Decision ID: 7d8bb88a-a476-4914-9bc5-fdf1d0703dd5
Year: 2009
Language: de
Court: SG_KGN
Chamber: SG_KGN_999
Canton: SG
Region: Eastern_Switzerland
Law Area: 

in Sachen
G._,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Roland Hochreutener, St. Leonhard-Strasse 20,
Postfach, 9001 St. Gallen,
gegen
IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,
Beschwerdegegnerin,
betreffend
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Rente
Sachverhalt:
A.
A.a G._, geboren 1958, meldete sich am 15. September 2005 wegen eines seit März
2005 vermehrt aufgetretenen schweren Rückenleidens zum Bezug von IV-Leistungen
an (act. G 4.1). Er befand sich wegen persistierender chronisch lumbaler
Rückenschmerzen vom 19. September bis 13. Oktober 2005 in der Klinik Valens zur
stationären Rehabilitation. Die behandelnden Ärzte der Klinik Valens bescheinigten ihm
ab 14. Oktober 2005 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für eine ganztägige mittelschwere
Tätigkeit mit maximalen Gewichtsbelastungen von 15 bis 20 kg (Austrittsbericht vom
25. Oktober 2005, act. G 4.10.16). Der behandelnde Dr. med. A._, Facharzt FMH für
Innere Medizin, diagnostizierte im Arztbericht vom 20. Oktober 2005 mit Auswirkung
auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei
Discushernie L3/4 rechts, Discusprotrusion auf Höhe L4/5 und L5/S1 ohne neurale
Kompression. Eine radikuläre Symptomatik bestehe nicht. Vom 15. bis 28. März, vom
22. April bis 12. Juni und vom 19. September bis 13. Oktober 2005 sei der Versicherte
zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Seit dem 14. Oktober 2005 bestehe in der
angestammten Tätigkeit als Hilfsarbeiter (act. G 4.1.4) wieder eine 100%ige
Arbeitsfähigkeit (act. G 4.10.3 ff.).
A.b Mit Verfügung vom 9. Februar 2006 lehnte die IV-Stelle des Kantons St. Gallen
einen Anspruch des Versicherten auf IV-Leistungen ab, da eine Invalidität nicht
ausgewiesen sei (act. G 4.16). Dagegen erhob der Versicherte am 1. März 2006
Einsprache und brachte u.a. vor, er habe ein seit November 2005 besuchtes
Einsatzprogramm wegen starker Schmerzen auf 50% reduzieren müssen; ausserdem
leide er seit Sommer 2005 an einem Tinnitus (act. G 4.17). Die IV-Stelle widerrief am
15. März 2006 die Verfügung vom 9. Februar 2006 und stellte die Durchführung
weiterer Abklärungen in Aussicht (act. G 4.22). Der Versicherte teilte ihr im Schreiben
vom 23. März 2006 (Datum Posteingang) mit, dass er wegen des Tinnitus bei Dr. med.
B._, Facharzt FMH für Oto-Rhino-Laryngologie, in Behandlung gewesen sei (act.
G 4.24).
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A.c Im Verlaufsbericht vom 28. März 2006 führte Dr. A._ aus, dass der Versicherte
seit der Entlassung aus der Klinik Valens andauernd über lumbale Rückenschmerzen
bei geringster Belastung klage. Vom 10. bis 14. Februar 2006 sei er wegen
Ureterolithiasis rechts hospitalisiert gewesen (act. G 4.25.2; vgl. act. G 4.25.9).
Dr. B._ stellte im Arztbericht vom 6. April 2006 die Diagnose eines beidseitigen
Tinnitus. Dieser habe keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit des Versicherten (act.
G 4.26.1 ff.).
A.d Am 16. Mai 2006 beauftragte die IV-Stelle Dr. med. C._, Facharzt FMH für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, mit einer
orthopädischen Begutachtung des Versicherten (act. G 4.31). Im Gutachten vom 21.
September 2006 diagnostizierte der Experte: eine Osteochondrose und
Spondylarthrose L4/5 mit grössenprogredienter medianer subligamentärer
Diskushernie und mässiger bilateraler Einengung der rezessalen Eingänge sowie
möglicher Irritation der Nervenwurzeln L5 beidseits als auch deutlicher ventraler
Impression und Stenosierung des Duralschlauchs; eine Osteochondrose und
Spondylarthrose L5/S1 bei vorwiegend spondylogen bedingter Foraminaleinengung
L5/S1 mit möglicher Irritation der Nervenwurzeln L5 beidseits; Adipositas sowie einen
beidseitigen Tinnitus. In der bisherigen Tätigkeit bestehe bei voller Stundenpräsenz
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Abwechslungsweise sitzende und stehende Tätigkeiten
in temperierten Räumen, bei denen keine Gegenstände über 10 kg regelmässig
gehoben oder getragen werden und bei denen nicht häufig unphysiologisch speziell
gebückte Körperhaltungen eingenommen werden müssten, seien dem Versicherten
seit September 2005 bei voller Stundenpräsenz zu ungefähr 80% zumutbar (act.
G 4.38.1 ff.).
A.e Im Schlussbericht der Eingliederungsberatung vom 31. Januar 2007 gab die
Eingliederungsberaterin an, dass beim Versicherten keine Arbeitsmotivation habe
festgestellt werden können. Mit dem Versicherten sei vereinbart worden, den Fall
abzuschliessen und zur Rentenprüfung weiterzuleiten (act. G 4.1/43 und 44).
A.f Mit Vorbescheiden vom 20. April 2007 stellte die IV-Stelle dem Versicherten in
Aussicht, einen Anspruch auf berufliche Massnahmen und Rentenleistungen zu
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verneinen. Sie ermittelte einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 28% (act.
G 4.52 und 4.54).
B.
B.a Gegen die Vorbescheide vom 20. April 2007 erhob der Versicherte am 31. Mai
2007 Einwand. Von einer Verfügung im Sinn des Rentenvorbescheids sei abzusehen.
Es sei die Resterwerbsfähigkeit weiter abzuklären. Zur Begründung wird vorgebracht,
dass die Begutachtung zu kurz gewesen und das orthopädische Gutachten nicht
nachvollziehbar sei. Darüber hinaus mangle es an einer fachärztlichen
rheumatologischen Beurteilung. Die im Gutachten bejahte Verschlechterung habe sich
seit September 2006 wieder verschärft. Ferner sei bei der Ermittlung des
Invalideneinkommens ein leidensbedingter Abzug von 20% vorzunehmen (act. G 4.62).
B.b Im Arztbericht vom 24. August 2007 diagnostizierte der den Versicherten neu
behandelnde Dr. med. D._, Facharzt FMH für Innere Medizin und Rheumatologie, mit
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit chronische Lumbalgien bei degenerativen LWS-
Veränderungen sowie eine depressive Entwicklung. Den Gesundheitszustand des
Versicherten bezeichnete er als besserungsfähig und die Prognose als "quoad vitam
gut". Die bisherige Tätigkeit sei ihm täglich während 4 Stunden zumutbar. Dabei
bestehe eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20%. Rückenschonende
Tätigkeiten mit wechselndem Sitzen, Stehen und Gehen ohne Heben von Lasten über
10 kg seien dem Versicherten ohne Einschränkungen zumutbar (act. G 4.64.1 ff.).
Dr. D._ legte seinem Bericht eine Stellungnahme von Dr. med. E._, Facharzt FMH
für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 24. Juli
2007 bei. Dieser gab darin u.a. an, dass er zur Evaluation eine neue MRI-Untersuchung
veranlasst habe; danach sei eine Infiltrationsdiagnostik geplant (act. G 4.64.5 f.).
B.c Die IV-Stelle verneinte in der Verfügung vom 5. September 2007 einen Anspruch
des Versicherten auf Rentenleistungen. Sie ermittelte gestützt auf die von Dr. C._
geschätzte 80%ige Arbeitsfähigkeit einen Invaliditätsgrad von 28%. Aus medizinischer
Sicht seien keine weiteren – auch nicht rheumatologischen – Abklärungen angezeigt.
Eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes sei nicht ausgewiesen (act. G 4.66).
C.
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C.a Dagegen richtet sich die vorliegend zu beurteilende Beschwerde vom 8. Oktober
2007. Darin beantragt der Beschwerdeführer unter Kosten- und Entschädigungsfolge
die Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 5. September 2007. Die Sache sei
zur Durchführung weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
Eventualiter sei ihm mindestens eine Viertelsrente auszurichten. In formeller Hinsicht
rügt er eine Verletzung der Begründungspflicht. Die Beschwerdegegnerin habe seine
im Vorbescheidverfahren erhobenen Einwände in der angefochtenen Verfügung nicht
ernsthaft geprüft. Diese Verletzung des rechtlichen Gehörs könne im vorliegenden
Gerichtsverfahren zwar geheilt werden, sei indessen bei der Kostenverteilung zu
berücksichtigen. Dem Bericht von Dr. D._ vom 24. August 2007 könne eine
erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes entnommen werden. Es
bestehe neu eine Ausweichskoliose und eine depressive Entwicklung, die
medikamentös (Cymbalta) behandelt werde. Ferner habe die Beschwerdegegnerin den
ihr obliegenden Untersuchungsgrundsatz verletzt, da sie die von Dr. E._ im Bericht
vom 24. Juli 2007 erwähnten und von ihm veranlassten weiteren medizinischen
Abklärungen (neues MRI) nicht abgewartet habe. Des Weiteren wiederholt der
Beschwerdeführer seine Kritik am orthopädischen Gutachten und fordert angesichts
seines Alters, seiner fehlenden Ausbildung und seiner erheblichen Beschwerden die
Vornahme eines 20%igen Leidensabzuges (act. G 1).
C.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 29. November
2007 die Abweisung der Beschwerde. Die Rüge der Gehörsverletzung sei unbegründet.
Es bestehe keine Verpflichtung, dass sich die Behörde zu sämtlichen Rechtsvorbringen
der Parteien zu äussern habe. Es genüge, wenn ersichtlich sei, von welchen
Überlegungen sich die Behörde habe leiten lassen. Die vom Beschwerdeführer geltend
gemachte Verschlechterung des Gesundheitszustandes sei nicht ausgewiesen,
weshalb zu Recht auf weitere medizinische Abklärungen verzichtet worden sei. Dazu
komme, dass der Sachverhalt massgebend sei, wie er beim Erlass der angefochtenen
Verfügung am 5. September 2007 vorgelegen habe. Das Ergebnis der im Oktober 2007
angeblich stattgefundenen Untersuchungen sei daher im vorliegenden Verfahren
ohnehin nicht mit einzubeziehen. Selbst wenn eine Verschlechterung aus den neuen
Untersuchungen hervorginge, stehe dem Beschwerdeführer eine Neuanmeldung bei
der IV offen. Eine die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigende Depression sei zu verneinen.
Was die Höhe eines Leidensabzuges anbelange, so rechtfertige sich höchstens ein
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10%iger Abzug, woraus ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 35% resultiere
(act. G 4.1).
C.c In der Replik vom 22. Januar 2008 wiederholt der Beschwerdeführer die Rüge der
Gehörsverletzung und seine Kritik an der gutachterlichen Beurteilung von Dr. C._. Die
Behauptung der Beschwerdegegnerin, es sei keine Verschlechterung ausgewiesen, sei
unzutreffend. Zumindest die neu festgestellten Ausweichskoliose und depressive
Entwicklung hätten näher abgeklärt werden müssen (act. G 7). Der Replikeingabe legt
der Beschwerdeführer einen Bericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie des KSSG
vom 5. Dezember 2007 bei. Darin diagnostizierten die Ärzte des KSSG eine
ausgeprägte Lumbo-, teils auch Ischialgie bei Diskusprolaps L3/4, L4/5 und einen
Status nach Infiltrationstherapie der Facettengelenke L2/3, L3/4, L4/5 und L5/S1. Zur
Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers äusserten sie sich nicht (act. G 7.1).
C.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer begründeten Duplik
verzichtet (act. G 9).

Erwägungen:
1.
1.1 Der Beschwerdeführer lässt in formeller Hinsicht rügen, dass in der angefochtenen
Verfügung auf seine im Einwand vorgetragenen Argumente nicht genügend
eingegangen worden sei. Dadurch sei das rechtliche Gehör verletzt worden (act. G 1
und 7).
1.2 Verfügungen sind zu begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll
entsprechen (Art. 49 Abs. 3 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die grundsätzliche Pflicht einer Behörde,
ihren Entscheid zu begründen, folgt aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör. Die
Begründung muss so abgefasst sein, dass der Betroffene den Entscheid
gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz
die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde leiten liess und auf die
sich ihr Entscheid stützt (BGE 112 Ia 107 E. 2b mit Hinweisen; BGE 118 V 58). Eine –
nicht besonders schwerwiegende – Verletzung des rechtlichen Gehörs kann dann als
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geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer
Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei
überprüfen kann. Diese Voraussetzung ist im Fall des Versicherungsgerichts erfüllt (vgl.
Art. 61 lit. c ATSG i.V.m. Art. 46 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP;
sGS 951.1]). Mit Erlass von Art. 57a des Bundesgesetzes über die
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), worin in der Invalidenversicherung das
Vorbescheidverfahren wieder eingeführt wurde, sind an die Begründungsdichte von
Verfügungen, die nach Durchführung eines Vorbescheidverfahrens gemäss Art. 57a
IVG ergehen, erhöhte Anforderungen zu stellen (vgl. hierzu eingehend Urteil des
Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 30. Mai 2007, IV.2007.00436,
E. 1.8 ff.).
1.3 Die Beschwerdegegnerin begründete die angefochtene Verfügung (act. G 4.66) im
Wesentlichen mit dem Hinweis auf die gutachterliche Einschätzung von Dr. C._. Eine
Veränderung des Gesundheitszustandes verneinte sie aufgrund des im Einwand
verlangten nachträglich eingeholten Arztberichts von Dr. D._. Sie hat damit ihre
Überlegungen den medizinischen Sachverhalt betreffend transparent dargelegt und –
wenn auch kurz – begründet, auf welche medizinische Einschätzung sie entgegen den
Vorbringen des Beschwerdeführers im Vorbescheidverfahren abstellt und weshalb sie
dessen geltend gemachte gesundheitliche Verschlechterung verneint. Eine Verletzung
der Begründungspflicht ist im Zusammenhang mit der Feststellung des medizinischen
Sachverhaltes damit zu verneinen.
1.4 Der Beschwerdeführer erblickt eine Verletzung der Begründungspflicht auch im
Umstand, dass sich die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügungen nicht
mit seinen Vorbringen bezüglich des Leidensabzuges auseinandergesetzt habe. Die
Beschwerdegegnerin hat sich mit der Frage des Leidensabzuges in der angefochtenen
Verfügung nicht beschäftigt. Zwar handelte sich dabei um eine wesentliche Frage,
welche die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung grundsätzlich nicht
ausser Acht lassen durfte. Ein Begründungsmangel ist aber zu verneinen. Denn der
Beschwerdeführer hat es in seinem Einwand vom 31. Mai 2007 (act. G 4.62.5) bei der
blossen Behauptung belassen, dass ein Leidensabzug von 20% vorzunehmen sei. Eine
Begründung für die Vornahme eines Leidensabzuges und für dessen Höhe hat er nicht
angegeben. Diese blosse Behauptung des Beschwerdeführers ist für sich allein jedoch
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einer begründeten Auseinandersetzung nicht zugänglich. Eine Gehörsverletzung liegt
damit nicht vor (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 17. November 2008, 9C_481/08,
E. 2.2).
2.
2.1 In materieller Hinsicht ist einzig der Anspruch des Beschwerdeführers auf
Rentenleistungen streitig.
2.2 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen
des IVG, der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des
ATSG in Kraft getreten. Weil in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze
massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes
Geltung haben (BGE 127 V 467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis
zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt
(vorliegend: 5. September 2007; act. G 4.66) abzustellen ist (BGE 121 V 366 E. 1b),
sind vorliegend die bis zum 31. Dezember 2007 geltenden materiellen Bestimmungen
anzuwenden.
2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 aIVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn
die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn
sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50%
besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von
mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente. Um den Invaliditätsgrad
bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf
Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den
Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang
und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V
261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch
zugemutet werden können (BGE 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen).
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2.4 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt
der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und
Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das
Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Sozialversicherungsgericht alle
Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und
danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige
Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei
einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen,
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des
Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden
ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder
die Herkunft des Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a mit
Hinweisen).
3.
3.1 In medizinischer Hinsicht stützte sich die Beschwerdegegnerin bei der Ermittlung
des Invaliditätsgrades auf das orthopädische Gutachten von Dr. C._ vom
21. September 2006, der dem Beschwerdeführer für leidensadaptierte Tätigkeiten eine
80%ige Arbeitsfähigkeit bescheinigte (act. G 4.38.1 ff.).
3.1.1 Gegen die Person des Gutachters führt der Beschwerdeführer ins Feld, dem
begutachtenden Orthopäden fehle es mit Blick auf die in Frage stehende
Wirbelsäulenproblematik an der erforderlichen spezialärztlichen Ausbildung (act.
G 4.62.4). Diesbezüglich ist festzuhalten, dass Erkrankungen der Wirbelsäule in das
Fachgebiet der Orthopädie fallen (vgl. H. Bilow / S. Weller, Chirurgische und
orthopädische Erkrankungen und Verletzungen, in: H. H. Marx, Medizinische
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Begutachtung, 6. Auflage, Stuttgart 1997, S. 388 f.; A. Debrunner, Orthopädie,
Orthopädische Chirurgie, 4. Auflage, Bern 2002, S. 848 ff.). Die Rüge des
Beschwerdeführers stösst daher ins Leere.
3.1.2 Einen weiteren Mangel am orthopädischen Gutachten sieht der
Beschwerdeführer darin, dass die Begutachtung und das Gutachten äusserst
rudimentär ausgefallen seien (act. G 1, S. 9). Dr. C._ verwertete die wesentlichen
medizinischen Vorakten, erhob eine ausführliche Anamnese und nahm eine klinische
Untersuchung des Beschwerdeführers vor, die er nachvollziehbar im Gutachten
darstellte. Ferner nahm er röntgenologische Abklärungen vor (Röntgenbilder vom
15. August 2006 sowie Kernspintomographie vom 21. August 2006). Er begründete die
von ihm vorgenommene Leistungsbeurteilung des Beschwerdeführers fassbar gestützt
auf die erhobenen klinischen und bildgebenden Befunde. Es bestehen keine Hinweise,
dass das Gutachten unvollständig sein könnte. Auch der Beschwerdeführer benennt
keine objektiven Gesichtspunkte, die Dr. C._ ausser Acht gelassen hätte und Zweifel
an seiner Beurteilung entstehen liessen. Die gutachterliche Einschätzung, dass der
Beschwerdeführer in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 80% arbeitsfähig sei, vermag
daher zu überzeugen.
3.2 Zu prüfen bleibt, ob sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit dem
Gutachten vom 21. September 2006 erneut erheblich verändert hat, nachdem Dr. C._
von weniger ausgeprägteren degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule im
Begutachtungszeitpunkt im Vergleich zur MRI-Aufnahme von April 2005 ausgegangen
war (act. G 4.38.6).
3.2.1 Der Beschwerdeführer stellt sich gestützt auf den Arztbericht von Dr. D._ vom
24. August 2007 auf den Standpunkt, dass sich sein Gesundheitszustand seit dem
Gutachten von Dr. C._ verschlechtert habe (act. G 1).
3.2.2 Zwar trifft es zu, dass Dr. D._ am 24. August 2007 über eine depressive
Entwicklung und eine Ausweichskoliose berichtete. Er erachtete den
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers indessen für besserungsfähig, stellte eine
gute Prognose und bescheinigte ihm eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für
leidensadaptierte Tätigkeiten (act. G 4.64.1 f.). Im Vergleich zum Gutachten von
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Dr. C._, der den Beschwerdeführer für leidensadaptierte Tätigkeiten eine 80%ige
Arbeitsfähigkeit attestierte (act. G 4.38.6), zeichnete Dr. D._ ein optimistischeres Bild.
Selbst wenn die vom Beschwerdeführer geltend gemachte gesundheitliche
Verschlechterung bejaht würde, so hat sie sich gemäss Beurteilung von Dr. D._ auf
leidensadaptierte Tätigkeiten nicht leistungsrelevant ausgewirkt. Auch Dr. med. E._
vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) verneinte mit überzeugender Begründung eine
Verschlechterung des Gesundheitszustandes in der Stellungnahme vom 3. September
2007 (act. G 4.65). Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass Dr. D._ weitere
medizinische Abklärungen für nicht angezeigt hielt, mithin auch für die festgestellte
depressive Entwicklung keinen Abklärungsbedarf sah. Dass die depressive
Entwicklung medikamentös behandelt wird, vermag an diesem Standpunkt nichts zu
ändern, darf doch gestützt auf eine Behandlungsbedürftigkeit nicht auf eine
Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden (Urteil des Bundesgerichts vom 24. April 2007,
I 687/06, E. 5.2).
3.2.3 Die Frage, ob die medizinischen Erkenntnisse des Berichts der Klinik für
Orthopädische Chirurgie des KSSG vom 5. Dezember 2007 den bis zum
Verfügungserlass eingetretenen Sachverhalt betreffen, kann offen gelassen werden.
Denn aus diesem Bericht lässt sich keine erhebliche objektive Verschlechterung des
Gesundheitszustandes entnehmen. Wie bereits im Gutachten von Dr. C._ dargestellt
(act. G 4.38.3), werden darin die lumbalen Schmerzen mit Ausstrahlung ins linke Bein
als im Vordergrund stehend umschrieben (act. G 7.1). Auch die von den Ärzten des
KSSG angesprochene Diskusproblematik auf den Höhen L3/4 und L4/5 wurde bereits
in der Beurteilung von Dr. C._ miteinbezogen (act. G 4.38.4). Mit dem Bericht vom
5. Dezember 2007 korrespondiert weiter die Angabe von Dr. C._, dass die
Reklination im LWS-Bereich schmerzhaft sei (act. G 4.38.3).
3.2.4 Vor diesem Hintergrund kann eine relevante dauerhafte gesundheitliche
Veränderung seit der Beurteilung von Dr. C._ bis zum Erlass der angefochtenen
Verfügung (5. September 2007; act. G 4.66) nicht mit dem Beweisgrad der
überwiegenden Wahrscheinlichkeit angenommen werden. Weitere medizinische
Abklärungen vermöchten deshalb nichts daran zu ändern, dass es im massgebenden
Zeitpunkt des Verfügungserlasses an einer hinreichend ausgeprägten
(psycho-)pathologischen Verschlechterung fehlt, um einen zusätzlichen
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invalidisierenden Gesundheitsschaden bejahen zu können. Entgegen dem Standpunkt
des Beschwerdeführers besteht mithin kein Anlass für eine Rückweisung der
Streitsache an die Beschwerdegegnerin zwecks Einholung weiterer medizinischer
Gutachten, zumal sich in den medizinischen Akten keine Hinweise auf eine erhebliche,
dauerhafte psychische Störung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit finden. Gestützt
auf das Gutachten von Dr. C._ ist damit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit
dargetan, dass der Beschwerdeführer in einer leidensadaptierten Tätigkeit bei voller
Stundenpräsenz zu 80% arbeitsfähig ist.
4.
4.1 Zu prüfen bleiben damit die erwerblichen Auswirkungen der beeinträchtigten
Leistungsfähigkeit.
4.2 Der Invaliditätsgrad ist vorliegend gemäss Art. 16 ATSG aufgrund eines
Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der
Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden
hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und
einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; vgl.
BGE 128 V 30 E. 1).
4.3 Gestützt auf den dem Individuellen Konto (IK) für das Jahr 2004 gutgeschriebenen
Verdienst von Fr. 63'743.-- (act. G 4.5) ermittelte die Beschwerdegegnerin unter
Berücksichtigung der Teuerung und Reallohnerhöhung für das Jahr 2006 ein
Valideneinkommen von Fr. 64'960.-- (act. G 4.66; vgl. auch act. G 4.49). Dieses
Valideneinkommen wird vom Beschwerdeführer nicht bestritten und es ergeben sich
auch keine Anhaltspunkte aus den Akten, die dagegen sprechen würden. Für das
Valideneinkommen ist daher von einem Betrag von Fr. 64'960.-- auszugehen.
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4.4 Wie die Parteien zu Recht geltend machen (act. G 7, S. 4; act. G 4.66), ist für die
Bestimmung des Invalideneinkommens auf die Durchschnittslöhne der LSE
abzustellen. Gemäss Tabelle TA1, Anforderungsniveau 4, Männer, hat der monatliche
Bruttolohn im Jahr 2006 für eine 40-stündige Arbeitswoche im Durchschnitt Fr. 4'732.--
betragen. Aufgerechnet auf eine betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden
resultiert ein Monatsverdienst von Fr. 4'933.-- ([4'732.-- / 40] x 41.7) bzw. ein
Jahresverdienst von Fr. 59'197.-- (Fr. 4'933.-- x 12).
4.5 Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt
werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit einer
gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht
erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg zu
verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen
behinderungsbedingten Abzug (BGE 126 V 78 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung
hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen – auch von invaliditätsfremden
Faktoren – des konkreten Einzelfalles ab (namentlich leidensbedingte Einschränkung,
Alter, Dienstjahre, Nationalität/ Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige
Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des sogenannten
Leidensabzuges ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI 2002 S. 62 und
BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen).
4.6 Der Beschwerdeführer erachtet gestützt auf sein Alter (Jahrgang 1958; act. G 4.1),
die fehlende Ausbildung und seine gesundheitlichen Beschwerden einen Leidensabzug
für 20% gerechtfertigt (act. G 1, S. 10). Die Beschwerdegegnerin hält dagegen einen
Abzug von höchstens 10% für angebracht (act. G 4, S. 7). Mit Blick darauf, dass der
Beschwerdeführer im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung (act. G 4.66) das
50. Altersjahr noch nicht vollendet hatte, ist dem Faktor Alter im Rahmen der
Bemessung des Leidensabzuges keine Rechnung zu tragen. Unter Berücksichtigung
der Anforderungen an einen adaptierten Arbeitsplatz, der gesundheitlichen
Beschwerden und des Umstandes, dass der Beschwerdeführer bei voller
Stundenpräsenz keine vollständige Leistung erbringen kann, erscheint höchstens ein
© Kanton St.Gallen 2021 Seite 14/14
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St.Galler Gerichte
Leidensabzug von 10% als gerechtfertigt. Unter Berücksichtigung einer 80%igen
Arbeitsfähigkeit resultiert bei Vornahme eines 10%igen Leidensabzuges ein
Invalideneinkommen von Fr. 42'622.-- (Fr. 59'197.-- x 0.8 x 0.9) bzw. eine
Erwerbseinbusse von Fr. 22'338.-- (Fr. 64'960.-- - Fr. 42'622.--) und ein nicht
rentenbegründender Invaliditätsgrad von 34% ([Fr. 22'338.-- / Fr. 64'960.--] x 100).
5.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gegen die Verfügung vom 5. September 2007
abzuweisen. Der vollumfänglich unterliegende Beschwerdeführer hat die
Gerichtskosten zu tragen. Diese bemessen sich nach dem Verfahrensaufwand (Art. 69
Abs. 1 IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint als angemessen. Der
Beschwerdeführer hat somit eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der von
ihm geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm daran vollständig anzurechnen.
Da der Beschwerdeführer vollumfänglich unterliegt, hat er keinen Anspruch auf eine
Parteientschädigung.
Demgemäss hat das Versicherungsgericht
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG