Decision ID: d606d739-fb99-423d-a555-80aadf9a1f23
Year: 2018
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

Das Verwaltungsgericht stellt fest:
A.
a. A._, die Erbengemeinschaft B._ sen. sel., F._, G._ und H._ sind Eigentümer der
Parzellen Nr. 0_-02_, Grundbuch X._. Letztere befinden sich gemäss Zonenplan
vom 21. Juli 1994 in der Landwirtschaftszone und umfassen eine Gesamtfläche von
7‘368 m . Das Grundstück Nr. 0_ ist mit Reben bestockt und mit dem Gebäude Vers.
Nr. 03_ überbaut. Die Parzellen Nr. 01_ und 02_ sind nicht überbaut. Das Gebiet
grenzt im Norden an die S._-strasse nach M._, welche im betreffenden Abschnitt
entlang der Grünzone Naturschutz verläuft. Nordwestlich und östlich des Gebiets liegt
eine isolierte Wohnzone W2. Im Süden befindet sich ein bestockter Rebhang
(Landwirtschaftszone) und im Westen teilweise bestocktes Wiesland
(Landwirtschaftszone).
Am 22. August 2013 erliess der Gemeinderat X._ gestützt auf die am 23. Januar 2013
beschlossene Anpassung der kommunalen Richtplanung und den geänderten
Zonenplan vom 23. Januar/22. August 2013 ein neues Baureglement. Baureglement
und Zonenplan wurden öffentlich aufgelegt und waren vom 22. Januar bis 3. März 2014
dem fakultativen Referendum unterstellt. Während der öffentlichen Auflagen gingen bei
der Gemeinde X._ verschiedene Einsprachen ein. Mit Verfügung vom 30. April 2014
genehmigte das Amt für Raumentwicklung und Geoinformation (AREG) das

Baureglement und den Zonenplan „im Sinn der Erwägungen“ mit diversen Ausnahmen
und Präzisierungen (Ziff. 1 und 2). Unter anderem verfügte es, dass die Zuteilung der
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Parzellen Nrn. 0_-02_ (S._-gasse) in die zweigeschossige Wohnzone W2 und des 10
m breiten Streifens im Süden der Parzellen in die Grünzone Freihaltung innerhalb der
Bauzone nicht genehmigt werde (Ziff. 2a).
b. Mit Eingabe vom 30. April 2014 erhob Rechtsanwalt Dr. Walter Locher, St. Gallen,
für die eingangs erwähnten Grundeigentümer gegen die Verfügung vom 30. April 2014
Rekurs mit dem Antrag, Ziff. 2a der Verfügung sei aufzuheben und die Zuteilung der
Parzellen Nrn. 0_-02_ zur zweigeschossigen Wohnzone W2 sowie des 10 m breiten
Streifens in die Grünzone Freihaltung innerhalb der Bauzone sei per 30. April 2014 zu
genehmigen (act. G 10/1, 10/9). Mit Verfügung vom 9. Juli 2014 erklärte das
Departement des Innern die Verfügung des AREG vom 30. April 2014 in Gutheissung
eines Antrages des Gemeinderates X._ betreffend die Genehmigung des Zonenplans
und des Baureglements in den Ziffern 1, 2c, 2d, 2e, 3, 4 und 5 als teilrechtskräftig (act.
G 10/10). Eine gegen diese Verfügung erhobene Beschwerde schrieb das
Verwaltungsgericht mit Entscheid B 2014/163 vom 9. September 2014 zufolge
Rückzugs ab. Die Regierung des Kantons St. Gallen wies den Rekurs gegen die
Verfügung vom 30. April 2014, nachdem mit den Verfahrensbeteiligten am 8. Juni 2015
ein Augenschein durchgeführt worden war (act. G 10/37 f.), mit Entscheid vom 20.
Dezember 2016 ab (act. G 2).
B.
a. Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Locher für die im Rubrum angeführten
Beschwerdeführer 1-5 mit Eingabe vom 1. Februar 2017 Beschwerde. In der
Beschwerdeergänzung vom 7. April 2017 beantragte er Aufhebung des Entscheids und
Rückweisung an die Vorinstanz zur (nochmaligen) Beurteilung (Ziff. 1). Eventualiter
seien der Entscheid sowie Ziffer 2 lit. a der Genehmigungsverfügung vom 30. April
2014 aufzuheben und die Zuweisung der Parzellen Nrn. 0_-02_ in die Wohnzone W2
und des 10 m breiten Streifens im Süden der Parzellen in die Grünzone Freihaltung
(innerhalb der Bauzone) per 30. April 2014 zu genehmigen (Ziff. 2). Subeventualiter sei
die Genehmigung des Zonenplanes hinsichtlich der Parzellen Nr. 0_-02_ per 30. April
2014 unter der Auflage zu erteilen, dass vor der Überbauung der Parzellen die allenfalls
erforderlichen Massnahmen aus dem in Bearbeitung befindlichen Massnahmenkonzept
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Gefahrenkarte zumindest gleichzeitig umgesetzt würden (Ziff. 3). Unter Kosten- und
Entschädigungsfolge (Ziff. 4).
b. In der Vernehmlassung vom 27. April 2017 beantragte die Vorinstanz Abweisung der
Beschwerde. Unter Verweis auf die Erwägungen des angefochtenen Entscheids
verzichtete sie auf eine weitere Stellungnahme (act. G 11).
c. Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Vernehmlassung vom 18. Mai 2017
Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf den angefochtenen
Entscheid (act. G 14).
d. Auf die Vorbringen in der Beschwerde wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in
den nachstehenden Erwägungen eingegangen.
Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:
1. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes ist gegeben (Art. 59 Abs. 1
des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, VRP). Die
Beschwerdeführer sind als Adressaten des angefochtenen Entscheids und
Miteigentümer der Grundstücke Nrn. 0_-02_ zur Anfechtung des Rekursentscheids
legitimiert (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Rechtsprechung erfolgt in
Fünferbesetzung, weil die Regierung als Vorinstanz entschieden hat (Art. 18 Abs. 3 lit. b
Ziff. 2 des Gerichtsgesetzes, sGS 941.1, GerG).
Nicht eingetreten werden kann auf den (Eventual-)Antrag, Ziff. 2 lit. a der
Genehmigungsverfügung vom 30. April 2014 sei aufzuheben, da an deren Stelle der
Rekursentscheid getreten ist ("Devolutiveffekt", BGE 134 II 142 E. 1.4; BGer
1C_166/2013 vom 27. Juni 2013 E. 1.1 und 2C_204/2015 vom 21. Juli 2015 E. 1.2).
2.
2.1. Planungsbehörde ist die politische Gemeinde (Art. 2 Abs. 1 und Art. 4 f. des
Gesetzes über die Raumplanung und das öffentliche Baurecht [Baugesetz], sGS 731.1,
bis
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BauG). Für den Erlass und die Änderung von Baureglement und Zonenplan ist die
Bürgerschaft zuständig (Art. 29 f. des BauG in der auf die vorliegend streitige Planung
angewendeten, bis 30. September 2017 gültig gewesenen Fassung; B. Heer, St.
Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, Rz. 63). Der Planungsbehörde kommt
dabei ein Entscheidungsspielraum zu. Die Ausübung des Ermessens hat gestützt auf
allgemeine Rechtsprinzipien zweckmässig und angemessen zu erfolgen (Cavelti/Vögeli,
Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, 2. Aufl. 2003, Rz. 740). Gemäss Art.
26 des Raumplanungsgesetzes (SR 700, RPG) genehmigt eine kantonale Behörde die
Nutzungspläne und ihre Anpassungen (Abs. 1). Sie prüft diese auf ihre
Übereinstimmung mit den vom Bundesrat genehmigten kantonalen Richtplänen
(Abs. 2). Mit der Genehmigung durch die kantonale Behörde werden die Nutzungspläne
verbindlich (Abs. 3). Dem kantonalen Recht bleibt es vorbehalten, über die
Mindestanforderungen von Art. 26 Abs. 2 RPG hinaus weitere
Genehmigungsvoraussetzungen vorzusehen. So ist im Kanton St. Gallen der
Nutzungsplan im Genehmigungsverfahren auch auf seine Zweckmässigkeit und
Angemessenheit hin zu prüfen (Art. 31 in Verbindung mit Art. 3 Abs. 2 BauG; B. Heer,
a.a.O., Rz. 262). Allerdings respektiert die Genehmigungsbehörde - in Anbetracht von
Art. 2 Abs. 3 RPG und der Gemeindeautonomie - das Ermessen der Planungsbehörde
und schreitet nur ein, wenn sich der kommunale Planerlass auf Grund überkommunaler
öffentlicher Interessen als unzweckmässig erweist, wenn dieser den wegleitenden
Grundsätzen und Zielen der Raumplanung nicht entspricht oder ihnen unzureichend
Rechnung trägt (VerwGE B 2013/232 vom 16. April 2014 E. 1.4.1 mit Hinweis auf
Waldmann/Hänni, Kommentar zum Raumplanungsgesetz, Bern 2006, Rz. 15 zu Art.
26). Die Genehmigung ist ein Instrument der Aufsicht des Kantons über die
(kommunale) Nutzungsplanung. Sie ist mehr als blosse Kontrolle, sondern selbst ein
Akt der Nutzungsplanung (A. Ruch, in: Aemissegger/Moor/Ruch/Tschannen,
Praxiskommentar RPG: Nutzungsplanung, Zürich 2016, Rz. 5 zu Art. 26). Die
Genehmigung ist ein Gültigkeitserfordernis (Art. 26 Abs. 3 RPG). Nach einhelliger Lehre
hat sie konstitutive Bedeutung, weshalb die Anordnungen des Nutzungsplans erst
angewendet werden dürfen, wenn der Genehmigungsbeschluss rechtskräftig
geworden ist (vgl. z.B. Ruch, a.a.O., Art. 26 N 44; Waldmann/Hänni, a.a.O., Art. 26 N
17; P. Hänni, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 6. Aufl. 2016,
S. 238; vgl. auch die Hinweise in BGer 1C_190/2007 vom 7. Dezember 2007 E. 2.2.2).
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Vorliegend erliess die Beschwerdegegnerin am 22. August 2013 den revidierten
Zonenplan und das Baureglement. Die Verfügung des AREG vom 30. April 2014
genehmigte den Zonenplan und das Baureglement vom Grundsatz her, nahm jedoch
die von der Beschwerdegegnerin vorgesehene Wohnzonen-Zuteilung der Grundstücke
Nr. 0_-02_ sowie die Zuteilung des 10 m breiten Streifens im Süden der Parzellen in
Grünzone Freihaltung von der Genehmigung aus. Letzteres steht im vorliegenden
Verfahren im Streit. Die Departementsverfügung vom 9. Juli 2014, mit der die
Verfügung des AREG vom 30. April 2014 bzw. die Genehmigung von Zonenplan und
Baureglement in den nicht streitigen Punkten als teilrechtskräftig erklärt wurde (act. G
10/10), erwuchs in Rechtskraft; die rechtskräftig gewordenen Umstände stehen somit
vorliegend nicht zur Diskussion.
2.2.
2.2.1. Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid unter anderem fest, der Rekurs
vom 30. April 2014 habe sich nicht gegen eine bereits genehmigte Einzonung gerichtet.
Vielmehr sei die Nichtgenehmigung der Einzonung gemäss Ziff. 2a der Verfügung vom
30. April 2014 angefochten worden. Am Stichtag des 1. Mai 2014 habe somit noch kein
wirksamer Einzonungsentscheid vorgelegen, der in Rechtskraft hätte erwachsen
können. Diese Konstellation werde von der in Art. 52a Abs. 1 RPV enthaltenen
Regelung nicht erfasst. Diese beziehe sich allein auf bereits beschlossene
Einzonungen, nicht aber auf deren Verweigerung. Die Prüfung der verweigerten
(erstmaligen) Einzonung habe daher nach der Rechtslage im Zeitpunkt ihres Ergehens
und damit anhand der Bestimmungen des alten Raumplanungsgesetzes zu erfolgen
(act. G 2 S. 9). Das AREG habe die Einzonung der Grundstücke Nrn. 0_-02_ zu Recht
mit Hinweis auf die mangelhafte Eignung des Gebiets aufgrund von Naturgefahren, die
durch die Einzonung des Gebiets drohende Zersiedlung der Landschaft und die
mangelhafte Erschliessung des Gebietes mit dem öffentlichen Verkehr verweigert.
Nachdem feststehe, dass bei den streitigen Grundstücken weder eine Baulücke
bestehe noch andere Möglichkeiten der Siedlungsentwicklung gegeben seien, würde
auch die Erstellung eines Massnahmenkonzeptes keine Einzonung des durch den
Prozess Staublawine gefährdeten Plangebiets ermöglichen. Insoweit erübrige sich die
von den Beschwerdeführern beantragte Erstellung eines Amtsberichts über den Stand
der Bearbeitung des Massnahmenkonzeptes bzw. dessen Umsetzung auf
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Gemeindeebene. Die streitigen Grundstücke würden nicht zum geschlossenen
Siedlungsbereich zählen und nicht an dessen Siedlungsqualität teilnehmen. Im
Weiteren sollte im Interesse einer umweltschonenden Verkehrsbewältigung (im Sinn
von Art. 3 Abs. 3 lit. a RPG) grössere Nutzungsverdichtungen hauptsächlich in
Gebieten ermöglicht werden, die durch den öffentlichen Verkehr ausreichend
erschlossen seien. Das AREG habe unter Berufung auf entsprechende Feststellungen
des Amtes für Verkehr im Mitbericht vom 10. März 2014 darauf hingewiesen, dass die
nächstgelegene Haltestelle K._ zu weit entfernt liege und die nächstgelegene
Haltestelle Y._-bach aufgehoben worden sei. Den Beschwerdeführern sei zwar darin
zuzustimmen, dass die Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr nicht zu den
absolut notwendigen Erschliessungselementen gehöre. Dennoch habe das AREG die
verkehrsmässige Anbindung des Gebiets „S._-gasse“ im Rahmen der
Genehmigungsprüfung in ihre Überlegungen einbeziehen dürfen. Ob tatsächlich von
einer ungenügenden Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr auszugehen sei,
brauche jedoch nicht abschliessend geklärt zu werden. Hinzuweisen sei auf die
Empfehlungen des Volkswirtschaftsdepartementes zur Anordnung und Gestaltung von
Haltestellen im öffentlichen Personalverkehr vom Mai 2016, wonach ein
Siedlungsgebiet dann als mit dem öffentlichen Verkehr abgedeckt gelte, wenn es im
Umkreis von 300 m eine Bushaltestelle gebe. Schnellbuslinien hätten danach in einem
Umkreis von 500 m und Bahnhöfe in einem solchen von 750 m zu liegen. Eine
unmittelbare Vergleichbarkeit mit den von den Beschwerdeführern genannten
Gebieten/Parzellen („L._“, „N._“) sei vor dem Hintergrund der dort gegebenen
Siedlungsstrukturen nicht gegeben. Eine Verletzung des Rechtsgleichheitsgebots und
des Willkürverbots sei nicht ersichtlich. Da die Frage der genügenden Erschliessung
keiner abschliessenden Prüfung bedürfe, sei kein Grund für die Einholung eines
Amtsberichts bei anderen Gemeinde über den Grad der Erschliessung der Bauzonen
mit dem öffentlichen Verkehr gegeben. Dem AREG könne weder ein Verstoss gegen
den Grundsatz von Treu und Glauben noch eine ungebührliche Verfahrensverzögerung
vorgehalten werden. Ob sich die Einzonung des streitigen Gebietes mit dem Vorliegen
eines entsprechenden Bedarfs im Sinn von Art. 15 RPG rechtfertigen liesse, brauche
insofern nicht abschliessend geklärt zu werden, als die vorgesehene Zonenzuteilung
selbst bei Erfüllung dieser Voraussetzung auf jeden Fall in Widerspruch zu der in Art. 5
RPG enthaltenen Vorgabe der Überbauungseignung stünde. Die Beibehaltung der
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Zonenordnung für die Grundstücke Nr. 0_-02_ erweise sich somit als recht- und
zweckmässig. Eine Verletzung der Gemeindeautonomie sei entsprechend zu verneinen
(act. G 2).
2.2.2. Die Beschwerdeführer rügen, dass die Vorinstanz von einem unvollständigen und
unrichtigen Sachverhalt ausgegangen sei. Zudem verletze der angefochtene Entscheid
in verschiedener Hinsicht kantonales Recht und Bundesrecht. Es liege eine
Gehörsverletzung vor, indem den von den Beschwerdeführern gestellten
Beweisanträgen unbegründet nicht stattgegeben worden sei. Die Beschwerdeführer
hätten sich im Rahmen des Genehmigungsverfahrens des AREG nicht ausreichend
äussern können. Nachdem das AREG die Unterlagen in der ersten Hälfte des Monats
Februar 2014 erhalten habe, seien bis zur Mitteilung der Nichtgenehmigung der
Einzonung der Parzellen Nr. 0_-02_ ungefähr zweieinhalb Monate vergangen. Den
Beschwerdeführern sei hierauf eine fünftägige Frist zur Stellungnahme (mit Dauer bis
30. April 2014, dem letzten Tag vor der Änderung des Raumplanungsrechts)
eingeräumt worden. Im Rahmen des zur Verfügung stehenden (einen) Arbeitstages
hätten keine Abklärungen zur Y._-bachlawine getroffen werden können. Eine
inhaltliche Befassung mit den aufgeworfenen Fragen sei nicht möglich gewesen. Hierin
liege eine Rechtsverweigerung, die gleichzeitig gegen den Grundsatz von Treu und
Glauben verstosse. Sodann sei die Gefahrenkarte bei der Frage der Zonierung wie ein
grundeigentümerverbindlicher Erlass angewendet worden, obwohl die
Beschwerdeführer keine Möglichkeit gehabt hätten, gegen die Gefahrenkarte Einwände
zu erheben, da diese nie öffentlich aufgelegt worden sei. Die Überprüfung und
Umsetzung der Ergebnisse aus den Erhebungen zu den gravitativen Naturgefahren sei
Sache der politischen Gemeinden. Viele der in der Lawinengefahrenkarte als
„betroffen“ bezeichneten Grundstücke (so auch die Parzellen Nrn. 0_-02_) seien in
keiner Weise jemals tangiert worden. Die letzte Y._-bachlawine sei vor über 45 Jahren
(1970) niedergegangen. Im Jahr 2006 sei das Projekt Lawinenschutz Y._-bach fertig
gestellt worden. Obwohl eine Vielzahl von anderen Grundstücken von der
Lawinengefahrenkarte Y._-bach betroffen seien, sei die Einzonung dieser
Grundstücke ohne irgendwelche Auflagen genehmigt worden. Das Ziel der
Verantwortlichen des Lawinendienstes sei es, durch tägliche Kontrolle der
Lawinengefahren einem Grossereignis durch Sprengungen unbedingt vorzubeugen.
Die Vorinstanz lasse die Tatsache, dass die Grundstücke Nrn. 0_-02_ je in
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unterschiedlichen Gefahrenbereichen lägen, ausser Betracht. Obwohl das Grundstück
Nr. 0_ im Bereich einer geringen Gefährdung liege, sei es nicht eingezont worden. Die
Vorinstanz habe zahlreichen Beweisanträgen der Beschwerdeführer nicht stattgegeben
mit der Begründung, es bestehe keine Veranlassung, die korrekte Erstellung der
Gefahrenkarte in Frage zu stellen. Dadurch habe sie das rechtliche Gehör verletzt.
Wenn die Fachleute des Kantons die Grundlagen über die gravitativen Naturgefahren
nicht im Detail erklären könnten, seien von Amtes wegen die Personen beizuziehen,
welche die Grundlagen verfasst hätten. Sodann verstosse es gegen die
Rechtsgleichheit, wenn für die Einzonung der Parzellen Nrn. 0_-02_ nicht der gleiche
Massstab angewendet werde wie für andere Parzellen im gleichen Gebiet. Es liege ein
Verstoss gegen die Rechtsgleichheit im Sinn von Art. 8 BV wegen des
„Auswahlverfahrens“ an sich und wegen der getroffenen „Auswahl“ und deren
Begründung vor. Im Weiteren gebe es keine Vorschrift, wonach für die Genehmigung
einer Einzonung in der Wohnzone eine bestimmte ÖV-Stufe (öffentlicher Verkehr)
erforderlich sei. Schliesslich sei durch die Nichteinzonung die Gemeindeautonomie
verletzt worden. Richtpläne würden die kommunalen Behörden nicht in solcher Weise
binden, dass die Nutzungsplanung nur noch als formeller Vollzug einer von den
kantonalen Organen vorgelegten Anordnung erscheinen würde. Es sei nach wie vor
nicht ersichtlich, welche Vorschriften die Zonierung der Grundstücke Nrn. 0_-02_
verletze (act. G 9).
2.3.
2.3.1. Unmittelbar nach Erlass der Verfügung vom 30. April 2014 und rund zweieinhalb
Jahre vor Erlass des hier angefochtenen Departementsentscheids vom 20. Dezember
2016 traten die Änderungen des RPG und der Raumplanungsverordnung (SR 700.1;
RPV) am 1. Mai 2014 mit verschärften Vorschriften für Neueinzonungen und
übergangsrechtlichem Bauzonenmoratorium in Kraft (vgl. unter anderen Art. 15 Abs. 5
RPG; Art. 30a RPV). Mangels anderslautender Regelung beurteilt sich die
Rechtmässigkeit von Verwaltungsakten nach der Rechtslage im Zeitpunkt ihres
Ergehens (statt vieler BGE 139 II 243, E. 11.1). Später eingetretene Rechtsänderungen
sind zu berücksichtigen, wenn zwingende Gründe für die sofortige Anwendung des
neuen Rechts sprechen (BGE 139 II 243 E. 11.1, 470 E. 4.2, 135 II 384 E. 2.3). Nach der
Rechtsprechung besteht ein gewichtiges öffentliches Interesse daran, dass die
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rechtskräftigen Bauzonen der Kantone während der Übergangsfrist nicht noch
vergrössert werden, um die Anpassung der Richtpläne und allenfalls gebotene
Rückzonungen nicht negativ zu präjudizieren. Art. 52a RPV ist im Licht von Art. 38a
Abs. 2 RPG restriktiv auszulegen. Grundsätzlich findet das Moratorium auf alle
(Neu-)Einzonungen Anwendung, die am 1. Mai 2014 noch nicht rechtskräftig waren,
jedenfalls wenn über sie - wie vorliegend - noch nicht kantonal letztinstanzlich
entschieden war. Ausgenommen sind nur Beschwerden, die nicht zu einer materiellen
Überprüfung der Einzonungen führen. Gründe der Rechtssicherheit und des
Vertrauensschutzes erfordern gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung keine
andere Auslegung (BGer 1C_365/2015 vom 9. Dezember 2015, E. 4.3 und 4.4 mit
Hinweisen).
2.3.2. Art. 52a Abs. 1 RPV geht nach seinem Wortlaut von Beschwerden „gegen den
Entscheid der kantonalen Behörde nach Artikel 26 RPG über die Genehmigung einer
Einzonung“, welche am 1. Mai 2014 hängig waren, aus. Im konkreten Fall war von den
Beschwerdeführern am 30. April 2014 Rekurs gegen die Nichtgenehmigung der von
der Beschwerdegegnerin vorgenommenen Einzonung der Grundstücke Nr. 0_-02_
erhoben worden. Dieser Sachverhalt ist vom Wortlaut von Art. 52a Abs. 1 RPV
entgegen der Auffassung der Vorinstanz mitumfasst, zumal ein „Entscheid über die
Genehmigung einer Einzonung“ eine Genehmigung oder - wie vorliegend - eine
Nichtgenehmigung beinhalten kann, weshalb die erwähnte Bestimmung bereits im
Rekursverfahren zur Anwendung hätte kommen müssen. Die von den
Beschwerdeführern anbegehrte Einzonung der Grundstücke Nrn. 0_-02_, welche
soweit ersichtlich nicht durch Auszonungen kompensiert werden sollte, erwies sich
während der Anwendbarkeit der Übergangsbestimmungen von Art. 38a Abs. 2 RPG
und Art. 52a Abs. 1 und 2 RPV, d.h. vor genehmigter Richtplananpassung, bereits von
daher als bundesrechtswidrig und somit nicht als genehmigungsfähig. Entsprechend
hätte die Vorinstanz die Verfügung vom 30. April 2014, mit welcher das AREG die von
der Beschwerdegegnerin vorgenommene Einzonung nicht genehmigte, bereits aus
übergangsrechtlichen Gründen bestätigen müssen. Demnach kann festgehalten
werden, dass die Vorinstanz ihrer Beurteilung zu Unrecht die bis 30. April 2014 gültige
Fassung von Art. 1, Art. 3 und Art. 15 RPG zugrunde legte.
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2.3.3. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist - vorbehältlich zwingender
öffentlicher Interessen - auf das alte, für die Bauherrschaft günstigere Recht
abzustellen, wenn die Behörde den Entscheid unnötig verzögert bzw. wenn die
ungebührliche Verzögerung aus objektiven Gründen der Behörde anzulasten ist oder
ein Nachbar in querulatorischer Weise Verfahrensverzögerungen herbeiführt, um so die
Anwendung strengeren Rechts zu erwirken (BGE 139 II 263, E. 8.2 mit Hinweisen). Die
Verordnung vom 24. November 1998 über die Verfahrenskoordination und Fristen in
Bausachen (in Vollzug bis 30. September 2017, sGS 731.21, nGS 34-13, VKoV)
bestimmte für das Genehmigungsverfahren über Teilrevisionen der Ortsplanung sowie
von Überbauungs- oder Gestaltungsplänen eine Frist von vier bzw. zwölf Wochen (je
nachdem, ob eine Vorprüfung stattfand und ob es zu deren Ergebnis Differenzen gab;
vgl. Art. 3 Abs. 1 in Verbindung mit Anhang Ziff. 3.1 VKoV). An diesen Fristen hat sich
mit der Revision des Planungs- und Baurechts nichts geändert (vgl. Anhang 1 Ziff. 3.1
der Verordnung vom 27. Juni 2017 zum Planungs- und Baugesetz, sGS 731.11).
Angesichts des engen zeitlichen Ablaufs der Zonenplanung und des Erlasses des
Baureglements ist entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer eine ungebührliche,
der Beschwerdegegnerin bzw. dem AREG anzulastende Verzögerung des
Zonenplanungsverfahrens aus objektiver Sicht nicht erkennbar: Das Gesuch um
Genehmigung der Gesamtrevision der Ortsplanung datiert vom 10. Februar 2014 und
ging am 12. Februar 2014 beim AREG ein (act. G 10/17/1). Mit Schreiben vom 19. und
24. Februar sowie 6. März 2014 (act. G 10/17/2-4) wurden weitere Unterlagen
nachgereicht. Die gemäss Anhang 3 der VKoV für die Gesamtrevision der Ortsplanung
geltende Verfahrensfrist beginnt erst bei Vollständigkeit der Unterlagen zu laufen. Mit
dem Erlass der Verfügung vom 30. April 2014 wurde diese Frist eingehalten. Der an die
Vorinstanz gerichtete Vorwurf der Rechtsverweigerung bzw. des treuwidrigen
Vorgehens (act. G 9 S. 12) erweist sich als unberechtigt. Der Entscheid der
Beschwerdegegnerin, die in der Landwirtschaftszone gelegenen Grundstücke Nr.
0_-02_ einzuzonen, stellte in Anbetracht der Genehmigungsbedürftigkeit der
Einzonung für sich allein offensichtlich keine Zusicherung dar. Eine Zusicherung von
Seiten des AREG machen die Beschwerdeführer zu Recht nicht geltend. Das AREG
sprach sich denn auch bereits im Vorprüfungsbericht vom 21. Januar 2011 gegen eine
Einzonung der Grundstücke aus (act. G 10/17/10). Bereits ab diesem Zeitpunkt war
somit der Standpunkt des AREG bekannt. Mit dem Bestehen einer
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Vertrauensgrundlage lässt sich die Anwendung des bis 30. April 2014 gültig
gewesenen (für die Beschwerdeführer günstigeren) Raumplanungsrechts daher nicht
begründen. Hinzu kommt vorliegend, dass das vom Bundesgericht erkannte
gewichtige öffentliche Interesse an einer Nichtvergrösserung der rechtskräftigen
Bauzonen der Kantone während der Übergangsfrist (vgl. vorstehende E. 2.3.1) einer
Anwendbarkeit des bisherigen Rechts entgegensteht (vgl. BGer 1C_365/2015 vom 9.
Dezember 2015, E. 4.3.1). Selbst wenn somit - und dies erscheint hier wesentlich - die
Frist zur Stellungnahme vom AREG so hätte angesetzt werden müssen, dass eine
Äusserung der Beschwerdeführer noch vor dem 30. April 2014 möglich gewesen wäre,
hätte dies nichts an der Anwendbarkeit des ab 1. Mai 2014 gültigen
Raumplanungsrechts mit verschärften Vorschriften für eine Neueinzonung geändert.
Nicht zu beanstanden ist in diesem Zusammenhang im Übrigen, dass die Vorinstanz
die von den Beschwerdeführern geltend gemachte Gehörsverletzung betreffend die
dem Schreiben des AREG vom 22. April 2014 sowie der Verfügung vom 30. April 2014
nicht beigelegten Mitberichte des Amtes für öffentlichen Verkehr vom 20. März 2014
und des Tiefbauamtes vom 6. März 2014 sinngemäss als geheilt erachtete, nachdem
die Beschwerdeführer im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels im Rekursverfahren
vollumfängliche Akteneinsicht (und Gelegenheit zur Stellungnahme) erhalten hatten
(vgl. act. G 2 S. 13 dritter Absatz).
2.4.
2.4.1. Im Verlauf des vorliegenden Verfahrens (am 1. November 2017) genehmigte der
Bundesrat den ersten Richtplanteil Siedlung des Kantons St. Gallen. Mit der
Genehmigung entspricht dieser Richtplanteil dem revidierten Raumplanungsgesetz.
Damit entfällt das übergangsrechtlich verhängte Moratorium für Einzonungen. Die
Grundstücke Nrn. 0_-02_ liegen gemäss dem vom Bundesrat genehmigten Richtplan
zwar ausserhalb des Siedlungsgebiets im Sinn von Art. 8a und Art. 15 Abs. 4 lit. e RPG.
Der Richtplan ist jedoch nur behördenverbindlich (Art. 9 Abs. 1 RPG; Waldmann/Hänni,
a.a.O., Rz. 7 und 25 zu Art. 9 RPG; diese Bestimmung betrifft den kantonalen
Richtplan: vgl. Titel vor Art. 6 ff. RPG: „Richtpläne der Kantone“). An den kantonalen
Richtplan sind insbesondere die Gemeinden gebunden (Waldmann/Hänni, a.a.O., Rz.
7, 9 und 12 zu Art. 9 RPG; www.sg.ch/home/bauen_raum_umwelt/
raumentwicklung/richtplanung/gesamtueberarbeitung-richtplan.html).
http://www.sg.ch/home/bauen_raum_umwelt/raumentwicklung/richtplanung/gesamtueberarbeitung-richtplan.html http://www.sg.ch/home/bauen_raum_umwelt/raumentwicklung/richtplanung/gesamtueberarbeitung-richtplan.html
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2.4.2. Mit dem bereits im Zusammenhang mit dem Übergangsrecht genannten
öffentlichen Interesse wäre es nicht vereinbar, wenn der neue kantonale Richtplan
sowie die revidierte Fassung von Art. 15 RPG nach der Genehmigung des Richtplanes
durch den Bundesrat nicht angewendet und stattdessen - was den Beschwerdeführern
vorzuschweben scheint - zum alten Recht zurückgekehrt würde. Sinn und Zweck der
sofortigen Anwendung von Art. 38a RPG lag wie erwähnt darin, die Anpassung der
Richtpläne nicht negativ zu präjudizieren. Gerade dies wäre jedoch die Folge, wenn
eine Zonenplanrevision, die - wie hier - diesem Übergangsregime unterlag, nach
Genehmigung des Richtplans nicht auf die Vereinbarkeit mit diesem und mit Art. 15
RPG in seiner heutigen (verschärften) Fassung überprüft würde (BGer 1C_384/2016
vom 16. Januar 2018, E. 2.5). Das Bundesgericht hatte aus diesem Grund bereits
früher in einem den Kanton Luzern betreffenden Fall die Sache zur Prüfung der
streitigen Einzonungen im Lichte des revidierten Richtplanes und des revidierten RPG
an den Regierungsrat zurückgewiesen, nachdem der revidierte kantonale Richtplan
während des bundesgerichtlichen Verfahrens vom Bundesrat genehmigt worden war
(VerwGE B 2010/266 vom 22. März 2018, E. 4.1 zweiter Absatz, mit Hinweis auf BGer
1C_315/2015 vom 24. August 2016 E. 3.5).
2.4.3. Bereits nach der bis Ende April 2014 geltenden Fassung von Art. 15 RPG
umfassten Bauzonen Land, das sich für die Überbauung eignete und weitgehend
überbaut war oder voraussichtlich innert 15 Jahren benötigt und erschlossen werden
konnte. Mit der revidierten Fassung von Art. 15 RPG wurde die Schaffung neuer
Bauzonen zusätzlich an diverse neue Bedingungen geknüpft: Die Bauzonen sind so
festzulegen, dass sie dem voraussichtlichen Bedarf für 15 Jahre entsprechen (Abs. 1).
Überdimensionierte Bauzonen sind zu reduzieren (Abs. 2). Lage und Grösse der
Bauzonen sind über die Gemeindegrenzen hinaus abzustimmen; dabei sind die Ziele
und Grundsätze der Raumplanung zu befolgen. Insbesondere sind die
Fruchtfolgeflächen zu erhalten sowie Natur und Landschaft zu schonen (Abs. 3). Land
kann neu einer Bauzone zugewiesen werden, wenn es sich für die Überbauung eignet,
es auch im Fall einer konsequenten Mobilisierung der inneren Nutzungsreserven in den
bestehenden Bauzonen voraussichtlich innerhalb von 15 Jahren benötigt, erschlossen
und überbaut wird, Kulturland damit nicht zerstückelt wird, seine Verfügbarkeit
rechtlich sichergestellt ist und damit die Vorgaben des Richtplans umgesetzt werden
(Abs. 4 lit. a-e). Bei der Erweiterung von Bauzonen sind sodann weitere Kriterien zu
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berücksichtigen, etwa die Richtplaninhalte im Bereich Siedlung gemäss Art. 8a RPG
und Art. 5 und 5a RPV. Die Schaffung neuer Bauzonen ist demnach - anders als noch
in den vorinstanzlichen Verfahren - von einer Vielzahl planerischer Wertentscheidungen
abhängig gemacht worden. Weil dem Verwaltungsgericht lediglich die Rechtskontrolle
über die Erlasse der Planungsbehörde zugedacht ist (Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP), geht
es nicht an, dass es die streitige Einzonung als erste (und einzige) kantonale Instanz im
Licht des revidierten Richtplans und des revidierten RPG - unter Berücksichtigung der
Einwände der Beschwerdeführer - prüft. Dies ist eine Ermessensbetätigung und damit
Sache der politischen Gemeinde als Planungsbehörde. Diese wird sich mit der Frage
befassen müssen, ob die Neueinzonung der Grundstücke Nrn. 0_-02_ mit Blick auf
die dargelegten Voraussetzungen und Vorgaben erwünscht und zulässig ist.
2.5.
2.5.1. Aus verfahrensökonomischen Gründen erscheint es sinnvoll, einige
(summarische) Überlegungen anzubringen zur Frage, ob den Beschwerdeführern
künftig unter neuem Recht ein Anspruch auf die beantragte Einzonung zustehen würde,
auch wenn die entsprechenden Erwägungen (als „obiter dictum“) nicht in Rechtskraft
erwachsen können (vgl. BGer 1C_372/2016 vom 8. Dezember 2016, E. 5). Ein solcher
Anspruch würde nur dann bestehen, wenn die beantragte Einzonung raumplanerisch
geboten wäre, ohne dass den kommunalen und kantonalen Planungsbehörden
insoweit noch ein Ermessensspielraum zustehen würde (vgl. hierzu BGer 1C_252/2012
vom 12. März 2013, E. 5.1, und VerwGE B 2013/22 vom 2. Juli 2013, E. 2.3,
www.gerichte.sg.ch).
2.5.2. Wie dargelegt wurden die Grundstücke Nrn. 0_-02_ im aktuellen kantonalen
Richtplan nicht dem Siedlungsgebiet zugeteilt. Diese Festsetzung im kantonalen
Richtplan, welche allerdings in Zukunft auf Antrag der Beschwerdegegnerin vom
Kanton im Rahmen der jährlichen Richtplan-Anpassungen allenfalls noch abgeändert
werden könnte, spricht gegen die beantragte Einzonung (vgl. Art. 8a lit. a RPG und
VerwGE B 2015/36 vom 28. März 2017, E. 8 mit Hinweisen, www.gerichte.sg.ch, siehe
auch Art. 5a RPV). Auf jeden Fall wird die erhebliche Entscheidungsfreiheit der
Beschwerdegegnerin als Planungsbehörde durch diese planerische Vorgabe (vgl. Art.
15 Abs. 4 lit. e RPG) stark eingeschränkt (vgl. hierzu Art. 2 Abs. 3 RPG, Art. 2 Abs. 1
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und Art. 3 Abs. 2 BauG, Art. 89 der Verfassung des Kantons St. Gallen, sGS 111.1, KV
und Art. 50 BV sowie BGer 1C_372/2016 vom 8. Dezember 2016, E. 3 mit Hinweis auf
BGer 1C_328/2007 vom 18. Dezember 2007, E. 2 mit Hinweisen).
2.5.3. Fraglich ist im Weiteren die Eignung der zur Neueinzonung vorgesehenen
Grundstücke (Art. 15 Abs. 4 lit. a RPG). In der Genehmigungsverfügung vom 30. April
2014 und in der Stellungnahme vom 28. August 2014 wies das AREG auf den für das
Gebiet massgeblichen Prozess der Staublawine Y._-bach hin. Das Grundstück Nr. 0_
liege gemäss der aktuellen Naturgefahrenkarte im Bereich einer geringen Gefährdung,
während sich das Grundstück Nr. 01_ überwiegend und das Grundstück Nr. 02_
vollständig im Bereich einer mittleren Gefährdung befänden. Gestützt auf das Kapitel
Naturgefahren V 41 des kantonalen Richtplans sei eine Neueinzonung von Flächen in
Gefahrengebieten mit mittlerer Gefährdung nur unter bestimmten Voraussetzungen
möglich. Keine der dort genannten Voraussetzungen sei beim betroffenen Gebiet erfüllt
(act. G 10/1 Beilage S. 4 und G 10/17; vgl. auch E-Mail vom 10. Juli 2015, act. G 10/41,
und E-Mail des Tiefbauamtes vom 3. August 2015 zur Frage der Naturgefahren (act. G
10/47). Der Leiter der Fachstelle Naturgefahren/Talsperren des Baudepartements
bestätigte sodann anlässlich des Rekursaugenscheins, dass die Gefahrenkarten von
einem renommierten Institut für Schnee- und Lawinenforschung begutachtet worden
seien und daher von deren Korrektheit ausgegangen werden könne. Man könne sich
zur Beurteilung der Naturgefahren jedoch auch auf einen (Zweit-)Gutachter einigen (act.
G 10/45 S. 3 und 5).
Hinsichtlich der von den Beschwerdeführern gerügten Verletzung des
Gleichbehandlungsgrundsatzes (act. G 9 S. 22-26) ist mit der Vorinstanz festzuhalten,
dass diesem bei Planungsmassnahmen nur eine abgeschwächte Bedeutung zukommt
und ein Grundeigentümer keinen aus Art. 8 Abs. 1 BV folgenden Anspruch darauf hat,
im Zusammenhang mit dem Erlass einer Zonenordnung gleich behandelt zu werden
wie andere Grundeigentümer im betreffenden Plangebiet. Es genügt, dass eine
Planung sachlich vertretbar (d.h. nicht willkürlich) ist (vgl. BGer 1P.21/2005 vom 6.
Oktober 2005, E. 4.2). Die Vorinstanz legte im angefochtenen Entscheid
nachvollziehbar dar, aus welchen Gründen eine direkte Vergleichbarkeit der von den
Beschwerdeführern angeführten Grundstücke Nrn. 04_, 05_, 06_, 07_, 08_, 09_,
010_ und 011_ mit den streitigen Grundstücken Nrn. 0_-02_ nicht gegeben sei; auf
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die entsprechenden Ausführungen (act. G 2 S. 18) ist zu verweisen. Zu beachten ist
hier auch, dass die Zonenplanung - und damit die Zuteilung der zum Vergleich
herangezogenen Grundstücke - in Teilrechtskraft erwachsen ist und insoweit nicht
mehr zur Disposition steht (vorstehende E. 2.1 zweiter Absatz). Gemäss dem Abschnitt
V 41 Naturgefahren des kantonalen Richtplans - die entsprechenden Karten, Pläne und
erläuternden Ausführungen sind abrufbar unter www.geoportal.ch sowie www.sg.ch/
home/bauen_raum_umwelt/raumentwicklungsplanung.html und damit allgemein
zugänglich - ist eine Neueinzonung in Gebieten mit mittlerer Gefährdung nur möglich,
wenn ein umfassendes Massnahmenkonzept zur Reduzierung des Risikos auf ein
tragbares Mass vorliegt. Überdies setzt eine Neueinzonung des Gefährdungsgebiets
das Nichtvorliegen anderer Möglichkeiten für eine Siedlungsentwicklung, die
Notwendigkeit der Schliessung einer Baulücke oder die Eliminierung der Gefährdung
durch die Überbauung voraus; zudem darf dadurch die Gefährdung nicht verlagert
werden (vgl. Koordinationsblatt Naturgefahren, Richtplan SG, August 2015). In der
aktuellen Naturgefahrenkarte fand das Projekt Lawinenschutz Y._-bach von 2006
unbestritten bereits Berücksichtigung. Die Gefahrenkarte ist zwar - wie die
Beschwerdeführer zu Recht einwenden (act. G 9 S. 13) - für die Grundeigentümer nicht
verbindlich. Ihr kommt jedoch Richtplancharakter zu mit der grundsätzlichen
Verpflichtung der Beschwerdegegnerin, die Gefahrenkarte in der Nutzungsplanung
umzusetzen. Auch das AREG war dementsprechend berechtigt und verpflichtet, die
Gefahrenkarte für seinen Genehmigungsentscheid zu berücksichtigen. Auch diese
Gegebenheiten sprechen - wie sich bereits aus den Darlegungen im vorinstanzlichen
Entscheid ergibt (act. G 2 S. 15-19) - nicht für eine Einzonung der Grundstücke Nr.
0_-02_.
2.5.4. Wie ausgeführt käme eine Einzonung eines Gebietes im mittleren
Gefahrenbereich - bei Vorliegen eines Massnahmenkonzeptes - unter anderem dann in
Betracht, wenn keine anderen Möglichkeiten der Siedlungsentwicklung bestehen oder
wenn eine Baulücke geschlossen werden soll. Das AREG wies in diesem
Zusammenhang darauf hin, dass die Grundstücke Nrn. 0_-02_ peripher am
äussersten Siedlungsrand der Fraktion X._ lägen. Die Zuweisung der Grundstücke zu
einer Bauzone stünde im Widerspruch zu der mit der Gesamtrevision des Zonenplans
verbundenen Absicht, das Zentrum der Gemeinde X._ zu stärken und
weiterzuentwickeln. Auch würde damit die weitere Zersiedlung der Landschaft
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begünstigt. Der Standort eigne sich zudem nicht für eine dichtere Bebauung und
entspreche somit nicht dem Grundanliegen eines haushälterischen Umgangs mit dem
Boden (act. G 10/1 S. 3). Im angefochtenen Entscheid stellte die Vorinstanz fest, dass
die Grundstücke lediglich an einer Seite unmittelbar an die Bauzone grenzen würden.
Die Umgebung sei geprägt von den Rebstöcken (Landwirtschaftsgebiet). Die im
Nordwesten gelegene Bauzone sei isoliert, durch eine Grünzone Naturschutz
abgegrenzt und vermöge den grundsätzlich landwirtschaftlich geprägten
Umgebungscharakter nicht zu ändern. Unter diesen Umständen sei das Vorliegen einer
Baulücke zu verneinen. Die Grundstücke nähmen auch nicht an einer Siedlungsqualität
teil. Die umliegenden Wohngebäude seien weitläufig verteilt. Zwar stelle die S._-
strasse als Erschliessungselement ein Indiz für den Siedlungscharakter dar; sie mache
für sich allein jedoch keinen Siedlungsbereich aus. Auch die Entfernung von
Schulanlagen der Gemeinde vermöge keine Siedlungsstruktur zu begründen. Auch
dieser Aspekt trete gegenüber der landwirtschaftlich geprägten Umgebung zurück. Von
einer Arrondierung des Siedlungsgebiets könne nicht gesprochen werden. Eine
rechtsungleiche oder willkürliche Beurteilung der streitigen Grundstücke im Vergleich
zu den Parzellen Nr. 06_, 07_ und 012_ könne dem AREG angesichts der konkreten
Verhältnisse (in act. G 2 S. 21 im Einzelnen dargelegt) ebenfalls nicht vorgeworfen
werden (act. G 2 S. 20 f.).
Die von den Beschwerdeführern im vorliegenden Verfahren vertretene Auffassung
vermag diese sachlich vertretbare Würdigung mit ihren Ausführungen letztlich nicht in
Frage zu stellen. Ihr subeventualiter gestellter Antrag, es sei die Genehmigung des
Zonenplanes hinsichtlich der Parzellen Nr. 0_-02_ per 30. April 2014 unter der
Auflage zu erteilen, dass vor der Überbauung der Parzellen die allenfalls erforderlichen
Massnahmen aus dem in Bearbeitung befindlichen Massnahmenkonzept
Gefahrenkarte zumindest gleichzeitig umgesetzt würden (Ziff. 3), könnte
dementsprechend (mangels Bestehens einer Baulücke und bei Vorliegen anderer
Möglichkeiten für die Siedlungsentwicklung) wohl eher nicht gutgeheissen werden.
2.5.5. Nach Art. 15 RPG in der seit 1. Mai 2014 gültigen Fassung sind Bauzonen so
festzulegen, dass sie dem voraussichtlichen Bedarf für 15 Jahre entsprechen (Abs. 1).
Überdimensionierte Bauzonen sind zu reduzieren (Abs. 2). Lage und Grösse der
Bauzonen sind über die Gemeindegrenzen hinaus abzustimmen; dabei sind die Ziele
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und Grundsätze der Raumplanung zu befolgen (Abs. 3 Satz 1). In der Stellungnahme
vom 28. August 2014 vermerkte das AREG mit Hinweis auf die Überprüfung der
Zonenplandaten im Rahmen der Richtplan-Überarbeitung (Planungsbericht zum
Zonenplan), dass die Kapazität des am 30. April 2014 genehmigten Zonenplans für die
nächsten 15 Jahre ausreichen werde (act. G 12/17). Dies deutet darauf hin, dass für die
Ausscheidung weiterer Bauzonen zumindest im Zeitpunkt der AREG-Stellungnahme
kein Bedarf plausibel dargetan war. Sollte sich diese Einschätzung bestätigen, stünde
dies einer Einzonung der Grundstücke Nrn. 0_-02_ entgegen. Zu Recht hielt die
Vorinstanz schliesslich fest, dass keine Verletzung der Gemeindeautonomie beklagt
werden könne, wenn die Genehmigungsbehörde (AREG) von einer Gemeinde mit
vernünftiger, sachlicher Begründung eine Änderung der Zonenplanung verlange, um sie
mit den gesetzlichen Anforderungen (insbesondere betreffend Eignung) in
Übereinstimmung zu bringen (act. G 2 S. 25 f.).
2.6. All dies sind gewichtige Gründe, welche - gestützt auf die aktuell bestehende
Aktenlage - im Rahmen der Interessenabwägung (Art. 3 RPV) eher gegen die
beantragte Einzonung sprechen. Die abschliessende Prüfung auf der Grundlage des
seit 1. Mai 2014 in Kraft stehenden Raumplanungsrechts wird - wie dargelegt -
Aufgabe der Beschwerdegegnerin sein. In diesem Rahmen wird für die
Beschwerdeführer - sofern sie an ihrem Einzonungsbegehren in Kenntnis der
skizzierten Überlegungen, aufgrund welcher eine Neueinzonung im fraglichen Gebiet
schwierig werden könnte, festhalten - unter anderem auch die Möglichkeit bestehen,
zur Gefahrenkarte bzw. zur Risikobewertung der Y._-bachlawine Einwände zu
erheben (vgl. act. G 9 S. 13) und entsprechende Beweisanträge zu stellen. Auf die im
Zusammenhang mit der Beweisabnahme gerügte Gehörsverletzung ist aufgrund der
Rückweisung zur Neuprüfung der Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin nicht
weiter einzugehen.
3.
3.1. Zusammenfassend ergibt sich, dass in Gutheissung der Beschwerde, soweit
darauf einzutreten ist, der angefochtene Rekursentscheid aufzuheben und die
Angelegenheit zur Prüfung der Einzonung der Grundstücke Nrn. 0_-02_ in
Anwendung des ab 1. Mai 2014 in Kraft stehenden Raumplanungsrechts an die
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Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. Nach den konkreten Umständen rechtfertigt
es sich, die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens der mit ihrem
Abweisungsantrag (act. G 14) unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art.
95 Abs. 1 und 2 VRP; Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 789 f.; vgl. auch VerwGE B 2017/76
vom 16. August 2018, E. 5), zumal sie auch ein Interesse an einer Einzonung hat. Eine
Entscheidgebühr von insgesamt CHF 3'500 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der
Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Auf die Erhebung der Kosten wird verzichtet
(Art. 95 Abs. 3 VRP). Den Beschwerdeführern ist der von ihnen geleistete
Kostenvorschuss von CHF 3‘500 zurückzuerstatten.
3.2. Neu zu verlegen sind sodann die amtlichen Kosten des Rekursverfahrens von
CHF 3'000. In der Regel wird die Kostenverlegung in Bezug auf die Beteiligten und
deren Anteile analog dem Rechtsmittelentscheid vorgenommen (vgl. R. Hirt, Die
Regelung der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St.
Gallen 2004, S. 103). Dementsprechend hat die Beschwerdegegnerin die Kosten zu
tragen. Auf die Erhebung der Kosten ist zu verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP). Der für das
Rekursverfahren von den Rekurrenten (Beschwerdeführer des vorliegenden Verfahrens)
geleistete Kostenvorschuss von CHF 1‘500 ist ihnen zurückzuerstatten.
3.3. Bei diesem Verfahrensausgang besteht Anspruch der obsiegenden
Beschwerdeführer auf die Entschädigung ausseramtlicher Kosten des Rekurs- und des
Beschwerdeverfahrens (Art. 98 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 98bis VRP). Ihr
Rechtsvertreter hat keine Kostennote eingereicht, weshalb die Entschädigung nach
Ermessen festzulegen ist (vgl. Art. 30 Ingress und lit. b Ziff. 1 sowie Art. 31 Abs. 1 und
2 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70, AnwG, Art. 6 und 19 der Honorarordnung für
Rechtsanwälte und Rechtsagenten, sGS 963.75, HonO). Eine Entschädigung von
insgesamt CHF 5‘000 für das Rekurs- und Beschwerdeverfahren zuzüglich vier Prozent
Barauslagen (CHF 200) und Mehrwertsteuer ist angemessen (Art. 22 Abs. 1 lit. a und b,
Art. 28 und Art. 29 HonO). Da der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer die
anwaltlichen Leistungen im Wesentlichen vor dem 1. Januar 2018 erbracht hat, ist die
ausseramtliche Entschädigung mit dem Mehrwertsteuersatz von 8 % abzurechnen (vgl.
Ziff. 2.1 der MWST-Info 19 zur Steuersatzänderung per 1. Januar 2018,
www.estv.admin.ch).
bis
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