Decision ID: 209808d3-5319-5fc9-a0a5-6e3aaa41227f
Year: 2016
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
X._
, geboren 1990, begann am 3
1.
Januar 2006 bei der
Y._
eine Lehre zum
Landschaftsg
ärtne
r und war in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Un
fällen versichert (
Urk.
12/1 S. 1).
In der Nacht vom 18./
1
9.
Januar 2008
wurde dem
erheblich alkoholisierten
Versicherten beim Bahnhof
Z._
nach
einem kurzen verbalen Streit zwei
mal mit der Faust ins Gesicht geschla
gen
, wodurch
er zu Boden
stürzte,
mit dem Hinterkopf auf dem Asphalt
belag
aufschlug
und
kurzzeitig
bewusstlos liegen blieb
(
Urk.
12/19 S.
6
, Urk.
12/42 S.
8
). Er wurde mit der Ambulanz
ins Spital
A._
gefahren
, von wo aus er zur weiteren Betreuung in die Unfallchirurgie des
B._
verlegt wurde (
Urk.
12/14 S. 1,
Urk.
12/31 S. 2).
Die Ärzte des
B._
diagnostizierten
ein Schädel
h
irn
t
rauma mit
intracerebralen
Blutungen (Urk.
12/14 S. 1).
Im Anschluss an den Spitalaufenthalt befand sich der Ver
si
cherte v
om 2
9.
Januar bis 2
9.
April 2008 zur stationären Rehabilitation in der
C._
(
Urk.
12/31 S. 1). Die SUVA
kam für die
Heilbe
hand
lung
auf
und
erbrachte
zudem
bis zum 1. November 2008
Taggeldleistungen
(Urk.
12/101)
.
Der Ver
s
icherte begab sich
ab Ende August 2008
in neuropsycho
logische
Behandlung
(vgl.
Urk.
12/40,
Urk.
12/48
,
Urk.
12/57
).
1.2
In der Folge veranlasste d
ie SUVA eine versicherungsme
dizinische Abklärung in der
C._
, welche indes erst am 1
2.
und 1
5.
August 201
1
durch
geführt werden konnte
(
Urk.
12/84)
.
Am 14. Dezember 2011 schätzte der SUVA-Kreisarzt
die Integritätsschädigung
auf
20
%
(
Urk.
12/90 S. 1).
Hernach teilte die SUVA dem Versicherten m
it Schreiben vom 10. Januar 2012 mit, dass sie die Heilbehandlungsleistungen per 3
1.
Dezember 2011 einstelle (Urk.
12/101 S. 1).
Sodann
verfügte
s
ie am 1
1.
Januar 2012 die Aus
rich
tung einer
Integritäts
ent
schädigung
von
Fr.
25‘200.--
entsprechend
einer
Integri
tätseinbusse
von 20
%
(Urk.
12/100).
Diese Verfügung zog sie allerdings am
6.
Februar 2012
wieder zurück und stellte dem Versicherten, eine erneute Beurteilung der
Höhe der Integritätsentschädigung
in Aussicht
, sobald der Ver
sicherte das Job Coaching und die neuropsychologische Behandlung beendet habe (Urk.
12/108).
Die
Eid
genössische Invalidenversicherung übernahm
beruf
liche Mass
nahmen
,
in deren Rahmen sie dem Versicherten
mit Verfügung vom 2
2.
April 2013
nament
lich Kostengutsprache für die erst
malige berufliche Ausbildung zum Fachmann Betriebsunterhalt gewährte (
Urk.
12/16
9
).
Die SUVA veranlasste die
Be
gutach
tung
in der
C._
vom
2
7.
und 2
8.
Juni 2013
, in deren Rahmen
der Gutachter
,
Dr.
med.
D._
, Facharzt Neu
rologie FMH, Facharzt Psychiatrie und Psycho
therapie,
ein
e
MRI-Unter
suchung
des Kopfes
des Versi
cherten
durchführen lassen
wollte
(
vgl.
Urk.
12/187 S. 16-17
). Da der Ver
si
cherte dies
aber
ablehnte, forderte die SUVA ihn mit Schreiben vom 1
1.
September 2013 unter Hinweis
auf seine Mitwirkungspflicht auf, sich bis zum 3
0.
September 2013 bei der
C._
zu melden, damit die MRI-Untersuchung in die Wege geleitet werden könne (
Urk.
12/183).
Der Ver
sicherte lehnte es weiterhin ab, sich einer MRI-Untersuchung zu unter
ziehen (
Urk.
12/185).
Daraufhin erstatte
te
Dr.
D._
a
m 6. November 2013
ohne durchgeführte MRI-Untersuchung
sein neuro
logische
s
Gutachten
,
in
welche
m
er die Einschätzung einer Integritätseinbusse von 20
%
bestätigte
(
Urk.
12/187
S.
18
)
. Am
1
0.
Februar
2014 liess der Versicherte hierzu Stellung nehmen (Urk.
12/1
92
).
Hernach verfügte die SUVA am 1
0.
März 2014
, dass
er
Anspruch auf eine
Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 20
%
habe
(Urk.
12/195). Dagegen liess der Versicherte am
4.
April 2014 Ein
sprache erhe
ben (
Urk.
12/196), welche die SUVA mit Entscheid vom
1
1.
Juli 2014
ab
wies (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
am 1
5.
September 2014 Beschwerde und bean
tragte, in Aufhebung des angefochtenen
Einspracheentscheids
vom 1
1.
Juli 2014 sei
ihm
eine Integritätsentschädigung von 35 % aus
zu
richten. Eventualiter sei ein umfassendes Gutachten zu erstellen, welches sich über den
Integritäts
schaden
ausspreche. In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertreterin in der Person von Rech
tsan
wältin Britta Keller (
Urk.
1 S. 2).
Mit Beschwerdeantwort vom 2
3.
Oktober 2014 beantragte die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (
Urk.
11, unter Beilage ihrer Akten [
Urk.
12/1-207
]), was dem Beschwerdeführer mit Mitteilung vom
3.
November 2014 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
13).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss
Art.
6
Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Unfallver
sicherung (UVG) werden – soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleis
tungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufs
krankheiten gewährt.
1.2
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
mes
sene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine daue
rnde erhebliche Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität erleidet. Die
Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritätsschadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundes
rat die Bemessung der Ent
schä
di
gung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 der Verordnung über die
Un
fall
ver
si
cherung (UVV) Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des gan
zen Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht.
Er ist erheblich, wenn die kör
per
liche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbs
fähig
keit, augen
fällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemes
sung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen meh
rere körperliche oder geistige
Integri
tätsschäden
aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die
Integri
tätsentschädigung
nach der gesamten Beeinträch
tigung festgesetzt (Abs. 3).
1.
3
Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich laut Art. 25 Abs. 1 UVG nach der Schwere des Integritätsschadens. Diese beurteilt sich nach dem medizinischen Befund. Bei gleichem medizinischem Befund ist der
Integritäts
schaden
für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen. Die Integritätsentschädigung der Unfallversicherung unterscheidet sich daher von der privatrechtlichen Genugtuung, mit welcher der immaterielle Nachteil indivi
duell unter Würdigung der besonderen Umstände bemessen wird. Es lassen sich im Gegensatz zur Bemessung der Genugtuungssumme im Zivil
recht (vgl. BGE 112 II 131 E. 2) ähnliche Unfallfolgen miteinander ver
gleichen und auf medizinischer Grundlage allgemein gültige Regeln zur Bemes
sung des
Integri
täts
schadens
aufstellen; spezielle Behinderungen der Betrof
fenen durch den
Inte
gritätsschaden
bleiben dabei unberücksichtigt. Die Be
mes
sung des
Integri
täts
schadens
hängt somit nicht von den besonderen Umständen des Einzelfalles ab; auch geht es bei ihr nicht um die Schätzung erlittener Unbill, sondern um die medizinisch-theoretische Ermittlung der Beeinträch
tigung der körperlichen oder geistigen Integrität, wobei subjektive Faktoren ausser Acht zu lassen sind (BGE 115 V 147 E. 1, 113 V 218 E. 4b mit Hin
weisen; RKUV 2001 Nr. U 445 S.
555 ff.).
1.
4
1.
4
.1
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der
Integ
ritätsschäden
aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht abschliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typi
sche Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin genannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (
Ziff.
1
Abs.
1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte
Integri
tätsschäden
wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (
Ziff.
1
Abs.
2). Integritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (
Ziff.
1
Abs.
3).
1.4
.2
Die Medizinische Abteilung der SUVA hat in Weiterent
wicklung der
bundes
rät
lichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog.
Fein
raster
) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV be
stimmt, dass der in der Skala angegebene Prozentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Ver
sicherten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E.
3a).
1.
5
1.
5
.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf all
seitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück
sichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Ex
pertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
1.
5
.2
Die Rechtsprechung geht in Bezug auf die Würdigung von ärztlichen Berichten, welche die SUVA im Administrativverfahren einholt, seit je davon aus, dass die Anstalt, solange sie in einem konkreten Fall noch nicht Prozesspartei ist, als Verwaltungsorgan dem Gesetzesvollzug dient. Wenn die von der SUVA beauf
trag
ten Ärzte und Ärztinnen zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, darf das Gericht in seiner
Be
weiswürdigung
auch solchen Gutachten folgen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 104 V 209 E. c; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind fachmedizinische Stellung
nahmen der
C._
, soweit sie von der SUVA verlangt werden, nicht als Gutachten unabhängiger Sachverständiger im Sinne von
Art.
44 ATSG zu betrachten (BGE 136 V 117 E. 3.4).
2.
2.1
D
ie Beschwerdegegnerin
hat
dem Beschwerdeführer
bei einer Integritätseinbusse von 20
%
eine Integritätsentschädigung von
Fr.
25‘200.-- zugesprochen.
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine höhere
Integri
tätsentschädigung
hat.
2.2
Mit angefochtenem
Einspracheentscheid
vom 1
1.
Juli 2014
erwog die
Beschwer
de
gegnerin
, gestützt auf die Beurteilungen der Ärzte der
C._
sowie des SUVA-Kreisarztes liege beim Beschwerdeführer höchstens eine leichte neuropsychologische Störung vor.
N
europ
sychologische
Berichte
genügten
nach dem derzeitigen Wissenstand nicht, um gestützt darauf selbstän
dig die Beurteilung der Genese beziehungsweise Kausalität abschlies
send vorzunehmen.
Zudem werde auch in diesen Berichten die Verschlechte
rung gegen
über 2009 mit psychosozialen Belastungsfaktoren erklärt (Urk. 2 S. 4). P
sycho
soziale Belastungsfaktoren
sei
en vom sozialversicherungsrechtlich
en
Stand
punkt her indes unbeachtlich
und könnten
mithin auch keine Grundlage für einen Anspruch auf Versicherungsleistungen bilden
(
Urk.
2 S. 5). Damit könne
der Beschwerdeführer aus seine
n
Vorbringen, wonach die psychoso
zialen
Belas
tungsfaktoren
(gescheiter
t
er Wiedereinstieg ins Berufsleben, darauf folgen
de Arbeitslosigkeit sowie entsprechende
Deprimiertheit
)
allesamt ohnehin
unfall
kau
sal
seien, nichts zu seinen Gunsten ableiten (
Urk.
2 S. 4). Im Übrigen w
e
rde in den medizinischen Berichten keine darüber hinausgehende ver
selb
ständigte (unfallbedingte) psychische Störung mit Krankheitswert diagnos
tiziert
(
Urk.
2 S.
5). Bei einem hirnorganischen Schaden entsprechend einer leichten
Hirn
funk
tions
störung
bestehe gemäss
SUVA-Tabelle 8
ein Anspruch auf eine
Integritäts
entschädigung
von 20 %
(Urk. 2 S. 4).
2.3
Der Beschwerdeführer lässt demgegenüber im W
esentlichen vorbringen, er habe seine Berufslehre zwar abschliessen
können, würde aber immer noch unter so star
ken Einschränkungen, insbesondere in der Konzentration und der
Gedächt
nis
leistung
leiden, dass er seinen Beruf nicht mehr ausüben könne (
Urk.
1 S. 3).
Gemäss dem neuropsychologischen Bericht
der
C._
vom 2
8.
Juni 2013 würden beim Beschwerdeführer nach wie vor eine leichte bis mittelschwere neuro
psycho
logische Störung vorliegen
.
Die Verschlechterung gegenüber den Resultaten von 2009 könne am ehesten durch psychosoziale Belastungsfaktoren erklärt werden. Die im Bericht genannten psychosozialen
Be
lastungsfaktoren
seien allesamt unfallkausal, seien doch der gescheiterte Wiedereinstieg ins Berufsleben und die daraus folgende Arbeitslosigkeit sowie die entsprechende
Deprimiertheit
in der als Unfallfolge bestehenden unge
nü
genden Arbeitsleistung
begründet (
Urk.
1 S. 6, 10).
Die beim Beschwerde
führer vorhandene Störung habe ihren Aus
gangspunkt in einer medizinischen doku
mentierten hirnorganischen Schä
digung. Zwar seien vorliegend nicht alle Aus
wirkungen hirnorganisch, doch seien alle unfallkausal. Die leichte bis mittel
schwere Störung entspreche gemäss der SUVA-Tabelle 8 einer 35%igen
Inte
g
ritätsschädigung
(Urk. 1 S. 12-13).
Dr.
D._
setze sich in seinem
Gutachten
vollständig über die neuropsychologische Beurteilung hinweg und zudem lasse dessen Expertise
die notwendige Objektivität vermissen
,
weshalb
darauf nicht abgestel
lt werden
könne
(
Urk.
1 S. 7-9).
3.
3.1
Dem neurologisch
en Bericht der
C._
vom 28. Mai 2009 ist zu entnehmen, dass sich im Rahmen der neuropsychologischen Untersuchung leichte kognitive Einschränkungen in den Bereichen der Aufmerksamkeitsbe
lastbarkeit sowie der Fähigkeit zur theoret
ischen Handlungsplanung gezeigt
hätten. Andere kognitive Funktionsbereiche seien nicht (mehr) betroffen. Die Befunde würden einer leichten neuropsychologischen Störung entsprechen und seien gut vereinbar mit der am 19. Januar 2008 erlittenen traumatischen
Hirn
verletzung
. Ätiologisch sollten aber auch eventuelle vorbestehende
Teil
leis
tungsschwächen
in Zusammenhang mit der anamnestisch bekannten Hype
rak
tivität im Kindesalter nicht ausser
A
cht gelassen werden (
Urk.
12/57 S. 2).
3.
2
3.
2
.1
PD
Dr.
med.
E._
, Fachärztin für Neurologie
sowie
für Psychiatrie und Psychotherapie, Oberärztin Ne
u
rologische
Rehabilitation
C._
führte in ihrem Bericht vom 1
9.
August 2011 die Diagnose trauma
tische Hirnverletzung durch Schlag gegen den Kopf/Sturz am 1
9.
Januar 2008 mit trau
matischer Hirnverletzung mit
intra
c
erebralen
Kontusionsblutungen frontal und temporal links mit begleitendem Ödem und Mittellinienverlagerung, singu
lärer intrazerebraler Blutung temporal rechts, schmalem
Subduralhämatom
parieto
-okzipital links mit/bei aktuell leichter kognitiver Funktionsstörung mit Minder
leistungen in der theoretischen Handlungsplanung sowie im verbalen Lernen an (
Urk.
12/84 S. 14).
3.
2
.2
In
der Beurteilung zur neuropsychologischen Untersuchung vom 1
2.
August 2011 wurde
fest
gehalten
, dass es im Vergleich mit den Be
funden der letzten neuropsychologischen Untersuchung vom 19. Mai 2009 ins
gesamt
zu
eine
r
leichte
n
Verschlechterung des kognitiven Leistungsvermögens des Be
schwerde
führers im Bereich der exekutiven Funktionen und der
Gedächtnis
leistungen
gekommen sei. Diese Verschlechterung könne am besten durch eine psychische
Chronifizierung
erklärt werden, wie sie im Rahmen eines
postkon
tusionellen
Syndroms häufig zu beobachten sei. Die psychische Verun
sicherung, die vor
handenen Insuffizienzgefühle, das geringe Selbstwertgefühl sowie psy
chosoziale Belastungsfaktoren (Arbeitslosigkeit) könnten bei diesem Syndrom zu einer Verstärkung der ursprünglichen hirnorganischen Symptomen führen. Auch könne es zu einem Circulus
vitiosus
zwischen organischen und psy
chischen Anteilen kommen. Insgesamt, das heisse unter Berücksichtigung der kognitiven wie auch der leichten affektiven und Verhaltensauffälligkeiten wür
den die Befunde nun einer leichten bis mittelschweren neuropsychologischen Störung im Rahmen eines
postkontusionellen
Syndroms (ICD-10: F07.2) ent
sprechen
.
Ätiologisch seien die beschriebenen kognitiven Einschränkungen grundsätzlich gut vereinbar mit der am 1
9.
Januar 2008 erlittenen trauma
tischen
Hirnverlet
zung
. Die anamnestisch bekannte, zumindest früher vor
han
dene
Hyperaktivi
tätsproblematik
dürfte im vorliegenden Gesamtkontext ätiolo
gisch keine nen
nenswerte Relevanz besitzen
(Urk. 12/84 S. 8)
.
3.2.3
In ihrer „Beurteilung und Zusammenfassung“ führte PD
Dr.
E._
sodann aus, dass insgesamt die kognitive Störung aufgrund der neuropsychologische
n
Unter
suchung, die im Jahr 2009 als leicht eingeordnet worden sei, diesmal als leicht bis mittelschwer eingeordnet werden müsse. Z
urückgeführt werde diese Ver
schlechterung mit grösster Wahrscheinlichkeit auf eine durch die Misser
folge der letzten Monate hervorgerufene ausgeprägte psychische Verunsiche
rung und dadurch entstehende Insuffizienzgefühle
. Es fänden sich keine Hin
weise für eine Aggravation. Gemäss Beck Depression Inventar (BDI) habe der Beschwerdefüh
rer 16 Punkte erzielt, was einer leichten depressiven Symptoma
tik entspreche, welche aber in Anbetracht des gesamten psychopathologischen Status nicht als medikamentös behandlungsbedürftig eingeordnet werde
(Urk. 12/84 S. 12).
Der Unfall habe aufgrund der Hirnverletzung zu einer dauer
haften Beeinträchtigung der geistigen
Integrität geführt. Die leichte
Ver
schlechterung in der neuro
psycho
logischen Untersuchung im Vergleich z
ur Voruntersuchung von 2009 sei
nicht hirnorganisch einzuordnen, so dass weiter
hin von einer leichten neuro
psychologischen Funktionsbeeinträchtigung auszu
gehen sei, welche aber ohne
Zweifel auf
den Unfall zurückzuführen sei. Dies aufgrund der läsionstypischen Defizite und des Fehlens von Verdeutlichung oder Aggravation. Gemäss Tabelle 8 der SUVA betrage die Integrationseinbusse bei einer leichten neuropsycho
logischen Funktionsbeeinträchtigung 20
%
(Urk. 12/84 S. 13).
3.
