Decision ID: 5ab4313f-280d-4d6f-8efc-3dd22d19452c
Year: 2016
Language: de
Court: BS_APG
Chamber: BS_APG_001
Canton: BS
Region: Northwestern_Switzerland
Law Area: 

Sachverhalt
Am 3. September 2013 hat das Strafgericht A_ (nachfolgend Beschwerdeführer) u.a. zu 360 Stunden gemeinnütziger Arbeit anstelle einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu CHF 20.– verurteilt. Das Appellationsgericht hat mit Urteil vom 18. Juli 2014 das erstinstanzliche Urteil bestätigt. Dieses Urteil ist in Rechtskraft erwachsen. Am 5. November 2015 teilte das Amt für Justizvollzug, Abteilung Strafvollzug, dem Appellationsgericht mit, dass der Beschwerdeführer die gemeinnützige Arbeit trotz Mahnung nicht geleistet habe. Es dokumentierte diese Mitteilung mit verschiedenen Beilagen und beantragte dem Appellationsgericht, die gemeinnützige Arbeit in Geld- oder Freiheitsstrafe umzuwandeln. Mit Schreiben vom 11. November 2015 wurde das Gesuch des Amts für Justizvollzug, Abteilung Strafvollzug, vom 5. November 2015 zuständigkeitshalber dem Strafgericht übermittelt. Mit Datum vom 23. November 2015 verfügte das Einzelgericht in Strafsachen, dass die 360 Stunden gemeinnützige Arbeit infolge Nichtleistung in eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu CHF 20.– umzuwandeln seien. Gegen diese Verfügung hat der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 18. März 2016 Beschwerde erhoben.
Mit Verfügung vom 2. Juni 2016 hat der Appellationsgerichtspräsident dem Beschwerdeführer mitgeteilt, dass er dem Appellationsgericht bis spätestens 14. Juni 2016 mitzuteilen habe, wann er die Verfügung des Einzelgerichts in Strafsachen vom 23. November 2015 erhalten habe und welche Gründe er gegen die Umwandlung geltend mache. Er wurde darauf hingewiesen, dass das Strafurteil gegen ihn in Rechtskraft erwachsen sei und dass die Frage nach Schuld oder Unschuld nicht mehr zu diskutieren sei. Des Weiteren wurde ihm mitgeteilt, dass ohne Mitteilung bis 14. Juni 2016 auf die Beschwerde nicht eingetreten würde. Mit Schreiben vom 10. Juni 2016 wandte sich der Beschwerdeführer an das Appellationsgericht.
Die Einzelheiten der Standpunkte ergeben sich, soweit sie für den vorliegenden Entscheid von Bedeutung sind, aus den nachfolgenden Erwägungen.

Erwägungen
1. 1.1 Gegen die verfahrenserledigende Verfügung des Einzelgerichts in Strafsachen, mit der dieses die Umwandlung der gemeinnützigen Arbeit in eine Geldstrafe verfügt hat, ist gemäss Art. 393 Abs. 1 lit. b der Strafprozessordnung (StPO, SR 312.0) die Beschwerde zulässig (Schmid, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2013, Art. 365 N 4; Stephenson/Thiriet, in: Basler Kommentar, 2. Auflage 2014, Art. 393 StPO N 12). Zuständige Beschwerdeinstanz ist das Appellationsgericht als Einzelgericht (§§ 88 Abs. 1 und 93 Abs. 1 Ziff. 1 des Gerichtsorganisationsgesetzes [GOG, SG 154.100]).
1.2 Gemäss Art. 396 Abs. 1 StPO ist die Beschwerde gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Entscheide innert 10 Tagen schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzureichen. Die Frist beginnt am Tag nach der Eröffnung resp. Zustellung zu laufen (Art. 90 Abs. 1 StPO) und ist eingehalten, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist bei der zuständigen Behörde abgegeben oder zu deren Handen der Schweizerischen Post übergeben wird (Art. 91 Abs. 2 StPO). Die angefochtene Verfügung des Einzelgerichts in Strafsachen vom 23. November 2015 wurde dem Beschwerdeführer mit normaler Post zugestellt. Um das Zustellungsdatum zu eruieren, wurde der Beschwerdeführer mit Verfügung des Appellationsgerichtspräsidenten vom 2. Juni 2016 aufgefordert, dem Appellationsgericht bis spätestens 14. Juni 2016 mitzuteilen, wann er die Verfügung des Einzelgerichts in Strafsachen erhalten habe. Ohne Mitteilung bis 14. Juni 2016 würde auf die Beschwerde nicht eingetreten. Diese Verfügung wurde dem Beschwerdeführer am 6. Juni 2016 zugestellt. In seinem Schreiben vom 10. Juni 2016 äussert sich der Beschwerdeführer nicht zum Zustellungsdatum der angefochtenen Verfügung. Vielmehr beteuert er, dass er unschuldig sei, obwohl er mit der Verfügung des Appellationsgerichtspräsidenten darauf hingewiesen wurde, dass das Strafurteil gegen ihn in Rechtskraft erwachsen sei und dass die Frage nach Schuld oder Unschuld nicht mehr zu diskutieren sei. Gegen die Umwandlung der gemeinnützigen Arbeit in eine Geldstrafe macht er keine Gründe geltend, obwohl er hierzu aufgefordert worden ist. Unter diesen Umständen kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden.
2. Bei diesem Ausgang des Beschwerdeverfahrens hat der Beschwerdeführer gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO dessen Kosten zu tragen, wobei die Gebühr auf das gesetzliche Minimum von CHF 200.– festgesetzt werden kann (§ 11 Abs. 1 Ziff. 6.1. der Verordnung über die Gerichtsgebühren [SG 154.810]).