Decision ID: 09b53c95-224a-47f1-b7e5-fbfb58ebd3ae
Year: 2012
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
A._,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. E. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21,
Postfach 27, 9004 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a A._ erlitt am 2. Februar 2005 bei einem Arbeitsunfall ein Distorsionstrauma am
Knie links, als sie mit dem Fuss umknickte und auf das Knie stürzte. Die Versicherte
war in der Folge ab 10. Mai 2005 zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben. Die SUVA
erbrachte entsprechende Taggeldleistungen. Ab dem 24. Oktober 2005 erfolgte ein
Arbeitsversuch mit einer Leistung von 33,33 % (act. G 4.2/17.1 und 21.1). Ab dem 21.
August 2006 wurde die Leistung auf 100 % gesteigert (act. G 4.2/46). Trotz mittlerweile
zweimalig durchgeführter Arthroskopie (1. Juni 2005 und 27. April 2006 [act. G 4.2/5
und 38]) scheiterte der Versuch, worauf das Arbeitsverhältnis von der Arbeitgeberin per
Ende Februar 2007 gekündigt wurde (act. G 4.2/69). Die SUVA stellte die
Taggeldleistungen ein und schloss den Fall per 30. November 2008 mit einer Rente von
23 %, beginnend am 1. Dezember 2008 und einer Integritätsentschädigung von 15 %
ab; auf Einsprache hin erhöhte sie die Rente auf 26 % (act. G 13.4).
A.b Die Versicherte meldete sich am 31. Januar 2007 zum Bezug von Leistungen der
Invalidenversicherung an. Dabei beantragte sie sämtliche Leistungen ausser Hilfsmittel
(act. G 4.1/1). Der Hausarzt der Versicherten, Dr. med. B._, Allgemeine Medizin FMH,
gab in seinem Bericht vom 15. Februar 2007 an, die Versicherte leide an einer
Gonarthrose links, bestehend seit 2006, sowie an einer Adipositas. Eine rein stehende
Tätigkeit sei der Versicherten nicht mehr möglich. Bezüglich anderen Tätigkeiten
verwies Dr. B._ auf die Abklärungen der SUVA, die für eine sitzende Tätigkeit von
einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit ausgehe (effektiv geht die SUVA allerdings für
adaptierte Tätigkeit nur von einer 75 %igen Leistungsfähigkeit aus [vgl. act. G 13.4]).
Das Spital Rorschach diagnostizierte sodann in seinem Bericht vom 27. Februar 2007
eine medial betonte Gonarthrose bei Status nach Kniearthroskopie links 4/2006 und
nachfolgender Infiltration 7/2006. Auch das Spital Rorschach ging davon aus, dass die
Versicherte in der angestammten Tätigkeit (als Maschinenbedienerin) nicht mehr
einsatzfähig, eine solche Tätigkeit deshalb nicht mehr zumutbar sei. Hauptsächlich
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sitzende Tätigkeiten, wechselnd mit kurzen stehenden Tätigkeiten ohne Tragen von
schweren Lasten seien ihr dagegen ganztags zumutbar (act. G 4.1/20.5 f.).
A.c Mit Vorbescheiden vom 7. und 8. August 2007 fasste die IV-Stelle St. Gallen die
Ablehnung sowohl von beruflichen Massnahmen als auch einer Invalidenrente ins
Auge, da die Versicherte keine renten- oder massnahmebegründete Erwerbseinbusse
erleide (act. G 4.1/30 und 32). Mit Einwand vom 17. September 2007 machte der
Rechtsvertreter geltend, die Versicherte sei am 11. September 2007 (richtig:
12. September 2007) operiert worden (unikondylärer Gelenksersatz medial links [vgl.
act. G 4.2/112]). Da die Versicherte seit dem Unfall und bis auf Weiteres 100 %
arbeitsunfähig sei, habe sie Anspruch auf eine ganze, wenn auch befristete Rente.
Nach der Rekonvaleszenz habe sie Anspruch auf Einarbeitung und berufliche
Massnahmen für einen adaptierten Job (act. G 4.1/33). Nach einem
Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik Bellikon vom 12. Dezember 2007 bis zum 10.
Januar 2008, weiteren medizinischen Abklärungen betreffend Infektion im linken Knie,
Durchführung von beruflichen Massnahmen durch die SUVA und das RAV sowie einer
immer deutlicher zu Tage tretenden psychischen Komponente, regte der RAD
Ostschweiz am 16. Dezember 2008 eine rheumatologische oder orthopädische sowie
eine psychiatrische Begutachtung an (act. G 4.1/45).
A.d Am 16. Mai 2009 erstattete Dr. med. C._, Spezialarzt FMH für Innere Medizin,
speziell Rheumaerkrankungen, sein Gutachten. Er diagnostizierte unter anderem eine
Kniedistorsion links, einen Status nach Kniearthroskopie links am 1. Juni 2005 bei
Chondropathie Grad III des medialen Femurkondylus und Patella links, Arthroskopie
am 27. April 2006 mit Entfernung des Ligamentum mukosum und Innenmeniskus-
Hinterhorn-Teilresektion, Aussenmeniskusglättung, am 12. September 2007
unikondylärer Gelenksersatz medial links bei posttraumatischer medialer Gonarthrose
links. Als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hielt er eine Adipositas magna
BMI 37,2 fest. Der psychiatrische Gutachter, Dr. med. D._, Spezialarzt FMH für
Psychiatrie und Psychotherapie, erstattete sein Gutachten am 4. Mai 2009. Er
diagnostizierte (mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) eine Symptomausweitung
(Schmerzverarbeitungsstörung, dysfunktionale Bewältigungsstrategie) respektive eine
anhaltende somatoforme Schmerzstörung (F45.4) mit begleitender mittelgradiger
depressiver Episode (F32.1) bei Knieschmerzen seit ca. Frühling 2008. In der
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interdisziplinären Arbeitsfähigkeitsschätzung kamen die Experten zum Schluss, dass
der Versicherten die angestammte, ausschliesslich stehende Tätigkeit in der
kunststoffverarbeitenden Industrie nicht mehr zumutbar sei. Eine leichte, vornehmlich
sitzende Tätigkeit sei ihr dagegen grundsätzlich zumutbar. Dabei bestehe aus
somatischer Sicht eine Leistungsminderung von 20 % (erhöhter Pausenbedarf). In
psychiatrischer Hinsicht sei davon auszugehen, dass der Versicherten ein 50 %-
Pensum in einer adaptierten Tätigkeit zumutbar sei. Im Mehrbetrag sei der Versicherten
die willentliche Schmerzüberwindung nicht zumutbar. Den Beginn der
Arbeitsunfähigkeit (angestammt) datierten die Experten auf den 29. November 2006
(letzter effektiver Arbeitstag; act. G 4.1/53).
A.e Mit Vorbescheid vom 4. Januar 2010 teilte die IV-Stelle St. Gallen der Versicherten
mit, dass eine Abweisung des Rentenantrags ins Auge gefasst werde, da beim
Beschwerdebild einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung nur unter
bestimmten Bedingungen eine Invalidität angenommen werden könne. Diese
Bedingungen seien vorliegend nicht in genügendem Mass erfüllt. Der Versicherten sei
damit die willentliche Schmerzüberwindung zumutbar (act. G 4.1/64). Mit Einwand vom
7. Januar 2010 machte der Rechtsvertreter sinngemäss geltend, die Foerster-Kriterien
seien gemäss psychiatrischem Gutachten erfüllt (act. G 4.1/65). Mit Verfügung vom 12.
Januar 2010 verfügte die IV-Stelle wie angekündigt. Dabei ging sie davon aus, dass die
Versicherte sowohl im Erwerbsteil (90 %) als auch im Haushaltteil (10 %) keine
Einschränkung habe (act. G 4.1/66).
B.
B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 21. Januar
2010 mit den Anträgen, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der
Beschwerdeführerin sei eine halbe Rente ab dem 29. November 2007 zuzusprechen.
Eventualiter sei die Sache zur Neuprüfung der Rente an die Beschwerdegegnerin
zurückzuweisen. Gemäss interdisziplinärem Gutachten bestehe eine 50 %ige, nicht
kumulierbare theoretische Restarbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht für somatisch
leidensangepasste vorwiegend sitzende Tätigkeiten. Bei der Beschwerdeführerin lägen
chronische körperliche Begleiterkrankungen und ein mehrjähriger Krankheitsverlauf bei
unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerfristige Remission vor.
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Ebenso liege ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens vor. Die
Beschwerdeführerin sei vor dem Unfall fröhlich und lebenslustig gewesen. Heute
beschränke sich ihr Alltag auf ein Leben in den eigenen vier Wänden. Schliesslich lägen
unbefriedigende Behandlungsergebnisse trotz konsequent durchgeführter
Behandlungsbemühungen und gescheiterte Rehabilitationsmassnahmen bei
vorhandener Motivation und Eigenanstrengungen vor. Dr. D._ sei zum Schluss
gekommen, es könne der Beschwerdeführerin in Anbetracht aller Begleitumstände nur
noch teilweise zugemutet werden, willentlich ihre Schmerzen zu überwinden. Das
Gutachten sei für die streitigen Belange umfassend und beruhe auf allseitigen
Untersuchungen, berücksichtige die geklagten Beschwerden und sei in Kenntnis der
Vorakten abgegeben worden. Schliesslich leuchteten die Schlussfolgerungen ein,
weshalb darauf abzustellen sei.
Zum Einkommensvergleich führt der Rechtsvertreter aus, dass die Beschwerdeführerin
vor dem Unfall nur unterdurchschnittlich verdient habe. Mit der physischen
Einschränkung, vor allem aber wegen der mit der somatoformen Schmerzstörung
einhergehenden Beschwerden und Einschränkungen werde die Beschwerdeführerin
das durchschnittliche Lohnniveau nicht erreichen können. Ein Leidensabzug von 25 %
sei daher angemessen. Insgesamt resultiere ein Invaliditätsgrad von über 50 %, womit
die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine halbe Rente habe (act. G 1).
B.b Mit Beschwerdeantwort vom 22. März 2010 beantragt die Verwaltung Abweisung
der Beschwerde. Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts bestehe die
Vermutung, dass eine somatoforme Schmerzstörung in der Regel keine lang dauernde,
zu einer Invalidität führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bewirke und mit einer
zumutbaren Willensanstrengung überwunden werden könne. Vorliegend fehle es am
wichtigsten Kriterium für die ausnahmsweise Annahme einer Unüberwindbarkeit,
nämlich an einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und
Dauer. Weiter liege kein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens vor. Die
Beschwerdeführerin sei etwa über Ostern 2009 in ihrer Heimat gewesen und habe
regen Kontakt zu ihren vier Kindern und den Enkeln (act. G 4).
B.c Mit Replik vom 31. März 2010 hält der Rechtsvertreter an seinen materiellen
Anträgen fest. Zur psychischen Komorbidität führt der Rechtsvertreter insbesondere
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aus, dass seit der Begutachtung eine Verschlechterung im Gesundheitszustand der
Beschwerdeführerin eingetreten sei. Sie sei nach einem Suizidversuch am 4. Februar
2010 mit schweren Depressionen auf der geschlossenen Abteilung der Kantonalen
Psychiatrischen Klinik Pfäfers hospitalisiert gewesen. Es sei hier ein Arztbericht
einzuholen. Im Übrigen seien die Kriterien für die ausnahmsweise Annahme einer
Invalidität bei somatoformer Schmerzstörung erfüllt (act. G 6).
B.d Auf Antrag des Rechtsvertreters wurde die Beschwerdegegnerin von der
Gerichtsleitung angewiesen, die den Ehemann der Beschwerdeführerin betreffenden
Akten aus dem Dossier zu entfernen und zur Replik vom 31. März 2010 allenfalls
Stellung zu nehmen (act. G 7). Mit Duplik vom 30. April 2010 äussert sich die
Beschwerdegegnerin im Wesentlichen zu den Gründen, die zum Einbezug der Akten
des Ehemannes geführt haben und beantragt den Beizug der IV- und AK-Akten des
Ehemannes.
B.e Mit einer weiteren Eingabe vom 30. Juni 2010 reicht der Rechtsvertreter ein
Schreiben der behandelnden Psychiaterin vom 28. Juni 2010 zu Handen der SUVA ein.
Darin geht sie unter anderem von einer schweren depressiven Symptomatik mit
depressiver Grundstimmung, schwerer Anhedonie und andauernden, intensiven und
generalisierten Schmerzen aus. Der Zustand müsse als weitgehend chronifiziert
betrachtet werden. Die Beschwerdeführerin sei in der freien Wirtschaft bis auf Weiteres
zu 100 % arbeitsunfähig (act. G 10.1).

Erwägungen:
1.
Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des
Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil
in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei
der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V
467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses
der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366
E. 1b), sind für den bis 31. Dezember 2007 verwirklichten Sachverhalt die
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altrechtlichen, danach die bis 31. Dezember 2011 geltenden materiellen Bestimmungen
anzuwenden. Die am 1. Januar 2012 in Kraft getretene 6A. IVG-Revision ist für dieses
Verfahren nicht von Bedeutung.
2.
2.1 Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG (heute Art. 28 Abs. 2 IVG) besteht der Anspruch auf eine
ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf
eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem
Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte
Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen
Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche
Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V
261 E. 4 mit Hinweisen). Nach aArt. 29 Abs. 1 entsteht der Rentenanspruch frühestens
in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person mindestens zu 40 % bleibend
erwerbsunfähig geworden ist (lit. a) oder während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen war (lit. b).
Nach der ab 1. Januar 2008 geltenden Regelung entsteht ein Anspruch nur noch nach
der zweiten Variante (Art. 28 Abs. 1 IVG). Zusätzlich muss eine Karenzzeit von sechs
Monaten seit Anmeldung bestanden werden (Art. 29 Abs. 1 IVG).
3.
3.1 Vorliegend ist im Wesentlichen streitig, ob die Beschwerdeführerin über
genügend Ressourcen verfügt, um die Auswirkungen der somatoformen
Schmerzstörung willentlich zu überwinden. Entgegen den Ausführungen des
psychiatrischen Gutachters geht die Beschwerdegegnerin davon aus, dass der
Beschwerdeführerin die Schmerzüberwindung möglich ist. Sie begründet dies damit,
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dass es vorliegend am wichtigsten Kriterium, nämlich einer psychischen Komorbidität
von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer fehle. Es liege lediglich eine
mittelgradige und keine schwere depressive Episode vor. Der begutachtende
Psychiater habe eine Komorbidität ausdrücklich verneint. Die depressive Störung habe
nicht den Charakter einer eigenständigen psychischen Komorbidität, sondern sei
ausschliesslich im Zusammenhang mit der Schmerzsymptomatik zu verstehen und
werde von der Beschwerdeführerin auch in dieser Weise empfunden. Zudem habe sich
das Bundesgericht grundsätzlich gegen das Vorliegen einer Invalidität bei
Symptomausweitung ausgesprochen, bei einer Diskrepanz zwischen angegebenen
Beschwerden und Verhalten (z.B. hier mögliche Sitzdauer, Beweglichkeit des
Kniegelenks), bei vagen Angaben über die Art der Schmerzen, bei
Nichtinanspruchnahme medizinischer Pflege, bei grosser Diskrepanz zwischen den
Angaben der versicherten Person und denjenigen aus der Anamnese, bei
Gleichgültigkeit des Experten trotz demonstrativen Verhaltens und bei einem intakten
psychosozialen Umfeld trotz Angaben schwerer Behinderungen. Zahlreiche Merkmale
sprächen bei der Beschwerdeführerin gegen die ausnahmsweise Annahme einer
Invalidität bei einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung. Bei der
Beschwerdeführerin liege sodann kein Rückzug in allen Belangen des Lebens vor. So
sei sie etwa über Ostern 2009 in ihrer Heimat gewesen und habe regen Kontakt zu
ihren vier Kindern und den Enkeln.
Demgegenüber ist mit der Beschwerdeführerin festzustellen, dass das Bundesgericht
das Vorliegen einer Invalidität bei einer somatoformen Schmerzstörung nicht generell
ausschliesst, sondern lediglich die Vermutung der Überwindbarkeit der Schmerzen
aufstellt. Nach der in BGE 130 V 352 begründeten und mittlerweile gefestigten und auf
weitere pathogenetisch-ätiologisch unklare syndromale Beschwerdebilder ohne
nachweisbare organische Grundlage ausgeweitete Rechtsprechung (vgl. etwa BGE 131
V 49; 136 V 279; 137 V 64) ist im Einzelfall zu prüfen, ob die Schmerzbewältigung durch
bestimmte Umstände intensiv und konstant behindert wird, welche den Wiedereinstieg
in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht
über die für den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein
solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener
Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidität von
erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein können auch weitere
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Faktoren, so: chronische körperliche Begleiterkrankungen; ein mehrjähriger,
chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränderter oder progredienter Symptomatik
ohne längerdauernde Rückbildung; ein sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens;
ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer
an sich missglückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer
Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent
durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem
therapeutischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person. Je mehr
dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde
darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare
Willensanstrengung zu verneinen.
Beruht die Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer ähnlichen Konstellation,
liegt regelmässig keine versicherte Gesundheitsschädigung vor. Eine solche
Ausgangslage ist etwa gegeben, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den
geschilderten Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht;
intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt;
keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird;
demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken;
schwere Einschränkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld
jedoch weitgehend intakt ist (Entscheid vom 20. Dezember 2011 [9C_776/2010] E. 2.2
mit einem Auszug aus BGE 131 V 49 und weiteren Hinweisen).
3.2 Vorliegend stellte der begutachtende Psychiater fest, dass die depressive
Störung mittleren Grades nicht den Charakter einer eigenständigen psychischen
Komorbidität aufweise, sondern ausschliesslich im Zusammenhang mit der
Schmerzsymptomatik zu verstehen sei. Indessen geht er davon aus, dass die
Kniesymptomatik als chronische körperliche Begleiterkrankung bezeichnet werden
könne, da der Krankheitsverlauf drei Jahre andauere und progredient sei. Es habe auch
keine länger dauernden Rückbildungen gegeben. Die psychische Überlagerung sei
bereits früh vermutet worden und sei etwa im Frühjahr 2008 dekompensiert. Weiter sei
ein gewisser sozialer Rückzug in vielen Belangen des Lebens feststellbar. Das heutige
Verhalten der Beschwerdeführerin werde als Regresssion bezeichnet. Ein primärer
Krankheitsgewinnn sei "nicht unbedingt" ersichtlich. Die Beschwerdeführerin sei bis
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zum Knieunfall psychisch nicht auffällig gewesen, sondern werde als lebendige Person
geschildert. Die bisherigen Behandlungsversuche sowohl auf somatischer wie auch
psychosomatischer Ebene seien sämtliche erfolglos verlaufen oder hätten gar zu einer
Progredienz der Symptomatik geführt (insbesondere die zweite Knieoperation). Die
stationären Aufenthalte in der Palliativmedizin Flawil und in der psychiatrischen Klinik
Littenheid hätten die Entwicklung nicht entscheidend beeinflussen können. Das
Verhalten der Beschwerdeführerin sei sicher sehr dramatisch und zum Teil manipulativ.
Im Grunde genommen zeige sich jedoch keine Diskrepanz zwischen den Schmerzen
und dem gezeigtem Verhalten. Medizinische Behandlungen würden in Anspruch
genommen, wenn auch erfolglos (act. G 4.1/52.8).
Der Experte setzte sich damit mit den Foerster-Kriterien auseinander. Wenn auch
seiner Meinung nach nicht sämtliche Kriterien erfüllt sind und namentlich keine
erhebliche psychische Komorbidität besteht, so ist er doch der Auffassung, dass von
einer chronischen körperlichen Begleiterkrankung auszugehen ist, deren Verlauf - ohne
Phasen der Remission - progredient ist. Ebenso schildert er den Verlauf der
anhaltenden somatoformen Schmerzstörung als progredient, die Behandlungen - die
auch stationär erfolgt sind - als erfolglos oder sogar zu einer Verschlechterung führend.
Diese Angaben decken sich grundsätzlich mit den übrigen medizinischen Akten.
Demnach musste sich die Beschwerdeführerin mehreren Knieoperationen unterziehen.
So wurde am 1. Juni 2005 und am 27. April 2006 jeweils eine Arthroskopie
durchgeführt (act. G 4.2/5 und 38), am 12. September 2007 ein Gelenksersatz
eingesetzt und am 18. September 2007 ein freier Gelenkskörper (Zementrest) entfernt
(act. G 4.2/112). Trotz dieser Massnahmen war das linke Knie auch zum
Untersuchungszeitpunkt am 28. April 2009 in der Beweglichkeit deutlich eingeschränkt,
minim überwärmt und mit diskretem Erguss ohne Druckstellen. Allerdings war das Knie
im letzten (nicht mehr ganz neuen) CT vom 29. Juli 2008 bis auf eine leichte
Femurpatellararthrose unauffällig (act. G 4.1/53.8). In somatischer Hinsicht ist damit
vom Vorliegen einer chronischen Begleiterkrankung auszugehen, die allerdings nicht
besonders schwer wiegt, werden doch vom orthopädischen Gutachter keine
gravierenden Einschränkungen genannt. Vielmehr geht er davon aus, dass die
Beschwerdeführerin aus orthopädischer Sicht deutlich besser gehen können und
weniger Schmerzen erleiden müsste, als es der Fall ist (act. G 4.1/53.8).
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In psychischer Hinsicht ist von einem chronifizierten Krankheitsverlauf mit
progredienter Symptomatik ohne Remission auszugehen. So wurde bereits im März
2007 von der Orthopädie am Rosenberg und im Januar 2008 von der Rehaklinik
Bellikon die Vermutung geäussert, dass eine psychische Überlagerung der
Knieproblematik vorliegen könnte (act. G 4.2/83 und 132). Es folgten zwei stationäre
Behandlungen im Palliativzentrum E._ vom 26. August 2008 bis zum 5. September
2008 (act. G 4.2/163) und in der Klinik F._ vom 19. Januar 2009 bis zum 26. März
2009 (act. G 4.2). Obwohl die Beschwerdeführerin zusätzlich in ambulanter Behandlung
war bzw. ist, hat sich die psychische Situation und die Schmerzproblematik bis zum
Untersuchungszeitpunkt am 28. April 2009 nicht verbessert. Mithin müssen die
durchgeführten ambulanten und stationären psychiatrischen Behandlungen als
gescheitert betrachtet werden. Gemäss Angaben des psychiatrischen Gutachters ist
denn auch mit keiner Besserung mehr zu rechnen (act. G 4.1/52.9). Über den von Dr.
D._ beschriebenen sozialen Rückzug (bzw. über den Vorzustand) finden sich in den
Akten kaum Hinweise. Dr. D._ selber schildert, dass die Beschwerdeführerin (wohl
gemäss Angaben des Ehemannes) früher eine "lebendige Person" gewesen sei.
Immerhin scheint unumstritten, dass die Beschwerdeführerin heute ausser zu nächsten
Familienangehörigen und Verwandten kaum gesellschaftliche Kontakte pflegt. Ebenso
ist klar, dass nach dem Verlust des Arbeitsplatzes per Ende Februar 2007 auch dessen
integrierende soziale Wirkung auf die Beschwerdeführerin entfallen ist. Die
Einschätzung des Experten, es habe ein gewisser sozialer Rückzug stattgefunden,
erscheint damit glaubhaft. Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin kann sodann
nicht ohne Weiteres von einer Aggravation ausgegangen werden. So weist Dr. D._
ausdrücklich darauf hin, dass letztlich keine Diskrepanz zwischen den angegebenen
Schmerzen und dem gezeigten Verhalten bestehe. Im Weiteren werden weder
medizinische Behandlungen ausgeschlagen noch wirken die vorgetragenen Klagen auf
den Experten unglaubwürdig.
Zusammenfassend erscheinen nach dem Gesagten vor allem die Kriterien des
chronifizierten mehrjährigen Krankheitsverlaufs mit progredienter Symptomatik ohne
wesentliche zwischenzeitliche Rückbildung sowie des Scheiterns einer konsequent
durchgeführten ambulanten und stationären Behandlung ohne nachhaltigen Erfolg als
erfüllt. Hinzu kommen eine - wenn auch nicht sehr gravierende - chronische
somatische Begleiterkrankung und ein gewisser sozialer Rückzug. Insgesamt erscheint
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damit die Einschätzung des Experten als glaubwürdig, wonach die Beschwerdeführerin
nur noch teilweise in der Lage ist, ihre Schmerzen willentlich zu überwinden und ihre
Ressourcen nur noch für eine Teilzeittätigkeit im Umfang von 50 % in einer den
körperlichen Einschränkungen angepassten Tätigkeit ausreichen. Mithin ist in
medizinischer Hinsicht und in Hinsicht auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung auf das
Gutachten vom 16. Mai 2009 abzustellen. Der von der Beschwerdegegnerin beantragte
Beizug der IV- und AK-Akten des Ehemannes erscheint für die Beurteilung des
vorliegenden Verfahrens nicht entscheidwesentlich, weshalb davon abzusehen ist.
3.3 In der Replik vom 31. März 2010 macht der Rechtsvertreter geltend, der
Gesundheitszustand habe sich im Februar 2010 verschlechtert. Die
Beschwerdeführerin sei nach einem Suizidversuch am 4. Februar 2010 mit schweren
Depressionen auf der geschlossenen Abteilung der Kantonalen Psychiatrischen Klinik
Pfäfers hospitalisiert gewesen. Dazu ist festzustellen, dass die geltend gemachte
Verschlechterung erst nach Verfügungserlass eingetreten ist. In den Akten bestehen
denn auch keinerlei Hinweise, dass sich der Gesundheitszustand in der Zeit vom 16.
Mai 2009 (Gutachten) bis zum Verfügungserlass am 12. Januar 2010 verschlechtert
haben soll. Die F._ ging im Austrittsbericht vom 27. März 2009 von einem deutlich
gebesserten, wenn auch immer noch deutlich beeinträchtigten Zustand aus (act. G
4.2). Demgegenüber stammt das nachträglich eingereichte Arztzeugnis von Dr. G._
erst vom 28. Juni 2010 (act. G 10.1), so dass es ebenfalls nicht geeignet ist, eine
deutliche Verschlechterung noch vor Verfügungserlass zu belegen. Mithin ist - auch
angesichts der bereits sehr langen Verfahrensdauer (Anmeldung vom Januar 2007) -
nicht im vorliegenden Verfahren auf eine allfällige Verschlechterung des
Gesundheitszustands nach Verfügungserlass einzutreten. Vielmehr ist die
Beschwerdeführerin diesbezüglich auf den Revisionsweg zu verweisen. Immerhin ist
festzustellen, dass die am 31. März 2010 (Replik) geltend gemachte Verschlechterung
als fristwahrend im Sinn von Art. 29 Abs. 1 IVG anzusehen ist. Das Revisionsgesuch in
der Replik ist demnach zur Behandlung an die Beschwerdegegnerin zu überweisen.
3.4 Im Weiteren ist der Einkommensvergleich umstritten. Während die
Beschwerdegegnerin von einem Valideneinkommen von Fr. 46'410.-- ausgeht,
beantragt die Beschwerdeführerin sinngemäss die Annahme eines Valideneinkommens
von Fr. 51'388.-- (LSE 2008, Tabelle TA1, Total, Niveau 4). Die Beschwerdeführerin
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verdiente gemäss Arbeitsvertrag vom 17. Oktober 2004 mit der H._ AG Fr. 3'500.--
im Monat (x 13 = Fr. 45'500.--). Dieser Betrag galt ab dem 20. September 2004
(Stellenbeginn). Die tägliche Arbeitszeit im Schichtbetrieb umfasste acht Stunden (inkl.
zwei Pausen à 15 Minuten). Aus dem Arbeitsvertrag geht nicht hervor, dass es sich um
eine Teilzeitbeschäftigung handeln würde (act. G 13.1). Zwar hat die Arbeitgeberin
gegenüber der Beschwerdegegnerin am 14. Februar 2007 angegeben, die
Beschwerdeführerin arbeite wöchentlich lediglich 37.5 Stunden, woraus die
Beschwerdegegnerin auf eine Teilzeitbeschäftigung von 90 % geschlossen hat. Bei der
Angabe der Arbeitgeberin muss es sich insoweit um ein Versehen handeln, als sie
gegenüber der SUVA in der Unfallmeldung am 27. Mai 2005 ebenfalls von einem 100
% Beschäftigungsgrad ausgegangen ist (act. G 4.2./2). Unter diesen Umständen ist die
Beschwerdeführerin als Erwerbstätige anzusehen, weshalb die Invaliditätsbemessung
mit einem Einkommensvergleich zu erfolgen hat. Nachdem das Unfallereignis vom
2. Februar 2005 nur relativ kurze Zeit nach Stellenantritt eintrat, kann das genannte
Einkommen als repräsentativ für die Situation vor dem Unfall gelten. Es ist somit von
einem Valideneinkommen von Fr. 45'500.-- auszugehen.
Das Invalideneinkommen setzte die Beschwerdegegnerin wegen
unterdurchschnittlichem Valideneinkommen ebenfalls mit Fr. 46'410.-- fest. Ausgehend
vom Tabellenlohn 2005 (TA1, Frauen, Niveau 4, Fr. 49'120.-- [IVG-Ausgabe der
Informationsstelle AHV/IV, Anhang 2]) ergibt sich unter Berücksichtigung des
Arbeitsunfähigkeitsgrades von 50 % ein Wert von Fr. 24'560.--.
Weiter beantragt der Rechtsvertreter, es sei ein Leidensabzug von 25 % vorzunehmen.
Er begründet dies damit, dass die Beschwerdeführerin nur noch sitzende, leichte
Tätigkeiten in Wechselhaltung mit vermehrten Pausen ausüben könne und die
Beschwerdeführerin wegen den mit der somatoformen Schmerzstörung
einhergehenden Beschwerden und Einschränkungen das durchschnittliche Lohnniveau
nicht erreichen könne. Zudem spreche sie nur schlecht Deutsch. Vorliegend ist zu
berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin an ihrem angestammten Arbeitsplatz
Gewichte bis 10 kg heben oder tragen musste. Zudem musste sie häufig stehen und
mittelhäufig gehen (act. G 4.1/8.5). Gemäss rheumatologischem Gutachten ist sie
nunmehr auf eine vorwiegend sitzende, leichte Tätigkeit angewiesen (act. G 4.1/53.9).
Diese zusätzliche Einschränkung ist mit einem Leidensabzug zu berücksichtigen.
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Demgegenüber ist die vermehrte Pausenbedürftigkeit bereits mit einem Abzug von 20
% in der Arbeitsfähigkeitsschätzung berücksichtigt. Ebenso sind die Einschränkungen
durch die somatoforme Schmerzstörung im nicht zu überwindenden Umfang von 50 %
bereits berücksichtigt und können hier nicht nochmals angerechnet werden. Indessen
ist unstreitig, dass die Beschwerdeführerin nur über schlechte Deutschkenntnisse
verfügt. Gesamthaft rechtfertigt sich somit ein Leidensabzug von 10 %. Mithin ergibt
sich ein Invalideneinkommen von Fr. 22'104.-- (Fr. 24'560.-- x 90 %) bzw. eine
Erwerbseinbusse von 51,4 % ([Fr. 45'500.-- - Fr. 22'104.--] : Fr. 45'500.-- x 100). Aus
diesem Invaliditätsgrad resultiert - noch ohne Parallelisierung des
Invalideneinkommens - ein Anspruch auf eine halbe Rente ab einem durch die
Beschwerdegegnerin noch zu bestimmenden Zeitpunkt.
4.
4.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen, soweit darauf
einzutreten ist, und der Beschwerdeführerin eine halbe Rente zuzusprechen. Die Sache
ist sodann zur Festsetzung des Rentenbeginns und der Rentenhöhe an die
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Das in der Replik gestellte Revisionsgesuch ist
zur Behandlung der Beschwerdegegnerin zu überweisen.
4.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis
Fr. 1’000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--
erscheint angemessen. Nachdem die Beschwerdeführerin in der Hauptsache obsiegt
und bezüglich des Rentenbeginns eine Rückweisung angeordnet wird (die
praxisgemäss ebenfalls als Obsiegen gilt), hat die Beschwerdegegnerin die
Gerichtsgebühr zu tragen. Der Beschwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss
von Fr. 600.-- zurückzuerstatten.
4.3 Die obsiegende Beschwerdeführerin hat Anspruch auf eine Parteientschädigung
für die Kosten der Vertretung und Prozessführung (Art. 61 lit. g ATSG). Diese ist vom
Gericht ermessensweise festzusetzen, wobei insbesondere der Bedeutung der
Streitsache und dem Aufwand Rechnung zu tragen ist. Vorliegend erscheint eine
bis
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Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer)
angemessen.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP