Decision ID: 1512b6cd-8877-4985-af66-1dd40b7921ce
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Mit Nachtragsverfügung vom 18. Juli 2014 setzte die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, Ausgleichsk
asse, die persönlichen Beiträge
von
X._
aus selbständiger Erwerbstätigkeit für das Beitragsjahr 2010 aufgrund des im selben Jahr erzielten Einkommens von Fr. 53‘732.-- und eines in den Betrieb investierten Eigenkapitals von Fr. 5‘000.-- abzüglich Zins von 2 % (
=
Fr. 100.--) auf Fr. 5‘763.60 fest (Urk. 7/90). Hierbei stützte sich die
Aus
gleichskasse
auf die Steuermeldung des Kantonalen Steueramtes Zürich vom 15. Juli 2014 (Urk. 7/89). Gegen die Nachtragsverfügung vom 18. Juli 2014 erhob der Beitragspflichtige am 4. August 2014 Einsprache (Urk. 7/92).
Er aner
kannte zwar ein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit im Umfang von Fr. 27‘035.--, wandte jedoch ein,
der Rest im Umfang von
Fr. 26‘697.
--
stelle kein Erwerbseinkommen dar
.
Die Ausgleichskasse holte daraufhin Auskünfte des Steueramtes des Kantons Zürich ein. Am 29. August 2014 teilte dieses mit, die Steuereinschätzung sei rechtskräftig geworden und die Zahlen der
Steuer
meldung
seien korrekt (Urk. 7/97). Mit Entscheid vom 17. November 2014 wies die Ausgleichskasse die Einsprache des Beitragspflichtigen ab (Urk. 2 [= Urk. 7/101]).
2.
Dagegen erhob der Beitragspflichtige am 15. Dezember 2014 Beschwerde und beantragte, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben (Urk. 1). Mit
Beschwer
deantwort
vom 26. Januar 2015 schloss die Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), was dem Beschwerdeführer am 28. Januar 2015 ange
zeigt wurde (Urk. 8). Am 31. Juli 2015 reichte der Beitragspflichtige eine weitere Eingabe
zu den Akten
(Urk. 9)
, unter Beilage einer Mitteilung des kantonalen Steueramtes vom 15. Juli 2015
(Urk. 10). Am 2. September 2015 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine weitere Stellungnahme (Urk. 13). Mit Verfügung vom 3. September 2015 zog das Gericht die Steuerakten des Beschwerdeführers betreffend die Steuerperioden 2005-2013 bei (Urk. 14, Urk. 16 und Urk. 17/1-9).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Die Einzelrichterin

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Da der Streitwert
Fr.
20’000.-- nicht übersteigt, fällt die Beurteilung der
Beschwerde
in die einzelrichterliche Zuständigkeit (
§
11
Abs.
1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht).
1.2
Gemäss Art. 22 der Verordnung über die Alters- und
Hinterlassenenversiche
rung
(AHVV) werden die Beiträge vom Einkommen aus selbständiger Erwerbs
tätigkeit für jedes Beitragsjahr festgesetzt, wobei das Kalenderjahr als
Beitrags
jahr
gilt. Die Beiträge bemessen sich aufgrund des im Beitragsjahr tatsächlich erzielten Erwerbseinkommens und des am 31. Dezember im Betrieb investierten Eigenkapitals.
1.3
Gemäss Art. 17 AHVV gelten als Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 9 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Alters- und
Hinterlas
senenversicherung
(AHVG) alle in selbständiger Stellung erzielten Einkünfte aus einem Handels-, Industrie-, Gewerbe-, Land- und Forstwirtschaftsbetrieb, aus einem freien Beruf sowie aus jeder anderen selbständigen Erwerbstätigkeit, einschliesslich der Kapital- und Überführungsgewinne nach Art. 18 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer (DBG) und der Gewinne aus der Veräusserung von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken nach Art. 18 Abs. 4 DBG, mit Ausnahme der Einkünfte aus zu Geschäftsvermögen erklärten Beteiligungen nach Art. 18 Abs. 2 DBG. Nicht unter den Begriff der selbständi
gen Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 9 Abs. 1 AHVG und Art. 17 AHVV fällt die blosse Verwaltung des eigenen Vermögens; der daraus resultierende reine Kapitalertrag unterliegt daher nicht der Beitragspflicht. Gleiches gilt in Bezug auf Gewinne aus privatem Vermögen, welche in Ausnützung einer zufällig sich bietenden Gelegenheit erzielt worden sind. Anderseits stellen Kapitalgewinne aus der Veräusserung oder Verwertung von Gegenständen des Privatvermögens, wie Wertschriften oder Liegenschaften, auch bei nicht buchführungspflichtigen (Einzel)Betrieben, Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit dar, wenn und soweit sie auf gewerbsmässigem Handel beruhen (BGE 134 V 250 E. 3.1 mit Hinweisen).
Ausgangspunkt für die Beurteilung der Frage, ob Einkünfte oder Vermögens
zu
wächse (Erträge, Gewinne) aus einer selbständigen Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 4 Abs. 1 und Art. 9 Abs. 1 AHVG herrühren, bildet praxisgemäss die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Abgrenzung zwischen Privat- und
Geschäftsvermögen bei der Besteuerung von Kapitalgewinnen nach Art. 16 f. DBG.
Danach besteht das entscheidende Kriterium für die Zuteilung eines
Ver
mö
genswertes
zum Geschäftsvermögen darin, dass er für Geschäftszwecke er
wor
ben worden ist (Erwerbsmotiv) oder dem Geschäft tatsächlich dient (Zweck
be
stimmung). Wo sich die Zugehörigkeit nicht ohne Weiteres aus der äusseren Beschaffenheit des Vermögenswertes ergibt, wie dies häufig bei
Alternativ
gü
tern
der Fall ist, die sowohl mit dem Geschäft im Zusammenhang stehen als auch ausschliesslich für eine private Verwendung geeignet sein können, ist da
r
über aufgrund einer Würdigung aller für die Bestimmung der technisch-wirt
schaftlichen Funktion des betreffenden Gegenstandes bedeutsamen Umstän
de zu entscheiden (BGE 125 V 383 E. 2b). Gemäss Art. 18 Abs. 2 Satz 3 DBG gelten
als Geschäftsvermögen alle Vermögenswerte, die ganz oder vorwiegend der selb
ständigen Erwerbstätigkeit dienen.
1.4
Nach Art. 23 Abs. 1 AHVV obliegt es in der Regel den Steuerbehörden, das für die Bemessung der Beiträge
Selbständigerwerbender
massgebende
Erwerbsein
kommen
aufgrund der rechtskräftigen Veranlagung für die direkte Bundessteuer
und das im Betrieb investierte Eigenkapital aufgrund der entsprechenden rechts
kräftigen kantonalen Veranlagung unter Berücksichtigung der interkanto
nalen Repartitionswerte zu ermitteln. Die Angaben der Steuerbehörden hierüber sind für die Ausgleichskassen verbindlich (Art. 23 Abs. 4 AHVV).
Die absolute Verbindlichkeit der Angaben der Steuerbehörden für die
Aus
-
gleichs
kasse
und die daraus abgeleitete relative Bindung des
Sozialversi
che
-
rungsgerichts
an die rechtskräftigen Steuertaxationen sind auf die Bemes
sung des massgebenden Einkommens und des betrieblichen Eigenkapitals beschränkt. Diese Bindung betrifft also nicht die beitragsrechtliche Qualifikation und beschlägt daher nicht die Fragen, ob überhaupt Erwerbseinkommen und gegebenenfalls solches aus selbstständiger oder unselbstständiger Tätigkeit vor
liegt und ob die Person, die das Einkommen bezogen hat, beitragspflichtig ist. Somit haben die Ausgleichskassen ohne Bindung an die Steuermeldung auf
grund des Rechts der Alters- und
Hinterlassenenversicherung
zu beurteilen, wer für ein von der Steuerbehörde gemeldetes Einkommen beitragspflichtig ist (BGE 121 V 80 E. 2c S. 82 f.). Das gilt namentlich auch für die Qualifikation eines Vermögensbestandteils als Privat- oder Geschäftsvermögen, zumal diese Unter
scheidung steuerrechtlich häufig ohne Belang ist, da steuerrechtlich der Ertrag sowohl aus Privat- als auch aus Geschäftsvermögen steuerbar ist. Die
Steuer
meldung
ist daher mit Bezug auf den Vermögensertrag keine zuverlässige Grundlage für die AHV-Beitragsfestsetzung, weshalb die Qualifikation als bei
tragsfreier Kapitalertrag auf Privatvermögen oder beitragspflichtiges Einkom
men aus Geschäftsvermögen im Beitragsfestsetzungsverfahren erfolgen muss. In Bezug auf den Vermögensgewinn ist demgegenüber auch steuerrechtlich die Unterscheidung von Geschäfts- und Privatvermögen von Bedeutung, weshalb
sich die AHV-Behörden in der Regel auf die Steuermeldung verlassen können und eigene nähere Abklärungen nur dann vornehmen müssen, wenn sich ernst
hafte Zweifel an der Richtigkeit der Steuermeldung ergeben (BGE 134 V 250
E.
3.3 S. 253 f. mit Hinweisen
; Urteil des Bundesgerichts 9C_107/2013 vom 3
0.
Januar 2014 E. 1.4
).
Dabei ist zu beachten, dass der Grundsatz der parallelen
Verabgabung
von
Vermö
gensgewinn
und Vermögensertrag bei Annahme von Geschäftsvermögen zwingend ist und dem Grundsatz vorgeht, dass der Beitragspflichtige sich ent
gegenhalten lassen muss, was er steuerrechtlich vorgekehrt hat (Urteil
e des Bundesgerichts 9C_107/2013 vom 3
0.
Januar 2014 E. 1.2,
9C_803/2011 vom 2
3.
August 2012 E. 3.4).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erwog im angefochtenen Entscheid (Urk. 2), gemäss Auskunft des kantonalen Steueramtes handle es sich beim
Liegenschaft
en
ertrag
um AHV-pflichtiges Einkommen, denn die Liegenschaft gehöre zum Geschäfts
vermögen.
2.2
Demgegenüber machte der Beschwerdeführer in der Beschwerde vom 15. Dezember 2014 im Wesentlichen geltend (Urk. 1), in der Liegenschaft
Y._
in
Z._
vermiete er einen Teil der Wohnungen möbliert.
Der
Steu
erwert
der Liegenschaft werde vom Bruttomietertrag aufgerechnet. Werde nun aber der Ertrag aus der Vermietung der möblierten Wohnungen zusammen mit dem Mietertrag der unmöblierten Wohnungen in der gleichen
Liegenschaftsab
rechnung
aufgeführt, werde der Steuerwert der Liegenschaft künstlich erhöht und erweise sich als falsch. Deshalb habe ihm das Steueramt geraten, für die möblierten Wohnungen eine separate Erfolgsrechnung zu erstellen, was er in der Folge auch gemacht habe. Dass die Liegenschaft zum Geschäftsvermögen gehöre, treffe nicht zu. Die Liegenschaft werde nicht geschäftlich genutzt und es bestehe kein Zusammenhang zur Geschäftstätigkeit.
3.
3.1
Der Beschwerdeführer
, geboren 1947
und von Beruf diplomierter Ingenieur ETH,
ist Inhaber des seit
11. Oktober
2005
im Handelsregister eingetragenen
Einzel
unternehmens „
A._
“, welches die Unter
nehmensberatung, die Entwicklung und den Vertrieb von technischen Kompo
nenten bezweckt (Urk. 3/1
und
Urk.
7/15). Für diese Tätigkeit meldete er sich bei der Beschwerdegegnerin als
Selbständigerwerbender
ohne beitragspflichtiges Personal an (
Urk.
7/19).
Gleichzeitig ist er Eigentümer
einer
Stockwerkeigen
tumsw
ohnun
g
i
m Kanton
B._
und
eines Mehrfamilienhauses
mit Gara
gen und Aussenparkplätzen
an der
Y._
in
Z._
und
erzielt hieraus Mietzinseinkünfte.
Eine der Wohnung
en an der
Y._
scheint er (vgl. Adresse) selber zu bewohnen.
Die Liegenschaft umfasst sechs
vermietete
Woh
nungen (vgl.
Urk.
17/6, Verwaltungsabrechnung 1.1.2010- 31.12.2010 S. 9f.), wovon deren vier im Jahre 2010 möbliert vermietet wurden
(
Urk.
17/6, Erfolgsrechnung Vermietung Möblierung
Y._
)
.
Seit April 2005 rech
nete er als Arbeitgeber Lohn für seine als Hauswartin der Liegenschaft
Y._
tätige Ehefrau ab (
Urk.
7/24,
Urk.
7/26-27,
Urk.
7/31,
Urk.
7/33,
Urk.
7/42,
Urk.
7/67,
Urk.
7/74
,
Urk.
7/88
)
. Die Liegenschaft wird durch eine Drittfirma verwaltet
und im Jahre 2005
erfolgten Renovationen, was zu einem Verlust in dieser Abrechnungsperiode führte
(vgl. Verwaltungsabrechnungen 2005 bis 2013 in den Steuereinschätzungsakten
Urk.
17/1-
9
).
Mit der im Han
delsregister eingetragenen Einzelfirma erzielte der Beschwerdeführer im Jahre 2005 einen Gewinn von
Fr.
35‘132.
--
(
Urk.
17/1), was von den Steuerbehörden der Beschwerdegegnerin entsprechend gemeldet
wurde
(Steuermeldung vom 2
0.
Juni 2007,
Urk.
7/28)
,
und worauf mit Nachtragsverfügung vom 2
9.
Juni 2007 (
Urk.
7/30) die persönlichen Beiträge festgesetzt wurden.
Im Jahre 2006 erzielte der Beschwerdeführer aus seiner selbständigen Erwerbstätigkeit
in der Einzelfirma
einen Verlust von
Fr.
53‘120.
--
(
Urk.
17/2 und
Urk.
7/35 [
Steuer
meldung
vom 2
1.
Februar 2009]), was zur Folge hatte, dass die persönlichen Beiträge 2006 in Höhe des Mindestbeitrag
s festgesetzt wurden (Verfügung
vom
6.
November 2009,
Urk.
7/38). Erstmals in der Steuererklärung 2007
(
Urk.
17/3) deklarierte der Beschwerdeführer Einkünfte aus selbständiger Erwerbstätigkeit im Haupt- (Verlust von
Fr.
8‘1
7
6.--) und im Nebenerwerb (Gewinn von
Fr.
12‘
105), wobei der Nebenerwerb die separat ausgewiesenen Einkünfte aus der
vermieteten
Möblierung (ohne Miet
zins Wohnung
) der Liegenschaft
Y._
darstellte (vgl. Erfolgsrechnung Vermietung
Y._
in
Urk.
17/3). Die Steuerbehörden meldeten für das Jahr 2007 ein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit von
Fr.
3
‘000.--
(St
euermeldung vom 1
5.
August 200
9
,
Urk.
7/36
)
,
verrechneten demzufolge den Haupt- mit dem Nebenerwerb. Hierauf waren ebenfalls nur die Mindestbeiträge geschuldet (Verfügung vom
2
1.
August 2009,
Urk.
7/37
). Auch für die weiteren Jahre meldeten die Steuer
behörden jeweils die Summe der beiden Einkünfte (Selbständiger Haupt- und Nebenerwerb 2008:
Fr.
14‘344
.--
[= Verlust aus Haupterwerb von
Fr.
20‘993
.--
+ Einkünfte aus Vermietung von
Fr.
35‘337.--; vgl. Steuermel
dung vom
8.
Mai 2010,
Urk.
7/43]
; 2009:
Verlust
Fr.
30‘154
.--
[Verlust aus Haupterwerb von
Fr.
60‘006.-- + Einkünfte aus Vermietung
Fr.
29‘852.--; vgl. Steuermeldung vom 2
0.
August 2011,
Urk.
7/66
]; 2011
:
Verlust
Fr.
7‘749.
--
[Verlust aus
Haupt
erwerb
von
Fr.
31‘598.-- + Einkünfte aus Vermietung von
Fr.
23‘849.--;
Steu
ermeldung
vom 3
1.
Oktober 2013,
Urk.
7/84, sowie Berechnungsmitteilung vom
4.
Juli 2013,
Urk.
17/7]). Hierauf setzte die Beschwerdegegnerin die persönli
chen Beiträge 2007
bis 2009 und
2011 fest, wobei lediglich für das Beitragsjahr 2008 nicht nur
die Minimalbeiträge
geschuldet waren (
Nachtragsverfügung vom 1
8.
Juni 2010 für Periode 2008 [
Urk.
7/48], vom 2
2.
August 2011 für Periode 2009 [
Urk.
7/65] und vom 2
7.
Dezember 2013 für Periode 2011 [
Urk.
7/85]).
3.2
Für die
hier
strittige Beitragsperiode
2010
meldete das Steueramt am 2
5.
Juni 2014 ein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit von
Fr.
53‘732.
--
(
Urk.
7/89). Auch dieser Betrag setzt sich aus den zwei als selbständigem Haupt- und Nebenerwerb deklarierten Einkünften zusammen, wobei
Fr.
27‘035.
--
aus dem Gewinn der Einzelfirma und
Fr.
26‘697.
--
aus den
Einkünften „Vermietung Möblierung
Y._
“ stammen (vgl. Deklaration sowie Berechnungsmit
teilung vom 3
0.
Juli 2012,
Urk.
17/6). Wie sich den Steuerakten 20
10 entneh
men lässt, entsprechen
die hi
er strittigen Einkünfte von Fr.
26‘697.
--
nicht den Miet
zins
einnahmen aus der Vermietung
der sechs
Wohnungen
oder
Garagen
plätze
im Mehrfamilienhaus
Y._
, d
ieser betrug im Jahre 2010 netto
Fr.
143‘290.
--
(vgl. Verwaltungsabrechnung 2010,
Urk.
17/6), sondern einzig und allein aus dem separat ausgewiesenen Ertrag für die Möblierung und Ein
richtung von vier der
hinsichtlich der Wohnungsmiete
ebenfalls in der
Verwal
tungsabrechnung
aufgelisteten und
miteing
e
schlossenen
Wohnungen. Die als „Erfolgsrechnung Vermietung Möblierung
Y._
“ betitelte Abrechnung
(vgl.
Urk.
17/6)
umfasst
demzufolge nur die Einkünfte aus
der Überlassung beweglichen Vermögens in
den
vermieteten Wohnungen. Als separater Auf
wand ab
ge
zogen wurden Abschreibungen auf dem Mobiliar,
Verwaltungsauf
wand
und
Spesen, in Form von Reisespesen, Inseratenanteil, diverse Kleinkosten infolge Hausratergänzungen, sowie
der
zu Lasten des Vermieters gehend
e Aus
fall bzw. die
zu seinen Lasten gehenden
Mehrkosten
für
Heizung
und Neben
kosten aller Wohnungen
. Die Abschreibungen auf der Möblierung betrugen seit 2007 jeweils 25
%
auf dem Restwert des
Mobiliars zuzüglich Investition, so auch im Jahre 2010.
3.3
Hieraus folgt, dass es sich bei den strittigen Einkünften nicht um
Liegenschaften
ertrag
(im engeren Sinne) handelt. Es bestehen auch keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer gewerbsmässig
Liegenschaf
tenhandel
treibt oder der Erwerb und Besitz der Liegenschaft
Y._
in Zusammenhang mit der jetzigen oder einer früheren selbständigen Erwerbstä
tigkeit des Beschwerdeführers
steht
.
Ebenso liegen keine Anzeichen dafür vor, dass der Beschwerdeführer eine zufällig sich bietende Gelegenheit
unter
Gewinn
optimierung
ausnutzte, um mit Liegenschaften
zu handeln oder diese gewerbsmässig zu verwalten
bzw. betrieblich zu nutzen
.
Auch entsprach das von den Steuerbehörden gemeldete Eigenkapital seit 2005 einzig dem in den Erfolgsrechnungen der Einzelfirma
A._
ausgewiesenen Eigenkapital, wurde demzufolge die Liegenschaft
Y._
nie zum Ge
schäftsvermögen gerechnet, so auch nicht für das Beitragsjahr 201
0.
Aus diesen Gründen ist
davon auszugehen, dass die Liegenschaft
Y._
kein Handelsobjekt darstellt und
zum Privatvermögen zählt, weshalb grund
sätzlich das aus der Vermietung der Wohnungen erzielte Einkommen beitrags
freier Kapitalertrag darstellt.
Strittig und zu prüfen ist
jedoch
, ob die Überlassung des Mobiliars
als selbstän
dige Erwerbstätigkeit zu qualifizieren ist.
3.4
Seit 2007 deklariert
der Beschwerdeführer die Einkünfte aus der Überlassung des Inventars in den möblierten Wohnungen
(im Jahre
2010 waren
dies
vier Wohnungen, nämlich
die 2-Zimmerwohnung
EG-West,
die 4-Zimmerwohnung EG-Süd und die
4-Zimmerwohnungen
1.
OG-Süd und
2.
OG-Süd)
als selbstän
digen Nebenerwerb und akzeptierte, dass die AHV-Beitragserhebung aus dem Ges
amteinkommen aus hauptberuflich
ausgeübter selbständiger Erwerbstätig
keit und diesen Einkünften „Möblierung
Y._
“ erfolgte, wobei dies einzig für das Jahr 2008 zu einer leicht höheren Beitragsbelastung führte, weil in den übrigen Jahren so oder anders jeweils der Mindestbeitrag geschuldet gewesen wäre
(vgl. E. 1.3)
.
Die betreffenden Wohnungen scheinen
dauerver
mietet
zu sein, wenn auch ein etwas häufigerer Wechsel stattfand, als dies sonst bei zumindest 4-Zimmerwohnungen in der Stadt
Z._
zu erwarten wäre und bei den unmöblierten Wohnungen effektiv stattfand.
Dem aufgelisteten Auf
wand l
assen
sich keine
Hotellerieleistungen
(Bettwäschewechsel oder
regelmäs
sige
Reinigungen der Wohnungen se
lber) entnehmen, jedoch werden der Erfolgsrechnung – nebst den Abschreibungen auf den Möbeln - zusätzlicher Verwaltungsaufwand (nebst den bereits in der Liegenschaftsabrechnung ver
buchten)
,
Inseratespesen
, Reiseaufwand und Investitionen sowie
Hausratergän
zungen
belastet. Pauschal
werden
auch Kosten für Telefon, Reinigung und Geschenke
abgezogen
, wobei die Höhe dieses Abzuges eine regelmässige
Woh
nungsreinigung
ausschliesst und solche auch beim
Aufwand der
Liegenschaf
tenabrechnung
(
Wohnungsmieterträge
) aufgeführt sind.
Mit den
Hauswartleis
tungen
über die gesamte Liegenschaft
scheint die Ehefrau des Beschwerdefüh
rers, welche hierfür einen Lohn erhält, betraut zu sein. Im Jahre 2010 betrug dieser netto
Fr.
7‘200.
--
(vgl.
Urk.
17/
6 „Nebenerwerb Ehefrau“).
3.5
Wohl erbringt der Beschwerdeführer mit der Überlassung von Mobiliar und Haus
rat, der Überprüfung auf ihre Funktionstüchtigkeit und
dem
entsprechen
de
n
Reparatur- und Erneuerungsaufwand eine Dienstleistung, die durchaus Charakter einer auf Erwerb gerichteten Tätigkeit aufweist, auch wenn er diese Dienstleistungen durch
(bezahlte)
Dritte vornehmen lässt. Indes qualifizierte das Bundesgericht den Betrieb eines Apartmenthauses oder die Vermietung von möblierten Zimmern nur dann als Erwerbstätigkeit, wenn zur Überlassung der Räumlichkeiten und des Mobiliars noch weitere Dienstleistungen, wie die Reini
gung der
Wohnung und der Bettwäsche, hinzukommen
,
bei der
Vermietung
der
möblierten
Unterkünfte im konkreten Fall ein wesentlicher Unterschied gegen
über der Vermietung unmöblierter Räume besteht. Soweit keine weiteren Dienstleistungen erbracht werden und die Kontrolle der Mietobjekte das auch bei unmöblierten Objekten übliche Mass nicht
(wesentlich)
überschreitet
, ver
neinte das Bundesgericht den Erwerbscharakter (BGE 111 V 81 mit Hinweisen).
Solche qualifikationsrelevanten Dienstleistungen sind hier
nicht
ersichtlich, ansonsten wären sowohl die Reinigungsspesen wie der Hauswartlohn um ein Mehrfaches höher.
Kommt hinzu, dass die Liegenschaft zum Privatvermögen zu zählen ist, und nicht alle der vermieteten Wohnungen möbliert überlassen wer
den, die Vermietung von Mobiliar also nur rund die Hälfte der Wohnungen in der Liegenschaft
Y._
ausmacht und
der Mietertrag aus Mobiliar
ins
gesamt – über alle Mieteinnahmen einschliesslich der Autoabstellplätze
hinweg betrachtet
-
eine untergeordnete Rolle spielt.
Wohl spricht die vom Beschwer
deführer
ab 2007
gewählte steuerliche Deklaration dieser Einkünfte für die (subjektive) Qualifikation als Erwerbstätigkeit.
Einerseits begründete er dies jedoch nachvollziehbar mit der andernfalls „falschen“ (überhöhten) Bemessung des Steuerwertes der Liegenschaft
(
Urk.
1)
.
Andererseits bleibt zu beachten, dass
die Rubrik der Deklaration
weder
hinsichtlich der Einkommenssteuer noch
(mit Ausnahme des Beitragsjahres 2008)
letztlich
ahv
-rechtliche
Konsequenzen
zei
tigte
, weshalb - jedenfalls nicht vordergründig -
eine Änderung der
beitrags
rechtlichen
Qualifikation
(
mit
entsprechend
erhöhten Anforderungen
)
nicht
in Frage steht. Kommt hinzu, dass die Steuermeldung vom
2
5.
Juni 2014 betref
fend das Steuerjahr 2010 einzig das in der Einzelfirma investierte Eigenkapital von
Fr.
4‘842.
--
ausweist
, den Wert der vermieteten Möblierung und Einrich
tungsgegenstände (per 3
1.
Dezember 2010 deklarierte der Beschwerd
e
führer einen Inventarwert von
Fr.
57‘422.66; vgl. Auflistung „Abschreibungen Möb
lierung
Y._
“ in
Urk.
17/6) jedoch als Geschäftsvermögen ausser Acht
lässt
. Wären die Einkünfte aus der Vermietung von Mobiliar als
Erwerbsein
kommen
zu qualifizieren, müsste
konsequenterweise auch das vermietete Mobi
liar als Geschäftsvermögen qualifiziert und
der Wert
dieser
Aktiven zum betrieblichen Eigenkapital gezählt werden.
Dies wurde auch in den früheren sowie nachfolgenden Beitragsjahren nicht beachtet, was indes infolge der
geringfügigen Einkommen keine Rolle spielte.
Der Beschwerdeführer selber deklarierte das Wohnungsinventar ebenfalls nicht als Geschäftsvermögen (vgl.
Urk.
17/1-9).
3.
6
Zusammenfassen
d
sind
im konkreten Fall
die
praxisgemäss erforderlichen
Krite
rien, welche für die Qualifikation
des
Überlassen
s
von Mobiliar und Einrich
tungsgegenstände
n
als
Erwerbstätigkeit sprechen, nicht, jedenfalls
klarerweise
nicht überwiegend gegeben, weshalb
die hieraus erzielten
Einkünfte nicht als
selbständiges Erwerbseinkommen im Sinne von
Art.
9
Abs.
1 AHVG in Verbin
dung mit
Art.
17 AHVV zu betrachten sind.
4.
Entsprechend ist die Beschwerde gutzuheissen und in Aufhebung des angefochte
nen
Einspracheentscheids
vom 1
7.
N
ovember 20
14
sind die persönli
chen Beiträge des Beschwerdeführers
für das Beitragsjahr 2010 auf einem Netto-Erwerbseinkommen von
Fr.
27‘035.
--
und
unter Berücksichtigung eines im Betrieb investierten
Einkapitals
von
Fr.
5
‘000.--
neu festzusetzen. In Anwendung der massgeblichen Berechnungsvorschriften (
Art.
9
Abs.
2
lit
. f,
Art.
8
Abs.
1 AHVG,
Art.
18
Abs.
2 und
Art.
21 AHVV; vgl. auch BGE 141
V
433 sowie
Rz
.
1166 der vom Bundesamt für Sozialversicherung heraus
-
gegebe
nen Wegleitung über die Beiträge der
Selb
st
ständigerwerbenden
und Nichter
werbstätigen in der AHV, IV und EO [WSN])
ber
echnet sich ein beitragspflichti
ges Einkommen von gerundet
Fr.
2
8‘500.--
(Nettoeinkommen
Fr.
27‘035.--; abzüglich
2 %
Zins vom Eigenkapital [
Fr.
5
‘
000.--]; zuzüglich aufzurechnende persönliche Beiträge nach der Formel: Nettoeinkommen x 100 : [100 –
5.603
]
)
. Bei einem Beitragssatz von
5.603 %
ergibt dies persönliche Beiträge von
Fr. 1‘596.90
zuzüglich Verwal
tungskosten (3
%
) von
Fr. 47.90
, total
Fr. 1‘644.80
.
5
.
Ergänzend
ist
zu
bemerken
, dass der Beschwerdeführer seit
1.
Februar 2012 eine Altersrente bezieht
(
Urk.
7/70)
, die
noch ohne Einbezug
des
hier strittigen Erwerbseinkommen 2010 berechnet wurde
(vgl.
Urk.
7/69
; Durchschnittsein
kommen Basis 2012:
Fr.
91‘260.--, vgl. auch
Urk.
7/83). Da die
Nachtragsbu
chung
von
Fr.
49‘909
.--
für das Jahr
2010 (
Urk.
7/91) zu keiner
Veränderung des
Rentenbetreffnisses
(infolge
Neuberechnung des
Durchschnittseinkommen
s
) führte (vgl.
Urk.
7/98) ist nicht davon auszugehen, dass
der heutige
Entscheid Einfluss auf die Höhe seiner Rente hat, weshalb davon abgesehen werden konnte, de
n Beschwerdeführer
zu einer Stellungnahme
zu allfälligen Konse
quenzen für seine Altersrente
einzuladen.