Decision ID: 3df71630-d51f-4fb6-a89f-1fe6e60acc30
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1961, arbeitete beim Alters- und Pflegeheim
Y._
, als Nachtwachmitarb
ei
terin
und war dadurch bei der AXA Versicherungen AG gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als
sie
sich am
17. Februar 1998 bei einem Sturz die rechte Schulter verletzte (vgl. Urk. 11/A1). Die AXA Versicherungen AG trat auf den Schaden ein und leistete Taggeld und Heilbehandlung. Mit Verfügung vom 16. Mai 2006 schloss sie den Fall ab und sprach der Versicherten eine Integritätsentschädigung auf der Basis einer 5%igen Integritätseinbusse zu (Urk. 11/A25).
1.2
Am 15. Dezember 2010 meldete die Versichert
e einen Rückfall (Urk. 11/A2
8
), worauf die AXA Versicherungen AG wiederum Heilbehandlung und Taggeld leistete. Mit Brief vom 20. August 2012
stellte
sie der Versicherten und deren Arbeitgeber
in Aussicht
, dass sie Taggelder nur noch längstens bis zum 31. Januar 2013 erbringen werde (Urk. 11/A48-49)
,
und teilte mit Brief vom 4. Februar 2014 mit, dass sie gedenke, die Übernahme der Pflegeleistungen und Kostenvergütungen per 31. Januar 2013 einzustellen und der Versicher
ten mit Wirkung ab 1. Februar 2013 eine Rente gestützt auf einen
Invalidi
tätsgrad
von 15 % auszurichten (Urk. 11/A58). Nachdem die Versicherte hiergegen opponiert hatte (Urk. 11/A
61-62), stellte die AXA Versicherungen AG die Heilbehandlung per 31. Januar 2013 ein, sprach der Versicherten mit Wirkung ab 1. Februar 2013 eine Invalidenrente gestützt auf einen
Invalidi
tätsgrad
von 14 % und
eine
Integritätsentschädigung
auf der Basis einer
weitere
n
5%igen
Integritätseinbusse
zu
(Verfügung vom 2. Juli 2014, Urk. 11/A63). Die hiergegen gerichtete Einsprache der Versicherten vom 1. September 2014 (Urk. 11/A69) hiess die AXA Versicherungen AG mit Entscheid vom 9. November 2015 teilweise gut und sprach mit Wirkung ab 1. Februar 2013 eine Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 15 % zu (Urk. 11/A80 = Urk. 2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 9. November 2015
(Urk. 2)
erhob
X._
am 10. Dezember 2015 Beschwerde und beantragte, es sei ihr eine Invalidenrente gestützt auf einen I
nvaliditätsgrad von 39 % auszur
ich
ten, eventuell sei die Sache zu ergänzenden Abklärungen an die AXA Versi
cherungen AG zurückzuweisen (Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 18. März 2016 schloss die AXA Versicherungen
AG
auf Abweisung der Be
schwerde (Urk. 10). Mit Replik vom 10. August 2016 (Urk. 17) bezie
hungsweise Duplik vom 1. September 2016 (Urk. 21) hielten die Parteien an ihren Rechtsbegehren fest.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Am 1. Januar 2017 ist das revidierte Bundesgesetz über die Unfallversiche
rung (UVG) in Kraft getreten. Da in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejeni
gen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 130 V 445 E. 1.2.1), werden die nachfolgenden unfallversicherungsgesetzlichen Bestimmung in der bis
31. Dezember 2016 gültig gewesenen Fassung zitiert.
2.
2.
1
Nach Art. 10
Abs.
1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
, ATSG
), so steht ihr gemäss Art. 16
Abs.
1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18
Abs.
1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invali
denversicherung abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heil
behandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19
Abs.
1 UVG)
.
2.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Per
son nach Eintritt der unfallbedingten Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
2.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und ge
gebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig
keiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Be
urteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.4
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztin
nen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollzieh
bar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut
achters oder der Gutachterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/
ee
, 122 V 157 E. 1c; vgl. auch BGE 123 V 331 E. 1c).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin ging bei der Festsetzung des Invaliditätsgrades da
von aus, dass die Beschwerdeführerin
gemäss Einschätzung
des
Versiche
rungsarztes
in
einer leidensangepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig ist und in einer solchen Tätigkeit gestützt auf die sogenannten Tabellenlöhne
, Anforderungsniveau 3, und
unter Berücksichtigung
eines leidensbedingten Abzuges von 5 % vom Tabellenlohn ein Einkommen von Fr. 67'575.80 er
zielen könnte. Das
Valideneinkommen
bezifferte sie mit Fr. 79'090.45
und errechnete einen
Invaliditätsgrad von 15 %
(Urk. 2 S.6
Ziff.
2.3.3).
3.2
Dagegen wandte die Beschwerdeführerin ein, laut Beurteilung des
behan
-
deln
den
Arztes sei sie in einer behinderungsangepassten Tätigkeit nur zu 80 % arbeitsfähig
(
Urk.
1
S. 4 f. Ziff. 1)
. Für das Invalideneinkommen sei das Anforderungsniveau 4 der Tabellenlöhne heranzuziehen, weil sie in einer behinderungsangepassten Tätigkeit keine
qualifizierten Fachkenntnisse
vor
zuweisen habe.
Sie könne somit lediglich ein Invalideneinkommen von
Fr. 48'325.25 erzielen, was zu einem Invaliditätsgrad von 39 % führe (Urk. 1 S. 6 f. Ziff. 2).
3.3
Streitig
ist
die Höhe de
s
Invalid
itätsgrades
, wobei einerseits Uneinigkeit be
steht, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin in einer
behinderungsan
gepassten
Tätigkeit arbeitsfähig ist
,
und
andererseits verschiedene Ansichten darin bestehen,
welches Einkommen sie in einer behinderungsangepassten Tätigkeit erzielen könnte.
4.
4.1
4.1.1
PD
Dr.
med.
Z._
, Facharzt für Orthopädie und Handchirur
gie an der
A._
Klinik,
führte laut Operationsbericht vom 7. Januar 2011 (Urk. 11/M39) am 5. Januar 2011 eine Schulterarthroskopie rechts mit
Bicepstenotomie
,
Débridement
und
Defilée
-Nacherweiterung (
Acromioplastik
) rechts durch.
4.1.
2
Mit Bericht vom 7. Juni 2011 stellte PD
Dr.
Z._
fest (Urk. 11/M45), dass sich die Funktion der rechten Schulter einschliesslich Komplexbewegungen vollständig normalisiert habe.
Bei Beanspruchung des rechten Arms komme es immer noch zu
impingementartigen
Restbeschwerden. Nachts sei die Schulter eigentlich schmerzfrei, beim Liegen auf der rechten Seite komme es aber zum Einschlafen des ganzen Arms. Auch tagsüber beschreibe die Be
schwerdeführerin Symptome, die vereinbar seien mit einem funktionellen
thoracic
outlet
-Syndrom (S. 2 oben). Sie arbeite derzeit 50 % ihres normalen 80 %-Pensums, was 4
.5
Stunden
pro Tag
in einem körperlich beanspruchen
den Beruf heisse. Dies schaffe sie gut, komme aber an die Grenze ihrer Mög
lichkeiten (S. 2 Mitte).
4.1.
3
PD
Dr.
Z._
berichtete am 27. September 2011 (Urk. 11/M46), der Verlauf sei etwas wechselnd. Die Schulterfunktion habe sich vollständig normalisiert. In warmem Klima und ohne Belastung sei die Beschwerdeführerin beschwer
defrei. Problematisch sei die Belastung im Alltag und Beruf. Die Beschwer
deführerin könne halbtags gut arbeiten. Sie sei aber auf die verlängerte
Er
holungsphase
angewiesen. Bei grösseren und vor allem länger dauernden Belastungen komme es zu sehr wechselnden Schmerzen in der rechten obe
ren Extremität mit auch gelegentlichen Sensibilitätsstörungen, welche über Nacht anhielten und sie dann auch nicht mehr schlafen liessen. Vorerst und in nächster Zukunft sei die Beschwerdeführerin zu 50 % arbeitsfähig (50 %
von
80 % Vollpensum
)
. Die
s
ergebe im Wesentlichen eine Halbtagestätigkeit von rund 4.5 Stunden täglich (S. 2 oben).
4.1.
4
Am 16. Januar 2012 rapportierte PD
Dr.
Z._
(Urk. 11/M48), der Eingriff habe sich subjektiv und objektiv gelohnt. Bei der Arbeitstätigkeit im Pflege
be
ruf
seien die Beschwerden geringer geworden und auch die Belastbarkeit habe etwas zugenommen
(S. 2 oben)
.
Bezüglich Kraft und Beweglichkeit be
stehe eine weitgehende
Restitutio
ad
integrum
. Tätigkeiten vor dem Köper seien problemlos
wieder
wie früher ausführbar. Tätigkeiten über Kopf seien dagegen nicht mehr wie früher ausführbar, die Beschwerdeführerin ermüde sehr rasch. Später kämen dann auch Schulterschmerzen rechts hinzu, welche aber rasch wieder abklängen. Es bestünden keine Nachtschmerzen mehr, Schlafen auf der rechten Seite sei ohne Einschränkungen wieder möglich (S. 2 Mitte). Die Beschwerdeführerin
könne
ihre Arbeitstätigkeit im Pflege
beruf auf 50 % eines Vollpensums ab Februar 2012 steigern. Ob eine weitere Steigerung möglich sei, sei unsicher. In einem körperlich nicht belastenden Beruf (Verwaltung usw.) bestehe eine 80%ige Arbeitsfähigkeit (volle Ar
beitsfähigkeit mit verlängerten Erholungszeiten; S. 3 Mitte).
4.2
Dr.
med.
B._
, Facharzt für Ch
i
r
urgie, kam in der Stellungnahme vom 2. August 2012 (Urk. 11/M52) zum Schluss, eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes könne 19 Monate nach der letzten
Schulteropera
tion
durch weitere Heilbehandlungen nicht mehr erwartet werden (S. 1 Ziff. 1). Die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit durch PD
Dr.
Z._
sei be
züglich der angestammten Tätigkeit medizinisch begründet und nachvoll
ziehbar (S. 1 Ziff. 2). Bei Vermeidung von repetitiven belastenden rechtsseiti
gen Schulterbewegungen sei eine frühzeitige Ermüdbarkeit der rechten obe
ren Extremität nicht plausibel (S. 1 Ziff. 2). In der bisherigen Tätigkeit als Pflegefachfrau bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 50 % eines Vollpensums. Für Tätigkeiten ohne Heben und Tragen von Lasten über 2-3 kg mit dem rechten Arm und unter Vermeidung von repetitiven Bewegungen in der Schulter sowie Vermeiden von Überkopfarbeiten sei die Beschwerdeführer
in
zu 100 % arbeitsfähig. Mit diesen Einschränkungen
werde
eine Überlastung des rechten Schultergelenks und damit eine vorzeitige Ermüdung verhindert. Die Funktion der rechten Hand sei kräftig mit ausgemessenen 30 kg beim Faustschluss (vgl. Urk. 11/M51; S. 2
Ziff.
3).
4.3
Dieser Stellungnahme entgegnete PD
Dr.
Z._
am 2. April 2014 (Urk. 11/M53
=
Urk.
3
), die Beschwerdeführerin sei im
A
lltag auch bei einer angepassten Tätigkeit ohne spezielle Belastungen der rechten Schulter nicht
schmerzfrei. Das Sehnengewe
b
e sei trotz
sonographisch
intakter Verhältnisse alteriert und könne auch ohne grössere Belastungen Schmerzen verursachen, weshalb eine erhöhte Ermüdbarkeit auch bei normalen, nicht belastenden Alltagstätigkeiten bestünden (Ziff. 1).
4.4
Dr.
B._
hielt in der Stellungnahme vom 26. Juni 2014 (
URk.
11/M54) an seiner
Einschätzung fest mit der Begrü
ndung, es lägen keine neuen medizi
nischen Befunde vor. Es könne somit davon ausgegangen werden, dass sich unveränderte klinische Befunde an der rechten Schulter zeigten mit seiten
gleicher Beweglichkeit und objektivierbarem Kraftverlust bei der Abduktion mit Beschwerden und rascher Ermüdung bei Ü
berkopfarbeiten.
4.5
Mit Bericht vom 15. Juni 2016 (Urk. 18/4) stellte sich PD
Dr.
Z._
auf den Standpunkt, es sei aufgrund der Vorgeschichte und der strukturellen
Restzu
stände
im Bereich der rechten Schulter erklärbar, dass diese Schmerzen ver
ursache, die einerseits als dumpfe Dauerschmerzen charakterisiert werden könnten und andererseits auch
kumulierbar
seien durch den Alltagsgebrauch auch bei nicht schulterbelastenden Tätigkeiten. Dazu genüge eine Tätigkeit beispielsweise am Schreibtisch mit der Computermaus oder beim Bedienen eines Computers und anderen nicht besonders belastenden Bürotätigkeiten. Nicht die Einzelbewegung, sondern die kumulative Tätigkeit über mehr
ere Stunden führe zu Schmerzen.
5.
5.1
Bezüglich der angestammten Tätigkeit als Pflegerin besteht zwischen behan
delndem und
Versicherungsa
rzt Einigkeit darüber, dass bei der Beschwerde
führerin eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 50 % vorliegt. Unter
schiedlicher Meinung sind die Ärzte bezüglich Arbeitsfähigkeit in
behinde
rungsangepasster
Tätigkeit: PD
Dr.
Z._
attestierte eine solche von 80 %
,
während
Dr.
B._
eine solche von 100 % bescheinigte.
5.2
Dem von PD
Dr.
Z._
dokumentierten Genesungsverlauf kann entnom
men werden, dass
si
ch die Situation stetig verbesserte.
Ein Jahr nach der Operation bestand bezüglich Kraft und Beweglichkeit eine weitgehende
Re
stitutio
ad
integrum
,
und Tätigkeiten vor dem Körper konnte die Beschwer
deführerin problemlos wie früher ausüben. Bei Tätigkeiten über Kopf ermü
dete sie sehr rasch
,
und es traten
in der Folge
Schmerzen auf, die aber rasch wieder abklangen
.
Die Beschwerdeführerin
hatte keine Nachtschmerzen mehr
und konnte ohne Einschränkungen auf der recht
en Seite schlafen (vgl. E. 4.1.4
).
Obwohl PD
Dr.
Z._
im Bericht vom 16. Januar 2012 (E.
4.1.
4
) lediglich Einschränkungen bei Tätigkeiten über K
opf beschrieb, kam er
zum Schluss, dass in einer körperlich angepassten Tätigkeit eine um 20 % eingeschränkte Arbeitsfähigkeit gegeben
sei
, da die Beschwerdeführerin verlängerte Erho
lungszeiten brauche.
Aufgrund der Vorgeschichte und der strukturellen
Rest
zustände
im Bereich der rechten Schulter sei erklärbar, dass diese Schmerzen verursache, die einerseits als dumpfe Dauerschmerzen charakterisiert werden könnten und andererseits auch
kumulierbar
seien durch den Alltagsgebrauch auch bei nicht s
chulterbelastenden Tätigkeiten
(
vgl.
E. 4.5)
.
Allerdings be
klagte die Beschwerdeführerin Schmerzen vor allem bei Tätigkeiten über Kopf und bei
grösseren und länger dauernden Belastungen (vgl. E. 4.1.3)
. Während der Zeit, in welcher sie bei PD
Dr.
Z._
in Behandlung stand, war sie zu 50 % als Pflegefachfrau tätig und
stiess
durch diese Tätigkeit an
die
Grenzen
ihrer Möglichkeiten (vgl. E. 4.1.2)
. Wenn sie in dieser Situation über gelegentliche Schulterschmerzen berichtete, erscheint dies durchaus nachvollziehbar, lässt aber nicht den Schluss zu, dass
bei radiologisch und
sonografisch
unauffälligem Resultat
und negativen
Impingementprovokati
onstests
auch bei schulterschonenden Tätigkeiten
Beschwerden auftreten
.
Immerhin gab sie stets an, dass Tätigkeiten vor dem Körper problemlos
wie
der
wie früher
ausführbar seien
(vgl. E. 4.1.4)
, und sie ohne Belastung be
schwerdefrei sei (vgl. E.
4.
1.3
).
5.
3
Wenn
Dr.
B._
unter diesen Umständen zum Schluss kommt, dass in einer schulterschonenden Tätigkeit eine vollständige Arbeitsfähigkeit besteht, ist dies nicht zu beanstanden.
Von
weiteren medizinischen Abklärungen
kann daher abgesehen werden.
6.
6.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, na
mentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit auf
genommen hat, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik
(BFS)
periodisch herausgegebenen
Lohn
strukturerhebungen
(LSE) herangezogen werden (BGE 126 V 75 E. 3b/
aa
und
bb
, vgl. auch BGE 129 V 472 E. 4.2.1). Für die Invaliditätsbemessung wird praxisgemäss auf die standardisierten Bruttolöhne (Tabellengruppe A) abge
stellt (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweis), wobei jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszugehen ist. Bei der Anwendung der Tabellengruppe A gilt es ausserdem zu berücksichtigen, dass ihr generell eine Arbeitszeit von 40 Wochenstunden zugrunde liegt, weshalb der massgebliche Tabellenlohn auf die entsprechende betriebsübliche Wochenarbeitszeit aufzurechnen ist (BGE 129 V 472 E. 4.3.2, 126 V 75 E. 3b/
bb
, 124 V 321 E. 3b/
aa
; AHI 2000 S. 81 E. 2a).
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf der Grundlage der LSE kann – ausnahmsweise – der Lohn eines einzelnen Sektors („Produktion" oder „Dienstleistungen") oder gar einer bestimmten Branche herangezogen wer
den, wenn es als sachgerecht erscheint, um der im Einzelfall zumutbaren er
werblichen Verwertung der verbleibenden Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tra
gen, namentlich bei Personen, die vor der Gesundheitsschädigung lange Zeit im betreffenden Bereich tätig gewesen waren und bei denen eine Arbeit in anderen Bereichen kaum in Frage kommt (SVR 2008 IV Nr. 20 S. 63, 9C_237/2007 E. 5.1; Urteil des Bundesgerichts 9C_667/2013 vom 29. April 2014 E. 5.3).
Anlässlich der mit der LSE 2012 eingeleiteten Revision erfolgte eine Anpas
sung an die entsprechenden
Reglemente
der Europäischen Union (EU). Neu wird nun nach Berufen (
Skill
Levels) differenziert statt nach den bisherigen Anforderungsniveaus 1 bis 4 der Stelle. Das Bundesgericht hat
in BGE 142 V 178 E.
2.5.3
festgestellt,
dass das statistische Einkommen nach TA1
Kompe
tenzniveau
1 der LSE 2012 bei den Männern gegenüber dem Tabellenlohn nach TA1 Anforderungsnivea
u 4 der LSE 2010 ein Plus von 6.
3 Prozent, bei den Frauen ein Minus von 2
.
7 Prozent und beim Total ein Plus von 5,4 Pro
zent zeige, was nicht mit der Lohnentwicklung von 2010 bis 2012 überein
stimmt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_343/2016 vom 12. September 2016 E. 6).
Es hat erkannt, dass die LSE 2012 im Rahmen einer erstmali
gen
Invali
ditätsbemessung
(Art.
28 ff.
des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche
rung,
IVG) und im Neuanmeldungsverfahren nach vorausgegangener rechts
kräftiger Ablehnung oder nach Aufhebung der Invalidenrente sowie grund
sätzlich auch im Revisionsverfahren
(mit Entstehung des potentiellen oder Veränderung des laufenden Rentenanspruchs im Jahr 2012 oder später)
zur Festlegung de
r Vergleichseinkommen nach Art.
16 ATSG dennoch grund
sätzlich als Beweis geeignet ist (
BGE 142 V 178
E.
2.5.7
und E. 2.5.8.1
;
vgl.
Urteile des Bundesgerich
ts 8C_343/2016 vom 12. September 2016 E.
6 und 9C_36
9/2016 vom 6. September 2016 E.
2.1).
Gemäss Bundesgericht dürfen für die Invaliditätsbemessung – zumindest bis auf Weiteres – nur die (unter anderem) nach dem Kompetenzniveau differen
zierten TA1-Tabellen der LSE 2012 verwendet werden, hingegen nicht die TA1 b-Tabellen (BGE 142 V 178 E. 2.5.7).
6.2
Die Beschwerdegegnerin zog für die Bestimmung des Invalideneinkommens die LSE 2010, TA1, Anforderungsniveau 3, Frauen, Sektor 86-88
,
heran, wo
hingegen die Beschwerdeführerin das Anforderungsniveau 4 angewandt ha
ben will.
6.3
Vorab ist darauf hinzuweisen, dass bei einem mutmasslichen Rentenbeginn im Jahre 2013
(vgl. Urk. 11/A63 S. 3) die LSE 2012 heranzuziehen sind
.
Die Beschwerdeführerin
absolvierte eine Bürolehre und liess sich in den Jah
ren 1998 bis 2001 als
Fachfrau Betreuung
ausbilden. Bereits seit 1991 ist sie in einem Alters- und Pflegeheim tätig und verfügt
neben dem Fachwissen
im Gesundheitswesen über langjährige Berufserfahrung. Es gibt keinen Grund, warum die Beschwerdeführerin ihre beruflichen Kenntnisse und Erfahrungen trotz des Gesundheitsschadens an der Schulter nicht weiterhin anwenden könnte.
A
uch wenn sich der kaufmännische
Bereich in einem schnelllebigen Bereich befindet und die Beschwerdeführerin darin wenig praktische Erfah
rung gesammelt hat,
bietet diese Ausbildung doch die Möglichkeit, die fun
dierten Kenntnisse im Gesundheitswesen vermehrt auch
in
einem
Bereich einzusetzen, dessen Anforderungen über denjenigen Tätigkeiten einer einfa
chen Hilfskraft liegen.
Es ist daher bei der Bemessung des
Invalideneinkom
mens
vom Kompetenzniveau 2 auszugehen.
Gemäss LSE 2012, TA1, betrug der
monatliche
Durchschnittslohn für Frauen im
Gesundheits- und
Sozialwesen im Kompetenz
niveau
2 Fr. 5'084.--. Unter Berücksichtigung der üblichen Wochenarbeitszeit im Gesundheits- und Sozi
alwesen
im Jahr 2013
von
41.5 Stunden
(BFS, Statistik der betriebsüblichen Arbeitszeit, BUA, Tabelle T03.02)
sowie des Nominallohnindexes im
Gesund
heits
- und Sozialwesen von 101.2 Punkten im Jahr 2012 und 101.7 Punkten im Jahr 2013
(BFS, Schweizerischer Lohnindex, Nominallohnindex 2011-2015, Tabelle T1.10)
resultiert bei einem Pensu
m von 100 % ein Jahreslohn von
Fr. 63'609.--.
6.4
Die Beschwerde
gegnerin gewährte auf den Tabellenlohn einen Abzug von 5 %, was sie mit der langen Betriebszugehörigkeit der Beschwerdeführerin
begründete. Die Beschwerdeführerin machte geltend, es sei ihr ein weiterer Abzug vom Tabellenlohn von 15 % zu gewähren,
da ihr
nur noch angepasste Tätigkeiten mit Schonung der rechten Schulter unter Vermeidung von
Über
kopfarbeiten
sowie Belastungen über 2-3 kg und repetitivem Einsatz der rechten Schulter zumutbar seien
(
Urk.
1 S. 8
Ziff.
5)
. Diese körperlichen Ein
schränkungen sind bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit bereits berück
sichtig worden, weshalb kein Grund besteht, einen weiteren Abzug vom
Ta
bellenlohn
zu gewähren.
Unter Berücksichtigung eines Tabellenlohnabzugs von 5 %
ergibt sich somit für die Beschwerdeführerin ein Invalideneinkommen von Fr. 60'429.-- und verglichen mit dem
unbestrittenen
Valideneinkommen
von Fr. 79'090.-- eine Erwerbseinbusse von Fr. 18'661.-- beziehungsweise von aufgerundet 24 %. In diesem Sinne ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen.
7.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine um die Hälfte gekürzte
Prozessentschädigung
, welche bei einem
ge
richtsüblichen
Ansatz von Fr. 185.-- zuzüglich Mehrwertsteuer
ermessens
weise
auf Fr. 700.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen ist.