Decision ID: 458b9514-e1ea-49cd-a65c-ece25d04a8f1
Year: 2017
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend Veruntreuung
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 2. Abteilung - , vom 21. Juni 2016 (GG160071)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich vom 18. März
2016 (pag. 90401440) ist diesem Urteil beigeheftet.
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist schuldig der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1
Abs. 1 StGB.
2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 37 Tagessätzen zu
Fr. 80.–, als Zusatzstrafe zum Strafbefehl des Einzelrichteramts des Kan-
tons Zug vom 8. Mai 2007.
3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre
festgesetzt.
4. Die Privatklägerin wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg des
Zivilprozesses verwiesen.
5. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf
Fr. 1'500.00 ; die weiteren Auslagen betragen:
Fr. 1'600.00 Gebühr Vorverfahren
Fr. 3'696.00 Auslagen Vorverfahren
Fr. 3'516.95 amtliche Verteidigung
Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
6. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, einschliess-
lich der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auf-
erlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die
Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss
Art. 135 Abs. 4 StPO.
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7. Rechtsanwalt lic. iur. X._ wird für seine Bemühungen und Barauslagen
als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten mit Fr. 3'516.95 (inkl. MwSt.)
aus der Gerichtskasse entschädigt.
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 25 S. 1)
Freispruch
b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich:
(Urk. 20, schriftlich)
Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils
_

Erwägungen:
I. Prozessuales
1. Verfahrensgeschichte
1.1. Mit Eingabe seines Verteidigers vom 21. Juni 2016, eingegangen bei
der Vorinstanz am 23. Juni 2016, liess der Beschuldigte gegen das eingangs im
Dispositiv wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 2. Abteilung - Ein-
zelgericht, vom 21. Juni 2016 rechtzeitig Berufung anmelden (Urk. 11). Nach Er-
halt des begründeten Urteils am 25. August 2016 (Urk. 15/2) liess er mit Eingabe
vom 25. August 2016, hier eingegangen am 29. August 2016, fristgerecht die Be-
rufungserklärung einreichen (Urk. 17).
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1.2. Die Staatsanwaltschaft sowie die Privatklägerin, B._ ... Services
Schweiz AG, verzichteten auf ein Rechtsmittel. Erstere beantragte die Bestäti-
gung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 20).
2. Berufungsthema
2.1. Der Beschuldigte verlangt einen Freispruch unter Kosten- und Ent-
schädigungsfolge zu Lasten des Staates, womit er das vorinstanzliche Urteil
grundsätzlich vollumfänglich angefochten hat. Allerdings kann davon ausgegan-
gen werden, dass er den Zivilpunkt nicht anfechten wollte, da die Privatklägerin
mit ihrem – nicht hinreichend begründeten (so die Vorinstanz zutreffend in Urk. 16
S. 19) – Schadenersatzbegehren auch im Falle eines Freispruchs auf den Weg
des Zivilprozesses zu verweisen wäre (vgl. Art. 126 Abs. 2 lit. d StPO). Als nicht
angefochten betrachtet werden kann sodann auch die erstinstanzliche Kosten-
festsetzung.
Es kann deshalb vorab festgestellt werden, dass die diesbezüglichen Dispo-
sitivziffern 4, 5 und 7 in Rechtskraft erwachsen sind.
2.2. Beweisanträge wurden nicht gestellt.
II. Sachverhalt
1. Anklagevorwurf
Der mit Anklage vom 16. März 2016 (pag. 90401440) erhobene Vorwurf
lautet zusammengefasst dahingehend, der Beschuldigte habe ca. im Mai 2002
von C._ den von der D._ AG bei der B._ Credit AG geleasten
Personenwagen, Mercedes-Benz E320, Stammnummer ..., für ein paar Tage
zum Gebrauch erhalten, diesen anschliessend aber nicht wie verabredet zu-
rückgegeben. Stattdessen habe er ca. am 28. Mai 2002 auf einem Parkplatza-
real in E._ im Kanton Bern mit F._, welcher vor Ort einen Autohandel
betrieben habe, über dieses Fahrzeug einen Kaufvertrag abgeschlossen, um
sich einen Vermögensvorteil zu verschaffen. In der Folge habe der Beschuldig-
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te den Mercedes-Benz E320 samt Fahrzeugausweis, worin explizit
"178 Halterwechsel verboten" gestanden habe, gegen Erhalt des Kaufpreises
von Fr. 14'000.– in bar an F._ übergeben.
2. Grundsätze der Beweiswürdigung
Hinsichtlich der allgemeinen Regeln der Beweiswürdigung kann auf die zu-
treffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 16 S. 6; Art. 82
Abs. 4 StPO).
3. Beweismittel
3.1. Vorhandene Beweismittel
Auch bezüglich der vorliegend zur Erstellung des Sachverhalts an erster
Stelle relevanten Beweismittel – d.h. der Aussagen des Beschuldigten und von
F._, der handgeschriebenen Verkaufsquittung vom 28. Mai 2002, des Hand-
schriftgutachtens betreffend die Handschrift des Beschuldigten, des Fahrzeug-
ausweises sowie weiterer Urkunden – kann vorab auf die erstinstanzlichen Aus-
führungen verwiesen werden (Urk. 16 S. 7-9). An Beweismitteln weiter zur Verfü-
gung stehen die Aussagen von C._, von G._ und von H._. Auf die
aufgezählten Beweismittel, namentlich auch die Aussagen der genannten Perso-
nen, ist nachfolgend im Rahmen der Beweiswürdigung lediglich soweit notwendig
einzugehen.
3.2. Zur Verwertbarkeit der Beweismittel
3.2.1. Hinsichtlich der Aussagen des Beschuldigten ist darauf hinzuweisen,
dass die staatsanwaltschaftliche Einvernahme vom 22. März 2006 (pag.
90401143 ff.) nicht zu Ungunsten des Beschuldigten verwertet werden darf. Mit
Präsidialverfügung des Bezirksgerichts Zürich vom 22. März 2006 wurde dem Be-
schuldigten – auf ein entsprechendes Gesuch der Staatsanwaltschaft – ein not-
wendiger amtlicher Verteidiger im Sinne von § 11 Abs. 2 Ziff. 3 aStPO/ZH beige-
geben, da damals bei einem Schuldspruch der Widerruf einer mit Urteil vom
14. März 2002 des Obergerichts des Kantons Zürich bedingt ausgesprochenen
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Freiheitsstrafe von 16 Monaten Gefängnis drohte (vgl. pag. 90401231 f.). In der
Folge wiederholte die Staatsanwaltschaft am 4. Mai 2006 (vgl. pag. 90401153 ff.)
im Beisein des Verteidigers die Einvernahme vom 22. März 2006 mit dem Hin-
weis, dass der Beschuldigte anlässlich derselben nicht genügend verteidigt gewe-
sen sei (pag. 90401153). Sowohl nach dem damals geltenden kantonalen Pro-
zessrecht als auch nach der heute in Kraft stehenden Schweizerischen Strafpro-
zessordnung ist die Bestellung eines notwendigen Verteidigers nicht schon bei
der ersten, jedenfalls aber bei der zweiten staatsanwaltschaftlichen Beschul-
digteneinvernahme zwingend (vgl. für das alte Recht: Schmid, Strafprozessrecht,
4. Aufl. 2004, S. 159; für das neue Recht: Derselbe, Handbuch des Schweizeri-
schen Strafprozessrechts, 2. Aufl., S 290 f.). Die Einvernahme vom 22. März 2006
stellte die zweite Beschuldigteneinvernahme dar, nachdem der Beschuldigte
durch die Staatsanwaltschaft ein erstes Mal am 20. Dezember 2005 einvernom-
men worden war (vgl. pag. 90401065 ff.).
3.2.2. Verwertbar sind indes die erste staatsanwaltschaftliche Einvernahme
vom 20. Dezember 2005 sowie die dieser vorangehenden zwei polizeilichen Ein-
vernahmen vom 19. April 2005 (vgl. pag. 90401057 ff.) und vom 17. Mai 2005
(vgl. pag. 90401063 ff.), nachdem der Beschuldigte in all diesen Einvernahmen
auf seine Rechte, besonders auch auf die Möglichkeit der Bestellung eines Ver-
teidigers, hingewiesen worden war und darauf offensichtlich verzichtete (vgl. pag.
90401057, 90401063 und 90301065).
3.2.3. Auch hinsichtlich sämtlicher weiterer Beweismittel ist ein Verwer-
tungsverbot nicht ersichtlich.
4. Beweiswürdigung
4.1. Unbestrittener Sachverhalt: Übernahme des Mercedes von C._
und Weitergabe an F._ durch den Beschuldigten
4.1.1. Der Beschuldigte anerkannte vor Vorinstanz, dass er im Mai 2002
von C._ einen Mercedes-Benz E320, welcher von der D._ AG bei der
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Privatklägerin geleast worden sei, für ein paar Tage zum Gebrauch erhalten habe
(Prot. I S. 11).
Bereits in der Untersuchung stellte er nicht in Abrede, von C._ den in-
kriminierten Mercedes für ein paar Tage zum Gebrauch erhalten zu haben, wobei
er damals noch angab, dies sei im Spätsommer 2002 (pag. 90401058) bzw. im
August 2002 gewesen (vgl. pag. 90401063 sowie pag. 90401071 und 90401073).
In der Untersuchung anerkannte der Beschuldigte überdies – derweil er diesbe-
züglich vor Vorinstanz sowie vor Berufungsgericht (Prot. II S. 8; vgl. auch Urk. 25
S. 3) die Aussage verweigerte bzw. angab, sich nicht mehr erinnern zu können – ,
dass er den Mercedes nach ein paar Tagen des Gebrauchs F._ übergeben
habe (vgl. pag. 90401058 f. und 90401060 f.; pag. 90401063 sowie pag.
90401066, 90401069 ff.).
4.1.2. Dass der Beschuldigte den Mercedes-Benz E320 von C._ für ei-
nige Tage zum Gebrauch bekam und später F._ übergab, wird durch die
Aussagen von C._ (vgl. pag. 90401040 ff. und pag. 90401046 ff.) sowie
durch die Aussagen von F._ aus dem Jahr 2015 (vgl. pag. 90401275 und
90401277 f. sowie pag. 90401282 ff.) bestätigt. Anlässlich seiner ersten Haftein-
vernahme vom 8. Februar 2006 machte F._ zwar noch geltend, dass er den
Mercedes-Benz E320 vom Beschuldigten – trotz Kaufs – nie erhalten habe (vgl.
pag. 90401118). Diese ersten Aussagen F._s, welcher durchwegs als Be-
schuldigter einvernommen wurde, müssen aber als Schutzbehauptungen gewer-
tet werden. Sie widersprechen nämlich nicht bloss seinen eigenen, späteren Aus-
sagen, sondern auch den Aussagen des Beschuldigten und namentlich auch den
Aussagen von C._ und G._, welche sich im Versuch, den Mercedes von
F._ zurückzubekommen, mit diesem telefonisch in Verbindung gesetzt hatten
(vgl. pag. 90401040 sowie pag. 90401049, vgl. dazu auch nachstehend
Ziff. 4.2.5.).
Die Übergabe des Mercedes an den Beschuldigten und die anschliessende
Weitergabe an F._ ist aufgrund der in diesem Punkt übereinstimmenden
Aussagen der involvierten Personen erstellt.
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4.1.3. Aufgrund des wichtigen Beweismittels der handgeschriebenen Ver-
kaufsquittung vom 28. Mai 2002 (vgl. hiezu unten Ziff. 4.2.4.) und damit überein-
stimmender einzelner Aussagen von F._ (vgl. hiezu nachstehend Ziff. 4.2.5.)
ist davon auszugehen, dass die Empfangnahme des Mercedes-Benz E320 durch
den Beschuldigten sowie die anschliessende Übergabe an F._ anklagege-
mäss im Mai 2002 und nicht – wie vom Beschuldigten sowie von C._ (vgl.
pag. 90401043 und pag. 90401052) geltend gemacht – in der zweiten Augusthälf-
te 2002 stattfanden, zumal die Aussagen des Beschuldigten und C._ an-
sonsten auch in einem unauflösbaren Widerspruch stünden zur Tatsache, dass
die Kontrollschilder des Mercedes am 12. August 2002 beim Strassenverkehrs-
amt deponiert wurden. C._ gab denn auch an, dass sich die Schilder noch
am Fahrzeug befanden, als er dieses dem Beschuldigten übergab (pag.
90401053), was abgesehen davon auch naheliegend ist, weil der Beschuldigte es
ja benützen wollte.
4.1.4. In den Akten befindet sich ein Leasing-Vertrag zwischen der
B._ Credit AG und der D._ AG vom 21. September 1998 über den
Mercedes-Benz E320, Stammnummer ... . Darin ist eine Vertragsdauer von 60
Monaten mit Vertragsbeginn am 1. Oktober 1998 und Vertragsende am
30. September 2003 festgehalten (pag. 90401013). Als Leasinggeberin fungierte
demnach die B._ Credit AG. Wie dem Handelsregistereintrag (Urk. 9) ent-
nommen werden kann, handelte es sich bei dieser Gesellschaft (entgegen den
Ausführungen des Verteidigers, Urk. 8 S. 2; Urk. 25 S. 2) klar um die Rechtsvor-
gängerin der späteren Anzeigeerstatterin, der I._ AG (pag. 90401011), bzw.
der heutigen Privatklägerin, der B._... Services Schweiz AG (pag.
90401354). Entgegen einem weiteren Einwand des Verteidigers (Urk. 25 S. 2)
spielt es keine Rolle, dass der Leasingvertrag sich lediglich in Kopie und nicht im
Original in den Akten befindet, liegen doch auch die Aussagen der Beteiligten vor
(vgl. unten), aus welchen ohne Zweifel hervorgeht, dass im Tatzeitpunkt in Bezug
auf das Tatfahrzeug ein laufender Leasingvertrag bestand.
Im Recht liegt weiter ein Fahrzeugausweis mit Datum vom 1. Oktober 1998
über den Mercedes-Benz E320, Stammnummer ..., worin als Halterin die
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D._ AG eingetragen ist. Zudem ist der Vermerk "178 Halterwechsel verbo-
ten" angebracht (pag. 90401131).
Dieser Fahrzeugausweis wurde von F._ zusammen mit weiteren Unter-
lagen – darunter das Original der Verkaufsquittung vom 28. Mai 2002 (vgl. unten
Ziff. 4.2.4.) – im Nachgang zu seiner ersten Hafteinvernahme vom 8. Februar
2006 zu den Akten gereicht (vgl. pag.90401125: "Ich habe den Fahrzeugausweis ja
noch", und pag. 90401129-90401131). Damit steht fest, dass es sich dabei um den
Fahrzeugausweis handelt, welcher F._ vom Beschuldigten zusammen mit
dem Mercedes übergeben worden war, was im Übrigen auch unbestritten ist.
Der Beschuldigte bestreitet sodann nicht, dass er wusste, dass der fragliche
Mercedes ein Leasingfahrzeug war. Vielmehr sagte er bereits zu Beginn der Un-
tersuchung aus, dass ihm C._ gesagt habe, dass es ein Leasingfahrzeug
gewesen sei und er (der Beschuldigte) zudem ja den originalen Fahrzeugausweis
bei sich gehabt und dies auch dort gesehen habe (pag. 90401058). Der Beschul-
digte sagte auch aus, dass er F._ anlässlich der Übergabe gesagt habe,
dass es ein geleastes Fahrzeug sei. Der Beschuldigte bestätigte weiter, dass ihm
bekannt sei, was ein Fahrzeugleasing in Bezug auf die Eigentumsverhältnisse
bedeute, dass nämlich das Auto jener Firma gehöre, welche das Leasing heraus-
gebe und niemand anderem, das heisse weder der Firma, welche es geleast ha-
be, noch Herrn C._ noch Herrn F._ (pag. 90401068).
Aufgrund all dessen steht zweifelsfrei fest, dass der Mercedes-Benz E320
im Tatzeitpunkt ein Leasingfahrzeug war und der Beschuldigte dies wusste.
Der Verteidiger wendet ein, es könne zum Einen nicht als erstellt gelten,
dass ein rechtsgültiger Leasingvertrag vorgelegen habe, und es sei zum Andern
nicht auszuschliessen, dass der Mercedes vor Vertragsablauf von einer Drittper-
son gekauft worden sein könne, weshalb aus diesen Gründen nicht davon ausge-
gangen werden könne, dass es sich beim zur Diskussion stehenden Mercedes
um ein im Jahr 2002 geleastes Fahrzeug gehandelt habe (Urk. 8 S. 2 und Prot. I
S. 16; Urk. 25 S. 1 f.). Dieser Einwand erscheint konstruiert und vermag sich nicht
auf objektive Anhaltspunkte zu stützen. Er steht im Widerspruch nicht nur zu den
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vorstehend genannten objektiven Beweismitteln und den Zugaben des Beschul-
digten, sondern auch zu den Aussagen der weiteren einvernommenen Personen
G._, C._ sowie F._, welche alle unabhängig voneinander Aussa-
gen getätigt hatten, wonach es sich beim Mercedes um ein damals geleastes
Fahrzeug gehandelt habe (vgl. dazu auch unten Ziff. 4.2.5.).
4.2. Bestrittener Sachverhalt: Modalitäten und Grund der Weitergabe des
Mercedes an F._
4.2.1. Der restliche eingeklagte Sachverhalt wird vom Beschuldigten bestrit-
ten.
Zu Beginn des Strafverfahrens machte der Beschuldigte geltend, dass er
den Mercedes-Benz E320 an F._ übergeben habe, da er kurzfristig ins Aus-
land habe gehen müssen und deshalb das Fahrzeug nicht wie ursprünglich ab-
gemacht selber an C._ habe zurückgeben können. Er habe das Fahrzeug
auf dem Parkplatz von F._ abgestellt und diesem erklärt, dass C._ ihn
anrufen und es abholen werde (pag. 90401058 f.). Er habe F._ um den Ge-
fallen gebeten, C._ das Fahrzeug an seiner Stelle zurückzugeben. F._
und C._ hätten dann auch noch miteinander Kontakt gehabt wegen der
Übergabe, dann sei der "ganze Blödsinn hier" passiert (pag. 90401066 f.). Dass
die Fahrzeugrückgabe an C._ nicht geklappt habe, habe er ursprünglich
nicht gewusst bzw. erst im Zusammenhang mit dem vorliegenden Strafverfahren
erfahren (so sinngemäss in pag. 90401069).
Im späteren Verlauf der Untersuchung sowie anlässlich beider Gerichtsver-
handlungen führte der Beschuldigte dann aus, dass er sich an das Geschehene
nicht mehr erinnern könne und aus diesem Grund keine Aussagen machen wolle
(vgl. pag. 90401153 f.; pag. 90401155 f. sowie pag. 90401286 ff.; Prot. I S. 12 ff.;
Prot. II S. 8, vgl. auch Urk. 25 S. 3).
4.2.2. Die Darstellung des Beschuldigten, wonach er den Mercedes an
F._ übergeben habe, damit dieser das Fahrzeug an seiner Stelle an C._
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zurückgebe, muss aus den nachfolgend dargelegten Gründen als Schutzbehaup-
tung gewertet werden.
4.2.3. Zunächst ist bezeichnend, dass der Beschuldigte seine Darstellung
lediglich solange aufrecht erhielt, als er nicht mit den belastenden Beweismitteln
konfrontiert wurde. So zog er es in der Einvernahme vom 4. Mai 2006, in welcher
er zum ersten Mal auf verwertbare Weise mit den Aussagen von F._ und der
handschriftlichen Verkaufsquittung von 28. Mai 2002 konfrontiert worden war, vor,
zu schweigen (vgl. pag. 90401153: "Aus welchem Grund kamen Sie in Kontakt mit F._? - Ich möchte diesmals von meinem Recht Gebrauch machen, keine Aussagen mehr zu
machen", und pag. 90401156: "Ist das Ihre Unterschrift auf dem Verkaufsbeleg? - Ich mache
keine Aussagen mehr").
4.2.4. Die im Recht liegende, handschriftliche Verkaufsquittung trägt das
Datum des 28. Mai 2002. Darauf ist als Verkäufer der Beschuldigte und als Käufe-
rin eine J._ angegeben. Als Verkaufsobjekt wird der in der Anklage erfasste
Mercedes-Benz E320 mit der Stammnummer ... genannt. Des weiteren ist ver-
merkt und mit einer Unterschrift bestätigt, dass der Kaufbetrag von Fr. 14'000.–
bar erhalten worden sei (pag. 90401130).
Diese Verkaufsquittung befand sich in den Effekten von F._: Eine Kopie
derselben wurde der Staatsanwaltschaft durch das Gefängnis Zürich noch anläss-
lich der Hafteinvernahme vom 8. Februar 2006 per Telefax zugestellt (vgl. pag.
90401123 und 90401128). Deren Original wurde sodann durch F._ nach der
(ersten) Haftentlassung bzw. im Nachgang zu dieser Einvernahme zusammen mit
dem Fahrzeugausweis und weiteren Unterlagen per Brief zu den Akten gereicht
(vgl. pag. 90401129-90401131).
Der Sachverständige K._, Kantonspolizei Zürich, Kriminaltechnische
Abteilung, Urkundenlabor, kommt in seinem Schriftgutachten zum Schluss, dass
diese Verkaufsquittung vom 28. Mai 2002 "mit hoher Wahrscheinlichkeit" vom Be-
schuldigten selbst handschriftlich verfasst und mit seiner eigenen Unterschrift un-
terzeichnet worden sei (Seite 8 des Gutachtens, pag. 90401174). Die Schlussfol-
gerung "mit hoher Wahrscheinlichkeit" ist nicht etwa als identisch anzusehen mit
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dem gleichlautenden Beweismass im Strafrecht. Vielmehr stellt diese Formulie-
rung, wie im Gutachten einleitend festgestellt wird, einen Ausdruck aus der im Ur-
kundenlabor der Kantonspolizei Zürich eigens gebräuchlichen Terminologie dar.
Demnach steht die schriftgutachterliche Schlussfolgerung "mit hoher Wahrschein-
lichkeit" dafür, dass zwar methodisch bedingte Einschränkungen zu berücksichti-
gen waren, die jedoch für den Sachverständigen "keine Zweifel an der Richtigkeit
der Schlussfolgerung begründen" (Seite 4 des Gutachtens, pag. 90401170). Der
Schriftgutachter zeigt sich somit vollständig überzeugt, dass sowohl der Text als
auch die Unterschrift auf der Verkaufsquittung vom 28. Mai 2002 aus der Hand
des Beschuldigten stammen. Aufgrund dieser keine Zweifel zulassenden Exper-
tenmeinung steht für das Berufungsgericht mit rechtsgenügender Sicherheit fest,
dass der Beschuldigte der Verfasser dieser Verkaufsquittung ist. Dieser Punkt
wird im Übrigen seitens des Beschuldigten auch nicht bestritten, nachdem er vor
Vorinstanz sowie vor Berufungsgericht seinen Verteidiger hat ausführen lassen,
man dürfe ohne Willkür davon ausgehen, dass das erwähnte Dokument vom Be-
schuldigten geschrieben und unterzeichnet worden sei. Dies werde vom Beschul-
digten auch gar nicht in Abrede gestellt, er könne sich bloss nicht mehr daran er-
innern (Urk. 8 S. 3, Urk. 25 S. 2 f.).
4.2.5. Die Schlussfolgerung des Sachverständigen deckt sich mit den in
diesem Punkt konstanten Aussagen vom F._, der Beschuldigte habe diese
Verkaufsquittung vor seinen Augen eigenhändig geschrieben und unterzeichnet
(vgl. pag. 90401120, 90401124 und 90401125; pag. 90401275 f.; pag.
90401284). Aufgrund ihrer Konstanz und ihrer Übereinstimmung mit dem objekti-
ven Befund aus dem Schriftgutachten sind diese Aussagen von F._ glaub-
haft, auch wenn er in weiteren Punkten widersprüchlich aussagte (dazu unten
Ziff. 4.2.5.).
Glaubhaft ist weiter die konstante Aussage F._s, dass er den Mercedes
bezahlt bzw. der Beschuldigte den Kaufpreis von Fr. 14'000.– erhalten habe (pag.
90401118, 90401119 und 90401123; pag. 90401275 f.; pag. 90401284 und
90401289). Dies einerseits deshalb, weil sich F._ damit auch selbst belaste-
te, und andererseits deshalb, weil nicht einsichtig wäre, wieso der Beschuldigte
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eine Verkaufsquittung mit dem Vermerk "Betrag bar und dankend erhalten" (pag.
90401130) aufgesetzt und unterschrieben sowie F._ ausgehändigt haben
sollte, wenn er das Geld nicht erhalten hätte.
Aus den Aussagen F._s geht weiter in Übereinstimmung mit den Anga-
ben auf der Verkaufsquittung vom 28. Mai 2002 hervor, dass F._ als Käufer
des inkriminierten Mercedes nicht in eigenem Namen, sondern im Namen der
"J._ AG" auftrat, welche eine Firma seines Kollegen H._ gewesen sei
(pag. 90401124 f.; pag. 90401276 f.; pag. 90401284). Ob dieser H._ – wie
F._ andeutete – in den Verkauf des Mercedes involviert war, oder ob
F._ – wie der als Zeuge einvernommene H._ geltend machte (pag.
90401161) – diese Firma ohne dessen Wissen verwendete, kann offengelassen
werden, da dies für die Beurteilung des strafrechtlichen Verhaltens des Beschul-
digten nicht von Relevanz ist.
Entgegen den Ausführungen des Verteidigers (Urk. 8 S. 3) ist auch irrele-
vant, dass eine "J._ AG" nie existiert bzw. die Bezeichnung der Gesellschaft
H._s richtigerweise "J._ GmbH" gelautet habe und dass F._ ge-
mäss den Aussagen H._s nicht zeichnungsberechtigt war. Ob der fragliche
Vertrag rechtlich Bestand hat, ist für die Frage, ob das Verhalten des Beschuldig-
ten strafrechtlich relevant ist, nicht von Bedeutung (vgl. unten Ziff. III.2.2.).
Entscheidend ist vielmehr, dass – bis hierhin – erstellt werden kann, dass
der Beschuldigte und F._ einen Verkauf des fraglichen Mercedes vereinbar-
ten und der Beschuldigte den Kaufpreis von Fr. 14'000.– erhielt.
4.2.6. Erstellt werden kann weiter, dass der Beschuldigte den Mercedes
aufgrund dieses Verkaufs an F._ übergab:
Zwar sind die Aussagen F._s widersprüchlich hinsichtlich der Frage, ob
und wann er vom Beschuldigten einerseits den Mercedes und andererseits den
Fahrzeugausweis erhalten habe. Diese Widersprüche lassen sich indes damit er-
klären, dass F._ – der als Beschuldigter einvernommen wurde – die Ge-
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schehnisse zeitlich solange als möglich und inhaltlich soweit als möglich in einem
für ihn günstigen Licht erscheinen lassen wollte.
a) So machte F._ anlässlich seiner (ersten) Hafteinvernahme vom
8. Februar 2006 noch geltend, er habe vorläufig keinen Fahrzeugausweis und
auch kein Auto bekommen (pag. 90401118). Er habe den Fahrzeugausweis erst
im Nachhinein bekommen und erst dann gesehen, dass der Mercedes nicht dem
Beschuldigten, sondern einer Leasingfirma gehört habe (pag. 90401121). In lang-
fädigen und gewundenen, offensichtlich ausflüchtenden Aussagen machte er wei-
ter geltend, dass er das Auto nie in Besitz gehabt habe (vgl. pag. 90401122).
Diese ersten Aussagen F._s müssen als Schutzbehauptungen gewertet
werden. Sie widersprechen nicht bloss seinen späteren Aussagen, sondern auch
den Aussagen des Beschuldigten sowie (hinsichtlich der Fahrzeugübergabe) den
Aussagen G._s und C._s (vgl. vorstehend Ziff. 4.1.2.).
b) Anlässlich seiner (erneuten) Hafteinvernahme vom 28. September 2015
führte F._ aus, dass der Beschuldigte ihm bereits anlässlich der Ausfertigung
und Unterzeichnung der Verkaufsquittung vom 28. Mai 2002 und der anschlies-
senden Übergabe der Fr. 14'000.– den Fahrzeugausweis übergeben und den
Mercedes bei ihm auf seinem Parkplatz auf dem Autohandelsplatz in E._ bei
... [Ort] abgestellt habe. Auch führte er aus, dass er (F._) bereits in jenem
Moment, aufgrund des Eintrags im Fahrzeugausweis, gewusst habe, dass es sich
um ein Leasingfahrzeug gehandelt habe (vgl. pag. 90401274-904011278).
An dieser Darstellung hielt F._ auch in der Konfrontationseinvernahme
mit dem Beschuldigten vom 10. November 2015 fest (vgl. pag. 90501283 -
90401286).
Diese zweite Darstellung erscheint – bis hierhin (vgl. aber nachstehende
lit. c) – glaubhaft. Sie stimmt hinsichtlich der Frage des relativen Zeitpunkts der
Übergabe des Fahrzeugs und des Fahrzeugausweises sowie des Wissens
F._s – und des Beschuldigten – um den Leasingcharakter des Fahrzeugs mit
den Aussagen des Beschuldigten überein. Die Darstellung differiert von der Dar-
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stellung des letzteren lediglich bezüglich des Grunds dieser Übergabe, worin sie
aber mit den Aussagen von C._ und G._ harmoniert, wonach F._
höchstens gegen die Bezahlung von Geld zur Rückgabe des Fahrzeugs bereit
gewesen wäre (dazu unten lit. c.aa).
c) F._ gestand somit anlässlich der Hafteinvernahme vom 28. Septem-
ber 2015 und der Konfrontationseinvernahme vom 10. November 2015 ein, dass
er im Mai 2002 den Mercedes E320 vom Beschuldigten im Wissen um dessen
Leasingcharakter gekauft und auch erhalten hatte. Er machte im Weiteren aber
(sinngemäss) geltend, dass er das Fahrzeug lediglich deshalb angenommen ha-
be, weil der Beschuldigte ihm versichert habe, dass er die Bank auszahlen bzw.
das Leasing auslösen werde. Der Beschuldigte habe sich aber später bei ihm gar
nicht mehr gemeldet. Er (F._) habe ihm deshalb Nachrichten hinterlassen,
dass er das Auto wieder holen kommen solle. Jemand, der gesagt habe, dass er
ein Kollege des Beschuldigten sei, habe dann später das Auto auch geholt (vgl.
pag. 90401277 f.; pag. 90301285 f.). Dieser Teil der Darstellung von F._ er-
weist sich zumindest teilweise als unglaubhaft:
aa) Nicht geglaubt werden kann, dass der Mercedes Benz E320 nach dem
Abschluss des Kaufvertrages durch einen Kollegen des Beschuldigten abgeholt
wurde. Diese Aussage F._s steht in Widerspruch zu Drittaussagen. C._
sagte (sinngemäss) aus, dass er sich (zweimal) mit F._ in Verbindung ge-
setzt und die Herausgabe des Mercedes verlangt habe, was dieser verweigert
habe. Dieser habe gesagt, dass er das Fahrzeug nur an den Beschuldigten aus-
händigen könne. Der Beschuldigte schulde ihm (F._) Geld, weshalb er ihm
(C._) das Auto nicht geben könne. Er (C._) habe dann G._ gebe-
ten, sich der Sache anzunehmen, um das Fahrzeug zurückzubekommen. Er habe
G._ gebeten, F._ anzurufen. Am anderen Tag habe G._ ihm
(C._) dann gesagt, dass sich F._ ihm (G._) gegenüber genau so
verhalten habe, wie ihm (C._) gegenüber. G._ habe weiter gesagt, dass
er nun zur Polizei gehen und dies "der B'._" unverzüglich mitteilen werde
(vgl. pag. 90401040 f. und pag. 90401049 f.). Diese Aussagen C._s werden
im Wesentlichen bestätigt durch die Aussagen von G._. Er habe von
- 16 -
C._ die Natelnummer eines gewissen F._ erhalten. Auf seinen Anruf hin
und die Bemerkung, dass das Fahrzeug geleast sei, habe F._ geantwortet,
das sei ihm egal, er gebe den Mercedes nicht heraus, höchstens gegen Geld. Er
habe diesen Mercedes vom Beschuldigten als Sicherheit, sozusagen als Depot, in
Empfang genommen, und gebe ihn nur gegen Geld heraus. G._ bestätigte
auch, dass er zur Polizei gegangen sei und am 27. August 2002 schriftlich per
Fax "die I._" über den Vorfall in Kenntnis gesetzt habe (pag. 90401035 f.).
Auch wenn zu berücksichtigen ist, dass C._ sowie G._ als Beschuldigte
einvernommen worden waren und deshalb davon ausgegangen werden muss,
dass sie die Geschehnisse je in einem für sie möglichst günstigen Licht zu prä-
sentieren versuchten, erscheinen ihre Aussagen in dieser Hinsicht glaubhaft,
nachdem der Fax von G._ vom 27. August 2002 an die I._ Finanz exis-
tiert und von dieser zu den Akten gereicht worden war (pag. 90401013). Hinzu
kommt, dass F._ selber in seinen früheren Aussagen, nach Konfrontation mit
den Aussagen von G._, bestätigt hatte, dass ihn verschiedene (ihm unbe-
kannte) Personen wegen des Mercedes angerufen hätten und er all diesen ge-
sagt habe, dass er das Fahrzeug nur gegen Geld herausgebe. Er habe auch der
Leasingfirma gesagt, dass er zuerst sein Geld wolle (pag. 90401121). Dass
F._ sich weigerte, das Fahrzeug herauszugeben, ohne dafür schadlos gehal-
ten zu werden, ist denn auch, nachdem er selber Fr. 14'000.– dafür bezahlt hatte,
nicht unlogisch.
Auch wenn nicht eruiert werden kann, was mit dem inkriminierten Mercedes-
Benz E320 – welcher im Rahmen des Strafverfahrens nicht mehr aufgefunden
werden konnte (vgl. den Polizeirapport vom 4. März 2005, pag. 90401004) –
letztendlich passierte, ist aufgrund der vorstehenden Aussagen jedenfalls davon
auszugehen, dass dieses Fahrzeug nicht mehr zu C._ zurück gelangte. Wei-
ter steht fest, dass die Privatklägerin das Fahrzeug bis heute nicht zurückerhalten
hat.
bb) Nachdem auf der Verkaufsquittung vom 28. Mai 2002 wortwörtlich von
einem "Verkauf" des Mercedes gesprochen wird (pag. 90401130) und auch
F._ mehrfach aussagte, dass der Beschuldigte ihm das Fahrzeug verkauft
- 17 -
habe, ist unter rechtlichen Aspekten von einem Verkauf auszugehen, wobei für
den Fall, dass der Kaufvertrag rechtlich nicht Bestand hatte, zumindest davon
auszugehen ist, dass der Beschuldigte die Veräusserung des Fahrzeugs versuch-
te (vgl. nachstehend Ziff. III.2.2.). Nicht mit rechtsgenügender Sicherheit gesagt
werden kann auf der Ebene des Sachverhaltens höchstens, ob der Beschuldigte
den Mercedes dauerhaft zu verkaufen beabsichtigte. Aufgrund der vorstehenden
zitierten Aussagen von C._, G._ und F._ selber über die Reaktion
F._s auf die Telefonanrufe der Ersteren sowie einiger weiterer Aussagen von
F._ (vgl. z.B. pag. 90401120: "Er wollte dies zuerst als Darlehen, ich sagte ihm, ich könne das nicht, [...], er könne mir die Autos nur verkaufen und könne diese nach drei Monaten
zurückkaufen, ich sagte ihm, ich würde drei Monate warten"; pag. 90401277: "A._ hat mir
monatelang gesagt, dass er die Autos zurückkaufe", pag. 90401283, er habe dem  den Mercedes bezahlt, "Auf das Versprechen, dass er innerhalb eines Monats alle vier Autos
abhole") kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Verkauf des Mercedes nach
dem übereinstimmenden Willen des Beschuldigten sowie von F._ möglich-
erweise nur vorübergehender Natur sein sollte bzw. der Mercedes vom Beschul-
digten zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurückgekauft werden sollte, auch
wenn andererseits die entsprechenden Aussagen F._s letztlich auch bloss
Schutzbehauptungen darstellen können, mittels derer er sich selber zu entlasten
versuchte. Unter Vorbehalt einer Rückkaufoption hatte der Beschuldigte an
F._ nach den insofern übereinstimmenden Aussagen der beiden bereits zu
einem früheren Zeitpunkt drei Fahrzeuge – einen Maserati, einen Ferrari und ei-
nen Mercedes S600 – verkauft bzw. als Sicherheit für einen Kredit hinterlassen
(vgl. die Aussagen des Beschuldigten in pag. 90401060, pag.90401068 und pag.
90401286 und die Aussagen F._s in pag. 90401117, pag. 90401275 und
pag. 90401283; im Recht liegen auch die von F._ eingereichten Kaufverträ-
ge, Ausweise und weitere Unterlagen über diese drei Fahrzeuge: pag. 90401132-
90401142). Uneinig sind sich der Beschuldigte und F._ lediglich darüber, wer
wem aus diesen Geschäften letztlich Geld schuldig geblieben sei. Vor diesem
Hintergrund lässt sich nicht ausschliessen, dass der Beschuldigte in Betracht ge-
zogen hatte, den Mercedes E320 zu einem späteren Zeitpunkt unter Umständen
wieder zurückkaufen zu können. Die Frage muss allerdings nicht weiter abgeklärt
- 18 -
werden: Ob der streitgegenständliche Mercedes dauerhaft oder temporär verkauft
werden sollte, ist, wie zu zeigen sein wird, unter rechtlichen Aspekten irrelevant.
4.3. Fazit
Aufgrund der nachweislich vom Beschuldigten verfassten und unterzeichne-
ten Verkaufsquittung vom 28. Mai 2002 und damit übereinstimmender einzelner
glaubhafter Aussagen von F._ unter Mitberücksichtigung einzelner weiterer
glaubhafter, da jeweils untereinander übereinstimmender bzw. zumindest harmo-
nierender Aussagen der übrigen einvernommenen Personen ist in der Gesamt-
schau mit rechtsgenügender Sicherheit erstellt, dass der Beschuldigte ca. am
28. Mai 2002 gestützt auf den Kaufvertrag gleichen Datums F._ den ihm von
C._ anvertrauten Mercedes-Benz E320, Stammnummer ..., gegen einen
Kaufpreis von Fr. 14'000.– übergab, obwohl, wie er wusste, im Fahrzeugausweis
der Vermerk "178 Halterwechsel verboten" angebracht war.
Der Sachverhalt gemäss Anklageschrift ist somit erstellt.
III. Rechtliche Würdigung
1. Einleitung
Staatsanwaltschaft und Vorinstanz würdigen das Verhalten des Beschuldig-
ten als Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (vgl. pag.
90401440 ff. Urk. 16 S. 10 ff.).
2. Tatbestand
2.1. Gemäss dieser Gesetzesbestimmung begeht eine Veruntreuung, wer
sich eine ihm anvertraute fremde bewegliche Sache aneignet, um damit sich oder
einen anderen unrechtmässig zu bereichern.
a) Ob eine Sache fremd ist, bestimmt sich ausschliesslich nach Zivilrecht.
Beim Leasing einer Sache geht das Eigentum daran, anders als bei einem Abzah-
lungskaufvertrag, nicht über, weshalb die Sache, nachdem sie in den Gewahrsam
- 19 -
des Leasingnehmers übergegangen ist, anvertraut ist (vgl. BSK StGB - Niggli/
Riedo, Art. 138 N 10 und 19). Unmassgeblich ist, ob die Verfügungsmacht dem
Täter vom Eigentümer oder von einem Dritten – durch sog. mittelbares Anver-
trauen – übertragen wird (BSK StGB - Niggli/Riedo, Art. 138 N 77). Im letzten Fal-
le bleibt es unerheblich, ob der Gegenstand dem Treuhänder (d.h. dem Täter)
durch den Dritten ohne Wissen des Eigentümers oder sogar gegen dessen Willen
ausgehändigt wird (Andreas Donatsch, Strafrecht III, 10. Aufl., Zürich 2013,
S. 129).
Eine Sache eignet sich an, wer wie ein Eigentümer darüber verfügt, ohne
diese Eigenschaft zu haben. Erforderlich ist, dass der Täter den Willen zur dau-
ernden Enteignung des Berechtigten und zur zumindest vorübergehenden Zueig-
nung der Sache hat, wobei vorausgesetzt ist, dass dieser Wille äusserlich er-
kennbar wird. Eine Manifestation des Aneignungswillens liegt dann vor, wenn der
Täter nach aussen erkennbar seinen Willen bekundet, über die Sache zu verfü-
gen wie ein Eigentümer. Entsprechend liegt die Aneignung schon im Angebot
zum Verkauf und nicht erst im Verkauf selbst (BSK StGB - Niggli/Riedo, Art. 138
N 103 f.). Ein Wille zur dauernden Enteignung muss regelmässig angenommen
werden, wenn ein geleastes Fahrzeug an einen Dritten veräussert wird. Verfügt
der Täter anderweitig als durch definitive Entäusserung rechtsgeschäftlich wie ein
Eigentümer über die ihm anvertraute Sache, indem er diese beispielsweise ver-
pfändet oder einen Leasingvertrag darüber abschliesst, kann für die Frage, ob
das Verhalten in solchen Fällen auf eine dauerhafte Enteignung des Eigentümers
gerichtet ist, entscheidend sein, ob der Täter – im Zeitpunkt seines Handelns –
davon ausgeht und sich in der Lage glaubt, die Sache (rechtzeitig) wieder an den
rechtmässigen Eigentümer zurückgeben zu können (vgl. Urteil des BGer.
6B_827/2010 vom 24. Januar 2011, E. 5.5. m.w.H.).
b) Subjektiv verlangt wird Vorsatz bezüglich aller Tatbestandselemente, al-
so insbesondere das Wissen um die Fremdheit der Sache und der Wille, sie dem
Berechtigten dauernd zu enteignen und sich zumindest vorübergehend anzueig-
nen. Weiter notwendig ist die (direkte) Absicht unrechtmässiger Bereicherung
(BSK StGB - Niggli/Riedo, Art. 138 N 112 ff.).
- 20 -
2.2. a) Der Beschuldigte, welchem der Mercedes-Benz E320, Stammnum-
mer ..., lediglich für ein paar Tage zum Gebrauch überlassen wurde, wusste
schon gemäss seinen eigenen Aussagen (vgl. vorstehend Ziff. 4.1.4.), dass es
sich dabei um ein Leasingfahrzeug handelte und deshalb weder er noch C._,
sondern die Leasinggeberin, die ihm nicht bekannt zu sein brauchte, Eigentüme-
rin des Fahrzeugs war. Dieser Umstand war auch klar aus dem Fahrzeugausweis
erkennbar, nachdem darin die D._ AG als Halterin bezeichnet und der Ver-
merk "Halterwechsel verboten" angebracht war. Dass ihm das Leasingfahrzeug
nicht durch die Leasinggeberin, sondern im Sinne eines sog. mittelbaren Anver-
trauens durch C._ anvertraut wurde – welcher seinerseits das Fahrzeug
durch mehrfaches mittelbares Anvertrauen über die D._ bzw. G._ bzw.
L._ erhielt (vgl. z.B. die übereinstimmenden Aussagen G._s in pag.
90401030 und C._s in pag. 90401046 f.) – spielt keine Rolle. Obgleich der
Beschuldigte um seine fehlende Eigentümereigenschaft wusste, führte sich er
sich wie ein Eigentümer auf, indem er den Mercedes gegen den Kaufpreis von
Fr. 14'000.– an F._ übergab. Dass es sich beim zugrundeliegenden Rechts-
geschäft um einen Kaufvertrag handelte, geht nicht bloss aus einzelnen Aussa-
gen des letzteren hervor, sondern namentlich auch aus der Verkaufsquittung vom
28. Mai 2002, in der wortwörtlich von einem "Verkauf" des Mercedes gesprochen
wird (pag. 90401130). Wie bereits die Vorinstanz ausgeführt hat, ist irrelevant, ob
der Kaufvertrag zwischen dem Beschuldigten und F._ bzw. der J._ AG
oder J._ GmbH rechtsgültig zustande kam. Entscheidend ist, dass der Be-
schuldigte durch die Übergabe des Fahrzeugs gegen Bezahlung der Fr. 14'000.–
seinen Aneignungswillen deutlich manifestiert hat.
Die Aneignung ist im Übrigen auch dann zu bejahen, wenn von einem Ver-
kaufsgeschäft auszugehen wäre, das der Beschuldigte durch Rückkauf des Mer-
cedes in einem späteren Zeitpunkt faktisch rückgängig machen wollte, wie dies
F._ teilweise ansprach (vgl. vorstehend Ziff. 4.2.5.). Der Mercedes wurde
dem Beschuldigten von C._ gemäss deren übereinstimmenden Aussagen
lediglich für ein paar Tage zum Gebrauch überlassen (vgl. die Aussage des Be-
schuldigten in pag. 90401071: "Ein paar Tage, nicht lange, keine Woche"). Demgegen-
über soll gemäss den angesprochenen Aussagen von F._ zwischen ihm und
- 21 -
dem Beschuldigten die mündliche Vereinbarung eines möglichen Rückkaufs in-
nert Frist von einem oder drei Monaten bestanden haben. Selbst wenn der Be-
schuldigte in Betracht gezogen haben sollte, den Mercedes innert der mit F._
verabredeten Zeit wieder zurückzukaufen, hätte er jedenfalls die mit C._ ver-
einbarte Gebrauchsdauer weit überschritten, was für sich allein schon für eine
Aneignung spricht (vgl. BSK StGB - Niggli/Riedo, Art. 137 N 31). Hinzu kommt,
dass er durch die Übergabe des Mercedes gegen Bezahlung der Fr. 14'000.– in
jedem Fall die Verfügungsmacht über das Fahrzeug abgab. Damit aber lag eine
Rückgabe des Fahrzeugs nicht mehr ausschliesslich in seiner Macht, was unter-
mauert, dass er eine dauerhafte Enteignung der Leasinggeberin wollte oder zu-
mindest in Kauf nahm (vgl. Urteil des BGer. 6B_827/2010 vom 24. Januar 2011,
E. 5.5). Hinzu kommt weiter, dass weder der Beschuldigte noch F._ je gel-
tend gemacht hat, der Beschuldigte habe Anstrengungen unternommen, den
Mercedes zurückzukaufen. Vielmehr steht fest, dass das Fahrzeug weder zum
Beschuldigten noch zu C._ noch zur Leasinggeberin bzw. der Privatklägerin
zurückgefunden hat.
Der objektive Tatbestand der Veruntreuung ist damit erfüllt.
b) Der Beschuldigte wusste, dass er den Mercedes nach ein paar Tagen
hätte zurückgeben müssen, und dass dieser in fremdem Eigentum stand. Er hat
sich diesen demnach bewusst und gewollt angeeignet bzw. eine dauernde Ent-
eignung der berechtigten Eigentümerin bzw. Leasinggeberin zumindest in Kauf
genommen. Indem er den Mercedes gegen Fr. 14'000.– übergab, hat er auch
seine Absicht, sich oder jemand anderen unrechtmässig zu bereichern, manifes-
tiert.
3. Fazit
Der objektive und subjektive Tatbestand der Veruntreuung gemäss Art. 138
Ziff. 1 Abs. 1 StGB sind damit erfüllt, weshalb der Beschuldigte entsprechend
schuldig zu sprechen ist.
- 22 -
IV. Sanktion
1. Einleitung
Die Vorinstanz hat die vom Gesetz und der Rechtsprechung aufgestellten
Regeln zur Strafzumessung sowie zum Strafvollzug zutreffend wiedergegeben.
Das Bezirksgericht hat insbesondere auch richtig dargetan, dass eine Zusatzstra-
fe gemäss Art. 49 Abs. 2 StGB zum Strafbefehl des Einzelrichteramts des Kan-
tons Zug vom 8. Mai 2007 betr. Missbrauch von Ausweisen und Schildern (vgl.
Urk. 6) auszusprechen ist, da das heute zu beurteilende Delikt vor Erlass dieses
Strafbefehls begangen wurde und auch dafür die Bestrafung mit einer Geldstrafe
angemessen ist. Ergänzend ist festzuhalten, dass die Bestrafung des Beschuldig-
ten gestützt auf Art. 2 Abs. 2 StGB nach dem aktuellen Sanktionsrecht vorzuneh-
men ist; dieses ist das mildere Recht als das zur Tatzeit in Kraft stehende, wel-
ches die Sanktion der Geldstrafe nicht kannte.
Das Bezirksgericht hat weiter auch eine überzeugende konkrete Sanktionie-
rung vorgenommen.
Zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen kann vorab vollumfänglich auf
die entsprechenden Erwägungen verwiesen werden (Urk. 16 S. 12-18), weshalb
nachstehend nur noch punktuell darauf einzugehen ist.
2. Tatkomponenten
2.1. Veruntreuung
2.1.1. Der Beschuldigte hat einen ihm für einige Tage zum Gebrauch über-
lassenen Mercedes-Benz E320 nicht wieder zurückgegeben, sondern an einen
Dritten veräussert resp., sofern der Kaufvertrag keinen Bestand gehabt haben
sollte, zumindest zu veräussern versucht. Dabei erzielte er einen Erlös von
Fr. 14'000.–. Auch wenn es sich um einen einmaligen Vorfall handelte, ist dieses
Verhalten des Beschuldigten als dreist zu bezeichnen. Der Deliktsbetrag – wel-
cher bei der Veruntreuung einer unter Eigentumsvorbehalt stehenden Sache im
Restwert dieser Sache zum Tatzeitpunkt besteht (vgl. BSK StGB - Niggli/Riedo,
- 23 -
Art. 138 N 17) – ist vorliegend mit der Vorinstanz auf mindestens den vom Be-
schuldigten tatsächlich erzielten Erlös zu schätzen. Der von der Verteidigung gel-
tend gemachte Fahrzeugwert von Fr. 4'000.– (vgl. Prot. I S. 16 f.) erscheint zu tief,
derweil der von der Privatklägerin geltend gemachte Wert von Fr. 22'168.70
(pag. 90401354) nicht belegt ist. Angesichts der Bandbreite möglicher Veruntreu-
ungstaten ist aber insgesamt bezüglich der objektiven Tatschwere von einem
noch leichten Verschulden auszugehen.
In subjektiver Hinsicht ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte zu
seiner persönlichen Bereicherung delinquierte. Damit legte er ein egoistisches
Verhalten an den Tag, welches das objektive Verschulden nicht zu relativieren
vermag.
Gesamthaft ist das Verschulden somit als noch leicht zu qualifizieren. Die
von der Vorinstanz im Bereich von 120 Tagessätzen Geldstrafe angesetzte hypo-
thetische Einsatzstrafe erweist sich als angemessen.
2.2. Missbrauch von Ausweis und Schildern
Das Verschulden dieser Tat, wofür der Beschuldigte vom Einzelrichteramt
des Kantons Zug mit einer Geldstrafe von 3 Tagen bestraft worden war (Urk. 6),
ist mit der Vorinstanz als sehr leicht zu bezeichnen und hat keine spürbaren Aus-
wirkungen auf die vorgenannte Einsatzstrafe.
3. Täterkomponente
Hinsichtlich der Biographie und der finanziellen Verhältnisse des Beschuldig-
ten, welche gemäss dessen Aussagen vor Berufungsgericht keine wesentlichen
Veränderungen erfahren haben (vgl. Prot. II S. 4 ff.), bleibt es bei den zutreffen-
den Ausführungen der Vorinstanz (Urk. 16 S. 15 f.). Diese hat auch zutreffend
festgehalten, dass der Strafbefehl des Einzelrichteramts des Kantons Zug vom
8. Mai 2007 keine Vorstrafe im Sinne der Täterkomponenten darstellt, sondern im
Rahmen der Bestimmung der Zusatzstrafe nach Art. 49 Abs. 2 StGB zu berück-
sichtigen ist, und dass das Nachtatverhalten des ungeständigen Beschuldigten zu
keiner Strafminderung führt.
- 24 -
Insgesamt wirkt sich die Täterkomponente somit neutral auf die Strafzumes-
sung aus.
4. Strafmilderungsgrund des Zeitablaufs gemäss Art. 48 lit. e StGB
Zu Recht hat die Vorinstanz festgehalten, dass der Beschuldigte sich seit
mehreren Jahren wohlverhalten hat und die Verfolgungsverjährungsfrist für das
heute zu beurteilende Delikt im erstinstanzlichen Urteilszeitpunkt bereits zu mehr
als zwei Dritteln abgelaufen war. Die Frage der Verjährung richtet sich allerdings
(entgegen der implizit zum Ausdruck gebrachten Auffassung der Vorinstanz,
Urk. 16 S. 16) nach dem (milderen) alten Recht, welches vor der Revision des
Verjährungsrechts vom 1. Oktober 2002 in Kraft war. Die absolute Verfolgungs-
verjährungsfrist von 15 Jahren (Art. 70 Abs. 4 i.V.m. Art. 72 Ziff. 2 Abs. 2 aStGB)
lief deshalb auch nach dem erstinstanzlichen Entscheid weiter und ist im vorlie-
genden Zeitpunkt des Berufungsentscheids bereits nahezu abgelaufen. Dem Be-
schuldigten ist deshalb heute eine noch weitergehende Strafreduktion im Umfang
von fünf Sechsteln bzw. 100 Tagessätzen zu gewähren.
8. Tagessatzhöhe
Die erstinstanzlich festgelegte Tagessatzhöhe von Fr. 80.– erweist sich an-
gesichts der im Wesentlichen unveränderten persönlichen und wirtschaftlichen
Verhältnisse des Beschuldigten auch heute als angemessen.
5. Fazit Strafzumessung
In Anbetracht aller relevanten Strafzumessungsgründe erweist sich eine Ge-
samtstrafe von 20 Tagessätzen Geldstrafe, von welcher zur Bestimmung der Zu-
satzstrafe die bereits ausgefällte Strafe des Einzelrichteramts des Kantons Zug
abzuziehen ist, als angemessen.
Somit ist der Beschuldigte mit einer Geldstrafe von 17 Tagessätzen zu
Fr. 80.– als Zusatzstrafe zum Strafbefehl des Einzelrichteramts des Kantons Zug
vom 8. Mai 2007 zu bestrafen.
- 25 -
6. Vollzug
Angesichts des Verschlechterungsverbots im Sinne von Art. 391 Abs. 2
StPO steht der bedingte Vollzug der Geldstrafe unter Ansetzung der minimalen
Probezeit von 2 Jahren nicht zur Disposition.
V. Kosten- und Entschädigungsfolgen
Bei diesem Verfahrensausgang ist die erstinstanzliche Kostenregelung
(Dispositivziffer 6) zu bestätigen und sind dem Beschuldigten auch die Kosten für
das Berufungsverfahren aufzuerlegen, mit Ausnahme der Kosten für die amtliche
Verteidigung, welche unter Vorbehalt der Rückzahlungspflicht gemäss Art. 135
Abs. 4 StPO auf die Gerichtskasse zu nehmen sind.
Das Honorar der Verteidigung ist gestützt auf die Honorarnote vom 14. März 2017
(Urk. 24), zuzüglich 2 Stunden Aufwand für die Berufungsverhandlung (inkl. Weg
und Nachbesprechung), auf Fr. 1'860.– (inkl. MwSt) festzulegen.