Decision ID: 511259ff-02b6-4662-9407-ea0ddc4c544e
Year: 2010
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
B._,
Beschwerdeführerin,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
Rente
Sachverhalt:
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A.
A.a B._, Jahrgang 1955, meldete sich im September 2008 zum Bezug von
Leistungen der Invalidenversicherung (IV) an. Sie leide an Gleichgewichtsstörungen,
Rückenschmerzen, starker Migräne, Nackenschmerzen und Kreuzschmerzen. Die
Beeinträchtigung bestehe seit 2003 (IV-act. 1). Die A._, bei der die Versicherte seit
1979 als visuelle Prüferin tätig gewesen war, hatte das Arbeitsverhältnis auf Ende
Februar 2007 gekündigt. Die Versicherte sei wegen Schwindels bereits mehrfach
gestürzt und kurzzeitig ohnmächtig geworden. Unter diesen Umständen sei es zu
gefährlich, in einem Produktionsbetrieb zu arbeiten (IV-act. 2).
A.b Dr. med. C._, Facharzt FMH für Innere Medizin und für Rheumatologie, hatte die
Versicherte am 12. Februar 2007 untersucht. Im Arztbericht vom 16. Oktober 2008
nannte er die Diagnosen chronisches Zervikovertebralsyndrom bei muskulären
Dysbalancen und segmentalen Dysfunktionen (radiologisch nicht abgeklärt),
chronisches lumbospondylogenes Syndrom links bei Fehlform, muskulären
Dysbalancen, leichten degenerativen Veränderungen der unteren LWS und Verdacht
auf nicht-organische Schmerzkomponente, Überforderungsproblematik. Zudem
bestünden klinisch beginnende Finger-Polyarthrosen. Dr. C._ hielt fest, anlässlich
seiner Untersuchung, die allerdings über anderthalb Jahre zurückliege, habe aus
rheumatologischer Sicht keine wesentliche Einschränkung für die bisherige Tätigkeit
bestanden. Für leichte Arbeit sei die Versicherte voll arbeitsfähig (IV-act. 11-1; 11-3).
Der Hausarzt der Versicherten, der Allgemeinmediziner Dr. med. D._, nannte im
Bericht vom 8. Dezember 2008 die Diagnosen chronisches zervikovertebrales und
lumbospondylogenes Schmerzsyndrom. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
bestehe eine chronische Otitis media simplex beidseits mit chronischen
Trommelfelldefekten und eine Migräne ohne Aura. Wegen Schmerzen und
Beschwerden verschiedenster Art am Bewegungsapparat sowie migräneartiger
Kopfschmerzen habe er die Versicherte im Lauf der vergangenen drei Jahre sehr oft
gesehen. Die Arbeitsfähigkeit der Versicherten könne er nicht mit hinreichender
Sicherheit einschätzen. Er empfahl eine ergänzende medizinische Abklärung (IV-
act. 14-1 bis 14-4). Dr. med. E._, Facharzt FMH für Oto-Rhino-Laryngologie, hatte
die Versicherte Anfang 2006 untersucht. Im Bericht vom 1. Februar 2006 hatte er
festgehalten, eine persistierende cochleovestibuläre Störung sei nicht fassbar. Von der
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Anamnese her denke er in erster Linie an einen gutartigen paroxysmalen
Lagerungsschwindel, der zwischenzeitlich verschwunden sei (IV-act. 14-18). Zur
Abklärung der Kopfschmerzen war am Institut für Radiologie am Kantonsspital
St. Gallen (KSSG) am 30. Oktober 2007 ein MRI erstellt worden. Das kranio-zerebrale
Kernspintomogramm hatte altersentsprechend normale Befunde mit lediglich ganz
vereinzelt unter 5 mm grossen, unspezifischen Glioseherden supratentoriell gezeigt (IV-
act. 14-27). Im Arztbericht der Klinik für Neurologie des KSSG vom 6. November 2007
war eine Migräne ohne Aura diagnostiziert worden (IV-act. 14-28).
A.c Der zuständige Arzt des IV-internen Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) hielt am
15. Januar 2009 nach Studium der Akten fest, bei der Versicherten bestehe ein diffuses
Schmerzsyndrom bei degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule.
Schwerwiegende Befunde hätten nicht erhoben werden können, neurologische Reiz-
oder gar Ausfallsyndrome seien nicht dokumentiert. Eine psychische Problematik von
Relevanz dürfte auch nicht vorliegen, jedenfalls finde keine fachärztliche Behandlung
oder Begleitung statt. Unter diesen Umständen müsse man davon ausgehen, dass in
einer leidensangepassten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe, wie dies auch
von den involvierten Ärzten zu verstehen gegeben werde (IV-act. 15).
A.d Mit Vorbescheid vom 22. Januar 2009 kündigte die IV-Stelle ihre Absicht an, einen
Rentenanspruch wegen voller Arbeitsfähigkeit zu verneinen (IV-act. 18). Trotz Einwands
der Versicherten vom 10. Februar 2009 (IV-act. 19) verfügte die IV-Stelle am
26. Februar 2009 gemäss Vorbescheid (act. G 1.1.1).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde der Versicherten vom 20. März
2009. Sie beantragte sinngemäss die Aufhebung der Verfügung und die Durchführung
weiterer Abklärungen. Seit vielen Jahren habe sie starke Schmerzen. Oft sei sie aus
Angst, ihre Arbeit zu verlieren, trotzdem arbeiten gegangen. Doch wenn sie einmal
nicht aus dem Bett gekommen sei, weil ihre Kopfschmerzen sie fast umgebracht hätten
und sie die halbe Nacht wachgelegen sei wegen der starken Schmerzen, sei sie zu
Hause geblieben. Das sei schlussendlich der Kündigungsgrund gewesen. Sie habe
sehr gerne gearbeitet und würde gerne wieder einer Tätigkeit nachgehen. An ganztags
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sei aber leider ganz und gar nicht zu denken. Nach 28 Jahren falle es ihr nicht leicht,
den ganzen Tag keiner geregelten Beschäftigung nachzugehen. Eine leichte
Teilzeitstelle würde sie liebend gerne und dankend annehmen (act. G 1).
B.b Die Beschwerdegegnerin beantragte in der Beschwerdeantwort vom 7. Mai 2009
die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdeführerin sei ausführlich
rheumatologisch, neurologisch und ohrenärztlich untersucht worden. Invalidisierende
Befunde hätten nicht erhoben werden können. In einer rückenadaptierten Tätigkeit sei
die Beschwerdeführerin voll arbeitsfähig. Ein rentenbegründender Invaliditätsgrad sei
daher nicht gegeben (act. G 4).
B.c Nach Einsichtnahme in die Akten hielt die Beschwerdeführerin in der Replik vom
20. Mai 2009 sinngemäss an ihren Anträgen fest. Dr. C._ könne die Situation nicht
wirklich beurteilen, da er nicht ihr Hausarzt sei und sie seit ca. anderthalb Jahren nicht
gesehen habe. Ihr Hausarzt Dr. D._ schreibe sie verschiedentlich tageweise
arbeitsunfähig, was für sie bedeute, dass sie niemals 100% arbeitsfähig wäre. An ihrem
letzten Arbeitstag bei der A._ sei sie arbeitsfähig gewesen, in den zwei Jahren zuvor
habe sie aber oft gefehlt, weil es wirklich nicht mehr gegangen sei. Sie habe die
Kündigung wegen ihrer Krankheiten bekommen und weil ihre Arbeitgeberin es zu
gefährlich gefunden habe, dass ein schwerwiegender Unfall bei den Maschinen
verursacht werden könnte (act. G 6).
B.d Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 2. Juni 2009 auf eine weitere
Stellungnahme (act. G 8).

Erwägungen:
1.
1.1 Unter Invalidität wird bei als Gesunden voll erwerbstätigen Personen die
voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Erwerbsunfähigkeit
ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit
verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
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oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen
Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen
Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person
nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und
zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen
könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen,
das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze
Invalidenrente, wenn der Versicherte mindestens zu 70%, derjenige auf eine
Dreiviertelsrente, wenn er wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von
mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad
von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.
1.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 Erw. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von
Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel
eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich
des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind (BGE 125 V 352 Erw. 3a).
2.
2.1 Offenbar war die Beschwerdeführerin im vorliegend massgebenden Zeitpunkt des
Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 26. Februar 2009 lediglich bei ihrem
Hausarzt Dr. D._ in regelmässiger Behandlung. Dieser gab in seinem Bericht vom
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8. Dezember 2008 an, er habe die Beschwerdeführerin im Lauf der vergangenen drei
Jahre sehr oft gesehen. Er habe ihr verschiedentlich tageweise (zwei bis vier Tage) volle
Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die Tatsache, dass die Beschwerdeführerin durch den
Verlust ihrer Arbeitsstelle hinsichtlich körperlicher und zeitlicher Belastung eine
Erleichterung habe erfahren können, habe nicht zu einer Besserung ihres Befindens
geführt. In den letzten Monaten habe er die Beschwerdeführerin alle paar Wochen vor
allem wegen starker Kopfschmerzen gesehen. Neue Erkenntnisse somatischer Art
seien nicht hinzugekommen (IV-act. 14-2). Zur Abklärung der Arbeitsfähigkeit empfahl
Dr. D._ eine ergänzende medizinische Abklärung. Er selbst sah sich nicht in der
Lage, die Arbeitsfähigkeit mit hinreichender Sicherheit einzuschätzen (IV-act. 14-4).
2.2 Die Ausführungen von Dr. D._ lassen nicht genügend wahrscheinlich den
Schluss zu, dass keine (teilweise) Arbeitsunfähigkeit bestehe. Zwar attestierte er seit
2006 immer nur kürzere, bis maximal drei Wochen am Stück anhaltende
Arbeitsunfähigkeiten. Bei der letzten Arbeitgeberin hatte die Beschwerdeführerin
folglich relativ häufige, aber jeweils nicht längerfristige Arbeitsausfälle. Dies allein lässt
jedoch nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit darauf schliessen, dass
grundsätzlich keine relevante, andauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe.
Die Beschwerdeführerin gab in der IV-Anmeldung an, die gesundheitlichen
Beeinträchtigungen bestünden seit ca. 2003. Dem Kumulativjournal Mitarbeiter der
ehemaligen Arbeitgeberin lässt sich für 2006 entnehmen, dass sich die produktive
Präsenzzeit der Beschwerdeführerin während jenes Jahres auf durchschnittlich gut
zwei Drittel der effektiven Sollarbeitszeit beschränkt hatte (IV-act. 8-12). Im
Kündigungsschreiben vom 29. November 2006 wies die Arbeitgeberin auf immer
wieder auftretende Schwindelanfälle hin. Durch diese sei die Beschwerdeführerin
bereits mehrfach gestürzt und kurzzeitig ohnmächtig geworden. Unter diesen
Umständen sei es zu gefährlich, in einem Produktionsbetrieb zu arbeiten (IV-act. 8-9).
Auch wenn die Beschwerdeführerin offenbar immer wieder während Wochen ohne sich
auswirkende Einschränkungen voll arbeitete, führten die gemäss Angaben der
Arbeitgeberin persistierenden Schwindelanfälle letztlich zur Kündigung. Ob ihr
medizinisch-theoretisch zumutbar war, grundsätzlich voll zu arbeiten, ist vor diesem
Hintergrund unklar. Der Ohrenarzt Dr. E._ hatte am 1. Februar 2006 festgehalten, er
denke in erster Linie an einen anfallartig auftretenden Lagerungsschwindel, der
zwischenzeitlich verschwunden sei (IV-act. 14-18). Offensichtlich waren die
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Schwindelbeschwerden jedoch Ende 2006 noch immer in einem derartigen Ausmass
vorhanden, dass sie für die Arbeitgeberin sogar Grund zur Kündigung insbesondere
aus Überlegungen der Betriebssicherheit (im Zusammenhang mit der notwendigen
Maschinenbedienung) waren. Abklärungen an der Hals-Nasen-Ohrenklinik des KSSG
vom 11. April 2008 ergaben wegen der chronischen Otitis media simplex eine
grundsätzliche Operationsindikation (Tympanoplastik), wobei die Beschwerdeführerin
zu jener Zeit nur wenig Beschwerden äusserte, sodass eine Operation als nicht
zwingend indiziert bezeichnet wurde. Zu Schwindelbeschwerden äussert sich der
Bericht vom 14. April 2008 nicht (IV-act. 14-32 f.). Ob diese 2006 nach Angabe der
Arbeitgeberin zur Kündigung veranlassende Problematik in einem Zusammenhang mit
dem chronischen Ohrenleiden stehen könnte, lässt sich mit den vorhandenen Akten
nicht beantworten. Diesbezüglich sind weitere Abklärungen angezeigt.
2.3 Betreffend die rheumatologische Situation war die Aktenlage im
Verfügungszeitpunkt ebenfalls nicht hinreichend klar. Der Rheumatologe Dr. C._
äusserte im Bericht vom 16. Oktober 2008 zwar seine Ansicht, die Beschwerdeführerin
sei für leichte Arbeit vollständig arbeitsfähig, relativierte diese Einschätzung aber mit
dem Hinweis, er habe sie lediglich einmal konsiliarisch gesehen. Diese Konsultation
hatte am 12. Februar 2007 stattgefunden, lag also bei Verfügung über zwei Jahre
zurück. Zudem wies Dr. C._ darauf hin, dass das diagnostizierte chronische
Zervikovertebralsyndrom bei muskulären Dysbalancen und segmentalen Dysfunktionen
radiologisch nicht abgeklärt worden sei (IV-act. 11-1). Nach Lage der Akten wurden
offenbar bis zum Verfügungszeitpunkt (Februar 2009) in Bezug auf die HWS keine
bildgebenden Verfahren durchgeführt. Auch diesbezüglich bleiben Unsicherheiten zur
Zuverlässigkeit der vom RAD vorgenommenen Arbeitsfähigkeitsschätzung bestehen.
Die Beschwerdeführerin erlebt die Nackenschmerzen als zentral für ihre
Einschränkungen. Im Übrigen verwies Dr. C._ auf von ihm im Februar 2007
festgestellte beginnende klinische Finger-Polyarthrosen. Ob diese seither fortschritten
und die qualitativen oder quantitativen Arbeitsmöglichkeiten der Beschwerdeführerin
unterdessen einschränken, wurde nicht erhoben.
2.4 Eine psychiatrische Abklärung der Versicherten fand bisher offenbar nicht statt.
Dr. med. F._ vom RAD hielt in seiner Stellungnahme vom 15. Januar 2009 fest, eine
psychische Problematik von Relevanz dürfte nicht vorliegen, jedenfalls finde keine
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fachärztliche Behandlung und Begleitung statt (IV-act. 15-2). Offenbar wurde die
Beschwerdeführerin tatsächlich nicht psychiatrisch betreut. Daraus allein jedoch den
Schluss zu ziehen, dass keine psychische Einschränkung vorliege, erscheint im
Rahmen des der Beschwerdegegnerin obliegenden Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43
Abs. 1 ATSG) unzulässig. Dr. C._ äusserte den Verdacht auf eine nicht-organische
Schmerzkomponente. Offenbar hatte der Hausarzt Dr. D._ vor Überweisung der
Beschwerdeführerin an Dr. C._ im Februar 2007 das Vorliegen einer somatoformen
Schmerzstörung für möglich gehalten. Dr. C._ führte in seinem Bericht an Dr. D._
vom 14. Februar 2007 aus, er könne diesen Verdacht aufgrund der klar
festzustellenden muskulären Verspannungen und segmentalen Dysfunktionen, die
zweifellos für die zerviko-thorakovertebralen und lumbospondylogenen Beschwerden
verantwortlich seien, nicht sicher bestätigen. Allerdings hätten diese Schmerzprobleme
für die Versicherte sicher eine übermässige Krankheitsbedeutung (IV-act. 11-8). Da
Dr. D._ und Dr. C._ das Vorliegen einer somatoformen Schmerzstörung 2007
erwogen und nicht ausschliessen konnten, erscheint eine psychiatrische Abklärung der
Versicherten grundsätzlich angezeigt. Obwohl somatoforme Schmerzstörungen nach
der Rechtsprechung in der Regel als überwindbar gelten, ist nichtsdestoweniger in
jedem Einzelfall zu prüfen, ob der davon betroffenen Person die erforderliche
Willensanstrengung zur (vollständigen oder teilweisen) Überwindung der subjektiv
empfundenen Schmerzen zumutbar ist. Folglich sind auch weitere psychiatrische
Abklärungen angezeigt.
3.
3.1 Eine zuverlässige Beurteilung des Leistungsanspruchs erscheint gestützt auf die
vorhandenen Akten nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden
Wahrscheinlichkeit möglich. Die Beschwerde ist daher unter Aufhebung der
angefochtenen Verfügung vom 26. Februar 2009 in dem Sinn gutzuheissen, dass die
Sache zur Vornahme von weiteren medizinischen Abklärungen im Sinn der
Erwägungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. Diese wird im Anschluss
an diese Abklärungen über den Leistungsanspruch neu zu verfügen haben.
3.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis
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Fr. 1000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.- erscheint
angemessen. Die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles
Obsiegen (ZAK 1987 S. 268 Erw. 5a). Somit unterliegt die Beschwerdegegnerin
vollumfänglich, sodass ihr als nicht von der Pflicht zur Übernahme amtlicher Kosten
befreiter selbstständiger öffentlich-rechtlicher Anstalt die ganze Gerichtsgebühr
aufzuerlegen ist. Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss ist dieser
zurückzuerstatten.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG