Decision ID: 8ae8dd17-66a0-4f16-8ea7-d6715f2198c7
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1973 geborene
X._
war
seit dem 25.
August 1992 als Hausfrau tätig
(Urk. 7/4 Ziff. 6.4.1)
. Am
3
0.
Januar 2001
(Urk.
7/4
) mel
dete
s
ie
sich bei der
Sozial
versicherungs
anstalt des Kantons Zü
rich, IV-Stelle, unter Hinweis
auf eine Hals
wirbelsäulen (HWS)-Distorsion
seit 2
0.
Juni 1998 (Heckauffahrkol
lision, Urk. 7/5/3-7)
zum Leis
tungsbezug an
.
Nach Durchführung medizinischer und berufl
icher Ab
klärungen
verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
2.
Mai 2003 (Urk. 7/48) einen Anspruch der Ver
si
cherten
auf
eine Kostengutsprache für medizinische Massnahmen
.
Mit Verfü
gung
en
vom 1
2.
Januar 2004 (Urk. 7/55
-56
und
Urk. 7/52)
sprach
die IV-Stelle der
Ver
sicherten mit
Wirkung ab
1.
Januar
2000
gestützt auf einen In
va
liditäts
grad von 50
% eine halbe Rente
nebst einer Kinderrente zu.
1.2
Im Rahmen der
amtlichen
Revisionsverfahren bestätigte die IV-Stelle
in den Jahren 2005, 2008
und
2011
die laufende halbe Rente (Urk. 7/65, Urk. 7/77, Urk. 7/89).
1.3
Im Jahr 2012 leitete die IV-Stelle eine weitere Revision ein
,
befra
gte die Ver
sicherte und die behandelnde Ärztin
Dr.
med.
Y._
(Urk. 7/93)
und
holte ei
nen
Auszug aus dem individuellen Konto
(Urk. 7/94) sowie neue medizinische
Be
rich
te (Urk. 7/95-
98) ein. Zudem veranlass
te sie eine polydisziplinäre Begut
ach
tung
(
vgl. dazu
Gut
achten vom 14. Mai 2013, Urk. 7/107) durch das Be
gut
achtungsinstitut
Z._
.
Am 2
8.
Mai 2013
(Urk. 7/108)
wurde die Versicherte im
Rahmen des Revisions
verfahrens
zu einem persönlichen Gespräch für
den
1
3.
Juni 2013 einge
la
den.
Weil
die Vers
icherte
zum
Gespräch
nicht
er
schienen
war
, lud
sie
die IV-
Stelle a
m 1
3.
Juni 2013 (Urk.
7/109)
unter Hinweis
auf
ihre Mitwirkungspflicht sowie
Folgen bei deren Missachtung gemäss
Art.
21
Abs.
4 des Bundesgesetz
es
über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
(ATSG)
ein letzt
es Mal zu einem Gespräch
für den
25.
Juni 2013 ein
, welches ordnungsgemäss durchgeführt
wurde
(vgl. dazu Standortgespräch vom 2
5.
Juni 2013, Urk. 7/110). Am 11.
Ju
l
i 2013
(Urk. 7/112) lud die IV-Stelle die Versicherte erneut zu einem Standortgespräch
für den
2
2.
Juli 2013 ein. Nachdem
die Versicherte
nicht zum Ge
spräch
er
schienen war, schlug die IV-Stelle ihr
am 2
2.
Juli 2013 (Urk. 7/113)
einen neuen Termin
für
den
2
9.
Juli 2013 vor
.
Nachdem
die Versicherte
erneut
nicht zu
m
Gespräch erschienen war und sie sich auch weder telefonisch noch schrift
lich abgemeldet hatte, forderte die IV-Stelle
sie
am 29. Juli 2013
unter Hinweis auf
Art.
21
Abs.
4 ATSG zu einem
letzten
Beratungsgespräch
für
den
7.
August
2013 (Urk. 7/115) auf
.
Im nämlichen
Schreiben wies sie
die Ver
sicherte
darauf hin, dass die Abklärungen
eingestellt würden, wenn sie zu die
sem Ge
spräch wie
derum nicht erscheinen sollte.
Die Versicherte bli
eb
dem Ter
min vom
7.
Au
gust 2013
unentschuldigt fern
(vgl. dazu
auch Verlaufsprotokoll Eingliederungsberatung
vom 1
0.
Oktober 2013, Urk. 7/124 S. 2-3
)
.
Mit Vorbescheid vom
7
.
August 2013
(Urk. 7/11
7) stellte die IV-Stelle der Ver
sicherten
die Abweisung des Leistungsbegehrens auf berufliche Ein
gliederungs
mass
nahmen in Aussicht
. Nach Prüfung des Einwandes vom 2
5.
August 2013
(Urk. 7/119)
nahm die IV-Stelle ihre Abklärungen wieder auf und lud
die Versi
cherte zu einem Gespräch für den 1
2.
September 2013 (Urk. 7/120) ein.
Das Ge
spräch wurde telefonisch durchgeführt und vereinbart, dass sie sich betreffend
Eintritt in die Integrationsstätte
A._
melde (Urk. 7/124 S. 3).
Am
1.
Oktober 2013
(Urk. 7/12
2
)
machte die Ver
sicherte eine Verschlechterung ihres Ge
sund
heits
zustandes geltend und st
ellte ein Rentenerhöhungsgesuch
.
Am 7. Oktober 2013
(Urk.
7/124 S. 4 und Urk.
2 S.
2) wurde die Versicherte per Email aufge
fordert, bis 9. Oktober 2013 über ihren Entschluss zum Eintritt bei der
A._
zu in
formieren, ansonsten werde ihr Dossier geschlossen. Am 8. Oktober 2013 (Urk.
7/124 S. 4) orientierte die
Integrationsstätte
A._
die IV-Stelle, dass sich die Versicherte nicht
gemeldet habe. Die Versicherte meldete sich innert Frist nicht.
Mit Ver
fü
gung vom 1
0.
Oktober 2013 (Urk. 2)
verneinte die IV-Stelle einen An
spruch
der Versicherten
auf berufliche Ein
gliederun
gs
massnahmen
.
2.
Dagegen erhob die Versicherte am 1
8.
Oktober 2013 (
Datum des Poststempels,
Urk. 1) Beschwerde und
beantragte sinngemäss die Überprüfung des Ent
schei
des
.
Mit Beschwerdeantwort
vom 4.
Dezember 2013 (Urk. 6
) schloss
die IV-Stelle auf Ab
wei
sung der Beschwerde, was der Beschwerdeführer
in
am 1
6
.
Dezember 2013
zur Kennt
nis ge
bracht wurde (Urk. 8
).
3.
Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien und die
Akten wird, sofern für die
Ent
scheidfindung
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die Leistungen einer versichert
en Person können vorübergehend oder d
auernd
gekürzt oder verweigert werden
, wenn sie sich einer zumutbaren Behandlung oder
Eingliederung ins Erwerbsleben, die eine wesentliche Verbesserung der Er
werbs
fähigkeit oder eine neue Erwerbsmöglichkeit verspricht, entzieht oder wi
der
setzt (
Art.
21
Abs.
4 Satz 1 ATSG). Sie muss vorher schriftlich gemahnt und auf die Rechtsfolgen hingewiesen werden; ihr ist eine angemessene Bedenk
zeit einzuräumen (
Art.
21
Abs.
4 Satz 2 ATSG).
1.2
Verlangt wird eine Pflichtverletzung von
Art.
7 des Bundesgesetzes über die
In
va
lidenversicherung (IVG) oder von
Art.
43
Abs.
2 ATSG (
Art.
7b
Abs.
1 IVG). In
Abweichung von
Art.
2
1
Abs.
4 ATSG können die Leistungen
gemäss
Art.
7b
Abs.
2 IVG
ohne Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
gekürzt oder verwe
igert wer
den,
wenn die versicherte Person:
a.
trotz Aufforderung der IV-Stelle nach
Art.
3c
Abs.
6 nicht unverzüglich eine Anmeldung vorgenommen hat und sich dies nachteilig auf die Dauer oder das Ausmass der Arbeitsfähigkeit oder Invalidität auswirkt;
b.
der Meldepflicht nach
Art.
31
Abs.
1 ATSG nicht nachgekommen ist;
c.
Leistungen der Invalidenversicherung zu Unrecht erwirkt oder zu erwir
ken
versucht hat;
d.
der IV-Stelle die Auskünfte nicht erteilt, welche diese zur Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgabe benötigt.
Beim Entscheid über die Kürzung oder Verweigerung der Leistungen sind alle Um
stände des einzelnen Falles, insbesondere das Ausmass des Verschuldens der ver
sicherten Person, zu berücksichtigen (
Art.
7b
Abs.
3 IVG).
2.
2.1
Strittig ist
der Anspruch der Beschwerde
führerin
auf berufliche Ein
gliederungs
mass
nahmen.
2.2
Die Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 10. Oktober 2013 (Urk. 2) auf
Art.
21
Abs.
4 ATSG und führte
im Wesentlichen
aus
, die Be
schwerde
führerin
sei diversen Terminvereinbarungen nicht nachge
kom
men
und
habe sich auch nicht an die getroffenen Vereinbarungen gehalten, obwohl
sie
am
2
9.
Juli 2013 auf die Folgen einer Verweigerung von Ein
glie
de
rungsmassnahmen aufmerksam gemacht worden sei.
2.3
Dagegen brachte die Beschwerdeführerin vor (Urk.1),
sie sei am 2
6.
September 2013 wie vereinbart ans
Vorstellungsgespräch bei der
Integrationsstätte
A._
nach
B._
ge
gangen und
habe mit Frau
C._
einen Stellenantritt auf den 2
8.
Oktober 2013
ver
einbart. Weil es ihr gesundheitlich (psychisch) sehr schlecht gegangen sei, habe
sie vergessen,
sich an die Vereinbarung mit
der Beschwerde
gegne
rin
zu hal
ten und
sich
bei ihr zu
melden.
3.
3
.1
Fraglich und
zu prüfen ist zunächst, ob die
Abweisung des Anspruches der
Be
schwerde
führerin
auf berufliche Eingliederungsmassnahmen gestützt
auf
Art.
21
Abs.
4 ATSG
rechtens war. Insbesondere
gilt zu prüfen, ob die Be
schwerde
füh
rerin ihrer Pflicht auf Durchführung eines Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens
im Sinne von
Art.
21
Abs.
4 Satz 2 ATSG
– sofern
kein Ausnahmefall nach Art.
7b
Abs.
2 IVG vorliegt -
hinreichend nachgekommen ist.
3
.2
Da vorliegend
kein Ausnahmetatbestand nach
Art.
7b
Abs.
2
lit
. a-d IVG (vgl. E.
1
.3)
gegeben ist
,
welcher es erlauben würde, die beruflichen Ein
gliederungs
mass
nahmen, zu deren aktiver Teilnahme die Beschwerdeführerin ge
mäss Art.
7
Abs.
2 IVG verpflichtet war, ohne Durchführung eines Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens
im Sinne von
Art.
21
Abs.
4 ATSG einzu
stellen, gilt
es
näher zu be
leuch
ten, ob
die Beschwerdege
gnerin
vor Erlass der ab
lehnenden Verfügung
vom 1
0.
Ok
tober 2013 (Urk. 2)
ein
Mahn- und
Bedenk
zeit
verfahren
im Sinne von
Art.
21
Abs.
4 Satz 2 ATSG
durchgeführt hat.
3.3
Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdegegnerin das Verhalten der Be
schwerdeführerin abgemahnt und sie auf die möglichen Rechtsfolgen ihres Ver
haltens unter Verweis auf Art. 21 Abs. 4 ATSG aufmerksam gemacht hat
. Dies namentlich mit Schreiben vom 13. Juni 2013
(Urk. 7/109
). Das angeordnete Ge
spräch fand in der Folge plangemäss statt (Urk. 7/110). Nach weiteren Versäum
nissen für ein erneutes Gespräch wurde am 29. Juli 2013 (Urk. 7/115) eine wei
ter
e
Mahnung unter Hinweis auf die Rechtsfolgen ausgesprochen, in deren Folge
die Beschwerdeführerin untätig blieb. Im nachfolgenden
Vorbescheidverfahren
(Urk. 7/117) kam die Beschwerdegegnerin auf ihren in Aussicht gestellten Ent
scheid (Abweisung des Leistungsbegehrens) zurück und lud die Beschwer
de
führerin erneut zu einem Gespräch ein, welches telefonisch durchgeführt wurde (Urk. 7/124 S. 3).
Dieser Geschehensablauf zeigt auf, dass die Beschwerdeführerin mehrfach Ter
mine nicht wahrgenommen und damit gegen ihre Mitwirkungspflichten ver
stossen hat. Im Rahmen des ersten Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens
(vom
13.
Juni
2013, Urk. 7/109) kam sie ihren Pflichten nach und erschien zum Gespräch. Beim zweiten Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
(vom 29. Juli 2013, Urk. 7/115) blieb sie untätig. Da die Beschwerdegegnerin in der Folge jedoch - im
Vorbescheidverfahren
- auf ihren Entscheid zur (an sich möglichen) Abwei
sung des Leistungsbegehrens zurückkam, war es ihr verwehrt, künftige Ver
säum
nisse mit Hinweis auf das entsprechende Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
(vom 29. Juli 2013, Urk. 7/115) zu sanktionieren. Durch die Anordnung eines neuen Gesprächstermins (auf den 12. September 2013) wurde das Mahn- und
Bedenk
zeitverfahren
hinfällig.
3.4
Die Leistungsverweigerung erfolgte denn auch gar nicht wegen den versäumten Gesprächsterminen, sondern weil sich die Beschwerdeführerin nicht betreffend Eintritt in die
Integrationsstätte
A._
meldete (Urk. 7/124 S. 3-4 und Urk. 2). Ob ein Eintritt ver
einbart worden war oder nicht, ist den Akten nicht genau zu entnehmen. Im
Gesprächsprotokoll vom 12. September 2013 (Urk. 7/124 S. 3) wurde festge
hal
ten, dass die Beschwerdeführerin die Beschwerdegegnerin innerhalb der nächs
ten
Woche über das Eintrittsdatum informieren werde. In der Verfügung vom 10. Ok
tober 2013 (Urk. 2 S. 2) ist dagegen vermerkt, dass sich die Beschwerdeführerin einen Eintritt lediglich ü
berlegen und sich bei der A._
wieder melden sollte.
Wie es sich damit genau verhält, kann vorliegend offen bleiben. Fest steht, dass bezüglich des erneuten Versäumnisses (Meldung betreffend
A._
) kein Mahn- und
Bedenkzeitverfahren
durchgeführt wurde. Die bisherigen Mahn- und
Be
denk
zeitverfahren
führten (im ersten Fall erst im Rahmen des
Vorbescheid
ver
fahrens
) dazu, dass sich die Beschwerdeführerin den Anordnungen beugte und die geforderten Gespräche führte. Das erneute Versäumnis fand nicht im Rah
men
eines laufenden Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens
statt, weshalb eine Leistungsverweigerung (aus diesem Grund) nicht möglich ist. Offenkundig ist, dass der elektronisch erfolgte Hinweis, bei Stillschweigen bis 9. Oktober 2013 werde „das
Dossier geschlossen“ (Urk. 7/124 S. 4), den Anforderungen an ein Mahn- und
Be
denkzeitverfahren
nicht genügt, ist doch einerseits der Empfang der Nachricht nicht erstellt und kann der Formulierung nicht entnommen werden, dass damit eine definitive Leistungsverweigerung einhergeht.
Damit hat es mit der Feststellung sein Bewenden, dass eine
Leistungs
verweigerung
mangels durchgeführten Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens
nicht statthaft ist.
4
.
4
.1
Darüber hinaus ist fraglich
, ob die der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 42
ATSG
zustehenden Gehörsrechte im Verwaltungsverfahren hinreichend ge
wahrt wurden.
4
.2
Nach Art. 57a Abs. 1
IVG
teilt die IV-Stelle der versicherten Person den vor
ge
sehenen Endentscheid unter anderem ü
ber ein Leistungs
begehren mittels Vor
be
scheid mit. Die versicherte Person hat Anspruch auf recht
liches Gehör im Sinne von Art. 42 ATSG.
Gegenstand des Vorbescheids nach Art. 57a IVG sind
indes nur
Fragen, die in den Aufga
benbereich gemäss Art. 57 Abs. 1
lit
.
c-f
IVG der IV-Stellen fallen (Art. 73
bis
Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]).
4
.3
Die Einwände im
Vorbescheidverfahren
sind eine Äusserung im Rahmen des
Gehörsanspruchs. Das
Vorbescheidverfahren
geht i
nsoweit über den ver
fas
sungs
rechtlichen Mindestanspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundes
verfassung, BV) hinaus, als die versicherte Person Gelegenheit erhält, sich nicht nur zur Sache, sondern auch zum vorgesehenen Entscheid zu äussern (
BGE 134 V 107 E. 2.8.2 mit Hinweisen
).
4
.
4
Mit Verfügung vom 1
0.
Oktober 2013 (Ur
k. 2) verneinte die Beschwerde
gegne
r
in
gestützt auf
Art.
21
Abs.
4 ATSG den Anspruch der Be
schwerde
führerin auf be
rufliche Eingliederungsmassnahmen verbindlich,
ohne
hiezu
vor
gängig
ein
Vorbescheidverfahren
durchgeführt zu haben
; der Vorbescheid vom 7. August 2013
(Urk. 7/117)
bezog sich nur auf den
Zeit
raum
bis zum
7.
August 2013 und wurde
mit der erneuten Einladun
g zu einem Gespräch für den 12.
September 2013 (Urk. 7/120)
h
infällig.
Indem die IV-Stelle den An
spruch der Beschwerde
füh
rerin auf berufliche Ein
gliederungs
mass
nahmen ohne
(
neues
)
Vorbescheidverfahren
abgelehn
t hat, verletzte sie den Gehörsan
spruch der
Be
schwerde
führerin, konnte sie
sich doch nicht zu den neuen in der Ver
fügung
erhobenen
Vor
wür
fen äussern
(Urk. 2 S. 1 f. unten)
.
Mit dem Erlass der Verfügung ohne Durch
führung eines
Vorbe
scheidverfahrens
hat die Beschwerdegegnerin die Be
schwer
de
führerin an der Er
hebung von Be
an
standungen
im Verwaltungsverfahren
ge
hindert
.
4
.
5
Das Recht, angehört zu werden, ist formeller Natur. Die Verletzung des recht
lichen Gehörs führt ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sa
che selbst zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Es kommt mit anderen Worten nicht darauf an, ob die Anhörung im konkreten Fall für den Aus
gang der materiellen Streitentscheidung von Bedeutung ist, das heisst die Be
hörde zu
einer Änderung ihres Entscheides veranlasst wird oder nicht (BGE 127
V 437 E. 3d/
aa
,
BGE
126 V 132 E
. 2b mit Hinweisen).
Da der vorliegende Verfahrensmangel schwer wiegt, fällt dessen Heilung durch die
Gewährung der Gehörsrechte im Gerichtsverfahren ausser Betracht.
5
.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, dass die
an
gefochtene Verfügung vom 1
0.
Oktober 2013 aufgehoben und die
Sache an die Beschwerdegegnerin z
urückgewiesen wird, damit diese
hinsichtlich der be
rufli
chen Eingliederungsmassnahmen
ein Mahn- und
Bedenk
zeit
verfahren
im Sin
ne
von
Art.
21
Abs.
4 ATSG
sowie
ein
Vorbescheidverfahren
durch
führe
und
her
nach
neu entscheide.
6
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Ver
sicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
I
VG) und ermessensweise auf Fr. 400
.-- anzusetzen und ausgangsgemäss der
unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.