Decision ID: 8baade04-29e7-510a-badd-edb60fc434e3
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Mit Verfügung vom 29.
Dezember 2016 lehnte die Sozialversicheru
n
gsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichskasse, das Gesuch von
X._
um
An
schluss und
Registrierung als
Selb
ständigerwerbender
ab (Urk. 5/23
). Eine
dagegen am 30. Dezember 2016 erhobene Einsprache (Urk.
5/25) wies
die
Aus
gleichskasse
mit
Einspracheentscheid
vom 3. März 2017 ebenfalls ab (Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
hierorts mit Eingabe vom 7. März 2017 Be
schwerde und beantragte
sinngemäss
die Aufhebung des angefochtenen
E
in
spra
chee
ntscheides
sowie die Rückweisung
der Sache an die Ausgleich
s
kasse
zur Neubeurteilung (1.), unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zu Lasten der Beschwerdegegnerin bzw. de
s Kantons Zürich (2.; vgl. Urk. 1 S.
1).
Mit Vernehmlassung
vom 15.
Mai 2017 stellte die Au
sg
l
eichskasse Antrag auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
4).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
Die vorliegende Streitsa
che erweist sich beim gegenwärtigen Aktenstand als spruchreif.
Alsdann
ist
– wie nachfolgend aus
zuführen sein wird
– eine
Rück
weisung
der Sache an die Verwaltung
bereits aus formellen Gründen angezeigt
. Da
die
an sich
materiell
streitige Frage
(
Beitragsstatut
)
bei diesem Verfahrensausgang
vorliegend
nicht zu prüfen ist, rechtfertigt sich die Zu
stellung der Vernehmlassung zusammen mit dem Entscheid.
2.
2.1
Nach
Art.
49
Abs.
2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial
versicherungsrechts (ATSG) ist dem Begehren um Erlass einer
Fest
stellungs
verfügung
zu entsprechen, wenn die gesuchstellende Person ein
schutz
würdiges
Interesse glaubhaft macht. Zur Zulässigkeit von
Fest
stel
lungsver
fügungen
über das Beitragsstatut von Versicherten hat das Eid
ge
nössische
Ver
sicherungsgericht (heute: Bundesgericht) festgehalten, dass eine
Aus
gleichs
kasse
bei Ablehnung des Gesuchs einer versicherten Person um An
schluss als
Selbstständigerwerbender
und Eintrag im Register eine
ein
spra
che
fähige
Verfügung und gegebenenfalls einen beschwerdefähigen
Einspra
che
ent
scheid
zu erlassen hat (BGE 132 V 257). Diese sind, soweit bekannt
,
grundsätzlich auch dem oder den allenfalls abrechnungs- und
beitrags
zahlungspflichtigen
Arbeitgeber
n zu eröffnen (
vgl.
BGE 132 V 264 E
. 2.5 mit Hinweisen).
2.
2
Die Verwaltung hat im
angefochtenen Entscheid
die
Anerkennung und
Regi
strierung
des Beschwerdeführers
als
Selbständigerwerbender
abgelehnt
. Sie hat
dies
im Wesentlichen damit begründet
,
d
ass weder die
Y._
,
ausgeführte
(
Treuhand
-)T
ätigkeit noch die für die
Z._
AG
,
ausgeübte Tätigkeit
als
s
elbständige Erwerbs
tätigkeit gelten könne
(Urk.
2)
.
2.3
Aus den Akten ist
weder ersichtlich, dass die Verfügung
vom
29.
Dezember 2016
noch der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 3. März 2017
zwecks Wahrung de
s
Gehörsanspruchs
den
(
somit
)
als Arbeitgeb
erinn
en
ange
spro
che
nen Betroffenen eröffnet worden wäre
n
(vgl. zum Ganzen auch BGE 113 V
1)
.
Alsdann ist d
as Gericht nicht
verpflichtet,
den von
der
Verwaltung unterlassene
n Einbezug
der potentiellen
Arbeitgebenden
mittels
Beiladung nachzuholen (vgl.
BGE 132 V 264 E. 3;
vgl. auch BGE 113 V 1 E. 4). Der angefochtene
E
i
nsprachee
ntscheid
ist daher
bereits aus formellen Gründen
aufzuheben und die Sache
zur gehörigen Eröffnung der Entscheide
an
sämt
liche davon Betroffenen zurückzuweisen.
Da
vorliegend
verschiedene von
ein
ander unabhängige
Vertragsparteien als
potentielle
Arbeitgeber
zur Frage stehen, erscheint
es
aus verfahrensrechtlichen Überlegungen
dabei
überdies
geboten
,
diesbezüglich
separate
,
auf die jeweilige Tätigkeit bezogene
Ent
schei
de
zu erlassen
.
3
.
3.1
F
ür die
Prüfung der
Frage, ob der Beschwerdeführer
mit Blick auf
die von ihm geltend gemachten
erwerblichen Tätigkeiten als
Selbständigerwerbender
zu gelten hat,
bleibt unter diese
n
Umständen
kein Raum
(vgl. E.
1
hievor
)
.
Anzumerken
ist
immerhin
, dass
die
beitragsrechtliche Unterscheidung
des
Selb
ständigerwerbenden
vom
Unselbständigerwerbenden
auf einer unab
hängi
gen Begriffsbildung
beruht
,
die sich insbesondere mit dem, was übli
cher
weise unter einem (
Un
)-Selbständigen verstanden werd
en mag, nicht zu decken braucht
. In diesem Sinne ist bei einem Versicherten, der gleichzeitig
mehrere Tätigkeiten ausübt, jedes Erwerbseinkommen dahingehend zu prüfen
, ob es aus selbständiger oder unselbständiger Erwerbstätigkeit stammt, selbst
wenn die Arbeiten für eine und dieselbe Firma vorgenommen werden (
vgl. BGE
122 V 169 E.
3b mit Hinweisen auf
BGE 104 V 126
sowie
ZAK 1979 S.
146).
3.2
Mit Blick auf die Vorbringen
des Beschwerdeführers
, wonach er
– was die Verwaltung im angefochtenen Entscheid „unterschlagen“ habe -
neben den darin aufgeführten
Tätigkeiten
(
Y._
und die
Z._ AG
)
im Rahmen seiner Selbständigkeit
auch
als
„Profi-Verwaltungsrat“
in verschiedenen Gesellschaften
mit Vergü
tung als Verwaltungsrat
tätig sei
(Urk. 1 S. 2)
,
folgt
, dass
er
daraus be
zogen auf die
im angefochtenen Entscheid beurteilten
Tätigkeiten von Vorneherein nichts
für die Annahme einer
selbständige
n
Erwerbstätigkeit
abzuleiten ver
mag
.
Dies auch daher, als
die
Tätigkeit
als Verwaltungsrat
i
m schweizeri
schen AHV
-Beitragsr
echt
regelmässig
als
unselbständig
erwerbend
gilt
(vgl.
Kie
ser
, Rechtsprechung zur AHV, 3.
Auflage,
Art.
5
Rz
91
)
.
4.
Dem Beschwerdeführer ist keine Prozessentschädigung zuzusprechen, da sein Arbeitsaufwand und seine Umtriebe im vorliegenden Verfahren nicht den Rahmen dessen überschritten, was der Einzelne
zumutbarerweise
nebenbei zur Besorgung seiner persönlichen Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat.