Valens sinnvoll und
aussagekräftiger ist, als dies einfache Arztberichte sind. Aufgrund der Würdigung der
medizinischen Aktenlage ist von einer Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in
adaptierter Tätigkeit von 50% auszugehen.
4.
Die Beschwerdegegnerin hat im Einspracheentscheid einen neuen
Einkommensvergleich angestellt und dabei einen Leidensabzug von 10%
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vorgenommen mit der Begründung, die Beschwerdeführerin könne nur noch leichte
Hilfstätigkeiten ausführen. Im Einkommensvergleich gemäss der Verfügung vom
10. Januar 2001, mit dem der Beschwerdeführerin eine ganze Rente zugesprochen
wurde, ist ein Leidensabzug von 25% anerkannt worden. Da nach wie vor von einer
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin von 50% auszugehen ist und auch keine
erwerblichen Veränderungen eingetreten sind, hat der ursprüngliche
Einkommensvergleich weiterhin Gültigkeit (vgl. nicht veröffentlichtes Urteil IV 2000/113
des Versicherungsgerichts vom 25. April 2002). Es ist daher weiterhin von einem
Invaliditätsgrad von 67% auszugehen, womit die Beschwerdeführerin infolge
Gesetzesänderung ab dem 1. Mai 2006 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente hat.
5.
5.1 Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist der angefochtene Einspracheentscheid
im Ergebnis nicht zu beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.
5.2 Das Beschwerdeverfahren ist grundsätzlich kostenpflichtig (Art. 69 Abs. 1 IVG).
Für die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Änderung vom 16. Dezember 2005, d.h. am
1. Juli 2006, bei der IV-Stelle hängigen Einsprachen gilt jedoch noch bisheriges Recht
(lit. b ÜbBest. zu Art. 69 IVG). Vorliegend hat die Beschwerdeführerin am 12. Mai 2006
Einsprache erheben lassen. Diese war am 1. Juli 2006 hängig. Gerichtskosten sind
demnach keine zu erheben.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG