Decision ID: fd17a10d-69ce-4d30-8dc4-3ab0baf7b8a7
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1966 geborene X._ verfügt über ein Diplom eines ausländischen technischen Instituts und war zuletzt vom 1. Mai 2011 bis am 31. Dezember 2014 als vollzeitlicher Mitarbeiter Wäscherei beim Z._ angestellt (Urk. 6/6/4, Urk. 6/31, Urk. 6/51). Am 18. Juli 2013 wurde der Versicherte Opfer eines tätlichen Angriffs (Schlag mit einer Stange ins Gesicht; vgl. Urk. 6/49 ff.). Am 8. April 2014 meldete er sich unter Hinweis auf einen seit dem Schlag auf den Kopf im Juli 2013 vorhandenen starken unspe
zifischen Schwindel sowie eine Gangstörung bei der Eidgenössischen Invaliden
versicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/6). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, tätigte erwerbliche sowie medizinische Abklärun
gen. Am 6. März 2015 teilte sie dem Versicherten mit, ein Arbeitsplatzerhalt sei nicht möglich, weshalb die Arbeitsvermittlung abgeschlossen werde (Urk. 6/70/1). Anschliessend holte sie das polydisziplinäre Gutachten des A._ vom 31. August 2015 ein (Urk. 6/93) und liess ihren
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) am 25. September 2015 dazu Stellung nehmen
(Urk. 6/
100/5-6). Mit Vorbescheid vom 13. Oktober 2015 stellte sie dem Versicherten die Abweisung seines Leistungsbegehrens in Aus
sicht
(Urk. 6/
101). Dagegen erhob der
Versicherte
am 13. November 2015
(Urk. 6/
104), ergänzt am 19. Februar 2016
(Urk. 6/
112) unter Beilage eines Arztberichts
(Urk. 6/
111), Einwand. Infolgedessen stellte die IV-Stelle Rückfra
gen an die Gutachter
(Urk. 6/
114/1-2), welche diese am 31. Mai 2016 beant
worteten
(Urk. 6/
115). Dazu nahm der
Versicherte
am 19. August 2016 Stellung
(Urk. 6/
122), wobei er einen Arztbericht zu den Akten reichte (
Urk.
6/123). Am 22. September 2016 erfolgte eine weitere Ergänzung des Gutachtens
(Urk. 6/
128), welche dem Versicherten zur Kenntnis gebracht wurde
(Urk. 6/
129). Der
Versicherte
verzichtete mit Eingabe vom 13. Oktober 2016 auf eine zusätzliche Stellungnahme
(Urk. 6/
130). Am 21. März 2017 verfügte die IV-Stelle im angekündigten Sinne
(Urk. 6/
135 =
Urk.
2).
2.
Gegen die Verfügung vom 21. März 2017 erhob der Versicherte am 8. Mai 2017 Beschwerde und beantragte, es sei ihm eine ganze Rente der Invalidenversiche
rung zuzusprechen. Eventualiter sei ein Obergutachten einzuholen. Subeventua
liter seien ihm Integrationsmassnahmen zuzusprechen. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Urk. 1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom 12. Juni 2017 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 5). Mit gerichtlicher Verfügung vom 15. Juni 2017 wurde dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung gewährt und die Beschwerdeantwort zur Kenntnis gebracht (Urk. 7).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den
nachfolgenden
Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts; ATSG
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungsgemäss ist bei psy
chischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krank
heitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezem
-
ber 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesgerichts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. Novem
ber 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invali
dität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeits
markt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorak
ten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung gestützt auf das polydisziplinäre Gutachten samt Ergänzungen sowie gestützt auf die Angaben ihres RAD auf den Standpunkt, es liege kein invalidenversicherungs
rechtlich relevanter Gesundheitsschaden vor. Namentlich führte sie unter Bezugnahme auf die DSM 5 (Trauma- and Stressor-Related Disorders) Testung aus, dass keine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert werden könne (Urk. 2 S. 2). Des Weiteren wies sie auf Inkonsistenzen und ein ungünsti
ges Krankheitsverhalten seitens des Beschwerdeführers hin (Urk. 2 S. 3).
2.2
Der Beschwerdeführer wandte in seiner Beschwerde ein, die übrigen Diagnosen wie die Contusio labyrinthi, die mittelschwere depressive Episode und der benigne paroxysmale Lagerungsschwindel seien in der angefochtenen Verfü
gung kaum gewürdigt worden, obwohl das A._ eine somatische Kompo
nente für möglich gehalten und weitere Abklärungen empfohlen habe (Urk. 1 S. 10 und S. 13). Die Wohnsituation könne aus wirtschaftlichen Gründen und wegen ihrer Nähe zur somalischen Moschee nicht verändert werden und ein Vermeidungsverhalten sei durchaus gegeben. Die Behauptung, dass geschwun
gene Schriftzüge Schwindelanfälle auslösen würden, sei aus der Luft gegriffen (Urk. 1 S. 10-11). Seine Aktivitäten seien äusserst eingeschränkt und dienten der Aufrechterhaltung einer Tagesstruktur. Der Vorwurf einer Aggravation gehe fehl (Urk. 1 S. 11-12). Allein der Verdacht auf Aggravation rechtfertige es kei
nesfalls, dass die IV-Stelle ihrer Abklärungspflicht nicht nachgekommen sei. Ebenfalls sei zu beachten, dass seitens des RAD kein Psychiater Stellung genommen habe (Urk. 1 S. 12). Aufgrund des Vorliegens zweier gleichwertiger Expertisen sei ein Obergutachten einzuholen (Urk. 1 S. 13). Falls dies nicht gemacht werde, sei zu beachten, dass die behandelnden Ärzte bei ihm langfris
tig keine Arbeitsfähigkeit sähen (Urk. 1 S. 13). Des Weiteren habe er Anspruch auf Integrationsmassnahmen, wozu er motiviert sei, oder zumindest auf beruf
liche Massnahmen (Urk. 1 S. 14-15).
3.
3.1
Nach der Reposition vom 29. Juli 2013 betreffend die Nasenbeinfraktur klagte der Beschwerdeführer anlässlich der Konsultation vom 18. November 2013 im B._, Klink für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichts
chirurgie, über einen Drehschwindel nach links. Die Ärzte fanden eine intakte Augenmotilität und keinen Nystagmus vor. Der Kopfimpulstest (KIT) ergab negative Befunde. Unauffällig waren sodann der
Fingernaseversuch sowie
der
Arm
vorhalteversuch. Weiter gaben sie an, der Rom
berg sei sicher gewesen und der Unterberger Tretversuch unauffällig. Bei der Lagerung nach links habe sich ein rotatorischer Nystagmus nach links gezeigt, weshalb die Diagnose eines benig
nen paroxysmalen Lagerungsschwindels zu stellen sei (Urk. 6/16/42).
