Decision ID: b6eeeeab-2882-420a-bc9d-0f311582db70
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der
1959 geborene
X._
war bei der
Unia
Arbeitslosenkasse als
arbeitslos gemeldet und damit bei der Schweizerischen
Unfallversicherungsan
stalt
(SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Nichtberufsunfällen versichert. Am
7.
Juni 2012
wurde er von
einem Autofahrer, der nach einer Beschimpfung seitens des Versicherten aus seinem Fahrzeug gestiegen war, g
estossen und fiel zu Boden, worauf ihm ein
weiterer
Autofahrer über den rechten Fuss
fuhr
(
Urk.
8/2 und
Urk.
8/34 S. 5)
. Anschliessend war er insbesondere aufgrund der dabei erlittenen Frakturen bis am 1
4.
Juni 2012 im Spital
Y._
hospitalisiert (
Urk.
8/13). In der Folge erbrachte die SUVA die gesetzlichen Leistungen. Mit Verfügung vom 27. Februar 2014
stellte sie die Taggeld
leistungen
–
unter Ein
räumung einer Anpassungszeit
–
mit Wirkung per 3
0.
Juni 2013 ein
(Urk.
8/110).
Die dagegen erhobene Einsprache vom
2.
April 2014 (
Urk.
8/120) wies s
i
e
mit Entscheid vom 1
6.
April 2014 ab (
Urk.
8/123 =
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom 1
6.
April 2014 erhob der Versicherte am 2
2.
Mai 2014 Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei auf
zuheben
, es seien ihm auch nach dem 1
0.
Februar 2013 Taggelder auszurichten
,
eventuell seien weitere medizinische Abklärungen zu treffen. Sodann
sei ihm für das Verwaltungsverfahren ein unentgeltlich
er Rechtsvertreter zu bestellen.
In prozessualer Hinsicht ersuchte er
auch für das Beschwerdeverfahren
um Be
stel
lung eines unentge
ltlichen Rechtsvertreters (Urk.
1 S.
2). Mit
Beschwerde
antwort
vom 25. Juni 2014 schloss die SUVA auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was dem Beschwerdeführer am 1
7.
Juli 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
10).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Aus
der Verfügung vom
2
7.
Februar
(
Urk.
8/110) und dem
Einspracheentscheid
vom 1
6.
April 2014 (
Urk.
2) geht
– entgegen
der Meinung des
Beschwerde
füh
rer
s
(
Urk.
1 S. 2) –
klar eine Einstellung der Taggeldleistungen
mit Wirkung
per 3
0.
Juni 2013 hervor.
Daran ändert
nichts, dass die Taggelder für die Periode
11. Februar bis 30. Juni 2013 offenbar noch nicht ausbezahlt worden waren, verfügte die Beschwerdegegnerin doch explizit genau einen solchen Anspruch.
Nicht
verfügt
wurde
über den Fallabschluss sowie den
Rentenanspruch. Streit
ge
genstand ist im vorlie
genden Verfahren daher nur
die Frage
, ob die
Taggelder zu Recht per 30. Juni 2013 eingestellt wurden.
Mangels Rechtsschutzinteresse
s
ist auf die Beschwerde nicht einzutreten
, soweit der Beschwerdeführer ab 10.
Febru
ar 2013 Taggeldzahlungen fordert
.
2.
2.1
Nach
Art.
10
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfall
folgen. Ist s
ie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6
des
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
)
, so hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch auf Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit,
mithin im Zeitpunkt der vollen Wiedererlangung der Fähigkeit, im bisherigen oder in einem anderen Beruf zu
mutbare Arbeit zu leisten (Art.
16
Abs.
1 und 2 UVG
i.V.m
. Art.
6 ATSG; BGE
137 V 199 E. 2.1, Urteil des Bundesgerichts 8C_639/2014 vom 2. Dezember 2014
E.
3),
mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der ver
sicherten Person (Art. 16 Abs. 2 UVG). Das Taggeld der Unfallversicherung wird nicht gewährt, solange Anspruch auf ein Taggeld der Invalidenversicherun
g besteht (Art. 16 Abs. 3 UVG).
2.2
Arbeitsunfähigkeit
ist
gemäss
Art.
6 ATSG die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teil
weise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit
zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem ande
ren
Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt.
Eine Person gilt demnach als ar
beits
unfähig, wenn sie infolge eines Gesundheitsschadens ihre bisherige Tä
tigkeit nicht mehr, nur noch beschränkt oder nur unter der Gefahr, ihren Ge
sund
heits
zustand zu verschlimmern, ausüben kann. Massgebend ist grundsätz
lich die auf Grund ärztlicher Feststellungen ermittelte tatsächliche Unfähigkeit, am ange
stam
mten Arbeitsplatz nutzbringend tätig zu sein, nicht hingegen die bloss medi
zinisch-theoretische Schätzung der Arbeitsunfähigkeit. Der Grad der Arbeits
unfähigkeit ist indessen nur solange unter Berücksichtigung des bisheri
gen Berufs
festzusetzen, als von der versicherten Person vernünftigerweise nicht verlangt werden kann, ihre restliche Arbeitsfähigkeit in einem anderen Berufs
zweig zu
verwerten. Versicherte, die ihre restliche Arbeitsfähigkeit nicht ver
werten, ob
gleich
sie
hiezu
unter Berücksichtigung der Arbeitsmarktlage und ge
gebenen
falls einer bestimmten Anpassungszeit in der Lage wären, sind nach der beruf
lichen Tätigkeit zu beurteilen, die sie bei gutem Willen ausüben könnten
;
das Fehlen des guten Willens ist nur dort entschuldbar, wo es auf einer Krank
heit beruht. Bei langdauernder Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf hat die versicherte Person daher andere ihr offenstehende Erwerbsmöglichkeiten auszu
schöpfen, und zwar solange, als man dies unter den gegebenen Umstän
den von ihr verlangen kann. Dabei ist der versicherten Person eine Übergangs
zeit von drei bis fünf Monaten zur Stellensuche und zur Anpassung an die ver
änderten
Verhältnisse einzuräumen (Urteil des Bundesgerichts 8C_320/2007 vom
7.
Dezem
b
er 2007 E. 6.2).
Nach deren Ablauf entspricht der für die Be
messung
des Taggeldes massgebende Arbeitsunfähigkeitsgrad der Differenz zwischen dem
Einkommen, das ohne Unfall im bisherigen Beruf verdient wer
den könnte, und dem Einkommen, das im neuen Beruf
zumutbarerweise
zu er
zielen wäre. Diese
Grundsätze gelten (unter Vorbehalt der Bestimmungen über die Koordination mit
den Taggeldern der Arbeitslosenversicherung) auch für ar
beitslose Versicherte (Urteil des Bundesgerichts 8C_889/2014 vom 2
3.
Februar 2015 E. 3.2).
2.3
Die Unfallversicherung erbringt die ganze Leistung an Taggeldern, wenn die Arbeitsunfähigkeit
eines
arbeitslosen Versicherten mehr als 50 Prozent beträgt, und die halbe Leistung, wenn die Arbeitsunfähigkeit mehr als 25 Prozent, aber
höchstens 50
%
beträgt. Bei einer Arbeitsunfähigkeit von 25 und weniger Pro
zent
besteht kein Taggeldanspruch (
Art.
25
Abs.
3 der Verordnung über die Un
fall
ver
sicherung [UVV]).
Bei dieser Norm handelt es sich um eine
Koordinati
ons
bestimmung
zwischen der Unfall- und der Arbeitslosenversicherung. Deren Anwen
dung setzt das Zusammentreffen von Taggeldern der Unfallversicherung mit solchen der Arbeitslosenversicherung voraus (Urteil des Bundesgerichts 8C_889/2014 vom 2
3.
Februar 2015 E. 3.3).
2.4
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gen
de Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein
natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
Leistungs
anspruches
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
2.5
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärztinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zu
verlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt oder die be
fragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unpar
teilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick
auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
Sozialversiche
rungs
recht
zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gut
achterin allerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E. 1c).
Bestehen auch nur ge
ringe Zweifel an der Zuverlässigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest
stellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4)
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin verneinte eine über den 3
0.
Juni 2013 hinaus beste
hende Leistungspflicht
unter Hinweis auf die kreisärztliche Beurteilung von
Dr.
Z._
vom 2
0.
Februar 2013 mit der Begründung, dem Beschwerdeführer sei die Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit ganztägig zumut
bar. Dem widersprechende Berichte
würden k
eine bei den Akten liegen. Beim
(vor
lie
gen
den)
Mor
bus Köhler handle es sich zudem um eine nicht unfallbedingte Diagnose
, wes
halb der operative Eingriff nicht
aufgrund
des Unfallgeschehens,
sondern auf
grund des krankheitsbedingten Geschehens als indiziert erachtet wurde
.
Das unter Bezugnahme auf die von ihr zusammengestellte Dokumen
tation von Ar
beitsplätzen (DAP) ermittelte Invalideneinkommen betrage
Fr.
60‘963.--. Bei ei
nem
Valideneinkommen
von
Fr.
58‘513.-- ergebe sich kein
unfallbedingter Minderverdienst, weshalb die verfügte Einstellung der Taggeld
zahlungen nicht zu beanstanden
sei
(
Urk.
2 S. 5 ff.
und
Urk.
7 S. 4
ff.
).
3.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Stand
punkt, die beklagten Beschwerden würden in unmittelbarem Zusammen
hang mit den Frakturen und Quetschungen, die er anlässlich des
Unfallereig
nisses
vom
7.
Juni 2012 erlitten habe, stehen. Die Beurteilungen des Kreisarztes seien unzutreffend.
Dieser habe seine schweren Beschwerden, na
mentlich das massive Anschwellen des Fusses bei geringer Belastung, ignoriert und sich nur sehr mar
ginal mit der Fussproblematik auseinandergesetzt. Die Frage nach einer zumut
baren und faktisch umsetzbaren Arbeitstätigkeit sei im Rahmen eines umfassen
den Belastungstests (EFL) abzuklären. Er sei unmittelbar vor dem Unfall arbeits
los gewesen. Sein versicherter Verdienst habe
Fr.
60‘346.-- betragen und sein effektiver Lohn habe sich auf
Fr.
95‘500.-- belaufen. Der von der
Beschwerde
gegnerin
angeführte Invalidenlohn sei unangemessen und realitätsfremd. Die von
ihr ausgewählten Verweistätigkeiten seien zudem ange
sichts der Tatsache,
dass er 30 Jahre lang Koch und Küchenchef gewesen sei,
unzumutbar (
Urk.
1 S. 4).
4.
4.1
Nachdem der Beschwerdeführer vom
7.
bis am 1
4.
Juni 2012 im Spital
Y._
hospitalisiert
gewesen
war,
stellten die
Ärzte
in ihrem Bericht vom 1
4.
Juni 2012
(
Urk.
8/13)
folgende Diagnosen (S. 1):
Überrolltrauma Fussrücken rechts mit/bei
later
al
seitiger intraartikulärer Basisfraktur Phalanx
Dig
I
nicht dislozierter Querfraktur der Phalanx
Dig
II
extraartikulärer
, nicht dislozierter Fraktur des Os
cuboideums
Rissquetschwunde
(RQW)
zwischen dem
Dig
II und III,
plantarseits
Nekrosebildung
von circa 0.7 x 0.5 cm am Fussrücken
Allergien: keine bekannt
Sie führten aus, es sei eine deutliche dorsale Weic
hteilschwellung auf Höhe der
Metacarpophalangeal
(MCP)
-Gelenke zu ersehen. Nebst achsengerechten
Stel
lungs
verhältnissen
in sämtlichen Gelenken bestehe
eine alte
Osteonekrose
des
Metatarsaleköpfchens
Dig
II (Morbus Freiberg
[S. 3
; siehe auch
Urk.
8/51
]). Es erfolge eine Ruhigstellung im
Vacoped
für sechs Wochen. Eine Teilbelastung mit 15 Kilogramm sei möglich mit anschliessendem Übergang zur Vollbelastung (S. 1).
4.2
Dr.
med.
A._
, Facharzt FMH für Innere Medizin, berichtete am 1
6.
Juli 2012 von einer regelrechten
ossären
Heilung und zwei Wundnekrosen am rechten
Vorfuss
dorsal und medial (
Urk.
8/
15).
Am 2
1.
August 2012 gab er an,
es erfolge
eine gute Wundheilung der Nekrosen
. Einzig die
ossäre
Heilung sei leicht ver
zögert
(
Urk.
8/
21).
4.3
Das im MRI-Zentrum des Spitals
Y._
am 2
8.
September 2012 angefertigte MRI des
rechten
Fuss
es
zeigte nebst einer Arthrose des
Metatarsophalangealge
lenk
e
s
Dig
II einen in erster Linie mit einer Stressfraktur zu vereinbarenden Befund
des
Os
metatarsale
Dig
III mit fokalem Knochenmarködem im Köpfchen bis zum mittleren Schaftdrittel, periostaler Reaktion und vermehrter
Kontrast
mittelaufnahme
des Knochenmarks respektive des Periosts vor allem um das
Köpfchen Os
metatarsale
Dig
III
. Es würden sich –
so der Facharzt für Radiolo
gie
Rehorik
– bei einem Status nach intraartikulärer Basisfraktur der distalen Phalanx
Dig
I und Querfraktur der distalen Phalanx
Dig
II rechts diese in der aktuellen Untersuchung nicht mehr abgrenzen lassen
(
Urk.
8/49).
4.4
Dem Bericht von
Dr.
A._
vom 2
3.
Oktober 2012 kann entnommen werden, dass ein zögerlicher Heilungsverlauf bei
den
Hautnekrosen am rechten Fuss aufgetreten ist. Im Verlauf
sei es
wieder
zu
vermehrte
n
Vorfussschmerzen rechts und
einer
Schwellung
gekommen
(
Urk.
8/31).
4.5
Im Vergleich zur MRI-Untersuchung vom 2
8.
September 2012 zeigten sich am 1
7.
Januar 2013 im MRI-Zentrum des Spitals
Y._
am
Caput
des Os
metatar
sale
II zur Zeit kleinere zystische Veränderungen bei vorbestehender Arthrose und ein deutlich
regredientes
Knochenmarködem im
Caput
des Os
metatarsale
III mit deutlich
regredientem
Restödem
(
Urk.
8/53).
4.6
Kreisarzt
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Physikalische Medi
zin und Reha
bilitati
on, hielt in seinem Bericht vom 2
0.
Februar 2013
(
Urk.
8/57) fest,
inspektorisch
würden sich im Bereich des rechten Fusses im ersten und dritten Strahl abgeheilte flächige Narben nach Hautnekrosen zeigen (S. 4). N
ach verzö
gertem Verlauf, in welchem erst zu einem späteren Zeitpunkt eine zusätzliche Fraktur des
Metatarsale
III des rechten Fusses festgestellt worden sei, habe sich nun vom klinischen Befund her ein günstiger Verlauf ergeben. Es bestehe eine gewisse Belastungsintoleranz, weshalb eine berufliche Tätigkeit als Küchenchef mit länger andauerndem Stehen und Gehen gegenwärtig noch
nicht zumutbar
sei. Hingegen sei
bereits jetzt
eine leichte bis gelegentlich mittelschwere
wech
selbelastende
Tätigkeit mit einem 50%igen sitzenden Anteil
ganztags zumutbar. Lasten
sollten momentan
noch
nicht über Treppen getragen und
unebenes Ge
lände gemieden werden
, wobei die betreffenden Einschränkungen im Laufe der nächsten zwei Monate
zurückgehen sollten
. Nach diesem Zeitraum sei davon
auszugehen, dass keine unf
allbedingten Einschränkungen betreffend das
Zu
mut
barkeitsprofil
mehr vorliegen würden (S.
5).
4.7
Dr.
A._
berichtete am
6.
März 2013, der Beschwerdeführer sei durch seine Fussbeschwerden stark eingeschränkt. Es sei ihm unmöglich, längere Zeit zu
stehen und zu gehen. Selbst längeres Sitzen bereite ihm Beschwerden. Es wür
de
n rezidivierende Schwellungen
des Fusses
auftreten.
Sodann habe er bei einem Sturz die Schulter verletzt, indes keine Unfallmeldung gemacht.
In diesem Zustand sei es dem
Versicherten nicht möglich, eine Arbeitsstelle zu finden. Es bestehe
deshalb
weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (
Urk.
8/61).
4.8
In einem von
Dr.
Z._
mit
Dr.
A._
g
eführten Telefongespräch erklärte Ersterer, eine für die bisherige Tätigkeit attestierte, auf die Unfallfolgen am Fuss zurückzuführende 100%ige Arbeitsunfähigkeit könne nicht begründet werden. Trotz des etwas erschwerten und langwierigen Verlaufs sei
en
keine bleibenden Einschränkungen zu erwarten.
In der Folge
erklär
te sich
Dr.
A._
mit de
r kreisärztlichen Beurteilung der
Arbeitsfähigkeit einverstanden
(Urk.
8/68).
4.9
Die an der Uniklinik
B._
tätigen
Dres
. med.
C._
, Oberarzt, und
D._
, Assistenzärztin, nannten am 1
8.
Juni 2013 (
Urk.
8/71) nach
stehende Diagnosen (S. 1):
Avaskuläre
Nekrose
Metatarsale
-II-Köpfchen und
Metatarsale
-III-Köpf
chen (Morbus Köhler) rechts
Status nach Überrolltrauma Fussrücken mit
l
ateralseitiger intraartikulärer Fraktur Endphalanx
Dig
I
Endphalanx-Fraktur Phalanx
Dig
II
nicht dislozierte Fraktur Os
cuboideum
Rissquetschwunde zwischen
Dig
II und III
plantarseits
, Nekrose am Fussrücken
Status nach Stressfraktur
Metatarsale
-III vom September 2012
Als Nebendiagnose
führten sie eine medikam
entös behandelte arterielle Hyp
er
tonie
an
und
äusserten den
Verdacht auf ein metabolisches Syndrom (S.
1).
Kli
nisch sei aktuell vor allem das MTP-II (>III) symptomatisch mit Veränderungen typisch für einen Morbus Köhler. Sie würden deshalb Schuheinlagen verordnen mit retrokapitaler Abstützung. Zudem erfolge eine Infiltration ins MTP-II-Ge
lenk rechts mit Lokalanästhetikum und Kortison
. Die Frakturen wiederum seien konsolidiert
(S. 2).
4.10
Dr.
Z._
berichtete am
1.
Juli 2013, am
E._
(richtig:
Uniklinik
B._
)
seien
gewisse Restveränderungen festgestellt worden. Das von
ihm anlässlich der kreisärztlichen Untersuchung am
7.
Februar 2013 for
mulierte Zumutbarkeitsprofil bleibe
gleichwohl
bestehen. Perspektivisch sei auch weiter
hin mit einer Arbeitsfähigkeit als Koch zu rechnen. Die aktuellen Röntgen
untersuchungen hätten konsolidierte Frakturen ergeben. Es würden sich gewiss
e
unfallfremde Aspekte in den
im betreffenden Ber
icht genannten
avas
kulären
Nekro
sen (Morbus Köhler) finden (
Urk.
8/75).
4.11
Die
Dres
. med.
C._
, Oberarzt, und
F._
, Assi
stenzarzt, Uniklinik
B._
, berichteten am
4.
September 2013 über die Verlaufskontrolle nach Infiltration.
Sie führten aus
, beim Beschwerdeführer
würden
zwei verschiedene Pathologien
bestehen
. Einerseits klage er über eine eingeschränkte Gehstrecke von circa ei
nem
Kilometer mit Auftreten von starken Schmerzen. Diese Gehstrecke habe sich mit den orthopädischen Schuhen deutlich verlängert. Zusätzlich klage er über ein Unsicherheitsgefühl beim Gehen bei Dunkelheit, was schon zu rezidi
vierenden Stürzen geführt habe. Zum Ausschluss einer Polyneuropathie würden sie eine
elektrophysiologische Abklärung durchführen lassen. In einem Beruf, in dem man
vorwiegend gehen oder stehen müsse, sei der Beschwerdeführer zu 50
%
arbeits
unfähig. Im einem Beruf mit vorwiegend sitzender Tätigkeit sei er aufgrund der Fussbeschwerden zu 100
%
arbeitsfähig (
Urk.
8/87
/1-2
).
4.12
Dem Bericht von PD
Dr.
med.
G._
, Teamleiter Fusschirurgie, und
Dr.
med.
H._
, Assistenzärztin Orthopädie,
Uniklinik
B._
,
vom 3
1.
März 2014 (Sprec
h
stunde vom 2
0.
März 2014)
kann entnommen werden, dass bei thera
pierefr
a
ktärem Morbus Köhler eine
dorsalflexierende
Osteotomie des
Meta
tar
sale
II durchgeführt werde, um das Gelenk wieder herzustellen.
Der Beschwer
de
füh
rer werde sich für die Operationsplanung melden (
Urk.
8/121).
5.
5.1
Streitig und zu prüfen ist, ob der Unfall vom
7.
Juni 2012 noch ursächlich ist für
die über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung hinaus geklagten Beschwer
den.
Der Morbus Köhler ist eine aseptische Knochennekrose mit Abflachung und Deformierung des
Metatarsalköpfchens
II (eventuell III und IV). Die Ursachen aseptischer Knochennekrosen sind multifaktoriell und zum Teil ungeklärt
(
Pschy
rembel, Klinisches W
örterbuch, 26
6.
Auflage, Berlin 2014, S. 1110 und S. 1116).
Diesbezüglich
wurde
i
m
die Beschwerdegegnerin betreffenden
Urteil U
236/98 des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts vom 3.
Januar 2000
e
iner ihre
r
Ärzte
wie folgt zitiert
(E.
4d)
:
Bei Knochennekrosen kann zwischen den septischen (mit gleichzeitigen
osteomyelitischen
Veränderungen) und den asep
tischen (ohne wesentliche begleitende Entzündung) unte
rschieden werden. Aseptische beziehungsweise
spontane Knochennekrosen werden häufig auf eine Durchblutungsstörung zurückgeführt, ohne dass hierfür der Beweis er
bracht werden kann. Es handelt sich
diesfalls
um die idiopathischen, ischämi
schen
Knochennekrosen. In einigen Fällen ist ein lokales Trauma in der Anam
nese zu eruieren. Als Ursachen der aseptischen Knochennekrosen fallen Trau
ma
ta, Cor
tison-Therapie, Bindegewebsstörungen wie ein systemischer Lupus
erythe
mato
de
s
,
Hämoglobinopathien
(Sichelzellanämie),
Gauchers
disease
(meist
au
tosomalrezessiv
erbliche, auf Mangel an
Glu
c
ocerebrosidase
beruhende Speicherkrankheit) und Caisson-Krankheit (Krankheit auf Grund von
Druckluft
schwankungen
beim falschen Ausschleusen nach Arbeiten in Tauchglocken) in Betracht. Daneben gibt es eine Gruppe von Patienten mit Knochennekrose, für die keine pathologische Einheit beschrieben werden kann und die als spontane oder idiopathische Knochennekrose beschrieben
wird
.
5.2
Zu der von den Ärzten der Uniklinik
B._
diagnostizierten
avaskulären
Nekrose des
Metatarsale
-II/III-Köpfchens (Morbus Köhler)
führte Kreisarzt Dr.
Z._
lediglich a
us, dass diese unfallfremd sei
(
Urk.
8/75).
Ergänzende
Darlegungen
hiezu
machte er keine
. Damit geht aus seiner Beurteilung insbe
sondere nicht hervor, weshalb im vorliegenden Fall – trotz
der beim
Unfaller
eignis
am rechten Fuss erlittenen Frakturen
–
eine traumatisch bedingte
Kno
chennekrose
respektive eine auf den Unfall zurückzuführende richtungswei
sende Verschlimmerung auszuschliessen
sein soll
.
Unabhängig davon, dass der
Un
fallversicherer
nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen zu erbringen hat
(Urteil
des Bundesgerichts
8C_570/2014 vom
9.
März 2015 E.
6.2), kann die Frage, ob eine
unfall
bedingte
Ursache des Gesundheitsschadens
und eine
dadurc
h bedingte
Arbeits
unfähigkeit
vorliegt oder nicht,
folglich
nicht
schlüssig beant
wortet
werden.
Auch die Berichte der Ärzte der Uniklinik
B._
– entgegen dem Beschwer
deführer (
Urk.
1 S. 5) befindet sich der Sprechstundenbericht der Uniklinik
B._
vom 20. März 2014 bei den Akten (
Urk.
8/121) –
lassen keine ab
schliessende Beurteilung der Unfallkausalität der geklagten Beschwerden zu.
5.3
In Bezug auf die Einstellung der Taggelder per 30. Juni 2013 ist die
Kausa
li
tätsfrage
nicht von Relevanz, weil sämtliche beteiligten Ärzte von einer voll
umfänglichen Arbeitsfähigkeit in einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit ausging
en
, und zwar unter Berücksichtigung sämtlicher Beschwerden seitens des Fusses. Kreisarzt Dr.
Z._
legte unter Hinweis auf die festgestellte
Belastungs
in
toleranz
dar, dass im Gehen und Stehen zu verrichtende Tätigkeiten nicht sinn
voll seien, eine angepasste Tätigkeit indes vollumfänglich zumutbar sei (E. 4.6). Dies bestätigte Dr.
A._
in der Folge (E. 4.8) und auch die Ärzte der Uniklinik
B._
, welche die
avaskuläre
Nekrose
Metatarsale
-II- sowie -III-Köpfchen fest
stellten (die Dr.
Z._
als unfallfremd fasste), schlossen auf eine unein
ge
schränkte Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit.
Damit liegt keine medizinische Stellungnahme vor, welche eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit in Frage stellen würde. Im Gegenteil
bestätigten sämtliche beteiligten Ärzte die vollzeitliche Zumutbarkeit einer vor
wiegend sitzend zu verrichtenden Tätigkeit. Dass der Beschwerdeführer dieses Ergebnis in Frage stellt, vermag bei Fehlen jeglicher diesbezüglicher
Beweis
offerten
nicht zu überzeugen.
5.4
Eine Relevanz der Kausalitätsfrage ergibt sich erst für die dem Erlass des
Ein
spracheentscheides
nachfolgende Zeitspanne, namentlich die Phase der geplan
ten Operation - zur Verbesserung des Zustandes mit allfälliger Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf als Koch - sowie der
Rekon
vale
s
zenzzeit
(sowie später bei Fallabschluss). Sollte die Indikation
unfall
(mit)bedingt sein, stünden dem Beschwerdeführer während der Zeit der operationsbedingten Arbeitsunfähigkeit durchaus Taggelder zu. Die Beschwerdegegnerin hatte den Fall denn auch nicht abgeschlossen, sondern lediglich die Taggeldzahlungen eingestellt bei einer Erwerbseinbusse von weniger als 25 %. Eine erneute
Tag
geldausrichtung
bildet indes nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens.
6.
6.1
Zur Errechnung der Erwerbseinbusse stellte die Beschwerdegegnerin dem - wegen Arbeitslosigkeit - anhand von Tabellenlöhnen ermittelten
Validenein
kommen
(Anforderungsniveau 3 im Segment Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie) von Fr. 58‘513.-- ein Invalideneinkommen von Fr. 60‘963.-- gegenüber und stützte sich hierzu auf ihre Dokumentation von Arbeitsplätzen (Urk. 2 S. 8 ff.).
6.2
Der Beschwerdeführer bemängelte vorweg das
Valideneinkommen
und schloss auf ein solches von Fr. 95‘500.--, basierend auf dem letzten Jahreseinkommen vor Eintritt der Arbeitslosigkeit (Urk. 1 S. 9 f. und Urk. 8/80/5).
Hierzu ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer im Zeitpunkt des Unfalls arbeitslos war und die gut bezahlte Stelle längst verloren hatte. Ein Blick in den Auszug aus dem individuellen Konto (Urk.
8/80) zeigt, dass er nach der
Jahr
tausendwende
deutlich geringere Einkommen erzielte (zwischen Fr. 24‘360.-- und Fr. 56‘000.-- bei ganzjähriger Anstellungsdauer). Beim Stellenantritt im Restaurant
J._
starte
te
er im Juli 2007 mit einem (hochgerechneten) Jahres
einkommen von Fr. 46‘472.-- und Anfang 2008 von Fr. 51‘288.--. Nach
seinem Wechsel zum Restaurant
I._
erzielte er in 15 Monaten
Anstellung
s
dauer
(Juni 2008 bis August 2009) ein Gesamteinkommen von Fr. 120‘058.-- (auf ein Jahr umgerechnet Fr.
96
‘
046.4
0). Hernach war er vier Monate arbeits
los,
dann
anschliessend exakt ein Jahr wieder beim Restaurant
J._
angestellt und erzielte das genannte Einkommen von Fr. 95‘531.--.
Ein Rückblick auf diese Tätigkeiten zeigt, dass der Beschwerdeführer nur während gut zwei Jahren seines Erwerbslebens Löhne in diesem hohen Bereich
erhielt und ansonsten Einkommen im Rahmen der statistischen Löhne für Männer
mit seiner Ausbildung (gelernter Koch) erzielte. Dass er nach dem Verkauf des Restaurants
J._
durch den
konkursiten
Eigentümer und dem Verlust der Stelle (Urk. 1 S. 10) wieder ein solches Einkommen erzielen könnte, wurde nicht nachvollziehbar dargelegt, geschweige denn begründet, und solches ist jedenfalls nicht überwiegend wahrscheinlich. Damit ist rechtsprechungsgemäss auf die Tabellenlöhne abzustellen (Urteile des Bundesgerichts
8C_41/2015
vom 24. April 2015 E. 2.3 und U 3/03 vom 4. September 2003 E. 6.2)
.
6.3
Bei diesem Ergebnis erweist es sich als irrelevant, ob für die Bestimmung des
Invalideneinkommens auf die DAP-Löhne abgestellt werden kann. Denn an
dern
falls wären die Tabellenlöhne des Bundesamtes für Statistik beizuziehen. Eine Unzumutbarkeit einer Verweistätigkeit ist dabei nicht gegeben, auch wenn der Beschwerdeführer zuletzt vor seiner Arbeitslosigkeit während kurzer Zeit in einem gehobenen Restaurant gearbeitet hat. Im für den Beschwerdeführer noch in Frage kommenden Segment einfacher und repetitiver Tätigkeiten weist die
Tabelle TA1 der LSE 2010 ein Einkommen von Fr. 4‘901.-- bei einer 40-Stun
den
woche aus, was hochgerechnet auf die im Jahr 2013 betriebsübliche
Wochen
arbeitszeit
von 41.7 Stunden (Die Volkswirtschaft 3-4/2015 S. 88 Tabelle B9.2)
und unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung (von Index 2150 [2010]
auf Index 2204 [2013], Die Volkswirtschaft 3-4/2015 S. 89 Tabelle B10.3) ein mögliches Einkommen von Fr.
62
‘
851.
-- ergibt.
Dies erhellt, dass selbst bei Berücksichtigung des grösstmöglichen Abzuges vom Tabellenlohn von 25 % - welcher indes klarerweise nicht gerechtfertigt ist - keine Erwerbseinbusse von mindestens 25 % resultiert. Die Beschwerdegegnerin hat demzufolge zu Recht ihre Taggeldleistungen per Ende Juni 2013 mangels einer Erwerbseinbusse von mindestens 25 % eingestellt, weshalb die Beschwerde diesbezüglich abzuweisen ist.
7.
7.1
7.1.1
Art. 29 Abs. 3 der Bundesverfassung (BV) räumt jeder Person, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, soweit es zur Wahrung ihrer Rechte notwendig ist und ihr Rechtsbegehren nicht
aussichtslos
erscheint, einen Anspruch auf unent
geltlichen Rechtsbeistand ein.
Gemäss
Art. 37 Abs. 4 ATSG
wird
im
Sozialver
sicherungsverfahren der gesuchstellenden Person ein unentgeltlicher Rechtsbei
stand bewilligt, wo die Verhältnisse es erfordern (BGE 131 V 155 E.
3.1 mit Hin
weis).
Die hinsichtlich der
im
Rahmen von Art. 4
altBV
(vgl. Art. 29 Abs. 3 BV) zu den Voraussetzungen der unentgeltlichen
Verbeiständung
im
Einspracheverfahren
er
gangene Rechtsprechung (Bedürftigkeit der Partei, fehlende
Aussichtslos
igkeit der Rechtsbegehren, sachliche Gebotenheit
im
konkreten Fall; BGE 125 V 34
E.
2 mit Hinweisen) bleibt weiterhin anwendbar (Urteil des Eidgenössischen Ver
sicherungsgerichts I 557/04 vom 29. November 2004 E. 2.1).
7.
1.
2
Ob die anwaltliche
Verbeiständung
notwendig oder doch geboten ist, beurteilt
sich nach den konkreten objektiven und subjektiven Umständen. Praktisch ist
im
Einzelfall zu fragen, ob eine nicht bedürftige Partei unter sonst gleichen Um
ständen vernünftigerweise eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt bei
zieh
en würde, weil sie selber zu wenig rechtskundig ist und das Interesse am Prozessausgang den Aufwand rechtfertigt (BGE 103 V 47, 98 V 118; vgl. auch BGE 130 I 182 E. 2.2, 128 I 232 E. 2.5.2 mit Hinweisen).
7.1.3
Be
im
Erfordernis der Notwendigkeit einer
Verbeiständung
im
Verwaltungs
ver
fahren
wird
ein strenger
Massstab
angelegt. Wo eine an den
Untersuchungs
grundsatz
gebundene Behörde wie die Sozialversicherungsorgane
im
Verwal
tungs
verfahren
über das Leistungsgesuch eines Versicherten zu befinden hat, erscheint die Mitwirkung eines Rechtsanwaltes
regelmässig
als nicht erfor
der
lich. Ein Anspruch auf unentgeltliche
Verbeiständung
entfällt insbesondere, wenn
die geltend gemachten Leistungsansprüche durch das normale
Abklä
rungs
ver
fah
ren
ausgewiesen werden beziehungsweise die Verwaltung dem
Leistungs
ge
such
entspricht. Sodann drängt sich eine anwaltliche
Verbeiständung
nur in Aus
nahmefällen auf, wenn schwierige rechtliche oder tatsächliche Fragen dies als notwendig erscheinen lassen und eine
Verbeiständung
durch Verbandsvertreter, Fürsorger oder andere Fach- und Vertrauensleute sozialer Institutionen nicht in Betracht fällt (BGE 132 V 200 E. 4.1, 125 V 34 E. 2, 114 V 235 E. 5b).
Entscheidend ist auch die sachliche Gebotenheit der unentgeltlichen
Rechts
ver
tretung
im
konkreten Fall. Falls ein besonders starker Eingriff in die Rechts
stellung des Bedürftigen droht, ist die
Verbeiständung
grundsätzlich geboten, andernfalls
bloss
, wenn zur relativen Schwere des Falls besondere tatsächliche oder rechtliche Schwierigkeiten hinzukommen, denen der Gesuchsteller auf sich
alleine gestellt nicht gewachsen ist. Die Offizialmax
im
e rechtfertigt es jedoch, an
die Voraussetzungen, unter denen eine
Verbeiständung
durch einen Rechts
an
walt sachlich geboten ist, einen strengen
Massstab
anzulegen (BGE 125 V 35 f. E. 4b mit Hinweisen).
7.2
Die Beschwerdegegnerin verneinte den Anspruch auf unentgeltliche
Rechtsver
tretung
im Verwaltungsverfahren mit der Begründung, es hätte dem Rechts
ver
treter angesichts der aufliegenden, deckungsgleichen medizinischen Akten be
treffend verbleibender Arbeitsfähigkeit ohne weiteres bewusst sein müssen, dass für seinen
a
rbeitslosen Mandanten spätestens ab Ende Juni 2013 kein Anspruch auf weitere Taggelder mehr bestanden habe (Urk. 2 S. 12).
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hielt dagegen, es lägen wider
sprüch
liche medizinische Einschätzungen vor. Die Untersuchung des Kreisarztes ent
spreche nicht den Anforderungen einer rechtsgenügenden medizinischen Abklä
rung. Eine fachliche Auseinandersetzung mit den Folgen des Köhlersyndroms habe nicht stattgefunden. Eine rechtliche Auseinandersetzung mit der Frage der Arbeitsfähigkeit bzw. der Zumutbarkeit einer Verweistätigkeit habe ebenfalls nicht stattgefunden (Urk. 1 S. 11).
7.3
Im Zeitpunkt der Anzeige der Vertretungsvollmacht am 12. Juli 2013 (Urk. 8/76
) zeigte sich eine eindeutige mediz
i
nische Aktenlage: Kreisarzt Dr.
Z._
und der behandelnde Dr.
A._
waren sich einig, dass der Beschwerdeführer in angepasster Tätigkeit vollumfänglich arbeitsfähig ist. Thematisch aufgegriffen wurde einzig die Frage der Kausalität der
avaskulären
Nekrosen (E. 4.10), was indes ohne Relevanz für die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit war. Auch der nachfolgend aufgelegte Bericht der Uniklinik
B._
ging von einer voll
umfänglichen Arbeitsfähigkeit aus (E. 4.11) und es fand sich kein Arzt, der eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestieren mochte.
Angesichts dieser Aktenlage ist nicht erkennbar, inwiefern sich der Beschwer
deführer - in Bezug auf die hier einzig strittige Einstellung der Taggeldzah
lungen per 30. Juni 2013 - irgendwelche Gewinnaussichten (basierend auf einer abweichenden mediz
i
nischen Einschätzung) hätte vorstellen können. Da er im Zeitpunkt des Unfalls arbeitslos war, die Heranziehung von Tabellenlöhnen für die Berechnung des
Valideneinkommens
rechtsprechungsgemäss klar war und
auch die Heranziehung von Tabellenlöhnen für die Berechnung des
Invaliden
ei
n
kommens
(statt der DAP-Löhne) ohne jede Auswirkung auf das Ergebnis blieb, waren die Anträge aussichtslos.
7.4
Anzufügen bleibt, dass der Fall auch nicht besonders komplex erscheint. Es ging
inhaltlich lediglich um die Frage, ob der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit wieder vollzeitlich arbeitsfähig ist, was von sämtlichen beteiligten Ärzten bejaht wurde. Dass der Beschwerdeführer eine abweichende Meinung hat, macht den Fall nicht zu einem besonders schwierigen.
Im
Gegenteil
handelt es sich bei der vorliegenden Konstellation um
einen Fall von unterdurch
schnitt
licher Komplexität. Eine Gewährung der unentgeltlichen
Verbeiständung
in
diesem Fall würde darauf hinauslaufen, in praktisch allen oder den meisten
Ver
waltungsverfahren
einen solchen Anspruch zu gewähren, was indessen der gesetz
lichen Konzeption widerspräche (Urteil
des damaligen Eidgenössischen Ver
sicherungsgerichts
I 746/06
vom 8. November 2006
E. 3.1).
Schliesslich
ist auch nicht einzusehen, weshalb de
m
vom Sozialamt unterstützten Beschwerde
führer (Urk. 8/98-99)
nicht auch
durch
die Fürsorgebehörde eine entsprechende
Ver
beiständung
hätte gewährt werden können (E. 7.1.3
hievor
).
7.5
Damit bestand für das Verwaltungsverfahren wegen Aussichtslosigkeit und mangels Notwendigkeit kein Anspruch auf unentgeltliche Rechtsvertretung, wes
halb die Beschwerde auch diesbezüglich abzuweisen ist.
8.
8.1
Zum Gesuch um unentgeltliche Rechtsvertretung im vorliegenden Gerichts
ver
fahren ist vorwegzuschicken, dass auch ein entsprechender Anspruch gemäss Art. 61
lit
. f ATSG voraussetzt, dass die Partei bedürftig ist, das Rechtsbegehren nicht aussichtslos und die die Vertretung notwendig ist.
8.2
Der Beschwerdeführer legte seine finanziellen Verhältnisse nicht dar und reichte auch keine Bestätigung einer (allenfalls vorliegenden) Unterstützung durch die
Gemeinde ein, obwohl er mit Gerichtsverfügung vom 26. Mai 2014 (Urk. 5) dazu
aufgefordert worden war. Damit ist androhungsgemäss davon auszugehen, dass er nicht bedürftig ist.
Im vorliegenden Verfahren wurden sodann keine Argumente vorgebracht, welche
die abschlägige Verfügung der Beschwerdegegnerin (Urk. 2) in Zweifel zu ziehen
vermöchten. Aus den vorstehenden Erwägungen erhellt, dass der Beschwer
de
führer nicht ernsthaft damit rechnen konnte, dass das Gericht die Sach- und Rechtslage anders beurteilen würde. Insbesondere mit Blick
auf die eindeutige medizinische Aktenlage und Rechtsprechung zum Einkommensvergleich ist kein anderer Entscheid denkbar.
8.3
Bei diesem Ergebnis kann offenbleiben, ob eine Rechtsvertretung überhaupt not
wendig war, sind doch die Voraussetzungen für die Bestellung eines unent
gelt
lichen Rechtsvertreters ohnehin nicht gegeben. Dies führt zur Abweisung des entsprechenden Antrags des Beschwerdeführers.