Decision ID: d1c79ead-fe0d-42bf-9086-429105840fac
Year: 2021
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
X._
, geboren 1970 und Mutter von fünf Kindern
(J
ahrgänge 1993, 1995, 1999, 2001 und
2010
)
war zuletzt von
Dezember 2014
bis
April 2015
als Verkäuferin
in einem 30%-Pensum
tätig. Unter Hinweis auf Depressionen,
eine Angststörung sowie
Borderline
meldete sie sich am 1
4.
März 2016 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
12/11
Ziff.
5.4,
Ziff.
6.1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
und auferlegte der Versicherten mit Mitteilung vom 1
3.
Juli 2017 eine Schadenminderungspflicht in Form der Durchführung einer psychiatrisch-psy
chotherapeutischen Behandlung respektive
störungsspezi
fischen Traumatherapie während sechs Monaten (
Urk.
12/68).
In der Folge veranlasste sie eine Abklärung der beeinträchtigen Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (Abklärungsberic
ht vom 1
2.
April 2018;
Urk.
12/84
).
Mit Vorbescheid vom 2
5.
April 2018 (
Urk.
12/86) stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, wogegen die Versicherte am 1
6.
Mai 2018 (
Urk.
12/87)
und am 2
5.
Juni 2018 (
Urk.
12/89) Einwände erhob. Die IV-Stelle holte bei Prof.
Dr.
med. Y._
, Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie
, und
Dr.
phil. Z._
, Neuropsychologin, ein
bidisziplinäres
Gutachten ein, welches am 2
8.
Februar 2019 erstattet wurde (
Urk.
12/109)
. Mit Schreibe
n vom 1
2.
März 2019 (
Urk.
12/112
) nahm
Dr.
Y._
Stellung zu den ergänzenden Fragen der IV-Stelle vom
6.
März 2019 (
Urk.
12/111).
Mit Vorbescheid vom 1
0.
April 2019 (ersetzt Vorbescheid vom 2
5.
April 2018) stellte die IV-Stelle die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht (
Urk.
12/115), wogegen die Versicherte am 2
0.
Mai 2019 (
Urk.
12/118) und am 2
5.
Juni 2019 (
Urk.
12/127) Einwände erhob.
Die
IV-Stelle
holte
beim Unfall
versicherer
weitere Akten ein (
Urk.
12/130), woraufhin die Versicherte am 2
8.
April 2020
erneut Einwände erhob (
Urk.
12/149). Mit Verfügung vom 2
8.
Mai 2020 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren ab (
Urk.
12/151 =
Urk.
2).
2.
Die Versicherte erhob am 2
5.
Juni 2020 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
8.
Mai 2020 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheb
en und es sei ihr
eine Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen. Ferner sei auf Kosten der Beschwerdegegnerin eine neurologische Begutachtung durch das Gericht zu veranlassen (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
1,
Ziff.
3).
Mit Eingabe vom 1
3.
Juli 2020 (
Urk.
8) reichte die Beschwerdeführerin weitere Arztberichte zu den Akten (
Urk.
9).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
8.
September 2020 (
Urk.
11) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Geric
htsverfügung vom
9.
Oktober 2020
wurden antra
gsgemäss (vgl.
Urk.
1 S. 2
Ziff.
4
) die unentgeltliche Prozessführung und Re
chtsvertretung bewilligt und der
Beschwerdeführer
in
die Beschwerde
antwort
zugestellt (
Urk.
13
).
Mit Eingabe vom 1
5.
April 2021 (
Urk.
15) reichte die Beschwerdeführerin einen weiteren Arztbericht zu den Akten (
Urk.
14).
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil
des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beur
teilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs
unfähig
keit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen im Regelfall beachtlichen Standardindikatoren (BGE 143 V 418, 143 V 409, 141 V 281) hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.3.1):
-
Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3)
-
Komplex «Gesundheitsschädigung» (E. 4.3.1)
-
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde (E. 4.3.1.1)
-
Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (E. 4.3.1.2)
-
Komorbiditäten (E. 4.3.1.3)
-
Komplex «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Res
sourcen, E. 4.3.2)
-
Komplex «Sozialer Kontext» (E. 4.3.3)
-
Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhaltens, E. 4.4)
-
gleichmässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleich
baren Lebensbereichen (E. 4.4.1)
-
behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens
druck (E. 4.4.2)
Beweisrechtlich entscheidend ist der verhaltensbezogene Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_604/2017 vom 1
5.
März 2018 E. 7.4).
1.4
Sowohl bei der erstmaligen Prüfung des Rentenanspruchs als auch bei der Rentenrevision und im Neuanmeldungsverfahren ist die Methode der Invaliditäts
bemessung (Art. 28a IVG) zu bestimmen (BGE 144 I 28 E. 2.2, 117 V 198 E. 3b).
Die für die Methodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betäti
gungs
vergleich) entscheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, beurteilt sich danach, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Ent
scheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre. Bei im Haushalt tätigen Versicherten im Besonderen (vgl. Art. 27
der Verordnung über die Invalidenversicherung;
IVV) sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen. Massgebend sind die Ver
hältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfügung entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil
)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 144 I 28 E. 2.3, 141 V 15 E. 3.1, 137 V 334 E. 3.2, 125 V 146 E. 2c, 117 V 194 E. 3b).
Die Beantwortung der Statusfrage erfordert zwangsläufig eine hypothetische Beurteilung, die auch die hypothetischen Willensentscheidungen der versicherten Person zu berücksichtigen hat. Diese Entscheidungen sind als innere Tatsachen wesensmässig einer direkten Beweisführung nicht zugänglich und müssen in der Regel aus äusseren Indizien erschlossen werden (vgl. BGE 144 I 28 E. 2.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_42/2021 vom 5. März 2021 E. 3.3 mit Hinweisen).
1.5
Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach
Art.
16 ATSG festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese Tätigkeit nach
Art.
28a
Abs.
2 IVG festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (
Art.
28a
Abs.
3 IVG); dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (vgl. BGE 141 V 15 E. 3.2 mit Hinweisen).
Nach der bis 3
1.
Dezember 2017 gültigen Gerichts- und Verwaltungspraxis zur Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode (grundlegend BGE 125 V 146; vgl.
Art.
27 und 27
bis
IVV in der seit dem
1.
Januar 2018 geltenden Fassung und Übergangsbestimmung zur Änderung der IVV, in Kraft seit
1.
Januar 2018) wird zunächst der Anteil der Erwerbstätigkeit und derjenige der Tätigkeit im Aufgabenbereich (vgl. Art. 27 IVV) ermittelt. Die Invalidität bestimmt sich in der Folge dadurch, dass im Erwerbsbereich ein Einkommens- und im Aufgaben
bereich ein Betätigungsvergleich vorgenommen wird, wobei im Erwerbsbereich praxisgemäss berücksichtigt wird, was die versicherte Person im Gesundheitsfall aus ihrer Teilerwerbstätigkeit erzielen würde. Die Gesamt
invalidität ergibt sich aus der Addierung der in beiden Bereichen ermittelten und gewichteten
Teilinvaliditäten
(BGE 131 V 51 E. 5.5.1, 130 V 393 E. 3.3, 125 V 146 E. 2b und 5c).
1.6
Gemäss dem in Art. 27
bis
Abs. 2–4 IVV per 1. Januar 2018 eingeführten neuen Berechnungsmodell für die Festlegung des Invaliditätsgrads von teilerwerbs
tätigen Versicherten nach der gemischten Methode (Art. 28a Abs. 3 IVG) werden der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Erwerbstätigkeit und der Invaliditätsgrad in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich – weiterhin – summiert (
Art.
27
bis
Abs. 2 IVV). Die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Erwerbs
tätigkeit richtet sich nach
Art.
16 ATSG, wobei das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person
durch die Teilerwerbstätigkeit erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, auf eine Vollerwerbstätigkeit hochgerechnet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. a IVV) und die prozentuale Erwerbseinbusse anhand des Beschäftigungsgrads, den die versicherte Person hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre, gewichtet wird (Art. 27
bis
Abs. 3
lit
. b IVV). Für die Berechnung des Invaliditätsgrads in Bezug auf die Betätigung im Aufgabenbereich wird der prozentuale Anteil der Einschränkungen bei der Betätigung im Aufgabenbereich im Vergleich zur Situation, wenn die versicherte Person nicht invalid geworden wäre, ermittelt. Der Anteil wird anhand der Differenz zwischen dem Beschäftigungsgrad nach Absatz 3
lit
. b und einer Vollerwerbstätigkeit gewichtet (
Art.
27
bis
Abs. 4 IVV).
1.7
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegeben
enfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.8
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus,
dass bei der Beschwerdeführerin
aus medizinischer Sicht seit der Jugend eine durchschnittliche Einschränkung im Erwerbsbereich von 55
%
(
richtig: 45
%
) besteht (
S. 1 unten). Eine Einschränkung im Haushaltsbereich sei hingegen nicht ausgewiesen. Aus dem Einkommensvergleich resultiere ein Invaliditätsgrad von 23
%
, sodass kein Anspruch auf eine Invalidenrente bestehe. Die Beschwerde
führer
in
habe die Frage nach dem Pensum im Gesundheitsfall klar verstanden und konkret beantworten können. Sie würde im Verkauf in einem Teilzeitpensum von maximal 50
%
arbeiten, da die beiden jüngsten Kinder noch vermehrte Betreuung
benötigen würden. Die Qualifikation von 50
%
Erwerbstätigkeit und 50
%
Haushaltstätigkeit sei somit korrekt. Die Beurteilung des Regionalen Ärztlichen Dienstes habe ergeben, dass das Gutachten vom Februar 2019 schlüssig und nachvollziehbar sei. Seit dem Vorbescheid vom April 2019 lägen keine neuen Akten vor, welche eine neue oder ander
e medizinische Sachlage aufzeig
en
würden
, auch nicht im Zusammenhang mit dem Unfall von 198
9.
Weitere Abklärungen seien daher nicht angezeigt (S. 2). Die Beschwerde
führerin habe die Ausbildung aus IV-fremden Gründen abgebrochen. Da sie keiner regelmässigen Arbeit nachgegangen sei, werde beim Einkommen ohne gesundheitliche Einschränkung auf die Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik abgestellt (S. 3).
2.2
Demgegenüber wandte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen ein (
Urk.
1),
sie wäre als Gesunde angesichts der sozialhilferechtlichen Lage im Kanton Zürich nach den SKOS-Richtlinien verpflichtet, ein volles Pensum auszuüben. Dass
sie anlässlich der Haushalt
abklärung vor zwei Jahren ihre Idealvorstellung geäussert habe (50
%
Erwerbstätigkeit, 50
%
Haushalt)
,
ändere angesichts der Sozial
hilfeabhängigkeit nichts an ihrer Pflicht zu einer Vollerwerbstätigkeit im Gesundheitsfall (S. 6
Ziff.
1
lit
. a).
Die Antwort auf die
allgemeine hypothetische Frage nach dem Pensum im Gesundheitsfall habe sie sich nicht richtig vorstellen können (S. 7
Ziff.
1
lit
. b)
. Entsprechend sei der IV-Grad vorliegend nach der allgemeinen Methode zu bemessen (S. 8
lit
.
d). Zur Beurteilung ihrer
Arbeits
fähigkeit sei auf
Ziff.
4 der Stellungnahme von Prof.
Dr.
Y._
im Gutachten und im Brief vom März 2019 abzustellen, w
o ausdrücklich festgehalten worden sei
, dass sie eine Leistungsfähigkeit von 50-60
%
hätte, wäre sie 100
%
erwerbstätig. Dies ergebe -ausgehend von der Qualifikation als Vollerwerbstätige - für sich allein bereits einen rentenerheblichen Invaliditätsgrad (S. 8
Ziff.
2
lit
. a). In Verletzung der Abklärungspflicht der Beschwerdegegnerin seien keine aktuellen medizinischen Abklärungen betreffend die Folgen des schwer
en Unfalls im Jahr 1989 erfolgt
. Zur Vermeidung weiterer Verzögerungen sei die Veranlassung einer medizinischen Begutachtung (insbesondere einer neurologischen) durch das Gericht zu prüfen (S. 9-10
Ziff.
2
lit
. b).
Sie sei aufgrund der traumatischen Erlebnisse und diversen gesundheitlichen Einschränkungen bereits in der Kind
heit und den Jugendjahren sowie zusätzlich aufgrund des erheblichen Unfall
ereignisses mit Hirnverletzung nicht in der Lage gewesen, einen Beruf zu erlernen. Entsprechend sei von einem
Valideneinkommen
als Frühinvalide von
Fr.
83'000.
-
aus
zugehen (S. 10
Ziff.
3
lit
. a
und S. 11
Ziff.
3
lit
. c
).
Ferner
sei von zusätzlichen lohnmindernden Faktoren auszugehen, die mit dem maximalen Leidensabzug zu berücksichtigen seien (S. 10-11
Ziff.
3
lit
. b).
2.3
Streitig
und zu prüfen
ist
,
ob der
medizinische
Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt
wurde, wie
es sich mit der sozialversicherungsrechtlichen Qualifikation der Beschwerdeführerin verhält
und ob sie
Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat
.
3.
3.1
Med.
pract
.
A._
, Fachärztin für Psychiatrie und für Psychotherapie, führte in ihrem Bericht vom 1
3.
Oktober 2016 (
Urk.
12/48) aus, dass sie die Patientin seit 1
9.
März 2016 ambulant behandle (
Ziff.
1.2), und nannte die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
Traumafolgestörungen nach wiederholtem jahrelangem sexuellem Miss
brauch und Gewalterfahrungen im Kindesalter; Raubüberfall im Jahr 2001, Gewalterfahrungen durch den Vater ihres jüngsten Kindes
-
akzentuierte Persönlichkeit mit histrionischen und emotional-instabilen Zügen
-
arterielle Hypertonie
-
Herzvitium
-
Schmerzsymptomatik, Sehstörungen
Die psychosozialen Einschränkungen der Patientin auf dem Boden emotional-instabiler und histrionischer Persönlichkeitszüge bestünden bereits seit mehreren Jahren. Die Prognose sei ohne störungsspezifische Behandlung und unter
stützende Massnahmen als äusserst ungünstig einzustufen
(
Ziff.
1.4). Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Verkaufsangestellte werde eine Arbeitsunfähigkeit von 70
%
attestiert (
Ziff.
1.6). Solange die Patientin in Ermangelung eines
Traumatherapieplatzes
noch nicht eine
traumaspezifische
Behandlung angehen könne, sei eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht realistisch. Zu der Frage, in welchem Umfang und seit wann eine behinderungsangepasste Tätigkeit möglich sei, konnte
Dr.
A._
keine genauen Aussagen machen (
Ziff.
1.7).
3.2
Am 2
2.
November 2016 nahm
Dr.
med.
B._
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD),
Stellung zum medizinischen Sachverhalt (
Urk.
12/85 S. 4-6) und ging gestützt au
f den Bericht von med.
pract
. A._
von einer 70%igen Arbeitsunfähigkeit seit April 2016 in der bisherigen Tätigkeit und aktuell auch in einer angepassten Tätigkeit aus. Mit Hilfe einer fortlaufenden störungsspezifischen Behandlung könne der Gesund
heits
zustand medizinisch-theoretisch
unter optimalen Bedingungen dahingehend v
erbessert werden, dass innerhalb
eines Jahres eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit möglich werden könne
(S. 5).
3.3
Im Bericht vom
4.
Juli 2017 (
Urk.
12/67) nannte med.
pract
. A._
dieselben Diagnosen wie im Bericht vom Ok
tober 2016 (vgl. vorstehend E. 3.1
). Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Verkaufsangestellte werde eine Arbeitsunfähigkeit von 70
%
attestiert (
Ziff.
1.6). Da es sich bei der Traumafolgestörung um ein chronifiziertes komplexes Geschehen handle, sei eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt derze
it nicht realistisch
.
Eine behinderungsangepasste Tätigkeit sei maximal vier Stunden pro Tag möglich (
Ziff.
1.7).
3.4
Dr.
med. C._
, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie und Psycho
therapie, nannte in seinem Bericht vom 1
1.
März 2018 (
Urk.
12/82/7-11) die folgenden Diagnosen (
Ziff.
1.1):
-
Anpassungsstörung (ICD-10 F43.23)
-
Verdacht auf ängstliche / vermeidende Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.6)
Für die zuletzt ausgeübten Aushilfstätigkeiten bestehe eine 50%ige Arbeits
unfähigkeit (
Ziff.
1.6). Es bestünden affektive Beeinträchtigungen, eine ver
minderte Belastbarkeit bei der Ausdauer, Konzentration und Aufmerksamkeit sowie eine rasche Ermüdbarkeit. Der zeitliche Rahmen sei durch die psychischen Beeinträchtigungen nicht betroffen, sodass ein vollschichtiger Einsatz möglich sei. Eine angepasste Tätigkeit sei vollschichtig in einem Stundenumfang von etwa 8.5 Stunden pro Tag möglich (
Ziff.
1.7).
3.5
Im Bericht vom 1
2.
April 2018 über die am
5.
April 2018 erfolgte Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (
Urk.
12/84)
wurde insbesondere festgehalten, die Versicherte habe bis zur Geburt des ältesten Sohnes im Jahr 1993 in diversen Teilzeitstellen gearbeitet (S. 3
Ziff.
2.3). Sie sei Mutter von 5 Kindern, sei seit 2013 geschieden und lebe aktuell mit drei Kindern und dem Freund der Tochter zusammen. Die jüngst
e
Tochter gehe aktuell in die
1.
Klasse
(S. 4
Ziff.
2.3.1)
.
Bei guter Gesundheit würde sie weiterhin im Verkauf arbeiten. Sie würde wie bisher in einem Teilzeitpensum tätig sein und maximal in einem 50%-Pensum arbeiten, da vor allem die jüngste Tochter sowie der jüngere Sohn vermehrt Betreuung benötigen würden. Auf keinen Fall würde sie aktuell mit drei Kindern zu Hause in einem Vollzeitpensum arbeiten wollen (S. 5
Ziff.
2.5). Im Ergebnis wurde sie von der Abklärungsperson
als zu 50
%
erwerbstätig und
zu
50
%
im Haushalt tätig qualifiziert (S. 5
Ziff.
2.6).
Anlässlich der Abklärung habe die Versicherte angegeben, dass die Kinderbetreuung bei ihr an erster Stelle stehe, was ihr sehr wichtig sei (S. 9
Ziff.
6.5). Insgesamt erkannte die Abklärungsperson in den Bereichen «Ernährung», «Wohnungs- und Haus
pflege, Haustierhaltung», «Einkauf sowie weitere
Besorgungen», «Wäsche und Kleiderpflege» sowie «Betreuung von Kindern und/oder Angehörigen» (S. 7
9
Ziff.
6.1-6.5)
keine Einschränkungen
(S. 10
Ziff.
7).
3.6
RAD-Ärztin
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.2
) nahm am 1
8.
April 2018 erneut Stellung zum medizinischen Sachverhalt (
Urk.
12/85 S. 8). Dass im Abklärungs
bericht vom
April 2018 (vgl. vorstehend E. 3.5
) keine Einschränkungen im Haushalt erkannt worden seien, erachtete sie als nachvollziehbar. In Anbetracht der Einschränkungen
bei vorliegender Anamnese
sei aus ihrer Sicht jedoch eher von einer Persönli
chkeitsänderung
nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0) aus
zugehen. Die Versicherte
sei qualitativ
,
jedoch nicht quantitativ in ihrer Leistungs
fähigkeit eingeschränkt. Es sei zunächst von einer 50%igen Arbeitsun
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auszugehen. Es sei jedoch zu erwarten, dass durch die Weiterführung der fachpsychiatrischen Behandlung und durch Ein
gliederungs
massnahmen innerhalb eines Jahres wieder eine volle Arbeits
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit erreicht werden könne
.
3.7
3.7.1
Prof.
Dr.
med.
Y._
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, und
Dr.
phil. Z._
, Neuropsychologin
, erstatteten am 2
8.
Februar 2019 ein
bidisziplinäres
Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin
(
Urk.
12/109). Sie stützten sich auf die ihnen überlassenen Akten (
Urk.
12/109/4-
10
), die Angaben der Beschwerdefü
hrerin
und ihre am 1
1.
und 1
2.
Februar 2019 in den Disziplinen Psychiatrie (
Urk.
12
/109/2
-25) und Neuropsychologie (
Urk.
12/109/
30-41
) erhobenen Befunde. Sie nannten die folgenden Diagnosen
(S. 18):
-
emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom
Borderlinetyp
(ICD-10 F60.31)
-
andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0)
3.7
.2
In psychiatrischer Hinsicht (
Urk.
12/109/2-25) hielt der Gutachter fest, die Ver
sicherte habe ausführlich über
Paramnesien
im Sinne von Flashbacks berichtet und diese plastisch geschildert. Tr
o
tz der insgesamt leicht theatralischen Dar
stellung der Beschwerden bestehe kein Zweifel, dass es sich hierbei tatsächlich um Nachhallerinnerungen bezüglich der erlittenen Traumata handle (S. 14
Ziff.
4.3). Diese seien mit ängstlicher Stimmung, Reizbarkeit und kognitiven Einschränkungen inklusive Gedächtnisstörungen verbunden. Diese Symptomatik entspreche einem posttraumatischen Syndrom. Ein depressives Syndrom liege nicht vor, vielmehr sei die Versicherte immer wieder gereizt bis wütend, dann aber auch w
ieder voller Selbstbewusstsein (S. 16
Ziff.
6.1). Die diagnostischen Kriterien der posttraumatischen Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) seien erfüllt. Da die Störung aber inzwischen über viele Jahre einen chronischen Verlauf genommen habe, müsse
jetzt die Diagnose einer andauernden Persönlichkeits
änderung (ICD-10 F62.0) gestellt werden. Bei der Versicherten fänden sich durchaus Hinweise auf Persönlichkeitsakzentuierungen (S. 18
Ziff.
6.2).
Die verschiedensten Lebensumstände sowie die Haltung der Ver
sicherten während der Begutachtung mit schnell wechselnder Emotionalität böten klare Hinweise auf eine wenig bindungsstarke, emotional instabile Persönlichkeit. Es sei anzu
nehmen, dass bei der Versicherten Persönlichkeits
eigenschaften vom
Borderline
typ
seit dem jugendlichen Alter vorhanden gewesen seien. In diesem Ausnahme
fall könne davon ausgegangen werden, dass die
Borderline
-Störung seit langer Zeit bestehe und die Traumata dann noch eine zusätzliche Belastung im Sinne einer posttraumatischen Persönlichkeits
ver
änderung verursacht hätten. In der neuropsychologischen Untersuchung seien allenfalls leichte kognitive Störungen diagnostiziert worden, die am wahr
scheinlichsten den diagnostizierten Per
sönlich
keits
störungen zuzurechnen seien und keinen eigenen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten (S. 18
Ziff.
6.2).
Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit werde insgesamt bezogen auf ein 100%-Pensum auf zirka 80
%
eingeschätzt (bei den Haushaltsarbeiten im Volumen von 50
%
betrage die Arbeitsfähigkeit 100
%
, bei den Erwerbs
tätigkeiten im Volumen von ebenfalls 50
%
betrage die Arbeitsfähigkeit 50
%
(100
%
Anwesenheit x 50-60
%
Leistungsfähigkeit). Da beide diagnostizierten Persönlichkeitsstörungen seit früher Jugend bestünden, bestehe auch die beschriebene Arbeitsfähigkeit seit dieser Zeit (S. 22
Ziff.
8.1). Eine optimal der St
örung angepasste Tätigkeit soll
e eher wenige interaktionelle Tätigkeiten mit anderen Personen
erfordern und
möglichst in kleinen Teams ohne Kundenkontakt erfolgen
. Es soll
e eine hohe Toleranz gegenüber den Persönlichkeitseigenschaften der Versicherten bestehen. Kognitive Einschränkungen würden bei der optimalen Anpassung keine Rolle spielen. In einer entsprec
hend angepassten Tätigkeit müss
e auch mit einer zirka 50%igen Einschränkung gerechnet werden. Die Einschränkung wäre vor allem durch die Nachhallerinnerungen bedingt, wenn die Tätigkeit bezüglich der auffälligen Persönlichkeitseigenschaften optimal angepasst wäre. Die leichte Einschränkung sei seit Beginn des Erwerbslebens vorhanden, weil
sie auf schon vorher bestehende
Persönlichkeitsstörungen beruhe (S. 23
Ziff.
8.2). Eine angepasste Tätigkeit im Erwerbsbereich sei (bezogen auf ein 100%-Pensum) aus medizinischer Sicht zu zirka 80
%
möglich (absolut zirka 2-3 Stunden im Erwerbsbereich; S. 24
Ziff.
8.4).
3.7
.3
Auf neuropsychologischen Fachgebiet
(
Urk.
12/109/30-41)
wurden die aktuellen kognitiven Einbussen als eine leichte neuropsychologische Störung eingeschätz
t. Die Funktionsfähigkeit s
ollte
durch diese leichte neuropsychologische Störung im Alltag und unter den meisten beruflichen Anforderungen nicht eingeschränkt sein. In Berufen oder bei Aufgaben mit hohen Anforderungen an die Kogn
ition könn
e die
Funktionsfähigkeit allenfalls leicht eingeschränkt sein; ebensolche Arbeiten seien von der Explorandin bis dato
nicht
ausgeführt worden. Die leichte neuropsychologische Störung sei gut im Rahmen der
psychiatrischerseits
diagno
stizierten andauernden Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0) sowie der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom
Borderline
-Typ (ICD-10 F60.31) interpretierbar. Es sei bekannt, dass Per
sönlichkeitsstörungen häufig auch mit kognitiven Defiziten einhergehen könnten (S. 8-9
Ziff.
5).
3.8
Prof.
Y._
(vorstehend E. 3.7.1
) nahm am 1
2.
März 2019 (
Urk.
12/112) Stellung zu den ergänzenden Fragen der IV-Stelle vom
6.
März 2019 (
Urk.
12/111). Im Haushaltsbereich liege bei einer 100%igen Anwesenheit eine 100%ige Arbeits
fähigkeit vor und im Erwerbsbereich bei einer 100%igen Anwesenheit eine 50
60%ige Leistungsfähigkeit. Dies ergebe zusammen auf die gesamte Arbeits
fähigkeit berechnet (Haushaltsbereich und Erwerbstätigkeit) eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20-25
%
. Bei einem angenommenen 100%-Pensum von 8 Stunden pro Tag wäre die Versicherte davon 4 Stunden im Haushalts- und 4
Stunden im Erwerbsbereich tätig.
D
ie 4 Stunden Haushaltsarbeit sollte sie uneingeschränkt lei
sten können (durch die Haushalt
abklärung bestätigt und diese Leistung werde ja auch aktuell erbracht). Bei den 4 Stunden Erwerbstätigkeit wäre sie zu 40-50
%
eingeschränkt, könnte als nur etwas weniger als 2 Stunden leisten. Insgesamt könnte sie also von 8 Stunden Tätigkeit zirka 6.5 Stunden leisten, was ungefähr einem Gesamtpensum von 80
%
entspreche (S. 1-2
Ziff.
3-6
)
.
3.9
RAD-Ärztin
Dr.
B._
(vorstehend E. 3.2
)
führte in ihrer Stellungnahme vom 1
4.
März 2019
(
Urk.
12/117 S. 4) aus,
dass
das erstellte Gutachten die gestellten Fragen umfassend
beantworte
, die
g
eklagten Beschwerden
berücksichtige,
in Kenntnis und in Auseinanderse
tzung mit den
Vorakten
erstellt
worden
und
in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge einleuchtend
sei
. Ebenso seien die gezogenen Schlussfolgerungen in nachvollziehbarer Weise hergeleitet. Sie empfehle daher auf die Beurteilungen des Gutachtens vollumfänglich abzustellen.
Mit Verweis auf die im Gutachten sowie in der ergänzenden Stellungnahme attestierte Arbeitsfähigkeit
ging sie fälschlicherweise
von einer
durchschnittlich
55
%igen anstatt
einer 45%igen
Einschränkung
(vgl. vorstehend E. 3.8
)
seit der Jugend
im Erwerbsbereich aus.
3.10
Die Beschwerdeführerin
reichte in der Folge beim Unfallversicherer
eine Rückfallmeldung ein, um prüfen zu lassen, ob die Beschwerden und Befunde auf das Ereignis vom
2.
Dezember 1989 zurückzuführen seien (vgl.
Urk.
12/125). Die Beschwerdegegnerin holte beim Unfallversicherer die entsprechenden Berichte ein (vgl.
Urk.
12/130
/12-
29
).
4.
4.1
Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens reichte die Beschwerdeführerin die folgenden Berichte ein:
4.2
D
er Radiologe D._, E._
,
berichtete am 1
7.
Juni 2020 über das
cranielle
MR
T sowie das MRI der Halswirbelsä
ule
(HWS)
vom 1
6.
Juni 2020 (
Urk.
3/3).
Das MRT habe eine altersentsprechend unauffällige Darstellung des Cerebrums ohne Nachweis posttraumatischer
Glianarben
oder eines Substanzdefekte
s gezeigt
. Ferner bestehe kein Nachweis einer cerebralen Raumforderung (S. 1). Im MRI der HWS sei insbesondere eine geringgradige Deviation des
Prozessus
spinosus des HWK 5 und 6 ohne sicheren kernspintomographischen Hinweis auf eine
postraumatische
Läsion festgestellt worden. Es lägen aktivierte Spondylarthrosen der HWK 4/5 und 5/6 links bei ansonsten regelrechter Darstellung der HWS vor (S. 2)
.
4.3
Dr.
med. F._
, Facharzt für Neurologie, nannte im Bericht vom
1.
Juli 2020 (
Urk.
9/1) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
rezidivierende Dysästhesien
Dig
. II und III links
-
normale neurologische Befunde
-
normale
Neuropgraphien
-
Digitus
saltans
III links
Die Patientin schildere Gefühlsstörungen an
den
Finger
n
II und III der linken Hand, welche aktuell im Neurostatus nicht vorhanden seien. Auch die Kraft sei normal. Die Neurographien hätten keine pathologischen Befunde gezeigt (S. 2).
4.4
Dr.
med. G._
, Fachärztin für Chirurgie und für Handchirurgie
, nannte
im Bericht vom
2.
Juli 2020 (
Urk.
9/2)
ein leichtes sensibles CTS und eine Tendovaginitis
stenosans
Dig
II und III links als Diagnose. Das EMG habe normale neurographische Werte gezeigt. Die Patie
ntin wolle lieber kein Kortison haben, sondern gleich operieren.
4.5
Im Kurzaustrittsbericht
vom 1
4.
Dezember 2020
über die Hospitalisat
ion vom
1.
bis
8.
Dezember 2020
(
Urk.
14)
stellten
die Fachpersonen der Int
egrierten Psychiatrie H._
die folgende Diagnose (S. 1):
-
akute polymorphe psychotische Störung mit Symptomen einer Schizo
phrenie
Differenzialdiagnose (DD): p
osttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F23.1)
Während der stationären Krisenintervention sei die
Psychopharmakatherapie
angepasst worden, worunter es zu einem leichten Rückgang der psychotischen Symptomatik gekommen sei. Am
8.
Dezember 2020 habe sich die Versicherte entschieden, auszutreten. Die ambulante psychiatrische Behandlung werde wie gehabt durch
Dr.
med.
I._
übernommen. Zudem s
e
i die V
ersicherte auf der internen Station für Traumafolgestörungen angemeldet worden (S. 2).
5.
5.1
Gestützt auf die Haushalt
ab
klärung vor Ort (vorstehend E. 3.5
) qualifizierte die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführerin als zu 50
%
erwerbstätig und zu 50
%
im Haushalt tätig. Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin geltend,
sie wäre gemäss
SKOS-Richtlinien verpflichtet, ein volles Pensum auszuüben. Dass sie anlässlich der Haushaltabklärung ihre Idealvorstellungen geäussert habe (50
%
Erwerbstätigkeit und 50
%
Haushalt), ändere angesichts ihrer Sozial
hilfe
abhängigkeit nichts an ihrer Pflicht zu einer Vollerwerbstätigkeit im Gesund
heitsfall. Demnach sei sie als Vollerwerbstätige zu qualifizieren
(vgl. vorstehend E. 2.2
).
Damit stellt sich die Frage nach dem
Status der Beschwerdeführerin.
Als unbestritten erweist sich, dass die Beschwerdeführerin im Haushaltsbereich nicht eingeschränkt ist.
Es ist
somit
zu klären, ob die Beschwerdegegnerin die Besc
hwerdeführerin zu Recht als zu 50
%
im Erwerbsbereich und zu 5
0
%
im Haushaltsbereich tätig qualifiziert hat.
5.2
Die Beschwerdeführerin ist 1970 geboren und Mutter von fünf Kindern (Jahr
gänge
1993, 1995, 1999, 2001 und
2010
). Im Zeitpunkt der Haushalt
abklärung wohnte sie mit 3 Kindern sowie dem Freund ihrer Tochter zusammen. Gemäss Aktenlage
leben zurzeit ihre jüngste Tochter (
Urk.
12/2/1) und der jüngste
Sohn (
Urk.
12/1/3)
bei ihr
(vgl.
Urk.
3/4,
Urk.
3/5 S. 2). Die Beschwerdeführerin verfügt über keine Berufsausbildung. Nach Abbruch der Lehre übte sie ver
schiedene Tätigkeiten in unterschiedlich hohen Pensen aus (vgl.
vorstehend E.
3.5
,
Urk.
12/130/22
). Dem Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) sind nach der Geburt ihres ersten Kindes im Jahr 1993 diverse, zum Teil auch nur kurzzeitig ausgeübte Tätigkeiten
bei verschiedenen Arbeitgebern
in den Jahren 1993-1994, 1997-1998, 2002-2009, 2011-2014 zu entnehmen (vgl.
Urk.
12/14). Gestützt auf die Angaben der Beschwerdeführerin (vgl.
Urk.
12/84 S. 3-4
Ziff.
2.3) und in Anbetracht
der gemäss IK-Auszügen
ausgewiesenen
Verdienste
ist
von jeweils
in tiefen
Pensen
ausgeübten Teilzeittätigkeiten auszugehen.
Anlässlich der Haushaltabklärung teilte die Beschwerdeführerin
sodann
mit, sie würde bei guter Gesundheit weiterhin im Verkauf arbeiten und wie bisher in einem Teilzeitpensum tätig sein. Sie würde maximal ein 50%-Pensum ausüben, da vor allem die jüngste Tochter sowie auch noch der jüngere Sohn vermehrt Betreuung benötigten. Auf keinen Fall würde sie aktuell mit 3 Kindern zu Hause einem Vollzeitpensum nachgehen. Ferner gab sie bezüglich der Kinderbetreuung an, dass diese bei ihr an erster Stelle
stehe
, was ihr sehr w
ichtig sei (vgl.
vorstehend E. 3.5
).
5.3
Ob und gegebenenfalls in welchem zeitlichen Umfang eine in einem Aufgaben
bereich tätige versicherte Person (
Art.
5
Abs.
1 IVG in Verbindung mit
Art.
8
Abs.
3 ATSG) ohne gesundheitliche Beeinträchtigung erwerbstätig wäre, ergibt sich aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde. Entscheidend ist somit nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versicherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (Urteil des Bundesgerichts 9C_565/2015 vom 29.01.2016 E. 3.2). Zur Beurteilung der Statusfrage sind die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen zu berüc
ksichtigen (vgl. vorstehend E. 1.4
).
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kommt der wirtschaftlichen Not
wendigkeit einer Erwerbstätigkeit alleine
bezüglich der Beurteilung der Status
frage
keine entscheidende Bedeutung zu (vgl. Urteile 8C_29/2020 vom 1
9.
Februar 2020 E. 5.3.3 und 8C_406/2017 vom
6.
September 2017 E. 4.3). Entsprec
hend führt der Umstand, dass die Beschwerdeführerin
aufgrund bescheidener finanzieller Verhältnisse auf Sozialhilfe angewiesen ist und gemäss SKOS-Richtlinie ein Vollzeitpensum ausüben müsste, nicht automatisch auch zur Qualifikation als Vollerwerbstätige.
5.4
Die für die Statusfrage zentrale Frage nach der beruflichen Situation ohne Gesund
heitsschaden
beantwortete die Beschwerdeführerin präzise und aus
führlich. Dass sie sich die hypothetische Frage nicht habe vorstellen können und diese nicht richtig verstanden habe (vgl.
Urk.
1 S. 7
lit
. b), vermag indes nicht zu überzeugen. Gemäss Aktenlage bestehen keinerlei Anhaltspunkte für Sprach- oder Verständigungsschwierigkeiten und auch
anlässlich der Begutachtung
wurde ihre Sprachkompetenz als ausreichend erachtet (vgl.
Urk.
12/15 S. 5
Ziff.
9,
Urk.
12/109/
2-25 S. 9
Ziff.
3).
Des Weiteren erweist sich das von
ihr anlässlich der Haushaltabklärung genannte 50%-Pensum im Gesundheitsfall
i
n Anbetracht ihrer bisherigen Erwerbsbiografie
mit häufigen Teilzeittätigkeiten
sowie ihrer aktuellen Erziehungs- und Betreuun
gsaufgaben (vgl. vorstehend E. 5.2
) als
schlüssig und nachvollziehbar.
Anlässlich der Abklärung teilte sie mit, sie habe bis zur Geburt ihres ältesten Sohnes im Jahr 1993 in diversen Teilzeitstellen gearbeitet. Auch nach der Geburt des ersten Kindes übte sie gemäss IK-Auszug
nur
Teilzeittätig
keiten aus (vgl.
vorstehend E. 5.2
). Die maximal 50%ige Tätigkeit im Gesundheitsfall begründete sie sodann vor allem mit der Betreuung ihrer jüngsten Tochter und ihres jüngsten Sohnes, welche auch aktuell bei der Beschwerdeführerin leben und entsprechende Betreuung benötigen.
Entgegen ihrer Ansicht ist nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausge
wiesen
, dass im Gesundheitsfalle ab Primarschuleintritt eine Fremd
betreuung an fünf Tagen erfolgt wäre (vgl.
Urk.
1 S. 6
Ziff.
1
lit
. a).
Bereits im
Zeitpunkt der Haushaltabklärung besuchte die damals 8-jährige Tochter die erste Klasse (vg
l.
Urk.
12/84 S. 4
Ziff.
2.3.1), dennoch äusserte sich die Beschwerde
führerin dahingehend, dass sie im Gesundheitsfall lediglich zu 50
%
erwerbstätig
wäre.
Im Zeitpunkt des Verfügungserlasses war die jüngste Tochter 10 Jahre alt und
besucht
e
die
3.
Klasse
, was
insgesamt auf keine wesentliche Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse seit der Haushaltsabklärung schliessen
lässt
.
Auch der Umstand, dass die Tochter
aktuell
an drei Tagen pro Woche
über den Mittag
im Hort betreut wird (vgl.
Urk.
6), vermag
das von
der Beschwerdeführerin
genannte hypothetische Arbeitspensum im Gesundheitsfall
nicht in Zweifel zu ziehen.
Zu gewichten sind diesbezüglich auch ihre klaren und glaubhaften Aussagen, dass die Kinderbetreuung bei ihr an erster Stelle stehe und sie auf keinen Fall in einem Vollzeitpensum arbeiten wollen würde
(vgl. vorstehend E. 3.5
)
.
5.5
Praxisgemäss stellen die Gerichte im Bereich des Sozialversicherungsrechts in der Regel auf die «Aussagen der ersten Stunde» ab, denen in beweismässiger Hinsicht grösseres Gewicht zukommt als späteren Darstellungen, die bewusst oder unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art beeinflusst sein können (BGE 121 V 45 E. 2a, 115 V 133 E. 8c mit Hinweis).
So verhält es sich auch vorliegend. Dementsprechend ist in Würdigung aller Umstände und ausgehend von den Angaben der Beschwerdeführerin anlässlich der Haushaltabklärung die Qualifikation der Beschwerdeführ
erin als zu 50
%
im Erwerbsbereich
und zu 50
%
im Haushalt tätig nicht zu beanstanden.
6.
6.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf das
bidisziplinäre
Gutachten vom Februar 2019 (vorstehend E. 3.7
)
sowie di
e ergänzende Stellungnahme vom März 2019 (vorstehend E. 3.8
)
davon aus,
bei der Beschwerdeführerin bestehe aus medizinischer Sicht seit ihrer Jugend eine durchschnittliche Einschränkung im Erwerbsbereich von 55
%
(
richtig: 45
%
, vgl.
vorstehend E. 3.9
)
. Eine Einschränkung im Haushaltsbereich sei hingegen nicht ausgewiesen (vgl. vorstehend E. 2.1).
Demgegenüber machte die Beschwerde
führerin
geltend, dass auch somatische Ursachen nach der schweren Hirn
verletzung (offener Schädelbruch mit Hirnverletzung) und andere somatischen Beschwerden für die aktuellen Defizite (mit)-ursächlich sein könnten, weshalb eine medizinische,
insbesondere eine neurologische
,
Begut
achtung zu veranlassen sei (vgl. vorstehend E. 2.
2
).
6.2
Im
bidisziplinären
Gutachten vom Februar 2019 (vorstehend E. 3.7
)
wurden in psychiatrischer Hinsicht
eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom
Borderlinetyp
(ICD-10 F60.31)
sowie eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0) diagnostiziert. Der Gutachter legte ausführlich und nachvollziehbar dar, dass aufgrund der von der Beschwerde
führerin in der Vergangenheit erlebten Gewalterfahrungen, des sexuellen Miss
brauchs sowie insbesondere des chronischen Verlaufs der Störung die diagno
stischen Kriterien für eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrem
belastung erfü
llt sind (vgl.
Urk.
12/109/2-25
S. 16 f.
Ziff.
6.2). Des Weiteren setzte er sich eingehend mit dem in den
Vorakten
erwähnten Verdacht auf eine Persönlichkeitsstörung auseinander und stellte nach umfassender objektiven Befunderhebung die Diagnose einer emotional instabilen Persönlich
keits
störung vom
Borderlinetyp
. Er begründete sodann unter Berücksichtigung sämtlicher
Vorakten
sowie der Biografie der Beschwerdeführerin nachvollziehbar, dass die
Borderline
-Störung bereits seit langer Zeit besteht und die erlittenen Traumata eine zusätzliche Belastung im Sinne einer posttraumatischen Persönlichkeits
veränderung verursacht haben. Unter Berücksichtigung des neuropsycholo
gischen Teilgutachtens rechnete er die allenfalls leichten kognitiven Störungen am wahrscheinlichsten den Persönlichkeitsstörungen zu
(vgl.
Urk.
12/109/2-25
S. 18
Ziff.
6.2)
.
Der Gutachter begründete die Annahme des psychischen Gesundheitsschadens somit anhand einer
psychiatrische
n
, lege artis auf die Vorgaben eines aner
kannten Klassifikationssystems abgestützte
n Diagnose
.
Des Weiteren hat
er sich
bei seiner Beurteilung an die massgebenden normativen Rahmen
bedingungen gehalten und das Leistungsvermögen
der Beschwerdeführerin
in Berück
sichtigung der einschlägige
n Indikatoren (vorstehend E. 1.3
) eingeschätzt.
Er legte
substantiiert dar, aus welchen medizinisch-psychiatrischen Gründen die erhobenen Befunde das
funktionelle Leistungsvermö
gen und die psychischen Ressour
cen in qualitativer Hinsicht in der von
ihm attestierten durchschnittlichen
Leistungsminderung von 45
%
zu schmälern vermögen. Die funktionellen Aus
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs
grundlage lassen sich anhand der Standardindikatoren
somit
schlüssig u
nd widerspruchsfrei mit überwie
gender Wahrscheinlichkeit nachweisen, weshalb hinsichtlich der atte
stierten Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin
auf das Gutachten
sowie die ergänzende Stellungnahme
abzustellen ist.
6.3
Auch der rund 7 Monate nach Verfügungserlass erstattete Bericht der Fach
personen der Int
egrierten Psychiatrie H._
vom
1
4.
Dezember 2020
über den stationären Aufenthalt vom
1.
bis
8.
Dezember 2020
(vorstehend E. 4.5
)
vermag die schlüssige Beurteilung durch die Gutachter nicht in Zweifel zu ziehen.
Dem Bericht ist ferner keine
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
zu entnehmen.
Für die Beurteilung der Gesetzmässigkeit der angefochtenen Verfügung oder des
Einspracheentscheides
ist für das Sozialversicherungsgericht in der Regel der Sachverhalt massgebend, der zur Zeit des Erlasses des angefochtenen Ver
waltungs
aktes gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung bilden (BGE 130 V 138 E. 2.1 mit Hinweis).
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (vgl.
Urk.
15) ist nicht ersichtlich, dass die im Bericht dargestellte Situation auch für die Zeit vor Erlass der angefochtenen Verfügung im Hinblick auf die Sachverhaltsdarste
llung mass
geblich ist. Der
Beginn einer akuten vorübergehenden
p
sychotischen Störung wird definiert als Wechsel von einem Zustand ohne psychotische Symptome in einen eindeutig abnormen psychotischen Zustand innerhalb von zwei Wochen oder weniger, wobei die Diagnose in Schizophrenie zu ändern ist, wenn die schizo
phrenen Symptome mehr als einen Monat andauern (vgl.
Dilling
/
Mombour
/Schmidt (Hrsg.), ICD-10,
Internationale
Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V (F), Klinisch-diagnostische Leitlinien, 1
0.
Auflage, S. 143, S. 147).
Differenzialdiagnostisch zogen die Fachpersonen
sodann
auch eine posttraumatische Belastungsstörung in Erwägung und meldeten die Beschwerdeführerin auf der internen Station für Traumafolge
störungen an.
Eine allfällige Verschlechterung des Gesundheits
zustandes nach Verfügungserlass wäre
nach dem Gesagten
im Rahmen einer Neuanmeldung zu berücksichtigen.
6
.4
D
en
Akten des Unfallversicherers
(vgl. vorstehend E. 3.10
)
ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin in der Nacht des
2.
Dezembers 1989 einen Motorradunfall erlitt, wobei sie ohne Helm auf den Boden stürzte. Vom
2.
bis
8.
Dezember 1989 er
folgte eine stationäre Behandlung im Spital
J._
(vgl.
Urk.
12/130/19
20). Im
Arztzeugnis des Spitals
J._
vom 1
8.
Dezember 1989 zuhanden des Unfallversicherers (
Urk.
12/130/24) wurde die Diagnose einer
C
ommotio cerebri mit leichtem
postcommotionellem
Syndrom gestellt
. Als Befunde wurden ein Schädel mit leicht blutendem Hämatom
parietooccipital
rechts ohne eigentliche Rissquetschwunde sowie ein Schädel-CT ohne Fraktur und ohne intrakranielle Läsion genannt. Gemäss Unfallschein (
Urk.
12/130/23) attestierte der Hausarzt
Dr.
med. K._
(vgl.
Urk.
12/130/24) der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
ab
2.
Dezember 1989
und eine Arbeitsunfähigkeit von 0
%
ab
3.
Januar 199
0.
Dem Mailverlauf vom März 2020 zwischen Unfallversicherer und IV-Stelle ist zu entnehmen, dass ein Schadeninspektor die Beschwerdeführerin besucht habe, wobei
sich
keine
neuen Erkenntnisse aus dem Gespräch ergeben hätten. Ferner habe die Beschwerde
führerin die angekündigten
Beweismittel b
is heute nicht beigebracht. Aufgrund der Tatsache, dass sie laut Akten beim Unfall eine Commotio cerebri erlitten habe, müsse der Rückfall wohl abgelehnt werden (
Urk.
12/146).
6.5
Somit sind die Angaben der Beschwerdeführerin, sie habe eine schwere Hirn
verletzung (offener Schädelbruch mit Hirnverletzung) erlitten, deutlich diskrepant zu den vorhandenen medizinischen Akten, welche eine
Commotio cerebri mit leichtem
postcommotionellem
Syndrom
belegen.
Bereits anlässlich der psychiatri
schen Untersuchung stellte der Gutachter deutliche Inkonsistenzen bezüglich der geklagten Symptome
sowie der
Funktionseinbussen fest. Im Zusammenhang mit dem Unfallereignis erachtete er
insbesondere die von der
Beschwerdeführerin
berichtete
2-3 Jahre andauernde Erinn
erungslücke (vgl.
Urk.
12/109/2-25
S. 10) als unplausibel für eine ant
erograde Amnesie (
Urk.
12/109/2-25
S. 21).
Die von der Beschwerdeführerin
geklagten Defizite
wurden sodann
eingehend im Rahmen der neuropsychologischen Begutachtung beurteilt. Die Gutachterin erachtete die
lediglich
leichte neuropsychologische Störung
, welcher kein
en
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zuerkannt wurde,
als gut im Rahmen der diagnostizierten Persönlichkeitsstörungen interpretierbar, da
solche
häufig mit kognitiven Defiziten einhergeh
en könnten (vgl. vorstehend E.
3.7.3
).
Für zusätzliche
Laboruntersuchungen oder Schädelbildgebungsunter
suchungen
sah sie sodann keinen Bedarf
(vgl
.
Urk.
12/109/30-41
S. 8
Ziff.
4.3.5)
.
Des Weiteren sind dem im Rahmen des Beschwerdeverfahrens eingereichten Bericht über das
cranielle
MR
T vom Juni 2020 (vorstehend E. 4.2
) auch aktuell keine Nachweise posttraumatischer
Glianarben
, eines Substanzdefektes oder einer cerebralen Raumforderung zu entnehmen.
Auch
in den weiteren
,
im Übrigen erst
nach Verfügungserlass eingereichten
(vg
l. zum massgebenden Sachverhalt, vor
stehend
E. 6.3
)
Berichten
(vorstehend E. 4.2-4.4
) wurde der Beschwerde
führerin
keine Arbeitsunfähigkeit
aus
somatischer Sicht
attestiert.
Somit bestehen anhand der vorhandenen medizinischen Akten
keine Anhaltspunkte für somatische Ein
schränkungen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, weshalb sich
weitere
Abklärungen
in somatischer, insbesondere neurologischer Hinsicht
als nicht
notwendig
erweisen.
6
.6
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass d
as
bidiszplinäre
Gutachten vom Februar 2019 (vorstehend E. 3.7)
die
Anforderungen an den Beweiswert medizinischer Berichte im Sinne der Rechtsprechung
(vorstehend E. 1.7-1.8
) erfüllt, weshalb darauf abzustellen ist.
Auch die Beschwerdegegnerin stellte für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf das schlüssige Gutachten
sowie die ergänzende Stellung
nahme
ab, erachtete die durchschnittliche Einschränkung im Erwerbs
bereich gestützt auf die
bereits diesbezüglich einem Tippf
ehler unter
liegende RAD
Stellungnahme vom März 2019 (vorstehend E. 3.9
) jedoch fälschlicherweise als zu 55
%
und nicht zu 45
%
ausgewiesen.
Das
Invalide
n
einkommen
errechnete sie
im Rahmen des Einkommensvergleichs
indes korrekt anhand der gemäss Gutachten und ergänze
nden Stellungnahme attestierten durchschnittlichen
55%igen Arbeitsfähigkeit
(vgl.
Urk.
12/114)
.
Im Übrigen stellte auch die Beschwerdeführerin auf die vom Gutachter in
Ziff.
4 der ergänzenden Stellungnahme festgehaltene 50-60%ige Leistungsfähigkeit bei einer 100%i
gen Erwerbstätigkeit ab
(v
gl.
Urk.
1 S. 8
Ziff.
2
lit
. a), womit sich die Arbeitsfähigkeit in psychiatrischer Hinsicht grundsätzlich als
nicht
streitig erweist.
Der medizinische Sachverhalt
ist
nach dem Gesagten
dahingehend
erstellt, dass
eine durchschnittliche Einschränkung im Erwerbsbereich
von 45
%
seit der Jugend
besteht
.
Das Belastungsprofil beinhaltet
Tätigkeiten in kleinen Teams ohne Kundenkontakt, mit eher wenigen interaktionellen Tätigkeiten mit anderen Personen (Kunden wie Mitarbeiter) und in einem wohlwollenden Umfeld.
Im Haushaltsbereich ist die Beschwerdeführerin nicht eingeschränkt.
7.
7.1
In erwerblicher Hinsich
t machte die Beschwerdeführerin
geltend,
sie sei aufgrund der traumatischen Erlebnisse und diversen gesundheitlichen Einschränkungen nicht in der Lage gewesen, einen Beruf zu erlernen, weshalb dem Einkommens
vergleich ein
Valideneinkommen
von
Fr.
83'000.-- für Frühbehinderte zugrunde zu legen sei.
Ferner sei ihr der maximale Leidensabzug vom Invalideneinkommen zu gewähren
(vgl.
vorstehend E. 2.2
)
.
7.2
Die Beschwerdegegnerin
berechnete den Invaliditätsgrad der Beschwerdefü
hrerin anhand des ab
1.
Januar
2018 gültigen Berechnungsmodells der gemischten
Methode (vgl. vorstehend E. 1.6
)
.
Da die Beschwerdeführerin keine abge
schlossene Berufsausbildung hat und diverse Hilfsarbeitertätigkeiten ausübte, stützte
sie sich
für die Berechnung des
Valideneinkommens
auf den gemäss Lohnstrukturerhebung (LSE) 2016, Tabelle TA1, Total, Kompetenzniveau 1 von Frauen für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art durch
schnittlich erzielten Lohn. Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit sowie aufgerechnet auf das Jahr 2018 errechnete sie ein
Valideneinkommen
von
Fr.
54'886.6
7.
Da der Beschwerdeführerin eine Hilfs
arbeiter
tätigkeit in einem 55%-Pensum zu
mutbar ist (vgl. vorstehend E. 6.6
)
,
ging die Beschwerdegegnerin für die Bestimmung des Invalideneinkomme
ns vom selben Tabellenlohn aus. Daraus ergab sich
eine Einschränkung von 45
%
in
der Erwerbstätigkeit
(
Urk.
12/114)
.
Da die Beschwerdeführerin im Haushaltsbereich nicht eingesc
hränkt ist (vgl. vorstehend E. 6.6
)
,
resultierte bei der Qualifikation als
zu
50
%
erwerbstätig und
zu
50
%
im Haushalt tätig ein Invaliditätsgrad von rund 23
%
(
Urk.
2 S. 2
)
.
7.3
Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Durch
schnitts
werten ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert (Tabellenlohn) allenfalls zu kürzen. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäfti
gungs
grad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE
124 V 321 E. 3b/
aa
). Aufgrund dieser Faktoren kann die versicherte Person die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt möglicherweise nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten. Der Abzug soll aber nicht automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25
%
nicht übersteigen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2, 134 V 322 E. 5.2 und 126 V 75 E. 5b/
aa
-cc). Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem Invalideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist (BGE 126 V 75 E. 5a/
bb
). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 mit Hinweisen).
Nach ständiger Rechtsprechung darf das (kantonale) Sozialversicherungsgericht sein Ermessen, wenn es um die Beurteilung des Tabellenlohnabzuges gemäss BGE 126 V 75 geht, nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der Verwaltung setzen; es muss
sich
auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine abweichende Ermessensausübung als naheliegender erscheinen lassen (BGE 137 V 71 E. 5.2 und 126 V 75 E. 6). Wurde bei der Festsetzung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn
ein Merkmal oder ein bestimmter Aspekt eines Merkmals zu Unrecht nicht berücksichtigt oder zu Unrecht berücksichtigt, hat die Beschwerdeinstanz den Abzug gesamthaft neu zu schätzen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_808/2015 vom 29. Februar 2016 E. 3.4.3 und
8C_113/2015 vom 26. Mai 2015 E. 3.2
).
7.4
Aus medizin
isch-theoretischer Sicht ist der
Beschwerdeführer
in
eine Hilfs
arbeiter
tätigkeit
in einem 55
%
-Pensum zumutbar
(vgl. vorstehend E. 6.6
).
Ent
sprechend stellte die Beschwerdegegnerin
für die Bestimmung des Invaliden
einkommens zu
R
echt auf das von Frauen
für einfache Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art durchschnittlich erzielte Einkommen
ab,
was nicht zu beanstanden und unter den Parteien nicht streitig ist.
Rechtsprechungsgemäss ist der Umstand allein, dass nur noch leichte bis mittel
schwere Arbeiten zumutbar sind, auch bei eingeschränkter Leistungs
fähigkeit kein Grund für einen zusätzlichen leidensbedingten Abzug, weil der Tabellenlohn im Kompetenzniveau 1 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Urteil des Bundesgerichts 9C_507/2020 vom 2
9.
Oktober 2020 E. 3.3.3.2 mit Hinweisen). Angesichts des zumutbaren Belastu
ngsprofils (vgl. vorstehend E. 6.6
) ist vorliegend von einem genügend breiten Spektrum an möglichen Verweisungstätigkeiten auszugehen.
Folglich können unter dem Titel leidensbedingter Abzug grundsätzlich nur Umstände berücksichtigt werden, die auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt als ausserordentlich zu bezeichnen sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_421/2017 vom 1
9.
September 2017 E. 2.4 mit Hinweisen).
Solche Umstände sind vorliegend
indes
nicht ersichtlich.
So kann insbesondere e
ine psychisch bedingt verstärkte Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und Arbeitskollegen nach der Gerichtspraxis in der Regel nicht als eigenständiger Abzugsgrund anerkannt werden, ebenso wenig etwa das Risiko von vermehrten gesundheitlichen Absenzen, ein grösserer Betreuungsaufwand oder weniger Flexibilität, was das Leisten von Überstunden etwa bei Verhinderung eines Mitarbeiters anbetrifft (Urteil des Bundesgerichts 9C_266/2017 vom 2
9.
Mai 2018 E. 3.4.2; vgl. auch Urteil 9C_233/2018 vom 1
1.
April 2019 E. 3.2 mit Hinweisen).
Auch d
ie lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt rechtfertigt bei Hilfstätigkeiten im untersten Kompetenzniveau rechtsprechungsgemäss keinen Abzug (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_223/2020 vom 2
5.
Mai 2020 E. 4.3.5 mit Hinweisen).
Somit ist mit
der Beschwerdegegnerin
vorliegend
von der Gewährung eines zusätz
lichen Leidensabzuges abzusehen, zumal die aus psychiatrischer Sicht vorhandenen Einschränkungen bei der Beurteilung der eingeschränkten Leistungsfähigkeit bereits vollumfänglich berücksichtigt wurden.
7.5
Selbst
unter Zugrundelegung des
von der Beschwerdeführerin geltend gemachte
n
Valideneinkommens
(vgl. vorstehend E. 7.1
)
würde die
Erheblichkeitsgrenze
von 40
%
für einen Rentenanspruch nich
t erreicht (vgl. vorstehend E. 1.2
)
, weshalb vorliegend die Frage, ob die Beschwerdeführerin als Frühinvalide im Sinne von
Art.
26 IVV zu betrachten wäre, nicht
abschliessend geklärt zu werden braucht
. Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
83'000.-- sowie einem Invalidenein
kommen von
Fr.
30'187.66
(vgl. vorstehend E. 7.2
)
resultiert
e
eine Erwerbs
einbusse von
Fr.
52'812.34 und somit eine Einschränkung im Erwerbsbereich von rund 64
%
. Unter Berücksichtigung der Qualifikation der Beschwerdeführerin als zu 50
%
im Erwerbsbereich und zu
50
%
im Haushaltsbereich Tätige
ergäbe
dies ein
en
Invaliditätsgrad von 32
%
.
Da ein Rentenanspruch frühestens sechs Monate nach der Anmeldung zum Leistungsbezug vom 1
4.
März 2016 (
Urk.
12/11) und mithin frühestens im September 2016 entstehen könnte (
Art.
29
Abs.
1 IVG),
w
äre die Berechnung des Invaliditätsgrades
vom
1.
September 2016 bis 3
1.
Dezember 2017
anhand der damals geltenden Berechnungsart v
orzunehmen (vgl. vorstehend E. 1.5
). Auch diesbezüglich würde unter Berücksichtigung des von der Beschwerdeführerin geltend gemachten
Valideneinkommens
kein Rentenanspruch resultieren.
N
ach Berücksichtigung des Erwerbsanteils von 50
%
würde b
ei einem
Validenein
kommen
von
Fr.
41'500.-- und einem Invalideneinkommen von
Fr.
30'187.66 eine Einkommenseinbusse von
Fr.
11'312.34 resultieren, was einer Ein
schränkung im Erwerbsbereich von 27
%
entspräche. Bei der Qualifikation als
jeweils zu 50
%
im Erwerbs- respektive im
Haushaltsbereich Tätige ergäbe dies ein
en
Invaliditätsgrad von rund 14
%
.
7.6
Nach dem Gesagten wird der
für den Anspruch auf ein
e Invalidenrente voraus
gesetzte
Invaliditätsgrad von minde
stens 40
%
(vgl. vorstehend E. 1.2
)
auch unter Berücksichtigung des von der Beschwerdeführerin geltend gemachten
Validen
einkommens
nicht erreicht. Die
Beschwerdegegnerin hat einen Renten
anspruch
der Beschwerdeführerin
somit
zu Recht verneint.
Die angefochtene Verfügung erweist sich
damit
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
8.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von IV
Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festzulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
7
00.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie de
r Beschwerdeführerin aufzuerlegen,
infolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (vgl.
Urk.
13
) jedoch einstweilen auf
die
Gerichtskasse zu nehmen. Die
Beschwerdeführer
in
ist auf
§
16
Abs.
4 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht
(
GSVGer
) hinzuweisen, wonach sie
zur Nachzahlung der Gerichtsko
sten verpflichtet ist, sobald sie
dazu in der Lage ist.