Decision ID: 19c60430-7d87-4e91-bac7-eefb6a11f18b
Year: 2012
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ Im Juni 2011 absolvierte L. H. (nachfolgend Beschwerdeführerin) die
Lehrabschlussprüfung (abgekürzt LAP) zur medizinischen Praxisassistentin (abgekürzt
MPA). Die Prüfung wurde im Rahmen der üblichen interkantonalen Zusammenarbeit
durch das Mittelschul- und Berufsbildungsamt der Bildungsdirektion des Kantons
Zürichs durchgeführt. Die Beschwerdeführerin erzielte an der LAP folgende Noten:
Praktisches Arbeiten 4.0
Laborarbeiten: 4.0
Sprechstundenassistenz: 4.0
Röntgen 3.8
Praktisches Arbeiten/Röntgen: 4.0
Röntgen schriftlich/mündlich: 3.5
Berufskenntnisse 4.0
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Laborkenntnisse: 3.5
Krankheitskunde: 4.5
Praxis-Administration: 4.0
Zweite Landessprache: 4.0
Berufskundlicher Unterricht 4.3
Allgemeinbildung 4.3
Auf eine Dezimale gerundeter Durchschnitt 4.1
Mit Verfügung des Kantonalen Gewerbeverbands St. Gallen (nachfolgend
Beschwerdegegner) vom 6. Juli 2011 wurde der Beschwerdeführerin mitgeteilt, dass
sie die LAP nicht bestanden habe, weil sie im Qualifikationsbereich "Röntgen" einen
ungenügenden Notendurchschnitt erzielt habe.
B./ Nachdem die Beschwerdeführerin am 18. Juli 2011 gegen die Verfügung des
Beschwerdegegners vorsorglich Rekurs erhoben hatte, wurde ihr am 15. September
2011 im Rahmen einer Besprechung mit ihrem Vater und der Ausbildungsberaterin
MPA des Amtes für Berufsbildung des Kantons St. Gallen Einsicht in die Akten
gewährt.
Mit Schreiben vom 18. September 2011 reichte die Beschwerdeführerin die
Rekursbegründung ein. Dabei erklärte sie, dass sie die LAP lediglich wegen eines
fehlenden Punktes im Qualifikationsbereich "Röntgen" nicht bestanden habe. Ihr
Rekurs richte sich daher gegen die Notengebung in diesem Fachbereich. Im Vergleich
zu ihren Vornoten mute es komisch an, dass sie im Fach "Röntgen" mit einer
ungenügenden Note abgeschlossen habe. Sodann sei sie mit der Bewertung der
Prüfung "Praktisches Arbeiten/Röntgen" nicht einverstanden, da eine einzelne Aufgabe
zu stark gewichtet, eine andere unrichtig bewertet und bei einer dritten Aufgabe ihre
tatsächliche Prüfungsleistung unrichtig festgehalten worden sei. Zudem habe die
Prüfungszeit lediglich 20 statt 30 Minuten gedauert. Weiter seien bezüglich der Prüfung
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"Röntgen mündlich" alle fünf Antworten zu tief bewertet worden. Bei der Prüfung
"Röntgen schriftlich" habe sie zwei Fragen teilweise richtig beantwortet.
Mit Schreiben vom 5. Dezember 2011 leitete das Mittelschul- und Berufsbildungsamt
des Kantons Zürich die Stellungnahmen von vier Prüfungsexperten/innen sowie der
Prüfungskommission für medizinische und tiermedizinische Praxisassistentinnen an
das verfahrensleitende Amt für Berufsbildung des Kantons St. Gallen weiter und
erklärte, dass die Beurteilung noch einmal detailliert überprüft worden sei. Die
Prüfungskommission empfahl in ihrem Schreiben vom 29. November 2011 die
Abweisung des Rekurses, was sie im Wesentlichen damit begründete, dass das
Ergebnis der Überprüfung gezeigt habe, dass die Bewertung der Prüfungsleistung in
allen Prüfungspositionen vorschriftsgemäss und fair erfolgt sei. Im Übrigen würde die
Erteilung des Fähigkeitszeugnisses die Aufrundung von zwei Positionen bedingen. Dies
würde jedoch gegen ihren Grundsatz verstossen, höchstens eine ungenügende Note
ermessensweise aufzurunden.
In ihrer abschliessenden Stellungnahme vom 29. Dezember 2011 beanstandete die
Beschwerdeführerin insbesondere, dass die Prüfungskommission bei der Beurteilung
ihrer Prüfungsleistung zu Unrecht nicht von ihrem Ermessen Gebrauch gemacht habe.
Mit Entscheid vom 9. Februar 2012 hiess die Vorinstanz den Rekurs der
Beschwerdeführerin teilweise gut und wies ihn im Übrigen ab. Dies begründete sie
hauptsächlich damit, dass sie sich bei Rekursen gegen Notenentscheide gemäss
gängiger Rechtsprechungspraxis auf eine Willkürprüfung beschränke. Bis auf eine
Ausnahme seien die Begründungen der Prüfungsexperten/innen für die jeweiligen
Punkteabzüge nachvollziehbar oder zumindest vertretbar. Bei einer Aufgabe in der
Prüfung "Röntgen schriftlich" sei die Begründung für den Punkteabzug aber unnötig
spitzfindig. Die Beschwerdeführerin habe deshalb Anspruch auf die Gutsprache eines
halben Punktes. Dies habe eine Veränderung der Note in der Unterposition "Röntgen
schriftlich" von einer 3.5 auf eine 4.0 zur Folge. Dies ändere aber nichts an der
ungenügenden Note in der Prüfungsposition "Röntgen schriftlich/mündlich" und der
insgesamt ungenügenden Leistung im Qualifikationsbereich "Röntgen". Eine
Aufrundung der Note wäre in diesem Fall grundsatzwidrig. Die LAP sei nach wie vor als
nicht bestanden zu qualifizieren.
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C./ Am 5. März 2012 liess die Beschwerdeführerin durch ihren inzwischen
beigezogenen Rechtsvertreter Beschwerde beim Verwaltungsgericht erheben. Als
Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass sie Anspruch auf die
Streichung zahlreicher Punkteabzüge habe, welche die Vorinstanz unbeanstandet liess,
weil sie sich in rechtswidriger Weise auf eine Willkürprüfung beschränkt habe.
In ihrer Vernehmlassung vom 29. März 2012 beantragte die Vorinstanz, die
Beschwerde sei unter Kostenfolgen abzuweisen. Sie wies insbesondere darauf hin,
dass sie sich zu Recht auf eine Willkürprüfung beschränkt habe. Der
Beschwerdegegner beantragte in seiner Vernehmlassung vom 3. April 2012 ebenfalls
die Abweisung der Beschwerde unter Verweis auf den vorinstanzlichen Entscheid.
Am 18. April 2012 nahm die Beschwerdeführerin durch ihren Rechtsvertreter
abschliessend Stellung zu den Vernehmlassungen.
Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird - soweit erforderlich - in den

nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
In der Beschwerde wird teilweise in pauschaler Weise auf Eingaben verwiesen, die zum
vorinstanzlichen Entscheid geführt haben. Nach ständiger Rechtsprechung des
Verwaltungsgerichts sind solche pauschale Verweise auf die Ausführungen in den
Eingaben an die Vorinstanzen als Begründung ungenügend, da daraus nicht
hervorgeht, in welchen Punkten und aus welchen Gründen der Entscheid der
Vorinstanz angefochten wird. Es kann nicht die Aufgabe der Rechtsmittelinstanz sein,
in den vorinstanzlichen Eingaben nach Gründen zu suchen, weshalb der Entscheid der
Vorinstanz unrichtig sein könnte (vgl. anstatt vieler VerwGE B 2011/264 vom 1. Mai
2012 E. 1., abrufbar unter www.gerichte.sg.ch). Soweit also die Beschwerdeführerin
auf ihre Vorbringen vor den Vorinstanzen verweist, ist darauf nicht einzutreten.
Unter dem erwähnten Vorbehalt ist auf die Beschwerde vom 5. März 2012 einzutreten.
http://www.gerichte.sg.ch/
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2. Die Beschwerdeführerin rügt als Erstes, dass die Vorinstanz mit der Beschränkung
der Kognition auf eine blosse Willkürprüfung eine überspitzte Willkürprüfung begehe.
Dies sei widerrechtlich und angesichts des knappen Prüfungsresultats und der mit dem
Nichtbestehen der LAP verbundenen beruflichen und wirtschaftlichen Konsequenzen
unverhältnismässig. Weiter sei stossend, dass die Vorinstanz die Kognition ohne
Vorbringen triftiger Gründe beschränkt habe. Der Fehlentscheid sei nicht zuletzt wegen
einer falschen Auslegung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung durch die
Vorinstanz gefällt worden.
2.1. Die Vorinstanz verfügt als Rekursbehörde grundsätzlich über eine umfassende
Kognition in Sachverhalts- und Rechtsfragen (Art. 46 Abs. 1 VRP). Sie hat jedoch zu
Recht darauf hingewiesen, dass es der Rechtsprechungspraxis entspricht, dass die
Rechtsmittelinstanzen bei der materiellen Beurteilung von Prüfungsleistungen ihre
Kognition beschränken, insoweit keine Hinweise auf krasse Fehleinschätzungen
vorliegen. Das Bundesgericht hat diese Rechtsprechungspraxis wiederholt gestützt
(BGE 136 I 229 E. 5.4.1; BGer 2P.137/2004 vom 19. Oktober 2004 E. 3.2.3; BGE 105 Ia
190 E. 2). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung setzt die Rechtmässigkeit dieser
Zurückhaltung voraus, dass die Natur der Streitsache einer unbeschränkten
Nachprüfung der angefochtenen Verfügung entgegensteht. Das ist namentlich der Fall,
wenn die Rechtsmittelinstanz die dem angefochtenen Entscheid zugrunde liegenden
tatsächlichen Verhältnisse nicht in gleicher Weise wie die untere Instanz zu beurteilen
vermag und es ihr deshalb verwehrt ist, ihr Ermessen an die Stelle desjenigen der
unteren Instanzen zu setzen. Bewertungen von Prüfungsleistungen sind daher kaum
überprüfbar, weil der Rechtsmittelinstanz zumeist nicht alle massgebenden Faktoren
der Bewertung bekannt sind. So ist es ihr in der Regel nicht möglich, sich über den im
Unterricht vermittelten Stoff, die Gesamtheit der Leistungen des Rechtsmittelklägers in
der Prüfung und die Leistungen der übrigen Kandidaten ein zuverlässiges Bild zu
machen. Die Prüfungen haben darüber hinaus häufig Spezialgebiete zum Gegenstand,
in denen die Rechtsmittelinstanz über keine eigenen Fachkenntnisse verfügt.
Besondere Schwierigkeiten bestehen für die Nachprüfung überdies dann, wenn
Notengebungen zu beurteilen sind, die sich nicht ausschliesslich auf schriftliche,
sondern auch auf mündliche oder praktische Prüfungen beziehen. Der massgebende
Sachverhalt kann in diesen Fällen durch Beweiserhebungen der Rechtsmittelinstanz
nicht vollständig rekonstruiert werden. Eine freie Überprüfung der Notengebung ist
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deshalb schon aus diesem tatsächlichen Grund ausgeschlossen. Eine freie
Überprüfung der Examensbewertung würde zudem die Gefahr von Ungerechtigkeiten
und Ungleichheiten gegenüber anderen Kandidaten in sich bergen (BGE 106 Ia 1 E. 3c;
105 Ia 190 E. 2a; GVP 1994 Nr. 89). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung
machen sich die Gerichtsbehörden daher keiner formellen Rechtsverweigerung
schuldig, soweit sie ihre Kognition bezüglich der materiellen Beurteilung, mithin der
Bewertung der Examensleistung einschränken (BGer 2P.137/2004, a.a.O., E. 4.2.1).
Bezüglich der Auslegung und Anwendung von Rechtsvorschriften sowie formeller
Fehler bzw. Verfahrensmängel ist indessen stets eine volle Rechtskontrolle angezeigt,
andernfalls macht sich das Gericht einer formellen Rechtsverweigerung schuldig
(BGE 136 I 229 E. 5.4.1; 106 Ia 1 E. 3c). Auch das Bundesgericht auferlegt sich bei der
materiellen Beurteilung von Prüfungsentscheiden eine besondere Zurückhaltung und
prüft lediglich, ob sich die entscheidenden Instanzen von sachfremden oder sonstwie
ganz offensichtlich unhaltbaren Erwägungen haben leiten lassen, sodass der Entscheid
unter rechtsstaatlichen Gesichtspunkten als nicht mehr vertretbar und damit als
willkürlich erscheint (BGE 106 Ia 1 E. 3.c; BGE 105 Ia 190 E. 2a; ferner BGer 2P.
252/2003 vom 3. November 2003 E. 9.4). Diese Zurückhaltung übt das Bundesgericht
selbst dann, wenn es wie etwa bei Rechtsanwalts- oder Notariatsprüfungen aufgrund
seines Fachwissens sachlich zu einer weitergehenden Überprüfung befähigt wäre (BGE
136 I 229 E. 6.2; 131 I 467 E. 3.1).
Die Rügen der Beschwerdeführerin vor der Vorinstanz betrafen grundsätzlich die
Bewertung ihrer Examensleistung. Angesichts dessen und aufgrund der beschriebenen
Rechtsprechungspraxis durfte die Vorinstanz folglich ihre Kognition einschränken. Ob
mit dem Einwand der angeblichen Verkürzung der Prüfungszeit in der Prüfungsposition
"praktisches Arbeiten/Röntgen" um 10 Minuten allenfalls ein Verfahrensmangel gerügt
wurde, kann offenbleiben, da diese Rüge im Beschwerdeverfahren nicht mehr erhoben
wurde. Der Vorwurf einer überspitzten Willkürprüfung erweist sich damit als
unzutreffend.
Der Vorwurf, die Beschränkung der Kognition sei unverhältnismässig, weil sie die
Beschwerdeführerin in ihrem beruflichen und wirtschaftlichen Fortkommen massiv
benachteiligen würde, ist im Übrigen bereits aufgrund der Möglichkeit der
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Wiederholung der LAP unbehelflich (Art. 33 der Verordnung über die Berufsbildung,
SR 412.101, abgekürzt BBV und Art. 22 Abs. 1 EG-BBG).
2.2. Unzutreffend ist sodann die Kritik, die Vorinstanz habe sich ohne Vorbringen
triftiger Gründe auf eine Willkürprüfung beschränkt. Die Vorinstanz hat unter Verweis
auf die bereits dargelegte Praxis (vgl. Erw. 2.1.) erklärt, weshalb bei der Beurteilung von
Notenverfügungen in materiellrechtlicher Hinsicht grosse Zurückhaltung angezeigt ist.
Zweifelsohne verfügt die Vorinstanz zur Beurteilung des Qualifikationsbereichs
"Röntgen" nicht über die nötigen Fachkenntnisse. Zudem waren im
Qualifikationsbereich "Röntgen" auch mündliche Prüfungsleistungen zu überprüfen.
Daher war es der Vorinstanz nicht möglich, den massgeblichen Sachverhalt zuverlässig
und vollständig zu rekonstruieren und die Prüfungsbewertung ohne die Gefahr der
Entstehung neuer Ungerechtigkeit zu beurteilen. Damit steht fest, dass ausreichend
triftige Gründe für eine Kognitionsbeschränkung vorgelegen haben, welche die
Vorinstanz umfassend dargelegt hat. Folglich ist auch ein mit der Gehörsverletzung
einhergehender Vorwurf der ungenügenden Begründung haltlos.
2.3. Die Beschwerdeführerin wendet weiter ein, die Vorinstanz habe aus der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung fälschlicherweise abgeleitet, dass das
Bundesgericht einer Rekursinstanz verbiete, bei der Beurteilung von Notenverfügungen
die Kognition auch weniger restriktiv zu beschränken. Diesem Einwand ist zu
entgegnen, dass die Vorinstanz keine derartige Feststellung gemacht hat. Unter
Verweis auf die aktuelle und langjährige Bundesgerichtspraxis hat sie lediglich
erläutert, dass die dargelegte Rechtsprechungspraxis, wonach sich
Rechtsmittelinstanzen bei der Bewertung von Examensleistungen grosse
Zurückhaltung auferlegen, vom Bundesgericht wiederholt gutgeheissen wurde. Es ist
weder ersichtlich noch von der Beschwerdeführerin - abgesehen von den
unzutreffenden Vorbringen bezüglich Unverhältnismässigkeit und Widerrechtlichkeit
der Kognitionsbeschränkung - auch nicht näher dargelegt, weshalb vorliegend ein
Abweichen von der Rechtsprechungspraxis angezeigt wäre.
3. Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, mit der Beschränkung auf eine
Willkürprüfung hinsichtlich der Bewertungspraxis der Prüfungskommission - mithin
dem hohen Punkteabzug infolge Eingabe eines falschen Messwertes - habe die
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Vorinstanz eine Rechtsverweigerung begangen. Die Vorinstanz habe verkannt, dass es
bei ihrem Vorbringen nicht um eine Neubeurteilung der Prüfungsbewertung gehe,
sondern um eine Rüge des Prüfungsverfahrens und der angewendeten
Bewertungsregeln. Letztere seien gemäss Rechtsprechung des
Bundesverwaltungsgerichts mit umfassender Kognition zu prüfen. Infolge ihrer
Kognitionsbeschränkung habe die Vorinstanz weiter übersehen, dass der hohe
Punkteabzug gegen die in Art. 30 Abs. 1 lit. b BBV geforderte ausgewogene Bewertung
und Gewichtung im Qualifikationsverfahren verstosse. Überdies habe die Vorinstanz ihr
rechtliches Gehör verletzt, indem diese kaum auf ihre Argumente zur
Unverhältnismässigkeit der Bewertungspraxis der Beschwerdegegner eingegangen sei.
3.1. Auf Verfahrensfragen haben alle Einwendungen Bezug, die den äusseren Ablauf
der Prüfung oder der Bewertung betreffen (BGE 106 Ia 1 E. 3c). In Erwägung 2.1.
wurde bereits dargelegt, dass die Rechtsmittelbehörde ihre Kognition bezüglich jener
Aspekte einer Prüfung beschränken darf, die ihrer Natur nach einer unbeschränkten
Nachprüfung der angefochtenen Verfügung entgegenstehen.
Die Beschwerdeführerin rügt, bei der Prüfung sei ein veraltetes Gerät zum Einsatz
gekommen. Weil ihr eine Schieblehre mit zwei Messskalen statt - ihres Erachtens -
korrekterweise ein Caliper mit nur einer Messskala gegeben wurde, habe sie den
falschen von zwei Werten übertragen. Die Schieblehre komme in keinem der
Lehrbücher vor und sei wegen der zwei vorhandenen Messskalen unnötig verwirrend.
Das Missgeschick hätte ihr nicht unterlaufen können, wenn ihr ein Caliper zur
Verfügung gestanden hätte. Ihr Fehler sei angesichts dessen mit einem
unverhältnismässig hohen Punkteabzug bestraft worden. Die Prüfungsexpertinnen K.
S. und K. N.-G. haben demgegenüber erklärt, dass die Schieblehre während der
Ausbildung verwendet werde und der Eingabefehler der Beschwerdeführerin die
vollständige Unbrauchbarkeit zur Folge hatte (Akten Vorinstanz, act. 18a/3 und 18a/4).
Die Widersprüche zwischen den Aussagen der Beschwerdeführerin und den beiden
Prüfungsexpertinnen zeigen, dass sich die Vorinstanz bei diesem Streitpunkt kein
zuverlässiges Bild der gesamten Umstände machen konnte. Die Neubewertung der
Prüfungsleistung der Beschwerdeführerin birgt zudem die Gefahr der
Ungleichbehandlung der anderen Kandidaten/innen in sich, denen der gleiche Fehler
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unterlaufen ist (vgl. Erw. 2.1.). Die Vorinstanz hat sich deshalb unter Beachtung der
bereits dargelegten Rechtsprechungspraxis bei der Beurteilung des Messgerätes zu
Recht auf eine Willkürprüfung beschränkt. Die Beschwerdeführerin hat im Übrigen
selbst eingeräumt, dass der Eingabefehler die völlige Unbrauchbarkeit der
Röntgenaufnahme zur Folge hatte. Weiter hat sie erklärt, dass ihr drei von vier
Messungen gelungen sind, womit feststeht, dass sie im Umgang mit der Schieblehre
geübt ist. Damit hat die Vorinstanz auch zu Recht festgehalten, dass die Begründung
der Prüfungsexpertinnen für den hohen Punkteabzug nachvollziehbar ist.
3.2. Bezüglich der Rüge, dass der hohe Punkteabzug gegen Art. 30 Abs. 1 lit. b BBV
verstosse, ist festzuhalten, dass die Vorinstanz zu Recht darauf hingewiesen hat, dass
die genannte Bestimmung in erster Linie eine ausgewogene Gewichtung der
mündlichen, schriftlichen wie praktischen Prüfungsteile im Verhältnis zueinander
verlangt. Weder der BBV noch dem Reglement über die Ausbildung und die
Lehrabschlussprüfung Medizinische Praxisassistentin (auffindbar unter
www.bbt.admin.ch, abgekürzt Reglement MPA; aufgehoben seit 31.12.2009 aber als
Übergangsbestimmung gültig bis 31.12.2014) noch der Verordnung über die berufliche
Grundbildung Medizinische Praxisassistentin (SR 412.101.221.07, abgekürzt
Verordnung Grundbildung MPA) noch dem Bildungsplan zur Verordnung über die
berufliche Grundbildung Medizinische Praxisassistentin (abrufbar unter
www.bbt.admin.ch, abgekürzt Bildungsplan zur Verordnung Grundbildung MPA) sind
Vorschriften zur Bewertung der Leistung im Qualifikationsverfahren zu entnehmen.
Überdies ist darauf hinzuweisen, dass die Bestimmung eine ausgewogene Bewertung
"im Hinblick auf die Besonderheiten des entsprechenden Qualifikationsfeldes" verlangt
(Art. 30 Abs. 1 lit. b BBV). Ein hoher Punkteabzug bedeutet für sich alleine daher nicht
bereits ein unausgewogenes Bewertungssystem. Im Gegenteil ist ein entsprechend
hoher Punkteabzug aufgrund der Folgen eines Fehlers geradezu erforderlich. In diesem
Sinne ist die Unbrauchbarkeit der Röntgenaufnahme infolge des Eingabefehlers zu
berücksichtigen. Es entspricht dem Erfordernis eines ausgewogenen
Bewertungssystems, folgenreiche Fehler auch entsprechend streng zu bewerten. Der
Punkteabzug ist deshalb weder im Lichte von Art. 30 Abs. 1 lit. b BBV noch unter dem
Gesichtspunkt der Verhältnismässigkeit zu beanstanden.
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3.3. Eine Gehörsverletzung ist zu verneinen. Nach ständiger Praxis des Bundesgerichts
und des Verwaltungsgerichts muss sich eine Behörde nicht ausdrücklich mit jeder
tatbestandlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen;
vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte
beschränken (Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich
2010, Rz. 1705 mit Hinweisen; statt vieler, BGE 135 III 513 E. 3.6.5; ferner auch Cavelti/
Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl., St. Gallen 2003, Rz.
588; sowie VerwGE B 2009/139 vom 11. Mai 2010 E. 4.1., abrufbar unter
www.gerichte.sg.ch). Die Beschwerdeführerin legt nicht dar, auf welches ihrer
Argumente die Vorinstanz zu wenig oder überhaupt nicht eingegangen ist.
4. Die Beschwerdeführerin rügt weiter, dass selbst unter der Annahme, dass sich die
Vorinstanz zu Recht auf eine Willkürprüfung beschränkt habe, sie dennoch zu Unrecht
entschieden habe, dass die Bewertung der Prüfung ohne Willkür erfolgt sei.
4.1. In diesem Sinne macht die Beschwerdeführerin geltend, die Feststellung der
Vorinstanz sei falsch, dass der Abzug von zwei Punkten wegen unbequemer Haltung
der Patientin bei der Aufgabe "Einstellung Calcaneus axial rechts" in der
Prüfungsposition "Praktisches Arbeiten/Röntgen" nicht willkürlich sei. Die
Beschwerdeführerin habe die Patientin mehrmals nach ihrem Wohlbefinden befragt,
und diese habe die Frage stets positiv beantwortet. Es sei willkürlich, dass bei der
Bewertung dennoch von der Mutmassung einer unbequemen Haltung ausgegangen
worden sei.
Die Vorinstanz hat bereits dargelegt, dass die beiden Prüfungsexpertinnen, K. S. und K.
N.-G., in ihren Stellungnahmen vom 8. bzw. 18. November 2011 unter anderem erklärt
haben, dass die Beschwerdeführerin bei der Positionierung insgesamt grosse
Schwierigkeiten gehabt habe. Sie habe die Patientin von Anfang an zum Anwinkeln
ihres Fusses aufgefordert, statt erst kurz vor der Exposition des Röntgenbildes. Die
Patientin habe aufgrund der unbequemen Position ihr Fussgelenk selbständig
entspannt, was letztlich dazu geführt habe, dass der Fuss für die Aufnahme zu flach
angewinkelt war. Die Stellungnahmen der Expertinnen verdeutlichen, dass für den
Abzug von zwei Punkten nicht nur die unbequeme Haltung der Patientin, sondern auch
die zu frühe Aufforderung zum Anwinkeln des Fusses und die zu wenig zielsichere
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Lagerung ausschlaggebend waren, wobei auf eine Bestrafung des darauf beruhenden
Folgefehlers verzichtet wurde. Weiter ist es nicht unhaltbar, von einer angehenden MPA
zu verlangen, einen Patienten von Anfang an zielsicher zu lagern und ihn erst kurz vor
der Vornahme der Röntgenaufnahme zu bitten, das entsprechende Gelenk
anzuwinkeln, so dass es dem Patienten leichter fällt, das Gelenk bis zum Abschluss der
Röntgenaufnahme angewinkelt zu halten. Dies umso mehr, als ein Patient, der einer
Röntgenaufnahme bedarf, sich - beispielsweise aufgrund eines gebrochenen Knochens
- unter Umständen ohnehin bereits in einer Stresssituation befindet und unter
Schmerzen leidet. Es ist aufgrund des Dargelegten nicht ersichtlich, dass der Abzug
der zwei Punkte auf sachfremden oder sonstwie offensichtlich unhaltbaren
Erwägungen beruht. Der Punkteabzug wurde daher von der Vorinstanz zu Recht als
nicht willkürlich beurteilt.
4.2. Die Beschwerdeführerin rügt zuletzt, die Vorinstanz habe zu Unrecht festgestellt,
dass die Begründung der verantwortlichen Prüfungsexpertin, Frau K. S., zur
Nichtgewährung eines halben Punktes bei der Beurteilung des Röntgenbilds Nr. 9
"Ellbogen lateral" in der Prüfung "Röntgen mündlich" nachvollziehbar sei.
4.2.1. Die Nichtgewährung eines halben Punktes für die Antwort auf die Frage nach der
Lagerung bei der Beurteilung des Röntgenbilds Nr. 9 "Ellbogen lateral" wurde von der
Prüfungsexpertin damit begründet, dass die Frage nach der Lagerung aus Zeitgründen
nicht habe erklärt werden können. Demgegenüber behauptet die Beschwerdeführerin,
dass sie die auf dem Notizblatt der Prüfungsexpertin zur "Lagerung" notierten
Antworten (vgl. act. 2/8) gegeben habe. Die Prüfungsexpertin erklärt diesbezüglich,
dass sie die Antworten im Prüfungsprotokoll "nicht ganz korrekt eingetragen" habe
(vgl. Akten Vorinstanz, act. 18a/2, S. 03). Sie habe die Antworten der
Beschwerdeführerin auf dem Notizblatt an falscher Stelle notiert. Die Notizen zur
"Lagerung" würden tatsächlich die Antwort der Beschwerdeführerin auf die Frage nach
der "Korrektur" wiedergeben und die Notizen, welche auf dem Notizblatt bei
"Korrektur" eingetragen seien, hätten richtigerweise bei "Bildqualität" eingetragen
werden müssen. Die falsche Reihenfolge der Notizen gründe in der Reihenfolge, in
welcher die Beschwerdeführerin die Antworten gegeben habe (vgl. Akten Vorinstanz,
act. 18a/2, Seite 3). Die Beschwerdeführerin bringt demgegenüber vor, sie habe die
von der Prüfungsexpertin tatsächlich gestellte Frage, "Wie ist die Lagerung auf dem
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Bild?", entsprechend den Stichwörtern beantwortet, welche auch auf dem Notizblatt
bei "Lagerung" notiert sind, nämlich "überdreht, nicht lateral, Handgelenk parallel,
Lagerung falsch und Ellbogen 90°".
Die Vorinstanz erachtet die Erklärung der Prüfungsexpertin als nachvollziehbar und
erkennt in der Notiz auf dem Prüfungsprotokoll, wonach die Lagerung "nicht korrekt
beschrieben" worden sei (Akten Vorinstanz, act. 5a/4, Seite 2), eine zusätzliche
Bestätigung der Behauptung der Prüfungsexpertin. Der vorinstanzlichen Feststellung
kann aber nicht gefolgt werden. So weist die Beschwerdeführerin darauf hin, dass die
Behauptung der Prüfungsexpertin einem Vergleich mit den zum Bild Nr. 17 "Thorax pa"
gegebenen Antworten nicht Stand hält. Dort wurde zur "Korrektur" die Bemerkung
"weniger mAS" als korrekt gewertet. Beim strittigen Röntgenbild Nr. 9 "Ellbogen
lateral" soll gemäss der Behauptung der Prüfungsexpertin "weniger mAS" zur
"Bildqualität" gehören. Dies würde aber nur Sinn machen, wenn die Prüfungsexpertin
in der Stellungnahme darauf hingewiesen hätte, dass beim Bild Nr. 17 "Thorax pa" die
Bemerkung "mAS" ebenfalls falsch sei. Weiter soll gemäss der Prüfungsexpertin
insbesondere die Bemerkung "Lagerung falsch" zur "Korrektur" gehören. Diese
Bemerkung ist aber beschreibender Natur, wie auch die Bemerkungen "überdreht,
Handgelenk lateral, Arm parallel". Rein deskriptive Feststellungen können kaum die
Antwort auf eine Frage nach Korrekturvorschlägen sein. Sodann ist zu berücksichtigen,
dass beim Bild Nr. 17 "Thorax pa" zur "Korrektur" nur Hinweise zur Korrektur der
Röntgenaufnahme und nicht auch der Lagerung notiert und als korrekt bewertet
wurden. Insgesamt steht fest, dass die Behauptung der Prüfungsexpertin, sämtliche
Antworten zur "Lagerung" gehörten zur "Korrektur", nicht nachvollziehbar ist.
4.2.2. Die Beschwerdeführerin wendet weiter ein, dass an der Prüfung nicht die im
Prüfungsprotokoll festgehaltene Frage "was ist die korrekte Lagerung?" gestellt
worden sei (vgl. act. 1, Seite 11), sondern nur die Frage nach der Lagerung auf dem
Bild. Der Rechtsmittelinstanz ist - wie bereits dargelegt - die Klärung des tatsächlichen
Sachverhalts nicht möglich. Angesichts der von der Beschwerdeführerin gegebenen
Antworten und dessen, dass diese an der richtigen Stelle stehen, ist der genaue
Wortlaut der Frage aber ohnehin nicht entscheidrelevant.
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4.2.3. Nach dem Dargelegten steht fest, dass die Bewertung des Bildes Nr. 9 bzw. die
Begründung der Prüfungsexpertin widersprüchlich ist. Da dem Beschwerdegegner
somit der Nachweis der Plausibilität der Prüfungsbewertung misslungen ist, hat die
Beschwerdeführerin Anspruch auf die Gutschrift eines halben Punktes in der Prüfung
"Röntgen mündlich". Die Note der Beschwerdeführerin in der Unterposition "Röntgen
mündlich" ist somit von einer 3.0 auf eine 3.5 anzuheben (Akten Vorinstanz, act. 5a/4).
Damit verändert sich auch der Notendurchschnitt in der Prüfungsposition "Röntgen
schriftlich/mündlich" von einer 3.5 auf eine 3.75. Positionsnoten dürfen nur in halben
oder ganzen Noten ausgedrückt werden (Art. 12 Abs. 2 i.V.m. Art. 13 Abs. 1 Reglement
MPA). Gemäss dem Handbuch für Prüfungsexperten/innen hat der Zusammenzug von
erzielten Noten nach den Rundungsregeln zu erfolgen (Th. Meier et al., in: Handbuch
für Prüfungsexpertinnen und Prüfungsexperten in Qualifikationsverfahren der
beruflichen Grundbildung, Zürich 2010, S. 28, abrufbar unter
www.qv.berufsbildung.ch). Üblicherweise wird eine Note von 3.75 auf 4.0 aufgerundet.
Bei der Rundung von Unterpositionsnoten ist indessen infolge einer - bereits vor der
Prüfungsbewertung festgelegten - unterschiedlichen Gewichtung der
Unterpositionsnoten auch eine Abrundung entgegen dem arithmetischen Mittel möglich
(Meier et al., a.a.O., S. 26 f.).
Gemäss konstanter Rechtsprechung kann das Verwaltungsgericht in sachgemässer
Anwendung von Art. 64 i.V.m. Art. 56 Abs. 2 VRP eine Rückweisung an die
erstverfügende Behörde, vorliegend den Beschwerdegegner, vornehmen (statt vieler
VerwGE B 2011/9 vom 7. Dezember 2011 mit Hinweis auf Cavelti/Vögeli, a.a.O.,
Rz. 1034, abrufbar unter www.gerichte.sg.ch). Die Sache wird an den
Beschwerdegegner zurückgewiesen. Dieser hat unter Berücksichtigung des
Dargelegten über die Rundung der Note in der Prüfungsposition "Röntgen schriftlich/
mündlich" zu entscheiden. Im Fall einer Abrundung der Note auf eine 3.5 hat der
Beschwerdegegner überdies zu berücksichtigen, dass ein Grenzfall gemäss dem
Handbuch für Prüfungsexperten/innen vorliegt (Meier et al., a.a.O., S. 29). Für den
Entscheid über die Erteilung des Fähigkeitszeugnisses wäre dann massgebend, ob die
Beschwerdeführerin die in der Verordnung Grundbildung MPA und dem Bildungsplan
zur Verordnung Grundbildung MPA beschriebenen Ziele gesamthaft beurteilt erreicht
hat (Meier et al., a.a.O., S. 29).
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 15/16
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St.Galler Gerichte
5. Zusammenfassend ist die Beschwerde im Sinne des Eventualantrags gutzuheissen,
im Übrigen aber abzuweisen. Damit obsiegt die Beschwerdeführerin zur Hälfte. Die
Beschwerdeführerin und der Beschwerdegegner haben folglich die amtlichen Kosten
des Beschwerdeverfahrens je zur Hälfte zu tragen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine
Entscheidgebühr von Fr. 1'500.-- ist angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf die Erhebung des Kostenanteils des
Beschwerdegegners wird verzichtet (Art. 95 Abs. 3 VRP). Der auf die
Beschwerdeführerin entfallende Anteil ist mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der
Höhe von Fr. 1'500.-- zu verrechnen. Der Rest ist ihr zurückerstatten.
Entsprechend sind auch die amtlichen Kosten des Rekursverfahrens je zur Hälfte von
der Beschwerdeführerin und dem Beschwerdegegner zu tragen. Auf die Erhebung des
auf den Beschwerdegegner entfallenden Anteils wird verzichtet (Art. 95 Abs. 1 und
3 VRP). Der auf die Beschwerdeführerin entfallende Anteil ist mit dem geleisteten
Kostenvorschuss von Fr. 800.-- zu verrechnen. Der Rest ist ihr zurückzuerstatten.
Mangels mehrheitlichen Obsiegens besteht kein Anspruch auf eine ausseramtliche
Entschädigung (Art. 98bis VRP).
Demnach hat das Verwaltungsgericht