Decision ID: a9050a36-6567-491f-915b-6c2f876caf3f
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1968, war zuletzt zwischen dem 1. Dezember 2003 und dem 27. Mai 2004 als Küchenhilfe im Restaurant/Café
Y._
, tätig
(Urk. 7/5/1). Am 23. Mai 2004 meldete sie sich wegen Epilepsie und Depressionen bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung zum
Leis
tungsbezug
an.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte bei
Dr.
med.
Z._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychothe
rapie, ein psychiatrisches Gutachten ein, das am 21. März 2005 (Urk. 7/17) erstattet wurde.
Am 4. April 2005 (Urk. 7/19) wurde der Versicherten eine Schadenminderungspflicht in der Form einer intensiven
verhaltenstherapeu
tischen
Behandlung und
einer teilstationären
Reintegrationsbehandlung (Urk. 7/19)
auferlegt
.
Mit Verfügung vom 16. Juni 2005 sprach ihr die IV-Stelle
gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 100 %
ab 1. Januar 2005
eine ganze Invalidenrente zu (Urk. 7/29).
1.2
Am
24. März 2006 (Urk. 7/4
2)
bestätigte
die IV-Stelle
den bisherigen Renten
anspruch
. Gleichentags
auferlegte
sie
der Versicherten eine
Schadenminde
rungspflicht
bestehend aus einer Wiederaufnahme der
psychopharmakolo
gischen
und psychotherapeutischen Behandlung und einer schrittweisen Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit, beginnend mit einem Arbeitspensum von 50 % in geschütztem Rahmen (Urk. 7/41).
1.3
Am
29. Januar 2007 (Urk. 7/54)
bestätigte die IV-Stelle
wiederum
den bisheri
gen
Rentenanspruc
h
und teilte
den Fortbestand der bestehenden
Sc
ha
denminderungspflicht
mit
(Urk. 7/53).
1.
4
Gestützt auf
das
von
med.
pract
.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Psycho
therapie
,
am
22. März 2009 (Urk. 7/64) erstattete
psychiatrische
Gutachten teilte die IV-Stelle der Versicherten am
26. Mai 2009 (Urk. 7/67)
erneut
einen unverändert fortbestehenden
Rentenanspruch
mit
.
1.5
Zu Beginn
des
im
Ju
n
i 2013 eingeleiteten Revisionsverfahrens
informierte die Versicherte die IV-Stelle darüber, dass sie zwischenzeitlich eine
teilzeit
liche
Erwerbstätigkeit aufgenommen habe (Urk. 7/69/3). In der Folge
tätigte die IV-Stelle medizinische (Urk. 7/
71, 7/72
, 7/91, 7/92
) und erwerbliche Abklärungen (Urk. 7
/70
, 7/93
)
. Zudem
liess sie die Versicherte
am 26. November 2013
durch ihren Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) psychi
atrisch untersuchen (Urk. 7/73) und
gab
bei der Stiftung MEDAS
B._
eine polydisziplinäre Begutachtung
der Fachrichtungen Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie und Neurologie
in Auftrag.
Nach persönlichen Unter
suchungen der Versicherten am 27. und 28. August 2014, wurde dieses Gut
achten am 13. Oktober 2014 (Urk. 9/87) erstattet
. Mit Vorbescheid vom 30. Juni 2016
(Urk. 7/96)
wurde der Versicherten von der IV-Stelle
eine
revi
sionsweise
Rentenaufhebung in Aussicht gestellt. Dagegen erhob die Ver
sicherte am 7. September 2016 (Urk. 7/102) Einwände. Mit Verfügung vom 19. September 2016 (
Urk.
7/108
= Urk. 2
) hob die IV-Stelle die Rente
wie angekündigt
auf das Ende des der Zustellung folgenden Monats auf und ent
zog einer allfälligen Beschwerde dagegen die aufschiebende Wirkung.
2.
Mit Beschwerde vom
20. Oktober 2016 (Urk. 1) beantragte die Beschwerde
-
f
üh
rerin
die Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 19. September 2016. In formeller Hinsicht ersuchte sie um Wiedererteilung der aufschiebenden Wirkung. Mit Beschwerdeantwort vom 22. November 2016 (Urk. 6) beantragte die Beschwerdegegnerin eine teilweise Gutheissung der Beschwerde im Sinne einer Rückweisung zu weiteren medizinischen Abklärungen. Die mit Verfügung vom 12. Dezember 2016 (Urk. 8) angesetzte Frist zur Replik liess die Beschwerdeführerin ungenutzt ablaufen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG)
.
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
setzes über die Invalidenversicherung, IVG)
.
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verblei
bende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken.
Rechtsprechungs
gemäss
ist bei psychischen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein seelische
s Leiden
mit Krankheitswert besteht, welche
s
die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein
rentenausschliessendes
Erwerbseinkommen zu erzielen (Art. 7 Abs. 2 Satz 2 ATSG;
BGE 139 V 547
E. 5;
131 V 49
E. 1.2;
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 2015 E. 5
und 9C_125/2015 vom 18. November 2015 E.
5.4.
).
Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG setzt grundsätzlich eine lege
artis
auf die Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte psychiatrische Diagnose voraus (vgl. BGE 130 V 396; Urteile des Bundesge
richts 8C_616/2014 vom 25. Februar 201
5
E. 5.3.3.3 und 9C_739/2014 vom 30. November 2015 E. 3.2). Eine fachärztlich festgestellte psychische Krank
heit ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Es ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilen, ob und inwiefern der versicherten Person trotz ihres Leidens die Verwertung ihrer
Restarbeits
fähigkeit
auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt noch sozial-praktisch zumutbar und für die Gesellschaft tragbar sei (BGE 141 V 281 E. 3.7.3; 136 V 279 E. 3.2.1; BGE 127 V 294 E. 4c; vgl. Urteile des Bundesgerichtes 8C_614/2015 vom 15. Dezember 20
15 E. 5 und 8C_731/2015 vom 18.
April 2016 E. 4.1).
1.
3
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreivier
telsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28
Abs.
2 IVG).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Aufhebung der ganzen Rente mit einer seit der letzten Rentenrevision
von Mai 2009
eingetretenen erheblichen Verbesserung der gesundheitlichen Situation. Es liege keine invalidisierende gesundheitliche Beeinträchtigung mehr vor, wobei nicht auf das Gutachten der MEDAS
B._
abgestellt werden könne. Entgegen der Ansicht der dortigen Ärzte bestehe eine 80%ige Arbeitsfähigkeit (
Urk.
2).
2.2
Die Beschwerdeführerin beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfü
gung vom
19. September 2016 (Urk. 2),
womit sie
die weitere Ausrichtung der bisherigen Rente
begehrte
. Sie
rügte den Umstand
, dass
die
Beschwerde
gegnerin
nicht auf das durch sie selber
eingeholte Gutachten der Stiftung MEDAS
B._
abgestellt habe.
Dieses Gutachten verweise auch auf die Gutachten aus den Jahren 2004 und 2009, welche ebenfalls von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen seien. Es sei durchs Band bestä
tigt worden, dass aus psychiatrischer Sicht sowohl in der angestammten als auch in angepassten Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe. Das aktuelle Gutachten zeige nur, dass sich die gesundheitliche Situation in keiner We
ise verändert habe (Urk. 1 S. 7)
.
2.
3
Demgegenüber beantragt
e
die Beschwerdegegnerin in ihrer
Beschwerdeant
wort
vom 22. November 2016 (Urk. 6) die teilweise Gutheissung der Beschwerde im Sinne einer Rückweisung zu weiteren Abklärungen. Sie begründet
e
dies damit, dass aufgrund der anlässlich der Begutachtung erho
benen u
nauffälligen objektiven Befunde, der im Gutachten dokumentierten vielfältigen Alltagsaktivitäten sowie des weitgehend uneingeschränkten Tagesablaufs eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeit nicht nachvollziehbar sei
(Urk. 6 S. 1)
. Die bestehenden Akten genügten nicht, um die Arbeitsfähigkeit aus psychischer Sicht zu beurteilen. Auch die beiden RAD-Ärzte seien zu unterschiedlichen Schlüssen gelangt und bei ihren Stel
lungnahmen habe es sich um reine Aktenbeurteilungen ohne persönliche Untersuchungen gehandelt. Es sei unklar, ob eine Verbesserung des Gesund
heitszustandes vorliege
und welche Therapiemöglichkeiten bestünden
(Urk. 6 S. 2)
.
3.
3.1
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Ände
rung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfü
gung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit
rechts
konformer
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Rechtsprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E. 3 und 133 V 108 E. 5.4 mit Hinweis). Nach der
bundes
gerichtlichen
Rechtsprechung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durchgeführten Revision keine leistungsbeeinflussende
Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (Art. 74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invalidenversicherung, IVV)
und die bisherige Invalidenrente daher weiter ausgerichtet wird. Wird auf entsprechende Mitteilung hin keine Verfü
gung verlangt (Art. 74
quater
IVV), ist jene in Bezug auf den
Vergleichszeit
punkt
einer (ordentlichen) rechtskräftigen Verfügung gleichzustellen (Urteile des Bundesgerichts 9C_771/2009 vom 10. September 2010 E. 2.2 und 9C_586/2010 vom 15. Oktober 2010 E. 2.2 mit Hin
weisen).
3.2
Die
Zusprache
der
ganzen Invalidenrente erfolgte
ursprünglich
mit Verfü
gung vom 16. Juni 2005 (Urk. 7/29). In der Folge bestätigte die
IV-Stelle
nach Durchführung dreier amtlicher Revisionen in den Jahren 2006 (Urk. 7/42), 2007 (Urk. 7/54) und 2009 (Urk. 7/67) jeweils einen unveränder
ten Rentenanspruch
. Als Folge einer weiteren amtlichen Revision hob die Beschwerdegegnerin mit der angefochtenen
Verfügung vom 19. September 2016 (Urk. 2)
die bisherige Rente auf.
Anlässlich der im Jahr 2009 abgeschlossenen dritten Rentenrevision zog die IV-Stelle einen Auszug aus dem Individuellen Konto der Beschwerdeführerin vom 26. Februar 2008 (Urk. 7/60) bei und holte neben Berichten behandeln
der Arztpersonen (Urk. 9/61 f.) auch ein psychiatrisches Gutachten bei med.
pract
.
A._
ein (Gutachte
n vom 25. März 2009, Urk. 7/64)
. Damit
ist der Sachverhalt bei Erlass der angefochtenen Verfügung mit demjenigen zu ver
gleichen, welcher der rentenbestätigenden Mitteilung vom 26. Mai
2009 (Urk. 7/67) zugrunde lag.
4.
Die Grundlagen für die Mitteilung
des unveränderten Rentenanspruchs
vom 26. Mai 2009 (Urk. 7/66
/3
)
sind dem Feststellungsblatt gleichen Datums zu
e
ntnehmen: I
n medizinischer Hinsicht
stellte die Beschwerdegegnerin
auf das psychiatrische Gutachten von med.
pract
.
A._
vom 22. März 2009 (Urk. 7/64) sowie die beiden ärztlichen Berichte von
Dr.
med.
C._
,
Fach
ärztin
für Allgemeine Innere Medizin, vom 26. Februar 2008 (Urk. 7/61) und von
Dr.
med.
D._
, Facharzt für Neurologie, vom 7. März 2008 (Urk. 7/62) ab.
Somatisch
wurde
eine
Epilepsie
mit
Erstdiagnose ca. 1986
angenommen
(Urk. 7/62/4).
Dr.
D._
hielt
dazu
fest, dass aufgrund von Nebenwirkungen eine
Umstellung des
A
ntiepilep
t
i
kums
erfolgt sei, was jedoch
das Auftreten
epileptische
r
Anfälle zur Folge gehabt habe.
Nach
einem
W
echsel zurück auf das ursprüngliche Pharmazeutikum bestehe nunmehr wieder Anfallsfreiheit. Er beurteilte den Gesundheitszustand im Vergleich zu seinem im letzten Revisionsverfahren eingereichten Bericht als unverändert
, entsprechend einer
neurologisch begründeten Arbeitsunfähigkeit von 50 %
(vgl. Urk. 7/47/3)
,
und hielt fest, dass die Belastbarkeit der Versicherten in den Morgenstunden weiterhin deutlich vermindert sei (Urk. 7/62/4).
In
Bezug auf den psychischen Gesundheitszustand wurde auf
das Gutachten
von
med.
pract
.
A._
vom 22. März 2009
abgestellt
.
A
ufgrund der jeweils seit mehreren Jahren beste
henden Diagnosen
eine
r
rezidivierende
n
depressive
n
Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F33.01)
,
und eine
r
generalisierte
n
Angststörung (ICD-10: F41.1)
beurteilte
med.
pract
.
A._
die Versicherte al
s vollumfänglich arbeitsunfähig
(Urk. 7/64/21)
.
Dr.
C._
(Urk. 9/61/1) und med.
pract
.
A._
(Urk.
9/64/20)
beurteilten
den Gesundheitszustand
im Vergleich zum
letzten Revisionsverfahren
ebenfalls als
un
verändert
.
Entsprechend stellte d
ie
IV-Stelle
fest,
es
sei
aus medizi
nischer Sicht
weiterhin
von
eine
r
100%ige
n
Arbeitsunfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten
auszugehen
.
Diese Einschätzung entsprach
auch
der
effektiven erwerblichen Situation, da die
Versicherte
weiterhin keiner Erwerbstätigkeit nachging
(Urk. 7/66/3, vgl. Auszug aus dem Individuellen Konto vom 25. Februar 2008, Urk. 7/60).
Dieser Sachverhalt bildet die Vergleichsbasis
für die
Frage, ob sich der Gesund
heitszustand des Beschwerdeführers seither erheblich verändert ha
t
.
5.
5
.
1
Med.
pract
.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes der Beschwerdegegnerin, hielt
im Bericht vom 27. November 2013 (Urk. 7/73)
die Ergebnisse
der
am Vortag durchge
führte
n
psychiatrische
n
Untersuchung
fest
. Die Beschwerdeführerin habe
dabei
über ein wechselhaftes Befinden mit guten und schlechten Tag
en geklagt. Sie hätt
e Angst vor einem erneuen epileptischen Anfall, wobei der
letzte
zwei oder drei Jahre zurückliege. Wenn sie Bus fahre und Schmetter
linge im Bauch spüre, nehme sie
Temesta
und fahre wieder zurück. Auch vor dieser Untersuchung habe sie Angst und einen schnellen Herzschlag gehabt, da sie nicht gewusst habe, ob der Arzt freundlich zu ihr sein werde. Die Angst komme von innen und dann schlage das Herz schnell und heftig (Urk. 7/73/2). Med.
pract
.
E._
diagnostizierte mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit eine generalisierte Angststörung (ICD-10: F41.1). Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit mass er einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10: F33.0), bei. Den Gesundheits
zustand beurteilte er als offensichtlich verbessert, was sich in der Aufnahme
einer Erwerbstätigkeit als Haushaltshilfe in einem geringen Pensum Anfang 2010 gezeigt habe. Die Beschwerdeführerin habe mit Hilfe ihrer Familie gelernt, trotz erforderlicher Umsteigevorgänge selbständig mit den öffent
lichen Verkehrsmitteln zur Arbeitsstelle zu fahren. Auf eine gesundheitliche Verbesserung weise auch die Reduktion des
Temesta
-Konsums hin (Urk. 7/73/5). Aufgrund der Aufwachepilepsie sei eine Tätigkeit am Vormit
t
ag
nicht möglich.
Das
jetz
t
ige
Arbeitsverhältnis ähnle einer beschützten Stelle.
Unter Berücksichtigung des Umstandes, dass sie gemäss eigenen Angaben ungefähr für jeden dritten oder vierten Arbeitseinsatz
krankheits
bedingt
ausfalle, resultiere eine Arbeitsfähigkeit von 35 %
(Urk. 7/73/6)
.
5
.2
Die Beschwerdeführerin wurde am 27. und 28. August 2014 im Auftrag der
IV-Stelle
durch die Fachärzte der Stiftung MEDAS
B._
in den Diszip
linen Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie und Neurologie untersucht. Gestützt darauf und die zur Verfügung gestellten
Vorakten
wurde am 13. Oktober 2014 ein polydisziplinäres Gutachten erstattet (Urk. 7/87).
Dr. med.
F._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, diagnostizierte auf dem Gebiet der Allgemeinen Inneren Medizin eine Adipositas
Grad II
, einen Diabetes mellitus
, eine arterielle Hypertonie sowie eine
Schilddrüsen
unterfunktion
. Diesen Diagnosen mass sie keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
bei
(Urk. 7/87/32)
.
Dr.
med.
G._
, Facharzt für Neurologie, und
Dr.
med.
H._
stellten aus neurologischer Sicht die Diagnosen einer Migräne ohne Aura sowie
einer seit mehreren Jahren, wahrscheinlich seit 2008, unter der aktu
ellen antikonvulsiven Therapie ohne Anfälle verlaufenden
Epilepsie.
I
n ange
passten Tätigkeiten
attestierte
n
sie
eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit
(Urk. 7/87/29).
Gegenüber dem psychiatrischen Gutachter, Dr. med.
I._
, Facharzt für Psy
chiatrie und Psychotherapie, berichtete die Beschwerdeführerin
davon, dass sie
an Epilepsie, Diabetes, Bluthochdruck sowie an erhöhten Leberwerten leide. Zudem klagte sie
darüber, eine Angst zu verspüren, die sich wie Schmetterlinge im Bauch anfühle und von Wallungen begleitet sei. Die Ängste würden ohne Auslöser aus ihrem Inneren auftreten. Sie bemühe sich dann jeweils, sich zu beruhigen, indem sie sich für eine Weile hinlege oder ein Glas Wasser trinke. Während sie früher bei jedem Angstanfall eine Tab
lette
Temesta
eingenommen habe,
erfolge dies seit einem Jahr weniger häufig und nur noch in Notfällen. Sie habe gelernt, sich ruhig zu verhalten, bis die Angstattacke vorüber sei. Sie befinde sich nicht in psychiatrisch-psychothe
rapeutischer Behandlung, verstehe sich aber sehr gut mit der Hausärztin, von der sie
Temesta
in Reserve erhalte (Urk. 7/87/18).
Dr.
I._
führte aus, u
nter Berücksichtigung der anamnestischen Angaben, der
Vorakten
und des klini
schen Befundes könnten die sowohl von der behandelnden Stelle als auch im Gutachten von med.
pract
.
A._
gestellten psychiatrischen Diagnosen bestä
tigt werden.
Es
bleibe unklar, weshalb die Beschwerdeführerin die
spezial
ärztliche
Behandlung in der
J._
beendet habe und sich nur noch in eine
hausärztliche Behandlung begebe. Es dürfe jedoch die Hypothese aufgestellt werden, dass dies mit der Angstsymptomatik zusammenhänge. Es bestehe ein durchgängig ängstlicher, besorgter Grundspannungslevel und der Verlauf habe gezeigt, dass auf längere Sicht keine Eingliederungsfähigkeit bestehe (Urk. 7/87/20). Aufgrund einer generalisierten Angststörung und der im Rahmen einer rezidivierenden depressiven Störung aktuell bestehenden leichten depressiven Episode mit somatischem
Syndrom
sei die Beschwerde
führerin sowohl auf der
psychisch-mentalen Ebene als auch in ihren psy
chosozialen Funktionen, einschliesslich Arbeit, erheblich beeinträchtigt
(Urk. 6/87/21). Obwohl eine gute hausärztliche Patientenbeziehung bestehe,
sei eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung, wie früher in der
J._
erfolgt, dringend zu empfehlen. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit. Der psychische Gesundheitszustand habe sich
seit dem
Jahr 2005
(
Rentenzusprache
) nicht
verändert (Urk. 7/87/22). Die Beschwerdeführerin sei über Jahre sowohl ambulant als auch stationär adä
quat psychiatrisch-psychotherapeutisch behandelt worden. Dabei habe keine dahingehende Verbesserung der Angstsymptomatik erreicht werden können, dass sie wieder einer Erwerbstätigkeit nachgehen könnte. Da es zum Wesen der Erkrankung gehöre, dass die Beschwerdeführerin Angst vor einer erneu
ten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung habe, sei die Auferle
gung medizinischer Massnahmen nicht zumutbar
(Urk. 7/87/37)
.
6
.
6
.1
6
.1.1
Während die Beschwerdeführerin gestützt auf das polydisziplinäre Gutachten der Stiftung MEDAS
B._
vom 13. Oktober 20
1
4 (Urk. 7/87) die wei
tere Ausrichtung der bisherigen ganzen Invalidenrente beantragt, erachtet die Beschwerdegegnerin weitere medizinische Abklärungen als notwendig.
6
.1.2
Die neurologischen
MEDAS-
Gutachter verneinten eine quantitative Ein
-
schrän
kung
der Arbeitsfähigkeit durch die Epilepsieerkrankung. Dies leuchtet ein, da die Beschwerdeführerin gemäss den Berichten
von
Dr.
D._
unter der bestehenden Medikation
(zumindest)
seit
dem Jahr 2008
keinen epileptischen Anfall mehr erlitt
en hat
(Urk. 7
/
62/4, 7/72/2,
7/92/1
)
. Die aufgezeichnete Einschränkung des Zumutbarkeitsprofils ist nachvollzieh
bar, da
die eingesetzte Medikation (
Convulex
300 mg) eine Beeinträchtigung der
Reaktionsfähigkeit,
der
Fahrtüchtigkeit und
der
Fähigkeit, Werkzeuge oder Maschin
en zu bedienen verursachen kann (
http://compendium.ch/mpub/pnr/
17260/
html
/de
, besucht am
14
. März 2017).
6
.1.3
In psychischer Hinsicht leidet die Beschwerdeführerin
gemäss dem psychiat
rischen MEDAS-Gutachter,
Dr.
I._
, an einer generalisierten Angststörung (ICD-10: F41.1) sowie an einer
rezidivierenden
depressiven Störung, gegenwärtig leichte depressive Episode mit somatischem Syn
drom
(ICD-10:
F33.01). Aus psychiatrischer Sicht geht er von einer vollumfäng
lichen Arbeitsunfähigkeit in jeglichen Tätigkeiten aus und verneint eine Ver
änd
erung des psychischen Gesundheitszustandes sowohl im Vergleich zum Zeitpunkt der
Rentenzusprache
im Jahr 2005 als auch im Vergleich zur letz
ten Revision im Jahr 2009
(Urk. 7/87/37)
.
Dr.
I._
stellte bei der Beschwerdeführerin aufgrund einer generalisierten Angststörung und der aktuell bestehenden leichten depressiven Episode mit somatischem Syndrom eine erhebliche Beeinträchtigung auf der psychisch-mentalen Ebene und in den psychosozialen Funktionen, einschliesslich Arbeit, fest
(Urk. 7/87/21)
. Diese Ausführungen sind sehr vage. Insbesondere beschreibt er nicht,
welche konkreten Einschränkungen aufgrund der
Angst
störung
bestehen.
Auch ist unklar,
in welcher
Häufigkeit die geklagten Angstattacken auftreten.
D
ie
weitgehend unauffälligen Befunde (Urk. 7/87/19)
deuten ebenso wenig auf eine erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigung hin
.
Soweit
Dr.
I._
die Hypothese aufstellt, dass die Beendigung der spezialärztlichen Behandlung in der
J._
im Zusammenhang mit der Angstsymptomatik stehe (Urk. 7/87/20), erweist sich dies als
akten
widrig
: Wie dem Austrittsbericht der
J._
vom 12. Juli 2006 (Urk. 7/50/6) zu entnehmen ist, wurde nach
(erneutem)
Behandlungsbeginn am 20. März 2006 ab dem 3. April 2006 ein dreimonatiges Arbeits- und
Leistungsüber
prüfungsprogramm
durchgeführt, nach dessen Ende
planmässig
am 30. Juni 2006 der Austritt erfolgte. Zudem wurde eine psychologische oder psychiat
rische Nachbetreuung in der Muttersprache empfohlen. Eine
solche fand bis
dato
ebenso wenig statt wie eine
-
vom psychiatrischen Gutachter med.
pract
.
A._
als zumutbar
beurteilte
-
stationäre Behandlung (Urk. 7/64/21).
Es fällt auf, dass seit dem Ende der von der IV-Stelle auferlegten
Schaden
minderungspflicht
nur noch hausärztliche und neurologische Behandlungen stattfanden.
Dies lässt auf einen eher geringen Leidensdruck schliessen.
Weiter fällt auf, dass im psychiatrischen
Teilgutachten von
Dr.
I._
die
vorbestehenden Akten
nur teilweise
Berücksichtigung fanden
:
Die ausgeübte
Teilzeittätigkeit
als Haushaltshilfe in
K._
wurde im psychiatrischen Teilgutachten offenbar weder erwähnt noch berücksichtigt.
Dies zeigt sich insbesondere dadurch, dass
Dr.
I._
fest
hielt
,
eine
Verbes
serung der Angstsymptomatik i
m Sinne der Wiedererlangung einer
(Teil-)Arbeitsfähigkeit
habe
trotz adäquater psychiatrisch-
psychothera
-
peutischer
Behandlung
nicht
erreicht werden können
(Urk. 7/87/23)
und d
er Verlauf
habe
gezeigt, dass auf längere Sicht keine Eingliederungsfähigkeit bestehe (Urk
.
7/87/34).
Auch in seiner Beschreibung des Tagesablaufs der Beschwer
deführerin (Urk. 7/87/18) erwähnte
Dr.
I._
die Erwerbst
ätigkeit
mit kei
nem Wort
. Die Teilerwerbstätigkeit
w
u
rd
e
lediglich
von der allgemein-inter
nistischen Gutachterin
im
Gutachtensabschnitt
„3.
5.
Krankheitskonzepte und Zukunftsvorstellungen der Versicherten“
(Urk. 7/87/16)
aufgeführt
.
Gerade
die Aufnahme
diese
r
Tätigkeit
seit der letzten Revision zeigt eine Verbesse
rung auf, indem es der
Beschwerdeführerin
nun doch sei
t
einiger Zeit
möglich
ist
, den Weg von ihrem Wohnort zum Arbeitsort in
K._
mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückzulegen
(
Urk.
7/73/2)
.
Auch d
er Bericht von RAD-Arzt med.
pract
.
E._
vom 27. November 2013
(Urk. 7/73
),
in
welchem
von dieser Tätigkeit berichtet wurde,
fand
im gesamten Gutachten
keine Erwähnung
und offenbar hatte die Versicherte ihre neue Tätigkeit auch nicht erwähnt
.
Dr.
I._
stellte fest
,
dass
über Jahre eine adäquate psychiatrische Behand
lung sowohl in ambulanter als auch in stationärer Form erfolgt sei
,
und eine weitere psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung
nicht zum
utbar sei (Urk. 7/87/37). Diese
Ansicht
ist wenig begründet
:
Eine psychiatrisch-
psy
chotherapeutische Behandlung fand
- mit mehreren Unterbrüchen
–
ledig
lich
zwischen Juni 2004 und Juni 2006 in ambulanter und teil
-
stationärer Form statt
(Urk. 7
/11/5, 7/46/5, 7/46/9, 7/50/5, 7
/51)
. Trotz entsprechender fach
ärztlicher Indikation
am Ende der letzten tagesklinischen Behandlung durch die
J._
(Urk.
7
/
50/6
) fand vor der Begutachtung im
August 2014 während einer Dauer von mehr als acht Jahren keine psychiatrisch-psychotherapeu
tische Behandlung mehr statt.
D
ie
Annahme von
Dr.
I._
, dass während Jahren eine adäquate Behandlung
psychiatrisch-psychotherapeutische
Behandlung stattgefunden hätte und
eine
solche nicht mehr zumutbar sei, widerspricht
sodann
der Einschätzung des psychiatrischen Vorgutachters, med.
pract
.
A._
, Facharzt für Psychiatrie und Ps
ychotherapie, aus dem Jahr 2009:
Er hielt
eine stationäre psychiatrische Behandlung
für
zumutbar, obwohl
die Beschwerdeführerin
dazu nicht bereit
gewesen
sei
. Zudem beur
teilte er
die Reservemedikation mit
Temesta
längerfristig als kontraproduktiv (Urk. 7/64/21).
Seit der letzten Revision im Jahr 2009 nahm die Beschwerdeführerin eine teilzeitliche
Erwerbstätigkeit
auf
(Urk. 7/ 73/5)
und
reduzierte
ihren
Teme
sta
-Konsum
.
G
emäss eigener Aussage
erlernte sie zudem,
sich
bei Auftreten
einer Angstattacke
bis zu deren Ende ruhig zu verhalten
(Urk. 7/87/
18
)
. Mit der IV-Stelle (Urk. 6
S.
2
)
ist davon auszugehen, dass diese Umstände auf einen verbesserten Gesundheitszustand hinw
eisen. Der Einschätzung von Dr.
I._
, wonach ein unveränderter Gesundheitszustand vorliege
,
kann damit nicht gefolgt werden.
Da
s psychiatrische
Teilgutachten von
Dr.
I._
ist für die streitigen Belange nicht umfassend, abweichende Beurteilungen werden nicht diskutiert und die von ihm gezogenen Schlussfolgerungen sind nicht
nachvollziehbar
.
Es erfüllt damit die Anforderungen der Rechtsprechung nicht
(BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a)
, weshalb die IV-Stelle zu Recht
nicht darauf abstellt
e
.
6
.1.4
Es stellt sich damit die Frage, ob der psychische Gesundheitszustand gestützt auf die weiteren im Recht liegenden Akten beurteilt werden kann.
Auf die Einschätzungen der RAD-Ärztin
Dr.
med.
L._
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin und Fachärztin für Arbeitsmedizin,
kann
ebenso wenig
abgestellt werden
.
Die Aussagekraft ihrer Beurteilung wird bereits dadurch eingeschränkt, dass sie nicht über einen
psychiatrischen Facharzt
-
ti
tel
verfügt
(vgl. BGE 130 V 352 E. 2.2.3).
Da
, wie in der vorstehenden Erwä
gung
6
.1.3
dargelegt, der Sachverhalt im MEDAS-Gutachten
unvoll
-
ständig ist, erweist sich eine reine Aktenbeurteilung im vorliegenden Fall als unge
eignet.
RAD-Arzt med.
pract
.
E._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
hatte
die Beschwerdeführerin
am
26.
November 2013
persönlich
untersucht
und
ihr eine Arbeitsfähigkeit von 35 %
unter Erwähnung eines geschützten Arbeitsplatzes attestiert
(Urk. 7/73/6)
. Aufgrund einer Aktenbeurteilung des
Gutachtens vom
13
.
Oktober
2014
schätzte er die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
in seiner Stellungnahme vo
m 26. Februar 2016 (Urk. 7/94/12
-
15)
neu auf 80 %.
Er legt
e
nicht dar, weshalb er
von seiner ursprünglichen Einschätzung abwich und
die Arbeitsfähigkeit massiv höher einschätzt
e
.
Aufgrund dieses Widerspruches kann auch nicht auf die Ein
schätzungen von med.
pract
.
E._
abgestellt werden
.
Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung können die Angaben der behan
delnden
Hausärztin,
Dr.
C._
, und
des behandelnden Neurologen,
Dr.
D._
, denen es im Übri
gen ebenfalls am entsprechenden psychiat
rischen Facharzttitel fehlt, für sich allein nicht als massgebend gelten, da diese im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifels
fällen mitunter eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3 b/cc, Urteil des Bundesgerichts I 1048/06 vom 13. Dezember 2007 E. 7.1.2).
Im Ergebnis ist mit der IV-Stelle festzuhalten, dass
eine Beurteilung des
psy
chische
n
Gesundheitszustand
s
gestützt auf die bestehenden Akten nicht
möglich ist. Die Beschwerde ist damit insoweit gutzuheissen, als die ange
fochtene Verfügung aufzuheben und die Sache zur ergänzenden psychiat
rischen Begutachtung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist.
7
.
Der mit der revisionsweise verfügten Aufhebung einer Rente verbundene Entzug der aufschiebenden Wirkung einer Beschwerde dauert bei
Rückwei
sung
der Sache an die Verwaltung grundsätzlich auch noch für den Zeitraum dieses Abklärungsverfahrens bis zum Erlass der neuen
Verwaltungsverfü
gung
an.
Eine Aufhebung des von der Verwaltung angeordneten Entzugs der aufschiebenden Wirkung ist
ausnahmsweise zulässig, wenn diese in miss
bräuchlicher Weise einen möglichst frühen Revisionszeitpunkt provozierte (Urteil des Bundesgerichts
8C_22/2013
vom 4. Juli 2013 E. 3.1 mit Hinweisen auf BGE
129 V 370
und BGE
106 V 18 E. 3
lit
. d
).
Zwischen
dem Versand des polydisziplinären Gutachtens
durch die Stiftung MEDAS
B._
am 13. Oktober 2014 (Urk. 7/87) und dem Erlass des Vorbescheides am 30. Juni 2016 (Urk. 7/96) liegt ein Zeitraum von rund 20 Monaten
. In dieser Zeitperiode holte
die IV-Stelle
zwei
Stellungnahmen
ihres RAD vom 15. Oktober 2014 (Urk. 7/94/7 f.) und 26. Februar
2015
(Urk. 7/94/12-15), eine Stellungnahme ihres Rechtsdienstes vom 21./22. Oktober 2015 (Urk. 7/94/9-11), sowie aktuelle ärztliche Berichte der Hausärztin
Dr.
C._
vom 14. Dezember 2015 (Urk. 7/91) und des Neurolo
gen
Dr.
D._
vom 11. Januar 2016 (Urk. 7/92), ein.
Nachdem im
Einwand
verfahren
keine neuen medizinischen Sachverhalte vorgebracht wurden, erliess die Beschwerdegegnerin am 19. September 2016 die angefochtene Verfügung (Urk. 2).
Damit liegt kein
missbräuchlich früher Fallabschluss
vor
,
eine andere Begründung des Gesuchs bringt die Beschwerdeführerin nicht vor; deshalb dauert
der Entzug der aufschiebenden Wirkung bis
zum Erlass der neuen Verfügung durch die IV-Stelle
, nach Durchführung der erforder
lichen Abklärungen,
an.
Das Gesuch um Wiederherstellung der aufschieben
den Wirkung ist abzuweisen.
8
.
Gemäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen der Invalidenver
siche
rung vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Abweichung von Art. 61
lit
. a ATSG kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festge
setzt. Vorliegend erweist sic
h eine Kostenpauschale von Fr. 5
00.-- als ange
messen.
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die
Rückwei
sung
der Sache an die Verwaltung zur weiteren Abklärung und neuen Verfü
gung
als vollständiges Obsiegen (BGE
137 V 57 E. 2.2), weshalb die Kosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen sind.
Zudem hat die
praktisch gänzlich
obsiegende Beschwerdeführerin Anspruch auf Ersatz der
Parteikos
ten
(
§
34
Abs.
1
GSVGer
).
Nachdem Rechtsanwalt Di Rocco keine Zusammenstellung über seine anwaltlichen Bemühungen ein
reichte, erfolgt die Festsetzung seiner Entschädigung nach Ermessen. Unter der Berücksichtigung der Tatsache, dass Rechtsanwalt Di Rocco die Beschwerdeführerin bereits im
Einwandverfahren
vertreten hat und seither nur in sehr beschränktem Mass Aktenstudium erforderlich war, ist die
Pro
zessentschäd
igung
ermessensweise auf Fr. 1’1
00.-- (inklusive Barauslagen und 8 % Mehrwertsteuer) festzusetzen.
Das Gericht
beschliesst:
Das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung wird abgelehnt;
und
erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom
19
.
September
2016
aufgehoben und die Sache an die
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
500
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
der Beschwerdeführerin
eine Prozess
-
ent
schädigung
von
Fr.
1‘1
00
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
Rechtsanwalt Marino Di Rocco
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.