3.2
Dr. med. C._,
Facharzt
für Allgemeine Innere Medizin, nannte in sei
nem Zwischenbericht vom 22. August 2013 zusätzlich die Diagnose einer
Schä
delkontusion. Er gab an, die Nasenbeinfraktur sei geheilt, allerdings bestün
den ein ausgeprägter Drehschwindel und eine Gangunsicherheit. Der Beschwer
de
führer werde mit Analgetika behandelt und alle zwei Wochen erscheine er zu einer Beratung. D
ie voraussichtliche Dauer der Behandlung betrage ein bis zwei Monate.
Seit dem 18. Juli 2013 liege bis auf Weiteres eine 100%ige
Arbeitsun
fähigkeit
vor
(Urk.
6/16/65).
3.3
Am 29. August 2013 wurde der Beschwerdeführer in der Abteilung für Neurolo
gie des D._ untersucht, nachdem er sich wegen eines persistie
renden Drehschwindels sowie einer Gangunsicherheit nach operativer Versor
gung der offenen Nasenbeinfraktur vorgestellt hatte. Die Lagerungsprobe nach links fiel bei sonst intakten Hirnnerven positiv aus. Im Romberg und im Unter
berger wies der Beschwerdeführer bei Ablenkung keine Drehung oder Fallnei
gung auf, bei fehlender Ablenkung hingegen ungerichtetes Schwanken und Fallneigung. Die Ärzte gelangten zum Schluss, es handle sich um eine multifak
torielle Schwindelsymptomatik. Einerseits bestehe ein ausgeprägter benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel am ehesten im Rahmen einer Contusio laby
rinthi, wobei die Beschwerden durch ein mehrfach durchgeführtes Befreiungs
manöver fast vollständig abgeklungen seien. Bei der Durchführung des Befrei
ungsmanövers dreimal täglich dreimal hintereinander während circa einer Wo
che sollten die Beschwerden vollständig nachlassen. Andererseits bestehe ein phobischer Schwankschwindel aufgrund einer Anpassungsstörung, differential
diagnostisch aufgrund einer
posttraumatische
n
Belastungsstörung
. Im Falle des
Anhaltens der Beschwerden trotz Physiotherapie mit Koordinations- und Proprio
zeptionstraining sei dem Beschwerdeführer eine psychologische oder psycho
therapeutische Anbindung empfohlen worden
(
Bericht vom 30. August 2013,
Urk.
6/16/46-47).
3.4
Dr. C._ berichtete am 7. November 2013, trotz Physiotherapie bestünden weiter
hin deutliche Gang- und Gleichgewichtsstörungen bei Kopfbewegungen. Seit dem 3. September 2013 sei der Beschwerdeführer noch zu 50 % arbeitsun
f
ähig. Der Beschwerdeführer werde gegen
wärtig jede zweite Woche mit Physio
therapie behandelt. Es sei eine allmähliche Besserung und eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit eventuell ab Anfang Dezember 2013 zu erwarten. Mit bleiben
den Nachteilen sei nicht zu
rechnen (Urk.
6/16/44). Dem Be
richt von Dr.
C._
vom 6. Dezember 2013 ist sodann
zu entnehmen, die Gangunsicherheit infolge des Schwindels sei langsam rückläufig. Die Behandlung werde voraussichtlich noch drei Monate andauern. Bis am 1. Dezember 2013 habe die
Arbeitsunfähig
keit
bei 50 % gelegen, seit dem 2. Dezember 2013 liege sie noch bei 20 %
(Urk.
6/16/41). Da diese Arbeits
fähigkeit nicht umsetzbar gewesen sei, habe er mit dem Arbeitgeber eine 50%ige Arbeitsfähigkeit bei 80%iger Anwesenheit vereinbart
(Urk.
6/16/40). Am 24. März 2014 führte Dr. C._ aus, der Beschwerdeführer habe angegeben, das Befreiungsmanöver täglich zu machen. Unterdessen sei vor allem die Dreh
schwindelkomponente besser geworden, die Gangunsicherheit werde hingegen durch das Manöver nicht beeinflusst
(Urk.
6/16/26). In seinem Bericht vom 21. Mai 2014 attestierte er dem Beschwerdeführer erneut eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit
, damit der Beschwer
deführer genügend Zeit habe, sich mit physio- und ergotherapeutischen Mass
nahmen zu beschäftigen. Er führte aus, eine Verbesserung sei in den letzten Wochen nicht zu erkennen gewesen, doch gehe er dennoch von einer länger
fristig günstigen Prognose mit Erreichen einer 100%igen Arbeitsfähigkeit aus
(Urk. 6/
17/6-7).
3.5
Die psychiatrische Begutachtung durch Dr. med. E._,
Facharzt
für
Psychi
atrie und Psychotherapie
, erfolgte am 10. April 2014
(Urk.
6/16/1). Dr. E._ gab in seinem Gutachten vom 5. Mai 2014 an, der Beschwerdeführer habe
vor allem
über Schwindelsensationen geklagt. Zuerst sei es ein Dreh
schwindel gewesen, nun sei es eine Gangunsicherheit. Hin und wieder habe er starke Kopfschmerzen und er sei vergesslich geworden. Über psychische Prob
leme habe er nicht berichtet
(Urk.
6/16/15). Anlässlich seiner Untersuchung fand Dr. E._ keine Hinweise für Störungen der Aufmerksamkeit oder des Ge
dächtnisses
(Urk.
6/16/16). In seiner Beurteilung führte Dr. E._ aus, im Vorder
grund stehe zurzeit die Gangunsicherheit, die der Beschwerdeführer so be
schreibe, als ob er auf Watte gehen würde. Es fehle also mittlerweile der für eine Contusio labyrinthi typische benigne paroxysmale Lagerungsschwindel, der in den Lehrbüchern als Drehschwindel beschrieben werde. Anscheinend führe der Beschwerdeführer auch keine Übungen gegen den benignen Lagerungsschwin
del durch. Dem Umstand, dass kein Drehschwindel mehr vorliege, hätten die behandelnden Ärzte Rechnung getragen und den Schwindel mit dem Terminus „phobisch“ versehen und eine Anpassungsstörung respektive eine
posttrauma
tische Belastungsstörung
diskutiert
(Urk.
6/16/17). Die Kriterien für eine
post
traumatische Belastungsstörung
seien aber nicht erfüllt
(Urk.
6/16/18). Die Gangunsicherheit des Beschwerdeführers müsse daher in Ermangelung einer hinreichenden neurologischen Erklärung als dissoziativ etikettiert werden. Dabei liege eine Mischform mit dissoziativen Bewegungsstörungen (ICD-10: F44.4) und dissoziativen Empfindungsstörungen (ICD-10: F44.6) vor. Bei dissoziativen Störungen, welche in unserem Kulturkreis nur noch selten vorkommen würden, jedoch in anderen Kulturen noch gang und gäbe seien, lasse sich nur sehr schwer feststellen, ob und in welchem Umfang die Funktionsverluste willkürlich kontrollierbar seien. Grundsätzlich würden dissoziative Störungen dazu tendie
ren, innert Wochen bis Monaten abzuklingen
(Urk.
6/16/20-21). Dr. E._ wies darauf hin, dass in einer rein sitzenden Tätigkeit schon länger wieder eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe
(Urk.
6/16/21,
Urk.
6/16/25).
3.6
Am 22. Mai 2014 berichteten die Ärzte des D._, Abteilung für Neurologie, klinisch-neurologisch habe der Hirnnervenstatus als Normalbefund erhoben werden können, insbesondere seien keine positive Lagerungsprobe und kein Spontannystagmus zu finden gewesen. Die Koordinationsprüfung habe ein ungerichtetes Schwanken beim Gehen mit deutlich phobischer Komponente gezeigt. Romberg und Unterberger sowie freies Sitzen und Stehen seien ohne Einschränkung gewesen. Es sei die Diagnose eines phobischen Schwankschwin
dels im Rahmen einer Anpassungsstörung, differentialdiagnostisch einer
post
traumatische
n
Belastungsstörung
, zu stellen
(Urk.
6/64/8). Unter dem Titel „Diagnosen“ führten sie eine
posttraumatische Belastungsstörung
mit phobi
schem Schwankschwindel (ICD-10: F43.1/R42) sowie einen Zustand nach einer Contusio labyrinthi mit intermittierendem Lagerungsschwindel an
(Urk.
6/64/9).
3.7
Die Ärzte des B._, Interdisziplinäres Zentrum für Schwindel und Gleichge
wichts
störungen, untersuchten den Beschwerdeführer am 26. September sowie am 2. Oktober 2014 und nannten als Diagnosen einen multifaktoriellen Schwank
schwindel sowie eine Anpassungsstörung im Rahmen einer prolon
gierten depressiven Reaktion
(Urk. 6/
64/1). In ihrem Fachgebiet hielten sie zusammenfassend fest, klinisch und MR-radiologisch zeigten sich keine eindeu
tigen Hinweise auf eine peripher-vestibuläre Ursache der Beschwerden. In der apparativen Vestibularisdiagnostik hätten sich diskrete Zeichen einer peripher-vestibulären Unterfunktion links gezeigt. Die Untersuchungsbedingungen seien allerdings bei teilweise psychischer Überla
gerung deutlich erschwert gewesen. Die Symptomatik sei einerseits im Rahmen einer möglichen peripher-vestibulä
ren Unterfunktion links und andererseits im Rahmen einer vestibulären Migräne zu interpretieren, wobei sicherlich auch eine gewisse psychische Überlagerung eine Rolle spiele. Der Beschwerdeführer habe unter der Migräneprophylaxe über eine gewisse Besserung berichtet. Man empfehle, diese sowie die ambulante psychiatrische Betreuung weiterzuführen
(Urk.
6/64/2).
3.8
In seinem Bericht vom 3. Januar 2015 führte Dr. C._ aus, trotz regelmässiger Therapien seien seit rund sechs Monaten keine Veränderungen der Symptome festzustellen. Demnach sei bis auf Weiteres keine Verbesserung der Arbeits
fähigkeit zu erwarten. Körperlich bestünden unverändert ausgeprägte Gleich
gewichtsstörungen mit Sturz- respektive Verletzungsgefahr und psychisch liege eine depressive Störung mit der Gefahr des sozialen Rückzugs vor
(Urk. 6/
62/7).
3.9
Die Ärzte F._ gaben am 19. Januar 2015 an, bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt bestehe im angestamm
ten Bereich keine Arbeitsfähigkeit
(Urk. 6/
63/1,
Urk.
6/63/8
). In einer stark angepassten Tätigkeit sei im Rahmen einer beruflichen Mass
nahme eine Tätigkeit in einem Ausmass von drei Stunden pro Tag mit verringerter Leistungsfähigkeit möglich
(Urk. 6/
63/1 und
Urk. 6/
63/9). Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie die folgenden Diagnosen
(Urk. 6/
63/2):
-
Schwindel und Taumel (ICD-10: R42) wahrscheinlich gemischter Genese:
-
benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel (ICD-10: H81.1), differen
ti
aldiagnostisch komorbid multifaktorieller Schwankschwindel
-
bei Zustand nach Contusio labyrinthi
-
mit möglicher peripher-vestibulärer Ursache bei Unterfunktion links, Differentialdiagnose vestibuläre Migräne
-
beziehungsweise zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht auszuschliessen
den psychiatrischen Anteilen im Sinne von zum Beispiel ICD-10: F44.7
-
Verdacht auf komorbiden dissoziativen Schwindel (ICD-10: F44.7)
-
leichte depressive Episode (ICD-10: F32.0)
-
Verdacht auf posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F 43.1)
-
Tinnitus aurium rechts mehr als links (ICD-10: H93.1).
Die psychiatrischen Diagnosen seien bestehend seit Juli 2013, ausser bei der leichten depressiven Episode sei der Beginn unklar
(Urk. 6/
63/2). Des Weiteren führten sie in ihrer Beurteilung aus, die Schwindelsymptomatik sei unabhängig von ätiologischen Überlegungen erheblich ausgeprägt und führe zu einer Be
einträchtigung in praktisch allen Bereichen des Alltags. Einhergehend mit dem Schwindel bestünden häufige und nur schlecht auf übliche Analgetika anspre
chende Kopfschmerzen sowie ein Tinnitus, der den Beschwerdeführer im Alltag beeinträchtige, ablenke und affektive Reaktionen auslöse. Ausserdem bestünden einige Hinweise für das Vorliegen einer prolongierten
posttraumatische
n
Belastungsstörung
, die möglicherweise aufgrund der subjektiv im Vordergrund stehenden Schwindelsymptomatik schlecht greifbar sei
(Urk.
6/63/6). Am 8. Juni 2015 machten sie sodann Ausführungen zu den Symptomen einer nach ihrer Auffassung vorliegenden chronischen
posttraumatische
n
Belastungsstörung
(Urk. 6/
88).
3.10
3.10.1
Dem polydisziplinären A._-Gutachten vom 31. August 2015 lassen sich die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit entnehmen (Urk. 6/93/33):
-
dissoziative Störung gemischt (Schwindel und Bewegungsstörung; ICD-10: F44.7)
-
Tinnitus rechts (ICD-10: H93.1), mittelgradig kompensiert
-
Schwankschwindelsymptomatik (ICD-10: H82) bei / mit
-
aktuell unauffälliger peripherer vestibulärer Funktion
-
Zustand nach benignem paroxysmalen Lagerungsschwindel
-
Verdacht auf phobische Komponente.
Ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit seien demgegenüber die leichtgra
dige Tieftonschallleitungsschwerhörigkeit beidseits sowie der Zustand nach Nasenbein-Reposition bei nichtdislozierter Nasenbein-Fraktur am 29. Juli 2013 (Urk. 6/93/33).
3.10.2
Der allgemeinmedizinische Gutachter stellte keine Diagnosen in seinem Fachge
biet, wies indes darauf hin, dass die spontanen Bewegungen des Beschwerde
führers zu den in der Untersuchung demonstrierten Bewegungseinschränkungen sowie zu den Angaben des Beschwerdeführers kontrastierten (Urk. 6/93/11-12).
3.10.3
Anlässlich der psychiatrischen Exploration sei aufgefallen, dass der Beschwerde
führer von einem Freund gestützt in die Praxis geleitet und auch ins Untersuchungszimmer geführt worden sei. Auch beim Verlassen des Unter
suchungszimmers nach der Untersuchung habe er vom Freund gestützt werden müssen respektive sich an den Wänden abgestützt. Während der Exploration selber habe der Beschwerdeführer zu Beginn angegeben, unter starkem Schwin
del zu leiden und deswegen den Kopf praktisch nicht bewegen zu können. Im Verlauf der Exploration sei er offener, affektiv besser spürbar, lebendiger sowie affektiv deutlich schwingungsfähig geworden und habe bei Schilderungen auch Kopf und Hals stärker bewegt. Es seien nur wenige depressive Symptome vor
handen gewesen. So habe der Beschwerdeführer eine erhöhte Ermüdbarkeit und verminderte Kraft sowie Zukunftsängste angegeben. Nicht festzustellen gewesen seien eine Freudlosigkeit, Interesselosigkeit oder eine Verminderung des Antriebs. Es könne keine depressive Episode diagnostiziert werden, was sich auch durch die Hamilton Depression Scale Testung bestätigt habe (Urk. 6/93/21-22). Sofern der Schwindel nicht ausreichend durch somatische Befunde erklärt werden könne, müsse von einem dissoziativen Geschehen ausgegangen werden. Da dadurch auch Bewegungsstörungen aufträten, sei eine gemischte dissoziative Störung (ICD-10: F44.7) zu diagnostizieren. Bei diesem psychosomatischen Lei
den sei anzumerken, dass deutliche Diskrepanzen zwischen dem gezeigten Ver
halten und den geschilderten Einschränkungen bestünden. So habe der Beschwerdeführer den Schwindeltyp nicht genauer beschreiben können und der Gang zur Untersuchung sei als sehr demonstrativ erlebt worden. Während der Exploration habe der Beschwerdeführer dann unter keinerlei Schwindelerleben mehr gelitten und den Kopf frei bewegen können. Somit müsse zumindest von einer Aggravation ausgegangen werden, was durch die SFSS-Testung bestätigt worden sei (Urk. 6/93/22). Psychiatrische Komorbiditäten seien keine festzuhal
ten. Die primäre Persönlichkeit sei soweit beurteilbar unauffällig. Bezüglich Konsistenz sei festzuhalten, dass die durch den Schwindel ausgelösten Ein
schränkungen sich wahrscheinlich nicht gleichmässig auf alle Aktivitätsniveaus verteilten. So könne der Beschwerdeführer zweimal täglich alleine zur Moschee gehen und dort beten, jedoch die fünf Meter vom Wartezimmer bis zum Unter
suchungszimmer nicht alleine zurücklegen. Seine sportlichen Aktivitäten habe er hingegen sistiert. Aufgrund des in der Praxis gezeigten Leidensdrucks müss
ten ferner deutlich mehr Behandlungs- und Therapiemassnahmen in Anspruch genommen werden, worin ebenfalls eine Inkonsistenz zu sehen sei (Urk. 6/93/23). Insgesamt gelangte der psychiatrische Gutachter zum Schluss, der funktionelle Schweregrad der dissoziativen Störung werde durch Aggrava
tion zumindest überlagert. Ferner seien bei Weitem nicht alle Behandlungsmög
lichkeiten ausgeschöpft worden und ein deutlicher sozialer Rückzug sei nicht gegeben. Nach dem Gesagten könne der Einfluss der dissoziativen Störung auf die Arbeitsfähigkeit lediglich in einer stehenden oder gehenden Tätigkeit
ge
ringgradig bestätigt werden. Für eine sitzende Tätigkeit sei der Beschwerdefüh
rer voll arbeitsfähig (Urk. 6/93/24). Das Vorliegen einer post
traumatischen Belastungsstörung sei bei fehlendem effektiv lebensbedrohlichem Ereignis, ohne Intrusionen und unter Medikation mit Trittico ohne Albträume sowie ohne Vermeidungsverhalten zu verneinen (Urk. 6/93/24). Aufgrund der dissoziativen Schwindel- und Bewegungssymptomatik sei für Tätigkeiten wie die bisherigen mit regelmässigem Stehen oder Gehen von einer Reduktion der Arbeits
fähigkeit um circa 20 % auszugehen. Ein höherer Prozentsatz sei wegen der Inkonsisten
zen nicht gerechtfertigt. Für sitzende Tätigkeiten sei der Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht voll arbeitsfähig (Urk. 6/93/25).
3.10.4
Im otorhinolaryngologischen Teilgutachten wurde festgehalten, der Beschwerde
führer habe über eine intermittierende Drehschwindelsymptomatik von kurzer Dauer, eine Gangunsicherheit mit ungerichtetem Schwanken sowie einen mittelfrequenten Tinnitus rechts geklagt (Urk. 6/93/27). Der Tinnitus sei im Rahmen des subjektiven Empfindens noch mittelgradig kompensiert (Urk. 6/93/29). Seitens der vestibulären Funktion seien aktuell unauffällige Befunde mit fehlenden pathologischen Nystagmen sowie mit symmetrischer kalorischer Erregbarkeit beidseits zu objektivieren, sodass formal von einer unauffälligen peripheren vestibulären Funktion auszugehen sei (Urk. 6/93/29). Eine retrocochleäre Pathologie habe vorgängig bildgebend ausgeschlossen wer
den können. Differenzialdiagnostisch sei im Rahmen der Anamnese sowie des Traumas ein Status nach benignem paroxysmalen Lagerungsschwindel durch
aus möglich, wobei zum jetzigen Zeitpunkt keine diesbezüglichen patholo
gischen Befunde mehr objektiviert werden könnten, auch wenn in seltenen Fäl
len rezidivierende Ereignisse oder chronische Verläufe bekannt seien. Seitens der ungerichteten Schwankschwindelsymptomatik hätten sich inkonsistente Befunde gezeigt. So habe im Rahmen der Prüfung der Koordination bei Ablen
kung kein eigentliches Schwanken mehr objektiviert werden können. Demnach sei von einer deutlichen psychischen Überlagerung auszugehen, im Sinne einer phobischen Komponente. Zur Arbeitsfähigkeit hielt der Gutachter fest, zu ver
meiden seien Tätigkeiten unter gesteigertem Umgebungsgeräuschpegel mit möglicher Zunahme des Tinnitus sowie sturzgefährdende Tätigkeiten und Tätig
keiten mit häufigen Kopfrotationsbewegungen sowie das berufsmässige Führen eines Kraftfahrzeugs. In einer derart angepassten Tätigkeit bestünden aus otoneurologischer Sicht keine Einschränkungen (Urk. 6/93/30-31).
3.10.5
Gesamtmedizinisch führten die Gutachter aus, für sitzende Tätigkeiten bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit. In der angestammten Tätigkeit bestehe eine Ein
schränkung von rund 20 % (Urk. 6/93/36). Berufliche Massnahmen seien indi
ziert, jedoch aufgrund der Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers, wonach er gar nicht arbeitsfähig sei, aktuell nicht durchführbar (Urk. 6/93/37).
3.10.6
Der RAD gelangte in seiner Stellungnahme vom 25. September 2015 zum Schluss, man könne sich auf das Gutachten stützen (Urk. 6/100/5-6).
3.11
Die Ärzte der F._ führten in ihrem Bericht vom 25. Januar 2016 erneut aus, es bestehe ein leichtgradiges depressives Syndrom
(Urk. 6/
111/1). Leider sei es trotz ernst gemeinter Behandlungsversuche zu einer Chronifizierung gekommen. Die funktionellen Beeinträchtigungen seien so schwerwiegend, dass eine Tätig
keit im angestammten Bereich nicht möglich erscheine. Der Schwindel sei omnipräsent und beeinträchtigte den Beschwerdeführer schon im Alltag und in der Freizeit. Bereits ein möglicher Arbeitsweg stelle ihn vor besondere Heraus
forderungen und er sei zumeist auf eine Begleitung angewiesen. Auch zu ihnen sei er jeweils in Begleitung wechselnder Kollegen erschienen. Weiter hielten sie fest, ihre Beurteilung stehe in Einklang mit der Kündigung des letzten Arbeits
verhältnisses durch den Arbeitgeber, der offensichtlich keine Chance einer beruflichen Reintegration im ersten Arbeitsmarkt gesehen habe
(Urk. 6/
111/2). Bezüglich des Vorliegens einer
posttraumatische
n
Belastungsstörung
berichteten sie, der Beschwerdeführer habe das Unfallereignis als lebensbedrohlich wahrge
nommen und Albträume habe er einhergehend mit einem teilweisen Wirkungs
verlust von Trittico in den vergangenen Monaten immer wieder glaubhaft geschildert. Ein Vermeidungsverhalten sei beispielsweise darin zu sehen, dass er das Haus nicht mehr ohne Begleitung verlasse. Die Moschee befinde sich im selben Gebäudekomplex wie seine Wohnung. Der Beschwerdeführer berichte zudem immer wieder von Konzentrationsstörungen sowie Vergesslichkeit und sei seit dem Unfallereignis deutlich reduzierter schwingungsfähig. Der Schwin
del unterliege allenfalls Schwankungen
(Urk. 6/
111/3-4). Abschliessend gaben sie an, der Beschwerdeführer habe immer wieder spontan vom Wunsch einer beruflichen Massnahme berichtet und erscheine hierzu sehr motiviert. Diese sei zusammen mit einer Therapieintensivierung erfolgversprechend
(Urk. 6/
111/4).
3.12
In ihrer ergänzenden Stellungnahme vom 31. Mai 2016 hielten die A._-Gut
achter betreffend einen möglichen Status nach benignem paroxysmalem Lage
rungsschwindel fest, im Rahmen chronischer Verläufe liessen sich typische pathologische Befunde objektivieren, sodass ein solcher beim Beschwerdeführer ausgeschlossen werden könne. Bezüglich rezidivierender Ereignisse könnten episodische Schwindelbeschwerden auftreten, welche aber nicht durch eine konstante Schwindelsymptomatik charakterisiert seien, wie der Beschwerde
führer sie angegeben habe
(Urk. 6/
115/2). Zudem setzten sie sich
unter anderem
erneut mit den Diagnosekriterien einer
posttraumatische
n
Belastungsstörung
auseinander
(Urk. 6/
115/3-5). Im Ergebnis hielten sie an ihrer Beurteilung fest
(Urk. 6/
115/6).
3.13
Dem Bericht der F._ vom 12. Juli 2016 ist zu entnehmen, es sei zu einer Ver
schlechterung gekommen und es liege nun eine mittelgradige depressive Episode vor
(Urk. 6/
123/1). Zudem wurden Funktionsbeeinträchtigungen beschrieben und es wurde am Vorliegen einer
posttraumatische
n
Belastungs
störung
nach ICD-10 festgehalten
(Urk. 6/
123/2-3).
3.14
Mit Stellungnahme vom 22. September 2016 hielt der psychiatrische Teil
gutach
ter des A._ namentlich fest, es liege auch nach ICD-10 kein mög
liches auslösendes Ereignis vor und das von der F._ beschriebene Vermei
dungsverhalten sei eher als sozialer Rückzug zu sehen
(Urk. 6/
128/4).
3.15
Dr. C._ hielt am 1. April 2017 fest, unvorhergesehene Ereignisse würden den Beschwerdeführer aus dem Gleichgewicht bringen. Seine Behinderung sei offensichtlich. Er sei zwar in der Lage, seinen privaten Angelegenheiten nach
zukommen, hingegen könne er aufgrund seiner körperlichen und wahrschein
lich auch psychischen Verfassung keiner Erwerbstätigkeit nachgehen
(Urk.
3/3).
3.16
Dem Bericht der F._ vom 2. Mai 2017 ist ein im Vergleich zur Stellungnahme vom 12. Juli 2016 unveränderter Gesundheitszustand zu entnehmen, wobei festgehalten wurde, dass die mittelgradige depressive Episode im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung bestehe
(Urk.
3/4).
4.
4.1
Das A._-Gutachten
, auf welches die IV-Stelle
bezüglich des medizinischen Sachverhalts
abstellte,
basiert auf fachärztlichen Untersuchungen sowie auf den anlässlich dieser Untersuchungen erhobenen Befunden, auf den Vorakten, den Angaben des Beschwerdeführers sowie der erhobenen Anamnese (Urk. 6/93).
Ferner beantwortet es - zusammen mit den Ergänzungen vom 31. Mai 2016 (Urk. 6/115) und vom 22. September 2016
(Urk. 6/
128) - d
ie gestellten
Fra
ge
n umfassend und setzt sich mit anderslau
tenden Beurteilungen
auseinander. Somit
erfüllt
es
die von der Recht
sprechung gestellten formellen Voraussetzungen an ein beweiskräftiges Gutachten (vgl. vorstehende E. 1.3).
4.2
Aus somatischer Sicht sieht sich der Beschwerdeführer infolge der Contusio laby
rinthi sowie wegen des benignen paroxysmalen Lagerungsschwindels
ein
geschränkt (Urk. 1 S. 10 und S. 13).
Als wahrscheinlichste Ursache für den benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel (ICD-10: H81.1) wurde eine
Con
tusio labyrinthi nach traumatischer Nasenbeinfraktur angesehen
(Urk.
6/16/46-47). Bereits am 30. August 2013 waren die daraus resultierenden Beschwerden laut den Ärzten des D._, Abteilung für Neurologie, dank eines mehrfach durchgeführten Befreiungsmanövers fast vollständig sistiert. Weiter gingen diese Ärzte davon aus, dass die Beschwerden komplett verschwinden würden, wenn der Beschwerdeführer das Befreiungsmanöver während circa einer Woche dreimal täglich dreimal hintereinander durchführen werde
(Urk.
6/16/46). Dr. C._ bestätigte am 24. März 2014, dass die Drehschwindel
komponente besser geworden sei
(Urk.
6/16/26). Auch bei Dr. E._ berichtete der Beschwerdeführer, dass zuerst ein Drehschwindel vorgelegen habe, nun hinge
gen eine Gangunsicherheit vorhanden sei und im Vordergrund stehe
(Urk.
6/16/15, Urk. 6/16/17). Am 22. Mai 2014 fiel denn auch die in
der neuro
logischen Abteilung des D._ durchgeführte Lage
rungsprobe - im Gegensatz zur Voruntersuchung vom 29. August 2013
(Urk.
6/16/46) - nicht mehr positiv aus
(Urk.
6/64/8). Bei der Frage nach den zu stellenden Diagnosen nannten die Ärzte dementsprechend einzig noch einen phobischen Schwank
schwindel im Rahmen einer Anpassungsstörung oder differentialdiagnostisch im Rahmen einer
posttraumatische
n
Belastungsstörung
(Urk.
6/64/8). Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass der Lagerungs
schwindel sich spätestens ab Mai 2014 nicht mehr beeinträchtigend auswirkte
.
Dass beim Beschwerdeführer kein seltener Fall mit rezidivierenden Ereignissen oder einem chronischen Verlauf eines benignen paroxysmalen Lagerungs
schwindels vorliegt, bestätigte auch der otorhinolaryngologische Teilgutachter
(Urk. 6/
115/2).
Weitere mögliche Auswir
kungen der
Contusio labyrinthi
wurden nirgends dokumentiert.
Nach dem Gesagten ist es bei zudem bestehender deutlich psychisch überlagerter Schwank
schwindelsymptomatik
(Urk. 6/
93/30) nachvoll
ziehbar, dass aus somatischer Sicht sturzgefährdende Tätigkeiten, Tätigkeiten mit häufigen Kopfrotationsbewegungen sowie das berufsmässige Führen eines Kraft
fahrzeugs vom Zumutbarkeitsprofil ausge
nommen wurden, indes im Übrigen nicht von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausgegangen wurde
(Urk. 6/
93/35).
4.3
4.3.1
Im psychiatrischen Teilgutachten wurde einzig der dissoziativen Störung gemischt (ICD-10: F44.7) Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zugemessen (Urk. 6/93/33; vgl. auch Urk. 6/93/19-24). Der Beschwerdeführer beanstandete, dass die von den behandelnden Ärzten diagnostizierte mittelgradige Depression und posttraumatische Belastungsstörung nicht berücksichtigt worden seien (Urk. 1 S. 10-11). Der psychiatrische Gutachter begründete schlüssig, dass im Begutachtungszeitpunkt keine Depression vorlag, und diese Beurteilung
über
zeugt vor dem Hintergrund der erhobenen Befunde mit
fehlender Freud- und Interesselosigkeit, nicht vermindertem Antrieb, affektiv deutlicher Schwingungs
fähigkeit und beim Erreichen von fünf Punkten in der Hamilton Depression Scale Testung
(Urk. 6/
93/19 und
Urk. 6/
93/21)
. Ferner sah sich der Beschwerdeführer auch selber nicht wegen einer Depression, sondern wegen des Schwindels als in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt (Urk. 6/93/10).
4.3.2
Laut dem Bericht der F._ kam es im weiteren Verlauf zu einer Zunahme der depressiven Symptomatik, sodass die beteiligten Ärztinnen die Depression nun als mittel- statt leichtgradig einstuften (Urk. 6/123/1). Hierzu ist festzuhalten, dass sich eine solche maximal mittelgradige Depression gemäss ständiger
bun
desgerichtlicher Rechtsprechung nur dann in versicherungsrechtlicher Hi
nsicht invalidisierend auswirkt, falls sie erwiesenermassen therapieresistent ist (statt vieler BGE 140 V 193 E. 3.3 mit Hinweis). Diese Voraussetzung ist vorliegend nicht erfüllt, da die ambulanten psychiatrischen Behandlungen einerseits in eher niedriger Frequenz alle zwei Wochen erfolgen (Urk. 6/93/10, vgl.
Urteil
des Bundesgerichts 8C_444/2016 vom 31. Oktober 2016 E. 6.2.2) und die Medika
mentencompliance fraglich erscheint (Urk. 6/93/11). Hinzu kommt, dass der psychiatrische Gutachter festhielt, die psychiatrische Behandlung sowie die Medikation seien weiterzuführen und gegebenenfalls gar zu intensivieren (Urk. 6/93/25), was ebenfalls als Hinweis gegen eine Therapieresistenz zu wer
ten ist (Urteil des Bundesgerichts
8C_399/2016 vom 2
4.
August 2016 E. 5.3
).
4.3.3
Die Diagnose einer
posttraumatische
n Belastungsstörung gemäss ICD-10 F43.1 setzt voraus, dass sie mit einer Latenz von wenigen Wochen bis Monaten nach einem Ereignis mit aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmass auftritt, das bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Eine weniger einschränkende Formulierung des Belastungskriteriums und damit die Berücksichtigung von Ereignissen, die weder eine aussergewöhnliche Bedro
hung noch eine Katastrophe darstellen, dennoch aber im Erleben einer ver
sicherten Person eine Traumatisierung auslösen können, mag therapeutisch Sinn machen. Hingegen verlangt die Leistungsberechtigung in der Invaliden
versicherung zwangsläufig eine gewisse Objektivierung, weshalb solche Kons
tellationen ausser
Betracht bleiben müssen (Urteil
des Bundesgericht
s 9C_228/2013 vom 26. Juni 2013
E. 4.1.2 und 4.1.3
mit Hinweisen).
Bezüglich der geltend gemachten posttraumatischen Belastungsstörung nach ICD-10 führte der psychiatrische Gutachter namentlich aus, dass mit dem Schlag ins Gesicht mit Nasenbeinfraktur kein Ereignis vorliege, das bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Dies überzeugt insbesondere mit Blick auf die angeführten Beispiele: Naturereignis oder von Menschen ver
ursachte Katastrophe, Kampfhandlung, schwerer Unfall, Zeuge des gewaltsamen Todes anderer oder Selbstopfer von Folterung, Terrorismus, Vergewaltigung oder anderen Verbrechen (Urk. 6/128/4) sowie angesichts dessen, dass das traumatisierende Ereignis von aussergewöhnlicher Schwere sein muss (
Meyer
/Reichmuth
, Bundesgesetz über
die Invalidenversicherung [IVG]
,
3.
Auflage 201
4
,
S.
34,
N 65 zu Art. 4
)
.
4.3.4
Während die A._-Gutachter der dissoziativen Störung grundsätzlich Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zumassen (Urk. 6/93/33), ging die IV-Stelle gestützt auf die Prüfung der Standardindikatoren davon aus, es liege kein invalidenver
sicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden vor (Urk. 2 S. 2-3, Urk. 6/100/6). Das Bundesgericht hat seine bisherige Rechtsprechung mit BGE 141 V 281 geändert und das bisherige Regel-/Ausnahmemodell durch ein strukturiertes Beweisverfahren ersetzt. An die Stelle des bishe
rigen Kriterien
katalogs trete
n im Regelfall beachtliche Stan
dardindikatoren.
U
nter Berücksich
tigung leistungshindernder äu
sserer Belastungs
fak
toren einerseits und Kompen
sat
ionspotentialen (Ressourcen) an
derseits soll das
tatsächlich erreichbare Leis
tungsvermögen
ergebnisoffen
beur
teilt werden (
BGE
141
V 281
E. 3.6). Betont
wurde
, dass die Aufgabe der Überwindbarkeitsver
mutung an den Regeln betref
fend die Zumutbarkeit nichts än
dert, namentlich nicht am Erfordernis einer o
bjektivierten Beurteilungsgrund
lage. Nach Art. 7 Abs. 2
zweiter Satz ATSG liegt eine Erwerbsunfähigkeit nur vor, wenn sie aus
objektiver Sicht nicht überwi
nd
bar ist. Medizinisch-psychiat
risch nicht begründ
bare Selbsteinschätzungen und -limitierungen, wie sie gerichtsnotorisch ärztlicherse
its sehr oft unterstützt wer
den
–, sind auch künftig nicht als invalidisierende Gesundheitsbeeinträchtigung anzuerkennen (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1).
Die Standardindikatoren hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert
(
BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad"
-
Komplex „Gesundheitsschädigung"
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –resistenz
-
Komorbiditäten
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen)
-
Komplex „Sozialer Kontext"
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivit
ätenniveaus in allen ver
gleich
baren Lebensbereichen
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck
Bezüglich des Komplexes „Gesundheitsschädigung“ steht fest,
dass die
Gutachter das Verhalten des Beschwerdeführers als sehr demonstrativ erlebten und anhand der freien Kopfbewegungen ohne sichtbare Zeichen von Schwindelerleben davon ausgingen, dass die Gesundheitsschädigung wesentlich geringer sei als vom Beschwerdeführer angegeben
(Urk. 6/
93/22). Bezüglich des Schwindels besteht eine weitgehende Behandlungsresistenz, wobei bis anhin lediglich eine psychiat
rische ambulante Behandlungsvariante angewandt wurde
(Urk. 6/
93/22-23). Ein gewisser Eingliederungserfolg ist darin zu sehen, dass der Beschwerdeführer ursprünglich im Anschluss an den Unfall wieder während mehrerer Monate zu 50 % arbeiten konnte und dann mit der nicht vollends überzeugenden Begrün
dung, damit er genügend Zeit für Therapien habe, wieder vollumfänglich krank
geschrieben wurde
(Urk. 6/
17/6,
Urk.
6/93/23).
P
sychische Komorbiditäten sind nicht erkennbar und wurden
im A._-Gutachten verneint (Urk. 6/93/23).
Zum Komplex „Persönlichkeit“ ist festzuhalten, dass die primäre Persönlichkeit des Beschwerdeführers aufgrund der bisherigen beruflichen und ehrenamtlichen Tätigkeiten als unauffällig beurteilt wurde (Urk. 6/93/23)
. Gewisse persönliche Ressourcen
des Beschwerdeführers
sind
darin zu erkennen, dass er regelmässig den Koran und religiöse Schriften liest, zweimal täglich in die Moschee geht, fern sieht, in einem somalischen Verein integriert ist und soziale Kontakte pflegt (Urk. 6/93/16-17). Betreffend den sozialen Kontext ist anzumerken, dass er über ein gutes soziales Netzwerk verfügt und namentlich in der Haushalts
führung grosse Unterstützung geniesst (Urk. 6/93/16-17).
Zur Kategorie „Konsistenz“ ist zu bemerken, dass sämtlichen Teilgutachtern Inkonsistenzen auffielen. So kontrastierten die Angaben und die demonstrierten Bewegungseinschränkungen des Beschwerdeführers in mehreren Situationen mit den spontan ausgeführten Bewegungen sowohl während als auch nach der Untersuchung (Urk. 6/93/9-12). Ebenso ist nachvollziehbar, dass die Bewälti
gung der 5-metrigen Strecke vom Warte- zum Untersuchungszimmer mit Unter
stützung des Kollegen aggraviert wirkte respektive auf eine ungleichmäs
sige Ver
teilung der Einschränkungen auf verschiedene Aktivitäten hinweist, nach
dem der Beschwerdeführer selbständig zur (zwar im selben Gebäudekom
plex liegenden) Moschee gehen und Strecken bis zu 100 Meter unbegleitet absol
vieren kann (Urk. 6/93/13, Urk. 6/93/16, Urk. 6/93/22-23). Ferner zeigten sich bei der Untersuchung der ungerichteten Schwankschwindelsymptomatik inkon
sistente Befunde (Urk. 6/93/30). Hinzu kommt, dass beim in der Praxis der Gutachter gezeigten Leidensdruck deutlich mehr Behandlungs- und Therapie
massnahmen in Anspruch genommen werden sollten, worin ebenfalls eine Inkonsistenz liegt (Urk. 6/93/23). Dem Einwand des Beschwerdeführers, es liege keine Aggravation vor (Urk. 1 S. 12), ist bei dieser Ausgangslage nicht zu fol
gen. Andererseits bleibt anzumerken, dass der Beschwerdeführer seine sport
lichen Aktivitäten sistiert hat (Urk. 6/93/16-17 und Urk. 6/93/23).
Nach dem Gesagten überzeugt unter Berücksichtigung der Standardindikatoren die gutachterliche Einschätzung einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in der ange
stammten sowie einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. Hierzu ist anzumerken, dass
es sich bei der Festlegung der Arbeitsunfähigkeit in der Regel um eine Schätzung handelt, die naturgemäss auch einen Ermessens
spielraum umfasst
(Urteil des Bundesgerichts
8C_740/2014 vom 1
1. Februar
2015
E. 3.4.2 mit Hinweis). Hinzu kommt, dass auch der Vorgutachter Dr. E._ zum Schluss gelangt war, eine volle Arbeitsfähigkeit in einer rein sitzenden Tätigkeit bestehe schon länger wieder
(Urk. 6/
16/21,
Urk.
6/16/25). Die Abwei
chung von der
Beurteilung der behandelnden Ärzte erklärten die A._-Gut
achter damit, dass weder eine Depression noch eine posttraumatische Belas
tungsstörung vorliegt. Ferner ist in Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E. 3b/cc). Namentlich gingen diese nicht von einer Aggravation aus, son
dern stellten auf die Angaben des Beschwerdeführers ab. Das Aktivitätsniveau des Beschwerdeführers ist indes nicht derart hoch, dass mit der Beschwerdegeg
nerin davon ausgegangen werden könnte, es liege keinerlei invalidenversiche
rungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden vor.
4.3.5
Die interdisziplinäre
A._
-Beurteilung steht sodann in Übereinstimmung mit den einzelnen Teilgutachten und ist daher e
benfalls schlüssig und nach
voll
zieh
bar.
Zusammenfassend wurde nichts vorgetragen, was das polydiszi
plinäre Gut
achten des
A._
als nicht schlüssig er
scheinen liesse oder sonst in Zweifel zu ziehen vermöchte. Ebenso wenig ist etwa
s Derartiges aus den Akten ersichtlich. Vielmehr erfüllt das Gutachten sämtliche von der Rechtsprechung statuierten Anforderungen an ein medizinisches Gutachten (vgl. auch BGE 134 V 231 E. 5.1 und 125 V 351 E. 3a). Es ist daher darauf abzustellen.
5.
Da die zuletzt ausgeübte oder eine lohnmässig vergleichbare
Tätigkeit
(vgl. das Urteil des Bundesgerichts
8C_364/2015 vom 1
8. Dezember
2015
E. 3.2) auch weiterhin, wenn auch in reduziertem Umfang, zumutbar ist, ist der Invaliditäts
grad mittels eines Prozentvergleichs zu bestimmen. Mit anderen Worten ent
spricht die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit dem Invaliditätsgrad. Beim (echten) Prozentvergleich fällt ein leidensbedingter Abzug ausser Betracht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_109/2013 vom 9. April 2013 E. 4.2 mit Hinwei
sen). Vorliegend betragen die Arbeitsunfähigkeit und damit auch der Invalidi
tätsgrad 20 %. Da der Beschwerdeführer bei diesem Invaliditätsgrad keinen Anspruch auf eine Invalidenrente hat, kann offen bleiben, ob er mit einer 100%igen Anstellung in einer angepassten Tätigkeit ein höheres Invalidenein
kommen erzielen könnte, wodurch ein tieferer Invaliditätsgrad resultieren würde. Nach dem Gesagten ist die Beschwerde bezüglich des Rentenanspruchs abzuweisen.
6.
Zum Anfechtungsgegenstand gehören auch Rechtsverhältnisse, hinsichtlich deren es die Verwaltung zu Unrecht unterlassen hat, verfügungsweise zu befin
den, obwohl dazu nach der Aktenlage und/oder den Parteivorbringen hin
reichender Anlass bestanden hätte (
Meyer
/Reichmuth
,
a.a.O.,
S.
296,
N 19 zu Art. 28
)
. Die IV-Stelle hat in der angefochtenen Verfügung zwar allgemein den Anspruch des Beschwerdeführers auf Leistungen der Invalidenversicherung ver
neint, ist aber materiell nicht auf den Anspruch auf Massnahmen der beruf
lichen Eingliederung eingegangen, sondern hat nur den Anspruch auf eine Invalidenrente geprüft (Urk. 2, insbesondere S. 1). Dies wäre jedoch - vor dem Hintergrund des
System
s
der leistungsspezifischen Invalidität (
vgl.
BGE 126 V 241 E. 4
) und da nach Art. 8 Abs. 1 IVG das Drohen einer Invalidität ausreichen kann - angezeigt gewesen, nachdem der Beschwerdeführer in seinem Einwand vom 19. Februar 2016 um Hilfe bei seiner beruflichen Eingliederung sowie um Integrationsmassnahmen ersucht hatte (Urk. 6/112/2, Urk. 6/112/12-13). In seiner Beschwerde beantragt der Beschwerdeführer weiterhin Eingliederungs
massnahmen (Urk. 1 S. 2 und S. 13-15). Die Gutachter gingen aufgrund der Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers, wonach er nicht arbeitsfähig sei, davon aus, berufliche Massnahmen seien aktuell nicht durchführbar (Urk. 6/93/37). Im weiteren Verlauf aber ersuchte der Beschwerdeführer um solche (Urk. 6/112/2, Urk. 6/112/12-13). Laut dem Bericht der F._ vom 25. Januar 2016 äusserte er spontan immer wieder den Wunsch nach beruf
lichen Massnahmen und schien hierzu sehr motiviert (Urk. 6/111/4). Zudem ist nachvollziehbar, dass sich der subjektive Eingliederungswillen vergrössert, wenn gestützt auf die erfolgte Begutachtung nicht mit einem Rentenanspruch gerechnet werden kann. Aufgrund dieser Umstände war das Gutachten betref
fend die Eingliederungsmotivation im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung nicht mehr hinreichend aktuell. Vielmehr wäre der sinngemässen Neuanmeldung zur beruflichen Eingliederung insoweit nachzukommen gewe
sen, dass der Anspruch erneut hätte geprüft werden müssen. Diesbezüglich ist die Beschwerde insofern gutzuheissen, als die Sache zur - nach dem im Vorbe
scheidverfahren erneut gestellten Gesuch unterlassenen - Prüfung des Anspruchs auf Eingliederungsmassnahmen an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen ist.
7.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von
L
eistungen
der Invalidenversicherung
. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und ermessensweise auf
Fr. 8
00.
--
anzusetzen.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zur weiteren
Abklärung und neuen Verfü
gung als Obsiegen (BGE 137 V 57 E.
2.2
).
Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens rechtfertigt es sich,
die Gerichtskosten dem Beschwerdeführer und
der Beschwerde
gegnerin je zur Hälfte aufzuerlegen, wobei die dem Beschwerdefüh
rer aufzuerlegende Hälfte der Gerichtskosten
zufolge der ihm gewährten unent
geltlichen Prozessführung
einstweilen auf die Gerichts
kasse zu nehmen
ist
;
dies unter Hinweis auf die Nach
zahlungspflicht gemäss
§
16
Abs.
4 de
s Gesetzes über das Sozialversiche
rungsgericht (GSVGer).