Decision ID: 87a627bb-784a-4cec-82bb-60fc47bf58c2
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
I._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Roland Ilg, Rämistrasse 5, Postfach 462, 8024 Zürich
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358,
6002 Luzern,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Versicherungsleistungen (Taggelder)
Sachverhalt:
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A.
A.a Der 1981 geborene I._ absolvierte bei der A._ eine Anlehre als technischer
Pinselmacher und war dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt
(Suva) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als er sich am
13. August 2000 als Mitfahrer eines entwendeten Fahrzeugs, das vom Fahrzeuglenker
nicht beherrscht wurde und verunfallte, insbesondere eine zweitgradig offene
Femurtrümmerfraktur links zuzog (Suva-act. 1, 2). Die Verletzung wurde noch am
Unfalltag in der Klinik für Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen
(KSSG) operativ mit offener Reposition und Gabelplattenosteosynthese unter
Verkürzungsosteotomie von 1 cm behandelt (Suva-act. 3). Bei der Verlaufskontrolle
vom 13. November 2000 im KSSG zeigten sich reizlose Narbenverhältnisse, eine
leichte narbige Verhärtung, eine diffuse Schwellung im Bereich des linken Kniegelenks
ohne Erguss sowie eine leichte Beinlängendifferenz links von 2 cm. Die übrigen
Befunde waren normal. Die Röntgenuntersuchung des Oberschenkels mit Knie links in
zwei Ebenen zeigte eine unveränderte Lage der Gabelplatte und einen noch
einsehbaren Frakturspalt. Im Vergleich zu den Voraufnahmen präsentierte sich jedoch
eine weiter fortschreitende Konsolidierung. Gestützt auf diese
Untersuchungsergebnisse attestierten die Ärzte des KSSG dem Versicherten eine
50%-ige Arbeitsfähigkeit ab 20. November 2000 (Suva-act. 14). Ab 2. Januar 2001
bestätigten sie sodann bei absoluter Beschwerdefreiheit eine 100%-ige
Arbeitsfähigkeit sowie den Behandlungsabschluss (Suva-act. 18, 19). Der Versicherte
arbeitete wieder bei der A._, wo er mehrheitlich sitzende Arbeiten in der Fabrikation
von Pinseln und Streichbürsten verrichtete. Laut Angaben der Arbeitgeberin erbrachte
der Versicherte eine normale, volle Leistung (Suva-act. 20). Nach Abschluss der
Anlehre als technischer Pinselmacher am 31. Juli 2001 wurde der Versicherte nicht
mehr in der Firma weiterbeschäftigt (Suva-act. 88). Nach der dadurch eingetretenen
Arbeitslosigkeit konnte der Versicherte am 1. Mai 2002 eine Vollzeittätigkeit als
Fleischer bei der B._ aufnehmen. Dieses Arbeitsverhältnis wurde per Ende Februar
2004 gekündigt und definitiv per 31. August 2004 aufgelöst (Suva-act. 33, 46, 54).
A.b Inzwischen hatte die A._ der Suva am 14. Januar 2004 einen Rückfall gemeldet
(Suva-act. 34). Die Ärzte des KSSG diagnostizierten im Verlaufsbericht vom 14. Januar
2004 eine Beinlängendifferenz links bei Status nach offener Reposition und
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Gabelplattenosteosynthese einer zweitgradig offenen Femurtrümmerfraktur des
distalen Femurs links am 18. August 2000. Von Seiten des linken Knies beschreibe der
Versicherte weiterhin unter Belastung ventrale Knieschmerzen. Subjektiv stark störend
sei für ihn die Beinlängendifferenz. Er schildere, zu Hause im Barfussgang keinen
Ausgleich zu haben und zunehmend in dieser Stellung auch nach längerem Stehen
links gluteales Ziehen sowie Lumbalgien zu verspüren. Es zeige sich im Liegen eine
Beinlängendifferenz von knapp 3 cm. Aufgrund dieses Zustands und des Alters des
Versicherten sei die Indikation zur Metallentfernung und Femurverlängerung mittels
Hemikallosstasis indiziert (Suva-act. 35). Am 9. März 2004 erfolgte sodann die
Osteosynthesematerialentfernung sowie eine Derotationsosteosynthese des distalen
Femurs mit Anlage eines Fixateur externe (Suva-act. 41). Bis zu dieser Operation hatte
beim Versicherten eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit bestanden (Suva-act. 38). Nachdem
er in der Nachkontrolle des KSSG vom 15. April 2004 leichtgradige Schmerzen
beschrieben hatte (Suva-act. 43), gab er in den Nachkontrollen vom 16. August und 4.
