Decision ID: c7025ad5-a2ac-4b8e-8b7b-b3d681fc3262
Year: 2022
Language: de
Court: ZH_SVG
Chamber: ZH_SVG_001
Canton: ZH
Region: Zürich
Law Area: social_law

Sachverhalt:
1.
Die
1973 geborene
X._
war seit dem 1.
Juni 2003 als stellvertretende Gruppenleiterin Reinigung am
Y._
in einem Vollzeitpensum tätig (U
rk.
7/10). A
m 2
2
.
Juni 2018
(Eingangsdatum)
meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf ein
cervicospondylogenes
und ein lumbospondylogenes Schmerz
syndrom sowie Schwindel bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
,
zum Leistungsbezug an (U
rk.
7/2).
Die IV-Stelle tätigte medizinische und erwerbliche Abklärungen.
Am
23.
Mai 2019 bejahte die IV
Stelle einen Anspruch der Versicherten auf Arbeitsplatzerhalt mit Coaching als Teil der Arbeitsvermittlung (U
rk.
7/20).
A
m 27.
Februar
2020 teilte
die IV
Stelle
der Versicherten mit, der A
rbeitsplatz
erha
lt sei abgeschlossen und
eine Arbeits
vermittlung sei zurzeit nicht möglich (U
rk.
7/36).
A
m 7.
April 2020
informierte
die IV-S
telle die
V
ersicherte
dahingehend
, dass eine p
o
lydisziplinäre medizi
nische Untersuchung notwendig sei (U
rk.
7/42).
A
m 4.
Mai 2020 teilte
sie
ihr
mit, dass die B
eguta
chtung durch die
Z._
GmbH Gutachtenstelle
A._
durchgeführt werde und die folgenden Abklärungen beinhalte (U
rk.
7/49): Allge
meine/Innere Medizin (
Dr.
med.
B._
), Neuro
logie (
Dr.
med.
C._
), Rheumatologie (
Dr.
med.
D._
) und Psychiatrie (
Dr.
med.
E._
). Das
polydisziplinäre
G
utachten wurde am 7.
September 2020 erstattet (U
rk.
7/59).
Gestützt auf die Schlussfolgerungen der Gutachter stellte die IV-Stelle der Versicherten m
it V
orbescheid vom 5.
Oktober 2020 die Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht (U
rk.
7/62).
Aufgrund des Einwandes
der
Versicherten
stellte die IV-Stelle
i
m Rahmen des
Vorbescheidverfahrens
Rück
fragen an die G
uta
chtenstelle (Ur
k.
7/66 und U
rk.
7
/69), welche diese mit Eingabe vom 4.
Januar 2021 beantwortete (U
rk.
7/71).
Mit Ei
ngabe vom 22.
Januar 2021 reichte die Versicherte eine ergänzende Begründung ihres Einwandes ein (U
rk.
7/73).
Mit V
erfügung vom 29.
März 2021 verneinte die IV-Stelle
schliesslich
einen L
eistungsansp
ruc
h
der Versicherten
(U
rk.
7/82 = U
rk.
2).
2.
Dagegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom
19.
April 2021
Beschwerde und beantragte,
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben. Es sei festzustellen, dass der Anschein der Befangenheit bei den Gutachtern
Dres
.
D._
,
E._
und
B._
bestehe. Das polydisziplinäre Gutachten der
Z._
GmbH
vom 7.
September 2020 sei aus den Akten zu entfernen und die Sache sei an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese eine andere Gutachterstelle beauftrage (U
rk.
1 S
.
2).
Mit B
eschwerdeantwort vom 2.
Juni 2021 beantragte die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwer
d
e, was der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 7.
Juni 2021 mitgeteilt wurde (U
rk.
8).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzu
gehen.
Das Gericht

zieht in Erwägung:
1.
1.1
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Zudem muss der Arzt über die notwendigen fachlichen Qualifikationen ver
fügen
(BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a; Urteil des Bundesgerichts 8C_225/2021 vom 1
0.
Juni 2021 E. 3.2, je mit Hinweisen).
1.2
Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44
des
Bundesgesetz
es
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
eingeholten, den Anfor
derungen der Rechtsprechung entsprechenden Gutachten externer Spezialärzte (sogenannte Administrativgutachten) ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 1.3.4, 135 V 465 E. 4.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_77/2021 vom 20. April 2021 E. 3 mit Hinweisen).
1.3
Zweck interdisziplinärer Gutachten ist, alle relevanten gesundheitlichen Beein
trächtigungen zu erfassen und die sich daraus je einzeln ergebenden Einschrän
kungen der Arbeitsfähigkeit in ein Gesamtergebnis zu fassen. Dasselbe gilt mit Blick auf die mitunter schwierige Abgrenzung der im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
versicherten Zustände von invaliditätsfremden Faktoren. Der abschliessenden, gesamthaften Beurteilung von Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit kommt damit dann grosses Gewicht zu, wenn sie auf der Grundlage einer Konsensdiskussion der an der Begutachtung mitwirkenden Fachärzte erfolgt
. Eine solche zusammenfassende Beurteilung auf der Grundlage einer Konsensdiskussion der einzelnen Gutachter oder unter Leitung eines fallführenden Arztes zur Zusammenführung und Dar
legung der Ergebnisse aus den einzelnen Fachrichtungen ist ideal, aber nicht zwin
gend.
