Decision ID: a2cc743b-5be7-4200-8065-f473d2df547c
Year: 2014
Language: de
Court: SG_VGN
Chamber: SG_VGN_001
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: public_law

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:
A./ X.Y. und Z.Y. erhoben am 29. Dezember 2012 bzw. 5. Januar 2013 beim
Baudepartement des Kantons St. Gallen Rekurs gegen den Entscheid der
Baukommission der Stadt Wil vom 17. Dezember 2012 betreffend Baubewilligung,
womit diese ihre Einsprache gegen das Baugesuch ihres Nachbarn abgewiesen und
die nachgesuchte Bewilligung erteilt hatte. Während des noch hängigen
Rekursverfahrens zog die Bauherrschaft das Baugesuch mit Schreiben vom 15. August
2013 zurück. Infolgedessen schrieb das Baudepartement den Rekurs am 16. August
2013 als gegenstandslos geworden von der Geschäftsliste des Baudepartements ab.
Für die Abschreibung erhob es keine Verfahrenskosten. Die Begehren um
Entschädigung ausseramtlicher Kosten wies es ab.
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B./ Gegen diesen Rekursentscheid erhoben die Rekurrenten am 3. September 2013
beim Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen Beschwerde, wobei sie verlangen,
dass sie für das Einsprache- und Rekursverfahren mit Fr. 23'819.40 bzw. mit einem
angemessen erscheinenden Betrag entschädigt würden.
C./ Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 16. September 2013, die
Beschwerde abzuweisen. Die Baugesuchsteller verlangen mit Eingabe vom
18. November 2013, dass die Beschwerde kostenpflichtig abgewiesen werde, soweit
darauf einzutreten sei. Die Baukommission liess sich nicht vernehmen.
D./ Die Beschwerdeführer nahmen zu den eingegangenen Vernehmlassungen am
25. November 2013 Stellung. Auf die von den Verfahrensbeteiligten vorgebrachten

Ausführungen wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen
eingegangen.
Darüber wird in Erwägung gezogen:
1. (...).
2. Die Beschwerde hat ausschliesslich den vorinstanzlichen Kostenentscheid für das
Rekursverfahrens zum Gegenstand, wobei die Beschwerdeführer die Zusprechung
einer ausseramtlichen Entschädigung der "im Zusammenhang mit der Einsprache und
dem notwendigen Rekurs entstandenen Kosten" verlangen.
2.1. Als Beleg ihrer Forderung reichen die Beschwerdeführer einen Zeit- und
Aufwandaufschrieb sowie eine Aufstellung ihrer Barauslagen und Beratungskosten von
insgesamt Fr. 23'819.40 ein, wobei sie nebst Barauslagen von Fr. 3'276.90 einen
zeitlichen Aufwand von knapp 62 Stunden verrechnen, den sie mit einem
Stundenansatz von Fr. 375.-- multiplizieren.
2.2. Den Behörden kommt bei der Verlegung und Bemessung von amtlichen und
ausseramtlichen Kosten ein erheblicher Ermessensspielraum zu (R. Hirt, Die Regelung
der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004,
S. 72 und 202). Dies gilt bei der Kostenverlegung insbesondere dann, wenn das
Verfahren wie vorliegend als gegenstandslos abgeschrieben wurde und das Gesetz
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nichts anderes vorsieht (Art. 98ter VRP in Verbindung mit Art. 107 Abs. 1 lit. e der
Schweizerischen Zivilprozessordnung [SR 272, abgekürzt ZPO]). Die
Ermessenskontrolle ist dem Verwaltungsgericht im Beschwerdeverfahren verwehrt
(Art. 61 Abs. 1 und 2 VRP). Es ist nur zur Rechtskontrolle befugt und kann einen
Kostenspruch der Vorinstanz bloss dann aufheben, wenn er auf einer Überschreitung
bzw. einem Missbrauch des Ermessens beruht.
2.3. Wie die Vorinstanz zu Recht ausführte, fällt bei der Kostenverlegung im
Zusammenhang mit der Abschreibung infolge Gegenstandslosigkeit insbesondere in
Betracht, wer diese verursacht hat (Hirt, a.a.O., S. 185 f.). Dies war konkret die
Bauherrschaft, die ihr Baugesuch während des hängigen Rechtsmittelverfahrens
zurückgezogen hat. Damit wird sie grundsätzlich entschädigungspflichtig.
3. Nach Art. 98 Abs. 3 VRP werden im erstinstanzlichen Einspracheverfahren
regelmässig keine ausseramtlichen Kosten zugesprochen. Den Beteiligten ist es nach
Meinung des Gesetzgebers möglich und zumutbar, in erstinstanzlichen Verwaltungs-
und Einspracheverfahren ihre Rechte selber und ohne Entschädigung zu wahren (Hirt,
a.a.O., S. 155). Damit entfallen von den insgesamt geforderten Fr. 23'819.40 die
geltend gemachten Ausgaben für das Einspracheverfahren von insgesamt Fr. 5'368.--
(Kosten bis und mit 16. Dezember 2012). Insoweit ist der angefochtene Entscheid der
Vorinstanz nicht zu beanstanden.
4. Im Rekursverfahren werden nach Art. 98 Abs. 2 VRP ausseramtliche Kosten
entschädigt, soweit sie auf Grund der Sach- und Rechtslage als notwendig und
angemessen erscheinen. Während in den Verfahren vor Verwaltungsgericht nach Art.
98 Abs. 1 VRP Anspruch auf eine volle Entschädigung besteht, werden in
Rekursverfahren ausseramtliche Kosten entsprechend dem Wortlaut von Art. 98 Abs. 2
VRP generell nur "angemessen" entschädigt. Obwohl den Materialien entnommen
werden kann, dass im Rekursverfahren nur ausnahmsweise keine volle Entschädigung
zugesprochen werden soll, wird mit dem Verweis auf die Angemessenheit der
Grundsatz der vollen Entschädigung zu Gunsten von Erwägungen der Billigkeit
relativiert. Eine ausseramtliche Entschädigung soll - selbst wenn sie als notwendig
erscheint - in der Höhe reduziert oder überhaupt nicht zugesprochen werden können,
wenn die Umstände des konkreten Falls dies nahe legen (Hirt, a.a.O., S. 203).
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4.1. Der Kanton St. Gallen kennt keinen Anwaltszwang. Indes ist die berufsmässige
Vertretung bzw. die Vertretung gegen Entgelt grundsätzlich den patentierten Anwälten
und Rechtsagenten vorbehalten. Die Parteientschädigung dient somit in erster Linie der
Deckung der Kosten für einen freiberuflichen Rechtsvertreter (Hirt, a.a.O., S. 191).
4.2. Auf das Rekursverfahren entfallen Fr. 17'795.15 (Fr. 23'819.40 abzüglich
Fr. 5'368.-- für das Einspracheverfahren, abzüglich Fr. 656.25 für das nachfolgende
Beschwerdeverfahren [geltend gemachte Kosten ab dem 19. August 2013]). Gemäss
Art. 22 Abs. 1 der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (sGS 963.75)
bewegt sich das Anwaltshonorar vor Verwaltungsbehörden grundsätzlich zwischen
Fr. 500.-- bis Fr. 6'000.--. Das mittlere Anwaltshonorar bei Abrechnung nach
Zeitaufwand beträgt Fr. 250.-- je Stunde (Art. 24 Abs. 1 AnwG). Somit kann bereits an
dieser Stelle festgehalten werden, dass die allein für das Rekursverfahren geforderte
Entschädigung von gut Fr. 17'000.-- bzw. ein Stundenansatz von Fr. 375.-- weit
übersetzt wären, selbst wenn die Beschwerdeführer im Rekursverfahren anwaltlich
vertreten gewesen wären, was sie aber unbestrittenermassen nicht waren.
4.3. Vom Grundsatz, dass die entgeltliche Vertretung grundsätzlich Anwälten und
Rechtsagenten vorbehalten ist, gibt es Ausnahmen. So sind namentlich in Verfahren
vor Verwaltungsbehörden allgemein alle handlungsfähigen Personen als Vertreter
zugelassen (Art. 12 lit. d des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70, abgekürzt AnwG).
Vorschriften über die Bemessung der Entschädigung bei Vertretungen durch Personen,
die nicht über das Anwalts- oder Rechtsagentenpatent verfügen, aber im Rahmen von
Art. 12 lit. d AnwG zur entgeltlichen Vertretung berechtigt sind, gibt es keine (Hirt,
a.a.O., S. 198). In diesen Vertretungsfällen spricht das Verwaltungsgericht den
obsiegenden Parteien jeweils eine reduzierte Umtriebsentschädigung zu ohne
Bezugnahme auf den Anwalts- oder einen anderen Branchentarif (Hirt, a.a.O.,
S. 198 f.). Das Gleiche gilt im Rekursverfahren, falls die Vertretung notwendig war
(Art. 98 Abs. 2 VRP). Dies ist in Bausachen häufig der Fall, da die
Gesetzesbestimmungen in diesen Angelegenheiten Laien regelmässig überfordern
(GVP 1998 Nr. 88 E. 3c). Kein Kriterium für eine vollumfängliche Abweisung des
Entschädigungsbegehrens ist, ob der Aufwand das einem Privaten zumutbare Mass
erheblich übersteige oder nicht (VerwGE B 2005/106 vom 13. September 2005 E. 2
dd).
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4.4. Eine Partei, die sich nicht vertreten lässt, hat - mangels eines besonderen
Aufwandes - grundsätzlich keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 98ter
VRP in Verbindung mit Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO; BGer 4A_355/2013 vom 22. Oktober
2013 E. 4.2 mit Hinweisen). Dass ihr gleichwohl ersatzfähige Kosten für Umtriebe
erwachsen, ist ungewöhnlich und bedarf deshalb einer besonderen Begründung (BGer
5D_229/2011 vom 16. April 2012 E. 3.3). Darunter fallen insbesondere auch jene
Parteien, die selbstständig am Verfahren teilnehmen und sich bloss im Hintergrund
rechtlich beraten und unterstützen lassen (V. Rüegg in: Spühler/Tenchio/Infanger
[Hrsg.], Basler Kommentar zur ZPO, Basel 2013, N 21 zu Art. 96 ZPO). Eine
Umtriebsentschädigung erfolgt somit nur ausnahmsweise, insbesondere wenn es sich
um eine komplizierte Sache mit hohem Streitwert handelt, wenn der getätigte Aufwand
erheblich ist und zwischen dem betriebenen Aufwand und dem Ergebnis der
Interessenwahrung ein vernünftiges Verhältnis besteht (A. Urwyler in: Brunner/Gasser/
Schwander [Hrsg.], Kommentar zur ZPO, Zürich/St. Gallen 2011, N 26 zu Art. 95 ZPO;
V. Rüegg, a.a.O.,; BGer 4A_355/2013 vom 22. Oktober 2013 E. 4.2).
4.5. Die Vorinstanz hat das Entschädigungsbegehren der Rekurrenten, die das
Verfahren selbstständig ohne Vertretung geführt haben, abgewiesen, weil sie ihr
Entschädigungsbegehren nicht begründet hätten. Dabei übersieht sie aber, dass ein
solches Entschädigungsbegehren regelmässig erst im Nachhinein begründet werden
kann und die Rekurrenten vorliegend gar keine Chance hatten, ihren mit
Rekurserhebung rechtzeitig gestellten Entschädigungsanspruch aufzuzeigen. Die
Abschreibung des Rekursverfahrens samt Abweisung des Entschädigungsbegehrens
vom 16. August 2013 erfolgte für sie vielmehr überraschend und noch bevor sie vom
Rückzug des Baugesuchs erfahren hatten. Das Rückzugsschreiben an die Baubehörde
vom 15. August 2013 ging zwar in Kopie an das Baudepartment, nicht aber auch an die
Rekurrenten. Von der Gegenstandslosigkeit des Rekursverfahrens erfuhren sie somit
erst gleichzeitig mit der Abweisung ihres Kostenersatzbegehrens für dieses Verfahren.
Da die Umtriebsentschädigung aber - anders als das Anwaltshonorar (vgl. Hirt, a.a.O.,
S. 208) - nachvollziehbar zu begründen ist, hätten die Entschädigungsberechtigten
Gelegenheit erhalten bzw. zumindest haben müssen, ihren vermeintlichen
Entschädigungsanspruch begründen zu können. Dazu hätten sie zwar nicht
ausdrücklich aufgefordert werden müssen. Sie hätten aber zumindest erkennen können
müssen, dass das Verfahren nun abgeschlossen sei, sei es, dass der Verfahrensleiter
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ihnen mitgeteilt hätte, dass als Nächstes die Abschreibungsverfügung folge oder dass
sie mindestens mittels Orientierungskopie vom Rückzug des Baugesuchs erfahren
hätten, damit sie die Entschädigung ihrer angefallenen Umtriebe hätten rechtzeitig, das
heisst umgehend geltend machen und begründen können (vgl. dazu BGE 138 I 484
Regeste).
4.6. Nachdem feststeht, dass die Beschwerdeführer im Rekursverfahren keine
Gelegenheit hatten, ihre Umtriebe zu begründen, stellt die Abweisung ihres
Entschädigungsbegehrens "wegen mangelnder Begründung" zum Einen eine
offensichtliche Gehörsverletzung dar (Häfelin/Müller/Uhlmann, 6. Auflage, Zürich 2010,
N 1680). Zum Anderen verstösst die Vorinstanz mit dieser Begründung zusätzlich
gegen den Grundsatz von Treu und Glauben (vgl. Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O.,
N 709 mit Hinweis). Zwar rügen die Beschwerdeführer diese Verletzungen nicht
ausdrücklich, sondern holen ihr Recht, den im Rekursverfahren rechtzeitig gestellten
Entschädigungsantrag nachträglich begründen zu können, lediglich im
Beschwerdeverfahren nach. An die Begründung einer Beschwerde, namentlich wenn
wie vorliegend Laien die Streitsache selber führen, dürfen aber keine hohen
Erwartungen gestellt werden (Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St.
Gallen, St. Gallen 2003, N 914). Es wäre daher überspitzt formalistisch, von ihnen zu
verlangen, dass sie die begangene Gehörsverletzung und Treuwidrigkeit ausdrücklich
rügen müssten (vgl. Cavelti/Vögeli, a.a.O., N 72). Diese Rüge ergibt sich vielmehr,
insbesondere bei Laienbeschwerden, bereits sinngemäss aus der im erstmöglichen
Zeitpunkt nachgeholten Begründung selbst.
Damit liegt eine Rechtsverletzung vor, die durch das Verwaltungsgericht zu korrigieren
ist. Den Beschwerdeführern ist in teilweiser Aufhebung des angefochtenen Entscheids
im Beschwerdeverfahren Gelegenheit zu geben, ihren Anspruch auf Zusprache einer
ausseramtlichen Entschädigung für das Rekursverfahren zu begründen.
5. Bezüglich der Festsetzung der Höhe der ausseramtlichen Entschädigung weist das
Verwaltungsgericht die Streitsache in Fällen wie dem vorliegenden mit Blick auf den
grossen Ermessensspielraum, der den Behörden bei der Festsetzung der Höhe der
ausseramtlichen Entschädigung zukommt, in der Regel an die Vorinstanz zurück
(Cavelti/Vögeli, a.a.O., N 1031). Dies gilt besonders im Zusammenhang mit einer
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Gehörsverletzung, die im nachfolgenden Rechtsmittelverfahren grundsätzlich nur
geheilt werden kann, wenn die unterlassene Anhörung, Akteneinsicht oder Begründung
in einem Rechtsmittelverfahren nachgeholt wird, das - anders als vorliegend - eine
Prüfung im gleichen Umfang wie durch die Vorinstanz erlaubt (Häfelin/Müller/Uhlmann,
a.a.O., N 1710). Da dem vorliegenden Rechtsstreit aber lediglich noch der
Kostenentscheid zu Grund liegt, das Verwaltungsgericht und die Vorinstanz betreffend
die Höhe einer Umtriebsentschädigung die gleiche Praxis verfolgen (Hirt, a.a.O., S. 197,
bzw. Juristische Mitteilungen des Baudepartements, 2005/III Nr. 25, abrufbar unter:
www.jumi.sg.ch), die Beschwerdeführer die nötige Begründung ihres Kostenbegehrens
im Beschwerdeverfahren nun nachgeholt haben und ihrerseits keine Rückweisung,
sondern vom Verwaltungsgericht verlangen, die Entschädigung direkt festzustellen,
rechtfertigt es sich aus Gründen der Prozessökonomie, dass das Gericht auch in der
Sache selbst entscheidet, andernfalls die Rückweisung zu einem blossen
formalistischen Leerlauf und einer unnötigen Verlängerung des Verfahrens führen
würde.
5.1. Die Beschwerdeführer haben im Beschwerdeverfahren aufgezeigt, dass das
Rekursverfahren mit einigem Zeitaufwand verbunden war und dass ihnen dadurch
Kosten entstanden sind. Nicht anwaltlich vertretenen Personen sprechen die
Verwaltung und das Verwaltungsgericht wie gesagt lediglich eine
Umtriebsentschädigung ohne Bezugnahme auf den Anwalts- oder einen anderen
Branchentarif zu, und zwar praxisgemäss in der Höhe von Fr. 300.-- bis Fr. 500.-- (Hirt,
a.a.O., S. 197). Gründe, die es vorliegend rechtfertigen würden, von dieser Praxis, die
wie gesagt auch die der Vorinstanz ist, abzuweichen, sind nicht ersichtlich und werden
von den Beschwerdeführern auch nicht dargelegt. So handelte es sich beim Bauprojekt
ihrer Nachbarn weder um eine besonders komplizierte Sache noch war ihr Aufwand als
rekurrierende Nachbarn in Bausachen ausserordentlich gross (einfacher
Schriftenwechsel sowie ein Rekursaugenschein von circa einer guten Stunde). Daran
ändert auch nichts, dass die Baubehörde die Streitsache nach Ansicht der
Beschwerdeführer "zu Gunsten der Bauherrschaft vorteilhaft ausgelegt" und dabei
rechtswidrig entschieden habe. Dass der Entscheid der Baubehörde im
Rekursverfahren allenfalls korrigiert werden muss, liegt in der Natur der Sache eines
Rechtsmittelverfahrens und rechtfertigt für sich allein noch nicht, eine
Umtriebsentschädigung über dem üblichen Rahmen zuzusprechen.
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5.2. Andere Barauslagen als Zeitaufwand und Reiseauslagen, Porti oder Telefonkosten
etwa, gelten mit der Umtriebsentschädigung als abgegolten. Es erübrigt sich daher, die
detaillierten Belege bzw. Rechnungen des Rechtsbeistands beizuziehen, wie die
Beschwerdeführer mit dem Hinweis, dass diese bei Bedarf vorhanden seien,
sinngemäss beantragen. Als echter Schadenersatz ist die Umtriebsentschädigung im
Gegensatz zu den Anwaltshonoraren nicht mehrwertsteuerpflichtig (Hirt, a.a.O., S. 197
und S. 198 f.; Cavelti/Vögeli, a.a.O., N 839).
5.3. Nach dem Gesagten erweist sich die geltend gemachte Umtriebsentschädigung
von Fr. 23'819.40 als weit übersetzt. Auch wenn der Einspracheentscheid ungeschickt
kurz vor Weihnachten eröffnet wurde, ist es nicht nachvollziehbar, wieso es den
Rekurrenten deshalb hätte unmöglich sein sollen, für das nachfolgende
Rekursverfahren, das bis Mitte August des kommenden Jahres hängig war, einen
Anwalt zu mandatieren, statt diesen im Hintergrund wiederholt als Berater beizuziehen.
Einzig für die Wahrung der Rekursfrist hätte ein einfaches Schreiben an das
Baudepartement gereicht, woraus hervorgegangen wäre, dass Rekurs erhoben werde.
Alles andere hätte der im neuen Jahr zu beauftragende Rechtsvertreter innert einer
anzusetzenden Nachfrist nachholen können (Art. 48 VRP).
5.4. Konkret haben die Rekurrenten im Wesentlichen eine (umfangreiche)
Rekurseingabe verfasst und am Rekursaugenschein teilgenommen. Gemäss ihrem
Zeitaufschrieb haben sie sodann drei Mal mit dem Rekurssachbearbeiter telefoniert.
Darüber hinaus ist nicht belegt oder sonst ersichtlich, inwiefern der Rekurrent als
leitender Angestellter wegen des Rekursverfahrens eine Einkommenseinbusse erlitten
haben sollte. Allein der Hinweis auf seinen "enorm erfolgsabhängigen Leistungsvertrag"
sagt noch nichts darüber aus, inwiefern sein Aufwand für das Rekursverfahren auf
Kosten seiner Berufstätigkeit gegangen sein und ihm dadurch einen Erwerbsausfall
entstanden sein sollte. Ebenfalls keine Rolle spielt, ob die Beschwerdeführerin (nur)
Hausfrau sei oder nicht, worüber sich die Beschwerdeführer und -gegner im
vorliegenden Verfahren streiten. Ein konkreter Erwerbsausfall oder sonstiger finanzieller
Schaden ihrerseits wird ebenfalls nicht dargelegt. Streitgegenstand war sodann ein
Bauvorhaben auf dem Nachbargrundstück ihres Wohnsitzes. Der Rekurrent verzichtet
somit zu Recht ausdrücklich darauf, die Reisezeit von seinem Arbeitsort zu seinem
Wohnort als entschädigungspflichtigen Aufwand geltend zu machen.
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5.5. Mithin rechtfertigt es sich, für das Rekursverfahren ermessensweise eine
Umtriebsentschädigung von Fr. 400.-- festzusetzen. Der Kostenersatz ist von den
Beschwerdegegnern zu bezahlen, die mit dem Rückzug ihres Baugesuchs während
des Rekursverfahrens die Gegenstandslosigkeit des Rekursverfahrens verursacht
haben. Davon abgesehen, dass sie sich am Beschwerdeverfahren beteiligt und einen
Antrag gestellt haben, könnten Kosten, die aus einem vorangehenden Verfahren neu zu
verteilen sind, auch sonst jenen Beteiligten auferlegt werden, die im
Beschwerdeverfahren keine Anträge stellen (VerwGE B 2005/106 vom 13. September
2005 E. 2 c ee mit Hinweis auf Hirt, a.a.O., S. 103).
6. Zusammenfassend ist die Beschwerde insofern teilweise gutzuheissen und der
vorinstanzliche Entscheid aufzuheben, als die Beschwerdegegner die
Beschwerdeführer für das Rekursverfahren mit Fr. 400.-- ausseramtlich zu
entschädigen haben. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. Da die Vorinstanz
keine Verfahrenskosten erhoben hat, ist darüber nicht neu zu befinden.
7. Weil die Streitsache grundsätzlich auch an die Vorinstanz hätte zurückgewiesen
werden können, ist diejenige Partei als obsiegend zu betrachten, welche die
Fehlerhaftigkeit des Entscheids geltend gemacht und die Rückweisung erwirkt hätte.
Allerdings ist auch hier stets das Rechtsbegehren der Massstab des Obsiegens (Hirt,
a.a.O., S. 98). Die Beschwerdeführer verlangten nicht die Rückweisung der Streitsache
zur neuen Kostenverlegung, sondern dass das Verwaltungsgericht ihnen eine
Entschädigung von über Fr. 20'000.-- zuspreche. Damit haben sie weit überklagt. Ihren
Antrag auf ermessensweise Zusprache ausseramtlicher Kosten stellen sie lediglich im
Eventualantrag, was konkret einem teilweisen Obsiegen entspricht (Hirt, a.a.O.,
S. 95 f.). Nicht übersehen werden darf aber, dass die Rekurrenten Beschwerde
erheben mussten, nachdem sie vor Vorinstanz gar keine Gelegenheit hatten, ihr
Entschädigungsbegehren rechtzeitig zu begründen. Mit Blick auf diesen wesentlichen
Verfahrensfehler rechtfertigt es sich, die Kosten dieses Verfahrens vollumfänglich der
Vorinstanz aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 2 VRP).
Angemessen ist eine Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- (Ziff. 222 des
Gerichtskostentarifs, sGS 941.2). Auf die Erhebung ist aber gestützt auf Art. 95 Abs. 3
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VRP zu verzichten. Der Kostenvorschuss von Fr. 1'500.-- ist den Beschwerdeführern
zurückzuerstatten.
8. Nachdem die Beschwerdeführer zumindest im Grundsatz obsiegt haben, stellt sich
die Frage der ausseramtlichen Entschädigung auch für das Beschwerdeverfahren.
Voraussetzung für die Zusprache einer solchen Entschädigung ist allerdings ein Antrag
(Hirt, a.a.O., S. 149). Ausdrücklich verlangen sie keine Entschädigung. Das Gericht
sieht den nötigen Antrag bei der vorliegenden Laienbeschwerde zumindest sinngemäss
darin, dass die Beschwerdeführer beim geforderten Kostenersatz von Fr. 23'819.40
auch ihre Auslagen für das Lesen des Rekursentscheids und das Verfassen der
Beschwerde geltend machen. Angemessen erscheint eine ausseramtliche
Entschädigung von Fr. 100.--, die von den Beschwerdegegnern zu bezahlen ist
(Art. 98bis VRP).