Decision ID: 6cd52d8a-c437-4619-b589-76e382e12bde
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1973, war seit ihrer Einreise in die Schweiz im Septem
ber 2007 als
Cabin
Crew Member (CCM) in der Funktion als Flight
Attendant
bei der
Y._
tätig (Urk.
9
/18,
9
/32/3). Am 28. Dezember 2012 meldete sich die Versicherte unter Angabe einer Depression bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk.
9
/2). Die Sozialver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte erste medizinische und erwerbliche Abklärungen (Urk.
9/8, 9/11-12, 9/18, 9
/24-25), führte ein Standort
gespräch durch (Urk.
9
/10) und sprach der Versicherten am 14. August 2013 von Juli bis Dezember 2013 einen Arbeitsversuch bei
der betriebseigenen Kindertages
stätte
Z._
der
Y._
sowie Taggelder für die Dauer der Massnahme zu (Urk.
9/27, 9
/30). Das Arbeitsverhältnis mit der
Y._
wurde am 28. März 2014 per
30. Juni 2014 gekündigt (Urk. 9
/33). Am 15. April 2014 wurde der Versicherten der Abschluss der Eingliederungsberatung und die Einleitung der Rentenprüfung mitgeteilt (Urk.
9
/35).
1.2
Die IV-Stelle tätigte weitere
medizinische Abklärungen (Urk. 9
/37,
9
/46) und liess die Versicherte am 28. April 2015 durch Ärzte des Regionalen Ärztlichen Dienstes
(RAD) orthopädisch/rheumatologisch und psychiatrisch untersuchen (Urk.
9
/50-51).
Mit Vorbescheid vom 4. November 2015
stellte
die IV-Stelle der Versicherten
in Aussicht
,
ihr
bei einem Invaliditätsgrad von 100 % ab Januar 2014 eine be
fristete
ganze
Rente bis am 30. September 2014 zu
zusprechen
(vgl. Urk.
9
/59).
Nachdem die Versicherte am 1. Dezember 2015 und ergänzend am 22. Januar 2016
Einwand gegen den Vorbescheid
hatte
erheben (Urk.
9
/63,
9
/72) und weitere Arztberichte
hatte
einreichen
lassen (Urk. 9/84, 9/87, 9/97, 9/113, 9/124, 9
/139),
wurde ein psychiatrisches Gutachten als erforderlich erachtet (Urk.
9
/128), we
lches am 15. Nov
ember 2017 durch Dr. med.
A._
, Fachärztin Psy
chiatrie und Psychot
herapie, erstattet wurde (Urk. 9
/144).
1.3
Mit neuem Vorbescheid vom 21. Februar 2018 stellte die IV-Stelle der Versi
cher
ten ab 1. Januar 2014 eine ganze Rente, ab 1. August 2015 eine
Viertelsrente
und ab 1. April 2016 eine unbefristete
Dreiviertelsrente
in Aussicht (Urk.
9
/151)
und auf
erlegte ihr mit gleichentags
versandtem
Schreiben die Weiterführung der psy
chotherapeutischen Behandlung im Sinne der Schadenminderungspflicht (Urk. 9/150
)
.
Gegen den Vorbescheid
liess die Versicherte mit Eingabe vom 9. April 2018 Einwand erheben (Urk.
9
/165). Nach weiteren erwerblichen
Abklä
rungen (Urk. 9
/174 [= Urk.
9
/179]) durch die IV-Stelle sowie Stellungnahme der
Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin vom 12. September 2018 (Urk.
9
/188), entschied die IV-Stelle mit Verfügung vom 9. Oktober 2018 im Sinne des Vor
bescheids vom 21. Februar 2018,
womit der Beschwerdeführerin
gemäss Berech
nung der Eidgenössischen Invalidenversich
erung ab 1. November 2018 eine
Drei
viertelsr
ente
in Höh
e von Fr. 383.-- zustehe (Urk. 9
/195-196,
9
/198 [= Urk. 2]). Mit Verfügung vom 31. Oktober 2018 verfügte die Eidgenössische Invalidenver
sicherung sodann über eine Nachzahlung von Fr. 22'563.-- für den Zeitraum vom 1. Januar 2
014 bis 31. Oktober 2018 (Urk. 9/201 [= Urk. 15
/2]).
2.
Am 9. November 2018 e
rhob die Versicherte Beschwerde
gegen die
Verfügung vom 9. Oktober 2018
(Urk. 2)
mit den Anträgen (Urk. 1
S. 2), die Verfügung sei teil
weise aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten,
ihr
höhere Rentenleistungen auszurichten. In formeller Hinsicht beantragte sie die unent
gelt
liche Rechtspflege und die Gewährung der unentgeltlichen
Verbeiständung
durch Rechtsanwältin Stephanie C. Elms.
Am
3.
Dezember 2018 erhob die Versicherte sodann Beschwerde gegen die Verfü
gung vom 31. Oktober 2018 (Urk.
15/
2) und beantragte, die Verfügung sei teil
w
eise aufzuheben,
ihr
seien rückwirkend ab 1. Januar 2014 höhere Rentenleistungen zu gewähren und das Verfahren sei mit dem Prozess Nr. IV.2018.00993 zu verei
nigen (Urk. 1
5/1
S. 2).
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantworte
n vom 17. Dezember 2018 (Urk.
7) und 23. Januar 2019 (Urk.
15/
5) die Abweisung der Beschwerden und erklärte sich mit einer Verfahrensvereinigung einverstanden. Am 27. Februar 2019 zog die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin das Gesuch um unentgelt
li
che Rechtspflege zurück (Urk.
13). Die Beschwerdeantworten der Beschwerde
geg
nerin wurden der Beschwerdeführerin mit Verfügungen vom 6. März 20
19 zur Kenntnis gebracht (Urk.
14 und Urk.
15/
7).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die Parteien beantragten übereinstimmend die Vereinigung der Verfahren
Nr. IV.2018.00993 und IV.2018.0104
3.
Zwischen den Verfahren Nr. IV. 2018
.00993
und IV. 2018.01043 besteht ein enger sachlicher und rechtli
cher Zusammenhang und die Parteien sind identisch. Es rechtfertigt sich daher, den Prozess Nr. IV.2018.0
1043
mit dem vorliegenden Prozess Nr. IV.2018.0
0993
zu vereinigen und unter dieser Prozessnummer weiterzuführen. Das Verfahren Nr. IV.2018.0
1043
ist als dadurch erledigt abzuschreiben; dessen Akten werden im vorliegenden Prozess als Urk.
15/0-8 geführt
.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
2.4
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des
Validen
ein
kommens
entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühest
möglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein
lichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung an
gepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah
men müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2, 135 V 58 E. 3.1, 134 V 322 E. 4.1).
Bei der Festsetzung des
Valideneinkommens
ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch ein beruflicher Aufstieg im Gesundheitsfall zu berück
si
chtigen, den eine versicherte Person normalerweise vollzogen hätte; dazu ist allerdings erforderlich, dass konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ein beruflicher Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen tatsächlich realisiert worden wären. Blosse Absichtser
klä
rungen genügen nicht. Die Absicht, beruflich weiterzukommen, muss durch kon
krete Schritte wie Kursbesuche, Aufnahme eines Studiums, Ablegung von Prü
fungen usw. kundgetan worden sein. Die theoretisch vorhandenen beruflichen Entwicklungs- oder Aufstiegsmöglichkeiten sind nur dann zu berücksichtigen, wenn sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eingetreten wären (BGE 145 V 141 E. 5.2.1, 96 V 29; Meyer/
Reichmuth
, Bundesgesetz über die Invaliden
versi
che
rung, 3. Auflage 2014,
Rn
63 f. zu Art. 28a).
2.5
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch heraus
ge
ge
benen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Die Verwendung der Tabellenlöhne ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens aufgrund und nach
Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE
142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reich
muth
, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
3.
Auflage 2014,
Rn
55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Ve
rfügung betreffend Rente
(Urk.
2) davon aus, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sei seit März 2012
als Flugbegleiterin erheblich eingeschränkt. Die beruflichen Eingliede
rungs
massnahmen seien Ende 2013 abgeschlossen worden, weshalb die Rentenprüfung ein
geleitet worden sei. Da die Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit den beruf
lichen Massnahmen von Juli bis Dezember 2013 Taggelder der Invaliden
versi
cherung bezogen habe, könne erst ab 1. Januar 2014 ein Rentenanspruch entstehen. Seit Januar 2014 sei der Beschwerdeführerin keine Erwerbstätigkeit mehr möglich, weshalb ein Anspruch auf eine ganze Rente bestehe. Danach habe sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin verbessert, weshalb ihr aus medizinischer Sicht ab dem Zeitpunkt der Untersuchung durch die Ärzte des RAD
am 28. April 2015 eine dem Leiden angepasste Tätigkeit zu 50 % zugemutet werden
könne (Urk. 2 S. 3).
Gestützt auf den
Einkommensvergleich bestehe ein Invaliditätsgrad von 42 %; die ganze Rente werde deshalb ab 1. August 2015 auf eine
Viertelsrente
herabgesetzt (Urk. 2 S. 6). Ab dem 1. Januar 2016 habe sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin hingegen wieder verschlechtert. Seither bestehe nur eine
Arbeit
sfähigkeit von 30 % (Urk. 2 S. 4). Ab 1. April 2016 habe die Beschwerdeführerin daher bei einem Invaliditätsgrad von 66 % An
spruch auf eine
Drei
viertelsrente
(Urk.
2 S. 6).
E
ntgegen den Ausführungen der Beschwerdeführerin
könne
nicht angenommen
werden, dass sie ohne Gesundheitsschaden überwiegend wahrscheinlich Maître d
e
Cabin
(M/C) bei der
Y._
geworden wäre und ein entsprechend höheres
Ein
kommen erzielt hätte (Ur.
2 S. 5). Die Beschwerdeführerin habe sodann einge
wendet, dass ein Grossteil der Tätigkeiten im Kompetenzniveau 2 nicht mit ihrem Belastungsprofil vereinbar sei,
was nicht
überzeuge. Mit Blick auf das Bildungs
niveau der Beschwerdeführerin, auf das sie weiterhin zurückgreifen könne, sei nicht vom tiefsten Kompetenzniveau auszugehen. Es sei zudem nicht nachvoll
ziehbar, weshalb die Beschwerdeführerin
die
entsprechenden
Tätigkeiten
nicht aus
üben könne, nur
weil sie nicht unter besonderem
Zeit- und Termindruck arbeiten sollte;
es werde
daher am
Kompetenzniveau 2 fest
gehalten
(Urk.
2 S. 6).
3.2
Die Beschwerdeführerin erklärte in ihre
n Beschwerden (Urk. 1 und Urk. 15/
1), die medizinischen Feststellungen
,
aufgrund derer die Rentenleistungen berechnet
worden seien
, seien nicht strittig; die Beschwerden würden sich ausschliesslich gegen den Einkommensvergleich und die konkrete Berechnung der Rentenhöhe rich
ten. Die Beschwerdeführerin macht
e
dabei
geltend, es sei einerseits beim Ein
kommensvergleich von einem falschen
Valideneinkommen
ausgegangen worden. Andererseits sei das berücksichtigte Invalideneinkommen zu hoch bemessen und das massgebende Durchschnittseinkommen, aufgrund dessen die konkrete Ren
ten
höhe ermittelt
worden sei
, zu tief angesetzt worden (Urk. 1 S.
5 und Urk. 15/
1 S.
6
). In Bezug auf das
Valideneinkommen
brachte die Beschwerdeführerin vor, es würden konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie im Gesundheitsfall zur M/C aufgestie
gen wäre (Urk.
1 S. 6). Zur Ermittlung des
Valideneinkommens
dürfe daher nicht auf die Lohnangaben im
Salärband
B abgestellt werden, son
dern
es sei
mindestens auf das
Salärband
D für einen M/C EU
abzustellen (Urk.
1 S. 8). Bezüglich des Invalideneinkommens sei sodann fraglich, ob die weiteren Ausbildungen aus Deutschland in der Schweiz anerkannt seien. Die Beschwerde
führerin habe in der Schweiz nur die Tätigkeit als
Cabin
Crew Member
ausgeübt. Da der Grossteil d
er
Tätigkeiten im Kompetenzniveau
2 mit dem Belastungsprofil der Beschwerdeführerin nicht vereinbar sei,
sei das Invalideneinkommen anhand der statistischen Löhne von
Kompetenzniveau 1
zu berechnen (Urk.
1 S. 9).
4.
4.1
Vorab ist festzuhalten, dass die psychiatrische Gutachterin Dr. med.
A._
als Diagnosen eine langanhaltende mittelgradige depressive Episode (ICD-1
0 F 32.1), eine Somatisierungsstörung (ICD-10 F 45.0) mit Differenzialdiag
nose einer zusätzlichen dissoziativen Störung gemischt (ICD-10 F 44.7) sowie eine kom
plexe posttraumatische Belastungsstörung beziehungsweise kombinierte Per
sön
lichkeitsstörung (ICD-10 F 61) aufführte (Urk.
9
/144/33). Das Gutachten von Dr. med.
A._
basiert auf allseitigen Untersuchungen, berücksich
tigt die geklagten Beschwerden und wurde in Kenntnis der
Vorakten
– insbe
son
dere der orthopädisch/rheumatologischen und psychiatrischen Untersuchung durch
die Ärzte
des RAD – abgegeben (vgl. Urk. 9
/144/4-37). Aus dem Gutachten geht hervor, dass die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätig
keit nicht mehr arbeitsfähig ist
. Seit der Untersuchung durch den RAD im Mai 2015 sei es zu einer regressiven Entwicklung gekommen. In einer strukturierten Tätigkeit mit klaren Vorgaben ohne Zeit- und Termindruck oder Entscheidungsdruck in einem überschaubaren Team mit Verständnis für die hohe Kränkbarkeit
der
Beschwerde
führerin und ohne häufigen personellen Wechsel sollte sie nach Einschätzung der Gutachterin
ab Anfang 2016
in der Lage sein, einer Tätigkeit im Umfang von
zwei Stunden pro Tag (ca. 30 %
-
Pensum) nachgehen zu können, dabei sollte es sich
um leichte bis mittelschwere körperliche Belastungen handeln (Urk.
9
/144/48-49).
4.2
Damit kann festgehalten werden, dass das Gutachten von Dr. med.
A._
die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an den Beweiswert einer medizinischen Expertise erfüllt. Der medizinische Sachverhalt wird von den Parteien sodann auch nicht bestritten (vgl. E. 3). Es kann daher auf das Gutachten von Dr. med.
A._
abgestellt werden.
5.
Strittig und zu prüfen ist demgegenüber die Festsetzung des Validen- und Inva
lideneinkommen
s
und damit der
hieraus resultierende
Invaliditätsgrad.
5.1
Bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns aufgrund ihrer beruflichen Fähig
keiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegen
den Wahrscheinlichkeit verdient hätte. Blosse Absichtserklärungen zum beruf
li
chen Aufstieg genügen nicht. Vielmehr muss die Absicht, beruflich weiterzu
kommen, bereits durch konkrete Schritte wie Kursbesuche, Aufnahme eines Studi
ums etc. kundgetan worden sein (BGE 145 V 141 E. 5.2.1, vgl. E. 2.4).
5.1.1
Die Beschwerdeführerin bringt diesbezüglich vor, sie habe berufliche Zusatzaus
bildungen absolviert, zu denen als CCM kein Anlass bestanden habe. Des Wei
teren habe
sie
auch die sprachliche Voraussetzung der
Dreisprachigkeit
erfüllt, da sie neben den Sprachen Deutsch und Englisch auch das Französischdiplom erlangt habe. Dass Aspiranten mit einer entsprechenden Berufsprüfung allenfalls
bevorzugt würden,
spreche ausserdem nicht dagegen,
dass s
ie überwiegend wahr
scheinlich z
ur M/C aufgestiegen wäre (Urk.
1 S. 6-7).
5.1.2
Gemäss Art. 32 des
GAV
15 für
Cabin
Crew Member der
Y._
legt die
Y._
Art und Zeitpunkt sowie Dauer sämtlicher Ausbildungsschritte für alle CCM fest, dazu gehören auch Spezialisten- und Führungsfunktionen. Kandidaten mit bestan
de
ner Berufsprüfung werden für das Auswahlverfahren zu Karriereschritten gemäss GAV 15 bevorzugt eingeladen und behandelt. Bei gleichen Qualifikationen haben diejenigen
Kandidaten
mit Berufsprüfung gemäss Art. 33 des GAV 15 der
Y._
den
Vorzug (vgl. Urk.
9
/71/65). Die Beschwerdeführerin führte zwar zutreffend aus, dass die Berufsprüfung keine Voraussetzung f
ür weitere Karriereschritte ist und deren Fehlen noch nicht gegen einen beruflichen Aufstieg spreche (
Urk.
1 S. 6). Zu berücksichtigen ist aber dennoch, dass das Ablegen der genannten Prüfung zumindest einen Hinweis auf eine konkrete Karriereplanung geliefert hätte, geniessen Kandidaten mit abgeschlossener Berufsprüfung doch Vorrang im Auswahlverfahren für Karriereschritte. Unstrittig verfügt die Beschwerdeführerin nicht über einen solchen Abschluss.
Die Beschwerdeführerin machte weiter gel
tend, sie habe von Beginn
an
ihrer Karriere als CCM Weiterbildungen absolviert, Zusatzaufgaben übernommen, eine dritte Sprache erlernt und Seminare besucht
(Urk. 1 S. 8). Die
dokumentierten
Zusatzausbildungen
beziehungsweise
–
aufga
ben
absolv
ierte die Beschwerdeführerin
in den Jahren 2003 und 2006 (Urk.
9
/189), als sie noch für
eine
deutsche Fluggesellschaft tätig war. Inwiefern diese Ausbil
dungen konkret einen Einfluss auf die Ausbildung zur M/C bei der
Y._
haben könnten, wurde nicht
näher
dargelegt
und
lässt sich auch nicht
aus dem GAV 15
ab
leiten
. Die Tatsache
alleine
, dass
Weiter
bildungen allenfalls eine Verkürzung der Ausbildung zur
M/C zur
Folge haben könnten, reicht
jedenfalls
nicht aus, um mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer beruflichen Weiterentwicklung
aus
zugehen. Die Beschwerdeführerin machte des Weiteren geltend (Ur
k.
1 S. 6-7),
aus
der Qualifikationsbeurteilung aus dem Jahr 2009 gehe
hervor
,
dass
sie weitere Funktionen wie die Tätigkeit als First Class CCM oder M/C an
gestrebt habe (Urk. 9
/71/156)
.
I
m Jahr 2010 sei
ferner
fe
stgehalten worden, sie habe «das
Zeug zur M/C
»
(Urk.
9
/71/160). Dass die Beschwerdeführerin jedoch konkrete Schritte
unternommen
hätte
, die aufzeig
t
en, dass sie die Ausbildung zur M/C im Gesund
heitsfall absolviert hätte, geh
t
aus den Akten nicht hervor. Die Qualifika
tions
beurteilungen zeigen einzig auf, dass sie das Interesse an einer anderen Funktion hatte und
nach Einschätzung ihres Arbeit
gebers
hierfür geeignet gewesen wäre, was aber nicht als konkreter Schritt, wie etwa eine Anmeldung zur Ausbildung,
zu qualifizieren ist.
Die Beschwerdegegnerin wies zudem zu Recht darauf hin, dass
die
Dreisprachigkeit
nicht nur Voraussetzung für die Ausbildung zur M/C ist
,
son
dern auch einen Einfluss auf das Salär eines CCM hat (vgl.
Salärband
A CCM
mit zwei Sprachen und
Salärban
d
B CCM mit drei Sprachen Urk. 9
/71/86)
.
Es kann
daher
nicht darauf geschlossen werden, die Beschwerdeführerin habe das Franzö
sischdiplom einzig
im Hinblick auf eine
Ausbildung als M/C absolviert. Die ehe
malige Arbeitgeberin bestätigte
ferner
auch, dass die Beschwerdeführerin noch kein Assessment für die M/C-Ausbildung absolviert
habe
(vgl. Urk.
9
/92). Abge
sehen von
der
sprachlichen Weiterentwicklung (Urk.
9
/71/161) sind
damit
keine weiteren Diplome oder Kursbestätigungen aktenkundig, weshalb nicht von einer konkreten Absicht zur beruflichen Weiterentwicklung ausgegangen werden kann (vgl. E. 2.4).
Zusammenfassend
ist festzuhalten, dass nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen ist, dass die Beschwerdeführerin ohne Gesund
heitsschaden
bei der früheren Arbeitgeberin den beruflichen Aufstieg zur M/C absolviert und damit ein höheres Einkommen erzielt hätte.
5.1.3
Die Beschwerdeführerin arbeitete von September 2007
bis im Jahr 2011 in einem 100 %-
Pensum als CCM bei der
Y._
, reduzierte ihr Pensum jedoch aus gesundheitlichen Gründen ab 1. Januar 2011 auf 80 % (Urk.
9
/18/3,
9/51/3
), weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht von einer vollen Erwerbstätigkeit ausging (Urk.
9
/193/1). Vor dem Hintergrund, dass die Be
schwer
degegnerin die Mehrflugleistungen und die Verkaufsumsatzbeteiligungen anhand der Lohndaten der Jahre 2008
bis 2010 festlegte (vgl. Urk. 9
/174) und
für das
Jahr 2015 den aktuellen GAV 15 in Bezug auf den Grundlohn anwendete, ist festzuhalten, dass das
Valideneinkommen
mit Fr. 51’680.-- f
ür das Jahr 2015 korrekt festgesetzt
wurde. Für das Jahr 2016
bezifferte
die Beschwerdegegnerin den Grundlohn
mit Fr. 49'248.-- und
rechnete ein halbes 13. Monatssalär sowie eine Erhöhung um 1/8 des 13. Monatssalärs aufgrund des Geschäftsganges der früheren Arbeitgeberin hinzu (vgl. Urk.
9/192/4
). Zudem berücksichtigte sie die Mehrflugleistungen und Bordverkäufe
, was
für das Jahr 2016 ein
Validenein
kommen
von
insgesamt
Fr. 53'250.--
ergab
(vgl. auch Urk.
9
/193). Die einzelnen Lohnbestandteile und der Grundlohn wurden von der
Beschwerdeführerin nicht bestritten (vgl. Urk.
1 S. 8
) und erweisen sich aufgrund der Aktenlage als korrekt, weshalb auf die Berechnung der Beschwerdegegnerin
abzustellen ist
.
5.2
Nach der Rechtsprechung ist für die Festsetzung des Invalideneinkommens primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Betreffend das Invaliden
ein
kommen ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin keiner Erwerbstätigkeit nach
geht, weshalb auf statistische Werte abzustellen ist (vgl. E. 2.5).
Wenn die versicherte Person
sodann
nach Eintritt der Invalidität nicht mehr auf einen angestammten Beruf zurückgreifen kann, rechtfertigt sich die Anwendung
von
LSE-Kompetenznivau
2 nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung dann, wenn
sie über besondere Fertigkeiten und Kenntnisse verfügt (Urteil des Bundesgerichts 8C_732/2
0
18, 8C_742/2018 vom 26. März 2019 E. 8.2.1 mit Hinweisen).
5.2.1
Die Beschwerdeführerin machte geltend, sie habe eine Ausbildung als CCM absolviert und mehrere Jahre im Flugdienst beziehungsweise als
Ground
Crew Member gearbeitet. Zwar habe sie weitere Ausbildungen in Deutschland absol
viert, deren Anerkennung in der Schweiz jedoch unklar
sei. In der Schweiz habe sie nur als CCM gearbeitet und nie eine andere Tätigkeit ausgeübt. Die meisten Tätigkeiten im Kompetenzniveau 2 der LSE 2014 seien ihr zudem nicht mehr zumutbar, da sie keinem Zeit- oder Termindruck ausgesetzt werden dürfe. Es komme daher nur die Berücksichtigung des Lohnes
im
Kompetenzniveau 1 in Frage, wo einfache und handwerkliche Tät
igkeiten erfasst werden (Urk.
1 S. 9).
5.2.2
Die besonderen Fertigkeiten und Kenntnisse der Beschwerdeführerin sind zwei
fels
ohne im Bereich der Erziehungswissenschaft, Gestaltungstechnik und Sport anz
usiedeln (vgl. Urk. 9
/1). Auch wenn die Beschwerdeführerin in diesem Bereich in der Schweiz nie tätig war, ist zu berücksichtigen, dass sie übe
r eine abge
schlossene A
usbildung in diesen Bereichen verfügt und auch als Referendarin in Deutschland tätig war. Dass der Beschwerdeführerin Tätigkeiten im Verkauf, der Datenverarbeitung oder Administration aufgrund des Leistungsprofils nicht zu
mutbar sein sollten, ist weder aus den Akten ersichtlich noch nachvollziehbar, zumal Tätigkeiten in diesen Bereichen nicht zwangsläufig an Zeitdruck geknüpft sind.
Im Übrigen ist auf den Widerspruch hinzuweisen, wonach die Beschwerde
führerin ihren übrigen beruflichen Werdegang mit Staatsprüfungen für Lehrämter in Gestaltungstechnik und Sport für die Frage des
Valideneinkommens
als zu
sätzliche Qualifikation verstanden haben will (Urk. 1 S. 7), während sie demge
genüber im Rahmen der Festsetzung des
Invalideneinkommens vortragen lässt, die schweizerische Anerkennung der in Deutschland absolvierten Ausbildungen sei unklar, weshalb - mangels anderer in der Schweiz ausgeübter Tätigkeit als jener als Mitglied der
Cabin
Crew - für die Ermittlung des Invalideneinkommens nicht vom Kompetenzniveau 2 ausgegangen werden könne (Urk. 1 S. 9).
Vor diesem Hintergrund und aufgrund ihres Ausbildungsstandes sowie angesichts der Tatsache, dass
sich
auch im Kompetenzniveau 2 bei ausgeglichener Arbeits
markt
lage Tätigkeit
en
ohne Zeit- und Termindruck
finden lassen
, ist davon auszugehen,
dass die Beschwerdeführerin
– auch ohne zwingende Anerkennung ihrer Ab
schluss
zeu
gnisse –
über
hinreichende
Kenntnisse, Fertigkeiten und Berufser
fah
rung
verfügt,
um unter Berücksichtigung ihrer gesundheitlichen Einschränkungen praktische Tätigkeiten im Sinne des Kompetenzniveaus 2 auszuüben. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das Invalideneinkommen gestützt auf Tabellenwerte des Kompetenzniveaus 2 ermittelt hat.
Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit nur mit unterdurchschnittlichem Erfolg verwerten könnte, sind nicht aktenkundig, weshalb ein leidensbedingter Abzug ausser Betracht fällt.
5.2.3
Die Beschwerdegegnerin ging daher zu Recht im Jahr 2015 bei einem 50 %
-
Pen
sum von einem Invalideneinkommen von Fr. 30'224.-- (Total für Frauen der LSE 2014 von Fr. 4'808.--) und im Jahr 2016 bei einer 30%igen Tätigkeit von Fr. 18’280.-- aus (vgl. Urk.
9
/192/3-4).
5.3
Die Berechnungen der Beschwerdegegnerin sind nach dem Gesagten nicht zu beanstanden, weshalb der Invaliditätsgrad ab 1. Januar 2014 100 %, ab dem 28. April 2015 42 % sowie ab dem 1. Januar 2016 66 % beträgt. Ab 1. Januar 2014 hat die Beschwerdeführerin daher Anspruch auf eine befristete ganze Rente. In Anwendung von Art. 88
bis
Abs. 1 lit. b der Verordnung über die Invaliden
versicherung (IVV) hat die Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. August 2015 Anspruch auf eine
Viertelsrente
und ab 1. April 2016 auf eine
Dreiviertelsrente
.
6.
6.1
Die Beschwerdeführerin
beantragte
sodann eine höhere monatliche Renten
leis
tung mit der Begründung, die im individuellen Konto erfassten Lohnzahlen würden – insbesondere in den Jahren 2012 und 2013 – nicht mit d
en Lohnaus
weisen übereinstimmen. Das
massgebliche Durchschnittseinkommen
habe damit
nicht
korrekt ermittelt werden
können, weshalb
auch die Höhe der zuge
spro
chenen Rentenleistung nicht korrekt
sei (Urk.
1 S. 10).
6.2
6.2.1
Für jede beitragspflichtige versicherte Person werden individuelle Konten geführt, in welche die für die Berechnung der ordentlichen Renten erforderlichen Angaben eingetragen werden (Art. 30
ter
des Bundesgesetzes über die Alters-
und
Hinter
lassenenversicherung
[
AHVG
]
und Art. 135 ff.
der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversicherung
[
AHVV
]
).
6.2.2
Gemäss Art. 30
ter
Abs. 2 AHVG und Art. 138 Abs. 1 AHVV sind die von einer Arbeitnehmerin oder einem Arbeitnehmer erzielten Erwerbseinkommen, von welchen der Arbeitgeber die gesetzlichen Beiträge abgezogen hat, in deren individuelles Konto einzutragen, selbst wenn der Arbeitgeber die entsprechenden Beiträge der Ausgleichskasse nicht entrichtet hat. Die gleiche Ordnung gilt auch dann, wenn die Parteien des Arbeitsvertrages eine Nettolohnvereinbarung getroffen haben, d. h. wenn der Arbeitgeber sämtliche Beiträge zu seinen Lasten übernimmt. Diese beiden Sondertatbestände müssen aber einwandfrei nachge
wiesen sein. Ist der Nachweis nicht erbracht, dass der Arbeitgeber tatsächlich die Beiträge vom Lohn abgezogen hat, oder lässt sich eine behauptete Nettolohn
vereinbarung nicht eindeutig feststellen, so dürfen die entsprechenden Einkom
men
nicht ins individuelle Konto eingetragen werden (BGE 117 V 261 E. 3a mit Hin
weisen).
6.2.3
Laut Art. 141 AHVV hat die versicherte Person das Recht, bei jeder Ausgleichs
kasse, die für sie ein individuelles Konto führt, einen Auszug über die darin ge
machten Eintragungen unter Angabe allfälliger Arbeitgeber zu verlangen (Abs. 1)
. Sie kann überdies bei der für den Beitragsbezug zuständigen oder einer andern Ausgleichskasse Auszüge aus sämtlichen bei den einzelnen Ausgleichskassen für sie geführten individuellen Konten verlangen (Abs. 1
bis
). Versicherte Personen,
welche die Richtigkeit einer Eintragung nicht anerkennen, können innert 30 Tagen
seit Zustellung des Kontenauszuges bei der Ausgleichskasse eine Berich
tigung verlangen, worüber die Ausgleichskasse mit Verfügung entscheidet (Abs. 2). Wird kein Kontenauszug oder keine Berichtigung verlangt, oder wird das Berich
ti
gungsbegehren abgelehnt, so kann bei Eintritt des Versicherungsfalles die Berich
tigung von Eintragungen im individuellen Konto nur verlangt werden, soweit deren Unrichtigkeit offenkundig ist oder dafür der volle Beweis erbracht wird (Abs. 3). Das gilt nicht nur für unrichtige, sondern auch für unvollständige Ein
tragungen im individuellen Konto, wie
beispielsweise die Nichtregistrierung tat
sächlich geleisteter Zahlungen. Diese Kontenbereinigung erstreckt sich alsdann auf
die gesamte Beitragsdauer der versicherten Person, betrifft also auch jene Bei
trags
jahre, für welche gemäss Art. 16 Abs. 1 AHVG jede Nachzahlung von Bei
trägen ausgeschlossen ist. Die Kasse darf aber im Rahmen von Art. 141 Abs. 3 AHVV nicht über Rechtsfragen entscheiden, welche die versicherte Person schon
früher durch Beschwerde zur richterlichen Beurteilung hätte bringen können, son
dern nur allfällig vorhandene Buchungsfehler korrigieren (BGE 117 V 261 E. 3a mit Hinweisen).
6.3
Betreffend die Rentenhöhe e
rklärte die Ausgleichs
kasse Arbeitgeber Basel mit Schreiben vom 14. Dezember 2018, grundsätzlich werde daran festgehalten, dass das im individuellen Konto eingetragene Einkommen dem von der Arbeitgeberin gemeldeten AHV-pflichtigen Lohn für die jeweiligen Jahre entspreche. Die ins Recht gelegten Lohnausweise würden nicht als Beweis ausreichen, um eine Be
rich
tigung der Eintragung im individuellen Konto zu verlangen. Der Lohnausweis sei für die Steuerverwaltung bestimmt; nicht alle Lohnteile
,
welche steuerpflichtig seien, würden jedoch der Beitragspflicht der AHV unterstehen. Dies treffe bei
spiels
weise für Taggeldleistungen aus Kranken- und Unfallversicherungen zu. Aufgrund der von der Beschwerdeführerin ins Recht gelegten Unterlagen könne keine Korrektur der Einträge in ihrem indiv
iduellen Konto erfolgen (Urk.
8).
6.4
Aus dem Auszug des individuellen Kontos
der Beschwerdeführerin
(IK-Auszug, Urk. 9
/145) geht hervor, dass
im
Jahr 2007 Fr. 17'107
.--
, im
Jahr
2008
Fr. 46’704.--, im J
ahr 2009 Fr. 46'147.--, im Jahr
2010 Fr. 39’540.--, im Jahr 2011
Fr. 29’748.--, im Jahr
2012 Fr. 15’375.-- und im Jahr
2013 Fr. 16'726.-- als AHV-pflichtige Einkommen durch die Arbeitgeberin deklariert wurden.
Es trifft zwar zu, dass die Lohnangaben in den von der Beschwerdeführerin aufgelegten Lohn
ausweisen von den Einträgen im IK-Auszug abweichen (Jahr 2007: + Fr. 1’065.--,
Jahr 2009: - Fr. 831.--; Jahr 2010: - Fr. 4'279.--; Jahr 2011: - Fr. 1'703.--; Jahr 2012: - Fr. 20'030.--; Jahr 2013: - Fr. 18'295.--). Damit alleine lässt sich aber eine Berichtigung der Konteneintragungen nicht begründen. Dies umso weniger, als den
Lohndaten der Arbeitgeberin für die Jahre 2007 bis 2014 (Urk.
9/174
[=
Urk.
9
/179
]
) zu entnehmen
ist
, dass die Beschwerdeführerin in den Jahren 2009 bis 2013 Kranke
ntaggelder bezog (Urk. 9
/174/3-7). Wie die Ausgleichskasse Arbeit
geber Basel zutreffend vorbrachte, gehören Versicherungsleisten bei Unfall, Krankheit oder Invalidität – ausgenommen Taggelder nach Art. 25 IVG und Art. 29
des Bundesgesetzes über die Militärversicherung (MVG)
– gemäss Art. 6 Abs. 2 AHVG nicht zum
Erwerbseinkommen und sind damit nicht AHV-pflichtig.
Inwiefern unter Berücksichtigung dieser Gegebenheiten die Eintragungen offen
kundig unrichtig sein sollten, hat die
Beschwerdeführerin
weder substantiiert dargelegt noch mittels aussagekräftiger Urkunden belegt. Hinweise, welche auf eine falsche Deklaration der Einkommen in den Jahren 2007 bis 2014 durch die vormalige Arbeitgeberin hindeuten würden, sind jedenfalls nicht aktenkundig.
Die Ausgleichskasse stellte für die Berechnung des massgeblichen Durch
schnitts
lohnes daher zu Recht auf die Angaben im individuellen Konto ab. Die Höhe der zugesprochenen Rentenleistungen
ist daher nicht zu beanstanden
.
7.
Diese Erwägungen führen zur vollumfänglichen Abweisung der Beschwerden.
8.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind unabhängig vom Streit
wert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 800.-- anzusetzen. Entspre
chend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerde
führerin aufzuerlegen.