Oktober 2004 Schmerzfreiheit bei Vollbelastung (Suva-act. 55) bzw. Beschwerdefreiheit
(Suva-act. 59) an. Mit Schreiben vom 11. Oktober 2004 stellte die Suva die infolge
Operation ausgerichteten Taggeldleistungen ein (Suva-act. 60). Nach Eingang eines
Berichts des KSSG vom 5. November 2004 (Suva-act. 61), worin der Versicherte auf
dem allgemeinen Arbeitsmarkt für jegliche körperliche Arbeit weiterhin zu 100%
arbeitsunfähig, eine halbtägige mehrheitlich sitzende Tätigkeit hingegen durchaus als
zumutbar betrachtet wurde, korrigierte die Suva ihre Taxationsbestätigung vom 11.
Oktober 2004 von 100% auf 50% Arbeitsfähigkeit (Suva-act. 62).
Entgegenkommenderweise richtete sie dem Versicherten dennoch ein Taggeld
basierend auf einer Arbeitsunfähigkeit von 100% aus (Suva-act. 89). Am 20. Dezember
2004 erfolgte die Entfernung des proximalsten Fixateur (Suva-act. 67). Nachdem am 9.
März 2005 der restliche Fixateur entfernt worden war (Suva-act. 85), folgte schliesslich
am 11. März 2005 eine offene Revision des Femurs links bei ossärem Defekt (Suva-act.
86, 87, 126). Die im Rahmen der Nachkontrolle im KSSG vom 7. Juli 2005
durchgeführte Röntgenuntersuchung zeigte eine deutliche Zunahme der knöchernen
Konsolidation im Vergleich zu den Voraufnahmen vom 26. Mai 2005 sowie keinen
Platten- oder Schraubenbruch oder Hinweis auf einen Infekt (Suva-act. 116).
A.c Vom 8. bis 29. November 2005 hielt sich der Versicherte auf Empfehlung des Suva-
Kreisarztes Dr. med. C._ (Suva-act. 126) in der Rehabilitationsklinik Bellikon auf. Im
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Kurzbericht vom 28. November 2005 bestätigte die Klinik dem Versicherten in der
angestammten Tätigkeit als technischer Pinselmacher ab 29. November 2005 eine
100%-ige Arbeitsunfähigkeit. Ab vorgenanntem Datum bestehe hingegen eine
Arbeitsfähigkeit im Rahmen der Zumutbarkeit, d.h. in leichten bis mittelschweren
wechselbelastenden Tätigkeiten ganztags. Für sitzende Tätigkeiten bestehe ebenfalls
eine volle Arbeitsfähigkeit (Suva-act. 132). Bezug nehmend auf diesen Kurzbericht teilte
die Suva dem Versicherten mit Schreiben vom 1. Dezember 2005 mit, dass er bei einer
den Unfallfolgen angepassten Beschäftigung in der Lage sein sollte, eine
Arbeitsfähigkeit von mindestens 75% auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu realisieren.
Die Arbeitsfähigkeit werde somit ab 8. Dezember 2005 auf 75% festgelegt. Bis und mit
7. Dezember 2005 werde dem Versicherten demzufolge ein volles Taggeld
ausgerichtet. Per 8. Dezember 2005 würden die Taggeldleistungen eingestellt (Suva-
act. 133). Am 7. Dezember 2005 folgte der ausführliche Austrittsbericht der Rehaklinik
Bellikon. Es wurde darin insbesondere festgehalten, dass beim Versicherten bei Eintritt
in die Klinik eine eingeschränkte Gehfähigkeit, belastungsabhängige Schmerzen des
linken Beins sowie eine eingeschränkte Beweglichkeit des linken Kniegelenks mit
Beugedefizit im Vordergrund gestanden hätten. Aktuell existiere objektiv ein
Beugedefizit am linken Kniegelenk (Knieflexion bis 70°) und eine Kraftminderung des
linken Oberschenkels. Das Ausmass der demonstrierten Einschränkung lasse sich mit
den somatischen Unfallfolgen nicht genügend erklären. Die Compliance beim
Versicherten sei schlecht, die Motivation ebenfalls. Es bestünden erhebliche
Inkonsistenzen und eine starke Symptomausweitung. Die Zumutbarkeitsbeurteilung
erfolge deshalb auch aufgrund von Beobachtungen sowie medizinisch-theoretisch. Die
Arbeitsfähigkeitsschätzung entsprach schliesslich dem Kurzbericht (Suva-act. 135). Ab
14. Dezember 2005 bestand alsdann Anspruch auf Taggelder der
Arbeitslosenversicherung (Suva-act. 147). Im Verlaufsbericht vom 20. Januar 2006
hielten die Ärzte des KSSG fest, dass der Versicherte nach wie vor über bestehende
Schmerzen berichte. Deren Schwerpunkt werde hinter der linken Kniescheibe
angegeben. Der Versicherte könne das linke Knie ausserdem nicht vollständig beugen.
Es sei gut vorstellbar, dass ein Teil der Beschwerdesymptomatik femoropatellär
begründet sei. Zusätzlich komme die Beugehemmung hinzu, die vermutlich durch
Verwachsungen im Bereich der Muskulatur bzw. des Kniegelenks begründet sei. Man
habe dem Versicherten deshalb eine diagnostische Infiltration des Kniegelenks mit
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Carbostesin vorgeschlagen. Sollte er auf diese positiv ansprechen, werde eine
arthroskopische Arthrolyse vorgeschlagen. Gegen einen Arbeitsversuch im Rahmen
einer sitzenden Tätigkeit, wie von der Rehaklinik Bellikon vorgeschlagen, sei nichts
einzuwenden, weshalb sie deren Arbeitsfähigkeitsschätzung bestätige (Suva-act. 143).
Laut Bericht des KSSG vom 2. März 2006 lehnte der Versicherte die an diesem Tag
geplante Infiltration ab. Es wurde festgehalten, dass der Schadenfall ohne diese
notwendige Diagnostik abgeschlossen werden müsse (Suva-act. 151). Am 13. März
2006 trat der Versicherte in ein Einsatzprogramm des RAV ein (Suva-act. 144, 148). Mit
ärztlichem Zeugnis vom 22. März 2006 attestierte ihm sein Hausarzt, Dr. med. D._,
Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, vom 22. bis 26. März 2006 eine 100%-ige
Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 156). In einem Bericht vom 3. April 2006 hielt Dr. D._
fest, dass ihn der Versicherte am 22. März 2006 in psychisch sehr angeschlagenem
Zustand konsultiert und über starke Schmerzen im linken Knie und in der Hüftregion
geklagt habe. Über den 26. März 2006 hinaus sei eine weitere Aussetzung des
Einsatzprogramms jedoch ärztlich gesehen nicht möglich gewesen (Suva-act. 162).
A.d Mit Verfügung vom 28. April 2006 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass sie
ihm für die Zeit vom 22. bis 26. März 2006, für welche der Hausarzt eine
vorübergehende volle Arbeitsunfähigkeit attestiert habe, wiederum die gesetzlichen
Taggeldleistungen ausrichte. Ab 27. März 2006 bestehe jedoch erneut wie ab 8.
Dezember 2005 eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 75% auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt und es seien keine Taggeldleistungen mehr geschuldet. Für die Kosten
der noch notwendigen Behandlungen (ambulante Physiotherapie und ärztliche
Behandlungen) im KSSG sowie beim Hausarzt komme die Suva weiterhin auf (Suva-
act. 171).
A.e Die von der Suva dem KSSG mit Schreiben vom 4. Mai 2006 gestellte Frage, ob
heute eine nachweisliche und objektivierbare Verschlechterung des
Gesundheitszustands des Versicherten gegenüber ihrer früheren Beurteilung vom 20.
Januar 2006 vorliege (Suva-act. 173), wurde vom KSSG mit Bericht vom 12. Mai 2006
verneint. Da keine eigentliche nachweisliche Befundänderung zu bemerken sei, könne
die Arbeitsfähigkeit nicht geändert werden. Es sei hier lediglich zu betonen, dass der
Verdacht auf eine ausgesprochene Femoropatellar-Arthrose bei starkem Krepitieren,
objektivem Patellaanpress und Patellaanpressschmerz bestehe (Suva-act. 176). Mit
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ärztlichem Zeugnis vom 26. Mai 2006 attestierte Dr. med. E._, Psychiatrie und
Psychotherapie, dem Versicherten eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit. Er leide an einer
Depression und womöglich auch an einer somatoformen Störung. Die
Anamneseerhebung mache es wahrscheinlich, dass die bezeichneten pathologischen
Prozesse schon vor drei Monaten bestanden hätten. Damit sei eine rückwirkende
Krankschreibung seit anfangs März 2006 gerechtfertigt (Suva-act. 181/2).
B.
B.a Mit Eingabe vom 30. Mai 2006 erhob der Rechtsvertreter des Versicherten,
Rechtsanwalt Dr. iur. R. Ilg, Zürich, gegen die Verfügung vom 28. April 2006 Einsprache
und verlangte im Hauptantrag die Zusprechung einer Abfindung. Eventualiter seien eine
Rente für eine 100%-ige Erwerbsunfähigkeit sowie eine Integritätsentschädigung von
30% zuzusprechen. Subeventualiter seien weiterhin Taggelder zuzusprechen.
Gegebenenfalls seien weitere Abklärungen vorzunehmen (Suva-act. 181/1).
B.b Am 13. Juni 2006 fand eine "Zweitbeurteilung" des Versicherten durch Dr. med.
F._, Orthopädie am Rosenberg, statt (Suva-act. 188, 189). Am 16. Juni 2006
bestätigte Dr. E._ eine Arbeitsunfähigkeit des Versicherten von 100% für mindestens
weitere vier bis fünf Wochen. Die Prognose sei derzeit noch unklar (Suva-act. 189/1).
Im Verlaufsbericht vom 21. Juli 2006 hielt das KSSG fest, dass sich der gegenüber
einer weiteren Operation (Weichteiloperation zur Verbesserung der Beschwerden und
des Bewegungsumfangs) skeptisch eingestellte Versicherte melden könne, sofern er
eine solche wünsche. Ansonsten erfolge in einem Jahr eine klinische und radiologische
Kontrolle. Nach wie vor gelte eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit (Suva-act. 194). Mit
Schreiben vom 24. August 2006 erklärte sich Dr. F._ mit dem Vorgehen des KSSG
einverstanden (Suva-act. 198). Am 2. September 2006 nahm Dr. E._ zu Fragen der
Suva (Suva-act. 186) Stellung (Suva-act. 202).
B.c Mit Einsprache-Entscheid vom 19. Februar 2007 wies die Suva die Einsprache des
Versicherten vom 30. Mai 2006 ab (Suva-act. 208/1).
C.
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C.a Gegen diesen Einsprache-Entscheid richtet sich die von Rechtsanwalt Ilg für den
Versicherten am 22. März 2007 eingereichte Beschwerde. Der Rechtsvertreter
beantragt, der angefochtene Einsprache-Entscheid sei aufzuheben. Es sei dem
Beschwerdeführer eine Rente für eine 100%-ige Erwerbsunfähigkeit und eine
Integritätsentschädigung von 30% zuzusprechen. Eventualiter seien weiterhin
Taggelder zuzusprechen. Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche
Prozessführung durch einen unentgeltlichen Rechtsbeistand in der Person des
Unterzeichneten zu bewilligen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge.
C.b In der Beschwerdeantwort vom 7. Mai 2007 beantragte die Beschwerdegegnerin
Abweisung der Beschwerde.
C.c Am 24. Mai 2007 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche
Rechtsverbeiständung durch Rechtsanwalt Ilg für das vorliegende Verfahren gewährt.
C.d Mit Replik vom 28. Juni 2007 bestätigte der Rechtsvertreter des
Beschwerdeführers seine Anträge. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die
Einreichung einer Duplik.
C.e Auf die Begründungen der Beschwerde und der Beschwerdeantwort wird, soweit

entscheidnotwendig, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Erwägungen:
1.
