Decision ID: 09d8ed74-26a0-5407-8bb2-ea8384e7b8c4
Year: 2018
Language: de
Court: BE_VB
Chamber: BE_VB_001
Canton: BE
Region: Espace_Mittelland
Law Area: public_law

I. Sachverhalt
1. Die Beschwerdegegnerschaft reichte am 27. Juli 2017 bei der Gemeinde Wohlen ein
Baugesuch, datiert vom 26. Juli 2017, ein für den Ersatz der bestehenden Elektroheizung
durch eine Luft/Wasser-Wärmepumpe mit Kombispeicher auf Parzelle Wohlen
Grundbuchblatt Nr. E._. Die Parzelle liegt im Perimeter der Überbauungsordnung
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«F._», die der Empfindlichkeitsstufe II zugeordnet ist. Die von der
Beschwerdegegnerschaft geplante Wärmepumpe soll aussen an der Südostfassade der
Liegenschaft G._ aufgestellt werden und würde den Grenzabstand gegenüber der
Parzelle Nr. H._ unterschreiten; die Beschwerdegegnerschaft hat deshalb ein
entsprechendes Ausnahmegesuch gestellt. Gegen das Bauvorhaben erhoben unter
anderen die Beschwerdeführenden Einsprache. Mit Gesamtentscheid vom 6. Dezember
2017 erteilte die Gemeinde die Bau- und Ausnahmebewilligung für das Bauvorhaben.
2. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden am 3. Januar 2018 Beschwerde bei der
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragen die
Aufhebung des Gesamtentscheids vom 6. Dezember 2017 und die Erteilung des
Bauabschlags. Die Beschwerdeführenden machen insbesondere geltend, die
Voraussetzungen zur Erteilung einer Ausnahmebewilligung seien vorliegend nicht erfüllt.
3. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet,1 führte den
Schriftenwechsel durch, edierte die Vorakten und holte weitere Planunterlagen bei der
Beschwerdegegnerschaft ein. Zudem führte es im Beisein der Verfahrensbeteiligten und je
einer Vertretung des Amts für Umweltkoordination und Energie des Kantons Bern (AUE)
sowie des Amts für Berner Wirtschaft (beco), Immissionsschutz, einen Augenschein mit
Instruktionsverhandlung durch. Die Verfahrensbeteiligten erhielten Gelegenheit, sich zum
Protokoll des Augenscheins zu äussern und Schlussbemerkungen einzureichen. Sowohl
die Vorinstanz als auch die Beschwerdegegnerschaft – Letztere zumindest sinngemäss –
beantragen die Abweisung der Beschwerde.
4. Auf die Rechtsschriften und die Vorakten sowie auf das Ergebnis des Augenscheins
wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen
eingegangen.
1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191).
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II. Erwägungen
1. Eintretensvoraussetzungen
a) Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG2. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann
er – unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel
angefochten werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im
vorliegenden Fall das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide
können nach Art. 40 Abs. 1 BauG3 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei
der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen
den Gesamtentscheid zuständig.
b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die
Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 10 KoG
i.V.m. Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführenden, deren Einsprachen abgewiesen
wurden, sind durch den vorinstanzlichen Gesamtentscheid beschwert und daher zur
Beschwerdeführung legitimiert. Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte
Beschwerde ist folglich einzutreten.
2. Ausnahmebewilligung
a) Die Beschwerdegegnerschaft beabsichtigt, die bestehende, im Innern ihrer
Liegenschaft befindliche Elektroheizung durch eine aussen an der Südostfassade
aufgestellte Luft/Wasser-Wärmepumpe zu ersetzen. Das Baugrundstück befindet sich
inmitten einer Wohnsiedlung und grenzt, mit Ausnahme der Nordwestseite, an die Parzelle
Nr. H._. Hierbei handelt es sich um eine «Allgemeinparzelle» mit Fussweg und
Spielplatz, an welcher insbesondere auch die Beschwerdeführenden und die
Beschwerdegegnerschaft Miteigentum haben. Es ist unbestritten, dass die geplante
Wärmepumpe in südöstlicher Richtung den in Art. 2 Abs. 1 GBR4 festgelegten kleinen
Grenzabstand von 4.00 m um ca. 0.90 m unterschreitet und daher einer
Ausnahmebewilligung gemäss Art. 26 BauG bedarf; die Vorinstanz ist im angefochtenen
2 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1). 3 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0). 4 Baureglement der Gemeinde Wohlen vom 1. Dezember 2009 (GBR).
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Entscheid fälschlicherweise noch von einer Unterschreitung von bloss 0.50 m
ausgegangen. Die Beschwerdeführenden machen jedoch geltend, es lägen keine
besonderen Verhältnisse vor, welche die Erteilung einer Ausnahmebewilligung
rechtfertigen würden. Einer Ausnahmebewilligung stünden zudem nachbarliche Interessen
entgegen. So käme es durch die geplante Wärmepumpe auf dem angrenzenden Spielplatz
und verschiedenen Nachbarparzellen zu Lärmimmissionen, die durch die hofartige
Anordnung der umliegenden Gebäude zusätzlich verstärkt würden. Im Übrigen beruhe der
angefochtene Entscheid auf Plänen, in denen die beabsichtigte Unterschreitung des
Grenzabstands noch mit 0.50 m anstatt 0.90 m angegeben werde.
b) Laut Art. 26 Abs. 1 BauG können Ausnahmen von einzelnen Bauvorschriften gewährt
werden, wenn besondere Verhältnisse es rechtfertigen und wenn keine öffentlichen
Interessen beeinträchtigt werden. Ausnahmen dürfen überdies keine wesentlichen
nachbarlichen Interessen verletzen, es sei denn, die Beeinträchtigung könne durch
Entschädigung vollwertig ausgeglichen werden (Art. 26 Abs. 2 BauG). Diese
Voraussetzungen müssen kumulativ erfüllt sein.
Ausnahmebewilligungen sind nur restriktiv zu erteilen. Die Ausnahme muss Ausnahme
bleiben und darf nicht zur Regel werden, da dies sonst auf eine unzulässige
Normenkorrektur hinauslaufen würde.5
Eine Ausnahmebewilligung soll die gesetzliche Regelung, die im Interesse der
Rechtssicherheit sowie der Rechtsgleichheit die tatsächlichen Verhältnisse generalisierend
erfasst, einzelfallgerecht verfeinern. Ausnahmegründe beziehen sich deshalb auf den
Zweck, den Umfang oder die Gestaltung eines Bauvorhabens, wenn diese in den
geltenden Vorschriften nicht genügend berücksichtigt sind. Sie müssen mit den
Besonderheiten des Baugrundstücks oder des Bauvorhabens zusammenhängen. Unter
Umständen können aber auch Besonderheiten, die sich aus den subjektiven Verhältnissen
der bauwilligen Personen ergeben, eine Ausnahme begründen. Rein finanzielle Interessen,
der Wunsch nach einer Ideallösung oder intensives Ausnützungsstreben rechtfertigen aber
keine Ausnahmebewilligung. Es geht vielmehr darum, ausgesprochene Unbilligkeiten und
Unzweckmässigkeiten zu vermeiden, die die strikte Anwendung der Vorschrift für die
5 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Vorbemerkungen zu den Art. 26–31 N. 3.
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Bauwilligen zur Folge hätte. Eine Ausnahmebewilligung rechtfertigt sich deshalb
insbesondere nicht, wenn zumutbare Alternativen zur Verfügung stehen.
Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass der Ausnahmegrund keine absolute Grösse ist.
Ob ein Sachverhalt als Ausnahmegrund genügen kann, hängt von drei Komponenten ab:
vom Interesse der Baugesuchstellenden an der Ausnahme, von der Bedeutung der
Vorschrift, von der abgewichen werden soll, und von Art und Mass der verlangten
Abweichung.6
c) In ihrem Ausnahmegesuch vom 6. September 2017 führt die
Beschwerdegegnerschaft zusammengefasst aus, die bestehende Elektroheizung könne
nur durch eine aussen, an der Südostfassade aufgestellte Luft/Wasser-Wärmepumpe
ersetzt werden. Denn eine im Gebäudeinnern aufgestellte Wärmepumpe sei aufgrund der
Raumgestaltung nicht möglich. So weise der Heizungsraum bzw. die Waschküche nur eine
Aussenwand auf; die erforderliche, separate Zu- und Abluftleitung von bzw. nach draussen
sei folglich nicht möglich. Eine innenaufgestellte Wärmepumpe würde zudem zur erhöhten
Lärmimmissionen in den angrenzenden Wohnräumen führen. Ferner seien alternative
Heizsysteme, wie Öl-, Holzschnitzel- und Pelletheizungen sowie eine Lösung mit
Erdwärmesonde aufgrund der Platzverhältnisse bzw. der fehlenden Unterkellerung des
betreffenden Gebäudes ausgeschlossen. Die Erstellung einer zentralen Heizungsanlage
sei schliesslich aufgrund zu hoher Kosten bzw. mangels genügender Anzahl
Anschlussinteressenten gescheitert.
Die Vorinstanz kam im angefochtenen Entscheid, gestützt auf das Ausnahmegesuch der
Beschwerdegegnerschaft, zum Schluss, aufgrund der Topographie, der Parzellenform und
der technischen Möglichkeiten sei keine andere als die von der Beschwerdegegnerschaft
geplante Lösung realisierbar. Folglich lägen besondere Verhältnisse vor, welche die
Erteilung einer Ausnahmebewilligung rechtfertigen würden.
d) Die Liegenschaft G._ ist, wie die Beschwerdegegnerschaft richtig ausführt,
nicht unterkellert. Vielmehr befindet sich unmittelbar unter dem Gebäude die zur
Wohnsiedlung gehörende Einstellhalle. Eine Heizungsanlage mit Erdwärmesonde könnte
die Beschwerdegegnerschaft – wie auch alle anderen Heizsysteme, die eine
Beanspruchung von Gemeinschaftsräumen voraussetzen – folglich nicht alleine, sondern
6 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, a.a.O., Art. 26–27 N. 4 f. mit Hinweisen.
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nur mit Zustimmung aller entsprechenden Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer
realisieren. Anlässlich des Augenscheins konnte zudem festgestellt werden, dass die
Platzverhältnisse im privaten Heizungsraum bzw. in der Waschküche der Liegenschaft
G._ die Installation eines Öltanks oder eines Holzschnitzel- bzw. Pelletbehälters
nicht zulassen. Gemäss Planunterlagen verfügt das Gebäude der
Beschwerdegegnerschaft neben dem genannten Heizungsraum bzw. der Waschküche
sodann über keinen anderen Raum, der die Installation einer Heizung zulassen würde. Als
Alternative zur bestehenden Elektroheizung kommt folglich nur eine Luft/Wasser-
Wärmepumpe in Frage. Dies hat auch die am Augenschein anwesende Vertreterin des
AUE bestätigt.7 Gleichzeitig kommt diese jedoch zum Schluss, dass die Platzverhältnisse
im Heizungsraum bzw. in der Waschküche grundsätzlich ausreichen würden, um darin eine
Luft/Wasser-Wärmepumpe zu installieren. Dies sei zwar mit gewissen Schwierigkeiten
verbunden. So müssten die Rohre, die von den Ansaug- und Abluftöffnungen in der
Aussenwand zur Wärmepumpe führen würden, möglichst weit auseinander liegen und
möglichst gerade geführt werden, um einen «Kurzschluss» zu verhindern. Vorliegend sei
es aber möglich, ein Rohr bzw. eine Öffnung unten rechts und ein Rohr bzw. eine Öffnung
oben links in der Aussenwand des Heizungs- bzw. Waschraums anzubringen. Eine solche
Lösung habe zwar zur Folge, dass die betreffenden Rohre nicht direkt, sondern mit Bögen
geführt werden müssten und dadurch der Wirkungsgrad der Wärmepumpe verringert
würde. Die betreffende Verminderung sei jedoch vernachlässigbar und daher grundsätzlich
kein Argument gegen eine Innenaufstellung.8 Das Vorhandensein bloss einer Aussenwand
spreche also nicht per se gegen eine Innenaufstellung. Idealerweise bräuchte es zwischen
den Ansaug- und Abluftöffnungen zwar eine Trennwand; eine solche sei aber nicht
zwingend nötig. Dort, wo die Rohre aus der Wand kämen, bräuchte es aber einen optisch
nicht unauffälligen Wetterschutz.9
e) Die Einschätzung der Vertreterin des AUE betreffend die Möglichkeit der
Innenaufstellung einer Luft/Wasser-Wärmepumpe im Heizungsraum bzw. in der
Waschküche der Liegenschaft G._ ist nachvollziehbar und überzeugend. Es ist
kein Grund ersichtlich, weshalb dieser nicht gefolgt werden sollte. Einerseits handelt es
sich bei der Vertreterin des AUE um eine ausgewiesene Fachperson für Heizungsfragen.
Andererseits wird deren Einschätzung weder von der Beschwerdegegnerschaft noch von
7 Vgl. Protokoll des Augenscheins vom 17. Mai 2018, S. 12, zweites Votum der AUE-Vertreterin. 8 Vgl. Protokoll des Augenscheins vom 17. Mai 2018, S. 10, Votum der AUE-Vertreterin. 9 Vgl. Protokoll des Augenscheins vom 17. Mai 2018, S. 12, erstes Votum der AUE-Vertreterin.
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der Vorinstanz bestritten. Die Beschwerdegegnerschaft bringt in diesem Zusammenhang
lediglich vor, dass bei einer im Heizungsraum bzw. in der Waschküche aufgestellten
Luft/Wasser-Wärmepumpe keine feuchte Wäsche mehr im betreffenden Raum aufgehängt
werden könnte, da Wärmepumpen nicht gut auf Feuchtigkeit reagieren und bei einem
allfälligen Defekt des Geräts allenfalls die Garantieleistungen verweigert würden. Die
Installation einer Luft/Wasser-Wärmepumpe im Heizungsraum bzw. in der Waschküche
würde zudem dazu führen, dass in eben diesem Raum der Waschturm keinen Platz mehr
hätte. Eine innenaufgestellte Luft/Wasser-Wärmepumpe sei schliesslich lauter als
aussenaufgestellte Modelle.
Die Vertreterin des AUE hat anlässlich des Augenscheins explizit darauf hingewiesen, dass
es Luft/Wasser-Wärmepumpenmodelle zur Innenaufstellung gebe, denen Feuchtigkeit
nichts ausmacht und folglich auch in einem Raum installiert werden können, in dem nasse
Wäsche zum Trocknen aufgehängt wird; dies sei lediglich eine Frage des Fabrikats bzw.
des Modells.10 Hinzu kommt, dass die Wäsche nicht zwingend in der Waschküche
aufgehängt werden muss, sondern auch in anderen Räumen des Gebäudes
(beispielsweise im angrenzenden Atelier bzw. Büroraum) auf entsprechenden Ständern
getrocknet werden kann, wie dies in Häusern ohne Waschküche bzw. Trocknungsraum
üblich ist. Es ist zudem nicht ersichtlich, weshalb im Heizungsraum bzw. in der
Waschküche nicht genügend Platz für eine innenaufgestellte Luft/Wasser-Wärmepumpe
und den Wäscheturm vorhanden sein sollte. Einerseits wird ein Grossteil des betreffenden
Raums momentan noch von der bestehenden Elektroheizung eingenommen,11 die durch
die Wärmepumpe ersetzt werden soll; es sind mithin verhältnismässig grosse
Platzreserven im fraglichen Raum vorhanden. Andererseits ist es notorisch, dass heute
Luft/Wasser-Wärmepumpen auf dem Markt sind, die auch bei engen Platzverhältnissen im
Gebäudeinnern aufgestellt werden können. So bewirbt beispielsweise die STIEBEL
ELTRON GmbH & Co. KG, von der das von der Beschwerdegegnerschaft geplante
Wärmepumpenmodell stammt, auf ihrer Webseite, dass die von ihr ausschliesslich für die
Innenaufstellung konzipierten Wärmepumpenmodelle, aufgrund ihrer kompakten Bauweise
und hochwertigen Schallisolierung, problemlos auch in Abstellräumen untergebracht
werden könnten bzw. in fast jedem Keller Platz hätten.12 Im Übrigen ist darauf hinzuweisen,
10 Vgl. Protokoll des Augenscheins vom 17. Mai 2018, S. 11, erstes Votum der AUE-Vertreterin. 11 Vgl. Fotos Nrn. 13, 15 und 16 der Fotodokumentation zum Augenschein vom 17. Mai 2018. 12 Abrufbar unter: <https://www.stiebel-eltron.ch/de/home/produkte-loesungen/erneuerbare_energien//luft-wasser-innenaufgestellt.html>.
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dass in Liegenschaften, die nicht über gesonderte Waschküchen verfügen, Waschtürme
oftmals auch in Badezimmern oder sogar Küchen aufgestellt werden. Die zu erwartenden
Lärmimmissionen bei einer innenaufgestellten Luft/Wasser-Wärmepumpe werden
schliesslich sowohl von der Vertreterin des beco als auch derjenigen des AUE als
unproblematisch erachtet. So führte die Vertreterin des beco anlässlich des Augenscheins
zwar aus, dass die Rohre, welche von den Ansaug- und Abluftöffnungen zur Wärmepumpe
führen würden, nur eingeschränkt mit einer Schalldämmung versehen werden könnten. Für
die Nachbarn seien die zu erwartenden Lärmimmissionen bei einer innenaufgestellten
Wärmepumpe jedoch in etwa vergleichbar mit denjenigen, die bei der von der
Beschwerdegegnerschaft geplanten Aussenaufstellung entstehen würden bzw. sogar eher
leiser.13 Um die zu erwartenden Lärmimmissionen im Gebäudeinnern zu reduzieren,
müsste gemäss den Ausführungen der Vertreterin des AUE am Augenschein, zudem
einzig die Wärmepumpe auf einen guten Sockel gestellt und der betreffende Raum mit
einer guten Schalldämmung ausgestattet werden.14
f) Nach dem Gesagten ist die Installation einer Luft/Wasser-Wärmepumpe im
Heizungsraum bzw. in der Waschküche der Liegenschaft G._ zwar mit gewissen
Schwierigkeiten verbunden, technisch und betrieblich ist eine solche jedoch durchaus
möglich. Insbesondere das Vorhandensein von bloss einer Aussenwand im Technikraum
stellt kein Hindernis für eine Innenaufstellung dar. Es besteht mit anderen Worten eine
Alternative zu der von der Beschwerdegegnerschaft beabsichtigten Lösung. Zudem ist
weder ersichtlich noch wird von der Beschwerdegegnerschaft geltend gemacht, dass die
Alternative unzumutbar wäre. Die Beschwerdegegnerschaft führt lediglich aus, dass eine
Innenaufstellung mit enormen Installationsanpassungen im Heizungsraum bzw. in der
Waschküche verbunden wäre und zu weniger Platz für die Bewohner der Liegenschaft
führen würde; konkretere Ausführungen macht die Beschwerdegegnerschaft jedoch nicht.
Es ist zwar denkbar, dass eine Innenaufstellung teurer und aufwändiger zu realisieren ist
als die von der Beschwerdegegnerschaft geplante Aussenaufstellung. Ferner würde den
Bewohnern der Liegenschaft selbstverständlich mehr Platz verbleiben, wenn die
Wärmepumpe nicht im Gebäudeinnern, sondern aussen aufgestellt werden könnte. Rein
finanzielle Interessen sowie der Wunsch nach einer Ideallösung rechtfertigen aber noch
keine Ausnahmebewilligung (E. 2b). Dass die bei einer Innenaufstellung zu erwartenden
13 Vgl. Protokoll des Augenscheins vom 17. Mai 2018, S. 11, Votum der beco-Vertreterin. 14 Vgl. Protokoll des Augenscheins vom 17. Mai 2018, S. 10, Votum der AUE-Vertreterin.
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Lärmimmissionen, insbesondere diejenigen im Gebäudeinnern, unproblematisch sind,
wurde zudem bereits eingehend dargelegt (E. 2e).
g) Zusammenfassend ergibt sich, dass aufgrund der zumutbaren Alternative keine
besonderen Verhältnisse vorliegen, welche die geplante Aufstellung der Wärmepumpe an
der Südostfasse der Liegenschaft G._ und die damit verbundene Unterschreitung
des Grenzabstands gegenüber der Parzelle Nr. H._ rechtfertigen würden. Unter
diesen Umständen kann offen gelassen werden, ob die von der Beschwerdegegnerschaft
beabsichtigte Aussenaufstellung negative Auswirkungen auf den angrenzenden Fussweg
und Spielplatz hätte und/oder zu einer Beeinträchtigung öffentlicher Interessen führen
würde. Die Vorinstanz hätte der Beschwerdegegnerschaft folglich keine Ausnahme- bzw.
Baubewilligung erteilen dürfen. Dem Bauvorhaben ist dementsprechend der Bauabschlag
zu erteilen. Der angefochtene Gesamtentscheid ist aufzuheben und die Beschwerde
gutzuheissen. Es erübrigt sich daher, die weiteren Rügen der Beschwerdeführenden
betreffend Verletzung wesentlicher nachbarlicher Interessen (Lärmimmissionen) und
Vorliegen falscher Planunterlagen (Unterschreitung des Grenzabstands um 0.90 m anstatt
0.50 m) zu prüfen.
3. Kosten
a) Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdegegnerschaft. Sie hat
die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG15). Die Verfahrenskosten im
Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr. Für besondere
Untersuchungen, Gutachten und dergleichen können zusätzliche Gebühren erhoben
werden (Art. 103 Abs. 1 VRPG). Die Pauschalgebühr wird festgesetzt auf Fr. 900.–
(Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV16). Für den Augenschein vom 17. Mai
2018 wird in Anwendung von Art. 20 Abs. 1 GebV eine zusätzliche Gebühr von Fr. 500.–
erhoben. Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren betragen somit insgesamt
Fr. 1'400.–. Die Beschwerdegegnerin und der Beschwerdegegner haften solidarisch für
den gesamten Betrag.
15 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21). 16 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 154.21).
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b) Die amtlichen Kosten für das erstinstanzliche Baubewilligungsverfahren in der Höhe
von Fr. 2'043.15 haben in jedem Fall die Beschwerdegegnerin und der Beschwerdegegner
als Bauherrschaft zu tragen (Art. 52 Abs. 1 BewD17).
c) Die Beschwerdegegnerschaft hat zudem den Beschwerdeführenden die Parteikosten
zu ersetzen (Art. 108 Abs. 3 VRPG). Die Kostennote des Anwalts der
Beschwerdeführenden gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Die Beschwerdegegnerschaft
hat somit den Beschwerdeführenden die Parteikosten von Fr. 2'747.43 zu ersetzen. Die
Beschwerdegegnerin und der Beschwerdegegner haften solidarisch für den gesamten
Betrag.