Decision ID: d2f2f0ab-314a-581a-b969-4083eb10243b
Year: 2021
Language: de
Court: CH_BVGE
Chamber: CH_BVGE_001
Canton: CH
Region: Federation
Law Area: 

Sachverhalt:
A.
Die A._ AG hat ihren Sitz in (Sitz) und ist seit dem 23. Dezember
1992 im Handelsregister des Kantons (...) eingetragen. Sie bezweckt ge-
mäss Handelsregister unter anderem (Zweck).
B.
B.a Mit amtlichem Fragebogen stellte die A._ AG (nachfolgend: Ge-
suchstellerin) am 1. April 2019 bei der Zollkreisdirektion (...) (nachfolgend:
ZKD) eine Tarifanfrage im Sinne von Art. 20 des Zollgesetzes vom 18. März
2005 (ZG, SR 631.0). Sie beschrieb die Ware im Fragebogen wie folgt:
Zum Einmalgebrauch bestimmte sterile chirurgische Markierstifte zur ge-
nauen und zuverlässigen Markierung der Einschnittstelle vor der Opera-
tion.
Der Tarifanfrage lag eine Konformitätserklärung des amerikanischen Liefe-
ranten vom 24. September 2016 bei, in welcher bestätigt wird, dass die
verschiedenen aufgeführten Erzeugnisse – so unter anderem auch die chi-
rurgischen Markierstifte – die Anforderungen an Medizinprodukte im Sinne
der Richtlinie 93/42/EWG Anhang V erfüllen.
B.b Die Gesuchstellerin schlug zur Einreihung die Tarifnummer 9018.9000
vor.
C.
Mit Schreiben vom 25. April 2019 (per E-Mail am 26. April 2019 verschickt)
erteilte die ZKD der Gesuchstellerin eine verbindliche Zolltarifauskunft und
reihte die chirurgischen Markierstifte – entgegen dem Vorschlag der Ge-
suchstellerin – in die Tarifnummer 9608.2000 ein. Sie begründete dies ins-
besondere damit, dass laut Erläuterungen zur Tarifnummer 9018 nur Wa-
ren zählten, «wenn ihre Bestimmung zu medizinischen und chirurgischen
Zwecken eindeutig erkennbar» sei. Alleine mit der sterilen Aufmachung
lasse sich eine Einreihung in die Tarifnummer 9018 aber nicht begründen.
Somit erfolge eine solche als Markierstift ins Kapitel 96.
D.
Mit Schreiben vom 30. April 2019 und unter Bezugnahme auf das gleichen-
tags erfolgte Telefongespräch zwischen der Gesuchstellerin und dem für
die Zolltarifauskunft verantwortlichen Sachbearbeiter teilte die Gesuchstel-
lerin mit, dass sie die Einstufung in die Tarifnummer 9608.2000 nicht nach-
vollziehen könne und berief sich ferner auf Art. 21 der Zollverordnung vom
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Seite 3
1. November 2006 (ZV, SR 631.01). Sodann machte die Gesuchstellerin
auf die «fehlende» Rechtsmittelbelehrung aufmerksam und bat um ent-
sprechende Informationen.
E.
Die ZKD überwies die Sache zur Prüfung der Tarifierung bzw. der Einrei-
hungspraxis und zum Erlass einer Auskunftsverfügung an die Oberzolldi-
rektion (OZD) der Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) und informierte die
Gesuchstellerin mit Schreiben vom 2. Mai 2019 darüber.
F.
Mit Schreiben vom 16. Mai 2019 teilte die OZD/EZV der Gesuchstellerin
mit, dass eine auf schriftliche Anfrage erteilte schriftliche Zolltarifauskunft
keine beschwerdefähige Verfügung darstelle und daher keine Rechtsmit-
telbelehrung enthalte. Auf Ersuchen habe die Zollverwaltung allerdings –
vorbehältlich des Grundsatzes der Subsidiarität der Feststellungsverfü-
gung gegenüber der rechtsgestaltenden Verfügung – eine anfechtbare
Auskunftsverfügung zu erlassen. Hinsichtlich der Zolltarifierung machte die
OZD/EZV die Gesuchstellerin auf das Urteil des Bundesverwaltungsge-
richts A-1635/2015 vom 11. April 2016 aufmerksam, gemäss welchem chi-
rurgische Markierstifte in die Tarifnummer 9608.2000 einzureihen seien
und führte aus, dass sich die von der Zolltarifauskunft vom 25. April 2019
erfassten Markierstifte in keiner für die Tarifierung relevanten Weise von
den damalig streitgegenständlichen unterscheiden würden. Die OZD/EZV
bat die Gesuchstellerin um Mitteilung, ob diese die Angelegenheit bei die-
ser Sachlage weiterverfolge wolle und gab ihr bejahendenfalls zudem Ge-
legenheit, ihren Standpunkt noch zu begründen. Schliesslich machte die
OZD/EZV die Gesuchstellerin darauf aufmerksam, dass zwischen der Ein-
reihung im Zolltarif und Art. 21 ZV kein Zusammenhang bestehe.
G.
Mit Schreiben vom 22. Mai 2019 liess die Gesuchstellerin verlauten, bei
den in der Konformitätserklärung aufgeführten Erzeugnissen handle es
sich eindeutig um Medizinprodukte. Sie – die Gesuchstellerin – verwies
diesbezüglich einerseits auf die CE-Kennzeichnung «CE-0086», welche
für die Konformität als Medizinprodukt gemäss Medizinprodukteverord-
nung vom 1. Juli 2020 (MepV, SR 812.213) stehe und andererseits auf die
Gebrauchsanweisung, welche das Produkt als Medizinprodukt bezeichne.
Schliesslich machte sie auf die Tatsache aufmerksam, dass das Produkt
für seinen Verwendungszweck als Medizinprodukt steril geliefert werde.
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Seite 4
H.
Mit Auskunftsverfügung vom 30. September 2019 reihte die OZD/EZV die
streitgegenständlichen chirurgischen Markierstifte in die Tarifnummer
9608.2000 ein. Darin hielt sie unter anderem fest, die chirurgischen Mar-
kierstifte seien in die Nummer mit der genaueren Warenbezeichnung – vor-
liegend in die Tarifnummer 9608 – einzureihen.
I.
Gegen die Auskunftsverfügung vom 30. September 2019 erhob die Ge-
suchstellerin (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 7. Okto-
ber 2019 vor Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Sie beantragt sinn-
gemäss, die angefochtene Auskunftsverfügung sei aufzuheben und die
chirurgischen Markierstifte in die Tarifnummer 9018.9000 einzureihen.
Letztere gälten nämlich als Medizinprodukte.
J.
Mit Vernehmlassung vom 20. November 2019 beantragt die OZD/EZV
(nachfolgend auch: Vorinstanz) die kostenfällige Abweisung der Be-
schwerde vom 7. Oktober 2019 und verweist zur Begründung vollumfäng-
lich auf die Erwägungen der angefochtenen Verfügung.
K.
Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die vorliegenden Akten
wird – soweit entscheidrelevant – im Folgenden eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:
1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen Verfü-
gungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 des
Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) gege-
ben ist (Art. 31 VGG). Eine solche Ausnahme liegt nicht vor und die ange-
fochtene Auskunftsverfügung vom 30. September 2019 stellt eine Verfü-
gung im Sinne von Art. 5 VwVG dar (Urteil des BGer 2C_423/2012 vom
9. Dezember 2012 E. 3.7; vgl. nachfolgend eingehender: E. 2.1). Die Vor-
instanz ist eine Behörde im Sinne von Art. 33 VGG. Das Bundesverwal-
tungsgericht ist somit zur Behandlung der Beschwerde zuständig.
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Seite 5
1.2
1.2.1 Die Tarifeinreihung einer Ware erfolgt grundsätzlich im Rahmen der
Zollveranlagung anlässlich der Einfuhr (vgl. nachfolgend zur verbindlichen
Tarifauskunft: E. 2.1). Die Vorschriften des VwVG finden gemäss dessen
Art. 3 Bst. e auf das Verfahren der Zollveranlagung keine Anwendung. Die-
ser Vorbehalt gilt jedoch nicht für das Rechtsmittelverfahren (inkl. das ver-
waltungsinterne Beschwerdeverfahren), sondern nur für das eigentliche
bzw. ergänzende Zollveranlagungsverfahren (vgl. auch: Art. 116 Abs. 4
ZG; statt vieler: Urteile des BVGer A-1635/2015 vom 11. April 2016
E. 1.2.1 f. und A-5907/2013 vom 4. April 2014 E. 1.3.1 f., je mit weiteren
Hinweisen; MARTIN KOCHER, in: Kocher/Clavadetscher, Zollgesetz [ZG],
Bern 2009 [nachfolgend: Kommentar ZG], Art. 116 N. 9 f.).
1.2.2 Das vorliegende Verfahren richtet sich somit – soweit das VGG nichts
anderes bestimmt – nach den Vorschriften des VwVG (Art. 37 VGG).
1.3 Die Beschwerdeführerin ist gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur Be-
schwerdeführung legitimiert. Die Beschwerde wurde zudem frist- und form-
gerecht eingereicht (vgl. Art. 20 i.V.m. Art. 50 Abs. 1 VwVG; Art. 52 Abs. 1
VwVG).
Auf das Rechtsmittel ist somit einzutreten.
1.4 Das Bundesverwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Ent-
scheid grundsätzlich in vollem Umfang. Die Beschwerdeführerin kann mit
der Beschwerde neben der Verletzung von Bundesrecht auch die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes
sowie die Unangemessenheit rügen (vgl. Art. 49 VwVG).
2.
2.1 Die Tarifierung kann mitunter schwierig und aufwändig sein, weshalb
die Wirtschaftsteilnehmenden die Möglichkeit haben, einen schriftlichen
Antrag für eine verbindliche Tarifauskunft bei der Zollverwaltung zu stellen
(BARBARA SCHMID, Kommentar ZG, Art. 19 N. 22 mit Hinweisen). Laut
Art. 20 Abs. 1 ZG erteilt die Zollverwaltung auf diese schriftliche Anfrage
hin eine schriftliche Auskunft unter anderem über die zolltarifarische Ein-
reihung. Hierbei kommt unter Vorbehalt von Art. 20 Abs. 3-5 ZG einzig
schriftlich erteilten Auskünften Rechtsverbindlichkeit zu (vgl. zur Geltung in
zeitlicher und sachlicher Hinsicht: KOCHER, Kommentar ZG, Art. 20 N. 9 ff.).
Gerichtlich überprüfbar ist die Auskunft jedoch erst, wenn sie in Form einer
anfechtbaren Verfügung im Sinne von Art. 5 VwVG ausgestaltet ist. Das
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Seite 6
Bundesgericht hat in seinem Urteil 2C_423/2012 vom 9. Dezember 2012
E. 3.7 erkannt, dass die Zollverwaltung auf Ersuchen eine Auskunftsverfü-
gung im Sinne von Art. 5 VwVG zu erlassen hat. Die Behörde kann jedoch
auch von Amtes wegen eine solche Feststellungsverfügung erlassen,
wenn sie ein öffentliches Feststellungsinteresse aufzeigt (Art. 25 Abs. 1
VwVG, vgl. BGE 137 II 199 E. 6.5.1 mit Hinweisen; zum Ganzen ausführ-
lich: Urteil des BVGer A-3459/2014 vom 11. Februar 2015 E. 2.1.1).
Die angefochtene Auskunftsverfügung der Vorinstanz vom 30. September
2019 entspricht unbestrittenermassen den materiellen Kriterien gemäss
Art. 5 VwVG und enthält die in Art. 35 VwVG genannten formellen Ele-
mente (vgl. hierzu ausführlich: Urteil des BVGer A-3459/2014 vom 11. Feb-
ruar 2015 E. 2.1.2 f.). Sodann hat die Beschwerdeführerin um eine solche
ersucht.
2.2 Jede Wareneinfuhr über die schweizerische Zollgrenze unterliegt
grundsätzlich der Zollpflicht (vgl. Art. 7 ZG). Die Waren müssen nach dem
ZG sowie nach dem Zolltarifgesetz vom 9. Oktober 1986 (ZTG, SR 632.10)
veranlagt werden. Gemäss Art. 1 Abs. 1 ZTG sind alle Waren, die über die
schweizerische Zollgrenze ein- und ausgeführt werden, nach dem Gene-
raltarif zu verzollen, welcher in den Anhängen 1 und 2 des ZTG enthalten
ist.
2.3 Unter dem Begriff Generaltarif (vgl. dazu auch Art. 3 ZTG) ist ein unter
Beachtung der inländischen Gesetzgebung und unter Berücksichtigung
der nationalen Bedürfnisse geschaffener Zolltarif zu verstehen. Er enthält
die Tarifnummern, die Bezeichnungen der Waren, die Einreihungsvor-
schriften, die Zollkontingente sowie die höchstmöglichen Zollansätze, wie
sie grösstenteils im Abkommen vom 15. April 1994 zur Errichtung der Welt-
handelsorganisation (GATT/WTO-Abkommen, SR 0.632.20, für die
Schweiz in Kraft getreten am 1. Juli 1995) konsolidiert worden sind. Die
Struktur des Generaltarifs basiert auf der Nomenklatur des internationalen
Übereinkommens vom 14. Juni 1983 über das Harmonisierte System zur
Bezeichnung und Codierung der Waren (nachfolgend: HS-Übereinkom-
men, SR 0.632.11, für die Schweiz in Kraft getreten am 1. Januar 1988;
vgl. statt vieler: Urteile des BVGer A-6248/2018 vom 8. Januar 2020 E. 3.2,
A-5624/2018 vom 19. Juli 2019 E. 4.1 und A-1635/2015 vom 11. April 2016
E. 5.1.1).
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Der Gebrauchstarif (vgl. dazu Art. 4 ZTG) entspricht im Aufbau dem Gene-
raltarif und enthält die aufgrund von vertraglichen Abmachungen ermässig-
ten Zollansätze. Er widerspiegelt die in Erlassen festgelegten gültigen Zoll-
ansätze (vgl. zum Ganzen auch Botschaft vom 19. September 1994 zu den
für die Ratifizierung der GATT/WTO-Übereinkommen [Uruguay-Runde]
notwendigen Rechtsanpassungen, BBl 1994 IV 950 ff., 1004 f.; siehe auch
Botschaft vom 22. Oktober 1985 betreffend das Internationale Überein-
kommen über das Harmonisierte System zur Bezeichnung und Codierung
der Waren [HS] sowie über die Anpassung des schweizerischen Zolltarifs,
BBl 1985 III 357, 377 f.). Der Gebrauchstarif, der für die Praxis primär re-
levant ist, umfasst demnach neben den unverändert gebliebenen Ansätzen
des Generaltarifs alle zu einem bestimmten Zeitpunkt handelsvertraglich
vereinbarten Zollansätze und die autonom gewährten Zollpräferenzen. Der
Gebrauchstarif enthält zudem auch die in besonderen Erlassen geregelten,
aufgrund autonomer Massnahmen ermässigten Zollansätze (Urteile des
BVGer A-6248/2018 vom 8. Januar 2020 E. 3.2, A-3404/2017 vom
16. März 2018 E. 2.2 und A-1635/2015 vom 11. April 2016 E. 5.1.1;
BEUSCH/SCHNELL LUCHSINGER, Wie harmonisiert ist das Harmonisierte
System wirklich? in: Zollrevue, 1/2017 S. 12 ff., S. 12; vgl. COTTIER/HER-
REN, Kommentar ZG, Einleitung Rz. 103).
2.4 Der Generaltarif wird in der Amtlichen Sammlung des Bundesrechts
(AS) nicht veröffentlicht. Die Veröffentlichung erfolgt durch Verweis (Art. 5
Abs. 1 des Publikationsgesetzes vom 18. Juni 2004 [PublG, SR 170.512]).
Der Generaltarif kann jedoch mitsamt seinen Änderungen bei der OZD ein-
gesehen oder im Internet abgerufen werden (www.ezv.admin.ch bzw.
www.tares.ch). Dasselbe gilt für den Gebrauchstarif (Art. 15 Abs. 2 und An-
hänge 1 und 2 ZTG). Trotz fehlender Veröffentlichung in der AS kommt dem
Generaltarif Gesetzesrang zu (statt vieler: BGE 142 II 433 E. 5; Urteile des
BVGer A-6248/2018 vom 8. Januar 2020 E. 3.3, A-3404/2017 vom
16. März 2018 E. 2.3 und A-1635/2015 vom 11. April 2016 E. 5.1.2;
BEUSCH/SCHNELL LUCHSINGER, a.a.O., S. 12).
2.5
2.5.1 Die Vertragsstaaten des HS-Übereinkommens (E. 2.3) – darunter die
Schweiz – sind verpflichtet, ihre Tarifnomenklaturen mit dem Harmonisier-
ten System in Übereinstimmung zu bringen und beim Erstellen der natio-
nalen Tarifnomenklatur alle Nummern und Unternummern des Harmoni-
sierten Systems sowie die dazugehörenden Codenummern zu verwenden,
ohne dabei etwas hinzuzufügen oder zu ändern. Sie sind weiter verpflich-
tet, die allgemeinen Vorschriften für die Auslegung des Harmonisierten
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Seite 8
Systems (vgl. nachfolgend: E. 2.5.4) sowie alle Abschnitt-, Kapitel- und Un-
ternummern-Anmerkungen anzuwenden. Sie dürfen den Geltungsbereich
der Abschnitte, Kapitel, Nummern oder Unternummern des Harmonisierten
Systems nicht verändern und haben seine Nummernfolge einzuhalten
(Art. 3 Ziff. 1 Bst. a des HS-Übereinkommens; vgl. zum Ganzen: Urteile
des BVGer A-703/2019 vom 8. Juni 2020 E. 2.2.1, A-6248/2018 vom 8. Ja-
nuar 2020 E. 3.4.1 und A-1635/2015 vom 11. April 2016 E. 5.2.1;
BEUSCH/SCHNELL LUCHSINGER, a.a.O., S. 14).
2.5.2 Die Nomenklatur des Harmonisierten Systems bildet somit die syste-
matische Grundlage des schweizerischen Generaltarifs, dessen Kodierung
durchwegs als achtstellige Tarifnummer pro Warenposition ausgestaltet
und damit gegenüber der sechsstelligen Nomenklatur des Harmonisierten
Systems um zwei Stellen verfeinert ist. Somit ist die schweizerische No-
menklatur bis zur sechsten Ziffer völkerrechtlich bestimmt. Die siebte und
achte Position bilden schweizerische Unternummern, denen grundsätzlich
ebenso Gesetzesrang zukommt, soweit sie mit Erlass des ZTG geschaffen
worden sind. Da sowohl Bundesgesetze als auch Völkerrecht für die Zoll-
verwaltung und alle anderen Rechtsanwender nach dem sog. Anwen-
dungsgebot massgebendes Recht darstellen, ist diesfalls das Bundesver-
waltungsgericht an die gesamte achtstellige Nomenklatur gebunden
(Art. 190 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; vgl. statt vieler: Urteile des BVGer
A-6248/2018 vom 8. Januar 2020 E. 3.4.2 und A-5624/2018 vom 19. Juli
2019 E. 4.4; vgl. auch REMO ARPAGAUS, Zollrecht, 2. Auf. 2007, Rz. 578).
2.5.3 Die Vertragsstaaten des HS-Übereinkommens beabsichtigen eine
einheitliche Auslegung der völkerrechtlich festgelegten Nomenklatur
(vgl. Art. 7 Ziff. 1 Bst. b und c und Art. 8 Ziff. 2 des HS-Übereinkommens).
