Decision ID: fd6cc33a-141c-4d73-bf53-1c7816c1d720
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
,
geboren 1983, war seit 1. Oktober 2010 in einem Restau
rant
betrieb tätig und damit bei der SWICA
Gesundheitsorganisation (nachfol
gend:
SWICA) unfallversichert, als
er
am
13. Mai 2012 von der Treppe stürzte
(Urk. 8/1
,
Urk. 8/13
) und sich
dabei
am linken Knie verletzte
, welche
s
am 29. August 2012
medizinisch versorgt
wurde
(Urk. 8/3, Urk. 8/13
-14
).
Nach getätigten Abklärungen stellte die SWICA die bis anhin erbrachten Leis
tung
en mit Verfügung vom 6. Mai 2013 per 31. Juli 2012 ein (Urk. 8/54).
Die vom Versicherten am 30. Mai 2013 erhobene Einsprache (Urk. 8/55) wies die SWICA
am 13. September 2013 ab (Urk. 8/62 = Urk. 2).
2.
Der Versicherte erhob am 16. Oktober 2013 Beschwerde gegen den
Ein
spra
che
entscheid
vom 13. September 2013 (Urk. 2) und beantragte, dieser sei aufzu
he
ben und es seien die gesetzlichen Versicherungsleistungen über das Datum des 31. Juli 2012 hinaus auszurichten (
Urk. 1
S. 2 Ziff. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 19. November 2013 (Urk. 7) beantragte die SWICA
die Abweisung der Beschwerde, was dem Beschwerdeführer am 21. November 2013
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk. 8).
Mit Gerichtsverfügung vom 3. Januar 2014 (Urk. 13) wurde das Gesuch des Be
schwerdeführers vom 16. Oktober 2013 (vgl. Urk. 1 S. 2 Ziff. 2) um unentgeltli
che Rechtsver
tret
ung abgewiesen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Nach
Art.
10
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfall
folgen, nämlich auf die ambulante Behandlung durch den Arzt, den Zahnarzt oder
auf deren Anordnung durch eine medizinische Hilfsperson sowie im wei
te
ren durch den
Chiropraktor
(
lit
. a), die vom Arzt oder Zahnarzt verordneten Arz
neimittel und Analysen (
lit
. b), die Behandlung, Verpflegung und Unterkunft
in der allgemeinen Abteilung eines Spitals (
lit
.
c), die ärztlich verordneten Nach-
und Badekuren (
lit
. d) und die der Heilung dienlichen Mittel und Gegen
stände (
lit
. e).
1.2
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit,
In
validität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht.
Ursachen im Sinne
des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vor
handensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des na
türlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit an
dern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).Ob zwischen einem schädigenden Er
eignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammen
hang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglich
keit eines Zusammen
hangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.3
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder über
haupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden
Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie
er un
mittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber der
je
nige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krank
haf
ten Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht
publi
ziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 2
6.
April 1995). Das Dahin
fallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines
Gesund
heits
schadens
muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363
S.
45; BGE 119 V 7 E. 3c/
aa
).
Die
blosse
Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlen
der
ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht.
Da es sich
hiebei
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu
sammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim
Un
fallversicherer
(RKUV 1994 Nr. U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr. U 142 S.
76).
Diese Beweisgrundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und
Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten
massgebend
(
Urteil des Bun
des
gerichts 8C_637/2013 vom 1
1.
März 2014 E.
2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des
status
quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für
die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der
status
quo sine
vel
ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf
Art.
36
Abs.
1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und
Kos
tenvergütungen
zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach
Art.
10 UVG fallen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_637/20
13 vom 1
1.
März 2014 E. 2.3.2).
1.4
Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass zwi
schen
dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kau
sal
zusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem ge
wöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebens
erfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er
folges
also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2,
405 E. 2.2, 125 V 456 E. 5a).
Bei objektiv ausgewiesenen organischen Unfallfolgen deckt sich die adäquate, d.h.
rechtserhebliche Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier gegenüber dem natürlichen Kausalzusammenhang praktisch keine selbständige Bedeutung (BGE 134 V 109 E. 2.1).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vor
akten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zu
sammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet
und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging im angefochtenen Entscheid (Urk. 2) davon aus, dass gestützt auf das orthopädische Gutachten von Dr. med.
Z._
die
un
fallbedingte
vorübergehende Verschlimmerung bei vorbestehender erhebli
cher
Läsion abgeheilt sei und die aktuellen Beschwerden sowie auch die Arth
roskopie vom 29. August 2012 nicht auf den Unfall vom 13. Mai 2012 zurück
zuführen
seien, mithin die natürliche Kausalität und somit die Leistungspflicht gemäss UVG
zu verneinen sei (S.
3 ff. Ziff. 3.3-7
; Urk. 7
).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber beschwerdeweise (Urk. 1) auf den Standpunkt,
die seit dem ersten Unfall im Ausland aus dem Jahr 2008 be
stehenden Kniebeschwerden
hätten
im Herbst 2010
aufgehört
und seither sei er seitens des Instabilitätsgefühls völlig beschwerdefrei gewesen und habe seine
Tätigkeit als Küchengehilfe uneingeschränkt bis zum Unfall vom 13. Mai 2012 aus
üben können. Di
e Operation vom August 2012 als auch die danach weiter be
stehende Arbeitsunfähigkeit
stünden
in einem zumindest teilweisen natürli
chen Kausalzusammenhang zum Unfall vom 13. Mai 2012, weshalb die
Be
schwer
degegnerin
die gesetzlichen Leistungen hierfür erbringen müsse (S.
4 ff.).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit die Unfallkausalität der
Kniebeschwerden
und der in diesem Zus
ammenhang geklagten Beschwerden, mithin ob die von der
Be
schwerdegegnerin
per Ende Juli 2012 verfügte Leistungseinstellung rechtens ist.
3.
3.1
Aus den Akten ist ersichtlich, dass sich der Beschwerdeführer während des Mili
tärdienstes in
A._
im Jahr 2008
eine Distorsion des linken Kniegelenks zugezogen
hat
te
und am 24. Mai 2010 auf der Treppe ausgerutscht
war
und erneut das linke Knie in
Varusstellung
verdreht
hat
te
, was mit zweijähriger kon
servativer Therapie be
handelt wurde (Urk. 8/11, Urk. 8/13
). Bei einer am 25. August 2010 durchge
führten Magnetresonanztomographie
(MRI)
wurden Be
funde
,
welche vereinbar mit
einer vorderen Kreuzbandruptur
waren
, erhoben (
Urk. 8/16
).
Am 13. M
ai 2012 stürzte der Beschwerdeführer
erneut von der Treppe
(Urk. 8/1
Ziff.
3, Ziff. 6
).
Betreffend
seinen
Gesundheitszustand im Verlauf finden sich im Wesentlichen die nachfolgenden medizinischen Berichte in den Akten:
3.2
Nach
de
m Treppensturz
des Beschwerdeführers vom 13. Mai 2012
stellte der
erst
behandelnde
Arzt Dr. med.
B._
,
Facharzt für Allgemeinmedizin, ge
stützt auf die am 24. Mai 2012 durch
geführte bildgebende Untersuchung (Urk. 8/15)
in seinem Bericht vom 25. Mai 2012 (Urk. 8/3)
eine komplexe
Riss
bil
dung
des
Hinterhornes
am m
edialen Me
niskus, einen Erguss und eine
post
e
ro
laterale
bone
bruise
im
Tibiaplateau
fest. Er attestierte dem Beschwerdeführer eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für vorau
ssichtlich vier bis fünf Wochen
.
3.3
Die weitere Behandlung erfolgte bei Dr. med.
C._
,
Facharzt für Orthopädische Chirurgie, welcher am 29. August 2012 in der Klinik
D._
,
wo der Beschwerdeführer vom 28. August bis 3. September 2012 hospitalisiert war
(Urk. 8/14), eine Kniearthroskopie links, eine mediale Meniskusnaht und eine vordere Kreuzband-Plastik
(VKB
-Plastik)
mit
Semitendinosussehne
durchführte (Urk. 8/13).
Im Austrittsbericht vom 12. September 2012 (Urk. 8/14)
hielt er anamnestisch fest
,
eine
VKB-Plastik sei bereits für 2010 geplant gewesen, auf
grund der beruf
lichen Situation und der Angst, seine
Arbeitsstelle zu verlieren, h
ab
e
der Be
schwerdeführer damals auf die Operation verzichtet. Der initiale Unfall sei 2008 aufgetreten, als der Beschwerdeführer während des Militär
dienstes in
A._
einen Schlag auf die Hinterseite des linken Kniegelenkes bekommen habe, wo
bei er zu Boden gestützt sei und das linke Knie in
Va
lgusstellung-Aussen
rota
tion-Flexion
verdreht habe. Am 24. Mai 2010 habe ebenfalls eine Verdrehung des linken Knies in
Valugsstellung
mit sofortiger Schwellung stattgefunden, wo
bei sich die Beschwerden
in letzter Zeit
wieder manifestiert hätten mit zwei erneuten Instabilitäten
Anfang des Jahres
(S. 1 Mitte).
Aktuell führte
Dr.
C._
aus, der postoperati
ve Verlauf sei komplikationslos. Er habe dem Beschwerdeführer ein Selbstübungsgerät organisiert und Physio
therapie verordnet. Bis Ende 2012 bestehe eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
(S. 1 unten).
3.4
Dr. med.
Z._
, Facharzt für O
rthopädische Chirurgie, erstattete am 18. Januar 2013 seine Kurzbeurteilung (Urk. 8/41) und nannte gestützt auf die
ihm zur Verfügung gestellten Akten (S. 1 f.) und die am 14. November 2012 durchgeführte Untersuchung (vgl. S. 3 ff.) folgende Diagnosen (S. 9 f.):
Rehabilitationsdefizit mit erheblicher Muskelatrophie und geringer
Bewe
gungseinschränkung
, mässigen
antero
-medialen Restbeschwerden und Ver
dacht auf reduzierte Compliance
Zustand nach VKB
-Rekonstruktion und Meniskusnaht mediales
Hinter
hor
n
links (August 2012)
Zustand nach Traumatisierung des linken Kniegelenkes bei
vorbestehen
der
Kniebinnenläsion mit kernspintomographischem Nachweis von
Bone
Bruise
(Mai 2012)
Zustand nach Traumatisierung der rechten Hand mit Verdacht auf Kontu
sion der Mittelhand (Mai 2012)
mässiger Spreizfuss beidseits
In seiner Beurteilung
gelangte er zum Schluss, dass aufgrund der gesamten Ana
lyse des Verlaufs und insbesondere der bildgebenden Dokumentation mit Sicherheit davon ausgegangen werden könne, dass eine erhebliche
Kniebin
nen
läsion
bereits vor dem 13. Mai 2012 vorgelegen und mit grösster Wahr
schein
lichkeit der aktuelle Unfall am 13. Mai 2012 die operationswürdige Schä
digung
am vorderen Kreuzband und medialen Meniskus nicht verschlimmert habe. Der Nachweis von
Bone
Bruise
sei ein Zeichen für eine frische Traumati
sierung, die sich jedoch nur im Sinne einer vorübergehenden Verschlimmerung ausgewirkt habe. Sowohl am linken Knie wie auch an der rechten Hand habe durch diffe
renzierte bildgebende Untersuchungen eine strukturelle Verletzung mit Sicher
heit ausgeschlossen werden können.
Leider fehl
t
e
n
trotz mehrfacher Anfrage wichtige Informationen über den klinischen Befund und den unmittel
bar an
schliessenden Verlauf nach dem Ereignis vom 13. Mai 201
2.
Aufgrund der ärzt
lichen Erfahrung und der Literatur könne mit grösster Wahrscheinlich
keit davon ausgegangen werden, dass sich das Ereignis vom 13. Mai 2012 als eine vorü
ber
gehende Verschlimmerung bei vorbestehender erheblicher Läsion ausgewirkt hab
e
und die Beeinträchtigungen (Unfallfolgen) mit grösster Wahr
scheinlichkeit
nach Ablauf von zwei Monaten abgeklungen seien, so dass der Vorzustand nach
diesem Zeitraum wieder erreicht worden sei (S. 11).
Bezüglich des weiteren Verlaufs sei bei dieser Knieläsion mit eindeutig
er
kern
spin
tomographischer
Dokumentation und klassischen subjektiven Be
schwerden (Instabilitätssymptome, durchschnittlich drei Mal monatlich) folge
richtig am
29. August 2012 eine operative Rekonstruktion durchgeführt worden. Diese Ope
ration sei wegen der vorbestehenden Befunde (Vorzustand
)
notwendig gewe
sen
.
Durch das Ereignis vom 13. Mai 2012 sei es weder zu
operations
bedürftigen
noch
zu operationswürdigen Unfallfolgen gekommen (S. 12 oben).
Aktuell sei der Be
schwerdeführer in Ruhe, im Stehen und beim langsamen Ge
hen auf flachem Gelände völlig schmerzfrei. Beim schnelleren Gehen k
om
me es zu Schmerzen
me
dial parapatellar am linken Knie. Ausserdem könne der Be
schwerdeführer nich
t gut laufen. Eine Schwellung habe jedoch nicht beobachtet werden können (S. 5 unten).
In Beantwortung der ihm gestellten Fragen (S. 12 ff.) hielt Dr.
Z._
fest, dass der Status quo ante mit grösster Wahrscheinlichkeit acht Wochen nach dem Ereignis vom 13. Mai 2012 (Mitte Juli 2012) wieder eingetreten sei (S.
13 Ziff. 7.4) und
er
hielt bei seinen Ausführungen betreffend Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers (S. 14 Ziff. 9) fest, dass seine Beurteilung die derzeitige me
dizinische Situation und die aktuellen Beeinträchtigungen betreffe, die jedoch nicht Folge des Ereignisses vom 13. Mai 2012 seien (S. 14 Ziff. 9).
Eine Tätigkeit in mittlerer körperlicher Belastung, mehrheitlich sitzend, wäre dem Beschwer
de
führer ab sofort zu 100 % zumutbar
. B
ei Intensivierung und Optimierung der Rehabilitation könne voraussichtlich die ab 1. Februar 2012 attestierte 50%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auch in den nächsten drei bis vier Monaten auf 100 % gesteigert werden (S. 14 f. Ziff. 8 und 9).
3.5
Mit Stellungnahme vom 4. Februar 2013 (Urk. 8/45) wies Dr.
C._
darauf hin,
dass die Operation vom 29. August 2012 ausschliesslich auf den Unfall vom 13. Mai
2012 zurückzuführen
gewesen
sei, da nach diesem Unfall im Gegensatz zu den vorherigen Unfällen die Beschwerden nie zurückgegangen seien und
diese
auf konservative Therapie nicht reagiert hätten.
Nach dem ersten Unfall
im Jahr
2008 habe keine spezifische Behandlung stattgefunden und die Be
schwer
den seien nach zwei Wochen verschwunden gewesen. Nach dem zweiten Unfall habe die konservative Therapie dazu geführt, dass der Beschwerdeführer die bereits geplante Operation wegen Verbesserung der Beschwerden abgelehnt habe und schmerzfrei zwei Jahre
lang
als Koch habe arbeiten können. Erst nach dem dritten Unfall sei es zu Läsionen gekommen (S. 1).
3.6
Am 17. Februar 2013 (Urk. 8/46 S. 1) hielt Dr.
Z._
an seinem Gutach
ten fest und erklärte, dass der Beschwerdeführer vier bis fünf Monate nach dem
Unfall
vom
Mai 2010 nicht beschwerdefrei gewesen
sein k
ö
nne
, ansonsten keine
Operationsindikation
für den 3. November 2010
gestellt worden
wäre
.
Ausser
dem
habe der Beschwerdeführer ein Instabilitätsgefühl
unmittelbar
nach dem
Unfall
(vom Mai 2010)
und auch im weiteren Verlauf beklagt. Zudem habe er gemäss
eigenen Angaben nicht so gut arbeiten können, weil er nicht schnell habe lau
fe
n können, und er habe sich an Schmerzen und Schwellungen wäh
rend der fast
zwei
jährigen Arbeitszeit erinnert. Ein älterer Meniskusriss und ein gerisse
nes VKB
könnten weder klinisch noch morphologisch von selbst heilen.
3.7
Mit Bericht vom 2. Oktober 2013 (Urk. 3/3) beantwortete Dr.
C._
die Fragen der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers und legte dabei dar, dass der Be
schwerdeführer nach dem Unfall im Mai 2010 ohne einzige
Instabilitätsepi
sode
zwei Jahre lang habe arbeiten können
,
womit auch keine
Operationsindi
kation
bestanden habe (S. 1).
Des Weiteren führte er aus, dass auch eine gut geführte konservative Therapie einem Zustand nach einer erfolgten
Kreuzband
plastik
gleichzustellen sei (S. 2).
4.
4.1
Mit Blick auf die Vorbringen des Beschwerdeführers (vgl. vorstehend E. 2.2) gilt es im vorliegenden Verfahren die Kausalität seiner über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung (31. Juli 2012) hinaus beklagten
Beschwerden
im linken Knie zu beurteilen. Weitere unfallkausale Beschwerden machte der Beschwer
de
führer nicht geltend. Insbesondere
wurde die in der Anamnese von Dr.
C._
erhobene Verletzung der rechten Hand, die der Beschwerdeführer sich beim Sturz
vom 13. Mai 2012 zugezogen hat (vgl. Urk. 8/14, Urk. 8/41 S. 10 oben)
,
weder
erwähn
t noch gibt diese Verletzung
Anlass für weitere Abklärungen, zumal die
bildgebenden Befunde vom 28. Juni 2012 keine post
traumatischen Verände
rung
en ergaben, insbesondere keine Läsionen
,
und der Beschwerdeführer nach
eigenen Angaben selbst angab, jetzt vollständig be
schwerdefrei zu sein (Urk. 8/4
1 S. 8
).
Damit hat es sein Bewenden.
4.2
In Bezug auf den ersten
erwähnten
Unfall während des Militärdienstes in
A._
im Jahr 2008 ergibt sich aus den medizinischen Akten übereinstimmend, dass dieser keine späteren Beschwerden verursacht hat
(Urk. 8/41 S. 3) bezie
hungsweise sind aus den aktenkundigen ärztlichen Berichten keine weiteren Massnahmen bekannt
(vgl.
Urk.
8/13-14, Urk. 8/41 S. 3).
Zwar wurde eine MRI-Untersuchung
vom
25. August 2010
aufgrund
d
er
I
ndi
katio
n
einer
Distorsion
vor zwei Jahren mit seitheriger Instabilität durchgeführt (Urk. 8/16), aus den Akten
ergibt sich aber, dass der Beschwerdeführer am 24. Mai 2010 beim Treppen
stei
gen
stürzte
und sich erneut das linke Knie verdrehte (vgl. vorstehend E. 3.3)
. Gestützt auf die
se
MRI-Untersuchung
i
st eine vordere Kreuzbandläsion mit me
dialem Meniskusriss ausgewiesen
, die
mit einer für 2010 geplanten VKB-Plas
tik-Operation behandelt werden sollte, auf
welche
der
Beschwerdeführ
er
jedoch
aufgrund seiner beruflichen Situation und der Angst, seine Arbeitsstelle zu ver
lieren, einstweilen verzichtet
e
(vgl. vorstehend E. 3.3).
Die
11
Tage nach dem neuerlichen Treppensturz vom 13. Mai 2012 durchge
führ
te bildgebende Untersuchung ergab einen Status nach VKB-Ruptur
vorbe
stehend
und aktuell eine
Bone
Bruise
posterolateral
im
Tibiaplateau
und
an
terolateral
am
Femurkondylus
sowie lediglich eine
geringgradige
Ergussbildung (Urk. 8/15). Entsprechend beschrieb Dr.
Z._
in seiner
schlüssigen
Be
urteilung vom 18. Januar 2013 (vgl. vorstehend E.
3.
4
) eine operationswürdige
Vorschädigung am vorderen Kreuzband und
am
medialen Meniskus. Seine Schluss
folgerung, wonach der Unfall vom 13. Mai 2012 lediglich
eine
Bone
Bruise
als frische Traumatisierung ergeben habe beziehungsweise neue struktu
relle
Verletzungen ausgeschlossen seien, was keinen richtunggebenden Ein
fluss auf den Vorzustand gehabt habe, erscheint gestützt auf die bildgebenden Un
tersuchungen
als
nachvollziehbar und dementsprechend seine
Kausalitätsbe
ur
teilung
als schlüssig.
Demnach ist vor dem Hintergrund, dass das linke Kniegelenk des Beschwer
de
führers einen massiven operationsindizieren
den
Vorzustand aufwies
(vgl. vor
steh
end E. 3.1, E. 3.3, E. 3.6)
,
zu welchem
ein lediglich geringfügiges
Knietrau
m
a
hinzu kam
und der sich dadurch offenkundig nicht verschlimmert hat, über
wie
gend wahrscheinlich, dass
das
Kniegelenk nach
dem schicksalsmässigen Ver
lauf auch ohne das Unfallereignis
vom
13. Mai 2012
früher oder später
medizinisch hätte versorgt werden müssen, was
durch
die im
Jahr 2010
angesetzte Opera
tion
, welche schliesslich am 29. August 2012 durchgeführt wurde, gerade bewie
sen wurde.
4.3
Der
abweichende
n
Beurteilung durch Dr.
C._
(vgl. vorstehend E. 3.
2
und E. 3.
5
).
kann hingegen nicht gefolgt werden
. Namentlich hat er die Frage des
bestehenden Vorzustandes nicht überzeugend beha
ndelt
.
Es wurde nämlich le
dig
lich darauf hingewiesen, dass bis zum Unfallzeitpunkt im Mai 2012 keine ein
zi
ge Instabilitätsepisode bestanden habe und der Beschwerdeführer zwei Jahre lang
uneingeschränkt seiner Tätigkeit als Küchenhilfe habe nachgehen können. Erst nach dem Unfallereignis vom 13. Mai 2012 sei die Instabilität des Knies aufge
treten, weshalb die aktuellen Beschwerden sowie auch die Operation vom 29. August
2012 auf den Unfall vom 13. Mai 2012 zurückzuführen seien.
Mit dieser Argumentation wurde mithin aus der seinerzeitigen
Beschwerdefrei
heit
um
standslos
darauf geschlossen, dass keine Vorzustände bestanden hätten be
zieh
ungsweise diese klinisch abgeheilt seien, und umgekehrt, dass die nach dem
Unfall aufgetretenen Beschwerden – sozusagen logischerweise – durch das
Un
fall
ereignis
vom 13. Mai 2012 verursacht seien. Dies stellt den
klassischen (Fehl-)
Schluss des „
post
hoc ergo proper hoc“ dar, der rechtsprechungsgemäss für die Begründung des natürlichen Kausalzusammenhanges nicht ausreicht (vgl. BGE 119 V 340 ff. E.
2b/
bb
).
Hinzu kommt, dass Dr.
C._
in
seine
m
Aus
tritts
bericht
vom 12. September 2012 die
bereits
für 2010 geplant gewesene
VKB-Plastik er
wähnte und auch seit Anfang 2012 von erneute
n
Instabilitätsepisoden
be
richt
ete (vgl. vorstehend E. 3.
4
)
,
womit
keineswegs von einer beschwerde
freien
Zeit vor dem Unfallereignis vom 13. Mai 2012 ausgegangen werden kann. Die
ser
Wider
spruch zu
d
en
von ihm
am 2. Oktober 2013
postulierten
insta
bili
täts
freien
Per
io
den
ist
nicht überzeugend
aufzulösen
. Vor allem auch deswegen
nicht,
weil
Dr.
C._
in seinem
Austrittsbericht vom 12. September 2012
auf die Ver
schiebung der geplanten Operation
aufgrund des Stellenantritts des Be
schwer
deführers und der damit verbundenen Angst eines möglichen
Stellen
verlustes
und somit auf
den
Wunsch des Beschwerdeführers
selbst hingewiesen
hatte
, weshalb nicht von einer medizinischen Be
sserung ausgegangen werden
kann
.
Vor die
sem Hintergrund sind auch seine Ausführungen, wonach der
Kreuz
band
riss
am linken Knie vom Mai 2010 mit der durchgeführten konservativ erfolgten
Be
handlung geheilt worden sei, nicht überzeugend
, zumal auch Dr.
Z._
festhielt
, dass ein älterer Meniskusriss und ein gerissenes VKB weder klinisch noch morphologisch von selbst heilen könnten (vgl. vorstehend E. 3.6)
.
4.4
Auch die
(übrigen)
Vorbringen des Beschwerdeführers vermögen
den
Beweis
wert
der
fundierte
n
und schlüssige
n
Beurteilung von Dr.
Z._
nicht
zu schmä
l
ern
.
Nament
lich kann der Ansicht des Beschwerdeführers nicht gefolgt werden,
dass dem Gutachten keinerlei Beweiswert zukomme, da die Kommuni
kation zwi
schen
dem Gutachter und ihm aufgrund sprachlicher Schwierigkeiten einge
schränkt gewesen
sei
(Urk. 1 S. 5).
Diesbezüglich finden die mangelhaften
Deutsch
kenntnisse
des Beschwerdeführers in dem Sinne, dass er keiner Unter
haltung habe folgen können,
in den Akten
keine Stütze. So war er fähig, am 18. September
2012
(Urk. 8/11) mit Sachbearbei
tern der Beschwerdegegnerin zu
telefonieren, ohne dass über Verständigungsschwierigkeiten berichtet wurde.
Auch
dem Be
richt des Care Managements der Beschwerdegegnerin vom 20. Dezem
ber 2012 (Urk. 8/37)
lässt sich nichts dergleichen
entnehmen
.
Im Gesprächsprotokoll Früherfassung der Beschwerdegegnerin ist sogar von guten Deutschkenntnissen die Rede (Urk. 8/40 S. 1) und auch Dr.
Z._
er
wähn
t
e
in seinem Gut
achten die relativ guten Deutschkenntnisse mit Schwie
rigkeiten
lediglich
bei speziellen Fragen (Urk. 8/41 S. 6 oben).
Vor diesem Hintergrund ist
davon auszugehen
, dass der Beschwerdeführer über ausreichende Deutschkenntnisse verfügte, um der medizini
schen Untersuchung folgen zu kön
nen. Ausserdem wäre es an ihm gelegen, bei Sprachschwierigkei
ten einen Antrag bei der Beschwerdegegnerin zu stellen, die Durchführung der medizinischen Abklärungen habe in seiner Muttersprache zu erfolgen (vgl. Ur
teil des Bundesgerichts
I 58/06 vom 13. Juni 2006 E. 2.4). In den Akten finden sich auch keine Hinweise, dass der Beschwerdeführe
r
vor der Begutachtung ei
nen Dolmetscher verlangt hätte. Schliesslich legte der Beschwerdeführer in der
Beschwerde nicht dar, inwiefern Dr.
Z._
ihn missverstanden haben soll.
Dass
sich gemäss der Auffassung des Beschwerdeführers a
ufgrund
von
Kommu
ni
kationsschwierigkeiten der Unfallhergang vom 13. Mai 2012 nicht habe erstellen lassen
,
ist
mit Blick auf die
medizinischen Akten, wonach über
Insta
bilitätsepisoden
und Schmerzen
bereits vorher
berichtet wurde
(vgl. vorste
hend
E.
3.3
,
E. 3.4,
E.
3.6
)
und gestützt auf die bildgebende Untersuchung vom 25. Ma
i 2012 (Urk. 8/15) sowie
d
i
e
Ausführungen
des Beschwerdeführers
an
lässlich der Untersuche (vgl. vorstehend E. 3.3, E. 3.4)
,
nicht zutreffend
.
Somit ist
keine
Ver
letzung des rechtlichen Gehörs zu erblicken, und die Rüge erweist sich als unbe
gründet.
5.
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass das Gutachten
von
Dr.
Z._
entge
gen der
vom Beschwerdeführer
erhobenen Kritik den praxisgemässe
n Kri
te
rien (vorstehend E.
1.
5
) sehr wohl genügt und als taugliche
Entscheidungs
grundlage
zu werten ist. Die
vom Beschwerdeführer beziehungsweise von Dr.
C._
angeführten anderslautenden Beurteilungen sind aus den dargeleg
ten Gründen mangelhaft und vermögen nicht zu überzeugen.
Nach dem Gesagten ist
daher
überwiegend wahrscheinlich, dass der Vorzustand im
linken
Kniegelenk durch das Ereignis vom
13. Mai 2012
zwar vorübergehend
traumatisch
verschlechtert
wurde, sich
dies
aber
nicht richtungsweisend auswir
k
te
; die über den
31. Juli 2012
hinaus beklagten Kniebeschwerden sind nicht mehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom
13. Mai 2012
, für welches die Beschwerdegegnerin Leistungen erbracht hat,
sondern auf
die vorbestehende
Kniebinnenläsion zurückzu
führen
, welche sich jedoch vor dem
1. Oktober 2010 und damit vor Versicherungsbeginn durch die
Beschwerde
geg
nerin
ereignet
hat
.
Der angefochtene Entscheid erweist sich somit als rechtens, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.