Das Abstellen auf ein polydisziplinäres Gutachten ist daher nicht bereits deshalb bundesrechtswidrig, weil keine abschliessende Konsensdiskussion
statt
gefunden hat. Die Frage, ob ein Gutachten beweiskräftig ist oder nicht, beurteilt sich im konkreten Einzelfall danach, ob sich gestützt auf die Expertise die rechts
relevanten Fragen beantworten lassen oder nicht. Mit anderen Worten verletzt das Abstellen auf ein polydisziplinäres Gutachten Art. 43 Abs. 1 ATSG nicht allein schon deshalb, weil einem Teilgutachten der Beweiswert abgespro
chen wird. Dies hat auch umgekehrt zu gelten, wenn sich die Schlussfolgerungen im Hauptgutachten, das nicht in einer interdisziplinären Konsensbesprechung der beteiligten Fachärzte entstand, nicht nachvollziehen und sich nicht mit den Teil
gutachten vereinbaren lassen, die Beurteilungen in allen Teilgutachten jedoch als schlüssig zu bezeichnen sind. Eine Beweiswürdigung, welche überzeugenden Teilkonsilien vollen Beweiswert zuerkennt, kann somit nicht allein deshalb als bundesrechtswidrig bezeichnet werden, weil einem weiteren Teil des Gutachtens die Beweiskraft fehlt (BGE 143 V 124 E. 2.2.4; Urteil des Bundesgerichts 8C_54/2021 vom 10. Juni 2021 E. 2.2, je mit Hinweisen).
1.4
Nach der Rechtsprechung gelten für medizinische Sachverständige grundsätzlich die gleichen Ausstands- und Ablehnungsgründe, wie sie für Richter vorgesehen sind. Danach ist Befangenheit anzunehmen, wenn Umstände vorliegen, die geeig
net sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit zu erwecken. Bei der Befangen
heit handelt es sich allerdings um einen inneren Zustand, der nur schwer bewie
sen werden kann. Es braucht daher für die Ablehnung nicht nachgewiesen zu werden, dass die sachverständige Person tatsächlich befangen ist. Es genügt viel
mehr, wenn Umstände vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen. Bei der Beurteilung des Anscheins der Befangenheit und der Gewichtung solcher Umstände kann jedoch nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abgestellt werden. Das Misstrauen muss vielmehr in objektiver Weise als begründet erscheinen. Im Hin
blick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztgutachten im Sozialversiche
rungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters ein strenger Mass
stab anzu
setzen (BGE 132 V 93 E. 7.1;
Urteil des Bundesgerichts 8C_62/2019 vom 9. August 2019 E. 5.2; vgl. auch BGE 137 V 210 E. 2.1.3
).
So kann das Expertenverhalten während der Exploration objektiv den Anschein von Befangenheit erwecken. Zu denken ist etwa an Äusserungen, welche die Glaub
haftigkeit der Angaben des Exploranden oder der Explorandin zum Gesund
heitszustand und zur Selbsteinschätzung der Arbeitsfähigkeit von vorn
herein mehr oder weniger offen verneinen, an abschätzige Bemerkungen persön
licher Natur oder unter Umständen an die Art und Weise, wie die Untersuchung durchgeführt wird. Die Objektivität der Beurteilung steht auch in Frage, wenn die begutachtende Person von weitgehend sachfremden Kriterien auf Aspekte des
Gesundheitszustandes schliesst, welche für die zumutbare Arbeitsfähigkeit von Bedeutung sind. Schliesslich kann die Abfassung einer medizinischen Expertise in beleidigendem Ton oder sonst auf unsachliche Art und Weise objektiv Zweifel an der Unvoreingenommenheit der sachverständigen Person wecken (Urteil des Bundesgerichts 9C_469/2016 vom 22. Dezember 2016 E. 5.1 mit Hinweisen).
2.
2.1
Im angefochtenen Entscheid erwog die IV-Stelle,
die medizinische Abklärung habe ergeben, dass die ausgewiesenen Diagnosen keine länger andauernden oder bleibenden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit hätten. Der Beschwerdeführe
rin sei eine berufliche Tätigkeit in vollem Umfang zumutbar. Somit bestehe kein Anspruch auf eine IV-Rente.
Zum Einwand der Beschwerdeführerin führte die IV
Stelle aus, d
as Abstellen auf ein polydisziplinäres Gutachten sei nicht bereits deshalb bundesrechtswidrig, weil keine abschliessende Konsensdiskussion statt
gefunden habe oder – wie im vorliegenden Fall
–
ein Gutachter an der Konsens
beurteilung nicht
beteiligt gewesen sei. Dass Dr.
C._
an der Konsensbeurteilung nicht anwesend gewesen sei, vermöge die Beweiskraft des Gutachtens nicht zu schmälern. Dass er die Konsensbeurteilung auch nicht mitunterzeichnet habe, vermöge daran nichts zu ändern, zumal er das neurologische Te
ilgutachten unter
zeichnet habe
(Urk. 2)
.
2.2
Die Beschwerdeführerin machte demgegenüber im Wesentlichen geltend,
es sei erstellt, dass an
der Konsensbeurteilung vom 17.
Juni 2020 nicht sämtliche, sondern nur drei von vier Gutachtern anwesend gewesen seien und
die Konsens
beurteilung vom 17.
Juni 2020 noch vor der neu
rologischen Begutachtung am 12.
August 2020 durch
Dr.
C._
stattgefunden habe. Wenn die drei Gutachter
Dres
.
D._
,
E._
und
B._
in Abwesenheit des vierten Gutachter
s
Dr.
C._
bereits die Konsensbesprechung durchführten, obwohl der vierte Gut
achter die Beschwerdeführerin noch gar nicht untersucht habe, werde das Ergeb
nis vorweggenommen.
Das Verhalten der
Dres
.
D._
,
E._
und
B._
sei widerrechtlich und erwecke den Anschein der Befangenheit. Das poly
d
iszipli
näre Gutachten und die Teilgutachten seien nur durch
Dres
.
D._
,
E._
und
B._
, aber nicht durch D
r.
C._
unterzeichnet worden. D
r.
B._
habe sowohl die
Konsensbe
u
r
teilung als auch das neurologische Teilgutachten anstelle von
Dr.
C._
«i.V.» unterzeichnet. Die Unterschrift der Sachverständigen sei vertretungsfeindlich, weshalb Gutachter D
r.
B._
nicht anstelle des Gut
achters D
r.
C._
i.V. unterzeichnen könne.
Daher litten sowohl das neurologische
Gutachten als auch die K
onsensbe
u
r
teilung an einem Rechtsmangel (U
rk.
1 S
. 7
ff.).
3.
3.1
Im allgemeininternistischen Teilgutachten betreffend die Untersuchung vom 17. Juni 2020 führte
Dr.
med.
B._
, FMH
Allgemeine Innere Medizin,
aus,
aus allgemeininternistischer Sicht habe bisher keine Beeinträchtigung der Arbeits
fähigkeit bestanden. Ausser ab und zu Magenschmerzen gebe die Beschwer
de
führerin keine allgemeininternistischen Beschwerden an. Die Befunde im klini
schen allgemeininternistischen Status seien unauffällig. Eine Laborunter
suchung sei wegen schlechten Venen nicht möglich gewesen. Anamnestisch bestünden aber keine Hinweise für pathologische Laborwerte. Eine allgemein
internistische Diagnose könne nicht gestellt werden. Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführe
rin sei aus allgemeininternistischer Sicht nicht eingeschränkt (Urk. 7/59 S. 20).
3.2
Im psychiatrischen Teilgutachten betreffend die Untersuchung vom 17. Juni 2020 nannte
Dr.
med.
E._
, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, keine Diagno
sen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine leichte depressive Episode (ICD-10 F33.00) sowie eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Fakto
ren (ICD-10 F45.41).
Bei der Beschwerdeführerin bestünden Klagen über ausge
weitete Schmerzen im Bewegungsapparat, aber auch über depressive Verstim
mungen. Diagnostisch bestünden eine leichte depressive Episode, gekennzeichnet durch depressive Verstimmungen mit verminderter Freude, erhöhter Ermüdbar
keit, Schlafstörungen und Schuldgedanken sowie eine chronische Schmerzstö
rung mit somatischen und psychischen Faktoren, gekennzeichnet durch ausge
weitete somatische Beschwerden mit vor allem Schmerzen im Bewegungsapparat. Das Ausmass der somatischen Beschwerden sei deutlich ausgeprägt und lasse sich nicht nur auf eine Somatisierung im Rahmen der Depression zurückführen. Es bestünden emotionale und psychosoziale Belastungsfaktoren, die eine Rolle spiel
ten, mit einem Migrationshintergrund
,
einer Doppelbelastung als Hausfrau, Mutter und ausserhäuslich Erwerbstätige, aber auch einer angespannten finanzi
ellen Situation. Auf diesem Hintergrund komme es zu den vorliegenden psychi
schen Störungen. Die Anamnese sei sonst früher psychiatrisch
bland
gewesen mit normaler Sozialisation und voller Leistungsfähigkeit während mehrerer Jahre, was gegen die Achse-II-Diagnose einer Persönlichkeitsstörung spreche.
In den Akten sei auch eine depressive Episode aufgeführt, die aber als mittelgradig angegeben worden sei. Die behandelnde Psychiaterin
Dr.
F._
habe 2020
die
subjektive Arbeitsunfähigkeit bestätigt. Objektiv gesehen seien der Beschwer
deführerin aber angepasste Tätigkeiten durchaus möglich. Sie leide nicht unter einer schweren chronischen somatischen Erkrankung und es bestehe auch kein schweres psychisches Leiden wie eine schwere Persönlichkeitsstörung oder eine schwere Psychose. Sie könne ambulant behandelt werden, eine Hospitalisation sei nicht notwendig. Die Prognose sei aufgrund des chronischen Verlaufs auf
grund der deutlich ausgeprägten Krankheits- und Behinderungsüberzeugung für die Wiederaufnahme einer ausserhäuslichen Er
werbstätigkeit ungünstig
. Die Beschwer
deführerin sei aber durchaus gut integriert, sie habe gute Kontakte zu ihren Kolleginnen, sie gestalte ihren Tagesablauf aktiv, besuche regelmässig das Fitnesszentrum, gehe zusammen mit ihrem Ehemann ins Thermalbad schwimmen und Reisen in die Heimat mit dem Flugzeug seien ihr auch möglich. Das hohe Aktivitätsniveau spreche auch gegen eine Arbeitsu
nfähigkeit in vergleich
sweisen Tätigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt (U
rk.
7/59 S
.
27
f
f.).
3.3
Im rheumatologischen Teilgutachten betreffend die Untersuchung vom 17. Juni 2020 nannte
Dr.
med. D._
, Fachärztin für Rheumatologie, die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Chronisches
thorakolumbospondylogenes
Schmerzsyndrom linksbetont (ICD-10 M54.5)
-
myostatische
Insuffizienz mit den entsprechenden
muskuloligamentä
ren
Überlastungsreaktionen, insbesondere einer Reizung des M.
pirif
ormis
links
-
ISG-Funktionsstörung rechts
-
klinisch keine Hinweise für radikuläre Symptomatik
-
kernspintomographisch beginnende Osteochondrose
L5
/
S1
(MRI 04/2018)
-
D
iskrete
Rhizarthrose
links (ICD-10
M18.9
)
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte
Dr.
D._
die folgenden
(U
rk.
7/59 S
.
35)
:
-
Chronisches zervikospondylogenes Sch
m
erzsyndrom (ICD-10
M53.1
)
-
Dysbalancen der Schultergürtelmuskulatur
-
klinisch keine Hinweise für radikuläre Symptomatik
-
kernspintomographisch altersentsprechende degenerative Verände
rungen, Diskushernie C3/4 und C4/5 ohne Neurokompression (MRI 04/2018)
-
Generalisiertes
multilokuläres
Schmerzsyndrom (ICD-10
R52.9
)
-
Ganzkörperschmerzen mit vegetativer Begleitsymptomatik
-
Klinisch, labortechnisch, radiologisch und kernspintomographisch keine H
inweise für entzünd
lich-rheumatisches Geschehen
Dr.
D._
führte aus,
i
m
Rahmen der Tätigkeit als Mitarbeiterin Grundreini
gung am
Y._
seien 2014 zunehmende Schmerzen gluteal links aufgetreten. Die daraufhin im September 2014 durchgeführte Kernspin
tomographie der LWS und der ISG sei bis auf degenerative Veränderungen im Sinne einer beginnenden Osteochondrose
L5
/
S1
unauffällig gewesen. Durch die durch den behandelnden Rheumatologen
Dr.
G._
eingeleiteten Behand
lungen wie Schmerzmedikamente und Physiotherapie sei es zu keiner Besserung der Beschwerdesymptomatik gekommen. Auch eine Hospitalisation in der Reha
bilitationsklinik
H._
habe zu keiner Besserung der Beschwerden geführt. Darauf
hin sei im April 2018 erneut eine Kernspi
n
tomographie der LWS und der ISG durchgeführt worden, bei der sich keine Änderung zu den Voraufnahmen gezeigt habe. Aufgrund ihrer Beschwerden sei
die Beschwerdeführerin vom 23.
Mai bis 1.
Juni 2018 in der Klinik für Rheumatologie im
I._
hospitalisi
ert gewesen. Dort sei die Diagn
o
s
e eines chronischen
lumbospondylo
genen
Schmerzsyndroms gestellt worden. Bei der aktuellen Untersuchung sei die
Beweglichkeit der LWS in sämtlichen Ebenen schmerzbedingt leicht einge
schränkt. Es bestehe eine
myostatische
Insuffizienz mit den entsprechenden
mus
kuloligamentären
Überlastungsreaktionen. Hier imponiere eine Reizung des M.
piriformis
beidseits linksbetont, die hauptursächlich für die von der Beschwer
deführerin angegebene Beschwerdesymptomatik sei. Klinische Hinweise für eine
radikuläre oder Wurzelkompressionssymptomatik
,
wie Reflexausfälle oder Absch
w
ä
chung von Kennmuskeln
,
fänden sich nicht. Der
Lasè
gue
sei beidseits negativ. Darüber hinaus habe sich in den vergangenen Jahren ein chronisches zervikospondylogenes Schmerzsyndrom entwickelt. Bei der aktuellen klinischen Untersuchung sei die HWS in sämtlichen Ebenen frei beweglich. Es fänden sich mässige Dysbalancen der Schultergürtelmuskulatur, die hauptursächlich für die Beschwerdesymptomatik seien. Hinweise für eine radikuläre oder Wurzelkom
pressionssymptomatik fänden sich nicht. Dies korreliere gut mit dem Befund der Kernspintomographie der HWS vom April 2018, die bis auf diskrete altersent
sprechende degenerative Veränderungen und Diskushernien im Bereich C3
/
4
und
C4/5 unauffällig gewesen sei. Hinweise für eine Neurokompression hätten sich nicht gezeigt. Nach Angaben der Beschwerdeführerin sei es seit einigen Monaten zu zunehmenden Schmerzen und gelegentlichen Schwellungen im Bereich des Daumensattelgelenkes links gekommen. Bei der aktuellen klinischen Unter
suchung sei das Gelenk reizlos. Die Beschwerdeführerin gebe über dem Daumen
sattelgelenk einen lokalen Druck- und Stauchungsschmerz an. Die Beweglichkeit sei nicht eingeschränkt. Auf den bei
Dr.
G._
im Februar dieses Jahres durchgeführten Röntgenaufnahmen zeige sich eine allenfalls diskrete
Rhiz
arthrose
, die die Beschwerdesymptomatik in diesem Bereich nicht vollständig
erkläre. Ab 2014 sei es im V
erlauf
von zwei Jahren zu einer Ausweitung der Schmerzen auf den ganzen Körper gekommen. Bei der aktuellen klinischen Untersuchung klage die Beschwerdeführerin über Ganzkörperschmerzen und eine vegetative
Begleitsymptomatik. Bei der klinischen Untersuchung seien sämtliche Gelenke reizlos
und
frei beweglich.
Synovitiden
oder
Tenosynovitiden
fänden sich nicht. Die Beschwerdeführerin gebe weder über den Fibromyalgie-typischen Tenderpoints noch über den sogenannten Kontrollpunkten
Druckdolenzen
an. Hi
nweise für
ein entzündlich-rheumatisches Geschehen fänden sich weder klinisch, labortechnisch, radiologisch noch kernspintomographisch. Die von Seiten des Bewegungsapparates her geklagten Schmerzen und Funktionsein
schränkungen deckten sich nur zum Teil mit den objektivierbaren Befunden. Die von der Beschwerdeführerin angegebenen ausgeprägten Einschränkungen im Alltag liessen sich durch die objektivierbaren Befunde nicht erklären.
Die
i
m Kurzaustrittsbericht der Klinik für Rheumatologie des Stadtspitals
I._
am 31.
Mai 2018 gestellten Diagnosen eines chronischen
zerviko
- und
lumbospon
dylogenen
Schmerzsyndroms deckten sich mit den ihrigen. Der Beschwerde
führerin sei nur für die Dauer der Hospitalisation eine
100%ige
Arbeitsun
fähigkeit attestiert worden. A
b dem 18.
Juni 2018 sei ein Arbeitsversuch im 50
%
Pensum geplant gewesen. Die in den A
rztber
ichten des behandelnden R
heu
ma
tologen
Dr.
G._
am 20.
J
uli 2018 und 17.
März 2020 gestellt
e
Diag
nose eines chronischen
zerviko
- und
lumbospondylogenen
Syndroms bei degenera
tiven Wirbelsäulenveränderu
n
gen decke sich mit der ihrigen. Die durch ihn attestierte lediglich 50%ige Arbeitsfähigkeit für die angestammte Tätigkeit der stellvertretenden Gruppenleiterin Reinigung wie auch für adaptierte Tätig
keiten sei anhand der objektivierbaren Befunde als zu niedrig anzusehen. Bis auf geringe degenerative Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule und dem Daumen
sattel
gelenk links bestünden keine objektivierbaren Befunde, die eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit rechtfertigten. Bis auf eine leicht verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule stünden der Beschwerdeführerin aus rein rheuma
tologischer Sicht sämtliche Fähigkeiten und Ressourcen zur Verfügung, die zur Ausübung einer adaptierten Tätigkeit erforderlich seien
. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als stellvertretende Gruppenleitung Reinigung entspreche gemäss Arbeits
platz
beschreibung der Beschwerdeführerin dem zumutbaren Leistungs
profil und sei ihr in einem 100
%-Pensum zumutbar. Es gebe aus Sicht des Bewe
gungsappa
rates keine Hinweise dafür, dass die Arbeitsfähigkeit für leichte bis gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten in den vergangenen Jahren längerfristig relevant ein
geschränkt gewesen wäre (U
rk.
7/59 S
. 35
ff.).
3.4
Im neurologischen Teilgutachten betreffend die Untersuchung vom 12. August 2020
stellte
Dr.
med.
C._
, FMH Neurologie,
keine neurologischen Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Auswirkung nannte er die folgenden:
-
Lumbospondylogenes und zervikospondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10 M54)
-
Migräne ohne Aura (ICD-10 G43)
-
unspezifische Schwindelbeschwerden
-
rezidivierende Stürze bei Synkopen unklarer Ätiologie (ICD-10 R55)
-
29.06.2020 OSG-Distorsion rechts
Er hielt fest, die Beschwerdeführerin
berichte
über verschiedenste gesundheitliche Probleme mit Schmerzen im Nacken- und Kreuzbereich sowie einer Migräne. Im Weiteren berichte sie über Schwindel und Stürze im Rahmen von Synkopen. Radikuläre Schmer
z
ausstrahlungen in die Extremitäten würden nicht beschrie
ben. Bei der klinischen Untersuchung fänden sich keine Hinweise auf eine radi
kuläre Reiz- beziehungsweise sensomotorische A
usfallsymptomatik. Bei der aktuellen Untersuchung berichte sie über rezidivierende Stürze seit drei Jahren. Sie verliere jeweils das Bewusstsein und sie ha
be sich am 29.
Juni 2020 dabei eine OSG-Distorsion beim Spazieren zugezogen. Obwohl diese Stürze mehrmals pro Monat auftreten würden, sei bisher keine neurologische oder anderweitige Abklärung erfolgt, was etwas schwierig nachvollziehbar sei. Eine genauere Zuord
nung sei aufgrund der anamnestischen Angaben der Beschwerdeführerin nicht möglich. Im Weiteren berichte sie über intermittierende
Schwankschwin
delbeschwerden
. Möglicherweise handle es sich hierbei um eine peripher-vesti
buläre Störung. Aus neurologischer Sicht ergäben sich keine Hinweise auf eine zentrale Ursache der Schwindelbeschwerden oder eine anderweitige extra
pyrami
dale Störung. Auch hier seien bisher keine spezialärztlichen Abklärungen ver
anlasst worden. Die Beschwerdeführerin
berichte
über eine seit vielen Jahren vorhandene Migräne. Rein formell würden die diagnostischen Kriterien der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft für eine Migräne ohne Aura erfüllt. Nach Angabe der Beschwerdeführerin seien die Migränekopfschmerzen seit vielen Jahren vorhanden. Sie habe somit ihre beruflichen Aktivitäten trotz der Migräne relativ ungehindert ausüben können. Sie berichte auch über ein gutes Ansprechen der Reservemedikation. Wegen der angegebenen Missempfindungen an den Händen, welche intermittierend tagsüber aufträten
, sei am 23. August 2019 eine neurologische Untersuchung durch
Dr.
J._
erfolgt, welcher ein Karpaltun
nelsyndrom beidseits neurographisch nicht habe nachweisen können.
Im Rahmen
der neurologischen Gesamtbeurteilung hielt der Gutachter fest, d
ie Beschwerde
führerin
berichte
über erhebliche Funktionseinschränkungen aufgrund von Sch
m
er
zen, Schwindelbeschwerden und Stürzen. Diese Funktionseinschränkun
gen seien in den Akten nicht dokumentiert und es seien auch keine spezialärzt
lichen Abklärungen erfolgt. Bei der klinischen Untersuchung hätten keine rele
vanten pathologischen Befunde erhoben werden können, welche auf derartige Störungen hinweisen würden. Aus neurologischer Sicht könne aufgrund der aktuell vorliegenden Aktenlage und der erhobenen Befunde eine relevante Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten beruflichen Tätigkeit nicht festgestellt werden (U
rk.
7/59 S
. 43
ff.).
3.5
In der Konsensbeurteilu
n
g wurden die folgenden Diagnosen
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
genannt (Urk. 7/59 S. 7 f.):
1.
Chronisches
thorakolumbospondylogenes
Schmerzsyndrom
linksbetont
(ICD-10 M54.5)
-
myostatische
Insuffizienz mit den entsprechenden
musku
lo-ligamen
tären
Überlastungsrea
k
t
ionen, insbesondere einer Reizung des M.
piriformis
links
-
ISG-Funktionsstörung rechts
-
klinisch keine Hinweise für radikuläre Symptomatik
-
kernspintomograp
hisch beginnende Osteochondrose
L5
/
S1
(MRI 04/2018)
2.
Diskrete
Rhizarthrose
links (ICD-10
M18.9
)
Als D
iagn
o
s
e
n
ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden die folgenden fest
gehalten:
1.
Leichte depressive Episode (ICD-10 F.33.00)
2.
Chronische Schmerstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
-
generalisiertes
multilokuläres
Schmerzsyndrom (ICD-10
R52.9
)
-
unspezifische Schwindelbeschwerden (ICD-10 R42)
3.
Chronisches zervikospondylogenes Schmerzsyndrom (ICD-10
M53.1
)
-
Dysbalan
c
en der Schultergürtelmuskulatur
-
klinisch keine Hinweise für radikuläre Symptomatik
-
ker
n
spintomographisch altersentsprechende degenerative Verände
rungen, Diskushernie C3/4 und C4/5 ohne Neurokompression (MRI 04/2018)
4.
Migräne ohne Aura (ICD-10 G43)
5.
Rezidivierende Stürze bei Synkopen unklarer Ätiologie (ICD-10 R55)
-
29.06.2020 OSG Distorsion rechts
-
DD bei
Dg
. 2
Es wurde ausgeführt, im Vordergrund der subjektiven Beschwerden der Beschwer
deführerin hätten bei den Untersuchungen die Rückenbeschwerden gele
gen. Bei der rheumatologischen Untersuchu
n
g sei ein chronisches
tho
rakolumbospondylogenes
Schmerzsyndrom, vorwiegend bei
myostatischer
Insuffizienz diagnostiziert worden. Radiologisch bestünden beginnende Osteo
chond
rosen
L5
/
S
1
.
Zudem leide die Beschwerdeführerin auch an diskreten
Rhizarthro
sen
links.
Die objektiven Befunde am Bewegungsapparat schlössen eine körper
lich schwere und andauernd mittelschwere Tätigkeit aus. Für die übrigen Tätig
keiten, wie sie die Explorandin im Reinigungsdienst des Universi
täts
spitals Zürich habe ausüben müssen, ergäben sich aus den rheumatologischen Befunden keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit. Bei der neurologischen Untersuchung sei keine radikuläre Symptomatik bei den Rückenschmerzen fest
gestellt worden. Es sei eine Migräne ohne Aura diagnostiziert worden, welche keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe. Die anamnestisch bestehenden Schwindelbeschwerden und rezidivierenden Stürze hätten aus neurologischer Sicht nicht erklärt werden können. Es hätten sich keine weiteren pathologischen Befunde gefunden. Bei der allgemeininternistischen Untersuchung seien unauf
fällige Befunde festgestellt worden. Eine Diagnose habe nicht gestellt werden können.
Bei der psychiatri
schen Untersuchung seien eine leichte depressive Epi
sode und eine chronische S
chmerzstörung mit somatische
n und psychischen Faktoren diagnostiziert worden. Letztere erkläre die Beschwerden und subjektiven Einschränkungen der Beschwerdeführerin, welche mit den somatischen Befunden nicht vollständig hätten objektiviert werden können. Die depressive Symptomatik sei nur leicht
gradig ausgeprägt und schränke die Beschwerdeführerin nicht ein.
Zusammen
gefasst könnten aus polydisziplinärer Sicht lediglich Einschränkungen der körperlichen Belastbarkeit
für schwere und andauernd mittelschwere Tätig
keiten festgestellt werden. Die objektiven Befunde seien nicht derart ausgeprägt, dass eine länger dauernde
höhergradige
Arbeitsunfähigkeit für angepasste Tätig
keiten festgestellt werden könne
(U
rk.
7/59 S
. 7
f.)
.
4
.
In materieller Hinsicht
erfüllt das polydisziplinäre Gutachten der
Z._
GmbH, Gutachtenstelle
A._
,
die praxisgemässen Kriterien (vor
stehend E.
1.1). Es
setzt sich mit
sämtlichen
Aspekten der gesundheitlichen Beeinträchti
gungen der Beschwerdeführerin
auseinander, berücksichtigt die medizinischen Vorakten und begründet Abweichungen
zu den Einschätzungen der behandelnden Ärzte
, soweit
diese
– insbesondere in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit
–
nicht im Einklang
stehen
. Insgesamt reiht sich das Gutachten nachvollziehbar in die medizinische Akten
lage ein und vermag zu über
zeugen. Dabei leg
en die Experten auch dar, dass die
geklagten Beschwerden und gezeigten Einschränkungen aufgrund der Klinik und Diagnostik nur teilweise
erklärbar sind.
Den
objektivierbaren
rheumatologischen Untersuchun
g
sbefunden tragen die E
xp
erten insofern Rechnung, als sie die Beschwer
deführerin für eine körperliche schwere und andauernd mittelschwere Tätig
keit nicht mehr als arbeitsfähig erachten.
Von fachärztlicher psychiatrischer Seite
wurde
schlüssig dargelegt, dass sich die Befunde nicht derart ausgeprägt zeigten, dass sich daraus Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit hätten begrün
den lassen.
Aus neurologischer Sicht konnten keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden.
Die geklagten Funktionseinschrän
kungen aufgrund von Schwindelbeschwerden und Stürzen sind in den Akten nicht dokumentiert und konnten aus neurologischer Sicht nicht erklärt werden.
Bei der allgemeininternistischen Untersuchung waren die Befunde unauffällig und es konnte keine Diagnose gestellt werden.
Das Gutachten
legt einleuchtend dar, dass einzig
auf rheumatologischem
Fach
gebiet
Ein
schränkungen im Belastungsprofil
aufgezeigt werden konnten, ansons
ten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit zu attestieren war. Damit besteht in materieller Hinsicht keine Veranlassung,
nicht auf das polydisziplinäre Gutachten abzu
stellen
.
Auch die Beschwerdeführerin rügt keine inhaltlichen Mängel des Gutach
tens.
5.
5.1
Streitig und
zu prüfen ist, ob das vorliegende Gutachten die formellen Voraus
setzungen betreffend die beweisrechtliche Verwertbarkeit erfüllt.
5.2
Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass das Gutachten formelle
Mängel auf
weise
, da weder das neurologische Teilgutachten noch die Konsensbeurteilung durch den Neurologen
Dr.
C._
persönlich
, sondern nur durch
Dr.
B._
in Vertretung («i.V.»)
unterzeichnet worden sei.
Die Konsensbeurteilung habe in Abwesenheit des Neurologen
Dr.
C._
stattgefunden.
5.2
.1
Es trifft –
entgegen den
Ausführungen
de
r Beschwerdegegnerin (vgl. Urk.
2)
–
zu, dass das neurologische Teilgutachten nicht von
Dr.
C._
persönlich unterzeich
net wurde. Indessen wurde es vom fallführenden Gutachter
Dr.
B._
i.V. unter
schrieben.
Es stellt sich die Frage, ob das neurologische Teilgutachten infolge Fehlens der eigenhändigen Unterschrift des zuständigen Arztes nicht in die Beweiswürdigung einbezogen werden darf.
Zur Hauptsache massgebend für das Verfahren vor den kantonalen IV-Stellen ist das ATSG, welches keine Regelung betreffend
die Unterzeichnung von Gutachten kennt
.
Auch aus den vom Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) erlassenen Kriterien für die Durchführung von polydisziplinären medizinischen Gutachten zur Beurteilung von Leistungsansprüch
en in der IV (gestützt auf Art.
72
bis
IVV)
–
auf welche sich die Beschwerdeführerin beruft
(U
rk.
1 S
.
6)
–
kann kein
Gültig
keitserfordernis abgeleitet werden
. Unter Ziffer 5 dieser Kriterien wird festge
halten: «Die Gutachterstelle garantiert, dass die Gutachten von allen beteiligten Gutachterinnen und
Gutachter unterzeichnet werden
»
.
Dabei handelt es sich lediglich um eine
Verwaltungsweisung
des BSV. Diese enthält als solche keine eigenen Rechtsregeln
,
sondern nur eine Konkretisierung und Umschreibung der gesetzlichen und
verordnungsmässigen
Bestimmungen. Solche Ausführungs
vor
schriften richten sich rechtsprechungsgemäss nur an die Durchführungsstellen
und
sind
für das Sozialversicheru
ngsgericht nicht verbindlich (vgl. BGE 133 V 394 E. 3.3; 130 V 163 E
.
4.3.1
).
Mangels einer entsprechenden gesetzlichen Regelung
stellt die
persönliche
Unterschrift
der Gutachter
kein Gültigkeitserfor
dernis für eine Expertise dar.
Im
Übrigen
schliesst
auch
die
verwaltungsinterne Weisung
eine Unterzeich
n
ung
in Vertretung
nicht
aus.
Es sind auch keine Gründe ersichtlich, weshalb lediglich eine persönliche Unterschrift zulässig sein soll.
Im vorliegenden neurologischen Teilgutachten hat
Dr.
B._
Dr.
C._
ledig
lich bei der Unterzeichnung vertreten. Es bestehen keinerlei Anhaltspunkte, dass das Gutachten
nicht
von
Dr.
