Decision ID: 0953bbc7-bac7-48f9-88ec-8f802083f9d0
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_OG
Chamber: ZH_OG_002
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: penal_law

betreffend qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, vom 2.
November 2016 (DG160035)
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Anklage:
Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich ist diesem Urteil
beigeheftet (Urk. 210 070).
Urteil der Vorinstanz:
1. Der Beschuldigte ist der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung im
Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB schuldig (betreffend Anklageziffer III).
2. Vom Vorwurf der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung durch die
Übertragung von Hard- und Software der B._ auf die C._ wird der
Beschuldigte freigesprochen (betreffend Anklageziffer II, exkl. deren letzter
Absatz).
3. In Bezug auf den Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung durch die
Übertragung von "Interconnections Agreements" respektive Adressierungs-
elementen der B._ auf die C._ wird das Verfahren eingestellt (be-
treffend Anklageziffer II, letzter Absatz).
4. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu
CHF 100.
5. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre
festgesetzt.
6. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
Fr. 6'000.00 ; die weiteren Kosten betragen:
Fr. 10'000.00 Gebühr Anklagebehörde
Fr. 1'976.90 Auslagen Untersuchung
Fr. 35'188.00 amtliche Verteidigung
Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten.
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7. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausge-
nommen diejenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten
zur Hälfte auferlegt und zur Hälfte auf die Gerichtskasse genommen.
8. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse ge-
nommen; die Rückzahlungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt im
Umfang der Hälfte vorbehalten.
9. Rechtsanwalt lic. iur. X._ wird für seine Aufwendungen als amtlicher
Verteidiger des Beschuldigten mit CHF 35'188 (inkl. MWST) aus der Ge-
richtskasse entschädigt.
Berufungsanträge:
a) Der Verteidigung des Beschuldigten:
(Urk. 65/1 S. 1 f.)
1. Es sei Dispositiv-Ziffer 1 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 2. November 2016 (G-Nr. DG160035-L) aufzuheben und es sei der Beschuldigte vom Vorwurf der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB (betreffend Anklageziffer III) freizusprechen.
2. Es seien Dispositiv-Ziffern 4-5 des Urteils des Bezirksgerichts  vom 2. November 2016 (G-Nr. DG160035-L) aufzuheben und es sei von einer Bestrafung des Beschuldigten vollständig .
3. Es sei Dispositiv-Ziffer 7 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 2. November 2016 (G-Nr. DG160035-L) aufzuheben und es seien die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen  vollumfänglich auf die Gerichtskasse zu nehmen. Es seien zudem die Kosten des Berufungsverfahrens vollumfänglich auf die Gerichtskasse zu nehmen.
4. Es sei Dispositiv-Ziffer 8 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 2. November 2016 (G-Nr. DG160035-L) aufzuheben und es seien die Kosten der amtlichen Verteidigung vollumfänglich auf die Gerichtskasse zu nehmen. Es seien auch die Kosten der  Verteidigung für das Berufungsverfahren vollumfänglich auf die Gerichtskasse zu nehmen.
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b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich:
(Urk. 66/1 S. 1)
1. Bestätigung des Schuldspruchs gemäss Urteil des  Zürich vom 2. November 2016.
2. Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten.
3. Gewährung des bedingten Strafvollzugs, bei einer Probezeit von 2 Jahren.
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Erwägungen:
I. Gegenstand des Berufungsverfahrens und Beweisanträge
1. Gegenstand des Berufungsverfahrens
Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung, vom 2. November 2016 wurde
der Beschuldigte der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von
Art. 158 Ziff. 1 Abs. 3 StGB schuldig gesprochen (Anklageziffer III). Betreffend
Anklageziffer II wurde er, exklusive deren letzten Absatz, vom Vorwurf der qualifi-
zierten ungetreuen Geschäftsbesorgung freigesprochen. Bezüglich des letzten
Absatzes von Anklageziffer II wurde das Verfahren eingestellt. Der Beschuldigte
wurde bestraft mit einer bedingten Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu Fr. 100.–
unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren.
Im Anschluss an die mündliche Urteilseröffnung hat der Beschuldigte zu Protokoll
Berufung angemeldet (Prot. I S. 20) und innert Frist mit Eingabe vom 7. Dezem-
ber 2016 die Berufungserklärung eingereicht (Urk. 46). Er ficht den Schuldspruch
betreffend Anklageziffer III an und beantragt Aufhebung von Dispositiv-Ziffern 4,
5, 7 und 8 und Übernahme der Kosten der Untersuchung und beider gerichtlichen
Verfahren auf die Staatskasse.
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Die Staatsanwaltschaft hat fristgerecht mit Eingabe vom 8. November 2016 Beru-
fung gegen das Urteil angemeldet (Urk. 40) und mit Eingabe vom 30. November
2016 die Berufungserklärung erstattet (Urk. 45). Ihre Berufung beschränkt sich
auf die Strafzumessung, sie beantragt die Bestrafung des Beschuldigten mit einer
Freiheitsstrafe von 10 Monaten.
Innert der mit Präsidialverfügung vom 21. Dezember 2016 angesetzten Frist gin-
gen keine Anschlussberufungen ein, die Staatsanwaltschaft verzichtete mit Ein-
gabe vom 24. Januar 2017 ausdrücklich auf Anschlussberufung (Urk. 51).
Es ist vorab festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 9. Abteilung,
vom 2. November 2016 bezüglich der Dispositivziffern 2 (Teilfreispruch), 3 (teil-
weise Verfahrenseinstellung), 6 (Kostenfestsetzung) und 9 (Honorar der amtli-
chen Verteidigung) in Rechtskraft erwachsen ist.
2. Beweisanträge
Der Beschuldigte stellte in der Berufungserklärung die Beweisanträge auf Zeu-
geneinvernahme von D._, E._ und F._ (Urk. 46). Mit Präsidialver-
fügung vom 17. Februar 2017 wurde der Beweisantrag des Beschuldigten auf
Einvernahme von D._ und E._ als Zeugen einstweilen abgewiesen, der
Beweisantrag auf Einvernahme von F._ als Zeugin wurde zugelassen
(Urk. 53). Nachdem F._ nach ergangener Vorladung zur Zeugeneinvernah-
me mit dem Gericht Kontakt aufgenommen hatte (Urk. 58) wurde ihr mit Präsidial-
verfügung vom 9. März 2018 angesichts ihrer gesundheitlichen Situation die La-
dung zur Zeugeneinvernahme vom 20. März 2018 abgenommen (Urk. 59).
Mit Eingabe vom 13. März 2018 reichte der Beschuldigte eine notariell beglaubig-
te Erklärung von E._ ein und beantragte, diese sei als Zeugnisurkunde ent-
gegenzunehmen, eventualiter sei E._ als Zeuge einzuvernehmen (Urk. 61-
63).
An den Anträgen auf Zeugeneinvernahme hielt der Beschuldigte in der heutigen
Berufungsverhandlung fest (Prot. II S. 8;Urk. 65/1 S. 3 ff.). Auf diese Beweisan-
träge ist nachfolgend im Rahmen der Beweiswürdigung einzugehen.
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II. Sachverhalt
1. Anklagevorwurf
Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft III des Kan-
tons Zürich vom 19. Januar 2016 zusammengefasst vorgeworfen, er habe am
8. August 2005 in seiner damaligen Funktion als einziger Verwaltungsrat und Ge-
schäftsführer der B._ AG (nachfolgend B._ genannt) und Alleinzeich-
nungsberechtigter der C._ AG (nachfolgend C._ genannt) ab dem
B._-Konto bei der G._ AG [Bank] den Betrag von Fr. 250'000.– auf das
Konto der C._ bei der gleichen Bank überweisen lassen. Einen Tag später,
am 9. August 2005, habe er in drei Teilüberweisungen den Gesamtbetrag von
Fr. 236'720.– auf ein H._-Konto der I._ GmbH überwiesen. Gleichen-
tags (9. August 2005) habe die letztgenannte Gesellschaft ab diesem Konto, be-
treffend welches der Beschuldigte alleinzeichnungsberechtigt gewesen sei,
Fr. 240'000.– gestützt auf einen Darlehensvertrag vom 8. August 2005 an die
J._ GmbH überwiesen. Die Vertreterin der J._ GmbH, F._, habe
diese Summe gestützt auf einen Darlehensvertrag vom 8. August 2005 an die
B._ als Darlehensnehmerin überwiesen. Als Sicherheit für den als Darlehen
bezeichneten Betrag von Fr. 240'000.– habe die B._ ihre Beteiligung an der
Tochtergesellschaft C._ bestehend aus 200'000 C._-Inhaberaktien an
I._ GmbH verpfändet. Bei dem unter dem Titel "Darlehen" an die B._
überwiesenen Fr. 240'000.– habe es sich in Tat und Wahrheit um den zurückge-
flossenen Betrag gehandelt, den der Beschuldigte am 8. August 2005 von der
B._ aus "auf die Reise geschickt" habe. Wie von Anfang an vom Beschuldig-
ten geplant, sei das "Darlehen" nicht zurückbezahlt worden und seien die ver-
pfändeten C._-Inhaberaktien der I._ GmbH zwecks Verwertung oder
anderweitiger Verwendung überlassen worden. Konkret seien die Aktien am
7. Dezember 2005 durch die Vertreterin der J._ GmbH (F._) in einem
Kuvert dem Beschuldigten und D._ übergeben worden.
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Dem Beschuldigten wird somit vorgeworfen, er habe durch die oben erwähnten
Geldflüsse und simulierten Darlehensverträge vom 8. August 2005 vorgetäuscht,
dass der B._ von der J._ GmbH eine Darlehenssumme von
Fr. 240'000.– bezahlt worden sei, in Tat und Wahrheit habe es sich bei diesem
überwiesenen Betrag um Geld der B._ gehandelt, welches über die vorer-
wähnten Wege wieder an diese zurückgeflossen sei. Mittels fingierten Darlehens-
verträgen mit Verpfändung der 200'000 Inhaberaktien der C._ sei verschlei-
ert worden, dass diese Aktien mit einem Bilanzwert von Fr. 178'000.– entschädi-
gungslos an die I._ GmbH, respektive allenfalls nachfolgend an weitere Dritte
übertragen worden seien, wodurch das Vermögen der B._ im Betrag von
Fr. 178'000.– vermindert worden sei.
2. Ausführungen der Staatsanwaltschaft
Die Staatsanwaltschaft führte vor Vorinstanz aus, die C._-Inhaberaktien sei-
en in der Bilanz der B._ vom 31. Dezember 2004 mit einem Bilanzwert von
Fr. 178'000.– verbucht gewesen. Dass die Namen der neuen Aktieninhaber nach
der rechtswidrigen Verwendung der 200'000 C._-Aktien sich trotz entspre-
chender Bemühungen aktenmässig nicht dokumentieren liessen, vermöge den
Beschuldigen nicht zu entlasten. Gestützt auf die Aussage von F._ in der po-
lizeilichen Einvernahme vom 1. Juni 2010 und ihre Aktennotiz vom 8. Dezember
2005 sei erstellt, dass die betreffenden Aktien per 7. Dezember 2005 zwecks
Verwertung oder anderweitiger Verwendung dem Beschuldigten übergeben wor-
den seien (Urk. 35 S. 9 ff.). Anlässlich der Generalversammlung der C._ vom
8. März 2006, welche vom Beschuldigten als Verwaltungsrat geleitet worden sei,
sei die B._ gemäss dem GV- Protokoll nicht mehr Inhaberin der 200'000
C._ Inhaberaktien gewesen und damit nicht mehr Aktionärin der C._.
Für die Mutmassung des Beschuldigten, dass mit den Aktien möglicherweise
während der VR-Zeit von E._, also zwischen dem 28. Februar 2006 (Ende
der Verwaltungsratstätigkeit des Beschuldigten) und der Generalversammlung
vom 8. März 2006 irgendetwas geschehen sei, finde sich in den Akten keine Stüt-
ze. Entgegen der Auffassung der Verteidigung lasse sich aus dem Wortlaut des
Protokolls der Generalversammlung nicht entnehmen, dass D._ die C._-
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Aktien für die B._ vertreten habe, zumal D._ in den Konfrontationsein-
vernahmen keine entsprechenden Aussagen gemacht habe. Die Geldtransaktio-
nen im August 2005 seien wirtschaftlich völlig unsinnig. Das Geld Hin- und Her-
schieben habe offensichtlich einzig dem Zweck gedient, die beabsichtigte Über-
tragung der verpfändeten Aktien an Dritte zu ermöglichen und die deliktischen
Absichten zu verschleiern.
In der Berufungsverhandlung hielt die Staatsanwaltschaft an ihrer Argumentation
fest und führte zusammengefasst aus, gestützt auf die Aussagen von F._, ih-
re Aktennotizen, die buchhalterischen Akten, die dokumentierten wirtschaftlich be-
trachtet völlig unsinnigen Transaktionen und die Zwischenschaltung von F._
zwecks Verschleierung der inkriminierten Geldflüsse sei erstellt, dass die
C._-Aktien auf Veranlassung des Beschuldigen ohne Gegenleistung und
damit zum finanziellen Nachteil der B._ an Dritte übertragen wurden
(Urk. 66/3 S. 4 f.).
3. Standpunkt des Beschuldigten
Der Beschuldigte bestritt den Anklagesachverhalt in der Untersuchung, vor Vo-
rinstanz und im Berufungsverfahren vollumfänglich. Er machte geltend, er habe
die Vermögenswerte zu keiner Zeit an Dritte übertragen, die vorgeworfene Ak-
tienübertragung sei weder belegt noch könne er sich daran erinnern. Einen sol-
chen Vorgang habe es nicht gegeben. Es sei möglich, dass E._, sein Nach-
folger im Verwaltungsrat, die Aktien übertragen habe (Urk. 34 S. 15). Er monierte,
es sei nicht untersucht worden, wo die Aktien seien, an wen und zu welchem
Preis sie von der J._ GmbH verkauft worden seien, wenn sie denn nicht an
die B._ zurückgegangen seien, was nicht erstellt sei (Urk. 34 S. 18 ff.). Die
Staatsanwaltschaft versuche einen wirtschaftlichen Prozess, das Scheitern und
Ausscheiden einer Geschäftsgruppe im Telekommunikationsmarkt, mit einer An-
klage aufzuklären, dabei würden selektierte Vorgänge aus dem Gesamtzusam-
menhang herausgerissen. Das Scheitern habe an einer Änderung der regulatori-
schen Bedingung, am Wegfall der Kunden, der Änderung der Marktsituation und
der Uneinigkeit der Aktionäre gelegen. Er habe versucht, im Interesse der Gesell-
schaft etwas zu tun, um eine Fortführung des Geschäftsbetriebs gewährleisten zu
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können. Dabei hätte es überhaupt keinen Sinn gemacht, die Aktien im Rahmen
eines Planes an irgendeinen Dritten zu übertragen. Es sei nicht einzusehen, wozu
dies hätte gut sein sollen (Prot. I S. 18).
Aus dem Umstand, dass im Protokoll der Generalversammlung vom 8. März 2006
D._ als Vertreter aller Aktionäre der sämtlichen 200'000 Inhaberaktien aufge-
führt sei, sei nicht zu schliessen, dass die B._ nicht mehr Aktionärin der
C._ gewesen sei (Urk. 36 S. 25).
Dass die B._ Fr. 250'000.– an die C._ überwiesen habe, entspreche
dem Umstand, dass es pro Monat eine Vielzahl von Überweisungen zwischen
den beiden B._C._-Gesellschaften gegeben habe. Die Überweisung
von Fr. 250'000.– reihe sich nahtlos ein in die früheren Überweisungen der
B._ an C._ (Urk. 36 S. 26).
Die Zahlungen der C._ an die I._ GmbH seien aufgrund geschäftlich
begründeter Forderungen erfolgt. Zudem sei festzuhalten, dass die in drei Tran-
chen erfolgten Überweisungen auch in ihrem Gesamtbetrag nicht deckungsgleich
seien mit dem Darlehen (Urk. 36 S. 27).
Die finanzielle Lage der B._C._-Gesellschaften sei im damaligen Zeit-
punkt nicht gut gewesen, die Servicegebühren seien aufgrund dessen, dass die
Content Provider ihre Angebote abzogen, massiv eingebrochen, weshalb nicht
gesagt werden könne, es habe kein Bedarf für ein Darlehen bestanden. Ausser-
dem sei es nicht angängig, die finanzielle Lage der B._ und der C._ an-
hand einzelner Kontoauszüge zu beurteilen, vielmehr müsste eine Gesamtbe-
trachtung der finanziellen Lage unter Einbezug der in diesem Moment vorhande-
nen Verbindlichkeiten erfolgen (Urk. 36 S. 27 f.).
Es treffe nicht zu, dass F._ am 7. Dezember 2005 die C._ Inhaberaktien
an den Beschuldigten bzw. D._ übergeben habe, sie habe in der Zeugenein-
vernahme erklärt, sie wisse nicht mehr, ob im Couvert die Aktien der C._
gewesen seien (Urk. 36 S. 28 f.). Ausserdem wäre mit einem Aushändigen der
Aktien an den Beschuldigten noch lange nicht nachgewiesen, dass diese zwecks
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Verwertung oder anderweitiger Verwendung an die I._ GmbH übergegangen
seien. Es gebe keinen Beweis dafür, dass die Aktien jemals im Besitz der I._
GmbH waren, zumal sie als Beteiligung in der Bilanz hätten aufscheinen müssen
(Urk. 36 S. 29). Selbst wenn der Beschuldigte die Aktien von F._ ausgehän-
digt erhalten hätte, wäre ebenso gut denkbar, dass er diese wieder als Organ der
B._C._ an sich genommen habe (Urk. 36 S. 29).
Es sei keine Quittung für die Übergabe der Aktien ausgestellt worden. Die Akten-
notiz von F._ gebe höchstens wieder, was man in diesem Moment zu tun
gedachte, und es handle sich nicht um einen Beleg für die Übergabe der Aktien
bzw. eine Übertragung an die I._ GmbH (Urk. 36 S. 30).
4. Beweismittel
4.1. Vorbemerkung
Wie aus den Ausführungen der Staatsanwaltschaft hervorgeht, liegen betreffend
den Kernvorwurf, wonach der Beschuldigte Inhaberaktien der C._ im Bilanz-
wert von Fr. 178'000.– entschädigungslos an Dritte übergeben habe oder habe
übergeben lassen, keine belastenden Aussagen vor, aus denen sich dieser Vor-
wurf direkt ergeben würde. Entsprechend lautet der Anklagevorwurf denn auch,
die Vertreterin der J._ GmbH (F._) habe am 7. Dezember 2005 die Ak-
tien in einem Couvert dem Beschuldigten und D._ übergeben. Was dann
weiter mit den Aktien geschehen sein soll, lässt sich der Anklage nicht konkret
entnehmen. Es konnte nicht eruiert werden, an wen der Beschuldigte bzw.
D._ die Aktien übertragen haben sollen. Entsprechend konnten keine neuen
Inhaber der Aktien in der Zeit nach dem 7. Dezember 2005 dazu befragt werden,
über wen sie wann und zu welchen Konditionen die Aktien erworben haben. Die
Staatsanwaltschaft weist in diesem Zusammenhang lediglich auf den Umstand
hin, dass an der Generalversammlung der C._ vom 8. März 2006 Herr
D._ als Vertreter aller Aktionäre auftrat und sämtliche 200'000 Inhaberaktien
vorwies (Urk. 35 S. 11, Urk. 151 036).
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Festzuhalten ist daher, dass keine direkten Beweismittel für die Erstellung des zur
Anklage gebrachten Sachverhalts vorliegen. Der Beweis ist vielmehr aufgrund
von Indizien zu führen. Der Indizienbeweis ist nach bundesgerichtlicher Recht-
sprechung dem direkten Beweis gleichwertig. Eine Mehrzahl von Indizien, welche
für sich alleine nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder
die Tat hinweisen und einzeln betrachtet die Möglichkeit des Andersseins offen
lassen, können in ihrer Gesamtheit ein Bild erzeugen, das bei objektiver Betrach-
tung keine Zweifel bestehen lässt, dass der Sachverhalt sich so verwirklicht hat
(Urteil 6B_1427/2016 vom 27.04.2017 E. 3 mit Hinweisen).
Die Vorinstanz hat die Regeln für die Beweiswürdigung korrekt dargelegt, es kann
darauf verwiesen werden (Urk. 44 S. 9 ff.). Zusammenfassend ist nochmals in Er-
innerung zu rufen, dass ein Schuldspruch nur erfolgen darf, wenn keine vernünfti-
gen Zweifel an der Verwirklichung des Sachverhaltes bestehen, blosse Wahr-
scheinlichkeit genügt für einen Schuldspruch nicht. Der Richter/die Richterin ha-
ben ihrem Gewissen verpflichtet in objektiver Würdigung des gesamten Beweis-
ergebnisses zu prüfen, ob sie von einem bestimmten Sachverhalt überzeugt sind
und an sich mögliche Zweifel an dessen Richtigkeit zu überwinden vermögen.
Nachfolgend sind in einem ersten Schritt die Indizien einzeln darzustellen, welche
für die Sachverhaltserstellung herangezogen werden können. In einem zweiten
Schritt sind sie in ihrer Gesamtheit im Rahmen der Beweiswürdigung zu betrach-
ten und ist zu prüfen, ob das daraus entstehende Bild keine rechtserheblichen
Zweifel an der Verwirklichung des Sachverhaltes bestehen lässt.
4.2. Indizien
4.2.1. Funktion des Beschuldigten bei B._ und C._ im deliktsrele-
vanten Zeitraum
In der deliktsrelevanten Zeit vom 8. August 2005 (Überweisung Fr. 250'000.– vom
Konto der B._ auf das Konto der C._) bis 7. Dezember 2005 (Aushändi-
gung der Inhaberaktien durch F._ an den Beschuldigten und D._) war
der Beschuldigte bis zu seinem Ausscheiden Ende Februar 2006 einziger Verwal-
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tungsrat und Geschäftsführer der B._ mit Einzelunterschrift (Urk. 110 001-
110 005). Bei der C._ war der Beschuldigte im deliktsrelevanten Zeitraum
einzelzeichnungsberechtigter Verwaltungsrat (Urk. 120 001 - 120 006).
4.2.2. Verfügungsberechtigung/Vollmachten betreffend Konti
Während des Deliktszeitraumes war der Beschuldigte sowohl betreffend das Kon-
to der B._ bei der G._ [Bank] wie dasjenige der C._ bei der nämli-
chen Bank der einzige Unterschriftsberechtigte und die einzige Person, welche
betreffend die Konti berechtigt war zur Nutzung des electronic banking (Urk. 09
084, 091 088 - 091 093).
Betreffend das H._-Konto der I._ GmbH war der Beschuldigte seit der
Kontoeröffnung ebenfalls der einzige Zeichnungsberechtigte und gab sich bei der
Kontoeröffnung gegenüber der Bank als wirtschaftlich berechtigte Person an
(Urk. 092 007 - 092 014; Urk. 092 042 und 092 043).
4.2.3. Geldflüsse gemäss Anklagevorwurf
Die Geldflüsse bzw. Überweisungen gemäss Anklagesachverhalt sind aufgrund
der bei den Akten liegenden Bankbelege erstellt:
08.08.05 Überweisung von Fr. 250'000.– vom Konto der B._ bei der
G._ [Bank] auf das Konto der C._ bei dieser Bank: Urk. 091 026 und
Urk. 091 045,
09.08.05 Überweisung von 2x Fr. 80'000.– und Fr. 76'720.– vom Konto der
C._ bei der G._ [Bank] auf das H._-Konto der I._ GmbH:
Urk. 091 095 - 091 108 und 092 031,
10.08.05 Überweisung von Fr. 240'000.– von J._ GmbH auf das Konto der
B._ bei der G._ [Bank]: Urk. 091 026 Rückseite.
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4.2.4. Darlehensverträge
Am 8. August 2005 wurde zwischen der I._ GmbH als Darleiherin und der
J._ GmbH als Borgerin ein Darlehensvertrag abgeschlossen (Urk. 151 110-
112). Seitens der Darleiherin trägt der Vertrag die Unterschrift von D._, sei-
tens der Borgerin diejenige von F._. Die Darleiherin verpflichtete sich, der
Borgerin ein Darlehen im Betrage von Fr. 240'000.– zu gewähren. Das Darlehen
wurde am 20. September 2005 zur Rückzahlung fällig. Sollte die Borgerin das
Darlehen bis zu diesem Zeitpunkt nicht zurückzahlen, konnte eine Stundungsfrist
bis zu 360 Tagen gewährt werden. Die Borgerin gewährte als Sicherheit ein
Faustpfandrecht an den 200'000 Aktien der C._. Die Darleiherin war berech-
tigt, aber nicht verpflichtet, die Aktien nach Fälligkeit zu verwerten.
Am 10. August 2005 wurde zwischen der J._ GmbH und der B._ ein
Darlehensvertrag abgeschlossen, welcher seitens der B._ vom Beschuldig-
ten unterzeichnet wurde (Urk. 151 113 -115). Gemäss diesem Vertrag verpflichte-
te sich die J._ GmbH als Darleiherin der B._ als Borgerin ein Darlehen
von Fr. 240'000.– zu gewähren. Das Darlehen wurde am 15. September 2005 zur
Rückzahlung fällig. Sollte die Borgerin das Darlehen bis zu diesem Zeitpunkt nicht
zurückzahlen können, könne eine Stundungsfrist von bis zu 360 Tagen gewährt
werden. Als Sicherheit wurden der Darleiherin ein Faustpfandrecht an den
200'000 Aktien der C._ eingeräumt und diese mit Abschluss des Vertrages
übergeben. Die Darleiherin war berechtigt, aber nicht verpflichtet, die Aktien nach
Fälligkeit des Darlehens zu verwerten.
4.2.5. Übergang der Aktien
a) Protokolle der Generalversammlungen der C._
Gemäss Protokoll der Generalversammlung der C._ vom 20. Juni 2005, wel-
ches vom Beschuldigten unterzeichnet wurde, war der Beschuldigte als Vertreter
der B._ und der C._ an dieser Versammlung anwesend und legte
200'000 Aktien vor (Urk. 120 115).
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Gemäss Protokoll der ausserordentlichen Generalversammlung der C._ vom
8. März 2006, welches ebenfalls vom Beschuldigten unterzeichnet wurde, war
Herr D._ als Vertreter aller Aktionäre anwesend und wies sämtliche 200'000
Inhaberaktien vor (Urk. 120 121).
Gemäss dem ebenfalls vom Beschuldigten unterzeichneten Protokoll der Gene-
ralversammlung der C._ vom 9. November 2006 (Urk.122 001) wurden
110'000 Aktien von K._ als Aktionär vorgewiesen und 90'000 Aktien von
L._ als Aktionärin.
b) Aussagen F._
F._ wurde zweimal im Rahmen des Vorverfahrens einvernommen. In ihrer
ersten polizeilichen Befragung vom 1. Juni 2010 (Urk. 811 001) sagte sie aus, sie
habe über die Firma M._ Treuhand ein Buchhaltungsmandat bei der I._
GmbH gehabt und habe im Zusammenhang mit dieser Firma ausschliesslich mit
D._ und dem Beschuldigten zu tun gehabt. D._ sei zuständig gewesen
für die Aufbereitung der Buchhaltungsunterlagen, der Beschuldigte habe die Hin-
tergrundinformationen zur Firma geliefert. In den Jahren 2002/2003 sei es der
I._ GmbH noch gut gegangen, danach habe sich der finanzielle Zustand ver-
schlechtert. Sie habe das Mandat niedergelegt, da die I._ GmbH die nötigen
Belege und Informationen für den Abschluss 2004 nicht habe liefern können. Auf
die Überweisung der Darlehenssumme von Fr. 240'000.– von der I._ GmbH
auf das Konto der J._ GmbH und von deren Konto an die B._ ange-
sprochen, erklärte sie, der Beschuldigte habe nicht gewollt, dass Drittpersonen er-
fahren, woher das Darlehen komme, er habe einfach die B._ AG retten wol-
len. Sie verwies auf die von ihr verfasste Aktennotiz. Sie erklärte auch, die
I._ GmbH und die B._ hätten geschäftlich miteinander zu tun gehabt.
Sie sei davon ausgegangen, dass eine Firma der anderen über einen finanziellen
Engpass hinweg helfen wollte, das habe für sie Sinn gemacht, denn die beiden
Firmen seien geschäftlich miteinander verbunden gewesen. Die verpfändeten Ak-
tien der C._ seien während der ganzen Zeit in einem Couvert bei ihr im Safe
gewesen. Im Dezember 2005 habe sie die gesamten Inhaber-Aktien dem Be-
schuldigten und D._ überlassen. Aus den Aktennotizen von F._ geht
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hervor, dass der Beschuldigte bei der Besprechung vom 9. August 2005 erklärte,
dass die B._ in einem Liquiditätsengpass sei, er jedoch die C._ retten
wolle, über ein Darlehen der I._ GmbH im Betrage von Fr. 240'000.–. Er ha-
be nicht gewollt, dass die Aktionäre und der Verwaltungsrat wissen, dass das
Darlehen von der I._ GmbH stamme. Da seine Argumentation für sie plausi-
bel gewesen sei, habe sie Hand geboten, das Darlehen über die J._ GmbH
abzuwickeln (Urk. 811 002). Betreffend die Besprechung mit dem Beschuldigten
und D._ vom 7. Dezember 2005 hat sie in ihrer Aktennotiz festgehalten, die
B._ könne voraussichtlich nicht mehr gehalten werden, das Darlehen von
Fr. 240'000.– könne nicht zurückbezahlt werden, weshalb die Inhaberaktien der
C._ der I._ zur Verwertung übergeben werden (Urk. 811 003).
In der Zeugeneinvernahme vom 24. Mai 2011 (der Beschuldigte hat auf Teilnah-
me verzichtet, sein Verteidiger ist ohne Grundangabe nicht erschienen, Urk. 814
001), bestätigte sie erneut, dass sie für die I._ GmbH ein Buchhaltungsman-
dat geführt habe, die Abschlüsse für die Jahre 2002 und 2003 gemacht habe und
denjenigen für 2004 angefangen habe, jedoch nicht fertig gemacht habe. Sie er-
klärte, Geschäftsführerin der J._ GmbH zu sein. Der Beschuldigte sei im Zu-
sammenhang mit dem Darlehen zu ihr gekommen, habe einen Liquiditätsengpass
überbrücken wollen und habe sie gefragt, ob sie ihm helfen könne, so dass es
gewisse Kreise der B._ und der C._ nicht erfahren würden. Die J._
habe das Darlehen entgegengenommen und weitergegeben. Sie erklärte, sie ha-
be ein Couvert gehabt, ob Aktien drin gewesen seien, könne sie nicht mehr sagen
(Urk. 814 001 S. 6).
F._ hat in der Zeugenbefragung, zu welcher auch der Beschuldigte vorgela-
den wurde, jedoch nicht teilnahm, ihre Aussagen bestätigt, die sie in der polizeili-
chen Einvernahme getätigt hatte. Insbesondere bestätigte sie, dass sie dem Be-
schuldigten bzw. D._ am 7. Dezember 2005 ein Couvert übergeben habe.
Gegenüber der polizeilichen Befragung, in welcher sie ausgesagt hatte, dass sich
in dem Couvert die Aktientitel befanden, sagte sie in der Zeugeneinvernahme
aus, sie sei nicht mehr sicher, ob die Aktientitel im Couvert gewesen seien. Wie
sogleich darzulegen ist, lässt sich die Übertragung der Aktientitel aufgrund der
- 16 -
gesamten Umstände ohne rechtserhebliche Zweifel erstellen, weshalb es zur Klä-
rung dieser Frage keiner erneuten Befragung von F._ bedarf. Ausserdem
liegen die Vorfälle rund 13 Jahre zurück und hat die Zeugin zwischenzeitlich einen
Hirnschlag erlitten (Urk. 58), weshalb davon auszugehen ist, dass sie sich bei ei-
ner erneuten Befragung nicht mehr mit der nötigen Gewissheit an derart lange zu-
rückliegende Vorfälle erinnern kann. Unter Berücksichtigung aller dieser Umstän-
de ist auf eine erneute Befragung als Zeugin durch das Berufungsgericht zu ver-
zichten.
c) Aussagen D._
In der Konfrontationseinvernahme mit dem Beschuldigten vom 12. Dezember
2013 erklärte D._ auf Vorhalt, dass er in der Generalversammlung der
C._ vom 8. März 2006 als Vertreter aller Aktionäre aufgetreten sei, sollte er
einmal Aktien der C._ vertreten haben, dann sei dies einzig gemäss Abspra-
che mit N._/O._ geschehen. Seiner Meinung nach müssten die Aktien
auch heute noch bei RA Dr. P._ liegen, N._/O._ hätten stets auf
einer Deponierung der Aktien bei einer neutralen Stelle beharrt, offenbar weil sie
sich gegenseitig nicht vertraut hätten. Er könne sich an die einzelnen Gesellschaf-
ter-Versammlungen nicht im Detail erinnern (Urk. 817 001).
Auf Vorhalt der verfahrensgegenständlichen Darlehensverträge und des Vorwurfs,
die Darlehen von Fr. 240'000.– habe die C._ faktisch selber finanziert, erklär-
te D._, er könne sich an die Details nicht mehr genau erinnern,
N._/O._ hätten Gelder erhältlich machen wollen, damals sei ein komi-
sches Konstrukt unter Beteiligung der Aktien angedacht worden, die Sache sei
aber nicht zum Tragen gekommen. Frau F._ habe anfänglich bei der Sache
nicht mitmachen wollen. Schliesslich habe sich ein Nullsummenspiel ergeben,
abgesehen von aufgelaufenen Spesen. Gemäss seiner Erinnerung sei im Ver-
hältnis zu O._ noch Bargeld geflossen. Der Sachverhalt müsste bei P._
aktenkundig sein. Sie müsste eine Quittung ausgestellt haben (Urk. 817 001 S. 15
f.). Die ganzen Konstrukte, die dahinter stehenden Ideen, unter anderem mit Dar-
lehen, hätten allesamt von Frau N._ gestammt. Er habe die Abläufe nie ganz
nachvollziehen können. Es scheine darum gegangen zu sein, dass die Gesell-
- 17 -
schaften gut dagestanden seien, deshalb seien Vermögenswerte hin- und herge-
schoben worden (Urk. 817 001 S. 16). D._ bestätigte in der Konfrontations-
einvernahme, dass Geschäftsbeziehungen zwischen der I._ GmbH und der
C._ bestanden.
Die Aussagen von D._ erweisen sich als reichlich diffus. Wie sogleich darzu-
legen ist, geht aus der Zeugenaussage von Rechtsanwältin Dr. P._ hervor,
dass sie die Aktien der B._, nicht jedoch diejenigen von C._ in Verwah-
rung hatte. Die diesbezügliche Erklärung von D._ erweist sich als unzutref-
fend. Da die Vorfälle nunmehr knapp 13 Jahre zurückliegen, was gegen eine prä-
zise Erinnerung an die Vorfälle spricht, ist angesichts der noch etwas zeitnäheren
diffusen Aussagen von D._ in der Konfrontationseinvernahme mit dem Be-
schuldigten nicht anzunehmen, dass eine Zeugenbefragung durch das Beru-
fungsgericht klärende Angaben bringen würde. Der entsprechende Beweisantrag
des Beschuldigten ist abzuweisen.
d) Aussagen L._
L._ wurde am 2. Juni 2010 polizeilich als Auskunftsperson einvernommen.
Ihre Aussagen sind mangels Konfrontation nur zugunsten des Beschuldigten ver-
wertbar. Sie sagte aus, sie sei nie Aktionärin der C._ gewesen und habe
auch nie solche Aktien in ihrem Besitz gehabt. Betreffend die GV der C._
vom 9. November 2006, bei welcher sie gemäss Protokoll als Aktionärin mit
90'000 Aktien aufgeführt sei, habe Herr K._ sie gefragt, ob sie ihn an die Sit-
zung begleiten könne, es gehe ihm nicht so gut. Sie habe ihn zur Sitzung begleitet
und sei nur dagesessen. Sie habe nicht gewusst, dass sie als Aktionärin auftreten
sollte. K._ sei Aktionär der C._ gewesen, sie wisse aber nicht, wie viele
Aktien er gehalten habe (Urk. 812 001 S. 3).
An dieser Stelle sei erwähnt, dass keine Befragung von K._ durch die Unter-
suchungsbehörde erfolgen konnte, da er zwischenzeitlich verstorben war.
e) Schreiben der J._ GmbH und Anweisung des Beschuldigten betreffend
Ausbuchen der Aktien
- 18 -
In dem von F._ namens der J._ GmbH unterzeichneten Schreiben vom
29. September 2005 an die B._ wird festgehalten, dass eine Rückzahlung
des Darlehens in der Höhe von Fr. 240'000.– nicht erfolgt ist und die Verwertung
der Aktien erfolgen werde, wenn die Darlehensrückzahlung nicht bis am 15. Ok-
tober 2005 geleistet werde (Urk. 151 121).
Das Antwortschreiben der B._ an die J._ GmbH datiert vom 16. Oktober
2005 und trägt die Unterschrift bzw. das Kürzel des Beschuldigten. Darin wird
festgehalten, es sei der B._ nicht möglich, das Darlehen innert der angesetz-
ten Frist zurückzuzahlen. Die B._ ersuchte um eine Stundung bis etwa Ende
November 2005. Auf diesem Schreiben findet sich ein handschriftlicher Vermerk
vom 20. Oktober 2005, welcher das Kürzel des Beschuldigten trägt, gemäss wel-
chem die J._ GmbH am 20. Oktober 2005 mitgeteilt hat, dass die Aktien von
C._ verwertet worden seien. Auf dem Schreiben findet sich weiter die vom
Beschuldigten unterzeichnete Anweisung an Herrn Q._ (Buchhalter) vom
21. Oktober 2005, die Aktien C._ gegen Darlehen auszubuchen und die Ver-
fügung zu dokumentieren (Urk. 151 122).
4.2.6. Aussagen O._ und N._
O._ erklärte in seiner Zeugeneinvernahme vom 28. Januar 2015 auf Vorhalt
der Aussage, dass es zu einem umfangreichen Leistungsaustausch zwischen den
Gesellschaften B._, C._, I._ und anderen gekommen sei, man
könne die I._ als Content bezeichnen, es habe sich um ein Vehikel von
D._ gehandelt. Die I._ habe den Content ausbezahlt erhalten, sofern die
Arbeit richtig gemacht worden sei. Es sei plausibel, dass Gelder von den
B._C._-Gesellschaften an die I._ geflossen seien, sofern diese als
Content tätig gewesen seien oder irgendwelche Dienstleistungen erbrachten
(Urk. 820 001 S. 9).
N._ erklärte in ihrer Zeugeneinvernahme vom 28. Januar 2015 auf Vorhalt,
dass es zu Transaktionen zwischen den Gesellschaften B._, C._ und
I._ GmbH gekommen sei, bei der I._ habe es sich um eine Kundin der
B._ gehandelt. Sie könne bezüglich allfälliger weiterer vertraglicher Abma-
- 19 -
chungen keine Aussagen machen, da sie per 2002 ausgetreten sei (Urk. 819 001
S. 7 f.).
4.2.7. Zeugenaussage P._
P._ bestätigte in ihrer Zeugeneinvernahme vom 11. November 2015, dass
sie in einem Mandatsverhältnis zur B._ gestanden habe, nicht jedoch zur
C._ und dass die B._-Aktien bis zum Konkursabschluss bei ihr hinterlegt
gewesen seien, die Zertifikate der C._ demgegenüber nie bei ihr hinterlegt
gewesen seien (Urk. 827 001 S. 2 f.). Auf Vorhalt der Vereinbarung vom 19. Sep-
tember 2005 von N._, O._, A._ und D._ sagte sie auf die Fra-
ge, wie das Verhältnis zwischen den Vertragsparteien gewesen sei, sie wisse es
nicht mehr genau, sie habe das Gefühl gehabt, es habe kein gutes Verhältnis
zwischen den Herren A._/D._ und Herrn O._ bestanden, sie sei
sich aber nicht mehr sicher (Urk. 827 001 S. 4).
4.2.8. Vertrag vom 19. September 2005 zwischen N._, O._,
A._, D._ und B._
Aus der Präambel des von N._, O._, D._ und dem Beschuldigten
unterzeichneten Vertrages vom 19. September 2005 ist ersichtlich, dass bei den
einzelnen Geschäftspartnern die Absicht bestand, sich aus dem Engagement bei
der B._ zurückzuziehen und die gegenseitigen Forderungen zu bereinigen
(Urk. 820 002).
4.2.9. Aussagen Beschuldigter
Der Beschuldigte erklärte in seiner ersten untersuchungsrichterlichen Einvernah-
me vom 12. November 2007 auf die Frage, ob es bei der B._C._ Mitte
2005 plötzlich zu einer Überschuldung gekommen sei, die Aktionäre hätten Prob-
leme untereinander gehabt, man habe unterschiedliche Auffassungen über die
Führung der Gesellschaft gehabt, plötzliche Überschuldung bestreite er jedoch
(Urk. 081 001 S. 12). Weitere Aussagen von Relevanz im Zusammenhang mit
dem vorliegenden Anklagevorwurf finden sich in dieser Einvernahme nicht, es
wurden dem Beschuldigten auch keine konkreten Anklagevorwürfe vorgehalten.
- 20 -
Am 5. Dezember 2013 erfolgte der erste Teil der Konfrontationseinvernahme zwi-
schen dem Beschuldigten und D._. Der Beschuldigte sagte bezüglich der
Geschäftsbeziehungen zwischen C._ und I._ GmbH aus, er könne sich
nicht an Details hinsichtlich der Geldflüsse erinnern, er gehe davon aus, dass tat-
sächlich eine Geschäftsbeziehung zwischen den zwei Gesellschaften bestanden
habe. Es habe sicher Überweisungen der C._ an die andere Gesellschaft
gegeben (Urk. 816 001 S. 10 f.). In der Fortsetzung der Konfrontationseinvernah-
me mit D._ vom 12. Dezember 2013 sagte der Beschuldigte betreffend die
Übertragung der Aktien der C._ aus, er erinnere sich nur noch sehr begrenzt
an die Vorgänge und könne nicht sagen, wer wann welche Aktien in Besitz gehabt
habe. Er erinnere sich nicht, ob er an irgendwelchen Transaktionen mit den Aktien
beteiligt gewesen sei und könne sich auch nicht an allfällige Verkäufe der Titel er-
innern. Auf Vorhalt, dass die Aktien im Rahmen der Konkurseröffnung nicht mehr
bei der B._ vorlagen, erklärte er, es könne nicht sein, dass die Aktien ver-
schwunden seien, diese müssten irgendwo sein, er wisse nicht, wo sie seien. Es
sei auch möglich, dass während der VR-Zeit von E._ irgendetwas mit den
Aktien geschehen sei (Urk. 817 001 S. 13). D._ sagte aus, wenn er je einmal
Aktien der C._ vertreten habe, dann sei dies einzig gemäss Absprache mit
N._/O._ geschehen (Urk. 817 001 S. 13). Auf Vorhalt der Geldflüsse
vom 8. August 2005 bis 10. August 2005 sowie die Darlehensverträge sagte
D._ – wie bereits vorstehend erwähnt – aus, N._/O._ hätten Gelder
erhältlich machen wollen und hätten ein komisches Konstrukt unter Beteiligung
der Aktien angedacht, wobei die Sache nicht zum Tragen gekommen sei, sich
abgesehen von den laufenden Spesen ein Nullsummenspiel ergeben habe
(Urk. 817 001 S. 15). Der Beschuldigte sagte aus, er könne sich nicht mehr an
Details erinnern. Im Zusammenhang mit N._/O._ hätte damals Geld
fliessen sollen. Er habe die Sache nicht verstanden, verstehe sie auch heute
nicht. Die ganze Geschichte sei für ihn nicht nachvollziehbar. Er halte es für un-
wahrscheinlich, dass die Aktien im Original ausser Haus gegangen seien und bei
Frau F._ aufbewahrt worden seien. Die ganzen Konstrukte und die dahinter-
stehenden Ideen unter anderem mit Darlehen, stammten allesamt von Frau
N._ (Urk. 817 001 S. 16).
- 21 -
In der Schlusseinvernahme vom 19. Januar 2015 sagte der Beschuldigte aus, am
22. Februar 2006 habe ein Verwaltungsrats-Wechsel stattgefunden. Er könne
deshalb nicht sagen, ob die Aktien übertragen worden seien. Es sei nachzufor-
schen, ob sich die Aktientitel bei Rechtsanwältin Dr. P._ oder bei Herrn
K._ befanden und ob die Aktien in der Bilanz der I._ GmbH aufgelistet
gewesen seien (Urk. 818 001 S.18). Aufgrund der Akten sei nicht klar, ob die
I._ die Aktientitel hatte. Er bestreite, die Aktien überhaupt und entschädi-
gungslos übertragen zu haben. Es habe keine Zahlungen ohne wirtschaftlichen
oder rechtlichen Grund gegeben. Es sei zu einem umfangreichen Leistungsaus-
tausch zwischen B._, C._, I._ GmbH und anderen gekommen. Aus
den Akten sei nicht zu entnehmen, dass Herr D._ anlässlich der GV vom
8. März 2006 tatsächlich die Aktien als Vertreter der I._ vertreten haben
könnte.
In der Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte aus, sich nicht mehr an die
Vorgänge zu erinnern. Die Transaktionen hätten aber sicherlich einen wirtschaftli-
chen Sinn gehabt. Zwischen der C._ und der B._ habe über die Jahre
hinweg ein permanenter, wirtschaftlich begründeter Leistungsaustausch bestan-
den. Daran, ob die Aktien übergeben worden seien, erinnere er sich nicht mehr.
Wirtschaftlich begründete Darlehensverträge seien zwischen den Firmen mehr-
fach geschlossen worden (Prot. II S. 18 ff.). Seine Tätigkeit sei darauf gerichtet
gewesen, in einem schwierigen Umfeld wirtschaftliche, gesetzeskonforme Lösun-
gen herbeizuführen (Prot. II S. 30 f.).
5. Beweiswürdigung
5.1. Geldflüsse
Aufgrund vorstehender Ausführungen (E. 4.2.1.) ist erstellt, dass der Beschuldigte
in der deliktsrelevanten Zeit bei der B._ einziger Verwaltungsrat und Ge-
schäftsführer der B._ und einzelzeichnungsberechtigter Verwaltungsrat der
C._ war. Während des Deliktszeitraums war er die einzige unterschriftsbe-
rechtigte Person und alleiniger Nutzungsberechtigter des electronic banking be-
treffend die Konti der B._ und der C._ bei der G._ [Bank]. Auch be-
- 22 -
treffend das H._-Konto der I._ GmbH war der Beschuldigte der einzige
Zeichnungsberechtigte. Daraus ist zu schliessen, dass der Beschuldigte am
8. August 2005 die Überweisung von Fr. 250'000.– vom Konto der B._ bei
der G._ [Bank] auf das Konto der C._ bei der G._ [Bank] veranlass-
te und am 9. August 2005 in drei Teilbeträgen (2x Fr. 80'000.– und 1x
Fr. 76'720.–) insgesamt Fr. 236'720.– von diesem Konto der C._ auf das
H._-Konto der I._ GmbH überweisen liess.
Ebenfalls erstellt ist, dass am 10. August 2005 von der J._ GmbH
Fr. 240'000.– auf das Konto der B._ bei der G._ [Bank] überwiesen
wurden.
5.2. Hintergründe der Geldüberweisungen
5.2.1. Überweisung von Fr. 240'000.– von J._ GmbH an B._
Dass die letztgenannte Überweisung von Fr. 240'000.– gestützt auf den Darle-
hensvertrag zwischen der J._ GmbH und der B._ vom 10. August 2005
erfolgte, ist unbestritten und bedarf keiner weiteren Erörterungen. Gemäss Aus-
sage von F._ wurde der Betrag von Fr. 240'000.– der J._ GmbH von der
I._ GmbH zur Verfügung gestellt und wurde die J._ GmbH lediglich da-
zwischengeschaltet, da der Beschuldigte nicht wollte, dass gewisse Kreise der
C._ und der B._ erfuhren, woher das Darlehen kam. Diese Aussage hat
F._ sowohl in ihrer polizeilichen Befragung vom 1. Juni 2010 gemacht wie
auch in der Zeugenbefragung vom 24. Mai 2011. Ihre Aussage erscheint als
glaubhaft, sie wird gestützt durch den Abschluss des Darlehensvertrages vom
8. August 2005 zwischen der I._ GmbH und der J._ GmbH. Somit ist er-
stellt, dass der am 10. August 2005 von der J._ GmbH auf das Konto der
B._ überwiesene Betrag von Fr. 240'000.– von der I._ GmbH stammte.
Gemäss Anklage soll es sich um ein fingiertes Darlehen gehandelt haben, da der
Betrag von Fr. 240'000.– vorgängig von der B._ an die I._ GmbH über-
wiesen worden sei. Dieser Vorwurf basiert auf den Geldflüssen am 8. August
2005 von der B._ an die C._ und am 9. August 2005 von der C._
- 23 -
an die I._ GmbH. Der Beschuldigte bestreitet den Vorwurf und macht gel-
tend, die erwähnten Überweisungen seien aufgrund geschäftlicher Beziehungen
zwischen der B._ und der C._ und der I._ GmbH erfolgt.
5.2.2. Überweisung von Fr. 250'000.– am 8. August 2005 von B._ an
C._
Unbestritten und erstellt ist, dass geschäftliche Beziehungen zwischen der
B._ und der C._ bestanden. Wie die Vorinstanz im Rahmen der Erwä-
gungen zu Anklageziffer II zutreffend ausführte, hat die C._ einen Schaden
erlitten, weil die R._ AG eine Schadenersatzforderung in einem Fr. 665'000.–
übersteigenden Betrag gegen die C._ geltend machte. Vor diesem Hinter-
grund haben die B._ und die C._ am 20. April 2005 einen Vertrag abge-
schlossen, gemäss welchem die B._ anerkannte, für den Schaden verant-
wortlich zu sein, und sich als Ausgleich verpflichtete, der C._ Hard- und
Software im Buchwert von Fr. 665'000.– zu übertragen. Nachvollziehbar hält die
Vorinstanz in diesem Zusammenhang fest, dass die C._ dadurch nicht bes-
ser gestellt wurde, da die R._ ihre Schadenersatzansprüche mit Ansprüchen
der C._ ihr gegenüber verrechnete, weshalb die C._ einen markanten
Rückgang der Forderungen aus Leistungen gegenüber Dritten zu verzeichnen
hatte (Urk. 44 S. 18 ff.). In diesem Kontext kann denn grundsätzlich auch die
Überweisung von Fr. 250'000.– von der B._ an die C._ gesehen wer-
den. Dies lässt sich auch mit der Aktennotiz von F._ betreffend die Bespre-
chung mit dem Beschuldigten vom 9. August 2005 in Übereinstimmung bringen,
wonach der Beschuldigte erklärt habe, die B._ sei in einem Liquiditätseng-
pass, er wolle aber die C._ retten mittels Darlehen der I._ GmbH
(Urk. 814 010).
Die Verteidigung hat zudem geltend gemacht, aus den bei den Akten liegenden
Kontoauszügen des Jahres 2005 gehe hervor, dass sich die inkriminierte Über-
weisung nahtlos in die früheren Überweisungen der B._ an die C._ ein-
reihe (Urk. 36 S. 26). Dem Vorbringen der Verteidigung kann gefolgt werden, es
stützt sich auf Kontoauszüge betreffend das Konto der C._ bei der G._
[Bank] für das Jahr 2005 (Urk. 091 042 ff.). Daraus ist ersichtlich, dass die
- 24 -
B._ der C._ folgende Beträge überwies: am 04.01.05 Fr. 322'844.–, am
4. Februar 2005 Fr. 341'434.15, am 7. März 2005 Fr. 276'688.15, am 5. April
2005 Fr. 262'655.50, am 9. Mai 2005 Fr. 100'000.– und am 11. Mai 2005
Fr. 140'000.–, am 6. Juni 2005 Fr. 250'000.–, am 5. Juli 2005 Fr. 249'000.–, am
8. August 2005 Fr. 250'000.–, am 2. September 2005 Fr. 150'000.– und am
10. Oktober 2005 Fr. 217'000.–. Die Zahlung von Fr. 250'000.– vom 8. August
2005 reiht sich somit in die bisher erfolgten Vergütungen der B._ an die
C._ ein, welche zudem stets am Anfang eines Monats erfolgten. Dieser Um-
stand erweckt Zweifel daran, dass es sich bei der Überweisung von Fr. 250'000.–
von der B._ an die C._ entsprechend dem Wortlaut der Anklage um
vom Beschuldigten "auf die Reise geschicktes Geld" handelt, welches über ein
fiktives Darlehen zwei Tage später wieder an die B._ zurückfloss.
5.2.3. Überweisungen vom 9. August 2005 vom Konto der C._ auf das
Konto der I._ GmbH
Der Anklagevorwurf, der Beschuldigte habe die Inhaberaktien der C._ ent-
schädigungslos an Dritte übertragen, und der Ausdruck, er habe Fr. 250'000.–
"auf die Reise geschickt", beinhaltet den Vorwurf, in Tat und Wahrheit sei gar kein
Darlehensbetrag ausbezahlt worden, bei den über die J._ GmbH an die
B._ geflossenen Fr. 240'000.– habe es sich vielmehr um einen Rückfluss der
vom Beschuldigten auf "die Reise geschickten" Fr. 250'000.– gehandelt. Dies im-
pliziert entgegen der Meinung der Verteidigung (Urk. 36 S. 26) auch, dass die
Zahlungen der C._ an die I._ GmbH vom 9. August 2005 nicht geschäft-
lich begründet waren. Der Umstand, dass die Überweisung in drei Teilen erfolgte
und dass der überwiesene Gesamtbetrag von Fr. 236'720.– nicht dem Darle-
hensbetrag von Fr. 240'000.– entspricht, kann auch darauf hinweisen, dass es
sich um geschäftlich bedingte Überweisungen handelte. Dafür sprechen auch die
bei den Akten liegenden Rechnungen, welche die I._ GmbH gestützt auf ei-
nen Vertrag vom 1. Februar 2005 für EDV-Leistungen an die C._ stellte. Am
25. Februar 2005 und am 28. April 2005 wurden je Fr. 86'080.– und am 29. Juni
2005 Fr. 64'560.– in Rechnung gestellt (Urk. 132 002 -131 004). Der Gesamtbe-
trag der Rechnungen entspricht genau dem Betrag, welcher in drei Tranchen am
- 25 -
9. August 2005 von der C._ an die I._ GmbH überwiesen wurde. Zwar
kann mit der Anklage auch argumentiert werden, der Beschuldigte habe, um die
Herkunft des "Darlehens" zu verschleiern, bewusst eine vom Darlehensbetrag
abweichende Summe in drei Tranchen überwiesen, jedoch lässt sich aufgrund der
Geschäftsbeziehungen zwischen den beiden Firmen und den dokumentierten
Rechnungen nicht ohne rechtserheblichen Zweifel widerlegen, dass es sich um
geschäftlich begründete Überweisungen handelte, zumal auch F._, welche
ein Buchhaltungsmandat der I._ GmbH innehatte, in ihrer polizeilichen Be-
fragung bestätigte, dass die B._ und die I._ GmbH geschäftlich mitei-
nander zu tun hatten und es für sie Sinn gemacht habe, dass eine Firma der an-
deren über einen finanziellen Engpass habe hinweghelfen wollen (Urk. 811 001
S. 3 und S. 5). O._ sagte als Zeuge ebenfalls aus, es sei plausibel, dass
Gelder von den B._C._-Gesellschaften an die I._ geflossen seinen,
sofern diese als Content tätig gewesen seien oder irgendwelche Dienstleistungen
erbracht hätten. Man könne I._ als Content bezeichnen (Urk. 820 001 S. 9).
Auch N._ sagte in der Zeugeneinvernahme aus, bei der I._ habe es sich
um eine Kundin der B._ gehandelt (Urk. 819 001 S. 7 f.). Es erscheint vor
diesem Hintergrund als durchaus denkbar, dass die B._ der C._ den
Betrag von Fr. 250'000.– überwiesen hat zwecks Tilgung von Verbindlichkeiten
der C._ und um diese im Sinne der Aktennotiz von F._ betreffend das
Gespräch mit dem Beschuldigten vom 9. August 2005 zu retten und dass die
C._ in der Folge die Rechnungen der I._ GmbH im Gesamtbetrag von
Fr. 236'720.– beglich. Entgegen dem Anklagevorwurf, wonach aufgrund der fi-
nanziellen Verhältnisse der B._ kein unmittelbarer Bedarf für die Aufnahme
eines Darlehens bestand, lässt sich nicht erstellen, dass die Liquiditätslage der
B._ die Überweisung der Fr. 250'000.– an die C._ ohne Darlehensauf-
nahme erlaubt hätte. Vielmehr ist darauf hinzuweisen, dass die B._ im Zu-
sammenhang mit dem Schadenfall R._ AG gestützt auf die Vereinbarung mit
der C._ vom 20. April 2005 Software und Hardware zum Buchwert von ins-
gesamt Fr. 665'000.– per 1. April 2005 an die C._ übertrug, was die finanziel-
le Situation der B._ stark belastete. Entsprechend erfolgte die Konkurseröff-
nung über die B._ denn auch bereits per 17. August 2006, diejenige über die
- 26 -
C._ dagegen über zwei Jahre später per 25. November 2008. Entgegen der
Auffassung der Vorinstanz kann die Liquidität der B._ vor diesem Hinter-
grund nicht allein aufgrund des Kontostandes bei der G._ [Bank] beurteilt
werden (Urk. 44 S. 39). Die gesamten geschilderten Umstände (Folgen aus dem
Schadenfall R._ AG sowie Konkurseröffnung ein Jahr nach den angeklagten
Ereignissen) sprechen dafür, dass sich die B._ im August 2005 in einem Li-
quiditätsengpass befand, wie dies der Beschuldigte damals auch F._ gegen-
über erklärte. An dieser Stelle ist denn auch darauf hinzuweisen, dass der Stand-
punkt der Staatsanwaltschaft gewisse Widersprüche aufweist, zumal sie in ihrem
Plädoyer vor Vorinstanz ausführte, die B._ habe im Zeitpunkt der Übertra-
gung der Infrastruktur auf die C._ offensichtlich in finanziellen Schwierigkei-
ten gesteckt (Urk. 35 S. 4) und dann im Zusammenhang mit der Darlehensauf-
nahme in der Anklage festhält, es habe von den finanziellen Verhältnissen her
gesehen kein unmittelbarer Bedarf für ein Darlehen bestanden (Anklageschrift
S. 10 letzter Satz im ersten Absatz). Mit anderen Worten können die erstellten Ab-
läufe wirtschaftlich sinnvoll sein, wenn sie sich vor einem legalen Hintergrund ab-
spielten. Entgegen der Darstellung der Staatsanwaltschaft muss es sich nicht per
se um wirtschaftlich sinnlose Abläufe und Geld Hin- und Herschieberei handeln.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass Geschäftsbeziehungen zwischen der
C._, B._ und der I._ GmbH bestanden. Dass die Überweisung der
Fr. 250'000.– von der B._ an die C._ nicht geschäftsbedingt war, lässt
sich nicht zweifelsfrei erstellen, da die Überweisung sich nahtlos einreiht in voran-
gehende monatliche Überweisungen der B._ in vergleichbarer Höhe. Auf-
grund der zeitlichen Abläufe und der ähnlichen Beträge sowie der Zwischenschal-
tung der J._ GmbH zwecks Verschleierung der Herkunft der Fr. 240'000.–
besteht zwar der Verdacht, dass es sich bei den Überweisungen der C._ an
die I._ GmbH nicht um geschäftlich bedingte Überweisungen gehandelt hat,
vielmehr um eine Weiterleitung des von der B._ stammenden Betrages an
die I._ GmbH zwecks Rücküberweisung an diese. Betreffend die Zwischen-
schaltung der J._ GmbH ist die Aussage von F._ von Bedeutung, wo-
nach es dem Beschuldigten darum gegangen sei, dass die Herkunft des Darle-
hens von der I._ GmbH für Dritte nicht erkennbar sein sollte. Ihren Aussagen
- 27 -
ist nicht zu entnehmen, weshalb der Beschuldigte die Herkunft des Darlehens
verschleiern wollte. Darüber kann nur spekuliert werden. Eine mögliche Erklärung
ist der Anklagevorwurf der Vertuschung einer entschädigungslosen Übertragung
der Aktien an Dritte. Was für ein Motiv der Beschuldigte für eine solche Verminde-
rung des Vermögens der B._ gehabt haben soll, erhellt jedoch nicht aus der
Anklage und ist auch den Ausführungen der Staatsanwaltschaft nicht zu entneh-
men. Vollkommen offen bleibt, wer durch die entschädigungslose Übertragung
der Aktien ungerechtfertigt bereichert worden sein soll und in welcher Beziehung
der Beschuldigte zu diesen bereicherten Dritten stand, was für ein Interesse er an
deren Bereicherung gehabt haben könnte. Ein Motiv für ein solches Vorgehen
lässt sich im Übrigen auch aus dem Vertrag der Geschäftspartner N._,
O._, D._ und dem Beschuldigten vom 19. September 2005 nicht herlei-
ten (Urk. 820 002). Die Vertuschung der Herkunft des Darlehens mittels Zwi-
schenschaltung der J._ GmbH ist ein wichtiges Indiz, welches für den Ankla-
gevorwurf spricht, zumal der Beschuldigte dieses Vorgehen nicht erklären konnte,
obwohl das gewählte Zwischenschalten einer Mittelsperson als ungewöhnlich er-
scheint und ihm hätte in Erinnerung bleiben müssen, auch wenn die angeklagten
Vorgänge im Zeitpunkt seiner Einvernahmen mehrere Jahre zurücklagen.
Wenn die I._ GmbH über die J._ GmbH der B._ tatsächlich ein
Darlehen gewährt hat, welches nicht zurückbezahlt wurde, worauf die verpfände-
ten Aktien verwertet wurden, liegt keine entschädigungslose Übertragung / Ver-
wertung der Aktien der C._ vor. Die Frage, ob die I._ GmbH der
B._ tatsächlich ein Darlehen gewährt hat, ist somit von zentraler Bedeutung
für die Beurteilung des vorliegenden Falles.
Nachfolgend bleibt zu prüfen, ob aufgrund der Übertragung der Aktien Hinweise
auf ein fingiertes Darlehen bestehen.
5.3. Übertragung der Inhaberaktien
Aufgrund der Akten lässt sich erstellen, dass die gemäss den Darlehensverträgen
verpfändeten Inhaberaktien der C._ von der Faustpfandberechtigten verwer-
tet wurden. Dies ergibt sich aus der Zeugenaussage von F._ und den von ihr
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erstellten Aktennotizen. Gemäss Aktennotiz vom 8. Dezember 2005 wurden die
Aktien aufgrund des vereinbarten Faustpfandrechtes der I._ GmbH zur Ver-
wertung übergeben, da das Darlehen nicht zurückbezahlt werden konnte. Dies
geht auch aus dem Schreiben der J._ GmbH vom 29. September 2005 her-
vor, gemäss welchem der B._ Frist bis 15. Oktober 2005 angesetzt wurde,
um das Darlehen zurückzuzahlen (Urk. 151 121) und dem Antwortschreiben der
B._ vom 16. Oktober 2005. Auf letzterem findet sich ein handschriftlicher
vom Beschuldigten unterzeichneter Vermerk, die J._ habe mitgeteilt, dass
die Aktien der C._ verwertet worden seien sowie eine handschriftliche An-
weisung des Beschuldigten an den Buchhalter vom 21. Oktober 2005, die Aktien
C._ gegen Darlehen auszubuchen (Urk. 151 122).
Damit vereinbar ist denn auch der Umstand, dass gemäss Protokoll der General-
versammlung der C._ vom 8. März 2006 Herr D._ als Vertreter aller Ak-
tionäre anwesend war und sämtliche 200'000 Inhaberaktien vorwies (Urk. 120
121).
Aufgrund dieser Umstände bleiben keine rechtserheblichen Zweifel, dass die Ak-
tien der C._ an die I._ GmbH übertragen wurden. Das Vorgehen ent-
sprach dem Vertragstext der Darlehensverträge mit Faustpfandbestellung. Den
Aussagen von F._ und ihren Aktennotizen sowie den weiteren Unterlagen
wie Aufforderung zur Rückzahlung des Darlehens und Anweisung des Beschul-
digten an den Buchhalter, die Aktien gegen Darlehen auszubuchen, lassen sich
keine Hinweise auf ein fingiertes Darlehen entnehmen. Die Abläufe als solche
sind sowohl vereinbar mit einer tatsächlichen Darlehensgewährung wie auch mit
einem fingierten Geschäft.
Wie bereits mehrfach erwähnt, ist die Frage entscheidend, ob die Übertragung
der Aktien an die I._ GmbH entschädigungslos erfolgte. Da keine Buchhal-
tung der I._ GmbH für die deliktsrelevante Zeit vorliegt, kann nicht überprüft
werden, ob und wie die Darlehensgewährung und die Übertragung der Aktien in
der Jahresrechnung 2005 der I._ GmbH verbucht wurden. Zu erwähnen ist
jedoch, dass aus der Bilanz der I._ GmbH per 31. Dezember 2003 hervor-
geht, dass Darlehen an Drittfirmen im Gesamtbetrage von Fr. 83'700.– bilanziert
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wurden, darunter findet sich auch ein Darlehen an die B._ im Betrage von
Fr. 10'117.– (Urk. 131 035). Dies deutet darauf hin, dass die Gewährung eines
Darlehens durch die I._ GmbH an die B._ nichts Aussergewöhnliches
darstellte. Dass die fragliche Darlehenssumme viel grösser ist als das im Jahre
2003 bilanzierte Darlehen an die B._ spricht für sich allein nicht gegen ein
legales Geschäft, zumal die höhere Darlehenssumme abgesichert war durch die
Verpfändung der C._-Inhaberaktien. Der Vorinstanz ist zu widersprechen,
wenn sie ausführt, die I._ GmbH sei angesichts ihrer Liquiditätslage am
8. August 2005 nicht in der Lage gewesen, der B._ ein Darlehen in der Höhe
von Fr. 240'000.– zu gewähren (Urk. 44 S. 39). Die Vorinstanz stützt sich für die
Beurteilung der Liquidität einzig auf die Kontoauszüge des H._ Kontos der
I._ GmbH, auf welches die Zahlungen der C._ erfolgten (Urk. 092 030
Rückseite). Betreffend 2004 und 2005 liegen indessen keine Jahresrechnungen
der I._ GmbH vor, und die Liquidität einer Gesellschaft lässt sich nicht an-
hand von Kontoauszügen eines einzigen Kontos beurteilen. Auch an dieser Stelle
ist nochmals zu betonen, dass das Risiko für die I._ GmbH durch eine
Faustpfandbestellung und die kurze Laufzeit des Darlehens begrenzt war. Die fi-
nanzielle Lage der I._ GmbH lässt sich aufgrund der Akten nicht hinreichend
beurteilen. Jedenfalls lässt sich nicht mit rechtsgenüglicher Sicherheit erstellen,
dass die I._ GmbH gar nicht in der Lage war, der B._ ein Darlehen im
Betrage von Fr. 240'000.– zu gewähren.
6. Fazit
Die Geldflüsse an den in der Anklageschrift aufgeführten Daten sind erstellt. Kei-
ne Zweifel bestehen ferner, dass die Überweisungen am 8. August 2005 im Be-
trage von Fr. 250'000.– vom Konto der B._ auf das Konto der C._, von
dort am 9. August 2005 im Betrage von 236'720.– auf das Konto der I._
GmbH und am 9. August 2005 im Betrage von Fr. 240'000.– von dort weiter an
die J._ GmbH vom Beschuldigten veranlasst wurden. Ferner ist erstellt, dass
die J._ GmbH am 10. August 2005 Fr. 240'000.– gestützt auf einen Darle-
hensvertrag zwischen ihr und der B._ vom 10. August 2005 an Letztere
überwies. Die J._ GmbH hatte bei diesen Transaktionen lediglich die Stel-
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lung einer Mittelsperson, was sich aus den glaubhaften Aussagen von F._
und der Verknüpfung der beiden Darlehensverträge ergibt. Bei der Zwischen-
schaltung der J._ GmbH ging es darum, zu vertuschen, dass das Darlehen
der B._ tatsächlich von der I._ GmbH gewährt wurde. Zur Sicherheit für
dieses Darlehen verpfändete die B._ (bzw. der Beschuldigte) die 200'000
C._-Inhaberaktien der I._ GmbH. Das Darlehen wurde nicht zurückbe-
zahlt und die verpfändeten Aktien wurden durch die Darlehensgeberin verwertet,
was sich aus den glaubhaften Aussagen von F._, ihrer Aktennotiz vom
8. Dezember 2005, die handschriftlichen Notizen des Beschuldigten vom 20. Ok-
tober 2005 und vom 21. Oktober 2005 sowie aus dem Umstand ergibt, dass
D._ als Vertreter der Aktionäre die Aktien in der Generalversammlung der
C._ vom 8. März 2006 vorwies.
Der zentrale Vorwurf der Anklage, dass die Inhaberaktien der C._ entschädi-
gungslos an Dritte überlassen wurden, die Darlehensverträge fingiert waren und
die Überweisungen in der Zeit vom 8. August 2005 bis 10. August 2005 dazu
dienten, das entschädigungslose Überlassen der Aktien zu vertuschen, lässt sich
jedoch nicht zweifelsfrei erstellen. Dies würde voraussetzen, dass die Überwei-
sung der B._ an die C._ und die Überweisungen der C._ an die
I._ GmbH nicht geschäftsbedingt waren. Dies lässt sich nicht mit rechts-
genüglicher Sicherheit beweisen. Unter Hinweis auf die vorstehenden Ausführun-
gen unter 5.2.2. ist festzuhalten, dass sich die Überweisung der Fr. 250'000.– von
der B._ an die C._ nahtlos einreiht in die im Jahre 2005 jeweils am Mo-
natsanfang getätigten Überweisungen der B._ an die C._. Ferner ist
festzuhalten, dass die inkriminierte Überweisung auch im Zusammenhang mit der
Situation um die von der R._ AG gegenüber der C._ geltend gemachten
Schadenersatzforderungen gesehen werden kann, da die C._ dadurch einen
markanten Rückgang der Forderungen aus Leistungen gegenüber Dritten zu ver-
zeichnen hatte. Denkbar ist ferner, dass der C._ mit der Überweisung von
Fr. 250'000.– durch die B._ Liquidität verschafft werden sollte, um ihre Ver-
bindlichkeiten gegenüber Dritten (u.a. der I._ GmbH) zu tilgen. Dass die
I._ GmbH der C._ vor dem 8. August 2005 Rechnungen im Gesamtbe-
trag von Fr. 236'720.– gestellt hatte, wurde vorstehend (5.2.3.) dargelegt, ebenso,
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dass die I._ GmbH im Jahre 2003 Darlehen in namhaftem Betrag an Drittfir-
men, darunter auch die B._, gewährt hatte, eine Darlehensgewährung zwi-
schen den beiden Gesellschaften somit nichts Aussergewöhnliches darstellte.
Ausgehend von geschäftsbedingten Überweisungen macht der Ablauf der Ge-
schehnisse und der Abschluss eines Darlehensvertrages mit Verpfändung der Ak-
tien der C._ durchaus Sinn. Auf eine fingierte Darlehensgewährung weist
dagegen der Umstand hin, dass die J._ GmbH zwischengeschaltet wurde,
um die Herkunft des Geldbetrages von der I._ GmbH zu verschleiern. Dieser
Umstand sowie der nahtlose Geldfluss ähnlicher oder gleicher Beträge innert we-
niger Tage begründet den Verdacht eines Konstruktes zur Verschleierung von
Vermögensverschiebungen. Dieser Verdacht verdichtet sich aufgrund der gesam-
ten Indizienlage jedoch nicht in einer Weise, welche rechtserhebliche Zweifel am
Anklagesachverhalt ausschliesst. Zugunsten des Beschuldigten ist davon auszu-
gehen, dass die Überweisungen einen realen geschäftlichen Hintergrund hatten
und die Darlehensverträge nicht simuliert waren. Für diese legale Variante spre-
chen wie vorstehend dargelegt ebenfalls zahlreiche Indizien. An dieser Stelle ist
denn auch festzuhalten, dass dem Beschuldigten erstmals in der Konfrontations-
einvernahme mit D._ von anfangs Dezember 2013 konkrete Vorhalte ge-
macht wurden. Es kann nicht von ihm erwartet werden, dass er 8 Jahre nach den
angeklagten Vorfällen detaillierte Angaben zu den inkriminierten Geldüberweisun-
gen, Aktienübertragungen und weiteren Abläufen machen konnte. Ausserdem ist
es nicht seine Sache, zu beweisen, dass die Darlehen nicht fingiert und die Geld-
flüsse geschäftlich bedingt waren. Dennoch erstaunt, dass der Beschuldigte sich
nicht mehr an die ungewöhnliche Zwischenschaltung der J._ GmbH erinnern
konnte und die diesbezüglichen Hintergründe nicht erklären konnte.
Insgesamt kann die Variante eines legalen Geschäftsablaufes nicht ausgeschlos-
sen werden und bestehen rechtserhebliche Zweifel daran, dass die Darlehensver-
träge fingiert waren, tatsächlich kein Darlehensbetrag von der I._ GmbH an
die B._ überwiesen wurde und die Aktien der C._ entschädigungslos an
Dritte übertragen wurden. Unter diesen Umständen erübrigen sich Ausführungen
zu der vom Beschuldigten eingereichten notariell beglaubigten Erklärung von
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E._ (Urk. 63/1) und kann auf die beantragte Zeugeneinvernahme verzichtet
werden.
Der Beschuldigte ist daher dem Grundsatz in dubio pro reo folgend vom Vorwurf
der qualifizierten ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1
Abs. 3 StGB betreffend Anklageziffer III freizusprechen.
III. Kosten- und Entschädigungsfolgen
Der Beschuldigte obsiegt im Berufungsverfahren und wird vollumfänglich freige-
sprochen, weshalb die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfah-
rens beider Instanzen einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung auf
die Gerichtskasse zu nehmen sind (Art. 426 Abs. 2 StPO und Art. 428 Abs. 1
StPO).
Nach Einsicht in die Honorarnote (Urk. 64) ist das Honorar des amtlichen Vertei-
digers für das Berufungsverfahren auf Fr. 6'600.– festzusetzen.