1.1 In formeller Hinsicht ist zu entscheiden, ob auf die Beschwerde hinsichtlich der
Invalidenrente und der Integritätsentschädigung eingetreten werden kann. - Der
Entscheid in der Sache ist ebenso wie das Verfahren grundsätzlich auf den
Streitgegenstand begrenzt. Streitgegenstand im vorliegenden Verfahren ist das
Rechtsverhältnis, welches - im Rahmen des durch den vorinstanzlichen Entscheid
bestimmten Anfechtungsgegenstandes - den aufgrund der Beschwerdebegehren
effektiv angefochtenen Anfechtungsgegenstand bildet (BGE 117 V 295 E. 2a). Mit
Bezug auf den Anfechtungsgegenstand ist festzuhalten, dass im
verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren grundsätzlich nur Rechtsverhältnisse
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zu überprüfen bzw. zu beurteilen sind, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde
vorgängig verbindlich - in Form einer Verfügung (oder auch eines Einsprache-
Entscheids) - Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung den
beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an
einem Anfechtungsgegenstand, wenn und insoweit keine Verfügung ergangen ist
(BGE 110 V 51; ZAK 84, 166; RKUV 1991 Nr. U 120 S. 85).
1.2 Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der Einsprache-
Entscheid vom 19. Februar 2007 (Suva-act. 208/1). Diesem liegt die Verfügung vom
28. April 2006 zu Grunde (Suva-act. 171). Die Beschwerdegegnerin verfügte, dass dem
Beschwerdeführer ab 27. März 2006 keine Taggeldleistungen mehr geschuldet seien,
da wiederum eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 75% auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt bestehe. Im weiteren hielt sie fest, dass sie für die Kosten der noch
notwendigen Behandlungen (ambulante Physiotherapie und ärztliche Behandlungen)
des Beschwerdeführers im KSSG sowie beim Hausarzt weiterhin aufkommen werde.
Des weiteren liegt dem Einsprache-Entscheid das Schreiben vom 1. Dezember 2005
(Suva-act. 133) zugrunde, worin dem Beschwerdeführer mit gleicher Begründung die
Taggeldberechtigung bereits ab 8. Dezember 2005 aberkannt wurde (Ausnahme: 22.
bis 26. März 2006 mit voller Taggeldberechtigung). Über diese Ansprüche wurde
ebenfalls im Rahmen der genannten Verfügung erstmals förmlich entschieden. Die
Frage nach einem Rentenanspruch sowie einem Anspruch auf
Integritätsentschädigung gehörte dagegen nicht zum Anfechtungsgegenstand und
vermag damit auch nicht Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens zu bilden.
Soweit der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers diesbezüglich die Ausrichtung von
Versicherungsleistungen anbegehrt, kann darauf nicht eingetreten werden. Angesichts
dieses Umstandes wird das Eventualbegehren des Rechtsvertreters des
Beschwerdeführers, es seien weiterhin (ab 8. Dezember 2005 bis 21. März 2006 und
erneut ab 27. März 2006) Taggelder zuzusprechen, zum Hauptbegehren.
2.
Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einsprache-Entscheid die rechtlichen
Voraussetzungen des Vorliegens eines natürlichen und adäquaten
Kausalzusammenhangs zwischen physischen und psychischen
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Gesundheitsschädigungen und einem Unfall (Erwägung 1a) sowie die rechtlichen
Grundlagen hinsichtlich eines Anspruchs auf Taggelder (Erwägung 1b) zutreffend dar;
darauf kann verwiesen werden.
3.
3.1 Zu beurteilen ist zunächst die Frage, inwieweit beim Beschwerdeführer über das
Datum der Einstellung der Taggeldleistungen (8. Dezember 2005) hinaus organische
Restfolgen in Bezug auf die anlässlich des Unfalls vom 13. August 2000 zugezogenen
Verletzungen bestehen bzw. medizinisch objektivierbar sind und wie sich diese auf
seine Arbeitsfähigkeit auswirken.
3.2 Unbestritten und in den medizinischen Akten im wesentlichen übereinstimmend
belegt ist, dass im Zeitpunkt der Einstellung der Taggeldleistungen Unfallrestfolgen im
Bereich des linken Beins des Beschwerdeführers vorlagen. Die
Untersuchungsergebnisse der Rehaklinik Bellikon vom November 2005 (Suva-act, 132,
135) brachten eine gewisse Beweglichkeitsbeeinträchtigung im Sinne eines
Beugedefizits am linken Kniegelenk sowie eine Kraftminderung des linken
Oberschenkels hervor, wobei das Ausmass der demonstrierten Einschränkung
(Knieflexion bis 70°) mit den somatischen Unfallfolgen nicht als genügend erklärt
betrachtet wurde. Der Beschwerdeführer klagte darüberhinaus über Schwierigkeiten
beim Gehen sowie Schmerzen im linken Bein. Auch die Ärzte des KSSG erhoben am
11. Mai 2006 als Befunde die erwähnte Bewegungseinschränkung, gewisse
Druckdolenzen, insbesondere im Bereich des Osteosynthesematerials auf Kniehöhe
und femoropatellär sowie deutliche schmerzhafte Krepitationen femoropatellär (Suva-
act. 176). Laut der bei Dr. F._ eingeholten "Zweitmeinung" vom 13. Juni 2006 liegt
sodann eine Beinverkürzung links von gut 1.5 cm vor. Entsprechend den vom
Beschwerdeführer geklagten Beschwerden ging besagter Arzt im weiteren von einer
erheblichen Restsymptomatik mit Schmerzen und einer erheblichen Einschränkung der
Beweglichkeit (Flexion) aus. Im Vordergrund stehe die Bewegungseinschränkung
herrührend von Vernarbungen im Bereich des Recessus sowie unter dem
Qadrizepsbereich. Schmerzauslösend sei die femoropatelläre Arthrosekomponente
(Suva-act. 187).
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3.3 Im Folgenden stellt sich damit die Frage nach der Arbeitsfähigkeit des
Beschwerdeführers im Zeitpunkt der Einstellung der Taggeldleistungen. Die
Beschwerdegegnerin ging von einer mindestens 75%-igen Arbeitsfähigkeit aus. Die
Entwicklung der gesundheitlichen Situation des linken Knies bzw. die diesbezüglich
erwogenen Heilbehandlungen ab dem Zeitpunkt der Rückfallmeldung (14. Januar 2004)
bis zur Einstellung der Taggeldleistungen (8. Dezember 2005) stellten sich indessen
nicht so dar bzw. waren nicht derart abgeschlossen, dass der für den Abschluss der
Taggeldphase erforderliche Arbeitsfähigkeitsgrad im fraglichen Zeitpunkt als
ausgewiesen betrachtet werden konnte. - Am 11. Juli 2005 berichteten die Ärzte des
KSSG Dr. D._ über den Verlauf nach der Folgeoperation vom 11. März 2005
(Plattenosteosynthese distales Femur links mit Einbringen von körperfremdem Material
zur Behebung eines Knochendefekts). Die Beugefähigkeit des linken Knies habe in den
letzten sechs Wochen gesteigert werden können (von 20 auf 40°), auch wenn noch kein
gutes Resultat erreicht worden sei. Man habe beschlossen, die Physiotherapie zu
intensivieren und weiterzuführen. Sollte die Beweglichkeit während der nächsten drei
Monate unter dieser konservativen Therapie bis ca. 90° gesteigert werden können,
könnte mit der arthroskopischen oder offenen Lösung der Verwachsungen (Arthrolyse)
im Knie bis zur Metallentfernung zugewartet werden, welche idealerweise 18 Monate
nach der Operation, also rund im September/Oktober 2006 stattfinden sollte. Sollte
jedoch die Beweglichkeit nicht in diesem Masse zunehmen, müsste die Lösung der
Verwachsungen bereits vorher diskutiert werden. Die Arbeitsunfähigkeit wurde
schliesslich mit 100% bewertet (Suva-act. 116). Drei Monate später bzw. im September
2005 zeigte sich jedoch immer noch eine deutlich eingeschränkte Beweglichkeit von
40°. Die Ärzte des KSSG empfahlen bei der insgesamt schwierigen Narbensituation
unbedingt ein Fortführen der konservativen Therapie mit Narbenmobilisation,
Physiotherapie und Fitness (Suva-act. 124). Vom 8. bis 29. November 2005 folgte der
stationäre Aufenthalt des Beschwerdeführers in der Rehaklinik Bellikon mit dem
Hauptziel einer Zumutbarkeits- und Standortbestimmung. Laut Austrittsbericht vom 7.
Dezember 2005 (Suva-act. 135) konnte die Beweglichkeit des linken Kniegelenks nicht
verbessert werden. Gleich wie bei Eintritt betrug diese bei Austritt 70° (Knieflexion).
Hinsichtlich Arbeitsfähigkeit wurde festgehalten, es bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von
100% in der angestammten Tätigkeit als technischer Pinselmacher ab 29. November
2005. Leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten seien ganztags
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zumutbar. Für sitzende Tätigkeiten bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit. Abgesehen
davon, dass dieser Arbeitsfähigkeitsschätzung wegen der ausstehenden, indizierten
Arthrolyse zur Besserung der Beugefähigkeit des linken Knies zum gegebenen
Zeitpunkt einzig ein prognostischer Charakter zukommen konnte, enthält sie auch eine
gewisse Widersprüchlichkeit. Die angestammte Tätigkeit als technischer Pinselmacher
ist im wesentlichen als adaptierte Tätigkeit zu betrachten. Damit ist jedoch die in Bezug
auf eine adaptierte Tätigkeit bestätigte 100%-ige Arbeitsfähigkeit nicht nachvollziehbar.
Dessen ungeachtet diente der Abschlussbericht der Rehaklinik Bellikon dem Case
Manager der Beschwerdegegnerin als Grundlage für den Antrag auf Einstellung der
Taggeldleistungen per 8. Dezember 2005. Fortan zeigte allerdings die medizinische
Aktenlage eine nach wie vor anhaltende, nicht abgeschlossene Beschwerdesituation.
Unter Hinweis auf die unveränderte Beweglichkeit stellte Dr. D._ dem KSSG mit
Schreiben vom 21. Dezember 2005 wiederum die Frage nach der operativen Lösung
der Verwachsungen im Knie (Suva-act. 137). Am 20. Januar 2006 (Suva-act. 153)
hielten die Ärzte des KSSG fest, es sei gut vorstellbar, dass ein Teil der
Beschwerdesymptomatik femoropatellär begründet sei. Zusätzlich komme die
Beugehemmung hinzu, die vermutlich durch Verwachsungen im Bereich der
Muskulatur bzw. des Kniegelenks begründet sei. Es werde deshalb eine diagnostische
Infiltration und bei einem dabei positiven Ergebnis eine arthroskopische Arthrolyse
vorgeschlagen. Hinsichtlich Arbeitsfähigkeit bestätigten die Ärzte des KSSG dem
Beschwerdeführer sodann einzig im Sinn eines "Arbeitsversuchs" eine
Arbeitsunfähigkeit von 0% für die von Bellikon attestierte zumutbare Tätigkeit.
Nachdem der Beschwerdeführer seit Dezember 2005 Taggelder der
Arbeitslosenversicherung bezogen hatte, war er sodann ab 13. März 2006 für ein
Einsatzprogramm vorgesehen (Suva-act. 140, 144). Mit Schreiben vom 14. März 2006
bat Dr. D._ das KSSG wegen starker Beschwerden des Beschwerdeführers um eine
möglichst baldige arthroskopische Arthrolyse ohne vorherige diagnostische Infiltration.
Die vom KSSG vorgeschlagene Infiltration sei auf Wunsch des Beschwerdeführers
nicht vorgenommen worden (Suva-act. 153). Anlässlich einer Konsultation vom 22.
März 2006 durch Dr. D._ klagte der Beschwerdeführer wiederum über starke
Schmerzen im linken Knie und in der Hüftregion und gab an, beim Einsatzprogramm
grosse Mühe zu haben. Dr. D._ befand eine Aussetzung des Einsatzprogramms
erklärbar und attestierte dem Beschwerdeführer vom 22. bis 26. März 2006 eine 100%-
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ige Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 162). Anlässlich einer Untersuchung vom 6. April 2006
erhoben die Ärzte des KSSG als Befund eine auf 35° eingeschränkte Beugefähigkeit
des linken Knies und boten dem Beschwerdeführer wegen der geklagten, seit zwei
Monaten stetig angestiegenen Schmerzen eine intensivierte, medikamentöse
Schmerztherapie an (Suva-act. 168). Trotz der eben dargelegten medizinischen
Sachlage, d.h. obwohl wegen unfallbedingter Beschwerden offensichtlich weitere
Operationen und andere Heilbehandlungen indiziert waren und der zu Beginn erwartete
Heilungserfolg (Zunahme der Beugefähigkeit des linken Knies) bis dahin nicht
eingetreten war, erfolgte am 28. April 2006 die verfügungsweise Aberkennung der
Taggelder vom 8. Dezember 2005 bis 21. März 2006 und erneut ab 27. März 2006
(Suva-act. 171). Von ärztlicher Seite wurden jedoch weiterhin unfallkausale
Beschwerden festgehalten und die Fortsetzung der Heilbehandlung bedacht. So
bestätigte zwar Dr. D._ mit Bericht vom 2. Mai 2006 eine volle Arbeitsfähigkeit für
das Einsatzprogramm, liess allerdings durchblicken, dass er dieses für zu anstrengend
halte und an die vorhandenen Beschwerden nicht angepasst (Suva-act. 172). Am 12.
Mai 2006 regten die Ärzte des KSSG bezüglich der Knieschmerzen erneut die
diagnostische Infiltration des linken Kniegelenks an. Im Anschluss werde eine
diagnostisch/therapeutische Arthroskopie bei deutlicher Schmerzreduktion nach
Infiltration in die Wege geleitet. Da keine objektivierbare Befundänderung gegeben sei,
könne die Arbeitsunfähigkeit leider nicht geändert werden. Es sei hier lediglich zu
betonen, dass eine ausgesprochene Femoropatellar-Arthrose zu verdächtigen sei bei
starkem Krepitieren, objektivem Patellaanpress und Patellaanpressschmerz (Suva-act.
176). Am 31. Mai 2006 fand die ambulante Knieinfiltration statt (Suva-act. 182). Dr.
F._ sprach dann in seiner "Zweitmeinung" vom 13. Juni 2006, wie bereits erwähnt,
von einer erheblichen Restsymptomatik mit Schmerzen und einer erheblichen
Einschränkung der Beweglichkeit (Flexion). Im Vordergrund stehe die
Bewegungseinschränkung herrührend von Vernarbungen im Bereich des Recessus
sowie unter dem Quadrizepsbereich. Die femoropatelläre Arthrosekomponente löse
zudem Schmerzen aus. Dr. F._ erachtete weitere operative Therapien als sinnvoll. Er
tendiere zu einem aktiven Vorgehen, d.h. einem ausgedehnten Weichteilrelease im
Bereich des Recessus sowie auch submuskulär bis weit nach proximal, um hier die
Flexion zu verbessern. Gleichzeitig könnte eine erneute Knocheninduktion durchgeführt
werden im Bereich des noch bestehenden lateralen Defekts unterhalb der Platte mit
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 13/14
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St.Galler Gerichte
Knocheninduktionsmaterial. Auch eine Anfrischung wäre hier sinnvoll (Suva-act. 187).
Die Ärzte des KSSG stellten sich schliesslich in ihrem Bericht vom 21. Juli 2006 auf den
Standpunkt, mit einem weiteren operativen Eingriff nochmals ein Jahr zuzuwarten. Bis
dann sollte der Knochenumbau in der ehemaligen Defektzone bzw. im Bereich des
Femurs abgeschlossen sein. Anschliessend könnte die Metallentfernung sowie der
Release in einer Sitzung durchgeführt werden. Zudem bestehe aufgrund der multiplen
Voroperationen sowie bei Status nach Wundheilungsstörung sicherlich auch ein
erhöhtes Infektrisiko. Wenn die Weichteiloperation jetzt durchgeführt würde, müsste zu
einem späteren Zeitpunkt eine Reoperation mit Metallentfernung durchgeführt werden
(Suva-act. 194). Damit aber steht fest, dass sich die prognostizierte Entwicklung nach
wie vor nicht eingestellt hat.
3.4 Mit Blick auf die eben dargelegte Sachlage ist zusammenfassend festzuhalten,
dass die Einstellung der Taggeldleistungen, insbesondere die diese ermöglichende
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, zu früh erfolgt ist, bzw. dass sich die Prognosen,
unter denen die Einschätzung abgegeben wurde, bisher nicht erfüllt haben. Im
fraglichen Zeitpunkt waren in Bezug auf unfallkausale Beschwerden
(Bewegungseinschränkung, Schmerzen) weiterhin Operationen und weitere
Heilbehandlungen indiziert. Eine die Leistungspflicht beendende Arbeitsfähigkeit war
im fraglichen Zeitpunkt und ist bis jetzt nicht ausgewiesen.
4.
Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde gutzuheissen, soweit darauf
einzutreten ist. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Hingegen hat
der Beschwerdeführer bei diesem Verfahrensausgang Anspruch auf eine
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Da keine Honorarnote eingereicht wurde, ist
die Parteientschädigung, wie in ähnlich aufwendigen Fällen üblich, auf Fr. 4'000.--
einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer festzusetzen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht