Decision ID: fd2ae84f-9e9b-489f-8fca-8d0532fe479f
Year: 2008
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
T._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Fiechter, Poststrasse 6, Postfach 239,
9443 Widnau,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
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betreffend
Rente (Nichteintreten)
Sachverhalt:
A.
A.a T._, geboren 1971, beantragte wegen eines Rückenleidens am 1. Juni 2001
erstmals eine Rente (act. G 4.1/1). Mit Verfügung vom 28. Mai 2002 wies die IV-Stelle
das Leistungsgesuch ab (act. G 4.1/34). Diese Verfügung wurde vom kantonalen
Versicherungsgericht mit Urteil vom 1. Mai 2003 bestätigt (act. G 4.1/41).
A.b Am 28. Mai 2003 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von IV-
Leistungen an (act. G 4.1/42). Die IV-Stelle trat mangels glaubhaft gemachter
Veränderung mit Verfügung vom 11. Dezember 2003 nicht auf das Leistungsbegehren
ein (act. G 4.1/49). Diese Verfügung wurde im Einspracheverfahren (act. G 4.1/57), im
kantonalen Beschwerdeverfahren (act. G 4.1/63) und zuletzt vom Eidgenössischen
Versicherungsgericht mit Urteil vom 17. Februar 2005, I 781/04, (act. G 4.1/69)
bestätigt.
A.c Mit Verfügung vom 15. August 2005 (act. G 4.1/80) trat die IV-Stelle auf eine
erneute Neuanmeldung des Versicherten vom 20. April 2005 (act. G 4.1/72) nicht ein.
Diese Verfügung wurde mit Einspracheentscheid vom 12. Januar 2006 bestätigt (act. G
4.1/95).
A.d Am 10. Januar 2007 liess der Versicherte eine weitere Neuanmeldung zum Bezug
von IV-Leistungen vom 30. März 2006 einreichen. Beigelegt waren ein
Untersuchungsbericht des Instituts für Radiologie am Kantonsspital St. Gallen (KSSG)
vom 23. Februar 2006 sowie ein Arztbericht von Dr. A._ (orthopädische Chirurgie und
Traumatologie des Bewegungsapparates FMH) vom 23. März 2006 (act. G 4.1/100 -
102). Auf entsprechende Aufforderung hin reichte der Versicherte am 31. Januar 2007
eine ärztliche Bestätigung seines Hausarztes, Dr. med. B._, vom 22. Januar 2007
nach (act. G 4.1/106 und 107).
B.
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B.a Im Bericht des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 2. Mai 2007 kam Dr.
med. C._, Allgemeinmedizin FMH, zum Schluss, dass seit 1999 radiologisch
gleichbleibende Befunde bestünden. Es gebe keine Hinweise auf einen anhaltenden,
arbeitsfähigkeitsrelevanten Gesundheitsschaden und insbesondere nicht auf eine
objektivierbare Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit Mitte 2005 (act. G
4.1/110).
B.b Mit Vorbescheid vom 14. Mai 2007 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, dass auf das neue Leistungsbegehren nicht eingetreten werde (act. G
4.1/119.5).
B.c Im dagegen erhobenen Einwand vom 14. Juni 2007 beantragte der Versicherte,
dass auf das Gesuch um Rentenleistung "vom 12. Januar 2007" einzutreten sei, da
sich sein Gesundheitszustand erheblich verschlechtert habe. Zum Beweis berief sich
der Versicherte auf die eingereichten Arztberichte vom 23. Februar 2006 und 23. März
2006. Wie der Hausarzt Dr. med. B._ mit Arztbericht vom 10. Juni 2007 empfehle, sei
zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit eine fachärztliche Abklärung nötig (act. G 4.1/119.1
ff.).
B.d Nachdem der RAD-Arzt Dr. med. C._ am 20. Juni 2007 berichtete, es seien keine
neuen medizinischen Fakten genannt worden (act. G 4.1/120), verfügte die IV-Stelle am
21. Juni 2007, dass auf das neue Leistungsbegehren nicht eingetreten werde (act. G
4.1/122.1).
C.
C.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegend zu beurteilende Beschwerde
vom 23. August 2007. Der Beschwerdeführer beantragt unter Kosten- und
Entschädigungsfolge deren Aufhebung und die Zusprache von mindestens einer
halben Rente sowie die Einholung eines neurochirurgischen Gutachtens. Eventualiter
sei die Angelegenheit zwecks Prüfung der Rentenfrage an die Vorinstanz
zurückzuweisen. Des Weiteren ersucht er um Bewilligung der unentgeltlichen
Prozessführung. Im Wesentlichen macht er geltend, aufgrund der eingereichten
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Arztberichte sei glaubhaft gemacht, dass sich sein Gesundheitszustand verschlechtert
habe (act. G 1).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 19. September
2007 die Beschwerdeabweisung. Eine relevante gesundheitliche Veränderung seit dem
28. Mai 2002 sei nicht ausgewiesen (act. G 4).
C.c Die Verfahrensleitung des Versicherungsgerichts bewilligt am 4. Oktober 2007 das
Gesuch um unentgeltliche Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten und
unentgeltliche Rechtsverbeiständung; act. G 6).
C.d Am 5. November 2007 verzichtet der Beschwerdeführer sinngemäss auf die
Einreichung einer Replik (act. G 8).

Erwägungen:
1.
Gegenstand dieses Verfahrens ist die Widereintretensverfügung vom 21. Juni 2007.
Wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort zu Recht geltend macht,
beschränkt sich die Prüfungsbefugnis des Gerichts auf die Frage, ob die IV-Stelle auf
die Neuanmeldung des Beschwerdeführers vom 30. März 2006/10. Januar 2007 hätte
eintreten müssen. Soweit die Anträge des Beschwerdeführers darüber hinausgehen
(Zusprache einer Rente, bzw. Einholung eines neurochirurgischen Gutachtens), ist
darauf nicht einzutreten.
2.
2.1 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, wird eine
neue Anmeldung nach Art. 87 Abs. 4 der Verordnung über die Invalidenversicherung
(IVV; SR 831.201) nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 3 erfüllt sind.
Danach ist von der versicherten Person im Gesuch glaubhaft zu machen, dass sich der
Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Die
Frage, ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad
erheblichen Tatsachen eingetreten sein könnte, beurteilt sich durch den Vergleich des
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Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der ersten Ablehnungsverfügung (bzw. bei mehreren
Ablehnungen seit der letzten unangefochten gebliebenen Ablehnung des
Leistungsgesuchs) bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der streitigen neuen
Verfügung (BGE 130 V 73 E. 3.1). Tritt die Verwaltung (nach erfolgter
Glaubhaftmachung) auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell
abzuklären und zu prüfen, ob nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu
bejahen sei (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG: seit 1. Januar
2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 20. April 2005 i.S. M., I
797/04, E. 1.2). Die behördliche und richterliche Abklärungspflicht umfasst nicht
unbesehen alles, was von einer Partei behauptet wird. Vielmehr bezieht sie sich auf den
im Rahmen des streitigen Rechtsverhältnisses rechtserheblichen Sachverhalt.
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den
streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben
Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte zusätzliche Abklärungen nur
dann vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus
den Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (vgl. BGE 110 V 53
E. 4a).
2.2 Nach Eingang der Neuanmeldung ist die Verwaltung zunächst zur Prüfung
verpflichtet, ob die versicherte Person die genannte Veränderung glaubhaft dargelegt
hat. Verneint sie dies, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch
Nichteintreten. Nach der Rechtsprechung ist unter Glaubhaftmachung im Sinn von Art.
87 Abs. 3 IVV kein Beweis nach dem im Sozialversicherungsrecht allgemein
massgebenden Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 121 V 47 E. 2a) zu
verstehen. Dem Zweck der Eintretenshürde von Art. 87 Abs. 3 IVV gemäss muss es
sich bei der Glaubhaftmachung um eine deutlich reduzierte Beweisanforderung
handeln. Es genügt, dass für den geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstand
wenigstens gewisse Anhaltspunkte bestehen, auch wenn durchaus noch mit der
Möglichkeit zu rechnen ist, dass eine eingehende Sachverhaltsabklärung die
behauptete Veränderung nicht bestätigen wird. Bei der Prüfung der
Eintretensvoraussetzung der glaubhaft gemachten Sachverhaltsänderung
berücksichtigt die Verwaltung – oder im Beschwerdefall das Gericht –, ob die frühere
Verfügung nur kürzere oder schon längere Zeit zurückliegt. Liegt die frühere Verfügung
mehr als 10 Monate zurück, so sind gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung an die
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Glaubhaftmachung neuer Tatsachen keine allzu hohen Anforderungen zu stellen (Urteil
des EVG vom 18. Februar 2003 i.S. S., I 460/01, E. 4.1 mit Hinweisen, vgl. SVR 2003 IV
Nr. 25 E. 2.2 mit Hinweisen, Urteil des Bundesgerichtes 9C_688/2007 vom 22. Januar
2008). Der blosse Zeitablauf für sich alleine genügt jedoch nicht zur Glaubhaftmachung
einer relevanten Tatsachenänderung (Urteil des EVG vom 9. August 2000 i.S. M., I
707/99, E. 5b/aa). Die Glaubhaftmachung einer wesentlichen Veränderung des
Gesundheitszustandes kann selbst ohne Befundänderung gelingen. Als Indiz dafür,
eine relevante, nachträgliche Veränderung als wenigstens im oben genannten Sinn
glaubhaft erscheinen zu lassen, muss eine erhebliche Differenz in der
Arbeitsfähigkeitsschätzung selbst für sich allein genügen (auf dem Internet publiziertes
Urteil des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 16. Mai 2007, IV 2007/54, E. 1d f. mit
Hinweisen). Dabei ist nicht auf die subjektive Einschätzung der versicherten Person
abzustellen, die sich aufgrund der bestehenden Beschwerden ausser Stande erachtet,
noch einer Erwerbsfähigkeit nachzugehen. Massgebend ist die Beurteilung der zu Rate
gezogenen Ärzte und deren objektive Beurteilung aufgrund der erhobenen Befunde
und der gestellten Diagnosen, wenn diese nachvollziehbar ist und zu überzeugen
vermag (vgl. Urteil des Versicherungsgerichts St. Gallen vom 5. Dezember 2005, IV
2005/46, E. 1b).
3.
3.1 Im vorliegend zu beurteilenden Fall hat die Beschwerdegegnerin nicht den
Sachverhalt der letzten rechtskräftigen, materiell rentenverweigernden Verfügung vom
28. Mai 2002 (act. 4.1/34) mit der hier zu beurteilenden neuen Verfügung vom 21. Juni
2007 (act. G 4.1/122) verglichen. Die Beschwerdegegnerin begründete die
angefochtene Nichteintretensverfügung vielmehr ausdrücklich damit, dass der
massgebliche Referenzzeitpunkt das Datum des Einspracheentscheids vom 12. Januar
2006 sei und dass eine tatsächliche Veränderung seit diesem Zeitpunkt nicht glaubhaft
gemacht worden sei (act. G 4.1/122). Gegenstand dieses Einspracheentscheids bildete
aber die Nichteintretensverfügung vom 15. August 2005, mithin keine materiell
rentenverweigernde Verfügung (act. G 4.1/94). Die der angefochtenen Verfügung vom
21. Juni 2007 zugrunde gelegte Stellungnahme des RAD bezieht sich zwar auch auf
Mitte August 2005. Indessen wird aus dieser Stellungnahme vom 2. Mai 2007
ersichtlich, dass er die ganze zurückliegende Zeit im Blickfeld hat und die neu
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vorliegenden Arztberichte von Dr. B._ vom 22. Januar 2007 und von Dr. A._ vom
23. März 2006 umfassend prüft (act. G 4.1/110). Von daher kann nicht von einem
inhaltlichen Mangel der Widereintretensverfügung ausgegangen werden, wie auch der
Beschwerdeführer nicht geltend macht. Im Übrigen hat die Beschwerdegegnerin in der
Beschwerdeantwort korrigierend ausgeführt, zu prüfen sei, ob seit der letzten
materiellen Prüfung (28. Mai 2002) eine relevante Änderung des Gesundheitszustandes
glaubhaft gemacht worden sei. Der genannte Mangel wird grundsätzlich nicht durch
die Beschwerdeantwort vom 19. September 2007 beseitigt. Zum einen berücksichtigt
die – äusserst kurz begründete – Beschwerdeantwort nur einzelne der vom
Beschwerdeführer seit dem 28. Mai 2002 eingereichten medizinischen Akten, zum
andern wurde sie nicht – zumindest nicht aktenkundig – mit einer medizinischen
Fachperson erarbeitet (act. G 4). Dies scheint aber grundsätzlich geboten, wie auch die
Beschwerdegegnerin in ihrer Stellungnahme vom 5. September 2007 selbst anerkennt
(act. G 4.1/133). Von einer Rückweisung zur gehörigen Prüfung der strittigen
Neuanmeldung wird aber vorliegend ausnahmsweise abgesehen, da sie zu einem
formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit
dem Interesse der versicherten Person an einer möglichst beförderlichen Beurteilung
ihres Anspruchs nicht zu vereinbaren sind.
3.2 Zu prüfen ist daher die Frage, ob der Beschwerdeführer glaubhaft dargelegt hatte,
dass sich seit der einen Anspruch ablehnenden Verfügung vom 28. Mai 2002 (act. G
4.1/34) bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 21. Juni 2007 (act. G
4.1/122) der massgebliche medizinische Sachverhalt in einer für den Rentenanspruch
so erheblichen Weise geändert hat, dass die Beschwerdegegnerin auf die am 10.
Januar 2007 eingereichten Neuanmeldung (act. G 4.1/100 und 101) hätte eintreten
müssen.
3.3 Bis zur abweisenden Verfügung vom 28. Mai 2002 (act. G 4.1/34) besteht folgende
medizinische Aktenlage:
3.3.1 Die Ärzte der Klinik für Neurochirurgie des KSSG diagnostizierten im Bericht vom
28. Juni 1999 eine Spinalkanalstenose L4/5 mit beidseitiger Wurzelreizsymptomatik L5.
Sie stellten u.a. folgende radiologischen Befunde: eine mediane kleinvolumige
subligamentäre Diskushernie 4/5, eine breitbasige Diskusprotrusion und Dehydratation
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ohne Nachweis einer Nervenwurzelkompression und eine Spondylarthrose L4/5. Zur
Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers äusserten sie sich nicht (act. G 4.1/6.5 f.).
3.3.2 Im Arztbericht vom 19. Juni 2001 diagnostizierte Dr. med. D._, Allgemeine
Medizin FMH, eine Spinalkanalstenose L4/5 mit beidseitiger Wurzelreizsymptomatik L5
bestehend seit 1996. Für die Dauer vom 14. August 2000 bis 13. Mai 2001 attestierte er
dem Beschwerdeführer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit, vom 14. Mai bis 30. Mai 2001
eine 50%ige und ab 31. Mai 2001 bis auf weiteres wieder eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit. Der Gesundheitszustand sei stationär bis sich eher verschlechternd,
aber durch eine Operation besserungsfähig (act. G 4.1/6.1 ff.).
3.3.3 Im Bericht der Klinik für Neurochirurgie des KSSG vom 1. Februar 2002
diagnostizierten die untersuchenden Ärzte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine
Lumbago und Lumboischialgie seit 1994, eine arterielle Hypertonie sowie eine
Medikamenten-Allergie. Die Prognose sei eher schlecht. In adaptierten Tätigkeiten
(Bandscheiben-schonende Tätigkeit mit wechselnder Belastung, kein Heben von
Gewichten über 15 kg) bestehe eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Die Arbeit in bisher
ausgeübten Berufen (Maschinenführer, Umspinner und Mitarbeiter in einer
Fensterfabrik) sei dem Beschwerdeführer nur zu 30% zumutbar (act. G 4.1/20.1 ff.).
3.4 Die medizinische Aktenlage nach der abweisenden Verfügung vom 28. Mai 2002
(act. G 4.1/34) präsentiert sich wie folgt:
3.4.1 Im ärztlichen Zeugnis vom 2. Februar 2003 berichtet der Hausarzt Dr. med. B._,
der Beschwerdeführer sei für schwere Arbeiten sicher zu 100% arbeitsunfähig. Für eine
leichte Tätigkeit bestehe eine nicht über 50% liegende Arbeitsunfähigkeit. Um die
Arbeitsfähigkeit genau festlegen zu können, empfiehlt Dr. med. B._ eine
spezialärztliche Untersuchung (act. G 4.1/43).
3.4.2 Im Arztbericht vom 1. September 2003 stellte Dr. med. B._ einen sich leicht
verschlechternden Gesundheitszustand fest. Es gebe keine objektivierbaren
Veränderungen (act. G 4.1/46.1 ff.). Er attestierte dem Beschwerdeführer im ärztlichen
Zeugnis vom 15. März 2005 für Schwerarbeit weiterhin eine 100%ige
Arbeitsunfähigkeit (act. G 4.1/74). Am 9. Mai 2005 berichtet Dr. med. B._, dass sich
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die gesundheitlichen Beschwerden gemäss Angaben des Beschwerdeführers in letzter
Zeit verstärkt hätten (act. G 4.1/76.2).
3.4.3 Am 12. September 2005 gab Dr. med. B._ an, dass die Beschwerden gemäss
Aussagen des Beschwerdeführers zugenommen hätten. Die bisherige Einschätzung
der Arbeitsfähigkeit des Jahres 2002 müsse "sicher nochmals überprüft" werden. Die
Beschwerden seien wie meist bei Rückenbeschwerden nur schwer objektivierbar. In
einem ersten Schritt sei ein erneutes MRI durchzuführen und danach habe eine
spezialärztliche Abklärung zu erfolgen (act. G 4.1/89.1).
3.4.4 Im RAD-Bericht vom 11. November 2005 wurde eine relevante
Gesundheitsverschlechterung verneint (act. G 4.1/92).
3.4.5 Am 22. Februar 2006 wurde beim Institut für Radiologie des KSSG eine vertebro-
spinale Kernspintomographie der LWS erstellt. Im radiologischen
Untersuchungsbericht vom 23. Februar 2006 berichtet Dr. med. E._, dass im
Vergleich zur Voruntersuchung vom 27. Mai 1999 sich ein unveränderter Befund
ergeben habe (act. G 4.1/102.1).
3.4.6 Dr. med. A._, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des
Bewegungsapparates FMH, gab im ärztlichen Bericht vom 23. März 2006 an, dass die
neueste Kernspintomographie der LWS vom 22. Februar 2006 im Vergleich zur
Voraufnahme eine zunehmende Dehydratation L4/5 ohne wesentliche
Höhenminderung, eine zunehmende Spondylarthrose in diesem Segment und dadurch
eine absolute Spinalkanalstenose in Kombination mit dem kongenital engen
Wirbelkanal und der Discusprotrusion breitbasig L4/5 sowie eine diskrete
Spondylarthrose L3/4 und L5/S1 zeige. Er diagnostizierte ein
Dekonditionierungssyndrom bei chronischer Lumbago und Lumboischialgie durch eine
Spinalkanalstenose L4/5. Das Hauptproblem sei die massive Dekonditionierung. Es
bestehe kein Zweifel an der Schmerzhaftigkeit der Situation. Dr. med. A._ verordnete
zur Verbesserung der Beschwerden eine physiotherapeutische Behandlung (act. G
4.1/102.2).
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3.4.7 Dr. med. B._ berichtete in der ärztlichen Stellungnahme vom 22. Januar 2007,
dass der Beschwerdeführer seit Beginn des Jahres 2005 über mehr Beschwerden der
LWS klage und auch mehr Schmerzmedikamente benötige (act. G 4.1/107.1).
3.4.8 In Würdigung der Berichte von Dr. med. B._ vom 22. Januar 2007 (act. G
4.1/107.1) und von Dr. med. A._ vom 23. März 2006 (act. G 4.1/102.2) kam der RAD-
Arzt am 2. Mai 2007 zum Schluss, dass es keine Hinweise auf einen anhaltenden,
arbeitsfähigkeitsrelevanten Gesundheitsschaden, insbesondere auf eine objektivierbare
Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit Mitte 2005, gebe. Radiologisch
bestünden seit 1999 gleichbleibende Befunde (act. G 4.1/110.2).
3.4.9 Dr. med. B._ gab im ärztlichen Zeugnis vom 10. Juni 2007 an, dass in den
letzten Jahren häufigere medizinische Behandlungen erfolgt seien. Aufgrund des
schlechten Verlaufs sei eine erneute Abklärung seitens der Invalidenversicherung mit
entsprechender neuer Untersuchung indiziert (act. G 4.1/119.7).
3.5 Wird die medizinische Aktenlage vor und nach der ablehnenden Verfügung vom
28. Mai 2002 (act. G 4.1/34) miteinander verglichen, so ergibt sich, dass insgesamt
keine Anhaltspunkte für eine leistungsrelevante Veränderung der gesundheitlichen
Verhältnisse bestehen. Die Befunderhebung und Symptome stimmen überein. Eine
leistungsrelevante Veränderung ist somit nicht glaubhaft dargetan worden. Die blosse
anderslautende Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers und die sich darauf
abstützenden Berichte der behandelnden Ärzte genügen hierfür nicht, zumal sich aus
den eingereichten neueren Arztberichten klare Hinweise ergeben, dass sich die
gesundheitliche Situation gerade nicht verändert hat (act. G 4.1/102.1, 102.2, 107.1
und 110.2). Auch der von Dr. med. B._ mitgeteilte erhöhte Bedarf an
Schmerzmedikamenten (act. G 4.1/107.1) sowie der häufigere Behandlungsbedarf (act.
G 4.1/107.1) vermögen daher daran nichts zu ändern. Das gilt umso mehr, als er nicht
darlegt, diese Umstände führten zu einer grösseren Leistungseinschränkung. Die
Behauptung des Beschwerdeführers, aus der neu als "chronisch" diagnostizierten
Lumbago gehe hervor, dass keine massgebliche Verbesserung mehr erreicht werden
könne, ist nicht nachvollziehbar. Denn Dr. med. A._ zeigt in seinem Bericht vom 23.
März 2006 auf, dass sich mit einer physiotherapeutischen Behandlung der
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers erheblich verbessern lasse (act. G
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4.1/102.2). Des Weiteren scheint der Beschwerdeführer bei seiner Argumentation von
einem unrichtigen Verständnis des Attributs "chronisch" auszugehen (gemäss
Pschyrembel, 260. Auflage, S. 323, bedeutet der Begriff "chronisch" langsam sich
entwickelnd, langsam verlaufend). Was die als "zunehmend" beschriebene
Dehydratation anbelangt, so weist die Beschwerdegegnerin zutreffend darauf hin, dass
Dr. med. A._ in diesem Zusammenhang keine wesentliche Höhenminderung
festzustellen vermochte (act. G 4.1/102.2). Nach dem Gesagten lässt sich nicht
beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung des
Beschwerdeführers nicht eingetreten ist, weshalb die Beschwerde insoweit abzuweisen
ist.
4.
4.1 Dem Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Rechtspflege und
Rechtsverbeiständung am 4. Oktober 2007 bewilligt (act. G 6). Wenn die
wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers es gestatten, kann er jedoch zur
Nachzahlung der Gerichtskosten, der Auslagen für die Vertretung und der vom Staat
entschädigten Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 1 ZPO/SG i.V.m. Art. 99
Abs. 2 VRP/SG).
4.2 Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten in der Höhe von
Fr. 600.-- aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung
zu befreien.
4.3 Der Staat ist zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu verpflichten, für die
Kosten der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers aufzukommen. Die
Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht
auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des
Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das
Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75)
pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
verzichtete auf das Einreichen einer Kostennote. Die Entschädigung ist auf Fr. 3'500.--
festzulegen und um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31, Abs. 3 AnwG). Somit hat der Staat
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den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers pauschal (BGE 125 V 201) mit Fr. 2'800.--
zu entschädigen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG