Decision ID: b2d404a1-3e08-4884-8303-9262a29c070f
Year: 2016
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt:
A.- X wohnt in Z, ist geschieden und hat zwei erwachsene Kinder. Er ist
Geschäftsführer und Delegierter des Verwaltungsrats (seit 2010
Verwaltungsratspräsident) bei der A AG. Zudem ist er gemäss Handelsregisterauszug
seit November 2006 Vizepräsident des Verwaltungsrats der B AG. Mit Kaufvertrag vom
5. Oktober 2006 vereinbarten die B AG und X, dass Letzterer spätestens per
1. Oktober 2011 die von der Gesellschaft gehaltenen Beteiligungsrechte der A AG
kaufrechtlich erwerben sollte. Zum damaligen Zeitpunkt hielt X 100 Namenaktien à
Fr. 1‘000.–, entsprechend 20% der Beteiligungsrechte, und die B AG die restlichen
300 Namenaktien à Fr. 1‘000.– und 1‘000 Namenaktien à Fr. 100.–. Im Jahr 2008
verkaufte die B AG 20% ihrer Beteiligung an der A AG an X und 60% an die C AG. Im
Jahr 2009 gründete X die D AG, welche bei der Gründung die von X gehaltenen
200 Namenaktien der A AG übernahm. Gleichzeitig wurde beabsichtigt, nach der
Gründung die von der C AG gehaltenen Beteiligungsrechte zu übernehmen. Die
Übertragung erfolgte jeweils zum Buchwert.
In der Steuererklärung für das Jahr 2008 deklarierte X 200 Aktien der A AG zum
Buchwert von insgesamt Fr. 200‘000.–. Die Veranlagungsbehörde ging bei der
Beteiligung an der A AG von einem Wert von Fr. 1‘540.– netto pro Aktie aus und
rechnete entsprechend Fr. 108‘000.– auf. Am 11. Mai 2010 wurde X für die Kantons-
und Gemeindesteuern 2008 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. ... und einem
steuerbaren Vermögen von Fr. ... sowie für die direkte Bundessteuer 2008 mit einem
steuerbaren Einkommen auf Fr. ... veranlagt. Diese Veranlagungen sind rechtskräftig.
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B.- Mit Schreiben vom 11. September 2012 leitete das kantonale Steueramt Zürich
dem kantonalen Steueramt St. Gallen den Einspracheentscheid gegen die B AG weiter.

Aus den Erwägungen geht hervor, dass die B AG dem Mitaktionär und Geschäftsführer
der A AG, X, eine Aufstockung seiner bisherigen Beteiligung um 20%, entsprechend
einem Betrag von Fr. 100‘000.–, ermöglicht habe. Die verbliebene Beteiligung von 60%
an der A AG sei an die vom Alleinaktionär der B AG gegründete C AG zum Buchwert
von Fr. 300‘000.– verkauft worden. Das kantonale Steueramt Zürich berechnete in der
Folge den Verkehrswert der A AG auf der Basis des zwischen X und der B AG
abgeschlossenen Kaufvertrags vom Oktober 2006. Dies ergab bei der B AG eine
Aufrechnung infolge unterpreislichem Verkauf von 20% der A AG an X von
Fr. 108‘234.– und an die C AG eine solche von Fr. 592‘430.–. Mit Schreiben vom
13. Januar 2014 teilte das kantonale Steueramt St. Gallen X mit, dass die geldwerte
Leistung infolge unterpreislichem Kauf von Aktien der B AG im Jahr 2008 im Umfang
von Fr. 108‘234.– steuerlich noch nicht erfasst worden sei und unterbreitete ihm einen
Veranlagungsvorschlag. Nach mehreren Schriftenwechseln wurde X mit
Nachsteuerverfügungen vom 16. Januar 2015 für die Kantons- und Gemeindesteuern
2008 mit einer Nachsteuer samt Zins von Fr. ... und für die direkte Bundessteuer 2008
mit einer Nachsteuer samt Zins von Fr. ... veranlagt. Die gegen diese
Nachsteuerverfügungen am 17. Februar 2015 erhobene Einsprache wies das kantonale
Steueramt mit Entscheid vom 22. Oktober 2015 ab.
C.- Gegen den Einspracheentscheid erhob X mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom
20. November 2015 Rekurs und Beschwerde bei der Verwaltungsrekurskommission mit
dem Antrag, es sei auf die Erhebung von Nachsteuern für die Kantons- und
Gemeindesteuern 2008 sowie für die direkte Bundessteuer 2008 zu verzichten. Die
Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 26. Januar 2016 die Abweisung
der Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat stillschweigend auf eine
Vernehmlassung zur Beschwerde verzichtet. Der Rekurrent und Beschwerdeführer
nahm am 11. Februar 2016 zur vorinstanzlichen Vernehmlassung Stellung.
Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung der Anträge wird,
soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
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Erwägungen:
1.- Betrifft das Verfahren sowohl die Kantons- und Gemeindesteuern als auch die
direkte Bundessteuer, sind zwei Entscheide zu fällen. Diese können zwar beide im
gleichen Dokument enthalten sein; dieses muss jedoch eine getrennte Begründung und
ein getrenntes Dispositiv aufweisen, oder zumindest ein Dispositiv, das die beiden
Steuern auseinanderhält (BGE 130 II 509 = Pra 2005 Nr. 114 E. 8.3). Nach einem
neueren Urteil könne im Dispositiv sogar auf eine Unterscheidung zwischen beiden
Steuern verzichtet werden, wenn die entschiedene Rechtsfrage im Bundesrecht und im
harmonisierten kantonalen Recht gleich geregelt sei und für beide Kategorien von
Steuern gleich begründet werden könne. Aus der Begründung müsse dann aber klar
hervorgehen, dass der Entscheid sowohl für die direkte Bundessteuer als auch für die
Kantons- und Gemeindesteuern gelte (BGE 135 II 260 = Pra 2010 Nr. 37 E. 1.3.1).
Gleichwohl entscheidet das Bundesgericht auch bei Fragen, die sowohl auf Bundes-
als auch auf kantonaler Ebene übereinstimmend geregelt sind, mit separaten
Dispositiven (vgl. z.B. Urteile des Bundesgerichts [BGer] 2C_560/2014 und
2C_561/2014 vom 30. September 2015, 2C_164/2013 und 2C_165/2013 vom 28. März
2014). Im Einklang damit werden der Rekurs und die Beschwerde vorliegend in einem
einzigen Dokument behandelt, wobei im gemeinsamen Dispositiv beide Steuern
auseinandergehalten werden.
2.- Die Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis
zur Rekurs- und Beschwerdeerhebung ist gegeben. Der Rekurs und die Beschwerde
vom 20. November 2015 sind rechtzeitig eingereicht worden. Sie erfüllen in formeller
und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 des
Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG, bzw. Art. 140 Abs. 2 des Bundesgesetzes
über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG; Art. 7 der Verordnung zum
Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 41 lit. h Ziff. 1 und
Art. 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP).
Auf den Rekurs und die Beschwerde ist einzutreten.
3.- Ein Nachsteuerverfahren wird unter anderem dann eingeleitet, wenn sich aufgrund
von Tatsachen oder Beweismitteln, die der Veranlagungsbehörde im Zeitpunkt der
Veranlagung nicht bekannt waren, zeigt, dass eine rechtskräftige Veranlagung
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unvollständig ist. Die Nachsteuer wird samt Zins erhoben (Art. 199 Abs. 1 StG; Art. 151
Abs. 1 DBG). Voraussetzung für die Erhebung einer Nachsteuer ist gemäss Praxis eine
neue Tatsache oder ein Beweismittel, aus dem sich die Unrechtmässigkeit einer
rechtskräftigen Veranlagung ergibt. Nach der Rechtsprechung muss die neue Tatsache
oder das neue Beweismittel der Steuerbehörde bisher unbekannt gewesen sein; deren
Unkenntnis muss darüber hinaus für das Ungenügen der Veranlagung kausal bzw.
erheblich gewesen sein. Als neu gelten Tatsachen und Beweismittel auch dann, wenn
die Steuerbehörde sie bei der ordentlichen Veranlagung mittels weitergehender
Untersuchungen hätte in Erfahrung bringen können. Massgebend für die Beantwortung
der Frage, ob neue Tatsachen oder Beweismittel vorliegen, ist in der Regel der
Aktenstand im Zeitpunkt der ordentlichen Einschätzung. Was damals aus den Akten
nicht ersichtlich war, gilt als neu. Die Steuerbehörde braucht sich nicht auf die
Richtigkeit der Steuererklärung zu verlassen; sie darf es aber tun, ohne dass der
Pflichtige daraus die Verwirkung der Nachsteuer ableiten könnte (vgl. Richner/Frei/
Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2009, N 29 zu Art. 151 DBG;
GVP 2001 Nr. 27).
Die Vorinstanz erfuhr erst am 11. September 2012 durch die Meldung des kantonalen
Steueramts Zürich unter Beilage des Einspracheentscheids vom 5. Juli 2012, dass der
B AG im Jahr 2008 geldwerte Leistungen zugunsten des Rekurrenten und
Beschwerdeführers aufgerechnet wurden (vgl. act. 7/I/20). Zum Zeitpunkt der
ordentlichen Einschätzungen vom 11. Mai 2010 war dies der Vorinstanz
dementsprechend nicht bekannt. Die Vorinstanz hat zwar im Rahmen der ordentlichen
Veranlagung 2008 festgestellt, dass der Bestand der Aktien der A AG gegenüber dem
Vorjahr höher war. Sie nahm zudem eine Änderung des deklarierten Verkehrswertes
vor. Ausserdem machte sie einen Vermerk, wonach der Zukauf aus Zeitgründen nicht
weiter abgeklärt werde. Der Umstand, dass die Veranlagungsbehörde durch
weitergehende Abklärungen die besagten Tatsachen hätte feststellen können, steht
einem Nachsteuerverfahren nicht entgegen. Es waren jedenfalls keine offensichtlichen,
in die Augen springenden Hinweise, welche die geldwerte Leistung nicht mehr als neue
Tatsache erscheinen lassen könnten. Die Aufrechnung bildete ein Indiz, dass die in
Rechtskraft erwachsenen ordentlichen Steuerveranlagungen des Rekurrenten und
Beschwerdeführers des Jahres 2008 unvollständig waren. Das Nachsteuerverfahren
wurde damit grundsätzlich zu Recht eingeleitet.
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4.- Im Rekurs- und Beschwerdeverfahren ist streitig, ob es sich bei der Aufrechnung
bei der B AG von Fr. 108‘234.– im Jahr 2008 um eine geldwerte Leistung zugunsten
des Rekurrenten und Beschwerdeführers und damit um steuerbares Einkommen
handelt oder nicht.
a) Der Rekurrent und Beschwerdeführer macht geltend, massgebend sei einzig der
Kaufvertrag zwischen der B AG einerseits und ihm andererseits und zwar für alle
Kaufpreistranchen. Dass er zu diesem sogenannten Management-Buy-out respektive
zur Erlangung der dafür notwendigen Mittel eine Übernahme-Holding habe gründen
müssen, entspreche der Praxis und bezwecke keine Steueroptimierung, sondern
gewährleiste vielmehr die Weiterexistenz der Baugesellschaft mit den entsprechenden
Arbeitsplätzen. Die Rechte und Pflichten aus dem Kaufvertrag seien damit von ihm auf
die D AG übergegangen und in der Veranlagungspraxis werde dazu richtigerweise die
wirtschaftliche Betrachtungsweise angewendet. Zudem sei er keine nahestehende
Person der B AG. Seine Organstellung als Verwaltungsrat sei einzig in seiner
Stellvertreterfunktion bei höherer Gewalt begründet. Er sei noch nie in die
Geschäftsleitung der B AG eingebunden gewesen und eine geldwerte Leistung sei
auch aus der Sicht der B AG nicht geplant oder gewollt gewesen. Er habe für den
gesamten Aktienerwerb, welcher ihm bzw. seiner D AG die Stellung der Alleinaktionärin
an der A AG verschafft habe, einen Kaufpreis von Fr. 1,5 Mio. bezahlt, was
Fr. 310‘094.– über der Bewertung des kantonalen Steueramts Zürich liege. Damit
könne von einer geldwerten Leistung nicht die Rede sein.
Die Vorinstanz führt dagegen aus, die B AG habe dem Rekurrenten und
Beschwerdeführer als Mitaktionär und Geschäftsführer der A AG eine Aufstockung
seiner bisherigen Beteiligung um 20% zum Preis von Fr. 100‘000.– ermöglicht. Der
Verkehrswert der Beteiligung wäre jedoch bei Fr. 208‘234.– gelegen. Somit habe die B
AG auf einen Teil des Ertrages verzichtet bzw. die Beteiligung unter ihrem Wert an
einen nahestehenden Dritten veräussert. Die Differenz sei als geldwerte Leistung zu
qualifizieren und beim Rekurrenten und Beschwerdeführer steuerbar. Die Ermittlung
des Verkehrswerts sei im Aktienkaufvertrag festgehalten worden und verbindlich. Der
Rekurrent und Beschwerdeführer sei im Verwaltungsrat der B AG, und im Falle der
Erkrankung, eines Unfalls oder Todes des Alleinaktionärs hätte er die Geschäftsführung
der B AG zu übernehmen. Damit sei das Kriterium der nahestehenden Person gegeben.
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Einer unabhängigen Drittperson wäre die Beteiligung nicht zu einem unter dem
Verkehrswert liegenden Preis verkauft worden. Zudem sei es für die handelnden
Organe unzweifelhaft erkennbar gewesen, dass der Buchwert nicht dem Marktwert
entspreche. Die B AG habe sich somit bewusst entreichert und den Empfänger
willentlich bereichert. Schliesslich seien die Geschäfte im Jahr 2008 und 2010
verschiedene Rechtsgeschäfte mit verschiedenen Beteiligten. Zudem seien sie
periodenfremd. Eine Gesamtbetrachtung sei daher weder nötig noch möglich.
b) Gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. c StG bzw. Art. 20 Abs. 1 lit. c DBG (jeweils in der im Jahr
2008 gültigen Fassung) sind geldwerte Vorteile aus Beteiligungen aller Art steuerbar,
soweit sie keine Rückzahlung bestehender Kapitalanteile darstellen. Geldwerte Vorteile
aus Beteiligungen bilden nicht nur die offenen, sondern auch die verdeckten
Gewinnausschüttungen (M. Reich, in: Zweifel/Athanas, Kommentar zum
Schweizerischen Steuerrecht, Bd. I/2a, 2. Aufl. 2008, N 46 zu Art. 20 DBG). Es handelt
sich dabei um Leistungen der Gesellschaft an den Inhaber von Beteiligungsrechten,
denen keine oder keine genügenden Gegenleistungen gegenüberstehen und die einem
an der Gesellschaft nicht beteiligten Dritten nicht oder in wesentlich geringerem
Umfang erbracht worden wären (vgl. BGer 2C_644/2013 vom 21. Oktober 2013 E. 3.1;
2C_84/2011 vom 18. Mai 2011 E. 2.1). Zu den geldwerten Leistungen zählen
Ertragsverzichte zugunsten des Aktionärs oder einer ihm nahestehenden Person, die
bei der Gesellschaft zu einer entsprechenden Kürzung des in der Erfolgsrechnung
ausgewiesenen Gewinnes führen. Solche Ertragsverzichte liegen vor, wenn die
Gesellschaft auf ihr zustehende Einnahmen ganz oder teilweise zugunsten des
Aktionärs oder diesem nahestehenden Personen verzichtet bzw. wenn diese nicht jene
Gegenleistung erbringen, welche die Gesellschaft von einem unbeteiligten Dritten
fordern würde (BGer 2C_644/2013 vom 21. Oktober 2013 E. 3.1 mit weiteren
Hinweisen).
Im Bereich der geldwerten Leistungen gilt die Grundregel, dass die Steuerbehörde die
Beweislast für steuerbegründende und -erhöhende Tatsachen trägt, die steuerpflichtige
Person dagegen diejenige für all das, was die Steuer aufhebt oder mindert. Der
Behörde obliegt insbesondere der Nachweis dafür, dass die Gesellschaft eine Leistung
erbracht hat und dieser keine oder keine angemessene Gegenleistung gegenübersteht.
Hat die Behörde ein solches Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung
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dargetan, so ist es Sache der steuerpflichtigen Person, die damit begründete
Vermutung zu entkräften. Gelingt ihr das nicht, trägt sie die Folgen der Beweislosigkeit
(BGer 2_644/2013 vom 21. Oktober 2013 E. 3.2).
Die rechtskräftige Veranlagung einer Aktiengesellschaft unter Einbezug geldwerter
Leistungen an ihre Aktionäre ersetzt die gesetzmässige Veranlagung der natürlichen
Person nicht. Sie vermag Bestand und Umfang einer steuerbaren geldwerten Leistung
weder in formellem Sinn noch als unwiderlegbare Tatsache zu definieren (Richner/Frei/
Kauf-mann/Meuter, a.a.O., N 147 zu Art. 20 DBG). Bei der Veranlagung der natürlichen
Person als mögliche Empfängerin einer geldwerten Leistung kann aber auf alle
Tatsachen abgestellt werden, die im Veranlagungsverfahren der Aktiengesellschaft
erhoben worden sind, soweit nicht neue Erkenntnisse etwas anderes gebieten. Ebenso
verhält es sich mit den im Verfahren für die Veranlagung der Gesellschaft gezogenen
rechtlichen Folgerungen. Soweit sie nicht offenkundig unzutreffend oder durch neue
Argumente in Frage gestellt sind, können sie übernommen werden (vgl. VerwGE
B 2005/197 vom 12. April 2006 E. 2a und VRKE I/1-2014/167, 168 vom 25. November
2014 E. 3b, in: www.gerichte.sg.ch).
c) Die Vorinstanz leitete aufgrund der Meldung des kantonalen Steueramts Zürich
geldwerter Leistungen an den Rekurrenten und Beschwerdeführer zu Recht ein
Nachsteuerverfahren ein. Im Einspracheentscheid vom 5. Juli 2012 führte das
kantonale Steueramt Zürich aus, dass der Verkauf der Beteiligung von 80% an der A
AG zum Buchwert erfolgt sei. Dabei habe die B AG dem Mitaktionär und
Geschäftsführer der A AG – dem Rekurrenten und Beschwerdeführer – gemäss
eingereichtem Kaufvertrag eine Aufstockung seiner bisherigen Beteiligung um 20%
ermöglicht. Die verbleibende Beteiligung von 60% an der A AG sei an die vom
Alleinaktionär der B AG gegründeten C AG verkauft worden (vgl. act. 7/I/9 E. 12). Das
kantonale Steueramt Zürich berechnete in der Folge den Verkehrswert der A AG auf
der Basis des zwischen der B AG und dem Rekurrenten und Beschwerdeführer
abgeschlossenen Kaufvertrags vom Oktober 2006, was eine Aufrechnung infolge
unterpreislichem Verkauf von 20% der A AG an den Rekurrenten und
Beschwerdeführer von Fr. 108‘234.– ergab (vgl. act. 7/I/9 E. 13). Es hielt weiter fest,
dass die Leistung ohne entsprechende angemessene Gegenleistung erfolgt sei, da der
Buchwert unter dem errechneten Verkehrswert gemäss Kaufvertrag liege. Bei den
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Erwerbern der Beteiligungsanteile an der A AG handle es sich um sog. Nahestehende.
Beim Rekurrenten und Beschwerdeführer handle es sich um einen Verwaltungsrat der
B AG, welcher zudem im Falle der Erkrankung, eines Unfalls oder Todes interimistisch
auch die Geschäftsführung übernehmen würde. Damit sei das Kriterium der nahe
stehenden Person klar gegeben. Einer unabhängigen Drittperson wäre die Beteiligung
nicht zu einem unter dem Verkehrswert liegenden Preis verkauft worden. Die B AG sei
bewusst entreichert und der Empfänger willentlich bereichert worden (vgl. act. 7/I/9
E. 14).
Es ist unbestritten, dass die B AG im Jahr 2008 20% der Beteiligungen an der A AG an
den Rekurrenten und Beschwerdeführer und 60% an die C AG veräusserte, und zwar
jeweils zum Buchwert. Zum damaligen Zeitpunkt war der Rekurrent und
Beschwerdeführer Geschäftsführer und Delegierter des Verwaltungsrats bei der A AG;
seit November 2006 ist er zudem Vizepräsident des Verwaltungsrats der B AG. Die
Berechnung des Verkehrswerts durch das kantonale Steueramt Zürich stützt sich auf
den Kaufvertrag vom 5. Oktober 2006 und ist nachvollziehbar. Von dieser im
vorliegenden Verfahren abzuweichen, besteht kein Anlass. Entsprechend ermöglichte
die B AG dem Rekurrenten und Beschwerdeführer die Aufstockung seiner bisherigen
Beteiligung an der A AG um 20% zum Buchwert von Fr. 100‘000.–. Der Verkehrswert
betrug dagegen Fr. 208‘234.–. Damit verzichtete die B AG auf einen Teil des Ertrags
zugunsten des Rekurrenten und Beschwerdeführers. In Übereinstimmung mit der
Vorinstanz ist davon auszugehen, dass die Gesellschaft einer unabhängigen
Drittperson die Beteiligung nicht zu einem unter dem Verkehrswert liegenden Preis
verkauft hätte. Die Differenz ist folglich als geldwerte Leistung zu qualifizieren und beim
Rekurrenten und Beschwerdeführer entsprechend aufzurechnen. Schliesslich kann der
Ansicht des Rekurrenten und Beschwerdeführers, wonach der Beteiligungserwerb von
20% im Jahr 2008 im Zusammenhang mit demjenigen im Jahr 2010 zu sehen sei, nicht
gefolgt werden. Die B AG veräusserte die Beteiligung von 60% im Jahr 2008 an die C
AG. Diese wiederum übertrug die Anteile als Sacheinlage an die D AG (vgl. act. 7/I/11).
Es handelt sich folglich um ein eigenes Rechtsgeschäft zwischen zwei Gesellschaften,
welche eine eigene Rechtspersönlichkeit besitzen. Zudem sind die beiden
Rechtsgeschäfte nicht in derselben Rechnungsperiode erfolgt, weshalb sie
periodenfremd sind.
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d) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz im Nachsteuerverfahren beim
Rekurrenten und Beschwerdeführer zu Recht Fr. 108‘000.– als geldwerte Leistung
aufgerechnet hat. Der Rekurs und die Beschwerde sind dementsprechend als
unbegründet abzuweisen.
5.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Kosten des Verfahrens dem
Rekurrenten und Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP und Art. 144
Abs. 1 DBG). Da das Rekurs- und Beschwerdeverfahren in ein und demselben
Entscheid behandelt werden, ist eine Entscheidgebühr von je Fr. 800.– (insgesamt
Fr. 1’600.–) angemessen (vgl. Art. 144 Abs. 5 DBG i.V.m. Art. 7 Ziff. 122 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von total Fr. 1'600.– ist
zu verrechnen.