Decision ID: 2f6ce538-8e00-41e2-b6aa-e3d79b829718
Year: 2015
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: civil_law

betreffend Abänderung Scheidungsurteil / vorsorgliche Massnahmen
Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichtes im ordentlichen  des Bezirksgerichtes Winterthur vom 30. Juni 2015; Proz. FP150003
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Rechtsbegehren (act. 6/22 S. 2):
"1. C._ sei für die Dauer des Verfahrens unter die Obhut des Klägers zu ."
2. Der Kontakt zwischen C._ und der Beklagten sei in der ersten Phase nach dem Obhutswechsel gemäss Empfehlung von Frau D._ (kjz ...) durch eine Fachperson begleiten zu lassen.
3. Die Beklagte sei zur Leistung von angemessenen Unterhaltsbeiträgen für E._ und C._ während der Dauer des Verfahrens zu verpflichten."
Verfügung des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes Winterthur (act. 5 S. 14-18):
1. Beiden Parteien wird die unentgeltliche Rechtspflege gewährt und dem Klä-
ger mit Wirkung ab 4. Februar 2015 in der Person von Rechtsanwältin
lic. iur. Y._ sowie der Beklagten mit Wirkung ab 17. Februar 2015 in der
Person von Rechtsanwältin lic. iur. X._ je eine unentgeltliche Rechts-
vertretung bestellt.
2. Disp.-Ziff. 3 des Scheidungsurteils des Einzelgerichts im ordentlichen Ver-
fahren am Bezirksgericht Winterthur vom 15. August 2013 wird für die weite-
re Dauer des Abänderungsverfahrens einstweilen aufgehoben und durch
folgende Fassung ersetzt:
" 3. a) Die Kinder E._ und C._ werden mit sofortiger Wirkung
unter die Obhut des Gesuchstellers gestellt. Demgemäss haben
die Kinder ihren Wohnsitz beim Gesuchsteller.
b) Die Gesuchstellerin ist mit sofortiger Wirkung berechtigt, die Kin-
der E._ und C._ jeweils in den geraden Kalenderwo-
chen von Freitagabend nach Schulschluss bis Sonntagabend
19.00 Uhr auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu
nehmen.
c) [aufgehoben]
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d) Hinsichtlich der Besuchswochenenden verpflichtet sich die Ge-
suchstellerin, das Kind C._ am Freitagnachmittag zwischen
16.00 Uhr und 17.00 Uhr beim Gesuchsteller abzuholen, während
sich der Gesuchsteller verpflichtet, das Kind am Sonntagabend
19.00 Uhr bei der Gesuchstellerin wieder abzuholen. Das Kind
E._ reist zu seinen Besuchswochenenden bei der Gesuch-
stellerin selbstständig an.
e) Die Gesuchstellerin wird darüber hinaus berechtigt erklärt, in den
ungeraden Kalenderjahren (erstmals im Jahr 2015) an den Weih-
nachtsfeiertagen vom 24. Dezember bis 26. Dezember und in den
geraden Kalenderjahren (erstmals im Jahr 2016) an den Neu-
jahrsfeiertagen vom 31. Dezember bis 2. Januar des Folgejahrs
beide Kinder E._ und C._ auf eigene Kosten mit sich
oder zu sich auf Besuch zu nehmen.
f) Ferner wird der Gesuchstellerin das Recht eingeräumt, die Kinder
E._ und C._ einmal jährlich gemeinsam während 14
Tagen in den Schulferien auf eigene Kosten zu sich oder mit sich
in die Ferien zu nehmen. Über die Ausübung des Ferienbesuchs-
recht sprechen sich die Gesuchsteller mindestens 3 Monate im
Voraus ab, wobei für den Fall der Nichteinigung der Gesuchsteller
in den ungeraden Kalenderjahren (erstmals im Jahr 2015) und die
Gesuchstellerin in den geraden Kalenderjahren (erstmals im Jahr
2016) den Zeitpunkt des Ferienbesuchsrechts bestimmen darf.
g) - h) [unverändert] ".
3. In einstweiliger Abänderung von Disp.-Ziff. 4 des Scheidungsurteils des Ein-
zelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Winterthur vom
15. August 2013 wird die Unterhaltspflicht des Klägers für das Kind C._
mit Wirkung ab 1. Juli 2015 für die weitere Dauer des Abänderungsverfah-
rens sistiert.
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Es wird davon Vormerk genommen, dass über die Festsetzung von allfälli-
gen Unterhaltsbeiträgen für die Kinder E._ und C._ im Rahmen
des Entscheids in der Hauptsache endgültig befunden wird.
4. Disp.-Ziff. 5 des Scheidungsurteils des Einzelgerichts im ordentlichen Ver-
fahren am Bezirksgericht Winterthur vom 15. August 2013 wird für die weite-
re Dauer des Abänderungsverfahrens einstweilen aufgehoben und durch
folgende Fassung ersetzt:
" a) Die mit Eheschutzentscheid vom 23. September 2011 des Einzelge-
richts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Winterthur (Ge-
sch.-Nr. EE110119-K) angeordnete Erziehungsbeistandschaft im Sinne
von Art. 308 Abs. 1 ZGB für das Kind C._ wird bis zur definitiven
Errichtung der nachstehenden Besuchsbeistandschaft im Sinne von
Art. 308 Abs. 2 ZGB beibehalten.
Der Beistandsperson wird die besondere Aufgabe übertragen, für einen
geordneten Übergang der Obhut über das Kind von der Gesuchstelle-
rin an den Gesuchsteller, vor allem auch für einen geordneten Übertritt
des Kindes in die Schule am neuen Wohnort, und eine funktionierende
Kommunikation zwischen der Gesuchstellerin und dem Kind zu sorgen
sowie die Gesuchstellerin während der Phase des Obhutsübergangs
mit Rat und Tat zu unterstützen.
Nach der definitiven Übernahme der Besuchsrechtsbeistandschaft
durch die neue Behörde wird die vorstehende Erziehungsbeistand-
schaft aufgehoben.
b) Es wird mit sofortiger Wirkung eine Besuchsrechtsbeistandschaft im
Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB für das Kind C._ errichtet.
Der Beistandsperson wird die besondere Aufgabe übertragen, die Be-
ziehung der Gesuchstellerin zum Kind zu überwachen und den Ge-
suchstellern bei Problemen hinsichtlich des Betreuungsplans und der
Ausübung des persönlichen Verkehrs durch die Gesuchstellerin beizu-
stehen."
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5. Über die Festsetzung der Kosten- und Entschädigungsfolgen für diesen vor-
sorglichen Massnahmeentscheid wird im Rahmen des Entscheids in der
Hauptsache befunden.
6./7. Schriftliche Mitteilung/Rechtsmittelbelehrung.
Berufungsanträge:
der Berufungsklägerin (act. 3 S. 2):
"1. Die vorinstanzliche Verfügung vom 30. Juni 2015 sei bis zum Erlass eines Entscheids über das Änderungsbegehren im Scheidungsurteil des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Winterthur vom 15. August 2013 vollumfänglich aufzuheben.
2. Es sei gestützt auf Art. 315 Abs. 5 ZPO die Vollstreckung der vorinstanzlichen Verfügung aufzuschieben.
3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Mehrwertsteuer) zu Lasten des Klägers und Berufungsbeklagten.
4. In prozessualer Hinsicht stelle ich das Begehren, es sei der Beklagten und  auch für das obergerichtliche Verfahren die unentgeltliche  zu gewähren und in der Person der Unterzeichnenden [ lic. iur. X._] eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen."
des Berufungsbeklagten (act. 16 S. 1-2):
"1. Es sei die Berufung gegen die Verfügung des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren des Bezirksgerichtes Winterthur vom 30. Juni 2015 (...) vollumfänglich abzuweisen.
2. Es sei der Berufung keine aufschiebende Wirkung zu erteilen bzw. es sei die mit Verfügung vom 30. Juli 2015 superprovisorisch erteilte aufschiebende  wieder zu entziehen.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten und .
Prozessualer Antrag: Es sei dem Kläger die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und es sei ihm
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in meiner Person [Rechtsanwältin lic. iur. Y._] eine unentgeltliche  zu bestellen."

Erwägungen:
1. a) Mit Eheschutzentscheid vom 23. September 2011 wurden beide Töchter
der Parteien, E._ geboren am tt.mm.2000 und C._ geboren am
tt.mm.2005, unter die elterliche Obhut der Mutter gestellt, und es wurde für
beide Töchter eine Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB
errichtet. Mit gerichtlichem Abänderungsentscheid vom 20. August 2012
wurde die elterliche Obhut so aufgeteilt, dass die ältere Tochter E._ un-
ter die Obhut des Vaters gestellt wurde. Die jüngere Tochter C._ blieb
demgegenüber unter der Obhut der Mutter (act 6/5/28). Mit Urteil vom
15. August 2013 wurde die Ehe der Parteien geschieden (act. 6/4/38). Die
beiden Kinder wurden unter der gemeinsamen elterlichen Sorge der Eltern
belassen. Unter Anordnung einer entsprechenden Besuchsregelung für den
andern Elternteil wurde E._ unter die Obhut des Vaters und C._
unter jene der Mutter gestellt (Dispositiv Ziffer 3). Ferner verpflichtete sich
der Vater für C._ einen Unterhaltsbeitrag von Fr. 175.- zu bezahlen
(Dispositiv Ziffer 4 lit. a). Mangels Leistungsfähigkeit der Mutter wurde von
der Festsetzung eines Unterhaltsbeitrags für das Kind E._ abgesehen
(Dispositiv Ziffer 4 lit. d). Die mit Eheschutzentscheid vom 23. September
2011 des Einzelgerichts des Bezirksgerichtes Winterthur angeordnete Er-
ziehungsbeistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 ZGB für das Kind
C._ wurde beibehalten (Dispositiv Ziffer 5 lit. a). Die Beistandschaft
über E._ wurde aufgehoben (act. 6/4/48).
b) Im Rahmen des vor Vorinstanz mit Eingabe vom 4. Februar 2015 gestell-
ten Begehrens um Abänderung des Scheidungsurteils beantragte B._
(Kläger und Berufungsbeklagter, nachfolgend Kläger), es seien vorsorgliche
Massnahmen anzuordnen und das Kind C._ sei neu unter seine elterli-
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che Obhut zu stellen (vgl. act. 6/1 S. 2, act. 6/13 i.V.m. act. 6/Prot. S. 9). In
der Folge fanden zwei Anhörungen von C._ (am 21. und 28. April 2015)
durch die Psychologin D._ vom kjz ... statt (act. 6/16). Nach gescheiter-
ter Einigungsverhandlung (act. 6/Prot. S. 2-4) fand am 18. Juni 2015 die
Hauptverhandlung und die Verhandlung über die vorsorglichen Massnah-
men statt (act. 6/Prot. S. 5-29). Mit Verfügung vom 30. Juni 2015 entschied
das Einzelgericht über die vorsorglichen Massnahmen und stellte u.a. die
Kinder E._ und C._ mit sofortiger Wirkung unter die Obhut des
Klägers unter Anordnung einer entsprechenden Besuchsregelung und Über-
tagung besonderer Aufgaben betreffend Obhutsübergang an den Erzie-
hungsbeistand von C._, errichtete mit sofortiger Wirkung eine Besuchs-
rechtsbeistandschaft und sistierte die Unterhaltspflicht des Klägers für das
Kind C._ mit Wirkung ab 1. Juli 2015 für die weitere Dauer des Abände-
rungsverfahrens (act. 5 S. 14 ff.).
2. Gegen diese Verfügung vom 30. Juni 2015 erhob A._ (Berufungskläge-
rin und Beklagte, nachfolgend Beklagte) Berufung und verlangte die Aufhe-
bung des vorinstanzlichen Entscheides. In prozessualer Hinsicht beantragte
sie, es sei der Berufung die aufschiebende Wirkung zu gewähren und es sei
ihr auch für das obergerichtliche Verfahren die unentgeltliche Prozessfüh-
rung zu gewähren und in der Person von Rechtsanwältin lic. iur. X._ ei-
ne unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen (act. 3 S. 2).
3. Mit Präsidialverfügung vom 30. Juli 2015 wurde der Berufung superproviso-
risch die aufschiebende Wirkung erteilt (act. 9). Die vom Berufungsbeklagten
verlangte Anhörung von C._ wurde mit Verfügung vom 4. August 2015
abgewiesen (act. 13). Nach Eingang der Berufungsantwort sowie der Stel-
lungnahme des Klägers zur Erteilung der aufschiebenden Wirkung (act. 16)
wurde die mit Verfügung vom 30. Juli 2015 superprovisorisch erteilte auf-
schiebende Wirkung der Berufung mit Verfügung vom 6. August 2015 su-
perprovisorisch entzogen (act. 18). Gleichzeitig wurde der Beklagten Frist
angesetzt, um zu den Noven in der Berufungsantwort Stellung zu nehmen
(act. 18). Den Parteien wurde mit Beschluss vom 10. August 2015 die un-
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entgeltliche Rechtspflege bewilligt (act. 24). Nach Eingang der Stellungnah-
me der Beklagten zu den Noven wurde mit Beschluss vom 14. August 2015
der Berufung keine aufschiebende Wirkung erteilt. Es wurde festgehalten, es
gälten demnach die mit Verfügung des Einzelgerichts vom 30. Juni 2015 im
Rahmen vorsorglicher Massnahmen getroffenen Anordnungen weiter
(act. 28).
4. a) Auf streitige Änderungsverfahren finden die Vorschriften über die Schei-
dungsklage sinngemäss Anwendung (Art. 284 Abs. 3 ZPO). Es gelten dem-
nach die Art. 274-283 und Art. 290-293 ZPO. Das Gericht trifft die nötigen
vorsorglichen Massnahmen; die Bestimmungen über die Massnahmen zum
Schutz der ehelichen Gemeinschaft sind sinngemäss anwendbar (Art. 276
Abs. 1 ZPO). Das Gericht entscheidet über vorsorgliche Massnahmen im
summarischen Verfahren (Art. 276 Abs. 1 i.V.m. Art. 271 ff. ZPO und
Art. 248 lit. d ZPO); die Art. 252 ff. ZPO gelten subsidiär (ZK ZPO-Kobel,
2. A., Art. 276 N 41). Sind wie hier Anordnungen über Kinder zu treffen, so
erforscht es den Sachverhalt von Amtes wegen und es ist weder von Partei-
anträgen abhängig noch an solche gebunden (sog. uneingeschränkte Unter-
suchungsmaxime und Offizialmaxime; Art. 277Abs. 3 ZPO und Art. 296
Abs. 1 und 3 ZPO).
b) Gegen erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche Massnahmen ist die
Berufung zulässig (Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO). Mit Berufung können sowohl
unrichtige Rechtsanwendung als auch unrichtige Feststellung des Sachver-
haltes geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO).
c) Im summarischen Verfahren geht es darum, relativ rasch eine vorläufige
Friedensordnung herzustellen. Die entscheidrelevanten tatsächlichen Ver-
hältnisse sind daher, bei freier Beweiswürdigung, nicht strikt zu beweisen,
sondern lediglich glaubhaft zu machen (FamKomm Scheidung/Leuenberger,
2. Aufl., Anh. ZPO Art. 276 N 1 und 17). Glaubhaftmachung bedeutet, dass
der Richter nicht von der Richtigkeit der aufgestellten tatsächlichen Behaup-
tung überzeugt sein muss, sondern dass es genügt, wenn auf Grund objek-
tiver Anhaltspunkte eine gewisse Wahrscheinlichkeit für die fragliche Tatsa-
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che spricht. Dabei ist analog zu Art. 8 ZGB eine "Glaubhaftmachungslast"
derjenigen Partei zu beachten, welche aus einer behaupteten Tatsache
Rechte ableitet (FamPra 2010 S. 705 ff. = BGer 5A_117/2010 vom 5. März
2010 E. 3.3).
5. Die Vorinstanz teilte die elterliche Obhut über das Kind C._ unter sofor-
tiger Wirkung für die Dauer das Abänderungsverfahrens neu dem Kläger zu,
indem sie erwog, es sei vorab festzuhalten, dass C._ zu beiden Partei-
en eine sehr gute und innige Beziehung pflege. Gestützt auf die vorhandene
Aktenlage sei davon auszugehen, dass beide Parteien derzeit über ausrei-
chende erzieherische Kompetenzen verfügten. Insbesondere werde diesbe-
züglich auch von beiden Elternteilen übereinstimmend ausgesagt, der ande-
re sei eine gute Mutter bzw. ein guter Vater (act. 6/Prot. S. 11, S. 19). Hin-
sichtlich der Erziehungsfähigkeit seien zusammengefasst also beide Partei-
en als gleichwertig einzustufen (act. 5 Erw. 4.1 S. 8-9). Das Kind könne im
momentanen Familienverbund des Klägers weitaus enger und umfassender
persönlich betreut werden, als dies bei der Beklagten und ihrem Lebens-
partner der Fall sei. Dieser Befund werde denn auch durch die Ausführun-
gen im Bericht des kjz bestätigt, wonach die familiären Bedürfnisse bei der
Beklagten mit ihrer Erwerbstätigkeit koordiniert werden müssten und
C._ gewisse Randzeiten alleine überbrücken müsse, während beim
Kläger häufig Aktivitäten zwischen Erwachsenen und Kindern stattfänden
bei insgesamt starker Orientierung des Familienlebens an den Bedürfnissen
der Kinder. Bei dieser Sachlage sei mithin davon auszugehen, dass die ak-
tuelle Wohn- und Lebenssituation beim Kläger den Bedürfnissen von
C._ gerechter werde als diejenige bei der Beklagten. Dem stehe auch
der Einwand der Beklagten, die Lebenspartnerin könne C._ nicht die
nötige Zuwendung und Aufmerksamkeit zukommen lassen, da sie sich pri-
mär um ihr Kleinkind kümmern müsse (act. 6/18 S. 2; act. 6/24 S. 4), nicht
entgegen (act. 5 Erw. 4.2 S. 9-10). Ins Gewicht falle sodann, dass C._
zurzeit bei der Beklagten lebe, während ihre ältere Schwester E._ unter
der Obhut des Vaters stehe. Diese Regelung sei im Scheidungsverfahren
hauptsächlich deshalb getroffen worden, weil die Geschwister in der Ver-
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gangenheit stark zerstritten gewesen seien (vgl. act. 6/23/5 S. 1 f.). In der
Zwischenzeit habe sich das Verhältnis zwischen C._ und ihrer 5 1⁄2 Jah-
re älteren Schwester E._ nach übereinstimmenden Angaben beider
Parteien jedoch dahingehend gewandelt, dass sich die Geschwister viel
besser verständen (Kläger: act. 6/Prot. S. 11; Beklagte: act. 6/Prot. S. 21).
Es liege auf der Hand, dass die Zusammenführung der beiden Geschwister
dem Kindeswohl von C._ besser entspreche als eine weitere Trennung
von E._. Infolgedessen dränge sich die Umteilung der Obhut auf den
Kläger auch aus diesem Grund auf (act. 5 Erw. 4.3 S. 10). Schliesslich sei
zu berücksichtigen, dass es weder an der Bereitschaft auf Seiten des Klä-
gers fehle, mit der Beklagten bezüglich der Kinderbelange von C._ zu
kooperieren, noch dass das Kind selber dem Umzug zum Kläger widerspro-
chen habe. Im Gegenteil habe der Kläger bekräftigt, dafür zu sorgen, dass
der Kontakt zwischen der Beklagten und C._ auch nach der Obhutsum-
teilung im erweiterten Umfang beibehalten und die Zusammenarbeit mit der
Beiständin gewährleistet werden könne (act. 6/Prot. S. 13). Ergänzend sei
sodann beizufügen, dass der Wille des Kindes bei der hier zur Beurteilung
stehenden Frage keine entscheidende Rolle spielen dürfe. Dennoch dürfe
nicht unbeachtet bleiben, dass ein Wechsel der Obhut über C._ bereits
anfangs Jahr 2015 zur Diskussion gestanden habe. Damals sei den Parteien
ein schriftlicher Vorschlag unterbreitet worden, wonach das Kind für 6 Mona-
te probeweise zum Kläger ziehen sollte, wobei festgehalten wurde, dass
diese Lösung dem ausdrücklichen Wunsch von C._ entspreche (act.
6/3/2). Dafür, dass C._ in der Zwischenzeit ihre Meinung grundlegend
geändert habe, beständen vorliegend keinerlei Anhaltspunkte (act. 5 Erw.
4.4 S. 10-11).
6. a) Die Beklagte führte im Berufungsverfahren u.a. aus, eine wesentliche
Veränderung der Verhältnisse sei seit dem Scheidungsurteil vom 15. August
2013 nicht eingetreten. Die Verhältnisse seien gleich geblieben (act. 3 S. 4).
Elterliche Fürsorglichkeit sei bei ihr voll gegeben. Sie werde durch ihren Le-
benspartner unterstützt. Dieser helfe, wenn es sprachliche Probleme geben
sollte. Auch wenn sie die deutsche Sprache nicht so gut beherrsche, bedürfe
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C._ keiner Unterstützung in schulischen Belangen, sei sie doch eine
sehr gute Schülerin. Einzig die Verfügbarkeit von Bezugspersonen möge
zugunsten des Klägers sprechen. Bei einem fast zehnjährigen Mädchen sei
aber eine lückenlose Verfügbarkeit sicher nicht notwendig (act. 3 S. 5). Im
Rahmen der Scheidungsklage seien die Schwestern voneinander getrennt
worden. Es sei naheliegend, dass sich die Situation zwischen den Schwes-
tern nach der Trennung beruhigt habe, da sie nicht mehr ständig beieinan-
der seien und das gleiche Zimmer teilen müssten (act. 3 S. 5). Primär habe
die Betreuung soweit möglich durch die Eltern zu erfolgen und nicht durch
Drittpersonen, wie z.Bsp. die Lebenspartnerin des Klägers. Die familiäre
Stabilität sei bei ihr – der Beklagten – voll gewährleistet (act. 3 S. 5). Zwi-
schendurch ein zwei Stunden allein sein, werde einem fast zehnjährigen
Kind sicher nicht schaden (act. 3 S. 6). Das Protokoll der Parteibefragung
vom 18. Juni 2015 beweise deutlich, dass der Kläger sich überhaupt nicht
bemüht habe, dass C._ mit ihr habe Kontakt aufnehmen können. Ein
Kind sei kein Spielball. Auch die Vorinstanz habe betont, dass die Unge-
wissheit für C._ belastend sei. Also solle man sie in ihrer gewohnten
Umgebung belassen, jedenfalls bis darüber definitiv entschieden werde (act.
3 S. 7).
b) Der Kläger machte demgegenüber u.a. geltend, die Verhältnisse hätten
sich wesentlich verändert, da sich C._ heute traue, ihren eigenen Willen
zu äussern. Bereits im Scheidungsverfahren sei der Umzug zu seiner Fami-
lie für sie ein Thema gewesen. C._ sei jedoch dem psychischen Druck
durch die Beklagte nicht gewachsen gewesen und habe ihre Mutter nicht al-
lein lassen wollen. Nachdem C._ im Scheidungsverfahren gegenüber
der Psychologin des kjz und gegenüber dem Bezirksrichter erklärt habe, sie
wolle bei der Mutter leben, habe der Kläger die Entscheidung seiner Tochter
akzeptiert. Heute seien die Verhältnisse anders. Dem Gerichtsverfahren sei
der Versuch einer einvernehmlichen Lösung mit Unterstützung der Beistän-
din vorausgegangen. Die Bemühungen der Beiständin hätten in einer Ver-
einbarung geendet, welche festhalte, der Aufenthalt bei ihrem Vater ent-
spreche C._s ausdrücklichem Wunsch. Weitere Veränderungen seien,
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dass das Verhältnis der beiden Schwestern E._ und C._ seit der
Scheidung noch enger geworden sei und C._ einen Halbbruder be-
kommen habe (act. 16 S. 6). C._ habe zwar seit der Trennung der Par-
teien den Alltag bei der Berufungsklägerin verbracht, mindestens das letzte
halbe Jahr sei jedoch diese Lebenssituation eine grosse Belastung für sie.
Seit der Scheidung habe sie unbestrittenermassen die meisten Wochenen-
den und einen grossen Teil der Schulferien bei ihm verbracht. Nachdem
C._ sich getraut habe, ihrer Mutter mitzuteilen, sie wolle zum Vater zie-
hen, lebe sie quasi zwischen den beiden Welten. Sie leide unter Schlafstö-
rungen, seit sie am letzten Freitag vom Entscheid des Obergerichts erfahren
habe. Sie habe sogar eingenässt. C._ hoffe dringend, dass ihr Wunsch
ernst genommen werde und das Obergericht seinen Entscheid dahingehend
ändere, dass sie beim Vater bleiben und die Schule nach den Sommerferien
in F._ besuchen könne. Sie habe gegenüber ihrer Beiständin unmiss-
verständlich ausgesagt, dass sie nicht zur Beklagten zurückkehren wolle.
C._s Wunsch sei vom Gericht zu respektieren. Sie sei fast zehn Jahre
alt und ein intelligentes, aufgewecktes Kind, das sich differenziert ausdrü-
cken könne. Ihr Wunsch beruhe auf objektiven Gründen. Sie könne bei ihm
mit ihrer älteren Schwester und ihrem Halbbruder zusammen aufwachsen.
Sie werde bei ihm enger und umfassender persönlich betreut. Sie nehme
sich als Teil der Patchworkfamilie wahr, wohingegen sie sich bei der Beklag-
ten oft als 5. Rad am Wagen fühle. Sie sei den Spannungen zwischen der
Beklagten und deren Partner als einziges Kind im Gefüge ausgesetzt gewe-
sen (act. 16 S. 3-4). Weiter falle ins Gewicht, dass bei ihm viel offener kom-
muniziert werde als bei der Beklagten. Die Kinder dürften ihre Meinung äus-
sern und es werde viel diskutiert, was jedoch nicht bedeute, dass den Kin-
dern keine Grenzen gesetzt würden. Demgegenüber müsse C._ bei der
Beklagten aufpassen, was sie sage. Die Beklagte sei ausgesprochen emoti-
onal und teile die Welt in Schwarz und Weiss ein, Schattierungen kenne sie
nicht. Entweder sei man eine gute Tochter oder eine schlechte (act. 16 S. 5).
Es sei weltfremd, den eindeutig geäusserten Wunsch eines fast zehnjähri-
gen Kindes einfach zu ignorieren, auch wenn die Gerichtspraxis annehme,
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dass Kinder erst mit ca. 12 Jahren urteilsfähig seien (act. 16 S. 5). Im Übri-
gen wies der Kläger darauf hin, dass sich die Beklagte inzwischen von ihrem
Partner getrennt habe. Daher seien sämtliche Angaben der Beklagten zu ih-
rem Wohn- und Arbeitsort, zur Betreuung von C._ sowie die Hilfe von
Herrn G._ in schulischen Belangen für die Zukunft nicht mehr gültig
(act. 16 S. 5).
c) Die Beklagte bestätigte in ihrer Eingabe vom 12. August 2015, dass sie
ihre Stelle in der Pizzeria gekündigt und bei ihrem Partner ausgezogen sei.
Sie habe an der H._-strasse ... in L._ eine 4,5-Zimmer Wohnung
gemietet und C._ in der Schule, die 50 m vom Wohnort entfernt liege,
angemeldet. Bis auf weiteres werde sie voll daheim bleiben. Sie werde mit
der Zeit eine Halbtagsstelle mit geregelten Arbeitszeiten suchen. Die Ände-
rung erfolge voll im Interesse von C._. Mit Herrn G._ habe sie –
die Beklagte – nach wie vor ein freundschaftliches Verhältnis. Er habe versi-
chert, dass er weiterhin für C._ da sei und sie auch nach F._ fah-
ren werde (act. 27 S. 2-3). Dieser plötzliche Stimmungswechsel von
C._ könne nur so erklärt werden, dass nach fast vier Wochen Sommer-
ferien mit dem Kläger und seiner Familie Druck auf C._ ausgeübt wor-
den sei, was nicht von Dauer sein könne (act. 27 S. 3-4).
7. a) Vorauszuschicken ist, dass die Anordnung vorsorglicher Massnahmen vo-
raussetzt, dass diese nötig, geeignet und verhältnismässig sind (ZK ZPO-
KOBEL, 2. Auflage, Art. 276 N 8). Es muss also ein Bedürfnis für die Anord-
nung solcher Massnahmen ausgewiesen werden. Ein solches wird von der
Lehre verneint, wenn die Verhältnisse bereits angemessen geregelt sind
(vgl. FamKomm Scheidung/Leuenberger, 2. Aufl., Bern 2011, Anh. ZPO
Art. 276 N 4), es sei denn, die tatsächlichen Verhältnisse hätten sich erheb-
lich und dauernd geändert, so dass die geltende Regelung für die Dauer des
Verfahrens nicht mehr angemessen erscheint. Davon ist aber nur im Aus-
nahmefall auszugehen, weil im Abänderungsprozess bereits ein im ordentli-
chen Verfahren ergangenes rechtskräftiges Scheidungsurteil vorliegt, wel-
ches die Verhältnisse bereits vollständig und dauerhaft regelt (OGer SO im
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Entscheid vom 13. April 2007, in: FamPra.ch 2009, S. 777 ff., S. 779). Geht
es um die Zuteilung der Obhut über ein Kind, ist also davon auszugehen,
dass im Rahmen eines Abänderungsverfahrens eine bereits im Scheidungs-
urteil getroffene Obhutsregelung nur dann nicht mehr angemessen erscheint
und eine vorsorgliche Neuregelung bedingt, wenn das Wohl des Kindes eine
andere Ordnung gebietet bzw. unter der geltenden Regelung als gefährdet
erscheint. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass zugunsten des Kindes
grundsätzlich eine gewisse Stabilität der Lebensumstände zu erhalten und
ein schädliches Hin und Her zu vermeiden ist (BGer 5P.84/2006 vom 3. Mai
2006 Erw. 4.1). Bei der Beurteilung der für die Obhutszuteilung massgeben-
den Kriterien verfügt das Sachgericht über grosses Ermessen (BGer
5A_693/2010 vom 29. Dezember 2010, Erw. 2.2.1, m.w.H.). Entsprechend
ist im Rechtsmittelverfahren selbst von einer unzweckmässigen Lösung
nicht ohne Not abzuweichen, sofern diese auf sachlichen Kriterien beruht
und nicht unverständlich ist.
b) Auf Begehren eines Elternteils regelt das Gericht die Zuteilung der elterli-
chen Sorge neu, wenn dies wegen wesentlicher Veränderung der Verhält-
nisse zum Wohl des Kindes geboten ist (Art. 134 Abs. 1 ZGB). Eine Umtei-
lung des Sorge- und Obhutsrechts setzt somit nebst veränderten Verhältnis-
sen voraus, dass die Umteilung in dem Sinn zwingend nötig ist, als die aktu-
ellen Lebensumstände dem Kindeswohl mehr schaden als ihre Neuordnung
und die damit verbundene Kontinuitätsunterbrechung der Erziehung (BGer
5a_63/2011 vom 1. Juni 2011 in Häberli/Meier, Übersicht zur Rechtspre-
chung im Kindes- und Vormundschaftsrecht [März bis Juni 2011], ZKE 2011
S. 312 ff., 321). Die Veränderung der Verhältnisse muss die Änderung der
Sorge- bzw. Obhutsregelung zwingend gebieten BGer 5A_105/2012 vom
9. März 2012 Erw. 2.3). Der Wille des urteilsfähigen Kindes stellt ein von
mehreren Beurteilungskriterien dar, die das Gericht in die Waagschale wer-
fen und in seine Entscheidfindung einbeziehen muss. Namentlich kommt
dem (urteilsfähigen) Kind kein freies Wahlrecht zu, wo und bei wem es leben
möchte (BGer 5A_428/2014 vom 22. Juli 2014 Erw. 6.1).
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8. a) Die vom Gericht genehmigte Scheidungsvereinbarung sah folgende Be-
suchsregelung vor (act. 6/4/38 Dispositiv Ziffer 3 lit. b-g):
" b) Die Gesuchstellerin ist berechtigt, das Kind E._ jeweils in den  Kalenderwochen von Freitagabend nach Schulschluss bis  17:00 Uhr auf eigene Kosten mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen, sodass es das Wochenende mit seiner Schwester C._ .
c) Der Gesuchsteller ist berechtigt, das Kind C._ jeweils in den geraden Kalenderwochen von Freitagnachmittag 17:00 Uhr bis Sonntagabend 19:00 Uhr auf eigene Kosten mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen, sodass es das Wochenende mit seiner Schwester E._ verbringt.
d) Hinsichtlich der Besuchswochenenden verpflichtet sich die Gesuchstelle-
rin, das Kinde C._ am Freitagnachmittag zwischen 16:00 Uhr und 17:00 Uhr zum Gesuchsteller zu bringen, während sich der Gesuchsteller , das Kind am Sonntagabend 19:00 Uhr zur Gesuchstellerin . Das Kind E._ reist zu seinen Besuchswochenenden bei der Gesuchstellerin selbständig an.
e) Die Gesuchstellerin wird darüber hinaus berechtigt erklärt, in den  Kalenderjahren (erstmals im Jahr 2013) an den Weihnachtsfeiertagen vom 24. Dezember bis 26. Dezember beide Kinder E._ und C._ auf eigene Kosten mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen, während der Gesuchsteller berechtigt erklärt wird, beide Kinder an den Neujahrstagen vom 31. Dezember bis 2. Januar auf eigene Kosten mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen. In den geraden Kalenderjahren (erstmals im Jahr 2014) wird der Gesuchsteller hingegen berechtigt erklärt, an den  vom 24. Dezember bis 26. Dezember beide Kinder E._ und C._ auf eigene Kosten mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen, während die Gesuchstellerin berechtigt erklärt wird, beide Kinder an den Neujahrsfeiertagen vom 31. Dezember bis 2. Januar auf eigene Kosten mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen.
f) Ferner wird beiden Gesuchstellern das Recht eingeräumt, die Kinder
E._ und C._ einmal jährlich gemeinsam während 14 Tagen in den Schulferien auf eigene Kosten zu sich oder mit sich in die Ferien zu nehmen. Über die Ausübung des Ferienbesuchsrecht sprechen sich die Gesuchsteller mindestens 3 Monate im Voraus ab, ... .
g) Über allfällige Modifikationen oder Änderungen der vorstehenden Be-
suchsregelung einigen sich die Gesuchsteller untereinander. ... ."
b) Nach dem Umzug der Beklagten von ... [Ortschaft] nach I._ zeigte
sich, dass es Probleme in der Umsetzung obenerwähnter Besuchsregelung
gab, da die Berufungsbeklagte nicht Autofahren kann. Die Fahrdienste für
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C._ wurden deshalb jeweils vom Partner der Beklagten und vom Kläger
übernommen. Mit ihrer Tochter E._ hatte die Beklagte letztmals im Feb-
ruar 2015 telefoniert. Seither ist der Kontakt abgebrochen (act. 6/Prot.
S. 24). Die Beklagte wohnte bis vor kurzem zusammen mit ihrem Partner
und C._ in I._ (AG). Der Kläger lebt heute mit seiner Lebenspart-
nerin, ihrem gemeinsamen Sohn J._ (geboren tt.mm.2013, act. 6/Prot.
S. 9) und E._ in F._ ZH. C._ verbrachte die Wochenenden
meistens bei ihrem Vater (act. 6/22 S. 4, act. 6/24 S. 6, act. 6/Prot. S. 21,
act. 3 S. 6). Diese Regelung kam der Mutter entgegen, da sie jeweils am
Wochenende in der Pizzeria ihres Lebensgefährten arbeiten musste. Auch
in den Schulferien war C._ oft bei ihrem Vater (act. 6/22 S. 4). So war
auch für die aktuellen Sommerferien vereinbart worden, dass sie fünf Wo-
chen beim Vater verbringen wird (act. 6/Prot. Vorinstanz S. 21, act. 6/22
S. 4). Bezüglich des Betreuungsverhältnisses von C._ hat der Kläger
vor Vorinstanz eine Aufstellung für den Zeitraum September 2014 bis Mai
2015 eingereicht, wobei offen gelassen werden kann, ob diese Berechnung
(49% Vater, 51% Mutter) zutrifft (act. 6/23/1). In diesen Zeitraum fiel auch
der probeweise Aufenthalt von C._ beim Vater, welchen die Beiständin
auf Wunsch von C._ in die Wege geleitet hatte (act. 6/3/2, act. 6/Prot.
S. 18). Es ist aufgrund der Akten davon auszugehen, dass C._ vor Er-
lass der vorsorglichen Massnahmen mehrheitlich von der Mutter betreut
wurde. Vor allem unter der Woche, von Montag bis Freitag Abend hielt sich
C._ bei der Mutter auf. Die bisher unter den Parteien geregelte Betreu-
ung, nämlich, dass C._ die Wochenenden mehrheitlich beim Vater ver-
bringen konnte, war ideal. Übers Wochenende musste der Vater nicht arbei-
ten und hatte Zeit für all seine Kinder und die Beklagte konnte ihrer Arbeit
nachgehen. Aus den vorinstanzlichen Akten ergibt sich, dass C._ zu
beiden Eltern eine sehr gute und innige Beziehung pflegt. Es ist davon aus-
zugehen, dass beide Parteien über ausreichend erzieherische Kompetenzen
verfügen. Beide bezeichnen den anderen Elternteil als einen guten Vater
bzw. gute Mutter (act. 6/Prot. S. 11 und S. 19). Der Kläger sieht eine we-
sentliche Veränderung der Verhältnisse darin, dass C._ bei ihm woh-
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nen will. Mit diesem Anliegen von C._ begründete der Kläger zur
Hauptsache seinen Antrag auf Neuzuteilung der elterlichen Obhut (act. 6/1
S. 3 f., act. 6/22 S. 2 f., act. 16 S. 2 ff). Diesen Wunsch hatte sie bereits frü-
her gegenüber der Beiständin geäussert, welche gestützt darauf eine Ver-
einbarung entwarf, welche einen probeweisen Aufenthalt von sechs Mona-
ten für die Zeit vom 1. Februar 2015 bis 31. Juli 2015 vorsah (act. 6/3/2). Die
Beklagte konnte aber dieser Regelung nicht zustimmen (act. 6/Prot. S. 10-
11 und S. 18-19). C._ ist eine gute Schülerin (act. 4/2). Sie fühlt sich in
der Schule am bisherigen Wohnort der Mutter wohl (act. 6/16 S. 1). Am
Wohnort des Vaters hatte sie keine Mühe, sich schnell in eine neue Klasse
zu integrieren (act. 6/20). Zwischen den Eltern ist sie hin- und hergerissen.
Sie befindet sich nach Aussage der Psychologin, welche die Kinderanhö-
rung vor Vorinstanz durchgeführt hat, in einem starken Loyalitätskonflikt. Es
kann offen bleiben, ob C._ – wie der Kläger behauptet (vgl. act. 16 S. 3)
– gegenüber der Psychologin des kjz ... effektiv den Wunsch geäussert hat,
zu ihrem Vater zu ziehen. Aus der Gesprächszusammenfassung ergibt sich
dies jedenfalls nicht, vielmehr wollte sich C._ darüber nicht äussern
(act. 6/16). Nach Darstellung des Klägers soll nun C._ bereit sein, auch
gegenüber dem Gericht aussagen zu wollen, dass sie beim Vater leben
möchte. Gegenüber der Berufsbeiständin, Frau K._, bekundete
C._ am 4. August 2015 den Wunsch, endlich bei ihrem Vater wohnen
zu können, sie warte schon so lange darauf (act. 17/1 S. 2). Die Vorinstanz
hat dann auch zu Recht festgehalten, dass der Wille des Kindes vorliegend
keine entscheidende Rolle spielen dürfe. Der geäusserte Wille von C._
stellt für sich allein keine wesentliche Veränderung dar. Damit würde
C._ ein freies Wahlrecht zugestanden, bei wem sie leben möchte. Dies
erlaubt aber die Rechtsprechung nicht (vgl. Ziff. 7b vorstehend), da ein Kind
damit überfordert wird. Obwohl bei Geschwistern die Obhutszuweisung in al-
ler Regel für alle Geschwister an den gleichen Elternteil erfolgt, sah man
vorliegend im Scheidungsurteil davon ab. Die beiden Schwester E._
und C._ stritten sehr viel miteinander und zudem hatte die Beklagte
Mühe mit E._, die an einem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom litt (act.
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6/22 S. 3, act. 6/24 S. 2). Das Verhältnis zwischen den beiden Schwestern
hat sich seit der Scheidung entspannt und würde heute einem Wechsel der
Obhut über C._ von der Mutter zum Vater nicht mehr entgegenstehen.
Das Verhältnis der Geschwister untereinander wird von den Eltern als "gut"
bzw. "sehr gut" bezeichnet (act. 6/Prot. S. 11 und S. 21). Aber auch die in-
zwischen eingetretene freundschaftliche Verbundenheit der Geschwister
stellt keine wesentliche Veränderung dar, zumal diese mögliche Entwicklung
bereits im Zeitpunkt der Scheidung nicht auszuschliessen war und in die
Beurteilung miteinbezogen wurde. Ebenso wenig fällt die Geburt eines
Halbbruders darunter. Die vom Kläger erwähnten Sprachschwierigkeiten der
Mutter und die damit verbundenen Schwierigkeiten, C._ schulisch zu
unterstützen (vgl. act. 16 S. 6), waren bereits im Zeitpunkt der Fällung des
Scheidungsurteils bekannt. In einer Gesamtwürdigung ist deshalb davon
auszugehen, dass im Zeitpunkt der vorinstanzlichen Entscheidfällung auf-
grund der Vorbringen des Klägers keine veränderten Verhältnisse vorlagen,
die im Rahmen vorsorglicher Massnahmen zwingend die Änderung der Ob-
hutsregelung verlangt hätten.
9. a) Inzwischen liegen aber völlig veränderte Verhältnisse vor. So arbeitet die
Beklagte nicht mehr in der 100m von der Wohnung entfernten Pizzeria. Sie
wohnt auch nicht mehr mit ihrem Lebenspartner zusammen. Dessen Eltern
fallen als Betreuungspersonen weg. Sie ist per 1. Juli 2015 nach L._
umgezogen, was von der Einwohnerkontrolle der Gemeinde I._ bzw.
L._ bestätigt wurde (act. 23); dort hat sie eine 4.5-Zimmerwohnung ge-
mietet. Die Schule von C._ soll 50 m vom Wohnort entfernt liegen.
C._ muss durch den Umzug ihre gewohnte Umgebung, ihre Kamera-
dinnen und Kameraden sowie ihre Schule verlassen. Das heisst, sie kann
nicht mehr von ihrer bisherigen Lehrerin, Frau M._, wovon die Beklagte
anlässlich der vorinstanzlichen Verhandlung vom 18. Juni 2015 (!) noch
ausging (act. 6/Prot. S. 15-16), unterrichtet werden. Die Durchsetzung der
Besuchsregelung, wie dies im Scheidungsurteil vorgesehen ist, wird nicht
mehr so einfach sein. Es wird sich zeigen, ob der ehemalige Partner der Be-
klagten weiterhin den Fahrdienst für C._ nach F._ übernehmen
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wird. Ob sich die Absicht der Beklagten, bis auf weiteres nicht zu arbeiten
und sich mit der Zeit eine Halbtagesstelle mit geregelten Arbeitszeiten zu
suchen umsetzen lässt, erscheint mehr als fraglich und lässt sich mit ihrer fi-
nanziellen Situation kaum vereinbaren. Gemäss Scheidungsurteil vom 15.
August 2013 erhält sie vom Kläger keinen nachehelichen Unterhaltsbeitrag
und für C._ einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 175.- (ohne
Kinderzulagen) (act. 6/4/38). Da die Beklagte bei ihrem ehemaligen Lebens-
partner noch Schulden in der Höhe von Fr. 8'200.- hat und dafür monatliche
Rückzahlungen von Fr. 200.- bis Fr. 300.- leistet (act. 6/Prot. S. 23), über-
dies für weitere Schulden mit monatlichen Ratenzahlungen von Fr. 578.70
(GE-Money Bank), € 300.- (Bundesagentur für Arbeit in Deutschland), Fr.
30.- (Fürsorgebehörde ...) belastet ist (act. 6/Prot. S. 23-24, act. 6/18 S. 3,
act. 6/19/4, act. 6/19/6), wird sie sich rasch möglichst eine Stelle suchen
müssen, um ihre Schulden und Lebenshaltungskosten bezahlen zu könne.
Es kann offen bleiben, ob sie, wie sie sich gegenüber C._ geäussert
haben soll (act. 17/1 S. 1), als Coiffeuse arbeiten will. Aufgrund der heutigen
Aktenlage erweisen sich die Betreuungsverhältnisse von C._ infolge
der unbekannten Arbeitssituation der Berufungsklägerin als völlig ungewiss.
Die Stabilität mit ihren bisherigen Kameradinnen und Kameraden am Woh-
nort fällt auch weg. Sie muss sowohl in L._ als auch in F._ in eine
fremde Schulklasse eintreten. In F._ hat sie allerdings bereits erste
Kontakte zu Gleichaltrigen knüpfen können, indem sie im Hinblick auf einen
Wohnortswechsel seit September 2014 die Pfadi in F._ besucht (act.
6/Prot. S. 10). Sie hatte deshalb zu einem früheren Zeitpunkt auch keine
Mühe, sich am Wohnort des Vaters schnell in eine neue Klasse zu integrie-
ren (act. 6/20). Als Fazit kann festgehalten werden, dass es durchaus Grün-
de gegeben hätte, für die Dauer des Abänderungsverfahrens keine Umtei-
lung der Obhut anzuordnen. Da aber die Berufungsklägerin inzwischen
umgezogen ist und deren Arbeitsverhältnisse und damit deren Betreuungs-
möglichkeiten von C._ völlig offen sind, ist es angezeigt, die von der
Vorinstanz – wenn auch aus anderen Gründen – angeordnete Obhutsumtei-
lung beizubehalten. Damit kann vorerst auch der Empfehlung von Dr. med.
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N._ gefolgt werden, die in ihrem Schreiben vom 4. August 2015 aus-
führte, die drohende Trennung der Schwestern und die Rückkehr von
C._ zur Mutter gemäss dem derzeitigen Beschluss des Obergerichts
habe die beiden Mädchen zutiefst verunsichert und grosse Ängste hervorge-
rufen. Sie erachte es als einen Entscheid gegen das Kindswohl der Schwes-
tern, wenn der Beschluss vollzogen werden müsste (act. 17/3).
b) Was der vorliegende Entscheid für den Endentscheid bedeutet, bleibt of-
fen. Festzuhalten ist immerhin, dass der Wunsch von C._, welcher vom
Kläger als zentraler Grund für die beantragte Abänderung angeführt wird,
diese nach dem Gesagten jedenfalls nicht zu rechtfertigen vermöchte. Von
wesentlicher Bedeutung wird sein, wie sich die Verhältnisse unter den bei
der Beklagten nunmehr veränderten Bedingungen darstellen. Dies wird von
der Vorinstanz zu klären sein, um anschliessend die Auswirkungen auf das
Kindeswohl im Lichte der vom Bundesgericht entwickelten Hierarchie der
Zuteilungskriterien zu prüfen (BGer 5A_848/2014 vom 4. Mai 2015
Erw. 2.1.1; BGer 5A_157/2012 vom 23. Juli 2012 Erw. 3.1 m.w.H.).
10. Die Beklagte focht die mit der Obhutsumteilung verbundenen Änderungen
der Besuchs- und Beistandsregelung nicht an (vgl. act. 3 S. 10), weshalb es
bei der vorinstanzlichen Regelung sein Bewenden hat. Im Übrigen hat die
Vorinstanz die Grundzüge der Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs
zwischen C._ und der Beklagten dem Kindswohl entsprechend festge-
legt.
11. Die Kosten werden in der Regel nach Obsiegen und Unterliegen verteilt,
hingegen kann davon in familienrechtlichen Verfahren abgewichen werden
(Art. 107 Abs. 1 lit. c ZPO). Geht es um Kinderbelange, werden die Kosten
nach der Praxis der Kammer den Eltern hälftig auferlegt. Im vorliegenden
Berufungsverfahren geht es ausschliesslich um Kinderbelange. Daher recht-
fertigt es sich, die Kosten den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen.
Bei hälftiger Kostenauflage gibt es keine Parteientschädigungen.
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12. Im Rechtsmittelverfahren bemisst sich die Gebühr nach Massgabe dessen,
was vor der Rechtsmittelinstanz noch im Streit liegt (§ 12 Abs. 2 GebV OG).
Da es vorliegend um die elterliche Obhut geht, liegt eine nicht vermögens-
rechtliche Streitigkeit vor. Bei nicht vermögensrechtlichen Streitigkeiten wird
die Gebühr nach dem tatsächlichen Streitinteresse, dem Zeitaufwand des
Gerichts und der Schwierigkeit des Falles bemessen (§ 5 GebV OG). In ana-
loger Anwendung von § 6 Abs. 2 lit. b GebV OG kann die Gebühr sodann
bis auf die Hälfte ermässigt werden. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr
ist auf Fr. 2'000.– festzusetzen.