Decision ID: d80a0d3f-a8e1-448c-982f-31a2831ec1b3
Year: 2020
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die 1967
geborene
X._
war
al
s Fachlehrerin
Sport, Werken und Zeichnen
in einem
Pensum von 88.86
%
befristet
bis 3
1.
Juli 2015
über die Dienstabteilung der Kreisschulpflege
Y._
angestellt
und damit bei der
Unfallversicherung Stadt Zürich
(UVZ)
gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am
2.
Juli 2015
stürzte sie
auf einer Treppe
und zog sich diverse Prellungen zu
(
Schadenmeldung vom 1
4.
Juli 2015,
Urk.
6/G1 und
Stellenbeschrieb,
Urk.
6
/G25)
.
Die
UVZ
vergütete
,
nachdem ein Bericht über eine Sonographie der Schultern vom
1.
September 2015 eingegangen war (
Urk.
6/M1)
,
Kosten
im Zusammenhang mit
Heilbehandlungen (vgl.
Urk.
6/G3).
Am
1
6.
September 2016
ersuchte
Dr.
med.
Z._
, Facharzt FMH für Orthopädische Chir
urgie
, um Kostengutsprach für
eine
am 1
9.
September 2016 vorgesehene
Rückenoperation
(Dekompression C5/C6 mit
Cage-Interposition
und
mit Spondylodese C5/C6;
Urk.
6/M6 f.).
Die UVZ legte den Fall ihrem
beratenden Arzt
Dr.
med.
A._
, FMH Innere Medizin
,
speziell Rheumatologie
,
vor
(
Urk.
6/M10)
und
teilte am 1
3.
Dezember 2016 mit,
dass sie zufolge Fehlen
s
eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfaller
eignis und dem gemeldeten
«
Rückfall
»
keine Leistungen aus der Unfallver
siche
rung erbringe (
Urk.
6/G15).
Auf Einwand der Versicherten hin (
Urk.
6/G16) ver
anlasste die UVZ eine medizinische Untersuchung bei
Dr.
A._
(
Urk.
6/G26). Nach seiner Berichterstattung vom
1
3.
April 2017 (
Urk.
6/M25)
teilte die UVZ der Versicherten am
2
5.
April 2017 (
Urk.
6/29) mit, dass die bestehenden Beschwer
den einschliesslich der Spondylodese C5/C6 auf das Ereignis vom
2.
Juli 2015 zurückzuführen sei
en
und sie die Leistungspflicht anerkenne.
Am
6.
Oktober 2017 (
Urk.
6/M31) ersuchten die zuständigen Ärzte der Klinik für Rheumatologie des Universitätsspitals
B._
um Kostengutsprache für eine stationäre multi
modale rheumatologische Komplexbehandlung. Die UVZ
legte den Fall erneut
Dr.
A._
vor (
Urk.
6/M32).
Vom 1
4.
bis
30.
November 2017 wurde die statio
näre
Behandlung durchgeführt (Austrittsbericht,
Urk.
6/M33). Im weiteren Ver
lauf
ver
anlasste
die UVZ
eine medizinische Abklärung bei
Dr.
med.
C._
,
Facharzt für Rheumatologie und Innere Medizin FMH
(
Urk.
6/G46)
, welcher am 2
6.
März 2018
Bericht
erstattete
(
Urk.
6/M40).
Am 1
3.
April 2018 erteilte die UVZ den
Auftrag für eine neurologische
Abklärung in der Neurologie
D._
(
Urk.
6/G69), wobei das Gutachten
von
Dr.
med.
E._
, Facharzt für Neurologie FMH und
zertifizierter Gutachter SIM,
am
7.
August 2018 (
Urk.
6/M43) erstellt wurde.
Mit Schreiben vom 1
8.
September 2018
(
Urk.
6/G93) kündigte
die
UVZ
die Ein
stellung der Taggeldleistungen per Ende September 2018 an. Mit Verfügung vom 1
0.
Dezember 2018
(
Urk.
6
/
G99
)
sprach sie
der Versicherten
basierend auf einem Invaliditätsgrad
von 20
%
ab 1. April 2018
monatlich
e Rentenleistungen von
Fr.
1'653.35
und entsprechend
einer Integritätseinbusse von 10
%
eine Int
egri
täts
entschädigung von
Fr.
12’6
00.-- zu.
Im Weiteren erklärte
sie
die
rückwirkende
Leistungseinstellung per
2.
März 2018
, wobei
sie
auf
eine
Rückforderung
zuviel
bezahlter Heilbehandlungskosten
und
Taggelder vom
2.
bis 3
1.
März
2018 ver
zichte
, hingegen
die
Taggelder
vom
1.
April bis 3
1.
Oktober
2018
mit den ab
1.
April 2018
auszurichtenden
monatlichen
Rente
nleistungen
von
Fr.
1'653.35
und
mit der Integritätsentschädigung
verrechne
te
.
Hierg
egen erhob
die Versicherte am
8.
Januar 2019 (
Urk.
6
/
J1) vorsorglich und am
8.
Februar 2019
(
Urk.
6/J3
)
mit Ergänzung vom 2
5.
Februar 2019 (
Urk.
6/J5) begründet Einsprache
.
Mit E
ntscheid vom 2
6.
März 2019
(
Urk.
2)
wies
die
UVZ
die Einsprache ab.
2.
Hierg
egen
erhob die Versicherte am 1
3.
Mai 2019
(
Urk.
1) Beschwerde mit
folgen
den Anträgen (S. 2):
1.
Der
Einspracheentscheid
sei aufzuheben und es seien ihr seit
1.
November 2018 die gesetzlichen Leistungen in Form einer Invalidenrente nach UVG
entsprechend einem Invaliditätsgrad von 50
%
sowie eine noch abschlies
send
zu bemessende Integritätsentschädigung für Unfallfolgen der Wirbel
säule auszurichten.
2.
Der
Einspracheentscheid
sei betreffend die geltend gemachte Rückfor
de
rung und Verrechnung bereits erbrachter Taggeldleistungen aufzuheben.
3.
Die Beschwerdegegnerin sei zu einer angemessenen Entschädigung zu verpflichten.
Die UVZ
schloss in ihrer Beschwerdeantwort vom
2
8.
Mai 2019 (
Urk.
5) auf Ab
weisung der Beschwerde. Am 1
7.
Juni 2019 (
Urk.
8) reichte die Beschwerde
füh
rerin unaufgefordert eine Replik ein, die der Beschwerdegegnerin am 2
0.
Juni 2019
(
Urk.
9) zu Kenntnis gebracht
wurde.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September
2015 beziehungsweise am 9
. Novem
ber 2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesge
set
zes
über die Unfallversicherung (UVG) und der Verordnung über die Unfallver
siche
rung (UVV) in Kraft getreten.
Gemäss den allgemeinen übergangsrechtlichen Regeln sind der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen, die in Geltung standen, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende und somit rechtserhebliche Sachverhalt ver
wirklicht hat (vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Dem
entsprechend sehen die Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. Septem
ber 2015 des UVG vor, dass Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem
1. Januar 2017 ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeit
punkt
ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt werden (Absatz 1 der genannten Übergangsbestimmungen).
Der hier zu beurteilende Unfall hat sich am
2.
Juli 2015
ereignet, weshalb die bis 31. Dezember 2016 gültig gewesenen Normen auf den vorliegenden Fall Anwen
dung finden und in dieser Fassung zitiert werden
.
1.2
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweck
mässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teil
weise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so steht ihr gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG ein
Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 % invalid (Art. 8 ATSG
), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Renten
anspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann und allfäl
lige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlos
sen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG).
1.3
Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwi
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Inva
lidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natür
lichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhan
densein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der glei
chen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent
sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzu
sammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un
mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädi
gende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern
Worten nicht weg
gedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge
sundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 402 E. 4.3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Ver
waltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4
Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursa
chen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vor
zustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr.
U 142 S.
75 E.
4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U
172/94 vom 26.
April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwie
gen
den Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr.
U 363 S.
45; BGE
119 V 7 E. 3c/
aa
). Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich
hiebei
um eine anspruchs
auf
hebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr.
U 206 S.
328
f. E.
3b, 1992 Nr.
U 142 S. 76). Diese Beweis
grundsätze gelten sowohl im Grundfall als auch bei Rückfällen und Spätfolgen und sind für sämtliche Leistungsarten massgebend (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11.
März 2014 E. 2.3.1 mit Hinweisen).
Mit dem Erreichen des Status quo sine
vel
ante entfällt eine Teilursächlichkeit für die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine
vel
ante
noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt auf Art. 36 Abs
. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch Pflegeleistungen und Kosten
vergütungen zu übernehmen, worunter auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteil des Bundesgerichts 8C_637/2013 vom 11. März 2014 E. 2.3.2).
1.5
1.5.
1
Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ange
messene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag des versicherten Jahres
ver
dienstes nicht übersteigen und wird entsprechend der Schwere des Integritäts
schadens abge
stuft (Art. 25 Abs. 1 UVG).
1.5.2
Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung der Ent
schädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich
während des ganzen Lebens minde
stens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche oder geistige Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhanges
3.
Fallen mehrere körperliche oder geistige Integritätsschäden aus einem oder mehreren Unfällen zusammen, so wird die Integritätsentschädigung nach der gesamten Beeinträchtigung fest
gesetzt (Abs. 3).
1.5.3
Im Anhang 3 zur UVV hat der Bundesrat Richtlinien für die Bemessung der Inte
gritätsschäden aufgestellt und in einer als gesetzmässig erkannten, nicht ab
schliessenden Skala (BGE 124 V 29 E. 1b mit Hinweisen) wichtige und typische Schäden prozentual gewichtet (RKUV 2004 Nr. U 514 S. 416). Für die darin ge
nannten Integritätsschäden entspricht die Entschädigung im Regelfall dem ange
gebenen Prozentsatz des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes (
Ziff.
1
Abs.
1). Die Entschädigung für spezielle oder nicht aufgeführte Integritätsschäden wird nach dem Grad der Schwere vom Skalenwert abgeleitet (
Ziff.
1
Abs.
2). Inte
gritätsschäden, die gemäss der Skala 5 % nicht erreichen, geben keinen Anspruch auf Entschädigung (
Ziff.
1
Abs.
3). Die völlige Gebrauchsunfähigkeit eines Organs wird dem Verlust gleichgestellt; bei teilweisem Verlust und teilweiser Gebrauchs
unfähigkeit wird der Integritätsschaden entsprechend geringer, wobei die Ent
schädigung jedoch ganz entfällt, wenn der Integritätsschaden weniger als 5 % des Höchstbetrages des versicherten Verdienstes ergäbe (
Ziff.
2).
1.5.4
Die Medizinische Abteilung der Suva hat in Weiterentwicklung der
bundes
rätlichen
Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Fein
raster) erarbeitet. Diese von der Verwaltung herausgegebenen Tabellen stellen zwar keine Rechtssätze dar und
sind für die Parteien nicht verbindlich, umso mehr als
Ziff.
1 von Anhang 3 zur UVV bestimmt, dass der in der Skala ange
ge
bene Prozentsatz des Integritätsschadens für den «Regelfall» gilt, welcher im Einzelfall Abweichungen nach unten wie nach oben ermöglicht. Soweit sie jedoch lediglich Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicher
ten gewährleistet werden soll, sind sie mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c, 116 V 156 E. 3a).
1.6
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete ihren Entscheid damit (
Urk.
2 S. 4 f.), dass
gestützt auf das Gutachten von
Dr.
C._
der medizinische
Endzustand aus rheumatologischer Sicht erreicht
sei
. Dabei sei
der Gutachter
gleicher Meinung wie
Dr.
A._
im Bericht vom
1
3.
April 2017, wonach keine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit mehr bestehen würde.
Dass sich die rein unfallbedingte Arbeitsfähigkeit se
ither verschlechtert haben soll
, sei nicht nachvollziehbar. Die Spondylodese C5/6 sei weiterhin stabil und eine weitere neurogene Kompr
ession sei in der
Magnetresonanztomographie (MRI)
der
Halswirbelsäule (
HWS
)
im
November 2016 ausgeschlossen worden. Die vom
Universitätsspital
B._
im November 2017 attestierte Arbeitsunfähigkeit von 85
%
in der angestammten
wie
auch für körperlich leichte wechselbelastende Tätigkeiten müsse deshalb, so
Dr.
C._
, weitgehend auf die nun eingesetzte chronisch
e
nicht-organische Schmerzstörung und die zu
sätzlichen
krankheitsbedingten Veränderungen am Bewegungsapparat zurückgeführt werden. Die noch bestehende intensive Thera
pier
bedürftigkeit sei nicht durch Unfallresiduen bedingt
,
sondern zur Behandlung der chronifizierten nicht-organischen Schmerzstörung und zur Behandlung der
kran
k
heitsbedingten strukturellen Veränderungen am Bewegungsapparat notwen
dig
.
Zu
r
Integritätsentschädigung habe
Dr.
C._
eine
Schädigung der kör
perlichen Integrität von ca. 30
%
angenommen, zur definitiven Beurteilung der Integritätsentschädigung
aber darauf hingewiesen, dass
eine neurologische Ab
klärung notwendig sei.
Hierauf habe
Dr.
E._
in seinem
neurologischen
Gut
achten auf Unstimmigkeit hinsichtlich
der
hausärztlichen Erstuntersuchung
hin
gewiesen, wonach
angegeben worden sei, dass
Kraftminderung
en
in den
Armen
seit dem Unfall best
ünden
.
D
er Eindruck einer teilwe
ise nicht organisch erklär
baren und
subjektiven Kraftminderung in beiden Armen
habe sich dabei in der Untersuchung
best
ätigt. O
bjektiv sei
aber
lediglich eine geringe Kraftparese der Beugung im rechten Ellbogengelenk nachweisbar
gewesen
,
die als
unfallkausal erachtet werden
könne. Gestützt darauf sei die Beschwerdeführerin als Spo
rtleh
rerin zu 80
%
arbeitsfähig, wobei
sich die
unfallbedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit lediglich durch die leichte Armbeugeparese rechts
auswirke und
zu berücksichtigen sei, dass
als Sportlehrer
in punktuell besondere
Anforderungen an Kraft und Koordinationsfähigkeit gestellt würden. Alle anderen Tätigkeiten, die keine volle Kraft bei der Beugung im rechten Ellbogengelenk erforderten, seien hingegen uneingeschr
änkt durchführbar und es bestehe
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Damit sei von einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit in der ange
stammten Tätigkeit auszugehen. Im Weiteren sei auch gestützt
auf
die fachärzt
liche Beurteilung
der Integritätsschaden von 10
%
korrekt bemessen worden.
Im Verfahren führte
die Beschwerde
gegn
erin
aus
(
Urk.
5 S. 7)
,
selbst
bei
An
nahme
, dass die bleibende geringe Einschränkung durch die als Unfallfolge anerkannte neurogene Schädigung für die Abklär
ung der IV relevant sei, hätte sie
lediglich das Taggeld in der Höhe der attestierten 20%igen unfallbedingten Arbeitsun
fähigkeit entrichten müssen. Da die bezogenen Direkttaggelder vom April bis
Oktober 2018 jedoch aufgrund einer nicht bestehenden unfallbedingten 100%igen
Arbeitsunfähigkeit ausgerichtet worden seien, handle es sich folglich zumindest im Umfang von 80
%
um zu Unrecht bezogene Taggelder, welche zurückgefordert bzw. verrechnet werden dürften.
2.2
Die Beschwerdeführerin stellt sich
demgegenüber
auf den Standpunkt (
Urk.
1 S.
4
f.), die Zusprache einer Invalidenrente von 20
%
aus neurologischen Grün
den sowie die ebenfalls aus neurologischen Gründen ausgerichtete Integritäts
ent
schädigung von 10
%
gemäss neurologischem Gutachten von
Dr.
E._
vom
7.
August 2018 sei zutreffend und
werd
e mangels entsprechender Rügen in Teil
rechtskraft
erwachsen
. Hingegen sei auch aus o
rthopädischen
Gründen eine Inva
liden
rente des
Unfallversicherers zuzusprechen
, wobei gestützt auf das Gutachten
von
Dr.
A._
vom 2
1.
März 2018 von einer Arbeitsunfähigkeit von 30
%
und einem
Invaliditätsgrad von 30
%
in ursprünglicher Tätigkeit auszugehen
sei.
Dr.
A._
habe
die grundsätzliche Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin mittels
Gutach
ten
und
die Kausalität der Wirbelsäulenbeschwerden
abschliessend
festgestellt
(
Ziff.
8). F
ür den Eintritt des Status quo sine
vel
ante
sei die Be
schwer
degegnerin
behauptungs- und beweisbelastet
(
Ziff.
9)
und
m
angels
Errei
chen
s
des medizi
ni
schen Endzustandes im März 2017
hätte
die Beschwerdegegnerin
aus formellen Gründen ein Ergänzungsgutachten bei
Dr.
A._
und nicht ein neues umfassen
des Gutachten be
i
Dr.
C._
in Auftrag ge
ben
müssen (
Ziff.
11). Auf die Beurteilung von
Dr.
C._
, wonach die natürliche Kausalität von
Wirbel
säulenbeschwerden nicht gegeben sei, könne
damit
nicht abgestellt werden
. Dies
bezüglich sei keine Veränderung der Gesundheit sei
t
dem Gutachten von
Dr.
A._
eingetreten
(
Ziff.
12). Somit sei
weiterhin von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in ursprünglicher Tätigkeit von 30
%
aufgrund der Wirbelsäu
lenbeschwerden auszugehen, die additiv zu den neurologischen Beschwerden hinzu
zurechnen seien
. Daraus ergebe
sich ein
Invaliditätsgrad von 50
%
und
seit
1.
November 2018 ein
Anspruch auf eine
entsprechende Rente (
Ziff.
13).
Zur Integritätsentschädigung seien für die somatischen Wirbelsäulenbeschwerden eine zusätzliche Integritätsentschädigung
auszurichten. Dazu sei
ein Ergänzungs
gutachten bei
Dr.
A._
einzuholen, wobei d
as Ergänzungsgutachten durch das angerufene Gericht einzuholen
sei (
Ziff.
16 und
Ziff.
17).
Für
eine
Rückforderung
der bis
E
nde Oktober 2018 ausgerichteten
Taggeldleis
tungen bestehe kein Titel und eine Verrechnung mit der Integri
tätsentschädigung
sei
unzulässig (
Ziff.
18)
. Da zum Zeitpunkt der Einstellung der Taggeldleistungen
noch Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung hängig gewesen seien
,
komme
bis zur Mitteilung der SVA Zürich vom 1
8.
Oktober 2018
,
wonach Eingliederungsmassnahmen nicht möglich seien,
eine
Rückforde
rung von Tag
geldleistungen
nicht in Frage, mithin
auch für die
Periode
1.
April bis zum 3
1.
Oktober 2018 (
Ziff.
19).
3.
3.1
Am 20. Februar 2015 berichteten die zuständigen Ärzte
de
r Klinik für Neurologie des
B._
(
Urk.
6/M42),
d
ie
Beschwerdeführerin gebe an, dass sie seit 3
0.
Novem
ber
2014 eine Schwäche im ganzen Körper verspüre.
Sie habe
Mühe
die Augen zu
öffne
n, weil sie sich geblendet fühle und
dadurch
holoce
phale
-, drückende
Kopfschmerzen ausgelöst würden. Auf dem Notfall
der
Neu
ro
logie
hätten
sich im
Dezember 2014 keine Hinweise für eine
Myasthenie
erge
ben
, jed
och sei sie zum
sicheren Ausschluss für ein ENMG (Elektroneuromyographie) angemeldet worden
. Zudem
beklag
e
sie
, dass sie
nach
einer Augenoperation ver
stärkt
Mühe
habe, die Augen zu öffnen und auf der Notfallstation
sei
anschlies
send
auch
der Verdacht auf eine Hyperventilation geäussert worden. Des
Weite
ren beklage sie
nächtliche Kribbelparästhesien a
n beiden Unterarmen und allen Fingern
beider Hände rechtsbetont, die sich durch Bewegen und A
u
sschütteln der Hände besserten
.
Unter persönlicher Anamnese verwiesen sie auf ein Schleudertrauma 2001
. Klinisch-neurologisch und elektro
neurographisch hätten sich keine Hinweise für ein
myasthenes
Syndrom gefun
den, als Nebenbefund jedoch anamnestisch
e
Hin
weise für ein Karpaltunnel
syn
drom rechtsbetont ergeben
. Dieses habe
sich zwar elektroneurographisch nicht bestätigen lassen, jedoch
habe sich
ein Anhalt für eine leichte Verdickun
g des Medianus-Nerven im proxim
alen Karpaltunnel in der
Neurosonographie gezeigt
.
3.2
Im Bericht de
s
Instituts F._
vom
1.
September
2015 (
Urk.
6/M1) hielten die zuständigen Ärzte fest, die Zuweisung erfolge durch
Dr.
med.
G._
, Allgemeine Medizin FMH,
zur sonographischen Abklärung der Schultergelenke bei Verdacht auf
Rotatorenmanschettenläsion
nach Schulter
kon
tusion am
2.
Juli 2015 mit persistierenden Schmerzen und Elevationsschwäche. Der
sonografische
Befund sei vereinbar mit einer kleinen, intramuralen Partial
ruptur der rechten Supraspinatussehne und
einer
Begleitbursitis mit im Übrigen altersentsprechendem Zustandsbild.
3.3
Am
2
2.
März 2016
(
Urk.
6/M3) hielten die zuständigen Ärzte der Radiologie
des
B._
über
die
MR N
eurographie,
das
MRI
und
die
dynamische
MR Angiographie
der
HWS und Schulter beidseits
fest
,
zum Ver
gleich
würden
keine korrespon
dierenden Voruntersuchungen vorliegen. Es zeige sich eine
Osteodiskogene
neu
ra
foraminale
Enge auf C5/6 beidseits mit möglicher Kompromittierung der C6-Nervenwurzel beidseits. Ebenda bestünd
en bilaterale
Unkovertebralarthrose
n
sowie eine Facettengelenkarthrose mit
breitbasigen
Dis
kusprotrusionen
betont C3-C6 mit Punctum maximum bei C5
/6 mit leichtgradiger Spinalkanal
stenose.
3.4
Im Bericht der Neurologie des
B._
über eine elektrodiagnostische Untersuchung
vom
3.
Juni 2016
(
Urk.
6/M4)
führten die Ärzte aus, die Beschwerdeführerin be
ri
chte von einer seit einem Jahr nach einem Treppensturz aufgetretener Arm
schwäche
,
rechtsbetont mit Schmerzen am rechten Arm ohne Sensibilitäts
min
de
rung. Klinisch dominiere
eine atrophe Parese der Armabduktion sowie Armaus
sen
rotation und Ellenbogenflexion. Die Befunde seien am ehesten mit einem motorischen Ausfallsyndrom C5/C6 vereinbar. Differentialdiagnostisch komme auch eine
porximale
obere
Armplexusläsion
in Betracht
,
wobei die Normalam
plituden im Dermatom C6 eher gegen eine Läsion sprächen und in den para
ver
tebralen M
uskeln auf Höhe C5 und C6
k
eine Spontanaktivität habe nach
gewiesen werden könne
n
.
3.5
Dr.
med.
Z._
stellte
im Bericht vom
5.
September 2016 (
Urk.
6/M5) die Diag
nose
Cervikobrachi
algie
beidseits bei foraminalen Stenosen C5/C6, traumatisier
t
anlässlich eines Sturzes am
2.
Juni 2015 (gemeint wohl Juli). Morphologisch habe die Beschwerdeführerin foraminale Stenosen C5/C6, was zu C6-Radikulopatien führen könne, wahrscheinlich
im Rahmen der Traumatisierung, was auch neu
rophysiologisch so bestätigt worden sei. Obwohl die Beschwerdeführerin eine Ten
denz zur Schmerzausweitung zeige, könne die Indikation zur Dekompression ge
stellt werden.
Im
B
ericht
über die Operation
vom 1
9.
September 2016 (
Urk.
6/M7) führte
Dr.
Z._
aus,
bei zunehmendem Leidensdruck sei die Indikation zur Spondy
lodese gestellt worden. Postoperativ bewege die Beschwerdeführerin beide oberen Extremitäten symmetrisch mit leichter proximaler Schwäche
des
Bizeps beidseits M4+.
Im Austrittsbericht vom 2
6.
September 2016 (
Urk.
6/M8)
hielt
der Operateur
fest
, postoperativ habe sich die Beschwerdeführerin unter der verordneten Analgesie rasch
schmerzregredient
gezeigt und habe mit Hilfe der Physiotherapie gut mobi
lisiert werden können. Am 2
3.
September 2016 sei sie in gutem Allgemeinzustand und bei reizlosen Wundverhältnissen wieder nach Hause entlassen worden.
Über die
Verlaufskontrolle vom 2
6
.
Oktober 2016
(Urk. 6/M9)
berichtete
der
Ope
rateur
am folgenden Tag
, von Seiten der HWS gehe
es der Beschwerdeführerin gut und sie sei beschwer
dearm. Auch der Kraftverlust in den Armen habe sich deutlich gebessert. Jedoch habe sie nun Probleme mit dem Kreislauf und sei des
wegen in kardiologischer Abklärung. Die HWS sei in Inklination und Reklination sowie in Rotation schmerzfrei beweglich und es bestünden nur leichtgradig ein
geschränkte Halsro
tationsbewegungen. Die Sensomotorik der oberen Extremitä
ten sei erhalten und im Röntgenbefund vom 2
6.
Oktober 2016 zeige sich die
Spondylodese C5/C6
mit
korrekte
r
Implantats
lage
.
3.6
Anlässlich einer Fallbesprechung
vom
6.
Dezember 2016 (
Urk.
6/M10)
erörterte
der
beratende Arzt der Beschwerdegegnerin
Dr.
A._
zur Frage, ob die Be
schwerden auf das Ereignis vom
2.
Juli 2015 zurückzuführen seien
,
das Ereigni
s sei nicht richtungsgebend und die
degenerativen Veränderungen C5/C6 unfall
fremd mit
einer vorübergehenden
Verschlimmerung
.
Diese vorübergehende Ver
schlim
merung
sei spätestens
Ende Juni
20
16 abgeschlossen
gewesen und d
ie Ope
ration vom 2
0.
September 2016 betreffe
eine degenerative Stenose.
Der Endzu
stand
sei
Ende Juni 2016 erreicht.
3.7
In einem weiteren Verlaufsbericht vom 1
3.
Dezember 2016
hielt der Operateur
Dr.
Z._
(
Urk.
6/M11)
fest
, zwischenzeitlich sei eine Elektroablation beim Herzen durchgeführt
worden, wobei es
der Beschwerdeführerin
ordentlich gehe. Vonseiten der Halswirbelsäule habe die Beschwerdeführerin deutlich weniger Be
schwerden, hier gehe es sehr gut. Die Inklination und Reklination sei frei beweg
lich, die Sensomotorik der oberen Extremitäten erhalt
en und im Röntgenbefund vom 13.
Dezember 2016 zeige sich die Spondylodese C5/C6 mit korrekte Lage des Implantates, ohne Lockerungszeichen.
3
.8
Dr.
G._
berichtete am 2
4.
Dezember 2016 (
Urk.
6/M12),
die Beschwerde
führerin sei auf der Treppe im Schulhaus ausgerutscht und mehrere Stufen hin
un
ter gestürzt. Dabei h
abe
sie sich ein
e
Kontusion des rechten Knöchels der rech
ten
Fibulaspitze
und des Beckenkamms zugezogen. Initial seien
die
Beschwerden im Bereich der rechten Schulter angegeb
en worden, welche jedoch im Hint
ergrund gestanden seien.
Wegen deutlicher
Schmerzen in der rechten Schulter mit positi
vem
Jobe
-Test
seien
Ultraschalluntersuchung
en
durchgeführt worden,
die
eine kleine Partialruptur der Supraspinatussehne
mit Begleitbursitis gezeigt hätten
. Bei therapierefraktären Schmerzen sowie auffallender Kraftlosigk
eit mit Schmerzen
cervicocephal
sei die
Zuweisung an die Rheumatologie
im
B._
erfolgt, wobei dort die
weiteren neurologischen Abklärungen
ein motorisches Ausfall- und
Reizsy
n
drom C5/6 rechtsbetont bei
c
ervicaler
Stenose ergeben hätten. Im September 2016 sei
die
mikroskopische
Dekompression C5/6
erfolgt. Von seiner Seite
habe er Arbeitsunfähigkeit
en
vom 2.
bis
5.
Juli
2015
und nach
der
Halswirbelsäulen
ope
ration vom 2
5.
September b
is 2
3.
Oktober 2016 attestiert
.
3.9
Im Verlaufsbericht vom 2
3.
März
2017
(Urk. 6/M24)
wies
der Operateur
Dr.
Z._
darauf hin, die Beschwerdeführerin
berichte
immer noch über leichte Rest-Beschwerden und dass sich die Kraft im rechten Arm bis heute noch nicht vollständig normalisiert habe.
Sie
könne wieder zu 100
%
arbeiten, habe aller
dings einen Arbeitskonflikt, da man von ihr verlange, dass sie bis 65-jährig sämtliche Turnübungen vorführen könne. Die Schulleitung gehe davon aus, dass sie dies aber nicht bewerkstelligen könne und man spreche deshalb von einer Kündigung, da sie noch in der Probe
zeit sei. Aus seiner Sicht handle es sich um einen absolut normalen Verlauf be
treffend HWS-Operation. Erschwerend sei dazu g
e
kommen, dass Herzrhythmus
störungen vorgelegen seien, welche invasiv hätten therapiert werden müssen. Die Kraft im rechten Arm
werde sich wahrscheinlich
über die Monate weiter erholen. Der Endzustand
sei
nach zwei Jahren e
rreicht. Von Seiten der HWS könne man davon ausgehen,
dass
bei vollständ
iger Fusion des Segmentes C5/C6
die
Be
schwerdeführerin normal belastet
und sämtliche Sportarten wieder
durch
geführt werden könn
t
en.
3.10
Im Konsiliarbericht vom 1
3.
April 2017 (
Urk.
6/M25) führte
Dr.
A._
aus
(S. 3)
,
die Beschwerdeführerin gebe an, dass sie auch heute noch weniger Kraft im rechten Arm habe und anhaltend eine Physiotherapie beanspruche
,
worunter sie eine Verbesserung der Kraft realisiere. Schmerzmedikamente nehme sie keine. Sie arbeite mit einem 70
%
Arbeitspensum und voller Arbeitsfähigkeit als Turn- und Sportlehrerin in einer Sekundarschule. Vor dem Ereignis habe sie nie HWS-Beschwerden
oder Schwächen im Bereich
des rechten Armes gehabt und das rechte Schultergelenk bereite ihr kaum Beschwerden.
A
ufgrund der Chronologie und des fehlenden subjektiven Vorzustandes beurteile
er eine
richtung
s
gebende
Verschlimmerung
,
bedingt durch das Stu
rzereignis im Bereiche der HWS,
mit
eine
r unfallbedingt ausgewiesenen
operative
n
Behandlung im September 201
6.
Eine spontane, unfallfremde neurogene Schädigung
sei
nicht
anzunehmen,
an
sonst
en
die Beschwerdeführerin
bereits schon vor dem
Ereignis radikuläre Symptome seitens der HWS gehabt hätte. Der Endzustand sei frühestens Ende 2017 erreicht,
dann nämlich
,
wenn die neurorehabilitative Therapie ausgeschöpft sei. Die unfall
bedingte Arbeitsfähigkeit sei nicht mehr eingeschränkt und es bestehe volle Arbeitsfähigkeit. Die Frage einer beruflichen Umstellung stelle sich damit nicht und ein Integritätsschaden entfalle deshalb, weil die Kriterien dafür nicht erfüllt seien
(S. 5.
f.)
.
3.11
Dr.
C._
stellte
in seinem Gutachten
vom
2
6
.
März
2018 (
Urk.
6/M40)
die
folgenden
Diagnosen
(S. 15):
Status nach Traumatisi
erung einer degenerativen
cervic
alen
foraminalen Stenose C5/6 rechts mit motorischem Ausfallssyndrom C5 bzw. C6 rechts
-
Operative Dekompression und Spondylodese C5/6 am 1
9.
September 2016
-
Sekundäre Ausbildung eines diffusen rechtsbetonten vorwiegend
myofas
cialen
cervikospondylogenen
Syndroms
Diffuse idiopathische
skelettale
Hyperostose
(DISH)
mit überbrückenden ven
tralen und rechts lateralen Spondylosen von C4 bis L2
Beginnende degenerative Veränderung der LWS mit
Chondrose
L4/5
Fingerpolyarthrosen
Zustand nach kardialer Ablationstherapie bei
Extrasystolie
Dezember 2016
Der Gutachter führte aus (S. 19
unten)
,
d
iagnostisch stehe ein chronisches, diffu
ses rechtsbetontes vorwiegend
myofasciales
cervikobrachiales
Schmerzsyndrom im Vordergrund. Als Folge des Unfalls vom Juli 2015 sei ein motorisches radi
ku
läres Ausfallssyndrom durch die Traumatisierung des degenerativ veränderten Segmentes
C5/6 mit
Paresen der entsprechend
en Schultergürtelmuskeln rechts diagnostiziert worden.
Dieses könne
die später erfolgte Schmerzausweitung in beide Arme bei sonst unauffälligen radiologischen Befu
nden
nicht erklären. I
ns
besondere nachdem im Oktober 2016
MR-tomographisch keine weitere
neuro
gene
Kompression mehr feststellbar
gewesen sei
.
Auch die Veränderungen der DISH
(diffuse idiopathische
Skeletthyperostose
)
im Bereich der Brust- und Lenden
wirbelsäule könne wohl statisch und belas
tungsabhängig verstärkte thorakale und lumbale Rückenschmerzen, nicht jedoch das von der Beschwerdeführerin geklagte Beschwerdebild im Bereich der Schul
tergürtel und Arme erklären. Dis
krepanzen bestünden auch zwischen der Aussage der Beschwerdeführerin
einer
seits
, dass bereits wenige Tage postoperativ wieder sehr starke Schmerzen auf
getreten seien und in der Folge persistiert hätten und anderseits
die Angaben in
den Berichten von
Dr.
Z._
und
Dr.
A._
. Ins
besondere
sei
noch im April 2017 eine freie und schmerzlos bewegliche Halswir
belsäule und das Fehlen jeg
licher
myofas
cialer
Befunde im Schultergürtel
und der Arme beschrieben worden.
Der wesentliche pathologische
Befund sei damals die
neurogene Schwäche in den
Mu
s
culi
deltoideus und infraspinatus gewesen. Schl
iesslich sei
anlässlich
einer Hospita
lisation i
m Universitätsspital
B._
von
psychiatrischer Seite her auch eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren dia
gnostiziert
worden
, so dass
mittlerweile eine doch
wesentliche nicht-organisch bedingte Schmerz- und Symptomausweitung postu
liert werden
müsse. Neurolo
gisch dürfte soweit klinisch beurt
eilbar weiterhin eine Parese der
Musculi
del
toideus und infraspinatus rechts bestehen, wobei das Aus
mass der Schwäche aktuell stärker demonstriert werde als
sie
anlässlich vorgän
giger Untersuchungen dokumentiert sei. Auch in den
Musculi
biceps
und
triceps
sowie beim Faust
schluss zeige die Beschwerdeführerin aktuell eine deutliche Kraftminderung rechts mehr als links, welche nicht mit der früheren neurogenen Beeinträchtigung im Segment C5/6 erklärt werden könne, ebenso wenig
,
wie die bei der aktuellen Untersuchung angegebenen Sensibilitätsstörungen. Aus diese
r
Sicht sei deshalb eine e
rneute neurologische inklusive e
lektrophysiologische Ver
laufsabkläru
ng sinnvoll und wohl notwendig.
Insgesamt könnten lediglich die Paresen der
Musculi
infraspinatus und deltoideus weiterhin eindeutig als direkte Folge des Ereignisses vom
2.
Juli 2015 betrachtet werden. Die übrigen Beschwerden seien teilweise auf die krankhaften degene
ra
tiven Veränderungen an
der Burstwirbel- und Lendenwirbelsäule
und
an den
Finge
rgelenken
sowie
zusätzlich auf die erwähnte nichtorganisch bedingte
myo
fas
ciale
Schmerzausweitung im Sinne einer ebenfalls krankhaften pathologischen Beschwerdeverarbeitung zurückzuführen (S. 22).
Zur Arbeitsfähigkeit führte der Gutachter aus (S. 23),
b
is zur Kündigung ihrer Arbeitsstelle durch die Schule
H._
(Pensum 60
%
) habe die Beschwerde
führerin in einem gesamthaften Arbeitspensum von 70
%
in ihrer angestammten Tätigkeit als Sportlehrerin
gearbeitet
.
Dr.
A._
habe die unfallbedingte Arbeits
fähigkeit in seinem Konsilium vom 1
3.
April 2017 als nicht mehr eingeschränkt bzw. in diesem Pensum
als
voll gegeben erachtet. In einer weniger belastenden Tätigkeit sei auch eine volle Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein 100%-Pensum zu
mutbar gewesen. Aus rheumatologischer Sicht sei nicht nachvollziehbar, dass sich die rein unfallbedingte Arbeitsfähigkeit sei
ther verschlechtert habe. D
ie Spondylodese C5/6 sei weiterhin stabil und eine weitere
neurogene Kompression sei im MRI der HWS vom November 2016 ausgeschlossen worden.
Rein
auf das Unfallereignis vom
2.
Juli 2015 bez
ogen
,
könne von einer mindestens
70%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Sportlehrerin bzw. einer vollen
Arbeitsfähigkeit in einer körperlich leichten, wechselbelastenden Tätigkeit ohne repetitives
Heben und Tragen von Lasten mit dem dominante
n rechten Arm über Schu
l
terhöhe
ausgegangen werden.
Aus rheumatologischer Sicht dürfte der Endzustand bezüglich der reinen Unfallfolgen mittlerweile erreicht sein, insbe
sondere da eine weitere Erholung der unfallbedingten Paresen
als
un
wahr
schein
lich erachtet werde
. Allerdings sei diesbe
züglich eine neurologische inklusive
elektrophysiologische Verlaufsbeurteilung
notwendig
.
3.12
Im
Gutachten
der Neurologie
D._
vom
7.
August 2018 (
Urk.
6/M43) führte der Zuständige Facharzt
Dr.
E._
die Diagnosen
residuelle
motorische C6-Symptomatik rechts nach am 1
9.
September 2016 durchgeführter mikrochirur
gische Dekompression C5/6 mit Cage-Interposition mit Spondylodese C5/6, eine unfallkausale Traumatisierung eines degenerativ vorgeschädigten Segments C5/6 sowie ein unfallfremdes und vorbestehendes Karpaltunnelsyndrom beidseits auf (S. 15). Die Beschwerdeführerin beklage ein Gefühl der wechselnd ausgeprägten Kraftlosigkeit in beiden Armen, wobei der rechte Arm mehr betroffen sei. Ausser
de
m kribbele es in beiden Händen
,
wobei
alle Finger
betroffen seien,
vor allem
nachts. Ihre
Nackenmuskulatur fühle sich verspannt an und schmerze
sie
. Thera
peutisch habe sie derzeit einmal wöchentlich noch Lymphdrainagen für die Arme und Beine. Die Physiotherapie und Akupunktur seien inzwischen abge
schlossen und sie benötige auch keine Medikamente, insbesondere keine Schmerzmittel. Sie leide noch unter einem summenden Ohrgeräusch in
beiden Ohren links betont. Die
Intensität sei wechselhaft, ohne Bezug zu besonderen
Belastungen.
Die Kraft
minderung in beiden Armen bestehe seit dem Sturz am
2.
Juli 2015 und die
Kribbel
missempfindungen
in beiden Händen bestünden ebenfalls seit dem Unfall
tag. Die Halswirbelsäulen-Operation vom 1
9.
September 2016 habe ihr nichts gebracht. Die Symptome seien eher schlechter als vor der Operation. Vor dem Sturz am
2.
Juli 2015 habe sie keinerlei Beschwerden in den Armen gehabt und auch die Ohrgeräusche bestünden seit dem Sturz (S. 7 f.).
Zum Befund hielt der Experte fest
(S. 14 f.)
, bei der Muskelfunktionsprüfung seien
aus
gesprochene Wechselinnervations
tendenzen aufgefallen. Eine konstant vor
han
dene Kraftminderung der übrigen Muskulatur an den oberen Extremitäten sei nicht nachweisbar. Der weitere EMG-Befund sei entsprechend unauffällig. Im Armvorhalteversuch (Prüfung auf latente Paresen) sei der rechte Arm gar demon
strativ aktiv nach unten gedrückt worden. Gegen das vorgetragene deutlich rechts betonte Ausmass der Kraftminder
ung und Minderbelastung sprächen auch die Oberarmumfangsmasse.
So
sei bei der
subjektiv
am stärksten betroffenen rechte
n
Seite ein grösserer
Muskelumfang messbar als auf der linken Seite, was einde
utig gegen einen Mindergebrauch des rechten Armes spreche
.
Als Ursache der ge
klagten, nächtlich betonten Kribbelparästhesien in den Händen sei dagegen elek
troneurographisch ein sehr ausgeprägtes Karpaltunnelsyndrom (CTS) auf beiden Seiten mit deutlich verlängerten distalen Latenzen und pathologischen Nerven
leitungsgeschwindigkeiten
gefunden worden
. Dabei handle es sich überwiegend wahrscheinlich um ein unfallfremd vorbestehendes Krankheitsbild. So sei im Be
richt der Rheumatologie des Universitätsspital
B._
vom 1
1.
März 2016 er
wähnt
, dass die Beschwerdeführerin bereits im Februar 2015 (prätraumatisch) neurolo
gisch abgeklärt worden sei und damals bereits Hinweise auf ein Karpal
tunnel
syndrom bestanden hätten. Insofern stimmten die gemachten Angaben
der Be
schwerdeführerin
, dass sie vor dem Sturz am
2.
Juli 2015 keinerlei Be
schwer
den in den Armen gehabt habe, nicht mit den aktenkundigen Fakten überein.
Als pathologische Befunde ergäben sich
bei der
Motorikprüfung
, abgesehen von einer minimen Restschwäche der Beug
ung im rechten Ellbogen (M4+),
keine
manifesten Paresen. Bei der Muskelfunktionsprüfung seien ausgesprochene Wech
sel
innervationstendenzen aufgefallen und eine konstant vorhandene Kraftminde
rung sei nicht nachweisbar. Im Armvorhalteversuch sei der rechte Arm gar aktiv nach unten gedrückt worden. Eine umschriebene oder generalisierte Atrophie be
st
eh
e bei Oberarmumfang rechts 28 cm gegenüber links 27 cm keine. Der
Reflex
status (BSR) zeige sich seitengleich «u
ntermittellebhaft» und der ASR r
echts
«untermittellebhaft» und l
inks
mittelelbhaft. Die Reizzeichen über
den
beiden Karpaltunneln (Hoffmann Tinel) seien positiv
(S. 16)
.
Es könne
lediglich noch
die
bestehende geringe Restparese der Beu
gung im rechten
Ellbogengelenk mit Kraftgrad M4+
als überwiegend wahrscheinlich unfallkausal aufgefasst werden. Die Beschwerdeführerin habe sich am 2
6.
Oktober 2016 zu
einer ambulanten orthopädischen Kontrolle bei
Dr.
Z._
eingefunden, der keine
funktionell relevanten neurologischen Ausfälle mehr habe feststellen können.
Die geklagte allgemeine Adynamie sei orthopädisch nicht erklärbar ge
wesen und sei als „generelle Schwäche" bereits
im
prätraumatischen neurolo
gi
schen Bericht des Universitätsspitals
B._
vom 2
0.
Februar 2015 erwähnt worden. Insoweit könne zum Zeitpunkt der orthopädischen Untersuchung am 2
6.
Oktober 2016 vom Erreichen des Status quo sine bei vorbestehenden
degene
rativen Veränderungen
an der Halswirbelsäule
ausgegangen werden
. Dabei könne retrospektiv nicht
mehr
geklärt werden, ob die neurologisch nachweisbare leichte Schwäche der Beu
gung im rechten Ellbogengelenk als
residuelle
C6-Symptomatik
der damaligen (nicht fachneurologischen) orthopädischen Untersuchung entgan
gen sei (S. 17 f.)
Zur Arbeitsfähigkeit
und zur Frage, welche einzelnen Belastungen aufgrund der auf das Ereignis vom
2.
Juli 2015 zurückzuführenden Beschwerden noch zumut
bar seien
,
führte der Experte aus (S. 18),
a
lle Tätigkeiten, die keine volle Kraft bei
der Beugung im rechten Ellbogengelenk erforder
te
n,
seien
uneingeschränkt dur
ch
führbar.
In der angestammten Tätigkeit als Sportlehrerin, die punkt
uell be
sondere Anforderungen an
Kraft u
nd Koordinationsfähigkeit stelle
,
sei
aufgrund der leich
ten
Armbeugerparese
rechts eine 20%ige Arbeitsunfä
higkeit (Rendement) be
gründbar.
Alle Tätigkeiten, die keine volle Kraft bei der Beugung im rechten
Ellbogengelenk erforderten, seien uneingeschränkt durchführbar. Die volle Arbeit
s
fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit bestehe seit 2
6.
Oktober 2016 (ortho
pädische Feststellung des Status quo sine).
Zur Integritätsentschädigung erläuterte der Experte, aufgrund der graduell l
eich
ten Armbeugeschwäche rechts
sei in Anlehnung an
die
Tabelle 1 der Suva (Inte
gritätsentschädigung bei Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten) ein unfallbedingter Integritätsschaden von 10
%
ausweisbar (S. 19).
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin hat aufgrund der seinerzeitigen Einschätzungen von
Dr.
A._
ihre Leistungspflicht anerkannt und die Kosten für
die
Spondylodese C5/C6
wie auch
die
nachfolgende Heilbehandlung, so auch die
stationäre rheu
matologische Behandlung im
B._
vom 1
4.
bis
2
1.
November 2017
sowie die Tag
geldleistungen übernommen.
D
ie
vorübergehenden Leistungen (Taggeld und Heil
behandlung)
hat sie
per
März
2018
terminiert
.
Damit
liegt
grundsätzlich
nicht die Frage im Streit, ob die Beschwerden ursprün
glich auf den am
2.
Juli 2015
erlittenen Unfall zurückzuführen waren. Vielmehr ist
zu untersuchen, ob die Beschwerdegegnerin als
Unfallversicherer
den Fallab
schluss per
März
2018
vornehmen
durfte.
Im Weiteren ist z
u
prüfen
, ob
bis September 2018
bezogene
Tag
geld
er
zurückzuerstatten sind.
Falls der
Fallab
schluss
rechtmässig erfolgte,
stellt sich
die Frage nach einer Rente und einer Inte
gri
tätsentschädigung
beziehungsweise
nach deren Höhe.
4.2
Die
Beschwerdeführerin verlangt
hauptsächlich
höher
e
Rentenleistungen und
eine höhere Integritätsentschädigung. D
ie Rechtmässigkeit des
Fallabschluss
es
stellt
sie damit
grundsätzlich
nicht in Frage
.
Sie beantragt indessen die Aus
rich
tung der Invalidenrente ab 1. November 2018 (Urk. 1 S. 9). Dies indes nicht mit der Begründung, die Heilbehandlung sei dann abgeschlossen gewesen, sondern einzig, die Taggeldleistungen seien bis dann entrichtet worden.
Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden.
D
er Ren
tenanspruch
setzt
den Fall
abschluss
voraus in dem Sinne
, dass
von der Fortsetzung der ärztlichen Behand
lung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes
mehr
erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invaliden
versicherung abge
schlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen
auch
die Heilbe
handlung und die Taggeldleistungen dahin (
vgl.
Art.
19
Abs.
1 UVG
und
E. 1.2 hiervor
).
Dabei braucht
f
ür die Einstellung der vorübergehenden Leistungen
auch
der Entscheid der Invalidenversicherung über Eingliederungs
massnahmen nicht abgewartet zu werden, wenn von weiterer ärztlicher Behand
lung keine namhafte gesundheit
liche Besserung mehr erwartet werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2013 Urteil vom 16. Januar 2014 E. 3.3) und keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass durch allfällige Eingliederungsmass
nahmen das der Invaliditäts
be
messu
ng
gestützt auf die medizinischen Abklä
rungen zugrunde gelegte Invali
deneinkommen verbessert und so der die Invali
denrente der Unfallversicherung bestimmende Invaliditätsgrad beeinflusst werden
kann (vgl. Urteil des Bundes
gericht 8C_588/2013 vom 16. Januar 2014 E. 3.5).
Angesichts der eindeutigen Aussagen von Gutachter Dr.
C._
Ende März 2018 (Urk. 6/M40 S. 23 unten) ist vom Erreichen des Endzustandes spätestens per
Untersuchungsdatum vom 2. März 2018 (S. 1) auszugehen. Die Beschwerde
füh
rerin zeigte denn auch nicht auf, welche Therapien noch in Frage kämen, die Aussicht auf Verbesserung ihres Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit hätten. Auch die übrigen beteiligten Ärzte nannten keine Therapieformen mehr, welche eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit erwarten liessen.
Dass die Beschwerdegegnerin Taggelder bis Ende September 2018 erbracht hat, ändert an diesen Umständen nichts. Es stand ihr frei, den Fallabschluss rück
wirkend festzulegen.
4.3
In medizinischer Hinsicht legte die
Beschwerdegegnerin
ihrem
Entscheid
das
Gutachten der
Neurologie
D._
unter Fallführung von
Dr.
E._
vom
7.
August 2018
(E. 3.12)
zugrunde
.
Das ausführliche Gutachten
erfüllt die praxis
ge
mäs
sen Kriterien (vorstehend E. 1.6
)
.
Der Vorwurf der Beschwerdeführerin, die Einholung eines umfassenden neuen Gutachtens gehe nicht an, setze sich die Beschwerdegegnerin durch dieses Verhalten dem Vorwurf des reinen Gutachter
shoppings aus (Urk. 1 S. 7), ist wohl im Sinne der Rüge des Einholens einer unzu
lässigen
second
opinion
zu verstehen. Hierzu ist zu bemerken, dass
der
rheuma
tologische Gutachter Dr.
C._
explizit eine neurologische Expertise für nötig befand (Urk. 6/M40 S. 20 unten) und die Beschwerdegegnerin dieser Emp
fehlung durch die Begutachtung durch Neurologe Dr.
E._
nachkam. Damit handelt es sich bei der neusten Begutachtung nicht um eine
second
opinion
, sondern um eine notwendige Sachverhaltsabklärung.
Der Gutachter setzte
sich mit den Aspekten der gesund
h
eit
lichen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin aus
ei
nander, berücksichtigt auch die medizinisch
en
Vorakten
und begründet Abwei
chungen, soweit die gut
achterliche Beurteilung mit diesen nicht im Einklang steht.
Er verwies dabei insbesondere auf den Vorzustand der Beschwerdeführerin, welcher im Bericht der Klinik für Neurologie des
B._
vom 20. Februar 2015 (E.
3.1) beschrieben wurde.
Zeitnah vor dem Unfallereignis
erfolgte
nämlich
eine Untersuchung im Zusammenhang mit einem geklagten allgemeinen Schwä
che
zustand
, Kopfschmerzen,
Hyperventilation Kribbelparästhesien an
Unterar
men,
Hände
n
,
Fi
ngern
rechtsbetont
, wobei auch auf
ein Schleudertrauma im Jahr 2001
hingewiesen wurde.
Dieser
Bericht lag
weder
dem b
eratenden Arzt
Dr.
A._
noch
dem Gut
achter
Dr.
C._
vor,
die
auf die Angaben der Be
schwerdeführerin
vertrauten
, dass vor dem Ereignis vom
2.
Juli 2015
keine
rlei
Beschwerden bestanden haben.
Der Bericht wurde erst von Dr.
E._
eingeholt (Urk. 6/M42 S. 15).
Überdies
ist dem Untersuchungsbericht von
Dr.
A._
(E. 3.10) keine Begründung für die
Abkehr
von
seiner
ursprünglichen
Beur
teilung zu entnehmen, wonach
die Operation vom 2
0.
September 2016 eine dege
nerative Stenose
betreffe und d
er Endzustand
bereits
Ende Juni 2016 erreicht
gewesen sei (E. 3.6).
Demgegenüber
zeigte
Dr.
E._
auf
grund seiner Untersuchungen
nachvollziehbar
auf
, dass die Muskelfunktions
prü
fung
keine
konstant vorhandene Kraftmin
de
rung
der
Muskulatur an den oberen Extremitäten nach
gewiesen hat
und
der
EMG-Befund
entsprechend
unauffällig
war
. Begründet ist im Weiteren, dass g
egen
eine
Minderbelastung auch die Ober
armumfangsmasse
sprechen
und als pathologische
r Befund
einzig noch eine
minime
Restschwäche der Beugung im rechten Ellbogen (M4+) als unfallkausal aufgefasst werden
kann
.
Dies
auch nur
insofern
,
als
zu Gunsten
der Beschwerde
führerin eine
neurologisch nachweisbare leichte Schwäche der Beu
gung im rechten Ellbogengelenk
als
residuelle
C6-Symptomatik
und damit
nicht unfallbe
dingte Symptomatik
möglicherweise
der
damaligen
orthopädischen Untersu
chung
entgangen
ist
(vgl. 6M/43 S. 17 unten
)
und in
Unkenntnis
der
bereits
unfall
vorbestehenden Beschwerden und Unter
suchungen
auch
kein Anlass
bestand
,
in dieser Hinsicht
weitere
Abklärungen im Vorfeld des operativen Eingriffs
zu ver
anlassen
.
Nach nunmehr durchgeführter Operation können in dieser Hinsicht
von einer weiteren medizinischen Unter
su
chung auch keine neuen Erkenntnisse
,
jedenfalls
keine zugunsten der Be
schwer
deführerin
,
erwartet werden
(antizipierte Beweiswürdigung, vgl. BGE 131
I
153 E. 3 mit Hinweisen).
A
ufgrund der Kausalitätsbeurteilung von
Dr.
E._
steht damit
fest, dass
einzig noch eine minime Restschwäche der Beugung im rechten Ellbogen (
M4+) als unfallkausal aufzufassen ist
und
andere
darüber hinaus persistierende
Beschwer
den
einem
Vorzustand und seinen Folgen zuzuordnen
sind.
Begründet ist damit auch die Beurteilung der unfallbedingten Restarbeitsfähigkeit
,
wonach
alle Tätig
keiten, die keine volle Kraft bei der Beugung im
rechten Ellbogengelenk erforder
n,
als
uneingeschr
änkt durchführbar
zu
eracht
e
n sind.
Vor diesem Hintergrund erscheint a
uch die Folgerung
nachvollziehbar
, dass i
n
einer
Tätigkeit als Sport
lehrerin, die punktuell besondere Anforderungen an
die
Kraft und Koordinations
fähigkeit stell
en kann,
sich
aufgrund der leichten
Armbeugerparese
rechts eine 20%ige
Einschränkung der Arbeits
fähigkeit
begründ
en lässt.
Die Einschätzungen der
Dres
.
A._
und
C._
stehen diesem Ergebnis auch nicht prinzipiell entgegen. Dr.
C._
ging einer mindestens 70%igen Arbeitsfähigkeit aus (sowie einer vollumfänglichen in optimal angepasster Tätig
keit, Urk. 6/M40 S. 23), was auch eine Arbeitsfähigkeit von 80 % einschliesst. Dies umso mehr, als er sich nicht
definitiv festlegen konnte, sondern eine neu
rologische Untersuchung empfahl, welche zum vorliegenden Ergebnis führte. Dr.
A._
war im April 2017 davon ausgegangen, dass eine vollumfängliche Arbeitsfähigkeit im damals (zufällig) ausgeübten Pensum (von 70 %) besteht (Urk.
6/M25 S. 5 f.). Dass ein um 10 % höheres Pensum ausgeschlossen wäre, ergibt sich aus dieser Stellungahme nicht.
Mit Blick auf die Suva Tabelle 1
Integritätsschaden bei
Funktionsstörungen an den oberen Extremitäten
ist auch der Integritätsschaden von 10
%
begründet und in der Sache angemessen
(vgl. E. 1.5 hiervor)
.
4.4
In erwerblicher Hinsicht ist n
ach dem hiervor Gesagten rein unfallbedingt
die Verwertung d
er Restarbeitsfähigkeit
in angestammter Tätigkeit in einem Rende
ment von 80
%
möglich.
Die Beschwerdegegnerin ermittelte den Invaliditätsgrad von 20
%
im
Sinne eines Prozentvergleichs
. Im
Hinblick, dass die Beschwerde
führerin im
Zeitpunkt des Unfallereignisses kurz vor der Beendigung eines befris
teten Arbeitsverhältnisses
stand und
unfallfremde
Faktoren vorliegen,
die
einer (vollständigen)
Verwertung der Restarbeitsfähigkeit
entgegenstehen, ist die Vor
gehensweise nicht zu beanstanden
.
Die Invaliditätsb
emessung an sich wurde daher von
der
Beschwerdeführerin
zu Recht
auch
nicht bemängelt.
4.5
D
amit
ist
der angefochtene Entscheid
hinsichtlich des
Rentenanspruch
s
aufgrund eine
s
Invaliditätsgrades von 20
%
und einer Integritätsentschädigung entspre
chend einer Integritäts
einbusse
von 10
%
zu bestätigen, was in diesem Punkt zur Abweisung der Beschwerde führt.
5.
5.1
Die Beschwerdegegnerin erklärte die rückwirke
nde Leistungseinstellung per 2.
März
2018
und
die
Rückforderung von
Taggelder vom
1.
April bis 3
1.
Oktober 2018
respektive deren Verrechnung mit ab dem
1.
April 2018 auszurichtenden monatlichen Rentenleistungen und mit der In
tegritätsentschädigung
.
5.2
Nach
Art.
25
Abs.
1 Satz 1 ATSG sind unrechtmässig bezogene Leistungen zu
rückzuerstatten.
Der Versicherungsträger kann die formlos verfügten Taggeldleistungen ohne Be
rufung auf einen Wiedererwägungs- oder Revisionsgrund "ex
nunc
et pro
futuro
" einstellen, etwa mit dem Argument, bei richtiger Betrachtung liege kein ver
si
chertes Ereignis vor (BGE 130 V 380 E. 2.3.1 S. 384), oder der Kausal
zu
sam
men
hang zwischen Unfall und dem
leistungsbegründenden Gesundheits
schaden sei dahingefallen. Eine solche Einstellung kann auch rückwirkend erfolgen; etwas anderes gilt in jenen Fällen, in denen der Versicherungsträger die zu Unrecht ausbezahlten Leistungen zurückfordert (vgl. BGE 133 V 57 E. 6.8 S. 65 und Urteil 8C_987/2010 vom 2
4.
August 2011 E. 3). Eine Rückforderung bereits erbrachter Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen ist demnach an die Voraussetzung eines
Rückkommenstitels
(Wiedererwägung [wegen zweifelloser Unrichtigkeit der Leis
tungserbringung und erheblicher Bedeutung der Berichtigung] oder prozessuale Revision [wegen vorbestandener neuer Tatsachen oder Beweismittel]) geknüpft.
5.3
Die Beschwerdegegnerin hat weder in der die Rückforderung anordnenden Ver
fügung noch im
Einspracheentscheid
vom 2
6.
März 2019
und auch nicht in ihrer Beschwerdeantwort
näher begründet, weshalb die Rückforderung
zulässig sein
soll. Ein
Rückkommenstitel
ist vorliegend denn auch nicht ersicht
lich.
Zwar
wurde
im
Gutachten
der Neurologie
D._
vom
7.
August 2018
mit Blick auf die Berichterstattungen des Operateurs
Dr.
Z._
(vgl. E. 3.5) vom Erreichen des Status quo sine bei vorbestehenden degenerativen Halswirbel
säulen-Verände
rungen
bereits seit Ende Oktober 2016
ausgegangen (vgl.
Urk.
6M/43
S. 17).
Der beratende Arzt der Beschwerdegegnerin
Dr.
A._
ging sodann von einem End
zustand frühestens per Ende 2017 aus
(E. 3.10)
nachdem er zuvor noch auf eine
vorübergehende Verschlimmerung
mit einem Endzustand spätestens
Ende Juni 2016
ge
schloss
en hatte
(E. 3.6).
Dr.
C._
hielt
anlässlich seiner Begutach
tung im März 2018
fest
, dass der Endzustand mittlerweile erreicht sein dürfte (E. 3.11).
Damit erscheint zwar das Erreichen des medizinischen Endzu
standes zu einem Zeitpunkt vor der
angekündigten Terminierung der Leistungen (Taggeld und Heilbehandlung)
per Ende September 2018 (vgl.
Urk.
6/G93)
be
gründet. Dies reicht jedoch nicht zur
Begründung
, dass
die nunmehr zurück
ge
forderten Tag
geldleistungen
zweifellos zu Unrecht erbracht wurden.
Immerhin klärte sich die
Sachlage erst mit dem Gutachten des Dr.
E._
von August 2018, weshalb bei Ausrichtung der Taggelder die Annahme, weitere Behandlungen könnten noch zu einer Verbesserung führen, nicht abwegig war.
D
ie
bereits
erbrachten Tag
geldleistungen
können damit
nicht zurückgefordert
respektive rü
c
k
wirkend ver
rechnet
werden.
In diesem Punkt
ist die Beschwerde gutzuheissen
unter dem Hinweis, dass nicht für die selbe Periode Taggelder und Renten auszurichten sind. Soweit bis Oktober 2018 die Taggeldleistungen den Rentenanspruch überstiegen, sind für diese Periode demnach keine weiteren Leistungen geschuldet.
6.
Angesichts des fast vollständigen Unterliegen
s
der Beschwerdeführerin rechtfertigt
sich die Zusprache einer Prozessentschädigung nicht.