Decision ID: a36f79d8-d265-4f12-96d7-3e9d68b60151
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1977
,
arbeitete seit dem 1. Dezember 2001 als
Mitar
beiterin Empfang/
Rezeptionistin bei
der Z._
AG und
nachher bei
der
A._
AG
(
Urk.
11/
6/10
, Urk. 11/57
). Am
11. April 2008 (Eingangsdatum)
meldete sich die Versicherte
wegen eines Bandscheibenvorfalls und eines
femoro-acetabulä
ren
Impingements
der Hüfte rechts bei der Sozialversicherungsanstalt des Kan
tons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (Urk.
11
/2). Am 19. März 2009 teilte
die IV-Stelle
der Versicherten mit, dass keine beruflichen Einglie
derungsmassnahmen not
wendig seien, da ihr Arbeitsplatz
nicht gefährdet sei (Urk. 11
/21).
Per 3
1.
Dezember 2009
kündigte
die
A._
AG das Arbeits
verhältnis
mit der Versicherten
(
vgl.
Urk.
11/53/7).
In der Folge
gab
die IV-Stelle
bei
PD Dr. med. B._
, FMH Physikalische Me
dizin und Rehabilita
tion/
Rheumatologie, vom
Zentrum C._
ein
Gutachten in Auftrag, das dieser am
12. November 2012
erstattete
(Urk. 11
/53). Am 8. August 2013
teilte
sie
der Versi
cherten mit, dass zurzeit keine Eingliederungsmassnahmen möglich seien, da sie eine neue Therapie begonnen habe und ihr Gesundheitszusta
nd noch nicht stabil sei (Urk. 11
/59).
Mit Schrei
ben vom 1
2.
August 2012 auferlegte di
e IV-Stelle der Versicherten im Sinne der
Schadenminderungspflicht, sich einer medizinischen Massnahme (Stabilisie
rungs
training mit Stoffwechselübun
gen mit hohen Repetitionszahlen und relativ geringem Widerstand,
deep
fric
tion
im Bereich der Adduktore
n rechts und gege
benenfalls
Probeinfiltra
tion mit einem Anästhetikum im Bereich des
Grazilis
ansatzes
rechts sowie
Ree
valuation
der gesamten medikamentösen Therapie) zu unterziehen. Eine Über
prüfung dieser Massnahme werde im Rahmen der amtli
chen Revision pe
r Januar 2015 vorgenommen (Urk.
11/63).
Mit Verfügung
en
vom 6. Novem
ber 2013
sprach die IV-Stelle
der Versicherten
mit Wirkung ab dem 1. September
2008 gestützt auf einen Invalid
itätsgrad von 100 % eine ganze Rente und mit Wirkung ab dem 1. Januar 2010
bei einem ermittelten
Invalidi
tätsgrad von 59 %
eine halbe Rente zu (Urk. 11/73
-74
). Die dagegen von der Versicherten am
17. November 2013
erhobene Beschwerde (
Urk.
11/75/3
)
wies das Sozialversicherungsgericht mit Urteil IV.2013.01063 vom 2
3.
März 2015 (
Urk.
11/79
)
ab.
1.2
Im November 2018 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen ein Rentenrevisions
verfahren ein (
Urk.
11/87). Die IV-Stelle nahm medizinische und beruflich-erwerbliche Abklärungen vo
r und gab beim D._
in E._
ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag, das am 2
4.
Juni 2020 erstattet wurde (
Urk.
11/123).
Nach durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(Vor
bescheid vom
9.
Juli 2020, Urk.
11/127, und Einwand der Versicherten vom 1
7.
Augus
t respektive
2
8.
September 2020,
Urk.
11/134 und
Urk.
11/136) hob die IV-Stelle die Rente der Versicherten mit Verfügung vom 1
8.
Januar 2021 (
Urk.
2) per 2
8.
Februar 2021 auf.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 1
2.
Februar 2021 Beschwerde mit folgenden Anträgen (
Urk.
1):
1.
Die Verfügung vom 1
8.
Januar 2021 sei aufzuheben.
2.
Es sei der Versicherten weiterhin eine halbe
IV-
Rente zu
zu
sprechen.
3.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin.
4.
Es sei ein zweiter Schriftenwechsel anzuordnen.
5.
Die Prozesskosten seien der IV-Stelle aufzuerlegen.
6.
Eventualiter sei der Versicherten die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen.
Mit Eingabe vom 1
0.
März 2021 (
Urk.
8) reichte die Beschwerdeführerin die Berichte von
Dr.
med. F._
, FMH Physikalische Medizin und Reha
bilitation, vom 1
5.
Februar 2021 u
nd von med.
pract
. G._
, Facharzt Allgemeine Innere Medizin, vom 2
2.
Februar 2021 (
Urk.
9/1-2) nach.
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 2
2.
März 2021 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10).
Mit Verfügung vom 2
4.
März 2021
stellte das Gericht der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zu. Gleichzeitig hielt es fest, dass es die Anordnung eines weiteren Schriftenwechsels nicht als erfor
derlich erachte. Den Parteien bleibe es jedoch unbenommen, sich nochmals zur Sache zu äussern und weitere sachbezogene Unt
erlagen einzureichen (
Urk.
12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht
kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung (IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie
derungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeits
marktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkom
men ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestim
men lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
1.3
Die seit dem 1. Januar 2004 massgeblichen Rentenabstufungen geben bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.4
Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Renten
revision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei einer wesent
lichen
Änderung des Gesundheitszustand
s revidierbar. Weiter sind, auch bei an sich gleich gebliebenem Gesundheitszustand, veränderte Auswirkungen auf den Erwerbs- ode
r Aufgabenbereich von Bedeutung.
Hingegen ist die lediglich unter
schiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sachver
halts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3 mit Hin
weisen).
Im Rahmen der Frage, ob eine wesentliche Änderung des Gesundheitszustands vorliegt,
ist nicht die Diagnose massgebend, sondern in erster Linie der psycho
pathologische Befund und d
er Schweregrad der Symptomatik
(Urteil des Bundes
gerichts 9C_602/2016 vom 1
4.
Dezember 2016 E. 5.1
mit
Hinweisen). Eine revi
sionsbegründende Änderung kann nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts auch gegeben sein, wenn sich ein Leiden bei gleicher Diagnose in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat oder wenn es der versicherten Person gelungen ist, sich besser an das Leiden anzupassen (vgl. BGE
141 V 9 E. 2.3 und 6.3.2;
Urteile des Bundesgerichts 8C_339/2015 vom 25. August 2015 E. 3.1 und 9C_330/2014 vom 2
3.
Juli 2014 E. 5.2, je mit Hin
weisen).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in recht
licher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteil des Bun
desgerichts 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E. 2.3, je mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksic
htigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezial
ärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_77/2021 vom 20. April 2021 E. 3 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung damit,
dass seit der Begutachtung von
Dr.
B._
im November 2012 eine Verbesserung des Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin eingetreten sei.
Zwischen den sub
jektiv wahrgenommenen Beschwerden und den
objektivierbaren Befunden bestehe eine Diskrepanz.
Die Beschwerdeführerin habe einen geregelten Tages
ablauf und sei in ihrem Alltagsleben nicht sehr eingeschränkt.
Sie sei
drei Jahre
lang
in der Psychotherapie gewesen
und
habe
die empfohlenen physikalischen
Massnahmen umgesetzt
.
Diese Tatsache sei aus Sicht der Gutachter des
D._
der Grund, warum sich die
gesundheitliche Situation verbessert habe.
Seit spätestens Mai 2020
sei
die Beschwerdeführerin
in der
früheren
Tätigkeit am Emp
fang wieder zu 80
%
arbeitsfähig. In einer angepassten Tätigkeit bestehe ab diesem Zeitpunkt eine volle Arbeitsfähigkeit.
Bei der
A._
AG
habe die Beschwerdeführerin im Jahr 2008
ein Einkommen von
Fr.
64'132.--
erzielt
. Hochger
echnet auf das Jahr 2020 ergebe
dies ein
hypothetisches
Einkommen ohne gesundheitliche Einschrän
kung von
Fr.
70'909.4
0.
Mit
gesundheitlicher Einschränkung
hätte sie
in einer Hilfsarbeitertätigkeit in einem 100%-Pensum ein Einkommen von
Fr.
55'229.40 erzielen
können
. Die Erwerbseinbusse betrage daher
Fr.
15'680.-- und der Invaliditätsgrad 22
%
(
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber geltend, dass
der Vergleich der Gutachten von 2012 und 2020 zeige, dass
die D
iagnosen
und Befunde
unver
ändert geblieben seien
.
Die
Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) habe sogar ergeben, dass sich einige
der
arbeitsbezogene
n
Belastbarkeitswerte
ver
schlechtert
hätten
.
Es sei deshalb nicht nachvollziehbar, dass
die
Gutachter des
D._
nunmehr
von einer Arbeitsfähigkeit vo
n 80
%
in der bisherigen und
von
100
%
in ein
er angepassten Tätigkeit ausgehen würden
.
E
ntgegen deren
Darle
gungen
sei es
unzutreffend, dass die Beschwerdeführerin
einen
geregelten Tagesablauf habe,
im Alltagslebe
n nicht sehr eingeschränkt sei und das Schmerz
mittel Tramadol
nur
unregelmässig einnehme.
In der angefochtenen Verfügung sei die Be
schwerdegegnerin auf die
im Einwand vorgebrachten zentralen Aspekte zu ihrem Tagesablauf im Übrigen nicht eingegangen und habe damit das recht
liche Gehör verletzt. Sollte die unentgeltliche Prozessführung abgewiesen werden, habe die Beschwerdegegn
erin folglich unabhängig von einer
Gutheis
sung oder Abweisung der Beschwerde die V
erfahrenskosten zu tragen (
Urk.
1).
3.
3.1
3.1.1
Mit durch Urteil des Sozialversiche
rungsgerichts IV.
2013.01063 vom 2
3.
Mä
rz 2015 (
Urk.
11/79) bestätigten
Verfügung
en
vom 6. November 2013 (
Urk.
11/73
-74
) sprach die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab dem 1. September 2008 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100 % eine ganze Rente und mit Wirkung ab dem 1. Januar 2010
bei einem ermittelten
Invalidi
tätsgrad von
59 % eine halbe Rente zu. Diesen
Verfügung
en
lag im Wesentlichen das
C._
-Gutachten von
Dr.
B._
vom 1
2.
November 2012 zugrunde (
Urk.
11/53).
3.1.2
Dr.
B._
führte
in diesem
Gutachten folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf d
ie Arbeitsfähigkeit an
(Urk. 11
/53/8
):
(1)
im Vordergrund stehender, multifaktorieller Hüftschmerz rechts
-
nach wie vor Zeichen eines
Impingements
mit jedoch im Vordergrund
stehender
Psoas
- und
Grazilissymptomatik
-
i
m Rahmen einer generalisier
t
en Hypermobilität
-
Status nach Hüftarthroskopie mit Labrumresektion und Offsetkorrektur (Mai
2008)
-
S
tatus nach
Pso
assehnentenotomie
bei Status nach persistierendem
Psoas
springen (Juli 2009)
-
Differenzialdiagnose i
m Rahmen eines
lumbospondylogenen
Syndroms,
Stn
.
e
ndoskopischer Dekompression einer paramedianen Diskushernie L3/4 rechts
am 3
1.
Oktober 2007
(2)
chronisches
lumbospondylogenes
Syndrom
-
Status nach endoskopischer Dekompression einer paramedianen Diskushernie
L3/4 rechts am 3
1.
Oktober 2007
-
muskuläre Insuffizienz
-
Hyperlaxität
Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte Dr.
B._
nicht. Er gab an, dass der Beschwerdeführerin die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Empfangsdame seit Oktober 2009 - vier Monate nach Durchführung des letzten operativen Eingriffs - grundsätzlich wieder halbtags zumu
tbar sei. A
ufgrund der
spezifisch exponierten Position mit beschränkter Anpassung hin
sichtlich Wechselpositionierung, der Unterdrückung von strukturell nachvoll
ziehbaren Beschwerden und einer Funktionsstörung
sei
eine zusätzliche Leis
tungsminde
rung vo
n 10 % zu berücksichtigen
. Daraus folge medizinisch-theoretisch eine Arbeitsfähigkeit von 40 %. In einer leichten bis mittelschweren, wechselbelas
tenden Tätigkeit bestehe seit Oktober 2009 eine Ar
beits
fähigkeit von 50 % (Urk. 11
/53/9-10).
3.2
3.2.1
Anlässlich des vorliegenden Revisionsverfahrens äusserte
n sich die beteiligten
Ärztinnen und
Ärzte wie folgt:
3.2.2
Dr. med. H._
, Fachärztin für Rheumatologie, führte in ihrem Ver
laufsbericht vom 19. Dezember 2018 (Urk. 11/90) als Hauptdiagnose ein chroni
sches
Lumbovertebralsyndrom
beidseits mit
lumbospondylogenem
Syndrom rechts auf. Der Gesundheitszustand sei stationär; die Beschwerdeführerin habe einen chronischen Zustand erreicht.
Bei ihr (Dr. H._
) würden keine r
egelmässige
n
Kontrollen
stattfinden. Die aktuelle Kontrolle vom 19. Dezember 2018 sei wegen des IV-Formulars erfolgt, davor sei die Beschwerdeführerin letzt
mals am 22. August 2017 bei ihr gewesen.
3.2.3
Med.
pract
.
G._
führte in seinem Verlaufsbericht (Eingang 15. März 2019) als Diagnosen chronisches Schmerzsyndrom und Depression an. Eine Behandlung finde nur gelegentlich, bei Bedarf, und nur für hausärztliche Belange statt (Urk. 11/93).
3.2.4
Gemäss Austrittsbericht von Prof.
Dr.
med. I._
vom 5. November 2019 betreffend stationäre Behandlung vom 31. Oktober bis 2. November 2019 wurde bei der Beschwerdeführerin am 31. Oktober 2019 eine
Hemithyreoidekto
mie
rechts in Narkose durchgeführt, nachdem ein
papilläres
Schilddrüsenkarzi
nom rechts 9.0 mm und ein follikuläres Adenom rechts von 1.5 cm diagnostiziert worden war. Der intra- und postoperative Verlauf sei problemlos gewesen. Das NIFTP Adenom der Schilddrüse rechts brauche keine weitere Behandlung. Be
züg
lich
des
papillären
Schilddrüsenkarzinoms von 9.0 mm Durchmesser reiche die
Hemithyreoidektomie
. Eine Kontrolle beim Operateur erfolge eine Woche post
operativ, eine TSH-Kontrolle in zwei M
onaten (Urk. 11/106).
In seinem Bericht an die Beschwerdegegnerin vom 13. Januar 2020 hielt Dr.
I._
fest, es habe postoperativ lediglich zwei Wochen eine Arbeitsunfä
higkeit bestanden. Die Krankheit habe keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Die nächste Kontrolle erfolge bei ihm im Juni 2020 (Urk. 11/109/3).
3.2.
5
Die
Sachverständigen
des
D._
stellten im interdisziplinären Gutachten vom 2
4.
Juni 2020 folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit;
Urk.
11/123/8):
(
1
)
c
hronisches
lumbospondylogenes
Syndrom
-
mit
Osteochondrose
L2/3 mit ventral beto
nter
Spondylosis
sowie mä
ssigen
Spon
-
dylarthrosen
L3/4, L4/5, L5/S1
(2)
Zustand nach Diskushernie L3/4 mit
Duralsack-Kompression am 3
1.
J
uli
2006 mit
Durchführung einer
transforaminalen
, endoskopischen Diskusdekompression L3/4
von
rechts am 3
1.
Oktober 2007 mit möglicher
residuell
er
Radikulopathie
L3 rechts
(3)
h
ypermobilitätsbedingtes
femoro-acetabuläres
Impingement
rechts
-
bei
Coxa
profunda
, ventral etwas vermindertem Offset, mit Degeneration der
lliopsoassehne
und Verdacht auf Partialruptur
-
mit Hüftarthroskopie rechts zur
Labrumrefixation
und
Limbusresektion
am
15.
Mai
2008 und erneuter Hüftarthroskopie zur
Psoassehnen
-Tenoto
mie sowie
Offset-Assessment am
1.
Juli
2009
-
anamnestisch generalisierte Hypermobili
tät,
Beighton
Score aktuell 2/9
-
Hyperlaxität
Als
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit)
nann
ten die Ärzte des
D._
(
Urk.
11/123/8):
(1)
m
yofasziale
Dysbalancen
(2)
p
api
lläres
Schilddrüsencarcinom
(Oktober
2019)
-
Zustand nach
Hemi
thyreoidektomie
rechts am 3
1.
Oktober
2019
(3)
NIFTP-Schilddrüsenad
enom rechts (Mitentfernung im Rahmen
der
Hemithyreoid
ektomie
)
Die
Sachverständigen
des
D._
gaben an,
dass
sich lediglich aus rheumato
logischer Sicht funktionelle Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ergäben.
Die
rheumatologischen
Diagnosen
seien
im Vergleich zur Begutachtung bei
Dr.
B._
im Jahr 2012 unverändert. Bezüglich der körperlichen Befunde und des objektiv zu er
hebenden Gesundheitszustands habe sich somatisch-funktionell
aber
eine Verbesserung entwickelt
. Dies habe im Rahmen der EFL und der rheu
matologischen Untersuchung objektiviert werden können. In
der bisherigen Tätigkeit
sei die Beschwerdeführerin zu 80
%
arbeitsfähig
(8,5 Stunden/Tag mit
um
20
%
reduziertem Rendement).
In einer leidensangepassten Tätigkeit sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben.
Zumutbar sei grundsätzlich eine leicht-mittelschwere, wechselbelastende Tätigke
it ohne repetitives Tragen/Heben
von
Lasten. Das Gewichtslimit sei
15 kg. Selten sei auch ein Gewichtselement von 17,5 kg zumutbar. Nicht zumutbar sei langandauerndes Arbeiten in Wirbelsäu
lenzwangshaltungen bzw. in ergonomisch ungünstiger Haltung. Die Möglichkeit zur selbstgewählten Wechselpositionierung sollte gegeben sein. Selten möglich sei das vorgeneigte Stehen. Manchmal möglich sei vorgeneigtes Sitzen, Stossen, Knien, Ste
hen an Ort, längeres Sitzen
und
Stehen an Ort
sowie
Leitersteigen. Oft möglich sei das abwechselnde Stehen/Gehen sowie Gehen
. Die aktuelle Einschät
zung der Arbeitsfähigkeit
gelte grundsätzlich ab
Mai 202
0.
Zwischen dem 3
1.
Oktober
2019
und maximal Ende November 2019 sei eine passagere Aufhe
bung der Arbeitsfähigkeit wegen der Operation des Schilddrüsenkarzinoms nach
vollziehbar
(
Urk.
11/123/9-13
).
3.2.
6
Dr.
F._
hielt
im
an die Beschwerdeführerin gerichteten
Bericht vom 15.
Februar 2021 fest
, dass
die
MRT
-Untersuchung
der Lendenwirbelsäule (LWS) vom
4.
Februar 2021 eine
neuroforaminale
Enge L
4-5 rechts und
Signalgebun
gen
der
Fazette
L4-5 rechts
zeige
. Eine
radikuläre
Reizung L4 rechts
in stehender
Position
sei
denkbar.
Im
Arthro
-MRT
der
Hüfte rechts vom
4.
F
ebruar 2021 seien
ein Kapselleck und eine ausgiebige Kontrastmitteldarstellung im
Musculus
Psoas
bis weit in den
intraabdominellen
Verlauf
ersichtlich
.
Im Vergleich zur
Bild
gebung
von 2011 bestehe
eine progrediente
Signalgebung
im
Musculus
Psoas
. Selbstverständlich sei keine Aussage zur EFL möglich. Eine weiterführende klinische Beurteilung der Hüfte rechts werd
e gemeinsam mit Dr. K._
, Ortho
pädie FMH L._
, am 8. März 2021 erfolgen
(
Urk.
9/1).
3.2.
7
Med.
pract
. G._
erklärte im an die Beschwerdeführerin gerichteten Bericht vom 2
2.
Februar 2021, dass der Krankheitsverlauf von 2016 (Behandlungsbeginn bei ihm) bis 2020 stabil gewesen sei. Eine Verbesserung habe es kaum gegeben. Es sei regelmässig zu
Schmerzexazerbationen
gekommen, welche neben der Schmerztherapie mit Tramadol zusätzliche Analgetika zum Brechen der Schmerz
spitzen nötig gemacht hätten. Innerhalb des letzten Jahres habe sich eine perma
nente Verschlechterung der Situation mit häufigeren
Schmerzexazerbationen
gezeigt. Dazu
beigetragen
habe sicher auch die Corona-Pand
emie mit
Lockdown
, was die therapeutischen Sportaktivitäten stark eingeschränkt habe. Ebenso mache sich eine stärkere psychische Belastung bemerkbar. In der Langzeitbeur
teilung der letzten fünf Jahre sei somit eher eine Zunahme und Verschlechterung der Beschwerden festzustellen (
Urk.
9/2).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung in medizi
nischer Hinsicht im Wesentlichen auf das interdisziplinäre Guta
chten des
D._
vom 2
4.
Juni 2020
(
Urk.
11/123).
4.2
Das Gutachten des
D._
basiert auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen (internistisch, rheumatologisch und psychiatrisch) und wurde in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben. Die
Gutachter des
D._
haben detaillierte Befunde erhoben, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der Beschwerdeführerin auseinander
gesetzt. Zudem haben sie die medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtend dargelegt. Das genannte Gutachten erfüllt demnach grundsätzlich die rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige ärztliche Ent
s
cheidungsgrundlage (vgl. E. 1.5
).
Unbestritten sind das internistische sowie das psychiatrische Teilgutachten, wonach keine Gesundheitsbeeinträchtigungen mit Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit
vorliegen.
4.3
Dr.
med. J._
, Fachärztin für Rheumatologie, legte in ihrem Teilgutachten vom 1
2.
Juni 2020 dar, dass die Beschwerdeführerin in ihrem Alltagsleben nicht sehr eingeschränkt erscheine. S
ie kümmere sich um ihren Hund
, pflege regel
mässig soziale Kontakte (primär innerfamiliär), nutze das Internet, sehe fern, lese gerne und erledige die einfacheren Haushaltsarbeiten selbst.
Lediglich die gröbe
ren Haushaltsarbeiten würden abgegeben.
Dies sei erfreulich und sicher als posi
tive Ressource zu werten
, relativiere jedoch den Leidensdruck
. Die Beschwerde
führerin gebe an, dass sie über etwa drei Jahre eine Psychotherapie absolviert und gelernt habe, den Schmerz zu akzeptieren und damit zu leben. Zugleich beklage sie invalidisierende S
chmerzen
, die sie im Berufs- und Privatleben einschränken würden
. Die
Medikamenteneinnahme
erfolge allerdings
nicht konstant, sondern bedarfsweise. Um einen effektiven Wirkspiegel erreichen zu können, müss
t
e ein Medikament regelmässig eingenommen werden. Dies gelte für Tramadol genauso wie für
Dafalgan
. Gemäss den aktuellen Spiegelmessungen würden sowohl die Metaboliten für Tramadol als auch für
Dafalgan
unterhalb des Referenzwertes liegen. Diese
s
Einnahmeverhalten sei nicht mit den als invali
disierend angegebenen Beschwerden stimmig. Bei der körperlichen Untersu
chung zeige sich, dass das Achsenorgan gut beweglich sei. Die Funktions
schmerz
angaben würden sich durchwegs auf den lumbalen Bereich konzentrie
ren. Die kleinen und grossen Gelenke seien beidseits frei beweglich und ohne wesentliche Funktionsschmerzangabe, mit Ausnahme der rechten Hüfte. Die seitenverglei
chende Umfangmessung ergebe keine pathologische Differenz, so dass die länger
fristige Schonung eines Armes oder Beines mit überwiegender Wahr
schein
lichkeit ausgeschlossen werden könne. Es bestehe kein Hinweis auf eine
neuroradikuläre
Symptomatik. Sensomotorische Defizite würden sich bei der kör
perlichen Untersuchung nicht zeigen
. Keines der Gelenke weise eine
Rötung, Über
wärmung, Ergussbildung oder Kapselschwellung auf.
Myofasziale
Dysba
lancen
würden sich am rechten Unterarm objektivieren lassen. Die aktuellen Laborwerte würden keine entzündliche Aktivität zeigen (BSG, CRP). Das Muskel
enzym CK liege im Normbereich. Es bestünden aktuell – entgegen früherer Beur
teilung
en
– keine
myostatische
Insuffizienz und keine muskuläre
D
ekonditionie
rung
. In den aktuell durchgeführten radiologischen Bildgebungen und in den aktenanamnestisch vorliegenden kernspintomographischen Untersuchungen würden sich im Bereich der
LWS
degenerativ bedingte Strukturveränderungen
zeigen. D
ie
bildmorphologischen Veränderungen würden nicht über das alters
entsprechende Mass hinausgehen und seien nicht dazu geeignet, die von der Beschwerdeführerin als invalidisierend
beschriebenen
Schmerzen und vor allem auch deren Ausmass in ausreichendem Masse zu
erklären
. Die tiefe Selbstein
schätzung (gemäss PACT-Score) lasse sich somatisch nicht erklären und sei auf
grund der objektivierbaren klinischen und radiologischen B
efunde
nicht zu begründen
(
Urk.
11/123/42-43)
.
Wie sich unter anderem im Rahmen der EFL habe feststellen lassen, sei
en
die
aktuelle
Arbeitsplatzbeschreibung und
jene
vor
ca. acht Jahren beim
C._
sehr unterschiedlich ausgefallen. 2012 sei die bisherige Tätigkeit
als Empfangsdame bei der
A._
AG
mit einer Gewichtsbelas
tung mit selten bis 20 kg beschrieben worden.
Nach den aktuellen
A
ngaben
der Beschwerdeführerin habe diese Tätigkeit
jedoch
einer leichten Arbeit (Klassifika
tion nach Belastung)
entsprochen, zumal
sie
lediglich
Gewichte bis maximal 5
kg habe heben und tragen müssen. Das heisse, dass die Beurteilungsgrundlage für die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit im
C._
-
Gutachten von 2012 nicht dem effektiven Tätigkeitsprofil entsprochen habe
(
Urk.
11/123/44)
.
Das
von D
r.
B._
attestierte tiefe Pensum von 50
%
in adaptierter Tätigkeit lasse sich
spekulativ nur mit dem damals nicht behandelten Schm
erzsyndrom erklären (
Urk.
11/123/
4
5
).
D
ie
auferlegte Schadenminderungspflicht habe die Beschwer
def
ührerin vollumfänglich erfüllt, indem sie drei Jahre
lang eine Psychotherapie absolviert und die empfohlenen
physikalischen
Massnahmen umgesetzt
habe
. Dies dürfte der Grund für den heute objektivierbar gebesserten
funktionellen
Gesund
heitszustand sein (
Urk.
11/123/50).
Die
Sachverständigen
des
D._
kamen im Rahmen der interdisziplinären Gesamtbeurteilung zum Schluss, dass der Beschwerdeführerin die bisherige Tätigkeit seit Mai 2020 wieder in einem
80
%
-Pensum
und eine angepasste Tätigkeit in einem 100%-Pensum zumutbar sei (
Urk.
11/123/11).
4.4
Diese Beurteilung der
Sachverständigen
des
D._
, welche
ein detailliertes Belastungsprofil erstellt haben
und welcher ei
ne ausführliche EFL zugrunde liegt
, ist angesichts der genannten Befunde und der dazugehörigen Erläuterungen
plausibel und einleuchtend.
Die
Sachverständigen
haben
zwar
im Wesentlichen
dieselben Diagnosen gestellt wie
Dr.
B._
im
C._
-Gutachten vom 1
2.
No
vember 2012 (
Urk.
11/53)
.
Nach ihren
überzeugenden Darlegungen ist es der Beschwer
deführerin zwischenzeitlich jedoch
gelungen, sich
dank
der durchge
führten Therapien
besser
an
die
Hüft-
und LWS-
Beschwerden
anzupassen
und
zu gewöhnen
.
Anhaltspunkte dafür, dass die Aussage von
Dr.
J._
, wonach die S
pie
gelmessungen der
Metaboliten für Tramadol und
Dafalgan
unterhalb des Refe
renzwertes liegen würden, falsch sein könnte, liegen nicht vor.
Es besteht
daher kein Grund, die Laboruntersuchungen zu wiederholen.
Dass im Rahmen
der
EFL
von Mai 2020
in vereinzelten Bereichen schlechtere
Belastbarkeitswerte
resul
tierten als noch bei der EFL
von Juli 2012
(Heben Boden zu Taillenhöhe 12,5 statt 17,5;
Heben horizontal 17,5 statt 20;
Tragen rechte Hand 12,5 statt 17,5; Arbeit über Schulterhöhe 186 statt 300; vorgeneigtes Stehen und Sitzen
106 bzw. 75
statt 300
)
ist zwar zutreffend. A
ndere
Belastbarkeitswerte
in
der EFL von Mai 2020
waren jedoch
besser als noch
im
Juli 2012 (Tragen linke Hand 12,5 statt 7
,5; Handkraft links 32 statt 29).
Zudem waren
insbesondere auch
die
Rotation im Stehen
(Referenzwert 30 Rep.)
, das
lange
Sitzen
(
Referenzwert
90 Min.)
sowie
das
lange
Stehen und Gehen
(
Referenzwert
90 Min.)
wieder möglich. Diese
Tests
hatten
im Juli 2012 nicht
durchgeführt
werden
können
(vgl.
Urk.
11/53/20-21 und
Urk.
11/123/84
-85
)
.
Wie sich aus den nachvollziehbaren
Erklärungen
im Bericht zur EFL
vom Mai 2020
(Urk.
11/123/
78-79
) ergibt, ist der
Beschwerde
führerin aufgrund
der
beobachteten Belastbarkeit eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit grundsätzlich wieder möglich.
Zum üblichen Tagesablauf wurde die Beschwerdeführerin von
Dr.
J._
im Rahmen der Begutachtung ausführlich befragt, wobei deren Antworten detailliert wiedergegeben wurden. Auch hier liegen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass diese Angaben falsch sein könnten (
vgl.
U
rk.
11/123/31-32).
Die Ergebnisse der im Bericht von
Dr.
F._
vom 1
5.
Februar 2021 genann
ten MRT der LWS und des
Arthro
-MRT der Hüfte rechts, beide von Februar 2021
(vgl.
E. 3.2.
6
)
, vermögen die Beurteilung der
Sachverständigen
des
D._
sodann
nicht in Zweifel zu ziehen. Dies vor dem Hintergrund, dass im Rahmen der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einer klinischen Untersuchung –
Dr.
J._
hat vorliegend
eine sehr eingehende Untersuchung durchgeführt
(vgl.
Urk.
11/
123/
33
-
36
)
–
grösseres Gewicht zukommt als der bildgebenden Diagnos
tik allein.
Dass die
von
Dr.
F._
in Aussicht gestellte
klinische Beurteilung d
er rechten Hüfte durch Dr. K._
vom 8. März 2021
wichtige
neue
Aspekte
ergeben hätte
, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt
geblieben sind
(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_737/2019 vom 19. Juli 2020 E. 5.1.4 mit Hinwei
sen)
, macht die Beschwerdeführerin
denn auch
weder
geltend
noch hat sie ent
sprechende Berichte vorgelegt
.
Schliesslich
kann die Beschwerdeführerin auch aus dem Bericht von med.
pr
act
. G._
vom 2
2.
Februar 2021 (vgl. E. 3.2.
7
)
, in
welchem dieser im Wesentlichen einzig
erklärte, dass sich die
Schmerzexazerbationen
im vergangenen Jahr
–
auch aufgrund der
durch die
Corona-Pandemie bedingten
Einschränkung
en
der
thera
peutischen
Sportaktivitäten
–
gehäuft hätten,
nichts zu ihren Gunsten ableiten.
Auf die Beurteilung der
Gutachterinnen und
Gutachter
des
D._
kann somit abgestellt werden.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich
die eingeschränkte
Leistungsfähigkeit der Beschwerde
führerin in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt.
5.2
Die Beschwerdegegnerin ermittelte
im Rahmen des für das Jahr 2020
vorzuneh
menden Einkommensvergleichs
ausgehend vom
Einkommen, das die Beschwer
deführerin bei der
A._
AG
im Jahr 2008 erzielte, ein
Validenein
kommen
von
Fr.
70'909.40 und
gestützt auf die Tabellenlöhne gemäss der Schweize
rischen Lohnstrukturer
hebung (LSE 2018
)
ein Inva
lideneinkommen von Fr
. 55'229.40 (Urk. 2 und Urk. 11/125/1-2
).
Die Grundlagen dieses
Einkommensvergleichs
hat die Beschwerdeführerin
nicht in Zweifel gezogen (vgl. Urk. 1). Für eine nähere Überprüfung von Amtes wegen besteht kein
Anlass
(BGE 125 V 413 E. 1b und E. 2c).
5.3
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
70'909.40
und einem Invalideneinkommen von Fr.
55'229.40
resultiert ei
ne Erwerbseinbusse von
Fr.
15'680.--
und damit ein nicht
mehr
rentenbegründender Invaliditätsgrad von
22
% (Fr.
15'680.
-- :
Fr. 70'909.40
).
6.
Die angefochtene Verfügung vom 1
8.
Januar 2021 (Urk. 2), mit welcher die Rente der Beschwerdeführerin per 28. Februar 2021 aufgehoben wurde, erweist sich damit als rechtens. Die Beschwerde ist deshalb abzuweisen.
7.
7.1
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrens
aufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und auf Fr. 700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Die
Beschwerdegegnerin
ist
in den Erwägungen der angefochtenen Verfügung vom 1
8.
Januar 2021 (
Urk.
2) auf
die wesentl
ichen Vorbringen
im Einwand
vom 2
8.
September 2020 (
Urk.
11/136
) eingegangen
, weshalb
eine Verletzung des rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführerin
zu verneinen
ist
. Die von ihr
infolge
der geltend gemachten Gehörsverletzung beantragte Kostenauferlegung zulasten der Beschwerdegegnerin fällt daher
von vornherein
ausser Betracht.
7.2
Einer Partei, der die nötigen Mittel fehlen und deren Begehren nicht aussichtslos erscheint, wird in kostenpflichtigen Verfahren auf Gesuch die Bezahlung von Verfahrenskosten und Kostenvorschüssen erlassen (
§
16
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
)
.
Der vorliegende Prozess kann nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden. Des Weiteren ist die Beschw
erdeführerin bedürftig (Urk.
6-7). Antrags
gemäss (Urk. 1
)
ist ihr daher die
unentgeltliche
Prozessführung zu bewilligen. Die der Beschwerdeführerin auferlegten Gerichtskosten sind demnach einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.
7.3
Eine Partei, der die
unentgeltliche
Rechtspflege bewilligt wurde, ist zur Nachzah
lung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (§ 16 Abs.
4 Satz 1
GSVGer
).
Das Gericht
beschliesst:
In Bewilligung des Gesuches vom 1
2.
Februar 2021 wird der Beschwerdeführerin die unent
ge
ltliche Prozessführung gewährt
,
und
erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt,
jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Gerichts
kasse genommen. Die Beschwerdeführerin wird auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Pro
Infirmis
Zürich
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4
.