3
Bei seiner Beurteilung des Integritätsschadens vom
14. Dezember 2011
führte
SUVA-Kreisarzt
Dr.
med.
F._
, Facharzt Chirurgie FMH, als Befund und
Restfolgen nach dem Unfall vom 19. Januar 2008 eine traumatische
Hirn
verletzung
mit
intracerebralen
Kontu
sionsblutungen
frontal temporal links und singulärer
intracerebralen
Blutung temporal rechts sowie eine leichte kognitive Funktionsstörung mit Minder
leistung in der theoretischen
Handlungs
planung
und verbalen Lernen
an
. Es liege eine leichte neuropsychologische Störung entsprechend der Tabelle 8 „Integritätsschädigung gemäss UVG
“
vor. Die
Integ
ritätseinbusse
betrage mithin 20
%
(
Urk.
12/90 S. 1).
3.
4
3.
4
.1
Lic
. phil.
G._
, Fachpsychologin Neuropsychologin FSP, und M
Sc
H._
, Postgraduierte Neuropsychologin, Neuropsychologischer Dienst/ Neurologische Rehabilitation
C._
, führten in ihrem neurolo
gi
schen Bericht vom 28. Juni 2013 aus, dass die bei der neuropsy
chologischen Untersuchung vom selben Tag erhobenen Befunde einer leichten bis mittel
schweren neuropsychologische
n
Störung mit Einschränkungen vorwiegend in den ver
balen Gedächtnisleistungen und – weniger ausgeprägt – in den
Auf
merksamkeitsleistungen
, den Exekutivfunktionen und der Leseleistungen sowie einer leichten Niedergeschlagenheit entsprechen würden. Diagnostisch lasse sich dies am besten unter einer Restkategorie einordnen, nämlich unter einer sonsti
gen organischen psychischen Störung (ICD-10: F07.8). Ätiologisch seien die kognitiven Defizite vereinbar mit der am 19. Januar 2008 erlittenen trauma
ti
schen Hirnverletzung mit linkshemisphärischen temporalen und frontalen Kontusionsblutungen. Es könne zwar nicht mit Sicherheit ausge
schlossen wer
den, dass die anamnestisch bekannte Hyperaktivität im Kindesal
ter einen Ein
fluss auf die Resultate gehabt hätten, dieser dürfte ätiologisch jedoch mar
ginal sein. Der Beschwerdeführer habe mehrheitlich normgerechte Ergebnisse in den Test
s
zur Prüfung der
Aufmerksamkeits
leistun
gen
, insbeson
dere auch bezüg
lich der Daueraufmerksamkeit erzielt. Im Vergleich mit den neuropsycholo
gischen Befunden vom 12. Oktober 2012
(gemäss Schreiben der behandelnden Thera
peutin
lic
. phil. I._
, Fachpsychologin für Neuro
psychologie FSP und Psychotherapie FSP, vgl.
Urk.
12/148 S. 3)
habe sich ein unverändertes Bild gezeigt. Verglichen mit der Einschätzung vom 12. August 2011
sei
keine Verän
derung bezüglich des Schweregrads der Störung fest
zu
stellen
gewesen
, wobei die kognitiven Leistungen tendenziell aber eher etwas schlechter ausgefallen seien. Im Bereich des Affekts und des Verhaltens habe sich jedoch eine deutli
che Verbesserung gezeigt. Die insgesamt leichte Verschlechterung des kogniti
ven Leistungsvermögens gegenüber den Resultaten von 2009 könne am ehesten durch psychosoziale Belastungsfaktoren (gescheiteter Wiedereinstieg als Land
schaftsgärtner, Arbeitslosigkeit, sozialer Rückzug) erklärt werden
(
Urk. 12/187 S. 34).
3.4.2
Der neurologischen Beurteilung von
Dr.
D._
vom
6.
November 2013 ist zu entnehmen, dass sich bei der klinisch-neurologischen Untersuchung vom 27. Juni 2013 keine wesentlichen neurologischen Ausfälle im Bereich der
Hirn
nerven
, im Bereich der Kraft der
Extremi
tätenmuskulatur
und
der
Koordina
tions
leistungen
ergeben hätten und keine relevanten sensible
n
Defizite angege
ben worden seien
(Urk. 12/187 S. 14-15)
. Es hätten sich keine Hinweise für eine Störung der Geruchswahrnehmung oder eine relevante Beeinträchtigung des sprachlichen Ausdruck
ver
mögens gefunden (
Urk.
12/187 S. 15).
In der
Gesamt
beurteilung
der kog
nitiven und neuropsychologischen Leistungsfähigkeit sei zu berücksichtigen, dass Hinweise auf eine in der Kindheit des Beschwerdeführers bestehende
Auf
merksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung
(ADHS) bestehen
würden
. Eine in der Kindheit bestehende ADHS habe häufig
Auswirkungen auf die kognitive
be
ziehungsweise neuropsychologische Leistungsfähigkeit und das Verhalten im Erwachsenen
alter
(Urk. 12/187 S. 17).
Die Lokalisation und das Ausmass der im Jahre 2008 in den Computertomographien des Kopfes (CCTs) dokumentierten Hirnsubstanzschädigung sei mit den Befunden der besten Leis
tungen des Be
schwerdeführers in der neuropsychologischen Unter
suchung in der
C._
im Jahr 2009 vereinbar. Zum Zeitpunkt dieser neu
ropsychologischen Untersuchung seien die neuropsychologischen und neurolo
gischen Unfallfolgen des Beschwerdeführers
als stabilisiert eingeschätzt wo
rden.
Bei den späteren neuropsychologischen Untersuchungen (201
1 und 2013) wür
den Hinweise auf eher unfallfremd einzuschätzende psychosoziale
Be
lastungs
faktoren
vorliegen. Da keine Korrelation der Ergebnisse der neuro
psychologi
schen Untersuchung vom Juni 2013 in der
C._
mit aktuellen und detaillierten (MRI-) Darstellungen der wahrscheinlich
unfallbe
dingten
struk
t
urellen Hirnschädigung des Beschwerdeführers möglich sei, seien aktuell vorliegende unfallfremde (z. B. soziale und psychologische)
Einfluss
faktoren
auf die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in der neuropsycho
logischen Testung vom Juni 2013 nicht auszuschliessen. Zur Einschätzung
des dauerhaft vor
liegenden, wahrscheinlich unfallbedingten Gesundheitsschadens sei die beste er
mittelte Leistungsfähigkeit nach dem Unfall heranzuziehen, sofern zu diesem Untersuchungszeitpunkt keine wesentliche Verbesserung von Unfallfolgen durch weitere Therapien mehr erwartet werden könne. Es seien aktuell, wie auch im Jahre 2011, keine organisch-neurologischen Gründe für eine Verschlechte
rung von Unfallfolgen auf neuropsychologischem Gebiet nach dem Jahr 2009 erkennbar. Die im Jahr 2008 in der CT-Bildgebung des Kopfes dargestellten, wahrscheinlich unfallkausalen, Hirnsubstanzschädigungen be
gründe
te
n keine Verursachung eines anhaltenden oder relevanten organischen Psychosyndroms. Beim Beschwerdeführer sei höchstens das Ausmass einer leichten neuropsycho
logischen Störung nach den Kriterien der SUVA-Tabellen zur
Integritätsent
schädigung
(Tabelle 8) mit nachweisbaren organischen und wahrscheinlich unfallbedingten Hirnsubstanzschädigungen
begründbar. Somit sei die Einschät
zung von SUVA-Kreisarzt
Dr.
F._
vom 1
4.
Dezember 2011, wonach als Folge des Unfalls vom 1
9.
Januar 2008 ein Integritätsschaden von 20
%
bestehe, zu bestätigen (
Urk.
12/187 S. 18).
4.
4.1
Das neurologische Gutachten von
Dr.
D._
vom
6.
November 2013 stützt sich
auf die von der Beschwerdegegnerin zur Verfügung gestellten Akten, die neuro
logische Untersuchung und Befragung des Beschwerdeführers vom 27. Juni 2012, d
i
e
standarisierte, ergotherapeutische
und physiotherapeu
tische
Be
fun
derhebung
vom 27. Juni 2013 und die neuropsychologische Untersuchung in der
C._
vom 2
8.
Juni 2013 sowie die Konsensbesprechungen der untersuchenden Personen vom 2
8.
Juni und
4.
November 2013
(
Urk.
12/187
S. 1).
Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (E. 2.3), kann nicht gesagt werden, dass
Dr.
D._
sein Gutachten nicht objektiv verfasst hätte. Der Gutachter darf und soll in seinem Gutachten auch auf das Verhalten des Pro
banden bei der Begutachtung eingehen
, weshalb allein daraus nicht der An
schein der Befangenheit abgeleitet werden kann (vgl. Urteil des Bundes
gerichts 8C_232/2011 vom 1
2.
Oktober 2011 E.
7.2.3 mit Hinweis).
Gleiches gilt vorlie
gend für die Ausführungen von
Dr.
D._
dazu, weshalb die MRI-Untersu
chung nicht
hat
durchgeführt werden
können.
Es obliegt dem Gutachter
, die Notwendigkeit von bildgebenden Untersuchungen zu beurteilen (Urteil des Bundesgerichts 9C_575/2011 vom 1
2.
Oktober 2011 E. 3.3).
Können die von ihm vorgesehen Untersuchungen nicht durchgeführt werden, so
hat er sich
dazu
zu
äusser
en
. Ferner hat er zu erklären, ob und
inwieweit
er trotz der nicht durchge
führten weiteren Untersuchungen, in der Lage ist,
die ihm gestellten Fragen zu beantworten.
Dr.
D._
ist dem nachgekommen.
Dem Vorbringen des Be
schwerdeführers,
wonach
die Beurteilung von
Dr.
D._
im Widerspruch zu den neuropsychologischen Berichten
stehe
, ist zu entgeg
n
en, dass
die
Neuro
psycho
loginnen
der
C._
stets davon ausgegangen sind,
eine
leichte neuro
psycho
logische
Funktionsbeeinträchtigung sei auf den Unfall vom 1
9.
Januar 2008 zurückzuführen.
Etwas and
eres ist auch dem neuropsy
cho
lo
gischen
Be
richt vom 28. Juni 2013 nicht zu entnehmen.
Entgegen der Meinung des Beschwer
de
führers
(
Urk.
1 S. 11) hielten die Neuropsychologinnen der
C._
nicht fest, dass ein Teil der Einschränkungen nicht hirnorganisch, aber doch unfallkausal sei.
Die Beurteilung von
Dr.
D._
, wonach
die – unfallbedingte –
neuro
psycholog
ische Funktionsbeeinträchtigung
leicht
sei
und unfallfremde (z.
B. soziale und psychologische)
Einfluss
faktoren
auf die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers in der neuro
psychologischen Testung vom Juni 2013 nicht auszuschliessen seien
(
Urk.
12/187 S. 18)
,
steht
mit
hin
im Einklang
zu den neuropsychologischen Beurteilungen der
C._
.
Auch aus den Berichten
seiner Therapeutin,
lic
. phil.
I._
,
kann der Beschwerdeführer ni
chts zu seinen Gunsten ableiten, zumal die Neuro
psycho
lo
ginnen der
C._
festgehalten haben, dass die
bei
der Unter
su
chung vom 28. Juni 2013 erhoben Befunden den im Schreiben von
lic
. phil.
I._
vom 12. Oktober 2012 wiedergegeben neuropsychologischen Befunden ent
sprechen würden
(
Urk. 12/187 S. 34)
. Zudem nahm die Therapeutin zur
Inte
gritätseinbusse
des Beschwerdeführers nicht explizit Stellung. Schliesslich
ist
ebenfalls
der unterschiedlichen Natur von Begutachtungs- und Behand
lungsauftrag
Rechnung zu tragen (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 8C_106/2009 vom
8.
Juni 2009 E. 3.2 mit Hinweis).
4.
2
4.2.1
Der Beschwerdeführer stellt sich ferner auf den Standpunkt, dass die psycho
soz
ialen Belastungsfaktoren, wie d
e
r
gescheiterte Wiedereinstieg ins Berufsleben und die daraus folgende Arbeitslosigkeit sowie „die entsprechende
Deprimiert
heit
“ Folge des Unfalls vom 1
9.
Januar 2008 seien (
E. 2.3
) und damit An
spruch auf eine höhere Integritätsentschädigung begründen würden.
In den Akten fin
det
sich keine
fachärztliche Diagnose einer psychischen Gesundheitsstörung, welche Folge des Unfalls vom 19. Januar 2008 sein könnte (vgl. auch die in der
C._
am 12. August 2011 [Urk. 12/84 S. 5] und 28. Juni 2013 [
Urk.
12/187 S. 31] erhobenen psychopathologischen Be
funde) und es ist auch nicht aktenkundig, dass sich der Beschwerdeführer
jemals
in psychiatrische Behand
lung begeben hätte. Im Bericht vom 2
8.
Juni 2013 führten die Neu
ro
psychologinnen der
C._
aus, die leichte Verschlechterung des kognitiven Leistungsvermögens gegenüber den Resultaten von 2009 könne am ehesten durch psychosoziale Belastungsfaktoren erklärt werden
(
Urk. 12/187 S.
34). Zuvor hat Dr.
E._
a
ls mögliche Erklärung für
die bei
der Untersuchung vom 1
2. August 2011 ge
genüber derjenigen vom 1
9.
Mai 2009 festgestellte
leichte Verschlechterung des kognitiven Leistungsvermögens
auf
die
damalige Arbeitslosigkeit
als psychosozialer Belastungsfaktor
sowie
eine psy
chische Verun
sicherung, die vorhanden In
suffizienzgefühle und
das geringe Selbst
wert
ge
fühl des Beschwerdeführers an
geführt
(Urk. 12/84 S. 8). Gleichsam
hielt sie aber
fest, dass keine
behandlungsbedürftige
depressive Symptomatik bestehe (
Urk.
12/84 S.
12)
.
4.2.2
Hinzu kommt, dass nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung überhaupt nur Unfallereignisse von aussergewöhnlicher Schwere zu dauerhaften Beein
trächtigungen der Integrität führen, wobei bei der Beurteilung der Dauer
haftig
keit psychogener Unfallfolgen ebenfalls an das Unfallereignis anzuknüpfen und von der Praxis auszugehen ist, wie sie für die Beurteilung der Adäquanz psy
chischer Unfallfolgen (BGE 115 V 133) Geltung hat (BGE 124 V 29 E. 5 c/
bb
). Bei Unfällen im mittleren Bereich – wie dem Vorliegenden (vgl. etwa die Urteile
des Bundesgerichts U 366/06 vom 2
3.
Mai 2007 E. 5.1 und 8C_340/2007 vom 1
2.
Juni 2008 E. 5.3, je mit weiteren Hinweisen
)
–
lässt sich die Dauer
haftigkeit des Integritätsschadens in der Regel verneinen, ohne dass eine nähere Abklä
rung von Art und Dauerhaftigkeit des psychischen Schadens vorzu
nehmen wäre
. Etwas ander
e
s würde nur ausnahmsweise gelten, wenn bei einem Unfall im mittleren Bereich im Grenzbereich zu den schweren Unfällen auf
grund der Akten erhebliche Anhaltspunkte für eine besonders schwer
wiegende Beein
trächtigung der psychischen Integrität, die einer Besserung nicht mehr zugäng
lich scheint, bestehen würde
(BGE 124 V 29 E. 5 c/
bb
).
Letzteres wäre im Fall des Beschwerdeführer – wie ausgeführt (E. 4.2.1) – nicht gegeben.
4.2.3
Damit
ist nicht zu beanstanden, dass der Gutachter
Dr.
D._
die psychosozia
len Belastungsfaktoren unberücksichtigt gelassen hat.
Falls psycho
soziale Belastungsfaktoren bei der Bemessung der Integritätsentschädigung nicht sowieso auszuklammern sind, so wie dies die Beschwerdegegnerin vor
bringt (
Urk.
2 S. 5), ode
r als nicht unfallkausal gelten
müss
t
en, dürfte es an der Dauer
haftigkeit im Sinne von
Art.
24
Abs.
1 UVG fehlen. Gemäss
Art.
36
Abs.
1 UVV gilt ein Integritätsschaden als dauernd, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens im gleichen Umfang besteht. Die vom Beschwerde
führer angeführten psychosozialen Belastungsfaktoren durch den gescheiter
t
en Wiedereinstieg ins Berufsleben und
die
Arbeits
losigkeit können nicht als dauer
haft im Sinne von Art. 24 Abs. 2 UVG angesehe
n werden
,
zumal er mit Unter
stützung der
E
idg
. Invalidenversicherung eine
weitere beruf
liche Ausbildung absolviert (vgl. Urk. 12/169).
4.3
Nach dem Gesagten erweist sich das neurologische Gutachten von
Dr.
D._
vom
6.
November 2013 (
Urk.
12/187)
als schlüssig und überzeugend. Mit
Dr.
D._
ist davon auszugehen, dass aufgrund der Folgen des Unfalls vom 1
9.
Januar 2008
in Anwendung der SUVA
Tabelle
8
„
Integritätsschaden bei Hirnfunktionsstörungen nach Hirnverletzung
“
eine Integritätseinbusse von 20
%
besteht.
5.
Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde.
6.
6.1
Der Beschwerdeführer ersuchte am 1
5.
September 2014 um Bestellung einer unentgeltlichen Rechtsvertreterin in der Person von Rech
tsan
wältin Britta Keller (Urk. 1 S. 2).
6.2
Nach Gesetz und Praxis sind in der Regel die Voraus
setzungen für die Bewilli
gung der unentgeltlichen
Prozess
führung
und
Verbeiständung
erfüllt, wenn der Prozess nicht aussichtslos, die Partei bedürftig und die anwaltliche
Verbeistän
dung
notwendig oder doch geboten ist (BGE 103 V 46, 100 V 61, 98 V 115).
Der Nachweis der Bedürftigkeit hat die gesuchstellende Person zu erbringen. Dazu hat sie ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse umfassend darzu
stellen und soweit möglich zu belegen (SVR 1998 UV Nr. 11 S. 31 f. E. 4c;
Ran
dacher
: Gesetz über das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, 2. Aufl., 2009, N 5 zu § 16
SVGer
).
6.3
Zur Substantiierung seines Gesuchs um Bestellung einer unentgeltlichen
Rechts
vertreterin
liess der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 15. Oktober 2014 (
Urk.
7) das ausgefüllte Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit und ein
zelne Belege einreichen (Urk.
8,
Urk. 9/2-16).
Gemäss Kontoauszug vom 3
0.
September 2014 verfügte der Beschwerdeführer auf seinem Sparkonto bei der
J._
über ein Guthaben von
Fr.
25‘290.20 (
Urk.
9/3). Zudem verfügt er bei der
J._
über ein Privatkonto mit einem Guthaben von
Fr.
2‘321.80 per 3
1.
August 2014 (
Urk.
9/4). Damit ist
er
in der Lage
,
für die Kosten seiner Rechtsvertretung selbst aufzukommen, weshalb sein Gesuch man
gels prozessualer Bedürftigkeit abzuweisen ist.