C._
verfas
st worden wäre, was auch die Beschwer
deführerin
nicht geltend
macht
.
Die Beschwerdeführerin macht auch nicht gel
tend,
die Ausführungen stimmten nicht mit ihren an Ort und Stelle gemachten Angaben überein oder seien aus medizinischer Sicht inhaltlich unzutreffend.
Die fachliche Qualifikation des neurologischen Gutachters wird
von ihr
ebenfalls
zu Recht
nicht in Frage gestellt.
Anhaltspunkte, die die Unabhängigkeit, Unbefan
genheit und Objektivität des Gutachters in Frage stellen würden, sind nicht ersichtlich und werden auch von der Beschwerdeführerin nicht
vorgebracht
.
Zusammenfassend ist festzuhalten,
dass die fehlende persönliche Unterschrift
nicht zur Unverwertbarkeit des Gutachtens führt.
Es bleibt
darauf hinzuweisen
, dass die Evaluation der neurologischen Situation
vorliegend
keinen massgeblichen Einfluss auf das
Ergebnis
der Begutachtung hat
.
Selbst wenn dem neurologischen Teilgutachten der Beweiswert abgesprochen würde, könnte
im Übrigen
auf das polydisziplinäre Gutachten a
bgestellt werden (vgl. vorne E.
1.3).
5.2
.2
Des Weite
ren ist zutreffend, dass am 17.
Juni 2020 eine Konsensbesprechung mit den Gutachtern
Dr.
B._
,
Dr.
D._
und
Dr.
E._
stattgefunden hat (vgl. Urk.
7/71). Auch wenn Neurologe
Dr.
C._
an dieser Besprechung nicht teilge
nommen hat, wurden die Ergebnisse seiner neur
ologischen Untersuchung vom 12.
August 2020 in die Konsensbeurteilung integriert
(Ziffer 4 des Gutachtens, Urk. 7/59 S. 7 ff.)
.
Die
Konsensbeurteilung wurde
für
Dr.
C._
von
Dr.
B._
i.V. unterzeichnet (Urk. 7/59 S.
11).
Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist eine
auf der Grundlage einer Konsensdiskussion
aller beteiligter Gutachter erstellte Konsensbeurteilung ideal, aber nicht zwingend. Selbst wenn keine abschliessende Konsensdiskussion statt
gefunden hat, kann auf das polydisziplinäre Gutachten a
bgestellt werden (vgl. vorne E. 1.3).
Vorliegend wurde eine interd
is
ziplinäre Gesamtwürdigung vorgenommen.
Auch wenn
Dr.
C._
daran nicht
– oder jedenfalls nicht physisch
–
beteiligt war, ändert dies nichts an deren B
eweiswert
.
Es bleibt darauf hinzuweisen, dass im Gutachten unter «Angaben zur Entstehung des Konsenses» festgehalten wird, dass bei Unklarheiten und Differenzen der fall
führende Gutachter erneut die Diskussion mit den Teilgutachtern (vor Ort, telefo
nisch oder elektronisch auf der Plattform, je nach konkreter Fragestellung und Diskussion) eröffnet und das Gutachten nach der Fertigstellung durch alle Teil
gutachter elektronisch freigegeben und danach unterzeichnet wird (vgl. Urk. 7/59 S. 11). Eine vertretungsweise Unterzeichnung mangels physischer Anwesenheit eines Gutachters schmälert dessen Beweiswert
indessen
nicht.
5.2.3
Somit
kommt
den einzelnen Teilgutachten wie auch der Schlussbeurteilung
volle
Beweiskraft zu.
5.3
Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht,
es erwecke den Anschein der Befangenheit,
dass die Gutachter
Dres
.
D._
,
E._
und
B._
in Abwe
senheit
von
Dr.
C._
eine
Konsensbesprechung durchführten,
obwohl
Dr.
C._
die Beschwerdeführerin noch gar nicht untersucht habe
,
und damit das Ergebnis vorweggenommen hätten
,
kann ihr
nicht gefolgt werden.
Wie oben bereits dar
gelegt, handelt es sich dabei nicht um ein unzulässiges Vorgehen. Es ist auch nicht ersichtlich, inwiefern diese Konsensbesprechung bei den beteiligten Gut
achtern den Anschein der Befangenheit erwecken soll.
Nur weil ein Teil der Untersuchungen
zu einem früheren Zeitpunkt
stattgefunden haben
und die Ergeb
nisse mit den anwesenden Gutachtern bereits besprochen wurden
, kann
daraus nicht geschlossen werden
, dass das E
nde
rgebnis vorweggenommen w
u
rd
e
.
Vielmehr verhält es sich so, dass
–
indem die später durchgeführte neurologische
Untersuchung keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/59/43) ergab
–
für den fallführenden Gutachter offensichtlich kein Anlass bestand, «erneut die Diskussion mit den Teilgutachtern» zu eröffnen, wie das im Falle von Unklarheiten oder Differenzen intern vorgesehen ist (vgl. vorstehend E. 5.2.2).
Konkrete Umstände, die auf eine Voreingenommenheit der Experten schliessen lassen würden
(vgl. vorne E
.
1.4)
, sind nicht ersichtlich und werden auch von der Beschwerdeführerin nicht dargetan.
6.
Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das polydiszipli
näre Gutachten der
Z._
GmbH, Gutachterstelle
A._
, abgestellt. Die angefochtene Verfügung erweist sich damit als rechtes, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
7
.
Die Kosten des Verfahrens sind auf F
r. 7
00.-- festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).