Decision ID: 7958c512-574e-4faf-b206-ce7f8f64b7dc
Year: 2018
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1977 geborene
X._
arbeitete seit dem 1
5.
März 2010 bei der
A._
AG als Kundendienstberater und war dabei bei
der
Suva obliga
torisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 3
0.
August 2010 auf einem Motorroller sitzend von hinten von einem Personenwagen angefahren und gegen die Windschutzscheibe geschleudert wurde (
Urk.
11/11/215).
Der Versi
cherte wurde
noch am Unfalltag im Universitätsspital
B._
behandelt. Dabei wurden folgende
Diagnosen gestellt: (1)
Schädel
prellung, (2) HWS-Distor
sion zweiten Grades, (3) OSG-Distorsion rechts und (4) oberflächliche Schürf
wunde Ellbogen links. Das
B._
attestierte vom 3
0.
August bis 1
2.
September 2010 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
Der Versicherte
nahm am 1
3.
September 2010 die Arbeit wieder zu 100
%
auf (Arztzeugnis vom 3
0.
September 2010,
Urk.
11/11/182-183).
Im Februar 2011 wurde beim Versicherten
aufgrund von Schulterbeschwerden rechts im
B._
eine
subacromiale
Infiltration durchgeführt (Bericht vom 1
1.
März
2011,
Urk.
11/11/143-144). Mit Verfügung vom
3.
Oktober 2011 (
Urk.
11/11/114-115
) bzw.
Einspracheentscheid
vom 1
9.
Januar 2012 (
Urk.
11/11/78-84) hielt die Suva fest, dass kein sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwi
schen dem Ereignis vom 3
0.
August 2010 und den Schulterbeschwerden rechts bestehe, weshalb sie hierfür keine Leistungen erbringen könne.
Der Entscheid der Suva wurde sowohl vom hiesigen Gericht
(
Urk.
11/129/104-114)
als auch vom Bundesgericht bestätigt (
Urk.
11/129/88-93
).
Am
7.
Oktober 2011 unterzog sich der Versicherte in der Un
iversitätsklinik
C._
einer Arthroskopie der rechten Schulter mit
SLAP-Repair
und
subacromialer
Dekompress
io
n/
Acromioplastik
(
Urk.
11/11/103 und
Urk.
11/11/94-95).
Für die
ab dem Operationstag
2011 attestierte Arbeits
un
fähigkeit kam in der Folge der Krankentaggeldversicherer auf (vgl.
Urk.
11/17).
1.2
Am
5
.
März 2012 (Eingangsdatum) meldete sich der V
ersicherte bei der Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an (
Urk.
11/5).
Die IV-Stelle nahm in der Folge medizinische und erwerbliche Ab
klärungen vor.
Mit Vorbescheid vom 1
9.
September 2013 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in Aussicht, eine vom
1.
Oktober 2012 bis 3
1.
Mai 2013 befristete ganze Invalidenrente zuzusprechen (
Urk.
11/38). Hiergegen erhob der Versicherte am
4.
Oktober 2013 (
Urk.
11/42) bzw. 1
9.
November 2013 (
Urk.
11/45) Einwand. Am
2.
Januar 2014
setzte
der Versicherte d
ie
IV-Stelle unter Beilage eines Berichts der
Klinik für Urologie des
B._
(
Urk.
11/49/2)
darüber in Kenntnis
, dass bei ihm ein Tumor festgestellt worden sei (
Urk.
11/50). Die IV-Stelle holte daraufhin bei der Klinik für Urologie des
B._
einen Bericht ein (
Urk.
11/53). Am 2
6
.
März 2014 stellte der Versicherte der IV-Stelle
zudem
einen Bericht von
Dr.
D._
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 2
6.
März 2014 zu (
Urk.
11/61
).
Mit Verfügung vom 4.
August 2014 sprach die IV-Stelle dem Versicherten für die Zeit vom
1.
Oktober 2012 bis 3
1.
Mai 2013 eine befristete ganze Rente zu (
Urk.
11/
73
).
Die vom Versicherten dagegen erhobene Beschwerde (
Urk.
11/74
/
3-8) hiess das hiesige Gericht mit Urteil vom 1
1.
März 2015 in dem Sinne gut, dass die ange
fochte
ne Verfügung vom
4.
August 2014,
soweit darin ein Rentenanspruch ab
1.
Juni 201
3
verneint wurde, aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zu
rück
gewiesen wurde, damit diese
den somatischen Gesundheitszustand des Versi
cherten
ab Dezember 2013
und den psychischen Gesundheitszustand vollum
fänglich abklärt und hernach über den Leistungsanspruch ab
1.
Juni 2013 neu entscheidet (
Urk.
11/91).
1.3
Im Nachgang zum Urteil des hiesigen Gerichts holte die IV-Stelle Arztberichte von
Dr.
E._
, Facharzt FMH für Innere Medizin und für Rheu
matologie
(
Urk.
11/96)
,
von
Dr.
F._
, Oberarzt, Klinik für Onko
logie des
B._
(
Urk.
11/97), von
Dr.
D._
(
Urk.
11/100) und von de
r Klinik für Urologie des
B._
(
Urk.
11/107) ein. Vom 2
3.
November bis am 1
8.
Dezembe
r 2015 weilte der Versicherte in der
Reha
klinik
G._
(
Urk.
11/109
und
Urk.
11/113).
In der Folge gab die IV-Stelle beim Zentrum
H._
ein
polydisziplinäres
Gutachten in Auftrag (
Urk.
11/133), welches a
m 10.
November 2016 erstattet wurde (
Urk.
11/138).
Mit Vorbescheid vom 23.
Februar 2017 (
Urk.
11/147) stellte die IV-Stelle in Aussicht, dem Ver
si
cherten ab
1.
März 2014 eine ganze und ab
1.
März 2017 eine
Viertelsrente
zuzusprechen. Dagegen erhob der Versicherte Einwand (
Urk.
11/152,
Urk.
11/154
und
Urk.
11/160).
Nach Durchführung von Eingliederungsgesprächen (vgl.
Urk.
11/179
) teilte
die IV-Stelle dem Versicherten am
1.
Dezember 2017
mit
(
Urk.
11/178), dass Eingliederungsmassnahmen zurzei
t nicht möglich seien. In der Folge holte die IV-Stelle Berichte der Universitätsklinik
C._
(
Urk.
11/180), von
Dr.
I._
(
Urk.
11/183), von
Dr.
D._
(
Urk.
11/184) und der Klinik für Urologie des
B._
(
Urk.
11/185) ein. Nachdem sich der Versicherte zu den neu eingeholten Berichten hatte vernehm
en lassen (
Urk.
11/193)
,
sprach die IV-Stelle dem Versicherten mit Verfügung vom 1
1.
Juni 2018 (
Urk.
2)
ab März 2014 eine ganze und ab
1.
März 2017 eine
Viertelsrente
zu.
2.
Dagegen
liess
der Versicherte am
2.
Juli 2018
durch Rechtsanwalt
Dr.
Glavas
Beschwerde
erheben
(
Urk.
1
)
und beantrag
e
n
:
“
1.
Die angefochtene Verfügung vom 1
1.
Juni 2018 sei teilweise aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei auch ab März 2017 eine halbe Rente zu gewähren.
2.
Die Beschwerdegegnerin sei
weiter
zu verpflichten, die beruflichen
Mass
nahmen gemäss
H._
-Gutachten
durchzuführen.
3.
Für das vorliegende Verfahren sei die unentgeltliche Rechtspflege und
Verbeiständung
in der Pers
on des Unterzeichners zu gewähr
en.
4.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 7,7
%
Mehrwertsteuer zu Lasten der Beschwerdegegnerin.
“
Die Beschwerdegegnerin beantragte mit Beschwerdeantwort vom 3
0.
August 2018 die Abweisung der Beschwerde (
Urk.
10),
was dem Beschwerdeführer am 3.
September 2018 angezeigt wurde (
Urk.
12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit ver
ursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
tei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Be
i erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Nach der Rechtsprechung sind bei rückwirkender Zusprechung einer
befristeten oder
abgestuften Invalidenrente die für die Rentenrevision geltenden Bestimm
ungen (Art. 17 ATSG in Verbindung mit Art. 88a
der Verordnung über die Inva
lidenversicherung
,
IVV) analog anzuwenden (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinwei
sen; Urteil des Bundesgerichts 9C_399/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.8.1). Ob eine für den Rentenanspruch erhebliche Änderung der tatsächlichen Verhältnisse eingetreten und damit der für die
Befristung oder
Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt des Rentenbeginns mit demjenigen im – nach Massgabe des analog anwendbaren Art. 88a
Abs. 1 IVV festzusetzenden – Zeitpunkt der Anspruchs
änderung (vgl. BGE 125 V 413 E. 2d mit Hinweisen; vgl. statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 8C_375/2017 vom 25. August 2017 E. 2.2 und 8C_350/2013 vom 5. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweis
).
Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine abgestufte oder befristete Rente zu und wird beschwerdeweise einzig die Abstufung oder die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beurteilung aus
geklammert blieben. Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten verfügungsweise geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Abstufung oder Aufhebung der Rente zu erfassen (BGE 131 V 164 E. 2.2, 125 V 413 E. 2d; Urteile des Bundesgerichts 8C_765/2007 vom 11. Juli 2008 E. 2 und I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
1.
5
1.5
.1
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Rechtsprechungsgemäss ist bei psychi
schen Beeinträchtigungen zu prüfen, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Krankheitswert besteht, welcher die versicherte Person auch bei Aufbietung allen guten Willens daran hindert, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen (vgl.
BGE 139 V 547
E. 5,
131 V 49
E. 1.2,
130 V 352
E. 2.2.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 5.4).
1.
5
.2
Mit BGE 143 V 418 entschied das Bundesgericht, dass grundsätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit einem struk
turierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (E. 6 und 7, Änderung der Rechtsprechung; vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2 speziell mit Bezug auf leichte bis mittelschwere Depressionen).
Das für somatoforme Schmerzstörungen und vergleichbare psychosomatische Leiden entwickelte strukturierte Beweisverfahren definiert systematisierte Indika
toren,
die es
–
unter Berücksichtigung leistungshindernder
äusserer
Belas
tungs
faktoren einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits
–
erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141
V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 9C_590/2017 vom 1
5.
Februar 2018 E. 5.1). Die Anerkennung eines rentenbe
gründenden Invaliditätsgrades ist nur
zulässig, wenn die funktionellen Auswir
kungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es an diesem Nachweis, hat die materiell beweisbelastete versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6; vgl. BGE 144 V 50 E. 4.3).
Diese Rechtsprechung ist auf alle im Zeitpunkt der Praxisänderung noch nicht erledigten Fälle anzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 9C_580/2017 vom 16. Januar 2018 E. 3.1 mit Hinweisen).
1.5
.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im
Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V
281
) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie „funktioneller Schweregrad" (E. 4.3)
-
Komplex „Gesundheitsschädigung" (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex „Persönlichkeit" (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex „Sozialer Kontext" (E. 4.3.3)
-
Kategorie „Konsistenz" (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des
Aktivitätenniveaus
in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.5
.4
Übergangsrechtlich ist bedeutsam, dass die vor der Rechtsprechungsänderung eingeholten Gutachten nicht einfach ihren Beweiswert verlieren. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegeben
heiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob ein
abschliessendes
Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 281 E. 8 unter Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 6). Mithin ist im konkreten Fall zu klären, ob die
beigezogenen Gutachten
–
allenfalls zusammen mit weiteren fachärztlichen Berichten
–
eine schlüssige Beurteilung anhand der
massgeblichen
Indikatoren erlauben oder nicht. Je nach Abklärungstiefe und -dichte kann zudem unter Umständen eine punktuelle Ergänzung genügen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 5.2.2 und 8C_300/2017 vom 1. Februar 2018 E. 4.2).
1.6
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der ge
stellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt – was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist –, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; Ulrich Meyer, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in: Hermann
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutachten, 4. Auflage 2003, S. 24 f.).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin erklärte zur Begründung ihres Entscheides im Wesent
lichen
(
Urk.
2)
, die medizinischen Abklärungen hätten ergeben, dass der Be
schwerdeführer seine bisherige Tät
igkeit nicht mehr ausüben könne
. Es sei ihm jedoch bis 3
0.
November 2013 eine angepasste Tätigkeit zu 100
%
zumutbar gewesen. Ab dem
1.
Dezember 2013 habe sich sein Gesundheitszustand ver
schlechtert. Von Dezember
2013 bis November 2016 sei er
er
werbsunf
ä
h
ig gewesen. Da eine Verschlechterung nach drei Monaten zu berücksichtigen sei, habe der Beschwerdeführer ab März 2014 Anspruch auf eine ganze Rente. Ab November 2016 sei
ihm
aufgrund einer Verbesserung
seines
Gesundheits
zu
standes eine angepasste Tätigkeit wieder zu 50
%
zumutbar gewesen. Diese Verbesserung sei nach drei Monaten zu berücksichtigen
.
Aus der Gegenüber
stellung des Einkommens, welches er als Gesunder erzielt hätte
,
und demjenigen, welches er in einer angepassten Tätigkeit in einem 50%-Pensum noch erzielen könne, ergebe sich ein
Invaliditätsgrad von 48
%
.
Der Beschwerdeführer habe daher
ab dem
1.
März 2017 Anspruc
h auf eine
Viertelsrente
.
2.2
Der Bes
chwerdeführer liess dagegen im Wesentlichen einwenden (
Urk.
1), die
H._
-Gutachter hätten festgehalten, dass er die Arbeitstätigkeit zunächst in einer geschützten Werkstatt beginnen müsse. Allein dies rechtfertige, ihm mindestens eine halbe Rente zu gewähren. Als er den Unfall im Jahr 2010 erlitten habe, habe er als Mitarbeiter bei der
A._
gearbeitet. Er habe dort einen Kurs für die Gruppenführung absolviert und wäre in der Zwischenzeit sicher zum Gruppen
leiter befördert word
en. Die Beschwerdegegnerin rechn
e ihm für die 50%ige Hilfsarbeitertätigkeit mehr als die Hälfte des
Valideneinkommens
an. Damit sei klar erstellt, dass er als Valider weniger als der Durchschnitt
shilfs
arbeiter verdient habe. Er werde in keiner Tätigkeit mehr als die Hälfte des
Validenlohns
verdienen könne
n
. Die Beschwerdegegnerin habe weder den Abzug für Teilerwerbstätige, noch den Abzug wegen seiner unterdurchschnittlichen Lohnentw
ic
klung noch die Parallelisierung berücksichtigt.
Zudem habe sie auch seinen mehrfachen Beeinträchtigungen nicht Rechnung getragen
.
3.
3.1
Im Gutachten des
H._
vom 1
0.
November 2016 (
Urk.
11/138) werden die bis zur Begutachtung des Beschwerdeführers aktenkundigen medizinischen Berichte zu
sammengefasst (Urk. 13/138/4 ff.), weshalb sie an dieser Stelle nicht noch einmal wiedergegeben werden. Soweit erforderlich, wird in den nachfolgenden Erwägu
ngen aber darauf Bezug genommen.
3.2
Die Gutachter des
H._
hielten in ihrem Gutach
ten vom 1
0.
November 2016 (Urk.
11/138) als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit fest
(Urk.
11/138/61)
:
-
s
omatoforme Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Ursachen
-
d
epressive Episode, gegenwärtig leicht-
bis mittelgradig ausgeprägt
-
Status nach hoher
Semikast
rat
io
links Dezember 2013 bei
Seminom
pT1 cN0 cM0
V0 L0 S0 Stadium 1A, klinisch und bildgebend in anhaltender kompletter Remission mit
„
cancer
related
fa
tigue
Synd
ro
m
“
-
September 2014 CT-graphisch: Verdacht auf Lymphknotenmetastasen links
paraaortal
(maximal 2,4 cm Durchmesser) bei unauffälligen Hodentumormarkern
-
Oktober bis Dezember kurativ intendierte Systemtherapie mit 3 Zyklen PEB-Chemotherapie: bildgebend gutes Ansprechen im Sin
n
e einer kompletten Remission
-
chronisches Schmerzsyndrom
der rechten Schulter mit eingeschränkter Beweglichkeit und Belastbarkeit bei
-
Status nach Arthroskopie der rechten Schulter mit
SLAP-Repair
und
subacromialer
Dekompression/
Acromioplastik
Oktober 2011
-
Tendinopathie
der
Supraspinatussehne
, regelrechter Darstellung der übrigen Sehnen der
Rotatorenmanschette
,
Bizepssehne
mit regelrech
tem Signal (
Arthro
MRI
1
9.
Februar 2013)
-
Status nach
Claviculafraktur
rechts 2005
-
u
nauffälliger Röntgendarstellung des Schultergelenkes (R
öntgen
2
9.
Juni
2016)
-
Gonarth
ro
se
medialbetont
leichten Grades links bei
-
f
emoropatellärem
Knorpelschaden (
MRI
September 2015)
-
l
eichter Gelenkspalterniedrigung medial (Röntgen 2
9.
Juni 2016)
Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeiten nannten die Gut
achter (
Urk.
11/138/61-62):
-
Adipositas (BMI 33)
-
Status nach rezidivierender
Urolithiasis
-
c
hronisches
lumbo
-
vertebr
a
genes
Schmerzsyndrom mit unspezifischer Bewegungseinschränkung und Schmerzangabe bei
-
f
ehlenden relevanten degenerativen Veränderungen und geringer
skoliotischer
Ausweichung (Cobb 10 Grad, Röntgen 2
9.
Juni 2016)
-
c
hronische
s unspezifisches
thorako-vertebra
gen
e
s
S
chmerzsyndrom mit Schmerzangabe
bei Costa
7 in der MCL
-
Neuralgie am
Vorfuss
beid
seits bei
-
Spreizfuss mit Verdacht auf Morton-Neuralgie, Differentialdiagnose: Zytostatika-induziert
Die berufliche Tätigkeit als Postverteiler, Sachbearbeiter mit Hantieren von leichten bis schweren Lasten sei nicht möglich. Diese Einschränkung gelte seit der Arthroskopie der rechten Schulter am
7.
Oktober 2011 (
Urk.
11/138/69). Möglich seien
aus somatischer Sicht vollschi
ch
tig leichte, kurzzeitig auch mittel
schwere Tätigkeiten, unter Ausschluss von Tätigkeiten über Schulterhöhe, Erstei
gen von Leitern und Gerüsten, häufigem Kauern oder Knien sowie regelmässigem Gehen auf unebenem Boden. Aus psychiatrischer und onkologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit zu 50
%
reduziert. Von onkologischer
Seite spiel
e hierbei ein mittelgradiges
„
can
c
er
related
fatigue
Syndrom
“ eine Rolle. Es sei sinnvoll, den Beschwerdeführer primär im geschützten Bereich bei der Arbeitssuche und in der Einarbeitungszeit zu unterstützen. In Bezug auf die Arbeit sei es wichtig, dass der Beschwerdeführer einen Einstieg finde, um aus seinem dysfunktionalen Denk- und Verhaltensmuster herauszukommen. In jedem Fall benötige
er
Hilfe bei der Stell
en
suche und in der Einarbeitungszeit. Er benötige eine wohlwollende und
motivierende Begleitung (
Urk.
11/138/69).
Die von
Dr.
D._
attestierte 100%ige
Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht sei gut nachvollziehbar. E
s sei jedoch im letzten Jahr zu
einer Verbesserung der depressiven Symptomatik gekommen.
Ab Gutachtenszeitpunkt bestehe aus psychiatrischer Sicht
eine
50%ige Arbeits
fähigkeit (
Urk.
11/138/71).
Aus onkologischer Sicht
sei
dem Beschwerdeführer ab dem Zeitpunkt der Diagnose des
Seminoms
des linken Hodens im Dezember 2013
bis etwa Juni 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit zu attestieren (
Urk.
11/138
/72).
3.3
Dr.
D._
erklärte mit Bericht
an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers
vom 2
7.
November 2017 (
Urk.
11/174), der Beschwerdeführer le
ide aus psychia
trischer Sicht a
n einer schweren depressiven Episode ohne psychotische Symp
tome (ICD-10 F32.2) und einer posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) nach Verkehrsunfall mit dem Roller am 3
1.
August 201
0.
Sein Zustand habe sich seit Sommer 2017 trotz Compliance (regelmässi
g
e psychiatrische/psy
chotherapeutische Behandlung und Einnahme von Psychopharmaka) wesentlich destabilisiert. Er erlebe die Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung äusserst
retraumatisierend
, zeige sich dabei überempfindlich mit eingeschränkter Affektivität, rigid, stur, feindselig und teamunfäh
i
g. Es bestehe weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit sowohl für die angestammte als auch
für eine ange
passte Tätigkeit.
3.4
Dr.
I._
nannte mit Bericht an die Beschwerdegegnerin als Diagnosen
(Urk.
11/183)
:
-
Cholezystolithiasis
, Erstdiagnose August 2017
-
Status nach
Nephroli
thiasis
, Erstdiagnose April 2016
-
Status nach
u
reteror
e
noskopische
r
Steinextraktion 2016
-
m
etachron
es
metastasiertes
Seminom
des linken Hoden
s
, Erstdiagnose 2013
-
Reizknie
mit Knorpeldefekten am medialen und lateralen
Femurkondylus
links
, Erstdiagnose 2017
-
alte
Läsi
o
n am vorderen Kreuzband
-
Schmerzen im Bereich oberer
Thorax
apertur
rechts, seit 2016
-
Pseudoparalyse
scapula
alata
, Erstdiagnose 2016
-
Status nach
HWS
Akzelerations-/
Dezel
e
r
a
tionstrauma
2010
-
v
ertiefte
,
posttraumatische Depression/Syndrom mit extremer Nervosität, Schlafstö
r
ung
en
Wegen den starken Schmerzen in der rechten Schulter, immobilisierenden Rücken
schmerzen, Knieschmerzen und Konzentrationsstörung sei der Beschwer
de
führer für alle Tätigkeiten zu 100
%
arbeitsunfähig.
3.5
Mit Bericht
an die Beschwerdegegnerin
vom 2
9.
Januar 2018
(
Urk.
11/184)
nannte
Dr.
D._
– neben diversen somatischen Diagnosen - als psychiatrische Diagnosen:
-
schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F32.2)
-
Merkmale einer Persönlichkeitsstörung Cluster-Gruppe A (ICD-10 F60.0)
-
posttraumatische Belastungsstörung (
I
CD-10 F43.1) nach einem Verkehrs
u
nfall mit dem Roller am 3
1.
August 2010
Seit Sommer 2017 verschlechtere sich die Antriebs- und Stimmungslage des Beschwerdeführers mit deutlicher paranoider Verarbeitung der Umgebung. Der Beschwerdeführer zeige Wah
nwah
rnehmungen bezüglich seiner Urlaubsereig
nisse. Er interpretiere beispielsweise ei
ne
Pneupanne
als bewussten Angr
iff der Behörden auf sein Leben. Er habe während der Gespräche für die Integrations
massnahmen und dem Bel
a
stbarkeitstraining enormes Misstrauen gegenüber allen Beteiligten gezeigt. Trotz intensiver psychiatrisch-psychotherapeutischer Behandlung und der Abgabe von
Risperidon
1 mg
und
Temest
a
bei Bedarf (neben
Brintellix
) habe der
Beschwerdeführer nicht überzeug
t werden könne
n
, dass er während des Belastbarkeitstrainings keine Leistung erbringen müsse, sondern nur seine Präsenz im Vordergrund stehe.
Er wirke traurig, gebrochen und schäme sich, dass seine ganze Familie aufgrund seines Unfalles und der Krebserkrankung so leide. Der Beschwerdeführer fühle sich sowohl als Vater als auch als Ehemann als Versager, ha
be Scham- und Schuldgefühle. Fü
r
ihn
bedeute die Familie auch keine Ressource. Er könne sich nur schwer an Regeln und Rout
inen anpassen
. Er
zeige
weder
Grupp
enfähigkeit
noch
Kontaktfähigkeit zu
Dritten. Die Spontan
aktivitäten,
die Selbstbehauptungsfähigkeit sowie die Entscheidungs- und
Urteils
fähigkeit seien schwer eingeschränkt. Der Beschwerdeführer sei aus psy
chiatrischer Sicht für seine bisherige Tätigkeit als Postverteiler zu 100
%
arbeitsunfähig. Aktuell sei er auch für eine angepasste Tätigkeit voll arbeits
un
fähig (
Urk.
11/184)
.
4.
4.1
Es ist
zwischen den Parteien
u
num
stritte
n und steht fest,
dass der
Beschwer
deführer
insbesondere
aufgrund der Beschwerden in der rechten Schulter in seiner angestammten Tätigkeit seit 20
1
1 andauernd zu 100
%
arbeitsunfähig
ist (vgl.
Urk.
11/138/72). Die Parteien gehen zudem übereinstimmend davon aus, dass der Beschwerdeführer nach
zwischenzeitlicher voller
Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit
ab Dezember 2013 zu 100%
erwerbsunfähig
war
. Dies erweist sich als rechtens, wurde beim Beschwerdeführer doch im Dezember 2013 ein
Seminom
des linken Hodens festgestellt, welches in
der Folge zunächst operativ und hernach mittels Pol
ychemotherapie behandelt wurde
(Urk.11/138/72)
.
Gemäss
dem
H._
-Gutachten
, welches die rechtsprechungsge
mässen Anforderungen an beweistaugliche medizinische Gutachten erfüllt (vgl. E. 1.
6
),
dauerte diese
Arbeitsunfähigkeit aus
rein somatischer Sicht bis etwa Juni 2015
an
(Urk.
11/138/72)
.
Sowohl die Beschwerdegegnerin wie auch der Be
schwer
de
führer gehen davon aus, dass aus gesamtmedizinischer bzw. psychia
trischer Sicht
auch nach Juni 2015
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vorlag
(
Urk.
1 und
Urk.
2)
.
4.2
Strittig zwischen den Parteien ist, ob der Beschwerdeführer ab dem Zeitpunkt der Erstattung des
H._
-Gutachtens
im November 2016
in einer behinderungsan
gepassten Tätigkeit wieder zur 50
%
arbeitsfähig war.
Während die Beschwerde
gegnerin eine 50%ige Arbeitsfähigkei
t ab Gutachtenszeitpunkt bejaht
, macht der Beschwerdeführer sinngemäss geltend, eine 50%ige Arbeitsfähigkeit habe ab diesem Zeitpunkt lediglich in einer geschützten Werkstatt bestanden (
Urk.
1 S. 4).
Die
H._
-Gutachter erachteten
für eine erfolgreiche Integration
tatsächlich Hilfe bei der Stellungsuche und der Motivation für angebracht (
Urk.
11/138/70). Ent
gegen dem Beschwerdeführer kann hieraus jedoch nicht geschlossen werden,
dass die ihm gutachterlich attestierte, zumutbare Arbeitsfähigkeit nur für geschützte Arbeitsplätze gelten würde oder seine Erwerbsfähigkeit erst nach erfolgreicher Integration anzurechnen wäre.
Rentenleistungen
kommen
nur in Frage
, wenn keine zumutbaren Ein
g
liederungsmassnahmen (mehr) in Betracht fallen (vgl. beispielsweise Urteil des
Bundesgerichts 9C_108/2012 vom
5.
Juni 2012 E. 2.2.1).
Dem Beschwerdeführer sind
Eingliederungsmassna
hmen
jedoch zumutbar, was
von ihm
auch nicht i
n Frage gestellt
wird
.
4.3
4.3.1
Da die
H._
-Gutachter beim Beschwerdeführer - auch – aufgrund der somato
formen Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Ursachen sowie der depressiven Episode, gegenwärtig leicht- bis mittelgradig ausgeprägt
,
eine psy
chisch bedingte Beeinträchtigung erhoben, ist seine Leistungsfähigkeit im Rahmen
eines strukturierten Beweisverfahrens zu prüfen.
4.3.2
Bezüglich des Komplexes
„Gesundheitsschädigung” respektive de
s
Indikator
s
„Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde” is
t festzuhalten, dass die im Gut
achtenszeitpun
kt vorgelegen
e depressive Episode als leicht- bis mittelgradig ausgeprägt qualif
i
ziert wurde
(E. 3.2)
.
Betreffend die
Diagnose somatoforme Schmerzstörung mit psychischen und somatischen Ursachen bestehen hinsicht
lich des Schweregrades der Befunde keine Auffälligkeiten
.
Betreffend den Indikator „Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder –
resi
stenz
“
ist zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer seit Januar 2014 in psychiatrischer Behandlung
steht (
Urk.
11/138/66), w
obei er ein- bis
zweimal pro Monat Konsultationen hatte
(
Urk.
11/
184
)
. Der Beschwerdeführer nimmt P
sycho
pharmaka ein (
Urk.
11/138/44
).
Gemäss
dem
H._
-Gutachtern kam es
im Jahr
vor der Begutach
t
ung
jedoch
zu einer Besserung
der depressiv
en Symptomatik (
Urk.
11/138/71),
d
as
heisst
, es konnte ein Be
handlungserfolg
erzielt werden
. Dem
entsprechend ist
trotz persistierender Beschwerden
eine generelle Behand
lungsresistenz ist zu verneinen.
Unter dem Indikator „Komorbidität
en
” (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3) ist eine Gesamtbetrachtung der Wechselwirkungen und sonstigen Bezüge
der
somato
formen Schmerzstörung und der depressiven Episode zu sämtlichen begleitenden krankheitswertigen Störungen erforderlich.
Dabei gilt es in
s
besondere der anam
nestischen Hodenkrebserkrankung mit Semikastration und
„
cancer
related
fatigue
Syndrom
“
Rechnung
(vgl. E. 3.2)
zu tragen. Darüber hinaus
wir
ken sich aber auch das
chronische
Schmerzsyndrom der rechten Schulter, die
Gonarthor
se
medial
betont
, das chronische
lumbo
-
vertebr
a
gene
Schmerzsyndrom
, d
as chronische
unspe
zifische
thorako
-
vertebr
a
gene
Schmerzsyndrom und die Neuralgie am
Vorfuss
beidseits ressourcenhemmend aus.
4.3.
3
Zum Komplex „Persönlichkeit“ ist festzuhalten, dass weder eine Persönlich
keitsakzentuierung noch eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert wurden
. Der Beschwerdeführer
schloss
eine Ausbildung
ab
(
Urk.
11/5/4 und Urk.
11/1138/24)
und spricht gut Deutsch (
Urk.
11/138/67).
Er
verfügt jedoch über wenig Selbst
wirksamkeitsmechanism
en
, wodurch er in seiner Flexibilität eingeschränkt ist. E
r
hat Mühe im Kontaktverhalten und ist auch leicht reizbar. E
r
ist stressintolerant und bei Anforderungen an ihn reagiert er mit Drohung und vermehrten Schmerzen (
Urk.
11/138/67). Die Persönlichkeit des Beschwerdeführers
beinhaltet
somit
nur begren
z
t
potenziell günstig
auf die Ressourcen auswirkende
Faktoren.
4.3.4
Im Rahmen
des Komplex
es
„sozialer Kontext”
gilt es zu berücksichtigen,
dass der Beschwerdeführer seine Ehe als eher schlecht empfindet und sich gemäss seinen eigenen Angaben zurückzieht und nicht am Familienleben teilnimmt. Er be
zeichnet das Verhältnis zu seinen Kindern als schwierig (
Urk.
11/138/44-45). Nichtsdestotrotz lebt er
zusammen mit seiner Frau und den drei gemeinsamen Söhnen
in grundsätzlich intakten Famili
enverhältnisse mit einer gemeinsamen Tagesstruktur (
Urk.
11/138/44). Der
„soziale Kontext”
enthält somit gewisse bestä
tigende, sich potenziell günstig auf die Ressourcen auswirkende Faktoren.
4.3.
5
In der Kategorie „Konsistenz“ zielt der Indikator „gleichmässige Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen“ auf die Frage ab, ob die diskutierte Einschränkung in Beruf und Erwerb (bzw. bei Nichter
werbs
tätigen im Aufgabenbereich) einerseits und in den sonstigen Lebensbereichen (z.B. Freizeitgestaltung) ander
er
seits gleich ausgeprägt ist, wobei das Aktivitäts
niveau der versicherten Person stets im Verhältnis zur geltend gemachten Arbeitsunfähigkeit zu sehen ist (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; vgl. Urteil des Bundes
gerichts 9C_296/2016 vom 2
9.
Juni 2016 E. 4.1.1). Aus dem vom Beschwerde
führer geschilderten Tagesablauf ergeben sich als einzige Aktivitäten Spazieren, Zeitung lesen und Fernsehen (vgl.
Urk.
11/138/43-45). Diese geschilderten Tätigkeiten stehen nicht in einem Widerspruch zu den geklagten Einschrän
kungen.
Hinsichtlich des Gesichtspunkts des behandlungs- und eingliederungsanam
nestisch ausgewiesenen Leidensdrucks ist festzuhalten,
dass der Beschwerde
führer
seit Anfang 2014
bei
Dr.
D._
in
regelmässiger
Behandlung ist und Psychopharmaka einnimmt
(vgl. E. 4.3.2)
.
Behandlungsanamnest
i
s
ch ist daher ein Leidensdruck ausgewiesen
4.3.
6
Bei gesamthafter
Würdigung der
massgeblichen Indikatoren
und in Anbetracht der Tatsache, dass bereits aufgrund des
„
cancer
related
fatigue
Syndrom
s
“ eine 20%ige
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit besteht (vgl.
Urk.
11/138/42)
,
ist die von den Gutachtern erhobene 100%ige Erwerbsunfähigkeit bis zur Begutachtung und die 50%ige Arbeitsfähigkeit ab dem Zeitpunkt der Begutachtung aus recht
licher Sicht nicht zu beanstanden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_194/2018 vom
4.
Juni 2018 E. 4.1.)
4.4
4.4.1
Die Berichte von
Dr.
D._
vom 2
7.
November 2017 (E. 3.3) und vom 2
9.
Janu
a
r 2018 (E. 3.5) vermögen weder die 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit in Frage zu stellen noch eine nach der Begut
achtung im
H._
eingetretene Verschlechterung glaubhaft zu machen. So legten die
H._
-Gutachter
schlüssig
dar, dass die von
Dr.
D._
in beiden Berichten e
rneut angeführte Diagnose postt
r
a
umati
s
che Belastungss
törung nach Verkehrs
unfall mit
Roller am 3
1.
Augus
t 2010 nicht bestätigt werden ka
nn
(Urk.
11/138/52)
. Wie
J._
, Facharzt für Neurologie sowie für Psychiatrie und Psychotherapie, Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes,
aus
führte
(
Urk.
11/194/5), ist auch die im Bericht vom
2
9.
Januar 2018 neu gestellte D
i
a
gnose einer Persönlichkei
tsstörung nicht nachvollziehbar
. So verneinten denn auch die
H._
-Gutachter eine Persönlichkeitsstörung
(Urk.
11/138/68)
. Hinsicht
lich der paranoiden Verarbeitung wies
J._
zu Recht darauf hin
(
Urk.
11/194/5)
, dass sich diese Aussagen nicht mit den Berichten der Einglie
derungsberatung deckten. Im Rahmen der Ein
g
liederungsberatung
ist
der Be
schwer
de
f
ührer vielmehr betreffend ausgeprägter Invaliditätsüberzeugung und
Anspruchs
haltung und latenter verbaler Provokation aufgefallen
(vgl.
Urk.
11/
179)
.
4.4.2
Auch dem Bericht von
Dr.
I._
(E. 3.4) sind keine nachvollziehbaren Hinweise auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers zu entnehmen, ergibt sich aus dem Bericht doch nicht, aufgrund welcher Leiden bzw.
Befunde sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers verschlechtert haben
soll.
4.5
Nach dem Gesagten erweist es sich als rechtens, dass die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 1
1.
Juni 2018 von einer 100%igen A
rbeit
s
unf
ä
higkeit in sämtlichen Tätigkeiten von Dezember 20
13 bis November 2016 und hernach einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit ausgegangen ist.
5.
5.1
Zu prüfen bleibt, wie sich das Leistungsvermögen des Beschwerdeführers in wirtschaftlicher Hinsicht auswirkt.
5.2
5.2.1
Wie dargelegt, war der Beschwerdeführer ab Dezember 2013 – nachdem er bereits seit
2011
in der angestammten Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig war – in jeder Tätigkeit zu 100
%
arbeitsunfähig (vgl. E. 4.
1
).
Die Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer aufgrund dieser Verschlec
hterung unter Berufung auf Art.
88a
Abs.
2
IVV
mit Wirkung ab März 2014 eine ganze Rente zu. Die Beschwerdegegnerin verkannte dabei, dass
Art.
88a
Abs.
2 IVV infolge Fehlens einer revidierbaren Rente nicht (analog) zur Anwendung gelangt
(vgl. Urteil des Bun
desgerichts 9C_878/2017 vom 19.
Februar 2018 E. 5.3)
.
Der Beschwerde
führer hat somit
bereits
ab Dezember 2013 Anspruch auf eine ganze Rente.
5.2.2
Ab November 2016 war der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit wieder zu 50
%
arbeitsfähig. Diese Verbesserung ist in Anwendung von
Art.
88a
Abs.
1
IVV ab März 2017 zu berücksichtigen.
5.3
5.3.1
Für
die Bemessung des
Valideneinkommens
ist entscheidend, was die versicherte Person im relevanten Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich erzielen würde. Die Ermittlung des
Vali
den
einkommens
muss so konkret wie möglich erfolgen. Da die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden erfahrungsgemäss fortgesetzt worden wäre, ist in der Regel vom letzten Einkommen auszugehen, das vor Eintritt der Gesundheits
be
einträchtigung erzielt wurde (SVR 2008 IV Nr. 35 S. 118 E. 3.3.3).
Bei der Festsetzung des
Valideneinkommens
ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung auch ein beruflicher Aufstieg im Gesundheitsfall zu berücksi
ch
tigen, den eine versicherte Person normalerweise vollzogen hätte; dazu ist aller
dings erforderlich, dass konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass ohne gesund
heitliche Beeinträchtigung ein beruflicher Aufstieg und ein entsprechend höheres Einkommen tatsächlich realisiert worden wären. Die Absicht, beruflich weiterzukommen, muss durch konkrete Schritte wie Kursbesuche, Ablegung von Prüfungen usw. kundgetan worden sein. Die theoretisch vorhandenen beruflichen Entwicklungs- oder Aufstiegsmöglichkeiten sind nur dann zu berücksichtigen, wenn sie mit
überwiegender Wahrscheinlichkeit eingetreten wären (BGE 96 V 29; AHI 1998 S. 166 E. 5a, I 287/95; RKUV 1993 Nr. U 168 S. 97 E. 3b, U 110/92; Urteil des Bundesgerichts 9C_757/2010 vom 24. November 2010 E. 4.2 mit Hin
weisen).
5.3.2
Ent
gegen de
m
Vorbringen des Beschwerdeführers (
Urk.
1 S. 4)
kann aus dem – behaupteten – Besuch eines internen Kurses alleine, nicht auf einen beruflichen Aufstieg geschlossen werden.
Nachdem ansonsten keine Anhaltspunkte für einen beruflichen Aufstieg vorliegen,
erweist
es sich
als rechtens, dass die Beschwerde
gegnerin das
Valideneinkommen
des Beschwerdeführers
gestützt auf sein bei der
A._
AG erzielte
s Einkommen
berechnet hat. Für das Jahr 201
6,
das letzte Jahr
,
für welche
s aktualisierte Daten vorliegen,
entspricht das
im Jahr 201
1
erzielte Einkommen von Fr.
59'000.--
(vgl. Urk.
11/17
/
2
)
einem Einkommen von
Fr. 60'869.30 (Fr. 59'000.
-- :
101 x 104,2
[Nominallohnindex
Männer, Tabelle T1.1
.10,
Sektor 3,
Ziff.
45
-96]
).
5.4
5.4.1
Für die Bestimmung des Invalideneinkommens können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausge
gebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2, 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 75 E. 3b). Dabei sind grundsätzlich die im Verfügungszeitpunkt aktuellsten veröffentlichten Tabellen der LSE zu verwenden (BGE 143 V 295 E. 4.1.3; zur Verwendung der aktuellsten statistischen Daten bei Rentenrevisionen vgl. BGE 143 V 295 E. 4.2.2, 142 V 178 E. 2.5.8.1, 133 V 545 E. 7.1). Der Griff zur Lohnstatistik ist subsidiär, das heisst deren
Beizug
erfolgt nur, wenn eine Ermittlung des Invalideneinkommens auf
grund und nach Massgabe der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalles nicht möglich ist (vgl. BGE 142 V 178 E. 2.5.7, 139 V 592 E. 2.3, 135 V 297 E. 5.2; vgl. auch Meyer/
Reichmuth
,
IVG
, 3. Aufl. 2014, N 55 und 89 zu Art. 28a, mit weiteren Hinweisen auf die Rechtsprechung).
Nachdem der Beschwerdeführer keiner Erwerbstätigkeit nachgeht, ist das
Vali
den
ein
kommen
gestützt auf die Tabellenlöhne der LSE z
u berechnen. Gemäss der Tabelle TA1_tirage_skill_level des Bundesamtes für Statistik betrug der Median
lohn von Männern, welche im Jahr 2016 einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art ausübten Fr. 5'340.--. Bei einer betriebsüblichen wöchent
lichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden
(vgl.
Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche, Total
)
entspricht dies im Jahr 2016 bei einem
50
%-Pensum einem Einkommen von Fr.
33'401.7
0 (Fr. 5'340.
x
12 :
40 x 41,7
: 2
).
5.4.2
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten (BGE 126 V 75 E. 5b/
aa
). Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E. 5.2; 134 V 322 E.
5.2 und 126 V 75 E. 5b/
bb
-cc).
Ist von einem genügend breiten Spektrum an zumutbaren Verweisungstätigkeiten auszugehen, können unter dem Titel leidens
bedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) als ausserordentlich zu be
zeichnen sind (
Urteil des Bundesgerichts 9C_366/2015 vom 22. September 2015 E. 4.3.1 mit Hinweisen; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_826/2015 vom 13. April 2016 E. 3.2.1).
Die gesundheitlich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, führt nicht automatisch zu einer V
erminderung
des hypothetischen Invalidenlohns. Vielmehr ist der Umstand allein, dass nur mehr leichte bis mittel
schwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungsfähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 (bis LSE 2010 Anforderungsniveau 4) bereits eine Viel
zahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundes
gerichts 8C_805/2016 vom 22. März
2017 E. 3.4.2 unter Hinweis auf 9C_455/2013 vom 4. Oktober 2013 E. 4.4 und 9C_386/2012 vom 18. September 2012 E. 5.2).
Laut der gestützt auf die LSE 2012 erstellten Tabelle zu den nach Beschäfti
gungsgrad, Geschlecht und beruflicher Stellung differenzierten monatlichen Durch
schnittsbruttolöhnen rechtfertigt ein Beschäftigungsgrad von 50-74 % bei Männern auf der untersten Stufe der beruflichen Stellung (ohne Kaderfunktion) keinen zusätzlichen Tabellenlohnabzug (Bundesamt für Sozialversicherungen, IV-Rundschreiben Nr. 328 vom 22. Oktober 2014, Anhang; vgl. dazu
BGE 142 V 178
E. 2.5.1 mit Hinweis). Denn auf dieser Ebene besteht bei Männern zwischen dem Durchschnittslohn bei einem Teilzeitpensum von 50-74 % proportional be
zo
gen auf
ein 100 %-Pensum (Fr. 6'080.--) und dem Durchschnittslohn bei einem Vollzeitpensum (Fr. 6'085.--) eine vernachlässigbare Differenz (von Fr. 5.--) und somit kein wesentlicher Unterschied. Bei Berücksichtigung der für das Jahr 2014 aktualisierten Tabelle besteht zwar bei den angegebenen Werten (Fr. 5‘714.-- [Teilzeitpensum] und Fr. 6‘069.--[Vollzeitpensum]) eine Differenz von Fr. 355.-- oder 5.85 %. Daraus ergibt sich jedoch keine überproportionale Lohneinbusse (Urteile des Bundesgerichts 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.2 und 8C_12/2017 vom 28. Februar 2017 E. 5.5.2 mit Hinweisen).
Dasselbe gilt auch für die für das
Jahr 2016 aktualisierten Daten, resultiert
doch
bei einem Eink
o
mmen
in einem
Vollzeitpensum von Fr. 6'130.
und bei einem
Einkommen
in
einem
Teilzeitpensum
von 50 bis 74
%
von Fr. 5'875.
eine Differenz von Fr. 255.-- bzw.
von
4.16
%
(vgl.
Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Beschäfti
gungs
grad, beruflicher Stellung und Geschlecht)
.
5.4.3
Nachdem
dem
Beschwerdeführer leichte, kurzzeitig auch mittelschwere Tätig
keiten noch möglich sind und lediglich Tätigkeiten über Schulterhöhe, Ersteigen von Leitern und Gerüsten, häufigem Kauern oder Knien sowie regelmässigem Gehen auf unebenem Boden nicht mehr möglich sind, stehen ihm auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt weiterhin zahlreiche Tätigkeiten offen. Es besteht daher kein Anlass
,
vom Tabellenlohn einen behinderungsbedingten Abzug vor
zunehmen.
Anzufügen bleibt, dass auch für eine Parallelisierung der Einkommen kein Anlass besteht, lag das vom Beschwerdeführer vor Eintritt der Arbeits
unfähigkeit im Jahr 2011 erzielte Einkommen
doch
zumindest nicht wesentlich unter dem branchenüblichen Durchschnitt
slohn
(vgl. LSE 2010 Tabelle TA1 Ziffer. 53 Kompetenzniveau 1 bzw. 2
[vgl.
hierzu das Tätigkeitsprofil in Urk.
11/17/6 f.]
).
Das
Valideneinkommen
beträgt somit Fr. 33'401.70.
5.
5
Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr. 60'869.30
und einem Invalideneinkommen von
Fr. 33'401.70
resultiert eine Erwerbseinbusse von
Fr. 27
’
467.60 (Fr. 60'869.30 - Fr. 33'401.70)
und ein Invaliditätsgrad von
45
%
(
Fr. 27’467.
60
:
Fr. 60'869.30
.
)
.
Der Beschwerdeführer hat somit ab
1.
März 2017
Anspruch auf eine
Viertelsrente
.
6.
Hinsichtlich des A
ntrag
s des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen ist festzuhalten, dass
im
verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren grund
sätzlich nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen beziehungsweise zu beurteilen
sind
, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig verbindlich – in Form einer Verfügung
beziehungsweise eines
Einspracheentscheids
– Stellung ge
nommen hat. Insoweit bestimmt die Verfügung beziehungsweise der
Einsprache
entscheid
den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umge
kehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteils
voraussetzung, wenn und insoweit keine Verfügung beziehungsweise kein
Ein
spracheentscheid
ergangen ist (
BGE
131 V 164 E. 2.1; 125 V 413 E. 1a).
Die Beschwerdegegnerin hat mit Mitteilung vom
1.
Dezember 2017 (
Urk.
11/178) festgestellt hat, dass zurzeit keine beruflichen Massnahmen möglich seien. Trotz des Hinweises, dass nach der
Rentenzusprache
jederzeit Massnahmen der Wieder
eingliederung durchgeführt w
er
den könnten, waren berufliche Massnahmen
hingegen
nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung
vom 11.
Juni 2018 (
Urk.
2). Mangels anfechtbarem Entscheid kann daher auf die
Beschwerde hinsichtlich der
beantragten beruflichen Massnahmen nicht eingetreten werden.
7.
Nach dem Gesagten
ist die Beschwerde insoweit teilweise gutzuheissen, als der Beschwerdeführer nicht erst ab März 2014, sondern bereits ab Dezember 2013 Anspruch auf eine ganze Rente hat. Im Übrigen ist die
Beschwerde
– soweit auf sie
e
inzutreten ist
-
abzuweisen
.
8.
8.1
Der Beschwerdeführer beantragte für das vo
rliegende Verfahren die unent
gelt
liche Rechtspflege und die Bestellung von Rechtsanwalt
Dr.
Kreso
Glavas
zum unentgeltlichen Rechtsvertreter (
Urk.
1). Mit Verfügung vom
9.
Juli 2018 (
Urk.
5) wurde dem Beschwerdeführer das Formular zur Abklärung der prozessualen Bedürftigkeit zu
ge
stellt und
ihm
Frist ange
s
etzt, um das Formular, vollständig und wahrheitsgetrau ausgefüllt sowie unter Beilage sämtlicher Belege zur aktu
ellen finanziellen Situation dem Gericht einzureichen. Diese Fristansetzung war mit der Aufforderung verbunden, dass bei ungenügender Substantiierung oder fehlenden oder ungenügenden Belegen zur finanziellen Situation davon ausge
gan
g
en werde, dass keine prozessuale Bedürftigkeit bestehe.
Der Beschwerdeführer stellte das Formular innert Frist dem Gericht zu (
Urk.
8). Als Beilagen dazu reichte er einen Bank-Auszahlungsbeleg vom 1
7.
Februar 2017
(
Urk.
9/1)
, eine Schuldenaufstellung (
Urk.
9/1), Saldobelege eine
s
Bank- und eines
Postkontos (
Urk.
9/2) sowie Lohnabrechnungen
seiner Frau
der
Monate Mai und Juni 2018 (
Urk.
9/3 und
Urk.
9/4) ein. Weitere Belege legte er nicht auf. Gestützt auf die vom Beschwerdeführer
neu aufgelegten und die
bereits akten
kundige
n Belege zu seiner
finanziellen Situation (vgl. insbesondere
Urk.
3/6 und
Urk.
11/161)
ist s
eine Bedürftigkeit nicht ausgew
i
e
sen
. Namentlich ist unklar, ob seine Ehefrau – wie im
K._
L-GAV v
orgesehen (Ziffer 13)
-
einen
13.
Monats
lohn bezieht. Dies wurde vom B
eschwerdeführer zwar verneint, d
a er jedoch trotz ausdrücklicher Aufforderung weder einen Arbeitsvertrag, einen Lohnausweis noch eine Steuererklärung einreichte, ist seine Behauptung nicht überprüfbar. Im Weiteren unterliess es der Beschwerdeführer auch – trotz der entsprechenden Aufforderung – (
Urk.
8 Ziffer 12) die Höhe der von ihm bzw. seiner Familien be
zo
genen Prämienverbilligung zu belegen. Auch das Vermögen des Beschwerde
führers ist nicht nachvollziehbar, beschränken sich seine Angaben doch auf die Saldo-Angabe zweier Kont
en
. Schliesslich kommt hinzu, dass dem Beschwerde
führer von der Ausgleichskasse mit Verfügung vom 1
9.
Juli 201
8
(
Urk.
11/200)
,
also wenige Tage nach Auflage der Akten zu seinen finanziellen Verhältnisse
n
,
Fr. 106'000.-- zugesprochen
wurden. Auch wenn für die Beurteilung der prozes
sualen Bedürftigkeit grundsätzlich auf den Zeitpunkt der Einreichung des Ge
suchs abzustellen ist (BGE 122 I 5 E. 4a), ist es aus prozessökonomischen Gründen (
v
gl. BGE 144 V 97 E. 3.1.2) gerechtfertigt, die nachträgliche Zahlung zu berücksichtigen und entsprechend die prozessuale Bedürftigkeit zu verneinen
.
Nach dem Gesagten ist das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtsvertretung und unentgeltliche
Rechtsverbeiständung
abzuweisen.
8.2
Die Kosten des vorliegenden Verfahrens sind auf Fr. 800.
anzusetzen
(
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG).
Da der Beschwerdeführer nur zu einem kleinen Teil obsiegt sind ihm die
Gerichtskosten zu drei Viertel
n
(Fr. 600.--)
und der
Beschwerdegegnerin
zu einem
Viertel
(Fr. 200.--)
aufzuerlegen.
8.3
D
er teilweise obsiegende
Beschwerdeführer hat sodann gestützt auf
Art.
61
lit
. g ATSG in Verbindung mit
§
34
Abs.
1 und 3 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) Anspruch auf eine
um drei Viertel
reduzierte Pro
zessentschädigung. Diese ist auf
Fr.
300
.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) festzusetzen.