Hierzu dienen unter anderem die «Avis de classement» (nachfolgend: Ein-
reihungsavisen) und die «Notes explicatives du Système Harmonisé»
(nachfolgend: Erläuterungen), welche vom Rat für die Zusammenarbeit auf
dem Gebiet des Zollwesens (Weltzollrat; heute: Weltzollorganisation) auf
Vorschlag des Ausschusses des Harmonisierten Systems genehmigt wor-
den sind (Art. 1 Bst. e und f i.V.m. Art. 7 Ziff. 1 Bst. a-c i.V.m. Art. 8 Ziff. 2
und 3 des HS-Übereinkommens; Urteil des BVGer A-1635/2015 vom
11. April 2016 E. 5.2.2). Diese Vorschriften sind als internationales Staats-
vertragsrecht für das Bundesverwaltungsgericht verbindlich. Die Vertrags-
staaten haben einzig nach Art. 7 Ziff. 1 sowie Art. 8 Ziff. 1 und 2 des
HS-Übereinkommens die Möglichkeit, die Überprüfung oder Änderung der
Erläuterungen und der Einreihungsavisen zu veranlassen. Dennoch bleibt
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Raum für nationale Regelungen. So kann die OZD zum Beispiel zusätzlich
sog. schweizerische Erläuterungen erlassen. Diese können unter
www.tares.ch abgerufen werden. Die schweizerischen Erläuterungen sind
als Dienstvorschriften (ARPAGAUS, a.a.O., Rz. 579) bzw. Verwaltungsver-
ordnungen für die Justizbehörden nicht verbindlich (zur Rechtsnatur und
Bindungswirkung von Verwaltungsverordnungen anstelle vieler: BGE 141
V 175 E. 2.1; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem Bun-
desverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 2.173 f.; zum Ganzen: Urteile
des BVGer A-703/2019 vom 8. Juni 2020 E. 2.2.3 und A-6248/2018 vom
8. Januar 2020 E. 3.4.3; BEUSCH/SCHNELL LUCHSINGER, a.a.O., S. 17 f.).
2.5.4 Hinsichtlich der Auslegung sehen die von den schweizerischen Zoll-
behörden angewendeten «Allgemeinen Vorschriften für die Auslegung des
Harmonisierten Systems» (nachfolgend: AV), welche mit den «Allgemeinen
Vorschriften für die Auslegung des Harmonisierten Systems» des offiziellen
Textes des HS-Übereinkommens übereinstimmen, in Ziff. 1 vor, dass für
die Tarifeinreihung einer Ware der Wortlaut der Nummern und der Ab-
schnitt- oder Kapitel-Anmerkungen sowie die weiteren Allgemeinen Vor-
schriften, soweit diese dem Wortlaut der Nummern und der Anmerkungen
nicht widersprechen, massgebend sind. Bei der Bestimmung der zutreffen-
den Tarifnummer ist somit stufenweise in der gesetzlich bzw. staatsvertrag-
lich festgelegten Reihenfolge (Tariftext – Anmerkungen – Allgemeine Vor-
schriften) vorzugehen. Die nächstfolgende Vorschrift ist immer erst dann
heranzuziehen, wenn die vorangehende Bestimmung nicht zum Ziel ge-
führt, d.h. keine einwandfreie Tarifierung ermöglicht hat (Urteile des BVGer
A-703/2019 vom 8. Juni 2020 E. 2.2.4 und A-6248/2018 vom 8. Januar
2020 E. 3.4.4).
Auf die Auslegung der schweizerischen Unternummern ist vorliegend nicht
einzugehen.
2.5.5 Für die Tarifeinreihung massgebend ist die Art und Beschaffenheit
der Ware zum Zeitpunkt, in dem sie unter Zollkontrolle gestellt worden ist.
Auf den Verwendungszweck ist demgegenüber nur dann abzustellen,
wenn dies in den einzelnen Tarifpositionen als Einreihungskriterium aus-
drücklich festgehalten ist. Ist Letzteres nicht der Fall, kommt dem Verwen-
dungszweck wie auch dem Preis, der Verpackung und der Bezeichnung
durch den Hersteller oder Empfänger der Ware lediglich hinweisende, nicht
aber ausschlaggebende Bedeutung zu (statt vieler: Urteile des BVGer
A-6248/2018 vom 8. Januar 2020 E. 3.4.5, A-3045/2017 vom 25. Juli 2018
E. 2.5.1 und A-3459/2014 vom 11. Februar 2015 E. 2.4.1).
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2.5.6 Kommen für die Einreihung von Waren zwei oder mehrere Nummern
in Betracht, sieht Ziff. 3 AV folgende drei Einreihungsmethoden vor: a) Die
Nummer mit der genaueren Warenbezeichnung geht vor; b) Waren, die aus
verschiedenen Stoffen oder Bestandteilen bestehen, werden nach dem
Stoff oder Bestandteil eingereiht, der ihnen ihren wesentlichen Charakter
verleiht und c) Die Ware ist der in der Nummernfolge zuletzt genannten
gleichermassen in Betracht kommenden Nummer zuzuweisen. Die ge-
nannten Vorschriften sind in der aufgeführten Reihenfolge anzuwenden,
das heisst, die Vorschrift der Ziff. 3b AV ist nur dann anzuwenden, wenn
die Vorschrift der Ziff. 3a AV für die Einreihung keine Lösung gebracht hat
usw. Die Vorschriften finden zudem nur Anwendung, wenn sie dem Wort-
laut der Nummern und der Abschnitt- oder Kapitel-Anmerkungen nicht wi-
dersprechen (hierzu ausführlich statt vieler: Urteil des BVGer A-3485/2020
vom 25. Januar 2021 E. 2.4.7 mit weiteren Hinweisen).
2.6 Die Tarifeinreihungen ausländischer Zollbehörden sind für die schwei-
zerische Zollverwaltung formell nicht verbindlich. Allerdings müssen sach-
lich überzeugende Gründe vorliegen, damit die schweizerische Zollverwal-
tung ein identisches Produkt anders qualifiziert, als dies Zollverwaltungen
der anderen Vertragsstaaten des HS-Übereinkommens tun. Auch das Bun-
desverwaltungsgericht ist an die Tarifentscheide ausländischer Zollbehör-
den oder Gerichte formell nicht gebunden, kann aber ausländische Ent-
scheidungen berücksichtigen, soweit diese sachlich und rechtlich überzeu-
gen (Urteile des BVGer A-5273/2018 vom 17. Juli 2019 E. 2.3.6,
A-1635/2015 vom 11. April 2016 E. 5.9 und A-3459/2014 vom 11. Februar
2015 E. 2.5; BEUSCH/SCHNELL LUCHSINGER, a.a.O., S. 18).
3.
3.1 Dem Abschnitt XVIII «Optische, fotografische oder kinematografische
Instrumente, Apparate und Geräte; Mess-, Prüf- oder Präzisionsinstru-
mente, -apparate und -geräte; medizinische und chirurgische Instrumente,
Apparate und Geräte; Uhrmacherwaren; Musikinstrumente; Teile und Zu-
behör für diese Instrumente, Apparate und Geräte», Kapitel 90 des Ge-
brauchstarifs war im massgeblichen Zeitpunkt unter anderem folgende Ta-
rifnummerneinteilung zu entnehmen:
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90 Optische, fotografische oder kinematografische In-
strumente, Apparate und Geräte; Mess-, Prüf- oder
Präzisionsinstrumente, -apparate und -geräte; medizi-
nische und chirurgische Instrumente, Apparate und
Geräte; Teile und Zubehör für diese Instrumente, Ap-
parate und Geräte
9018 Instrumente, Apparate und Geräte für medizinische,
chirurgische, zahnärztliche oder tierärztliche Zwecke,
einschliesslich Apparate und Geräte für die Szintigra-
fie und andere elektromedizinische Apparate und Ge-
räte sowie Apparate und Geräte zum Prüfen des Seh-
vermögens:
9018.9000 - andere Instrumente, Apparate und Geräte
Dem schweizerischen Gebrauchstarif war aus dem Abschnitt XX «Ver-
schiedene Waren und Erzeugnisse», Kapitel 96 Folgendes zu entnehmen:
96 Verschiedene Waren
9608 Kugelschreiber; Schreiber und Markierstifte, mit Filz-
spitze oder mit anderen porösen Spitzen; Füllfederhal-
ter und andere Füllhalter; Durchschreibstifte; Füll-
stifte; Federhalter, Bleistifthalter und ähnliche Waren;
Teile (einschliesslich Kappen und Klipse) dieser Wa-
ren, ausgenommen solche der Nr. 9609:
9608.2000 - Schreiber und Markierstifte, mit Filzspitze oder mit ande-
ren porösen Spitzen
Für Einfuhren von Waren aus den Vereinigten Staaten der Tarifnum-
mer 9018.9000 galt hierbei ein Zollansatz von Fr. 0.-- je 100 kg brutto (Nor-
malansatz), für Waren der Tarifnummer 9608.2000 galt ein solcher von
Fr. 77.-- je 100 kg brutto (Normalansatz).
3.2
3.2.1 In den Erläuterungen zu Kapitel 90 ist – soweit hier relevant – in Be-
zug auf die Tarifnummer 9018 zusammengefasst festgehalten, dass hier-
her eine besonders grosse Anzahl von Instrumenten, Apparaten und Gerä-
ten gehörten, die in fast allen Fällen üblicherweise die Handhabung durch
Ärzte usw. verlangten, um bspw. eine Operation durchzuführen. Hierbei
würden in der Human- und Veterinärmedizin zahlreiche Instrumente ver-
wendet, die eigentlich Werkzeuge seien, wobei diese Waren nur dann hier-
her gehörten, wenn ihre Bestimmung zu medizinischen und chirurgischen
Zwecken eindeutig erkennbar sei (vgl. hierzu ausführlich auch: Urteil des
BVGer A-1635/2015 vom 11. April 2016 E. 5.7.2).
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Seite 12
3.2.2 Den Erläuterungen zu Kapitel 96 ist – wiederum soweit vorliegend
relevant und stark zusammengefasst – unter Allgemeines zu entnehmen,
dieses Kapitel umfasse unter anderem Schreibwaren sowie verschiedene
andere Waren, die nicht in anderen Nummern der Nomenklatur erfasst
seien. Bezüglich der Tarifnummer 9608 heisst es, zu dieser Nummer ge-
hörten unter anderem Schreiber und Markierstifte mit Filzspitze oder mit
anderen porösen Spitzen (Ziff. 2; vgl. wiederum ausführlich: Urteil des
BVGer A-1635/2015 vom 11. April 2016 E. 5.7.3).
3.3 Laut Anmerkungen zu Kapitel 96 gehörten nicht zu diesem Kapitel Wa-
ren des Kapitels 90 (unter anderem Bürstenwaren, der offensichtlich für
medizinische, chirurgische, zahnärztliche oder tierärztliche Zwecke zur
Verwendung gelangenden Art [Nr. 9018]; Ziff. 1 Bst. f; siehe auch: Urteil
des BVGer A-1635/2015 vom 11. April 2016 E. 5.6). Den Anmerkungen zu
Kapitel 90 lässt sich nichts entnehmen, was sich für den vorliegenden Fall
als relevant erweisen würde.
4.
Im vorliegenden Fall ist zu klären, ob die chirurgische Markierstifte der Be-
schwerdeführerin (vgl. zum Beschrieb: Sachverhalt Bst. B.a) in die Tarif-
nummer 9018.9000, so die Meinung der Beschwerdeführerin, oder in die
Tarifnummer 9608.2000, so die Auffassung der Vorinstanz, einzureihen
sind.
4.1 Die Beschwerdeführerin macht zusammengefasst geltend, Schreiber
und Markierstifte, mit Filzspitze oder mit anderen porösen Spitzen laut Ta-
rifnummer 9608.2000 könnten nach der aktuellen Gesetzeslage nicht für
chirurgische Zwecke verwendet werden. Daher seien die vorliegenden chi-
rurgischen Markierstifte, mit CE-Kennzeichnung für die Konformität als Me-
dizinprodukt gemäss MepV und entsprechend formulierter Gebrauchsan-
weisung, als Medizinprodukt zu sehen und in die Tarifnummer 9018.9000
einzureihen.
Die Vorinstanz hält entgegen, für die Tarifeinreihung einer Ware seien ins-
besondere der Wortlaut der Nummern sowie der Abschnitt- oder Kapitelan-
merkungen massgebend; nicht relevant sei hingegen, ob die Erzeugnisse
die Anforderungen an Medizinprodukte erfüllten bzw. mit Letzteren konform
seien. Es bestehe auch kein Zusammenhang zwischen der Tarifeinreihung
und der in Art. 21 ZV vorgesehenen Zollbefreiung. Die chirurgischen Mar-
kierstifte seien sowohl vom Wortlaut der Tarifnummer 9608 als auch von
jenem der Tarifnummer 9018 erfasst; diesfalls sei die Ware in die Nummer
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mit der genaueren Warenbezeichnung einzureihen. Vorliegend sei das
Bundesverwaltungsgericht bereits im Verfahren A-1635/2015 zum Schluss
gekommen, dass der Wortlaut der Tarifnummer 9608 genauer sei. Da sich
die gesetzlichen Grundlagen nicht geändert hätten, seien die vorliegenden
Markierstifte ebenfalls in diese Tarifnummer einzureihen.
4.2
4.2.1 Massgebend für die Tarifeinreihung einer Ware ist in erster Linie der
Wortlaut der Nummern und der Abschnitt- oder Kapitel-Anmerkungen
(E. 2.5.4). Vorliegend sind die chirurgischen Markierstifte sowohl vom
Wortlaut der Tarifnummer 9018.9000, als auch von jenem der Tarifnum-
mer 9608.2000 erfasst (vgl. bereits: Urteil des BVGer A-1635/2015 vom
11. April 2016 E. 6.1.3). Auch die Erläuterungen zu Kapitel 90 sowie 96
(E. 3.2) sowie die Anmerkungen (E. 3.3) lassen keine eindeutige Tarifein-
reihung der Markierstifte zu, weshalb in der gesetzlich bzw. staatsvertrag-
lich festgelegten Reihenfolge die Allgemeinen Vorschriften, soweit diese
dem Wortlaut der Nummern und der Anmerkungen nicht widersprechen,
massgebend sind (E. 2.5.4; vgl. auch: Urteil des BVGer A-1635/2015 vom
11. April 2016 E. 6.2).
4.2.2
4.2.2.1 Die Allgemeinen Vorschriften bestimmen in deren Ziff. 3a, dass,
wenn für die Einreihung von Waren zwei oder mehrere Nummern in Be-
tracht kommen, die Ware in die Nummer mit der genaueren Warenbezeich-
nung einzureihen ist. Hierbei sind – wie bereits in Erwägung 2.5.6 aufge-
zeigt – die Vorschriften der Ziff. 3b und Ziff. 3c AV nur dann anzuwenden,
wenn diejenige der Ziff. 3a bzw. Ziff. 3b AV für die Einreihung keine Lösung
gebracht haben (vgl. auch: Urteil des BVGer A-1635/2015 vom 11. April
2016 E. 6.3.1).
4.2.2.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat bereits in seinem Urteil
A-1635/2015 vom 11. April 2016 festgestellt, dass die Tarifnum-
mer 9018.9000, welche von «andere[n] Instrumente[n], Apparate[n] und
Geräte[n]» spreche, keine sehr genaue Warenbezeichnung enthalte. Die
Erläuterungen sprächen denn auch von einer besonders grossen Anzahl
von Instrumenten udgl. (vgl. E. 3.2.1). Dies ganz im Gegensatz zum Wort-
laut der Tarifnummer 9608.2000, welcher sich insbesondere auf «Schrei-
ber und Markierstifte» beziehe und somit genauer sei. Die chirurgischen
Markierstifte seien laut der Vorschrift der Ziff. 3a AV folglich in die Tarifnum-
mer 9608.2000 einzureihen (ausführlich: Urteil des BVGer A-1635/2015
vom 11. April 2016 E. 6.3.2 f.).
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4.2.3 Unbestritten ist vorliegend zu Recht, dass sich die relevanten gesetz-
lichen Grundlagen (vgl. hierzu bereits: E. 2 und 3) seit dem Urteil
A-1635/2015 vom 11. April 2016 nicht geändert haben. Sodann ist der Vor-
instanz beizupflichten, dass kein Zusammenhang zwischen der Tarifeinrei-
hung und der in Art. 21 ZV vorgesehenen Zollbefreiung besteht. Für die
Tarifeinreihung sind die bereits erwähnten gesetzlichen Grundlagen rele-
vant. In sachverhaltlicher Hinsicht bringt die Beschwerdeführerin jedenfalls
nichts vor und es ergibt sich auch nicht aus den Akten, dass sich die vor-
liegend streitgegenständlichen chirurgischen Markierstifte nicht mit jenen
im Verfahren A-1635/2015 vergleichen lassen bzw. sich in einer für die Ta-
rifierung relevanten Art und Weise von den damalig streitgegenständlichen
unterscheiden würden. Die vorliegenden chirurgischen Markierstifte sind
daher in die Tarifnummer 9608.2000 einzureihen.
Hieran vermag auch der Hinweis der Beschwerdeführerin auf den Verwen-
dungszweck bzw. die Konformität als Medizinprodukt und die Gebrauchs-
anweisung nichts zu ändern: Rechtsprechungsgemäss und wie bereits mit
Urteil des BVGer A-1635/2015 vom 11. April 2016 festgestellt, kommt der
sterilen Verpackung der streitbetroffenen Markierstifte (vgl. insb. E. 6.1.2
des erwähnten Urteiles) sowie der Bezeichnung durch den Hersteller der
Ware – vorliegend im Rahmen seiner Gebrauchsanweisung – für die Ta-
rifeinstufung lediglich hinweisende, nicht aber ausschlaggebende Bedeu-
tung zu. Da vorliegend der Verwendungszweck – hier als Medizinprodukt
– in den Tarifpositionen nicht als Einreihungskriterium ausdrücklich festge-
halten ist, kommt auch ihm lediglich hinweisende Bedeutung zu (vgl. auch:
E. 2.5.5).
4.3 Nach dem Gesagten sind die streitgegenständlichen chirurgischen
Markierstifte – in Übereinstimmung mit der Vorinstanz – der Zolltarifnum-
mer 9608.2000 zuzuordnen und die Beschwerde ist abzuweisen.
5.
5.1 Ausgangsgemäss sind die auf Fr. 1’000.-- festzusetzenden Verfahrens-
kosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der
in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfah-
renskosten zu verwenden.
5.2 Weder der unterliegenden Beschwerdeführerin noch der Vorinstanz ist
eine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario
und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten
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und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,
SR 173.320.2] e contrario und Art. 7 Abs. 3 VGKE).
6.
Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet über Tarifstreitigkeiten im
Sinne von Art. 83 Bst. l des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005
(BGG, SR 173.110) letztinstanzlich.