Decision ID: 23642a5c-1d52-565d-b420-b3acf9937c60
Year: 2014
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Der 1950 geborene
X._
meldete sich am 2
2.
Dezember 2011 bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (berufliche Massnahmen und Rente) an
(
Urk.
8/2). Zur Klärung der erwerblichen und medizinischen Verhältnisse zog die
IV-Stelle einen Auszug aus dem individuellen Konto bei (
Urk.
8/6) und holte Be
richte von
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin,
vom 3
1.
Januar (
Urk.
8/9/1-2;
unter Beilage des Austrittsberichts des
Spitals A._
vom 2
5.
Juli 201
1
[
Urk.
8/9
/
3
-4
]
) und 1
5.
Juni 2012 (Urk.
8/13/6) ein.
Zwischenzeitlich hatte die Verwaltung m
it Mitteilung vom 15.
Februar 2012
e
i
nen Anspruch auf berufliche Massnahmen
verneint (Urk.
8/12). A
m 2
0.
Novem
ber 2012
führte sie
eine Abklärung an Ort und Stelle durch (
Abklä
rungsbericht
für
Selbständigerwerbende
vom 2
6.
November 2012 [Urk. 8/15]).
Mit Vorbe
scheid
vom 1
8.
Januar 2013 stellte die IV-Stelle die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht (
Urk.
8/18).
Daran hielt sie auf Einwand des neu durch
lic
.
iur
.
Y._
vertretenen Versicherten (
Urk.
8/24-25) mit Verfügung vom 1
4.
März 2013 fest (
Urk.
8/27 =
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X._
mit Eingabe vom 2
9.
April 2013 Be
schwerde
und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei ihm mit
Wirkung ab
1.
Juli 2012 mindestens eine
Viertelsrente
der Invali
denversi
che
rung
zuzusprechen; eventuell sei die Sache zur weiteren Abklärung und
Neuentschei
dung
an die Verwaltung zurückzuweisen (
Urk.
1). Mit
Be
schwerdeantwort
vom 2
7.
Juni 2013 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7). Am
1.
Juli 2013 wurde dem Beschwerdeführer das Doppel der Beschwerdeantwort zu
gestellt (
Urk.
9).
3.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den All
g
emeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]).
Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesge
set
zes
über die Invalidenversicherung
[
IVG
]
)
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be
e
inträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze
oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heit
lichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbsunfähigkeit liegt zudem
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
destens 40 Prozent arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (
Art.
8 ATSG)
sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch auf
eine
Viertelsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 Prozent auf eine
halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie
nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander ge
gen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des
Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die
ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen
(BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Leistungsablehnung damit, die
invalidi
tätsbedingten
Einschränkungen des Beschwerdeführers seien durch die Anstel
lung einer Augenoptikermeisterin mit einem Pensum von 100
%
vollständig
kom
pensiert worden.
Dadurch sei der von de
r Ehefrau des Versicherten
geleis
tete
Mehraufwand hinfällig geworden, sodass
deren
Mehreinkommen bei der Er
mitt
lung des Invalideneinkommens nicht zu berücksichtigen sei
. Auch die gel
tend ge
machten Zusatzkosten für die Buchhaltung
würden zu keinem Abzug führen.
Denn i
n den
vor Eintritt des Gesundheitsschadens erstellten
Geschäfts
abschlüssen
seien
bereits
Aufwendungen für Buchführung und Beratung er
sichtlich.
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
238‘696.-- und e
inem
Invali
deneinkommen
von Fr.
160‘
696.
--
(
Fr.
238‘
696.-- -
Fr.
78‘000.-- [Bruttolohn
Augenop
tiker
meis
terin
]) resultiere ein
Invaliditätsgrad von 33
%
, weshalb kein Anspruch auf eine Rente bestehe (
Urk.
2).
2.2
Der Beschwerdeführer
stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt,
er sei
auf
grund seiner massiven gesundheitlichen Beein
trächtigungen
zu mehr als 60
%
in
seiner Leistungsfähigkeit
eingeschränkt.
Vor Eintritt des
Gesundheits
schadens
habe er als
Selbständigerwerbender
mindestens 60 Stunden pro Wo
che gearbei
tet
. Angesichts seiner massiven kognitiven Beeinträchtigung sei ihm heute eine ad
ministrative Tätigkeit einzig noch im Rahmen von circa zwei Stunden an fünf Tagen in der Woche möglich, wobei
in
leistungsmässiger Hinsicht einzig fünf Stunden wöchentlich anzurechnen sei
en
. Die Arbeitszeit der neu angestellten Augenoptikermeisterin betrage 40 Stunden pro Woche, weshalb sie sein aus ge
sundheitlichen Gründen reduziertes Pensum nicht kompensieren könne. Aus
die
sem Grund habe seine Ehefrau ihr Pensum von 20 auf 40 Stunden erhöht. Die
dadurch um
Fr.
96
‘000.
-- (
Fr.
78‘000.-- +
Fr.
18‘000.--)
gestiegenen Lohnkosten
seien als invaliditätsbedingte Mehrkosten zu berücksichtigen.
Nicht bestritten sei,
dass bereits vor Eintritt des
Gesund
heitsschadens
gewisse Buchführungs- und Be
ratungsaufwendungen angefallen seien. Neu müsse aber ein externer Buch
halter zwei Mal pro Monat die Buch
haltung erledigen beziehungsweise korri
gie
ren. Dies führe zu einem jährlichen Mehraufwand von
Fr.
3‘600.--. Ausserdem
seien invaliditätsbedingte
Gewin
nungskosten
vom Invalideneinkommen abzu
zieh
en.
Vor diesem Hintergrund betrage das Invalideneinkommen maximal
Fr.
139‘096
.--
(Fr. 238‘696.-- - Fr.
96‘000.--
- Fr.
3‘600.--)
. Dies führe zu einem
In
validitätsgrad
von mindes
tens 42
%
, was Anspruch auf eine
Viertelsrente
ab
1.
Juli 2012
gebe
(
Urk.
1 S. 5 f
f
.).
3.
3.1
Dr.
Z._
stellte am 3
1.
Januar 2012 (
Urk.
8/9/1-2) folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 1):
Cerebrovaskulärer
Insult (
Capsula
interna
rechts) am 1
6.
Juli 2011
motorisches
Hemisyndrom
links und
Dysarthrie
, weitgehend
regre
dien
t
persistierende erhöhte Ermüdbarkeit, Konzentrationsstörungen bei län
ge
ren, ununterbrochenen Arbeiten
Arterielle Hypertonie, Erstdiagnose Juli 2011
hypertensive
Entgleisung am 2
2.
Juli 2011
Arteriosklerose (Aorta
ascendens
)
Essentieller Tremor (vorbestehend)
Als ohne Einfluss auf di
e Arbeitsfähigkeit beurteilte
e
r
den Status nach
Semi
kastratio
links 1990 bei Hodentumor/Varikozele links und den Verdacht auf eine
leichtgradige
Angsterkrankung.
Er berichtete, seit dem Ereignis
von
M
itte Juli 2011
führe der Beschwerdeführer überwiegend Bü
roarbeiten durch. Aufgrund seiner raschen Erschöpfbarkeit und der starken Konzentrationsprobleme sei nach spätestens drei Stunden eine läng
e
re Pause nötig. Die bisherige Tätigkeit sei in reduziertem Rahmen zumutbar. Je nach Entwicklung der gesundheitlichen Situation sei eine Steigerung der Belas
tung möglich, was aber momentan noch nicht abgeschätzt werden könne. Er atte
s
tierte vom 1
8.
Juli bis 3
0.
November 2011
eine
”
Arbeitsfähigkeit
” von
100
%
(richtig:
Arbeitsunfähigkeit
;
vgl. Urk.
8/9/5)
und ab
1.
Dezember 2011 eine solche
von
”
60
%
”
(richtig: 40
%
; vgl.
Urk.
8/9/5
)
.
3.2
Laut
Verlaufsbericht
des nämlichen Arztes
vom 1
5.
Juni 2012
hat
sich die Ein
satzfähigkeit des
zu maximal 40
%
tätigen
Bes
chwer
deführers
angesichts der rasch nachlassenden Konzentratio
n nicht verändert
.
D
a eine selbständige Betreu
ung der Kundschaft durch
den
Versicherten nicht
mehr
möglich sei, habe er sich
zusammen mit seiner Ehefrau entschieden, eine Fachoptikerin anzustellen, die die
anfallende Arbeitslast übernehmen könne. Er gehe davon aus, dass sich die Be
lastbarkeit des Beschwerdeführers – wenn überhaupt – nur sehr langsam ver
bessere. Die Restarbeitsfähigkeit lasse sich nur dadurch erhalten, dass sich der Versicherte in seinem Geschäft bei Be
darf hinlegen könne (
Urk.
8/13/6).
4
.
Gestützt auf die
schlüssige
Beurteilung von
Dr.
Z._
– der aus medizinischer Sicht den engsten Kontakt zum Beschwerdeführer
hat
–
ist von einer 40%igen
Arbeitsfähigkeit
in der bisherigen und
in
einer leidensangepassten Tätig
keit aus
zugehen.
Der Hausarzt hatte
namentlich
Kenntnis
von
der raschen
Erschöpfbar
keit
,
von
de
n
starken Konzentrationsschwierigkeiten und
von
der
Fehleran
fällig
keit
(Urk. 8/9/1-2 S. 2 und
Urk.
8/13/6)
und wurde diesen Beeinträchtigungen mit seiner Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durchaus gerecht.
In seinem
Ver
laufs
bericht
vom 1
5.
Juni 2012 (
Urk.
8/13/6) berichtete er von keiner gesund
heitli
chen Veränderung, weshalb die am 3
1.
Januar 2012 abgegebene Beur
tei
lung ei
ner 40%igen Arbeitsfähigkeit (
Urk.
8/9/1-2 S.
2 und
Urk.
8/9/5) weiter
hin
seine Gültigkeit hat.
In diesem Zusammenhang ist zudem auf die Erfahrungstat
sache hinzuweisen, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre
auf
trags
rechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Pa
tien
ten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3a/cc), sodass
sich das Abstellen auf die
hausärzt
liche
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit
jedenfalls
nicht zum Nachteil des Be
schwerdeführer
s
auswirkt.
Dem
Versicherten
ist
zudem
aus
invaliden
ver
sicherungsrechtlicher
Sicht zuzumuten,
dass er seine Restarbeitsfähigkeit durch
vermehrte
s
Einlegen von Pausen
– so
etwa
auch nach der nach zwei respektive drei Stunden beklagten Leistungseinbusse –
optimal verwertet, zumal in seinem
Geschäft die Möglichkeit dazu besteh
en dürfte
(
Urk.
8/9/1-2 S.
2
und
Urk.
8/13/6
).
In Übereinstimmung damit berichtete selbst der Beschwerdeführer von einem zu 40
%
ausgeüb
ten Arbeitspensum (
Urk.
8/7
und
Urk.
8/13/6).
Im Hin
blick auf die ihm obliegende
S
chadenminderungs
pflicht
ist dem Versicherten
ausserdem zuzumuten, dass er sein Tätigkeitsfeld innerbetrieblich verlagert und i
n zunehmende
m
Mass administrative Arbeiten ausführt.
Eine entsprechende
Um
strukturierung hat
bereits
mit
der Anstellung einer
Augeno
pti
kermeisterin
statt
g
efunden
, die den Beschwerdeführer bei der
Bedienung
der
Kunden, der
Wer
k
statt
arbeit
und
bei der Lehrlingsbetreuung
entlastet – Tätigkeiten, die dem
Ver
si
cherten
nicht mehr möglich sind
;
auch nimmt
seine Ehe
frau
ver
mehr
t
Kunden
kontakt
e
wahr
(
Urk.
8/15 S. 4).
Vor diesem Hintergrund
ist von zusätzlichen medizinischen Abklärun
gen kein anderes Ergebnis zu erwarten, weshalb darauf verzichtet werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 137 V 64 E. 5.2).
5.
5.1
In
tatbeständlicher
Hinsicht steht fest, dass der Beschwerdeführer seit mehr als
30 Jahren als Augenoptiker selbständig erwerbend
beziehungsweise
Inhaber
eine
s
Augenopti
kergeschäfts
(
B._
)
ist
(
Urk.
8/15 S.
2)
.
Vor Eintritt des
Ge
sundheits
schadens
beschäftigte er in seinem Geschäft seine Ehefrau mit einem
5
0
%
-
Pensum (
Urk.
1 S.
3 und S.
6 sowie
Urk.
8/7 S.
3) und einen oder zwei Aus
zu
bildende
(
Urk.
8/15 S. 3)
;
e
r
selber
war zu 100
%
tätig. Nach seinem Schlag
anfall
leistete zuerst seine Ehefrau einen Mehreinsatz. Per
1.
Juli 2012
stellte der Ver
sicherte
eine Augenoptikermeisterin
zu 100
%
an und bezahlte ihr ein
en jährli
chen
Brutto
lohn
von
Fr.
78‘000.--
(
Urk.
8/15 S. 4).
5.2
Der Beschwerdeführer macht
nun wie erwähnt
geltend, aufgrund seiner gesund
heitlichen Beein
trächtigung habe seine Ehefrau ihr Arbeitspensum von 50
%
auf 100
%
erhöhen müssen. Die da
durch
– nebst den Lohnkosten
für die neu an
ge
stellte
Augenopti
kermeisterin
von
Fr.
78‘000.-- – ab
2012
zusätzlich zu bezah
len
den
Fr.
18‘000.
-- pro Jahr
seien als invaliditätsbedingte Mehrkosten zu be
rück
sichtigen respek
tive bei der Ermittlung des Invalideneinkommens in Abzug zu bringen (
Urk.
1 S. 6). Aus den im
Einwandverfahren
aufgelegten
Lohn
aus
wei
sen
der Ehefrau des Versicherten geht hervor, dass sie im Jahr 2010
Fr.
30‘000.--,
im Jahr
2011
Fr.
30‘800.
--
und
im Jahr
2012
Fr.
48‘000.-- verdiente
(
Urk.
8/24
S.
1-3)
. Schon
angesichts
diese
r
Lohnentwicklung ist von keiner dauerhaften Er
höhung des Arbeitspensums von
50
%
auf 100
%
im Jahr 2012 auszugehen, an
dernfalls
(
für eine Lohnkürzung sind keine Anhaltspunkte ersichtlich
)
der Brutto
lohn mindestens
Fr.
61‘600.--
hätte
betragen
müssen. Vielmehr
dürfte
aufgrund der betreffenden Zahlen davon auszugehen
sein
, dass die Ehefrau des Beschwer
deführers bis zur Neuanstellung der Augenoptiker
meisterin
zu 100
%
arbeitete
(Januar bis Juni 2012)
und dann ih
ren Beschäftigungsgrad
– wohl nach einer
kurzen Einarbeitungsphase –
wieder auf 50
%
se
nkte
.
In Übereinstimmung damit
geht aus dem Abklärungsbericht vom 2
6.
November 2012 hervor, dass die Ehe
frau des Beschwerdeführers nur vorübergehend ihr
Arbeitsp
ensum erhöhte
, was mit der
Zeit mit zu grossen An
strengungen verbunden
war und
zur Anstellung der Augenoptikermeisterin
führte
(
Urk.
8/15 S. 4).
Zum gleichen Schluss führt die Betrachtung der vor
Eintritt des
Gesundheits
schadens
von den Beschäftigten
im Optikergeschäft
ausgeübten Stellenprozente
(ohne Auszubildende)
.
D
er Beschwerdeführer
bezifferte
seine durchschnittli
che wöchentliche Arbeitszeit mit
mindestens
60 Stunden (
Urk.
1 S.
6 f.), was
bei einer 42-Stunden-Woche 143 und bei einer 40-Stunden-Woche
150
Stellenpro
zenten
entspricht.
Seine
Ehe
fra
u
bekleidete eine
50
%-Stelle
, sodass
– gestützt auf
die Angaben des Versicherten –
gesamthaft
193 respektive
200
Stellenpro
zente
resultieren (vgl. in Bezug auf die Anzahl angestellter Mitarbeiter
Urk.
8/15 S. 3)
.
Vor diesem Hintergrund leuchtet
der Umfang der
vom Versicherten geltend ge
machte
n notwendigen
Kompensation seiner gesundheitsbedingten
Leistungsein
busse
nicht ein
. Denn
allein schon
die beiden 100%igen
Arbeitspensen
seiner
Ehe
frau und der neu angestellten Augenoptikermeisterin
würden – ohne das 40%ig
e Arbeitspensum des Beschwerdeführers –
die
besagten
Stellenprozente ab
de
cken
.
Dass durch die Neuanstellung der Augenoptikermeisterin
und ohne
Pen
sumserhöhung
der Ehefrau des Beschwerdeführers
die invaliditätsbedingten Einschränkungen vollständig kompensiert sind, ist auch
a
us
der
Summe der Be
schäftigungsgrade
nach Eintritt des Gesundhei
tsschadens des Versi
cherten
er
sichtlich
(40
%
[Beschwerdeführer] + 50
%
[Ehefrau des Beschwerde
führers] + 100
%
[Augenoptikermeisterin]
), wobei sich die verbleibende
(mini
male)
Diffe
renz zu den
Angaben des Beschwerdeführers
betreffend die vor dem Schlagan
fall geleisteten wöchentlichen Arbeitsstunden
zwanglos
mit der Pau
schalisie
rung
d
e
r
selben
erklären lässt.
Nach dem Gesagten
besteht der
invaliditätsbedingt
erhöhte Personalaufwand
einzig
im
Bruttoeinkommen der neu angestellten Augenoptikermeisterin.
6.
Bei der Invaliditätsbemessung sind alle durch die Beeinträchtigung der Gesund
heit entstandenen dauernden Wirkungen auf die Erwerbsfähigkeit zu berück
sich
tigen. Aufwendungen für die Behandlung, die erforderlich
beziehungsweise
ge
eig
net ist, die Erwerbsfähigkeit des Versicherten zu erhalten oder zu verbessern, sind als invaliditätsbedingte Gestehungs- oder Gewinnkosten für das
Erwerbs
einkom
men
zu betrachten. Die Heilungskosten können vom effektiv massge
ben
den Einkommen in Abzug gebracht werden, wenn sie dauernden Charakter haben, eindeutig feststehen, objektiv begründet und durch keine Versicherung ge
deckt sind und sofern die Behandlung geeignet ist, die Erwerbsfähigkeit des Versi
cherten zu erhalten oder zu verbessern. Diese Voraussetzungen sind bei
Krank
heitskosten
nicht erfüllt, wenn die Behandlungen primär wegen der Krankheit als solcher erforderlich sind und nur sekundär der Erhaltung oder Ver
besserung der Erwerbsfähig
keit dienen
. Verneint wurde der Charakter
invali
di
tätsbedingter
Gewinnung
s
kosten von Krankenkassenselb
s
tbehalten
(Meyer, Recht
sprechung des Bundesgerichts zum IVG,
2. Aufl.
,
Zürich 2010, S. 319 f.).
Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Kosten (
Urk.
1 S.
7) sind damit beim
Invalideneinkommen nicht in Abzug zu bringen, sofern die betreffenden Auf
wendungen überhaupt zu den Gestehungskosten im genannten Sinn zu zäh
len sind. So kann dem Bericht von
Dr.
Z._
vom 1
5.
Juni 201
2 entnom
men
werden, dass sich die Restarbeitsfähigkeit
– bedingt durch
Konzentrati
ons
schwie
rigkeiten
und die rasche Erschöpfbarkeit – durch das Einlegen von Pausen er
halten lässt. Er führte weiter aus, der Beschwerdeführer lasse sich zwecks För
derung der Koordination physiotherapeutisch behandeln. Weitere Behandlungen würden sich nicht aufdrän
gen
,
so auch keine
Polarity
-Therapie
(
Urk.
8/13/6).
7
.
Die Beschwerdegegnerin stützte sich
bei der Berechnung des
hypothetischen
Va
lideneinkom
mens
zu Gunsten des Beschwerdeführers nur auf die in den beiden letzten Jah
r
en
vor Eintritt des Gesundheitsschadens
erzielten Einkünfte
und er
mittelte ein durchschnittliches
jährliches Einkommen von Fr. 238‘696.--, was vom
Be
schwerdeführer nicht beanstandet wurde.
Für die Ermittlung des Invalideneinkommens ist vom
vorgenannten Betrag
der erhöhte Personalaufwand in Höhe von
Fr.
78‘000.-- in Abzug zu bringen, der
gleichzeitig
der Erwerbseinbusse entspricht. Dies führt zu einem
hypothetischen
Invalideneinkom
men
von
Fr.
160‘696.-- und es resultiert ein
rentenaus
schliess
en
der
Invalidi
tätsgrad
von gerundet 33
%
(zur Rundung: BGE 130 V 121 E.
3.2). O
b die Kos
ten von
Fr.
3‘600.-- für die Buchhaltung invaliditätsbedingte Mehr
kosten
dar
stellen
, kann vorliegend offen bleiben
. Denn selbst unter Berück
sich
tigung die
ser
Aufwendungen
würde kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultieren.
8.
Zusammenfassend ist
die angefochtene Ve
rfügung nicht zu beanstanden
. Die Be
schwerde ist daher abzuweisen.
9.
Die Kosten des Verfahrens sind auf
Fr.
600.-- festzulegen und ausgangsgemäss dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).