Decision ID: 5c577714-1657-4c3f-a96d-ffa582506efe
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._, geboren 1968, hat eine Ausbildung zum Koch absolviert (Urk. 6/4/20) und war ab August 2008 bei der Y._, Zürich, als Elektro-Hilfsmonteur angestellt (Urk. 6/12 f.). Nachdem er sich ab dem 10. November 2010 zwecks Behandlung seiner Alkohol- und Cannabisabhän
gigkeit für mehrere Monate in stationäre Therapie begeben hatte (Urk. 6/7/2 ff. und 6/15),
meldete er sich unter Hinweis auf die Alkoholabhängigkeit sowie Depressionen - nach vorangegangener Meldung zur Früherfassung (Urk. 6/2) - am 15. April 2011 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/8). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, holte in der Folge nebst einem Arbeitgeberfragebogen (Urk. 6/12) einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug, Urk. 6/13) sowie mehrere Arztberichte (Urk. 6/7/2 ff. und 6/14 f.) ein. Am 30. Mai 2011 nahm der Versicherte seine Tätigkeit bei der Y._ wieder in einem 100%-Pensum auf (Urk. 6/17). Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk. 6/20) wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mangels eines Gesundheitsschadens mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit mit Verfügung vom 14. September 2011 ab (Urk. 6/22). Dieser Entscheid blieb unangefochten.
1.2
Am 26. Januar 2012 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invalidenver
sicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 6/23). Mit Verfügung vom 9. März 2012 trat die IV-Stelle auf das Leistungsbegehren nicht ein, da der Versicherte keine wesentliche Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse glaubhaft gemacht habe (Urk. 6/25). Auch dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.3
Nachdem der Versicherte zwischenzeitlich seine Anstellung bei der Y._ verloren hatte (Urk. 6/27/4 und 6/31/2), meldete er sich unter Hinweis auf ein psychisches Leiden am 28. Februar 2013 wiederum zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an (Urk. 6/27). Nach Eingang eines aktuellen IK-Aus
zuges (Urk. 6/32) sowie zweier Arztberichte (Urk. 6/26 und 6/36) auferlegte die IV-Stelle dem Versicherten mit Schreiben vom 15. August 2013 eine Schaden
minderungspflicht in Form einer sechsmonatigen ärztlich kontrollierten
Alko
holabstinenz (Urk. 6/43). Nach Einholung zusätzlicher Arztberichte
(Urk. 6/45 f., 6/50 und 6/55) gab sie sodann bei Dr. med. Z._, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag (Expertise vom 7. Januar 2016, Urk. 6/77, sowie Ergänzung vom 21. Februar 2016, Urk. 6/80). Nach Eingang eines weiteren IK-Auszuges (Urk. 6/81) und weiterer medizinischer Unterlagen (Urk. 6/87 und 6/90) teilte die IV-Stelle dem
Versicherten mit Vorbescheid vom 28. März 2017 mit, dass sie gedenke, das Leistungsbegehren abzuweisen (Urk. 6/94). In diesem Sinne verfügte sie sodann am 24. Mai 2017 (Urk. 6/96 = Urk. 2).
2.
Hiergegen erhob X._ am 16. Juni 2017 Beschwerde (Urk. 1) mit dem Rechtsbegehren, ihm sei Unterstützung bei der beruflichen Integration zu gewähren. Mit Beschwerdeantwort vom 28. August 2017 (Urk. 5) schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde, worüber der Versicherte mit Verfügung vom 29. August 2017 (Urk. 7) in Kenntnis gesetzt wurde.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
[
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Invalide o
der von einer Invalidität (Art.
8 ATSG) bedroht
e Versicherte haben gemäss Art.
8 IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit
(Abs. 1)
:
a.
diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und
b.
die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelne
n Massnahmen erfüllt sind
.
Der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Aus
übung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbs
lebens zu berücksichtigen (Abs.
1
bis
).
Nach Massgabe von Art
.
16 Abs
.
2
lit
.
c
IVG
besteht der Anspruch auf Leistungen unabhängig davon, ob die Eingliede
rungsmassnahmen notwendig sind oder nicht, um die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, zu er
halten oder zu verbessern (Abs.
2
bis
).
Die Eingliederungsmassnahmen bestehen
gemäss Abs. 3 in
me
dizinischen Mass
nahmen (
lit
. a),
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die
berufliche Eingliederung (
lit
.
a
bis
),
Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsverm
ittlung, Kapitalhilfe;
lit
. b) und in
der Abgabe von Hilfsmitteln (
lit
.
d).
1.3
Gemäss
Art.
17 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder verbessert werden kann (
Abs.
1). Der Umschulung auf eine neue Erwerbstätigkeit ist die Wiedereinschulung in den bisherigen Beruf gleichgestellt (
Abs.
2). Als Umschu
lung gelten gemäss
Art.
6
Abs.
1
der Verordnung über die Invaliden
versicherung (
IVV
)
Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen beruflichen Ausbildung oder nach Aufnahme einer Erwerbs
tätigkeit ohne vorgängige berufliche Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit benötigen.
1.4
Gesetz und Verordnung enthalten keine Vorschriften über die materiellrecht
liche Revision von Eingliederungsleistungen wegen einer seit ihrer Zusprechung eingetretenen Veränderung der Verhältnisse. Ebenso wenig ist geregelt, unter welchen Voraussetzungen im Falle einer vorangegangenen Verweigerung von Eingliederungsleistungen ein neues Gesuch entgegenzunehmen und zu prüfen ist. In BGE 105 V 173 hat das Bundesgericht entschieden, dass Eingliederungs
leistungen gleich wie Renten und Hilflosenentschädigungen zu behandeln sind und dass demzufolge
Art.
17 ATSG sowie die dazugehörigen Verordnungs
bestimmungen in analoger Weise auch auf die Revision von Eingliederungs
leistungen angewendet werden müssen.
Art.
87
Abs.
3 IVV betrifft – trotz seiner Stellung im Abschnitt E «Die Revision der Rente und der Hilflosenentschädi
gung» – zwar nicht die eigentliche materiellrechtliche Revision laufender Leis
tungen, sondern einen andern Sachverhalt, nämlich die Neuprüfung nach vorangegangener Leistungsverweigerung. Es rechtfertigt sich aber, die vorer
wähnte Rechtsprechung
auch auf
Art.
87
Abs.
3 IVV auszudehnen und diese Bestimmung ebenfalls in analoger Weise auf Eingliederungsleistungen anzu
wenden. Aufgrund der dortigen Verweisung auf
Art.
87
Abs.
2 IVV ist daher, wenn eine Eingliederungsleistung verweigert wurde, eine neue Anmeldung nur zu prüfen, wenn die versicherte Person glaubhaft macht (vgl. BGE 130 V 64
E. 5.2, 72 E. 2.2 mit Hinweisen), dass sich die tatsächlichen Verhältnisse in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert haben (BGE 125 V 410 E. 2b, 109 V 119 E. 3a; AHI 2000 S. 233 E. 1b).
1.5
Alkoholismus und Medikamentenmissbrauch (wie auch Drogensucht) begründen nach ständiger Rechtsprechung keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Viel
mehr wird eine solche Sucht invalidenversicherungsrechtlich erst bedeutsam, wenn sie ihrerseits eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesund
heitsschaden eingetreten ist, oder aber wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist, welchem Krankheitswert zukommt (vgl.
BGE 124 V 265
E. 3c; AHI 2002 S. 30, I 454/99 E. 2a). Dabei ist das
ganze
für die Alkoholsucht
massgebende
Ursachen- und Folgespektrum in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen, was impliziert, dass einer allfälligen Wechselwirkung zwischen Suchtmittelabhängigkeit und psychischer Begleiterkrankung Rech
nung zu tragen ist. Was die krankheitsbedingten Ursachen der Alkoholsucht betrifft, ist für die invalidenversicherungsrechtliche Relevanz der Abhängigkeit erforderlich, dass dem Alkoholismus eine ausreichend schwere und ihrer Natur nach für die Entwicklung einer Suchtkrankheit geeignete Gesundheitsstörung zugrunde liegt, welche zumindest eine erhebliche Teilursache der Alkoholsucht darstellt. Mit dem Erfordernis des Krankheitswerts einer allfälligen verursachen
den psychischen Krankheit wird verlangt, dass diese die Arbeits- und Erwerbs
fähigkeit einschränkt. Wenn der erforderliche Kausalzusammenhang zwischen Alkoholsucht und krankheitswertigem psychischem Gesundheitsschaden besteht, sind für die Frage der noch zumutbaren Erwerbstätigkeit die psychi
schen und die suchtbedingten Beeinträchtigungen gesamthaft zu berücksich
tigen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_906/2013 vom 23. Mai 2014 E. 2.2 und 9C_701/2012 vom 10. April 2013 E. 2 mit Hinweisen sowie 9C_706/2012 vom 1. Juli 2013 E. 3.2
mit Hinweis auf I
169/06 vom 8. August 2006 E. 2.2).
1.6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu
Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beur
teilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zuge
mutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
1.7
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die IV-Stelle stellte sich in der angefochtenen Verfügung vom 24. Mai 2017 (Urk. 2) im Wesentlichen auf den Standpunkt, dass Dr. Z._ in seinem psy
chiatrischen Gutachten vom 7. Januar 2016 keine Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt und ausgehend hiervon auf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit geschlossen habe. Insgesamt liege keine schwere psychische Störung vor, die nicht mehr behandelt werden könne. Die mittlerweile beste
hende Suchtmittelabstinenz wirke sich positiv auf die sozialphobischen und die depressiven Symptome aus. So habe sich die schwere depressive Episode unter adäquater Behandlung deutlich zurückgebildet. Den akzentuierten Persönlich
keitszügen komme im Übrigen aus rechtlicher Sicht kein Krankheitswert zu.
2.2
Der Versicherte brachte demgegenüber in seiner Beschwerdeschrift vom 16. Juni 2017 (Urk. 1) zusammengefasst vor, dass es ihm im Zeitpunkt der Begutachtung durch Dr. Z._ tatsächlich deutlich besser gegangen sei. Sein gesundheit
licher Zustand habe sich jedoch ab Oktober 2016 infolge unregelmässiger Arbeitszeiten und des Drucks der Stellensuche zusehends verschlechtert. Von November 2016 bis Januar 2017 habe er sich daher in stationäre psychothera
peutische Behandlung begeben. Im weiteren Verlauf seien erneut schwere Depressionen aufgetreten, weshalb er sich nun seit Mai 2017 wiederum in stati
onärer Therapie befinde. Die gesundheitliche Situation erschwere ihm die Integration in den Arbeitsmarkt enorm. Er sei jedoch motiviert, wieder zu arbeiten und finanziell auf eigenen Füssen zu stehen, brauche hierzu allerdings Unterstützung.
3.
3.1
Da die
Nichteintretensverfügung
der Beschwerdegegnerin vom 9. März 2012 (Urk. 6/25) nicht auf einer materiellen Prüfung des Rechtsanspruchs beruhte, ist die leistungsabweisende Verfügung vom 14. September 2011 (Urk. 6/22) als zeitliche Vergleichsbasis heranzuziehen (vgl. BGE 133 V 108). In diesem Zeit
punkt stellte sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Wesent
lichen wie folgt dar:
3.1.1
Vom 10. bis 18. November 2010 war der Versicherte aufgrund eines chroni
schen Alkoholabusus (ICD-10 F10.1), einer akuten Gastritis sowie eines Niko
tinabusus im A._ hospitalisiert. Der physische Entzug habe kom
plikationslos durchgeführt werden können. Zum psychischen Entzug wurde der Beschwerdeführer sodann in die B._ überwiesen (Urk. 6/14/8). Dem Bericht der leitenden Ärztin med.
pract
. C._, Fachärztin für Psy
chiatrie und Psychotherapie, vom 16. Mai 2011 sind folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen, welche alle seit mehreren Jahren bestünden (Urk. 6/15/6):
-
Substanzinduzierte Depression (ICD-10 F12.2),
-
Alkoholabhängigkeitssyndrom (ICD-10 F10.21),
-
Cannabisabhängigkeitssyndrom (ICD-10 F13.21),
-
Soziale Phobie (ICD-10 F40.1).
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei demgegenüber ein Tabakabhängigkeitssyndrom (ICD-10 F17.25). Während der suchtspezifischen stationären Behandlung vom 18. November 2010 bis 18. Mai 2011 habe eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden (Urk. 6/15/7, vgl. auch Urk. 6/7/2 ff.). Seit dem Austrittszeitpunkt würden in Bezug auf die bisherige Tätigkeit keine körper
lichen oder psychischen Einschränkungen mehr bestehen. Insgesamt sei die Prognose jedoch schwer zu stellen, da es sich um Erkrankungen handle, die zu einem chronisch rezidivierenden Verlauf neigen würden (Urk. 6/15/7).
3.1.2
Der Versicherte befand sich in der Folge vom 2. August bis 2. Dezember 2011 bei im Wesentlichen unveränderten Diagnosen in der B._ in halbstatio
närer Behandlung (Urk. 6/26/3). Gemäss Arztbericht vom 6. Dezember 2011 sei er vorläufig aus suchtmedizinischer Sicht noch arbeitsunfähig und es solle eine langsame und schrittweise Reintegration in den Arbeitsprozess erfolgen (Urk. 6/26/5).
3.2
Im Rahmen der nun zu beurteilenden Neuanmeldung präsentiert sich die medizi
nische Aktenlage zusammenfassend wie folgt:
3.2.1
Vom 10. Januar bis 22. Februar 2013 wurde der Beschwerdeführer in erster Linie aufgrund einer schweren depressiven Episode ohne psychotische Symp
tome (ICD-10 F32.2) im D._ stationär behandelt (Urk. 6/26/1). Er sei durch eine Notfallärztin eingewiesen worden, nachdem er im Rahmen eines
exazerbierten
Alkohol- und
Cannabisabusus
akut suizidale Äusserungen gegenüber der Lebenspartnerin gemacht habe. Der Alkoholentzug habe prob
lemlos durchgeführt werden können. Der Versicherte habe ein deutlich depres
sives Zustandsbild mit vermindertem Antrieb und Hoffnungslosigkeit gezeigt. Mittels medikamentöser Therapie habe sich seine Stimmung zunehmend ver
bessert. Er sei schliesslich in gutem Allgemeinzustand entlassen worden (Urk. 6/26/2).
3.2.2
Im Anschluss unterzog sich der Beschwerdeführer vom 25. Februar bis 31. Mai 2013 einer tagesklinischen Therapie in der B._. Er habe sich intensiv mit seiner Suchtproblematik auseinandergesetzt und sich im Vergleich zu früheren Aufenthalten wesentlich stabiler bezüglich des Alkohols und des Cannabis gezeigt. Alle während der gesamten Therapiezeit durchgeführten Atemlufttests seien negativ gewesen und es hätten sich auch klinisch keine Hinweise auf einen Alkohol- oder Cannabiskonsum ergeben. Das ausge
sprochene Vermeidungsverhalten habe in einer deutlich abgemilderten Form bestanden (Urk. 6/50/8; vgl. ferner Urk. 6/36 und 6/45 f.).
Ab dem 25. Juni 2013 sei sodann eine regelmässige ambulante Psychotherapie erfolgt, wobei der Versicherte die Alkoholabstinenz weiterhin sehr gut habe einhalten können. Es bestehe jedoch eine reduzierte psychische Belastbarkeit in Form von herabgesetzter Stresstoleranz, eingeschränkten Copingstrategien, noch leicht reduzierter Lebensfreude, knapp eingeschränkter affektiver Schwin
gungsfähigkeit sowie einer Schuldproblematik. Mittel- bis langfristig sei aber von einer günstigen Prognose auszugehen. Der jetzige stabile Verlauf lasse vermuten, dass sich ein Teil der Depressions- und allenfalls auch der Angst
symptomatik deutlich gebessert habe (Urk. 6/50/8 f.). Aktuell sei der Versicherte in Bezug auf die zuletzt ausgeübten Tätigkeiten als Elektromonteur und Koch zu 60 % arbeitsfähig. In einer behinderungsangepassten Tätigkeit in geschütztem Rahmen sei von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit auszugehen (Urk. 6/50/10).
3.2.3
Dr. med. E._, leitender Arzt der B._ und Facharzt für Psychi
atrie und Psychotherapie, hielt in seiner Stellungnahme vom 15. Dezem
ber 2014 fest, dass die Frage, ob es sich bei der Suchtproblematik um eine primäre oder sekundäre
Störung handle, nicht beantwortet werden könne. Es könne weder ausgeschlossen werden, dass die depressive Störung Folge der Suchtproblematik sei, noch dass es sich umgekehrt verhalte (Urk. 6/55/1 f.).
3.2.4
Dem psychiatrischen Gutachten von Dr. med. Z._, Facharzt für Psychiat
rie und Psychotherapie, vom 7. Januar 2016 sind keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen. Nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirken würden sich (Urk. 6/77/15):
-
Alkoholabhängigkeitserkrankung, seit Januar 2013 abstinent (ICD-10 F10.20),
-
Cannabis-Abhängigkeit, seit Januar 2013 abstinent (ICD-10 F12.20),
-
Rezidivierende depressive Störung, zum Untersuchungszeitpunkt remit
tiert (ICD-10 F33.4),
-
Akzentuierte Persönlichkeitszüge mit vorrangig ängstlich-vermeidenden Anteilen (ICD-10 Z73.1),
-
Anamnestisch: soziale Phobie, zum Untersuchungszeitpunkt
subsynd
romal
ausgeprägt.
Der Versicherte habe berichtet, über lange Zeit Alkoholprobleme gehabt zu haben. Im Jahr 2004 sei er deswegen erstmals hospitalisiert worden. Er habe allerdings sowohl diese als auch eine weitere Behandlung im Jahr 2008 abge
brochen. Hiernach sei es zu weiteren Rückfällen und Therapien gekommen. Erst seit dem 9. Januar 2013 sei er vollständig abstinent. Die Abstinenz tue ihm gut; er fühle sich fitter, aktiver und bekomme auch positive Rückmeldungen aus sei
nem Umfeld, was sein Selbstvertrauen stärke. Es bestehe kein Bedürfnis mehr, Alkohol zu trinken. Den Cannabiskonsum habe der Beschwerdeführer ebenfalls seit 2013 eingestellt. Der Verzicht tue ihm gut, er sei nun unternehmungslusti
ger und weniger träge. Stimmungsschwankungen würden nach wie vor auftre
ten, aber sie seien nicht mehr so intensiv wie in früheren Zeiten (Urk. 6/77/8 f.).
Im Rahmen der Untersuchung sei der Versicherte zu allen Qualitäten - örtlich,
zeitlich, persönlich und situativ - orientiert gewesen. Es hätten im Weiteren weder Störungen des Bewusstseins, der Auffassung, der Konzentration noch des Gedächtnisses festgestellt werden können. Der formale Gedankengang sei geordnet und nicht grübelnd oder eingeengt gewesen. Ferner hätten sich keine Hinweise für Sinnestäuschungen, inhaltliche Denkstörungen oder Ich-Störungen ergeben. Auch eine hypochondrische Erlebnisverarbeitung oder phobische Erlebnisweisen im engeren Sinne hätten sich nicht gezeigt. Anamnestisch sei eine soziale Phobie
eruierbar
, welche zum Untersuchungszeitpunkt allenfalls
subsyndromal
vorgelegen habe. Anhaltspunkte für zwanghafte Handlungen oder
Gedanken hätten demgegenüber nicht bestanden. Die Grundstimmung sei
euthym
und weder labil noch dysphorisch gewesen. Eine Verminderung des Antriebs und der affektiven Modulationsfähigkeit habe sich ebenso wenig fest
stellen lassen wie eine akute oder latente Suizidalität. Sichtbare körperliche Ent
zugserscheinungen oder Intoxikationszeichen seien nicht aufgefallen (Urk. 6/77/11 f.).
Der Beschwerdeführer habe subjektiv über eine psychisch stabile Situation berichtet. Auch aus objektiver Sicht habe sich zum Untersuchungszeitpunkt keine relevante depressive oder ängstliche Symptomatik gezeigt. Psychomet
risch habe sich auf den beiden Fremdbeurteilungsskalen ebenfalls kein depressi
ves Syndrom abgebildet (Urk. 6/77/16). In Bezug auf die Alkohol- und Cannabisabhängigkeit habe der Versicherte eine mittlerweile längerfristige Abs
tinenz seit Januar 2013 beschrieben, welche auch durch die vorliegenden Arzt
berichte bestätigt werde. Zusätzlich habe der Beschwerdeführer von charakte
ristischen Begleitumständen berichtet. Hinsichtlich der Suchterkrankung sei gegenwärtig von einer sehr positiven Entwicklung auszugehen, wobei ange
sichts des vorliegenden Verlaufscharakters und der Schwere der zugrunde lie
genden Suchtmittelabhängigkeit naturgemäss keine Sicherheit hinsichtlich der Prognose vermittelt werden könne (Urk. 6/77/17). Die ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsanteile würden sich aus den Beschreibungen der vorangegange
nen Arztberichte ergeben. Die Kriterien einer sozialen Phobie seien aktuell nicht erfüllt. Insgesamt sei hinsichtlich der vor dem Hintergrund einer akzentuierten Persönlichkeit rezidivierend verlaufenden depressiven Störung von einem durchaus positiven Verlauf auszugehen (Urk. 6/77/18). Abschliessend gelangte Dr. Z._ zum Schluss, dass der Versicherte unter den Bedingungen der freien Wirtschaft in einer seinen Fähigkeiten entsprechenden Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei. Berufliche Massnahmen seien aufgrund der derzeit stabilen psychischen Situation nicht indiziert (Urk. 6/77/19 f.).
3.2.5
Ergänzend führte Dr. Z._ in seiner Stellungnahme vom 21. Februar 2016 aus, dass die aktendokumentierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit für jedwede Tätigkeit aus psychiatrischer Sicht seit dem 10. Januar 2013 ausgewiesen sei. Auch die Steigerung ab April 2014 auf eine 60%ige Arbeitsfähigkeit sei nach
vollziehbar. Ab spätestens Mai 2015 sei durchgehend von einer vollen Arbeits
fähigkeit unter den Bedingungen der freien Wirtschaft auszugehen (Urk. 6/80/1). Ausserdem vertrat Dr. Z._ die Auffassung, dass die Such
t
entstehung durch ein vorbestehendes psychisches Leiden begünstigt respektive ausgelöst worden sei. In Form der ausgeprägten ängstlich-vermeidenden Per
sönlichkeitsakzentuierung, welche im Verlauf auch zur Ausbildung einer sozia
len Phobie geführt habe, liege eine
eigenständige psychiatrische Problematik, welche die Entstehung der Sucht (Entlastungstrinken) deutlich begünstigt habe (Urk. 6/80/2).
3.2.6
Vom 22. November 2016 bis 30. Januar 2017 befand sich der Beschwerdeführer in der F._ in stationärer Behandlung. Im Unterschied zu Dr. Z._ diagnostizierten die behandelnden Ärzte eine rezidivierende depressive Störung mit gegenwärtig mittelgradiger Episode (ICD-10 F33.1; Urk. 6/90/2). Als aktuelle Symptome führten sie insbesondere ein Morgentief, gehäufte Albträume, einen stark ausgeprägten sozialen Rückzug sowie Schuld
gefühle an. Im Gespräch sei der Versicherte leicht verlangsamt, grübelnd, deprimiert und sehr ratlos gewesen. Zudem habe nebst einer Hoffnungslosigkeit eine Störung der Vitalgefühle vorgelegen. Suizidgedanken hätten nicht bestan
den. Während des stationären Aufenthalts habe sich der Beschwerdeführer sta
bilisiert und bezüglich seiner depressiven Erkrankung habe er eine Symptom-
re
duktion
erzielen können. Ein Neuanfang erscheine aufgrund neuer Motivation und Hoffnung möglich. Eine fortgesetzte ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung werde dringend empfohlen (Urk. 6/90/3). Hierdurch sowie mittels einer beruflichen Neuorientierung sei davon auszugehen, dass der Ver
sicherte in Zukunft wieder zu 100 % arbeitsfähig sein werde (Urk. 6/90/4).
4.
4.1
Zwischen den Parteien ist strittig, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf Leistun
gen der Invalidenversicherung hat (vgl. E. 2.1 f.). Aus den Akten ergibt sich, dass der Versicherte in erster Linie um berufliche Massnahmen in Form einer Umschulung ersucht (vgl. Urk. 6/5/2, 6/19/1, 6/31/5, 6/90/3 f.
und 6/95/10). Da die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung vom 28. Februar 2013 (Urk. 6/27) eingetreten ist, ist zu prüfen, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und/oder dessen erwerbliche Auswirkung seit Erlass der rechtskräftigen Verfügung vom 14. September 2011 (vgl. E. 3.1) derart verän
dert hat, dass nunmehr ein Anspruch auf eine Umschulung besteht (vgl. E. 1.3 und 1.4).
Ein solcher setzt gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung einen Mindestinvaliditätsgrad von etwa 20 % voraus (Urteile des Bundesgerichts 9C_373/2009 vom 2. November 2009 E. 4 und 9C_905/2014 vom 17. Februar 2015 E. 5).
4.2
Grundlage der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) bildet das psychiatrische Gut
achten von Dr. Z._ vom 7. Januar 2016 samt Ergänzung vom 21. Februar 2016 (Urk. 6/77 und 6/80). Die Expertise basiert auf umfassenden psychiat
rischen
Untersuchungen und wurde in detaillierter Kenntnis der
Vorakten
erstellt (Urk. 6/77/2 ff.). Der Versicherte konnte seine aktuellen Beschwerden schildern und wurde von Dr. Z._ eingehend zu diversen Themenbereichen wie dem schulischen und beruflichen Werdegang und dem gewöhnlichen Tagesablauf befragt (Urk. 6/77/5-7). Zusätzlich wurde die Psychopathologie testmässig erfasst (Urk. 6/77/12-14). Die geklagten Leiden fanden im Rahmen der Feststellung der Diagnosen Berücksichtigung, wobei sowohl diese als auch die aus medizinischer Sicht resultierenden Auswirkungen auf die Arbeits
fähigkeit überzeugend dargelegt und erläutert wurden (Urk. 6/77/15 ff. und 6/80/1 f.). Soweit möglich erfolgte im Weiteren eine ausführliche und schlüssige Aus
einandersetzung mit vorangegangenen ärztlichen Beurteilungen (Urk. 6/77/15 ff., 6/77/21 und 6/80/1 f.). Insgesamt erfüllt das psychiatrische Gutachten somit die praxisgemässen Kriterien betreffend den Beweiswert einer medizinischen Expertise (vgl. E. 1.7).
Der Versicherte übt in seiner Beschwerdeschrift (Urk. 1) denn auch zu Recht keine Kritik am psychiatrischen Gutachten von Dr. Z._, sondern führt aus, dass es ihm im Zeitpunkt der Begutachtung deutlich besser gegangen sei. Dies stimmt mit den Feststellungen von Dr. Z._ überein, welcher sowohl hin
sichtlich der rezidivierenden depressiven Störung als auch in Bezug auf die Suchtmittelabhängigkeiten von einer positiven Entwicklung ausging und eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestierte (E. 3.2.4). Es kann somit grund
sätzlich festgehalten werden, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwer
deführers seit der leistungsabweisenden Verfügung der IV-Stelle vom 14. September 2011 (Urk. 6/22) bis zur Begutachtung im Januar 2016 - insbe
sondere nach den erfolgreichen stationären Entzugstherapien im Frühjahr 2013 (vgl. E. 3.2.1 f.) - wesentlich verbessert hat.
4.3
Der Beschwerdeführer macht allerdings geltend, dass sich seine psychische Ver
fassung im weiteren Verlauf bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 24. Mai 2017 wieder deutlich verschlechtert habe und er sich aufgrund erneuter schwerer Depression in stationäre Behandlung in der F._ habe bege
ben müssen (Urk. 1). Die behandelnden Ärzte diagnostizierten eine rezidivie
rende depressive Störung bei gegenwärtig mittelgradiger Episode (vgl. E. 3.2.6).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes fallen leichte bis mittelgradige depressive Störungen, seien sie im Auftreten rezidivierend oder episodisch, ein
zig dann als invalidisierende Krankheiten in Betracht, wenn sie
erwiesenermas
sen
therapieresistent sind (statt vieler:
BGE 140 V 193
E.
3.3 mit Hinweis). Nur in einer solchen - seltenen, da nach gesicherter psychiatrischer Erfahrung Depressionen im Allgemeinen therapeutisch gut
angehbar
sind - gesetzlich ver
langten Konstellation
ist den no
rmativen Anforderungen des Art. 7 Abs.
2 zweiter Satz ATSG für eine objektivierende Betrachtungs- und Prüfungsweise Genüge getan (
BGE 141 V 281
E. 3.7.1 bis 3.7.3
). Ein solcher Sachverhalt muss überwiegend wahrscheinlich und darf nicht lediglich nicht
auszuschliessen
sein. Es kommt dazu, dass die Therapie in dem Sinne konsequent gewesen sein muss, dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und stati
onären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal und nach
haltig ausgeschöpft wurden (
BGE 140 V 193
E. 3.3
;
BGE
137 V 64
E.
5.2 mit Hinweis; vgl. Urteile des Bun
desgerichts 9C_13/2016 vom 14. April 2016 E. 4.2 und 9C_89/2016 vom 12. Mai 2016 E.
4.1).
Solange therapeutisch
angehbar
fehlt es einer leichten bis mittelschweren depressiven Erkrankung bereits diag
nosebedingt am hinreichenden Schweregrad, um als invalidisierender Gesund
heitsschaden gelten zu können (Urteil des Bundesgerichts 8C_753/2016 vom 15. Mai 2017 E. 4.4).
Für eine Therapieresistenz der depressiven Störung gibt es im konkreten Fall keine Anhaltspunkte. Einerseits war eine Behandlung der bereits in der Vergan
genheit mehrfach aufgetretenen depressiven Episoden stets möglich (vgl.
E. 3.1.1 und 3.2.1 f.). Insbesondere hielt auch Dr. Z._ in seiner Expertise fest, dass die rezidivierende depressive Störung zum Untersuchungszeitpunkt remit
tiert sei (E. 3.2.4). Andererseits ist dem Bericht der F._ vom 27. Januar 2017 zu entnehmen, dass eine Symptomreduktion habe erzielt wer
den können (Urk. 6/90/3). In Anbetracht dieser Gegebenheiten ist folglich in Nachachtung der zitierten bundesgerichtlichen Praxis nicht von einem invalidi
sierenden Gesundheitsschaden auszugehen. Dies gilt im Übrigen auch in Bezug auf die Alkohol- und Cannabisabhängigkeit. Zum einen lebt der Versicherte
gemäss
eigenen Aussagen seit Frühjahr 2013 abstinent (Urk. 1), was auch von den behandelnden Ärzten nicht in Abrede gestellt wird (vgl. E. 3.2.2 und 3.2.6). Zum anderen
wird eine Sucht invalidenversicherungsrechtlich erst bedeutsam, wenn sie ihrerseits eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein körperlicher oder geistiger die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder aber wenn sie selber Folge eines körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist, welchem Krankheitswert zukommt
(vgl. E. 1.5). Letzteres bejahte zwar Dr. Z._ in seiner Stellungnahme vom 21. Februar 2016 unter Bezugnahme auf die rezidivierende depressive Störung (E. 3.2.5), und widersprach damit der Einschätzung von Dr. E._ vom 15. Dezember 2014 (E. 3.2.3). Vorliegend braucht indes nicht
abschliessend
geklärt zu werden, ob es sich bei der Suchtproblematik um eine primäre oder sekundäre Störung handelt, da die mittelgradige depressive Episode - wie soeben ausgeführt - aufgrund mangelnder Therapieresistenz keinen rechts
erheblichen
Gesundheitsschaden zu begründen vermag. Selbiges gilt sodann in Bezug auf die von Dr. Z._ festgestellten akzentuierten Persönlichkeitszüge mit vorrangig ängstlich-vermeidenden Anteilen (ICD-10 Z73.1;
Urteil des Bun
desgerichts 8C_558/2015 vom 22. Dezember 2015 E. 4.2.4 mit Hinweis auf 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.1). Vor diesem Hintergrund kann auch den Suchterkrankungen keine anspruchsbegründende Bedeutung zukommen.
4.4
Zusammenfassend hat sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers mit Blick auf die Suchtproblematik seit Erlass der als Vergleichsbasis dienenden Verfügung vom 14. September 2011 (Urk. 6/22) erheblich verbessert, da nun
mehr seit mehreren Jahren eine Abstinenz besteht. Hiervon abgesehen liegt ausgehend von den seitens der medizinischen Fachpersonen gestellten Diagno
sen aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht keine anspruchs-begründende Arbeitsunfähigkeit respektive Invalidität vor. Demnach sind weder die gesetz
lichen Voraussetzungen für berufliche Massnahmen - namentlich für eine Umschulung im Sinne von Art. 17 IVG - noch diejenigen für eine Rente der Invalidenversicherung (Art. 28 IVG) erfüllt.
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin den Leistungsanspruch des Versicherten berechtigterweise verneint. Da die angefochtene Verfügung vom 24. Mai 2017 (Urk. 2) daher nicht zu beanstanden ist, ist die Beschwerde abzu
weisen.
5.
Der Streitgegenstand des Verfahrens betrifft die Bewilligung oder Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung. Das Verfahren ist daher kosten
pflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhän
gig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr. 500.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen.